Decision ID: 22423e90-a48c-5c32-8f94-a9f35d2687f0
Year: 2010
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
I.
A. Mit an die schweizerische Vertretung in Bogotá gerichteter Eingabe vom 19. Juni 2008 ersuchte die Beschwerdeführerin 1 – eine  Staatsangehörige aus E._ (Departement F._) mit aktuellem Wohnsitz in Bogotá – für sich und ihren minderjährigen Sohn (Beschwerdeführer 2) um Gewährung von Asyl in der Schweiz. Zur Begründung machte sie im Wesentlichen geltend, sie und ihr Sohn müssten ihr Heimatland verlassen, um ihr Leben zu retten, nachdem sie bereits alles hätten aufgeben müssen, das ihrem Wohlbefinden  habe. Sie seien Opfer verschiedener Verfolgungen geworden und hätten aus diesem Grund ständig ihren Aufenthaltsort wechseln , ohne jedoch die für sie notwendige Ruhe und Frieden zu finden. Zur Stützung ihrer Vorbringen reichte die Beschwerdeführerin 1 zahl - reiche Beweismittel zu den Akten, so zunächst eine Anzeige der  1 bei der kolumbianischen  vom 21. September 2007, in welcher die Beschwerdeführerin 1 angab, sie besitze einen Laden in der Stadt E._, in welchem sie unter anderem Soldatenkleidung wasche. Im August 2007 sei sie von einer unbekannten Person telefonisch aufgefordert worden, aus der "Partido Liberal" auszutreten. Sie habe gedacht, es handle sich um einen Scherz, und habe dem Telefonat keine weitere Beachtung , bis sie an einem Freitag im August zwei junge Männer in schwarzen Rollkragenpullovern gesehen habe, von welchen einer mit der Hand das Aufschlitzen der Kehle angedeutet habe. Später habe sie einen weiteren Telefonanruf erhalten, bei welchem man ihr gesagt habe, dass ihr minderjähriger Sohn getötet werden könnte, worauf sie das Haus nicht mehr verlassen hätten. Am 25. August 2007 sei ihre Schwester G._ aufgeregt zu ihr gekommen und habe ihr eine schriftliche Aufforderung der FARC (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia) gezeigt, wonach sie binnen 24 Stunden die Stadt hätten verlassen müssen. Aus diesem Grund seien sie am 27. August 2007 nach Bogotá zu einer Schwester und deren Familie gegangen und  dabei alles zurücklassen müssen, was sie sich aufgebaut gehabt hätten. Ihre Schwester C._ und deren Mann seien aber auch in Angst gewesen, da C._ von zwei in schwarze  gekleideten jungen Männern verfolgt worden sei. Sie bräuchten aufgrund der erhaltenen Drohungen Schutz. Ihre Schwester
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G._ sei im Übrigen Co-Präsidentin der "Partido Liberal" . Als weiter Beweismittel reichte die Beschwerdeführerin 1 eine von ihr und der Beschwerdeführerin 3 am 30. Mai 2008 bei der  Generalstaatsanwaltschaft deponierte Anzeige ein. Die  bringen darin vor, seit September 2007 bedroht zu werden. Sie seien zu mehreren Malen auf der Strasse und im Bus von unbekannten Männern verfolgt worden, welche per Mobiltelefon mit anderen Personen gesprochen hätten, worauf sie einmal vor fünf Männern hätten flüchten müssen. Die Beschwerdeführerin 1 sei  einmal von einer Nachbarin namens H._ auf eine Finca eingeladen worden, wo sich zahlreiche Mitglieder der Guerilla,  mehrere Verwandte der Nachbarin, aufgehalten hätten. Diese Leute seien auch in Drogengeschäfte verwickelt und würden in den Schulen Jugendliche zum Drogenkonsum verleiten; ihrem 14-jährigen Sohn B._ sei mit Schlägen gedroht worden für den Fall, dass er über die Orte erzählen würde, wo sie ihre Geschäfte abwickelten. Am 26. Mai 2008 sei ein Junge ermordet worden, der ähnliche Gesichtszüge wie ihr Sohn gehabt habe. Am 28. Mai 2008 habe sie einen  einer Tante von H._ erhalten, welche sich nach ihrem der - zeitigen Aufenthaltsort erkundigt habe. Aus Angst, dass man sie  könnte, habe sie ihr angegeben, in Medellín zu sein, obwohl sie sich in Bogotá aufhalte. Sie wisse, dass die Familie von H._ der Guerilla angehöre, auch weil I._ sie belästigt und häufig  habe; einmal habe er ihr mitgeteilt, dass er als Chemiker für die Guerilla tätig sei. Aus diesen Gründen könnten sie nicht mehr in Ruhe in Kolumbien leben und bäten um Hilfe. Als weiteres Beweismittel reichte die Beschwerdeführerin 1 eine Bestätigung der  von E._ vom 14. August 2007 zu den Akten, gemäss  G._ Drohungen gegen Leib und Leben gemeldet habe und es als notwendig erachte, mit ihrem Sohn, ihren Schwestern A._ und C._ sowie deren Söhne das Departement und das Land zu verlassen. Diese Personen seien Opfer im bewaffneten Konflikt, der in ihrer Heimatregion herrsche, weshalb die  die nationalen und internationalen Behörden um  bitte. In einem von der Beschwerdeführerin 1 eingereichten Schreiben von G._ an den Provinz-Vorsitzenden der "Partido Liberal" vom 16. März 2007, erklärte diese ihren Rücktritt als Co- der Partei, mit der Begründung, sie und ihre  (Schwestern, Neffen) seien von der Guerilla bedroht worden.  einem Schutzersuchen vom 20. September 2007 bei der  des Pueblo legte die Beschwerdeführerin 1 schliesslich die Kopie
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eines Schreibens ins Recht, das nach ihren Angaben von der FARC stamme und in welchem die Beschwerdeführenden sowie G._ als unerwünschte Personen bezeichnet und aufgefordert werden, die Gemeinde E._ innert 24 Stunden zu verlassen.
B. Mit Schreiben vom 7. Juli 2008 forderte die schweizische Vertretung in Bogotá die Beschwerdeführerin 1 für den Fall, dass sie an ihrem  festzuhalten gedenke, auf, innert 30 Tagen ihr Asylbegehren gestützt auf einen beigelegten Fragenkatalog einlässlich zu begründen und allenfalls weitere vorhandene Beweismittel einzureichen.
C. Mit Eingabe vom 31. Juli 2008 kam die Beschwerdeführerin 1 dieser Aufforderung nach und gab an, sie habe ausserhalb ihres  keine verwandtschaftlichen Beziehungen. Sie und ihr Sohn  Kolumbien verlassen, weil sie von der FARC bedroht würden und Übergriffe befürchten müssten, obwohl sie sich an verschiedene  Behörden gewendet hätten und sich an die Anweisungen der Polizei, welche ihnen schriftliche Informationen zum Selbstschutz abgegeben habe, halten würden. Eine innerstaatliche Fluchtalternative stehe ihnen in Kolumbien nicht offen, weil die Verfolger sie selbst in Bogotá – wo sie inzwischen innerhalb von elf Monaten fünfmal ihren Aufenthaltsort gewechselt hätten – aufspüren könnten. Die  reichte im Weiteren erneut Beweismittel zu den Akten, bei welchen es sich indessen im Wesentlichen um dieselben handelt, die bereits dem Asylgesuch vom 19. Juni 2008 beigelegt worden waren.
D. Die schweizerische Vertretung in Bogotá übermittelte die Akten am 22. September 2008 zuständigkeitshalber an das BFM; sie führte  aus, dass eine persönliche Befragung der Beschwerdeführerin 1 aus Kapazitätsgründen nicht möglich sei.
E. Mit Zwischenverfügung vom 12. April 2010 – eröffnet am 14. Mai 2010 – teilte das BFM der Beschwerdeführerin 1 mit, es erachte den ent - scheidrelevanten Sachverhalt aufgrund der schriftlichen Begründung des Asylgesuches und der eingereichten ausführlichen Dokumentation als erstellt, weshalb eine Anhörung auf der Botschaft nicht notwendig erscheine. Im Weiteren erwäge das Bundesamt – unter Berücksichti-
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gung der Akten, der zu beachtenden Aspekte und des ihm  weiten Ermessensspielraumes – das Asylgesuch der  abzuweisen und ihnen die Einreise in die Schweiz zu . Insbesondere erachte es die Möglichkeit einer anderweitigen Schutzsuche als gegeben. Das BFM gab den Beschwerdeführenden Gelegenheit, sich innert 30 Tagen ab Erhalt der Zwischenverfügung dazu zu äussern.
F. Mit an die schweizerische Vertretung in Bogotá gerichteter Eingabe vom 19. Mai 2010, welche zuständigkeitshalber an das BFM weiter  wurde (Eingang beim BFM am 4. Juni 2010) machte die  1 von dem ihr gewährten rechtlichen Gehör  und führte aus, sie arbeite in Bogotá als  für eine Kleiderfirma und müsse dabei von Haustüre zu Haustüre gehen, um die Frauen zu einem Versandkauf zu animieren. Sie mache diese Arbeit gerne, habe aber stets Angst, weil sie sich auf den  aufhalten müsse. Ferner seien ihre Lebensumstände schlecht; sie und ihr [...]-jähriger Sohn würden in einer Wohnung ohne jegliche Pri - vatsphäre wohnen und müssten sich in einer Armenküche verpflegen, und wie sie ihrem Sohn, der bald die Schulzeit beenden werde, die von ihm gewünschte Militärkarriere ermöglichen könne, wisse sie auch nicht.
G. Mit Verfügung vom 14. Juli 2010 – gemäss Empfangsschein eröffnet am 11. August 2010 – wies das BFM das Asylgesuch der  ab und verweigerte ihnen die Einreise in die Schweiz. Zur Begründung führte das Bundesamt zunächst in formeller Hinsicht aus, dass in den vorliegenden Fällen die Voraussetzungen für ein Absehen von einer Anhörung der Beschwerdeführenden gegeben seien. In  Hinsicht hielt das BFM im Wesentlichen dafür, eine  Gefährdung der Beschwerdeführenden durch die FARC sei aus den Akten nicht ersichtlich. Da es sich bei den Beschwerdeführenden nicht um landesweit bekannte Personen handle, sei davon auszugehen, dass ihnen innerstaatliche Fluchtalternativen offenstünden, sie sich mithin in einer anderen Region Kolumbiens – etwa im Norden des , wo die Guerilla weniger stark präsent sei – niederlassen könnten. Es sei von der grundsätzlichen Schutzfähigkeit des kolumbianischen Staates auszugehen, wobei es in der Natur der Sache liege, dass es letztlich faktisch keinem Staat gelinge, die absolute Sicherheit aller
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seiner Bürger jederzeit und überall zu garantieren. Ferner sei es den Beschwerdeführenden möglich und zumutbar, gegebenenfalls in einem anderen Land als der Schweiz um Schutz nachzusuchen,  in einem der Nachbarstaaten Kolumbiens, welche sowohl das Abkommen vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) als auch das entsprechende Zusatzprotokoll vom 31. Juli 1967 ratifiziert hätten; besonders nahe Beziehungen zur Schweiz hätten die Beschwerdeführenden in ihren Asylgesuchen nicht geltend gemacht.
H. Mit undatierter, an die schweizerische Vertretung in Bogotá gerichteter Eingabe (Posteingang bei der Botschaft am 11. August 2010) erhoben die Beschwerdeführenden 1 und 2 gegen die Verfügung des BFM vom 14. Juli 2010 Beschwerde, welche in der Folge zuständigkeitshalber an das Bundesverwaltungsgericht weitergeleitet wurde (Posteingang beim Bundesverwaltungsgericht am 20. August 2010). Sie beantragten  die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die  von Asyl beziehungsweise die Bewilligung der Einreise in die Schweiz. Zur Begründung brachten sie im Wesentlichen vor, sie seien Opfer des bewaffneten Konfliktes in ihrem Heimatstaat und bedroht worden. Die FARC sei auch in Bogotá präsent, weshalb die Bedrohung weiter bestehe. Sie hätten innerstaatlich um Schutz nachgesucht, aber die behördlichen Massnahmen seien völlig ineffizient. Sie hätten nicht in südamerikanischen Ländern um Schutz nachgesucht, weil sie sich von der Schweiz eine bessere Perspektive und Lebensqualität . Die Drohungen gegen ihr Leib und Leben kämen nicht von einer gewöhnlichen kriminellen Gruppierung, sondern hätten einen Hintergrund, der vom internationalen Menschenrecht als Bürgerkrieg betrachtet werde; sie hätten demnach begründete Furcht vor  relevanter Verfolgung.
II.
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I. Mit an die schweizerische Vertretung in Bogotá gerichteter Eingabe vom 19. Juni 2008 ersuchte die Beschwerdeführerin 3 – eine  Staatsangehörige aus Bogotá und Schwester der  1 – für sich und ihren minderjährigen Sohn ( 4) um Gewährung von Asyl in der Schweiz. Zur Begründung machte sie im Wesentlichen geltend, sie und ihr Sohn müssten ihr Hei - matland verlassen, weil sie Opfer schwerwiegender Drohungen gegen ihr Leben geworden seien. Sie lege Kopien der Anzeigen an  Behörden bei, welche sie zum Schutz ihres Lebens hätten  müssen. Sie fänden in Kolumbien weder Ruhe noch Frieden und könnten nicht ohne Furcht leben. Bei den von der Beschwerdeführerin 3 eingereichten Beweismitteln handelt es sich weitgehend um solche, die auch von der Beschwerdeführerin 1 zu den Akten gegeben . In einer darüber hinaus gehenden Anzeige der  3 an die kolumbianische Generalstaatsanwaltschaft vom 21.  2007 gab die Beschwerdeführerin zu Protokoll sie sei Ende 2006 mit ihrem Sohn von Bogotá nach E._ gezogen, wo sie wegen ihrer Verwandtschaft zur politisch aktiven G._  Drohungen erhalten hätten. Sie seien deshalb im Jahr 2007  nach Bogotá zurückgekehrt.
J. Mit Schreiben vom 7. Juli 2008 forderte die schweizische Vertretung in Bogotá die Beschwerdeführerin 3 für den Fall, dass sie an ihrem  festzuhalten gedenke, auf, innert 30 Tagen ihr Asylbegehren gestützt auf einen beigelegten Fragenkatalog einlässlich zu begründen und allenfalls weitere vorhandene Beweismittel einzureichen.
K. Mit Eingabe vom 20. Juli 2008 kam die Beschwerdeführerin 3 dieser Aufforderung nach und gab an, sie und ihr Sohn hätten Probleme mit der FARC, weil sie einer Familie angehören würden, die sich für ein anständiges Leben einsetze; obwohl sie in Bogotá viermal ihren  gewechselt hätten, fühlten sie sich weiterhin bedroht. Bei den von der Beschwerdeführerin 3 zur Stützung ihrer Vorbringen  Unterlagen handelt es sich im Wesentlichen um solche, die bereits im Rahmen des Asylgesuches vom 19. Juni 2008 vorgelegt wurden.
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L. Die schweizerische Vertretung in Bogotá übermittelte die Akten am 1. Oktober 2008 zuständigkeitshalber an das BFM; sie führte dabei aus, dass eine persönliche Befragung der Beschwerdeführerin 3 aus Kapazitätsgründen nicht möglich sei.
M. Mit Zwischenverfügung vom 19. April 2010 – eröffnet am 14. Mai 2010 – teilte das BFM der Beschwerdeführerin 3 mit, es erachte den  Sachverhalt aufgrund der schriftlichen Begründung der Asylgesuche und der eingereichten ausführlichen Dokumentation als erstellt, weshalb eine Anhörung auf der Botschaft nicht notwendig erscheine. Im Weiteren erwäge das Bundesamt – unter Berücksichti - gung der Akten, der zu beachtenden Aspekte und des ihm  weiten Ermessensspielraumes – das Asylgesuch der  abzuweisen und ihnen die Einreise in die Schweiz zu . Insbesondere erachte es die Möglichkeit einer anderweitigen Schutzsuche als gegeben. Das BFM gab den Beschwerdeführenden Gelegenheit, sich innert 30 Tagen ab Erhalt der Zwischenverfügung dazu zu äussern.
N. Mit an die schweizerische Vertretung in Bogotá gerichteter Eingabe vom 19. Mai 2010, welche zuständigkeitshalber an das BFM weiter  wurde (Eingang beim BFM am 4. Juni 2010) machte die  3 von dem ihr gewährten rechtlichen Gehör  und führte aus, sie könnten in Kolumbien wegen der  durch die FARC keine Ruhe finden und hätten das Vertrauen in die sie umgebenden Menschen verloren.
O. Mit Verfügung vom 7. Juli 2010 – gemäss Empfangsschein eröffnet am 11. August 2010 – wies das BFM das Asylgesuch der  ab und verweigerte ihnen die Einreise in die Schweiz. Zur  führte das Bundesamt zunächst in formeller Hinsicht aus, dass in den vorliegenden Fällen die Voraussetzungen für ein Absehen von einer Anhörung der Beschwerdeführenden gegeben seien. In  Hinsicht hielt das BFM im Wesentlichen dafür, eine  Gefährdung der Beschwerdeführenden durch die FARC sei aus den Akten nicht ersichtlich. Da es sich bei den Beschwerdeführenden nicht um landesweit bekannte Personen handle, sei davon auszugehen,
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dass ihnen innerstaatliche Fluchtalternativen offenstünden, sie sich mithin in einer anderen Region Kolumbiens – etwa im Norden des , wo die Guerilla weniger stark präsent sei – niederlassen könnten. Es sei von der grundsätzlichen Schutzfähigkeit des kolumbianischen Staates auszugehen, wobei es in der Natur der Sache liege, dass es letztlich faktisch keinem Staat gelinge, die absolute Sicherheit aller seiner Bürger jederzeit und überall zu garantieren. Ferner sei es den Beschwerdeführenden möglich und zumutbar, gegebenenfalls in einem anderen Land als der Schweiz um Schutz nachzusuchen,  in einem der Nachbarstaaten Kolumbiens, welche sowohl das Abkommen vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) als auch das entsprechende Zusatzprotokoll vom 31. Juli 1967 ratifiziert hätten; besonders nahe Beziehungen zur Schweiz hätten die Beschwerdeführenden in ihren Asylgesuchen nicht geltend gemacht.
P. Mit undatierter, an die schweizerische Vertretung in Bogotá gerichteter Eingabe (Posteingang bei der Botschaft am 11. August 2010) erhoben die Beschwerdeführenden 3 und 4gegen die Verfügung des BFM vom 7. Juli 2010 Beschwerde, welche in der Folge zuständigkeitshalber an das Bundesverwaltungsgericht weitergeleitet wurde (Posteingang beim Bundesverwaltungsgericht am 20. August 2010). Sie beantragten  die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die  von Asyl beziehungsweise die Bewilligung der Einreise in die Schweiz. Die Begründung der Beschwerde entspricht wörtlich derjeni - gen der Beschwerdeführenden 1 und 2 (vgl. oben Bst. H).

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17.  2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das  betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung
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der vorliegenden Beschwerden und entscheidet im Bereich des Asyls endgültig (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.3 Die Beschwerdeeingaben sind nicht in einer Amtssprache des Bundes abgefasst. Auf die Ansetzung einer Frist zur  kann indessen verzichtet werden, da den in Spanisch  Beschwerdeeingaben genügend klare, sinngemässe  und deren Begründung zu entnehmen sind und ohne  darüber befunden werden kann.
1.4 Angesichts des engen persönlichen und sachlichen  der Beschwerdeverfahren sind diese zu vereinigen (vgl. VERA MARANTELLI-SONANINI/SAID HUBER, in: Praxiskommentar VwVG, Waldmann/ Weissenberger (Hrsg.), Zürich 2009, Art. 6 N 10).
1.5 Die Beschwerden sind frist- und – mit Ausnahme des genannten sprachlichen Mangels – formgerecht eingereicht (Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG). Die Beschwerdeführenden sind durch die angefochtenen Verfügungen besonders berührt und  ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung  Änderung; sie sind daher zur Einreichung der Beschwerden legiti - miert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die  ist einzutreten.
2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
3. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterli - cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters  einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um
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solche, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu  ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die  des Schriftenwechsels verzichtet.
4. 4.1 In formeller Hinsicht ist zunächst festzuhalten, dass gemäss Art. 19 AsylG ein Asylgesuch im Ausland bei einer schweizerischen Vertretung gestellt werden kann, welche es mit einem Bericht an das Bundesamt überweist (Art. 20 Abs. 1 AsylG). Die schweizerische  führt mit der asylsuchenden Person in der Regel eine  durch (Art. 10 Abs. 1 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]). Ist dies nicht möglich, so wird die asylsuchende Person von der Vertretung aufgefordert, ihre Asylgründe schriftlich festzuhalten (Art. 10 Abs. 2 AsylV 1). Das  hat in Auslegung dieser Bestimmungen in BVGE 2007/30 erkannt, dass sich die Unmöglichkeit einer Befragung aus organisatorischen oder kapazitätsmässigen Gründen bei der  Vertretung, aus faktischen Hindernissen im betreffenden Land oder aus bei der asylsuchenden Person liegenden persönlichen  ergeben kann (vgl. BVGE a.a.O. E. 5.2 und 5.3). Da die Anhörung der Sachverhaltserstellung sowie der Gewährung des rechtlichen  dient (vgl. BVGE a.a.O. E. 5.5), ist die asylsuchende Person bei gegebener Unmöglichkeit einer Anhörung unter Hinweis auf ihre  in einem individualisierten Schreiben mittels konkreter Fragen aufzufordern, ihre Asylgründe schriftlich festzuhalten; ein  Schreiben vermag diesen Anforderungen damit in aller Regel nicht zu genügen (BVGE a.a.O. E. 5.4). Allerdings kann sich  Befragung beziehungsweise eine schriftliche  erübrigen, wenn der Sachverhalt bereits aufgrund des  Asylgesuchs als entscheidreif erstellt erscheint; der asylsuchenden Person ist aber diesfalls immerhin im Sinne des rechtlichen Gehörs die Gelegenheit zu geben, sich zu einem abzusehenden negativen  zumindest schriftlich zu äussern (BVGE a.a.O. E. 5.7). Schliesslich ist das Bundesamt in jedem Fall gehalten, das Absehen von einer Befragung in der Verfügung über das Asylgesuch zu  (BVGE a.a.O. E. 5.6 sowie 5.7).
4.2 Im vorliegenden Fall wurden die Beschwerdeführenden von der schweizerischen Vertretung in Bogotá zu ihren Asylgesuchen vom
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19. Juni 2008 nicht befragt, da die Botschaft dazu gemäss  vom 22. September 2008 beziehungsweise vom 1. Oktober 2008 aus gerichtsnotorischen und mithin nachvollziehbaren Kapazitätsgründen nicht in der Lage war; den Beschwerdeführenden wurde indessen mit Zwischenverfügungen des BFM vom 12.  19. April 2010 Gelegenheit zur weiteren Konkretisierung ihrer Asylgründe sowie das rechtliche Gehör im Hinblick auf die vom Bundesamt in Erwägung gezogene Abweisung der Asylgesuche ; die Beschwerdeführenden haben mit Eingaben vom 19. Mai 2010 von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht. Aufgrund der  Ausführungen der Beschwerdeführenden in ihren schriftlichen Asylgesuchen und den weiteren Eingaben sowie der zahlreichen von ihnen eingereichten Beweismittel erscheint sodann der  Sachverhalt – wie das BFM in den angefochtenen  zu Recht ausführt – als genüglich abgeklärt. Schliesslich hat das BFM in seinen Verfügungen vom 7. beziehungsweise 14. Juli 2010 das Absehen von persönlichen Anhörungen einlässlich begründet. Bei  Sachlage ist festzuhalten, dass das BFM den  Anforderungen Genüge getan hat.
5. 5.1 Das BFM kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ablehnen, wenn die asylsuchenden Personen keine Verfolgung glaubhaft machen können oder ihnen die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet  kann (vgl. Art. 3, Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss Art. 20 Abs. 2 AsylG bewilligt das BFM Asylsuchenden die Einreise zur  des Sachverhaltes, wenn ihnen nicht zugemutet werden kann, im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein anderes Land auszureisen.
5.2 Bei diesem Entscheid sind die Voraussetzungen zur Erteilung  Einreisebewilligung grundsätzlich restriktiv zu umschreiben, wobei den Behörden ein weiter Ermessensspielraum zukommt. Neben der erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind namentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, die Möglichkeit der  durch einen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu anderen Staaten, die praktische Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit zur  Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Eingliederungs- und Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen (vgl. die  zutreffende Praxis gemäss Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1997 Nr. 15, insbe-
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sondere S. 131 ff., welche angesichts bloss redaktioneller Änderungen bei der letzten Totalrevision des Asylgesetzes nach wie vor Gültigkeit hat). Ausschlaggebend für die Erteilung der Einreisebewilligung ist  die Schutzbedürftigkeit der betroffenen Personen (vgl. EMARK 1997 Nr. 15 E. 2c S. 130), mithin die Prüfung der Fragen, ob eine  im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird und ob der Verbleib am Aufenthaltsort für die Dauer der Sachverhaltsabklärung zugemutet werden kann.
6. 6.1 Nach Prüfung der Akten gelangt das Bundesverwaltungsgericht zunächst zum Schluss, dass die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, die Beschwerdeführenden hätten in ihrem Gesuch keine besonders nahen Beziehungen zur Schweiz geltend gemacht. Im Weiteren hat das Bundesamt zu Recht erwogen, dass es den  zuzumuten sei, in einem anderen Land um Asylgewährung  (vgl. Art. 52 Abs. 2 AsylG). So sind beispielsweise die  Brasilien, Ecuador, Panama und Peru Vertragsparteien  der FK als auch des betreffenden Zusatzprotokolls vom 31.  1967; Venezuela wiederum hat zwar das Abkommen selbst nicht , wohl aber das Protokoll. Diese Länder verfügen mit Ausnahme Venezuelas über ein eigenes, gesetzlich geregeltes Verfahren zur  von Flüchtlingen. Zudem halten sie sich gemäss den  des Bundesverwaltungsgerichts grundsätzlich an das  des Non-Refoulement von Art. 33 FK, auch wenn als  festgestellt werden muss, dass es in den Grenzgebieten –  denjenigen zu Panama und Venezuela – in den letzten Jahren zu unkontrollierten Rückschiebungen durch die Grenzbehörden  ist. Für die praktische Möglichkeit und die Zumutbarkeit der anderweitigen Schutzsuche spricht im Weiteren die Möglichkeit der  Einreise nach Brasilien, Ecuador und Peru sowie der , dass jährlich mehrere tausend kolumbianische Staatsangehöri - ge in den Nachbarländern – namentlich in Ecuador – um Asyl  und dort zu einem beträchtlichen Teil auch tatsächlich als  anerkannt werden. Soweit die Beschwerdeführenden in ihren  vorbringen, sie hätten nicht in südamerikanischen Ländern um Schutz nachgesucht, weil sie sich von der Schweiz eine bessere Perspektive und Lebensqualität versprächen, ist festzuhalten, dass in den genannten Ländern die Lebensumstände für Flüchtlinge zwar allenfalls nicht in jeder Hinsicht schweizerischen Standards  mögen, aber jedenfalls durchaus ein menschenwürdiges Da-
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sein ermöglichen. Insgesamt ergeben sich demnach keine , die darauf schliessen liessen, es sei den  praktisch unmöglich oder objektiv unzumutbar, sich in einen  Staat, insbesondere einen der Nachbarstaaten Kolumbiens, zu  (vgl. EMARK 2004 Nr. 20 sowie 1997 Nr. 15 E. 2f S. 132). Dies gilt umso mehr, als aus den Akten ersichtlich ist, dass es sich bei den Beschwerdeführenden nicht um landesweit bekannte Persönlichkeiten handelt, die aufgrund ihrer besonders exponierten Stellung auch bei einer Flucht ins nahe Ausland allenfalls befürchten müssten, weiterhin verfolgt zu werden.
6.2 Bei dieser Sachlage kann letztlich offen bleiben, ob sich die  den geltend gemachten Bedrohungen seitens der FARC allenfalls durch eine innerstaatliche Wohnsitzverlegung  entziehen könnten.
6.3 Nach dem Gesagten ist zusammenfassend festzuhalten, dass die Beschwerdeführenden aufgrund der Akten über keine konkrete  zur Schweiz verfügen, hingegen die Möglichkeit der  Schutzsuche haben. Unter diesen Umständen hat die  den Beschwerdeführenden zu Recht die Erteilung der  verweigert und die Asylgesuche abgewiesen.
7. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtenen  Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellen und angemessen sind (Art. 106 AsylG). Die Beschwerden sind nach dem Gesagten abzuweisen.
8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten an sich den  aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG); aus  Gründen wird indessen in Anwendung von Art. 6 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und  vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) auf das Erheben von Verfahrenskosten verzichtet.
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