Decision ID: 11ab7657-cc1a-46de-9fd6-6b2b243ab0ad
Year: 2021
Language: de
Court: AG_VSG
Chamber: AG_VSG_002
Canton: AG
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten:
1. Der Beschwerdeführer ist ein Verein mit Sitz in _mit dem Zweck, _. Er nahm mit Eingabe vom 25. März 2020 beim  eine Voranmeldung von Kurzarbeit für die Zeit ab dem 16. März 2020 für den Gesamtbetrieb vor. Am 4. Mai 2020 passte der Beschwerdeführer seine Voranmeldung an und unterteilte diese in die Betriebsabteilungen B (14 Mitarbeitende) und C (3 Mitarbeitende). Mit Verfügung vom 7. Mai 2020 erhob der Beschwerdegegner Einspruch gegen die Auszahlung von  für den Gesamtbetrieb. Eine dagegen erhobene  hiess der Beschwerdegegner teilweise gut und erhob mit  vom 29. Juni 2020 gegen die Auszahlung von  für die Betriebsabteilung B weiterhin Einspruch,  hingegen einen Anspruch auf Auszahlung von  für die Betriebsabteilung C für die Zeit vom 17. März 2020 bis 31. August 2020, sofern die übrigen Anspruchsvoraussetzungen erfüllt seien.
2. 2.1. Dagegen erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 31. August 2020 fristgerecht Beschwerde und stellte folgende Anträge:
" 1. Der Entscheid des Departements Volkswirtschaft und Inneres, Amt für Wirtschaft und Arbeit, Amtsstelle Arbeitslosenversicherung, vom 29. Juni 2020 sei aufzuheben und wie folgt zu ändern:
"Ihre Einsprache wird gutgeheissen. Der Anspruch auf Ausrichtung von Kurzarbeitsentschädigung wird für die Betriebsabteilung "Gesamtbetrieb" bejaht."
2. Eventualiter: Der Entscheid des Departement Volkswirtschaft und Inneres, Amt für Wirtschaft und Arbeit, Amtsstelle Arbeitslosenversicherung, vom 29. Juni 2020 sei aufzuheben und wie folgt zu ändern:
"Ihre Einsprache wird gutgeheissen. Der Anspruch auf Ausrichtung von Kurzarbeitentschädigung für die Betriebsabteilungen "C, D, E, F, G, H" wird bejaht."
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. MWSt) zu Lasten der ."
2.2. Mit Vernehmlassung vom 15. September 2020 beantragte der  die Abweisung der Beschwerde.
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Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung:
1. Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf  für die Betriebsabteilung "B". Der Beschwerdegegner lehnte den Anspruch im Wesentlichen mit der Begründung ab, für die  "B" bestehe aufgrund der hauptsächlich spendenlastigen Finanzierung kein direkter Kontakt mit dem Markt, somit kein finanzielles Betriebsrisiko und damit kein unmittelbar drohender Arbeitsplatzverlust (Vernehmlassungsbeilage [VB] 15 f.). Der Beschwerdeführer bringt  vor, durch die _ sei nachweislich ein Spendenrückgang zu verzeichnen. Zudem biete er neben _ verschiedene  an, welche sich an eine breite Öffentlichkeit richteten und in direktem Kontakt zum Markt ständen. Zweifelsohne gelte dies für D und E sowie G. Der Personalbestand richte sich nach dem Leistungsangebot. Wenn  wegfielen oder nur noch eingeschränkt möglich seien, komme es zu Arbeitsausfällen, welche einen Personalabbau zur Folge haben könnten. Es bestehe daher durchaus ein Betriebsrisiko (Beschwerde S. 8 f.). Sollte ein Anspruch für den Gesamtbetrieb verneint werden, weil _als solcher nicht als anspruchsberechtigt gelte, sei der Anspruch für die  "C, D, E, F, G, H" zu bejahen (Beschwerde S. 10).
2. 2.1. Vorab wird die Möglichkeit einer Aufteilung des Gesamtbetriebes (ohne C) in die Abteilungen D, E, F, G, H geprüft, wobei zusätzlich der Betriebsteil B (betreffend _usw. [vgl. Beschwerde S. 3]) entstehen würde.
2.2. 2.2.1. Gemäss Art. 31 Abs. 1 AVIG haben Arbeitnehmer, deren normale  verkürzt oder deren Arbeit ganz eingestellt ist, Anspruch auf , wenn sie für die Versicherung beitragspflichtig sind oder das Mindestalter für die Beitragspflicht in der AHV noch nicht erreicht haben (lit. a), der Arbeitsausfall anrechenbar ist (lit. b), das  nicht gekündigt ist (lit. c) und der Arbeitsausfall voraussichtlich  ist und erwartet werden darf, dass durch Kurzarbeit ihre  erhalten werden können (lit. d). Diese Voraussetzungen müssen  erfüllt sein (BGE 121 V 371 E. 2a S. 373 f.). Damit der Arbeitsausfall angerechnet werden kann, wird vorausgesetzt, dass dieser je  mindestens 10 Prozent der Arbeitsstunden ausmacht, die von den Arbeitnehmern des Betriebes normalerweise insgesamt geleistet werden (Art. 32 Abs. 1 lit. b AVIG).
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2.2.2. Nach Art. 32 Abs. 4 AVIG bestimmt der Bundesrat, unter welchen  eine Betriebsabteilung einem Betrieb gleichgestellt ist. Gemäss dem gestützt auf diese Bestimmung erlassenen Art. 52 Abs. 1 AVIV ist dies der Fall, wenn sie eine mit eigenen personellen und technischen Mitteln ausgestattete organisatorische Einheit bildet, die einer eigenen  Leitung untersteht oder Leistungen erbringt, die auch von  Betrieben erbracht und auf dem Markt angeboten werden . Gegen eine Betriebsabteilung spricht gemäss Rz. C33 ff. des  des SECO über die Kurzarbeitsentschädigung in den  Fassungen (KS KAE) eine enge personelle und technische  mit anderen betrieblichen Einheiten wie z.B. reger  von einer Abteilung zur anderen. Keine Betriebsabteilung liege vor, wenn die Gruppe nur wenige Arbeitnehmende oder gar nur einzelne  erfasse. Ein Unternehmen kann zudem nicht künstlich in  aufgeteilt werden, nur um in den Genuss des kontinuierlichen  auf die Zulage für seine verschiedenen Bereiche zu kommen oder um die Mindestschwelle von 10 % für den Anspruch auf  erreichen zu können (RUBIN BORIS, in: Commentaire de la loi sur l'assurance-chômage, 2014, N. 23 zu Art. 32 AVIG)
2.3. In der vom Beschwerdeführer ins Recht gelegten "Übersicht über den Rückgang der Einnahmen" im Vorjahresvergleich gehen für die  Tätigkeitsbereiche im Jahr 2019 hochgerechnet auf zwölf Monate gerundet folgende Umsätze hervor (Beschwerdebeilage [Bb] 2; in Klammer die Erträge gemäss Übersicht "Finanzierung A 2019" [VB 70]):
E: Fr. 21'900.00 D: Fr. 11'250.00 G: Fr. 3'400.00 (keine Angabe) H: Fr. 9'100.00 (Fr. 11'003.00) F: keine Angabe (Fr. 715.00)
("_": Fr. 58'271.00)
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2.4. Weder weisen diese Umsätze je Betriebsabteilung auf einen  von mehr als (wenn überhaupt) einer Vollzeitstelle hin, noch geht aus den Akten hervor, dass die entsprechenden Angestellten nur einer der  Betriebsabteilung zuzuordnen wären. Vielmehr weisen die  des Beschwerdeführers in seiner Voranmeldung von Kurzarbeit vom 25. März 2020, wonach E und G via Z AG betrieben würden und die Lohnkosten "bei Bedarf" an die Z AG weiterverrechnet würden (VB 74), sowie der in der "Übersicht über den Rückgang der Einnahmen" nicht  Personalaufwand (Bb 2; sofern aufgrund dessen Mangel  von entlöhnter und nicht freiwilliger Arbeit durch die Vereinsmitglieder auszugehen ist) auf eine enge personelle und technische Verflechtung sämtlicher Mitarbeitenden zwischen den vorgebrachten betrieblichen  selbst sowie dem Bereich B hin. Vor diesem Hintergrund ist eine über den Bereich C hinausgehende Aufteilung des Gesamtbetriebes in  ausgeschlossen. Es bleibt demnach der Anspruch des Gesamtbetriebes (ohne C) auf Kurzarbeitsentschädigung zu prüfen.
3. 3.1. Neben der Verhinderung des Eintritts von Ganzarbeitslosigkeit dient die Kurzarbeitsentschädigung der Erhaltung von Arbeitsplätzen im Interesse sowohl der Arbeitnehmer als auch der Arbeitgeber, indem die Möglichkeit der Erhaltung eines intakten Produktionsapparates über die Zeit der  hinweg geboten wird (BARBARA KUPFER BUCHER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum AVIG, 5. Aufl. 2019, S. 18 ff. mit Verweis auf BGE 120 V 521 E. 3b S. 525; BGE 121 V 371 E. 3a S. 375). Nach Art. 32 Abs. 1 AVIG ist ein Arbeitsausfall als Grundvoraussetzung des Anspruchs auf Kurzarbeitsentschädigung (vgl. E. 2.2.1. hiervor) sodann grundsätzlich nur dann anrechenbar, wenn er auf einen wirtschaftlichen Grund  ist, der die Existenz des Unternehmens gefährden könnte. Liegt  kein Betriebsrisiko vor, wie dies beispielsweise regelmässig bei -rechtlichen Arbeitgebern der Fall ist, besteht kein Anspruch auf  (RUBIN BORIS, in: Commentaire de la loi sur l'-chômage, 2014, N. 22 zu Art. 31 AVIG). Ein anrechenbarer  und damit ein Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung besteht demnach nur dann, wenn durch die wirtschaftlich (oder vorliegend durch behördliche Massnahmen) bedingten ausfallenden Arbeitsstunden Güter oder Dienstleistungen nicht produziert oder erbracht werden können und dadurch ein direkt dem Produkt oder der Dienstleistung zuordenbarer  bzw. Entgelt wegfällt (vgl. auch SECO Weisung Aktualisierung « aufgrund der Pandemie in den Fassung 2020/08 bis 2020/12 [jeweils rückwirkend gültig ab 1. März 2020], wonach die  für Unternehmen eingeführt worden sei, die Waren , Dienstleistungen erbringen, in einem direkten Kontakt mit dem
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Markt stehen und ihr eigenes Betriebsrisiko tragen [unterschiedliche , vgl. bspw. Weisung 2020/08 S. 7]; abgelöst durch die Fassung 2020/15 [rückwirkend gültig ab 1. März 2020], wonach eine Organisation, z.B. ein Verein oder eine Genossenschaft, deren Zweckbestimmung das Wohlergehen ihrer Mitglieder sei und die sich durch Mitgliederbeiträge , keine wirtschaftliche Einbusse erleide und die Arbeitsplätze nicht gefährdet seien. Daher bestehe kein Anspruch auf , auch wenn die Arbeit von Angestellten vorübergehend aufgrund  Massnahmen ausgesetzt werden müsse. Ein Verein, der  erbringe und sich aus den dafür erhaltenen Entgelten finanziere (z.B. Verkaufserlöse, Eintrittsgebühren), könne jedoch aufgrund  Massnahmen eine wirtschaftliche Einbusse erleiden und die  könnten gefährdet sein. Daher könne der Anspruch auf  erfüllt sein, wenn die übrigen Bedingungen erfüllt seien [ unvermeidbar, nicht durch wirtschaftlich tragbare Massnahmen vermeidbar, mindestens 10 %, vorübergehend, Art der Arbeitsverträge] [Weisung 2020/15 S. 13]). Als Entgelt gilt ein Vermögenswert, den der Empfänger oder an seiner Stelle eine Drittperson für den Erhalt einer  aufwendet. Zwischen Leistung und Entgelt muss eine innere  Verknüpfung bestehen (GEIGER FELIX, in: GEIGER /SCHLUCKEBIER REGINE, MWSTG Kommentar, Schweizerisches  über die Mehrwertsteuer, 2. Aufl., Zürich 2019, zu Art. 3 Begriffe N. 59).
Spenden, als freiwillige Zuwendung, ohne dass hierfür eine Gegenleistung im mehrwertsteuerlichen Sinn erwartet wird (vgl. Legaldefinition Spende in Art. 3 lit. i MWSTG), kommt dieser direkte Leistungscharakter nicht zu. Ein Arbeitsausfall, der einzig einen Rückgang von Spenden zur Folge hat, ist daher nicht anrechenbar im Sinne von Art. 31 ff. AVIG (vgl. auch Antwort des Bundesrates vom 19. August 2020 auf die Anfrage 20.1006 von  Dandrès vom 4. Mai 2020, wonach ein Rückgang der Spenden keinen Arbeitsausfall darstelle und deshalb nicht als Begründung für einen  auf Kurzarbeitsentschädigung vorgebracht werden könne).
3.2. Nach dem Dargelegten stellt ein vom Beschwerdeführer aufgrund der -19 Massnahmen des Bundes erlittener Wegfall von , welche einzig mittels Spenden und nicht direkter  finanziert wurden, keinen anrechenbaren Arbeitsausfall im Sinne von Art. 31 Abs. 1 lit. b bzw. Art. 32 Abs. 1 AVIG dar, womit dieser bei der Beurteilung des Anspruchs auf Kurzarbeitsentschädigung ausser Betracht fällt.
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3.3. Gemäss Aufstellung "Finanzierung A 2019" (Bb 4) stellte sich der anteilige Ertrag des Beschwerdeführers im Jahr 2019 aus Spenden unter  der Betriebsabteilung C wie folgt zusammen:
Bezeichnung Betrag in Fr. Anteil in % Spenden und  1'544'483.00 88.3 Übriger Ertrag (exkl. Verlust) 204'511.00 11.7 Total 1'748'994.00 100.0
Der "übrige Ertrag" stellt sich unter anderem aus den gemäss "Übersicht über den Rückgang der Einnahmen" erzielten Erträgen aus D, F, H usw. (vgl. E. 2.3. hiervor) sowie Erträgen aus _ [Veranstaltungen] . Anhand der in der "Übersicht über den Rückgang der " aufgeführten Erträge sowie dem diesen gegenübergestellten , welcher weder Personalkosten noch Aufwendungen im Bereich Räumlichkeiten, Einrichtungen, Strom usw. enthält, sondern sich im  auf die verkauften Produkte beschränkt, ist zu schliessen, dass in diesen Tätigkeitsbereichen mehrheitlich ein negativer Erfolg erzielt und mittels Spenden querfinanziert wird. Dies erscheint insofern , als es im Vereinsleben üblich ist, dass die Vereinsmitglieder im  durch Bezahlung des Mitgliederbeitrages (bzw. vorliegend Spenden) den Verein finanziell unterstützen und sich an zusätzlichen  (wie _) grundsätzlich nur im ungefähren Umfang der Selbstkosten beteiligen. Ein weiteres Indiz hierfür sind beispielsweise die gemäss Homepage des Beschwerdeführers festgesetzten Kosten für die _ [Veranstaltung] J in Höhe von Fr. _ pro Person _. Der Preis _reicht nach der allgemeinen  nicht zur Deckung der Fixkosten aus bzw. ist dieser selbst bei sehr günstigen _Verhältnissen _ höchstens kostendeckend (_). Der Wegfall solch maximal zum Selbstkostenpreis  _ [Veranstaltungen] führt folglich nicht zu einem , sondern möglicherweise sogar zu Einsparungen.
3.4. Unter Berücksichtigung des soeben Dargelegten sowie der in E. 2.3. f.  dargelegten Umsatz- / Aufwandsangaben kämen als anrechenbarer  gemäss der Übersicht "Finanzierung A 2019" (VB 70), wenn überhaupt, einzig eine Verhinderung der Arbeitsleistung in den Bereichen K und L in Frage. Da es sich hierbei aber lediglich um einen Umsatzanteil von rund 0.3 % handelt ([Fr. 1'393.00 + Fr. 3'598.00] / 1'748'994.00) würde der gesetzliche Mindestausfall von 10 % ohnehin nicht erreicht. Eine  Prüfung der einzelnen Positionen erübrigt sich daher. Da die  von Art. 31 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 Abs. 1 lit. b AVIG kumulativ
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vorliegen müssen und mindestens die Voraussetzung des anrechenbaren Arbeitsausfalls nicht erfüllt ist, verneinte der Beschwerdegegner mit  vom 29. Juni 2020 einen Anspruch auf  des Beschwerdeführers zu Recht, weshalb die dagegen  Beschwerde abzuweisen ist.
4. 4.1. Das Verfahren ist kostenlos (Art. 61 lit. a ATSG).
4.2. Dem Beschwerdeführer steht nach dem Ausgang des Verfahrens (Art. 61 lit. g ATSG) und dem Beschwerdegegner aufgrund seiner Stellung als  (BGE 126 V 143) kein Anspruch auf  zu.