Decision ID: dd14e8c3-c844-5a14-9d53-86b9d7ae2152
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
V._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Monika Brenner, Paradiesstrasse 4,
9030 Abtwil SG,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rentenrevision
Sachverhalt:
A.
A.a Die 1957 geborene V._ meldete sich erstmals am 11./18. Mai 1998 zum Bezug
von Leistungen der Invalidenversicherung an. Nach Angaben von Dr. med. A._,
Allgemeine Medizin FMH, vom 7. November 1996 (UV-Arztbericht; act. 2-13/21) hatte
sie sich am 30. September 1996 eine Kopfkontusion, eine HWS-Distorsion und eine
Schulterkontusion rechts zugezogen. Im IV-Arztbericht vom 3. Juli 1998 (act. 2-1 f./21)
gab Dr. A._ bekannt, die Versicherte könne angesichts ihres Rückenleidens seit dem
30. September 1996 ihre Teilzeitheimarbeit nicht mehr ausführen (Pensum von ca.
50 %). Dies insbesondere, weil die Mutter von vier Kindern (geb. 1978, 1982, 1984 und
1988) noch den Haushalt besorge. Sie sei daher als Hausfrau und als Schneiderin
(Heimarbeit) zu 50 % arbeitsunfähig. Die Rheuma- und Rehabilitationsklinik Zurzach
benannte im Gutachten vom 11. November 1998 (act. 10) als Diagnosen: (erstens)
chronisches tendomyotisches Panvertebral-Syndrom, bei zervikoradikulärem Reiz- und
sensorischem Ausfallsyndrom C6 rechts bei mediolateraler Diskushernie C5/6 mit
foraminaler Kompression rechts, Wirbelsäulen-Fehlhaltung, -Fehlform und muskuläre
Dysbalance, Status nach HWS-Trauma 9/96, degenerativen Veränderungen der
Wirbelsäule (HWS-Spondylose, Osteochondrose L5/S1, LWS-Spondylarthrose),
anamnestisch medialer Diskusprotrusion L4/5, Hemisakralisation L5 rechts, und
sekundärer Fibromyalgie, (zweitens) Periarthropathia humero-scapularis rechts, und
(drittens) Adipositas (BMI 37.5 kg/m ). Der Versicherten sei die ursprüngliche Tätigkeit
als Schneiderin in Heimarbeit nicht zumutbar. Als Hausfrau sei sie zu 50 %
arbeitsfähig. In einer leichten, rückenadaptierten Tätigkeit mit Wechselbelastungen und
unter Vermeidung von repetitiven Bewegungen sei eine 50-prozentige Arbeitsfähigkeit
durchaus gegeben. Der IV-Berufsberater berichtete am 2. Februar 1999 (act. 13), die
Versicherte habe mitgeteilt, sie habe sich am 25. November 1998 wegen übermässigen
Schmerzen notfallmässig einem operativen Eingriff (HWS) unterzogen. Seither hätten
sich ihre permanenten Kopfschmerzen merklich gelindert, die übrigen Beschwerden im
rechten Schulter- und im Rückenbereich aber seien gleich geblieben. Noch immer
könne sie weder lange Zeit sitzen noch stehen. Der Berufsberater ermittelte ein
2
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jährliches Valideneinkommen der Versicherten als Küchengehilfin von Fr. 40'950.--,
denn die Versicherte habe drei Tage vor dem Unfall eine solche Stelle angenommen
gehabt. Das Invalideneinkommen mache gestützt auf den Tabellenlohn und unter
Berücksichtigung eines Abzugs von 25 % jährlich Fr. 14'962.-- aus. Die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen sprach der Versicherten
mit Verfügungen vom 12. April 1999 (act. 21) und Wirkung ab dem 1. September 1997
eine halbe Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 63 % zu. Ein hiergegen
erhobener Rekurs wurde vom Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen am 3. Juli
2001 abgewiesen.
A.b In einem Fragebogen für Rentenrevision hatte die Versicherte am 28. Februar 2001
angegeben, ihr Gesundheitszustand habe sich verschlimmert. Sie habe mehr (Rücken-
und Kopf-) Schmerzen. Dr. med. B._, Innere Medizin FMH, befürwortete am
7. November 2001 (bei verschlechtertem Zustand) eine medizinische Abklärung. Die
Rheuma- und Rehabilitationsklinik Zurzach berichtete im Gutachten vom 31. Januar
2002 (act. 38), nach der Operation vom 25. November 1998 sei es während etwa eines
halben Jahres deutlich besser gewesen, dann sei es wieder zu einer Zunahme der
Beschwerden gekommen. Es lasse sich nun im Bereich des rechten Armes keine
eindeutige radikuläre Symptomatik mehr objektivieren. Insgesamt liege ein im Vergleich
zu November 1998 im Wesentlichen unverändertes Zustandsbild vor. Eine leichte,
rückenadaptierte Tätigkeit mit Wechselbelastungen und unter Vermeidung von
stereotyp-repetitiven Bewegungen sei der Versicherten halbtags zumutbar. Die
Diagnosen lauteten: (erstens) chronisches tendomyotisches Panvertebral-Syndrom, bei
zervikospondylogenem Syndrom bei Status nach Cloward-Operation 25.11.1998
wegen mediolateraler Diskushernie C5/6 rechts, Wirbelsäulenfehlhaltung/-fehlform und
muskulärer Dysbalance, Status nach HWS-Trauma 9/96, bei lumbospondylogenem
Syndrom rechtsbetont mit Hemisakralisation L5 rechts mit Nearthrose und mit
Osteochondrose L5/S1, und sekundärer Fibromyalgie, (zweitens) Periarthropathia
humero-scapularis tendopathica rechts, (drittens) Diabetes mellitus Typ 2 und (viertens)
Adipositas. Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle teilte der damaligen
Rechtsvertreterin der Versicherten am 8. März 2002 mit, die Überprüfung des
Invaliditätsgrades habe keine rentenbeeinflussende Änderung ergeben.
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A.c Im Revisionsformular vom 2. April 2004 erklärte die Versicherte, ihr Zustand habe
sich seit Juli 1999 verschlechtert. Sie habe vermehrt Schmerzen an Hals und
Wirbelsäule und an der rechten Schulter und in den Beinen. Dr. med. C._, Allgemeine
Medizin FMH, teilte am 3. April 2004 mit, der Zustand sei stationär. Es sei neu auch
eine lumboradikuläre Symptomatik mit degenerativen Veränderungen und Diskushernie
L4/L5 aufgetreten. Am 5. Juli 2004 (act. 51) wurde festgehalten, der Invaliditätsgrad
betrage weiterhin 63 %. Es werde ab 1. Januar 2004 eine Dreiviertelsrente
zugesprochen.
B.
B.a Am 24. November 2004 teilte die Versicherte telefonisch mit, sie könne seit April
2004 nicht mehr arbeiten und wolle eine Revision beantragen.
B.b Dr. med. D._, Innere Medizin FMH, stellte gemäss seinem Arztbericht vom
11. Januar 2005 (act. 57) folgende Hauptdiagnosen: (erstens) Fenestration L4/5 links,
Ausräumung einer medio-lateralen Diskushernie L4/5, Foraminotomie der Wurzel S1
links am 14.4.2004 bei chronischer Lumboischialgie links, (zweitens) Status nach
Operation einer zervikalen Diskushernie (seit 1998), Panvertebrales Syndrom. Die
Versicherte sei von 1996 bis ca. 2003 zu 50 % arbeitsunfähig gewesen und sei seither
zu 100 % arbeitsunfähig. Er empfehle eine Abklärung.
B.c Prof. Dr. med. E._, FMH Neurochirurgie, der die Versicherte am 14. April 2004
operiert hatte, attestierte ihr am 3. März 2005 (act. 59) bei rezidivierender Lumbalgie
und Diabetes mellitus eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % seit 1996 und stellte auf eine
gutachterliche Beurteilung zur Diskussion.
B.d Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle veranlasste eine medizinische Abklärung in
der Klinik für Neurochirurgie am Kantonsspital St. Gallen. Diese diagnostizierte im
Bericht vom 26. Oktober 2005 (act. 66) persistierende lumbale Schmerzen mit
linksseitiger Ischialgie und persistierenden Nackenbeschwerden, bestehend seit ca.
1988 mit deutlicher Progression nach dem Unfallereignis 1996. Die Beeinträchtigungen
auf der psychisch/geistigen Ebene seien nicht beurteilt worden, auf der körperlichen
Ebene bestehe eine klare Einschränkung durch persistierende lumbale und cervicale
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Schmerzen mit klaren Überlagerungszeichen. Eine rückenschonende Tätigkeit mit
abwechselnder Position sei zu mindestens 50 % zumutbar (mindestens vier Stunden
pro Tag).
B.e In der Folge wurde auch noch eine polydisziplinäre Begutachtung vorgenommen.
Die MEDAS Zentralschweiz bezeichnete im Gutachten vom 26. April 2007 (act. 76) als
Hauptdiagnosen die Folgenden: (erstens) eine chronische Lumboischialgie beidseits,
linksbetont, bei lumbaler Streckform und asymmetrischem lumbosakralem Übergang
(asymmetrischer Transversalfortsatz rechts mit Nearthrose), Status nach Fenestration
L4/5 links wegen grosser medio-linkslateraler Diskushernie und Foraminotomie S1 links
04/2004 sowie fortgeschrittener Osteochondrose L4/5 und hypertropher
Spondylarthrose, (zweitens) eine chronische Zervikozephalgie und Zervikobrachialgie
links mit linksbetontem myofaszialem Syndrom des Schultergürtels bei zervikaler
Streckfehlform mit Kyphosierung, Status nach vorderer Spondylodese nach Cloward
C5/6 bei medio-rechtslateraler Diskushernie 11/1998 und Status nach
Schädelkontusion und indirektem HWS-Trauma 09/1996, (drittens) eine
Periarthropathia humeroscapularis simplex tendinotica (Supraspinatus) rechts mit
Impingement-Syndrom, sowie (viertens) eine sonstige depressive Episode. Lediglich
eine körperlich leichte und wechselbelastende Tätigkeit mit häufigen
Pausenmöglichkeiten, ohne Arbeiten mit vornübergeneigter Arbeitsposition, ohne
andauernd hohe Anforderungen an die Konzentration, und ohne sehr feine manuelle
Arbeiten sei der Versicherten noch zu 50 % zumutbar.
B.f Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung (Dr. med. F._)
hielt am 9. Juli 2007 (act. 77) dafür, es sei nicht von einer andauernden
Verschlechterung auszugehen. Indessen sei für die Zeit nach der Rückenoperation vom
14. April 2004 passager bis zur neurochirurgischen Begutachtung am 26. Oktober 2005
eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % anzunehmen, danach wieder eine solche von 50 %.
B.g Mit Vorbescheid vom 4. September 2007 stellte die Sozialversicherungsanstalt/IV-
Stelle der Versicherten die Ausrichtung einer ganzen Rente für die Zeit von November
2004 bis Oktober 2005 in Aussicht, hernach eine Herabsetzung (auf den ersten Tag des
zweiten Monats nach Zustellung der Verfügung) auf eine halbe Rente bei einem
Invaliditätsgrad von 55 % (Valideneinkommen Fr. 44'966.--, Invalideneinkommen
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Fr. 20'235.--). Sie könne bis zum 5. Oktober 2007 Einwand erheben. Am 15. Oktober
2007 (act. 84 f.) teilte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle mit, es sei festgestellt
worden, dass vom 24. November 2004 bis 26. Oktober 2005 ein Invaliditätsgrad von
100 % und ab 1. November 2005 ein solcher von 55 % vorliege. Am 5. November 2007
verfügte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle eine Herabsetzung auf eine halbe
Rente ab 1. Dezember 2007 und entzog einer allfälligen Beschwerde hiergegen die
aufschiebende Wirkung (act. 91).
B.h Mit Schreiben vom 7. November 2007 erklärte die neu beauftragte
Rechtsvertreterin, die Versicherte habe den Vorbescheid erst Ende Oktober 2007 nach
der Rückkehr aus ihrer Heimat in Empfang nehmen können.
C.
C.a Gegen die Verfügung vom 5. November 2007 richtet sich die von Rechtsanwältin
Dr. iur. Monika Brenner für die Betroffene am 17. Dezember 2007 erhobene
Beschwerde. Die Rechtsvertreterin beantragt, die angefochtene Verfügung sei
aufzuheben und der Beschwerdeführerin sei eine volle (recte: ganze) Invalidenrente
zuzusprechen. Die Beschwerdeführerin leide an diversen Beschwerden, die im
MEDAS-Gutachten gar nicht oder nur teilweise berücksichtigt worden seien. Wie eine
Expertise von Prof. E._ zeigen könne, habe die Beschwerdeführerin als
Rechtshänderin eine Arthrose im rechten Arm und dadurch bzw. vermutlich durch eine
Fehlbelastung ständige und starke Schmerzen in der rechten Hand. Schmerzen in der
Schulter würden nur eine völlig eingeschränkte Bewegung zulassen. Ausserdem habe
die Beschwerdeführerin permanente und zum Teil unerträgliche Schmerzen im
gesamten Rückenbereich. Die Einschränkungen der Beschwerdeführerin im
Haushaltbereich würden im Übrigen überhaupt nicht bewertet. Auch dort bestünden
aber mannigfache und teilweise erhebliche Einschränkungen, die nicht durch die
Mithilfe von Familienmitgliedern ausgeglichen werden könnten. Bei vollständiger
Abklärung werde sich ein Invaliditätsgrad ergeben, der mit grösster Wahrscheinlichkeit
über 66.66 % liege und der Beschwerdeführerin Anspruch auf eine ganze Rente gebe.
C.b Am 29. Februar 2008 hat die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin mitgeteilt,
sie habe ein Gutachten in Auftrag gegeben, das noch nicht fertig gestellt sei.
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C.c In ihrer Beschwerdeergänzung vom 9. Mai 2008 rügt die Rechtsvertreterin der
Beschwerdeführerin, das MEDAS-Gutachten enthalte keine Aussage darüber, ob die
Beschwerdeführerin die 50 % Arbeit nur stundenweise bei voller Leistung oder
ganztags mit reduzierter Leistung verwerten könne. Keine Ausführungen würden zur Art
der Tätigkeit gemacht. Die psychiatrisch bedingte Arbeitsunfähigkeit von 40 % sei auf
die verbleibende Arbeitsfähigkeit (von 50 %) zu beziehen, sodass eine Arbeitsfähigkeit
von 30 % verbleibe. Prof. E._ stufe die Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin in
seiner beigelegten Stellungnahme vom 11. April 2008 auf 75 bis 80 % ein. Dass die
Beschwerdeführerin teilzeitlich als Hausfrau tätig gewesen sei, sei fälschlicherweise
unbeachtet geblieben. Es hätten die häuslichen Verhältnisse abgeklärt werden müssen.
Das Invalideneinkommen bei 100 % liege um zehn Prozent höher als das
Valideneinkommen und sei bei einer ungelernten Arbeitskraft völlig unrealistisch. Es sei
infolge der von der MEDAS bezeichneten Einschränkungen ein Abzug von sicherlich
25 % am Platz. Bei einer Anpassung wegen Minderverdienstes um 25 % und einem
Leidensabzug von 10 % ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 63.9 %. Bei
gleichbleibender Arbeitsunfähigkeit von 50 %, aber einem Invalideneinkommen von
lediglich Fr. 3'500.-- pro Monat ergäben sich 68.47 %. Bei einer Arbeitsunfähigkeit von
75 % und einer Berücksichtigung von Minderverdienst und Leidensabzug von lediglich
je 10 % ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 77.5 %. Jedenfalls liege der
Invaliditätsgrad über 66.66 %. In der beigelegten Stellungnahme vom 11. April 2008
hatte Prof. E._ unter anderem dargelegt, zur Hauptsache handle es sich um ein
körperliches Leiden, das weder durch eine operative noch durch konservative
Behandlung optimal in den Griff zu bekommen sei. Naturgemäss sei bei der 51-
jährigen Beschwerdeführerin nicht mit einer Besserung, sondern eher mit einer
Verschlechterung zu rechnen.
D.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 30. Juni/3. Juli 2008 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdeführerin sei als
Vollerwerbstätige zu qualifizieren. Der RAD habe zu den Vorbringen medizinischer Art
am 10. Juni 2008 nochmals Stellung genommen. Die Beurteilung der MEDAS decke
sich mit jener des Kantonsspitals und der Rheuma- und Rehabilitationsklinik Zurzach.
Die Arbeitsfähigkeitsschätzung sei plausibel. Nach Angaben des RAD sei von einer
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ganztägigen Verwertung mit reduzierter Leistung auszugehen. In Frage kämen die
Überwachung von Produktionsabläufen, leichte Industriemontage, Hilfe in der Teestube
usw. Die psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit sei nie zu der somatisch bedingten
hinzuzurechnen. Das Valideneinkommen und die Basis des Invalideneinkommens habe
sie einander angepasst. Ein höherer Abzug als 10 % sei nicht gerechtfertigt. Die
vermehrten Pausen seien bereits in der Arbeitsfähigkeitsschätzung berücksichtigt.
E.
Von der ihr mit Schreiben vom 3. Juli 2008 eingeräumten Möglichkeit, zur
Beschwerdeantwort Stellung zu nehmen, hat die Rechtsvertreterin der
Beschwerdeführerin keinen Gebrauch gemacht.

Erwägungen:
1.
1.1 Da ein Sachverhalt zu beurteilen ist, wie er sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses der
angefochtenen Verfügungen am 5. November 2007 entwickelt hat, sind die auf den
1. Januar 2008 in Kraft getretenen Rechtsänderungen nicht anwendbar.
1.2 Mit der angefochtenen Anpassungsverfügung vom 5. November 2007 hat die
Beschwerdegegnerin (wie ihrer Beilage - act. 91-3 ff./5 - zu entnehmen ist) den
Anspruch der Beschwerdeführerin ab 1. November 2004 auf eine ganze Rente erhöht
und gleichzeitig die Leistung für die Zeit ab 1. Dezember 2007 auf eine halbe Rente
herabgesetzt.
2.
2.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
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2.2 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur
Rentenrevision gibt nach der Rechtsprechung jede wesentliche Änderung in den
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den
Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 130 V 349 f. E. 3.5). Eine bloss unterschiedliche
Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhaltes stellt dagegen
praxisgemäss keine revisionsbegründende Änderung dar (BGE 112 V 372 E. 2b; SVR
1996 IV Nr. 70 S. 203). Ob eine revisionsbegründende Änderung eingetreten ist,
beurteilt sich durch einen Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der letzten
rechtskräftigen Verfügung bestand, welche auf einer materiellen Prüfung des
Rentenanspruchs beruht (BGE 133 V 108), mit demjenigen zur Zeit der streitigen
Neubeurteilung (BGE 130 V 351 E. 3.5.2; BGE 125 V 369 E. 2).
3.
3.1 Die Beschwerdeführerin bezog zuletzt vor der Anpassung eine Dreiviertelsrente bei
einem Invaliditätsgrad von 63 %. Es kann davon ausgegangen werden, dass für den
Sachverhaltsvergleich der Zeitpunkt der Eröffnung der Mitteilung vom 8. März 2002
(vgl. Art. 74 lit. f IVV) massgeblich ist, da diese formell rechtskräftig gewordene
Anordnung (im Unterschied zur Mitteilung nach der Revision 2004) auf einer neuen,
umfassenden medizinischen Abklärung (Gutachten vom 31. Januar 2002) beruhte.
Massgebend war damals eine Arbeitsfähigkeit von 50 % (halbtags) für eine leichte,
rückenadaptierte Tätigkeit mit Wechselbelastungen und unter Vermeidung von
stereotyp-repetitiven Bewegungen.
3.2 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei Erlass der angefochtenen Verfügung auf
das MEDAS-Gutachten vom 26. April 2007 und auf die Stellungnahme des RAD vom
9. Juli 2007. Der RAD befürwortete, in der Zeit ab der Rückenoperation - es handelte
sich um eine Fenestration L4/5 links, Ausräumung der mediolateralen grossen
Diskushernie L4/5 und eine Foraminotomie der Wurzel S1 - am 14. April 2004 bis zur
neurochirurgischen Begutachtung vom 26. Oktober 2005 eine Arbeitsunfähigkeit der
Beschwerdeführerin von 100 % anzunehmen. Diese Auffassung erscheint
nachvollziehbar begründet. Nach Art. 88a Abs. 2 IVV ist eine anspruchsbeeinflussende
ter
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Änderung bei einer Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit zu berücksichtigen, sobald
sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat. Die Änderung trat
vorliegend im April 2004 ein, so dass unter diesem Aspekt die Voraussetzungen einer
Rentenerhöhung ab 1. Juli 2004 erfüllt wären. Eine Erhöhung der Renten erfolgt
allerdings, sofern wie hier die versicherte Person die Revision verlangt, nach Art. 88
Abs. 1 lit. a IVV frühestens von dem Monat an, in dem das Revisionsbegehren gestellt
wurde, somit ab 1. November 2004.
3.3 Nach Angaben des RAD hat die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
spätestens zum Zeitpunkt der neurochirurgischen Begutachtung wieder das frühere
Ausmass erreicht. Dem MEDAS-Gutachten ist denn auch zu entnehmen, dass der
Beschwerdeführerin eine adaptierte Tätigkeit (d.h. eine körperlich leichte und
wechselbelastende Arbeit, bei welcher häufig Pausen gemacht werden können, wo
nicht in vornübergeneigter Arbeitsposition gearbeitet werden muss und die keine
andauernd hohen Anforderungen an die Konzentration stellt und keine sehr feine
manuelle Arbeiten umfasst) zu 50 % zumutbar sei. Was die Diagnosen betrifft, sind neu
dazugekommen etwa der Status nach der Operation 04/2004 sowie eine
fortgeschrittene Osteochondrose L4/5 und eine hypertrophe Spondylarthrose, ein
Impingement-Syndrom der Schulter sowie die sonstige depressive Episode. Indessen
wird die Arbeitsfähigkeit gemäss dem Gutachten vom April 2007 dadurch nicht mehr
als 50 % eingeschränkt, was für die Zeit ab Oktober 2005 zu gelten hat. Damit ist eine
weitere Änderung zu berücksichtigen. Der Zustand und die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin sind insgesamt wieder auf dem früheren Niveau angelangt. So hat
der RAD in seiner Beurteilung des MEDAS-Gutachtens denn auch festgehalten, es
bestehe Übereinstimmung in der Beurteilung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit in einer
adaptierten Tätigkeit im Vergleich zu den Begutachtungen von 1998 und 2002.
3.4 Die Begutachtung in der MEDAS erscheint umfassend. Sie schloss insbesondere
ein rheumatologisches, ein neurologisches und ein psychiatrisches Konsilium ein. Es ist
nicht ersichtlich, dass dabei relevante Beschwerden nicht berücksichtigt worden
wären. Aus psychiatrischer Sicht wurde festgehalten, die verwertbare Arbeitsfähigkeit
werde um 40 % eingeschränkt. Diese Einschränkung lässt sich aber nicht auf die unter
somatischem Aspekt noch verbleibende halbe Arbeitsfähigkeit beziehen. Vielmehr ist
die Synthese der Einschätzungen aus einzelnen Disziplinen eine eigene medizinische
bis
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Würdigung, keine mathematische Operation. Erforderlich ist nämlich eine
Gesamtbeurteilung der Arbeitsfähigkeit unter Berücksichtigung aller Arten von
Beeinträchtigungen. Diese Gesamtbeurteilung haben die Gutachter vorliegend so
vorgenommen, dass die psychiatrisch bedingte Arbeitsunfähigkeit keine höhere
Arbeitsunfähigkeit als 50 %, wie sie aus somatischer Sicht besteht, bewirke. Es gibt
keinen Anlass, diese gutachterliche Einschätzung zu beanstanden. Die davon
abweichende Beurteilung von Prof. E._ vermag nicht mehr zu überzeugen oder
Zweifel an der Stichhaltigkeit des Begutachtungsergebnisses zu begründen, zumal
(abgesehen von Nebenbeschwerden) keine neuen Sachverhaltselemente erwähnt
werden. Auszugehen ist somit von einer Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin von
50 % in angepasster Tätigkeit. Eine ganztägige Verwertung der Arbeitsfähigkeit bei
reduziertem Rendement ist im Gutachten nicht ausgeschlossen worden. Nach der
plausiblen Einschätzung des RAD ist sie möglich.
3.5 Die Arbeitsfähigkeit von 50 % der Beschwerdeführerin bezieht sich auf eine
adaptierte Tätigkeit, die verschiedenen Voraussetzungen zu entsprechen hat. Diese
sind allerdings nicht als so einschränkend zu betrachten, dass eine Verwertung der
Arbeitsfähigkeit auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht mehr möglich wäre. Wird
- wie hier - kein tatsächliches, zumutbares Erwerbseinkommen erzielt, namentlich weil
die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls
keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so dürfen nach
der Rechtsprechung für die Bestimmung des Invalideneinkommens Tabellenlöhne
beigezogen werden (vgl. BGE 124 V 321 E. 3b/aa). Gemäss der Tabelle TA1 der
Schweizerischen Lohnstrukturerhebung LSE 2006 des Bundesamtes für Statistik
konnten Frauen mit einfachen und repetitiven Tätigkeiten im privaten Sektor in jenem
Jahr durchschnittlich (statistisches Mittel, Zentralwert; vgl. AHI 1999 S. 50) Fr. 48'228.--
(12mal Fr. 4'019.--) verdienen. Bezogen auf die betriebsübliche durchschnittliche
Arbeitszeit von damals 41.7 Stunden (statt 40 Stunden, wie sie der Tabelle TA1
zugrunde liegen) macht dies Fr. 50'278.-- aus. Von einer Aufwertung auf 2007 kann
abgesehen werden, da bei einem Vergleich bezogen auf das Jahr 2006 nicht mit einer
Verwerfung aufgrund der Nominallohnentwicklung zu rechnen ist.
3.6 Das Valideneinkommen 2006 kann auf demselben Betrag festgelegt werden. Bei
dem gegebenen Erwerbsverlauf ist auch das Valideneinkommen tabellarisch zu
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bestimmen. Die Angleichung des Valideneinkommens und des Ausgangspunkts zur
Bestimmung des Invalideneinkommens rechtfertigt sich im Übrigen auch deswegen,
weil das hypothetisch eruierte Einkommen als Küchengehilfin (s. oben E. A.a.) tiefer als
der statistische Durchschnittswert liegt (vgl. ZAK 1989 S. 458 E. 3b; Entscheid des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S M. vom 8. Juni 2005, I 552/04 E. 3.3).
Validen- und Invalideneinkommen sind demnach ausgehend vom selben Tabellenlohn
zu berechnen. Damit ist - im Ergebnis - ein Prozentvergleich zu tätigen; der
Invaliditätsgrad entspricht unter solchen Verhältnissen dem Grad der Arbeitsunfähigkeit
unter Berücksichtigung des Abzuges vom Tabellenlohn (Entscheide des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S M. vom 8. Juni 2005, I 552/04 E. 3.4, und i/
S Z. vom 19. November 2003, I 479/03 E. 3.1).
3.7 Die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin beträgt 50 %. Allfälligen Gründen,
weshalb sie mit einem tieferen als dem durchschnittlichen Lohnniveau zu rechnen
hätte, ist mit einem Abzug vom Durchschnittslohn Rechnung zu tragen, der nach der
Rechtsprechung dann erfolgt, wenn Versicherte, die in ihrer letzten Tätigkeit
körperliche Schwerarbeit verrichteten, nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für
leichtere Arbeiten nur beschränkt einsatzfähig sind, wenn sie - unabhängig von der
früher ausgeübten Tätigkeit - als gesundheitlich Beeinträchtigte im Rahmen leichter
Hilfsarbeitertätigkeiten nicht mehr voll leistungsfähig sind oder wenn weitere
persönliche und berufliche Merkmale wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit,
Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die
Lohnhöhe haben. Der Abzug ist nicht schematisch vorzunehmen. Vielmehr ist der
Einfluss aller Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im
Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen. Letztlich ist der
Abzug vom statistischen Lohn unter Berücksichtigung aller jeweils in Betracht fallenden
Merkmale auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen (vgl. BGE 126 V 75). Die
Beschwerdegegnerin hat (bei der Anpassung, im Unterschied zum ersten
Vergleichszeitpunkt) einen Abzug von 10 % gemacht, die Beschwerdeführerin
beantragt, 25 % abzuziehen. Der Umschreibung der angepassten Arbeitsmöglichkeiten
ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin Arbeiten mit vornübergeneigter
Position, mit Bedarf an dauernder hoher Konzentration und sehr feine manuelle
Arbeiten zu vermeiden hat. Der erhöhte Pausenbedarf ist bereits in der medizinischen
Arbeitsfähigkeitsschätzung enthalten. Ein Teilzeitabzug ist nicht erforderlich; Frauen
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verdienen in Teilzeitanstellungen im Übrigen sogar überproportional. Es besteht bei
diesen Gegebenheiten kein Anlass, in das Ermessen der Beschwerdegegnerin bei der
Festsetzung des Abzugs einzugreifen.
3.8 Ab Oktober 2005 liegt der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin demnach bei
55 % (50 % zuzüglich 0.1 mal 50 %). Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ist
die anspruchsbeeinflussende Änderung nach Art. 88a Abs. 1 IVV in jedem Fall zu
berücksichtigen, wenn sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert
hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Ab 1. Januar 2006 wäre diese
Voraussetzung erfüllt. Eine Herabsetzung der Rente erfolgt nach Art. 88 Abs. 2 lit. a
IVV allerdings frühestens vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung
folgenden Monats an. Ab 1. Januar 2008 hat die Beschwerdeführerin demnach
Anspruch auf eine halbe Rente. Bezüglich des Anpassungszeitpunkts ist die
angefochtene Verfügung somit in diesem Sinn richtigzustellen.
4.
4.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Berichtigung der
angefochtenen Verfügung vom 5. November 2007 insofern, als die Herabsetzung auf
den 1. Januar 2008 zu erfolgen hat, abzuweisen.
4.2 Nach Art. 69 Abs. 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen
Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200 bis 1000 Franken festgelegt. Als
unterliegende Partei hat die Beschwerdeführerin die Gerichtskosten zu bezahlen (vgl.
Art. 95 Abs. 1 VRP). Diese sind ermessensweise auf Fr. 600.-- zu veranschlagen. Mit
dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist die geschuldete Gerichtsgebühr
getilgt.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG