Decision ID: 5fdbd310-457c-5a4c-801e-4517725b5d81
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
geboren 19
57
,
ohne Ausbildung
, war seit
Ma
i
2000
als
Chauffeur
für die
Y._
in
Z._
tätig (vgl. Urk. 7/
16
Ziff. 5.2 und Ziff. 5.4; Urk. 7/21).
Ab dem 29. Mai 2008 wurde
ihm
eine volle
Arbeitsunfähigkeit
attes
tiert (vgl. Urk. 7/
23
/
16-28
). Am 4. November 2008 meldete sich
der Versicherte
zum Bezug von Leistungen der Invalidenver
siche
rung (berufliche Massnahmen) an (Urk. 7/16).
1.2
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte einen Aus
zug
aus dem individuellen Konto (Urk. 7/22), einen Arbeitgeberbericht (Urk. 7/21) so
wie medizinische Berichte (Urk. 7/
2
0
;
Urk.
7/24-26
;
Urk.
7/35
) ein und
zog Akten
des zuständigen Krankenversicherers bei (
Urk.
7/23).
Zudem gab sie be
i der MEDA
S
A._
ein
polydisziplinäres Gutachten in Auftrag, wel
ches
am 10. Mai 2011 erstattet wurde
(
Urk.
7/46/1-39)
.
Mit
Vorbe
scheid
vom 28. Juni 2011
(Urk. 7/
49
)
stellte die IV-Stelle die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht. Nachdem der Versicherte Einwände erhob (
Urk.
7/53
;
Urk.
7/61
) und medizinische Berichte einreichte (
Urk.
7/51;
Urk.
7/60),
holte die IV-Stelle eine Stellungnahme der MEDAS
A._
(
Urk.
7/65) sowie einen weiteren Arztbe
richt (
Urk.
7/66) ein. Der Versicherte nahm erneut Stellung (
Urk.
7/76) und legte einen aktuellen medizinischen Bericht (
Urk.
7/75) bei.
Mit
Verfügung vom
2.
März
2012
verneinte die IV-Stelle
eine
n Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente
(
Urk. 7/
78
= Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung vom
2.
März
2012
(Urk. 2) erhob der Versicherte am
16
.
März
2012
Beschwerde (Urk. 1) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihm
s
pätestens ab
Mai 2009 eine
Rente
zuzusprechen.
E
ventu
ell
sei
er medi
zi
nisch durch einen Pneumologen und einen Psychiater gründlich abzuklären
(S.
2 oben). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Vernehmlassung vom
3
. Mai 2012
auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6).
Das hiesige Gericht holte weitere Stel
lungnahmen der MEDAS
A._
ein (
Urk.
11;
Urk.
17).
Dazu nahmen der
Beschwerdeführer am 30. Oktober 2012 (
Urk.
19) und die Beschwerdegegnerin am
21. November 2012 (
Urk.
22) Stellung.
Die
se
Eingabe
n
wurde
n der jeweili
gen Gegenpartei am
2
2.
November
2012
zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk.
23
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
D
ie massgebenden rechtlichen Grundlagen, insbesondere betreffend die Invali
di
tätsbemessung (Art. 16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des So
zialversicherungsrechts, ATSG) und den Rentenanspruch (Art. 28 des Bundes
ge
setzes über die Invalidenversicherung, IVG), sind im angefochtenen Entscheid zutreffend wiedergegeben (Urk. 2 S. 1). Darauf kann, mit den nachstehenden Er
gän
zungen, verwiesen werden.
1.2
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.3
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten darf und soll das Ge
richt der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) davon aus,
dass dem
Beschwerdeführer
die bisherige Tätigkeit als Chauffeur
seit dem
15. Au
gust 2008 nicht mehr zumutbar
sei.
A
n
gepasste Tätigkeiten
wie bei
spiels
weise
Konfektions-, Kontroll- oder leichte Betriebsarbeiten seien ab dem 15. Au
gust 2008
zumutbar
(S. 1 unten)
. Die Beschwerdegegnerin stellte einem Va
li
den
einkommen von Fr.
61
'
1
00.
--
ein Invalideneinkommen von Fr. 5
2'178.
--
ge
genüber und ermittelte einen
rentenausschliessenden
Invalidi
tätsgrad von
15 %
(
S. 2 ob
en).
2.2
Der Beschwerdeführer
kritisiert
e in seiner Beschwerde (Urk. 1)
insbesondere das
Gutachten der MEDAS
A._
vom
10. Mai 2011. So machte er geltend, al
lein
schon aufgrund der pneumologischen Befunde ergäben sich Zweifel, dass
er in einer „sehr leichten Tätigkeit“ vollzeitig und zu 100 % leistungsfähig sein soll
e
(S. 3 f.
Ziff.
6). Im Übrigen unterscheide die Rechtsprechung nicht zwischen leichten und sehr leichten Tätigkeiten (S. 4
Ziff.
7). Auch habe die MEDAS
A._
die somatischen Erkrankungen nicht vollständig abgeklärt (S. 4
Ziff.
8).
Gravierend sei, das
s er, der
B._
isch sprechende Beschwerdeführer
, mit Hilfe ei
nes
C._
ischen Dolmetschers begutachtet worden sei (S. 4
Ziff.
9).
Des Weiteren sei das psychiatrische Teilgutachten auffallend dürftig; dieses sei mit Bericht des
D._
gründlich kritisiert worden (S. 5
Ziff.
10.2 und
Ziff.
11).
Zudem sei aufgrund des Gutachtens nicht klar, wann die Arbeits
un
fähig
keit begonnen habe (S. 7
Ziff.
16).
Die Beschwerdegegnerin unterschätze offensichtlich seine Atemnotbeschwerden. Aufgrund seiner Vorgeschichte sei er
deutlich anfälliger für Infekte. Mit Krankheitsschüben, wie
sie in den Berichten des
E._
vom Februar und März 2012 dokumentiert seien,
sei er einem Arbeitgeber kaum zuzumuten
(S. 7 f.
Ziff.
18). Schliesslich machte der
Beschwerdeführer eine Verletzung der Begründungspflicht geltend (S.
6
Ziff.
12).
2.3
Demnach ist zu prüfen, wie es sich mit der Arbeitsfähigkeit und dem Inva
lidi
täts
grad des Beschwerdeführers verhält.
3.
3.1
Verfügungen der Versicherungsträger müssen, wenn sie den Begehren der Par
tei
en nicht voll entsprechen, eine Begründung enthalten, d.h. eine Darstellung des
vom Versicherungs
träger als relevant erachteten Sachverhal
tes und der recht
lichen Erwä
gungen (Art. 49
Abs.
3 Satz 2 ATSG). Gemäss Art. 52
Abs.
2 Satz 2
ATSG werden Einspracheentscheide begründet. Die Begründung eines Entscheides
muss so abgefasst sein, dass die betrof
fene Person ihn gegebenen
falls anfechten kann. Dies ist nur dann möglich, wenn sowohl sie als auch die Rechtsmittel
in
stanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen können. In diesem
Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich der Versicherungsträger leiten liess und auf welche sich der Entscheid stützt.
Dies bedeutet indessen nicht, dass sich die Verwal
tung ausdrücklich mit jeder
tatbe
ständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Ein
wand auseinander set
zen
muss; viel
mehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichts
punkte beschränken (BGE 126 V 75 E. 5b/dd mit Hinweis, 118 V 56 E. 5b).
Der Mangel eines nicht oder nur ungenügend begründeten Entscheides kann ge
mäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung im Rechtsmittelverfahren geheilt wer
den, sofern die fehlende Begründung in der Vernehmlassung der entschei
den
den
Behörde zum Rechtsmittel enthalten ist oder den beschwerdeführenden Parteien
auf andere Weise zur Kenntnis gebracht wird, diese dazu Stellung nehmen können
und der Rechtsmittelinstanz volle Kognition zukommt (BGE 107 Ia 1 f.). Gemäss der Recht
sprechung des Bundesgerichts kann es jedoch nicht der Sinn des durch die Rechtspre
chung geschaffenen Instituts der Heilung des rechtlichen Gehörs sein, dass Versicherungsträger sich über den elementaren Grundsatz des
recht
lichen Gehörs hinweg
setzen und darauf vertrauen, dass sol
che Verfahrens
mängel in einem vom durch den Verwaltungsakt Betroffenen allfällig angeho
be
nen Gerichts
verfahren behoben wür
den. Der Umstand, dass eine solche Hei
lungsmöglichkeit besteht, rechtfertigt es dem
nach nicht, auf die Anhörung des Betroffenen vor Erlass eines Entscheides zu verzich
ten. Denn die nachträgliche Gewährung des rechtlichen Gehörs bildet häufig nur einen un
vollkommenen Er
satz für eine unterlassene vorgän
gige Anhörung. Abgesehen davon, dass ihr da
durch eine Instanz verloren gehen kann, wird der betroffenen Per
son zuge
mu
tet, zur Verwirklichung ihrer Mitwirkungsrechte ein Rechtsmittel zu ergreifen.
Von der Rückweisung der Sache zur Gewährung des rechtli
chen Gehörs an die Verwaltung ist nach dem Grundsatz der Verfahrensökonomie dann abzusehen, wenn dieses Vorgehen zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnöti
gen Verzögerungen führen würde, die mit dem gleichlaufenden und der Anhö
rung gleichgestellten Interesse der versicherten Person an einer möglichst be
förderlichen Beurteilung ihres Anspruchs nicht zu vereinbaren sind (BGE 120 V 357 E. 2b, 116 V 182 E. 3c und d).
3.2
In der
Verfü
gung
vom
2.
März
20
12
(
Urk.
2) wurde
zwar
auf die medizinische
Würdigung nicht
näher
eingegangen, obwohl der Beschwerdeführer das Gut
ach
ten
der MEDAS
A._
im Rahmen des Einwandes
kritisiert hatte
(
Urk.
7/61)
.
Indessen hatte die Beschwerdegegnerin aufgrund des Einwandes
eine Stellung
nahm
e der MEDAS
A._
(
Urk.
7/65) sowie einen weiteren Arztbericht (
Urk.
7/66) eingeholt und diese ihrem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) zur Stellungnahme unterbreitet (vgl.
Urk.
7/77). In der angefochtenen Verfügung hielt sie dann lediglich fest, dass aus rein medizinischer Sicht am Gut
achten der MEDAS
A._
festgehalten werde (
Urk.
2 S. 2 Mitte).
I
m Rahmen des vor
lie
genden
Beschwerdeverfahrens
verwies die Beschwerdegegnerin
auf die Stell
ung
nahmen des RAD sowie der Ärzte der MEDAS
A._
(
Urk.
6;
Urk.
22). So
mit
ist fraglich, ob die Anforderungen an die Begründungspflicht erfüllt sind.
N
ach dem Grundsatz der Verfahrensökonomie
wäre vorliegend je
doch ohnehin
von
der Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin bloss zur Gewährung des
rechtlichen Gehörs abzusehen.
Deshalb ist ein allfäl
liger Mangel als
geheilt zu be
trachten.
4.
4
.
1
Dr.
med.
F._
,
Innere Medizin und Pneumologie FMH
, nannte im Be
rich
t vom 28. April 2009 zuhanden der Beschwerdegegnerin (
Urk.
7/24/6-7)
fol
gende Diagnosen (S. 1 Mitte):
chronisches steroidbedürftiges Asthma bronchiale
zervikovertebrales, thorakales und lumbospondylogenes Syndrom
Cholezystolitiasis
Hiatushernie
Status nach rezidivierenden Gastritiden
2006 und 2007
bei mehreren Ul
zerationen
Status nach
Radiofrequenzablation
im
Februar 2007 wegen AV-Knoten-Re
entry-Tachykardie
Status nach Umbilikalhernienplastik
im
September 2005
Status nach Liechtenstein
versorgung einer Inguinalhernie
rechts
im
Sep
tember 2005
Status nach Liechtensteinoperation bei indirekter Inguinalhernie links am 26. November 2008
depressive Verstimmung
Status nach Morbus Crohn
Dr.
F._
führte aus, es bestehe ein chronisches Asthma bronchiale mit Eosino
phi
lie und Einschränkung der Lungenfunktion. Es bestehe immer eine aus
ge
prägte Anstrengungsdyspnoe sowie eine allgemeine Schwäche. Daneben leide der
Beschwerdeführer an chronischen zervikovertebralen, thorakalen und lumbo
spon
dy
logenen Schmerzen. Er sei seit dem 29. Mai 2008 100 % arbeits
unfähig. Es sei auf unabsehbare Zeit nicht damit zu rechnen, dass er wieder ar
beitsfähig respektive erwerbsfähig werde (S. 1 f.).
4
.
2
Dr.
med.
G._
,
Allgemeine
Innere
Medizin FMH
, nannte im Bericht vom 29. April 2009 zuhanden der Beschwerdegegnerin (
Urk.
7/20/43-45)
folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (lit. A.1):
depressive Entwicklung mit somatischen Beschwerden
myofasziales Schmerzsyndrom im Schulter-Nacken-Bereich links und gluteal am Beckenkamm rechts sowie zervikovertebrales und zervikoze
phales Schmerzsyndrom
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom bei Fehlhaltung, Fehlform der Wir
belsäule
und muskulärer Verspannung
Asthma bronchiale mit rezidivierender
Exazerbation
Dr.
G._
attestierte dem Beschwerdeführer in den Jahren 2005 bis 2009 di
ver
se
Arbeitsunfähigkeiten, so insbesondere vom 29. Mai bis zum 7. Juni 2008, vom
10. Juni bis zum 13. Juli 2008 sowie ab dem 1. Dezember 2008 bis heute eine sol
che von 100
% (lit. B). Zu den erhobenen Befunden gab er an, es bestehe ein bronchiales Atmen mit Giemen und Brummen. Bewusstsein, Orientierung, Auf
merksamkeit und Gedächtnis seien unauffällig; subjektiv leide der Be
schwer
de
führer unter Konzentrationsstörungen und Gedächtnisschwäche. Er sei leicht an
trieb
sarm. Im Affekt sei er eher ratl
os, arm, deprimiert (S. 3 Ziff.
3). Der Be
schwer
deführer leide seit Jahren unter einem Asthma bronchiale mit zeit
weiser
Exa
zerbation und Verschlechterung des Allgemeinzustandes. In den letzten Mo
na
ten habe sich eine deutliche depressive Störung mit sozialem Rückzug ge
zeigt.
Zudem stünden die pneumologischen Beschwerden bei/mit Asthma bronchiale
und rezidivierender Bronchitis im Vordergrund. Aufgrund des sehr organisch aus
gerichteten Krankheitskonzeptes des Beschwerdeführers mit starker Fixierung
auf seinem subjektiven Leiden erscheine leider die Stei
gerung zu einer vollen Arbeits- und Erwerbstätigkeit kaum erreichbar zu sein (S. 3
Ziff.
5).
4
.
3
Im Bericht der Ärzte der
H._
vom 3. Juni 2009 zuhanden der Beschwerdegegnerin (
Urk.
7/25)
wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit genannt (
Ziff.
1.1):
mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom
chronisches Schmerzsyndrom bei zervikobrachialem Syndrom links und lumbospondylogenem Syndrom rechts bei wahrscheinlich leicht dege
nerativen Veränderungen der Halswirbelsäule und der Lendenwirbel
säule, vorwiegend myofasziale Schmerzen
Die behandelnden Ärzte
gaben unter dem Titel „subjektive Angaben des Patien
ten / objektiver Befund“ an,
Konzentration und Merkfähigkeit seien mittelgradig gestört. Im formalen Denken sei der Beschwerdeführer leicht verlangsamt und deutlich eingeengt auf seinen Gesundheitszustand.
Im Affekt sei er deprimiert, innerlich unruhig, die vitalen Gefühle seien herabgesetzt und er sei leicht miss
trauisch. Im Antrieb sei er leicht gehemmt, psychomotorisch unauffällig. Es be
stünden ausgeprägte Ein- und Durchschlafstörungen mit Albträumen sowie ein sozialer Rückzug (S. 3 oben).
Nach vier Abklärungsgesprächen sei mit dem Be
schwerdeführer
eine Depressionstherapie mit stützenden Gesprächen (alle zwei bis vier Wochen) und medikamentöser Therapie (Mianserin) vereinbart worden. Unter Mianserin hätten sich die depressive Symptomatik sowie die Schlafquali
tät leicht verbessert
(
Ziff.
1.5).
Aus psychiatrischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit durch die depressive Symptomatik mit rascher Ermü
dbarkeit, Antriebsarmut, kognitiven Beeinträchtigungen und der verminderten Stresstoleranz zu mindestens 50 % beeinträchtigt (
Ziff.
1.7). Aus psychiatrischer Sicht sei eine Arbeits
tät
igkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit halb
tags zumutbar (
Ziff.
1.9).
4
.
4
Dr.
med.
I._
,
Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin FMH
,
diagnostizierte
im Bericht vom 20. Juni 2009 zuhanden der Beschwerdegegne
rin
(
Urk.
7/26/6-7)
im Wesentlichen ein zervikovertebrales Syndrom mit spon
dylo
gener Ausstrahlung links bei vorwiegend myofaszialen Schmerzen im Schulter-Nacken-Bereich beidseits linksbetont (S. 1
Ziff.
1.1).
Dr.
I._
gab an, der Be
schwer
deführer klage schon seit 2003 über rezidivierende Nackenbe
schwerden,
welche vor allem bei Belastung bei seiner Arbeit aufgetreten seien.
Aufgrund dieser
Beschwerden habe ab dem 17. Mai 2008 eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit
attestiert werden müssen. Trotz verschiedenen physiotherapeuti
schen Behand
lung
en habe keine Besserung der Beschwerden erzielt werden können (S.
1
Ziff.
1.4).
Die körperliche Einschränkung bestehe lediglich in den Schmerzan
ga
ben im Schulter-Nacken-Bereich beidseits bei leichter Fehlform und Fehlhaltung der Wirbelsäule und schmerzhafter Bewegungseinschränkung im Schultergelenk links. Zudem bestehe eine Überzeugung, dass er die gefor
derte Leistung nicht mehr erbringen könne (S. 2
Ziff.
1.7).
Für eine angepasste Tätigkeit (kein repe
ti
ti
ves Heben von G
ewichten, keine Überkopfarbeit)
dürfte
eine volle Arbeits
fähig
keit
bestehen
(S. 2
Ziff.
1.9).
4
.5
Im Bericht vom 16. November 2009 zuhanden der Beschwerdegegnerin (
Urk.
7/35)
führte
Dr.
F._
(vorstehend E. 4.1)
aus,
pulmonal bestehe weiterhin
eine mittelschwere Erkrankung der Lungenfunktion bei einem chronischen Asthma
bronchiale mit Dyspnoe bei bereits geringerer Anstrengung. Der Be
schwer
deführer sei in
der Zeit von April bis heute auch
für eine geringe körper
liche Belastung nicht ar
beitsfähig gewesen. Auf Grund der Vorwerte und des FEV
1
vom 24. August 2009 (39 % des Sollwertes) betrage die pulmonal bedingte Einschränkung 50 % bis 60 %. Auch bei einer optimal angepassten Tätigkeit sei keine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit zu erwarten.
4
.
6
Das polydisziplinäre Gutachten der MEDAS
A._
vom 10. Mai 2011 (
Urk.
7/46
/1-39
) beruht auf
einer internistischen, einer rheumatologischen, einer psychiatrischen und einer pneumologischen Untersuchung, welche in Anwesen
heit eines Dolmetschers stattfanden (vgl. S. 1), sowie den vorhandenen Akten (vgl. S. 2 ff.). Die begutachtenden Ärzte nannten folgende Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S.
28
):
chronisch obstruktive Lungenerkrankung mit/bei
chronischer Bronchitis
anamnestisch Asthma bronchiale
lungenfunktionell mittelschwer
er
obstruktiver Ventilationsstörung
, seit 2002
myofasz
iales Schulter-Armsyndrom linksbetont
, seit 2000
Als ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit beurteilten sie folgende Diagno
sen
(S. 28
)
:
Dysthymia, seit 2007
undifferenzierte Somatisierungsstörung, seit 2000
psychische und Verhaltensfaktoren bei
andernorts
klassifizierten Krank
heiten
vorbefundlich rezidivierende supraventrikuläre Tachykardien
seit 1990, Katheterablation Februar
2007
Im rheumatologischen Teilgutachten (
Urk.
7/46/40-45)
wurde
festgehalten, beim Beschwerdeführer seien Schulter- und Nackenbeschwerden seit 2005 dokumen
tiert, welche immer wieder zu Arbeitsunfähigkeiten geführt hätten. Die heutigen Röntgenuntersuchungen hätten keine strukturellen relevanten Veränderungen gezeigt (S. 4 unten). In der heutigen Untersuchung hätten nur leichtgr
adige my
ofasz
iale Befunde
erhoben werden können
. Die linke Schulter sei uneinge
schränkt beweglich, die Halswirbelsäu
le (HWS) nur endständig eingeschränkt. Hinweise für ein radikuläres oder entzündliches Geschehen bestünden nicht. Es bestünden Hinweise für eine Symptomausweitung bei Sensibilitätsstörungen im gesamten linken oberen Quadranten; dies sei mit den genannten Befunden nicht erklärbar. Hinweise für eine Selbstlimitierung bestünden aufgrund der Angaben des Beschwerdeführers, dass er nur 1-2 kg heben könne.
Auf Grund der fehlen
den relevanten degenerativen oder neurokompressiven Veränderungen an der HWS
und an der Schulter links und den nur leichten myofaszialen Befunde
n
bestehe aus rheumatologischer Sicht keine relevante Limitierung für leichte bis mittelschwere körperliche Tätigkeiten. Ungünstig seien körperlich schwer be
lastende Tätigkeiten mit Gewichten über 25 kg, Überkopfarbeiten sowie Arbei
ten in Zwangshaltungen (S. 5).
Der psychiatrische Gutachter gab zum psychopathologischen Befund an, es be
stünden keine Bewusstseinsstörungen oder Orientierungsstörungen. Aufmerk
sam
keit und Gedächtnis seien unauffällig, das formale Denken geordnet. Es be
stün
den
Hinweise auf Grübeln. Der Beschwerdeführer sei teilweise gehemmt, je
doch nicht verlangsamt, umständlich oder eingeengt. Er sei teilweise leicht dys
pho
risch, teilweise innerlich leicht unruhig. Es lägen leichte Insuffizienzgefühle vor. Antrieb und Psychomotorik seien unauffällig. Weiter bestünden keine Hin
weise auf Schlaf- oder Vigilanzstörungen
. Es bestehe ein leichter sozialer Rück
zug, ansonsten keine anderen Störungen im Sinne von Aggressivität oder Selbst
be
schädigung
(
Urk.
7/46/46-58
S. 7 f.
Ziff.
3.1).
Zu den Diagnosen führte der psy
chiatrische Gutachter aus,
das seitens der Ärzte der
H._
beschriebene de
pressive
Syndrom, welches als mittelgradige depressive Episode mit somati
schem
Syn
drom
angegeben worden sei, könne heute nicht mehr festgestellt werden. Statt
dessen liege eine anhaltende Misslaunigkeit im Sinne einer Dys
thymia vor. Es handle sich um eine anhaltende und fluktuierende Stimmungs
störung, die aber
nicht als depressive Episode klassifiziert werden könne.
Des Weiteren
f
änden sich
aktuell
zahlreiche körperliche Beschwerden mit Schwitzen, Thoraxdruck, Magen
darmbeschwerden, Schwächegefühl. Dies weise auf eine somatoforme Schmerz
störung hin. Andererseits seien die typischen Kriterien dieser Störung nicht er
füllt
. Insofern werde von einer undifferenzierten Somati
sierungsstörung ausge
gangen
. Zudem könnten dysfunktionale Krankheitsverar
beitungsfaktoren wie Selbst
limitierung, Dekonditionierung oder subjektive Leistungsinsuffizienz be
schrie
ben werden
(
Urk.
7/46/46-58 S. 9 f.).
Eine Ein
schränkung der Arbeits
fähig
keit von mehr als 20 % aus psychiatrischen Grün
den ergebe sich aus den ge
nann
ten Befunden nicht (
Urk.
7/46/46-58 S. 11).
Im
pneumologischen
Teilgutachten
(
Urk.
7/46/59-64)
wurde ausgeführt,
beim Be
schwerdeführer bestehe eine chronische, obstruktive Lungenerkrankung mit
lungenfunktionell mittelschwerer, obstruktiver Ventilationsstörung.
Auf Grund des
chronischen, produktiven Hustens könne eine
chronische Bronchitis diag
nos
tiziert werden. Anamnestisch sei ein Asthma bronchiale bekannt. Unklar sei
die Ätiologie der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung
,
beziehungsweise eine
exogene Ursache für das anamnestisch erwähnte Asthma bronchiale sei nicht
bekannt
(S. 4 unten).
Der Beschwerdeführer sei aus pneumologischer Sicht für schwere, mittelschwere und auch leichte körperliche Arbeiten aktuell ar
beits
unfähig, jedoch für eine körperlich kaum belastende Arbeit in einer staub- und allergenarmen Umgebung mit normalem Arbeitspensum arbeitsfähig
(
S.
5 unten
).
Die aktuell erhobenen Befunde liessen sich nicht alle ganz problemlos durch ein Asthma bronchiale erklären. Das unbefriedigende Ansprechen der chronischen, obstruktiven Lungenerkrankung auf eine gute antiasthmatische Therapie, die lungenfunktionell festgestellte leichte obstruktive Ventilations
störung und die radiologischen Veränderungen liessen die Frage aufkommen, ob
nicht noch eine zusätzliche Pathologie vorliege (S. 6).
Zusammenfassend
wurde im Hauptgutachten (
Urk.
7/46/1-39)
ausgeführt,
aus
in
terdisziplinärer Perspektive
seien
relevante Befunde im pulmologischen und im
psychiatrischen Bereich zu erheben. Die vormals bestehenden gastroentero
lo
gischen und kardiologischen Befunde seien jetzt nicht mehr relevant respek
tive aus
reichend behandelt. Es bestünden psychopathologische Auffälligkeiten mit Aus
wirkungen auf Stimmung, Antrieb und auf das körperliche Befinden res
pek
tive auf körperliche Symptome; davon würden jedoch keine einschrän
kenden Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ausgehen. Für die Beurteilung der Ar
beits-
und Leistungsfähigkeit wesentlich sei
en
die Atemwegserkrankung und deren
Fol
gen. Es handle sich um die seit etwa 15 Jahren bestehende chro
nische Bron
chitis
, die zu einer mittelgradigen obstruktiven Ventilationsstörung führe.
Es be
stehe eine gewisse Symptomausweitung insofern als der Beschwer
deführer ver
bunden mit den Atemwegsbeschwerden über Thoraxschmerzen klage, für die sich
bisher keine somati
schen Korrelate gefunden hätten
(S. 32 f.).
Der
derzei
tige Status schränke die körperliche Belastbarkeit des Beschwerde
füh
rers ein.
Tätigkeiten
,
die mit körpe
rlicher Belastung verbunden seien, könne der Beschwerdeführer nicht bewältigen; dies betreffe auch die zuletzt ausgeübte Tä
tig
keit als Chauffeur mit Belade- und Entladetätigkeiten.
Tätigkeiten ohne kör
per
liche Beanspruchung k
ä
men
dagegen
uneingeschränkt in Frage. Allfällige Ein
schränkungen, die sich aus den rheumatologischen und psychiatrischen Be
funden erg
ä
ben,
fielen
dagegen nicht ins Gewicht und s
eien
angesichts der qualitativen Einschränkung aufgrund der Lungenerkrankung ausreichend be
rücksichtigt
(S. 33 Mitte)
.
Definiert sei eine dem Beschwerdeführer zeitlich un
eingeschränkt zumutbare
Tätig
keit als
körperlich sehr leichte Tätigkeit
mit
Heben von maxi
mal 5 kg; ge
legentliches Heben und Tragen von Gegenständen und Werkzeugen sei möglich, häufiges oder langes Gehen oder Steigen sei nicht zumutbar; die Arbeitshaltung
solle überwiegend im Sitzen bestehen, mit der Möglichkeit die Position zu wech
seln;
Überkopfarbeiten oder Tätigkeiten aus Zwangshaltungen seien aus rheu
ma
tologischer Sicht nicht möglich. Diese Beurteilung habe über
wiegend wahr
scheinlich seit Beginn der Arbeitsunfähigkeit in der letzten Tätig
keit (17. Mai 2008)
Gültigkeit (S. 35 f.
Ziff.
3.7 und
Ziff.
5.1).
4
.
7
Die Ärzte des
D._
diagnostizierten im Be
richt
vom 13. Mai 2011 (
Urk.
7/60) eine mittelgradige depressive Episode. Sie führ
ten
unter dem Titel „Aktuelle Beschwerden“
aus, der Beschwerdeführer be
klage, sei
t
Oktober 2010 unter Depressionen zu leiden mit Lust- und Interesse
losigkeit, Müdigkeit, Rückzug, Antriebslosigkeit, Gedankenkreisen, Sinnlosig
keits
gedanken, Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit und Schlafstörungen (S.
1). Zum psychopathologischen Befund gaben sie an, der gut deutsch spre
chen
de Beschwerdeführer sei bewusstseinsklar und allseits orientiert. Seine Stimmung sei deutlich depressiv-resigniert, affektiv unkontrolliert. Im Ge
sprächsverlauf sei er verbal mitteilungsaktiv, schildere sein Symptomerleben und –verhalten in Zu
sammenhang mit einem Familienstreit. Kognitiv sei er in Aufmerksamkeit,
Konzentration, Merkfähigkeit und Gedächtnis deutlich einge
schränkt. Das Denken
sei formal beweglich, inhaltlich problemzentriert. Die Störung habe Krankheits
wert (S. 2).
4
.
8
Mit Stellungnahme vom 5. Juli 2011 (
Urk.
7/51) zum Vorbescheid führt
e
Dr.
F._
aus, der Beschwerdeführer sei nicht in der Lage, während fünf Tagen pro Woche jeweils einen ganzen Tag eine Arbeitstätigkeit auszuführen, auch wenn es sich nur um eine leichte Tätigkeit handle. Er leide an permanenten Atembeschwerden mit Dyspnoe bei kleiner Anstrengung, häufigen Exazerbatio
nen mit Ruhedyspnoe sowie auch Schmerzen im Bereich des Bewegungsappa
rates. Eine 50%ige Arbeitstätigkeit wäre theoretisch zumutbar.
4
.
9
Mit Bericht vom 10. Oktober 2011 (
Urk.
7/65) nahmen der Hauptgutachter so
wie der psychiatrische Gutachter der MEDAS
A._
aufforderungsgemäss
zum
Bericht der Ärzte der
H._
vom 3. Juni 2009
Stellung
.
Sie führten aus,
die psychiatrische Begutachtung habe ungefähr eineinhalb Jahre nach Berichter
stellung der Ärzte der
H._
stattgefunden. Im Vergleich zum Zustandsbild von Juni
2009 sei eine Besserung eingetreten. Dies wiederspiegle sich in den auf psychiatrischem Gebiet geschilderten Beschwerden und bestätige sich auch im psychopathologischen Befund. Die Gedächtnisleistungen seien unauffällig ge
wesen.
Der Tagesablauf sei mit einer mittelgradigen depressiven Episode mit so
ma
tischem Syndrom nicht mehr vereinbar. Die ausgeprägten Ein- und Durch
schlafstörungen mit Albträumen seien nicht mehr in dieser Form angege
ben worden. Bei der Untersuchung sei keine Müdigkeit objektivierbar gewesen.
Der Leidensdruck scheine abgenommen zu haben.
Der Beschwerdeführer
nehme keine Medikamente auf psychiatrischem Gebiet mehr (S. 3
Mitte
).
Zusammen
fassend sei – wie im MEDAS-Gutachten beschrieben – eine vormalige mittel
gradige depressive Episode deutlich remittiert (S. 3 unten).
4
.
10
Die Ärzte des
D._
nann
ten mit Bericht vom 16. November 2011 zuhanden der Beschwerdegegnerin (
Urk.
7/66
/5-6
)
wiederum die Diagnose einer mittelgradi
gen depressiven Episode
(S. 1 Mitte) und führten dieselben aktuellen Beschwer
den an wie im früheren Bericht vom Mai 2011 (S. 2 oben)
. Sie führten aus, der Beschwerdeführer sei auf Grund der Depression und der somatischen Ein
schrän
kungen auch für angepasste Tätigkeiten 100 % arbeitsunfähig
. Die Stö
rung sei
trotz medikamentöser Behandlung deutlich chronifiziert. Daher sei die Arbeits
fähig
keit wohl leider auch auf lange Sicht nicht gegeben
(S. 1). Zu den Aus
wirkungen auf die Arbeitstätigkeit gaben sie an, der Beschwerdeführer müsse am Tag selbstbestimmt immer wieder abliegen; es bestehe ein Rückzug und eine deutliche Verlangsamung, ansonsten Antriebslosigkeit und Motivati
onslosigkeit (S. 2).
4
.
11
Dem Bericht
der Ärzte
des
E._
vom 15. Februar 2012 (
Urk.
3/5) ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer am 1
2.
Februar 2012
notfallmässig wegen
Fieber, Husten mit gelblichem Auswurf und links
sei
tigen
atemabhängigen Schmerzen
behandelt wurde
(S. 1)
.
Die Symptomatik wurde
als infektexazerbiertes Asthma bronchiale bei absteigendem viralen res
pi
ratori
schen Infekt beurteilt (S. 2).
4
.
12
Mit Bericht vom 20. Februar 2012 zuhanden des Rechtsvertreters des Beschwer
deführers (
Urk.
7/75) nahmen die Ärzte des
D._
Stellung zum psychiatrischen Teilgutachten der MEDAS
A._
. Sie
hielten vorab fest, dass es sich nicht um ein Parteigutachten handle, sondern led
iglich deutliche Kritik an der
Qua
li
tät des psychiatrischen Teilgutachtens geäussert werde (S. 1).
So habe die Gut
ach
terbefragung etwa eine Stunde gedauert
und
mit einem
C._
ischen Über
setzer ohne Kenntnisse der
B._
ischen Sprache
stattgefunden
. Die Überset
zung sei gemäss Angaben des Beschwerdeführers schlecht gewesen. Daher sei von deut
lichen Missverständnissen auszugehen (S. 2 oben).
Des Weiteren fän
den sich im Gutachten Fehler, so
sei der Beschwerdeführer seit 17 (nicht seit sieben) Jahren nicht mehr in der
J._
gewesen
.
Zudem sei die Medikamenten
liste
unvollständig
. Auch sei der psychische Befund auf Seite 20 des Gutachtens wohl
nicht vom Psychiater, sondern von einem somatischen Arzt erhoben wor
den (S. 2
Mitte).
Weiter
seien die Beschwerden oberflächlich aufgenommen worden (S. 2 unten).
Der Tagesablauf entspreche nicht der Realität und sei deutlich positiv überzeichnet. Der Beschwerdeführer gehe nicht einfach ins Bett, sondern könne etwa ein bis zwei Stunden lang nicht einschlafen, schlafe dann ein bis zwei Stunden, stehe auf, sehe fern und spaziere in der Wohnung
um
her; dann ver
suche er wieder zu schlafen
. Des Weiteren fehle
im Gutachten eine Fremd
anam
ne
se
(S.
3 oben).
Insgesamt könne nicht auf das Gutachten abge
stellt werden (S.
4)
.
Auf Grund des positiven und negativen Leistungsbildes (kein Stress, kein
Publikumsverkehr, keine Anstrengung, keine belastende Tä
tigkeiten, keine länge
ren
Tätigkeiten) sowie der neuropsychologisch bestätigten Depression sei der Beschwerdeführer auch für angepasste Tätigkeiten 100 % ar
beitsunfähig (S. 3 unten).
4
.
13
Die
Ärzte des
E._
berichteten a
m 23. Februar 2012 (
Urk.
3/6) über eine weitere
Notfallbehandlung vom
21. Februar 2012 wegen starkem Husten, Atemnot, Fie
ber
und Schmerzen am ganzen Körper
(S. 1)
.
Sie beurteilten die Symptomatik wiederum als infektexazerbiertes Asthma bronchiale (S. 2).
4
.
14
Mit Bericht vom 15. August 2012 (
Urk.
11) nahmen die Gutachter der
MEDAS
A._
Stellung
zu den Einwänden des Beschwerdeführers.
Der psychiatri
sche Gutachter hielt
unter anderem fest, dass das Krankheitsbild einer depressi
ven Episode entsprechend ICD-10 als Episode und nicht als Dauerzustand defi
niert sei. Es handle sich um einen Stimmungswechsel begleitet
von
einer Verän
derung des allgemeinen Aktivitätsniveaus. Es sei durchaus plausibel, dass dieses
Krankheitsbild 2008/2009 diagnostiziert worden sei und diese Symptomatik im Dezember 2010 weitgehend remittiert gewesen sei
. Die Ärzte der
H._
hätten keine rezidivierende depressive Störung diagnostiziert, sie seien also nicht von einem rezidivierenden Geschehen ausgegangen
(S. 2 oben).
Der Hauptgutachter gab an, dass der Unterschied zwischen leichten und körperlich sehr leichten Tä
tigkeiten den arbeitsmedizinischen Einteilungen des Belastbarkeitsniveaus res
pektive der Arbeitsschwere entspreche (S. 3 unten).
Der pneumologische Gut
achter führte aus, eine körperlich kaum belastende Arbeit in einer staub- und
allergenarmen Umgebung erfordere keine relevant grössere körperliche Leis
tung,
als es d
as Alltagsleben als Pensionär
auch erfordere (S. 4 unten).
Zudem gab er an, dass er in seiner Praxis mehrere Patienten betreue, welche bei nicht patho
lo
gi
scher arterieller Blutgasanalyse und einem Erstsekundenvolumen von 1.6 bis 1.7 Liter beziehungsweise etwa 45 % des Solls zu 100 % einer körperlich nicht bis kaum belastenden Arbeit nachgehen würden (S. 5 oben).
4
.
15
Die Gutachter der
MEDAS
A._
nahmen mit Eingaben vom 1. und 9. Ok
tober 2012 (
Urk.
17/1-2) Stellung zum Bericht des
D._
vom 20. Februar 201
2.
Der psychiatrische Gutachter führte in seinem Bericht (
Urk.
17/2) aus, die Befra
gung habe mit Sicherheit länger als eine Stunde gedauert. Der Beschwerdefüh
rer habe zu keinem Zeitpunkt die Qualität des professionellen Übersetzers be
klagt. Auch in den anderen Untersuchungen sowie unmittelbar nach dem Gut
achten und in den darauffolgenden Wochen sei nicht reklamiert worden, dass der Übersetzer den Beschwerdeführer auf
C._
isch angesprochen habe (S. 1 f.
zu Punkt 4
).
Zum Vorwurf der oberflächlich aufgenommenen Beschwerden hielt er fest, dass bezüglich der aktuellen Beschwerden auf psychiatrischem Gebiet mehrfach und explizit nachgefragt worden sei (S. 2 zu Punkt 9).
Soweit geltend gemacht worden sei, dass der Tagesablauf nicht der Realität entspreche, sei fest
zuhalten, dass dieser eins zu eins so wiedergegeben worden sei wie vom Be
schwerdeführer geschildert (S. 3 zu Punkt 11).
Unter Punkt 10 des Berichtes des
D._
werde ausgeführt, der Beschwerdeführer beklage, seit Oktober 2010 unter Depressionen zu leiden. Genannt würden dann psychopathologische Symptome, somatische Symptome sowie psychosoziale Belastungsfaktoren.
Diese Angaben seien schwer zu verifizieren, insbesondere schwer auseinanderzuhalten.
Es liege eine Vermischung von anamnestischen Angaben und Befunderhebung vor. Auch sei unklar, auf welchen Zeitpunkt sich diese Ausführungen beziehen
wür
den
(S. 2 f. zu Punkt 10).
Punkt 15 beziehe sich auf die Arbeitsfähigkeit ohne Differenzierung, ob aus psychiatrischer Perspektive oder gesamtheitlicher.
Wichtig s
e
i
aber festzuhalten, dass nicht jeder, der
zu einem bestimmten Zeit
punkt auf der Hamilton-Depressionsskala 23 Punkte erziele, mittel- und lang
fristig 100 % arbeitsunfähig sei (S. 3 f. zu Punkt 15).
Die Tatsache, dass andere
Kollegen zu einem späteren Zeitpunkt (in diesem Fall etwa ein halbes Jahr spä
ter)
einen anderen Befund erheben
würden
, widerspreche dem vorgenannten nicht. In diesem Falle könnte man gegebenenfalls von einer erneuten depressiven Epi
sode ausgehen, was dann allerdings das Störungsbild einer rezidivierenden de
pressiven Störung ergeben würde und nicht erneut das Bild einer mittelgradigen depressiven Episode, denn dann würde diese
von Juni 2008 bis Mai 2011
an
ge
halten haben, was für eine behandelte depressive Episode eher ungewöhnlich
wäre und glücklicherweise eher seltener vorkomme
. Eine solche wäre explizit al
s therapieresistente Depression zu klassifizieren. Zumindest wäre entsprechend den Leitlinien der Fachgesellschaft ein anderes Behandlungsregime indiziert, so dass den Ausführungen im Bericht des
D._
nicht vorbehaltlos gefolgt werden könne
(S. 4 unten zu Punkt 2.2.2).
Der Bericht des
D._
ändere nichts an der im Gutachten und in der Stellungnahme vom 15. August 2012 festgehaltenen Be
urteilung der Arbeitsfähigkeit (S. 5 zu Punkt 2.2.3).
Dem Bericht des Hauptgutachters (
Urk.
17/1) ist ebenfalls zu entnehmen, dass an der eig
enen Beurteilung festgehalten werde.
Bei den unter Punkt 5 auf
ge
führ
ten Fehlern handle es sich in zwei Fällen um simple Schreibfehler und ansons
ten um die Angaben des Beschwerdeführers. Auch in Bezug auf die als un
voll
ständig bezeichnete Medikamentenliste seien die Angaben des Beschwer
de
füh
rers wiedergegeben worden. Unter Punkt 7 werde das Unverständnis für die
Er
hebung des psychischen Befundes in der Erstuntersuchung durch den Fall
führer geäussert. Letzterer sei auch Facharzt für psychosomatische Medizin und ärztli
ch
e
Psychotherapie und daher in der Lage
,
einen psychopathologischen
Be
fund zu erheben. Bei einem polydisziplinären Gutachten erhebe die allgemein
inter
nistische Erstuntersuchung in der Regel einen gesamtmedizinischen Befund
einschliesslich eines
neurologischen, psychischen und muskuloskelettalen Sta
tus
, selbst wenn spezialärztliche Teilgutachten in den entsprechenden Fachge
bieten folgen würden
. Es handle sich um einen ausgesprochenen Vorteil, wie
derholt zu unterschiedlichen Zeiten Befunde zu erheben und Konsistenzen res
pektive Inkonsistenzen zu überprüfen
(S. 1).
Die gesamtmedizinischen Diagno
sen gründeten auf vier Untersuchungen zu vier unterschiedlichen Zeitpunkten und vier verschiedenen Teilgebieten.
Der
im Hauptgutachten geschilderte
Ta
gesablauf entspreche den Angaben des Beschwerdeführers. Es sei aus Gut
achtersicht nachvollziehbar und entspreche der Erfahrung, dass ein Proband bei
verschiedenen Untersuchungen nicht völlig identische Angaben mache. Die unte
r
Punkt 15 beschriebene Arbeitsunfähigkeit sei mit den objekt
iven Befun
den nicht
begründbar
(S. 2).
5
.
5
.1
Aufgrund der vorliegenden Akten ergibt sich
, dass sich
aus somatischer Sicht
einzig die pneumologischen Befunde auf die Arbeitsfähigkeit in einer ange
pa
ssten Tätigkeit auswirken
.
Aus rheumatologischer Sicht bestehen Schulter- und
Nackenbeschwerden, wobei lediglich leichtgradige myofasziale Befunde er
hoben werden konnten. So ergibt sich aus dem Bericht des Rheumatologen
Dr.
I._
, dass in einer angepassten Tätigkeit (ohne repetitives Heben von Ge
wichten und ohne Überkopfarbeit) eine volle Arbeitsfähigkeit besteht. Auch der Rheumato
loge der MEDAS
A._
kam zum Schluss, dass
für
leichte bis mittelschwere
Tätigkeit
en
(
ohne Überkopfarbeiten und
Arbeiten in
Zwangshal
tungen
)
keine Einschränkungen
bestünden
.
5.2
Aus p
neumologisch
er Sicht liegen die
Berichte
des behandelnden Pneumologen
Dr.
F._
sowie
d
as
Gutachten
der MEDAS
A._
vor
.
Vorab ist zu bemer
ken, dass die Diagnosen und Befunde in den vorliegenden medizinischen Be
richten
weitgehend
übereinstimmen.
B
eim Bes
chwerdeführer
bestehen unbe
strittenermassen
Atembeschwerden mit
Dyspnoe bereits bei geringer körperli
cher Belastung.
Demgegenüber
ergeben sich
wesentliche
Unterschiede
in Bezug auf die
Beurteilung der
Auswirkungen der Lungenerkrankung.
Dr.
F._
stellte sich auf den Standpunkt, dass eine
(maximal)
50%ige Arbeitstätigkeit theore
tisch zumutbar wäre.
Er erwähnte häufige Exazerbationen mit Ruhedyspnoe so
wie Schmerzen im Bereich des Bewegungsapparates.
Demgegenüber beurteilte der Pneumol
o
ge der MEDAS
A._
den Beschwerdeführer in einer körperlich kaum belastenden Tätigkeit
als
100 % arbeitsfähig. Zur Begründung führte er an, dass der Beschwerdeführer
in Ruhe
normale Blutgase und eine normale Ven
ti
lation aufweise
, es sich um eine respiratorische Belastungsinsuffizienz handle
(
Urk.
7/46/1-39 S. 37 f.)
.
Die ausführliche Expertise
der MEDAS
A._
setzt sich mit allen Aspekten der gesundheitlichen Beeinträchtigungen auseinander und berücksichtigt ins
besondere auch sämtliche bis dahin angefallenen ärztlichen Untersuchungsbe
richte. Insgesamt erscheint das
MEDAS
-Gutachten nachvollziehbar und vermag zu überzeugen.
Insbesondere erscheint angesichts der
pneumologischen
Beein
trächtigungen nachvollziehbar, dass d
er Beschwerdeführer
seine
bisherige
Ar
beit
als
C
hauffeur
mit Belade- und Entladetätigkeiten
wie auch andere körper
lich belastende Tätigkeiten
nicht mehr ausführen kann.
Die Leistungsb
eurtei
lung des Pneumologen der MEDAS
A._
beruht
überdies
auf einem Ver
gleich mit anderen Patienten mit ähnlichen
lungenfunktionellen
Werten (vgl. Stellungnahme vom
15. August 2012, E. 4.14).
Nach dem Gesagten kann aus pneumologischer Sicht gestützt auf seine Beurteilung von einer vollen Arbeits
fähigkeit in einer körperlich kaum belastenden Arbeit in einer staub- und aller
genarmen Umgebung ausgegangen werden.
Soweit
Dr.
F._
dem Beschwerdeführer eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit auch in einer angepassten Tätigkeit bescheinigte, vermag diese Einschätzung die einge
hend begründeten Untersuchungsergebnisse der Ärzte der MEDAS
A._
nicht zu entkrä
ften,
z
umal der Beschwerdeführer
Dr.
F._
seit Ju
ni 2007 (vgl.
Urk.
7/20/33)
regelmässig konsultiert und somit zwischen ihm und dem Be
schwerdeführer eine vergleichbare Vertrauenskonstellation besteht wie zwischen dem Hausarzt und seinem Patienten (vgl. E. 1.
3
).
Soweit der
Beschwerdeführer geltend
machte
, dass der Pneumol
o
ge der MEDAS
A._
die Frage nach einer möglichen
zusätzlichen Pathologie aufgeworfen
habe
, weshalb der medizinische Sachverhalt nicht genügend abgeklärt sei (
Urk.
1
S.
4
Ziff.
8
)
, läuft seine Argumentation ins Leere
. Wesentlich sind
nämlich
die
Befunde, welche seitens der Lungenspezialisten übereinstimmend festgestellt wurden,
sowie d
ie
entsprechenden Auswirkungen auf die Arbeitsfä
higkeit.
Der
pneu
mologische Gutachter
der MEDAS
A._
führte in sein
er Stellun
g
nah
me
vom 15. August 2012
aus,
die von ihm vorgeschlagenen Unter
suchungen seien nicht als Abklärung zur Beurteilung der Zumutbarkeit einer Arbeit gedacht gewesen, sondern um eine zusätzliche, bisher nicht bekannte Di
agnose mit noch grösserer Sicherheit nicht zu verpassen. Die Beurteilung der Zumutbarkeit beruhe in den meisten Fällen nicht auf dem radiologischen Be
fund, sondern zu einem grossen Teil auf den lungenfunktionellen Werten
(
Urk.
11 S. 5 f.).
5
.
3
Zu prüfen bleibt damit eine allfällige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischen Gründen.
Aus psychiatrischer Sicht liegen
der Bericht der Ärzte der
H._
vom 3. Juni 2009
sowie d
ie Beurteilungen der
Ärzte der
MEDAS
A._
und
der Ärzte
des
D._
vor
.
Im MEDAS-Gutachten vom Mai 2011 wurde dargelegt, dass das seitens der Ärzte der
H._
im Juni 2009 beschriebene depressive Syndrom, welches als mit
telgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom qualifiziert worden sei, nicht mehr festgestellt werden könne. Mit Stellungnahme vom Oktober 2011 hielten
die Gutachter
fest, dass im Vergleich zum Zustandsbild von Juni 2009 eine Besse
rung eingetreten sei, was sich in den geschilderten Beschwerden und im psy
chopathologischen Befund wiederspiegle.
Der entsprechende Bericht der Ärzte der
H._
steht dem MEDAS-Gutachten somit nicht entgegen.
Indessen ergeben sich Differenzen zwischen
dem Gutachten
der Ärzte der MEDAS sowie
den Berichten
der Ärzte des
D._
. In den Berichten der Ärzte des
D._
wird jeweils unter dem Titel „Aktuelle Beschwerden“ festgehalten, der Beschwerdeführer beklage, seit Oktober 2010 unter Depressionen zu leiden mit
Lust- und Interesselosigkeit, Müdigkeit, Rückzug, Antriebslosigkeit, Gedanken
kreisen, Sinnlosigkeitsgedanken, Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit und Schlafstörungen.
Dabei ist nicht klar, ob es sich nur um die subjektiven Anga
ben des Beschwerdeführers oder teilweise auch um eine Befunderhebung han
delt. Der erste Bericht vom Mai 2011 weist auf Ersteres hin, w
urde
doch
zu
sät
zlich und separat
ausser
dem ein psychopathologischer Befund angegeben.
Darin beurteilten die Ärzte des
D._
den Beschwerdeführer als deutlich depressiv-resigniert sowie in Auf
merksamkeit und Gedächtnis deutlich eingeschränkt. Dem
gegenüber bezeich
neten die Ärzte der MEDAS
de
n
Beschwerdeführer
als leicht dysphorisch und in Aufmerksamkeit und Gedächtnis unauffällig.
Im Übrigen weichen die Befunde nicht entscheidend voneinander ab.
Die im Bericht der Ärzte der
H._
vom Juni 2009 beschriebenen ausgeprägten Ein- und Durchschlafstörungen
haben
auch in den Berichten der Ärzte des
D._
keinen zentralen Stellenwert, w
u
rden
Schlafstörungen
doch nur unter den subjektiven Angaben des Beschwerdefüh
rers erwähnt und
w
urde
nicht näher auf diese ein
gegangen.
Erhebliche
Wider
sprüche ergeben sich indessen
bei den
Beur
teilung
en
der Arbeitsfähigkeit
.
Ge
mäss
dem
Gutachten der Ärzte der MEDAS
A._
besteht in einer angepassten Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit.
D
emge
gen
über attestierten d
ie
Ärzte des
D._
dem Beschwerdeführer
im Bericht vom 16. November 2011
auf Grund der Depression und der somatischen Erkrank
ung
en eine 100%ige Arbeitsunfä
higkeit auch für angepasste Tätigkeiten. In ihrer
Stellungnahme zum MEDAS-Gutachten vom Februar 2012 hielten
d
ie
Ärzte des
D._
fest, dass der Be
schwerdeführer auf Grund des positiven und negativen Leistungsbildes sowie der neuropsychologisch bestätigten Depression auch für angepasste Tätigkeiten 100 % arbeitsunfähig sei.
Offensichtlich wurden also bei beiden
Beurteilung
en
der Arbeitsfähigkeit
nicht nur
psychiatrische Befunde be
rücksichtigt
.
Damit ist unklar, wie hoch die Arbeitsunfähigkeit aus rein psy
chiatrischer Sicht veran
schlagt w
urde
.
Dies vermag nicht zu überzeugen
, zumal es den behandelnden Ärzten des
D._
auch an den fachlichen Qualifikationen zu einer Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht fehlt
.
D
er psychiatrische Gutachter der MEDAS
A._
gab in seinem Teilgutach
ten an
,
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von mehr als 20 % aus psychi
atrischen Gründen ergebe sich aus den genannten Befunden nicht
. Im Rahmen
der Gesamtbeurteilung kamen die
MEDAS-
Gutachter zum Schluss, dass allfäl
lige
Einschränkungen aufgrund von psychiatrischen Befunden nicht ins Ge
wicht fallen würden. So wurden die psychiatrischen Diagnosen der Dysthymia und der Somatisierungsstörung
denn
auch nicht als Diagnosen mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit qualifiziert
.
Dies ist nachvollziehbar, vermögen die entspre
chen
den Diagnosen doch rechtsprechungsgemäss keine Arbeitsunfähig
keit zu be
grün
den.
Auch in psychiatrischer Hinsicht kann
somit
vollumfänglich auf das MEDAS-Gutachten abgestellt werden.
5.4
Zur Frage
der
angeblich
mangelhaften Übersetzung ist festzuhalten, dass der Beschwerde
führer auf dem Anmeldeformular zum Bezug von
Leistungen der Invalidenver
sicherung
angab
,
dass er neben seiner Muttersprache
B._
isch auch über Fremdsprachenkenntnisse in Deutsch und
C._
isch verfüge
(
Urk.
7/16
Ziff.
5.3
).
Selbst wenn diese Sprachkenntnisse eher
Basischarakter haben
sollten
,
konnte vom Beschwerdeführer ohne weiteres erwartet werden, dass er während der
Untersu
chung dem Gutachter auf Deutsch
–
oder
alternativ
dem Dolmet
scher auf
C._
isch
–
zu verstehen gibt, dass die Übersetzung nicht ausreichend
sei
.
Im Übri
gen wurden im Bericht der Ärzte des
D._
vom
1
3.
Mai 2011 sogar gute Deutschkenntnisse angegeben.
Dass
sich
der Beschwerdeführer dennoch
wäh
rend der
Exploration nicht
zu
allfällig
en Übersetzungsproblemen
äusserte
und erst im Nachhinein das Gutachten aufgrund mangelhafter Übersetzung kri
ti
sierte, vermag nicht zu überzeugen.
Im Übrigen
ist auch nicht ersichtlich
, dass der Beschwerdeführer bei
den
Untersuchungen
im
D._
einen
B._
isch sprachi
gen Dolmetscher zur Verfügung gehabt hätte
, z
umal
die behandelnden Ärzte des
D._
–
Dr.
K._
,
Dr.
L._
und
Dr.
M._
–
gemäss Ärzteverzeichnis der FMH (
www.doctorfmh.ch
) weder
C._
isch noch
B._
isch sprechen.
In Bezug auf die übrigen Kritikpunkte kann auf die ausführlichen und überzeu
genden Stellungnahmen der Ärzte der MEDAS
A._
verwiesen werden.
5.5
Zusammenfassend ist folglich auf das Gutachten der MEDAS
A._
vom Mai 2011 abzustellen, wonach beim Beschwerdeführer in einer körperlich sehr leichten Tätigkeit (Heben von maximal 5 kg und gelegentliches Heben und Tra
gen von Gegenständen und Werkzeugen; vorwiegend im Sitzen, mit der Mög
lichkeit die Position zu wechseln; ohne häufiges oder langes Gehen oder Stei
gen; ohne Überkopfarbeiten oder Tätigkeiten aus Zwangshaltungen) seit dem 1
7.
Mai 2008 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit besteht.
Der medizinische Sachverhalt ist als in diesem Sinne erstellt zu betrachten.
6.
Der durch die Beschwerdegegnerin vorgenommene Einkommensvergleich (
Urk.
2 S. 2
; vgl. auch
Urk.
7/47
)
ist korrekt
und wurde auch seitens des Be
schwer
deführers nicht beanstandet. Insbesondere erscheint ein Leidensabzug von
15 % angesichts der gegebenen
Einschränkungen als angemessen.
Der angefochtene Entscheid erweist sich somit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7.
Die Kosten gemäss
Art.
69
Abs.
1bis IVG sind ermessensweise auf
Fr.
1‘000.-- festzusetzen und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.