Decision ID: d14b3a03-0534-4d69-8695-7f6776661ef6
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
geboren
1968,
meldete sich am
21. Juli 2000
unter Hinweis auf
eine generalisierte
Tendomyopathie
und eine Fibromyalgie
bei der Invalidenversicherung zum
Bezug einer
R
ente (
Urk.
6/1
Ziff.
7.2 und 7.8)
an. Mit Verfügungen vom 10. Oktober 2003
(
Urk.
6/33,
Urk.
6/34, Urk. 6/35)
sprach
ihr die
Sozial
versi
che
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, von Juni bis August 2001 bei einem Invaliditätsgrad von 40 % eine Viertelsrente (Urk.
6
/34) und ab Septem
ber
2001 bei einem Invaliditätsgrad von 50 % eine halbe Rente (Urk. 6/35)
,
zuzüg
lich Zusatz- und Kinderrenten
,
zu.
1.2
Nach Eingang des von der Beschwerdeführerin am 2. Juni 2006 ausgefüllten Revisionsfragebogens (Urk. 6/49/1-2) holte die IV-Stelle unter anderem bei
m
behandelnden rheumatologischen Facharzt einen Bericht ein (Urk. 6/51/1-2) u
nd verneinte nach Erlass des Vorbescheids (Urk. 6/53) mit
in Rechtskraft erwach
s
ener
Verfügung vom 25. September 2006 (Urk. 7/55) ei
nen
Anspruch der Ver
sicherten auf Erhöhung der
ihr
bisher ausgerichteten halben Rente.
1.3
Nach Eingang des von der Beschwerdeführerin am 28. August 2008 ausgefüll
ten
Revisionsfragebogens (Urk.
6
/56
/1-2
) holte die IV-Stelle erneut bei
m
behan
deln
den rheumatologischen Facharzt der Versicherten einen Bericht ein (Urk. 6/58) und verneinte nach Erlass des Vorbescheids (Urk. 6/64) mit in Rechtskraft er
wachsener Verfügung vom 10. Dezember 2007 (Urk. 6/66) einen An
spruch der Versicherten auf Erhöhung der ihr bisher ausgerichteten halben Rente.
1.4
Nach Eingang des von der Beschwerdeführeri
n am 9. Dezember 2010 ausge
füll
t
en
Revisionsfragebogens (Urk.
6
/67
/1-3
) holte die IV-Stelle bei
einem
be
han
deln
den allgemeinmedizinischen Facharzt
der Versicherten
einen Bericht (Urk.
6
/72/1-4)
ein und stellte mit
Mitteilung vom 17. Februar 2011 (Urk. 6/75) einen unveränderten Anspruch der Versicherten auf eine halbe Rente fest.
1.5
Nach Eingang des von der Beschwerdeführerin am 2. August 2013 ausgefüllten Revisionsfragebogens (Urk. 6/82/1-2)
gab
die IV-Stelle
der
Versicherte
n
mit Mit
tei
lung vom 24. Februar 2014 (Urk.
6
/98)
bekannt
, dass sie eine bidiszi
pli
näre medizinische
Begutachtung durch
Dr. med.
Y._
(
Rheuma
tolo
gie
)
und Dr. med.
Z._
(
Psychiatrie
)
veranlassen werde
. Mit Verfügung vom 25. April 2014 (Urk.
6
/106) hielt die IV-Stelle an der Durch
führung der vorgesehenen bidisziplinären, rheumatolo
gi
schen und psy
chia
trischen Begutachtung
durch Dr.
Y._
und Dr.
Z._
fest.
Die von der Versicherten gegen die Verfügung vom 2
5.
April 2014 erhob
ene Beschwerde wies das hiesige Gericht mit dem
in
Rechtkraft
erwachsenen Urteil IV.2014.00593 vom 1
9.
September 2014 (Urk. 6/110) ab.
1.6
In der Folge wurde die Versicherte von
Dr.
Y._
und
Prof.
Dr.
Z._
begutachtet, welche ihr Gutachten am 1
8.
August 2015 (
Urk.
6/127,
Urk.
6/123 und
Urk.
6/128) erstatteten.
Nach Erlass des Vorbescheids vom 1
5.
Januar 2016 (
Urk.
6/131) nahm die Versicherte am
4.
April 2016 dazu Stellung (
Urk.
6/137) und reichte eine Stellungnahme ihres behandelnden rheumatologischen Fach
arztes vom 2
6.
Februar 2016 (
Urk.
6/137) ein, worauf die IV-Stelle eine Stel
lungnahme ihres Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 2
9.
Juni 2016 (
Urk.
6/139/2-3) sowie zwei das Gutachten vom 1
8.
August 2015 ergänzende Stel
lungnahmen von
Dr.
Y._
vom
9.
August
2016 (
Urk.
6/142/1-2, Urk. 6/142/5-9)
einholte. Mit Verfügung vom 2
6.
Januar 2017 (
Urk.
6/151 = Urk. 2) hob die IV-Stelle die ursprüngliche, rentenzusprechende Verfügung vom 1
0.
Oktober 2003 wiedererwägungsweise auf und hob die der Versicherten bis
her ausgerichtete halbe Rente per Ende des Monats Februar 2017 auf.
2.
Gegen die Verfügung vom
2
6.
Januar 2017
(Urk. 2) erhob die Versicherte am
2
7.
Februar 2017
Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte,
diese sei aufzuheben und es sei die IV-Stelle
zu verpflichten
,
die bisher ausgerichtete Invalidenrente
weiterhin auszurichten
(S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
6.
April 2017
(Urk. 5) die Ab
weisun
g der Beschwerde
, worauf die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 2
9.
Juni 2017 (
Urk.
8) dazu Stellung nahm und zwei Arztberichte (
Urk.
9/1-2) einreichte.
Dies wurde der
Beschwerde
gegnerin
am
6.
Juli 2017
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
10
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die
Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
wind
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenver
siche
rung (IVG)
aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und
nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede
rungs
massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener
Arbeits
marktlage
erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid ge
wor
den wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen
Erwerbs
ein
kommen
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbe
zügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen
Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei
gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in
seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
des
gerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai
2009 E.
1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswir
kungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar.
1.5
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkommens
vergleichs
(bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Aus
wirkungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Recht
spre
chung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 134 V 131 E.
3 und 133 V 108 E.
5.4 mit Hinweis). Nach der bundesgerichtlichen Rechtspre
chung ist eine Verfügung verzichtbar, wenn bei einer von Amtes wegen durch
geführten Revision keine leistungsbeeinflussende Änderung der Verhältnisse festgestellt wurde (
Art.
74
ter
lit. f IVV) und die bisherige Invalidenrente daher weiter ausgerichtet wird. Wird auf entsprechende Mitteilung hin keine Ver
fügung verlangt (
Art.
74
quater
IVV), ist jene in Bezug auf den
Vergleichs
zeit
punkt
einer (ordentlichen) rechtskräftigen Verfügung gleichzustellen (Urteile des Bundesgerichts 9C_771/2009 vom 10. September 2010 E. 2.2 und 9C_586/2010 vom 15. Oktober 2010 E. 2.2 mit Hin
weisen).
1.6
Fehlen die in Art. 17 ATSG genannten Voraussetzungen
für eine
Rentenre
vi
sion
, so kann die Rentenverfügung lediglich nach den für die Wiedererwägung rechtskräftiger Verwaltungsverfügungen geltenden Regeln abgeändert werden. Danach ist die Verwaltung befugt, auf eine formell rechtskräftige Verfügung, welche nicht Gegenstand materieller richterlicher Beurteilung gebildet hat, zurückzukommen, wenn sich diese als zweifellos unrichtig erweist und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (
Art.
53
Abs.
2 ATSG; BGE 110 V 176 E. 2a
mit Hinweisen).
1.7
Bei der Wiedererwägung einer formell rechtskräftigen Verfügung oder eines for
mell rechtskräftigen
Einspracheentscheides
gilt es, wenn spezifisch IV-rechtliche Aspekte zur Diskussion stehen, mit Wirkung ex
nunc
et pro
futuro
einen rechtskonformen Zustand herzustellen (
Art.
85
Abs.
2,
Art.
88
bis
Abs.
1 lit. c
der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV
; BGE 110 V 291 E. 3). Um die
Frage nach dem zukünftigen Rentenanspruch prüfen zu können, muss die zweifel
lose Unrichtigkeit der ursprünglichen Rentenverfügung festgestellt sein. Ist dies der Fall und die Berichtigung von erheblicher Bedeutung, was auf perio
dische Dauerleistungen regelmässig zutrifft, sind die
Anspruchs
berechtigung
und allenfalls der Umfang des Anspruchs pro
futuro
zu prüfen. Dabei ist wie bei einer materiellen Revision nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG auf der Grundlage eines richtig und vollständig festgestellten Sachverhalts der Invaliditätsgrad im Zeitpunkt der Verfügung oder des
Einspracheentscheides
zu ermitteln (Urteile des Bundesgerichts 9C_173/2015 vom 2
9.
Juni 2015 E. 2.2, 8C_818/2012 vom 1
1.
März 2013 E. 6.1 und 9C_22/2012 vom
4.
Mai 2012 E. 3.1).
1.8
Die Wiedererwägung dient der Korrektur einer anfänglich
unrichtig
en Rechts
anwendung
einschliesslich
unrichtig
er Tatsachenfeststellung im Sinne der
Sach
verhaltswürdigung
(Art. 53 Abs. 2 ATSG). Das Erfordernis der
zweifellos
en
Unrichtig
keit ist in der Regel erfüllt, wenn eine Leistungszusprechung aufgrund falsch oder unzutreffend verstandener Rechtsregeln erfolgt ist oder wenn
mass
gebliche
Bestimmungen nicht oder
unrichtig
angewandt wurden. Anders verhält es sich, wenn der Wiedererwägungsgrund im Bereich materieller Anspruchs
voraussetzungen liegt, deren Beurteilung notwendigerweise Ermessenszüge auf
weist. Erscheint die Beurteilung einzelner Schritte bei der Feststellung solcher
Anspruchsvoraussetzungen
I
nvaliditätsbemessung, Arbeitsunfähigkeitsschätzung,
Beweiswürdigung, Zumutbarkeitsfragen) vor dem Hintergrund der Sach- und Rechts
lage, wie sie sich im Zeitpunkt der rechtskräftigen Leistungszusprechung darbot, als vertretbar, scheidet die Annahme zweifelloser
Unrichtig
keit aus.
Zweifel
los
ist die
Unrichtig
keit, wenn kein vernünftiger Zweifel daran möglich ist, dass die Verfügung
unrichtig
war. Es ist nur ein einziger Schluss - derjenige auf die
Unrichtig
keit der Verfügung - denkbar (Urteil des Bundesgerichts 9C_148/2014 vom 28. Mai 2014 E. 2.1 mit Hinweisen).
1.9
Eine
zweifellos
e
Unrichtig
keit der ursprünglichen Rentenverfügung hat die Recht
sprechung etwa angenommen, wenn bis zum damaligen
Verfügungszeit
punkt
keine Einschätzung der Leistungsfähigkeit in einer zumutbaren
Ver
weis
tätigkeit
vorlag und der Invaliditätsgrad allein nach
Massgabe
der Arbeitsfähig
keit festgelegt wurde, bei der erstmaligen Anspruchsprüfung also die Invalidität der Arbeitsunfähigkeit gleichgestellt und damit von einem rechtlich falschen Invaliditätsbegriff ausgegangen wurde, und wenn gestützt auf eine rechtlich kor
rekte Invaliditätsbemessung ohne Zweifel eine tiefere Rente zugesprochen
worden wäre (Urteil des Bundesgerichts 8C_676/2011 vom 31. Januar 2012 E.
5.1
; in BGE 135 I 1 nicht publizierte E.
5.3 des Urteils des Bundesgerichts 9C_342/2008 vom 20. November 2008; Urteil des Bundesgerichts 8C_846/2010 vom 10. Dezember 2010 E. 1.4 mit Hinweisen).
1.10
Die Verwaltung ist gemäss der Rechtsprechung (BGE 140 V 514 E. 3.5) auch mehr als zehn Jahre nach Erlass einer zweifellos unrichtigen Verfügung Ver
waltung befugt, auf diese wiedererwägungsweise zurückzukommen.
1.11
Wird eine Rente revisionsweise (vgl.
Art.
17
Abs.
1 ATSG) herauf- oder herab
gesetzt, so tritt die Revisionsverfügung an Stelle der zu revidierenden Verfü
gung. Dasselbe gilt auch dann, wenn in einem Revisionsverfahren die bisherige Rente nach materieller Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer
Sach
verhaltsabklärung
, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkommensver
gleichs
bestätigt wird (vgl. BGE 133 V 108). Dies bedeutet aber auch, dass selbst dann, wenn nachträglich
im Rahmen
der Wiedererwägung oder der Revision auf diese Revisionsverfügung zurückgekommen wird, die ursprüngliche Verfü
gung von der Revisionsverfügung konsumiert bleibt und daher nicht wieder auflebt, sondern deren Schicksal teilt. Vorbehalten bleiben dabei lediglich jene seltenen Fälle, in denen die Revisionsverfügung nichtig ist. Somit ist bei einem
wiedererwägungsweisen Zurückkommen auf eine zweifellos unrichtige
Revisions
verfügung
der
gesamte
Rentenanspruch ex
nunc
und pro
futuro
ohne Bindung an die ursprüngliche Verfügung in allen seinen Teilen neu zu beurteilen, ohne dass zunächst geprüft werden müsste, ob auch bezüglich der ursprünglichen Verfügung ein
Rückkommenstitel
gegeben wäre (BGE 140 V 514 E. 5.2; Urteil des Bundesgerichts 8C_626/2014 vom
6.
Januar 2015 E.
3.4).
1.12
Im Regelfall ist eine medizinisch attestierte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit auf dem Weg der Selbsteingliederung zu verwerten. Nach langjährigem
Renten
bezug
können ausnahmsweise Erfordernisse des Arbeitsmarktes der Anrechnung einer medizinisch vorhandenen Leistungsfähigkeit und medizinisch möglichen
Leistungsentfaltung entgegenstehen, wenn aus den Akten einwandfrei hervor
ge
ht, dass die Verwertung eines bestimmten Leistungspotenzials ohne vorgän
gige Durchführung befähigender Massnahmen allein vermittels
Eigenanstren
gung
der versicherten Person nicht möglich ist. Diese Rechtsprechung ist grundsätzlich auf Fälle zu beschränken, in denen die (revisions- oder
wieder
er
wägungsweise
) Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente eine versi
cher
te Person betrifft, welche das 55. Altersjahr zurückgelegt oder die Rente seit mehr als 15 Jahren bezogen hat. Die Übernahme der beiden
Abgren
zungs
kri
terien
(vgl. lit. a
Abs.
4 der Schlussbestimmungen der Änderung vom 1
8.
März 2011 [
6.
IV-Revision, erstes Massnahmenpaket]) bedeutet nicht, dass die darun
ter fallenden Rentnerinnen und Rentner im jeweiligen revisions- (Art. 17 Abs. 1
ATSG) beziehungsweise gegebenenfalls wiedererwägungsrechtlichen (Art. 53 Abs.
2 ATSG) Kontext einen Besitzstandsanspruch geltend machen könnten; es wird ihnen lediglich zugestanden, dass – von Ausnahmen abgesehen – auf
grund des fortgeschrittenen Alters oder einer langen Rentendauer die
Selbstein
gliederung
nicht mehr zumutbar ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_39/2012 vom 24. April 2012 E. 5.1 mit Hinweisen; vgl. auch Urteile Bundesgerichts 8C_602/2013 vom 9. April 2014 E. 3.4 und 9C_412/2014 vom 20. Oktober 2014 E. 3.1).
1.13
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom 2
6.
Januar 2017 (
Urk.
2) davon aus, dass die Beschwerdeführerin sowohl bei Erlass der
ur
sprünglichen rentenzusprechenden Verfügung vom 1
0.
Oktober
2003 (Urk. 6/
33,
Urk.
6/34,
Urk.
6/35)
als auch zum gegenwärtigen Zeitpunkt lediglich unter geringen, alte
rsentsprechenden degenerativen Veränderungen im Bereich der Wirbelsäule ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gelitten habe, weshalb die ursprüngliche Rentenzusprache zweifellos unrichtig gewes
en
sei (S. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin bringt
hiegegen
vor, dass die Beurteilung der medi
zinischen Aktenlage zum Zeitpunkt bei Erlass der ursprünglichen
rentenzu
sprechenden
Verfügung vom
1
0.
Oktober 2003 (Urk.
6/33,
Urk.
6/34,
Urk.
6/35)
durch die Beschwerdegegnerin nicht zweifellos unrichtig gewesen sei, weshalb eine wiedererwägungsweise Aufhebung der ursprünglichen
Renten
verfügung
en
nicht in Betracht komme (
Urk.
1 S. 6).
3.
3.1
N
ach Erlass der ursprünglichen rentenzusprechende Verfügungen vom 10. Oktober
2003 (
Urk.
6/33,
Urk.
6/34, Urk. 6/35)
prüfte die
Beschwerde
geg
nerin
den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin jeweils in materieller Hin
sicht neu und
stellte mit Verfügungen
vom 25. September 2006 (Urk. 7/55)
und
vom 10. Dezem
ber 2007 (Urk. 6/66)
sowie
mit
Mitteilung vom 17. Februar 2011 (Urk. 6/75) einen unveränderten Anspruch auf eine halbe Rente fest.
Da gemäss der erwähnten Re
chtsprechung (vorstehend E. 1.11)
die ursprüngliche
Renten
verfügung
von der Revisionsverfügung konsumiert bleibt und bei einem
wieder
erwägungsweisen
Zurückkommen auf eine zweifellos unrichtige
Revisionsver
fügung
nicht wieder auflebt,
ist vorliegend
der gesamte Rentenanspruch ex
nunc
und pro
futuro
in allen seinen Teilen neu zu beurteilen
.
3.2
Streitig und zu prüfen gilt es vorliegend daher einerseits
(
unter dem Titel der Wiedererwägung
)
,
ob die ursprüngliche Verfügung vom 10. Oktober 2003 (Urk.
6/33,
Urk.
6/34, Urk. 6/35) beziehungsweise
die nachfolgenden
Revisions
ver
fügungen
vom 25. September 2006 (Urk. 7/55)
und
vom 10. Dezember 2007 (Urk. 6/66)
und
die
Mitteilung vom 17. Februar 2011 (Urk. 6/75) zweifellos un
richtig
gewesen waren. Andererseits gilt es
(
unter dem Titel der Rentenrevision
)
zu prüfen, ob sich der anspruchsrelevante Sachverhalt im Vergleichszeitraum ab Erlass der Mitteilung vom 1
7.
Februar 2011 (Urk.
6/75)
bis zum Erlass de
r angefochtenen Verfügung vom 2
6.
Januar 2017
(
Urk.
2) in einer für den Rentenanspruch massgebenden Weise wesentlich verändert hat.
4.
4.1
Bei Erlass der ursprünglichen Rentenverfügung vom 1
0.
Oktober 2003 (Urk. 6
/33,
Urk.
6/34,
Urk.
6/35)
stützte sich die Beschwerdegegnerin auf das Gutachten der Ärzte der
Medas
A._
vom 1
5.
März 2002 (
Urk.
6/13), auf Bericht von
Dr.
med.
B._
vom 2
5.
November 2002 (
Urk.
6/25) und auf die Stel
lungnahme von
Dr.
med.
C._
ihres
Medizinischen
Dienstes (
M
D) vom
4.
Februar 2003 (
Urk.
6/31/2).
4.2
Die Ärzte der
Medas
A._
erwähnten in ihrem polydisziplinären Gut
achten vom 1
5.
März 2002
(
Urk.
6/13/1-10
)
, dass die Beschwerdeführerin am 2
6.
und am 2
8.
November 2001 ambulant
internistisch, rheumatologisch und psychiatrisch untersucht worden sei (S. 1) und stellten die folgenden Diagnosen (S. 8):
Hauptdiagnosen
,
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit:
-
chronisches
zerviko
-
und
lumbospondylogenes
Syndrom mit/bei:
-
Hyperkyphose des
zervikothorakalen
Übergangs mit
Kopfprotraktion
, lumbale Hyperlordose
-
muskuläre
r
Dysbalance und Insuffizienz
-
Sakralisation
des
LWK5
-
leichter Spondylarthrosen der distalen LWS
-
Tendenz zu
Fibromyalgiesyndrom
-
geltungsbedürftige Persönlichkeit mit stark
histrionischen
Charakter
zü
gen und Tendenz zu demonstrativem Verhalten
Nebendiagnosen, ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit:
-
subklinische Hypothyreose
-
Adipositas
-
Myopie
-
sectio
ceasarea
-
Histiomexcision
im September 2001
Sie
stellten fest
, dass die internistische Untersuchung keine Pathologien, und dass die rheumatologische Untersuchung eine Wirbelsäulenfehlstatik mit
Hyper
kyphose
des
zervikothorakalen
Übergangs mit
Kopfprotraktion
und lumbaler Hyperlordose ergeben habe. Bei uneingeschränkter Beweglich
keit
der Wirbel
säule seien
spondylogene
Weichteilsymptome sowie eine muskuläre Dysbalance und Insuffizienz festzustellen gewesen
, wobei 14 der 18 Tenderpoints
zur Diag
nose
eines
Fibromyalgiesyndroms
druckdolent
gewesen seien
(S. 8)
.
Die psy
chiatrische Untersuchung habe das Bild einer geltungsbedürftigen Persönlich
keit mit stark
histrionischen
Zügen und
einer
Tendenz zu demonstrativem Verhalten ergeben (S. 9).
Die
histrionischen
Charkterzüge
seien zwar nicht per se invalidisierend, könnten aber depressive Verstimmungen und eine Verstärkung der psychosomatischen Beschwerden zur Folge haben, weshalb aus psychiatrischer Sicht eine Arbeits
unfähigkeit von höchstens 20
%
bestehe (
Urk.
6/13/
12-16 S. 4 unten
).
Aus somatischer Sicht sei der Beschwerdeführerin die Ausübung ihrer bishe
rigen Tätigkeit als Hilfsgärtnerin sowie die Ausübung behinderungsangepasster, körperlich leichter bis mittelschwerer
, wechselbelastender Tä
tigkeiten, ohne rückenbelastende
Tätigkeiten und ohne das Heben von Lasten von einem Ge
wicht von über 15 Kilogramm
,
ohne Einschränkungen zuzumuten. Aus psychia
trischer Sicht bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von höchstens 20
%
(
Urk.
6/13/1-10 S. 9).
4.3
Die Ärzte des Instituts für Radiologie des
D._
stellte
n
in ihrem Bericht vom 1
9.
November 2002 (
Urk.
6/123/90-91)
fest
, dass eine am 1
8.
November 2002 durchgeführte Skelettszintigraphie eine rec
htsbetont hoc
h
aktive
calcanear
plantare Umbauzone
und daneben
Zeichen
einer
Tendin
opathie
am Ansatz der
Rotatoren
am
Tuberculum
majus
rechts sowie eine deutliche Speichervermehrung
der Schultern,
der
Hü
ftgelenke
und
der
Kniegelenke
medial
und
retropatellär
ergeben habe. Neben der als Hauptbefund festgestellten auf
fälligen spongiösen Reaktion am plantaren
Tuber
calcanei
rechts
bestünden
bei
der Beschwerdeführerin bezüglich ihres Alters eher fortgeschrittene, aktive dege
nerative Veränderungen der Schulter, der Hüften und der Kniegelenke sowie eine
Periarthritis
humeroscapularis
(PHS)
tendinopathica
rechts
(S. 1).
4.4
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheu
matologie, diagnostizierte in seinem Bericht vom 2
5.
November 2002 (Urk.
6/
25) eine
Vitamin D-Aufnahmestörung und einen Verdacht auf ein
Karpaltunnel
syn
drom
beidseits (S. 1)
und stellte fest
, dass eine durchgeführte
Skelettszinti
gra
phie
eine eindrückliche spongiöse Reaktion am plantaren
Tuber
calcanei
rechts
betont
beidseits im Sinne einer hochaktiven plantaren Umbauzone ergeben habe
(S. 2).
4.5
M
D-Arzt
Dr.
med.
C._
, praktischer Arzt, führte in seiner Stellungnahme vom
4.
Februar 2003 (
Urk.
6/31/2) aus, dass die Beurteilung durch
Dr.
B._
(vom 2
5.
November 2002) zwar die Beurteilung der Gutachter
der
Medas
A._
nicht in Zweifel zu ziehen vermöge, dass
auf Grund der
Untersuchung der Beschwerdeführerin durch
Dr.
B._
im Oktober 2002
jedoch auf eine seit der
Begutachtung durch die Ärzte der
Medas
A._
eingetretene
Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes
zu schliessen sei
. Insbesondere habe
die
erst
nach der Begutachtung
durch die Ärzte der
Medas
A._
durch
ge
führte Szintigraphie fortgeschrittene, aktive, degenerative Veränderungen er
geben. Es sei daher von einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes ab Oktober 2002 und von einer Arbeitsunfähigkeit im Umfang von 50
%
ab diesem Zeitpunkt auszugehen.
5.
5.1
Bei Erlass der Revisionsverfügung vom 2
5.
September 2006 (
Urk.
6/55) stützte sich die Beschwerdeführerin auf den Bericht von
Dr.
B._
vom 2
6.
Juni 2006 (
Urk.
6/51/1-2; vgl.
Urk.
6/52/1).
5.2
Dr.
B._
erwähnte in seinem Bericht vom 2
6.
Juni 2006 (
Urk.
6/51/1-2), dass es in der Zwischenzeit zu keiner Verbesserung der Beschwerden gekommen sei. Es bestehe unverändert eine persistierende Arbeitsunfähigkeit von 50
%
bei ten
denziell eher zunehmenden Beschwerden (S. 2).
6.
6.1
Bei Erlass der Revisionsverfügung vom 1
0.
Dezember 2007 (
Urk.
6/66) stützte
sich die Beschwerdegegnerin auf den Bericht von
Dr.
B._
vom 1
3.
Septem
be
r 2007 (
Urk.
6/58) sowie auf die Stellungnahme
von
Dr.
med.
E._
prak
tische Ärztin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD),
vom 2
5.
Oktober 2007 (
Urk.
6/62/2-3).
6.2
Dr.
B._
stellte in seinem Bericht vom 1
3.
September 2007 (
Urk.
6/58)
einen
grundsätzlich unveränderte
n Gesundheitszustand sowie eine
unveränderte Arbeits
unfähigkeit von 50
%
fest und erwähnte, dass die Beschwerdeführerin neu unter einer depressiven Stimmungslage leide (S. 2)
6.3
RAD-Ärztin
Dr.
E._
führte in ihrer Stellungnahme vom 2
5.
Oktober 2007 (
Urk.
6/62/2-3) aus, dass auf Grund der medizinischen Aktenlage davon aus
zu
gehen sei, dass sei
t
der letzten Renten
revision keine erhebliche beziehungsweise
rentenrelevante gesundheitliche Verschlechterung neu aufgetreten sei (S. 2).
7.
7.1
Bei Erlass der Mitteilung betreffend Rentenrevision vom 1
7.
Februar 2011 (Urk. 6/75) stützte sich die Beschwerdegegnerin auf den Bericht von
Dr.
med.
F._
vom 1
9.
Januar 2011 (
Urk.
6/72/1-4) sowie auf die Stellung
nahme des RAD-Arztes
Dr.
med.
G._
,
Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
,
vom
9.
Februar 2011 (
Urk.
6/74/2-3).
7.2
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
stellte in seinem Bericht vom 1
9.
Januar 2011 (
Urk.
6/72/1-4) eine stabile Prognose und
attestierter der
Beschwerdeführerin
eine Arbeitsfähigkeit in ihrer bisherigen
Tätig
keit als Gebäudereinigerin („Putzen“) im Umfang von 3 Stunden im Tag (S. 2
).
7.3
RAD-Arzt
Dr.
med.
G._
, führte in seiner Stellungnahme
vom
9.
Februar 2011 (
Urk.
6/74/2-3)
aus, dass auf Grund der vorhandenen medizini
schen Akten von einem unveränderten beziehungsweise nicht wesentlich ver
besserten Gesundheitszustand seit der letzten Rentenrevision auszugehen sei (S.
2).
8.
8.1
Bei Erlass der angefochtenen Verfügung vom 2
6.
Januar 2017 (
Urk.
2) stützte sich die Beschwerdegegnerin in erster Linie auf das bidisziplinäre Gutachten von
Dr.
Y._
und
Prof.
Z._
vom 1
8.
August 2015 (
Urk.
6/127, Urk. 6/123/1-63 und
Urk.
6/128) sowie auf dessen Ergänzung vom
9.
August 2016 (
Urk.
6/142/1-2, Urk. 6/142/5-9).
8.2
Dr.
med.
Y._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und für Rheumatologie,
stellte in ihrem rheumatologischen Teilgutachten vom 2
7.
Juni 2015 (
Urk.
6/123/1-63) die folgenden Diagnosen (S. 52):
rheumatologische Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
keine
rheumatologische Diagnosen
ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
ausgedehnte chronische Schmerzen
-
Adipositas Grad l
-
arterielle Hypertonie mit medikamentöser Therapie
-
vermutliche kongenitale
Hypocalcämie
unklarer
Aetiologie
mit:
-
aktuell grenzwertiger
Hypocalcämie
und sekundärem
Hyperpara
thy
reo
dismus
-
normalen Werten für Vitamin D und
Calcitriol
, unter
parenterater
Substitution, ohne Nachweis einer Mutation im Vitamin D3-Rezeptor
-
normaler Knochendichte und normalem Ganzkörper-Calciumgehalt
-
Vitamin B12-Mangel
-
Hypercholesterinämie
-
plantarer Fersensporn beidseits rechts mit
leichtem
Reizzustand der
Plantaraponeurose
am Ursprung
,
ohne eigentliche
Facitis
plantaris
rechts
-
l
eichte
Varus
-Gonarthrose beidseits mit
:
-
lateralbetonter femoro
patellären Arthrose ohne Meniskusverkalkungen
-
kongenitale
Sakral
isation
des
LWK5
-
e
rosive
Antrumgastritis
und axiale
Hiatushernie
-
Polyp im Colon
sigmoideum
(Koloskopie 11, 2013)
mit
low
grade Dysplasie
Sie erwähnte, dass die im November 2002 durchgeführte Ganzkörper-Szinti
graphie eine vermehrte Aktivität im Bereich des plantaren
Tuber
calcanei
rechts an der rechten Ferse, sowie für das damalige Alter der Beschwerdeführerin eher fortgeschrittene, aktive degenerative Veränderungen im Bereich der Schultern, der Hüften und der Kniegelenke ergeben habe. Dabei habe es sich indes keines
wegs um fortgeschrittene degenerative Veränderungen gehandelt. Zudem habe die Wirbelsäule
szintigraphisch
keine vermehrte Aktivität aufgewiesen. Eine im September 2003 durchgeführte Messung der Knochendichte mit der
Dexa
-Me
tho
de habe eine normale Knochendichte und einen normalen
Ganzkörper-Kal
ziumgehalt
ergeben (S. 53).
Eine im Mai 2015 durchgeführte Ganzkörper-MRI-Untersuchung
habe
abge
seh
en von einer kongenitalen
Sakralisation
des LWK5 altersentsprechende Befunde im Bereich der drei Wirbelsäulenabschnitte und
der beiden
ISG
und
insbe
son
dere keine Kompressionen neuronaler Strukturen
ergeben.
Auf Grund dieser
bild
gebenden
Befunde könne keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit gestellt werden.
Die durchgeführte Blutuntersuchung habe eine leichte Hypercholesterinämie und einen deutlichen Mangel des Vitamins B12 ergeben. Die Werte für Vitamin D und
Calcitrol
seien indes normal gewesen. Insbe
son
dere
sei
keine Mutation des Vitamin D3-Rezeptors
festzustellen gewesen
. Insgesamt bestünden in somatischer Hinsicht keine strukturellen Veränderungen
und keine fortgeschrittenen degenerativen Veränderungen, welche
geeignet wären
, die
Leistungsfähigkeit
der Beschwerdeführerin zu beeinträchtigen
. Die
bestehende grenzwertige
Hypocalcämie
habe keine Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit (S.
54).
Der Beschwerdeführer
in
sei die Ausübung der ange
stam
m
ten Tätigkeit als
Gebäudereinigerin
sowie die Ausübung weiterer damit vergleichbarer Tätigkeiten ohne Einschränkungen im Umfang eines
Arbeitspen
sums
von 100
%
zuzumuten (S. 57).
8.3
Prof.
Z._
, Facharzt für Neurologie und für Psychiatrie und Psychotherapie,
stellte in seinem psychiatrischen Teilgutachten vom 1
1.
August 2015 (
Urk.
6/128) die folgenden Diagnosen (S. 24):
psychiatrische Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit:
-
keine
psychiatrische Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit:
-
psychologische Faktoren und Verhaltensfaktoren bei andernorts klassifi
zier
ten Krankheiten
-
histrionische
Persönlichkeitsakzentuierung
Anlässlich der psychiatrischen Untersuchung sei
e
n die Hauptsymptome einer De
pression nicht festzustellen gewesen.
Die Beschwerdeführerin habe jedoch durch
eine verminderte Schwingungsfähigkeit und
durch ein
reduziertes Selbst
werterleben sowie
durch
histroniforme
Züge
imponiert
. Insgesamt ergebe sich im Vergleich zur psychiatrischen Vorbegutachtung durch die Ärzte der
Medas
A._
ein im Wesentlichen unverändertes psychopathologisches Bild. Der psychische Gesundheitszustand habe sich objektiv weder verbessert noch ver
schlechtert. Die Beschwerdeführerin leide an einer
Schmerzverar
beitungs
stö
rung
,
bei welcher es sich in diagnostischer Hinsicht um psychologische Faktoren und Verhaltensfaktoren bei andernorts klassifizierten Krankheiten handle (S.
21).
Da
bei handle es sich um eine
chronifizierte
,
mässiggradige
Schmerzstörung
,
welche
vor allem durch eine selbstlimitierende Krankheitsverarbeitung
unter
halten
werde
.
Die Beschwerdeführerin verfüge über
zahlreiche Ressourcen
und
es seien
keine
psychi
atri
schen Krank
heitsbilder
auszumachen, welche die
Arbeits
fähig
keit
mittel- und langfristig
um mehr als 20
%
einzuschränk
t
en
. Damit
ergebe
sich im Vergleich zur
vorgängigen
Beurteilung durch die Ärzte der
Medas
A._
keine Veränderung
(S. 24
).
8.4
In ihrer bidisziplinären Zusammenfassung vom 1
8.
August 2015 (
Urk.
6/127) erkannten
Dr.
Y._
und
Dr.
Z._
, dass weder psychiatrische noch rheu
matologische Diagnose
n
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu stellen sei
en
, und dass der Beschwerdeführerin
in somatischer und psychischer Hinsicht
die Ausübung sämtlicher Tätigkeiten, welche Frauen ihres Alters üblicherweise erledigen können,
ohne Einschränkungen
zuzumuten sei.
Sie
führten sodann
aus
, dass eine lang andauernde Arbeitsunfähigkeit
bei der Beschwerdeführerin
nie bestanden habe,
und dass
die ursprüngliche
Zusprache einer Invalidenrente
auf einer Fehlinterpretation eines nicht präzise formulierten
Szintigraphie
be
richts
vom 1
8.
November 2002 beruht habe.
8.5
Dr.
B._
nahm in seinem Bericht vom 2
6.
Februar 2016 (
Urk.
6/136) zum Gutachten von
Dr.
Y._
und
Prof
.
Z._
Stellung und stellte die folgen
den Diagnosen (S. 1):
-
Vitamin D-Aufnahmestörung mit:
-
sekundärem
Hyperparathyreoidismus
-
ausgeprägten Schmerzen im Bereiche des Bewegungsapparates mit
generalisierter
Tendomyopathie
, vermehrter Müdigkeit, Schlaf
stö
rungen
-
chronisches cervico- und lumbovertebrales Syndrom bei:
-
Sakralisation
von L5
-
Fazettengelenksarthrose
L3/L4 linksbetont
-
thoracal
langgezogener Hyperkyphose, lumbal kurzer Hyperlordose
-
femoropatellar
betonte
Gonarthrosen
links mehr als rechts bei
Valgus
stellung
-
arterielle Hypertonie
-
Adipositas
-
Vitamin B12-Mangel mit Substitutionstherapie
Er führte aus, dass er die Beurteilung durch
Dr.
Y._
und Prof.
Z._
, wonach eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit bestehe, nicht teile. Vielmehr bestehe
auf Grund der chronischen Schmerzen weiterhin eine Arbeitsun
fähig
keit von 50
%
(S. 3).
8.6
In
zwei
Stellungnahmen vom
9.
August
2016 (
Urk.
6/142/1-9) nahm
Dr.
Y._
zum Bericht von
Dr.
B._
vom
2
6.
Februar 2016 sowie zu ver
schiedenen Ergänzungsfragen der Beschwerdegegnerin zum Gutachten vom 1
8.
August
2015 Stellung. Sie führte aus, dass die ursprüngliche Rentenzu
spra
che auf einer unrichtigen
Beurteilung des
RAD vom
4.
Februar 2003 ge
gründet habe. Darin sei der RAD gestützt auf die Ergebnisse einer am 1
8.
Novem
ber 2002 durchgeführte Szintigraphie zu Unrecht davon ausgegangen, dass die
Be
schwerdeführerin unter
fortgeschrittene
n
degenerative
n
Veränderungen
ge
litten
habe.
Vielmehr
habe diese Szintigraphie lediglich für das
damalige
Alter
der Beschwerdeführerin
eher fortgeschrittene degenerative Veränderungen erge
ben. Dies seien
jedoch
gering und
ohne Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit
gewe
sen
(
Urk.
6/142/1).
9.
9.1
Bei Erlas
s der ursprünglichen Verfügungen
vom
1
0.
Oktober 2003 (Urk. 6/33
35)
stützte sich die Beschwerdegegnerin
zur Hauptsache auf
die Stellungnahme ihres
M
D-Arztes
Dr.
C._
vom
4.
Februar 2003 (vorstehend E.
4.5
), wonach
sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin nach der Begutachtung durch die Ärzte der
Medas
A._
im Oktober 2002 verschlechtert habe
,
und wo
nach
ab Oktober 2002
eine
Arbeitsunfähigkeit von 50
%
bestanden habe
.
9.2
Diese Beurteilung durch
Dr.
C._
und die
gestützt
darauf erfolge
Arbeitsfähig
keitsbeurteilung
durch die Beschwerd
e
gegnerin bei Erlass der ursprünglichen Rentenverfügungen stand insgesamt nicht gänzlich in Widerspruch
zur
dama
li
gen medizinischen Aktenlage.
Denn die
Ärzte der
Medas
A._
hatten bei Verfassen ihres
Gutachten
s
vom 1
5.
März 2002 (
vorstehend E.
4.2
) keine Kennt
nis der Ergebnisse der erst später,
nämlich
am 1
8.
November 2002
,
durchge
führten Ganzkörper-Skelettszintigraphie und veranlassten selbst keine solche Untersuchung.
Folglich blieben die
Ergebnisse der Skelettsz
intigraphie
, welche eine auffällige spongiöse
Reaktion am plantaren
Tuber
calcanei
rechts
sowie
aktive
(und bezüglich dem Alter der Beschwerdeführerin fortgeschrittenen)
degenerative Veränderungen der Schulter,
der Hüften und der Kniegelenke
und eine
Periarthritis
humeroscapularis
(PHS)
tendinopathica
rechts
ergab, i
m Gut
achter der
Medas
A._
vom 1
5.
März 2002 unberücksichtigt.
Sodann gilt es zu berücksichtigen,
dass die Ärzte der
Medas
A._
in ihrem Gutachten vom 1
5.
März 2002 (vorstehend E.
4.2
) der Beschwerdeführerin aus psychischen Gründen bereits eine
Arbeitsunfähigkeit von
(
höchstens
)
20
%
attestierten
. In Würdigung der gesamten Umstände
erscheint die Beurteilung durch
Dr.
C._
, welcher
insbesondere
auf Grund der Ergebnisse der Skelettszintigraphie vom 1
8.
November 2002 davon ausging, dass
neben einer Arbeitsunfähigkeit aus psy
chischen Gründen im Umfang von 20
%
zusätzlich eine solche aus soma
ti
schen Gründen von 30
%
ausgewiesen sei
,
und
welcher
der Beschwerdeführerin insgesamt eine Arbeitsunfähigkeit
im Umfang von 50
%
attestierte, nicht als gänzlich unvertretbar. Vielmehr
kam die
gestützt auf die Beurteilung durch
Dr.
C._
erfolgte
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung
durch die
Beschwerdegegnerin bei
Erlass der
ur
sprünglichen
Verfügungen vom 1
0.
Oktober 2003 (Urk. 6/33
35)
noch
innerhalb des
ihr
im Bereich der materiellen Anspruchsvoraussetzungen
zustehenden Ermessenspielraum
s
zu liegen.
9.3
Unter diesen Umständen erscheinen die ursprüngliche Verfügung vom
10. Oktober 2003 (Urk. 6/33,
Urk.
6/34, Urk. 6/35), die nachfolgenden
Revi
sion
s
ver
füg
ungen
vom 25. September 2006 (Urk. 7/55) und vom 10. Dezember 2007
(Urk. 6/66
)
sowie
die
Mitteilung vom 17. Februar 2011 (Urk. 6/75) nicht als zweifellos unrichtig
. Demzufolge fehlt
es vorliegend bereits an dem für eine Wiedererwägung der
Verfügung
en
vom 1
0.
Oktober 2003 (Urk.
6/33,
Urk.
6/34,
Urk.
6/35)
,
vom 2
5.
September 2006 (
Urk.
7/55) und vom 1
0.
Dezember 2007 (
Urk.
6/66)
beziehungsweiser der
Mitteilung vom 1
7.
Februar 2011 (
Urk.
6/75)
vorausgesetzten Erfordernis der zweifellosen Unrichtigkeit.
10.
10.1
Den
medizinischen Akten zum Gesundheitszustand bei Erlass der angefochtenen Verfügung vom
2
6.
Januar 2017
(Urk. 2)
ist zu
entnehmen,
dass
Dr.
Y._
und
Prof
.
Z._
in ihrem Gutachten vom 1
8.
August 2015 (vorstehend E.
8.2-4
)
davon ausgingen
, dass die Beschwerdeführerin weder aus psychischen noch aus somatischen in ihrer Arbeit
sfähigkeit beeinträchtigt werde. Sie ver
traten sodann die Ansicht,
dass eine lang andauernde Arbeitsunfähigkeit nie bestanden habe,
und dass
der Beschwerdeführerin im Jahre 2003 zu Unrecht eine Invalidenrente zugesprochen worden sei. Prof.
Z._
stellte in seinem psychiatrischen Teilgutachten vom 1
1.
August 2015 (vorstehend E.
8.4
) sodann ausdrücklich
ein im Wesentlichen unverändertes psychopathologisches Bild
fest
,
und ging davon aus, dass sich der psychische Gesundheitszustand der Be
schwer
deführerin
im Vergleich
zum Zeitpunkt der Begutachtung
durch die Ärzte der
Medas
A._
weder verbessert noch verschlechtert habe, sondern grund
sätzlich unverändert geblieben sei.
Unter diesen Umständen erscheint d
ie Beurteilung durch
Dr.
Y._
und
Prof
.
Z._
im Vergleich zur derjenigen durch
Dr.
C._
lediglich als
eine unterschiedliche Beurteilung eines grundsätz
lich gleichgebliebenen
medizinischen
Sachverhalts.
10.2
Gestützt auf das den
praxisgemässen
Anforderungen genügende (vgl. vor
steh
end E.
1.13
) und
diesbezüglich
voll beweiskräftige Gutachten
von
Dr.
Y._
und
Prof
.
Z._
vom 1
8.
August 2015 und dessen Ergänzung vom
9.
August 2016 steht daher mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fest, dass sich der
Ge
sundheitszustand der Beschwerdeführerin
weder im Zeitraum ab Erlass der
ur
sprünglichen rentenzusprechenden Verfügung
vom 1
0.
Oktober 2003 (
Urk.
6/33
,
Urk.
6/34,
Urk.
6/35)
bis zum Erlass der
Mitteilung
betreffend Rentenrevision
vom 1
7.
Februar 2011 (
Urk.
6/75)
noch im
vorliegend
massgebenden Zeitraum ab Erlass der Mitteilung vom 1
7.
Februar 2011 bis zum Erlass der angefoch
tenen Verfügung
vom
2
6.
Januar 2017
(Urk. 2)
in einer in
revisions
rechtlichem
Sinne erheblichen Weise verändert hat. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung vom
2
6.
Januar 2017
(Urk. 2)
von einem grundsätzlich unveränderten Gesundheitszustand ausging.
11.
Zusammenfassend ergibt sich, dass
sich
der gesundheitliche Zustand der Beschwerdeführerin seit der
ursprünglichen
Rentenzusprache
nicht in einer in revisionsrechtlichem Sinne erheblichen Weise verändert hat, und dass
weder die mit
Verfügung vom 1
0.
Oktober 2003 (
Urk.
6/33,
Urk.
6/35)
mit Wirkung ab
1.
September 2001
erfolg
t
e
Zusprache einer halben Rente noch deren Bestäti
gungen mit Verfügungen
vom 2
5.
September 2006 (
Urk.
7/55) und 1
0.
Dezem
ber
2007 (
Urk.
6/66)
sowie mit
Mittei
lung vom 1
7.
Februar 2011 (Urk.
6/75)
offen
sicht
lich
beziehungsweise zweifellos
unrichtig war
en
. Die von der
Beschwer
de
gegnerin
am
2
6.
Januar 2017
(
Urk.
1) verfügte Rentenaufhebung erfolgte
daher
zu Unrecht,
weshalb
die Beschwerde gutzuheissen ist.
Demzufolge hat
die Beschwerdeführerin weiterhin
unverändert
Anspruch auf eine
halbe Rente
.
12.
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des
gesetzlichen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr.
9
00.-- festzusetzen und
der unterliegenden Beschwerde
gegnerin
aufzuerlegen.
13.
13.1
Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (GSVGer) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
).
13.2
Ausgangsgemäss
hat die Beschwerdeführerin
Anspruch auf
eine
Pro
zessent
schädi
gung
, welche in Berücksichtigung
der Bedeutung der Streitsache
und
der Schwierigkeit des Prozesses
und eines gerichtsüblichen Stundenansatzes von
Fr. 220.-- (zuzügl
ich Mehr
wertsteuer) auf Fr.
2‘800
.-- (inklusive Baraus
lagen un
d Mehrwertsteuer) festzu
setzen ist.