Decision ID: 4986f4ed-5181-425a-8593-5ac8c70d213c
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
G._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Markus Heer, Obere Bahnhofstrasse 24, Post-
fach 637, 9501 Wil SG 1,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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IV-Leistungen
Sachverhalt:
A.
Der 1963 geborene G._ meldete sich am 15. Januar 2003 zum Bezug von Leistungen
der Invalidenversicherung (IV) an. Er beantragte berufliche Massnahmen und eine
Rente. Als Behinderung gab er ein seit 2002 bestehendes, lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom an (IV-act. 1). Die IV-Stelle holte nebst einer Arbeitgeberauskunft
einen Bericht des Hausarztes A._ ein. Dieser diagnostizierte am 9. Dezember 2003
ein persistierendes Lumbovertebralsyndrom, segmentale Instabilität L3-L5,
Diskusprotrusionen auf gleicher Höhe sowie eine depressive Schmerzverarbeitung bei
an sich einsatzfreudigem Bauarbeiter mit der Konstitution eines Büroangestellten. Seit
1. Januar 2003 sei er bis auf weiteres 100% arbeitsunfähig als Bauhilfsarbeiter. Eine
rückenadaptierte Tätigkeit halte er im Rahmen von mindestens 50% für denkbar, wobei
die berufliche Eingliederung abgeklärt werden sollte (IV-act. 12/1-4). Gestützt auf einen
Bericht der Eingliederungsberaterin vom 23. Januar 2004 verfügte die IV-Stelle am 12.
Februar 2004 eine berufliche Abklärung in der B._ in der Zeit vom 29. März bis 30.
Juni 2004 (IV-act. 26). Nachdem der Versicherte diese gesundheitsbedingt nicht antrat,
ordnete die IV-Stelle eine bidisziplinäre medizinische Begutachtung durch die MEDAS
Ostschweiz an (IV-act. 33). Diese Abklärung wurde vom 19. bis 21. Dezember 2005
durchgeführt. Mit Gutachten vom 24. Januar 2006 hielt die MEDAS Ostschweiz als
Diagnosen (mit Einschränkung der Arbeitsfähigkeit) eine anhaltende somatoforme
Schmerzstörung sowie ein chronisches lumbales Schmerzsyndrom mit vielen
vegetativen Begleitbeschwerden bei altersgemässen Veränderungen der LWS fest. Als
Nebendiagnosen ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit wurde ein
chronisches cervicobrachiales Schmerzsyndrom rechts bei altersgemässen, leichten
degenerativen Veränderungen der HWS festgehalten. In der bisherigen Tätigkeit als
Bauarbeiter sei aufgrund des chronischen Schmerzsyndroms keine Arbeitsfähigkeit
mehr gegeben. Für körperlich eher leichtere bis mittelschwere, rückenadaptierte
Tätigkeiten bestehe eine Einschränkung aufgrund des Schmerzsyndroms von 20%.
Subjektiv halte sich der Versicherte seit bald 3 Jahren für arbeitsunfähig; die
Arbeitsprognose müsse als schlecht bezeichnet werden, wobei vorwiegend soziale
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Gründe eine Rolle spielen würden, wie Emigrationsproblematik, bescheidene Schul-
und Deutschkenntnisse, langdauernde Arbeitsunfähigkeit, sehr starke Selbstlimitierung
mit subjektiver Krankheitsüberzeugung (IV-act. 48). Mit zwei Verfügungen vom 3. April
2006 verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch und schloss die Arbeitsvermittlung
ab (IV-act. 60,61). Die gegen diese Verfügungen erhobene Einsprache vom 20. April/21.
Juni 2006 wies der Rechtsdienst der Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen
(SVA) in Vertretung der IV-Stelle mit Einspracheentscheid vom 27. Oktober 2006 ab (IV-
act. 70).
B.
Gegen diesen Entscheid richtet sich die Beschwerde vom 29. November 2006. Der
Rechtsvertreter beantragt in Aufhebung des angefochtenen Entscheides und der ihm
zugrundeliegenden Verfügungen die Zusprache mindestens einer halben Rente.
Eventualiter seien dem Beschwerdeführer die beantragten Eingliederungsmassnahmen
zuzusprechen, subeventualiter sei der Beschwerdeführer medizinisch weiter abzuklären
und über dessen Ansprüche neu zu befinden, unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
Unbestrittenermassen könne der Beschwerdeführer seine langjährige Tätigkeit als
Bauarbeiter wegen des chronischen Schmerzsyndroms nicht mehr ausüben. Er müsse
sich deshalb invaliditätsbedingt beruflich umorientieren, um wieder eingegliedert zu
werden. Die berufliche Abklärung sei – obwohl der Beschwerdeführer wiederholt seine
Bereitschaft zum Mitwirken mitgeteilt habe – erstaunlicherweise auch nach dem
Vorliegen des MEDAS-Gutachtens nicht durchgeführt worden. Es sei nicht ersichtlich,
weshalb dem Beschwerdeführer berufliche Massnahmen als dessen letzte Möglichkeit
der Wiedereingliederung verweigert worden seien, obwohl der RAD eine Hilfeleistung
bei der Stellensuche und Einarbeitung empfohlen habe. Die Beurteilung der MEDAS
Ostschweiz stehe offenkundig im Widerspruch zu derjenigen des Hausarztes, der noch
am 17. März 2006 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiere, wovon 50% auf die
Rückenbeschwerden zurückzuführen seien. Die hausärztliche Beurteilung stehe auch
im Einklang mit einem aktuellen Untersuchungsergebnis durch (C._). Eine aktuelle
Untersuchung am Spital Herisau zeige sodann, dass möglicherweise weitere
medizinischen Abklärungen erforderlich seien.
C.
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Mit Beschwerdeantwort vom 7. Dezember 2006 verweist die Beschwerdegegnerin auf
den Einspracheentscheid und beantragt Abweisung der Beschwerde.
D.
Der Vertreter des Beschwerdeführers hält am 16. Januar 2007 bezüglich des
Schlussberichts der Eingliederungsberaterin fest, dass es nicht zutreffe, dass er in
Übereinstimmung mit der Eingliederungsberaterin Massnahmen wegen der
Krankheitsüberzeugung des Beschwerdeführers für nicht durchführbar gehalten habe.
Die Beschwerdegegnerin verzichtet am 22. Januar 2007 auf eine Duplik.

Erwägungen:
1.
Umstritten ist, ob der Sachverhalt medizinisch ausreichend abgeklärt ist (nachfolgend
E. 2), ob Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen (nachfolgend E. 3) und/
bzw. auf mindestens eine halbe Invalidenrente (nachfolgend E. 4) besteht. Massgebend
zur Beurteilung der Streitsache sind die tatsächlichen Verhältnisse, wie sie sich bis zum
angefochtenen Einspracheentscheid vom 27. Oktober 2007 entwickelt haben. In
materieller Hinsicht sind die Bestimmungen des IVG in der Fassung der 4. IVG-Revision
(in Kraft vom 1. Januar 2004 bis 31. Dezember 2007) massgebend.
2.
Zur Klärung des medizinischen Sachverhalts hat die Beschwerdegegnerin ein
bidisziplinäres Gutachten angeordnet. Dieses Gutachten erstattete die MEDAS
Ostschweiz am 24. Januar 2006 (IV-act. 48). Es erfüllt alle Kriterien für eine
beweiskräftige medizinische Entscheidungsgrundlage, wie sie von der Rechtsprechung
aufgestellt und im angefochtenen Einspracheentscheid detailliert aufgeführt worden
sind. Darauf kann verwiesen werden. Der Beschwerdeführer beruft sich auf eine
anderslautende Einschätzung des Hausarztes. Allerdings setzt sich der Hausarzt im
eingereichten Arztzeugnis vom 17. März 2006 (act. G 1.2) in keiner Weise mit der
Beurteilung im MEDAS-Gutachten auseinander. Er begründet die von ihm ab 1. Januar
2006 attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit auch nicht näher. Damit lässt sich
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offensichtlich das MEDAS-Gutachten nicht erschüttern. Daran ändert auch die
Befundaufnahme der C._ vom 12. September 2005 nichts; diese äussert sich zur
Arbeitsfähigkeit überhaupt nicht (act. G 1.2.2) und steht von daher nicht im
Widerspruch zum Gutachten. Der Umstand, dass Dr. med. D._, Leitender Arzt am
Spital Herisau, in seinem Bericht vom 1. September 2006 an den Hausarzt vorschlug,
zur Frage einer Diskopathie ein lumbales CT oder MRI durchzuführen (act. G 1.2.4),
bedeutet nicht, dass weitere medizinische Abklärungen auch erforderlich sind. Dr.
D._ konnte aufgrund seiner angiologischen Untersuchung eine peripher-arterielle
Durchblutungsstörung ausschliessen. Er führte das Kältegefühl im rechten
Unterschenkel und Fuss auf das (bereits bekannte) pseudoradikuläre Schmerzsyndrom
zurück. Im MEDAS-Gutachten wird sodann überzeugend dargelegt, dass weitere
Abklärungen (und Behandlungen) kontraindiziert sind, weil sie den Beschwerdeführer in
seiner Haltung noch bestärken könnten, schwerkrank zu sein (IV-act. 48-8/15). Von
weiteren medizinischen Abklärungen ist auch aus diesem Grund abzusehen. Im
Übrigen legt der Beschwerdeführer nicht dar, dass das interdisziplinäre MEDAS-
Gutachten unvollständig wäre bzw. als Grundlage für die Beurteilung des
massgebenden Sachverhaltes nicht genügen würde. Die Beschwerdegegnerin hat
folglich zu Recht auf weitere medizinische Abklärungen verzichtet.
3.
3.1 Im angefochtenen Einspracheentscheid prüfte die Beschwerdegegnerin vor der
Rentenfrage, ob berufliche Eingliederungsmassnahmen in Betracht fallen. Sie verneinte
dies mit dem Hinweis, dass in der gegebenen Situation - der Beschwerdeführer
erachte sich selber für arbeitsunfähig - Eingliederungsmassnahmen zum vornherein
zum Scheitern verurteilt seien. Dies wird vom Beschwerdeführer insoweit bestritten, als
er geltend macht, er habe mehrfach seine Bereitschaft erklärt, an der beruflichen
Abklärung mitzuwirken. Wie die Akten zeigen, war der Beschwerdeführer aber nicht
bereit, sich auf eine berufliche Abklärung einzulassen. So konnte die gestützt auf einen
Bericht der Eingliederungsberaterin in Aussicht genommene berufliche Abklärung in
der B._ (IV-act. 26) nicht durchgeführt werden, weil der Hausarzt der
Beschwerdegegnerin mitteilte, der Beschwerdeführer sei nicht arbeitsfähig. Darauf
wurde statt der beruflichen Abklärung eine medizinische Abklärung in die Wege geleitet
(IV-act. 29-33). Gestützt auf das MEDAS-Gutachten erübrigten sich weitere berufliche
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Abklärungen. Der RAD empfahl deshalb als berufliche Massnahmen einzig noch Fragen
der Arbeitsvermittlung und Einarbeitung zu prüfen (IV-act. 50). Im März 2006 erklärte
der Beschwerdeführer gegenüber der Eingliederungsberaterin explizit, er suche keine
Stelle, weil er krank sei (IV-act. 54). Auch beim Schlussgespräch vom 23. März 2006
mit der Eingliederungsberaterin kam klar zum Ausdruck, dass sich der
Beschwerdeführer gegenüber einer beruflichen Eingliederung abweisend verhielt (IV-
act. 55). Wenn der Beschwerdeführer auf Empfehlung seines Rechtsvertreters an
diesem Gespräch mitteilte, alles zu tun, was von ihm verlangt werde, so dokumentiert
diese bloss verbal erklärte Bereitschaft noch keine tatsächlich vorhandene
Mitwirkungsbereitschaft. Die Eingliederungsberaterin weist denn auch im
Schlussbericht darauf hin, dass der Beschwerdeführer im gesamten Verhalten eine
Fixierung auf seine Leiden zeige (IV-act. 55). Unter diesen Umständen durfte die
Beschwerdegegnerin zur Prüfung der Rentenfrage schreiten, ohne weitere berufliche
Massnahmen zu prüfen.
3.2 Analoges gilt für die Arbeitsvermittlung, die von der Beschwerdegegnerin mit
Verfügung vom 3. April 2006 abgeschlossen wurde, weil sich der Beschwerdeführer für
nicht arbeitsfähig erachte. Vorausgesetzt für den Anspruch auf Arbeitsvermittlung ist,
dass die versicherte Person objektiv und subjektiv eingliederungsfähig ist (vgl. mit
weiteren Hinweisen EVGE I 427/05 vom 24. März 2006, Erw. 4.1.1 und I 427/2005 Erw.
4.1.1). In objektiver Hinsicht ist für die Bejahung des Anspruchs auf Arbeitsvermittlung
nach Art. 18 Abs. 1 IVG eine leistungsspezifische Invalidität (Art. 4 Abs. 2 IVG)
vorausgesetzt. Diese ist im Rahmen von Art. 18 Abs. 1 Satz 1 IVG schon bei relativ
geringen gesundheitlich bedingten Schwierigkeiten in der Suche nach einer
Arbeitsstelle erfüllt. Eine für die Arbeitsvermittlung massgebende Invalidität liegt daher
vor, wenn die versicherte Person bei der Suche nach einer geeigneten Arbeitsstelle aus
gesundheitlichen Gründen Schwierigkeiten hat (BGE 116 V 81 neues Fenster Erw. 6a
mit Hinweis; AHI 2000 S. 69 Erw. 2b). Wie in Erw. 3.1 gezeigt, fehlt es dem
Beschwerdeführer an der subjektiven Eingliederungsfähigkeit. So lässt er auch im
Beschwerdeverfahren geltend machen, er sei gemäss der hausärztlichen Beurteilung
vollständig arbeitsunfähig. Seitens der Beschwerdegegnerin ist unbestritten, dass der
Beschwerdeführer in objektiver Hinsicht die Voraussetzungen für eine
Arbeitsvermittlung in Sinne von Art. 18 Abs. 1 IVG erfüllt. Sollte sich also seine
Krankheitsüberzeugung ändern, kann sich der Beschwerdeführer erneut bei der
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Beschwerdegegnerin melden und als berufliche Massnahme Arbeitsvermittlung
beanspruchen.
4.
Umstritten ist schliesslich, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Invalidenrente
hat. Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder
geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG).
4.1 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein IV-Grad von mindestens 50% vor, so
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad von mindestens 40%
auf eine Viertelsrente (Art. 28 Abs. 1 IVG).
4.2 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall
das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere
Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es,
den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem
Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist
(BGE 125 V 261 Erw. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen
festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine
zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 Erw. 3a).
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4.3 Wie vorne in Erw. 2 ausgeführt, erfüllt das interdisziplinäre MEDAS-Gutachten vom
24. Januar 2006 (IV-act. 48) die genannten Kriterien und stellt eine taugliche Grundlage
für die Bemessung des Invaliditätsgrades dar. Gemäss diesem Gutachten leidet der
Beschwerdeführer an einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung und einem
chronischen lumbalen Schmerzsyndrom mit vielen vegetativen Begleitbeschwerden bei
altersgemässen degenerativen Veränderungen der LWS. Dem diagnostizierten
chronischen cervicobrachialen Schmerzsyndrom rechts bei ebenfalls altersgemässen,
leichten degenerativen Veränderungen der HWS misst das Gutachten keinen erheblich
beschränkenden Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu. Die somatischen Befunde waren
relativ bescheiden; so fanden sich degenerative Veränderungen der Hals- und
Lendenwirbelsäule, die ein übliches Altersausmass nicht überschritten. Neurologische
Ausfälle konnten nicht festgestellt werden. Demgegenüber imponierten viele Zeichen
für psychisches Krankheitsverhalten, wie die diffuse Symptombeschreibung, die sehr
hohe Schmerzbewertung, die weitgehende Erfolglosigkeit bisheriger Behandlungen,
eine fehlende Plausibilität für das demonstrierte Ausmass der Behinderung im
Vergleich zu den objektiven Befunden, eine extrem tiefe Bewertung der eigenen
Leistungsfähigkeit, Inkonsistenzen bei der Statuserhebung, fehlende Bereitschaft zur
Leistungserprobung mit zumutbarer Belastung in der Wiedereingliederungsstätte.
Insgesamt hielten die Gutachter dafür, dass die während 17 Jahren ausgeübte Tätigkeit
als Bauarbeiter dem Beschwerdeführer nicht mehr zumutbar sei, und zwar weniger
wegen objektiver Befunde als aufgrund des chronischen Schmerzsyndroms. Für
körperlich eher leichtere bis mittelschwere, rückenadaptierte Tätigkeiten bestehe bei
gesamthafter Einschätzung eine Arbeitsfähigkeit von 80%. Wie bereits ausgeführt,
überzeugen die Schlussfolgerungen im Gutachten. Es ist daher für die
Invaliditätsbemessung davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer eine adaptierte
Tätigkeit zu 80% ausüben könnte.
Da der Beschwerdeführer keiner Erwerbstätigkeit nachgeht, ist bei der Bemessung des
zumutbaren Invalideneinkommens von einem statistisch ermittelten Einkommen
auszugehen, nämlich vom Zentralwert der von den männlichen Hilfsarbeitern erzielten
Löhne gemäss der Tabelle TA1 der Lohnstrukturerhebung 2004 des Bundesamtes für
Statistik, Resultate auf nationaler Ebene. Massgebend ist der Zentralwert aller
Branchen, da Arbeitsplätze, die der Behinderung des Beschwerdeführers angepasst
sind, überall vorhanden sind. Dieser Zentralwert beläuft sich auf Fr. 4'588.-- bzw. Fr.
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55'056.--, umgerechnet von 40 Wochenarbeitsstunden auf den schweizerischen
Durchschnitt von 41,6 Wochenarbeitsstunden auf Fr. 57'258.--. Bei einem
Arbeitsfähigkeitsgrad von 80% entspricht dies einem Einkommen von Fr. 45'806.--. Die
Beschwerdegegnerin nahm zusätzlich einen Leidensabzug von 10% vor, da der
Beschwerdeführer keine körperliche Schwerarbeit mehr verrichten könne und auch für
leichtere Tätigkeiten nicht mehr uneingeschränkt zur Verfügung stehe. Dies ist
unbestritten geblieben. Das Invalideneinkommen beläuft sich demnach im Jahr 2004
auf Fr. 41'225.--.
Bei der Ermittlung des Valideneinkommens ist massgebend, was die versicherte
Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit tatsächlich verdienen würde. Die Beschwerdegegnerin stellte im
angefochtenen Einspracheentscheid auf die Angaben der Arbeitgeberin ab, wonach
der Beschwerdeführer im Jahr 2002 Fr. 55'150.-- verdiente. Die Beschwerdegegnerin
übersieht dabei, dass der Beschwerdeführer nicht erst seit Januar 2003 krank
geschrieben war, sondern bereits im Jahr 2002 wiederholt krankheitsbedingt fehlte,
nämlich vom 30. Januar bis 11. Februar, vom 3. bis 25. Mai und vom 1. Juli bis 14.
August (IV-act. 5-2). Von daher rechtfertigt es sich, auf die Angaben der Arbeitgeberin
abzustellen, wonach der Beschwerdeführer seit 1. Januar 2003 monatlich Fr. 4'715.--
verdiente. Unter Berücksichtigung von 13 Monatslöhnen ergibt sich für 2003 ein
mutmassliches Valideneinkommen von Fr. 61'295.--. Unter Berücksichtigung der
Nominallohnentwicklung für 2004 von 0.9% (vgl. die vom Bundesamt für Statistik
herausgegebenen Tabellen Lohnentwicklung 2006, S. 18 f.) resultiert ein
Valideneinkommen für 2004 von Fr. 61'847.--.
Aus der Gegenüberstellung von Validen- und Invalideneinkommen ergibt sich eine
Erwerbseinbusse von Fr. 20'622.-- oder von 33.34%. Da erst ab einem Invaliditätsgrad
von 40% ein Rentenanspruch entsteht, erweist sich damit der angefochtene
Einspracheentscheid vom 27. Oktober 2006 im Ergebnis als korrekt.
5.
5.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
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5.2 Gemäss den Schlussbestimmungen des IVG zur Änderung vom 16. Dezember
2005, in Kraft seit 1. Juli 2006, gilt für die am 1. Juli 2006 bei der IV hängigen
Einsprachen das bisherige Recht (lit. b der Schlussbestimmungen). Somit gelangt
Art. 69 Abs. 1 IVG zur Kostenpflicht von Streitigkeiten um die Bewilligung oder die
Verweigerung von IV-Leistungen im kantonalen Gerichtsverfahren nicht zur
Anwendung. Gerichtskosten sind somit keine zu erheben.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG