Decision ID: 85652dca-1a1b-475a-9fb5-772d9d8eb134
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1972 geborene
X._
, ohne berufliche Ausbildung
und Mutter
von vier Kindern (
eine Tochter
, geboren 1992;
drei Söhne
,
geboren 1997 und Zwil
linge geboren
1998), war ab
2
2.
September 2009
mit einem Beschäftigungsgrad von 40
%
als Reinigerin bei der
Y._
in
Z._
angestellt, als sie am
1.
November 2012
zu Hause eine Treppe hinunter
stürzte und
sich Ver
letzungen am rechten Fuss zu
zog
(Schadenmeldu
ng vom 2
6.
November 2012 [
Urk.
7
/
7/130
]
).
Die
medizinische
Erstversorgung
erfolgte durch den Hausarzt und
im
A._
,
wobei die Diagnose eines ossären Bandabrisses am lateralen Malleo
lus festgehalten und die Ruhigstellung im
Vacoped
für fünf Wochen mit drei
wöchiger Teilbelastung und anschliessender Vollbelastung verordnet wurde (vgl. Arztze
ugnis UVG vom
5.
Dezember 2012 [
Urk.
7/7/122
]
).
Aufgrund persis
tierender Schmerzen
wurde
am
1
5.
Mai 2013
ein
operativer Eingriff mit
transossäre
r
Refixation
des Ligamen
tum
fibulotalare
anterius am o
beren Sprunggelenk (OSG)
sowie
die operative
Entfernung de
s Os
trigonum
und
eines
Frakturfragments an der
Fibulaspitze
durchgeführt
(vgl. Operationsbericht vom 1
5.
Mai 2013
[
Urk.
7/7/60]
)
.
Am
9.
Dezember 2013 meldete sich
X._
mit dem
Hinweis auf
seit dem Unfallereignis vom
1.
November 2012
bestehende
gesundheitl
iche
Einschrän
kungen
zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (
Urk.
7/2
Ziff.
6
).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
,
tätigte Abklärungen in erwerblicher
und medizinischer Hinsicht und zog die Akten de
s Unfallversicherers bei (vgl.
Urk.
7/4/1-19,
Urk.
7/7/1-135,
Urk.
7/17/1-194).
Am 2
3.
Juli 2014 fand
eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt am Wohn
ort der Versicherten statt (
Abklärungsbericht vom
4.
September 2014 [
Urk.
7/20]
)
.
M
it Vorbescheid vom 1
1.
September 2014
(
Urk.
7/26) stellte die IV-Stelle
die befristete Zusprache ein
er halben Invalidenrente von Juni bis September
2014
(
unter Verneinung eines darüber hinaus gehenden Anspruchs
ab
Oktob
er 2014
)
in Aussicht
.
Gegen den vorgesehenen Entsche
id erhob die Versicherte am 25.
September 2014
(
Urk.
7/30)
Einwand
. E
inem Antrag
der Versicherten
vom 2
7.
Oktober 2014
(
Urk.
7/37)
,
das V
erfahren bis zum Vorliegen
der Ergebnisse
einer kreisärztlichen Untersuchung
der Suva
zu sistieren
,
kam die IV-Stelle mit
Schreiben vom 3
0.
Oktober 2014 (
Urk.
7/38)
nach
. Nach Eingang des
k
reisärzt
lichen Untersuchungsberichts vom
6.
November 2014 (
Urk.
7/41)
und
nach
ei
nem
weiteren
Einwand
vom 3
0.
Januar 2015
(
Urk.
7/44)
und vom 1
4.
April 2015 (
Urk.
7/65) sowie
nach Eingang
einer Kopie des Einspracheentschei
des der Suva
vom
9.
Juni 2016 (
Urk.
7/75)
,
verfügte die IV-Stelle am 1
2.
August 2016 (
Urk.
7/85 =
Urk.
2) in angekündigtem Sinne.
2.
Hie
gegen
erhob
X._
am
7.
September
2016 (
Urk.
1) Beschwerde und beantragte,
es sei die Verfügung vom 1
2.
August 2016
hinsichtlich der Zeit
ab
1.
Oktober 2014
aufzuheben
,
und
es sei ihr auch
ab
1.
Oktober
2014 eine
(
un
befristete
)
halbe IV-
Rente
auszurichten (S. 2).
Die IV-Stelle schloss in ihrer
Be
schwerdeantwort vom 2
6.
Oktober 2016
(
Urk.
6) auf Abweisung der Be
schwerde, was der Beschwerdeführerin am 3
1.
Oktober 2016
zur Kenntnis ge
bracht wurde (
Urk.
8).
3.
Die Beschwerde gegen den Einsprache
entscheid des Unfallversicherers (Suva)
vom 13.
November 2012 (
Urk.
7/75/1-8
),
in dem die Suva
in Bestätigung
d
er Verfügung vom 1
0.
März 2015 (
Urk.
7/56
)
bei einer unfallbedingten Erwerbs
einbusse von 52
%
mit Wirkung ab
1.
Dezember 2014 eine entsprechende Inva
lidenrente
der Unfallversicherung
zugesprochen
und
den
Anspruch auf eine
hö
here Rente
verneint hatte, wurde vom hiesigen Gericht mit Urteil heutigen Da
tums abgewiesen (Prozess UV.2016.00161
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Ge
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
1.3.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog
. Invalideneinkom
men), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkom
mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
n
-
ander
gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensver
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
Unter bestimmten Voraus
setzungen können nach der Rechtsprechung zur Festlegung der hypo
thetischen Vergleichseinkommen die Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstruk
-
turerhebungen
(LSE) heran
gezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
). Wird das Invalideneinkom
men auf der Grundlage von statistischen Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) um maximal 25
%
zu kürzen, wenn persönliche und berufliche Merkmale wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität beziehungsweise Aufenthaltskategorie oder Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben und die versi
cherte Person deswegen die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausge
glichenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann (BGE 135 V 297 E. 5.2, 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc).
1.3.2
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unent
geltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung
[nach der bis Ende 2017 geltenden Rechtslage]
; vgl. Bundesgerichts
urteil 9C_232/2017 vom
3.
Oktober 2017 E. 4.3.2
und 8C_157/2017 vom
6.
November 2017 E. 3
mit Hinweisen
).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter an
derem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozi
alen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode be
stimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittel
ten und gewichteten Teilinvaliditäten ergibt (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hin
weisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.4
Der Rentenanspruch entsteht, sofern die entsprechenden Anspruchs
-
voraussetzun
gen
(
Art.
28
Abs.
1 IVG, vgl. E. 1.2) gegeben sind, sechs Monate nach Geltendmachung des Leistungsanspruches nach
Art.
29
Abs.
1 ATSG, frühestens jedoch im Monat, der auf die Vollendung des 1
8.
Altersjahres folgt (
Art.
29
Abs.
1 IVG). Die Rente wird vom Beginn des Monats an ausbe
zahlt, in dem der Rentenanspruch entsteht (
Art.
29
Abs.
3 IVG).
1.5
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen)
Art.
88a der Ver
ordnung über die Invalidenversicherung, IVV festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/
dd
mit Hinweis). Danach ist bei einer Verbesserung der Erwerbsfähig
keit eine anspruchsbeeinflussende Änderung für die Herabsetzung oder Aufhe
bung der
Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenom
men werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung des Invaliditätsgrades einge
treten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisions
grund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des Rentenbeginns mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5).
1.6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
stellt
e
sich in der angefochtenen Verfügung
vom 1
2.
August 2016
(
Urk.
2
S. 4 f.
) auf den Standpunkt, die Abklärungen
vor Ort
hätten
ergeben, dass die Beschwer
deführerin im Gesundheitsfall zu einem
Anteil von 44
% im Erwerbsbereich
tätig wäre
und
auf den Haushaltsbereich ein Anteil von 56
%
entfalle
.
Im Erwerbsbereich ergebe sich gestützt auf die Angaben des Arbeitgebers ein
im Jahr 2013
erzielbares
Einkommen
(44
%
-Pensum)
von
Fr.
18‘930.9
0.
Gemäss den Abklär
ungen
hätten die Eins
chränkungen
im Haus
haltsbereich
10.8
% betragen.
Eine Erwerbstätigkeit sei der Beschwerdeführerin
(
bis zur Verbesserung des Gesundheitszustandes ab
1.
Juli 2014
)
weder in an
gestammter noch in angepasster Tätigkeit zumutbar gewesen. Folglich ergebe sich im
zu 44
%
gewichteten
Erwerbsbereich ein Teilinvaliditätsgrad von 44
%
,
und im
zu 56
%
gewichteten
Haushaltsbereich
(Einschränkungen von 10.8%)
ein Teilinvaliditätsgrad von 6.05
%
,
womit d
ie
Gesamtinvalidität
50
%
betrage.
Die medizinischen Abklärungen hätten ergeben, dass sich der Gesundheitszu
stand ab
1.
Juli 2014 verbessert habe. Unter Berücksichtigung der aktuellen Familiensituation sowie der Erwerbsbiografie könne
(
zu Gunsten der Beschwer
deführerin
)
davon ausgegangen werden, dass
sie
bei guter Gesundheit ab Mai 2014
zu 50
%
einer ausserhäuslichen T
ätigkeit nachgegangen wäre
, wobei sie in ihrer ursprünglichen Tätigkeit als Unterhaltsrein
igerin im Jahr 2014
als Gesunde
in einem 50
%-
Pensum ein Einkommen von
Fr.
21‘512.40 er
zielt hätte
.
Aus medizinischer Sicht sei die angestammte Tätigkeit nicht mehr
zumutbar
. Eine angepasste Tätigkeit
(
unter Berücksichtigung von körperlich leichten, überwiegend sitzenden Tätigkeiten ohne Zwangshaltung
des
rechte
n
Bein
s
,
ohne
häufiges Treppensteigen und
ohne
Leiter-
und/oder
Gerüstesteigen
)
sei
indes
zu 50
%
möglich
. In einer solchen Tätigkeit könnte gemäss Erhebung des Bundesamtes für Statistik
(LSE)
im Jahr 2014 ein Einkommen von
Fr.
27'271.80 erzielt werden. Die
Einschränkung im Haushalt sei
weiterhin
auf
10.8
%
zu veranschlagen
.
Bei
Gegenüberstellung der beiden Vergleichsei
n
kom
men ergebe sich im
mit 50
%
gewichteten
Erwerbsbereich ein Teilinvaliditäts
grad von 0
%
und im
mit 50
%
gewichteten
Haushaltsbereich ein solcher von 5.4
%
,
woraus sich ein Gesamtinvaliditätsgrad von 5.4
%
ergebe.
Das Wartejahr sei per 3
1.
Oktober 2013 abgelaufen.
Die Anmeldung
sei
am 11.
Dezember 2013 eingegangen. Die Leistungen
(halbe Rente)
seien
somit ab
1.
Juni 2014
(sechs Monate nach Ge
ltendmachung) auszurichten. Z
ufolge
Ver
b
esserung des Gesundheitszustandes bestehe
unter Berücksichtigu
ng einer Frist von drei Monaten
ab
1.
Oktober 2014 kein Rentena
nspr
uch mehr.
2
.2
Die Beschwerdeführerin begründet
e
ihren Antrag auf Zusprache einer
unbefriste
ten halben
Rente
unter dem Hinweis
(
Urk.
1 S. 3 ff.),
dass die Invali
dität
ausschliesslich
Folge
des Unfalls vom
1.
November 2012 sei. Die Be
schwerdegegnerin habe hinsichtlich der Einschränkungen im erwerblichen Be
reich ab
1.
Juli 2014 auf die Beurteilung der Suva-Kreisärztin
Dr.
med.
B._
,
Fachärztin für Chirurgie FMH
, abgestellt, welche die Beschwerdeführerin
an
lässlich
ihrer Abschlussuntersuchung vom
6.
November 2014 als Küchenhilfe
zu 100
%
arbeitsunfähig,
in einer optimal angepassten, sitzenden Tätigkeit ohne Zwangshaltung
des rechten
Bein
s indes
weiterhin als
zu
50
%
arbeitsfähig
er
achtet
habe. Mit der Reduktion um
50
%
trage sie den Schmerzen im Verlauf und dem immer wieder entlastend
en
Hochlagern des Beines Rechnung.
E
ine Arbeitsfähigkeit von 50
%
aber liege
, wenn die Beschw
erdeführerin de
nn einmal an einem Arbeitsplatz sitze, angesichts der chronisch schmerzhaften Einschränkungen an der oberste
n Grenze, eher schon darüber
.
Analog dem Vorgehen in
der Unfallversicherung
sei
beim nach
den Tabellenwerten
(LSE)
zu ermittelnden
Invalideneinkommen zusätzlich ein leidensbedingter Abzug von mindestens
15
%
zu
berücksichtigen
. Das in der angefoch
tenen IV-Verfügung für die 50%
ige Ar
beitsfähigkeit angenommene Inval
ideneinkommen von Fr.
27'271.80
sei zu hoch
und basiere auf veralteten LSE-
Tabellen.
Auch
sei die Beschwerdeführerin gemäss
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Allge
meine Medizin FMH, für
grössere
Strecken immer auf die Hilfe Dritter ange
wiesen und könne bis heute unverändert nur kurze und unkomplizierte Wege zurücklegen. Treppenst
eigen oder auch das Einsteigen in eine Bahn
sei
en
ihr nicht möglich. Sie müsste daher den Arbeitsweg mit einem kostenpflichtigen Fahr-
beziehungsweise
Taxidienst bewältigen. Damit sei pro Arbeitstag mit Kosten von mindestens
Fr.
200.-- zu rechnen. Diese Gewinnungskosten seien als invaliditätsbedingte Mehrkosten vom Invalidenei
nkommen in Abzug zu bringen
. B
ei
jährlichen Taxifahrkosten von mindestens
Fr.
48'OOO.-- abzüglich
der Kosten für ein
ZVV-
Jahresabonnement
,
ergebe sich im Erwerbsbereich
ab 1.
Oktober 2014
ein (Teil-) Invaliditätsgrad von
50
%
.
Zusammen mit der Ein
schränkung im Haushaltsbereich v
on mindestens 5,4
%
resultiere ab 1.
Oktober 2014 gesamthaft ein Invaliditätsgrad von 55.4
%
(S. 6 f.).
3
.
3
.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich in medizinischer Hinsicht insbes
ondere auf
die
Abklärungen des Unfallversicherers
durch dessen
Kreisärztin
Dr.
B._
(Untersuchungsberichte
vom
1
7.
September 2013 [
Urk.
7/
7/47-52]
, vom
2
5.
März 2014 [
Urk.
7/17/32-36]
sowie vom
6.
November 2014 [
Urk.
7/41] ab.
3.2.
3.2.1
Anlässlich der Untersuchung vom 1
7.
September 2013
(
Urk.
7/7/
47-52
)
berich
tete
Kreisärztin
Dr.
B._
(S. 5), bei
S
tatus nach ossärem Bandausriss
am late
ralen
Malleolu
s
und einer operativen
Entfernung des Os
trigonum
sowie
von
Frakturfragmente
n
an der
Fibulaspitze
sowie eine
r
transossäre
n
Refixation
des Ligamentum
fibulotalare
anterius im Mai 2013
bestehe
die Verdachtsdiagnose eines
CRPS
(
complex
regional
pain
syndrom
e
)
. Im Allgemeinstatus
zeige sich
eine
Körpergrösse der Beschwerdeführerin von 163 cm bei einem Körpergewicht von 120 kg
sowie
ein
Status nach einer
Bauchwandhernienoperation
im
Jahr 2003/200
4.
B
ei der aktuellen klinischen Untersuchung könne die Verdachtsdi
agnose aufgrund des klinischen Befunds, welcher im Bereich des rech
ten Fusses kühler, schweissiger und
blasser
sei,
bei dauernden Schmer
zangaben
bestätigt werden. B
ei den erhobenen Befunden sei
en
ein erneuter Versuch mit einer
Miacalcic
/Vitamin-C und NSA
R
-Therapie, eventue
ll eine Sympath
ikolyse und die Erstellung eines
Verlaufs-MRI zu empfehlen.
3.2
.2
Im abschliessenden Untersu
chungsbericht vom 2
5.
März 2014 (
Urk.
7
/17/32-36
) führte die Kreisärztin aus
(S. 2 f.)
, die Beschwerdeführerin schildere, dass sich seit der letzten kreisärztlichen Untersuchung im September 2013 insgesamt keine grossen Veränderungen ergeben hätten. Bezüglich
ihres
Tagesablaufs gebe sie an, dass sie eigentlich die Haushaltstätigkeiten wieder
verrichte
. Kochen gehe ganz gut
;
auch die Wäsche zusammenlegen könne sie gut im Sitzen.
Die
Wäsche runterbringen und hochbringen mache sie nicht
, wegen de
r
Treppen; die Waschmaschine beziehungsweise
den Trockner füllen gehe
jedoch
.
Der
Ab
wasch in der Küche
gehe an sich auch ganz gut;
sonstige Rein
igungsarbeiten, welche stehend und
gehend ausgeführt werden müssten, seien erschwert und würden eigentlich von den Familienmitgliedern übernommen. Über den Tag verteilt schaue sie fern, sei im Internet, lese
et
was
,
und in letzter Zeit habe sie auch öfters mit ihren Kindern Bewerbungen machen müssen. Die Nachtruhe sei an sich nicht mehr so gestört wie früher. Sie erwache jedoch immer noch zwei bis dreimal
,
und der Fuss müsse auf einem Kissen gelagert sein. Zurzeit könne sie sich keine, auch keine sitzende Tätigkeit vorstellen, weil sie nach knapp ei
ner halben Stunde Schmerzen im Bein
verspüre
, wenn das
Bein nach unten hänge. Zuhause sitze sie immer auf einem Sofa
und
halte das Bein hochgela
gert
. Eigentlich werde auch der Einkauf von den Familienmitgliedern erled
igt, wobei sie aber oft mitgehe
. Zu den Unterarmgehstützen gebe die Beschwerde
führerin an, dass sie eigentlich zuhause immer versuch
e
,
ohne diese zu gehen
;
jedoch
benütze sie diese auch mal zuhause, wenn sie starke Schmerzen habe
. Ausser Haus habe sie immer die Unterarmgehstützen
dabei
. Auch beim Trep
pensteigen nehme sie immer die Stöcke. Als Medikation gebe die Beschwerde
führerin die Einnahme von einem Gramm Dafalgan morgens an
,
und dass
nun
eine Schmerzmedikation mit
Lyrica
durch den Hausarzt geplant sei.
Die Kreisärztin hielt fest,
dass sich
i
m Vergl
eich zur letzten
Untersuchung
bei der aktuellen klinischen Untersuchung ei
ne rückläufige CRPS-Symptomatik zeige.
Der rechte Fuss sei nicht mehr schweissiger als links
,
und auch nicht blasser. Lediglich der Fussrücken und die Fusssohle seien noch kühler als links. Auch unter Belastung
komme es zu kein
en
Veränderungen des Hautkolorits. Bezüglich Beweglichkeit im (Sprunggelenk und Fuss) habe sich kein gravieren
der Unterschied in den letzten sechs Monaten ergeben. Klinisch liege insgesamt eine leichte Verbesserung der Gesamtsituation im Vergleich zur letzten kreis
ärztlichen Untersuchung vor. Es bestehe weiterhin eine 100%ige Arb
eitsunfä
higkeit als Küchenhilfe;
aber eine optimal angepasste
,
überwiegend sitzende Tätigkeit ohne Zwangshaltung
des rechten
Bein
s
sollte aktuell zumindest zu 50
%
möglich sein
(S. 4
f.)
.
3.2
.3
Im Untersuchungsbericht vom
6.
November 2014 (
Urk.
7/41
/1-5
) erwähnte
die Kreisärztin
(S. 2 f.)
, die Beschwerdeführerin gebe bezüglich ihres Tagesablaufs an, dass sie nicht viel machen könne
. Staubsaugen könne sie nicht
;
k
ochen und abwaschen könne sie
aber
. Im Verlauf merke sie, dass der Fuss mehr nach aus
sen gehe
;
sie
wäre
schon zweimal fast gestürzt,
als
die To
chter nicht zu Hause gewesen
sei
. Seit
dem
benütze
sie auch in der Wohn
ung immer einen Stock.
Sie stehe meistens morgens gegen 7 Uhr auf, bereite das Frühstück
zu
und schaue, d
ass die Kinder zur Schule kämen. Nachher frühstücke
sie selber
und beginne mit dem
Kochen des Mittagessens
. Zum Mittagessen zwischen 11 und 13 Uhr kämen in der Regel vier Leute nach Hause. Nach dem Abwasch lese sie Zeitung oder sei am Computer. Am Nachmittag be
komme sie Besuch von Bekannten und
Freunden. Selbst gehe sie nicht weg, weil sie nicht mehr als 200 bis 400 Meter laufen könne. Der Einkauf werde vom Ehemann erledigt. Das Abendbrot werde dann
wieder von ihr vorbereitet. Den
Abend verbringe sie in der Familie, teilweise beim Fernsehen. Meist
gehe sie
gegen 23 Uhr zu Bett. Die Nachtruhe sei gestört, sie werde immer wieder wach wegen
der
Schmerzen im Fuss, vor allem lageabhängig
,
und sie müsse in der Regel auch zwei- bis dreimal nachts aufstehen.
An
Medikamente
n
nehme sie Dafalgan
(
1g
)
und
Novalgin
(
500 mg
)
. Sie habe seit zwei Wochen wieder mit Physiotherapie begonnen. Es seien vor allem Massagen, wobei jede Bewegung schmerzhaft sei.
Vergleiche man, so d
ie Kreisärztin
,
die heute erhobenen objektiven Befunde mit denen der letzten Untersuchung vom 2
6.
März 2014, so zeige sich keine objek
tivierbare Veränderung. Der rechte Fuss sei w
eiterhin etwas kühler als links, und
es bestehe weiterhin eine Allodynie im Bereich des Aussenknöchels am la
teralen
Fussrand
/Ferse. Es lägen keine trophischen Störungen vor, bei Haar- und Nagelwuchs
,
und das Hautkolorit sei angeglichen. Gesamthaft zeige sich klinisch
seit der letzten
Untersuchung keine Veränderung mehr
(S. 4)
.
3.3
Die Beschwerdeführerin stützt
sich
demgegenüber auf die
Berichterstattung
des Hausarztes und Allgemeinpraktiker
s
Dr.
C._
und macht geltend
,
die We
gefähigkeit
,
ohne persönlichen Taxidienst an einen Arbeitsort
,
sei faktisch nicht mehr gegeben.
3.3.1
Dr.
C._
erwähnte im Bericht
vom 1
1.
Dezember 2013 (
Urk.
7/7/18 f.
)
den
telefonischen Erstkontakt mit der Beschwerdeführerin vom 2
6.
September 2013 mit einer Erstbeurteilung am 2
8.
Oktober 2013
und
Nachkontrollen, wobei die Beschwerdeführerin sich jeweils durch ihre Tochter, die von Beruf medi
zinische Praxisassistentin
sei, habe begleiten lassen. Die komplexe Schmerztherapie sei fraglich, da die Beschwerdeführerin die ihr vorgeschlagenen Massnahmen be
reits kategorisch abgelehnt habe. Eine intensive Physiotherapie im Rahmen ei
nes
O._
-Aufenthaltes würde sie allenfalls im kommenden Jahr nicht ableh
n
en. Er habe ein sehr einfach zu
handhabendes Heimprogramm instruiert
,
und b
ei der letzten Kontrolle vom 2.
Dezember 2013 habe ein kleiner, messbarer Erfolg von 2 cm (max. Extension zu max. Flexion) im Fussgel
enk verifiziert werden können.
3.3.2
Im Bericht vom 2
5.
Februar 2014 hielt
der Hausarzt
Dr.
C._
fest
(
Urk.
7/17/44
), die Beschwerdeführerin leide zw
eifelsfrei an einem chronischen
regionalen Schmerzsyndrom (CRPS) nach Fraktur des rechten
Malleolus
lateralis
mit Status nach operativer Versorgung. Erschwerend für die Heilung sei wo
möglich das massive Übergewicht der Patientin mit
lipödematösen
Beinen und einer Unsportlichkeit seit jeher sowie
einem Nikotinabusus von einem Pa
ket pro Tag. In der Beobachtungszeit seit dem 2
8.
Oktober 2013 seien unter regelmässi
gem Übungsheimprogram
m
doch kleine Fortschritte in der Fussbeweglichkeit erzielt worden; so sei derzeit die Messung der Fussbeweglichkeit in der Sagittal
ebene (Dorsalflexion/
Plantarflexion
) 0/0/25 Grad, während der Fuss bei der Erst
untersuchung plantar praktisch nicht
habe flektiert werden können
.
3.3.3
Nach ergangenem Vorbescheid berichtet
e
Dr.
C._
am
1
7.
Se
ptember 2014 (
Urk.
7
/28
) zu Händen der
Suva
, leider habe sich seit der zweiten kreisärztlichen Untersuchung keine Verbesserung mehr gezeigt. Auch könne aus hausärztlicher Sicht die von der Kreisärztin festgestellte leichte Verbesserung der Gesamtsitua
tion nicht nachvollzogen werden. Es entsprec
he auch nicht den Beobachtungen beziehungsweise
Einschätzungen, dass die Beschwerdeführerin zu 50
%
einer ihren Einschränkungen angepassten, sitzenden Tätigkeit nachgehen könne. Darüber h
inaus habe sich
die IV-Stelle
ärgerlicherweise
gegen die Zusprache ei
ner Invalidenrente
von 50
%
ab 1.
Oktober 2014 ausgesprochen.
Laut beiliegen
der
Verfügung sei
lediglich der Anspruch auf
eine halbe Invalidenrente vom
1.
Juni bis 3
0.
September 2014
bestätigt worden. Dazu kämen
„schon fast menschenverachtend, die penetranten Forderungen der RAV, die der Patientin zumuten wollen, dass sie an vierzehn Halbtagen an einem Bewerbungskurs in
Zürich teilnehmen soll“. Auch diesbezüglich könnten die
Bestrebungen des Re
gionalen Arbeitsvermittlungszentrums
im vorliegenden Fall nicht unterstützt werden.
Die antineuropathische Behandlung mit
Lyrica
habe wegen Nebenwirkungen abgesetzt werden müssen
,
und aktuell
werde
Paracetamol bis vier Gramm nach Bedarf angewendet. Die schulmedizinischen Möglichkeiten seien ausgeschöpft. Aus seiner Sicht bestehe eine 50%ige Invalidität
, mit Anrecht auf eine eben
so hoch bezifferte Rente.
Er habe der Beschwerdeführerin
geraten, den Vorbescheid der IV-Stelle vom 1
1.
September 2014 anzufechten.
3.3.4
Im Bericht vom 1
7.
September 2014 zu Händen des Regionalen
Arbeitsvermitt
lungszentrums
(
Urk.
7/63
) äusserte
sich
der Hausarzt
Dr.
C._
dahin
, die Beschwerdeführerin sei nach einem Unfall mit Beinbruch im November 2012 und anschliessend chronischem, regionalem Schmerzsyndrom erheblich geh- und bewegungsbehindert. Gegenwärtig stehe
sie wegen weiterer körperlicher Probleme
in Abklärung. Einerseits seien es die bereits erwähnten Abklärungen körperlicher Probleme des Bauchraumes, andererseits
sei es
die massiv redu
zierte Mobilität mit chronischen Fussschmerzen, unsichere
m Gang und der Notwendigkeit zu beidseitiger
Gehstockentlastung. Aufgrund dieser Situation könne ein Schulbesuch in Zürich nicht zugemutet werden, weshalb sie hinsicht
lich des Kurses vom 2
9.
September bis zum 2
3.
Oktober 2014 aus medizinischen Gründen zu dispensieren sei.
3.3.5
In einem weiteren
Beri
cht vom 2
7.
Februar 2015 (
Urk.
7/64
) zu Händen der
Ar
beitslosenvrsicherung
führte
Dr.
C._
aus, er halte erneut fest, dass die Be
schwerdeführerin aufgrund der Unfallfolgen als teilinvalid gelten müsse und er
heblich geh- und bewegungsbehindert sei. Dies bedeute, dass sie für das Zu
rücklegen grösserer Strecken immer auf die Hilfe Dritter angewiesen sei und
nur kurze unkomplizierte Wege (
zum Beispiel
keine Treppen, Bahnsteige etc.)
zu
rücklegen könne.
Am 2
9.
Juni 2016 (
Urk.
3/6
)
berichtete
Dr.
C._
, seit der Ausstellung seiner beiden Zeugnisse vom 1
7.
September 2014 und vom 2
7.
Februar 2015 hätten sich keine relevanten positiven Befundänderungen er
geben. Therapeutisch sei der Versuch mit Physiotherapie/Lymphdrainage wegen lästiger Hyperästhesie sistiert worden. Aus gleichem G
rund sei auch keine
ei
gentlich
sinnvolle Kompressionsbehandlung möglich.
3.4
Anlässli
ch der Haushaltsabklärung vom 2
3.
Juli
2014 (Bericht vom
4.
September 2014 [
Urk.
7/20
]
)
äusserte
sich die Beschwerdeführerin
dahin
, dass sie ohne gesundheitliche Beeinträchtigung
weiterhin zu 44
%
im Erwerbsbereich (40
%
als Reinigerin bei der
Y._
und
zu 4
%
Reinigungsarbeiten in einem Pr
ivathaushalt
)
tätig wäre (S.
2. Ziff.
2.2 und S.
3. Ziff.
2.5).
Seitens der Ver
waltung
wurde festgehalten, dass
sich
die Beschwerdeführerin seit Mai 2014 mit einer 50%igen Vermittelbarkeit bei der Arbeitslosenversicherung angemeldet
habe
,
was
bei der Festlegung d
er Qualifikation
(zu Gunsten der Beschwerde
führerin)
mit
zuberücksichtigen sei
(
Ziff.
2.6.1).
Im Haushaltsbereich wurde eine gesundheitlich bedingte Einschränkung des Le
istungsvermögens von insgesamt 10.8
%
ermittelt (S. 5-8
Ziff.
6 f.).
4
.
4
.1
Die
kreisärztlichen
Untersuchungsberichte von
Dr.
B._
(vgl. E. 3.2
hievor
)
entsprechen
den praxisgemässen Anforderungen an eine beweiskräftige medizi
nische Ent
scheidungsgrundlage (vgl. E. 1.6
und E. 1.7
hievor
), w
eshalb
grund
sätzlich darauf abgestellt
werden kann. Namentlich
sind
die
von
fachärztlicher
Seite erhobenen Untersuchungsbefunde
für die entscheidrelevante
n
Frage
n nach Gesundheitszustand
und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit umfas
send; sie erging
en
in Kenntnis der relevanten medizinischen Vorakten und un
ter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden wie auch der Ergebnisse der eigenen Untersuchungen der Beschwerdeführerin. Alsdann verma
g die Ein
schätzung der Fachärztin
sowohl in der Darlegung der medizinischen Situation als auch in den Sc
hlussfolgerungen
zu überzeugen.
Es
ist nachvol
lziehbar, dass nachdem sich in der Zweituntersuchung
vom 25.
März 2014 eine Verbesserung der gesundheitlichen Symptomatik
gegenüber der Erstuntersuchung
vom
17.
September 2013
abzeichnete und
in der weiteren
(dritten)
kreisärztlichen Untersuchung vom
6.
November 2014
keine objektivierbare Veränderung ge
genüber den Befund
en in der Voruntersuchung vom 2
5.
März 2014
mehr fest
gestellt werden konnten
(E.
3.3.3
), an der bisherigen Einschätzung einer 50%igen Restarbeitsfähigkeit in einer angepassten
,
überwiegend sitzende
n
Tä
tigkeit ohne Zwangshaltung
des
rechte
n
Bein
s
,
festgehalten wurde
. W
eiterge
hende Einschränkung
en
im von fachärztlicher Seite festgelegten
medizinischen Belastungsprofil
,
etwa in dem Sinne
, dass die Beschwerdeführerin
wie geltend gemacht
— leidensbedingt —
in ihrer Mo
bilität derart eingeschränkt wäre
, dass sie das Haus n
icht mehr selbständig verlassen
und auch den öffentlichen Ver
kehr nicht benutzen
könn
t
e
(vgl. E. 5.3.3 hernach)
,
ergeben
sich aus dem kreis
ärztlichen Belastungsprofil nicht.
In
die gleiche Richtung deuten die der Kreis
ärztin gegenüber geschilderten Aktivitäten im Haushalt (
etwa
Treppensteigen zu Hause mit Unterarmgehstützen [
beispielsweise
in die Waschküche zum Bedienen von Waschmaschine und Trockner]; Einkaufen, wenn auch mit Familienange
hörigen.
Ferner Kochen am Mittag für vier Personen und Abwasch in der Kü
che
;
vgl.
Urk.
7/20/7 und
Urk.
7/17/34
).
Soweit
Einschränkungen
in der Le
bensweise der
Beschwerdeführerin begründet sind —
selbst
der behandelnde
Dr.
C._
hat
auf ein massives (
unfall
vorbestehendes) Übergewicht, eine seit jeher bestehende Unsportlichkeit und einen Nikotinabusus hi
ngewiesen
(vgl.
Urk.
7/17/44
)
—
ist dies als invaliditätsfremd
ausser acht zu lassen.
Mit Blick auf die
späteren
Ausführungen von
Dr.
C._
in seinen Berichten ab 1
7.
September 2014
(vgl. E. 3.3.3 bis E. 3.3.6 hiervor)
ist sodann der Erfah
rungstatsache Rechnung zu tragen, dass Hausärzte wie auch andere behan
delnde Ärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Dessen Aussage, seine
Patientin
habe
bei einer Invalidität von 50
%
Anrecht
auf eine ebenso hoch bezifferte Rente
,
stellt keine
medizi
nisch begründete
Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit dar und verkennt im Üb
rigen die Modalität
en
der Invaliditätsbemessung in der Invalidenversicherung
(i.
c.
gemischte Methode
[
nach der bis Ende 2017 geltenden
Rechtslage]
; E.
1.3.2 und E.
5)
.
4
.2
Nach dem Gesagten besteht kein Anlass
,
von der nachvollziehbaren und schlüssi
gen
Stellungnahme zur
Restarbeitsfähigkeit gemäss den kreisärztlichen Untersuchungsberichten abz
ug
ehen (zum Beweiswert vgl. E. 1.7
),
wonach die Beschwerdeführerin
ab der Untersuchung im März 2014
in einer überwiegend sitzenden Tätigkeit ohne Zwangshaltung
des
rechte
n
Bein
s
als zu 50 % arbeits
fähig zu
betrachten
ist
. Weitergehende
invaliditätsbedingte
Einschränkungen
sind medizinisch
unbegründet
,
und es ergeben sich hierfür auch sonst keine Anhaltspunkte.
Angesichts der klaren Aktenlage sind von weiteren Beweis
massnahmen (etwa
der Einholung eines Gutachtens;
zum Antrag vgl.
Urk.
1
Ziff.
13) keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf zu verzichten ist (antizipierte Beweiswürdigung (BGE
124 V 90 E. 4b).
5
.
5
.1
Was das Erwerbliche angeht
,
sind die Anwendung der gemischten Methode
(nach der bis En
de 2017 geltenden Rechtslage
; vgl.
unlängst Bundesgerichtsurteil
e
9C_232/2017 vom
3.
Oktober 2017 E. 4.3.2
und 8C_157/2017 vom
6.
November 2017 E. 3
mit Hinweisen)
, die Gewichtung von Erwerbs- und Haushaltsanteil
(bis April 2014 44/56
%
und
ab Mai 2014
-
zu Gunsten der Beschwerdeführerin
-
50/50
%
)
sowie die Einschrä
nkung im Haushaltsbereich von 10.8
%
gemäss Abklärungsbericht vom
4.
September
2014 (vgl. E. 3.4
)
zu Recht
unbestritten geblieben.
Die Beschwerdeführerin war bereits vor der Rentenprüfung einer
Teilerwerbstätigkeit nachgegangen, und Grund für die Rentenbefristung ist allein die fachärztlich bescheinigte gesundheitliche Verbesserung mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit.
5
.2
B
eschwerdeweise
wurde
hinsichtlich
des Valideneinkommens
festgehalten
, dass
dieses
in Übereinstimmung
mit dem
Unfal
lversicherer
(bei einem 100
%
-
Pen
sum
Fr.
46
‘
656
.--
)
festzulegen sei (vgl.
Urk.
1
Ziff.
7).
Di
e Beschwerdeführerin war
im Stundenlohn zu
Fr.
19.72
zuzüglich 8.33 % Anteil 1
3.
Monatslohn an
gestellt (
Urk.
7/12/2)
. Bei einer Jahresarbeitszeit von 2184 Stunden er
gibt sich das entsprechende Einkommen (
Fr.
19.72 x 2184
Stunden x 8.33
%
=
Fr.
46‘656.10
)
,
wie
es
vom Unfallversicherer
bezogen auf das Jahr 2014
korrekt ermittelt wurde (vgl.
Urk.
7/75/6). In einem 50
%
Pensum ist das
Validenein
kommen
somit
auf
Fr.
23‘328.05 zu veranschlagen
(zum — im Unterschied zur Unfallversicherung — in der Invalidenversicherung herrschenden Methoden
pluralismus mit insbesondere der gemischten Methode
[nach der bis Ende 2017 geltenden Rechtslage]
vgl. etwa bereits Bun
desgerichtsurteil 8C_664/2007 vom 1
4.
April 2008 E. 7.2.
3.
Zur gemischten Methode [ohne Abstellen auf ein vollzeitiges Valideneinkommen] das vorer
wähnte Urteil 9C_232/2017
vom 3. Oktober 2017
E. 4.3.2 in
fine
mit Hinweisen)
.
5.3
5.3.1
Da die
Beschwerdeführerin seit dem Unfallereignis
im November 2012
keine ihr zumutbare Erwerbstätigkeit aufgenommen hat,
ist
zur Ermittlung des Invaliden
einkommens unbestrittenermassen
auf
die LSE-Tabellenlöhne
abzustellen (BGE 139 V 592 E. 2.3 und E. 1.4
hie
vor
)
, wobei grundsätzlich
die
jeweils
im Verfü
gungszeitpunkt
aktuellsten Tabellen heranzuziehen sind (BGE 142 V 178
E. 2.5.8.1
; Bundesgerichtsurteil 9C_699/2015 vom
6.
Juli 2016 E. 5.2 e contrario
)
.
Das Invalideneinkommen ist demzufolge gestützt auf die Tabellenlöhne der
LSE 2014, die am 1
5.
April 2016 veröffentlicht wurden,
zu ermitteln.
Unter Berücksichtigung des Umstands, dass der Beschwerdeführerin gemäss
dem kreisärztlichen Belastungsprofil
in einer angepassten, überwiegend sitzen
de
n
Tätigkeit ohne Zwangshaltung
des
rechte
n
Bein
s
eine Arbeitsfähigkeit von mindestens 50
%
zumutbar ist (vgl. E. 4.2
), ist zur Bestimmung des Invaliden
einkommens auf den monatlichen Bruttolohn für einfache Tätigkeiten körperli
cher oder
hand
werklicher Art weiblicher Angestellter (LSE 2014
, TA1, Monatli
cher Bruttolohn
nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor, Kompetenzniveau 1, Frauen) i
n der Höhe
von
Fr.
4‘300.-- ab
zustellen. Unter Berücksichtigung der betriebsüblichen Wochenarbeitsze
it von 41.7 Stunden im Jahr 2014
(BFS, T03.02.03.01.04.01 Betrie
bsübliche Arbeitszeit nach
Wirt
schaftsabteilungen in Stunden pro Woche) resultie
rt bei einem Ar
beitspensum von 5
0
%
ein hypothetisch
es
(
Invaliden
-
) E
inkommen von
Fr.
26‘896.50
(
Fr.
4‘300.-- x 12 : 40 x 41.7 x 50
%
)
.
5.3.2
Ob sich analog dem Vorgehen der Suva ein
leidensbedingter
Abzug
vom Tabel
lenlohn von 15
%
rechtfertigt
, kann offen bleiben.
D
iesfalls
würde sich das
In
valideneinkommen
auf
Fr.
22‘862.05 reduzieren (
Fr.
26‘896.50
– 15
%
)
.
Dem
Valideneinkommen
von
Fr.
23‘328.05
gegenübergestellt
ergäbe sich
im
mit 50
%
gewichteten
Erwerbsbereich
ei
n
Teilinvalid
itätsgrad von 1
%
und im mit 50
%
gewichteten Haushaltsbereich ein solcher von
5.4
%
(50
%
von 10.8
%
)
, woraus
sich
ein nach wie vor rentenausschliessender
Gesamtinvaliditätsgrad
von
6
.4
%
ergäbe
.
5.3.3
Die von der Beschwerdeführerin gelten gemachten jährlichen Taxikosten in der Grössenordnung von
Fr.
48‘000.-- können bei der Berechnung des (hypotheti
schen) Invalideneinkommens nicht abgezogen werden. Zwar sind bei der Invali
ditätsbemessung grundsätzlich alle durch die Beeinträchtigung der Gesundheit entstandenen dauernden
Ausw
irkungen auf die Erwerbsfähigkeit zu berücksich
tigen. Abzugsfähig in diesem Rahmen sind invaliditätsbedingte Auslagen und invaliditätsbedingte Gewinnung
s- oder Gestehungskosten (Meyer
/ Reichmuth, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG,
3.
Aufl. 2014,
Art.
28a N 117 f.). Vorliegend weisen jedoch namentlich das kreisärztliche Belastungsprofil und die von der Beschwerdeführerin als möglich bezei
chneten Aktivitäten (vgl.
E. 3.2.2, 3.2.3
, 4.1
und 4.2) und Gehstrecken (vgl. E. 3.2.3
) darauf hin, dass ihr für den Weg zur Arbeit die Benützung der (behindertengerechten) öffentlichen Ver
kehrsmittel zugemutet werden kann; allfällige Einschränkungen etwa aufgrund der
invaliditätsfremden
und unfallvorbestehenden
Adipositas sind dabei ausser acht zu lassen. In diesem Zusammenhang bleibt anzumerken, dass vom Wohn
ort der Beschwerdeführerin der SBB-Bahnhof
D._
(
mit Busbahnhof
)
in einer Gehdistanz von 373 Meter zu erreichen ist (vgl. www.map.search.ch), was im Bereich der von ihr selber angegebenen Gehstre
cke von 200 bis 400
Metern liegt (vgl.
Urk.
7/41/2
). Ab Bahnhof
D._
ver
kehren sodann die Züge der SBB im Halbstundentakt, so dass stündlich vier Zugverbindungen, zum Beispiel Richtung Zürich Hauptbahnhof, bestehen, wobei die Fahrt lediglich 30 Minuten dauert (vgl. www.sbb.ch).
5.4
Mit Blick auf die durch die Kreisärztin attestierte
gesundheitliche
Verbesserung
— rückläufige CRPS
-
Symptomatik —
ab M
ärz 2014 (E. 3.2.2) sowie die auf
Mai 2014
zu Gunsten der Beschwerdeführerin
vorgenommene
Statusänderung im Sinne einer Erh
öhung des Arbeitspensums auf 50
% (E.
3.4
)
ist auch nich
t zu bestanden,
dass
die Beschwerdegegnerin
bei erkanntem
Revisionsgrund
die
Än
derung
mit Wirkung ab Oktober 2014 (
Art.
88a
Abs.
1 IVV)
berücksichtigt
hat
(vgl. E. 1.5).
Da
mit erweist sich
die Verfügung
der Beschwerdegegnerin vom
12.
August 2016
(
Urk.
2) als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.