Decision ID: 318942a7-9db4-4ece-ad61-f0b95217ae35
Year: 2015
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 14.10.2015 Art. 56 ff. ATSG: Verneinung einer Verletzung des Devolutiveffekts.Art. 6 UVG: Verneinung eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen einem traumatischen Ereignis und einer rund zwei Jahre später radiologisch erhobenen Meniskusläsion im Kniegelenk (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 14. Oktober 2015, UV 2014/35).Entscheid vom 14. Oktober 2015BesetzungVersicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichter Joachim Huber, Versicherungsrichterin Miriam Lendfers; Gerichtsschreiber Markus JakobGeschäftsnr.UV 2014/35ParteienA._,Beschwerdeführerin,vertreten durch Rechtsanwältin Karin Herzog, M.A. HSG in Law,schmuckipartner, Neugasse 26, Postfach, 9004 St. Gallen,gegenSchweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG, Bundesgasse 35, Postfach, 3001 Bern,Beschwerdegegnerin,GegenstandVersicherungsleistungenSachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherte) war im Teilzeitpensum (60 - 80 %) als
Modeberaterin bei der B._ AG tätig und dadurch bei der Schweizerischen Mobiliar
Versicherungsgesellschaft AG (nachfolgend: Mobiliar) gegen die Folgen von Unfällen
versichert. Am 25. November 2010 meldete die Arbeitgeberin der Mobiliar einen
Bagatellunfall. Die Versicherte sei am 17. November 2010 beim Joggen über eine
Wurzel gestolpert und habe sich dabei das Innenband des linken Knies überdehnt (act.
UM1-3). Am 23. November 2010 hatte die Versicherte Dr. med. C._, Innere Medizin
FMH, konsultiert, der eine Innenbandläsion des linken Knies diagnostiziert, eine
Verordnung für eine Kniebandage ausgestellt und der Versicherten zusätzlich
schmerzstillende und entzündungshemmende Tabletten bzw. einen Gel mit derselben
Wirkung verordnet hatte (act. R1, R2). Am 1. Dezember 2010 folgte eine weitere
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Konsultation bei Dr. C._, der dieses Mal die Diagnose Kniedistorsion links bei
Verdacht auf Innenbandläsion und die Differentialdiagnose Meniskusläsion erhob. Dr.
C._ stellte der Versicherten eine Verordnung zur Physiotherapie aus, worauf vom
8. Dezember 2010 bis 22. Februar 2011 acht Physiotherapiebehandlungen stattfanden
(act. R3, R4). Die Mobiliar erbrachte für das Ereignis vom 17. November 2010 die
gesetzlichen Leistungen (Heilkosten; Korrespondenz/Aktennotizen act. 3).
A.b Am 16. November 2012 teilte die Arbeitgeberin der Mobiliar mit, dass die
Versicherte erneut Probleme mit dem Knie habe, die auf das Ereignis vom
17. November 2010 zurückzuführen seien (act. K1). Am 19. November 2012 begab sich
die Versicherte bei Dr. med. D._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, Orthopädie E._, in die Sprechstunde
(act. M1/2). Dieser stellte die Diagnose persistierende Knieschmerzen nach
Kniedistorsion ca. 2010. Auf Zuweisung von Dr. D._ erfolgte am 26. November 2012
eine MRI-Untersuchung des linken Knies durch Dr. med. F._, Facharzt medizinische
Radiologie FMH, (act. M1/3). Gestützt auf das Ergebnis der radiologischen
Untersuchung stellte Dr. D._ die Diagnose einer traumatischen medialen
Meniskusverletzung des linken Knies (act. M1/2, M1/4).
A.c Die Mobiliar unterbreitete den Schadenfall hierauf ihrem beratenden Arzt Dr. med.
G._, Facharzt für Allgemeinchirurgie und Traumatologie FMH. Dieser verneinte am
17. Februar 2013, dass die ab November 2012 geltend gemachte
Gesundheitsschädigung der medialen Meniskusverletzung links mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit zumindest teilweise Folge des Unfalls vom 17. November 2010 sei
(act. M2).
A.d Mit E-Mail vom 19. Februar 2013 teilte die Arbeitgeberin der Mobiliar mit, dass die
Versicherte am 18. Februar 2013 beim Joggen ausgerutscht sei und es ihr einen Zwick
in das linke Knie gegeben habe. Danach seien starke Schmerzen aufgetreten
(Korrespondenz/Aktennotizen act. 6). Mit Verdacht auf eine Meniskus- oder
Innenbandverletzung wurde die Versicherte von Dr. D._ einer weiteren MRI-
Untersuchung zugewiesen. Diese wurde am 23. Februar 2013 wiederum durch
Dr. F._ durchgeführt (act. M3).
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A.e Bei erneuter Vorlage des Schadenfalls hielt Dr. G._ am 25. April 2013 an seiner
Beurteilung vom 17. Februar 2013 fest. Bei den radiologisch erhobenen Befunden
handle es sich ausschliesslich um degenerative Veränderungen (act. M4).
A.f Mit Schreiben vom 3. Mai 2013 teilte die Mobiliar der Versicherten mit, dass
aufgrund ihrer Abklärungen nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sei, dass Unfallfolgen oder eine unfallähnliche
Körperschädigung vorliegen würden, weshalb sie für das neu gemeldete Ereignis vom
18. Februar 2013 keine Versicherungsleistungen erbringen könne (Korrespondenz/
Aktennotizen act. 10).
A.g Nachdem die Versicherte am 15. Mai 2013 zum Schreiben der Mobiliar vom 3. Mai
2013 Stellung genommen hatte (Korrespondenz/Aktennotizen act. 14 f.), eröffnete ihr
die Mobiliar mit Verfügung vom 29. Mai 2013, dass aufgrund ihrer Abklärungen nicht
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sei, dass
Unfallfolgen oder eine unfallähnliche Körperschädigung vorliegen würden. Aus diesem
Grund könnten für die geltend gemachte Gesundheitsschädigung keine
Versicherungsleistungen mehr erbracht werden. Man sei indessen bereit, die Kosten für
die MRI-Untersuchung vom 22. (richtig: 23.) Februar 2013 im Sinne von
Abklärungskosten zu vergüten (Korrespondenz/Aktennotizen act. 16 f.).
B.
Die gegen diese Verfügung von Rechtsanwalt lic. iur. R. Hochreutener, St. Gallen, für
die Versicherte am 7. Juni 2013 erhobene (Korrespondenz/Aktennotizen act. 20) und
unter Beilage einer Stellungnahme von Dr. D._ vom 18. Juli 2013 (Korrespondenz/
Aktennotizen act. 35 f.) am 13. August 2013 begründete Einsprache (Korrespondenz/
Aktennotizen act. 28 ff.) wies die Mobiliar mit Einspracheentscheid vom 2. April 2014
ab (Korrespondenz/Aktennotizen act. 41 ff.).
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid liess die Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführerin) durch Rechtsanwältin M.A. in Law K. Herzog, St. Gallen, mit
Eingabe vom 16. Mai 2014 Beschwerde erheben. Darin wird beantragt, der
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Einspracheentscheid vom 2. April 2014 und die Verfügung vom 29. Mai 2013 seien
aufzuheben und die Mobiliar (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) sei zu verpflichten,
der Beschwerdeführerin die gesetzlichen Leistungen auszurichten, insbesondere
Heilbehandlung und Taggelder, unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 2. Juli 2014 beantragte die Beschwerdegegnerin
Abweisung der Beschwerde (act. G 5). Sie stützte sich dabei insbesondere auf eine von
Dr. G._ am 20. Juni 2014 erstellte Beurteilung (act. G 5.1).
C.c In der Replik vom 3. September 2014 hielt die Rechtsvertreterin der
Beschwerdeführerin an ihren Anträgen unverändert fest (act. G 8). Zusammen mit der
Replik legte sie unter anderem ein ärztliches Zeugnis von Dr. C._ vom 27. August
2014 ins Recht (act. G 8.4).
C.d Mit Duplik vom 6. Oktober 2014 hielt die Beschwerdegegnerin ihrerseits an ihrem
Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest (act. G 10).
C.e Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die Ausführungen in
den medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden

Erwägungen eingegangen.
Erwägungen
1.
1.1 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR
832.20) werden Versicherungsleistungen, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt,
bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt.
1.2 Gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) gilt als Unfall die plötzliche, nicht
beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den
menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen
Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Art. 9 Abs. 2 der Verordnung über die
Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) enthält eine abschliessende Aufzählung von
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Körperschädigungen, welche auch ohne ungewöhnliche äussere Einwirkungen den
Unfällen im Sinne von Art. 4 ATSG gleichgestellt sind, sofern sie nicht eindeutig auf
eine Erkrankung oder eine Degeneration zurückzuführen sind. Dazu zählen unter
anderem Meniskusrisse (lit. c) sowie Bandläsionen (lit. g). Hingegen ist zusätzlich zum
Vorliegen einer der in Art. 9 Abs. 2 UVV abschliessend (vgl. BGE 116 V 140 E. 4a, 116 V
147 E. 2b, je mit Hinweisen; Alfred Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht,
2. Aufl. Bern 1989, S. 202) aufgezählten Körperschädigungen ein äusserer Faktor bzw.
ein unfallähnliches Ereignis erforderlich (BGE 129 V 466; Urteile des Bundesgerichts
vom 3. Juli 2009, 8C_346/2009, E. 3, und vom 9. Juni 2008, 8C_532/2007, E. 5.1;
Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/
Basel/Genf 2012, S. 80 f.).
1.3 Gestützt auf Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer bei Vorliegen eines
Unfalls für einen Gesundheitsschaden nur insoweit Leistungen zu erbringen, als dieser
in einem natürlichen sowie adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten Ereignis
steht (BGE 129 V 181 E. 3.1 ff. mit Hinweisen). Bei physischen Unfallfolgen hat
allerdings die Adäquanz gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch
keine selbständige Bedeutung (BGE 118 V 291 f. E. 3a).
1.4 Gemäss Art. 11 UVV werden Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und
Spätfolgen gewährt, wobei Rückfälle und Spätfolgen besondere revisionsrechtliche
Tatbestände im Sinn von Art. 22 UVG darstellen (vgl. BGE 118 V 293; RKUV 1994 Nr. U
206 S. 326). Praxisgemäss liegt ein Rückfall vor, wenn ein vermeintlich geheiltes Leiden
wieder aufflackert, so dass es erneut zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise zu einer
Arbeitsunfähigkeit kommt. Dagegen spricht man von Spätfolgen, wenn ein scheinbar
geheiltes Leiden im Verlauf längerer Zeit organische oder auch psychische
Veränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krankheitsbild führen können.
Rückfälle und Spätfolgen schliessen somit begrifflich an ein bestehendes Unfallereignis
an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht des (damaligen) Unfallversicherers
nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der
seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung wiederum ein
natürlicher Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 296 f. E. 2c mit Hinweis; RKUV
1994 Nr. U 206 S. 327 f. E. 2).
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1.5 Der Nachweis des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen Unfall und dem
Gesundheitsschaden ist grundsätzlich Aufgabe des Arztes oder der Ärztin (BGE 123 III
110 und BGE 122 V 415 E. 2c). Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis
der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen des Experten oder der Expertin begründet sind.
Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich
weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder
in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a
mit Hinweis). Insofern sind auch Berichte und Gutachten, welche die Versicherungen
während des Administrativverfahrens von ihren eigenen bzw. beratenden Ärzten
einholen, beweistauglich, solange ihre Richtigkeit nicht durch konkrete Indizien
erschüttert wird (BGE 125 V 352 E. 3).
1.6 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach hat die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für
die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen.
Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den
Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a mit Hinweisen,
vgl. BGE 130 I 183 E. 3.2). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im
Sinn der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess
tragen mithin die Parteien die Beweislast nur insofern, als im Fall der Beweislosigkeit
der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen
Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Bei der hinsichtlich Rückfällen und Spätfolgen zu
erfüllenden Anspruchsvoraussetzung eines erneuten natürlichen
Kausalzusammenhangs handelt es sich um eine anspruchsbegründende Tatsache. Die
diesbezügliche Beweislast liegt hier - anders als bei der Frage, ob bei einer durch den
Unfallversicherer ursprünglich anerkannten Leistungspflicht das Dahinfallen jeder
kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens
nachgewiesen ist - nicht beim Unfallversicherer, sondern bei der versicherten Person
(vgl. dazu Rumo-Jungo/ Holzer, a.a.O., S. 4, 79; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b).
Die Verwaltung als verfügende Instanz und - im Beschwerdefall - das Gericht dürfen
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eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen
überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern
das Gesetz nichts Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für
die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1, 119 V 337 E. 1,
118 V 289 E. 1b, 117 V 360 E. 4a mit Hinweisen).
2.
Die Beschwerdegegnerin hat im Rahmen des Grundfalls die Leistungspflicht für das
Ereignis vom 17. November 2010 anerkannt und ist für die Heilbehandlungen durch Dr.
C._ vom 23. November und 1. Dezember 2010 und für die von ihm verordnete
Kniebandage sowie physiotherapeutische Behandlung vom 8. Dezember 2010 bis
22. Februar 2011 aufgekommen (act. R1, R2, R3, Korrespondenz/Aktennotiz act. 3).
Offensichtlich infolge Behandlungsabschluss wurden die Versicherungsleistungen
eingestellt bzw. der Schadenfall Anfang Sommer 2011 abgeschlossen (vgl.
Korrespondenz/Aktennotizen act. 3). Nach Lage der Akten erging jedoch keine
schriftliche Mitteilung im Sinn von Art. 51 Abs. 2 ATSG oder eine schriftliche Verfügung
(Art. 49 Abs. 1 ATSG). Grundsätzlich wurde damit kein rechtskonformer Abschluss des
Grundfalls vorgenommen (vgl. BGE 132 V 412 und 134 V 145). Die dargelegte Sachlage
spricht für einen fortdauernden Grundfall. Demgegenüber vergingen nach den beiden
einzigen, echtzeitlich in den Akten bzw. in einer Rechnung dokumentierten
Behandlungen durch Dr. C._ vom 23. November und 1. Dezember 2010 sowie nach
der mit ärztlicher Verordnung und Rechnung dokumentierten
Physiotherapiebehandlung mit letzter Sitzung am 22. Februar 2011 (vgl. act. R2, R3,
R4) bis zur Meldung der Arbeitgeberin vom 16. November 2012, die
Beschwerdeführerin habe wieder Probleme mit dem linken Knie (Korrespondenz/
Aktennotizen act. 1), und bis zur nächsten ärztlichen Behandlung bei Dr. D._ am
19. November 2012 (act. M1) beinahe zwei Jahre. Dieser zeitliche Ablauf liesse es
wiederum als gerechtfertigt erscheinen, von einem Rückfall auszugehen (vgl. dazu
Franz Schlauri, Verfahrensfragen in der Sozialversicherung, in: René Schaffhauser/
Franz Schlauri [Hrsg.], Veröffentlichungen des Schweizerischen Instituts für
Verwaltungskurse, Band 40, S. 57; siehe auch Lukas Oetiker, Rückfälle in der
Unfallversicherung, JaSo 2014, insbes. S. 219 f.). Während die Beschwerdegegnerin
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nach ihrem Verfügungswortlaut vom 29. Mai 2013 (Korrespondenz/Aktennotizen
act. 21 f.) von einem Rückfall ausgeht und sich in der Beschwerdeantwort vom 2. Juli
2014 (act. G 5, Ziff. 15) auf den Standpunkt stellt, die Beschwerdeführerin habe zu
beweisen, dass die am 16. November 2012 gemeldeten und ab 19. November 2012 bei
Dr. D._ behandelten Kniebeschwerden im Sinn eines Rückfalls mit dem Ereignis vom
17. November 2010 in einem natürlichen Kausalzusammenhang stünden, geht die
Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin von einem Fortdauern des Grundfalls aus,
womit die Beschwerdegegnerin den Wegfall der Kausalität beweisen müsste (act. G 1,
Ziff. 28). Der von der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin in der Beschwerde vom
16. Mai 2014 (act. G 1, Ziff. 34) angeführte Umstand, dass die Beschwerdegegnerin die
Kausalität ursprünglich bejaht und entsprechende Leistungen erbracht habe, ist
sodann für die Frage der Beweislastverteilung nicht grundsätzlich massgebend.
Sowohl im Rahmen eines fortdauernden Grundfalls als auch bei einem Rückfall muss
die Unfallkausalität geltend gemachter gesundheitlicher Schäden beurteilt werden;
beim Grundfall im Sinne des Erreichens des Status quo sine/ante (vgl. dazu Rumo-
Jungo/ Holzer, a.a.O., S. 53 f.), beim Rückfall im Sinne einer erneuten Kausalität. In die
jeweilige Kausalitätsbeurteilung ist der an die ursprüngliche Leistungsanerkennung
anschliessende, insbesondere medizinische Sachverhalt miteinzubeziehen. Wie es sich
letztlich mit der Beweislastverteilung bzw. der Frage, ob im vorliegenden Fall von einem
Rückfall oder einem fortdauernden Grundfall auszugehen ist, verhält, kann jedoch im
Hinblick auf die nachfolgenden Erwägungen offen bleiben. Denn die Frage, wer die
Folgen einer allfälligen Beweislosigkeit zu tragen hat, stellt sich erst, wenn es sich als
tatsächlich unmöglich erweist, in Ausübung des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund
einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die
Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (Rumo-Jungo/Holzer,
a.a.O., S. 4), was vorliegend - wie nachfolgend zu zeigen ist - nicht zutrifft. Im Übrigen
hat im konkreten Fall als unbestritten zu gelten, dass die Beschwerdeführerin
Versicherungsleistungen erst (wieder) ab Beginn der Behandlung bei Dr. D._ am
19. November 2012 (act. M1/2) geltend macht.
3.
3.1 Vorliegend liess die Beschwerdegegnerin den medizinischen Sachverhalt zweimal,
d.h. am 17. Februar und am 25. April 2013, durch ihren beratenden Arzt Dr. G._
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prüfen (act. M2, M4), bevor sie ihre Leistungspflicht mit Verfügung vom 29. Mai 2013
(Korrespondenz/Aktennotizen act. 21 f.) bzw. angefochtenem Einspracheentscheid
vom 2. April 2014 (Korrespondenz/Aktennotizen act. 41 ff.) gestützt auf dessen
Beurteilungen verneinte. Nach Beschwerdeerhebung, d.h. zusammen mit der
Beschwerdeantwort vom 2. Juli 2014 (act. G 5), reichte sie eine dritte Stellungnahme
von Dr. G._ vom 20. Juni 2014 (act. G 5.1) ein. Vorab ist mithin formell zu prüfen, ob
die Beschwerdegegnerin den Grundsatz des Devolutiveffekts verletzt hat, als sie die
Beurteilung von Dr. G._ vom 20. Juni 2014 einholte.
3.2 Als ordentlichem Rechtsmittel kommt der Beschwerde nach Art. 56 ATSG
Devolutiveffekt zu. Eingeschränkt wird der Devolutiveffekt indessen durch Art. 53
Abs. 3 ATSG, welcher bestimmt, der Versicherungsträger könne eine Verfügung oder
einen Einspracheentscheid, gegen den Beschwerde erhoben wurde, so lange
wiedererwägen, bis er gegenüber der Beschwerdebehörde Stellung nimmt. Die
formgültige Beschwerdeerhebung begründet, (zusammen mit der Beschwerdeantwort
des Versicherungsträgers) demnach grundsätzlich die alleinige Zuständigkeit des
kantonalen Versicherungsgerichts, über das in der angefochtenen Verfügung bzw. im
angefochtenen Entscheid geregelte Rechtsverhältnis zu entscheiden. Somit verliert die
Verwaltung die Herrschaft über den Streitgegenstand und zwar insbesondere auch in
Bezug auf die tatsächlichen Verfügungs- und Entscheidungsgrundlagen. Die
Beschwerdeinstanz hat den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen zu
ermitteln und ist nicht an die Begehren der Parteien gebunden (Art. 61 lit. c und d
ATSG). Folgerichtig ist es der Verwaltung grundsätzlich verwehrt, nach Einreichung des
Rechtsmittels weitere oder zusätzliche Abklärungen vorzunehmen, soweit sie den
Streitgegenstand betreffen und auf eine allfällige Änderung der angefochtenen
Verfügung durch Erlass einer neuen abzielen. Die gegenteilige Auffassung hat eine
Vermengung von Verwaltungs- und erstinstanzlichem Beschwerdeverfahren zur Folge.
Es bliebe diesfalls unklar, welchen beweisrechtlichen Regeln die pendente lite durch
die Verwaltung angeordneten Abklärungsmassnahmen unterworfen sind und
überhaupt, wie sich die Rechtsstellung der versicherten Person im Verfahren bestimmt.
Eine solche Prozessgestaltung weckt auch deswegen Bedenken, weil damit allfällige
Versäumnisse der Verwaltung bezüglich ihres gesetzlichen Abklärungsauftrags
korrigiert würden und dem Rechtsmittelverfahren im Ergebnis eine Ersatzfunktion für
die administrative Untersuchungspflicht überbunden würde (vgl. Urteil des
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Bundesgerichts vom 16. Dezember 2014, 8C_284/2014, E. 5.2.2; BGE 136 V 5 E. 2.5,
127 V 231 f. E. 2b/aa mit Hinweisen).
3.3 Das Verfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht muss schliesslich
gemäss Art. 61 lit. a ATSG einfach und rasch sein. Die anzustrebende Raschheit des
Verfahrens schliesst es aus, dass die Verwaltung während des kantonalen Verfahrens
umfangreiche und zeitraubende Zusatzabklärungen tätigt. Aufgrund der gebotenen
Einfachheit des Prozesses kann der Versicherungsträger im Weiteren
rechtsprechungsgemäss keine Abklärungsmassnahmen treffen, welche der Mitwirkung
der versicherten Person bedürften. Erlaubt sind der Verwaltung demgegenüber in aller
Regel punktuelle Abklärungen (wie das Einholen von Bestätigungen, Bescheinigungen
oder auch Rückfragen bei medizinischen Fachpersonen oder anderen
Auskunftspersonen). Wegleitende Gesichtspunkte für die Beantwortung der Frage, was
im kantonalen Verfahren noch zulässiges Verwaltungshandeln darstellt, bilden die
inhaltliche Bedeutung der Sachverhaltsvervollständigung und die zeitliche Intensität
allfälliger weiterer Abklärungsmassnahmen (BGE 136 V 6 E. 2.7 mit Hinweisen auf BGE
127 V 231 ff. E. 2b/aa und bb).
3.4 Bei der Beurteilung von Dr. G._ vom 20. Juni 2014 handelt es sich um eine
mehrseitige, ausführliche Beurteilung, während seine vor Erlass der Verfügung vom
29. Mai 2013 bzw. des angefochtenen Einspracheentscheids vom 2. April 2014
abgefassten Stellungnahmen vom 17. Februar und 25. April 2013 zweifelsohne als
blosse Kurzbeurteilungen bezeichnet werden müssen. Diese beschränken sich im
Wesentlichen auf die blosse Bejahung oder Verneinung einer konkreten Frage,
beinhalten "unbestimmte" Antworten und weisen auf das ausschliessliche Vorliegen
degenerativer und nicht traumatischer Gesundheitsschädigungen hin, ohne diese
Feststellung genauer zu begründen. Andererseits ist zu sagen, dass die Dr. G._ von
der Beschwerdegegnerin gestellten Fragen grundsätzlich die vorliegend zu prüfenden
Rechtsfragen und seine Antworten eigentlich den massgeblichen medizinischen
Sachverhalt betrafen. Damit kann nicht uneingeschränkt gesagt werden, die
Beschwerdegegnerin habe die notwendigen Abklärungsmassnahmen in ein späteres
Verfahren verschoben. Die fragliche Aktenbeurteilung durch Dr. G._ vom 20. Juni
2014 wurde sodann ohne Mitwirkung der Beschwerdeführerin erstellt und hat keine
namhafte zeitliche Verzögerung des Beschwerdeverfahrens verursacht. Dennoch ist
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nicht begreiflich, weshalb die Beschwerdegegnerin die Stellungnahme von Dr. D._
vom 18. Juli 2013 (Korrespondenz/Aktennotizen act. 36) nicht bereits vor Erlass des
angefochtenen Einspracheentscheids ihrem beratenden Arzt vorlegte. Immerhin kann
jedoch grundsätzlich gesagt werden, dass eine Unterbreitung der vollständigen Akten
zur Beurteilung der Kausalität oder allenfalls einer Wiedererwägung als angemessen zu
bezeichnen ist. Die fragliche Aktenbeurteilung von Dr. G._ wurde der
Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin sodann zusammen mit der
Beschwerdeantwort der Beschwerdegegnerin zugestellt. Insofern kann auch nicht von
einer Verletzung des rechtlichen Gehörs ausgegangen werden. Letztlich kann jedoch
die Frage, ob die Beschwerdegegnerin den Devolutiveffekt verletzt hat oder nicht, offen
gelassen werden. Nachdem die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin im
Beschwerdeverfahren in keiner Weise zum Ausdruck gebracht hat, dass sie die
Beurteilung von Dr. G._ vom 20. Juni 2014 aus dem Recht gewiesen haben möchte
bzw. dass sie einer Aufhebung des Einspracheentscheids und der Rückweisung zur
Durchführung eines korrekten Verfahrens gegenüber einem materiellen Entscheiden
den Vorzug geben würde, rechtfertigt es sich, diese aus verfahrensökonomischen
Gründen in den materiellen Entscheid einzubeziehen.
4.
Streitig und zu prüfen ist zunächst, ob zwischen den von der Beschwerdeführerin ab
16. November 2012 geklagten und ab 19. November 2012 ärztlich behandelten
Beschwerden im linken Knie und dem Ereignis vom 17. November 2010 ein natürlicher
Kausalzusammenhang besteht. Die Beschwerdegegnerin hat bis im
Einspracheverfahren offensichtlich immer anerkannt, dass es sich bei dem in der
Bagatellunfallmeldung vom 25. November 2010 beschriebenen Ereignis vom
17. November 2010 - beim Joggen ist die Beschwerdeführerin über eine Wurzel
gestolpert und hat sich dabei das innere Band verletzt - wenn auch nicht um einen
Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG, so doch um ein unfallähnliches Ereignis (vgl.
Erwägung 1.2) gehandelt hat (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts vom 3. März 2011,
8C_978/2010, E. 4.2). Zur Diskussion steht grundsätzlich eine unfallähnliche
Körperschädigung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVV, nämlich eine Meniskusläsion (lit. c;
vgl. nachfolgende Erwägung 5). Erstmals in diesem Verfahren (vgl. act. G 10, Ziff. 17)
stellt die Beschwerdegegnerin das Vorliegen eines unfallähnlichen Ereignisses -
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konkret die klare Zuordnung zu einem einmaligen, plötzlichen Ereignis - in Frage. Der
Auslegung der Befundaufnahme der Physiotherapeutin vom 8. Dezember 2010 - "vor
drei Wochen nach Springen nicht mehr möglich zu biegen" und "Stolperte über
Wurzel" (act. G 8.3) - durch die Beschwerdegegnerin kann jedoch nicht ohne Weiteres
gefolgt werden. Aufgrund der Befundaufnahme kann nämlich ohne Weiteres ein
unmittelbar zeitlicher Zusammenhang zwischen dem „Springen“ drei Wochen zuvor,
dem damaligen Stolpern über die Wurzel und dem nicht mehr Biegen können oder
zumindest der Diagnose "Kniedistorsion" mit Verdacht auf eine Innenbandläsion,
Differentialdiagnose: Meniskusläsion, hergestellt werden. Die Frage, ob die
Beschwerdeführerin am 17. November 2010 einen Unfall oder eine unfallähnliche
Körperschädigung bzw. ein unfallähnliches Ereignis erlitten hat, kann indes ohnehin
offen gelassen werden, weil letztlich die natürliche Kausalität zwischen dem
schädigenden Ereignis im Jahr 2010 und den ab 19. November 2012 behandelten und
am 19. Januar 2013 gemeldeten Kniebeschwerden links verneint werden muss (vgl.
nachfolgend Erwägung 5) und die Beschwerdegegnerin keine
Rückforderungsansprüche geltend macht.
4.1 Im Weiteren wird zu prüfen sein, ob die Beschwerdegegnerin für das Ereignis vom
18. Februar 2013 - die Beschwerdeführerin rutschte beim Joggen aus und es gab ihr
einen Zwick in das linke Knie, worauf starke Schmerzen auftraten - leistungspflichtig ist
bzw. die Beschwerdeführerin dabei eine Knieverletzung erlitten hat.
5.
5.1 Für die Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen wird im Regelfall eine
strukturelle Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als objektivierbares
Korrelat verlangt. Als objektiviert gilt eine solche Läsion, wenn sie durch einen
entsprechenden radiologischen Untersuchungsbefund (Röntgen,
Computertomogramm, Arthroskopie) erhoben wird. Im Rahmen der von Dr. F._ am
26. November 2012 durchgeführten MRI-Untersuchung des linken Knies wurden eine
"Degeneration und Ruptur" des medialen Meniskus im Mitteldrittel und Hinterhorn, eine
leichtgradige Begleitdystrophie des medialen Seitenbandes, eine Chondropathie im
medialen Kompartiment Grad II sowie ein etwas voluminöser Hoffa-Fettkörper und eine
kleine mediopatelläre synoviale Plica, beide ohne Ödem oder Entzündungsreaktion und
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eher ohne Krankheitswert, erhoben. Ansonsten zeigte sich das Kernspintomogramm
des linken Kniegelenks normal (act. M1). Auch im Bericht vom 25. Februar 2013 über
die MRI-Untersuchung vom 23. Februar 2013 hielt Dr. F._ den Meniskusbefund fest.
Konkret vermerkte er eine "mässiggradige Degeneration und feine Rupturen" des
medialen Meniskus im Hinterhorn und Mitteldrittel. Hinsichtlich des medialen
Seitenbandes notierte er eine Auffaserung. Den Grad der Chondropathie im medialen
Kompartiment stufte er auf I bis II ein und äusserte zusätzlich den Verdacht auf eine
diskrete Chondrokalzinose (act. M3).
5.2 Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin sieht in der Ruptur des medialen
Meniskus eine strukturelle Gesundheitsschädigung, welche auf das Ereignis vom
17. November 2010 zurückzuführen sei. Meniskusläsionen können als Folge eines
Traumas auftreten, indem die Menisken bei akuten schweren Knieverletzungen ein-
oder abreissen. Hinsichtlich Meniskusläsionen gilt es aber auch zu beachten, dass die
Kniegelenksmenisken zur Degeneration neigen. Zudem sind sie starker mechanischer
Beanspruchung ausgesetzt (vgl. Alfred M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische
Chirurgie, 4. Aufl. Berlin 2002, S. 1056 f.). In Übereinstimmung mit der
Beschwerdegegnerin ist aufgrund der vorliegenden Akten nicht mit dem Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachweisbar, dass die in den MRI-
Untersuchungen vom 26. November 2012 und 23. Februar 2013 sichtbare Ruptur des
medialen Meniskus im Mitteldrittel und Hinterhorn durch das Ereignis vom
17. November 2010 verursacht wurde.
5.3
5.3.1 Die Beschwerdegegnerin stützt sich insbesondere auf die ärztliche
Beurteilung ihres beratenden Arztes Dr. G._ vom 20. Juni 2014 (act. G 5.1). Dieser
äussert sich zunächst zu den unmittelbar nach dem Ereignis vom 17. November 2010
gestellten Diagnosen und erhobenen Befunden, welche nachvollziehbarerweise
wichtige Ausgangspunkte für die Bestimmung der Ursächlichkeit einer Meniskusläsion
bilden. Die Beschwerdeführerin habe sich am 17. November 2010 eine Zerrung des
medialen Seitenbandes am linken Knie zugezogen. Diese Diagnose sei von Dr. C._
anlässlich der Erstbehandlung vom 23. November 2010 gestellt worden (act. R1). Auch
in der bei der Nachfolgeuntersuchung vom 1. Dezember 2010 ausgestellten
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Physiotherapie-Verordnung führte Dr. C._ die Diagnose einer Kniedistorsion links bei
Verdacht auf Innenbandläsionen an, wobei er allerdings die Differentialdiagnose
"Meniskusläsion" anfügte (act. R4). Dr. G._ räumt ein, dass bei einer Zerrung des
medialen Seitenbandes eine Meniskusläsion nie sicher ausgeschlossen werden könne.
Der Schmerzcharakter dieser beiden Verletzungen sei ähnlich und im akuten Stadium
der Zerrung des Innenbandes sei eine Meniskusprüfung schwierig, weil sie
ausserordentlich schmerzhaft sei. Allein aufgrund dieser Argumentation von Dr. G._
liesse sich das damalige Geschehen einer traumatischen Meniskusläsion nicht
ausschliessen. Seinen weiteren Feststellungen - offensichtlich habe Dr. C._ keine
Anhaltspunkte für einen Meniskusschaden gefunden, andernfalls er sicher eine MRI-
Untersuchung veranlasst hätte; somit habe er den Verlauf abgewartet - hält Dr. C._
ausserdem in seinem ärztlichen Zeugnis vom 27. August 2014 nachvollziehbar
entgegen, dass man als Praktiker nicht gerade zum Mittel des MRI greife. Sie seien
kostenbewusst und würden auch entsprechend kontrolliert. Dennoch ist gesamthaft
betrachtet eine traumatische Entstehung der Meniskusläsion am 17. November 2010
gegenüber einer späteren, degenerativen Entstehung nicht wahrscheinlicher und damit
nicht überwiegend wahrscheinlich.
5.3.2 Immerhin hat Dr. C._ das linke Knie der Beschwerdeführerin am
23. November 2010 einer röntgenologischen Untersuchung unterzogen (act. R2, act.
G 8.4). Laut medizinischer Literatur lässt sich eine Meniskusläsion mit dieser
apparativen Untersuchungsmethode grundsätzlich feststellen (vgl. Leitlinie der
Orthopädie, Hrsg. von der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische
Chirurgie und dem Berufsverband der Ärzte für Orthopädie, 2. erweiterte Aufl. Köln
2002, S. 143). Dr. C._ fand aber offenbar keinerlei Hinweise auf eine solche. Konkret
erhob er weder eine knöcherne Läsion noch Ergusszeichen - diese als Symptom einer
Meniskuserkrankung (vgl. Leitlinie der Orthopädie, a.a.O., S. 142; Debrunner, a.a.O.,
S. 1058; Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch 2013, 264. Aufl. Berlin 2012, S. 1317).
Nachdem die Beschwerdeführerin anlässlich der Konsultation von Dr. C._ am
1. Dezember 2010 immer noch unter Knieschmerzen litt, führte dieser, wie bereits
erwähnt, eine Meniskusläsion als Differentialdiagnose auf. Eine blosse
Differentialdiagnose reicht jedoch - wie auch eine Verdachtsdiagnose - für die
Anerkennung einer Kausalität nicht aus (vgl. dazu Urteile des Bundesgerichts vom
24. Februar 2014, 8C_468/2013, E. 6, und vom 24. September 2013, 8C_454/2013,
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E. 6.3). Konkrete Gründe, welche Dr. C._ dazu veranlasst hätten, nun begründet
(nicht nur im Rahmen einer Verdachts- oder Differentialdiagnose) von einer
Meniskusläsion auszugehen, können den Akten nicht entnommen werden. Vielmehr
wartete er mit einer MRI-Untersuchung weiterhin zu und verordnete der
Beschwerdeführerin eine Physiotherapie. Seine am 1. Dezember 2010 gestellte
Differentialdiagnose bezeichnet er im ärztlichen Zeugnis vom 27. August 2014 beim
Verdacht auf eine Innenbandläsion am Knie allgemein als "üblich". In Bezug auf den
konkreten Fall können demzufolge daraus keine überzeugenden Schlüsse gezogen
werden.
5.3.3 Hinsichtlich Befunderhebung hält Dr. G._ in Übereinstimmung mit der
medizinischen Literatur fest, dass nach einer typisch traumatischen Meniskusläsion
neben Schmerzen eine Bewegungseinschränkung respektive Blockierung und fast
immer ein Streckausfall nachgewiesen werden könnten. Dieser Streckausfall werde
durch das Einklemmen des abgerissenen Meniskusanteils verursacht (vgl. dazu Leitlinie
der Orthopädie, a.a.O., S. 142; Debrunner, a.a.O., S. 1057 f.; Roche Lexikon Medizin,
5. Aufl. München 2003, S. 1204; Pschyrembel, a.a.O., S. 1317). Laut Replik der
Rechtvertreterin der Beschwerdeführerin vom 3. September 2014 (act. G 8) litt die
Beschwerdeführerin nach dem Ereignis vom 17. November 2010 unter blockierenden
Beschwerden und konnte das Knie eine Woche lang nicht durchstrecken, weswegen
sie überhaupt Dr. C._ konsultiert habe. Laut Befundaufnahme der behandelnden
Physiotherapeutin vom 8. Dezember 2010 war es der Beschwerdeführerin nach dem
Laufen drei Wochen zuvor nicht mehr möglich, das linke Knie zu biegen (act. G 8.3). Mit
Dr. G._ ist jedoch zu konstatieren, dass in den medizinischen Akten keine
Blockierungen festgehalten sind und auch Dr. C._ in seinem ärztlichen Zeugnis vom
27. August 2014 keine solchen erwähnt. Am 1. Dezember 2010 habe er in seiner
Krankengeschichte anhaltende Knieschmerzen notiert. Solche, aber auch ein
Streckdefizit, bilden jedoch ebenso Symptome einer Bandläsion (vgl. dazu Debrunner,
a.a.O., S. 1091; Pschyrembel, a.a.O., S. 488 "Distorsion"). Im Übrigen räumt selbst die
Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin in der Replik ein, dass aus den Akten nicht
hervor gehe, welche Beschwerden die Beschwerdeführerin unmittelbar nach dem
Ereignis vom 17. November 2010 verspürt habe und wie stark diese gewesen seien
(act. G 8, Ziff. 17). Die nach dem fraglichen Ereignis vom 17. November 2010
aufgetretenen Beschwerden sind damit nicht hinreichend belegt. Zumindest können sie
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nicht überwiegend wahrscheinlich einer Meniskusläsion zugeordnet werden. Die
Aussage von Dr. G._, bei einem Verdacht auf eine traumatische Meniskusläsion
würden primär keine Kniebandage und Physiotherapie verordnet, lässt sich der
medizinischen Literatur nicht uneingeschränkt entnehmen (Führungsschiene typisch
bei medialen Seitenbandrissen (vgl. Debrunner, a.a.O., S. 1098; Physiotherapie jedoch
auch typisch bei Meniskusverletzungen, vgl. Leitlinie der Orthopädie, a.a.O., S. 144).
Doch ist mit Dr. G._ festzustellen, dass die Beschwerdeführerin die Physiotherapie
absolvieren konnte und sich dabei offensichtlich keine Probleme mit Hinweis auf eine
Meniskusläsion zeigten. Zumindest sind solche nicht aktenkundig. Vielmehr sind nach
der letzten Physiotherapiesitzung vom 22. Februar 2011, d.h. rund drei Monate nach
dem Ereignis vom 17. November 2010, während rund zwei Jahren keine
Heilbehandlungen mehr in Bezug auf das linke Knie erfolgt.
5.3.4 Die Annahme von Dr. G._, der Meniskusschaden hätte sich im Verlauf von
zwei Jahren mit überwiegender Wahrscheinlichkeit weiter verschlimmert, hätte sich die
Beschwerdeführerin im November 2010 tatsächlich einen solchen zugezogen, und es
wäre mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu Blockierungen und/oder Streckausfällen
gekommen, und die klinischen Meniskustests wären mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit positiv ausgefallen, überzeugt nur teilweise. So könnte diesen
Darlegungen entgegen gehalten werden, dass nun eben zwei Jahre später die von Dr.
G._ beschriebene Verschlimmerung der ursprünglich traumatischen Meniskusläsion
eingetreten sei. Weiter waren die Meniskustests bei der klinischen Untersuchung durch
Dr. D._ vom 19. November 2012 negativ (act. M1/2), obwohl am 26. November 2012
radiologisch eine Meniskusruptur erhoben werden konnte (act. M1/3). Negative
Meniskustests sind somit offensichtlich auch bei tatsächlichem Vorliegen einer
Meniskusruptur möglich. Die im MRI-Befund vom 23. Februar 2013 beschriebenen
feinen Rupturen des medialen Meniskus lassen jedoch kaum Raum für die Annahme
einer Verschlimmerung, welche nun gegenüber früher plötzlich mehr Beschwerden
machen soll. Wahrscheinlicher oder zumindest gleich wahrscheinlich ist angesichts
einer Zeitdauer von zwei Jahren ohne aktenmässig dokumentierte ärztliche
Konsultationen und Therapien, ohne Arbeitsunfähigkeiten und mit der Fähigkeit Sport
zu betreiben (Joggen; vgl. dazu Korrespondenz/Aktennotizen act. 6), dass zwischen
dem Ereignis vom 17. November 2010 und der erstmals am 26. November 2012
radiologisch erhobenen Meniskusruptur keine Kausalität besteht. Eine überwiegend
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wahrscheinliche traumatische Ursache ist damit nicht belegt. So entspricht auch der
Verlauf mit echtzeitlich rund zwei Monate andauernden Kniebeschwerden bzw.
entsprechender Heilbehandlung und anschliessendem Behandlungsabschluss der in
der medizinischen Literatur beschriebenen Erfahrungstatsache, dass einfache
Distorsionen ohne strukturelle Läsionen normalerweise innert kurzer Zeit - ca. sechs
Wochen - folgenlos abheilen (vgl. Debrunner, a.a.O., S. 635 ff.).
5.3.5 Die anschliessende Latenzzeit von zwei Jahren lässt Raum für die
Entwicklung bzw. das Auftreten anderer Ursachen, wie beispielsweise Degenerationen.
Bei der Beschwerdeführerin kann laut Berichten von Dr. F._ über die MRI-
Untersuchungen vom 26. November 2012 und vom 23. Februar 2013 (act. M1/3, M3)
von einem umfassenden degenerativen Bild ausgegangen werden, in welches sich eine
degenerativ bedingte Meniskusläsion ohne Weiteres einfügen lässt. So zeigten sich
neben der Ruptur des medialen Meniskus im Hinterhorn und Mitteldrittel insbesondere
beim medialen Meniskus eine (mässiggradige) Degeneration des medialen Meniskus im
Hinterhorn und Mitteldrittel sowie weitere krankheitsbedingte Leiden bzw. degenerative
Veränderungen (vgl. dazu Debrunner, a.a.O., S. 1047 ff.; Roche Lexikon Medizin,
a.a.O., S. 325 f.; Pschyrembel, a.a.O., S. 380 f.; vgl. Erwägung 5.1). Sinngleich weist Dr.
G._ in seiner Beurteilung darauf hin, dass ein Meniskusschaden im Hinterhornbereich
des Innenmeniskus typisch für einen degenerativen Prozess sei. Die überwiegende
Mehrheit der Meniskusschäden entstehe auf degenerativer Basis und fast immer sei
der Innenmeniskus betroffen. Dafür spreche bei der Beschwerdeführerin auch die
bereits vorhandene Chrondropathie 2. Grades (eine Vorstufe der Arthrose) und die
beginnende Chondrokalzinose (Pseudogicht). Beides seien deutliche Hinweise für
einen degenerativen Prozess im Knie der Beschwerdeführerin. Die Auslegung des MRI-
Befunds "Degeneration und Ruptur des medialen Meniskus im Mitteldrittel und
Hinterhorn" durch die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin in der Replik (act. G 8,
Ziff. 9), es sei neben den degenerativen Veränderungen ein Meniskusriss (gemeint ist
wohl ein traumatisch bedingter Meniskusriss) festgestellt worden, entspricht in
Übereinstimmung mit der Beschwerdegegnerin einer reinen Mutmassung. Der Bericht
von Dr. F._ vom 26. November 2012 (act. M1/3) liefert, wie von der
Beschwerdegegnerin in der Duplik vom 6. Oktober 2014 dargelegt (act. G 10, Ziff. 5),
keinen Hinweis dafür, dass traumatische Befunde vorgelegen hätten, weist jedoch, wie
bereits dargelegt, klar auf degenerative Veränderungen hin. Grundsätzlich ist in der
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Medizin die Entwicklung sekundärer degenerativer Gesundheitsschäden
(beispielsweise Arthrose) in Folge einer ursprünglich erlittenen traumatischen
strukturellen Verletzung ein bekanntes Phänomen (vgl. dazu beispielsweise Debrunner,
a.a.O., S. 581 "bei intraartikulären Frakturen", S. 1068 "bei Meniskusschäden und
posttraumatischen Knorpelschäden"). Die Feststellung der Rechtsvertreterin der
Beschwerdeführerin in der Replik (act. G 8, Ziff. 10), es sei nachvollziehbar, dass zwei
Jahre nach einem unfallbedingten Meniskusriss auch degenerative Veränderungen
sichtbar seien, ist jedoch in Bezug auf den konkreten Fall nicht stichhaltig. In
Übereinstimmung mit der Beschwerdegegnerin (vgl. act. G 10, Ziff. 21) wird mit dem
degenerativen MRI-Befund versucht, den Beweis für eine traumatische Ätiologie zu
erbringen. Wie bereits erwähnt, stellen jedoch insbesondere Meniskusläsionen eine
häufige degenerative Gesundheitsstörung dar und es lässt sich gerade in Bezug auf
den konkreten Fall, wie vorstehend dargelegt, nicht sagen, der Meniskusschaden sei
nicht degenerativ bedingt, sondern auf das Ereignis vom 17. November 2010
zurückzuführen.
5.3.6 Schliesslich vermag die Darstellung der Rechtsvertreterin der
Beschwerdeführerin in der Beschwerde vom 16. Mai 2014 (act. G 1), trotz
Beschwerdebesserung seien die Beschwerden nie ganz verschwunden und die
Beschwerdeführerin habe immer wieder unter Schmerzen gelitten, welche einige Tage
angedauert hätten und anschliessend wieder verschwunden seien, keine
überzeugenden Brückensymptome nachzuweisen, die das Geschehen über die
leistungsfreie Zeit hinweg als Einheit kennzeichnen bzw. auf eine am 17. November
2010 erlittene und nicht verheilte Meniskusläsion schliessen lassen würden. Zwar
können Brückensymptome naturgemäss auch relativ harmloser Natur sein und dürfen
in der Regel nicht nur dann anerkannt werden, wenn sie auch durchgängig ärztlich
behandelt wurden (vgl. Urteil des EVG vom 6. Juni 2006, U 12/06, E. 4.3.2). Ein, wie
bereits erwähnt, rund zwei Jahre dauerndes Intervall gänzlich ohne dokumentierte
ärztliche Behandlung oder Kontrolle mit durchgehender Arbeitsfähigkeit, spricht
allerdings vielmehr für eine beim Unfall "nur" erlittene und verheilte Seitenbandläsion.
Die Fähigkeit der Beschwerdeführerin zu joggen, was bei den geltend gemachten
Brückensymptomen kaum zu erwarten wäre, lässt eine traumatische Verursachung der
Meniskusruptur nochmals unwahrscheinlicher erscheinen.
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5.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass Dr. G._ nachvollziehbar und
überzeugend zum Schluss kommt, dass aufgrund der Klinik, des MRI-Befunds und des
zeitlichen Ablaufs nicht als überwiegend wahrscheinlich anzunehmen sei, dass
zwischen dem Ereignis vom 17. November 2010 und der erstmals am 26. November
2012 erhobenen medialen Meniskusruptur ein natürlicher Kausalzusammenhang
besteht. Der Umstand, dass Dr. G._ seine Beurteilung vom 20. Juni 2014 (act. G 5.1)
ausschliesslich aufgrund der Akten abgegeben und die Beschwerdeführerin nicht
selbst untersucht hat, steht dem Beweiswert seiner Beurteilung nicht entgegen (vgl.
dazu RKUV 1988 Nr. U 56 S. 371 E. 5b; Urteile des Bundesgerichts vom 1. Februar
2010, 8C_792/2009, E. 5, und vom 26. Januar 2010, 8C_833/2009, E. 5.1). Dr. G._
legt die zu berücksichtigenden (medizinischen) Akten ("Aktenlage") sowie die
"Anamnese" mit den Ergebnissen der im konkreten Fall durchgeführten ärztlichen
Untersuchungen lückenlos dar. Nicht in Frage zu stellen ist ausserdem seine
Fachkompetenz. Angesichts seines Facharzttitels "Facharzt für Chirurgie und
Unfallchirurgie FMH" ist davon auszugehen, dass er die erforderlichen
traumatologischen Kenntnisse und die Erfahrung hat, Unfallpatienten und
unfallähnliche Körperschädigungen diagnostisch zu beurteilen. Demgemäss ist ein
Anspruch der Beschwerdeführerin auf Leistungen der Beschwerdegegnerin für ihre
Meniskusläsion im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 17. November 2010
abzuweisen.
5.5 Die Stellungnahme von Dr. D._ vom 18. Juli 2013 (Korrespondenz/Aktennotizen
act. 36) kann an dieser Beurteilung nichts ändern bzw. vermag ihr nichts
Überzeugendes entgegenzuhalten. Wie von Dr. D._ angenommen, ist zwar der
medizinischen Literatur zu entnehmen, dass Symptome einer Meniskusverletzung auch
wieder verschwinden können (vgl. dazu Debrunner, a.a.O., S. 1058). Ausserdem kann
laut Dr. D._ eine Verletzung des Meniskus nicht verheilen, womit bei entsprechender
Belastung oder erneutem Verdrehen des Kniegelenks rezidivierend Beschwerden
auftreten können. In der medizinischen Literatur wird hingegen die spontane
Ausheilung der Meniskusläsion beschrieben (vgl. dazu Debrunner, a.a.O., S. 1058;
Leitlinie der Orthopädie, a.a.O., S. 145). Entscheidend ist jedoch letztlich die Frage, ob
es beim Ereignis vom 17. November 2010 überhaupt zur strukturellen, nicht
ausheilenden Verletzung einer Meniskusläsion gekommen ist. Wie in Erwägung 5.4
dargelegt, ist ein solches Geschehen angesichts der gesamten Aktenlage im konkreten
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Fall nicht überwiegend wahrscheinlich nachgewiesen. Die Aussage von Dr. D._
verliert dadurch ihre Vorbedingung und Bedeutung. Seine erste Untersuchung erfolgte
rund zwei Jahre nach dem Ereignis vom 17. November 2010. Inwiefern er das Ereignis
als einzige Ursache der Beschwerden ansieht bzw. aus welchen Gründen von einer
ursprünglich erlittenen Meniskusläsion ausgegangen werden könnte, wird von ihm
nicht mit weiteren medizinischen Überlegungen dargelegt. Insofern ist mit der
Beschwerdegegnerin (vgl. act. G 10, Ziff. 11) übereinzustimmen, dass die
Kausalitätsbegründung von Dr. D._ eigentlich nur auf der Formel "post hoc ergo
propter hoc" basiert, eine solche Beweisführung bzw. der zeitliche Aspekt jedoch keine
wissenschaftlich genügende Erklärungskraft besitzt. Andernfalls würde man sich mit
dem blossen Anschein des Beweises bzw. der blossen Möglichkeit begnügen und
davon ausgehen, dass eine gesundheitliche Schädigung schon dann durch den Unfall
verursacht sei, wenn sie nach diesem auftrat (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl.
Zürich 2009, N 43 f. zu Art. 4; Maurer, a.a.O., S. 460 N 1205; SVR 2009 UV Nr. 13
[8C_590/2007], S. 52 E. 7.2.4 mit weiteren Hinweisen; BGE 119 V 340 E. 2b/bb).
6.
Eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin hinsichtlich des Meniskusschadens fällt
auch in Bezug auf das Ereignis vom 18. Februar 2013 ausser Betracht. Die hiernach am
23. Februar 2013 durchgeführte MRI-Untersuchung durch Dr. F._ zeigte gegenüber
der Voruntersuchung vom 26. November 2012 keine Veränderungen im medialen
Kompartiment. Es liessen sich insbesondere auch keine zwischenzeitlich neu
aufgetretenen traumatischen Veränderungen nachweisen (act. M3). Zwar gab Dr. D._
im Arztzeugnis vom 12. März 2013 an, die Beschwerdeführerin habe danach starke
Schmerzen verspürt. Angesichts dessen, dass Dr. D._ anlässlich der Erstbehandlung
vom 19. Februar 2013 keine Arbeitsunfähigkeit attestierte, es offensichtlich bei einer
einzigen Konsultation blieb bzw. nicht einmal weitere Kontrollen geplant worden waren
und offensichtlich bis heute keine Therapie der Meniskusläsion stattgefunden hat, ist
jedoch mit der Beschwerdegegnerin (act. G 5, Ziff. 26) davon auszugehen, dass das
Ereignis vom 18. Februar 2013 keinen wesentlichen Einfluss auf die bereits bestehende
Symptomatik gehabt hat.
7.
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7.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des
angefochtenen Einspracheentscheids vom 2. April 2014 abzuweisen. Gerichtskosten
sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
7.2 Nach dem allgemeinen Rechtsgrundsatz, wonach die Kosten eines Verfahrens zu
tragen hat, wer dieses Verfahren verursacht hat (vgl. dazu ZAK 1989 S. 283 E. 3),
erscheint es hingegen trotz Unterliegens der Beschwerdeführerin angemessen, ihr eine
reduzierte Parteientschädigung zuzusprechen. In diesem Sinn nach der
Rechtsprechung auch der versicherten Person trotz Unterliegens eine
Parteientschädigung ausnahmsweise zugesprochen werden, soweit die
Beschwerdegegnerin die Kosten verursacht hat (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
18. März 2015; 8C_843/2014, E. 11). Der angefochtene Einspracheentscheid basiert
allein auf den Stellungnahmen von Dr. G._ vom 17. Februar und 25. April 2013. Wie
bereits in Erwägung 3.4 festgestellt, beantwortete Dr. G._ darin zwar grundsätzlich
die im vorliegenden Fall relevanten Fragen. Dennoch müssen die Stellungnahmen als
blosse Kurzbeurteilungen bezeichnet werden, die sich letztlich einzig auf die Bejahung
oder Verneinung der ihm gestellten Fragen beschränken, „unbestimmte“ Antworten
enthalten und auf das ausschliessliche Vorliegen degenerativer und nicht traumatischer
Gesundheitsschädigungen hinweisen.
Dr. G._ begründete nicht, weshalb er die Knieproblematik links der
Beschwerdeführerin ausschliesslich auf degenerative Veränderungen zurückführte.
Nicht zu entnehmen ist seinen Stellungnahmen ausserdem, auf welche Anamnese -
insbesondere ob und wenn ja, auf welche radiologischen Untersuchungsergebnisse -
er sich abstützte. Den fraglichen Kurzbeurteilungen fehlt es mithin an der
Nachvollziehbarkeit bzw. Schlüssigkeit und damit an der Plausibilität. Der
Beschwerdeführerin präsentierte sich somit bei Empfang des Einspracheentscheids
eine Aktenlage, die es ihr nicht ermöglichte nachzuvollziehen, wie Dr. G._ zu seiner
Beurteilung gekommen ist. Vor diesem Hintergrund drängte sich beim damaligen
Aktenstand - verursacht durch die Beschwerdegegnerin - die Beschwerdeerhebung
auf. Von der Beschwerdegegnerin zu entschädigen ist daher der Aufwand für die
Beschwerde und die Prüfung der Beschwerdeantwort samt der ausführlichen
Beurteilung von Dr. G._ vom 20. Juni 2014, nicht jedoch der Aufwand für das
Erstellen der Replik. Angemessen ist eine Parteientschädigung von Fr. 2‘000.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer).
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