Decision ID: 2ddb31f0-1baf-576d-84ac-b1159b40af22
Year: 2010
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Mit englischsprachiger Eingabe vom 15. Mai 2009 suchte die Be-
schwerdeführerin bei der Schweizerischen Botschaft in Colombo um
Asyl nach.
Zu ihrer Begründung führte sie aus, sie lebe in B._ und habe
sich anfangs des Jahres 1990 den Liberation Tigers of Tamil Eelam
(LTTE) angeschlossen. Dort habe sie Karriere gemacht und sei
schliesslich als [militärische Funktion] tätig gewesen. Im Jahre (...)
habe sie sich mit einem Offizier derselben Bewegung verheiratet. Aus
dieser Ehe seien (...) entstammt, welche bereits zur Schule gehen
würden. Aufgrund ihrer beider Aktivitäten bei der LTTE würden sie nun
von der C._ sowie vom D._ gesucht. Im Jahre (...) sei
nachts auf sie, ihren Mann sowie auf E._ geschossen worden.
Da ihr Leben in Gefahr sei, wolle sie in die Schweiz einreisen, um in
Frieden leben zu können.
Zusammen mit ihrem schriftlichen Asylgesuch reichte die Be-
schwerdeführerin verschiedene Beweismittel zu den Akten.
B. Mit Schreiben vom 28. Mai 2009 forderte die Schweizerische Ver -
tretung in Colombo die Beschwerdeführerin - sofern sie am Gesuch
festhalte - auf, ihre Vorbringen detailliert auszuführen, alle Beweis-
mittel zu bezeichnen sowie Kopien betreffend ihre Identität einzu-
reichen.
C. Innert der angesetzten Frist erklärte die Beschwerdeführerin mit
Schreiben vom 25. Juni 2009 (Eingang schweizerische Botschaft:
7. Juli 2009), aufgrund des Krieges und der Angriffe auf ihre Familie
wolle sie Sri Lanka verlassen. Auch sei es ihrem Mann, ihren Kindern
sowie E._ aufgrund dieser Umstände nicht möglich, un-
abhängig und in Ruhe leben zu können. Des Weiteren hätten sie, ihr
Ehemann sowie E._ aufgrund ihrer LTTE-Vergangenheit
Probleme sowohl mit der C._ als auch mit der F._.
Beide Gruppierungen hätten sie in den Jahren (...) und (...) vorgeladen
und ausführliche Befragungen mit ihnen durchgeführt. Im Jahre 2008
hätten Leute der C._ nachts auf sie, ihren Mann, ihre Kinder
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und auf E._ geschossen. Da man nach ihnen suche, würden
sie normalerweise bei Nachbarn schlafen. Vor diesem Hintergrund
habe sie bereits bei G._ um Schutz nachgesucht. Schliesslich
bestehe für sie keine Aufenthaltsalternative in Sri Lanka, zumal überall
terroristische Aktivitäten verübt würden und staatliche Sicherheits-
kräfte und bewaffnete Gruppierungen stationiert seien. Zudem sehne
sie sich danach, ein Leben in Frieden zu verbringen und eine Zukunft
zu haben.
D.
Mit Schreiben vom 26. August 2009 lud die Schweizerische Botschaft
sie zu einer Befragung in Colombo ein, welche am 30. September
2009 stattfand. Im Wesentlichen machte die Beschwerdeführerin
geltend, sie stamme ursprünglich aus B._ (H._) und
habe sich im Jahre 1990 der LTTE angeschlossen. Dort habe sie
Karriere bis zur [militärische Position] des H._ gemacht. Sie
habe an zahlreichen Gefechten teilgenommen, [konkrete militärische
Aktionen]. Mit Einwilligung der LTTE sei sie im Jahr (...) mit einem
LTTE-(Offizier) verheiratet worden und habe sich fortan als Zivilistin im
LTTE-Gebiet aufgehalten, während ihr Mann noch weiter bei der LTTE
tätig gewesen sei. Mit ihrem Mann habe sie ([familiäre Situation]. Im
Jahr (...) habe auch ihr Mann die LTTE verlassen, und seit dem Jahr
(...) lebten sie wieder zusammen in B._, wo sie sich als Tag-
löhner durchschlagen würden. Die C._ sowie das D._
suchten nach ihrem Mann, weshalb sie normalerweise bei Nachbarn
schlafen würden. Sie selbst sei sowohl von der C._ als auch
von der F._ verfolgt worden. Beide Gruppierungen hätten sie in
den Jahren (...) und (...) vorgeladen und sie ausführlich befragt. Im
Jahre (...) sei nachts auf sie, ihren Mann, ihre Kinder und E._
geschossen worden. J._habe gesagt, dass es sich dabei um
Mitglieder der C._ gehandelt habe. Zudem werde ihr Haus
überwacht, und K._ sei nach ihr befragt worden. Darüber
hinaus sei sie im August 2009 erneut vom D._ befragt worden,
wobei sie ihre LTTE-Vergangenheit jedoch bestritten habe.
