Decision ID: 4009b15c-fa05-44af-b9b0-9705107e4363
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die im Jahre 1955 geborene X._ war seit November 2009 bei der Y._ in einem Pensum von 85 % als Sozialarbeiterin angestellt und als solche bei der Unfallversicherung Stadt Zürich (UVZ) gegen die Folgen von Unfällen versichert (Urk. 7/G1). Im April 2010 rutschte die Versicherte beim Einsteigen in einen Eisenbahnwagen aus und schlug sich das linke Knie heftig an einem Tritt an (Urk. 7/M14). Am 17. Juli 2010 stürzte sie über ein knapp über dem Boden gespanntes Seil und verletzte sich an beiden Knien (Urk. 7/G1). Infolge persistierender Kniebeschwerden links erfolgte im September 2010 die Überweisung zu Dr. med. Z._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, welcher eine MRI-Abklärung in die Wege leitete (Urk. 7/M2; MRI Knie links
vom 20. September 2010, Urk. 7/M3). Aufgrund weiterhin anhaltender Be
schwer
den wurde am 28. Juni 2011 eine Kniearthroskopie links nötig (Urk. 7/M6). Nach erfolgten medizinischen Abklärungen hielt die UVZ mit Ver
fügung vom 12. November 2012 fest, dass der status quo sine vel ante am 24. September 2012 erreicht worden sei und die Leistungspflicht zu diesem Zeitpunkt ende (Urk. 7/G15). Auf Einsprache der Versicherten und ihres Krankenversicherers (Urk. 7/J2, Urk. 7/J6-8) hin wurde mittels Wiedererwägungsverfügung vom 5. September 2013 das Ende der Leistungspflicht per 1. Juli 2013 festge
setzt (Urk. 7/G25), woran die UVZ mit Einspracheentscheid vom 27. November 2013 festhielt (Urk. 7/J15). Die dagegen erhobene Beschwerde hiess das hiesige Gericht mit Urteil vom 21. Mai 2015 in dem Sinne gut, dass es die Sache zur Anordnung eines unabhängigen orthopädischen Gutachtens an die UVZ zurück
wies (Urk. 7/J21; Prozess UV.2014.00002).
In der Folge liess die UVZ die Versicherte orthopädisch begutachten (Gutachten von Dr. med. A._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, vom 18. August 2015; Urk. 7/M16). Mit Verfügung vom 10. Dezember 2015 verneinte die UVZ ei
nen Rentenanspruch und sprach der Versicherten eine Integritätsentschädi-gung zu, ausgehend von einem Integritätsschaden von 10 % (Urk. 7/G32); an dieser Einschätzung hielt die UVZ mit Einspracheentscheid vom 24. Februar 2016 fest (Urk. 7/J24 = Urk. 2).
2.
Dagegen erhob die Vertreterin der Versicherten am 31. März 2016 Beschwerde
und beantragte, es sei der Beschwerdeführerin eine Integritätsentschädigung von
30 % auszurichten (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 25. April 2016 beantragte die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde (Urk. 6). Mit Replik vom 3. Juni 2016 und Dup
lik
vom 15. Juni 2016 hielten die Parteien an den bereits gestellten Anträgen fest (Urk. 9, Urk. 12). Die Duplik wurde der beschwerdeführenden Partei mit Ver
fü
gung vom 21. Juni 2016 zur Kenntnis gebracht (Urk. 13).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 24 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) hat
die versicherte Person Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädi
gu
ng, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der kör
per
li
chen oder geistigen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form
einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchst
betrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird ent
spre
chend der Schwere des Integritätsschadens abge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Ent
schä
digung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 der Verordnung über die Un
fall
versicherung (UVV) Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des
ganzen Lebens minde
stens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn di
e
körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfä
higkeit, auge
n
fällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Be
mess
ung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhanges 3. Fallen mehrere körperliche oder geistige Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten Beein
träch
tigung fest
gesetzt (Abs. 3).
1.2
Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der Inte
g
ritätsschäden aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht ab
schliessenden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) wichtige und typi
sche Schäden prozentual gewichtet (RKUV 2004 Nr. U 514 S. 416). Für die darin ge
nannten Integritätsschäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem ange
gebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (Ziff. 1
Abs. 1). Die Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte Integri
täts
schä
den
wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (Ziff. 1 Abs. 2). Integritätsschäden, die gemäss der Skala 5 % nicht erreichen, geben keinen An
spruch auf Entschädigung (Ziff. 1 Abs. 3). Die völlige Gebrauchsunfä
higkeit eines
Organs wird dem Verlust gleichgestellt; bei teilweisem Verlust und teil
weiser Gebrauchsunfähigkeit wird der Integritätsschaden entsprechend ge
ringer, wobei die Entschädigung jedoch ganz entfällt, wenn der Integritätsscha
den weni
ger als
5
%
des
Höchstbetrages des versicherten Verdienstes ergäbe (Ziff. 2).
1.3
Die Medizinische Abteilung der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SU
VA) hat in Weiterentwicklung der bundesrätlichen Skala weitere Bemes
sungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Feinraster) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für die Parteien nicht verbindlich, umso mehr als Ziff. 1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, dass der in der Skala angegebene Prozentsatz des Integri
tätsschadens für den «Regelfall» gilt, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthal
ten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
1.4
Liegen mehrere, einander nicht beeinflussende Gesundheitsschäden vor, wobei nur ein Teil der Schäden durch einen Unfall bedingt ist, sind die Folgen des versicherten Unfalles für sich allein zu bewerten. Dies gebietet das Kausa
li
täts
prinzip. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die verschiedenen Schäden verschiedene Körperteile betreffen und sich damit die Krankh
eitsbilder nicht
überschneiden. Liegt ein gemeinsam verursachter Gesundheitsschaden vor, werden
unter anderem
Integritätsentschädigungen
in Anwendung von Art.
36
Abs. 2 UVG angemessen gekürzt, wenn die Gesundheitsschädigung nur teil
weise
die Folge eines Unfalles ist
(BGE 126 V 116 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Einspracheentscheid hin
sichtlich der nunmehr allein strittigen Höhe der Integritätsentschädigung damit, dass gestützt auf die schlüssigen Ausführungen von Dr. A._ von einer unfall
be
dingt mässigen bis schweren Pangonarthrose und von einem Integri
täts
scha
de
n
von 15 % auszugehen sei. Aufgrund des Übergewichts der Be
schwerdeführerin sei
dabei eine Kürzung um 5 % vorzunehmen, so dass insge
samt für die Bemessung der Integritätsentschädigung ein Integritätsschaden von 10 % massgebend sei (Urk. 2 S. 3 ff., Urk. 6 S. 4 f., Urk. 12 S. 2 ff.).
2.2
Demgegenüber machte die Vertreterin der Beschwerdeführerin im Wesentlichen geltend, dass es bereits in der Zeit zwischen September 2010 und Juni 2011 zu einer Verschlechterung des Zustandes des Gelenkknorpels gekommen sei, als die Beschwerdeführerin noch normalgewichtig gewesen sei. In den weiteren vier Jahren nach dem Eingriff hätte sich ohnehin eine schwere Arthrose entwickelt, wobei es insbesondere durch die Teilentfernung des Meniskus zu einer Be
schleu
nigung der Abnutzung des Gelenkknorpels gekommen sei. Die Gewichts
zunahme sei zudem langsam erfolgt, so dass sich auch die Muskulatur habe an
passen können und nicht von einem sprunghaften Anstieg der Gelenksbelas
tung auszugehen sei. Aufgrund der Akten sei davon auszugehen, dass die Ge
wichtszunahme in den Jahren 2013 bis 2015 erfolgt sei. Bis 2013 sei aber schon von einer schweren Arthrose medial und lateral auszugehen, so dass es nicht überwiegend wahrscheinlich sei, dass das Übergewicht der Beschwerdeführerin die Arthrosesituation massgeblich beeinflusst habe. Insgesamt sei aufgrund der mässigen bis schweren Pangonarthrose ein Integritätsschaden von 30 % ausge
wiesen (Urk. 1 S. 3 ff., Urk. 9).
3.
3.1
PD Dr. med.
B._
, Facharzt FMH für Radiologie, beurteilte das am 20. Septem
ber 2010 erstellte MRI des linken Knies wie folgt:
„Knochenödeme/bone bruise im dorsolateralen Tibiaplateau und am medialen Rand der Patella sowie zentral im femoropatellären Gleitlager. Horizontaler Riss in der Pars intermedia des lateralen Meniskus mit Ausbildung eines kleinen, ca. 5 mm durchmessenden Meniskusganglions. Leichter Knorpelschaden medial und lateral femorotibial sowie zentral im femoropatellären Gleitlager. Leichtes Weichteilödem entlang dem medialen Aspekt der Patella“ (Urk. 7/M13).
3.2
Dr. Z._ führte am 28. Juni 2011 eine Kniearthroskopie links mit Teilme
niskektomie medial und lateral durch sowie eine arthroskopisch kontrollierte Knor
pel
behandlung, ein Débridement und eine Stimulation mittels Microfrac
turing am medialen Femurkondylus, eine VKB-Anfrischung, eine Teilsynovek
tomie und eine Lavage.
In diagnostischer Hinsicht hielt er fest, dass bei der Beschwerdeführerin eine komplexe mediale und laterale Meniskusruptur am linken Kniegelenk vorliege; weiter ein Zustand nach VKB-Ruptur mit 3.-gradiger Instabilität, eine medial betonte Gonarthrose mit Knorpelschäden 4. Grades sowie eine Synovitis. Die Patellarückfläche sei aufgesplittert, vor allem im Firstbereich. Im medialen Kompartiment habe sich korrespondierend zur Meniskusläsion am Femurkon
dy
lus ein Knorpelschaden 3.-4. Grades gebildet mit Defektzone von etwa 2-3 cm. Auch im lateralen Kompartiment zeige sich eine komplexe Meniskusläsion, wo
bei hier die Knorpelbeläge von deutlich besserer Qualität seien. Die Situation sei in sechs bis neun Monaten postoperativ zu beurteilen, je nach Verlauf der Be
schwerden stelle sich dann auch die Frage nach einem Gelenker
satz (Urk. 7/M6).
3.3
Dr. med. C._, Facharzt FMH für Radiologie, beurteilte das am 17. Juli 2015 erstellte MRI des linken Knies dahingehend, dass im Vergleich zur Voruntersu
chung vom 20. September 2010 eine deutliche Progredienz des retropatellären Knorpelschadens mit bis zur Corticalis reichenden Defekten eingetreten sei. Weiter zeige sich eine deutliche Verschmälerung des femorotibialen Gelenk
knorpels medial sowie ein praktisch fehlender Knorpel des lateralen Tibiapla
te
aus im gewichtstragenden Anteil im Vergleich zur Voruntersuchung, vor allem lateral deutlich progredient (Urk. 7/M17).
3.4
Dr. A._ diagnostizierte in seinem Gutachten vom 18. August 2015 eine mässige Pangonarthrose links bei Status nach Kniekontusion am 10. April 2010 sowie 17. Juli 2010 und Arthroskopie Knie mit Teilmeniskektomie medial und la
teral sowie Débridement und Stimulation mittels Microfracturing medialer Femurkondylus und VKB-Anfrischung am 28. Juni 2011; ferner eine Adipositas (BMI 38.4). Als Nebendiagnose erwähnte Dr. A._ einen Status nach Arthros
kopie Knie rechts, letztmals am 2. Dezember 2014 (Urk. 7/M16 S. 13).
Als Vorzustand zu den beiden 2010 erlittenen Unfällen seien die in der MRI-Untersuchung vom 20. September 2010 festgestellten leichten Knorpelverände
rungen medial und lateral femorotibial sowie im femoropatellären Gleitlager als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten. Die Unfallereignisse vom 10. April und 17. Juli 2010 sowie die in der Folge durchgeführten Operationen hätten den
Vorzustand der Knorpelver
änderungen am linken Knie mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit dauernd und richtungsweisend verschlimmert. Auch wenn zum jetzigen Zeitpunkt keine therapeutischen Massnahmen erforderlich seien, sei in
Zukunft die Wiederauf
nahme von medizinischen Behandlungsmassnahmen nic
ht ausgeschlossen be
ziehungsweise zu erwarten. Bezüglich des Integritätsschadens seien die femoro
tibialen arthrotischen Veränderungen mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit im Zusammenhang mit dem Unfallereignis sowie der in der Folge durchgeführten therapeutischen Massnahmen zu werten. Um schon eine gewisse Progredienz zu berücksichtigen, sei der Schaden am Übergang zwischen einer mässigen und schweren femorotibialen Arthrose anzusetzen, was eine Inte
gri
tätsentschädi
gung von 15 % ergebe. Dabei sei zu berücksichtigen, dass bei der Beschwerde
führerin eine schwere Adipositas bestehe, was bei der Arthrose-Ent
stehung zu berücksichtigen sei. Im Vergleich zu einer Kontrollgruppe würden
übergewich
tige Leute signifikant vermehrt an arthrotischen Veränderungen leiden
, so dass aufgrund des Köpergewichts von 110 kg bei einer Grösse von
169 cm eine Re
duktion des Integritätsschadens um rund einen Drittel ange
br
acht sei, was zu einem Integritätsschaden von 10 % führe (Urk. 7/M16 S. 13-18).
4.
4.1
Im vorliegenden Verfahren blieb allein die Höhe der Integritätsentschädigung strittig. Aufgrund der Ausführungen von Dr. A._ ist dabei davon auszugehen, dass allein die femorotibialen arthrotischen Veränderungen unfallbedingt sind, so dass gestützt auf die Tabelle 5 der Suva (Integritätsentschädigung gemäss UVG) von einem Integritätsschaden im Bereich von 5 % bis 15 % (Arthrose mässig) sowie 15 % bis 30 % (Arthrose schwer) auszugehen ist. Dr. A._ hält dabei eine mässige Arthrose am Übergang zu einer schweren Arthrose als aus
gewiesen, was unter Berücksichtigung der Ergebnisse der bildgebenden Unter
suchung vom 17. Juli 2015 als schlüssig und nachvollziehbar erscheint. Ins
besondere ist bei dieser Einschätzung zu berücksichtigen, dass die deutliche Progredienz des retropatellären Knorpelschadens ausser Acht bleiben muss, da dieser nicht unfallbedingt ist. Im Übrigen entspricht die Einschätzung der Schwere des arthrotischen Geschehens auch dem Antrag der beschwerdeführen
den Partei, welcher sich allerdings fälschlicherweise auf die Werte bei Vorliegen einer Pangon
arthrose bezieht (10 % bis 30 % respektive 30 % bis 40 %). Zu prüfen bleibt, ob von dem so ermittelten Integritätsschaden von 15 % aufgrund des Übergewichts der Beschwerdeführerin ein Abzug vorzunehmen ist.
4.2
Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Begutachtung am 15. Juli 2015 bei einem BMI von 38.4 an erheblichem Übergewicht gelitten hat (Urk. 7/M16 S. 13). Aufgrund des Berichtes von Dr. med. D._, Facharzt FMH für Innere Medizin, vom 10. Juni 2011 ergibt sich weiter, dass zu diesem Zeitpunkt von einem Gewicht von 71.2 kg auszugehen war (Urk. 7/M9). Über den genauen Verlauf der Gewichtszunahme enthalten die medizinischen Akten keine verlässlichen Angaben, wobei aufgrund der Gewichtszu
nahme von rund
40 kg von einem längeren Zeitraum auszugehen ist. Die Ver
treterin der Beschwe
r
deführerin führte diesbezüglich aus, dass die Gewichtszu
nahme in den
Jahren 2013 bis 2015 erfolgt sei. Nachvollziehbar erscheint in diesem Zusam
me
n
hang, dass die persistierenden Kniebeschwerden zunehmend zu einer Ein
schränkung der körperlichen Aktivitäten geführt haben (vgl. etwa Bericht vom 3. Juli 2013 von Dr. E._, Urk. 7/M14 S. 3). Vor diesem Hinter
grund erschei
nen die Angaben der Beschwerdeführerin als durchaus schlüssig, so dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer Gewichtszunahme im Zeitraum 2013 bis 2015 auszugehen ist.
Zu prüfen bleibt weiter, ob es in diesem Zeitraum zu einer Verschlechterung der femorotibialen Arthrose gekommen ist. Bezüglich des medialen Kompartiments ist bereits im Zeitpunkt der Kniearthro
skopie am 28. Juni 2011 von einem erheb
lichen Knorpelschaden auszugehen. In dieser Hinsicht stellen die Befunde des MRIs vom 17. Juli 2015 keine wesentli
che Verschlechterung der Situation dar. Bezüglich des lateralen Kompartiments hielt Dr. Z._ am 28. Juni 2011 fest, dass hier die Knorpelbeläge noch von deutlich besserer Qualität seien. Dr. C._ berichtete gestützt auf die MRI-Untersuchung vom 17. Juli 2015 nun von einem praktisch fehlenden Knorpel des lateralen Tibiaplateaus im gewichtstragenden Anteil im Vergleich zur Vor
untersuchung vor allem lateral deutlich progredient. Vor diesem Hintergrund ist für den relevanten Zeitraum von einer erheblichen Progredienz der Arthrose im gewichtstragenden lateralen Kompartiment auszugehen, so dass die Aus
führungen von Dr. A._ auch in dieser Hinsicht nicht zu beanstanden sind. Aufgrund der erheblichen Zunahme der lateralen Femorotibialarthrose sowie der bedeutenden Gewichtszunahme der Beschwerdeführerin erscheint es überwie
gend wahrscheinlich, dass das Über
ge
wicht zumindest teilweise für die aktuelle Arthrosesituation verantwortlich ist. Dass es sich in diesem Bereich der Leis
tungsprüfung stets um eine medizinisch-theoretische Einschätzung der Sachlage unter Berücksichtigung der überwie
gen
den Wahrscheinlichkeit handelt, liegt in der Natur der Sache, da die genauen Wirkmechanismen der einzelnen Faktoren (wie etwa teilweise fehlender Menis
kus, Instabilität des Kniegelenks, Bewe
gungsmangel, Übergewicht) nicht genau eruierbar sind.
Abschliessend erscheint die Kürzung des Integritätsschadens aufgrund des Über
gewichts der Beschwerdeführerin um 5 % auf 10 % als sachgerecht, was in Abweisung der Beschwerde zur Bestätigung des angefochtenen Einsprache
ent
scheids führt.