Decision ID: 49090f84-dcd7-4dd6-be6b-869b138229fb
Year: 2016
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherte) war seit dem 4. August 1997 bei B._
(Arbeitsort: C._) als Floristin tätig und in dieser Eigenschaft bei der Swica
Versicherungen AG (nachfolgend: Swica) gegen die Folgen von Berufs- und
Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheiten versichert, als die Arbeitgeberin am 18.
Januar 2012 eine Berufskrankheit meldete. Die Versicherte habe seit ca. einem Jahr
Beschwerden bei der Arbeit in Form von Atemnot, einer laufenden Nase und geröteten
Augen (act. G 3.1, act. G 3.8). Laut Arztzeugnis UVG von Dr. med. D._, vom 24.
Januar 2012 hatte diesbezüglich am 25. Oktober 2011 eine Erstbehandlung
stattgefunden. Der Hausarzt diagnostizierte eine rezidivierende asthmoide Bronchitis
bei Verdacht auf berufsbedingte Blütenstauballergie (act. G 3.2). Dr. med. E._,
Fachärztin FMH Pneumologie und Innere Medizin, bestätigte nach Durchführung einer
pneumologischen und allergologischen Abklärung im Bericht vom 21. Februar 2012 die
Diagnose eines allergischen Asthma bronchiale mit/bei Nachweis einer leichten
bronchialen Hyperreagibilität, PD20 1.495mg Methacholin sowie Allergie auf Gräser,
Frühblüher, Kräuter und Mittelblüher. Weiter vermerkte sie die Diagnose einer
allergischen Rhinokonjunktivitis. Dr. E._ stellte sodann die Frage nach einem
berufsbedingten Asthma bronchiale, welches bei nachgewiesener Pollenallergie
grundsätzlich allergischer Natur sei. Sicherlich sei der Beruf als Floristin für die
Versicherte ungünstig. Sie habe ihre Arbeit innerbetrieblich wechseln können und
arbeite nun an der Kasse (act. G 3.4). Am 16. März 2012 nahm Dr. E._ zu den ihr von
der Swica am 6. März 2012 zur Prüfung eines Leistungsanspruchs der Versicherten
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gestellten Fragen Stellung (act. G 3.6 f.). Die Beschwerden seien vor allem bei der
Arbeit bzw. Exposition gegenüber Blumen und Gräsern aufgetreten, am Wochenende
und in den Ferien hingegen deutlich weniger. Eine allergische Rhinokonjunktivitis sei
schon jahrelang bekannt und damit vorbestehend. Neu habe sich ein allergisches
Asthma bronchiale manifestiert, welches sicherlich durch die berufliche Tätigkeit im
Verkauf in der Blumenabteilung verstärkt worden sei. Es sei gut vorstellbar, dass die
Versicherte durch den jahrelangen Kontakt mit Blumen und Pflanzen ein Asthma
bronchiale entwickelt habe. Unter konsequenter Inhalationstherapie und des
Arbeitsplatzwechsels intern bei B._ sei es bereits zu einer deutlichen Verbesserung
gekommen. Ein Asthma bronchiale sei jedoch eine chronische Erkrankung und bedürfe
einer regelmässigen Inhalation. Die berufliche Tätigkeit als Floristin sei bei den
vorliegenden Diagnosen ungünstig und nicht mehr zu empfehlen. In einer anderen
beruflichen Tätigkeit sei die Versicherte hingegen zu 100% arbeitsfähig (act. G 3.7).
A.b Gestützt auf eine Beurteilung ihres beratenden Arztes Dr. med. F._, FMH
Arbeitsmedizin und Allgemeinmedizin, vom 18. Mai 2012 anerkannte die Swica am 24.
Mai 2012 das allergische Asthma bronchiale der Versicherten als Berufskrankheit (act.
G 3.16 f.). Am 9. November 2012 erklärte die Schweizerische Unfallversicherung (Suva)
die Versicherte rückwirkend auf den 1. Februar 2012 als nicht geeignet für Arbeiten mit
Exposition zu Blumen und Pflanzen (act. G 3.28).
A.c Mit Schreiben vom 29. Januar 2013 stellte die Swica gegenüber der
Versicherten fest, dass ihr die Tätigkeit als Kassiererin zu 100% zumutbar sei. Die
Gegenüberstellung der Löhne als Verkäuferin bzw. Rayonleiterin und des nach Erlass
der Nichteignungsverfügung erzielten Lohnes als Kassiererin ergebe keinen Lohnausfall
von mindestens 10%, womit kein Anspruch auf ein Übergangstaggeld bestehe (act. G
3.31, vgl. auch act. G 3.8 und G 3.30). Die Swica übernahm hingegen weiterhin die
Medikamenten- und Behandlungskosten für die Berufskrankheit, d.h. das Asthma (vgl.
act. G 3.38, act. G 3.42).
A.d Mit Verfügung vom 21. Februar 2014 verneinte die Swica mangels Erwartung
einer namhaften Besserung des Gesundheitszustands der Versicherten durch die
Fortsetzung der ärztlichen Behandlung und mangels einer durch die weitere
Behandlung erzielbaren Verbesserung ihrer Arbeitsfähigkeit einen weiteren Anspruch
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auf Heilbehandlung. Zur Prüfung einer allfälligen Leistungspflicht sei nun die
Krankenversicherung zuständig (act. G 3.51).
B.
Mit Einspracheentscheid vom 30. Juni 2014 (act. G 3.56) wies die Swica die
Einsprachen der Versicherten und ihres Krankenversicherers (Sanitas
Grundversicherungen AG) vom 26. Februar bzw. 20. März 2014 (act. G 3.52, act. G
3.54) ab.
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid liess die Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführerin) durch ihren Rechtsvertreter, Rechtsanwalt Dr. iur. R. Pedergnana,
St. Gallen, am 18. August 2014 Beschwerde erheben und beantragen, die Verfügung
vom 21. Februar 2014 sei aufzuheben und die Medikamenten- und Behandlungskosten
seien weiterhin durch die Swica (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) infolge der
Berufskrankheit zu übernehmen. Eventualiter seien weitere medizinische Abklärungen
vorzunehmen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 1). Zusammen mit der
Beschwerde reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin eine Stellungnahme
von Dr. E._ vom 14. Januar 2014 sowie einen Bericht vom 15. August 2014 über
deren letzte Verlaufskontrolle bei der Versicherten vom 4. Juni 2014 ein (act. G 1.5).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 4. September 2014 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 3).
C.c Mit Schreiben vom 8. Oktober 2014 verzichtete der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin auf die Einreichung einer Replik (act. G 5).
D.
Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die Ausführungen in den
medizinischen sowie weiteren Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den

nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Erwägungen
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1.
1.1 Streitgegenstand der Beschwerde bildet die von der Beschwerdegegnerin
verneinte Frage nach dem Anspruch der Beschwerdeführerin auf Kostenvergütung
weiterer Heilbehandlung über den 21. Februar 2014 (vgl. Verfügungsdatum [act. G
3.51]) hinaus.
1.2 Die Beschwerdeführerin leidet unbestrittenermassen unter einer Berufskrankheit
im Sinne von Art. 9 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR
832.20), konkret unter einem allergischen Asthma bronchiale, das durch ihre
langjährige Tätigkeit als Floristin verursacht wurde. Soweit nichts anderes bestimmt ist,
sind Berufskrankheiten von ihrem Ausbruch an einem Berufsunfall gleichgestellt (Art. 9
Abs. 3 UVG).
1.3 Die versicherte Person hat Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der
Unfallfolgen (Art. 10 Abs. 1 UVG). Die Heilbehandlung zählt wie das in Art. 16 f. UVG
geregelte Taggeld und anders als die als Dauerleistung geltende Invalidenrente gemäss
Art. 18 ff. UVG zu den vorübergehenden Leistungen (vgl. BGE 133 V 63 ff. E. 6.6 und
6.7 mit Hinweisen). Nach Gesetz und Rechtsprechung hat der Unfallversicherer -
sofern allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen
sind - die Heilbehandlung (und das Taggeld) nur solange zu gewähren, als von der
Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des
Gesundheitszustandes erwartet werden kann. Trifft dies nicht mehr zu, ist der Fall unter
Einstellung der vorübergehenden Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs
auf eine Invalidenrente abzuschliessen (vgl. Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 137 V 201 E. 2.1,
134 V 114 E. 4.1, 133 V 64 E. 6.6.2). Nach der Festsetzung der Rente werden dem
Bezüger die Pflegeleistungen und Kostenvergütungen (Art. 10 - 13 UVG) gewährt wenn
er: an einer Berufskrankheit leidet (Art. 21 Abs. 1 lit. a); unter einem Rückfall oder an
Spätfolgen leidet und die Erwerbsfähigkeit durch medizinische Vorkehren wesentlich
verbessert oder vor wesentlicher Beeinträchtigung bewahrt werden kann (lit. b); zur
Erhaltung seiner verbleibenden Erwerbsfähigkeit dauernd der Behandlung und Pflege
bedarf (lit. c); erwerbsunfähig ist und sein Gesundheitszustand durch medizinische
Vorkehren wesentlich verbessert oder vor wesentlicher Beeinträchtigung bewahrt
werden kann (lit. d).
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2.
Zu prüfen ist zunächst, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht den Fall am 21. Februar
2014 unter Einstellung der vorübergehenden Leistung „Heilbehandlung“ im Sinne von
Art. 19 Abs. 1 UVG abgeschlossen hat.
2.1 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin bringt vor, eine Asthmatherapie
müsse über längere Dauer erfolgen, damit ein Erfolg verzeichnet werden könne. Mit
einfachen Tests (Lungenfunktion) hätte festgestellt werden können, ob im Falle der
Beschwerdeführerin weiterhin eine Besserung der Beschwerden stattfinde oder nicht.
Die Beschwerdegegnerin habe den Untersuchungsgrundsatz gemäss Art. 43 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR
820.1) verletzt. Ihr Entscheid sei lediglich aufgrund der Tatsache erfolgt, dass die
Beschwerdeführerin wieder zu 100% arbeitsfähig sei. Daraus sei der falsche Schluss
gezogen worden, dass auch ihre Asthmatherapie abgeschlossen werden könne.
2.2 Die soziale Unfallversicherung ist ihrer Konzeption nach auf die erwerbstätigen
Personen ausgerichtet. Ob durch die Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine
namhafte Besserung des Gesundheitszustandes möglich ist, bestimmt sich demnach
insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung
der Arbeitsfähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Dabei verdeutlicht die
Verwendung des Begriffs "namhaft" in Art. 19 Abs. 1 UVG, dass die durch weitere
(zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung
ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven
Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren
Massnahmen zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen
Anspruch auf deren Durchführung (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 31. Juli 2013,
8C_970/2012, E. 2.3, und vom 22. November 2010, 8C_188/2010, E. 3; Alfred Maurer,
Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 274).
2.3 Es ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin in einer ihrem Asthma
bronchiale angepassten Tätigkeit, d.h. entsprechend der Nichteignungsverfügung vom
9. November 2012 in einer Tätigkeit ohne Exposition zu Blumen und Pflanzen (act. G
3.28), zu 100% arbeitsfähig ist. Demgemäss arbeitete die Beschwerdeführerin ab
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Januar 2012 als Kassiererin im 100%-Pensum bei B._ (act. G 3.8). Im Weiteren stellte
auch die Invalidenversicherung am 30. Oktober 2012 fest, dass bei der
Beschwerdeführerin als Detailhandelsangestellte in einem anderen Bereich als im
Bereich Blumen/Pflanzen eine volle Arbeitsfähigkeit bestehe (vgl. act. G 3.27). Eine
namhafte Besserung des Gesundheitszustandes bzw. der Berufskrankheit der
Beschwerdeführerin war also schon deshalb nicht mehr zu erwarten, weil die
Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Beschäftigung bereits ab Januar 2012
nicht mehr eingeschränkt war. Die Erklärungen von Dr. E._ in ihrem Bericht vom 14.
Januar 2014 (act. G 1.5) - die Beschwerdeführerin inhaliere seit Auftreten des
berufsbedingten Asthma bronchiale regelmässig und konsequent mit
Asthmamedikamenten, unter dieser regelmässigen Inhalationstherapie habe sie eine
stabile Asthmasituation, ohne Inhalation komme es hingegen zu einer deutlichen
Verschlechterung der Asthmasituation und der lungenfunktionellen Werte, weshalb die
Beschwerdeführerin zur Erreichung einer länger erhaltenden konstanten Besserung von
der Inhalationstherapie abhängig sei - erfüllen den Tatbestand einer namhaft zu
erwartenden Besserung des Gesundheitszustandes nicht. Während der Begriff
"Besserung" für einen Fortschritt bzw. eine Entwicklung steht, ist der Begriff
"Erhaltung" durch die Konstanz eines Zustandes über die Zeit bestimmt. Den Begriffen
"Erhaltung" und "Besserung" kommt mithin nicht dieselbe Bedeutung zu. Die
Bewahrung vor einer wesentlichen Beeinträchtigung oder die Erhaltung der
verbleibenden Erwerbsfähigkeit (vgl. dazu Art. 21 Abs. 1 lit. b und c UVG) sind nicht
Inhalt von Art. 19 Abs. 1 UVG. Die Behandlungsphase strebt gerade die Stabilisierung
des Gesundheitszustandes an. Ist die Stabilisierung des Gesundheitszustandes
erreicht, erfolgt der Fallabschluss und es beginnt allenfalls die auf Dauer angelegte
Rentenphase (vgl. Maurer, a.a.O., S. 274, 372). Anzufügen ist, dass es hier nicht um
das Dahinfallen jeglichen Bedarfs an Heilbehandlung geht. Der Fallabschluss bedingt
nicht, dass eine ärztliche Behandlung nicht länger erforderlich ist. Doch bestimmt sich
der Zeitpunkt des Fallabschlusses danach, ob weitere ärztliche Behandlungen eine
namhafte Besserung erwarten lassen. Dies muss im konkreten Fall verneint werden.
2.4 Nachdem ausserdem keine Eingliederungsmassnahmen der
Invalidenversicherung zu berücksichtigen sind, deren Abschluss abzuwarten gewesen
wäre (vgl. act. G 3.27), ist zusammenfassend festzuhalten, dass sich der Fallabschluss
per 21. Februar 2014 damit als rechtens erweist und unter diesem Gesichtspunkt kein
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weiterer Anspruch der Beschwerdeführerin auf Heilbehandlung gegenüber der
Beschwerdegegnerin besteht.
3.
Weiter zu prüfen ist ein Anspruch der Beschwerdeführerin auf
Heilbehandlungsleistungen gemäss Art. 21 Abs. 1 UVG.
3.1 Die Regelung von Art. 21 Abs. 1 UVG schliesst nahtlos an diejenige von Art. 19
Abs. 1 UVG an. Die Heilbehandlung soll nach Festsetzung der Rente durch den
Unfallversicherer unter den Voraussetzungen von Art. 21 Abs. 1 lit. a - d gewährt
werden. Da die Beschwerdeführerin unzweifelhaft an einer Berufskrankheit leidet,
stünde vorliegend ein weiterer Anspruch auf Heilbehandlung gestützt auf Art. 21 Abs. 1
lit. a UVG zur Diskussion.
3.2 Nach dem Wortlaut des ersten Satzes von Art. 21 Abs. 1 UVG wird
vorausgesetzt, dass die entsprechenden Leistungen "nach der Festsetzung der Rente"
einem "Bezüger" ausgerichtet werden. Anhand eines Falles zu lit. c hat das
Bundesgericht diesen Satz ausgelegt. Die Bestimmung gemäss lit. c beziehe sich
eindeutig auf Personen, die bereits eine Rente beziehen würden, aber noch
erwerbsfähig seien, also einen Invaliditätsgrad zwischen 10% und weniger als 100%
(für vollständige Erwerbsunfähige komme lit. d des Art. 21 Abs. 1 zur Anwendung; vgl.
Maurer, a.a.O., S. 384) aufweisen würden. Diese Interpretation ergebe sich auch bei
Konsultation der französischen "Lorsque la rente a été fixée, les prestations pour soins
et remboursement de frais [Art. 10 à 13] sont accordées à son bénéficiaire dans les cas
suivants: c. lorsqu'il a besoin de manière durable d'un traitement et de soins pour
conserver sa capacité résiduelle de gain") und der italienischen (Determnata la rendita,
le prestazioni sanitarie e il rimborso delle spese [art. 10 a 13] sono accordati se il
beneficiario: c. abbisogna durevolmente di trattamento e cure per mantenere la
capacità residua di guadagno") Fassung des Gesetzes. Es sei jeweils von einer
Situation "nach der Rentenfestsetzung" die Rede. Andere Interpretationsmöglichkeiten
bestünden nicht. Zum gleichen Ergebnis führe die Konsultation von Lehre und
Rechtsprechung. Gemäss Maurer (a.a.O., S. 387) sei Art. 21 UVG nicht mehr
anwendbar, sobald eine Rente eingestellt werde, weil sie beispielsweise revisionsweise
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aufgehoben worden sei. Umso weniger bestehe der Anspruch einer versicherten
Person, der gar nie eine Rente zugesprochen worden sei, weil sie keine (oder nur eine
sehr geringe von weniger als 10%) Erwerbsunfähigkeit aufweise. Jean-Maurice
Frésard/Margit Moser Szeless (Unfallversicherungsrecht, in Schweizerisches
Bundesverwaltungsrecht [SBVR], 2. Aufl., N 211 ff. S. 910 Fn. 373 [in der 3. Aufl. nicht
mehr erwähnt]) präzisierten sogar, dass eine Rentenverfügung in Rechtskraft
erwachsen sein müsse, damit gegebenenfalls Leistungen auf Grund von Art. 21 Abs. 1
UVG beansprucht werden könnten. Vorher bestehe allenfalls ein Anspruch gemäss Art.
10 UVG (mit Hinweis auf Urteil U 252/01 des ehemaligen Eidgenössischen
Versicherungsgerichts [EVG] vom 17. Juni 2002). Bei der Beurteilung eines anders
gelagerten Sachverhaltes habe das EVG bereits mit Urteil U 368/01 vom 9. April 2002,
E. 7b/bb, ausgeführt, dass Leistungen auf Grund von Art. 21 Abs. 1 lit. c UVG nicht in
Frage kämen, da "der Versicherten bis anhin gar keine Invalidenrente ausgerichtet
werde". Ebenso habe es im Urteil U 12/04 vom 28. Juli 2004, E. 3.2, bekräftigt, ein
Anspruch auf Heilbehandlungsmassnahmen im Sinne von Art. 21 Abs. 1 lit. c UVG
stehe nicht zur Diskussion, weil dem Versicherten kein Anspruch auf eine
Invalidenrente nach UVG zustehe. Schliesslich werde in BGE 116 V 46 E. 3c
ausgeführt, die anspruchsbegründenden Tatbestände des Art. 21 Abs. 1 lit. a – c UVG
setzten voraus, dass ein Versicherter entweder an einer Berufskrankheit leide oder
noch über eine teilweise Erwerbsfähigkeit verfüge. Das Bundesgericht schliesst ab,
dass damit für eine Interpretation des Art. 21 Abs. 1 lit. c UVG, wonach eine
Leistungspflicht des Unfallversicherers für den status quo erhaltende Heilbehandlung
auch über den rentenausschliessenden Fallabschluss hinaus bestehe, kein Raum
bleibe (vgl. SVR 2012 UV Nr. 6 S. 21 E. 5 [8C_191/2011, E. 5.2]; Urteil des
Bundesgerichts vom 28. Januar 2014, 8C_616/2013, E. 3.1.1).
3.3 Im dazwischen liegenden Bereich, nämlich wenn einerseits von der Fortsetzung
der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung im Sinne von Art. 19 Abs. 1 UVG
mehr erwartet werden kann und mithin der Abschluss der vorübergehenden Leistungen
erfolgt, und andererseits die Voraussetzungen von Art. 21 Abs. 1 UVG nicht erfüllt sind,
hat der Unfallversicherer keine Heilbehandlung mehr zu übernehmen. An seine Stelle
tritt der obligatorische Krankenpflegeversicherer (BGE 134 V 115 E. 4.2; Urteil des
Bundesgerichts vom 16. September 2011, 8C_191/2011, E. 5.1; vgl. auch Urteil des
Bundesgerichts vom 11. Oktober 2011, 8C_403/2011). Da im konkreten Fall der
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Anspruch auf die vorübergehende Leistung der Heilbehandlung mit dem Fallabschluss
(Verfügung vom 21. Februar 2014 [act. G 3.51]) dahingefallen ist und mangels
Zusprechung einer Rente eine Übernahme auch nicht im Rahmen der (restriktiven)
Voraussetzungen von Art. 21 UVG in Frage kommt, hat die Beschwerdeführerin keinen
Anspruch auf Übernahme weiterer Medikamenten- und Behandlungskosten im
Zusammenhang mit dem Asthma bronchiale.
3.4 Der Argumentationsfolge des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin -
gemäss UVG gelte die Regel, dass die Behandlungskosten nach der Berentung
grundsätzlich nicht mehr übernommen würden; der Ausnahmefall bilde der
Rentenbezüger, der unter einen der in Art. 21 Abs. 1 lit. a - d UVG vorgesehenen
Tatbestände falle; versicherte Personen mit einer Berufskrankheit hätten jedoch immer
Anspruch auf (zweckmässige) Behandlung, selbst dann, wenn sie nicht berentet seien -
kann nicht gefolgt werden. Seine Feststellung, bei einem klassischen Unfallgeschehen
sei eine Behandlung solange notwendig bzw. habe die Unfallversicherung so lange für
die Behandlung aufzukommen, als kein Endzustand gegeben sei, entspricht der
Regelung in Art. 19 Abs. 1 UVG, wonach die Rente geprüft wird, wenn von der weiteren
Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr zu erwarten
ist, und gilt ebenso, wenn die versicherte Person unter einer Berufskrankheit leidet. Die
von ihm in Bezug auf Berufskrankheiten dargelegte Situation - die typische Folge einer
Berufskrankheit sei die Nichteignungsverfügung, nämlich das Verbot, den Beruf weiter
auszuüben; häufig sei man deshalb für einen anderen Beruf trotzdem geeignet; eine
dauernde Rentenleistung im Sinne von Art. 19 ff. UVG stehe gar nicht zur Debatte - ist
auch bei den Unfällen zu finden. Wie der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
selbst sagt, ist vorweg zu nehmen, dass die Berufskrankheit dem Unfall von Gesetzes
wegen gleichgestellt ist (Art. 6 Abs. 1 UVG). Wie bei einer fortdauernden
Berufskrankheit, ist auch bei fortdauernden Unfallrestfolgen im Zeitpunkt des
Fallabschlusses (bzw. der Rentenprüfung) ein Rentenanspruch zu verneinen, wenn sich
bei einer versicherten Person bei voller Arbeitsfähigkeit in einer zumutbaren Tätigkeit in
einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich (vgl. dazu Art. 6 ATSG) keine
rentenbegründende Erwerbsunfähigkeit ergibt (vgl. Art. 7 ATSG, Art. 18 UVG). Auch
eine versicherte Person mit Unfallrestfolgen, beispielsweise im Bereich des Rückens,
welche sich in der Situation befindet, in der sie weiterhin Medikamente zur
Aufrechterhaltung der gesundheitlichen Situation benötigt, erhält keine Rente, wenn sie
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in einer rückenadaptierten Tätigkeit ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen
vermag.
3.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin mangels
Erfüllens der gesetzlichen Voraussetzungen von Art. 21 Abs. 1 UVG über den Zeitpunkt
des Fallabschlusses auch keine Heilbehandlung mehr gestützt auf diese Bestimmung
zu übernehmen hat.
4.
Im Sinn der vorstehenden Erwägung ist die Beschwerde unter Bestätigung des
Einspracheentscheids vom 30. Juni 2014 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben. Ein Anspruch auf eine Parteientschädigung besteht bei diesem
Verfahrensausgang nicht.