L._, welcher (...) bei der LTTE gewesen sei, sei im Jahre (...)
von der M._ verhaftet und auf dem Weg zu einer Gerichtsver-
handlung erschossen worden. N._ sei im Jahre (...) von Un-
bekannten ebenfalls erschossen worden. O._ habe der LTTE
ein Jahr lang angehört, habe die Bewegung jedoch verlassen, da er zu
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jung gewesen sei. P._, welcher ebenfalls (...) bei der LTTE
gewesen sei, sei in Q._ entführt worden.
Seit dem Jahre 2004 werde sie von der C._ und der F._ bedroht. Die C._ tauche ständig bei ihr zuhause auf und bedrohe auch K._. Ihr Mann getraue sich nach seinem Austritt aus der LTTE nicht mehr, das Haus zu verlassen, und gehe deshalb keiner Arbeit mehr nach. Sie selber werde von ihren Geschwistern finanziell unterstützt, da (...).
E. Mit Schreiben vom 30. September 2009 überwies die Schweizerische
Botschaft in Colombo dem BFM das Befragungsprotokoll vom
30. September 2009 sowie das Dossier zur abschliessenden Be-
urteilung.
F.
Mit Schreiben vom 12. Januar 2010 übermittelte die Schweizerische
Botschaft dem BFM eine Eingabe der Beschwerdeführerin vom
22. Dezember 2009, worin (...) angezeigt wird.
G.
Mit Verfügung vom 9. Februar 2010 - Zeitpunkt der Eröffnung un-
bekannt - verweigerte das BFM der Beschwerdeführerin die Einreise in
die Schweiz und lehnte das Asylgesuch ab.
H.
Mit englischsprachiger Eingabe vom 9. März 2010 an die Schwei-
zerische Vertretung in Colombo und von dieser mit Schreiben vom 19.
März 2010 an das BFM übermittelt, beantragte die Beschwerde-
führerin sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und
die Gewährung von Asyl.
Die Beschwerde ging am 6. April 2010 beim Bundesverwaltungsgericht
ein.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
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1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
1.2 Der Zeitpunkt der Eröffnung der angefochtenen Verfügung vom 9. Februar 2010 steht mangels Vorliegens einer Empfangsbestätigung nicht fest. Da die Beweislast für die Zustellung an die Partei der er - öffnenden Behörde obliegt (vgl. ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, Hand-
bücher für die Anwaltspraxis, Band X, Basel 2008, Rz. 3.150,
S. 166 f.), ist zugunsten der Beschwerdeführerin davon auszugehen, dass die am 9. März 2010 bei der schweizerischen Vertretung in Colombo eingegangene Beschwerde rechtzeitig erfolgt ist.
Die Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz , ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt, hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung  Änderung und ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert. Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten (Art. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG, Art. 48 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG).
1.3 Die Amtssprachen des Bundes sind das Deutsche, Französische und Italienische (vgl. Art. 70 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schwei - zerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]). Aus prozessökonomischen Gründen wird vorliegend auf eine Rückweisung der englischsprachigen Beschwerde zur Übersetzung in eine  verzichtet, da die sinngemäss gestellten und hinreichend  Rechtsbegehren verständlich sind.
2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige
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oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
3. 3.1 Das Bundesamt kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch , wenn die asylsuchenden Personen keine Verfolgung glaubhaft machen können oder ihnen die Aufnahme in einem Drittstaat  werden kann. Gemäss Art. 20 Abs. 2 AsylG bewilligt das BFM Asylsuchenden die Einreise zur Abklärung des Sachverhaltes, wenn ihnen nicht zugemutet werden kann, im Wohnsitz- oder  zu bleiben oder in ein anderes Land auszureisen. Gestützt auf Art. 20 Abs. 3 AsylG kann das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) schweizerische Vertretungen ermächtigen, Asylsuchenden die Einreise zu bewilligen, die glaubhaft machen, dass eine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben oder für die Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG bestehe. Bei diesem Entscheid gelten restriktive Voraussetzungen für die Erteilung einer , wobei den Behörden ein weiter Ermessensspielraum . Neben der erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind namentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, die  der Schutzgewährung durch einen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu anderen Staaten, die praktische Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit zur anderweitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Eingliederungs- und Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [ARK; EMARK] 1997 Nr. 15 E. 2.e.- g. S. 131Ff.; die dort akzentuierte Praxis hat nach bloss redaktionellen Änderungen bei der letzten Totalrevision des  nach wie vor Gültigkeit).
4. 4.1 Das BFM stellte in der angefochtenen Verfügung fest, die  sei nicht schutzbedürftig. Bis zu ihrer Niederlage im Mai 2009 habe die LTTE zur Umsetzung ihrer Ziele im Rahmen ihres bewaffneten Kampfes gegen die srilankische Regierung seit Jahren massive Gewaltakte, die insgesamt als terroristische Handlungen zu qualifizieren seien, begangen. Ein bedeutender Teil der durch diese Organisation zu verantwortenden Taten seien dementsprechend als direkt gegen Leib und Leben gerichtete, gemeinrechtliche Straftaten zu qualifizieren, denen zahlreiche Menschen zum Opfer gefallen seien. Derartige Taten stünden offenkundig in keinem angemessenen Ver-
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hältnis zu den allenfalls damit verfolgten politischen Zielen. Der Rang der Beschwerdeführerin in der LTTE, welcher sie zwischen (...) und (...) angehört habe, sei höher gewesen als derjenige ihres späteren Ehemannes, welcher (...) gewesen sei. Sie sei in I._ an zahl - reichen wichtigen Kämpfen gegen die srilankische Armee beteiligt gewesen, habe (...) sowie (...). Damit trage sie klarerweise eine direkte (Mit)verantwortung für die durch diese Bewegung im Laufe der Jahre verübten zahlreichen Straftaten, die im Kern als gemeinstrafrechtliche, gegen Leib und Leben gerichtete, Delikte zu qualifizieren seien. Aufgrund der langjährigen Mitgliedschaft der Beschwerdeführerin (...) habe sie die Gewaltanwendung nicht nur bewusst in Kauf genommen, sondern sich selbst aktiv an Gewalthandlungen beteiligt respektive solche mit ihren planerischen Aufgaben erst ermöglicht. Der Umstand, dass die Beschwerdeführerin im Jahre (...) aus der LTTE ausgetreten sei, vermöge an ihrem schweren Verschulden für die zahlreichen Unrechtstaten der LTTE nichts zu ändern. Auch eine Güterabwägung zwischen objektiver Verwerflichkeit ihrer Taten und ihrer subjektiven Schuld einerseits sowie dem Schutzinteresse vor einer ihr allenfalls drohenden Verfolgung im Heimatstaat andererseits, vermöge  zu keinem anderen Resultat zu führen. Damit seien die gegen sie gerichteten staatlichen Massnahmen rechtsstaatlich durchaus legitim. Die Anwendung von Art. 1F Bst. b des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) sei somit angemessen.
4.2 Die Beschwerdeführerin räumte demgegenüber in ihrer Rechts-
mitteleingabe im Wesentlichen ein, die Unruhen und Angriffe durch
Unbekannte wegen ihrer LTTE-Vergangenheit würden immer noch
andauern und es sei weder für sie noch für ihre Familie möglich, in
Frieden zu leben. Aufgrund dieser Behelligungen seien sie nach wie
vor gezwungen, sich stets an andere Orte zu begeben.
4.3 Art. 35 Abs. 1 VwVG verpflichtet die Behörden, schriftliche  zu begründen. Die Begründungspflicht konkretisiert den Grundsatz des rechtlichen Gehörs gemäss Art. 29 Abs. 2 BV und  den Anspruch der Partei, dass ihre Vorbringen soweit  werden, wie dies für die Verfügung wesentlich ist. Sie  dem Verfügungsadressaten die Möglichkeit, wirksam  zu führen, und verhindert, dass sich die Behörden von  Motiven leiten lassen. Das Ergebnis der Würdigung der
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erheblichen Vorbringen der Parteien durch die Behörde muss sich in der Entscheidbegründung niederschlagen. Dabei hat sich die  Behörde zwar nicht ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinanderzusetzen, sondern darf sich auf die wesentlichen Gesichtspunkte beschränken. Indessen hat sie die Überlegungen zu nennen, von denen sie sich leiten liess und auf die sich ihr Entscheid stützt. Die  ist ein Element rationaler und transparenter Entscheidfindung und dient nicht zuletzt auch der Selbstkontrolle der Behörden. Entsprechend bildet eine hinreichende Begründung die Grundlage für eine sachgerechte Anfechtung der Verfügung durch die Betroffenen und stellt gleichzeitig eine unabdingbare Voraussetzung für die  ihrer Rechtmässigkeit durch die Beschwerdeinstanz dar. Die Begründungsdichte richtet sich nach dem Verfügungsgegenstand, den Verfahrensumständen und den Interessen des Betroffenen, wobei die bundesgerichtliche Rechtsprechung bei schwerwiegenden Eingriffen in die rechtlich geschützten Interessen des Betroffenen - und um solche geht es bei der Frage der Gewährung des Asyls - eine sorgfältige Be - gründung verlangt (vgl. die weiterhin zutreffende Rechtsprechung der ARK in EMARK 2006 Nr. 4 sowie EMARK 2004 Nr. 38, mit weiteren Hinweisen). Im Asylverfahren - wie im übrigen Verwaltungsverfahren - gilt im Weiteren der Untersuchungsgrundsatz, das heisst, die  hat den rechtserheblichen Sachverhalt vor ihrem Entscheid von Amtes wegen vollständig und richtig abzuklären (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG, Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Dabei muss sie die für das Verfahren erforderlichen Sachverhaltsunterlagen beschaffen und die rechtlich relevanten Umstände abklären und darüber ordnungsgemäss Beweis führen. Gemäss Art. 8 AsylG hat die asyl - suchende Person demgegenüber die Pflicht und - unter dem  des rechtlichen Gehörs im Sinne von Art. 29 Abs. 2 BV - auch das Recht, an der Feststellung des Sachverhalts mitzuwirken (vgl. EMARK 2003 Nr. 13, 2004 Nr. 16 E. 7a, EMARK 2004 Nr. 30 E. 5.3.1).
4.4 4.4.1 Das BFM hat seinen Entscheid darauf fokussiert, die  nach Prüfung von Art. 1F Bst. b FK vom  der Flüchtlingskonvention auszuschliessen.
4.4.2 Gemäss UNHCR ist der Einschluss der Flüchtlingseigenschaft in aller Regel vor dem Ausschluss im Sinne von Art. 1F FK zu prüfen.
Eine Ausnahme von diesem Grundsatz rechtfertige sich nur dann,
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wenn etwa Anklage vor einem internationalen Strafgericht erhoben
worden sei oder offensichtliche Beweise dafür vorlägen, dass der
Asylsuchende in ein ausserordentlich schweres Verbrechen - ins-
besondere im Sinne von spektakulären Fällen nach Art. 1F Bst. c FK -
verwickelt sei oder wenn im Rechtsmittelverfahren der Ausschluss im
Mittelpunkt stehe (vgl. UNHCR back ground paper, current issues in
the application of the exclusion clauses, GEOFF GILBERT, 2001, S. 28 f.;
UNHCR, Richtlinien, Ziff. 31.). Das Bundesverwaltungsgericht
schliesst sich dem Prinzip "inclusion before exclusion" und der ge-
nannten Betrachtungsweise, wenn auch nicht in der Beschränkung auf
die drei exklusiv genannten Ausnahmen, grundsätzlich an. Im vor-
liegenden Fall ist nicht ersichtlich, weshalb von der Regel abgewichen
werden sollte.
4.4.3 Angesichts der Tragweite eines Ausschlusses vom  der Flüchtlingskonvention, ohne auf die konkreten Vorbringen der Beschwerdeführerin, welche unter Umständen geeignet sein könnten, deren Gefährdung nach Art. 3 AsylG zu begründen - die es aus Sicht des Bundesverwaltungsgerichts zwingend zu prüfen gilt - ist das BFM seiner Begründungspflicht offensichtlich nicht in genügender Weise nachgekommen. Dabei ist insbesondere zu berücksichtigen, dass gerade unter dem Aspekt der nach Art. 1F Bst. b FK zu erfolgenden Abwägung zwischen dem Schutzinteresse eines  Täters vor ihm allfällig drohender Verfolgung gegenüber der Verwerflichkeit der ihm zur Last gelegten Verbrechen und seiner subjektiven Schuld, der Frage einer Gefährdung nach Art. 3 AsylG entscheidwesentliche Bedeutung zukommt und daher eine eingehende Prüfung als notwendig zu erachten ist.
4.4.4 Sollte das BFM nach eingehender Prüfung zum Schluss kommen, die Beschwerdeführerin sei im Sinne von Art. 3 AsylG , wäre im folgenden (und erst dann) zu prüfen, ob allenfalls eine der Ausschlussklauseln von Art. 1F FK zum tragen kommt.
5. 5.1 Im Zusammenhang mit dem vom BFM angerufenen Art. 1F Bst. b FK ist sodann allgemein auf die anerkannten Grundsätze hinzuweisen, welchen die Anwendung dieser Norm zu folgen hat (vgl. insbesondere United Nations High Commissioner for Refugees [UNHCR], Handbuch über Verfahren und Kriterien zur Feststellung der  gemäss dem Abkommen von 1951 und dem Protokoll von 1967
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über die Rechtsstellung der Flüchtlinge, Genf 1979, Neuauflage: 2003 [UNHCR, Handbuch], Ziff. 149 ff.).
Gemäss Art. 1F Bst. b FK sind die Bestimmungen der  - und damit insbesondere auch Art. 1A Ziff. 2 FK, welcher die Voraussetzungen für die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft  und der Definition des Flüchtlingsbegriffs des schweizerischen Asylrechts zugrunde liegt (vgl. die weiterhin  Rechtsprechung der ARK in EMARK 1996 Nr. 18 E. 6c S. 177) - jedoch nicht anwendbar auf Personen, bei denen ernsthafte Gründe für den Verdacht bestehen, dass sie ein schweres Verbrechen des gemeinen Rechts ausserhalb des Gastlandes begangen haben, bevor sie dort als Flüchtling aufgenommen worden sind. Diese  ist - ebenso wie die beiden anderen Tatbestandsvarianten von Art. 1F FK (Bst. a: Verbrechen gegen den Frieden,  oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit; Bst. c: den Zielen und Grundsätzen der Vereinten Nationen zuwiderlaufende ) - restriktiv auszulegen (vgl. UNHCR, Handbuch, Ziff. 149).
Als schwere Verbrechen gelten beispielsweise Mord, Vergewaltigung und bewaffneter Raub (vgl. UNHCR, Richtlinien zum internationalen Schutz, Anwendung der Ausschlussklauseln: Art. 1F des Abkommens von 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge, 4. September 2003 [UNHCR, Richtlinien], Ziff. 14; UNHCR, Background Note on the Application of the Exclusion Clauses: Article 1F of the 1951  relating to the Status of Refugees, Genf, 4. September 2003 [UNHCR, Background Note], Ziff. 40).
Ein solches Kapitalverbrechen fällt jedoch dann nicht in den Anwendungsbereich von Art. 1F Bst. b FK, wenn es einen vorwiegend politischen Charakter aufweist. Letzterer ist dann anzunehmen, wenn mit dem Delikt zum überwiegenden Teil politische Ziele verfolgt wurden und die Tat im Gesamtkontext des Einzelfalles verhältnismässig erscheint (vgl. UNHCR, Handbuch, Ziff. 152; UNHCR, Richtlinien, Ziff. 15; UNHCR, Background Note, Ziff. 41; vgl. KÄLIN, a.a.O., S. 107 ff. und 180).
Falls die Beurteilung eines Asylgesuches schliesslich ergibt, dass  ein schweres gemeinrechtliches Delikt begangen wurde, ist die Anwendung der Ausschlussklausel von Art. 1F Bst. b FK auf ihre Verhältnismässigkeit hin zu überprüfen. Im Rahmen dieser Güterabwägung sind die Folgen des Ausschlusses von der
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Flüchtlingseigenschaft der Schwere der Tat gegenüberzustellen (vgl. UNHCR, Richtlinien, Ziff. 24). Lässt sich im Rahmen einer solchen Güterabwägung feststellen, dass das Schutzinteresse des Täters vor der ihm drohenden Verfolgung im Heimatland im Vergleich zur Verwerflichkeit seines Verbrechens und seiner subjektiven Schuld als geringer erscheint, so ist der Asylsuchende vom  der Konvention auszuschliessen (vgl. die weiterhin zutreffende Rechtsprechung der ARK in EMARK 1993 Nr. 8 E. 6a sowie BVGE /2008 vom 17. Oktober 2008).
5.2 5.2.1 Bezüglich des Beweismassstabes bei der Prüfung von Art. 1F FK kann auf EMARK 2005 Nr. 18 (mit weiteren Hinweisen) verwiesen werden. Demnach müssen "ernsthafte Gründe" für die Annahme eines Ausschlusstatbestandes vorliegen. Dazu braucht es substanziell  Verdachtsmomente; eine blosse Mutmassung genügt  nicht. Die Anwendung von Art. 1F FK ist ferner nur dann , wenn der Betroffene mitbestimmenden Einfluss ausgeübt hat und ihn somit für diese Straftaten eine persönliche Verantwortlichkeit für das ihm zur Last gelegte Delikt trifft (vgl. UNHCR, Richtlinien, Ziff. 18 ff.; UNHCR, Background Note, Ziff. 50 ff.). In Anbetracht der  eines Ausschlusses vom Anwendungsbereich der  ist jedoch von einer pauschalen und undifferenzierten  der Verantwortlichkeit Abstand zu nehmen (vgl. UNHCR, Richtlinien, Ziff. 19; UNHCR, Refugee Protection in International Law, UNHCR's Global Consultations on International Protection, GEOFF GILBERT, Current Issues in the Application of the Exclusion Clauses, 2003 [GILBERT, Current Issues], S. 439 und 444 f.). Denn unabhängig von der Frage, ob und unter welchen Bedingungen sich aus der  zu einer Organisation (deren Ziel, Handlungen und Methoden von extremer Gewalt zeugen) die Vermutung einer  Verantwortlichkeit ableiten lässt, hat jedenfalls diese  im Bereich der Anwendung von Art. 1F Bst. b FK den konkreten Gegebenheiten Rechnung zu tragen und hinsichtlich der Stellung innerhalb des Führungsgremiums mögliche Faktoren wie Grösse dieses Gremiums, Stellung und Einflussnahme der einzelnen Führungspersonen, Führungsbereiche, Unterteilung in politische und militärische Flügel, allfällige Ausübung von Druck oder Zwang, und Zeitspanne, in welcher diese Funktion ausgeübt wurde,  (vgl. auch EMARK 2006 Nr. 28 E. 6.2).
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5.2.2 Das BFM führt in seinem Entscheid aus, die Beschwerdeführerin habe insbesondere zufolge ihrer führenden Position innerhalb der LTTE deren zahlreiche Straftaten mitzuverantworten. Dabei handle es sich im Kern um gemeinstrafrechtliche, gegen Leib und Leben  - und damit als nicht politisch zu bezeichnende - Delikte.
Damit geht die Vorinstanz von einer pauschalen Verantwortlichkeit der Beschwerdeführerin für von dieser Organisation begangene  in einer Zeitspanne von (...) Jahren aus, ohne die Stellung und Verantwortlichkeit innerhalb des Führungsgremiums genauer zu  (vgl. E. 4.2) und die Straftaten der Organisation punkto Zeit - raum, Tatort, beteiligte Opfer etc. näher zu bezeichnen und damit  ohne den persönlichen Tatbeitrag sowie das Tatmotiv der Beschwerdeführerin zu nennen. Eine solche Schlussfolgerung kann im Anwendungsbereich von Art. 1F Bst. b FK in dieser allgemeinen Form nicht zum Tragen kommen. Eine hiervon abweichende Beurteilung fiele - wenn überhaupt - nur dann in Betracht, wenn die Schweiz die LTTE offiziell zur terroristischen Organisation im Sinne von Art. 260 ter des Schweizerischen Strafgesetzbuchs vom 21. Dezember 1937 (StGB, SR 311.0) erklärt hätte, verbunden mit der Möglichkeit, die  in dieser Organisation strafrechtlich zu sanktionieren. Einer solchen Erklärung liegt dannzumal die Vermutung zugrunde, dass eine kriminelle Organisation mit etablierter, längerfristig angelegter Gruppenstruktur, stark hierarchischem Aufbau und hochgradiger Arbeitsteilung, mit Abschottung nach innen und aussen, starker Geheimhaltung und der Bereitschaft, zur Verteidigung und zum  ihrer Stellung vorwiegend qualifizierte Gewaltverbrechen zu  oder sich mit verbrecherischen Mitteln zu bereichern, vorliegt (vgl. Botschaft vom 30. Juni 1993 über die Änderung des  Strafgesetzbuches und des Militärstrafgesetzes, Kommentar zu Art. 260ter StGB, BBl 1993 III 295 ff.), weshalb (zumindest) aus strafrechtlicher Sicht der Nachweis strafbarer Beteiligung an einzelnen bestimmten Delikten nicht erforderlich ist (vgl. GÜNTHER STRATENWERTH, Schweizerisches Strafrecht, Besonderer Teil II: Straftaten gegen , 4. Auflage, Bern 1995, S. 184 f.).
5.2.3 Aus den dem Bundesverwaltungsgericht zur Verfügung  Dokumenten lässt sich bezüglich der Organisationsstruktur und des Entscheidfindungsprozesses des LTTE und des (...) des H._ im Besonderen nichts entnehmen. Entsprechende  wären aber gerade auch mit Blick auf die zuvor erwähnte
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Prüfung der persönlichen Verantwortlichkeit der Beschwerdeführerin für die ihr vorwerfbaren strafrechtlichen Handlungen von Bedeutung. Eine entsprechende Abklärung, allenfalls mittels einer Anfrage bei der schweizerischen Vertretung in Colombo, wäre deshalb auch hier  gewesen.
5.2.4 Zudem ist festzustellen, dass die beiden vorinstanzlichen  wenig zum genauen Aufgabenbereich ( zu [...]) und zur Verantwortlichkeiten der  enthalten und ihre diesbezüglichen Antworten eher vage und ausweichend ausgefallen sind. Eine weitergehende Konfrontation respektive ergänzende Fragestellungen bezüglich ihres konkreten Aufgabenbereichs hätte sich daher ebenfalls aufgedrängt. Der  erscheint damit auch hinsichtlich der der Beschwerdeführerin zukommenden Rolle im Rahmen der LTTE nicht vollständig erstellt.
5.3 5.3.1 Die Vorinstanz stellte in ihrer Verfügung sodann fest, auch eine Güterabwägung zwischen der objektiven Verwerflichkeit der Taten der
Beschwerdeführerin und ihrer subjektiven Schuld einerseits sowie
ihrem Schutzinteresse vor einer allenfalls drohenden Verfolgung im
Heimatstaat andererseits vermöge zu keinem anderen Resultat (als zu
dem des Ausschlusses von der Flüchtlingseigenschaft) zu führen.
5.3.2 Eine substanziierte und für die Beschwerdeführerin  Güterabwägung findet aber nicht statt. Insbesondere ist
eine Auseinandersetzung damit, welches die Folgen des Ausschlusses
von der Flüchtlingseigenschaft sein könnten, aus den vorinstanzlichen
Erwägungen nicht ersichtlich. Aus der sehr allgemein gehaltenen
Formulierung des BFM lässt sich weder klar das subjektive Mass der
Schuld der Beschwerdeführerin entnehmen, noch geht daraus hervor,
ob allfällige Schuldminderungs- respektive -milderungsgründe - wie
etwa Alter, Tatbeitrag respektive Form der Tatteilnahme, oder eine all -
fällige Deliktsverjährung beziehungsweise Verfolgungsverjährung -
durch die Vorinstanz berücksichtigt oder zumindest in Betracht ge-
zogen wurden. Ebenso wenig wird aufgezeigt, inwiefern die Be-
schwerdeführerin, die angeblich der LTTE nicht mehr zugehörig sein
soll, nach Auffassung des BFM - weiterhin - eine potenzielle Gefahr für
die schweizerische Allgemeinheit darstellt. Solchen und weiteren der
vollständigen Sachverhaltserhebung und unter anderem der um-
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fassenden Beurteilung der konkret drohenden Gefährdung dienenden
Fragen hätte das BFM indessen nachgehen müssen.
6. 6.1 Zusammenfassend zeigt das BFM vorliegend nicht auf, welche Vorbringen der Beschwerdeführerin aus welchen konkreten  Motiven grundsätzlich geeignet sein könnten, eine Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG anzunehmen. Hinsichtlich der Anwendbarkeit der Ausschlussklausel von Art. 1F Bst. b FK präzisiert die Vorinstanz zudem nicht näher, für welche konkreten  Delikte die Beschwerdeführerin nach ihrer Überzeugung persönlich verantwortlich zeichnet. Auch nennt sie ihre konkreten Überlegungen, die zum Ergebnis führen, das Schutzinteresse der  sei geringer einzustufen, als die Verwerflichkeit der von ihr begangenen Taten, nicht. Damit mangelt es der angefochtenen Verfügung an einer hinreichenden, nachvollziehbaren Begründung.
6.2 Nach dem Gesagten stützt sich die Vorinstanz in ihrer Verfügung vom 9. Februar 2010 auf einen unvollständig festgestellten , wodurch die Grundlage für die Prüfung der wesentlichen  nicht gegeben ist. Das BFM ist seiner Begründungspflicht  Art. 35 Abs. 1 VwVG nicht nachgekommen und hat damit den Anspruch der Beschwerdeführerin auf rechtliches Gehör im Sinne von Art. 29 Abs. 2 BV verletzt. Zugleich ist eine Verletzung des  gemäss Art. 12 VwVG festzustellen. Es fehlt der angefochtenen Verfügung demnach an der erforderlichen . Eine Heilung der genannten Mängel und damit ein reformatischer Beschwerdeentscheid - wie dies aus  Überlegungen erfolgen kann - fällt ausser Betracht, da die Verletzungen schwer wiegen und insbesondere weitere Abklärungen zum Sachverhalt vorzunehmen sind (vgl. dazu EMARK 2004 Nr. 38 mit weiteren Hinweisen).
7. Das BFM hat demnach Bundesrecht verletzt und den  Sachverhalt unvollständig festgestellt (Art. 106 Abs. 1 und 2 AsylG). Die Beschwerde ist daher gutzuheissen, die angefochtene Verfügung des BFM vom 9. Februar 2010 aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die im Sinne dieses Kassationsentscheides durch die Vorinstanz zu berücksichtigenden Erwägungen sind für die Vorinstanz
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bindend (vgl. Art. 61 Abs. 1 VwVG, vgl. die weiterhin zutreffende Rechtsprechung der ARK in EMARK 2006 Nr. 28).
8. 8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG).
8.2 Gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 37 VGG kann der  Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine  für die ihr erwachsenen notwendigen Kosten  werden (vgl. für die Grundsätze der Bemessung der Parteientschädigung ausserdem Art. 7 ff. des Reglements über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht vom 21. Februar 2008 [VGKE, SR 173.320.2]). Der rechtlich nicht  Beschwerdeführerin sind indessen keine notwendigen Kosten erwachsen, weshalb keine Parteientschädigung auszurichten ist.
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