Decision ID: 06da9798-1911-5a90-8dc0-5446e76fd8fb
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
Die 1963 geborene
Mutter von drei Kindern und
als Hausfrau tätige
X._
meldete sich am 27. Juni 2011 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (
Urk.
8/5).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zog einen Auszug aus dem individuellen Konto der Versicherten bei (IK-Auszug,
Urk.
8/9). Am 26. September 2011
(
Urk.
8/11)
reichte die mit Beschluss vom
2.
August 2011 der Vormundschaft
s
behörde
Y._
ernannte
Beiständin
Z._
,
Amtsvormund
in
(vgl.
Urk.
8/10)
, der IV-
Stelle
eine mit
weiteren Angaben ergänzte
Kopie der
IV-Anmeldung ein
, in
der
unter anderem auf Rückenbeschwerden sei
t
20 Jahren hingewiesen wurde
(
Urk.
8/1
6
). Die IV-Stelle
nahm
Berichte
der
behandelnden Ärzt
e
zu den Akten
(
Urk.
8/17
und
Urk.
8/19
)
und teilte der Versicherten mit Mitteilung vom
11. November 2011
mit, dass keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen mög
lich seien (
Urk.
8/18).
Am 10. April 2012 fand eine Abklärung der beeinträch
tigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt statt (Bericht vom
16. April 2012, Urk. 8/37).
Zudem veranlasste die
IV-Stelle
eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) in de
r Rehaklinik
A._
(
Bericht vom 20. Dezember 2012,
Urk.
8/26). Am 13. Februar 2013 teilte die
Amtsvormundin
Z._
mit, dass die Beistandschaft mit Beschluss vom 4.
Dezember 2012 aufgehoben wor
den sei (
Urk.
8/28
/1
). Die IV-Stelle
gab
entsprechend der Empfehlung im Be
richt der Rehaklinik
A._
(vgl.
Urk.
8/26 S. 4)
eine
zusätzliche
psychiatri
sche
Begutachtung
i
n Auftrag. M
ed.
pract
.
B._
, Facharzt FMH für Psy
chiatrie und Psychotherapie, erstellte sein Gutachten am 1
1. September 2013 (
Urk.
8/36).
Mit Vorbescheid vom
27.
Februar 2014
stellte
die IV-Stelle
der Versicherten die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
8/41). Auf Einwand der Versicherte hin (
Urk.
8/45)
holte die
IV-Stelle
eine Stellung
nahme bei ihrem Abklärungsdienst ein (
Urk.
8/47 S. 3 ff.). Mit Verfügung vom 18. August 2014 wies
sie
das Leistungsbegehren ab (
Urk.
2).
2.
Gegen die Verfügung vom 18. August 2014 (
Urk.
2) erhob
X._
am 19. September 2014 Beschwerde (
Urk.
1) mit folgendem
Rechts
begehren
(S. 2):
Es sei die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 18. August 2014 aufzuheben
.
Es sei der Beschwerdeführerin eine Rente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von min
destens 40
%
zuzusprechen.
Es sei vom Gericht eine medizinische Begutachtung der Beschwerdeführerin vorzu
nehmen in somatischer wie auch in psychiatrischer Hinsicht.
Eventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen zwecks Einho
lens eines medizinischen Gutachtens.
Es sei ein zweiter Schriftenwechsel vorzunehmen.
Es sei gestützt auf Art. 6
Abs.
1 EMRK eine öffentliche Verhandlung durchzuführen.
Es sei der Beschwerdeführerin in der Person von RA
lic
.
iur
. Massimo
Aliotta
ein un
entgeltlicher Rechtsbeistand zu bewilligen.
Die IV-Stelle beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 28. Oktober 2014, die Beschwerde sei abzuweisen. Zudem ersuchte sie in verfahrensrechtlicher Hin
sicht
,
auch den Antrag auf
Durchführung
eine
r
öffentliche
n
Verhandlung ab
zuweisen (Beschwerdeantwort,
Urk.
7).
Mit Eingabe vom
2.
Dezember 2014 nahm
die Beschwerdeführerin zu diesem
Vorbringen Stellung (
Urk.
14)
, wovon die Beschwerdegegnerin mit Mitteilung vom 4. Dezember 2014 in Kenntnis ge
setzt wurde (
Urk.
15)
.
Mit Verfügung vom 11. Mai 2016 (
Urk.
19)
wurde
das Gesuch der Beschwerdeführerin um unentgeltliche Prozessführung und unent
geltliche Rechtsvertretung bewilligt und
es wurde
ihr Rechtsanwalt Massimo
Aliotta
als unentgeltlicher Rechtsvertreter für das vorliegende Verfahren be
stellt.
Zudem wurde ihr Gelegenheit eingeräumt, zur internen Stellungnahme der Abklärungsperson der IV-Stelle vom 14. Juli 2014 im
Vorbescheidverfahren
Stellung zu nehmen, wovon die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 27. Mai 2016 Gebrauch machte (
Urk.
21). Das Doppel der Stellungnahme wurde der
Be
schwerdegegnerin
mit Verfügung vom 30. Mai 2016 zur Kenntnisnahme zuge
stellt (
Urk.
23). Mit Eingabe vom
8. Juni 2016 zog die
Beschwerdeführerin
das Gesuch um
Durchführung einer öffentlichen Verhandlung
zurück
(
Urk.
24
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ein
ander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind
,
wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der An
teil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad ent
sprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter an
derem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, so
zialen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode be
stimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittel
ten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hin
weisen).
1.4
Bei der Bestimmung der im konkreten Fall anwendbaren Invaliditäts
-
bemessungs
methode
und damit der Beantwortung der entscheiden
den Statusfrage handelt es sich um eine hypothetische Beurteilung, die auch hypothetische Willensentscheidungen der versicherten Person berücksichtigen muss. Dies gilt auch für die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre. Diese inneren Tatsa
chen sind indessen einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen
in aller Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden
(vgl. Urteile des Bundes
gerichts 9C_287/2013 vom 8. November 2013 E.
3.5
und 8C_511/2013 vom
30. Dezember 2013, je
mit Hinweisen).
1.
5
Gemäss nicht endgültigem Urteil der zweiten Kammer des Europäischen Gerichts
hofs für Menschenrechte (EGMR) Di
Trizio
gegen die Schweiz vom 2.
Februar 2016 (7186/09) verletzt die Anwendung der
gemischte
n
Invaliditäts
bemessungs
methode
in der Invalidenversicherung bei einer Versicherten, welche ohne gesundheitliche Einschränkungen nach der Geburt ihrer Kinder nur noch teilzeitlich erwerbstätig gewesen wäre und deshalb im Rentenrevisionsverfahren ihren Anspruch auf eine Invalidenrente verlor, Art. 14 EMRK (Diskriminie
rungsverbot) in Verbindung mit Art. 8 EMRK (Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens
, vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_940/2015 vom 19. April 2016 E. 5)
.
Da das Bundesgericht in den seither ergangenen Entscheiden nicht in Erwägung zog, von seiner bisherigen Rechtsprechung
zur
Invaliditätsbemes
sung
nach der
gemischte
n
Methode
abzuweichen
,
ist diese weiterhin anzuwen
den, was die Beschwerdeführerin vorliegend auch nicht rügte (vgl. etwa
Urteile des Bundesgerichts 8C_912/2015
vom 18. April 2016 und
8C_940/2015 vom 19. April 2016
).
1.
6
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.
7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdeführerin rügte
in ihrer Beschwerde vom 19. September 2014
, der medizinische Sachverhalt sei nicht
rechtsgenüglich
abgeklärt worden (
Urk.
1
Ziff.
2.2).
Der Bericht
der Rehaklinik
A._
betreffend die EFL
sei weder schlüssig noch nachvollziehbar
(
Ziff.
2.3).
Auch auf das psychiatrische Gutach
ten von
med.
pract
.
B._
könne nicht abgestellt werden (
Ziff.
2.4). Nicht nachvollzogen werden könne des Weiteren die von der Abklärungsperson der IV-Stelle festgelegte Einschränkung bei de
r Führung
des Haushaltes
(
Ziff.
2.5). Der Bericht betreffend die Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt sei auch bereits über zwei Jahre alt, weshalb darauf nicht abgestellt werden könne. Die Beschwerdeführerin bestritt zudem die Feststellun
gen der Abklärungsperson in Bezug auf die Statusfrage (
Ziff.
2.6).
Mit Eingabe vom 27. Mai 2016 wies die Beschwerdeführerin
darauf hin, dass ihr in
Verletzung des rechtlichen Gehörs
das Feststellungsblatt vom 18. August 2014 mit den weitergehenden
verwaltungsinternen Abklärungen
im
Vorbe
scheidverfahren
(
Stellungnahme der Abklärungsperson vom 14. Juli 2014,
Urk.
8/47 S. 3 ff.) nicht zugestellt worden sei
. Sie stellte sich
zudem
auf den Standpunkt, dass die „Aktualisierung“ des Aussendienstberichts
unbehelflich
gewesen
sei und stattdessen eine neuerliche Abklärung vor Ort bei der versi
cherten Person hätte durchgeführt werden müssen (
Urk.
21).
2.2
Die Beschwerdegegnerin ging in ihrer
das Leistungsbegehren abweisenden Verfü
gung vom 18. August 2014 (
Urk.
2) davon aus, dass die Beschwerdeführe
rin ohne Gesundheitsschaden der angestammten Tätigkeit als Raumpflegerin
in
einem Pensum von 30
%
nachgehen würde. Die restlichen 70 % entfielen auf den Aufgabenbereich. Sie berechnete den (Teil-)Invaliditätsgrad im
Erwerbsbe
reich
gestützt auf die vom Bundesamt für Statistik herausgege
bene schweizeri
sche
Lohnstrukturerhebung (LSE) und stellte bezüglich der Einschränkung
im Haushaltbereich auf
die
Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Be
ruf und Haushalt ab.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 28. Oktober 2014 verwies die
Beschwerdegegne
rin
zur Begründung auf den Bericht zur EFL der Rehaklinik
A._
vom 20. Dezember 2012
, das psychiatrische Gutachten vom 11.
September 2013 sowie den Abklärungsbericht vom 16. April 2012 und des
sen Ergänzung gemäss Feststellungsblatt vom 18. August 2014 (
Urk.
7).
2.3
Au
f die
weiteren
Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
3.
3.1
Dr.
med.
C._
, FMH physikalische Medizin,
nannte in ihrem Bericht vom 14.
Oktober 2011 (
Urk.
8/17) die folgenden Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
:
chronisches
lumboradikuläres
Reizsyndrom
mit Ausfall L5 und S1
links bei
multisektoriellen
Disk
ushernien
Brustwirbelkörper (
BWK
)
12,
Lendenwirbelkörper (
LWK
)
1, L1/2, L2/3, L4/5, L5/S1
Neuroforamenstenose
S1 rechts
Spondylarthrosen
L4/5 beidseits, weniger L2/3 und L3/4 beidseits
b
ilaterale
Osteochondrosen
BWK 12/LWK 1 und L5/S1
Retrolisthesis
Th12/LWK1, L1/2, L2/3, jeweils um 5
mm
c
hronisches
Th
o
racovertebralsyndrom
bei links konvexer Torsionsskoliose und Kyphose der Brustwirbelsäule (BWS)
ISG-Arthrosen beidseits
Sie bescheinigte eine 100%ige Arbeits
un
fähigkeit für die zuletzt ausgeübte Tätig
keit
(als Reinigerin)
seit dem 7. April 2010 bis auf Weiteres und gab an, die Beschwerdeführerin könne weder eine sitzende noch eine stehende Arbeit, ins
besondere mit Bücken, Heben und Tragen von schweren (und auch mittel
schweren) Lasten zuge
mutet werden. Wechselbelastende,
leichte Tätigkeiten er
achtete
Dr.
C._
grundsätzlich als zumutbar
(S. 4)
.
3.2
Am 20. April 2010
hatte
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Neurologie, im Bericht an
Dr.
C._
(
Urk.
8/19/2-3)
die Diagnose
chronische Lumbalgie mit Reizsymptomen links,
mit
diskreten Ausfällen L5/S1 links sowie
ohne Hinweise für eine relevante Läsion eine
r
lumbalen oder sakrale
n Wurzel gestellt.
Die Magnetresonanz-Tomographie der Lendenwirbelsäule (LWS) vom 1. April 2010 (vgl. auc
h
Urk.
8/19/1) habe mehrere Disk
ushernien von BWK 12 bis S1 gezeigt, mit Kontakt zur Wurzel S1 rechts, ohne diese zu komprimieren. Weitere Kon
takte oder gar Kompressionen zum Nervensystem seien nicht gefunden worden.
Dr.
D._
gab an, die klinische Untersuchung habe,
bei seit Jahren bekannten Lumbalgien
mit
Reizsymptomen links
,
diskrete Ausfälle in den
Dermatomen
L5 uns S1 links ergeben. Im EMG hätten sich neurogene Veränderungen in den Leitmuskeln S1 rechts und links gefunden, hinweisend auf früher durchge
machte Wurzelläsionen auf diesen Etagen. Hinweise für frische Läsionen (
Denervationszeichen
) bestünden dagegen keine. Die Leitmuskeln der übrigen Segmente L5 rechts und lin
k
s sowie L4 rechts und links seien im EMG unauf
fällig gewesen. Bei dieser Sachlage seien konservative Behandlungsmassnahmen weiterhin ausreichend.
3.3
Nach einer ambulant
in der Rehaklinik
A._
durchgeführten
klinischen Unter
suchung sowie
EFL
am 27. und 29. September 2012
gaben
die Ergonomie-Therapeutin
Steger, med.
pract
.
E._
, Oberarzt
,
und
Dr.
med.
F._
, Oberarzt, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation
,
in ihrem Be
richt vom 20. Dezember 2012 (
Urk.
8/26)
an, es bestehe
bei der Beschwerde
führerin
ein massives statisch-degeneratives
Panvertebralsyndrom
. Nicht mehr zumutbar sei der Beschwerdeführerin die berufliche Tätigkeit als Reinigungs
kraft. Hier seien die Anforderungen, wie länger dauerndes Stehen und Gehen, länger dauerndes Arbeiten in vorgeneigter Stellung, Arbeiten in Hocke- oder Kauerstellung und die körperlichen Belas
tungsanforderungen von leicht bis mittelschwer zu hoch
(S. 3 f.).
Zumutbar sei der Beschwerdeführerin nur noch eine sehr leichte Arbeit mit einer Arbeitszeit von vier Stunden pro Tag (nach Möglichkeit verteilt auf einen Einsatz von je zwei Stunden pro
Halbtag
).
Das
mögliche Belastungsprofil setze
eine wechselbelastende Tätigkeit mit
idealer
weise
stetigem Wechsel zwischen Sitzen, Stehen und Gehen voraus. Eine
sitzend
oder stehend zu verrichtende Tätigkeit sei während maximal einer Stunde mög
lich.
Es bestehe ein invalidisierendes Beschwerdebild mit einer erheblichen, all
gemeinen
Dekonditionierung
und einer Beschw
erdekumulation im Tagesverlauf.
3.4
Med.
pract
.
B._
nannte in seinem Gutachten vom 1
1. September 2013 (
Urk.
8/36) die Diagnosen (1) erschwerte Schmerzbeschwerdeverarbeitung (ICD-10 F54) bei einem statisch-degenerativen
Panvertebralsyndrom
und einer be
lastenden familiären Situation sowie (2) leichte depressive Episode mit somati
schem Syndrom (
ICD-10
F32.01)
,
aktuell unbehandelt
(S. 10 f.)
. Er führte aus, bei der Beschwerdeführerin würden einerseits psychische un
d
Verhaltensfakto
ren
(ICD-10 F
54) vorliegen, die das Schmer
z
beschwerdebild mitausgestalteten und potentiell in der Beschwerdewahrnehmung und -verarbeit
ung
verschärfen könnten. Diesbezüglich sei insbesondere die innerpsychische
Belastungsdyna
mik
im Zusammenhang mit der Behinderung des Sohnes zu nennen. Im Rah
men des Belastungserlebens habe die Beschwerdeführerin im Verlauf Symptome eines depressiven Krankheits
geschehen
s entwickelt. I
m aktuellen psychopatho
logischen Untersuchungsbefund seien formal die Kriterien für eine leichtgradige depressive Episode erfüllt. Zeitweise
könnte
das Zustandsbild aufgrund der be
richteten Beschwerdeangaben in der Vorgeschichte auch das Ausmass einer mittelgradigen depressiven Episode erreicht haben.
Das depressive
Krankheits
geschehen
sei grundsätzlich behandel- und vollständig besserbar im Sinne einer Remission, aktuell sei die psychische Beschwerdesymptomatik unbehandelt
(S. 11).
Med.
pract
.
B._
gab an, es könne aus den psychiatrischen Störungsbildern und diesen zugrunde liegenden Befunden beziehungsweise den daraus resultie
renden möglichen Limitierungen unter versicherungsmedizinischen Kriterien bei nicht erreichtem medizinische
m
Endzustand keine andauernde Einschränkung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin durch ein psychisches
Krankheits
geschehen
begründet werden (S. 11). Es habe sich im Rahmen der fachärztlich psychiatrischen Abklärung keine zusätzliche Einschränkung der durch die Rehaklinik aus somatischer Sicht aktuell ermittelten möglichen angepassten Ar
beitsfähigkeit für leichte Tätigkeiten von zwei mal zwei Stunden täglich erge
ben. Die psychischen Beschwerden müssten im Umgang mit der Beschwerde
führerin und im Rahmen eines beruflichen Wiedereingliederungsprozesses aber mitberücksichtigt werden, weshalb die Beschwerdeführerin auf Hilfestellung im Alltag und im beruflichen Rehabilitationsprozess angewiesen sei (S. 12).
4.
4.1
Nach Lage der medizinischen Akten steht fest, dass die Beschwerdeführerin ihre bisherige Tätigkeit als Reinigerin und Raumpflegerin nicht mehr ausüben kann. Sie ist bedingt durch ihre Rückenbeschwerden in ihren möglichen Tätigkeitsfel
dern erheblich eingeschränkt.
Laut der
schlüssigen Beurteilung
der Ärzte sowie der Therapeutin
im Bericht der Rehaklinik
A._
vom 20.
Dezember 2012 zu einer EFL an zwei Testtagen
sowie einer klinischen Untersuchung
(E. 3.3)
ist der Beschwerdeführerin (nur) noch eine sehr leichte, wechselbelastende Tätigkeit mit einer Arbeitszeit von vier Stunden pro Tag (nach Möglichkeit verteilt auf einen Einsatz von je zwei Stunden pro
Halbtag
) zumutbar.
Eine sitzend
oder stehend zu verrichtende Tätigkeit ist der Beschwerdeführerin nur während ma
ximal einer Stunde möglich.
Diese
in Kenntnis de
r medizinischen Akten ergan
gene
Einschätzung
ist mit den Angaben
der behandelnden
Ärzte
vereinbar, so
weit diese überhaupt zur Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
Stel
lung bezogen
. Unzutreffend erweist sich namentlich der Vorhalt
der Beschwer
deführerin
, Dr.
C._
habe
in ihrem Bericht
vom
14.
Oktober 2011 auch für eine leidensangepasste
Tätigkeit eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit attes
tiert
(vgl.
Urk.
1
Ziff.
2.3)
, bezog die Ärztin doch gerade keine Stellung zum Umfang der zumutbaren Arbeitsfähigkeit in einer leichten und
wechselbelasten
den
Tätigkeit (vgl. E. 3.1), weshalb die IV-Stelle entsprechende Abklärungen im Haushaltbereich sowie
die
EFL
in
A._
veranlasste (
Urk.
8/39 S. 2 f.)
.
4.2
Kein
e
darüber hinausgehende Einschränkungen ergeben sich laut
dem Gutach
ten
von
med.
pract
.
B._
aus psychiatrischer Sicht.
Auch auf diese nach ei
ner
einmaligen Untersuchung und in Kenntnis der
Vorakten
abgegebene Exper
tise kann abgestellt werden. Sie erfüllt sämtliche Kriterien für eine
beweiswer
tige
medizinische
Expertise
und erweist sich als sorgfältig und schlüssig be
gründet.
Die von der Beschwerdeführerin dagegen erhobenen Vorhalte
vermögen nicht zu überzeugen
.
So gibt es keine
Anhaltspunkte
dafür
, dass
die
vom Gutachter
med.
pract
.
B._
beigezogene
Portugiesisch-
Dolmetscherin
nicht in der Lage war
,
diese Funktion
hinreichend
zu erfüllen
(
vgl. der Vorhalt in
Urk.
1. S. 6,
vgl. auch
Urk.
8/34).
V
ielmehr lässt die ausführliche und differenzierte
Anamnese
und Beschwerdeschilderung
auf keinerlei Verständigungsschwierigkeiten schliessen.
Dass ihre Angaben falsch übersetzt worden seien
,
macht auch die Beschwerdeführerin nicht geltend
. D
er Vorhalt gegen die Kompetenz der
Dol
metscherin
erweist sich
somit
als reine Mutmassung
.
Der
Einwand, es seien bei der behandelnden Ärztin keine
fremdanamnestischen
Auskünfte
zum somatischen Beschwerdebild
und
auch
beim Ehemann keine Fremdanamnese
eingeholt worden
(Urk. 1
S. 7
)
,
ist
ebenfalls
nicht geeignet
,
die Beweiswertigkeit des Gutachtens in Frage zu
stellen
. Denn im Rahmen
der
psy
chiatrischen Begutachtung ist grundsätzlich die klinische Untersuchung in Kenntnis
der
Anamnese
und
nicht eine
(vorliegend auch fachfremde)
Fremd
anamnese
entscheidend
(Urteil des Bundesgerichts 8C_808/2012
v
om 21. Dezember 2012 E. 3.3.3). In somatischer Hinsicht
war der
Gesundheitszu
stand der Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der psychiatrischen Begutachtung
bereits ausreichend abgeklärt und dem Gutachter bekannt
. Auch kommt es für den Aussagegehalt eines medizinischen Gutachtens praxisgemäss nicht in erster Linie auf die Dauer der Exploration an (vgl.
de
n
Vorhalt in
Urk.
1 S. 6. f.).
Der
zeitliche Aufwand
muss
der
Fragestellung und
der
zu beurteilenden Pathologie angemessen sein
– au
ch diesbezüglich fehlen
in Anbetracht der ausführlichen Anamnese
Hinweise für eine zu kurze Begutachtung. Die Expertise erweist sich als
inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig (
vgl. etwa
Urteil des Bun
desgerichts 8C_662/2014 vom 12. November 2014 E. 8).
Die Beschwerdeführerin rügte
schliesslich
, dass bei der psychiatrischen Explora
tion keine
Test
s durchgeführt worden seien (Urk. 1 S.
6
), was praxisgemäss nicht geeignet ist, die Beweiswertigkeit einer psychiatrischen Expertise in Zweifel zu ziehen. Es obliegt dem Gutachter zu entscheiden, ob er zur
Befun
derhebung
test
psychologische Befunde beiziehen
möchte
(Urteil des Bundesge
richts 9C_725/2013 vom 29. Januar 2014 E. 4.3). Für den Aussagegehalt einer Expertise ist dies nicht entscheidend. Massgeblich ist
nach dem Gesagten
, ob sie in Kenntnis der
Vorakten
erging, inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüs
sig ist (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a)
, was für die hier strittige Expertise vollum
fänglich zutrifft
.
5.
5.1
Strittig ist zwischen den Parteien
im Weiteren
das Ausmass der
krankheits
beding
ten
Einschränkungen im Haushaltbereich. Dabei gilt es zu be
rücksichtigen, dass im Zusammenhang mit Einschränkungen im Haushalt nicht die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit
ausschlaggebend
ist
, sondern wie sich der Gesundheitsschaden in der nicht
erwerblichen Tätigkeit konkret aus
wirkt, was durch die Abklärung an Ort und Stelle zu erheben ist (vgl. etwa
Ur
teil des
Bundesgerich
ts
9C_150/2012 vom 30. August 2012 E. 5.3.1 mit Hin
weis).
5.2
Eine solche Abklärung fand
am 10. April 2012
statt
(vgl. der Bericht vom 16.
April 2012 (
Urk.
8/37)
.
Nach Einwand der Versicherten nahm die
Abklä
rungsperson
am 14.
Juli 2014 erneut Stellung
, wobei sie an ihren bisherigen
Schlussfolgerungen
festhielt
(
Urk.
8/47).
Diese zusätzliche verwaltungsinterne Abklärung wurde der Beschwerdeführerin im
Vorbescheidverfahren
nicht zu
gänglich gemacht
, womit ihr rechtliches Gehör verletzt wurde. Mit Verfügung vom 11. Mai 2016 (
Urk.
19) wurde
ihr
deshalb
im vorliegenden Gerichtsverfah
ren
Gelegenheit eingeräumt
, hierzu Stellung zu nehmen, womit die – in Anbe
tracht, dass die Abklärungsperson in ihrer Stellungnahme vom 14.
Juli 2014 im Wesentlichen ihre
bisherigen Schlussfolgerungen wiederholte –
n
icht besonders schwerwiegende Ver
letzung des rechtlichen Gehörs ausnahmsweise als geheilt gelten
kann
(BGE 127 V 431 E. 3d/
aa
)
, zumal auch die Beschwerdeführerin in ihrer Stellungnahme vom 27. Mai 2016
(Urk. 21)
nicht um Rückweisung Sache an die Verwaltung wegen Verletzung ihres rechtlichen Gehörs ersuchte.
5.3
Die Wohnsituation präsentierte sich
beim Hausbesuch der Abklärungsperson
wie folgt: Die Beschwerdeführerin wohnte zusammen mit ihrem Ehemann, ihrer 1988 geborenen Tochter, die in einem 80 %-Pensum als Servicemitarbeiterin arbeitete
,
und
ihrem 2001 geborenen Sohn. Der zweite im Jahr 1990 geborene Sohn ist geburtsinvalid und wohnte
in einer Betreuungseinrichtung
. Er kam an einem bis zwei Wochenenden im Monat nach Hause (
Urk.
8/37
S. 4 f.). Die Fa
milie wohnte in einer 4.5-Zimmerwohnung auf der 1. Etage eines Mehrfamili
enhauses ohne Lift
und
mit Waschmaschine im Untergeschoss (S. 5).
Als Über
setzer fungierte der Ehemann (S. 1).
Die Abklärungsperson
st
ellte
ihren Ausführungen
zu den Einschränkungen in den einzelnen Aufgabenbereichen
die Vorbemerkung voran
, die 24
-
jährige
Tochter wohne noch Zuhause und sei körperlich gesund. Bei den Einschränkun
gen der Versicherten werde dementsprechend berücksichtigt, dass die Tochter die Arbeiten,
die
sie stellvertretend für
die Versicherte ausführen müsse,
bei ei
ner eigenen Wohnung beziehungsweise bei voller Gesundheit der Versicherten ebenfalls selber a
usführen müsste (S. 6). An andere
n
Stelle
n
wies
die
Abklä
rungsperson
darauf hin, dass auch den restlichen Familienmitgliedern (Ehemann und jüngster Sohn) eine Mitwirkungspflicht zugemutet werden könne.
Nach Bewertung der konkreten Einschränkungen in den einzelnen Aufgabenberei
chen im Haushalt
schloss
die Abklärungsperson insgesamt
auf eine
Einschränkung im Ausmass von 32 % (S. 9), wobei sie
wiederholt
auf die Möglichkeit, in Etappen zu arbeiten und zwischendurch Positionswechsel vor
zunehmen
,
hinwies.
5.
4
Für die Invaliditätsbemessung im Haushalt stellt der eingeholte
Abklärungsbe
richt
die
geeignete und genügende Grundlage dar
(vgl.
Urteil des Bundesge
richts
8C_334/2014 vom 21. Juli 2014 E. 5.2 mit Hinweis auf SVR 2012 IV
Nr. 19 S. 86, 9C_201/2011 E. 2)
.
Dem psychiatrischen Gutachten sind keine zusätz
lichen durchgängigen und andauernden Limitierungen zu entnehmen, die un
berücksichtigt geblieben
wären
.
Die Abklärungsperson stellte
über weite Stre
cken auf
die Angaben der Versicherten ab und zog die
im Rahmen der
Scha
denminderungspflicht
zumutbaren Mitwirkungsobliegenheiten der anderen Fa
milienmitgliede
r in ihre Überlegungen mit ein, an die rechtsprechungsgemäss
strengere Anforderungen zu stellen sind, wenn – wie hier – eine erhöhte Inan
spruchnahme der Invalidenversicherung in Frage steht und der Verzicht auf schadenmindernde Vorkehren Rentenleistungen auslösen würde (Urteil des Bundesgerichts 9C_503/2014 vom 19. August 2015 E. 5.3 mit Hinweisen).
Wo die Abklärungsperson Arbeiten als zumutbar erachtete,
obwohl
die Beschwer
deführerin
diese nach eigenen Angaben
nicht mehr ausführt
e
, wies sie auf die Möglichkeit von Positionswechsel, Pausen sowie Arbeitserledigung auf guter Arbeitshöhe hin (etwa
bei
der Zubereitung einfacher Mahlzeiten oder
beim Sor
tieren von Wäsche
, vgl.
Urk.
8/37
Ziff.
6.2 und 6.5). Diese
Überlegungen
er
scheinen
im Lichte des Ergebnisses der EFL ebenfalls als korrekt.
Die Abklärungsperson setzte sich entsprechend den von Rechtsprechung und Verwaltung
(Kreisschreiben über Inval
idität und Hilflosigkeit, KSIH, gültig ab
1. Januar 201
4
, Ziff. 3084 ff.
)
formulierten Vorgaben differenziert mit den Ein
schränkungen in den einzelnen häuslichen Verrichtungen auseinander. D
ie Be
schwerdeführerin bestritt
die Würdigung dieser Einschränkungen nicht konkret. Sie
tat nicht konkret dar, was falsch sei
n soll
.
Zusammenfassend kann festgehalten werden
, dass der Abklärungsbericht
über
zeugt und
dementsprechend
a
uf die von der Abklärungsperson ermittelte Ein
schränkung von 32
%
im Haushalt abgestellt werden
kann
.
Daran vermag auch nichts zu ändern, dass
der Bericht
beim Erlass der angefochtenen Verfügung vom 18. August 2014 (Urk. 2) bereits etwas mehr
zwei
Jahre
alt
war, wie es in der Beschwerdeschrift (Urk. 1
Ziff.
2.6) und in der Stellungnahme vom 27. Mai 2016 (
Urk.
21) moniert wird. Anh
alt
spunkte auf
zwischenzeitlich
beziehungs
weise bis zum Erlass der Verfügung
(
vgl.
BGE 137 V 334
E. 3.2
)
eingetretene Veränderung im Haushalt
,
der familiären
oder erwerblichen
Situation
der Be
schwerdeführerin sind keine vorhanden und werden auch nicht geltend ge
macht. Auch in medizinischer Hinsicht sind keine Änderungen eingetreten, weshalb die Abklärungsperson nach Durchsicht der im Einwand vorgebrachten Vorhalte
zutreffend
auf eine erneute Abklärung vor Ort verzichtete (
Urk.
8/47 S.
3).
6
.
Auch bezüglich der Statusfrage stellte die Beschwerdegegnerin auf
die Erwägun
gen im
Bericht zur Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt vom 16. April 2012 (
Urk.
8/37)
ab. Die
Abklärungsperson
ging
im Gesundheitsfall
von einer Aufgabenteilung von 30 % Erwerbstätigkeit und 70 % Haushalt aus, was dem letzten Pensum im Jahr 2010 entspreche
(S. 4).
Die Abklärungsperson
stützte sich auf die
Angabe
der Beschwerde
-
führerin
, wonach diese auch ohne Gesundheitsschaden weiterhin
eine Erwerbstätigkeit als Reinigerin in einem Teilzeitpensum ausüben würde (S. 4)
. Diese bestritt die Beschwerdeführerin unter Hinweis auf Sprachschw
ierigkeiten (
Urk.
1
Ziff.
2.5).
Der jüngste Sohn
der Beschwerdefüh
rerin kam im Jahr 2001 zur Welt und war im Zeitpunkt des Hausbesuchs seit
sechs
Jahren schulpflichtig. In Anbetracht der im IK-Auszug aufgeführten Einkommen (vgl.
Urk.
8/9) übte die Beschwer
deführerin indes auch vor der seit April 2010 attestierten Arbeitsunfähigkeit (vgl. E. 3.1)
nur kleine
Arbeitspensen
aus
- in den Jahren 2004 bis Mitte 2009 war sie gar nicht erwerbstätig
.
Dem psychiatrischen Gutachter hatte sie berich
tet, dass sie wegen ihrer bereits bestehenden Rückenprobleme nie mehr zu 100
%
habe arbeiten können (
Urk.
8/36 S. 6), echtzeitliche Arztzeugnisse gibt es aber keine.
Es erscheint vor diesem Hintergrund überwiegend wahrscheinlich
(
BGE
130 V 393
E. 3.3 mit Hinweisen),
dass sie auch im Verfügungszeitpunkt,
als
ihr
jüngster
Sohn
zwölf Jahre alt war,
ein Teilzeitpensum
ausgeübt
hätte
.
Ob die von der Beschwerdegegnerin angenommen 30
%
Erwerbstätigkeit etwas zu tief angesetzt sind, kann offen gelassen werden, da selbst unter der Annahme
der von der Beschwerdeführerin postulierten
70
%
-
igen
Erwerbstätigkeit im
Ge
sundheitsfall
kein rentenbegründender Invaliditätsgrad erreicht
würde
.
7.
7.1
Die Beschwerdeführerin verfügt über keine abgeschlossene Berufsausbildung
(
Urk.
8/16
Ziff.
5). Sie führte in der Schweiz
verschiedene Hilfstätigkeiten (Zimmerservice, Office-
Aushilfsm
itarbeiterin im
O._-
Restaurant und
Reini
gungstätigkeiten
,
Urk.
8/4,
Urk.
8/36 S. 5 f. und
Urk.
8/37 S. 3
Ziff.
2.4)
aus
.
Von 2004 bis Mitte 2009 und s
eit dem Jahr 2010 war sie nicht mehr erwerbstä
tig. Die Beschwerdegegnerin hat dementsprechend zur Ermittlung des
Validen
einkommens
im Jahr 2012
zutreffend auf die
LSE 2010 abgestellt,
den Lohn für Hilfsarbeiten Niveau 4 (Zentralwert Frauen) herangezogen
und diesen an die Nominallohnentwicklung sowie an die betriebsüblichen Arbeitszeiten angepasst
(vgl.
Urk.
8/38).
Derselbe Tabellenlohn
ist
auch
bei der
Ermittlung des Einkommens, das die Be
schwerdeführerin in einer sehr leichten, wechselbelastenden Tätigkeit mit einer Arbeitszeit von vier Stunden pro Tag erzielen könnte
(Invalideneinkommen)
,
massgebend
.
Sind Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom selben Tabellenlohn zu berechnen, entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit un
ter Berücksichtigung des Abzugs vom Tabellenlohn (sog.
Prozentvergleich
; vgl. dazu SVR 2008 IV Nr. 2, I 697/05 E
. 5.4). Vorliegend rechtfertigen die Ein
schränkungen
in den zumutbaren Tätigkeiten (sehr leichte, wechselbelastende Tätigkeit mit nach Möglichkeit Einsätzen von je zwei Stunden
pro
Halbtag
, wo
bei eine sitzend
oder stehend zu verrichtende Tätigkeit während maximal einer Stunde möglich ist)
den von der Beschwerdegegnerin
vorgenommenen Abzug von 10
%
. Es resultiert folglich
unter der Annahme, dass die Beschwerdeführe
rin auch im Gesundheitsfall lediglich zu 30
%
arbeitstätig wäre
eine
Einschrän
kung von 10
%
und ein
gewi
chteter
Teilinvaliditätsgrad von 3
%. Zusammen mit dem Teilinvaliditätsgrad von 22,4
% im Haushaltbereich
(nach Gewichtung der Einschränkung von 32
%
mit 70
%
)
ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 25
%
.
Anzumerken bleibt, dass die rentenbegründenden Schwelle von 40
%
auch u
n
ter der Annahme, dass die Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit zu 70
%
erwerbstätig wäre
, bei Anwendung der gemischten Methode nicht erreicht wird.
D
ie
Beschwerdeführerin kann nur noch vier Stunden
pro
Tag arbeiten, was ver
glichen mit der
durchschnittlichen
betriebsüblichen Arbeitszeit im Jahr 2012
von 41.
7
Stunden
(vgl. Die Volkswirtschaft 3-4/2015 S. 88 Tabelle B9.2)
einem Pensum von 48
%
entspricht.
Damit ergäbe sich im
Erwerbsbereich
eine Ein
schränkung von
38,3
%
(100- [100 x
48
x 0.9
/
70
]
.
Bei einer Gewichtung
die
ses Bereichs
mit 70
%
ergibt sich ein Teilinvaliditätsgrad von
2
6,8
%
. Im
Haus
haltbereich
würde sich die Einschränkung von 32
%
bei einer Gewichtung mit 30
%
in einem Teilinvaliditätsgrad von
9,6
%
niederschlagen
.
Der somit resul
tierende Invaliditätsgrad von gerundet 36
%
liegt unter der rentenbegründenden Grenze von 40
%
.
7
.2
Die rentenverneinende Verfügung der Beschwerdegegnerin vom
1
8.
August 2014
erweist sich nach dem Gesagten als rechtens. Die Beschwerde ist dement
sprechend abzuweisen.
8.
8.1
Das Verfahren ist kostenpflichtig. Die Gerichtskosten gemäss Art. 69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr.
700.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen, infolge bewilligter unentgeltlicher
Prozess
führung
jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
8.2
Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist der mit Verfügung vom 1
1.
Mai 2016 (
Urk.
19) bestellte unentgeltliche Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin, Rechtsanwalt Massimo
Aliotta
,
grundsätzlich
aus der Gerichtskasse zu entschä
digen.
Rechtsanwalt
Aliotta
machte mit Honorarnote vom 1
2.
Mai 2015
(
Urk.
17)
für das Jahr 2014 Barauslagen
im Betrag
von
Fr.
67.-- sowie einen Aufwand von 11.17 Stunden geltend. Die zu entschädigenden Stunden sind um 0.
17
Stunden zu kürzen,
da
nicht ersichtlich ist, was ein Telefonat mit dem Sekretariat des ABI vom
5.
November 2014 mit dem vorliegenden Verfahren zu tun hat
. Rechtsanwalt
Aliotta
ist somit für die Bemühungen im Jahr 2014 mit Fr.
2‘
448
.
35
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer)
zu entschädigen.
Hinzu kommt eine Entschädigung von
Fr.
57
2
.65
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer)
für Bemühungen im Jahr 2015 (vgl. die Honorarnote vom 8.
Juni 2016,
Urk.
25)
, die
im Rahmen der Gewährung des rechtlichen Gehörs betreffend die im
Vorbescheidverfahren
ergangene und
der Beschwerdeführerin
bis anhin nicht zur Kenntnis gebrachte ergänzende Stellungnahme der
Abklä
rungsperson
vom 1
4.
Juli 2014
entstanden sind
(vgl. die Verfügung vom 1
1.
Mai 2016
,
Urk.
19,
sowie die Eingabe
der Beschwerdeführerin
vom 2
7.
Mai 2016
,
Urk.
21
). Diese Bemühungen sind dem Rechtsvertreter der
Beschwerde
führerin
verursachungsgemäss von der Beschwerdegegnerin zu ersetzen
(vgl.
Kieser
, ATSG-Kommentar,
3.
Auflage 2015, N 206 zu Art. 61 ATSG; vgl. auch
§ 6 Abs. 3 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht
sowie § 28
lit
. a des Gesetzes über das Sozial
versicherungsgericht,
GSVGer
in Verbindung mit Art. 107 Abs. 1
lit
. f. der Schweizerische Zivilprozessordnung, ZPO
).
Das Gericht
erkennt
:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2
.
Die Gerichtskosten von
Fr.
700
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt
, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse genommen.
Die Beschwerdeführerin wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
3
.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
dem unentgeltlichen Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin, Rechtsanwalt Massimo
Aliotta
,
Winterthur
,
eine
Prozessent
-
schädi
gung
von
Fr.
572.65
(inkl. Bar
auslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
Der unentgeltliche Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin, Rechtsanwalt Massimo
Aliotta
, Winterthur,
wird
sodann
mit
Fr. 2‘448.35
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) aus der Gerichtskasse entschädigt.
Die Beschwerdeführerin wird
dies
bezüglich
auf die
Nach
zahlungspflicht
gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
4
.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
Rechtsanwalt Massimo
Aliotta
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
, unter Beilage einer Kopie von
Urk.
24 und
25
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
Gerichtskasse
5
.