Decision ID: 80ebc852-f45b-4a06-85a6-9128967d6b46
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend
bandenmässiger Raub etc.
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Winterthur vom 6. November 2013 (DG130036)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 10. Juni
2013 (Urk. 22) ist diesem Urteil beigeheftet
Urteil der Vorinstanz: (Urk. 60 S. 33 ff.)
"Es wird erkannt:
1.1 Der Beschuldigte A._ ist schuldig
− des bandenmässigen Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1
in Verbindung mit Ziff. 3, teils in Verbindung mit Ziff. 2 StGB (ND1-4),
− des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 in Verbindung mit
Ziff. 2 StGB (ND5),
− der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB (ND5),
− des Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB (ND6),
− der mehrfachen Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB
(ND6),
− des mehrfachen Fahrens in fahrunfähigem Zustand im Sinne von
Art. 91 Abs. 1 und Abs. 2 SVG (ND1-5),
− der mehrfachen Widerhandlung gegen das Waffengesetz im Sinne von
Art. 33 Abs. 1 lit. a WG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 lit. c und lit. g
WG (ND1-5),
− des mehrfachen Missbrauches von Ausweisen und Schildern im Sinne
von Art. 97 Abs. 1 lit. a und lit. g SVG.
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1.2 Der Beschuldigte B._ ist schuldig
− des bandenmässigen Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 in
Verbindung mit Ziff. 3, teils in Verbindung mit Ziff. 2 StGB (ND1-4),
− des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 in Verbindung mit
Ziff. 2 StGB (ND5),
− der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB (ND5),
− des Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB (ND7),
− der mehrfachen Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB
(ND7),
− des gewerbsmässigen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 und
Ziff. 2 StGB (ND8-24),
− des geringfügigen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 in Ver-
bindung mit Art. 172ter StGB (ND25),
− der mehrfachen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 und
Abs. 3 StGB (ND8-24),
− der mehrfachen Widerhandlung gegen das Waffengesetz im Sinne von
Art. 33 Abs. 1 lit. a WG in Verbindung Art. 4 Abs. 1 lit. c und lit. g WG
(ND1-5) und
− des mehrfachen Missbrauchs von Ausweisen und Schildern im Sinne
von Art. 97 Abs. 1 lit. a und lit. g SVG (ND1-4 und 25).
2.1 Der Beschuldigte A._ wird bestraft mit 4 Jahren Freiheitsstrafe, wovon
bereits 96 Tage (gerechnet bis 13. Dezember 2012) durch Haft erstanden
sind.
Es wird davon Vormerk genommen, dass sich A._ seit dem 13. De-
zember 2012 im Vorzeitigen Strafvollzug befindet.
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2.2 Der Beschuldigte B._ wird bestraft mit 6 Jahren Freiheitsstrafe, wovon
bereits 116 Tage (gerechnet bis 13. Dezember 2012) durch Haft erstanden
sind, sowie mit einer Busse von Fr. 500.–.
Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt er die Busse nicht, so tritt an deren Stelle
eine Ersatzfreiheitsstrafe von fünf Tagen.
Es wird davon Vormerk genommen, dass sich B._ seit dem 13. De-
zember 2012 im Vorzeitigen Strafvollzug befindet.
3.1 Für den Beschuldigten A._ wird eine ambulante Behandlung im Sinne
von Art. 63 StGB (Behandlung psychischer Störungen) angeordnet.
Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht zugunsten der ambulanten Be-
handlung aufgeschoben.
3.2 Für den Beschuldigten B._ wird eine ambulante Behandlung im Sinne
von Art. 63 StGB (Behandlung psychischer Störungen und Suchtbehand-
lung) angeordnet.
Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht zugunsten der ambulanten Be-
handlung aufgeschoben.
4. Folgende mit Verfügungen der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich
vom 11. Dezember 2012 (HD act. 9/8 und 14/5), 21. Dezember 2012 (HD
act. 9/10) und 21. Februar 2013 (HD act. 9/12) beschlagnahmten Gegen-
stände werden eingezogen und der Kantonspolizei Zürich zur gutscheinen-
den Verwendung überlassen: a) 1 Paar Handschuhe, blau, ...
b) 1 Lederjacke, schwarz, ...
c) 1 Waffenbehältnis, Schachtel zu Airsoft Rifle GR16 Carbine, 6mm, ...
d) 1 Rucksack, tarnfarbig, enthält: Tarnjacke, Tarnhut, Tarnholster, Plasticksack weiss
(enthält: 1 Pet-Flasche mit Softairkugeln braun BIO 6mm und 1 Kunststoffsäckli mit
Softairkugeln weiss), ...
e) 2 Spielzeugpistolen, Kunststoff, schwarz, ...
f) 1 Messer, Walther, Klappmesser, ...
g) 1 Rucksack, schwarz, NRG, enthält: 1 Pistolenhalter, schwarz, 1 Magazinholster,
schwarz, 1 Socken, schwarz, 1 CD "Asozhial", 1 CD "Gsezhlos", ...
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h) 1 Samurai Schwert, schwarz, ...
i) 1 CD, RTI Provider Sunrise, A._, ..., 24.09.2012
j) 1 CD, RTI, Provider Swisscom, A._, ..., 24.09.2012
k) 1 CD, RTI Provider Sunrise, A._, ..., 17.09.2012
l) 1 CD, RTI Provider Orange, B._, ..., 17.09.2012
m) 1 CD, RTI Provider Orange, B._, ..., 24.09.2012
n) 1 CD, Raub Volg Buch ..., 03.09.2012
o) Inhalt obere Schublade: Kreditkarte Dresdner Bank, Karte der Firma upc cablecom,
Schreiben mit Product Key für Windows XP Home Edition, roter Notizzettel (sei schön
brav ...), grüner Notizzettel (Telefon Frau C._)
p) Vodafone Surf Stick mit UBS-Kabel
q) Verpackung für Samsung-Mobilehandy GT S5230, Inhalt: Schwarzes Samsung
Mobilehandy GTE1050, Zubehörteile, Mobile-Prepaid Starter Pack der Firma "..."
r) Schwarze Spielzeugpistole mit rotem Kunststoffstopfen in der Mündung
s) Saturn Einkaufstüte, Inhalt: schriftliche Unterlage Vodafone Surf-Stick, roter Notizzet-
tel (..., PW ..., PIN ...), Broschüre Prepaid SIM-Karte von "O2 Loop" (Rufnummer
...), Broschüre Prepaid SIM-Karte von
"O2 Loop" (Rufnummer ...), Schriftliche Unterlagen über staatliche Zuschüsse.
5.1 Das Schadenersatzbegehren der D._ Genossenschaft in der Höhe von
Fr. 2'057.– wird vollumfänglich auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
5.2 Die Beschuldigten A._ und B._ werden solidarisch verpflichtet,
E._ eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 500.– zu bezahlen.
5.3 Die Beschuldigten A._ und B._ werden solidarisch verpflichtet, der
F._ anstelle der G._ Fr. 3'043.45 zu bezahlen.
Die Beschuldigten A._ und B._ werden solidarisch verpflichtet, der
G._ Schadenersatz in der Höhe von Fr. 3'145.55 zu bezahlen.
5.4 Das Schadenersatzbegehren der H._ AG in der Höhe von Fr. 4'355.75
wird vollumfänglich auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
5.5 Das Schadenersatzbegehren von I._ in der Höhe von Fr. 500.– wird
vollumfänglich auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
5.6 Das Schadenersatzbegehren der J._ in der Höhe von Fr. 6'575.50 wird
vollumfänglich auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
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Das Genugtuungsbegehren der J._ in der Höhe von Fr. 500.– wird ab-
gewiesen.
5.7 Das Schadenersatzbegehren der K._ AG in der Höhe von Fr. 10'160.50
wird vollumfänglich auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
5.8 Der Beschuldigte B._ wird verpflichtet, den L._ Schadenersatz in
der Höhe von Fr. 109'585.50 zu bezahlen.
5.9 Das Schadenersatzbegehren der Stadt M._ in der Höhe von
Fr. 16'219.35 wird vollumfänglich auf den Weg des Zivilprozesses verwie-
sen.
5.10 Der Beschuldigte B._ wird verpflichtet, der Gemeinde N._ Scha-
denersatz in der Höhe von Fr. 13'064.60 zu bezahlen. Im Übrigen wird das
Schadenersatzbegehren der Gemeinde N._ auf den Weg des Zivilpro-
zesses verwiesen.
5.11 Der Beschuldigte B._ wird verpflichtet, der F._ anstelle der Ge-
meinde O._ Fr. 13'808.20 zu bezahlen.
Der Beschuldigte B._ wird verpflichtet, der Gemeinde O._ Scha-
denersatz in der Höhe von Fr. 1'999.50 zu bezahlen. Im Übrigen wird das
Schadenersatzbegehren der Gemeinde O._ auf den Weg des Zivilpro-
zesses verwiesen.
5.12 Der Beschuldigte B._ wird verpflichtet, der P._ Tankstelle Scha-
denersatz in der Höhe von Fr. 128.90 zu bezahlen.
Das Genugtuungsbegehren der P._ Tankstelle wird abgewiesen.
6. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
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Fr. 8'000.00 ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 22'762.40 Untersuchungskosten A._
Fr. 26'825.90 Untersuchungskosten B._
Fr. 2'219.50 Kosten KAPO
Fr. 425.00 ausserkantonale Untersuchungskosten
Fr. 15'000.00 Gebühr Führung Strafuntersuchung
Fr. 15'656.65 amtl. Verteidigungskosten A._: RA X._ (inkl. Auslagen und MwSt)
Fr. 39'685.30 amtl. Verteidigungskosten B._: RA X1._ (inkl. Auslagen und MwSt)
Fr. 130'574.75
7. Den Beschuldigen werden je ihre eigenen Untersuchungskosten auferlegt.
Im Übrigen werden die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Ver-
fahrens den Beschuldigten je zur Hälfte auferlegt.
Den Beschuldigten werden zudem je die Kosten ihrer eigenen amtlichen
Verteidigung auferlegt. Diese werden einstweilen auf die Gerichtskasse ge-
nommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4
StPO.
8. (Mitteilung)
9. (Rechtsmittel)"
Berufungsanträge: (Prot. II S. 5 f.)
a) Der Staatsanwaltschaft (Urk. 101 S. 2):
1. Der Beschuldigte A._ sei mit 7 Jahren Freiheitsstrafe zu bestrafen.
2. Der Beschuldigte B._ sei mit 9 Jahren Freiheitsstrafe zu bestrafen.
3. Im Übrigen sei das vorinstanzliche Urteil zu bestätigen.
b) Der Verteidigung des Beschuldigten A._ (Urk. 102 S. 1):
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1. Die Berufung der Staatsanwaltschaft sei abzuweisen und das vo-
rinstanzliche Urteil sei auch im Strafmass zu bestätigen.
2. Die Kosten des Berufungsverfahrens (inkl. Kosten der amtlichen Ver-
teidigung) seien auf die Staatskasse zu nehmen.
c) Der Verteidigung des Beschuldigten B._ (Urk. 103 S. 1 f.):
1. Die Berufung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich sei vollum-
fänglich abzuweisen.
2. In Gutheissung der Anschlussberufung des Beschuldigten und in Ab-
änderung von Ziff. 2.2 Abs. 1 des vorinstanzlichen Urteilsdispositivs
vom 6. November 2013 sei der Beschuldigte B._ zu bestrafen mit
einer Freiheitsstrafe von 5 Jahren Dauer, wovon bereits 116 Tage (ge-
rechnet bis 13. Dezember 2012) durch Haft erstanden sind, sowie mit
einer Busse von CHF 500.00.
3. In Gutheissung der Anschlussberufung des Beschuldigten in Abände-
rung von Ziff. 3.2. des vorinstanzlichen Urteilsdispositivs vom
6. November 2013 sei für den Beschuldigten B._ eine stationäre
Massnahme i.S. von Art. 60 StGB anzuordnen.
Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei zugunsten dieser Massnahme auf-
zuschieben.
4. Im Übrigen sei das Urteilsdispositiv der Vorinstanz vom 6. November
2013 zu bestätigen.
5. Die Kosten des Berufungsverfahrens sowie der amtlichen Verteidigung
im Berufungsverfahren seien auf die Gerichtskasse zu nehmen.
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Erwägungen:
I.Prozessuales
1. Verfahrensgang
1.1. Zum Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zur Vermeidung
von Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen im angefochtenen Ent-
scheid verwiesen werden (Urk. 60 S. 6).
1.2. Am 6. November 2013 wurde der Beschuldigte A._ durch das Be-
zirksgericht Winterthur des bandenmässigen Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1
Abs. 1 in Verbindung mit Ziff. 3, teils in Verbindung mit Ziff. 2 StGB (ND1-4), des
Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 in Verbindung mit Ziff. 2 StGB (ND5),
der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB (ND5), des Betruges im Sinne von
Art. 146 Abs. 1 StGB (ND6), der mehrfachen Urkundenfälschung im Sinne von
Art. 251 Ziff. 1 StGB (ND6), des mehrfachen Fahrens in fahrunfähigem Zustand
im Sinne von Art. 91 Abs. 1 und Abs. 2 SVG (ND1-5), der mehrfachen Wider-
handlung gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a WG in Ver-
bindung mit Art. 4 Abs. 1 lit. c und lit. g WG (ND1-5) sowie des mehrfachen Miss-
brauches von Ausweisen und Schildern im Sinne von Art. 97 Abs. 1 lit. a und lit. g
SVG schuldig gesprochen. Der Beschuldigte B._ wurde des bandenmässi-
gen Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 in Verbindung mit Ziff. 3, teils in
Verbindung mit Ziff. 2 StGB (ND1-4), des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1
Abs. 1 in Verbindung mit Ziff. 2 StGB (ND5), der Nötigung im Sinne von Art. 181
StGB (ND5), des Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB (ND7), der mehr-
fachen Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB (ND7), des ge-
werbsmässigen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 und Ziff. 2 StGB (ND8-
24), des geringfügigen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 in Verbindung mit
Art. 172ter StGB (ND25), der mehrfachen Sachbeschädigung im Sinne von
Art. 144 Abs. 1 und Abs. 3 StGB (ND8-24), der mehrfachen Widerhandlung gegen
das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a WG in Verbindung Art. 4 Abs.
1 lit. c und lit. g WG (ND1-5) sowie des mehrfachen Missbrauchs von Ausweisen
und Schildern im Sinne von Art. 97 Abs. 1 lit. a und lit. g SVG (ND1-4 und 25)
schuldig gesprochen. Der Beschuldigte A._ wurde mit 4 Jahren Freiheitsstra-
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fe und der Beschuldigte B._ mit 6 Jahren Freiheits-strafe sowie einer Busse
von Fr. 500.-- bestraft. Für beide Beschuldigten wurde eine ambulante Behand-
lung im Sinne von Art. 63 StGB angeordnet, der Vollzug der Freiheitsstrafe wurde
nicht zugunsten der Massnahme aufgeschoben. Weiter wurden Gegenstände
eingezogen und es wurde über die Zivilforderungen der Privatklägerschaft ent-
schieden. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens wurden
den Beschuldigten auferlegt, die Kosten der amtlichen Verteidigungen wurden
einstweilen auf die Gerichtskasse genommen, unter Vorbehalt der Rückforderung
(Urk. 60 S. 33 ff.).
1.3. Gegen das Urteil meldete die Staatsanwaltschaft innert Frist Berufung an
(Urk. 40). Ebenso fristgerecht ging die Berufungserklärung ein (Urk. 61). Mit
Präsidialverfügung vom 28. Mai 2014 wurde den beiden Beschuldigten sowie den
Privatklägern Frist angesetzt, Anschlussberufung zu erklären oder begründet ein
Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen (Urk. 69). Mit Eingabe vom 10. Juli
2014 erhob der Beschuldigte B._ Anschlussberufung (Urk. 71). Der Beschul-
digte A._ teilte mit Eingabe vom 14. Juli 2014 seinen Verzicht auf Erhebung
einer Anschlussberufung mit (Urk. 73). Die Privatkläger liessen sich innert Frist
nicht vernehmen.
2. Umfang der Berufung
2.1. Die Staatsanwaltschaft ficht mit ihrer Berufung nur die Bemessung der
Strafen bei beiden Beschuldigten an (Urk. 61 S. 1). Die Anschlussberufung des
Beschuldigten B._ beschränkt sich ebenfalls auf die Bemessung der Strafe
sowie auf die Anordnung der Massnahme (Urk. 71 S. 2).
2.2. Nicht angefochten sind daher die Schuldsprüche gemäss Dispositiv
Ziffern 1.1 und 1.2, die Einziehungen gemäss Dispositiv Ziffer 4, die Entscheide
über die Zivilansprüche gemäss Dispositiv Ziffern 5.1 - 5.12 sowie die Kosten-
folgen gemäss Dispositiv Ziffern 6 und 7. In diesem Umfang ist das vorin-
stanzliche Urteil in Rechtskraft erwachsen, was vorab festzustellen ist. Im Folgen-
den ist auf diese Punkte daher nicht mehr einzugehen (Art. 404 Abs. 1 StPO).
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II. Strafzumessung
1. Ausgangslage
1.1. Für die Strafzumessung ist hernach von den bereits in Rechtskraft erwach-
senen vorinstanzlichen Schuldsprüchen auszugehen. Die Vorinstanz sprach ge-
gen den Beschuldigten A._ eine Freiheitsstrafe von 4 Jahren aus, gegen den
Beschuldigten B._ eine solche von 6 Jahren sowie eine Busse von Fr. 500.--
(Urk. 60 S. 33 f.). Auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz zu den theo-
retischen Grundlagen der Strafzumessung kann verwiesen werden (Urk. 60
S. 8 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO).
1.2. Die Staatsanwaltschaft führte im Berufungsverfahren aus, die Vorinstanz
erkenne den Strafrahmen von 2 bis 20 Jahren richtig. Ausserdem würde sie zu-
recht festhalten, dass mit Ausnahme einer leichtgradig verminderten Schuld-
fähigkeit beim Beschuldigten A._ bei beiden Beschuldigten keine namhaften
Strafreduktionsfaktoren vorliegen würden. Die Vorinstanz halte ebenfalls zu-
treffend fest, dass die Raubüberfälle gut geplant und für die Mitarbeiter der Ver-
kaufsläden traumatisierend gewesen seien. Für einen solchen Raub erscheine ei-
ne hypothetische Einsatzstrafe von 4 1⁄2 Jahren angemessen. Zu beurteilen seien
vorliegend aber vier solche Vorfälle, weshalb die Einsatzstrafe bei 6 bis 6 1⁄2 Jah-
ren zu veranschlagen sei. Das Verschulden für die weiteren Delikte wiege jeweils
erheblich und rechtfertige eine weitere Erhöhung der Strafe um rund ein Jahr bei
A._ und drei Jahre bei B._. Es würde daher für A._ eine Einsatz-
strafe von 7 1⁄2 Jahren und für B._ eine solche von 9 1⁄2 Jahren angemessen
erscheinen. Die Vorinstanz habe sodann die Geständnisse erheblich bzw. deut-
lich strafmindernd gewichtet. Zu beachten sei jedoch, dass A._ die Taten erst
bestritten habe und dann nach Rücksprache mit seinem Anwalt zugegeben habe.
Das Geständnis sei unter Druck der Haft und im Bewusstsein, dass der andere
Mittäter inhaftiert, die Spuren gesichert, die Beweislage klar und die Täterschaft
überführt gewesen sei, erfolgt. Dasselbe gelte auch für den Beschuldigten
B._. Eine gewisse Reduktion der Strafe sei den Beschuldigten zu-
zugestehen, jedoch keinesfalls im von der Vorinstanz vorgenommenen Umfang.
Eine Reduktion von je einem halben Jahr erscheine angemessen (Urk. 61;
Urk. 101).
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1.3. Die Verteidigung des Beschuldigten B._ beantragte mit ihrer An-
schlussberufung, der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von 5 Jahren zu
bestrafen. Sie führte anlässlich der Berufungsverhandlung dazu aus, es sei fest-
zuhalten, dass sämtliche Raubüberfälle unter teilweise massivem Alkohol- und
Drogeneinfluss verübt worden seien. Dadurch sei die Fähigkeit, vernunftgemäss
zu handeln, in mittlerem Mass beeinträchtigt gewesen. Dies sei zumindest straf-
mindernd zu berücksichtigen. Die Delikte des Beschuldigten B._ seien als
Beschaffungskriminalität zu verstehen. Beim Delikt in ND5 müssten zwei Phasen
unterschieden werden. In der zweiten Phase sei es der Beschuldigte A._
gewesen, der wütend geworden und den Jugendlichen nachgefahren sei. Der Be-
schuldigte B._ habe versucht, A._ zurückzuhalten. Dies sei zugunsten
des Beschuldigten B._ zu würdigen. Weiter sei das Motorrad, welches der
Beschuldigte mit dem Geld aus dem Kredit habe kaufen wollen, kein Luxus-
gegenstand, sondern ein zweckdienliches Fortbewegungsmittel. Der Beschuldigte
habe objektiv betrachtet gar keine legale Möglichkeit gehabt, sein Bedürfnis nach
Mobilität adäquat zu befriedigen. Sodann sei zu berücksichtigen, dass alle Delikte
im Zusammenhang mit der Finanzierung der Sucht stehen würden. Das Geständ-
nis sei zu Recht deutlich strafmindernd berücksichtigt worden, habe der Beschul-
digte doch von sich Delikte zugegeben, die der Polizei gar nicht bekannt gewesen
seien (Urk. 103).
1.4. Die Verteidigung des Beschuldigten A._ beantragte die Abweisung
der Berufung der Staatsanwaltschaft (Urk. 73 S. 1). Die von der Vorinstanz fest-
gesetzte Einsatzstrafe sei keinesfalls zu tief. Beim bandenmässigen Raub gehe
es immer um mehrere Taten, weshalb die Einsatzstrafe nicht weiter erhöht wer-
den dürfe, da hier vier Raubtaten zu beurteilen seien. Es sei sodann zu beachten,
dass die Beschuldigten nicht mit richtigen Schusswaffen bewaffnet gewesen sei-
en, es sei abgemacht gewesen, keine Gewalt anzuwenden und die Beute sei eher
gering gewesen. Der Beschuldigte A._ sei nicht vorbestraft und er habe sich,
als er die Delikte verübt hätte, in einer Notlage befunden. Das Geständnis sei zu
Recht erheblich strafmindernd berücksichtigt worden. Der Beschuldigte habe ein
Geständnis abgelegt, bevor die Geschädigten befragt worden seien und die Be-
weislage sei noch nicht klar gewesen. Sodann sei das Bedauern des Beschuldig-
ten authentisch (Urk. 102).
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2. Strafrahmen
Die Vorinstanz hat zum Strafrahmen zutreffende Erwägungen gemacht (Urk. 60
S. 8 f.). Es ist demnach für beide Beschuldigten von einem Strafrahmen zwischen
2 und 20 Jahren Freiheitsstrafe auszugehen. Der Beschuldigte B._ ist für
den geringfügigen Diebstahl zusätzlich mit einer Busse zu bestrafen.
3. Tatkomponente für das Hauptdelikt gemäss ND1 bis 4
3.1. In einem ersten Schritt hat die Vorinstanz das Verschulden der Beschuldig-
ten für das Hauptdelikt gemäss ND1 bis 4 bestimmt. Sie hat dabei den banden-
mässigen Raub, die Widerhandlung gegen das Waffengesetz sowie den Miss-
brauch von Ausweisen und Schildern gemeinsam – sozusagen als Hauptdelikts-
komplex – beurteilt (Urk. 60 S. 9). Dieses Vorgehen ist nicht zu beanstanden,
hängen vorliegend diese Delikte doch derart stark zusammen, dass es sich recht-
fertigt, die Einsatzstrafe für diese drei Straftatbestände gemeinsam festzusetzen.
Sodann gilt es zu beachten, dass entgegen der Staatsanwaltschaft (vgl. Urk. 101
S. 3) die Einsatzstrafe nicht für einen Raub festzusetzen und für die drei anderen
Vorfälle zu erhöhen ist. Bei der Annahme eines bandenmässigen Raubes ist die
mehrfache Begehung bereits mit der rechtlichen Qualifikation abgedeckt und kann
nicht nochmals straferhöhend gewertet werden. Die Vorinstanz hat für dieses
Hauptdelikt das objektive und subjektive Verschulden für beide Beschuldigten
gleich bewertet. Die Beschuldigten hätten gemeinsam gehandelt oder sie seien
zumindest mit dem Handeln des anderen einverstanden gewesen (Urk. 60 S. 9).
Dieser Einschätzung der Vorinstanz kann gefolgt werden.
3.2. In objektiver Hinsicht kann in Übereinstimmung mit der Vorinstanz (Urk. 60
S. 9 f.) festgehalten werden, das die Beschuldigten innerhalb von nur gerade 12
Tagen vier Raubüberfälle verübten. Die von den Beschuldigten dabei erbeutete
Deliktssumme belief sich immerhin auf rund Fr. 10'000.--. In einem Fall blieb es
jedoch beim Versuch und die Beschuldigten konnten kein Geld erbeuten. Das
Vorgehen der Beschuldigten kann als gut organsiert und planmässig bezeichnet
werden. Sie besorgten sich für die Überfälle diverse Utensilien, wie Kleidung, At-
trappen von Waffen, aber auch Kennzeichen für ihr Fahrzeug. Die Beschuldigten
begingen die Taten an Orten, die sie bereits kannten und sie schlugen gezielt
kurz vor Ladenschluss zu, damit sie eine möglichst hohe Summe erbeuten konn-
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ten. Die Beschuldigten unternahmen auch einiges, um ihre Spuren zu beseitigen.
Sie verliessen beispielsweise das Land, mieteten ein Auto oder vernichteten bzw.
versteckten die bei den Taten benutzten Waffen und Maskierungen. Insgesamt
kann von einem durchdachten und planmässigen Vorgehen der Beschuldigten
gesprochen werden, welches von nicht zu unterschätzender krimineller Energie
zeugt. Zurecht hat die Vorinstanz sodann festgestellt, dass die Beschuldigten bei
den Raubüberfällen keine physische Gewalt gegen Personen angewendet hatten,
was sie offensichtlich bereits im Vorfeld so vereinbart hatten. Dennoch muss das
Auftreten der Beschuldigten mit vorgehaltener Waffe – auch wenn es sich nur um
Softairwaffen oder Schreckschusspistolen gehandelt hatte – für die in den Läden
anwesenden Personen traumatisierend gewesen sein. Die objektive Tatschwere
kann insgesamt betrachtet und mit Blick auf den weiten Strafrahmen noch als
leicht bezeichnet werden.
3.3. Zur subjektiven Tatschwere führte die Vorinstanz aus, dass die Beschuldig-
ten die Taten aus rein finanziellen und egoistischen Gründen verübt hätten. Sie
seien zwar beide kokainabhängig gewesen, hätten sich aber offensichtlich nicht
unmittelbar in einer Notlage befunden (Urk. 60 S. 10 f.). Diesen Erwägung der Vo-
rinstanz kann umfassend gefolgt werden. Es kann vorliegend keinesfalls von Be-
schaffungskriminalität die Rede sein, verwendeten die Beschuldigten das erbeute-
te Geld doch auch für Luxus- und Alltagsgegenstände und nicht nur zur Beschaf-
fung von Drogen. Das Vorgehen der Beschuldigten war rücksichtslos und offen-
bart eine gewisse Gefühlskälte. Dass die Beschuldigten aber nicht zum Äussers-
ten entschlossen waren, zeigt sich darin, dass sie keine echten funktionsfähigen
Waffen mitführten, sondern sogenannte Softairwaffen respektive in einem Fall ei-
ne Schreckschusspistole. Bei beiden Beschuldigten war die Schuldfähigkeit so-
dann nicht eingeschränkt, was die Gutachten schlüssig festhalten. Schliesslich ist
anzumerken, dass die beiden Beschuldigten direkt vorsätzlich handelten. Die sub-
jektive Tatschwere relativiert die objektive keinesfalls, sondern wirkt eher noch
etwas erschwerend, so dass insgesamt von einem nicht mehr leichten Verschul-
den zu sprechen ist.
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3.4. Aufgrund des nicht mehr leichten Verschuldens ist eine Einsatzstrafe am
oberen Rand des unteren Drittels des Strafrahmens bei rund 6 Jahren festzuset-
zen.
4. Nebendelikte
4.1. Tatkomponente für die Nebendelikte gemäss ND5
4.1.1. Hier hat die Vorinstanz wiederum verschiedene Delikte zu einem Delikts-
komplex zusammengefasst und für diesen eine Einsatzstrafe festgesetzt. Sie hat
auch betreffend ND5 zurecht festgehalten, dass das Verschulden beider Beschul-
digter gleich zu bewerten sei, da sie gemeinsam handelten bzw. mit dem Handeln
des anderen einverstanden waren (Urk. 60 S. 11). Diese Erwägungen der Vor-
instanz sind nicht zu beanstanden.
4.1.2. Wenn die Vorinstanz die objektive Tatschwere vorliegend als erheblich be-
zeichnet, so kann ihr gefolgt werden. Die Beschuldigten haben aus dem fahren-
den Auto heraus mit einer Softairpistole auf unbekannte Personen geschossen.
Sie beliessen es auch nicht dabei, einmal auf diese Personen zu schiessen, son-
dern wendeten ihr Fahrzeug mehrfach, um nochmals auf die Geschädigten
schiessen zu können. Als die Geschädigten sich mittels Steinwurf gegen das Auto
der Beschuldigten zur Wehr setzten, liessen die Beschuldigten dies nicht auf sich
beruhen, sondern bewaffneten sich mit Stichwaffen, um die Geschädigten zu stel-
len. Sie verlangten Geld und die ID von den Geschädigten, sowie die Telefon-
nummern, um später erneut Geld von den Geschädigten verlangen zu können.
Dieses Vorgehen der Beschuldigten zeugt wiederum von erheblicher krimineller
Energie und – wie die Vorinstanz richtig feststellte – von grossem Aggressionspo-
tential. Ausserdem lässt das Schiessen der Beschuldigten auf die Geschädigten
deutlich ihre Geringschätzung der körperlichen Integrität der Geschädigten erken-
nen. Der Beschuldigte B._ hatte zwar offenbar – auch aus der Optik der Ge-
schädigten (ND5/7/2 S. 5) – versucht, die Situation zu beruhigen, allerdings ist
auch zu bemerken, dass er durch das Schiessen auf die Geschädigten überhaupt
erst den Anlass für das folgenden Geschehen gesetzt hatte.
4.1.3. In subjektiver Hinsicht ist anzuführen, dass die Beschuldigten direkt vor-
sätzlich vorgingen. Sie handelten aus nichtigem Anlass, aus reiner Langeweile,
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was besonders verwerflich erscheint. Die subjektive Tatschwere kann die objekti-
ve Tatschwere keineswegs relativieren, das Verschulden ist mit der Vorinstanz als
erheblich zu bezeichnen. Beim Beschuldigten A._ ist an dieser Stelle jedoch
eine Reduktion der Strafe aufgrund der gutachterlich festgestellten leicht vermin-
derten Schuldfähigkeit (HD 5/4 S. 48) vorzunehmen.
4.2. Tatkomponente für die Nebendelikte gemäss ND6 für den Beschuldigten
A._
Um einen Leasingvertrag über einen BMW 528i abschliessen zu können, erstellte
der Beschuldigte nicht nur drei gefälschte Lohnabrechnungen, sondern änderte
auch einen Betreibungsauszug dahingehend ab, dass nicht ersichtlich war, dass
Betreibungen in der Höhe von über Fr. 13'000.-- gegen ihn hängig waren. Dieses
Vorgehen zeugt von einiger krimineller Energie und kann als raffiniert bezeichnet
werden. Schliesslich ist festzuhalten, dass die Deliktssumme – mithin die Ver-
pflichtung zur Zahlung der Leasingraten – Fr. 17'833.-- betrug und damit relativ
hoch war (ND6/2). Die objektive Tatschwere ist dennoch eher als noch leicht zu
bezeichnen, denn als erheblich. In subjektiver Hinsicht ist festzuhalten, dass der
Beschuldigte direkt vorsätzlich handelte. Der Beschuldigte wusste, dass er auf-
grund seiner knappen finanziellen Verhältnisse nicht in der Lage sein würde, die
Leasingraten zu begleichen. Seine Motivlage war einzig finanzieller Natur und
seine Schuldfähigkeit war nicht eingeschränkt. Es bleibt damit insgesamt beim
noch leichten Verschulden.
4.3. Tatkomponente für das Fahren in fahrunfähigem Zustand gemäss ND1-5
für den Beschuldigten A._
Der Beschuldigte lenkte mehrfach nach dem Konsum von Kokain und Alkohol ein
Fahrzeug. Er legte dabei jeweils längere Strecken zurück und er war zu einer Ta-
geszeit unterwegs, in der üblicherweise ein grosses Verkehrsaufkommen
herrscht. Es bestand somit eine Gefährdung für eine Vielzahl von Verkehrsteil-
nehmern. Der Beschuldigte musste sich sodann bewusst gewesen sein, dass er
nicht mehr fahrfähig war. Die objektive und subjektive Tatschwere können mit der
Vorinstanz als erheblich bezeichnet werden.
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4.4. Tatkomponente für die Nebendelikte gemäss ND7 für den Beschuldigten
B._
Der Beschuldigte B._ brachte die K._ mittels gefälschten Lohnabrech-
nungen dazu, ihm einen Kreditbetrag von Fr. 9'000.-- auszuzahlen. Er ging dabei
relativ raffiniert vor und handelt keinesfalls aus einer echten Notlage heraus. Das
Motorrad, welches der Beschuldigte von diesem Geld hatte kaufen wollen, kann
mit der Vorinstanz als Luxusgegenstand bezeichnet werden. Es war keineswegs
so, dass der Kauf eines Motorrades die einzige Möglichkeit darstellte, das Mobili-
tätsbedürfnis des Beschuldigten zu befriedigen, wie die Verteidigung geltend
machte. Ausserdem ist nicht ersichtlich, inwiefern beim Beschuldigten überhaupt
ein erhöhtes Bedürfnis nach Mobilität bestanden hatte. Das objektive Verschulden
kann als noch leicht bezeichnet werden. In subjektiver Hinsicht ist einzig zu be-
merken, dass der Beschuldigte direkt vorsätzlich handelte, er wusste, dass er oh-
ne Arbeitserwerb nicht in der Lage sein würde, den Kredit zurückzuzahlen.
4.5. Tatkomponente für den gewerbsmässigen Diebstahl gemäss ND8-24 für
den Beschuldigten B._
Der Beschuldigte B._ hat sodann einen gewerbsmässigen Diebstahl und
mehrfache Sachbeschädigung begangen, indem er in einem Zeitraum von rund
zwei Monaten 17 Parkuhren aufbrach und das Münzgeld daraus entnahm. Dabei
erbeutete er Bargeld in der Höhe von über Fr. 7'700.--, der Sachschaden betrug
über Fr. 150'000.--. Das Vorgehen des Beschuldigten kann als geplant bezeichnet
werden, musste er doch für die Tatausführung jeweils einen Wagenheber sowie
ein Vierkantholz mitführen. Der Beschuldigte musste zudem jeweils erheblich
Gewalt anwenden, auch wenn das Aufbrechen gemäss seinen Aussagen mit dem
mitgeführten Wagenheben relativ ring gegangen sei (Prot. I S. 43). Die objektive
Tatschwere ist mit der Vorinstanz als erheblich zu bezeichnen (Urk. 60 S. 14). Die
subjektive Tatschwere vermag die objektive Tatschwere sodann nicht zu relativie-
ren. Der Beschuldigte beging die Delikte direkt vorsätzlich und aus finanziellem
Interesse, allerdings ohne in einer finanziellen Notlage zu stecken, wurde ihm
doch erst wenige Tag vor dem ersten Diebstahl, mithin am 27. März 2012 von der
K._ ein Kreditbetrag von Fr. 9'000.-- gutgeschrieben (vgl. ND7/2/11).
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5. Einsatzstrafe
5.1. Ausgehend von einer Einsatzstrafe von 6 Jahren für den Hauptdelikts-
komplex, nach einer Erhöhung für die weitere Raubtat, die Vermögensdelikte so-
wie die Verkehrsdelikte, in Beachtung des Asperationsprinzips, erscheint es an-
gemessen, für den Beschuldigten A._ nach Würdigung der Tatkomponenten
für die Nebendelikte die Einsatzstrafe um ca. 1.5 Jahre zu erhöhen. Es ist
schliesslich eine Einsatzstrafe im Bereich von 7.5 Jahren festzusetzen.
5.2. Für den Beschuldigten B._ ist ebenfalls von einer Einsatzstrafe für
den Hauptdeliktskomplex von 6 Jahren auszugehen, welche in Beachtung des
Asperationsprinzips für die weiteren Delikte wie vorstehend ausgeführt zu erhö-
hen ist. Eine Erhöhung der Einsatzstrafe für die Nebendelikte um 3 Jahre, wie
dies die Vorinstanz erwogen und die Staatsanwaltschaft beantragt hat (Urk. 60
S. 15; Urk. 61 S. 2), ist angemessen. Es resultiert für den Beschuldigten B._
daher nach Würdigung der Tatkomponente eine Einsatzstrafe von 9 Jahren.
6. Täterkomponente
6.1. A._
6.1.1. Der Beschuldigte A._ führte zu seiner Person aus, er sei in Winterthur
aufgewachsen, sei verheiratet und habe zwei Söhne. Seine Bäckerlehre habe er
abgebrochen, da er keine Lust mehr gehabt habe. Nach der Geburt seines jüngs-
ten Sohnes habe er keinen Job gefunden, sei verzweifelt gewesen und habe sich
dem Alkohol- und Kokainkonsum hingegeben. Seine Familie sei immer mindes-
tens teilweise von der Sozialhilfe unterstützt worden. Künftig wolle er im Logistik-
bereich Arbeit finden und später im Computerbereich. Sein Verhältnis zu seiner
Familie sei nach wie vor gut, seine Frau würde ihn regelmässig im Gefängnis be-
suchen (Prot. I S. 27 ff.). Anlässlich der Berufungsverhandlung führte der Be-
schuldigte aus, es sei im Gefängnis nicht ganz einfach, aber es gehe. Er habe
heute kein Verlangen mehr nach Drogen und habe auch mit dem Rauchen aufge-
hört. Zu seiner Familie habe er nach wie vor einen guten Kontakt. Die Therapie
sei anfangs schwierig gewesen, nun werde es besser. Nach seiner Haftent-
lassung wolle er für seine Familie sorgen und nicht mehr vom Staat leben. Er wol-
le sich einen Job im Bereich Logistik oder Metallbau suchen. Momentan wolle er
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keine Lehre machen, sondern Geld verdienen (Urk. 99 S. 2 ff.). Die Vorinstanz
hat richtig erwogen, dass die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten keinen
Einfluss auf die Strafzumessung haben (Urk. 60 S. 15). Die Vorstrafenlosigkeit
des Beschuldigten A._ ist neutral zu würdigen (BGE 136 IV 1 E. 2.6). Das-
selbe muss für das tadellose Verhalten im Strafvollzug und die Teilnahme an der
Therapie gelten. Dies kann erwartet werden und führt nicht zu einer Strafminde-
rung.
6.1.2. Entgegen den Ausführungen der Verteidigung ist beim Beschuldigten
A._ sodann keine besondere Strafempfindlichkeit auszumachen. Die Ver-
büssung einer langjährigen Freiheitsstrafe ist zwar für jeden in ein familiäres Um-
feld eingebetteten Beschuldigten mit einer gewissen Härte verbunden, dies darf
als unmittelbar gesetzmässige Folge jeder Sanktion jedoch nur bei Vorliegen aus-
sergewöhnlicher Umstände strafmindernd berücksichtigt werden. Wenn der Ge-
setzgeber für schwere Delikte langjährige Freiheitsstrafen vorsieht, gibt er damit
zu erkennen, dass es Strafen immanent ist, dass sie tief ins Leben von Bestraften
eingreifen können. Diese Folge ist gewollt und kann nicht als Begründung für eine
besondere Strafempfindlichkeit dienen (Wiprächtiger/Keller, BSK StGB I, 3. Aufla-
ge, Basel 2013, Art. 47 N 150 ff.;). Die Tatsache, dass es sich beim Beschuldigten
A._ um einen Ersttäter handelt, kann keinesfalls eine besondere Strafemp-
findlichkeit begründen.
6.1.3. Weiter machte die Vorinstanz Erwägungen zum Nachtatverhalten des Be-
schuldigten. Nach anfänglicher Verweigerung der Aussagen bzw. Bestreitung der
Vorwürfe habe der Beschuldigte am 31. Oktober 2012 ein vollumfängliches Ge-
ständnis abgelegt. Dieses Geständnis würdigte die Vorinstanz erheblich strafmin-
dernd. Sodann attestierte sie dem Beschuldigten Einsicht und Reue, welche sie
etwas strafmindernd berücksichtigte (Urk. 60 S. 15 f.). Die Staatsanwaltschaft for-
derte in ihrer Berufungserklärung lediglich eine Strafminderung von einem halben
Jahr unter dem Titel Täterkomponente (Urk. 61 S. 2 f.).
6.1.4. Nach der Rechtsprechung kann ein Geständnis bei der Beurteilung des
Nachtatverhaltens im Rahmen der Strafzumessung zugunsten des Täters berück-
sichtigt werden, wenn es auf Einsicht in das begangene Unrecht oder auf Reue
schliessen lässt oder der Täter dadurch zur Tataufdeckung über den eigenen
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Tatanteil beiträgt (vgl. BGE 121 IV 202 E. 2d/cc). Dies liegt darin begründet, dass
ein Geständnis zur Vereinfachung und Verkürzung des Verfahrens und zur Wahr-
heitsfindung beitragen kann. Erleichtert das Geständnis die Strafverfolgung indes
nicht, etwa weil der Täter nur aufgrund einer erdrückenden Beweislage oder gar
erst nach Ausfällung des erstinstanzlichen Urteils geständig geworden ist, ist eine
Strafminderung nicht angebracht (Urteile des Bundesgerichts 6B_473/2011 vom
13. Oktober 2011 E. 5.4 und 6B_974/2009 vom 18. Februar 2010 E. 5.4). Das
Bundesgericht hielt dafür, ein positives Nachtatverhalten könne zu einer Straf-
reduktion im Bereich von einem Fünftel bis zu einem Drittel führen (vgl. BGE 118
IV 349 und 121 IV 202; BSK StGB I-Wiprächtiger, Art. 47 N. 129 ff.).
6.1.5. Der Beschuldigte A._ legte in der zweiten Einvernahme zu den Raub-
delikten ein umfassendes Geständnis ab (HD 2/5). Er machte dabei unter ande-
rem Ausführungen zum Ablauf der Taten, zum Deliktsbetrag sowie zu den mitge-
führten Gegenständen. Auch wenn bereits belastendes Beweismaterial aus der
Hausdurchsuchung sowie der Durchsuchung des BMW bestand (vgl. HD 1/1), so
erleichterte das Geständnis doch die Untersuchung und das gerichtliche Verfah-
ren. Das Geständnis des Beschuldigten, sein kooperatives Verhalten im Strafver-
fahren sowie die Einsicht und Reue (Prot. I. S. 16 und 59; Urk. 99 S. 6) müssen
sich deutlich strafmindernd auswirken.
6.2. B._
6.2.1. Der Beschuldigte B._ führte zu seiner Person aus, er habe mit 12 Jah-
ren mit dem Cannabiskonsum begonnen, mit 14 Jahren habe er intensiv gekifft.
Mit 15 Jahren habe er auch begonnen, Kokain zu konsumieren. Er habe Schnup-
perlehren gemacht, einmal im Coop gearbeitet und ein Volontariat bei der Stiftung
... absolviert. Er habe aber wegen des extremen Cannabiskonsums eine Nullbo-
ckeinstellung gehabt. Er sei früh von zuhause rausgeworfen worden, er habe
nicht gewusst, wo er hingehen solle, weshalb es unter diesen Umständen schwie-
rig gewesen sei, eine Lehrstelle zu finden. Er könne nicht sagen, dass er keine
schöne Kindheit gehabt habe. Mit den Drogen sei dann alles aus dem Ruder ge-
laufen. Er habe in seinem Leben nichts erreicht (Prot. I S. 45 ff.). Aktualisieren
führte der Beschuldigte im Rahmen der Berufungsverhandlung aus, sein Verlan-
gen nach Kokain sei immer noch da, aber nicht mehr so stark. Er sehe das Ge-
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fängnis auch als Chance. Seine Arbeit in der Malerei gefalle ihm gut. Seine The-
rapie habe auch begonnen und laufe gut, die Therapeutin sei ihm sympathisch.
Sein Hauptproblem sei die Drogensucht, es gäbe aber auch andere Probleme.
Sein Plan sei es, eine Lehre machen zu können, entweder im Gefängnis oder
dann draussen (Urk. 100 S. 2 ff.). Den persönlichen Verhältnissen des Beschul-
digten kann mit der Vorinstanz (Urk. 60 S. 16) nichts entnommen werden, was bei
der Strafzumessung in massgeblicher Weise zu beachten wäre.
6.2.2. Die Vorinstanz würdigte sodann die Vorstrafen des Beschuldigten zurecht
deutlich straferhöhend (Urk. 60 S. 16). Der Beschuldigte weist fünf Vorstrafen auf,
welche alle mindestens teilweise einschlägig sind (vgl. Urk. 67). So wurde der Be-
schuldigte bereits dreimal wegen Vergehen gegen das Waffengesetz bestraft,
einmal wegen versuchter Nötigung sowie einmal wegen Diebstahls. Ergänzend ist
hier noch zu bemerken, dass der Beschuldigte die Raubdelikte am
21./23./31. August 2012 sowie 3. September 2012 beging, mithin zu einer Zeit, als
bereits die Untersuchung wegen des hier ebenfalls zu beurteilenden gewerbs-
mässigen Diebstahls lief (vgl. HD 3/1 ff.). Dies muss ebenfalls straferhöhend be-
rücksichtigt werden.
6.2.3. Schliesslich legte auch der Beschuldigte B._ ein Geständnis ab, für die
Raubtaten gleich zu Beginn der Untersuchung (HD 3/10), für den gewerbsmässi-
gen Diebstahl in der dritten Befragung (HD 3/3). Die Vorinstanz würdigte diese
Geständnisse deutlich strafmindernd. Die Einsicht und Reue des Beschuldigten
berücksichtigte die Vorinstanz leicht strafmindernd (Urk. 60 S. 16). Auch für den
Beschuldigten B._ forderte die Staatsanwaltschaft eine Strafminderung von
einem halben Jahr unter dem Titel Täterkomponente (Urk. 61 S. 2 f.).
6.2.4. Das Geständnis des Beschuldigten kann als umfassendes Geständnis be-
zeichnet werden. Er gab in den verschiedenen Einvernahmen diverse Details
preis, so z.B. zu seinem Vorgehen, der erzielten Beute, den verwendeten Gegen-
ständen und zu seinem Mittäter (vgl. HD3/3 ff.). Obwohl bereits durch die Haus-
durchsuchung bzw. Durchsuchung des BMWs des Beschuldigten A._ ein
dringender Tatverdacht gegen die Beschuldigten bestanden hatte (vgl. HD 1/1),
erleichterte das Geständnis die Untersuchung letztlich. Weiter ist hier zu beach-
ten, dass sich der Beschuldigte B._ offenbar schriftlich bei den Geschädigten
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entschuldigt hat (vgl. Urk. 100 S. 7), was von wahrer Reue und Einsicht zeugt.
Das Geständnis, das kooperative Verhalten des Beschuldigten im Strafverfahren
sowie die erkennbare Reue und Einsicht des Beschuldigten (Prot. I S. 44 und 59;
Urk. 100 S. 7; Prot. II S. 9) müssen eine deutliche Reduktion der Strafe nach sich
ziehen.
7. Busse für den Beschuldigten B._
7.1. Das Gericht bemisst die Busse und Ersatzfreiheitsstrafe je nach den Ver-
hältnissen des Täters so, dass dieser die Strafe erleidet, die seinem Verschulden
angemessen ist (Art. 106 Abs. 3 StGB).
7.2. Der Beschuldigte tankte Benzin im Wert von Fr. 128.90 und verliess die
Tankstelle ohne zu bezahlen. Der Beschuldigte handelte direkt vorsätzlich aus
rein finanziellem Interesse. Das Verschulden kann mit der Vorinstanz als leicht
bezeichnet werden (Urk. 60 S. 14). Dem Verschulden sowie den finanziellen Ver-
hältnissen des Beschuldigten erscheint eine Busse von Fr. 500.-- angemessen.
7.3. Diese Busse ist zu bezahlen (Art. 105 Abs. 1 StGB). Gemäss Art. 106
Abs. 2 StGB spricht das Gericht im Urteil für den Fall, dass die Busse schuldhaft
nicht bezahlt wird, eine Ersatzfreiheitsstrafe aus. Nach ständiger Praxis erscheint
ein Umwandlungssatz von einem Tag Ersatzfreiheitsstrafe pro Fr. 100.– Busse
als angemessen. Im vorliegenden Fall ist deshalb eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5
Tagen Freiheitsstrafe auszufällen.
8. Fazit
8.1. Die für den Beschuldigten A._ nach Würdigung der Tatkomponente
festgesetzte Einsatzstrafe von 7.5 Jahren ist wie oben ausgeführt aufgrund seines
Nachtatverhaltens deutlich zu reduzieren. Eine Strafe von 5 Jahren erscheint an-
gemessen. Der Anrechnung der bereits erstandenen Haft steht nichts im Weg
(Art. 51 StGB).
8.2. Die Einsatzstrafe von 9 Jahren für den Beschuldigten B._ ist wie aus-
geführt ebenfalls aufgrund des Nachtatverhaltens deutlich zu reduzieren, auf-
grund der Vorstrafen muss aber wiederum eine Erhöhung der Strafe erfolgen. Die
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Strafe ist auf 7 Jahre festzusetzen. Der Anrechnung der bereits erstandenen Haft
steht nichts im Weg (Art. 51 StGB).
III. Massnahme
1. Die Verteidigung des Beschuldigten B._ beantragte im Berufungsver-
fahren, für den Beschuldigten sei eine stationäre Massnahme im Sinne von
Art. 60 StGB anzuordnen. Zur Begründung führte sie aus, der Beschuldigte müs-
se in erster Linie seine Drogensucht überwinden. Daran arbeite er in der Thera-
pie, das Setting sei aber unzureichend, was das kürzliche Disziplinarvergehen
zeige. Die Suchtbehandlung des Beschuldigten bedürfe eines intensiveren Set-
tings, als dies strafbegleitend möglich wäre. Eine stationäre Massnahme sei auch
aus generalpräventiver Sicht geboten, käme der Beschuldigte beim stationären
Massnahmevollzug erst frei, wenn feststehe, dass die gesundheitlichen Voraus-
setzungen gegeben seien und eine ambulante Massnahme in Freiheit ausreichen
würde, um ihn von weiteren Delikten abzuhalten (Urk. 103 S. 8 ff.).
2. Die Vorinstanz hat für den Beschuldigten B._ eine ambulante Mass-
nahme im Sinne von Art. 63 StGB angeordnet. Sie fasste dabei die Erkenntnisse
aus dem Gutachten von Dr. med. Q._ vom 21. Januar 2013 (HD 5/6) sowie
aus dem Nachtrag dazu vom 31. Mai 2013 (HD 5/12) korrekt zusammen. Unbe-
stritten sei, dass der Beschuldigte an einer schweren Suchtmittelerkrankung leide.
Ob sich seine dissoziale Persönlichkeitsstörung bereits vor Beginn seiner Dro-
genabhängigkeit gezeigt habe oder ob diese erst mit der Suchtmittelproblematik
aufgetaucht sei, bleibe nach Durchsicht des Gutachten sowie des Nachtrags frag-
lich. Klar sei wohl, dass der Beschuldigte heute auch an einer psychischen Stö-
rung leide, nicht klar sei hingegen, welche Krankheit die andere ausgelöst habe.
Unbestritten sei wohl, dass diese eine gegenseitige Wechselwirkung zeigen wür-
den. Grundsätzlich seien die Voraussetzung sowohl für eine stationäre Behand-
lung nach Art. 59 StGB sowie nach Art. 60 StGB, wie auch für eine ambulante
Behandlung nach Art. 63 StGB erfüllt (Urk. 60 S. 22 ff.).
3. Aus dem aktuellen Therapiebericht des Psychiatrisch-Psychologischen
Dienstes des Amtes für Justizvollzug vom 2. Oktober 2014 geht hervor, dass sich
die behandelnde Psychologin den gutachterlichen Diagnosen von Dr. med.
- 24 -
Q._ anschliesst, wonach der Beschuldigte an einer dissozialen Persönlich-
keitsstörung mit deutlichen psychopatischen Zügen, einer unkomplizierten (leicht-
gradigen) Mischintoxikation mit Alkohol und Kokain zum Tatzeitpunkt, einer Alko-
hol- und Kokainabhängigkeit mit gegenwärtigem Substanzkonsum sowie einer
Cannabisabhängigkeit für die Zeit zwischen dem 14. und 18 Lebensjahr leide. Ak-
tuell sei die diagnostizierte Alkohol- und Kokainabhängigkeit mit gegenwärtigem
Substanzkonsum durch ein Alkohol- und Kokainabhängigkeitssyndrom, gegen-
wärtig abstinent, aber in beschützter Umgebung, zu ersetzen. Die dissoziale Per-
sönlichkeitsstörung sowie die Suchtmittelproblematik würden als tatrelevante
Problembereiche identifiziert. Eine Behandlungsbedürftigkeit in beiden Bereichen
sei deutlich gegeben (Urk. 87 S. 4).
4. Bereits gestützt auf das Gutachten mit Nachtrag von Dr. med. Q._ so-
wie vor allem auch nach Einsicht in den aktuellen Therapiebericht des Psychiat-
risch-Psychologischen Dienstes, erscheint es nicht angezeigt, den Fokus in der
Behandlung des Beschuldigten nur bzw. hauptsächlich auf die Suchtmittel-
erkrankung zu legen. Es ist vielmehr unabdingbar, auch die Persönlichkeits-
störung des Beschuldigten zu therapieren. Es ist demnach davon abzusehen, ei-
ne stationäre Behandlung nach Art. 60 StGB anzuordnen, sondern die von der
Vorinstanz ausgesprochene ambulante Behandlung nach Art. 63 StGB (Behand-
lung psychischer Störungen und Suchtbehandlung) ist zu bestätigen, zumal aus
dem Bericht des Psychiatrisch-Psychologischen Dienstes auch hervorgeht, dass
der Beschuldigte bisher immer pünktlich und verbindlich zu den Therapie-
sitzungen erschienen ist (Urk. 87 S. 4), mithin eine ambulante Therapie momen-
tan durchaus geeignet erscheint. Auch das einmalige Disziplinarvergehen des
Beschuldigten betreffend Herstellung und Konsum von alkoholischen Getränken
(vgl. Urk. 91) spricht nicht gegen die Wirksamkeit der ambulanten Therapie und
dafür, die Suchtbehandlung des Beschuldigten in den Vordergrund zu stellen,
zumal der Beschuldigte ausführte, bis auf diesen Vorfall abstinent zu sein,
obschon er die Gelegenheit hätte, in der Strafanstalt an Kokain zu kommen
(Urk. 100 S. 2 und 5).
5. Mit der Vorinstanz ist die Freiheitsstrafe nicht zugunsten der ambulanten
Massnahme aufzuschieben (Urk. 60 S. 27).
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IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'000.-- festzu-
setzen.
2. Die Parteien tragen die Kosten im Rechtsmittelverfahren nach Massgabe ih-
res Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1). Die Staatsanwaltschaft unter-
liegt mit ihren Anträgen auf Erhöhung der Strafen für beide Beschuldigten teilwei-
se. Auch der Beschuldigte B._ unterliegt mit seinen Anträgen zur Strafhöhe
und zur Massnahme und wird daher kostentragungspflichtig. Der Beschuldigte
A._ unterliegt ebenfalls und hat Kosten zu tragen. Die Kosten sind nach dem
Gesagten dem Beschuldigten B._ zu 2/5 sowie dem Beschuldigten A._
zu 1/5 aufzuerlegen und zu 2/5 auf die Gerichtskasse zu nehmen.
3. Die Kosten der amtlichen Verteidigungen der Beschuldigten sind einstweilen
auf die Gerichtskasse zu nehmen, wobei die Rückzahlungspflicht vorbehalten
bleibt (Art. 135 Abs. 4 StPO).