Decision ID: 95faa189-d115-528d-a309-93cf9beb4051
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 9. Dezember 2003 erstmals zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 1). In der Folge führte die IV-Stelle medizinische
Abklärungen durch und beauftragte insbesondere die Zentrum für Arbeitsmedizin,
Ergonomie und Hygiene AG (AEH) mit der polydisziplinären (Rheumatologie,
Psychiatrie) Abklärung der Versicherten (vgl. IV-act. 30). Die untersuchenden Ärzte
diagnostizierten mit Gutachten vom 3. Mai 2006 ein lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom, eine arterielle Hypertonie, eine Hypercholesterinämie und eine
Adipositas dritten Grades. Sie beurteilten, medizinisch-theoretisch sei aus rein
somatischer, rheumatologisch-orthopädischer Sicht zumindest eine leichte
wechselbelastende Tätigkeit ganztags mit zwei Stunden vermehrten Pausen zumutbar
(IV-act. 37, vgl. IV-act. 39). Der vom AEH beigezogene Dr. med. B._, Chefarzt
Psychosomatik, Klinik C._, stellte keine psychische Beeinträchtigung mit
Krankheitswert fest und hielt jede Tätigkeit für zumutbar (IV-act. 38, vgl. IV-act. 39). Am
26. Januar 2007 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, die Arbeitsvermittlung werde
abgeschlossen, da sie sich subjektiv nicht arbeitsfähig fühle (IV-act. 46). Das
Rentenbegehren wies die IV-Stelle am 4. Mai 2007 bei einem Invaliditätsgrad von 32%
ab (IV-act. 61, vgl. IV-act. 44, vgl. widerrufene Verfügung vom 3. April 2007; IV-act. 57
und 59).
A.b Die Versicherte meldete sich am 27. April 2009 erneut zum Leistungsbezug bei der
IV-Stelle an (IV-act. 68, zur Wiederanmeldung vom September 2007 und das
diesbezüg-liche Nichteintreten der IV-Stelle vgl. IV-act. 62 ff.). Dr. B._ und med.
pract. D._, Klinik E._, hatten mit Bericht vom 15. Januar 2009 aus psychiatrischer
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Sicht die vorläufige Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode mit
somatischem Syndrom (ICD-10: F33.11) gestellt sowie einen Verdacht auf eine
somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) geäussert (IV-act. 71). Dr. med. F._,
Allgemeine Medizin FMH, bestätigte mit Schreiben vom 9. Mai 2009 eine
Verschlechterung des Gesundheitszustandes (IV-act. 70). Am 2. Juli 2009 teilte Dr.
F._ mit, die mittelgradige depressive Episode beeinträchtige die Arbeitsfähigkeit der
Versicherten vollständig (IV-act. 73). Mit Verfügung vom 13. November 2009 trat die IV-
Stelle auf das Leistungsbegehren nicht ein, da die Versicherte nicht glaubhaft dargelegt
habe, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten Verfügung wesentlich
verändert hätten (IV-act. 77). Unter Beilage eines ärztlichen Zeugnisses von Dr. F._
vom 8. Dezember 2009, worin dieser festhielt, die Versicherte könne keine Arbeit
ausführen (IV-act. 79, vgl. IV-act. 82), protestierte die Versicherte am 9. Dezember 2009
(Postaufgabe) gegen die Verfügung und teilte mit, sie leide weiterhin unter starken
Beschwerden (IV-act. 78).
A.c Da der Versicherten das rechtliche Gehör nicht gewährt worden war, widerrief die
IV-Stelle am 11. Dezember 2009 die Verfügung vom 13. November 2009 (IV-act. 80)
und stellte ihr gleichentags mit Vorbescheid erneut das Nichteintreten auf das
Leistungsbegehren in Aussicht (IV-act. 81). Dagegen erhob die Versicherte am 29.
Januar 2010 Einwand und beantragte die Zusprache einer ganzen IV-Rente ab Januar
2009 (IV-act. 84). Im beigelegten Bericht vom 22. Dezember 2009 hatte Dr. B._
festgehalten, anamnestisch sei die psychische Situation seit ca. 2.5 Jahren schlimmer
geworden. Dank der Durchführung eines ambulanten Behandlungsprozederes habe
das Beschwerdebild zwar gelindert, aber nicht behoben werden können. Die
Arbeitsfähigkeit dürfte aus psychiatrischer Sicht für körperlich adaptierte Tätigkeiten
kaum 50% betragen (IV-act. 83). Am 8. Januar 2010 hatte Dr. med. G._, Oberarzt
Kardiologie am Spital H._, ein metabolisches Syndrom, einen dringenden Verdacht
auf ein Schlafapnoe-Syndrom, Lumbalgien, Knieschmerzen rechts mit Ausstrahlung in
den Fuss und einen unspezifischen, ungerichteten Schwindel diagnostiziert (IV-act.
92-4 f.). In ihrer am 18. Februar 2010 eingereichten Begründung des Einwands brachte
die Versicherte vor, der Gesundheitszustand habe sich seit April 2007 aus somatischer
und psychiatrischer Sicht erheblich verschlechtert. Es sei auf das Gesuch einzutreten
und weitere Untersuchungen seien durchzuführen (IV-act. 90).
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A.d Im Auftrag der IV-Stelle (vgl. IV-act. 104) wurde die Versicherte am 18. Oktober
2010 durch Ärzte der Ärztliches Begutachtungsinstitut GmbH (ABI) polydisziplinär
(Rheumatologie, Innere Medizin, Psychiatrie) abgeklärt. Diese hielten in ihrem
Gutachten vom 15. November 2010 als Krankheiten mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit ein chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom (ICD-10:
M54.4), eine beginnende femoropatellare sowie Varusgonarthrose beidseits (ICD-10:
M17.0) und ein chronisches zervikales, zervikocephales sowie zervikothorakales
Schmerzsyndrom (ICD-10: M53.0) fest. Sie befanden, in der zuletzt ausgeübten,
körperlich leicht belastenden Tätigkeit als Betriebsmitarbeiterin in einer Batteriefabrik
sowie für jegliche weitere körperlich leichte, wechselbelastende berufliche Tätigkeit
bestehe eine 75%ige, ganztägig verwertbare Arbeits- und Leistungsfähigkeit.
Körperlich mittelschwere bis schwer belastende berufliche Tätigkeiten seien ihr nicht
zuzumuten. Die Einschränkungen in der Arbeits- und Leistungsfähigkeit bestünden seit
dem letzten interdisziplinären Gutachten vom Mai 2006. Die subjektive, massive
Selbstlimitierung könne aus polydisziplinärer Sicht in keiner Art und Weise begründet
werden (IV-act. 110-24 ff.).
A.e Mit Vorbescheid vom 25. Oktober 2011 stellte die IV-Stelle der Versicherten die
Abweisung des Rentenbegehrens bei einem Invaliditätsgrad von 21% in Aussicht (IV-
act. 116). Dagegen erhob die Versicherte am 30. November 2011 Einwand und
beantragte die Zusprache von mindestens einer halben IV-Rente ab anfangs 2009 (IV-
act. 118). Am 7. Februar 2012 nahmen die ABI-Gutachter Stellung zu den
zwischenzeitlich eingegangenen Akten und hielten an ihren Einschätzungen fest (IV-act.
122). Die IV-Stelle verfügte am 15. März 2012 entsprechend dem Vorbescheid (IV-act.
124). Dagegen erhob die Versicherte am 30. April 2012 Beschwerde an das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen (IV-act. 125). Mit Schreiben vom 13. Juni
2012 widerrief die IV-Stelle ihre Verfügung vom 15. März 2012 und stellte weitere
Abklärungen in Aussicht (IV-act. 134). Das Versicherungsgericht schrieb das Verfahren
am 14. August 2012 infolge Gegenstandslosigkeit ab (IV-act. 141).
A.f Die Versicherte wurde im Oktober und November 2012 im Auftrag der IV-Stelle (vgl.
IV-act. 147 f.) durch Ärzte der MEDAS Zentralschweiz (nachfolgend: MEDAS)
polydisziplinär (Innere Medizin, Rheumatologie, Psychiatrie/Psychotherapie) abgeklärt.
Diese listeten in ihrem Gutachten vom 10. Januar 2013 folgende Diagnosen mit
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wesentlicher Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit auf: chronifizierte
panvertebrogene Beschwerden, chronische Schmerzstörung mit somatischen und
psychischen Faktoren sowie chronische Herabgestimmtheit und Dysthymie. Sie
befanden, aus rheumatologischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit in der zuletzt
ausgeübten Tätigkeit als Fabrikarbeiterin wegen des Rückenleidens auf 60%
beschränkt, falls diese Tätigkeit häufig stehend und in vornüber geneigter Haltung
gewesen sei. Eine körperlich leichte bis mittelschwere, eher sitzende Tätigkeit sei zu
100% zumutbar. Aus psychiatrischer Sicht bestehe aufgrund des vermehrten
Pausenbedarfs in der angestammten und einer adaptierten Tätigkeit eine
Arbeitsfähigkeit von 75%. Die Foersterschen Kriterien seien nur in wenigen Belangen
erfüllt, weshalb die Voraussetzungen für eine “zumutbare Willensanstrengung“
gegeben seien. Gesamthaft falle die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in etwa gleich aus
wie diejenige des ABI, die von ihnen geschätzte Arbeitsfähigkeit bestehe also
unverändert seit November 2010 (IV-act. 151-12 ff.).
A.g Mit Vorbescheid vom 5. Februar 2013 stellte die IV-Stelle der Versicherten die
Abweisung des Rentenbegehrens bei einem Invaliditätsgrad von 21% in Aussicht (IV-
act. 154). Dagegen erhob die Versicherte am 13. März 2013 Einwand (IV-act. 156).
A.h Dr. B._ diagnostizierte mit Bericht vom 20. Februar 2014 eine rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischen Symptomen
(ICD-10: F33.11), und attestierte der Versicherten aus psychiatrischer Sicht weiterhin
eine Arbeitsunfähigkeit von 50% (IV-act. 159). Am 23. Juli 2014 verfügte die IV-Stelle
gestützt auf eine Stellungnahme der RAD-Ärzte Dr. med. I._ und J._ (vgl. IV-act.
161) entsprechend dem Vorbescheid vom 5. Februar 2013 (IV-act. 162). Gegen diese
Verfügung erhob die Versicherte am 11. September 2014 Beschwerde an das
Versicherungsgericht St. Gallen (IV-act. 168). Sie legte einen Bericht des
Kantonsspitals St. Gallen vom 15. Mai 2014 bei, mit welchem die behandelnden Ärzte
ein schwergradiges obstruktives Schlaf-Apnoe-Syndrom, eine Adipositas Grad II, einen
Diabetes mellitus Typ 2, eine arterielle Hypertonie, eine Hypercholesterinämie und eine
schwere invalidisierende Depression diagnostiziert hatten (IV-act. 170). Mit Schreiben
vom 20. Oktober 2014 widerrief die IV-Stelle ihre Verfügung vom 23. Juli 2014 und
stellte weitere Abklärungen in Aussicht (IV-act. 178), worauf das Versicherungsgericht
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das Verfahren am 3. Dezember 2014 infolge Gegenstandslosigkeit abschrieb (IV-act.
193).
A.i Die Versicherte hatte sich vom 4. bis 13. August 2014 wegen eines entgleisten
Diabetes mellitus Typ 2 und einer Helicobacter pylori positiven Gastritis stationär im
Spital H._ befunden (Austrittsbericht vom 14. August 2014; IV-act. 192-3 ff.). Dr.
med. K._, Zentrum L._ des Kantonsspitals St. Gallen, hatte am 3. November 2014
berichtet, die vermehrte Müdigkeit sei wahrscheinlich multifaktoriell zusammen mit der
Depression erklärbar. Unter konsequenter CPAP-Therapie, welche die Versicherte
jedoch wegen Maskenintoleranz abgebrochen habe, würde aus schlafmedizinischer
Sicht grundsätzlich eine normale Arbeitsfähigkeit bestehen. Ohne Therapie bestehe
eine Arbeitsunfähigkeit im Personentransport bzw. beim Führen von grossen
Maschinen (IV-act. 187-6 f., vgl. Bericht vom 15. Mai 2014; IV-act. 187-8 f.).
A.j Nach Einholen von Stellungnahmen der RAD-Ärzte J._ und Dr. I._ (vgl. IV-act.
189, 195) stellte die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 14. Januar 2015
erneut die Abweisung des Rentengesuchs bei einem Invaliditätsgrad von 21% in
Aussicht (IV-act. 197). Dagegen erhob die Versicherte am 19. Februar 2015 Einwand
und beantragte die Zusprache mindestens einer halben IV-Rente mit Wirkung
spätestens ab Oktober 2009. Eventualiter sei die Verfügung aufzuheben und die Sache
zur weiteren Abklärung ins Verwaltungsverfahren zurückzuweisen (IV-act. 200). Am 27.
Februar 2015 verfügte die IV-Stelle entsprechend dem Vorbescheid (IV-act. 204).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 27. Februar 2015 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 26. März 2015. Die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin)
beantragt darin deren Aufhebung und die Zusprache mindestens einer halben IV-Rente
mit Wirkung ab Oktober 2009. Eventualiter sei die Verfügung aufzuheben und die
Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. Sie bringt im Wesentlichen vor, das MEDAS Gutachten sei nicht
beweiskräftig und der gesundheitliche Zustand habe sich seit 2006/2007 verschlechtert
(act. G1).
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B.b Mit Beschwerdeantwort vom 4. Mai 2015 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Sie macht geltend, die vorliegenden Gutachten seien
beweiskräftig. Es bestehe die Vermutung, dass die von der MEDAS neu diagnostizierte
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren mit einer zumutbaren
Willensanstrengung überwindbar sei. Die zu prüfenden Faktoren, welche zu einer
ausnahmsweisen Unzumutbarkeit der Beschwerdeüberwindung führen könnten, lägen
ganz klar nicht in gehäufter und erheblicher Form vor. Es sei somit keine relevante
Veränderung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin seit der
rentenablehnenden Verfügung von 3. April 2007 eingetreten (act. G6).
B.c Die Verfahrensleitung entsprach am 19. Mai 2015 dem Gesuch um Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtspflege (act. G8). Nachdem die Beschwerdeführerin am 2. Juni
2015 mitgeteilt hatte, ihr Ehemann erhalte nun Taggelder der Arbeitslosenkasse (act.
G10), bestätigte die Verfahrensleitung mit Schreiben vom 5. Juni 2015 die unveränderte
Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (act. G11).
B.d In ihrer Replik vom 17. Juni 2015 hält die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen
fest. Sie führt aus, eine Überwindung der Schmerzen sei nicht zumutbar.
Zusammenfassend seien die medizinischen Grundlagen nicht ausreichend,
verschiedene Anamnesen unvollständig und das MEDAS-Gutachten weise innere
Widersprüche und Lücken auf, weshalb darauf nicht abgestellt werden könne (act.
G12).
B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 23. Juni 2015 auf das Einreichen einer
Duplik und hielt an ihren Ausführungen sowie ihrem Antrag fest (act. G14).

Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der von der
Beschwerdeführerin am 27. April 2009 (wieder) angemeldete Rentenanspruch (IV-act.
68). Gemäss Art. 29 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) entsteht der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten
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nach der Geltendmachung des Leistungsanspruchs. Vorliegend ist daher ein
Rentenanspruch ab Oktober 2009 zu prüfen.
1.1 Gemäss Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) wird unter Invalidität die voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit
verstanden (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine
Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und nach
zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch
massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG durch einen
Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die versicherte Person
nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und
zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen
könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Einkommen,
das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine
Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von
mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad
von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
1.2 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Das Gericht hat zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine
zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der
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Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der medizinischen
Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
2.
Zunächst ist die zwischen den Parteien umstrittene Frage zu beurteilen, ob der
Sachverhalt in medizinischer Hinsicht spruchreif ist. Die Beschwerdegegnerin stützte
die angefochtene Verfügung im Wesentlichen auf das MEDAS-Gutachten vom 10.
Januar 2013 (IV-act. 204, vgl. IV-act. 151). Die Beschwerdeführerin spricht diesem die
Beweiskraft ab (act. G 1, G12).
2.1 Soweit die Beschwerdeführerin rügt, das MEDAS-Gutachten sei nicht verwertbar,
da es sich nicht ausführlich mit dem AEH Gutachten von 2006 auseinandersetze, ist
dies für das vorliegende Verfahren nicht von Belang. Da vorliegend eine
Wiederanmeldung und nicht ein Rentenrevisionsgesuch zu beurteilen ist, sind die
Bestimmungen zur Revision (Art. 17 ATSG) nicht massgebend. Es ist also nicht zu
prüfen, ob seit der rentenabweisenden Verfügung vom 4. Mai 2007 (vgl. IV-act. 61) eine
wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die geeignet
ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (vgl. Entscheid
des Versicherungsgerichts St. Gallen vom 6. Juni 2017, IV 2014/476 E. 1, abrufbar
unter www.gerichte.sg.ch, Dienstleistungen, Rechtsprechung, Versicherungsgericht).
2.2 Die Beschwerdeführerin führt aus, der rheumatologische MEDAS-Teilgutachter Dr.
med. M._, Facharzt FMH für Rheumatologie, habe festgehalten, der gesundheitliche
Zustand habe sich gegenüber 2006 verbessert und die Wurzelirritation L5 und S1 sei
heute nicht mehr möglich, weil die Beschwerdeführerin schon bei der AEH-
Begutachtung 2006 ein Gegenspannen gezeigt habe. Sie macht geltend, das
Gegenspannen sei nicht grundlos, sondern hänge mit der Vermeidung von Schmerzen
durch Bewegungen bei der Begutachtung zusammen. Die Einschätzung von Dr. M._
sei damit nicht nachvollziehbar (act. G1). Entgegen diesen Ausführungen vermerkte Dr.
M._ zwar ein Gegenspannen der Beschwerdeführerin während seiner Begutachtung,
unterstellte jedoch nicht, dieses Verhalten sei grundlos. Er schloss lediglich, aufgrund
der durch das Gegenspannen stark erschwerten körperlichen Untersuchung müsse die
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Beurteilung der zumutbaren Belastungstoleranz vor allem auf den bildgebenden
Dokumentationen mit kernspintomographischen Verlaufsaufnahmen abgestützt
werden. Beim Vergleich mit dem AEH-Gutachten von 2006 stellte er sodann fest, die
Untersuchungsresultate stimmten im Wesentlichen überein, die
Arbeitsfähigkeitsschätzung sei jedoch nicht mehr zutreffend (IV-act. 151-22 f.). Sodann
geht auch die Kritik der Beschwerdeführerin, wonach ein Widerspruch zwischen den
als somatische Diagnosen mit wesentlicher Einschränkung der zumutbaren
Arbeitsfähigkeit aufgeführten chronifizierten panvertebrogenen Beschwerden (vgl. IV-
act. 151-12) und der Arbeitsfähigkeitsschätzung bestehe (act. G1), fehl. Dr. M._
berücksichtigte die genannte Einschränkung bei seiner Beurteilung und hielt eine häufig
stehende Tätigkeit mit vornüber geneigter Arbeitsposition als nur zu 60% zumutbar. Zu
100% zumutbar erachtete er dagegen eine adaptierte leichte bis mittelschwere
Tätigkeit, die in wechselnder, jedoch häufiger in sitzender Arbeitsposition ausgeübt
werden könnte (IV-act. 151-23). Damit trug er den physischen Einschränkungen der
Beschwerdeführerin genügend Rechnung.
2.3 Wie die Beschwerdeführerin geltend macht (act. G1), trifft es zwar zu, dass erst
nach Vorliegen des MEDAS-Gutachtens vom 10. Januar 2013 Dr. K._ im Mai 2014
ein schwergradiges obstruktives Schlaf-Apnoe-Syndrom diagnostizierte (IV-act. 170).
Ein dringender Verdacht auf ein solches äusserte jedoch bereits Dr. G._ mit Bericht
vom 8. Januar 2010 (IV-act. 92-4), was den MEDAS-Gutachtern bekannt war (vgl. IV-
act. 151-5) und somit mindestens implizit berücksichtigt wurde. Dass das Schlaf-
Apnoe-Syndrom im Gutachten keine weitere Beachtung fand bzw. nicht explizit in der
Beurteilung erwähnt wurde, ist insofern nicht problematisch, als Dr. K._ am 6.
November 2014 zwar in allgemeiner, nicht erkennbar auf die Beschwerdeführerin
bezogener Weise das erhöhte Risiko für kardiovaskuläre bzw. zerebrovaskuläre
Morbidität bzw. Mortalität bei unbehandelter Schlaf-Apnoe erwähnte, das Syndrom
jedoch als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auflistete (IV-act. 187-1).
Am 3. November 2014 hatte Dr. K._ zudem ausgeführt, die vermehrte
Tagesmüdigkeit sei wahrscheinlich multifaktoriell zusammen mit der Depression
erklärbar. Unter konsequenter CPAP-Therapie würde aus schlafmedizinischer Sicht
grundsätzlich eine normale Arbeitsfähigkeit bestehen. Ohne Therapie führe das Schlaf-
Apnoe-Syndrom zu einer Arbeitsunfähigkeit im Personentransport bzw. beim Führen
von grossen Maschinen (IV-act. 187-6 f.). Selbst nach Abbruch der CPAP-Therapie
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(vgl. IV-act. 187-2) hat das Schlaf-Apnoe-Syndrom damit keine relevanten
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin, zumal diese ohnehin
nicht Auto fahren kann (vgl. act. G12, S. 4).
2.4 Weiter stellt die Beschwerdeführerin das psychiatrische Teilgutachten von Dr.
med. N._, FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, in Frage (act. G1, vgl. IV-act.
151-26 ff.).
2.4.1 Entgegen der Kritik der Beschwerdeführerin (act. G1) ging Dr. N._ in der
Anamnese auf wichtige Ereignisse und Belastungspunkte in ihrem Leben ein, so
insbesondere auf den Tod ihrer Eltern, die Umstände der Heirat, den Umzug in die
Schweiz, die Kinder und die berufliche Tätigkeit (IV-act. 151-28). Die Problematik der
langen Kinderlosigkeit (vgl. act. G1, IV-act. 130) blieb im Gutachten von Dr. N._
unerwähnt, hatte aber auch den psychiatrischen ABI-Gutachter, der die Zeiträume und
die vor der Geburt der Tochter erlittenen Fehlgeburten erwähnt hatte, nicht dazu
bewogen, eine Diagnose zu stellen, welche sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkte (IV-
act. 110-15 ff.). Weiter ist festzuhalten, dass konkretisierbare Hinweise auf eine durch
die lange Kinderlosigkeit ausgelöste Selbstwertproblematik und Schuld- und
Schamgefühle, die Dr. B._ erwähnt hatte (IV-act. 130-1), nicht vorliegen. Vor allem
aber ist nicht ersichtlich und wird von der Beschwerdeführerin auch nicht erläutert, wie
diese Umstände geeignet sein sollten, viele Jahre nach der Geburt zweier gesunder
Kinder eine psychische Erkrankung zu begünstigen bzw. sich negativ auf die
Arbeitsfähigkeit auszuwirken. Dr. N._ führte aus, komplexere Fragestellungen hätten
die Beschwerdeführerin aufgrund der bescheidenen Introspektionsfähigkeit sofort
überfordert. Es finden sich jedoch keine Hinweise darauf, dass er, wie von der
Beschwerdeführerin beanstandet (act. G1, G12), seine Befragung nicht daran
angepasst hätte. Im Gegenteil gab Dr. N._ an, die Beschwerdeführerin habe die
übersetzten Fragen zu einfachen Inhalten ohne Probleme verstanden (IV-act. 151-29).
Dr. B._ erhob im Wesentlichen die gleichen Lebensumstände wie Dr. N._ und hielt
fest, die Persönlichkeit der Beschwerdeführerin sei einfach strukturiert (vgl. IV-act.
127), diagnostizierte aber im Gegensatz zu Dr. N._ eine rezidivierende depressive
Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischen Symptomen (ICD-10:
F33.11) (IV-act. 159, 127). Wie RAD-Arzt J._ am 14. Juli 2014 (vgl. IV-act. 161)
jedoch richtig ausführte, wurde diese Diagnose neben Dr. N._ auch durch das ABI-
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Gutachten nicht bestätigt (vgl. IV-act. 110, IV-act. 151-31) und deren permanentes
Vorhandensein damit widerlegt. Damit ist auch die von Dr. B._ attestierte 50%ige
Arbeitsunfähigkeit nicht nachvollziehbar, zumal er die Einschränkungen nicht konkret
begründet (IV-act. 159, 188). Im Übrigen fällt auf, dass er noch vor Behandlungsbeginn
bei ihm als durch die IV-Stelle beauftragter Gutachter weder Diagnosen mit
Krankheitswert noch eine Arbeitsunfähigkeit attestierte (IV-act. 38) und eine seit 2006
eingetretene doch wesentliche Verschlechterung durch seine Ausführungen nach
Behandlungsbeginn nicht nachvollziehbar begründet wird. Die Diskrepanz der
Diagnosen erklärt sodann auch die Ausführungen von Dr. N._ (IV-act. 151-33) und
dem ABI (vgl. IV-act. 110-26), wonach bei der auf Veranlassung des ABI
durchgeführten Blutspiegelkontrolle subtherapeutische Werte der eingenommenen
Psychopharmaka festgestellt worden seien, was auf eine mangelnde Compliance
schliessen lasse und weshalb die subjektiv massiv eingeschränkte Leistungsfähigkeit
sehr kritisch zu hinterfragen sei (IV-act. 110-26, bei der MEDAS-Begutachtung war nur
noch teilweise eine subtherapeutische Dosierung festgestellt worden; vgl. IV-act.
151-13). Dies zumal das ABI am 7. Februar 2012 erklärte, die klinische Erfahrung zeige,
dass depressive Menschen Antidepressiva regelmässig einnähmen, da sie von deren
Wirkung bei zu vernachlässigenden Nebenwirkungen doch sehr profitierten. Aus der
Tatsache, dass die Beschwerdeführerin die Psychopharmaka nicht regelmässig
einnehme, könne geschlossen werden, dass sie sich subjektiv nicht als besonders
depressiv einschätze (IV-act. 122, vgl. Ausführungen von RAD-Arzt J._ in IV-act.
161-3).
2.4.2 Bezüglich der Kritik der Beschwerdeführerin, wonach Dr. N._ sich zu sehr
mit den somatischen Beschwerden beschäftigt habe (act. G1), ist festzuhalten, dass er
sich diesbezüglich nur insofern äusserte, als er auf träge Bewegungen der
Beschwerdeführerin, deren Sitzposition und fehlende averbale Schmerzäusserungen
hinwies (IV-act. 151-29). Dies diente wohl vor allem dem Zweck, allfällige
Inkonsistenzen sowie Hinweise auf eine Symptomausweitung, herabgesetzte
Schmerzschwelle oder Selbstlimitierung feststellen zu können, und ist damit nicht zu
beanstanden. Die von Dr. N._ festgehaltene eingeschränkte Arbeitsfähigkeit infolge
erhöhten Pausenbedarfs ist denn auch nicht bzw. höchstens teilweise somatisch
bedingt, sondern erklärt sich laut seinen Einschätzungen durch die
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persönlichkeitsbedingt bzw. psychosomatisch begründete Trägheit und die langsamere
Arbeitsweise der Beschwerdeführerin (IV-act. 151-33).
2.4.3 Entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin (act. G1) und von Dr.
B._ (IV-act. 159) ist es sodann nicht widersprüchlich, dass Dr. N._ einerseits eine
Dysthymie diagnostizierte und andererseits festhielt, einzelne, sich nicht auf die
Arbeitsfähigkeit auswirkende depressive Phasen seien nicht ausgeschlossen (IV-act.
151-31). Wie RAD-Arzt J._ nachvollziehbar erklärte, gibt es sogenannte Double-
Depression-Zustände, in denen zu der dysthymen Störung zusätzlich depressive
Episoden auftreten können (IV-act. 161-3).
2.5 Schliesslich kritisiert die Beschwerdeführerin die Beurteilung der Zumutbarkeit der
Schmerzüberwindung (act. G1).
2.5.1 Dr. N._ diagnostizierte eine chronische Schmerzstörung mit somatischen
und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41; IV-act. 151-31). Das MEDAS-Gutachten
wurde am 10. Januar 2013 ausgefertigt. Der psychiatrische Teilgutachter Dr. N._
diskutierte darin die vom Bundesgericht für die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung von
somatoformen Schmerzstörungen und vergleichbaren Beschwerdebildern als
massgeblich erachteten Foersterkriterien (IV-act. 151-32 f.; BGE 130 V 352). Seither hat
sich allerdings die Praxis des Bundesgerichts zu den pathogenetisch-ätiologisch
unklaren syndromalen Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage
erheblich geändert. Mit dem am 3. Juni 2015 gefällten BGE 141 V 281 hat das
Bundesgericht die von ihm geschaffene Überwindbarkeitsvermutung und den sich an
den Foersterkriterien orientierenden Prüfungsraster aufgegeben. Das bisherige Regel-/
Ausnahme-Modell wurde durch ein “strukturiertes“ Beweisverfahren ersetzt. Nach der
neuen Rechtsprechung hat die Invaliditätsbemessung bei psychosomatischen
Störungen den Aspekt der funktionellen Auswirkungen zu berücksichtigen, was sich
schon in den diagnostischen Anforderungen niederschlagen muss. Massgebend seien
in Schweregrad und Konsistenz der funktionellen Auswirkungen eingeteilte
Standardindikatoren. Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrads sei
nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten
gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren
schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit
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nachgewiesen seien (BGE 141 V 307 f. E. 6; vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 23.
September 2015, 8C_421/2015, E. 5.2).
2.5.2 Medizinische Gutachten, die noch nach alter Praxis des Bundesgerichts
eingeholt wurden, verlieren nicht per se ihren Beweiswert. Es ist im Einzelfall zu prüfen,
ob das betreffende Gutachten, gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen
Berichten, eine schlüssige Beurteilung im Licht der massgeblichen Indikatoren erlaubt
oder nicht, wobei je nach Abklärungstiefe und -dichte eine punktuelle Ergänzung
genügen kann. Somit führt ein nach alter Praxis des Bundesgerichts erstattetes
Gutachten nicht zwangsläufig zu einer neuen Begutachtung oder anderen
abklärungsrechtlichen Weiterungen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 18. Mai 2017,
8C_842/2017, E. 5.2.1 mit Hinweisen).
2.5.3 MEDAS-Gutachter Dr. N._ nahm zwar auf die Foersterkriterien Bezug. Er
stützte sich jedoch nicht allein auf die Vermutung der Arbeitsfähigkeit bzw. der
Überwindbarkeit des Leidens. Vielmehr nahm er im Rahmen einer – wenn sich auch an
den Foersterkriterien orientierenden – Beurteilung Stellung zu den Ressourcen und
Defiziten der Beschwerdeführerin. Gestützt darauf – und nicht auf der Grundlage der
früher vom Bundesgericht aufgestellten Überwindbarkeitsvermutung – nahm er eine
Arbeitsfähigkeitsschätzung vor. Er führte aus, ein ausgewiesener sozialer Rückzug
habe nicht in allen Belangen des Lebens stattgefunden, die familiären Banden trügen
immer noch (vgl. zu sozialen Bindungen IV-act. 151-28, 151-30), und wie schon in den
Jahrzenten zuvor sei die Beschwerdeführerin nur mit Privatautos mobil. Gemeinsame
Aktivitäten mit ihrem Ehemann beschränkten sich im Wesentlichen auf
Wocheneinkäufe, die Freizeit hätten sie aber schon immer mit einfachsten Aktivitäten
gestaltet (IV-act. 151-28). Spontanaktivitäten seien ebenfalls schon immer weitgehend
unterblieben und kurze Spaziergänge fänden aktuell noch statt. Die Selbstpflege sei
nicht eingeschränkt (IV-act. 151-30). Der innerseelische Verlauf sei ohne Zweifel
verfestigt, wobei die totale Dekonditionierung und die immer schon minimal
vorhandene Motivation und Initiative zu Veränderungen eine entscheidende Rolle
spielten. Die praktisch für jeden Behandlungserfolg massgebende
Kooperationsbereitschaft sei persönlichkeitsbedingt nur ansatzweise vorhanden (IV-
act. 151-33). Die Beschwerdeführerin sei persönlichkeitsbedingt, aufgrund der
psychosomatischen Gesamtsituation, wohl träge, arbeite langsamer als die
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durchschnittlichen Jahrgänger und benötige längere Pausen, was eine minimal
reduzierte Arbeitsfähigkeit nach sich ziehe (IV-act. 151-33). Eine psychisch
ausgewiesene Komorbidität, welche der Beschwerdeführerin Ressourcen rauben
würde (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3), ist gemäss Dr. N._ sodann nur sehr bedingt
vorhanden (IV-act. 151-33). Insgesamt bestehen demnach keine Mängel an der
eingehenden Ressourcenprüfung durch Dr. N._, weshalb dessen Beurteilung auch
nach der neuen Rechtsprechung verwertbar bleibt und auf deren Ergebnisse
abzustellen ist. Auf die konkreten Vorbringen der Parteien bezüglich der umstrittenen
Überwindbarkeit der Schmerzen (vgl. act. G1, G6, G12) ist infolge der geänderten
massgeblichen Rechtsprechung nicht weiter einzugehen.
2.6 Bei der Würdigung der medizinischen Situation fällt weiter ins Gewicht, dass das
MEDAS-Gutachten vom 10. Januar 2013 (vgl. IV-act. 151) auf umfassender
Aktenkenntnis sowie polydisziplinären eigenen Untersuchungen beruht, das gesamte
Leidensbild der Beschwerdeführerin berücksichtigt und die auf dieser Grundlage
gezogenen Schlüsse nachvollziehbar sind. Aus den von der Beschwerdeführerin
vorgebrachten medizinischen Einschätzungen, insbesondere denjenigen von Dr. B._,
ergeben sich zudem keine objektiven Gesichtspunkte, welche im MEDAS-Gutachten
ausser Acht gelassen worden wären. Bereits die ABI-Gutachter waren ausserdem im
Wesentlichen zu den gleichen Einschätzungen gekommen und hatten die
Beschwerdeführerin in einer adaptierten Tätigkeit auch als zu 75% arbeitsfähig
erachtet (IV-act. 110-26). Die Einschränkung hatten sie ebenfalls mit vermehrtem
Pausenbedarf begründet, wenn auch vorwiegend aus rheumatologischer Sicht (IV-act.
110-23). Schliesslich ergeben sich aus den Akten auch keine zwischen dem MEDAS-
Gutachten vom 10. Januar 2013 und der umstrittenen Verfügung der IV-Stelle vom 27.
Februar 2015 (IV-act. 204) eingetretenen massgeblichen Veränderungen mit
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (vgl. E. 2.2). Solche lassen sich insbesondere
auch dem Austrittsbericht des Spitals H._ vom 14. August 2014 (vgl. IV-act. 192-3 ff.,
IV-act. 189, 195) nicht entnehmen. Weitere medizinische Abklärungen erübrigen sich
damit.
3.
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Das ausschlaggebende Element der Bemessung des zumutbaren
Invalideneinkommens - und damit indirekt des Invaliditätsgrads - ist in aller Regel der
Grad der verbliebenen Arbeitsfähigkeit. Die Beschwerdeführerin hat den Beruf der
Näherin erlernt, war aber abgesehen von vorübergehender Heimarbeit nie als solche
tätig (IV-act. 151-27) und zuletzt als Betriebsmitarbeiterin in einer Batteriefabrik
beschäftigt (IV-act. 7 f., 68-5). Sie ist damit als Hilfsarbeiterin einzustufen. Es ist ihr
deshalb ohne weiteres zumutbar, im Ausmass ihrer verbliebenen Arbeitsfähigkeit einer
Hilfsarbeit nachzugehen. Es muss sich um eine der Behinderung optimal gerecht
werdende Hilfsarbeit handeln, damit die verbleibende Arbeitsfähigkeit - der allgemeinen
Schadenminderungspflicht Rechnung tragend - bestmöglich verwertet werden kann.
Wenn in Art. 6 Satz 1 ATSG von der durch eine Gesundheitsbeeinträchtigung bewirkten
Einschränkung bei der Fähigkeit, im bisherigen Beruf zumutbare Arbeit zu leisten, die
Rede ist, so kann damit im Zusammenhang mit der Bemessung des zumutbaren
Invalideneinkommens der Beschwerdeführerin also nur die Arbeitsunfähigkeit in einer
behinderungsadaptierten Hilfsarbeit gemeint sein (vgl. Urteil des Versicherungsgerichts
vom 17. August 2012, IV 2010/400 E. 1.1, abrufbar a.a.O.). Ausgehend von einer
100%igen Arbeitstätigkeit in der angestammten Tätigkeit als Hilfsarbeiterin
(Fabrikmitarbeiterin) im Validenfall und einer solchen von 75% im Invalidenfall erübrigen
sich die Vornahme eines konkreten Einkommensvergleichs und insbesondere die
Festsetzung eines Tabellenlohnabzugs, da – vor dem Hintergrund dessen, dass die
Beschwerdeführerin stets unterdurchschnittlich verdient hat (IV-act. 7, 113) - kein
rentenbegründender Mindestinvaliditätsgrad von 40% resultiert.
4.
4.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend ist sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Zufolge
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (vgl. act. G8, G11) ist sie von der
Bezahlung zu befreien.
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4.3 Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der
Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art.
61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr.
12'000.--. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit erscheint eine pauschale
Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu kürzen
(Art. 31 Abs. 3 AnwG). Somit entschädigt der Staat den Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin pauschal (vgl. BGE 125 V 201) mit Fr. 2'800.-- (inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer).
4.4 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur
Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).