Decision ID: cef32650-9cb4-4c9a-b9fa-1afbc07d7d0a
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: der Versicherte) erlitt am 21. Januar 2005 einen Berufsunfall,
bei dem er sich am rechten Fuss verletzte (UV-act. 1). Laut einem Bericht der Klinik für
orthopädische Chirurgie des Kantonsspitals St. Gallen vom 7. März 2005 (UV-act. 4)
hatte er sich beim Unfall eine mediale Malleolarfraktur zugezogen. In der Folge war eine
Wundheilung mit einer Nekrose des Malleolus medialis rechts und lateral aufgetreten.
Nach einer Hauttransplantation mit einem regelrechten postoperativen Verlauf konnte
der Versicherte Ende März 2005 mit einem unauffälligen Befund aus der Klinik für
Hand-, plastische und Wiederherstellungschirurgie des Kantonsspitals St. Gallen
entlassen werden (UV-act. 8). Die Coop OE Versicherungen, SWICA
Dienstleistungszentrum (später: SWICA Versicherungen AG, nachfolgend: SWICA),
übernahm als obligatorische Unfallversicherung des Versicherten in der Folge offenbar
die Versorgung mit – aus Symmetriegründen beidseitigen – orthopädischen
Schuheinlagen (vgl. dazu UV-act. 14 f.). Im November 2005 berichtete die Klinik für
orthopädische Chirurgie des Kantonsspitals St. Gallen, der Versicherte arbeite wieder
vollzeitig, was problemlos möglich sei (UV-act. 17). Offenbar wurde der Fall in der
Folge abgeschlossen. Diesbezüglich lässt sich den von der SWICA eingereichten Akten
allerdings nichts entnehmen.
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A.b Im Februar 2010 ersuchte der Versicherte um die Vergütung der Kosten für
orthopädische Schuheinlagen. Die SWICA erkundigte sich bei der Hausärztin des
Versicherten, ob es sich bei den Einlagen um eine Behandlungsmassnahme zum Unfall
vom 21. Januar 2005 handle, was von dieser bestätigt wurde (UV-act. 20). Den von der
SWICA eingereichten Akten lässt sich nicht entnehmen, ob in der Folge eine
entsprechende Kostenvergütung erfolgte.
A.c Im März 2011 ging der SWICA eine Rückfallmeldung zu (UV-act. 21). Die
Hausärztin des Versicherten wies im August 2011 darauf hin, dass am rechten Fuss
eine Arthritis aufgetreten sei (UV-act. 24). Im September 2011 führte sie auf
entsprechende Fragen der SWICA hin ergänzend aus, der Versicherte arbeite seit dem
21. Februar 2011 wieder zu 100 Prozent (UV-act. 25, volle Arbeitsunfähigkeit ab 15.
Februar 2011, UV-act. 22).
A.d Im November 2013 ging der SWICA eine Rechnung betreffend orthopädische
Schuheinlagen zu (nicht nummeriertes Aktenstück zwischen UV-act. 25 und UV-act.
26). Am 4. Dezember 2013 teilte diese dem Versicherten mit (UV-act. 26), dass sie
aufgrund eines neueren Bundesgerichtsentscheides (BGE 134 V 109) seinen Anspruch
auf weitere Kostenbeteiligungen für die Heilbehandlung und für Hilfsmittel prüfen
müsse. Da vorliegend die ärztliche Behandlung abgeschlossen worden sei, falle eine
Vergütung der Kosten für die orthopädischen Schuheinlagen nicht mehr in Betracht.
Am 10. Dezember 2013 meldete der Arbeitgeber des Beschwerdeführers erneut einen
Rückfall (Schmerzen am rechten Mittelfuss; UV-act. 27 f.). Am 20. Januar 2014 verwies
die Beschwerdegegnerin auf ihr Schreiben vom 4. Dezember 2013 (UV-act. 29). Sie
teilte gleichzeitig aber mit, dass sie einen Anspruch auf eine Integritätsentschädigung
prüfen werde. Am 6. Februar 2014 beauftragte sie die orthopädische Chirurgin Dr.
med. B._ mit einer Begutachtung des Beschwerdeführers (UV-act. 31). Diese hielt in
ihrem Gutachten vom 10. März 2014 fest (UV-act. 32), ihre persönliche Untersuchung
habe eine ausgeprägte Fehlstatik der beiden unteren Extremitäten ergeben. Die
Beinachsen seien ausgeprägt valgisch, rechts ausgeprägter als links. Am linken Fuss
liege eine Abflachung des Fusslängsgewölbes mit einer Verbreiterung des Vorfusses
und mit einer Krallenzehenstellung der Digiti II–V vor. Rechts bestehe anlagebedingt ein
Hohlfuss, ebenfalls mit einer Verbreiterung des Vorfusses und mit einer
Krallenzehenstellung der Digiti II–V. Beide Füsse wiesen eine vermehrte Beschwielung
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über den Metatarsaleköpfchen IV und V auf, wobei die Beschwielung rechts
grenzwertig pathologisch sei. Problematisch sei eine Überbelastung des
Bewegungsapparates und speziell der Füsse bei einem Übergewicht von etwa 35
Kilogramm. Bereits im Jahr 2005 hätten Röntgenaufnahmen die Krallenzehenstellung
und den Hohlfuss rechts gezeigt, weshalb davon auszugehen sei, dass es sich dabei
um eine anlagebedingte Deformität handle. Momentan trage der Beschwerdeführer
Einlagen, die rechts mit einer Lochaussparung im Bereich der Ferse zur Behandlung
eines Fersensporns und beidseits mit einer Pelotte zur retrokapitalen Abstützung
versehen seien. Im Rahmen einer konservativen orthopädischen Therapie sollten dem
Beschwerdeführer neue Einlagen abgegeben werden. Angesichts des Hohlfusses
rechts müsse mit einer Einlage auf eine Dehnung des Fusses hingearbeitet werden. Mit
einer retrokapitalen Abstützung müsse einer pathologischen Schwielenbildung
entgegen gewirkt werden. Der linke Fuss müsse im Längsgewölbe gestützt werden.
Auch hier sei eine retrokapitale Abstützung zur Vermeidung einer pathologischen
Schwielenbildung erforderlich. Massnahmen mit Einfluss auf die Beinachsen seien erst
nach einer deutlichen Gewichtsabnahme angezeigt. Bei den aktuell vorhandenen
Schwielen sei eine medizinische Fusspflege indiziert. Der Unfall vom Januar 2005 sei
die einzige Ursache der Beschwerden am medialen Malleolus. Die Beschwerden im
Bereich der rechten Ferse plantar sowie im Verlauf des Fusslängsgewölbes seien
anlagebedingt. Der Unfall habe zu einer Verschlimmerung der vorbestehenden
Deformität geführt (Unfallanteil 30 Prozent). Die Versorgung mit Einlagen sei
krankheitsbedingt notwendig. Der Integritätsschaden liege bei fünf Prozent. Mit einer
Verfügung vom 10. April 2014 sprach die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer
eine Integritätsentschädigung von 5’340 Franken (fünf Prozent von 106’800 Franken)
zu; gleichzeitig verneinte sie ihre Leistungspflicht für „weitere
Behandlungsmassnahmen“ (UV-act. 33).
A.e Am 12. Mai 2014 liess der nun anwaltlich vertretene Beschwerdeführer eine
vorsorgliche Einsprache gegen die Verfügung vom 10. April 2014 erheben (UV-act. 34).
Am 14. Juli 2014 beantragte sein Rechtsvertreter (UV-act. 39) die Zusprache einer
Integritätsentschädigung von zehn Prozent (von 106’800 Franken) und die Vergütung
der Kosten für die Schuheinlagen und deren Anpassung. Zur Begründung des zweiten
Antrages führte er aus, es genüge, wenn die Einlagen teilweise aufgrund eines Unfalls
getragen werden müssten. Vorliegend seien die Einlagen zum Erhalt der
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Arbeitsfähigkeit notwendig. Der Verweis auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung sei
nicht stichhaltig, denn es gehe nicht um eine Heilbehandlung, sondern um ein
Hilfsmittel. Die Beschwerdegegnerin ersuchte die Sachverständige Dr. B._ in der
Folge, Stellung zur Argumentation des Beschwerdeführers hinsichtlich der
Integritätsentschädigung zu nehmen (UV-act. 41). Diese hielt am 15. September 2014
fest, dass kein hinreichender Grund für die Zusprache einer Integritätsentschädigung
von zehn Prozent vorliege (UV-act. 42). Mit einem Entscheid vom 29. Oktober 2014
wies die Beschwerdegegnerin die Einsprache ab (UV-act. 43). Hinsichtlich der
Schuheinlagen führte sie zur Begründung aus, massgebend sei nur, ob die
Schuheinlagen eine erfolgversprechende medizinische Behandlungsmassnahme im
Sinne des Art. 19 Abs. 1 UVG darstellten, was angesichts der uneingeschränkten
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht der Fall sei.
B.
B.a Am 25. November 2014 liess der Beschwerdeführer eine Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid vom 29. Oktober 2014 erheben (act. G 1). Sein Rechtsvertreter
beantragte die Aufhebung der Verfügung vom 10. April 2014 und die Vergütung der
Hilfsmittelkosten. Zur Begründung führte er aus, die Begründung der
Beschwerdegegnerin sei wohl im Lichte der aktuellen Rechtsprechung korrekt, doch
beruhe jene bei näherer Betrachtung auf einer falschen Auslegung der massgebenden
Gesetzesbestimmungen. Bei einem Hilfsmittel handle es sich nicht um eine
Heilbehandlungsmassnahme. Der Art. 21 UVG enthalte keinen Hinweis auf den
Hilfsmittelanspruch, sondern halte lediglich fest, dass Kostenvergütungen nur unter
bestimmten Voraussetzungen gewährt würden. Damit stehe allerdings der Art. 11 UVV
in Widerspruch, laut dem die Versicherungsleistungen auch bei Rückfällen und
Spätfolgen gewährt würden. Es könne nicht sein, dass eine versicherte Person, die ein
Hilfsmittel zur Erhaltung ihrer Arbeitsfähigkeit benötige, dieses „aus dem eigenen Sack“
bezahlen müsse.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 12. Januar 2015 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 3). Zur Begründung führte sie aus, der Art. 21 UVG enthalte einen
expliziten Hinweis auf die Pflegeleistungen und die Kostenvergütungen, was sich auch
auf die Hilfsmittel beziehe. Die bundesgerichtliche Rechtsprechung zu den
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Pflegeleistungen und den Kostenvergütungen nach einem Fallabschluss sei eindeutig
und lasse keine entsprechenden Kostengutsprachen zu.
B.c Der Beschwerdeführer liess am 12. Februar 2015 an seinen Anträgen festhalten
(act. G 5). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (vgl. act. G 7).

Erwägungen
1.
Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat die Aufhebung der Verfügung vom 10.
April 2014 beantragt. Seine Beschwerde hat sich aber nicht gegen jene Verfügung,
sondern nur gegen den Einspracheentscheid vom 29. Oktober 2014 richten können
(vgl. Art. 56 Abs. 1 ATSG). Da sich der Beschwerdeschrift eindeutig entnehmen lässt,
dass sich diese gegen den Einspracheentscheid vom 29. Oktober 2014 richtet, ist der
auf die Aufhebung der Verfügung vom 10. April 2014 lautende Antrag nicht wörtlich,
sondern sinngemäss als auf die Aufhebung des Einspracheentscheides vom 29.
Oktober 2014 abzielend zu verstehen. Den Anfechtungsgegenstand dieses
Beschwerdeverfahrens bildet also der Einspracheentscheid vom 29. Oktober 2014.
Dieser enthält zwei grundsätzlich voneinander unabhängige Streitgegenstände, nämlich
einerseits die Zusprache einer Integritätsentschädigung und andererseits die
Abweisung des Begehrens um eine Kostenvergütung. Da sich die vorliegende
Beschwerde nur gegen die Abweisung des Begehrens um eine Kostenvergütung und
nicht mehr gegen die Zusprache einer Integritätsentschädigung beziehungsweise
deren Höhe richtet, beschränkt sich der Streitgegenstand dieses
Beschwerdeverfahrens nur auf diesen einen der beiden Streitgegenstände des
Einspracheverfahrens. Hinsichtlich der Integritätsentschädigung ist der angefochtene
Einspracheentscheid vom 29. Oktober 2014 also unangefochten in formelle Rechtskraft
erwachsen.
2.
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2.1 Laut dem Art. 11 Abs. 1 UVG hat eine versicherte Person einen Anspruch auf jene
Hilfsmittel, die eine körperliche Schädigung oder einen Funktionsausfall ausgleichen.
Anders als in Bezug auf die Heilbehandlung enthält das UVG bezüglich der Hilfsmittel
keine zeitliche Anspruchsbegrenzung bzw. keine Terminierung. Der Hilfsmittelanspruch
fällt also nicht dahin, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine
namhafte Besserung des Gesundheitszustands mehr zu erwarten ist (vgl. Art. 19 Abs. 1
UVG). In Bezug auf einen allfälligen Hilfsmittelbedarf kann denn der Stand der
medizinischen Eingliederung auch gar keine massgebende Rolle spielen, denn in aller
Regel besteht auch nach Erreichen eines stabilen Gesundheitszustands bzw. nach
dem Abschluss der medizinischen Eingliederung weiterhin ein Bedarf nach einem
Ersatz eines verlorenen Körperteils oder einer verlorenen Körperfunktion.
2.2 Nach dem Art. 21 Abs. 1 UVG werden dem Bezüger nach Festsetzung der Rente
die Pflegeleistungen und Kostenvergütungen (Art. 10–13) gewährt, wenn er (a) an einer
Berufskrankheit leidet; (b) unter einem Rückfall oder an Spätfolgen leidet und die
Erwerbsfähigkeit durch medizinische Vorkehren wesentlich verbessert oder vor
wesentlicher Beeinträchtigung bewahrt werden kann; (c) zur Erhaltung seiner
verbleibenden Erwerbsfähigkeit dauernd der Behandlung und Pflege bedarf; (d)
erwerbsunfähig ist und sein Gesundheitszustand durch medizinische Vorkehren
wesentlich verbessert oder vor wesentlicher Beeinträchtigung bewahrt werden kann.
Gemäss der Botschaft des Bundesrates vom 18. August 1976 hat der Gesetzgeber mit
dem Art. 21 UVG im Vergleich zur damals geltenden Regelung (im KUVG) die
Möglichkeiten zur Vergütung von Heilbehandlungskosten explizit erweitern wollen (BBl
1976 III 191 f.). Der Art. 21 Abs. 1 UVG schränkt den Anspruch eines Rentenbezügers
auf „Pflegeleistungen und Kostenvergütungen (Art. 10–13 UVG)“ allerdings ein, indem
er diese Leistungen nur gewährt, wenn eine der Voraussetzungen von lit. a bis d
gegeben ist. Es fragt sich, ob diese Einschränkung aufgrund des Verweises (auch) auf
den Art. 11 UVG auch für den Hilfsmittelanspruch Geltung hat. In der Botschaft wird in
den Ausführungen zu Art. 21 UVG nur auf die Heilbehandlung Bezug genommen, nicht
jedoch auf die Leistungen gemäss Art. 11 bis 13 (Hilfsmittel, Sachschäden, Reise-,
Transport- und Rettungskosten; vgl. BBl 1976 III 191 f.). Bei den Ausführungen zum
Hilfsmittelartikel wird zwar festgehalten, dass die Hilfsmittel lediglich eine Ergänzung
der ärztlichen Behandlung darstellen (BBl 1976 III 188). Dieser Hinweis steht jedoch
einzig im Kontext der Abgrenzung zu den Hilfsmitteln der IV, die insbesondere der
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beruflichen Eingliederung dienen (siehe die an der zitierten Stelle genannten Beispiele:
Prothesen, Hörgeräte als UV-Hilfsmittel einerseits; Fahrzeuge, Einrichtungen des
Arbeitsplatzes etc. als IV-Hilfsmittel andererseits). Es finden sich keine Hinweise darauf,
dass der Gesetzgeber den Hilfsmittelanspruch mit dem neuen Art. 21 UVG – im
Vergleich zur damals geltenden Regelung – einschränken wollte. Ansonsten hätte er
explizit erwähnen müssen, dass er den Rentenbezügern die benötigten Hilfsmittel nicht
mehr, wie unter der Geltung des KUVG (vgl. Art. 76 KUVG), uneingeschränkt abgeben,
sondern den Hilfsmittelanspruch neu einschränken wolle (zumal dies ja seiner erklärten
Absicht, den Sachleistungsanspruch für die Zeit nach dem Abschluss der
medizinischen Eingliederung bzw. nach Erreichen des medizinischen Endzustands im
Vergleich zur damals geltenden Regelung zu erweitern, widersprochen hätte). Eine
solche gewollte Einschränkung lässt sich weder den Ausführungen zum Art. 11 UVG
(vgl. BBl 1976 III 188) noch den allgemeinen Ausführungen zu den Pflegeleistungen und
Kostenvergütungen (vgl. BBl 1976 III 166 f.) entnehmen. Der Bundesrat hat in seiner
Botschaft festgehalten, dass das geltende System „kaum je der Kritik gerufen“ habe
(BBl 1976 III 167), weshalb er es im Wesentlichen beibehalten wolle. Dabei ist davon
auszugehen, dass ihm bewusst gewesen ist, dass die Hilfsmittel nach dem „geltenden
System“ nicht nur vor dem Abschluss der medizinischen Behandlung, sondern
grundsätzlich im Gegenteil erst bei Erreichen des medizinischen Endzustands
abgegeben worden waren (vgl. BBl 1976 III 145; der Art. 76 KUVG sah vor, dass "die
Anstalt" den Versicherten "noch mit den nötigen Hilfsmitteln" ausrüste, wenn von der
Fortsetzung der ärztlichen Behandlung eine namhafte Besserung des
Gesundheitszustands nicht erwartet werden könne). In der Lehre wird der Art. 21 UVG
ebenfalls als eine – ausschliessliche – Einschränkung des Heilbehandlungs- respektive
„Nachbehandlungsanspruchs“ (vgl. die entsprechende Terminologie in BBl 1976 III 191
f.) verstanden (vgl. ALFRED MAURER, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2.
Aufl. 1989, S. 382 ff.). Auch das Zürcher Sozialversicherungsgericht vertritt im Ergebnis
die Auffassung, der Art. 21 UVG beziehe sich nicht auf den Hilfsmittelanspruch bzw.
schränke diesen nicht ein (vgl. ohne einlässliche Begründung die Entscheide UV.
2002.00074 vom 24. März 2003, E. 3.3 in fine, und UV.2011.00043 vom 25. September
2012, E. 4.1). Zusammenfassend ist abgesehen vom den Hilfsmittelanspruch (Art. 11
UVG) nicht ausdrücklich erwähnenden Wortlaut des Art. 21 UVG - konkreter:
abgesehen vom dortigen Verweis u.a. auf den Art. 11 - kein Grund ersichtlich, weshalb
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sich der Hilfsmittelanspruch nach dem Abschluss der medizinischen Eingliederung
(respektive sobald von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte
Verbesserung des Gesundheitszustandes mehr zu erwarten ist) von jenem vor dem
Abschluss der medizinischen Eingliederung unterscheiden sollte. Einen solchen Grund
nannte auch das Bundesgericht im von der Beschwerdegegnerin erwähnten BGE 134
V 109 E. 4.2 für Hilfsmittel nicht. Für den Hilfsmittelanspruch erweist sich der Zeitpunkt
des sogenannten Fallabschlusses folglich als irrelevant.
2.3 Mit diesem Ergebnis im Einklang steht im Übrigen auch Art. 6 Abs. 2 HVUV,
wonach der Versicherer die Kosten für Reparatur, Anpassung oder Erneuerung eines
sorgfältig verwendeten Hilfsmittels übernimmt, soweit nicht ein Dritter ersatzpflichtig
ist. Dass nach dem "Fallabschluss" für die nötige Erneuerung eines Hilfsmittels
strengere Voraussetzungen gelten sollten als bei der ursprünglichen Zusprache, lässt
sich nicht überzeugend begründen.
2.4 Im Übrigen ist zu beachten, dass sich Art. 21 UVG gemäss dem Wortlaut auf
Rentenbezüger beschränkt und sich eine Anwendung auf Nicht-Rentner, zu denen der
Beschwerdeführer unstreitig gehört, weder aufdrängt noch rechtfertigt (so auch das
Bundesgericht im Entscheid 8C_191/2011 vom 16. September 2011 E. 5.2). Daraus
lässt sich jedoch zumindest für die Hilfsmittel nicht der Schluss ziehen, für Nichtrentner
ende mit dem Erreichen des medizinischen Endzustands bzw. mit dem Fallabschluss
jeglicher Leistungsanspruch (wie dies das Bundesgericht für Heilbehandlungen in
8C_191/2011 getan hat; siehe die Kritik an dieser Praxis von FELIX HUNZIKER-BLUM,
Doch: Langfrist-Heilbehandlungsleistungen gibts auch im UVG, in: HAVE 2014 S. 136).
Ein solches Ergebnis lässt sich weder historisch noch systematisch noch teleologisch
begründen (vgl. dazu MIRIAM LENDFERS, Heilbehandlung und Hilfsmittel nach
Fallabschluss, erscheint in: Kieser/Lendfers, Jahrbuch zum Sozialversicherungsrecht
2017, Zürich/St. Gallen 2017).
2.5 Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin die
Kosten notwendiger Hilfsmittel grundsätzlich auch nach "Fallabschluss" zu
übernehmen hat. Auch wenn im vorliegenden Fall der Hilfsmittelbedarf gemäss den
nachvollziehbaren und plausiblen Ausführungen von Dr. B._ nur teilweise als
unfallkausal zu qualifizieren ist, hat die Beschwerdegegnerin für die gesamten Kosten
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der orthopädischen Einlagen aufzukommen. Laut dem Art. 36 Abs. 1 UVG werden die
Pflegeleistungen und Kostenvergütungen nämlich auch dann nicht gekürzt, wenn die
Gesundheitsschädigung nur teilweise die Folge eines Unfalles ist.
2.6 Abschliessend ist darauf hinzuweisen, dass der im angefochtenen Entscheid
enthaltene Verweis auf den Art. 6 Abs. 3 HVUV, wonach die Kosten für Betrieb und
Unterhalt von Hilfsmitteln von der UV nicht übernommen werden, nicht einschlägig ist,
geht es vorliegend doch nicht um eine Frage von Betrieb oder Unterhalt der
Schuheinlagen, sondern um den Ersatz für - offenbar erstmals 2005 übernommene -
Schuheinlagen im Sinn des Art. 6 Abs. 2 HVUV.
3.
3.1 Damit erweist sich der angefochtene Einspracheentscheid als rechtswidrig,
weshalb er in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben ist. Die Beschwerdegegnerin
ist zu verpflichten, dem Beschwerdeführer die Kosten für die benötigten
orthopädischen Schuheinlagen zu vergüten.
3.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
3.3 Der obsiegende Beschwerdeführer hat einen Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Nicht zuletzt in Berücksichtigung der Tatsache, dass nur
verhältnismässig wenige Akten zu studieren waren, ist von einem
unterdurchschnittlichen Vertretungsaufwand auszugehen, weshalb die
Parteientschädigung auf 3’000 Franken (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.