Decision ID: c3df048f-ff2a-40ae-b028-aef3f17d45e8
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1956, war als Maurer über seine Arbeitgeberin bei der Schweizerische
n
Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen Unfälle obligatorisch versichert, als er am 1
4.
Dezember 2012 bei der Arbeit
an einem
Balkon im ersten Stock eines Einfamilienhauses ausrutschte und mit dem Rücken vor dem Fenster des Untergeschosses aufprallte (vgl. Fotodokumentation,
Urk.
8/6/7 ff.). Während der einwöchigen
Hospitalisation
im
Y._
wurden folgende Diagnosen gestellt: eine Deckplattenimpressionsfraktur LWK4, eine nicht dislozierte untere Schambeinastfraktur rechts und eine Leistenhernie rechts (
Urk.
8/15 und 8/78). Anlässlich der Konsultation vom
4.
Januar 2013 wurden zusätzlich ein Status nach Schädelhirntrauma Grad I,
eine
Rippense
rien
fraktur
rechts, ein Bauchtrauma und eine Fraktur LWK1 diagnostiziert (
Urk.
8/8). In der Folge wurde der Versicherte bis Januar 2014 umfassend mit
tels bildgebender Verfahren abgeklärt. Dabei wurden eine
Facettenarthropathie
LWK4/5 sowie eine minimal progrediente, ventrale Sinterung LWK1 festgestellt und zusätzlich eine obere Schambeinastfraktur rechts sowie eine geringe Co
x
-
arthrose beidseits erwähnt. Ferner wurden
Bandscheibenprotrusionen
BWK8/9 und L
WK
3-5 beschrieben, letztere mit
leichtgradiger
Einengung des
Spinalka
nals
aber ohne
foraminale
Stenose (
Urk.
8/9-12, 8/16, 8/36 und 8/45). Die
Leis
tenhernie
wurde als klein und asymptomatisch beurteilt (
Urk.
8/35). Unauffällig waren die Befunde bezüglich des Schädels (
Urk.
8/91; vgl. auch
Urk.
8/78/1).
Des Weiteren
wurde vom
6.
August 2013 bis 1
1.
September 2013 eine statio
näre Rehabilitation in der
Z._
durchgeführt (
Urk.
8/51-56). In zwei Konsilien wurde einerseits eine Anpassungsstörung mit reaktiver-depressi
ver und
psychotraumatologischer
Symptomatik (ICD-10: F43.28) diagnostiziert (
Urk.
8/52/1-2) und andererseits festgestellt, es gebe keine Hinweise auf eine neurologische Ursache der
g
eklagten Muskelschwäche (
Urk.
8/55). Im Anschluss daran absolvierte der Versicherte bis Februar 2014 eine Physiotherapie mit
spärlich positiven Ergebnissen (
Urk.
8/105). Die in der Klinik begonnene Psy
ch
o
therapie führte er ebenfalls fort. In den Berichten der
A._
finden sich die Diagnosen einer mittelgradige
n
de
pres
siven Episode (ICD-10: F32.1) und einer leichten kognitiven Störung (ICD-10: F06.7;
Urk.
8/89 und 8/153).
Ferner
liess der Versicherte im März 2014 seine Leistenhernie operieren (
Urk.
8/121)
.
1.2
Die Suva erbrachte zunächst die gesetzlichen Leistungen (Taggeld und
Heilkos
ten
;
Urk.
8/2-3, 8/17 und 8/38). Gestützt auf eine Aktenbeurteilung des Kreis
arztes (
Urk.
8/76 und 8/80) teilte sie dem Versicherten am 2
0.
Januar 2014 mit,
dass für die Leistenhernie
mangels Kausalzusammenhang
s
kein
Leistungsan
spruch
bestehe (
Urk.
8/81). Nach der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung am 1
8.
August 2014 (
Urk.
8/115) sprach sie ihm mit Verfügung vom 2
6.
November 2014 sodann eine Rente mit Wirkung ab
1.
November 2014 bei einem
Invalidi
tätsgrad
von 31
%
und eine Integritätsentschädigung von Fr. 12‘600
.–
bei e
iner Integritätseinbusse von 10
% zu. Die vom Versicherten dagegen erhobene Ein
sprache, datiert vom 9. Januar 2015 (
Urk.
8/149), wies die Suva am 24. April 2015 ab (
Urk.
2).
2.
Gegen diesen Entscheid erhob der Versicherte am 2
8.
Mai 2015 Beschwerde (
Urk.
1, Beilagen
Urk.
3/1-3). Darin beantragte er die Weiterausrichtung des Taggelds bei einer Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bis 3
0.
April 2015, eine Inva
lidenrente bei einer Erwerbsunfähigkeit von 100
%
(eventualiter 44
%
) ab
1.
Mai 2015 sowie die Zusprechung einer Integritätsentschädigung von mehr als 10
%
(
Urk.
1 S. 2). Die Suva schloss in der Beschwerdeantwort vom
2.
Juli 2015 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7). Es wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet (
Urk.
10), in welchem beide Parteien an ihren Anträgen festhielten (Replik
Urk.
11, Beilagen
Urk.
12/1-3; Duplik
Urk.
15).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdegegnerin hat i
m
Einspracheentscheid
vom 24. April 2015
(
Urk.
2
Ziff.
1a, 4a und 6a/b
)
die gesetzlichen Bestimmungen betreffend den Zeitpunkt des Fallabschlusses (
Art.
19 des Bun
desgesetzes über die Unfallversicherung, UVG) sowie den Anspruch auf Invali
denrente (
Art.
18 UVG in Verbindung mit
Art.
7 und 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialver
siche
rungsrechts
, ATSG) zutreffend darge
legt. Richtig wiedergegeben hat sie in
Ziff.
2
und 4a auch die Rechtspre
chung zum für die Leistungspflicht des obliga
to
rischen Unfallversicherers erfor
derlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem
Gesundheits
schaden
, insbesondere zur sog. Psycho-Praxis (BGE 115 V 133; vgl. auch Urteile des Bundesgerichts 8C_806/2009 vom 1
5.
Januar 2010 E. 4.1.1, 8C_584/2010 vom 1
1.
März 2011 E. 4.2-3 und 8C_496/2014 vom 2
1.
November 2014 E. 4.2-3). Darauf kann ebenso verwiesen werden wie auf ihre rechtlichen Ausführun
gen in
Ziff.
6a/b zur Ermittlung des
Invaliditäts
gra
des
nach der allge
meinen Methode des Einkommensvergleichs (
Art.
16 ATSG) einschliesslich der Festsetzung des Invalideneinkommens mittels Lohnangaben
aus der Dokumen
tation von Arbeitsplätzen der Suva (sog. DAP-Zahlen; vgl. Urteil des Bundesge
richts 8C_443/2016 vom 1
1.
August 2016 E. 4 mit Hinwei
sen auf BGE 129 V 472 E. 4.2.1 und BGE 139 V 592). Letztlich sind in
Ziff.
7a auch die Bestimmungen über den Anspruch auf eine Integritätsentschädigung
(
Art.
24 und 25 UVG;
Art.
36 der Verordnung über die Unfallversicherung, UVV
) und die Grundsätze über die Feststellung des Integritätsschadens durch Anwen
dung der Skala in Anhang 3 zur UVV sowie der von der Medizinischen Abtei
lung der S
uva
erarbeiteten Tabellen (sog. Feinraster) zu
treffend dargelegt. So
weit Er
gänzungen und Präzisierungen angezeigt sind, erfolgen diese in den ent
spre
chenden Erwägungen.
2.
2.1
Der Beschwerdeführer machte geltend, selbst im Bericht der
Z._
habe man mit Blick auf die körperlichen Beschwerden festgehalten, theoretisch sei höchstens noch ein Einsatz in einer körperlich leichteren Tätigkeit denkbar (z.B. kleinere Hilfstätigkeiten im betriebseigenen Magazin) bei ungünstiger Prog
nose für den beruflichen Wiedereinstieg (
Urk.
11
Ziff.
4). Zudem habe der Unfall eine anhaltende psychische Schädigung bewirkt. Gemäss Bericht der
A._
betrage seine Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten noch 25 % und sei nicht mehr verwertbar (
Urk.
2
Ziff.
6, 7 [S. 8] und 8 [S. 11];
Urk.
11
Ziff.
12).
Die
Z._
und die
A._
hätten dabei festgestellt, dass das psychi
sche Leiden durch den Unfall verursacht worden sei und durch das
Schmerz
syndrom
aufrechterhalten werde, wobei selbst der Kreisarzt eine ge
wisse
Schmerz
symptomatik
anerkenne. Damit sei die natürliche Kausalität be
wiesen (
Urk.
11/
Ziff.
6). Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammen
hangs genüge die Erfüllung eines Kriteriums. Das Ereignis liege nämlich im
Grenz
be
reich
zu den schweren Unfällen, da die Fallhöhe mehr als 5 m betragen habe (Wohngeschoss 3 m + Tiefparterre 2 m + Balkonmauer
≥
1 m). Der er
folglose Versuch, sich am Vordach festzuhalten, habe höchstens Einfluss auf die Fall
geschwindigkeit gehabt. Zudem könne aus den Akten (z.B.
Urk.
8/31/1, 8/15/1 und 8/8/1) nicht geschlossen werden, es habe nach dem Sturz keine Be
wusst
losigkeit bestanden. Erfüllt seien alsdann gleich mehrere Kriterien: (1) Das Ereig
nis habe objektiv lebensbedrohlichen Charakter gehabt, da ein erhebliches Risiko eines Kopfaufpralls auf steinigem Grund bestanden habe. Der Vorgang sei durch den vergeblichen Rettungsversuch ferner dramatisch protrahiert wor
den. Davon zeugten auch die Unfallträume und Nachhallerinnerungen. (2) Die multiple
n
Brüche am Schambein und mehreren Rückenwirbeln mit Sinterung und
Hernierung
sowie dauerhafter Auswirkung auf die Bewegungsfähigkeit stellten
gesamthaft eine schwere Verletzung dar. (3) Die Behandlungsdauer sei unge
wöhnlich lange. So habe der Kreisarzt im Januar 2014 nach mehreren sta
tio
nä
ren Behandlungen neue Massnahmen angeordnet. Die anhaltende
Behand
lungs
bedürftigkeit
belaste ihn schwer. (4) Seit dem Unfall leide er zudem unun
terbro
chen an starken, belastungsunabhängigen Rückenschmerzen als Folge der
Wir
belsäulenverletzungen
. Die kreisärztlich erhobenen Befunde (Sensibilitäts
stö
rungen, verspannte und druckschmerzhafte Muskulatur) würden das Schmerz
leiden erklären, womit das Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen erfüllt sei. (5) Schliesslich liege auch eine lang dauernde physische Arbeitsunfähigkeit vor. Die
Z._
habe die Voraussetzungen für eine berufliche Wie
dereingliederung im September 2013 als noch nicht gegeben erachtet und der Kreisarzt im Januar 2014 weitere Massnahmen angeordnet (
Urk.
2
Ziff.
5 und 8;
Urk.
11
Ziff.
2, 3 und 7-11).
Soweit es die konkreten Leistungen betreffe, sei die Einstellung des Taggelds verfrüht erfolgt, da ihm bis zur Verfügung vom 2
6.
November 2014 nur der Inhalt des Klinikaustrittsgesprächs bekannt gewesen sei und der Kreisarzt erst kurz zuvor das Zumutbarkeitsprofil konkretisiert habe. Damals habe auch das Arbeitsverhältnis noch bestanden. Nach langjähriger Tätigkeit auf dem Bau sei ihm für den Berufswechsel eine Frist von fünf Monaten zu gewähren (
Urk.
1
Ziff.
7;
Urk.
11
Ziff.
5). Bezüglich des Rentenanspruchs könne nicht auf die DAP-Profil
e
abgestellt werden, zumal ihm wegen seines Leidens keine so
lange Auto- oder Zugfahrt zuzüglich
Fussweg
zumutbar sei. Da die Familie mit Zürich verbunden sei, komme auch kein Wohnortswechsel in Frage. Aus dem Beschrieb gehe ferner nicht hervor, ob das Heben/Tragen von Gewichten körpernah und ohne asymmetrische Lasteinwirkung zu bewältigen sei. Gestützt auf die Schwei
ze
rische Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik (B
FS
), Tabel
le TA1, Total Kompetenzniveau 1 und unter Berücksichtigung eines Leidensabzugs von 25
%
für das Belastungsprofil (inkl. Alter, Ausländerstatus und
Sprach
probleme
) resultiere ein Invalideneinkommen von
Fr.
49‘567.20 bzw. ein
Invali
di
tätsgrad
von 44 % (
Urk.
1
Ziff.
9). Ferner habe er glaubhaft dargetan, dass anhaltend starke Schmerzen bestünden. Der somatische Befund sei denn auch eindrücklich und die aus dem psychischen Leiden erklärbaren Inkonsisten
zen könnten daran keine Zweifel begründen (
Urk.
1
Ziff.
10). Damit sei ein
In
te
gri
tätsschaden
von 20
%
begründet (
Urk.
11
Ziff.
14).
2.2
Die Beschwerdegegnerin erwog,
aus somatischer Sicht sei auf das
Belastungs
profil
gemäss Bericht des Kreisarztes vom 1
8.
August 2014, präzisiert am 1
1.
November 2014, abzustellen (
Urk.
2
Ziff.
3). Zu beachten sei insbesondere, dass verschiedene degenerativ bedingte sowie anderweitig unfallfremde Befunde (z.B. Leistenbruch) dokumentiert seien und eine erhebliche Symptomausweitung
bestehe. Es gebe auch keine Hinweise auf eine neurologische Ursache der ge
klagten Muskelschwäche (
Urk.
7
Ziff.
13).
Hinsichtlich der psychischen Beschwerden sei bei einer Sturzhöhe von wahr
scheinlich 4 m von einem mittelschweren Unfall im mittleren Bereich auszuge
hen. Die Höhe sei durch das Festhalten am Vordach verringert worden. Weiter sei höchstens das Kriterium der Dauerschmerzen in nicht ausgeprägter Weise
erfüllt, zumal die Beurteilung der Ärzte anhand der Schmerzskala schlüssig sei, während sich in der Untersuchung Inkonsistenzen gezeigt hätten. Die Situation sei angesichts der sofortigen Massnahmen durch den Arbeitskollegen nicht lebensbedrohlich gewesen und die behauptete Bewusstlosigkeit aktenwidrig. Es liege auch keine Verletzung vor, die geeignet wäre, eine psychische Fehlent
wicklung auszulösen. Ferner seien weder die Schmerzen noch die andauernde Arbeitsunfähigkeit durch die somatischen Befunde zu erklären. Die in der psy
chogenen Problematik begründete Arbeitsunfähigkeit sei indes unbeachtlich. Schliesslich sei der Endzustand bereits mit Austritt aus der
Z._
erreicht worden und es fehle am Nachweis eines natürlichen Kausalzusammen
hang
s
(ungenügend „Status nach“) und
eines
schlüssig festgestellten medi
zini
schen Substrats (dauerhafter Charakter der depressiven Episode;
Urk.
2
Ziff.
4c;
Urk.
7
Ziff.
12 und 15).
Eine Anpassungszeit zur Stellensuche sei bei der Berentung ausgeschlossen, wobei der Beschwerdeführer angesichts der Arztberichte, der ihm im August 2014 mitgeteilten Ergebnisse und seiner Anträge schon früh gewusst habe, dass er nicht mehr als Maurer werde arbeiten können (
Urk.
2
Ziff.
1 b;
Urk.
7
Ziff.
14). Bezüglich der DAP-Profile sei ein Arbeitsweg von zwei Stunden je hin und zurück wie in der Arbeitslosenversicherung zumutbar und es gebe keine Hinweise, dass bei den beschriebenen Tätigkeiten entsprechende
Lasteinwirkun
gen
notwendig wären (
Urk.
2
Ziff.
6b und 6c). Ein Leidensabzug sei beim DAP-System nicht sachgerecht. Zudem habe die SVA anhand der LSE einen tieferen Invaliditätsgrad ermittelt (
Urk.
7
Ziff.
16). Bei Hinweisen auf eine
Symptom
ausweitung
sei die kreisärztliche Schätzung des Integritätsschadens nicht zu beanstanden (
Urk.
2
Ziff.
7). Die psychischen Beschwerden seien dabei mangels rechtlicher Adäquanz nicht zu berücksichtigen (
Urk.
7
Ziff.
17).
3.
3.1
Strittig ist vorab der Fallabschluss per Ende Oktober 201
4.
Nach Gesetz und Praxis ist der Fall unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen (Heilbe
handlung, Taggeld) und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der
ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungs
massnahmen der IV abgeschlossen sind (
Art.
19
Abs.
1 UVG; Urteil des Bundes
gerichts 8C_173/2016 vom 1
7.
Mai 2016 mit Hinweisen auf BGE 134 V 109 E. 3 und 4 sowie BGE 137 V 199 E. 2.1).
3.2
Das Bundesgericht lässt mit seinem Urteil 8C_443/2016 vom 1
1.
August 2016 E. 2.3 sodann keinen Zweifel daran, dass die Taggeldleistungen eingestellt wer
den dürfen, ohne dass die versicherte Person zuvor zu einem Berufswechsel auf
zufordern und ihr eine Übergangsfrist zu gewähren wäre. Es stellte fest, dass der Taggeldanspruch gestützt auf
Art.
19 UVG untergehe und es sich nicht bloss um eine Leistungskürzung
gestützt auf
Art.
6 Satz 2 ATSG handle. Die Argumenta
tion des Beschwerdeführers, es wäre ihm nach Bekanntgabe des zumutbaren Belastungsprofils mit Verfügung vom 2
6.
November 2014 eine Frist für die Arbeitssuche zu gewähren gewesen, verfängt somit nicht.
3.3
Ob von einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besse
rung des Gesundheitszustandes erwartet werden konnte, bestimmt sich insbe
sondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung der Arbeitsfähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt war. Dabei verdeutlicht die Verwen
dung des Begriffes "namhaft" durch den Gesetzgeber, dass unbedeutende Ver
besserungen nicht genügen. Es gilt, dass der Gesundheitszustand prognostisch und nicht auf Grund retrospektiver Feststellungen zu beurteilen ist (
Urteil
des Bundesgerichts 8C_173/2016
vom 1
7.
Mai 2016 E.
3.1 mit Hinweisen, insbe
sondere auf
BGE
134 V 109 E. 4.3
; vgl. auch Urteile des
Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2.
Mai 2014 E. 4.1
und
8C_6
39/2014 vom 2. Dezember 2014 E.
3
). N
och
behandlungsbedürftige
psychische Leiden
stellen bei der Psycho-Praxis im Übrigen
keinen Grund für einen Aufschub des Fallabschlusses dar, da die psychischen Beeinträchtigungen für die Beurteilung der Adäquanz unbe
rücksichtigt bleiben (
vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_892/2015 vom 29. April 2016 E. 4.1).
Gemäss Bericht der
Z._
vom 16. September 2013 wurde in der Rehabilitation keine wesentliche Verbesserung der Schmerzproblematik erreicht. Nach anfänglicher Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit und Be
lastbarkeit habe der Beschwerdeführer weiterhin nur auf sehr niedrigem Niveau trainiert (
Urk.
8/56/5). Empfohlen wurden eine physiotherapeutisch begleitete Medizinische Trainingstherapie (MTT) und die Fortsetzung des Heimprogrammes (
Urk.
8/56/2). Die Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht (ohne Berücksichtigung der Leistenhernie) wurde auf 100
%
in mittelschweren Arbeiten geschätzt (
Urk.
8/56/3). Der Kreisarzt
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Chirurgie, hielt dem
ent
sprechend im Januar 2014 fest, es solle noch eine MTT, Stockentwöhnung,
Gang
schulung
etc. stattfinden. Falls nach drei Monaten keine Besserung doku
men
tiert werde, sei eine solche aber nicht mehr wahrscheinlich (
Urk.
8/80). Dies
bezüglich berichtete die behandelnde Physiotherapeutin, der Beschwerde
führer habe von September 2013 bis Februar 2014 im Rahmen von 36 Behand
lungen und zusätzlich absolviertem MTT-Plan nur spärlich positive Ergebnisse erzielt (
Urk.
8/105). Es ist folglich nachvollziehbar, dass
Dr.
B._
in der Un
tersuchung
vom 18. August 2014 feststellte, im Vergleich zu den Vorbefunden der
Z._
ergebe sich keine wesentliche Änderung bzw. die erlit
tene Schä
digung sei dauerhaft und erheblich (
Urk.
8/115/7). Der Beschwerde
führer brachte also zu Recht nicht vor, es sei nach Oktober 2014 noch mit einer Besserung zu rechnen gewesen.
3.4
Wird der Entscheid der Invalidenversicherung über die berufliche Eingliederung erst später gefällt, kann dies Anlass für eine das Taggeld ablösende
Übergangs
rente
nach
Art.
19
Abs.
3 UVG in Verbindung mit
Art.
30 UVV bilden. Dazu muss der ausstehende Entscheid Vorkehren beschlagen, die einer
Eingliede
rungs
problematik
aufgrund eines unfallkausalen Gesundheitsschadens gelten. Praxisgemäss kann sich der in
Art.
19
Abs.
1 UVG vorbehaltene Abschluss all
fälliger Eingliederungsmassnahmen, soweit es um berufliche Massnahmen geht, zudem nur auf Vorkehren beziehen, die geeignet sind, den der Rente der Unfall
versicherung zugrunde zu legenden Invaliditätsgrad zu beeinflussen. Für das Vorliegen dieser Voraussetzungen braucht es konkrete Anhaltspunkte (Urteile des Bundesgerichts 8C_588/2013 vom 1
6.
Januar 2014 E. 3.4 und 8C_86/2014 vom 2
4.
Juni 2014 E. 5.3.1).
Der Beschwerdeführer meldete sich im Januar 2014 zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung an (
Urk.
8/86 und 8/88), ersuchte allerdings erstmals mit Einwand vom 2
1.
August 2015 um berufliche Eingliederung (
Urk.
7/49 im Prozess Nr. IV.2016.
00
407). Gleichzeitig meldete er sich – wie bereits vor dem Unfall geplant (
Urk.
8/31) – zur Frühpensionierung an (
Urk.
7/53 im Prozess Nr.
IV.2016.
00
407). Nachdem diese per März 2016 feststand, verneinte die Invali
den
versicherung mit Mitteilung vom
8.
Februar 2016 einen Anspruch auf beruf
li
che Eingliederung (
Urk.
7/60 im Prozess Nr. IV.2016.
00
407). Im Zeitpunkt der Einstellung der Taggeldleistungen Ende Oktober 2014 und bei Erlass des ange
fochtenen
Einspracheentscheids
im April 2015 waren somit keine Eingliede
rungsmassnahmen der Invalidenversicherung im Gange. Konkrete Anhalts
punkt
e dafür, dass durch entsprechende Massnahmen das gestützt auf das
Zu
mutbar
keits
profil
von
Dr.
B._
(vgl. E.
4.
2.
1) festgelegte Invalideneinkommen als unge
lernte Hilfskraft in einem 100
%
-Pensum hätte
gesteigert werden kön
nen, sind ebenfalls nicht ersichtlich. Damit erübrigen sich Ausführungen zur subjek
tiven Eingliederungsfähigkeit.
3.5
Zusammenfassend
erfolgte der Fallabschluss unter Einstellung des Taggeldes pe
r 3
1.
Oktober 2014 und Prüfung des ordentlichen Rentenanspruchs
sowie einer Integritätsentschädigung
gestützt auf
Art.
19
Abs.
1 UVG rechtens.
4.
4.1
Wie von der Beschwerdegegnerin bereits erläutert, setzt die Pflicht zur Leistung einer Rente oder Integrationsentschädigung durch den Unfallversicherer einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus.
Hervorzuheben ist, dass die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers im Bereich organisch objektiv aus
ge
wiesener Unfallfolgen praktisch keine Rolle spielt, da sich hier die adäquate weitgehend mit d
er natürlichen Kausalität deckt
. Sind die geklagten Beschwer
den natürlich unfallkausal, aber nicht organisch objektiv ausgewiesen, so ist die Adäquanz besonders zu prüfen. Dabei ist vom augenfälligen Geschehensablauf auszugehen, und es sind gegebenenfalls weitere unfallbe
zogene Kriterien ein
zubeziehen.
Hat die versicherte Person beim Unfall eine Verletzung erlitten, wel
che die Anwendung der Schleudertrauma-Rechtsprechung rechtfertigt, sind hierbe
i die durch BGE 134 V 109 E. 10
präzisierten Kriterien massgebend. Ist diese Rechtsprechung nicht anwendbar,
so
sind grundsätzlich die
Adäquanz
kriterien
,
welche
für psychische Fehlentwicklungen nach einem Unfall entwick
elt
wurden (BGE 115 V 133 E. 6c/
aa
;
sog. Psycho-Praxis), anzuwenden
. Bei nach einem Unfall auftretenden psychischen Fehlentwicklungen werden die
Adä
quanzkriterien
unter Ausschluss psychischer Aspekte geprüft (
zum Ganzen:
Ur
teile des Bundesgerichts 8C_34/2015 vom 2
9.
Juni
2015 E.
2.2 und 8C_240
/2016
vom 1
3.
Juli 2016 E.
3 je mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 134 V 109).
4.2
4.2.1
Bezüglich der somatischen Beschwerden stellte
Dr.
B._
in seinem Bericht zur kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom 1
8.
August 201
4
fest, objektiv fest
stellbar seien eine leichte ventrale Sinterung des L
WK
1, eine leicht einge
schränkte Beweglichkeit im Brust-/Lendenwirbelsäulenbereich sowie
paraver
te
brale
Muskelverspannungen im Bereich der Lendenwirbelsäule, im
thorako
lum
balen
Übergang sowie der Brustwirbelsäule. Ferner betonte er Inkonsisten
zen bei der Untersuchung und illustrierte diese schlüssig mit zwei Beispielen. So
wies er darauf hin, dass trotz des demonstrierten Schonverhaltens bezüglich des rechten Beines keine muskulären Hypotrophien nachzuweisen seien und der
Langsitz
in 90°-Position möglich sei bei einem Winkel von 60° im
Lasègue
-Test (
Urk.
8/115). Die natürliche Kausalität zwischen Sturz und Leistenhernie hatte er bereits in seiner Aktenbeurteilung vom 1
3.
Januar 2013 als nicht überwiegend wahrscheinlich, sondern nur
als
möglich bezeichnet (
Urk.
8/80). In der Stellung
nahme vom 1
1.
November 2014 schlussfolgerte er daraus, die körperlich schwer
e Tätigkeit als Maurer sei dem Beschwerdeführer nicht mehr zumutbar, aus soma
tischer Sicht möglich seien indessen mittelschwere, wechselbelastende Tätig
keiten ohne repetitive Rotationsbewegungen des Oberkörpers. Zu vermei
den seie
n auch Zwangshaltungen wie das Arbeiten in vornübergebeugter Posi
tion. Zudem solle das Heben und Tragen von Lasten körpernah erfolgen, wobei unerwartete asymmetrische Lasteinwirkungen zu vermeiden seien (
Urk.
8/136/2).
4.2
.2
Die Befunde stehen im Einklang mit den radiologischen Berichten des Jahres 2013 (
Urk.
8/36 minimal progrediente Verformung LWK1, diverse
Dis
kuspro
tru
sionen
ohne Affektion neuronaler Strukturen, im Abbau befindlicher
Band
schei
bensequester
auf Höhe LWK4, diverse höhengeminderte und dehy
drierte
Bandscheiben;
Urk.
8/56/9 keine Fraktur mehr in der
Beckenübersichts
auf
na
hme
). Die Kausalitätsbeurteilung zur Leistenhernie erscheint aufgrund der Berichte des
Y._
vom 1
4.
Dezember
2012 (
Urk.
8/78 keine Hinweise auf abdo
minelle Ver
letzungen oder Hämatome),
4.
Januar
2013 (
Urk.
8/15 nachträglich nur
Nieren
kontusion
diagnostiziert) und 1. März 2013 (
Urk.
8/35/2 ff.: asymp
tomatische und inzidentell diagnostizierte Leistenhernie) ebenso schlüssig.
4.
2.
3
Des Weiteren hatten die Fachleute der
Z._
bereits früher im Be
richt vom 1
6.
September
2013 – unter Einbezug eines neurologischen (
Urk.
8/55
) und eines psychosomatischen (
Urk.
8/52) Konsiliums sowie nach fünfwöchiger Beob
achtung – festgestellt, dass man gesamthaft betrachtet die aktuellen Be
schwer
den und Funktionseinschränkungen aufgrund der Diagnosen sowie der klinischen und radiologischen Befunde nicht gänzlich erklären könne. Das Beschwerdebild werde durch eine erhebliche Symptomausweitung überla
gert, die zu einem bestimmten Anteil durch die psychische Problematik bedingt sein dürfte (
Urk.
8/56/4; vgl. auch
Urk.
8/56/10 f.). Die Tätigkeit als Maurer er
achteten sie wie
Dr.
B._
als nicht mehr zumutbar, da diese ganztags ste
hend/gehend ausgeübt werde und wiederholt mit schweren Lasten zu hantieren sei. Ganztags zumutbar sei eine leichtere Verweistätigkeit z.B. im betriebsei
ge
nen Magazin. Eine leidensangepasste Tätigkeit, d.h. eine mittelschwere Arbeit, sei ganztags zumutbar. Werde auch die Leistenhernie berücksichtigt, sei derzeit
höchstens eine leichte bis mittelschwere Arbeit ganztags zumutbar (
Urk.
8/56
/3).
Die vom Beschwerdeführer hervorgehobe
ne „leichtere Ver
weistätigkeit“ –
im
Bericht unter dem Titel „Zumutbarkeit für die berufliche Tä
tigkeit als Maurer“ erwähnt
–
betraf
also
einzig einen möglichen angepassten Aufgabenbereich innerhalb der bisherigen Tätigkeit respektive bei der bisheri
gen Arbeitgeberin. Die fachärztlichen Beurteilungen des aus somatischer Sicht zumutbaren
Belas
tungsprofils
und Arbeitspensums stimmen daher im Wesentli
chen überein.
4.
2.
4
Zusammenfassend bestehen somit keine Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der kreisärztlichen Feststellungen, weshalb darauf abzustellen ist (vgl. zum Beweiswert versicherungsinterner Berichte BGE 135 V 465).
4.3
Hinsichtlich der psychischen Beschwerden ist vorab festzuhalten, dass es zuläs
sig ist, die Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang offenzulassen mit der Begründung, ein solcher wäre gegebenenfalls nicht adäquat und damit nicht
rechtsgenüglich
(vgl. BGE 135 V 465 E.
5.1, Urteil des Bundesgerichts
8C_417/2015 vom 1
7.
Dezember 2015 E.
2.3). Es spricht folglich nichts dage
g
en,
zunächst die Adäquanz zu prüfen, wobei unbestritten die sog. Psycho-Pra
xis zu
r Anwendung gelangt.
4.4
4.4
.1
Die Schwere des Unfalles bestimmt sich nach dem objektiv erfassbaren
Unfaller
eignis
und nicht nach den Kriterien, welche bei der Beurteilung der Adäquanz bei mittelschweren Unfällen Beachtung finden. Zu prüfen ist im Rahmen einer objektivierten Betrachtungsweise, ob der Unfall eher als leicht, als mittelschwer oder als schwer erscheint, wobei im mittleren Bereich gegebenenfalls eine wei
tere Differenzierung nach der Nähe zu den leichten oder schweren Unfällen er
folgt. Massgebend sind der augenfällige Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften, nicht jedoch Folgen des Unfalles oder Begleitumstände, die nicht direkt dem Unfallgeschehen zugeordnet werden können. Derartigen dem eigentlichen Unfallgeschehen nicht zuzuordnenden Faktoren ist gegebe
nen
falls bei den Adäquanzkriterien Rechnung zu tragen. Dies gilt etwa für die - ein eigenes Kriterium bildenden - Verletzungen, welche sich die versicherte Person zuzieht. Immerhin können die erlittenen Verletzungen aber Rückschlüsse auf die Kräfte gestatten, die sich beim Unfall entwickelt haben (Urteil des Bun
desgerichts 8C_584/2010 vom 11
.
März 2011 E. 4.2.2 mit diversen Hinweisen).
4.4.2
Im Urteil 8C_496/2014 vom 2
1.
November 2014 E. 4.2.3 hielt das Bundesgericht fest, praxisgemäss würden Stürze aus einer Höhe zwischen etwa 2 (vgl. Urteil U 410/00 vom 1
4.
Februar 2002 E.
2c) und etwa 4 m (vgl. Urteil 8C_316/2009 vom
8.
Juni 2009) in die Tiefe noch als im engeren Sinne mittelschwere Unfälle qualifiziert (vgl. auch Urteil 8C_584/2007 vom
9.
September 2008 E. 4.1, U 3/03 vom
4.
September 2003 E.
3.4 und U 41/06 vom
2.
Februar 2007 E. 9); lande die versicherte Person auf den Füssen, so sei selbst bei einer Sturzhöhe von 5 m
nicht ein Unfall im Grenzbereich zu den schweren Ereignissen anzunehmen (vgl. Urteil U 11/07 vom 2
7.
Februar 2008 E.
4.2.2). Da sich die versicherte Person bei ihrem Sturz am Sprunggelenk und an der Lendenwirbelsäule verletzt habe, sei zu schliessen, dass der Aufprall auf den Boden jedenfalls nicht kopf
über stattgefunden habe. Somit sei bei einer Sturzhöhe von 4,2 m noch von einem im engeren Sinne mittelschweren Unfall auszugehen.
In seinem Entscheid 8C_202/2014 vom
9.
Juli 2014 E. 4.1 führte das Bundesge
richt aus, es habe Stürze aus einer Höhe von einigen Metern regelmässig dem eigentlich mittleren Bereich zugeordnet (vgl. zuletzt etwa Urteile 8C_811/2012
vom
4.
März
2013 E.
7.2; 8C_742/2009 vom 1
3.
September
2010 E.
5.1; 8C_855
/2009 vom 2
1.
April 2010 E. 8.2; 8C_115/2009 vom 2
8.
Juli 2009 E. 6.2; 8C_584/2007 vom
9.
September 2008 E
.1; 8C_396/2007 vom 3
0.
Mai
2008 E.
3.3; U 239/06 vom 1
2.
April
2007 E.
4.3.2). Nicht dazugezählt habe es nament
lich den Sturz von einem Baugerüst über 5,4 bis 8 m (Urteil U 392/05
vom 1
6.
Dezember 2005 E.
2.1), den Sturz vom obersten Balkon im dritten St
ock ei
nes sich im Bau befindlichen Mehrfamilienhauses aus einer Höhe von etwa
7
bis 8 m (Urteil U 168/04 vom
8.
Oktober 2004 E. 5.2), den Sturz über 6 bis 8 m
beim Fensterreinigen im ersten Stock (Urteil U 167/99 vom
8.
Februar 2000 E.
3b), den Sturz aus einer Höhe von 5 m auf einen Asphaltboden (RKUV 1998 Nr. U 307 S. 448, U 169/97 E. 3b) oder den Sturz bei der Arbeit aus einer Höhe von rund 8 m in einen Kaminschacht (Urteil U 231/94 vom 1
0.
Mai 1995 E. 3c, zi
tiert in: RKUV 2005 Nr. U 555 S. 322, U 458/04 E. 3.4.1). Diese Fälle seien jeweils als mittelschweres Ereignis im Grenzbereich zu den schweren Unfällen qualifiziert worden. Den schweren Unfällen zugeordnet habe es den Absturz eines Kranführers mit einem an der Decke eines Bahntunnels montierten Kran über wenigstens acht Meter (Urteil U 83/97 vom 2
3.
Dezember 1997 E.
2c, zitiert in: RKUV 1998 Nr. U 307 S. 448, U 169/97 E. 3a) sowie einen
Gleit
schirm
abstur
z
(BGE 120 V 352 E. 5b/cc
).
In einem älteren Entscheid, U 191/2004 vom 1
2.
August 2005 E. 5.1, hatte das Bundesgerich
t ferner erläutert, als schwerer
Unfall gewichtet worden sei der Sturz von einer Leiter aus einer Höhe von 4 bis 5 m auf den Gehsteig mit ver
schiedenen gravierenden Knochenbrüchen. Einem mittelschweren Ereignis an der Grenze zu den schweren Fällen habe es de
n Sturz aus einer Höhe von 5
m auf den Boden zugeordnet, bei dem sich der Versicherte eine
Radiustrümmer
fraktur
rechts mit Abriss des Griffelfortsatzes der Elle,
Ellenbogenschleimbeutel
entzündung
sowie eine Rissquetschwunde über dem rechten Auge zugezogen habe. Als Ereignis im mittleren Bereich habe es einen Unfall betrachtet, bei dem der Versicherte aus einer Höhe von 2,5 bis 3 m von einer Leiter gestürzt sei und diverse Prellungen erlitten habe. Ausserdem sei ein Sturz von einer Leiter aus
4
bis 5 m Höhe als mittelschwer qualifiziert worden, der zu einer Schnittwunde am Kinn mit Schleimhautbeteiligung, einer Radiusköpfchenfraktur, multiplen Zahnverletzungen und einer Ellbogenluxation mit dauerhaft verminderter Be
last
barkeit des Ellenbogens geführt habe. Dieselbe Einstufung habe der Sturz von einer Leiter aus einer Höhe von ca. 2 m auf den rechten Ellenbogen, der eine proximale Radius- und
Ulnatrümmerfraktur
zur Folge gehabt habe, erfah
ren. Ausserdem seien auch der Sturz rückwärts aus einer Höhe von ca. 3,5 m auf das Gesäss mit Deckplattenimpressionsfraktur sowie der Sturz aus 3 bis 4 m Höhe vom Heuboden in das Futtertenn mit
Lendenwirbelkörper-Kompressions
fraktur
als mittelschwer qualifiziert worden.
4.4
.3
Vorliegend ist d
ie Fallhöhe umstritten, wobei sich beide Parteien mit Mut
massungen begnügen. Der von ihnen gesteckte Rahmen von 4 bis
6
m betrifft in Anbetracht der vorstehenden Kasuistik
exakt
die Grauzone zwischen mittel
schweren Unfällen im mittleren Bereich und solchen im Grenzbereich zu den schweren Unfällen. Ausschlaggebend ist daher der Unfallhergang, für welchen es
im Übrigen
keine Zeugen gibt
(vgl.
Urk.
8/6/5). Aus der polizeilichen
Foto
dokumentation
(
Urk.
8/6
/7
ff.; insbesondere den Kratzspuren im Schnee in
Urk.
8/6/11 und der Schneeverteilung auf dem Vordach in
Urk.
6/8/7), den vom Beschwerdeführer eingereichten Fotos (
Urk.
12/1-3), seiner Verletzungen primär im Lenden- und Hüftbereich (
Urk.
8/9) sowie dem Fehlen konkreter Anhalts
punkte für einen Kopfanprall (
Urk.
8/15 Anamnese;
Urk.
8/78/1) ist mit über
wiegender Wahrscheinlich darauf zu schliessen, dass er nicht kopfüber und un
kontrolliert von der Balkonmauer zu Boden stürzte, sondern vielmehr über die Kante des Vordachs glitt, wobei er versuchte, sich mit der Hand festzuhalten. Dafür sprechen auch die Erstaussagen gegenüber der Polizei, in welchen er keine Balkonmauer erwähnte (
Urk.
8/6/4).
Gestützt auf den Polizeibericht (
Urk.
8/6/3 Sachverhalt) und
§
279 des
Pla
nungs
-
und Baugesetzes (PBG; vgl. interaktive Bauordnung von Adliswil unter www.orts
planung.ch), wonach in der Wohnzone mit einer Bruttogeschosshöhe von 3,3 m respektive für die Erhebung des Erdgeschosses zusätzlich mit 1,5 m zu rechnen ist, kann dem Beschwerdeführer beigepflichtet werden, dass sich das Vordach (knapp) 5 m über dem Boden befinden dürfte (= 3,3 m + 1,5 m oder 3,3 m x 1,5 sichtbare Fenster, vgl. Urk. 8/6/8). Die Höhe des freien Falls betrug somit überwiegend wahrscheinlich deutlich weniger als 5 m, da der Beschwer
deführer mit den Fingern über das Vordach kratz
t
e, was letztlich nur bedeuten
kann, dass er zumindest mit einem Teil seines Körpers bereits über der Kante hing
, als er den Kontakt zum Vordach verlor. Wie aus der vorstehenden Kasui
stik ersichtlich ist, lassen zudem auch die Wirbelverletzungen nicht unmittelbar den Rückschluss zu, dass sich beim Unfall Kräfte entwickelt haben müssen, die
für ein schwereres Unfallereignis sprechen. Die Beschwerdegegnerin hat den zumindest teilweise kontrollierten Sturz vom Vordach am 1
4.
Dezember 2012 daher zu Recht noch als mittelschweren Unfall im mittleren Bereich qualifiziert.
4.5
4.5.1
Die Adäquanz eines allfälligen Kausalzusammenhanges zwischen dem
Unfaller
eignis
und organisch nicht hinreichend nachweisbaren Unfallfolgen ist damit lediglich zu bejahen, wenn eines der nachfolgenden Adäquanzkriterien ausge
prägt erfüllt ist oder drei solcher Kriterien gegeben sind (vgl. vorerwähntes Urteil 8C_496/2014 E. 4.2.3): besonders dramatische Begleitumstände oder be
son
dere Eindrücklichkeit des Unfalls; Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehl
entwicklungen auszulösen; ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behand
lung; körperliche Dauerschmerzen; ärztliche Fehlbehandlung, welche die Un
fall
folgen erheblich verschlimmert; schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komp
likationen; Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (vgl. BGE 115 V 133 E. 6b).
4.5
.2
Das Bundesgericht hat in seinem Urteil 8C_34/2015 vom 2
9.
Juni 2015 E. 4.3.1 festgehalten, es treffe zwar zu, dass gemäss seiner Rechtsprechung dem Krite
rium der besonderen Begleitumstände/Eindrücklichkeit bei einer Amnesie oder getrübten Erinnerung an den Unfall nicht dieselbe Bedeutung beizumessen sei. Daraus allein lasse sich aber nichts zu Gunsten der versicherten Person ableiten
, [
die den Unfall bei Bewusstsein erlebt habe,
]
zumal nach ständiger Recht
sprechung jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrück
lich
keit eigen sei, die nach objektivierten und nicht nach dem jeweiligen Empfinden der betroffenen Person zu beurteilen sei. Ergänzend ist anzumerken, dass bei diesem Kriterium nur das Unfallgeschehen an sich und nicht die dabei erlittene Verlet
zung betrachtet wird. Der nachfolgende Heilungsprozess wird ebenso wenig miteinbezogen (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 8C_372/2013 vom 2
8.
Oktober 2013 E. 7 mit Hinweisen auf nicht
publ
. E.
3.5.1
von
BGE 137 V 199; SVR 2013 UV Nr. 3 S. 7 E. 6.1 sowie Urteil 8C_15/2013 vom 2
4.
Mai 2013 E. 7.1).
Es genügt somit nicht, dass der Beschwerdeführer den Unfall bei vollem Be
wusst
sein erlebte. Sodann ist es eine jedem ungewollten freien Fall imma
nente Tatsache, dass man vergeblich versuchte, sich festzuhalten. Dabei gelang es dem Beschwerdeführer sogar, seinen Sturz etwas abzubremsen. Was die Dra
matik des Geschehens betrifft, ist die dadurch entstandene zeitliche Verzöge
rung im
Vergleich zur sofort spürbar geringeren Fallhöhe/–
geschwindigkeit
un
bedeu
ten
d. Aufgrund des vorstehend geschilderten Unfallhergangs (vgl. E.
4.4
.3) musste der
Beschwerdeführer ferner nicht unweigerlich mit einer schweren Kopfverletzung rechnen. Für die Frage der Adäquanz als psychischer Aspekt unbeachtlich ist die
psychotraumatologische
Symptomatik. Das Kriterium
ist somit
nicht erfüllt.
4.5
.3
In BGE 140 V 356 E. 5.5.1 hat sich das Bundesgericht näher mit dem Kriterium der Verletzungen auseinandergesetzt und die Kasuistik gemäss seinem Urteil SVR 2013 UV Nr. 3 S. 7, 8C_398/2012 E. 6.2.1 f., wiedergegeben. Bejaht worden sei das Kriterium etwa: bei Wirbelkörperfrakturen, wobei dem erhöhten Risiko von Lähmungserscheinungen und den im konkreten Fall wiederholt erforderlich gewesenen operativen Eingriffen Rechnung getragen worden sei (Urteil 8C_488/2011 vom 1
9.
Dezember 2011 E. 5.2); bei einer instabilen Fraktur eines Lendenwirbels, wobei man berücksichtigt habe, dass sich der Versicherte damit eine für einen mittelschweren, im Grenzbereich zu den leichten Ereignissen zu qualifizierenden Unfall relativ schwere Verletzung zugezogen habe, welche zu
dem nach ärztlicher Einschätzung erfahrungsgemäss geeignet sei, psychische Fehlentwicklungen auszulösen (Urteil 8C_116/2009 vom 2
6.
Juni 2009 E. 4.3); bei einem Kehlkopftrauma mit partiellem Abriss der Luftröhre und Erstickungs
gefahr (RKUV 200 Nr. 555 S. 322, U 458/04 E. 3.5.1). Verneint worden sei das Kriterium unter anderem: bei einer luxierten, subkapitalen 3-Fragment-Hume
rusfraktur links (Urteil 8C_744/2009 vom
8.
Januar 2010 E. 11.2); bei einem von den Ärzten als schwer bezeichneten Polytrauma mit Thorax- und
Abdomi
naltrauma
sowie offenen Gesichtsschädelfrakturen (Urteil 8C_197/2009 vom 1
9.
November 2009 E.
3.6); bei einer traumatischen Milzruptur,
Rippenserien
fraktur
mit
Hämatopneumothorax
links und Rissquetschwunde frontal am Kopf
links (Urteil 8C_396/2009 vom 2
3.
September 2009, Sachverhalt A und E. 4.5
.6); bei einem akuten linksbetonten
Cervicocephal
- und
Lumbovertebralsyn
drom
(Urteil 8C_249/2009 vom
3.
August 2009 Sachverhalt A und E. 8.3); bei einer Beckenstauchung mit
rezividierenden
ISG-Blockaden und aktivierter
Ileitis
rechts (Urteil 8C_275/2008 vom
2.
Dezember 2008 E.
3.3.2); bei Frakturen im Gesichtsbereich (Urteil 8C_825/2008 vom
9.
April 2009 E. 4.4); bei einer Com
motio cerebri, Rissquetschwunde parietal sowie Schürfungen an Gesicht, Knien und Händen (Urteil U 151/04 vom 2
8.
Februar 2005 E. 5.2.2); bei
Rippenfrak
turen
, diversen Kontusionen und Kopfprellung (Urteil U 272/03 vom 2
5.
August 2004 E. 4.3). Daraus habe man für das damals zu beurteilende Polytrauma (mit Milzruptur und Mageneinriss,
Hämatopneumothorax
beidseits,
Rippenserien
fraktur
links 2-12, Rippenfraktur rechts 4 und 6, Brustbeinfraktur mit
retro
sternalem
Hämatom, LWK 4-Querfortsatzfraktur, Fraktur des Schulterblatts links,
Schlüsselbeinbruch links, Herzprellung mit
Pericarderguss
zirkulär 3 mm) ge
schlossen, das Kriterium sei erfüllt, liege aber nicht in besonderer Ausprägung
vor, auch wenn die versicherte Person potentiell lebensgefährliche Verletzungen erlitten habe und längere Zeit intensivmedizinisch betreut worden sei.
Vorliegend handelte es sich um gut verheilende Knochenbrüche wie eine
Rippenserienfraktur und Schambeinastfrakturen, ferner ein Bau
ch
trauma (
Nieren
kontusion
) und schliesslich eine dauerhafte Schädigung der Wirbelsäule ohne Beteiligung der neuronalen Strukturen. Eine Operationsindikation,
Läh
mungs
- oder akute Lebensgefahr ist in den medizinischen Unterlagen nicht do
kumen
tiert (vgl. Sachverhalt E. 1.1 mit diversen Hinweisen auf Arztberichte). In Anbe
tracht der vorstehend dargelegten Kasuistik waren die erlittenen Verlet
zungen somit weder besonders schwer noch erfahrungsgemäss geeignet, eine psychische Fehlentwicklung auszulösen.
4.5
.4
Das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung setzt eine länger dauernde, kontinuierliche Behandlung somatisch begründbarer Be
schwerden voraus (BGE 140 V 356 E. 5.6.2). So reichen nach der
bundesge
richtlichen
Praxis für die Bejahung dieses Kriteriums Abklärungsmassnahmen,
ärztliche Verlaufskontrollen, medikamentöse Therapie sowie Physiotherapie nic
ht aus (Urteile des Bundesgerichts 8C_12/2016 vom 1. Juni
2016 E.
7.3.3 und U
503/06 vom
7.
November 2007 E 7.3).
Nachdem der Beschwerdeführer im Dezember 2012 eine Woche hospi
talisiert war (
Urk.
8/15/1), wurde Ende Januar 2013 als Therapie empfohlen:
Vollbe
lastung
nach Massgaben der Beschwerden, Schmerzanalgesie bei Bedarf und kein Tragen/Heben von schweren Sachen oder Forcieren von
Flexions-Exten
sionsbewegungen
für weitere sechs Wochen (
Urk.
8
/16
/2). Nach eigenen Anga
ben nahm der Beschwe
rdeführer in den ersten Monaten
Schmerzmittel ein, be
suchte ansonsten aber nur im März/April 2013 eine Physiotherapie (
Urk.
8/31/2 und 8/37/1; vgl. auch
Urk.
8/19). In der viel später im August/September 2013 durchgeführten stationären Rehabilitation wurde primär eine psychische Über
la
gerung festgestellt. Man empfahl Übungen zur Kräftigung der Muskulatur und Förderung der Beweglichkeit (MTT, Stockentwöhnung, Aquajogging) und atte
stierte aus somatischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
(
Urk.
8/56/2 f
.).
Von einer ungewöhnlich lan
gen Dauer der Behandlung im Sinne der Recht
sprechung kann also nicht die Rede sein.
Irrelevant ist
übrigens
die Operation
der unfallfremden Leistenhernie.
4.5
.5
Das Kriterium der Dauerschmerzen setzt voraus, dass in der ganzen Zeit zwi
schen Unfall und Fallabschluss durchgehend körperliche Schmerzen bestehen, die auf organisch nachweisbare, unfallkausale Befunde zurückgehen. P
sychische Beschwerden
können selbst dann
nicht in die Beurteilung der Adäquanz
einbe
zogen werden
, wenn sie körperlich imponieren
(vgl. Urteile des Bundesgerichts
8C_359/2008 vom 1
8.
Dezember 2008 E. 6.4 und 8C_933/2014 vom 2
2.
April 2015 E. 3.2.2.3).
Die Parteien sind sich einig, dass dieses Kriterium erfüllt ist. Die
Beschwerde
gegnerin
stützt sich dabei auf
Dr.
B._
Beurteilung des Integritätsschadens anhand der Tabelle 7.2 der Medizinischen Abteilung der Suva, die Angaben zur Integritätsentschädigung bei Wirbelsäulenaffektionen gemäss Anhang 3 zur UVV enthält. In deren Feinraster wird die Schmerzfunktionsskala (0 bis +++) zu fünf Wirbelsäulenaffektionen (Frakturen,
Ostechondrose
, Diskushernie, Status nach
Laminektomie
und
Spondylodese
, Kyphosen und Skoliosen) in Relation gesetzt.
Dr.
B._
erklärte hierzu, die LWS-Frakturen mit einem
Kyphosewinkel
von bis zu 10° würden bei zweifach positiver Schmerzfunktionsskala eine Ent
schädigung von 5 bis 10
%
, bei dreifach positivem Wert von 10 bis 20
%
erge
ben. Die bei der Untersuchung gezeigten Inkonsistenzen würden auf eine wie schon von der
Z._
beschriebene Symptomausweitung hindeu
ten, die einen dreifach positiven Wert auf der Schmerzfunktionsskala als nicht wahrscheinlich erachten lasse, so dass eine Entschädigung von 10
%
bei den bestehenden strukturellen Veränderungen als oberste Grenze zu bewerten sei (
Urk.
8/116
/1).
Die Einstufung von
Dr.
B._
in die Spalte (++) entspricht geringen
Dauer
schmerzen
, bei Belastung verstärkt und auch in Ruhe. Wie bereits dargelegt steht seine Beurteilung insgesamt im Einklang mit den übrigen medizinischen Berichten und erweist sich als zuverlässig und schlüssig (vgl. E. 4). Der Be
schwerdeführer vermag am von
Dr.
B._
festgestellten Ausmass der Schmerzen jedenfalls keine Zweifel zu erwecken, indem er bei den gezeigten Inkonsistenzen (z.B. deutliches Schonhinken ohne Muskelatrophie,
Urk.
8/115/7) auf seine sub
jektiven Angaben in der Untersuchung (z.B. Sensibilitätsstörungen,
Urk.
8/115/
5) hinweist. Es bleibt anzumerken, dass auch die fehlende Motiva
tion des Be
schwerdeführers zur Steigerung des Trainings, obschon eine solche aufgrund der somatischen Befunde möglich gewesen wäre (vgl. E.
4.1 und 4.3; ferner
Urk.
8/105 allerdings ohne kritische Würdigung der Schmerzangaben), gegen einen hohen Leidensdruck spricht. Eine besondere Ausprägung des Krite
riums der Dauerschmerzen ist zweifelsohne zu verneinen.
4.5
.6
Das Kriterium des Grades und der Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähig
keit bezieht sich nicht allein auf das Leistungsvermögen im angestammten Be
ruf, sondern auch auf die Arbeitsunfähigkeit in einer zumutbaren Tätigkeit in einem anderen Beruf (
Art.
6
Abs.
1 ATSG; Urteile des Bundesgerichts vom
3.
Februar 2012 E. 7.3.6 mit Hinweisen und 8C_933/2014 vom 2
2.
April 2015 E.
3.2.2.5). Als nicht gegeben erachtete das Bundesgericht dieses Kriterium in sei
nem aktuellen Urteil 8C_12/2016 vom
1.
Juni 2016 E. 7.3.3, nachdem die
Ver
si
cherte ein Jahr nach dem Unfall aus somatischer Sich in einer adaptierten Tä
tigkeit wieder voll arbeitsfähig war (vgl. auch vorerwähntes Urteil 8C_933/2014 E. 3.2.2.5 in Verbindung mit Sachverhalt A.).
Zwar trifft es zu, dass der Beschwerdeführer seit dem Unfall nicht mehr in der Lage ist, den Beruf als Maurer auszuüben. Indes attestierte ihm die
Z._
bereits im September 2013, mithin neun Monate nach dem Unfall, eine volle Arbeitsfähigkeit in mittelschweren Arbeiten (
Urk.
8/56/3), wie sie bei un
veränderter Befundlage von
Dr.
B._
im August 2014 bestätigt wurde (
Urk.
8/115/7). Anzufügen bleibt, dass im Bericht der
Z._
vom 1
6.
September 2013 tatsächlich eine ungünstige Prognose für den beruflichen Wiedereinstieg gestellt wurde. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers ist diese indes nicht zu berücksichtigen, da aus dem Bericht auch klar hervor geht, dass diese einzig mit dem „Schmerzerleben und somit weiteren
Stockge
brauch
“ – also psychogenen Beeinträchtigungen – zusammenhängt (
Urk.
8/56
/5).
4.5
.7
Zu Recht nicht geltend gemacht wurde die Erfüllung der übrigen Kriterien (ärzt
lichen Fehlbehandlung und schwieriger Heilverlauf/erhebliche Komplikati
onen; vgl. zu letz
t
erem
Urteile
des Bundesgerichts 8C_682/2013 vom 1
4.
Februar 2014
E. 11.3 und 8C_29/2010 vom 2
7.
Mai 2010 E. 5.3).
4.6
Zusammenfassend ist der Beschwerdegegnerin beizupflichten, dass lediglich das
Adäquanzkriterium der körperlichen Dauerschmerzen in
nicht ausgeprägtem
Aus
mass
erfüllt ist, weshalb es sich nicht rechtfertigt, von einem adäquaten Kausal
zusammenhang zwischen dem mittelschweren Unfall im mittleren Bereich und den psychischen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers auszugehen. Dem
nach bemisst sich die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin einzig nach den somatischen Einschränkungen.
5.
5.1
Bezüglich des Rentenanspruchs
ferner
strittig ist
die Invaliditätsbemessung. Die Beschwerdegegnerin legte dieser ein Invalideneinkommen von
Fr.
60‘816.40 gestützt auf den Durchschnitt der DAP-Zahlen, d.h. die Arbeitsplätze Nr. 9969, 9762, 9539504, 854291 und 6103 in
Urk.
8/139, zugrunde. Im Hinblick auf die geforderte Repräsentativität der DAP-Profile und der daraus abgeleiteten
Lohn
angaben
hat
sie
zusätzlich zur Auflage von mindestens fünf DAP-Blättern, An
gaben über die Gesamtzahl der aufgrund der gegebenen Behinderung in Frage kommenden dokumentierten Arbeitsplätze (162), über den Höchst- und den
Tiefstlohn
(
Fr.
89‘700.– respektive
Fr.
45‘656.–) sowie über den
Durchschnitts
lohn
der dem jeweils verwendeten Behinderungsprofil entsprechenden Gruppe (
Fr.
64‘642
.–) gemacht (vgl.
Urk.
8/13/1).
5
.2
Im Beschwerdeverfahren ist es Sache des Gerichts, die Rechtskonformität der DAP-Invaliditätsbemessung zu prüfen, gegebenenfalls die Sache an den Versi
cherer zurückzuweisen oder an Stelle des DAP-Lohnvergleichs einen
Tabellen
lohnvergleich
gestützt auf die LSE vorzunehmen (Urteil des Bundesgerichts
8C_898/2015 vom 1
3.
Juni 2016 E.
3.3
).
Dabei ist vorab festzustellen,
dass,
würde auf die im Oktober 2014 veröffentlichte LSE (2012) abgestellt, gestützt auf die Tabelle TA1 von einem standardisierten Monatslohn (Vollzeitäquivalent basie
rend auf 4 1/3 Wochen à 40 Arbeitsstunden) für einfache Tätigkeiten körperli
cher oder handwerklicher Art (Kompetenzniveau 1), Total für Männer von Fr. 5‘210.-
auszugehen
wäre
.
Dieser Betrag
wäre
auf die im Jahr 20
14
betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit
von 41,7 Stunden hochzurechnen
sowie an die
Nomi
nallohnentwicklung
der Jahre 2013 und 2014
anzupassen (
BFS,
Schweize
rischer Lohnindex
,
Index und Veränderung auf der Basis 2010 = 100 (NOGA08) [
im Internet abrufbar]
,
Nominallohnindex Männer [T1.1.
10
], Total
, Jahr
2013: 0.
8
%
,
Jahr
2014: 0.
7
%
). Daraus
würde
ein jährliches Brutto
einkommen von Fr.
66‘158
.–
(
=
Fr.
5‘210
.-- x 12 : 40 x 41,7 :
1.008
x
1.007
) resultieren. Da der Betrag höher
ist
als der Durchschnitt der
fünf DAP-Zahlen, könnte der Be
schwerdeführer aus der Anwendbarkeit der LSE
folglich
nur etwas zu seinen Gunsten ableiten, wenn ihm ein leidensbedingter Abzug von 10
%
oder mehr
zu gewähren wäre.
5
.3
Das
medizinische Anforderungs- und Belastungsprofil
stellt
eine zum zeitlich zumutbaren Arbeitspensum tretende qualitative oder quantitative Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit dar, wodurch in erster Linie das Spektrum der er
werblichen Tätigkeiten (weiter) eingegrenzt wird, welche unter Berücksich
tigung der Fähigkeiten, Ausbildung und Berufserfahrung der versicherten Per
son
realistischerweise
noch in Frage kommen. Davon zu unterscheiden ist die Frage, ob mit Bezug auf eine konkret in Betracht fallende Tätigkeit bei ausge
glichener Arbeitsmarktlage verglichen mit einem gesunden Mitbewerber nur bei Inkauf
nahme einer Lohneinbusse reale Chancen für eine Anstellung bestehen. Ledig
lich wenn - auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (zu diesem Begriff
BGE 110 V 273
E. 4b) - unter Berücksichtigung solcher Einschränkun
gen, die personen- oder arbeitsplatzbezogen sein können, kein genügend breites Spek
trum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten mehr besteht, rechtfertigt sich allen
falls ein (zusätzlicher) Abzug vom
LSE-
Tabellenlohn (Urteil des Bundesge
richts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3.1.1
mit Hinweisen).
Die
gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, weiterhin körperlich schwere Arbeit zu verrichten
,
führt
nicht automatisch zu einer Verminderung des hypotheti
schen
Invaliden
lohnes
, weil der Tabellenlohn im
Kompetenzniveau
1
bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (
vgl. dazu
Urteil des Bundesgerichts 9C_455
/2013 vom
4.
Oktober 2013 E. 4.4).
Der Um
stand, dass die versicherte Person gemäss den medizinischen Angaben auf eine Tätigkeit angewiesen ist, die im Sitzen verrichtet werden kann und die Möglich
keit zu gelegentlichen Positionswechseln bietet, ihre Einsatzmöglichkeiten daher begrenzt sind, ist im Hinblick auf den allein massgeblichen ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
16 ATSG;
BGE 134 V 64
E. 4.2.
1) ebenfalls nicht
abzugsre
le
vant
(vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_176/2012 vom 3. September 2012 E. 8)
.
Für ein breites Spektrum an Verweistätigkeiten
unter alleiniger Berücksichti
gung der
somatischen
Einschränkungen spricht denn auch die grosse Anzahl der in Frage kommenden dokumentierten Arbeitsplätze
(
Urk.
8/139)
. Das
fort
geschrittene
Alter
führt ferner ebenso wenig
automatisch zu einem Abzug
.
Statistisch gesehen sind die Löhne von
Arbeitnehmenden
im Altersbereich
des Beschwerdeführers
, der bei Fallabschluss noch nicht 60 Jahre alt war,
im
Kom
petenzniveau
1
nicht tiefer, sondern eher höher als diejenigen jüngerer
Ar
beit
nehmende
r
.
D
ass das Alter die Stellensuche faktisch negativ beeinflussen kann, muss als invaliditätsfremder Faktor
unberücksichtigt
bleiben
(
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_808/2013 vom 1
4.
Februar 2014 E. 7.3).
Im Übrigen
hat d
as Bundesgericht die Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit
von deutlich älteren
Versicherten
als dem Beschwerdeführer
in einer vorwiegend sitzenden und wechselbelastenden Tätigkeiten
jeweils
ohne weiteres
bejaht
, insbesondere wenn
wie vorliegend eine
volle Arbeitsfähigkeit zur Diskussion stand (vgl. Kasuistik in
den Urteilen des Bundesgerichts 9C_847/2015 vom 3
0.
Dezember 2014 E. 4.1-3,
8C_345/2013 vom 1
0.
September
2013 E.
4.3 und 9C_124/2010
vom 2
1.
Septem
ber 2010 E.
5.2).
Eine
Gesamtbetrachtung
selbst
unter Einbezug der
nicht gesundheitlich bedingten Sprachprobleme und de
s
Ausländerstatus rechtfertigt
somit
keinen
entscheidrelevanten
leiden
s
bedingte
n
Abzug
von 10
%
oder mehr
.
5
.
4
Bei einem gestützt auf das
DAP-System
festgesetzten Invalideneinkommen sind Abzüge, wie von der Beschwerdegegnerin zutreffend dargelegt, grundsätzlich nicht sachgerecht, da bei diesem System
aufgrund der ärztlichen
Zumutbar
keitsbeurteilung
anhand von Arbeitsplatzbeschreibungen ko
nkrete
Verwei
sungs
tätigkeiten
ermittelt werden.
Zum einen wird
damit
spezifischen Beein
träch
tigungen in der Leistungsfähigkeit bereits bei der Auswahl der zumutbaren DAP-Profile Rechnung getragen. Zum andern ist bezüglich der weiteren per
sön
lichen und beruflichen Merkmale (Teilzeitarbeit, Alter, Anzahl Dienstjahre,
Auf
enthaltsstatus
), die bei der Anwendung der LSE zu einem Abzug führen können,
darauf hinzuweisen, dass auf den DAP-Blättern in der Regel nicht nur der Durchschnittslohn, sondern ein Minimum und ein Maximum angegeben sind, innerhalb deren Spannbreite auf die konkreten Umstände Rücksicht ge
nommen werden kann. Nach der Rechtsprechung zur Festlegung des
Invaliden
ein
kom
mens
ist grundsätzlich vom Mittelwert der Durchschnittslöhne der fünf ausge
wählten und im konkreten Fall repräsentativen DAP-Blätter auszugehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_161/2009 vom
6.
Oktober 2009 E. 3.2 mit Hin
weisen).
Das Abstellen auf den Durchschnittswert der fünf ausgewählten DAP-Profil
e
rechtfertig
sich auch vorliegend. So
ergeben sich aus den Arbeitsplatzbeschrei
bungen keine Anhaltpunkte dafür,
dass körperfern Gewichte gehoben
oder
ge
tragen werden müss
t
en respektive
mit
unerwartet
en
asymmetrische
n
Lastenein
wirkungen
zu rechnen wäre
(
Urk.
8/139/11 visuelle Kontrolle, ob die Brote richtig in die Verpackungsanlage eingeführt werden;
Urk.
8/139/15 Kunden be
dienen, mit Werkzeugen/Material einkaufen und herausgeben, Kontrollmittel einreihen und aufräumen;
Urk.
8/139/19 Vormontage von Baugruppen für Förderbänder auf verstellbarem Arbeitstisch, Kleinteile aus Alu und Kunst
stoff
;
Urk.
8/139/1 Innenprofile in Aussenprofile schieben und Qualitätskontrolle, vgl. dazu auch die Produktübersicht unter
http://planet.ag
;
Urk.
8/139
/27
maschi
nelle Schlusskontrolle
von
Wa
a
gen
, diverse Tests).
Des Weiteren
ist nicht
er
sichtlich, inwiefern es dem Beschwerdeführer nicht möglich sein soll, längere
Strecken
mit
öffentlichen Verkehrsmitteln
unterwegs zu sein. Er hat keine Ein
schränkungen beim Gehen und kann in den öffentlichen Verkehrsmitteln seine Position frei wählen. Sodann rechtfertigt es sich bezüglich des zumutbaren Arbeitsweges nicht, einen anderen Massstab als in der Arbeitslosenversicherung (
Art.
16
Abs.
2
lit
. f des
Bundesgesetz
es
über die obligatorische Arbeitslosen
versicherung und die Insolvenzentschädigung
,
AVIG
) anzulegen, soweit
die
ge
sund
heitlichen Einschränkungen nicht etwas anderes gebieten
.
Im Übrigen ha
t
der Beschwerdeführer
nichts vorgebracht, was es als unzumutbar erscheinen lassen würde, in die Nähe
einer dieser
Arbeitsstellen zu ziehen
(vgl. dazu auch Urteil des Bundesgerichts 9C_466/2007 vom 2
5.
Januar 2008 E. 4.2.1, bestätigt mit Urteil 9C_455/2013 vom
4.
Oktober 2013 E. 4.3).
Anzumerken bleibt, dass die Beschwerdegegnerin mit der Auswahl der Arbeitsplätz
e
auch
den sprachli
chen Problemen des Beschwerdeführers Rechnung trug, indem sie beispielsweise keine Hilfstätigkeiten im Büro oder am Empfang/Telefon auswählte.
5
.5
Das
Valideneinkommen
ist soweit unbestrittenen und nachvollziehbar (
Urk.
8
/131) mit
Fr.
88‘400
.–
beziffert worden.
Im Hinblick auf die
Anwendbar
keit von
Art.
28
Abs.
4 UVV
ist anzumerken, dass die Anhaltspunkte für eine bereits vor dem Unfall definitiv geplante Frühpensionierung mit 60 Jahren bzw. Aufgabe der Erwerbstätigkeit altershalb
e
r
zu wenig konkret sind. Demnach
bleibt es b
eim von der Beschwerdegegnerin
festgelegten
Invaliditätsgrad von 31
%
für die Invalidenrente ab
1.
November 201
4.
6
.
Hinsichtlich der Integritätsentschädigung kann auf die Ausführungen unter E.
4.5.5
verwiesen werden.
Anzumerken bleibt, dass die Beurteilung einer ein
zelnen Integritätseinbusse den ärztlichen Sachverständigen obliegt. Dem Gericht ist es nicht möglich, die Beurteilung aufgrund der aktenkundigen Diagnosen selbst vorzunehmen, da die Ausschöpfung des in den Tabellen o
ffen gelassenen Bemessungsspiel
raums entsprechende Fachkenntnisse voraussetzt (Urteil des Bun
desgerichts 8C_659/2011 vom
6.
März
2012 E.
3.3). Nichtsdestotrotz
stellt sich
die Frage
,
ob es sich rechtfertigt, auf die „oberste Grenze“ und nicht einen
Mittelwert
abzustellen, wenn sich die tatsächlichen Beschwerden einer versi
cherten Person aufgrund einer klaren Symptomausweitung nicht eruieren lassen. Immerhin trägt trotz Untersuchungsgrundsatz letztlich
sie
insofern die Be
weislast, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu ihren Ungunsten ausfallen muss, soweit sie aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten will (vgl. BGE 117 V 261 E. 3b). Vorliegend erscheint eine bei der Ein
stufung (++) maximal mögliche Entschädigung von 10 % insofern vertretbar, als im Bericht der
Z._
klar festgestellt wurde, dass die erheb
liche Symptomausweitung
– wenn auch nur teilweise –
auf eine psychische Störung zurückzuführen ist (
Urk.
8/56/2) und sich der Beschwerdeführer seither in regelmässiger psychiatrischer Behandlung befindet (
Urk.
8/89 und 8/153).
7
.
Zusammenfassend sind die Einwände des Beschwerdeführers gegen die Einstel
lung der Taggelder
per Ende Oktober 2014, die Verneinung
des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen
dem
Unfallereignis und den psychischen Beschwer
den
,
die Berechnung des
für die Rente massgebenden
Invaliditäts
grades
sowie die Beurteilung der Schmerzsymptomatik im Rahmen der
Integri
tätsent
schädi
g
ung
u
nbegründet.
Die Beschwerde ist folglich abzuweisen, wobei das Verfahren gemäss Art. 61
lit
. a ATSG kostenlos ist.