Decision ID: 0de85e1b-a07f-4ebf-b699-f05a9d33dad1
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1961,
Bau-Facharbeiter
/Walzenführer
,
beantragte bei der Stiftung für den flexiblen Altersrücktritt im Bauhauptgewerbe (FAR)
infolge frühzeitiger Pensionierung
die Ausrichtung einer Überbrückungsrente
. Mit Leis
tungsentscheid vom 2
2.
März 2021 sprach die
Stiftung
FAR dem Versicherten mit Wirkung vom
1.
Juli 2021 bi
s längstens
zum 3
0.
Juni 202
6 eine
monatliche Rente von
Fr.
3'220.30 (ungekürzte
ordentliche
Überbrü
ckungsrente von Fr.
5'152.45 –
Fr.
858.70 [
Kürzung um
30/
180
wegen fehlender Beschäftigung] –
Fr.
386.45 [
Kürzung um
13.5/180 wegen Teilzeit-Beschäf
t
igung] –
Fr.
687.-- [Kürzung um
24/180 wegen saisonaler Beschäftigung]) zu (
Urk.
2/1).
Am
5.
April 2021 stellte der Versicherte betreffend den Leistungsentscheid vom 2
2.
März 2021 ein Überprüfungsgesuch (
Urk.
2/2). Mit Schreiben vom
6.
Mai 2021 teilte die
Stiftung
FAR mit, im Entscheid vom 2
2.
März 2021
sei
fälsch
licherweise angenomm
en worden
, dass die
Y._
AG, bei welcher der Versicherte vom
1.
Juli 2001 bis zum 3
1.
August 2003 angestellt gewesen sei, nicht dem Gesamtarbeitsvertrag für den flexiblen Altersrücktritt im Bauhaupt
gewerbe (GAV FAR)
unterstellt gewesen sei
.
Die Zeit vom
1.
Juli 2001 bis zum 3
1.
August 2003 könne als Beitragszeit angerechnet werden
(
Urk.
2/3)
.
Mit
Leis
tungsentscheid vom
6.
Mai 2021, der
den Leistungsentscheid vom 22.
März 2021 ersetzte, sprach die
Stiftung
FAR dem
Versicherten mit Wirkung vom
1.
Juli 2021 bis längstens
zum
3
0.
Juni 2026 eine
monatliche Rente von
Fr.
3'907.25 (unge
kürzte
ordentliche
Überbrückungsrente von
Fr.
5
'
152.45 – Fr.
114.50 [Kürzung um
4/180 wegen fehlender Beschäf
t
igung] –
Fr.
400.75 [Kürzung um
14/180 wegen Teilzeit-Beschäftigung] –
Fr.
729.95 [Kü
rzung um
25.5/180 wegen saiso
naler Beschäftigung]) zu (
Urk.
2/4).
Am 2
2.
M
ai 2021 stellte
der Versicherte betreffend den Leistungsentscheid vom
6.
Mai 2021 ein Ü
berprüfungsgesuch
(
Urk.
2/6). Mit Schreiben vom 1
5.
Juli 2021 teilte die Stiftung FAR mit, dass
er
in den Monaten September bis Dezember 2003 und Januar 2005 für das dem GAV FAR unterstellte Einzelunternehmen
Z._
tätig gewesen sei. Diese Monate könnten ihm als Beschäftigungs
zeiten angerechnet werden.
Die ursprünglich falsche Berechnung einer Kürzung wegen Teilzeit-Beschäftigung von 1
3.5 Monaten sei einem internen Rechenf
ehler geschuldet. Die Kürzung betrage richtigerweise 14 Monate
(
Urk.
2/7)
. Mit Leis
tungsentscheid vom 1
7.
August 2021, der den Leistungsentscheid vom
6.
Mai 2021 ersetzte, sprach die Stiftung FAR dem
Versicherten mit Wirkung vom
1.
Juli 2021 bis längstens
zum
3
0.
Juni 2026 eine
monatliche Rente von
Fr.
4'021.75 (ungekürzte
ordentliche
Überbrückungsrente von
Fr.
5
'
152.45 –
Fr.
400.75 [Kür
zung um
14/180 wegen Teilzeit-Beschäf
tigung] –
Fr.
7
29.95 [Kürzung um
25.5/180 wegen saisonaler Beschäftigung]) zu (
Urk.
2/8).
2.
Am 1
2.
September 2021 erhob der Versicherte gegen die Stiftung FAR K
lage und beantragte, die Beklagte
habe ihm
ab
dem
1.
Juli 2021 eine ordentliche, unge
kürzte Überbrückungsrente
auszuzahlen
; unter Kosten- und Entschädigungs
folgen zu Lasten der Beklagten
(
Urk.
1 S. 2). Die Beklagte beantragte mit Klageantwort vom 1
7.
Dezember 2021 die Abweisung der Klage
; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Klägers
(
Urk.
7 S. 2)
. Mit Replik vom 1
0.
Januar
bzw. Duplik vom 1
5.
Februar 2022 hielten die Parteien je an ihren Anträgen fest (
Urk.
11 und
Urk.
14). Die Duplik vom 1
5.
Februar 2022 wurde dem Kläger am 1
7.
Februar 2022 zugestellt (
Urk.
15).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1
.
1
.1
1.1.1
Der Schweizerische
Baumeisterverband (SBV), die
Gewerkscha
ft Bau & In
dustrie (heute:
Unia
) und
die Gewerkschaft SYNA schlossen am 12. November 2002
mit dem Verband
Baukader
Schweiz
den GAV FAR
ab
, mit dessen Vollzug
die
Stif
tung FAR
betraut ist. Durch Beschluss des Bundesrates v
om 5. Juni 2003
wurde der GAV FAR teilwei
se allgemeinverbindlich erklärt.
Die nachträglichen Zusatz
vereinbarungen 1-11 wurden ebenfalls allgemeinverbindlich erklärt, die letzte Zusatzvereinbarung per
1.
April 201
9.
Gestützt
auf den GAV FAR hat die Stif
tung
FAR
ein Reglement erlassen, welches ausführende Bestim
mungen enthält (Reglement FAR;
Urk.
8/1).
Die letzte Änderung trat ebenfalls am
1.
A
pril 2019 in
K
raft
.
Gemäss
Art.
12
Abs.
2 GAV FAR erbringt die Stiftung FAR Leistungen, die den Altersrücktritt ab Vollendung des 6
0.
Altersjahrs bis zum Erreichen des ordent
lichen AHV-Alters ermöglichen und finanziell abfedern.
1.1.2
In räumlicher Hinsicht gilt der GAV n
ach
Art.
1
Abs.
1
und
Abs.
3
GAV FAR für das gesamte Gebiet der schweizerischen E
id
genossenschaft, mit Ausnahme der Betriebe mit Sitz im Kanton
W
allis.
In betrieblicher Hinsicht gilt der GAV gemäss
Art.
2
Abs.
1 GAV FAR für alle inländischen und ausländischen in der Schweiz tätigen Betriebe bzw. für deren Betriebsteile sowie für Subunternehmer und selbständige Akkordanten, die Arbeitnehmer beschäftigen, welche gewerblich tätig sind. Insbesondere gilt er für Unternehmen, welche Tätigkeiten im Bauhauptgewerbe
ausüben (
lit
. a-i; vgl. auch
Ausnahmen
in
Abs.
2).
In persönlicher Hinsicht gilt der GAV gemäss
Art.
3
Abs.
1 GAV FAR für Arbeit
nehmer (unabhängig ihrer
Entlöhnungsart
und ihres Anstellungsortes), welche auf Baustellen und in Hilfsbetrieben
der Baubetriebe nach
Art.
2
tätig sind. Dies sind insbesondere Poliere und Werkmeister, Vorarbeiter, Berufsleute wie Maurer, Zimmerleute, Strassenbauer,
Pflästerer
, B
auarbeiter
(mit oder ohne Fachkennt
nisse),
Spezialisten wie Maschinisten, Chauffeure,
Magaziner
,
Isoleure
und Hilfs
kräfte, sofern sie in einem Betrieb oder Betriebsteil gemäss
Art.
2
Abs.
1 oder 3 GAV FAR tätig sind, sowie ausgebildete Sicherheitswärter, soweit sie für die Sicherheit von Gleisbauarbeiten oder Arbeiten im Gefährdungsbereich der Bahn eingesetzt werden (
lit
. a
–f; vgl. auch die Ausnahmen in
lit
. f).
In räumlicher,
betrieb
licher und persönlicher Hinsicht
ist der GAV FAR auf den Kläger, der
für diverse Arbeitgeberinnen
/Personalverleiher
mit Sitz in den Kantonen Zürich, Zug und Basel
als
Bau-Facharbeiter/Walzenführer
gearbeitet hat (
Urk.
2/5)
,
unbestrittenermassen
anwendbar
.
1.2
1.2
.1
Gemä
ss
dem allgemeinverbindlich erklärten
Art. 14
Abs.
1 GAV FAR
kann der
Arbeitnehmende
eine Überbrück
ungsrente beanspruchen, wenn er
kumulativ
a)
das 60. Altersjahr vollendet hat
b)
das ordentliche AHV-Alter noch nicht erreicht hat
c)
während mindestens 15 Jahren innerhalb der letzten 20 Jahre und davon
die letzten sieben Jahre vor dem Leistungsbezug ununterbrochen
,
in einem
Betrieb gemäss Geltungsbereich
GAV FAR eine beitragspflichtige
Beschäftigung ausgeübt hat und
d)
die Erwerbstätigkeit unter Vorbehalt von Artikel 15 definitiv aufgibt
.
1.2
.2
Gemäss Art. 14
Abs.
2
GAV
FAR
kann der
Arbeitnehmende
, der
das Kriterium der Beschäftigungsdauer (Abs. 1
lit
. c) nicht vollständig erfüllt, eine gekürzte Überbrückungsrente beanspruchen, wenn er:
a)
innerhalb der letzten 20 Jahre nur während 10 Jahren in einem Betrieb
gemäss Geltungsbereich GAV FAR eine beitragspflichtige Beschäftigung
ausgeübt hat, davon aber die letzten sieben Jahre vor dem Leistungsbezug
ununterbrochen
und/oder
b)
innerhalb der letzten sieben Jahre vor dem Altersrücktritt während
höchstens zwei Jahren arbeitslos war, die anderen Voraussetzungen nach
lit
. a aber erfüllt.
1.2
.3
Wer die Voraussetzungen von
Art.
14
Abs.
2
GAV FAR erfüllt, erhält eine um 1/15 pro fehlendes Jahr
bzw. 1/180 pro fehlendem Monat
gekürzte Überbrü
ckungsrente (
Art.
17
Abs.
1 GAV FAR
in Verbindung mit
Art.
16
Abs.
1 Regle
ment FAR
).
1.2
.4
Bei Personen, die wegen einer saisonalen Anstellung, wegen verschiedener Funk
tionen im Betrieb gemäss Geltungsbereich GAV FAR, wegen Invalidität von bis zu 50
%
oder als Teilzeitangestellte pro Kalenderjahr mindestens 50
%
eine dem GAV FAR unterstellte Tätigkeit leisten, werde
n
die Leistungen nach Massgabe des Teilzeitbeschäftigungsgrades und der Anzahl der teilzeitbeschäftigten Jahre während der letzten 15 Jahre im Bauhauptgew
erbe anteil
mässig gekürzt (
Art.
17
Abs.
3 GAV FAR).
Nach
Art.
17
Abs.
1
ter
Reglement FAR wird als saisonale Tätigkeit im Sinne von
Art.
17
Abs.
3 GAV FAR die Tätigkeit in einem Betrieb
gemäss GAV FAR verstanden, wenn s
ie
innerhalb der Zeitspanne zwischen anfangs März und Ende November geleistet wurde (
lit
. a), mindestens sechs zusammenhängende Monate innerhalb dieser Zeitspanne dauert
e
(
lit
. b) und sich in der Regel während mindestens drei aufeinander folgenden Saisons wiederholte (
lit
. c).
Nachgewiesene Arbeitslosigkeit in den Monaten Dezember, Januar und Februar, die sich aus der saisonalen Anstellung ergibt, wird bei der Höchstgrenze nach
Art.
14
Abs.
2
l
it
. b GAV FAR nicht mitgezählt (
Art.
17
Abs.
1
ter
lit
. c Reglement FAR).
1.2
.5
Als Teilzeit gilt gemäss
Art.
17
Abs.
1
quater
Reglement FAR jene Zeit, während welcher
Arbeitnehmende
nicht ihre volle Arbeitszeit dem Arbeitgeber zur Verfü
gung stellen, sondern lediglich stunden-, halbtage- ode
r tageweise arbeiten, das heisst
einen im Einzelarbeitsvertrag festgelegten Anteil der Jahresarbeitszeit gemäss
Art.
24
des Landesmantelvertrags für das Schweizerische Bauhaupt
gewerbe (
LMV
).
Ein Teilzeitarbeitsvertrag ist schriftlich abzuschliessen.
Gemäss
Art.
24
Abs.
1 LMV ist die Jahresarbeitszeit die Brutto-Sollarbeitszeit im Kalenderjahr, während welcher
Arbeitnehmende
ihre Arbeitsleistung zu erbrin
gen haben und vor Abzug der allgemeinen Nichtleistungsstunden, wie bezahlte Feiertage und der individu
ellen Nichtleistungsstunden,
wie
Ferien, Krankheit, Unfall, Schutzdiensttage usw. Nach
Art.
24
Abs.
2 LMV betragen die massgeb
lichen Jahres-Totalstunden im ganzen Vertragsgebiet 2’112 Stunden (365
Tage :
7 = 52,14 Wochen x 40,5 Stunden). Gemäss
Art.
34
Abs.
1 LMV haben die
Arbeitnehmende
n
ab dem 2
0.
bis zum vollenden 5
0.
Altersjahr Anspruch auf fünf Wochen Ferien. Ab dem zurückgelegten 5
0.
Altersjahr haben sie Anspruch auf sechs Wochen Ferien.
Die Netto-Sollarbeitszeit pro Jahr beträgt
bei 25 Ferien- und acht Feiertagen 1'844,7 Stunden (2'112 – 267,3 [8,1 h x 33]) respektive
bei
30 Ferien- und acht Feiertagen
1'
804,
2 Stunden (2'112
–
307,8 [8,1 h x 38]).
1.2
.6
Als Beschäftigungsdauer gemäss
Art.
14
Abs.
1
lit
. c und
Art.
21
Abs.
1 GAV FAR werden auch Zeiten angerechnet, während welchen
Arbeitnehmende
durch einen Arbeitsverleihbetrieb in einen Einsatzbetrieb vermittelt wurden, der dem GAV FAR untersteht, sofern die Funktion im Einsatzbetrieb unter den persön
lichen Geltungsbereich (
Art.
3
Abs.
1) fällt und für diese Zeit die Beiträge nach
Art.
8 an die Stiftung geleistet wurden (
Art.
14
Abs.
5 GAV FAR).
1.3
Nach
Art.
16
Abs.
1 GAV FAR
in Verb
indung mit
Art.
15
Abs.
1
Reglement FAR
besteht die volle Rentenleistung aus:
a)
einem Sockelbetrag von mindestens
Fr.
6'000 pro Jahr und
b)
65
%
des vertraglich vereinbarten, durchschnittlichen Jahreslohnes
des
letzten Beschäftigungsjahres ohne
Zulagen, Überstundenentschädigung
etc. (Rentenbasislohn).
Die Überbrückungsrente darf jedoch die tiefere der folgenden Schwellen nicht überschreiten:
a)
80
%
des Rentenbasislohnes des letzten Beschäftigungsjahres
b)
das 2,4-fache der maximalen einfachen AHV-Rente
2.
2.1
Der Kläger brachte zur Begründung seiner Klage vor, dass
die Beklagte
bei der Berechnung der
Überbrückungsrente
von einem falschen Stundenlohn ausge
gangen sei
. Im Weiteren seien zu Unrecht Kürzungen wegen sai
sonaler Arbeit und
Teilzeitarbeit vorgenommen worden. In den Beschäftigungsj
ahren 2018 bis 2020 habe
er
jeweils Bruttolöhne von bis zu
Fr.
81'020.55 erzielt, welche mit
dem Verdienst eines ganzjährig Vollzeita
ngestellten vergleichbar seien
. Ferner sei darauf hinzuweisen, dass die Beklagte den Zeitraum vom
1.
September bis zum 3
1.
Dezember 2003 und de
n Monat Januar 2005, als er beim Einzelunternehmen
Z._
/
A._
GmbH
angestellt gewesen sei, als Beitragszeit angerechnet habe, da damals FAR-Beiträge abgerechnet worden seien. Dass in den Jahren 2018 bis 2020
auf dem
Gesamtlohn FAR-Beiträge
erhoben worden seien
, habe gemäss der Beklagten indes keinen Einfluss auf die Berechnung der saisonalen Arbeit. Dies erscheine widersprüchlich
(
Urk.
1 und
Urk.
11)
.
2.2
Die Beklagte machte demgegenüber geltend,
dass für die Berechnung der monat
lichen Überbrückungsrente der Gr
undstundenlohn angewendet werde
. Im
Leis
tungsentscheid vom
1
7.
August
2021
sei
eine Kürzung um
gesamthaft 25,5/180 infolge saisonaler Beschä
ftigung vorgenommen w
orden.
Aufgrund der Regel
mässigkeit von Arbeitslosigkeit anfangs und Ende Jahr mit einer Beschäftigung von mindestens sechs M
onaten
dazwischen
liege klar eine saisonale Beschäfti
gung vor. Die Bruttol
öhne in den Jahren 2018 bis 2020
hätten keinen Einfluss auf die Berechnung der saisonalen Anstellung
en
. Diese
würden
sich ausschliess
lich nach den tatsächlich geleisteten Beschäftigungs
zeiten
bemessen
. Eine weitere Kürzung um
gesamthaft 14/180 sei wegen der Teilzeitbeschä
ftigung
erfolgt
(
Urk.
7
S. 10 ff.)
.
3.
3.1
Vorab ist darauf hinzuweisen, dass der Kläger
in den letzten 20 Jahren vor
dem
Leistungsbezug
per
1.
Juli 2021
unbestrittenermassen während mindestens 15 Jahren in Betrieben gemäss Geltungsbereich GAV FAR beitragspflichtige Beschäftigungen
ausgeübt hat
(vgl.
Urk.
14
S. 3
).
Anspruch auf eine
gekürzte Überbrückungsrente besteht
deshalb
, weil er
die
beitragspflichtigen Beschäfti
gungen
in d
en letzten sieben Jahren vor
dem
Leistungsbezug nicht ununter
brochen ausgeübt hat
(vgl. E. 1.2.1-2
)
.
3.
2
3.2.1
Die
Kürzung der Rente
wegen
saisonaler Beschäftigung
um
25.5/180
begründete die Beklagte wie folgt
(
Urk.
7 S.
10 ff.
)
:
2021:
Anstellung vom 1
5.
März bis zum 3
0.
Juni 2021
(
B._
AG;
Urk.
8/5)
Z
ugunsten des Klägers wurde die durchschnittliche Beschäftigungszeit der
letzten J
ahre von neun
Monaten
pro Jahr
angerechnet. Für das Jahr
2021
fehlten
somit
drei Monate. Da der Kläger nur ein halbes Jahr
für die
B._
AG gearbeitet hat
,
erfol
gte eine Kürzung um
1,
5
Monate
/180
(
3 :
2)
.
2020:
Anstellung vom
1.
April bis zum 1
5.
Dezember 2020
(
B._ AG
;
Urk.
8/6
und
Urk.
8/19
)
Für die fehlenden
3,5 M
onate wurde eine
Kürzung um
3,
5/
180
vorge
-
nom
men
.
2019:
Anstellungen vom 1
5.
März bis zum 1
5.
N
ovember 2019 (diverse
P
erso
-
nalverleiher
;
Urk.
8/7 und
Urk.
8/19)
Für die fehlenden vi
er Monate wurde eine Kürzung um
4/180 vorgenom-
men
.
2018:
Anstellungen vom
1.
März bis zum 3
0.
November 2018 (diverse
Person
al-
v
erleihe
r
;
Urk.
8/8 und
Urk.
8/19)
Für die fehlenden drei Monat
e wurde eine Kürzung um
3/180 vorgenom-
men
.
2017:
Anstellungen vom
1.
Mai bis zum 3
1.
Oktober 2017 (diverse Personal-
verleiher
;
Urk.
8/9 und
Urk.
8/19)
Für die fehlenden sec
hs Monate wurde eine Kürzung um
6/180
vorge
-
nommen
.
2016:
Anstellungen vom 1
5.
März bis zum 1
5.
Dezember 2016 (diverse
Perso
-
nal
v
erleiher
)
Da das
durchschnittliche
P
ensum
83
%
betrug
(Arbeitsstunden:
1'126.86,
Sollzeit: 1'353.15
Stunden
)
, ergab sich eine
Beschäfti
gungszeit von 7,5
Monaten (9
Monate :
100 x 83
;
Urk.
8/10 und
Urk.
8/19)
.
Für die fehlenden viereinhalb
Monate wurde
eine Kürzung um
4,
5/180
vorgenom
men.
2015:
Anstellung vom
1.
April bis zum 3
1.
Dezember 2015 (
C._
AG;
Urk.
8/11 und
Urk.
8/19)
Für die fehlenden dr
ei Monate wurde eine Kürzung um
3/180
vorgenom-
men
.
3.2
.2
Aus dem
Lohnausweis
der
C._
AG des Jahres 2018 (
Urk.
2/9
; vgl. auch
IBK-Auszug,
Urk.
8/19, und Auszug aus dem individuellen Konto [IK-Auszug] vom 2
.
April 2021,
Urk.
2/11)
geht hervor, dass der Kläger im Jahr 2018
nicht nur bis zum 3
0.
November 2018, sondern
bis zum 1
4.
Dezember 2018 gearbeitet hat. Für das Jahr
2018 ist daher eine Kürzung um 2,5/180 statt um
3/180 vorzunehmen. Die weiteren von der Beklagten
in den letzten sieben Jahre vor dem Leistungs
bezug
per
1.
Juli 2021
vorgenommenen Kürzungen sind
aufgrund der
gegebenen Aktenklage
(vgl. Lebenslauf: Alle B
eschäftigungsperioden,
Urk.
2/5,
Lohnaus
we
ise von 2018 bis 2020,
Urk.
2/9,
IK-Auszug
vom
2.
April 2021, Urk.
2/11
, Einsatzverträge,
Urk.
8/5-11,
und IBK-Auszug,
Urk.
8/19
)
nachvollziehbar und nicht zu beanstanden.
Infolge saisonaler
Beschäftigung resultiert deshalb
eine K
ürzung um
insgesamt
25/18
0.
Die Beklagte wies sodann zu Recht darauf hin, dass die Höhe der Bruttol
öhne in den Jahren 2018 bis 2020
keinen Einfluss auf die
Berechnung
der saisonalen Anstellung
en
hat.
Massgebend ist einzig, von wann bis wann der Kläger in Betrieben, die dem GAV FAR unterstellt sind, gearbeitet hat.
3.3
3.3
.1
Die Kürzung der R
ente wegen
Teilzeitbeschäftigung
um
14/180
begründete die Beklagte wie folgt
(
Urk.
7 S. 12 ff.
):
2014:
Da das Pensum im April 2014 (Persona
lverleiherin
D._
) 61
%
(92
Arbeitsstunden)
betrug
, ergab sich eine
(hypothetische)
Beschäfti
gungszeit von 7,32 Monaten
(12
Monate
:
100 x 61)
pro
Jahr. Pro
Beschäftigungsjahr fehlen damit 4,68 Monate
.
Da der
Kläger
ein Monat
teilzeitlich gearbeitet hat
, erfolgte
pro
rata
eine
K
ürzung um
0,39/
180
(4,
68
:
12
; Urk.
8/12 und
Urk.
8/19).
2012:
Da das Pensum im April und Mai 2012 (diverse P
ersonalverleiher
) 68
%
(205,5 Arbeitsstunden)
betrug, ergab sich eine
(hypothetische)
Beschäfti
-
gungszeit
von 8,16 Monate
n
(
12 :
100 x 68) pro Jahr. Pro
Beschäftigungs
-
jahr
fehlen damit 3,84 Mon
ate. Da der Kläger
zwei Monate
teilzeitlich
gearbeitet hat
, erfolgte pro
rata
eine Kürzung
um
0,64/180
(3,
84 :
6;
Urk.
8/
13 und
Urk.
8/19).
2011:
Da das Pensum von Juni bis Oktober 2011 (
E._
GmbH) 85
%
(Arbeitss
tunden: 614,5
und 21 Stunden Krankentaggeld
, Sollzeit: 751,
75
Stunden
)
betrug, ergab sich eine
(hypothe
tische)
Beschäftigungszeit
von 10,2 Monate
n
(
12 :
100 x 85) pro
Jahr. Pro
Beschäftigungsjahr fehlen damit 1,8 Mona
te. Da der Kläger
fünf Monate
teilzeitlich
gearbeitet hat
, erfolgte pro
rata
eine K
ürzung
um
0,75/180 (1,8 x
[
5/12
]
;
Urk.
8/14
und
Urk.
8/19
)
.
2009:
Da das Pensum von Mai bis Oktober 2009 (diverse Personalverleiher) 63 %
betrug
(vgl.
mangels Vorliegen
s
der Unterlagen
wurde dies
es Pensum
anhand der abgerechneten FAR-B
eiträge und eines
vorgegebenen
Stun
-
denlohn
s
berechnet; vgl.
Urk.
8/15)
, ergab sich eine
(hypothetische)
Be
-
schäf
t
igungszeit
von 7,56 Monate
n
(
12 :
100 x 63)
pro Jahr.
Pro
Beschäf
-
tigungsjahr
fehlen damit 4,44
Mo
nate.
Da der Kläger
sechs Monate
teil
-
zeitlich
gearbeitet hat
, erfolgte pro
rata
eine Kürzung um
2,2/180
(4,
44 :
2;
Urk.
8/19).
2008:
Da das Pensum von Mai bis September 2008 (diverse Personalverleiher)
52
%
betrug
(vgl. mangels Vorliegens der Un
terlagen wurde dieses Pen-
sum
anhand der abge
rechneten FAR-Beiträge und eines
vorgegebenen
Stun
denlohn
s
berechnet; vgl.
Urk.
8/16)
, ergab sich eine
(hypothetische)
Beschäftigungszeit von
6,24 Monaten pro Jahr.
Pro Beschäftigungsjahr
fehlen damit 5,76 Monate.
Da der Kläger
fünf Monate teilzeitlich
gearbei
-
tet
hat
, erfolgte
pro
rata
eine Kürzung um
2,4/180 (5,76 x [5/12]
;
Urk. 8/19).
2007:
Da das Pensum von April bis Oktober 2007 (diverse Personalverleiher)
53
%
(Arbeitsstunden: 619,5; Sollzeit: 1'076,
08
Stunden
;
Urk.
8/17)
betrug, ergab
sich eine
(hypothetische)
Beschäftigungszeit von 6,36
Monaten pro Jahr.
Pro Beschäftigungsjahr fehlen damit 5,64 Monate.
Da
der Kläger
sieben Monate teilzeitlich
gearbeitet hat
, erfolgte pro
rata
eine
K
ürzung
um
3,3
/180
(5
,
64 :
[7/12];
Urk.
8/19).
2006:
Da das Pensum von April bis Dezember 2006 (diverse Personalverleiher)
54
%
betrug
(vgl. mangels Vorliegens der Unterlagen wurde dieses Pen-
sum
anhand der abge
rechneten FAR-Beiträge und eines
vorgegebenen
Stundenlohn
s
berechnet; vgl.
Urk.
8/18), ergab sich eine (hypothetische)
Beschäftigungs
zeit von 6,48 Monaten pro
Jahr. Pro Beschäftigungsjahr
fehlen damit 5,52
Monate. Da der Kläger
neun Monate teilzeitlich
gearbei
-
tet
hat
, erfolgte pro
rata
eine Kürzung um
4,1/180
(5,52 x [9/12];
Ur
k.
8/
19).
3.3
.2
Für das Jahr 200
7 errechnete die Beklag
te
selbst Sollstunden von 1'076,08 sowie
Arbeitsstunden von 619,
5 und
folglich
einen Beschäftigungsgrad von 57
%
(und nicht von 53
%
;
Urk.
8/17
;
richtig sind aber 58
%
)
.
Demgemäss ergibt sich eine (hypothetische) Beschäftigungszeit von 6,
96
Monaten pro Jahr. Pro Beschäfti
gungsjahr fehlen damit
5,
04
Monate. Da der Kläger
sieben Monate teilzeitlich
gearbeitet ha
t, ist pro
rata
eine Kürzung um
2,
94
/180 (5,
16 :
[7/12])
statt um
3,3/180
vorzunehmen. Die wei
teren von der Beklagten im Zeitraum
von
2006 bis 2014
vorgenommenen Kürzungen
infolge Teilzeitarbeit
sind aufgrund der
gege
benen Ak
ten
lage
(vgl. Lebenslauf: Alle Beschäftigungsperioden,
Urk.
2/5
,
Ein
satz
verträge und Berechnungsblätter,
Urk.
8/12
-18
, und IBK-Auszug,
Urk.
8/19)
nachvollziehbar
und
- abgesehen von inkonsequenten Kürzung
en nach den Komastellen,
was zu korrigieren ist -
nicht zu beanstanden.
Infolge Teilzeitbe
schäftigung res
ultiert demnach eine Kürzung um
insgesamt
rund
13,5/18
0.
Dass der Kläger in den von der Beklagten aufgeführten Jahren jeweils nicht voll-, sondern
im Rahmen vo
n
Temporärarbeitsverhältnissen
lediglich
teilzeitlich
gear
beitet hat, ergibt sich
aus den
von der Beklagten
detailliert aufgeführten Arbeits
stunden.
3.4
Nicht zu
beanstanden
und im Übrigen unbestritten
ist schliesslich
der von der Beklagten ermittelte Rentenbasislohn
, welche
r
auf dem letzten Stundenlohn des Klägers bei der
B._
AG
(
Urk.
8/5) beruht
(
Fr.
37.54 [Basislohn ohne Ferien
- und Feiertagsentschädigung sowie
Anteil 1
3.
Monats
lohn] x 176 x 13 =
Fr.
85'891.52;
Fr.
85'891.
52 :
100 x 65 : 12 +
Fr.
500.-- [Soc
kelbetrag] =
Fr.
5'152.45;
Urk.
2/10).
4.
In teilweiser Gutheissung der Klage ist demnach festzustellen, dass der Kläger ab
vom
1.
Juli 2021
bis längstens zum 3
0.
Juni 2026
Anspruch auf eine monatliche Rente
von
Fr.
4'050.40
hat (
Fr.
5'1
52.45 –
Fr.
715.62 [Kürzung um
25
/180
wegen saisonaler Beschäftigung] –
Fr.
386.45
[Kürzu
ng
um
13
,5
/180
wegen Teilzeitbe
schäftigung
])
.
5.
5.1
Das vorliegende Verfahren ist kostenlos (
Art.
73
Abs.
2 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge, BVG).
5.2
Der Beklagten steht in ihrer Funktion als Trägerin der beruflichen Vorsorge trotz ihres
fast vollumfänglichen
Obsiegens keine Prozessentschädigung zu (§ 34 Abs. 2 des Gesetzes über das Sozialversicherungsger
icht des Kantons Zürich,
GSVGer
;
BGE 128 V 124 E. 5b).
Dem
Kläger ist keine (erheblich) reduzierte
Prozessentschädigung zuzusprechen, da
sein
Arbeitsaufwand und
seine
Umtriebe im vorliegenden Verfahren nicht den Rahmen dessen überschritten, was der Einzelne
zumutbarerweise
nebenbei zur Besorgung seiner persönlichen Angelegenheiten auf sich zu nehmen hat (BGE 129 V 113 E. 4 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 144 V 280 E. 8.2.2; Urteil des Bundesgerichts 9C_340/2012 vom 8. Juni 2012 E. 3.1).