Decision ID: 953ec703-1ff2-4020-96e2-cf73c22f97fd
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1966
,
ist
seit Februar 1997 als Hauptimam und R
eli
gionslehrer beim
Y._
angestellt und
dadurch bei der AXA Versicherungen AG (nachfolgend: AXA) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert
.
1.2
Am
2
7.
Dezember 2005
stürzte der Versicherte
beim Schlitteln
(
Schadenmel
dung
UVG vom 3
1.
August 2007,
Urk.
12/
2005/
A1).
Tags darauf
suchte
er
Dr.
med.
Z._
, FMH Allgemeinmedizin, auf, der im Bericht vom 3
0.
März 2006
eine Distorsion des rechten AC-Gelenks
(
=
Schultereckg
elenk
) diagnostizierte (
Urk.
12/2005/M2)
.
Am
7.
Juni 2007 begab sich der Versicherte
wegen
Schulterschmerzen
rechts
in
Behandlung
bei
Dr.
med.
A._
, FMH Innere Medizin
(
Bericht vom 9.
Oktober 2007,
Urk.
12/
2005/
M1).
Die AXA erbrachte
Heilbehandlungsleistungen und veranlasste
eine Begutachtung bei Dr.
med.
B._
, FMH Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie des Bewegungsapparates (Expertise vom
8.
Juli 2008,
Urk.
12/
2005/
M5).
Das
am 1
8.
September 2008 im
C._
durchge
führte MRI der rechten Schulter zeigte
sodann
eine leichte ansatznahe
Tendino
pathie
der
Supraspinatussehne
ohne Hinweise auf eine signi
fikante
transmurale
Ruptur,
eine leichte AC-Gelenksarthrose und ein relativ steil steh
endes
Akro
mion
(Bericht vom 18.
September 2008,
Urk.
12/2005/M8/B1).
Mit Schreiben vom 13.
August 2009 teilte die AXA dem Versicherten mit, dass die Akten geschlossen würden, da er sich aktuell nicht mehr in ärztlicher Kontrolle befinde (
Urk.
12/2005/A5).
1.3
Am
7.
Februar 2011
stürzte
der Versicherte beim Skifahren
(
vgl.
Scha
den
mel
dung
UVG vom 2
1.
Februar 2011,
Urk.
12/2011/A1)
. Die glei
chentags
durch
ge
führte
Computertomographie
im
Stadtspital
D._
ergab
eine nicht dislo
zier
te Fraktur
caudal
am medialen Rand der Clavicula rechts
und ein
en
Verdacht auf eine nicht dislozierte Fraktur am Rippen-Knorpel-Übergang der
1.
Rippe rechts (
Bericht vom
9.
Februar 2011,
Urk.
12/2011/M3). Die AXA
richtete
daraufhin
Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen
aus
.
Am 2
0.
September 2011 nahm
Dr.
med.
E._
, FMH Chirurgie,
beratender Arzt der AXA,
eine medizini
sche Aktenbeurteilung vor (
Urk.
12/2011/M15).
Mit Schreiben vom 2
1.
Septem
ber 2011 teilte die AXA dem Versicherten mit, dass sie die Leistun
gen per 2
5.
September 2011 einstelle
n werde
, da sich keine Bef
unde objekti
vieren liessen
, die eine weitere medizinische Behandlung oder eine Arbeitsun
fähigkeit
begründen würden (
Urk.
12/2011/
A11).
1.4
Am
1
6.
Februar 2013
stürzte der Versicherte
ein weiteres Mal
beim Skifahren
(Unfallmeldung UVG vom
4.
März 2013
[Entwurf]
,
Urk.
11/A1).
Dr.
med.
F._
,
FMH
Allgemeine Innere Medizin, diagnostizierte
im Kurzbe
richt
vom 1
6.
Februar 2013
eine Schulterkontusion rechts und eine
Gesässkon
tusion
rechts (
Urk.
11/M15)
.
Die AXA erbrachte wiederum Heilbeha
ndlungs- und
Tag
geldleistungen
und
gab bei
Dr.
med.
G._
, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, ein Gutachten in Auf
trag, das dieser am
1.
März 2014 erstattete (
Urk.
11/M23, vgl. auch
Ergän
zungsgutachten
vom 1
0.
Mai 2014,
Urk.
11/M24). Mit Verfügung vo
m 1
8.
Juni 2014 stellte die AXA die Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung (Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen) per 3
1.
Mai 2014 ein. Weiter hielt sie fest, dass
kein
Anspruch auf eine Invalidenrente und auf eine
Integritätsent
schädigung
bestehe (
Urk.
11/A64). Dag
egen erhob der Versicherte am 2
4.
J
uni 2014 Einsprache (
Urk.
11/A65
, vgl. auch
Einspracheergänzung
vom 1
8.
August 2014,
Urk.
11/A68
).
Am 1
6.
Juni 2015 nahm Dr. med.
H._
, FMH Chirurgie, beratender Arzt der AXA, eine medizinische Aktenbeurteilung vor (Urk.
11/M25
).
Mit Entscheid vom 2
3.
Juni 2015 wies die AXA die Einsprache des Versicherten ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 2
5.
August 2015 Beschwerde mit folgendem Rechtsbegehren (
Urk.
1)
:
„1.
Der Einspracheentscheid vom 2
3.
Juni 2015 sei aufzuheben und es seien weitere
Abklärungen an die Hand zu nehmen, insbesondere
sei
ein
Arbeitsassessment
am
I._
, durchzuführen.
2.
Gestützt auf die Ergebnisse des
Arbeitsassessments
gemäss Ziffer 1 seien dem
Versicherten die Leistungen gemäss UVG zuzusprechen.
3.
Es sei dem Versicherten eine Integritätsentschädigung von 10
%
zu gewähren
.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegnerin.“
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 3
0.
November 2015 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
10), was dem Beschwerdeführer am
4.
Dezember 2015 angezeigt wurde (
Urk.
13).
3.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, verneinte mit Verfü
gung vom 1
0.
Juni 2014 einen Anspruch von
X._
auf eine Rente der Invalidenversicherung. Die von ihm am
9.
Juli 2014 beim hiesigen Gericht eingereichte Beschwerde wurde mit heutigem Urteil abgewiesen (Prozess Nr. IV.2014.00741).
4
.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) sind Versicherungsleistungen, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren.
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die allei
nige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die einge
tretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für
die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich
hiebei
um eine
anspruchs
aufhebende
Tatfrage handelt, liegt aber die ent
sprechende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
–
nicht bei der versicherten Per
son, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten
massgebend
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des
S
tatus quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
S
tatus quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfa
llversicherer gestützt auf Art. 36 Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die
Heilbehandlungs
kosten
nach Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.4
Gemäss Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die
zweck
mässige
Behandlung der Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil
weise arbeitsunfähig (Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG), so steht ihr nach Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu.
1.5
Wird der Versicherte infolge des Unfalles zu mindestens 10 % (Art. 8 ATSG) invalid, so hat er Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige
Eingliederungsmassnahmen
der Invalidenversicherung (IV) abge
schlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die
Tag
geld
leistungen
dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger
Eingliederungsmassnahmen
durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegli
chener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum
Erwerbsein
kommen
, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.6
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ange
messene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bun
des
rat die Bemessung der Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36
der Verordnung über die Unfallversicherung (
UVV
)
Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens minde
stens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhän
gig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhanges
3.
Fallen mehrere körperliche oder geistige
Integri
tätsschäden
aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die
Integri
tätsentschädigung
nach der gesamten Beeinträchtigung fest
gesetzt (Abs. 3).
Die Medizinische Abteilung der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) hat in Weiterentwicklung der
bundesrätlichen
Skala weitere
Bemes
sungsgrundlagen
in tabellarischer Form (sog. Feinraster) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für die Parteien nicht verbindlich, umso mehr als
Ziff.
1 von A
nhang 3 UVV
bestimmt, dass der in der Skala angegebene Prozentsatz des
Integritäts
schadens
für den «Regelfall» gilt, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte ent
halten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozialversiche
rungsrecht
zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Die
bis zur Begutachtung durch
Dr.
G._
aufliegenden Arztberichte wurden in dessen
Gutachten
vom
1.
März 2014
(Urk. 11/M23/2-19
)
und
dessen
Ergän
zungsgutachten
vom 1
0.
Mai 2014 (
Urk.
11/M24/2-7)
zusammen
gefasst
, wes
halb sie an dieser Stelle nicht noch einmal wiedergegeben werden.
2.2
Dr.
G._
stellte in seinem Gutachten
vom
1.
März 2014
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
11/M23/54-57
):
(1)
Funktionsbeschwerden im rechten Schultergelenk (ICD-10 M25.51) mit folgender
Symptomatik:
leichte Schultereckgelenksarthrose rechts sowie beginnende Schultergelenks-arthrose rechts (ICD-10 M19.91)
leichte Schultereckgelenksinstabilität etwa entsprechend
Rockwood
I-II
leichter Hochstand des inneren Schlüsselbeins rechts und beginnende Brust-bein-Schlüsselbeinarthrose (
Sternoclaviculargelenksarthrose
)
grenzwertig schmerzhafter Bogen und mässig ausgeprägte
Impingement-Kon-stellation
(ICD-10 M75.4) sowie
ansatznahe
Tendinopathie
der Obergrätenmuskelsehne (
Supraspinatussehne
; ICD-10 M77.9) mit geringer Verkalkung (ICD-10 M65.89) bei ansonsten intak
ter
Rotatorenmanschette
Formvariante des Schulterdaches entsprechend Stadium II nach
Bigliani
nach fol
gender Entwicklung:
am 2
7.
Dezember 2005
Schlittelunfall
mit Distorsion/Stauchung im rechten Schultergelenk (ICD-10 S43.5) und Kapselläsion am Schultereckgelenk (ICD-10 T14.3VZ)
im MRI vom 1
8.
September 2008 erstmaliger Nachweis einer vorbestehenden Schultereckgelenksarthrose rechts (Unfallfolge vom 2
7.
Dezember 2005?), einer Steilstellung des
Akromions
und einer ansatznahen Signalerhöhung der
Sup
raspinatussehne
am
7.
Februar 2011 Skiunfall mit Prellung des rechten Schultergelenks (ICD-10 S43.5) und nachfolgend diagnostiziertem schalenförmigem Knochenbruch an der Unterseite des inneren Schlüsselbeindrittels rechts (ICD-10 S42.01Z) sowie Verdacht auf nicht verschobene Fraktur am
Rippen-Knorpel-Übergang der 1.
Rippe rechts (ICD-10 S42.0). Länger anhaltende Beschwerden im Schlüssel
bein-Brustbeingelenk rechts und Entwicklung eines leichten
myofaszialen
Schmerzsyndroms (ICD-10 M79.19)
am 1
6.
Februar 2013 erneuter Skiunfall mit:
1.
Distorsion des Schultergelenks (ICD-10 S43.5) und Aktivierung der
vorbe
-
stehenden Arthrose des Schultereckgelenks rechts (ICD-10 M19.89)
2.
Hüftgelenksprellung rechts (siehe unten) sowie
3.
Aktivierung einer schlummernden
diskogenen
Lumbago (siehe unten)
(2)
Schmerzen und Funktionsbeschwerden im rechten Hüftgelenk (ICD-10 M25.55)
nach Hüftprellung am 1
6.
Februar 2013 (ICD-10 S70.0Z) mit folgendem
Abklä
rungsergebnis
:
Manifestierung einer vorbestehenden CAM-Konstellation mit Neigung zum
femo
roacetabulären
Impingement
(ICD-10 M24.85)
Nachweis einer Degeneration der knorpeligen Gelenklippe mit Einriss (ICD-10 M24.19) ohne bildtechnisch nachweisbare posttraumatische Schädigung
beidseitige Hüftgelenksdysplasie (ICD-10 Q65.8) und
beidseitiger Status nach leichtem jugendlichem Hüft
kopf
gleiten (
Epiphysiolysis
capitis
femoris
; ICD-10 M93.9) mit
Bewegungseinschränkung vorwiegend für die Einwärtsdrehung beidseits
(3)
ein
zeitweiliges, wechselhaftes diskogenes
Vertebralsyndrom
(ICD-10 M54.5
)
mit
muskulären
Dysbalancen
(ICD-10 M62.99) aufgrund folgender Entwicklung:
Osteochondrose
und
Spondylosis
deformans
an der Halswirbelsäule (HWS) im Segment C5/6 (ICD-10 M42.92)
Leichte, zunehmende
Uncovertebralarthrose
und Streckhaltung der HWS (ICD
10 M47.82)
Osteochondrose
und
Spondyl
osis
deformans
der Brust- und Lendenwirbelsäule
(BWS
und LWS;
ICD-10 M93.8, M47.9) und
mittig liegender Bandscheibenvorfall
Th
12/L1 (ICD-10 M51.2) ohne
neuro
mo
to
rische
Ausfallerscheinungen
geringe linkskonvexe Skoliose der LWS Grad I (ICD-10 M41.99)
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte
Dr.
G._
ein deutliches körperliches Übergewicht
(
ICD-10 E66.9,
Urk.
11/M23/57)
.
Er
ver
neinte, dass eine weitere Heilbehandlung
als Folge des Unfalles vom 16.
Februar 2013
noch
notwendig, zweckmässig und geeignet sei, den Gesund
heitszustand
des Beschwerdeführers
namhaft und effektiv zu verbessern.
Weiter erklärte
Dr.
G._
, dass in
der Tätigkeit als Religionslehrer und Imam sowie bei Hausbesuchen unter Benutzung des PW seit Anfang
April
2013 keine
unfallbedingten
Beeinträchtigungen
mehr vorliegen würden (im Hinblick auf das Unfallereignis vom 1
6.
Februar 2013)
. Ein unfallbedingter
Integritätsscha
den
könne aufgrund des Ereignisses vom 1
6.
Februar
2013 nicht festgestellt werden
(
Urk.
11/M23/66-70).
2.3
Im
Ergänzungsgutachten vom 1
0.
Mai 2014
gab
Dr.
G._
an
,
dass bezüglich der Folgen der Unfallereignisse vom 2
7.
Dezember 2005 und
vom
7.
Februar 2011 keine weiteren
Heilbehandlungen erforderlich seien, da in der Zwischen
zeit die Arbeitsfähigkei
t jeweils wieder eingetreten
und der Gesundheitszustand durch allfällige Massnahmen nicht mehr namhaft und
effektiv zu verbessern sei
.
Sodann
erklärte
Dr.
G._
, dass der Beschwerdeführer nach dem Ereignis am 2
7.
Dezember 2005 nur kurzfristig
als
arbeitsunfähig beurteilt worde
n sei. Am
3.
Januar 2006 habe er die
Tätigkeit als Religionslehrer und Imam offen
sichtlich ohne massgebliche zeitliche Einsc
hränkung wieder aufgenommen
. Nach dem Unfallereignis vom
7.
Februar 2011 sei eine Anpas
sung/Ange
wöh
nung an die Unfallfolgen im Hinblick auf die aus
zu
führenden Tätigkeiten (als Religionslehrer und Imam) aus seiner Sicht etwa Ende April 2011 abgeschlossen gewesen
. Die Anerkennung eines Integritätsschaden könne nicht empfohlen werden
(
Urk.
11/M24/14
-17
).
2.4
Dr.
H._
führte in der Aktenbeurteilung vom 1
6.
Juni 2015 aus, dass es sich bei den Expertisen von
Dr.
G._
um zwei ausführliche, auf genauer
Akten
kenntnis
und seriöser Befunderhebung basierende Gutachten handle, wobei er den Schlussfolgerungen weitestgehend zustimmen könne. Im Unterschied zur Beurteilung von
Dr.
G._
erachte er die rechtsseit
i
ge AC-Gelenksarthrose
aber
lediglich mit dem Beweisgrad der Möglichkeit als Folge des
Unfallereig
nisses
von 20
05
(
Urk.
11/M25).
2.5
Dr.
med.
J._
, FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation,
gab im
an den Beschwerdeführer gerichteten
Bericht vom 2
4.
August 2015 an,
dass
beim Beschwerdeführer
ein belas
tungsabhängiger Schulterschmerz und
teil
weise eine Wetterfühligkeit mit Einschränkung von aktiven Armbewegungen rechts über
die
Horizontale
vorliegen
würden
.
Weiter bestehe auch ein musku
lärer Dauerschmerz im Bereich des rechten Gesässes, was auf einen
Muskel
hartspann
hindeute.
Die Beschwerden im Bereich des Gesässes
stünden
für ihn nicht in ursächlichem Zusammenhang
mit den Unfall
ereignissen
. Die
Schulter
beschwerden
stünden
dagegen
in ursächlichem Zusammenh
ang mit den Ereig
nissen vom 27.
Dezember
2005 und
vom
7.
Februar 201
1.
Eine weitere Ver
schlechterung im Bereich des AC-Gelenks sei möglich und denkbar. Anlässlich der heutigen Untersuchung habe sich
sonographisch
aber noch keine fortge
schritt
ene AC-Gelenksarthrose gezeigt, so dass sich diese langsam entwicke
ln werde. Es sei aber
zu betonen, dass die Schmerzen nicht parallel mit der Entste
hung einer Arthrose einhergehen würden, sondern vor allem im Bereich der Schulter auch mechanisch bedingt sein könnten, durch die früheren Verletzun
gen mit Instabilität im AC-Gelenk.
Durch die Instabilität und die Reizung in den
periartikulären
Weichteilen rund um das Schlüsselbein sei es auch denkbar, dass sich ein neuropathischer Schmerz (sogenannter Nervenschmerz) entwickelt habe. Allenfalls könnte eine Injektion in das AC-Gelenk eine Besserung bewir
ken. Eine solche sei vor zwei Jahren be
reits einmal erfolgt
und habe keine Besserung gebracht. Aufgrund der Chronizität und des diffusen Schmerzes sei eine Besserung aber eher fraglich.
Weiter erklärte Dr.
J._
, dass er a
ufgrund der
Untersuchung und der Unterlagen leider keine
relevanten
unfallbedi
ngten Beschwerden erkennen
könne
, welche die Tätigkeit als Imam oder auch andere wechselnde Tätigkeiten (Büro, Verkauf)
relevant einschränken würden. Die
Arbeitsfähigkei
t betrage
trotz der Beschwerden 85
%
bis 100
%
.
Hier könnte allenfa
lls ein
Arbeitsassessment
im
I._
Aufschluss bringen. Die unfallfremden Beeinträchti
gungen würden die Arbeitsfähigkeit leicht beeinträchtigen. Dies insofern
,
als dadurch die Mobilität etwas eingeschränkt sei und das Einnehmen von gewis
sen Stellungen (Beten, langes Stehen) Mühe bereite. Aus rheumatologischer oder orthopädischer Sicht daraus
jedoch
eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit abzuleiten, sei schwierig nachvollziehbar.
Aufgrund der doch schweren Unfälle vom 2
7.
Dezember 2005 und vom
7.
Februar 2011 sei es zu einer mechanischen Schädigung im Bereich des rechten Schlüs
s
elbeines gekommen,
einerseits der Verbindung zum Brustbein, andererseits der Verbindung z
um Schulterblatt
. Gemäss
MRI bestehe eine mässige AC-Arthrose.
Im
MRI vom
7.
Februar 2011
sei
auch eine Fraktur festgestellt worden. Die Beschwerden seien seit dem Unfall konstant. Es könne heute mit Sicherheit angenommen werden, dass es durch die
Unfälle zu einer Schädigung im
AC- und SC-
Gelenk
gekommen sei
. Aufgrund der Literatur sei eine
Arthrosebildung
wahrscheinlich. Die Kausalität sei hier überwiegend wahrscheinlich. Eine deutliche Einschränkung im AC-Ge
lenk werde mit einem Integritätsschaden von 5
%
bis 10
%
angegeben (
Urk.
3).
3.
3.1
Der Beschwerdeführer wurde vorliegend von
Dr.
G._
am
2.
Dezember 2013
in orthopädisch-chirurgischer Hinsicht eingehend untersucht. Sein
e
Expertise
ist für die
streitigen Belange umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt auch die geklagten Beschwerden und wurde in Kenntnis
der
Vorakten
abgegeben
(
Gutachten vom
1.
März 2014,
Urk.
11/M23
,
vgl. auch
Ergänzungsgutachten vom 1
0.
Mai 2014,
Urk.
11/M24).
3.2
3.2.1
Betreffend die
geklagten
Wirbelsäulenbeschwerden führte
Dr.
G._
im Gutach
ten vom
1.
März 2014 im Wesentlichen
aus
, dass diese im Bereich der
HWS und LWS
im
Einklang mit den bildtechnisch nachgewiesenen Aufbrauch- und Umformungsveränderungen stehen würden
(insbesondere in den Segmen
ten C5/6 und
Th
12/L1)
. Zu einem früheren Zeitpunkt sei auch eine
pseudoradi
kuläre
Symptomatik diagnostiziert worden
(
Urk.
11/M23/54)
.
Unfallbedingt - am
1
6.
Februar 2013
war es gemäss
Dr.
G._
zur Aktivierung einer schlum
mernden
diskogenen
Lumbago gekommen
– liege nun
ke
ine Funktionsstörung
der LWS mehr vor (
Urk.
11/M23/56 und
Urk.
11/M23/62
).
3.2.2
Diese Beurteilung von
Dr.
G._
ist unumstritten und findet in den vorliegen
den medizinischen Akten ihre Stütze.
Im Weiteren wies der Beschwerdeführer anlässlich der Untersuchung vom
2.
Dezember 2013
auch
selbst
darauf hin, dass er nach den vom
Chiropraktor
Dr.
K._
durchgeführten Behandlungen jetzt schon seit längerem keine Rückenschmerzen mehr habe (
Urk.
11/M23/24).
3.3
3.3.1
Was die
geklagten Hüftgelenksbeschwerden rechts betrifft, legte
Dr.
G._
in seinem Gutachten vom
1.
März 2014
dar, dass sich der Beschwerdeführer beim letzten Ereignis vom 1
6.
Februar 2013 nicht nur eine Schulter-, sondern auch eine Hüftprellung rechts zugezogen habe.
Letztere habe zu Beschwerden am rechten Hüftgelenk geführt.
Bildtechnisch seien degenerative Veränderungen und ein Einriss in der knorpeligen Gelenklippe des rechten Hüftgelenks
festge
stellt worden
. Beides sei allerdings nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 1
6.
Februar 2013, sondern auf einen bis dato „stummen“ Vorzustand zurückzuführen. Es habe
aber auch
ein bis zum 1
6.
Februar 2013 ruhender/stummer anatomischer
Zustand mit Neigung zu einer CAM
-Symptomatik vorgelegen, der erst durch dieses Ereignis auffällig und bewusst geworden sei (
Urk.
11/M23/53-54
).
Die anlässlich des Ereignisses vom 1
6.
Februar 2013 ausgelösten Beschwerden am rechten Hüftgelenk seien mit dem Erreichen des Status quo sine Mitte März 2013 abgeheilt gewesen.
Unfallbedingt lägen am rechten Hüftgelenk seither keine Beeinträchtigungen mehr vor
(
Urk.
11/M23/62
).
3.3.2
Auch diese Beurteilung von
Dr.
G._
ist überzeugend, und anderslautende ärztliche Einschätzungen liegen nicht vor.
Dr.
H._
ergänzte
in diesem Zusammenhang
im Ber
icht vom 1
6.
Juni 2015
noch
,
dass der Beschwerdeführer eindeutig eine anlagebedingte Variante
im Bereich
des Hüftkopfes/Schen
kel
halses beidseits aufweise, was prädisponierend für das Auftreten einer
Labrum
läsion
im Bereich der Hüftgelenkspfanne sei. Praktisch alle diesbezüglichen Labrumläsionen seien vergesellschaftet mit dieser
anlagebedingen Situation
und praktisch nie Folge eines Unf
allgeschehens (Urk.
11/M25/2).
3.4
3.4.1
Hinsichtlich der
geklagten
Schulterbeschwerden
rechts
führte
Dr.
G._
im Wesentlichen
aus,
dass
eine entscheidende Teilursache für das For
t
bestehen der Schultergelenksbeschwerden rechts im Ereignis vom 1
6.
Februar 2013
nicht erkannt werden könne. Daran ändere auch das Ergebnis des
MRI vom 1.
November 2013 nichts: Die dort angegebenen pathologischen Befunde wür
den eine natürliche Fortentwicklung der Befunde darstellen, die bereits im MRI vom 1
8.
September 2008 erhoben worden seien. Hierfür sei kein weiteres Unfallereignis erforderlich gewesen. Nachvollziehbar sei lediglich, dass durch das Ereignis vom 1
6.
Februar 2013 eine vorübergehende Beschwerde-Verdeutli
chung mit Aktivierung der leichten
arthrotischen
Veränderungen und vorüber
gehender Reizung der Schulterweichteile
eingetreten sei. Der
unverschobene
knöcherne Schalenbruch am Schlüsselbein rechts innen unten (Unfallereignis vom
7.
Februar 2011)
sei
erwartungsgemäss nach sechs bis acht Wochen
knöchern
verheilt gewesen
,
habe
a
ber ebenfalls schon vor dem 16.
Februar 2013 zur Entwicklung einer leichten lokalen Arthrose im Gelenk zwischen Brustbein und Schl
ü
sselbein rechts beigetragen
.
Die jetzt noch vorliegenden bzw. bei der Untersuchung am
2.
Dezember 2013 festgestellten
Funktionsbe
schwerden
am rechten Schultergelenk seien also nicht mehr auf das
Unfaller
eignis
vom 1
6.
Februar 2013 zurückzuführen
(
Urk.
11/M23/59-60).
Weiter erklärte
Dr.
G._
, dass d
ie wechselnden Schulterbeschwerden rechts
durch die Schultereckgelenk
s
a
rthrose je nach Belastung und gegebenenfalls auch Wetterlage
zu erklären
seien
. Ein ausgeprägter
Rotatorenmanschetten
schaden
habe zwar nicht nachgewiesen werden können; zusätzliche Voraus
setzungen für zeitweilige Schulterschmerzen könnten
indes
auch in der
Form
vari
ante
des Schulterdaches (Stadium II nach
Bigliani
) und in einem leichten Reizzustand der Ansatzzone der Obergrätenmuskelsehne (
Musculus
supraspi
natus
) erwartet werden. Eine ausgeprägte Instabilität des Schulterhaupt- und des Schultereckgelenks bzw. des Gelenks zwischen Schlüssel
-
und Brustbein rechts sei nicht gefunden worden. Die Beschwerden beim Einschlafen, in Abhängigkeit von der Körperlage, seien jedoc
h durch die
Schultereckgelenks
a
rthrose
rechts begründet (
Urk.
11/M23/53
)
.
Es
sei mit
überwiegender Wahr
scheinlichkeit davon auszugehen, dass die Arthrose des Schultereckgelenks rechts
entweder
durch das Ereignis vom 2
7.
Dezember 2005 ausgelöst worden
sei oder
dadurch
zumindest eine richtung
s
gebende Verschlimmerung erfahren
habe
(
Urk.
11/M23/57). Die
festgestellte
Formvariante des Schulterdaches sei üblicherweise keine Unfallfolge, sondern entstehe zumeist im Laufe von vielen Jahren (
Urk.
11/M23/72
; vgl.
Urk.
11/M23/57
).
3.4.2
Dr.
H._
stimmte
dieser Beurteilung
hinsichtlich der
Schulterbeschwerden rechts
grundsätzlich
zu
.
Anders als
Dr.
G._
war
Dr.
H._
jedoch der Auffassung, dass die
rechtsseitige AC-Gelenksarthrose
bzw.
Schultereckge
lenksa
rthrose
lediglich möglicherweise Folge des Unfallereignisses vom 2
7.
Dezember 2005 sei.
Er begründete dies
im Wesentlichen
damit, dass der Beschw
erdeführer zwar glaubhaft angegeben habe
,
er habe
vor dem
Unfaller
eignis
vom 2
7.
Dezember 2005 nie rechtsseitige
Schulterbesch
werden
gehabt.
Die Arthrose in diesem Gelenk sei
aber
erstmals im Anschluss an die Begut
achtung bei
Dr.
B._
im Jahr
2008
radiologisch
festgestellt worden. Des Weiteren sei zu bemerken, dass Arthrosen des AC-Gelenks in unserer Bevölke
rung und unter Berücksichtigung
des Alters des Beschwerdeführers auch ohne Traumatisierung sehr häufig beobachtet würden. Es sei somit ex
post
nicht mehr beurteilbar, ob zum Zeitpunkt des Unfalls von 2005 eine
AC-Gelen
ks
arthrose
bereits vorhanden gewesen
oder ob diese 2008 erstmals diagnostizierte Arthrose als Unfallfolge des Ereignisses von 2005 zu interpretieren sei (
Urk.
11/M25).
3.4.3
Diese Kausalitätsbeurteilung von
Dr.
H._
erscheint
überzeugend.
Eine
Brückensymptomatik im Zeitraum
zwischen dem Unfallereignis vom
2
7.
Dezember 2005 und dem 1
8.
September 2008, als
eine leichte
AC-Gelenks
arthrose
im MRI nachgew
iesen wurde (vgl.
Urk.
12/2005/M8/B1
)
,
ist vorliegend nicht
ausgewiesen
.
Der
Beschwerdeführer
begab sich
nach
der
einmaligen
Behandlung vom
2
8.
Dezember 200
5 bei
Dr.
Z._
(vgl. Bericht vom 3
0.
März 2006,
Urk.
12/2005/M2)
wegen der Schulterbeschwerden rechts erst
am
7.
Juni 2007
wieder
in ärztliche Behandlung
, damals
be
i Dr.
A._
. Dieser
ver
ord
nete dem Beschwerdeführer
NSAR und
Physiotherapie, schloss seine Behandlung
jedoch
gleichentags wieder ab (vgl. Bericht vom
9.
Oktober 2007,
Urk.
12/2005/M1
; vgl.
Urk.
12/2005/M5 S. 5
).
Es war somit anfänglich kaum eine
Behandlungsbedürftigkeit
gegeben
,
und im Weiteren
bestand
auch keine Arbeitsunfähigkeit.
Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer anlässlich der Begutachtung bei
Dr.
G._
angab
, dass
er
sportliche
Aktivitäten
wie
Fuss
ball, Skifahren, Karate, Basketball und Volleyball
–
erst
–
nach dem zweiten Unfall vom
7.
Februar 2011
habe aufgebe
n müssen (
Urk.
11/M23/25).
Auch dies spricht
dagegen, dass er
seit
dem Unfallereignis vom 2
8.
Dezember
2005
unter
andauernde
n
Schulterbeschwerden
rechts
infolge einer damals ausgelösten oder richtungsgebend verschlimmerten AC-Gelenksarthrose
litt
.
Zudem
sind diesbe
züglich auch die Aussagen von
Dr.
G._
widersprüchlich,
zumal
er an anderer Stelle in seinem Gutachten
ebenfalls
erklärte
, dass
die Arthrose des Schultereckgelenks zu den häufigsten des menschlichen Körpers gehöre und bei über 50-Jährigen pathologisch-anatomisch fast zu 100
%
gefunden werde. Als
dann wies er auch
darauf hin, dass die
rechtsseitige
Schultereckgelenksa
rthrose
des Beschwerdeführers
also
mit überwiegender Wa
hrscheinlichkeit bereits am 27.
Dezember 2005 „stumm“ bestanden habe (
Urk.
11/M23/
70-
71).
Schliesslich gab
Dr.
G._
auch
im Ergänzungsgutachten vom 1
0.
Mai 2014
an, dass nicht eindeutig habe g
eklärt werden könne
n
, ob die im September 2008 erkennbaren leichten degenerativen Veränderungen am rechten Schultereckgelenk auf das Unfallereignis von
2005 zurückzuführen seien (Urk.
11/M24/8).
Dass Dr.
H._
lediglich
eine Aktenbeurteilung vornahm, ist
im Übrigen n
icht zu beanstanden. Denn vorliegend geht es nur
um
die
Beurtei
lung des Kausal
zusammenhangs zu einem bestimmten
Unfallereignis, was
rechtsprechungsge
mäss
in einem Aktengutachten erörtert werden kann (Urteil des Bundesgerichts 8C_396/2011 vom 21. September 2011 E. 5.2).
3.4.4
D
er
Bericht von
Dr.
J._
v
om 24.
Au
gust 2015 (
Urk.
3) vermag die
Kausali
tätsbeurteilung
von
Dr.
H._
sodann nicht in Zweifel zu ziehen, zumal
Dr.
J._
nicht
nachvollziehbar
begründet
hat
,
weshalb
die
Schultereckge
lenksarthrose
rechts
überwiegend wahrscheinlich
in ursächlichem Zusamme
n
hang mit den Unfallereignissen
v
om 2
7.
Dezember 2005 und vom 7.
Februar 2011 stehen soll
. Ferner
fehlt in diesem
Bericht
von
Dr.
J._
auch jegliche Ausei
nandersetzung mit den
Vorakten
, und der
Bericht
ist
angesichts dessen, dass
Dr.
J._
etwa davon sprach, er habe „leider“ keine
relevanten
unfall
bedingten
Einschränkungen des Beschwerdeführers in der Arbeitsfähigkeit als Imam finden können, ohnehin mit Vorbehalt zu würdigen.
3.5
Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass weder die geklagten
Wirbel
säu
len
beschwerden
und
die Hüftgelenksbeschwerden rechts noch die
Schulterbe
schwerden
rechts im Zeitpunkt der Untersuchung vom
2.
Dezember 2013 bei
Dr.
G._
noch überwiegend wahrscheinlich unfallkausal waren.
Demzufolge erübrigen sich
weitere Ausführungen betreffend
Behandlungs
bedürftigkeit
, Arbeitsunfähigkeit
und Integritätsschaden.
4.
4.1
Wie die Beschwerdegegnerin zutreffend feststellte (
Urk.
2 S. 7), wäre ein Anspruch des Beschwerdeführers auf weitere Leistungen gemäss UVG allerdings auch dann zu verneinen, wenn
– entgegen
der Auffassung von
Dr.
H._
– angenommen
würde, dass
die Kausalität zwischen den gemeldeten
Unfallereig
nissen
und den Schulterbeschwerden rechts zu bejahen
ist
.
4.2
4.2.1
Im Zusammenhang mit der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ist dem Gutachten
von
Dr.
G._
vom
1.
März 2014 nämlich im Wesentlichen zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer bei der Untersuchung vom
2.
Dezember 2013 beide Arme etwa gleich weit nach vorne habe anheben können. Die
Bewegungsaus
schläge
seien beidseits insgesamt etwas eingeschränkt gewesen (bezogen auf die Altersnorm), während die Armhebung zur Seite (vor der Frontalebene) beidseits eingeschränkt gewesen und auch die Rotationsfähigkeit an beiden Schulterge
len
ken etwa gleichartig ausgeprägt gewesen sei (bei eher überdurchschnittlicher Innendrehfähigkeit). Unter Berücksichtigung der nachgewiesenen d
egenerativen Veränderungen soll
e der Beschwerdeführer aber nach Möglichkeit keine l
än
ger
fristigen Arbeiten über
Schulterhöhe ausführen und auch keine schweren Gegenstände (mehr als
10 kg bis
15 kg) in die Schulterhöhe und darüber anheben (
Urk.
11/M23/67). Eine unfallbedingte Einschränkung des Beschwerde
führers in der Tätigkeit als Religionslehrer und Imam – die gemäss
Dr.
G._
einer leidensangepassten Tätigkeit entspricht
–
konnte er im Zeitpunkt der Un
ter
suchung vom
2.
Dezember 2013 jedoch nicht feststellen (
Urk.
11/M23/66-67
, vgl. auch Ergänzungsgutachten vom 1
0.
Mai 2014,
Urk.
11/M24/14
-15
).
Ferner
verneinte
Dr.
G._
auch, dass
eine weitere Heilbehandlung
den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im Zeitpunkt der Begutachtung vom
2.
Dezember 2013 noch namhaft und effektiv verbessern könne
(
Urk.
11/M23/69 und Urk.
11/M24/15
).
4.2.2
Diese Beurteilung von
Dr.
G._
erscheint angesichts der genannten Befunde und der Erläuterungen da
zu nachvollziehbar. Wie aus dem
Aussendienst-Bericht der Beschwerdegegnerin vom
5.
April 2
013 (
Urk.
11/A3) und dem
Gut
achten von
Dr.
G._
vom
1.
März 2014 (
Urk.
11/M23/20) hervorgeht, hat der Beschwerdeführer im Rahmen der Tätigkeit als Religionslehrer und Imam keine Arbeiten über Schulterhöhe, wie sie von
Dr.
G._
umschrieben wurden, aus
zuführen.
Da
laut der überzeugenden Beurteilung von
Dr.
G._
die Arbeits
fähigkeit des Beschwerdeführers in
dieser Tätigkeit
im Zeitpunkt
der Unter
su
chung vom
2.
Dezember 2013
wieder vollständig hergestellt war,
konnte jedenfalls ab die
sem Zeitpunkt
von einer weiteren Heilbehandlung
k
eine
nam
hafte B
esserung des Gesundheitszustand
s
mehr
erwartet werden
(
vgl. dazu
BGE
134 V 1
09
E. 4.3
;
Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2.
Mai 2014 E. 4.1).
Im Übrigen konnte auch
Dr.
J._
keine relevanten unfal
lbedingten Beschwer
den erkennen
, die den Beschwerdeführer in der Tätigkeit als Imam einschrän
ken würden. Weshalb Dr
.
J._
schliesslich aber doch
angab, dass die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers lediglich 85
%
bis 100
%
betrage, begründete er
nicht (vgl. Bericht vom 2
4.
August 2014,
Urk.
3
; v
gl. E. 2.5
).
4.3
4.3.1
Im Weiteren führte
Dr.
G._
im Ergänzungsgutachten vom 1
0.
Mai 2014
b
etreffend
einen allfälligen Integritätsschaden
aus, dass es
bezüglich
des wieder
holt verletzten rechten Schultergelenks nicht zu einer Versteifung in irgend
einer Position oder Bewegungsrichtung gekommen sei. Die messbaren
Bewe
gungseinschränkungen
der Armhebung nach vorne würden beide Schulter
ge
lenke annähernd gleichartig betreffen, so dass von einer konstitutio
nell – nicht von einer unfallbedingt – eingeschränkten Anhebung der Arme nach vorne auszugehen sei. Diese Einschä
tzu
ng werde bestätigt durch die Fest
stellung, dass die Einwärtsdrehung an beiden Schultergelenken vermindert sei (links sogar deutlicher als rechts), die übrigen Bewegungsachsen aber vollkom
men der Altersnorm entsprechen würden. Eine unfallbedingte Minderung der Beweglichkeit liege also nicht vor. Es bestehe auch keine gewohnheitsmässige Schultergelenksverrenkung rechts (oder links; = „habituelle Luxation“ oder gar eine nicht korrigierte Luxation). Das verbliebene Beschwerdebild am rechten Schultergelenk sei vergleichbar mit einer sogenannten „
Periarthrosis
humeros
capularis
“ in leichter Form; diese werde in den SUVA-Tabellen
mit 0
%
ange
geben. Massgebliche unfallbedingte Schädigungen der
Rotatorenmanschette
seien nicht festgestellt worden. In der SUVA-Tabelle 5 „Integritätsschaden bei Arthrosen“ würde eine „mässige Arthrose des Schultereckgelenks“ sodann mit 0
%
eingestuft (nur eine schwere Arthrose entspreche etwa einem
Integritäts
schaden
von 5
%
bis 10
%
). Laut SUVA-Tabelle 6 „
Integritätsschaden bei
Gelenkinstabilitäten“ sei eine Instabilität entsprechend
Tossy
II mit einem Integritätsschaden von 0
%
angegeben. Bei einem Schaden nach
Tossy
II bzw. III komme allenfalls ein Integritätsschaden von 0
%
bis 5
%
in Frage. Eine sol
che Instabilität bestehe beim Beschwerdeführer aber nicht. Zusammenfassend könne die Anerkennung eines Integritätsschadens daher nicht emp
fohlen wer
den (
Urk.
11/M24/15-17
).
4.3.2
Auch diese Einschätzung von
Dr.
G._
ist überzeugend. Wie
Dr.
G._
zutreffend bemerkte, ist
gemäss SUVA-Tabelle 5 selbst bei Vorliegen einer mässigen AC-Arthr
ose, wie sie von
Dr.
J._
im
Bericht vom 2
4.
August 2015
festgestellt wurde, keine Integritätsentschädigung
geschuldet
(vgl.
http://www.suva.ch/startseite-suva/unfall-suva/versicherungs
-
medizin-suva/in
te
gritaetsentschaedigung-suva.htm).
Im Wei
teren hat
Dr.
J._
nicht nach
vollziehbar begründet, inwiefern
das AC-Gelenk des Beschwerdeführers inzwi
schen deutlich eingeschränkt sein soll.
4.4
Von weiteren medizinischen Abklärungen
bzw.
vom beantragten
Arbeitsassess
ment
am
I._
sind im Übrigen keine entscheidrelevanten neuen Erkenntnisse zu erwarten.
5
.
Es
ist demnach festzuhalten, dass
die Beschwerdegegnerin die
Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen
zu Recht
per
3
1.
Mai 2014 eingestellt und einen Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente und
auf
eine
Inte
gri
tätsentschädigung
ebenfalls
zu Recht
verneint hat
(
Urk.
11/A64 und
Urk.
2).
Der angefochtene Einspracheentscheid
vom 2
3.
Juni 2015 (
Urk.
2)
erweist sich damit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.