Decision ID: 69e1f7f1-94a7-4175-9dcc-aac117f8eee2
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1970 geborene
X._
war seit dem 20. April 1987 bei der
Y._
AG als Maurer angestellt, als er
am 16.
Juni 1991
beim Fussballspielen aus
rutschte
und
sich dabei eine
Bimalleolarl
uxationsfraktur
Typ C
mit Volkmannab
riss
links zu
zog (Urk. 9/1 und Urk. 9/3)
.
S
eit dem 11. März
1996
war der Ver
sicherte
als Polier bei der
Z._
AG tätig
und erlitt
am 2.
Mai
1996
auf
einer
Baustelle
einen Arbeitsunfall
(Urk.
8/1). Im Austrittsbericht der Klinik für Un
fallchirurgie des Uni
versitätsspitals
A._
vom 30.
Mai
1996 betreffend die Hospitalisation v
om 2. bis 7.
Mai 1996 wurden die Diagnosen einer
Commotio cerebri, eine
r
Rissquetschwunde occipital rechts, eine
r
Kontusion der Halswirbel
säule, eine
r
Kontusion des Ellbogens und ein
es akuten
lumbo-spondylogenen
Syndrom
s
genannt
(Urk.
8/
3).
Für beide Unfälle war der Versicherte bei der Suva versichert. Diese
kam für die Heilbehandlung auf und richtete Tagg
elder aus. Mit Verfügung vom 3. Dezember 1999
sprach
die Suva
dem Versicherten
für die aus dem Unfall vom 2. Mai 1996 verbliebene Beeinträchtigung
eine auf e
iner Inte
gritätseinbusse von 30
% beruhende Integritätsentschädigung
zu (Urk. 8/92).
Am 8. April 2005
erfolgte eine
kreisärztliche Untersuchung (Urk. 8/165). Nachdem der Versicherte den Vergleichsvorschlag der Suva vom 22. Mai 2007 (Urk. 8/207) am 25. Februar 2008 anerkannt
hatt
e (Urk. 8/216), sprach diese dem Versicherten m
it Verfüg
ung vom 14. März 2008
für beide Unfälle
eine Invalidenrente basie
rend auf einem Invaliditätsgrad von 55
%
ab 1. November 2006
sowie für die verbliebene Beeinträchtigung aus dem Unfall vom 16. Juni 1991 eine auf eine
r
Integritätseinbusse von 10 % beruhende Integritätsentschädigung zu (Urk. 8
/220)
.
1.2
Am 13.
Juli 2010 meldete der Ve
rsicherte einen Rückfall
zum Unfall vom
2.
Mai 1996
(Urk.
8/265). Mit Verfügung vom 1.
Oktober 2010 verneinte die Suva eine Leistungspflicht fü
r den gemeldeten Rückfall (Urk.
8/276). Die dagegen erhobene
Einsprache wies sie
mit
Einspracheentscheid
vom 6. Oktober 2011 ab (Urk.
8
/297).
1.3
Vom 17. März 2011 bis 15. April 2011
wurde der Versicherte im Auftrag des Haft
pflichtversicherers
an drei Tagen
ob
serviert (
Observationsbericht vom 10.
Mai 2011, Urk. 8/300).
Der
Haftpflichtversichere
r
veranlasste sodann eine interdiszi
plinäre Begutachtung bei der
B._
(
Gutachten vom 3. Juni 2011,
Urk. 8/301).
1.4
Im Rahmen eines Revisionsverfahrens teilte die Suva dem Versicherten am
1
1
.
März 2014 mit, dass sie eine interdisziplinäre Begutachtung bei der MEDAS
C._
mit den Fachrichtungen Neurologie, Neuropsychologie, Psychiatrie un
d Ortho
pädie beabsichtige (Urk.
8/
313) und hiel
t mit Zwischenverfügung vom 27.
Mai 2014 an der
vorgesehenen
Begutachtung fest (Urk.
8/321). Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich mit Urteil
UV.2014.00156
vom
15.
Januar 2015
ab (Urk.
8/
329
).
Das interdis
zi
pl
in
äre Gutachten der
MEDAS
C._
wurde am
17.
Dezember 2015 erstattet (Urk
.
8/351-354).
Am 9.
Februar 2018 wurde eine kreisärztliche
Untersuchung durchgeführt (Urk. 8/391). Mit Verfügung vom 11.
Juni 2018 wurde die Rente pe
r 1. Juli 2018 aufgehoben (Urk.
8/398). Die dagegen erhoben
e
Einsprache wies die Suva mit
Einspracheentsche
id
vom 27. August 2019 ab (Urk. 8/419 = Urk.
2).
2.
Dagegen erhob d
er
Versicherte mit Eingabe vom 30.
September 2019 Beschwerde und beantragte, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die Beschwer
degegnerin sei zu verpflichten, die Invalidenrente weiterhin auszurichten
(Urk. 1 S.
2
). Mit Beschwerdeantwort vom 7.
November 2019 beantragte die Beschwerde
gegnerin die
Abweisung der Beschwerde (Urk.
7), was dem Beschwe
rdeführer mit Verfügung vom 11.
Novem
ber 2019 mitgeteilt wurde (Urk.
11).
3.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, ihrerseits hatte dem Versicherten mit
Verfügung vom 3
0.
Oktober 2003 rückwirkend ab 1
1.
Juli 1999 eine halbe Rente der Invalidenversicherung zugesprochen
(
Urk.
8/150 f.), welche sie im Rahmen des im Juni 2016 eingeleiteten Revisionsverfahrens mit Verfügung vom
6.
Januar 2020 einstellte
.
Die gegen die
se
Verfügung erhobene Beschwerde, welche Gegenstand des Verfahrens IV.2020.00098 bildet, wurde mit Urteil heutigen Datums abgewiesen.
4
.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für
die Entscheidfindung erforderlich, in den nachf
olgenden Erwägungen einzuge
h
en.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Renten
be
zügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
1.2
Anlass zur Revision einer Invalidenrente im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente (zum massgeblichen Vergleichszeitpunkt vgl. BGE 133 V 108 E. 5.4), die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beein
flussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Ge
sund
heitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Ge
sundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbsbereich von Be
deu
tung; dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer An
ge
wöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Hingegen ist die lediglich unter
schiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachver
halts
im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hin
weisen
).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen und E. 6.1). Entsprechend ist gegebenenfalls nicht nur der natürliche Kausal
zusammenhang, sondern auch dessen Adäquanz für die Zukunft neu zu prüfen, wobei die im Zeitpunkt der erwogenen revisionsweisen Leistungsanpassung gege
benen tatsächlichen Verhältnisse massgebend sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_248/2017 vom 24. Mai 2018 E. 3.3 mit Hinweisen).
Zeitlicher Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades ist die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachver
halts
abklärung, Beweiswürdigung und – sofern Anhaltspunkte für eine Verän
derung der erwerblichen Auswirkungen einer Gesundheitsschädigung bestehen – Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht (BGE 134 V 131 E. 3, 133 V 108 E. 5.3.1 und E. 5.4).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss
dem Bundesgesetz über die Unfallversicherung (
UVG
)
setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausal
zusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusam
men
hangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Um
schreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesund
heit
licher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Beding
ungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten
Person beeinträchtigt hat, der
Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden
kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adä
quate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und der infolge eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule auch nach Ablauf einer gewissen Zeit nach dem Unfall weiterbestehenden Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit, die nicht auf organisch nachweisbare Funktionsausfälle zu
rückzuführen ist, rechtfertigt es sich, im Einzelfall analog zur Methode vor
zugehen, wie sie für psychische Störungen nach einem Unfall entwickelt worden ist (vgl. BGE 123 V 98 E. 3b, 122 V 415 E. 2c, 117 V 359 E. 5d/
bb
, vgl. auch 115 V 133 E. 6).
Zunächst ist abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein Schleuder
trauma der Halswirbelsäule, eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung (SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 2) oder ein Schädel
Hirntrauma erlitten hat. Ist dies der Fall, sind bei Unfällen aus dem mittleren Bereich die in BGE 117 V 359 E. 6a und 382 E. 4b umschriebenen Kriterien anzuwenden.
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Den von Versicherung
strägern im Verfahren nach Art.
44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten externer Spezial
ärzte (sogenannte Administrativgutachten) ist Beweiskraft zuzu
er
kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper
tise sprechen (BGE 135 V 465 E.
4.4; Urteil des Bundesgerichts 9C_823/2018 vom
11. Juni 2019 E.
2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin,
aufgrund der Obser
vationsunterlagen und des Gutachtens vom 17.
Dezember 2015 könne geschlos
sen werden, dass beim Beschwerdeführer mindestens
seit
dem 11.
Mai 2010 keine Folgen mehr
betreffend den Unfall vom 2.
Mai 1996
bestünden
. Dies stelle eine wesentliche Veränderung in den tatsächlichen Verhältnissen dar, welche Anlass zu einer Rentenrevision gebe
. Verglei
che man den
Validenlohn
von Fr.
92'527.5
7 mit dem Invalidenlohn von Fr.
91'122.33
(jeweils Stand 2018)
,
ergebe sic
h ein Invaliditätsgrad von 1.52
%.
Damit sei die Aufhebung der Rente nicht zu bean
standen
(Urk.
2 S.
14
f
f
.)
.
2.2
Der Beschwerdeführer wandte dagegen im Wesentlichen ein,
beim MEDAS-Gut
achten vom 17.
Dezember 2015 handle e
s
sich um eine unbeachtliche Neube
urteilung unveränderter Tatsachen
. Die Gutachter führten aus, zum
indest ab dokumentierter Datenlage
der ersten Observation vom 11.
Mai 2010 bestünden keine versicherungsmedizinisch relevanten Gesundheitsstörungen mehr, welche Auswirkungen auf die aktuelle Tätigkeit oder insbesondere
auf eine leidens
an
gepasste
Verweistätigkeit begründeten. Worin sich konkret bezüglich Befunden und Diagnosen der Zustand verbessert haben solle, sei dem Gutachten nicht zu entnehmen. Die Gutachter verneinten auch rückblickend eine objektivierbare unfallkausale Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Ein Revisionsgrund sei damit nicht erstellt.
Auch der Lohnvergleich sei zu beanstanden. Der Beschwerdeführer würde im Gesundheitsfall aufgrund des Dienstalters und seiner grossen Berufser
fahrung als Hochbaupolier mehr als
Fr.
100'000.-- pro Jahr erzielen. Aufgrund der kreisärztlichen
Beurteilung vom 9.
Februar 2018 sei davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer weder die angestammte noch die zurzeit ausgeübte Tätig
keit zumutbar sei und schon gar nicht zu 100
%
. Massgebend sei somit die
Kompetenzstufe 1
der statistischen Lohnerhebungen
und angesichts der qualita
tiven Einschränkungen sei ein Leidensabzug ausgewiesen. Demnach sei von einem
Inval
ideneinkommen von höchstens Fr.
60'000.-- auszugehen
(Urk.
1 S.
5
ff.).
2.3
In ihrer Beschwerdeantwort vom 7.
November 2019
hielt die Beschwerdegegnerin ergänzend fest,
die im Zusammenhang mit dem haftpflichtrechtlichen Verfahren durchgeführte Observation der Schweizerischen Mobiliar Versicherungen AG und
die versicherungsmedizinische Stellungnahme von
Dr.
D._
hätten gezeig
t, das
s mindestens seit dem 11.
Mai 2010 die Unfallfolgen abgeklungen seien. Das da
raufhin von der Suva im Rahmen des Revisionsverfahrens nach Art.
17 ATSG in Auftrag gegebene interdisziplinäre Gutachten
der
MEDAS
C._
vom 17.
Dezem
ber 2015 habe diese Tatsachenänderung bestätigt
. Aufgrund dieser nachgewie
senen Tatsachenänderung bzw. der Verbesserung des Gesundheitszustandes sei in der Folge eine Neuprüfung des Rentenanspruches vorgenommen worden. Diese Prüfung habe gezeigt, dass sowohl aus somatischer als auch aus psychiatrischer Sicht ausgehend vom Unfallereignis vom 2.
Mai 1996 und bezogen auf das Zu
mutbarkeitsprofil keine Gesundheitsleiden respektive Diagnosen mehr hätten fest
gestellt werden können. Hingegen bestünden aufgrund des Unfallereignisses vom 16.
Juni 1991 noch immer Unfallfolgen. Gemäss der kreisärztlichen Beurtei
lung vom 12.
Februar 2018 handle es sich dabei um eine mässige posttrau
ma
tische
OSG-Arthrose im linken oberen Sprunggelenk bei Status nach
bimal
leo
larer
Luxa
tionsfraktur Typ C links, wobei sich aber seit der letzten kreisärztlichen Unter
suchung von 2005 bzw. seit dem 1.
Oktober 2010 gesamthaft keine gra
vierende Veränderung ergeben habe (Urk.
7 S.
3
f.).
2.4
Streitig und zu prüfen ist, ob wegen einer wesentlichen
,
auf den Unfall adäquat kausal zurückzuführenden Veränderung des Gesundheitszustandes des Beschwer
deführers
die Voraussetzungen für eine Revision der laufenden Rente gegeben sind. Zeitliche Vergleichsbasis zu den mit dem angefochtenen
Einspracheent
scheid
vom
27. August 2019
beurteilten Verhältnissen bildet der Sachverhalt, auf dessen Grundlage
vergleichsweise
mit Verfügung vom
14. März 2008
eine auf einer Erwerbseinbusse von
55
% beruhende Invalidenrente der Unfallver
siche
rung zugesprochen worden war.
3.
3.1
Die ursprüngliche
Rentenzusprache
vom
14. März 2008
beruhte in medizinische
r Hinsicht im Wesentlichen auf
der k
reis
ärztlichen Untersuchung vom 8
. April 20
05 (Urk. 8/165) sowie auf der neuropsychologischen Abklärung
vom 3
. April 2001 (Urk. 8/106
)
, welche in Zusammenhang mit der von der IV-Stelle in Auftrag
gegebenen Begutachtung bei
m
Zentrum
E._
(Gutachten vom 1
5.
Juni 2001,
Urk.
8/107)
,
erstellt worden war,
und der neur
ologischen Untersuchung vom 20.
November
2001 (
Urk.
8/118).
3.1
.1
Im Bericht von
F._
,
Diplom-Psychologin IAP, vom 10.
April 2001 be
treffend die neuropsychologische
Untersuchung vom 3.
April 2001 wurde aus
ge
führt, die Ergebnisse der Untersuchung deckten sich mit den Ergebnissen der neu
ropsychologischen Untersuchung von 1998 in der Rehabilitationsklinik
G._
. Die Aufmerksamkeitsstörungen, die Gedächtnisstörungen sowie die reduzierte
psychophysische Belastbarkeit hätten jedoch an Intensität zugenommen. Die Ursache
der Störungen sei auch nach dieser Untersuchung nicht klar. Die Test
ergebnisse liessen darauf schliessen, dass es sich am ehesten um die Folgen einer traumatischen Hirnverletzung handle
. Die jahrelange psychische und physische Überanstrengung dürfte die Verschlechterung der Symptome begünstigt haben (Urk. 8/1
06/3
f.
; vgl. auch
Urk.
8/107/11
).
Im neuropsychologischen Bericht der Rehabilitationsklinik
G._
vom 14. Janu
ar 1998 betreffend die Untersuchung vom 12. Januar 1998 wurde die Diagnose einer leichten bis mittelschweren Störung, wahrscheinlich mul
ti
kausaler Genese
,
und ein Status nach milder traumatischer Hirnverletzung und HWS-Kontusion am 2. Mai 1996 genannt. Insgesamt liege eine leichte bis mittelschwere Störung
vor. Die Ursache sei allerdings nicht klar. In Frage kämen theoretisch eine
schmerzbedingte Leistungseinschränkung, eine milde traumatische Hirnverlet
zung
und/oder eine psycho-reaktive Problematik
(Urk.
8/30).
3.1
.2
Dr.
med.
H._
, Facharzt Neurologie FMH, nannte in seinem Bericht vom 23. November 2001 betreffend die Untersuchung vom 20. November
2001 die Diagnose eines Status nach leichtgradigem Schädelhirntrauma mit
Contusio
capitis und Commotio/
Contusio
cerebri (?) sowie posttraumatisch Migräne ohne Aura, chronifiziert durch Schmerzmittelübergebrauch,
ein chronisches
Panverte
bralsyndrom
mit
spon
d
ylogenen
Beschwerden zervikal und lumbal und ein Ver
dacht auf schmerzbed
ingte Aufmerksamkeitsstörungen (Urk. 8/118).
3.1
.3
Kreisarzt
Dr.
med.
I._
, Facharzt Chirurgie FMH, nannte
in seinem Bericht vom
13.
April 2005
die folgenden Diagnosen:
-
Zustand nach Commotio ce
rebri mit kurzer anterograder A
m
n
esie
-
Distorsionstrauma der HWS
-
Persistierende Spannungstypkopfschmerzen
-
Hypästhesie rechte Gesichtshälfte
-
zervikogene Dysäs
t
hesie am linken Arm
-
zervikogene Schwindel und Gleichgewichtsstörungen
-
posttraumatische Stressintoleranz und leichte neuropsychologische Defi
zite im kognitiven Bereich
Er führte aus,
der Beschwerdeführer habe 1991 eine
Malleolarfraktur
linksseitig erlitten. Heute sei eine leichte Funktionsstörung des linken OSG mit minimaler Bewegungseinschränkung und leichter Belastungsintoleranz nachweisbar bei klinisch beginnender OSG-Arthrose.
Am 2. Mai 1996 sei er von einem Betonklotz am Kopf und am rechten Arm getroffen worden.
D
ie heutige Untersuchung ent
spreche
einem Zustand nach Commotio cerebri.
Der Beschwerdeführer gebe andauernde Kopfschmerzen halbseitig rechts, Augensymptome, Liftschwindel, Dysästhesien im oberen rechten Gesichtsquadranten, Vergesslichkeit, Konzentra
tionsstörungen, Ermüdbarkeit und Leistungsknick an. Von eine
m
HWS-Distor
sionstrauma
blieben eine leichte Verspannungssituation rechts betont
in der Hals-Nacken-Muskulatur und eine
zervikovertebrale
Schmerzausbreitung von der unteren HWS ausgehend ohne nachgewiesene strukturelle Läsionen. Eine Bewe
gungseinschränkung bestehe nicht. Angegeben würden eine Dysästhesie am linken Arm, Schwindel und Gleichgewichtsstörungen, welche allenfalls zerviko
gen eingeordnet werden könnten. Im lumbalen Wirbelsäulenbereich bestehe ein leichtes
lumbovertebrales
Syndrom mit entsprechender unspezifischer Muskel
verspannung und
Druckdolenz
im mittleren lumbalen Wirbelsäulen
-
bereich
. Eine posttraumatische Stressintoleranz und leichte neuropsychologische Defizite seien mit spezifische
n
Abklärungen verifiziert und bestätigt worden. Es bestehe kein Grund zur Annahme, dass sich die Situation in den letzten Monaten
verändert habe. Anamnestisch gebe der Beschwerdeführer nach der Rehabilitationsphase ähnliche gleichbleibende Beschwerden an, was aufgrund der Verlaufsdoku
men
tation bestätigt werden könne. Ein wesentlicher Unterschied zur Beurteilung vom 23. Apr
il 1999 bestehe nicht
(Urk.
8/165
S.
5
).
In seiner angestammten Tätigkeit als Hochbaupolier habe der Beschwerdeführer wegen den Schwindelbeschwerden nicht mehr eingesetzt werden können. Er habe mit seiner Familie eine Gartenbaufirma aufgebaut, in welcher er bei 100%iger Anwesenheit eine 50%ige Leistung erbringe. Er habe die Lehrmeisterausbildung vor einem Jahr absolviert. In der heutigen Untersuchung sei deutlich geworden, dass das Arbeitsarrangement in diesem Gartenbaukleinbetrieb wohl als ideal bezeichnet werden müsse. Eine grössere Belastung unter Berücksichtigung aller aufgeführten Diagnosen sei wohl kaum möglich.
Es bestehe eine gewisse Stress
intoleranz, zudem bestünden neurologische Defizite, wie sie im neurologischen Bericht aufgeführt seien
. Die körperlichen Einschränkungen bezögen sich vor
wiegend auf die Belastungsintoleranz im panvertebralen Bereich
, sodass
(als Zumutbarkeitsprofil)
vollzeitlich mit einer verminderten Leistung eine wechsel
belastende Tätigkeit mit Zusa
tzbelastungen vereinzelt bis 25
kg mit den entspre
chenden Schonungsphasen festge
halten
werden könne. Die neuropsycholo
gi
schen
Einschränkungen und die Belastungseinschränkungen seien wohl im Rahmen der heutigen Arbeitsfähigkeit in seiner Tätigkeit festzulegen. Ein kleiner Teil der Einschränkungen (ca. ein Viertel) sei durch das linke OSG begründet. Es bestehe eine leichte Belastungsintoleranz und Bewegungseinschränkung und eine Ein
schränkung für Arbeiten ausschliesslich in unebenem Gelände oder für Arbeiten an steilen Borden,
Leiternarbeit
oder für Treppensteigen
(Urk.
8/165 S.
6).
3.2
Dem
angefochtenen Entscheid
liegt insbesondere
das interdisziplinäre Gutachten
vom
17.
Dezember 2015
(Urk. 8/351-354) sowie die kr
eisärztliche Beurteilung vom 12
.
Februar 2018
(Urk. 8/391)
zugrunde
.
3.2
.1
Im orthopädischen Teilgutachten betr
effend die Untersuchung von 17.
August 2015
nannte
Dr.
med.
J._
, F
acharzt
Orthopädische Chirurgie und Trau
ma
tolog
ie des Bewegungsapparates
FMH
, keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (selbständig erwerbend in Gartenbau, Maurer). Als Diagnosen
ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nennt er die folgenden
(Urk. 8/353.16)
:
-
chronisch wiederkehrende
Zervikalgien
bei degenerativen HWS-Verände
rungen
-
chronisch wiederkehrende Lumbalgien mit wiederkehrenden pseudoradi
kulären Ausstrahlungen bei degenerativen LWS-Veränderungen
-
leichte Funktionseinschränkung des linken OSG bei beginnender OSG-Arthrose links mit leichter Bewegungseinschränkung bei Status nach
b
imalleolärer
Fraktur Typ C im Juni 1991
-
Senk-Spreizfuss
bds
Er führte aus, Halswirbelsäule, Brustwirbelsäule und Lendenwirbelsäule des Be
schwerdeführers seien in ihrer Beweglichkeit frei.
Eine bedeutsame Wirbel
säu
lenfehlstatik liege nicht vor. Eine Blockierung im
chirodiagnostischen
Sinne oder eine anderweitige akute Pathologie bestehe an der gesamten Wirbelsäule nicht. Die paravertebrale Muskulatur sei nicht verspannt. Schmerzen in der Wirbelsäule seien auch bei komplexen Bewegungsabläufen nicht erkennbar. Bei der Palpation der Dornf
ortsätze der Wirbelsäule ertrage
der Beschwerdeführer über dem Lendenwirbel 5 nur die blosse Berührung der Haut ohne laute Schmerzäusserung
. Schon der Versuch
,
den Dornfortsatz
des 5.
Lendenwirbels mit nur ganz geringem Druck zu betasten, werde vom Beschwerdeführer mit lauter Schmerzäusserung quittiert. Dieser Befund sei inkonsistent zum gesamten übrigen Untersu
chungs
befund an der Wirbelsäule und zu den Beobachtungen im Rahmen der Begut
achtung. Im Weiteren gebe der Beschwerdeführer über der gesamten Wirbelsäule
passend zu allen übrigen Untersuchungsergebnissen keinerlei
Druckdolenz
an. Bei der Anamneseerhebung habe der Beschwerdeführer die Schmerzen im Kopf als stärker als die im Nacken und diese stärker als die in der Lendenwirbelsäule geschildert. Bei der Untersuchung beklage er jedoch keinerlei Schmerzen an der Halswirbelsäule. Der objektive körperliche Untersuchungsbefund sei somit betref
fend die ganze Wirbelsäule völlig unauffällig. Die vom Beschwerdeführer ge
klagte Schmerzausstrahlung von der Wirbelsäule in de
n linken Arm und die Beine passe
zu pseudoradikulären, nicht aber zu radikulären Schmerzen
. Hinweise auf das Vorliegen einer vertebragenen Nervenwurzelreizung fänden sich weder in den Akten noch bei der aktuellen klinisch-orthopädischen Untersuchung. Wenn auch eine akute Pathologie an der Wirbelsäule nicht nachweisbar sei und hinreichende Hinweise auf das Vorliegen einer radikulären Irritation aus keinem Betrach
tungswinkel festgestellt werden könnten, so seien doch funktionelle Irritationen an der Wirbelsäule aufgrund der bestehenden degenerativen Lendenwirbel
säulen
veränderungen, nachgewiesen bei der MRI-Untersuchung der LWS vom 27.
Febr
u
ar 2014 und den aktuell angefertigten nativ-radiologischen Rönt
g
enaufnahmen der Halswirbelsäule und der Lendenwirbelsäule, möglich, nachvollziehbar und verständlich. Nachvollziehbar seien in diesem Zusammenhang belastungsab
hänge Schmerzen in der Wirbelsäule, von welchen der Beschwerdeführer berichte.
Bei der bestehenden Befundkonstellation seien Schmerzen bei langen statischen Belastungen der Wirbelsäule, bei langen Belastungen der Wirbelsäule ausserhalb
der
Körperachse und bei langanhaltender körperlicher Arbeit
zu erwarten
. Eine dauerhafte leichte Bewegungseinschränkung finde sich beim Beschwerdeführer an dessen linkem Sprunggelenk. Hier seien dorsale Extension und
Plantarflexion
im Ver
gleich zur rechten Seite um jeweils 10° eingeschränkt. Langanhaltendes Arbeit im Stehen und Gehen im unebenen Gelände sei ihm nicht mehr zumutbar, ins
besondere wenn es sich um schwere körperliche Tätigkeiten handle.
Das vom Be
schwerdeführer anamnestisch als im Vordergrund stehend beschriebene Kopf
weh rechtsparietal betont mit Druck im rechten Auge mit Empfindlichkeit gegen
über Kunstlicht und Wetterumschlag könne seitens des orthopädischen Fachge
bietes nicht erklärt werden. Insbesondere lasse sich kein Bezug zu dem
orthopädi
scher
seits
zu erhebenden Befund an der Halswirbelsäule herstellen. Betreffend die Hals- und Brustwirbelsäule seien keine Funktionsein
schränkungen feststellbar (Urk. 8/353.9
f.). Idealerweise arbeite der Beschwerdeführer in einer körperlich leichten oder mittelschweren und nur gelegentlich schweren wechselbelastenden
Tätigkeit. Nicht mehr zumutbar seien Tätigkeiten verbunden mit häufigem Bücken
und dem Heben von Lasten über 25 kg. In einer solch ideal angepassten Tätigkeit sei
eine volle Arbeitsfähigkeit ohne Leistungseinschränkung aus orthopädischer Sicht medizinisch zumutbar
(Urk.
8/353.11).
3.
2
.2
Im
neurologischen Teilgutachten betr
effend die Untersuchung vom 18.
August 2015
nannte
Dr.
med.
K._
, Facharzt
Neurologie
FMH
,
die folgenden unfallkausalen neurologischen Diagnosen ohne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit:
-
Status nach milder traumatischer Hirnverletzung (MTBI) ohne strukturelle Hirnschädigung und ohne
plausibilisierbare
neurologische Folgeschädigungen
-
mit
Contusio
capitis mit Rissquetschwunde parietal rechts – ohne Fraktur
-
mit
Contusio
der HWS und der LWS ohne traumatische Schädigungszeichen der Wirbelsäule und ohne neurologische Defizite
Dr.
K._
hielt fest, au
s aktueller versicherungsneurolo
gischer Sicht könnten keine unfallkausalen Diagnosen mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit festgestellt werden. Auch sei keine über die orthopädische Bewertung hinausgehende Ein
schränkung de
s
Fähigkeitsprofils aus neurologischer Sicht begründbar (Urk.
8/354.48).
Rückblickend
diagnostisch könne angesichts der Echtzeitdaten nur von einem
sehr leichten Schädel-Hirntrauma mit initialer leichter Commotio-Symptomatik ausgegangen werden ohne Nachweis relevanter Hirn
verletzungsfolgen
. Zudem sei oh
n
e
röntgenologische und MRI-diagnostische Schädigungszeichen allenfalls von einer
posttraumatischen leichten
Kontusionierung
der Halswirbelsäule aus
zugehen ohne Hinweis für neurologische Schädigungsfolgen, vorrangig von einer reaktiv-
myalgischen
zervikalen Schmerzsymptomatik. Auch
seien die ange
ge
be
nen
lumboischi
al
giformen
Schmerzen ebenfalls ohne MRI-diagnostische Zeichen einer Wirbelsäulenschädigung als unspezifische reaktiv-
myalgische
Schmerzen zu bewerten
(Urk.
8/354.40
f.)
.
Zusammenfassend liessen sich aus rein neurologischer Perspektive
keine primär neurologischen
Pathologika
erheben, welche die vom Beschwerdeführer angege
bene, mittlerweile ca. 19-jährige
chronische Schmerzsymptomatik zervikal, lum
bal als auch bezüglich des Kopfes erkläre, insbesondere seien auch keine Ein
schränkungen zentral- oder peripher-neurologischer Art objektivierbar, welche die Gleichgewichtsfunktion, Hör- oder
Visusfunktionen
als auch kognitive Funk
tionen in hirnorganischer Hinsicht erklären könnten, erst recht nicht unfallkausal.
Auch bezüglich der bis dato geltend gemachten chronischen Kopfschmerzen gelte, dass solche längstens für ein Jahr posttraumatisch (bei fehlendem Beleg für relevante Gehirnschädigung) als sogenannte posttraumatische Kopfschmer
zen zu begründen seien, darüber
hinausgehend aber ebenfalls nicht mehr als unfallkausal
plausibilisierbar
seien. Es müsse aus neurologischer Sicht angesichts der geringen
Ausprägung der ehemaligen somatischen Störungen respektive des nur allenfalls sehr leichten Schädelhirntraumas (ohne strukturellen Schädigungsnachweis), der
unspezifischen Zervikal- und Lumbalsyndrome ohne Nachweis struktureller Unfallfolgen und ohne neurologische Reiz- oder Defizitsymptomatik, davon au
s
gegangen werden, dass bei dem zum Unfallzeitpunkt erst 26-jährigen Ver
si
cher
ten in bestens trainierter körperlicher Verfassung
und damit bei anzu
neh
mendem sehr gutem Restitutionspotential faktisch auch eine weitestgehende Gene
sung von seinen unfallassoziierten Be
schwerden eingetreten sei (Urk. 8/354.48
f.).
3.2
.3
Im psychiatrischen Teilgutachten betr
effend die Untersuchung vom 18.
August 2015
nannte
Dr.
med.
L._
, Facharzt
Psychiatrie und Psychotherapie
FMH
,
keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine Persönlichkeits
akzen
tuierung Z 73.1 und Symptome, die die Stimmung beeinflussen (Reizb
arkeit, Wut, Ärger) R45.5 (Urk. 8/
352.16)
.
Dr.
L._
führte aus, zusammenfassend ergäben sich in versicherungsmedi
zini
scher Hinsicht keine relevanten Störungen der Aktivität und Partizipation in den wesentlichen Lebensbereichen. Anlässlich der psychiatrischen Untersuchung im Rahmen der aktuellen Begutachtung ergäben sich keine Hinweise für qualitative oder quantitative Funktionseinschränkungen. Es bestehe ein
diffuses Beschwe
r
de
bild, welches vor allem durch psychosoziale und persönlichkeitsbedingte Belas
tungsfaktoren geprägt sei.
Die Persönlichkeitsfaktoren und die Umweltfaktoren spielten für die Entwicklung der vom Beschwerdeführer geschilderten subjektiven Beschwerden zwar eine gewisse Rolle, beeinträchtigten ihn jedoch nicht in seinen Fähigkeiten und führten daher nicht zu Auswirkungen bzw. deutlichen Beein
trächtigungen im Berufsleben. Die wesentlichen, für eine berufliche Tätigkeit erforderlichen Fähigkeiten seien nicht in massgeblicher Weise reduziert und somit nicht relevant.
Die Arbei
tsfähigkeit des Versicherten in der angestammten Tätig
keit sei nicht beeinträchtigt, dies gelte auch für eine ideal angepasste Ver
weis
tätigkeit. Dabei sollte der Beschwerdeführer nicht in einer unruhigen Um
gebung mit permanentem Zeitdruck
arbeiten müssen, was für ihn nur mit einem grösseren Aufwand zu bewältigen wäre. Ausserdem sei zu erwarten, dass die persönlich
keitseigenen Verhaltensweisen stärker zu Tage treten und rasch zu Überforderung führen würden.
B
eim Beschwerdeführer
scheine
eine unange
mes
sene Fixierung auf den Unfall im Jahr 1996 im Vordergrund zu stehen, basierend auf Erfah
rungen bei bereits in der Kindheit und Jugend vorhandenen Verhal
tensauf
fällig
keiten und Wünschen nach Entlastung, Versorgung und Sicherheit. Diese seien nicht immer als «neurotisch» und unbewusst aufzufassen, es handle sich dabei um «normalpsychologische Phänomene»
(Urk.
8/352.9)
.
3.2
.4
Im n
europsychologischen Teilgutachten führte
lic.
phi
l.
M._
, Fachpsy
cholog
e für Neuropsychologie FSP, aus,
in der neuropsychologischen Teilbegut
achtung vom 31. August 2015 hätten keine validen Resultate objektiviert werden können, denn es habe deutliche Hinweise darauf gegeben, dass die Anstren
gungs
bereitschaft des Beschwerdeführers reduziert gewesen sei. Zwei gut stand
ardi
sierte voneinander unabhängige Symptomvalidierungstests seien deutlich auf
fällig gewesen. Sogenannte ein
ge
bettete Mess
werte seien auffällig gewesen und verschieden
e
Testwerte sei
en
untereinander in Widerspruch gestanden. Das Test
profil sei
mit der klinischen Beobachtung, den dokumentierten und den berich
teten Fähigkeiten im Alltag im Widerspruch gestanden. Die Resultate seien mit dem neuropsychologischen Gutachten von 2011 vereinbar. Die Resultate seien weder mit einer psychischen Störung im Sinne einer Depression (weder die ein
geschränkten Gebiete noch die Intensität der Defizite) noch mit den direkten Folgen der 1996 stattgehabten maximal leichten traumatischen Hirnschädigung noch mit chronischen Schmerzen vereinbar. Ein Einfluss der Schmerzmedikation könne theoretisch nicht komplett ausgeschlossen werden, aber auch hier seien keine Einschränkungen einer derartigen Intensität oder einer derartigen Vertei
lung zu erwarten. Sie stünden auch im deutlichen Widerspruch zur eigenanam
nestisch problemlosen regelmässigen Einnahme der Schmerzmedikation, der sub
jektiv grundsätzlich gegebenen Fahreignung und der professionellen Beschäfti
gung im eigenen Betrieb
zu etwa 50
%.
Neuropsychologische Diagnosen könnten nicht gestellt werden
(Urk.
8/351.6
f.).
3.2
.5
In der interdisziplinären Zusammenfassung wurden keine
Diagnosen mit Rele
vanz für die Arbeitsfähigkeit genannt. Als zum Unfallerei
gnis vom 2.
Mai 1996 unfallkausale Diagnosen ohne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit wurden die folgende
n
genannt:
-
Status nach milder traumatischer Hirnverletzung (MTBI) ohne strukturelle Hirnschädigung und ohne
plausibilisierbare
neurologische Folgeschädi
gungen
-
mit
Contusio
capitis mit Rissquetschwunde parietal rechts ohne Fraktur
-
mit
Contusio
der HWS und LWS ohne traumatische Schädigungszeichen der Wirbelsäule und ohne neurologische Defizite
Als weitere Diagnosen ohne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit wurden die folgen
den erwähnt:
-
c
hronisch wiederkehrende
Zervikalgien
bei degenerativen HWS-Verände
rungen ohne radikuläre Reiz- oder Defizitsymptomatik
-
chronisch wiederkehrende Lumbalgien mit wiederkehrenden pseudoradi
kulären Ausstrahlungen bei degenerativen LWS-Veränderungen, ohne radikuläre Reiz- oder Defizitsymptomatik
-
leichte Funktionseinsch
rä
nkung des linken OSG bei beginnender OSG-Arthrose links mit leichter Bewegungseinschränkung bei Status nach
bimalleolärer
Fraktur Typ C im Juni 1991
-
Senk-Spreizfuss
bds
-
Persönlichkeitsakzentuierung Z73.1
-
Symptome, die die Stimmung beeinflussen (Reizbarkeit, Wut, Ärger) R45.5
-
Neuropsychologische Diagnosen können nicht gestellt werden
-
Spannungskopfschmerz, möglicherweise mit
migränoiden
Anteilen (Krite
rien der Migräne nicht erfüllt)
-
St. n. Knalltrauma 2000 mit Tinnitus (nicht alltagsrelevant)
Der Beschwerdeführer arbeite idealerweise in einer körperlich leichten oder mittelschweren und nur gelegentlich schweren wechselbelastenden Tätigkeit zwi
schen Stehen, Gehen und Sitzen. Langanhaltende statische Belastungen der Wirbel
säule und langanhaltende Belastungen der Wirbelsäule ausserhalb der Körper
achse sowie mehr als nur gelegentliches schweres körperliches Arbeiten soll
t
e
n
nicht mehr zugemutet werden.
Dasselbe
gelte für langanhaltendes Arbei
ten im unebenen Gelände, insbesondere an Hängen oder Böschungen zur Be
rück
sichti
gung der bestehenden Funkt
i
onseinschränkung betreffend das linke Sprung
gelenk. Nicht mehr zugemutet werden sollten Tätigkeiten verbunden mit häu
figem Bücken und Heben von Lasten über 25 kg
. In Bezug auf das Fähigkeitsprofil aus psychiatrischer Sicht ergäben sich beim Beschwerdeführer in versiche
rungs
medizinischer Hinsicht keine relevanten Störungen der Aktivität und Partizi
pa
tion in den wesentlichen Lebensbereichen. Der Beschwerdeführer sei in seiner
aktuellen Tätigkeit als Landschaftsgärtner zu 100 % arbeitsfähig (Urk. 8
/354.55 f.).
Die Frage, o
b sich die Unfallfolgen seit 1.
November 2006 verändert hätten, w
urde bejaht. Interdisziplinär sei zusammenfassend angesichts der aktuellen objekti
vierbaren medizinischen Sachverhalte, welche bei dem zum Unfallzeit
punkt erst 26-jährigen, körperlich gut trainierten Beschwerdeführer schon initial allenfalls geringe somatische Beeinträchtigungen begründeten,
aus neurolo
gi
scher und orthopädischer Sicht von einer vollen Restitution der unfallkausalen Gesund
heitsstörungen auszugehen.
Zwar seien nun degenerative Aspekte im Be
reich der
HWS und LWS feststellbar, diese könnten aber nicht als unfallkausal bewertet werden und begründeten auch nicht die geltend gemachte Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit. Auch könne
keine versicherungs
-
psychiatrisch rele
vante, insbe
sondere keine unfallkausale Diagnose gestellt werden
, welche auch rückblickend
die vom Beschwerdeführer beschriebenen Beschwerden und Ein
schränkungen plau
sibel erkläre. Es seien nur vorwiegend unspezifische Beschwer
den und psy
chosoziale Belastungsfaktoren beschrieben worden. Es seien ander
erseits aber
Inkonsistenzen feststellbar, speziell bei der neuropsychologischen Untersuchung i
m Jahr 2010, welche vergleichbar mit dem aktuellen neuro
psy
chologischen Be
fund sei.
Interdisziplinär bleibe festzuhalten, dass mindestens ab dokumentierter Datenlage der ersten Observation vom 1
1.
Mai 2010 keine ver
sicherungs
medi
zinisch relevanten Gesundheitsstörungen mehr bestünden, welche Auswirkung
en
auf die aktuelle Tätigkeit (
selbständigerwerbender
Landschafts
gärtner) oder in einer leidensangepassten Verweistätigkeit begründen könnten.
Es könne
keine Gesundheitsstörung festgestellt werden, welche mit überwie
gen
der Wahrschein
lichkeit mit dem Unfallereignis vom 2. Mai 1996 plausibel erklärt werden könne
(Urk.
8/354.57).
3.2
.6
Kreisärztin
Dr.
med.
N._
, Fachärztin
Chirurgie
FMH,
führte in ihrer Beurteilung 12.
Februar 2018 gestützt auf die Untersuchung vom
9.
Februar 2018
bezüglich des linken oberen Sprunggelenkes
aus, vergleiche man die heute erho
benen Befunde mit der letzten kreisärztlichen Untersuchung von 2005, habe sich gesamthaft keine gravierende Veränderung ergeben.
Die dokumentierte mässige OSG-Arthrose links mit Osteosynthese und Materialentfernung 1991 sei nach
voll
ziehbar und unfallkausal zum Unfall vom 16. Juni 199
1.
Aufgrund der mässi
gen posttraumatischen OSG-Arthrose bestehe bei einer wechselbelastenden Tätig
keit ohne Zwangsstörung für das linke obere Sprunggelenk eine ganztä
g
ige Arbeitsfähigkeit bei nur manchmal Treppensteigen, ohne Besteigen von Leitern und Gerüsten, ohne Gehen auf unebenem Gelände und
ohne kniende und kau
ernde
Tätigkeiten (Urk
. 8/391).
4.
4.1
Das Gutachten der MEDAS
C._
vom 17.
Dezember 2015 erfüllt
die von der Rechtsprechung verlangten Anforderungen an eine beweiskräftige
Entschei
dungs
grundlage (vgl. vorne E. 1.5) und vermag in seinen ausführlich begründeten Schlussfolgerungen in allen Teilen zu überzeugen.
Überdies sprechen sich die Gut
achter darüber aus, inwiefern eine effektive Veränderung des Gesundheits
zu
standes stattgefunden hat.
Dasselbe gilt für die kreisärztliche Beurteilung vom
12.
Februar
201
8.
Von weiteren medizinischen Abklärungen sind keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf verzichtet werden kann
(zur antizi
pier
ten Beweiswürdigung vgl. statt vieler: BGE 124 V 90 E. 4b)
.
4.2
Im Gutachten
vom 17.
Dezember 2015
wurde ausdrücklich festgehalten, dass sich die Unfallfolgen seit der
Rentenzusprache
verändert hätten.
A
us neurologischer und orthopädischer Sicht
sei
von einer vollen Restitution der
zum
Unfall vom
2.
Mai 1996 unfallkausalen Gesundheitsstörungen auszugehen.
Neurologische und
neuropsychologische Defizite, wie sie im Rahmen der
Rentenzusprache
angenom
men
worden waren
, konnten nicht mehr festgestellt werden.
Es konnten auch keine relevanten psychiatrischen Diagnosen gestellt werden
, sondern es wurde
lediglich
ein
diffuses Beschwerdebild
beschrieben
, welches vor allem durch psy
chosoziale und persönlichkeitsbedingt
e Belastungsfaktoren geprägt war.
Zudem wurden diverse Inkonsistenzen
– insbesondere anlässlich der orthopädischen und der neuropsychologischen Untersuchung -
festgestellt.
In der aktuellen Tätigkeit als Landschaftsgärtner attestierten die Gutachter
dem Beschwerdeführer
eine volle
Arbeitsfähigkeit.
Gestützt auf das Gutachten
ist
somit
davon auszugehen, dass
sich
die
auf den Unfall
vom 2.
Mai 1996
zurück
zuführenden
Beschwerden
spätestens im Zeit
punkt der Begutachtung
wesentlich verbessert haben und insbesondere
in ihrer Wirkung auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers an Be
deutung verloren
haben
, soweit sie überhaupt von der
reaktiv-
myalgischen
Schmerzsymptomatik
abgegrenzt werden können.
Wenn die Gutachter
aufgrund der objektiven Befundlage
nunmehr von einer vollen Arbeitsfähigkeit ausgehen, so liegt eine Verbesserung hinsichtlich des unfallbedingten Gesundheitsschadens vor, welche revisionsrechtlich zu beachten ist.
Daran ändert – entgegen der Auf
fassung des Beschwerdeführers - nichts, dass das Gutachten auch neue Bewer
tungen enthält
(v
gl. Urteil des Bundesgerichts 8
C
_
248/2017 vom 24. Mai 2018 E.
4.2.3)
.
4.3
Zusammenfassend
ist festzuhalten, dass hinsichtlich des auf den Unfall
vom 2.
Mai 1996
zurückzuführenden Gesundheitsschadens und dessen erwerblichen Auswirkungen eine wesentliche Verbesserung eingetreten ist.
Damit ist eine an
spruchsrelevante Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse im Sinne von Art. 17
Abs. 1 ATSG gegeben.
Aufgrund der dargelegten Veränderung der gesundheit
lichen Verhältnisse ist ein Revisionsgrund ausgewiesen und der Rentenanspruch des Beschwerdeführers
ex
nunc
et pro
futuro
umfassend
zu prüfen
ohne Bindung an frühere Invaliditätsschätzungen (vgl.
vorne E.
1.2; vgl. auch
Urteil des Bun
desgerichts 9C_289/2018 vom 11.
Dezember 2018 E.
5
).
5.
5.1
Die
natürliche
Kausalität der vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden
zum Unfallereignis vom 2. Mai 1996
ist gestützt auf das beweiskräftige Gutachten
vom
17.
Dezember 2015
zu verneinen. So legten die Gutachter u
nter Hinweis auf die
milde traumatische Hirnverletzung (MTBI)
mit initialer leichter Commotio-Symptomatik ohne Nachweis relevanter Hirnverletzungsfolgen
,
die leichte
Kon
tusionierung
der Halswirbelsäule ohne
strukturellen Schädigungsnachweis,
die
degenerativen Veränderungen im Bereich der HWS und der LWS
,
die
nicht vali
den,
im Rahmen des
(bezüglich des Zeitpunktes der Begutachtung) 19 Jahre zu
rückliegenden
leichten Schädelhirntraumas nicht zu
erklärenden
neuropsycholo
gischen Störungsmuster
sowie
auf
den
Spannungskopfschmerz mit
möglicher
weise
migränoiden
Anteilen
dar
, dass Unfallfolgen nicht mehr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachweisbar
seien
. Eine
fachärztliche
medizinische Beurtei
lung, welche diese Schlussfolgerung in Frage
zu
stellen
vermöchte
, ist nicht akten
kundig.
Die
a
ngesichts
des
b
eim Unfall vom 2.
Mai 1996 erlittenen
Schädel-Hirn-Traumas
und
der
HWS-Distorsion
bei fehlenden objektiv ausgewiesenen
Unfallfolgen
zu prüfende
Adäquanz
wäre
ebenfalls zu verneinen
, zumal
offenkundig
keines der gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung
bei mittelschweren Unfällen
gefor
derten Kriterien
(mehr)
erfüllt ist
(vgl.
vorne E.
1.4;
BGE 117 V 359 E.
6a und 382 E.
4b)
.
5.2
Hingegen steht die dokumentierte mässige OSG-Arthrose links bei Status nach
bimalleolarer
Luxationsfraktur Typ C links mit Osteosynthese und Materialent
fernung unbestrittenermassen in einem Kausalzusammenhang zum Unfallerei
gni
s
vom 16.
Juni 1991
und hat sich seit 2005 nicht verbessert
.
6
.
6
.1
Was den Unfall vom 2.
Mai 1996 betrifft, ist gestützt auf das interdisziplinäre Gutachten vom 17.
Dezember 2015 mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass
– unter ausschliesslicher Berücksichtigung der Unfallfolgen -
für die bisher ausgeübten Tätigkeiten keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr gegeben ist und damit
in Bezug auf dieses Unfallereignis
auch kein Rentenanspruch mehr besteht.
6
.2
Zu prüfen ist, ob
in Bezug auf den Unfall vom 16.
Juni 1991 eine für einen Ren
tenanspruch massgebliche
Erwerbseinbusse (mindestens 10 %, Art. 18 Abs.
1 UVG)
verbleibt
.
Gestützt auf die kreisärztliche Beurteilung vom 12. Februar 2018 besteht bei einer wechselbelastenden Tätigkeit ohne Zwangsstörung für das linke Sprunggelenk, nur
manchmal Treppensteigen, ohne Besteigen von Leitern und Gerüsten, ohne Gehen auf unebenem Gelände, ohne kniende, kauernde Tätigkeiten eine ganz
tä
g
ige Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/391).
6.3
Der Beschwerdeführer hat ursprünglich
eine Lehre als Mau
rer
abgeschlossen
(1987-1990)
und
von 1993-1995 die Polierschul
e
(ohne Abschluss)
absolviert. Er
war
von 1990
-1995 als Vorarbeiter/Polier bei der
Y._
AG und ab 1996
als Polier
bei der
Z._
AG tätig.
Ab 2003 arbeitete
er als Landschaftsgärtner und war Mitinhaber von Firmen im Bereich Gartenbau.
Gemäss sei
n
en Angaben hat er d
iese Tätigkeit mit
100 % Präsenzzeit und 50
% Leistung ausgeübt.
Er war ausserdem kantonaler Prüfungsexperte im Bereich Garten-/Landschaftsgarten
bau. Im Jahr
2015 hat er mit einem Kollegen eine neue Gartenbaufirma ge
grün
det. Dort arbeitet
e
er in einem 50
%-
Pensum.
Bei dieser Arbeit führte er gemäss eigenen Angaben vorw
iegend leichte Tätigkeiten aus (
vgl. Urk.
8/376).
6.4
Für die Ermittlung des Einkommens, das der Versicherte ohne Invalidität erzielen könnte (
Valideneinkommen
), ist entscheidend, was er im Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunder tatsächlich verdient hätte.
D
er Unfall ereignete sich am 16.
Juni 1991 und damit rund ein Jahr nach Abschluss der Maurerlehre. Der Beschwerdeführer war
sowohl vor als
auch nach dem Unfall als Vorarbeiter bzw. Polier tätig.
Aufgrund der Aktenlage ist anzunehmen, dass die berufliche Neu
orien
tierung des Beschwerdeführers (im Jahr 2003
) im Bereich Gartenbau
aus gesundheitlichen Gründen erfolgte. Somit
ist davon auszugehen, dass
er
im Jahr 2018
ohne Unfall
noch
im Baugewerbe tätig wäre.
Da sich das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung realisierbare Einkommen
vor
liegend aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse nicht hinreichend genau bezif
fern
lässt,
ist
dessen Bemessung anhand von Tabellenlöhnen nicht
zu bean
stan
den
.
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Ermittlung des
Validenein
kommens
somit
zu Recht auf die Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE).
Die Durchschnittslöhne
gemäss
den Lohnerhebungen des Schweizerischen Bau
meisterverbandes sind – entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers - nicht
massgebend
, sondern es ist auf den Zentralwert (Median)
gemäss
LSE abzustellen
.
Gemäss Tabelle TA1 (Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschafts
zwei
gen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor)
, Ziffer 41-43 (Bauge
werbe),
Kompetenzniveau 3
(komplexe praktische Tätigkeiten, welche ein grosses Wissen in einem Spezialgebiet voraussetzen)
, Männer,
der LSE 2016 (veröffent
licht am 16. Oktober 2018)
beträgt das Einkommen 7'356.-- pro Monat
und
Fr.
88'272.--
pro Jahr
.
Angepasst an die im Jahr 201
6
betriebsübliche durch
schnitt
liche wöchentliche
Arbeitszeit im
Hoch- und Tiefbau von 41.6
Stunden ergibt dies Fr.
91'803.--
.
Unter Berücksichtigung der Entwicklung des Nominal
lohnin
dexes der Saläre für männliche Arbeitskräfte von 2239 Punkten im Jahr
2016 auf 2260 Punkte im Jahr 2018 resultiert ein
Valideneinkommen
Fr.
92'664.--
.
6.5
Für die Ermittlung des
Invalideneinkommen
s
zog die Beschwerdegegnerin den Sektor Dienstleistungen heran, was angesichts des beruflichen Werdegangs des Beschwerdeführers nicht nachvollziehbar ist
.
So verfügt
der Beschwerdeführer
über eine abgeschlossene Berufsausbildung als Maurer und hat sich anschliessend
zum Polier weitergebildet, wobei es sich um handwerkliche Tätigkeiten handelt
. Auch
seine Tätigkeit
im Gartenbau
stellt
eine praktische Tätigkeit im Sektor Pro
duktion
dar
.
Demnach erscheint es angebracht,
den Zentralwert aller Wirt
schafts
zweige, bei welchem der Sektor Produktion wie auch der Sektor Dienstleistungen enthalten sind, und damit
Tabelle TA1, T
otal, heranzuziehen
.
Angesichts der
abgeschlossenen Berufsausbildung, der Berufserfahrung in komplexen prakti
sch
en Tätigkeiten, der selbständigen Erwerbstätigkeit und der damit einher
gehenden
Wahrnehmung von
Führungs
aufgaben
sowie der ausgeübten Funktion als Prüfungsexperte im Gartenbau
erscheint das von der Beschwerdegegnerin heran
ge
zogene Kompetenzniveau 3 als angemessen.
Gemäss Tabelle TA
1
, Total, Kompe
tenzni
v
e
au 3, Männer der LSE 2016 beträgt das monatliche Einkommen Fr. 7'183.
--
und das Jahreseinkommen Fr. 86’196
.
--.
Angepasst an die im Jahr
201
6
betriebsübliche durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden
ergibt dies Fr. 89'859.--.
Unter Berücksichtigung der Entwicklung des Nominal
lohn
indexes der Saläre für männliche Arbeitskräfte von 2239 Punkten im Jahr 2016 auf 2260 Punkte im Jahr 2018 resultiert
ein Bruttoeinkommen von Fr.
90'702.--
.
Es sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, die einen leidensbedingten Abzug rechtfertigen würden
, zumal das Kompetenzniveau
3
eine Vielzahl
leichter
Tätigkeiten enthält
.
Das Invalideneinkommen beläuft sich somit auf Fr. 90'702.--.
6.6
Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
92'664.--
und einem Invalideneinkommen von Fr.
90’702
.-- resu
ltiert eine Erwerbseinbusse von
Fr. 1'962.--
, was einem Invaliditätsgrad von gerundet
2.1 %
entspricht.
Die Anpassung der Nominal
lohnhöhe auf den Zeitpunkt des angefochtenen Entscheids (2019) führt infolge Parallelität zu keinem anderen Ergebnis.
Die Aufhebung der Invalidenrente erweist sich somit als korrekt, was zur Abweisung der Beschwerde führt.