Decision ID: 36b05d76-dfa4-4278-b069-286782233d85
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse des Kantons St.
Gallen, Brauerstrasse 54, Postfach, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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St.Galler Gerichte
Ergänzungsleistung zur AHV (B._)
Sachverhalt:
A.
A.a B._ wurde mit Wirkung ab 1. November 2012 eine Altersrente zugesprochen. Am
1. Oktober 2012 meldete er sich zum Bezug einer Ergänzungsleistung an. Im
entsprechenden Formular gab er u.a. an, in seinem Haushalt lebten drei Personen,
seine Tochter, seine Ehefrau und er selbst. Seine Altersrente belaufe sich auf Fr. 990.--
monatlich. Seine Ehefrau erhalte von ihrer Pensionskasse eine Invalidenrente von Fr
394.80 monatlich und bis Ende Oktober 2012 noch eine Kinderrente für die Tochter
von Fr. 78.40. Sein Wohneigentum weise einen Eigenmietwert von Fr. 24'000.-- auf.
Der Hypothekarzins belaufe sich auf Fr. 11'791.90 (EL-act. 3). Die Arbeitslosenkasse
hatte einen Antrag seiner Ehefrau auf eine Arbeitslosenentschädigung ab 1. Juni 2012
am 27. Juli 2012 abgewiesen, da zwischen dem 1. Juni 2010 und dem 31. Mai 2012
nicht während mindestens zwölf Monaten Beiträge geleistet worden waren und auch
kein Grund für eine Befreiung von der Beitragszeit bestanden hatte. Das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hatte am 30. April 2012 einen
Invalidenrentenanspruch der Ehefrau verneint, da bei einem Valideneinkommen von Fr.
75'946.-- und einem zumutbaren Invalideneinkommen von Fr. 51'114.-- nur ein
Invaliditätsgrad von 33% resultiert hatte. Die EL-Durchführungsstelle nahm eine
Anspruchsberechnung ab November 2012 (Beginn des Altersrentenanspruchs) vor.
Dabei berücksichtigte sie auf der Ausgabenseite zwei Pauschalen für die Kranken
versicherungsprämien (je Fr. 4'068.--), den Hypothekarzins (Fr. 11'791.--), die Ge
bäudeunterhaltspauschale (Fr. 4800.--) und Ausgaben für das Wohnen im gesetz
lichen Höchstbetrag (Fr. 15'000.--), da auch die Reduktion der effektiven Ausgaben
(Fr. 24'480.--) um einen Drittel nichts daran änderte, dass dieser Höchstbetrag (um
Fr. 1'320.--) überschritten wurde. Es resultierte ein anrechenbares Ausgabentotal
von Fr. 68'302.--. Auf der Einnahmenseite der Anspruchsberechnung berücksichtigte
die EL-Durchführungsstelle ein hypothetisches Erwerbseinkommen der Ehefrau von
Fr. 61'945.-- bzw. - privilegiert angerechnet - von Fr. 40'296.--, Renteneinnahmen von
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insgesamt Fr. 16'584.-- und den Eigenmietwert von Fr. 24'000.--. Das ergab ein
Einnahmentotal von Fr 80'880.-- und damit einen Einnahmenüberschuss von Fr.
12'578.-- (EL-act. 10). Die Anspruchsberechnung ab Januar 2013 enthielt nur in Bezug
auf die Pauschalen für die Krankenversicherungsprämien und in Bezug auf die
Altersrente geringfügige Änderungen. Der Einnahmenüberschuss betrug hier Fr.
12'326.-- (EL-act. 11). Die EL-Durchführungsstelle wies das Gesuch des Altersrentners
um eine Ergänzungsleistung mit einer Verfügung vom 28. Dezember 2012 ab (EL-
act. 12).
A.b Die Ehefrau A._ des EL-Ansprechers erhob am 17. Januar 2013 Einsprache
gegen diese Abweisungsverfügung ("Mit ihrer Verfügung [...] bin ich als Ehefrau nicht
einverstanden"). Sie führte aus, die Tochter wohne im gleichen Haushalt, befinde sich
immer noch in der ersten Ausbildung, verdiene nichts und sei deshalb nicht in der
Lage, etwas an ihren Unterhalt und an die Mietkosten zu zahlen. Sie selbst habe ihre
Arbeitsstelle wegen einer langdauernden Krankheit im Jahr 2006 verloren. Ihr einziges
Einkommen bestehe in der Invalidenrente der Pensionskasse. Trotz intensiver
Bemühungen bei der Stellensuche habe sie bisher keinen Job gefunden (EL-act. 15).
Sie legte dieser Einsprache Nachweise der persönlichen Arbeitsbemühungen für die
Monate Mai bis und mit Dezember 2012 bei. Diese Bemühungen bestanden in fünf
monatlichen Bewerbungen, die meist schriftlich, dazwischen aber auch nur
telephonisch erfolgt waren. Sie betrafen qualifizierte Stellen im Bereich der Verwaltung
(Sachbearbeiterin, Sekretärin u.ä.). Die EL-Durchführungsstelle wies die Einsprache am
18. März 2013 ab. Zur Begründung führte sie aus, die Tochter habe im Oktober 2012
das 25. Altersjahr vollendet, so dass der Versicherte keinen Kinderrentenanspruch
habe begründen können. Deshalb habe die Tochter nicht in die EL-
Anspruchsberechnung einbezogen werden können. Das habe auch zur Folge gehabt,
dass die entsprechenden Wohnkosten (also ein Drittel der gesamten Wohnkosten)
nicht als Ausgaben hätten angerechnet werden können. Die Arbeitsbemühungen seien
nicht ausreichend intensiv gewesen, da die Einsprecherin nur fünf Bewerbungen pro
Monat gemacht habe, da es sich mehrheitlich um Stellen gehandelt habe, die nicht
ihrem Profil entsprochen hätten, und da es teilweise Blindbewerbungen gewesen seien.
Damit habe die Ehefrau des EL-Ansprechers nicht belegt, dass es ihr unmöglich sei,
ein Erwerbseinkommen zu erzielen. Als hypothetisches Einkommen seien -
entsprechend dem bei der Invaliditätsbemessung ermittelten Invalideneinkommen - Fr.
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51'114.-- anzurechnen. Damit betrage der Einnahmenüberschuss noch Fr. 5'358.--
(2012) bzw. Fr. 5'106.-- (2013).
B.
B.a Die Ehefrau des EL-Ansprechers erhob am 26. April 2013 (Postaufgabe)
Beschwerde gegen den abweisenden Einspracheentscheid. Sie führte aus, vor acht
Jahren, als sie noch voll in den Arbeitsprozess integriert gewesen sei, habe sie noch
ein Erwerbseinkommen in der angerechneten Höhe erzielen können. Im September
2005 habe sich ihr Gesundheitszustand drastisch verschlechtert und das
Arbeitsverhältnis sei wegen der langdauernden Krankheit per 31. Dezember 2006
gekündigt worden. Seit Juni 2012 sei der Gesundheitszustand wieder besser und
seither sei sie ständig auf der Suche nach einer geeigneten Stelle. Tatsächlich habe sie
jeden Monat mehr als die fünf vom RAV verlangten Bewerbungen gemacht. Diese
hätten immer Arbeitsstellen betroffen, die ihrem Profil entsprochen hätten
(Administration, Sekretariat), denn sie sei in den 17 Jahren vor der Erkrankung in
diesem Bereich tätig gewesen. Sie habe keine einzige Blindbewerbung gemacht. Sie
sei schon seit sieben Jahren vollkommen ausserhalb des Berufslebens und mit 55
Jahren habe sie nicht die gleichen Chancen auf dem Arbeitsmarkt wie jüngere
Personen. Ein wichtiger Nachteil sei das letzte Arbeitszeugnis, in dem die Krankheit als
Kündigungsgrund angegeben worden sei. Ihre Versuche, eine Änderung des
Arbeitszeugnisses zu erreichen, seien erfolglos geblieben (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 3. Mai 2013 die Abweisung der Be
schwerde (act. G 3).
B.c Die Ehefrau des EL-Ansprechers wies am 13. Mai 2013 darauf hin, dass sie sich
ständig um eine Arbeitsstelle bemühe, aber aufgrund ihres Alters, der längeren
Abwesenheit vom Arbeitsleben und der mehrjährigen Krankschreibung zu 100% sei es
schwer, eine Stelle zu finden. Das hypothetische Einkommen von Fr. 61'945.-- sei voll
kommen illusorisch (act. G 5). Am 28. Juni 2013 teilte sie mit, dass die Familie vom
Sozialamt unterstützt werde und dass sie nach wie vor keine Arbeitsstelle gefunden
habe. Sie werde jedoch am 19. August 2013 einen sechsmonatigen unentgeltlichen
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Einsatz im C._ beginnen. Sie hoffe, dass dies als Sprungbrett bei der weiteren
Arbeitssuche dienen werde (act. G 8).

Erwägungen
1. Die Abweisungsverfügung vom 28. Dezember 2012 ist zwar dem Ehemann (als
EL-Ansprecher) eröffnet worden. Einsprache erhoben hat aber die Ehefrau und zwar
aus eigenem Recht, nicht als Vertreterin des EL-Ansprechers. Sie ist aufgrund ihres
direkten Interesses an der Zusprache einer Ergänzungsleistung aktivlegitimiert
gewesen. Die Beschwerdegegnerin dürfte im angefochtenen Einspracheentscheid zwar
irrtümlicherweise davon ausgegangen sein, dass der EL-Ansprecher durch seine
Ehefrau vertreten gewesen sei, aber tatsächlich ist dieser Entscheid der Ehefrau als
Einsprecherin eröffnet worden. Ihr direktes Interesse an der Zusprache einer
Ergänzungsleistung bewirkt auch in Bezug auf die Beschwerde das Vorliegen einer
ausreichenden Aktivlegitimation. Die Ehefrau ist also berechtigt gewesen, in eigenem
Namen gegen den abweisenden Einspracheentscheid Beschwerde zu erheben; sie ist
Beschwerdeführerin. Da auch alle anderen formellen Voraussetzungen erfüllt sind, ist
auf die Beschwerde einzutreten.
2. Leben Kinder, die einen Anspruch auf eine Kinderrente begründen, mit den Eltern
zusammen, so erfolgt eine gemeinsame Berechnung der Ergänzungsleistung (Art. 7
Abs. 1 lit. a ELV). Ein Kinderrentenanspruch kann längstens bis zum vollendeten 25.
Altersjahr des Kindes bestehen, auch wenn dessen Ausbildung noch andauert (Art.
22 Abs. 1 i.V.m. Art. 25 Abs. 5 AHVG). Die Tochter des EL-Ansprechers hat das 25.
Altersjahr bereits vollendet. Da der EL-Ansprecher erst ab dem 1. November 2012
einen Anspruch auf eine Altersrente begründet hat, ist kein Kinderrentenanspruch
entstanden. Obwohl die Tochter mit den Eltern zusammengelebt hat, hat sie also
mangels Kinderrentenanspruch nicht in die EL-Anspruchsberechnung ab 1. November
2012 einbezogen werden können. Für sie ist deshalb weder eine Pauschale für die
Krankenkassenprämien noch eine solche für den Lebensbedarf als Ausgabe
angerechnet worden. Ausserdem ist der Eigenmietwert inklusive
Nebenkostenpauschale (analog zum Mietzins) nur zu zwei Dritteln angerechnet worden,
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weil der Mietzinsanteil von nicht in die Anspruchsberechnung einbezogenen, aber im
gleichen Haushalt lebenden Personen nicht abzugsfähig ist (Art. 16c ELV). Das hat sich
allerdings nicht auf die Höhe dieser Ausgabenposition ausgewirkt, weil der
bundesgesetzlich vorgesehene Maximalbetrag von Fr. 15'000.-- (Art. 10 Abs. 1 lit. b
Ziff. 2 ELG) auf jeden Fall bereits bei einer Anrechnung von zwei Dritteln überschritten
gewesen ist. Auf der Einnahmenseite hat sich der Nichteinbezug der Tochter in die
Anspruchsberechnung nicht ausgewirkt, da die Tochter keine Einnahmen erzielt hat.
Der Umstand, dass sie das Wohneigentum des EL-Ansprechers mitgenutzt hat, hat
sich auf Höhe des Eigenmietwerts als Einnahme (Ertrag des unbeweglichen
Vermögens) nicht auswirken können, da hier, anders als auf der Ausgabenseite,
gesetzlich keine Aufteilung vorgesehen ist.
3.
3.1 Einkünfte, auf die verzichtet worden ist, sind als Einnahmen anzurechnen (Art. 11
Abs. 1 lit. g ELG): Dies gilt auch hinsichtlich eines Erwerbseinkommens (Art. 11 Abs. 1
lit. a ELG), sofern ein EL-Ansprecher oder eine in die Anspruchsberechnung einbe
zogene Person fähig und in der Lage ist, die Arbeitsfähigkeit zur Erzielung eines
Erwerbseinkommens einzusetzen, dies aber ganz oder teilweise unterlässt. Im vor
liegenden Fall ist beim EL-Ansprecher, trotz der vorgezogenen Ausrichtung der Alters
rente, eine Unfähigkeit zur Erzielung eines Erwerbseinkommens zu fingieren. Der EL-
Ansprecher selbst verzichtet also nicht auf ein Erwerbseinkommen. Die Beschwerde
führerin ist zwar in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt, aber bei einer Restarbeitsfähig
keit von 80% ist davon auszugehen, dass eine Verwertung möglich ist, dass also eine
geeignete Arbeitsstelle mit einem Beschäftigungsgrad von 80% zu finden ist. Allerdings
ist die Beschwerdeführerin nur dann in der Lage, ein Erwerbseinkommen zu erzielen,
wenn sie eine Arbeitsstelle hat. In Erfüllung ihrer EL-spezifischen Schadenminderungs
pflicht hat sie sich deshalb ernsthaft um eine geeignete Arbeitsstelle zu bemühen. Dazu
gehört nicht nur eine angemessene Zahl von Bewerbungen, sondern auch eine aus
reichende Qualität jeder einzelnen Bewerbung. Würde sich die Beschwerdeführerin
überhaupt nicht, nur in einem ungenügenden Mass oder nicht ernsthaft und sorgfältig
um eine Arbeitsstelle bemühen, wäre der EL-spezifischen Schadenminderungspflicht
nicht oder nur unzureichend Rechnung getragen. In diesem Fall müsste dem EL-
Ansprecher gestützt auf Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG "sanktionshalber" jenes Erwerbsein
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kommen angerechnet werden, das die Beschwerdeführerin erzielen könnte, wenn sie
eine geeignete Arbeitsstelle gefunden hätte.
3.2 Die Beschwerdegegnerin hat im angefochtenen Einspracheentscheid sowohl die
Zahl als auch die Qualität der Bewerbungen der Beschwerdeführerin als ungenügend
bezeichnet. Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hat in seinem Entscheid
vom 10. Oktober 2012 (EL 2012/1) festgehalten, dass gemäss den Weisungen der
Arbeitslosenversicherung fünf bis acht Bewerbungen monatlich ausreichend seien, wo
bei die genaue Zahl im Einzelfall festzulegen sei. Das Gericht hat weiter ausgeführt, es
sei nicht einzusehen, weshalb im EL-Bereich mehr Bewerbungen gefordert werden
müssten. Die Arbeitslosenversicherung habe früher deutlich mehr Bewerbungen pro
Monat verlangt und die Praxis im EL-Bereich habe diese Zahl teilweise sogar noch
erhöht, weil es, anders als bei der Arbeitslosenversicherung, nicht nur um die Über
windung der Arbeitslosigkeit, sondern um die Vermeidung einer im eigentlichen Sinn
existenziellen Notlage gehe. Die Veränderung der Verwaltungspraxis im Bereich der
Arbeitslosenversicherung dürfte insbesondere auf die Erkenntnis zurückzuführen sein,
dass die Zahl der pro Monat ausgeschriebenen Stellen i.d.R. zu tief ist, um die früher
verlangte Zahl von Bewerbungen zu rechtfertigen. In dieser Situation wussten sich die
Arbeitslosen oft nur damit zu behelfen, dass sie, um die notwendige Zahl vorweisen zu
können, auch aussichtslose oder nicht ernst gemeinte Bewerbungen machten. Diese
Erkenntnis ist natürlich auch für den EL-Bereich massgebend, selbst wenn dort
tendenziell von einer etwas höheren Zahl an offenen Arbeitsstellen auszugehen sein
dürfte, weil die Anforderungen an die Zumutbarkeit der Ausübung einer bestimmten
Arbeit eher tiefer sind als in der Arbeitslosenversicherung. Im vorliegenden Fall ist
allerdings zu berücksichtigen, dass die Anzahl der für eine nur noch teilarbeitsfähige
Fachkraft im Bereich Verwaltung/Administration in Frage kommenden offenen Stellen
beschränkt sein dürfte, so dass fünf Bewerbungen monatlich als oberste Grenze zu
betrachten sind. In Bezug auf die Zahl der Bewerbungen kann der Beschwerdeführerin
also keine Verletzung ihrer Bewerbungspflicht vorgeworfen werden, da tatsächlich
jeweils fünf Bewerbungen monatlich erfolgt sind.
3.3 Der von der Beschwerdegegnerin erhobene Vorwurf der mehrheitlich nicht dem
Profil der Beschwerdeführerin entsprechenden Arbeitsstellen ist nicht stichhaltig, denn
diese hat sich meist für Stellen beworben, die ihren beruflichen Fähigkeiten und Er
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fahrungen entsprochen haben. Die Beschwerdegegnerin dürfte irrtümlicherweise davon
ausgegangen sein, dass es sich bei der Beschwerdeführerin um eine Hilfsarbeiterin
handle. Tatsächlich ist sie eine Fachkraft im Bereich Verwaltung/Administration, wie
ihre langjährige Beschäftigung bei der kantonalen Verwaltung zeigt. Klare Hinweise
darauf, dass sie Blindbewerbungen gemacht hätte, lassen sich den Akten nicht
entnehmen. Die Vorwürfe, die Bewerbungen hätten nicht dem beruflichen Profil der
Beschwerdeführerin entsprochen und diese habe teilweise Blindbewerbungen
gemacht, sind also nicht berechtigt. Diesbezüglich erweist sich die Qualität der
Bewerbungen als ausreichend. Da die Bewerbungsschreiben nicht vorliegen, da die
Absagen keinen Aufschluss über den Inhalt der entsprechenden Bewerbungen geben
und da über den Inhalt allfälliger Vorstellungsgespräche nichts bekannt ist, kann die
inhaltliche Qualität der Bewerbungen nicht beurteilt werden. Die Beschwerdeführerin
hat in der Auflistung ihrer Arbeitsbemühungen gelegentlich telephonische
Bewerbungen notiert. Ob eine solche Bewerbung als Arbeitsbemühung im Sinn der EL-
spezifischen Schadenminderungspflicht (Überwindung der Arbeitslosigkeit) qualifiziert
werden kann, ist zweifelhaft, denn mit einem Telephongespräch dürfte im Normalfall
nur zu klären sein, ob eine schriftliche Bewerbung überhaupt sinnvoll ist. Will sich die
Beschwerdegegnerin ausnahmsweise nicht mit den Einträgen in den Listen über die
Arbeitsbemühungen und mit Kopien der Absagen sowie mit telephonischen
"Bewerbungen" begnügen, insbesondere weil sie den Verdacht hegt, dass die
arbeitslose Person sich gar nicht ernsthaft bewerben wolle, so muss sie dieser Person
gestützt auf Art. 21 Abs. 4 ATSG die Auflage erteilen, die Bewerbungsschreiben in
Kopie einzureichen, kurz über den Inhalt allfälliger Bewerbungsgespräche
(insbesondere über den eigentlichen Grund der Absage) zu berichten oder andere
Belege einzureichen sowie ausschliesslich schriftliche Bewerbungen einzureichen.
Dass diese Auflagen im vorliegenden Fall nicht gemacht worden sind, darf nun nicht
dazu führen, dass die Qualität der Bewerbungen unter Verweis auf die fehlende
Aussagekraft der Akten (bzw. im Ergebnis unter Verweis auf die Beweislastverteilung
bei Beweislosigkeit) als unzureichend taxiert wird. Dazu hätte die Beschwerdegegnerin
der Beschwerdeführerin - in Erfüllung ihrer Untersuchungspflicht (Art. 43 Abs. 1 ATSG)
- vorab die Gelegenheit geben müssen, entsprechende Belege nachzureichen. Da
keine Indizien für eine fehlende Arbeitsbereitschaft der Beschwerdeführerin vorliegen
(die über ein Jahr andauernde Arbeitslosigkeit kann ihre Ursache durchaus auch in den
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ungünstigen Verhältnissen, also wohl in erster Linie mit der krankheitsbedingt
eingeschränkten Arbeitsfähigkeit, gehabt haben), ist davon auszugehen, dass die
Bewerbungen überwiegend wahrscheinlich von ausreichender Qualität gewesen sind.
Damit ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin aufgrund einer nicht von ihr zu
verantwortenden Arbeitslosigkeit jedenfalls bis zum Erlass des angefochtenen
Einspracheentscheids daran gehindert gewesen ist, die EL-spezifische
Schadenminderungspflicht zu erfüllen und ein Erwerbseinkommen zu erzielen. Da also
nicht auf Einkünfte aus Erwerbseinkommen verzichtet worden ist, erweist sich die
Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens als rechtswidrig. Die
Beschwerdeführerin ist allerdings darauf hinzuweisen, dass sie sich für körperlich
geeignete Hilfsarbeiten wird bewerben müssen, wenn die Suche nach qualifizierten
Arbeitsstellen weiterhin erfolglos bleiben sollte, denn bei einer längerdauernden
Arbeitslosigkeit ist es der betroffenen Person zumutbar, unqualifizierte Arbeit
auszuüben.
4. Die Sache ist somit zur Anspruchsberechnung ohne hypothetisches
Erwerbseinkommen der Beschwerdeführerin an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Der Beschwerdegegnerin ist es unbenommen zu prüfen, ob die
Beschwerdeführerin im fraglichen Zeitraum andere Einkünfte (insbesondere etwa
Taggelder der Arbeitslosenversicherung) erhalten hat. Sollte die Anspruchsberechnung
einen Ausgabenüberschuss ergeben, wird die Beschwerdegegnerin auch einen
allfälligen Anspruch auf eine ausserordentliche Ergänzungsleistung zu prüfen haben.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP