Decision ID: 2c326324-d4c4-4ecc-9bbd-b4e2117469e6
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
B._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Stéphanie Schwarz, Rechtsdienst Integration
Handicap, Bürglistrasse 11, 8002 Zürich,
gegen
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Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Ergänzungsleistung zur IV
Sachverhalt:
A.
B._ füllte am 14. Februar 2007 das Formular 'Anmeldung für Ergänzungsleistungen'
aus. Dabei gab er u.a. an, er lebe seit dem 1. März 2007 tatsächlich getrennt von seiner
Ehefrau. Er verneinte die Frage nach einem von ihm selbst erzielten
Erwerbseinkommen. Für seine Ehefrau gab er ein Erwerbseinkommen von Fr. 41'705.-
an. Dies entsprach dem im Lohnausweis für 2006 angegebenen Nettolohn. Die EL-
Durchführungsstelle ermittelte Gewinnungskosten der Ehefrau von Fr. 8356.-. Für
Februar 2007 nahm die EL-Durchführungsstelle eine gemeinsame
Anspruchsberechnung für den Versicherten und dessen Ehefrau vor. Dabei
berücksichtigte sie das Nettoerwerbseinkommen, von dem sie noch die
Gewinnungskosten abzog, und ein hypothetisches Erwerbseinkommen des
Versicherten selbst von Fr. 12'093.-. Das Total der anrechenbaren Einnahmen betrug
Fr. 96'428.-. Dem standen anerkannte Ausgaben von insgesamt Fr. 81'168.-
gegenüber, so dass ein Einnahmenüberschuss von Fr. 15'260.- resultierte. Die
Anspruchsberechnung ab März 2007 für den Versicherten allein berücksichtigte auf der
Einnahmenseite neben dem hypothetischen Erwerbseinkommen des Versicherten von
Fr. 12'093.- einen Überschuss aus der fiktiven Anspruchsberechnung für die Ehefrau
des Versicherten allein von Fr. 12'959.- als hypothetische eherechtliche
Unterhaltsbeiträge. Das Einnahmentotal überstieg das Ausgabentotal um Fr. 5952.-.
Mit einer Verfügung vom 21. Juni 2007 wies die EL-Durchführungsstelle den Antrag auf
eine Ergänzungsleistung zur Invalidenrente ab.
B.
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Der Versicherte erhob am 9. Juli 2007 Einsprache gegen diese Verfügung. Er machte
geltend, aufgrund seiner gesundheitlichen Beschwerden (erhebliche
Gelenksschmerzen bei Temperaturschwankungen) sei es ihm nicht möglich, ein
Erwerbseinkommen zu erzielen. Zudem habe er in seinem Alter als Ungelernter keine
Chance auf dem Arbeitsmarkt. Er werde nicht von seiner Ehefrau unterstützt, da sie auf
ihr Geld angewiesen sei, um sich nicht selbst zu verschulden. Die EL-
Durchführungsstelle wies die Einsprache am 27. November 2007 ab. Sie begründete
diesen Entscheid damit, dass die Rügen des Versicherten u.a. betreffend die
hypothetische Unterhaltsleistung der Ehefrau nicht stichhaltig seien. Gemäss Art. 14a
Abs. 2 lit. a ELV sei bei einem Invaliditätsgrad ab 60% ein hypothetisches
Erwerbseinkommen von mindestens Fr. 12'093.- anzurechnen. Da der von der IV-Stelle
ermittelte Invaliditätsgrad verbindlich sei, könne der Einwand des Versicherten, aus
gesundheitlichen Gründen bestehe keine Arbeitsfähigkeit, nicht gehört werden. Der
Versicherte sei zum Immobilienverwalter umgeschult worden. Bis September 2004
habe er als Nachtwächter gearbeitet. Deshalb sprächen keine erwerblichen Gründe
gegen eine Erwerbstätigkeit im Rahmen der Restarbeitsfähigkeit. Es sei dem
Versicherten zu Recht ein hypothetisches Erwerbseinkommen von Fr. 12'093.-
angerechnet worden.
C.
Der Versicherte erhob am 11. Januar 2008 Beschwerde gegen diesen
Einspracheentscheid. Er beantragte dessen teilweise Aufhebung, die Ausrichtung einer
Ergänzungsleistung für die Zeit des Getrenntlebens und die Feststellung, dass ihm kein
hypothetisches Erwerbseinkommen anzurechnen sei. Die Sache sei zur Neuverfügung
ab März 2007 an die EL-Durchführungsstelle zurückzuweisen. Zur Begründung führte
er sinngemäss aus, er habe zwar die Ausbildung als Immobilienverwalter absolviert, zur
eigentlichen Prüfung sei er aber nicht zugelassen worden. Er habe keine Stelle im
Bereich der Immobilienverwaltung finden können, worauf er sich um eine andere Stelle
bemüht habe. Schliesslich sei er von 2002 bis 2004 als Nachtwächter tätig gewesen.
Dann sei er arbeitslos geworden. Obwohl er ausgesteuert sei, bemühe er sich weiterhin
um eine Stelle. Dass er trotz intensiver Arbeitsbemühungen keine Stelle gefunden habe
und dass er ausgesteuert worden sei, sei ein deutliches Zeichen dafür, dass er keine
Möglichkeit habe, seine Restarbeitsfähigkeit umzusetzen. Für behinderte und ältere
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Menschen sei es besonders schwierig, eine Anstellung zu finden, zumal wenn sie
schon seit Jahren arbeitslos seien und nicht über einen Berufsabschluss verfügten. Bei
ihm kämen die Vorstrafen und die Persönlichkeitsvariante mit Neigung zu impulsiven
und unbeherrschten Reaktionen hinzu. Deshalb sei es ihm nicht möglich, die
Restarbeitsfähigkeit zu verwerten. Unterdessen lebe er wieder mit seiner Ehefrau
zusammen. Im Hinblick auf den EL-Anspruch bei ungetrennter Ehe bestehe ein
Feststellungsinteresse an der Beantwortung der Frage nach der Anrechnung eines
hypothetischen Erwerbseinkommens. Am 8. Februar 2008 reichte der Versicherte eine
Taggeldabrechnung der Arbeitslosenversicherung für November 2004 nach. Laut
dieser Abrechnung war die Rahmenfrist am 6. Oktober 2006 abgelaufen.
D.
Die EL-Durchführungsstelle beantragte am 19. Februar 2008 die Abweisung der
Beschwerde.

Erwägungen:
1.
Eine rückwirkende abgestufte Rentenzusprache muss in einer einzigen, den gesamten
relevanten Zeitraum beschlagenden Verfügung erfolgen. Es ist nicht zulässig, den
Rentenanspruch für Teilperioden des relevanten Zeitraums getrennt zu verfügen (vgl.
BGE 131 V 164 ff. Erw. 2.3 m.H.). Das muss auch für die rückwirkende abgestufte
Zusprache einer Ergänzungsleistung gelten. Würde die rückwirkende Zusprache
entsprechend der Abstufung auf mehrere "Teilverfügungen" aufgesplittet, könnte die
Würdigung einer die Leistungsabstufung bewirkenden Sachverhaltsveränderung nicht
einer "Teilverfügung" zugeordnet werden, da diese Abstufung immer zwei
"Teilverfügungen" betreffen würde. Wäre dann nur eine dieser beiden
"Teilverfügungen" Gegenstand einer Überprüfung, während die zeitlich anschliessende
"Teilverfügung" formell rechtskräftig wäre, könnte ein unauflösbarer Widerspruch
auftreten. Diese Gefahr besteht auch bei der Abweisung eines Gesuchs um eine
rückwirkende Leistungszusprache. Deshalb darf auch hier nur eine einzige Verfügung
ergehen. Dies schliesst im vorliegenden Fall die Anfechtung des
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Einspracheentscheides nur für den Anspruch ab März 2007 (Anspruchsberechnung für
den Beschwerdeführer allein) aus. Gegenstand des Beschwerdeverfahrens muss
notwendigerweise auch der Einspracheentscheid betreffend einen allfälligen EL-
Anspruch bis Ende Februar 2007 (Anspruchsberechnung für das Ehepaar) bilden.
2.
2.1 Gemäss Art. 3c Abs. 1 lit. g i.V.m. Art. 3c Abs. 1 lit. a ELG (je in der bis 31. Dez.
2007 geltenden Fassung) ist ein Erwerbseinkommen, auf dessen Erzielung verzichtet
wird, als Einnahme anzurechnen. Art. 14a Abs. 2 lit. c ELV ist eine
Ausführungsbestimmung zu dieser gesetzlichen Regelung. Er betrifft Personen, deren
Invaliditätsgrad zwischen 60% und weniger als 70% liegt. Bei diesen Personen wird
vermutet, dass sie ein Erwerbseinkommen erzielen könnten und dass dieses
Erwerbseinkommen mindestens Fr. 12'093.- betragen würde. Diese Vermutung hat zur
Folge, dass nicht nur die materielle Beweislast (d.h. der Nachteil der Beweislosigkeit),
sondern auch die Beweisführungslast der versicherten Person obliegt (vgl. etwa ZAK
1990 S. 144 ff.). Der Untersuchungsgrundsatz ist somit nicht anwendbar, d.h. es liegt
eine Abweichung von Art. 43 Abs. 1 Satz 1 ATSG vor (deren Gesetzmässigkeit im
übrigen fraglich ist). Die versicherte Person hat also jene Beweismittel zu suchen und
der EL-Durchführungsstelle vorzulegen, welche die Unmöglichkeit oder die
Unzumutbarkeit der Ausübung einer Erwerbstätigkeit oder zumindest der Erzielung
eines Erwerbseinkommens in der in Art. 14a Abs. 2 ELV vorgesehenen Höhe belegen.
Die versicherte Person kann dieser Beweisführungsobliegenheit nur ausreichend
nachkommen, wenn sie von der EL-Durchführungsstelle nach der Einreichung des
Leistungsgesuches über diese Obliegenheit und über die Konsequenzen der
Anwendbarkeit der nicht widerlegten Vermutung des Art. 14a Abs. 2 ELV aufgeklärt
wird. Zudem muss der versicherten Person eine ausreichende Frist zur Erfüllung der
Beweisführungsobliegenheit eingeräumt werden, bevor über das Leistungsgesuch
verfügt wird. Nur durch diese besondere Art der Gewährung des rechtlichen Gehörs ist
die versicherte Person korrekt in die Lage versetzt, die Vermutung des Art. 14a Abs. 2
ELV zu widerlegen, d.h. nachzuweisen, dass sie nicht auf die Erzielung eines
Erwerbseinkommens verzichtet (vgl. zu einem vergleichbaren Gehörsanspruch bei der
Anwendung von Art. 24 Abs. 2 BVV 2 BGE 134 V 64 ff. Erw. 4.2.1).
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2.2 Der Beschwerdeführer ist von der Beschwerdegegnerin nicht über seine
Beweisführungslast zur Widerlegung der Vermutung des Art. 14a Abs. 2 lit. c ELV
aufgeklärt worden und die Beschwerdegegnerin hat ihm deshalb auch keine Frist zur
Beweissammlung eingeräumt, bevor sie am 21. Juni 2007 die Abweisung seines
Leistungsgesuches verfügt hat. Sie hat dies im Rahmen des Einspracheverfahrens
nicht nachgeholt. Der Beschwerdeführer hat in seiner Einsprache nur geltend gemacht,
er sei arbeitslos und deshalb objektiv nicht in der Lage, ein Erwerbseinkommen zu
erzielen. Er hat nicht versucht, dies weiter zu belegen. Die Tatsache allein, dass der
Beschwerdeführer arbeitslos ist, vermag die Vermutung des Art. 14a Abs. 2 lit. c ELV
nicht zu widerlegen. Dazu hätte der Beschwerdeführer noch zusätzlich nachweisen
müssen, dass er seine Arbeitslosigkeit selbst dann nicht hätte überwinden können,
wenn er sich intensiv, seriös und motiviert um eine geeignete Arbeitsstelle bemüht
hätte. Dieser Nachweis kann im Regelfall nur dadurch geführt werden, dass eine
versicherte Person quantitativ und qualitativ ausreichende, aber erfolglose
Arbeitsbemühungen belegen kann. Bei der Prüfung eines Gesuchs um
Ergänzungsleistungen müssen die Arbeitsbemühungen aus der Zeit bis zum möglichen
Anspruchsbeginn stammen, denn die Unvermeidbarkeit der Arbeitslosigkeit muss ja in
diesem Zeitpunkt und nicht für eine spätere Periode nachgewiesen sein. Wer vor dem
möglichen Anspruchsbeginn keine oder unzureichende Arbeitsbemühungen
unternommen hat, kann die Vermutung des Art. 14a Abs. 2 ELV in aller Regel nicht
widerlegen. Ihm muss das entsprechende hypothetische Erwerbseinkommen
angerechnet werden. Das hindert diese versicherte Person aber nicht daran, sich in der
Folge ausreichend um eine Arbeitsstelle zu bemühen und dann bei Erfolglosigkeit doch
noch die Vermutung des Art. 14a Abs. 2 ELV zu widerlegen. Allerdings muss sie sich
dann erneut zum Bezug einer Ergänzungsleistung anmelden oder ein Gesuch um eine
revisionsweise Neuberechnung der laufenden Ergänzungsleistung ohne hypothetisches
Erwerbseinkommen gemäss Art. 14a Abs. 2 ELV stellen.
2.3 Der Beschwerdeführer hat, wohl mangels der notwendigen Aufklärung über die
Folgen der Anwendbarkeit des Art. 14a Abs. 2 lit. c ELV, im Rahmen des
Einspracheverfahrens und später im Rahmen des Beschwerdeverfahrens keine
Arbeitsbemühungen belegt. Er hat stattdessen versucht, die Aussichtslosigkeit
jeglicher Arbeitsbemühungen nachzuweisen. Es ist deshalb nicht bekannt, ob er sich in
der Zeit zwischen der Kündigung seiner Arbeitsstelle als Nachtwächter in einer Klinik
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und dem möglichen Anspruchsbeginn (1. Februar bzw. 1. März 2007) überhaupt um
eine neue Arbeitsstelle bemüht hat. Wären tatsächlich sämtliche Arbeitsbemühungen
des Beschwerdeführers zum vornherein aussichtslos gewesen, so wäre die Vermutung
des Art. 14a Abs. 2 lit. c ELV widerlegt, denn es wäre dem Beschwerdeführer objektiv
unmöglich, seine Arbeitslosigkeit zu überwinden und ein Erwerbseinkommen in der
vorgesehenen Höhe zu erzielen. An den Nachweis der Aussichtslosigkeit aller
Arbeitsbemühungen ist ein strenger Massstab anzulegen, denn der konkrete
Arbeitsmarkt weist erfahrungsgemäss geeignete offene Arbeitsplätze auf, an denen
Invalide ihre Restarbeitsfähigkeit verwerten können. Das Problem ist dann nur, diese
Arbeitsplätze zu finden. Art. 14a Abs. 2 ELV selbst hat im übrigen jene invaliden
Personen, deren Chancen auf eine geeignete Arbeitsstelle zum vornherein sehr gering
sind, nämlich Personen über 60 Jahren und Personen, deren Invalidität 70% und mehr
beträgt, von der Anwendbarkeit der Vermutung bzw. sogar von der Anwendbarkeit des
Art. 3c Abs. 1 lit. g ELG (in der bis 31. Dez. 2007 geltenden Fassung) ausgenommen.
Der Beschwerdeführer hat die Aussichtslosigkeit sämtlicher Arbeitsbemühungen mit
seiner auf 50% reduzierten Arbeitsfähigkeit, mit seinem Alter, mit dem fehlenden
formalen Berufsabschluss, mit seinem problematischen Wesen, mit seinen Vorstrafen
und generell mit der Lage auf dem in Frage kommenden Ausschnitt aus dem
Arbeitsmarkt zu belegen versucht. Auch wenn es sich insgesamt um eine erhebliche
Benachteiligung auf dem Arbeitsmarkt handelt, vermag der Beschwerdeführer damit
doch nicht die Aussichtslosigkeit jeglicher Arbeitsbemühungen zu belegen. Er selbst
hat nämlich nachgewiesen, dass es auch für ihn passende Arbeitsstellen gibt, indem er
eine Arbeitsstelle als Nachtwächter in einer Klinik gefunden hat. Alle von ihm
aufgelisteten Nachteile haben sich also an einem geeigneten Arbeitsplatz nicht so stark
ausgewirkt, dass er für seinen späteren Arbeitgeber zum vornherein nicht in Frage
gekommen wäre. Er hat die Stelle auch nicht wegen dieser Nachteile, sondern als
Folge einer Umstrukturierung verloren. Es ist davon auszugehen, dass es damals noch
eine Reihe weiterer geeigneter offener Stellen gegeben hat. Der Beschwerdeführer
kann die Vermutung des Art. 14a Abs. 2 lit. c ELV also nur widerlegen, indem er die
Erfolglosigkeit qualitativ und quantitativ ausreichender Arbeitsbemühungen nach dem
Verlust der Arbeitsstelle als Nachtwächter belegt.
2.4 Da der Beschwerdeführer vor der Eröffnung der abweisenden Verfügung bzw.
des angefochtenen Einspracheentscheides weder auf die Möglichkeit noch auf die
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Notwendigkeit hingewiesen worden ist, die Überwindung der Arbeitslosigkeit als
objektiv unmöglich zu belegen, und da ihm keine Möglichkeit eingeräumt worden ist,
entsprechende Unterlagen zu sammeln und einzureichen, erweist sich der
angefochtene Einspracheentscheid als rechtswidrig. Die Beschwerdegegnerin hat
durch ihre Vorgehensweise den besonderen Anspruch des Beschwerdeführers auf
rechtliches Gehör verletzt. Eine Heilung dieser Gehörsverletzung im Rahmen der
Beurteilung der Beschwerde kommt nicht in Frage, weil dies auf eine
Sachverhaltsermittlung erst auf der Stufe des Beschwerdeverfahrens hinausliefe.
Andernfalls würde das Versicherungsgericht jene Aufgabe erfüllen, die der
Beschwerdegegnerin obliegt. Zudem würde dem Beschwerdeführer die
Rechtsmittelmöglichkeit weitgehend entzogen, da das Bundesgericht als dann einzige
verbleibende Rechtsmittelinstanz nur über eine eingeschränkte Kognition verfügt. Der
angefochtene Einspracheentscheid ist deshalb aufzuheben und die Sache ist zur
Vervollständigung des Verwaltungsverfahrens und zur anschliessenden neuen
Verfügung über das Leistungsbegehren ab Februar 2007 des Beschwerdeführers an
die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Die Beschwerdegegnerin wird dem
Beschwerdeführer die Möglichkeit geben, die Arbeitsbemühungen zwischen der
Kündigung der Arbeitsstelle als Nachtwächter und dem möglichen Anspruchsbeginn
und die Gründe für die Erfolglosigkeit dieser Arbeitsbemühungen zu belegen und so die
Vermutung des Art. 14a Abs. 2 lit. c ELV zu widerlegen.
3.
Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer ab 1. März 2007 ein übriges
Einkommen von Fr. 12'959.- angerechnet. Dabei handelt es sich um den
Einnahmenüberschuss, den die fiktive Anspruchsberechnung für die Ehefrau des
Beschwerdeführers ergeben hat. Bei der Anrechnung dieses hypothetischen
Einkommens hat sich die Beschwerdegegnerin auf Art. 3c Abs. 1 lit. g i.V.m. Art. 3c
Abs. 1 lit. h ELG (je in der bis 31. Dez. 2007 geltenden Fassung) gestützt. Sie hat also
unterstellt, dass der Beschwerdeführer auf den Bezug einer eherechtlichen
Unterhaltsleistung seiner Ehefrau von Fr. 12'959.- verzichte. Die Vorgehensweise der
Beschwerdegegnerin bei der Prüfung eines Verzichtstatbestandes und des daraus
resultierenden hypothetischen Einkommens ist vom Bundesgericht bereits im Jahr
2001 als gesetzwidrig qualifiziert worden (vgl. BGE 127 V 18 ff.). Das bedeutet aber
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nicht, dass dem Beschwerdeführer zum vornherein ab März 2007 keine hypothetische
Unterhaltsleistung seiner Ehefrau angerechnet werden dürfte. Die Beschwerdegegnerin
hätte bei der Prüfung eines allfälligen Einkommensverzichts gemäss Art. 3c Abs. 1 lit. g
i.V.m. Art. 3c Abs. 1 lit. h ELG (alte Fassung) auf die massgebenden eherechtlichen
Bestimmungen abstellen müssen. Sie hätte also prüfen müssen, ob die Ehefrau bereit
gewesen wäre, einen eherechtlich angemessenen Unterhaltsbeitrag zu leisten bzw. ob
der Eheschutzrichter auf einen entsprechenden Antrag hin dem Beschwerdeführer
gestützt auf Art. 176 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB einen finanziellen Unterhaltsbeitrag der Ehefrau
zugesprochen hätte, und ob der Unterhaltsbeitrag so frühzeitig hätte eingefordert
werden können, dass er bereits ab März 2007 zur Verfügung gestanden hätte, bzw. ob
der Beschwerdeführer sich rechtzeitig auf die Aufhebung des gemeinsamen Haushalts
und auf die daraus resultierende wirtschaftliche Veränderung hätte vorbereiten können
und müssen. All diese Abklärungen sind unterblieben, so dass der angefochtene
Einspracheentscheid auch diesbezüglich auf einem unzureichend abgeklärten
Sachverhalt beruht und somit rechtswidrig ist. Die Beschwerdegegnerin wird deshalb
auch in diesem Punkt weitere Sachverhaltsabklärungen vorzunehmen und
anschliessend neu zu verfügen haben. Lediglich in der Form eines obiter dictum sei
darauf hingewiesen, dass eine allfällige Rückkehr des Beschwerdeführers in der
Haushalt seiner Ehefrau Zweifel an der effektiven Trennung ab März 2007 wecken
könnte und dass auch die Ergänzungsleistung während des Strafvollzuges
grundsätzlich zu sistieren ist.
4.
Im Sinne der vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde gutzuheissen, der
angefochtene Einspracheentscheid ist aufzuheben und die Sache ist zur weiteren
Abklärung und zur neuen Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
Rechtsprechungsgemäss ist dieser Verfahrensausgang in Bezug auf den Anspruch des
Beschwerdeführers auf eine Parteientschädigung als vollumfängliches Obsiegen zu
qualifizieren (vgl. etwa ZAK 1987 S. 266 Erw. 5a). Der Beschwerdeführer hat deshalb
einen Anspruch auf eine ungekürzte Parteientschädigung. Diese bemisst sich nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses (Art. 61 lit. g
ATSG). Unter Berücksichtigung dieser Kriterien erscheint eine Parteientschädigung von
Fr. 2500.- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.
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Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG