Decision ID: fd2f0aeb-b32c-4a69-87a8-ec8fc8ded2db
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1967, vollzeitlich als Hausfrau un
d Mutter von sechs Kindern (fünf respektive vier
davon zu Hause, Urk. 7/7
/2 u.
7/76/22
) tätig, mel
dete sich am 1
4.
Juli 2013 (Urk. 7/2) unter Hinweis auf ein Burnout bei der Inva
lidenversicherung zur Früherfassung und am 12. August 2013 (Urk. 7/8) zum Leistungsbezug an. Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, nahm einen Auszug aus dem individuellen Konto (Urk. 7/13) zu den Akten, holte einen Bericht bei der
Y._
(vom 2. September 2013, Urk. 7/14) ein und wies das Leistungsbegehren – nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 7/22-25) – mit Verfügung vom 2. April 2014 (
Urk.
7/27
) ab.
Die dagegen erhobene Beschwerde (
Urk.
7/29
/3
) wies das Sozialversicherungsgericht des Kan
tons Zürich mit Urteil vom
6.
Oktober 2015 ab. Gleichzeitig überwies es die Sache an die IV-Stelle, damit es die Verhältnisse ab Februar 2015 abkläre, da aufgrund der Akten Hinweise darauf bestünden, dass sich die gesundheitliche Situation ab diesem Zeitpunkt verfestigt habe (
Urk.
7/39/8
; Prozess IV.2014.00428
).
1.2
In d
er Folge zog die IV-Stelle einen
Bericht des behandelnden Psychiaters
Dr.
med.
Z._
(vom 1
8.
Dezember 2015,
Urk.
7/48)
sowie der
Y._
(vom
2
5.
Januar 2016,
Urk.
7/54-55) bei und stellte mit Vorbescheid vom
4.
März 2016 die (weitere) Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
7/59)
. Nachdem die Versicherte dagegen -
unter Beilage eines Berichts von
Dr.
Z._
(vom 1
2.
Mai 2016,
Urk.
7/66)
-
Ein
wand
(
Urk.
7/63, 7/6
7
)
erhoben hatte, veran
lasste die IV-Stelle eine Beguta
c
htung durch
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie
(Gutachten vom
3.
Oktober 2016,
Urk.
7/76). Mit Verfügung vom
7.
Dezember 2016
wies sie
das Leistungsbegehren ab (
Urk.
2
/1
).
2.
Dagegen liess
X._
am 2
3.
Januar 2017 Beschwerde erheben und die Zusprechung einer Invalidenrente, eventualiter die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur weiteren Abklärung beantragen (
Urk.
1 S. 2). Die IV-Stelle schloss in der Beschwerdeantwort vom 2
4.
Februar 2017 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), was der Versicherten zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von Ge
burts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Ge
sundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu ver
werten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend ob
jektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Be
ein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Bei nichterwerbstätigen Versicherten, die im Aufgabenbereich tätig sind und de
nen eine Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, wird für die Bemes
sung der Invalidität in Abweichung von
Art.
16 ATSG darauf abgestellt, in wel
chem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen.
Art.
7 Abs. 2 ATSG ist sinngemäss anwendbar (
Art.
28a Abs. 2 IVG in Verbindung mit
Art.
8 Abs. 3 ATSG; spezifische Methode; statt vieler BGE 130 V 97 E. 3.3.1). Als Aufgabenbe
reich der im Haushalt tätigen Versicherten gelten insbesondere die übliche Tätig
keit im Haushalt, die Erziehung der Kinder sowie gemeinnüt
zige und künstleri
sche Tätigkeiten (
Art.
27 der Verordnung über die Invaliden
versicherung, IVV).
1.4
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades oder wegen fehlen
der Hilflosigkeit verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 4 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraus
setzungen
gemäss
Abs. 3 dieser Bestimmung erfüllt sind
.
Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Verände
rung des Invaliditätsgrades oder der Hilflosigkeit auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (vgl. dazu BGE 130 V 71; AHI 1999 S. 84 E. 1b mit Hinweisen; vgl. auch AHI 2000 S. 309 E. 1b mit Hinweisen). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Ver
änderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zu
nächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu
beschliessen
. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Ge
richt (BGE 130 V 71 E. 3.2.2 und 3.2.3, 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b
).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c
).
Im Rahmen der freien Beweiswürdigung
(
Art.
61
lit
. c ATSG
; vgl. BGE
132 V 393 E. 3.2 und 4
) darf sich die Verwaltung - und im Streitfall das Gericht - weder über die (den beweisrechtlichen Anforderungen genügenden;
vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a
mit Hinweis) medizinischen Tatsachenfeststellungen hin
wegsetzen noch sich die ärztlichen Einschätzungen und Schlussfolgerungen zur (Rest-) Arbeitsfähigkeit unbesehen ihrer konkreten sozialversicherungsrechtli
chen Relevanz und Tragweite zu eigen machen. Die rechtsanwendenden Behör
den haben
diesfalls
mit besonderer Sorgfalt zu prüfen, ob die ärztliche Einschät
zung der Arbeitsunfähigkeit auch invaliditätsfremde Gesichtspunkte (insbeson
dere psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren) mitberücksichtigt, die vom invaliditätsrechtlichen Standpunkt aus unbeachtlich sind (vgl. BGE 140 V 1
93; 130 V 352 E. 2.2.5
). Wo psychosoziale Einflüsse das Bild prägen, ist bei der Annahme einer rentenbegründenden Invalidität Zurückhaltung geb
oten (BGE 127 V 294 E. 5a
;
Bundesgerichtsurteil 9C_146/2015 vom 1
9.
Januar 2016 E. 3.1).
2.
2.1
Die mit Urteil vom
6.
Oktober 2015 erfolgte Überweisung
der Sache an die IV-Stelle zur w
eiteren Abklärung des Sachverhalts ab Februar 2015 ist einer Neuan
meldung gleichzusetzen.
In Fra
ge steht, ob ab
dem
Zeitpunkt
des Erlasses der rentenverneinenden Verfügung vom 1
4.
April 2015
von einer invalidenversiche
rungsrechtlich relevanten Verschlechterung des Gesundheitszustandes
der Be
schwerdeführerin ausgegangen werden kann
.
2.2
Die IV-Stelle verneint g
estützt auf das von ihr veranlasste Gutachten von
Dr.
A._
das Vorliegen
eines invalidisierenden Gesundheitsschadens und mithin einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung (
Urk.
2, vgl. auch
Urk.
6).
2.3
Die Beschwerdeführerin
macht geltend, das Gutachten von
Dr.
A._
sei nicht schlüssig. Namentlich sei der Umst
and, dass sie
eine Haushaltshilfe sowie eine
Psychiatriespitex
benötige
,
im Rahmen der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht berücksichtigt worden. Die Annahme der IV-Stelle, wonach die Arbeitsun
fähigkeit vorwiegend durch die privaten Belastungssituationen ausge
löst und aufrechterhalten würde
, treffe nicht zu. Erst
krankheitsbedingt habe sie die
ihr
obliegende
n Tätigkeiten im Aufgabenbereich
nicht mehr bewältigen können.
Ge
stützt auf die Berichte der
Y._
und ihres behandelnd
en Psychia
ters
Dr.
Z._
sei ein invalidisierender Gesundheitsschaden
ausgewiesen (
Urk.
1).
3.
3.1
Dr.
A._
diagnostizierte im Gutachten vom
3.
Oktober 2016 eine rezidivie
rende psychoreaktive depressive Störung, gegenwärtig leichtgradige neurasthe
nische Restbeschwerden (ICD-10 F33.0, F48.0)
,
ausgelöst durch multiple psycho
soziale Belastungssituat
ionen
vor allem mit Bezug auf den engeren Familienkreis und die soziale Umgebung (ICD-10 Z63, Z60), sowie akzentuierte Persönlichkeits
züge (ICD-10 Z73.1;
Urk.
7/76/30).
Dazu führte die Gutachterin aus, bei der Beschwerdeführerin
handle es sich um eine heute 49jährige, verheiratete, diplomierte Kindergärtnerin und Mutter von sechs
(
darunter drei noch schulpflichtig
en) Kindern
. Anlä
sslich der Begutachtung habe die Beschwerdeführerin
zwar negative Aspekte ihrer Entwicklungsbiogra
phie
(
mit Verunsicherung im sch
ulischen Leistungskontext, aufgrund
ihres domi
nanten Bruder
s
sowie aufgrund
ihre
r
frühe
n
, inadäquate
n
Übernahme von emo
tionaler Verantwortung für ihre eigene Mutter
)
betont. Jedoch weise sie eine ab
solut normvariante Entwicklungs-, Berufs- und Beziehungsbiographie auf. Es be
stünden keine Hinweise auf Entwicklungs-, Sozialisierungs-, Affekt-, Verhaltens-,
Somatisierungs
-, Substanzabhängigkeits- oder Persönlichkeits
störungen. Die Verunsicherung im Leistungskontext und die frühe Übernahme von emotionaler Verantwortung hätten wohl zu einem von den Umständen abhängigen, rasch brüchigen Selbstwertgefühl und zur Neigung zu ungenügender Selbstabgrenzung und überhöhtem Engagement für andere geführt. Diese Aspekte seien innerhalb der ICD-10-Kategorie akzentuierten Persönlichkeitszügen
zuzuordnen. Sie hätten wohl die Beziehungs
gestaltung der Beschwerdeführer
in geprägt und dürften zur reaktiven Depressivität in psychosozialen Belastungssituationen beigetragen ha
ben (
Urk.
7/76/27).
3.2
Bis zu ihrer ersten Mutterschaft sei die Beschwerdeführer
in
während drei Jahren als
Kindergärtnerin tätig gewesen. Hinweise dafür, d
ass damals eine Einschrän
kung in der Arbe
itsfähigkeit bestanden hätte, lä
gen keine vor. Die Leistungen der Beschwerdeführerin als Mutter von sechs Kindern, Ehefrau, Tochter und Schwie
gertochter seien beeindruckend. Sie habe dabei erhebliche Belastungen zu meis
tern gehabt, die in ihrer Subsumierung schliesslich im 2012 zur Erstdekompen
sation im Sinne
eines genuinen
Ausgebranntseins
beziehungsweise einer reakti
ven psychophy
sischen
Erschöpfung geführt habe
(
Urk.
7/
76
/27). Dabei habe sich
die Ehe als bela
stbar erwiesen. Erstmals sei diese
in
Dysbalance
geraten, als der Ehemann als Sekundarlehrer in der Schule des Wohnortes
Mitte der 90er Jahre
in einen Konflikt geraten sei, der sowohl seinen Job als auch die Stellung der Familie im Dorf b
edroht habe. Diese Krise habe dazu geführt, dass der Ehemann den Beruf gewechselt habe.
Seither erlebe die Familie, insbesondere die Beschwer
deführerin, die als Haus
frau und Mutter zentral mit
anderen Dorfbewohnern, Müttern und Schulpersonen zu interagieren habe, ein soziales Unwohlsein res
pektive eine ungenügende soziale Einbettung im Dorf (
Urk.
7/7
6
/28).
Als Tochter habe die Beschwerdeführerin zunehmend Verantwortung für ihre ge
sundheitlich angeschlagene
n
betagten Eltern übernommen.
Dabei habe sie 2012/13
von ihrer - allenfalls bereits damals etwas dement
gewesen
en
- Mutter
, die eine
zentrale Bezugsperson in ihrem Leben
gewesen sei,
Verletzungen und Abweisungen erleben müssen (
Urk.
7/76/
28). Als Schwiegertochter stehe
die Be
schwerdeführerin
in
eine
r
dauerhafte
n
Konflikthaftigkeit mit ihren Schwiegerel
tern (
Urk.
7/76/28).
Für die Umsetzung des Kinderwunsches habe sich die Be
schwerdeführerin gynäkologischen Eingriffen unterzogen. Die sechste Schwan
gerschaft 2006 sei vom Ehemann nicht mehr gewünscht gewesen. Sein Wunsch nach einem Schwangerschaftsabbruch habe für sie bei vermisster Loyalität einen Bruch dargestellt. Von den sechs Kindern hätten zumindest drei mit erheblichen
gesundheitlichen Störungen (Entwicklungsstörungen, Sozialisierungsstörungen, schulische Probleme, orthopädische Leiden) zu kämpfen respektive zu kämpfen gehabt. Insbesondere der drittälteste Sohn habe im Zeitraum von 2002 bis 2012 quasi ununterbroch
en Sorgen bereitet
und sei auf die intensive
Unte
rstützung
der Beschwerdeführerin angewiesen gewesen. Seit 2012 bedürfe nun die jüngste Tochter aufgrund schulischer Probleme erheblicher Zuwendung. Eine weitere be
lastende Situation habe sich im 2014/15 ergeben, als die Familie
für acht Monate
die
Partnerin des ä
ltesten Sohnes
bei sich aufgenommen habe (
Urk.
7/7
6
/28).
3.3
Im Jahr 2012 habe sich die Beschwerdeführerin einer gynäkologischen Operation wegen eines Krebsleidens unterziehen müssen. Am Familienfes
t an Weihnachten sei es zu einer
Dekompensation mit Weinkrämpfen gekommen. In der ersten Jah
reshälfte 2013 sei eine ambulante Psychotherapie sowie eine psychopharmakolo
gische antidepressive Behandlung installiert worden. Im Juni 2013 h
abe die Be
schwerdeführerin
in die
Y._
eintreten können.
In den ersten vier Mo
naten der
Hospitalisation
sei es zu einer
weitgehenden
Remission der Beschwer
den gekommen. Laut eigenen Angaben habe die
Beschwerdeführerin vor allem den
Milieuwechsel und die Distanz
zu den häuslichen Problemen als erholsam erlebt. Die in der Folge organisierte
Haushaltspitex
habe sich als nicht entlastend erwiesen, da die
Spitexperson
nicht den Erwartungen der Beschwerdeführerin ent
sprochen und offenbar selber mit psychischen Problemen zu kämpfen gehabt habe. Auch sonst hätten sich weitere Be
lastungsfaktoren summiert. Gleichzeitig
habe die Beschwerdeführerin die ambulante Psychotherapie nich
t als hilfreich empfunden. Aufgrund dieser Umstände sei schleichend wieder eine psychophysi
sche Erschöpfung eingetreten, weshalb die Beschwerdeführerin im Februar 2015 erneut, diesmal für drei Monate,
stationär behandelt worden sei. Dieser Aufent
halt habe zu
einer Z
ustandsverbesserung geführt
. Einen
Tag nach dem Klinikaus
tritt, Anf
ang Mai 2015, sei die Beschwerdeführerin mit dem Tod ihres Vaters kon
frontiert worden. Dies habe zu einer
(neuerlichen)
Zustandsverschlechterung und schliesslich im August 2015 zum dritten Klinik
eintritt geführt. Während des zwei
monat
igen
Aufenthalts habe sich der Gesundhe
itszustand wieder stabilisiert (
Urk.
7/7
6
/
28-
29)
3.4
Hinsichtlich der Medikation merkte die Gutachterin an, dass während des zweiten Klinikaufenthalts auf Wunsch der Beschwerdeführerin das
ursprünglich verord
nete
Antidepressivum abgesetzt worden sei. Im Rahmen des dritten Klinikaufent
halts sei ihr dann Johanniskraut vero
rdnet worden. Im Juli 2016
sei auf
SNRI
(
Serotonin-N
oradrenalin-
Reuptake
-Inhibitor)
umgestellt worden. Grund hierfür sei laut Beschwerdeführerin nicht etwa eine Zustandsverschlechterung gewesen,
sondern weil von der IV der Einwand gekommen sei, dass sie quasi keine
Psycho
pharmaka einnehme
(
Urk.
7/76/29).
Aktuell werde die Beschwerdeführer im Haushalt von der im 2013 installierten
Haushaltspitex
unterstützt. Auch sei anlässlich des letzten Klinikaufenthalts eine psychiatrische
Spitexbetreuung
mit Schwerpunkt Erziehungsberatung aufgegleist worden (
Urk.
7/76/29).
Anlässlich der Begutachtung habe die Beschwerdeführerin im psychopathologi
schen Befund souverän gewirkt und sich aktiv, interessiert und sthenisch am Ge
spräch beteiligt. Sie habe übersichtlich, gut strukturiert, detailliert und normal
psychologisch nachvollziehbar die Themenbereiche beleuchtet. Sie habe dabei authentisch gewirkt, habe ihre Verunsicherung und Angst vor
an
dauernder Über
forderung betont und als aktuelle Hauptbeschwerde ihre rasche Erschöpfbarkeit for
muliert. Im Psychostatus hätten
sich abgesehen von den subjektiven neu
rasthenischen Restbeschwerden und der Verunsicherung mit antizipierten Leis
tungsängsten im Sinne einer leichtgradigen Depressivität keine schwe
ren Psy
chopathologien abgrenzen lassen. Ebenso seien
keine konkreten depressiven Kog
nitionen, mnestischen Funktionsstörungen oder objektivierbaren Antriebs- und
Motivationsstörungen feststellbar gewesen
. Die Beschwerdeführer
in
sei absolut schwingungsfähig, emotional gut spürbar und verfüge über das Gesamtspektrum der Emotionen. Sozial sei sie nun nicht mehr
nur im Kontext ihrer Kernfamilie aktiv, so etwa mit regen Ferienaktivitäten, sondern interagiere auch mit Freun
dinnen und in einer Malgruppe, wenngleich die fehlende soziale Einbettung im Dorf weiterhin
bedauert werde (
Urk.
7/76/
29-
30).
3.5
Zur Arbeitsfähigk
eit führte die Gutachterin aus,
die gegenwärtig leichtgradigen depressiv-
neurasthenieformen
Beschwerden erschienen aus arbeitsmedizinischer Sicht nur marginal relevant. Im angestammten Tätigkeitsbereich als Hausfra
u
und Mutter liege gegenwärtig eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von höchstens 30
%
vor. Retrospektiv sei für die Dauer der
Hospitalisationen
, zu denen es auf
grund
der psychoreaktiven Einbrüchen
gekommen sei, von einer Arbeitsunfähig
keit von 100
%
auszugehen.
Für die Dauer zwischen den
Hospitalisationen
recht
fertige sich aufgrund der für diese Zeit belegten depressiven-neur
a
sthenischen Beschwerden die Annahme einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 30
%
. Konkret sei somit eine
vollumfängliche
Arbeitsunfähigkeit vom 1
7.
Juni bis 3
0.
Oktober 2013, vom 1
6.
Februar bis
6.
Mai 2015 und vom
5.
August bis
8.
Ok
tober 2015 ausgewiesen. Vom
3
1.
Oktober 2013 bis 1
5.
Februar 2015 sowie vom
7.
Mai bis
4.
August 2015 habe eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von
30
%
vorgelegen. Im diesem Umfang sei die Beschwerdeführer
in sodann
anhal
tend
seit dem letzten Klinikaustrit
t vom
9.
Oktober 2015 in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt
(
Urk.
7/76/32-33).
4.
4.1
Das Gutachten von
Dr.
A._
vom
3.
Oktober 2016
ist für die streitigen Be
lange umfassend, wurde in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den fall
relevanten
Vorakten
erstellt und enthält eine einleuchtende Darstellung der me
dizinischen Situation. Insbesondere lassen sich gestützt auf das Gutachten die rechtsrelevanten Fragen beantworten. Mithin entspricht es den praxisgemässen Anforderungen an den Beweiswert einer Expertise (BGE 134 V 231 E. 5.1; E. 1.5 hervor).
4.2
Aus dem Gutachten geht klar
, so bereits auch
aus der gestellten Diagnose,
hervor, dass
ein
bei der Beschwerdeführerin bestehende
s
depressive
s
Geschehen als re
ak
tive Störung als Folge der
psychosozialen Belastungsfaktoren aufzufassen ist
(
Urk.
7/76/33+35)
. Vorliegend erscheinen die psychosozialen Einflüsse als derart prägend, dass bereits aus diesem Grunde eine
Invalidität zu verneinen ist (vgl. BGE 127 V 294 E. 5a; E. 1.5 hiervor). Aber selbst
die Annahme
einer eigenstän
digen
Depression ändert
e
nichts daran, dass
- wie im Rahmen der
Indikatoren
prüfung
dazulegen sein wird (E. 5
)
-
kein invalidisierender Gesundheitszustand besteht.
4.3
Die Beschwerdeführerin kritisiert am
Gutachten im Wesentlichen, es sei der Um
stand, dass sie eine Haushaltshilfe sowie eine
Psychiatriespitex
benötige, bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht berücksichtigt worden
(
Urk.
1 S. 4). D
azu ist festzuhalten, dass
der Gutachterin
d
ie
Inanspruchnahme der Dritthilfe
bekannt
war und
von
ihr im Gesamtkontext berücksichtigt
wurde
(
Urk.
7/76/23)
.
Für die Feststellung des - zur Arbeitsunfähigkeit führenden - Gesundheitsschadens
er
weisen sich
indessen
primär
die medizinische Bef
underhebung und die Diagnosen
als massgebend
(vgl. dazu BGE 132 V 393 E. 3.2). Die Inanspruch
nahme von Hilfeleistungen allein
sa
gt dazu wenig
aus, insbesondere dann, wenn das depres
sive Geschehen wie vorliegend primär durch psychosoziale Belastungen bestimmt wird.
4.4
Soweit die Beschwerdeführerin das Gutachten mit dem Hinweis kritisiert, die Ärzte der
Y._
und der behandelnde Psychiater
Dr.
Z._
hätten eine rezidivierende depressive Störung, mittelgradige Epi
sode (ICD-10 F33.1), diag
nostiziert
(
Urk.
1 S. 6)
, ist anzumerken, dass die
psychiatrische
Exploration von der Natur der S
ache her nicht ermessensfrei
ist
. Sie eröffnet der begutachtenden
psychiatrischen Fachperson deshalb praktisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpretationen mög
lich, zulässig und zu respektieren sind, sofern lege
artis
vorgegangen worden ist. Daher und unter Beachtung der Divergenz von medizinischem Behandlungs- und Abklärungsauftrag geht es nicht an, eine medizinische Administrativ- oder Ge
richtsexpertise stets dann in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärun
gen zu nehmen, wenn die behandelnde Ärzteschaft nachträglich zu unterschied
lichen Einschätzungen gelangt oder an vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen festhält. Anders verhält es sich lediglich, wenn die behandelnden Ärztinnen und Ärzte objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorbringen, welche im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung unerkannt geblieben und geeignet sind, zu einer abweichenden Beurteilung zu führen (
Bundesgerichtsurteil 9C_363/2018 vom 1
0.
Oktober 2018 E. 4.2.3). Dies ist vorliegend nicht der Fall.
Die Gutachterin
Dr.
A._
hatte
Kenntnis der Berichte der
Y._
und von
Dr.
Z._
. Ihre
Beurteilung erging denn auch nicht losgelöst von diese
n Be
richten. Vielmehr referierte
sie auf deren Grundlage, dass sich der psychische Gesundheitszustand im Rahmen der
Hospitalisationen
jeweils wieder massgeblich gebessert h
ab
e. Vor diesem Hintergrund geht auch der Hinweis der Beschwerde
führerin auf das Bundesgerichtsurteil 8C_418/2010 vom 2
7.
August 2010 fehl
. In jenem Entscheid ging es um eine gutachterliche Beurteilung hinsichtlich eines weit zurückliegenden Zeitraums, ohn
e dass diese
in den echtzeitlichen Beri
chten eine Stütze gefunden hatte
.
So verwies
Dr.
Z._
in seinem jüngsten Bericht vom 1
2.
Mai 2016 (
Urk.
7/66) ebenfalls auf massive psychosoziale Belastungen (Haushaltführung und Betreu
ung von sechs eigenen Kindern mit teilweise sehr schwierigen Situationen und Einbezug von Kinder- und Jugendpsychiatrie, schulpsychologischem Dienst und Schulpflege). Er liess es dabei indes mit dem Hinweis bewenden, dies stelle das eigenständige Krankheitsbild der rezidivierenden depressiven Störung nicht in Frage. Bereits am 1
8.
Dezember 2015 (
Urk.
7/48) hatte er auf eine langsame Ent
wicklung der Symptomatik bei vielfältigen langjährigen Belastungen berichtet und auf eine Einengung auf familiäre Belastungen und Konfliktsituationen hin
gewiesen. Eine Abgrenzung der rechtsprechungsgemäss auszuklammernden Fak
toren erfolgte dabei nicht.
Auch die Ärzte der
Y._
stellten die konstant hohe Mehrfachbe
lastung der Beschwerdeführerin ins Zentrum (Bericht vom 1
3.
Mai 2015,
Urk.
7/76/42-43). Im Austrittsbericht vom 1
4.
Oktober 2015 (
Urk.
7/76-38-41) nach der letzten
Hospitalisation
wurde der Tod des Vaters der Beschwerdeführerin sowie das
«Fahrwasser» von Machen und Organisieren thematisiert sowie die Überlastungsgefühle zu Hause im Rahmen von Kinderbesuchen.
Bei dieser Ausgangslage ist die Beurteilung von
Dr.
A._
nicht in Zweifel zu ziehen, wonach die Pathologie durch multiple psychosoziale Belastungssituatio
nen ausgelöst wurde und als rezidivierende psychoreaktive depressive Störung zu fassen ist.
5.
5.1
Mit
BGE 143 V 409 und
BGE 143 V 418 änderte das Bundesgericht se
ine bisherige Praxis insofern
, als es er
kannte, dass die für somato
forme Schmerzstörungen ent
wickelte Rechts
prechung, wonach in einem struk
turierten Beweisverfahren an
hand von Indikatoren die tatsächliche Arbeits- und Leistungsfähigkeit der be
troffenen Person zu ermitteln ist, künftig auf sämtliche psychischen Erkrankun
gen Anwendung findet.
5.2
Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei Vorliegen einer anhaltenden soma
toformen Schmerzstörung oder eines damit vergleichba
ren psychosomatischen Leidens (BGE 141 V 281 E. 4.2) sind Indikatoren beacht
lich, die das Bundesgericht wie folgt systematisiert hat (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie „funktioneller Schweregrad"
-
Komplex „Gesundheitsschädigung"
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
-
Komorbiditäten
-
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen)
-
Komplex „Sozialer Kontext"
-
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Lei
dens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungshindern
der
äusserer
Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotenzialen (Res
sourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschät
zen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; Bundesgerichtsurteil 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2.1).
5.3
Neben den durch den Rechtsanwender zu prüfenden allgemeinen beweisrechtli
chen Vorgaben (E. 4.2.1 u. 4.2.2) ergibt sich daher aus BGE 141 V 281 Folgendes:
Die ärztliche Arbeitsfähigkeitsschätzung, zumindest ohne einlässliche Befassung mit den spezifischen normativen Vorgaben und ohne entsprechende Begründung, kann zwar den rechtlich geforderten Beweis des Vorliegens einer Erwerbsunfä
higkeit (Art. 7 Abs. 2 ATSG) nicht erbringen, weil sie weitgehend vom Ermessen des medizinisch-psychiatrischen Sachverständigen abhängt. Die medizinische Einschätzung der Arbeitsfähigkeit ist aber eine wichtige Grundlage für die
an
schliessende
juristische Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistung der versi
cherten Person noch zugemutet werden kann (BGE 140 V 193 E. 3.2). Dabei gilt, dass die versicherte Person als grundsätzlich gesund anzusehen ist und sie ihrer Erwerbstätigkeit nachgehen kann (vgl. BGE 141 V 281 E. 3.7.2). Hinsichtlich der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit haben sich sowohl die medizinischen Sachver
ständigen als auch die Organe der Rechtsanwendung bei ihrer Einschätzung des Leistungsvermögens an den normativen Vorgaben zu orientieren; die Gutachter im Idealfall
gemäss
der entsprechend formulierten Fragestellung (BGE 141 V 281 E. 5.2). Die Rechtsanwender prüfen die medizinischen Angaben frei insbesondere daraufhin, ob die Ärzte sich an die
massgebenden
normativen Rahmenbedingun
gen gehalten haben und ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit
schliessen
las
sen (
BGE
143 V 418 E. 6). Im Rahmen der Beweiswürdigung obliegt es den Rechts
anwendern zu überprüfen, ob in
concreto
ausschliesslich
funktionelle Ausfälle bei der medizinischen Einschätzung berücksichtigt wurden und ob die Zumutbar
keitsbeurteilung auf einer objektivierten Grundlage erfolgte (BGE 141 V 281 E.
5.2.2; Art. 7 Abs. 2 ATSG). Eine rentenbegründende Invalidität ist nur dann anzunehmen, wenn funktionelle Auswirkungen medizinisch anhand der Indika
toren schlüssig und widerspruchsfrei festgestellt sind und somit den versiche
rungsmedizinischen Vorgaben Rechnung getragen wurde (BGE 141 V 281 E. 6).
Gelangt der Rechtsanwender nach dieser Beweiswürdigung zum Schluss, ein Gut
achten erfülle sowohl die mit BGE 141 V 281 definierten versicherungsmedizini
schen
Massstäbe
wie auch die allgemeinen rechtlichen Beweisanforderungen, ist es beweiskräftig und die darin formulierten Stellungnahmen zur Arbeitsfähigkeit sind zu übernehmen. Eine davon losgelöste juristische Parallelüberprüfung nach
Massgabe
des strukturierten Beweisverfahrens soll nicht stattfinden (
BGE
141 V
281 E. 5.2.3; vgl. auch Andreas Traub, in: Ueli
Kieser
[Hrsg.], Sozialversiche
rungsrechtstagung 2016, S. 142 Ziff. 3.3.3).
5.4
5.4.1
Mit Bezug auf die Gesundheitsbeeinträchtigung (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1) ist festzuhalten, dass die
rezidivierende psychoreaktive depressive Störung bloss
leichtgradig ausgeprägt ist
. Anlässlich der Begutachtung waren bloss neurasthe
nische
Restbeschwerden
feststellbar
.
Die Exazerbationen, welche jeweils zu den
Hospitalisationen
geführt hatten, waren
massgeblich durch p
sychosoziale
Belas
tungsfaktoren beeinflusst
. Dabei ist jedoch zu beachten, dass
nach Einschätzung der Gutachterin
Dr.
A._
d
as hab
ituelle psychosoziale Umfeld der Beschwer
deführerin
intakt
ist
(
Urk.
7/76/30).
5.4.2
Was
den
Indikator
„
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz
"
be
trifft ist festzuhalten, dass seit 2012 Behandlungen in Form von Gesprächsthera
pie und
Medikation
erfolgen. Auch begab sich die Beschwerdeführerin dreimal in stationäre Behandlung
(vgl. dazu
Urk.
7/14, 7/54, 7/76/38)
.
Angesichts dieser Be
handlungsbemühungen, welche von der Gutachterin als adäquat beurteilt werden
(
Urk.
7/76/31
+34), ist ein
Leidensdruck
sowie eine Therapiebereitschaft ausge
wiesen. Jedoch
weist die Gutachterin zu Recht darauf hin, dass auch intensive psychiatrische Behandlungsmassnahmen die auslösenden psychosozialen Belas
tungsfaktoren nicht beeinflussen können (
Urk.
7/76/31).
Unter diesen Umständen kann
nicht
von einem definitiven Scheitern einer indizierten, lege
artis
und mit optimaler Ko
operation der Beschwerdeführerin
durchgeführ
ten Therapie gespro
chen werden (Bundesgerichtsurteil
9C_549/2015 vom 2
9.
Januar 2016 E. 4.4).
Vielmehr zeigen die gutachterlichen Ausführungen auf, dass die psychosozialen Belastungsfaktoren ausschlaggebend sind.
5.4.3
Mit Blick auf den Indikator der psychischen Komorbidität ist zu prüfen, ob und bejahendenfalls inwieweit sich diese ressourcenhemmend auf die versicherte Per
son auswirkt. Erforderlich ist eine Gesamtbetrachtung der Wechselwirkungen und sonstigen Bezüge zu sämtlichen begleitenden krankheitswertigen Störungen. Eine Störung, die rechtsprechungsgemäss auf Grund ihrer Ausprägung als solche nicht invalidisierend sein kann, stellt keine Komorbidität dar, sondern ist allenfalls im Rahmen der Persönlichkeitsdiagnostik zu berücksichtigen
(
BGE
141 V
281
E.
4.3.1.3
). Grundsätzlich können einzig schwere psychische Störungen invalidisie
rend und damit
komorbide
Erkrankungen sein
(Bundesgerichtsurteil 9C_539/2015 vom 2
1.
März 2016 E. 4.1.3).
Vorliegend
besteht keine massgebliche Komorbidität. Namentlich sind die das Beschwerdebild prägenden psychosozialen Belastungsfaktoren als nicht invalidi
sierende und damit nicht versicherte Faktoren auszuscheiden (
BGE
141 V 281
E.
3.4.2.1 und E. 4.3.1.1; Bundesgerichturteil 9C_543/2015 vom
1.
März 2016 E.
5.2.3). Auch den akzent
uierten Persönlichkeitszügen kommt
im vorliegenden Zu
sammenhang
mangels
Krankheits
wert keine Bedeutung zu
.
5.4.4
Was den Komplex
„
Persönlichkeit und sozialer Kontext
"
betrifft, ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin eine gesunde Persönlichkeitsstruktur aufweist. Dazu führte die Gutachterin aus, die Beschwerdeführerin verfüge über ein stabil inter
nalisiertes Selbstbild, wobei sie sich auch ihrem sozialen Umfeld als stabil inter
agierende
Bezugsperson präsentiere. Dies zeige sich insbesondere auf der sozialen Interaktionsebene (liebevollen und verbindlichen Kontakt mit ihren Kindern, langjährige Ehe, Fürsorge für die Herkunftsfamilie mit Übernahme von Verant
wortung als Tochter und Schwiegertochter auch bei oft schwierigen interaktio
nellen Bedingungen). Ihre (gesunde) Persönlichkeitsstrukt
ur befähige sie theore
tisch,
mit der Einschränkung durch Müdigkeitsgefühle, leichte
n
depressive
n
Ver
stimmungen und Neurasthenie konstruktiv umzugehen und sie in einen befriedi
ge
nden Alltag zu integrieren. Im Weiteren
verfüge die Beschwerdeführerin über gute intellektuelle Ressourcen.
Auch ihr sozialer Kontext, der sich durch ihr En
gagement zu ihren Bezugspersonen (Ehemann, Kindern, Familie) auszeichne, halte mobilisierende Ressourcen bereit. Der
Komplex
„
Persönlichkeit und sozialer Kontext
"
enthält somit
gewichtige, sich potenziell günstig auf die Ressourcen auswirkende Faktoren.
5.4.5
Der Indikator einer gleichmässigen Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in al
len vergleichbaren Lebensbereichen der Kategorie
„
Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens) zielt auf die Frage ab, ob die diskutierte Einschränkung in Beruf und Erwerb (bzw. bei Nichterwerbstätigen im Aufgabenbereich) einerseits und in den sonstigen Lebensbereichen (beispielsweise Freizeitgestaltung) anderseits gleichermassen ausgeprägt ist (BGE
141 V 281 E. 4.4.1).
In diesem Zusammenhang wies die Gutachterin auf erhebliche Inkonsistenzen zwischen den geltend gemachten Einschränkungen und den ausgeübten Tätig
keiten als Hausfrau und Mutter hin. So be
merkte die Gutachterin, dass si
ch die
Beschwerdeführerin bloss an zwei Vormittagen die Woche als arbeitsfähig im eigenen Haushalt erlebe. Gleichzeitig verfüge sie über einen gut strukturiert
en Alltag, pflege Freundschaften
, gehe regelmässig spazieren und verreise
jeweils mit der Familie
in die Ferien (
Urk.
7/76/
24+
30+
31). Dem ist beizupflichten. So
weit der Beschwerdeführerin damit ein inkonsistentes Verhalten vorgeworfen wird, ist zu betonen, dass ihr nicht etwa Aggravation unterstellt wird
. Jedoch
korrespondiert
ihr Aktivi
tätsniveau nicht mit der von ihr
subjektiv empfundene
n
eingeschränkte
n
Leistungsfähigke
it im Aufgabenbereich
.
5.4.6
Im Rahmen ihrer Ausführungen zu den Indikatoren betonte die Gutachterin noch
mals die doch sehr milde Psychopathologie (
Urk.
7/76/3
3
). Deswegen und ange
sichts des Umstands, dass kein Indikator, wenn überhaupt, massgebend negativ ins Gewicht fällt, kann der attestierten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von
(höchstens)
30
%
aus rechtlicher Sicht nicht gefolgt werden.
Vielmehr ist
,
wie die IV-Stelle zu Recht erkannt hat, das Vorliegen eines invalidisierenden Gesund
heitsschadens zu verneinen.
Mangels Vorliegen
s
eines invalidisierenden Gesundheitsschadens erübrigt sich auch die eventuali
t
er beantragte Durchführung einer Haushaltsabklärung (
Urk.
1 S. 5).
Anzumerken ist, dass selbst
bei Annahme einer Einschränkung der Leis
tungsfähigkeit von 30
%
im Haushalt kein Rentenanspruch bestünde (vgl.
Art.
28 IVG).
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
800.-- anzusetzen. E
ntsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie de
r
unterliegenden Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen.