Decision ID: e0697291-3b4a-419f-9dfa-a15b9f1520d4
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. A.Y., geboren 1963, mazedonischer Staatsangehöriger albanischer Ethnie, reiste am
9. August 1982 in die Schweiz ein, wo ihm eine Aufenthaltsbewilligung erteilt wurde.
Am 17. Januar 1984 heiratete er in X., Q., Mazedonien, M.Y., geboren 1964,
mazedonische Staatsangehörige. Aus der Ehe gingen die Söhne O.Y., geboren 1982,
und S.Y., geboren 1986, ebenfalls mazedonische Staatsangehörige, hervor. Am
30. Januar 1991 reiste die Ehefrau von A.Y. zusammen mit den zwei Söhnen im
Familiennachzug in die Schweiz ein. Am 26. August 1992 wurde A.Y. eine
Niederlassungsbewilligung erteilt, deren Kontrollfrist letztmals bis 8. August 2015
verlängert wurde. Seine Ehefrau und die gemeinsamen Söhne sind in der Schweiz
ebenfalls niederlassungsberechtigt (Vorakten Migrationsamt A.Y. [fortan: Dossier A], S.
15-17, 21 f., 24, 81, 83, 272, Vorakten Migrationsamt M.Y. [fortan: Dossier B], S. 3, 17,
22, 29, 31, 41, Vorakten Migrationsamt O.Y., S. 89, 91, 269, 271, 277, 282, Vorakten
Migrationsamt S.Y., S. 5, 25, 27, 100, 104, Beilage zu act. 7).
B. A.Y. trat in der Schweiz folgendermassen strafrechtlich in Erscheinung:
- Mit Strafbescheid vom 25. Oktober 2006 wurde er vom Untersuchungsamt St. Gallen
wegen mehrfachen Erleichterns des rechtswidrigen Aufenthalts, mehrfacher Zulassung
zum Stellenantritt, Wirtens ohne Bewilligung sowie Überlassens eines Motorfahrzeugs
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in nichtbetriebssicherem Zustand zu einer Freiheitsstrafe von vier Wochen unter
Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren sowie zu einer Busse von CHF 800
verurteilt (Dossier A, S. 67-70).
- Mit Strafbescheid des Untersuchungsamtes Altstätten vom 6. Mai 2008 wurde er
wegen eines geringfügigen Vermögensdelikts (Hehlerei) zu einer Busse von CHF 150,
bei schuldhaftem Nichtbezahlen ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von zwei Tagen
verurteilt (Dossier A, S. 73 f.).
- Mit Entscheid des Kreisgerichts St. Gallen vom 3. Juli 2014 wurde er wegen schwerer
Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfacher Übertretung des
Betäubungsmittelgesetzes, Nichtbeherrschens des Fahrzeugs, Vereitelung von
Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit, pflichtwidrigen Verhaltens bei
Unfall, Mitführens eines Radarwarngeräts sowie Vergehens gegen das Waffengesetz zu
einer Freiheitsstrafe 24 Monaten, einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je CHF 30
und einer Busse von CHF 1000, ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von zehn Tagen,
verurteilt. Der Vollzug der Freiheitsstrafe und der Geldstrafe wurde aufgeschoben mit
einer Probezeit von drei Jahren. Die Untersuchungshaft von 53 Tagen wurde an die
Freiheitsstrafe angerechnet (Dossier A, S. 273-276).
- Mit Entscheid des Kreisgerichts Rorschach vom 9. März 2016 wurde er wegen
Urkundenfälschung zu einer Geldstrafe von 25 Tagessätzen zu je CHF 30 verurteilt.
Vom Widerruf des mit Entscheid des Kreisgerichts St. Gallen vom 3. Juli 2014
gewährten Strafaufschubs wurde abgesehen (act. 13.3).
C. Mit Verfügung vom 3. Februar 2015 widerrief das Migrationsamt die
Niederlassungsbewilligung von A.Y. und ordnete dessen Wegweisung unter Ansetzung
einer Ausreisefrist bis 19. April 2015 an (act. 16/1/1). Dagegen rekurrierte A.Y. am
19. Februar 2015 an das Sicherheits- und Justizdepartement (act. 16/1). Mit
Zwischenverfügung vom 12. März 2015 gewährte ihm das Departement die
unentgeltliche Rechtspflege (act. 16/5). Mit Entscheid vom 10. Januar 2017 wies das
Departement den Rekurs ab und forderte das Migrationsamt auf, A.Y. eine neue
Ausreisefrist anzusetzen (act. 2).
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D. Gegen den Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartements (Vorinstanz) vom
10. Januar 2017 erhob A.Y. (Beschwerdeführer) durch seinen Rechtsvertreter am
27. Januar 2017 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Rechtsbegehren, es
seien der angefochtene Entscheid und mit ihm die Verfügung des Migrationsamtes
vom 3. Februar 2015 unter Kosten- und Entschädigungsfolge aufzuheben. Zudem
ersuchte er um unentgeltliche Rechtspflege (act. 1). Am 24. April 2017 begründete er
summarisch die Nichtaussichtslosigkeit seiner Beschwerde (act. 12). Mit
Zwischenverfügung vom 8. Juni 2017 gewährte ihm der Abteilungspräsident des
Verwaltungsgerichts die unentgeltliche Rechtspflege und ernannte Rechtsanwalt lic.
iur. Rainer Niedermann zum unentgeltlichen Rechtsbeistand (act. 17). Mit
Zwischenverfügung vom 14. September 2017 wies der Abteilungspräsident das
Sistierungsbegehren des Beschwerdeführers vom 25. August 2017 ab (act. 20 und 23).
Am 2. Oktober 2017 verzichtete der Beschwerdeführer auf eine ergänzende
Begründung (act. 26). Mit Vernehmlassung vom 23. Oktober 2017 schloss die
Vorinstanz auf Abweisung der Beschwerde (act. 28). Am 17. November 2017 erhob das
Untersuchungsamt St. Gallen gegen den Beschwerdeführer Anklage beim Kreisgericht
St. Gallen wegen versuchter schwerer Körperverletzung und Übertretung des
Betäubungsmittelgesetzes (act. 31.2).
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die

Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Der
Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels berechtigt (Art. 64 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingabe vom 27. Januar 2017 (act.
1) erfolgte rechtzeitig und erfüllt zusammen mit der Begründung vom 24. April 2017
(act. 12) formal und inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen (vgl. Art. 64 in
Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist
somit grundsätzlich einzutreten. Nicht einzutreten ist auf die Beschwerde, soweit der
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Beschwerdeführer beantragt, die Verfügung des Migrationsamtes vom 3. Februar 2015
aufzuheben. Diese ist durch den angefochtenen Rekursentscheid ersetzt worden
(Devolutiveffekt) und gilt als inhaltlich mitangefochten (vgl. BGer 1C_475/2016 vom
7. April 2017 E. 1.2 mit Hinweis auf BGE 134 II 142 E. 1.4). Ebenfalls nicht einzutreten
ist auf die Beschwerde, soweit der Beschwerdeführer in seinen Eingaben vom
24. April 2017 und 2. Oktober 2017 (act. 12 und 26) pauschal auf den Rekurs vom
19. Februar 2015 und die Rekursergänzung vom 23. April 2015 verweist (vgl. VerwGE B
2014/105 vom 27. April 2016 E. 6.1 und 6.5 mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch).
2. Der Beschwerdeführer stellt nicht in Abrede, dass er mit seiner Verurteilung durch
das Kreisgericht St. Gallen vom 3. Juli 2014 zu einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten
den Widerrufsgrund nach Art. 63 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 62 lit. b des Bundesgesetzes
über die Ausländerinnen und Ausländer (Ausländergesetz; SR 142.20, AuG, in der bis
am 30. September 2016 geltenden, vorliegend noch massgebenden Fassung, vgl.
BGer 2C_828/2016 vom 17. Juli 2017 E. 3.1 mit Hinweis auf BGE 139 I 31 E. 2.1 sowie
VerwGE B 2015/167 vom 20. Januar 2017 E. 4, www.gerichte.sg.ch) gesetzt hat.
Hingegen stellt er sich auf den Standpunkt, der Widerruf der Niederlassungsbewilligung
sei im konkreten Fall nicht verhältnismässig. Nach einem ununterbrochenen
ordnungsgemässen Aufenthalt in der Schweiz von mehr als 15 Jahren sei ein Widerruf
der Bewilligung nur noch in besonders krassen Fällen verhältnismässig. Angesichts
seines leichten Verschuldens bestehe kein erhebliches Interesse am Widerruf. Er habe
keinen Drogenhandel betrieben, sondern sei wegen eines einmaligen Bezugs von 100
Gramm Kokain für einen Freund bestraft worden. Er habe nicht in
Bereicherungsabsicht gehandelt. Im Vordergrund habe der eigene Konsum gestanden.
Sein Kokainkonsum und sein Abgleiten in die entsprechenden Milieus ständen im
Zusammenhang mit den Folgen eines Verkehrsunfalls im Jahr 2003. Auch habe das
Kreisgericht Rorschach sein Verschulden anlässlich seiner Verurteilung wegen
Urkundenfälschung im Jahr 2016 offensichtlich als gering beurteilt. Ob ihn bei der
Schlägerei am 28. Februar 2016 überhaupt ein Verschulden treffe, sei zurzeit offen.
2.1. Der Widerruf einer Niederlassungsbewilligung muss stets verhältnismässig sein,
was aus Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft
(SR 101, BV) hervorgeht und im Anwendungsbereich des Ausländergesetzes von Art.
96 Abs. 1 AuG verdeutlicht wird. Greift ein Widerruf der Niederlassungsbewilligung in
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das von Art. 13 Abs. 1 BV und Art. 8 Ziff. 1 der Europäischen Konvention zum Schutze
der Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR 0.101, EMRK) geschützte Privat- oder
Familienleben ein, ergibt sich das Erfordernis einer Verhältnismässigkeitsprüfung
zudem aus Art. 36 Abs. 3 BV und Art. 8 Ziff. 2 EMRK. In diesem Rahmen stellen das
Bundesgericht und der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte auf die gleichen
Aspekte ab. Zu beachten sind zum einen Art und Schwere der vom Betroffenen
begangenen Straftaten, wobei sich das migrationsrechtliche Verschulden - ausgehend
von der verfahrensauslösenden Verurteilung - erst aus einer Gesamtbetrachtung des
deliktischen Verhaltens bis zum angefochtenen Urteil ergibt. Dabei spielt das Alter der
betroffenen Person bei der (jeweiligen) Tatbegehung ebenso eine Rolle wie die Art,
Anzahl und Frequenz der Delikte. Ins Gewicht fallen zum anderen die Dauer des
Aufenthalts im Land, die seit der Tatbegehung verstrichene Zeit und das Verhalten des
Betroffenen während dieser, die sozialen, kulturellen und familiären Bindungen zum
Aufenthaltsstaat und zum Herkunftsland, der gesundheitliche Zustand des Betroffenen
sowie die mit der aufenthaltsbeendenden Massnahme verbundene Dauer der
Fernhaltung (vgl. BGer 2C_26/2017 vom 25. April 2017 E. 3.2 mit Hinweisen). Die
Niederlassungsbewilligung eines Ausländers, der sich - wie der Beschwerdeführer -
schon seit langer Zeit im Land aufhält, soll praxisgemäss nur mit Zurückhaltung
widerrufen werden. Bei wiederholter bzw. schwerer Straffälligkeit ist dies jedoch selbst
dann nicht ausgeschlossen, wenn der Ausländer hier geboren ist und sein ganzes
bisheriges Leben im Land verbracht hat (vgl. BGer 2C_112/2017 vom 14. September
2017 E. 2.2 mit Hinweisen). Bei schweren Straftaten muss zum Schutz der
Öffentlichkeit ausländerrechtlich selbst ein geringes Restrisiko weiterer
Beeinträchtigungen der dadurch gefährdeten Rechtsgüter (Gesundheit; Leib und Leben
usw.) nicht in Kauf genommen werden. Das Bundesgericht stuft – in Übereinstimmung
mit der in Europa vorherrschenden Auffassung – diesbezüglich das öffentliche
Interesse an der Wegweisung bzw. an der Fernhaltung eines entsprechenden Täters
hoch ein (vgl. BGE 139 I 31 E. 2.3.2 mit Hinweisen, siehe auch Art. 121 Abs. 3 BV und
Art. 66a Abs. 1 lit. b und o des Schweizerischen Strafgesetzbuches, SR 311.0, StGB,
wonach schwere Körperverletzung und Drogenhandel Anlasstaten sind, welche, wären
sie nach dem 1. Oktober 2016 begangen worden, grundsätzlich zu einer
obligatorischen strafrechtlichen Landesverweisung geführt hätten). Bei ausländischen
Personen, die sich - wie der Beschwerdeführer - nicht auf das Abkommen zwischen
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der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen
Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit (SR
0.142.112.681, FZA) berufen können, dürfen generalpräventive Gesichtspunkte
berücksichtigt werden (vgl. BGer 2C_140/2017 vom 12. Januar 2018 E. 7.2 mit
Hinweisen BGer 2C_940/2014 vom 30. Mai 2015 E. 5.3).
2.2. Der Beschwerdeführer ist vom Kreisgericht St. Gallen mit Entscheid vom 3. Juli
2014 (Dossier A, S. 273-276) mit einer bedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten
bestraft worden. Dieses Strafmass indiziert ein erhebliches migrationsrechtliches
Verschulden, liegt es doch über der Grenze von einem Jahr, welche für die Möglichkeit
des Widerrufs massgeblich ist (vgl. BGer 2C_140/2017 vom 12. Januar 2018 E. 6.2 mit
Hinweisen). Dabei spielt es keine Rolle, dass die Freiheitsstrafe bedingt ausgesprochen
wurde (vgl. BGer 2C_28/2014 vom 21. Juli 2014 E. 5.1 mit Hinweisen). Grundlage für
die verfahrensauslösende Freiheitsstrafe von 24 Monaten bildete in erster Linie die
schwere Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz und die mehrfacher
Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes. Die Strassenverkehrsdelikte und das
Vergehen gegen das Bundesgesetz über Waffen, Waffenzubehör und Munition
(Waffengesetz; SR 514.54, WG) konnten mit der Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je
CHF 30 und der Busse von CHF 1000 geahndet werden. In Anwendung von Art. 82
Abs. 1 lit. b der Schweizerischen Strafprozessordnung (Strafprozessordnung; SR
312.0, StPO) verzichtete das Kreisgericht auf eine schriftliche Begründung. Der
Entscheid stützt sich hinsichtlich der verfahrensauslösenden Drogendelikte auf
folgende Sachverhalte gemäss Anklage (Dossier A, S. 260-267): Im Sommer/Herbst
2011 bezog der Beschwerdeführer auf eigene Initiative 100 Gramm Kokain (zum
vereinbarten Preis von CHF 4‘000) auf Kommission, welches er in der Folge an einen
Bekannten lieferte. Zwischen März 2011 und März 2013 bezog der Beschwerdeführer
regelmässig Kokain (bis zu 10 Gramm pro Bezug), konsumierte davon und gab
gleichzeitig bei Treffen in Bars, Nachtclubs etc. an Bekannte von ihm portionenweise
Kokain zu Konsum ab. Von den männlichen Konsumenten verlangte er in der Regel
eine Geldzahlung als Beteiligung an die Kosten für das Kokain. Den weiblichen
Konsumentinnen gab er es ohne Geldleistung ab. Der Beschwerdeführer hat mit der
Lieferung von 100 Gramm Kokaingemisch und den mehrfachen Abgaben von Kokain
(ebenfalls wiederum im Umfang von insgesamt 100g) den nach Art. 19 Abs. 2 lit. a des
Bundesgesetzes über die Betäubungsmittel und die psychotropen Stoffe
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(Betäubungsmittelgesetz; SR 812.121, BetmG) massgebenden Grenzwert von 18
Gramm reinem Kokain um ein Vielfaches überschritten und mit dieser Menge die
Gesundheit vieler Menschen gefährdet (vgl. BGer 6B_687/2016 vom E. 1.4.3 mit
Hinweisen, insbesondere auf BGE 109 IV 143 E. 3a). Die Beeinträchtigung wesentlicher
Rechtsgüter kommt denn auch in der Verurteilung zu 24 Monaten Freiheitsentzug zum
Ausdruck. Die begangene Rechtsgutverletzung wiegt schwer, erachtet das
Bundesgericht doch den Drogenhandel angesichts der Gefährdung der öffentlichen
Gesundheit als schwere Straftat, die ein hohes öffentliches Interesse an einer
Ausweisung bzw. Fernhaltung der Täter begründet (vgl. BGE 139 I 16 E. 2.2.1 mit
Hinweisen). Das migrationsrechtliche Verschulden wird somit durch die Deliktart noch
erschwert. Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer selbst drogenabhängig
war oder aus finanzieller Not heraus – er verfügte über ein festes Renteneinkommen
(vgl. act. 25, S. 3 f. Sachverhalt lit. A.b und A.d je in fine) – delinquierte, bestehen nicht.
Daran ändert nichts, dass er zwischen März 2011 und März 2013 gemäss Anklage
regelmässig auch selbst Kokain konsumierte. Soweit der Beschwerdeführer glauben
machen will, das Strafgericht, welches das von der Anklage beantragte Strafmass von
28 Monaten um vier Monate reduzierte (vgl. hierzu Art. 19 Abs. 1 Ingress BetmG), sei
nur von einem leichten Verschulden ausgegangen, es liege kein „besonders krasser
Fall“ vor und die Vorinstanz habe auf einen stereotypen Einwand abgestellt, grenzt
seine Argumentation an eine grobe Verharmlosung des von ihm begangenen
Drogenhandels (Lieferung von 100 Gramm Kokain). Der Strafaufschub ist bei
Freiheitsstrafen von höchstens zwei Jahren im Übrigen die Regel (vgl. Art. 42
Abs. 1 StGB und BGE 134 IV 1 E. 4.2.2). Wie die Vorinstanz in Erwägung 3b/bb des
angefochtenen Entscheids (act. 2, S. 9 f.) überzeugend dargetan hat, ist sodann nicht
nachvollziehbar, inwiefern der Verkehrsunfall vom 24. Mai 2003 (act. 25, S. 2
Sachverhalt lit. A.a) resp. die daraus resultierenden gesundheitlichen Probleme den
Beschwerdeführer zum Drogenhandel veranlasst haben sollten. Negativ ins Gewicht
fällt weiter, dass die verfahrensauslösende Verurteilung nicht die erste und auch nicht
die letzte Strafe gegen den Beschwerdeführer darstellt. Er liess sich von den Vorstrafen
mit warnendem Charakter in den Jahren 2006 und 2008 von weiteren Straftaten nicht
abhalten, sondern steigerte seine Delinquenz im Gegenteil drastisch. Im Weiteren
musste er nach seiner Verurteilung am 3. Juli 2014 – während des laufenden
Rekursverfahrens – erneut strafrechtlich belangt werden, selbst wenn die Verurteilung
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vom 9. März 2016 wegen Urkundenfälschung (act. 13.3) keinen Bezug zu den
Drogendelikten in den Jahren 2011 bis 2013 aufwies. Ferner muss im administrativen
Verfahren anders als im Strafverfahren, wo vor einer rechtskräftigen Verurteilung die
Unschuldsvermutung gilt, mangels Verurteilung nicht davon ausgegangen werden, der
Beschwerdeführer habe sich nichts zuschulden kommen lassen (vgl. VerwGE
B 2012/140 vom 8. November 2013 E. 4.2.4 mit Hinweis auf BGer 2C_318/2010 vom
16. September 2010 E. 2.1 und 3.2, www.gerichte.sg.ch). Folglich ist auch das vom
Beschwerdeführer Ende Februar 2016 an den Tag gelegte Gebaren zu berücksichtigen:
Der Beschwerdeführer bestreitet nicht (act. 12, S. 3 Ziff. 5), dass er anlässlich eines
Barbesuchs am 28. Februar 2016 ohne Vorwarnung mit einem scharfkantigen
Flaschenhals drei bis vier Mal gezielt und mit voller Wucht auf Kopf und Stirnbein
seines Opfers einstach (vgl. Anklageschrift vom 17. November 2017, act. 31.2 Ziff.
1.1.1). Er macht lediglich geltend, seine Schuldfähigkeit müsse diesbezüglich noch
abgeklärt werden. Damit ist erstellt, dass der Beschwerdeführer nach seiner
Verurteilung am 3. Juli 2014 zumindest den objektiven Tatbestand einer versuchten
schweren Körperverletzung (vgl. Art. 122 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB)
erfüllt hat (vgl. auch Art. 66a Abs. 1 lit. b StGB). Überdies bestreitet er nicht, dass er
gemäss Anklage (act. 31.2 Ziff. 1.2.1) zwischen dem 25. Februar 2016 und 28. Februar
2016 eine unbekannte Menge Kokain konsumiert hat und damit erneut gegen das
BetmG verstossen hat. Die vom Beschwerdeführer verübten Taten offenbaren eine
erhebliche kriminelle Energie und zeigen eine Gleichgültigkeit und Geringschätzung
gegenüber der hiesigen Rechtsordnung. Auch lässt dieses Verhalten auf keine gute
Legalprognose schliessen. Es bestehen begründete Zweifel daran, dass er sich künftig
wohlverhalten und Verantwortung für sein Handeln übernehmen wird (vgl. zum
Beurteilungsmassstab der Fremdenpolizeibehörden BGE 137 II 233 E. 5.2.2 mit
Hinweisen). Das Risiko, dass er weitere Drogen- oder Gewaltdelikte begehen wird,
muss ausländerrechtlich nicht hingenommen werden. Insgesamt besteht ein
erhebliches öffentliches Interesse am Widerruf der Niederlassungsbewilligung des
Beschwerdeführers, welches nur durch entsprechend gewichtige private Interessen
aufgewogen werden kann.
2.3. Der bald 55-jährige Beschwerdeführer lebt seit über 35 Jahren und damit den
Grossteil seines Lebens in der Schweiz. Als in der Schweiz besonders gut integriert
oder gar verwurzelt kann er jedoch nicht betrachtet werden, selbst wenn er der
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deutschen Sprache mächtig ist und bis ins Jahr 2002 erwerbstätig war. Trotz des
langen Aufenthalts hat er es nicht geschafft, sich der herrschenden Rechtsordnung
anzupassen. Die ihm gebotenen Chancen wusste er nicht zu nutzen. Seine
gesundheitlichen Probleme und seine familiäre Verankerung in der Schweiz – Ehefrau
und Söhne sind hier niederlassungsberechtigt – hinderten ihn nicht daran, als
nichtsüchtiger Händler mit Kokain zu handeln und dieses abzugeben. Zudem ist er
verschuldet und bezog finanzielle Sozialhilfe (act. 16/28a ff.). Weiter sind keine
vertieften sozialen Beziehungen zum ausserfamiliären Bereich in der Schweiz erstellt
(vgl. hierzu BGE 130 II 281 E. 3.2.1 mit Hinweisen). Seine langjährige feste Freundin
E.Z., mit der er vorwiegend zusammenwohnte, hat sich offenbar Ende August 2013
nach Mazedonien abgemeldet (Dossier A, S. 9, 239). In Mazedonien verbrachte der
Beschwerdeführer die prägenden ersten neunzehn Lebensjahre. Er beherrscht
unbestrittenermassen eine der dortigen Amtssprachen. Überdies ist davon
auszugehen, dass er regelmässig von der Schweiz in sein Herkunftsland reiste, was
sich beispielsweise an seinem Aufenthalt vom 31. Oktober 2017 bis 12. November
2017 zeigte (act. 31.1). Daraus ergibt sich auch, dass er seiner Heimat nach wie vor
sozial verbunden ist, nahm er doch dort an einer Hochzeit als Trauzeuge teil (siehe
auch seine Geldtransfers nach Mazedonien, act. 16/4j). Im Weiteren wird er in
Mazedonien gestützt auf Art. 5 Abs. 1 des Abkommens zwischen der Schweizerischen
Eidgenossenschaft und der Republik Mazedonien über Soziale Sicherheit (SR
0.831.109.250.1), wonach sein Anspruch auf die ordentliche IV-Rente fortbesteht, über
eine gewisse Grundsicherung verfügen, falls ihm weiterhin ein Anspruch auf eine
solche Rente zusteht (act. 25). Seine gesundheitlichen Probleme wird er auch in
Mazedonien behandeln können (vgl. BVerwGer E-8403/2015 vom 12. Januar 2016 E.
7.2.3 und BVerwGer E-5138/2012 vom 31. Oktober 2012). Unter diesen Umständen ist
davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer sich in seinem Heimatland mit
Unterstützung seiner Verwandten und Bekannten zurechtfinden wird. Ihm sollte ein
nicht allzu beschwerliches Einleben in der Heimat möglich sein. Damit ist es ihm
zumutbar, nach Mazedonien zurückzukehren.
Die hier niederlassungsberechtigte bald 54-jährige, gesunde Ehefrau des
Beschwerdeführers lebt seit 27 Jahren und damit die Hälfte ihres Lebens in der
Schweiz. Sie hat sich in der Schweiz jedoch weder beruflich noch gesellschaftlich
integriert. Sie ist sozialhilfeabhängig (Dossier B, S. 38). Sie reiste im Alter von knapp 27
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Jahren in die Schweiz ein und hat damit ihre prägenden Kinder- und Jugendjahre sowie
die Zeit als junge Erwachsene in Mazedonien verbracht. Sie beherrscht eine der
dortigen Amtssprachen. Zudem ist davon auszugehen, dass sie wiederholt in ihr
Heimatland zurückgekehrt ist. Demnach ist sie mit den Gepflogenheiten ihres
Heimatlandes nach wie vor vertraut. Der Ehefrau kann somit zugemutet werden, ihr
Familienleben mit dem Beschwerdeführer in Mazedonien zu führen. Es steht ihr jedoch
frei, in der Schweiz zu verbleiben. In diesem Fall würden der Beschwerdeführer und
seine Frau insofern getrennt, als das Familienleben, wie bereits zwischen 1982 und
1991, nicht dauerhaft in der Schweiz gelebt werden kann. Den Kontakt können sie im
Rahmen von gegenseitigen Besuchen und mittels der Nutzung von modernen
Kommunikationsmitteln aufrechterhalten. Gesamthaft betrachtet überwiegt das
öffentliche Interesse an der Wegweisung des Beschwerdeführers dessen privates
Interesse am weiteren Verbleib in der Schweiz. Nachdem der Beschwerdeführer nach
seiner Verurteilung am 3. Juli 2014 erneut straffällig wurde, fällt im Übrigen eine
Verwarnung, welche zumindest bei Vorliegen einer schweren Delinquenz einem
Bewilligungswiderruf nicht zwingend vorangehen muss (vgl. BGer 2C_446/2014 vom
5. März 2015 E. 4.1 mit Hinweisen), als mildere Massnahme ausser Betracht. Der
Widerruf der Niederlassungsbewilligung erweist sich als verhältnismässig und wurde
von der Vorinstanz zu Recht bestätigt. Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf
einzutreten ist.
3. (...).
(...).