Decision ID: c79d19e9-1ce0-4632-b4f2-7adc04883789
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ war vom 5. April 1993 bis zum 31. Januar 2012 vollzeitlich als
Werkzeugmacher/Formenbauer bei der B._ AG tätig (IV-act. 3). Am 26. Juni 2012
meldete er sich bei der schweizerischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug
an. Als gesundheitliche Beeinträchtigungen nannte er Spätfolgen einer chronischen
Hepatitis C / eines Hodentumors (Semicastratio), wie „Fatigue“, totale Erschöpfung,
Burnout-Syndrom, relevante Seh- und Hörstörungen, starken Schwindel sowie weitere
in Berichten festgehaltene Symptome (IV-act. 1).
A.b In einem Frühinterventions-Gesprächsprotokoll des RAD vom 4./6. Juli 2012 mit
Dr. med. D. C._, Allgemeine Innere Medizin FMH, wurden als die Arbeitsfähigkeit
beeinträchtigende Diagnosen eine chronische Hepatitis B/C mit aktuell stark erhöhter
Viruslast (11 Mio.), eine mittelgradige depressive Episode sowie eine ausgeprägte
Fatigue im Rahmen der vorgenannten Diagnosen festgehalten. Wegen der Depression
sei der Versicherte vom 8. Februar bis 6. März 2012 in der Klinik D._ in stationärer
Behandlung gewesen (IV-act. 15; vgl. auch IV-act. 18-6 ff., Austrittsbericht der Klinik
D._ vom 22. März 2012). Die Klinik für Gastroenterologie / Hepatologie, Departement
Innere Medizin des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG), hatte im Bericht vom 23. Januar
2012 festgehalten, beim Versicherten sei eine chronische Hepatitis C vom Genotyp 1b
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bekannt. Die Infektion liege wahrscheinlich über 30 Jahre zurück. Bisher seien keine
Therapien durchgeführt worden. Der Krankheitsverlauf sei langsam progredient (IV-act.
18-3 ff.).
A.c Der regionale ärztliche Dienst (RAD) nahm am 19. September 2012 Stellung,
aktuell bestehe gemäss hausärztlicher Einschätzung bis zum Abschluss der Therapie
der Hepatitis C weder in angestammter noch in adaptierter Tätigkeit eine
Arbeitsfähigkeit und somit auch keine Eingliederungsfähigkeit (IV-act. 20). Daraufhin
teilte die IV-Stelle dem Versicherten am 20. September 2012 mit, zurzeit seien keine
beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich (IV-act. 22).
A.d Dr. med. E._, Gastroenterologie, KSSG, hielt im Arztbericht zuhanden der IV-
Stelle vom 25. März 2013 fest, bezüglich der Hepatitis C könne keine
Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20 % attestiert werden. Die bisherige Tätigkeit sei
aus medizinischer Sicht zumutbar. Konzentrationsvermögen, Auffassungsvermögen,
Anpassungsfähigkeit und Belastbarkeit seien eingeschränkt (IV-act. 27).
A.e Der Versicherte wurde im Auftrag der IV-Stelle durch die Aerztliches
Begutachtungsinstitut GmbH Basel (ABI) begutachtet (polydisziplinäres Gutachten vom
16. Dezember 2013; Untersuchungen 29./30. Oktober 2013; Allgemeine Innere Medizin,
Rheumatologie, Gastroenterologie, Psychiatrie und Psychotherapie, Neurologie). Die
Gutachter diagnostizierten mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisch
rezidivierendes Zervikalsyndrom (ICD-10: M53) sowie eine chronische Hepatitis C
(ICD-10: B18.2; IV-act. 41-22). Aus interdisziplinärer Sicht zusammenfassend befanden
sie, eine Arbeitsunfähigkeit für schwere und anhaltend mittelschwere Tätigkeiten sei zu
bestätigen. Für körperlich leichte, intermittierend mittelschwere, wechselbelastende
Tätigkeiten sowie für die jahrelang durchgeführte Arbeit bestehe eine
Leistungsfähigkeit von 80 %. Eine 20 %ige Leistungseinbusse, multifaktoriell bedingt,
mit einem etwas erhöhten Pausenbedarf, könne nachvollzogen werden. Das Pensum
könne vollschichtig umgesetzt werden. Die aktuell festgestellte Arbeitsfähigkeit könne
über die Zeit gemittelt ab Februar 2012 angenommen werden. Die geltend gemachte
Müdigkeit müsse überwiegend subjektiv eingeordnet werden. Es sei dem Versicherten
insbesondere aus psychiatrischer Sicht die Willensanstrengung zumutbar, einer
adaptierten Tätigkeit uneingeschränkt nachzugehen (IV-act. 41-23 f.).
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A.f Mit Vorbescheid vom 28. Januar 2014 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (IV-act. 46). Hiergegen liess der
Versicherte am 6. Februar/11. März 2014 Einwand erheben (IV-act. 49; IV-act. 54-1 ff.).
Er machte im Wesentlichen geltend, auf das ABI-Gutachten könne aus formellen und
materiellen Gründen nicht abgestellt werden, zumal sich sein Gesundheitszustand
erheblich verschlechtert habe. Die Gutachter hätten nicht berücksichtigt, dass er an
einer chronischen Müdigkeit und massiven Konzentrationsstörungen leide. Er habe
zuletzt einen sehr anspruchsvollen Beruf ausgeübt und ein weit überdurchschnittliches
Einkommen erzielt. Diese sehr komplexen Tätigkeiten, die ein hohes Mass an
Konzentrations- und Durchhaltevermögen sowie eine enorme Belastbarkeit verlangten,
könne er nicht mehr ausüben. Hierzu reichte er u.a. Berichte der Klinik für
Gastroenterologie/Hepatologie, KSSG, vom 22. November 2013 (IV-act. 54-17 f.), vom
14. Februar 2014 (IV-act. 54-19 f.), des Instituts für Pathologie, KSSG, vom 11.
November 2013 (IV-act. 54-16) sowie des Zentrums für Labormedizin vom 7./10.
Februar 2014 (IV-act. 54-21 ff.) ein. Weiter sei er nicht wie angekündigt durch Dr. F._,
sondern durch Dr. G._ untersucht worden, dennoch habe Dr. F._ das Gutachten
unterzeichnet. Bereits aus dem Vergleich mit dem Tabellenlohn eines Mechanikers und
unter Berücksichtigung eines Tabellenlohnabzuges von 20 % würde sich ein
Invaliditätsgrad von 55,7 % ergeben.
A.g Nach Einholung von zusätzlichen Stellungnahmen der ABI (vom 26. Mai 2014, IV-
act. 59), des RAD (vom 2. Juni 2014, IV-act. 60, und vom 23. Juli 2014, IV-act. 68) und
Einräumung des rechtlichen Gehörs (IV-act. 67) wies die IV-Stelle mit Verfügung vom
24. Juli 2014 das Leistungsbegehren ab. Die vorgebrachten Einwände begründeten
keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes. Es sei weiterhin von einer
Arbeitsfähigkeit von 80 % in angestammter und adaptierter Tätigkeit auszugehen (IV-
act. 69).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 24. Juli 2014 lässt A._ am 2. September 2014
Beschwerde erheben. Er beantragt die Aufhebung der angefochtenen Verfügung unter
Kosten- und Entschädigungsfolge, es seien weitere medizinische Untersuchungen
vorzunehmen und ein neues MEDAS-Gutachten in Auftrag zu geben. Eventualiter sei
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ihm eine halbe IV-Rente auszurichten. Er macht geltend, die erhöhte Müdigkeit und die
massiven Konzentrationsstörungen seien von den Gutachtern zu Unrecht nicht
berücksichtigt worden. Sodann habe sich sein Gesundheitszustand seit der
Begutachtung massiv verschlechtert; es sei eine erhebliche Progredienz der Leber-
Fibrose histologisch nachgewiesen und es liege eine beginnende Zirrhose vor. Dr.
G._ gehe auf die Berichte des KSSG nicht ein. Die Fragen der Beschwerdegegnerin
hätten zudem durch den begutachtenden Gastroenterologen Dr. H._ beantwortet
werden müssen. Es treffe nicht zu, dass sich Dr. I._ vorwiegend auf seine
Selbsteinschätzung gestützt habe. Hinsichtlich des Einkommensvergleichs sei von
einem Valideneinkommen von Fr. 127‘107.--, eventuell von Fr. 131‘690.--, auszugehen.
Als gelernter Mechaniker könnte er höchstens ein Einkommen von Fr. 72‘912.--
erzielen. Bei einer Leistungsfähigkeit von 80 % resultierten ein Invalideneinkommen von
Fr. 58‘330.-- und ein Invaliditätsgrad von 56 % bzw. 54 %. Somit habe er Anspruch auf
eine halbe Rente (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 22. Oktober 2014 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Dr. G._ habe in seinem Schreiben in Kenntnis des
zweiten Berichts des KSSG (IV-act. 54-13 f.) festgehalten, dass sich aufgrund dieses
Berichts keine Änderung in der Arbeitsfähigkeit beim Beschwerdeführer ergebe. Als
Internist sei Dr. G._ zu einer solchen Aussage fachärztlich kompetent. Auch der RAD
habe am 23. Juli 2014 festgehalten, das veränderte Staging der Fibrose habe keine
Auswirkung auf die zumutbare Arbeitsfähigkeit. Dr. I._ habe die
Arbeitsfähigkeitseinschätzung des Beschwerdeführers unverändert übernommen.
Zudem habe sie auch rheumatologische, neurologische und psychische Leiden
berücksichtigt, wozu sie fachärztlich nicht kompetent sei. Fachärztin med. prakt. J._
diagnostiziere einzig einen Zustand nach depressiver Episode; sie leite somit die von
ihr attestierte Arbeitsunfähigkeit aus körperlichen Leiden ab, wozu sie fachärztlich nicht
qualifiziert sei. Es sei ohne Einschränkungen auf das schlüssige ABI-Gutachten
abzustellen und von einer 80 %igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit
auszugehen. Die bisherige Tätigkeit sei nicht körperlich schwer gewesen, weshalb es
dem Beschwerdeführer zumutbar sei, weiterhin eine solche Tätigkeit im Ausmass der
Restarbeitsfähigkeit auszuüben. Es resultiere damit ein Invaliditätsgrad von 20 %,
weshalb der Beschwerdeführer keinen Rentenanspruch habe (act. G 4).
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B.c In seiner Replik vom 25. November 2014 bringt der Beschwerdeführer vor, die
auch von der Beschwerdegegnerin anerkannten formellen Mängel führten zur
Unverwertbarkeit des Gutachtens. Das Schreiben von Dr. G._ vom 26. Mai 2014
zeige, dass er zum damaligen Zeitpunkt nicht mehr neutral und objektiv gewesen sei.
Auf dieses Schreiben könne daher nicht abgestellt werden. Dr. I._ habe die
Arbeitsunfähigkeit - im Gegensatz zu den Gutachtern - in Kenntnis der Berichte des
KSSG und der Zunahme der Fibrose geschätzt und begründet. Sie habe sodann
erwähnt, dass das chronische Müdigkeitssyndrom unter Hepatitis C ein bekannter
Symptomkomplex sei. Die Berichte von Fachärztin med. prakt. J._ und Dr. I._
vermöchten das ABI-Gutachten in Zweifel zu ziehen (act. G 6).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 8).
B.e Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs an die Parteien (act. G 12) und
Stellungnahme des Beschwerdeführers (act. G 13) hat das Versicherungsgericht die
MEDAS Zentralschweiz am 28. April 2016 mit der Erstellung eines polydisziplinären
(allgemeinmedizinischen, rheumatologischen, gastroenterologischen, psychiatrischen,
neuropsychologischen und pneumologischen) Gerichtsgutachtens beauftragt (act. G
14). Die Gutachter diagnostizierten mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (1.) eine
Neurasthenie (ICD-10: F48.0), (2.) ein formal mittelschweres obstruktives
Schlafapnoesyndrom mit Lageabhängigkeit, in der Vergangenheit ohne Hinweise für
klinische Relevanz, erfolgloser CPAP-Therapieversuch 2012 bis 2013, in
Nichtrückenlage nur Grenzbefund, (3.) eine chronische körperliche und geistige
Erschöpfbarkeit unklarer Ätiologie, differenzialdiagnostisch Chronic-Fatigue-Syndrom
psychisch, (4.) eine kompensierte polyätiologische Leberzirrhose mit/bei Fibrosegrade
F3-4 nach Metavir, Stadium Child A, Status nach Hepatitis B und bei nicht
alkoholischer Steatohepatitis, (5.) einen Status nach chronischer Hepatitis C, mit/bei
Genotyp 1b, Infektion mutmasslich im Rahmen eines intravenösen Drogenkonsums in
den 1980er Jahren, prätherapeutischem Aktivitätsgrad A1, Fibrosegrad 3-4 nach
Metavir (11/2013), erfolgreicher antiviraler Therapie 01-04 2015, seither HCV-RNA
anhaltend negativ, posttherapeutischem Aktivitätsgrad A1, Fibrosegrade F 3 - 4 nach
Metavir (02/2016), sowie (6.) eine nicht alkoholische Steatohepatitis mit/bei sekundärer
Hyperferritinämie (rückläufig seit erfolgreicher HCV-Therapie), Risikofaktoren:
hyperglykämische Stoffwechsellage, Dyslipidämie. Polydisziplinär bestehe
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medizintheoretisch angestammt eine Restarbeitsfähigkeit von 35 % und in angepasster
Tätigkeit von etwa 60 % (Gutachten vom 23. Dezember 2016, act. G 16).
B.f Innert den Parteien angesetzter Frist (vgl. act. G 17) nahm der Beschwerdeführer
am 23. Januar 2017 zum Gerichtsgutachten Stellung, auf dieses könne vollumfänglich
abgestellt werden. Damit sei ein invalidisierender Gesundheitsschaden ausgewiesen.
Ausgehend von einem Invalideneinkommen von Fr. 33'169.-- gemäss
Durchschnittseinkommen Lohnstatistik (LSE) 2010 des Bundesamtes für Statistik
(BFS), Anforderungs¬niveau 4, Männer - unter Berücksichtigung der Arbeitsfähigkeit
von 60 % und eines Tabellenlohnabzuges von 10 %, und einem Valideneinkommen
von Fr. 127'107.--, resultiere ein Invaliditätsgrad von 74 %. Damit habe er Anspruch auf
eine ganze Rente (act. G 18). Die Beschwerdegegnerin liess sich nicht vernehmen.

Erwägungen
1.
1.1 Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen.
Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht
überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person
mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60%, auf eine
halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie
mindestens zu 40% invalid ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
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Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).
1.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4).
2.
2.1 Zu prüfen ist vorab, ob das Gerichtsgutachten vom 23. Dezember 2016 eine
rechtsgenügliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erlaubt.
Bezüglich Gerichtsgutachten hat die Rechtsprechung ausgeführt, das Gericht weiche
"nicht ohne zwingende Gründe" von den Einschätzungen der medizinischen Experten
ab. Auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat diesbezüglich erwogen,
der Meinung eines von einem Gericht ernannten Experten komme bei der
Beweiswürdigung vermutungsweise hohes Gewicht zu (BGE 135 V 469 f. E. 4.4 mit
Hinweisen).
2.2 Die Parteien haben weder in tatsächlicher noch in rechtlicher Hinsicht Mängel an
der gerichtsgutachterlichen Beurteilung vorgebracht. Der psychiatrische Gutachter legt
dar, der Beschwerdeführer habe in der neuropsychologischen Begutachtung in den
geprüften kognitiven Domänen durchgehend durchschnittliche bis vereinzelt
überdurchschnittliche Ergebnisse erbracht. Die zeitliche mentale Belastbarkeit sei für
eine dreieinhalbstündige Untersuchung (unterbrochen durch eine 15 minütige Pause)
gegeben gewesen. Da kognitive Leistungen von einer Vielzahl von Faktoren wie
Schmerzen, Müdigkeit, psychischer Befindlichkeit etc. abhängig seien, seien trotz
grundsätzlich unauffälliger kognitiver Leistungsfähigkeit intermittierende
Leistungsschwankungen möglich (psychiatrisches Teilgutachten, act. G 16, S. 4).
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Chronische Müdigkeit sei diagnostisch schwierig einzuordnen. Subjektiv stünden die
Ermüdbarkeit und die Schlafstörungen mit einem unerholsamen Schlaf und die
Konzentrationsstörungen im Vordergrund. Der Beschwerdeführer leide auch an
wiederholten Gelenk- und Muskelbeschwerden, jedoch nicht immer, sondern nur
intermittierend. Er habe schnell Muskelkater. Wenn er ein bis zwei Stunden etwas
intensiver mache, beispielsweise laufen, dann brauche er zwei bis drei Tage
Erholungszeit. Dies würde zur Diagnose einer Neurasthenie passen. Entsprechende
Diagnosekriterien seien erfüllt, nachdem die Depression weitgehend abgeklungen sei.
Allerdings passe die Müdigkeit auch zu einer hepatisch bedingten vermehrten
Ermüdbarkeit und zu einer Cancer Related Fatigue, auch wenn die Krebserkrankung
schon einige Zeit zurückliege. Es sei auch wiederholt ein obstruktives Schlafapnoe-
Syndrom diskutiert worden, das ebenfalls eine solche Symptomatik verursachen
könne. Am wahrscheinlichsten sei die erhöhte Erschöpfbarkeit und Müdigkeit
multifaktoriell bedingt (act. G 16, psychiatrisches Gutachten, S. 8 f.). Da sich eine
Neurasthenie und die übrigen Faktoren, die zu einer Fatigue führen könnten, wie eine
chronische Lebererkrankung und eine Cancer Related Fatigue, differenzialdiagnostisch
kaum eindeutig trennen liessen, erfolge die vorzunehmende Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit unter der Annahme, die ganze Symptomatik wäre rein psychisch
bedingt. Nachdem die Neurasthenie die einzige psychiatrische Diagnose mit
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sei, ergäbe sich unter der komplementären
Annahme, dass die ganze Symptomatik somatisch bedingt wäre, eine
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit in jeder Tätigkeit. Die Einschätzung sei aus diesem
Grunde auch mit der der somatischen Gutachter abgestimmt worden (act. G 16,
psychiatrisches Gutachten, S. 12). Die frühere Arbeit als Führungskraft,
Lehrlingsausbildner, Konstrukteur und Polymechaniker habe erhöhte Anforderungen an
die Kreativität, Flexibilität und Stressresistenz mit sich gebracht, der Beschwerdeführer
habe Führungsfunktionen gehabt und vor allem habe er sich und andere motivieren
können müssen. Aufgrund der Neurasthenie könne der Beschwerdeführer zeitlich nur
eingeschränkt arbeiten. Eine Präsenzzeit von 5 Stunden täglich (60 %) wäre zwar
möglich, aber die effektiv nutzbare Arbeitszeit wäre durch die vermehrt notwendigen,
kurzen Pausen auf etwa 55 % eingeschränkt. Die Leistungen wären aktuell um etwa
einen Drittel (35 %) eingeschränkt. Zusammengefasst könne von einer medizinisch-
theoretischen Arbeitsunfähigkeit von etwa 65 % ausgegangen werden für die bisherige
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(anspruchsvolle) Tätigkeit. In einer Verweistätigkeit, die keine besonderen
Anforderungen an die psychische Belastbarkeit stelle oder besondere Fähigkeiten
verlange, insbesondere keine Führungsfunktionen und keine geistig anspruchsvollen
Tätigkeiten umfasse, sei die Arbeitsfähigkeit weniger eingeschränkt. Zeitlich seien
aufgrund der wesentlich geringeren Anforderungen weniger Erholungszeit und weniger
Pausen notwendig, so dass eine Präsenzzeit von 6 Stunden am Tag (75 %) zumutbar
wäre. Die Leistungen wären nur etwa 20 % eingeschränkt, vor allem durch die
Konzentrations- und Antriebsstörungen, die Verlangsamung und die erhöhte Müdigkeit.
Zusammengefasst könne für eine geeignete Verweistätigkeit von einer
Arbeitsunfähigkeit von 40 % ausgegangen werden (act. G 16, psychiatrisches
Gutachten, S. 12 f.). Die Müdigkeit als Kernsymptom halte schon lange Zeit weitgehend
unverändert an trotz verschiedener, zum Teil sehr erfolgreicher Therapien. So sei die
Hepatitis C abgeheilt und der Zustand der Leber habe sich offensichtlich gebessert.
Dies habe aber kaum einen Effekt auf die Müdigkeit gehabt. Von daher sei in Bezug auf
die wahrscheinlich multifaktoriell bedingte Müdigkeit kaum noch mit einer wesentlichen
Verbesserung zu rechnen, auch wenn sie möglich sei (act. G 16, psychiatrisches
Gutachten, S. 15 f.). Dieser Beurteilung wird polydisziplinär gefolgt, während bei den
Einzeldisziplinen teils zusätzliche Adaptationskriterien genannt werden, wobei der
Aspekt der Müdigkeit ausgeklammert bleibt. Der rheumatologische Gutachter hat
festgehalten, durch die objektivierbaren Befunde am Bewegungsapparat liessen sich
keine langdauernden Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit begründen im Bereich
körperlich leichter bis mittelschwerer Tätigkeiten. Nicht zumutbar seien körperlich
schwere Tätigkeiten sowie Tätigkeiten mit ausgesprochener Zwangshaltung für die
HWS in ergonomisch ungünstigen Körperpositionen. Dies betreffe jedoch nicht
Arbeiten an einem Computer, wobei eine optimale Bildschirm-Arbeitsplatzgestaltung
wichtig sei. Innerhalb dieses Zumutbarkeitsprofils bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit
(act. G 16, rheumatologisches Gutachten, S. 9). Der gastroenterologische Gutachter ist
zum Schluss gekommen, aus hepatologischer Sicht dürfte die Arbeitsunfähigkeit in der
bisherigen Tätigkeit rein theoretisch 20 % nicht übersteigen. In einer Verweistätigkeit
bestehe theoretisch keine Arbeitsunfähigkeit. Der Gutachter merkte an, dass eine
Diskrepanz zwischen dem klinischen Eindruck bei der Befragung und der Schilderung
der massiv verringerten Belastbarkeit auffällig gewesen sei. Dies sei aber fachkundig
(psychiatrisch) zu beurteilen (act. G 16, gastroenterologisches Gutachten, S. 5). Der
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pneumologische Gutachter führt aus, das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom sei
letztlich formal zu diagnostizieren; wenn der Beschwerdeführer nicht auf dem Rücken
schlafe, sei es nicht relevant und schränke somit die Arbeitsfähigkeit nicht ein. Für die
geltend gemachte Müdigkeit konnte der Pneumologe keine Erklärung finden (act. G 16,
pneumologisches Gutachten, S. 3).
2.3 Der psychiatrische Gutachter erläutert die vorliegenden Diagnosemerkmale der
Neurasthenie umfassend und begründet die Abgrenzung zu anderen Diagnosen
nachvollziehbar, indem er ausführt, die Depression sei remittiert, eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung und eine Persönlichkeitsstörung seien nicht gegeben
(psychiatrisches Teilgutachten, act. G 16, S. 7 ff., S. 10). Die diagnostizierte
Neurasthenie gehört nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu den
pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildern (BGE 139 V 346
E. 2, mit Verweis). Das Bundesgericht hat die Vermutung, Schmerzsyndrome und
vergleichbare psychosomatische Leiden seien überwindbar, in BGE 141 V 281
aufgegeben. Das bisherige Regel-/Ausnahme-Modell wurde durch einen strukturierten,
normativen Prüfungsraster ersetzt (BGE 141 V 294 f. E. 3.5 f.). Das funktionelle
Leistungsvermögen sei anhand von Indikatoren zu beurteilen (BGE 141 V 296 f. E. 4.1
und S. 298 ff., E. 4.3). Diese betreffen einerseits den funktionellen Schweregrad einer
Gesundheitsschädigung, umfassend die Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde,
den Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz, das Vorhandensein von
Komorbiditäten (Komplex "Gesundheitsschädigung"), die Persönlichkeit
(Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen, Persönlichkeitsentwicklung und -
struktur; zit. Urteil E. 4.1.3, 4.3.2), sowie den sozialen Kontext (zit. Urteil E. 4.3.1, 4.3.3),
und andererseits die Konsistenz (zit. Urteil E. 4.3.1, 4.4). Zum Schweregrad führt der
psychiatrische Gutachter aus, es gebe keine anerkannten Kriterien für die Bestimmung
des Schweregrades bei Neurasthenie. Aus einer klinischen Sicht und im Vergleich mit
anderen von dieser Krankheit Betroffenen und unter Berücksichtigung der funktionellen
Auswirkungen schätze er den Schweregrad auf mittelgradig bis schwer ein (act. G 16,
psychiatrisches Teilgutachten, S. 9). Es liege aktuell keine psychiatrische Komorbidität
von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer vor, hingegen eine
somatische (act. G 16, psychiatrisches Teilgutachten, S. 11). Zur Persönlichkeit legt er
dar, Hinweise auf eine Persönlichkeitsstörung seien nicht zu finden gewesen (act. G 16,
psychiatrisches Gutachten, S. 10). Der Beschwerdeführer sei körperlich und seelisch
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misshandelt und abgewertet worden, was zu einem erhöhten Risiko für Neurasthenie,
Suchtleiden, Affekt-, Angst-, Somatisierungs- und Persönlichkeitsstörungen führe.
Zusätzliche Belastungen könnten zu einer manifesten Erkrankung führen (act. G 16,
psychiatrisches Gutachten, S. 5). Es gebe beim Beschwerdeführer klinisch und
anamnestisch Hinweise auf eine überdurchschnittliche Intelligenz. Die Einschränkungen
durch die wahrscheinlich multifaktoriell bedingte erhöhte Erschöpfbarkeit und
Müdigkeit hätten zu einem Knick in seiner Karriere geführt. Dieser Verlust an
Fähigkeiten sei für ihn wahrscheinlich nur schwer zu akzeptieren gewesen (act. G 16,
psychiatrisches Gutachten, S. 5 f.). Die Entwicklung sei im Zusammenhang mit einem
hohen Leistungsanspruch bei gleichzeitiger Vernachlässigung und Entwicklung eigener
Bedürfnisse zu sehen. Nach einem exzessiven Lebensstil mit Drogenproblemen sei
1987 eine Umkehr zum bürgerlichen Leben mit Heirat, Familiengründung und
Berufskarriere mit sehr hohem idealistischem und überdurchschnittlichem Engagement
erfolgt. Der Beschwerdeführer sei sehr leistungsorientiert, perfektionistisch und stolz
auf seine Leistungen, stelle aber auch hohe Anforderungen an sich selber. Durch
grosse Leistung und harte Arbeit habe er sich die Anerkennung holen können, die er
sonst kaum gefunden habe. Von seiner Leistungsfähigkeit habe auch all die Jahre sein
Selbstwertgefühl abgehangen. Er habe nie bzw. sehr spät zu lernen begonnen, Signale
seines Körpers zu beachten und auf sich selber und seine Grenzen Rücksicht zu
nehmen. Diese Konstellation erhöhe das Risiko für Somatisierungsstörungen,
Depression und Neurasthenie. Der Beschwerdeführer habe aber auch günstige
Persönlichkeitszüge und Copingmuster. Er sei dankbar für sein Leben, seine Erfolge,
die ihm gebotenen Chancen und vor allem für seine Familie. Er engagiere sich für
Menschen, die ihm wichtig seien. Er habe sich, falls notwendig, problemlos
umorientieren können und habe sich, meist autodidaktisch, mehrere zusätzliche
Fertigkeiten erworben und in verschiedenen Bereichen gearbeitet, auch als
willkommene Herausforderung und Abwechslung. Dies alles weise auf eine Fähigkeit
hin, gewohnte Denkmuster kreativ und flexibel zu verlassen, falls notwendig, und auf
eine gesunde Neugier und Offenheit für die Herausforderungen und Chancen, die das
Leben ihm biete. Er habe auch sehr breite Interessen, was aber auch dazu führen
könne, sich zu verzetteln. In seiner Geschichte falle auf, dass er sich nach Niederlagen
und Schicksalsschlägen nach einem anfänglichen Tief doch wieder aufrapple, aus der
Opferhaltung herauskomme und weiter gehe. Er werde von seiner Ehefrau unterstützt
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und getragen und geniesse sehr viel Verständnis. Es gebe auch Hinweise auf eine
Hochsensibilität. Ansonsten liessen sich in der Vorgeschichte keine persönlichen oder
familiären Risikofaktoren für ein psychisches Leiden oder schützende Ressourcen
eruieren. Zusammenfassend würden inzwischen die Risiken und Belastungen die
Ressourcen etwas überwiegen (act. G 16, psychiatrisches Gutachten, S. 6 f.). Ausser
den erwähnten Risikofaktoren und Ressourcen gebe es keine Hinweise auf
Persönlichkeitseigenschaften, welche die Umsetzung der restlichen Arbeitsfähigkeit
einschränken oder besonders fördern würden (act. G 16, psychiatrisches Gutachten, S.
10). Zur Konsistenz wird festgehalten, es gebe aktuell keine Hinweise auf eine
wesentliche Verdeutlichung, Aggravation oder Simulation. In Bezug auf die im
Vordergrund stehende Symptomatik sei die Schilderung der Beschwerden, des
Tagesablaufs, der Aktivitäten und der sozialen Kontakte kongruent mit den gestellten
Diagnosen. Der Beschwerdeführer habe sich wiederholt um eine psychiatrische
Behandlung bemüht und diese in Bezug auf seine Depression auch erfolgreich
abschliessen können. Eine Neurasthenie sei bisher nicht diskutiert worden, so dass es
bis anhin keine Indikation für eine Fortsetzung der Behandlung gegeben habe. Der
Abschluss der Behandlung nach Abklingen der Depression spreche daher nicht gegen
einen hohen Leidensdruck (psychiatrisches Teilgutachten, act. G 16, S. 11).
2.4 Das Gerichtsgutachten gelangt aufgrund umfassender Anamnese- und
Befunderhebung, unter Würdigung der für unklare Beschwerdebilder massgebenden
Indikatoren, nachvollziehbar und schlüssig zum Ergebnis, dass in der bisherigen
Tätigkeit von einer Arbeitsunfähigkeit von etwa 65 % ausgegangen werden könne; für
Verweistätigkeiten ohne besondere Anforderungen an die Belastbarkeit oder
besondere Fähigkeiten, insbesondere ohne Führungsfunktionen und ohne geistig
anspruchsvolle Tätigkeiten, ohne Führen eines Motorfahrzeuges und ohne
Konfrontation mit laufenden Maschinen und gefährlichen Situationen, sei eine
Arbeitsunfähigkeit von etwa 40 % zu schätzen (act. G 16, Hauptgutachten, S. 38;
psychiatrisches Teilgutachten, S. 13). Darauf kann aus rechtlicher Sicht umso mehr
abgestellt werden, als die Beeinträchtigungen multifaktoriell und damit nicht
ausschliesslich durch die psychiatrisch diagnostizierte Neurasthenie bzw. durch
organisch nicht erklärbare Symptome verursacht sind.
3.
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3.1 Das Gerichtsgutachten attestiert dem Beschwerdeführer seit März 2012 eine
Arbeitsfähigkeit im aktuellen Ausmass (act. G 16, Gutachten S. 39; psychiatrisches
Teilgutachten S. 13). Somit besteht bei Anmeldung am 26. Juni 2012 ein allfälliger
Rentenanspruch ab März 2013 (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG; Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG).
Massgebend für den Einkommensvergleich ist demnach das Jahr 2013 (BGE 129 V
222).
3.2 Der Beschwerdeführer verfügt über das Fähigkeitszeugnis als Mechaniker (IV-act.
3-3). Sein letztes, rund 20 Jahre dauerndes Arbeitsverhältnis wurde infolge Stilllegung
des Betriebes gekündigt. Der Beschwerdeführer verrichtete Arbeiten im Bereich 3D-
Modellierung und NC-Programmierung einschliesslich Datensicherung. Aufgrund von
überdurchschnittlichen Leistungen wurden ihm Kompetenzen in der Fertigung und der
Lehrlingsausbildung übertragen (Arbeitszeugnis vom 31. Januar 2012, IV-act. 3-1). Im
Jahr 2011 erzielte er ein etwa der langfristigen Entwicklung der Vorjahre
entsprechendes Jahreseinkommen von Fr. 127'107.-- (vgl. Auszug aus dem
Individuellen Konto [IK], IV-act. 74 und IV-act. 11-1 f.). In Anbetracht des vorliegenden
Arbeitszeugnisses erscheint plausibel, dass dieses Einkommen der Erwerbsfähigkeit
des Beschwerdeführers entspricht und er dieses im Gesundheitsfall auch an einer
anderen Arbeitsstelle erzielen könnte. Von diesem Valideneinkommen geht auch die
Beschwerdegegnerin (act. G 4 Ziff. 3). Unter Berücksichtigung der
Nominallohnentwicklung beträgt das Valideneinkommen somit Fr. 129'039.--
(Bundesamt für Statistik [BFS], Lohnentwicklung 2014, T39, Index Männer 2011: 2171,
2013: 2204).
3.3 Die Gutachter schätzen zwar für die angestammte Tätigkeit aus medizinisch-
theoretischer Sicht die Arbeitsunfähigkeit auf 55 %. Sie halten aber gleichzeitig fest,
dass aus einer praktischen Sicht trotz grosser Erfahrung und einem breiten Wissen die
bisherige Tätigkeit als Führungskraft und Lehrlingsausbildner in der Maschinenindustrie
oder als selbständiger Consultant vor allem wegen zeitlichen Limitierungen nicht mehr
zumutbar sei (Gutachten, act. G 16, S. 37). Somit kann in der angestammten Tätigkeit
nicht mehr von einer realistisch verwertbaren Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden.
Validen- und Invalideneinkommen sind nicht auf derselben Basis zu erheben, ein
Prozentvergleich ist daher nicht möglich. Gemäss psychiatrischem Teilgutachten ist
der Beschwerdeführer in seiner bisherigen Tätigkeit, ohne Führungs- und
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Ausbildungsfunktionen, zu 50 % arbeitsfähig (75 % Anwesenheit, 30 %
Leistungseinbusse, act. G 16, psych. Gutachten, S. 15). In diesem Rahmen kann er
seine Spezialkenntnisse umsetzen. Es ist daher vom Kompetenzniveau 3 (komplexe
praktische Tätigkeiten, welche ein grosses Wissen in einem Spezialgebiet umfassen)
auszugehen. Das Monatseinkommen beträgt somit Fr. 6'774.-- (Lohnstrukturerhebung
[LSE] des BFS 2012, TA1 Ziff. 24-25, Metallerzeugung; Herstellung von
Metallerzeugnissen). Unter Berücksichtigung einer betriebsüblichen Arbeitszeit von
41,4 Std./Woche (BFS, Betriebsübliche Arbeitszeit [BUA] nach Wirtschaftsabteilungen,
Ziff. 24-25, Herstellung von Metallerzeugnissen) und der Nominallohnentwicklung
(Lohnentwicklung 2014, T39, Index Männer 2012: 2188, 2013: 2204) ergibt sich ein
Jahreseinkommen von Fr. 84'748.-- (Fr. 6'774.-- : 40 x 41,4 x 12 : 2188 x 2204).
Entsprechend einer 50 %igen Arbeitsfähigkeit resultiert ein Jahreseinkommen von Fr.
42'374.--. In Einklang mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist aufgrund der
lediglich teilzeitlichen Arbeitsfähigkeit ein Tabellenlohnabzug vorzunehmen (Urteil des
Bundesgerichts vom 29. Februar 2016, 9C_808/2015, E. 3.3.2). Dieser beträgt für
Tätigkeiten des untersten Kaders bzw. ohne Kaderfunktion bei einer Anwesenheit von
über 75 % bis 89 % höchstens 5 %. Ein höherer Abzug erscheint vorliegend nicht
gerechtfertigt, zumal in der gutachterlichen Einschätzung alle Faktoren umfassend
berücksichtigt sind. Damit resultiert ein Invalideneinkommen von Fr. 40'255.-- und ein
Invaliditätsgrad von 68,8 %. Für einfachere Tätigkeiten besteht eine Arbeitsfähigkeit
von 60 % (75 % Anwesenheit, 20 % Leistungseinbusse, act. G 16, psych. Gutachten,
S. 13). Wird vom Tabellenlohn eines gelernten Mechanikers (LSE 2012, TA1, Ziff. 24-25,
Metallerzeugung; Herstellung von Metallerzeugnissen, Männer Kompetenzniveau 2)
von Fr. 5'674.-- ausgegangen, betragen das Invalideneinkommen bei einem
Tabellenlohnabzug von 5 % Fr. 40'462.-- (Fr. 5'674.--: 40 x 41,4 x 12 : 2188 x 2204 x
0,6 x 0,95) und der Invaliditätsgrad von 68,6 %. Dem Beschwerdeführer ist zuzumuten,
seine Restarbeitsfähigkeit in diesem Rahmen zu verwerten, zumal er den Beruf des
Mechanikers erlernt hat und an einer belastungsarmen Stelle nach wie vor ausüben
kann. Der Beschwerdeführer hat daher ab 1. März 2013 Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente.
4.
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4.1 In Gutheissung der Beschwerde ist die Verfügung vom 24. Juli 2014 aufzuheben
und dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. März 2013 eine Dreiviertelsrente
zuzusprechen. Zur Festsetzung und Ausrichtung der Rentenleistung ist die Sache an
die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Aufgrund der Einholung eines
Gerichtsgutachtens und des damit verbundenen Zeitaufwands erscheint eine
Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.-- in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als
angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat ausgangsgemäss die gesamte
Gerichtsgebühr von Fr 1'000.-- zu bezahlen. Der vom Beschwerdeführer geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihm zurückzuerstatten.
4.3 Die Kosten des Gerichtsgutachtens von Fr. 19'264.10 (act. G 19) hat die
Beschwerdegegnerin zu tragen (BGE 137 V 265 f. E. 4.4.2).
4.4 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei
insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen
ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Rechtsvertreter
des Beschwerdeführers hat keine Kostennote eingereicht. Im hier zu beurteilenden Fall
erscheint unter Berücksichtigung des durch die Einholung eines Gerichtsgutachtens
entstandenen Mehraufwands eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 4'500.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.