Decision ID: 1170af2e-91ba-415b-b54f-1c2e2f718af0
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Mit Verfügung vom 24. November 2015 sprach die Sozialversicherungsanstalt de
s Kantons Zürich, IV-Stelle,
dem Versicherten eine ganze Rente a
b 1. Mai 2012 zu
,
die sie plafonierte (Urk. 10/212). M
it Verfügung vom 1
7.
Juni 2016
teilte sie ihm
mit, aufgrund der Trennung von seiner Ehefrau
per 1. Januar 2012 bestehe rückwirkend
ab
1.
Mai 2012 ein Anspruch auf eine entplafo
nierte Rente (Urk. 10/238
). In Ergänzung dazu verfügte sie am 2
9.
November 2016
die ent
sprechenden
Rentennachzahlungen. Dabei
verrechnete sie auch
eine Rückforde
rung der SUVA im Umfang von
Fr.
23‘819.-- mit
ihrem
Nachzahlungsbetrag von
Fr. 117‘020.-- (Urk. 2
).
2.
Gegen die Verfügung vom 29. November 2016 liess
X._
am 16. Januar
2016 Beschwerde erheben und beantragen, die angefochtene Ver
fü
gung sei in Bezug auf die Verrechnung von Fr. 23‘819.-- aufzuheben. Die IV-Stelle
sei anzuweisen, ihm die Invalidenrente auch im Umfang von Fr. 23‘819.-- auszuzahlen (Urk. 1 S. 2). Die IV-Stelle stellte in der Beschwerdeantwort vom 17. März 2017 den Antrag, dem Beschwerdeführer sei eine reformatio in peius anzudrohen. Zudem beantragte sie in prozessualer Hinsicht die Vereinigung des vorliegenden Verfahrens mit dem ebenfalls am hiesigen Gericht hängigen Ver
fahren IV.2016.00042 (Urk. 7). In der Replik vom 8. Mai 2017 respektive in der
Duplik vom 12. Juni 2017 hielten die Parteien an ihren Anträgen fest (Urk. 12, 14
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Die Organe der
Invalidenversicherung
sind nicht befugt, über Bestand und Höhe
einer Rückerstattungs- respektive Verrechnungsforderung der Unfallver
siche
rung
verfügungsweise zu befinden
(vgl. Urteile des Eidg. Versicherungsgerichts I
632/03 vom 9. Dezember 2005 E. 2.3, I 728/01 vom 9. Mai 2003 E. 6.2.2). Sofern
eine Rückforderung des Unfallversicherers zur Verrechnung gebracht werden soll,
hat die IV-Stelle
die Rentenverfügung zu erlassen und diese mit einem Nachzahlungs- und Verrechnungsvermerk zu versehen.
Ein allfälliges
Rechts
mittel gegen die Rückforderung und die Verrechnung mit dem Rentennach
zah
lungsbetrag
ist
ausschliesslich gegen die Rückforderungsverfügung der Un
fall
ver
sicherung zu richten (
Kreisschreiben
über das Meldesystem und das Verrech
nungswesen zwischen AHV/IV und obligatorischer Unfallversicherung
, Rz 4007, 4009; Urteil des Eidg. Versicherungsgericht C 42/05 vom 16. Mai 2006 E. 1.2).
2.
In ihrer Verfügung vom 29. November 2016 weist die Beschwerdegegnerin aus
drücklich darauf hin, dass wer mit der Rückforderung anderer Sozialversicherer, unter anderem der Unfallversicherung, nicht einverstanden sei, das Rechtsmittel gegen die Verfügung des entsprechenden Sozialversicherungsträgers ergreifen müsse. Nur bei Rückforderungen Dritter (Arbeitgeber, Sozialhilfe etc.) sei das Rechtsmittel gegen die IV-Verfügung anzuwenden (Urk. 2 S. 3 ”wichtige Hin
weise”). Der Beschwerdeführer macht zwar zu Recht geltend, dass sich die SUVA
geweigert hat, eine Verfügung hinsichtlich der Verrechnung von Fr. 23‘819.-- zu erlassen (Urk. 1 S. 2). Dies führt aber entgegen der Ansicht des Beschwer
deführers nicht dazu, dass die SUVA wie ein Dritter zu behandeln wäre. Das Verhalten der SUVA ändert nichts an ihrer Zuständigkeit. Zu Recht hat der Beschwerdeführer denn auch Rechtsverweigerungsbeschwerde gegen die SUVA
erhoben (vgl. dazu der Prozess UV.2017.00062). Auf die vorliegende Beschwer
d
e ist daher nicht einzutreten (vgl. auch Urteil
des E
idg. Versicherungsgerichts
I
728/01 vom 9. Mai 2003 E. 6.2.4).
Am Nichteintretensentscheid ändert im Übrigen auch der Umstand nichts, dass die Vorsorgeeinrichtung der Y._ gegen die IV-Verfügung
vom 2
4.
November 2015
(plafonierte Rente, vorne Sachverhalt E. 1) Beschwerde erhoben hat (Prozess IV.2016.00042). Denn auf diese ist mangels Beschwerde
legi
timation der Vorsorgeeinrichtung nicht einzutreten; der entsprechende Ent
scheid des Gerichts erfolgt mit heutigem Datum. Da es in jenem Prozess an einer Prozessvoraussetzung fehlt, besteht folglich kein Raum für die (materielle) Überprüfung des Rentenanspruchs im vorliegenden Verfahren. Auch die blosse
Rentennachzahlung mit Verfügung vom 29. November 2016 (entplafonierte Rente
) bildet keine genügende Grundlage hierfür. Sowohl von einer Prozess
ver
eini
gung als auch einer Androhung einer reformatio in peius ist daher abzu
sehen.
3.
Die Kost
en des Verfahrens sind auf Fr. 3
00.-- festzu
legen und ausgangsgemäss vom
Beschwerdeführer zu tragen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).