Decision ID: af47ede3-b449-5b78-a812-f43f4c86970a
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der am (...) 1960 geborene A._ (nachfolgend: Versicherter) ist
Staatsangehöriger von Mazedonien (heute: Neumazedonien) und seit
2010 wieder in seinem Heimatland wohnhaft. Der gelernte Konditor war in
den Jahren 2002 bis 2009 in der Schweiz als Lagermitarbeiter bei der
Firma B._ AG beschäftigt (IV-act. 13/3, 13/15 f.) und entrichtete in
dieser Zeit Beiträge an die schweizerische obligatorische Alters-, Hinterlas-
senen- und Invalidenversicherung (AHV/IV; vgl. IV-act. 4). Laut Akten geht
der Versicherte seither – abgesehen von einer einmonatigen Beschäfti-
gung im Jahre 2011 in Mazedonien (IV-act. 8/1, 19/1) – keiner Erwerbstä-
tigkeit mehr nach (IV-act. 13/3).
B.
B.a Mit Formular vom 3. Oktober 2017 (IV-act. 9) meldete sich der Versi-
cherte via die mazedonische Verbindungsstelle bei der Invalidenversiche-
rungs-Stelle für Versicherte im Ausland (nachfolgend: IVSTA) zum Renten-
bezug an (Eingang: 6. November 2017). Als Behinderung nannte er den
operierten Dickdarm, eine Herzschwäche sowie eine Operation vom 2. No-
vember 2015 (IV-act. 9/6). Gleichzeitig mit dem Anmeldeformular wurden
diverse Unterlagen eingereicht (IV-act. 7, 8, 10).
B.b Die IVSTA holte in der Folge zur Prüfung des Leistungsanspruchs des
Versicherten verschiedene medizinische und erwerbliche Auskünfte bzw.
Unterlagen ein (IV-act. 12, 23). Nach Vorliegen der entsprechenden Doku-
mente (vgl. IV-act. 13 ff., 24 ff.) kam der zuständige Regionale ärztliche
Dienst der Invalidenversicherung (RAD) in seiner medizinischen Stellung-
nahme vom 9. Juni 2018 zum Schluss, dass beim Versicherten in Folge
einer Darmkrebserkrankung ab dem 1. Januar 2017 eine neunmonatige
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten bestanden
habe. Ab dem 1. Oktober 2017 sei aber von einer wiederhergestellten vol-
len Arbeitsfähigkeit des Versicherten in den bisherigen Tätigkeiten auszu-
gehen (IV-act. 41).
B.c Gestützt auf diese Stellungnahme des RAD teilte die IVSTA dem Ver-
sicherten mit Vorbescheid vom 12. Juni 2018 mit, dass – mangels einer
ausreichenden durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeit während eines Jah-
res – das Leistungsbegehren abgewiesen werde (IV-act. 42). Mit Verfü-
gung vom 13. August 2018 wies die IVSTA das Leistungsbegehren des
Versicherten – wie angekündigt – ab (IV-act. 43). Nachdem der Versicherte
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aber mit einem undatierten Schreiben gegen den Vorbescheid Einwand er-
hob (Eingang bei der IVSTA: 23. August 2018) und geltend machte, dass
unter Beachtung der 100%-igen Arbeitsunfähigkeit während 10 Monaten
im Ergebnis die gesetzlichen Voraussetzungen von einer Arbeitsunfähig-
keit von durchschnittlich 40% erfüllt seien und gemäss den eingereichten
Akten anschliessend eine Invalidität von mindestens 40% gegeben sei (IV-
act. 44), annullierte die IVSTA die Verfügung vom 13. August 2018 und ge-
währte dem Versicherten eine letzte Fristerstreckung zur Einreichung wei-
terer Beweismittel (IV-act. 46). In der Folge reichte der Versicherte eine
medizinische Bescheinigung ein (IV-act. 48), welche die IVSTA dem zu-
ständigen RAD-Arzt unterbreitete (IV-act. 49). Mit Eingabe vom 4. Oktober
2018 (IV-act. 50) erneuerte der Versicherte seinen Einwand gegen den
Vorbescheid (Eingang bei der IVSTA: 8. Oktober 2018). In seiner medizini-
schen Stellungnahme vom 29. November 2018 (IV-act. 52) hielt der RAD-
Arzt an seiner Beurteilung vom 9. Juni 2018 fest.
B.d Mit Verfügung vom 4. Dezember 2018, welche die Verfügung vom
13. August 2018 annullierte und ersetzte, wies die IVSTA – gestützt auf die
medizinische Stellungnahme des RAD – das Leistungsbegehren des Ver-
sicherten ab (IV-act. 53). Sie wiederholte die im Vorbescheid gemachten
Darlegungen und ergänzte, dass die im Einwand vorgebrachten Argu-
mente und eingereichten Unterlagen an der Richtigkeit des Vorbescheides
nichts zu ändern vermöchten.
C.
C.a Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte (nachfolgend: Be-
schwerdeführer) mit Eingabe vom 28. Januar 2019 Beschwerde beim Bun-
desverwaltungsgericht (Eingang: 18. Februar 2019) und beantragte sinn-
gemäss, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm eine
einmalige Abfindung zuzusprechen. Zudem ersuchte er um Gewährung
der unentgeltlichen Rechtspflege. Der Beschwerdeführer macht geltend, er
sei zu 100% arbeitsunfähig und benötige ständig Pflege und Hilfe einer
Drittperson. Er beruft sich auf medizinische Dokumente aus Mazedonien
sowie den mazedonischen Rentenentscheid (BVGer-act. 1).
C.b Der Instruktionsrichter forderte die IVSTA (nachfolgend auch: Vor-
instanz) mit Verfügung vom 22. Februar 2019 auf, den Zustellnachweis der
angefochtenen Verfügung unter Beilage der gesamten Akten einzureichen
(BVGer-act. 2).
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C.c Die Vorinstanz übermittelte mit Schreiben vom 28. Februar 2019 die
IV-Akten und wies betreffend Zustellung der angefochtenen Verfügung auf
die Veranlassung eines Nachforschungsbegehrens hin (BVGer-act. 3). Mit
Eingabe vom 14. März 2019 reichte die Vorinstanz die Empfangsbestäti-
gung nach (BVGer-act. 4).
C.d In ihrer Vernehmlassung vom 17. April 2019 beantragte die Vorinstanz
die Abweisung der Beschwerde bzw. die Bestätigung der angefochtenen
Verfügung (BVGer-act. 6). Die Vorinstanz erneuerte ihre bisherigen Aus-
führungen und verwies in Ermangelung neuer Sachverhaltselemente auf
die der angefochtenen Verfügung zugrunde liegenden Stellungnahmen
des RAD.
C.e Der Beschwerdeführer hielt in seiner Replik vom 21. Mai 2019 am sinn-
gemässen Antrag auf Aufhebung der angefochtenen Verfügung fest
(BVGer-act. 8). Er verlangt eine Teilrente, da er infolge seiner Krankheit
und seines fortgeschrittenen Alters nicht mehr arbeiten könne.
C.f Die Vorinstanz erneuerte in ihrer Duplik vom 20. Juni 2019 den Antrag
auf Beschwerdeabweisung und bekräftigte ihre bisherigen Ausführungen
(BVGer-act. 10).
C.g Der Instruktionsrichter schloss mit Verfügung vom 27. Juni 2019 den
Schriftenwechsel, wobei weitere Instruktionsmassnahmen vorbehalten
blieben (BVGer-act. 11).
C.h Auf die Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Unterlagen
wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und Art. 69
Abs. 1 Bst. b IVG (SR 831.20) ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beur-
teilung der vorliegenden Beschwerde zuständig.
1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich grund-
sätzlich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt
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Seite 5
(Art. 37 VGG). Vorbehalten bleiben gemäss Art. 3 Bst. dbis VwVG die be-
sonderen Bestimmungen des ATSG (SR 830.1). Nach den allgemeinen in-
tertemporalrechtlichen Regeln finden diejenigen Verfahrensregeln Anwen-
dung, welche im Zeitpunkt der Beschwerdebeurteilung in Kraft stehen
(BGE 130 V 1 E. 3.2).
1.3 Der Beschwerdeführer ist als Adressat durch die angefochtene Verfü-
gung berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung
oder Änderung (Art. 59 ATSG; Art. 48 Abs. 1 VwVG). Gemäss Angaben
bzw. Unterlagen der Vorinstanz wurde dem Beschwerdeführer die ange-
fochtene Verfügung am 5. Januar 2019 ausgehändigt (BVGer-act. 4). Die
vorliegende Beschwerde (ausländischer Poststempel: 28. Januar 2019)
ging beim Bundesverwaltungsgericht allerdings erst am 18. Februar 2019
ein (BVGer-act. 1). Massgebend für die Fristeinhaltung ist nicht die Über-
gabe der Beschwerde an die ausländische Post (vgl. BGE 104 Ia 4), son-
dern die fristgemässe Einreichung beim Versicherungsträger bzw. der Be-
hörde oder die fristgemässe Übergabe an die Schweizerische Post oder
an eine schweizerische diplomatische oder konsularische Vertretung (vgl.
Art. 60 Abs. 2 i.V.m. Art. 39 Abs. 1 ATSG; Art. 21 Abs. 1 VwVG). Das vor-
liegend anwendbare Abkommen vom 9. Dezember 1999 zwischen der
Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Republik Mazedonien über
Soziale Sicherheit (SR 0.831.109.520.1; nachfolgend: Abkommen) sieht in
Art. 32 ausserdem vor, dass Rechtsmittel, die nach den Rechtsvorschriften
eines Vertragsstaates innerhalb einer bestimmten Frist bei einer Verwal-
tungsbehörde, einem Gericht oder einem Träger dieses Vertragsstaates
einzureichen sind, als fristgerecht eingereicht gelten, wenn sie innert dieser
Frist bei einer entsprechenden Stelle, einem entsprechenden Gericht oder
einem entsprechenden Träger des anderen Vertragsstaates eingereicht
werden. Die hier angefochtene Verfügung enthielt aber keine entspre-
chende, d.h. vollständige Rechtsmittelbelehrung (BVGer-act. 1/1). Dem
Beschwerdeführer kann unter diesen Umständen keine Fristversäumnis
vorgehalten werden (vgl. Urteil des BGer 9C_755/2013 vom 11. Juli 2014
E. 1 und 2 m.H.). Auf die im Übrigen formgerecht eingereichte Beschwerde
(Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist folglich einzutreten.
2.
2.1 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht
einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens,
die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen
Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG).
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Seite 6
2.2 Das Bundesverwaltungsgericht ist gemäss dem Grundsatz der Rechts-
anwendung von Amtes wegen nicht an die Begründung der Begehren der
Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Es kann die Beschwerde auch
aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder den an-
gefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer Begründung bestätigen, die
von jener der Vorinstanz abweicht (vgl. BVGE 2013/46 E. 3.2).
2.3 Sowohl das Verwaltungsverfahren wie auch der erstinstanzliche Sozi-
alversicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht
(vgl. Art. 43 Abs. 1 ATSG; Art. 61 Bst. c ATSG; Art. 12 VwVG). Danach hat
die Verwaltung und im Beschwerdeverfahren das Gericht von Amtes we-
gen für die richtige und vollständige Abklärung des erheblichen Sachver-
halts zu sorgen (vgl. BGE 136 V 376 E. 4.1.1). Sofern das Gesetz nicht
etwas Abweichendes vorsieht, gilt im Sozialversicherungsrecht der Be-
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 143 V 168 E. 2; 138
V 218 E. 6).
3.
3.1 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mass-
geblich, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes
Geltung haben (BGE 143 V 446 E. 3.3; 139 V 335 E. 6.2; 138 V 475 E. 3.1).
Deshalb finden jene Vorschriften Anwendung, die spätestens beim Erlass
der Verfügung vom 4. Dezember 2018 in Kraft standen. Weiter sind aber
auch Vorschriften zu beachten, die zu jenem Zeitpunkt bereits ausser Kraft
getreten waren, die aber für die Beurteilung allenfalls früher entstandener
Leistungsansprüche von Belang sind.
3.2 Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung einer Streit-
sache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen
Verwaltungsverfügung (hier: 4. Dezember 2018) eingetretenen Sachver-
halt ab (BGE 132 V 215 E. 3.1.1).
3.3 Der Beschwerdeführer ist Staatsangehöriger von Mazedonien und
wohnt in seinem Heimatland. Vorliegend gelangt damit das erwähnte Ab-
kommen vom 9. Dezember 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenos-
senschaft und der Republik Mazedonien über Soziale Sicherheit zur An-
wendung, welches am 1. Januar 2002 in Kraft getreten ist. Nach Art. 3 in
Verbindung mit Art. 4 Abs.1 dieses Abkommens stehen die Staatsangehö-
rigen der Vertragsstaaten in ihren Rechten und Pflichten aus den in Art. 2
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genannten Rechtsbereichen, zu welchen auch die schweizerische Bundes-
gesetzgebung über die IV gehört, einander gleich, soweit nichts anderes
bestimmt ist. Bestimmungen, die hinsichtlich der Voraussetzungen des An-
spruchs auf eine schweizerische Altersleistung von dem in Art. 4 des Ab-
kommens aufgestellten Grundsatz der Gleichstellung der jeweiligen
Staatsangehörigen abweichen, finden sich im Abkommen nicht. Vorliegend
ist der entsprechende Leistungsanspruch des Beschwerdeführers daher
nach den für schweizerische Staatsangehörige geltenden Regeln, insbe-
sondere nach dem IVG und der IVV (SR 831.201) zu beurteilen.
4.
4.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidi-
tät kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körper-
lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zu-
mutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil-
weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des
Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der
gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä-
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar
ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchti-
gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte,
volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich
zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tä-
tigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6
ATSG).
4.2 Anspruch auf eine Invalidenrente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG
Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im
Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungs-
massnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (Bst. a),
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min-
destens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (Bst. b) und nach
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind
(Bst. c). Die Rechtsprechung lässt zur Eröffnung der Wartezeit gemäss
Art. 28 Abs. 1 Bst. b IVG eine Arbeitsunfähigkeit von 20% genügen
(MEYER/REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG,
3. Aufl. 2014, S. 303 m.H. auf AHI 1998 124).
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Seite 8
4.3 Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% besteht Anspruch auf
eine Viertelsrente, bei mindestens 50% auf eine halbe Rente, bei mindes-
tens 60% auf eine Dreiviertelsrente und bei mindestens 70% auf eine
ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). Beträgt der Invaliditätsgrad weniger als
50%, so werden die entsprechenden Renten nur an Versicherte ausbe-
zahlt, die ihren Wohnsitz und ihren gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG)
in der Schweiz haben (Art. 29 Abs. 4 IVG), soweit nicht völkerrechtliche
Vereinbarungen eine abweichende Regelung vorsehen, was hier nicht der
Fall ist. Vielmehr sieht Art. 5 Abs. 2 des erwähnten Abkommens ausdrück-
lich vor, dass ordentliche (schweizerische) Invalidenrenten für Versicherte,
die weniger als zur Hälfte invalid sind, nur bei Wohnsitz in der Schweiz
gewährt werden.
4.4 Bei der Beurteilung der Arbeits(un)fähigkeit stützen sich die Verwaltung
und – im Beschwerdefall – das Gericht auf Unterlagen, die von ärztlichen
und gegebenenfalls auch anderen Fachleuten zur Verfügung zu stellen
sind. Ärztliche Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und
dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tä-
tigkeiten die versicherte Person arbeitsfähig ist (BGE 132 V 93 E. 4; 125 V
256 E. 4).
4.4.1 Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel
zu würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Beschwerdeverfah-
ren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versi-
cherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h.
ohne förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu wür-
digen. Dies bedeutet für das Gericht, dass es alle Beweismittel, unabhän-
gig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden
hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strei-
tigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander wi-
dersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen,
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a; 122 V 157 E. 1c).
4.4.2 Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend,
ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der
medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation ein-
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Seite 9
leuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertinnen und Experten be-
gründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a). Ausschlaggebend
für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder die Herkunft des Beweis-
mittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen
medizinischen Beurteilung als Bericht, Gutachten oder Stellungnahme (vgl.
BGE 125 V 351 E. 3.a; 122 V 157 E. 1c). Eine begutachtende medizinische
Fachperson muss aber über die notwendigen fachlichen Qualifikationen
verfügen (Urteil des BGer 9C_555/2017 vom 22. November 2017 E. 3.1
m.H.).
4.4.3 Nach der Rechtsprechung ist es dem Sozialversicherungsgericht
nicht verwehrt, einzig oder im Wesentlichen gestützt auf die Beurteilung
versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen zu entscheiden. In sol-
chen Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen
in dem Sinne zu stellen, dass bei auch nur geringen Zweifeln an der Zu-
verlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergänzende
Abklärungen vorzunehmen sind (BGE 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465; 122 V
157 E. 1d). Die RAD-Berichte sind als versicherungsinterne Dokumente zu
würdigen (vgl. Urteile des BGer 9C_159/2016 vom 2. November 2016
E. 2.2 f. sowie 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4).
4.4.4 Die Berichte und Stellungnahmen des RAD, welche nicht auf eigenen
Untersuchungen beruhen, können – wie reine Aktengutachten – beweis-
kräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen
nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizini-
schen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der
versicherten Person in den Hintergrund rückt (vgl. Urteile des BGer
9C_524/2017 vom 21. März 2018 E. 5.1; 9C_28/2015 vom 8. Juni 2015
E. 3.2; 9C_196/2014 vom 18. Juni 2014 E. 5.1.1, je m.H.). Die Aufgabe der
versicherungsinternen Fachpersonen besteht insbesondere darin, aus me-
dizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen
Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leis-
tungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zu-
sammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei wi-
dersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu
beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber
eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei (vgl. BGE 142 V 58
E. 5.1; Urteile des BGer 8C_756/2008 E. 4.4 m.H. [SVR 2009 IV Nr. 50]
sowie 9C_692/2014 vom 22. Januar 2015 E. 3.3). Enthalten die Akten für
die streitigen Belange keine beweistauglichen Unterlagen, kann die Stel-
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Seite 10
lungnahme einer versicherungsinternen Fachperson in der Regel keine ab-
schliessende Beurteilungsgrundlage bilden, sondern nur zu weitergehen-
den Abklärungen Anlass geben (vgl. Urteil des BGer 9C_58/2011 vom
25. März 2011 E. 3.3).
4.4.5 Eine direkte Leistungszusprache einzig gestützt auf die Angaben der
behandelnden Ärztinnen und Ärzte (z.B. Hausärzte oder Spezialärztinnen)
kommt im Beschwerdeverfahren kaum in Frage, zumal deren Berichte in
der Regel nicht die materiellen Anforderungen an ein Gutachten erfüllen.
Die behandelnden Ärztinnen und Ärzte stehen in einem auftragsrechtlichen
Verhältnis zur versicherten Person und haben sich in erster Linie auf die
Behandlung zu konzentrieren. Bei der Würdigung ihrer Berichte hat das
Gericht sowohl dem Unterschied zwischen Behandlungs- und Begutach-
tungsauftrag wie auch der Erfahrungstatsache, dass Hausärzte mitunter im
Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher
zu Gunsten ihrer Patienten aussagen, Rechnung zu tragen (BGE 135 V
465 E. 4.5). Der Umstand allein, dass eine Einschätzung von der Hausärz-
tin oder dem Hausarzt stammt, darf jedoch nicht dazu führen, sie als von
vornherein unbeachtlich einzustufen. Die einen längeren Zeitraum abde-
ckende und umfassende Betreuung durch behandelnde Ärztinnen und
Ärzte bringt oft wertvolle Erkenntnisse hervor (Urteil des BGer
8C_278/2011 vom 26. Juli 2011 E. 5.3). Ihre Berichte können insbesondere
geeignet sein, die Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit von versicherungsin-
ternen medizinischen Stellungnahmen in Zweifel zu ziehen (BGE 135 V
465 E. 4.5).
5.
Vorliegend ist streitig, ob der Beschwerdeführer einen Anspruch auf eine
Invalidenrente hat. Zunächst ist zu prüfen, ob der Sachverhalt in medizini-
scher Hinsicht rechtsgenüglich abgeklärt ist.
5.1 Die Vorinstanz nahm hinsichtlich der gesundheitlichen Situation des
Beschwerdeführers die folgenden medizinischen Unterlagen zu den Akten:
 Conclusion, estimation et avis, Caisse d'assurance maladie et de retraite de la république de Macédonie, Dr. C._, Dr. D._, vom 15.9.2017 (IV-act. 8/1-4 [französische Übersetzung] = IV-act. 8/5-7);
 Bericht über die elektrokardiographische Belastungsuntersuchung, Private Gesundheitseinrichtung E._, (...) (MK), Dr. F._, Facharzt für Innere Medizin, vom 19.9.2017 (IV-act. 38/1 [deutsche Übersetzung] = . 38/2);
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 Bericht, öffentliche Gesundheitseinrichtung, Klinik G._, (...) (MK), Dr. H._, Facharzt für Kardiologie, Dr. I._, Facharzt für Innere Medizin, vom 27.9.2017 (IV-act. 32/1 [deutsche Übersetzung] = IV-act. 32/2);
 Bericht, öffentliche Gesundheitseinrichtung, Klinik J._, (...) (MK), Dr. K._, Strahlentherapeutin/Onkologin, vom 15.11.2017 (IV-act. 33/1 [deutsche Übersetzung] = IV-act. 33/2);
 Ärztliche Bestätigung, Private Gesundheitseinrichtung E._, (...) (MK), Dr. L._, Facharzt für Allgemeinmedizin, vom 1.12.2017 (IV-act. 18/1 [deutsche Übersetzung] = IV-act. 18/2 bzw. 16/1);
 Ärztliches Attest, Private Gesundheitseinrichtung E._, (...) (MK), Dr. L._, Facharzt für Allgemeinmedizin, vom 6.3.2017 (recte wohl: 2018) (IV-act. 35/1 [deutsche Übersetzung] = IV-act. 35/2);
 Medizinische Bescheinigung, private Gesundheitseinrichtung E._, (...) (MK), Dr. L._, Facharzt für Allgemeinmedizin, vom 6.3.2018 (. 34/1 [deutsche Übersetzung] = IV-act. 34/2);
 Ergebnisse, Kardiolab, Private Gesundheitseinrichtung E._, (...) (MK), vom 6.3.2018 (IV-act. 37, 39 [deutsche Übersetzung]);
 Bericht, öffentliche Gesundheitseinrichtung, Spital M._, Urologisches Ambulatorium, (...) (MK), Dr. N._, Facharzt für Urologie, (...) (MK), vom 8.3.2018 (IV-act. 29/1 [deutsche Übersetzung] = IV-act. 29/2);
 Bericht, radiodiagnostischer Befund, Dr. O._, Fachärztin für , (...) (MK), vom 8.3.2018 (IV-act. 30/1 [deutsche Übersetzung] = . 30/2);
 Ergebnisse der Analysen, öffentliche Gesundheitseinrichtung, Zentrum P._ (...) (MK), Dr. Q._, Fachärztin für Immunbiologie mit , vom 13.3.2018 (IV-act. 31/1 [deutsche Übersetzung] = IV-act. 31/2);
 Echokardiographischer Bericht, Gesundheitseinrichtung E._, (...) (MK), Dr. R._, Kardiologe, vom 6.6.2018 (IV-act. 36/1 [deutsche ] = IV-act. 36/2);
 Medizinische Bescheinigung, Gesundheitseinrichtung E._, (...) (MK), Dr. L._, Facharzt für Allgemeinmedizin, vom 14.9.2018 (IV-act. 48/1 [deutsche Übersetzung] = IV-act. 48/2);
 Medizinische Stellungnahmen des RAD, Dr. S._, FMH Innere Medizin, vom 20.1.2018 (IV-act. 22), 9.6.2018 (IV-act. 41) und 29.11.2018 (IV-act. 52).
5.2
5.2.1 Die Vorinstanz geht für die Zeit vom 1. Januar 2017 bis zum 30. Sep-
tember 2017 von einer 100%-igen Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdefüh-
rers im bisherigen Aufgabenbereich aus. Für die Zeit ab dem 1. Oktober
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Seite 12
2017 nimmt die Vorinstanz an, dass dem Beschwerdeführer trotz der Ge-
sundheitsbeeinträchtigung die Betätigung im bisherigen Aufgabenbereich
in rentenausschliessender Weise wieder zumutbar sei. Sie kommt daher
zum Schluss, dass beim Beschwerdeführer keine ausreichende durch-
schnittliche Arbeitsunfähigkeit während eines Jahres vorliege und folglich
keine rentenbegründende Invalidität bestehe.
5.2.2 Die Vorinstanz stützte sich im Rahmen des Erlasses der Verfügung
vom 4. Dezember 2018 auf die Stellungnahmen des RAD-Arztes
Dr. S._, Facharzt FMH für Innere Medizin, vom 9. Juni 2018 (IV-
act. 41) und 29. November 2018 (IV-act. 52). Darin werden die nachste-
henden Diagnosen aufgeführt (IV-act. 52/1):
Hauptdiagnose:
 "Muzinöses Adenokarzinom des Zökums Stadium III b pT4a pN1a pMx G3 RV L0 (C18) ED 11/16
 Infiltration des Mesokolons und des Ileums
 St.n. Hemikolektomie rechts mit Ileotransversostomie 01/17
 St.n. acht Zyklen adjuvanter Chemotherapie "KSELOS" (XELOX? [Capecitabin + Oxaliplatin])
 Onkologische Kontrolluntersuchung 15.11.2017 ohne Hinweise auf Rezidiv"
Nebendiagnose(n) ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
 "St.n. Hospitalisation wegen Thoraxschmerz 11/15 (Angina pectoris?)
 Koronarographie ohne Stenosen
 Dilatatative Kardiomyopathie (?)
 Echokardiographie 02/16 bzw. 02/17 bzw. 06.06.2018 (??): EF 50%
 Gem. kardiologischem Bericht vom 27.09.2017 beschwerdefrei
 Laufbandergometrie vom 19.09.2017: Abbruch bei 10,4 MET
 Linksschenkelblock
 RF: arterielle Hypertonie
 Gallensteine
 Nierensteine links (beidseits?)
 (St.n.) Hydronephrose rechts (?)
 St.n. Operation
 (St.n.) rezidivierender Prostatitis
 Anamnestisch Verletzung linkes Bein ca. 2013"
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Der RAD-Arzt geht davon aus, dass beim Beschwerdeführer im Rahmen
der Darmkrebserkrankung und der damit verbundenen Therapien eine
neunmonatige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten
bestanden habe. Die Einschränkung habe im Monat der Operation (1. Ja-
nuar 2017) begonnen und neun Monate nach Therapiebeginn (30. Sep-
tember 2017) geendet. Der RAD-Arzt nimmt an, aufgrund einer unauffälli-
gen Kontrolluntersuchung am 15. November 2017 sei von einer wiederher-
gestellten vollen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in den bisherigen
Tätigkeiten auszugehen. Das Herzleiden, welches mit einer gewissen
Herzmuskelschwäche vorliege, sei ohne relevante funktionelle Einschrän-
kungen (IV-act. 52/2).
5.2.3 Der RAD-Arzt stützt seine Beurteilung zum einen vor allem auf den
Bericht der Strahlentherapeutin bzw. Onkologin Dr. K._ vom 15. No-
vember 2017 betreffend eine Kontrolluntersuchung (IV-act. 33/1). Gemäss
diesem Bericht wiesen Hämogramm, Laborwerte und Tumormarker einen
unauffälligen Befund auf und der Ultraschallbefund des Abdomens war
ohne metastatische Veränderungen. Sodann wurde der Zeitplan für wei-
tere Kontrolluntersuchungen definiert. Der RAD-Arzt nimmt ausserdem Be-
zug auf einen kardiologischen Bericht vom 27. September 2017, wonach
der Beschwerdeführer hinsichtlich des Befundes (angina pectoris) ohne
Beschwerden sei (IV-act. 32/1). Schliesslich erwähnt der RAD-Arzt eine
Echokardiographie (IV-act. 36/1) und eine Laufbandergometrie (IV-act. 38),
welche seiner Meinung nach eine Leistungsfähigkeit nachweisen, die
durchaus genügend sei für die in Frage kommenden beruflichen Tätigkei-
ten (vgl. IV-act. 52/2).
5.2.4
5.2.4.1 Der Beschwerdeführer kritisiert im Beschwerdeverfahren (BVGer-
act. 1) – wie bereits im Vorbescheidverfahren (IV-act. 50) – die Auffassung
der Vorinstanz, wonach einzig in der Zeit vom 1. Januar 2017 bis zum
30. September 2017 eine rentenrelevante Arbeitsunfähigkeit bestanden
haben soll. Er machte im Anmeldeformular geltend, seine Behinderung be-
stehe seit einer Operation am 2. November 2015 (IV-act. 9/5 f.). Im Frage-
bogen für den Versicherten gab er an, er sei seit dem 17. Januar 2015
arbeitsunfähig (IV-act. 13/5). Als gesundheitliche Gründe nannte er jeweils
eine Herzschwäche und die Dickdarmoperation, welcher er sich aufgrund
seiner Krebserkrankung unterziehen musste (IV-act. 9/6, 13/5). Ausserdem
führte der Beschwerdeführer einwandweise aus, aufgrund der langwieri-
gen Chemotherapie seien Folgekrankheiten entstanden, die nach wie vor
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einer Behandlung bedürften. Es sei daher auch ab dem 1. Oktober 2017
eine rentenbegründende Invalidität gegeben (IV-act. 50/2). In seiner Be-
schwerde ergänzte der Beschwerdeführer, er benötige ständig Pflege und
Hilfe einer Drittperson (BVGer-act. 1). In der Replik teilte er mit, nach seiner
(Darmkrebs-)Operation sei es zwar zu keinen Rezidiven gekommen, er
leide jedoch zusätzlich an einer Herzschwäche (BVGer-act. 8).
5.2.4.2 Als Beweismittel beruft sich der Beschwerdeführer auf die akten-
kundigen medizinischen Unterlagen aus Mazedonien sowie den Renten-
bescheid der zuständigen mazedonischen Kommission (vgl. E. 5.1). Aus
diesen Dokumenten ergeben sich im Wesentlichen keine weiteren Diagno-
sen als die vom RAD-Arzt gestellten bzw. diskutierten (vgl. 5.2.2). Erwähnt
werden darin neben dem (behandelten) Darmkrebs (Stadium III) nament-
lich folgende Diagnosen: angina pectoris (IV-act. 8/3, 32/1, 33/1, 35/1,
48/1), Atherosklerose (IV-act. 8/3), dilatative Kardiomyopathie(CMP) (IV-
act. 18/1, 32/1, 35/1, 48/1), arterielle Hypertonie (IV-act. 18/1, 35/1, 36/1,
48/1), Hämaturie (IV-act. 29/1) sowie Kalkulose (IV-act. 30/1). Wie vom Be-
schwerdeführer bereits bei der Anmeldung zum Rentenbezug geltend ge-
macht, stehen in den mazedonischen Unterlagen damit zwei gesundheitli-
che Problempunkte im Vordergrund: einerseits die Darmkrebserkrankung
bzw. deren Behandlung und andererseits das Herzleiden.
5.2.4.3 Laut dem Bericht der mazedonischen Kommission vom 15. Sep-
tember 2017 wurde der Darmkrebs beim Beschwerdeführer Ende 2016 di-
agnostiziert, im Januar 2017 operiert und anschliessend mittels Chemothe-
rapie (8 Zyklen) behandelt (IV-act. 8/1 f.). Der Beschwerdeführer gab an-
lässlich der medizinischen Untersuchung durch die mazedonische Kom-
mission an, an einem Unwohlsein und einer generellen Schwäche zu lei-
den. Er ermüde bei einer intensiveren physischen Anstrengung und habe
Schmerzen in der unteren Bauchgegend (IV-act. 8/1 f.). Die am 15. No-
vember 2017 durchgeführte Kontrolluntersuchung durch die Strahlenthera-
peutin bzw. Onkologin verlief allerdings unauffällig, weshalb der Zeitplan
für die weiteren Kontrolluntersuchungen in den kommenden Jahren fest-
gelegt wurde (IV-act. 33/1). Dass sich anlässlich dieser folgenden Untersu-
chungen ein auffälliger Befund bzw. metastatische Veränderungen gezeigt
hätten, ergibt sich weder aus den Akten noch wird dies geltend gemacht.
Im Gegenteil: Der Beschwerdeführer erklärt am 21. Mai 2019 ausdrücklich,
dass es bislang zu keinem Rezidiv gekommen sei (BVGer-act. 8). Der in
Mazedonien behandelnde Allgemeinmediziner Dr. L._ schrieb in
seiner kurzen medizinischen Bescheinigung vom 14. September 2018 (IV-
act. 48/1) zwar, dass der Beschwerdeführer schwer krank sei. Allerdings
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begründet er diese Einschätzung in keiner Weise, sondern verweist sinn-
gemäss auf die von ihm gestellten Diagnosen (angina pectoris, arterielle
Hypertonie, CMP, Darmkrebserkrankung Stage III Zustand nach Behand-
lung).
5.2.4.4 Hinsichtlich des Herzleidens des Beschwerdeführers ergibt sich
aus dem besagten Bericht der mazedonischen Kommission (IV-act. 8/1),
dass der Beschwerdeführer im November 2015 aufgrund einer Asphyxie
und eines Thoraxschmerzes in einer kardiologischen Klinik habe hospitali-
siert werden müssen. Dort habe man weitere Untersuchungen vorgenom-
men sowie eine Koronarographie durchgeführt, bei welcher keine beacht-
lichen Stenosen festgestellt worden seien. Man habe folglich eine medika-
mentöse Behandlung empfohlen. Der Beschwerdeführer unterziehe sich
seither regelmässigen Kontrolluntersuchungen und befolge die empfoh-
lene Therapie (IV-act. 8/1). Aus dem kardiologischen Bericht aus Mazedo-
nien vom 27. September 2017 geht sodann hervor, dass der Beschwerde-
führer beschwerdefrei sei (IV-act. 32/1). Von Herzbeschwerden ist auch in
den übrigen mazedonischen Unterlagen nicht ausdrücklich die Rede. Die
aktenkundige Medikamentenliste stimmt schliesslich mit den in den maze-
donischen Dokumenten gestellten Diagnosen überein (IV-act. 34/1).
5.2.5 Nach dem Gesagten erscheint die vom RAD-Arzt vorgenommene
Beurteilung des medizinischen Sachverhalts überzeugend. Dass der RAD-
Arzt, ein Facharzt für Innere Medizin, weder ein Magen-Darm-Spezialist
ist, noch über einen Facharzttitel in Kardiologie verfügt, ändert daran
nichts. Er hat sich zu Recht namentlich auf den onkologischen Kontrollbe-
richt vom 15. November 2017 (IV-act. 33/1) sowie den kardiologischen Be-
richt vom 27. September 2017 (IV-act. 32/1) gestützt. Es ist zudem davon
auszugehen, dass der RAD-Arzt – selbst ohne Facharzttitel in Kardiolo-
gie – die Resultate der elektrokardiographischen Belastungsuntersuchung
vom 19. September 2017 (IV-act. 38) sowie der Echokardiographie vom
6. Juni 2018 (IV-act. 36/1) hinreichend beurteilen konnte (vgl. Urteil des
BVGer C-271/2010 vom 13. April 2012 E. 4.3). Die vorliegenden Arztbe-
richte geben insgesamt ein komplettes Bild über die gesundheitliche Be-
einträchtigung des Beschwerdeführers im massgeblichen Zeitpunkt. Eine
zusätzliche medizinische Abklärung ist nicht erforderlich und wird im Übri-
gen auch nicht beantragt. Die pauschale und nicht begründete Aussage
des behandelnden Arztes vom 14. September 2018, der Beschwerdeführer
sei schwer krank (IV-act. 48/1), vermag die Zuverlässigkeit der versiche-
rungsinternen Stellungnahmen nicht in Zweifel ziehen. Dies gilt umso mehr,
als der Beschwerdeführer im Verwaltungs- und Beschwerdeverfahren
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schwankende Angaben macht hinsichtlich Beginn und Ausmass seiner ge-
sundheitlichen Beeinträchtigungen (vgl. IV-act. 9/6, 13, 50 sowie BVGer-
act. 1, 8). Laut Angaben des Beschwerdeführers trat sein Gesundheits-
schaden frühestens am 17. Januar 2015 ein (IV-act. 13/5), wobei unklar
bleibt, was sich an jenem Tag ereignet haben soll. Aufgrund der Akten ist
anzunehmen, dass sich der Beschwerdeführer vielmehr auf den Januar
2017 bezog, da er sich zu jenem Zeitpunkt der erwähnten Dickdarmopera-
tion unterziehen musste (IV-act. 8/1). Der vom Beschwerdeführer an ande-
rer Stelle sodann als Beginn der Arbeitsunfähigkeit erwähnte 2. November
2015 (IV-act. 9/5 f.) betrifft vermutlich seinen Spitalaufenthalt infolge Tho-
raxschmerzen (vgl. IV-act. 8/1). Von einer Operation an jenem Tag ist in
den Akten allerdings nicht die Rede. Der letzten Eingabe des Beschwerde-
führers im Beschwerdeverfahren ist jedenfalls zu entnehmen, dass dessen
Herzschwäche wieder im Vordergrund steht, nachdem es hinsichtlich des
Darmkrebses zu keinen Rezidiven gekommen ist (BVGer-act. 8). Der Be-
schwerdeführer gibt an, er benötige ständige Pflege und Betreuung einer
Drittperson bzw. seines Sohnes (BVGer-act. 1, IV-act. 13/8). Er macht dies-
bezüglich aber keine weiteren Ausführungen und aus den medizinischen
Unterlagen ergeben sich keine entsprechenden Hinweise. Gemäss den ak-
tenkundigen kardiologischen Unterlagen aus Mazedonien (vgl. v.a. IV-
act. 32/1, 36/1, 38/1) sowie den entsprechenden Berichten des RAD-Arz-
tes (IV-act. 52/2) liegt vielmehr eine Herzmuskelschwäche vor, welche seit
seiner Hospitalisation im November 2015 medikamentös behandelt wird,
dem Beschwerdeführer keine (erheblichen) Beschwerden verursacht und
zu keinen relevanten funktionellen Einschränkungen führt.
5.2.6 Es ist nicht zu beanstanden, dass der RAD-Arzt aufgrund der in den
vorliegenden Akten festgestellten Gesundheitsbeeinträchtigungen für den
Zeitraum ab Beendigung der chemotherapeutischen Behandlung von einer
100%-igen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers hinsichtlich seiner letz-
ten Tätigkeit als Hausmann ausgeht (IV-act. 52/1). Aus den Vorakten ist zu
schliessen, dass der Beschwerdeführer bereits einige Jahre vor Eintritt sei-
ner gesundheitlichen Probleme, d.h. seit ca. 2010 eigentlich nicht mehr er-
werbstätig war (vgl. IV-act. 9/4, 13/3 ff.), sondern im Haushalt mithalf, wel-
cher sich aus drei Erwachsenen und zwei Kindern zusammensetzt (IV-
act. 13/8). Es ist aufgrund der Akten anzunehmen, dass es sich bei den
genannten zwei Kindern um seine beiden erwachsenen Kinder handelt
(vgl. IV-act. 10/1). Der Beschwerdeführer lebt gemäss eigenen Aussagen
vom Einkommen seines Sohnes (IV-act. 13/7). Von Arbeitslosigkeit bzw.
erfolgloser Stellensuche des Beschwerdeführers ist in den Akten nicht die
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Rede. Die Mithilfe des Beschwerdeführers im Haushalt (3-Zimmerwoh-
nung) belief sich vor Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung – laut seinen
Angaben (IV-act. 13/8 ff.) – auf insgesamt neun Stunden pro Woche. Es ist
– mangels entsprechender Hinweise – davon auszugehen, dass der Be-
schwerdeführer auch ohne gesundheitliche Einbusse weiterhin in diesem
Umfang im Haushalt tätig wäre. Gemäss Einschätzung des RAD-Arztes ist
dem Beschwerdeführer die Verrichtung dieser Haushaltsarbeiten nach wie
vor zuzumuten, was angesichts der diagnostizierten Gesundheitsbeein-
trächtigungen nachvollziehbar ist. Falls der Beschwerdeführer dieses Pen-
sum im Haushalt aber nicht mehr selber bewältigen können sollte, wäre es
ihm zuzumuten, die Hilfe seiner Familienmitglieder in Anspruch zu neh-
men. Ein invaliditätsbedingter Ausfall ist unter diesen Umständen nicht an-
zunehmen (vgl. BGE 133 V 504 E. 4.2 m.w.H.). Aus dem Umstand, dass
dem Beschwerdeführer in Mazedonien Versicherungsleistungen zugespro-
chen wurden (vgl. IV-act. 8/4), lässt sich im Übrigen kein Anspruch auf eine
schweizerische Invalidenrente ableiten. Denn die Gewährung von Leistun-
gen durch ein ausländisches Versicherungsorgan präjudiziert nicht die in-
validenversicherungsrechtliche Beurteilung nach schweizerischem Recht
(vgl. Urteil des EVG [heute: BGer] I 435/02 vom 4. Februar 2003 E. 2; BGE
130 V 253 E. 2.4).
5.3 Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass der vorliegende Sach-
verhalt in medizinischer Hinsicht als rechtsgenüglich abgeklärt gelten kann.
6.
Die Vorinstanz stützte die angefochtene Verfügung, mit welcher das Leis-
tungsbegehren des Beschwerdeführers abgewiesen wird, nach dem Ge-
sagten zu Recht auf die Stellungnahmen des RAD-Arztes. Am vorinstanz-
lichen Ergebnis würde es im Übrigen nichts ändern, wenn für die Monate
November und Dezember 2016 aufgrund der aktenkundigen, durch den
Darmkrebs verursachten Magen-Darm-Beschwerden des Beschwerdefüh-
rers bereits eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20% anzunehmen
wäre (vgl. IV-act. 8/1) und für die Zeit der Krebsbehandlung (Operation mit
anschliessender Chemotherapie) ab Januar 2017 bis längstens zur Kon-
trolluntersuchung vom 15. November 2017 von einer Arbeitsunfähigkeit
von 100% auszugehen wäre. Diesfalls wäre zwar allenfalls eine Arbeitsun-
fähigkeit von durchschnittlich mindestens 40% während eines Jahres zu
bejahen (vgl. E. 4.2). Nach Ablauf dieses Jahres ist eine Invalidität von
mindestens 40% aus den genannten Gründen jedoch zu verneinen. Der
Beschwerdeführer hat damit keinen Anspruch auf eine Invalidenrente.
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7.
Die vorliegende Beschwerde erweist sich somit als unbegründet, weshalb
sie abzuweisen ist.
8.
Es bleibt über die Verfahrenskosten und eine allfällige Parteientschädigung
zu befinden.
8.1 Gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG sind die Verfahrenskosten in der Regel
der unterliegenden Partei aufzuerlegen. Der unterliegende Beschwerde-
führer hat mit seiner Beschwerde vom 28. Januar 2019 ein Gesuch um
unentgeltliche Rechtspflege gestellt (BVGer-act. 1). Wie soeben dargelegt,
erweist sich die vorliegende Beschwerde aber als klar unbegründet, wes-
halb sie als aussichtslos bezeichnet werden muss (vgl. Art. 65 Abs. 1
VwVG; siehe dazu auch BGE 138 III 217 E. 2.2.4; Urteil des BVGer C-
2103/2017 vom 12. März 2019 E. 4). Demzufolge ist das Gesuch um un-
entgeltliche Rechtspflege abzuweisen.
8.2 Die Verfahrenskosten können ganz oder teilweise erlassen werden,
wenn Gründe in der Sache oder in der Person der Partei es als unverhält-
nismässig erscheinen lassen, diese der Partei aufzuerlegen (Art. 6 Bst. b
des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigun-
gen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Im vorlie-
genden Fall sind in Anbetracht der gesamten Umstände, namentlich der
bescheidenen finanziellen Verhältnisse des Beschwerdeführers (vgl. IV-
act. 13/7), keine Verfahrenskosten zu erheben. Weiter ist keine Parteient-
schädigung zuzusprechen (Art. 7 Abs. 1 und 3 VGKE).
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