Decision ID: e696431d-0730-4d2e-9a23-452d01e13915
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherte) war bei der Schulgemeinde B._ mit einem
Pensum von 100 % als Primarlehrerin angestellt und dadurch bei der AXA
Versicherungen AG (nachfolgend: AXA) unfallversichert, als sie am 1. Januar 2003 beim
Skifahren stürzte (vgl. act. A 1 f.). Dabei zog sie sich eine Schulterluxation auf der linken
Seite zu, die durch Fixation in einem Gilchristverband und Physiotherapie behandelt
wurde. Auf bildgebende Untersuchungen wurde damals verzichtet, da die Versicherte
im Zeitpunkt des Sturzes schwanger war (act. M 1). Der Heilungsverlauf gestaltete sich
relativ problemlos (vgl. act. M 1 und M 23; act. A 8) und ab dem 7. April 2003 erlangte
sie wieder die volle Arbeitsfähigkeit als Primarlehrerin (vgl. act. M 3).
A.b Zwischen den Jahren 2003 und 2009 renkte sich die linke Schulter der
Versicherten laut ihren eigenen Angaben einmal beim Schliessen eines Kofferraumes
aus und von selbst wieder ein, während sie sonst keine Schulterprobleme hatte (vgl.
act. A 8).
A.c Im März 2009 erlitt die Versicherte erneut zwei Luxationen der linken Schulter.
Anlässlich einer MRI-Untersuchung vom 12. Mai 2009 zeigte sich eine Labrumläsion
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(act. M 5, M 8 und M 23). Am 24. Juni 2009 meldete die Versicherte bei der AXA den
Rückfall an (act. A 4; vgl. auch act. A 133). Sie war zu diesem Zeitpunkt mit einem
Pensum von 5 Wochenlektionen (ca. 20 %) bei der Schulgemeinde B._ als
Primarlehrerin angestellt (act. A 4; act. M 40 S. 5), während jedoch die Aufstockung des
Pensums auf 7 Wochenlektionen auf das Semester 2009/2010 bereits geplant gewesen
war (vgl. act. A 66).
A.d Am 7. Juli 2009 erfolgte im Spital C._ eine Operation zur Stabilisierung der linken
Schulter (act. M 11). Im postoperativen Verlauf zeigte sich eine vollständige Parese des
linken Armes der Versicherten (vgl. act. M 8, M 10 und M 14). Bei anschliessenden
Untersuchungen wurde eine nahezu komplette Läsion des linken Plexus brachialis
festgestellt (vgl. act. M 14 f.), welche gemäss Dr. med. D._, Arzt Orthopädie des
Spitals C._, vermutlich auf eine falsche Lagerung der Versicherten während der
Operation zurückzuführen war (act. M 8, M 19, M 21 und M 23; vgl. ferner M 12). Nach
der Operation war die Versicherte in ihrem bisherigen Beruf als Primarlehrerin zunächst
zu 100 % arbeitsunfähig (act. M 6 und M 8).
A.e Im Anschluss an die Operation fanden in der Klinik für Neurologie des
Kantonsspitals St. Gallen in regelmässigen Abständen Kontrolluntersuchungen statt
(act. M 13 ff.). Bei der medizinischen Rehabilitation und der beruflichen Reintegration
wurde die
Versicherte ab dem 14. Oktober 2009 durch die E._ AG unterstützt (act. A 15).
Zudem erfolgte eine intensive physiotherapeutische sowie ergotherapeutische
Behandlung (act. M 10 ff.). Die AXA anerkannte ihre Leistungspflicht für die
Heilbehandlungen und entrichtete Taggelder, da sie die notwendigen Behandlungen
der Versicherten auf deren Unfall vom 1. Januar 2003 zurückführte (act. A 6).
Schrittweise gewann die Versicherte in ihrem linken Arm bzw. ihrer linken Hand
Funktionalität und Kraft zurück (vgl. act. M 13 ff.).
A.f Ab August 2010 konnte die Versicherte im Rahmen eines Arbeitsversuchs für ca. 2
Stunden pro Woche bei der Schulgemeinde B._ als Bibliothekarin in der Ausleihe der
Schulbibliothek arbeiten, da bei dieser Arbeit keine Schreibtätigkeiten anfielen (act. A
30 S. 2, A 31, A 33 S. 3, A 36, A 40, A 45 S. 2, A 47 und A 49). Etwas später versuchte
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sie im Rahmen des Arbeitsversuchs Klassen für einzelne Stunden gemeinsam mit
anderen Lehrpersonen zu begleiten bzw. einzelne Unterrichtstätigkeiten selbständig zu
übernehmen (act. A 40, A 45 S. 2, A 47 und A 49). Dabei zeigten sich gemäss dem
Protokoll der Case Managerin vom 14. April 2011 insbesondere Probleme beim
Schreiben, da die Hand unter Anstrengung schnell abgekühlt habe und die Finger
häufig verkrampft hätten, wobei bei zusätzlichen Belastungen wie dem Unterrichten
auch starke Verspannungen in der Hand entstanden seien, welche die Arbeit
eingeschränkt hätten. So hatte die Versicherte laut ihren eigenen Angaben
beispielsweise Mühe beim Schreiben an der Wandtafel oder bei den Korrekturarbeiten.
Auch das Verschieben der Wandtafel war ihr entsprechend dem Protokoll nicht
möglich (vgl. act. A 47). Ab August 2011 konnte sie eine unbefristete Anstellung als
Lehrperson für 4 Wochenlektionen Bibliotheksunterricht mit Kindergartenkindern
(Pensum von 13.2 %) übernehmen (act. A 52, A 54, A 57 ff. und A 74 S. 2). Die
Mitarbeit in der Bibliotheksausleihe mit einem Pensum von 4.95 % behielt sie bei (act.
A 49, A 52, A 54, A 58 ff. und A 74 S. 2). Laut Anstellungsverfügung vom 19.
September 2011 übernahm sie zudem noch eine befristete Lektion (act. A 57). Dem
Protokoll über die Case Management-Konferenz vom 27. Februar 2012 ist zu
entnehmen, dass sich Herr F._, der Schulleiter der Primarschule B._, und die
Versicherte über Optionen bezüglich beruflicher Neuorientierung unterhalten hatten, da
eine Rückkehr zum ordentlichen Klassenunterricht infolge der gesundheitlichen Defizite
als sehr erschwert betrachtet wurde. Angedacht wurden Begabtenförderung in kleinen
Gruppen oder Englischunterricht, wobei bei diesen Varianten eine Zusatzausbildung
notwendig sei (vgl. act. A 74/2). Am 9. März 2012 wurde durch die IV-Stelle allerdings
entschieden, dass die Versicherte keinen Anspruch auf berufliche Massnahmen habe
(vgl. act. A 75). In einem Case Management-Bericht vom 29. Oktober 2012 heisst es,
dass die Versicherte neben der Arbeit als Bibliothekarin von ca. 2 Arbeitsstunden pro
Woche noch 6 Lektionen à 1.7 Stunden unterrichte, wobei es sich bei 2 Lektionen um
eine Mutterschaftsstellvertretung für Deutsch für Fremdsprachige in einer Kleinklasse
handle. Sie komme insgesamt auf ca. 12.2 Stunden, was einem Pensum von ca. 30 %
entspreche (act. A 90 S. 2; vgl. auch act. M 37). Einem Case Management-Bericht vom
25. Februar 2013 ist sodann zu entnehmen, dass die Versicherte 7 Lektionen à 1.7
Stunden unterrichte, wobei die 2 Lektionen Mutterschaftsvertretung bald auslaufen
würden. Allerdings könne die Versicherte nun für 2 bis 3 Lektionen pro Woche einem
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Jungen Deutsch unterrichten (act. A 93). In einem Verlaufsbericht vom 23. September
2013 ist zu lesen, dass die Versicherte aktuell 4 Lektionen im Kindergarten und 2.5
Lektionen Deutsch für fremdsprachige Kinder unterrichte und im Umfang von ca. 3
Stunden pro Woche das Bibliothekspensum inne habe (act. A 106). Ab August 2014
unterrichtete die Versicherte gemäss einer Telefonnotiz der AXA 4 Unterrichtslektionen
(wohl die Bibliotheksstunden für Kindergartenkinder) und 6 Lektionen Deutsch für
Fremdsprachige und war für 2 Stunden pro Woche für die Bibliotheksbetreuung
zuständig (act. A 131).
A.g Im Auftrag der AXA wurde die Versicherte am 20. November 2014 durch Dr. med.
G._, FMH Neurologie, des NeuroZentrums H._ neurologisch untersucht. In seinem
falsch datierten Gutachten vom 18. November 2014 stellte Dr. G._ als Diagnose mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine residuelle leichte distal-betonte
sensomotorische Armparese links (act. M 40 S. 7 f.). Er führte die neurologischen
Befunde auf das Unfallereignis vom 1. Januar 2003 zurück, da er davon ausging, dass
es ohne dieses auch nicht zu der Operation vom 7. Juli 2009 gekommen wäre (act. M
40 S. 8). Er beschrieb im Gutachten eine ca. 50%ige Einschränkung am linken Arm der
Versicherten beim Hantieren mit schwereren Gegenständen oder Lasten, insbesondere
wenn das Hantieren repetitiv sei oder über längere Zeit andauere. Beim leichten Heben
und Tragen bzw. der Feinmotorik nahm der Gutachter eine Einschränkung am linken
Arm um ca. 20 % an. Beim mittelschweren Heben und Tragen statuierte er eine
Einschränkung am linken Arm um ca. 50 %. Bei schwerem Heben und Tragen oder
grobmanuellen Tätigkeiten schätzte er die Einschränkung am linken Arm der
Versicherten auf 100 % ein. Insgesamt sei es ihr noch möglich, mit dem linken Arm
Lasten bis zu ca. 10 Kilogramm zu tragen, jedoch nur für sehr kurze Zeit. Bei Arbeiten
über Brust- oder Kopfhöhe sei aufgrund der neurologischen Defizite eine
Einschränkung leichten Ausmasses anzunehmen, sofern es sich um leichte Arbeiten
mit leichtem Gewicht handle. Schwerere Arbeiten mit grösseren Gewichten über dem
Lenden- und Brustbereich oder über Kopfhöhe seien der Versicherten mit dem linken
Arm nicht zuzumuten. In adaptierter Tätigkeit als Primarlehrerin sei der Versicherten ein
Vollzeitpensum zumutbar. In nicht adaptierter Tätigkeit als Primarlehrerin sei von einer
Einschränkung eines Vollzeitpensums um 30-50 % auszugehen, wobei ein
Arbeitsversuch notwendig wäre, um dies genauer zu quantifizieren. Zusätzlich zur
zeitlichen Einschränkung bestehe hinsichtlich des linken Arms auch eine
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leistungsmässige Einbusse, die er auf 30-50 % schätze. Die Fortführung der
Physiotherapie erachtete er als geeignet und notwendig, um den erreichten
neurologischen Funktionszustand des linken Armes zu erhalten, während er es eher
nicht als wahrscheinlich bezeichnete, dass die Therapie den Gesundheitszustand noch
namhaft und effektiv verbessern könne (act. M 40 S. 9 f.; act. A 137 S. 9 f.).
A.h Mit Verfügung vom 27. März 2015 stellte die AXA die Pflegeleistungen und
Kostenvergütungen – vorbehältlich Rückfälle und Spätfolgen – per 31. März 2015 ein.
Mit gleicher Verfügung sprach sie der Versicherten eine Integritätsentschädigung in der
Höhe von Fr. 21‘360.-- zu und verneinte den Anspruch auf eine Invalidenrente (act. A
135 S. 3 und A 137 S. 3).
B.
Dagegen erhob die anwaltlich vertretene Versicherte am 12. Mai 2015 Einsprache, in
welcher sie festhielt, dass die Verfügung vom 27. März 2015 hinsichtlich der
Integritätsentschädigung anerkannt werde. Im Übrigen sei die Verfügung aufzuheben
und die Vorinstanz anzuweisen, die gesetzlich vorgesehenen Leistungen zu erbringen.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Vorinstanz (act. A 138 S.
2). Die AXA wies die Einsprache mit Einspracheentscheid vom 25. Oktober 2016 ab
(act. G 1.1).
C.
C.a Mit Eingabe vom 25. November 2016 erhob die Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführerin), vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Simone Schmucki, St.
Gallen, die vorliegend zu beurteilende Beschwerde (act. G 1). Sie beantragt darin, dass
der Einspracheentscheid vom 25. Oktober 2016 aufzuheben und die AXA (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) anzuweisen sei, die gesetzlich vorgesehenen Leistungen zu
erbringen, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der
Beschwerdegegnerin (act. G 1 S. 2).
C.b Am 20. Februar 2017 reichte die Beschwerdegegnerin, vertreten durch
Rechtsanwalt lic. iur. utr. Serge Karrer, Emmenbrücke, ihre Beschwerdeantwort samt
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Akten ein (act. G 5). Darin beantragt sie die Abweisung der Beschwerde unter Kosten-
und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdeführerin (act. G 5 S. 2).
C.c Mit Eingabe vom 30. Juni 2017 erstattete die Beschwerdeführerin ihre Replik, worin
sie an den gestellten Anträgen festhielt (act. G 11).
C.d Am 29. September 2017 reichte die Beschwerdegegnerin ihre Duplik ein, in
welcher sie ebenfalls an den gestellten Anträgen festhielt (act. G 15).

Erwägungen
1.
Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung
(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur
Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die
sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem
Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden,
nachdem ein Rückfall aus dem Jahr 2009 zur Diskussion steht, die bis 31. Dezember
2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.
2.
Gegenstand dieses Verfahrens ist die Frage, ob die Beschwerdeführerin aufgrund der
unstreitig bestehenden Restfolgen des Unfalles vom 1. Januar 2003 bzw. der wegen
eines Rückfalls durchgeführten Operation vom 7. Juli 2009 (vgl. act. G 5, G 15 und G
1.3) einen Anspruch auf eine Invalidenrente hat (vgl. act. G 1 S. 3 ff.). Ausdrücklich
anerkannt hat die Beschwerdeführerin die ihr zugesprochene Integritätsentschädigung
(vgl. act. A 138 S. 2). Demnach ist davon auszugehen, dass auch der von der
Beschwerdegegnerin vorgenommene Fallabschluss per 31. März 2015 (vgl. act. A 137
S. 3; act. G 1.1) von der Beschwerdeführerin nicht beanstandet wird, zumal sie in ihrer
Beschwerde nichts Gegenteiliges vorbringt (vgl. Art. 19 Abs. 1 UVG; vgl. act. G 1) und
die Einschätzung, der medizinische Endzustand sei auf dieses Datum hin erreicht
gewesen, zutreffend erscheint. Weiter zu prüfen ist jedoch, ob die Beschwerdeführerin
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gegenüber der Beschwerdegegnerin auch nach Fallabschluss weiterhin Anspruch auf
Heilbehandlungen hat (vgl. act. G 1 S. 4 f.).
3.
Ist die versicherte Person infolge des Unfalls mindestens zu 10 % invalid, so hat sie
Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Grad der für den
Rentenanspruch massgebenden Invalidität ist gemäss Art. 16 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) durch
einen Einkommensvergleich zu ermitteln, bei dem das Einkommen, das die versicherte
Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen
Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare
Tätigkeit auf dem ausgeglichenen allgemeinen Arbeitsmarkt erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Erwerbseinkommen, das sie
erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Begriff
des ausgeglichenen Arbeitsmarktes gemäss Art. 16 ATSG ist ein theoretischer und
abstrakter Begriff, welcher die konkrete Arbeitsmarktlage nicht berücksichtigt (BGE 134
V 70 f. E. 4.2.1). Er umschliesst einerseits ein gewisses Gleichgewicht zwischen dem
Angebot von Stellen und der Nachfrage nach solchen. Andererseits bezeichnet er einen
Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen
offenhält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und
intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes (BGE
110 V 276 E. 4b; Urteil des Bundesgerichts vom 28. November 2014, 9C_485/2014, E.
2.2; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007:
Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 3. Dezember 2003, I 349/01, mit
Hinweisen). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte
Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen mit einem
sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers gerechnet werden kann (Urteil
des Bundesgerichts vom 28. November 2014, 9C_485/2014, E. 2.2 mit Hinweis auf
Urteil vom 29. August 2007, 9C_95/2007, E. 4.3). Grundlage der Bemessung des
Invalideneinkommens bilden die Arbeitsfähigkeitsgradschätzung und die
Umschreibung der trotz der Gesundheitsbeeinträchtigung noch möglichen und
zumutbaren Tätigkeiten. Um das Ausmass der Arbeitsfähigkeit beurteilen zu können, ist
die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die
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ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben.
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und
dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Für das gesamte
Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben die urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne
Bindung an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen
und alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen
und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige
Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts
eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben
worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der
Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweis)
4.
Zunächst gilt es demnach zu prüfen, ob der Arbeitsfähigkeitsgrad aufgrund der
vorhandenen medizinischen Aktenlage bestimmt werden kann.
4.1 Die Beschwerdegegnerin stützt sich für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin im Wesentlichen auf das Gutachten des Neurozentrums H._. Sie
stellt sich auf den Standpunkt, dass der Beschwerdeführerin gemäss dem Gutachten
ein Vollzeitpensum in einer adaptierten Tätigkeit als Primarlehrerin bzw. in einer den
Unfallfolgen angepassten Tätigkeit zumutbar sei (act. G 5 S. 3). Die
Beschwerdeführerin ist demgegenüber der Ansicht, dass sich Ziff. 7.2 und 7.3 des
Gutachtens des Neurozentrums H._ widersprechen würden. Das Gutachten werde
von ihr und der Beschwerdegegnerin jeweils anders interpretiert und sei nicht
schlüssig. Jedenfalls ergebe sich aus der Zusammenschau der in Ziff. 7 des
Gutachtens erfolgten Ausführungen zur Arbeitsfähigkeit, dass sie als Primarlehrerin
noch zwischen 30 und 50 % arbeitsfähig wäre, jedoch in einer adaptierten Tätigkeit
ebenso eingeschränkt sei. Wenn man letzte Klarheit über die Höhe der Arbeitsfähigkeit
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erlangen wollte, müsste diesbezüglich beim Gutachter nachgefragt oder nochmals eine
medizinische Expertise eingeholt werden (act. G 1 S. 3 f.)
4.2 Das neurologische Gutachten des Neurozentrums H._ basiert auf eigenen
Untersuchungen und berücksichtigt auch die von der Beschwerdeführerin beklagten
Beschwerden. Ferner ist es in Kenntnis der Vorakten erstellt worden und es erscheint
für die streitigen Belange umfassend. Es gibt keine Anhaltspunkte, dass objektiv
wesentliche Tatsachen ausser Acht gelassen worden sind (vgl. act. G 1.3). Sodann
geht aus dem Gutachten deutlich hervor, dass der Gutachter der Beschwerdeführerin
ein Vollzeitpensum als Primarlehrerin zumutet, sofern die Arbeit ihren Einschränkungen
entsprechend angepasst ist (act. G 1.3 S. 9 f. Ziff. 7.2 und S. 10 Ziff. 7.3), wobei er die
aktuell ausgeübten Tätigkeiten als optimal angepasst erachtet (vgl. act. G 1.3 S. 9 Ziff.
7.1). Die Annahme der Zumutbarkeit eines zeitlichen Vollpensums in adaptierter
Tätigkeit deckt sich, wie die Beschwerdegegnerin zu Recht vorbringt (act. G 5 S. 3),
auch mit der im Gutachten festgehaltenen subjektiven Einschätzung der
Beschwerdeführerin, wonach ihre Arbeitsfähigkeit in der aktuellen Tätigkeit, welche auf
die neurologisch bedingte Funktionseinschränkung des linken Armes angepasst sei,
bei 100 % liege (act. G 1.3 S. 7 Ziff. 2.3). In der Replik bringt die Beschwerdeführerin
zwar vor, diese Aussage von ihr sei so zu verstehen, dass sie die im Zeitpunkt des
Gutachtens ausgeführte adaptierte Tätigkeit mit einem Pensum von 38 % als 100 %
ausführbar betrachtet habe (act. G 11 S. 4). Dieser Interpretation kann jedoch nicht
gefolgt werden, ist doch dem Gutachten auch zu entnehmen, dass ihr aktuelles
Wunschpensum familienbedingt bei 50 % liege und sie ihr Pensum längerfristig auf ca.
80 % steigern möchte, ohne dass dabei nach ihrem eigenen Dafürhalten
gesundheitliche Gründe im Weg zu stehen scheinen (act. G 1.3 S. 5). Aus den übrigen
Akten ist ebenfalls zu schliessen, dass eine Steigerung des Pensums der adaptierten
Tätigkeiten in erster Linie aufgrund mangelnder Nachfrage seitens der Schulgemeinde
B._ und nicht etwa aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich ist (bzw. wegen des
familienbedingten Wunschpensums nicht erfolgt; vgl. act. G 1.5 S. 2). Soweit die
Beschwerdeführerin weiter einwendet, dass sie nicht in der Lage sei, ein
Vollzeitpensum als Primarlehrerin zu leisten, da sie selbst in feinmotorischen Aktivitäten
eingeschränkt sei (vgl. act. G 1 S. 4) und sie demnach beispielsweise nicht an der
Wandtafel schreiben könne, keinen Sportunterricht geben könne und somit auch eine
Tätigkeit als klassenverantwortliche Lehrperson wegfalle (vgl. act. G 11 S. 2 f.), ist dem
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entgegenzuhalten, dass sich der Gutachter ihrer Einschränkungen am linken Arm bzw.
der linken Hand durchaus bewusst gewesen zu sein scheint (vgl. act. G 1.3 S. 9 Ziff.
7.1 f.). Er beschreibt im Gutachten Einschränkungen des linken Arms im Bereich der
Motorik und insbesondere beim Tragen von schwereren Lasten sowie bei Arbeiten über
Brust- und Kopfhöhe (vgl. act. G 1.3 S. 9 Ziff. 7.1.1). Allerdings nimmt er an, dass sie
eine diesen Einschränkungen entsprechend angepasste Tätigkeit als Primarlehrerin zu
100 % ausüben kann (vgl. act. G 1.3 S. 9 Ziff. 7.1, 7.2 und 7.3). Nach der allgemeinen
Lebenserfahrung ist auch davon auszugehen, dass der ausgeglichene Arbeitsmarkt
Tätigkeiten für Primarlehrerinnen bereithält, bei welchen den vorhandenen
Einschränkungen Rechnung getragen werden kann. So gibt es beispielsweise Stellen,
an denen moderne, elektronische Tafeln zur Verfügung stehen, sodass kein Schreiben
an der klassischen Wandtafel mehr erforderlich ist. Auch werden Stellen zu finden sein,
bei welchen kein Turnunterricht zu geben ist oder bei welchen dieser von einer anderen
Lehrperson übernommen wird. Der Bemessung des zumutbaren Invalideneinkommens
ist also eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit als
Primarlehrerin zu Grunde zu legen. Ferner ist nicht davon auszugehen, dass die
adaptierten Tätigkeiten auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt schlechter entlöhnt
werden als Stellen, bei welchen beispielsweise noch mit einer Wandtafel gearbeitet
wird. Dabei ist nicht wesentlich, ob die Schulgemeinde B._ über ein solches
Stellenangebot verfügt. Massgebend ist der ausgeglichene Arbeitsmarkt. Wie der
vorliegende Fall zeigt, bietet aber auch die Schulgemeinde B._ ein gewisses
Spektrum an adaptierten Tätigkeiten, welche die Beschwerdeführerin mit gleicher
Entlöhnung wie als Primarlehrerin ausüben kann, wobei eine Soziallohnkomponente
seitens des Schulleiters ausdrücklich verneint wird (vgl. act. G 1.5 S. 2). Eine
Erwerbseinbusse könnte der Beschwerdeführerin allerdings noch dadurch entstanden
sein, dass sie aufgrund des unfallbedingten Arbeitsunterbruchs in ihrer Lehrtätigkeit
einen Anstieg in den Besoldungsstufen verpasst hat. Wie aus einer von ihrer
Arbeitgeberin eingereichten Lohntabelle hervorgeht, befindet sich die
Beschwerdeführerin aktuell in der Besoldungsstufe C 3, während sie bei ihrer Karriere
ohne Unfall voraussichtlich Stufe C 4 erreicht hätte (vgl. act. G 1.4). Ob dieser
verpasste Stufenanstieg auf den Unfall zurückzuführen ist, oder seine Ursache
beispielsweise in der familienbedingten Reduktion des Beschäftigungsgrades hat, lässt
sich den Akten nicht eindeutig entnehmen, kann jedoch offenbleiben. Denn ein
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Vergleich der beiden Jahreseinkommen der Stufen C 3 und C 4 für eine
Primarlehrerinnentätigkeit mit einem Pensum von 100 % macht deutlich, dass die
Erwerbseinbusse unter 10 % liegen würde (vgl. act. G 1.4), weshalb sich alleine aus
diesem verpassten Stufenanstieg ohnehin kein Rentenanspruch ableiten lässt. Nach
dem Gesagten ist ein rentenbegründender Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin
vorliegend zu verneinen.
5.
Zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdeführerin auch nach Fallabschluss weiterhin
Anspruch auf Heilbehandlungen hat.
5.1 Gemäss Art. 19 Abs. 1 UVG entsteht der Rentenanspruch, wenn von der
Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Verbesserung des
Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann und allfällige
Eingliederungsmassnahmen der IV abgeschlossen sind. Sodann fallen mit dem
Rentenbeginn die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen grundsätzlich dahin (Art.
19 Abs. 1 Satz 2 UVG). Nach Festsetzung einer Rente sind dem Rentenbezüger oder
der Rentenbezügerin die Pflegeleistungen und Kostenvergütungen grundsätzlich nur
noch in den von Art. 21 Abs. 1 UVG umschriebenen Konstellationen zu gewähren.
Unter anderem besteht eine Leistungspflicht weiter, wenn die rentenbeziehende
versicherte Person zur Erhaltung der verbliebenen Erwerbsfähigkeit dauernd der
Behandlung und Pflege bedarf (vgl. Art. 21 Abs. 1 lit. c UVG). Gemäss der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung bezieht sich Art. 21 Abs. 1 lit. c UVG allerdings
lediglich auf Fälle, bei welchen eine Person eine Rente bezieht und gleichzeitig noch
erwerbsfähig ist. Für versicherte Personen, welchen gar nie eine Rente zugesprochen
worden ist, weil sie keine oder eine sehr geringe Erwerbsunfähigkeit aufweisen, besteht
nach dieser Rechtsprechung keine über den rentenausschliessenden Fallabschluss
hinausgehende Leistungspflicht des Unfallversicherers für den status quo erhaltende
Heilbehandlungen (Urteil des Bundesgerichts vom 16. September 2011, 8C_191/2011,
E. 5; vgl. ferner BGE 143 V 148).
5.2 Gemäss Ziff. 8.1 des Gutachtens des Neurozentrums H._ ist die Fortführung der
Physiotherapie im Umfang von einer Therapiestunde pro zwei Wochen geeignet, den
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aktuell erreichten neurologischen Funktionszustand des linken Armes zu erhalten (vgl.
act. G 1.3 S. 10). Auch dem Bericht vom 7. November 2013 der Klinik für Neurologie
des Kantonsspitals St. Gallen zum Konsil vom 5. November 2013 ist zu entnehmen,
dass die gezielte Physiotherapie wichtig ist, um muskuläre Verspannungen, die durch
eine Überkompensation der Muskulatur entstehen, zu behandeln und die
Funktionsfähigkeit der Hand optimal aufrecht erhalten zu können (vgl. act. M 39 S. 3).
Es ist demnach davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin auf unbestimmte Zeit
auf weitere Heilbehandlungen in Form von Physiotherapie angewiesen ist, um den
Funktionszustand ihrer linken Hand bzw. des Armes und damit ihre Arbeitsfähigkeit in
adaptierter Tätigkeit aufrechterhalten zu können. Mit anderen Worten bedarf die
Beschwerdeführerin zur Erhaltung der verbliebenen Erwerbsfähigkeit dauernd der
Pflege und Behandlung im Sinne von Art. 21 Abs. 1 lit. c UVG. Aufgrund des zu
verneinenden Rentenanspruchs kommt diese Bestimmung nach der oben zitierten
Rechtsprechung vorliegend jedoch nicht zur Anwendung. Ein Anspruch gegenüber der
Beschwerdegegnerin auf über den Fallabschluss hinaus¬gehende
Physiotherapiebehandlungen besteht somit nicht.
6.
Die Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin keinen
Anspruch auf eine Parteientschädigung. Dies gilt aufgrund der Kostenlosigkeit des
Verfahrens (vgl. Art. 61 lit. a ATSG) auch für die anwaltlich vertretene
Beschwerdegegnerin.