Decision ID: 3f803a1e-b731-583e-9aae-e682bfab3ea9
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Stadt Wil, Departement Soziales, Poststrasse 10, 9500 Wil SG 2,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rentenrevision
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 20. September 2004 wegen Rücken- und psychischen
Problemen erneut zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an
(Berufsberatung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Rente [act. G 13.1/40]). In der Folge
ordnete die IV-Stelle St. Gallen eine medizinische Begutachtung an. Die Gutachter des
Zentrums für Medizinische Begutachtung, Basel, (ZMB) diagnostizierten (mit Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit) Störungen durch Alkohol bei ständigem Substanzgebrauch,
eine kombinierte Persönlichkeitsstörung, Angst und Depression gemischt, ein
chronisches Lumbovertebralsyndrom bei/mit Verspannungen der gesamten
Rückenmuskulatur. Aus somatischen Gründen seien dem Versicherten schwere
körperliche Tätigkeiten mit dem repetitiven Heben von Lasten über 10 kg, dem Arbeiten
in Zwangshaltung oder dauernd gebückter Haltung nicht mehr zumutbar. Auch das
Besteigen von Leitern und Gerüsten und das Führen von Fahrzeugen seien wegen der
Alkoholproblematik nur bedingt zumutbar. Die bisherige Tätigkeit als Gipser und Maler
sei dem Versicherten nicht mehr zumutbar. Andere Tätigkeiten, die obige Bedingungen
erfüllten, seien dem Versicherten rein somatisch voll zumutbar. Auf Grund der
Persönlichkeitsstörung, der depressiven und ängstlichen Symptomatik sowie des
sekundären Alkoholkonsums sei der Versicherte jedoch auch in Verweistätigkeiten um
30 % eingeschränkt (Gutachten vom 5. Januar 2007 [act. G 13.1/99.20 ff.]).
A.b Mit Verfügungen vom 9. und 18. Juli 2007/14. August 2007 sprach die IV-Stelle
St. Gallen dem Versicherten basierend auf einem Invaliditätsgrad von 42 % eine
Viertelsrente ab 1. Oktober 2004 zu und lehnte die Kostengutsprache für berufliche
Massnahmen ab (act. G 13.1/115, 117 und 119). Die dagegen beim
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen erhobene Beschwerde wurde mangels
Leistung des Kostenvorschusses abgeschrieben (act. G 13.1/123).
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A.c Am 2. Mai 2008 machte der Versicherte eine massive Verschlechterung seines
Gesundheitszustands geltend und verwies auf seinen Hausarzt Dr. med. B._,
Allgemeine Medizin FMH (act. G 13.1/127). Dieser führte in seinem Bericht vom 6. Juni
2008 aus, es bestehe seit Ende 2007 eine schwere depressive Verstimmung mit
suizidalen Absichten. Dadurch sei der Versicherte seit Anfang April 2008 nicht mehr
arbeitsfähig (act. G 13.1/133). Der Psychotherapeut des Versicherten, C._,
Psychotherapeut SPV, Psychologe BPS/UKCP, führte in seinem Bericht vom 7. Juli
2008 aus, der Gesundheitszustand habe sich verschlechtert. Indikation F33.2. Dem
Versicherten seien im Moment weder die angestammte noch andere Tätigkeiten
zumutbar. Nach erfolgreicher Therapie in zwei Jahren könnte allenfalls ein neuer
Arbeitsversuch gewagt werden (act. G 13.1/138). Der Versicherte war vom 21. Juli
2008 bis zum 17. Oktober 2008 in der Psychiatrischen Klinik Wil hospitalisiert und am
27. Oktober 2008 in die Tagesklinik eingetreten. Im Verlaufsbericht vom 15. Dezember
2008 ging die Klinik von einem stationären Gesundheitszustand aus. Der Versicherte
leide an einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne
psychotische Symptome (F33.2), psychischen und Verhaltensstörungen durch
Benzodiazepine sowie einem Abhängigkeitssyndrom (F13.2). Aus jetziger Sicht
benötige der Versicherte einen geschützten Arbeitsplatz. Eine Stabilisierung des
Gesundheitszustands und damit eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit seien aber
durchaus denkbar. Eine erneute Überprüfung der Arbeitsfähigkeit und
Wiedereingliederungsfähigkeit sei in 6 Monaten vorzunehmen (act. G 13.1/144). Auf
Anregung des RAD Ostschweiz holte die IV-Stelle im Juni 2009 bei den behandelnden
Ärzten weitere Verlaufsberichte ein. In einem weiteren Verlaufsbericht vom 6. Juli 2009
gab die Psychiatrische Klinik Wil an, der Gesundheitszustand sei stationär, die
Diagnose unverändert. Sie ging unverändert von einer rezidivierenden Störung,
allerdings gegenwärtig mittelgradige Episode (F33.1), aus. Der Versicherte benötige
weiterhin einen engen, stützenden, strukturierenden Rahmen und konstante Betreuung.
Er sei nach wie vor zu 100 % arbeitsunfähig (act. G 13.1/153). Nachdem der RAD
zunächst von einer Verschlechterung ausgegangen war (act. G 13.1/145), die Situation
aber weiterhin als labil erachtete (act. G 13.1/154) und weitere Abklärungen bei den
behandelnden Stellen nicht die gewünschte Klarheit gebracht hatten (act. G 13.1/166),
ordnete die IV-Stelle eine polydisziplinäre Verlaufsbegutachtung an.
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A.d Diese erfolgte wiederum im ZMB. Die Experten diagnostizierten in ihrem
Gutachten vom 20. April 2010 (mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit) eine mittelgradige
depressive Episode, ein Alkoholabhängigkeitssyndrom mit andauerndem
Substanzgebrauch, eine kombinierte Persönlichkeitsstörung, ein chronisches
lumbovertebrales Schmerzsyndrom bei degenerativen Veränderungen der LWS sowie
ein Impingementsyndrom beider Schultergelenke. Die angestammte Tätigkeit als Maler
und Gipser könne der Versicherte unverändert nicht mehr ausüben. Ebenso sahen die
Gutachter die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit unverändert durch die
psychiatrischen Befunde um 30 % eingeschränkt. Die Gutachter wiesen darauf hin,
dass auf Grund der inkonsistenten Angaben des Versicherten und der verweigerten
Blutentnahme das Ausmass des Alkoholkonsums schwierig abschätzbar sei (act.
G 13.1/172.27 ff.). Der RAD ging von einem nicht signifikant veränderten
Gesundheitszustand aus, worauf die IV-Stelle das Revisionsgesuch mit Verfügung vom
13. Dezember 2010 abwies (act. G 13.1/173.2 und 183).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 18. Januar
2011 samt Ergänzung vom 11. März 2011 mit dem Antrag auf Aufhebung der
angefochtenen Verfügung. Dem Beschwerdeführer sei eine volle (gemeint: ganze)
Rente, eventualiter eine Dreiviertelsrente zuzusprechen. Zudem sei ihm die
unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen. Zur Begründung wird im Wesentlichen
vorgebracht, dass betreffend die psychische Krankheit in den Akten widersprüchliche
Ansichten beständen. So werde im Gutachten vom 5. Januar 2007 ausgeführt, der
übermässige Alkoholkonsum sei ein untauglicher Selbstheilungsversuch, der als
sekundärer Ausdruck einer erheblich gestörten neurotischen Persönlichkeit betrachtet
werden müsse. Demgegenüber werde im Gutachten vom 20. April 2010 erwähnt, dass
dem Beschwerdeführer berufliche Massnahmen zuzumuten seien, wenn zuvor ein
Alkoholentzug durchgeführt werde. Hier bestehe ein Widerspruch, wäre doch ein
Entzug für eine bessere berufliche Eingliederung kaum erfolgreich, wenn ein allfälliger
Alkoholkonsum eine Sekundärproblematik darstellte. Das Verhalten des
Beschwerdeführers sei als iv-relevante psychische Krankheit zu betrachten und nicht
als soziale Auffälligkeit. Ausserdem wird geltend gemacht, dass auf die wirtschaftlichen
Gegebenheiten zu wenig Rücksicht genommen worden sei. Auf Grund der erschwerten
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Vermittelbarkeit sei schliesslich ein leidensbedingter Abzug vorzunehmen (act. G 1 und
9). Der Beschwerdeergänzung beigelegt wurde eine kritische Stellungnahme zum
Verlaufsgutachten ZMB von Dr. med. D._, Oberarzt an der Psychiatrischen Klinik Wil,
vom 4. März 2011 (act. G 9.2). Bereits am 7. März 2011 hatte der Hausarzt dem
Versicherungsgericht eine ärztliche Bestätigung über die Arbeitsunfähigkeit des
Beschwerdeführers zukommen lassen (act. G 8).
B.b In der Folge nahm die IV-Stelle beim ZMB ergänzende Abklärungen vor und liess
sich am 24. Juni 2011 vernehmen. Sie beantragte Abweisung der Beschwerde. Auf das
Gutachten vom 20. April 2010 sei vollumfänglich abzustellen. Die von der
Psychiatrischen Klinik Wil (Dr. D._) angebrachten Bemerkungen seien thematisiert
und widerlegt worden. Mithin seien keine anspruchsändernden Tatsachen eingetreten
(act. G 13).
B.c Mit Schreiben der zuständigen Abteilungspräsidentin vom 27. Juni 2011 wurde die
unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten) bewilligt (act. G 15).

Erwägungen:
1.
1.1 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente besteht gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG (in der
ab 1. Januar 2008 gültigen Fassung), wenn die versicherte Person mindestens zu 70%,
derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60 % invalid ist. Liegt ein
Invaliditätsgrad von mindestens 50 % vor, wird eine halbe Rente und bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 40 % eine Viertelsrente zugesprochen.
1.2 Um den Grad der Arbeitsunfähigkeit, der Erwerbsunfähigkeit und der Invalidität
bemessen zu können, sind Verwaltung und Gericht auf Unterlagen angewiesen, die
ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben.
Aufgabe der ärztlichen Sachverständigen ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen
und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten
die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen).
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Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden
ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
1.3 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer rentenbeziehenden Person erheblich, so wird
die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht,
herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt
jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Zeitlicher
Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte
(der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, die auf einer materiellen
Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung,
Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht; vorbehalten
bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 133 V
108 E. 5.4). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen
eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die
Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinn von Art. 17
Abs. 1 ATSG dar (Urteil des Bundesgerichts vom 3. November 2008, 9C_562/2008,
E. 2.1).
2.
2.1 Vorliegend gelangten die Gutachter des ZMB zum Schluss, beim
Beschwerdeführer liege eine mittelgradige depressive Episode, ein
Alkoholabhängigkeitssyndrom mit andauerndem Substanzgebrauch, eine kombinierte
Persönlichkeitsstörung, ein chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom bei
degenerativen Veränderung der LWS sowie ein Impingementsyndrom beider
Schultergelenke vor. Die Frage, ob sich der Gesundheitszustand seit der letzten
Begutachtung vom September 2006 relevant verändert habe, bejahten die Gutachter
zwar, führten dies aber im Wesentlichen auf das neu diagnostizierte
Impingementsyndrom und den Diabetes zurück, während sie den psychischen
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Gesundheitszustand als im Wesentlichen unverändert einstuften. Hingegen sei in
diagnostischer Hinsicht aktuell eher von einer mittelgradigen depressiven Episode als
von einer Angst und Depression gemischt auszugehen (act. G 13.1/172.28 ff).
Insgesamt verneinten die Gutachter eine massgebliche Verschlechterung des
Gesundheitszustands und gingen dementsprechend - wie bei der Vorbegutachtung - in
einer körperlich adaptierten Tätigkeit von einer Einschränkung aus psychischen
Gründen um 30 % aus (act. G 13.1/172.31). Zum Verlauf der Arbeitsfähigkeit seit der
letzten Begutachtung im September 2006 könne aufgrund der unpräzisen und
inkonsistenten Angaben des Beschwerdeführers nicht definitiv Stellung genommen
werden (act. G 13.1/172.32).
2.2 Demgegenüber gehen die behandelnden Ärzte von einer erheblichen
Verschlechterung des Gesundheitszustandes ab April 2008 aus. Der den
Beschwerdeführer ab 29. April 2008 behandelnde Psychotherapeut verwies auf einen
gescheiterten Arbeitsversuch und ging von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit aus
wegen einer schweren depressiven Episode im Rahmen einer rezidivierenden
depressiven Störung (act. G 13.1/138). Dieser Beurteilung schloss sich die
psychiatrische Klinik Wil im Verlaufsbericht vom 15. Dezember 2008 im Wesentlichen
an. Sie verwies auf die stationäre Hospitalisation vom 21. Juli bis 17. Oktober 2008 und
die anschliessende teilstationäre Behandlung ab 27. Oktober 2008 in der Tagesklinik
(act. G 13.1/144). Im Bericht vom 6. Juli 2009 führte Dr. D._ aus, der
Beschwerdeführer leide an einer mittelschweren bis schweren depressiven Erkrankung
mit mehr oder weniger deutlich ausgeprägter Suizidalität. Aufgrund der Schwere der
Erkrankung sei der Beschwerdeführer aktuell nicht in der Lage, eine andere als die
momentan bestehende Tätigkeit in einem geschützten, klinikinternen Atelier auszuüben
(act. G 13.1/153). Am 1. September 2009 erfolgte eine notfallmässige Verlegung in das
Spital Wil wegen einer diabetischen Entgleisung (act. G 13.1/159 und 165.1). Von dort
konnte er am 14. September 2009 wieder entlassen werden, wobei im Bericht
zuhanden der Psychiatrischen Klinik angemerkt war, der Beschwerdeführer weise keine
Symptome einer Depression mehr auf (act. G 13.1/165.4). Ob und wieweit der
Beschwerdeführer anschliessend weiterhin in der Tagesklinik betreut wurde bzw.
werden musste, lässt sich den Akten nicht entnehmen. Der Beschwerdeführer selber
erklärte am 20. Oktober 2010, er sei weiterhin in der Tagesklinik betreut (act. G
13.1/182).
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2.3 Im Beschwerdeverfahren äusserte sich Dr. D._ in einer ausführlichen
Stellungnahme vom 4. März 2011 zum Gutachten (act. G 9.2). Er hält daran fest, dass
es zu einer signifikanten Verschlechterung gekommen sei. Die Interpretation der
Befunde im Gutachten seien nicht schlüssig; auch sei im Gutachten selber von einer im
Vergleich zur Erstbegutachtung schwerwiegenderen Diagnose ausgegangen worden.
Ferner könne von einer Diagnose nicht auf die Arbeitsfähigkeit geschlossen werden,
wie das die Gutachter mit Bezug auf seine Diagnose einer mittelgradigen Episode
machen würden. Unzulässig sei es auch, aus den im Kreativatelier und in der
Bewältigung des Alltags gezeigten Ressourcen auf eine 70%ige Arbeitsfähigkeit zu
schliessen.
2.4 Auf Rückfrage der Beschwerdegegnerin nahmen die Gutachter am 23. Mai 2011
nochmals Stellung (act. G 13.1/200). Die Angaben des Beschwerdeführers zum
Alkoholkonsum seien inkonsistent und widersprüchlich; dennoch dürfe davon
ausgegangen werden, dass der Alkoholkonsum keinen bedeutenden Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit mehr habe. Die Befunde sprächen im Weiteren für einen
mittelschweren, nicht aber schweren Grad der Depression, seien doch weder ein
Interessenverlust noch eine Freudlosigkeit zu erkennen. Unter Berücksichtigung der
Aktivitäten des Beschwerdeführers in der Klinik und zu Hause würden sie an der
Einschätzung einer 30%igen Arbeitsunfähigkeit "in einer alternativen Tätigkeit"
festhalten (act. G 13.1/203).
2.5 Damit liegt eine erhebliche Diskrepanz in der Beurteilung der Auswirkungen der
psychischen Beeinträchtigung vor, während bei der Diagnose offenbar keine
entscheidenden Differenzen bestehen (vgl. act. G 9.2). Unbestrittenermassen verläuft
die psychische Erkrankung wellenförmig (act. G 13.1/172/31). Dabei wechseln sich
gemäss behandelndem Facharzt mittelgradige und schwergradige Episoden ab,
während die Gutachter keine schwergradigen Episoden für gegeben erachten (act. G
13.1/200.4f.). Die im Vergleich zum Erstgutachten unverändert übernommene
psychiatrische Beurteilung erscheint vor dem Hintergrund des dokumentierten Verlaufs
(vgl. oben E. 2.2) zweifelhaft, zumal sich die Gutachter zu den von Dr. D._ erhobenen
Einwänden nicht explizit äusserten. So gingen sie nicht auf dessen Behauptung ein,
wonach die neue Diagnose einer mittelschweren Depression im Verlaufsgutachten eine
schwerwiegendere Diagnose darstelle als die im Erstgutachten diagnostizierte Angst
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und Depression gemischt (vgl. act. G 13.1/200.4f.). Zudem nehmen die Gutachter auch
keine Stellung zur Kritik Dr. D._s, es könne nicht auf Grund der vorhandenen
Ressourcen des Beschwerdeführers im Kreativatelier und in der Alltagsbewältigung auf
eine weitgehende Arbeitsfähigkeit geschlossen werden. Vor allem erweist sich das
Verlaufsgutachten insoweit als lückenhaft, als es keine erschöpfende Antwort bezüglich
des Verlaufs des Gesundheitszustandes gibt. Weshalb die Gutachter den
Gesundheitsverlauf allein anhand der Angaben des Beschwerdeführers als nicht
konklusiv beurteilen (act. G 13.1/172.32), ohne in dieser für die Gutachter offenbar
unklaren Situation bei den behandelnden Ärzten nachzufragen, erscheint nicht
nachvollziehbar. Sodann findet keine Auseinandersetzung mit anderslautenden
Meinungen statt. Jedenfalls stellt der knappe Hinweis auf die Beurteilung der
Psychiatrischen Klinik Wil "von Juli 2009", wonach eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
wegen der diagnostizierten mittelgradigen Episode nicht nachvollziehbar sei, keine
Auseinandersetzung dar. Mit diesem Hinweis übergehen die Gutachter die inhaltlich
anderslautende Beurteilung durch den Facharzt, ohne sich mit ihr auseinanderzusetzen
(act. G 13.1/172.31). Es fehlt denn auch die Würdigung der Fakten, wonach der
Beschwerdeführer vom 21. Juli bis 17. Oktober 2008 in der Psychiatrischen Klinik Wil
hospitalisiert war und anschliessend in der Tagesklinik weiter betreut wurde, und zwar
auch noch im Juli 2009. Wenn die Gutachter eine (vorübergehende) Verschlechterung
lediglich wegen der diabetischen Entgleisung in der Zeit von Juli bis September 2009
als nachgewiesen erachten, erscheint dies wenig plausibel. Zumindest fehlt es an einer
Begründung, weshalb die stationäre und die nachfolgende teilstationäre Behandlung
gewissermassen in diesem Umfang überflüssig gewesen wäre und der
Beschwerdeführer stattdessen praktisch durchgehend seit der letzten Begutachtung im
September 2006 ohne weiteres einer Erwerbstätigkeit im Rahmen von 70% hätte
nachgehen können. Die Möglichkeit, dass der Beschwerdeführer seit der letzten
Begutachtung zumindest bis zur Verlaufsbegutachtung im Februar 2010 aus
psychiatrischer Sicht für eine längere Zeit in höherem Mass arbeitsunfähig gewesen sei
(wovon ursprünglich auch der RAD ausgegangen war, vgl. act. G 13.3/145.2f.), wurde
von den Gutachtern offenbar nicht in Betracht gezogen.
2.6 Zusammenfassend vermag das Gutachten in psychiatrischer Hinsicht nicht zu
überzeugen. Nachdem vorliegend namentlich der seit der letzten Beurteilung
eingetretene Verlauf unberücksichtigt geblieben ist, erscheint die Rückweisung an die
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Beschwerdegegnerin zur weiteren Abklärung an eine bislang nicht involvierte
Gutachterperson angemessen, sodass bei gleicher Gelegenheit zusätzlich der seit
Verfügungserlass vom 13. Dezember 2010 eingetretene Sachverhalt in die ergänzende
Begutachtung mit einbezogen werden kann.
3.
3.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen und die Sache zur
ergänzenden Abklärung im Sinn der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen.
3.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Beim
vorliegenden Verfahrensausgang ist die Gerichtsgebühr rechtsprechungsgemäss der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht