Decision ID: 24a08a66-9a23-4e31-853a-689fcc9a272e
Year: 2020
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) wurde von seinem damaligen Hausarzt Dr. med.
B._, Facharzt für Allgemeine Medizin, im März 2009 unter Hinweis auf ein seit
Oktober 2006 zu einer Arbeitsunfähigkeit führendes Lungenasthma bei der
Invalidenversicherung (IV) zur Früherfassung angemeldet (IV-act. 1). Am 30. März 2009
füllte der Versicherte auf Empfehlung der IV-Stelle hin (IV-act. 3) das ordentliche
Anmeldeformular aus. Diesem zufolge hält er sich seit 1991 in der Schweiz auf (IV-
act. 4). Er war seit seiner Einreise als Hilfsarbeiter tätig gewesen, zuletzt ab November
2004 mit Vollpensum im Bereich der Metallveredelung für die C._ AG. Die
Arbeitgeberin hatte dieses Arbeitsverhältnis per 30. April 2007 aufgelöst (IV-act. 4, 10,
31-2 und 33), nachdem die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend:
Suva) den Versicherten am 19. Februar 2007 als "nicht geeignet für alle Tätigkeiten mit
Kontakt zu Galvanik-Bädern sowie Schleifarbeiten" erklärt hatte
(Nichteignungsverfügung; IV-act. 6). Dr. med. D._, Facharzt für Innere Medizin und
Pneumologie, diagnostizierte als behandelnder Lungenarzt des Versicherten mit
Bericht vom 4. Mai 2009 als Leiden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine
chronisch obstruktive Lungenkrankheit, Typ chronisch obstruktive Bronchitis mit
beginnendem Lungenemphysem, und hielt fest, es könne grundsätzlich jegliche
mittelschwere körperliche Arbeit ohne relevante Rauch/Staub- oder Dampfentwicklung
ausgeübt werden (IV-act. 18-1). In einem Bericht vom 28. Januar 2009 erwähnte er
zusätzlich die Diagnosen eines möglichen obstruktiven Schlaf-Apnoe-Syndroms, einer
mässigen Adipositas und einer chronischen Rhinosinusitis (IV-act. 18-3).
A.a.
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Nach einem Eingliederungsgespräch (vgl. Protokoll in IV-act. 39) erliess die IV-
Stelle am 28. September 2009 die Mitteilung, dass ein Anspruch auf Arbeitsvermittlung
bestehe (IV-act. 34). Da der Versicherte in der Folge keinen Kontakt mit der IV-
Eingliederungsberaterin aufnahm (vgl. IV-act. 53), stellte die IV-Stelle ihm mit
Vorbescheid vom 2. Juli 2010 die Abweisung des Begehrens um berufliche
Massnahmen in Aussicht (IV-act. 56). Hiergegen liess der Versicherte durch seine
Rechtsschutzversicherung Einwand erheben (IV-act. 60 und 66). Daraufhin leitete die
IV-Stelle eine berufliche Abklärung in die Wege (IV-act. 79), welche während sechs
Monaten in der Stiftung E._ stattfand (IV-act. 105). Mit Mitteilung vom 2. August 2011
schloss die IV-Stelle die beruflichen Massnahmen ab, da diese nicht
erfolgsversprechend seien (IV-act. 109). Selbiges verfügte sie auf Antrag am 30. August
2011 (IV-act. 111).
A.b.
Der Hausarzt Dr. B._ diagnostizierte mit Schreiben vom 18. Oktober 2011
zuhanden der IV-Stelle eine chronische obstruktive Lungenkrankheit, ein leichtes
obstruktives Schlafapnoesyndrom (mit Maskenunverträglichkeit wegen Panikattacken),
eine Adipositas, eine chronische Rhinosinusitis (mit Status nach Ethmoidektomie
beidseits und Kieferhöhlenfensterung, vgl. diesbezüglich Operationsbericht des Spitals
F._ vom 5. Dezember 2007 [IV-act. 24-48 f.]) sowie eine chronische Depression. Er
erachtete den Versicherten für leichte bis mittlere Arbeiten als arbeitsfähig (IV-
act. 116-5 f.). Der Lungenspezialist Dr. D._ nannte in seinem Verlaufsbericht an die
IV-Stelle vom 16. Dezember 2011 im Wesentlichen dieselben Diagnosen (IV-act. 119-9
ff.) und in seinen Berichten vom 19. Oktober 2011 auch selbige Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit (IV-act. 116-8 ff.). Vor diesem Hintergrund erachtete die IV-Stelle eine
psychiatrische Abklärung als angezeigt (IV-act. 121). Das veranlasste Gutachten wurde
am 8. Februar 2012 von Dr. med. G._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
Klinik H._, nach einer Untersuchung des Versicherten vom 6. Februar 2012 erstellt
(IV-act. 124). Der Gutachter konnte weder eine psychiatrische Diagnose erheben noch
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit feststellen (IV-act. 124-6). Am 10. April 2012
erliess die IV-Stelle einen einen Rentenanspruch verneinenden Vorbescheid (IV-
act. 128). Den Einwand der Rechtsschutzversicherung vom 22. Mai 2012 (IV-act. 129)
beantwortete sie mit rentenablehnender Verfügung vom 25. Mai 2012 (IV-act. 130).
A.c.
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Am 28. August 2013 meldete der Versicherte sich erneut zum Bezug von IV-
Leistungen an (IV-act. 132). Mit Verfügung vom 17. Oktober 2013 trat die IV-Stelle auf
dieses Leistungsbegehren nicht ein, da nicht glaubhaft dargelegt worden sei, dass sich
die tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten Verfügung wesentlich verändert hätten
(IV-act. 138).
A.d.
Die nächste Anmeldung für Leistungen der IV füllte der Versicherte am 23. Juni
2014 aus und reichte sie am 25. August 2014 einer AHV-Zweigstelle ein. Darin wies er
auf eine seit dem 6. Juni 2014 bestehende vollständige Arbeitsunfähigkeit hin (IV-
act. 139). Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) kam in der Folge unter Würdigung der
vom Versicherten mit der Anmeldung eingereichten Arztberichte (IV-act. 141 bis 146)
zum Schluss, dass sich dessen Gesundheitszustand seit der Verfügung vom 25. Mai
2012 nicht relevant verändert habe und die Arbeitsfähigkeit für adaptierte Tätigkeiten
nach wie vor 100% betrage (IV-act. 153). Gestützt auf diese Einschätzung erliess die
IV-Stelle am 29. September 2014 einen Vorbescheid, mit welchem sie das
Nichteintreten auf das neue Leistungsbegehren in Aussicht stellte (IV-act. 158).
A.e.
Dr. med. I._, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin in der Arztpraxis J._ und
nun Hausärztin des Versicherten, nannte am 9. Oktober 2014 folgende Diagnosen:
chronische obstruktive Lungenkrankheit, leichtes obstruktives Schlafapnoesyndrom,
Adipositas, chronische Rhinosinusitis, Zustand nach röntengesteuerten
Facettengelenksinfiltrationen C4/5 beidseits, chronische Dorsalgien mit Zervikalgien,
Kyphose der BWS, Osteochondrose C4/5, beginnende Osteochondrose C5/6,
Bandscheibendegeneration C5/6 und C6/7, paradoxe Kyphosierung der HWS,
chronische Depression, Angstzustände sowie Panikattacken (IV-act. 162). Dr. med.
K._, Fachärztin für Innere Medizin und Pneumologie, welche den Versicherten ab
November 2012 als Lungenspezialistin betreute, erklärte mit Bericht vom 19. November
2014, im Vergleich zur Untersuchung vom Dezember 2011 durch Dr. D._ sei
lungenfunktionell keine wesentliche Änderung eingetreten. An der Diagnose habe sich
ebenfalls nichts geändert, der Versicherte habe jedoch einiges an Gewicht
zugenommen. Sie denke, dieser könnte eine leichte sitzende Arbeit in einem
lufthygienisch perfekten Milieu ohne Dämpfe halbtags bewältigen (IV-act. 168-3 f.).
A.f.
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Die IV-Stelle ersetzte am 16. Januar 2015 den Vorbescheid vom 29. September
2014 nach einem Einwand des Versicherten (IV-act. 167 und 168) mit der Mitteilung,
dass keine beruflichen Massnahmen möglich seien und dass sie den Anspruch auf
Rentenleistungen prüfe (IV-act. 172).
A.g.
Am 24. April 2015 erlaubte eine angiologische Untersuchung am Kantonsspital
St. Gallen (nachfolgend: KSSG), Spital L._, Wund-Ambulatorium Klinik für Angiologie,
betreffend die zum damaligen Zeitpunkt seit etwa zwei Jahren subjektiv als kalt
empfundenen unteren Extremitäten des Versicherten einen Ausschluss einer relevanten
peripheren arteriellen Verschlusserkrankung (IV-act. 203-12 ff.). Dr. med. M._,
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie und seit Oktober 2013 behandelnde
Psychiaterin des Versicherten, diagnostizierte am 3. Juni 2015 eine mittelgradige
depressive Episode (ICD-10: F32.1). Sie stellte bei ungünstigen Auswirkungen des
Schlafapnoe-Syndroms auf die depressive Symptomatik eine eher ungünstige
Prognose. Es finde eine medikamentöse und eine integrierte psychiatrisch-
psychotherapeutische Behandlung statt, die Frequenz der Sitzungen sei sechs- bis
achtwöchentlich. Der Versicherte sei zu 50% arbeitsfähig in einer angepassten
Tätigkeit (sitzende, leichte körperliche Arbeit in einer sauberen Umgebung; IV-act. 181).
Gestützt auf diesen Bericht gab der RAD am 3. Juli 2015 die Empfehlung ab,
umgehend mit Eingliederungsbemühungen zu beginnen (IV-act. 183). Infolgedessen
fand am 26. August 2015 ein Assessement mit einem Eingliederungsberater der IV
statt. Dieser kam nach Rücksprache mit der Stiftung N._, für welche der Versicherte
zu diesem Zeitpunkt auf Veranlassung des Sozialamtes hin tätig war, zum Schluss,
dass aktuell eine Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt nicht realisitisch sei (IV-act.
188-3). Daraufhin versandte die IV-Stelle am 29. September 2015 erneut eine einen
Anspruch auf berufliche Massnahmen verneinende Mitteilung (IV-act. 190).
A.h.
Der Versicherte besuchte am 25. September 2015 am Spital O._ die
Schmerzsprechstunde. Der diesbezügliche Bericht vom selben Tag nannte die
Diagnosen eines chronischen Schmerzsyndroms, eines chronischen
Müdigkeitssyndroms, einer schweren obstruktiven Lungenerkrankung, eines
obstruktiven Schlafapnoesyndroms, einer chronischen Rhinosinusitis, einer
chronischen Depression sowie unklarer Kälteempfindungen beider Beine (IV-act. 192).
Dr. med. P._, Facharzt für Neurochirurgie, stellte am 10. Februar 2016 die eigenen
A.i.
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Diagnosen chronische Zervikalgie, Osteochondrose C4/5, beginnende Osteochondrose
C5/6, Bandscheibendegenerationen C5/6 und C6/7, Zustand nach röntengesteuerten
Facettgelenksinfiltrationen C4/5 beidseits, paradoxe Kyphoysierung der HWS,
chronische Dorsalgien, Kyphose der BWS sowie Foramenstenosen C4/5 und C5/6
linksseitig (IV-act. 200-2). Mit Verlaufsbericht vom 4. März 2016 erhob die behandelnde
Psychiaterin Dr. M._ nach wie vor die Diagnose einer mittelgradigen depressiven
Episode und attestierte unverändert eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 197). Die
zuständigen Ärzte der Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates am KSSG diagnostizierten am 18. Mai 2016 eine beginnende
Gonarthrose rechts mit/bei bekannter Innenmeniskusläsion rechts und Status nach
diagnostisch/therapeutischer Infiltration Kniegelenk rechts am 22. März 2016 (IV-act.
203-23). Mit Verlaufsbericht vom 21. Oktober 2016 stellte die behandelnde Psychiaterin
wiederum die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode und erklärte, die
Medikation werde weitergeführt, die Sitzungen fänden weiterhin sechs- bis
achtwöchentlich statt und die Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit sei unverändert
zu 50% eingeschränkt (IV-act. 206). Im März 2017 untersuchte Dr. med. R._ vom
neurologischen Zentrum S._ den Versicherten klinisch-neurologisch und
elektrophysiologisch. Dabei ergaben sich unter Einbezug der elektrophysiologischen
Befunde die Diagnosen sehr wahrscheinlich sekundäres Restless legs-Syndrom,
mögliches, wahrscheinlich vorrangig älteres, radikuläres L5-Syndrom beidseits mit
intermittierenden akuten Exazerbationen sowie Aspekte einer leichtgradigen distalen
Nervus peronaeus-Demyelinisierung mit der Differentialdiagnose einer sich
etablierenden Polyneuropathie oder einer small-Fiber-Polyneuropathie-Variante (IV-act.
226-6 f.).
Im Auftrag der IV-Stelle (IV-act. 211) wurde der Versicherte im April 2017 von der
medexperts AG polydisziplinär (orthopädisch, pneumologisch, internistisch und
psychiatrisch) abgeklärt (IV-act. 215). Das Gutachten vom 9. Mai 2017 enthält als
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine mittelschwere COPD, ein
zervikolumbales Schmerzsyndrom bei ausgeprägten degenerativen Veränderungen der
HWS und LWS sowie belastungsabhängige Schmerzen am rechten Knie bei
beginnender medialer Gonarthrose bei bekannter Innenmeniskusläsion rechts. Keinen
wesentlichen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten die Schmerzen nach Sturz am
A.j.
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rechten Ellbogen, die Angst und depressive Störung gemischt, der Verdacht auf einen
Status nach depressiver Episode, die Adipositas, der gastroösophageale Reflux unter
Omeprazol, die Vitamin D Insuffizienz sowie die leichte obstruktive Schlafapnoe (IV-act.
218-50). Die Gutachter kamen polydisziplinär zum Schluss, dass der Versicherte für
körperlich schwere Tätigkeiten zu 100% arbeitsunfähig sei. Nicht vorkommen dürften
in einer angepassten Tätigkeit häufiges Hocken oder Knien oder häufiges Besteigen
von Leitern oder Gerüsten. Für leichte und mittelschwere welchelbelastende
Tätigkeiten mit der Möglichkeit des selbstgewählten Absitzens und Umhergehens und
unter Berücksichtigung der genannten Einschränkungen bestehe eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit (IV-act. 218-55). Mit Vorbescheid vom 19. Juni 2017 stellte die IV-Stelle
dem Versicherten gestützt auf dieses Gutachten die Verneinung eines
Rentenanspruchs in Aussicht (IV-act. 223).
Zwischenzeitlich hatte der Versicherte sich am 16. Juni 2017 bei der Diagnose
eines Zervikalsyndroms einer Facettenblockade C4/5 und C5/6 bei Prof. Dr. med. univ.
T._, Facharzt für Neurochirurgie, damals am Wirbelsäulenzentraum U._,
unterzogen, welche drei Tage lang eine deutliche Schmerzbesserung brachte und am
6. Juli 2017 wiederholt wurde (IV-act. 226-12 f. sowie 231-4 ff.). Mit Einwand vom 16.
August 2017 liess der Versicherte durch seine Rechtsschutzversicherung unter
anderem unter Hinweis auf diese Schmerztherapie geltend machen, der medizinische
Sachverhalt sei nicht genügend abgeklärt und dem Gutachten der medexperts AG
komme kein Beweiswert zu (IV-act. 226). Mit Verlaufsbericht vom 14. September 2017
erklärte Dr. med. V._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin vom Ärztehaus J._
und Nachfolger von Dr. I._ als Hausarzt des Versicherten, die Prognose sei
invalidisierend und Letzterer sei in keiner Tätigkeit mehr arbeitsfähig. Die
Diagnosenliste in diesem Bericht entspricht mit Ausnahme der erwähnten Depression
anstelle von chronischer Depression, Angstzuständen und Panikattacken jener im
Bericht von Dr. I._ vom 9. Oktober 2014 (IV-act. 231-2 f. i.V.m. IV-act. 162). Am
27. September und 21. Oktober 2017 unterzog der Versicherte sich der dritten
respektive vierten Facettenblockade bei Prof. Dr. T._, diesmal L4/5 und L5/S1
respektive L3/4 (IV-act. 233-2 und 233-4). Am 29. Januar 2018 beurteile Dr. med.
W._, Praktische Ärztin, vom RAD die vorhandenen medizinischen Akten und gelangte
zum Schluss, dass weder der Einwand noch die Berichte von Prof. Dr. T._
A.k.
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B.
Informationen enthalten würden, welche die Beurteilung im polydisziplinären Gutachten
vom 9. Mai 2017 in Frage stellen könnten (IV-act. 235-1). Mit Verfügung vom 29. Januar
2018 wies die IV-Stelle das Rentengesuch wie angekündigt ab (IV-act. 236 = act. G
1.2).
Gegen diese Verfügung liess der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) am
2. März 2018 Beschwerde erheben mit den Anträgen, die Verfügung sei aufzuheben
und eine ganze Rente zuzusprechen, eventualiter sei ein neutrales polydisziplinäres
Gutachten zu erstellen. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge sowie unter
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (act. G 1). Mit der Beschwerde liess der
Beschwerdeführer durch seine Rechtsvertreterin unter anderem einen
Untersuchungsbericht des Ostschweizer Gefässzentrums, Klinik für Angiologie, KSSG,
vom 6. November 2017 zu den Akten reichen (act. G 1.5). Nachdem der
Rechtsvertreterin wie von ihr beantragt die vollständigen Akten von der IV-Stelle
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) zur Verfügung gestellt worden waren (act. G 3 und
G 4), reichte sie am 9. April 2018 eine Beschwerdeergänzung ein. Mit dieser präzisierte
sie das Begehren um eine ganze Rente dahingehend, dass diese ab dem 5. September
2014 auszurichten sei. Zur Begründung führte sie aus, auf das psychiatrische
Teilgutachten der medexperts AG könne nicht abgestellt werden. Es bestehe laut
Beurteilung der behandelnden Psychiaterin Dr. M._ eine mindestens 50%ige
Arbeitsunfähigkeit in jeder Tätigkeit. Auch sei das Gutachtensergebnis einer 100%igen
Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten vor dem Hintergrund der Beschwerden des
Beschwerdeführers nicht haltbar (act. G 5). Mit der Beschwerdeergänzung wurden dem
Gericht Berichte von Prof. Dr. T._ vom 19. März 2018 und des KSSG, Klinik für
Pneumologie und Schlafmedizin, vom 17. November und 8. Dezember 2017
eingereicht (act. G 5.1 bis 5.3).
B.a.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 7. Juni 2018 die Abweisung der
Beschwerde. Zur Begründung führte sie aus, das psychiatrische Teilgutachten
entspreche den Anforderungen der Rechtsprechung und es könne darauf abgestellt
werden. Sodann sei die Resterwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht
unverwertbar. In Industrie und Gewerbe gebe es verschiedene einfache Hilfstätigkeiten,
B.b.
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Erwägungen
1.
die leicht bis mittelschwer belastend seien und die Möglichkeit des selbstgewählten
Absitzens und Umhergehens beinhalten würden (act. G 11).
Am 28. Juni 2018 entsprach das Gericht dem Gesuch um Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtspflege (act. G 12).
B.c.
In der Replik vom 30. November 2018 liess der Beschwerdeführer an den
Anträgen festhalten und betonen, dass auf das psychiatrische Teilgutachten der
medexperts AG nicht abgestellt werden könne. Auch sei insgesamt nicht
nachvollziehbar, weshalb trotz der erwiesenen massiven gesundheitlichen
Beschwerden noch eine volle Leistungs- und Arbeitsfähigkeit für adaptierte Arbeiten
bestehen solle (act. G 20). Mit der Replik wurden dem Gericht unter anderem
Schreiben von Prof. Dr. T._ vom 30. August 2018, von Dr. med. X._, Fachärztin für
Dermatologie und Venerologie sowie Praktische Ärztin vom Ärztehaus J._ und
Nachfolgerin von Dr. V._ als Hausärztin des Versicherten, vom 19. Juni 2018, des
Röntgeninstituts Y._ vom 23. Mai 2018, des Lungenzentrums des KSSG vom 11.
Juni 2018 und von der Gemeinde Z._vom 16. Dezember 2015 eingereicht (das Letzte
betrifft die Beendigung der Tätigkeit des Beschwerdeführers bei der Stiftung N._ per
16. Dezember 2015; act. G 20.1.1 bis 20.1.5).
B.d.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete stillschweigend auf eine Duplik (act. G 21
und 22).
B.e.
Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers reichte am 22. Februar 2019 ihre
Honorarnote zu den Akten (act. G 23 und 23.1), zu welcher die Beschwerdegegnerin
mit Schreiben vom 11. März 2019 Stellung nahm (act. G 27). Zu dieser Stellungnahme
äusserte sich die Rechtsvertreterin am 10. April 2019 (act. G 29).
B.f.
Der Beschwerdeführer hat sich erstmals im März 2009 zum Bezug von IV-
Leistungen angemeldet und sein Rentenanspruch ist am 25. Mai 2012 bei einem
Invaliditätsgrad von 9% verneint worden (IV-act. 130). Bei der vorliegend zu prüfenden
Anmeldung vom 25. August 2014 (vgl. hierzu Art. 29 des Bundesgesetzes über den
1.1.
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2.
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] sowie Art. 67 Abs. 2
der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV, SR 831.201]) handelt es sich somit
um eine sogenannte Neuanmeldung (IV-act. 139).
Gemäss Art. 87 Abs. 3 IVV wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn darin
glaubhaft gemacht wird, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch
erheblichen Weise geändert hat. Der Beschwerdeführer hat bei der vorliegend
relevanten Anmeldung als Anmeldegrund neben seiner bereits bei der ersten
Anmeldung genannten Lungenkrankheit Rückenbeschwerden angegeben (IV-act.
139-5). Während der damalige Lungenspezialist Dr. D._ und der damalige Hausarzt
Dr. B._ im Oktober 2011, also im Rahmen des ersten Verwaltungsverfahrens, von
einer vollständigen Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit ausgegangen waren (IV-act.
116-5 ff. und 116-8 ff.), haben die neue Hausärztin Dr. I._ und die neue
Lungenspezialistin Dr. K._ im Oktober/November 2014, d.h. nach Eingang der
zweiten IV-Anmeldung, erklärt, dass der Beschwerdeführer in angepassten Tätigkeiten
nur noch zu 50% arbeitsfähig sei (IV-act. 162 und 168-4). Im Oktober 2013 hat
Letzterer sodann erstmals eine psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung
aufgenommen und mit der Einnahme von Psychopharmaka begonnen (vgl. IV-act.
181-1 f.). Insgesamt hat der Beschwerdeführer damit eine wesentliche
Verschlechterung seines Gesundheitszustandes seit der rechtskräftigen Abweisung
des Rentengesuchs im Mai 2012 glaubhaft gemacht. Die Beschwerdegegnerin ist
somit zu Recht auf die Neuanmeldung eingetreten.
1.2.
Mit der angefochtenen Verfügung vom 29. Januar 2018 hat die
Beschwerdegegnerin dann allerdings das Rentengesuch des Beschwerdeführers bei
einem Invaliditätsgrad von 5% abgewiesen (act. G 1.2). Nachfolgend ist zu prüfen, ob
diese Rentenabweisung zu Recht erfolgt ist.
1.3.
Einen Anspruch auf eine Rente der IV haben Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit
oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können,
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40%
arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid
sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG,
SR 831.20). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende
oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
2.1.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 11/26
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psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist der Invaliditätsgrad
grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen).
2.2.
Um den Arbeitsfähigkeitsgrad bestimmen zu können, ist die Verwaltung - und im
Beschwerdefall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu
Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Aussagen eine
wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen einer
Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4; BGE 115 V 134 E. 2).
Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweis).
2.3.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 12/26
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3.
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung von einer 100%igen
Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten aus. Sie stützte sich dabei auf das
polydisziplinäre Gutachten der medexperts AG vom 9. Mai 2017. Der
Beschwerdeführer erachtet dieses als nicht beweistauglich und die Einschätzung
seiner Arbeitsfähigkeit durch die begutachtenden Ärzte unter Hinweis auf seine
behandelnden Ärzte (insbesondere Dr. V._, Dr. X._, Dr. T._, Dr. M._, Dr. R._,
zuständige Ärzte der Klinik für Pneumologie und Schlafmedizin am KSSG) als nicht
nachvollziehbar. Es sei vielmehr von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen.
Angesichts der Vielzahl an im Rahmen des Beschwerdeverfahrens eingereichten
medizinischen Unterlagen ist an dieser Stelle vorwegzunehmen, dass für das
vorliegende Verfahren der medizinische Sachverhalt relevant ist, wie er sich bis zum
Erlass der angefochtenen Verfügung am 29. Januar 2018 gezeigt hat (vgl. hierzu BGE
121 V 366 E. 1b mit Hinweisen). So sind insbesondere die dem Bericht des
Röntgeninstituts Y._ vom 23. Mai 2018 zu entnehmenden Handgelenksbeschwerden
rechts nach einem Sturz vom 10. Mai 2018 von vornherein nicht zu berücksichtigen, da
sie erst nach Verfügungserlass aufgetreten sind (act. G 20.1.3).
3.1.
Bei der Würdigung der Einschätzungen der behandelnden Ärztinnen und Ärzte ist
der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, wonach solche nicht nur in der Funktion
als Hausärzte, sondern auch als spezialärztlich behandelnde Medizinalpersonen im
Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen mitunter eher
zugunsten ihrer Patienten aussagen (Urteil des Bundesgerichts vom 27. September
2017, 8C_295/2017, E. 6.4.2, mit weiteren Verweisen). Sie stehen in
auftragsrechtlichem Verhältnis zur versicherten Person. Da sie sich zudem in erster
Linie auf die Behandlung zu konzentrieren haben, verfolgen deren Berichte nicht den
Zweck einer den abschliessenden Entscheid über die Versicherungsansprüche
erlaubenden objektiven Beurteilung des Gesundheitszustandes (BGE 135 V 470,
E. 4.5). Ein den Beweisanforderungen grundsätzlich genügendes medizinisches
Gutachten kann nicht stets in Frage gestellt werden, wenn und sobald die
behandelnden medizinischen Fachpersonen nachher zu einer unterschiedlichen
Beurteilung gelangen oder an vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen
festhalten. Anders verhält es sich nur, wenn objektiv feststellbare Gesichtspunkte
vorgebracht werden, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt geblieben waren und
die geeignet sind, zu einer anderen Beurteilung zu führen. Allein die in masslicher
Hinsicht abweichende Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit vermag ein
Administrativgutachten nicht in Zweifel zu ziehen (Urteile des Bundesgerichts vom 29.
3.2.
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Juli 2008, 9C_830/07, E. 4.3 mit Hinweisen, publ. in: SVR 2008 IV Nr. 62 S. 203, und
vom 23. Juni 2015, 9C_853/2014, E. 3.1.2). Nach dem Gesagten ist nachfolgend
insbesondere zu prüfen, ob die Gutachter der medexperts AG aus den Berichten der
behandelnden Ärzte ersichtliche objektiv feststellbare Gesichtspunkte ausreichend
berücksichtigt haben. Die Überprüfung erfolgt nach Fachrichtungen aufgeteilt (vgl.
nachstehend Erwägungen 3.3 bis 3.7) und das Gutachten (IV-act. 218-1 bis 218-56)
wird in den Erwägungen 3.3 bis 3.7 anhand seiner Ziffern (vgl. Inhaltsverzeichnis in IV-
act. 218-2 bis 2018-5) zitiert.
3.3.
Im Rahmen der orthopädischen Begutachtung wurden am 19. April 2017 in der
Radiologie Ba._ Röntgenbilder der Halswirbelsäule, der Lendenwirbelsäule, des
rechten Ellbogens und des rechten Kniegelenks erstellt (IV-act. 219-1), welche
zusammen mit den bei der Untersuchung durch Dr. med. Bb._, Fachärztin für
orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparats, erhobenen
Befunden (Ziff. 4.1) zu den arbeitsfähigkeitsrelevanten Diagnosen zervikolumbales
Schmerzsyndrom bei ausgeprägten degenerativen Veränderungen der HWS und LWS
sowie belastungsabhängigen Schmerzen am rechten Knie bei beginnender medialer
Gonarthrose bei bekannter Innenmeniskusläsion rechts führten. Der rechte Ellbogen,
welcher gemäss Anamnese nach einem Sturz geschmerzt habe, war klinisch und
radiologisch unauffällig und konnte folglich die Arbeitsfähigkeit nicht wesentlich
beeinträchtigen (Ziff. 8.1.1 und 8.1.2). Die Teilgutachterin gelangte zum Schluss, dass
für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten aus orthopädischer Sicht keine Einschränkung
bestehe (Ziff. 8.2.3), wobei kein häufiges Hocken oder Knien und kein häufiges
Besteigen von Leitern oder Gerüsten möglich sei (Ziff. 9.1).
3.3.1.
Der behandelnde Neurochirurg Dr. P._ stellte in seinen Berichten vom 23. Mai
und 28. August 2014 sowie 10. Februar 2016 keine anderen Diagnosen als die
orthopädische Teilgutachterin und zur Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers
äusserte er sich nicht aktenkundig (vgl. dessen Berichte in IV-act. 145, 203-19 f. und
200-2 f.). Selbiges gilt für die zuständigen Ärzte der Klinik für Orthopädische Chirurgie
und Traumatologie des Bewegungsapparates, KSSG, welche den Versicherten im März
und Mai 2016 wegen seiner Beschwerden am rechten Knie sahen (IV-act. 203-23). Die
den Beschwerdeführer am 24. März 2017 untersuchende Neurologin Dr. R._ äusserte
sich ebenfalls nicht zu dessen Leistungsfähigkeit (IV-act. 226-6 ff.). Dass deren Bericht
von den Gutachtern nicht berücksichtigt worden wäre (vgl. Vorwurf in act. G 5 S. 6), ist
aktenwidrig (Ziff. 2.1.2). Angesichts des Umstandes, dass erst die Diagnose eines
3.3.2.
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wahrscheinlich sekundären Restless-legs-Syndroms bestand und die diesbezüglichen
weiteren Untersuchungen zwar in die Wege geleitet, jedoch noch nicht abgeschlossen
worden waren (vgl. beispielsweise act. G 1.5), ist nicht ersichtlich, inwiefern die
diesbezügliche Nichterwähnung durch die begutachtende Expertin einen Mangel des
Gutachtens zu begründen vermöchte. Von der beratenden Ärztin vom RAD wurde
bezüglich der von Dr. R._ erhobenen Diagnosen zu Recht festgehalten, dass der
Beschwerdeführer bei der Begutachtung keine neurologischen Symptome oder
Beschwerden angegeben hat (IV-act. 235-1 i.V.m. Ziff. 3.2, 3.3.1 sowie 6.2.1) und dass
auch bei der Befunderhebung keine solchen festgestellt worden sind, da keine
motorischen und sensiblen Ausfälle zu verzeichnen waren und sich die Reflexe
symmetrisch positiv zeigten (IV-act. 235-1 i.V.m. Ziff. 4.1). Aus der mittels
elektrophysiologischer Untersuchung festgestellten Diagnose eines sehr
wahrscheinlich sekundären Restless-legs-Syndroms allein kann sodann nicht direkt auf
eine Arbeitsunfähigkeit geschlossen werden; massgeblich sind vielmehr funktionelle
Einschränkungen, die wie vorstehend erwähnt bezüglich dieser Thematik in der
klinischen Untersuchung nicht objektiviert und vom Beschwerdeführer gegenüber der
Gutachterin auch nicht erwähnt wurden (Ziff. 3.2, 3.3.1 und 6.2.1). Dies ist wiederum
stimmig mit dem Schmerzsprechstundenbericht des Spitals O._ vom 25. September
2015, gemäss welchem der Beschwerdeführer sich beim ersten Besuch der
Schmerzsprechstunde ohne manifeste sensible oder motorische Ausfälle gezeigt hat.
Betreffend die orthopädische Thematik empfahl der zuständige Arzt eine Atemtherapie
zur Erlernung einer ausgeglichenen Zwerchfellatmung und Relaxation der vorderen
Halsmuskulatur und damit der Möglichkeit der Aufrichtung und myofaszialen
Entlastung von BWS und HWS (IV-act. 192-2). Die Therapie fand zwar in der Folge
statt, ob sie den gewünschten Erfolg gebracht hat, ist dem Verlaufsbericht jedoch nicht
zu entnehmen (act. G 20.1.6). Ebenfalls ist weder im ausführlichen
Schmerzsprechstundenbericht vom 25. September 2015 noch in den Verlaufseinträgen
eine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers vorgenommen worden
(act. G 20.1.6). Die zuständigen Ärzte des Ostschweizer Gefässzentrums, Klinik für
Angiologie, KSSG, nahmen zwar in Zusammenhang mit dem Kältegefühl in den
Unterschenkeln den Verdacht auf ein sekundäres Restless-legs-Syndrom auf. Eine
Einschätzung der Leistungsfähigkeit nahmen jedoch auch sie nicht vor (act. G 1.5).
Sodann fand die Restless-legs-Symptomatik in Form einer PLMD (Periodic Limb
Movement Disorder) im pneumologischen Teilgutachten Berücksichtigung (Ziff. 7.3.2;
vgl. nachstehend Erwägung 3.6). Eine Auseinandersetzung mit den orthopädischen
Berichten von Prof. Dr. T._ konnte von Seiten Dr. Bb._ nicht stattfinden, da die
Erstkonsultation bei diesem Facharzt im Nachgang zur Begutachtung am 11. Mai 2017
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erfolgte (IV-act. 226-14). Der Orthopäde schloss jedoch eine Neurokompression im
Bereich der LWS mittels MRI vom 15. Mai 2017 aus (IV-act. 226-13) und diagnostizierte
in Übereinstimmung mit dem Gutachten ein Zervikalsyndrom respektive eine
Polymorbidität der gesamten Wirbelsäule von zervikal bis lumbal (IV-act. 226-12 f. und
act. G 20.1.1). Eine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in einer den Leiden angepassten
Tätigkeit wollte er in seiner jüngsten Stellungnahme vom 30. August 2018 zuhanden
der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers explizit nicht vornehmen, da es bei der
schweren Polymorbidität in vielfacher Hinsicht unmöglich sei, aus dem Stegreif eine
Arbeitsfähigkeit in Prozenten anzugeben. Er äusserte sich aber dennoch dahingehend,
dass die gutachterlicherseits attestierte Arbeitsfähigkeit von 100% für leichte und
mittelschwere Tätigkeiten ihm als statische Arbeitsfähigkeit aufgrund einer einzigen -
wenn auch ausführlichen - Untersuchung realitätsfern erscheine. Bei häufigen
Beobachtungen im Rahmen von immer wieder notwendigen multimodalen
Schmerztherapien gewinne man ein anderes Bild. Man gewinne den Eindruck, dass der
Patient zumindest für mittelschwere Tätigkeiten nicht mehr geeignet sei. Eine seriöse
Beantwortung dieser Frage wäre seines Erachtens aber nur nach einer Evaluation der
funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) möglich (act. G 20.1.1). Auch diese Einschätzung
fördert also keine objektiv feststellbaren Gesichtspunkte zu Tage, welche im Rahmen
der Begutachtung unerkannt geblieben und geeignet wären, zu einer anderen
Beurteilung zu führen (vgl. vorstehend Erwägung 3.2).
Zusammenfassend ist das orthopädische Teilgutachten umfassend, beruht auf
eigenen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden und die Vorakten,
ist in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge einleuchtend und die
Schlussfolgerungen sind begründet, womit ihm Beweiswert zukommt (vgl. vorstehend
Erwägung 2.3).
3.3.3.
3.4.
Der psychiatrische Gutachter, Dr. med. Bc._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie, diagnostizierte eine Angst und depressive Störung gemischt (ICD-10:
F 41.2) sowie einen Verdacht auf Status nach depressiver Episode, gegenwertig
remittiert (ICD-10: F 32.4), welchen er keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beimass.
Er setzte sich in seinem Teilgutachten mit den aktenkundigen früheren Diagnosen
auseinander (Ziff. 5.4.2) und kam unter Würdigung derselben sowie unter
Berücksichtigung wissenschaftlicher Klassifikationen zum Schluss der vorgenannten
Diagnosen (Ziff. 5.4.3). Die einzige abweichende fachärztliche Diagnoseerhebung
stammt von der behandelnden Psychiaterin Dr. M._. Die von dieser am 3. Juni 2015,
3.4.1.
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4. März und 21. Oktober 2016 diagnostizierte depressive Episode (IV-act. 181-1, 197-1
und 206-1) erschien dem Gutachter aufgrund der ausführlichen Beschreibung im ersten
Bericht als nachvollziehbar, nur den Grad "mittelschwer" konnte er aus dem Bericht
nicht nachvollziehen. Auch bestand aus seiner Sicht eine Diskrepanz zwischen dem
Schweregrad der Diagnose und der durchgeführten Behandlung (Termin alle sechs bis
acht Wochen; Ziff. 5.4.2). Weshalb bezüglich des Schweregrades eine zusätzliche
Rückfrage bei der behandelnden Ärztin hätte erfolgen müssen (vgl. Vorwurf in act. G 5
S. 3), leuchtet nicht ein. Der Entscheid über das Einholen fremdanamnestischer
Auskünfte unterliegt grundsätzlich der Fachkenntnis und dem Ermessensspielraum des
Experten. Hinzu kommt, dass die ärztliche Beurteilung von der Natur der Sache her
unausweichlich Ermessenszüge trägt (vgl. anstatt vielen Urteil des Bundesgerichts vom
26. September 2019, 9C_379/2019, E. 3.5.1 mit weiteren Hinweisen). Gemäss der
ausführlichen Einschätzung des Gutachters hat der Beschwerdeführer in Folge seiner
körperlichen Beschwerden, seiner Fatigue und der langandauernden Arbeitslosigkeit
eine adäquate ängstliche und depressive Reaktion entwickelt. Bei der Untersuchung
zeigte er sich dysphorisch und klagsam, mit angemessenen gesundheitlichen und
finanziellen Sorgen. Die vorhandenen Symptome könnten am ehesten als "Angst und
depressive Störung gemischt" diagnostiziert werden, da keine der beiden Störungen
ein Ausmass erreiche, das eine entsprechende einzelne Diagnose rechtfertigen würde.
Die diagnostischen Leitlinien würden das Vorhandensein von Angst und Depression in
leichter oder mittlerer Ausprägung ohne Vorherrschen des einen oder andern und das
zumindest vorübergehende Auftreten von vegetativen Symptomen verlangen (Ziff.
5.4.3). Diese Diagnosestellung ist nachvollziehbar begründet, berücksichtigt die vom
Beschwerdeführer geklagten Beschwerden (Ziff. 5.2.1 und Ziff. 5.4.1) und leuchtet in
der Schlussfolgerung ein.
Insgesamt sah der Gutachter aus psychiatrischer Sicht keine Einschränkung in
der Arbeitsfähigkeit. Bei dieser Einschätzung blendet er zu Recht die psychosoziale
schwierige Situation des Beschwerdeführers aus (Ziff. 5.4.3), denn der bio-psycho-
soziale Krankheitsbegriff ist rechtlich im Rahmen der Arbeitsunfähigkeit nach Art. 6
ATSG nicht massgebend (BGE 143 V 426 f. E. 6). Dies dürfte - neben den in Erwägung
3.2 erläuterten Umständen - seine im Vergleich zur behandelnden Psychiaterin höhere
Arbeitsfähigkeitseinschätzung erklären. Die von dieser davon abweichend attestierte
50%ige Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht berücksichtigt sodann neben der
diagnostizierten depressiven Episode auch die chronische obstruktive
Lungenerkrankung, die mittelschwere partiell irreversible obstruktive
Ventilationsstörung sowie das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom (IV-act. 181-1, 197-1
3.4.2.
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und 206-1). Die ausgeprägte Müdigkeit und rasche Erschöpfbarkeit sind gemäss der
Psychiaterin die Folgen der Lungenerkrankung, der Depression sowie des
Schlafapnoesyndroms. Diese würden sich gegenseitig sehr ungünstig beeinflussen (IV-
act. 206-2). Damit werden von der behandelnden Psychiaterin, wie auch Dr. W._ vom
RAD anführte, fachfremde, somatische Erkrankungen bei der Einschätzung der
verminderten Belastbarkeit berücksichtigt (vgl. IV-act. 235-2), was im psychiatrischen
Teilgutachten der medexperts AG korrekterweise nicht geschieht.
Die Rechtsvertreterin wirft dem psychiatrischen Teilgutachter vor, die vom
Beschwerdeführer geschilderte extreme Müdigkeit zu ignorieren (act. G 20 S. 3).
Diesbezüglich hat Dr. Bc._ jedoch explizit festgehalten, dass diese eventuell bestehe,
dass sie aber nicht psychisch bedingt sei (Ziff. 5.4.4; vgl. hierzu auch nachstehend
Erwägung 3.7.2). Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers sieht in Bezug auf die
geklagte Müdigkeit einen Mangel im psychiatrischen Teilgutachten in der Dauer des
ihm zu Grunde liegenden Explorationsgesprächs von 75 Minuten. Wie das
Bundesgericht mehrmals festhielt, kann es für den Aussagegehalt eines Arztberichts im
Allgemeinen nicht auf die Dauer der Untersuchung ankommen. Massgeblich sei
vielmehr, ob der Bericht inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig sei (Urteil vom
6. Mai 2009, 9C_170/2009, E. 2.2 mit Hinweisen). Dass sich das psychiatrische
Gutachten im Gegensatz zu den Berichten der behandelnden Psychiaterin, welche auf
häufigere Behandlungskontakte abstellen, auf ein einziges ca. eineinviertelstündiges
Untersuchungsgespräch stützt (vgl. Ziff. 5.3.1 auf S. 34), vermag somit den Beweiswert
des Gutachtens nicht zu schmälern. Zudem stützte sich der begutachtende Psychiater
nicht nur auf seine eigenen Untersuchungen, sondern auch auf zwei Tests (HRSD 21
und MMST; Ziff. 5.3.1) sowie die Vorakten (Ziff. 2.1.1). Daraus hat er auf Grund seiner
Ausführungen genügend Erkenntnisse für eine schlüssige und nachvollziehbare
Beurteilung gewonnen. Können sodann keine psychischen Diagnosen mit Relevanz für
die Arbeitsfähigkeit erhoben werden, entfällt die von der Rechtsvertreterin des
Beschwerdeführers verlangte Beurteilung (vgl. G 5 S. 4 f.) anhand der vom
Bundesgericht definierten Standartindikatoren (vgl. zum Beispiel Urteil des
Bundesgerichts vom 20. Dezember 2019, 9C_448/2019, E. 4.2). Entgegen der Ansicht
der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers spricht sodann die Therapiefrequenz von
sechs- bis achtwöchentlich gegen einen hohen psychischen Leidensdruck. Dass die
Therapie in diesem Umfang seit Jahren in Anspruch genommen wird, ändert daran
nichts.
3.4.3.
Insgesamt kommt dem psychiatrischen Gutachten Beweiswert zu. Dass der
Beschwerdeführer gegenüber dem internistischen Gutachter gelegentliche Suizidideen
3.4.4.
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geäussert hat (Ziff. 6.2.1) und diese dem psychiatrischen Gutachter gegenüber auf
dessen Nachfrage hin verneint hat (Ziff. 5.3.1), kann dem psychiatrischen Teilgutachter
nicht zum Vorwurf gemacht werden und vermag auch den Beweiswert seines
Gutachtens nicht zu schmälern. Dies insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass
auch den psychiatrischen Berichten von Dr. M._ keine diesbezüglichen
Anhaltspunkte zu entnehmen sind (vgl. IV-act. 206, 197; explizite Verneinung in IV-act.
181-2).
3.5.
Das internistische Gutachten wurde durch Dr. med. Bd._, Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin, erstellt. Dieser kam nach eigener Untersuchung des
Beschwerdeführers (Ziff. 6.2.1 und 6.3.1) und unter Berücksichtigung der Vorakten (Ziff.
2.1.1 und 2.1.2) zum begründeten und nachvollziehbaren Schluss, dass neben der
chronisch obstruktiven pulmonalen Erkrankung (hierzu wurde ein separates
pneumologisches Teilgutachten erstellt, welches nachfolgend in Erwägung 3.6
gewürdigt wird) aus allgemein-internistischer Sicht die Adipositas, der
gastroösophageale Reflux und die Vitamin D-Insuffizienz zu erwähnen seien. Diese
hätten alle keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit; der Reflux werde erfolgreich mit
einem Protonenpumpenblocker behandelt und die Vitamin D-Insuffizienz sei
substituiert. Betreffend Adipositas führte er aus, der Versicherte habe seit dem
Sistieren der Arbeitseinsätze und der sportlichen Aktivitäten von 70 auf 100 kg
zugenommen. Das Gewicht sei nun mehr oder weniger konstant bei 97 kg, der BMI
liege aktuell bei 31.3 kg/m (Ziff. 6.4.1, 6.4.2, 6.5.1 und 6.5.2). Die Rechtsvertreterin
bemängelt bezüglich dieser Gewichtszunahme eine fehlende Würdigung (act. G 20 S.
6), übersieht dabei jedoch, dass die Diagnose Adipositas durch den begutachten
Facharzt ja gestellt wurde und er die Gewichtszunahme dahingehend würdigte, dass
die Adipositas eben keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe (Ziff. 6.5.2). Auch
empfahl er dem Beschwerdeführer eine Gewichtsreduktion zur Verbesserung der
respiratorischen aber auch der myoskelettalen Situation (Ziff. 6.7). Einzig der
Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass Adipositas nach der Rechtsprechung keine
Invalidität zu begründen vermag (Urteil des Bundesgerichts vom 13. August 2015,
8C_903/2014, E. 4.3 mit weiteren Hinweisen). Die vom Beschwerdeführer
verschiedentlich gegenüber behandelnden Ärzten erwähnten subjektiv als kalt
empfundenen unteren Extremitäten hat er gegenüber dem internistischen Gutachter
offenbar nicht geklagt (Ziff. 6.2.1) und die nach der Begutachtung wiederholte
angiologische Untersuchung vom 30. Oktober 2017 erlaubte wie bereits jene vom 23.
April 2015 einen Ausschluss einer relevanten peripheren arteriellen
3.5.1.
2
https://www.koordination.ch/de/online-handbuch/medizinrecht/adipositas/
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Verschlusserkrankung respektive einer makrovaskulären Ursache (act. G 5.2 S. 1 sowie
act. G 1.5). Folglich ist das Gutachten auch diesbezüglich nicht zu beanstanden.
Dr. V._ äusserte sich am 14. September 2017 als damaliger Hausarzt des
Beschwerdeführers abweichend vom internistischen Teilgutachten dahingehend, dass
diesem keine Tätigkeit mehr zumutbar sei. Als Diagnosen nannte er anstelle eigener
Diagnosen zusammenfassend die von den verschiedensten Fachärzten erhobenen
Diagnosen. Und auch eigene Befunde erhob er keine (IV-act. 231-2), womit von
Vornherein nicht auf seinen Bericht abgestellt werden kann, wie dies von der
Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers beantragt wird (act. G 5 S. 7 Ziff. 3). Die
nachfolgende Hausärztin des Beschwerdeführers, Dr. X._, äusserte sich mit Bericht
vom 19. Juni 2018 dahingehend, dass die Schätzung einer Arbeitsunfähigkeit von nur
5% bei den Diagnosen des Beschwerdeführers ein Witz sei. Eine eigene Schätzung
nahm sie jedoch nicht vor, sondern hielt fest, es sei sehr schwierig vorstellbar, dass
Letzterer mit seinen Diagnosen mit Bezug auf sein Alter überhaupt einsetzbar sei in der
Arbeitswelt. Vor allem die Prozente zu beurteilen sei sehr schwer (act. G 20.1.2). Hier
ist anzumerken, dass keine der von ihr aufgeführten Diagnosen von den Gutachtern
unberücksichtigt geblieben ist und ihr Bericht auch keine sonstigen Gesichtspunkte
enthält, welche von den begutachtenden Experten nicht berücksichtigt worden sind
(vgl. hierzu Erwägung 2.3 und 3.2).
3.5.2.
Zusammenfassend erfüllt auch das internistische Teilgutachten die rechtlichen
Anforderungen und es ist darauf abzustellen (vgl. diesbezüglich die Erwägungen 2.3
und 3.2).
3.5.3.
3.6.
In pneumologischer Hinsicht sind die Diagnosen grundsätzlich unbestritten. So
hält der begutachtende Facharzt für Pneumologie, Dr. med. Be._, fest, die COPD sei
aktenmässig eindeutig belegt, und auch die in den Akten immer wieder erwähnte
leichte obstruktive Schlafapnoe wird vom ihm bestätigt (Ziff. 7.4.2, 7.5.1 und 7.5.2).
Anhand aller verfügbaren FEV1-Werte hat der Experte eine Grafik erstellt und einen
stabilen Verlauf der COPD seit der Erstdiagnose feststellen können (Ziff. 7.4.3). Damit
übereinstimmend wurde auch anlässlich der jüngsten aktenkundigen pneumologischen
Untersuchung, welche am 5. Juni 2018 in der Klinik für Pneumologie und Schlafmedizin
am KSSG stattgefunden hat, festgehalten, die obstruktive Ventilationsstörung in der
Lungenfunktion sei stabil (act. G 20.1.4 S. 3). Strittig ist demgegenüber, welchen
Einfluss diese Diagnosen auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers haben. Der
Gutachter nahm eine Spirometrie und eine Belastungsoxymetrie vor. Erstere ergab eine
3.6.1.
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mittelschwere Obstruktion und letztere eine mässige Dyspnoe beim Treppensteigen
(Ziff. 7.3.2). Der Facharzt kam nach eigener Untersuchung und unter Berücksichtigung
der Vorakten (Ziff. 7.3.1, 7.3.2 und 2.1.1) zum Schluss, dass das funktionelle pulmonale
Defizit höchstens mittelschwer sei. Damit verbleibe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für
alle körperlich leichten, intermittierend auch mittelschweren Arbeiten. Dies unter
lufthygienisch akzeptablen Bedingungen (Ziff. 7.6.4). Der Gutachter liess den
Beschwerdeführer zusammen mit einem Dolmetscher einen "Fragebogen
Schlafstörungen" ausfüllen, welcher durchwegs positive Summenscores für obstruktive
Schlafapnoe, PLMD, psychische Störungen sowie Narkolepsie ergab. Der Fragebogen
sei damit bezüglich Schlafapnoe nicht diskriminierend und spreche für ein
unspezifisches psychosomatisches Beschwerdebild (Ziff. 7.3.2 sowie Ziff. 7.4.3).
Die von der behandelnden Pneumologin Dr. K._ ab Ende 2013 attestierte
50%ige Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 168-4) erachtet der Gutachter aus Sicht der
behandelnden Pneumologin als nachvollziehbar. Objektiv sei allerdings lediglich für
körperlich anhaltend schwere Arbeiten eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit zu begründen
(Ziff. 7.10). Dr. K._ hält in diesem Bericht explizit fest, dass lungenfunktionell im
Vergleich zur Voruntersuchung bei Dr. D._ vom 13. Dezember 2011 keine
wesentliche Änderung eingetreten sei (IV-act. 168-4), wobei jener am 16. Dezember
2011 festhielt, insgesamt gehe er davon aus, dass sich die Werte im Vergleich zu
Januar 2011 kaum ernsthaft verändert hätten (IV-act. 119-10). Aufgrund jener
Untersuchung beurteilte er am 19. Oktober 2011 die Arbeitsfähigkeit in einer leichten
bis höchstens mittelschweren körperlichen Tätigkeit als gegeben (IV-act. 116-8) - was
wiederum mit der Einschätzung des pneumologischen Teilgutachters übereinstimmt.
Dem aktuellsten Untersuchungsbericht des Lungenzentrums am KSSG vom 11. Juni
2018 ist keine Einschätzung der Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers zu
entnehmen (act. G 20.1.4), und auch der frühere Bericht vom 17. November 2017
enthält keine solche (act. G 5.2). Die Ergospirometrie vom 8. Dezember 2017 ergab
eine deutlich reduzierte Leistungsfähigkeit von 50% des Sollwertes bei deutlicher
Hyperventilation während der Belastung sowie eine mittelschwere Ventilation bei ACOS
und Adipositas (act. G 5.3). Dieser reduzierten Leistungsfähigkeit hat Dr. Be._ bei der
Beschreibung der adaptierten Tätigkeit Rechnung getragen, indem er alle schweren
und alle mehr als intermittierend mittelschweren Arbeiten ausschloss (Ziff. 7.4.4 und
7.6.4).
3.6.2.
Nach dem Gesagten erweist sich auch das pneumologische Teilgutachten als
beweiskräftig.
3.6.3.
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3.7.
Im polydisziplinären Teil des Gutachtens wurden die Diagnosen
zusammengefasst (vgl. hierzu vorstehende Erwägungen 3.3 bis 3.6) und die
Arbeitsfähigkeit dahingehend beschrieben, dass leichte und mittelschwere Tätigkeiten
ohne häufiges Hocken oder Knien und ohne häufiges Besteigen von Leitern oder
Gerüsten zumutbar seien (Ziff. 9.2.1 i.V.m. 9.1), wobei die Tätigkeit wechselbelastend
mit der Möglichkeit des selbstgewählten Absitzens und Umhergehens sein soll (Ziff.
9.2.2). Diese polydisziplinäre Festlegung der Arbeitsfähigkeit geht jedoch versehentlich
weiter, als dies der pneumologische Facharzt in seinem Teilgutachten als zumutbar
erachtete. Denn jener erachtete - entgegen der Ansicht der Rechtsvertreterin des
Beschwerdeführers (act. G 5 S. 7 sowie act. G 20 S. 7) - nur leichte, intermittierend
auch mittelschwere Arbeiten in lufthygienisch akzeptablen Bedingungen als zumutbar
(Ziff. 7.6.4). Vor diesem Hintergrund ist in Präzisierung des Versehens im
polydisziplinären Teil des Gutachtens davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer
körperlich leichte bis lediglich intermittierend mittelschwere Tätigkeiten ohne häufiges
Hocken oder Knien und ohne häufiges Besteigen von Leitern oder Gerüsten in
Wechselbelastung mit der Möglichkeit des selbstgewählten Absitzens und
Umhergehens unter lufthygienisch akzeptablen Bedingungen zumutbar sind.
Diesbezüglich ist darauf hinzuweisen, dass offenkundige Verschriebe den Beweiswert
eines Gutachtens nicht zu schmälern vermögen (vgl. zum Beispiel Urteil des
Bundesgerichts vom 20. Dezember 2019, 9C_448/2019, E. 4.1). Insgesamt ist der
Beschwerdeführer bezüglich der von ihm als realitätsfremd erachteten Einschätzung
seiner Arbeitsfähigkeit darauf hinzuweisen, dass Restriktionen des realen
Arbeitsmarkts, die ihm das Auffinden einer Arbeitsstelle erschweren, vor dem
Hintergrund dessen, dass in der Invalidenversicherung das Risiko der Arbeitslosigkeit
keine Berücksichtigung finden darf, ausser Acht zu bleiben haben.
3.7.1.
Was in Ergänzung zu Erwägung 3.4.3 bezüglich der vom Beschwerdeführer
beklagten Müdigkeit zu erwähnen ist, ist die Ungereimtheit, dass der Psychiater eine
eventuell bestehende, nicht psychisch bedingte Fatigue erwähnte (Ziff. 5.4.4) und der
Pneumologe mithilfe eines Fragebogens zum Ergebnis gelangte, dass die Müdigkeit
am ehesten psychosomatischen Ursprungs sei (Ziff. 7.3.2 und 7.4.3). Der
psychiatrische Teilgutachter vermochte jedoch die von Dr. M._ erwähnte und von der
Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers betonte Müdigkeit und rasche
Erschöpfbarkeit nicht zu beobachten (vgl. Ziff. 5.3.1). An einer Objektivierung
beispielsweise mittels Beobachtung in einem Schlaflabor fehlt es. Ob die behandelnde
Psychiaterin die Müdigkeit selber erlebt hat und wie diese sich allenfalls gezeigt hat
3.7.2.
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oder ob ihre Angaben auf den Schilderungen des Beschwerdeführers beruhen, kann
keinem ihrer Berichte entnommen werden (IV-act. 181, 197, 206). Auch fehlt es in
dieser Hinsicht an etwelchen Therapiebemühungen. Einzig der im Jahr 2009
unternommene Versuch, die Schlafqualität mittels CPAP-Beatmung zu verbessern, ist
aktenkundig, wobei sich ein nur unwesentlich besseres Bild ergab (IV-act. 18-7 f.). Ein
solcher Versuch wurde aufgrund der in den Akten vielerorts erwähnten
Maskenunverträglichkeit des Beschwerdeführers (anstatt vieler Klinik für Pneumologie
und Schlafmedizin, KSSG, in act. G 20.1.4) nie wiederholt. Auch ist die geschilderte
Müdigkeit jedenfalls nicht so einschneidend, dass sie der Fahrtüchtigkeit des
Beschwerdeführers im Weg stünde, verfügt er doch über den Fahrausweis (Ziff. 6.1).
Insgesamt wiegt die vorstehend erwähnte Ungereimtheit im polydisziplinären
Gutachten nicht so schwer, dass sie dessen Beweiswert insgesamt zu beeinträchtigen
vermöchte.
Zu guter Letzt ist insoweit nicht auf das polydisziplinäre Gutachten abzustellen,
als es als Beginn der Arbeitsfähigkeitsschätzung den Begutachtungszeitpunkt nennt
(Ziff. 9.2.2). Diese Beschränkung lässt sich nicht mit den jeweiligen nachvollziehbaren
Ausführungen der Experten zu den medizinischen Vorakten vereinbaren (Ziff. 5.4.2,
5.10, 7.10 sowie 8.2.2). Vielmehr ist aufgrund der Akten mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers -
abgesehen von allfälligen kurzfristigen Schwankungen - seit Jahren stationär ist.
Jedenfalls kann den Akten ab dem allfälligen Rentenbeginn am 1. Februar 2015
(hypothetischer Beginn der am 25. August 2014 [vgl. hierzu Erwägung 1.1] beantragten
Rente; vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG) bis zur Begutachtung durch die medexperts AG im April
2017 keine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszustandes entnommen werden,
wie diese ja vorhanden sein müsste, um eine vorgängige Abweichung vom
Leistungsprofil der Gutachter der medexperts AG zu erlauben. Sodann ergeben sich
aus den Akten keine Hinweise, die eine über die gutachterlich bescheinigte
Arbeitsunfähigkeit hinausgehende Leistungsbeeinträchtigung nahelegen oder gar
belegen würden (vgl. vorstehend Erwägungen 3.3 bis 3.6). Nach dem Gesagten ist ab
dem allfälligen Rentenbeginn von der von den Gutachtern der medexperts AG
festgelegten vollständigen Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten auszugehen.
3.7.3.
Von weiteren medizinischen Abklärungen und insbesondere der Erstellung eines
weiteren polydisziplinären Gutachtens oder einer Evaluation der funktionellen
Leistungsfähigkeit - wie dies beides von der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers
beantragt wird - sind in antizipierender Beweiswürdigung angesichts der
umfangreichen und klaren medizinischen Aktenlage keine neuen objektiven
3.8.
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4.
Der Beschwerdeführer lässt geltend machen, er sei bereits seit Jahren nicht mehr
arbeitsfähig und lasse sich gar nicht mehr in den Arbeitsmarkt eingliedern. Er sei
schwer krank und müsse während den üblichen Geschäftszeiten regelmässig
Arzttermine wahrnehmen. Zudem spreche er sehr wenig Deutsch und verfüge über
keine entsprechende Ausbildung (act. G 1 S. 7). Aufgrund dieser Umstände und vor
allem seiner Beschwerden und seines Alters sei eine Erwerbstätigkeit ohnehin nicht
zumutbar (act. G 20 S. 8).
Erkenntnisse zu erwarten. Den Nachteil der Beweislosigkeit im Sinne des fehlenden
Nachweises von invalidisierenden Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung hat
der Beschwerdeführer zu tragen (vgl. BGE 139 V 563 E. 8.1).
Die Frage der Verwertbarkeit der (Rest-)Arbeitsfähigkeit beurteilt sich auch bei
vorgerücktem Alter bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 Abs. 1
ATSG; BGE 138 V 457 E. 3.1 S. 459 f.), wobei an die Konkretisierung von
Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten praxisgemäss keine übermässigen
Anforderungen zu stellen sind. Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein
invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches
zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen
kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird, und dass
ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungslast nicht mehr
zumutbar ist. Fehlt es an einer wirtschaftlich verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt
eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, die einen Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente begründet (BGE 138 V 457 E. 3.1 S. 460; Urteil des Bundesgerichts vom
19. Juni 2017, 8C_28/2017, E. 3.2).
4.1.
Das Bundesgericht hat generell relativ hohe Hürden für die Annahme einer
Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit älterer Menschen entwickelt (Urteil vom 19.
Juni 2017, 8C_28/2017, E. 5.2 mit Hinweis auf das Urteil vom 30. März 2017,
9C_88/2017, E. 3.3.2). Eine verbleibende Aktivitätsdauer von rund fünf Jahren gilt
rechtsprechungsgemäss grundsätzlich als ausreichend, um eine neue einfache
Erwerbstätigkeit aufzunehmen, sich einzuarbeiten und die Arbeit auszuüben (vgl. Urteil
des Bundesgerichts vom 7. März 2017, 9C_677/2016, E. 4.3). Für den Zeitpunkt, in
welchem die Frage nach der Verwertbarkeit der (Rest-) Arbeitsfähigkeit bei
vorgerücktem Alter beantwortet wird, ist auf das Feststehen der medizinischen
Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbstätigkeit abzustellen (BGE 138 V 462 E. 3.3 f.). Dies
4.2.
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5.
Ausgehend von der vollen Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten bleiben die
erwerblichen Auswirkungen der Leistungsbeeinträchtigung zu prüfen. Dabei ist der
Invaliditätsgrad anhand eines Einkommensvergleichs zu bestimmen
(vgl. Erwägung 2.2).
war vorliegend im Zeitpunkt der Erstellung des Gutachtens der medexperts AG am 9.
Mai 2017 der Fall, bildet dieses doch die den Anforderungen an die Beweiskraft
genügende medizinische Grundlage (vgl. hierzu vorstehend die Erwägungen 3.1 bis
3.8) für die angefochtene Verfügung. Der am 19_ geborene Beschwerdeführer war am
_ Mai 20_ 5_ Jahre alt und es verblieb ihm eine Aktivitätsdauer von gut fünf Jahren.
Sodann stehen ihm sämtliche leichte Arbeiten, welche intermittierend mittelschwer sein
dürfen und wechselbelastend sein sollen mit der Möglichkeit des selbstgewählten
Absitzens und Umhergehens, ohne häufiges Hocken oder Knien und ohne häufiges
Besteigen von Leitern oder Gerüsten in lufthygienisch akzeptablen Bedingungen offen
(IV-act. 218-55 sowie vorstehend Erwägung 3.7.1). Dem Beschwerdeführer sind damit
insbesondere noch, wie die Beschwerdegegnerin zu Recht angeführt hat (act. G 11),
leichte Überwachungs-, Prüf- und Kontrollarbeiten in der Industrie oder die Bedienung
und Überwachung von Maschinen oder Produktionseinheiten zumutbar.
Die gutachterlich attestierte Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers von 100% in
einer adaptierten Tätigkeit ist nach dem Gesagten als auf dem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt verwertbar zu betrachten (zu den Restriktionen des realen Arbeitsmarkts
vgl. vorstehend Erwägung 3.7.1).
4.3.
Betreffend die Bestimmung des Valideneinkommens wird in der Regel am zuletzt
erzielten Einkommen angeknüpft, weil davon auszugehen ist, dass die versicherte
Person ohne den Eintritt der Arbeitsunfähigkeit die bisherige Tätigkeit weitergeführt
hätte (BGE 134 V 322 E. 4.1). Die Beschwerdegegnerin hat also für die Ermittlung des
Valideneinkommens richtigerweise auf das zuletzt erzielte Erwerbseinkommen
abgestellt. Gemäss dem IK-Auszug hat das bei der C._ AG erwirtschaftete
Erwerbseinkommen im Jahr 2006 Fr. 65'648.-- betragen, im Jahr 2005 jedoch noch
Fr. 66'376.-- (IV-act. 135-2). Da davon auszugehen ist, dass das im Vorjahresvergleich
leicht tiefere Einkommen im Jahr 2006 der im Oktober 2006 diagnostizierten
Lungenkrankheit respektive der damit einhergehenden Arbeitsunfähigkeit geschuldet
ist, ist auf das Jahr 2005 abzustellen. Unter Berücksichtigung der
Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2015 (hypothetischer Rentenbeginn; vgl. hierzu
vorstehend Erwägung 3.7.3 i.V.m. Erwägung 1.1) ergibt sich ein Valideneinkommen von
5.1.
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6.
Fr. 74'173.-- (Index Männer 2005: 1992; Index Männer 2015: 2226; Basis 1939 = 100;
vgl. Bundesamt für Statistik, Tabelle T 39, Entwicklung der Nominallöhne, der
Konsumentenpreise und der Reallöhne, 1939 bis 2018).
Nach der Beendigung seiner Tätigkeit für die C._ AG war der Beschwerdeführer
- mit Ausnahme der beruflichen Abklärung in der Stiftung Arbeitsgestaltung (IV-act.
105) und des Einsatzes über das Sozialamt Z._ in der Stiftung N._ (act. G 20.1.5) -
aktenkundig nicht mehr arbeitstätig. Aus diesem Grund ist zur Bestimmung des
Invalideneinkommens auf die statistischen durchschnittlichen Löhne gemäss den
Lohnstrukturerhebungen (LSE) des Bundesamtes für Statistik zurückzugreifen. Der
Beschwerdeführer ist als Hilfsarbeiter zu qualifizieren. Gemäss den LSE von 2014 und
unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung für das Jahr 2015 haben Männer
im Kompetenzniveau 1 bei einer betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7
Stunden durchschnittlich ein Jahreseinkommen von Fr. 66'633.-- erzielt (vgl. Anhang 2
der IVG-Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2019).
5.2.
Ausgehend von einer vollen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten
resultiert bei einem Valideneinkommen von Fr. 74'173.-- und einem
Invalideneinkommen von Fr. 66'633.-- ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad
von rund 10%. Ob ein Tabellenlohnabzug vorzunehmen ist und wenn ja, in welcher
Höhe, kann bei diesem Ergebnis offenbleiben, zumal nicht einmal der maximal
mögliche Abzug von 25% - wie er vom Beschwerdeführer eventualiter beantragt wird
(act. G 1 S. 7) - rentenbegründend wirkt (Invaliditätsgrad von rund 33%). Der
Beschwerdeführer hat somit keinen Rentenanspruch.
5.3.
Gemäss den vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.6.1.
Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem
unterliegenden Beschwerdeführer sind die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.--
aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist er von der Bezahlung zu
befreien.
6.2.
bis
Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der
Rechtsvertretung des Beschwerdeführers (vgl. act. G 12). Am 22. Februar 2019 reichte
die Rechtsvertreterin eine Kostennote für das Beschwerdeverfahren ein (act. G 23 und
6.3.
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