Decision ID: 902f77d4-85b2-4ea4-b9e5-dbf92024f037
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1960, war von Januar 2001 bis November 2012 bei der
Y._
AG als Lagermitarbeiter tätig, wobei der letzte Arbeitstag am 1
5.
November 2012 war (
Urk.
5/22)
.
Unter Hinweis auf
eine Gehirn
er
schütte
rung, Rauschen, Tinnitus und Schwindel meldete sich
der Versicherte
am 1
2.
März 2013 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
5/9 = 5/14). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab, zog Akten des Unfallversicherers bei (
Urk.
5/10
/1-82
,
Urk.
5/19
/1-250
,
Urk.
5/25
/1
307
) und holte ein
polydiszipli
näres
Gutachten ein, das am 1
6.
März 2015 erstattet wurde (
Urk.
5/52).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
5/57
-58
,
Urk.
5/62
Urk.
5/73;
Urk.
5/76) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
4.
Mai 2016 einen Ren
tenanspruch (
Urk.
5/
79
=
Urk.
2)
.
2.
Der Versicherte erhob am
2
7.
Juni 2016
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
2
4.
Mai 2016
(
Urk.
2) und beantragte, es sei
die Beschwerdegegnerin zu ver
pflichten,
ihm
sämtliche Leistungen nach
dem Bundesgesetz über die Invaliden
versicherung (IVG)
zu erbringen und ihm insbesondere eine Rente auszurichten
, eventuell sei
die Sache zur weiteren Abklärung und Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurück zu weisen
(
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
1.
September 2016
(Urk.
4
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am
1
4.
Oktober 2016
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
6
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
IVG
).
Erwerbsunfä
higkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi
schen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Ein
gliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichti
gen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit
Krank
heitswert
besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. De
zember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und
Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesgerichts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invali
dität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeits
markt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.3
G
emäss
der mit
BGE 130 V 352
begründeten und seither stetig weiter ent
wickel
ten Rechtsprechung vermochten eine fachärztlich (psychiatrisch) diagno
stizierte somatoforme Schmerzstörung und vergleichbare psychosomati
sche Leiden (
BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3
) in der Regel keine lang dauernde, zu einer Invali
dität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG führende Arbeitsunfähigkeit zu bewirken. Vielmehr bestand die Vermutung, dass solche Beschwerdebilder oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar seien und nur bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und kon
stant behindern, den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar mach
ten, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt (zur Entstehungsgeschichte dieser Praxis:
BGE 135 V 201
E.
7.1.2;
Urteil des Bundesgerichtes 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 2.1
).
Ob ein solcher Ausnahmefall vorlag, entschied sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien (so genannte „Foerster-Kriterien“, vgl. BGE 130 V 352, BGE 131 V 39 E. 1.2, BGE 139 V 547 E. 3.2.3).
Mit BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht die Überwindbarkeitsvermutung aufge
geben und das bisherige Regel-/Ausnahme-Modell durch einen struktu
rierten normativen Prüfungsraster ersetzt. In dessen Rahmen wird im Regelfall anhand von auf den funktionellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen ergebnisoffen und symmetrisch beurteilt, indem
gleichermassen
den
äusseren
Belastungsfaktoren wie den vor
handenen Ressourcen Rechnung getragen wird (BGE 141 V 574 E. 4.2 mit Hin
weisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2 mit Hinweisen). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestell
ten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der
Standardin
dikatoren
schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wie vor die materiell beweisbelastete versicherte Person zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; BGE 141 V 547 E. 2; Urteil des Bundesgerichts 8C_28/2016 vom 15. April 2016 E. 3.2).
Die Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens nach dem dargelegten Prüfungsraster erübrigt sich
rechtsprechungsgemäss
, wenn Ausschlussgründe vorliegen, etwa wenn die Leistungseinschränkung überwiegend auf Aggravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht, welche die Annahme einer gesund
heitlichen Beeinträchtigung von vornherein
ausschliessen
(BGE 141 V 281 E. 2.2; vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_549/2015 vom 29. Januar 2016 E. 4.1 und 9C_899/2014 vom 29. Juni 2015 E. 4).
Die Rechtsprechung hat zu den „vergleichbaren psychosomatischen Leiden“ ausdrücklich jene gezählt, die im Nachgang zu BGE 130 V 352 über die Jahre als sogenannte „
pathogenetisch
-ätiologisch unklare
syndromale
Beschwerdebil
der
ohne nachweisbare organische Grundlage“ in
invalidenversicherungsrechtli
cher
Hinsicht den gleichen sozialversicherungsrechtlichen Anforderungen (Regel-Ausnahmemodell mit "Überwindbarkeitsvermutung“) unterstellt wurden (BGE 142 V 342 E. 5.2.1; BGE 141 V 281 E. 4.2; BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3; bis
lang: Fibromyalgie: BGE 132 V 65 E. 4 [Urteil des Bundesgerichts I 336/04 vom 8. Februar 2006]; dissoziative Sensibilitäts- und Empfindungsstörung: Urteil des Bundesgerichts I 9/07 vom 9. Februar 2007 E. 4 in
fine
, in: SVR 2007 IV Nr. 45 S. 149; dissoziative Bewegungsstörung: Urteil des Bundesgerichts 9C_903/2007 vom 30. April 2008 E. 3.4;
Chronic
Fatigue
Syndrome [CFS; chronisches Müdigkeitssyndrom] und Neurasthenie: Urteile des Bundesgerichts I 70/07 vom 14. April 2008 E. 5; 9C_98/2010 vom 28. April 2010 E. 2.2.2, in: SVR 2011 IV Nr. 17 S. 44, und 9C_662/2009 vom 17. August 2010 E. 2.3, in: SVR 2011 IV Nr. 26 S. 73; spezifische und unfalladäquate HWS-Verletzungen [
Schleuder
trauma
] ohne organisch nachweisbare Funktionsausfälle: BGE 136 V 279 [Urteil des Bundesgerichts 9C_510/2009 vom 30. August 2010]; nichtorganische
Hypersomnie
: BGE 137 V 64 E. 4 [Urteil des Bundesgerichts 9C_871/2010 vom 25. Februar 2011]; leichte Persönlichkeitsveränderung bei chronischem Schmerzsyndrom: Urteil des Bundesgerichts 8C_167/2012 vom 15. Juni 2012 E 5.2 und 6.1).
Gemäss
BGE 142 V 342 ist die Rechtsprechung
gemäss
BGE 141 V 281 auch auf eine posttraumatische Belastungsstörung anwendbar
.
1.4
Die im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren, welche nach gemeinsamen Eigenschaften systematisiert werden können, umschreibt das Bundesgericht i
n
BGE 141 V 281
wie folgt:
Kategorie „funktioneller Schweregrad" (E. 4.3)
Komplex „Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1)
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
(E. 4.3.1.2)
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen; E. 4.3.2)
Komplex „Sozialer Kontext" (E. 4.3.3)
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens; E. 4.4)
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener
Lei
dens
druck
(E. 4.4.2)
Die Antworten, welche die medizinischen Sachverständigen anhand der (im Einzel
fall relevanten) Indikatoren geben, verschaffen den Rechtsanwendern In
dizien, wie sie erforderlich sind, um den Beweisnotstand im Zusammenhang mit der Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit bei psychosomatischen Störungen zu überbrücken (E. 4.1.3).
1.5
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundes
gerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
Be
i
ungenügenden Abklärungen
durch den Versicherungsträger holt
die Beschwerdeinstanz im Regelfall ein Gerichtsgutachten ein
, wenn sie einen (im Verwaltungsverfahren anderweitig erhobenen) medizinischen Sachverhalt über
haupt für gutachtlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine
Administrativ
expertise
in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Die betref
fende Beweiserhebung erfolgt alsdann vor der
–
anschliessend
reformatorisch entscheidenden
–
Beschwerdeinstanz selber statt über eine Rückweisung an die Verwaltung. E
ine Rückweisung an den Versicherungsträger
bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten
Frage begründet
ist.
Ausserdem
bleibt es dem kantonalen Gericht (unter dem Aspekt der Verfahrensgarantien) unbenommen, eine Sache zurück
zuweisen, wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist (B
GE
137 V 210
E.
4.4.1.
4 mit Hin
weisen; Urteil des Bundesgerichts
8C_815/2012 vom 21.
Oktober 2013 E.
3.4
,
publi
ziert in SVR 1/2014 UV Nr. 2 S.
3)
.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus,
dass aus versicherungsmedizinischer Sicht nicht auf das Gutachten der
Z._
vom 1
6.
März 2015
(
Urk.
5/52)
abgestellt werden könne, da die gestellten Diagnosen nicht nachvollziehbar seien. In sämtlichen Teilgutachten der Fach
richtungen werde mehrmals festgehalten, dass Diskrepanzen zwischen den aus
geprägten Beschwerden und den objektiv fassbaren Befunden bestehen würden. Ebenfalls könne eine bewusstseinsnahe Aggravation nicht ausgeschlossen wer
den. Die Diagnosen seien aufgrund der subjektiven Angaben des Beschwerde
führers gestellt worden. D
ie von den Gutachtern attestierte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
beruhe
auf Aggravation, weshalb kein
IV
-relevanter
Gesund
heitsschaden
ausgewiesen sei
.
Bei dieser Ausgangslage erübrige sich auch die Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens nach den massgeblichen Standardindikatoren (S. 2 Mitte).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt, dass
eine Aggravation nicht mit hinreichender Klarheit angenommen werden könne
(S. 7 Mitte)
.
Blosse Anzeichen von Aggravation
würden
per se einen Rentenanspruch nicht aus
schliessen
(S. 7
Ziff.
4). Gestützt auf die Einschätzung der behandeln
den Ärzte und der Diagnose eines organischen Psychosyndroms mit ausge
prägter Depressivität bestehe ein Anspruch auf eine ganze Rente. So ergebe sich auch gestützt auf die Beurteilung des von der Beschwerdegegnerin eingeholten Gutachtens ein Anspruch auf eine ganze Rente (S. 8 unten). Ein
Ausschluss
grund
der Aggravation, womit von der Durchführung eines strukturierten Beweisverfahren
nach den massgeblichen Standardindikatoren abgesehen wer
den könne, ergebe sich aus dem Gutachten nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (S. 8 unten f.). Bei der jetzi
gen Aktenlage könne eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin somit nicht abgelehnt werden. Es seien allenfalls noch weitere Abklärungen notwendig (S. 9 oben).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, wie es sich mit der Arbeitsfähigkeit des Beschwerde
führers verhält und ob die Beschwerdegegnerin zu Recht einen invalidisierenden Gesundheitsschaden verneint hat.
3.
3.1
Dr.
med.
lic
. phil.
A._
,
Fachärztin für Psychiatrie und Psycho
therapie
, führte in
ihrem
Bericht vom
3
1.
Januar 2013 (
Urk.
5/10/23-24)
aus,
der Beschwerdeführer sei ihr von seiner Hausärztin
Dr.
B._
zuge
wiesen worden und es hätten seit dem 1
0.
Januar 2013 vier
Konsulationen
stattgefunden (S. 1). Als Diagnose nannte sie ein
organische
s
Psychosyndrom nach
Schädel-Hirn-Trauma
am
1
5.
November
2012 mit ausgeprägter Depressi
vität (ICD-10 F07.2).
Der
Beschwerdeführer
leide seit Jahren an einer rezidi
vierenden Ohrproblematik
und
sei bis zum Tatzeitpunkt (
Hammerschlag auf den Kopf
) gesund gewesen. Der
Beschwerdeführer
glaube sein Leben durch den Täter und die ungerechtfertigte Kündigung des Arbeitsgebers
zerstört
. Er fürchte sich vor bleibender Leistungsunfähigkeit,
habe Zukunftsängste und
fürchte
unter anderem
wegen der Leistungsunfähigkeit von se
iner Familie verlassen zu werde
n
.
E
r sehe
sich als Last für seine Familie, habe Insuffizienzgefühle und leide am
Verlust des Selbstwertgefühls. Er könne das ihm widerfahrene Unglück nicht fassen. Wegen der ausgeprägten depressiven Symptomatik
sei der Beschwerdeführer weiterhin zu
100
%
arbeitsunfähig
(S.
2)
.
3.2
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Neurologie,
nannte im Bericht vom
4.
Februar 2013 (
Urk.
5/10/16-17
=
Urk.
5/25/236-237)
die folgenden Diagnosen:
postcommotionelles
Syndrom mit/bei
Unfall am 1
5.
November 2012 (Schlag auf den Hinterkopf)
depressive Entwicklung
chronische
migräniforme
Kopfschmerzen
stark reduzierte Belastbarkeit
Hypakusis rechts mit/bei
Tinnitus
Der
Beschwerdeführer
habe am
1
5.
November
2012 als Folge
einer
schweren Tätlichkeit durch einen Mitarbeiter
(Schlag mit de
m Hammer auf den Hinter
kopf) eine Commotio cerebri erlitten. Eine
Contusio
cerebri habe im Schädel-MRI vom 1
0.
Januar 2013 ausgeschlossen werden können. Der Beschwerde
führer habe sich aktuell mit typischen
postcommotionellen
Beschwerden mit einer ausgeprägten depressiven Entwicklung sowie chronischen
migräniformen
Kopfschmerzen präsentiert. Bei stark reduzierter Belastbarkeit bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis auf weiteres. Aufgrund des bisherigen Verlaufs sei mit einer verlängerten
Rekonvaleszenz-Zeit
zu rechnen (S. 1). Weiter berichtete
Dr.
C._
von einem normalen Status ohne sichere Hinweise auf ein neurologisches Ausfallsyndrom (S. 2).
3.3
Im neurologischen Bericht der Rehaklinik
D._
vom
5.
Juli 2013 (
Urk.
5/19/98-109
=
Urk.
5/25/154-165
) nannten die Ärzte die folgenden Diag
nosen:
leichte traumatische Hirnverletzung mit
Medikamentenübergebrauchskopfschmerzen
unspezifischer neuropsychologischer Störung aufgrund von eindeuti
gen Hinweisen auf eine bewusste negative Antwortverzerrung
mittelgradige
r
depressive
r
Episode (
ICD-10
F32.1),
Differential
diagnose
Anpassungsstörung mit längere
r
depressiver Reaktion (
ICD-10
F32.21)
Tinnitus
auris
rechts mehr als links
Im Rahmen der neuropsychologischen Untersuchung vom 1
0.
Juni
2013 habe der
Beschwerdeführer
meist weit unterdurchschnittliche Testergebnisse erzielt. Geprüft
worden
seien die basalen Aufmerksamkeitsfunktionen, einzelne exeku
tive Funktionen, die verbale und visuell-räumliche Merkspanne sowie visuell-räumliche Fähigkeiten. Beim Mini-Mental-Status-Test
habe
der
Beschwerde
führer
22 von maximal 30 Punkten
erreicht
, was einem weit unterdurchschnitt
lichen Resultat entspreche. Bei alleiniger Betrachtung des kognitiven Testprofils würde man vermuten, dass eine mittelschwere bis schwere neuropsychologische Störung vorliege. Im Rahmen von zwei Symptomvalidierungstests hätten sich jedoch eindeutige Hinweise auf eine bewusste, negative Antwortverzerrung ergeben. Zudem seien die meist weit unterdurchschnittlichen Testergebnisse nicht mit den medizinischen Diagnosen vereinbar. Gemäss der Schädel-
Magnet-Resonanz-Tomographie
(MRT)
vo
n Januar
2013 liege keine strukturelle
Hirn
verletzung
vor. Die Prognose einer leichten traumatischen Hirnverletzung sei grundsätzlich gut. Kognitive Defizite oder andere Beschwerden würden sich in der Regel innert
zirka
drei Monaten zurückbilden. Innerhalb des kognitiven Testprofils hätten sich erhebliche Inkonsistenzen gezeigt. Die Reaktionszeiten bei einfachen Reaktionsaufgaben seien
zum Beispiel
deutlich langsamer gewe
sen als bei anspruchsvolleren Aufmerksamkeitstests. Sowohl die verzögerten Reaktionszeiten von einer Seku
nde bei der tonischen
Alertness
als auch die erhöhten Streuungen würden auf eine negative Antwortverzerrung hindeuten. Die testpsychologisch objektivierten Befunde mit schweren Aufmerksamkeits- und Gedächtnisdefiziten würden auch nicht zum Verhalten des Patienten passen. Im Gespräch sei keine Verlangsamung ersichtlich gewesen, zudem habe der Patient zu Beginn der Untersuchung detaillierte Angaben zu seiner Biogra
phie und seiner Familie machen können. Im Alltag sei er seinen Auskünften zufolge imstande, selbständig die öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen. Auch dies wäre in Anbetracht der Testergebnisse nicht selbstverständlich. Die Glaubhaftigkeit des Ausmasses der angegebenen kognitiven Beschwerden und der diagnostisch festgestellten Leistungseinbussen sei somit in Frage zu stellen. Das im Rahmen der neuropsychologischen Untersuchung ermittelte kognitive Testprofil besitze unter diesen Umständen keine Aussagekraft (S. 8).
Die Ärzte berichteten zudem von Inkonsistenzen im neurologischen Untersu
chungsbefund (S. 10 unten f.) und bei der physiotherapeutischen Untersuchung (S. 11 oben) und erhoben in der physiotherapeutischen sowie ergotherapeuti
schen Untersuchung unter der Norm liegende Befunde (S. 11 Mitte)
.
Zum ebenfalls als Hauptsymptom
g
eklagten Tinnitus falle auf, dass in einem ausführlichen Bericht der
Oto
-
Rhino
-Laryngologie (ORL)
-Klinik
des
E._
nach einer Konsultation am 2
0.
November
2012 eine
über
fallsbedingte
Tinnitusverschlechterung
fünf Tage nach dem Unfall nicht erwähnt werde, während in einem Verlaufseintrag vom 1
8.
Dezember
2012 dieser Umstand deutlich beschrieben werde. Bei massiver
Tinnituszunahme
durch den Unfall lasse sich nicht nachvollziehen, warum der Versicherte im Rahmen der ORL-ärztlichen Untersuchung fünf Tage nach dem Unfall nicht darüber berichtet habe (S. 11 unten).
Der
Beschwerdeführer
sei im Rahmen des Abschlussgespräches mit den beo
bach
teten Inkonsistenzen und negativen Antwort-Verzerrungen konfrontiert und nochmals ausdrücklich darauf hingewiesen worden, dass bei Fehlen von strukturellen Hirnveränderungen in der zerebralen
MRT
aus medizinischer Sicht keine bleibende Leistungsminderung abgeleitet werden könne, und dass er in Folge dessen mit seinen ganzen Kräften an der sozialen und berufliche
n Re-In
tegration mitwirken soll
e, um seine emotionale, soziale und berufliche Lage wieder zu stabilisieren (S. 12).
3.4
Die Ärzte
der
F._
berichteten am
6.
Juli 2014 (
Urk.
5/37)
über die
Hospitalisation
vom 2
9.
Mai bis 2
5.
Juni 2014 und führten dazu unter anderem aus,
der Beschwerdeführer habe aufgrund einer grossen Sehnsucht nach seiner Familie und seinen persistierenden Schmerzen mit Tinnitus eine
n
protrahierten Einstieg in das Therapieprogramm gefunden, habe sich aber im Verlauf allen Therapieformen öffnen können und habe diese regelmässig besucht. Im Vordergrund seien weiterhin die deutlich reduzierte Selbstwirksamkeit und die Schmerzen gestanden. Am meisten habe der Beschwerdeführer von der vorgegebenen Tagesstruktur und den sozialen Kon
takten profitiert. Ausserdem habe er
Schmerzcopingstrategien
erarbeiten können, welche er auch motiviert sei
,
zuhause weiterhin anzuwenden (S. 2 unten). Der
Beschwerdeführer
habe
im Rahmen der psychosozialen Belastungen auf dem Boden einer vorbestehenden Traumatisierung im Rahmen des Unfalles ein somatisches Schmerzsyndrom entwickelt.
Die Selbstwirksamkeit und das Selbstwertgefühl hätten sich durch den Unfall und die daraus entwickelten Ängste deutlich reduziert. Der Beschwerdeführer habe sich während des Aufent
haltes nicht alleine ins Freie getraut
,
aus Angst zu stürzen. Eigene Ressourcen hätten teilweise aktiviert werden können, wobei es immer wieder zu einer Fokussierung auf die körperlichen Beschwerden gekommen sei. Es bestehe bis zum
9.
Juli 2014 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Eine weitergehende Arbeits
unfähigkeit sei durch die behandelnde Psychiaterin zu beurteilen (S. 3).
3.5
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, PD
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Neurologie,
Dr.
med.
I._
,
Fach
ärztin
für
Oto
-
Rhino
-Laryngologie
,
Dr.
med.
J._
,
Fach
ärztin
für Psychiatrie und Psychotherapie, sowie
lic
. phil.
K._
, Neu
ropsychologe, nannten im Gutachten des
Z._
vom 1
6.
März 2015 (
Urk.
5/52) die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 48
Ziff.
7):
Somatisierungsstörung
schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome bei
narzisstisch akzentuierter Persönlichkeit
Differentialdiagnose: zusätzliche Aggravation nicht ausgeschlossen
Tinnitus
aurium
et
capitis
beidseits Grad II bis IV
Von neurologischer Seite
hätten
sich im Status vielfältige Symptome ohne objek
tiv fassbare Befunde im Sinne einer zentralnervösen, einer
radikulären
beziehungsweise
peripherneurogenen
Läsion finden lassen. Ferner müsse der Status nach Schädelprellung
occ
i
pital
vom 1
5.
November 2012 mit
Riss-Quetsch-Wunde
(RQW)
genannt werden. Gemäss Akten sei eine Commotio cerebri
mit leichter traumatischer Hirnverletzung
diagnostiziert worden.
Bildge
bend
hätten aber abgesehen von der oberflächlichen
RQW
am Kopf keine strukturellen Befunde im Sinne von posttraumatischen Veränderungen festge
stellt werden können. Bei Fehlen von strukturellen organisch-neurologischen Befunden lasse sich die Diagnose eines psychoorganischen Syndroms nach Schädel-Hirn-Trauma nicht stellen. Auch die mannigfaltig beklagte
Schwin
delsymptomatik
habe sich bei fehlenden Hinweisen auf eine vestibuläre Funk
tionsstörung aus neurologischer Sicht nicht im Sinne eines „vestibulären Schwindels" erklären lassen (S. 49 unten).
Von ORL-ärztlicher Seite würden eine chronische Otitis
media
perforata
rechts bei
Status
nach
Tympanoplastik
rechts wegen vorbestehender chron
ischer
Otitis
media
perforata
mit be
l
astendem Tinnitus sowie zusätzlich unspezifische Schwindelbeschwerden bestehen. In der Untersuchung hätten sich Hinweise auf eine mögliche
zervikogene
Schwindelkomponente, aber kein Verdacht auf
ein
zentral- oder peripher-vestibuläres Geschehen gezeigt. Die Untersuchung sei insgesamt deutlich erschwert gewesen, der Versicherte habe bei den Untersu
chungen mangelnde Kooperationsbereitschaft gezeigt. Eine Verweigerung sei in früheren Berichten schon mehrfach beschrieben worden, auch seien vereinzelt Aggravationstendenzen vermutet worden, allerdings nie im Ausmass, wie dies bei der Untersuchung vom 1
2.
November 2014 den Anschein gemacht habe. Besonders auffällig sei die Tatsache gewesen, dass der Versicherte zwar im Audiogramm eine praktische Taubheit rechts bei sozialer Taubheit links angab, mit verschlossenen Augen aber auf leise Ansprache in ebenfalls normaler Sprachlautstärke adäquat geantwortet habe (S. 50 oben).
Von neuropsychologischer Seite seien in den meisten untersuchten Verfahren die Ergebnisse sehr deutlich unterdurchschnittlich gewesen. Der Versicherte habe auf eine hilflose Art versucht, seine Probleme zu demonstrieren. Er sei in der Untersuchung auf seine Beschwerden fixiert geblieben. Ein Screening-Ver
fahren zur Validität habe Hinweise auf eine Verdeutlichungstendenz ergeben. Er habe angegeben, nichts zu können und habe über zahlreiche Beschwerden geklagt. Der Vergleich mit der neuropsychologischen Untersuchung der Klinik
D._
am 1
1.
Juni 2013
habe ähnliche Resultate gezeigt. Damals seien auch eindeutige Hinweise auf eine bewusste negative Antwortverzerrung berichtet worden. In der aktuellen neuropsychologischen Untersuchung
hätten
sich auch Hinweise auf Verdeutlichungstendenzen und Inszenierungen von Schwierigkei
ten finden lassen.
Von psychiatrischer Seite würden sich aktuell phänomenologisch ein massiv depressives Zustandsbild mit einem BDI von insgesamt 53 von 63 Punkten fin
den lassen. Es sei davon auszugehen, dass das Ereignis von
November
2012 aufgrund einer massiven narzisstischen Kränkung bei einer narzisstisch akzen
tuierten Persönlichkeit zu einer psychosomatischen Fehlentwicklung geführt habe mit aktuell Ausprägung in Richtung einer schweren depressiven Episode. Der Versicherte habe das Ereignis vor rund zwei Jahren heute noch nicht verar
beitet, er sei immer noch von einem tiefen Gefühl erfüllt, ungerecht behandelt worden zu sein. Des Weiteren bestehe eine ausgeprägte Somatisierungsstörung mit
Somatisierungsneigung
. Der Versicherte beklage multiple, wiederholt auf
tretende Symptome mit Betonung des Kopfes der rechten Schulter und des rechten Arms. In zahlreichen somatischen Untersuchungen sei dabei kein orga
nisches Korrelat festgestellt worden. Es müsse auch darauf hingewiesen werden, dass eine Inkonsistenz der Beschwerdeschilderung und Präsentation beobachtet worden sei. Während der internistischen Untersuchung hätten sich keine Ein
schränkung von Seiten der oberen Extremitäten finden lassen, der Versicherte habe sich unbehindert entkleiden und auch anziehen sowie die
Untersuchungs
liege
besteigen können. Während der neurologischen Untersuchung hingegen seien eine deutliche Schwäche sowie Sensibilitätsstörungen am rechten Arm beobachtet worden (S.
51 oben).
Zusammenfassend müsse festgehalten werden, dass die Diskrepanzen zwischen ausgeprägten geschilderten Beschwerden und weitgehend unauffälligen objekti
vierbaren Befunde
n
sowie der Charakter der präsentierten Symptome und auch das Verhalten des Versicherten bei den Untersuchungen mit auffälliger aktiver Verweigerungshaltung (vor allem bei der ORL-Untersuchung) verdächtig auf eine bewusstseinsnahe Verdeutlichungstendenz und Aggravation
hindeuten würden
. Auch in den Akten sei von ärztlicher und von neuropsychologischer Seite aufgrund der Beobachtungen bei verschiedenen Untersuchungen der Ver
dacht auf eine Aggravation geäussert worden (Neurologie
D._
Juli
2013 und Neuropsychologie
D._
Juni
2013). Dieser Verdacht lasse sich auch nach
der
umfassenden gutachterlichen Untersuchung nicht vollkommen aus
schliessen. Während der psychiatrischen Untersuchung habe der Versicherte gehemmt und depressiv gewirkt, die Kooperation sei unauffällig gewesen. Gesamthaft habe während der psychiatrischen Exploration kein Verdacht auf Aggravation bestanden, eine solche habe sich aber auch nicht ausschliessen lassen, da die psychiatrische Beurteilung sich vorwiegend auf subjektive Anga
ben gestützt habe (S. 51 Mitte).
Die aktuelle
gutachter
l
iche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
stütze sich
auf die Aktenlage und auf
die
klinischen Beobachtungen. Unter Berücksichtigung der erhobenen Psychopathologie und der Einschränkungen im Mini-ICF
könne
aktuell keine verwer
t
bare Arbeitsf
ä
higkeit in freier Wirtschaft attestiert werden
(S. 51 unten)
.
Zu den Kriterien im Zusammenhang mit der
Unzumutbarkeit der willentlichen Überwindung und
des
Wiedereinstiegs in den Arbeitsprozess hiel
ten die Ärzte fest, ein
pathogenetisch
-ätiologisch unklares
syndromales
Beschwerdebild sei nicht diagnostizi
ert worden (S. 54
Ziff.
15.D.).
3.6
Med.
pract
.
L._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, führte in
seiner
Stellungnahme vom 2
0.
Mai 2015 (
Urk.
5/55)
unter anderem
aus, im polydisziplinären Gutachten fänden sich zahlreiche somatisch unerklärbare Symptome, die auf eine Aggravation hinweisen würden.
Der Gutachter bemühe sich nicht, auch unabhängig von den subjektiven Äusserungen des Beschwer
deführers die objektiven Symptome zu einer objektiven Diagnose zu bündeln. Der Befund sei eine Mischung aus subjektiven Darlegungen und objektiven Beobachtungen. Es sei nicht nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer gleich
zeitig „schwunglos“ und „schwingungsfähig“, „manchmal auch verärgert und wütend“ sein soll
e
. Eine gravierende Antriebshemmung sei nicht nachvoll
ziehbar, wenn der Beschwerdeführer sich bereits im Warteraum mit dem Über
setzer unterhalten und unauffällig das Untersuchungszimmer betreten habe. Eine gravierende Antriebsstörung hätte sich auch im interpersonellen Kontakt mit dem Dolmetscher und im motorischen Bild gezeigt. Es werde keine
Ant
wortlatenz
beschrieben, die bei einer gravierenden Antriebsstörung auffallen würde. Es finde sich kein Beleg für
die postulierte Willensschwäche.
Die Diagnose einer Somatisierungsstörung dürfe nicht gestellt werden bei bewuss
ter Simulation. Der Gutachter, der sich vor allem auf die subjektiven Angaben des Versicherten stütze, könne folgerichtig eine bewusstseinsnahe Aggravation nicht ausschliessen. Folglich bleibe die Diagnose einer Somati
sierungsstörung eine unbelegte Hypothese.
Weiter trage der Gutachter wenig zum positiven Leistungsbild bei und gehe wenig auf Widersprüche ein. Es finde sich keine psychiatrische Medikationsanamnese. Es bleibe unklar, ob der Befund eventuell durch eine Medikation beeinflusst gewesen
sei
.
Weiter würden psy
chosoziale Faktoren nicht differenziert dargestellt, obwohl diese im Text erwähnt seien.
3.7
Dr.
A._
(vorstehend E. 3.1) nannte im Bericht vom 1
2.
November 2015 (
Urk.
5/71/1-3) als Diagnose ein organisches Psychosyndrom nach Schädel-Hirn-Trauma am 1
5.
November 2012 mit ausgeprägter Depressivität (ICD-10 F07.2) und hielt dazu fest, dass sich die Befunde nicht verändert hätten (
Ziff.
1.2-3). Weiter führte sie aus, dass der Beschwerdeführer weiterhin in Behandlung sei und entsprechend antidepressive Medikamente einnehme (
Ziff.
3.1-2).
4.
4.1
Die Gutachter des
Z._
kamen zum Ergebnis, dass
der
Beschwerdeführer auf
grund
der Diagnose einer
Somatisierungsstörung
und einer
schweren depressi
ven Episode ohne psychotische Symptome bei eine
r
narzisstisch akzentuierte
n
Persönlichkeit
in
seiner
Arbeitsfähigkeit eingeschrän
kt sei, so dass unter Berück
sichtigung der erhobenen Psychopathologie und der Einschränkungen im Mini-ICF aktuell keine verwertbare Arbeitsfähigkeit in der freien Wirtschaft attestiert werden könne (E. 3.5 hiervor).
Gestützt auf die Stellungnahme von med.
pract
.
L._
(vorstehend E. 3.6) stellte sich
die
Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung auf den Standpunkt, dass die von den Gutachtern attestierte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
im Wesentlichen
auf Aggravation beruhe und ein IV-relevanter Gesundheitsschaden damit nicht ausgewiesen sei (vgl. vorstehend 2.1).
Soweit die
Beschwerdegegnerin die
Ansicht vertritt, dass die im Gutachten gestellten Diagnosen nicht nachvollziehbar seien
(vgl.
Urk.
2 S. 2)
, kann ihr nicht gefolgt werden.
Da die Somatisierungsstörung
gemäss Gutachten
nach der Hammerattacke und der Kündigung und damit glaubhaft in Verbindung mit emotionalen Konflikten oder psychosozialen Konflikten auftrat, denen die Hauptrolle für Beginn, Schweregrad, Exazerbation oder Aufrechterhaltung der Schmerzen zukommt (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1), erscheint die Diagnose einer Somatisierungsstörung nachvollziehbar. Med.
pract
.
L._
verneinte die Diagnose einer Somatisierungsstörung denn auch nur im Hinblick auf
die
Aggra
vationsthematik
.
4.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung vermag e
ine auf Aggravation oder vergleichbaren Konstellationen beruhende Leistungseinschränkung eine versi
cherte Gesundheitsschädigung nicht leichthin auszuschliessen, sondern nur, wenn im Einzelfall Klarheit darüber besteht, dass nach plausibler ärztlicher Beurteilung die Anhaltspunkte auf eine klar als solche ausgewiesene Aggrava
tion eindeutig überwiegen und die Grenzen eines bloss verdeutlichenden Ver
haltens zweifellos überschritten sind, ohne dass das
aggravatorische
Verhalten auf eine verselbständigte, krankheitswertige psychische Störung zurückzuführen wäre (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_154/2016 vom 1
9.
Oktober 2016 E. 4.3
mit Verweis auf das Urteil 9C_899/2014 vom 2
9.
Juni 2015 E. 4.1 und E. 4.2.4 je mit Hinweisen
).
In gleichem Sinne
hielt das Bundesgericht
in einem anderen Urteil
fest, dass d
ie Grenzziehung zwischen einer anspruchsausschliessenden Aggravation und einer b
lossen Verdeutlichungstendenz
heikel
sei und
die (unbewusste) Tendenz zur Schmerzausweitung und -verdeutlichung das Wesen von Schmerzstörungen und vergleichbaren Leiden gerade mit
präge
, welche sich bekanntlich dadurch charakterisieren, dass für die geklagten Beschwerden kein ausreichendes organisches Korrelat gefunden werden kann
. So dürfen auch die
Besonderheiten des sozialversicherungsrechtlichen Abklärungsverfahrens nicht ausser Acht gelassen werden. Die versicherte Person, welche mit ihrer Anmel
dung bei der Invalidenversicherung die Zusprechung von Versicherungs
leistungen bezweck
e
,
werde
vielfach (wenn auch nicht ausnahmslos) - bewusst oder unbewusst - ihre Beschwerden und Einschränkungen im Hinblick auf dieses Ziel präsentieren, ohne dass ihr allein deswegen unbesehen der Rent
en
anspruch versagt werden dürfe
(vgl. Urteil des Bundesgericht 9C_899/2014 vom 2
9.
Juni 2015 E. 4.2.1).
I
n BGE 139 V 547
hielt das Bundesgericht
in Erwägung
7.1.3
zudem
fest,
dass sämtlichen unklaren Beschwerdebildern gemeinsam sei, dass die
Pathogenese
der Mechanismus, wie der Gesundheitsschaden entsteht - durchwegs unbe
kannt
oder zumindest ungesichert sei und
die Wirkungsweise als solche wie auch ihre Intensität nicht
pathogenetisch
spezifizierbar
seien
.
Hinzu
komme
, dass die Diagnose einer somatoformen Störung anhand der ICD-10 weitgehend auf Beobachtung des äusseren Störungsbildes und nicht auf
krankheits
konzeptioneller
Einordnung beruh
e
; psychodynamische Zusammenhänge
seien
in der Klassifikation ausgeklammert
worden.
Der Einblick in die
Entstehungs
weise
des Gesundheitsschadens
fehle
auch insoweit.
Sei
demzufolge zunächst dessen Bestand an sich ungesichert, so
lasse
sich eine Simulation weder fest
stellen noch ausschliessen
.
Sodann bedeute der Mangel an objektivierbarem Substrat, dass auch das Ausmass der mit dem versicherten Gesundheitsschaden korrelierenden Funktions- und damit Leistungseinbusse dem direkten Beweis grundsätzlich entzogen
bleibe
; insoweit
könne
auch Aggravation kaum je zuverlässig ausgeschlossen werden
.
4.3
Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin besteht vorliegend mit Blick auf die medizinische Aktenlage, insbesondere das polydisziplinäre Gutachten
(vor
stehend E. 3.5)
, keine
ausreichende
Klarheit darüber, dass
die Anhaltspunkte auf eine klar als solche ausgewiesene Aggravation eindeutig überwiegen und die Grenzen eines bloss verdeutlichenden Verhaltens zweifellos überschritten sind
.
Zwar ergeben sich aus dem Gutachten diverse Hinweise auf Inkonsistenzen, Diskrepanzen und eine (bewusstseinsnahe) Verdeutlichungstendenz (vgl. vorste
hend E. 3.5). Diese gutachterlichen Feststellungen beziehen sich jedoch gerade auf
die inkonsistente Beschwerdeschilderung und Präsentation der
somatischen Beschwerden
.
Wie bereits dargelegt (vgl. vorstehend E. 4.2), entspricht
die
Dar
bietung körperlicher Symptome
bei
weitgehend unauffälligen objektivierbaren Befunden gerade dem
Wesensmerkmal von somatoformen Störungen
(vgl. dazu
Dilling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.],
Internationale
Klassifikation psychischer Störungen: ICD-10 Kapitel V(F): Klinisch diagnostische Leitlinien,
9.
Aufl. 2014, S.
224 ff.
)
.
Weiter steht fest, dass die Gutachter die Aggravationsproblematik nicht eindeutig in den Vordergrund stellten,
sondern dem Beschwerdeführer trotz
der Inkonsistenten
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
attestierten
. Die Gutachter konnten ein
aggravatorisches
Verhalten
nicht
vollkommen
aus
schliessen, was den somatoformen Störungen
jedoch
wie dargelegt
ebenfalls inhärent
ist
(vgl. vorstehend E. 4.2).
Sodann ergab sich bei der psychiatrischen Untersuchung gerade kein Verdacht auf Aggravation
, entsprechend
hielten die Gutachter
in diagnostischer Hinsicht fest, dass
eine „zusätzliche Aggravation nicht ausgeschlossen“ werden könne
(vgl. vorstehend E. 3.5)
.
Hauptdiagnosen waren dem auch die Somatisierungsstörung und die schwere depressive Episode.
4.4
Nach dem Gesagten (vorstehend E. 4.2-3) kann der Ansicht von med.
pract
.
M._
, wonach bei bewusster Simulation die Diagnose einer Somatisierungs
störung nicht gestellt werden könne (vgl. vorstehend E. 3.6), nicht gefolgt wer
den. Weder aus dem Gutachten noch den übrigen medizinischen Unterlagen ergeben sich hinreichende Anhaltspunkte, welche auf eine bewusste Simulation schliessen lassen.
Zusammenfassend
ergibt sich, dass die
Auswirkungen der (Tendenzen zur) Symp
tomausweitung und der in der Untersuchung gezeigten Selbstlimitierung und mangelnden Kooperationsbereitschaft
respektive die auf Aggravation hin
weisenden Umstände
sich
anhand der Ausführungen im Gutachten nicht abschliessend beurteilen
lassen
.
5.
5.1
B
ei gegebener Akten- und Rechtslage
kann
entgegen der Ansicht de
s
Beschwer
deführer
s
dennoch
nicht bereits gestützt auf die Einschätzungen der Gutachter (
vorstehende E. 3.5
) und
der behandelnden Ärztin
(
vorstehend E. 3.1
) abschliessend auf eine vollständige Arbeitsunfähigkeit geschlossen werden
, wie sich aus dem Folgenden ergibt.
5.2
Bei der von den Gutachtern diagnostizierten Somatisierungsstörung handelt es sich entgegen der Ansicht der Gutachter (vgl. vorstehend E. 3.5) um ein
patho
genetisch-ätiologisch
unklares
syndromales
Beschwerdebild (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_436/2013
vom 2
3.
Januar 2014 E. 2.2)
. D
ie Beurteilung, ob eine fachärztlich diagnostizierte psychosomatische Erkrankung eine Invalidität begründet oder nicht,
hat
nicht mehr mittels der Regel/Ausnahme-Vorgaben beziehungsweise der Überwindbarkeitsvermutung zu erfolgen
, sondern
ist nun
mehr
unter Berücksichtigung des mit dem Leitentscheid BGE 141 V 281 präzi
sierten strukturierten, normativen Prüfungsrasters
mit einem Katalog von soge
nannten Standardindikatoren
zu
beurteilen
(vgl. vorstehend E. 1.3-4)
.
Dabei hat die Invaliditätsbemessung
stärker als bisher den Aspekt der funktionellen Aus
wirkungen zu berücksichtigen, was sich bereits in den diagnostischen Anfor
derungen niederzuschlagen hat, indem dem diagnose-inhärenten Schweregrad der psychosomatischen Erkrankung v
ermehrt Rechnung zu tragen ist.
5.3
Wenngleich gemäss altem Verfahrensstandard eingeholte Gutachten nicht per se ihren Beweiswert verlieren (BGE 137 V 210), erlaubt die vorliegende medizini
sche Aktenlage dennoch keine schlüssige Beurteilung im Lichte der Indikatoren gemäss BGE 141 V 28
1.
Den angeführten Akten, insbesondere der
gutachter
lich-psychiatrischen
Beurteilung durch
Dr.
J._
, lassen sich nicht genü
gend Angaben entnehmen, um die Zuverlässigkeit der von ärztlicher Seite attestierten Arbeitsunfähigkeit beziehungsweise den Schweregrad und die Kon
sistenz der funktionellen Auswirkungen der psychischen Problematik aus recht
licher Sicht beurteilen zu können.
Insbesondere
zum funktionellen Schweregrad, namentlich
in Bezug auf
die
Aus
prägung der diagnoserelevanten Befunde, bei welcher
die vorliegend
fragliche
Aggravationsproblematik
entsprechend ins Gewicht fällt und zu bewerten ist (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1),
die Gesamtbetrachtung und Wechselwirkungen zu sämtlichen begleitenden krankheitswertigen Störungen, so die Gesamtwirkung des Beschwerdebildes für den Funktionsstatus und die Bedeutung der
schweren
depressiven Störung als potentiell ressourcenhemmender Faktor (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3), sowie in Bezug auf den Komplex der Persönlichkeit, wo beson
ders hohe Begründungsanforderungen bestehen (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.2), liefert das Gutachten keine hinreichend beg
ründete Entscheidungsgrundlage.
Schliesslich findet sich keine ausführliche Diskussion der Konsistenz,
welche eine kritische Würdigung der Auswirkungen der geltend gemachten Arbeitsun
fähigkeit in allen vergleichbaren Lebensbereichen
zulassen würde.
5.4
Schliesslich war e
ine neue medizinische Abklärung auch bei der
Beschwer
degeg
nerin
ein Thema (vgl.
Urk.
5/72/2 Mitte,
Urk.
5/72/3 unten f.)
und
med.
pract
.
L._
wies
seinerseits auf
weitere
Undifferenziertheiten im Gutachten hin (vgl. vorstehend E. 3.6)
, welche eine neue Abklärung nach sich ziehen müssten.
Weiter erscheint die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene „
Ressourcen
prüfung
“ (vgl.
Urk.
5/72/4) v
or dem Hintergrund der nachvollziehbaren Diag
nose einer Somatisierungsstörung als
unbegründet.
Entgegen der Annahme der Beschwerdegegnerin (
Urk.
2 S. 2 Mitte) nimmt der Beschwerdeführer medizini
sche Behandlungen in Anspruch (vgl. vorstehend E.
3.7) und wirkten die Klagen mindestens hinsichtlich der psychischen Situation nicht unglaubwürdig (vgl. vorstehend E. 3.
5
). Ebenfalls nicht gefolgt werden kann der Ansicht der Beschwerdegegnerin, wonach
hinsichtlich des sozialen Rückzugs kein Vergleich zu vorher gemacht worden sei und deshalb nicht festgehalten werden kann, ob ein solcher Rückzug vorlieg
e
(
vgl.
Urk.
5/78/2)
. Die Beschwerdegegnerin lässt dabei offensichtlich ausser Acht, dass der Beschwerdeführer
vor dem Unfall ein normal
arbeitsfähiger Mensch
war
, der seinen Alltag ohne Probleme bewältigte.
5.
5
Die vorliegenden medizinischen Akten lassen
nach dem Gesagten
keine abschlies
sende Beurteilung über den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähig
keit des Beschwerdeführers zu.
Insbesondere fehlt
es an
eine
r
fundierte
n
psychi
atrische
n
Abklärung, die eine Prüfung der Standardindikatoren gemäss BGE 141 V 281 E. 4.3.1-4.4.2 erlauben würde
.
6.
Zusammenfassend erweist sich eine fachärztliche Abklärung des Gesundheitszu
standes und der Arbeitsfähigkeit des Beschwerd
eführers als erforderlich, wobei
in Anbetracht der Diagnose eine
r Somatisierungsstörung
die Rechtsprechung nach
BGE 141 V 281
zu beachten ist
und
insbesondere
der Einfluss der depres
siven Episode
sowie der Anteil der Aggravation zu klären sein wird.
Die Sache ist daher
antragsgemäss
zur ergänzenden psychiatrischen Abklärung des Sachverhaltes an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Anschliessend hat diese über den allfälligen Leistungsanspruch des Beschwerdeführers neu zu verfügen. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
7
.
7
.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Vorliegend sind die Kosten auf Fr. 700.-- festzusetzen und der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
7
.2
Nach
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Ver
wal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Pro
zess
ent
schädigung
hat, welche in Berücksichtigung der Bedeutung der Streit
sa
che und der Schwierigkeit des Prozesses mit
Fr.
2‘300.-- (inklusive
Baraus
lagen
und Mehrwertsteuer) zu bemessen ist.