Decision ID: 6942f91b-2710-433a-9153-1f2a6d8c4ff9
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. Mit Urteil vom 22. November 2011 hatte das Kreisgericht Q. X.Y. zu einer
Freiheitsstrafe von zwei Jahren und einer Busse von CHF 500 verurteilt. Den
insbesondere auf dieses Strafurteil abgestützten Widerruf der
Niederlassungsbewilligung durch Verfügung des Migrationsamtes vom 14. März 2012
haben das Verwaltungsgericht mit Urteil vom 3. Dezember 2013 (B 2012/259) und das
Bundesgericht mit Urteil vom 8. Januar 2015 (2C_84/2014) bestätigt.
B. Mit Gesuch vom 5. Juni 2015 hat X.Y. erfolglos beim Migrationsamt die
Wiedererwägung des Widerrufs der Niederlassungsbewilligung beantragt. Das
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Sicherheits- und Justizdepartement wies den gegen die Verfügung vom 19. Juni 2015
erhobenen Rekurs am 4. August 2016 ab.
X.Y. (Beschwerdeführerin) erhob gegen den Entscheid des Sicherheits- und
Justizdepartements (Vorinstanz) durch ihren Rechtsvertreter mit Eingabe vom
24. August 2016 und Ergänzung vom 16. September 2016 Beschwerde beim
Verwaltungsgericht mit dem Rechtsbegehren, der angefochtene Entscheid sei unter
Kosten- und Entschädigungsfolge aufzuheben und das Wiedererwägungsgesuch
gutzuheissen (B 2016/180). Der Präsident des Verwaltungsgerichts wies mit
Zwischenverfügung vom 21. September 2016 des Gesuch, es sei der
Beschwerdeführerin für die Dauer des Beschwerdeverfahrens der Aufenthalt in der
Schweiz zu bewilligen, ab. Die Beschwerdeführerin wurde am 22. September 2016 in
den Kosovo ausgeschafft.
Die Vorinstanz beantragte am 4. Oktober 2016 die Abweisung der Beschwerde und

verwies zur Begründung auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid. Nachdem
das Kantonsgericht am 4. Juli 2016 einem Revisionsbegehren der Beschwerdeführerin
entsprochen und das Strafurteil vom 22. November 2011 aufgehoben hatte, setzte das
Kreisgericht Q. am 26. Oktober 2016 die Freiheitsstrafe auf zehn Monate herab. In der
Folge entsprach der Präsident des Verwaltungsgerichts am 28. Oktober 2016 einem
neuerlichen Gesuch der Beschwerdeführerin, ihr für die Dauer des
Beschwerdeverfahrens den Aufenthalt in der Schweiz zu bewilligen.
C. X.Y. (Gesuchstellerin) ersuchte zudem durch ihren Rechtsvertreter mit Eingabe vom
4. Oktober 2016 das Verwaltungsgericht um Wiederaufnahme des
Beschwerdeverfahrens B 2012/259, die Aufhebung des Urteils vom 3. Dezember 2013
und die Gutheissung der den Widerruf der Niederlassungsbewilligung vom 14. März
2012 betreffenden Beschwerde (B 2016/207).
D. Auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid und die Ausführungen der
Beschwerdeführerin und Gesuchstellerin zur Begründung ihrer Anträge sowie die Akten
wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
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Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Streitgegenstand sowohl im Rechtsmittelverfahren gegen die Verfügung des
Migrationsamtes vom 19. Juni 2015, mit welcher auf ein Wiedererwägungsgesuch zum
Widerruf der Niederlassungsbewilligung vom 14. März 2012 nicht eingetreten wurde
(B 2016/180), als auch im Verfahren zur Revision des abweisenden
Beschwerdeentscheides des Verwaltungsgerichts vom 3. Dezember 2013 zum
Widerruf der Niederlassungsbewilligung (B 2016/207, Wiederaufnahme des Verfahrens
B 2012/259) ist die Frage, ob das strafrechtliche Revisionsurteil vom 26. Oktober 2016
einen Anspruch auf eine neue Beurteilung des Anwesenheitsrechts der
Beschwerdeführerin zur Folge hat. Da beide Verfahren die nämlichen Tatbestands- und
Rechtsfragen aufwerfen, sind sie verfahrensrechtlich zu vereinigen und durch einen
einzigen Entscheid zu erledigen (vgl. GVP 1972 Nr. 30).
2. Das Verwaltungsgericht ist zur Behandlung der Beschwerde gegen den
Rekursentscheid der Vorinstanz vom 4. August 2016 zuständig (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Die Beschwerdeführerin,
deren Rekurs gegen den Entscheid des Migrationsamtes, auf ihr
Wiedererwägungsgesuch betreffend den Widerruf der Niederlassungsbewilligung nicht
einzutreten, von der Vorinstanz mit Entscheid vom 4. August 2016 abgewiesen wurde,
ist zur Erhebung der Beschwerde befugt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP).
Die Beschwerde wurde mit Eingabe vom 24. August 2016 unter Berücksichtigung des
Fristenstillstandes vom 15. Juli bis 15. August rechtzeitig erhoben (Art. 64 in
Verbindung mit Art. 30 Abs. 1 VRP und Art. 145 Abs. 1 Ingress und lit. b der
Schweizerischen Zivilprozessordnung, SR 272). Sie erfüllt zusammen mit der
Ergänzung vom 16. September 2016 in formeller und inhaltlicher Hinsicht die
gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1
und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist daher einzutreten.
Da die Beschwerde gegen die Bestätigung des Widerrufs ihrer
Niederlassungsbewilligung durch die Vorinstanz mit Entscheid des Verwaltungsgerichts
vom 3. Dezember 2013 im Beschwerdeverfahren B 2012/259 abgewiesen worden war,
ist die Beschwerdeführerin zur Einreichung eines Gesuchs um Wiederaufnahme des
Verfahrens (Revision) befugt. Mit der Begründung, ihre Fähigkeit zum
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einsichtsgemässen Handeln sei im Zeitpunkt der Verübung der Tat, welche zur
zweijährigen Freiheitsstrafe führte, knapp mittelschwer beeinträchtigt gewesen, was
ihre Schuld mindere und die Strafe als deutlich zu hoch erscheinen lasse, macht sie
gestützt auf Art. 81 Abs. 1 Ingress und lit. c VRP geltend, das Verwaltungsgericht habe
wesentliche Tatsachen, die im Zeitpunkt des Entscheides über den Widerruf der
Niederlassungsbewilligung am 3. Dezember 2013 bestanden hatten, nicht gekannt. Ob
sie diese Gründe bei zumutbarer Sorgfalt bereits im ordentlichen Rechtsmittelverfahren
hätte vorbringen können und deshalb auf das Revisionsgesuch entsprechend Art. 81
Abs. 2 VRP nicht eingetreten werden kann, kann mit Blick auf den Ausgang des
Beschwerdeverfahrens offen bleiben. Ebenso kann offen bleiben, wie die Frage, ab
welchem Zeitpunkt mit Blick auf die vorgebrachten Gründe die Frist von drei Monaten
gemäss Art. 83 Abs. 1 VRP zu laufen begann und ob nicht viel mehr das
bundesgerichtliche Urteil vom 8. Januar 2015 zu revidieren wäre.
3. Umstritten ist, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf Revision des Entscheides
des Verwaltungsgerichts vom 3. Dezember 2013 oder auf Wiedererwägung des
Widerrufs der Niederlassungsbewilligung hat.
3.1. Gegen Verfügungen und Entscheide kann gestützt auf Art. 81 Abs. 1 VRP die
Wiederaufnahme des Verfahrens insbesondere mit der Begründung verlangt werden,
die Behörde habe wesentliche Tatsachen oder Beweismittel, die bereits zur Zeit des
Erlasses der Verfügung oder des Entscheides bestanden, nicht gekannt (lit. c).
Wiedererwägungsgesuche sind gemäss Art. 27 VRP zulässig, begründen aber keinen
Anspruch auf eine Stellungnahme in der Sache (Abs. 1); sie werden bei der Behörde
eingereicht, die in der Sache erstinstanzlich zuständig ist (Abs. 2, in Kraft seit 1. Juni
2017; M. Bertschi, in: A. Griffel [Hrsg.], Kommentar VRG, 3. Aufl. 2014, N 23 der
Vorbemerkungen zu §§ 86a-86d VRG/ZH). Ein verfassungsrechtlicher aus Art. 29
Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR 101, BV)
abgeleiteter Anspruch auf Wiedererwägung oder Revision besteht, wenn ein
klassischer Revisionsgrund vorliegt, insbesondere wenn sich die Umstände wesentlich
geändert haben oder wenn erhebliche Tatsachen und Beweismittel namhaft gemacht
werden, die in einem früheren Verfahren nicht bekannt waren, die früher aus rechtlichen
oder tatsächlichen Gründen nicht geltend gemacht werden konnten oder die mangels
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Veranlassung nicht geltend gemacht werden mussten (vgl. BGE 138 I 61 E. 4.3 mit
Hinweisen auf BGE 127 I 133 E. 6, 113 Ia 146 E. 3a je mit weiteren Hinweisen).
3.2. Eine Revision des Entscheides des Verwaltungsgerichts vom 3. Dezember 2013 ist
nur gestützt auf Tatsachen oder Beweismittel möglich, die bereits in jenem Zeitpunkt
bestanden. Diese Voraussetzung ist insoweit erfüllt, als die Beschwerdeführerin ihr
Gesuch damit begründet, ihre Schuldfähigkeit bei der Begehung der Tat, welche am
22. November 2012 zur Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren geführt
habe, sei eingeschränkt und das Strafmass entsprechend zu hoch gewesen. Die
Beweismittel, auf die sie sich mittlerweile stützen kann und die am 26. Oktober 2016
zur Revision des Strafurteils führten, nämlich psychiatrische Gutachten vom 23. Juni
2015 und vom 20. Mai 2016, bestanden indessen im Zeitpunkt des
Beschwerdeentscheides vom 3. Dezember 2013 – und im Übrigen auch im Zeitpunkt
des bundesgerichtlichen Urteils vom 5. Januar 2015 – noch nicht. Im
Beschwerdeverfahren vor Verwaltungsgericht – und vor Bundesgericht – hätte die
geltend gemachte neue Tatsache der eingeschränkten Schuldfähigkeit mithin lediglich
als Behauptung behandelt werden können, welche aber nicht geeignet gewesen wäre,
an der Massgeblichkeit des Strafurteils vom 22. November 2012 für die
ausländerrechtliche Beurteilung etwas zu ändern. Insoweit besteht kein Anlass, auf den
Entscheid des Verwaltungsgerichts vom 3. Dezember 2013 zurückzukommen oder das
Gesuch um Wiederaufnahme an das Bundesgericht weiterzuleiten.
Selbst wenn aber das strafrechtliche Revisionsurteil vom 26. Oktober 2016 und die
psychiatrischen Gutachten vom 23. Juni 2015 und vom 20. Mai 2016 – weil sie sich auf
die dem Widerruf der Niederlassungsbewilligung zugrunde liegende Tat beziehen – als
neue Tatsachen und Beweismittel im Sinn von Art. 81 Abs. 1 Ingress und lit. a VRP zu
behandeln wären, hätte dies zur Folge, dass aus Gründen der Gewährung eines
umfassenden Rechtsschutzes die Angelegenheit durch das entsprechend Art. 61
Abs. 1 VRP auf eine Rechtskontrolle beschränkte Verwaltungsgericht – und umso mehr
auch durch das Bundesgericht – gestützt auf Art. 64 in Verbindung mit Art. 54 Abs. 1
Satz 2 VRP zur neuen Beurteilung an das Migrationsamt zurückzuweisen wäre (vgl.
Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 1031
und 1032). Auch unter diesem Gesichtspunkt fällt eine Revision des
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Beschwerdeentscheides vom 3. Dezember 2013 durch das Verwaltungsgericht ausser
Betracht.
3.3. Mit dem rechtskräftigen strafrechtlichen Revisionsurteil vom 26. Oktober 2016
wurde die gegenüber der Beschwerdeführerin ausgefällte Freiheitsstrafe von zwei
Jahren auf zehn Monate herabgesetzt. Damit fiel der Grund, auf den sich der Widerruf
der Niederlassungsbewilligung stützte, nämlich die längerfristige Freiheitsstrafe gemäss
Art. 63 Abs. 1 Ingress und lit. a in Verbindung mit Art. 62 Ingress und lit. b des
Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer (Ausländergesetz; SR 142.20,
AuG) nachträglich dahin.
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist die Wiedererwägung des Widerrufs
einer Niederlassungsbewilligung durch die verfügende Behörde nach
abgeschlossenem Rechtsmittelverfahren von vornherein unzulässig (vgl. BGer
2C_876/2013 vom 18. November 2013 E. 2). Der Sachverhalt in diesem Entscheid war
allerdings dadurch geprägt, dass die geltend gemachte neue Tatsache – die Geburt
zweier Kinder – bereits im Zeitpunkt des Rechtsmittelentscheides absehbar und von
den Rechtsmittelinstanzen bei der Begründung des Entscheides berücksichtigt worden
war. Dies ist im vorliegenden Verfahren nicht der Fall: Vorliegend verwirklichte sich die
neue Tatsache – das strafrechtliche Revisionsurteil vom 26. Oktober 2016 – erst nach
Abschluss des Rechtsmittelverfahrens betreffend den Widerruf der
Niederlassungsbewilligung. Die verfügende Behörde und die Rechtsmittelinstanzen
mussten bei der Beurteilung der Sach- und Rechtslage von der Verurteilung der
Beschwerdeführerin zu einer zweijährigen Freiheitsstrafe und von einem entsprechend
schweren Verschulden ausgehen. Mit der neuen Beurteilung des Verschuldens der
Beschwerdeführerin durch das Strafgericht und dem Wegfall der Verurteilung zu einer
längerfristigen Freiheitsstrafe im Sinn von Art. 62 Ingress und lit. b AuG liegen deshalb
Tatsachen vor, welche geeignet sind, zu einer neuen erstinstanzlichen Regelung des
Rechtsverhältnisses – und nicht zu einer Änderung des Rechtsmittelentscheides – zu
führen (vgl. BGE 97 I 748 E. 4b; 1C_462/2015 vom 22. Februar 2016 E. 3.2). Die
Beschwerdeführerin hat damit Anspruch auf Wiedererwägung.
Sollte allerdings mit Blick auf die angeführte bundesgerichtliche Rechtsprechung eine
Wiedererwägung des rechtskräftigen Widerrufs der Niederlassungsbewilligung durch
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das Migrationsamt nicht in Betracht fallen, wäre das Gesuch aufgrund der veränderten
Verhältnisse – was materiell einer Wiedererwägung des Widerrufs der
Niederlassungsbewilligung entspricht – als Gesuch um erneute Erteilung einer
Niederlassungsbewilligung zu behandeln.
3.4. Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde gegen den Entscheid der
Vorinstanz vom 4. August 2016, mit welchem der Rekurs gegen die Verfügung des
Migrationsamtes vom 5. Juni 2015, auf das Wiedererwägungsgesuch der
Beschwerdeführerin nicht einzutreten, abgewiesen wurde, im Ergebnis als begründet.
Der angefochtene Entscheid ist – mit Ausnahme des Kostenspruches (vgl. dazu
nachfolgend Erwägung 4) – aufzuheben und die Angelegenheit zur erneuten Prüfung
des Anspruchs der Beschwerdeführerin auf eine Niederlassungsbewilligung an das
Migrationsamt zurückzuweisen.
4. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Gesuchsverfahrens – das Gesuch um Wiederaufnahme ist, soweit darauf überhaupt
einzutreten wäre, abzuweisen – der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Die amtlichen
Kosten des Beschwerdeverfahrens – die Beschwerde ist gutzuheissen – wären vom
Staat (Sicherheits- und Justizdepartement) zu tragen. Indessen ist zu berücksichtigen,
dass weder im Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs um Wiedererwägung am 5. Juni
2015 noch bis zum angefochtenen Rekursentscheid vom 4. August 2016 die
massgebende neue Tatsache – nämlich das revidierte Strafurteil vom 26. Oktober 2016
– vorlag. Deshalb kann weder dem Migrationsamt eine rechtsfehlerhafte Beurteilung
des Wiedererwägungsgesuchs noch der Vorinstanz eine rechtswidrige Beurteilung des
Rekurses vorgeworfen werden. Diesen Umstand hat die Beschwerdeführerin zu
vertreten, welche das Wiedererwägungsgesuch einreichte, bevor das für die
ausländerrechtliche Beurteilung massgebende strafrechtliche Revisionsurteil vorlag.
Angesichts des offenen Ausgangs des strafrechtlichen Revisionsverfahrens hinsichtlich
der Bemessung der Freiheitsstrafe, vermag daran nichts zu ändern, dass das
Strafurteil, welches der ausländerrechtlichen Beurteilung zugrunde lag, seit dem
Entscheid des Kantonsgerichts vom 4. Juli 2016 formell aufgehoben war. Die amtlichen
Kosten des Beschwerdeverfahrens sind dementsprechend – wie jene des
Rekursverfahrens – von der Beschwerdeführerin zu tragen. Entscheidgebühren von
CHF 1‘000 für das Gesuchsverfahren und von CHF 1‘500 für das Beschwerdeverfahren
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– darin eingeschlossen die Kosten der Präsidialverfügungen vom 21. September 2016
sowie vom 20. und vom 28. Oktober 2016 – erscheinen angemessen (Art. 7 Ziff. 211
und 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Sie sind mit den von der
Beschwerdeführerin geleisteten Kostenvorschüssen von je CHF 2‘000 zu verrechnen.
CHF 1‘500 sind ihr zurückzuerstatten.
Bei dieser Verlegung der amtlichen Kosten sind weder im Gesuchs- noch im
Beschwerdeverfahren ausseramtliche Kosten zu entschädigen (Art. 98 Abs. 1 und 98
VRP; vgl. R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st. gallischem
Verwaltungsrechtspflegegesetz, Lachen/St. Gallen 2004, S. 182 und 185 ff.).