Decision ID: 8d3e45a2-9059-57a1-b25c-cc3dd551af11
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich im April 2008 bei der Invalidenversicherung (IV) zum
Leistungsbezug (berufliche Eingliederung) an. Als gesundheitliche Beeinträchtigung
nannte er eine generalisierte Angststörung (IV-act. 1 und 8). Am 28. April 2008 wurde
ihm die Arbeitsstelle als Maschinen Operator bei der B._ auf den 31. Juli 2008
gekündigt (IV-act. 41-8).
A.b Dr. med. C._, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, Klinik D._, erklärte im
Gespräch mit dem Regionalen Ärztlichen Dienst Ostschweiz (RAD) am 13. Mai 2008, es
bestehe die Diagnose einer generalisierten Angststörung. Aktuell werde der Versicherte
als 50 % arbeitsfähig eingeschätzt, steigerbar in ein bis zwei Monaten auf 75 % und in
drei Monaten auf 100 % (IV-act. 25).
A.c RAD-Ärztin Dr. med. E._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
berichtete am 6. Juni 2008 über eine Untersuchung des Versicherten. Dieser habe
Ängste auf wiederholtes Nachfragen verneint. Die von Dr. C._ diagnostizierte
Angststörung (ICD-10: F41.1) könne sie nicht nachvollziehen, da es am Hauptsymptom
der generalisierten und anhaltenden Angst fehle. Sie diagnostizierte eine mittelgradige
depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11) und erachtete im
Hinblick auf die anzunehmende Chronifizierung eine stationäre Behandlung als
indiziert. Danach sollte die adaptierte Arbeitsfähigkeit erneut geprüft werden. Eine
Eingliederungsfähigkeit scheine aktuell nicht gegeben zu sein (IV-act. 37).
A.d Die IV-Stelle teilte dem Versicherten am 30. Juni 2008 mit, aufgrund seines
Gesundheitszustandes seien zurzeit keine Eingliederungsmassnahmen möglich (IV-act.
44).
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A.e Dr. C._ berichtete am 10. März 2009, er behandle den Versicherten seit 21.
Dezember 2007. In den letzten Monaten sei es zu einer Rückbildung der depressiven
Symptome, angstbedingten Anspannungen und Schwindelgefühle gekommen. Der
Versicherte sei bereits 50 % beim RAV integriert. Er empfehle ein dringendes
dreimonatiges Arbeitstraining in geschütztem Rahmen. Danach sollte von einer vollen
Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden können. Die vom RAD vorgeschlagene stationäre
Behandlung sei nicht durchgeführt worden, weil der Versicherte im ambulanten Setting
Fortschritte gemacht habe und ein Aufenthalt in der psychiatrischen Klinik mit einem
Gesichtsverlust verbunden gewesen wäre, was eine zusätzliche Verschlechterung und
möglicherweise Chronifizierung ausgelöst hätte (IV-act. 63).
A.f Am 19. Juni 2009 nahm die IV-Stelle das Verfahren betreffend berufliche
Massnahmen wieder auf und erteilte einen entsprechenden Abklärungsauftrag (IV-act.
66). Sie teilte dem Versicherten am 22. Juni 2009 mit, es bestehe Anspruch auf
Arbeitsvermittlung (IV-act. 67).
A.g Die IV-Stelle erteilte mit Mitteilung vom 8. April 2010 Kostengutsprache für ein
Belastbarkeitstraining bei der F._ vom 1. März bis 28. Mai 2010 und umschrieb dafür
die Rahmenbedingungen (IV-act. 84).
A.h Der Schlussbericht der F._ vom 6. Mai 2010 hielt fest, die vorgegebenen Ziele
seien nicht erreicht worden. Nach zwei Monaten könne nicht von einer wirklichen
Steigerung der Präsenzzeit gesprochen werden. Der Versicherte sei wohl am besten in
einem geschützten Rahmen aufgehoben, in welchem er ohne Druck eine sinnvolle und
unbedingt notwendige Tagesstruktur von zwei bis drei Stunden täglich haben könnte.
Er wäre dem weiter steigenden Druck einer Integrationsmassnahme, ganz zu
schweigen der Bewährung auf dem Arbeitsmarkt, nicht gewachsen (IV-act. 90-4 ff.).
Der Schlussbericht nach Integrationsmassnahme der IV-Stelle vom 7. Juli 2010 führte
aus, der Versicherte habe sich sehr willig, motiviert und kritikfähig gezeigt. Der
Einsatzwille, die Leistungsbereitschaft sowie die sehr guten manuellen Fähigkeiten im
Einsatzbereich seien ebenfalls positiv beurteilt worden. Der Versicherte habe unter
auffälligen Schlaf- und Erschöpfungszuständen gelitten. Nach maximal zwei Stunden
habe sich die Konzentrationsfähigkeit rapide verringert. Darauf habe eine steigende
Fehlerhäufigkeit festgestellt werden müssen (IV-act. 95). Am 12. Juli 2010 teilte die IV-
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Stelle dem Versicherten die vorzeitige Beendigung der Integrationsmassnahme
Belastbarkeitstraining mit. Die Weiterführung sei zurzeit aus gesundheitlichen Gründen
nicht angezeigt. Eine Steigerung der Präsenz bzw. der Leistung habe nicht festgestellt
werden können (IV-act. 99).
A.i Dr. C._ führte im Arztbericht vom 9. August 2010 aus, als Diagnosen bestünden
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit
somatischen Symptomen (ICD-10: F33.11), sowie eine ausgeprägte generalisierte
Angststörung (ICD-10: F41.1), beide bestehend seit 2007. Im Befund vermerkte er
mittelschwere Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen. Das formale Denken
sei verlangsamt und eingeengt auf die eigene Zukunftslosigkeit. Im Affekt sei der
Versicherte deprimiert, die affektive Schwingungsfähigkeit sei stark reduziert, der
Versicherte sei affektiv modulierbar, der affektive Rapport knapp herstellbar. Seit dem
21. Dezember 2007 sei er zu 100 % arbeitsunfähig (IV-act. 101).
A.j Im Auftrag der IV-Stelle wurde der Versicherte durch Dr. med. G._,
Stellvertretende Chefärztin und Leiterin Forensik, sowie durch Dr. med. H._,
Spitalfachärztin, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, Psychiatrische Klinik I._,
begutachtet (Gutachten PK I._ vom 30. November 2011, IV-act. 113). Die
Gutachterinnen diagnostizierten eine mittelgradige depressive Episode mit
somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11). Sie hielten fest, auffällig im Krankheitsverlauf
sei, dass die verschiedenen beteiligten Ärzte immer wieder unterschiedliche Diagnosen
gestellt hätten, was vermutlich darauf zurückzuführen sei, dass der Versicherte bei den
Gesprächen mit den verschiedenen Ärzten jeweils andere Symptome in den
Vordergrund gestellt habe und sich die Beschwerden jeweils unterschiedlich dargestellt
hätten. Der Versicherte habe keine Ängste mehr geschildert, sondern ausschliesslich
Symptome einer Depression mit gedrückter Stimmungslage, Energielosigkeit, zum Teil
Gefühlskälte gegenüber seiner Familie und vermehrter Müdigkeit beschrieben. Die
ersten somatischen Beschwerden seien Mitte der 90er Jahre aufgetreten, kurz
nachdem der Versicherte in der Schweiz als Flüchtling anerkannt worden sei und habe
feststellen müssen, dass er seine beruflichen Hoffnungen in der neuen Umgebung nicht
verwirklichen könne. Deshalb müsse davon ausgegangen werden, dass die mit der
Übersiedlung in die Schweiz und den nachfolgenden beruflichen Schwierigkeiten
zusammenhängenden Erlebnisse zu einer für die psychische Gesundheit negativen
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Entwicklung geführt hätten, die seit 2006/2007 in eine Dekompensation des
psychischen Zustandes gemündet habe, welche in Form einer depressiven Episode bis
heute anhalte (IV-act. 113-15 f.). Die psychische Störung bewirke, dass der Versicherte
nicht in der Lage sei, eine regelmässige Tätigkeit ausser Haus auszuführen. Die
medizinisch begründete Arbeitsunfähigkeit von 100 % liege seit circa 2008 vor,
nachdem der Versicherte bereits zuvor einige Zeit zu 50 % - 75 % krankgeschrieben
gewesen sei. Die Gutachterinnen empfahlen, durch einen stationären Aufenthalt in
einer psychiatrischen Klinik zu versuchen, den psychischen Zustand des Versicherten
dauerhaft zu verbessern. Sollte dies im Vergleich zur aktuellen Situation nichts ändern,
seien alle medizinischen Massnahmen ausgeschöpft und es sei keine Verbesserung
der Arbeitsfähigkeit mehr zu erwarten. Eine Eingliederungsfähigkeit wäre dann nicht
mehr gegeben (IV-act. 113-16 f., 19).
A.k Dr. C._ wies den Versicherten am 26. April 2012 der J._ zu. Die Vorabklärung
führte zum Ergebnis, es bestehe keine Indikation für eine stationäre Psychotherapie (IV-
act. 124).
A.l Die IV-Stelle teilte dem Versicherten am 2. August 2012 mit, aufgrund seines
Gesundheitszustandes seien keine beruflichen Massnahmen möglich (IV-act. 128).
A.m In einem Verlaufsbericht vom 10. August 2012 bezeichnete Dr. C._ den
Gesundheitszustand als stationär (IV-act. 129).
A.n Im Auftrag der IV-Stelle wurde der Versicherte während einer Woche stationär
begutachtet (Klinik K._, med. prakt. L._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie, Diplompsychologe und Dr. med. M._, Gutachten vom 31. Juli 2013,
IV-act. 145). Das Gutachten gelangte zum Schluss, eine leidensadaptierte Tätigkeit in
einem geschützten Rahmen, gegebenenfalls auch in der freien Wirtschaft, mit
ausreichend Ruhe- und Erholungszeiten (z.B. zweimal zwei Stunden pro Tag) könne
dem Beschwerdeführer aus rein psychiatrischer Perspektive zugemutet werden (IV
145-84). Der RAD befand das Gutachten für umfassend, ausführlich, kohärent und
nachvollziehbar. Es attestiere eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten
und eine 50 %ige Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit. Beginn und Verlauf
müssten anhand der Gesamtakte eruiert werden. Die Arbeitsunfähigkeit in der
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angestammten Tätigkeit bestehe seit 16. Juli 2007 gemäss Gutachten von Dr. C._.
Der Verlauf der adaptierten Arbeitsfähigkeit sei schwierig auszumachen. Der Realität
am nächsten dürfte eine durchschnittliche 50 %ige Arbeitsfähigkeit im Sinne der
Überlegungen des Gutachtens der Klinik K._ kommen (IV-act. 148, Stellungnahme
vom 11. Oktober 2013).
A.o Gestützt auf eine Stellungnahme des Rechtsdienstes vom 22. Oktober 2013 (IV-
act. 149) erliess die IV-Stelle am 11. November 2013 einen rentenabweisenden Vor-
bescheid (IV-act. 154). Dagegen erhob der Versicherte am 25. November 2013 durch
persönliche Vorsprache (IV-act. 155), am 26. November 2013 schriftlich durch seinen
Rechtsvertreter und am 13. Januar 2014 begründeten Einwand (IV-act. 156, 160).
A.p Mit Verfügung vom 21. Januar 2014 wies die IV-Stelle das Renten-/
Leistungsbegehren ab. Aus juristischer Sicht bestehe weiterhin eine volle
Arbeitsfähigkeit (IV-act. 162).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 21. Januar 2014 erhebt A._ am 24. Februar 2014
Beschwerde. Er beantragt, es sei ihm unter Kosten- und Entschädigungsfolgen eine
ganze Invalidenrente zuzusprechen. Weiter beantragt er die unentgeltliche
Prozessführung und Rechtsverbeiständung. Gestützt auf einen Bericht von Dr. C._
vom 20. Februar 2014 (act. G 1.3) macht er geltend, die gleichzeitige Diagnose einer
rezidivierenden depressiven Störung und einer Neurasthenie sei fachlich nicht
nachvollziehbar. Es sei von einer verselbständigten depressiven Störung auszugehen
und die Invalidität aufgrund dieser zu prüfen und nicht unter dem Aspekt der Förster-
Kriterien bei pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildern.
Sowohl Dr. C._ als auch das Gutachten der PK I._ nähmen für sämtliche
Tätigkeiten eine vollständige Arbeitsunfähigkeit an. Die von den Gutachtern der
Psychiatriedienste Süd geschätzte Arbeitsfähigkeit von 50 % beziehe sich auf eine
leidensadaptierte Tätigkeit in einem geschützten Rahmen bzw. unterliege zeitlichen
Einschränkungen (2 x 2 Std.). Mit derartigen zeitlichen Einschränkungen sei nicht zu
erwarten, dass er im Arbeitsmarkt eine Stelle finden könne. Somit sei von einer
vollständigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen und es bestehe Anspruch auf eine ganze
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Rente. Selbst wenn eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit angenommen werde, ergäbe sich ein
Invaliditätsgrad zwischen 60 % und 70 % und ein Anspruch auf eine Dreiviertelsrente
(act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt mit Beschwerdeantwort vom 16. April 2014
die Abweisung der Beschwerde. Das Gutachten der Klinik K._ begründe
nachvollziehbar, weshalb beim Beschwerdeführer eine Neurasthenie vorliege und
weshalb sich die diagnostizierte mittelgradige depressive Episode aus dieser ableite.
Die Neurasthenie sei als unklares syndromales Beschwerdebild nicht invalidisierend.
Weil sich die Depression aus der Neurasthenie ableite, sei diese ebenfalls nicht
invalidisierend. Der vom Beschwerdeführer geltend gemachte soziale Rückzug sei nicht
in allen Belangen des Lebens gegeben; er verfüge nach wie vor über Sozialkontakte
innerhalb seiner Familie. Schliesslich sei der Beschwerdeführer bezüglich seines
psychischen Leidens noch nicht austherapiert. Es liege eine inkonsistente Befundlage
vor, der Beschwerdeführer lasse sich nicht intensiv psychiatrisch behandeln.
Depressionen bis zu einem mittleren Schweregrad seien gut therapierbar, weshalb
nicht ohne weiteres einleuchte, warum das Beschwerdebild seit 2007 immer noch
vorliege (act. G 7).
B.c Mit Replik vom 5. Juni 2014 bringt der Beschwerdeführer vor, die Diagnose einer
Neurasthenie sei nicht zu stellen. Selbst wenn von der Hauptdiagnose einer
Neurasthenie auszugehen wäre, wäre die chronifizierte mittelgradige depressive
Erkrankung aufgrund des jahrelangen Verlaufs als wesentliche Komorbidität
mitzuberücksichtigen, was letztlich zum gleichen Ergebnis führen würde, wie wenn die
chronifizierte depressive Erkrankung als Hauptdiagnose im Vordergrund stehe (act. G
10).
B.d Die Verfahrensleitung bewilligte dem Beschwerdeführer am 13. Juni 2014 die
unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtsvertretung unter Anrechnung des bereits geleisteten
Kostenvorschusses von Fr. 1'769.90; act. G 11).
B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 13).
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B.f Mit Eingabe vom 26. März 2015 reicht der Beschwerdeführer einen Bericht der
Klinik J._ vom 11. März 2015 über einen stationären Aufenthalt vom 22. Januar bis
13. März 2015 ein (act. G 14.1). Diesem sei, auch wenn er sich grundsätzlich auf einen
für dieses Verfahren nicht relevanten Zeitraum beziehe, die Diagnose einer
rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, zu
entnehmen (act. G 14).
B.g Mit Eingabe vom 11. Mai 2016 wies der Beschwerdeführer darauf hin, dass der für
die Anwaltskosten bereits geleistete Kostenvorschuss von Fr. 1'769.90 die anwaltlichen
Aufwendungen im Vorbescheidverfahren betroffen habe (act. G 16).

Erwägungen
1.
1.1 Obwohl der Beschwerdeführer im Juni 2008 seinen Wohnsitz nach N._ verlegt
hat (IV-act. 113-11), ist das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen gestützt auf
Art. 55 Abs. 1 und Art. 69 Abs.1 lit. a des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde
zuständig.
1.2 Streit- und Anfechtungsgegenstand (vgl. dazu BGE 125 V 414 f. E. 1, 2a und 2b)
des vorliegenden Verfahrens bildet das mit Verfügung vom 21. Januar 2014
abgewiesene Rentenbegehren. Die richterliche Überprüfung einer
Verwaltungsverfügung ist grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses dieser
Verfügung eingetretenen Sachverhalt beschränkt (BGE 131 V 243 E. 2.1; BGE 129 V 4
E. 1.2 mit Hinweis). Der am 26. März 2015 eingereichte Bericht der Klinik K._ über
den stationären Aufenthalt vom 22. Januar bis 13. März 2015 (act. G 14, 14.1) kann -
wie der Beschwerdeführer zu Recht anmerkt - nur berücksichtigt werden, soweit er
Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im
zurückliegenden relevanten Zeitraum bis 21. Januar 2014 zulässt.
2.
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2.1 Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen.
Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht
überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens
zu 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50% und auf eine Viertelsrente,
wenn sie mindestens zu 40% invalid ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades
wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität
und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).
2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; Urteil vom 1. Dezember
2015, 8C_586/2015, E. 2).
2.4 Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der
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medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1). Im Sinne
einer Richtlinie ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten
von externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und
Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise
sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/bb).
3.
3.1 Zu prüfen ist, ob auf das Gutachten der Klinik K._ vom 31. Juli 2013 abgestellt
werden kann und ob dem Beschwerdeführer gestützt auf die gutachterlich attestierte
50 %ige Arbeitsunfähigkeit ein Rentenanspruch zusteht.
3.2 Die Gutachter erhoben beim Beschwerdeführer eine tendenziell bezüglich der
Einordnungen von Ereignissen und Fakten der jüngeren Vergangenheit zunehmende
Gedächtnisunschärfe und leichte formale Denkstörungen. Im Affekt habe der
Beschwerdeführer deprimiert gewirkt, mit gedrückter Grundstimmung, affektarm, leicht
affektlabil. Die affektive Schwingungsfähigkeit sei vermindert. Es hätten ausgeprägte
Insuffizienz-, Schuld- und Schamgefühle, ein gestörtes Selbstwertgefühl, ausgeprägt
gestörte Vitalgefühle bestanden; das Interaktionsverhalten sei leicht jammerig und
klagsam gewesen. Gelegentlich sei der Beschwerdeführer parathym gewesen. Der
Antrieb sei leicht vermindert; es liege ein subjektives Erleben von Antriebshemmung
vor, objektiv sei der Beschwerdeführer psychomotorisch verlangsamt. Es bestünde ein
deutlicher sozialer Rückzug. Passive Todeswünsche würden bejaht und Ein- und
Durchschlafstörungen, ein nicht erholsamer Schlaf und ein stark erhöhtes
Schlafbedürfnis mit Hypersomnie tagsüber beklagt (IV-act. 145-49 ff.). Die
testpsychologische Untersuchung habe eine deutliche Verlangsamung bzw. eine weit
unterdurchschnittliche kognitive Leistungsgeschwindigkeit und Konzentrationsfähigkeit
unter Stress, nicht jedoch bei monotonen Aufgaben ergeben, ansonsten sei die
kognitive Leistungsfähigkeit insgesamt unauffällig. Aufgefallen sei die erhöhte
Ermüdbarkeit (IV-act. 145-53, 78, 83). Beim Beschwerdeführer seien sowohl die
Diagnosekriterien einer Neurasthenie als auch diejenigen einer mittelgradigen
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Depression erfüllt (IV-act. 145-70, 72). Rein formal schliesse die im Zeitpunkt der
Begutachtung gestellte Diagnose der mittelschweren depressiven Episode das
Vorliegen einer gleichzeitigen Neurasthenie zwar aus. Aufgrund der erhobenen eigen-
und fremdanamnestischen Informationen bezüglich des bisherigen therapieresistenten
Verlaufs sowie der zahlreichen, vorliegend blanden somatischen Befunde der letzten
Jahre und insbesondere der fehlenden Besserung auf verschiedene hochdosierte
antidepressive Behandlungen müsse jedoch davon ausgegangen werden, dass die
aktuelle Symptomatik auf eine zu Grunde liegende psychiatrische Störung
zurückzuführen sei, die am ehesten die Diagnosekriterien einer Neurasthenie erfülle (IV-
act. 145-72). Als grundlegende Erkrankung bestehe somit eine Neurasthenie mit
akzentuierten Persönlichkeitszügen, auf deren Grundlage sich eine mittelschwere
Depression mit somatischem Syndrom entwickelt und chronifiziert habe. Somit sei aus
psychiatrischer Sicht die versicherungsrelevante Gesundheitsstörung eine chronifizierte
mittelschwere Depression mit somatischem Syndrom. Diese Erkrankung habe sich aus
psychiatrischer Sicht in Wechselwirkung mit den akzentuierten Persönlichkeitszügen
verfestigt (IV-act. 145-86). Die Gutachter waren sich somit bewusst, dass sich die
Diagnosen der Neurasthenie und der mittelgradigen depressiven Störung grundsätzlich
ausschliessen, und begründeten plausibel, weshalb sie dennoch beide Diagnosen
stellen. Sie führten weiter aus, die testpsychologische Untersuchung habe keine
Hinweise auf Aggravation oder Simulation, die ergo- bzw. arbeitstherapeutische
Beurteilung jedoch zumindest Hinweise auf abweichendes und demonstratives
Verhalten ergeben. Es bleibe letztlich unklar, ob es sich um eine bewusste Aggravation
oder um eine krankheitsbedingte unbewusste Verhaltensweise handle (IV-act. 145-79).
Hinsichtlich der anamnestisch hochgradigen Antriebsstörung und der Hypersomnie
hätten sich bei der stationären Begutachtung Widersprüche ergeben. Einerseits hätten
tatsächlich ein hohes Schlafbedürfnis und eine vermehrte Ermüdbarkeit beobachtet
werden können, andererseits habe der Beschwerdeführer die Exploration von über vier
Stunden und die psychologische Testung gut durchgehalten. Vor diesem Hintergrund
seien die geäusserten Beschwerden aus rein psychiatrischer Sicht in grossen Teilen als
überwindbar anzusehen (IV-act. 145-86). Die durch den Beschwerdeführer dargelegte
Symptomatik suggeriere eine generelle Arbeitsunfähigkeit von 100 %. Die
Verhaltensbeobachtungen zeigten jedoch Inkonsistenzen, die eine deutlich höhere
Leistungsfähigkeit erwarten liessen. Zwar sei eine Destabilisierung des
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Allgemeinzustandes mit Krankheitswert erkennbar, andererseits zeige sich, dass das
Antwortverhalten bei unterschiedlichen Anforderungsbedingungen sehr häufig im
Normspektrum liege (IV-act. 145-82). Aus der derzeitigen Symptomatik, das heisst aus
der versicherungsrelevanten Störung einer chronifizierten mittelschweren Depression
mit somatischem Syndrom, sei höchstens eine 50 %ige Arbeitsunfähigkeit erklärbar
(IV-act. 145-86). Die Gutachter gehen somit davon aus, dass alleine die chronifizierte
mittelschwere Depression zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führt, während
die darüber hinaus geltend gemachten Beschwerden (hochgradige Antriebsstörung
und Hypersomnie) aufgrund der Inkonsistenzen zwischen geltend gemachten und
objektivierten Beschwerden nicht zu einer höheren Arbeitsfähigkeit führen. Das
erscheint aufgrund der umfassenden Abklärungen gut nachvollziehbar. Sämtliche den
Beschwerdeführer behandelnden und beurteilenden Fachärzte und Fachärztinnen
haben im Übrigen das Vorliegen einer mittelgradigen depressiven Störung bestätigt
(vgl. IV-act. 37, IV-act. 101, IV-act. 113, IV-act. 124).
