Decision ID: 307f8d56-a12a-426e-9cd3-a3f17dc2b2e9
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
B._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Curdin Conrad, Bischofszeller Strasse 21a,
Postfach, 9201 Gossau SG,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a Der am 10. November 1960 geborene B._ war bei der Arbeitslosenversicherung
angemeldet und dadurch bei der Suva gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am
Vormittag des 3. März 2005 wollte er mit dem Auto links abbiegen, als von hinten ein
anderes Auto auf seines auffuhr. Nachdem am Abend Kopf- und Nackenschmerzen
sowie Übelkeit und Schwindel aufgetreten waren (Suva-act. G 3.1.7), suchte der
Versicherte am folgenden Tag seinen Hausarzt Dr. med. A._, Facharzt für
Allgemeinmedizin, auf. Dieser diagnostizierte im Zeugnis vom 22. März 2005 eine
Kontusion im Bereich der HWS (Halswirbelsäule) mit starken Schmerzen, Erbrechen
und Schwindel (Suva-act. G 3.1.2). Eine Röntgenuntersuchung am 15. März 2005
durch Dr. med. C._, Spezialarzt FMH für Röntgendiagnostik am Röntgeninstitut
Dr. med. D._, ergab in Bezug auf die HWS keine Auffälligkeiten. Bezüglich der
rechten Schulter wurde ein minimer Schulterhochstand rechts festgestellt, ansonst war
die Artikulation des Schultergelenks normal mit regelrechter Struktur und Kontur der
gelenksbildenden Skelettabschnitte ohne Hinweis auf eine Fraktur (Suva-act. G. 3.1.3).
Ein ebenfalls am 15. März 2005 von Dr. C._ durchgeführtes MRI der HWS ergab als
einzige Anomalie eine minime linkskonvexe skoliotische Fehlhaltung des cerviko-
thorakalen Übergangs und das gleichentags erfolgte Schädel-MRI war unauffällig
(Suva-act. G 3.1.4). Da sich die Beschwerden besserten, konnte der Versicherte am
1. April 2005 eine neue Stelle bei der E._ antreten (Suva-act. G 3.1.7). Ab diesem
Zeitpunkt war er wieder zu 100 % arbeitsfähig (Suva-act. G 3.1.14).
A.b Auf Grund anhaltend geklagter Schmerzen im Schulter- und Nackenbereich
wurde der Versicherte am 19. Mai 2005 im Kantonsspital St. Gallen neurologisch
abgeklärt. Im Bericht vom 22. Juni 2005 wurde die Diagnose einer persistierenden
Cervikobrachialgie rechts mit HWS-Distorsionstrauma (ICD10: S 13.4) gestellt. Der
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neurologische Befund hielt diffuse Druckdolenzen der paravertebralen cervikalen
Muskulatur sowie v.a. der ventralen Muskelpartien der rechten Schulter fest.
Ausserdem sei die Beweglichkeit nicht eingeschränkt und der weitere Neurostatus
unauffällig. Hinsichtlich der vom Versicherten geschilderten, seit Jahren auftretenden
Kopfschmerzen, welche sich durch das Trauma nicht verändert hätten, gingen die
Ärzte vom Vorliegen einer klassischen Migräne aus (Suva-act. G 3.1.10). Die am selben
Tag am Kantonsspital St. Gallen durchgeführte Elektroenzephalographie (EEG) ergab
keine Auffälligkeiten (Suva-act. G 3.1.11).
A.c Dr. med. F._, der mit Dr. A._ eine Praxisgemeinschaft geführt hatte, hielt im
ärztlichen Zwischenbericht vom 10. Oktober 2005 fest, dass der Versicherte immer
noch an Schulter- und Nackenschmerzen leide und deshalb zuletzt am 13. September
2005 bei Dr. med. G._, dem Praxisnachfolger von Dr. A._ (Suva-act. G 3.1.17), in
der Kontrolle gewesen sei (Suva-act. G 3.1.14).
A.d Auf die schriftliche Anfrage der Suva vom 13. Februar 2006 meldete der
Versicherte am 28. Februar 2006, dass die ärztliche Behandlung infolge des Unfalls
vom 3. März 2005 beendet worden sei (Suva-act. G 3.1.15).
A.e Am 13. Oktober 2006 stürzte der Versicherte während der Arbeit von einer Leiter
(Suva-act. G 3.2.1). Wegen einer dabei erlittenen LWS-ISG-Kontusion schrieb ihn
Dr. G._ vom 19. bis 26. Oktober 2006 zu 100 % arbeitsunfähig (Suva-act. G 3.2.2).
Nach den Angaben des Versicherten klangen die Beschwerden wieder vollkommen ab
(Suva-act. G 3.2.7).
A.f Mit Schadenmeldung vom 31. Mai 2007 liess der Versicherte durch seine
Arbeitgeberin geltend machen, dass er ab dem 30. April 2007 erneut infolge des
Auffahrunfalls arbeitsunfähig geworden sei (Suva-act. G. 3.1.16). Dr. F._ attestierte
ihm ab diesem Zeitpunkt bis auf Weiteres wegen zunehmender Schmerzen in der
rechten Schulter eine volle Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. G 3.1.18 und G 3.1.24). Im
Bericht vom 16. Juli 2007 erklärte er, dass es sich bei den vorliegenden Beschwerden
nicht um einen Rückfall, sondern um eine persistierende Problematik in der rechten
Schulter seit dem Verkehrsunfall vom 3. März 2005 handle. Bezüglich seines Befundes
verwies er auf die MRI-Bilder der rechten Schulter vom 22. Mai 2007 des
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Röntgeninstituts D._ welche eine Verdehnung an der Supraspinatussehne mit Ruptur
der Supraspinatussehne der rechten Schulter zeigen würden (Suva-act. G 3.1.24). Die
ambulante Untersuchung in der Klinik für Orthopädische Chirurgie des Kantonsspitals
St. Gallen am 5. Juli 2007 ergab die Diagnosen einer Acromio-Clavicular-
Gelenksarthrose (AC-Gelenksarthrose) sowie eines subacromialen Impingements
rechts (Suva-act. G 3.1.21).
A.g Dr. med. H._, Facharzt für Neurologie, diagnostizierte beim Versicherten
gemäss dem Bericht vom 9. Juni 2007 neben einer arteriellen Hypertonie und
Adipositas ein seit mehr als zehn Jahren bestehendes chronifiziertes
Kopfschmerzsyndrom. Für einen Migränekopfschmerz habe er demgegenüber keinerlei
Hinweise gefunden (Suva-act. G 3.1.26).
A.h Im Bericht vom 13. August 2007 nahm Dr. med. I._, Suva-Kreisarzt, zur Frage
der Unfallkausalität Stellung. Er kam zum Schluss, dass die aktuellen Beschwerden
nicht in einem überwiegend wahrscheinlichen Zusammenhang zum Unfallereignis vom
3. März 2005 stehen würden und die Unfallkausalität somit nicht gegeben sei (Suva-
act. G 3.1.28).
A.i Mit Verfügung vom 17. August 2007 eröffnete die Suva dem Versicherten, dass
die als Rückfall gemeldeten Kopf-, Nacken- und Schulterbeschwerden rechts in keinem
sicheren oder wahrscheinlichen Kausalzusammenhang zum Unfall vom 3. März 2005
stünden. Im Weiteren bestehe auch kein Zusammenhang zwischen diesen
Beschwerden und dem Leitersturz vom 13. Oktober 2006 (Suva-act. G 3.1.30).
A.j Am 7. September 2007 berichteten die Ärzte der Klinik für Orthopädische
Chirurgie des Kantonsspitals St. Gallen über die Nachkontrolle des Versicherten vom
6. September 2007. Hinsichtlich der rechten Schulter fanden sie eine volle Mobilität. Es
hätten sich keine Impingement-Zeichen auslösen lassen und die
Rotatorenmanschettentests seien allesamt negativ verlaufen. Zur Behandlung
empfahlen sie dem Versicherten Physiotherapie. Ausserdem befürworteten sie einen
Arbeitsversuch in Höhe eines Arbeitspensums von 50 % (Suva-act. G 3.1.34).
B.
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B.a Am 17. September 2007 liess der Beschwerdeführer, vertreten durch seine
Rechtsschutzversicherung, gegen die Verfügung vom 17. August 2007 Einsprache
erheben (Suva-act. G 3.1.36).
B.b Die am 6. Dezember 2007 und am 11. Februar 2008 durchgeführten
Nachkontrollen ergaben gemäss den Berichten der Orthopädie des Kantonsspitals vom
7. Dezember 2007 (Suva-act. G 3.1.41) und 11. Februar 2008 (Suva-act. G 3.1.56)
klinisch keine Hinweise für eine Rotatorenmanschettenläsion. Demgegenüber war der
Impingement-Test nach Hawkins und Neer beide Male positiv.
B.c Die Suva wies die Einsprache mit Entscheid vom 13. Februar 2008 ab (Suva-act.
G. 3.1.57). In ihrer Begründung berief sie sich u.a. auf die ärztliche Beurteilung des
Suva-Arztes Dr. med. J._, Facharzt FMH für Chirurgie, vom 7. Februar 2008 (Suva-
act. G 3.1.55), welche sie zum integrierenden Bestandteil ihres Entscheids erklärte.
C.
C.a Gegen diesen Entscheid richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Curdin Conrad,
Gossau, für den Versicherten erhobene Beschwerde vom 17. März 2008. Der
Rechtsvertreter beantragt die Aufhebung des Einspracheentscheids vom 13. Februar
2008 und der Verfügung vom 17. August 2007 sowie die Rückweisung der
Angelegenheit an die Suva zur Neubeurteilung der Unfallkausalität und zur Prüfung des
Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung, unter Kosten-
und Entschädigungsfolge. Zur Begründung bringt er im Wesentlichen vor, dass es sich
bei den zu behandelnden Beschwerden gemäss Dr. F._ um eine persistierende
Problematik in der rechten Schulter des Beschwerdeführers seit dem Verkehrsunfall
vom 3. März 2005 handle. Daher sei die Frage der Leistungspflicht nicht vor dem
Hintergrund eines Rückfalls zu prüfen und die seinerzeit anerkannte Unfallkausalität
deshalb nicht nochmals nachzuweisen. Vielmehr obliege die Pflicht zum Nachweis,
dass die aktuellen Beschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nichts mehr mit
dem Unfall vom 3. März 2005 zu tun hätten, der Beschwerdegegnerin. Im Weiteren
habe die AC-Gelenksarthrose im Unfallzeitpunkt noch nicht bestanden, weshalb sie
offensichtlich eine Folge der damals erlittenen Traumatisierung der rechten Schulter
sein müsse. Eine Klärung würde sich schliesslich auch hinsichtlich des Widerspruchs in
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Bezug auf die Ergebnisse der MRI-Bilder vom 22. Mai 2007 in den Berichten der Suva-
Ärzte sowie des Kantonsspitals einerseits und in den Angaben von Dr. F._
andererseits aufdrängen.
C.b In der Beschwerdeantwort vom 23. April 2008 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung ihres Einspracheentscheids.
C.c Mit Schreiben vom 27. August 2008 nahm der Beschwerdeführer zur
Beschwerdeantwort vom 23. April 2008 Stellung. Er reichte einen Bericht von Dr. med.
K._ vom Röntgeninstitut und MR-Zentrum Dres D._, K._, L._ an Dr. F._ vom
22. Mai 2007 betreffend der gleichentags durchgeführten Kernspintomographie der
rechten Schulter ein (act. G 11).
C.d Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet.

Erwägungen:
1.
Streitig und zu prüfen ist, ob die vom Beschwerdeführer für die Zeit ab dem 30. April
2007 geltend gemachten gesundheitlichen Beschwerden auf den Unfall vom 3. März
2005 zurückzuführen sind und der Beschwerdeführer damit Anspruch auf
Versicherungsleistungen der Suva hat.
2.
2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG;
SR 832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen,
Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes
bestimmt. Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt zunächst voraus, dass
zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein natürlicher
Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinn des natürlichen
Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der
eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht
zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Für die Bejahung des natürlichen
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Kausalzusammenhangs ist nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder
unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende
Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität
der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht
weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung
entfiele. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die
Verwaltung oder im Beschwerdefall das Gericht nach dem im Sozialversicherungsrecht
üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die
blosse Möglichkeit eines Kausalzusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181, 119 V 337 f. E. 1). Die Leistungspflicht des
Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und
dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der
Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolgs zu gelten,
wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen
Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen
herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolgs also durch das Ereignis allgemein als
begünstigt erscheint (BGE 129 V 181, 119 V 337 f. E. 1). Aufgabe des Arztes oder der
Ärztin ist es dabei, den natürlichen Kausalzusammenhang zu beurteilen, während es
dem Gericht obliegt, die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang zu
beantworten (PVG 1984 Nr. 82, 174). Bei physischen Unfallfolgen hat jedoch die
Adäquanz gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine
selbständige Bedeutung (BGE 118 V 291 f. E. 3a).
2.2 Gemäss Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202)
werden Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt. Rückfälle
und Spätfolgen stellen besondere revisionsrechtliche Tatbestände dar (Art. 22
UVG; BGE 127 V 457 E. 4b, 118 V 297 E. 2d; SVR 2003 UV Nr. 14 S. 43 E. 4.2).
Praxisgemäss handelt es sich bei einem Rückfall um das Wiederaufflackern einer
vermeintlich geheilten Krankheit, sodass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise
sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt, während von Spätfolgen dann
gesprochen wird, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Laufe längerer Zeit
organische oder psychische Folgen bewirkt, die zu einem andersgearteten
Krankheitsbild führen können. Rückfälle und Spätfolgen schliessen sich somit
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begrifflich an ein bestehendes Unfallereignis an. Entsprechend können sie eine
Leistungspflicht des (damaligen) Unfallversicherers nur dann auslösen, wenn zwischen
den erneut vorgebrachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall
erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und ein adäquater
Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 296 f. E. 2c; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 327
E. 2; SVR 2003 UV Nr. 14 S. 43 E. 4 Ingress). Festzuhalten ist in diesem
Zusammenhang, dass die für den Grundfall an sich massgebenden kausalen Faktoren
mit der Zeit wegfallen können, weshalb der Unfallversicherer bei einem Rückfall nicht
automatisch an seiner damaligen Leistungszusage behaftet werden kann. Es obliegt
vielmehr dem Leistungsansprecher, den natürlichen Kausalzusammenhang zwischen
dem neuen Beschwerdebild und dem ursprünglichen Unfall mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Der Sozialversicherungsprozess ist vom
Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach hat die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt
indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der
Parteien (BGE 122 V 158 E. 1a und 121 V 210 E. 6c, je mit Hinweisen). Der
Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinn der Beweisführungslast
begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der
Regel die Beweislast nur insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu
Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt
Rechte ableiten wollte (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen). Nach der
höchstrichterlichen Rechtsprechung liegt die Beweislast bei anspruchsbegründenden
Tatfragen demzufolge bei der Partei, welche den Anspruch geltend macht. Bei
anspruchsaufhebenden Tatfragen liegt sie bei der Partei, welche sich auf das
Dahinfallen des Anspruchs beruft. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn
es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes auf Grund
einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die
Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (RKUV 1994 U 206 S.
327 f. E. 1 mit Hinweis und E. 3b). Ferner ist zu beachten, dass umso strengere
Anforderungen an den Wahrscheinlichkeitsbeweis des natürlichen
Kausalzusammenhangs zu stellen sind, je grösser der zeitliche Abstand zwischen
Unfall und Eintritt gesundheitlicher Störungen ist (RKUV 1997 Nr. U 275 S. 191 E. 1c).
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2.3 Hinsichtlich des Beweiswerts von Arztberichten und die Anforderungen für die
Beweiswürdigung der Entscheidgrundlagen ist auf die Ausführungen in Ziff. 2 des
Einspracheentscheids der Suva vom 13. Februar 2008 zu verweisen. Dieser gibt die
höchstrichterliche Rechtsprechung ausführlich wieder.
3.
3.1 Die Beschwerdegegnerin anerkannte die Leistungspflicht für das Unfallereignis
vom 3. März 2005 und erbrachte sowohl Leistungen für die ärztliche Behandlung der
Nacken- als auch der Schulterbeschwerden. Auf Anfrage der Beschwerdegegnerin
teilte ihr der Beschwerdeführer am 28. Februar 2006 mit, dass die ärztlichen
Behandlungen beendet worden seien. Die Beschwerdegegnerin schloss den Fall
daraufhin intern ab. Nachdem der Beschwerdeführer Ende April 2007 erneut
arbeitsunfähig geworden war, prüfte die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht im
Rahmen eines Rückfalls zum Unfall vom 3. März 2005. Dagegen macht der
Beschwerdeführer geltend, dass gestützt auf den Bericht von Dr. F._ vom 16. Juli
2007 nicht von einem Rückfall, sondern immer noch vom Grundfall ausgegangen
werden müsse. Folglich habe die Beschwerdegegnerin nachzuweisen, dass die
Beschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nichts mehr mit dem Unfall vom
3. März 2005 zu tun hätten.
3.2 Gemäss Art. 49 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) muss der Versicherer über Leistungen,
Forderungen und Anordnungen, die erheblich sind oder mit denen die betroffene
Person nicht einverstanden ist, schriftlich verfügen. Verfügungspflichtige Anordnungen
im Sinn von Art. 49 Abs. 1 ATSG sind grundsätzlich alle Entscheide, die in der
Abwicklung eines konkreten Rechtsverhältnisses gefällt werden (Ueli Kieser, ATSG-
Kommentar, Basel/Genf/Zürich 2003, Art. 49, Rz. 6). Demgegenüber regelt Art. 51
Abs. 1 ATSG, dass Leistungen, Forderungen und Anordnungen, die nicht unter Art. 49
Abs. 1 ATSG fallen, in einem formlosen Verfahren behandelt werden können. Die
Fallabwicklung erfolgt somit primär durch Erlass schriftlicher Verfügungen nach Art. 49
Abs. 1 ATSG und nur wo dieser nicht verlangt ist, kann die Entscheidung im formlosen
Verfahren ergehen (Kieser, a.a.O. Art. 51 Rz. 4). Hier ist bezüglich der Ausgestaltung
jedoch Art. 51 Abs. 2 ATSG zu beachten, welcher bestimmt, dass im formlosen
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Verfahren der Erlass einer formellen Verfügung verlangt werden kann. Gemäss Art. 124
lit. b UVV ist eine Verfügung insbesondere über die Kürzung oder Verweigerung von
Versicherungsleistungen zu erlassen. Nach Art. 56 Abs. 2 ATSG kann Beschwerde
erhoben werden, wenn der Versicherungsträger entgegen dem Begehren der
betroffenen Person keine Verfügung oder keinen Einspracheentscheid erlässt. Das mit
einer derartigen Rechtsverweigerungsbeschwerde verfolgte rechtlich geschützte
Interesse besteht darin, einen an eine gerichtliche Beschwerdeinstanz weiterziehbaren
Entscheid zu erhalten (in BGE 134 V 145 nicht publizierte E. 1 des Entscheids vom
12. März 2008 i/S A., M., T. und S. [8C_23/2007]). Erlässt ein Versicherer nur ein
einfaches Schreiben, erlangt dieses nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung in
der Regel dennoch rechtliche Verbindlichkeit, wenn die versicherte Person nicht
innerhalb eines Jahres Einwände erhebt (BGE 134 V 152 E. 5.3.2). Standen zu einem
bestimmten Zeitpunkt indessen keine Leistungen mehr zur Diskussion, kann ein
Rückfall nach der neuesten Rechtsprechung des Bundesgerichts auch vorliegen, ohne
dass der versicherten Person mitgeteilt wurde, der Versicherer schliesse den Fall ab
und stelle seine Leistungen ein. Entscheidend ist in dieser Konstellation, ob zum
damaligen Zeitpunkt davon ausgegangen werden konnte, dass keine
Behandlungsbedürftigkeit und/oder Arbeitsunfähigkeit mehr auftreten werde. Dies ist
im Rahmen einer ex-ante-Betrachtung unter Berücksichtigung der konkreten
Umstände zu beurteilen. Dabei kommt der Art der Verletzung und dem bisherigen
Verlauf eine entscheidende Rolle zu: Lag ein vergleichsweise harmloser Unfall mit
günstigem Heilungsverlauf vor, welcher nur während relativ kurzer Zeit einen Anspruch
auf Leistungen begründete, wird tendenziell eher von einem stillschweigend erfolgten
Abschluss auszugehen sein als nach einem kompliziert verlaufenen Heilungsprozess.
Andererseits ist der Leistungsanspruch unter dem Aspekt des Grundfalls und nicht
unter demjenigen eines Rückfalls zu prüfen, wenn die versicherte Person während der
leistungsfreien Zeit weiterhin an den nach dem Unfall aufgetretenen Beschwerden
gelitten hat bzw. wenn Brückensymptome gegeben sind, die das Geschehen über das
betreffende Intervall hinweg als Einheit kennzeichnen (Urteil des Bundesgerichts vom
26. September 2008 i/S. B. [8C_102/2008] E. 4.1 mit Hinweis).
3.3 Aus den Akten der Beschwerdegegnerin ist nicht ersichtlich, dass sie den
Fallabschluss zum Unfall vom 3. März 2005 wenigstens in einem einfachen Schreiben
an den Beschwerdeführer mitgeteilt hätte. Der Abschluss ist somit entgegen der
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gesetzlichen Verpflichtung ohne Verfügung und ohne schriftliche Mitteilung an den
Beschwerdeführer nach Eingang seines Antwortschreibens vom 28. Februar 2006
betreffend die Beendigung der ärztlichen Behandlungen erfolgt. Da nach diesem
Zeitpunkt keine Leistungen mehr zur Diskussion standen, konnte in Anbetracht der
vorliegenden Umstände jedoch mit genügender Zuverlässigkeit angenommen werden,
dass die Unfallfolgen geheilt seien und weder eine Behandlungsbedürftigkeit noch eine
erneute Arbeitsunfähigkeit auftreten werde. Konkret handelte es sich nicht um ein allzu
gravierendes Unfallereignis und die ärztlichen Befunde wie auch die seit April 2005
bestehende Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers liessen auf vollkommen
ausgeheilte Unfallfolgen schliessen. Im Weiteren waren nach Behandlungsabschluss
durch die Ärzte aktenmässig keine fortdauernden Beschwerden mehr ausgewiesen.
Dass der Beschwerdeführer trotz geltend gemachten andauernden Schmerzen
während mehr als eines Jahres keinen Arzt mehr aufsuchte und auf diese Weise einen
allfälligen Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung aufs Spiel setzte, erscheint
doch eher unwahrscheinlich. Insofern vermag der Hinweis des Beschwerdeführers auf
klare Brückensymptome bzw. das Fortdauern des Grundfalls nicht zu überzeugen. Aus
diesen Gründen ist die Leistungspflicht der Unfallversicherung für die mit der
Schadenmeldung vom 31. Mai 2007 geltend gemachten Beschwerden auch ohne
Mitteilung des Fallabschlusses in beweisrechtlicher Hinsicht unter dem Gesichtspunkt
eines Rückfalls und nicht unter demjenigen eines Grundfalls zu prüfen. Die Beweislast
bzw. die Folgen eines ungenügenden Beweises hat damit der Beschwerdeführer zu
tragen. Nichts anderes würde gelten, wenn das Schreiben der Suva an den
Beschwerdeführer vom 13. Februar 2006 als implizite Mitteilung des Fallabschlusses
als Folge der beendeten ärztlichen Behandlung verstanden würde, da die einjährige
Frist zur Anbringung von Einwänden bei Einreichung der Schadenmeldung vom 31. Mai
2007 bereits abgelaufen gewesen wäre.
4.
4.1 Laut den Schilderungen des Beschwerdeführers vom 29. April 2005 habe er am
Vormittag des 3. März 2005 beabsichtigt, mit dem Auto links abzubiegen, als ein
nachkommender Personenwagen auf die hintere rechte Ecke seines bereits
stillstehenden Autos aufgefahren sei. Da er die rechte Hand am Lenkrad gehalten habe
und angegurtet gewesen sei, habe es ihn durch den Aufprall nach vorne geworfen,
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wodurch er einen Schlag in die rechte Schulter erhalten habe. Danach sei er in den Sitz
zurückgeworfen worden und mit dem Kopf gegen die Nackenstütze geprallt. Einen
Aufprall der rechten Schulter machte er nicht geltend. Dr. A._ stellte im Arztzeugnis
vom 22. März 2005 betreffend die Behandlung vom 4. März 2005 Schmerzen im
Nacken und im rechten Arm, eine verspannte CWS-Muskulatur (Muskulatur der
cervikalen Wirbelsäule [Halswirbelsäule]) v.a. rechts sowie eine HWS-Kontusion mit
starken Schmerzen, Erbrechen und Schwindel fest. Im Röntgeninstitut Dr. med. D._
fand Dr. C._ in Bezug auf die rechte Schulter ausser einem minimen
Schulterhochstand keine Auffälligkeiten. Die Artikulation des Schultergelenks war
normal und ohne Hinweis auf eine Fraktur. Auch die Untersuchung in der Klinik für
Neurologie des Kantonsspitals St. Gallen vom 22. Juni 2005 ergab keine
neurologischen Ausfälle. Trotz voller Arbeitsfähigkeit ab 1. April 2005 suchte der
Beschwerdeführer wegen anhaltenden Schulter- und Nackenschmerzen noch einige
Male seinen Hausarzt auf, gemäss Akten letztmals am 13. September 2005.
Spätestens im Februar 2006 war die ärztliche Behandlung beendet (Suva-act.
G 3.1.15). Danach sind bis zum 1. Mai 2007 keine weiteren ärztlichen Konsultationen
oder anderen medizinischen Behandlungen zur Schulter-/Nackenproblematik
ausgewiesen. Selbst während der Behandlungsdauer infolge des Unfalls vom
13. Oktober 2006 waren keine medizinischen Massnahmen betreffend Schulter- oder
Nackenschmerzen indiziert und die ärztlichen Unterlagen enthalten auch keine
Hinweise für bestehende Beschwerden (Suva-act. G 3.2). Zwischen der Mitteilung über
den Behandlungsabschluss und der Meldung von erneut aufgetretenen Beschwerden
liegen damit mindestens vierzehn (seit der letztbekannten ärztlichen Behandlung sogar
neunzehn) Monate. In Anbetracht dieser erheblichen behandlungsfreien Zeit und wie
bereits in E. 3.3 festgestellt wurde, sind damit entgegen dem Bericht von Dr. F._ vom
16. Juli 2007 keine Brückensymptome nachgewiesen.
4.2 Dr. F._ erklärt im Bericht vom 16. Juli 2007, dass er den Beschwerdeführer
wegen zunehmender Schmerzen in der Schulter ab dem 30. April 2007 zu 100 %
arbeitsunfähig geschrieben habe. Der Beschwerdeführer selber macht im Wesentlichen
geltend, dass er seit dem Unfall vom 3. März 2005 mal mehr und mal weniger unter
Schulter- und Nackenbeschwerden rechts gelitten habe. Seit Anfang 2007 sei es dann
zu einer Verschlechterung seines Gesundheitszustandes gekommen und ab dem
30. April 2007 hätten sich die Beschwerden derart verschlimmert, dass er seiner
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Arbeitstätigkeit nicht mehr habe nachgehen können. Am 9. Juli 2007 äusserte er
gegenüber der Suva, zeitweise auch Schwindelanfälle zu haben sowie "vermehrt"
schwarze Punkte vor den Augen zu sehen, "die praktisch andauernd vorhanden" seien.
4.3 Im Bericht zur neurologischen Abklärung vom 9. Juni 2007 hält Dr. H._ fest,
dass ihm der Beschwerdeführer von einer vor Jahren durchgeführten augenärztlichen
Untersuchung mit auffälligem Befund berichtet habe. Auf Grund des in seiner Praxis
am 5. Juni 2007 festgestellten hohen Blutdrucks von 170 / 100 mmg Hg empfahl
Dr. H._ dem Beschwerdeführer eine augenärztliche Verlaufskontrolle durchzuführen,
insbesondere auch mit Fundusbeurteilung (Fundus Hypertonikus). Er beurteilte den
klinisch-neurologischen Untersuchungsbefund als regelrecht und konnte keine
Hinweise für fokal-neurologische Defizite feststellen. Neben einer leichten Verspannung
im Schulter-Nackenbereich sei die Kopfbeweglichkeit frei gewesen. Dr. H._ kam zum
Schluss, dass beim Beschwerdeführer chronifizierte Kopfschmerzen mit einem aktuell
holocephalen Kopfschmerz vorliegen würden. Auch wenn Dr. I._ im Bericht vom
13. August 2007 die Kopfschmerzproblematik gestützt auf die neurologische
Untersuchung im Kantonsspital St. Gallen vom 22. Juni 2005 im Unterschied zu
Dr. H._ als Migräne betitelt, ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer seit über
zehn Jahren unter derselben Kopfschmerzsymptomatik leidet und diese sich auch
durch das Unfallereignis vom 3. März 2005 nicht intensiviert hat. Sowohl die
Kopfschmerzsymptomatik als auch die Augenproblematik sind damit als vorbestehend
und folglich nicht unfallkausal zu betrachten.
4.4 Damit bleibt zu prüfen, ob die Beschwerden in der rechten Schulter mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 3. März 2005 zurückgeführt
werden können. Von Bedeutung ist vorerst die Frage nach dem Vorliegen relevanter
unfallkausaler somatischer Befunde im Sinn struktureller Veränderungen. Die
Abklärungen am Röntgeninstitut Dr. med. D._ vom März 2005 ergaben hinsichtlich
der rechten Schulter keine strukturellen Verletzungen. Insbesondere wurde keine
strukturelle Läsion wie beispielsweise eine Acromioclaviculargelenkluxation oder eine
Bandläsion, welche gemäss dem Bericht von Dr. I._ vom 13. August 2007 zur
Entwicklung einer Acromioclaviculargelenkhyperthrophie hätten führen können, und
auch kein Riss in der Rotatorenmanschette festgestellt. Infolge der zwei Jahre später
erneut aufgetretenen Beschwerden hat sich der Beschwerdeführer nochmals
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verschiedentlich medizinisch abklären lassen. Der Bericht der Klinik für Orthopädische
Chirurgie des Kantonsspitals St. Gallen vom 6. Juli 2007 hält fest, dass gemäss dem
am 22. Mai 2007 durchgeführten MRI der rechten Schulter kein Kontrastmittelaustritt in
die Bursa subdeltoidea erfolgt und eine intrinsische Signalsteigerung der
Supraspinatussehne "ohne durchgehende Rissbildung" festgestellt worden sei.
Ausserdem sei die Subscapula-/Infraspinatussehne unauffällig und es habe eine
hypertrophe AC-Gelenksarthrose diagnostiziert werden können. Die Ärzte des
Kantonsspitals legten dar, dass die Schulterbeschwerden aktuell klinisch eher von der
AC-Gelenksarthrose rechts sowie einem konsekutiven subacromialen Impingement
herrühren würden. Gestützt auf diesen Bericht gingen auch die Suva-Ärzte Dr. I._ im
Bericht vom 13. August 2007 und Dr. J._ in der Beurteilung vom 7. Februar 2008 von
einer intakten Rotatorenmanschette aus. Davon abweichend hält das Schreiben des
Röntgenarztes Dr. K._ vom 22. Mai 2007 betreffend die gleichentags durchgeführte
Kernspintomographie der rechten Schulter fest, dass "auch wenig Kontrastmittel" aus
dem Gelenk in die Bursa subdeltoidea ausgetreten sei. Dr. F._ folgerte gemäss dem
Bericht vom 16. Juli 2007 aus den MRI-Bildern vom 22. Mai 2007 bzw. dem Schreiben
von Dr. K._ vom 22. Mai 2007, dass eine Verdehnung der Supraspinatussehne mit
Ruptur der Supraspinatussehne der rechten Schulter vorliege. Trotz dieser Divergenz
bezüglich des Zustandes der Rotatorenmanschette liesse sich selbst bei einer im Jahr
2007 festgestellten Ruptur der Rotatorenmanschette keine überwiegend
wahrscheinliche Unfallkausalität nachweisen. Die Sehnenansätze der
Rotatorenmanschette, besonders jener des Supraspinatus am tuberculum maius, sind
ein notorischer Schwachpunkt: Ihre Vaskularisation ist prekär, und sie neigen deshalb
zu pathologischen, vor allem degenerativen Veränderungen. Diese werden durch
mechanische, akute oder chronische Traumatisierung, durch Überbeanspruchung,
Instabilität oder Funktionsstörungen beim Armheben verschlimmert. Es kann dabei
gelegentlich zu schmerzhaften Einklemmungserscheinungen kommen ("Impingement").
Rotatorenmanschettenrisse treten fast immer genau an dieser Stelle auf und gehören
zu den normalen Alterserscheinungen. Kleine Defekte verursachen in der Regel weder
Beschwerden noch Symptome. Degenerative Veränderungen der Sehnenansätze der
Supraspinatussehne sind eine typische Alterserscheinung. Sie kommen bei Gesunden
ab dem 40. Altersjahr zunehmend häufig vor, meist ohne Symptome, und bei der
Mehrzahl aller über 60-jährigen lassen sich Rupturen finden. Nur bei wenigen werden
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sie auch manifest, dann jedoch überwiegend als chronisches Leiden (Alfred
M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2002, S. 725 f.). Der
mittlerweile 48-jährige Beschwerdeführer, der für die H. Schlegel AG
Kaminsanierungen ausführte, übte eine vorwiegend handwerkliche Tätigkeit aus. Zu
seinem Aufgabenbereich gehörte das Tragen und Heben von schweren Materialien,
wobei der Einsatz beider Arme und Hände unabdingbar war (Suva-act. G 3.1.22). Vor
diesem Hintergrund muss die Möglichkeit, dass die AC-Gelenksarthrose mit
subacromialem Impingement vorliegend ein degeneratives Problem darstellt, als
mindestens ebenso wahrscheinlich in Betracht gezogen werden wie ihre grundsätzlich
denkbare Entwicklung durch einen Unfall.
5.
Wie Dr. J._ in seiner Beurteilung vom 7. Februar 2008 bereits aufgezeigt hat, ist
vorliegend jedoch von Bedeutung, dass auf Grund des Unfallablaufs eine
Schulterverletzung, wie sie geltend gemacht wird, unwahrscheinlich ist. In Bezug auf
das Unfallereignis vom 3. März 2005 erscheint eine entsprechende Unfalleinwirkung
nicht plausibel. Dies umso mehr, als es dabei nicht zu einem Aufprall der Schulter kam.
Zudem finden sich weder in den echtzeitlichen Akten noch in der Beschwerdeschrift
konkrete Angaben des Beschwerdeführers darüber, inwiefern Kräfte durch den Unfall
auf die rechte Schulter gewirkt haben sollen. Der Beschwerdeführer war angegurtet
und es ist davon auszugehen, dass die Gurten funktioniert haben. Sein damaliger
Hausarzt Dr. A._ stellte am 4. März 2005 noch keine Schulterprobleme fest. Die
Abklärungen am Röntgeninstitut vom 15. März 2005 ergaben auch keine Hinweise auf
Frakturen des rechten Schultergelenks, weshalb diese Beschwerden offensichtlich
nicht von einer strukturellen Verletzung begleitet wurden. In Betracht fällt somit
lediglich die auf Grund des Unfallhergangs ebenfalls kaum vorstellbare Möglichkeit,
dass der Beschwerdeführer beim Unfall eine Prellung der Schulter erfahren hat. Dass
diese jedoch abheilte, zeigt sich bereits darin, dass nach Behandlungsabschluss
während eineinhalb Jahren in den Akten keine ärztlichen Konsultationen zur
Schulterproblematik erwähnt werden. Auch die Krankenkasse des Beschwerdeführers
ging auf Grund des Unfallhergangs sowie der erstellten Befunde nicht davon aus, dass
eine Unfallkausalität bei den Schulterbeschwerden gegeben sei. Sie anerkannte ihre
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Leistungspflicht von Beginn weg und verzichtete darauf, gegen die Verfügung der Suva
vom 17. August 2007 ein Rechtsmittel zu ergreifen (vgl. Art. 49 Abs. 4 ATSG).
6.
Obgleich nach Eintritt des Unfalls vom 3. März 2005 die Diagnose eines HWS-
Distorsionstraumas im Raum stand, ist vorliegend nicht weiter zu prüfen, ob die
Voraussetzungen eines Rückfalls dieser Symptomatik gegeben sind. Der
Beschwerdeführer macht zwar in undifferenzierter Weise und ganz allgemein "Schulter-
und Nackenbeschwerden" geltend, eine für das Beschwerdebild des
Schleudertraumas typische Verletzung für den fraglichen Zeitraum ab 30. April 2007
liegt jedoch nicht vor. So hätte beim Schleudertrauma nach der höchstrichterlichen
Rechtsprechung eine Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen,
Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit,
Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw.
vorherrschend auftreten müssen (BGE 117 V 360 E. 4b). Diese Beschwerden sind
vorliegend – mit Ausnahme der vorbestehenden Kopfschmerzen und
Augenproblematik – jedoch nicht ausgewiesen und werden vom Beschwerdeführer
auch nicht geltend gemacht.
7.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die ab Ende April 2007 eingetretene
Arbeitsunfähigkeit auf Grund von Beschwerden der rechten Schulter nicht mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit durch das Unfallereignis vom
3. März 2005 kausal beeinflusst worden ist. Auch zum Unfall vom 13. Oktober 2006
besteht kein überwiegend wahrscheinlicher Zusammenhang. Eine Leistungspflicht der
Beschwerdegegnerin ist damit zu verneinen.
8.
Der angefochtene Einspracheentscheid vom 13. Februar 2008 lässt sich somit nicht
beanstanden. Die dagegen erhobene Beschwerde ist im Sinn der vorstehenden
Erwägungen abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG