Decision ID: 0da7a947-6e6c-4696-aec6-48e9ff2dea8c
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
E._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Benno Lindegger, Marktgasse 20, 9000 St.
Gallen,
gegen
Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft, Bundesgasse 35, Postfach,
3001 Bern,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
Der 1975 geborene E._ war bei der A._ als Finanzberater tätig und dadurch bei der
Schweizerischen Mobiliar Versicherungsgesellschaft (nachfolgend: Mobiliar) gegen die
Folgen von Unfällen versichert, als die Arbeitgeberin am 25. November 2008 meldete,
der Versicherte habe sich am 31. Oktober 2008 bei der Ausübung einer Fitnessaktivität
wegen einer Fehlbelastung einen Nerv eingeklemmt, worauf er Schmerzen im Rücken
verspürt habe und in der Beweglichkeit eingeschränkt gewesen sei (Unfallmeldung/
Unfallschein: act. 1). Nach Vornahme entsprechender Abklärungen - Einholung eines
Arztzeugnisses beim erstbehandelnden Arzt (Medizinischen Akten: act. 1) sowie
ergänzenden Erkundigungen beim Versicherten zum Unfallablauf (Korrespondenz,
Aktennotizen: act. 9) - teilte die Mobiliar dem Versicherten mit Schreiben vom 2. März
2009 mit, dass kein Unfallereignis im Sinn von Art. 4 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) vorliege. Auch seien
die Voraussetzungen zur Übernahme des Schadenfalls als unfallähnliche
Körperschädigung nicht erfüllt. Sie lehne deshalb eine Leistungspflicht ab
(Korrespondenz, Aktennotizen: act. 13). Mit E-Mail vom 11. März 2009 nahm der
Versicherte zur Leistungsablehnung Stellung (Korrespondenz, Aktennotiz: act. 19),
worauf die Mobiliar am 17. April 2009 verfügungsweise an der Leistungsablehnung
gemäss Schreiben vom 2. März 2009 festhielt (Korrespondenz, Aktennotizen: act. 24).
B.
Die gegen diese Verfügung erhobene Einsprache vom 20. Mai 2009 wies die Mobiliar
mit Einspracheentscheid vom 3. Juni 2009 ab (Korrespondenz, Aktennotizen: act. 38).
C.
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C.a Gegen diesen Einspracheentscheid liess der Versicherte durch Rechtsanwalt lic.
iur. B. Lindegger, St. Gallen, am 4. Juli 2009 Beschwerde erheben mit dem Antrag, die
Verfügung vom 17. April 2009 und der Einspracheentscheid vom 3. Juni 2009 seien
aufzuheben und es seien ihm für das Ereignis vom 31. Oktober 2008 die gesetzlichen
Leistungen auszurichten, unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 7. September 2009 beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde.
C.c Mit Replik vom 17. November 2009 und Duplik vom 1. Dezember 2009 hielten die
Verfahrensbeteiligten an ihren bisherigen Anträgen fest.
C.d Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die weiteren
Ausführungen in den medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den

nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin als obligatorischer
Unfallversicherer für die Folgen des Vorfalls vom 31. Oktober 2008 leistungspflichtig ist.
Während der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers geltend macht, beim fraglichen
Vorfall handle es sich um einen Unfall im Sinn von Art. 4 ATSG, vertritt die
Beschwerdegegnerin die gegenteilige Ansicht. In der Beschwerde vom 4. Juli 2009
wendet der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers zudem ein, es seien zur erlittenen
Verletzung (thorakovertebrales Schmerzsyndrom) keinerlei Abklärungen getroffen
worden und es sei nicht dargetan, dass keine unfallähnliche Körperschädigung im Sinn
von Art. 9 Abs. 2 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202)
vorliege, für welche der Unfallversicherer ebenfalls leistungspflichtig wäre.
2.
Gemäss Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG;
SR 832.20) werden die Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen, Nicht
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berufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes
bestimmt. Als Unfall gilt die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung
eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine
Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge
hat (Art. 4 ATSG). Dabei bezieht sich das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit nicht
auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern auf den Faktor selbst. Ohne Belang für
die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor selbst allenfalls
schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich zog (BGE 112 V 202 E. 1). Der äussere
Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich
Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ob dies zutrifft, beurteilt sich im Einzelfall,
wobei grundsätzlich nur die objektiven Umstände in Betracht fallen (RKUV 2000 Nr. U
368 S. 99 E. 2b mit Hinweisen; BGE 122 V 233 E. 1, 121 V 38 E. 1a, je mit Hinweisen).
Nach Lehre und Rechtsprechung kann das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren
Faktors auch in einer unkoordinierten Bewegung (RKUV 1999 Nr. U 333 S. 199 E. 3c/aa
und Nr. U 345 S. 422 E. 2b; Alfred Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht,
2. Aufl. Bern 1989, S. 176 f.) oder in einer (im Hinblick auf die Konstitution und
berufliche oder ausserberufliche Gewöhnung der betreffenden Person)
ausserordentlichen Überanstrengung (vgl. BGE 116 V 139 E. 3b; RKUV 1994 Nr. U 180
S. 38 E. 2) bestehen. Bei Körperbewegungen ist das Merkmal der Ungewöhnlichkeit
erfüllt, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer
Körperbewegung gleichsam "programmwidrig" beeinflusst hat. Bei einer solchen
unkoordinierten Bewegung ist der ungewöhnliche äussere Faktor zu bejahen; denn der
äussere Faktor - Veränderung zwischen Körper und Aussenwelt - ist wegen der
erwähnten Programmwidrigkeit zugleich ein ungewöhnlicher Faktor (BGE 130 V 117 E.
2.1; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007:
Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 7. Oktober 2003 [U 32/02] i/S
Z., E. 2.2; RKUV 1996 Nr. U 253 S. 204 E. 4c und 1994 Nr. U 180 S. 38 E. 2 mit
Hinweisen).
3.
3.1 Zu prüfen ist im Folgenden, ob ein ungewöhnlicher äusserer Faktor auf den
Körper des Beschwerdeführers eingewirkt hat.
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3.2 Gemäss Unfallmeldung vom 25. November 2008 klemmte sich der
Beschwerdeführer bei der Ausübung einer Fitnessaktivität wegen einer Fehlbelastung
einen Nerv ein, worauf er Schmerzen im Rücken verspürte und in der Beweglichkeit
des Rückens eingeschränkt war (Unfallmeldung, Unfallschein: act. 1). In dem von der
Beschwerdegegnerin zugestellten Fragebogen beantwortete der Beschwerdeführer die
Frage, ob sich anlässlich des Ereignisses vom 31. Oktober 2008 etwas
Aussergewöhnliches (Sturz, Ausgleiten, Stolpern etc.) zugetragen habe, am 15.
Dezember 2008 dahingehend, dass es beim Ausführen eines Klimmzugs zu einer
Verrenkung und Fehlbelastung gekommen sei; er habe ein plötzliches Knacken und
einen Schmerz im Rücken verspürt (Korrespondenz, Aktennotizen: act. 9). Im E-Mail
vom 11. März 2009 erklärte der Beschwerdeführer, dass er aufgrund einer plötzlichen
Verrenkung bei der Ausführung eines Klimmzugs im Rücken (genauer im Nacken bzw.
wahrscheinlich in der Nackenmuskulatur) einen plötzlichen Schmerz verspürt habe; es
sei dabei bestimmt ein Muskel oder eine Sehne angerissen (Korrespondenz,
Aktennotizen: act. 19). In der Einsprache vom 20. Mai 2009 wurde dargelegt, dass der
Klimmzug mit letzter Kraft vollendet werden musste. Dabei sei es zu einer ruckartigen
Bewegung gekommen, die eine Verrenkung der Wirbelsäule bewirkt habe
(Korrespondenz, Aktennotizen: act. 28). In der Beschwerde vom 4. Juli 2009 legte der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers schliesslich dar, der körperlich wenig trainierte
Beschwerdeführer habe seinen eigenen Körper von 90kg mit ausserordentlichem
Kraftaufwand nach oben gezogen. Mit seinem ruckartigen Klimmzug mit Unterstützung
der rudernden Beine habe er in der Luft keine koordinierte Bewegung vollzogen.
Vielmehr sei die letzte Klimmzugübung völlig anders verlaufen als geplant. Das
ruckartige Hochziehen und die rudernden Beine hätten den natürlichen Ablauf der
Klimmzug-Körperbewegung programmwidrig beeinflusst. Eine Verletzung der
Wirbelsäule liege bei Klimmzügen nicht in der "Spannweite des Üblichen". Die fragliche
Bewegung sei mit einem Ausgleiten und Stolpern am Boden vergleichbar.
3.3 Das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors kann - wie bereits dargelegt
(vgl. Erw. 2) - auch in einer unkoordinierten Bewegung bestehen. Der ungewöhnliche
äussere Faktor liegt in solchen Fällen dann darin, dass die körperliche Bewegung durch
etwas "Programmwidriges" gestört wird. Eine solche programmwidrige Störung liegt
beispielsweise dann vor, wenn die versicherte Person stolpert, ausgleitet oder sich an
einem Gegenstand anstösst oder wenn sie, um ein Ausgleiten zu verhindern, eine
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reflexartige Abwehrhaltung ausführt oder auszuführen versucht. Wo sich die
Schädigung auf das Körperinnere beschränkt und sie erfahrungsgemäss auch als
alleinige Folge von Krankheiten, namentlich von degenerativen Veränderungen eines
Körperteils innerhalb eines durchaus normalen Geschehensablaufs auftreten kann,
muss die unkoordinierte Bewegung als unmittelbare Ursache der Schädigung unter
besonders sinnfälligen Umständen gesetzt worden sein (RKUV 1999 Nr. U 345 S. 422
E. 2b). Bei einer Sportverletzung ist ohne besonderes Vorkommnis das Merkmal der
Ungewöhnlichkeit und damit das Vorliegen eines Unfalls zu verneinen (BGE 130 V 118
E. 2.2 mit Hinweisen). Hingegen ist bei sportlichen Tätigkeiten ein Unfall im Rechtssinn
dann anzunehmen, wenn die sportliche Übung anders verläuft als geplant (vgl. RKUV
1992 Nr. U 156 S. 258). Eine relevante Programmwidrigkeit liegt unter anderem dann
vor, wenn die sich sportlich betätigende Person stürzt oder ausgleitet (Urteil des EVG
vom 7. Oktober 2003 [U 322/02] i/S Z., E. 4 mit Hinweisen).
3.4 Der Klimmzug ist eine bekannte sportliche Übung, bei der der hängende Körper
mit den Armen in Zusammenarbeit mit dem Rücken an einer waagrechten Stange
(Klimmzugstange) hochgezogen und wieder abgesenkt wird. Dabei kommt es zur
Beanspruchung von verschiedenen Muskeln, vornehmlich des grossen Rückenmuskels
(Musculus latissimus dorsi) und des Bizeps (Musculus biceps brachii) (vgl. dazu
Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Klimmzug, Abfrage vom 4. März 2010). Die dabei
anfallende Krafteinwirkung auf den Körper gehört zur ausgeführten Übung und ist
damit nicht aussergewöhnlich. Daran ändert auch die Tatsache, dass der
Beschwerdeführer 90kg schwer und gemäss seinem Rechtsvertreter körperlich wenig
trainiert ist, nichts. Damit eine körpereigene Bewegung das gemäss Art. 4 ATSG
erforderliche Tatbestandsmerkmal der Ungewöhnlichkeit erfüllt, muss sie zusätzlich
aus einer eindeutig programmwidrigen Bewegung im Sinn von Erwägung 3.3
hervorgegangen sein. Eine solche unfallversicherungsrechtlich relevante
Programmwidrigkeit bzw. eine unter besonders sinnfälligen Umständen gesetzte
unkoordinierte Bewegung, vergleichbar mit einem Ausgleiten oder Stolpern, liegt im
konkreten Fall indessen aufgrund aller Beschreibungen des Übungsablaufs nicht vor.
Der Ablauf mit einem ruckartigen Verwinden des Körpers und rudernden Beinen ist bei
der Ausführung von Klimmzügen, insbesondere wenn diese wiederholt ausgeführt
werden und das Hochziehen des körpereigenen Gewichts die letzten Kraftreserven
erfordert, nach aller Erfahrung völlig normal. Besonders gilt dies, wenn die Übung
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durch eine eher schwergewichtige, körperlich wenig trainierte Person ausgeführt wird.
Ein von diesem Normalablauf abweichender Übungsablauf ist durch den
Beschwerdeführer nicht dargetan. Eine Fehlbelastung oder Verrenkung der Wirbelsäule
(bzw. des Rückens), die über die übliche Belastung bei einem Klimmzug hinaus gehen
und das Kriterium der Ungewöhnlichkeit erfüllen würde, ist nicht erkennbar, ganz
abgesehen davon, dass eine Verrenkung (Luxation = Gelenkverletzung mit
vollständiger Diskontinuität der gelenkbildenden Knochenenden; vgl. Pschyrembel,
Klinisches Wörterbuch, 260. Auflage, S. 1082) schon im Grundsatz nicht mit dem
Bewegungsablauf des Klimmzugs in Verbindung zu bringen ist. Wenn sich das einer
sportlichen Übung inhärente Risiko einer Verletzung verwirklicht, liegt auch dann noch
kein Unfallereignis vor, wenn die Übung zwar nicht ideal verläuft, die Art der
Ausführung sich aber noch in der Spannweite des Üblichen bewegt (RKUV 2004 Nr. U
502 S. 185 E. 4.4). Davon ist in Bezug auf den vorliegenden Fall auszugehen. Auch
wenn damit nicht in Abrede gestellt werden soll, dass der beschriebene Vorgang vom
31. Oktober 2008 den Auslösefaktor für den plötzlich aufgetretenen Schmerz im
Rücken bildete, so handelt es sich bei diesem Schmerz eben um die Wirkung des
Vorgangs, auf den es bei der Beurteilung der Aussergewöhnlichkeit des äusseren
Faktors indessen gerade nicht ankommt (vgl. Erw. 2).
3.5 Insgesamt ist damit das Vorliegen einer besonders sinnfälligen unkoordinierten
Bewegung nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit dargetan bzw. kann ein
Unfallereignis nicht als erwiesen angesehen werden.
4.
4.1 Somit bleibt die Frage zu beantworten, ob eine unfallähnliche Körperschädigung
im Sinn von Art. 9 Abs. 2 UVV vorliegt, bei welcher eine ungewöhnliche äussere
Einwirkung nicht begriffsnotwendig ist, sondern ein alltäglicher und diskreter plötzlicher
Auslösungsfaktor, beispielsweise eine körpereigene Bewegung genügt (Alfred Bühler,
Die unfallähnliche Körperschädigung, in: SZS 1996, S. 111; BGE 116 V 145 E. 2c;
RKUV 1997 Nr. U 277 S. 203 E. 2b). Als so genannte unfallähnliche
Körperschädigungen gelten die in Art. 9 Abs. 2 lit. a - h UVV (abschliessend [vgl. BGE
116 V 140 E. 4a, 147 E. 2b, je mit Hinweisen; Alfred Maurer, Schweizerisches
Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 202]) aufgeführten
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Körperschädigungen. Es handelt sich dabei um Knochenbrüche (lit. a), Verrenkungen
von Gelenken (lit. b), Meniskusrisse (lit. c), Muskelrisse (lit. d), Muskelzerrungen (lit. e),
Sehnenrisse (lit. f), Bandläsionen (lit. g) und Trommelfellverletzungen (lit. h), sofern sie
nicht eindeutig auf eine Erkrankung oder eine Degeneration zurückzuführen sind.
4.2 Dr. B._ stellte im Arztzeugnis vom 9. Februar 2009 die Diagnose einer Lumbago
(Medizinische Akten: act. 1). Mit E-Mail vom 28. April 2009 an die Beschwerdegegnerin
korrigierte er diese offensichtlich irrtümlich angegebene Diagnose und erklärte, die vom
Beschwerdeführer angegebenen Schmerzen in der oberen Rückenpartie entsprächen
einem thorakovertebralen Schmerzsyndrom, das während einer Klimmzugübung
plötzlich aufgetreten sei (Korrespondenz, Aktennotizen: act. 31). - Unter den
Verfahrensparteien ist unbestritten, dass damit von ärztlicher Seite keine unfallähnliche
Körperschädigung im Sinn von Art. 9 Abs. 2 lit. a-h UVV bestätigt ist. Das Vorliegen
eines Schmerzsyndroms bedeutet keinesfalls automatisch auch das Vorliegen einer
unfallähnlichen strukturellen Gesundheitsschädigung. Laut Roche Lexikon Medizin (5.
Aufl., S. 1791) handelt es sich bei einem Syndrom um ein sich stets mit etwa den
gleichen Krankheitszeichen, d.h. einer Symptomatik mit weitgehend identischem
"Symptommuster" manifestierendes Krankheitsbild mit unbekannter, vieldeutiger,
durch vielfältige Ursachen bedingter oder nur teilweise bekannter Ätiogenese. Dr. B._
hat demnach mit der Diagnose eines thorakovertebralen Schmerzsyndroms lediglich
das Beschwerdebild fassbar gemacht, ohne es dabei aber eindeutig einem
organischen Korrelat zuzuordnen. Der Vollständigkeit halber sei sodann angefügt, dass
das EVG die Qualifikation als unfallähnliche Körperschädigung für das unter der
Diagnose Lumbago zusammengefasste Beschwerdebild ausdrücklich verneint hat
(BGE 116 V 154 E. 5d ff. mit Hinweisen).
4.3 Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers beanstandet in diesem
Zusammenhang, dass hinsichtlich der Ätiogenese des thorakovertebralen
Schmerzsyndroms keine Abklärungen getroffen worden seien, und insofern
medizinisch nicht dargetan sei, dass weder eine Verletzung eines Gelenks im Sinn von
Art. 9 Abs. 2 lit. b UVV, noch eine andere in Art. 9 Abs. 2 UVV genannte
Körperschädigung, insbesondere ein Muskelriss oder eine Muskelzerrung, vorlägen. -
Der Beschwerdeführer wurde von seinem Hausarzt Dr. B._ untersucht, der dabei
keine akuten Verletzungen wie eine Muskelzerrung, einen Muskelriss oder eine
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Gelenksverrenkung feststellte. Eine Gelenksverrenkung kann bereits mit Blick auf die
Erwägungen in Ziff. 3.4 von vorneherein ausgeschlossen werden. Entsprechend
erachtete Dr. B._ auch eine radiologische Untersuchung nicht für notwendig. Auch
im Rahmen der hausärztlich verordneten Physiotherapie zeigten sich offensichtlich
keine Hinweise für eine strukturelle Verletzung (vgl. Belege, Rechnungen). Der
Umstand, dass Dr. B._ zuerst eine Schmerzproblematik im Bereich
Lendenwirbelsäule bestätigte, seine echtzeitliche Diagnose dann aber auf eine solche
auf Höhe des Thorax korrigierte, und der Beschwerdeführer selbst gegenüber der
Beschwerdegegnerin am 11. März 2009 jedoch über Schmerzen im Nacken bzw. in der
Nackenmuskulatur sprach (Korrespondenz, Aktennotizen: act. 19), macht die konkrete
Schmerzsituation zusätzlich unklar und lässt jedenfalls nicht auf eine akute, klar einem
bestimmten Muskel oder Gelenk zuordenbare Verletzung schliessen. Hinzu kommt,
dass sich der Beschwerdeführer erst rund einen Monat nach dem fraglichen Ereignis
bei Dr. B._ in Behandlung begab (Medizinische Akten: act. 1). Angesichts dieser
Umstände ist ohne Durchführung weiterer medizinischer Abklärungen mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der beim
Beschwerdeführer durch den Klimmzug ausgelöste Schmerzzustand nicht auf eine
unfallähnliche Körperschädigung im Sinn von Art. 9 Abs. 2 UVV zurückzuführen ist. Die
Frage nach dem Vorliegen eines unfallähnlichen Ereignisses kann demnach offen
gelassen werden.
5.
Die Beschwerdegegnerin hat somit ihre Leistungspflicht für das Ereignis vom 31.
Oktober 2008 zu Recht verneint. Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die
Beschwerde unter Bestätigung des Einspracheentscheids vom 3. Juni 2009
abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG