Decision ID: 9c72bc47-b97e-4b62-a840-47820b542be0
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Mit Datum vom 26. November 2020 reichte der Belastingdienst der Nieder-
lande (nachfolgend: BD) gestützt auf das Abkommen vom 26. Februar
2010 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und dem König-
reich der Niederlande zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem
Gebiet der Steuern vom Einkommen (SR 0.672.963.61, nachfolgend: DBA
CH-NL) bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung (nachfolgend: ESTV)
ein Amtshilfegesuch ein.
B.
Im Ersuchen wird um Informationen betreffend A._ (nachfolgend:
betroffene Person) gebeten. Als Informationsinhaberin wird die Bank
C._ AG (nachfolgend: Bank 1) genannt. Als betroffene Steuerarten
und Steuerjahre werden die Einkommenssteuern im Zeitraum vom 1. Ja-
nuar 2011 bis zum 31. Dezember 2019 angegeben. Der BD möchte unter
anderem die Herkunft einer Einzahlung erfahren und ob es allfällige wei-
tere, auf den Namen der betroffenen Person lautende Konten gebe.
Der BD führte im Gesuch an, dass in der Antwort auf ein vorheriges Ersu-
chen vom 7. Mai 2018 eine Zahlung mit einem Check über Fr. 1’258'100.-
vom 17. Mai 2011 ersichtlich sei. Die betroffene Person weigere sich trotz
wiederholter Aufforderungen durch die niederländische Finanzverwaltung
nach wie vor, Auskünfte über die Herkunft zu erteilen. Die Herkunft des
Betrags sei nicht deutlich. Für die niederländische Steuerverwaltung sei es
wichtig, dass die Herkunft der Einzahlung in Erfahrung gebracht werde. Es
sei unklar, ob es ein vorheriges bzw. ein anderes Bankkonto auf den Na-
men der betroffenen Person gäbe bzw. ob das Geld von einer natürlichen
Person, einer juristischen Person (wie Trust, Anstalt, Foundation, Gesell-
schaft) oder einer Behörde (zum Beispiel einer Versicherungsgesellschaft)
stamme. Wenn das Geld von einer anderen Person bzw. Einrichtung her-
komme, liege möglicherweise eine Schenkung oder Ablösung vor. Die In-
formationen würden für eine richtige Steuererhebung ersucht.
Im Amtshilfeersuchen bestätigt der BD, dass er alle Ermittlungsmöglichkei-
ten ausgeschöpft hat und bereit sowie in der Lage ist, solche Informationen
in vergleichbaren Fällen zu beschaffen und weiterzuleiten.
C.
Am 2. Dezember 2020 erliess die ESTV gegenüber der Bank 1 eine Edit-
ionsverfügung und bat diese, die im Ausland ansässige betroffene Person
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über das laufende Amtshilfeverfahren zu informieren und aufzufordern,
eine zur Zustellung bevollmächtigte Person in der Schweiz zu bezeichnen.
D.
Am 17. Dezember 2020 und am 21. Dezember 2020 kam die Bank 1 der
Aufforderung zur Aktenedition nach und teilte mit, dass die auftraggebende
Bank eine Drittbank, die Bank D._ (nachfolgend: Bank 2), sei.
E.
Am 4. Januar 2021 erliess die ESTV gegenüber der genannten Bank 2 eine
Editionsverfügung.
F.
Mit Schreiben von 6. Januar 2021 legte die Bank 2 auf entsprechende Edi-
tionsverfügung der ESTV dar, beim fraglichen Check handle es sich um
einen sog. «Fremdbankencheck», welcher von ihr bei der Bank 1 bestellt
worden sei. Der Check sei bei ihrer Bank (d.h. Bank 2) ab einem Konto,
lautend auf B._, gezogen worden. Im Weiteren führte die Bank 2
aus, aufgrund fehlender aktueller Kontodaten habe sie den Kontoinhaber
über das Amtshilfeverfahren nicht informieren können.
G.
Mit Eingabe vom 23. Februar 2021 teilte B._ (nachfolgend: be-
schwerdeberechtigte Person) der ESTV mit, er habe von der betroffenen
Person erfahren, dass er in den Unterlagen, welche im Amtshilfeverfahren
übermittelt werden sollen, ebenfalls aufgeführt sei. Die beschwerdeberech-
tigte Person ersuchte um Akteneinsicht und das Recht auf Stellungnahme.
H.
Am 3. März 2021 hat die ESTV der beschwerdeberechtigten Person Ak-
teneinsicht gewährt.
I.
Mit dem Schreiben vom 29. März 2021 reichte die beschwerdeberechtigte
Person zum Amtshilfeersuchen eine Stellungnahme ein und legte dar, dass
sie der Amtshilfe nicht zustimme.
J.
Am 12. April 2021 erging die Schlussverfügung der ESTV. Mit dieser wurde
verfügt, dass Amtshilfe geleistet werde (Dispositiv-Ziff. 1). In Dispositiv-
Ziff. 2 wurden die Informationen genannt, welche an die ersuchende Be-
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Seite 4
hörde übermittelt werden sollen. Dazu gehört insbesondere die Informa-
tion, dass das Geld von der Kontobeziehung der beschwerdeberechtigten
Person bei der Bank 2 stamme unter Beilage der relevanten Dokumente.
In Dispositiv-Ziff. 3 wurde im Wesentlichen der Antrag auf Schwärzung des
Namens der beschwerdeberechtigten Person sowie weiterer Angaben zu
ihrer Person abgewiesen.
In der Dispositiv-Ziff. 4 wurde ausgeführt, dass die unter Dispositiv-Ziff. 2
genannten Informationen im ersuchenden Staat nur in Verfahren gegen die
betroffene Person und nur für den im Ersuchen genannten Sachverhalt
verwertet werden dürfen und die erhaltenen Informationen, wie die auf-
grund des innerstaatlichen Rechts beschafften Informationen, geheim zu
halten sind und nur Personen oder Behörden (einschliesslich der Gerichte
und der Verwaltungsbehörden) zugänglich gemacht werden dürfen, die mit
der Veranlagung oder der Erhebung, mit der Vollstreckung oder der Straf-
verfolgung oder mit der Entscheidung von Rechtsmitteln hinsichtlich der in
Art. 26 DBA CH-NL genannten Steuern befasst sind und diese Personen
oder Behörden die Informationen nur für diese Zwecke verwenden dürfen.
K.
Gegen diese Schlussverfügung erhob die beschwerdeberechtigte Person
(nachfolgend auch: Beschwerdeführer) am 12. Mai 2021 Beschwerde ans
Bundesverwaltungsgericht. Er beantragt die Aufhebung der Schlussverfü-
gung der ESTV vom 12. April 2021 und die Verweigerung der Amtshilfe.
Eventualiter soII dem BD lediglich der Rechtsgrund der streitgegenständli-
chen Transaktion («Abgeltung scheidungsrechtlicher Zahlung») übermittelt
werden, ohne Angaben zur Person des Beschwerdeführers. Subeventuali-
ter seien dem BD die Unterlagen gemäss Ersuchen zu überliefern, jedoch
der Name des Beschwerdeführers sowie sämtliche Angaben zu seiner Per-
son oder seinen finanziellen Belangen einschliesslich Kontonummern zu
schwärzen. Subsubeventualiter sei die Beschränkung der Verwertung der
übermittelten Informationen gemäss Dispositiv-Ziff. 4 der Schlussverfü-
gung vom 12. April 2021 mit «ausschliesslich in Steuerstrafsachen» zu er-
gänzen. Die Kosten- und Entschädigungsfolgen seien zu Lasten der ESTV
zu sprechen.
L.
Die ESTV (nachfolgend auch: Vorinstanz) beantragt in ihrer Vernehmlas-
sung vom 25. Juni 2021 die Beschwerde sei kostenpflichtig abzuweisen.
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Auf die weiteren Vorbringen in den Eingaben der Parteien wird – sofern
entscheidwesentlich – im Rahmen der folgenden Erwägungen eingegan-
gen.
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Seite 6

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Dem vorliegenden Verfahren liegt ein Amtshilfeersuchen des BD gestützt
auf das DBA CH-NL zu Grunde (vgl. Sachverhalt Bst. A). Dieses Abkommen
wurde am 26. Februar 2010 unterzeichnet und trat am 9. November 2011 in
Kraft. Seine Bestimmungen finden gemäss Art. 29 Abs. 1 DBA CH-NL auf die
Steuerjahre und Steuerperioden Anwendung, die am oder nach dem 1. Januar
2012 beginnen.
Zu beachten ist die Sonderregelung in Art. 29 Abs. 2 DBA CH-NL, wonach
Art. 26 DBA CH-NL sowie Paragraph XVII des Protokolls zum Abkommen auf
Ersuchen anwendbar sind, die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens
vom 9. November 2011 gestellt werden und Informationen betreffen, die sich
auf einen Zeitraum beziehen, der am oder nach dem 1. März 2010 beginnt.
Diese rückwirkende Anwendung neuer Amtshilfebestimmungen auf zurücklie-
gende Steuerperioden ist gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung zulässig,
da nach dem Bundesgericht Amtshilfebestimmungen verfahrensrechtlicher Na-
tur und damit mit ihrem Inkrafttreten sofort anwendbar seien (BGE 143 II 628
E. 4.3; Urteil des BVGer A-3555/2018 vom 11. Januar 2019 E. 1.1 mit weiteren
Hinweisen).
Das vorliegende Amtshilfeersuchen ist am 26. November 2020 gestellt worden
und betrifft die Einkommenssteuer im Zeitraum vom 1. Januar 2011 bis zum
31. Dezember 2019, weshalb die Anwendbarkeit des Abkommens sowie des
Protokolls vorliegend gegeben ist (vgl. zum Ganzen: Urteil des BVGer
A-3555/2018 vom 11. Januar 2019 E. 1.1).
1.2 Soweit das DBA CH-NL keine abweichenden Bestimmungen enthält, richtet
sich der Vollzug der Amtshilfe nach dem Bundesgesetz vom 28. September
2012 über die internationale Amtshilfe in Steuersachen (StAhiG; SR 651.1;
vgl. Art. 1 Abs. 1 und 2 StAhiG und Art. 24 StAhiG e contrario; zum Zeitpunkt
des Inkrafttretens des StAhiG siehe AS 2013 229; zum Ganzen: Urteil des
BVGer A-3555/2018 vom 11. Januar 2019 E. 1.2 mit weiteren Hinweisen). Das
Beschwerdeverfahren richtet sich nach den Bestimmungen über die Bundes-
rechtspflege (Art. 19 Abs. 5 StAhiG).
1.3 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005
(VGG; SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden ge-
gen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968
http://links.weblaw.ch/BVGer-A-3555/2018 http://links.weblaw.ch/BVGer-A-3555/2018 http://links.weblaw.ch/AS-2013/229 http://links.weblaw.ch/BVGer-A-3555/2018
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über das Verwaltungsverfahren (VwVG; SR 172.021). Zu den beim Bundesver-
waltungsgericht anfechtbaren Verfügungen gehören auch Schlussverfügungen
der ESTV im Bereich der internationalen Amtshilfe in Steuersachen
(s. Art. 32 VGG e contrario sowie Art. 19 Abs. 1 und 5 StAhiG). Die Zuständig-
keit des Bundesverwaltungsgerichts zur Behandlung der vorliegenden Be-
schwerde ist somit gegeben.
1.4 Das Verfahren vor diesem Gericht richtet sich nach dem VwVG, soweit das
VGG oder das StAhiG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG; Art. 5 und
Art. 19 Abs. 5 StAhiG).
1.5 Der Beschwerdeführer erfüllt als Adressat der angefochtenen Schlussver-
fügung und Person, dessen Daten übermittelt werden sollen, die Voraussetzun-
gen der Beschwerdelegitimation (vgl. Art. 19 Abs. 2 StAhiG i.V.m. Art. 48
VwVG). Die Beschwerde wurde überdies form- und fristgerecht eingereicht
(Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 5 StAhiG).
1.6 Nach dem Gesagten ist auf die eingereichte Beschwerde einzutreten.
1.7 Das Bundesverwaltungsgericht kann den angefochtenen Entscheid in vol-
lem Umfang überprüfen. Der Beschwerdeführer kann neben der Verletzung von
Bundesrecht und der unrichtigen oder unvollständigen Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhalts auch die Unangemessenheit rügen (vgl. Art. 49
Bst. a-c VwVG).
2.
2.1 Staatsvertragliche Grundlage für die Leistung von Amtshilfe in Steuersa-
chen gegenüber den Niederlanden ist Art. 26 DBA CH-NL, welcher im Wortlaut
weitgehend Art. 26 des Musterabkommens der Organisation für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zur Vermeidung von Doppelbesteu-
erung von Einkommen und Vermögen entspricht (vgl. Botschaft vom 25. August
2010 zur Genehmigung eines Doppelbesteuerungsabkommens zwischen der
Schweiz und den Niederlanden, BBl 2010 5787, 5800 zu Art. 26; BGE 143 II
136 E. 5.1.1).
2.2 Ein wichtiges Element der internationalen Behördenzusammenarbeit bildet
der Grundsatz, wonach – ausser bei offenbarem Rechtsmissbrauch oder bei
berechtigten Fragen im Zusammenhang mit den in Art. 7 StAhiG genannten
Konstellationen – prinzipiell kein Anlass besteht, an Sachverhaltsdarstellungen
und Erklärungen anderer Staaten zu zweifeln (sog. völkerrechtliches Vertrau-
ensprinzip; BGE 144 II 206 E. 4.4; 142 II 218 E. 3.3; 142 II 161 E. 2.1.3 f.; Urteil
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des BVGer A-3095/2018 vom 29. Mai 2019 E. 2.5). Auf diesem Vertrauen grün-
det letztlich das ganze Amtshilfeverfahren. Dementsprechend ist die ESTV an
die Darstellung des Sachverhalts im Ersuchen insoweit gebunden, als diese
nicht wegen offensichtlicher Fehler, Lücken oder Widersprüche sofort entkräftet
werden kann (BGE 142 II 218 E. 3.1; 139 II 451 E. 2.2.1; Urteile des BVGer
A-3773/2018 vom 8. Februar 2019 E. 2.6 und A-381/2018 vom 21. November
2018 E. 4.2). Gleiches gilt für die vom ersuchenden Staat abgegebenen Erklä-
rungen. Werden diese sofort entkräftet, kann der ersuchte Staat ihnen nicht
mehr vertrauen (vgl. Urteile des BVGer A-6201/2020 vom 11. Januar 2022
E. 2.3, A-3716/2015 vom 16. Februar 2016 E. 3.5).
2.3 Soweit die Behörden des ersuchenden Staates verpflichtet sind, den mas-
sgeblichen Sachverhalt darzulegen, kann von ihnen nicht erwartet werden,
dass sie dies bereits lückenlos und völlig widerspruchsfrei tun. Dies wäre mit
Sinn und Zweck der Amtshilfe, wie mit jenem der Rechtshilfe, nicht vereinbar,
sollen doch aufgrund von Informationen und Unterlagen, die sich im ersuchten
Staat befinden, bisher im Dunkeln gebliebene Punkte erst noch geklärt werden
(vgl. BGE 142 II 161 E. 2.1.1; 139 II 404 E. 7.2.2; Urteil des BVGer A-2830/2018
vom 17. September 2018 E. 2.2.3). Daher ist gemäss Rechtsprechung von der
ersuchenden Behörde nicht der strikte Beweis des Sachverhalts zu verlangen,
doch muss diese hinreichende Verdachtsmomente für dessen Vorliegen dartun
(BGE 139 II 451 E. 2.2.1; 139 II 404 E. 9.5).
Es liegt folglich an der betroffenen Person, den Sachverhalt mittels Urkunden
klarerweise und entscheidend zu widerlegen (vgl. BGE 139 II 451 E. 2.3.3; Ur-
teile des BVGer A-769/2017, A-776/2017, A-777/2017 vom 23. April 2019
E. 2.4.2 und A-381/2018 vom 21. November 2018 E. 4.2).
2.4
2.4.1 Gemäss Art. 26 Abs. 1 DBA CH-NL tauschen die zuständigen Behörden
der beiden Vertragsstaaten unter sich diejenigen Informationen aus, die zur
Durchführung des Abkommens oder zur Anwendung oder Durchsetzung des
innerstaatlichen Rechts betreffend für Rechnung der Vertragsstaaten, ihrer po-
litischen Unterabteilungen oder lokalen Körperschaften erhobenen Steuern je-
der Art und Bezeichnung voraussichtlich erheblich sind, soweit die diesem
Recht entsprechende Besteuerung nicht dem Abkommen widerspricht. Der In-
formationsaustausch ist weder durch den persönlichen Geltungsbereich von
Art. 1 DBA CH-NL noch durch den sachlichen Geltungsbereich von Art. 2 DBA
CH-NL eingeschränkt (vgl. Art. 26 Abs. 1 Satz 2 DBA CH-NL).
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Seite 9
2.4.2 Als zur Anwendung oder Durchsetzung des innerstaatlichen Rechts vo-
raussichtlich erheblich gelten Informationen, die für den ersuchenden Staat not-
wendig sind, um eine in diesem Staat steuerpflichtige Person dort korrekt zu
besteuern (BGE 143 II 185 E. 3.3.1; 141 II 436 E. 4.4.3; Urteil des BVGer
A-4592/2018 vom 21. März 2019 E. 3.1.2).
2.4.3 Die «voraussichtliche Erheblichkeit» von geforderten Informationen muss
sich bereits aus dem Amtshilfegesuch ergeben (vgl. BGE 143 II 185 E. 3.3.2;
141 II 436 E. 4.4.3; Urteil des BVGer A-3773/2018 vom 8. Februar 2019 E. 2.5).
Würde dies nicht verlangt, könnten Ersuchen aufs Geratewohl gestellt werden
(«fishing expedition») und die ersuchte Behörde müsste die Unterlagen auch
dann zur Verfügung stellen, wenn sie erst nach deren Erhebung deren voraus-
sichtliche Erheblichkeit feststellen würde. Dem «voraussichtlich» kommt somit
eine doppelte Bedeutung zu. Zum einen bezieht es sich darauf, dass der ersu-
chende Staat die Erheblichkeit voraussehen und diese dem Amtshilfegesuch
zu entnehmen sein muss, wobei im Einklang mit dem völkerrechtlichen Vertrau-
ensprinzip vermutet wird, dass der ersuchende Staat nach Treu und Glauben
handelt. Zum anderen sind nur solche Informationen zu übermitteln, die voraus-
sichtlich erheblich sind (vgl. zum Ganzen statt vieler: Urteile des BVGer
A-6928/2019 vom 13. Dezember 2021 E. 3.2.1; A-4331/2017 vom 16. Novem-
ber 2017 E. 4.1).
2.4.4 Die Voraussetzung der voraussichtlichen Erheblichkeit ist erfüllt, wenn im
Zeitpunkt der Einreichung des Amtshilfeersuchens eine vernünftige Möglichkeit
besteht, dass sich die verlangten Informationen als erheblich erweisen werden
(BGE 144 II 206 E. 4.3; 143 II 185 E. 3.3.2; Urteil des BVGer A-2676/2017 vom
3. April 2019 E. 3.3.1). Keine Rolle spielt, ob sich diese Informationen nach
deren Übermittlung für die ersuchende Behörde als nicht erheblich herausstel-
len (vgl. BGE 144 II 206 E. 4.3; 142 II 161 E. 2.1.1).
2.4.5 Ob eine Information erheblich ist, kann in der Regel nur der ersuchende
Staat abschliessend feststellen (vgl. BGE 143 II 185 E. 3.3.2; 142 II 161
E. 2.1.1; Urteil des BVGer A-4144/2018 vom 28. Mai 2019 E. 2.1.6). Die Rolle
des ersuchten Staates bei der Beurteilung der voraussichtlichen Erheblichkeit
beschränkt sich darauf, zu überprüfen, ob die vom ersuchenden Staat verlang-
ten Informationen und Dokumente einen Zusammenhang mit dem im Ersuchen
dargestellten Sachverhalt haben und ob sie möglicherweise dazu geeignet
sind, im ausländischen Verfahren verwendet zu werden (vgl. BGE 144 II 29
E. 4.2.2; 142 II 161 E. 2.1.1 f.; Urteil des BGer 2C_241/2016 vom 7. April 2017
E. 5.2; Urteile des BVGer A-4144/2018 vom 28. Mai 2019 E. 2.1.6 und
A-846/2018 vom 30. August 2018 E. 2.1.4). Vor diesem Hintergrund darf der
http://links.weblaw.ch/BVGer-A-3773/2018 http://links.weblaw.ch/BVGer-A-4331/2017
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Seite 10
ersuchte Staat Auskünfte mit der Begründung, die verlangten Informationen
seien nicht «voraussichtlich erheblich» nur verweigern, wenn ein Zusammen-
hang zwischen den verlangten Angaben und der im ersuchenden Staat durch-
geführten Untersuchung unwahrscheinlich erscheint (BGE 143 II 185 E. 3.2.2;
142 II 161 E. 2.1.1 f.; Urteile des BVGer A-3095/2018 vom 29. Mai 2019 E.
2.3.2; A-4592/2018 vom 21. März 2019 E. 3.1.2 und A-846/2018 vom 30. Au-
gust 2018 E. 2.1.4).
2.5
2.5.1 Art. 26 DBA CH-NL äussert sich nicht dazu, welche Anforderungen im
Einzelnen an ein Amtshilfegesuch zu stellen sind. Hierzu führt aber das Proto-
koll zum DBA CH-NL in Paragraph XVII Bst. b aus, dass Einvernehmen darüber
besteht, dass die Steuerbehörden des ersuchenden Staates bei der Stellung
eines Amtshilfebegehrens nach Art. 26 des Abkommens den Steuerbehörden
des ersuchten Staates die nachstehenden Angaben zu liefern haben:
(i) die zur Identifikation der in eine Prüfung oder Untersuchung einbezogenen
Person(en) nötigen Informationen, insbesondere bestehend aus dem Na-
men und, sofern verfügbar, der Adresse, der Kontonummer und weiteren
Angaben, welche die Identifikation dieser Person erleichtern, wie Geburts-
datum, Zivilstand oder Steuernummer;
(ii) die Zeitperiode, für welche die Informationen verlangt werden;
(iii) die Beschreibung der verlangten Informationen sowie Angaben hinsicht-
lich der Art und Form, in der der ersuchende Staat die Informationen vom
ersuchten Staat zu erhalten wünscht;
(iv) den Steuerzweck, für den die Informationen verlangt werden;
(v) den Namen und, sofern bekannt, die Adresse des mutmasslichen Inha-
bers der verlangten Informationen.
Während Paragraph XVII Bst. b des Protokolls zum Abkommen wichtige ver-
fahrenstechnische Anforderungen enthält, die «fishing expeditions» vermeiden
sollen, sind die Unterabsätze (i) bis (v) so auszulegen, dass sie einen wirksa-
men Informationsaustausch nicht behindern (Paragraph XVII Bst. c des Proto-
kolls zum Abkommen).
2.5.2 Die am 31. Oktober 2011 abgeschlossene und gleichentags in Kraft ge-
tretene Verständigungsvereinbarung über die Auslegung von Paragraph XVI
Bst. b (heute: Paragraph XVII Bst. b.) des Protokolls zum Abkommen (AS 2012
4079), hält in ihrem 3. Absatz Folgendes fest (zum Zusammenspiel des DBA
CH-NL inkl. Protokoll und der Verständigungsvereinbarung im Rahmen der
Auslegung vgl. BGE 143 II 136 E. 5.2.1 f.):
http://links.weblaw.ch/AS-2012/4079 http://links.weblaw.ch/AS-2012/4079
A-2259/2021
Seite 11
«Diese Anforderungen sind daher so zu verstehen, dass einem Amtshilfegesuch
entsprochen wird, wenn der ersuchende Staat, vorausgesetzt, es handelt sich
nicht um eine «fishing expedition», zusätzlich zu den gemäss Paragraph XVII
Bst. b Unterabsätze (ii)-(iv) des Protokolls verlangten Angaben:
a) die in eine Überprüfung oder Untersuchung einbezogene Person identifiziert,
wobei diese Identifikation auch auf andere Weise als durch Angabe des Na-
mens und der Adresse erfolgen kann; und
b) soweit bekannt, den Namen und die Adresse des mutmasslichen Informa-
tionsinhabers angibt.
Mit den Unterschriften von den beiden zuständigen Behörden ist diese Verständi-
gungsvereinbarung ab dem Tag des Inkrafttretens des Abkommens anzuwen-
den.»
2.6
2.6.1 Gemäss Paragraph XVII Bst. a des Protokolls zum Abkommen besteht
Einvernehmen darüber, dass der ersuchende Vertragsstaat ein Begehren um
Austausch von Informationen erst dann stellt, wenn er alle in seinem innerstaat-
lichen Steuerverfahren vorgesehenen üblichen Mittel zur Beschaffung von In-
formationen ausgeschöpft hat (sog. Subsidiaritätsprinzip). Der ersuchende
Staat muss seine innerstaatlichen Mittel mindestens soweit ausüben, dass er
das Ermittlungsobjekt genügend präzisiert hat. Ansonsten ist die Gewährung
von Amtshilfe nicht möglich (Urteile des BVGer A-4992/2016 vom 29. Novem-
ber 2016 E. 5.2 und 11; A-4414/2014 vom 8. Dezember 2014 E. 3.1.1).
Was unter den «üblichen Mitteln» zu verstehen ist, wird im DBA CH-NL
nicht weiter definiert. Aus der Auslegung der fraglichen Bestimmung nach völ-
kerrechtlichen Regeln ergibt sich, dass nicht das Ausschöpfen «sämtlicher»
möglicher Mittel verlangt wird (vgl. dazu statt vieler: Urteil des BVGer
A-4414/2014 vom 8. Dezember 2014 E. 3.1.1). Vielmehr kann ein Mittel als
nicht mehr «üblich» bezeichnet werden, wenn es dem ersuchenden Staat – im
Vergleich zu einem Amtshilfeersuchen – einen unverhältnismässigen Aufwand
verursachen würde oder wenn die Erfolgschancen als sehr gering einzuschät-
zen sind. Dem ersuchenden Staat wird somit eine gewisse Freiheit belassen,
um zu entscheiden, in welchem Zeitpunkt er ein Amtshilfeersuchen stellen
möchte (Urteil des BVGer A-3716/2015 vom 16. Februar 2016 E. 3.3.1). Das
Subsidiaritätsprinzip dient denn auch vor allem dazu, den ersuchten Staat vor
Überforderung zu schützen (vgl. HARALD SCHAUMBURG, in: Schaumburg
[Hrsg.], Internationales Steuerrecht, 4. Aufl., Köln 2017, Rz. 22.80 S. 1273; MI-
CHAEL ENGELSCHALK, in: Vogel/Lehner [Hrsg.], Doppelbesteuerungsabkom-
men, 6. Aufl., München 2015, Art. 26 Rz. 35).
http://links.weblaw.ch/BVGer-A-4414/2014 http://links.weblaw.ch/BVGer-A-3716/2015
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Seite 12
Das Steueramtshilfegesetz kennt im Übrigen eine vergleichbare Regelung
(Art. 6 Abs. 2 Bst. g StAhiG; CHARLOTTE SCHODER, Praxiskommentar zum Bun-
desgesetz über die internationale Amtshilfe in Steuersachen, 2014, Art. 6
Rz. 61). Diese hat – wie auch die Abkommensbestimmung – gemäss Botschaft
des Bundesrats vom 6. Juli 2011 zum Erlass eines Steueramtshilfegesetzes
primär das Ziel, «fishing expeditions» zu verhindern (BBl 2011 6193, S. 6206;
vgl. zum Abkommen: Botschaft des Bundesrates vom 25. August 2010 zur Ge-
nehmigung eines Doppelbesteuerungsabkommens zwischen der Schweiz und
den Niederlanden, BBl 2010 5787 S. 5802; Urteil des BVGer A-4414/2014 vom
8. Dezember 2014 E. 3.1.1).
Dass es der ersuchenden Behörde möglich wäre, eine betroffene Person mit-
tels Zwangsmassnahmen zur Herausgabe der Informationen aufzufordern,
führt nicht dazu, dass (noch) kein Amtshilfeersuchen gestellt werden darf, ins-
besondere dann, wenn die Person gemäss dem anwendbaren Recht zur Ein-
reichung aller wesentlichen Unterlagen verpflichtet ist (vgl. Urteil des BVGer
A-4414/2014 vom 8. Dezember 2014 E. 4.2.5).
2.6.2 Aufgrund des völkerrechtlichen Vertrauensprinzips besteht kein Anlass,
an einer von der ersuchenden Behörde abgegebenen Erklärung der Ausschöp-
fung aller üblichen, nicht mit unverhältnismässigen Schwierigkeiten verbunde-
nen innerstaatlichen Mittel zu zweifeln, es sei denn, es liege ein gegen die Ein-
haltung des Subsidiaritätsprinzips sprechendes, ernsthafte Zweifel an der Rich-
tigkeit der Erklärung begründendes konkretes Element vor (vgl. E. 2.2;
BGE 144 II 206 E. 3.3.2; Urteil des BGer 2C_904/2015 vom 8. Dezember 2016
E. 7.2; Urteile des BVGer A-4144/2018 vom 28. Mai 2019 E. 2.1.1;
A-6037/2017 vom 8. Januar 2019 E. 2.7.2).
3.
Im vorliegenden Verfahren gilt es zu prüfen, ob die Vorinstanz dem niederlän-
dischen Amtshilfeersuchen zurecht stattgegeben hat bzw. ob sich die angefoch-
tene Schlussverfügung als bundesrechtskonform erweist.
3.1 Der Beschwerdeführer macht zunächst eine Verletzung seines rechtlichen
Gehörs geltend, weil ihn die Vorinstanz nicht gemäss Art. 14 Abs. 2 StAhiG über
das Amtshilfeverfahren informiert habe. Der Beschwerdeführer verkennt, dass
gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung Art. 14 Abs. 2 StAhiG die ESTV
nur dann dazu verpflichtet, Drittpersonen über das Amtshilfeverfahren zu infor-
mieren, wenn es «evident» ist, dass ihnen Parteistellung zukommt, was im Prin-
zip nicht der Fall ist (s. Urteil des BGer 2C_1037/2019 vom 27. August 2020
E. 6.2 [nicht publiziert in BGE 147 II 116] mit Verweis auf Urteil des BGer
http://links.weblaw.ch/BBl-2011-6193 http://links.weblaw.ch/BBl-2010-5787 http://links.weblaw.ch/BVGer-A-4414/2014 http://links.weblaw.ch/BVGer-A-4414/2014 http://links.weblaw.ch/2C_904/2015 http://links.weblaw.ch/BVGer-A-4144/2018 http://links.weblaw.ch/BVGer-A-6037/2017
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2C_687/2019 vom 13. Juli 2020 E. 6.2). Der Beschwerdeführer ist nicht als for-
mell betroffene Person anzusehen (s. hierzu Urteil des BVGer A-4192/2020,
A-4194/2020, A-4196/2020 vom 25. März 2021 E. 2.2.1), weshalb er – im Un-
terschied zur betroffenen Person – auch nicht per se bzw. automatisch zu be-
nachrichtigen war. Entsprechend ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz
den Beschwerdeführer über das vorliegende Amtshilfeverfahren nicht informiert
hat (vgl. hierzu ausführlich BGE 146 I 172 E. 7.4 ff.), denn allein der Umstand,
dass er im Ersuchen und in den zur Übermittlung vorgesehenen Unterlagen
erwähnt ist, führt nach dieser höchstrichterlichen Rechtsprechung nicht zu einer
Benachrichtigungspflicht über das Verfahren. Der Beschwerdeführer trägt denn
auch nicht substantiiert vor, inwiefern er «evidenterweise» genügend betroffen
gewesen ist und entsprechend hätte informiert werden müssen. Im Übrigen ist
festzuhalten, dass der Beschwerdeführer Gelegenheit hatte, bei der Vorinstanz
und nun vor Bundesverwaltungsgericht sich zur Sache zu äussern. In Anbe-
tracht dieser Umstände, sieht das Gericht im vorliegenden Fall keine Gründe,
von einer Verletzung des rechtlichen Gehörs auszugehen.
3.2 Betreffend das Ersuchen des BD ist vorwegzunehmen, dass es konkrete
Fragen beinhaltet, die sich auf eine identifizierte Person im Rahmen einer im
ersuchenden Staat laufenden Untersuchung beziehen. Somit erfüllt das vorlie-
gend zu beurteilende Amtshilfeersuchen des BD die formellen Voraussetzun-
gen gemäss Protokoll zum DBA CH-NL in Paragraph XVII Bst. b (vgl. E. 2.5.1
f.). Das Ersuchen erweist sich diesbezüglich als hinreichend konkret. Entgegen
den Behauptungen des Beschwerdeführers ist die Tatsache, dass dieser nur
anhand einer Checkzahlung identifiziert wird, in Übereinstimmung mit der bun-
desverwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung nicht mit einer Informationsbe-
schaffung vergleichbar, deren Ziel es ist, die formalen Anforderungen eines
Amtshilfeersuchens zu umgehen (s. Urteil des BVGer A-1342/2019 vom 2. Sep-
tember 2020 E. 7.3). Die Argumente des Beschwerdeführers, es handle sich im
vorliegenden Fall um eine unzulässige «fishing expedition» und «eine Missach-
tung der formellen Anforderungen», überzeugen somit nicht.
3.3
3.3.1 Es ist grundsätzlich Sache des ersuchenden Staats zu bestimmen, wel-
che Informationen für die Besteuerung voraussichtlich erheblich sind
(s. E. 2.4.5). Der BD möchte mit dem Ersuchen insbesondere die Herkunft des
Zahlungseingangs bei der betroffenen Person untersuchen und damit feststel-
len, ob die Einzahlung von einem anderen Konto der betroffenen Person oder
von einer anderen Person stammt. Denn nach den Ausführungen des BD im
Ersuchen könne bei der Einzahlung durch eine andere Person eine Schenkung,
Ablösung oder Ähnliches vorliegen. Die vom BD im Zusammenhang mit der
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Besteuerung der betroffenen Person ersuchten Informationen betreffend Her-
kunft der Einzahlung erscheinen damit vorliegend als geeignet, die Einkom-
mensbesteuerung und damit die Steuersituation der betroffenen Person in den
Niederlanden zu beeinflussen. Der im Ersuchen genannte Sachverhalt hängt
überdies mit den verlangten Informationen sowie den ersuchten Dokumenten
rechtsgenügend zusammen. Die ersuchten Informationen sind demnach dazu
geeignet, im ausländischen Verfahren gegen die betroffene Person verwendet
zu werden. Damit ist in casu – in Übereinstimmung mit den Erwägungen in der
Schlussverfügung der Vorinstanz – die voraussichtliche Erheblichkeit von
grundsätzlich sämtlichen Informationen gegeben.
3.3.2 Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers ist es nicht Aufgabe des
Amtshilfeverfahrens abzuklären, ob die Zahlung im Rahmen einer Scheidung
erfolgte bzw. sie in den Niederlanden steuerlich relevant ist. Würde die ESTV
als ersuchte Behörde derartige Fragen abklären, würde sie dem Steuerverfah-
ren im ersuchenden Staat vorgreifen, was mit dem Zweck des Amtshilfeverfah-
rens nicht zu vereinbaren wäre (Urteil des BGer 2C_936/2020 vom 28. Dezem-
ber 2021 E. 5.5.2). Zudem ist nicht auszuschliessen, dass auch die weiteren
Angaben betreffend die beschwerdeberechtigte Person auf den zu übermitteln-
den Bankunterlagen voraussichtlich erheblich sind. Dies trifft auch auf die Infor-
mation «One of the 500 richest Duch nationals, total assets estimated: EUR 99
mio» zu. Im Steuerverfahren der Ex-Ehefrau kann die Vermögenssituation des
Ex-Ehemannes durchaus von Relevanz sein. Die betreffenden Schwärzungs-
anträge sind demnach abzuweisen.
3.3.3 Entsprechend misslingt es dem Beschwerdeführer mit den unsubstanti-
ierten Behauptungen (die Informationen «seien gesamthaft nicht voraussicht-
lich erheblich») aufzuzeigen, dass ein Zusammenhang zwischen den verlang-
ten Informationen und der in den Niederlanden durchgeführten Untersuchung
betreffend die betroffene Person wenig wahrscheinlich erscheint. Der Be-
schwerdeführer vermag mit seinen Argumenten (es würde bereits das Doku-
ment «Anti-Money Laundering Declaration – Issue of Check» ausreichen) nicht
substantiiert die Erklärungen des BD sofort zu entkräften (s. E. 2.2). Deshalb
besteht aufgrund des völkerrechtlichen Vertrauensprinzips gerade kein Anlass
(s. E. 2.2), an der Richtigkeit der Ausführungen und Erklärungen der ersuchen-
den Behörde zu zweifeln.
3.4 Der Beschwerdeführer beantragt schliesslich die Ergänzung von Disposi-
tivziff. 4 der Schlussverfügung mit dem Zusatz «ausschliesslich in Steuerstraf-
sachen». Nach der ständigen Praxis des Bundesverwaltungsgerichts bedeutet
das Spezialitätsprinzip, dass der ersuchende Staat die vom ersuchten Staat
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erlangten Informationen einzig in Bezug auf Personen oder Handlungen ver-
wenden darf, für welche er sie verlangt und der ersuchte Staat sie gewährt hat
(vgl. Art. 26 Abs. 2 DBA CH-NL; Urteil des BVGer A-108/2018 vom 13. Februar
2020 E. 10.1 mit weiteren Hinweisen). Das völkerrechtliche Vertrauensprinzip
spielt ebenfalls eine Rolle in Bezug auf das Spezialitätsprinzip. Gestützt auf das
Vertrauensprinzip kann grundsätzlich als selbstverständlich vorausgesetzt wer-
den, dass der Spezialitätsgrundsatz durch Staaten eingehalten wird, die mit der
Schweiz durch einen Amts- oder Rechtshilfevertrag verbunden sind
(vgl. BGE 128 II 407 E. 3.2 und 4.3.1; 115 Ib 373 E. 8; 107 Ib 264 E. 4b).
Folglich ist die Wahrung des Grundsatzes erst bei konkreten Anhaltspunkten
auf eine zweckwidrige Verwendung im ersuchenden Staat zu überprüfen, wel-
che vorliegend weder substantiiert durch den Beschwerdeführer geltend ge-
macht noch sonst wie ersichtlich sind (vgl. BGE 146 II 150 E. 7.3; 128 II 407
E. 3.2; BVGE 2018 III/1 E. 2.9.1). Die in den Unterlagen erwähnten Drittperso-
nen, so auch der Beschwerdeführer, sind damit vorliegend durch das Speziali-
tätsprinzip hinreichend geschützt, welches auch eine persönliche Dimension
aufweist (BGE 146 I 172 E. 7.1.3; Urteil des BGer 2C_537/2019 vom 13. Juli
2020 E. 3.4.3 und 3.5 [zur Publikation vorgesehen]). Im Weiteren sieht Art. 26
Abs. 2 DBA CH-NL vor, dass ein Vertragsstaat die erhaltenen Informationen für
andere Zwecke, d.h. auch für Strafzwecke, verwenden kann, wenn solche Infor-
mationen nach dem Recht beider Staaten für solche andere Zwecke verwendet
werden dürfen und die zuständige Behörde desjenigen Staates, der die Infor-
mationen erteilt hat, dieser anderen Verwendung zustimmt.
Die ESTV hat den Spezialitätsvorbehalt gemäss Art. 26 Abs. 2 DBA CH-NL in
Dispositiv-Ziff. 4 korrekt wiedergegeben und zusätzlich darauf hingewiesen, die
übermittelten Informationen dürften im ersuchenden Staat nur in Verfahren ge-
gen die (namentlich genannte) betroffene Person und nur für den im Ersuchen
genannten Sachverhalt verwendet werden. Für das Bundesverwaltungsgericht
ist denn auch nicht ersichtlich, inwieweit die Formulierung der Dispositiv-Ziff. 4
in der Schlussverfügung nicht rechtssprechungsgemäss und bundesrechtskon-
form sein sollte (s. hierzu Urteil des BGer 2C_537/2019 vom 13. Juli 2020
E. 3.7 [zur Publikation vorgesehen] sowie das Urteil des BVGer A-5082/2018
vom 22. Mai 2019 E. 4.1 und E. 7). Die vom Beschwerdeführer verlangte An-
passung der vorinstanzlichen Dispositiv-Ziff. 4 der Schlussverfügung ist ent-
sprechend abzuweisen.
3.5 Andere Gründe, die im vorliegenden Fall gegen eine Gewährung von Amts-
hilfe sprechen würden, sind weder geltend gemacht noch sonst ersichtlich. Die
Beschwerde ist dementsprechend abzuweisen.
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4.
4.1 Ausgangsgemäss hat der unterliegende Beschwerdeführer die Verfahrens-
kosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Diese sind auf Fr. 5'000.- festzulegen
(vgl. Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die
Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE; SR
173.320.2]). Der einbezahlte Kostenvorschuss ist zur Bezahlung dieser Kosten
zu verwenden.
4.2 Eine Parteientschädigung ist nicht zuzusprechen (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG
e contrario und Art. 7 Abs. 1 VGKE e contrario sowie Art. 7 Abs. 3 VGKE).
5.
Dieser Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Amtshilfe in Steuersachen
kann gemäss Art. 83 Bst. h des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das
Bundesgericht (BGG; SR 173.110) innerhalb von 10 Tagen nur dann mit Be-
schwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht wei-
tergezogen werden, wenn sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeu-
tung stellt oder wenn es sich aus anderen Gründen um einen besonders be-
deutenden Fall im Sinne von Art. 84 Abs. 2 BGG handelt (Art. 84a und Art. 100
Abs. 2 Bst. b BGG). Ob dies der Fall ist, entscheidet das Bundesgericht.
Das Dispositiv befindet sich auf der folgenden Seite.
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