Decision ID: 07e926a3-c537-4367-a4cb-b04cfb359645
Year: 2016
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 15./17. August 2011 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an. Sie habe den Beruf der [...] erlernt und sei zurzeit mit einem
Pensum von ca. 20 % als Raumpflegerin tätig. Sie habe psychische und Hand-
Probleme (Karpaltunnelsyndrom). Die Beeinträchtigung wirke sich seit dem 1. März
2011 aus.
A.b In der Arbeitgeberbescheinigung einer Reinigungsunternehmung vom 25. August
2011 (act. 13) wurde angegeben, die Versicherte sei seit dem 1. Juli 2009 zu einem
Stundenlohn von Fr. 20.-- angestellt. Im Jahr 2009 habe sie brutto Fr. 1'430.--, 2010 Fr.
3'765.-- und 2011 Fr. 3'195.-- verdient. Von einem Gesundheitsschaden sei nichts
bekannt. - In einer weiteren Arbeitgeberbescheinigung vom 5. September 2011 (act.
16) wurde angegeben, die Versicherte sei seit dem 7. Juni 2002 als Aushilfs-
Schuhmode-beraterin angestellt und werde es noch bis zum 31. Oktober 2011 bleiben
(der Stundenlohn habe seit 2011 insgesamt Fr. 20.88 betragen). Die Kündigung sei aus
wirtschaftlichen Gründen erfolgt. Im Jahr 2010 sei die Versicherte vom 18. März bis 13.
Juni arbeitsunfähig gewesen. Auch seit dem 1. März 2011 sei sie arbeitsunfähig. Im
Jahr 2008 habe sie rund Fr. 19'809.--, 2009 Fr. 15'472.--, 2010 Fr. 15'572.-- und 2011
Fr. 90.-- verdient.
A.c Dr. med. B._, Allgemeine Medizin FMH, gab bekannt, es werde bald eine
vertrauensärztliche Abklärung durch die Kranken-[taggeld-]¬versicherung erfolgen. - In
der entsprechenden medizinischen Beurteilung vom 30. August 2011 (Fremd-Akten)
wurden als Diagnosen bezeichnet eine chronische depressive Störung, ein St. n.
Karpaltunneloperation links und rechts und Ringbandspaltung Dig. IV rechts (03/2010)
mit persistierender Schmerzsymptomatik und Schwellungsneigung der Hand rechts,
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eine chronische Hepatopathie bei Hepatitis B/aethylischer Hepatopathie, ein
chronisches Lumbovertebralsyndrom bei St. n. Diskektomie L4/L5 (1994) aktuell mit
Schmerzausstrahlung in das rechte Bein, arterielle Hypertonie und Polyarthrose. Es
bestehe ein psychischer Leidensdruck im Sinn einer Anpassungsstörung nach
plötzlicher Kündigung. Nach einem Zusammenbruch - sie sei am 14. März 2011 voll
arbeitsunfähig geworden - stehe die Versicherte in psychiatrischer Behandlung.
Grundsätzlich wäre die bisherige Tätigkeit zumutbar, zurzeit bestehe aber wegen der
Beschwerden in der Hand eine reduzierte Leistungsfähigkeit. Zu vermeiden seien
langdauerndes Sitzen und ausschliessliches Arbeiten mit der rechten Hand. - Die
behandelnde Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Dr. med. C._, hatte der
Taggeldversicherung am 10. August 2011 (Fremdakten) berichtet, die Versicherte sei
vom 14. März 2011 bis 31. Mai 2011 wegen einer rezidivierenden depressiven Störung
(mittelgradige Episode mit somatischen Symptomen) voll arbeitsunfähig gewesen.
Seither sei sie aus psychiatrischer Sicht wieder voll arbeitsfähig.
A.d Die Klinik für Hand-, Plastische und Wiederherstellungschirurgie am Kantonsspital
St. Gallen berichtete am 27. September 2011 (act. 41) über ein Rehabilitations-Defizit
und eine Tenovaginitis stenosans Dig. V bei St. n. Trapezektomie, Karpaldachspaltung,
Dupuytren-Operation Dig. IV und A1 und eine Ringbandspaltung Dig. IV Hand rechts
am 18. März 2010 bei Rhiz¬arthrose, Karpaltunnelsyndrom, Dupuytren-Kontraktur und
Trigger-Finger Dig. IV.
A.e Ein MRT der LWS vom 18. Oktober 2011 zeigte gemäss radiologischem Bericht
(act. 32) unter anderem eine hochgradige disko-ossäre Einengung des rechten
Neuroforamens und Kompression der rechten L4-Wurzel, eine breitbasige medio-
bilaterale Protrusion und eine hochgradige disko-ossäre Spinalkanalstenose.
A.f Eine Ärztin für Allgemeine Innere Medizin des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD)
der Invalidenversicherung hielt am 2. November 2011 (act. 19) dafür, es liege für
adaptierte Tätigkeiten eine volle Arbeitsfähigkeit vor.
A.g Mit Vorbescheid vom 10. November 2011 (act. 22 f.) wurde der Versicherten
angekündigt, ihr Leistungsgesuch um berufliche Massnahmen und um
Rentenleistungen abzulehnen. Daraufhin wandte sie am 13. Dezember 2011 (act. 24)
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ein, sie könne mit den operierten Händen nicht zu 100 % arbeiten. Am 8. Dezember
2011 sei zudem eine Rückenoperation vorgenommen worden.
A.h Vom 6. bis 13. Dezember 2011 war die Versicherte zur elektiven lumbalen
Dekompression bei Spinalkanalstenose LKW4/5 mit konsekutiver Claudicatio spinalis
in der Klinik für Neurochirurgie am Kantonsspital St. Gallen hospitalisiert gewesen
(Bericht vom 13. Dezember 2011, act. 42-1 bis 3). Am 11. Januar 2012 (act. 42-4 f.)
gab die Klinik unter anderem bekannt, die Claudicatio-Beschwerden hätten sich
deutlich zurückgebildet. Es bestünden weiterhin eine leichte Fussheberschwäche
rechts und eine Hypästhesie im Dermatom L5. Störend seien Kreuzschmerzen, die sich
besonders im Sitzen manifestierten. Noch bis zum 29. Januar 2012 sei die Versicherte
arbeitsunfähig geschrieben.
A.i In einem IV-Arztbericht vom 12. März 2012 (act. 44) erklärten die Ärzte der
Orthopädie D._, für leichte bis mittelschwere handwerkliche Tätigkeiten bestehe seit
dem 13. Juni 2010 rein von Seiten der Hand wieder Arbeitsfähigkeit, und zwar
angesichts des Kraftverlusts zu 50 %, ganztags zu verrichten. Bezüglich des
Rückenleidens sei ein Rückenspezialist zuzuziehen. Das Hand- und das Rückenleiden
beeinflussten einander schlecht. - Die Klinik für Neurochirurgie am Kantonsspital St.
Gallen gab im Arztbericht vom 29. März 2012 (act. 47) bekannt, die Versicherte sei für
eine mittelschwere bis schwere Tätigkeit sicherlich nicht einsatzfähig. Ausserdem sei
eine Arbeit mit häufigem Bücken oder mit Rotationsbewegung im Kreuz nicht von
Vorteil. Wie weit eine rückenadaptierte Tätigkeit möglich sei, müsste evaluiert werden.
Im Bericht vom 28. Juni 2012 (act. 53) teilte sie mit, es habe sich nicht viel verändert.
Die Kreuzschmerzen der Versicherten hätten sich durch einen Sturz vom 17. März 2012
noch akzentuiert. Soweit beurteilbar, bestehe für eine leichte Tätigkeit eine
Arbeitsfähigkeit von 50 %. - Der RAD schloss sich dieser Beurteilung an (act. 57).
A.j Mit Austrittsbericht vom 2. Oktober 2012 (act. 80) über einen Aufenthalt der
Versicherten vom 12. bis 19. September 2012 gab das Spital E._ bekannt, es lägen
als Diagnosen unklare rezidivierende Synkopen, eine Schulterkontusion links,
posttraumatische Kopfschmerzen, eine chronische Hepatitis B, ein Verdacht auf eine
subklinische Hyperthyreose, eine Spinalkanalstenose L4/5, spondylarthrotisch bedingt,
und eine arterielle Hypertonie vor.
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A.k Im FI-Ergebnis-Protokoll nach Assessmentgespräch vom 6. November 2012 (act.
73) wurde festgehalten, die Arbeitsfähigkeit der Versicherten könne zurzeit wegen
geplanter Operationen nicht definitiv beurteilt werden. Sie habe erklärt, nach drei
Stürzen seit dem 12. September 2012 wieder voll arbeitsunfähig zu sein. Sie könnte
sich zurzeit eine Anstellung im Modebereich in einem Umfang von 30 % vorstellen.
Wäre sie gesund, würde sie zu 80 bis 100 % einer Erwerbstätigkeit nachgehen.
Berufliche Massnahmen seien abzuweisen.
A.l Am 9. November 2012 (act. 78) teilte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle der
Versicherten mit, das Gesuch um berufliche Massnahmen werde abgewiesen.
A.m Am 20. November 2012 unterzeichnete die Versicherte den ausgefüllten
Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt (act. 91).
A.n Dr. B._ erklärte im Arztbericht vom 29. November 2012 (Eingang, act. 90), es
bestünden folgende Diagnosen: ein chronisches Lumbovertebralsyndrom (seit 2004)
bei St. n. Diskushernienoperation (2011), eine chronische Hepatitis B, unklare
rezidivierende Synkopen (seit 2012; kardiologische Abklärung), eine
Spinalkanalstenose, ein St. n. Schulterkontusion rechts (seit 2012), eine Hypothyreose
(gemeint eventuell: Hyperthyreose; seit 2012), eine aethylische Hepatopathie und
Hypertonie. Die bisherige Tätigkeit sei der Versicherten nicht mehr möglich, eine leichte
Arbeit aber noch an höchstens vier Stunden pro Tag. Die Versicherte sei vom 1. März
2011 bis 6. Mai 2012 zu 100 %, in der Folge bis zum 5. September 2012 zu 50 % und
hernach bis zum 31. Oktober 2012 wieder voll arbeitsunfähig gewesen. Seit dem 1.
November 2012 und noch bis zum 1. Dezember 2012 sei sie zu 50 % arbeitsunfähig
geschrieben. - Die Klinik für Neurochirurgie am Kantonsspital St. Gallen hatte ihm am
29. Oktober 2012 (act. 87-3 f.) unter anderem berichtet, seit Dezember 2011/Januar
2012 seien Kreuzschmerzen (mit Unterschenkelschmerzen und Ausstrahlung in die
Zehen) progredient. Als Folge von synkopalen Stürzen hätten sich zudem
Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in den Arm und die Finger entwickelt. Bei einer
lumbalen Myelographie vom 14. November 2012 im Institut für Radiologie am
Kantonsspital St. Gallen (act. 89) hatten sich unter anderem eine multifaktorielle
Spinalkanalstenose LWK3 bis SWK1 und der Verdacht auf eine multifaktorielle
Kompression der Nervenwurzel L5 und insbesondere S1 rechts ergeben. Einem Bericht
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vom 14. November 2012 der Klinik für Neurochirurgie am Kantonsspital St. Gallen (act.
87-1 f.) war zu entnehmen, dass auch ein MRI der HWS erstellt worden war. Am 7.
November 2012 hatte das Spital E._ über ein 7-Tage-EKG berichtet und zur
Beurteilung der Rhythmusstörungen ein 24-h-EKG empfohlen (act. 90-7 f.).
A.o Die Abteilung Gastroenterologie/Hepatologie des Departements Innere Medizin am
Kantonsspital St. Gallen gab in einem Bericht vom 19. November/7. Dezember 2012
(act. 98) bekannt, es bestünden folgende Diagnosen: chronische HBe Antigen negative
Hepatitis B, "Carrier Status" (ED 1980), eine NASH (nichtalkoholische Steatohepatitis),
eine Leberzirrhose Child A (5 Punkte), MELD-Score 6 Punkte, eine subklinische
Hyperthyreose, eine Spinalkanalstenose L4/5, spondylarthrotisch bedingt, und eine
arterielle Hypertonie.
A.p Dr. C._ gab im Arztbericht vom 18. Dezember 2012 (act. 97) an, es bestünden
eine rezidivierende depressive Störung, mittelgradige Episode mit somatischen
Symptomen, unerträgliche körperliche Schmerzen (angeblich Spinalkanalstenose),
Blutdruck- und Herzprobleme und Probleme mit einem Leberbefund. Die letzteren
Leiden stünden allesamt in Abklärung. Die Versicherte sei seit dem 2. September 2011
durchgehend und bis auf weiteres voll arbeitsunfähig.
A.q Der RAD hielt am 5. Februar 2013 (act. 103) dafür, als Schuhmodeverkäuferin sei
die Versicherte seit März 2011 nicht mehr arbeitsfähig. In einer adaptierten Tätigkeit sei
sie von März 2011 bis 24. August 2011 und vom 2. September 2011 bis 9. Juli 2012
voll, hernach bis zum 5. September 2012 zu 50 % und vom 6. September bis 31.
Oktober 2012 wieder zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Seit dem 1. November 2012
bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 50 %. Die Arbeit sollte wechselbelastend sein,
nicht ausschliesslich mit der rechten Hand ausgeführt werden müssen und keine
Überkopfarbeiten enthalten. Der Gesundheitsschaden beeinträchtige auch die
Haushalttätigkeit, soweit sie schwererer Art sei und Überkopfarbeiten oder Arbeiten auf
Leitern oder Stühlen enthalte.
A.r Die Arbeitslosenkasse bescheinigte am 14. Februar 2013 (act. 104), die Versicherte
sei seit November 2011 als zu 50 % vermittelbar angemeldet. Bei einem versicherten
Lohn von Fr. 1'393.-- könnten bis spätestens Oktober 2013 Taggelder ausgerichtet
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werden. - Dr. B._ hatte der Versicherten dem Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum
(RAV) gegenüber in einem Arztzeugnis vom 30. Januar 2013 (act. 105-39) eine
Arbeitsunfähigkeit von 50 % seit dem 1. November 2012 und prospektiv bis 31. März
2013 bescheinigt.
A.s Am 28. Mai 2013 (act. 111) erfolgte eine Abklärung an Ort und Stelle im Haushalt.
Gemäss dem Bericht gab die Versicherte an, die Reinigungsstelle im Jahr 2012
aufgegeben zu haben und nun noch in zwei Haushalten für Wohnungspflegearbeiten
angestellt zu sein. Ohne gesundheitliche Einschränkungen würde sie ein
Arbeitspensum von 80 % anstreben. Schon 2006/2007 habe sie ein durchschnittliches
Pensum von 70 % geleistet, bei Bedarf phasenweise weit mehr. Das hohe Mass an
Erwerbstätigkeit wäre auch finanziell nötig, denn der Ehemann sei invalid und beziehe
eine IV-Invalidenrente und eine BVG-Rente. Der Abklärungsbeauftragte hielt fest,
dauerndes Zusammenleben mit einem Alkoholiker stelle für jeden Partner mit der Zeit
eine psychische Belastung dar. Seit dem Stellenverlust fehlten der Versicherten die
Tagesstruktur und der Kontakt mit andern Leuten. Im Haushalt wurde eine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 7.25 % erhoben, bezogen auf einen Anteil von
20 % also 1.45 % Teilinvaliditätsgrad. Für die Erwerbstätigkeit wurde in einem
Einkommensvergleich mit einer Arbeitsfähigkeit von 50 % eine Einschränkung von 37.5
% ermittelt, welche bezogen auf 80 % einen Teilinvaliditätsgrad von 30 % ausmachte.
Insgesamt ergab sich auf diese Weise ein Invaliditätsgrad von 31.45 %. Für die Zeit
vom 1. März 2012 bis 1. August 2012 sei eine ganze Rente zu sprechen.
A.t Mit Vorbescheid vom 27. Juni 2013 (act. 113 f.) stellte die Sozialversicherungs-
anstalt/IV-Stelle der Versicherten die Abweisung ihres Leistungsgesuchs in Aussicht.
A.u Die Versicherte liess am 16. Juli 2013 (act. 115) einwenden, sie sei medizinisch
begutachten zu lassen, eventualiter sei ihr eine ganze Rente zuzusprechen. Im
Haushalt betrage die Einschränkung 20.4 %, was einen Teilinvaliditätsgrad von 4.08 %
ergebe, denn für die Annahme einer Mithilfe des Ehemannes bestehe keine Grundlage.
Der Tabellenlohnabzug lasse sich erst nach Erstellen eines Zumutbarkeitsprofils für
adaptierte Arbeit festsetzen. Es stelle sich allerdings die Frage nach der Verwertbarkeit
der Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt. Diese sei angesichts des
Alters und der verbleibenden Aktivitätsdauer von drei Jahren nicht mehr gegeben.
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A.v Der RAD hielt den medizinischen Sachverhalt am 22. Oktober 2013 (act. 118) für
ausreichend abgeklärt.
A.w Mit Verfügung vom 22. Oktober 2013 (act. 119) verfügte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle im Sinn des Vorbescheids. Der Invaliditätsgrad
betrage 31.45 %.
B.
Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Roland Zahner für die
Betroffene am 21. November 2013 erhobene Beschwerde. Der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die
Beschwerdeführerin sei polydisziplinär medizinisch zu begutachten, eventualiter sei ihr
eine ganze Invalidenrente zuzusprechen, subeventualiter eine befristete Rente.
Ausserdem seien ihr die unentgeltliche Prozessführung und unentgeltliche
Rechtsverbeiständung zu gewähren. Die Beschwerdegegnerin habe nicht abgeklärt,
welchen Einfluss das Ergebnis der bildgebenden Abklärung der HWS auf die
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin habe. Die Verfügung basiere hauptsächlich auf
zwei Aktenbeurteilungen des RAD, die aber nicht zu überzeugen vermöchten. Denn
einerseits stützten sie sich auf veraltete Arztberichte aus dem ersten Halbjahr 2012 und
anderseits würden die Angaben der behandelnden Psychiaterin anhand der
Einschätzung von Dr. B._ in Abrede gestellt, obwohl dieser eine Arbeitsabklärung für
notwendig gehalten habe. Erforderlich sei eine interdisziplinäre Beurteilung des
Gesamtergebnisses aller relevanten gesundheitlichen Beeinträchtigungen,
vorzugsweise durch die MEDAS Ostschweiz. Es scheine nicht nachvollziehbar, dass es
der RAD nicht für nötig befunden habe, die Beschwerdeführerin selbst zu untersuchen
bzw. eine solche Begutachtung zu veranlassen. Zur Schadenminderungspflicht im
Haushalt und zum Tabellenlohnabzug gelte das im Einwand Vorgebrachte. Im Minimum
bestehe Anspruch auf eine befristete Rente.
C.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 10./13. Januar 2014 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Das Absehen von eigenen
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Untersuchungen durch den RAD sei kein Grund, seinen Bericht in Frage zu stellen. Der
medizinische Sachverhalt sei genügend abgeklärt. Insofern die Beschwerdeführerin
geltend mache, der Stand der medizinischen Abklärungen sei nicht mehr aktuell genug,
liege es aufgrund der Mitwirkungspflicht an ihr, eine Veränderung wenigstens glaubhaft
zu machen. Ein Abzug vom Tabellenlohn sei nicht vorzunehmen. Denn bei einer Person
im Alter der Beschwerdeführerin mit entsprechend geringen somatischen Befunden sei
eine wirtschaftliche Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit stets anzunehmen. Zu
verneinen sei sie allenfalls ganz kurz vor der Pensionierung. Zudem sei bei der Frage
des Tabellenlohnabzugs zu berücksichtigen, dass die Arbeitsfähigkeitsschätzung
bereits sehr grosszügig ausgefallen sei. Anspruch auf eine befristete Rente bestehe
nicht, weil zu keinem Zeitpunkt eine mindestens 40-prozentige Invalidität bestanden
habe. Ein diesbezüglich abweichender Vermerk des Abklärungsbeauftragten sei
unerheblich. Eine volle Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen vom 14. März
2011 bis 31. Mai 2011 könne nicht anerkannt werden und der Beginn der
Arbeitsunfähigkeit könne nicht auf März 2011 festgelegt werden. Eine mittelgradige
depressive Störung vermöge keine vollständige Arbeitsunfähigkeit zu begründen.
Zwischen Juni 2011 und September 2011 sei die Arbeitsunfähigkeit (in einer im Sinn
des Gesetzes wesentlichen Weise) unterbrochen gewesen.
D.
Am 14. Januar 2014 entsprach die Gerichtsleitung dem Gesuch um Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung).
E.
Mit Replik vom 6. Februar 2014 wendet der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
ein, die Beschwerdegegnerin lasse das Unfallereignis vom 17. März 2012 ausser Acht.
Es seien die Akten der Unfallversicherung beizuziehen. Die Einschätzung der RAD-
Ärztin als einer Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin erfülle die beweisrechtliche
Anforderung zur Beurteilung der vielfältigen, sich teilweise gegenseitig beeinflussenden
gesundheitlichen Beschwerden der Beschwerdeführerin an Händen, Rücken, Beinen,
Psyche usw. nicht. Eine polydisziplinäre Abklärung sei bei dem komplexen Leidensbild
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unbedingt erforderlich. Zur Diskussion stehe ferner keine Anpassung, bei welcher eine
Veränderung glaubhaft zu machen wäre. Das Zumutbarkeitsprofil vom 5. Februar 2013
sei noch vor der Haushaltsabklärung vom 18. Februar 2013 erstellt worden, bei welcher
die Beschwerdeführerin eindrücklich und spezifisch ihre Beschwerden geschildert
habe. Letztere habe die RAD-Ärztin vom Schreibtisch aus nicht genügend erfassen und
würdigen können. Die Restarbeitsfähigkeit von maximal 50 % der bald 62-jährigen
Beschwerdeführerin sei nicht mehr verwertbar, wie ein Vergleich mit dem in BGE 138 V
457 beurteilten, medizinisch vollständig abgeklärten Sachverhalt zeige. Der genaue
Verlauf der Arbeitsunfähigkeit wäre noch zu klären. Eine mittelschwere depressive
Störung könne im Übrigen gemäss der Rechtsprechung zu einer Teilinvalidität führen.
F.
Von der ihr mit Schreiben vom 11. Februar 2014 gebotenen Gelegenheit, zur Replik
Stellung zu nehmen, hat die Beschwerdegegnerin keinen Gebrauch gemacht.

Erwägungen
1.
Mit der angefochtenen Verfügung vom 22. Oktober 2013 hat die Beschwerdegegnerin
das Leistungsgesuch der Beschwerdeführerin vom August 2011, namentlich den
Rentenanspruch, abgewiesen.
2.
2.1 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist gemäss Art.
28a Abs. 1 IVG Art. 16 ATSG anwendbar. Danach wird das Erwerbseinkommen, das
die versicherte Person durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
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Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen; sog. allgemeine Methode der Invaliditätsbemessung). Nach Art. 5
Abs. 1 IVG bestimmt sich die Invalidität bei versicherten Personen mit vollendetem 20.
Altersjahr, die vor der Beeinträchtigung ihrer körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit nicht erwerbstätig waren (vgl. dazu Art. 28a Abs. 2 IVG: "bei nicht
erwerbstätigen Versicherten, die im Aufgabenbereich tätig sind") und denen eine
Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, nach Art. 8 Abs. 3 ATSG. Gemäss
dieser Bestimmung gelten solche volljährigen versicherten Personen als invalid, wenn
eine Unmöglichkeit vorliegt, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen
(spezifische Methode). Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind (oder die
unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten mitarbeiten), wird nach Art. 28a Abs. 3 IVG für
diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im
Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Abs. 2 festgelegt.
In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit (oder der unentgeltlichen Mitarbeit im
Betrieb des Ehegatten) und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen
und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (gemischte Methode). - Ob
eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig Erwerbstätige oder als
Nichterwerbstätige einzustufen ist - was je zur Anwendung einer andern Methode der
Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, gemischte Methode,
Betätigungsvergleich) führt -, ist nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung
entsprechend dem Beweisergebnis der Erwerbsverhältnisse im hypothetischen
Gesundheitsfall (BGE 125 V 146), nach abweichender Rechtsprechung des kantonalen
Gerichts (auch) nach dem Kriterium der Zumutbarkeit einer Erwerbstätigkeit zu
entscheiden (vgl. Art. 8 Abs. 3 ATSG, Art. 28a Abs. 3 Satz 2 IVG; zahlreiche Entscheide
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen, unter anderem IV 2003/19 vom 4.
Dezember 2003, IV 2006/10 vom 26. September 2006, IV 2007/425 vom 17. Februar
2009, und neuerdings im Anschluss an das noch nicht rechtskräftige Urteil di Trizio vs.
Schweiz vom 2. Februar 2016, Requête no. 7186/09, des Europäischen Gerichtshofs
für Menschenrechte namentlich der Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons
St. Gallen IV 2014/125 vom 24. Mai 2016; vgl. auch Katerina Baumann/Margareta
Lauterburg, Knappes Geld - ungleich verteilt, Gleichstellungsdefizite in der
Invalidenversicherung, Basel 2001, N. 226 ff., insbes. N. 234 ff.; Urs Müller, Die
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materiellen Voraussetzungen der Rentenrevision in der Invalidenversicherung, Freiburg
i. Üe. 2003, N 676; Franz Schlauri, Das Rechnen mit der Arbeitsunfähigkeit in Beruf und
Haushalt in der gemischten Methode der Invaliditätsbemessung in: Schaffhauser/
Schlauri [Hrsg.], Schmerz und Arbeitsunfähigkeit, S. 343; Ueli Kieser, Die Ermittlung
des Invaliditätsgrades von Teilerwerbstätigen, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.],
Sozialversicherungsrechtstagung 2002, S. 18 ff.; Gabriela Riemer-Kafka,
Veränderungen der familiären Verhältnisse als Rentenrevisionsgrund in der IV, in:
Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Die Revision von Dauerleistungen in der
Sozialversicherung, S. 177 f.; Susanne Leuzinger-Naef, Sozialversicherungsrechtliche
Probleme flexibilisierter Arbeitsverhältnisse, in: Freiburger Sozialrechtstag 1996, Neue
Erwerbsformen - veraltetes Arbeits- und Sozialversicherungsrecht? S. 124.).
2.3 Die Beschwerdeführerin hatte im November 2012 angegeben, ohne
gesundheitliche Beeinträchtigung würde sie zu 80 bis 100 % einer Erwerbstätigkeit
nachgehen, später hat sie 80 % als entsprechendes Ziel bezeichnet. Aus dem IK-
Auszug (act. 12-2) lässt sich schliessen, dass die Mutter von [...] Kindern schon zu
einer Zeit, da das jüngste Kind noch schulpflichtig war, wieder eine umfangreichere
teilzeitliche Erwerbstätigkeit aufgenommen hatte. Ab 2002 übte sie nach eigenen
Angaben ein Pensum von etwa 70 %, bei Bedarf ein weit grösseres, aus (vgl. act.
111-3 f.). Als sich im entsprechenden Arbeitsverhältnis eine (unfreiwillige)
Pensenreduktion ergab, nahm sie zusätzlich andere Stellen an (vgl. act. 12 und 111-3).
Sie begründete ein erhebliches Erwerbspensum auch mit entsprechendem finanziellem
Bedarf. Die Beschwerdegegnerin hat die Invalidität der Beschwerdeführerin nach der
gemischten Methode mit einer Aufteilung in 80 % Erwerbs- und 20 % Haushalttätigkeit
bemessen. Es rechtfertigt sich jedoch angesichts der dargelegten Gegebenheiten, die
Beschwerdeführerin als im hypothetischen Gesundheitsfall voll Erwerbstätige zu
betrachten, zumal ein solches Pensum auch zumutbar wäre.
3.
3.1 Zum Gesundheitszustand und der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin liegen
diverse ärztliche Berichte vor.
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3.2 Aufgrund einer Operation der Hand war die Beschwerdeführerin zunächst ab dem
18. März 2010 voll arbeitsunfähig (vgl. act. 40-5 f., 44-6, 35-1, 16-3). Ab dem 13. Juni
2010 konnte von Seiten der Hand wieder Arbeitsfähigkeit erreicht werden, und zwar im
Umfang von 50 % bei ganztägiger Arbeit (vgl. Angaben der Orthopädie D._ vom 12.
März 2012, act. 44-6). Während eines Wartejahres ab dem 18. März 2010 war die
Beschwerdeführerin demnach durchgehend (d.h. ohne wesentlichen Unterbruch im
Sinn von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG; zumindest teil-) arbeitsunfähig. In der Zeit vom 14.
März 2011 bis 31. Mai 2011 war sie zusätzlich aus psychiatrischen Gründen (wegen
einer rezidivierenden depressiven Störung, mittelgradige Episode mit somatischen
Symptomen) durch Dr. C._ voll arbeitsunfähig geschrieben worden, allerdings
weniger als drei Monate lang (Fremdakten). Als das Wartejahr ablief, bestand demnach
zwar eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %, allerdings im - den somatischen Teil von 50 %
überschreitenden - psychiatrischen Teil lediglich eine vorübergehende
Arbeitsunfähigkeit, die keine Invalidität (vgl. Art. 8 ATSG) begründet. Hingegen lag bei
Ablauf der Wartezeit weiterhin eine anhaltende, somatisch (durch das Handleiden)
bedingte Arbeitsunfähigkeit von 50 % vor, so dass ab März 2011 bei dieser
Arbeitsunfähigkeit ein Rentenanspruch zu prüfen ist (unten E. 4 und 5.2).
3.3 Dr. B._ attestierte der Beschwerdeführerin zwar am 29. November 2012 (act.
90-2) eine volle Arbeitsunfähigkeit für die gesamte Zeit vom März 2011 bis 6. Mai 2012,
doch für den Abschnitt vom 1. Juni 2011 bis 1. September 2011 (bevor am 2.
September 2011 erneut eine von der Psychiaterin attestierte Arbeitsunfähigkeit eintrat)
erscheint diese retrospektive Beurteilung nach der Aktenlage ungenügend begründet.
Vielmehr ist weiterhin auf eine Arbeitsfähigkeit von 50 % abzustellen. Wie in der
ärztlichen Beurteilung zuhanden der Taggeldversicherung vom 30. August 2011
(Fremdakten) festgestellt wurde, war die Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin
damals (bei Vorliegen einer Anpassungsstörung bzw. chronischen depressiven
Störung, eines chronischen Rückenschmerzsyndroms, das die Beweglichkeit
einschränkte, und Schmerzen an der rechten Hand mit ausgeprägter
Schwellungsneigung) aufgrund der Handbeschwerden reduziert. In einer angepassten
Tätigkeit seien das lange Sitzen und ein ausschliessliches Arbeiten mit der rechten
Hand zu vermeiden.
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3.4 Am 2. September 2011 ist nach der Aktenlage eine Verschlechterung des
psychiatrischen Zustands der Beschwerdeführerin eingetreten, attestierte ihr die
Psychiaterin am 18. Dezember 2012 (act. 97) doch ab diesem Zeitpunkt aus
psychiatrischen Gründen volle Arbeitsunfähigkeit. Dazu kommt, dass die
Beschwerdeführerin ab dem 1. Dezember 2011 auch nach Angaben der Klinik für
Neurochirurgie am Kantonsspital St. Gallen (vom 17. November 2011, act. 35-2) voll
arbeitsunfähig und (gemäss act. 42-2, Bericht vom 13. Dezember 2011) ab dem 6.
Dezember 2011 hospitalisiert war. Im Anschluss an eine Rückenoperation blieb sie
noch bis zum 29. Januar 2012 voll arbeitsunfähig (vgl. act. 35-4, Attest vom 5. Januar
2012). Am 29. März 2012 (act. 47) hielt die Klinik dafür, wie weit eine rückenadaptierte
Tätigkeit (leicht, ohne häufiges Bücken und ohne Rotationsbewegung im Kreuz)
zumutbar sei, müsste erst evaluiert werden. Nach Angaben von Dr. B._ vom 29.
November 2012 (act. 90-2) hielt die volle Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin bis
zum 6. Mai 2012 an. Auf diese plausible Einschätzung kann abgestellt werden.
Insgesamt ist somit von einer vollen Arbeitsunfähigkeit ab 2. September 2011
auszugehen.
3.5 Ab dem 7. Mai 2012 lag jedoch gemäss Dr. B._ wieder eine Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin von 50 % vor. Auch die Klinik für Neurochirurgie am Kantonsspital
St. Gallen hatte am 28. Juni 2012 (act. 53) festgehalten, soweit das beurteilbar sei,
bestehe bei der Beschwerdeführerin für eine leichte Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von
50 %. Dieser Beurteilung schloss sich zudem der RAD an (act. 57). Nach der
retrospektiven Beurteilung von Dr. C._ vom 18. Dezember 2012 (act. 97) war die
Beschwerdeführerin zwar auch in dieser Zeitspanne voll arbeitsunfähig. Diesbezüglich
ist aber davon auszugehen, dass die Psychiaterin eine Arbeitsfähigkeitsschätzung
abgegeben hat, die über das rein psychiatrische Gebiet hinausgeht, nennt sie doch
beim Befund die Schmerzen der Beschwerdeführerin und deren depressive Stimmung.
Als (sc. die Arbeitsfähigkeit) einschränkend erwähnt sie die körperlichen Erkrankungen
und verweist auf die Beurteilung von Dr. B._ und die Abklärungen am Kantonsspital
St. Gallen. Wie der RAD am 22. Oktober 2013 (IV-act. 118-2) festhielt, war ihr dabei
wohl entgangen, dass nach hausärztlicher Einschätzung (für die Zeit ab 7. Mai 2012)
wieder eine Arbeitsfähigkeit von 50 % bestand. Auch wenn einzuräumen ist, dass eine
invalidisierende Wirkung einer mittelschweren depressiven Störung nicht
ausgeschlossen ist, erscheint es daher überwiegend wahrscheinlich, dass die
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Beschwerdeführerin damals eine Arbeitsfähigkeit von 50 % (wie auch von der Klinik für
Neurochirurgie am Kantonsspital St. Gallen gemutmasst) wieder erlangt hatte.
3.6 Für die vorübergehende, weniger als drei Monate dauernde (und damit für den
Rentenanspruch ausser Betracht fallende, vgl. Art. 88a IVV, unten E. 5.2) Phase vom 6.
September 2012 bis zum 31. Oktober 2012 war die Beschwerdeführerin hernach
gemäss Angaben von Dr. B._ vom 29. November 2012 (act. 90-2) wieder voll
arbeitsunfähig. Am 12. September 2012 war sie wegen rezidivierender Synkopen
hospitalisiert worden (bis 19. September 2012). - Ab dem 1. November 2012 war sie,
wie dem genannten Bericht von Dr. B._ (act. 90) und seinem Arztzeugnis vom 30.
Januar 2013 zuhanden des RAV (act. 105-39) zu entnehmen ist, (für leichte Tätigkeiten)
wieder zu 50 % (bzw. an höchstens 4 Stunden pro Tag) arbeitsfähig. Der Umstand,
dass sie bei der Arbeitslosenversicherung als zu 50 % vermittlungsfähig angemeldet
war, und ihre Angaben bei der Haushaltabklärung (im Mai 2013; act. 111-3: sie suche
entsprechende Verkaufsstellen; act. 111-12: sie mache keine volle Arbeitsunfähigkeit
geltend) weisen darauf hin, dass sich die Beschwerdeführerin selber damals eine
entsprechende Arbeitsfähigkeit zutraute.
3.7 Das Ausmass und der Verlauf der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin lässt
sich demnach mit überwiegender Wahrscheinlichkeit aufgrund der vorhandenen
Aktenlage bestimmen. Ergänzende Abklärungen, wie sie Dr. B._ befürwortete und als
erforderlich bezeichnete ("Arbeitsabklärung notwendig"), sind nicht zu veranlassen. Zu
bedenken ist in diesem Zusammenhang, dass die Beschwerdeführerin inzwischen
unmittelbar vor der Altersberentung steht.
4.
4.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist rechtsprechungsgemäss
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen
Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als
Gesunde tatsächlich verdienen würde (vgl. etwa Bundesgerichtsentscheid 9C_422/15
vom 7. Dezember 2015). - Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von
der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person
konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der -
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kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist,
dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und
erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als
Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist
aber kein solches effektives Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die
versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der
Rechtsprechung statistische Werte beigezogen werden (vgl. BGE 129 V 472 E. 4.2.1,
Bundesgerichtsentscheid vom 23. Januar 2012, 8C_604/11).
4.2 Die Beschwerdeführerin hat eine Lehre gemacht, bereits seit der Heirat aber nicht
mehr auf dem Beruf gearbeitet (vgl. act. 111-2 und 12-2). In ihrer letzten
hauptsächlichen Anstellung wurden ihr nach ihren Angaben im Lauf der Zeit immer
weniger Einsätze ermöglicht; schliesslich hat sie die Stelle (gemäss
Arbeitgeberbescheinigung aus wirtschaftlichen Gründen) verloren, allerdings erst nach
Ablauf des Wartejahrs. Sie hat das Pensum jedoch schon vor Eintritt der Invalidität wie
erwähnt durch weitere Tätigkeiten ergänzt. Das Verdienstniveau war im Vergleich zu
den statistischen Löhnen für einfache und repetitive Tätigkeiten von Frauen je
unterdurchschnittlich. Es rechtfertigt sich bei diesen Gegebenheiten, ein
Valideneinkommen anzunehmen, das dem statistischen Durchschnitt entspricht, zumal
dieses gleichermassen als Ausgangspunkt zur Bestimmung des Invalideneinkommens
zu wählen ist. Denn die Beschwerdeführerin hat nach Eintritt der Invalidität keine
Erwerbstätigkeiten mehr ausgeübt, die als Grundlage für die Festsetzung des
Invalideneinkommens taugen würden, mit denen sie also die ihr verbleibende
Arbeitsfähigkeit längerfristig in besonders stabilen Arbeitsverhältnissen in zumutbarer
Weise voll ausgeschöpft hätte, weshalb also statistische Werte beigezogen werden
können. Die ab Juli 2009 ausgeübte Tätigkeit als Raumpflegerin umfasste nämlich ein
zu knappes Pensum und die Beschwerdeführerin hat sie aus gesundheitlichen Gründen
gekündigt.
4.3 Ein ausgeglichener Arbeitsmarkt, wie er für die Invaliditätsbemessung - zur
Abgrenzung der Risiken von Arbeitslosigkeit und Invalidität (vgl. Entscheid des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S C. vom 16. Juli 2003, I 758/02; BGE 110 V
276 E. 4b) - massgebend ist, ist durch ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot
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und Nachfrage ausgezeichnet und weist, was die verlangten beruflichen und
intellektuellen Voraussetzungen wie auch den körperlichen Einsatz angeht, einen
Fächer verschiedenster Tätigkeiten auf (vgl. Bundesgerichtsentscheid 8C_652/14 vom
9. Januar 2015). Es kann angenommen werden, dass die Beschwerdeführerin ihre
Restarbeitsfähigkeit auf einem solchen Arbeitsmarkt hätte verwerten können. Infolge
des Handleidens rechts, der Lumbovertebral- und Leberleiden, des Schulterleidens
links und der psychischen Belastung ist für sie zwar (nebst schwerer und
mittelschwerer Tätigkeit) Arbeit mit häufigem Bücken oder mit Rotationsbewegung im
Kreuz ungünstig und ist Überkopfarbeit ausgeschlossen. Die Arbeit soll zudem
wechselbelastend sein. Diese Vorgaben, die ihr durch ihre gesundheitlichen
Beeinträchtigungen auferlegt sind, sind aber nicht so einschränkend, dass sie das
Finden einer Anstellung auf dem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt als
realitätsfremd erscheinen lassen würden, zumal im Übrigen, was das Arbeitsplatzprofil
betrifft, keine hohen Anforderungen gestellt werden müssen. Die Verwertbarkeit ihrer
Arbeitsfähigkeit muss auch nicht wegen ihres Lebensalters verneint werden. Der
Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf
dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt rechtsprechungsgemäss von
den Umständen des Einzelfalls ab. Massgebend können die Art und Beschaffenheit
des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und
Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur,
vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder
Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (vgl.
9C_358/14 vom 21. November 2014 E. 7.1). Für die Annahme einer Unverwertbarkeit
infolge eines höheren Lebensalters bestehen verhältnismässig hohe Hürden (vgl.
Bundesgerichtsentscheid vom 9. Juli 2015, 9C_118/15; Kasuistik etwa in den
Bundesgerichtsentscheiden 9C_847/15 vom 30. Dezember 2015 und 9C_918/08 vom
28. Mai 2009). Die Beschwerdeführerin verfügte wie erwähnt (unter Berücksichtigung
der diversen betroffenen Aspekte) noch über eine Arbeitsfähigkeit im Umfang von 50 %
für eine leichte Tätigkeit. Es kann damit gerechnet werden, dass ihre Erfahrung im
Verkauf und ihr Bestreben nach Arbeit Vorteile bildeten und ihre Chancen auf eine
entsprechende Anstellung erhöhten. Bei der Beurteilung durch Dr. B._ vom
November 2012 stand ihr noch eine Aktivitätsdauer von etwa vier Jahren, bei
Verfügungserlass eine solche von immerhin noch etwa drei Jahren zur Verfügung.
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4.4 Sind somit sowohl Validen- wie Invalideneinkommen ausgehend vom selben
Tabellenlohn zu bestimmen, so entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der
Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn
gemäss BGE 126 V 75 (vgl. Bundesgerichtsentscheid vom 20. April 2010, 9C_215/10
E. 5.2).
4.5 Bestehen im Einzelfall Anhaltspunkte dafür, dass die versicherte Person ihre
gesundheitlich bedingte (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur
mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann, ist ein Abzug von den
Tabellenlöhnen zu machen. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss
aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der
Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25 %
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. BGE 134 V 322 E. 5.2 und BGE 126 V 75). Zwar
sind die gesundheitlich bedingten Einschränkungen der Beschwerdeführerin mit der
medizinischen Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt. Der Umstand, dass
unter verschiedenen Aspekten funktionelle Einschränkungen zusammenkommen, so
dass auch bei der teilzeitlichen Tätigkeit eine gewisse Rücksichtnahme des potentiellen
Arbeitgebers erforderlich ist, rechtfertigt es zusammen mit jenem des fortgeschrittenen
Alters, einen Abzug vom Tabellenlohn von ermessensweise 20 % vorzunehmen.
4.6 Bei einer Arbeitsfähigkeit von 50 % und einem Abzug von 20 % ergibt sich ein
Invaliditätsgrad von 60 % (1- [0.5 x 0.8]), der zu einer Dreiviertelsrente berechtigt.
5.
5.1 Nach dem seit dem 1. Januar 2008 geltenden Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der
Rentenanspruch (anders als im früheren Recht, aArt. 29 Abs. 1 IVG; die Regelung zum
Zeitpunkt des Eintritts des Versicherungsfalls Rente hat die betreffende IV-Revision
hingegen nicht tangiert) frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach der
Geltendmachung des Leistungsanspruchs, hier somit frühestens ab 1. Februar 2012
(sechs Monate nach August 2011).
5.2 Bei rechtzeitiger Anmeldung wäre allerdings bereits nach Ablauf der Wartezeit vom
März 2011 infolge der Arbeitsunfähigkeit von 50 % ein Anspruch auf eine
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Dreiviertelsrente entstanden. Da die Beschwerdeführerin in der Folge vom 2.
September 2011 bis 6. Mai 2012 voll arbeitsunfähig und damit auch voll
erwerbsunfähig geworden war, hätte der hypothetische frühere Rentenanspruch ab 1.
Januar 2012 (drei Monate nach September 2011) auf den Anspruch auf eine ganze
Rente angehoben werden müssen. Denn im Fall einer rückwirkenden
Rentenfestsetzung ist es unter Umständen notwendig, die Rente für verschiedene
zurückliegende Zeitabschnitte nach Massgabe des jeweiligen Invaliditätsgrads
unterschiedlich hoch zu bemessen (vgl. BGE 106 V 16; BGE 109 V 125). Nach Art. 88a
Abs. 2 IVV ist eine anspruchsbeeinflussende Änderung bei einer Verschlechterung der
Erwerbsfähigkeit zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei
Monate angedauert hat. Art. 29bis IVV ist sinngemäss anwendbar. - Ab dem
frühestmöglichen Rentenbeginn vom 1. Februar 2012 bestand somit Anspruch auf eine
ganze Rente.
5.3 Ab 1. September 2012 (drei Monate nach der Verbesserung vom Mai 2012, vgl. E.
3.5) ist der Anspruch in der Folge (auf eine Dreiviertelsrente) herabzusetzen. Denn bei
einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ist die anspruchsbeeinflussende Änderung
nach Art. 88a Abs. 1 IVV für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem
Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie
voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen,
nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und
voraussichtlich weiterhin andauern wird.
6.
6.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der
angefochtenen Verfügung vom 22. Oktober 2013 teilweise gutzuheissen und der
Beschwerdeführerin ist ab 1. Februar 2012 eine ganze Rente und ab 1. September
2012 eine Dreiviertelsrente zuzusprechen.
6.2 Bei diesem Verfahrensausgang ist für die Kosten von einem vollen Obsiegen der
Beschwerdeführerin auszugehen. Die Gerichtskosten, die nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festgelegt werden (Art. 69 Abs.
1bis IVG), sind demnach gesamthaft der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (vgl. Art. 95
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Abs. 1 VRP/SG). Eine Entscheidgebühr von Fr. 600.-- erscheint angemessen. Die
Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung (Befreiung von den Gerichtskosten und
Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) für die Beschwerdeführerin
vom 14. Januar 2014 braucht damit nicht in Anspruch genommen zu werden.
6.3 Die Beschwerdeführerin hat bei diesem Ausgang des Verfahrens gegenüber der
Beschwerdegegnerin Anspruch auf Ersatz der Parteikosten, die vom Gericht ohne
Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der
Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff.
VRP/SG, sGS 951.1). Der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand angemessen
erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer).