Decision ID: ac9ce451-5e5a-4f44-b809-5246babe424b
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1957,
meldete sich am 2
9.
Juni 2011 (Eingangsdatum) bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Hinweis auf eine Verletzung am rechten Arm zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/17).
Die IV-Stelle tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen. Vom
4.
Januar bis zum
1.
Februar 2012 wurde der Versicherte
in der
Y._
,
Z._
,
beruf
lich abgeklärt (Mitteilung vom 3
0.
Dezember 2011,
Urk.
7/38) und im Anschluss daran absolvierte er
vom 1
3.
Februar bis zum
9.
September 2012 ebenfalls in der
Y._
ein Aufbautraining
(
Kostengutsprache Aufbautraining vom 1
0.
Februar 2012,
Urk.
7/43; Kostengutsprache Verlängerung Aufbautraining vom 1
0.
August 2012,
Urk.
7/64).
Vom 1
0.
September bis zum
9.
November 2012 wurde die Leistungsfähigkeit des Versicherten im
A._
,
B._
, abgeklärt
(Bericht vom
9.
November 2012,
Urk.
7/78).
Danach
erteilte
die IV-Stelle
Kostengutsprache für
eine Arbeitsvermittlung
durch
die
C._
vom 1
2.
Februar bis zum 3
0.
Juli 2013
(Mitteilung vom 2
4.
Januar 2013,
Urk.
7/87; Schlussbericht
der
C._
vom 3
0.
Juli 2013,
Urk.
7/99)
, welche ohne Erfolg endete
.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 2
7.
November 2013,
Urk.
7/110; Einwand vom
4.
Dezember 2014,
Urk.
7/111; ergänzende
Einwandbegründung
vom 1
7.
Januar 2014,
Urk.
7/115) wies die
IV-Stelle das Leistungsbegehren mit Verfügung vom
6.
August 2014 ab (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte am
8.
September 2014 Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es sei die Sache zu ergänzenden medizinischen Abklärungen und zum Neuentscheid an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Eventualiter sei ihm eine halbe Rente zuzusprechen. Mit Beschwerdeantwort vom 1
6.
Oktober 2014 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6 unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
7/1-120), was dem Beschwerdeführer am 2
0.
Oktober 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8). Mit Schreiben vom 2
6.
Juni 2015 (
Urk.
9) reichte der Beschwerdeführer den Bericht des
D._
, Institut für Anästhesiologie, vom
5.
Juni 2015 ein (
Urk.
10), worüber die
Beschwerde
gegnerin
am 2
9.
Juni 2015 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
11).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung dafür, dass der Beschwerdeführer ab dem
1.
November 2010 vollumfänglich arbeitsunfähig gewesen sei. Ab dem
1.
Mai 2011 sei ihm eine angepasste Tätigkeit vollum
fänglich und ohne Leistungseinschränkung zumutbar. Stelle man das Einkom
men vor Eintritt des Gesundheitsschadens dem Einkommen in einer angepassten Tätigkeit als Hilfsarbeiter unter Berücksichtigung eines Leidensabzuges von 10
%
gegenüber resultiere ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 38
%
(
Urk.
2).
Der Beschwerdeführer brachte demgegenüber im Wesentlichen vor, dass die Beschwerdegegnerin auf den Bericht des
E._
vom 1
6.
Mai 2011 abstelle, welcher von einer vol
len Arbeits- und Leistungsfähigkeit ausgehe, obwohl der von der
Beschwerde
gegnerin
veranlasste, neuere und auch überzeugende Bericht des
A._
von einer gezeigten Leistungsfähigkeit von 50
%
, bzw. einer objektiven Leistungsfä
higkeit von 80
%
ausgehe. Aufgrund des Zeitablaufs und der seit Jahren nicht mehr durchgeführten medizinischen Abklärungen sei ein medizinisches Gut
achten einzuholen unter Berücksichtigung der bisherigen, teilweise abweichen
den Stellungnahmen. Sofern das Gericht von einer genügenden Abklärung aus
gehe, so sei auf den Bericht
A._
abzustellen, so dass gestützt auf einen Einkommensvergleich eine halb
e Rente zuzusprechen sei (
Urk.
1
).
2.
2.1
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG).
Erwerbsunfä
higkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi
schen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Einglie
derung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
3.
Die
zur Invaliditätsbemessung relevanten Unterlagen stellen sich im Wesentli
chen folgendermassen dar:
3.1
Der Beschwerdeführer wurde im Auftrag der Basler Versicherungen AG am
2.
und
3.
Mai 2011 im
E._
abgeklärt. Die Ärzte hielten folgende Diagnose fest
(
Urk.
7/24/12)
:
-
Periarthropathia
humeroscapularis
rechts unklarer Ursache (dominante Seite)
leichte
Impingementsymptomatik
Status nach proximaler Ruptur der langen
Bizepssehne
nach Unfall 2007
Kraftverminderung des M.
biceps
Zusammenfassend leide der Be
schwerdeführer unter einer
Peri
arthropathia
humeroscapularis
rechts, zurzeit noch unklarer Ätiologie. Es bestehe ein Zustand nach Unfall 2007 mit proximaler Ruptur der langen
Bizepssehne
und seither Beschwerden an der rechten Schulter und am rechten Oberarm. Durch die behandelnden Ärzte der
F._
seien weitere Abklärungen vor
gesehen. Anlässlich der Untersuchung hätten sich die angegebenen Schmerzen bei eher diffusem Schmerzcharakter keiner spezifischen Struktur an der rechten Schulter zuordnen lassen. Klinisch bestünden keine klaren Hinweise auf eine
Rotatorenmanschetten
-Totalruptur (bei allerdings l
eicht verminderter Koopera
tion) und
die
Impingementtests
seien negativ, wobei die Schmerzangaben bei
endgradiger
Elevation
und Abduktion doch auf eine leichte
Impingementsymp
tomatik
hinweisen könnten. In der
Evaluation der arbeitsbezogenen funktionel
len Leistungsfähigkeit (
EFL
)
habe sich zudem eine verminderte muskuläre
Sta
bilisationsfähigkeit
des rechten Schultergürtels manifestiert. Evident sei, dass die
Bizepssehnenläsion
zu einer Kraftminderung im rechten Oberarm führe (
Urk.
7/24/13).
Sie empfählen in der aktuellen Situation die Abklärungsresultate der
F._
Ende Mai einzufordern. Das weitere Prozedere werde sich nach den dann erhobenen Befunden richten, wobei sie aufgrund des eher diffusen Schmerzcharakters, dem fehlenden Ansprechen auf Infiltrationen und der recht langen Schmerzdauer empfählen, die Indikation für operative Eingriffe sehr eng zu stellen. Die Resultate könnten ihnen nochmals vorgelegt werden mit der Frage, ob sich eine Veränderung der vorliegenden Beurteilung ergäbe (
Urk.
7/24/13 f.).
Das arbeitsbezogene relevante Problem sei eine Funktionsstörung der rechten Schulter mit verminderter Stabilisierungsfähigkeit sowie Kraftmangel im rech
ten Oberarm und reduzierter Belastbarkeit des rechten Oberarms bei Tätigkeiten über Schulterhöhe. Die Leistungsbereitschaft beurteilten sie als zuverlässig. Die Konsistenz bei den Tests sei gut. Die Belastbarkeit liege allgemein im Bereich einer leichten bis mittelschweren Arbeit (
Urk.
7/24/14).
Die EFL
habe ergeben, dass die
Belastbarkeitslimiten
bei maximal 15 kg beim
Heben
vom
Boden
bis
zu
r Taillenhöhe
,
maximal 7.5 kg beim
Heben
von der
Taillen- zu
r
Kopfhöhe
, max. 15 kg beim Heben horizontal und
max. 10 kg beim einhändigen
Tragen rechts
lägen und die
Handkraft rechts unter der Norm
liege
. Arbeit
en
über Schulterhöhe
seien
maximal manchmal
zumutbar
,
die
Handkoor
dination
links
liege
knapp unter der Norm. Die angestammte Tätigkeit als Gipser sei nicht mehr zumutbar.
Eine leichte bis mittelschwere Arbeit, ohne länger dauernde Tätigkeiten über Schulterhöhe (bis max. 3 Stunden pro Tag) und ohne Tätigkeiten, welche erhöhte Anforderungen an die Feinmotorik stellen würden,
sei ganztags zumutbar (
Urk.
7/24/14 f.).
3.2
Pract
. med.
G._
, Assistenzarzt der
Abteilung
Orthopädie
der
F._
,
diagnostizierte
in seinem von der
Beschwerdegegne
rin
eingeholten Arztbericht vom
6.
September 2011
(
Urk.
7/26/5 ff.)
chronifi
zierte
Schulterschmerzen rechts bei Status nach proximaler
Bicepssehnenruptur
2007 und Status nach Schulterkontusion rechts 200
7.
Der Beschwerdeführer werde seit Oktober 2007 von ihnen ambulant behandelt, eine stationäre Schmerztherapie mit Einlage eines
Interskalenuskatheters
und Physiotherapie sei vom 2
2.
- 2
6.
August 2011 erfolgt.
Der Beschwerdeführer habe starke Schmerzen und sei daher eingeschränkt. Wie es ihm nach der stationären Behandlung gehe, sei aus der Aktenlage bis jetzt nicht ersichtlich, der Effekt werde sich im Verlauf zeigen
(
Urk.
7/26/5 f.)
.
Der Beschwerdeführer sei vollumfänglich arbeitsunfähig gewesen vom 1
5.
Juli bis 1
4.
November 200
7.
Ab dem 1
5.
November 2007 bis heute sei er zu 50
%
arbeitsfähig (
Urk.
7/26/6).
3.
3
Im von der Beschwerdegegnerin eingeholten Bericht der Abteilung Anästhesiolo
gie
F._
vom
9.
September 2011 notierte
H._
, die chronischen Schulterschmerzen rechts hätten Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
7/27/1 ff.).
Bei fehlendem Ansprechen auf eine sequenti
elle Infiltration der S
chulter und morphologisch und ma
gnettomographisch kei
nem passendem pathologischen Korrelat aus orthopädischer Sicht werde eine chirurgisch-orthopädische Sanierung weiterhin nicht empfohlen. Darum sei der Beschwerdeführer in die Schmerzsprechstunde zur Verbesserung der Analgesie zugewiesen worden. Als Gipser sei der Beschwerdeführer
vollständig
arbeitsun
fähig. Das Heben und Tragen von schweren Lasten und Gewichten etc. als Voraussetzung in diesem Beruf seien aktuell schmerzbedingt nicht möglich. In welchem Umfang eine behinderungsangepasste Tätigkeit möglich sei, könne nicht beurteilt werden.
3.
4
Im Abschlussbericht der
Y._
vom 3
1.
Juli 2012 wurde festgehalten, dass der Beschwerdeführer eine grosse Motivation gezeigt habe
,
um die Ziele der Mass
nahme zu erreichen. Das Ziel der Präsenz, nach sechs Monaten 6 Stunden à 5 Tagen stabil zu erreichen und keine unbegründeten Fehlzeiten zu haben,
habe er erfüllt
. Hingegen seien Einschränkungen bei der Zielerreichung hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit festzustellen. Aufgrund der Schmerzproblematik sei diese Schwankungen unterlegen und sei zwischen 35 - 45
%
zu liegen gekommen (
Urk.
7/69/3).
Aufgrund der sehr guten Motivation in der Massnahme und seinem Willen, eine angemessene Arbeitsstelle zu finden, sei seitens der Beschwerdegegnern eine Abklärung im
A._
, mit der Zielsetzung, konkrete Arbeitsmöglichkeiten und Tätigkeiten definieren zu können, vorgeschlagen worden. Er sei bereits beim Erstgespräch gewesen und könne am 1
0.
September 2012 die Abklärung beginnen. Bis dahin werde das Aufbautraining verlängert (
Urk.
7/69/3).
3.5
Im Bericht des
A._
vom
9.
November 2012 (
Urk.
7/78) wurde festgehal
ten, dass die Prüfung der Leistungsfähigkeit, Belastbarkeit, Motivation und
des
Eingliederungswillens in angepassten Tätigkeiten ergeben habe, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner Schulterproblematik rechts bei manuellen Tätigkeiten eingeschränkt sei. Aufgrund seiner geringen schulischen und intel
lektuellen Ressourcen seien für ihn kognitive Arbeiten leider nicht geeignet, die die grösstmögliche körperliche Entlastung bieten würden. Er sei fleissig, immer an der Arbeit und seinen Arbeitsplatz verlasse er nie. Bei manuellen Arbeiten, die seine Schulter nicht gross belasten, erreiche er seine besten Leistungen. Die Hoffnung, dass er eine angepasste Arbeit finden könne, habe er aufgegeben. Ohne ein Coaching in der Stellensuche sei deshalb die Chance auf eine zukünf
tige Wiedereingliederung gering. An und für sich habe der Beschwerdeführer eine gute Arbeitshaltung und würde im Sinne „
first
pla
ce
then
train
“ sicher mitmachen.
Berufliche Massnahmen im geschützten
Rahmen seien nicht sinn
voll
. Der Beschwerdeführer könne für einfache und leichte
Produktionstätigkei
ten
in der Industrie eingesetzt werden. Diese sollten ohne grosse Kraftanstren
gungen und
bei bestehender Schulterproblematik
gesundheitsverträglich
sowie
ohne Überkopfarbeiten sein
.
D
er Arbeitsplatz sollte ergonomisch günstig sein. Dabei sei eine Präsenzzeit von 8 Stunden täglich mit 2 notwendigen Pausen möglich. Bei angepasster Arbeit betrage der Leistungsgrad ca. 80
%
(
Urk.
7/78/8).
3.6
Die Ärzte des
I._
, Klinik für Innere Medizin,
notierten in ihrem Kurzaustrittsbericht Notfallstation Medizin vom 2
1.
Juli 2013, der Beschwerdeführer habe sich bei akuter
Schmerzexazerbation
aufgrund der bekannten rechtsseitigen Schulterschmerzen selbst zugewiesen. Nach Durchsicht der Akten der Klinik
F._
seien sie von einer
Schmerzexazerbation
im R
a
h
men der chronischen rechtsseitigen Schulterschmerzen ausgegangen und hätten die analgetische Therapie bei gutem
Kreatininwert
um ein NSAR ausgebaut. Sie empfählen eine Wiedervorstellung in der Klinik
F._
bei unveränderten Beschwerden wie im Jahr 2011 und hätten die Röntgenbilder mitgegeben. Bei anhaltenden oder progredienten Beschwerden solle er sich beim Hausarzt mit ggf. Überweisung an die Klinik
F._
vorstellen (
Urk.
7/105/11).
3.7
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Innere Medizin FMH, hielt in seinem Bericht vom 2
0.
Oktober 2013 1) rechtsseitige Schulterschmerzen bei Status nach Ruptur der langen
Bicepssehne
2007, degenerativen Veränderungen der
Rotatorenmanschette
und Status nach wiederholten Infiltrationen ohne anhal
tenden Effekt und 2) Überlastungsschmerzen linkes Handgelenk seit 2
0.
Juli 2012 als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fest. Die bishe
rige Tätigkeit als Gipser sei nicht mehr zumutbar, eine Tätigkeit mit geringer Belastung der rechten Schulter müsse seiner Ansicht nach möglich sein. Eine entsprechende spezialärztliche Untersuchung wäre sinnvoll (
Urk.
7/105/6 ff.).
4.
4.1
Im Bericht des
A._
wurde festgehalten, dass der Beschwerdeführer eine Leistungsfähigkeit von 50
%
gezeigt habe, die effektive Leistungsfähigkeit bei angepassten Arbeiten aber bei ca. 80
%
liege (E. 3.5;
Urk.
7/86). N
ebst den schulterspezifischen Einschränkungen
wurden
allerdings auch weitere Faktoren berücksichtigt. Insbesondere wurde
konstatiert, dass der Beschwerdeführer
auf
grund seiner geringen schulischen und intellektuellen Ressourcen nicht für
kognitive Arbeiten geeignet sei, welche ihm die grösstmögliche körperliche Entlastung bieten würden (E. 3.5).
Die Invalidenversicherung hat gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung aller
dings nicht dafür einzustehen, dass eine versicherte Person zufolge ihres Alters, wegen mangelnder Ausbildung oder Verständigungsschwierigkeiten keine entsprechende Arbeit findet; die sich hieraus ergebende „Arbeitsunfähig
keit“ ist nicht invaliditätsbedingt (BGE 107 V 17 E. 2c). Die Beurteilung der Leistungsfähigkeit im Bericht des
A._
bezieht somit invaliditätsfremde Gründe (geringe schulische Ressourcen) mit ein, welche allerdings keinen Ren
tenanspruch zu begründen vermögen.
Des Weiteren ist zu berücksichtigen, dass
der Beschwerdeführer zuletzt während acht Jahren als Gipser tätig war und gemäss Angaben des Arbeitgebers - trotz seiner geringen schulischen und intellektuellen Ressourcen - in einem vollen Pensum tätig war und der Lohn der Arbeitsleistung entsprach (Arbeitgeberfragebogen vom 2
2.
Juli 2011,
Urk.
7/23/2).
Gestützt auf die Einschätzung des
A._
ist entsprechend - der
bundesgericht
lichen
Rechtsprechung
folgend
(keine
Berücksichtigung der
inva
liditätsfremden
Faktoren bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
)
- mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Beschwerdeführer in einer den somatischen Einschränkungen angepassten Tätigkeit in einem vollen Pensum vollumfänglich leistungs- bzw. arbeitsfähig ist.
Dem entspricht auch der Bericht des
E._
, gemäss welchem dem
Beschwerdefüh
rer eine vollumfängliche Arbeitsfähigkeit in einer leichten bis mittelschweren Arbeit, ohne länger dauernde Tätigkeiten über Schulterhöhe (bis max. 3 Stunden pro Tag) und ohne Tätigkeiten, welche erhöhte Anforderungen an die Feinmotorik stellen würden, attestiert
wurde
(E. 3.1).
4.2
4.2.1
Das mögliche Belastungsprofil wurde im
A._
hinreichend abgeklärt, so dass die zumutbaren Tätigkeiten mit überwiegender Wahrscheinlichkeit festste
hen (einfache und leichtere Produktionstätigkeiten in der Industrie, unter den Rahmenbedingungen, dass keine grosse Kraftanstrengungen notwendig sind, die Tätigkeit gesundheitsverträglich mit der Schulterproblematik ist, keine
Über
kopfarbeiten
erfordern und der Arbeitsplatz ergonomisch günstig ist).
Den Akten sind keine Anhaltspunkte zu entnehmen, dass
sich der gesundheitli
che Zustand
bzw. die Arbeitsfähigkeit
seit der Abklärung im
A._
bis zum Verfügungserlass verändert hätte
.
Entsprechendes wird vom
Beschwerdeführer
auch
nicht substantiiert dargelegt.
Der Sachverhalt
erweist sich
damit
als
hin
reichend abgeklärt.
4.2.2
Für die richterliche Beurteilung eines Falles sind grundsätzlich die tatsächlichen Verhältnisse zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens massgebend. Tatsachen, die sich erst später verwirklichen, sind jedoch insoweit zu berück
sichtigen, als sie mit dem Streitgegenstand in engem Sach
zusammenhang ste
hen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des
Entscheiderlasses
zu beeinflussen (BGE 121 V 362 E. 1b; 99 V 98).Der im Beschwerdeverfahren einge
reichte Bericht der Ärzte des Instituts für Anästhesiologie des
D._
vom
5.
Juni 2015
(
Urk.
10)
betrifft den Zeitraum ab Februar 2015, so dass er im vorliegenden Verfahren
-
entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers (
Urk.
9) -
nicht zu berücksichtigen ist.
5.
Zu prüfen bleiben die
erwerblichen
Auswirkungen der Schulterproblematik
.
5.1
5.1.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.1.2
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE
129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472
E.
4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) aus
zugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
Zur Bestimmung des Invalideneinkommens auf der Grundlage der LSE
kann – ausnahmsweise – der Lohn eines einzelnen Sektors („Produktion" oder „Dienst
leistungen") oder gar einer bestimmten Branche herangezogen werden, wenn es als sachgerecht erscheint, um der im Einzelfall zumutbaren
erwerbli
-
chen
Ver
wertung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit Rechnung zu tragen, namentlich bei Personen, die vor der Gesundheitsschädigung lange Zeit im betreffenden Bereich tätig gewesen waren und bei denen eine Arbeit in anderen Bereichen kaum in Frage kommt (SVR 2008 IV Nr. 20 S. 63, 9C_237/2007
E.
5.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_667/2013 vom 29. April 2014 E. 5.3).
5.1.3
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durchschnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
5.2
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypotheti
schen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend
(BGE 129 V 222
E.
4.2
). Der Rentenanspruch entsteht frühestens sechs Monate nach Geltendma
chung des Leistungsanspruches (
Art.
29
Abs.
1 IVG). Der Beschwerdeführer meldete sich am
2
9.
Juni 2011 (Eingangsdatum) zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/17). Der hypothetische Rentenbeginn ist somit frühestens der
1.
Dezember 2011,
womit die Vergleichseinkommen für diesen Zeitpunkt zu berechnen sind
.
5.3
Das
Valideneinkommen
ist anhand der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Gipser festzulegen. Gestützt auf den Arbeitgeberfragebogen hätte der Beschwerdeführer im Jahr 2010 ein monatliches Einkommen von
Fr.
6‘825.-- erzielt (
Urk.
7/
23/2)
. Dies entspricht
unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung
einem jährlichen Einkommen für das Jahr 2011 von
Fr.
89‘612.25 (
Fr.
6‘825.-- x 13 x 1.01 [Bundesamt für Statistik,
T1.1.10 Nominallohnindex, Männer, 2011-2015
, Baugewerbe/Bau, Stand 2010 = 100, Stand 2011 = 101]).
5.4
5.4.1
Da dem Beschwerdeführer die Tätigkeit als Gipser nicht mehr zumutbar ist, ist das Invalideneinkommen gestützt auf die Schweizerische Lohnstrukturerhebung 2010 des Bundesamtes für Statistik (LSE) für Hilfsarbeiten für Männer in Höhe von monatlich
Fr.
4‘901.-- festzusetzen (LSE 2010, TA1, Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftsabteilungen, Anforderungsniveau des Arbeits
platzes und Geschlecht [1/2] - Privater Sektor, Total, Anforderungsniveau 4). Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung von 1
%
(
Bundesamt für Statistik, T1.1.10 Nominallohnindex, Männer, 2011-2015,
Total
, Stand 2010 = 100, Stand 2011 = 101
) sowie der betriebsüblichen Arbeitszeit von 41.7 Stun
den pro Woche im Jahr 2011 (BFS,
T 03.02.03.01.04.01
, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pr
o Woche, Total) resultiert ein Inv
alideneinkommen in Höhe von Fr.
61‘924.60 (
Fr.
4‘901.-- : 40 x 41.7 x 1.01 x 12).
5.4.2
Die Beschwerdegegnerin
gewährte
einen Leidensabzug von 10
%
. Dies is
t unter Berücksichtigung
der
früher
ausgeübten Schwerarbeit
und
der im Bericht von
A._
festgehaltenen körperlichen Einschränkungen (einfache und leichte Produktionstätigkeiten in der Industrie ohne grosse Kraftanstrengungen, gesundheitsverträglich bei bestehender Schulter, keine Überkopfarbeiten und Erforderlichkeit eines ergonomischen Arbeitsplatzes)
angemessen. Entsprechend
resultiert ein anrechenbares Invalideneinkommen in Höhe von
Fr.
55‘732.15 (
Fr.
61
‘
924.60 x 0.9).
5.5
Setzt man das Validen- dem Invalideneinkommen gegenüber resultiert eine Erwerbseinbusse in Höhe von
Fr.
33‘880.10
(
Fr.
89‘612.25 -
Fr.
55‘732.15), was einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von rund
38
%
entspricht (Fr. 33‘880.10 :
Fr.
89‘612.25)
.
Die angefochtene Verfügung erweist sich demnach als rechtens und die Beschwerde ist abzuweisen.
6.
Gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Besc
hwerdeverfahren vor dem kantona
len Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetzlichen Rahmens (
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.--) auf
Fr.
600.-- festzusetzen und dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.