Decision ID: 7b06b361-a79a-4bb8-90b5-2b85aee7a129
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1966,
Mutter eines 2001 geborenen Sohnes,
absolvierte von 1991 bis 1997 ein Studium (Kunst und Film) an der Kunsthoch
schule in Genf (Abschluss mit Diplom). In der Folge war sie mit Unterbrüchen an verschiedenen Orten unter anderem als Künstlerin tätig; zwischenzeitlich bezog sie verschiedentlich Arbeitslosenentschädigung. Vom
1. November 2011 bis am 31. August 2015
war sie
in einem 40 %-Pensum bei der
Y._
als Koordinatorin,
Teilprojektleiterin angestellt, wobei sie seit April 2014 krankgeschrieben war.
Daneben arbeitete sie von Dezember 2011 bis März 2013 in einem 20 %-Pensum als Direktorin und Projektmanagerin bei
Z._
, einem gemeinnützigen Verein zur Vermittlung von Architektur und Umweltge
staltung.
Am 26. September 2016
(Eingangsdatum)
meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf Burnout, Depression, Traumata, chronische Schmerzen und Fibromyalgie bei der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zum Leistungsbezug an (Urk. 6/9
, Urk. 6/13/5,
Urk. 6/14/3 und
Urk. 6/16/6
).
Daraufhin tätigte die IV-Stelle verschiedene medizinisch-erwerbliche Abklärun
gen
(vgl. Urk. 6/13-22)
und zog in diesem Rahmen insbesondere einen Auszug aus dem indivi
duellen Konto (Urk. 6
/13) sowie ein
von Dr. med.
A._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
im Auftrag
der Pensionskasse erstattetes psychiatrisches Gutachten vom 2. März 2015 bei (Urk. 6/16). Am 25. Oktober 2016 erschien die Versicherte bei der
Beschwerdegegnerin
zum Standortgespräch (Urk. 6/14).
Am 19. April 2017 gab die IV-Stelle ein
bidiszipli
näres
Gutachten (Rheumatologie und Psychiatrie) in Auftrag (Urk. 6/26).
Am 12. Mai 2017 erstattete
Prof.
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für
Psychiatrie und Psychotherapie sowie
Neurologie, das psychiatrische Teilgut
achten (Urk. 6/27). Dr. med.
C._
, Fachärztin FMH für Rheumato
logie und Allgemeine Innere Medizin, erstattete sodann am 17. Mai 2017 das rheumatologische Teilgutachten (Urk. 6/28) und reichte eine
bidisziplinäre
Zusammenfassung
, datiert vom 17. Mai 2017,
nach (Urk. 6/31, vgl. Urk. 6/30). Mit Vorbescheid vom 25. September 2017 stellte
die IV-Stelle der Versicherten die Abweisung
ihres
Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk. 6/33). Dagegen erhob die Versicherte am 1. Oktober 2017 Einwand (Urk. 6/34) und begründete diesen mit Eingabe vom 10. November 2017
(Urk. 6/41, unter Beilage des an ihren
damaligen,
zwischenzeitlich verstorbenen
Rechtsvertreter gerichteten Berichts
von
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, und
Dr.
phil.
klin
. psych.
E._
, Klinischer
Psychologe und Supervisor, vom F._
vom
1
0.
November 2017
[
Urk.
6/40]).
Mit Verfügung vom 28. Dezember 2017 wurde das Leistungsbegeh
ren der Versicherten abgewiesen (Urk. 6/44 = Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung vom 28. Dezember 2017 erhob die Versicherte am 17. Januar 2018 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und ihr eine angemessene Invalidenrente zuzusprechen (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 16. Februar 2018 schloss die IV-Stelle auf Abwei
sung der Beschwerde (Urk. 5, unter Beilage ihrer Akten Urk. 6/1-46)
, was der
Beschwerdeführerin
mit Verfügung vom 21. Februar 2018 mitgeteilt wurde
(Urk. 8)
.
3.
Auf die
Vorbringen
der Parteien und die eingereichten Unterlagen
wird
, soweit erforderlich,
im Rahmen der
nachfolgenden Erwägungen
eingegangen
.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG
).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es über die Invalidenversicherung,
IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
1.2.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
1.2.2
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indika
toren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungs
faktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesge
richts 9C_590/2017 vom 1
5.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines ren
tenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.2.3
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018
E. 7.4).
1.2.4
Unverändert gilt, dass ein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden nur gegeben sein kann, wenn das klinische Beschwerdebild nicht einzig in psychoso
zialen und soziokulturellen Umständen seine Erklärung findet, sondern davon psychiatrisch unterscheidbare Befunde umfasst. Je stärker psychosoziale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunfts
ängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vorder
grund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden
sein. In diesem Sinne verselb
ständigte Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann (BGE 127 V 294 E. 5a; vgl. auch BGE 141 V 281 E.
4.3.1.1; vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_732/2017 vom 5. März
2018 E. 4.3.1 mit Hinweis und 9C_648/2017 vom 20. November 2017 E. 2.3.1.).
Auch bei einer diagnostizierten Depressionsstörung sind das Beschwerdebild prä
gende psychosoziale Belastungsfaktoren bei der Beurteilung, ob ein invalidisie
render Gesundheitsschaden vorliegt, zu beachten und auszuklammern. Die rechtsanwendenden Behörden haben demnach mit besonderer Sorgfalt zu prüfen, ob die ärztliche Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit auch invaliditätsfremde Gesichtspunkte (insbesondere psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfak
toren) mitberücksichtigt, die vom sozialversicherungsrechtlichen Standpunkt aus unbeachtlich sind. Wo psychosoziale Einflüsse das Bild prägen, ist bei der Annahme einer rentenbegründenden Invalidität Zurückhaltung geboten (Urteil des Bundesgerichts 8C_14/2017 vom 15. März 2017 E. 5.3
mit Hinweisen
).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Bei der Invaliditätsbemessung kommt der allgemeinen Methode des Einkom
mensvergleichs gemäss
Art.
28a
Abs.
1 IVG in Verbindung mit Art. 16 ATSG grundsätzlich Vorrang zu. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffern
mässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie indes nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annähe
rungswerte miteinander zu vergleichen. Wird eine Schätzung vorgenommen, so muss diese nicht unbedingt in einer ziffernmässigen Festlegung von Annähe
rungswerten bestehen. Vielmehr kann auch eine Gegenüberstellung blosser Pro
zentzahlen genügen. Das ohne eine Invalidität erzielbare hypothetische Erwerbs
einkommen ist alsdann mit 100 % zu bewerten, während das Invalideneinkom
men auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, so dass sich aus der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt (sog. Prozentvergleich; Urteil des Bundesgerichts 8C_131/2011 vom 5. Juli 2011 E. 10.2.1 mit Hinweis auf BGE 114 V 310 E. 3a).
Der Invaliditätsgrad ist namentlich dann durch Prozentvergleich zu ermitteln, wenn Validen- und Invalideneinkommen sich nicht hinreichend genau oder nur mit unverhältnismässig grossem Aufwand bestimmen lassen und in letzterem Fall zudem angenommen werden kann, die Gegenüberstellung der nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände geschätzten, mit Prozentzahlen bewerteten hypothetischen Einkommen ergebe ein ausreichend zuverlässiges Resultat. Diese Berechnungsweise ist insbesondere anwendbar, wenn die konkreten Verhältnisse so liegen, dass die Differenz zwischen Validen- und Invalideneinkommen die für den Umfang des Rentenanspruchs massgebenden Grenzwerte von 70, 60, 50 und 40 % (Art. 28 Abs. 2 IVG) eindeutig über- oder unterschreitet (Urteil des Bundes
gerichts 8C_333/2013 vom 11. Dezember 2013 E. 5.3 mit Hinweisen).
1.5
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgaben
bereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgelt
lichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG); dies ist die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung (vgl. BGE
141
V
15 E. 3.2 mit Hinweisen).
Nach der bis 3
1.
Dezember 2017 gültigen Gerichts- und Verwaltungspraxis zur Invaliditätsbemessung nach der gemischten Methode (grundlegend BGE 125
V
146; vgl.
Art.
27 und 27
bis
der
Verordnung über die Invalidenversicherung
,
IVV,
in der seit dem
1.
Januar 2018 geltenden Fassung und Übergangsbestim
mung zur Änderung der IVV vom
1.
Dezember 2017, in Kraft seit
1.
Januar 2018) wird zunächst der Anteil der Erwerbstätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Auf
gabenbereich (vgl. Art. 27 IVV) ermittelt. Die Invalidität bestimmt sich in der Folge dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbe
reich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei im Erwerbsbereich pra
xisgemäss berücksichtigt wird, was die versicherte Person im Gesundheitsfall aus ihrer Teilerwerbstätigkeit erzielen würde. Die Gesamtinvalidität ergibt sich aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten
Teilinvalidi
täten
(BGE 131 V 51 E. 5.5.1, 130 V 393 E. 3.3, 125 V 146 E. 2b und 5c).
1.6
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtge
mäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozial
versicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stam
men, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestat
ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizi
nische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allsei
tigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
In der
ablehnenden
Verfügung vertritt die
Beschwerdegegnerin
im Wesentlichen den Standpunkt, bei der
Beschwerdeführerin
bestehe
kein iv-relevanter Gesund
heitsschaden
(Urk. 2
und Urk. 5
).
2.2
Dagegen
ist gemäss der
Beschwerdeführerin
spätestens
seit April 2014 ein andauernder, die Arbeitsfähigkeit zu 100 % einschränkender psychisch
er Gesundheitsschaden
ausgewiesen
(Urk. 1 S. 9).
3.
3.1
Die im Zeitpunkt der
bidisziplinären
Begutachtung
(Mai 2017)
vorlie
gen-
den medizinischen Berichte wurden im rheumatologischen
und im
psy
-
chiatrischen
Teilgutachten
vom 1
2.
respektive 1
7.
Mai 2017
zusammengefasst
(Urk. 6/27/5-41, Urk
. 6/28/7-35), weshalb
sie an dieser Stelle nicht noch einmal wiedergegeben werden. Soweit erforderlich, wird in den nachfolgenden Erwägungen aber darauf Bezug genommen.
3.2
3.2.1
Die Gutachter stellten
bidisziplinär
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 6/31):
-
Inzwischen beginnend
chronifizierte
depressive Störung mit somatischem Syndrom; im Verlauf mittelgradig bis schwer; ICD-10 F 33.1
-
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren; ICD-10 F 45.51; Standardindikatoren teilweise erfüllt
-
Verminderte Belastbarkeit und Beschwerden der HWS bei
-
degenerativen Veränderungen mit deutlicher
Osteochondrose
C3/C4 mit leichter bis mässiger Einengung des Spinalkanals und Engstellung des
Neuroforamens
rechts ohne Kompression mit unauffälliger Nackenmuskulatur (MRI 01/2017)
-
ohne
radikuläre
Zeichen
-
Verminderte Belastbarkeit und Beschwerden der LWS bei
-
degenerativen Veränderungen mit mässiger
Osteochondrose
L5/S1 und leichter
foraminaler
Enge linksbetont ohne Kompression
mit unauffäl
liger Rückenmuskulatur (MRI 01/2017)
-
ohne
radikuläre
Zeichen
Bidisziplinär
sei die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit oder einer anderen angepassten Tätigkeit zu etwa 80 % eingeschränkt bezogen auf ein Pen
sum von 100 %. Diese Arbeitsfähigkeit bestehe seit Februar 2014 (Urk. 6/31).
3.2.2
Im psychiatrischen Teilgutachten
vom 1
2.
Mai 2017
hielt Dr.
B._
im Wesentlichen folgenden Psychostatus fest: Die Kontaktaufnahme mit der Explo
randin gelinge gut und es könne ein anhaltender rational guter und emotional mässig warmer Rapport hergestellt werden. Die
Beschwerdeführerin
nehme Augenkontakt auf, den sie meist halten könne. Sie sei wiederholt
affektinkonti
nent
. Die
Beschwerdeführerin
sitze ohne vermehrte Positionskorrekturen während der Exploration in dem ihr angebotenen Sessel. Insgesamt sei ein
dysthymer
Schmerzaffekt zu beobachten. Zum Untersuchungszeitpunkt liege keine quanti
tative oder qualitative Bewusstseinsstörung der
Beschwerdeführerin
vor. So sei die Explorandin wach und zeitlich auf den Tag und auf das Jahr orientiert. Auch die örtliche Orientierung sei gegeben. Situativ sei sie orientiert, d.h. sie könne benennen, dass sie sich in einer Untersuchungssituation befinde und sich in einem Gespräch mit einem Arzt aufhalte. Zur Person sei die
Beschwerdeführerin
ebenso orientiert. Während des Untersuchs seien keine Störungen des Kurz- oder Langzeitgedächtnisses objektivierbar, insbesondere würden sich
Hinweise
(richtig wohl: keine Hinweise)
auf Zeitgitterstörungen finden. Es bestehe kein klinischer Hinweis auf Amnesie, Konfabulationen oder
Paramnesien
. Die
Beschwerdeführe
rin
beklage Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen. Aufmerksamkeit und Konzentration seien im Untersuch herabgesetzt, könnten jedoch während des ca. zweieinhalbstündigen Untersuchs von der Explorandin befriedigend gehalten werden. Sie könne dem Untersuchungsverlauf inhaltlich jederzeit folgen. Ein Abfall der Konzentration und Aufmerksamkeit sei allerdings mit zunehmender Dauer der Exploration zu beobachten. Es komme zudem zu einer zunehmenden Erschöpfung. Der formale Gedankengang sei in Kohärenz und Stringenz unge
stört, im Tempo sei
das Denken deutlich verlangsamt. Es bestünden
deutlich
ver
länger
te
An
t
wortlatenzen
. Es liege ein p
roblemzentriertes Denken
vor
.
Sie berichte
von dysfunktionalen, aversiven Kognitionen im Zusammenhang mit den Schmerzen. Es bestehe kein erhöhtes
Arousal
.
Sie gebe Albträume
, keine Intrusi
onen, keine Flashbacks
an. Es liege kein
Vermeidungsverhalten
vor
. Sonstige Hinweise für Wahn, Sinnestäuschungen (Illusion und/oder Pseudohalluzinatio
nen) sowie Ich-Störung im Sinne von G
edankeneingebung,
-
ausbreitung oder
-
beeinflussung,
Derealisation
und Depersonalisation liessen sich nicht eruieren. Zwänge und Rituale würden verneint und seien im Untersuch nicht beobachtbar. Soweit dies im Rahmen einer psychiatrischen Exploration feststellbar sei, liege die kognitive Begabung im oberen Normbereich
. Die
Beschwerdeführerin
sei nur mässig spürbar und wirke deutlich erschöpft. Während des Untersuchungsver
laufs sei die Stimmungssituation deutlich zum negativen Pol verschoben. Die Schwingungsfähigkeit sei bis zur Affektstarre reduziert. Die Freudfähigkeit und die Interessen der Explorandin seien
eingeschränkt. Der Antrieb sei reduziert. Psychomotorisch sei die
Beschwerdeführerin
angespannt.
Es bestehe ein
d
eutli
cher sozialer Rückzug. Das Selbstwerterleben sei reduziert.
Es sei eine
Anhedonie
mit subjektiven Klagen über vermehrte Müdigkeit und Minderung der Vitalge
fühle
festzustellen
.
Es bestünden
Hinweise auf zirkadiane Verlaufsmuster mit Morgentief.
Es würden
Panikattacken beklagt; im Untersuch
seien keine
beobach
tet
worden. Es seien diffuse Ängste
u.a. Zukunftsängste
vorhanden
.
Sie habe k
eine
passiven Todeswünsche geäussert. Es bestehe
kein Hinweis auf akute Sui
zidalität. Klinisch fänden sich Hinweise auf eine Persönlichkeitsakzentuierung mit leistungsorientierten Zügen
(
Urk.
6/27/56-58).
Aus gutachterlicher Sicht lägen bei der Beschwerdeführerin keine
Verdeutlichun
gen
, Aggravation oder gar Simulation vor. Sie sei von ihm – Dr.
B._
– als offen und authentisch erlebt worden. Es hätten sich keine Hinweise auf Selbstli
mitation oder einen sekundären Krankheitsgewinn ergeben. Im Gegenteil hätten sich eine Durchhaltementalität und eine Leistungsorientierung gezeigt (
Urk.
6/27/63).
Aus psychiatrisch-gutachterlicher Sicht sei von einer fragilen, durchlässigen, nach Anerkennung und Liebe strebenden primären Grundpersönlichkeit auszu
gehen, die zu einer verminderten psychischen Resilienz der Beschwerdeführerin geführt habe. Die berufliche Situation habe über viele Jahre hinweg zur Stützung der Persönlichkeit in erheblichem Masse beigetragen, wobei berufliche Anerken
nung die fehlende Selbstliebe und den unzureichenden Selbstwert in der Persön
lichkeit der Beschwerdeführerin ersetzt habe. Auf dem Boden der geschilderten anhaltenden psychosozialen und beruflichen Belastungen sei es dann über die Jahre hinweg seit der Geburt des So
hnes
der Beschwerdeführerin im Jahre 2001 zu einer zunehmenden Erschöpfungsproblematik und Durchlässigkeit der Ich-Strukturen der Beschwerdeführerin gekommen, die bis zur subjektiven Mob
bingsituation ab dem Jahr 2011 latent kompensiert geblieben und schliesslich
dekompensiert
sei. Als die die Persönlichkeit abstützende berufliche Situation schliesslich gänzlich zusammengebrochen sei, sei es auch zu einer nachhaltigen Störung der fragilen Ich-Strukturen der Beschwerdeführerin mit vornehmlichen Problemen der Affektsteuerung und der Vitalgefühle gekommen. 2014 sei ein starker psychophysischer Erschöpfungszustand mit mittelgradig bis schwerem depressivem psychopathologischen Bild und Ängsten eingetreten, so dass die Beschwerdeführerin der Alltags- und Berufssituation nicht mehr habe nachkom
men können und schliesslich zu 100
%
arbeitsunfähig geschrieben worden sei. In der Abgrenzung der Funktionseinschränkungen, welche auf die geschilderte Gesundheitsschädigung zurückzuführen seien, von sogenannten IV-fremden
Fak
toren müssten psychosoziale/
emotionale Belastungsfaktoren als Auslöser benannten werden. Diese seien jedoch nicht per se für die
handicapierenden
Fähigkeitsstörungen verantwortlich. Krankheitsbestimmende Faktoren prägten das psychopathologische Bild (
Urk.
6/27/63).
Bei der
Beschwerdeführerin
bestehe ein schwerer Gesundheitsschaden aus psy
chiatrischer Sicht, der auf einer ausgeprägten Störung der I
ch-Strukturen
beruhe und nicht kurzfristig durch therapeutische Massnahmen behandelt werden könne. Aufgrund der rezi
divierenden depressiven Störung,
gegenwärtig mittelgradig bis grenzwertig schwer, bestünden bei der
Beschwerdeführerin
handicapierende
Fähigkeitsstörungen. Die
Beschwerdeführerin
sei
in der Belastbarkeit, der Durch
haltefähigkeit, ihrer Flexibilität und Entscheidungs
- und Urteilsfähigkeit schwer
handicapiert
. Die Kontaktfähigkeit zu Dritten sei ebenso wie ihre Selbstbehaup
tungsfähigkeit mittelgradig eingeschränkt. Aufgrund der
handicapierenden
Fähigkeitsstörungen sei die
Beschwerdeführerin
in der mittel- und langfristigen Arbeitsfähigkeit in zuletzt ausgeübter und in adaptierter Tätigkeit gleichermassen eingeschränkt. Aus psychiatrisch-versicherungsmedizinischer Sicht liege ein schwerer Gesundheitsschaden vor, der die Arbeitsfähigkeit um ca. 80 % ein
schränke (Arbeitsfähigkeit 20 %; Arbeitsunfähigkeit 80 %) bezogen auf ein Voll
pensum in zuletzt ausgeübter und adaptierter Tätigkeit
(
Urk.
6/27/65).
Die Beschwerdeführerin befinde sich seit Januar 2014 in Behandlung im
F._
, jedoch ohne therapeutische Fortschritte zu erzielen. Er empfehle, die Behand
lungsstrategie zu evaluieren. Prognostisch sei ein eher langwieriger Therapiever
lauf zu erwarten. Positiv könnten die hohe Intelligenz der
Beschwerdeführerin
, eine Introspektionsfähigkeit sowie der Wunsch nach beruflicher Integration benannt werden. Aus gutachterlicher Sicht könne die Beschwerdeführerin aus gesundheitlichen Gründen nur in einem Pensum von 20 % in leichter adaptierter Tätigkeit eingegliedert werden (
Urk.
6/27/66).
3.2.3
Dr.
C._
hielt
im rheumatologischen Teilgutachten vom 1
7.
Mai 2017
zum
rheumatol
ogischen
Status z
usammenf
assend
fest,
bei der Auskultation des Her
zens falle ein leises
Systolikum
auf mit seltenem Ausfall weniger Herzschläge. Der Blutdruck sei normal. Der normale Gang sei unauffällig wie auch der Zehen- und Fersengang. Alle drei Wirbelsäulenabschnitte (HWS, BWS und LWS) seien normal beweglich.
Radikuläre
Zeichen seien nicht vorhanden. Der
Lasègue
sei beidseits normal. Die Röntgenuntersuchung der BWS (09/2015) habe keine wesentlichen Befunde ergeben. Die MRI-Untersuchung der LWS (01/2017) zeigte degenerative Veränderungen mit mässiger
Osteochondrose
L5/S1 und leichter
foraminaler
linksbetonter Enge ohne Kompression neurogener Strukturen. Die Rückenmuskulatur sei bildgebend unauffällig gewesen. Die MRI-Untersuchung der HWS habe ebenfalls degenerative Veränderungen mit einer deutlichen
Oste
ochondrose
C3/C4 mit leichter bis mässiger
Einengung des Spinalkanals und
engem
Neuroforamen
rechts ohne Kompression neurogener Strukturen
ergeben
. Auch die Nackenmuskulatur sei bildgebend unauffällig gewesen. Die bildgeben
den Befunde der HWS und der LWS seien keinesfalls gravierend,
insbesondere,
weil keine Kompression neurogener Strukturen erkennbar sei. Um
der
Beschwer
deführerin
nicht Unrecht zu tun, führe sie sie dennoch unter den Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf.
Zusammenfassend bestünden bei der
Beschwerdeführerin
im Bereich der Rheumato
lo
gie
geringe strukturelle Befunde im Bereich der HWS und der LWS, welche ihre Leistungsfähigkeit einschränken würden. Diese Befunde erklärten das Ausmass ihrer Beschwerden nur teilweise
(Urk. 6/28/48-49)
.
In der angestammten Tätigkeit habe nie eine lang andauernde Arbeitsunfähigkeit bestanden. Die
Beschwerdeführerin
benötige eine HWS- und LWS-schonende Tätigkeit. Dabei könne sie Lasten bis zu 12.5 kg hantieren. Die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit betrage 100 % (Urk. 6/28/52).
3.3
Dr.
D._
und Psychologe
Dr.
E._
führten in ihrem Bericht an den
damaligen
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin vom 1
0.
November 2017 aus, bei ihr bestünden
vordergründig auf der Basis einer Lebenssituation als alleinerziehende Mutter, mit einer unsicheren finanziellen Versorgungssituation ohne finanzielle Hilfe des Ehemannes, eine schwere depressive Verstimmung und Panikattacken aufgrund von Überforderung und Erschöpfung aus der Arbeitssituation. Dahinter offenbare sich eine äusserst labile und poröse Persönlichkeitsstruktur, geprägt von tiefen emotionalen Erschütterungen (Pflege beider Eltern bis in den Tod; mehrere Missbrauch- und Gewalterfahrungen), welche bei der
Beschwerdeführe
rin
tiefe seelische Wunden hinterlassen und zusätzlich zur totalen Erschöpfung beigetragen hätten. Das traumatische Ausmass dieser Erfahrungen habe die
Beschwerdeführerin
nie verarbeiten beziehungsweise integrieren können und sie werde davon emotional immer wieder überschwemmt, was sie in Verbindung mit der vorliegenden aktuellen Symptomatik (Erschöpfungsdepression, Panik, andau
ernde Schmerzen) oft zum totalen Stillstand und
stuporähnlichen
Zuständen führe, sowohl auf emotionaler als auch auf kognitiver Ebene. Die
Beschwerde
führerin
leide infolge der t
raumatischen Erfahrungen unter F
lashbacks, innerer Agitiertheit (ohne diese infolge der Schmerzen und der Erschöpfung umsetzen zu können) und unter ständiger Beschäftigung mit den
angst
auslösenden Themen (Tod, Zukunftsangst etc.) und erlebe deshalb immer wieder akute Stress- und Panikattacken. Das vorliegende komplexe und schwerwiegende Beschwerdebild
aggraviere
den ohnehin sehr niedrigen Selbstwert und die damit in Verbindung stehenden Insuffizienz-, Ohnmachts- und Schuldgefühle der
Beschwerdeführerin
.
Die langjährige
chronifizierte
Störung der
Beschwerdeführerin
als Folge der bereits frühkindlichen Entwurzelung (Heim, Gewalt) sei daher seit der Kindheit
über die Jahre vorhanden und sei nicht im sozialen Umfeld, Finanzen, Verlust von nahestehenden Personen
, familiäre Probleme zu suchen
(Urk. 3 S. 2-3).
4.
4.1
Das
bidisziplinäre
Gutachten vom
12./
17. Mai 2017
wurde in Kenntnis der Vorak
ten erstattet (Anamnese; Urk. 6/27/5-41; Urk. 6/28/7-35), ist für die streitigen Belange umfassend, beruht auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen (Urk. 6/27/
56-58; Urk. 6/28/38-46
), setzt sich mit den geklagten Beschwerden sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander (Urk.
6/27/49-53; Urk. 6/28/36-37
) und leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein (Urk.
6/27/59-65; Urk. 6/28/48-52
).
Ausserdem wurde die psychiatrische Beurteilung unter Beachtung der Standardindikatoren gemäss BGE 141 V 281 vorgenommen. Damit erfüllt das
bidisziplinäre
Gutachten sowohl die allgemeinen als auch die sich aus BGE 141 V 281 ergebenden Anforderungen an eine beweiskräftige ärztliche Ent
scheidungsgrundlage (vgl. E. 1.6
und BGE
144
V
50 E. 4.3).
4.2
Vorweg ist festzuhalten, dass die gutachterliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aus rein somatischer (rheumatologischer) Sicht (100%ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten und jeder anderen angepassten, HWS- und LWS- schonenden Tätigkeit) – zu Recht – nicht im Streit liegt. Auch wird – ebenfalls zu Recht – von keiner Seite vorgebracht, die Begutachtung sei nicht lege
artis
erfolgt und/oder das
bidisziplinäre
Gutachten stelle keine zuverlässige medizinische Beurteilungs
grundlage dar. Streitig und zu prüfen ist vielmehr einzig die invalidenversiche
rungsrechtliche Relevanz der von den Gutachtern attestierten Arbeitsunfähigkeit.
4.
3
Dr.
B._
hat in seinem Gutachten begründet dargelegt, dass psychosoziale Faktoren zwar als Auslöser benannt werden müssten, die von ihm festgestellten mittelgradigen bis schweren Fähigkeitsstörungen jedoch krankheitsbedingt seien (Urk. 6/27/63).
A
uch Dr.
A._
hat
einen Einfluss invaliditätsfremder Faktoren auf die Arbeitsfähigkeit verneint (Urk. 6/16/19)
.
In Einklang dazu erachteten
Dr.
D._
und Dr.
E._
die langjährige
chronifizierte
Störung der
Beschwerdeführerin
als Folge der bereits frühkindlic
hen Entwurzelung (Heim, Gewalt). Diese sei nicht im sozialen Umfeld, Finanzen, Verlust von nahestehenden Personen, familiäre Probleme zu suchen (Urk. 6/40/3). Es besteht kein Grund, die insoweit einhelligen fachärztlichen Beurteilungen in Frage zu stellen. Entgegen der Auffassung der
Beschwerdegegnerin
ist daher nicht anzunehmen, dass das psychische Beschwer
debild seit Februar 2014 durch die psychosozialen Faktoren relevant unterhalten wird.
4.4
Daneben brachte die
Beschwerdegegnerin
zur Begründung ihrer abweisenden Verfügung vor, aus dem Gutachten gehe hervor, dass die
Beschwerdeführerin
keine Antidepressiva einnehme. Somit zeig
t
e
n
sich ein fehlender Leidensdruck und noch nicht ausgeschöpfte Therapiemöglichkeiten (Urk. 2, vgl. Urk. 5). Dem ist entgegenzuhalten, dass
gemäss der geänderten Rechtsprechung
des Bundes
gerichts (vgl. E. 1.2.2) eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Gesundheitsschädigung nicht allein mit dem Argument der fehlenden Therapie
resistenz auszuschliessen ist (BGE 143 V 409 E. 5.1). Der Verlauf und Ausgang von Therapien verbleiben jedoch bei der Anspruchsprüfung nach BGE 141 V 281 als wichtige Schweregradindikatoren
zu berücksichtigen
. Dementsprechend ist es Aufgabe des medizinischen Sachverständigen, nachvollziehbar aufzuzeigen, wes
halb trotz lediglich leichter bis mittelschwerer Depression und an sich guter The
rapierbarkeit der Störung im Einzelfall funktionelle Leistungseinschränkungen resultieren, die sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirken (BGE 143 V 409 E. 4.5.2; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_312/2017 vom 1
8.
Mai
2018
E.
5.3.2).
Zu beachten ist sodann, dass bereits nach der bisherigen Rechtsprechung des Bundesgerichts bei Vorliegen einer (dauerhaften) schweren depressiven Störung während der Behandlung ein – allenfalls befristeter – Rentenanspruch bestehen konnte (vgl. Urtei
l des Bundesgerichts 8C_650/2016
vom
9.
März 2017 E. 5). Dies gilt erst recht nach der geänderten Rechtsprechung.
Im Folgenden ist demnach zu prüfen, ob und in welchem Umfang die aktenkun
digen ärztlichen Feststellungen, namentlich diejenigen von
Dr.
B._
,
anhand der rechtserheblichen Indikatoren auf eine Arbeitsunfähigkeit schliesse
n lassen (BGE 144 V 50 E. 4.3).
4.5
4.5.1
Hinsichtlich des Komplexes
«
Gesundheitsschädigung
»
ergibt sich, dass
die
bei der Beschwerdeführerin
diagnostizierte Depression vom Gutachter als mittelgradig bis schwer eingestuft wurde. Funktionell schwer eingeschränkt seien die Durch
haltefähigkeit, ihre Flexibilität und Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit. Funkti
onell mittelgradig eingeschränkt seien die Kontaktfähigkeit und die Selbstbe
hauptungsfähigkeit (E. 3.2.2).
Zum Indikator «Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
» ist fest
zuhalten, dass die Beschwerdeführerin
trotz Empfehlung von Dr.
A._
bis jetzt offenbar keine teilstationäre Therapie absolvierte.
An psychopharmakologischer Medikation erhält die Beschwerdeführerin
Saroten
und
Lyrica
, wobei sie diese Medikamente aber möglicherweise nicht (immer) in der erforderlichen Dosis resp. mit der erforderlichen Regelmässigkeit einnimmt (Urk. 6/14/4, Urk. 6/27/55 und
Urk.
6/27/49). Seit dem Jahr 2014 absolviert sie allerdings eine sehr engmaschige ambulante Gesprächstherapie (zweimalig pro Woche;
Urk.
6/14/4 und
Urk.
6/27/55),
was zumindest auf einen relevanten Schweregrad hindeute
t.
Laut
Dr.
B._
kann der Gesundheitszustand nicht kurzfristig verbessert werden
(Urk. 6/27/65, Urk. 6/27/67)
. Ähnlich
äusserte
sich auch Dr.
A._
,
gemäss
dessen Einschätzung 8
bis 1
0 Monate notwendig seien, bis eine teilweise Verbesserung erzielt werden könne (Urk. 6/16/19). Demnach besteht zwar keine ausgewiesene Therapieresistenz aber auch keine ausgewiesene gute Behandelbarkeit.
Als Komorbidität ist
gemäss
Dr.
B._
eine
chronische
Schmerzstörung
mit somatischen und psychischen
Faktoren
zu berücksichtigen
. Wechselwirkungen wurden bejaht (Urk. 6/27/64).
4.5.2
In Bezug auf den Komplex
«Persönlichkeit»
ist festzuhalten, dass bei der
Beschwerdeführerin
gemäss
Gutachten eine nachhaltige Störung der fragilen Ich-Struktur mit vornehmlichen Problemen in der Affektsteuerung und den Vitalge
fühlen besteht (Urk. 6/27/63).
Dabei handelt es sich um
limitierende Persönlich
keitsmerkmale, welche sich
ressourcenhemmend
auswirken.
Im «sozialen
Kontext» ist
zu erwähnen, dass die
Beschwerdeführerin
einen mitt
lerweile erwachsenen Sohn hat
und die Erziehung konfliktfrei verlaufen ist
.
Sie
ist zweimalig geschieden und hat aktuell keinen Lebenspartner (Urk. 6/27/45).
Sie
verfügt über ein kleines soziales Netzwerk. Die Kollegen, welche sie habe, hätten fast alle selbst Probleme in der Lebensbewältigung.
Die
Beschwerdeführerin
ist
keinem Verein
angehörig
und fühlt sich einsam
(Urk. 6/27/46).
Zu ihrer in den USA lebenden Schwester hat sie nur losen Kontakt (Urk. 6/27/44).
Die
Beschwer
deführerin
hat aus ihrem St
udium Schulden von Fr. 25'000.--
und ist seit ca. dem Jahr 2015 auf das Sozialamt angewiesen (Urk. 6/27/45).
A
ufgrund des
auszuma
chenden
sozialen Rückzuges, der Einsamkeit und den erheblichen finanziellen Problemen
ist
davon auszugehen, dass sich der soziale Kontext hemmend auf die Ressourcen der
Beschwerdeführerin
auswirkt, zumal
sie sich
auch nicht auf ein
unterstützendes
Netz an Familienangehörigen oder Freunden
stützen
kann.
4.5.3
In der Kategorie «Konsistenz» ist
darauf hinzuweisen, dass sich die
Beschwerde
führerin
sowohl
gemäss
Dr.
B._
als auch
gemäss
Dr.
A._
authentisch zeigte und diese das Vorliegen von Aggravationstendenzen verneinten
(Urk. 6/16/
15-
16, Urk. 6/27/20
, Urk. 6/27/42
)
. Die
Beschwerdeführerin
verfügt
über ein vergleichswe
ise geringes Aktivitätsniveau,
als Hobby
gab sie lediglich an, dass sie sehr gerne fotografiere
(Urk. 6/27/46).
Auch der geschilderte Tages
ablauf lässt auf ein geringes Aktivitätsniveau
schliessen
(Urk. 6/27/54).
Behandlungsanamnestisch ist ab anfangs 2014 auf einen relevanten psychischen Leidensdruck zu
schliessen
, zumal
die
Beschwerdeführerin
seit dem 15. Januar 2014 in
einer durchschnittlich
zweimal pro Woche stattfindenden
psy
chiatrisch-psychotherapeutischen
Behandlung steht (Urk. 6/27/55
und
Urk.
6/14/4
).
4.5.4
In Würdigung der Standardindikatoren ist auf einen ausgeprägten funktionellen Schweregrad der psychischen Störungen und auf ein im Wesentlichen konsisten
tes Verhalten der
Beschwerdeführerin
zu schliessen. Der Indikator Behandlungs
erfolg oder -resistenz kann für sich alleine nicht zur Abweichung von der medi
zinisch festgelegten Arbeitsfähigkeit führen (Urteil des Bundesgerichts 9C_95/2018 vom 24. Oktober 2018 E. 3.1). Dies gilt jedenfalls, solange kein Mahn- und
Bedenkzeitverfahren
bezüglich Intensivierung der Behandlung durch
geführt wurde
(vgl. E. 5.4)
.
Infolgedessen
besteht vorliegend kein Grund,
von der durch Dr.
B._
attes
tierten Arbeitsunfähigkeit von 8
0 % in zuletzt ausgeüb
ter und adaptierter Tätigkeit abzuweichen.
5.
5.1
5.1.1
Zu klären ist im Weiteren die Methode der
Invaliditätsbemessu
ng (Art. 28a IVG) (vgl.
BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b). Die für die Methodenwahl (Einkom
mensvergleich, gemischte Methode, Betätigungsvergleich) entscheidende Status
frage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbs
tätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitli
che Beeinträchtigung bestünde
.
Massgebend sind die Verhältnisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypo
thetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V 334 E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b).
5.1.2
Anlässlich des Standortgespräches vom 25. Oktober 2016 erklärte die Beschwer
deführerin, dass sie im Gesundheitsfall ein Pensum von maximal 80 % ausüben würde und den Rest dem Haushalt resp. der Erziehung ihres Sohnes widmen würde. Bei Volljährigkeit des Sohnes (2019) würde sie das Pensum wahrscheinlich auf 100 % erhöhen (Urk. 6/14/1-2; vgl. Urk. 1 S. 2-3).
Zumindest im massgeblichen
Beurteilungszeitraum zwisch
en dem möglichen Rentenbeginn (März 2017, vgl. E. 5.4)
und der angefochtenen Verfügung (28.
Dezember 2017
, vgl. E. 5.1.1
)
erscheint ein hypothetisches Pensum der alleinerziehenden Beschwerdeführerin von 80 % im Erwerbsbereich und von 20 % im Haushaltbereich plausibel. Die Beschwerdegegnerin hielt denn in den Feststellungsblättern vom 25. September 2017 und 28. Dezember 2017 auch fest, dass die Beschwerdeführerin als Teilerwerbstätige (Urk. 6/32/6, 6/43/1, Urk. 6/43/3) mit einem Anteil der Erwerbstätigkeit von maximal 80 % (Urk. 6/32/1) zu qualifizieren sei.
Es ist somit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die
Beschwerdeführerin
im Gesundheitsfall zu 80 % im Erwerbs- und zu 20 % im Aufgabenbereich tätig wäre.
5.
2
5.
2
.1
Da die Beschwerdeführerin im hypothetischen Gesundheitsfall nicht zu 100 % erwerbstätig wäre, ist der Invaliditätsgrad vorliegend nicht mittels eines reinen Einkommensvergleichs, sondern in Anwendung der gemischten Methode im Sinne von Art. 28a Abs. 3 IVG zu bemessen.
5.
2
.2
Per
1. Januar 2018
wurde
eine neue Berechnungsmethode bei Teilerwerbstätigen in der IVV statuiert (vgl.
Art. 27
bis
Absatz 2–4 IVV
).
Da
d
ie angefochtene Verfü
gung am
28. Dezember 2017
(Urk. 2)
und somit vor dem Inkrafttreten der Ver
ordnungsänderung am 1. Januar 2018 ergangen
ist
, gelangen die revidierten Bestimmungen
jedoch vorliegend
noch nicht zur Anwendung (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_462/2017 vom 30. Januar 2018 E. 5.3 mit Hinweisen). Nach
folgend wird daher auf das bisherige Recht und die dazu ergangene
Rechtspre
c
hung Bezug genommen (vgl. E. 1.5
).
5.
3
5.
3
.1
Die
Beschwerdeführerin
war
in der Vergangenheit bei zahlreichen
verschiedenen
Arbeitgebern
angestellt und arbeitete
in
variierenden
Pensen
(vgl. Urk.
6/13,
Urk. 6/27/46-48)
.
Zudem war sie teilweise arbeitslos und die
bei Eintritt des Gesundheitsschadens versehene Stelle war von vornherein befristeter Natur
(
Urk. 6/14/1-2,
vgl. Urk.
6/16/6-7
)
.
Mit den ausgeübten Erwerbstätigkeiten erzielte
die
Beschwerdeführerin
stets verhältnismässig geringe Einkommen.
Es ist
nicht ersichtlich, weshalb dies im Gesundheitsfall anders gewesen wäre.
Hinzu kommt, dass sich die attestierte Restarbeitsfähigkeit
von 20 %
auch auf die angestammte Tätigkeit bezieht.
Validen- und Invalideneinkommen sind demnach auf derselben Grundlage zu ermitteln, weshalb es genügt, die Prozentzahlen einander gegenüber zu stellen
(vgl. E. 1.
4
).
5.
3
.2
Unter Berücksichtigung der Qualifikation der
Beschwerdeführerin
als 80 % im Erwerb
s-
und 20 % im Aufgabenbereich tätig und bei einer
Arbeitsfähigkeit
von
2
0 % resultiert
ein
Teilinvaliditätsgrad
von 60 %
([{80 % -
20
%}x
100 :
80] x 0.8)
im Erwerbsbereich.
5.
3
.3
Bei einem Invaliditätsgrad zwischen 60 % und 69 % besteht Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
(vgl. E. 1.3).
Für eine
n Anspruch auf eine
ganze Rente der Inva
lidenversicherung
müsste
im Haushaltsbereich
eine Einschränkung von mindes
tens 50 %
bestehen
(60 %
+ [50
%
x 0.2] = 70 %).
Eine solche
kann vorliegend
aber ausgeschlossen werden
.
So gibt es offenbar Tage, an denen die
Beschwerde
führerin
den Haushalt einigermassen gut verrichten kann
(vgl. Urk. 6/27/54
, Urk. 6/28/36
)
. Auch wenn
ihr die Führung des
Haushalt
s
Mühe bereitet (vgl. Urk. 6/27/54)
,
ist
sie gehalten, die Haushalt
s
arbeiten einzuteilen, respektive dann zu erledigen, wenn es ihr möglich ist (vgl.
BGE 133 V 504 E. 4.2
,
Urteil des Bun
desgerichts 9C_491/2008 vom 21. April 2009 E. 3).
Vor diesem Hintergrund
kann
– i
n antizipierter Beweiswürdigung
–
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
davon ausgegangen werden
, dass
bei der
Beschwerdeführerin
im Haushaltsbereich
keine Einschränkung von
50 %
oder mehr
besteht
.
Demnach besteht ein
Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
.
5.
4
Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die
Beschwerdeführerin
ab
dem 1.
März 2017 (Anmeldung vom 26. September 2016 [Urk. 6/9];
vgl.
Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG) Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
der Invalidenversicherung
hat. Dies führt zur Gutheissung der Beschwerde.
5.5
Die Beschwerdegegnerin wird – unter Hinweis auf die gutachterlichen Feststel
lungen resp. Empfehlungen betreffend die Behandlung der psychischen und somatischen Beschwerden (Urk.
6/27/64, Urk. 6/27/68 und Urk. 6
/28/53; vgl. auch Urk. 6/32/4) – dazu eingeladen, die Auferlegung einer Schadenminderungs
pflicht (im Sinne einer Optimierung und Intensivierung) der Behandlung zu prü
fen.
6.
Die Kost
en des Verfahrens sind auf Fr
.
8
00.--
festzulegen und
ausgangsgemäss
von der Beschwerdegegnerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).
Die
vertretene Beschwerdeführer
in
hat gestützt auf Art. 61
lit
. g ATSG in Verbin
dung mit § 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht Anspruch auf eine Prozessentschädigung, die unter Berücksichtigung der Bedeu
tung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses
auf Fr. 1‘
7
00.-- (inklu
sive
Barauslagen
und
Mehrwertsteuer
) festzusetzen ist.