Decision ID: 07beb6b6-7301-5fd6-9151-72763ee66369
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Die J.E. AG ist Eigentümerin des Grundstücks Nr. 000, A., das der Gewerbe-
Industriezone zugeschieden ist. Die Parzelle ist mit den Gebäuden Assek.-Nrn. 000,
000 und 000 überbaut. Die J.E. AG stellt dort Verbrennungsanlagen für Spitäler her,
welche im Anschluss daran im Ausland montiert werden. Die Parzelle wird vom G-Bach
durchquert. Im nördlichsten, rund 15 m langen Abschnitt fliesst der Bach offen,
anschliessend ist er auf einer Länge von rund 75 m eingedolt. Er unterquert das
Gebäude Assek.-Nr. 000 sowie die südlich des Grundstücks Nr. 589 verlaufende M-
Strasse, eine Gemeindestrasse zweiter Klasse.
Die Politische Gemeinde A. ist Eigentümerin des unüberbauten Grundstücks Nr. 718.
Die Parzelle liegt in der Wohn-Gewerbezone WG3. Sie grenzt im Westen an das
Grundstück Nr. 000 der J.E. AG, im Süden und im Osten an die M-Strasse.
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B./ In der Vergangenheit führte der G-Bach immer wieder zu Überschwemmungen.
Ursache sind die zu
kleinen Gerinnequerschnitte und eingedolte Bachbereiche. Am 23. Dezember 2005
genehmigte das Baudepartement ein vom Tiefbauamt erarbeitetes Projekt für die
Verbauung des G-Bachs und der M.. Es sieht vor, dass der G-Bach im östlichen
Grenzbereich des Grundstücks Nr. 000 offen fliesst. Am 10. Januar 2006 genehmigte
die Regierung dafür einen Kantonsbeitrag von 29 Prozent an die anrechenbaren Kosten
von Fr. 197'200.—- (RB 2006/28). Die nach Art. 37 Abs. 1 des Wasserbaugesetzes
(sGS 734.11, abgekürzt WBG) vorgesehene öffentliche Auflage des Projekts ist noch
nicht erfolgt.
C./ Am 27. Juni 2007 reichte die Politische Gemeinde A. ein Baugesuch für ein
Werkgebäude mit Entsorgungspark auf dem Grundstück Nr. 718 ein. Das Projekt
wurde in der Zeit vom 5. Juli bis 18. Juli 2007 öffentlich aufgelegt. Am 18. Juli 2007
erhob die J.E. AG Einsprache beim Gemeinderat A. und stellte die Rechtsbegehren, die
Einsprache sei gutzuheissen und die Baubewilligung sei zu verweigern. Sodann
beantragte die J.E. AG, der Gemeinderat Wessen habe in corpore in den Ausstand zu
treten, weil er in eigener Sache entscheiden müsste, was einen unzulässigen
Interessenkonflikt darstelle. Weiter machte sie geltend, vorab sei das
Planauflageverfahren nach WBG durchzuführen. Zur Begründung führte die J.E. AG
aus, was die Sanierung des G-Bachs anbetreffe seien zwei Varianten ausgearbeitet
worden. Sie widersetze sich der Variante 1 und müsse die Möglichkeit haben, ihren
Standpunkt im Rahmen des Planauflageverfahrens nach WBG zu vertreten.
Am 28. April 2008 wies der Gemeinderat A. die Einsprache der J.E. AG ab und erteilte
die Baubewilligung. Was das Ausstandsbegehren anbetrifft, führte er aus,
Ausstandsregeln würden nur für natürliche Personen gelten, nicht aber für Behörden.
Sodann sei das Vorhaben bewilligungsfähig, zumal das Tiefbauamt mit Schreiben vom
18. März 2008 bestätigt habe, dass es mit dem Wasserbauprojekt in Einklang stehe.
Die Abstände von 9 m für Bauten und 5 m für Anlagen seien eingehalten.
D./ Am 23. Mai 2008 erhob die J.E. AG gegen den Entscheid des Gemeinderats A. vom
28. April 2008 Rekurs beim Baudepartement. Sie stellte das Rechtsbegehren, der
angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die Baubewilligung für ein Werkgebäude
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mit Entsorgungspark auf dem Grundstück Nr. 718, M-Strasse, A., sei zu verweigern.
Zur Begründung machte sie geltend, der Gemeinderat A. habe in eigener Sache
entschieden, weshalb ihr Rechtsschutz in untragbarer Weise verletzt worden sei.
Sodann präjudiziere das Bauvorhaben die Bachsanierung, indem nur noch die
Verlegung des Gerinnes auf die Grenze zwischen den Grundstücken Nrn. 589 und 718
in Frage komme. Die Verwirklichung dieser Variante bedeute aber einen massiven
Eingriff in ihre schutzwürdigen Interessen, weil damit ein erheblicher Verlust von
Arbeitsfläche verbunden wäre.
Am 4. November 2008 wies das Baudepartement den Rekurs der J.E. AG ab. Der
Entscheid wird im Wesentlichen damit begründet, die Rekurrentin habe ihre Einwände
gegen das Bauvorhaben vor der nach Gesetz zuständigen Behörde vorbringen können.
Sodann erweise sich die Rüge als unbegründet, der Gemeinderat A. habe die Pflicht
zur Verfahrenskoordination verletzt, weil er die Baubewilligung erteilt habe, obschon
das Wasserbauprojekt noch nicht öffentlich aufgelegt worden sei.
E./ Am 20. November 2008 erhob die J.E. AG gegen den Entscheid des
Baudepartements vom 4. November 2008 Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Sie
stellte das Rechtsbegehren, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die
Baubewilligung für ein Werkgebäude auf dem Grundstück Nr. 718, M-Strasse, A., sei
zu verweigern.
Das Baudepartement nahm am 23. Dezember 2008 Stellung und beantragte, die
Beschwerde sei abzuweisen. Der Gemeinderat A. liess sich am 12. Januar 2009
vernehmen und hielt ebenfalls dafür, der Beschwerde sei keine Folge zu geben. Die
J.E. AG hat von der Möglichkeit, sich zu neuen tatsächlichen und rechtlichen
Argumenten zu äussern, keinen Gebrauch gemacht.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache befugt (Art. 59bis Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Sodann hat
die J.E. AG ein eigenes schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung des
angefochtenen Entscheids (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Weiter
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wurde die Beschwerde vom 20. November 2008 innert Frist eingereicht, und sie
entspricht formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP).
Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2. Die Beschwerdeführerin wirft der Vorinstanz sinngemäss vor, sie hätte den Entscheid
der Beschwerdebeteiligten vom 28. April 2008 aufheben müssen, weil er unter
Missachtung von Ausstandsvorschriften gefällt worden sei, was eine formelle
Rechtsverweigerung darstelle. Die Rüge wird damit begründet, der Zweck der
Ausstandspflicht bestehe darin, jede Befangenheit oder Interessenkollision zu
vermeiden. Diese Verfahrensgarantie ergebe sich aus Art. 29 Abs. 1 der
Bundesverfassung (SR 101, abgekürzt BV) sowie aus Art. 6 Ziff. 1 der Europäischen
Menschenrechtskonvention (SR 0.101, abgekürzt EMRK). Sie habe im Rahmen des
Einspracheverfahrens ein Ausstandsbegehren gestellt, weshalb gestützt auf Art. 7 Abs.
3 VRP entweder die Gesamtbehörde in Abwesenheit des Betroffenen oder die
Aufsichtsinstanz darüber hätte entscheiden müssen, was vorliegend unterblieben sei.
Der Gemeindepräsident habe das Ausstandsbegehren zusammen mit dem
Gemeinderatsschreiber abgewiesen. Die Tatsache, dass das Begehren weder
offensichtlich unzulässig noch unbegründet sei, führe dazu, dass der angefochtene
Entscheid aufgehoben werden müsse. Der Gemeinderat verfüge über weites
Ermessen, weshalb nicht ohne weiteres davon ausgegangen werden könne, die
Beurteilung der Einsprache durch einen oder mehrere Stellvertreter bzw. durch eine
andere unabhängige, eventuell ausserkantonale Stelle wäre in gleicher Weise
ausgefallen.
Demgegenüber stellt sich die Vorinstanz auf den Standpunkt, weil sich das
Ausstandsbegehren der Beschwerdeführerin nicht gegen einzelne Mitglieder des
Gemeinderats der Beschwerdebeteiligten gerichtet habe, sondern gegen die Behörde
als solche, bestehe gestützt auf Art. 29 Abs. 1 BV und Art. 7 Abs. 1 VRP kein Anspruch
auf Ausstand. Sodann habe der Gemeinderat ihm gesetzlich übertragene Aufgaben
wahrgenommen, zum einen als zur Vertretung der politischen Gemeinde berufene
Behörde, zum anderen als zuständige Entscheidbehörde. Hinzu komme, dass das
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Baugrundstück im Eigentum der Beschwerdebeteiligten stehe und kein Mitglied des
Gemeinderats daran dinglich oder obligatorisch berechtigt sei.
2.1. Als Exekutivbehörde ist der Gemeinderat kein Gericht im Sinn von Art. 6 Ziff. 1
EMRK bzw. Art. 30 Abs. 1 BV, auch wenn er in bestimmten Bereichen die Kompetenz
hat, Recht zu sprechen. Ein Gericht im Sinn der EMRK bzw. der BV ist eine zur
Rechtsprechung zuständige, von der Exekutive und der Legislative unabhängige,
unparteiische und unbefangene, nur dem Recht verpflichtete Behörde (Frowein/
Peukert, Europäische Menschenrechtskonvention, EMRK-Kommentar, 2. Aufl., Kehl/
Strassburg/Arlington 1996, N 122 zu Art. 6 EMRK; vgl. auch Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St Gallen 2003, Rz. 181 ff. mit
Hinweisen). Wann Mitglieder einer Administrativbehörde in den Ausstand zu treten
haben, bestimmt sich ausschliesslich nach Art. 29 Abs. 1 BV und nach dem kantonalen
Verfahrensrecht (Urteil des Bundesgerichts vom 20. Juni 2000, 1P.426/1999, in: ZBl
2002/36 ff.).
2.2. Nach Art. 29 Abs. 1 BV hat jede Person in Verfahren vor Gerichts- und
Verwaltungsinstanzen Anspruch auf gleiche und gerechte Behandlung. Verlangt wird,
dass die Entscheidbehörde in bestimmtem Mass unvoreingenommen ist. Zu
berücksichtigen ist indessen, dass Verwaltungsbehörden nicht nur zur neutralen
Rechtsanwendung berufen sind, sondern dass sie auch öffentliche Aufgaben erfüllen.
Sie sind oftmals Partei und in eine Verwaltungsorganisation eingebunden. Von daher
können sie beim Erlass von Verfügungen nicht im eigentlichen Sinn als unparteiisch
bezeichnet werden (Steinmann, in: St. Galler Kommentar zu Art. 29 BV, Rz. 18 mit
Hinweis auf BGE 124 I 274 E. 3e). Sodann gelten die aus Art. 29 Abs. 1 BV fliessenden
Ausstandsregeln nach bisheriger, allerdings kritisierter Rechtsprechung des
Bundesgerichts (vgl. dazu Kölz/Häner, Verwaltungsverfahren und
Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, Rz. 253) nur für einzelne
Mitglieder einer Behörde, nicht aber für eine Behörde als solche (Cavelti/Vögeli, a.a.O.,
Rz. 180 mit Hinweis auf BGE 105 Ib 301 und Imboden/Rhinow, Schweizerische
Verwaltungsrechtsprechung, Basel 1986, Nr. 90 B.I.). Während Behördemitglieder bei
Sachgeschäften, an denen sie persönlich interessiert sind, wegen objektiven Anscheins
der Befangenheit in den Ausstand zu treten haben (vgl. indessen Urteil des
Bundesgerichts vom 9. Mai 1979, in: ZBl 1979/488), hat das Bundesgericht sodann
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wiederholt entschieden, bei der Wahrung öffentlicher Interessen bestehe grundsätzlich
keine Ausstandspflicht (Urteil des Bundesgerichts vom 20. Juni 2000, 1P.426/1999 in:
ZBl 2002/37 mit Hinweis auf ein Urteil des Bundesgerichts vom 14. Februar 1997, 2A.
364/1995, in: ZBl 1998/292 mit zahlreichen Hinweisen).
2.3. Das kantonale Recht regelt den Ausstand in Art. 7 VRP. Nach Art. 7 Abs. 1 VRP
haben Behördemitglieder, Beamte, öffentliche Angestellte und amtlich bestellte
Sachverständige von sich aus in den Ausstand zu treten, wenn sie an der
Angelegenheit persönlich beteiligt sind (lit. a), wenn sie Vertreter, Beauftragte,
Angestellte oder Organe einer an der Angelegenheit beteiligten Person sind oder in der
Sache Auftrag erteilt haben (lit. b), oder wenn sie aus anderen Gründen befangen
erscheinen. Die Gründe, die nach kantonalem Recht zum Ausstand verpflichten,
stimmen im Wesentlichen mit denjenigen überein, die sich aus Art. 29 Abs. 1 BV
ergeben. Eine natürliche Person hat in den Ausstand zu treten, wenn sie ein
persönliches Interesse an einer bestimmten Angelegenheit hat.
Nach Art. 7 Abs. 3 VRP entscheidet die Gesamtbehörde in Abwesenheit des
Betroffenen über Anstände, die ein Mitglied einer Kollegialbehörde betreffen.
Gegenüber Sachverständigen ist die auftraggebende Stelle zuständig. In den übrigen
Fällen entscheidet die Aufsichtsinstanz.
2.4. Aktenkundig ist, dass die Beschwerdeführerin mit ihrer Einsprache gegen das
strittige Bauprojekt am 18. Juli 2007 den Antrag gestellt hat, "der Gemeinderat A."
habe sich "für die Behandlung dieser Einsprache in den Ausstand zu begeben", weil er
einerseits baupolizeiliche Aufgaben wahrzunehmen habe und andererseits als
Bauherrin und Grundeigentümerin "in eigener Sache" entscheiden müsste. Das
Begehren betraf somit den Gemeinderat der Beschwerdebeteiligten als
Gesamtbehörde. Wie die Vorinstanz und die Beschwerdebeteiligte festgestellt haben,
hat Art. 7 VRP indessen die Ausstandspflicht natürlicher Personen zum Gegenstand.
Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin kann deshalb auch aus der
Generalklausel "oder aus anderen Gründen" nicht geschlossen werden, ein
Ausstandsgrund liege vor, wenn Personen in ihrer Funktion als Behördemitglieder in
einer bestimmten Angelegenheit öffentliche Interessen wahrnehmen. In einem Fall wie
dem vorliegenden ist Art. 7 VRP deshalb nicht anwendbar. Zu erwähnen bleibt, dass es
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sich beim Entscheid vom 28. April 2008 nicht um einen solchen des
Gemeindepräsidenten und des Schreibers der Beschwerdebeteiligten handelt, wie die
Beschwerdeführerin annimmt, sondern um einen Entscheid des Gemeinderats der
Beschwerdebeteiligten (vgl. dazu Art. 163 des Gemeindegesetzes, sGS 151.2,
abgekürzt GG). Sodann geht die Beschwerdeführerin zu Unrecht davon aus, der
Schreiber sei Mitglied des Gemeinderats (vgl. dazu Art.161 Abs. 3 GG).
Die Beschwerdeführerin stellt überdies nicht in Abrede, das Ausstandsbegehren
ausschliesslich damit begründet zu haben, das Gremium vertrete als Bauherrin eines
Werkgebäudes mit Entsorgungspark öffentliche Interessen. Von einem Entscheid "in
eigener Sache" kann deshalb zum vornherein nicht gesprochen werden. Der
Gemeinderat ist für die Behandlung von Baugesuchen zuständig (Art. 2 Abs. 1 des
Baugesetzes, sGS 731.1, abgekürzt BauG in Verbindung mit Art. 136 lit. k GG und Art.
3 Abs. 1 des Baureglements der Beschwerdebeteiligten) und das Gesetz sieht keine
Ausnahme von seiner Funktion als Baupolizeibehörde vor, wenn ein Baugesuch für
eine im öffentlichen Interesse liegende Baute oder Anlage auf einem Grundstück der
politischen Gemeinde zur Diskussion steht. Rechtsmittel gegen Entscheide in
derartigen Angelegenheiten werden indessen vom Baudepartement oder von der
Regierung beurteilt, die an die Anträge der Beteiligten nicht gebunden sind (Art. 43bis
lit. a VRP bzw. Art. 8 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfahrenskoordination in
Bausachen, sGS 731.2, abgekürzt VKoG in Verbindung mit Art. 56 Abs. 1 VRP; vgl.
auch Art. 25 lit. b des Geschäftsreglements der Regierung und der Staatskanzlei, sGS
141.3). Die Rekursinstanz ist gehalten, den Entscheid der Baupolizeibehörde
aufzuheben, wenn sie feststellt, dass sich diese von sachfremden Überlegungen leiten
liess (vgl. dazu VerwGE vom 4. März 2005 i.S. M.K., in: www.gerichte.sg.ch neues
Fenster). Dementsprechend hat das Baudepartement im vorliegenden Fall die Rügen,
die die Beschwerdeführerin im Rahmen des Rekursverfahrens vorgebracht hat, so auch
diejenige betreffend Ausstandspflicht, geprüft und als unbegründet beurteilt (vgl. dazu
auch Ziff. 4 hienach).
2.5. Zusammenfassend ergibt sich somit, dass sich der Vorwurf der
Beschwerdeführerin als unbegründet erweist, der angefochtene Entscheid müsse
aufgehoben werden, weil die Vorinstanz den Entscheid des Gemeinderats der
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Beschwerdebeteiligten vom 28. April 2008 wegen formeller Rechtsverweigerung hätte
aufheben müssen.
3. Weiter macht die Beschwerdeführerin sinngemäss geltend, das
Baubewilligungsverfahren betreffend den Bau des Werkgebäudes mit Entsorgungspark
und das Auflageverfahren betreffend Sanierung des G-Bachs hätten inhaltlich
koordiniert werden müssen. Sie begründet dies damit, sie habe bereits in einer
Stellungnahme vom 23. August 2004 zum Ausdruck gebracht, dass sie Variante 2
(Verlegung des Bachs auf die Parzelle Nr. 718) gegenüber Variante 1 (Verlegung des
Bachs auf die Grenze der Parzellen Nrn. 000 und 718) bevorzuge. Weil das
Planauflageverfahren nach WBG bisher nicht durchgeführt worden sei, würde die
Bewilligung und Verwirklichung des umstrittenen Bauvorhabens die Bachsanierung in
der Weise präjudizieren, dass nur noch Variante 1 in Frage käme. Dies komme einer
Aushöhlung des Rechtsmittelverfahrens nach WBG und damit einer erheblichen
Beschneidung ihrer Rechte gleich, zumal die Nutzung des Grundstücks Nr. 589 durch
die Verwirklichung der Variante 1 massiv erschwert würde.
Demgegenüber stellt sich die Vorinstanz auf den Standpunkt, diese Rüge sei
unbegründet. Sie führt in diesem Zusammenhang aus, es würden zwei Bauvorhaben
zur Diskussion stehen, die Erstellung eines Werkgebäudes mit Entsorgungspark auf
dem Grundstück Nr. 718 und ein Wasserbauprojekt. Das Grundstück Nr. 718 könne
unabhängig vom Verfahren betreffend die Bachsanierung überbaut werden, weshalb
eine inhaltliche Koordination der Verfahren nicht erforderlich sei. Hinzu komme, dass
der G-Bach heute nicht das Grundstück Nr. 718, sondern das Grundstück Nr. 000
quere. Zu berücksichtigen sei weiter, dass nur ein Projekt genehmigt worden sei,
nämlich dasjenige mit welchem das offen gelegte Gerinne des G-Bachs in den
östlichen Grenzbereich des Grundstücks Nr. 589 verschoben werden solle. Die
Beschwerdeführerin werde die Recht- und Zweckmässigkeit des genehmigten
Wasserbauprojekts daher im dafür vorgesehenen öffentlichen Auflageverfahren
vorbringen können.
3.1. Art. 25a Abs. 1 bis 3 des Raumplanungsgesetzes (SR 700, abgekürzt RPG)
enthalten Grundsätze der Koordination. Sie wurden für Verfügungen und für
projektbezogene Pläne, die Verfügungscharakter haben, entwickelt (B. Heer, St.
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Gallisches Bau- und Planungsrecht, Bern 2003, Rz. 117 mit Hinweis auf ZBl 2001/387
E. 3d; vgl. auch M. Joos, Kommentar zum Raumplanungsgesetz, Zürich 2002, S. 228
und Waldmann/Hänni, Raumplanungsgesetz, Bern 2006, Art. 25a N 69 je mit
Hinweisen).
Erfordert die Errichtung oder die Änderung einer Baute oder Anlage Verfügungen
mehrerer Behörden, so ist
eine Behörde zu bezeichnen, die für ausreichende Koordination sorgt (Art. 25a Abs. 1
RPG). Nach Art. 25a Abs. 2 RPG hat die für die Koordination verantwortliche Behörde
folgende Aufgaben: sie kann die erforderlichen verfahrensrechtlichen Anordnungen
treffen (lit. a); sie sorgt für eine gemeinsame öffentliche Auflage aller
Gesuchsunterlagen (lit. b); sie holt von allen beteiligten kantonalen und
eidgenössischen Behörden umfassende Stellungnahmen zum Vorhaben ein (lit.c), und
sie sorgt für eine inhaltliche Abstimmung sowie möglichst für eine gemeinsame oder
gleichzeitige Eröffnung der Verfügungen (lit. d). Art. 25a Abs. 3 RPG bestimmt, dass
Verfügungen keine Widersprüche enthalten dürfen.
Das VKoG enthält Vorschriften für Bewilligungsverfahren. Erfordert die Bewilligung
einer Baute oder einer Anlage die Mitwirkung von Stellen des Staates, werden
Verfahren und Verfügungen nach diesem Gesetz koordiniert (Art. 1 Abs. 1 VKoG). Die
federführende Stelle des Staates sorgt nach Art. 5 lit. b VKoG für die formelle
Koordination auf Stufe Staat und mit dem Bund. Für "andere" wasserbaupolizeiliche
Vorhaben inner- und ausserhalb der Bauzonen ist das Tiefbauamt federführende Stelle
des Staates (Art. 1 Abs. 1 in Verbindung mit Anhang 1 Ziff. 2.6. der Verordnung über
die Verfahrenskoordination und Fristen in Bausachen (sGS 731.21, abgekürzt VKoV).
Nach Art. 2 in Verbindung mit Anhang 2 VKoV sind Genehmigungen von
Wasserbauprojekten nach Art. 35 ff. WBG und wasserbaupolizeiliche Bewilligungen
nach Art. 50 WBG Verfahren, in denen eine umfassende Interessenabwägung
vorzunehmen ist.
3.2. Der Koordinationspflicht unterliegen diejenigen Vorschriften, bei denen untrennbar
miteinander verbundene Rechtsfragen zu beurteilen sind, deren verfahrensrechtlich
getrennte Behandlung zu sachlich unhaltbaren Ergebnissen führen würde. Das
Bestehen eines engen Sachzusammenhangs wurde in der Rechtsprechung bejaht bei
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den Bewilligungen von zwei Anlagen, von denen die eine die andere voraussetzt (P.
Hänni, Planungs-, Bau- und besonderes Umweltschutzrecht, 4. Aufl., Bern 2002,
S. 442 mit Hinweis auf BGE 119 Ib 178). Nach diesem Urteil müssen
Ausnahmebewilligungen, die für zwei voneinander abhängige Anlagen verlangt werden
(in casu: Erstellung einer provisorischen Fahrbahn und Kieswerkanlage) derart
miteinander koordiniert werden, dass sie eine Gesamtabwägung aller betroffenen
Interessen ermöglichen. Das Verwaltungsgericht hat entschieden, die Auswirkungen
einer strassenmässigen Erschliessung einer Holzrechenanlage durch Wald und durch
ein Naturschutzgebiet seien in eine umfassende Interessenabwägung miteinzubeziehen
und es widerspreche Bundesrecht, wenn das Strassenprojekt für sich allein zu einem
späteren Zeitpunkt Gegenstand eines Rekurs- und Beschwerdeverfahrens sein könne
(VerwGE B 2008/33 vom 14. Oktober 2008, in: www.gerichte.sg.ch neues Fenster).
3.3. Nach Art. 37 Abs. 2 WBG können Einsprachen gegen ein genehmigtes
Wasserbauprojekt die Notwendigkeit und die Art der Ausführung zum Gegenstand
haben. Nach dem
klaren Wortlaut dieser Vorschrift ist davon auszugehen, dass einerseits das Projekt als
Ganzes in Frage gestellt werden kann oder aber dessen konkrete Ausgestaltung
(VerwGE vom 14. Oktober 2008 i.S. T. B. AG, B 2008/30, mit Hinweis auf VerwGE vom
7. Mai 1998 i.S. F. AG). Letzeres betrifft ausschliesslich die Art der Ausführung
wasserbaulicher Massnahmen. Bezüglich der Frage, wer die Kosten der Ausführung
des Projekts in welchem Umfang zu tragen hat – Beizugsgebiet, Höhe der
Perimeterbeiträge - sieht das WBG ein eigenes Verfahren vor (Art. 18 Abs. 2, Art. 19
und Art. 21 Abs. 1 WBG).
3.4. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist die Baubewilligung eines
Werkgebäudes mit Entsorgungspark. Die Beschwerdeführerin bestreitet nicht, dass
das Vorhaben
zonenkonform ist und dass das Baugrundstück für dieses Vorhaben genügend
erschlossen ist. Nicht in Frage gestellt wird weiter, dass das Projekt die
Regelbauvorschriften einhält und dass es keine weiteren Bewilligungen,
Zustimmungen, Konzessionen oder Genehmigungen erfordert. Im Gegensatz zu den
Vorhaben, die den Urteilen BGE 119 Ib 178 und VerwGE B 2008/33 zu Grunde liegen,
setzt die Verwirklichung der Werkanlage zudem kein anderes Projekt voraus bzw. ihr
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Betrieb ist nicht davon abhängig, dass eine andere bewilligungspflichtige Baute oder
Anlage geschaffen wird. Es ist im Gegenteil so, dass das Bauprojekt mit dem
genehmigten Wasserbauprojekt betreffend die Offenlegung des G-Bachs in Einklang
steht. Aktenkundig ist, dass das Tiefbauamt dem von der Beschwerdebeteiligten
geplanten Bauvorhaben am 18. März 2008 aus wasserbaurechtlicher Sicht zugestimmt
hat. Dem Schreiben kann entnommen werden, dass die Gewässerabstandslinien für
Bauten (9 m) und Anlagen (5 m) in Absprache mit dem Amt für Raumentwicklung und
Geoinformation festgelegt worden sind und dass die Abstände für beide Seiten des
Bachgerinnes gelten. Daran ändert nichts, dass die Beschwerdeführerin davon
ausgeht, eine andere, von ihr bevorzugte Sanierungsvariante sei aus
wasserbaurechtlicher Sicht eine Option, weil ihr der Genehmigungsentscheid der
Vorinstanz vom 23. Dezember 2005 und der Entscheid der Regierung betreffend
Kostengutsprache vom 10. Januar 2006 offenbar nicht zur Kenntnis gebracht worden
sind. Es ergibt sich somit, dass das Vorhaben auf dem Grundstück Nr. 718 unabhängig
vom Ausgang des wasserbaurechtlichen Verfahrens verwirklicht werden kann.
Die zur Diskussion stehende Bebauung des Grundstücks Nr. 718 hat mit dem
Wasserbauprojekt nur insofern einen Zusammenhang, als damit die von der
Beschwerdeführerin bevorzugte Verlegung des Bachverlaufs auf die Parzelle Nr. 718
der Beschwerdebeteiligten nicht mehr verwirklicht werden kann. Entscheidend ist in
diesem Zusammenhang indessen, dass der G-Bach heute das Grundstück Nr. 589 der
Beschwerdeführerin quert. Als Grundeigentümerin ist sie verpflichtet, das Gewässer
hochwassertauglich zu sanieren und sie kann nicht verlangen, dass das Gerinne zu
diesem Zweck auf ein anderes, nicht in ihrem Eigentum stehendes Grundstück verlegt
werde. Dementsprechend trifft es nicht zu, dass "die vorgesehene Bachsanierung die
Liegenschaft Nr. 718 auf jeden Fall betrifft", wie die Beschwerdeführerin behauptet.
Unzutreffend ist sodann die Annahme, wenn das strittige Bauvorhaben bewilligt werde,
könne der G-Bach einzig nach den Vorgaben des genehmigten Projekts saniert
werden. Wie ausgeführt, können im Auflageverfahren nach WBG sowohl das Projekt
als Ganzes als auch dessen konkrete Ausgestaltung in Frage gestellt werden.
3.5. Die Beschwerde erweist sich somit auch insofern als unbegründet, als damit
geltend gemacht wird, das Baubewilligungsverfahren und das Verfahren betreffend
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Sanierung des G-Bachs hätten zeitlich und inhaltlich aufeinander abgestimmt werden
müssen.
4. Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, der angefochtene Entscheid sei
aufzuheben, weil die Vorinstanz die Begründungspflicht und damit ihr rechtliches
Gehör verletzt habe. Sie argumentiert, die Vorinstanz habe sich mit den Vorbringen
bezüglich Präjudizierung des wasserbaurechtlichen Verfahrens durch das strittige
Bauvorhaben, bezüglich der Variantenwahl und bezüglich der Unvollständigkeit der
Baueingabe nicht auseinandergesetzt.
4.1. Ein Mindestanspruch auf Begründung ergibt sich aus dem Anspruch auf
rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV). In den Erwägungen im engeren Sinn sind die
Gründe zu nennen, die zum Entscheid geführt haben (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 1053
mit Hinweis). Im Zusammenhang mit Rekurs- und Beschwerdeentscheiden ist zu
verlangen, dass nicht nur die für den Entscheid massgebenden Gründe genannt
werden. Die Beteiligten haben darüber hinaus Anspruch darauf, dass zu ihren im
Verfahren gemachten Vorbringen – soweit sie sich auf die Sache selbst beziehen –
Stellung genommen wird, damit sie sich über die Tragweite eines Entscheids
Rechenschaft geben und allenfalls in voller Kenntnis der Gründe ein Rechtsmittel
einlegen können (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 1057 mit Hinweisen).
4.2. Die Vorinstanz hat sich mit dem Vorwurf der Beschwerdeführerin, das
Baubewilligungsverfahren hätte mit dem wasserbaurechtlichen Verfahren betreffend
die Sanierung des G-Bachs koordiniert werden müssen, eingehend auseinandergesetzt
und ist zum Ergebnis gelangt, er sei unbegründet (vgl. Ziff. 3 des angefochtenen
Entscheids). Weil der Bau der Werkanlage keine andere Baute oder Anlage voraussetzt,
hatte sie sodann keinen Anlass zu prüfen, ob die Genehmigungsbehörde am 23.
Dezember 2005 aus wasserbaulicher Sicht richtig entscheiden hat. Aus diesem Grund
war es entgegen der Annahme der Beschwerdeführerin auch nicht erforderlich, dass
die Beschwerdebeteiligte der Baueingabe Unterlagen bezüglich des
Wasserbauprojekts beilegt.
4.3. Die Rüge der Beschwerdeführerin, die Vorinstanz habe ihr rechtliches Gehör durch
Missachtung der Begründungspflicht verletzt, erweist sich somit ebenfalls als
unbegründet.
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5. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde abzuweisen ist.
Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 3'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 des Gerichtskostentarifs,
sGS 941.12). Sie wird mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe
verrechnet.
Ausseramtliche Entschädigungen werden nicht zugesprochen (Art. 98 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 98bis VRP).
Demnach hat das Verwaltungsgericht