3.3 Die Gutachter haben, wie dargelegt, die diagnostizierte Neurasthenie von
Vornherein nicht als die Arbeitsfähigkeit einschränkend berücksichtigt. Für die auf die
Neurasthenie gestützte Annahme einer rechtlich begründeten höheren als von den
Gutachtern angenommenen bzw. vollen Arbeitsfähigkeit bleibt daher kein Raum.
Zudem hat das Bundesgericht die Vermutung, Schmerzsyndrome und vergleichbare
psychosomatische Leiden, zu denen auch die Neurasthenie zählt (BGE 139 V 346 f. E.
2), seien überwindbar, in BGE 141 V 381 aufgegeben und das bisherige Regel-/
Ausnahme-Modell durch einen strukturierten, normativen Prüfungsraster ersetzt (BGE
141 V 294 f. E. 3.5 f.). Dies relativiert die Bedeutung der Diagnose der Neurasthenie
zusätzlich. Die Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers beruht nach dem Gesagten
(E. 3.2) unmittelbar auf einer Depression, deren Ursache eine Neurasthenie bildet. Die
Depression hat demnach im Verhältnis zur Neurasthenie eine eigene, selbständige
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit und kann nicht lediglich als Begleiterscheinung der
Neurasthenie betrachtet werden. Auch gründen die zur Arbeitsunfähigkeit führenden
Symptome der Depression nicht ausschliesslich auf invaliditätsfremden psychosozialen
Belastungsfaktoren, sondern stellen eine sich davon unterscheidende und in diesem
Sinne verselbständigte psychische Störung dar. Im Gutachten der Psychiatrischen
Klinik I._ vom 30. November 2011 wurde zwar dargelegt, dass die ersten
somatischen Beschwerden aufgetreten seien, nachdem sich die beruflichen
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Hoffnungen des Beschwerdeführers nicht erfüllt hätten, und dass es seit 2006/2007 zu
einer Dekompensation des psychischen Zustands gekommen sei, welche in Form der
depressiven Episode bis heute anhalte (IV-act. 113-15 f.). Diese Ausführungen
vermögen jedoch an der selbständigen Natur der Depression und ihrer
invalidisierenden Wirkung in Anbetracht der finalen Natur der Invalidenversicherung
nichts zu ändern. Zur Behandlung und Behandelbarkeit hält das Gutachten fest,
angesichts des bisherigen langjährigen, gleichförmigen Krankheitsverlaufs sowie des
fehlenden Ansprechens auf jegliche Art von medikamentöser und ambulanter
psychotherapeutischer Behandlung sei davon auszugehen, dass die aktuelle
mittelgradig ausgeprägte depressive Episode eine Reaktion auf eine ihr
zugrundeliegende therapieresistente Neurasthenie darstelle (IV-act. 145-70).
Angesichts der Therapieresistenz und der langen Erkrankungsdauer sei nicht
nachvollziehbar, warum bisher keine ausreichenden stationären Behandlungsversuche
stattgefunden hätten (IV-act. 145-82). Von einer stationären Behandlung war offenbar
abgesehen worden, weil der Beschwerdeführer einen Gesichtsverlust und
Schwierigkeiten mit den Familienangehörigen befürchtete (IV-act. 145-45). Im
Unterbleiben einer stationären Behandlung kann ohne entsprechende Abmahnung
keine Verletzung der Schadenminderungspflicht erblickt werden, zumal die Klinik J._
im Bericht vom 29. Mai 2012 festgehalten hatte, es bestehe keine Indikation für eine
stationäre Psychotherapie (IV-act. 124). Der RAD erachtete im Übrigen die Auflage
einer stationären Behandlung eher als nicht angezeigt, da nicht vorhersehbar sei, ob
die Besserung auch die Arbeitsfähigkeit oder nur die Lebensqualität betreffe (IV-act.
148-2). Auch der krankheitsbedingte soziale Rückzug wird gewürdigt (IV-act. 145-80).
Zusammengefasst liegt hinsichtlich der Depression ein fachärztlich festgestelltes
schlüssiges Substrat vor, sind die Beschwerden nicht ausschliesslich auf
invaliditätsfremde Belastungsfaktoren zurückzuführen, handelt es sich nicht um eine
blosse Begleiterscheinung, sondern um eine die Arbeitsfähigkeit einschränkende Folge
der Neurasthenie und es besteht eine Therapieresistenz. Die Erkrankung ist daher
invalidenversicherungsrechtlich relevant (vgl. zum Ganzen BGE 127 V 294 E. 5a S. 299;
Urteile des Bundesgerichts vom 23. März 2009, 8C_730/2008, E. 2, vom 1. September
2015, 8C_340/2015, E. 4.2, vom 17. Juli 2013, 9C_902/2012, E. 4.1; BGE 139 V 554 f.
E. 5.1).
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3.4 Das Gutachten berücksichtigt die massgeblichen medizinischen Akten, die
geklagten Beschwerden und erscheint im Hinblick auf die Diagnostik und Einschätzung
der Arbeitsfähigkeit in Anbetracht der erhobenen Befunde schlüssig und
nachvollziehbar. Es ist daher darauf abzustellen und von einer Arbeitsunfähigkeit von
50 % auszugehen. Diese gilt jedoch lediglich „aktuell“ (IV-act. 145-84), das heisst ab
dem Datum der Begutachtung (31. Juli 2013), nicht aber rückwirkend im Verlauf. Die
Psychiatrische Klinik I._ diagnostizierte in ihrem Gutachten vom 30. November 2011
eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11; IV-
act. 113-14). Die damaligen Gutachterinnen führten aus, der Beschwerdeführer sei
aufgrund dieser Störung zum aktuellen Zeitpunkt nicht in der Lage, eine regelmässige
Tätigkeit ausser Haus auszuüben. Die medizinisch begründete Arbeitsunfähigkeit von
100 % liege seit ca. 2008 vor (IV-act. 113-16). Der RAD bekundete Vorbehalte gegen
diese Einschätzung (IV-act. 115, Stellungnahme vom 13. Januar 2012). Sie gründete
auf folgenden Befunden: Im Gespräch sei keine Aufmerksamkeits- und
Konzentrationsstörung, gegen Ende jedoch Ermüdung feststellbar gewesen. Die
Gedächtnisleistung für die letzten Jahre sei zum Teil unscharf gewesen. Im formalen
Denken sei der Beschwerdeführer auf den Wunsch zu arbeiten eingeengt gewesen; er
wurde als affektarm, ratlos, hoffnungslos und klagsam beschrieben, der
Beschwerdeführer habe erhebliche Antriebsstörungen beklagt (IV-act. 113-14). Die
erhobenen Befunde und die Diagnose einer mittelgradigen Depression entsprechen
dem Gutachten der Klinik K._ vom 31. Juli 2013. Zudem hatte sich der
Beschwerdeführer nach eigenen Angaben häufig um neue Arbeitsstellen beworben und
war im März 2009 bereits zu 50 % beim RAV integriert (IV-act. 145-66; IV-act. 63). Die
Attestierung einer 100 %igen Arbeitsunfähigkeit ab 2008 erscheint daher in Anbetracht
der Befunde und der Diagnose nicht nachvollziehbar. Als überwiegend wahrscheinlich
kann hingegen gestützt auf die Aktenbeurteilung des RAD (IV-act. 148, Stellungnahme
vom 11. Oktober 2013) von einer durchschnittlichen 50 %igen Arbeitsfähigkeit
ausgegangen werden.
4.
4.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, die gutachterlich attestierte Arbeitsfähigkeit
bestehe in erster Linie in einem geschützten Rahmen und während je zwei Stunden
vor- und nachmittags. Mit derartigen Einschränkungen und als psychisch schwer
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angeschlagener Bewerber sei die Restarbeitsfähigkeit wirtschaftlich nicht verwertbar
(act. G 1 S. 10).
4.2 Der ausgeglichene Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) berücksichtigt die konkrete
Arbeitsmarktlage nicht; er umfasst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten auch tatsächlich
nicht vorhandene Stellenangebote und sieht von den fehlenden oder verringerten
Chancen Teilinvalider, eine zumutbare und geeignete Arbeitsstelle zu finden, ab (BGE
134 V 71 E. 4.2.1 mit Hinweis). Er berücksichtigt auch sogenannte
Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit
einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können. Von
einer Arbeitsgelegenheit kann indes nicht mehr gesprochen werden, wenn die
zumutbare Tätigkeit nurmehr in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der
ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem
Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden
einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (Urteil
des Bundesgerichts vom 28. April 2010, 8C_1050/2009, E. 3.3, mit weiteren
Hinweisen). Beim Beschwerdeführer bestehen keine somatischen Einschränkungen der
Arbeitsfähigkeit, welche in Kombination mit der vorhandenen psychischen
Beeinträchtigung dazu führen würden, dass er auch auf einem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt keine Chance hätte, seine Restarbeitsfähigkeit von 50 % zu verwerten.
Der Umstand, dass er diese während zweimal zwei Stunden und nicht durchgehend zu
leisten imstande wäre, schliesst deren wirtschaftliche Verwertbarkeit nicht aus. Der
Beschwerdeführer ist dem Pensionsalter noch nicht nahe. Die Gutachter erwähnen den
geschützten Arbeitsmarkt wohl mit Blick auf den tatsächlichen - und nicht auf den
invalidenversicherungsrelevanten ausgeglichenen - Arbeitsmarkt, was sich auch daran
zeigt, dass der Beschwerdeführer gemäss Gutachten "gegebenenfalls" auch in der
freien Wirtschaft einfachen seriellen Arbeiten nachgehen könnte (vgl. IV-act. 145-84)
und dass in der abschliessenden Einschätzung eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit ohne
weitere Spezifizierungen attestiert wird (IV-act. 145-86).
5.
5.1 Der Beschwerdeführer meldete sich im April 2008 zum Leistungsbezug an. Ein
allfälliger Rentenanspruch konnte somit frühestens per 1. Oktober 2008 entstehen (Art.
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29 Abs. 1 und Abs. 3 IVG). Gemäss RAD (IV-act. 148) ist für den Beginn der
Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit auf das Gutachten von Dr. C._ vom 27.
Dezember 2007 abzustellen, wonach die Arbeitsunfähigkeit seit 16. Juli 2007 besteht
(Fremdakten, Gutachten Dr. C._ vom 27. Dezember 2007, S. 4). Das Wartejahr
gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG war somit am 15. Juli 2008 abgelaufen, weshalb ein
allfälliger Rentenanspruch ab 1. Oktober 2008 besteht. Für diesen Zeitpunkt ist der
Einkommensvergleich vorzunehmen (BGE 129 V 222).
5.2 Gemäss Angaben des Arbeitgebers hätte der Beschwerdeführer ohne
Gesundheitsschaden im Jahr 2008 einen Lohn von Fr. 68‘600.-- (IV-act. 41-3) bzw. von
Fr. 4‘907.-- x 13 zuzüglich Schichtzulage (IV-act. 35-3) erzielt. Dieses
Valideneinkommen ist unter den Parteien unbestritten.
5.3
5.3.1 Grundlage des Invalideneinkommens bildet der Durchschnittsjahreslohn gemäss
LSE 2008 des Bundesamtes für Statistik (BfS), Anforderungsniveau 4 Männer, von Fr.
59‘979.-- (Informationsstelle AHV/IV, Invalidenversicherung (IV), Ausgabe 2015).
Entsprechend der Arbeitsfähigkeit von 50 % beträgt der Jahreslohn Fr. 29‘990.--.
5.3.2 Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen
Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn)
allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass
persönliche und berufliche Merkmale wie Art und Ausmass der Behinderung,
Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und
Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E.
3b/aa S. 323). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene
Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit
unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/aa in fine
S. 80). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der
Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und
darf 25 % nicht übersteigen (BGE 126 V 75 E. 5b/bb-cc S. 80; 134 V 322 E. 5.2 S. 327
f.; Urteil 9C_368/2009 vom 17. Juli 2009 E. 2.1). Die Rechtsprechung gewährt
insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte
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Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer
Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/bb S. 78). Zu beachten ist
jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit
enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des
leidensbedingten Abzuges einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung
desselben Gesichtspunktes führen dürfen (Urteile 8C_303/2012 vom 6. Dezember 2012
E. 6.2; 8C_586/2008 vom 15. Januar 2009 E. 4.3).
5.3.3 Der Beschwerdeführer macht einen Tabellenlohnabzug von 20 % geltend, den er
mit massiven Einschränkungen gegenüber gesunden Arbeitnehmern begründet (act. G
1, S. 10). Der aufgrund der Depression reduzierten Leistungsfähigkeit wird
grundsätzlich in der attestierten Arbeitsunfähigkeit von 50 % Rechnung getragen. Nicht
berücksichtigt ist hingegen, dass die Gutachter einen Einsatz von zweimal zwei
Stunden täglich für zumutbar erachten. Im Gegensatz zu einem in
zusammenhängenden Halbtagen geleisteten 50 %-Pensum kann der Arbeitsplatz des
Beschwerdeführers nicht unter zwei Mitarbeitenden aufgeteilt werden. Zudem ist bei
Männern rechtsprechungsgemäss ein Teilzeitabzug anerkannt (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 29. Februar 2016, 9C_808 /2015, E. 3.3.2). Dies rechtfertigt einen
Tabellenlohnabzug von 10 %. Das Invalideneinkommen beträgt daher Fr. 26‘991.--.
5.4 Aus dem Valideneinkommen von Fr. 68'600.-- und dem Invalideneinkommen von
Fr. 26‘991.-- resultiert ein Invaliditätsgrad von 61 %. Der Beschwerdeführer hat daher
ab 1. Oktober 2008 (E. 5.1) Anspruch auf eine Dreiviertelsrente.
6.
6.1 In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die Verfügung vom 21. Januar 2014
aufzuheben und dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. Oktober 2008 eine
Dreiviertelsrente zuzusprechen. Zur Festsetzung und Ausrichtung der Rentenleistung
ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
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in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Die
Beschwerdegegnerin hat ausgangsgemäss die gesamten Gerichtskosten von Fr. 600.--
zu bezahlen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 25. Januar 2008, 9C_466/2007, E. 5
mit Hinweisen).
6.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art.
22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat keine Kostennote eingereicht. Aufgrund
der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand ist dem Beschwerdeführer eine
Parteientschädigung von praxisgemäss Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer) zuzusprechen. Bei diesem Ergebnis erübrigt sich die Festsetzung
einer Entschädigung aus der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung.