Decision ID: 4e47b126-06f2-4386-b243-ee1c81ff7060
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Hans Frei, Kriessernstrasse 40, 9450 Altstätten,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente (Einstellung)
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 25. Februar 2006 wegen einer starken Skoliose und
Depressionen zum Bezug einer Rente der Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des
Kantons St. Gallen an. Die Skoliose bestehe seit der Kindheit, sei im Laufe der Jahre
aber immer stärker geworden; die Schmerzen hätten sich chronifiziert. Die Versicherte
habe zwar gelernt, mit den Schmerzen zu leben, doch würden sie auf die Psyche
schlagen, weshalb sie depressiv und nervlich überlastet sei (IV-act. 1).
A.b Am 12. Juni 2006 erstattete Dr. med. B._, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin,
einen Arztbericht. Er diagnostizierte eine Kyphoskoliose der Lenden- und
Brustwirbelsäule mit einem Cobb-Winkel von 58° sowie eine partielle Lähmung des
Nervus thoracicus longus rechts und attestierte eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit ab dem
1. August 2005. Die Versicherte stehe seit dem 28. Januar 2004 in Behandlung bei ihm.
Die bisherige Tätigkeit als Kindergärtnerin sei der Versicherten weiterhin zumutbar,
allerdings lediglich noch zu 50 %. Auch in jeder anderen Tätigkeit dürfte kaum mehr als
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit vorliegen, da die Versicherte keine Gewichte heben oder
tragen dürfe, nicht lange am gleichen Ort stehen oder sitzen dürfe und immer wieder
Ruhepausen einschalten müsse (IV-act. 11–1 ff.). Dem Bericht lag ein Bericht von
Dr. med. C._, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, vom 10. Januar 2006 betreffend
Schulterschmerzen links mehr als rechts bei (IV-act. 11–5). Sodann lag dem Bericht ein
Bericht von Dr. med. D._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 22. März 2006 betreffend Verdacht auf
partielle Lähmung des Nervus thoracicus longus rechts bei, in welchem die Vermutung
geäussert worden war, dieselbe sei viraler Genese (IV-act. 11–6).
A.c Am 10. Juli 2006 erstattete die Fachstelle für Sozialpsychiatrie und
Psychotherapie E._ einen Arztbericht. Die Ärzte diagnostizierten eine rezidivierende
depressive Störung mit mittelgradiger Episode und somatischem Syndrom, bestehend
seit dem 1. Februar 2003, und attestierte eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit vom
1. Februar bis zum 31. Juli 2003, eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit vom 1. August 2003
bis zum 1. Februar 2004 und eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit ab dem 1. August 2005.
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Die Versicherte hatte die Behandlung bei der Fachstelle für Sozialpsychiatrie und
Psychotherapie E._ am 26. Januar 2005 aufgenommen; sie hatte sich bereits vom
20. Februar 2002 bis zum 29. Juni 2004 dort in Behandlung befunden (IV-act. 20).
A.d Am 10. Oktober 2006 führte Dr. med. F._, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin,
vom IV-internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD) aus, die Hauptproblematik sei die
psychisch bedingte Einschränkung mit etwas undullierendem Verlauf bei relativ
konstanten thoracolumbalen Schmerzen. Eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit für im Prinzip
alle Tätigkeiten sei medizinisch nachvollziehbar. Die Anspruchsvoraussetzungen für
berufliche Massnahmen seien formal nicht gegeben, weil die Tätigkeit als Kinder
gärtnerin als zumutbar eingestuft werden müsse und in einer anderen Tätigkeit die
Arbeitsfähigkeit kaum besser sei. Dennoch lohne sich ein Gespräch des Berufsberaters
mit dem Arbeitgeber, damit der Arbeitsplatz erhalten werden könne (IV-act. 23). Nach
dem die Arbeitgeberschaft der Versicherten im Rahmen eines Gesprächs mit dem
Berufsberater der IV-Stelle am 8. Dezember 2006 ausgeführt hatte, das Pensum werde
ab dem 1. Januar 2008 bei genau 50 % liegen, wobei der Arbeitsplatz vorläufig ge
sichert sei, empfahl der Berufsberater den Fallabschluss (IV-act. 27).
A.e Am 25. April 2007 fand eine weitere Besprechung zwischen der Versicherten und
einer Berufsberaterin der IV-Stelle statt. Die Versicherte führte aus, sie sei an weiteren
berufsberaterischen Abklärungen interessiert, konkrete Möglichkeiten müssten sich
aber mit ihrer gesundheitlichen Situation und ihren elterlichen Pflichten vereinbaren
lassen. Sie interessiere sich insbesondere für Psychomotorik, Tanztherapie,
Montessoripädagogik und Ergotherapie. Am 16. Mai 2007 teilte die Versicherte dann
allerdings mit, sie habe keine gesundheitlichen Kapazitäten für eine langdauernde
Umschulung, weshalb sie sich auf ihre erlernte Tätigkeit als Kindergärtnerin
konzentrieren wolle (IV-act. 35).
A.f Nach Durchführung des Vorbescheidsverfahrens (IV-act. 40) sprach die IV-Stelle
der Versicherten mit Verfügung vom 25. Oktober 2007 mit Wirkung ab dem 1. August
2006 eine halbe Rente zu (IV-act. 43).
B.
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B.a Am 13. März 2009 leitete die IV-Stelle ein Verfahren zur Überprüfung des
Rentenanspruchs ein (vgl. IV-act. 47). Mittels des entsprechenden Fragebogens gab
die Versicherte am 20. April 2009 an, ihr Gesundheitszustand habe sich nicht
verändert. Sie arbeite nach wie vor zu 50 % als Kindergärtnerin. Eine alternative
Behandlung betreffend Skoliose im November/Dezember 2008 habe ihr sehr geholfen,
weshalb sie in der Folge Dr. B._ nicht mehr habe aufsuchen müssen (IV-act. 48).
B.b Mit Verlaufsbericht vom 7. Mai 2009 teilte Dr. B._ mit, dass er die Versicherte
am 3. Juli 2008 letztmals gesehen und behandelt habe. Die schwere Skoliose sei wahr
scheinlich stationär geblieben und habe sich sicher nicht gebessert (IV-act. 51).
B.c Auf eine entsprechende Nachfrage der IV-Stelle hin gab die Versicherte am
29. Mai 2009 an, sie befinde sich nicht mehr in fachpsychiatrischer Behandlung, nehme
aber ein pflanzliches Arzneimittel gegen Verstimmungszustände ein, da sie unter
anderem wegen Eisenmangels an Depressionen gelitten habe (IV-act. 54).
B.d Im September 2009 fand ein Gespräch zwischen der Versicherten und einer
Eingliederungsberaterin der IV-Stelle statt. Die Versicherte bekundete dabei Interesse
an einer heilpädagogischen Ausbildung im Rahmen einer Umschulung. Nachdem
der RAD-Arzt Dr. med. G._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, im
Dezember 2009 ausgeführt hatte, aus medizinischer Sicht sei die Tätigkeit als
Kindergärtnerin zumutbar, teilte die Eingliederungsberaterin der Versicherten am
14. Dezember 2009 telefonisch mit, dass kein Umschulungsanspruch bestehe, weshalb
die Eingliederungsmassnahmen eingestellt und der Rentenanspruch geprüft würden
(IV-act. 60).
B.e Am 15. Dezember 2009 erstattete der RAD-Arzt Dr. G._ einen ärztlichen Bericht
betreffend eine am 2. Dezember 2009 durchgeführte Untersuchung. Er diagnostizierte
eine rezidivierende depressive Störung (saisonale depressive Störung) mit aktuell
remittiertem Zustand, anamnestisch Hinweise für eine neurasthenische Residual
symptomatik sowie somatisch laut Aktenlage eine Kyphoskoliose und führte aus, der
Versicherten sei zufolge Verbesserung ihres psychischen Gesundheitszustandes
eine Erhöhung ihres Arbeitspensums zumutbar. Eine Modifizierung der bis anhin
ausgeübten Tätigkeit wäre wünschenswert zur Vermeidung von Konflikt- und
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Gefahrenpotential (keine erhöhten zwischenmenschlichen Belastungen mit grossen
Kindergruppen, weniger Entscheidungsdruck, weniger zeitlicher Druck). Die Einstellung
der Rente auf der Grundlage der neu gewonnenen Erkenntnisse mit einer vollen
Arbeitsfähigkeit für dem körperlichen Leiden angepasste Tätigkeiten sei nicht
auszuschliessen (IV-act. 61; vgl. auch IV-act. 62).
B.f Mit Vorbescheid vom 13. Januar 2010 teilte die IV-Stelle mit, dass die Einstellung
der Invalidenrente vorgesehen sei (IV-act. 68).
B.g Dagegen liess die nun anwaltlich vertretene Versicherte am 26. Februar 2010
Einwand erheben. Sie liess die Weiterausrichtung der bisherigen halben Rente sowie
eventualiter die Anordnung einer ärztlichen Begutachtung beantragen und zur Be
gründung im Wesentlichen ausführen, der Schluss, sie beziehe die halbe Rente vor
wiegend aus psychiatrischen Gründen, sei falsch; sie sei vielmehr skoliosebedingt
zu 50 % arbeitsunfähig (IV-act. 73). Dem Einwand lagen ein Überweisungsschreiben
von Dr. B._ an Dr. med. H._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparats, bei, in welchem Dr. B._ ausgeführt hatte,
seines Erachtens müsse „unbedingt an dieser Rente festgehalten werden“; der Cobb-
Winkel habe sich zwischenzeitlich auf 63° erhöht, die latente Depression werde bei
Überforderung manifest (IV-act. 74–2). Sodann lag dem Einwand ein Antwortschreiben
von Dr. H._ vom 13. Januar 2010 bei, in welchem unter anderem ausgeführt worden
war, eine Wirbelsäule mit einer derart hochgradigen Skoliose sei sicher gegenüber
einer normalen Wirbelsäule vermindert belastbar, es sei anzunehmen, dass die
Versicherte auch in einer adaptierten Tätigkeit bei Zunahme der Belastung vermehrt
Rückenbeschwerden bekäme und somit die Arbeitsfähigkeit langfristig beeinträchtigt
würde, weshalb aus wirbelsäulenchirurgischer Sicht die Weiterausrichtung einer halben
Rente zu empfehlen sei (IV-act. 74–4).
B.h In der Folge erteilte die IV-Stelle der Ärztliches Begutachtungsinstitut (ABI)
GmbH den Auftrag, ein fachärztliches Gutachten zu erstellen (IV-act. 79). Das Gut
achten wurde am 22. November 2010 erstattet. Die Gutachter diagnostizierten eine
idiopathische thoracolumbale Adoleszentenskoliose mit einem Cobb-Winkel von 70°,
eine rezidivierende depressive Störung, im Begutachtungszeitpunkt remittiert, sowie
chronische Knieschmerzen antero-lateral beidseits bei reizlosen, symmetrisch frei be
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weglichen Kniegelenken ohne Hinweis für Instabilität oder Meniskusläsion und
attestierten eine 90%ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit. Das Pensum könne voll
schichtig umgesetzt werden, mit erhöhtem Pausenbedarf von fünf Minuten pro Stunde.
Körperlich mittelschwere und schwere Tätigkeiten seien nicht mehr zumutbar. Die ab
August 2005 bestehende 50%ige Arbeitsunfähigkeit habe sich im Verlauf gebessert,
sodass wahrscheinlich ab Dezember 2009, mit Sicherheit ab September 2010 keine
Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht mehr bestanden habe (IV-act. 84–1 ff.).
Dem Gutachten lag ein Bericht von Dr. H._ vom 14. September 2010 bei, in welchem
ausgeführt worden war, gemäss aktueller Messung betrage der Cobb-Winkel 70° (IV-
act. 84–26 f.).
B.i Der RAD-Arzt Dr. med. I._, Facharzt FMH für Innere Medizin, Rheumatologie,
Physikalische Medizin und Rehabilitation, hielt am 7. Dezember 2010 fest, das
Gutachten der ABI GmbH sei überzeugend, den Gutachtern seien aber noch
Anforderungsprofile für die Tätigkeiten als Kindergärtnerin und als Psychomotorik-
Therapeutin mit der Bitte um Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in diesen Tätigkeiten zu
unterbreiten (IV-act. 85). Die in der Folge eingeholten Anforderungsprofile (IV-act. 88 ff.)
wurden den Gutachtern am 22. Februar 2011 mit der Bitte um Stellungnahme zur
Arbeitsfähigkeit zugestellt (IV-act. 92). Der orthopädische Consiliarius führte in seiner
Antwort vom 6. April 2011 aus, die im Gutachten abgegebene
Zumutbarkeitsbeurteilung gelte auch für diese beiden Tätigkeiten (IV-act. 94).
B.j Mit Vorbescheid vom 18. Mai 2011 teilte die IV-Stelle mit, dass vorgesehen sei,
keine Kostengutsprache für eine Umschulung zu leisten (IV-act. 98).
B.k Mit Vorbescheid vom 24. Mai 2011 teilte die IV-Stelle mit, dass die Einstellung der
Rente vorgesehen sei (IV-act. 99).
B.l Gegen den Vorbescheid vom 24. Mai 2011 liess die Versicherte am
19. September 2011 Einwand erheben. Sie liess die Weiterausrichtung der halben
Rente beantragen und zur Begründung im Wesentlichen ausführen, sie befinde sich
zurzeit in Ausbildung zur Psychomotorik-Therapeutin und erhoffe sich, durch den damit
verbundenen Berufswechsel ein rentenausschliessendes Einkommen erzielen zu
können; bezüglich ihrer Tätigkeit als Kindergärtnerin sei eine Verbesserung dagegen
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nicht ausgewiesen. Das Gutachten der ABI GmbH sei widersprüchlich und stehe auch
der Einschätzung von Dr. H._ entgegen (IV-act. 103). Dem Einwand lag ein Bericht
von Dr. H._ vom 9. August 2011 bei, in welchem ausgeführt worden war, im
Gutachten der ABI GmbH werde die Leistungsfähigkeit der Versicherten „massiv
überschätzt“ (IV-act. 104). Sodann lag dem Einwand ein Bericht des Chiropraktors
Dr. J._ vom 23. August 2011 bei, in welchem ausgeführt worden war, bei einem
vollen Pensum als Kindergärtnerin wäre die Belastung sicher zu hoch, weshalb eine
halbe Rente sinnvoll wäre (IV-act. 104).
B.m Am 26. Oktober 2011 erliess die IV-Stelle zwei Verfügungen gemäss den Vor
bescheiden vom 18. und 24. Mai 2011 (IV-act. 106 f.).
C.
C.a Gegen die Verfügung vom 26. Oktober 2011 betreffend Einstellung der Invaliden
rente richtet sich die am 2. Dezember 2011 erhobene Beschwerde, mit der die Weiter
ausrichtung der halben Rente sowie eventualiter die Rückweisung der Angelegenheit
zu weiteren Abklärungen beantragt werden (act. G 1).
C.b Die Beschwerdegegnerin schliesst auf Abweisung der Beschwerde. In ihrer
Beschwerdeantwort vom 16. Februar 2012 führte sie zur Begründung im Wesentlichen
aus, es sei auf das Gutachten der ABI GmbH abzustellen (act. G 4).
C.c Mit Replik vom 23. April 2012 liess die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen
festhalten (act. G 9).
C.d Mit Duplik vom 8. Mai 2012 liess die Beschwerdegegnerin ebenfalls an ihrem
Antrag festhalten (act. G 11).

Erwägungen:
1.
1.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin
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für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG;
SR 830.1]). Der Veränderung des Invaliditätsgrades ist – mit Blick auf Art. 17 Abs. 2
ATSG – stets dann mittels Rentenerhöhung, Rentenherabsetzung oder
Rentenaufhebung Rechnung zu tragen, wenn sich der der Leistung zu Grunde liegende
Sachverhalt nachträglich erheblich verändert hat. Bei der Anpassung einer
Invalidenrente im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG geht es mithin darum, eine
ursprünglich tatsächlich und rechtlich korrekte formell rechtskräftige Verfügung über
eine Dauerleistung (Rente) an nach Eintritt der formellen Rechtskraft eingetretene
Veränderungen tatsächlicher Natur anzupassen, das heisst eine nachträglich
eingetretene tatsächliche Unrichtigkeit der formell rechtskräftigen Verfügung zu
beheben.
1.2 Zeitlicher Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen
Änderung des Invaliditätsgrads ist bei der Prüfung eines Gesuchs um Erhöhung der
Rente wie auch bei der Prüfung einer Rentenanpassung von Amtes wegen die letzte
rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs
mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkommensvergleichs beruht (vgl. BGE 133 V 108).
2.
2.1 Die Zusprache der mittels angefochtener Verfügung vom 26. Oktober 2011 (IV-
act. 107) eingestellten halben Rente der Invalidenversicherung erfolgte mit Verfügung
vom 25. Oktober 2007 (IV-act. 43). Dieser lag in tatsächlicher Hinsicht die Feststellung
zugrunde, die Beschwerdeführerin sei in ihrer angestammten Tätigkeit als Kinder
gärtnerin seit dem 1. August 2005 lediglich noch zu 50 % arbeitsfähig (IV-act. 41–1).
Aus den Akten der Beschwerdegegnerin geht hervor, dass der Berufsberater zwar
Zweifel daran geäussert hatte, ob die Tätigkeit als Kindergärtnerin als leidensadaptiert
zu qualifizieren sei, die endgültige Beantwortung dieser Frage aber dem RAD über
lassen wollte (IV-act. 18), und dass der RAD-Arzt Dr. F._ die Tätigkeit als Kinder
gärtnerin als zumutbar qualifizierte und davon ausging, in anderen Tätigkeiten bestehe
keine höhere Arbeitsfähigkeit, wobei er die von Dr. B._ und den Ärzten der Fachstelle
für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie E._ attestierte 50%ige Arbeitsunfähigkeit
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als medizinisch nachvollziehbar erachtete, aber erklärend festhielt, die
Hauptproblematik sei die psychisch bedingte Einschränkung (IV-act. 23). Daraus ist zu
schliessen, dass die Zusprache der halben Rente massgebend aufgrund der damaligen
psychischen Beeinträchtigungen erfolgte. Die somatischen Beschwerden wirkten sich
zwar wohl ebenfalls auf die Arbeitsfähigkeit aus. So hatten sie sicherlich qualitative Ein
schränkungen zur Folge, wie etwa die Notwendigkeit der Vermeidung des Hebens oder
Tragens schwerer Lasten. Diesbezüglich wurde die angestammte Tätigkeit allerdings
als leidensadaptiert qualifiziert. Wohl hatten die somatischen Beschwerden darüber
hinaus auch quantitative Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit zur Folge, also etwa die
Notwendigkeit vermehrter Pausen zur Erholung. Die Akten liefern diesbezüglich aller
dings keine zuverlässigen Angaben, was wohl massgebend darauf zurückzuführen ist,
dass die quantitativen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit aus somatischen Gründen
als in den psychiatrisch bedingten quantitativen Einschränkungen mitberücksichtigt
qualifiziert wurden. Jedenfalls lässt sich den Akten nicht entnehmen, dass die 50%ige
Arbeitsunfähigkeit auch ohne psychische Gesundheitsbeeinträchtigung anerkannt
worden wäre. Die Stellungnahme des RAD-Arztes Dr. F._ vom 10. Oktober 2006 legt
eher den gegenteiligen Schluss nahe.
2.2 Den Akten lässt sich übereinstimmend entnehmen, dass sich die psychische
Situation nach Zusprache der Rente im weiteren Verlauf verbessert hat. So nahm
die Beschwerdeführerin diesbezüglich keine fachärztliche Behandlung mehr in An
spruch (IV-act. 54). Sowohl der RAD-Arzt Dr. G._ (IV-act. 61) als auch der psychi
atrische Consiliarius der ABI GmbH (IV-act. 84) qualifizierten die rezidivierende
depressive Störung als remittiert. Im Übrigen bezeichnete auch Dr. B._ in seinem
Schreiben vom 18. Dezember 2009 die Depression als (lediglich noch) latent vorhanden
(IV-act. 74–2). Dass sowohl der RAD-Arzt Dr. G._ als auch der psychiatrische
Consiliarius der ABI GmbH vor diesem Hintergrund übereinstimmend keine Be
einträchtigung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht mehr attestierten, vermag
zu überzeugen, zumal sich den übrigen Akten keine konkreten Hinweise entnehmen
lassen, die Zweifel an dieser Schlussfolgerung aufkommen lassen. Insbesondere fehlt
es an einer anderslautenden, begründeten fachärztlichen Stellungnahme. Dass der
psychiatrische Consiliarius der ABI GmbH eine ungünstige Prognose stellte, steht dazu
entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin nicht in Widerspruch, wies er doch aus
führlich darauf hin, dass die Arbeitsfähigkeit durch aufgrund versicherungsmedizinisch
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nicht zu berücksichtigende Faktoren beeinträchtigt sei, sich die Beschwerdeführerin
seiner Ansicht nach also als lediglich noch zu 50 % arbeitsfähig erachte, ihr aber
aus rein psychiatrischer Sicht die Ausübung einer vollzeitigen Erwerbstätigkeit zumut
bar wäre. Die Prognose, dass diese Diskrepanz zwischen versicherungsmedizinisch
relevanter Zumutbarkeitsbeurteilung und Selbsteinschätzung bzw. faktischer Arbeits
tätigkeit überwunden werde, erachtete der Gutachter als ungünstig, was
nachvollziehbar ist, allerdings an der versicherungsmedizinischen Beurteilung nichts
ändert und daher nicht im Widerspruch zur Attestierung einer vollen Arbeits- und
Leistungsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht steht.
2.3 Da mithin von keiner relevanten Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit aus psychi
atrischen Gründen mehr auszugehen ist, sind die quantitativen Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit aufgrund der somatischen Beschwerden neu von Relevanz. Wie bereits
erwähnt, finden sich diesbezüglich in den vor der Zusprache der halben Rente einge
holten Akten keine verlässlichen Angaben. Gemäss den neueren Akten stellen sich die
behandelnden Ärzte Dr. B._ und Dr. H._ wie auch der Chiropraktor Dr. J._ auf
den Standpunkt, der Beschwerdeführerin sei lediglich eine 50%ige Arbeitsfähigkeit
zumutbar, während der orthopädische Consiliarius der ABI GmbH die Auffassung ver
tritt, der Beschwerdeführerin könne ein 90%iges Pensum zugemutet werden. Dabei
wird aber "in Unkenntnis der genauen Verhältnisse am Arbeitsplatz" (IV-act. 84-22) zur
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit als Kinder
gärtnerin nicht konkret Stellung genommen; das Belastungsprofil wird nur allgemein
umschrieben (kein Heben und Tragen von Lasten über 5 bis 10 kg, Vermeiden von
Zwangshaltungen). Mit der Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. H._ setzte sich der
Gutachter nur oberflächlich auseinander, indem er festhielt, durch die kürzlich be
gonnene Ausbildung zur Psychomotorik-Therapeutin (bei gleichzeitiger Reduktion des
Arbeitspensum auf 20 %) sei von einer Verringerung der Belastung, nicht von einer
Zunahme auszugehen (IV-act. 84–20); zu den Berichten von Dr. B._ äusserte er sich
nicht. Umgekehrt nahm aber auch Dr. H._ nur oberflächlich Stellung zum Gutachten,
indem er ausführte, die Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin sei „massiv über
schätzt“ worden; ausserdem könne er sich keine Tätigkeit vorstellen, in der der Be
schwerdeführerin stündlich fünf Minuten Pause gegönnt würden (IV-act. 104). Damit
scheint Dr. H._ keine rein medizinische Sichtweise eingenommen zu haben, weshalb
auch fraglich scheint, ob er bei seiner Arbeitsfähigkeitsschätzung Zumutbarkeits
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überlegungen hinreichend Rechnung getragen hat. Tendenziell kommt seiner Ein
schätzung daher weniger Gewicht zu als jener des Gutachters der ABI GmbH. Anderer
seits vermag auch dessen Einschätzung nicht restlos zu überzeugen, zumal es an einer
eigentlichen Erklärung für den erheblichen Widerspruch zwischen den beiden Arbeits
fähigkeitsschätzungen fehlt. Aufgrund des Hinweises von Dr. H._, die Leistungs
fähigkeit der Beschwerdeführerin sei seines Erachtens „massiv überschätzt“ worden,
liegt die Vermutung nahe, das gutachterliche Attest einer fast vollständigen Arbeits-
und Leistungsfähigkeit trage den versicherungsmedizinisch beachtlichen
Einschränkungen ungenügend Rechnung. Es kann daher zusammenfassend nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, die
Arbeitsfähigkeitsschätzung des Gutachters der ABI GmbH sei zuverlässig. Aus diesem
Grund ist ein orthopädisches Obergutachten einzuholen, das sich zur Diskrepanz
zwischen den beiden Einschätzungen eingehend äussert und zuverlässig darlegt, wie
hoch die Arbeitsfähigkeit in Bezug auf die angestammte Tätigkeit als Kindergärtnerin
sowie für leidensadaptierte Tätigkeiten ist, wobei insbesondere auch die Eignung des
Berufs einer Psychomotorik-Therapeutin unter dem Belastungsaspekt zu würdigen ist.
Es rechtfertigt sich, die Sache zur Einholung dieses Obergutachtens an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, da es sich nicht um die Einholung eines
polydisziplinären Gutachtens handelt (vgl. BGE 137 V 210) und die Beschwerdeführerin
die Rückweisung zu etwaigen weiteren Abklärungen explizit beantragen liess.
3.
Demnach ist die angefochtene Verfügung in teilweiser Gutheissung der Beschwerde
aufzuheben und die Angelegenheit zur Durchführung weiterer Abklärungen im Sinne
der Erwägungen und anschliessender Neuverfügung an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Da die Rückweisung zu weiteren Abklärungen praxisgemäss
hinsichtlich Kosten- und Entschädigungsfolgen als vollständiges Obsiegen zu
qualifizieren ist, sind die gemäss Art. 69 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) zu erhebenden und angesichts des
durchschnittlichen Aufwands auf Fr. 600.-- festzusetzenden Gerichtskosten der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der Beschwerdeführerin wird der von ihr geleistete
Kostenvorschuss in gleicher Höhe zurückerstattet. Die Beschwerdegegnerin hat die
Beschwerdeführerin sodann mit einer – unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die
bis
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Beschwerde fast wortwörtlich dem Einwand vom 24. Mai 2011 entspricht – reduzierten
Pauschale von Fr. 2’000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu
entschädigen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP