Decision ID: afe3c212-4db3-43e6-a204-b32c638ed4d6
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 197
8
,
ist
seit dem 1. Januar 2010 bei der Sozialver
siche
rungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse, als Selbständigerwerbende angeschlossen (
vgl.
Urk.
9/1, Urk. 9/28).
Sie
ist Inhaber
in
d
es
seit dem
2
7.
April 2012
im Handels
register eingetragenen
Einzelunternehmens
Y._
, welches
die Führung eines Pilatesstudios mit festinstallierten Geräten und den Unterricht und die Ausbildung
nach der
Pilates-
Methode
bezweckt
. Sie
ist zudem Inhaberin des Einzelunter
nehmens Z._
, einer Ausbildungsschule für
die
kla
ssische
Pilates-Methode
. Dieses Einzelunternehmen
wurde
am 1
5.
Juli 2013
in das Han
delsregister eingetragen
(
vgl. die Internet-Auszüge aus dem Handelsregister des Kantons Zürich
). Seit dem 15. Februar 2018
sind
X._
sowie ihr Ehe
mann,
A._
(
Urk.
9/144),
zudem als
Gesellschafterin und Geschäfts
führerin sowie
Gesell
schafter und Geschäftsführer der
B._
GmbH
im
Handelsregister des Kantons Zürich eingetragen.
Die Gesellschaft
be
zweckt die
Führung eines klas
sischen Pilatesstudios
mit Geräten und Aus
bildung in klassischem Pilates, Personaltraining, Beratung, Reisen, Gesundheit und Fit
ness
.
Die
B._
GmbH
ist seit dem 1. März 2018 bei der Ausgleichskasse ange
schlossen
, anfänglich als Kontrollbetrieb
(Urk. 8/4).
1.2
Am 29. März 2020 (Eingangs
da
tum) mel
dete sich
X._
mit dem Anmeldeformular für Selbständige - Betriebsschliessung bei der Aus
gleichskasse für den Bezug einer Erwerbsausfallentschädigung gestützt auf
die Verordnung über Mass
nah
men bei Erwerbsausfall im Zusammenhang mit
dem Coronavirus (Covid-19; Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall) an (Urk.
9/
158
). Im An
melde
formular gab
sie
an, dass
sie als selbständigerwerbende
Pilates
trainerin und Ausbild
nerin für Pilates
tätig sei. Ihr
Betrieb
sei
aufgrund der Bundesrats
mass
nah
men seit de
m 16. März 2020 geschlossen
(Urk. 9/
158
/2
-3
).
Danach
richtete
ihr
die Ausgleichs
kasse für die Zeitperiode vom 17. März bis 16. September 2020 eine Corona-Erwerbsausfallentschädigung
wegen Betriebsschliessung
aus (
Urk.
9/165
,
Urk.
9/167-168
, Urk.
9/
170-172,
Urk.
9/174
).
Anschliessend
bezahlte die Aus
gleichskasse
X._
entsprechend ihrem Antrag vom 1
1.
Januar 2021
für den Zeitraum
vom 1
7.
September bis 3
1.
Dezember 2020
eine
Erwerbs
ersatz
ent
schä
digung
unter dem Titel
e
rhebliche Umsatzeinbussen/Selbständig
er
werbende Härtefälle aus
(Urk. 9/
195
)
. Es folgte die Ausrichtung einer Entschä
digung für Selbständigerwerbende wegen Betriebsschliessung für die Zeit
periode vom
1.
Januar
bis
1
8.
April
2021 (
Urk. 9/
204,
Urk. 9/
214-215, Urk.
9/
225) und eine Entschädigung nach der Härtefallregelung für Selbständig
erwerbende für den Zeit
raum vom
1.
Mai
bis
3
1.
Juli
2021 (Urk.
9/228, Urk.
9/231, Urk.
9/233).
1.3
X._
und
A._
meldeten sich am 17. November 2020
zudem
als Personen mit arbeitgeberähnlicher Funktion
bei
der
B._
GmbH
zum Bezug einer Corona-Erwerbsausfallentschädigung an. In ihrer An
meldung wiesen sie auf
eine in der Ze
itperiode vom 17. September
bis 31. Oktober 2020 er
littene Umsatzeinbusse
hi
n (Urk. 8/16, Urk. 8/69/1). Das Gesuch wurde von der Ausgleichskasse abge
wie
sen, weil keine Umsatzeinbusse von 55 Prozent
und damit keine erhebliche Einschränkung der Erwerbstätigkeit im Sinne der in jener Zeitperiode gültig gewesenen
Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall
erstellt war (Verfügung vom 11.
Februar 2021, Urk. 8/69). Die
Ver
fügung
der Ausgleichskasse
blieb unange
fochten. In der Folge ging bei der Aus
gleichs
kasse am 6. Januar 2021 das An
meldeformular AG und GmbH - Betriebs
schlies
sung ein
,
mit welchem
X._
und
A._
als Gesell
schafterin beziehungsweise Gesell
schafter der
B._
GmbH
(Urk. 8/27/3-4)
wegen
einer
Betriebs
schlies
sung vom 22. Dezem
ber 2020 bis 22. Januar 2021 (Urk. 8/27/2) eine Corona-Er
werbs
aus
fallentschädigung beantragten
(Urk. 8/27
, Aktenverzeichnis zu Urk. 8/1-133
)
. Mit den am
4. Februar 2021 ver
sandten Online-Formularen bean
tragten sie
sodann
die Ausrich
tung einer Entschädigung für den Zeit
raum vom 22. De
zember
2020
bis 31. Januar 2021 und gaben als nähere Beschreibung für den Betrieb der
B._
GmbH «Pilates Studio» an (Urk. 8/33/2, Urk. 8/34/2
, Akten
verzeichnis zu Urk. 8/1-133
). Am 5. März 2021 beantrag
ten sie eine Ent
schä
digung für die Betriebsschliessung vom 1. Februar bis 28. Februar 2021 (Urk. 8/75-76
, Urk. 8/83/1, Urk. 8/84/1
). Mit Verfügung
en
vom 8. März 2021 lehnte die Ausgleichskasse die Anträge von
X._
und
A._
vom 6. Januar, 4. Februar und 5. März 2021 für die Ausrichtung einer Corona-Erwerbs
aus
fallentschädigung
wegen Betriebs
schliessung
für die Monate Dezem
ber 2020, Januar 2021 und Februar 2021 ab (Urk. 8/83-84). Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, dass die Antrag
stellerin und der Antragsteller im Jahr 2019 kein Einkom
men abgerechnet hätten, weshalb sie die Anspruchsvoraussetzungen nicht erfül
len würden (Urk. 8/83/1, Urk. 8/8
4
/
1
). Mit E-Mail-Nachricht vom 1
0.
März 2021 bat
A._
die
Ausgleichkasse darum, «nochmals alles anzu
schauen». Dazu
hielt
er unter anderem
fest
, dass er
(in den Anmeldeformularen)
für die Monate Januar und Februar 2021 angegeben habe, dass er einen Lohn ausbezahlt habe. Dies sei aber leider nicht der Fall gewesen. Es habe sich lediglich um eine Dar
lehens
aus
zahlung gehandelt.
X._
und er hätten sich erst ab dem
1.
Januar 2020 bei ihrer Firma anstellen lassen können, weil sie davor schon selbständig erwerbstätig gewesen seien und eine Übertragung auf die Firma erst
auf
diese
s
Datum
hin
möglich gewesen
sei
(
Urk.
8/86/1).
Darauf antwortete d
ie Ausgleich
kasse nicht. Alsdann beantragten
X._
und
A._
am
6.
April 2021, dass ihnen für den Monat März 2021 eine Corona-Erwerbs
aus
fallentschädigung aus
zu
rich
ten sei (
Urk.
8/87-88
). Diese
Anträ
g
e
lehnte die Ausgleichs
kasse mit Ver
fügungen vom
7.
April 2021 ab (
Urk.
8/93,
Urk.
8/94).
Sie begrün
dete dies
im Wesentlichen
damit
, dass die Antrag
stellerin und der Antragsteller gemäss ihren Angaben in der An
mel
dung im Monat März 2021 keinen Lohn
ausfall erlitten hätten (
Urk.
8/93/1,
Urk.
8/94/1). Dagegen erhoben
X._
und
A._
am 1
2.
April 2021 Einsprache. Darin
hielten
sie
fest
, dass ihnen beim Ausfüllen der Online-Formulare für die Monate Januar, Februar und März 2021 ein Fehler unterlaufen sei.
Sie hätten
sich
k
eine Lohnzahlung
en
, sondern vielmehr eine Dar
lehensauszahlung der GmbH an sie als Privatpersonen
ausgerichtet
. Diese Darlehens
aus
zahlung hätten sie tätigen müssen, um Rechnungen, Hypotheken etc. zu bezahlen. Die Darleh
e
nsauszahlung sei in den Online-Formularen fälsch
licherweise als Lohn angegeben worden. Die Darleh
e
ns
auszahlung sei im Wissen darum vorgenommen worden, dass sie - wie vom Bund verkündet - eine Lohnent
schädigung bekommen würden und sie so das Geld an die GmbH zurück
über
weisen könnten (
Urk.
8
/95
-96
).
In seiner E-Mail-Nachricht vom 2
0.
Mai 2021 erkundigte sich
A._
bei der
Ausgleichskasse nach dem Stand der Bearbeitung seiner E-Mail-Nachricht vom 10. März 2021 und seiner Einsprache
. Er führte unter anderem aus, dass
er
auf die Auszahlung der Entschädigung hoffe.
X._
und er
hätten ihr Studio für 118 Tage schliessen müssen. In dieser Zeit hätten sie keine Einnahmen erzielt, weshalb er das Geld für die Bezahlung der privaten Rechnungen von ihrem Ersparten
habe nehmen müssen
(Urk. 9/105).
Die Ausgleichskasse wies die Einsprache
n vom 1
2.
April 2021
m
it ihren an
X._
und
A._
adressierten
Einsprachee
ntscheid
en
vom 20. Mai 2021 (Urk. 2,
Urk.
8/13
0 f.
) ab.
2.
2.1
G
egen
den
an sie gerichteten Einspracheentscheid
vom 20. Mai 2021
erhob
X._
am 18. Juni 2021 Beschwerde (Urk. 1).
Sie
liess beantragen (Urk. 1 S. 2):
«
1.
Es sei der Einspracheentscheid vom 20. Mai 2021 vollumfänglich aufzu
heben und
der
Beschwerdeführer
in
seien die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen.
2.
Eventualiter sei der Einspracheentscheid vom 20. Mai 2021 vollumfänglich aufzuheben und die Angelegenheit zur erneuten Beurteilung an die Vor
instanz zurückzuweisen.
3.
Es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, de
r
Beschwerdeführer
in
bzw. der Unterzeichnenden unverzüglich sämtliche Akten zuzustellen und nach Zustellung der Akten sei de
r
Beschwerdeführer
in
im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels eine angemessene Frist zur Wahrung des rechtlichen Gehörs zu gewähren.
4.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen sowie zusätzlich Mehrwert
steuer zulasten der
Beschwerdegegnerin.»
2.2
Die Beschwerdegegne
rin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 25. August 2021 Abweisung der Beschwerde (Urk. 7, unter Beilage der Kassenakten der
B._
GmbH sowie de
r
Kassenakten der
Beschwerdeführer
in
als
Selb
ständigerwerbenden
, Urk. 8/1-133, Urk. 9/1-
234
).
2.3
Mit Gerichtsverfügung vom 30. August 2021 wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet (Urk. 10). D
ie
Beschwerdeführer
in
hielt mit Replik vom 27. Septem
ber 2021 an
ihre
n Rechtsbegehren
1, 2 und 4
fest. Weiter beantragte
sie
, dass das Rechts
begeh
ren der Beschwerdegegnerin abgewiesen werde (Urk. 12 S. 2). Die Beschwerde
gegnerin teilte dem Gericht am 28. Oktober 2021 mit, dass sie auf das Einreichen einer Duplik verzichte (Urk. 16). Dies wurde der Beschwerde
füh
rerin am 1. November 20
21 zur Kennt
nis gebracht
(Urk. 17).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Zunächst stellt sich die Frage, was Anfechtungs- und Streitgegenstand
(vgl. dazu:
BGE 144 I 11 E. 4.3,
131 V 164 E. 2.1,
125 V 413 E. 1b)
des vorliegenden Ver
fahrens ist.
Mit dem angefochtenen Einspracheentscheid vom 2
0.
Mai 2021 ent
schied die Beschwerdegegnerin, dass die Einsprache gegen ihre Verfügung vom
7.
April 2021 betreffend Corona-Erwerbsausfallentschädigung
für den Monat März 2021 (
Urk.
8/93
)
ab
zuweisen sei
(Urk. 2 S. 2)
.
Im selben Entscheid hielt
sie fest,
die Beschwer
de
führerin müsse beachten,
dass für die ganze Zeitperiode vom 2
2.
Dezember
2020 bis 31. März 2021 kein Anspruch auf eine Corona-Erwerbs
aus
fall
ent
schä
digung bestehe (Urk. 2 S. 2).
Die Beschwerdeführerin beantragte, dass ihr in Aufhebung des angefochtenen
Einsprache
entscheids
vom 20. Mai 2021 die gesetzlichen Leistungen zu
zu
spre
chen seien (
Urk.
1 S. 2).
1.2
Nach
Lage der Akten hat die Beschwerdegegnerin den Anspruch der Beschwer
de
führerin als Person
mit arbeitgeberähnlicher Funktion
bei
der
B._
GmbH auf eine Corona-Erwerbsausfallentschädigung
wegen Betriebsschliessung
für den
Zeitraum
vom 2
2.
bis 3
1.
Dezember 202
0
mit Verfügung vom 8. März 2021
abgewiesen (
Urk.
8/84).
Weil die Beschwerdeführerin dagegen keine
Ein
sprache erhoben hat,
ist die
Leistung
sablehnung für den
Zeitraum
vom 2
2.
bis 3
1.
Dezember
2020
in formelle Rechtskraft
erwachsen
(vgl. Urteil des Bundes
gerichts
9C_266/2020
vom 24. November 2020 E. 2.1).
Die Leistungs
ab
leh
nung für den Monat Dezember 202
0
kann im vor
liegenden Verfahren
somit
nicht mehr überprüft werden.
1
.
3
Bezüglich der ebenfalls mit Verfügung vom 8. März 2021 abgewiesenen Corona-Erwerbsausfallent
schä
digung für die Monate Januar und Februar 2021 ist den Kassen
akten zu ent
nehmen, dass
A._
mit E-Mail-Nachricht vom 10. März 2021
um eine Überprüfung der Leistungsablehnung für die Monate Januar und Februar 2021
ersucht hat
(Urk. 8/86/1).
Weil die Eheleute ihre Anträge stets zusammen eingereicht haben,
l
iesse
sich
aus dieser Eingabe
zu Gunsten der B
eschwerde
führerin
ableiten, dass
auch sie
ihren Einsprachewillen recht
zeitigt bekun
det hat. Die E-Mail-Nachricht vom 10. März 2021 genügt den for
mellen Anfor
derungen an eine rechtsgenügliche Einsprache aber nicht, weil sie von der Beschwerdeführerin nicht eigenhändig unterzeichnet wurde (
Art.
10
Abs.
4
der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSV, anwendbar im Bereich der Corona-Erwerbsausfallentschädigung gestützt auf
Art.
15
Abs.
5 des
Bundesgesetzes über die gesetzlichen Grundlagen für Ver
ord
nungen des Bundesrates zur Bew
ältigung der Covid-19-Epidemie, Covid-19-Gesetz, und
Art.
1 der
Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall
sowie
Art.
2 des
Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG
)
.
Es
würde zudem
an der erforder
lichen Vertretungsvollmacht
von
A._
fehlen
(
Art.
37
Abs.
2 ATSG).
Auf die E-Mail-Nachricht vom 10. März 2021 antwortete die Beschwerdegegnerin
zwar
nicht
,
d
ie Beschwerdeführerin
brachte
mit der Einsprache vom 12. April 2021
aber
erneut
Einwände
betreffend
die Monate Januar und
Februar 2021
vor
(Urk. 8/95-96)
und der angefochtene Einspracheentscheid bezieht sich gemäss
seinem Wortlaut auch auf die Monate Januar und Februar 2021 (
Urk.
2 S.
2
; vgl. auch die Antwort der
Beschwerde
geg
nerin
vom 2
2.
Juni 2021 auf die Anfrage
von
A._
vom 20.
Mai 2021, mit welcher
sich
dieser
nach dem Stand der Bearbeitung seiner E-Mail-Nachricht vom 10. März 2021 und seiner Einsprache
vom 1
2.
April 2021
erkun
digte,
Urk. 9/105). Das heisst, die Leistungsablehnung für die Monate Januar bis Februar 2021 ist
- entgegen dem Rubrum, worin lediglich auf die Verfügung vom
7.
April 2021, nicht jedoch auf die Verfügungen vom
8.
März 2021 Bezug genommen wird -
ebenfalls Gegenstand des angefochte
n
en
Ein
spracheentscheids
vom 20. Mai 2021 (
Urk.
2).
1.4
Nachfolgend ist somit zu prüfen, ob die Beschwerde
füh
rerin als Person mit arbeit
geberähnlicher Stellung bei der
B._
GmbH in den Monaten Januar bis März 2021 Anspruch auf eine Corona-Erwerbsaus
fallentschädigung hat. Soweit sich
ihre Beschwerde vom 20. Mai 2021 (
Urk.
1)
aber
auch auf die Ent
schä
digung für den Zeitraum vom 2
2.
bis 3
1.
Dezember 2020
bezieht, ist darauf nicht einzutreten.
2
.
2
.1.1
In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 130 V 445 E. 1.2.1). Weiter stellt das Sozialversicherungs
gericht bei der Beurteilung eines Falles grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 131 V 242 E. 2.1, 121 V 362 E. 1b).
2
.1.2
Demnach ist die rechtliche Beurteilung des angefochtenen Einspracheentscheids (Urk. 2) anhand der bis
20. Mai 2021
gültig gewesenen Rechtsvorschriften vor
zunehmen.
Ausschlaggebend ist sodann, dass sich
die
Beschwerdeführer
in
als Person mit arbeitgeberähnlicher Stellung bei der
B._
GmbH
am
4. Februar,
5. März und
6. April 2021
für die Ausrichtung einer Corona-
Erwerbsaus
fallent
schä
digung an
gemeldet hat
(Urk. 8/33/2, Urk. 8/34/2, Urk. 8/
75-76, Urk. 8/84/1, Urk. 8/87
, Urk. 8/93/1)
und der Einspracheentscheid die Erwerbsausfall
ent
schä
digung für die Monate
Januar bis März
202
1
betrifft (
Urk.
2, E. 1.3 vor
ste
hend
). Vorliegend
sind somit
das
Covid-19-Gesetz
und die
vom Bundesrat
am 4. November 2020 rück
wirkend per 17. Septem
ber 2020 in Kraft gesetzten Art. 2 Abs. 3
der Covid-19-Verordnung Erwerbs
ausfall
anwend
bar
, und zwar nach den in den Monaten
Januar bis März 2021
gültig gewesenen Vor
schriften. Soweit nicht anders vermerkt, werden sie nach
folgend in dieser Fas
sung zitiert.
2
.
2
Gemäss
Art.
15
Abs.
1
Covid-19-Gesetz
kann
der Bundesrat
die Ausrichtung von Entschädigungen des Erwerbsausfalls bei Personen vorsehen, die ihre Erwerbs
tätigkeit aufgrund von Massnahmen im Zusammenhang mit der Bewältigung der Covid-19-Epidemie unterbrechen oder massgeblich einschränken müssen. Nur Personen mit einem Erwerbs- oder Lohnausfall, die i
n ihrer Unternehmung eine
Umsat
zeinbusse von mindestens
40
Prozent
(in der vorliegend anwendbaren,
vom
19. Dezember
2020 bis 31.
Mär
z 2021 gültig gewesenen Fassung;
bis
18. Dezember 2020
waren
es
55
Prozent und ab 1. April 2021 sind es 30 Prozent)
im Vergleich zum durchschnittlichen Umsatz in den Jahren 2015
-
2019 haben, gelten in ihrer Erwerbst
ätig
keit als massgeblich einge
schränkt.
Zu den Anspruchsberechtigten gehören insbesondere auch Selbständige nach
Art.
12
ATSG
sowie Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung
(Art.
15
Abs. 2
Covid-19-Gesetz
)
.
Gemäss Art.
15
Abs. 3
Covid-19-Gesetz
kann der Bundesrat Bestimmungen er
lassen über:
a.
die anspruchsberechtigten Personen und insbesondere den Taggeldanspruch von besonders gefährdeten Personen;
b.
den Beginn und das Ende des Anspruchs auf Entschädigung;
c.
die Höchstmenge an Taggeldern;
d.
die Höhe und die Bemessung der Entschädigung;
e.
das Verfahren.
Der Bundesrat stellt sicher, dass Entschädigungen auf der Grundlage des selbst
deklarierten Erwerbsausfalls ausgerichtet werden. Die Richtigkeit der An
gaben wird insbesondere mittels Stichproben überprüft
(Art.
15
Abs. 4
Covid-19-Gesetz
)
.
Der Bundesrat kann die Bestimmungen des ATSG anwendbar erklären. Er kann Abweichungen von Artikel 24
Abs.
1 ATSG betreffend das Erlöschen des Anspruchs und Artikel 49
Abs.
1 ATSG betreffend die Anwendbarkeit des form
losen Verfahrens vorsehen
(Art.
15
Abs. 5
Covid-19-Gesetz
)
.
2
.3
Gemäss
Art.
2
Abs.
3
der
Covid-19-Verordnun
g Erwerbsausfall
sind
Selbstän
dig
erwerbende
im Sinne von Art. 12 ATSG und Personen nach Art. 31 Abs. 3 lit. b und lit. c des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenver
siche
rung und die Insolvenzentschädigung (
AVIG
), welche im Sinne des Bundes
ge
setzes über die Alters- und
Hinterlassenen
ver
sicherung
(AHVG) obli
gatorisch ver
sichert sind, anspruchs
berechtigt, wenn:
a.
sie
ihre Erwerbstätigkeit aufgrund von behördlich angeordneten Mass
nah
men zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie unterbrechen müssen;
und
b.
s
ie einen Erwerbs- oder Lohnausfall erleiden
.
2
.
4
2.4.1
Nach Art. 185 Abs. 3 der Bundesverfassung (BV) kann der Bundesrat Verord
nun
gen und Verfügungen erlassen, um eingetretenen oder unmittelbar drohen
den schweren Störungen der öffentlichen Ordnung oder der inneren oder äusse
ren
Sicherheit zu begegnen. Solche Verordnungen sind zu befristen (und zwar auf [maximal] sechs Monate, vgl. Art. 7d Abs. 2 lit. a des Regierungs- und Ver
wal
tungsorganisationsgesetzes, RVOG).
2
.
4
.2
Gestützt auf
Art.
7 des Epidemiengesetzes
erliess der Bundesrat
unter anderem d
ie
Covid-19-Verordnung
2
, welche vom 13. März
bis 22. Juni 2020 in Kraft war. Sie
ordnete Massnahmen gegenüber der Bevölkerung, Organisa
tionen und Insti
tu
tionen sowie den Kantonen zur Verminderung des Über
tra
gungsrisikos und zur Bekämpfung des Coronavirus
(Covid-19)
an
(
Art. 1 Abs. 1 die
ser Verordnung). Gemäss Art. 6 Abs. 2 lit. d der
Covid-19-Verordnung
2 in der ab 17. März 2020 gültig gewesenen Version waren Fitness
center
sowie auch andere öffentlich zu
gängliche und Unterhaltungs- und Freizeitbetrieb
e
für das Publikum geschlos
sen. In der Folge beschloss der Bundesrat am 27. Mai 2020 - nach den ersten beiden Lockerungsschritten per 27. April 2020 (u.a. Öffnung von Coiffeursalons mit Schutz
konzepten) und per 11. Mai 2020 (u.a. Öffnung von Restaurants mit Schutzkonzepten) eine weitgehende Lockung der noch geltenden Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus per 6. Juni 202
0.
Unter der Bedingung, dass für alle Einrichtungen und Veranstaltungen Schutzkonzepte vorhanden sind (Art. 6a Abs. 1
Covid-19-Verordnung
2 in der ab 6. Juni 2020 gültig gewesenen Version) und die Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden können, konnten Freizei
tbetriebe - mithin auch Fitnesscenter
- wieder öffnen (vgl. die
Medienmit
teilung des Bundesrates vom 27. Mai 2020).
2
.
4
.3
Nach einer Zunahme der Ansteckungen mit dem Coronavirus im Herbst und Winter 2020 wurden weitere Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus beschlossen.
Mit der Änderung
der Verordnung über Massnahmen in der beson
deren Lage zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie (Covid-19-Verordnung beson
dere Lage)
vom 1
8.
Dezember 2020
(aufgehoben mit Art. 30 Covid-19-Verordnung besondere Lage vom 23. Juni 2021)
wurden mit
Art.
5d
Abs.
2 lit. b dieser Verordnung mit Wirkung ab dem 2
2.
Dezember 2020 name
ntlich Sport- und Fitnesscenter
wieder für das Publikum geschlossen.
Alsdann
beschloss der Bundesrat i
n seiner Sitzung vom 1
4.
April 2021, dass unter anderen
Fitnesscenter
per 19. April 2021
wieder öffnen dürfen. Auch Sport in Innenräumen war wieder erlaubt
(vgl. die Medienmitteilung vom
selben Tag)
. Der Bundesrat passte
Art.
5d der Covid-19-Verordnung besondere Lage entsprechend an.
3
.
3
.1
3
.1.1
Zunächst ist zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin als Geschäftsführerin der
B._
GmbH ihre Erwerbstätigkeit aufgrund von behördlich angeord
neten Mass
nah
men zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie hat unterbrechen müssen (Art.
2
Abs. 3
lit. a
der
Covid-19-Verordnun
g Erwerbsausfall).
Laut dem Handelsregistereintrag bezweckt die
B._
GmbH die Führung eines klassischen Pilatesstudios mit Geräten und Ausbildung in klassi
schem Pilates (
Urk.
3/2).
Unter der Pilates-Methode nach Joseph Hubertus Pilates (1883-1967) versteht man ein systematisches Ganzkörper
training zur Kräftigung der Muskulatur, primär von Beckenboden-, Bauch- und Rückenmuskulatur. Das Pilatestraining kann auf der Matte und an speziell entwickelten Geräten statt
finden
(https://de.wikipedia.org/wiki/Pilates
, besucht am
8
.
Dezember 2021).
Auf der Homepage der
B._
GmbH
sind
Räumlichkeiten in
C._
und
D._
für ein
Pilates
training
mit Dusche und Aufenthaltsraum abgebildet
. Mit dem Link zum Stun
den
plan können
Interessierte
auf der Homepage
direkt Kurse buchen.
Die Kurse werden gemäss diesem Stundenplan von der Beschwerdeführerin sowie von anderen Trainerinnen und von
A._
geleitet.
Das Pilatesstudio
ist mit einem Fitnesscenter
vergleichbar. Es
gehörte somit zu den öffentlichen
, für das Publikum
zugänglichen
Einrichtungen, welche gemäss den vom Bundesrat verordneten Massnahmen vom 2
2.
Dezember 2020 bis 1
9.
April 2021 geschlossen
bleiben mussten (E.
2
.
4
.3 vorstehend). Aufgrund dieser behördlich angeordneten Massnahme hat die Beschwerdeführerin ihre Tätigkeit als Geschäftsführerin sowie Trainerin bei der
B._
GmbH
im hier zu prüfenden Zeitraum vom 1. Januar bis 31. März 2021
unterbrechen müssen, weshalb die Voraussetzung von Art.
2
Abs. 3 lit. a
der
Covid-19-Verordnun
g Erwerbsausfall erfüllt ist.
3
.1.2
Die
Beschwerdegegnerin
hält dafür
, dass
diesbezüglich weiter
e
Abklärungen angezeigt
seien
. Sie bringt vor, dass
die Beschwerdeführerin neben
ihrer Tätigkeit für die
B._
GmbH auch noch als Selbständigerwerbende gemeldet sei. Alle drei Unter
nehmen
seien an der Strasse E._
in
C._
gemeldet und
hätten einen ähn
lichen Zweck. Die Beschwerdeführerin habe sich für die Tätigkeit als Selbständig
erwerbende
mit dem Einzelunternehmen
Z._
einen Lohn
ausbezahlt. Für diese Tätigkeit habe sie monatliche
Anmeldungen für eine Corona-Erwerbsaus
fallentschädigung einge
reicht. Diese Gesuche seien weitgehend gutgeheissen worden. Es stelle sich des
halb die Frage, wie weit die Einbussen der Beschwerde
führerin
nicht bereits durch diese Entschädigung abgedeckt seien (
Urk.
7 S. 3).
Aufgrund der vorliegenden Akten steht fest, dass der Beschwerdeführerin
im vorliegend zu prüfenden Zeitraum vom
1.
Januar bis 3
1.
März 2021
bereits eine
Entschädigung für Selbständigerwerbende wegen Betriebsschliessung
erhalten hat
(Urk. 9/
204,
Urk. 9/
214-215
)
. Der Besuch der
Homepage
ergab
sodann
, dass
das
Pilatesstudio
der
Eheleute X._ und A._
je ein Lokal in
C._ und D._
hat. Es liegt
- soweit ersichtlich
aber
nur ein Betrieb v
or
. Gemäss dem Impressum dieser Homepage wird das
Pilatesstudio
von der
B._
GmbH betrieben
.
Es stellt sich mithin die Frage, ob die
Beschwerde
führerin
ab Januar 2020 weiterhin als Selbständig
erwerbende tätig gewesen war und ihr
für die Zeitperiode
n
vom
17. März bis 16. September 2020
und
vom 1. Januar bis 18. April 2021
zu Recht
als
Selb
ständiger
werbende
eine Corona-Erwerbs
ausfallentschädigung
wegen Betriebs
schliessung
ausbezahlt wurde
(
Urk.
9/165
,
Urk.
9/167-168
, Urk.
9/170-172,
Urk.
9/174
,
Urk. 9/
204,
Urk. 9/
214-215,
Urk. 9/
225
)
,
was
aber nicht Gegenstand des vor
liegenden Verfahrens ist (E.
1 vorstehend)
.
In der Tat wäre es mindestens rechtsmissbräuchlich, würde sie für ein und dieselbe Tätigkeit sowohl als Selbständig
erwerbende wie als Geschäftsführerin einer GmbH Erwerbsausfall
ent
schädi
gungen geltend machen.
3.2
3.2.1
Im vorliegenden Verfahren
ist weiter zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin als Geschäftsführerin der
B._
GmbH aufgrund der vom Bundesrat ange
ord
neten Betriebs
schliessung
(E. 3.1.1 vorstehend)
im Zeitraum vom
1.
Januar bis 3
1.
März 2021
einen Erwerbs- oder Lohnausfall
erlitten hat
(Art.
2
Abs. 3 lit.
b
der
Covid-19-Verordnun
g Erwerbsausfall).
In den Lohnblättern der
B._
GmbH für die Zeitperiode Januar bis Dezember 2020 (
Urk.
8/41-52) wurde ein Bruttolohn
der Beschwerdeführerin
in der Höhe von
Fr.
3'274.20 festgehalten. Die GmbH hat der Beschwerdeführerin jeweils einen Nettolohn in der Höhe von
Fr.
3'000.-- überwiesen (
Urk.
8/41-52). Für die monatliche Über
weisung dieses Betrages wurde bei der Zürcher Kan
tonal
bank
offenbar
ein Dauer
auf
trag eingerichtet (
Urk.
13/1-2). Mit der Lohnmeldung für das Jahr 2020 vom
9.
Februar 202
1
wurde gegenüber der Beschwerdegegnerin
sodann
ein AHV/IV/EO-Lohn in der Höhe von
Fr.
40'888.80 deklariert (
Urk.
8/68
/3
).
Auch wenn die Zahlen betragsmässig nicht übereinstimmen, besteht kein Zweifel daran, dass es sich bei den
Zahlungen
der GmbH an die Beschwerdeführer
in
im Jahr 2020
in der Höhe von
monatlich
Fr. 3'000.-- um Lohnzahlungen gehandelt hat.
Alsdann wurde
i
n den Anmeldeformularen
für den Bezug einer Corona-Erwerbsausfallentschädigung wegen Betriebsschliessung
angegeben, dass der Lohn der Beschwerde
führerin in den Antragsmonaten Januar bis März 2021 jeweils
Fr.
3'274.-- betragen habe (
Urk.
8/33/4
,
Urk.
8/75/4,
Urk.
8/87/4
).
Weil dieser Betrag
(beinahe) dem Bruttolohn gemäss den Lohn
blättern für das Jahr 2020 (Urk. 8/41-52) entspricht, ist anzunehmen, dass die Beschwerdeführerin als Gesellschafterin und Geschäftsführerin der GmbH sich den bisherigen Lohn im vorliegend zu prüfenden Zeitraum vom
1.
Januar bis
3
1.
März 2021 weiter ausgerichtet hat.
Sie hat somit
keine Lohneinbu
sse erlitten (
Urteil des Sozialversicherungsgerichts EE.2021.00024 vom 18. August 2021 E. 3.4
). Die Voraussetzung gemäss Art.
2
Abs. 3 lit. b
der
Covid-19-Verordnun
g Erwerbsausfall ist nicht erfüllt.
3.2.2
Nachdem die Beschwerdegegnerin den Antrag der Beschwerdeführerin auf eine Corona-Erwerbsausfallentschädigung für die Monate Januar und Februar 2021
mit den Verfügungen vom
8.
März 2021 abgewiesen hatte (Urk. 8/83-8
4), führte
A._
in seiner E-Mail-Nachricht vom 10. März 2021 aus, dass es sich bei den Zahlungen der GmbH im Januar und Februar 2021 um Darlehen gehandelt habe
(Urk. 8/86/1)
.
Dem widersprechend gaben
die Beschwerdeführerin und
A._
in den am
6.
April 2021 versand
t
en Online-Antrags
formular
en
für den Monat März
erneut
an, dass sie im Antragsmonat einen Lohn in der Höhe von je Fr.
3'274.-- erhalten haben (Urk. 8/87/3, Urk. 8/88/4
, Akten
verzeichnis zu
Urk.
8/1-133
)
.
Deren Erklärung in der Einsprache vom 1
2.
April 2021, wonach ihnen beim Ausfüllen des Formulars für den März 2021
- erneut - ein
«
Fehler
»
unterlaufen sein soll (Urk. 8/95), überzeugt
daher
nicht.
Wenn sich
die Beschwerde
führerin und ihr Ehemann
A._
im Jahr 2020
eine
n
Lohn
von
monatlich
je
netto
Fr.
3'000.--
ausbezahlt
haben
(
Urk. 8/41-64
, Urk. 13/1-2)
,
ab Januar 2021
für
die
Bezahlung
von Rechnungen, Hypotheken etc. (vgl. die Einsprache vom 1
2.
April 2021,
Urk.
8/95)
dann
aber
je
ein
«
Darlehen
»
in der Höhe von Fr.
3'274.-- pro Monat
(Urk. 8/33/3-4, Urk. 8/75/3-4, Urk. 8/87/4, Urk. 8/88/4)
-
mithin einem Betrag, welcher fast
exakt
dem bisherigen Bruttolohn (Urk. 8/
41-64
)
entspricht -
benötigt
haben
sollen
, so liegt auf der Hand, dass es sich hierbei um Lohnzahlungen
(
im Hinblick auf die erwartete Entschädigung
)
handelte, und nicht um ein «Darlehen»
.
Praxisgemäss stellen die Gerichte im Bereich des Sozialversicherungsrechts
sodann
in der Regel auf die sogenannten spontanen «Aussagen der ersten Stunde» ab, denen in beweismäs
siger Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungs
recht
licher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 143 V 168 E. 5.2.2, 121 V 45 E. 2a, je mit Hinweisen).
Auf d
ie
ersten
Angaben der Beschwerdeführerin in den Antragsformularen
, wonach der Lohn auch in der Zeitperiode vom
1.
Januar bis 3
1.
März 2021 (unverändert) au
sbezahlt worden
sei
(
vgl. auch Vermerk
unter Lohnausfall: «Keine Einbusse»;
Urk. 8/33/4, Urk. 8/75/4, Urk. 8/87/4
)
,
ist daher abzustellen
. Gemäss
den Vorbringen
der Beschwerdefüh
rerin im vorliegenden Verfahren gibt es auch keine schr
iftlichen Belege für die
Darlehen (Urk. 12 S. 4). Die Beschwerde
führerin vermag daraus mithin nichts zu ihren Gunsten abzu
leiten.
3
.3
Da die Beschwerdeführerin in den Monaten Januar bis März 2021 keinen Erwerbs- oder Lohn
ausfall erlitten hat (Art.
2
Abs.
3
lit. b der
Covid-19-Verord
nun
g Erwerbsaus
fall), hat die Beschwerde
gegnerin deren Anspruch als Person mit arbeitgeberähnlicher Stellung bei der
B._
GmbH auf eine Corona-Erwerbs
aus
fallentschädigung für diese Monate
im Ergebnis
zu Recht
verneint.
Damit
braucht nicht geprüft zu werden, ob - im Sinne einer Lückenfüllung der Verordnung -
für
die Bemessung der Entschädigung entgegen dem Wortlaut von
Art.
5
Abs.
2
ter
der Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall
auf die Lohnzahlungen 2020 abzustellen wäre, weil sich die Beschwerdeführerin im Jahre
2019
keinen Lohn auszahlen liess
.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde, soweit auf sie einzutreten ist.