Decision ID: 28364c54-42d9-55c9-ab99-49f57691d0c6
Year: 2008
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer, eigenen Angaben zufolge ein georgischer Staatsangehöriger aus Z._ (Region Satschkheri), am 5. November 2008 in der Schweiz um Asyl nachsuchte,
dass das BFM am 18. November 2008 im Transitzentrum Altstätten die Personalien des Beschwerdeführers erhob und ihn summarisch zum Reiseweg und zu den Gründen für das Verlassen des Heimatlandes befragte und ihn am 27. November 2008 einlässlich zu den  anhörte,
dass das BFM mit - am gleichen Tag eröffneter - Verfügung vom 1.  2008 in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a des  vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz verfügte und deren Vollzug anordnete,
dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 2. Dezember 2008 () gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht  erhob und beantragte, die Verfügung des BFM sei  und ihm sei politisches Asyl zu gewähren,

und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden  Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) des BFM  (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-34 des  vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),
dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung  berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung  Änderung hat und daher zur Einreichung der  legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass somit auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde - unter nachstehendem Vorbehalt - einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 Abs. 1 VwVG),
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dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen (Art. 32-35 AsylG), die Beurteilungskompetenz der  grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,
dass sich demnach die Beschwerdeinstanz - sofern sie den  als unrechtmässig erachtet - einer selbständigen  Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl.  und Mitteilungen der Schweizerischen  [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),
dass deshalb auf die Beschwerde nicht einzutreten ist, soweit der  beantragt, es sei ihm politisches Asyl zu gewähren,
dass indessen im Falle des Nichteintretens auf ein Asylgesuch  Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG über das Nichtbestehen der Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, soweit dies im Rahmen einer summarischen Prüfung möglich ist (vgl. Entscheide des Bundesverwaltungsgerichts [BVGE] 2007/8 insbes. E. 5.6.5 S. 90 f.),
dass dementsprechend in einem diesbezüglichen  ungeachtet der vorzunehmenden Überprüfung eines formellen Nichteintretensentscheides auch die Flüchtlingseigenschaft  bildet (vgl. a.a.O. E. 2.1 S. 73),
dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs  prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle Kognition zukommt,
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in  Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters  einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine
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solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen  verzichtet wurde,
dass auf ein Asylgesuch nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG),
dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet, wenn  glaubhaft machen können, sie seien dazu aus entschuldbaren Gründen nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), auf Grund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die  festgestellt wird (Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG) oder sich auf Grund der Anhörung erweist, dass zusätzliche Abklärungen zur  der Flüchtlingseigenschaft oder eines  nötig sind (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),
dass der Beschwerdeführer es unterliess, im Moment der Einreichung des Asylgesuches am 5. November 2008 im Empfangs- und  (EVZ) in Vallorbe bzw. in den 48 Stunden nach der  Aufklärung durch Vorhalt eines Informationsblattes ein  zu seiner zweifelsfreien Identifizierung abzugeben,
dass damit die in Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG statuierte  für ein Nichteintreten wegen fehlender Papiere vorliegend  ist,
dass der Beschwerdeführer als Ursache der Nichtabgabe von Reise- oder Identitätspapieren erklärte, er habe den Pass zuhause in Z._ zurückgelassen und die Identitätspapiere habe er in Izmir ca. am 25. Oktober 2008 verloren (vgl. act. A1/12 S. 4 und A9/8 S. 3),
dass der Fahrer des LKW, in welchem er versteckt im Laderaum  sei, während der Reise von der Türkei bis in die Schweiz bloss einmal kontrolliert worden sei (vgl. act. A9/8 S. 3),
dass er unterwegs meistens geschlafen habe und nicht viel von der Reise bemerkt habe (vgl. act. A9/8 S. 3),
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dass das BFM das Vorliegen von entschuldbaren Gründen für das Nichtabgeben von Reise- und Identitätspapieren verneinte, dies mit der Begründung, dass die Erklärung, das Haus, indem sich der  befinde, sei abgeschlossen, so dass der Nachbar, dem er  habe, nicht hinein gelangen könne, fadenscheinig sei,
dass die Aussagen des Beschwerdeführers über seine Reise von der Türkei in die Schweiz realitätsfremd seien, weil er ausgesagt habe, der Chauffeur sei lediglich einmal während der ganzen Reise behördlich kontrolliert worden,
dass der Aussage des Beschwerdeführers, er habe unterwegs  geschlafen, zu entgegnen sei, dass er just bei der Erledigung der Grenzformalitäten durch den Chauffeur erwartungsgemäss höchst  gewesen sein dürfte und dabei wohl kaum hätte schlafen können,
dass derart realitätsfremd dargelegte Vorbringen bezeichnend für  seien, die nicht gewillt seien, innert Frist ihre Identität mittels Dokumenten gegenüber dem BFM zu belegen,
dass in der Beschwerde rudimentär der zur Begründung des  geltend gemachte Sachverhalt wiederholt wird, aber nicht  dargetan wird, inwiefern die Erwägungen in der  Verfügung unzutreffend sein sollen,
dass sich der Beschwerdeführer zudem widersprüchlich über das  seiner Identitätskarte äusserte, da er am 18.  2008 und 27. November 2008 zu Protokoll gab, er habe die  verloren, zugleich am 18. November 2008 bei der Befragung zur Person angab, er sei ohne Papiere gereist (vgl. act. A1/12 S. 8) und andererseits in der Beschwerde erwähnte, die Identitätskarte sei ihm gestohlen worden,
dass der Beschwerdeführer im Übrigen unstimmige Angaben bei der Anhörung machte, in dem er einerseits erklärte, niemand könne in sein Haus hineingelangen, um seinen Pass zu holen, weil es  sei und sich die Mutter in Russland aufhalte, andererseits aber zu Protokoll gab, die Osseten seien - gemäss den Angaben  Verlobten - noch in der Nacht vom 5. auf den 6. September 2008 zu ihm nach Hause gekommen und hätten im ganzen Haus randaliert und manche Sachen mitgenommen (vgl. act. A9/8 S. 3, 4 und 5), was
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sich indes mit der Aussage, dass Haus sei verschlossen nicht vereinbaren lässt,
dass das BFM unter diesen Umständen - nach Prüfung der Akten auch aus Sicht des Bundesverwaltungsgerichts - zu Recht davon  ist, für das Nichteinreichen von Reise- oder Identitätspapieren  der Frist von 48 Stunden nach Einreichen des Asylgesuchs würden keine entschuldbaren Gründe vorliegen,
dass der Beschwerdeführer zur Begründung des Asylgesuchs im  geltend machte, er habe in der Nacht vom 5. auf den 6. September 2008 zwei Georgier befreit, die von Osseten als Geiseln in einem Keller in Y._ gefangen wurden,
dass er seither von den Osseten verfolgt werde, weshalb er ausgereist sei,
dass für weitere Einzelheiten betreffend den zur Begründung des  geltend gemachten Sachverhalt auf die Protokolle der  vom 18. November 2008 und der Anhörung vom 27. November 2008 sowie die Verfügung vom 1. Dezember 2008 zu verweisen ist,
dass das BFM in der angefochtenen Verfügung mit zutreffender  dargelegt hat, weshalb die geltend gemachten , sofern aufgrund seiner unsubstanziierten und  Schilderung überhaupt glaubhaft, nicht asylrelevant seien,
dass diesbezüglich auf die Erwägungen in der angefochtenen  zu verweisen ist,
dass der Beschwerdeführer in der Eingabe vom 2. Dezember 2008 geltend machte, er könne aufgrund der vorgefallenen Ereignisse im Zusammenhang mit dem Militärkonflikt auf keinen Fall nach Georgien zurückkehren,
dass selbst wenn ihm seine Vorbringen zur Asylbegründung geglaubt würden, dieser Einwand im vorliegenden Fall nicht darzulegen vermag, warum er mit georgischer Volkszugehörigkeit in Georgien nicht eine  Fluchtalternative in Anspruch nehmen kann, zumal er sich gemäss Protokoll vom 18. November 2008 bereits für Bauarbeiten für ein, manchmal für zwei Monate ab und zu in Tiflis aufgehalten hat (vgl. act. A1/12 S. 1),
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dass unter diesen Umständen ohne weitere Erörterungen festgestellt werden kann, dass das Bestehen der Flüchtlingseigenschaft des  offensichtlich ausgeschlossen werden kann und auch nicht zusätzliche Abklärungen im Sinne von Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG notwendig sind,
dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,
dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die  aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein  auf Erteilung einer solchen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht  wurde,
dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den  Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern , wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]),
dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn  Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),
dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land  werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),
dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung dieser massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen,  das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen
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Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung ersichtlich sind, die im Heimat- oder Herkunftsstaat droht,
dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als  erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),
dass sich die allgemeine Lage in Georgien, seit dem die russischen Truppen am 12. August 2008 die Kampfhandlungen einstellten, wieder beruhigte und auch keine individuellen Gründe auf eine konkrete  im Falle einer Rückkehr schliessen lassen,
dass der Beschwerdeführer in der Eingabe vom 2. Dezember 2008 zwar geltend machte, kein Zuhause mehr in seinem Dorf Z._ zu haben und seine Mutter sei nach Russland zu ihrem Bruder gezogen, er jedoch gemäss seinen Aussagen über einen Onkel väterlicherseits in Z._ verfügt (vgl. act. A1/12 S. 3) und der Beschwerdeführer zudem gemäss eigenen Angaben ab und zu in Tiflis auf dem Bau gearbeitet und dort mit anderen Bauarbeitern eine Wohnung gemietet hat (vgl. act. A1/12 S. 2),
dass deshalb davon auszugehen ist, der junge und den Akten zufolge gesunde Beschwerdeführer verfüge in Z._ wie in Tiflis über ein Beziehungsnetz und zudem, aufgrund seiner früheren Arbeitstätigkeit auf dem Bau, über die Möglichkeit, sich dort bei einer Rückkehr eine neue Existenz aufzubauen,
dass der Vollzug der Wegweisung somit nicht unzumutbar im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG ist,
dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den  schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse  (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG),
dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt
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oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde  ist, soweit auf diese einzutreten ist,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.-- (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
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