Decision ID: 5177d46a-6883-52d9-8225-4ca6ae0386b3
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1975,
absolvierte von Oktober 1997 bis Juli 2004 ein Studium an der
Y._
und schloss dieses am 8. Juli 2004 mit dem Diplom als Designerin FH ab (
Urk.
6/7,
Urk. 6/8/4).
Vor, während und auch nach dem Studium war sie in verschiedenen Branchen
erwerbstätig (Urk. 6/2 ff.).
Ab
dem 1. Januar 2013
war sie
als Filmregisseurin
bei
der
Z._
für ein befristetes Filmprojekt
bis Herbst 2014
angestellt
und andererseits
war sie auf
selbständig
er Basis
als
A
u
f
tragsfilme
macherin
(Film
regie, Schnitt, Kurse)
tätig
. Gemäss ihren
Angaben widmete sie sich i
m Umfang von rund 80
%
der Tätigkeit bei der
Z._
und zu rund 20
%
der eigenen Tätigkeit als
Filmemacherin (Urk. 6/8/4,
Urk.
6/18,
Urk.
6/20)
.
Aufgrund eines Bandscheibenvorfalls begab sich die Versicherte am
16. Dezem
ber 2013
in stationäre Spitalbehandlung
. Am 20. Dezember 20
13 erfolgte eine Operation
. In der Folge litt die Versicherte unter
intensiven
Rücken-, Gesäss- und Beinschmerzen
(Urk. 6/7/2
,
Urk.
6/18,
Urk.
6/21
)
.
Unter Hinweis auf die
se
gesundheitliche Beeinträchtigung meldete sie sich am
6
. Juli 201
4
bei der Inva
lidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
6/8
).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, nahm erwerbliche
(
Urk. 6/
1-
5,
Urk. 6/13
,
Urk.
6/18,
Urk. 6/20)
und medizinische Abklärungen
(Urk. 6/17, Urk. 6/21
-22
,
Urk. 6/27, Urk. 6/32)
vor
und
führte ein Standort
gespräch
mit der Versicherten
durch (Urk. 6/15
)
. Sie
holte
ausserdem ein rheu
matologisches und psychiatrisches Gutachten
(Urk. 6/41 f.) mit Konsensbeurtei
lung
der beiden Experten (Urk. 6/42/20 f.) ein
.
Auf Anfang August 2015
trat
die
Versicherte
bei der
A._
eine
auf ein Jahr befristete
Teilzeits
telle
als Film
e
macherin
an. Das Arbeitspensum betrug zunächst 60
%
und ab Januar
201
6
50 %
. Zu den Einzelheiten äussert sich der von der IV-Stelle eingeholte Arbeit
geberbericht
(Urk. 6/55
).
Die Verhältnisse im Zusammenhang mit der
selbständi
gen Erwerbstätigkeit der Versicherten
klärte
die IV-Stelle
anlässlich der mit der Versicherten durchgeführten Erhebung vom
8.
Dezember 2
016
und
sie
fasste die Ergebnisse im Bericht vom 1
6.
Dezember 2016 zusammen (Urk. 6/58). Sodann nahm
die IV-Stelle
weitere Arztberichte
zu den Akten
(Urk. 6/54
/1-3, Urk. 6/54/4-5
)
, führte einen Einkommensvergleich durch (Urk. 6/59) und holte eine Stellungahme des Regionalen Ärztliche
n
Dienst
es
(RAD) ein
(Urk. 6/60/10).
M
it Vorbescheid vom 24. März 2016
stellte die IV-Stelle der Versicherten für die Zeit ab
Januar bis
Ende
August 2015 die Zusprechung einer ganzen Invaliden
rente in Aussicht
(Urk. 6/62).
Der vorgesehen
e
Entscheid basiert
e
auf d
er Qualifi
kation
der Versicherten
als
Vollerwerbstätige
(80 %
angestellt und 20 % selbstän
dig
erwerbend
)
. Sodann ging die IV-Stelle als Folge des Rückenleidens ab dem
1
6
. Dezember 201
3
bis
9
. August 2015
von
Arbeitsunfähigkeit
en
von
100 %, dann 87 % und
schliesslich
78 %
in jeglicher Tätigkeit
aus. Ab dem
10. August 2015
sodann erachtete die IV-Stelle die Ausübung einer angepassten Tätigkeit grundsätzlich vollschichtig als zumutbar,
indessen
unter Berücksichtigung
einer erhöhten Pausenbedürftigkeit
(
vgl.
Urk.
6/60/10
).
Gegen den Vorbescheid
erhob
die Versicherte, vertreten durch Rechtsanw
ä
lt
in
Yolanda Schweri
,
am
12. April
2017, ergänzt am 1
9.
Mai 2017, Einwä
nd
e
(Urk. 6/64
,
Urk.
6/67
)
. In der Folge gelangten weitere Arztbericht
e
zu den Akten. Zum einen wurden solche von der Versicherten eingereicht (Urk. 6/68, Urk. 6/70, Urk. 6/72-73,
Urk.
6/88/2-6), zum anderen holte die IV-Stelle
zusätzliche
ein (Urk. 6/76, Urk. 6/78-80,
Urk.
6/86)
.
Am 26. August 2016 teilte die Versicherte der IV-Stelle mit, dass sie
unter angepassten Bedingungen
weiterhin
zu 50 %
für die
A._
arbeite (Urk. 6/74).
A
m
2.
März 2017 nahm der RAD zur Sache Stellung
(Urk. 6/94/4)
.
Mit Eingabe
n
vom 2
8.
März
und
1.
September
2017 äusserte sich die Rechtsvertreterin der Versicherte
n
erneut zur Sache (Urk. 6/84,
Urk.
6/92).
Am
27. September
2017
sprach
die IV-Stelle
der Versicherten ab dem
1.
Januar 2015
eine b
is
zum
3
1.
August
2015
befristet
e
ganze
Invalidenrente
zu
(
Urk. 2
=
Urk.
6/98
).
2.
Gegen diese Verfügung
liess die Versicherte am
30. Oktober
2017 Beschwerde erheben
und beantragen
, die Verfügung vom
27. September
2017 sei aufzuheben und
die IV-Stelle zu verpflichten, ihr ab Januar bis August 2015 eine ganze Rente und ab September 2015 bis auf weiteres eine
Dreiviertelsrente
, eventualiter eine halbe Rente zuzusprechen
(Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom
5. Dezember
2017 (Urk.
5
) schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde, was der Ver
sicherten zur
Kenntnis gebracht wurde (Urk. 7
).
Auf die
Ausführungen
der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen
Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG)
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über die Invalidenversicherung,
IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine
ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
führte in der
angefochtenen
Verfügung zusammenge
fasst
aus
,
basierend auf einem Invaliditätsgrad von 76
%
bestehe
ab dem
1. Januar bis zum 31. August 2015
Anspruch auf eine ganze Re
nte. In der Zeit danach wirke sich die gesundheitliche Besserung aus. Die Besserung sei im
August 2015
eingetreten. Die bisherige Tätigkeit als Filmemacherin sei
zwar
nicht mehr geeignet, da sie auch körperlich belastende Anteile enthalte. In Frage komme jedoch e
ine körperlich leichte Tätigkeit, wobei eine angepasste Tätig
keit vollzeitlich zumutbar sei.
Aus dem
Einkommensvergleich
resultiere ein
Invalidi
tätsgrad von 20 %
, weswegen als Folge der gesundheitlichen Besserung kein Anspruch mehr auf eine
Rente
bestehe
(Urk. 2 S. 3 f.)
.
In der Beschwerdeantwort verzichtete die Beschwerdegegnerin
auf weitere
Ausführungen zur Sache (Urk. 5).
2.2
Die Beschwerdeführerin lässt in ihrer Beschwerde
demgegenüber
geltend machen
,
sie sei
entgegen der Annahme der Beschwerdegegnerin
in einer angepassten Tätigkeit nicht mehr
in einem Vollzeitpensum
arbeitsf
ähig.
Die dieser Annahme zu Grunde liegende
n Beweise
sei
en
unzureichend.
Einerseits sei das rheumatolo
gische Gutachten von Dr.
B._
nicht schlüssig. Andererseits
könne nicht auf die RAD-Stellungnahme
abgestellt werden, weil der RAD-Arzt verkenne, dass
die
ganztä
g
ige Ausübung einer
angepassten
Tätigkeit vor dem Hintergrund der
fast gänzlichen Ausschöpfung der Therapieoptionen
in den vergangenen Jahren
und der Ungewissheit
des Erfolgs
eines
weiteren
operativen Vorgehens
ausser
Betracht falle
.
In der aktuell ausgeübten und
dem Leiden
optimal angepassten Tätigkeit sei ein Pensum von 50
%
m
öglich. Voraussetzung sei ein weitgehendes Entgegen
kommen der Arbeitgeberin, insbesondere hinsichtlich körperlich belastender Arbeitsanteile.
Angesichts
dieser Umstände
sei
überhaupt
fraglich, ob auf dem ersten Arbeitsmarkt
weiterhin
eine verwertbare Arbeitsfähigkeit
bestehe.
Bei der Bemessung des
Invalideneinkommens
sodann
habe die Beschwerdegegnerin zu Unrecht auf das Kompetenzniveau 3
(komplexe praktische Tätigkeiten)
abgestellt. Stattdessen sei
höchstens
vom Kompetenzniveau 2
(praktische Tätigkeiten)
aus
zugehen. Beim Einkommensvergleich
sei
unter Anwendung des Kompetenz
niveaus 2 und unter Berücksichtigung einer Arbeitsunfähigkeit
von 50
%
von einem Invalideneinkommen von Fr. 30'314.65 auszugehen, woraus
verglichen mit dem
Valideneinkommen
ein Invaliditätsgrad von 62 %
und damit der Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
resultiere.
Selbst wenn vom Kompetenz
niveau 3 ausgegangen würde
,
ergäbe
sich
ausgehend von
einem Inv
alidenein
kommen von Fr. 39'104.--
ein Invaliditätsgrad von 51 % und damit der Anspruch auf eine halbe Rente (Urk. 1
S. 4 ff.
).
3.
3.1
Am 16. Dezember 2013 trat die Beschwerdeführerin zufolge Rückenschmerzen ins
C._
ein.
D
ie Ärzte
der Kl
inik hielten im Bericht vom 23.
Dezember 2013 fest, Anlass zum Eintritt habe ein
lumboradikuläres
Schmerzsyndrom mit sensomot
o
rischem Ausfall
auf der Höhe der Wirbel
L3/L4 rechts mit anamnestisch bekanntem Status nach
einer
Diskushernie
im Jahr
1998
gegeben
(Urk. 6/41/125)
.
Bildgebende Untersuchungen zeigten verschiedene degenerative Veränderungen im Bereich der Brust- und Lendenwirbelsäule (BWS und LWS). Im Vordergrund standen eine
paramediane
Bandscheibenprotrusion
im Segment L4/5 mit Tangierung der L5-Wurzel rechts und
eine
paramediane Diskushernie im Segment L5/S1 mit weit nach kaudal bis zur Höhe der Band
scheibe
S1/2 reichendem
Luxat
und hier
durch bedingter Kompression der
S1- und S2-Wurzel
n
rechts am Austritt aus dem Duralsack sowie eine
Duralsackkom
pression
auf der Höhe S1
(Urk. 6/41/123 f.
)
.
In der Folge fand am 20
.
Dezember 2013 eine Operation mit mikrotechnischer
Sequesterentfernung
L5/S1 rechts statt
(Urk. 6/41/98-99)
.
Nach komplikationslosem
peri
- und postoperative
m
Verlauf
erfolgte am
24. Dezember 201
3
in gutem Allgemeinzustand
die Entlassung nach
Hause
(Urk. 6/41/115-116)
.
3.
2
Im Bericht des
D._
vom 26. Februar 2014
er
klärte
Dr. med.
E._
, Facharzt
FMH
für
Neurochirurgie und für
Inter
ventionelle
Schmerztherapie
, dass
zwischenzeitlich
wieder vermehrt Beschwerden aufgetreten seien, insbesondere im Gesäss rechtsseitig sowie im Bereich der Ferse rechts. Trotz Medikamenten persistiere die Symptomatik insgesamt
(Urk. 6/41/134-135)
. Am 11. März 2014 fand im
D._
eine klinisch-neurologische und neurophysiologische Abklärung mit einer
Elektromyografie
statt.
Dadurch ergaben sich
Hinweise
auf ein Rezidiv im Sinne einer
Radikulopathie
S1 rechts mit Abschwächung d
es Achillessehnen
reflexes (
Urk. 6/41/132-133)
.
3.
3
Am 9. April 2014
veranlasste
Prof.
Dr.
med. F._
, Facharzt FMH für Neurochirurgie,
G._,
Übersichtsbilder mit Funktionsauf
nahmen liegend und stehend und ein MRI der
LWS
in
Reklination
und Inklination
(Urk. 6/41/104)
.
Am 29. April 2014 diagnostizierte
er
eine schwere Degeneration der LWS und
eine allgemeine Hypermobilität und wies darauf hin, es
handle sich um einen komplizierten postoperativen Verlauf
(Urk. 6/41/89-90
)
.
Am 23. Mai 2014 berichtete Prof.
F._
, dass seit der letzten Konsultation eine zunehmende Schmerzsymptomatik bestehe
.
Aufgrund der Schmerzen sei
die
Berufsausübung als Filmemacherin praktisch unmöglich
(vgl. Urk. 6/41/84)
.
Im Bericht vom
6.
Juni 2014
erwähnte Prof.
F._
nebst dem Schmerz
im Rücken und im Bein rechts, der sich auf das Gesäss und
den Oberschenkel hinten auswirk
e, neuerdings auch auf der linken Seite
auftretende belastungsabhängige
Beschwerden
im Gesäss und
im
Oberschenkel.
Es habe sich im Verlauf eine belastungsinduzierte Zusatzsymptomatik mit
einer
Ischialgie S1 rechts, neuer
dings auch leicht links
,
entwickelt. Dies sei wohl Ausdruck der dynamischen
Diskusprotrusion
L5/S1 median bei allgemeiner Hypermobilität
der LWS
. Es sei
lumbosakral
ein Kontakt der Nervenwurzeln zu dieser
Diskusprotrusion
beidseits ersichtlich.
Die Beschwerdeführerin
sei derzeit als Fil
memacherin teilweise erwerbstätig und arbeite an einem laufenden Filmprojekt. Den selbständigen Anteil ihrer Erwerbstätigkeit könne sie
aktuell
nicht ausüben. Sie habe in den letzten Wochen vielleicht 1-
2 Stunden pro Woche gearbeitet
(Urk. 6/41/66-68)
.
3.
4
Im Bericht der
H._
vom 20. Juni 2014 er
wähnten die Ärzte ein schweres
lumboradikuläres
Reizsyndrom
.
Die ambulanten Rehabilitations
massnahmen seien mit Heimübungen, der ergonomischen Schulung, der ausge
bauten Analgesie sowie der adäquaten Physiotherapie ausgeschöpft. Aufgrund der persistierenden
neuromeningealen
Reizung und dem Instabilitätssyndrom
erwähnte
Dr. med. I._
, Facharzt für Rheumatologie und für Physikalische Medizin und
Rehabilitation
,
H._
, dass die Indikation für ein
weiteres
operatives Vorgehen erfolgsversprechender sei. Eine Dekompression und
Spondylodese
im Bereich L5/S1, allenfalls auch L4/S1, sei indiziert.
Die Beschwerdeführ
erin könne sich jedoch aktuell
noch
nicht
zu einem operativen Vorgehen entschliessen
(
Urk. 6/41/136-139)
.
Vom 10. Juli bis zum 6. August 2014 hielt sich die Beschwerdeführerin zur stationären Behandlung in der
H._
auf. Im
Bericht vom 8
. August 2014
führten die Ärzte aus
, dass die Beschwerdeführerin infolge der anhaltenden Schmerzsituation und
der
Unsicherheit in Bezug auf die berufliche Situation auch psychisch sehr belas
tet sei.
Mittels Physiotherapie habe bis zum Austritt die Sitzdauer von initial 5 auf 30 Minuten gesteigert werden können.
Die Gehstrecke habe sich von 490 m bei Eintritt mit Hinken auf 560 m mit flüssigem Gangbild und Armpendeln verbes
sert. Sollte die
Fortsetzung der
intensiven ambulanten Therapiemassnahmen nicht zu einer weiteren Symptomverbesserung
mit Teila
rbeitsfähigkeit
führen
,
werde die Beschwerdeführerin einen allfälligen operativen Eingriff (Re-Dekom
pression
mit
Spondylodese
L5/S1)
in Betracht ziehen
(Urk. 6/41/80-81)
.
A
m 3. September 2014
berichtete
Prof.
F._
n
ach der stationären Rehabilitation in der
H._
sei der ber
ufliche Wiedereinstieg mit drei
mal zwei Stunden pro Woche vorgesehen
und es werde eine langsame Steigerung ange
strebt
. Die Einschränkungen seien bedingt durch die anhaltende
Sitz-, Steh- und Gehintoleranz
(Urk. 6/21)
.
3.
5
Am 23. März
2015
berichteten die Ärzte der
J._
, die Beschwerdeführerin leide an
eine
r
mittelgradige
n
depres
sive
n
Episode
(ICD-10 F32.1)
, welch
e
als Reaktion auf das
Rückenleiden auf
ge
treten sei
.
Als Differentialdiagnose
sei von
eine
r
veränderte
n
Persönlichkeit auf
grund einer Extrembelastung
auszugehen
(extreme Schmerze
n aufgrund des Rückenleidens).
Psychisch sei die Beschwerdeführerin massiv verunsichert und voller Selbstzweifel. Die Beschwerdeführerin arbeite stark daran, sich nicht aus der Bahn werfen zu lassen, gehe dann aber manchmal über die Grenzen
hinaus
. Dies habe dann wiederum mehr Schmerzen zur Folge, was sie als Schwäche sehe und was dann einen mit grosser Scham verbundenen depressiven Einbruch zur Folge habe. Sie berichte in solchen Momenten von „schwarzen Löchern”
.
Sie wirke emotional traurig bis depressiv und müsse immer wieder weinen.
Sie
sei vorderhand nicht arbeitsfähig, weder in ihrer bisherigen Tätigkeit als Filmschaf
fende noch in einer leidensangepassten Tätigkeit
(Urk. 6/32).
3.
6
3.
6
.
1
Am 19. August 2015 stellte
die rheumatologisc
he Gutachterin Dr. med. und Dr.
sc. nat. ETH
B._
, Fachärztin für Rheumatologie und für Allgemeine Innere Medizin,
in ihrem Teilgutachten fest, es bestehe
eine deutliche Beeinträchtigung der Belastbarkeit der Wirbelsäule. Die Ursache seien bildgebend nachgewiesene
degenerative
Veränderungen
im Bereich der LWS
. Nach bereits erfolgter operativer Intervention
im
Dezember 2013
bestehe
eine
breitbasige
rechtsbetonte Bandscheiben-
Protrusion
L4/L5 mit möglicher Irritation der Ner
venwurzel L5 rechts in
Reklination
und eine mediane Bandscheiben-
Protrusion
L5/S1 mit Einengung der
Rezessi
ohne Neurokompression
, was bei der Begutach
tung bildgebend bestätigt worden sei
(Urk.
6/41/47).
Die Gutachterin wies darauf hin, die Beschwerdeführerin habe am 1. August 2015 eine neue Arbeitsstelle in der angestammten Tätigkeit als Filmemacherin an der
A._
mit einem Pensum von 50 bis 60 %
aufgenommen. Anlässlich
der
Untersuchung
vom 1
0.
August 2015 habe s
ie
über lumbale Schmerzen mit Ausstrahlung in das rechte Bein bis zur Mitte der Wade geklagt und angegeben, dass sie Mühe habe
,
lange zu stehen oder zu sitzen. In
einem
E-Mail vom 11. August 2015 habe sie präzisiert, dass sie maximal eine Stunde lang sitzen
oder
stehen
könne
und
mit
Lasten von
höchstens
fünf Kil
ogramm körpernah han
tieren könne
. In der klinischen Untersuchung seien der Gang sowie der Zehen- und Fersengang unauffällig gewesen. Es bestehe eine Hypokyphose
im Bereich
BWS
. Die Halswirbelsäule (HWS) und die BWS seien normal beweglich. Die Beweglichkeit der LWS sei in der Inklination und
Reklination
leicht eingeschränkt und in der Lateralflexion beidseits deutlich eingeschränkt. Alle grossen periphe
ren Gelenke seien normal beweglich. Gelenksergüsse,
Synovitiden
oder über
wärmte Gelenke seien nicht vorhanden. Die Bioimpedanz-Analyse zeige eine erfreulich gute Muskelmasse von 55 %, welche den Normwert von 40 % weit übertreffe. Dem entspreche, dass die Beschwerdeführerin wieder Bergwanderun
gen
unternehme (beispielsweise am Tag vor der Untersuchung eine mehrstündige Wanderung
auf den K._
im
L._
)
, täglich zu Hause gymnastische Übungen absolviere, regelmässig physiotherapeutisch betreut werde und dabei auch medizinische Trainingstherapie mache. Ausserdem jogge sie einmal pro Woche im Wasser (Urk. 6/41/48).
Zusammenfassen hielt die Expertin fest, es bestünden bei der Beschwerdeführerin strukturelle Veränderungen im Bereich der LWS, die zu einer Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit führten. Eine angepasste Tätigkeit jedoch könnte voll
schichtig ausgeübt werden. Dabei benötige die Beschwerdeführerin
zusätzliche Pausen von je einer Stunde
pro
Halbtag
, um sich zu lockern und zu entspannen (Urk. 6/41/49).
3.6
.2
Im psychiatrischen
Teilgutachten vom 27. August 2015 nannte
PD
Dr.
med.
M._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
als Diagnose eine leichte depressive Episode
(ICD-10 F32.0)
.
Es
handle sich ausschliesslich um eine r
eaktive depressive Symptomatik. Bei einer Besserung der Schmerzproblematik sei von einer voll
ständigen Remission auszugehen.
Ansonsten sei aufgrund der Befunde eine stabile
und unauffällige innerpsychische Struktur der Beschwerdeführerin festzustellen gewesen. Unter Berücksichtigung einer sehr guten innerpsychische
n
Vitalität und der subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin zu ihren Tages
aktivitäten und ihrer Freizeitgestaltung zeige sich insgesamt, dass die depressive Störung keinerlei Einfluss auf die Arb
eitsfähigkeit habe (Urk. 6/42/12
-16).
3.6
.3
Zur Arbeitsfähigkeit erklärten die Gutachter
in der Konsensbeurteilung
, dass die Beschwerdeführerin in einer angepassten
rücken
schonenden Tätigkeit mit Han
tieren von Lasten bis zu 7.5 kg
voll
arbeitsfähig sei
. Dabei benötige sie
aufgrund der strukturellen Veränderungen im Bereich der LWS, welche die Leistungsfähig
keit
einschränkten,
zusätzliche Pause
n
von je
eine
r
Stunde
pro
Halbtag
, um sich zu lockern und
auszuruhen
.
Die angestammte
Tätigkeit als Filmemacherin
ent
halte Teilbereiche, die
nicht angepasst sei
en
(das Tragen des Film-Equipments,
langes
Stehen).
Aus
bidisziplinärer
Sicht sei der Beginn der Arbeitsunfähigkeit auf den 16. Dezember 2013 anzusetzen. Seit dann sei sie in jeglicher Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Der Heilungsverlauf nach der lumbalen Operation am 20. Dezember 2013 sei verzögert gewesen. Die attestierte Arbeitsfähigkeit gelte seit dem Datum der rheumatologischen Untersuchung v
om 10. August 2015 (Urk. 6/42/20 f.
).
3
.7
Im Februar 2016 hielt sich die Beschwerdeführerin wegen zunehmend immobili
sierenden Schmerzbeschwerden
ab dem
3.
bis zum 1
0.
Februar 2016 stationär
im
C._
auf (Urk. 6/54/1 f.).
Am 1
9.
Mai 2016 führte
Dr. med.
N._
, Facharzt für Anästhesiologie und für
Interventione
lle
Schmerztherapie aus, das derzeitige Arbeitspensum von 50 % als Filmemacherin (vgl.
Urk.
6/55) könne die Beschwerdeführerin kaum bewältigen. I
n Anbetracht der aktuellen variablen Symptomatik genüge ein konservatives Vorgehen nicht.
Es seien wei
tere
interventionelle
Abklärungen
nötig
(Urk. 6/68
/2 f.
)
.
Nach einer weiteren stationären Behandlung in der
H._
vom
2.
bis zum 2
6.
Juni 2016 berichteten die Ärzte am 22. Juli 2016 über einen
v
erbesserten Gesundheits
zustand und sie gingen p
rognostisch
von einer
weitere
n
Verbesserung der Beschwerdesymptomatik unter Fortsetzung des ambulanten therapeutischen Settings
und einer später
steigerbaren
Arbeitsfähigkeit von anfänglich 50 % in einer angepassten Tätigkeit aus
(Urk. 6/72/1)
.
3.8
Am 15. November 2016
erklärte
die behandelnde Allgemeinmedizinerin
Dr. med.
O._
, Fachärztin
für Allgemeine Innere Medizin
,
die
chronischen Rückenschmer
zen
seien belastungsabhängig
.
Die Beschwerdeführerin
übe derzeit eine ideal angepasste Arbeit aus. Sie könne ihr Pensum
von 50 %
individuell an die Tages
verfassung anpassen, Pausen machen und habe fast
keine Zeitvorgaben. Körper
lich
belastende
Arbeiten
würden ihr abgenommen. Vor diesem Hintergrund stelle sich die Frage, ob sie im freien Arbeitsmark
t
überhaupt
noch arbeitsfähig sei
(Urk. 6/76
/3
).
3.
9
Im Bericht vom 6. April 2017
wies
Prof. Dr. med.
P._
, Facharzt für Ortho
pädische Chirurgie und Traumatologie
darauf hin, e
in am 3. April 2017 durchge
führtes MRI der LWS habe eine
R
ezidiv-Diskushernie L5/S1 median ohne Wur
zelkompression gezeigt. Es sei eine Diskusdegeneration L4/5 mit kleiner Dis
kushernie paramedian rechts ersichtlich gewesen. Die Schmerzsymptomatik könne auf die Diskusdegeneration L4/5 und L5/S1 zurückgeführt werden. Chirur
gisch bestehe die Möglichkeit einer
Spon
dylodese
L4/5 und L5/S
1.
Nach einer gelungenen Operation könne mit einer Schmerzverbesserung, jedoch nicht mit
einer
Schmerzfreiheit
gerechnet werden
(Urk. 6/86
/1 f.
).
3.
10
Am 8. Juni 2017
fasste
Prof.
F._
den Gesundheitszustand dahingehend zusammen,
es
persistiere
eine
lumbosa
k
r
ale
Schmerzsymptomatik mit
ischial
giformer
Ausstrahlung hinten in den Ober- und Unterschenkel, die
konservativ ambulant und stationär in jeweils mehreren unabhängigen Institu
tionen
mittler
weile
annährend austherapiert sei
.
D
er Be
schwerdeführerin
sei
die von Prof.
P._
vorgeschlage
ne dorsale
Spondylodese
erklärt worden
. Es gebe aber auch die Option einer ventralen Diskektomie und
Spondylodese
sowie
vorgängig noch
jene einer
Faz
ettendenervation
(Urk. 6/88
/3
).
Sodann
erklärte Prof.
F._
, zunächst
werde versucht,
mit einem Korsett eine gewisse Linderung der Beschwerden her
beizuführen. Wenn dies nichts nütze, komme wieder die Option der Verödung der
Fazett
en
gelenksnerven
auf den Tisch (Urk. 6/88/1
).
3.11
In der Stellungnahme vom 29. Juni 2017 (Urk. 7/94/6-7) hielt
RAD-
Arzt
Dr.
Q._
schliesslich
fest, es bestehe zurzeit noch ein instabiler Gesund
heitszustand, zumal
einerseits
noch die Frage der
faz
ettogenen
Schmerzursachen
mittels
Faz
ettentestung
abgeklärt werden müsse um dann,
bei positivem Nach
weis, eine
Faz
ettendenervation
vornehmen zu können. Andererseits seien opera
tive Massnahmen wie eine dorsale
Spondylodese
oder auch eine ventrale Dis
k
ektomie mit
Spondylodese
zur Verbesserung des Gesundheitszustands möglich. Aus versicherungsmedizinischer Sicht bestehe nach
der
Operation der Lenden
wirbelsäule eine verminderte Belastbarkeit für Tätigkeiten, die regelmässiges mittelschweres und schweres Heben, Tragen und Transportieren von Lasten beinhalten
würden
, für Arbeiten mit Überstreckbelastung der Wirbelsäule über Kopf- und Schulterhöhe, für Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, für Tätigkeiten, bei denen
häufiges Bücken
nötig
sei, f
ür Arbeiten in vorgeneigter Körperposition sowie für Tätigkeiten in körperlichen
Zwangshaltungen.
Der Beschwerdeführerin seien
medizinisch-theoretisch
sehr leichte bis leichte (angepasste) Tätigkeiten in Wechselbelastung unter Ausschluss ungünstiger Witterungsbedingungen, auch mit gelegentlichem Heben, Tragen und Transportieren von Lasten bis maximal 7,5 kg körpernah, ohne Verharren in Zwangshaltungen, zumutbar.
Die ange
stammte Tätigkeit als Filmemacherin sei keine optimal angepasste Tätigkeit, da das Heben und Tragen
des
Filmequipment
s
und langes Stehen auf Dauer nicht möglich sei. Nach
abgeschlossener
Therapie seie
n jedoch Filmplanungen, Casting
und Regie
im Sinne einer leichten wechselbelastenden Tätigkeit mit überwiegen
der Wahrscheinlichkeit wieder möglich (Urk. 6/94/6-7).
4.
4.1
Bei der Würdigung des Abklärungsergebnisses kommt
der
bidisziplinären
Begut
achtung durch die
Dres
.
B._
und
M._
primäre Bedeutung zu. Beide
Teil
expertisen
basieren
auf fachärztlichen Untersuchungen (Urk. 6/41/3, Urk. 6/42/1). Diese gründeten auf den Ergebnissen von Laboruntersuchungen und einer Bioimpedanz-Analyse (Urk. 6/41/45-46), den zur Verfügung gestellten
Vorakten
(Urk. 6/41/7-38, Urk. 6/
42/17-18
) und einer Anamnese– und Befunder
hebung (Urk. 6/41/39-40, Urk. 6/41/41-45
, Urk. 6/42/3-6, Urk. 6/42/6-12
)
. Die Gutachter
berücksichtigten die Beschwerdeschilderungen der Beschwerdeführerin (
Urk.
6/41/39 f., Urk. 6/42/6 ff.), sie
beantworteten
gestellte
Zusatzfragen (Urk. 6/41/55-56
, Urk. 6/42/18
)
und s
ie setzten sich
mit
abweichenden
Beurtei
lungen auseinander (Urk. 6/41/54, Urk. 6/42/14).
4.2
In somatischer Hinsicht
erweist
es
sich vor dem Hintergrund der Anamnese, der erhobenen Befunde und der gutachterlichen Beurteilung als schlüssig,
wenn
Dr.
B._
aufgrund der strukturellen Veränderung im Bereich der LWS
die
Leistungsfähigkeit
der Beschwerdeführerin
auch in körperlich nicht belastenden Tätigkeiten
als eingeschränkt
beurteilt und
von erforderlichen Pausen
von
je
einer Stunde
pro
Halbtag
ausgeht, während welchen
sich
die Beschwerdeführerin
lockert
und au
sruht
(vgl. Urk. 6/41/49
,
Urk.
6/41/41 f.
).
Auch
vor dem Hintergrund der Entwicklung des Gesundheitszustands
seit der Anmeldung
der Beschwerdeführerin
bei der Invalidenversicherung
im
Juli 2014
ist diese Beurteilung
plausibel, weil die medizinischen Berichte seit dann
durch
wegs
eine
Besserungstendenz
aufzeige
n
.
D
ie Ärzte der
H._
beschrieben
am 8. August 2014 eine mittel
s
Physiotherapie erreichte Steigerung der Sitzdauer und der Gehstrecke (Urk. 6/41/80-81).
Der Hausarzt Dr.
med. R._
, Facharzt FMH für Innere Medizin,
erwähnte
im Bericht vom 25. August 2014, bei Fortführung der Therapie lasse sich die Belastbarkeit erhö
hen (Urk. 6/17)
.
Prof.
F._
erklärte
am 3. September 2014, dass
nach
der stationären Rehabilitation in der
H._
der berufliche Wieder
einstieg mit dreimal zwei Stunden pro Woche und langsamer Steigerung vorge
sehen sei (Urk. 6/21).
Dasselbe bestätigte die
H._
in ihrem Bericht vom 24. September 2014, indem sie einen Wiedereinstieg in angepasster Tätigkeit beginnend mit einem Pensum
von
dreimal zwei Stunden pro Woche mit g
utem Pausenmanagement empfahl
(Urk. 6/22).
Sodann erwähnte wiederum
der Hausarzt Dr.
R._
am
22. Dezember 2014
eine leichte B
esserung
des Zustan
des
und erachtete
eine Arbeitsaufnahme von rund zwei
Stunden pro Tag als mög
lich
(
Urk. 6/2
7
)
.
Unter diesen Umständen
ist
die
B
e
sserung des Gesundheits
zustands, die
Dr.
B._
ab Dezember 2014 für ausgewiesen erachtete
(Urk. 6/41/52),
anhand
echtzeitliche
r
ärztliche Berichte
nachvollziehbar
.
Es trifft damit
entgegen der
Auffassung
der Beschwerdeführerin (vgl. Urk. 1 S. 4 in Verbindung mit Urk. 6/67/2-3) nicht zu, dass die
Darlegungen
von
Dr.
B._
zur Bestimmung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
nicht ausreichend
sind
.
Explizit berücksichtigte
Dr.
B._
auch den Umstand, dass die Beschwerdeführerin im August 2015 erneut eine Tätigkeit als Filme
macherin aufgenommen und am Tag vor der Begutachtung eine längere Bergtour unternommen hatte (Urk. 6/42/48). Die Beschwerdeführerin macht zwar geltend, bei der im August 2015 angetretenen Stelle sei sehr weitgehend auf ihre Beein
trächtigungen Rücksicht genommen worden (Urk. 1 S.
5
Rz
16). Belegt ist dies indessen nicht. Die Arbeitgeberin vermerkt
e im Arbeitgeberbericht vom 23.
Feb
ruar 2016 nichts in diesem Sinne, sondern nur, dass die Beschwerdeführerin sowohl vor dem Eintritt des Gesundheitsschadens und auch seither
der Tätigkeit als Filmemacherin
nachgehe (Urk. 6/55/2).
Gegenüber der Beschwerdegegnerin
erläuterte die Beschwerdeführerin,
insbesondere
das Heben und Tragen der schweren Kameraausrüstung falle ihr schwer
und
d
as
mit der Kameraführung verbundene lange Stehen verursache Schmerzen. Beim Schneiden des Filmmate
rials stehe sie jeweils lange am Schnittpult. Von ihren gesundheitlichen Proble
men habe sie der Arbeitsgeberin erst nach Ablauf der Probezei
t berichtet. Seither werde zwar
Rücksicht genommen, beispielsweise erhalte sie mehr Bürotätigkeiten übertragen und sie arbeite weniger lange. Geblieben seien indessen die belasten
den Drehtage. Diese seien manchmal wie ein Albtraum. An diesen Tagen müsse sie mitunter zwischen acht und neun Stunden durcharbeiten. Nach solchen Arbeitstagen leide sie unter intensivsten Schmerzen
(Urk. 6/58/4 f.).
Somit steht fest, dass es sich bei der Stelle an der
A._
, trotz
dem
Entgegen
kommen
der Arbeitgeberin, nicht um eine angepasste Tätigkeit
handelt
.
Auch d
as geleistete Pensum von zunächst 60
%
und
später
50
%
spricht dafür, dass die betreffende Tätigkeit ungeeignet
e Anteile aufweist
.
Gemäss den Angaben im Arbeitgeberbericht war
die Anstellung
auf ein Jahr befristet (
1.
August 2015 bis 3
1.
Juli 2016;
Urk.
6/55/1).
Die
Ausführungen in der Beschwerdeschrift
und auch die Angaben in
anderen Eingaben
legen es indessen
nahe
, dass
das Arbeitsver
hältnis über die vorgesehene Befristung hinaus andauerte und gegebenenfalls weiterhin besteht
(vgl.
Urk.
1 S.
5
Rz
16,
Urk.
6/67,
Urk.
6/92). Wie es sich tat
sächlich verhält,
kann
aber
offenbleiben.
Da es sich
nicht
um eine angepasste Tätigkeit
im Sinne der ärztlichen Darlegungen
handelt, ist sie
bei der Invalidi
tätsbemessung nicht
zu berücksichtigen (vgl. nachstehende E.
5
).
Dies gilt gleich
ermassen für die in geringfügigem Umfang ausgeübte Tätigkeit als Filmemache
rin auf selbständiger Basis (vgl.
Urk.
6/58/2 f.).
An der Nachvollziehbarkeit der gutachterlichen Beurteilung
ändert die Kritik
an der von
Dr.
B._
zitierten Empfehlungen der
Swiss Insurance
Medicine
(
SIM
)
nichts
(vgl.
Urk.
6/67/2 f.). Gemäss diesen sind bei einer eingeschränkten Funk
tion der LWS verschiedene Verrichtungen und Körperhaltungen ungeeignet, namentlich das Heben und Tragen schwerer Lasten oder
vornübergeneigte
Kör
perhaltungen. Günstig
sind
hingegen wechselbe
lastende Tätigkeiten (vgl. Urk.
6/41/52). Dies ist ohne Weiteres nachvollziehbar. Im Übrigen ist es unbe
stritten, dass die Schäden an der Wirbelsäule der Beschwerdeführerin belastende Tätigkeiten nicht mehr zulassen.
Unzutreffend
ist
auch, dass
keine Auseinander
setzung mit den Meinungen früherer ärztl
ichen Einschätzungen stattgefunden hat
(vgl. Urk. 1 S. 4 in Verbindung mit Urk. 6/67/2-3)
.
Eine solche erfolgte, wenn auch kurz
(vgl. Urk. 6/41/54).
E
ine ausführliche Auseinandersetzung
ist
nicht erforderlich, wenn
wie hier
die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit der früheren ärztlichen Berichte in der Beurteilung des
rückwirkend
zeitlichen Verlaufs der Arbeitsfähigkeit
Bestätigung finden
(vgl. Urk. 6/41/52).
Im Weiteren moniert die
Beschwerdeführerin
, dass das
bidi
s
ziplinäre
Gutachten den Verlauf seit Sep
tember 2015 nicht berücksichtig
e
(vgl. Urk. 1 S. 4)
.
Nach Erstattung des Gutachtens
von
Dr.
B._
am 1
9.
August 2015
wurde die Beschwerdeführerin
vom 3. bis 1
0.
Februar 2016
im
C._
(vgl. Urk. 6/54/1-3)
und
vom 2. bis 29. Juni 2016
in der
H._
(Urk. 6/72
/2
)
stationär behandeln.
Unter Berücksichtigung
dieser Behandlungen sowie weiterer Verlaufsberichte
kam
RAD-Arzt
Dr.
Q._
in der Stellung
nahme vom
2. März 2017
zum Schluss
, dass
die neuen Arztberichte nicht zu einer
Änderung der
gutachterlichen Beurteilung
führ
t
en (vgl. Urk. 6/94/4).
Dem kann gefolgt werden. Zum einen
waren die
Hospitalisation
im
C._
und der stationäre
Aufenthalt in der
H._
von kürzerer Dauer
, so dass gestützt auf deren Berichte nicht
im vornherein
von einer über drei Monate hinweg dauernden Verschlechterung des Gesundheitszustands
auszugehen ist
(vgl. Art. 88a Abs. 1
der Verordnung
über die Invalidenversicherung [
IVV
]
)
.
Zum anderen
reduzierte die Beschwerdeführerin zwar
das Pensum
ihre
r
Tätigkeit bei der
A._
per
1. Januar 2016 von 60
%
auf 50 %,
indessen
handelt
e
es
sich, was bereits dargelegt wurde,
nicht um ein
e angepasste Tätigkeit.
Auch die Beurteilung der
Ärzte der
H._
(Urk. 6/72) und
die
jenige von
Dr.
O._
(Urk. 6/76),
gemäss denen
auch in einer angepassten Tätig
keit eine Arbeitsfähigkeit von 50 % besteht, relativieren die Beurteilung von
Dr.
B._
nicht. In den Berichten beider wird auf das
Arbeitspensum
Bezug genommen
,
welches
die Beschwerdeführerin
in der nicht angepassten Tätigkeit
für die
A._
leistet. Sodann ist
auf die Rechtsprechung zu verweisen, wonach bei der Würdigung von ärztlichen Aussagen zu beachten ist, dass
behan
delnde
Ärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung mitunter eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_900/2017 vom 30. Mai 2018 E. 4.2.2 mit Hinweisen).
Ausserdem gingen die Ärzte der
H._
unter Fortsetzung des ambulanten therapeu
tischen Settings von einer Verbesseru
ng der Beschwerdesymptomatik und damit von einer günstigen Prognose aus. Vor diesem Hintergrund ist von vorüber
gehenden gesundheitlichen Verschlechterung auszugehen, die aber die grund
sätzliche Gültigkeit der Prognose im Gutachten von
Dr.
B._
nicht in Frage stellen
.
Die
übrigen
ärztliche
n
Berichte
ändern nichts an
dieser Feststellung,
da in diesen kein Bezug auf die
Arbeitsfähigkeit
genommen wurde
(vgl. Bericht
e vo
n
Dr.
N._
vom 19. Mai
und 28. Dezember
2016 [Urk. 6/68
, Urk. 6/78
],
Berichte von Prof.
P._
vom 6. und 19. April 2017 [Urk. 6/85-86],
Bericht von Prof.
F._
vom 8. Juni 2017 [Urk. 6/88]).
Da das Gutachten von Dr.
B._
von der Rechtsprechung verlangten Voraus
setzungen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3a) erfüllt, inhaltlich überzeugt und mit den weiteren Arztberichten übereinstimmt bezie
hungsweise von abweichenden ärztlichen Aussagen nicht in
Zweifel gezogen
wird, ist darauf abzustellen.
Demzufolge ist in einer angepassten
rücken
schonen
den Tätigkeit mit Hantieren von Lasten bis zu 7.5 kg von einer
vollen
Arbeits
fähigkeit bezogen auf ein
Vollp
ensum auszugehen, wobei die Beschwerdeführerin
pro
Halbtag
eine
Pause von jeweils einer
Stunde benötigt, um sich zu lockern und
um
auszuruhen (vgl. Urk. 6/41/52, Urk. 6/42/20). Das längere Verharren in vorn
über geneigter Haltung – ob stehend oder sitzend – ist zu vermeiden. Unerwartete, asymmetrische
Lasteinwirkungen sind auszuschliessen (vgl. Urk. 6/41/52).
Eine neue Abklärung ist trotz der langen Zeit von etwas mehr als zwei Jahren zwischen rheumatologischem Gutachten vom 19. August 2015 und angefochtener Verfü
gung vom 27. September 2017 nicht erforderlich.
Auch die Angaben bezüglich des zeitlichen Verlaufs der Arbeitsfähigkeit vom 16. Dezember 2013 bis zum
9
. August 2015 überzeugen in Anbetracht der medizinischen Sachlage (
vgl.
Urk. 6/22/3,
Urk. 6/27/3,
Urk. 6/41/52,
Urk.
6/41/125, Urk. 6/41/98-99
). So
mit
ist gestützt auf die Angaben von Dr.
B._
davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin ab dem 16. Dezember 2013 in jeglicher Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig war, dass
der
Heilungsverlauf nach der lumbalen Operation am 20. Dezember 2013 verzögert war, dass sie nach der stationären Behandlung in der
H._
ab dem 1. September 2014 in einer angepassten Tätigkeit während dreimal zwei Stunden pro Woche arbeiten konnte, dass sie gestütz
t
auf die Beurteilung ihres Hausarztes
Dr.
R._
am 19. Dezember 2014 während fünfmal zwei Stunden pro Woche in einer angepassten Tätigkeit arbeits
fähig war und dass die oben attestierte Arbeitsfähigkeit seit dem Datum der rheu
matologischen Untersuchung am 10.
August 2015 gilt (Urk. 6/41/52;
vgl. Urk. 6/42/21).
4.3
D
er psychiatrische Gutachter Dr.
M._
diagnostizierte
e
ine leichte depressive Episode
(ICD-10 F32.0)
,
die
keine
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
zeitig
e
(Urk. 6/42/12)
.
Er führte aus,
die
Beschwerdeführerin
habe
über eine körper
liche Müdigkeit und
über eine
schwankende
Grundstimmung berichtet. Eine Antriebs
minderung habe sie verneint. Es bestehe keine anhaltende Freud-, Interesse- oder Lustlosigkeit. Der Schlaf sei in der Regel gut und ebenso der Appetit. Zudem könne sie nebs
t ihrem Arbeitspensum auch einen
Teil ihrer Haushaltstätigkeiten
erledigen
, diverse Therapien besuchen, einzelne Kontakte pflegen und auch an den Wochenenden wieder längere Wanderungen unternehmen
(Urk. 6/42/14-15)
. Vor diesem Hintergrund hielt Dr.
M._
fest, alle diese Tätigkeiten im erwähnten Rahmen
wären
nicht möglich, wenn eine mittelgradige depressive Störung vor
liegen würde. Es könne hier
lediglich eine depressive Symptomatik leichten Grades festgestellt werden (vgl. Urk. 6/42/15).
Diese Ausführung sind
in Anbe
tracht der
verwendeten
klinisch-diagnostischen Leitlinien der
Internationalen Klassifikation psychische
r
Störungen (ICD-10)
nachvollziehbar (vgl.
konkret
ICD-10: F32). Denn danach sind bei leichten depressiven Episo
den die typischen Symptome eine
gedrückte
Stimmung (1), Verlust
vo
n Interesse oder Freude (2),
Antriebsmangel sowie erhöhte
Ermüdbarkeit (3). Z
ur Diagnosestellung müssen
mindestens zwei dieser drei und mindestens eins der übrigen sieben Symptome (Konzentrations- oder Aufmerksamkeitsminderung,
vermindertes Selbstwertge
fühl, Schuldgefühle,
negative
und pessimistische Zukunftsperspektiven, Suizidge
danken, Schlafstörungen, verminderter Appetit)
festgestellt werden (vgl. Horst
Dilling
/Werner
Mombour
/Martin H. Schmi
d
t [Hrsg.],
Internationale
Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10, Kapitel V (F), 10. Auflage 2015, F32.0 S. 169-173)
.
Weiter erklärte
Dr.
M._
einleuchtend
,
dass
die objektiven Untersuchungs
befunde in hoher Kongruenz zur Diagnose einer leichten Depression
stünden
.
So hat die
Beschwerdeführer
in
gemäss Dr.
M._
einerseits
zwar
in der Grundstim
mung depressiv
gewirkt
und es ist immer wieder zu affektlabilen Einbrüchen gekommen, wo die Explorandin geweint und in ihrem affektiven Leiden authen
tisch imponiert hat. Dann hat sie laut Angaben des psychiatrischen Gutachters a
ber auch
wieder
eine affektive Schwingungsfähigkeit
ge
zeigt und manchmal etwas auf
ge
lacht
(
vgl.
Urk. 6/42/12).
Dr.
M._
hielt fest, dass - a
bgesehen von der Affektlabilität
-
die affektiven Parameter unauffällig gewesen
seien
. Auch seien zahlreiche objektive Parameter vorhanden gewesen, die eine weitgehende Erhaltung der innerpsychischen Vitalität abzubilden vermögen, so das äussere Erscheinungsbild, Psycho- und Sprachmotorik, Mimik und Gestik, Denktempo, kognitive Leistungen, fehlende Affektverarmung sowie erhaltene affektive Schwingungsfähigkeit
(vgl. Urk. 6/42/15)
.
Ferner
legte
Dr.
M._
unter Bezugnahme auf
den psychiatrischen Bericht von S._
,
Praktische Ärztin,
Psychiatrie und Psychotherapie
(vgl. Urk. 6/32)
,
dar, es
sei
d
urchaus möglich, dass
im
März 2015 eine mittelgradige depressive Symptomatik bestanden habe, da die Beschwerdef
ührerin über punk
tuelle Suizidi
deen beri
chtet habe
. Sie habe aber auch angegeben, dass parallel zur leichten Verbesserung ihrer Rückenschmerzen eine Stabilisierung
und B
esserung der psychischen Verfassung eingetreten sei, insbesondere seit sie
per
1. August 2015 an der
A._
angestellt worden sei (
Urk. 6/42/9,
Urk. 6/42/14).
Es ist vor diesem Hintergrund einleuchtend, wenn im Vergleich zum Bericht der
behandelnden Psychiaterin
vom März 2015 von einer B
esserung des psychischen Gesundheitszustands ausgegangen wird.
Nach dem Gesagten
i
s
t
es
nachvollziehbar
, wenn der psychiatrische
Experte
fest
hält, eine Gesamtschau der diversen Beurteilungsdimensionen untermaure, dass
die depressive Störung keinen
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe.
Vor diesem
Hintergrund vermag die durch die
behandelnde Psychiater
in
attestierte mittelgra
dige Depressio
n mit vollständiger Arbeitsunfähigkeit jedenfalls
für die
Zeit ab dem Stellenantri
tt bei der
A._
ab
August 2015
nicht
mehr
zu über
zeugen.
Es ist von einer Besserung des
psychischen
Zustandes
auszugehen.
Eine Verschlechterung des
psychischen Gesundheitszustands
nach der
psychiatrische
n
Begutachtung vom 25. August 2015
sodann
ist
weder dargetan noch aktenkun
dig
.
Die Beschwerdegegnerin hat daher zu Recht auf die gutachterlichen Ausfüh
rungen von Dr.
M._
abgestellt.
Anzufügen bleibt, dass das Bundesgericht mit BGE 143 V 409 und
143 V
418 seine bisherige Rechtsprechung geändert hat und neu im Grundsatz für sämtliche psychische Störungen ein
indikatorengeleitetes
Beweisverfahren gemäss
BGE
141 V 281 statuiert. Von der Durchführung eines solchen kann aus Gründen der Ver
hältnismässigkeit dort abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist. Daher bleibt es entbehrlich
, wenn im Rahmen beweiswertiger fach
ärztlicher Berichte eine Arbeits
unfähigkeit in nachvollziehbar
begründeter Weise verneint wird und allfällige
n
gegenteilige
n
Einschätzungen mangels fachärzt
licher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemessen wer
den kann (BGE 143 V 418 E. 7.1). Das trifft hier zu, mangelt es doch an einer nachvollziehbaren und mit objektiven Befunden begründeten Arbeitsfähigkeits
beurteilung, welche von derjenigen Dr.
M._
s abweicht.
Zusammenfassend liegt damit ausschliesslich aus somatischer Sicht eine Beein
trächtigung der Arbeitsfähigkeit auch in einer angepassten Tätigkeit vor. Es gilt das in vorstehender E. 4.2 dazu Ausgeführte.
5.
5.1
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des Beginns
des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invalideneinkommen auf zeit
identischer Grundlage zu erheben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3, 129 V 222 E. 4.1 und E. 4.2, 128 V 174). Da die Arbeitsun
fähigkeit am 16. Dezember 2013 eingetreten ist
(vgl. Urk. 6/
7/2
)
und sich die Beschwerdeführerin am 6. Juli 2014 angemeldet hat (Urk. 6/8
/7
), hat die Beschwerdegegnerin die Wartezeit richtig berechnet und den Rentenbeginn auf den 1. Januar 2015 festgesetzt
(Urk.
6/60/11
,
Urk.
6/95/1
)
.
5.2
Die Beschwerdegegnerin
ging gestützt auf die Abklärungen
da
von
aus, ohne Ein
tritt des Gesundheitsschadens wäre die Beschwerdeführerin voraussichtlich wei
terhin im Rahmen von 80
%
in
einem Anstellungsverhältnis
und im restlichen Umfang von 20
%
auf selbständiger Basis erwerbstätig gewesen (vgl. Urk. 6/58)
.
Den
bei diesem
Verlauf
als
Arbeitnehmerin
erzielten
Lohn
be
zifferte die Beschwerdegegnerin
unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung
bis ins
Jahr 20
1
5
mit
Fr. 55'085.4
0.
Ausgehend vom Jahresbruttolohn als
Selbständig
erwerbende
im Jahr 2013
er
r
echnete die Beschwerdegegnerin in nämlicher Weise
ein
en
Jahresverdienst
von Fr. 24'165.1
5.
Gesamthaft resultiert
ein
Validenein
kommen
von Fr. 79'250.55 (
Urk. 6/59/1,
Urk. 6/93/1
). Die
se
nachvollziehbare Berechnung des
Valideneinkommens
bemängelte
die Beschwerdeführerin nicht.
5.3
5.3.1
D
a die
mehrheitlich
auf unselbständiger Basis ausgeübte
angestammte Tätigkeit als Filmemacherin
aus gesundheitlicher Sicht
nicht mehr
geeignet ist
, die Anstel
lung bei der
Z._
nicht mehr besteht
(vgl.
Urk.
6/20)
und
auch die selbständige Tätigkeit ab 2015 nicht mehr weitergeführt wurde
(vgl.
Urk. 6/58/5)
, ermittelte die Beschwerdegegnerin das Invalideneinkommen basierend auf einer angepassten Erwerbstätigkeit
auf unselbständiger Basis.
Dabei
griff s
ie auf
die Tabellenlöhne der periodisch durchgeführten Lohnstrukturerhebung des Bundes
amtes für Statistik (LSE
) zurück (
Urk.
6/59/2,
Urk.
6/93/1 f.), was die Beschwer
deführerin nicht bemängelte (vgl.
Urk.
1 S. 5 f). Die Ermittlung des Invalidenein
kommens basierend auf
dem
Verdienst der per August 2015 angetretenen Stelle bei der
A._
(vgl.
Urk.
6/55)
verbot sich, da es sich hierbei nicht um eine leidensangepasste Tätigkeit mit der Möglichkeit der uneingeschränkten Ver
wertung der verbliebenen Restarbeitsfähigkeit handelt (vgl. vorstehende E. 4.2
). Zwar ist f
ür die Festsetzung des
Invalideneinkommens
primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht.
Vorausgesetzt
sind
namentlich
ein
besonders stabile
s Arbeitsverhältnis
und
die
voll
e Ausschöpfung
der
verbliebene
n
Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise
(BGE 139 V 592 E. 2.3; 135 V 297 E. 5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E. 3b/
aa
).
Die
se
Voraussetzungen sind nicht erfüllt
.
Daran ändert nicht, dass die Arbeitge
berin
der Beschwerdeführerin gewisse besonders belastende Anteile abgenommen
hat
(vgl.
Urk.
6/58/4 f.
).
Ferner
ist
nicht aktenkundig, ob das
befristet eingegan
gene, später weitergeführte
Arbeitsverhältnis
(vgl. Urk. 6/55,
Urk.
6/74), zwischen
zeitlich noch immer besteht
.
5.3.2
D
ie Beschwerdegegnerin
hat den Lohn für
Frau
en
(Zentralwert)
im Kompetenz
niveau 3 (komplexe praktische Tätigkeiten,
die
ein grosses Wissen in einem Spezialgebiet voraussetzen)
der Tabelle TA1 der LSE 2014
gewählt und dies damit begründet, dass die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Ausbildung weiterhin komplexe praktische Tätigkeiten ausführen könne (
Urk.
6/93/1). Die Beschwerde
führerin erachtet
demgegenüber die Berechnung des Invalideneinkomm
ens mit dem Kompetenzniveau 2 (p
raktische Tätigkeiten wie
z.B.
Datenverarbeitung und Administration)
als
sachgerecht (vgl. Urk. 1
S. 5 f.
).
Gemäss bundesgerichtlicher Praxis gilt, dass die A
nwendung
des
Kompetenz
niveau
s
2
dann in Betracht fällt
, wenn die versicherte Person
, die
nach Eintritt der Invalidität nicht auf einen a
ngestammten Beruf zurückgreifen
kann
,
über besondere Fertigkeiten und Kenntnisse verfügt
(so
im Fall des ehemaligen Spit
zensportlers, der eine Maturaprüfung vorweisen konnte und zum Zeitpunkt des Unfalls erst 30-jährig gewes
en war:
Urteil I 779/03 vom 22. Juni 2004 E.
4.3.4; beim Versicherten, der bereits verschiedene Berufe [Lastwagen- und Buschauf
feur, Inserate-Akquisiteur, selbstständiger Herausgeber ei
ner Zeitschrift] ausgeübt hatte:
Urteil I 822/04 vom 2
1.
April 2005 E.
5.2; beim früheren Spengler-/Sanitärinstallateur mit überdurchschnittlichen handwerklichen Fähigkei
ten:
Urteil 8C_192/2013 vom 16.
August 2013 E.
7.3.2
; zum Ganzen: Urteil des Bun
desgerichts 8C_457/2017 vom 11. Oktober 2017 E. 6.3
).
Die Beschwerdeführerin hat die Maturität Typ E (Wirtschaft) abgeschlossen und an der
Y._
in Zürich Fotografie und Film/Video studiert. Diese Ausbildung beendete sie 2004 mit
einem
Diplom
in Design
. Sie war ab 2008 an verschiedenen Orten als Dozentin tätig und hat ab 2004 bei zahl
reichen Filmprojekten als Filmregisseurin und Filmemacherin gearbeitet
(Urk. 6/41/50-51)
.
Aufgrund ihres Au
s
bildungsgrades, ihrer
Dozent
inn
entätigkeit
und ihres Arbeitse
rfahrungsschatzes
ist
sie
trotz fehlender kaufmännischer Aus
bildung
in der Lage, in einem rücken
schonenden Tätigkeitsfeld
in
der Film
-
und Videobranche
tätig zu sein
.
Dies
etwa
, indem sie die Teilbereiche
der
bisherigen
Tätigkeit
,
namentlich
sitzende Tätigkeiten im Büro
mit der Möglichkeit von Pau
sen (z.B. Drehbuchautorin
), ausbaut.
Ferner
könnte
sie in einer Foto
- oder Film
stiftung
oder für ein Filmarchiv
t
ätig sein oder aber ihre
Dozentinne
ntätigkeit
ausbauen. Vor diesem Hintergrund und in Anbetracht der vorzitierten Recht
sprechung ist bei der Beschwerdeführerin von Fertigkeiten und Kenntnissen aus
zugehen, welche d
ie Annahme des Kompetenzniveaus
2 rechtfertigen.
Da der erlernte Beruf gesundheitsbedingt nicht mehr in Frage kommt und darin erwor
bene Fähigkeiten höchstens teilweise in einer anderen
,
in Frage kommenden Tätigkeit angewendet werden können, entfällt das Kompetenzniveau
3.
Im Kompetenzniveau
2
betrug der standardisierte Bruttomonatslohn für Frauen gemäss LSE 2014 (Vollzeitäquivalent basierend auf 4 1/3 Wochen à 40 Arbeits
stunden)
Fr.
4'808
.--
(Zentralwert nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und
Geschlecht; Privater Sektor; TA1_tirage_skill_level). Dieser Betrag ist
an die seit 2012 unveränderte
betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stun
den (vgl.
Bundesamt für Statistik [BFS], B
etriebsübliche Arbeitszeit nach Wirt
schaftsabteilungen, in Stunden pro Woche; im Internet abrufbar)
und
die
Nomi
nallohnentwicklung bis ins Jahr 2015 anzupassen (BFS, Schweizerischer Lohnin
dex nach Branche [2010 = 100; im Internet abrufbar], Nominallohnindex Frauen [T1.2.10], Total; 2014: 103.6; 2015: 104.1)
.
Es
resultiert ein jährliches Bruttoein
kommen von
Fr.
60'438.40
(Fr.
4’808
.-- x
12 :
40 x 41,7
: 103.6 x 104.1
)
.
Gemäss der Aufstellung im Feststellungsb
latt vom 2
4.
März 2016 bestand
ab dem 16. Dezember 2013 bis zum Zeitpunkt der rheumatologischen Begutachtung am 1
0.
August 2015 eine Arbeitsunfähigkeit wie folgt (Urk. 6/60/7): 100 % ab dem 16. Dezember 2013 bis zum 31. August 2014, 87
%
ab dem 1. September bis zum 18. Dezember 2014 und 78 % ab dem 19. Dezember 2014 bis zum 9. August 201
5.
Bezogen auf die
Restarbeitsfähigkeit
von 22 % ab 19. Dezember 2014
beträgt
das
Invalideneinkommen
Fr. 1
3’296.4
5.
Im Einkommensvergleich ([Fr. 79'250.55 - Fr.
13'296.45
]
x
100 :
Fr. 79'250.55) ergibt sich
dadurch
ein Invaliditätsgrad von
83
%.
Bei einem Invaliditätsgrad
von
über 70 % besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente (vgl.
Art.
28
Abs.
2 IVG).
Da
die
ab
dem 19. Dezember 2014
gültige Restarbeitsfähigkeit
zu einem Anspruch auf eine ganze Rente führt
,
besteht auch ausgehend von der
zuvor ab
1. September 2014
massgebenden geringeren
Restarbeitsfähigkeit von 13
%
ebenso
Anspruch auf eine ganze Rente.
Die davor bestehende
Arbeitsunfähigkeit von 100 % in jeglicher Tätigkeit gibt ebenfalls Anspruch auf eine ganze Rente.
Damit hat die Beschwerdeführerin ab dem 1. Januar 2015
(vgl. vorstehende E. 5.1)
Anspruch auf
diese Leistung
.
5.3.3
Laut Gutachten ist der Beschwerdeführerin
ab dem 10. August 2015
eine
ange
passte
Tätigkeit
vollschichtig zumutbar
, wobei pro
Halbtag
eine Pause von
jeweils
eine
r
S
tunde benötigt wird
(vgl. Urk. 6/41/52, Urk. 6/42/20). Die Beschwerdegeg
nerin hielt in diesem Zusammenhang fest, dass eine halbe Stunde Pause pro Tag
ohnehin
üblich sei. Aufgrund des Belastungsprofils reduziere sich die Leistungs
zeit damit insges
amt um 1,
5 Stunden (
gesundheitsbedingter Pausenbedarf von
2 Stunden
abzgl.
1/2
Stunde übliche Pause
pro Tag
;
Urk. 6/93/1).
Gemäss
Art.
15
Abs.
1
lit
. b
des Bundesgesetzes
über die Arbeit in Industrie, Gewerbe und Handel
(
ArG
) ist die Arbeit bei einer täglichen Arbeitszeit von mehr als
sieben
Stunden
,
für mindestens eine
halbe Stunde
zu unterbrechen.
Es
ist es
somit
zulässig
,
von der leidensbedingt nötigen Pause von 2 Stunde
n
pro Tag aufgrund der arbeits
gesetzlich zwingende
n
Arbeitsunterbrechung
eine halbe Stunde
abzuziehen
.
Die betriebsübliche Arbeitszeit von 8,34 Stunden pro Arbeitstag (41,
7 :
5) reduziert sich damit um jeweils
1,5
Stunden täglic
h für die leidensbedingt nötige Pause
.
Mit anderen Worten beschränkt sich die Leistungsfähigkeit unter Berücksichti
gung
des erhöhten Pausenbedarfs auf
82
%
eines Vollzeitpensums.
Das basierend auf dem
Kompetenzniveau 2
errechnete jährliche Bruttoein
kommen von Fr. 60'438.40 reduziert sich g
emessen am zumutbaren Pensum von
82
% ab 10. August
2015
auf
Fr. 49
'
559.50
--
.
Die Beschwerdegegnerin
verneinte lohnmindernde Faktoren, weswegen sie
von einem
zusätzlichen
Abzug
vom Invalideneinkommen absah
(vgl. Urk. 6/93/2
).
D
a de
r erhöhte Pausenbedarf bereits bei der Festlegung der Höhe
des
Invalideneinkommens berücksichtigt
wurde
,
ist
unter dem Titel des Leidensabzugs keine erneute Berücksichtigung die
s
es Gesichtspunkts angebracht
.
Andere lohnmindernde Faktoren wurden nicht geltend gemacht.
Der
Einkom
mensvergleich
auf dieser Basis
(
[Fr. 79'250.55 -
Fr.
49'559.50
]
x
100 :
Fr. 79'250.55
) ergibt ein
en
Invaliditätsgrad von
gerundet
37
%
(zur Rundung: BGE 130 V 121 E. 3.2)
.
Bei einem Invaliditätsgrad von
unter
40 % besteht
kein
Anspruch auf
mehr
eine
Viertelsrente
.
Die Anpassung der Leis
tu
ng
hat
gemäss Art.
88a Abs.
1 IVV per Ende November
2015 zu erfolgen, da
Art.
88a
Abs.
1 IVV bei rückwirkender Zusprechung einer befristeten Rente ana
log anzuwenden ist (vgl
.
Urteil des Bundesgerichts 8C_626/2017 vom
9.
Mai 2018 E. 3.2) und das Bundesgericht in solchen Fällen in der Regel den zweiten Satz dieser Bestimmung anwendet, das heisst eine höhere Rente drei Monate über die Veränderung des Gesundheitszustandes hinaus gewährt oder bestätigt (Urteil des Bundesgerichts 8C_670/2011 vom 1
0.
Februar 2012 E. 5.1 mit Hinweisen).
Zusammenfassend hat die Beschwerdeführerin ab Januar 2015 bis und mit November 2015 Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenvers
icherung. Her
nach besteht
kein
Anspruch
. Die Beschwerde ist demgemäss teilweise gutzu
heissen.
Angesichts der beruflichen Bildung der Beschwerdeführerin und dem Umstand, dass dieser Beruf gesundheitsbedingt
nicht mehr geeignet ist, drängt
sich mit Blick auf
den Grundsatz Eingliederung vor Rente
(vgl. Ar. 28 Abs.
1
lit
. a IVG)
die vertiefte Prüfung beruflicher Massnahmen auf, zumal die 1975 gebo
rene Beschwerdeführerin noch etliche
Erwerbsjahre vor sich hat. Dies ist bis jetzt nicht erfolgt. Allerdings hat die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Ver
fügung festgehalten, dass die Prüfung beruflicher Massnahmen eingeleitet werde
(Urk. 2 S. 4).
6.
6.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
8
00.-- anzusetzen.
Die Beschwerdeführerin obsiegt im Vergleich
zum
angefochtenen Entscheid in dem Sinne, dass sie zusätzlich noch bis Ende
November
2015
Anspruch auf
eine
ganze Invalidenrente
hat
.
M
it ihren Anträgen auf eine
unbefristete
Dreiviertels
rente
respektive
eine halbe Rente
ab
Dezember
201
5
(
Urk. 1
S. 2
) unterliegt
sie. Es
rechtfertigt sich, die Gerichtskosten zu drei Vierteln (Fr. 600.--) der Beschwer
deführerin und zu einem Viertel (Fr. 200.--) der Beschwerdegegnerin aufzuerle
gen.
Die zur Parteientschädigung ergangene bundesgerichtliche Rechtsprechung zum „Überklagen“ ist nicht auf die Verteilung der Gerichtskosten im kantonalen Ver
fahren übertragbar (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_568/201
0 vom 3. Dezember 2010 E. 4.2
).
6
.2
Bei Obsiegen hat die vertretene Partei gestützt auf § 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) Anspruch auf eine Prozessentschä
digung. Diese ist unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses festzusetzen. Unter Berücksichtigung dieser Grunds
ätze erweist sich eine Parteientschädigung von
Fr. 2‘
1
00.--
(inkl. Barauslage und Mehrwertsteuer) als angemessen. Obwohl dem Begehren der Beschwerdeführerin nur teilweise entsprochen wurde, hat ihr „Überklagen“ den Prozessaufwand nicht wesentlich beeinflusst. Von einer Kürzung der Prozessentschädigung ist damit abzusehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_568/2010 vom 3. Dezember 2010 E. 4.1 mit weiteren Hinweisen).