Decision ID: 1655ecf9-e423-4c9a-8045-16e16ed8a487
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1967, war seit dem 1. August 2008 als Maschinenführer bei der
Y._
zu einem Pensum von 100 %
angestellt und dadurch bei der Suva obligatorisch gegen die
Folgen von Unfällen versichert. Am
23. November 2013
kippte der Versicherte
beim Tragen eines Möbelstückes nach v
orne auf eine Ladefläche und musste sich bücken, woraufhin ihm
ein Schmerz in den Rücken schoss (
Schadenmeldung UVG vom 27. November 2013,
Urk. 8/1).
Nachdem am 29. November 2013 im
Z._
eine
MRI-Untersuchung
der Lendenwirbelsäule (LWS)
durchgeführt worden war
(vgl. Urk.
8/36)
, diagnostizierte Dr. med.
A._
, Praktischer Arzt, im ärztlichen Zwischenbericht vom 12. Dezember 2013 eine Kompressionsfraktur Lendenwirbelkörper (LWK) 1
vom 23. November 2013
(Urk. 8/11)
. Die Suva erbrachte Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen.
Am 7
. April 2014 nahm der Versicherte die Arbeit bei der
Y._
in einem Teilzeitpensum wieder auf (vgl. Urk. 8/33
und Urk. 8/47/5
). Am 9. Mai und 14. November 2014
führte die Suva bei der
Y._
Besprechungen
hinsichtlich der
Arbeitsplatzsituation durch (Urk. 8/33 und Urk. 8/46).
Am 5. Mai 2015
erfolgte bei
Dr. med.
B._
, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, eine kreisärztliche Untersuchung (Urk. 8/84). Mit Verfügung vom 4. Juni 2015 stell
t
e die S
uva die Taggelder und Heilbehandlungsleistungen
pe
r 31. Mai 2015 ein (Urk. 8/94), wogegen
der
Versicherte am 7. Juli 2015 Einsprache
erhob
(Urk. 8/101).
Ab Ende Oktober 2015 war der Versicherte
bei der
Y._
in einem 50%-Pensum neu in der
Elektroreparatur-Abteilung
tätig
(Urk. 8/130)
.
Am 20. November 2015 nahm die Suva eine ergonomische Arbeitsplatzabklärung vor (Urk. 8/142).
Am 4. Dezember 2015 gab
PD
Dr.
med. C._
, FMH Chirurgie, vom Kompetenzzentru
m Versicherungsmedizin der Suva
eine Beurteilung ab (Urk. 8/118).
Mit Schreiben vom 5. Januar 2016 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass
die angefochtene Verfügung vom 4. Juni 2015 in Gutheissung der Einsprache v
om 7. Juli 2015 aufgehoben und
weiterhin die gesetzlichen Versicherungsleistungen
erbracht würden
(Urk. 8/120).
Am 19. Januar 2017 führte Kreisarzt Dr.
B._
die Abschlussuntersuchung durch (Urk. 8/183). Mit Schreiben vom 27. Juni 2017 teilte die Suva mit, dass die Heilkosten- und Taggeldleistungen per 1. August 2017 eingestellt würden (Urk. 8/206). Mit Verfügung vom 13. Juli 2017 sprach die Suva dem Versicherten mit Wirkung ab dem 1. August 2017 eine Invalidenrente aus UVG basierend auf einer
Erwerbsunfähigkeit von 39 % zu
(Urk. 8/210). Mit Schreiben vom 7. August 2017 verneinte die Suva das Vorliegen eines Integritätsschadens (Urk. 8/218). Am 12. September 2017 erhob der
Versicherte gegen die Verfügung der Suva vom 13. Juli 2017
Einsprache (Urk.
8/223), welche die Suva mit Entscheid vom 4. Januar 2018
(Urk. 2)
teilweise guthiess und
ihm
eine Invalidenrente aus UVG gestützt auf eine Erwerbsunfähigkeit
/einen Invaliditätsgrad
von 42 %
zusprach.
2.
Dagegen erhob der Versicher
t
e am 2. Februar 2018 Beschwerde und beantragte, es seien der
Einspracheentscheid
vom 4. Januar 2018 sowie die Verfügung vom 13. Juli 2017 aufzuheben und ihm ab dem 1. August 2017 eine Rente von mindestens 50 % zuzusprechen (Urk. 1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Besc
hwerdeantwort vom 19. März 2018 die teilweise Gutheissung der Beschwerde und Festsetzung des Invaliditätsgrades auf 43 %
(Urk.
7 S. 2). Dies wurde
dem Beschwerdeführer am 21. Mär
z 2018 angezeigt
(Urk. 9).
3.
Mit heutigem Urteil hat das
Sozialversicherungsgericht die Beschwerde gegen die Verfügungen der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
vom 29. Mai und 12. Juni 2017 betreffend Rente abgewiesen (Prozess-Nr. IV.2017.00753
).
4.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. Novem
ber 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallver
sicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wir
klicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem
Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Das hier zu b
eurteilende Ereignis hat am 23. November 2013
stattgefunden, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss
Art. 6 Abs. 1 UVG werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt. Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt voraus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Invalidität,
Integritätseinbusse
) ein natürlicher und ein adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V 181 E. 3.1-2 mit Hinweisen).
1.3
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Zur Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der (unfallbedingten) Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versicherungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität
und Befangenheit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Entscheid damit, dass
gestützt auf die Beurteilung von
Kreisarzt Dr.
B._
vom 20. Januar 2017
davon ausgegangen werden könne,
dass dem
Beschwerdeführer sehr leichte körperliche Tätigkeiten mit dem umschriebenen Belastungsprofil
wieder
vollschichtig zumutbar seien
.
Im Rahmen des per 2017 vorzunehmenden Einkommensvergleichs belaufe sich d
as
Valideneinkommen
auf Fr. 98'730.90 (
13 x Fr. 6'690.-- + 12 x Fr. 77.
--
Wegvergütung + Fr. 10'336.80 Schichtzulagen + Fr. 500.-- einmalige Sonderzulage). Aufseiten des Invalideneinkommens sei
gestützt auf die Schweizerische
Lohnstrukturerhebung (L
SE) 2014 von einem Einkommen in der Höhe von
Fr. 5'312.-- (Tabe
lle TA1, Anforderungsniveau 4
, Männer
) auszugehen.
U
nter Berücksichtigung einer
betriebsüblichen Arbeitszeit von 41,7 Stunden
und
der
Nominallohnerhöhung von
Männern
bis ins
Jahr 2017 ergebe sich
ein
Jahresein
kommen von Fr. 67'387.65 (
Fr. 5'312.-- x 12
Monate
:
40 Stunden x 41,7 St
unden + 0,3 % + 0,6 % + 0,5 %). Da zudem ein
leidensbedingte
r
Abzug von 15 %
zu gewähren sei, belaufe sich das Invalideneinkommen auf
Fr. 57'279.50 (Fr. 67'387.65 abzüglich 15 %). Vergleiche man das Invalideneinkommen von Fr. 57'279.50 mit dem mutmasslichen
Valideneinkommen
von Fr. 98'730.80, so resultiere eine Erwerbseinbusse von Fr. 41'451.
30 und damit ein Invaliditätsgrad
von gerundet 42 % (Urk. 2 S. 7 ff.
).
2.2
Der Beschwerdeführe
r machte demgegenüber geltend,
dass
ihm von seiner Arbeitgeberin, der
Y._
,
in Zusammenarbeit mit der Suva und
der
Invalidenversicherung
eine optimal leidensangepasste Tätigkeit habe zugewiesen werden können. Diese Tätigkeit sei ihm g
emäss Bericht von Kreisarzt Dr.
B._
vom 20. Januar 2017 maximal fünf Stunden täglich zumutbar.
Das
Valideneinkommen
im Jahr 2018
belaufe sich
auf Fr. 107'857.-- (
13 x
Grundlohn von Fr. 6'690.-- + Fr. 50.
--
Erhöhung
+
Fr. 12 x Fr. 77.--
Wegvergütung + Fr. 12'000.-- Schichtzulagen +
Fr.
900.-- einmalige Sonderzulage +
Fr. 6'413.--
Überstunden/
Überzeit
).
Aufseiten des
Invalideneinkommens
sei
vom
bei der
Y._
tatsächlich erzielten Einkommen in der Höhe von
Fr. 49'9
59.
--
auszu
g
ehen.
Bei einem
Valideneinkommen
von Fr. 107'857.
--
und e
inem Invalideneinkommen von Fr.
49'
9
59.--
ergebe sich eine Erwerbseinbusse von Fr.
57'898.
--, weshalb ein Invaliditätsgrad von
53,7
% resultiere.
Sollte er als in einer körperlich sehr leichten Tätigkeit zu
100 % arbeitsfähig beurteilt werden
,
wäre
unter Heranziehung der LSE 2014 TA1 von
einem jährlichen Eink
ommen von Fr.
67'186.--
(
Fr. 5'312.-- x
12
:
40 x 41,7
+ 0,4 % + 0,7 %) auszugehen und ein leidensbedingter Abzug von 25 % zu berücksichtigen, was ein Invalideneinkommen von Fr. 50'390.-- (Fr. 67'186.-- abzüglich 25 %) ergeben würde.
Bei einem
Valideneinkommen
von Fr. 107'857.
--
und
einem
Invalideneinkommen von Fr. 50'390.--
würde
sich die Erwerbseinbusse auf
Fr.
57'467.--
belaufen
, weshalb ein Invaliditätsgrad von 53,3 % resultiere
n würde
(Urk. 1 S. 5 ff.
).
2.3
In der Beschwerdeantwort vom 19. März 2018
erklärte die Beschwerdegegnerin
, dass
aufgrund der
in der Beschwerde aufgeführten Beweismittel (Beilagen 4 und 5) eine jährliche Schichtzulage von Fr. 12'000.-- ausgewiesen sei.
Da die Beschwerdegegnerin lediglich Schichtzulagen in der Höhe von Fr. 10'336.80 berücksichtigt habe, sei das
Valideneinkommen
auf Fr. 100'394.-- zu erhöhen. Bei einem
Valideneinkommen
von Fr. 100'394.--
und einem Invalideneinkommen von Fr. 57'279.50 ergebe sich ein Invalidi
tätsgrad von 43
% (Urk. 7 S. 3 f.
).
3.
3.1
Dr.
B._
stellte im Bericht zur kreisärztlichen Untersuchung vom 5. Mai 2015 folgende Diagnosen (Urk. 8/84
/4-5
):
(1)
osteoporotische
Wirbelkörperfraktur mit minimer Achsenabweichung in der
Sagittalebene von 6,8° (Deckplatte Brustwirbelkörper [BWK]12 bis Grundplatte
LWK1) bei manifester Oste
oporose mit einem T-Score von –
3,4 (L3-L4), gemessen
am 20. Februar 2014 (DXA-Methode)
(2)
B
einahesturz
mit Zuzug einer LWK
1-Fraktur am 23. November 2013
(3)
aktuell anamnestisch Verdacht auf aktive
seronegative
Spondarthropathie
Dr.
B._
erklärte, dass die LWK1-Fraktur
rein unfallkausal
längst als abgeheilt einzustufen sei. Die weiterhin geklagten Beschwerden seien unfallfremd und der fortgeschrittenen Osteoporose sowie – gegebenenfalls nach rheumatologischer Diagnosesicherung – der entzündlich-rheumatischen Erkrankung einer
floriden
seronegativen
Spondarthropathie
zuzuschreiben. Unfallbedingt sei dem
Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit, die eine leichte körperliche Arbeit abverlange, vollschichtig zuzumu
ten (Urk. 8/84/5
).
3.2
Dr.
C._
vom Kompetenzzentrum f
ür Versicherungsmedizin der Beschwerdegegnerin
führte in der Beurteilung vom 4. Dezember 2015 aus, dass bei der erlittenen LWK1-Fraktur die Vorderkante sowie die Deck- und Bodenplatte betroffen gewesen seien. Die Hinterkante sei intakt geblieben. Die Fraktur sei ohne wesentliche weitere Sinterung der Vorderkante abgeheilt. In den folgend
en MRI-Kontrollen habe sich
das Ausmass der zentralen Impression von LWK1 gut erkennen lassen. Diese Impression in der Deckplatte und die Veränderung der Bodenplatte dürften mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für die persistierenden Beschwerden verantwortlich sein, was mit der Testinfiltration von L1/L2 und der vorgesehenen Infiltration auf Höhe Th12/L1 klinisch zusätzlich unterstützt werde. Die mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf die vorhandene Deck- und weniger Boden
plattende
struktion zurückzuführenden persistierenden Beschwerden würden in direktem Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 23. Novembe
r 2013 stehen (Urk. 8/118/13-14
).
3.3
Kreisarzt Dr.
B._
erklärte
im Bericht zur Abschlussuntersuchung vom 19. Ja
nuar 2017
, dass der medizinische Endzustand erreicht sei. Für die angestammte Tätigkeit als Polymechaniker bestehe eine Arbeitsunfähi
gkeit von 100 %. Bei der
angepassten Tätigkeit als Sachbearbeiter für Elektronikbauteile würden regelmässig am Ende der Arbeitsschicht Beschwerden und daraufhin einsetzende Nackenschmerzen auftreten, die den Beschwerdeführer häufig zum Niederl
i
egen zwingen würden. Die d
erzeitige angepasste Tätigkeit
sei daher maximal fünf Stunden täglich zumutbar. Für sehr leichte körperliche Arbeiten sei der Beschwerdeführer vollschichtig einsetzbar. Nicht zumutbar seien Tätigkeiten in propulsiver Rumpfhaltung, das Bücken sowie ausgiebige Rumpftorsionen. Zu meiden seien auch Stösse und Vibrationen, die axial in die Rumpfwirbelsäule eingeleitet würden (zum Beispiel Staplerfahren, Bagger betätigen, Chauffeurtätigkeiten mit schlechter Stossdämpfung; Urk.
8/183/9-10
).
4
.
4
.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen Entscheid vom 4. Januar 2018 (Urk. 2) in medizinischer Hinsicht au
f den Bericht von Kreisarzt Dr.
B._
zur Abschlussuntersuchung vom 19. Januar 2017 (Urk. 8/183).
4.2
Diesem Bericht
ist zu entnehmen,
dass die ödematösen Knochenmark
veränderungen von L1 im MRI der LWS vom 23. März 2016 deutlich
regredient
gewesen seien. G
emäss eigenen Angaben
nehme der
Beschwerdeführer die Medikamente
seit Juli 2016
nicht mehr ein
, vor allem wegen der Erleichterungen am Arbeitsplatz. Bis dahin habe er mit MST in einer Dosierung von 30 mg-0-30 mg
Schmerzlinderung verspürt. Die Physiotherapie sei im Mai 2016 sistiert worden. Der
Beschwerdeführer
berichte
heute von insgesamt gebesserten Bes
chwerden bei Hebebelastungen,
ungünstigen Rumpfhaltungen und –
bewegungen
im Bereich
Th12-L5
. Di
e
Besserung der Beschwerden sei
nachvollziehbar zurückzuführen auf die Zuweisung eines angepassten Arbeitsplatzes, wo er seit September 2016 durch Hilfestellung eines Lehrlings vom Heben und Tragen von mittelschweren Lasten befreit sei. Klinisch fänden sich im Wesentlichen keine Unterschiede zu den Befunden aus der kreisärztlichen Untersuchung vom 5. Mai 2015. Zwischenzeitlich seien zwei Meinungen zu einer im Raum gestandenen operativen Behandlung eingeholt worden. Die zuerst verneinte Operationsindikation sei in der Zweitmeinung durch die
D._
relativiert worden. Unter der Voraussetzung einer erfolgreichen
osteoanabolen
Vorbehandlung mit
Forsteo
und einer postoperativen Weiterführung dieser Behandlung über 18 bis 21 Monate werde eine 2-Etagen-Fusion Th12-L2 angesprochen. Derzeit stehe der Beschwerdeführer einer operativen Behandlung
ablehnend gegenüber, weil er
unter den neuen Arbeitsbedingungen doch
eine gewisse Beschwerdeerleichterung
erfahren habe. Unter der
Bishosphonat
-Behandlung mit
Alendronsäure
und Supplementierung von Kalzium und Vitamin D3 habe
der T-Score L3-L4 von ursprünglich -3,4 auf aktuell (1. November 2016)
–
2,6 (L3-L4) verbesse
rt werden können (DXA-Methode; Urk. 8/183/6-9
).
Dr.
B._
erklärte sodann, dass dem Beschwerdeführer die aktuell ausgeübte Tätigkeit als Sachbearbeiter für Elektronikbauteile maximal fünf Stunden täglich zumutbar sei
.
Diese quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit hat Dr.
B._
jedoch nicht mit den festgestellten Befunden begründet. Sie beruht vielmehr ausschliesslich auf den subjektiven Angaben des Beschwerdeführers, wonach regelmässig am Ende der Arbeitsschicht Nackenschmerzen auftreten würden.
Dass
der Beschwerdeführer in
dieser
Tätigkeit
lediglich fünf Stunden pro Tag arbeitsfähig sei, ist damit nicht ausgewiesen. Im Weiteren kam Dr.
B._
denn auch zum Schluss, dass eine sehr leichte Tätigkeit
(maximale Belastung 5 kg)
, deren Belastungsprofil er exakt umschrieben ha
t,
zu 100 % zumutbar sei
(
Urk.
8/183/10)
. Diese Einschätzung, welche Dr.
B._
in Kenntnis sämtlicher
Vorakten
abgab und die auf einer eingehenden fachärztlichen Untersuchung beruht, ist angesichts der genannten Befunde sowie der dazugehörigen Erläuterungen nachvollziehbar.
4.3
Auf die Beurteilung von Kreisarzt Dr.
B._
vom 20. Januar 2017
(Urk.
8/183)
kann somit abgestellt werden.
5
.
5
.1
Zu prüfen bleibt
, wie sich die eingeschränkte Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
5
.2
5
.2.1
Im Rahmen des
auf den
Zeitpunkt des Rentenbeginns per
1. August 2017
vorzunehmenden Einkommensvergleichs
ist bei der Bemessung
des
Valideneinkommens
unbestrittenermassen
vom monatlichen Grundlohn in der Höhe von Fr. 6‘690.
--,
den der Beschwerdeführer ohne gesundheitliche Einschränkung
bei der
Y._
im
Jahr 2017 erzielt
hätte
(Urk. 8/187)
, auszugehen
.
Ebenfalls
unbestritten
ist
, dass zu diesem Betr
ag
Schichtzulagen,
eine Wegvergütung
und eine jährliche Sonderzulage
hinzukommen
(Urk. 7 S. 3).
5
.2.2
Im Weiteren brachte d
er
Beschwerdeführer
vor, dass
an das
Valideneinkommen
Überstunden-/Überzeitentschädigung
en
anzurechnen seien
(Urk. 1 S.
6 ff.)
.
Dies gestützt auf die Lohnjournale der
Y._
aus de
n Jahren 2012 und 2013 (Urk. 8/186
).
Rechtsprechungsgemäss
dürfen
geleistete Überstunden
bei der Bemessung des
Valideneinkommens
lediglich
berücksichtigt werden, soweit sie auch für die Zukunft zu erwarten gewesen wären. Bei mehrjährigen Arbeitsverhältnissen ist erste Voraussetzung, dass dies in der Vergangenheit bereits wiederholt geschehen ist
.
Anhaltspunkte dazu können neben Lohnabrechnungen etwa auch der Auszug aus dem individuellen Konto der Ausgleichskasse
(IK-Auszug)
liefern. Fehlt es daran, scheitert der Nachweis eines ohne den Unfall auch in der Zukunft aller Voraussicht nach regelmässig erwirtschafteten (Zusatz-)Verdienstes. Mit anderen Worten sind Überzeiten beim
Valideneinkommen
(erst) dann
zu berücksichtigen, wenn sie erstens
vor dem Unfallereignis regelmässig geleistet und ausbezahlt wurden
, und zweitens
auch nach dem Unfallereignis voraussichtlich erbracht und ausbezahlt worden wären. Zu Letzterem sind Auskünfte der damaligen Arbeitgeberin in die
Entscheidfindung
mit einzubeziehen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_744/2012 vom 20. Dezember 2012 E. 2 mit Hinweisen)
.
Wie die
jährlichen
Einkommenszahlen im IK-Auszug
vom 3. Februar 2016
zeigen, wurden dem
Beschwerdeführer vor dem Unfallereignis vom 23. November 2013 jeweils
Überstunden-/Überzeitenschädigungen ausbezahlt
(Urk. 8/242/15).
Mit E-Mail vom 6. März 2017 teilte die
Y._
der Beschwerdegegnerin
mit, dass
sich die Firma bei der Auszahlung der Überzeitstunden an den Gesamtarbeitsvertrag
(GAV)
der
Maschinen-, Elektro- und Metall-I
ndustrie halte. Dieser besage, dass nach Ab
lauf der Rechnungsperiode (dies
sei jeweils im Juni) alle Mehrstund
en über 200 als Überzeit gelten
würden und somit, wenn gewünscht, ausbezahlt werden dürften. Gemäss Rücksprache mit dem damaligen Vorgesetzten des Beschwerdeführers sei die Prognose für dieses Jahr so, dass die 200 Stunden bis Juni 2017 nicht überschritten werden sollten, weshalb voraussichtlich keine Überzeitauszahlung erfolgen werde (Urk. 8/192).
D
en
Mitteilung
en
der
Y._
vom 16. Mai respektive 6. Dezember 2018
ist
sodann
zu entnehmen, dass die Geschäftsleitung aufgrund der Auftragslage und der damit zu erwart
enden Auslastung de
s Betriebes im Jahr 2018 beschlossen habe, der Belegschaft die Möglichkeit zu biet
en, in den Lohnperioden Juni respektive Dezember 2018
den individuellen FLAZ-Saldo bis auf einen Restsaldo von 50 Stunden auszahlen zu lassen (Urk. 11/1
-2
).
Da dem Beschwerdeführer vor dem Unfallereignis vom
23. November 2013 während mehrerer Jahre
Überstunden-/Überzeitentschädigungen ausbezahlt wurden, hinsichtlich
der Überzeitauszahlung
im Jahr
2017 lediglich eine prognostische Einschätzung der Arbeitgeberin
vorliegt
und
den Mitarbeitern der
Y._
im Jahr 2018
nachweislich wiederum entsprechende Entschädigungen
ausgerichtet
wurden, sind die geleisteten Überstunden bei der Bemessung des
Valideneinkommens
zu berücksichtigen. Dies auch vor dem Hintergrund, dass
nach der Rechtsprechung
Ausnahmen von der grundsätzlichen Massgeblichkeit des Vorinvaliditätseinkommens
für das
Valideneinkommen
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein müssen (BGE 1
34 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen), was vorliegend nicht der Fall ist.
Gestützt auf die durchschnittlichen Einkommenszahlen in den Jahren 2009 bis 2012
gemäss IK-Auszug (Urk. 8/242/15)
, welche je an die Nominallohnentwicklung
anzupassen sind
(
vgl.
Bundesamt für Statistik,
T39
Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne,
1
942
bis
2017, Männer),
ist im Jahr 2017 somit von einem
Valideneinkommen
in der Höhe von Fr.
111'289.60
([Fr. 98'338.-- : 2'136 x 2
'
249
= Fr. 103'540.35
]
+ [Fr.
105'849.-- : 2'151 x 2
'
249
= Fr. 110'671.50
] + [Fr. 114'872.-- : 2'171 x 2
'
249
= Fr. 118'999.15
]
+ [
Fr. 108'911.-- : 2'1
88
x 2
'
249
= Fr. 111'947.35
]
= Fr.
445'158.35
: 4) auszugehen.
5.3
5.3.1
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung
primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3; 135 V 297 E. 5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E. 3b/
aa
).
Ist kein
solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen
gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne beigezogen werden (BGE 126 V 76 E. 3b).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (Urteil 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 mit Hinweisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1).
5.3.2
Da nicht davon ausgegangen werden kann, dass der Beschwerdeführer die ihm verbliebene Arbeitsfähigkeit mit der in einem 50%-Pensum ausgeübten Tätigkeit bei der
Y._
in zumutbarer We
ise voll ausschöpft (vgl. E. 4.2
),
ist
für die Bestimmung des Invalideneinkommens
nicht auf den
tatsächlich erzielt
en Lohn
abzustellen.
Heranzuziehen ist vielmehr
der monatliche
Medianlohn
gemäss LSE 2014
in der Höhe von Fr. 5'312.-- (Tabelle TA1, Anforderungsniveau 1
, Männer
), w
eshalb
unter Berücksichtigung der betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41,7 Stunden
(
vgl.
Bundesamt für Statistik, betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, T03.02.03.01.04.01
)
sowie
der Nominallohnentwicklung
von Männern (
vgl.
Bundesamt für Statistik,
T39
Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne,
1942 bis 2017, Männer)
bei einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
ein hypothetisches J
ahreseinkommen von Fr. 67'321.20
(Fr. 5'312
.--
x 12 : 40 x 41,7 : 2'220 x 2’249
) resultiert.
Dem Einwand des Beschwerdeführers, dass ihm
bei
der Bemessung des Invalideneinkommens ein Leidensabzug in der Höhe von 25 % hätte gewährt
werden m
üssen (Urk. 1 S. 15
), kann nicht beigepflichtet werden
.
Angesichts dessen, dass der
Beschwerdeführer nur
noch
körperlich leichte
Arbeiten
ausüben kann, steht ihm
zwar lediglich
ein eingeschränktes Spektrum an möglichen Tätigkeiten offen.
Das Alter, die
Dauer der Betriebszugeh
örigkeit, die Nationalität und
der Beschäftigungsgrad
wirken sich aber
nicht lohnmindernd aus (vgl. dazu Meyer/
Reichmuth
, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2014, N 102 ff. zu Art. 28a).
Entgegen der
Auffassung der
Beschwerdegegnerin ist unter diesen Umständen
nicht ein leidensbedingter Abzug von 15 %, sondern lediglich
ein solcher von 10 % zu berücksichtigen
(Urk.
2 S. 12)
.
Das Invalideneinkommen b
eläuft sich demnach auf Fr.
60
‘589.10 (Fr. 67‘321.20
x 0,9
).
5.4
Bei ei
nem
Valideneinkommen
von
Fr.
111'289.60
und eine
m Invalideneinkommen von Fr. 60‘
589.10
resultiert
eine
Erwerbseinbusse
von Fr.
50‘
700.50
und damit ein Invaliditätsgrad von
aufgerundet 46 % (Fr. 50‘
700.50
:
Fr. 111‘289.60
).
Der Beschwerdeführer hat demzufolge
ab dem 1. August 2017 A
nspruch auf eine Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad
von 46 %
anstatt von 42
%.
Dies führt zur teilweisen
Gutheissung
der Beschwerde.
6
.
Ausgangsgemäss
ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer eine reduzierte Prozessentschädigung zu bezahlen, welche in Anwendung von Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwi
erigkeit des Prozesses auf Fr. 1‘2
00.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) festzusetzen ist.