Decision ID: 45307036-1359-4407-9694-383271676ddc
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die
1961
geborene
X._
verfügt über keinen erlernten Beruf und
war von
2
1.
April
1997
bis
zur Kündigung des Arbeitsverhältnisses aus wirtschaft
lichen Gründen per
31
.
März 2017
bei der
Y._
AG,
Z._
,
in einem 80 %-Pensum
als Spinnerei
-
Mitarbeiter
i
n
angestellt
(Urk. 8/3
S. 5
f.
; Urk. 8/9 S. 3 oben
).
Seither
geht
die Versicherte
keiner Erwerbstätigkeit mehr nach
(vgl. Urk. 8/1 S. 2). Am 29. März 2019 erlitt sie einen Unfall (Dorn
en
stich
mit Infektion
am Mittelfinger der rechten Hand; vgl. Urk. 8/
7/89
)
,
wofür die Suva Taggelder und die Heilungskosten erbrachte (vgl. Urk. 3 S. 2 Ziff. A).
Unter Hinweis
auf die auf
den
Unfall vom 29. März 2019 zurückgehenden Beschwerden
am
Mittelfinger der rechten Hand meldete sich die Versicherte am 15. August 2019 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 8/3). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizi
nisc
he und erwerbliche Situation ab. Unter anderem zog sie die Akten der Suva bei (Urk. 8/7, Urk. 8/14, Urk. 8/21-2
5
und Urk. 8/4
3
). Am 2. Oktober 2019 (Urk. 8/12) teilte die IV-Stelle der
Versicherten
mit, dass aufgrund des Gesund
heitszustandes keine Einglied
erungsmassnahmen möglich seien.
Mit Verfügung vom 3. Juni 2020 (Urk. 8/23
/2-8
) sprach die Suva der Versicherten
wegen des
Unfall
s
vom 29. März 2019 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 10 % eine Invalidenrente zu. Eine dagegen erhobene Einsprache wies
sie
mit Einspracheentscheid vom
11. November 2020 (Urk. 3) ab.
Mit Vorbescheid vom
7
.
August
2020 (Urk.
8
/
30
) stellte die IV-Stelle die Abwei
sung des
Rentenbegehrens
in Aussicht mit der Begründung, dass
die berechnete Erwerbseinbusse einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 13 % entspreche
.
Nachdem die Versicherte dagegen
Einwand
erhoben hatte
(Urk.
8
/
33)
, tätigte
die IV-Stelle ergänzend
e
medizinische
Abklärungen
(Urk. 8/38; Urk. 8/43; Urk. 8/48 S. 3-5)
und
wies das
Rentenbegehren
der
Versicherten
m
it Verfügung vom 7. Mai 2021 (Urk. 2)
ab.
2.
Dagegen erhob
die
Versicherte am
8
.
Juni
2021 Beschwerde (Urk. 1) und be
an
tragte,
die Verfügung vom
7
.
Mai
2021 sei aufzuheben und es sei die Sache
zu ergänzenden medizinischen Abklärungen (polydisziplinäre Begutachtung) und anschliessendem neue
m
Entscheid über den Leistungsanspruch an die
Beschwer
degegnerin
zurückzuweisen
(S. 2).
Die
Beschwerdegegnerin
beantragte mit Beschwerdeantwort vom 14.
September
2021 (Urk.
7
) die Abweisung der Beschwerde, was
d
er
Beschwerdeführer
in
mit Verfügung vom 15.
September
2021 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk.
9
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen Einspracheentscheids eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nachfolgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
ti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine
ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog
. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erz
ielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommens
vergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothe
tischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensver
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2
, 128 V 29 E. 1
).
1.5
Sowohl das Verwaltungsverfahren wie auch der kantonale Sozialversicherungs
prozess sind vom
Untersuchungsgrundsatz
beherrscht. Danach haben Verwaltung und Sozialversicherungsgericht den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen. Diese Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende
Klarheit besteht. Führen die im Rahmen des
Untersuchungsgrundsatz
es von A
mtes wegen vorzunehmenden Abklärungen den Versicherungsträger oder das Gericht bei umfassender, sorgfältiger, objektiver und inhaltsbezogener Beweiswürdigung (BGE 132 V 393 E. 4.1) zur Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten, und es könnten weitere Beweismass
nahmen an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, so liegt im Verzicht auf die Abnahme weiterer Beweise keine
Verletzung
des Anspruchs auf
rechtliches Gehör (antizipierende Beweiswürdigung; BGE 136 I 229 E. 5.3;
mit weiteren Hinweisen). Bleiben jedoch erhebliche Zweifel an Vollständigkeit und/oder Richtigkeit der bisher getroffenen Tatsachenfeststellung bestehen, ist weiter zu ermitteln, soweit von zusätzlichen Abklärungsmassnahmen noch neue
wesentliche Erkenntnisse zu erwarten sind (Urteil des Bundesgerichts 9C_
662/2016 vom 15. März 2017 E. 2.2 mit Hinweis).
1.6
Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt
nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nach
vollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE
125 V 351 E. 3b/ee). Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässig
keit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Fest
stellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1; 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
Reine Aktengutachten sind praxisgemäss beweiskräftig, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sach
verhaltes geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil
des Bundesgerichts
8C_239/2008
vom 17. Dezember 2009
E. 7.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre rentenabweisende Verfügung vom 7. Mai
2021 (Urk. 2) damit, ihre Abklärungen hätten ergeben, dass der Beschwerde
führer
in
ihre bisherige Tätigkeit seit ihrem Unfall im März 2019 nicht mehr zumutbar sei (S. 1 unten). In einer leidensangepassten Tätigkeit bestehe jedoch eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit. Eine geeignete Tätigkeit beinhalte keine fein
motorischen Arbeiten sowie keine Gewichtsbelastungen für die rechte Hand von über 5
kg. Bei der Gegenüberstellung der Einkommen ohne (an die Nominal
lohnentwicklung angepasster Jahreslohn 2015) und mit (gestützt auf statistische Werte) gesundheitlicher Einschränkung resultiere ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 13 % (S. 2 oben). Die Stellungnahme
ihres regionalen ärztlichen Dienstes
(
RAD
)
und die vorliegenden medizinischen Unterlagen seien schlüssig, sodass kein Gutachten veranlasst werde (S. 2 unten).
2.2
Die Beschwerdeführerin
stellt
e
sich dagegen
in ihrer Beschwerde vom 8. Juni 2021 (Urk. 1)
auf den Standpunkt, dass
der Sachverhalt ungenügend abgeklärt sei respektive eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes vorliege. So habe sich die Beschwerdegegnerin bei der Beurteilung der medizinischen Sachlage in erster Linie auf die
Abklärungen
der Suva gestützt. Sie habe ausser Acht gelassen,
dass im Bereich der Invalidenversicherung - anders als im Bereich der Unfall
versicherung - auch psychische Beschwerdebilder mitversichert seien. Bezüglich
der
diagnostizierten somatoforme
n
Schmerzstörung habe es die Beschwerdegeg
nerin versäumt, eigene Abklärungen zu veranlassen
(S.
3
-
5
).
Zudem
kritisierte die Beschwerdeführer
in
den Einkommensvergleich der Beschwerdegegnerin (S. 5-7).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom
7
. M
ai
2021 zu Recht einen
Anspruch
der
Beschwerdeführer
in
auf eine Invalidenrente
verneint
hat
.
3
.
3.
1
Dr. med.
A._
, Fachärztin für Neurochirurgie,
nannte
in
ihrem
kreisärztlichen
Bericht vom
9. Dezember 2019 (Urk. 8/14/
14
-
24
)
zuhanden der Suva
folgende Diagnose (S. 7):
-
Persistierende Schmerzen im Bereich des rechten Mittelfingers und der rechten Hand sowie Bewegungseinschränkungen des Mittelfingers rechts mit/bei:
-
Status nach nekrotisierendem Weichte
i
linfekt des rechten Mittelfingers mit Epidermolyse radialseitig über dem DIP-Gelenk rechts
-
Débridement Mittelfinger rechts am 4. April 2019
-
mehrwöchige antibiotische Behandlung mit Co-Amoxicillin
-
aktuell: Verdacht auf Karpaltunnelsyndrom rechts
Dr.
A._
erklärte
, die Budapest-Kriterien für ein komplex
es
regionales Schmerzsyndrom
(CRPS)
an der rechten Hand seien aktuell nicht erfüllt (S. 8 oben).
Zu weiteren Behandlungsmassnahmen und zur Arbeitsfähigkeit werde bei Verdacht auf ein Karpaltunnelsyndrom nach der
diesbezüglichen
neurologischen Abklärung Stellung genommen.
3.
2
Dr. med.
B._
vom Kantonsspital
C._
hielt in seinem Bericht vom 7. Januar 2020 (Urk. 8/18/16-17) fest,
bei der Einzelkraftprüfung
in der ambulanten neurologischen Sprechstunde
hätten
sich abgesehen von den Auffälligkeiten am rechten Mittelfinger keine isolierten Paresen finden lassen (S. 1 unten). B
ei der elektroneurographischen Untersuchung habe sich ein leichtes sensomotorisches Karpaltunnelsyndrom recht
s
Grad 2 nach Bland nachweisen lassen (S. 2).
3.
3
Dr.
A._
berichtete
in
ihrer kreisärztlichen Beurteilung zuhanden der Suva vom 21. Februar 2020 (Urk. 8/21/48-50)
unter anderem nach Vorlage des Berichts von Dr.
B._
vom 7. Januar 2020 (E. 3.2)
, die Beschwerdeführerin könne ganztags wieder eine Tätigkeit ausführen, bei der leichte Tätigkeiten beidhändig beziehungsweise
lediglich
Gewichtsbelastung
en
bis 5 kg mit der rechten Hand
erforderlich
seien
. Einschränkungen für die linke Hand bestünden keine (S. 3 oben).
3.
4
Dr. med.
D._
, Spezialarzt FMH für Rheumatologie,
bei welchem sich die Beschwerdeführerin seit Dezember 2016 in Behandlung befand,
nannte in seinem Bericht vom
6. April 2020 (Urk. 8/20
; letzte Kontrolle: 2. Dezember 2019
)
folgende Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 2.5
):
-
Gonarthrose
beidseits
-
Status nach
Phlegmone
Mittelfinger
rechts mit Bewegungseinschränkung
Daneben nannte er
unter anderem
folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 2.6):
-
Rhizarthrose links mit RSI
-
Cervikovertebrales Syndrom mit myofaszialem S
ch
m
er
z
s
yndrom (
«
MSS
»
)
,
Schulter-Nacken
Zudem hielt Dr.
D._
fest,
die Beschwerdeführerin sei selten bei ihm in Behand
lung, einmal alle drei Monate (Ziff. 1.2).
E
r habe eine 100%ige Arbeit
sfähigkeit vom 19. März bis 30.
Juni 2019 attestiert (Ziff. 1.3)
.
Zur bestehenden Funktions
einschränkung füh
rte Dr.
D._
aus, der Faustsch
l
u
ss sei
wegen des Mittelfingers rechts
eingeschränkt (Ziff. 3.4).
Die Frage, ob eine angepasste Tätigkeit zumutbar sei, könne er nicht beantworten (Ziff. 4.2). Einer Eingliederung stehe die rechte Hand im Wege (Ziff. 4.3)
, wobei er die aktuelle Situation nicht kenne
.
Die Beschwerdeführerin werde wegen des rechten Mittelfingers im Kantonsspital
C._
behandelt (Ziff. 2.8).
3.
5
Dr. med.
E._
und Assistenzärztin
F._
vom Departement Chirurgie
des
Kantonsspitals C._
nannten
in
ihrem Bericht vom 26. Mai 2020 (Urk. 8/22/19-20) als Diagnose eine somatoforme Schmerzstörung nach ausgedehntem Weichteilinfekt Dig. III der rechten Hand vom April 201
9.
Sie führten aus, es
bestünden
nun über ein Jahr postoperativ in der Ergotherapie
keine Fortschritte
mehr
und
es l
ie
ge
kein deutlich anatomisches Substrat
vor
, weswegen von einer somatoformen Schmerz
verarbeitungsstörung
auszugehen sei
.
Die Beschwerdeführerin sei darüber informiert worden, dass sich nun ein Jahr nach der Verletzung und Operation die Situation erwartu
ngsgemäss nicht mehr ändern werde
.
Au
ch
sei die Möglichkeit einer psychologischen beziehungsweise psychiatrischen Betreuung erwähnt worden, was die Beschwerdeführerin ablehne. Weitere Termine in der hand
chirurgischen Sprechstunde seien nicht vereinbart worden.
Dr.
E._
attestierte der Beschwerdeführerin
zuhanden des Unfallversicherers
vom 30. März 2019 bis 30. Mai 2020 durchgehend eine 100%ige Arbeitsunfähig
keit (vgl. Urk. 8/22/24).
3.
6
Gestützt auf die Berichte von Dr.
A._
vom 9. Dezember 2019 (E. 3.
1
), von Dr.
B._
vom 7. Januar 2020 (E. 3.
2
)
sowie
von Dr.
E._
und Assistenzärztin
F._
vom 26. Mai 2020 (E. 3.
5
) nannte Dr. med.
G._
, Facharzt für Chirurgie, vom
RAD
in seiner Aktenbeurteilung vom 23. Juni 2020 (Urk. 8/29 S. 6 f.) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 7):
-
Somatoforme Schmerzverarbeitungsstörung bei:
-
Zustand nach Phlegmone Mittelfinger rechts mit Bewegungseinschrän
kungen bei:
-
Zustand nach nekrotisierendem Weichteilinfekt des rechten Mittel
fingers mit Epidermolyse radialseitig über dem DIP-Gelenk
-
Zustand nach Débridement (4.
April 2019)
-
Zustand nach mehrwöchiger antibiotischer Behandlung mit Co-Amoxicillin
-
Karpal
tunnelsyndrom rechts Grad II (nach Bland)
-
Gonarthrose beidseits
-
Symptomatische Rhizarthrose links mit myofaszialem Schmerzsyndrom im Thenar links
-
Cervicovertebrales und lumbales Syndrom
Dr.
G._
attestierte der Beschwerdeführerin eine seit 29. März 2019 bis auf
W
eiteres bestehende 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der Tätigkeit als Mitarbeiterin Spinnerei
.
I
n angepasster Tätigkeit
gemäss
Belastungsprofil
attestierte er
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 29. März 2019 bis 25.
Mai 2020 und ab 26. Mai 2020 bis auf Weiteres eine volle Arbeitsfähigkeit.
Er
führte zudem aus,
die Beschwerdeführerin könne
wieder
ganztags eine Tätigkeit ausführen, bei der leichte Tätigkeiten beidhändig beziehun
gsweise Gewichtsbelastung
en
bis 5
kg mit der rechten Hand erforderlich seien. Einschränkungen für die linke Hand bestünden keine. Feinmotorische Tätigkeiten beidhändig beziehungsweise mit rechts seien nur sehr eingeschränkt beziehungsweise mit erhöhtem zeitliche
m
Aufwand durchführbar wegen der Bewegungseinschränkung im rechten Mittel
finger und sollten maximal selten erforderlich sein (S. 7).
3.
7
In seinem Bericht vom 8. Dezember 2020 (Urk. 8/3
8
)
attestierte Dr.
D._
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
als Hausfrau
vom 19. März bis 30. Juni 2019, eine 50%ige vom 8. Juni bis 15. Juli 2020, eine 70%ige vom 16. Juli bis 1.
Oktober 2020, eine
100%ige vom 2. Oktober bis 30.
November 2020 und eine 70%ige vom
1. Dezember 2020 bis 31. Januar 2021 (Ziff.
1.3). Dr.
D._
erklärte, die Entwick
lung
des Gesundheitszustandes
der Beschwerdeführerin sei aktuell gegenüber dem Bericht vom 6. April 2020 (E. 3.
4
) unverändert (Ziff. 2.1). Zum Befund hielt er fest, es bestehe eine fortgeschrittene Gonarthrose mit Konturvergröberung
mit
leichte
n
Schmerzen mit Ausstrahlung in die Beine, vorwiegend
als myofasziales Schmerzsyndrom.
Er führte eine Ultraschalluntersuchung der
Hände beidseits
vom
24. November 2020
an
,
welche
eine
diskrete Arthrose
ergeben habe
,
jedoch
weder
Arthritis
noch eine
Fingerpolyarthrose (FPA; Ziff. 2.4). Er
verwies für die Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf seinen Bericht von April 2020 (Ziff. 2.5).
Zur Prognose der Arbeitsfähigkeit erklärte Dr.
D._
, die Beschwerdeführerin und
ihre
Kinder seien
davon
überzeugt, dass
sie
nicht mehr arbeiten könne. Die Schmerzen stünden im Vordergrund (Ziff. 2.6).
Dr.
D._
hielt zum weiteren Vorgehen fest, falls
dies
für die
Beschwerdegegnerin
unklar sei, werde ein Gutachten empfohlen (Ziff. 2.8).
Zu den Funktionseinschränkungen führte er aus, es bestünden Einschränkungen in der Belastbarkeit
der Lendenwir
belsäule (LWS)
, ferner sei
der
rechte Mittelfinger in der Beweglichkeit einge
schränkt (Ziff. 3.4).
Hinsichtlich Ressourcen gab er an, dass die Beschwerdefüh
rerin von ihren Kindern sehr umsorgt werde.
Die Frage
,
wie viele Stunden eine an
gepasste Tätigkeit zumutbar sei
, könne er nicht beantworten (Ziff. 4.2). Als Faktoren, welche einer Eingliederung im Wege stehen, nannte Dr.
D._
die negative Überzeugung der Beschwerdeführerin und ihre lange Absenz von der Arbeit sowie, dass ihre Kinder
auch keine
Arbeitsfähigkeit sähen (Ziff. 4.4). Im Haushalt sei sie für schwere Tätigkeiten und Greifen sowie Anpacken einge
schränkt (Ziff. 4.5).
3.
8
Nach Vorlage des Berichts von Dr.
D._
vom 8. Dezember 2020 (E. 3.
7
) führte RAD-Arzt Dr.
G._
in seiner Stellungnahme vom 3. März 2021 (Urk. 8/48 S.
3-5)
aus, beim Vergleich der Arztberichte von Dr.
D._
vom 6. April 2020 sowie vom 8. Dezember 2020 sei festzustellen, dass von Seiten des Rheuma
tologen nicht plausibilisiert werde, aus welchen Gründen keine Arbeitsfähigkeit mehr bestehe.
Im Hinblick auf die letzte Stellungnahme des RAD
(
E.
3.
6
)
sei der Einwand der Beschwerdefüh
r
erin berechtigt, dass
zwar die nicht unfallbedingten und von Dr.
D._
aufgeführten Diagnosen erwähnt
worden
, jedoch bei fehlender Beschreibung des
Ausmasses nicht
in der Beschreibung der «
funktionellen Einschränkungen
»
oder im
«
Belastung
sprofil»
berücksichtigt
worden
seien
. Insofern
müss
t
e
n
aus versicherungsmedizinischer Sicht die genannten Bereiche
angepasst werden. Als Belastungsprofil gelte: Die Beschwerdeführerin könne ganztags wieder eine Tätigkeit ausführen, bei der leichte Tätigkeiten beidhändig
auszuführen seien
beziehungsweise eine Gewichtsbelastung bis 5 kg mit der
rechten Hand erforder
ten
. Einschränkungen für die linke Hand bestünden aufgrund der Rhizarthrose in gleichem Ausmass. Feinmotorische Tätigkeiten beidhändig
seien
nur sehr eingeschränkt beziehungsweise mit erhöhtem zeit
liche
m
Aufwand durchführbar wegen der Bewegungseinschränkung im rechten Mittelfinger und sollten maximal selten erforderlich sein. Bei angepasster Arbeit wäre eine vollschichtige Tätigkeit im Rahmen einer beruflichen Aktivität zumut
bar, welche wechselbelastend, teils sitzend, teils ebenerdig gehend oder stehend ausgeführt werden könne, wobei die Sitzphase wenn möglich ca. 50 % aus
machen solle. Das sporadische Anheben und Tragen von mittelschweren Gewichten (5 kg) ohne (beidseitiges) Arbeiten in
ständiger
Armvorhalte und
ohne
Überkopfarbeiten sei ebenfalls zumutbar. Unter Berücksichtigung des genannten Belastungsprofils bestehe aus versicherungsmedizinsicher Sicht weiterhin eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit seit dem 26. Mai 2020 (S. 4 f.).
4.
4.1
Als Grundlage für
die angefochtene
Verfügung vom
7.
Mai 2021 (Urk. 2) dienten der
Beschwerdegegnerin gemäss den versic
herungsinternen Feststellungsblä
tt
ern
vom
7. August
2020 und 7. Mai 2021 (Urk. 8/29, Urk. 8/48) für die Beurteilung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin
insbesondre die
aktengestütz
ten Stellungnahmen des RAD-Arztes Dr.
G._
(E. 3.
6 und E. 3.8
). Die Beschwerdegegnerin schloss
gestützt auf diese
, dass
die
Beschwerdeführer
in seit dem Unfall im März 2019 in
einer Tätigkeit wie
der
zuletzt in der Spinnerei ausgeübten
auf Dauer arbeitsunfähig, jedoch in einer angepassten Tätigkeit unter Berücksichtigung des von Dr.
G._
formulierten Belastungsprofils
seit dem 2
6.
Mai 2020
zu 100 % arbeitsfähig
sei
(E. 2.1).
Wie die
nachfolgenden Ausführungen
z
eigen, erweist
sich diese Einschätzung - ergänzt um zwei Präzi
sierungen - als zutreffend.
4.2
4.2.1
RAD-Arzt Dr.
G._
beschrieb
in seinen Stellungnahmen vom
23. Juni 2020
und vom
3
.
März 2021 (E. 3.6
, E. 3.
8
) gestützt auf
die
ihm vorliegenden medizi
ni
schen Unterlagen
ein äusserst
detailliertes
Belastungsprofil
. Er berücksichtigte dabei alle in den vorliegenden Berichten der behandelnden Ärzte erwähnten Befunde bezüglich der Knie, der Hände und des Rückens. Die (teilweise auch nur potentiellen)
Defizite
aufgrund dieser Leiden fanden explizit Niederschlag in den von Dr.
G._
umschriebenen Funktionseinschränkungen im Rahmen des zumutbaren Belastungsprofils.
4.2.2
Im Vordergrund steh
en
die unfallbedingten Folgen an
der rechten Hand
und
die
damit verbundenen funktionellen Einschränkungen.
Diese wurden von Dr.
A._
diagnostisch als p
ersistierende Schmerzen im Bereich des rechten Mittelfingers und der rechten Hand sowie
als
Bewegungseinschrän
kungen des Mittelfingers rechts
beurteilt. Ein
CRPS
schloss
sie
aufgrund der
Budapest-Kriterien
explizit
aus (E. 3.1). Dr.
D._
nannte als Diagnose einen
Status nach Phlegmone Mittelfinger
rechts mit Bewegungseinschränkung
(E. 3.4).
Dr.
E._
und Assistenzärztin
F._
vom
Kantonsspital C._
konnten hinsichtlich der rechten Hand kein anatomisches Substrat für die demonstrierten Einschränkun
gen feststellen und
schlossen deshalb auf
das Vorliegen
einer somatoformen Schmerzstörung
, ohne dafür jedoch eine diagnostische Herleitung nach anerkannten Kriterien vorzunehmen
(E. 3.5).
Dr.
G._
fasste die
Problematik bezüglich
der rechte
n
Hand
diagnostisch
als
somatoforme Schmerzverarbeitungs
störung bei Zustand nach Phlegmone des rechten Mittelfingers mit Bewegungs
einschränkung zusammen (E. 3.6).
Wenngleich
die
genannten
Beschwerden
von den involvierten Fachpersonen
diagnostisch unterschiedlich eingeordnet werden
, herrscht bezüglich der invali
denversicherungsrechtlichen entscheidenden Frage
nach den
funktionellen Auswirkungen
, auf die es mit Blick auf die zu beurteilende Streitfrage
einzig
ankommt (vgl. BGE 144 V 245 E. 5.5.2)
,
Einigkeit
.
Dr.
A._
, welche die Einschränkungen anhand einer eingehenden Funktionsdiagnose ermittelte (vgl. Urk. 8/
14/14-24 S. 5 f.
), sah
aufgrund der Beschwerden der rechten Hand
unter Einbezug des leichten Karpaltun
n
elsyndroms
eine
ganzt
ägige
Arbeitsfähigkeit
als gegeben an, wobei
lediglich
Tätigkeiten beidhändig beziehun
gsweise Gewichts
belastung
en
bis 5
kg
zumutbar
seien
(E. 3.3)
.
Zu den funktionellen Einschrän
kungen hielt Dr.
D._
nur fest, dass der Faustschluss wegen des rechten Mittelfingers eingeschränkt sei (E. 3.4) respektive, dass die Beweglichkeit des rechten Mittelfingers eingeschränkt sei und deswegen wohl schwere Tätigkeiten, das Greifen und Anpacken eingeschränkt seien (E. 3.7). Ausdrücklich wies er darauf
hin, dass er die Frage
nach der
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit nicht beantworten könne (E. 3.4 und E. 3.7).
Dr.
G._
erfasste
in der Folge
die auf die Beschwerden der rechten Hand zurückgehenden Einschränkun
gen
in Übereinstimmung mit den von Dr.
A._
, Dr.
B._
und Dr.
D._
genannten Defizite
n
nachvollziehbar
in einem
detaillierten
Belastungsprofil, indem er
ganztägig
unter anderem nur noch leichte Tätigkeiten beidhändig beziehungsweise eine Gewichtsbelastung bis zu 5 kg mit der rechten Hand als zumutbar erachtete, feinmotorische Tätigkeiten praktisch gänzlich ausschloss sowie das sporadische Anheben und Tragen von mittelschweren Gewichten (5 kg)
ohne beidseitiges Arbeiten in Armvorhalte und Überkopfarbeiten als zumutbar beschrieb (E. 3.8).
4.2.3
In seinem Bericht vom 6. April 2020 (E. 3.4) bezeichnete Dr.
D._
zwar die Gonarthrose als mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit, dem Bericht lassen sich aber nur Einschränkungen hinsichtlich der rechten Hand entnehmen. So beant
wortete er darin die Frage
nach
Funktionseinschränkungen lediglich mit
dem
eingeschränkten
Faust
schluss
wegen des Mittelfingers und erachtete die
Beschwerden
an
der
rechten Hand als Grund gegen eine Eingliederung. Im Bericht vom 8. Dezember 2020 (E. 3.7) hielt
Dr.
D._
fest, dass
die gesundheitliche Entwicklung
seit seinem letzten Bericht im
April unverändert
sei
. A
ls Funktions
einschränkungen hielt er
neu
die Belastbarkeit der LWS und die Beweglichkeit des Mittelfingers der rechten Hand fest
, ohne die diesbezüglichen Defizite näher zu umschreiben
. Zudem
erachtete
er schwere Tätigkeiten
sowie
das Greifen und Anpacken als eingeschränkt. Zur Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit äusserte
er sich ausdrücklich
nicht (E. 3.4 und E. 3.7).
In Übereinstimmung mit Dr.
D._
(E. 3.4 und E. 3.7)
qualifizierte
auch Dr.
G._
die Gonarthrose als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (E. 3.6).
Er
berücksichtigte
im Rahmen des Belastungsprofils aber
nicht nur die von Dr.
D._
erfassten Einschränkungen
,
sondern führte
in
seine
m
Belastungs
profil
differenziertere
Einschränkungen auf. So
hielt
er
im Rahmen einer beruf
lichen Aktivität
nur
vollschichtige Tätigkeit
en
zumutbar, welche wechselbelas
tend, teils sitzend, teils ebenerdig gehend oder stehend ausgeführt werden könne
n
, wobei die Sitzphase wenn möglich ca. 50
%
ausmachen soll
e
(E. 3.8).
Diese Einschätzung
erscheint im Hinblick auf etwaige Einschränkungen wegen der
diagnostizierten leichten Gonarthrose beidseits nachvollziehbar
und trägt diesen zweifelsfrei genügend Rechnung
.
4.2.4
Was das
cervicovertebrale
und lumbale S
yndrom
angeht, erachtete
Dr.
D._
dieses
zunächst
als ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit, wie er dies explizit in seinem Bericht vom 6. April 2020 festhielt (E. 3.4)
. Im seinem Bericht vom 8. Dezember 2020 führte er dann zwar die Belastbarkeit der LWS
als bestehende Funktionseinschränkung auf.
Auf die Frage, welche Faktoren
einer Eingliederung im Wege
stünden
,
nannte
er aber keinerlei
körperliche Einschrän
kungen, sondern
erwähnte lediglich
die Überzeugung der Beschwerdeführerin und
dere
r
Kinder, dass keine A
rbeitsfähigkeit besteh
e
.
Trotz dieser Diskrepanz
erfasste
Dr.
G._
auch
das
cervicovertebrale und lumbale Syndrom
als mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit und formulierte ein LWS-schonendes Belastungsprofil, indem er
Aktivität
en als
zumutbar
bezeichnete
, welche wechselbelastend, teils sitzend, teils ebenerdig gehend oder stehend ausgeführt werden können (E.
3.8).
Damit beschrieb er ein
deutlich eingeschränkteres
Belastungsprofil
,
als es sich aus den vorliegenden Berichten der Behandler
- insbesondere von Dr.
D._
-
ergibt
,
weshalb der Vorwurf, die Einschränkungen der Beschwerdeführerin nicht angemessen
berücksichtigt
zu haben, unberechtigt ist.
4.2.5
Dr.
G._
würdigte
auch die Rhizarthrose an der linken Hand als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (E. 3.6) und
hielt
im Belastungsprofil
fest, dass die linke Hand gleich wie die rechte Hand funktionell eingeschränkt sei
(E. 3.8).
Diesbezüglich kann Dr.
G._
mit Blick auf die Aktenlage
nicht gefolgt werden. So finden sich in
den Berichten
der
behandelnden Ärzte keine
Hinweise
darauf
, dass
derartige Defizite
hinsichtlich
der linken Hand bestehen. Dr.
A._
, welche auch die
linke Hand eingehend untersucht hatte
, konnte keinerlei Einschränkungen feststellen (E. 3.3). Auch der behandelnde Dr.
D._
mass der
Diagnose
der Rhizarthrose
explizit
keine
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
bei;
in seinen Berichten finden sich
keinerlei
Hinweise auf funktionelle Einschrän
kungen der linken Hand (E. 3.4 und E. 3.7).
Vielmehr
beschrieb Dr.
D._
die Arthrose
unter Berücksichtigung der bildgebenden Untersuchung
lediglich
als
diskret
.
Das von
Dr.
G._
erstellte Belastungsprofil ist deshalb insofern
anzu
passen
, als sich die Einschränkungen bezüglich Arbeiten mit den Händen lediglich aus den Funktionseinbussen
an
der rechten Hand ergeben.
Ansonsten kann nach dem Gesa
g
ten darauf abgestellt werden.
4.2.6
Ebenso nachvollziehbar wie das detaillierte, sämtliche Einschränkungen berück
sichtigende Belastungsprofil ist auch
die
Einschätzung
von
Dr. G._
, dass die Beschwerdeführerin in einer A
rbeitstätigkeit unter den genannten Bedingungen
zu 100
%
arbeitsfähig
wäre
. Einschränkungen im Rendement, welche eine Arbeitsfähigkeit von unter 100
%
nahelegen würden, sind unter Berücksichtigung sämtlicher ärztlicher Stellungnahmen und Berichte
keine
ersichtlich.
Es finden sich in den Akten auch keine abweichenden Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit, welche Zweifel an derjenigen von
Dr.
G._
begründen würden. So
wies
Dr.
D._
in seinen Berichten explizit darauf hin, dass er sich nicht zur Arbeits
fähigkeit in einer angepassten Tätigkeit äussern könne (E. 3.4 und E. 3.7).
Auch die von
Dr.
E._
vom 30. März 2019 bis 30. Mai 2020 durchgehend attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit
bezog sich einzig auf die Einschränkungen der rechten Hand
(E. 3.5).
Nicht plausibel
sind
in
der Einschätzung von
Dr.
G._
einzig
der
postulierte
Zeitraum der
volle
n
Arbeitsunfähigkeit
vom 29. März 2019 bis 25. Mai 2020 in angepasster Tätigkeit
und der Beginn der vollen Arbeits
fähigkeit am 2
6.
Mai 202
0.
Vielmehr ist aufgrund des bereits von
Dr.
A._
formulierten Belastungsprofils, welches
auf ihre Untersuchung im Dezember 2019 zurückgeht (E. 3.1 und E. 3.3)
und in der Mitberücksichtigung der unfallfremden Leiden durch
Dr.
G._
seine Ergänzung fand, spätestens ab Februar 2020 (frühestmöglicher Rentenbeginn
bei im August 201
9 erfolgter Anmeldung,
Art.
29
Abs. 1
IVG) von einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätig
keit auszugehen.
4.
3
A
us den medizinischen Unterlagen
ergeben sich keine
Hinweise, dass
weitere
funk
tionelle Einschränkungen bestehen könnten, welche von RAD-Arzt Dr.
G._
unberücksichtigt geblieben wären
. Vielmehr fanden damit - entgegen den Vorbrin
gen der Beschwerdeführerin
(Urk. 1 S. 3-5)
- in der Beurteilung durch die Beschwerdegegnerin sämtliche Beschwerden Niederschlag, sowohl die unfall
bedingten wie auch die unfallfremden.
Hinzuweisen bleibt in diesem Zusammen
hang insbesondere darauf, dass sich entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin keine weiteren Abklärungen bezüglich allfälliger psychischer Beschwerden aufdrängen. Unter Berücksichtigung der gesamten Aktenlage sind keine psychiat
rischen Erkrankungen diagnostiziert oder Befunde erhoben worden, die
auf eine
psychische Störung hinweisen würden. Der Hausarzt der Beschwerdeführerin,
Dr.
H._
(Urk. 8/18
Ziff.
2.5),
Dr.
D._
und die behandelnden
Kantonsspital C._
-Ärzte
führten in ihren Diagnoselisten
zwar
«Depression», «somatoforme Schmerzstörung» und
einen
«
Verdacht auf eine Anpassungsstörung
» an. Im Kontext ihrer Berichte erweisen sich diese Diagnosen aber als Umschreibung der Schwierigkeiten der Beschwerdeführerin, einen adäquaten Umgang mit den Defiziten
an
ihrer rechten Hand zu finden.
Mit der in den ärztlichen Berichten beschriebenen mangelnden Eigenaktivität, dem chronifizierten Leiden, der Gesamtsituation mit Verlust der Arbeitsstelle und
de
n
geringen Arbeitsmarktkompetenzen bestehen zweifelsohne belastende psychosoziale Faktoren, welche das B
eschwerdebild mitbestimmen.
Eine Überweisung zur psychiatrischen B
ehandlung,
eine Diagnoseerhebung nach ICD-10
oder eine psychopharmazeutische Medikation
hat
jedoch
nie stattgefunden, so dass keine Anhaltspunkte für eine
von dieser Belastungssituation unterscheidbare, eigenständige und damit
invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Störung
vorliegen, weshalb die
diesbezüglich
beantragte
psychiatrische
Abklärung in antizipierter Beweiswürdigung unterbleiben kann (
BGE 122 V 157 E. 1d)
.
Zusammengefasst erweist sich somit d
er medizinische Sachverhalt als genügend abgeklärt, weshalb - entgegen dem Antrag der Beschwerdeführerin -
auch
keine polydisziplinäre Begutachtung erforderlich ist.
4.4
D
emnach
ist
davon auszugehen, dass der Beschwerdeführerin angepasste Tätigkei
ten gemäss dem von RAD-Arzt Dr.
G._
formulierten
und vorstehend präzisier
ten
(E. 4.2.5)
Belastungsprofil
spätestens seit der für einen Rentenanspruch relevanten Zeit ab Februar 2020
zu 100 %
zumutbar sind.
Eine gänzliche Unver
wertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit
liegt
bei dem festgestellten Belastungsprofil nicht vor.
Im Folgenden sind
daher
im Hinblick auf einen möglichen Renten
anspruch
die
wirtschaftliche
n
Auswirkungen
der gesundheitsbedingten Einschrän
kungen
zu prüfen.
5.
5.1
Die Beschwerdeführerin war vor Eintritt der Beschwerden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit arbeitslos (vgl. Ziff. 1 Sachverhalt)
, weshalb
das Validenein
kommen praxisgemäss mittels statistischer Werte
(Urteil des Bu
ndesgerichts 8C_551/2017 vom 2. August 2018 E. 5)
und zwar gestützt auf die Tabelle TA1 (
Lohnstrukturerhebung 2018 [TA1_tirage_skill_level Total, Frauen, Kompetenz
niveau 1
) der
vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE)
zu bestimmen
ist
und nicht wie in der angefochtenen Verfügung
auf der Basis des Lohnes der Beschwerdeführerin bei ihrer letzten
Arbeitgeberin
(vgl. Ur
k.
2 S.
2 oben und
Urk.
8/28 S.
1)
.
5.
2
Was das Invalideneinkommen angeht,
ist dieses rechtsprechungsgemäss
anhand der
Monatslöhne
gemäss LSE-Tabelle TA1, Zeile «
Total Privater Sektor
»
,
zu ermitteln
.
Demnach ist - wie bereits für das Valid
en
einkommen (vgl. E. 5.1 vorstehend) - auch dem Invalideneinkommen die LSE-Tabelle TA1 (
Lohnstruk
turerhebung 2018 [TA1_tirage_skill_level Total, Frauen, Kompetenzniveau 1
) zu Grunde zu legen
.
5.
3
Nachdem das
Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom gleichen Tabellenlohn zu berechnen
sind
(E. 5.1-5.2 vorstehend)
, erübrigt sich deren
genaue
Ermittlung
.
Diesfalls entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähig
keit unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn. Dies stellt keinen «Prozentvergleich» dar, sondern eine rein rechnerische Vereinfachung (Urteil des Bundesgerichts 8C_148/2017 vom 1
9.
Juni 2017 E. 4 unter Hinweis auf Urteil 9C_675/2016 vom 1
8.
April 2017 E. 3.2.1
).
Bei einer 100%igen Arbeitsfähig
keit in angepasster Tätigkeit unter Berücksichtigung des
zumutbaren
Belastungs
profils
resultiert
,
selbst
wenn
der
maximale leidensbedingte Abzug von 25 %
(BGE
126 V 75)
gewährt würde,
ein rentenausschliessender I
nvaliditätsgrad von unter 40 %.
Damit
hat die Beschwerdegegnerin zu Recht von
der
Ausrichtung einer
Invalidenrente
abgesehen.
Die Beschwerde ist demnach abzuweisen.
6
.
Ausgangsgemäss geh
en die Verfahrenskosten von Fr.
800.-- zulasten
der
u
nter
liegenden
Beschwerdeführerin
(
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).