Decision ID: 4a613b39-26dd-4100-90c6-a1efe32e8229
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
N._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Hagmann, Obere Bahnhofstrasse 11,
Postfach, 9501 Wil SG 1,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a N._ (Jahrgang 1959) stürzte am 13. November 2005 von einer Treppe und erlitt
eine Kontusion der linken Thoraxseite sowie der Lendenwirbelsäule (LWS). Die
Schweizerische Unfallversicherungsgesellschaft (Suva) erbrachte die gesetzlichen
Versicherungsleistungen. Am 19. Juli 2006 teilte sie der Versicherten mit, sie stelle die
Taggeldleistungen auf den 30. Juni 2006 ein (IV-act. 30 - 42/47f.).
A.b Die Versicherte meldete sich am 1. Juni 2006 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 58). Die Arbeitgeberin A._ AG meldete der IV-Stelle
des Kantons St. Gallen am 25. Juli 2006, die Versicherte sei vom 1. Dezember 2004 bis
30. Juni 2006 als Büglerin und Betriebsassistentin bei ihnen tätig gewesen. Das
Arbeitsverhältnis habe man auf Grund des Unfalles aufgelöst. Die Versicherte habe
seither ihre Arbeit nicht wieder aufgenommen. Monatlich habe die Versicherte Fr.
4'670.75 verdient (IV-act. 45).
A.c Dr. med. B._, Allgemeine Medizin FMH, berichtete der IV-Stelle am 2. August
2006, die Versicherte leide an einem chronischen Cerviko-thoraco-
Lumbovertebralsyndrom seit November 2005, einem rezidivierenden Ulcus ventriculi
mit St. n. mehrfach GI-Blutung sowie Depression. Die Versicherte sei vom 13. bis
27. November 2005 100% arbeitsunfähig, danach bis am 18. April 2006 50%
arbeitsunfähig gewesen. Danach habe wiederum eine vollumfängliche
Arbeitsunfähigkeit bis 31. Mai 2006 bestanden. Seit 1. Juni 2006 sei die Versicherte zu
50% und ab 1. Juli 2006 zu 25% arbeitsunfähig. Der Hausarzt gab an, der Versicherten
sei gemäss den bisherigen Abklärungen eine leichte Tätigkeit ganztags zumutbar. Die
Versicherte akzeptiere diese Beurteilung jedoch nicht (IV-act. 44 - 1/20f.). Dazu legte er
verschiedene Arztberichte bei. Gemäss Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon vom
9. Juni 2006 hat sich die Versicherte vom 19. April bis 31. Mai 2006 in stationärer
Behandlung befunden, ohne dass eine Verbesserung hätte erzielt werden können. Die
Ärzte haben in ihrer Beurteilung angegeben, sie hätten eine massive
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Belastungsintoleranz mit ausgeprägtem Schon- und Vermeidungsverhalten festgestellt,
wobei Art und Ausmass der Funktionseinschränkung auf Grund der klinischen Befunde
und Diagnosen nicht plausibel erscheine. Im Zusammenhang mit den Schmerzen habe
sich ein maladaptives Überzeugungs- und Bewältigungsmuster mit Schonhaltung und
Selbstlimitierung in vielen Aktivitäten gezeigt, eine psychische Störung mit
Krankheitswert habe jedoch nicht festgestellt werden können (IV-act. 44 - 8/20ff.). Der
Regionale Ärztliche Dienst (RAD) Ostschweiz empfahl in seiner Stellungnahme vom
12. Oktober 2006 eine MEDAS-Begutachtung, weil die ausgewiesenen Befunde das
Ausmass der Beschwerden und der Arbeitsunfähigkeit nicht erklären würden (IV-act.
39). Am 21. März 2007 beauftragte die IV-Stelle das Ärztliche Begutachtungsinstitut
GmbH (ABI) mit der Begutachtung (IV-act. 36).
A.d Das ABI erstattete am 18. Juni 2007 das Gutachten. In der Beilage legten sie unter
anderem folgende Berichte bei: Gemäss Arztbericht vom 22. November 2006 von Dr.
med. C._, Psychiatrie und Psychotherapie, leide die Versicherte an einer
Anpassungsstörung mit Angst und depressiven Symptomen (ICD-10: F43.20), einer
mittelgradigen depressiven Störung (ICD-10: F32.11) auf dem Boden einer
anankastischen Persönlichkeit (ICD-10: F60.5) sowie einem chronifizierten
Schmerzsyndrom nach einem Unfall (Sturz auf die Treppe mit Kontusion der
Wirbelsäule am 13. November 2005). Die Versicherte stehe seit Juli 2006 bei ihm in
Behandlung. Sie sei schnell mit ihm ins Gespräch gekommen und habe mit leiser
Stimme und etwas verlangsamt ihre Situation geschildert. Dabei habe sie angegeben,
wegen den intensiven Rückenschmerzen habe sie Beweglichkeitsprobleme und fühle
sich deswegen ganz erschöpft. Sie sei auch depressiv und äusserst ängstlich
geworden, habe jede Lebensfreude verloren. Weil sie sich wenig um ihren Sohn
kümmern könne, habe sie starke Schuldgefühle. Sie fühle sich als Versagerin, weil sie
selber auf die Hilfe anderer angewiesen sei. Sie habe Schlafprobleme und Albträume.
Der Psychiater führte aus, die Versicherte sei sehr ängstlich und psychomotorisch
verlangsamt. Im Denken sei sie eingeengt auf die bestehenden Beschwerden. Dies sei
auch im Verlauf so geblieben. Manchmal sei sie sehr niedergeschlagen gewesen. Sie
habe immer Scham- und Schuldgefühle geschildert. Am meisten sei die
Selbstwertproblematik im Vordergrund gestanden. Sie habe oft geweint und sei sehr
ratlos, jeweils ganz verzweifelt gewesen. Durch die bisherige Therapie sei es zu keiner
Besserung gekommen. Nach wie vor seien Schlafstörungen und Albträume vorhanden.
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Es handle sich um ein psychisches Leiden mit Krankheitswert. Aus rein psychiatrischer
Sicht halte er die Versicherte zu 70% arbeitsunfähig (IV-act. 30 - 36ff.). Sodann lag die
arbeitsprognostische Beurteilung aus versicherungspsychiatrischer Sicht von Dr. med.
Dr. phil. D._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 15. Dezember
2006 bei. Darin gab Dr. D._ an, Aktenlage und Fremdbefunde dürften als bekannt
vorausgesetzt werden: Therapieresistentes Beschwerdebild trotz stationärem
Behandlungsversuch. Keine psychopathologische Störung von Krankheitswert nach
dem Bericht Rehaklinik Bellikon 05/2006. Der Psychiater führte aus, für die
Symptomerhaltung sei ein maladaptives Überzeugungs- und Bewältigungsmuster mit/
bei Schonhaltung und Selbstlimitierung (Bericht Bellikon), eine chronifizierende
Schmerzverarbeitungsstörung bei allenfalls konversionsneurotischer Überlagerung und
sehr einfacher Persönlichkeitsstruktur mitauschlaggebend. Hinsichtlich der klinisch-
psychopathologischen Schweregradbeurteilung habe er betreffend einer
mittelschweren Anpassungsstörung mit Angst und depressiven Anteilen weitgehend
kongruente Befunde zu den Ausführungen des behandelnden Psychiaters erheben
können. Bei der Bemessung der "Validität der Befunde und Beurteilungen" sei dem
ausführlichen Bericht von Dr. C._ der Vorzug vor dem Bericht der klinischen
Psychologin der Rehaklinik Bellikon zu geben. Die Diskrepanz beider Beurteilungen sei
bemerkenswert. Die Arbeitsunfähigkeit betrage 100% (IV-act. 30 - 33/47).
A.e Die begutachtenden Ärzte des ABI gaben als Hauptdiagnosen an:
1.Chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom links (ICD-10: M54.5)
- Spondylolyse L5 beidseits mit Anterolisthesis von L5 über S1 beidseits Grad I nach
Meyerding, Teilobliteration der Neuroforamina beidseits L5/S1 ohne eindeutige
Kompression von neuralen Strukturen
- St. n. Treppensturz mit Kontusion der linken Thoraxseite und LWS am 13. November
2005
- muskuläre Dekonditionierung mit Abschwächung der abdominellen und
rückenstabilisierenden Muskelgruppen.
2.Chronisches zervikobrachiales Schmerzsyndrom rechtsbetont (ICD-10: M53.0)
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- reaktive Myogelose der Subokzipial- und Trapeziusmuskulatur bilateral rechtsbetont.
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bestehe ein Übergewicht bei einem BMI
von 29 kg/m (ICD-10: E66.0). Die Versicherte habe über Rückenschmerzen (vor allem
im Kreuz) sowie Hüftschmerzen und Beinschmerzen mit Ausstrahlung links bis in die
Zehenregion und rechts bis in die Ferse geklagt. Sie könne nicht lange Stehen und
nicht lange Sitzen. Zudem bestünden Schmerzen in beiden Armen und
Kribbelphänomene in Armen und Fingern. Sie könne deshalb schlecht schlafen. Sie
gehe alle ein bis zwei Wochen zu ihrem Psychiater. Aus internistischer und
allgemeinmedizinischer Sicht bestehe keine Einschränkung. Im psychiatrischen
Teilgutachten vom 2. April 2007 wurde festgehalten, die Versicherte spreche gut
Deutsch und könne sich recht differenziert in dieser Sprache ausdrücken. Die
Versicherte habe auch bei ausführlicher Nachfrage keine störungsspezifischen
seelischen Beschwerden angegeben. Lediglich von erheblichen Schlafstörungen nach
dem Unfall sei berichtet worden. Diese seien jedoch mit der Einnahme von Remeron
besser geworden. Die Schmerzen seien durch die Behandlung beim Psychiater jedoch
nicht besser geworden. Sie mache sich wegen ihrer sozialen Situation Sorgen. Nähere
Ausführungen seien von der Versicherten dazu nicht angegeben worden. Sie habe mit
15 Jahren einen 21-jährigen Mann aus dem Dorf geheiratet. Der gemeinsame Sohn sei
inzwischen 30 Jahre alt. Die Ehe sei jedoch gescheitert, da sich der Mann in eine
andere Frau verliebt habe. Bereits in ihrem 20. Lebensjahr sei die Ehe geschieden
worden. Sie lebe in einer 3-Zimmer-Wohnung mit ihrem (leicht behinderten) Sohn
zusammen. Bis 1992 habe ihr Sohn sein Leben auf Wunsch des Ex-Mannes in dessen
Familie verbracht. Das Verhältnis zum Sohn schildere die Versicherte als gut, die
Auskünfte diesbezüglich seien sehr spärlich. Sie habe zahlreiche Kontakte zu
Freundinnen und Kolleginnen. Sie gehe spazieren und einkaufen. Wegen ihren
Schmerzen liege sie allerdings auch viel im Bett. Die begutachtende Psychiaterin führte
aus, der Kontakt zur Versicherten sei nur oberflächlich herstellbar. Die Antworten seien
zögernd erfolgt. Die Versicherte wirke kontrolliert und zielgerichtet. Das
Konzentrationsvermögen sei nicht beeinträchtigt. Mnestische Störungen seien nicht
erkennbar. Psychomotorisch bestehe ein starkes Ausdrucksverhalten. Die Affektlage
sei nicht depressiv ausgelenkt. Die emotionale Schwingungslage sei nicht
eingeschränkt. Es bestehe kein Hinweis für Impulskontrollstörung. Ein pathologischer
Angstaffekt bestehe nicht. Zwänge und Phobien seien nicht nachweisbar. Weder aus
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der Anamnese noch aus dem psychischen Befund liessen sich die Kriterien einer
somatoformen Schmerzstörung nach ICD-10 ableiten. Eine krankheitswertige
psychische Störung könne gutachterlich nicht festgestellt werden, weshalb keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychischer Sicht bestehe. Die jetzige
Beurteilung stehe in Übereinstimmung mit dem Arztbericht von Dr. B._ vom
2. August 2006 sowie dem Austrittsbericht der Rehaklinik
Bellikon vom 31. Mai 2006. Die von Dr. C._ gestellten Diagnosen könnten weder
anamnestisch noch im psychischen Befund verifiziert und validiert werden. Die
Schlussfolgerungen von Dr. D._ wiederum würden nicht auf einer präzisen
Darstellung der Anamnese und des psychischen Befundes beruhen. Insofern erfolge
auch hier unter Einfluss einer ausführlichen Exploration und einer Befundung gemäss
den Kriterien des ICD-10 eine abweichende Beurteilung. Aus psychiatrischer Sicht
wäre eine berufliche Wiedereingliederung sinnvoll, das subjektive
Krankheitsverständnis mit empfundener vollständiger Invalidisierung stehe dem jedoch
entgegen.
Der Rheumatologe führte aus, die Versicherte habe über chronische, 24 Stunden
anhaltende, subjektiv kaum zu tolerierende, lumbale Schmerzen mit Ausstrahlung
berichtet. Dadurch sei sie auch in der Haushaltstätigkeit deutlich eingeschränkt. Sie
erhalte grosse Unterstützung durch den im gleichen Haushalt lebenden, voll
berufstätigen Sohn. Sie nehme täglich viermal Dafalgan 1 g sowie zusätzlich
Psychopharmaka. Sie erachte sich auf Grund der massivsten Schmerzsymptomatik
völlig ausserstande, einer ausserhäuslichen beruflichen Tätigkeit nachgehen zu
können. Der Rheumatologe gab weiter an, die Untersuchung der LWS und BWS sei
objektiv nicht durchführbar gewesen, da bereits das Stehen zu Faszikulationen am
Stamm und den unteren Extremitäten geführt habe. Diese Symptome seien aber unter
Ablenkung sofort regerdient gewesen. Auf Grund der aktuellen neurologischen
kursorischen Untersuchung könne im Vergleich zu der fachärztlichen Untersuchung an
der Rehaklinik Bellikon von einer Ausweitung der Sensibilitätsstörung ohne fassbares
organisches Korrelat gesprochen werden. Die erwähnte Spondylolyse mit
Anterolisthesis von L5/S1 sei sicherlich bereits prätraumatisch vorbestehend gewesen.
Das komplette Nichtansprechen auf die stationären Behandlungsmassnahmen in
Bellikon, das Scheitern des Arbeitsversuchs bereits nach einer Stunde am 1. Juli 2006
sowie die aktuelle Schmerzpersistenz trotz schmerzinterventionellen Massnahmen am
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Kantonsspital St. Gallen im März 2007 sprächen für eine massive psychosoziale
Überlagerung der gesamten Schmerzsymptomatik. Die Arbeitsfähigkeit im bisherigen
Beruf als Büglerin sei um 50% eingeschränkt. Unter Berücksichtigung, dass die
Arbeitsposition regelmässig gewechselt werden könne, sei der Versicherten eine
Tätigkeit im Rahmen von 2 x 2 Stunden Bügeln pro Tag zuzumuten. Körperlich leichte,
wechselbelastende Tätigkeiten seien ihr vollumfänglich zu 100% zumutbar. Aus rein
rheumatologischer Sicht imponiere auf Grund des Krankheitsverlaufs eine zunehmende
Chronifizierung, eine eindrücklich verstärkte subjektive Krankheits- und
Behinderungsüberzeugung, so dass seines Erachtens eine stationäre Behandlung in
einer psychiatrischen Klinik zur Diskussion gestellt werden sollte. Im Vordergrund stehe
sicherlich das Erlernen von Coping-Strategien, die Versicherte wirke massiv
verunsichert. Eine somatisch zentrierte Rehabilitation dürfte hingegen das
Beschwerdebild kaum positiv beeinflussen.
Insgesamt gaben die begutachtenden Ärzte an, es bestehe eine 50%ige
Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit ab Unfalldatum, mit Sicherheit ab April 2007,
sowie eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit (IV-act. 30).
Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) Ostschweiz erachtete das ABI-Gutachten vom 18.
Juni 2007 als ausführlich, in sich widerspruchsfrei, konsistent und nachvollziehbar (IV-
act. 27).
A.f Am 9. Oktober 2007 fand ein Eingliederungsgespräch statt. Weil sich die
Versicherte unverändert als vollkommen arbeitsunfähig ansah, wurde auf
Eingliederungsmassnahmen verzichtet (IV-act. 24). Die IV-Stelle teilte der Versicherten
deshalb den Abschluss der Arbeitsvermittlungsmassnahmen am 5. Dezember 2007 mit
(IV-act. 19).
A.g Mit Vorbescheid vom 5. Dezember 2007 stellte die IV-Stelle der Versicherten die
Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht. Gemäss ihren Abklärungen bestehe in der
bisherigen Tätigkeit als Büglerin/Betriebsassistentin eine um 50% verminderte
Arbeitsfähigkeit. Bei langer Dauer der Arbeitsunfähigkeit werde auch die zumutbare
Arbeitsfähigkeit in einem anderen Beruf berücksichtigt. Auf Grund der vorliegenden
Unterlagen bestehe für körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeiten eine volle
Arbeitsfähigkeit. Beim zumutbaren Einkommen sei zusätzlich ein Abzug von 10%
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gewährt worden. Ohne Behinderung betrage ihr Einkommen Fr. 62'058.--. Mit
Behinderung sei ihr ein Einkommen von Fr. 42'232.-- zumutbar. Daraus resultiere eine
Erwerbseinbusse von Fr. 18'826.-- beziehungsweise ein Invaliditätsgrad von 30%. Da
dieser unter 40% liege, habe sie keinen Anspruch auf eine Rente (IV-act. 18). Dagegen
liess die Versicherte einwenden, bereits ihr behandelnder Psychiater sowie Dr. D._
von ihrer Krankentaggeldversicherung hätten sie auf Grund der psychischen
Beschwerden als 70 bis 100% arbeitsunfähig erklärt. Dr. D._ und Dr. med. E._,
Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, hätten sie am 20. März 2007
erneut in Serbokroatisch untersucht. Gemäss ihrem Bericht vom 21. März 2007 müsse
auf Grund objektivierbarer psychopathologischer Affektalterationen erheblichen
Ausprägungsgrads eine unveränderte Arbeitsunfähigkeit von 100% attestiert werden.
Sie erhalte deshalb weiterhin ein Krankentaggeld ihrer Versicherung auf Grund einer
100%igen Arbeitsunfähigkeit. Seit 4. Oktober 2007 werde sie nun von Dr. med. F._,
Psychiatrie/Psychotherapie, behandelt, weil Dr. C._ beruflich überlastet sei. Wie aus
dem beigelegtem Bericht vom 15. Januar 2008 hervorgehe, leide sie an einer
anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10: F45.4), einer mittelgradigen
depressiven Störung mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.1) sowie Merkmalen
einer anankastischen Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.5). Die Psychiaterin habe sie
deshalb zu 70% arbeitsunfähig erklärt. Bei diesen verschiedenen fachärztlichen
Berichten, welche eine Arbeitsunfähigkeit aus psychischer Sicht bestätigten, sei nicht
nachvollziehbar, weshalb auf das ABI-Gutachten abgestellt werde. Die abweichende
Meinung der begutachtenden Psychiaterin sei denn auch nicht schlüssig. Unter diesen
Umständen sei eine weitere Begutachtung erforderlich, falls nicht auf die
Einschätzungen der behandelnden Psychiaterin beziehungsweise des
Versicherungsmediziners abgestellt werden wolle (IV-act. 11).
A.h Mit Verfügung vom 31. Januar 2008 wies die IV-Stelle das Leistungsgesuch der
Versicherten gemäss Vorbescheid vom 5. Dezember 2007 ab. Zu den Einwänden der
Versicherten gab die IV-Stelle an, in den eingegangenen Unterlagen würden keine
neuen medizinisch objektivierbaren wesentlichen Änderungen der Befunde oder
Symptome mitgeteilt, die nicht schon zum Zeitpunkt des Vorbescheids bekannt
gewesen wären. Gemäss der Stellungnahme des RAD vom 31. Januar 2008 würden
die psychiatrischen Fachärztinnen und Fachärzte Dr. F._ wie auch Dr. D._ und Dr.
E._ lediglich die bereits bekannten Befunde, Interpretationen und Diagnosen
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wiederholen. Es werde deshalb weiterhin an der medizinischen Beurteilung des ABI
festgehalten (IV-act. 8).
B.
B.a Gegen diese Verfügung lässt die Versicherte am 4. März 2008 Beschwerde
erheben. Sie beantragt die Aufhebung der Verfügung vom 31. Januar 2008 und die
Zusprache einer ganzen Invalidenrente. Eventualiter sei die Sache zu ergänzenden
medizinischen und beruflichen Abklärungen an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Sie macht geltend, die Beschwerdegegnerin habe in ihrer Verfügung
die Begründungspflicht verletzt und sei nicht auf ihre Einwände eingegangen.
Insbesondere werde nicht begründet, weshalb trotz mehrmaliger abweichender
fachärztlicher Beurteilung auch bei der psychiatrischen Einschätzung auf das ABI-
Gutachten abgestellt werde. Nach dem Unfall vom 13. November 2005 hätten sich
immer mehr auch psychische Symptome entwickelt. Dr. C._ habe eine
Anpassungsstörung mit Angst und depressiven Symptomen, eine mittelgradige
depressive Störung auf dem Boden einer anankastischen Persönlichkeit sowie ein
chronifiziertes Schmerzsyndrom nach dem Unfall diagnostiziert. Die Arbeitsunfähigkeit
betrage 70%. Diese Einschätzung sei von verschiedenen Fach- und Vertrauensärzten
bestätigt worden. Das ABI-Gutachten verneine das Vorliegen einer psychischen
Erkrankung, ohne dass dies nachvollziehbar begründet werde. Insbesondere fehle es
an einer vertieften Auseinandersetzung mit den abweichenden Beurteilungen. Werde
vorliegend nicht bereits auf Grund der vorhandenen fachärztlichen Berichte auf eine
Arbeitsunfähigkeit von mindestens 70% abgestellt und die Invalidität gestützt darauf
festgesetzt, so wäre eine zusätzliche psychiatrische Begutachtung vorzunehmen.
Sodann seien vorliegend auch die Voraussetzungen, unter denen die unter anderem
diagnostizierte anhaltende somatoforme Schmerzstörung eine Invalidität begründe, als
erfüllt zu betrachten. Denn sowohl anamnestisch wie auch auf Grund der aktuellen
Befunde ergäben sich Angst- und depressive Störungen im Sinn der ICD-Klassifikation.
Zudem lägen auch andere massgebende Faktoren vor wie ein chronifizierter
Krankheitsverlauf sowie ein verfestigter innerseelischer Verlauf. Schliesslich wäre im
vorliegenden Fall auf Grund der gesamten Umstände ein leidensbedingter Abzug vom
Invalideneinkommen in der Höhe von 25% vorzunehmen. Somit ergäbe sich selbst bei
der - bestrittenen - Annahme wie in der Verfügung vom 31. Januar 2008 ein
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Invaliditätsgrad von 42%, weshalb zumindest ein Anspruch auf eine Viertelsrente
gegeben sei (G act. 1).
B.b Am 10. April 2008 reichte der Rechtsvertreter der Versicherten den Eintrittsbericht
der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Littenheit vom 7. April 2008 ein. Darin
diagnostizierten die Ärzte eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10:
F45.4) sowie eine schwere depressive Episode (ICD-10: F32.2). Die Versicherte sei am
2. April 2008 auf Grund einer zunehmenden psychosozialen Dekompensation bei
mittel- bis schwergradiger depressiver Episode mit somatischem Syndrom sowie
anhaltender somatoformer Schmerzstörung für eine stationäre Behandlung
eingewiesen worden (G act. 4.1).
B.c Die Beschwerdegegnerin beantragte in ihrer Beschwerdeantwort vom 28. Mai 2008
die Abweisung der Beschwerde. Die Einschätzung der psychischen Gesundheit der
Beschwerdeführerin durch das ABI sei umfassend, beruhe auf allseitigen
Untersuchungen und sei in Kenntnis der Vorakten abgeben worden. Die Beurteilung
stimme mit den Einschätzungen der Ärzte der Rehaklinik Bellikon überein. Dort habe
sich die Beschwerdeführerin immerhin während sechs Wochen aufgehalten. Betreffend
Dr. D._ werde auf die Stellungnahme im ABI-Gutachten verwiesen. Sodann würden
behandelnde Ärzte oft das Ausmass der Krankheit erheblich höher einschätzen als
medizinische Sachverständige, weshalb das ABI-Gutachten vorzuziehen sei. Sodann
seien für die Beurteilung die Verhältnisse bis zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses
massgebend, weshalb an der bisherigen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit festgehalten
werde. Eine allfällige Verschlechterung könne in einem Revisionsgesuch geltend
gemacht werden. Schliesslich könne man neben dem bereits gewährten Abzug von
10% keinen weiteren Abzug gewähren, wie geltend gemacht werde (G act. 10).
B.d Mit Replik vom 19. Juni 2008 hält die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen fest.
Sie fügt an, der Klinikeintritt auf Grund einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung sowie schweren depressiven Episode lasse darauf schliessen, dass
bereits davor eine massgebliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestanden habe.
Dies werde durch die früheren Arztberichte bestätigt. Einzig das ABI weiche von dieser
Beurteilung ab. Im Übrigen gehe auch die Krankentaggeldversicherung von einer
100%igen Arbeitsunfähigkeit aus (G act. 12).
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B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtet am 30. Juni 2008 sinngemäss auf eine Duplik.
B.f Die Beschwerdeführerin lässt am 9. Juli 2008 den Austrittsbericht der Klinik
Littenheid vom 3. Juli 2008 einreichen. Daraus ist ersichtlich, dass die
Beschwerdeführerin bei den Diagnosen einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) sowie einer schweren depressiven Episode (ICD-10
F32.2) am 3. Juli 2008 aus der Klinik entlassen worden ist. Der Schlafrhythmus habe
normalisiert werden können. Im Weiteren sei es zu einer deutlichen Aufhellung der
Stimmung gekommen, so dass bei Austritt bezüglich der depressiven Symptomatik
eine weitgehende Remission habe festgestellt werden können. Das Schmerzerleben sei
bis zuletzt unverändert geblieben, jedoch habe ein deutlicher Rückgang des
Schonverhaltens erreicht werden können. Nach wie vor bestehe eine hohe
Ermüdbarkeit - paratherapeutische und arbeitstherapeutische Angebote hätten
maximal 90 Minuten besucht werden können - so dass auf weitere arbeitsrehabilitative
Schritte verzichtet werden müsse (G act. 16).

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung über
die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz,
dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der
zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V
467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am
31. Januar 2008 ergangen. Dennoch ist ein Sachverhalt zu beurteilen, der vor dem
Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008
begonnen hat. Daher ist entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen
Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals geltenden Bestimmungen
und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der 5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur
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4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des Bundesgerichts vom 7. Juni 2006
[I 428/04] E. 1). Diese übergangsrechtliche Lage zeitigt indessen keine
materiellrechtlichen Folgen, da die 5. IV-Revision hinsichtlich der Invaliditätsbemessung
keine substantiellen Änderungen gegenüber der bis Ende 2007 gültig gewesenen
Rechtslage gebracht hat. Nachfolgend werden die seit 1. Januar 2008 geltenden
Bestimmungen wiedergegeben.
2.
Die Beschwerdeführerin rügt, die Beschwerdegegnerin sei in der Verfügung nicht oder
nur unzureichend auf ihre Einwände eingegangen. Damit macht die
Beschwerdeführerin sinngemäss geltend, die Beschwerdegegnerin habe ihre
Begründungspflicht verletzt. Diese Rüge ist vorab zu beurteilen. Die Begründung einer
Verfügung entspricht den Anforderungen an das rechtliche Gehör (Art. 29 Abs. 2 der
Bundesverfassung; SR 101), wenn die betroffene Person dadurch in die Lage versetzt
wird, die Tragweite der Entscheidung zu beurteilen und sie in Kenntnis der Begründung
an eine höhere Instanz weiterzuziehen. Die Behörde ist aber nicht verpflichtet, sich zu
allen Rechtsvorbringen der Parteien zu äussern. Es genügt, wenn ersichtlich ist, von
welchen Überlegungen sich die Behörde hat leiten lassen (vgl. Ulrich Häfelin/Georg
Müller/Felix Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. Aufl., Zürich 2006, Rz 1706). In
der Verfügung vom 31. Januar 2008 betreffend Rente hat die Beschwerdegegnerin zu
den wesentlichen Einwänden der Beschwerdeführerin lediglich festgehalten, die
eingereichten Arztberichte würden keine neuen medizinisch objektivierbaren
wesentlichen Änderungen der Befunde oder Symptome darlegen, die nicht schon zum
Zeitpunkt des Vorbescheids bekannt gewesen seien. Aus regionalärztlicher Sicht könne
weiterhin an der bisherigen abschliessenden medizinischen Beurteilung des ABI
festgehalten werden. Das Gutachten sei nachvollziehbar und insgesamt konsistent (IV-
act. 8). Diese Begründung ist zwar eher knapp gehalten, rechtfertigt jedoch keine
Aufhebung der Verfügung aus formellen Gründen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
17. Juni 2005 [I 3/05] zur Begründungspflicht). Diese Begründung reicht aus, um sich
über eine Anfechtung oder Akzeptanz der Verfügung schlüssig zu werden.
3.
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3.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50%
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40% Anspruch auf eine Viertelsrente. Der Invaliditätsgrad ist an Hand eines
Einkommensvergleichs zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der notwendigen
und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage
erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das die versicherte
Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 28a Abs. 1 IVG
i.V.m. Art. 16 ATSG). Das anrechenbare Einkommen wiederum ist abhängig vom Grad
der Erwerbsunfähigkeit. Diese konkret verwertbare Arbeitsfähigkeit wird dabei von den
Ärzten gemäss den Beeinträchtigungen der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit beurteilt (vgl. BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen).
3.2 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 ATSG). Danach haben
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne
Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen.
Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle
Beweismittel unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach
zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des
streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Gutachtens
ist nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung entscheidend, ob es für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben
worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des
Gutachters begründet sind (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a). Nach der Rechtsprechung des
Bundesgerichts ist bei der Beweiswürdigung der Erfahrungstatsache Rechnung zu
tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE
125 V 351 E. 3b/cc), oder dass sie deren pessimistische subjektive Einschätzung
übernehmen. Dieser Vorbehalt ist nach den Entscheiden des Bundesgerichts i/S S.
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vom 20. März 2006 (I 655/05) E. 5.4 und i/S T. vom 13. April 2006 (I 645/05) E. 2.3 auch
für behandelnde Spezialärzte anzubringen. Anderseits kann die Möglichkeit zu längerer
Beobachtungszeit auch Vorteile bieten. Das Bundesgericht hat in diesem Sinn – für den
Fall der Feststellungen eines Hausarztes – festgehalten, das Gericht könne auch auf die
speziellen, etwa dank der langjährigen Betreuung nur einem Hausarzt zugänglichen
Kenntnisse des Gesundheitszustandes eines Versicherten abstellen (nicht
veröffentlichter Entscheid des Bundesgerichts I 255/96, zit. In 4P.254/2005).
4.
4.1 Die Höhe der behinderungsbedingten Erwerbseinbusse hängt vor allem von der
ärztlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung ab, d.h. davon, in welchem Umfang für die
versicherte Person noch eine Tätigkeit in Betracht fällt (BGE 125 V 261 E. 4). Die
Beschwerdegegnerin betrachtet die Arbeitsfähigkeitsschätzung des ABI als
überzeugend, in sich widerspruchsfrei und nachvollziehbar. Die Beschwerdeführerin
macht dagegen geltend, entgegen der Beurteilung der begutachtenden Psychiaterin
leide sie an psychischen Beschwerden, die ihre Arbeitsfähigkeit einschränkten. Vorerst
kann festgestellt werden, dass die Beschwerdeführerin unbestrittenermassen an einem
chronischen lumbospondylogenen Schmerzsyndrom links sowie einem chronischen
cerviko-brachialen Schmerzsyndrom rechtsbetont leidet, welche die Arbeitsfähigkeit in
der bisherigen Tätigkeit um 50% einschränken. Eine leidensangepasste körperlich
leichte Tätigkeit ist aus rheumatologischer Sicht zu 100% zumutbar. Das Ausmass der
geklagten Beschwerden konnte jedoch keiner organischen Ursache zugeordnet
werden (vgl. IV-act. 44 und 30). Strittig ist, ob die Beschwerdeführerin an psychischen
Beschwerden mit Krankheitswert leidet und deshalb die Arbeitsfähigkeit eingeschränkt
ist.
4.2 Gemäss der höchstrichterlichen Praxis kann eine psychiatrische Exploration von
der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen. Sie eröffnet dem
begutachtenden Psychiater daher praktisch immer einen gewissen
Ermessensspielraum, innerhalb dessen verschiedene medizinisch-psychiatrische
Interpretationen möglich, zuverlässig und zu respektieren sind, sofern der Gutachter
lege artis vorgegangen ist. Daher und unter Beachtung der Divergenz von
medizinischem Behandlungs- und Abklärungsauftrag kann eine medizinische
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Administrativ- oder Gerichtsexpertise nicht damit in Frage gestellt und zum Anlass
weiterer Abklärungen genommen werden, wenn die behandelnden Ärzte nachträglich
zu unterschiedlichen Einschätzungen gelangen oder an vorgängig geäusserten
abweichenden Auffassungen festhalten. Anders verhält es sich hingegen, wenn die
behandelnden Ärzte objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorbringen, welche im
Rahmen der psychiatrischen Begutachtung unerkannt geblieben oder geeignet sind, zu
einer abweichenden Beurteilung zu führen (Urteil des Bundesgerichts vom 16. Mai
2008 i/S. L. [8C_809/2007] E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). Sodann hat das
Bundesgericht hinsichtlich den invaliditätsfremden Faktoren in BGE 127 V 194 E. 5
festgehalten, es brauche in jedem Fall zur Annahme einer Invalidität ein medizinisches
Substrat. Dieses müsse (fach-)ärztlich schlüssig festgestellt werden und
nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigen.
Je stärker psychosoziale oder soziokulturelle Faktoren im Einzelfall in den Vordergrund
träten und das Beschwerdebild mitbestimmten, desto ausgeprägter müsse eine
fachärztliche festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein. Das
bedeute, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, die
von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrührten, bestehen dürfe, sondern
davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen habe, zum Beispiel eine
von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde
Depression.
4.3 Die Beschwerdeführerin hat sich vom 19. April bis 31. Mai 2006 in der Rehaklinik
Bellikon aufgehalten, was eine Beobachtungszeit von sechs Wochen ermöglicht hat.
Das betreffende psychosomatische Konsilium vom 9. Mai 2006 ist in der
Muttersprache der Beschwerdeführerin erfolgt. Die Ärzte haben angeben, die
psychischen Grundfunktionen seien intakt. Der affektive Rapport sei bei der in ihrer
Persönlichkeit eher verschlossen und zurückhaltend wirkenden Beschwerdeführerin
etwas erschwert herstellbar gewesen. Bei der Versicherten liege zwar keine
psychopathologische Störung von Krankheitswert vor, jedoch bestehe im
Zusammenhang mit den anhaltenden Schmerzen ein maladaptives Überzeugungs- und
Bewältigungsmuster mit Schonhaltung und Selbstlimitierung in vielen Aktivitäten (IV-
act. 44 - 17/20ff.). Auch ein Jahr später bei der Begutachtung im ABI vom 2. April 2007
konnte die untersuchende Psychiaterin keine psychische Erkrankung mit
Krankheitswert feststellen. Die Exploration hat in Deutsch stattgefunden. Hinweise für
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Verständigungsschwierigkeiten liegen keine vor. Die Psychiaterin hat angegeben, die
Beschwerdeführerin könne sich differenziert in Deutsch ausdrücken (IV-act. 30 - 9/47).
Selbst wenn die Beschwerdeführerin als eher zurückhaltende Persönlichkeit eher
knapp Auskunft gegeben hat, hat die Psychiaterin genügend Informationen für eine
Beurteilung erhalten. Auch der Umstand, dass keine speziellen Tests durchgeführt
wurden, stellt noch keinen Mangel dar, denn bei psychiatrischen Explorationen kommt
den Tests lediglich eine ergänzende Funktion zu (Urteil des Bundesgerichts vom 3. Juni
2008 i/S. N. [9C_351/2007] E. 2.2.4). Sodann stützt das ABI-Gutachten seine
Beurteilung auf sämtliche Vorakten, auf die eigene persönliche Befragung der
Beschwerdeführerin und die eigenen internistischen, rheumatologischen und
psychiatrischen Untersuchungen am 2. und 4. April 2007. Das polydisziplinäre
Gutachten erfüllt daher sämtliche rechtsprechungsgemässen Kriterien der
Beweistauglichkeit.
4.4 Im Widerspruch zur gutachterlichen Beurteilung stehen die Einschätzungen des
behandelnden Psychiaters Dr. C._ gemäss seinem Bericht vom 22. November 2006
(IV-act. 30 - 36/47ff.) sowie des Psychiaters Dr. D._ gemäss den Berichten vom
15. Dezember 2006 (IV-act. 30 - 33/47) und 21. März 2007 (IV-act. 11 - 9/13). Bei der
Untersuchung im ABI ist jedoch von keinen Schuldgefühlen oder Versagensängsten
berichtet worden, wie das in der Anamnese von Dr. C._beschrieben wird. Die
Beziehung zum im gleichen Haushalt lebenden Sohn wurde nämlich als gut
angegeben. Sodann bestünde viel Kontakt mit den Freundinnen. Die begutachtende
Psychiaterin hat zudem angegeben, die Beschwerdeführerin habe keinen ängstlichen
oder verzweifelten Eindruck gemacht. Lediglich von Schlafproblemen habe sie
berichtet. Diese seien jedoch seit der Einnahme von Remeron besser geworden. Sie
könne deshalb weder eine Anpassungsstörung noch eine depressive Episode
feststellen. Auch der vom begutachtenden Rheumatologen geäusserte Verdacht einer
massiven psychosozialen Überlagerung der gesamten Schmerzsymptomatik hat die
Psychiaterin nicht bestätigen können. Die Beschwerdeführerin habe zu ihrer sozialen
Situation zwar ausgeführt, diese mache ihr Sorgen. Nähere Auskünfte habe sie nicht
erteilt. Jedenfalls kommen die begutachtende Psychiaterin wie der Rheumatologe zum
Schluss, das subjektive Krankheitsverständnis mit empfundener vollständiger
Invalidisierung stehe einer beruflichen Wiedereingliederung entgegen (IV-act. 30 -
8/47ff.). Die im Gutachten ausgeführten Aussagen beschreiben im Gegensatz zu den
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Angaben von Dr. C._ gemäss seinem Bericht 22. November 2006 keine Frau, die an
einer depressiven Episode leidet, pflegt sie doch gemäss ihren Aussagen
beispielsweise regelmässige Kontakte mit ihren Freundinnen. Von einem sozialen
Rückzug kann damit nicht ausgegangen werden. Auch wirkte sie kontrolliert und
zielgerichtet und nicht verzweifelt oder ängstlich, wie das Dr. C._ ausgeführt hatte.
Sodann sind keine Angaben gemacht worden, die mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit eine psychosoziale Belastungssituation erklären könnten, aus
welcher sich eine Anpassungsstörung entwickeln könnte. Allein das Zusammenleben
mit dem voll erwerbstätigen Sohn, der leicht behindert ist, stellt noch nicht a priori eine
Belastungssituation dar. Schuldgefühle, dass sie sich weniger um ihren behinderten
Sohn kümmern könne, hat die Beschwerdeführerin bei der Begutachtung nicht
erwähnt. Deshalb bleibt fraglich, ob solche denn auch bestehen. Eine weitere
belastende Situation könnte die Kündigung des langjährigen Arbeitsverhältnisses sein.
Diese ist auf Ende Juni 2006 erfolgt, nachdem ein Arbeitsversuch am 1. Juni 2006 nach
fünfmonatiger Abwesenheit nach einer Stunde abgebrochen wurde. Diesbezüglich
fehlen aber nähere Hinweise. Unter diesen Umständen ist schlüssig, dass die
begutachtende Psychiaterin die Diagnosen von Dr. C._ nicht validieren konnte. Die
Diagnosen von Dr. C._ überzeugen dagegen nicht. Vielmehr ist davon auszugehen,
dass dieser hauptsächlich auf die subjektiven Aussagen der Beschwerdeführerin
abgestellt hat. Insbesondere die getroffene Arbeitsunfähigkeitsschätzung müsste selbst
bei Annahme der Massgeblichkeit der angeführten Diagnosen als sehr hoch betrachtet
werden.
4.5 Die Diagnosen von Dr. C._ werden im Bericht von Dr. D._ vom 15. Dezember
2006 sowie vom 21. März 2007 bestätigt. Diesen Berichten kann im vorliegenden
Verfahren jedoch kein Beweiswert zugemessen werden: Es fehlt ihnen an wesentlichen
Angaben zur Untersuchung sowie einer nachvollziehbaren Begründung (vgl. BGE 125 V
351). Der Verweis auf den Bericht von Dr. C._ ersetzt die eigene Anamnese und
Begründung der Diagnosestellung nämlich nicht. Dr. D._ gibt lediglich an, er selbst
habe weitgehend kongruente Befunde zu Dr. C._ erheben können. Welche diese sind
und wie er zu diesen Befunden gekommen ist, ist aus seinen Berichten vom
15. Dezember 2006 sowie vom 21. März 2007 nicht ersichtlich. Schliesslich ist auch
nicht nachvollziehbar, weshalb die Arbeitsfähigkeitsschätzung auf 100%
Arbeitsunfähigkeit angehoben worden ist, nachdem Dr. C._ diese auf 70% geschätzt
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hat. Diese Arztberichte überzeugen insgesamt nicht. Unter diesen Umständen
vermögen sie das Ergebnis der gutachterlichen Untersuchung nicht in Zweifel zu
ziehen. Aus diesen Gründen erübrigt sich auch, die gesamten Akten der
Krankentaggeldversicherung beizuziehen, wie das die Beschwerdeführerin verlangt hat.
4.6 Die Beschwerdeführerin hat auf Grund der beruflichen Überlastung von Dr. C._
die psychiatrische Behandlung ab Oktober 2007 bei Dr. F._ fortgesetzt. In ihrem
Bericht vom 15. Januar 2008 hat Dr. F._ sich jedoch mit dem ABI-Gutachten nicht
auseinander gesetzt. Die neu hinzugekommene Diagnose einer somatoformen
Schmerzstörung anstelle der Anpassungsstörung wird nicht weiter begründet (IV-act.
11 - 10/13). Das Vorliegen einer somatoformen Schmerzstörung ist jedoch im ABI
ausdrücklich verneint worden (IV-act. 30 - 10/47). Diese Diagnose ist deshalb
zweifelhaft. Es erübrigt sich somit eine weitere Prüfung der von der Rechtsprechung
verlangten Kriterien bei einer somatoformen Schmerzstörung. Die von Dr. F._
aufgeführte weiterhin bestehende mittelgradige depressive Episode wird wie bereits
von Dr. C._ mit ähnlichen Angaben untermauert. Dr. F._ hat angegeben, die
Beschwerdeführerin sei ängstlich, deprimiert, affektarm bis affektstarr, klagsam, im
formalen Denken umständlich auf ihre Traumatisierung eingeengt bei inhaltlicher
Denkstörung im Sinn von Schuldgedanken. Sodann bestünden Merkmale einer
anankastischen Persönlichkeitsstörung (IV-act. 11 - 10/13). Diese Angaben stehen
wiederum im Widerspruch zu den Erhebungen im ABI-Gutachten, wo keine Anzeichen
einer chronischen depressiven Störung erhoben werden konnten. Der Bericht von Dr.
F._ gleicht in seinen Diagnosen und in seiner Arbeitsfähigkeitsschätzung dem Bericht
von Dr. C._ und begründet eine allfällige Verschlechterung des
Gesundheitszustandes nicht. Vielmehr ist zu vermuten, dass die behandelnde
Psychiaterin wegen ihrer auftragsrechtlichen Vertrauensstellung im Zweifel eher zu
Gunsten ihrer Patientin Stellung genommen hat (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom
20. März 2006 i/S S. [I 655/05] E. 5.4 und vom 13. April 2006 i/S T. [I 645/05] E. 2.3).
Objektiv feststellbare Gesichtspunkte, die im ABI-Gutachten unberücksichtigt
geblieben wären, sind nicht ersichtlich. Im Übrigen waren die abweichenden
Beurteilungen der Arbeitsfähigkeiten auf Grund von früheren Arztberichten bekannt.
Dazu wurde vom ABI ausdrücklich Stellung genommen (IV-act. 30 - 11/47 und 30 -
17/47). Und letztlich drängen sich beim Vorliegen von somatischen und möglichen
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psychischen Beschwerden eine interdisziplinäre Gesamtbeurteilung der
Arbeitsfähigkeit auf, wie das vorliegend im ABI geschehen ist.
4.7 Nach Erlass der angefochtenen Verfügung ist es drei Monate später zu einer
stationären psychiatrischen Behandlung der Beschwerdeführerin gekommen. Eine
allfällige Verschlechterung ist somit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erst nach
Erlass der Verfügung eingetreten. Für die richterliche Beurteilung ist grundsätzlich auf
die tatsächlichen Verhältnisse zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens
(hier: Verfügung vom 31. Januar 2008) abzustellen (BGE 116 V 248 E. 1a; Urteil des
Bundesgerichts vom 3. Januar 2005 [I 172/04] E.5.2 und vom 27. Mai 2008
[9C_24/2008] E. 2.3.1). Prüft man jedoch den weiteren Verlauf in diesem Verfahren mit,
so ist auch die Diagnose einer schweren depressiven Episode nach der erfolgreichen
stationären Behandlung kaum mehr gegeben. Die Ärzte der Klinik Littenheit haben in
ihrem Bericht vom 3. Juli 2008 bei Austritt zwar eine schwere Depression (neben einer
somatoformen Schmerzstörung) festgestellt. Gleichzeitig wurde aber angegeben, der
Schlafrhythmus der Beschwerdeführerin habe normalisiert werden können und es sei
zu einer deutlichen Aufhellung der Stimmung gekommen. Bei Austritt habe bezüglich
der depressiven Problematik eine weitgehende Remission festgestellt werden können.
Das Schonverhalten sei deutlich zurückgegangen (G act. 16). Bei dieser Ausgangslage
überzeugt die Diagnose einer andauernden schweren Depression bei Austritt nicht.
Sollte sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit dem Erlass der
Verfügung vom 31. Januar 2008 dennoch relevant verschlechtert haben, so steht es ihr
frei, ein neues Leistungsbegehren zu stellen.
4.8 Insgesamt ist der Sachverhalt damit als ausreichend abgeklärt zu betrachten. Zur
Einholung eines Obergutachtens, wie dies beantragt wird, besteht kein Anlass.
Zusammenfassend ist in Übereinstimmung mit der Beschwerdegegnerin und auf Grund
des polydisziplinären ABI-Gutachtens vom 18. Juni 2007 von einer vollen
Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit bis zum Verfügungserlass
auszugehen.
5.
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5.1 Die Beschwerdeführerin ist als Vollerwerbstätige zu qualifizieren. Zur Bemessung
des Invaliditätsgrades ist deshalb ein Einkommensvergleich durchzuführen. Die
Beschwerdeführerin verlangt die Berücksichtigung eines zusätzlichen Abzuges in der
Höhe von 25%. Wie die Beschwerdeführerin korrekt berechnet hat, beträgt das
Valideneinkommen für das Jahr 2007 Fr. 62'058.--. Beim Invalideneinkommen hat sich
die Beschwerdegegnerin auf die Tabellen der schweizerischen Lohnstrukturerhebung
2007 gestützt und einen Jahreslohn von Fr. 48'036.-- angewendet, den Frauen im
Durchschnitt für Tätigkeiten im Niveau 4 verdient haben. Sodann wurde ein
"Leidensabzug" von 10% gewährt (IV-act. 12). Der oftmals als "Leidensabzug"
bezeichnete Abzug hat nichts mit dem Leiden zu tun. Vielmehr sollen damit jene
Nachteile ausgeglichen werden, welche die versicherte Person bei der Anwendung
statistischer Daten für das Invalideneinkommen erleidet. Die Invalidität bewirkt – neben
der Arbeitsunfähigkeit – auf den realen Arbeitsmarkt bezogen eine zusätzliche
Lohneinbusse. Denn die statistischen Tabellenlöhne werden auf der Grundlage von
Daten gesunder Arbeitnehmer erhoben. Solche Werte erreicht der invalide
Arbeitnehmer im Allgemeinen nicht. Vielmehr muss er in der Entwicklung des
Invaliditätseinkommens beziehungsweise der Invalidenkarriere mannigfaltige Nachteile
gewärtigen (vgl. BGE 126 V 75 neues Fenster zum Leidensabzug). Die
Beschwerdeführerin ist körperlich gegenüber einer gesunden Konkurrentin
benachteiligt, weil sie mehr Krankheitsabwesenheiten haben sowie für
Überstundentätigkeit weniger verfügbar sein wird. Sie wird deshalb eine Lohneinbusse
in Kauf nehmen müssen. Die körperlichen Beschwerden an und für sich sind jedoch
bereits in der ärztlichen Schätzung der Arbeitsfähigkeit abschliessend berücksichtigt
worden, sodass sich diesbezüglich kein weiterer Abzug rechtfertigt. Insgesamt
erscheint unter diesen Umständen der von der Beschwerdegegnerin gewährte Abzug
von 10% als angemessen. Die Ermittlung eines Invaliditätsgrades von 30.34% erweist
sich unter diesen Umständen als korrekt.
6.
Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Das
Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint bis
https://swisslex.westlaw.com/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx126xVx75_82&AnchorTarget=BGEx126xVx75
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als angemessen. Als unterliegende Partei hat die Beschwerdeführerin die
Gerichtskosten zu bezahlen (vgl. Art. 95 Abs. 1 VRP). Mit dem von ihr geleisteten
Kostenvorschuss im Verfahren IV 2008/128 in gleicher Höhe ist die geschuldete
Gerichtsgebühr getilgt.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG