Decision ID: fca88fd4-15fa-5c7b-9ff5-0ae85243bbdc
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ X.Y. verbüsst zur Zeit in der Strafanstalt Saxerriet verschiedene Freiheitsstrafen,
nämlich eine Strafe von fünf Jahren Zuchthaus, abzüglich 548 Tage
Untersuchungshaft, gemäss Urteil des Kreisgerichts Rheintal vom 13. Juni 2005 wegen
gewerbsmässigen Betrugs, mehrfacher Veruntreuung, gewerbsmässiger Hehlerei,
mehrfacher Urkundenfälschung und Anstiftung dazu, Erschleichens einer falschen
Beurkundung sowie Unterlassung der Buchführung, sowie eine Strafe von sechs
Wochen Gefängnis gemäss Urteil der Bezirksgerichtskommission Münchwilen vom
16. April 1998 wegen SVG-Delikten und eine Strafe von zwei Tagen Haft gemäss
Bussenumwandlung des Polizeirichters der Stadt Kloten vom 6. Oktober 2005. Am
6. März 2006 bzw. 8. März 2007 traten die Kantone Thurgau und Zürich die Kompetenz
für den Vollzug der von ihnen ausgefällten Freiheitsstrafen dem Kanton St. Gallen ab.
Der Strafvollzug begann am 1. März 2006 in der Strafanstalt Saxerriet im Anschluss an
den vom kantonalen Untersuchungsamt St. Gallen per 28. Februar 2006 aufgehobenen
vorzeitigen Strafvollzug in einem noch hängigen Strafverfahren. Der Vollzug der
erwähnten rechtskräftigen Strafen endet am 12. Oktober 2009; zwei Drittel der
Freiheitsstrafen waren am 27. Januar 2008 verbüsst.
Mit Eingabe vom 22. Oktober 2007 ersuchte X.Y. um die bedingte Entlassung auf den
frühestmöglichen Zeitpunkt. Am 11. Januar 2008 stellte das Amt für Justizvollzug des
Sicherheits- und Justizdepartements dem Gesuchsteller die Abweisung des Begehrens
in Aussicht und gab ihm Gelegenheit, bis 28. Januar 2008 dazu Stellung zu nehmen
und das Gesuch zu ergänzen. Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 28. Januar
2008 verwies der Gesuchsteller auf sein Haftentlassungsbegehren und machte geltend,
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dass der Gefangene nach Verbüssung von zwei Dritteln, mindestens aber drei Monaten
seiner Strafe bedingt zu entlassen sei, wenn es sein Verhalten im Strafvollzug
rechtfertige und nicht anzunehmen sei, er werde in Freiheit weitere Verbrechen oder
Vergehen begehen. Die Bestimmung über die reguläre bedingte Entlassung sei in
bezug auf die Legalprognose neu gefasst worden. Die Anforderungen an die
Legalprognose seien gesenkt worden; stärker noch als bisher werde davon
auszugehen sein, dass die bedingte Entlassung die Regel und deren Verweigerung die
Ausnahme sei.
Mit Verfügung vom 11. Februar 2008 wies das Amt für Justizvollzug des Sicherheits-
und Justizdepartements das Gesuch um bedingte Entlassung ab. Es erwog, die
Strafanstalt befürworte die bedingte Entlassung. Aus dem weitgehend korrekten
Verhalten im Rahmen des Strafvollzugs könne aber nicht geschlossen werden, der
Gesuchsteller sei auch nach der Entlassung in der Lage, Regeln einzuhalten und mit
Freiheiten verantwortungsbewusst umzugehen. Im Untersuchungsverfahren habe er
nur beschränkte Kooperationsbereitschaft gezeigt. Dem Therapiebericht von Dr. B.
komme zudem nur beschränkte Aussagekraft zu. Es sei nicht erstellt, dass sich die
innere Einstellung des Betroffenen durch die therapeutische Einwirkung tatsächlich
verändert und er Einsicht in die Folgen seiner Tat gewonnen habe und fähig sei,
gemäss dieser Einsicht zu handeln. Im weiteren erwog das Departement, der
Gesuchsteller wolle im Haus seiner verstorbenen Mutter Wohnsitz nehmen und bei
einer Autowaschfirma als Allrounder arbeiten. Zwar würden damit die
Grundbedürfnisse Unterkunft und Arbeit gedeckt; es sei allerdings fraglich, ob dieses
Umfeld genügend tragfähig sei, um den Gesuchsteller vor weiterer Delinquenz abhalten
zu können. Hinzu komme, dass gegen ihn ein weiteres Strafverfahren geführt werde,
bei dem nach Auskunft des zuständigen Untersuchungsrichters erneut eine
mehrjährige Freiheitsstrafe beantragt werde. Der Gesuchsteller könne somit bei einer
bedingten Entlassung keine neue Zukunft aufbauen. Er habe mit anderen Worten in der
Freiheit nichts zu verlieren, was die Gefahr neuer Delinquenz erheblich erhöhe.
B./ Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 18. Februar 2008 erhob X.Y. Beschwerde
beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, die Verfügung vom 11. Februar 2008 sei
aufzuheben und er sei sofort bedingt zu entlassen; ausserdem sei ihm für das
Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung zu
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gewähren, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur Begründung wird im
wesentlichen vorgebracht, die Vorinstanz habe ihr Ermessen unrichtig ausgeübt und im
Ergebnis allein auf das Vorleben des Beschwerdeführers abgestellt. Aufgrund der
Argumentation der Vorinstanz wäre die bedingte Entlassung für jeden vorbestraften
Strafgefangenen zum vornherein ausgeschlossen. Auf die einzelnen Vorbringen wird,
soweit wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen näher eingegangen.
Die Vorinstanz beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 6. März 2008 die Abweisung der
Beschwerde. Zur Begründung verweist sie auf die angefochtene Verfügung sowie die
Vorakten. Ergänzend hält sie fest, bei Freiheitsstrafen von über einem Jahr komme die
Vollzugsform der Halbgefangenschaft nur in Frage, wenn nach Abzug von
anrechenbarer Untersuchungshaft ein Strafrest von nicht mehr als sechs Monaten
verbleibe. Die Vollzugsform der Halbgefangenschaft sei insoweit für einen längeren
Strafrest gesetzlich nicht vorgesehen.
Der Beschwerdeführer nahm mit Eingabe vom 11. März 2008 zur vorinstanzlichen
Vernehmlassung Stellung.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Der
Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerde vom 18. Februar 2008 wurde
rechtzeitig eingereicht und entspricht formal und inhaltlich den gesetzlichen
Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP).
Auf die Beschwerde ist daher einzutreten.
2. Die bedingte Entlassung ist in Art. 86 des Strafgesetzbuches (SR 311.0, abgekürzt
StGB) geregelt. Hat der Gefangene zwei Drittel seiner Strafe, mindestens aber drei
Monate verbüsst, so ist er durch die zuständige Behörde bedingt zu entlassen, wenn
es sein Verhalten im Strafvollzug rechtfertigt und nicht anzunehmen ist, er werde
weitere Verbrechen oder Vergehen begehen (Art. 86 Abs. 1 StGB).
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2.1. Der Beschwerdeführer wurde vor dem Inkrafttreten des neuen Allgemeinen Teils
des Strafgesetzbuches am 1. Januar 2007 verurteilt; der angefochtene Entscheid
erging nachher. Gemäss Art. 388 Abs. 3 StGB sind die Bestimmungen des neuen
Rechts (vorliegend Art. 86 StGB) über das Vollzugsregime auch auf Täter anwendbar,
die nach bisherigem Recht verurteilt wurden. In Ziff. 1 Abs. 3 der
Schlussbestimmungen der Aenderung vom 13. Dezember 2002 fehlt zwar Art. 86
StGB. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts fallen die Bestimmungen über
die bedingte Entlassung aber ausdrücklich unter den Begriff des Vollzugsregimes,
weshalb davon auszugehen ist, dass der Gesetzgeber Art. 86 StGB in Ziff. 1 Abs. 3 der
Schlussbestimmungen versehentlich nicht aufführte (BGE 133 IV 201 E. 2.1). Die Frage
der bedingten Entlassung des Beschwerdeführers ist daher nach Art. 86 Abs. 1 StGB
zu beurteilen.
2.2. Die Bestimmung über die reguläre bedingte Entlassung wurde gemäss der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung mit Bezug auf die Legalprognose neu gefasst,
indem nicht wie bisher positiv verlangt wird, es müsse erwartet werden können, der
Täter werde sich in Freiheit bewähren, sondern negativ, dass zu erwarten ist, er werde
in Freiheit keine Verbrechen oder Vergehen mehr begehen. Jedenfalls tendenziell
wurden mit dieser neuen Formulierung die Anforderungen an die Legalprognose
gesenkt; stärker noch als bisher wird man daher davon auszugehen haben, dass die
bedingte Entlassung die Regel und deren Verweigerung die Ausnahme darstellt.
Abgesehen davon entspricht die neurechtliche Regelung im wesentlichen der
altrechtlichen von Art. 38 Ziff. 1 StGB, weshalb die diesbezügliche Rechtsprechung
massgebend bleibt (BGE 133 IV 201 E. 2.2). Die bedingte Entlassung stellt somit nach
wie vor die vierte und letzte Stufe des Strafvollzugs dar und bildet die Regel, von der
nur aus guten Gründen abgewichen werden darf. In dieser Stufe soll der Entlassene
den Umgang mit der Freiheit erlernen, was nur in Freiheit möglich sei. Diesem rein
spezialpräventiven Zweck stehen die Schutzbedürfnisse der Allgemeinheit gegenüber,
welchen umso höheres Gewicht beizumessen ist, je hochwertiger die gefährdeten
Rechtsgüter sind. Die Prognose über das künftige Wohlverhalten ist in einer
Gesamtwürdigung zu erstellen, welche nebst dem Vorleben, der Persönlichkeit und
dem Verhalten des Täters während des Strafvollzugs vor allem dessen neuere
Einstellung zu seinen Taten, seine allfällige Besserung und die nach der Entlassung zu
erwartenden Lebensverhältnisse berücksichtigt (BGE 133 IV 201 E. 2.3; vgl. auch
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Andrea Baechtold, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Strafrecht I,
2. Aufl., Basel 2007, Rz. 5 ff.).
2.3. Im folgenden ist zu prüfen, ob die Vorinstanz bei ihrem Entscheid über die
Ablehnung der bedingten Entlassung ihr Ermessen überschritten bzw. missbräuchlich
angewendet hat.
2.3.1. Die Strafanstalt Saxerriet beantragt in ihrem Führungsbericht vom 10. Dezember
2007, aufgrund der guten Führung und der positiven Aussichtslage für den
Wiedereinstieg in die Freiheit werde empfohlen, dem Gesuch um bedingte Entlassung
zu entsprechen. Der Gesuchsteller habe sehr gut, zuverlässig und selbständig
gearbeitet. Bei seinen Mitinsassen habe er gute Akzeptanz. Kritiken und Anweisungen
gegenüber Mitinsassen bringe er in einer akzeptablen Art an, so dass sie meist
widerstandslos entgegengenommen würden. In der Zusammenarbeit mit dem
Vollzugspersonal sei der Beschwerdeführer sehr kooperativ gewesen. Allerdings habe
er sich nicht ausnahmslos an die Hausordnung gehalten. Die Zusammenarbeit mit dem
Sozialdienst sei äusserst kooperativ und konstruktiv. Auch negative Entscheide seien
bereitwillig akzeptiert worden. Die Zusammenarbeit mit ihm sei in jeder Hinsicht
angenehm und anstandslos gewesen. In der Insassengemeinschaft habe er einen
guten Zugang gefunden. Er spiele durch seine ruhige und väterliche Art bei seinen
Mitinsassen eine positive Rolle und verstehe es, aufkommende Aggressionen von
Mitinsassen durch Zuspruch abzuschwächen und zu beruhigen. Wegen guter Führung
habe er in den Trakt 1 umziehen können. Die Bedingung für das Wohnen in diesem
Trakt seien absolut gute Führung, kein Drogenkonsum und gute Bewährung im Vollzug.
Er sei ausnahmslos von allen Urlauben und Ausgängen pünktlich, korrekt und ohne
Beanstandung zurückgekehrt. Alle angeordneten Alkoholtests seien negativ verlaufen.
Der Gesuchsteller sei diszipliniert worden, weil in seiner Zelle ein Natel gefunden und
beschlagnahmt und in einem andern Fall eine Wireless-Karte und eine SIM-Karte
entdeckt und beschlagnahmt worden seien.
2.3.2. Der Beschwerdeführer legte einen Bericht seines Arztes Dr. med. B., Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 22. Januar 2008 ins Recht. Im Bericht wird
festgehalten, die Therapie habe vor allem verhaltenstherapeutische und systemische
Schwerpunkte gehabt. Der Beschwerdeführer sei von Anfang an sehr motiviert und
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aktiv gewesen. Zum Rückfallrisiko bzw. Therapieerfolg hielt der Arzt fest, dass sich der
Gesuchsteller intensiv mit sich und seinem delinquenten Verhalten auseinandergesetzt
habe und dass sich innere Einstellungen klar verändert hätten, dass zum andern sich
aber erst in der Freiheit tatsächlich zeigen werde, ob der Gesuchsteller das Erarbeitete
auch in sein Leben einbringen könne oder ob er Rückfälle in alte Muster habe. Wichtig
seien innere und äussere Veränderungen. Innere Veränderungen beträfen die
Einstellungen und das Verhalten. Ob der Gesuchsteller das Erlernte auch in der Freiheit
umsetzen könne, werde sich erst im Alltag zeigen. Aeussere Veränderungen seien z.B.
regelmässige Therapiekonsultationen sowie das Vermeiden von rückfallgefährlichen
Situationen, d.h. gewisse kriminelle Kontakte oder Möglichkeiten, die ihn wieder locken
könnten, delinquent zu werden. Empfehlenswert sei z.B. eine engmaschig geführte
Arbeitsstelle mit gutem Arbeitspensum und genau definiertem Lohn, so dass der
Spielraum für delinquentes Verhalten möglichst gering gehalten werden könne.
2.3.3. Weiter steht fest, dass der Beschwerdeführer nach einer Entlassung aus dem
Strafvollzug im Haus seiner verstorbenen Mutter Wohnsitz nehmen kann und über
einen Arbeitsvertrag für eine Vollzeitanstellung in einer Autowaschfirma in G. verfügt.
2.4. Das Verhalten im Strafvollzug sowie die zu erwartenden Lebensverhältnisse stehen
einer bedingten Entlassung nicht entgegen. Mit der Vorinstanz ist zwar davon
auszugehen, dass allein die gute Führung im Strafvollzug keine Gewähr bietet, dass der
Beschwerdeführer auch nach der Entlassung in der Lage ist, Regeln einzuhalten und
mit Freiheiten verantwortungsbewusst umzugehen. Allein dies rechtfertigt es aber
nicht, die bedingte Entlassung zu verweigern. Die Vorinstanz verweist im weiteren auf
die nur beschränkte Kooperationsbereitschaft im Untersuchungsverfahren. Das
Kreisgericht Rheintal berücksichtigte u.a. die "allerdings auf das Tatsächliche
beschränkte" Kooperationsbereitschaft im Untersuchungsverfahren als strafmindernd.
Weshalb diese Kooperationsbereitschaft beim Entscheid über die bedingte Entlassung
negativ gewertet wurde, ist nicht ersichtlich. In der Strafuntersuchung ist es zentral,
wenn sich der Angeschuldigte hinsichtlich der tatsächlichen Aspekte kooperativ zeigt.
Wenn es um die rechtliche Würdigung geht, ist mangelnde Kooperation kein Hindernis
für eine effiziente Strafuntersuchung. Die rechtliche Würdigung kommt der
Untersuchungs- bzw. Anklagebehörde zu. Die Disziplinarverstösse in der Anstalt sind
ausserdem zu relativieren, weil in der Regel Verhaltensweisen in anstaltsspezifischen
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Situationen, selbst schwere Disziplinarverstösse, als prognostisch irrelevant betrachtet
werden (vgl. Baechtold, a.a.O., Rz. 10 zu Art. 86 StGB).
Im weiteren trifft es zu, dass der Kontakt des Beschwerdeführers mit dem Psychiater
bzw. Psychotherapeuten während des Strafvollzugs nur telefonisch und durch
schriftlichen Austausch stattfand. Der Grund lag nach den Ausführungen des Arztes
darin, dass es ihm nicht möglich war, den Beschwerdeführer in der Strafanstalt zu
besuchen. Wenn auch die therapeutische Beziehung durch diese äusseren Umstände
erschwert war, so bedeutet dies nicht, dass die Schlussfolgerungen und die
Beurteilung des Arztes ohne solide Grundlage sind und es nachgerade unglaubhaft ist,
dass beim Beschwerdeführer eine gewisse Einsicht in die Folgen der Tat entstand.
Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer die therapeutische Behandlung freiwillig
durchführte, was einen Hinweis bildet, dass der Beschwerdeführer bestrebt ist, seine
innere Einstellung zu ändern.
Im weiteren bestehen nach der Entlassung vergleichsweise günstige
Lebensverhältnisse. Namentlich eine geregelte Wohnsituation und eine zugesicherte
Arbeitsstelle sind zentrale Stützen für eine künftige gesellschaftliche Integration. Selbst
wenn der Beschwerdeführer nach der Entlassung auf dem Existenzminimum leben
wird, so hat er doch mit dem Arbeitsvertrag eine Möglichkeit, wirtschaftlich auf eigenen
Füssen zu stehen. Wohl können solche äusseren Verhältnisse keine Garantie sein, dass
sich der Beschwerdeführer künftig wohlverhält. Beim Entscheid über die bedingte
Entlassung ist aber wie erwähnt eine Prognose zu treffen, und eine solche ist immer mit
einer gewissen Unsicherheit behaftet.
Die Vorinstanz begründete die Verweigerung der bedingten Entlassung ausserdem
damit, dass der Beschwerdeführer erneut mit einer mehrjährigen Freiheitsstrafe
rechnen müsse. Er könne sich somit bei einer bedingten Entlassung keine neue Zukunft
aufbauen. Der Beschwerdeführer habe mit anderen Worten bei der Entlassung in die
Freiheit nichts zu verlieren, was die Gefahr neuer Delinquenz erheblich erhöhe.
Diesbezüglich ist festzuhalten, dass bislang noch keine Verurteilung erfolgt ist. Somit
ist offen, ob der Beschwerdeführer zwingend wieder in den Normalvollzug eintreten
muss. Hinzu kommt, dass der drohende Widerruf der bedingten Entlassung ebenfalls
eine Motivation zum Wohlverhalten darstellt. Sodann handelt es sich bei den zur Zeit zu
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verbüssenden Strafen um den ersten vollzogenen Freiheitsenzug. Offen bleiben kann,
mit welcher Strafe der Beschwerdeführer im neuen Verfahren zu rechnen hat und in
welcher Form diese allenfalls zu vollziehen sein wird. Der mögliche Vollzug einer
künftigen Freiheitsstrafe kann daher unter den gegebenen Umständen keine negative
Prognose für das Verhalten in Freiheit begründen.
2.5. Zusammenfassend gelangt das Verwaltungsgericht zum Schluss, dass die
bedingte Entlassung gerechtfertigt ist. Somit ist die Beschwerde gutzuheissen, die
angefochtene Verfügung vom 11. Februar 2008 aufzuheben und der Beschwerdeführer
bedingt aus dem Strafvollzug zu entlassen.
3. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten dem Staat
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'500.-- ist
angemessen (Ziff. 382 Gerichtskostentarif, sGS 941.12). Auf die Erhebung ist zu
verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP). Damit ist das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege
gegenstandslos.
Dem Beschwerdeführer wurde die unentgeltliche Rechtsverbeiständung gewährt. Der
Anspruch des Rechtsbeistands gegenüber dem Staat für die Vertretung im
Beschwerdeverfahren ist auf Fr. 1'600.-- zuzügl. MWSt festzusetzen (Art. 19 und Art.
22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS
963.75; Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70).
Demnach hat das Verwaltungsgericht