Decision ID: 5c03ee75-ccda-41f0-bf4a-83b3be819dfb
Year: 2014
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
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A.- Die Eheleute X und Y erzielen ihr Einkommen aus unselbständiger sowie
selbständiger Erwerbstätigkeit und wohnten im Jahr 2012 in A (Gemeinde B), Kanton
Thurgau, wo sich ihr Hauptsteuerdomizil befindet. Gemeinsam sind sie Eigentümer
diverser Liegenschaften in den Kantonen St. Gallen, Thurgau und Tessin.
B.- Für die Kantons- und Gemeindesteuern 2012 wurden die Eheleute X und Y im
Rahmen einer Steuerausscheidung im Kanton St. Gallen mit einem steuerbaren
Einkommen von Fr. 41'900.– (zum Satz von Fr. 164'700.–) und einem steuerbaren
Vermögen von Fr. 236'000.– (zum Satz von Fr. 622'000.–) veranlagt. Die gegen diese
Veranlagung am 4. März 2014 erhobene Einsprache hat das kantonale Steueramt am
22. April 2014 durch die Festsetzung des steuerbaren Einkommens auf Fr. 41'400.–
(zum Satz von Fr. 115'800.–) teilweise gutgeheissen. Beim Vermögen änderte sich
nichts.
C.- Gegen den Einspracheentscheid erhoben die Eheleute X und Y mit Eingabe vom
27. April 2014 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag um
Herabsetzung des satzbestimmenden Einkommens auf Fr. 55'800.–. Dieser Betrag
entspreche nach Ansicht der Rekurrenten dem durch das kantonale Steueramt
festgelegten satzbestimmenden Einkommen von Fr. 115'800.–, abzüglich des
Teilbesteuerungsabzugs der Dividende von Fr. 60'000.– (40 % der Bruttodividende von
Fr. 150'000.–) und sei das korrekte satzbestimmende Einkommen.
Die Vorinstanz liess sich am 26. Mai 2014 dazu vernehmen und beantragte mit Verweis
auf den Einspracheentscheid vom 22. April 2014 die kostenfällige Abweisung des
Rekurses. Weiter führte sie aus, dass die steuerliche Entlastung durch die
Teilbesteuerung der Dividende im Rahmen der Steuerausscheidung bereits vollständig
dem Hauptsteuerdomizil zugewiesen worden sei. In der Folge erhielten die Rekurrenten
Gelegenheit zur Stellungnahme, woraufhin sie am 12. Juni 2014 im Wesentlichen
ausführten, dass der Kanton St. Gallen von einem zu hohen satzbestimmenden
Einkommen ausgegangen sei, welches nach unten korrigiert werden müsse. Grund
dafür sei ein nicht gewährter Teilbesteuerungsabzug bei der erhaltenen Dividende.

Erwägungen:
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1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 27. April 2014 ist rechtzeitig
eingegangen. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 194 Abs. 1 des Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt: StG; Art. 48
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den
Rekurs ist einzutreten.
2.- Vorliegend ist umstritten, ob die Vorinstanz von der korrekten
Bemessungsgrundlage ausgegangen ist. So halten die Rekurrenten dafür, dass nicht –
wie aus der Veranlagung ersichtlich – das Gesamteinkommen die
Bemessungsgrundlage bilde, sondern beim Dividendeneinkommen sei, wie am
Hauptsteuerdomizil, nur ein Teil in die Bemessungsgrundlage einzubeziehen.
Zumindest aber sei das Halbsatzverfahren des Kantons St. Gallen anzuwenden.
a) Nach Art. 13 Abs. 1 StG sind natürliche Personen aufgrund persönlicher
Zugehörigkeit steuerpflichtig, wenn sie ihren steuerrechtlichen Wohnsitz oder
Aufenthalt im Kanton haben. Vorliegend ist unbestritten, dass sich das
Hauptsteuerdomizil der Rekurrenten im Kanton Thurgau befindet. Anknüpfungspunkt
zum Kanton St. Gallen als Spezialsteuerdomizil ist ein auf dem Gebiet der Gemeinde C
gelegenes Mehrfamilienhaus, welches den Rekurrenten gehört.
Art. 14 Abs. 1 lit. b StG i.V.m. Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden (SR 642.14,
abgekürzt: StHG) bestimmen, dass bei wirtschaftlicher Zugehörigkeit die Steuerpflicht
auf im Kanton St. Gallen gelegene Grundstücke beschränkt ist; das am
Hauptsteuerdomizil besteuerte Einkommen oder andere ausserhalb des Kantons
St. Gallen gelegene Grundstücke sind davon nicht erfasst. Dies kommt einer
Ausweitung der Steuerhoheit auf Personen, welche im Ausland oder in einem anderen
Kanton wohnen, jedoch in einer genau umschriebenen Beziehung zum Kanton
St. Gallen stehen, gleich (vgl. Zigerlig/Oertli/Hofmann, Das st. gallische Steuerrecht, 7.
Aufl. 2014, S. 22). Nach Art. 16 Abs. 1 StG erfolgt die Steuerausscheidung im
Verhältnis zu anderen Kantonen und zum Ausland nach den Grundsätzen des
Bundesrechts über das Verbot der interkantonalen Doppelbesteuerung.
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Steuerpflichtige, die im Kanton für einen Teil ihres Einkommens und Vermögens
steuerpflichtig sind, entrichten gemäss Art. 18 Abs. 1 StG die Steuern für die im Kanton
steuerbaren Werte nach dem Steuersatz, der ihrem gesamten Einkommen und
Vermögen entspricht. Unter Vorbehalt der bundesrechtlichen Regeln zur
interkantonalen Steuerausscheidung und zur Vermeidung der interkantonalen
Doppelbesteuerung ermittelt jeder Kanton die für die kantonalen Steuern
massgebenden Faktoren anhand seiner eigenen Steuerordnung (vgl. Art. 1 Abs. 3
StHG). Dabei ist eine Doppelbesteuerung anzunehmen, wenn eine steuerpflichtige
Person für das gleiche Steuerobjekt während der gleichen Periode in zwei oder
mehreren Kantonen besteuert wird (vgl. BGE 134 I 303 E. 2.1).
Für den Fall, dass eine Konkurrenz verschiedener Steuerdomizile vorliegt
(Hauptsteuerdomizil und eines oder mehrere Spezialsteuerdomizile), wird zur
Vermeidung einer Doppelbesteuerung eine sogenannte Steuerausscheidung
vorgenommen. Sind mehrere Kantone beteiligt, so findet das in Art. 127 Abs. 3 BV
festgehaltene Doppelbesteuerungsverbot Anwendung.
Im Rahmen interkantonaler Verhältnisse wird eine Doppelbesteuerung mittels einer
unbedingten Befreiung vermieden. Dies bedeutet, dass die Befreiung nicht
uneingeschränkt, sondern unter Progressionsvorbehalt erfolgt. Somit dürfen für die
Ermittlung des jeweils anwendbaren Steuersatzes freigestellte Vermögens- und
Einkommensteile berücksichtigt werden. Es wird folglich, im Rahmen der jeweils
anwendbaren kantonalen Normen, vom Gesamteinkommen bzw. Gesamtvermögen
ausgegangen (vgl. P. Locher, Einführung in das interkantonale Steuerrecht, 3. Aufl.
2009, S. 128). Die im Kanton St. Gallen anwendbare Bestimmung ist Art. 18 StG,
wonach Steuerpflichtige, welche nur für einen Teil ihres Einkommens und Vermögens
im Kanton steuerpflichtig sind, ihre Steuern für die in St. Gallen steuerbaren Werte nach
dem Steuersatz, der dem gesamten Einkommen und Vermögen entspricht, entrichten.
Dies folgt ohne Weiteres aus der grundsätzlichen Steuerhoheit der Kantone, welche
ihrerseits aus der subsidiären kantonalen Generalkompetenz gemäss Art. 3 BV
resultiert (vgl. BGer 2C_348/2010 vom 19. Oktober 2010 E. 3).
b) Die Rekurrenten sind Eigentümer von zwei Grundstücken im Kanton Thurgau und je
einem in den Kantonen St. Gallen und Tessin. Im vorliegenden Fall ist daher für das
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Einkommen und das Vermögen eine Steuerausscheidung zwischen dem
Hauptsteuerdomizil, dem Kanton Thurgau, und den Spezialsteuerdomizilen, den
Liegenschaftskantonen, vorzunehmen. Bei der Vermögensausscheidung werden
zunächst die Aktiven gemäss den Zuteilungsnormen auf die beteiligten Kantone
verlegt, d.h. die Liegenschaften werden den Belegenheitskantonen, die beweglichen
Aktiven dagegen dem Hauptsteuerdomizil zugewiesen. Die gesamten Schulden werden
im Verhältnis der den einzelnen Kantonen zugewiesenen Aktiven zu den Gesamtaktiven
verlegt (vgl. statt vieler Höhn/Mäusli, Interkantonales Steuerrecht, 4. Aufl. 2000, § 19 N
10; BGE 119 Ia 46 E. 4a). Darauf wurde im Formular der Steuerausscheidung
ausdrücklich hingewiesen. Bei der Steuerausscheidung ist ausserdem zu
berücksichtigen, dass die Verlegung der Schulden vom Wert der in den einzelnen
Kantonen steuerpflichtigen Aktiven abhängt. Die Bewertung von Liegenschaften kann
nach unterschiedlichen Gesichtspunkten vorgenommen werden. Vielfach schreiben die
kantonalen Gesetzgebungen Schätzungsmethoden vor, die bei Liegenschaften einen
unter dem effektiven Wert liegenden Steuerwert ergeben. Je niedriger der kantonale
Steuerwert ist, desto weniger Passiven werden übernommen. Bewertet dagegen der
andere Kanton die ausserkantonalen Aktiven zum effektiven Wert, so weist er dem
Kanton mit der niedrigen Bewertung mehr Passiven zu, als dieser zu übernehmen
bereit ist. Daher müssen die Kantone bei ausserkantonalen Objekten den gleichen
Bewertungsmassstab anwenden wie bei den innerkantonalen Grundstücken. Die von
den beteiligten Kantonen angewandten Bewertungsregeln können zwar verschieden
sein, doch muss jeder Kanton die von ihm gewählten Regeln sowohl bei den ihm
zugewiesenen als auch bei den ausserkantonalen Vermögenswerten anwenden
(vgl. Höhn/Mäusli, a.a.O., § 19 N 16 f.). Auch darauf wurde im Formular der
Steuerausscheidung ausdrücklich hingewiesen. Die Schweizerische Steuerkonferenz
hat zur Angleichung der Bewertungsmassstäbe für Liegenschaften Repartitionsfaktoren
festgelegt. Für nichtlandwirtschaftliche Grundstücke im Kanton St. Gallen beträgt
dieser ab der Steuerperiode 2002 80 % der amtlichen Verkehrswertschätzung. Der
Repartitionsfaktor für nichtlandwirtschaftliche Grundstücke im Kanton Thurgau beträgt
demgegenüber 70 %, jener für solche im Kanton Tessin 115 % (vgl. Kreisschreiben
Nr. 22 vom 21. November 2006, veröffentlicht auf: www.steuerkon- ferenz.ch,
Kreisschreiben). Dies bedeutet, dass für die Steuerausscheidung der amtliche
Verkehrswert der Grundstücke des Kantons St. Gallen auf 80 % und jener der
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Grundstücke im Thurgau auf 70 % zu reduzieren ist, während der amtliche
Verkehrswert des Grundstücks im Kanton Tessin, wie er nach den Regeln des Kantons
Tessin ermittelt wurde, um 15 % auf 115 % heraufzusetzen ist. Damit wird den
unterschiedlichen kantonalen Schätzungsregeln Rechnung getragen. Nach Massgabe
dieser Repartitionswerte sind in der Folge die Passiven und – zur Ermittlung des
steuerbaren Einkommens – die Schuldzinsen zu verlegen. Für das im Kanton St. Gallen
steuerbare Vermögen ist hernach die Differenz zwischen Repartitionswert und
kantonalem Steuerwert wieder hinzuzurechnen, um das Reinvermögen zu bestimmen.
Zur Festsetzung des satzbestimmenden Vermögens sind ausserdem die
Repartitionswerte der ausserkantonalen Grundstücke nach Massgabe der st. gallischen
Berechnungsweise anzupassen, d.h. der Repartitionswert ist wie jener der
Grundstücke im Kanton Thurgau auf 70 % und jenes im Kanton Tessin auf 115 % des
satzbestimmenden Vermögenswertes zu veranschlagen, was im vorliegend Fall korrekt
ausgeführt wurde.
c) Vielfach bereitet die Aufteilung von Schuldzinsen Schwierigkeiten, da sie nicht immer
eindeutig einem Vermögensobjekt oder einer Einkunftsart zugerechnet werden können.
Aus diesem Grund werden Schuldzinsen grundsätzlich nach dem Verhältnis der in den
einzelnen Kantonen gelegenen Aktiven aufgeteilt. Somit kann sichergestellt werden,
dass in der Summe sämtliche Schuldzinsen berücksichtigt werden (Höhn/Mäusli,
a.a.O., § 19 N 10 ff.). Auch nach Verteilung anhand der im jeweiligen Kanton gelegenen
Aktiven kann es vorkommen, dass der Anteil an Schuldzinsen – welcher von einem
Kanton übernommen werden muss – grösser ist als der im betroffenen Kanton erzielte
Vermögensertrag. In diesen Fällen hat eine weitere Aufteilung der Schuldzinsen zu
erfolgen, und zwar sind Schuldzinsen in erster Linie auf diejenigen Kantone zu
verlegen, welche noch über Ertrag aus dem Vermögen verfügen. Als Verteilschlüssel
findet wiederum das Verhältnis der im Kanton steuerbaren Aktiven Anwendung (vgl.
Höhn/Mäusli, a.a.O., § 21 N 11 ff.).
Gemäss Art. 34 StG sind Erträge aus unbeweglichem Vermögen – worunter alle
Einkünfte aus Vermietung, Verpachtung, Nutzniessung oder sonstiger Nutzung fallen –
steuerbar. Hierbei ist die Einschränkung auf Vermögenserträge des Privatvermögens zu
beachten. Zu Einkünften aus unbeweglichem Vermögen zählen insb. Erträge aus
Grundstücken, welche dem Steuerpflichtigen gehören. In erster Linie ist dabei an Miet-
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oder Pachtzinsen zu denken, aber auch alle Einkünfte des Vermieters für Nebenkosten
oder Zinszuschüsse von Bund, Kanton oder Gemeinde zur Förderung des
Wohnungsbaus fallen darunter. Den Einkünften entgegenstehende Aufwendungen
können als Unterhalts- oder Verwaltungskosten in Abzug gebracht werden.
Ausgenommen sind Erträge gemäss Art. 131 StG, welche die Substanz des
Grundstücks antasten, da in diesen Fällen allenfalls ein der Grundstückgewinnsteuer
unterliegender Kapitalgewinn vorliegt (vgl. Zigerlig/Oertli/
Hofmann, a.a.O., S. 117).
d) Zur Milderung der wirtschaftlichen Doppelbelastung existieren zwei verschiedene
Verfahren. Zunächst ist nach Art. 20 des Bundesgesetzes über die direkten
Bundessteuer (SR 642.11, abgekürzt: DBG) das Teileinkünfteverfahren zu nennen.
Danach wird eine Entlastung hinsichtlich Bemessungsgrundlage erreicht; es wird also
nur ein bestimmter Prozentsatz der steuerbaren Dividende der Besteuerung
unterworfen und in die Bemessungsgrundlage einbezogen (vgl. Richner/Frei/
Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. Aufl. 2009, N 187 f. zu Art. 20 DBG).
In den meisten Kantonen wird das sogenannte Teilsatzverfahren angewendet, wobei
qualifizierte Beteiligungserträge vollständig – also zu 100 % – für die Satzbestimmung
des Gesamteinkommens berücksichtigt werden. Die Besteuerung der
Beteiligungserträge erfolgt unter Berücksichtigung eines tieferen Steuersatzes als
desjenigen, welcher für das restliche Einkommen zur Anwendung gelangt (vgl. Richner/
Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O. N 187 zu Art. 20 DBG). Mit dem im Kanton St. Gallen
angewendeten Halbsatzverfahren wird die wirtschaftliche Doppelbelastung von
Personen gemildert, welche an Kapitalgesellschaften oder Genossenschaften
qualifiziert (über 10 % des Aktien- oder Stammkapitals) beteiligt sind (vgl. Art. 50 StG).
Davon sind nach Art. 35 StG offene und verdeckte Gewinnausschüttungen, so insb.
auch Dividenden, erfasst (vgl. Locher, a.a.O., S. 128 und Richner/Frei/Kaufmann/
Meuter, a.a.O., N 179 ff. zu Art. 20 DBG). Die dabei ausgeschütteten Bruttogewinne
werden ohne Abzüge zur Hälfte des für das steuerbare Gesamteinkommen
anwendbaren Steuersatzes besteuert. Auf die Einkommensbemessung hat diese
Methode hingegen keinen Einfluss (vgl. Zigerlig/Oertli/Hofmann, a.a.O., S. 184 und St.
Galler Steuerbuch [StB] 50 Nr. 2). Das Halbsatzverfahren tangiert somit die
Bemessungsgrundlage nicht und die interkantonalen Ausscheidungsregeln gelten
weiterhin; einzig eine tarifarische Entlastung findet statt (StB 50 Nr. 2). Im Vergleich
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dazu wendet der Kanton Thurgau das auf kantonaler Ebene seltenere
Teileinkünfteverfahren an (vgl. §§ 20b und 22 Abs. 2 des Gesetzes über die Staats- und
Gemeindesteuern [Kanton Thurgau], RB 640.1).
e) Die Vorinstanz hält in ihrer Vernehmlassung vom 26. Mai 2014 dafür, dass sich auch
bei Anwendung des Halbsatzverfahrens nichts ändere, habe dieses doch nur eine
tarifarische Entlastung zur Folge und tangiere nicht die Bemessungsgrundlage. Im
Übrigen sei die qualifizierte Beteiligung dem Privatvermögen zuzurechnen, weshalb die
Besteuerung ausgeschütteter Gewinne vollständig dem Wohnsitz überlassen sei. Der
Wohnsitzkanton habe einen Teilbesteuerungsabzug von 40 % bereits vollständig
gewährt, eine Reduktion der Bemessungsgrundlage im Kanton St. Gallen sei nicht
vorgesehen.
Die Rekurrenten führen in ihrer Stellungnahme zur Vernehmlassung der Vorinstanz am
12. Juni 2014 aus, dass das st. gallische Steueramt das satzbestimmende Einkommen
falsch berechnet habe. Im Kanton Thurgau sei die Dividende nur teilbesteuert worden
und das gleiche Verfahren müsse ebenfalls im Kanton St. Gallen angewendet werden.
Das satzbestimmende Einkommen liege so bei Fr. 55'800.– und nicht wie im
Einspracheentscheid vom 22. April 2014 bei Fr. 115'800.–. Die Kantone Thurgau und
Tessin hätten diesem Umstand korrekt Rechnung getragen, nicht hingegen der Kanton
St. Gallen.
f) Vorliegend ist umstritten, ob die Vorinstanz von der korrekten Bemessungsgrundlage
ausgegangen ist. Basierend auf dem Gesagten ist als Bemessungsgrundlage das
Gesamteinkommen bzw. das Gesamtvermögen zu berücksichtigen. Die im Kanton
Thurgau angewendete Teilbesteuerung der Dividende bezweckt eine Entlastung eines
spezifischen Teils des Einkommens und entgegen der Ansicht der Rekurrenten nicht
eine Entlastung des Gesamteinkommens. Die Entscheidung, ob eine Entlastung am
Spezialsteuerdomizil erfolgen soll, ist durch den entsprechenden Kanton eigenständig
zu treffen. Gemäss Art. 18 StG wird für im Kanton St. Gallen steuerpflichtiges
Einkommen auf das Gesamteinkommen als Bemessungsgrundlage abgestellt. Dieser
Einkommensteil steht in keinem Zusammenhang zu der im Kanton Thurgau
teilbesteuerten Dividende. Aus den Akten (act. 2/1 bis 2/3) ist ersichtlich, dass das
steuerbare Einkommen bei Fr. 41'400.– (zum Satz von Fr. 115'800.–) liegt. Es setzt sich
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zusammen aus dem Liegenschaftsertrag des im Kanton St. Gallen befindlichen
Grundstücks von Fr. 71'160.–, abzüglich geltend gemachter Unterhaltskosten von Fr.
5'355.–. Die Schuldzinsen von total Fr. 79'735.– wurden basierend auf den im
jeweiligen Kanton gelegenen Aktiven aufgeteilt. Im Kanton St. Gallen können so Fr.
19'910.–, was einer Quote von 24,97 % entspricht, abgezogen werden. Abzüglich einer
Personenversicherungsprämie von Fr. 1'716.– sowie des interkantonalen
Schuldzinsausgleichs wurde ein steuerbares Einkommen (Liegenschaftsertrag) von
Fr. 41'400.– veranlagt. Das im Kanton St. Gallen ermittelte satzbestimmende
Einkommen setzt sich aus Einkünften aus beweglichem Vermögen von Fr. 150'139.–,
Einkünften aus Liegenschaften Fr. - 84'819.– (Fr. 155'272.– minus Fr. 240'091.–) und
Einkünften aus selbständiger und unselbständiger Erwerbstätigkeit der Rekurrenten
von total Fr. 180'428.– zusammen. Als Abzüge anerkannt wurden Berufskosten von
Fr. 31'495.–, Vorsorgebeiträge von Fr. 13'364.–, ein Zweiverdienerabzug von Fr. 500.–
sowie eine Personenversicherungsprämie von Fr. 4'800.–, was ein satzbestimmendes
Einkommen von Fr. 115'800.– ergibt. Eine fehlerhafte Berechnung ist nicht ersichtlich.
Wie ausgeführt, wurde im Kanton Thurgau die Dividende bereits dem
Teilbesteuerungsverfahren unterzogen. Diese Entlastung betrifft einen genau
bezeichneten Teil des Einkommens und hat, wie von der Vorinstanz korrekt festgestellt,
keinen Einfluss auf die Bemessungsgrundlage in einem anderen Kanton. Auch der
Einwand der Rekurrenten, wonach der Kanton Tessin als Bemessungsgrundlage nicht
das Gesamteinkommen hinzugezogen habe, führt zu keinem anderen Ergebnis, denn
die Entscheidung, welche Einkommensteile in die Bemessungsgrundlage einfliessen,
trifft jeder Kanton eigenständig.
Vorliegend erheben die Kantone Thurgau, welcher das Hauptsteuerdomizil begründet,
sowie St. Gallen und Tessin (Spezialsteuerdomizile) Anspruch auf eine Besteuerung.
Dadurch, dass mehrere Kantone beteiligt sind, hat eine Steuerausscheidung
stattzufinden. In einem ersten Schritt werden die Einkünfte aus einer qualifizierten
Beteiligung nach einem einheitlichen Massstab (Bruttoeinkünfte ohne Berücksichtigung
der Bemessungsreduktion) in die Bemessungsgrundlage einbezogen. Nach erfolgter
Zuweisung von Einkünften und Abzügen wird eine Bemessungskorrektur sowohl des
steuerbaren wie auch des satzbestimmenden Einkommens vorgenommen, und zwar
nur in demjenigen Kanton, welchem die Einkünfte aus Beteiligungen zugewiesen
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werden (vgl. Kreisschreiben Nr. 32 vom 1. Juli 2009, veröffentlicht auf:
www.steuerkonferenz.ch, Kreisschreiben). Basierend auf dem Gesagten ist
festzuhalten, dass sowohl Veranlagung als auch Ausscheidung im Kanton St. Gallen
korrekt durchgeführt wurden. Ferner entspricht diese Betrachtungsweise dem Sinn und
Zweck der teilweisen Besteuerung qualifizierter Beteiligungen und es verbleibt kein
Raum für die Anwendung des st. gallischen Halbsatzverfahrens.
3.- Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Festlegung der relevanten Bestandteile
zur Ermittlung des satzbestimmenden Einkommens und des Vermögens durch die
Kantone eigenständig erfolgt. Der Kanton St. Gallen hat sich dafür entschieden, dass –
insofern eine steuerpflichtige Person ein Spezialsteuerdomizil begründet – als
Bemessungsgrundlage sowohl das Gesamteinkommen als auch das Gesamtvermögen
herangezogen werden. Die Rekurrenten gehen fehl in der Annahme, dass der
Teilbesteuerungsabzug für qualifizierte Beteiligungen des Hauptsteuerdomizils im
Kanton St. Gallen als Spezialsteuerdomizil ebenfalls zu einer Reduktion der
steuerlichen Belastung führt. Der Rekurs ist abzuweisen.
4.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die Kosten des Verfahrens den
Rekurrenten aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 800.– ist
angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der
Kostenvorschuss von
Fr. 800.– ist zu verrechnen.