Decision ID: c2fea2c6-8bea-44c8-a6ac-5279f2a13e91
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1962,
war seit dem 2
4.
September
20
12
bei der
Y._
AG, als Vorarbeiter
angestellt und dam
it bei der Suva gemäss Bundesge
setz über die Unfallversicherung (UVG) obligato
risch gegen Berufs- und Nichtbe
rufsunfälle sowie Berufskrankheiten versicher
t, als er gemäss der Bagatellunfall-Meldung
UVG vom 2
4.
Januar 2013
am
8.
November 2012
beim Arbeiten
auf der Baustelle
über Eisenstange
n
«
gestürchelt
»
sei und sich den Fuss
«
übertrampt
»
habe (
Urk.
8/1
Ziff.
3-
6)
.
Die Suva anerkannte ihre Leistungspflicht (
Urk.
8/4).
Gemäss Schadenmeldung UVG vom 1
3.
November 2013
fiel
dem
Versicherten
am
7.
November 2013
beim Bücken ein
angelehntes
Kantholz
auf das Knie, wodurch er ein
e Prellung am Knie links erlitt
(vgl.
Urk.
9/1
Ziff.
6)
.
Auch hierfür anerkannte die Suva ihre Leistungspflicht
(
Urk.
9/6
)
.
G
emäss Schadenmeldung UVG
vom 1
1.
Februar 2016
erlitt der Beschwerdeführer
am
8.
Februar
2016
einen weiteren Unfall, indem er
bei
m Heruntersteigen der Gerüstlei
ter einen Fehltritt machte
, wobei er sich eine Verdrehung/Verstauchung des linken Fussgelenkes zuzog
(
Urk.
10/1
Ziff.
4-6
und
Ziff.
9
).
Die Suva aner
kannte erneut ihre Leistungspflicht
(vgl.
Urk.
10/3)
.
Mit Schreiben vom 2
8.
Oktober 2016 (
Urk.
10/28
) stellte die Suva ihre Leistungen per
6.
November 2016 mit der Begründung ein, dass spätestens am
7.
November 2016 ein Zustand erreicht sei, wie er sich auch ohne den Unfall vom
8.
Februar 2016 eingestellt hätte.
1.2
Am
6.
Oktober 2016 meldete die aktuelle Arbeitgeberin des Versicherten, die
Z._
AG, der
Suva einen Rückfall
vom 1
5.
September 2016
zum Unfall vom
8.
November 2012, indem der Versicherte
erneut Schmerzen beim Laufen habe
(
Urk.
8/14
Ziff.
4,
Ziff.
6
und
Ziff.
9
)
. Nach weiteren Abklärungen und kreisärztlicher Beurteilung vom 2
1.
Juli 2017 (vgl.
Urk.
8/53
)
lehnte die Suva mit Verfügung vom 1
3.
September 2017 (
Urk.
8/54
/1-2
) ihre Leistungspflicht für die gemeldeten Beschwerden mangels sicherem oder wahr
scheinlichem Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom
8.
No
vember 2012 und den Beschwerden ab.
Die vom Versicherten am 1
0.
Oktober 2017
und
am 2
9.
November 2017
erhobene Einsprache
(
Urk.
8/56/1
3,
Urk.
8/58
/1-5
) wurde mit
Einspracheentscheid
vom 1
3.
Juni 2018 abgewiesen (
Urk.
8/62
=
Urk.
2).
2.
Der Versicherte erhob am 1
6.
August 2018 Beschwerde gegen den
Einsprache
entscheid
vom 1
3.
Juni 2018 (
Urk.
2) und be
antragte, dieser sei aufzuheben
und
es seien ein medizinisches Gutachten in Auftrag zu geben und Zeugen einzu
ver
nehmen. Alsdann sei über die Leistungen nach UVG zu entscheiden (
Urk.
1 S.
2). Mit Beschwerdeantwort vom 2
1.
September 2018 beantragte die Suva die Abwei
sung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei (
Urk.
7), was dem Beschwer
deführer am 2
8.
September 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
12).
Am 2
4.
Oktober 2018 reichte der Beschwerdeführer unaufgefordert seine Replik ein und
wiederholte
die bereits in der Beschwerde gestellten Anträge (
Urk.
13).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. No
vember 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundes
gesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versiche
rung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
D
ie
hier zu beurteilende
n
Unf
älle haben
sich am
8.
November 2012, am
7.
November 2013 und am
8.
Februar 2016
ereignet, weshalb die bis 31. De
zember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwen
dung finden und i
n dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss
Art.
6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (
Abs.
1).
1.3
Die Versicherungsleistungen werden auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt (
Art.
11 UVV). Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicher
weise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder
auch psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krank
heitsbild führen können (BGE 118 V 293 E. 2c mit Hinweisen).
1.4
Rückfälle und Spätfolgen schliessen sich begrifflich an ein bestehendes Unfaller
eignis an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht der Unfall
versicherung nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesund
heitsschädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 293 E. 2c in
fine
).
1.5
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
li
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
den
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat.
Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren
Einspracheentscheid
(
Urk.
2) damit,
dass m
it dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zwischen den aktuell geltend gemachten Beschwerden am Fussgelenk links und den erli
ttenen Unfallereignissen aus den
Jahr
en
2012, 2013 und 2016 kein kausaler Zusammen
hang
bestehe
(S. 7 unten).
Der
na
chgewiesene
ossäre
Ausriss
eines kleinen
Ossikels
sei
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine
Verletzung, welche schon vor dem Ereignis im Jahr 2012 bestanden habe
. So habe sich initial in der Sonographie kein Hämatom gefunden, und in der MRI-Untersuchung habe das Knochenmarksödem persistiert, sodass von einer chronischen, gegebenenfalls degenerativen Veränderung im
Talusbe
reich
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgegangen werden müsse, welche keinen Zusammenhang mit einem
Unfallereign
is zu haben scheine
.
Es handle sich bei den jeweiligen Ereignissen um Distorsionen im Bereich des
oberen Sprungge
lenkes (
OSG
)
, welche keine bleibenden Folgen zeigten und keine richtungsge
bende Verschlimmerung erwirkten. Solche Distorsionen seien nach allgemeiner Lehrauffassung nach jeweils acht bis zwölf Wochen ausgeheilt
(S. 7 Mitte)
.
Auf die kreisärztliche
Beurteilung vom 2
1.
Juli 2017 könne abgestellt werden
(S.
7 ff.
Ziff.
4).
Der Sachverhalt erweise sich als genügend erstellt, weshalb sich weitere Abklärungen erübrigten (S. 9
Ziff.
5).
2.2
Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (
Urk.
1) geltend,
dass die
Beschwerdegegnerin sein Recht auf Beweis verletzt
habe
, indem sie den Sachverhalt ohne Behandlung der Beweisanträge festgestellt habe. Der Bericht von
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Chirurgie,
sei zusammen mit der Bestätigung des Hausarztes geeignet, die kreisärztlichen Ausführungen in Zweifel zu ziehen
(S. 4
lit
. B
Ziff.
9)
.
Es sei beim Unfall am
8.
November 2012 aufgrund einer Fraktur/Ausriss zu einem
Ossikel
an der medialen
anterosuperioren
Spitze des
Processus
anterior
calcanei
gekommen. Da das Knochenfragment/
Ossikel
nicht mehr zusammengewachsen sei, sei eine
Pseudarthrose
/Non-Union geblieben. Seine ab Oktober 2016 beste
henden Fussbeschwerden seien Folge dieser
Pseudarthrose
und damit kausal zum Unfall vom
8.
November 2012 (S. 4
Ziff.
10).
Dr.
A._
habe
ausgeführt habe, dass
,
falls ein Unfallereignis vor demjenigen vom
8.
November 2012 aus
geschlossen werden könne, es bei diesem zu einer Ausrissfraktur am
Processus
anterior
calcanei
gekommen sein müsse
. Es sei daher beantragt worden, seinen Arbeitgeber und seine Ehefrau einzuvernehmen, um nachzuweisen, dass er vor dem
8.
November 2012 keinen Unfall mit Einbezug des linken Fusses gehabt habe (S. 5
Ziff.
12
).
Die Beschwerdegegnerin sei darauf nicht eingegangen, auch nicht
auf seine Bekundungen, nie zuvor einen Unfall mit Beteiligung des linken Fusses gehabt zu haben (S. 5 f.
Ziff.
13).
Die Beweislage schliesse einen Kausal
zusammenhang zwischen den ab Oktober 2016 geltend gemachten Fussbeschwer
den links und dem Unfallereignis vom
8.
November 2012 nicht mit überwiegen
der Wahrscheinlichkeit aus
(S. 6
Ziff.
14). Auf die kreisärztliche Einschätzung könne nicht abgestellt werden, weshalb für die weitere Sachverhaltsabklärung ein Gut
achten in Auftrag zu geben sei
(S. 6 f
f
.
Ziff.
15
23
).
Er sei
in den Jahren 2000 bis 2012 von seinem Hausarzt
in Italien betreut worden, welcher bestätige, dass er in dieser Zeit keine Unfälle gemeldet habe (S. 9
Ziff.
26). Da
ss
nun ein Unfall
ereignis zwischen den Jahren 2000 und 2012 ausgeschlossen werden könne, spreche für die Kausalität zu diesem Ereignis (S. 9
Ziff.
27). Demnach sei ein Gutachten in Auftrag zu geben
,
und seine Ehefrau sowie sein Arbeitgeber seien als Zeugen zu befragen (S. 10
Ziff.
28
-29
).
2.3
In ihrer Beschwerdeantwort (
Urk.
7) machte die Beschwerdegegnerin geltend, dass
Dr.
A._
lediglich mit dem Beweisgrad der Möglichkeit eine Unfall
kausalität zum Unfallereignis vom
8.
November 2012 bestätigt habe. Die Einver
nahme der Ehefrau des Beschwerdeführers und des Arbeitgebers erübrige sich (S.
3 unten f.). Selbst wenn diese die Frage, ob er vor dem
8.
November 2012 einen Unfall gehabt habe, verneinten, könne daraus nichts zu seinen Gunsten abgeleitet werden
,
und es würde nach
wie
vor eine Beweislosigkeit vorliegen, deren Folgen der Beschwerdeführer trage (S. 4 Mitte). Demnach sei im Sinne der antizipierten Beweiswürdigung auf die Abnahme dieser Beweisofferte zu verzichten (S. 4 unten).
Es sei kein medizinisches Gutachten indiziert, da die fachärztliche Meinung von
Dr.
A._
und die kreisärztliche Einschätzung in wesentli
chen Fragen übereinstimmten (S. 5 oben, S. 6 unten).
2.4
In seiner Replik
machte der Beschwerdeführer
geltend, dass
Dr.
A._
l
ediglich basierend auf den damaligen Fakten, also mit der Möglichkeit eines früheren Unfalltraumas die Kausalität als möglich erachtet
habe
, weshalb es ihm ein Anliegen sei, seine Unfallhistorie zum Beweisgegenstand zu machen (
Urk.
13
S. 2
Ziff.
3-4).
2.5
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin für die ab Mitte September 2016 aufgetretenen Beschwerden, welche als Rückfall zum Unfall vom
8.
No
vember 2012 gemeldet wurden (vgl.
Urk.
8/14)
,
leistungspflichtig ist.
3.
3.1
Gemäss Bagatellunfall-Meldung UVG vom 2
4.
Januar 2013
«
stürchelte
»
der Beschwerdeführer am
8.
November 2012 über Eisenstangen, wobei er sich den
Fuss
«
übertrampelte
»
(vgl.
Urk.
8/1). Hinsichtlich dieses Ereignisse
s
liegen fol
gende medizinische Berichte vor:
3.2
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Radiologie, führte nach am
1
5.
Januar 2013 durchgeführtem Ultraschall des distalen Unterschenkels und des linken Fusses
des Beschwerdeführers in seinem gleichentags erstellten Bericht (
Urk.
8/11/2) aus, dass sich
sonographisch
unauffällige Verhältnisse im Bereich
des vom Patienten angegebenen Schmerzpunktes am
dorsolateralen
Fussrand
zeigten.
Ein Hämatom habe nicht nachgewiesen werden können
. Es zeige sich eine regelrechte Darstellung der Achillessehne und der lateralen
Gastro
c
nemius
-Muskulatur.
Dr.
B._
hielt fest, dass sich
sonographisch
kein Korrelat zu den vom Patienten angegebenen Schmerzen mit Betonung am
dorsolateralen
Fuss
rand zeigten. Je nach klinischem Verlauf seien gegebenenfalls ergänzende Abklärungen mittels MRI des Rückfusses zu erwägen.
3.3
Der am 1
1.
Januar 2013 erstbehandelnde Arzt
Dr.
med.
C._
, Prakti
scher Arzt, nannte in seinem Arztzeugnis vom 1
1.
April 2013 (
Urk.
8/11/1) als Diagnose einen Verdacht auf eine Muskelläsion (
Ziff.
1 und
Ziff.
5). Der Beschwerdeführer habe vor zwei Monaten am
8.
November 2012 bei der Arbeit einen Unfall erlitten und seither Schmerzen im linken Unterschenkel (
Ziff.
2). Am 1
5.
Januar 2013 sei eine Ultraschalldiagnostik des distalen Unterschenkels und des linken Fusses erfolgt (
Ziff.
7). Vom 1
1.
bis voraussichtlich 1
5.
Januar 2013 habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden (
Ziff.
8). Der Patient sei letzt
mals am 1
1.
Januar 2013 bei ihnen gewesen (
Ziff.
11).
3.
4
Dr.
D._
,
Chiropraktor
, nannte in seinem Bericht vom 2
2.
April 2013 (
Urk.
8/13/2) als Diagnose eine Dysfunktion der Sprunggelenke beziehungsweise ein
myofasziales
Syndrom der lateralen Wadenmuskulatur (S. 1
Ziff.
5)
. Der Beschwerdeführer sei vom 1
2.
Februar bis
2.
April 2013 bei ihm in Behandlung gewesen (S. 1 Mitte).
Dr.
D._
führte zum objektiven Befund aus, es hätten sich ein
druckdolentes
laterales Sprunggelenk sowie eine
druckdolente
Waden
musku
latur gezeigt und eine eingeschränkt
e Dorsalflexion des OSG
(S. 1
Ziff.
4). Die Beschwerden seien mit dem Ereignis plausibel vereinbar. Es sei eine Mobilisation und Manipulation der Fussgelenke sowie eine
Triggerpunktmassage
der Waden
muskulatur
erfolgt.
Vom 1
1.
bis 2
3.
Februar 2013 habe eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit bestanden (S. 1
Ziff.
6-
8).
Am 1
0.
April 2013 sei der Patient beschwer
defrei gewesen und der Behandlungsabschluss erfolgt
(S. 1
Ziff.
10).
4
.
4
.
1
Im Zusammenhang mit dem
U
nfall
ereignis
vom
7.
November 2013
, wo dem Beschwerdeführer
beim Bücken ein
angelehntes Kantholz
auf das Knie gefallen
ist (vgl.
Urk.
9/1)
,
lieg
t betreffend die Fussbeschwerden
d
er folgende medizinische
Bericht vor:
4
.2
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Radiologie, f
ührte nach am
5.
Dezember 2013
durchgeführtem
MRI des linken OSG nativ in seinem gleichentags verfasste
n Bericht
(
Urk.
8/32) z
ur Klinik aus, es bestehe ein Status nach Kontusion des Unterschenkels am
7.
November 2013 und aktuell eine deutliche Schmerz
proble
matik im OSG (S. 1 Mitte). In seiner Beurteilung führt
e
Dr.
E._
aus, es zeige sich ein leichtes zentrales Knochenmarksödem im Talus am Übergang vom Corpus zum
Processus
anterior
, wahrscheinlich im Sinne einer leichten Konchen
kontusion. Weiter zeige sich vom Aspekt her ein älterer
ossärer
Ausriss mit
kor
t
ikalisiertem
Ossikel
anterior
des
superioren
Calcaneus
, wahrscheinlich nach A
briss des
selben
mit leichtem angrenzendem Knochen
marksödem
. Die ü
brigen Binnenstrukturen seien
weitgehend regelrecht (S. 1 unten).
5
.
5.1
Im Zusammenhang mit dem als
Unfall
ereignis gemeldeten Vorfall
vom
8.
Februar 2016
, wo der Beschwerdeführer b
eim Herunt
ersteigen von der Gerüstlei
ter ein
en
Fehltritt
machte (vgl.
Urk.
10/1)
,
liegen die folgenden medizinischen Berichte vor:
5.2
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Radiologie und für Nuklearmedizin, führte nach am 1
1.
Februar 2016 durchgeführtem MRI des linken OSG nativ in seinem gleichentags erstellten Bericht (
Urk.
8/31) aus, dass sich im Vergleich mit der MR-Voruntersuchung vom
5.
Dezember 2013
ein praktisch stationäres Kno
chenmarksödem im Talus zeige
, Differenzialdiagnose unspezifisch, chronische beziehungsweise rezidivierende
ossäre
Stressreaktion nicht au
sge
schlossen. Es zeige sich ein
unveränderter Aspekt des
Ossikels
am
anterioren
superioren
Rand des
Calcaneus
angrenzend und
Kuboid
vereinbar mit einem Status nach alter
ossärer
Läsion
, ohne abgrenzbare ödematöse Knochen
marksveränderung (S. 1 unten).
5.3
Dr.
med.
univ.
G._
, Praktischer Arzt,
führte in seinem schwe
r lesbaren Arztzeugnis vom
7.
Mä
rz 2016 (
Urk.
10/8) aus, der Beschwerdeführer habe am
8.
Februar 2016 einen Unfall erlitten, und die Erstbehandlung sei am
9.
Februar 2016 erfolgt (
Ziff.
1). Der Beschwerdeführer habe sich überknöchelt.
Es bestünden ein Muskelhartspann des gesamten unteren Rückens
,
und er habe Schmerzen ent
la
n
g des
Dermatoms
L5/S1 beidseits (
Ziff.
4). Als Diagnose nannte
Dr.
G._
eine
Spondylolyse
L5/S1 sowie eine
Spondylolyse
der ge
s
amten Lenden
wirbel
säule
(
LWS;
Ziff.
5). Diese Befunde seien mit dem vom Patienten geltend gemach
ten Ereignis vereinbar und erschienen plausibel (
Ziff.
6).
5.4
Dr.
G._
führte in seinem Bericht vom
2
1.
Juni 2016
(
Urk.
10/20/1) aus, der Beschwerdeführer sei am
9.
Februar 2016 direkt von der Baustelle kommend bei ihnen in der Praxis erschienen. Er habe sich
auf der Baustelle überknöchelt,
sei im Anschluss gestürzt und habe
heftige Schmerzen im
überknöchelten Fuss und im
Bereich
der LWS
.
Durch die Behandlung seien
die Beschwerden im Fussbereich bald besser gewesen,
jedoch sei
es im LWS-Bereich zu einer Schmerzzunahme mit Ausstrahlung ins
Dermatom
L4/5/S1 beidseits gekommen.
Seit dem 2
0.
April 2016 arbeite der Patient seines Wissens wieder.
6.
6.1
Nach am
6.
Oktober 2016 erfolgter Meldung des Rückfalles vom 1
5.
September 2016, wonach der Beschwerdeführer aufgrund des Unfalles vom
8.
Novem
ber 2012
erneut Schmerzen beim L
aufen habe (vgl.
Urk.
8/14)
,
gingen die folgenden medizinischen Berichte ein:
6.2
Dr.
G._
nannte in seinem
schwer lesbaren
«
Arztzeugnis UVG für Rückfall
»
vom
1.
November 2016
(
Urk.
8/22)
als Diagnose eine schwere Kontusion mit Kno
chenmarksödem im
Talusbereich
(
Ziff.
5).
Dr.
G._
führte aus, die Erstbehand
lung habe am 2
5.
September 2016 stattgefunden (
Ziff.
1).
Es habe am
9.
Dezember 2012
ein Unfall an demselben Fuss stattgefunden (
Ziff.
3). Die objektiv erhobenen Befunde seien mit dem Ereignis vereinbar (
Ziff.
6).
6.3
Kreisarzt
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Chirurgie,
führte in seiner Stellungnahme
vom
6.
Dezember 2016
(8/33)
aus, dass das Unfallereignis im Jahr 2012 nicht überwiegend wahrscheinlich unfallkausal zu den aktuell geltend gemachten Beschwerden sei und d
as
MRI vom Jahr 2013 und
jenes vom
Jahr 2016 einen identischen Befund zeigten.
Am 2
1.
Dezember 2016 verneinte
Dr.
H._
auch die Frage, ob zu dem neuen Ereignis vom Jahr 2016 ein Zusammenhang bestehe. So entspreche das MRI des OSG von 2016 laut Beur
teilung dem Vorbefund aus dem Jahr 2013.
6.4
Dr.
G._
führte in seinem mit «Gesuch um Wiederaufnahme des Unfalles li
nker Fuss» betitelten Schreiben
vom 2
4.
Januar 2017 (
Urk.
8/39
/1
) aus, dass der Beschwerdeführer in seiner regelmässigen hausärztlichen Betreuung stehe. Er leide momentan ebenfalls an einer
peripheren arteriellen Verschlusskrankheit
(
PAVK
)
im linken Bein.
Es sei jedoch
bei
der
Untersuchung und aufgrund der
Aussagen des Patienten deutlich geworden, dass dies nicht alleine auf die Krank
heit zurückzuführen sei, sondern immer noch auf
den länger zurückliegenden Unfall.
6.5
Dr.
G._
führte in der zuhanden des Beschwerdeführers erfolgten Begründung vom
1.
März 2017 (
Urk.
7/45/2-3) für die Wiederaufnahme des Unfalls vom
8.
November 2012 aus, dass der arbeitswillige Patient nach einem
Vorfusstrauma links seit dem Unfalldatum vom
2
4.
September 2012
über den gesamten Zeitraum beständige Beschwerden gehabt habe.
Dr.
G._
führte aus, seines Erachtens
bestehe
sehr wohl ein Zusammenhang
zum Unfallereignis
und er vermute, dass
Dr.
H._
übersehen habe, dass dieses MRI über ein Jahr nach dem Unfallzeit
punkt erstellt worden sei. Diese «alten» Verletzungen hätten sich im Jahr 2012 höchstwahrscheinlich als frisch im MRI abbilden lassen und erklärten nämlich auch genau die klinischen Symptome (S. 2 oben).
6.6
Kreisarzt
Dr.
H._
führte in seiner Beurteilung vom 2
1.
Juli 2017 (
Urk.
8/53) aus,
dass die drei Monate nach dem Grundfall im Jahr 2012 am 1
5.
Januar 2013 durchgeführte
Sonographie
des Fusses und des Unterschenkels
einen absolut unauffälligen Befund am
dorsolateralen
Fussrand
des Versicherten ergeben
habe
. Es sei dabei keine Schwellung im Sinne eines Hämatoms festgestellt worden
,
und es hätten sich zudem regelrechte Darstellungen sowohl der
Gastrocnemius
-M
uskulatur als auch der Achillessehne gezeigt
(S. 4 unten f.)
. Falls es, wie von
Dr.
G._
postuliert, anlässlich dieses Unfalles zu einem knöchernen Ausriss eines Bandes gekommen wäre, so wäre anlässlich dieser Untersuchung im Ultra
schall mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ein Hämatom am Orte des Band
ausrisses in der Untersuchung nachweisbar gewesen (S. 5 oben).
Es gebe keine Anhaltspunkte
dafür
, dass irgendwelche unfallkausalen Veränderungen im Fuss
bereich hätten nachgewiesen werden können.
Im April 2013 sei der Beschwerde
führer gemäss den Aussagen durch
Dr.
D._
beschwerdefrei gewesen
(S. 5 unten).
Auch habe er
seit dem 2
3.
Februar 2013 wieder zu arbeiten begonnen, und auch im Aussendienstrapport
bestätigt
, dass sich die Fussgelenks
schmerzen nach Behandlungsabschluss zwischen April und November 2013 wieder beruhigt hätten. Er habe damals auch als Vorarbeiter im Bereich uneingeschränkt arbeiten können.
Dr.
H._
führte aus, es ergebe sich damit zusammenfassend die Situation, dass beim Grun
d
fall keine Hinweise auf frische Verletzungen hätten nachgewiesen werden können. Insbesondere fänden sich keine Schwellungen und keine Hämatome im Sinne indirekter Zeichen von Unfallfolgen (S. 6 oben).
Sofern dieses Knochenmarksödem am Talus auf den Unfall vom
7.
November 2013 zurückzuführen gewesen wäre (was nicht überwiegend wahrscheinlich sei, da es sich um eine Kniekontusion gehandelt habe), so wäre eine Abheilung über
die nächsten drei Jahre im Sinne einer Rückbildung eben dieses Ödems über
wiegend wahrscheinlich gewesen. Dem sei aber im vorliegend Fall nicht so. Im MRI OSG links vom 1
1.
Februar 2016 habe sich ein praktisch stationäres Knochenmarksödem an
der gleichen
Lokalisation gezeigt (S. 6 Mitte). Da der Befund
nicht rückläufig sei
und es sich somit auch nicht um ein traum
atisches Ereignis handeln könne
, habe der Radiologe korrekterweise in seiner differen
tialdiagnostischen Beurteilung ausgeführt, dass es sich um eine chronische beziehungsweise eine rezidivierende
ossäre
Stressreaktion mithin um eine mit überwiegender Wahrscheinlichkeit chronisch degenerative Problematik handle. Diese Aussage sei in der Tat überwiegend wahrscheinlich zutreffend (S. 6 unten).
Dr.
H._
führte aus, es handle sich bei den jeweiligen Ereignissen um Distor
sionen im Bereich des OSG, welche keine bleibenden Folgen zeigten und keine richtungsgebende Verschlimmerung erwirkten. Solche Distorsionen seien nach allgemeiner Lehrauffassung nach jeweils
acht
bis
zwölf
Wochen ausgeheilt. Dann habe das jeweilige Unfallereignis (2012, 2013 und 2016) jeweils keine Rolle mehr gespielt. Mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit bestehe somit zwischen den aktuell geltend gemachten Beschwerden am Fussgelenk links und den erlittenen Unfallereignis
sen aus den
Jahre
n
2012, 2013 und 2016 kein kausaler Zusammenhang (S. 7 Mitte).
6.7
Dr.
A._
führte in seiner Stellungnahme vom 1
2.
November 2017 (
Urk.
8/58
/6-12
) zur Kausalität der OSG-Pathologie links mit dem Unfallereignis vom
8.
November 2012 aus
,
dass
beim Patiente
n
am
5.
Dezember 2013 eine non-union am
Processus
an
t
erior
calcanei
vor
liege
,
mit zu diesem Zeitpunk
t im MRI
nachweisbarem leichten
angrenzenden Knochenmarksödem. Rück
schliessend bedeute dies,
dass der Patient in seiner Vorgeschichte ein Fusstrauma erlitten haben muss, bei welchem er sich die Fraktur am
Processus
anterior
calcanei
zug
e
zogen habe, welche anschliessend nicht wieder eingeheilt sei
(
zum Beispiel wegen fehlender Ruhigstellung).
Der Zeitpunkt dieser Verletzung lasse sich aber aus den MR-Befunden nicht rückschliessen,
sei
aber
sicherlich
mehr als acht Monate zurückliegend. Anamnestisch wäre hier interessant, ob der Patient in der Zeit vor dem
8.
November 2012 bereits ein Fusstrauma erlitten habe
.
Dr.
A._
führte aus, das
s das
beschriebene
an die non-union angrenzende Knochenödem sowohl in der Akutsituation einer frischen
Fraktur als auch bei jeder
Ret
raumatisierung
der non-union nachweisbar
sei
. Zudem könne bei chronischem Reizzustand respektive knöcherner Stressreaktion auch ein chroni
sches Knochenmarksödem vorliegen. Dasselbe gelte auch für das Knoche
n
marks
ödem im Talus.
Dies könne sowohl Ausdruck einer akuten Verletzung
als
auch
ein Zeichen
einer chronischen knöchernen Stressreaktion
(
Impinge
ment
/Über
lastung) oder sogar unspezifisch sein (S. 3 Mitte
).
Dr.
A._
führte aus, die non-union am
Processus
anterior
calcanei
sei sicherlich unfallbedingt.
Hierfür
komme sowohl das Unfallereignis vom
8.
November 2012
in Frage od
er potenziell auch jedes Fusstrauma, welches vor diesem Zeitpunkt stattgefunden habe
(S. 3
Ziff.
4).
Dr.
A._
führte zur Frage, welche Umstände für eine
n
Kausal
zusammen
hang spr
ächen
,
aus, dass sich im MRI vom
5.
Dezember 2013 im Bereich
der non-union noch ein leichtes
angrenzendes Knochenmarksödem gezeigt habe, dies im Gegensatz zu den im 2016 durchgeführten MR-Unter
suchungen, wo trotz
Retraumatisierung
des Fusses in diesem Bereich kein Knochenmarksödem mehr nachweisbar gewesen sei. Das Knochenmarksödem könnte somit noch Folgezu
stand nach frischer Fraktur vom
8.
November 2012 sein. Dies sei über ein Jahr nach dem Trauma zwar selten, aber wäre doch möglich. Wahrscheinlicher scheine jedoch, dass es im Rahmen des dokumen
tierten Ereignisses vom
7.
November 2013 zu einer
Retraumatisierung
der non-union mit Ausbildung von erneutem Knochenmarksödem gekommen sei. Die Anamnese von stattgehabtem Fusstrauma vom
8.
November 2012 mit folglich fehlender Ruhigstellung auf
grund nicht-gestellter Diagnose würde zur Aus
bildung einer non-union passen. Die entscheiden
d
e Fragestellung wäre wohl,
ob bereits vor dem
8.
November 2012 andere Fusstraumata stattgefunden hätten
. Sollte dies glaubhaft nicht der Fall sein, dann wäre wohl das Ereignis vom
8.
November 2012 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit der unfallkausale Auslöser
(S. 4 oben).
Die einen Kausalzusammenhang beweisende Untersuchung, welche hätte diffe
ren
zieren können, ob hier eine frische knöcherne Verletzung oder ein ältere (vor
bestehende) vorliege, wäre ein CT oder ein MRI gewesen, welches zum Unfallzeit
punkt oder in den ersten Monaten danach durchgeführt worden wäre
(S. 4 Mitte).
Gegen einen Kausalzusammenhang spreche, dass nach dem Unfallereignis vom
8.
November 2012 keine ärztliche Kontrolle erfolgt sei und in den ersten zwei Monaten nach dem Unfallereignis trotz schwerer körperlicher Arbeit als
Vorar
beiter keine Arbeitsunfähigkeit bestanden habe. Eine frische Fraktur am
Processus
anterior
calcanei
hätte sicherlich lokale Beschwerden wie Schwellungen oder
Hämatombildung
, aber auch Belastungsschmerzen oder gar eine Belastungsunfä
higkeit unmittelbar nach dem E
reignis hervorgerufen. Eine Arzt
kontrolle sei erst am 1
1.
Januar 2013 erfolgt.
Zudem sei der Patient nach Behandlungsabschluss bei
Dr.
D._
am 1
0.
April 2013 wieder beschwerdefrei geworden und habe ab dem 2
3.
Februar 2013 trotz vorhandener non-union
wieder gearbeitet
, was
bedeute, dass die non-union per se keine Beschwerden zu verursachen scheine
,
sondern wahrscheinlich die
Retraumatisierung
.
Weiter sei trotz Empfehlung von
Dr.
B._
vom 1
5.
Januar 2013, bei per
sistierenden Beschwerden eine MR-Abklärung des Rückfusses zu erwägen, diese nicht durchgeführt worden.
Dr.
A._
hielt fest, dass zusammenfassend sicher eine Unfallkausalität bestehe, dass
jedoch das
hierfür ursächliche Unfalld
atum nicht genauer einge
schränkt werden
könne
, ausser dass es sicherlich
acht
Monate vor dem MRI vom
5.
Dezemb
er 2013 stattgefunden haben müsse
. Er erachte
die Unfall
kausalität
für das Unfallereignis vom
8.
November 2012
als möglich, aber aufgrund der bishe
rigen Aktenlage als nicht überwiegend wahrscheinlich
(S. 4
Ziff.
4
lit
. a).
Zur Frage, wie die Befunde im MRI vom
5.
Dezember 2013 vor dem Hintergrund des Ereignisses vom
8.
November 2012 zu interpretieren seien, führte
Dr.
A._
aus, dass
das Knochenmarksödem im Talus in allen MR-Untersuchungen nachweisbar sei, so dass er dieses am ehesten im Rahmen einer chronisch respek
tive rezidivierenden knöcherner Stressreaktion (zum Beispiel chronisch-degene
rativ/chronische Überlastung) interpretiere und nicht als Unfallfolge
.
Die Proble
matik der non-union am
Processus
anterior
calcanei
und des vorhandenen Knochenmarksödems se
i bereits
ausführlich besprochen worden. D
as Auftreten
wäre
im Rahmen einer Re-Traumatisierung (zum Beispiel anlässlich des Ereignis
ses vom
7.
November 2013) einer vorbestehend vorhandenen non-union durch
aus erklärbar (S. 5
Ziff.
4
lit
. b).
Zur Beurteilung von
Dr.
H._
führte
Dr.
A._
aus
, dass eine Fraktur respektiv
e
ein
Ossikel
mittels Ultraschalluntersuchung nicht diagnostiziert wer
den könne (S. 5 unten f.
Ziff.
2). Bezüglich des Nachweis
es eines Hämatom
s müsse er
wähnt werden, dass sich mit Sicherheit bei einer solchen frischen Fraktur ein Hämatom ausbilde, dieses aber knapp drei Monate nach dem Unfallereignis einerseits auch schon vollständig resorbiert sein könne und sich andererseit
s
auch nicht am
dorsolateralen
Fussrand
finde
n würde, sondern
sich
aufgrund der Ab
senkneigung höchstens ein Senkungshämatom an der Fusssohle finden würde. Somit erachte er die Ultraschalluntersuchung in dieser Fragestellung zu diesem Zeitpunkt (drei Monate posttraumatisch) als wertlos (S. 6 oben).
Grundsätzlich erachte er eine Unfallkausalität bezüglich des
Ossikels
am
Processus
anterior
calcanei
aufgrund der vorliegenden Akten als möglich, jedoch nicht überwiegend wahrscheinlich.
Eine radiologische Verschlimmerung eines Vorzustandes könnte höchstens im MRI vom Dezember 2013 aufgrund des Nachweises von
einem angrenzenden
Knochenmarksödem nach
Retraumatisierung
geltend gemacht werden. Diese sei
aber sicherlich nur vorübergehender Natur, da i
m Folge-MRI von 2016
kein Knochenmarksödem mehr nachwei
sbar gewesen sei (S. 6 Mitte).
7
.
7.1
Str
ittig
und zu prüfen ist im Folgenden anhand des
massgebenden
medizinischen Sachverhalts, ob der Beschwerdeführer hinsichtlich der
Mitte September
2016 aufgetretenen Beschwerden
beim Laufen
, welche als Rückfall zum Unfall vom
8
.
November 2012
gemeldet wurden (
vgl.
Urk.
8/14
), einen Leistungsanspruch hat. Dabei stellt sich insbesondere die Frage, ob die geklagten Beschwerden in einem natürlichen
Kausalzusammenhang
zum Ereignis vom
8.
November 2012
stehen.
Die Beschwerdegegnerin verneinte einen solchen gestützt auf die Beur
teilung von Kreisarzt
Dr.
H._
vom 2
1.
Juli 2017 (vgl. vorstehend E. 6.6).
7
.
2
Auch bei Spätfolgen und Rückfällen (Art. 11 UVV) ist für die Leistungspflicht des Unfallversicherers die natürliche Kausalität zwischen dem ursprünglichen Unfall
ereignis und dem nachfolgenden Beschwerdebild ein unabdingbares Erfordernis (
vgl. vorstehend E. 1.4
).
Dabei obliegt es der versicherten Person, das Vorliegen eines natürlichen Kausal
zusammenhangs zwischen dem neuen Beschwerdebild und dem Unfall mit dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit nachzuweisen.
Bei
Beweislosigkeit
fällt der Entscheid zu Last
en der versicherten Person aus
(Urteil des Bundesgerichts 8C_113/2010 vom 7. Juli 2010 E. 2.3 mit Hinweis).
7
.3
Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, dass die Beweislage einen Kausal
zusammenhang zwischen den ab Oktober 2016 geltend gemachten Fuss
beschwer
den links und dem Unfallereignis vom
8.
November 2012 nicht mit überwiegen
der Wahrscheinlichkeit ausschliesse, verkennt er, dass er den Nach
weis des
Vorliegen
s
eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem
ab Oktober 2016 bestehenden
Beschwerdebild und dem Unfall
vom
8.
November 2016
mit dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit nachzu
weisen hat (vgl. vorstehend E. 7
.2).
Dies gelingt ihm weder mit der Bestätigung seines von 2000 bis 2012 in Italien behandelnden Hausarztes, wonach der Beschwerdeführer in dieser Zeit keinen Unfall gemeldet habe (vgl.
Urk.
3), noch
gestützt auf den Bericht von
Dr.
A._
vom 1
2.
November 2017 (vgl. vorstehend E. 6.7).
Selbst
Dr.
A._
konnte keinen überwiegend w
ahrscheinlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom
8.
November 2012 und den erstmals im Rahmen der MRI Untersuchung des OSG
vom
5.
Dezember 2013
(vgl. vorstehend E.
4.2
)
festge
stellten Be
funden
bestätigen. Dies gilt sowohl für den älteren
ossären
Ausriss mit
kortikalisiertem
Ossikel
anterior
des
superioren
Calcaneus
als
auch für das leichte zentrale Knochenmarksödem am Talus, welches sich unverändert auch im MRI vom 1
1.
Februar 2016
(vgl.
vorstehend E. 5.2) darstellte.
Dr.
A._
führte einhergehend mit
Dr.
H._
(vgl. vorstehend E.
6.6
) aus
, dass
er dieses Knochen
marksödem am Talus am ehesten im Rahmen einer chronischen respektive rezidi
vierenden knöchernen Stressreaktion im Sinne einer chronisch-degenerativen Überlastung und nicht als Unfallfolge
interpretiere
.
Das im
Rahmen der MRI
Untersuchung vom
5.
Dezember 2013 im Ber
eich der non-union ersichtliche leichte
Knoche
n
marksödem befand
Dr.
A._
sodann
als wahrscheinli
chere Folge
einer allfälligen
Retraumatisierung
vom
7.
November 2013.
Dr.
A._
zog seinerseits das Ereignis vom
8.
November 2012 nur als mög
liche Ursache in Betracht, sofern kein anderes Trauma zu nennen wäre.
Wie
Dr.
A._
ausführte, spr
echen vorliegend insbesondere die Umstände,
dass die ärztliche Erstkonsul
t
ation erst am 1
1.
Januar 2013
bei
Dr.
C._
(vgl.
vor
stehend E. 3.2)
stattfan
d und dass der Beschwerdeführer
nach dem Unfallereignis vom
8.
November 2012 in der schweren körperlichen Arbeit als Vorarbeiter auf dem Bau
weiterarbeitete, dagegen, dass er
am
8.
November 2012
eine frische Fraktur
am
Processus
anterior
calcanei
erlitten haben soll. So wäre eine solche
sicherlich mit lokale
n
Beschwerden wie Schwellungen oder
Hämatombildung
sowie Belastungsschmerzen einhergegangen.
Zudem war der Beschwerdeführer gemäss den Aussagen des behandelnden
Chiropraktors
Dr.
D._
vom 2
2.
April 2013 (vgl. vorstehend E. 3.4) am 1
0.
April 2013 wieder beschwerdefrei gewesen.
Daraus schloss
Dr.
A._
dass die non-union per se keine Beschwerden zu verursachen scheine, sondern wahrscheinlich die
Retraumatisierungen
.
Im Gegen
satz zu
Dr.
H._
befand
Dr.
A._
die am 1
5.
Januar 2013 durch
geführte Ultraschallunte
rsuchung (vgl. vorstehend E. 3.2
) für die Beurteilung der Frage, ob es am
8.
November 2012 zur Fraktur gekommen ist oder nicht
,
für nicht aussagekräftig. Dies ändert aber nichts
am Ergebnis
, dass auch
Dr.
A._
k
einen
überwiegend wahrscheinlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis
vom
8.
November 2012
und
den vom Beschwerdeführer geltend gemachten Beschwerden bestätigen konnte.
Einen überwiegend wahrscheinlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom
8.
November 2012 und den geltend gemachten Beschwerden l
ässt sich auch den Berichten des behandelnden Hausarztes
Dr.
G._
(vgl.
vor
stehend E. 5.3-4, E. 6.2, E. 6.4-5) nicht entnehme
n. S
eine diesbezüglichen Äusse
rungen
basierten
nicht auf einer fundierten medizinischen Grundlage
,
sondern im Wesentlichen auf den subjektiven Angaben des Beschwerdeführers.
Soweit
Dr.
G._
in seinem Schreiben vom
1.
März 2017 (vgl. vorstehend E.
6.5) aus
führte, der Beschwerdeführer hätte seit dem Unfall über den gesamten Zeitraum beständige Beschwerden gehabt, steht dies einerseits im Widerspruch zur Tatsa
che, dass es dem Beschwerdeführer, wie ausgeführt, offensichtlich möglich war,
nach dem Unfallereignis
seine körperlich schwere Tätigkeit als Vorarbeiter auf dem Bau während zwei Monate
n
fortzusetzen und andererseits zu den Aus
führungen von
Dr.
D._
, wonach der Beschwerdeführer seit dem 1
0.
April 2013 beschwerdefrei gewesen sei (vgl. vorstehend E. 3.4).
Zudem machte
Dr.
G._
unterschiedliche Angaben zum Unfalldatum
. So nannte er
hierfür unter anderem auch
den
9.
Dezember 2012 (vgl. vorstehend E. 6.2) und
den
2
4.
September 2012 (vgl. vorstehend E. 6.5)
.
Ohnehin ist
in Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Dr.
G._
setzte sich
denn
auch aufgrund der engen finan
ziellen Situation persönlich für den Patienten ein, was aus den Schreiben vom
1.
November 2016 (
Urk.
8/23 und
Urk.
8/26) und der E-Mail vom 2
9.
November 2016 (
Urk.
9/29) hervorgeht.
Bei dieser Ausgangslage kann auf weitere Abklärungen, wie sie vom Beschwer
de
führer beantragt wurden (vgl. Urk. 1 S. 1), in
antizipiert
er Beweis
würdigung (vgl.
BGE 127 V 491 E. 1b mit Hinweisen) verzichtet werden.
Auch
die bean
trag
ten
Zeugeneinvernahmen (Ehefrau des Beschwerdeführers, ehemalige Arbeitge
ber) vermö
chten
keine negativen Tatsachen (keine Unfälle vor dem
8.
November
2012) zu belegen und auch keinen
überwiegend wahrscheinlichen
Kausal
zu
sammenhang zu
m Unfallereignis vom
8.
November 2012 zu beweisen, weshalb darauf verzichtet werden kann.
Wie aus
geführt
(vgl. vorstehend E. 7.2) fällt der Entscheid b
ei Beweis
losig
keit
wie hier - zu Lasten d
er versicherten Person aus.
7.4
Aufgrund des Gesagten vermochte der Beschwerdeführer nicht mit dem Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit darzulegen, dass die
Mitte September 2016 aufgetretenen Beschwerden in einem natürlichen
Kausal
zusammenhang
zum Ereignis vom 8. November 2012 stehen
. Die Folgen der Beweislosigkeit fallen zu seinen Lasten aus. Demnach hat
die Beschwerde
gegnerin ihre Leistungs
pflicht zu Recht verneint, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
8
.
Das Verfahren ist kostenlos.