Decision ID: bc419207-b2dd-55f7-ad56-d63595325654
Year: 2008
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge seinen  am 10. Januar 2008 verliess und über Bulgarien sowie angeblich unbekannte Länder am 14. Januar 2008 illegal in die Schweiz , wo er am 16. Januar 2008 um Asyl nachsuchte,
dass er anlässlich der Kurzbefragung im Empfangs- und  Basel vom 23. Januar 2008 sowie der direkten Anhörung vom 22. Februar 2008 zur Begründung des Asylgesuchs im Wesentlichen geltend machte, er sei Kurde, habe in B._ gelebt und sei dort Mitglied der Partei C._ gewesen,
dass er im Oktober 2003 während seines Einsatzes als  festgenommen und für kurze Zeit festgehalten worden sei,
dass er schon vorher im August des selben Jahres wegen der  an einer Beerdigung kurz festgenommen worden sei,
dass er im Jahre 2007 ein Internet-Café eröffnet habe, die Behörden ihn jedoch als Kurde schikaniert und die Ausstellung der Bewilligung verzögert hätten,
dass er zudem wegen der täglichen Kontrollen der Gendarmen sein Lokal jeweils eine Stunde früher habe schliessen müssen,
dass er im Sommer 2007 eine kurze Zeit auf dem Polizeiposten  habe, weil in seinem Lokal kurdisch gesprochen und er  angezeigt worden sei,
dass er als Kurde keine Rechte gehabt und sich in seiner  eingeschränkt gefühlt habe, zumal die Behörden ihm verboten hätten, das Gebiet von D._ zu verlassen,
dass ihm auch die Ausstellung eines Passes sowie einer  verweigert worden sei, weil ihm von den Gendarmen unter anderem vorgeworfen worden sei, seine Verwandtschaft gehöre der Kurdischen Arbeiterpartei PKK an,
dass er im November 2007 am Flughafen mit einem gefälschten Pass erwischt und dann verhört worden sei,
Seite 2
E-4899/2008
dass ihm dabei auch vorgeworfen worden sei, ein Terrorist zu sein,
dass anschliessend von den zuständigen Behörden ein  wegen Urkundenfälschung in die Wege geleitet worden sei,
dass ihm schliesslich am 10. Januar 2008 versteckt in einem  die Ausreise gelungen sei.
dass das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers mit Verfügung vom 13. Juni 2008 - eröffnet am 24. Juni 2008 - ablehnte und die  aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,
dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, aufgrund zahlreicher Ungereimtheiten in zentralen Bereichen seien die  des Beschwerdeführers unglaubhaft und genügten den  von Art. 7 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht,
dass im Übrigen die geltend gemachten Schikanen in ihrer Intensität nicht über Nachteile hinaus gingen, welche weite Teile der kurdischen Bevölkerung in der Türkei in ähnlicher Weise treffen könnten, nicht als ernsthaft zu qualifizieren und damit asylrechtlich nicht relevant seien,
dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 24. Juli 2008 gegen  Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und dabei unter anderem die vollständige Akteneinsicht , die Aufhebung der Verfügung des BFM vom 13. Juni 2008 mit Rückweisung der  an die Vorinstanz zur Neubeurteilung sowie vollständigen und richtigen Abklärung des Sachverhalts, eventuell die Asylgewährung, subeventuell die Feststellung der Undurchführbarkeit des Wegweisungsvollzugs beantragte,
dass mit Zwischenverfügung des Instruktionsrichters vom 6. August 2008 unter anderem die Abweisung der Gesuche um Ansetzung von Nachfristen zur Beschwerdeergänzung (im Zusammenhang mit dem Begehren um Akteneinsicht gestelltes Gesuch sowie mit der  eines ärztlichen Berichts) und die Überweisung eines  bis zum 21. August 2008 durch den Beschwerdeführer verfügt wurde,
dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 21. August 2008 den  auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sowie die unentgeltli-
Seite 3
E-4899/2008
che Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) beantragte,
dass mit Zwischenverfügung vom 2. September 2008 sowohl das  um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege als auch das Gesuch um Befreiung von der Vorschusspflicht abgewiesen wurden und dem Beschwerdeführer eine dreitägige Nachfrist zur Bezahlung des Kostenvorschusses eingeräumt wurde,
dass der Beschwerdeführer den Kostenvorschuss innert dieser Frist leistete,

und das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden  Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-34 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),
dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung  Änderung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde  ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass somit auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde  ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 50 und 52 VwVG),
dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in  Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters  einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),
Seite 4
E-4899/2008
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen  verzichtet wurde,
dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl gewährt (Art. 2 Abs. 1 AsylG), wobei als Flüchtling eine ausländische Person  wird, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG),
dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest  gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),
dass die Flüchtlingseigenschaft glaubhaft gemacht ist, wenn die  ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für  hält,
dass Vorbringen insbesondere dann unglaubhaft sind, wenn sie in  Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf  oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden,
dass das BFM in der angefochtenen Verfügung ausführlich und  dargelegt hat, weshalb die Vorbringen des Beschwerdeführer als im Wesentlichen unglaubhaft und im Übrigen als asylrechtlich unerheblich zu qualifizieren seien,
dass die angefochtene Verfügung nach Durchsicht der Akten als  sowie praxiskonform zu qualifizieren und zu bestätigen ist,
dass der Beschwerdeführer in der Beschwerde unter anderem rügt, die mit Eingabe vom 12. Februar 2008 als Beweismittel eingereichte Vorladung (wegen Urkundenfälschung) sei anlässlich der zweiten ( Bundes-) Anhörung vom 22. Februar 2008 nicht ausreichend berücksichtigt worden, was eine Verletzung des rechtlichen Gehörs darstelle,
dass dieser Einwand unzutreffend ist, da der Beschwerdeführer vom Bundesamt bei dieser Anhörung zu jener Vorladung befragt wurde (vgl. Protokoll der direkten Bundesanhörung S. 2 f.) und in der angefochte-
Seite 5
E-4899/2008
nen Verfügung (vgl. dort S. 4) zu Recht festgehalten wurde, allein der Umstand des Vorliegens einer Vorladung zum Erscheinen vor dem Strafgericht von E._ wegen Urkundenfälschung liesse noch keine Rückschlüsse auf eine asylrelevante Verfolgungsabsicht der türkischen Behörden zu,
dass weder Verletzung des rechtlichen Gehörs nicht eine  oder unrichtige Abklärung des Sachverhalts festzustellen sind,
dass im Übrigen die angebliche Vorladung bloss in Form einer nicht verifizierbaren Fotokopie vorliegt,
dass sich somit - wie bereits in der Zwischenverfügung vom 2.  2008 erwähnt - die in der Beschwerde erhobenen  Rügen als unberechtigt erweisen,
dass sich auch die übrigen Vorbringen in der Beschwerde (vgl. dort S. 5 ff.) im Ergebnis als unbehelflich erweisen, die angefochtene  umzustossen,
dass nämlich durch jene Vorbringen die in den vorinstanzlichen  zutreffend aufgezeigten Widersprüche und Unstimmigkeiten in den Asylgründen des Beschwerdeführers nicht aufgelöst werden,
dass der Beizug der Asylakten der Schwester des Beschwerdeführers ergibt, dass deren originäre Flüchtlingseigenschaft in einer  gebliebenen BFM-Verfügung vom _ 2008 verneint (sie in der Folge jedoch in Anwendung von Art. 51 Abs. 1 AsylG in die Flüchtlingseigenschaft ihres Ehemannes einbezogen) worden war, und aufgrund der Akten offensichtlich nicht von der konkreten Gefahr einer so genannten Reflexverfolgung auszugehen ist,
dass es dem Beschwerdeführer somit nicht gelingt, die  nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen,  das Bundesamt das Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat,
dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine  erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer  besteht (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der  Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21), weshalb die ver-
Seite 6
E-4899/2008
fügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,
dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den  Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern , wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]),
dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn  Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),
dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land  werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),
dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung dieser massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen,  das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung ersichtlich sind, die im Heimat- oder Herkunftsstaat droht,
dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als  erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),
dass weder die allgemeine Lage im Heimat- bzw. Herkunftsstaat des Beschwerdeführers noch individuelle Gründe gegen die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs des jungen Beschwerdeführers sprechen, der in seinem Heimatland über ein familiäres Beziehungsnetz (Eltern,
Seite 7
E-4899/2008
Bruder und eine weitere Schwester) sowie über berufliche Erfahrungen verfügt,
dass sich aus den Akten keine Hinweise für die Annahme ergeben, der Beschwerdeführer geriete nach seiner Rückkehr in das Heimatland aus individuellen Gründen wirtschaftlicher, sozialer oder  Art in eine existenzbedrohende Situation, weshalb der Vollzug der Wegweisung zumutbar ist,
dass sich insbesondere - wie bereits in der Zwischenverfügung vom 6. August 2008 festgehalten - aus den Akten keine Hinweise auf ein konkretes gesundheitliches Problem des Beschwerdeführers ergeben,
dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den  schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse  (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG),
dass der Wegweisungsvollzug somit als zulässig, zumutbar und  im Sinne von Art. 83 Abs. 1-4 AuG zu qualifizieren und zu  ist,
dass es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist darzutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den  Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder  ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.-- (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und mit dem am 15. September 2008 in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss beglichen sind.
Seite 8
E-4899/2008