Decision ID: 04c08842-5a6f-4480-a212-69199746e136
Year: 2020
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ war im Rahmen eines Einsatzvertrags mit der B._ GmbH (vgl. UV-
act. I-155-1, nach UV-act. I-3) bei der Suva obligatorisch unfallversichert, als er bei
einem Arbeitseinsatz als Schaler am 9. Juli 2010 von einer umfallenden Leiter am Kopf
und den Schultern getroffen wurde (UV-act. I-84-4). Er klagte in der Folge über starke
Rückenbeschwerden und Schmerzen am Knie aufgrund einer beim Unfall erfolgten
Abdrehbewegung (Telefonnotiz vom 6. August 2010, UV-act. I-7; Schadenmeldung
vom 21. Juli 2010, UV-act. I-2). Der behandelnde Dr. med. C._, Arzt für Chirurgie,
Unfallchirurgie, erwähnte unter Hinweis auf eine von ihm am 15. Juli 2010
durchgeführte Diagnostik eine Schädelprellung mit leichter Commotio, eine
Verstauchung und Zerrung der HWS und LWS sowie eine Prellung mit
Innenbandzerrung am linken Knie. Eine von ihm veranlasste neurologische
Untersuchung (vgl. UV-act. I-19) habe im Bereich des Kopfes keine neurologische
Schädigung ergeben. Eine durchgeführte Kernspintomographie habe degenerative
Veränderungen der Bandscheibe L1/2 mit angedeuteter Protrusion gezeigt.
Unfallbedingte Folgeschäden seien hier nicht festzustellen (Bericht vom 21. September
2010, UV-act. I-25; zu den Ergebnissen der Kernspintomographie vom 27. Juli 2010
siehe UV-act. I-63). Die Suva erbrachte in der Folge Heilbehandlungs- und
Taggeldleistungen.
A.a.
Vom 3. November bis 14. Dezember 2010 befand sich der Versicherte zur
stationären Behandlung in der Rehaklinik Bellikon. Die dort behandelnden
medizinischen Fachpersonen berichteten, es bestünden persistierende, belastungs-
und bewegungsabhängige Schmerzen am linken Knie. Das MRI vom 23. November
2010 (UV-act. I-85-2) zeige einen Meniskusriss im medialen Hinterhorn links. Dieser
A.b.
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Befund sei mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Traumafolge. Die zusätzlich seitens des
Versicherten geltend gemachten Beschwerden im Schulter-Nacken-Bereich und in der
LWS seien eher im Hintergrund gestanden und seien mit Ausnahme der
Kreuzschmerzen insgesamt rückläufig gewesen. Für den vom Versicherten besonders
zu Beginn des stationären Aufenthalts geklagten Schwindel bestehe kein organisches
Korrelat. Die angestammte Tätigkeit als Einschaler hielten die medizinischen
Fachpersonen der Rehaklinik Bellikon nicht mehr für zumutbar. Eine leidensangepasste
mittelschwere Arbeit sei dem Versicherten ganztags zumutbar (Austrittsbericht vom
28. Dezember 2010, UV-act. I-84). Gestützt auf diese Arbeitsfähigkeitsbeurteilung
stellte die Suva dem Versicherten in Aussicht, dass spätestens am «1. April
2010» (richtig: 1. April 2011, UV-act. I-83) von einer vollen Arbeitsfähigkeit auf dem
allgemeinen Arbeitsmarkt auszugehen sei und spätestens dann die Taggeldleistungen
eingestellt würden (Schreiben vom 23. Dezember 2010, UV-act. I-80). Der Versicherte
zeigte sich damit nicht einverstanden (Telefonnotiz vom 30. Dezember 2010, UV-
act. I-83).
Dr. med. D._, Spezialarzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie,
Klinik E._, führte am 29. März 2011 am linken Knie des Versicherten eine
Kniegelenksarthroskopie mit Nachresektion des Innenmeniskushinterhorns durch
(Operationsbericht vom 31. März 2011, UV-act. I-191-2). Die Suva anerkannte weiterhin
eine Leistungspflicht für den Gesundheitsschaden am linken Kniegelenk (Schreiben
vom 5. Juli 2011, UV-act. I-145). Das Leistungsgesuch für die vom Versicherten geltend
gemachten Rückenbeschwerden wies sie hingegen mangels (natürlicher)
Unfallkausalität mit Verfügung vom 6. Oktober 2011 ab (UV-act. I-170). Die dagegen
vom Versicherten am 11. Oktober 2011 erhobene Einsprache (UV-act. I-171) wies die
Suva mit Einspracheentscheid vom 28. Oktober 2011 ab (UV-act. I-178). Dieser
Entscheid blieb unangefochten.
A.c.
Ab November 2012 nahm der Versicherte eine Tätigkeit als Bauschreiner auf und
war dadurch wiederum bei der Suva obligatorisch unfallversichert. Am 3. Dezember
2012 drehte er sich bei der Arbeit um und schlug den rechten Ellbogen an einem Tisch
an, der mit Glassplittern versehen war. Dabei zog er sich Schnittverletzungen sowie
Verletzungen am Ellbogen zu. Am 18. Dezember 2012 trug er zusammen mit einem
Arbeitskollegen ein ca. 70 kg schweres Fenster um ein Fahrzeug. Bei der Umlagerung
A.d.
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der Last vom linken auf den rechten Arm habe er einen Zwick im Rücken verspürt. Es
habe sich angefühlt, als ob etwas zerreissen würde (siehe zum Ganzen die
Besprechungsnotiz vom 11. Januar 2013, UV-act. I-222, und die Telefonnotiz vom
21. Januar 2013, UV-act. II-9, sowie die Angaben des Versicherten in UV-
act. I-238-37 f.). Der behandelnde Dr. med. F._, Facharzt für Allgemeinmedizin FMH,
berichtete am 3. Januar 2013, am rechten Ellbogen bestehe ein Knötchen in der Bursa.
Beim Verhebetrauma vom 18. Dezember 2012 habe der Versicherte Schmerzen im
rechten Trapezius mit Ausstrahlung in die linke Flanke gehabt. Eine Behandlung mit
NSAR habe eine leichte Linderung gebracht. Wegen der Fehlbelastung im
Zusammenhang mit der Muskelzerrung des Trapezius habe nun auch das linke Knie
wieder vermehrt zu schmerzen begonnen (UV-act. I-219; siehe auch den Bericht von
Dr. F._ vom 6. Februar 2013, UV-act. II-48-3, mit dem Hinweis, dass nach einer am
rechten Ellbogen durchgeführten Bursektomie der Heilungsverlauf problemlos gewesen
sei). Die Suva vertrat den Standpunkt, dass es sich beim Vorfall vom 18. Dezember
2012 nicht um ein versichertes Ereignis handle, weshalb sie das Leistungsgesuch des
Versicherten für die von ihm darauf zurückgeführten Rückenbeschwerden abwies
(Verfügung vom 31. Januar 2013, UV-act. I-238-14 f.). Dagegen erhob der Versicherte
am 5. Februar 2013 Einsprache (UV-act. I-238-6 ff.). Für die auf das Unfallereignis vom
3. Dezember 2012 zurückzuführenden Ellbogenbeschwerden rechts erbrachte die Suva
Taggeldleistungen, die sie per 15. März 2013 einstellte. Zur Begründung führte sie aus,
dass die Ellbogenbeschwerden ab 15. März 2013 nicht mehr zu einer Beeinträchtigung
der Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt führen würden (Schreiben vom
13. März 2013, UV-act. I-237-4 f.). Dagegen erhob der Versicherte am 20. März 2013
«Einspruch» (UV-act. II-53).
Kreisarzt Dr. med. G._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie
des Bewegungsapparates FMH, gelangte im Untersuchungsbericht vom 19. April 2013
(Untersuchung des Versicherten vom 16. April 2013) bezüglich des linken Knies und
der Ellbogenbeschwerden rechts zur Auffassung, dass auf dem allgemeinen
Arbeitsmarkt eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestehe (UV-act. I-249; vgl. auch die
Stellungnahme von Dr. G._ vom 3. und 6. Mai 2013, UV-act. I-268 und UV-
act. I-271).
A.e.
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Am 23. April 2013 unterzog sich der Versicherte einer von Dr. D._ am linken Knie
durchgeführten Arthroskopie mit Spülung (UV-act. I-269). Der Versicherte meldete der
Suva am 31. Mai 2013, dass er seit 3. Juni 2013 wieder zu 100% arbeitsfähig sei und
sich bereits für eine neue Beschäftigung bei der H._ AG gemeldet habe (UV-
act. I-283).
A.f.
Am 2. Juni 2014 fand eine neuerliche Untersuchung durch Kreisarzt Dr. G._
statt. Er diagnostizierte eine Kniedistorsion links am 9. Juli 2010 mit/bei Arthroskopie
mit Spülung am 23. April 2013 bei stabilem Randmeniskus medial im Seiten- und
Vorderhornbereich bei Status nach partieller Hinterhornresektion ohne Knorpelschaden
bei intraoperativ regelrechtem Knorpel retropatellar und lateral. Dieser
Gesundheitsschaden begründe eine Residualsymptomatik mit Belastungsschmerzen
am linken Kniegelenk. Nach Abschluss der laufenden Physiotherapie-Massnahmen
könnten keine weiteren Massnahmen mit Aussicht auf eine wesentliche Besserung des
Zustands empfohlen werden. Am linken Kniegelenk werde die Erheblichkeitsgrenze zur
Ausrichtung einer Integritätsentschädigung nicht erreicht. Die angestammte Tätigkeit
als Maurer/Schaler sei dem Versicherten nicht mehr vollumfänglich zumutbar. Eine
leidensangepasste leichte bis mittelschwere körperliche Tätigkeit könne der Versicherte
vollschichtig durchführen (UV-act. I-311).
A.g.
Bezüglich des auf den Unfall vom 9. Juli 2010 zurückzuführenden
Gesundheitsschadens am linken Kniegelenk verfügte die Suva die Einstellung der
Heilbehandlungsleistungen offenbar per Datum Verfügungserlass (vgl. UV-act. I-363)
sowie die Abweisung der Gesuche um eine Integritätsentschädigung und um
Taggeldleistungen (Verfügung vom 28. Juli 2014, UV-act. I-331). Dagegen erhob der
Versicherte am 30. Juli 2014 Einsprache (UV-act. I-333; siehe auch die ergänzenden
Eingaben vom 11. August 2014, UV-act. I-335, und vom 12. August 2014, UV-
act. I-340, S. 2 f.). Die Suva widerrief am 10. Oktober 2014 die angefochtene
Verfügung. Erneute Abklärungen hätten ergeben, dass folgende Arbeitsunfähigkeiten
zumindest teilweise auf Kniebeschwerden zurückzuführen seien: 100% vom 19. März
bis 21. April 2014, 50% vom 22. April bis 19. Mai 2014, 100% vom 20. Mai bis 30. Juni
2014. Man werde der Krankentaggeldversicherung die entsprechenden Taggelder
zurückvergüten. Die Heilkostenleistungen blieben per 28. Juli 2014 eingestellt. Es
A.h.
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werde noch geprüft, ob ab 1. Juli 2014 weitere Versicherungsleistungen (Invalidenrente
und Integritätsentschädigung) ausgerichtet werden könnten (UV-act. I-363).
Kreisarzt Dr. G._ hielt bezogen auf das Knieleiden in der Stellungnahme vom
15. Oktober 2014 daran fest, dass die Erheblichkeitsschwelle für eine
Integritätsentschädigung nicht erreicht werde (UV-act. I-370). Mit Verfügung vom
23. Dezember 2014 sprach die Suva dem Versicherten ab 1. Juli 2014 für die organisch
nachweisbaren Folgen des auf den Unfall vom 9. Juli 2010 zurückzuführenden Leidens
am linken Knie eine 13%ige Invalidenrente zu und wies das Gesuch um eine
Integritätsentschädigung ab (UV-act. I-402). Sie widerrief diese Verfügung auf Ersuchen
des Versicherten am 9. Januar 2015 und stellte die Prüfung der Einwände des
Versicherten und des von ihm angerufenen «Ombudsman der Privatversicherung und
der Suva» in Aussicht (UV-act. I-409).
A.i.
Auf Anfrage der Suva vom 14. Januar 2015 (UV-act. I-434, S. 1) teilte Dr. med. I._
von der Orthopädie J._ mit, dass er die Beurteilung des Kreisarztes Dr. G._ teile. Er
denke, dass es zwischenzeitlich zu einer deutlich psychosomatischen Überlagerung
und Schmerzverarbeitungsstörung gekommen sei (Stellungnahme vom 29. Januar
2015, UV-act. I-434-2; siehe auch den Bericht vom 13. Januar 2015, UV-act. I-427).
Dr. med. K._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates FMH, Suva, Versicherungsmedizin, gelangte in der
orthopädisch-chirurgischen Aktenbeurteilung vom 13. April 2015 zum Schluss, gestützt
auf die übereinstimmende Beurteilung aller Ärzte sei von einer Weiterbehandlung des
Knieleidens keine namhafte Besserung mehr zu erwarten. Die von Dr. G._
vorgenommene Arbeitsfähigkeits- und Integritätsschadensbeurteilung seien korrekt
(UV-act. I-457).
A.j.
Mit Verfügung vom 9. Juni 2015 sprach die Suva dem Versicherten für die
verbliebene Beeinträchtigung aus dem Unfall vom 9. Juli 2010 ab 1. Juli 2014 eine
13%ige Invalidenrente zu. Das Gesuch um eine Integritätsentschädigung wies sie ab
(UV-act. I-467). Dagegen erhob der Versicherte am 6. Juli 2015 Einsprache (UV-
act. I-474). Die Suva hiess diese insoweit teilweise gut, als sie die Invalidenrente von
13% auf 14% erhöhte. Im Übrigen wies sie die Einsprache ab (Einspracheentscheid
vom 30. Juli 2015, UV-act. I-477). Die dagegen am 28. August 2015 erhobene
A.k.
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B.
Beschwerde wies das Versicherungsgericht ab, soweit es darauf eintrat (Entscheid vom
8. September 2017, UV 2015/48, UV-act. I-547).
Im Rahmen einer Erwerbstätigkeit für die L._ AG war der Versicherte erneut bei
der Suva unfallversichert, als er sich am 28. April 2016 beim Herabsteigen an einer
Metallleiter das rechte Knie verdrehte (siehe Schadenmeldung UVG vom 25. Mai 2016,
UV-act. II-6; siehe zum Unfallhergang auch UV-act. I-508-1). Der behandelnde Dr. med.
M._, Facharzt für Orthopädie/Chirurgie, diagnostizierte eine Distorsion des rechten
Kniegelenks und berichtete am 10. Mai 2016, der Versicherte leide an
funktionsabhängigen Beschwerden am rechten Kniegelenk. Es bestehe voraussichtlich
bis zum 22. Mai 2016 eine Arbeitsunfähigkeit (UV-act. I-504). Die Suva erbrachte hierfür
Taggeldleistungen und übernahm die Kosten der Heilbehandlung (UV-act. II-27).
B.a.
Mit Kostenübernahmegesuch vom 20. Juni 2016 orientierte Dr. M._ die Suva,
dass aufgrund subjektiv wahrgenommener Verschlechterung der Funktion des linken
Kniegelenks und funktionsabhängiger Beschwerden ein Bedarf an bildgebender
Abklärung bestehe (UV-act. I-505). Die Suva hiess das Kostenübernahmegesuch gut
(UV-act. I-513). Am 13. Oktober 2016 wurde eine Magnetresonanztomographie des
linken Kniegelenks durchgeführt. Sie ergab einen Substanzdefekt im Bereich des
Hinterhorns des Innenmeniskus mit mässigen femoralen und tibialen Knorpelschäden
im medialen femorotibialen Kompartiment, einen geringgradigen Kniegelenkserguss
und eine gering gefüllte Baker-Zyste (UV-act. I-515).
B.b.
Der Kreisarzt Dr. med. N._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates, gelangte in der Beurteilung vom
16. Dezember 2016 (Datum Unterzeichnung) zur Auffassung, dass zwischen den
Jahren 2014 und 2016 nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer
Verschlechterung der Situation am linken Kniegelenk ausgegangen werden könne (UV-
act. I-525). Daraufhin teilte die Suva dem Versicherten mit Blick auf das linke
Kniegelenk am 3. Januar 2017 mit, nach dem medizinischen Befund hätten sich die
Unfallfolgen nicht verschlimmert und es sei auch keine Wiederaufnahme einer
ärztlichen Behandlung angezeigt. Unter diesen Voraussetzungen könne sie über die
bisherige Rente sowie die Schmerzmittel in Reserve hinaus keine weiteren
B.c.
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Versicherungsleistungen im Zusammenhang mit den Beschwerden am linken
Kniegelenk erbringen (UV-act. I-526).
Dr. med. O._, Facharzt für Orthopädie, aus P._ in Q._, erstattete dem
Sozialgericht R._ am 9. Februar 2017 ein orthopädisches Gutachten. Er stellte ein
chronisches Schmerzsyndrom fest bei leichtgradiger Gonarthrose links bei Zustand
nach dreimaliger Arthroskopie mit Innenmeniskusteilresektion und Knorpelschaden,
Innenmeniskusteilresektion am rechten Kniegelenk, degenerativem HWS-Syndrom und
degenerativem LWS-Syndrom ohne radikuläre Zeichen. Die Tätigkeit als Bauzimmerer
sei dem Versicherten nicht mehr zumutbar. Leichte bis gelegentlich mittelschwere
Tätigkeiten im Sitzen oder Stehen mit der Möglichkeit die Position zu ändern, seien
dem Versicherten unter Einhaltung der üblichen Arbeitspausen zumutbar (UV-
act. I-588).
B.d.
In der Stellungnahme vom 20. Februar 2017 führte der Kreisarzt Dr. med. G._,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
aus, die vom Versicherten geltend gemachten Kniebeschwerden rechts seien mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit noch auf das Ereignis vom 28. April 2016 mit
nachfolgender Innenmeniskushinterhornresektion am 10. Juni 2016 bei Meniskusruptur
zurückzuführen (siehe hierzu UV-act. I-542-9), da intraoperativ kein degenerativer
Vorzustand beschrieben sei (UV-act. II-57).
B.e.
Dr. M._ berichtete am 3. Mai 2017, es lägen beim Versicherten ein Zustand nach
arthroskopischer Innenmeniskushinterhornresektion rechts vom 10. Juni 2016 und ein
Zustand nach dreimaliger arthroskopischer Kniechirurgie links vor. In der Bilanz
bestünden derzeit weitestgehend unveränderte Verhältnisse einer verminderten
Funktionsfähigkeit beider Kniegelenke. Der Versicherte sei für Tätigkeiten mit hoher
körperlicher Beanspruchung und andauernder Standbelastung derzeit nicht geeignet.
Leichtere Tätigkeiten des allgemeinen Arbeitsmarkts könne er jederzeit ausüben (UV-
act. I-560).
B.f.
Die Invalidenversicherungs-Stelle für Versicherte im Ausland (IVSTA) ermittelte
einen 4%igen Invaliditätsgrad und wies das Rentengesuch des Versicherten mit
Verfügung vom 27. März 2018 ab (UV-act. II-83-2 ff.).
B.g.
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C.
Dagegen erhob der Versicherte am 29. Juli 2018 Einsprache (UV-act. 597), welche die
Suva mit Einspracheentscheid vom 23. Januar 2019 abwies (UV-act. 602).
D.
Am 16. April 2018 wurde der Versicherte vom Kreisarzt Dr. med. S._, Facharzt
für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, untersucht. Dieser stellte im
Wesentlichen die Diagnose eines Status nach mehrmaliger arthroskopischer
Meniskusoperation beider Kniegelenke. Anhand objektivierbarer
Untersuchungsergebnisse könne eine erhebliche Verschlechterung der Situation im
Bereich beider Kniegelenke ausgeschlossen werden (Untersuchungsbericht vom
30. April 2018, UV-act. I-587). Am 21. Juni 2018 ergänzte der Kreisarzt, dass aktuell
keine Behandlungsbedürftigkeit des linken Knies bestehe. Die Situation bezüglich der
zumutbaren Arbeitsfähigkeit und des Integritätsschadens habe sich nicht wesentlich
verändert. Das bisherige Zumutbarkeitsprofil berücksichtige den Zustand des linken
Knies. Bei dessen Berücksichtigung profitiere das rechte Knie im gleichen Ausmass.
Bei beidseitiger, objektiv nur leichter Schädigung der Kniegelenke berücksichtige das
bereits erstellte Zumutbarkeitsprofil den beidseitigen Zustand. Die nur leichten
degenerativen Veränderungen im rechten Knie würden die Erheblichkeitsgrenze für
eine Integritätsentschädigung nicht erreichen (UV-act. I-591).
B.h.
In der Verfügung vom 20. Juli 2018 wies die Suva das Gesuch um Erhöhung der
Invalidenrente und um Zusprache einer Integritätsentschädigung ab (UV-act. I-596).
B.i.
Gegen den Einspracheentscheid vom 23. Januar 2019 richtet sich die Beschwerde
vom 30. Januar 2019. Der Beschwerdeführer beantragte darin sinngemäss dessen
Aufhebung. Zur Begründung brachte er vor, dass von einer höheren
Erwerbsunfähigkeit bzw. einem höheren Invaliditätsgrad als 14% auszugehen sei. Der
Kreisarzt behaupte zu Unrecht, dass er auch mittelschwere Tätigkeiten ausüben könne.
Dr. M._ habe festgestellt, dass er (der Beschwerdeführer) nur noch leichte
Tätigkeiten ausüben könne. Ferner ersuchte der Beschwerdeführer um einen
unentgeltlichen Rechtsbeistand (act. G 1).
D.a.
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Erwägungen
1.
Ein Schreiben des Gerichts vom 11. Februar 2019, in welchem dem
Beschwerdeführer innert Frist Gelegenheit gegeben worden war, für die unentgeltliche
Rechtspflege ein Gesuchsformular auszufüllen und dazu Unterlagen einzureichen (act.
G 3), blieb unbeantwortet.
D.b.
Die Beschwerdegegnerin beantragte in der Beschwerdeantwort vom 10. April
2019 die Abweisung der Beschwerde. Sie machte geltend, dem Beschwerdeführer
seien trotz der unfallbedingten Einschränkungen am linken und am rechten Knie leichte
bis mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten mit gewissen Einschränkungen in
einem Pensum von 100% möglich. Demzufolge habe sich der unfallbedingte
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im Vergleich zum Zeitpunkt, als ihm
erstmals eine Invalidenrente von 14% zugesprochen worden sei, nicht erheblich
verändert. In Bezug auf die erwerblichen Auswirkungen sei demnach davon
auszugehen, dass er - rein unter Berücksichtigung der unfallkausalen Beschwerden - in
Anbetracht seines Gesundheitszustands die schon früher als zumutbar bezeichnete
Tätigkeit weiterhin ausüben könne. Es fehle demnach an den Grundlagen für eine
Revision der Invalidenrente (act. G 6).
D.c.
Der Beschwerdeführer verzichtete auf eine Replik (vgl. act. G 10).D.d.
Der Beschwerdeführer meldete sich am 15. Januar 2016 aus der Schweiz ab und
zog nach Q._. Sein letzter schweizerischer Wohnsitz war St. Gallen (siehe UV-
act. I-508). Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen ist damit örtlich für die
Beurteilung der Beschwerde zuständig (Art. 58 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Da auch die
übrigen Eintretensvoraussetzungen unbestrittenermassen erfüllt sind, ist auf die
Beschwerde einzutreten.
1.1.
Dem Beschwerdeführer wurde im Kontext seines Antrags um unentgeltliche
Rechtsverbeiständung ein Gesuchsformular zugestellt und er wurde darüber informiert,
dass bei Nichteinreichen des Formulars innert der angesetzten Frist angenommen
werde, dass er am Gesuch nicht festhalte (act. G 3). Vor diesem Hintergrund ist das in
1.2.
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2.
Zunächst ist die Höhe des Rentenanspruchs bzw. das Rentenerhöhungsgesuch des
Beschwerdeführers zu prüfen.
der Beschwerde gestellte Gesuch um einen unentgeltlichen Rechtsbeistand als
gegenstandslos zu betrachten.
Gegenstand des angefochtenen Einspracheentscheids vom 23. Januar 2019 (UV-
act. I-602) bilden - wie bereits bei der vorangegangenen Verfügung vom 20. Juli 2018
(UV-act. I-596) - sowohl der Anspruch auf eine Invalidenrente als auch auf eine
Integritätsentschädigung. Die Beschwerde des nicht rechtskundig vertretenen
Beschwerdeführers vom 30. Januar 2019 richtet sich gegen den Einspracheentscheid
vom 23. Januar 2019 (siehe die Beschwerdebeilage act. G 1.1). Auch wenn sich die
Begründung der Beschwerde im Wesentlichen auf die «Erwerbsminderung» bzw. die
Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers bezieht, so geht daraus nicht (eindeutig)
hervor, dass der Anfechtungswille nicht sämtliche vom Einspracheentscheid erfassten
Leistungen erfasst. Vielmehr beantragte der Beschwerdeführer höhere
«Versicherungsleistungen» und beschränkte damit seine Anträge gerade nicht bloss auf
den Rentenanspruch. Vor diesem Hintergrund kann nicht gesagt werden, die
Beschwerde vom 30. September 2019 betreffe bloss den Rentenanspruch und der im
angefochtenen Einspracheentscheid miterfasste Anspruch auf
Integritätsentschädigung sei unangefochten in Rechtskraft erwachsen. Umstritten und
im vorliegenden Beschwerdeverfahren zu prüfen sind damit die Ansprüche auf
Rentenleistung und Integritätsentschädigung.
1.3.
Für die Folgen des Unfalls vom 9. Juli 2010 wurde dem Beschwerdeführer in
Berücksichtigung des bis zum 30. Juli 2015 eingetretenen Sachverhalts rechtskräftig
eine 14%ige Invalidenrente zugesprochen (siehe hierzu den Entscheid des
Versicherungsgerichts vom 8. September 2017, UV 2015/48, UV-act. I-547). Beim
Rentenanspruch handelt es sich um ein einheitliches Rechtsverhältnis, weshalb die
Beschwerdegegnerin im Rahmen der späteren Rentenrevision zu Recht die
Auswirkungen sowohl der vom Beschwerdeführer behaupteten, auf das Unfallereignis
vom 9. Juli 2010 zurückgeführten Verschlechterung am linken Knie (siehe hierzu das
Schreiben von Dr. M._ vom 20. Juni 2016, UV-act. I-505-1) als auch des aus dem
Unfall vom 28. April 2016 herrührenden Schadens am rechten Knie auf den
Invaliditätsgrad prüfte.
2.1.
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Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).
2.2.
Bei der ursprünglichen Rentenzusprache lag der Invaliditätsgradbemessung bzw.
dem Invalideneinkommen eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für körperlich leichte bis
mittelschwere leidensangepasste Tätigkeiten zugrunde (siehe hierzu den Entscheid des
Versicherungsgerichts vom 8. September 2017, UV 2015/48, insbesondere E. 1.3 und
E. 2.6 f., UV-act. I-547).
2.2.1.
Der Kreisarzt Dr. S._ verneinte in seiner ausführlich begründeten Beurteilung
vom 30. April 2018 (UV-act. I-587) und der ergänzenden Stellungnahme vom 21. Juni
2018 (UV-act. I-591) bezüglich der Zeit nach der ursprünglichen Rentenzusprache
schlüssig eine relevante Veränderung des Zumutbarkeitsprofils für eine
leidensangepasste Tätigkeit. Diese Einschätzung deckt sich mit derjenigen von
Dr. O._, der im orthopädischen Gutachten vom 9. Februar 2017 Folgendes ausführte:
«Im Positiven» sei der Beschwerdeführer «in der Lage, leichte bis gelegentlich
mittelschwere Tätigkeiten im Sitzen oder Stehen mit der Möglichkeit die Position zu
ändern, durchzuführen». Die noch zumutbaren Arbeiten könnten unter Einhaltung der
üblichen Arbeitspausen erbracht werden (UV-act. I-588-14). Der Vollständigkeit halber
ist auf die das Rentengesuch des Beschwerdeführers abweisende Verfügung der
IVSTA vom 27. März 2018 hinzuweisen, der - unter Berücksichtigung nicht nur der
unfallkausalen Leiden des Beschwerdeführers - ein Invaliditätsgrad von lediglich 4%
zugrunde liegt (UV-act. II-83-2 ff.).
2.2.2.
An der Aussagekraft dieser sowohl vom Kreisarzt als auch vom orthopädischen
Gutachter vertretenen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste
Tätigkeiten vermag der Bericht von Dr. M._ vom 3. Mai 2017 nichts zu ändern. Zum
einen trifft das Vorbringen des Beschwerdeführers nicht zu, dass Dr. M._ bloss noch
«leichte Tätigkeiten» für zumutbar hielt (act. G 1). Vielmehr hob Dr. M._ hervor, dass
«Tätigkeiten mit hoher körperlicher Beanspruchung und andauernder Standbelastung
derzeit nicht geeignet» seien. Hingegen könnten «leichtere Tätigkeiten des allgemeinen
Arbeitsmarktes» «jederzeit ausgeübt werden». Zum anderen spricht gegen eine
relevante Veränderung des Zumutbarkeitsprofils für eine leidensangepasste Tätigkeit,
dass Dr. M._ «weitestgehend unveränderte Verhältnisse einer verminderten
Funktionsfähigkeit beider Kniegelenke» feststellte (UV-act. I-560-2).
2.2.3.
Insgesamt ist nach dem Gesagten eine relevante, unfallkausale Verschlechterung
der Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten sowohl in qualitativer als auch
2.2.4.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 13/13
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St.Galler Gerichte
3.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG).