Decision ID: 5248a311-c407-476d-a52d-b3f7ec89de50
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1978,
war zuletzt von August
2016 bis November 2017 als Mitarbeiterin in der Hauswirtschaft auf dem zweiten Arbeitsmarkt tätig (
Urk.
8/18) und
meldete sich
am
8.
Mai 2018
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/3
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab
und teilte am 2
8.
Juni 2018 mit, dass
aufgrund des Gesundheitszustands
keine Eingliederungs
massnahmen möglich seien (
Urk.
8/17).
In der Folge holte die IV-Stelle bei der
Y._
ein Gutachten ein, welches am
6.
Mai
2019 erstattet wurde (
Urk.
8/59).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
8/61,
Urk.
8/65) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 1
2.
September
2019 einen Rentenanspruch (
Urk.
8/68 =
Urk.
2).
2.
Die Versicherte erhob am 1
0.
Oktober 2019 Beschwerde gegen die Verfügung vom 1
2.
September 2019 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Eventuell sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihr eine Invalidenrente nach Gesetz zuzusprechen
,
und den Gut
achter
inne
n
seien
durch das Gericht Rückfragen zu stellen. Subeventuell sei sie erneut begutachten zu lassen (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
1-5).
Mit Beschwerdeantwort vom
1
5.
November 2019 beantragte die IV-Stelle die Ab
weisung der Beschwerde (
Urk.
7), was der Beschwerdeführerin am 1
9.
November 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
9).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid
sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März
2018 E. 7.4).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arz
tes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi
cherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärzt
lichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.5
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den pra
xisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis versiche
rungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
1) davon aus, dass gestützt auf das von ihr veranlasste
bidisziplinäre
Gutachten insgesamt keine dauerhafte Beeinträchtigung ausgewiesen sei (S. 1)
. Ferner seien
zwar neurokognitive Einschränkungen vermutet
worden
, welche jedoch aufgrund der vor
handenen Inkonsistenzen nicht belegt werden konnten. Die Schwere der geteste
ten Defizite sei zudem nicht vereinbar mit der bisherigen Bildungs- und Berufs
laufbahn. Es bestehe daher
kein Leistungsanspruch
(S. 2).
2.2
Demgegenüber wandte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen ein (
Urk.
1)
, dass auf das psychiatrische Gutachten abgestellt werden könne, womit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt ausgewie
sen sei (S. 19
Ziff.
56).
2.3
Streitig ist, ob der medizinische Sachverhalt
rechtsgenüglich
abgeklärt wurde und ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung hat.
3.
3.1
Pract
.
med.
Z._
, Lei
tender Arzt, und
A._
, Psycho
login,
Klinik B._
Psychiatriezentrum
C._
, berichteten am
9.
Mai 2018 über die am Vortag erfolgte Untersuchung (
Urk.
8/11
)
. Klinisch psychia
trisch bestehe eine Anpassungsstörung im Rahmen einer multifaktoriellen Belas
tungssituation. Bezüglich de
r
im Erstgespräch festgestellten Einschränkungen insbesondere in den Bereichen Auffassung, Konzentration und Gedächtnis be
dürfe es einer eingehenderen neuropsychologischen diagnostischen Abklärung. Es sei davon auszugehen, dass aufgrund der präsentierten kognitiven Beeinträch
tigungen eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit bestehe (S. 2).
3.2
Pract
. med.
D._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, und
dipl.
psych.
E._
, Fachpsychologin für Neuropsychologie,
Y._
,
er
statteten am
6.
Mai 2019 im
Auftrag der Beschwerdegegnerin ein Gutachten (
Urk.
8/59/2-6). Sie stützten sich auf die ihnen überlassenen Ak
ten (
Urk.
8/59/7
26
S. 8 f.
,
Urk.
8/59/27-41 S. 2 f
.
),
die Angaben der Beschwerde
füh
rerin (
Urk.
8/59/7-26
S.
10
ff.) und ihre am
2
2.
Januar und 2
6.
Februar
2019
erhobenen psychiatrischen
(
Urk.
8/59/7-26) und
neuropsychologischen
(
Urk.
8/59/27-41)
Befunde. Sie
nannte
n als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine nicht näher bezeichnete wahnhafte Störung (ICD-10 F22.9
; S. 4
).
Im psychiatrischen Teilguta
chten
(
Urk.
8/59/7-26
)
wurde ausgeführt, dass
in Zu
sammenschau der Biographie sowie des Krankheitsverlaufs eine Arbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt von Beginn an
nicht vorhanden
gewesen sei
. Aktuell sei die Versicherte in der Lage, vier Stunden in der Reinigung zu arbeiten. Aus psy
chiatrischer Sicht sei es für einen günstigen Verlauf sinnvoll, die Versicherte wei
ter auf dem Arbeitsmarkt beschäftigen zu lassen. Es bestehe eine 50%ige Arbeits
fähigkeit in der bisherigen Tätigkeit (S. 22).
Aus neuropsychologischer Sicht
(
Urk.
8/59/27-41)
könne von kognitiven Defizi
ten in allen untersuchten Leistungsbereichen ausgegangen werden. Das tatsäch
liche Ausmass sei jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit geringer als in der aktu
ellen Untersuchung gemessen.
Der in der Testung gemessene Intelligenzquotient (IQ) würde eine Intelligenzminderung bedeuten.
Dass eine Person mit einer Intel
ligenzminderung auf einer Regelschule einen Realabschluss erreiche, könne aber
als nahezu ausgeschlossen gelten.
Dies u
mso mehr,
als
die Versicherte nur gebro
chen Deutsch spreche un
d
es au
ch nur lückenhaft verstehe. Ebenso sei
die jahre
lange Arbeitstätigkeit
auf dem freien Arbeitsmarkt
bei einer Intelligenzminderung kaum möglich (S. 12 unten). Zusammenfassend könne die Vielzahl und Schwere neurokognitiver einschliesslich intellektueller Einschränkungen mit den beste
henden Diagnosen und den anamnestischen
Angaben nicht vereinbart werden und diese seien zumindest teilweise durch eine reduzierte Anstrengungsbereit
schaft zu erklären (S. 13 f.). Die Arbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt und in angepassten Tätigkeiten könne nicht beurteilt werden (S. 15).
In der Gesamtbeurteilung
(
Urk.
8/59/2-6
)
führte
n
die Gutachter
innen
aus
, dass bei der Versicherten seit Jahren psychische Auffälligkeiten im Sinne von einge
schränkten Funktionen und Verhaltensstörungen bestünden. Der neuropsycholo
gische Befund sowie die Testerhebungen hätten eine nicht quantifizierbare neu
rokognitive Störung, unklarer Ätiologie, möglicherweise in Vereinbarung mit einer Störung
,
ergeben. In der bisherigen und in einer angepassten Tätigkeit bestehe eine 50%ige Arbeitsfähigkeit
(
S. 3 f.
)
.
3.3
Dr.
med.
F._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), führte in ihrer Stellungnahme vom
1
8.
Juni 2019 (
Urk.
8/60 S. 5 ff.) aus, dass im psychiatrischen Gutachtenteil eine nicht näher bezeichnete wahnhafte Störung diagnostiz
iert worden sei, obwohl
keine Wahnsymptomatik vor
liege. Ebenso sei
ein sozialer Rückzug festgestellt worden, unter welchem die Beschwerdeführerin jedoch nicht leide (S. 6). Ein Wahn oder eine Wahnstimmung gemäss AMDP hätten nicht belegt werden können
und
seien von der Gutachterin lediglich vermutet worden.
D
a die ICD-10-Kriterien nicht zuträfen
, könne d
er von der Gutachterin gestellten Diag
nose nicht gefolgt werden
. Im neuropsychologischen Gutachten würden zwar neurokognitive Ein
schrän
kungen vermutet, diese könnten jedoch nicht belegt werden. Die Test
ergebnisse hätten deutliche Inkonsistenzen durch eine reduzierte Anstren
gungs
be
reitschaft gezeigt (S. 7). Auf das
Y._
-Gutachten könne daher wegen zahl
reicher Inkonsistenzen nicht abgestellt werden. Der erhobene psychiatrische und neuropsychologische Befund lasse
jedoch
dennoch eine versicherungsmedizini
sche Beurteilung zu. Insgesamt sei kein dauerhafter Gesundheitsschaden ausge
wiesen (S. 8).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf die Stellungnahme von RAD-Ärztin
F._
(vorste
hend E. 3.3
)
davon aus, dass
kein invalidisierender Gesund
heitsschaden vorliege
.
4.2
A
us psychiatrischer Sicht
wurde im Rahmen der
Y._
-Begutachtung
(vor
stehend E. 3.2
)
eine nicht näher bezeichnete wahnhafte Störung (ICD-10 F22.9)
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostiziert
.
Die neuropsychologische Untersuchung ergab nicht näher quantifizierbare neurokognitive Störungen un
klarer Ätiologie. Aus interdisziplinärer Sicht wurde der Beschwerdeführerin eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in der bisherigen und in angepasster Tätigkeit attestiert.
Die Herleitung der Diagnose
einer wahnhaften Störung
begründete
pract
. med.
D._
(vorstehend E. 3.2
)
insbesondere damit, dass die Beschwerdeführerin de
n Eindruck hinterlasse, sie sei
gerne alleine
in ihrer eigenen Welt und
fühle
sich während der eigenen Erlebn
isse sicher und ohne Angst
.
Die Beschwerdeführerin selber habe keine psychotischen beziehungsweise wa
hnhaften Erlebnisse be
schrieben, sondern nur die von der Gutachterin vorgetragenen Symptome bestä
tigt.
Aus den Schilderungen, Befragungen und psychopathologischen Befunden ergäben sich Hinweise a
uf eine wahnhafte Störung
. Ständiges Stimmenhören, optische Halluzinationen oder anhaltende wahnhafte Erlebnisse seien nicht vor
handen (
Urk.
8/59/7-26
S. 17 f.).
Inwiefern die für das Vorliegen einer wahnhaften Störung massgebenden Krite
rien
,
insbesondere Wahn und Wahnstimmung
,
vorliegen
, vermochte die Gutach
terin nicht verständlich darzulegen.
Sie führt
e
denn auch aus, dass sich lediglich Hinweise auf eine wahnhafte Störung ergäben
(
Urk.
8/59/7-26
, S. 18 Mitte)
.
Folg
lich erscheint die
objekti
ve Befunderhebung als zu
wenig verlässlich
, um
die
da
raus abgeleitete Diagnose und
resultierende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sowie die Entwicklung des Krankheitsverlaufs schlüssig nachv
ollziehen zu kön
nen
.
Insofern erweist sich die am psychiatrischen Teilgutachten geübte Kritik durch RAD-Ärzti
n
F._
als begründet
.
Pract
. med.
D._
ging davon aus, dass die Beschwerdeführ
erin unter Hinweis auf ihre
Biographie sowie den Krankheitsverlauf von Beginn an im ersten Arbeitsmarkt nicht arbeitsfähig
gewesen sei
(
Urk.
8/59/7-26
S. 22 oben)
. Dennoch attestierte sie ihr
eine 50%ige Arbeitsfähigk
eit in der bisherigen Tätigkeit
als Hilfskraft an einer
vom Sozialdienst zur Verfügung gestel
lten Arbeitsstelle
aus
serhalb des ersten Arbeitsmarkts.
Zur
invalidenversicherungsrechtlich relevanten Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit
machte
die Gutachterin
keine Angaben
(
Urk.
8/59/7-26 S. 22 unte
n)
.
Gesamtmedizinisch
wurde
jedoch
ohne weitere Aus
führungen
von
eine
r
50%ige
n
Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit
ausge
gangen
(
vgl.
Urk.
8/59/2-6
S. 4
Ziff.
3.8
)
.
Schliesslich konnte t
rotz
festgestellter
neurokognitive
r
Einschränkungen
aus neuropsychologischer Sicht
keine Beur
teilung der Arbeitsfähigkeit vorgenommen werden
(
Urk.
8/59/27-41
S.
15
Ziff.
8.1
8.2
)
. Nach dem Gesagten
fehlt es an einer umfassenden, verlässlichen medizini
schen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit.
Zusammenfassend ist aufgrund des
Y._
-Gutachtens nicht klar erstellt, an welchen Erkrankungen die Beschwerdeführerin aus psychiatrischer und neu
ropsychologischen Sicht leidet und wie sich diese auf
die Arbeitsfähigkeit aus
wirken. D
as
Y._
-Gut
achten
vermag daher
die Anforderungen an den Be
weiswert eine
s
Arztberichts nicht
zu erfüllen
(vorstehend E. 1.6
)
.
Die
mangelhaft erhobenen
- oder jedenfalls berichteten -
psychiatrischen und neuropsychologi
schen Befunde
lassen folglich
keine verlässliche versicherungsmedizinische Be
urteilung zu. Wie
RAD-Ärztin
F._
zur Konklusion kam, dass kein dauer
hafter Gesundheitsschaden ausgewiesen sei, lässt sich
ferner
nicht erschliessen und entbehrt
einer
medizinischen Begründung
.
4.3
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sach
verhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
4.4
Nach dem Gesagten ist ein abschliessender materieller Entscheid gestützt auf die vorhandenen medizinischen Akten nicht möglich
.
Insbesondere
sind
die tatsäch
lich vorhandenen psychischen und neuropsychologischen Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin und deren Auswirk
ungen in Beruf und Haushalt
medizi
nisch nicht abschliessend beurteilt.
Die angefochtene
Verfügung (
Urk.
2) ist
folglich aufzuheben und die Sache zur Vornahme
geeigneter
Abklärungen und zu erneutem Entscheid über den Leis
tungsanspruch der Beschwerdeführerin an die Beschwerdegegnerin zurückzuwei
sen.
5.
5.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
die
vertretene Beschwerdeführer
in
Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
5.3
Nach
§
34
Abs.
3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) be
misst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Be
deutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Ob
siegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert. Gemäss
§
8 in Verbindung mit
§
7
Abs.
1 der seit
1.
Juli 2011 in Kraft stehenden Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht (
GebV
SVGer
) wird namentlich für unnötigen Aufwand kein Ersatz gewährt.
Nach Einsicht in die Honorarnote vom
5.
Dezember 2019 (
Urk.
10/1-2) ist die
Prozessentschädigung
beim praxisgemässen Stundenansatz von
Fr.
220.-- (zu
züglich Mehrwertsteuer) ermessensweise auf
Fr.
2’5
00
.-- (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen)
festzusetzen
.
5.4
Damit erweist sich das Gesuch um un
entgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung
(
Urk.
1
S
. 3 oben)
als gegen
standslos.