Decision ID: dcb591f1-2ed0-4528-99de-fd896963689b
Year: 2021
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_001
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

I. Sachverhalt:
1. Am 11. November 2020 schrieb die Gemeinde B._ für das
Bauvorhaben Alterszentrum D._ in B._ die Elektroinstallationen
Starkstrom (BKP 232) im offenen Verfahren aus. Innert Eingabefrist
reichten vier Anbieter ihre Offerten ein. Mit Vergabeentscheid vom 4.
Februar 2021 erteilte die Gemeinde B._ der C._ AG den
Zuschlag für die Elektroinstallationen Starkstrom (BKP 232) als
wirtschaftlich günstigstes Angebot zum Preis von CHF 1'572'377.55
(recte: CHF 1'572'377.45).
2. Gegen die Vergabeverfügung erhob die A._ AG am 18. Februar 2021
Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Sie
beantragte kostenfällig die Aufhebung des angefochtenen Entscheids und
die Vergabe der ausgeschriebenen Arbeiten an sich selber, eventualiter
die Aufhebung der Verfügung und Rückweisung der Angelegenheit zur
Neuvergabe an die Gemeinde. In prozessualer Hinsicht beantragte die
Beschwerdeführerin, dass der Beschwerde (superprovisorisch) die
aufschiebende Wirkung zuerkannt werde; weiter sei die Vergabebehörde
zu verpflichten, die vollständigen Vergabeakten der
Zuschlagsempfängerin einzureichen und es sei der Beschwerdeführerin
Akteneinsicht zu gewähren; nach Eingang dieser Akten sei der
Beschwerdeführerin Gelegenheit zu geben, zu den Akten Stellung zu
nehmen und ihre Beschwerde zu ergänzen. Die Beschwerdeführerin
begründete ihre Anträge im Wesentlichen damit, dass die
Zuschlagsempfängerin bzw. eine ihrer ARGE-Mitglieder gegen die
Bestimmungen des GAV verstossen habe und das Angebot deshalb vom
Vergabeverfahren hätte ausgeschlossen werden müssen. Ausserdem
habe die Vergabebehörde das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin
verletzt, indem sie ihr die Akteneinsicht verweigerte. Im Weiteren sei die
Bewertung der Zuschlagskriterien zum Nachteil der Beschwerdeführerin
qualifiziert falsch vorgenommen worden.
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3. Mit prozessleitender Verfügung vom 19. Februar 2021 teilte der
Instruktionsrichter den Parteien mit, dass bis zum Entscheid über die
aufschiebende Wirkung jegliche Vollzugshandlungen zu unterbleiben
haben, insbesondere der Vertragsabschluss.
4. In ihrer Beschwerdeantwort vom 1. März 2021 (nur) zur aufschiebenden
Wirkung beantragte die Gemeinde B._, der Beschwerde sei im
Umfang von CHF 82'502.31 (für die ab sofort bis Ende 2021
auszuführenden Arbeiten) gemäss Zusammenstellung keine
aufschiebende Wirkung zuzuerkennen und über dieses Gesuch möglichst
umgehend zu entscheiden.
5. Mit Entscheid vom 9. März 2021 hiess der Instruktionsrichter das Gesuch
der Gemeinde B._ um teilweise Erteilung der aufschiebenden
Wirkung gut, und erkannte der Beschwerde im Umfang folgender Arbeiten
keine aufschiebende Wirkung zu: BKP 232.11 Fundamenterder
CHF 18'737.50, BKP 232.14 Äusserer Blitzschutz CHF 2'466.80, BKP 232
Erschliessungen/Rohreinlagen KRS CHF 3'752.90, BKP 232.2
Rohreinlagen Untergeschoss CHF 37'053.75, BKP 232.2 Rohreinlagen
Erdgeschoss CHF 20'080.90, Total inkl. MWST CHF 82'502.31
(Enthalten: alle Rohrinstallationen bis und mit Decke Erdgeschoss welche
in Beton eingelegt werden. Dies entspricht den Arbeiten die im Jahr 2021
ausgeführt werden müssen). Das am 19. Februar 2021 superprovisorisch
angeordnete Verbot jeglicher Vollzugshandlungen bis zum Entscheid über
die aufschiebende Wirkung fiel in diesem Umfang dahin (Dispositivziffer
1).
6. Gegen diese Anordnung erhob die A._ AG (nachfolgend
Beschwerdeführerin) am 22. März 2021 Prozessbeschwerde mit den
Anträgen, die Dispositivziffer 1 der angefochtenen Verfügung vom 9./10.
März 2021 sei zu kassieren und es sei der Beschwerde vom 18. Februar
2021 auch für die Arbeiten BKP 232.11 Fundamenterder CHF 18'737.50,
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BKP 232.14 äusserer Blitzschutz CHF 2'466.80, BKP 232
Erschliessung/Rohreinlagen KRS CHF 3'752.90, BKP 232.2 Rohreinlagen
Untergeschoss CHF 37'053.75 sowie BKP 232.2 Rohreinlagen
Erdgeschoss CHF 20'080.90 wiederum die aufschiebende Wirkung
zuzuerkennen. Eventualiter sei die Dispositivziffer 1 der angefochtenen
Verfügung teilweise zu kassieren und es sei der Beschwerde vom 18.
Februar 2021 auch für die Arbeiten BKP 232.11 Fundamenterder
CHF 18'737.50, BKP 232.14 äusserer Blitzschutz CHF 2'466.80, BKP
232.2 Rohreinlagen Untergeschoss CHF 37'053.75 sowie BKP 232.2
Rohreinlagen Erdgeschoss CHF 20'080.90 wiederum die aufschiebende
Wirkung zuzuerkennen, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu
Lasten der Beschwerdegegnerin.
7. In ihrer Vernehmlassung vom 1. April 2021 beantragte die Gemeinde
B._ (nachfolgend Beschwerdegegnerin), auf die Prozessbeschwerde
sei nicht einzutreten, eventualiter sei sie als gegenstandslos
abzuschreiben.
8. Die C._ AG (nachfolgend Beigeladene) beantragte mit Eingabe vom
6. April 2021, dass auf die Prozessbeschwerde nicht einzutreten bzw.
diese eventualiter abzuweisen sei.
9. Replicando beantragte die Beschwerdeführerin am 15. April 2021 mit
neuem Rechtsbegehren, es sei festzustellen, dass der Instruktionsrichter
in der Dispositivziffer 1 der angefochtenen Verfügung vom 9./10. März
2021 die aufschiebende Wirkung für die Arbeiten BKP 232.11
Fundamenterder CHF 18'737.50, BKP 232.14 äusserer Blitzschutz
CHF 2'466.80, BKP 232 Erschliessung/Rohreinlagen KRS CHF 3'752.90,
BKP 232.2 Rohreinlagen Untergeschoss CHF 37'053.75 sowie BKP 232.2
Rohreinlagen Erdgeschoss CHF 20'080.90 zu Unrecht und damit
rechtswidrig, weil ohne Not aufgehoben habe. Eventualiter sei
festzustellen, dass der Instruktionsrichter in der Dispositivziffer 1 der
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angefochtenen Verfügung vom 9./10. März 2021 die aufschiebende
Wirkung für die Arbeiten BKP 232.11 Fundamenterder CHF 18'737.50,
BKP 232.14 äusserer Blitzschutz CHF 2'466.80, BKP 232.2 Rohreinlagen
Untergeschoss CHF 37'053.75 sowie BKP 232.2 Rohreinlagen
Erdgeschoss CHF 20'080.90 zu Unrecht und damit rechtswidrig, weil ohne
Not aufgehoben habe.
10. Duplizierend bestritt die Beigeladene am 26. April 2021 die Behauptungen
der Beschwerdeführerin und beantragte, dass auf die Prozessbeschwerde
und auf den Feststellungsantrag mangels aktuellem Interesse nicht
einzutreten, bzw. diese eventualiter abzuweisen seien.
11. Mit Urteil vom 24. Juni 2021 wies das Verwaltungsgericht die Beschwerde
U 21 14 vom 18. Februar 2021 ab.
12. Mit Eingabe vom 6. Juli 2021 verwies die Beigeladene auf die für den
vorliegenden Entscheid über die Parteientschädigung relevante Erwägung
II.9.2 des Urteils des Verwaltungsgerichts vom 24. Juni 2021 und ersuchte
um Beizug des diesbezüglichen Leistungsblatts.

II. Der Einzelrichter zieht in Erwägung:
1. Gemäss Art. 9 Abs. 2 des Gerichtsorganisationsgesetzes (GOG; BR
173.000) schreibt der Instruktionsrichter das Verfahren als erledigt ab,
wenn im Laufe des Verfahrens das rechtserhebliche Interesse an einem
Entscheid wegfällt. Der Streitgegenstand erschöpft sich in der Frage, ob
der Instruktionsrichter im Hauptverfahren U 21 14 das Gesuch der
Beschwerdeführerin um aufschiebende Wirkung zu Recht nur teilweise
gutgeheissen bzw. der Beschwerde im Umfang der Arbeiten im Betrag von
CHF 82'502.31 zu Recht keine aufschiebende Wirkung zuerkannte.
Vorliegend ist durch das Ergehen des Entscheides in der Hauptsache am
24. Juni 2021 (Urteil des Verwaltungsgerichts [VGU] U 21 14) das
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rechtserhebliche Interesse an der Beurteilung der vorliegenden Sache
(aufschiebende Wirkung) nachträglich entfallen, so dass das
Prozessbeschwerdeverfahren als gegenstandslos geworden
abzuschreiben und nur noch über die Zuteilung der amtlichen und
ausseramtlichen Kosten zu entscheiden ist (vgl. Art. 20 Abs. 2 VRG). Der
Abschreibungsbeschluss bildet mithin kein Anfechtungsobjekt, lediglich
der darin enthaltene Kostenentscheid ist anfechtbar (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 4A_605/2012 vom 22. Februar 2013 E.1.2).
2. Gemäss Art. 53 VRG hat die Beschwerde keine aufschiebende Wirkung
(Abs. 1). Der Instruktionsrichter kann der Beschwerde im Einzelfall von
Amtes wegen oder auf Antrag aufschiebende Wirkung erteilen (Abs. 2). Im
Verfahren der Submissionsbeschwerde ist bezüglich der aufschiebenden
Wirkung Art. 28 Abs. 1 Submissionsgesetz (SubG; BR 803.300)
einschlägig. Diese Bestimmung entspricht grundsätzlich der Regelung im
VRG, sie legt allerdings präzisierend fest, dass die aufschiebende Wirkung
erteilt werden kann, wenn die Beschwerde als ausreichend begründet
erscheint und keine überwiegenden öffentlichen oder privaten Interessen
entgegenstehen (Art. 28 Abs. 2). Die Voraussetzungen, unter welchen die
aufschiebende Wirkung zu gewähren ist, ergibt sich zudem aus dem
materiellen Recht. Bei der Frage nach der Zulässigkeit der
aufschiebenden Wirkung einer Beschwerde bzw. einer vorsorglichen
Massnahme sind vom zuständigen Instruktionsrichter die
Entscheidungsprognose, der Anordnungsgrund sowie die
Verhältnismässigkeit zu prüfen (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI,
Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl.,
Zürich/Basel/Genf 2013, Rz. 564; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts
A-102/2010 vom 20. April 2010 E.4.3 und A-2841/2011 vom 16. August
2011 E.4 sowie BGE 130 II 149 E.2.2, wobei das Bundesgericht die
Kriterien in leicht abgeänderter Reihenfolge prüft).
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3.1. Zur Begründung der Prozessbeschwerde führt die Beschwerdeführerin im
Wesentlichen aus, dass der Instruktionsrichter den Ausführungen der
Beschwerdegegnerin im Zusammenhang mit dem Antrag um Absehen
einer aufschiebenden Wirkung für die aufgeführten Arbeiten ohne nähere
Prüfung der Sachlage und ohne Abwarten einer Stellungnahme der
Beschwerdeführerin zu Unrecht vorschnell gefolgt sei. Anhand des
beigefügten Rohbauplans der Gemeinde B._ sei ersichtlich, dass –
entgegen den Behauptungen der Gemeinde – der Bau des Alterszentrums
D._ und die Realisierung des Projektes E._ nicht in einem
solchen Konnex stehe, dass die von der Gemeinde geltend gemachten
Elektroarbeiten bereits im April 2021 anhand genommen werden müssten,
andernfalls das Projekt E._ nicht realisiert werden könne. Dem
Bauprogramm könne entnommen werden, dass der Baubeginn für das
Strassenprojekt E._ für den 1. April 2021 und der Abschluss der
Bauarbeiten für den 23. August 2021 vorgesehen seien. Tatsache sei,
dass für die Realisierung des Strassenprojekts Leistungen eines
Elektrounternehmers ausschliesslich bezüglich der Verlegung von
Werkleitungen (d.h. Wasser- und Stromleitungen) notwendig seien. Im von
der Zuschlagsempfängerin eingereichten Offertdevi sei jedoch keine Rede
von Werkleitungsverlegungen vielmehr seien lediglich Elektroleitungen als
Umgebungsarbeiten bezeichnet. Selbst wenn, benötige es das
Elektrounternehmen gemäss Bauprogramm erst am 3. Mai 2021 bis zum
2. Juli 2021 für die Verlegung der Elektrorohre (Elektroleitungen). Der
Aushub für den Hochbau, auf den sich die streitgegenständlichen
Elektroarbeiten beziehen würden, sei für den 27. September 2021
vorgesehen, das Bauende sei am 2. September 2022. Frühester
Baubeginn für die hier strittigen Arbeiten des Elektrikers sei der 25.
Oktober 2021 bzw. die Ausführung der ersten Bodenplatte. Bezüglich
dieses Arbeitsschrittes benötige es den Fundamenterder und die
Erschliessungsrohre. Diese Arbeiten stünden jedoch in keinerlei Konnex
zum Strassenprojekt E._. Damit sei erstellt, dass die Positionen BKP
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232.11 Fundamenterder CHF 18'737.50, BKP 232.14 äusserer Blitzschutz
CHF 2'466.80, BKP 232.2 Rohreinlagen Untergeschoss CHF 37'053.75
sowie BKP 232.2 Rohreinlagen Erdgeschoss CHF 20'080.90 keinesfalls
zu Bauverzögerungen beim Strassenprojekt oder dem Teilprojekt
Energiezentrale und Trafostation EW B._ führen würden. Alle diese
Arbeiten würden gemäss Bauprogramm frühestens am 27. September
2021 und damit nach (voraussichtlichem) Ergehen des Urteils des
Verwaltungsgerichts beginnen. Zur Diskussion stünden damit höchstens
die Arbeiten BKP 232 Erschliessung/Rohreinlagen KRS CHF 3'752.90,
welche allenfalls für das Strassenprojekt relevant seien.
3.2. Dazu führen die Beschwerdegegnerin und die Beigeladene aus, dass sie
gestützt auf die verfahrensleitende Verfügung des Instruktionsrichters am
19. März 2021 einen Werkvertrag für die sofort auszuführenden Arbeiten
im Umfang von CHF 82'502.31 abgeschlossen hätten. Der
Prozessbeschwerde vom 22. März 2021 sei keine aufschiebende Wirkung
erteilt worden, so dass der Vertragsabschluss rechtmässig erfolgt und
damit auf die Prozessbeschwerde nicht einzutreten sei. Die
Beschwerdeführerin hätte, wenn sie dies alles hätte verhindern wollen,
bereits am Tage des Erhalts der Verfügung vom 9. März 2021
Prozessbeschwerde verknüpft mit dem Antrag auf Erlass eines
superprovisorischen Vertragsabschlussverbots stellen müssen. Im
Weiteren verwies die Beschwerdegegnerin auf ihre materiellen
Ausführungen in der Vernehmlassung vom 1. März 2021.
3.3. Replicando stellte die Beschwerdeführerin fest, dass der
Instruktionsrichter mit Verfügung vom 19. Februar 2021 dem Antrag der
Beschwerdeführerin um Erteilung der aufschiebenden Wirkung und mit
Verfügung vom 9. März 2021 wiederum dem Antrag der
Beschwerdegegnerin um Aufhebung der aufschiebenden Wirkung im
Umfang von CHF 82'562.31 entsprochen habe. Es stelle sich die Frage,
ob die Aufhebung der aufschiebenden Wirkung für die im Rechtsbegehren
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genannten Teil-Arbeiten rechtens gewesen sei. Diese Frage sei
entscheidend für die im Hauptverfahren zu beantwortende Frage, ob die
Beschwerdeführerin eine reelle Chance gehabt hätte, im Falle der
Gutheissung der Beschwerde in der Hauptsache den Zuschlag für die
Arbeiten zu erhalten. Es liege ein hinreichend geschütztes Interesse an
der Behandlung der Prozessbeschwerde vor, so dass der Antrag auf
Nichteintreten auf die Prozessbeschwerde resp. auf Abschreibung des
Verfahrens abzuweisen sei.
3.4. Duplizierend führt die Beigeladene dazu aus, dass der Feststellungsantrag
nicht innert Beschwerdefrist erhoben worden sei und die
Prozessbeschwerdeinstanz kein Feststellungsurteil erlassen dürfe, dies
vielmehr dem Gericht im Hauptprozess vorbehalten sei. Es liege keine
erhebliche Wahrscheinlichkeit für die Gutheissung der Beschwerde in der
Hauptsache vor, der Gesetzgeber habe nur bei Vorliegen guter Gründe
die Zuerkennung der aufschiebenden Wirkung gewollt.
4.1. Die Beschwerdegegnerin begründete ihr Gesuch um Aufhebung der
aufschiebenden Wirkung in Bezug auf die Arbeiten im Umfang von
CHF 82'502.31 damit, dass mit der Koordination des Bauvorhabens mit
dem Teilprojekt neue Strasse/Infrastruktur E._ und dem Teilprojekt
Energiezentrale und Trafostation EW B._ Minderkosten in der Höhe
von rund CHF 650'000.-- realisiert würden. Würde die aufschiebende
Wirkung im vollen Umfang gewährt, fielen nicht nur die Minderkosten
dahin, sondern es würden bei einer Verschiebung des Baubeginns von 3–
4 Monaten auch Mehrkosten im Umfang von weiteren rund CHF 850'000.--
anfallen wegen Winterbaumassnahmen, bereits ausgelöster
Materialbestellungen und Entschädigungen für den Arbeitsunterbruch; die
Mehrkosten bei einem verzögerten Baubeginn von rund einem Jahr wären
sogar noch höher. Es wäre unverhältnismässig, für rund 5 % der
Auftragssumme die aufschiebende Wirkung zu gewähren, wenn dadurch
Mehrkosten bzw. nicht realisierbare Minderkosten in der Grössenordnung
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von CHF 1.23–1.50 Mio. entstünden. Aufgrund dieses krassen
Missverhältnisses liege die Teilgewährung der aufschiebenden Wirkung
im öffentlichen Interesse.
4.2. Bei der Prüfung, ob der Erlass von vorsorglichen Massnahmen zulässig
ist, ist zum einen das Kriterium der Entscheidprognose massgebend. Der
Einbezug der Entscheidungsprognose soll verhindern, dass eine dem
Endergebnis entgegengesetzte Zwischenlösung getroffen wird. Der
potentielle Ausgang des Verfahrens ist aber nur zu berücksichtigen, wenn
er eindeutig ist. Bei tatsächlichen oder rechtlichen Unklarheiten drängt sich
hingegen Zurückhaltung auf, weil in diesem Fall die erforderlichen
Entscheidungsgrundlagen im Hauptverfahren zuerst noch beschafft
werden müssen (vgl. BGE 130 II 149 E.2.2 und Urteil des
Bundesverwaltungsgerichts A-102/2010 vom 20. April 2010 E.4.4, je mit
weiteren Hinweisen). Je zweifelhafter der Ausgang des Hauptverfahrens
erscheint, desto höhere Anforderungen sind an die aufschiebende
Wirkung einer Beschwerde zu stellen. Die Beschwerdegegnerin hatte
deshalb zumindest glaubhaft zu machen, dass ihr aufgrund der
aufschiebenden Wirkung der Beschwerde ein nicht leicht
wiedergutzumachender Rechtsnachteil droht. Der Instruktionsrichter hatte
zudem zu prüfen, ob überzeugende Gründe für den Erlass der
vorsorglichen Massnahme vorliegen (vgl. Urteil des
Bundesverwaltungsgericht A-102/2010 vom 20. April 2010 E.4.2; BGE 129
II 286 E.3.6).
Für den Instruktionsrichter stand im Vordergrund, dass die
Vergabebehörde für nur rund 5 % der Auftragssumme die Nichterteilung
der aufschiebenden Wirkung beantragt und betreffend die Einräumung der
aufschiebenden Wirkung bezüglich der restlichen 95 % der
Auftragssumme keine Einwendungen hatte. Damit rückten für ihn die
Erfolgsaussichten der Beschwerde in den Hintergrund, es sei denn, diese
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wären klar in die eine oder andere Richtung zu erkennen gewesen, was
jedoch nicht der Fall war. Der Instruktionsrichter war der Ansicht, dass die
Beschwerdegegnerin plausibel aufgezeigt habe, dass ein Beginn der
Arbeiten in Koordination mit anderen Bauarbeiten einen Synergieeffekt in
beträchtlicher Höhe erzeugen würde, welcher bei einem späteren
Baubeginn der strittigen Arbeiten unwiederbringlich dahinfallen würde und
zudem auch die Mehrkosten, die auf einen verzögerten Baubeginn
zurückzuführen wären, plausibel dargelegt habe.
4.3. Im Weiteren hatte der Instruktionsrichter zu prüfen, ob die Massnahme
verhältnismässig ist. Die zeitliche Dringlichkeit muss insofern bestehen,
als die zu schützenden Interessen den Erlass der vorsorglichen
Massnahmen erfordern und der Verzicht auf die Massnahmen einen nicht
leicht wiedergutzumachenden Nachteil für das bedrohte öffentliche oder
private Interesse zur Folge hätte (vgl. Urteil des
Bundesverwaltungsgerichts
B-860/2011 vom 8. September 2011 E.4.2, BGE 130 II 149 E.2.2). Aus
dem angefochtenen Entscheid geht hervor, dass die Vergabebehörde
plausibel aufgezeigt habe, dass mit dem sofortigen Beginn der
Bauarbeiten ein Synergieeffekt in beträchtlicher Höhe bzw. bei einem
verzögerten Baubeginn entsprechende Mehrkosten resultierten. Aus den
Bauunterlagen ergibt sich, dass der Beginn der Bauarbeiten per April 2021
vorgesehen war, womit der Erlass der vorsorglichen Verfügung dringlich
war.
4.4. Schliesslich hatte der Instruktionsrichter eine Interessensabwägung
vorzunehmen betreffend die Gründe, die für bzw. gegen die Massnahme
sprechen (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B-860/2011 vom
8. September 2011 E.4.2). Für den Instruktionsrichter überwogen die
öffentlichen Interessen (Einsparung Steuergelder) gegenüber den
privaten Interessen des Beschwerdeführers. Es erschien ihm
unverhältnismässig, die beantragte Ausführung von Arbeiten im Umfang
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von rund CHF 82'000.--, mithin rund 5 % der Auftragssumme, nicht
zuzulassen, angesichts der ungleich anfallenden höheren Mehrkosten
(Winterbaumassnahmen, bereits ausgelöste Materialbestellungen,
Entschädigungen). Als verhältnismässig erachtete er den Entscheid auch,
da damit über 95 % der Auftragssumme noch nicht präjudiziert wurden.
Anders hätte er entschieden, wenn die Beschwerde klare, deutlich
überwiegende Erfolgschancen aufgewiesen hätte. Letztlich
ausschlaggebend für den Entscheid war der geringe Umfang der von der
aufschiebenden Wirkung ausgenommen Arbeiten gegenüber den
möglichen und massiv höheren Mehrkosten bei einer umfassenden
aufschiebenden Wirkung. Den Ausführungen des Instruktionsrichters ist
zu folgen, hat er doch alle massgebenden Kriterien eingehend geprüft und
auch die daraus gezogenen Schlüsse sind, angesichts des Ausgangs des
Hauptverfahrens, nicht zu beanstanden.
4.5. Was die Bewertungsmethode und die konkreten Bewertungen der
qualitativen Zuschlagskriterien betrifft, kommt der Vergabebehörde
regelmässig ein erheblicher Beurteilungsspielraum zu, in welchen das
Gericht nur sehr zurückhaltend eingreift. Aus diesem Grund kommt es in
der Praxis sehr selten vor, dass eine Submissionsbeschwerde aufgrund
der Rüge betreffend fehlerhafte Bewertung bzw. Benotung gutgeheissen
wird, was deren Erfolgschancen bereits von Beginn weg stark
kompromittiert. Zu betonen gilt dabei, dass der prozessleitende Entscheid
über die Rechtmässigkeit und den Umfang der aufschiebenden Wirkung
auf einer bloss summarischen Prüfung der aktuellen Sach- und
Rechtslage beruhen. Der zuständige Instruktionsrichter stützte sich bei
seinem Entscheid richtigerweise auf den Sachverhalt, wie er aus den
vorhandenen Akten hervorging und traf dazu keine weiteren
Beweiserhebungen. Ausserdem genügt es, wenn die
entscheidungserheblichen Tatsachen glaubhaft gemacht wurden, was
vorliegend zutrifft. Mit anderen Worten handelt es sich dabei um einen
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prima facie-Entscheid (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, a.a.O., Rz. 568; Urteil
des Bundesverwaltungsgerichts A-102/2010 vom 20. April 2010 E.4.2).
Anders hätte der Instruktionsrichter indes entschieden, wenn die
Beschwerde klare, deutlich überwiegende Erfolgschancen aufgewiesen
hätte, was – gestützt auf die angeführte Praxis – vorliegend nicht der Fall
war (vgl. Verfügung des Instruktionsrichters vom 9. März 2021,
beschwerdeführerische Akten [Bf-act.] 1).
4.6. Damit erweist sich der angefochtene prozessleitende Entscheid des
Instruktionsrichters vom 9. März 2021 als rechtens, was zur Abweisung
der Prozessbeschwerde und damit zum Unterliegen der
Beschwerdeführerin geführt hätte.
5.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gilt die Beschwerdeführerin als
unterliegend, weshalb ihr gestützt auf Art. 73 Abs. 1 VRG die
Gerichtskosten von CHF 1'000.-- aufzuerlegen sind.
5.2. Gemäss Art. 78 Abs. 1 VRG wird die unterliegende Partei in der Regel
verpflichtet, der obsiegenden Partei alle durch den Rechtsstreit
verursachten notwendigen Kosten zu ersetzen. Da die
Prozessbeschwerde bei Ergehen vor dem Hauptentscheid abgewiesen
worden wäre, hat die Beschwerdeführerin der am Verfahren beteiligten
Beigeladenen entsprechend eine Parteientschädigung auszurichten. Aus
den beigezogenen Akten des Verfahrens VGU U 21 14 ergibt sich, dass
der Rechtsvertreter der Beigeladenen am 6. bzw. 26. April 2021 und am
6. bzw. 31. Mai 2021 betreffend die Prozessbeschwerde einen Aufwand
von insgesamt 3.5 Stunden à CHF 270.-- plus 3 % Pauschalspesen
geltend machte.
Aus der Kostenaufstellung des Rechtsvertreters der Beigeladenen vom
6. Mai 2021 (Leistungsblatt, beigezogene Akten VGU U 21 14), welche
Aufwände für das Haupt- wie auch für das Prozessbeschwerdeverfahren
umfasst, ist indes ersichtlich, dass der Rechtsvertreter betreffend die
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Prozessbeschwerde am 26. März 2021 (0:45 h), am 6. April 2021 (1:15 h),
am 19. April 2021 (0:30 h), am 25. April 2021 (2:30 h) sowie am 26. April
2021 (1:30 h) Leistungen von insgesamt maximal 6.5 Stunden
verzeichnete, was im Widerspruch zum vom Rechtsvertreter geltend
gemachten Aufwand von nur 3.5 Stunden steht. Das Gericht erachtet
deshalb ermessensweise betreffend das Prozessbeschwerdeverfahren
einen Aufwand von insgesamt 6.5 Stunden als dem Umfang des
Verfahrens angemessen. Da die Beigeladene bzw. deren Unternehmen
selber mehrwertsteuerpflichtig und damit vorsteuerabzugsberechtigt sind
(UID-Registernummern F._ AG, G._ AG, H._ AG, ist die
vorliegende Parteientschädigung ohne Mehrwertsteuer zuzusprechen
(vgl. hierzu PVG 2015 Nr. 19). Dementsprechend ist die von der
Beschwerdeführerin an die Beigeladene zu leistende aussergerichtliche
Entschädigung auf CHF 1'807.65 (6.5 h à CHF 270.-- [CHF 1'755.--] plus
3 % Spesen [CHF 52.65]) festzusetzen.
Der Beschwerdegegnerin steht nach Art. 78 Abs. 2 VRG keine
Parteientschädigung zu, da sie lediglich in ihrem amtlichen Wirkungskreis
obsiegt hat.
III. Der Einzelrichter erkennt:
1. Das Prozessbeschwerdeverfahren U 21 26 wird als gegenstandslos
geworden abgeschrieben.
2. Die Gerichtskosten, bestehend aus
- einer Staatsgebühr von CHF 1'000.--
- und den Kanzleiauslagen von CHF 352.--
zusammen CHF 1'352.--
gehen zulasten der A._ AG.
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3. Die A._ AG hat der C._, bestehend aus der F._ AG, der
G._ AG und der H._ AG, eine Parteientschädigung in der Höhe
von CHF 1'807.65 zu entrichten