Decision ID: 0d50bab7-b20a-470d-9f4d-0dfe84b960e4
Year: 2021
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_002
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

I. Sachverhalt:
1. A._, Jahrgang 1961, war zuletzt als Hebamme tätig. Am 2. Juli 2020
meldete sie einen Anspruch auf Arbeitslosenversicherungstaggeld im
Umfang von 40 % ab dem 1. September 2020 an.
2. Davor war A._ für die Spitex B._ in C._ tätig gewesen.
Dieses Arbeitsverhältnis löste die Arbeitgeberin mit Schreiben vom
29. Mai 2020 per 30. Juni 2020 auf. Vom 29. Juni 2020 bis zum 10. August
2020 war A._ zu 100 % arbeitsunfähig.
3. Am 8. September 2020 wurde A._ vom Amt für Industrie, Gewerbe
und Arbeit Graubünden (nachfolgend KIGA) zur schriftlichen
Stellungnahme aufgefordert, da sie vor Beginn der Arbeitslosigkeit nur
gerade eine persönliche Arbeitsbemühung vorgenommen habe.
4. In der Stellungnahme vom 13. September 2020 verwies A._ auf die
bereits erwähnte Arbeitsunfähigkeit. Weiter verwies sie auf die in der
Aufforderung zur Stellungnahme ebenfalls bereits erwähnte Bewerbung
beim Kantonsspital E._. Schliesslich hielt sie ausführlich fest,
inwiefern sie sich intensiv darum bemüht habe, weiter für die Spitex
B._ tätig sein zu können.
5. Mit Verfügung vom 22. September 2020 stellte das KIGA den Anspruch
von A._ auf Arbeitslosenentschädigung für die Dauer von acht Tagen
ein. Das KIGA führte dazu begründend aus, dass A._ im relevanten
Zeitraum vor Beginn ihrer Arbeitslosigkeit nur gerade eine persönliche
Arbeitsbemühung vorgewiesen habe. Bei der Festlegung der Anzahl
Einstelltage sei berücksichtigt worden, dass A._ in der Zeit vom
26. September 2020 (recte: 29. Juni 2020) bis 10. August 2020 zu 100 %
arbeitsunfähig gewesen sei.
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6. Gegen diese Verfügung erhob A._ mit Schreiben vom 24. September
2020 Einsprache beim KIGA. Begründend führte sie sinngemäss aus,
dass ihre sehr grossen Bemühungen, an ihre ursprüngliche Stelle
zurückkehren zu dürfen, zu akzeptieren seien, und dass es in ihrem
Stammgebiet als Hebamme sehr wenige Stellen gebe und sie dennoch
pro Monat 10 Bewerbungen in einem Gebiet absetzen müsse, in dem sie
durch den Rechtsdienst des Gesundheitsamts nicht akzeptiert werde.
7. Mit Einspracheentscheid vom 13. Oktober 2020 lehnte das KIGA die
Einsprache ab.
8. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A._ (nachfolgend
Beschwerdeführerin) am 30. Oktober 2020 (Posteingang beim KIGA am
4. November 2020; Weiterleitung zuständigkeitshalber an das
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden am 10. November 2020)
Beschwerde und beantragte sinngemäss die Aufhebung der acht
Einstelltage in der Anspruchsberechtigung. Begründend brachte die
Beschwerdeführerin im Wesentlichen vor, dass die Kündigung
ausgesprochen worden sei, weil für das Gesundheitsamt des Kantons
F._ der Kompetenznachweis für eine weitere Tätigkeit bei der
Spitex B._ für sie als Hebamme nicht gegeben sei, so dass der Spitex
B._ nichts anderes übriggeblieben sei, als ihr zu kündigen. Da ihr in
Aussicht gestellt worden sei, dass eine Wiedereinstellung jederzeit
erfolgen würde, falls der Kompetenznachweis akzeptiert würde, und ihr die
Stelle sehr gefallen habe, habe sie alle Hebel in Bewegung gesetzt, den
Kompetenznachweis erbringen zu können. Nach aufwändigem Schrift-
und Telefonverkehr habe dieses Unterfangen Ende September 2020
aufgegeben werden müssen.
9. Mit Beschwerdeantwort vom 2. Dezember 2020 hielt das KIGA
(nachfolgend Beschwerdegegner) an seinem Einspracheentscheid vom
13. Oktober 2020 fest und beantragte die Beschwerdeabweisung.
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Begründend führte er sinngemäss aus, dass, selbst wenn die von der
Beschwerdeführerin geschilderten Bemühungen, am bisherigen
Arbeitsplatz verbleiben zu können, berücksichtigt würden, sich das
Ergebnis nicht ändern würde. Danach hätte sie in der Zeit von Juni bis und
mit August 2020 lediglich zwei Arbeitsbemühungen getätigt.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften sowie
auf die eingereichten Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den
nachstehenden Erwägungen eingegangen.

II. Die Einzelrichterin zieht in Erwägung:
1.1. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet der
Einspracheentscheid des Beschwerdegegners vom 13. Oktober 2020,
womit er die Einsprache der Beschwerdeführerin gegen die Verfügung
vom 22. September 2020 abwies und die Einstellung der
Anspruchsberechtigung der Beschwerdeführerin auf
Arbeitslosenentschädigung für die Dauer von acht Tagen bestätigte.
Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG;
SR 837.0) i.V.m. Art. 2 sowie Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann gegen
Einspracheentscheide aus dem Bereich der Arbeitslosenversicherung
Beschwerde beim kantonalen Versicherungsgericht erhoben werden.
Nach Art. 100 Abs. 3 AVIG i.V.m. Art. 128 Abs. 2 der Verordnung über die
obligatorische Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung
(AVIV; SR 837.02) ist für die Beurteilung von Beschwerden gegen
Verfügungen (Einspracheentscheide) einer kantonalen Amtsstelle das
Verwaltungsgericht desselben Kantons örtlich zuständig. Der
angefochtene Einspracheentscheid wurde vom Beschwerdegegner als
kantonale Amtsstelle im Sinne von Art. 85 AVIG erlassen, sodass die
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örtliche Zuständigkeit des angerufenen Gerichts gegeben ist. Die
sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons
Graubünden ergibt sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des
kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG;
BR 370.100).
1.2. Als Adressatin des angefochtenen Einspracheentscheids ist die
Beschwerdeführerin berührt und weist ein schutzwürdiges Interesse an
dessen Aufhebung oder Änderung auf, weshalb sie zur
Beschwerdeerhebung legitimiert ist (Art. 59 ATSG). Auf die im Übrigen
frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 60 und Art. 61 lit. b
ATSG) ist demnach einzutreten.
2. Das Verwaltungsgericht entscheidet in einzelrichterlicher Kompetenz,
wenn der Streitwert CHF 5'000.-- nicht überschreitet (Art. 43 Abs. 3 lit. a
VRG) und keine Fünferbesetzung (Art. 43 Abs. 2 VRG) vorgeschrieben ist.
Ausgangspunkt für die Bemessung des Streitwerts ist vorliegend der
versicherte Verdienst der Beschwerdeführerin von CHF 2'708.-- aufgrund
des aus dem Hauptverdienst erzielten Einkommens bei der Spitex
B._ (vgl. beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 1-5; Art. 23 AVIG).
Dieser Verdienst wird zum Taggeldsatz von 80 % (Art. 22 Abs. 1 AVIG)
entschädigt. Die Beschwerdeführerin hat demzufolge Anspruch auf ein
Taggeld von CHF 99.80 (ermittelt aus: CHF 2'708.-- x 0.8 : 21.7 Tage
[Art. 40a AVIV]). Aus der vom Beschwerdegegner verfügten, hier
angefochtenen Einstellungsdauer von acht Tagen in der
Anspruchsberechtigung ergibt sich ein Streitwert von insgesamt CHF
798.40 (8 Tage x CHF 99.80). Da der Streitwert somit unter CHF 5'000.--
liegt und die Streitsache nicht in Fünferbesetzung entschieden werden
muss, ist die Zuständigkeit der Einzelrichterin gegeben.
3. Im Folgenden streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdegegner im
angefochtenen Einspracheentscheid vom 13. Oktober 2020 zu Recht die
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Einsprache der Beschwerdeführerin gegen die Einstellung in der
Anspruchsberechtigung auf Arbeitslosenentschädigung für die Dauer von
acht Tagen abgewiesen hat.
4.1. Gemäss Art. 17 Abs. 1 AVIG hat die versicherte Person alles Zumutbare
zu unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen
(Satz 1). Insbesondere ist sie verpflichtet, Arbeit zu suchen, nötigenfalls
auch ausserhalb ihres bisherigen Berufes (Satz 2). Sie muss ihre
Bemühungen nachweisen können (Satz 3 sowie Art. 26 AVIV). Aus der
Pflicht, den Eintritt der Arbeitslosigkeit zu verhindern, fliesst die Last für
die versicherte Person, sich bereits vom Zeitpunkt der Kündigung des
früheren Arbeitsverhältnisses an und damit vor Eintritt der Arbeitslosigkeit
intensiv um eine neue Arbeit zu bemühen. Die versicherte Person hat sich
dementsprechend während einer Kündigungsfrist, aber auch generell
während der Zeit vor der Anmeldung, unaufgefordert um Stellen zu
bemühen. Sie kann sich insbesondere nicht damit exkulpieren, nicht
gewusst zu haben, dass sie schon vor der Anmeldung zum
Leistungsbezug zur ernsthaften Arbeitssuche verpflichtet war und nicht
darauf aufmerksam gemacht worden sei (BGE 139 V 524 E.2.1.2 m.w.H.;
Urteil des Bundesgerichts 8C_209/2018 vom 14. November 2018 E.3.2).
Ausschlaggebend für den Zeitraum, den es für die Prüfung der
Arbeitsbemühungen zu berücksichtigen gilt, ist der Zeitpunkt, ab dem die
Person Kenntnis davon hat, dass sie objektiv von Arbeitslosigkeit bedroht
ist. Bei der Anmeldung hat die arbeitslos gewordene Person den Nachweis
ihrer Bemühungen um Arbeit vorzulegen (Art. 20 Abs. 1 lit. d AVIV).
Spätestens zu diesem Zeitpunkt wird sie sämtliche während der
Kündigungsfrist getätigten Stellenbewerbungen einzureichen haben (BGE
139 V 524 E.2.1.2; AVIG-Praxis ALE [Arbeitslosenentschädigung] B314).
Wenn sich die versicherte Person persönlich nicht genügend um
zumutbare Arbeit bemüht, so ist sie gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG in
der Anspruchsberechtigung einzustellen. Bei den Art. 17 Abs. 1 und
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Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG handelt es sich um eine gesetzliche
Umschreibung der im Sozialversicherungsrecht geltenden
Schadensminderungspflicht. Kern der Pflicht, alles Zumutbare zu
unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen, sind
die persönlichen Arbeitsbemühungen der versicherten Person selbst.
Diese Eigeninitiative der versicherten Person hat sich, wenn nötig (z.B. bei
geringem Stellenangebot im eigenen, angestammten Berufsbereich),
auch auf ausserberufliche Arbeitsgelegenheiten zu erstrecken
(GERHARDS, Kommentar zum Arbeitslosenversicherungsgesetz [AVIG],
Bern 1987, Bd. I [Art. 1-58], Rz. 12 f. zu Art. 17; BGE 139 V 524 E.2.1.3).
4.2. Lehre und Rechtsprechung haben sowohl quantitative wie auch qualitative
Kriterien entwickelt, die im Einzelfall die Beurteilung, ob jemand genügend
persönliche Arbeitsbemühungen nachweisen kann, erleichtern. So
schützte das Bundesgericht die Praxis, wonach in der Regel
durchschnittlich zehn bis zwölf Bewerbungen im Monat als genügend
erachtet werden (vgl. dazu BGE 139 V 524 E.2.1.4; Urteil des
Bundesgerichts 8C_209/2018 vom 14. November 2018 E.3.3; KUPFER
BUCHER, in: Stauffer/Cardinaux [Hrsg.], Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum AVIG, 5. Aufl., Zürich 2019, S. 132). Das
Bundesgericht betonte aber auch, dass eine allgemein gültige Aussage
über die erforderliche Mindestzahl an Bewerbungen nicht möglich sei (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_583/2009 vom 22. Dezember 2009 E.5.1).
Insofern handelt es sich bei den genannten Zahlen um Richtwerte, die für
den Regelfall gelten. Zu berücksichtigen sind sodann stets die jeweiligen
konkreten – objektiven wie subjektiven – Umstände und Möglichkeiten,
worunter etwa das Alter, die Schul- und Berufsausbildung, die
Berufserfahrung der versicherten Person, allfällige Sprachschwierigkeiten
und auch die Arbeitsmarktlage fallen (vgl. Urteile des Bundesgerichts
8C_583/2009 vom 22. Dezember 2009 E.5.1 und C 258/06 vom
6. Februar 2007 E.2.2; NUSSBAUMER, Arbeitslosenversicherung, in:
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Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Band XIV, Soziale
Sicherheit, 3. Aufl., Basel 2016, Rz. 845). Bei der Beurteilung der Frage,
ob die Arbeitsbemühungen qualitativ und quantitativ genügend sind, steht
der zuständigen Amtsstelle ein gewisser Ermessensspielraum zu. Es sind
die gesamten Umstände des Einzelfalls heranzuziehen (AVIG-Praxis
ALE B316).
4.3. Mit dem schriftlichen Nachweis der getätigten Arbeitsbemühungen soll die
Verwaltung in die Lage versetzt werden, Quantität und Qualität der
Anstrengungen zur Überwindung der Arbeitslosigkeit umfassend
abzuklären und zu würdigen (vgl. BGE 120 V 74 E.3c). Die
nachgewiesenen Arbeitsbemühungen müssen überprüfbar sein (AVIG-
Praxis ALE B321). Je nach Umständen des Einzelfalls können
Arbeitsbemühungen, die auf dem Nachweisblatt mit Aufdruck des
Stempels der kontaktierten Firma nachgewiesen werden, grundsätzlich
genügen. Sämtliche Bewerbungen sollten aber dokumentiert sein (vgl.
zum Ganzen Urteil des Verwaltungsgerichts [VGU] S 16 48 vom 17. Mai
2016 E.3).
4.4. Vorliegend ist unbestritten, dass die Kündigung durch die Spitex B._
am 29. Mai 2020 ausgesprochen wurde. Von diesem Zeitpunkt an hatte
die Beschwerdeführerin die Pflicht, eine neue Stelle zu suchen, da sie seit
der Kündigung Kenntnis davon hatte, objektiv von Arbeitslosigkeit bedroht
zu sein. Die Beschwerdeführerin hat für den dreimonatigen Zeitraum von
Juni bis und mit August 2020 auf den dafür vorgesehenen Formularen
ausgewiesenermassen eine Arbeitsbemühung beim Kantonsspital
E._ als Pflegefachfrau/Hebamme angegeben (Bg-act. 12). Sie
führt aus, dass auch ihre Bemühungen zu würdigen seien, welche sie
unternommen habe, um am bisherigen Arbeitsplatz verbleiben zu können.
So sei ihr einzig gekündigt worden, weil ihr als Hebamme gemäss dem
kantonalen Gesundheitsamt der entsprechende Kompetenznachweis
fehle, um in der Spitex arbeiten zu dürfen. Es sei ihr von der damaligen
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Arbeitgeberin in Aussicht gestellt worden, dass eine Wiedereinstellung
jederzeit erfolgen würde, falls das Gesundheitsamt den
Kompetenznachweis bei ihrer Ausbildung als Hebamme akzeptieren
würde. Die Beschwerdeführerin habe sich deshalb darum bemüht, den
Kompetenznachweis zu erbringen, dazu gebe es unzähligen
Schriftverkehr und Telefongespräche. Sie habe diesem Unterfangen Ende
September 2020 ein Ende gesetzt, da es nicht gelang, dafür eindeutige
Papiere zu beschaffen.
4.5. Der Beschwerdegegner bringt vor, dass solche Bemühungen nach
ausgesprochener Kündigung in der Regel aussichtslos seien, weshalb die
Bemühungen der Beschwerdeführerin auch nicht gewertet werden
könnten. Und selbst wenn diese Bemühungen noch gewertet werden
könnten, würden sie bestenfalls als eine Arbeitsbemühung gewertet,
woraus sich kein wesentlich besseres Gesamtbild ergäbe mit ein, allenfalls
zwei Arbeitsbemühungen.
4.6. Die Telefonate zur Erlangung des fehlenden Kompetenznachweises sind
nach eigener Angabe der Beschwerdeführerin nicht nachweisbar
(Bg-act. 11) und damit auch nicht dokumentiert bzw. überprüfbar. Auch
der angebliche Schriftverkehr mit dem Gesundheitsamt des Kantons
F._ (vgl. Bg-act. 9) ist nicht belegt. Selbst wenn dieser aber
tatsächlich erfolgt sein sollte im Bestreben der Beschwerdeführerin, an
den bisherigen Arbeitsplatz zurückzukehren, so wäre dieses Unterfangen
allenfalls als eine Arbeitsbemühung zu werten. Die Beschwerdeführerin
hätte hiernach zwei Arbeitsbemühungen im Kontrollzeitraum Juni bis und
mit August 2020 vorgenommen. Dies reicht in quantitativer Hinsicht mit
Blick auf die durchschnittlich pro Monat geforderten zehn bis zwölf
Stellenbewerbungen nicht aus (vgl. vorne Erwägung 4.2.).
Zu berücksichtigen ist, dass die Beschwerdeführerin vom 29. Juni bis am
10. August 2020 aufgrund eines Unfalls arbeitsunfähig war (Bg-act. 7).
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Das von der Beschwerdeführerin eingereichte ärztliche Zeugnis von
Dr. D._, Assistenzarzt im Departement Chirurgie am Kantonsspital
Graubünden, Abteilung für Handchirurgie, vom 29. Juni 2020 attestiert der
Beschwerdeführerin eine Arbeitsunfähigkeit zu 100%. Während
krankheits- oder unfallbedingter Arbeitsunfähigkeit ist auf den Nachweis
von Arbeitsbemühungen zu verzichten (AVIG-Praxis ALE B320).
Anderweitige objektive wie subjektive Umstände, die die Stellensuche
erschwert hätten, macht die Beschwerdeführerin nicht geltend und sind
nicht erkennbar. Auch wenn die Beschwerdeführerin zwischen 29. Juni
und 10. August 2020 keine Arbeitsbemühungen nachweisen musste, ist
das für das vorliegende Ergebnis nicht wesentlich: Die
Beschwerdeführerin war nach der Kündigung am 29. Mai 2020 bis am 28.
Juni 2020 und dann wiederum ab dem 11. August 2020 zur Arbeitssuche
als Hebamme bzw. auch ausserhalb dieses Berufes verpflichtet, so dass
sie sich mit den ein, allenfalls zwei Arbeitsbemühungen bis Ende August
2020 in quantitativer Hinsicht nicht genügend um zumutbare Arbeit
bemüht hat.
5. Zusammenfassend ergibt sich, dass in Würdigung aller Umstände die
Beschwerdeführerin sich nicht genügend um zumutbare Arbeit bemüht hat
und die Einstellung in der Anspruchsberechtigung zu Recht erfolgt ist.
6.1. Zu prüfen bleibt, ob die Einstellungsdauer von acht Tagen angemessen
ist.
6.2. Gemäss Art. 30 Abs. 3 AVIG bemisst sich die Dauer der Einstellung nach
dem Grad des Verschuldens und beträgt je nach Einstellungsgrund 1 bis
15 Tage bei leichtem, 16 bis 30 Tage bei mittelschwerem und 31 bis
60 Tage bei schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 3 AVIV). Der in den
Verwaltungsweisungen des SECO als Richtlinie enthaltene Einstellraster
sieht für fehlende Arbeitsbemühungen während einer einmonatigen
Kündigungsfrist vier bis sechs Einstelltage, bei erstmals ungenügenden
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Arbeitsbemühungen während einer Kontrolle eine Anzahl von drei bis vier
Einstelltagen und bei zweitmals ungenügenden Arbeitsbemühungen fünf
bis neun Einstelltage vor. Die im Raster vorgesehenen Faktoren können
kombiniert werden (zum Ganzen Einstellraster KAST/RAV, AVIG-Praxis
ALE, D78 f.). Das Verhalten der versicherten Person ist unter
Berücksichtigung aller wesentlichen Umstände des Einzelfalles zu
würdigen und eine dem Verschulden angemessene Sanktion festzusetzen
(vgl. dazu BGE 130 V 125 E.3.5; Urteil des Bundesgerichts 8C_690/2018
und 8C_738/2018 vom 20. Februar 2019 E.5.4 m.w.H.). Da es sich dabei
um eine typische Ermessensfrage handelt, bei welcher der Verwaltung ein
grosser Ermessensspielraum zusteht, ist dem Verwaltungsgericht bei der
Beurteilung der Einstellungsdauer Zurückhaltung geboten. Es darf sein
Ermessen nicht ohne triftige Gründe an die Stelle desjenigen der
Verwaltung setzen, sondern muss sich bei der Korrektur auf
Gegebenheiten abstützen können, welche eine abweichende
Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 123 V
150 E.2; Urteil des Bundesgerichts 8C_302/2019 vom 22. August 2019
E.3.3.1).
6.3. Vorliegend hat der Beschwerdegegner auf eine Einstellung von acht
Tagen erkannt. Die Einstellung liegt damit im mittleren Rahmen des
leichten Verschuldens. Mit der gewählten Einstelldauer hat der
Beschwerdegegner den Ermessensspielraum des Einstellrasters des
SECO nicht überschritten. So hätte sich die Beschwerdeführerin bereits
während der Kündigungsfrist im Juni 2020 als auch ab 11. August 2020
um Stellen zu bemühen gehabt, um ihrer Schadensminderungspflicht
nachzukommen. Vorliegend hat die Beschwerdeführerin indes in
besagtem Zeitraum selbst unter Berücksichtigung ihrer vorgebrachten
Bemühungen, am bisherigen Arbeitsplatz zu verbleiben, eine, allenfalls
zwei Arbeitsbemühungen vorzuweisen. Die Arbeitsbemühungen sind in
quantitativer Hinsicht klar ungenügend. Das Gericht kann deshalb in der
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Dauer von acht Einstelltagen keine Verletzung des Ermessensspielraums
des Beschwerdegegners erkennen. Der Beschwerdegegner hat die
Tatsache, dass die Beschwerdeführerin in der Zeit vom 29. Juni 2020 bis
zum 10. August 2020 zu 100 % arbeitsunfähig war, bereits
sanktionsmindernd berücksichtigt (Bg-act. 10).
7. Der angefochtene Einspracheentscheid vom 13. Oktober 2020 erweist
sich somit als rechtens, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
8. Gemäss aArt. 61 lit. a ATSG (Fassung, die bis 31. Dezember 2020 in Kraft
stand) i.V.m. Art. 82a ATSG (Übergangsbestimmung zur Änderung vom
21. Juni 2019) ist das kantonale Beschwerdeverfahren in
arbeitslosenversicherungsrechtlichen Streitigkeiten – ausser bei
mutwilliger oder leichtsinniger Prozessführung – kostenlos. Vorliegend
sind keine Hinweise ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin mutwillig
oder leichtsinnig an das Verwaltungsgericht gelangt wäre. Es sind ihr
demnach keine Kosten aufzuerlegen. Dem obsiegenden
Beschwerdegegner steht kein Anspruch auf Ersatz der Parteikosten zu
(vgl. Art. 61 lit. g ATSG).