Decision ID: e31a2207-7b08-4aca-9556-8bd4a89e3e61
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 19
61
geborene
X._
,
welche über keine abgeschlossene Berufsausbildung verfügt
,
seit 2011 verwitwet
und
Mutter von zwei erwachsenen Kindern
ist
,
reiste im März 2003 in die Schweiz ein und
war vo
n 2004 bis 2011 bei verschiedenen Arbeitgebern – namentlich bei der
Y._
,
der
Z._
,
der
A._
,
der
B._
sowie bei verschiedenen Privatpersonen –
als Reinigungskraft
tätig (
Urk.
7/8/2,
Urk.
7/11 und
Urk.
7/12
). Am 2
7.
Januar 2012
(Eingangsdatum)
sowie am 1
4.
März 2013 (Eingangsdatum)
meldete sie sich unter Hinweis auf seit 2003 bestehende Rückenbeschwerden bei der
Sozialversiche
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der In
validenversicherung an (Urk. 7/2
und
Urk.
7/17
).
Im Rahmen der Abklärung der erwerblichen und m
edizinischen Verhältnisse zog die IV-Stelle
die Akten des
K
rankentaggeldver
sicherers
(Urk.
7/13
und
Urk.
7/35
) sowie
einen Auszug aus dem
individu
ellen Konto (Urk.
7/12) bei
und
holte Berichte der behandelnden Ärzte (Urk. 7/9,
Urk.
7/10,
Urk.
7/16
,
Urk.
7/31-34,
Urk.
7/36-37 und
Urk.
7/41
) ein.
Daraufhin wurde eine polydisziplinäre medizinische
Untersuchung
angeordnet; die
C._
, an welche der Begutachtungsauftrag mittels Zufallsprinzip zugeteilt worden war (Urk. 7/44),
reichte der IV-Stelle am 10. März 2014 das
polydis
ziplinäre
orthopädisch-psychiatrisch-neurologische Gutachten (mit internisti
scher Beurteilung vom 8. Januar 2014) vom
5.
Februar 2014 (richtig wohl:
5.
März 2014; vgl. Urk. 7/52/59-60 [Orthopädisches Gutachten 2
4.
Februar 2014, Polydisziplinärer Konsens 2
8.
Februar 2014]) samt Teilgutachten (inter
nistisches Teilgutachten vom 1
0.
Januar 2014; neurologisches Teilgutachten vom
8.
Januar 2014; psychiatrisches Teilgutachten vom
9.
Januar 2014 und Bericht der Evaluation der Funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) vom 2
1.
Februar 2014 ein (
Urk.
7/51-52)
.
Gestützt darauf verneinte die IV-Stelle
nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 1
6.
April 2014 [
Urk.
7/59])
mit Verfügung vom
1
8.
Juni 2014
(Urk. 2
[=
7
/
60
])
einen Renten
anspruch
.
2.
Gegen diese Verfügung legte die Versicherte mit Eingabe vom 2
0.
August 2014 Beschwerde (
Urk.
1) ein und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzu
heben und es seien ihr die gesetzlichen Leistungen auszurichten, wobei hierfür ein Gerichtsgutachten in Auftrag zu geben sei; eventuell sei die
Angelegenheit zur Sachverhaltsfeststellung an die Vorinstanz zurückzuweisen (
Urk.
1
S.
2
). In prozessualer Hinsicht ersuchte die Beschwerdeführerin um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Bestellung von Rechtsanwalt Christos
Antoniadis
als unentgeltlichen Rechtsvertreter (Urk. 1
S. 10
).
Mit Beschwerdeantwort vom 11. September 2014 beantragte die IV-Stelle Abwei
sung der Beschwerde (Urk. 6). Mit Eingabe vom 12. Januar 2015 sub
stantiierte die Beschwerdeführerin ihre prozessuale Bedürftigkeit (Urk. 11, Urk. 12 und
Urk.
13/1-5). Am 13. Januar 2015 wurde das Doppel der
Beschwer
deantwort
der Beschwerdegegnerin zu
gestellt (Urk. 14).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.
4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vor
liegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erle
digen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
achtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wor
tung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
1.5
Für eine valide Beurteilung der Arbeitsfähigkeit und Zumutbarkeit ist in man
chen Fällen neben den medizinischen Befunden und Diagnosen auch eine arbeitsorientierte Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) wünsch
bar oder sogar erforderlich. Ein EFL-Testverfahren ist nicht in jedem Fall durch
zuführen, sondern allenfalls in Betracht zu ziehen, wenn sich die beteiligten Fachärzte ausser Stande sehen, eine zuverlässige Einschätzung des
leistungs
mässig
Machbaren vorzunehmen und deshalb eine konkrete, leistungsorientierte berufliche Abklärung als zweckmässigste Massnahme ausdrücklich empfehlen (Urteile des Bundesgerichtes 8C_547/2008 vom 16. Januar 2009 E. 4.2.
1.
und 9C_512/2009 vom 2
5.
November 2009 E. 5.2, mit Hinweisen). Die EFL besteht u.a. aus einem ergonomischen Assessment, in dessen Rahmen durch
Arbeits
simulationstests
das arbeitsbezogene Leistungsvermögen generell und mit Blick auf die angestammte berufliche Tätigkeit konkret beurteilt wird. Die EFL misst somit die Fähigkeit eines Individuums, manuelle Tätigkeiten zu verrichten, und schätzt den Zeitraum, während dessen die Probanden diese im Verlaufe eines ganzen Tages auszuüben imstande sind. Das umfassende Testverfahren ermög
licht zudem relevante Aussagen zum Leistungsverhalten und zur Konsistenz der versicherten Person, wobei eine allfällig beobachtete Symptomausweitung und Selbstlimitierung im Vordergrund stehen kann. Steht ein Schmerzsyndrom im Vordergrund, wird eine objektive Evaluation der funktionellen Leistungsfähig
keit zwar schwieriger, weil die Anstrengung oft durch Selbstlimitierung geprägt ist; auch in solchen Fällen erlaubt die EFL indes eine Quantifizierung der Leistungen, welche die Probanden einverstanden sind zu erbringen (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 9C_512/2009 vom 2
5.
November 2009 E. 5.2).
1.6
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss ständiger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Verfahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
entscheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
Be
i
ungenügenden Abklärungen
durch den Versicherungsträger holt
die Beschwerde
instanz im Regelfall ein Gerichtsgutachten ein
, wenn sie einen (im Verwaltungsverfahren anderweitig erhobenen) medizinischen Sachverhalt über
haupt für gutachtlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine
Administrativ
expertise
in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Die betref
fende Beweiserhebung erfolgt alsdann vor der
–
anschliessend
reformatorisch entscheidenden
–
Beschwerdeinstanz selber statt über eine Rückweisung an die
Verwaltung. E
ine Rückweisung an den Versicherungsträger
bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten
Frage begründet
ist.
Ausserdem
bleibt es dem kantonalen Gericht (unter dem Aspekt der Verfahrensgarantien) unbenommen, eine Sache zurück
zuweisen, wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist (B
GE
137 V 210
E.
4.4.1.
4 mit Hin
weisen; Urteil des Bundesgerichts
8C_815/2012 vom 21.
Oktober 2013 E.
3.4
,
publi
ziert in SVR 1/2014 UV Nr. 2 S.
3)
.
2.
2.1
Die
IV-Stelle
erwog im
angefochtenen Entscheid
, das polydisziplinäre Gutach
ten habe ergeben, dass
die
Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit als Reinigungsangestellte zu 100
%
arbeitsunfähig sei. In einer angepassten Tätigkeit (leichte Tätigkeit mit Heben von maximal 5 kg vom Boden, verteilt auf die Hände je 2,5 kg, auch sitzend ausgeführt und mit unbedingt möglicher Wechselbelastung, in temperierten Räumen ohne Rückenzwangshaltungen und repetitiven Rotations-
,
Flex
ions
-
und
Extensionsbewegungen, ohne Arbeiten über der Schulterhorizontalen) bestehe eine zeitlich uneingeschränkte Arbeits
fähigkeit.
Ausgehend vom
Gesamteinkommen der Beschwerdeführerin bei ver
schiedenen Arbeitgebern im Jahr 2010
ergebe sich für das Jahr 2012 ein
Vali
deneinkommen
von Fr. 41‘856.--. Das Invalideneinkommen sei aufgrund des Lohnes für Hilfsarbeiten gemäss Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik zu ermitteln. Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung sowie eines Abzuges von 25
%
ergebe sich ein Invalideneinkommen 2012 von
Fr.
40‘381.--. Es resultiere ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 4
%
(
Urk.
2)
.
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte in ihrer Beschwerde dagegen vor,
die
Zumut
bar
keits
beurteilung
der MEDAS-Gutachter
sei mit Blick auf die Diagno
sen und die klar festgestellten Funktionseinschränkungen sowie die auf einer organi
schen Grundlage basierenden Schmerzen nicht nachvollziehbar. Es habe keine Auseinandersetzung mit den Ergebnissen der EFL stattgefunden.
Gemäss diesen sei die Arbeitszeit erheblich zu reduzieren, falls ihre Schmerzen medizi
nisch begründet
seien
, was gemäss den Feststellungen der Gutachter der Fall sei.
Die Gutachter hätten zudem Hinweise auf ein mögliches
Impingement
bzw.
Kapsulitis
des rechten Schultergelenks gefunden und eine mögliche zusätzliche Limitation der körperlichen Leistungsfähigkeit angegeben
. Auch dies habe
keine Berücksichtigung bei der Zumutbarkeitsbeurteilung durch die Gutachter gefun
den (
Urk.
1).
3.
3.1
Die Gutachter des
C._
stellten im vom
5.
Februar 2014 datierten
polydiszipli
nären
Gutachten im Rahmen des polydisziplinären Konsens (Urk. 7/52/127 ff.) f
olgende Diagnose
n
mit
Auswirkungen auf
die Arbeitsfähigkeit
:
Verdacht auf
Chondrokalzinose
mit
Chondropathie
und Meniskusläsion links bei
pseudoarthrotischem
Osteophyt
der lateralen Patella
Partialruptur der
Supraspinatussehne
mit Verdacht auf
Impingement
und fraglicher
Kapsulitis
des rechten Schultergelenks
Chronisches
Lumbovertebralsyndrom
mit
radikulären
Ausstrahlungs
schmerzen
L4 und L5 rechts und
Claudicatio
spinalis
sowie distal und beidseitigen (
poly
)neuropathischen Beschwerden mit/bei aktuell mässiger rechtsbetonter Spinalkanalstenose L3/4,
diskogener
Spinalkanalstenose L3/4 rechts (MRI 10/2013) sowie Status nach
Laminektomie
L4, partiell L3 1999, Status nach mikrochirurgischer Dekompression L3/4 beidseits und L4/5 links 2008
Verdacht auf sekundäres
Restless
-
Legs
-Syndrom mit/bei
polyneuro
pa
thie
artigen
Beschwerden der distalen unteren Extremitäten, DD
Hin
ter
strangsymptome
Akutes
,
schweres
,
rechtsbetontes
,
sensomotorisches
Karpaltunnel
syn
drom
beidseits, sensomotorisches
demyelinisierendes
Muster und links
seitiges Rezidiv bei Status nach
Karpaltunnelsyndromoperation
links 2011
Chronische Nackenschmerzen aktuell ohne
radikuläre
Ausstrahlungs
schmerzen
bei Status nach
Korporektomie
C6 mit ventraler
Spondylo
dese
C5 bis 7 und Käfigeinlage sowie Plattenosteosynthese 2/2013 bei
cervicaler
Spinalkanalstenose mit
Status nach Myelopathie, Diskushernie und
Spondylodese
C4/5 mit
möglicher Nervenwurzelreizung C5 links,
Foraminalstenose
bei
Unkarthrose
C5/6 und eventueller
Nervenwurzel
reizung
C6 beidseits und
Unkarthrose
C6/7 mit
ossärer
Foraminalstenose
und Kompression der
Nervelwurzel
C7 links
Es wurden folgende Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Ar
beitsfähigkeit gestellt (Urk. 7/52/133 f.):
Adipositas
Leichte chronische depressive Verstimmung (
Dysthymie
), bestehend seit Jahren
(
ICD
-10
F34.1
)
Migräne ohne Aura, Erstmanifestation postoperativ mit
mikrochirurgi
scher
Dekompression L3/4 beidseits und L5 links 2008 mit deutlicher Frequenzsteigerung seit dem Tod des Ehemannes 2011 mit aktuell
Chro
nifizierung
unter eigenanamnestisch gelegentlich täglichen Attacken
Metabolisches Syndrom mit abdominaler Adipositas, a
r
terieller Hyperten
sion, Diabetes mellitus Typ 2
Status nach abdominaler totaler Hysterektomie 2002 wegen
anä
mi
sieren
der
Meno
-Metrorrhagien bei Uterus
myomatosus
Status nach
laparoskopischer
Cholezystektomie
2012 wegen
Cholezysto
li
thiasis
3.2
Im Rahmen der Konsensbeurteilung führten die Gutachter
entsprechend den Angaben des orthopädischen Gutachters (
Urk.
7/52/67 f. und Urk. 7/52/80 f.)
aus, seit fünfzehn Jahren bestünden therapieresistente Nackenschmerzen und auch nach einer
Corporektomie
C6 mit ventraler
Spondylodese
C5-7 mit Harms-Cage und Platte am 1
1.
Februar 2013 an der
D._
per
sistierten unveränderte therapieresistente Nackenschmerzen, die in die lumbale Wirbelsäule ausstrahl
t
en
und die körperliche Leistungsfähigkeit subjektiv deut
lich einschränkten. Analgetika würden täglich gebraucht. Es werde ein Amei
senlaufen sämtlicher Finger beschrieben und es fielen häufig Gegenstände aus den Händen der Rechtshänderin. Die Nackenschmerzen und die abnormen Untersuchungsbefunde der HWS könnten im Wesentlichen
auf die Diskushernie C4/5 mit möglicher Nervenwurzelreizung C5 links, die
Unkarthrosen
mit mässig bis stärkerer
Fora
m
inalstenose
C5/6 und eventueller Nervenwurzelreizung C6 beidseits sowie die
Unkarthrose
C6/7 mit
ossärer
For
a
minalstenose
und Kompression
der Nervenwurzel C7 links bei Status nach
Corporektomie
C6 und ventraler
Spondylodese
C5-7 mit Käfig und
Plattenoesteosynthese
im Februar 2013 zurückgeführt werden. Im jetzigen MRI sei keine Myelopathie dokumentiert, wohingegen im Februar 2012 von einem
Myelopathiesignal
C5/6 gesprochen worden sei, dieses sich theoretisch aber nie zurückbilde. Das Aus
mass der s
u
bjektiven Einschränkungen der körperlichen Leistungsfähigkeit sei dadurch aber nicht vollständig erklärt und auch in der Evaluation der funk
tionellen Leistungsfähigkeit sei eine mässige Symptomausweitung festgestellt worden. Seit fünfzehn Jahren
manifestierten sich auch therapieresistente lum
bale Schmerzen, die nach einer
Laminektomie
L4
und partiell L3 sowie
Fora
minektomie
L4/5 beidseits 1999 in
E._
während zwei Jahren nachgelassen, im Verlaufe der Zeit aber wieder zugenommen hätten, so dass 2008 an der
F._
eine mikrochirurgische Dekompression L3/4 mit Revision L4/5 links notwendig geworden sei. Seither hätten die therapie
resistenten lumbalen Schmerzen im Vergleich zum präoperativen Zustand zuge
nommen und sich lateral in die Kleinzehe rechts fortgesetzt. Die körperliche Leistungsfähigkeit sei durch diese Beschwerden subjektiv deutlich reduziert. Es werde ein Einschlafgefühl lateral am Oberschenkel und Unterschenkel rechts sowie eine Kraftlosigkeit beide
r
Beine beschrieben. Die lumbalen Schmerzen und die pathologischen objektiven Befunde der LWS seien mit der im MRI sichtbaren
Diskusprotrusion
und
Foraminalstenose
L3/4 rechts sowie mässigen rechtsbetonten
Spinalkanalstenose L3/4 vereinbar. Seit 1999 leide die Beschwer
deführerin an Schmerzen ventral im linken Kniegelenk, die die kör
perliche Leistungsfähigkeit subjektiv verringerten. Eine Behandlung sei bisher nicht durchgeführt worden. Die Kniegelenkschmerzen links könnten nur bei geringen pathologischen Untersuchungsbefunden im Rahmen einer
Chondrokal
zinose
mit möglicher
Chondropathie
und Meniskusläsion aufgrund des radiolo
gischen Befundes interpretiert werden. Bei der klinischen Untersuchung seien abnorme objektive Befunde der rechten Schulter aufgefallen und die weitere Abklärung mittels MRI habe eine
Supraspinatussehnenteilruptur
mit möglichem
Impingement
respektive
Kapsulitis
des rechten Schultergelenks ergeben, wodurch die körperliche Leistungsfähigkeit zusätzlich limitiert sein könne. Körperlich mittelschwere und schwere Arbeiten in kalter und feuchter Umge
bung, die vorwiegend sitzend oder stehend ausgeübt werden müssten und die mit häufigen inklinierten Körperhaltungen
, Arbeiten über der Horizontalen, häufigem Heben von Lasten über 5 kg vom Boden sowie Heben horizontal über 7,5 kg und Tragen in der rechten oder linken Hand über 2,5 kg verbunden seien und bei denen häufig auf Treppen und Leitern gestiegen werden müsse, könnten
wegen der Diskushernie mit
Spondylodese
C4/5 und möglicher Reizung der Nervenwurzel C5 links, der
Unkarthrosen
C5/6 mit mässig bis
höhergradigen
Foraminalstenosen
und eventueller Reizung der Nervenwurzelreizung C6 beid
seits sowie der
Unkarthrose
C6/7 mit
ossärer
Foraminalstenose
und Kompres
sion der
Nervelwurzel
C7 links bei Status nach
Corporektomie
C6 und ventraler
Spondylodese
mit Käfigeinlage und Plattenosteosynthese im Februar 2013, der
Diskusprotrusion
und
diskogene
n
Foraminalstenose
L3/4 rechts sowie mässigen rechtsbetonten Spinalkanalstenose und der
Chondrokalzinose
mit Verdacht auf
Chondropathie
und Meniskusläsion links als auch der
Supraspinatussehnen
teilruptur
mit möglichem
Impingement
und adhäsiver
Kapsulitis
des rechten Schultergelenks
nic
ht mehr zugemutet werden
(Urk. 7/52/127-128). Aus inter
nistischer Sicht liege seit jeher keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vor (
Urk.
7/52/129).
Aus psychiatrischer Sicht handle es sich um eine depressive Persönlichkeit, gekennzeichnet durch seit Jahren bestehende vermehrte Nachdenklichkeit mit
negativistischer
Einstellung, insbesondere im Zusammenhang mit körperlichen Beschwerden. Die seit Jahren bestehende Schmerzsymptomatik sei organisch überwiegend erklärbar. Aus psychiatrischer Sicht könne eine gewisse psycho
gene Überlagerung angenommen werden. Es fänden sich aber keine Hinweise für eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung oder ein
syndromales
Geschehen. Nachdem aufgrund der chronischen depressiven Verstimmung (
Dysthymie
) nur eine leichte depressive Störung vorliege, sei auch eine zumut
bare Willensanstrengung zur Wiederaufnahme einer beruflichen Tätigkeit mit Verwertung der Restarbeitsfähigkeit anzunehmen, und die Beschwerdeführerin sei einem Arbeitsumfeld zumutbar (
Urk.
7/52 S. 129-130; entspricht der Beur
teilung des psychiatrischen Gutachters,
Urk.
7/52/50-52).
Im Weiteren hielten die Gutachter – entsprechend den Angaben im neurologi
schen Teilgutachten (
Urk.
7/52/14-17) – im Wesentlichen fest, dass die
aktuel
len Symptombeschreibungen, welche die Beschwerdeführerin gegenüber dem orthopädischen Gutachter getätigt habe, weitgehend den Angaben
,
wie sie gemäss Befragung anlässlich der Konsultationen bereits in den neurologischen Untersuchungsberichten 2012 und 2013 der
D._
erfasst worden seien
, entsprächen
. Auch aktuell, bei anhaltenden Beschwerden,
para
lumbal
und im rechten Bein
,
zeige sich radiologisch im Hauptbefund eine flache dorsale
Bandscheibenprotrusion
und
diskogene
Foraminalstenose
L3
L
4
rechts neben einer mässigen rechtsbetonten Spinalkanalstenose L3-L
4.
Die klinische Zuordnung der Beschwerden vorrangig ins
Dermatom
L5 sei wegen der seg
mentalen
D
e
rmatomüberlappung
einzelner Nervenwurzeletagen nicht unge
wöhnlich oder gar widersprüchlich
(
Urk.
7/52/131)
.
Die im März 2013 durch
geführten neurochirurgisch-operativen Therapiemassnahmen hätten klinisch zu einer Aufhebung der
radikulären
Symptomatik geführt. Sie hätten dabei aber gleichzeitig die zusätzlich bestehende, klinisch progrediente Symptomatik eines peripheren
Nervus
medianus
-Kompressionssyndroms beidseits, mit neuropathi
schem Schmerzmuster, demaskiert. Gemäss
mr
-radiologischer Bildgebung vom 15. Januar 2014 zeige sich, dass eine Reizung der Nervenwurzel C5 links und C6 beidseits möglich wäre. Ebenso zeige sich eine
höhergradige
Foraminalste
nose
bei
Unkarthrose
links, Höhe C6/7 mit erfasster Kompression der
Nerven
wurzel
links. Die Beschwerdeführerin gebe aber aktuell keinen entsprechenden Ausstrahlungsschmerz im
Dermatom
C5, C7 links und/oder C6 beidseits an
,
noch zeigten sich diesen
Dermatomen
, insbesondere distal links, zuordenbare Sensibilitätsstörungen. Hingegen dominierten rechts Gefühlsstörungen in den Fingern, entsprechend einem distal peripheren Verteilungsmuster. Darüber hin
aus bereite die Deutung der beklagten neuropathisch-brennenden
Fussschmer
zen
bei der diagnostischen Zuordnung leichte Probleme, da offensichtlich eine
polyfaktorielle
Genese zu bestehen scheine. Einerseits hätten sich bis zur HWS Operation neben den
cervikalen
Bandscheibenvorfällen auch Befunde einer
Kompromittierung
des
Myelons
gefunden, anderseits scheine sich gemäss den aktuellen Beschreibungen ein
restless
legs
-Syndrom an den Beinen manifestiert zu haben. Möglicherweise interferiere dabei die bestehende Diabetes mellitus-Erkrankung der Beschwerdeführerin mit potentieller Gefahr (poly-)neuropathi
scher Nervenschäden. Zumindest im Verlauf sollte stets auch ein
Polyneuropa
thie-Syndrom
mitbedacht werden. Die beklagten Kopfschmerzen entsprächen gemäss Angaben der Beschwerdeführerin einem Migränekopfschmerz. Dieser sei von der Beschwerdeführerin im Rahmen der Konsultationen in der
F._
(richtig wohl:
D._
) 2012 und 2013 nicht thematisiert wor
den (Urk. 7/52/131-132).
3.3
Zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin führten die Gutachter im
poly
diszip
linären
Konsens sodann
aus,
die Beschwerdeführerin sei in den zuletzt ausgeübten Tätigkeitsbereichen als Reinigungskraft und Haushaltshilfe mit
bimanuellen
wie wirbelsäulenbelastenden Arbeiten sowohl bei der
Reini
gungsfirma
Y._
und der
Z._
, als Raumpflegerin als auch als Reinigungskraft in einem privaten Haushalt, jeweils stundenweise, ab August 2011 bei operativ behandelter und persistierender lumbaler
Spinalka
nal
stenose
L3/4 rechts mit progredienten postoperativen und bis dato anhalten
den Beschwerden (
Claudicatio
spinalis
,
radikuläre
Ausstrahlungsschmerzen rechts) bei vollem Stundenpensum gesamthaft zu 100 % arbeitsunfähig (0
%
Arbeits
fähigkeit). Ihr sei keine Putz- und Hebearbeit zumutbar, die zu Belastung der Wirbelsäule, lumbal wie auch
cervical
mit einer weiteren Nervenwurzel- und/oder
Myelonschädigung
führen könnte. In einer leidensadaptierten Tätig
keit, die keine wirbelsäulenbelastende Aufgaben beinhalte, keine gute Stand-, Gleichgewichts-, oder Gangsicherheit erfordere und auch keinen manuellen (stereotypen) Kraftaufwand und/oder Überkopf- wie
rumpf
beugende
/bückende Tätigkeiten
-
beinhalte und die mit der unbedingten Möglichkeit zur freien Wechselhaltung in temperierten Räumen ausgeübt werden könne, bestehe rein formal gesamthaft eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (Arbeitsunfähigkeit 0
%
) seit August 2011 (
Urk.
7/52/134; entspricht den Angaben im neurologischen
Teil
gutachten
,
Urk.
7/52/19). Seit dem 2
6.
August 2012 sollte es sich zusätzlich um körperlich sehr leichte Tätigkeiten in temperierten Räumen handeln, die abwechslungsweise sitzend und stehend ausgeübt werden können, die nicht mit häufigen rotierten Körperhaltungen, Arbeiten über der Horizontalen und häufi
gem Laufen, speziell auf Treppen und Leitern verbunden sind und bei denen nicht regelmässig Gegenstände über 5 kg vom Boden, horizontal über 7,5 kg und in der rechten oder linken Hand über 2,5 kg getragen werden müssten (
Urk.
7/52/134-135; entspricht den Angaben des orthopädischen Gutachters,
Urk.
7/52/82-83).
3.4
Im Bericht vom 2
1.
Februar 2014 betreffend die – auf Veranlassung des orthopä
dischen Gutachters,
Dr.
med.
G._
, FMH Orthopädie, – am 1
9.
und 2
0.
Februar 2014 in der
H._
durchgeführte EFL (
Urk.
7/52/22-34) wurde unter dem Titel „Schlussfolgerungen und Empfehlungen“ festgehalten, die arbeitsrelevanten Probleme bestünden in
chro
nischen belastungsverstärkenden Nackenschmerzen
sowie
Schmerzen lumbal und lateral im rechten Bein.
Allgemein liege eine schlechte Leistungsfähigkeit und
Dekonditionierung
(unter anderem kraftlose Beine), teils aufgrund von Selbstlimitierung vor. Im Rahmen
der
Verhaltensbeobachtung habe sich bei den Bereichen “Beschreibung von Schmerz und Einschränkungen“, “
Schmerzver
halten
“, “Leistungsverhalten“ und “Konsistenz“ eine mässige
Symptomauswei
tung
ergeben. Infolgedessen und aufgrund der Selbstlimitierung seien die Resultate der physischen Leistungstests für die Beurteilung der zumutbaren Belast
barkeit nur teilweise verwertbar. Es sei davon auszugehen, dass bei gutem
Effort
eine bessere Leistung erbracht werden könnte, als bei den Leistungstests gezeigt worden sei. Das Ausmass der demonstrierten physischen Ein
schränkungen lasse sich mit den objektivierbaren pathologischen Befunden nur zum Teil erklären. Die Beurteilung der Zumutbarkeit stütze sich deshalb wesentlich auf medizinisch-theoretische Überlegungen, unter Berücksichtigung der Beobachtungen bei den Leistungstests.
Zur Zumutbarkeit der beruflichen Tätigkeit als Reinigungskraft aus funktioneller Sicht wurde angegeben, dass diese der Beschwerdeführerin nicht vollumfänglich zumutbar sei. Die Anforde
rungen seien zu hoch
:
Stehen oder Gehen von über drei Stunden sei nicht zumutbar; Knie- und Rückenbeugungen seien nur selten möglich. Hinsichtlich anderer beruflicher Tätigkeiten seien sehr leichte, vorwiegend sitzende Arbeiten, wechselbelastend (Sitzen, Stehen und Gehen) zumutbar. Aufgrund der
Selbstli
mitierung
seien die Funktionen Arbeit über Schulterhöhe,
Hockestellung
und Ziehen nicht zu beurteilen und
seien
deshalb auf Grund von medizinischen Überlegungen
zu
beurteil
en
.
Beurteilbar sei
en
: Heben vom Boden mindestens 5
kg, Heben bis Kopfhöhe mindestens 2,5 kg, Heben horizontal mindestens 7,5
kg, Tragen rechte und linke Hand und Tragen vorne mindestens 2,5 kg. Die hypo
thetischen maximalen Belastungswerte seien leicht höher. Sitzen, Stehen und Gehen sei manchmal möglich (bis drei Stunden pro Tag). Vorgeneigte Haltun
gen, Stehen an Ort, Treppen steigen, wiederholte Kniebeugungen und Stossen seien selten möglich. Rotationen im Rücken seien zu vermeiden.
Falls die Schmerzen der Beschwerdeführerin medizinisch begründet seien, sei die Arbeitszeit erheblich zu reduzieren (
Urk.
7/52/24
-25
)
.
Im Weiteren wurde bemerkt, die
Beschwerdeführerin limitiere sich selbst unter Angabe von Schmerzen, bevor die beobachtbare funktionelle Leistungsgrenze erreich
t
werde. Es sei somit vor allem beim Heben und Tragen von einer h
öheren Belastbarkeit auszugehen
(Urk.
7/52/26).
4.
4.1
Aufgrund der medizinischen Akten steht fest und ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit als Raumpflegerin seit August 2011 nicht mehr arbeitsfähig ist. Streitig und zu prüfen ist, in welchem Umfang ihr eine angepasste Tätigkeit zumutbar ist
(
Urk.
1/7-9)
.
Die Beschwerdegegnerin stützt ihre Auffassung, wonach in einer angepassten Tätigkeit
auch ab August 2011
eine
100%ige Arbeitsfähigkeit bestehe, auf die Ein
schätzung der Gutachter im genannten polydisziplinären Gutachten vom
5
.
Februar
2014 (Urk. 7/52).
4.2
4.2.1
Das polydisziplinäre Gutachten des
C._
basiert auf den erforderlichen allseiti
gen Untersuchungen (internistisch, neurologisch, psychiatrisch, orthopä
disch), inklusive EFL, und wurde in Kenntnis der und Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben. Die Gutachter haben detaillierte Befunde und damit in Übereinstimmung stehende Diagnosen erhoben. Insoweit ist das Gutachten nicht zu beanstanden (vgl. E. 1.4)
4.2.2
Im internistischen sowie im psychiatrischen Teilgutachten wurde nachvoll
ziehbar dargelegt, dass und weshalb aus internistischer resp. psychiatrischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit besteht. Diese – im
polydiszipli
nären
Konsens übernommenen – Beurteilungen erscheinen überzeugend und wurden denn von der Beschwerdeführerin auch nicht in Frage gestellt.
4.2.3
Der orthopädische Gutachter
Dr.
G._
sowie die neurologische Gutachte
rin,
Dr.
med.
I._
, FMH Neurologie, gelangten in ihren Teilgutachten zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin in einer den von ihnen formulierten Anforderungsprofilen Rechnung tragenden angepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig sei. Diese
im polydisziplinären Konsens über
nomme
nen
Schluss
folgerungen sind aus den nachfolgenden Gründen erklärungs
be
dürf
tig.
4.3
4.3.1
Dr.
G._
gab im Rahmen der von ihm vorgenommenen orthopädischen Beurteilung den EFL-Bericht vom 2
1.
Februar 2014 (vgl. E. 3.4) zunächst im Wortlaut wieder (
Urk.
7/52/68-80). Daran anschliessend hielt er dazu unter dem Titel „Beurteilung der Beschwerden und Befunde“ jedoch lediglich fest, die Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit habe eine mässige
Symptom
ausweitung
, eine allgemein schlechte Leistungsfähigkeit und eine
Dekon
ditionierung
teils aufgrund von Selbstlimitierung ergeben. Es sei davon auszu
gehen, dass bei gutem
Effort
eine bessere Leistung erbracht werden könnte, als bei den Leistungstests gezeigt worden sei. Das Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkungen lasse sich mit den objektivierbaren pathologischen
Befunden nur zum Teil erklären. „Stehen und Gehen über drei Stunden sei nicht zumutbar und das Beugen von Knien und Rücken nur selten. Das Heben vom Boden sei bis mindestens 5 Kilogramm, horizontal bis mindestens 7,5 Kilo
gramm und das Tragen in der rechten und linken Hand sowie vorne mindestens bis 2,5 Kilogramm möglich“ (
Urk.
7/52/80).
Die - von der Beschwerdeführerin erwähnte – zusätzliche Feststellung im EFL
Bericht vom 21. Februar 2014, wonach die Arbeitszeit erheblich zu redu
zieren sei, falls die Schmerzen der Beschwerdeführerin medizinisch begründet seien (
Urk.
7/52/25), erwähnte Dr.
G._
im Rahmen seiner Beurteilung nicht. Dementsprechend setzte er sich damit nicht auseinander, ebenso wenig Dr.
I._
, welche ihr neurologisches Gutachten ohnehin bereits am
8.
Januar 2014 erstattet hatte. Im Rahmen des polydisziplinären Konsens wurde auf die besagte Feststellung ebenfalls mit keinem Wort eingegangen. Dies wäre aber erforderlich gewesen.
Sowohl
Dr.
G._
als auch Dr.
I._
haben nämlich im Rahmen ihrer Beurteilungen festgehalten, dass die von der Beschwerdeführerin geklagten Schmerzen und Beschwerden zumindest teilweise organisch erklärbar sind. Dies trifft gemäss ihren Angaben insbesondere auf die chronischen
Nackenbe
schwerden
, die chronischen lumbalen Beschwerden mit Ausstrahlung in die Beine sowie die Hand- und Schulterbeschwerden zu. Die neurologische Gut
achterin erachtete überdies auch die von der Beschwerdeführerin beschriebenen brennend-neuropathischen Beschwerden im Bereich der Füsse sowie die
Migrä
nekopfschmerzen
als glaubhaft (
Urk.
7/52/17-18), was im polydisziplinären Konsens allerdings nicht wiedergegeben wurde. Zumindest die neuropathischen Beschwerden wurden darin aber unter dem Titel „Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit“ aufgeführt (
Urk.
7/52/133).
Die von der Beschwerdeführerin
-
auch
-
anlässlich der EFL geklagten Schmer
zen wurden somit von
Dr.
G._
und
Dr.
I._
weitgehend als medizi
nisch begründet erachtet. Die Gutachter hätten sich deshalb in der Tat mit der
von
Dr.
G._
mitunterzeichneten (Urk. 7/52/25) - Feststellung im
EFL
Be
richt, wonach die Arbeitszeit erheblich zu reduzieren sei, falls die Schmer
zen der Beschwerdeführerin begründet seien, auseinandersetzen und darlegen müssen, weshalb sie
-
trotz der mannigfachen und weitgehend nachvollzieh
baren Schmerzen
-
ein vollzeitliches Rendement für zumutbar halten. Dass anlässlich der EFL eine mässige Symptomausweitung festgestellt wurde, ändert daran nichts, zumal diese mit den Beobachtungen zu den Indi
katoren „Beschreibung von Schmerz und Einschränkungen“ (Bewertung „mässig diffe
renziert“) und „Leistungsverhalten“ (Bewertung: „schlecht“), nicht jedoch mit den
Beobachtungen zu den Indikatoren „Schmerzverhalten“ (Bewertung:
„adä
quat“) und „Konsistenz“ (Bewertung: „gut“) begründet wurde
(
Urk.
7/52/29).
4.3.4
Es ergibt sich somit, dass
-
entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin
-
auf die gutachterliche Zumutbarkeitsbeurteilung (vgl. E. 3.3) nicht unbesehen abgestellt werden kann. Vielmehr bedarf es hinsichtlich des der Beschwerde
führerin seit August 2011 in einer angepassten Tätigkeit zumutbaren Pensums einer ergänzenden medizinischen (orthopädischen und neurologischen) Stel
lungnahme. Darin ist
-
in konkreter Auseinandersetzung mit der besagten Fest
stellung im EFL-Bericht vom 2
1.
Februar 2014 (
Urk.
7/52/25) - insbesondere zur Frage Stellung zu nehmen, ob und inwieweit die medizinisch begründeten Schmerzen einen Einfluss auf die quantitative Leistungsfähigkeit der Beschwer
deführerin haben.
5.
Zum von der Beschwerdegegnerin durchgeführten Einkommensvergleich bleibt anzumerken, dass die Beschwerdeführerin in ihrer Anmeldung zum
Leistungs
bezug
angab, sie sei zu 50
%
als Raumpflegerin bei verschiedenen Arbeitgebern tätig und erziele ein Monatseinkommen von
Fr.
2‘500.-- (Urk. 7/8/2). Dies würde einem Jahreseinkommen von maximal
Fr.
32‘500.-- (= Fr. 2‘500 x 13) entsprechen. Die Einträge im IK-Auszug (2007: insgesamt 37‘479.--; 2008:
Fr.
35‘552.--; 2009:
Fr.
36‘745.--; 2010:
Fr.
41‘031.-- [Urk.
12]) lassen jedoch darauf schliessen, dass sie in den Jahren vor Eintritt des Gesundheitsschadens (2011, vgl.
Urk.
7/52/135) ein deutlich höheres Pensum versehen hat. Dies gilt insbesondere auch für das gemäss IK-Auszug im Jahr 2010 insgesamt erzielte Einkommen von
Fr.
41‘031.--. Für ein 100%iges Pensum erscheint dieses Ein
kommen allerdings zu tief.
Zwar erscheint die von der Beschwerdegegnerin getroffene Annahme, wonach die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall zu 100
%
erwerbstätig wäre, vertret
bar. Da sich aufgrund der vorliegenden Akten nicht zuverlässig feststellen lässt und auch nicht mehr zu eruieren sein dürfte, auf welches Pensum sich das Ein
kommen im Jahr 2010 von
Fr.
41‘031.-- genau bezieht, rechtfertigt es sich, das
Valideneinkommen
aufgrund der Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik zu berechnen, wobei der Tabellenlohn für in der Reinigung im Anforderungsniveau 4 tätige Frauen im Jahr 2010 von Fr.
3‘741.-- (LSE 2010 TA7 Ziffer 35) heranzuziehen ist.
6.
Es ergibt sich somit, dass der medizinische Sachverhalt durch Einholung einer ärztlichen Stellungnahme im Sinne der Erwägungen (vgl. E. 4.3) zu ergänzen
ist. Die Verfügung vom 1
8.
Juni 2014 ist deshalb aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie nach erfolgter
Akten
ergän
zung
im Sinne der Erwägungen, Aktualisierung der medizinischen Akten und neuerlicher Durchführung eines Einkommensvergleiches (vgl. E. 5) über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin neu verfüge.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
7.
7.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb die Kosten
ausgangsgemäss
der
Beschwerdegeg
nerin
aufzuerlegen sind.
Das Gesuch der Beschwerdeführerin um Bewilligung der unentgeltlichen
Pro
zess
führung
(
Urk.
1) erweist sich deshalb als gegenstandslos.
7.2
Die anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin hat gestützt auf Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das
Sozialversi
cherungsgericht
Anspruch auf eine Prozessentschädigung, die unter Berück
sichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses auf Fr. 2‘200.-- (inklusive Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen ist. Eine höhere Prozessentschädigung erscheint mit Blick auf vergleichbare Fälle nicht angemessen.
Das Gesuch der Beschwerdeführerin um Bestellung einer unentgeltlichen
Rechts
vertretung
erweist sich deshalb ebenfalls gegenstandslos.