Decision ID: f3bd2e38-ef0a-4f51-ba8b-aefb65649711
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1963 geborene
X._
arbeitet a
ls Kundenbetreuerin bei der
Z._
und war über die Arbeitgeberin bei der AXA Versicherungen AG
(nachfolgend AXA)
gegen die Folgen von Unfällen
obligatorisch
versichert, als sie am 2
2.
Oktober 2017 beim Heruntersteigen einer Treppe die unterste Stufe übersah und stürzte (vgl. Unfallmeldung vom 3
0.
Oktober 2017,
Urk.
9/A1). Bei notfallmässiger Selbstzuweisung ins Spital
A._
vom selben Tag wurden ein
Supinationstrauma
des oberen Sprunggelenks (OSG) links und eine Kontusion de
s rechten Knies diagnostiziert
(
Urk.
9/M2). E
in MRI vom
1.
November 2017 liess strukturelle V
erletzungen im Bereich des OSG
(vgl.
Urk.
9/M3)
und ein
MRI des rechten Kniegelenks vom
5.
Dezember 2017 insbesondere eine mässige
retropa
telläre
Chondropathie mit tiefen Knorpeldefekten erkennen (
Urk.
9/M10).
Gestützt auf eine Stellungnahme ihres beratenden Arztes,
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Chirurgie und Intensivmedizin,
vom
2
3.
Januar 2019
(
Urk.
9/M13)
teilte die AXA der Versicherten am 3
0.
Januar 2019 mit, dass seit
7.
Dezember 2017 kein Anspruch auf Leistungen für das rechte Kniegelenk mehr bestehe (
Urk.
9/A16).
Nach
Eingang mehrerer Berichte
von
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Chi
rurgie, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
Klinik D._
(
Urk.
9/M14-17)
,
holte die AXA eine
weitere
Stellungnahme
von
Dr.
B._
vom
7.
August 2019 ein (
Urk.
9/M18) und hielt mit Verfügung vom 1
6.
August 2019 an der Leistungseinstellung das rechte Kniegelenk betref
fend per
7.
Dezember 2017 fest (
Urk.
9/A30). Die Einsprache der Versicherten vom 1
7.
September 2019 (
Urk.
9/A31) wies die AXA mit Entscheid vom 2
7.
Dezember 2019 ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 2
2.
Januar 2020 Beschwerde und beantragte, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben un
d die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die
gesetzlichen Leistungen aus dem Unfallereignis vom 2
2. Oktober
2017 zu
erbringen
; eventualiter sei ein ärztliches Gutachten zur Frage des Ein
tritts des Status quo sine einzuholen (
Urk.
1 S. 2).
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Eingabe vom 1
6.
April 2020 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
8), wovon der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 2
1.
April 2020 Kenntnis gegeben wurde (
Urk.
10).
Auf
die Vorbringen
der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit für die Entscheidfindung erforderlich, nachfolgend eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversic
herung (UVV) in Kraft getreten.
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
2
2.
Oktober 2017 ereignet und damit
bereits
unter Geltung
der revidierten Bestimmungen.
1.2
Im angefochtenen Entscheid
richtig wiedergegeben
sind
das Erfordernis
zu dem für die Leistungspflicht eines Unfallversicherers vorausgesetzten
natürlichen
Kausalzusammenhang
zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Scha
den im Allgemeinen (BGE
129 V 177 E. 3.1 und 3.2
) sowie die
rechtlichen Grund
lagen
zum Dahinfallen der Leistungspflicht bei Erreichen des Status quo sine
vel
ante
und der
Beweislast für das Fehlen jeglicher ursächlicher Auswirkungen des Unfalles (RKUV 1992 Nr. U 142 E. 4b mit Hinweisen; vgl. auch: RKUV 1994 Nr.
U 206 E. 3b)
. Gleiches gilt für die
ebenfalls richtig angeführten
beweisrecht
-
lichen
Anforderungen an einen ärztlichen Bericht im Allgemei
nen (BGE 134
V
231
E.
5.1; 125 V 351 E. 3a
) und
zur grundsätzlichen Beweiseignung
von
Berichten ver
sicherungsinterner Ärzte im Besonde
ren (BGE
125 V 351 E. 5b/ee
). Darauf wird verwiesen.
1.3
Zu ergänzen ist, dass Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachperso
nen
zwar
stets Beweiswert zuerkannt wurde, hinsichtlich ihrer Beweiskraft jedoch strenge Anforderungen zu stellen sind. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststel
lungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (
BGE 135 V 465
E. 4.4
).
Sodann
kann praxisgemäss auf Aktenberichte abgestellt werden, wenn ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beur
teilung eines an sich feststehenden
medizinischen Sachverhalts geht,
mithin die direkte fachärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil
e des Bundesgerichts
9C_323/2009 vom 1
4.
Juli 2009 E. 4.3.1, in: SVR 2009 IV Nr. 56 S. 174; 9C_22
3/2014 vom
4.
Juni 2014 E. 6.1,
9C_462/2014 vom 1
6.
September 2014 E. 3.2.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Leistungseinstellung das rechte Knie betreffend
damit, dass diesbezüglich ein lückenloser Befund vorliege und gestützt auf die nachvollziehbar begründete Beurteilung von
Dr.
B._
er
stellt sei, dass die im MRI vom
5.
Dezember 2017 beschriebenen
, im Vergleich zu 2013
deutlich
schwereren Veränderungen degenerativer Natur seien. Der Treppensturz vom 2
2.
Oktober 2017 sei lediglich für eine vorübergehende Verschlechterung d
er Beschwerden
und zwar für höchstens sechs Wochen
verantwortlich
, hätte sich die primäre Arthrose im rechten Knie doch auch ohne Unfallereignis weiter ver
schlechtert. Der Nachweis eine
s
über den
7.
Dezember 2017 hinausdauernden kausalen Zusammenhangs zwische
n dem bestehenden Gesundheitsschaden am rechten Knie und dem versicherten Ereignis könne nicht erbracht werden; eine Teilursächlichkeit entfalle ab diesem Zeitpunkt (
Urk.
2 S. 3 ff.).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellt sich
dagegen
zusammengefasst
auf den Stand
punkt, dass der Beweis für den Wegfall der Kausalität nicht erbracht sei, wider
sprächen sich die involvierten Ärzte doch diametral. So erachte
Dr.
C._
den Status quo sine als noch nicht erreicht und den Unfall als ursächlich für die bestehende aktivierte
Femoropatellararthrose
. Seine
differenzierten Einwände würden
zumindest Zweifel an der Beurteilung des beratenden Arztes
wecken
, weshalb auf
die
Einschätzung
des letzteren
nicht ohne Weiterungen abgestellt werden könne (
Urk.
1 S. 4 f.).
2.3
Streitig ist die mit dem angefochtenen Entscheid bestätigte Leistungseinstellung in Bezug auf den Gesundheitsschaden am rechten Knie zufolge Wegfalls des natürlichen Kausalzusamm
enhangs per
7.
Dezember 201
7.
Nicht Gegenstand
des angefochtenen Entscheids
bildet dagegen die von der Beschwerdegegnerin nicht in Frage gestellte weiterdauernde Leistungspflicht im Zusammenhang mit
den Unfallfolgen
im Bereich
des linken
OSG
, weshalb sich sowohl die folgende Dar
legung der medizinischen Aktenlage (E. 3) als auch deren Würdigung (E. 4
), soweit möglich,
auf das rechte Knie
beschränken
.
3.
3.1
Gemäss Anamnese im Bericht des Spitals
A._
zur notfallmässigen Behandlung vom Unfalltag
konnte
die Beschwerdeführerin den linken Fuss nach dem Trep
pensturz nicht meh
r belasten
. Der Befund das
kontusionierte
rechte Knie
betref
fend
lautete auf einen leichten Erguss, eine leichte
Druckdolenz
und Schwellung über dem medialen
Patellarand
der proximalen Tibia medial.
Druckdolenzen
über dem medialen Gelenkspalt wurden
dagegen
verneint, der Kniestreckapparat sei intakt und die Knieflexion sowie der
Valgus
-
und
Varusstress
(
test
) schmerzfrei. Die Bildgebung des linken Knies (recte wohl: rechten) habe keine ossären Läsio
nen gezeigt; empfohlen wurde diesbezüglich
einzig
eine symptomatische Thera
pie (
Urk.
9/M2).
Am 2
7.
Oktober 2017 zeigten
sich im Bere
ich des rechten Knies
noch
ein
Hämatom und eine Schwellung
anteromedial
sowie eine
Druckdolenz
im Bereich des medialen
Pa
tellarandes
, jedoch kein Gelenk
erguss mehr. Ein
e
Krepitation oder Stufe sei nicht
palpierbar
gewesen, die Beweglichkeit uneinge
schränkt, der Schubladen- und Steinmanntest negativ (
Urk.
9/M4).
3.2
Anlässlich einer klinischen Kontrolle im Spital
A._
vom
3.
November 2017 habe die Beschwerdeführerin noch über leichte Schmerzen im rechten Knie
geklagt
. Der Befund
im Bericht vom selben Tag
lautete auf ei
n Hämatom
prätibial
medialseits
und
eine leichte
Druckdolenz
über dem lateralen Gelenkspalt. Der mediale Gelenkspalt wurde als frei
befundet
, die
Zohlenzeichen
und der Lach
mann-Test seien negativ ausgefallen, das Knie sei frei beweglich und die Flexion sowie die Extension
seien
unauffällig (
Urk.
9/M3).
Am 1
7.
November 2017 habe die Beschwerdeführerin berichtet, dass sie noc
h Schmerzen im rechten Knie ver
spüre
. Ausser einer
Druckdolenz
am
Tibiaplateau
medial und am
Fibulaköpfchen
lateral fiel der Befund gänzlich unauffällig aus (
Urk.
9/M5).
3.3
Ein am
5.
Dezember 2017 durchgeführ
t
es MRI des rechten Kniegelenks in der Praxis für Radiologie,
Klinik E._
, liess eine mässige
retropatelläre
Chond
ropa
th
ie mit tiefen Knorpeldefekten zentral
retropatellär
und lateral erkennen. Die Veränderung
en seien im
Patellaunterrand
ak
zentuiert. Daneben
lägen
wenig Gelenkerguss und ein leichter Reizzustand am
Aufhängeapparat
des
Innenmenis
kushinterhorn
s
und der Kapsel
mediodorsal
sowie eine kleine
Baker
z
yste
vor.
Ein
relevanter Meniskus- oder K
norpelschaden
femorotibial
war
gemäss Beurteilung von
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für Radiologie, nicht erkennbar. Auch seien die Kreuz- und Kollateralbänder intakt
und keine weiteren relevanten strukturel
len Destruktionen erkennbar
. Zum Vergleich seien Voraufnahmen vom März 2013 vorgelegen; damals hätten sich eine geringe
Degeneration im
Innenmenis
kush
interhorn
und eine mässige
Femoropatellararthrose
gezeigt. Die nunmehr festgestellten Veränderungen seien im Vergleich dazu progredient
(
Urk.
9/M10).
3.4
Am 1
4.
August 2018 suchte
die Beschwerdeführerin
Dr.
C._
auf, welcher an
a
mnestisch eine Traumatisierung des vorgeschädigten rechten Kniegelenks bei bekannter mittelstarker
femoropatellarer
Gonarthrose notierte. Aktuell würden im Bereich des rechten Kniegelenks
anteromedial
einschiessende Schmerzen mit Pseudo-
giving
-
way
-Symptomen persistieren, welche sogar beim Gehen auf ebe
nem Gelände aufträten, weshalb die Beschwerdeführerin mehrfach fast gestü
rzt wäre. Klassische
Giving
-
way
-
Symptome fehlten dagegen
(
Urk.
9/M11)
.
Die von ihm bei einem Verdacht auf eine mediale Meniskusläsion veranlasste neuerliche MRI-Untersuchung in der Klinik
G._
führte gemä
ss Bericht vom
6.
Sep
tember 2018
zum Ausschluss dislozierter Meniskusläsionen; bestätigt wurden dagegen die schweren, bis auf den Knochen reichenden
retropatellären
Knorpel
schäden mit assoziierte
n
Signalalterationen des Knochenmarks und eine kleinste
Bakerzyste
. Eine Signalalteration des Knochenmarks im Sinn
einer frischen trau
matischen ossären Läsion sei in der
STIR-Sequenz ausgeschlossen
worden
(
Urk.
9/M12).
3.5
Dr.
B._
stellte sich in seiner Stellungnahme vom 2
3.
Januar 2019 auf den Standpunkt, dass das Ereignis vom 2
2.
Oktober 2017 überwiegend wahrschein
lich zu einer vorübergehenden Verschlimmerung des degenerativen Vorzustandes geführt habe. Angesicht
s
der praktisch normalen Untersuchungsbefunde im S
p
i
tal
A._
am 1
7.
November 2017 sei der Status quo sine sechs Wochen nach dem versicherten Ereignis erreicht gewesen (
Urk.
9/M13).
3.6
Mit Bericht vom 2
6.
Fe
bruar 2019 erklärte
Dr.
C._
, dass der Treppensturz vom 2
2.
Oktober 2017 die Beschwerden, welche zu Konsultation
en
in seiner Sprechstunde am 1
4.
August und 2
8.
September 2018 geführt hätten, verursacht
habe
, womit der Kausalzusammenhang sowohl das linke OSG als auch das rechte Kniegelenk betreffend gegeben sei. Hiervon sei korrekterweise
denn
auch
der beratende Arzt der Be
schwerdegegnerin ausgegangen. Vorbestehend
seien im Bereich des rechten Kniegelenks eine Arthrose
femoropatellar
mit Knorpelscha
den hinter d
er Kniescheibe und degenerative
Veränderungen des Innenmeniskus. Korrekterweise
sei
der Vertrauensarzt davon ausgegangen, dass der Treppensturz von Oktober 2017 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit lediglich zu einer vorübergehenden Verschlimmerung geführt habe und der Status quo sine sechs Wochen nach dem Sturz
vorgelegen sei, wobei
Dr.
C._
davon ausging, der Status quo sine bezeichne den Zustand, wie er vor dem Unfall vorgelegen habe
. Da die Beschwerdeführerin ihm nunmehr mitgeteilt habe, seit dem Treppensturz sei der Status quo sine nie mehr erreicht worden, könne sie doch deutlich weniger Sport treiben und habe Beschwerden, die vor dem Ereignis nicht vorgelegen hät
te
n
, erachte er eine erneute Beurteilung und
Reevalu
at
ion
des Entscheides des Vertrauensarztes der Beschwerdegegnerin als notwendig
(Beilage zu
Urk.
9/M15).
Ein Vergleich der MRI-Bilder vom 2
7.
März 2013 mit denjenigen von Dezember 2017
, September 2018
und
neu erstellten Bildern von
März 2019
führte
Dr.
C._
am
2.
April 2019
zum Schluss
, dass die Bilder aus den Jahren 2017, 2018 und 2019 eine grössere Knorpelzer
s
törung
retropatellär
und ein grösseres Kno
chenmarksödem zeigen würden als diejenigen aus dem Jahr 201
3.
Damit könne davon ausgegangen werden, dass der Treppensturz vom 2
2.
Oktober 2017 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ursächlich sei für die aktivierte
Femoropatel
lar-Arthrose
(
Urk.
9/M15).
3.7
Dr.
B._
stellte sich am
7. August 2019 auf den Standpunkt,
der Umstand, dass am 2
7.
März 2013 ein MRI des rechten Kniegelenks erstell
t worden sei, lasse
darauf schliessen
, dass bereits Anfang 2013 Probleme mit diesem Gelenk vorge
legen hätten. Die Untersuchung von 2013 habe denn auch eindeutige, wenn auch geringe Degenerationen des
Innenmeniskushinterhorns
sowie eine mässige
Femoropatellar
-Arthrose gezeigt. Ob anschliessend zur MRI-Untersuchung eine Behandlung stattgefunden habe,
gehe aus den A
kten nicht hervor. Jedenfalls s
e
i
aber d
avon auszugehen, dass sich die
Arthrose im Laufe der Zeit verschlechtert habe. Ob der Verlauf zwischen März 2013 und Dezember 2017 mit mehr oder weniger Beschwerden verbunden gewesen sei, lass
e
sich heute nicht mehr evalu
ieren. Sicher sei aber, dass die im MRI vom
5.
Dezember 2017 beschriebenen,
deutlich schwereren Veränderungen nicht frischen posttraumatischen Läsionen entsprächen, sondern degenerativer Natur und jedenfalls nicht in den sechs Wochen seit dem Treppensturz entstanden sei
en
. Diese Verschlechterung habe sich in den fünf Jahren seit der Erstdiagnose langsam eingestellt. Der Treppen
sturz sei verantwortlich für eine vorübergehende Verschlechterung der Beschwer
den bis zu dem Zeitpunkt, in welchem die Intensität der Beschwerden wieder gleich gross gewesen sei, wie sie im Verlauf der
zu
erwartenden natürlichen Ver
schlechterung der Beschwerden auch ohne Treppensturz gewesen wäre (Status quo sine). Der von der Beschwerdeführerin erhoffte Zustand, wie er vor dem Trep
pensturz vo
rgelegen habe (Status quo ante),
könne nicht mehr erreicht werden, da sich die primäre Arthrose auch ohne Unfall weiter verschlechtert hätte. Ent
sprechend halte er daran fest, dass der Status quo
sine
am
7.
Dezember 2017 erreicht worden sei (
Urk.
9/M18).
4.
4.1
Unbestritten und durch die medizinischen Akten erstellt ist, dass die Beschwer
deführerin im rechten Kniegelenk einen Vorzustand
aufwies
, wobei dieser im MRI vom 2
7.
März 2013 in Form
einer
mässiggradigen
Femoropatell
ar
-A
rthrose mit
retropatellär
betonter Chondropathie und einem kleinen fokalen Knorpeldefekt im mittleren zentralen Drittel mit sehr diskreter
subchondraler
Reaktionszone
zu Tage trat
(
vgl.
Urk.
9/M15). Die M
RI-Untersuchung
vom 2
7.
März 2013
erfolgte gemäss einer E-Mail des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin an die Beschwerdegegnerin vom
3.
Juni 2019 aufgrund eines
(nicht bei der Beschwer
degegnerin versicherten
, vgl.
Urk.
9/A29
)
Unfalls vom 2
1.
Februar 2010, wobei die Behandlung am 2
8.
Oktobe
r 2014 abgeschlossen gewesen
und die Beschwer
deführerin bis zum Treppensturz vom 2
2.
Oktober 2017 wegen des rechten Knie
gelenks nicht mehr in Behandlung gestanden sei (
Urk.
9/A25 S. 2).
4.2
Die Würdigung der medizinischen Aktenlage
führt sodann zum Schluss
, dass der versicherte Unfall vom 2
2.
Oktober 2017 keine strukturelle Verletzung nach sich zog, konnten doch in den am Unfalltag erstellten Röntgenaufnahmen
ossäre
Läsionen ausgeschlossen werden (E. 3.1) und liess das MRI vom
5.
Dezember 2017
wie auch spätere Aufnahmen
weder einen relevanten Meniskusschaden noch sonstige strukturelle
Läsionen
insbesondere im Bereich der Bänder erkennen.
Das im Zusammenhang mit der
retropatellären
Chondropathie mit tiefen Knorpelde
fekten erwähnte Knochenmarködem
Patellaunterpol
lateral wurde von
Dr.
F._
als reaktiv beurteilt, mithin
ebenfalls in
k
einen unfallkausalen Zusammenhang gestellt (
Urk. 9/M10, E.
3.4
).
Dass sich sowohl das
Knochenmarködem
wie auch die
retropatelläre
Chondropa
thie mit den mittlerweile tiefen, bis in den K
n
ochen reichenden Knorpeldefekten (vgl. auch E. 3.4) im Verglei
ch zum im MRI vom
2
7.
März 2013
dokumentierten Zustand
deutlich progredient zeigten, w
urde sowohl im Bericht der
E._
vom
6.
Dezember 2017 (E. 3.3) als auch von
Dr.
C._
am
2.
April 2019 (E. 3.6) festgestellt.
Hiervon ging denn auch
Dr.
B._
aus und legte damit seiner Beur
teilung dieselben bildgebende
n
Befunde wie
Dr.
C._
zugrunde,
mithin einen
feststehenden medizinischen Sachverhalt
(vgl. dazu: E. 1.3
)
. An d
er
Schlussfol
gerung
von
Dr.
B._
, wonach die im MRI vom
5.
Dezember 2017 beschriebe
nen
,
deutlich schwereren Veränderungen degenerativer Nat
ur
und nicht in den sechs Wochen na
ch dem Treppensturz vom
2
2.
Oktober 2017 eingetreten sei
en
(
Urk.
3/7), rechtfertigen sich sodann keine ernsthaften Zweifel.
Eine derart galop
pierende Entwicklung des vorbestehenden degenerativen Knieschadens erscheint n
icht
nur angesichts der typischerwei
se
stetigen und
langsamen Progredienz
degenerativer Veränderungen im Kniegelenk
(
Debrunner
, Orthopädie, Orthopädi
sche Chirurgie, Bern 2002,
4.
Auflage, S. 1069)
als äusserst unwahrscheinlich
.
Vielmehr
lässt
auch
die bis zur Leistungseinstellung eingetretene bescheidene
Beschwerdesymptomatik im Bereich des rechten Knies
nicht auf eine unfallbe
dingte richtunggebende Verschlimmerung des degenerativen Zustandes schlies
sen
: Die
Beschwerdeführerin
klagte am
3.
November 2017 lediglich noch über leichte Schmerzen im rechten Knie bei freier Kniebeweglichkeit und unauffälliger Extension und Flexion (E. 3.2) und auch am 1
7.
November 2017 gestaltete sich der Befund abgesehen von einer
Druckdolenz
am
Tibiaplateau
medial und am
Fibulaköpfchen
latera
l gänzlich unauffällig (E. 3.2), was deutlich gegen eine plötzliche, unfallbedingte Verschlechterung des degenerativen Zustandes im Kniegelenk spricht.
4.3
Dass
Dr.
B._
und mit ihm die Beschwerdegegnerin
angesichts
dieser
medizi
nischen
Aktenlage und der bis zur strittigen Leistungseinstellung bescheidenen
Befunde im Bereich des rechten Kniegelenks darauf schloss, dass das Unfallereig
nis vom 2
2.
Oktober 2017 höchstens zu einer
vorübergehenden
Aktivierung des
zuvor
möglicherweise
stummen
degenerativen Vorzustandes geführt habe, erweist sich denn auch als nachvollziehbar u
nd wird durch die Einschätzung
von
Dr.
C._
entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin
nicht in Frage gestellt
. Seiner
Beurteilung vom
2.
April 2019
, wonach aufgrund
der
nunmehr
erstellten Progredienz der Knorpelzerstörung und des Knochenmarksödems davon auszugehen sei, dass der Treppensturz überwiegend wahrscheinlich ursächlich sei für die aktivierte
Femoropatellar
-Arthrose, fehlt
es nicht nur an Klarheit und damit Nachvollziehbarke
it hins
ichtlich der Frage, ob
Dr.
C._
lediglich von einer Aktivierung der Arthrose oder von
einer durch den Unfall unmittelbar verursachten
Verschlechterung des degenerativen Zustandes aus
ging
, sondern auch an einer nachvollziehbaren Begründung
(E. 3.6).
4.4
Was die Frage nach dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante anbelangt,
gilt es zu berücksichtigen, dass der Unfallversicherer, wenn
im Anschluss an einen Unfall Beschwerden auf
treten
(die zuvor nicht besta
nden) und
davon auszugehen
ist
, dass durch den Unfall lediglich ein (zuvor stummer) degenerativer Vorzustand aktiviert, nicht aber verursacht worden ist, bis zum Erreichen des Status quo sine
vel
ante Leistungen
nur
für das unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom zu erbringen
hat
(SVR 2010 UV Nr. 31 S. 125,
Urteile des Bundesgerichts
8C_816/2009
vom 2
1.
Mai 2009
E. 4.3
,
8C_423/2012 vom 2
6.
Februar 2013 E. 5.4)
. Im Lichte dessen
legte
Dr.
B._
nachvollziehbar dar, dass sich die Arthrose im rechten Kniegelenk auch ohne Treppensturz mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit zwischenzeitlich verschlechtert hätte und entspre
chend lediglich noch ein Status quo sine erreichbar sei (E. 3.7). Dass er diesen
Zeitpunkt angesichts des erheblichen degenerativen Zustandes bei
pra
ktisch nor
malen Untersuchungsb
efunde
n
am
1
7.
November 2017
per
7.
Dezember 2017 als erreicht beurteilte (E. 3.5 und 3.7), erweist sich ebenfalls als
durch die Aktenlage erstellt und damit nachvollziehbar
begründet.
Dies gilt umso mehr, als selbst
Dr.
C._
gemäss seinem Bericht vom 2
6.
Feb
ruar 2019 bis zu seinem Untersuch vom 2
8.
September 2018 von einer
bloss
vorübergehenden Verschlimmerung des Vorzustandes von sechs Wochen
ausging
und dies unter Hinweis auf die lediglich (noch) als notwendig erachtete Physio
therapie untermauerte
(E. 3.6). Dass er diesem
Schluss die irrtümliche Annahme zugrunde legte, der Status quo sine bezeichne denjenigen Zustand, wie er vor dem
- statt
ohne
-
Unfall vorgelegen habe, ändert hieran nichts
, sondern
unter
streicht
vielmehr die Einschätzung von
Dr.
B._
, wonach im Zeitpunkt der Leis
tungseinstellung ein praktisch normaler Befund vorgelegen habe.
Auch hilft
es
der
Beschwerdeführerin nicht weiter
, wenn
Dr.
C._
im Nachgang dazu
ange
sichts der von ihr geklagten Beschwerden und Einschränkungen, welche in dieser Weise vor dem Unfall nicht vorgelegen hätten (
E. 3.6
)
,
seine ursprüngliche Beur
teilung in Zweifel zog, liess er sich dabei doch offensichtlich von der unzulässigen B
e
weismaxime «
post
hoc, ergo
propter
hoc» (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
) leiten, woraus beweisrechtlich kein natürlicher Kausalzusammenhang abzuleiten ist.
Zusammenfassend vermögen die Berichte von
Dr.
C._
keine auch nur gerin
gen Zweifel an der Schlüssigkeit und Zuverlässigkeit der versicherungsinternen Beurteilung von
Dr.
B._
zu begründen, weshalb die Beschwerdegegnerin
zu Recht auf dieselbe abstellte und auf weitere Abklärungen verzichtete.
Die Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.