Decision ID: f2cc4c1e-a2f4-5d41-9caa-ba6da37e2fc8
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a Die A._ AG meldete am 24. Februar 2017 6 Mitarbeitende zur Durchführung von
Kurzarbeit an. Der voraussichtliche Arbeitsausfall betrage 40 % und dauere vom 6.
März 2017 bis zum 5. Juni 2017. Der Grund für die veränderte Auftragslage liege im
Rückgang der Verkäufe bei den internationalen Importeuren (d.h. ein Rückgang der
Exporte). Auf Grund der Frankenstärke hätten sogar Aufträge abgelehnt werden
müssen, da diese momentan nicht kostendeckend ausgeführt werden könnten. 2016
seien 83,41 % des Umsatzes in Euro fakturiert worden. Die Geschäftsaussichten für
die nächsten vier Monate seien jedoch positiv zu beurteilen. Nach Teilnahme an
internationalen Messen für (zahn-)medizinische Produkte werde eine Zunahme der
Bestelleingänge erwartet. Zudem ergäben sich möglicherweise neue Kundenkontakte
in Russland und Italien (act. G 3.1/A25 u. A27). Dagegen erhob das Amt für Wirtschaft
und Arbeit des Kantons St. Gallen mit Verfügung vom 23. März 2017 Einspruch. Die
veränderte Auftragslage möge zwar auf die Frankenstärke zurückzuführen sein. Dies
bedeute jedoch nicht, dass sämtliche übrigen Anspruchsvoraussetzungen ausser Acht
gelassen werden könnten. Da die A._ AG einzig die B._ AG mit Sitz in C._
beliefere, bestehe eine grosse Abhängigkeit von diesem einzigen Auftraggeber und
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damit ein Klumpenrisiko. Betriebswirtschaftliche Abhängigkeit vom Hauptkunden
gehöre zum normalen Betriebsrisiko (act. G 3.1/A26).
A.b Mit Einsprache vom 18. April 2017 machte die A._ AG geltend, bei ihr handle es
sich um ein in der Schweiz domiziliertes Unternehmen, das im Bereich der Fabrikation
und Konditionierung von Dentalprodukten tätig sei. Es gehöre demselben Eigentümer
wie die B._ AG, wobei die A._ AG die Produktions-, die B._ AG die
Vertriebsgesellschaft sei. Diese Aufteilung sei einzig aus Gründen der
Haftungsreduktion erfolgt; beide Gesellschaften würden von denselben Personen
geleitet. Die B._ AG exportiere 97 % ihrer Produkte, was demzufolge auch auf die
A._ AG zutreffe. Die beiden Gesellschaften seien in Bezug auf den Absatzmarkt nur
zusammen zu sehen. Bestände nur eine Gesellschaft, nämlich die Einsprecherin selbst,
so wären sämtliche Kunden der B._ AG direkte Kunden der Einsprecherin. Entgegen
der Ansicht der Verwaltung gehe die Einsprecherin mit dieser Organisation kein
Klumpenrisiko ein, sondern verkleinere im Gegenteil das betriebswirtschaftliche Risiko.
Der Arbeitsausfall gehöre damit nicht zum normalen Betriebsrisiko. Schliesslich sei es
aus Gründen der Rechtsgleichheit nicht hinzunehmen, dass die Einsprecherin anders
behandelt werde, als wenn sie in nur einer Gesellschaft organisiert wäre. Der
Hauptgrund für die Anmeldung von Kurzarbeit bestehe darin, dass die Bestellungen bei
der Einsprecherin im ersten Quartal 2017 aus Währungsgründen und wegen der
politischen Unruhen im arabischen Raum zurückgegangen seien. Die Einsprecherin
habe aber sehr schnell Massnahmen getroffen, den Bestellungseingang wieder zu
erhöhen (Teilnahme an zwei Messen [act. G 3.1/A28]).
A.c Mit Entscheid vom 20. Juni 2017 wies das Amt für Wirtschaft und Arbeit des
Kantons St. Gallen die Einsprache ab. Es könne dahingestellt bleiben, ob die A._ AG
und die B._ AG als Betriebsabteilungen desselben Betriebs anzusehen seien und
damit eine einheitliche wirtschaftliche Betrachtung trotz räumlicher Trennung
vorgenommen werden müsse, da der Anspruch auf Kurzarbeit aus anderen Gründen zu
verneinen sei. Die schweizerische Wirtschaft und damit auch die Einsprecherin seien
seit der Mindestkursaufhebung gegenüber dem Euro im Januar 2015 von der
Frankenstärke betroffen. Es bestehe bereits seit langer Zeit und nicht erst seit dem 1.
Quartal 2017 ein Währungsproblem für die Einsprecherin. Es könne somit nicht
überzeugend vorgebracht werden, die Schwankungen des Devisenkurses seien der
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Grund für den vorliegend geltend gemachten Arbeitsausfall. In den Jahren 2015 und
2016 habe der monatliche und vierteljährliche Umsatz der Einsprecherin sehr stark
geschwankt. Auch wenn der Umsatz im ersten Quartal 2017 wesentlich tiefer
ausgefallen sei als der Quartalsdurchschnitt der beiden Vorjahre, habe die Aufhebung
der Kursuntergrenze zum Euro durch die Schweizerische Nationalbank am 15. Januar
2015 nicht zu einem erheblichen und dauernden Nachfragerückgang bei der
Kundschaft im Euroraum geführt. Es sei davon auszugehen, dass der Vertrieb von
Dentalprodukten einem dauerhaften, internationalen und starken Wettbewerb mit
entsprechendem Margendruck ausgesetzt sei (act. G 3.1/A34).
B.
B.a Gegen diesen Entscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 14. Juli
2017 mit dem Antrag auf Aufhebung des angefochtenen Entscheids. Weiter sei der
Beschwerdeführerin die Durchführung von Kurzarbeit im Zeitraum vom 6. März 2017
bis zum 5. Juni 2017 zu bewilligen. Der Bestellungsrückgang sei auf einen zu hohen
Frankenkurs und auf die Unruhen im arabischen Raum zurückzuführen. Der Umsatz
(der B._ AG) habe im ersten Quartal 2017 Fr. 740'783.--, im ersten Quartal 2016 Fr.
910'699.-- und im ersten Quartal 2015 Fr. 1'288'129.-- betragen. Der Umsatzrückgang
sei damit klar belegt. Seit sich der Frankenkurs etwas zurückgebildet habe und sich die
Unruhen in Ägypten und Tunesien gelegt hätten, habe die Nachfrage auf Grund der
konjunkturellen Entwicklung aber auch der Verkaufsanstrengungen wieder angezogen.
Damit liege auf der Hand, dass wirtschaftliche Gründe den Nachfragerückgang in der
Zeit, während der Kurzarbeit beantragt werde, verursacht hätten. Zwar treffe zu, dass
der Vertrieb von Dentalprodukten einem dauerhaften, internationalen und starken
Wettbewerb ausgesetzt sei. Entscheidend sei aber, dass die Beschwerdeführerin in
diesem Wettbewerb eine starke Stellung habe und dass Währungs- und politische
Gründe in den Monaten Februar bis Juni 2017 zu einer Umsatzeinbusse geführt hätten
(act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 17. August 2017 beantragt die Verwaltung
Abweisung der Beschwerde. Wirtschaftliche Gründe beruhten auf Faktoren, die
entweder durch den Markt beeinflusst würden oder sich auf die Stellung eines
Produkts auf dem Markt auswirkten. Bei politischen Unruhen, Krisen und Krieg werde
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die Wirtschaft hingegen nicht unmittelbar beeinflusst. In diesen Fällen liege somit kein
wirtschaftlich begründeter Arbeitsausfall vor (act. G 3).
B.c Mit Replik vom 6. September 2017 führt die Beschwerdeführerin aus, die
Beschwerdegegnerin versuche mit unhaltbaren Argumenten, ihr den Anspruch auf
Kurzarbeitsentschädigung abzusprechen. Hätte sie sich die Mühe genommen, den
Kursverlauf zu verfolgen, hätte sie festgestellt, dass der Eurokurs im März 2017 noch
unter Fr. 1.08 gelegen habe und dass von einer merklichen Erholung erst Ende Juni
2017 die Rede sein könne. Die Kurzarbeit werde für den Zeitraum vom 6. März bis zum
5. Juni 2017 und damit für die Zeit vor der Erholung beantragt. Auch die geltend
gemachten Unruhen im arabischen Raum seien von vorübergehender Natur gewesen
und hätten in den fraglichen drei Monaten einen Einbruch in der Nachfrage zur Folge
gehabt. Sie seien nicht voraussehbar und damit nicht saisonaler Natur und keineswegs
branchenüblich gewesen (act. G 5). Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik
(act. G 7).
B.d Am 19. Juni 2018 verlangte das Gericht bei der Beschwerdeführerin weitere
Buchhaltungsunterlagen ein, welche am 10. August 2018 eingereicht wurden (act. G 10
und G
11).

Erwägungen
1.
Die Beschwerdeführerin machte den Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung für den
Monat Mai 2017 am 28. Juni 2017 bei der Arbeitslosenkasse geltend (act. G 3.1/B26).
Damit hat sie die Kurzarbeitsentschädigung zumindest für die genannte Periode
rechtzeitig innert der 3-Monats-Frist geltend gemacht (Art. 38 Abs. 1 und Art. 39 Abs. 3
des Bundesgesetzes über die Arbeitslosenversicherung und die
Insolvenzentschädigung, AVIG; SR 837.0). Das Rechtsschutzinteresse an der
Beurteilung der vorliegenden Voranmeldung ist somit gegeben, weshalb auf die
Beschwerde einzutreten ist.
2.
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2.1 Arbeitnehmende, deren normale Arbeitszeit verkürzt oder deren Arbeit ganz
eingestellt ist, haben Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung, wenn unter anderem der
Arbeitsausfall anrechenbar und vorübergehend ist und erwartet werden darf, dass
durch Kurzarbeit die Arbeitsplätze erhalten werden können (Art. 31 Abs. 1 lit. b und d
AVIG). Ein Arbeitsausfall ist anrechenbar, wenn er auf wirtschaftliche Gründe
zurückzuführen und unvermeidbar ist (Art. 32 Abs. 1 lit. a AVIG) und wenn er zudem je
Abrechnungsperiode mindestens 10% der Arbeitsstunden ausmacht, die von den
Arbeitnehmenden des Betriebes normalerweise insgesamt geleistet werden (Art. 32
Abs. 1 lit. b AVIG). Ein auf wirtschaftliche Gründe zurückzuführender und an sich
grundsätzlich anrechenbarer Arbeitsausfall gilt jedoch dann nicht als anrechenbar,
wenn er durch betriebsorganisatorische Massnahmen wie Reinigungs-, Reparatur-
oder Unterhaltsarbeiten sowie andere übliche und wiederkehrende
Betriebsunterbrechungen oder durch Umstände verursacht wird, die zum normalen
Betriebsrisiko des Arbeitgebers gehören (Art. 33 Abs. 1 lit. a AVIG). Ebenfalls nicht
anrechenbar ist ein Arbeitsausfall, wenn er branchen-, berufs- oder betriebsüblich ist
oder durch saisonale Beschäftigungsschwankungen verursacht wird (Art. 33 Abs. 1 lit.
b AVIG). Damit will das Gesetz vor allem regelmässig wiederkehrende Arbeitsausfälle
von der Kurzarbeitsentschädigung ausschliessen (BGE 121 V 374 E. 2a mit Hinweisen;
ARV 1999 Nr. 10 S. 50 E. 2).
2.2 Vorübergehend ist ein Arbeitsausfall dann, wenn mit einer gewissen
Wahrscheinlichkeit voraussehbar ist, dass der Betrieb innert nützlicher Frist wieder zur
vollen Beschäftigung zurückkehren kann. Davon ist auszugehen, wenn nicht konkrete
Anhaltspunkte die gegenteilige Schlussfolgerung zulassen. Die Verhältnisse sind im
Zeitpunkt der angefochtenen Einspruchsverfügung prospektiv zu beurteilen. Weil zu
diesem Zeitpunkt oft nur Mutmassungen über die weitere Entwicklung angestellt
werden können und sich entsprechende Beurteilungskriterien kaum finden lassen, ist
die Prognose zurückhaltend zu stellen und im Zweifel davon auszugehen, dass der
Arbeitsausfall vorübergehender Natur ist und mit der Kurzarbeitsentschädigung die
Arbeitsplätze erhalten werden können (THOMAS NUSSBAUMER,
Arbeitslosenversicherung, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Bd.
XIV, Soziale Sicherheit, 3. Aufl. Basel 2016, Rz 472; BGE 121 V 373 E. 2a).
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2.3 Der Begriff der wirtschaftlichen Gründe im Sinne von Art. 32 Abs. 1 lit. a AVIG ist
nach Lehre und Rechtsprechung weit auszulegen. Wirtschaftliche Gründe liegen
einerseits vor, wenn die Nachfrage nach den normalerweise von einem Betrieb
angebotenen Gütern und Dienstleistungen zurückgeht, und andererseits, wenn
Faktoren angesprochen sind, die entweder durch den Markt beeinflusst werden oder
sich auf die Stellung eines Produktes auf dem Markt auswirken. Darunter können auch
behördliche Massnahmen verstanden werden, wie bei Preiserhöhungen eines Produkts
zufolge Wegfalls von Subventionen (BGE 128 V 307 E. 3a; NUSSBAUMER, a.a.O., N
479).
2.4 Mit dem normalen Betriebsrisiko im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a AVIG sind die
„gewöhnlichen“ Arbeitsausfälle gemeint, mithin jene Ausfälle, die erfahrungsgemäss
regelmässig und wiederholt auftreten, demzufolge vorhersehbar und in verschiedener
Weise kalkulatorisch erfassbar sind. Was in diesem Sinne als normal gelten soll, darf
nach der Rechtsprechung nicht nach einem für alle Unternehmensarten allgemein
gültigen Massstab bemessen werden, sondern ist in jedem Einzelfall auf Grund der mit
der spezifischen Unternehmertätigkeit verbundenen besonderen Verhältnisse zu
bestimmen (BGE 119 V 500 E. 1 mit Hinweisen; ARV 2000 Nr. 10 S. 57 f. E. 4b). Dabei
kommt dem Gesichtspunkt der Vorhersehbarkeit massgebende Bedeutung zu. So
gehören Arbeitsausfälle, die jeden Arbeitgeber treffen können, zum normalen
Betriebsrisiko. Lediglich wenn sie ausserordentlicher oder aussergewöhnlicher Natur
sind, sind sie anrechenbar und damit entschädigungsberechtigt.
Beschäftigungsschwankungen auf Grund verstärkter Konkurrenzsituation wie auch
Arbeitsausfälle im Baugewerbe, welche wegen mangelnder Zahlungsfähigkeit des
Bauherrn oder wegen hängiger Einspracheverfahren zu Verzögerungen führen, stellen
daher normales Betriebsrisiko dar (NUSSBAUMER, a.a.O., N 485).
2.5 In seiner (bis 31. August 2018 gültig gewesenen [SECO-Weisung vom 31. Mai
2018]) Weisung vom 27. Januar 2015 hielt das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO
fest, die Folgen des Entscheids der Schweizerischen Nationalbank, die seit 2011 zur
Stabilisierung des Schweizer Franken bestehende Kursuntergrenze von Fr. 1.20 für 1
Euro aufzuheben, seien als aussergewöhnlich zu erachten. Deshalb könne für darauf
zurückzuführende Arbeitsausfälle ein Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung geltend
gemacht werden. Es sei jedoch darauf zu achten, dass bei einem Umsatzrückgang
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ohne Arbeitsausfälle kein Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung bestehe. Von dieser
Verwaltungsweisung weicht das Versicherungsgericht nicht ohne triftigen Grund ab
(vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts vom 14. Dezember 2016 [AVI 2015/73] E. 4.2
mit Hinweisen). Am 13. Januar 2016 hat der Bundesrat sodann die Höchstbezugsdauer
von (wechselkursbedingter) Kurzarbeitsentschädigung per 1. Februar 2016 von 12 auf
18 Monate erhöht und die Karenzfrist auf einen Tag reduziert. Ersteres befristet bis 31.
Juli 2017, letzteres verlängert bis 31. Dezember 2018 (Beschluss des Bundesrats vom
28. Juni 2017).
3.
3.1 Die Beschwerdeführerin macht im Wesentlichen geltend, dass in der fraglichen
Periode vom 6. März bis zum 5. Juni 2017 ein wechselkursbedingter
Nachfragerückgang nach ihren Produkten stattgefunden habe, was entsprechend zu
einem Umsatz- und Beschäftigungsrückgang geführt habe. Selbst wenn man davon
ausgeht, dass die B._ AG und die Beschwerdeführerin eine wirtschaftliche Einheit
bilden und erstere die Produkte der A._ AG im Euroraum vertreibt - was beim
vorliegenden Verfahrensausgang offen bleiben kann -, wird dieses Vorbringen durch
die eingereichten Geschäftsunterlagen nicht bestätigt. So müsste sich die geltend
gemachte Währungsproblematik zunächst bei der B._ AG bemerkbar gemacht und
sich danach auf die Beschwerdeführerin übertragen haben. Aus den
Jahresabschlüssen der B._ AG ergibt sich folgendes (act. G 11.2):
Bruttoertrag (Umsatz) (ganze Franken) Rohergebnis (Bruttoertrag abzgl.
Handelswareneinkauf und Transportkosten) Ergebnis
der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit vor Steuern
2012 2'672'936
1'060'810 21'207
2013 3'241'152
1'417'622 -48'466
2014 3'153'622
1'245'770 -317'232
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2015 4'090'788
1'519'282 -623'984
2016 3'752'317
1'625'612 78'280
2017 3'028'962
1'317'104 -226'786
Damit zeigt sich, dass beim Bruttoertrag von 2012 bis 2015 (also inklusive dem
ersten Jahr nach der Aufhebung des Mindesteurokurses) ein Anstieg, danach bis 2017
wieder eine Reduktion zu verzeichnen war. So betrug etwa die Umsatzeinbusse auf
Ebene Bruttoertrag zwischen 2015 als dem umsatzstärksten Jahr und 2017 26 %.
Demgegenüber war die Einbusse beim Rohergebnis, also nach Abzug des
Handelswareneinkaufs, im gleichen Zeitraum mit rund 13 % nur halb so gross. Dies
könnte darauf schliessen lassen, dass die B._ AG zwar im Export unter der
Frankenstärke gelitten hatte, dafür aber beim Einkauf von Handelswaren im Euroraum -
der Handelswareneinkauf der B._ AG war jeweils wesentlich grösser als der Ertrag
aus Lieferungen der Beschwerdeführerin, jene kaufte also auch bei anderen Herstellern
ein (vgl. act. G 11.2 und 11.3) - vom schwachen Euro profitieren und dadurch die
Währungsverluste wenigstens teilweise ausgleichen konnte. Vergleicht man indessen
das Jahr 2014 als das letzte Jahr vor der Aufhebung des Mindestkurses mit dem Jahr
2017 ergibt sich kaum eine Reduktion beim Bruttoergebnis (minus 4 %) bzw. gar ein
Anstieg beim Rohergebnis um 5,7 %. Beim Betriebsgewinn ergibt sich ein
uneinheitliches Bild. So setzten die Verluste bereits 2013 ein, also zu einer Zeit, als der
Eurokurs noch durch die Untergrenze von Fr. 1.20 pro Euro gestützt wurde. Der
grösste Verlust im dargestellten Zeitraum trat zwar im Jahr 2015, also im ersten Jahr
nach der Aufhebung des Mindestkurses, auf (unter anderem auf Grund eines stark
angestiegenen Verkaufs- und Marketingaufwands), nachdem allerdings bereits im Jahr
2014 der zweitgrösste Verlust angefallen war. Das Geschäftsergebnis erholte sich
sodann 2016 mit einem Gewinn. 2017 trat zwar wiederum ein operativer Verlust ein,
der jedoch kleiner ausfiel als in den Jahren 2014 und 2015. Demgegenüber spielten die
ausgewiesenen Kursverluste - wenn auch bei ansteigender Tendenz - eine
untergeordnete Rolle. Insgesamt ergibt sich damit aus den Jahresabschlüssen der
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B._ AG keine signifikante Korrelation zwischen der Aufhebung des Euro-
Mindestkurses im Januar 2015 und dem Geschäftsverlauf der Gesellschaft.
3.2 Eine solche ergibt sich auch nicht aus der quartalsweisen Aufschlüsselung der
mehrwertsteuerfreien (Ausland-)Umsätze der B._ AG (vgl. Kontoblätter "Erlöse HWP
MWST-freie Exporte" der B._ AG [abzüglich allfällige Saldovorträge und Skonti] und
Aufstellung der Umsätze [abzüglich mehrwertsteuerpflichtige Inlanderlöse]). Daraus ist
ersichtlich, dass die Umsätze in den einzelnen Quartalen (in Schweizer Franken) sowohl
vor der Aufhebung des Mindestkurses (bis 2014), als auch danach (ab 2015) mehr oder
weniger grossen Schwankungen ausgesetzt waren, wie sich auch aus den von der
Beschwerdeführerin angestellten Prozentvergleichen der jeweiligen 1., 2., 3. und 4.
Quartale mit dem entsprechenden Referenzquartal von 2014 ergibt. So betrugen die
Umsätze gemäss Aufstellung der Beschwerdeführerin in den 1. Quartalen der Jahre
2015 bis 2017 (also nach Aufhebung des Mindestkurses) im Vergleich zum 1. Quartal
2014 156,5 %, 107,6 % und 87,5 %. Für die 2. Quartale 2015 bis 2017 schwankten die
Umsätze zwischen 125,1 % und 196,7 % verglichen mit dem 2. Quartal 2014. Etwas
geringere Schwankungen ergeben sich im Vergleich der 3. und 4. Quartale der Jahre
2014 bis 2017 (66 % - 119.4 % bzw. 94.8 % - 131.3 % [jeweils inkl.
mehrwertsteuerpflichtige Inlanderlöse]). Auf Jahresbasis betrug der Umsatzrückgang
im Euroraum zwischen 2014 als letztem Jahr vor Aufhebung des Mindestkurses und
dem vorliegend massgebenden Jahr 2017 lediglich knapp 5 %, was im Bereich der
normalen Schwankungsbreite liegen dürfte (von 3,035 Mio. Franken auf 2,894 Mio.
Franken [act. G 11.5 und 11.6]). Dazwischen, d.h. in den unmittelbar auf die Aufhebung
des Mindestkurses folgenden Jahren 2015 und 2016, stieg der Umsatz - entgegen
dem, was zu erwarten gewesen wäre - sogar markant an, um sich danach wieder auf
das Niveau von 2013 und 2014 zurückzubilden:
2013 (in ganzen
Franken) 2014
2015
2016 2017
1. Quartal
914'047 846'145
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1'325'233
910'791 740'783
2. Quartal
805'155 705'308
1'351'641
854'658 884'010
3. Quartal
709'443 781'867
515'670
933'749 536'591
4. Quartal
684'712 702'154
862'639
992'338 732'696
Total
3'113'357
3'035'474
4'055'183
3'691'536
2'894'080
In Euro (also unter Ausschluss der Wechselkursschwankungen) ergibt die Aufstellung
der Quartalsumsätze (ohne mehrwertsteuerpflichtige Inlanderlöse) das nachfolgende
Bild. Interessanterweise sind die Schwankungen in Euro nicht überall geringer, obwohl
bzw. offenbar gerade weil die Wechselkursschwankungen wegfallen. So wurde etwa
das (in Euro noch stärker) herausragende Jahr 2015 durch den gleichzeitig tiefsten
Wechselkurs in diesem Jahr in Schweizer Franken sogar etwas "geglättet" (act. G
11.5):
2013 (in ganzen
Euro) 2014
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2015
2016 2017
1.
Quartal
732'703 685'082
1'248'924
816'706 687'310
2.
Quartal
644'279 572'258
1'283'732
765'960 803'718
3.
Quartal
569'376 637'634
475'579
850'641 467'699
4.
Quartal
549'970 577'477
788'302
912'075 623'890
Total 2'496'328
2'472'451
3'796'537
3'345'382 2'582'617
Demnach ist der Jahresumsatz in Euro im Zeitraum von 2014 bis 2017 leicht um
gut 4 % gestiegen (von 2,472 Mio. Euro auf 2,583 Mio. Euro), sodass auch in
Fremdwährung kein signifikanter Einbruch der Umsatzzahlen ab 2015 ersichtlich ist.
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Auch bei den Quartalsumsätzen zeigt sich, dass die Umsätze 2017 nicht signifikant
unter jenen von 2014 lagen (1. Quartal: + 0 %; 2. Quartal: +40,4 %; 3. Quartal: -26,7 %;
4. Quartal: +8,0 % % [jeweils nur Exportanteil]). Folglich ist auch nicht von einem stark
sinkenden Absatz (Anzahl verkaufter Produkte) im Euroraum auszugehen, sodass
wiederum ein Beschäftigungsrückgang - der für die Gewährung von
Kurzarbeitsentschädigung ebenfalls erforderlich ist - nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit ausgewiesen ist. Nichts anderes ergibt sich schliesslich aus der
beispielhaft eingereichten Korrespondenz zwischen B._ AG und ihrer italienischen
Kundin F._. So ergibt sich zwar, dass die massive Frankenaufwertung mit E-Mails
vom 16. und 19. Januar 2015 besprochen wurde und F._ von B._
Lösungsvorschläge erwartete, nicht aber, dass sie abzuspringen gedenke. Vielmehr
zeigte sie sich - offenbar, weil sie selber auf die Produkte von B._ angewiesen war -
kompromissbereit und beharrte nicht auf den vertraglich vereinbarten (Euro-) Preisen,
wenn sie auch auf die Dringlichkeit des Problems hingewiesen hatte. Ob die F._
allenfalls später die Zusammenarbeit eingestellt hat, ergibt sich dagegen nicht aus der
eingereichten Korrespondenz (letztes Buchungsdatum gemäss Kontoblatt "Erlöse HWP
MWST-freie Exporte" vom 11. November 2016 [act. G 11.1 und 11.6]).
3.3 Auch bei der Beschwerdeführerin selber hielten sich die Auswirkungen der
Aufhebung des Mindestkurses offensichtlich in Grenzen. Aus deren
Geschäftsabschlüssen 2012 bis 2017 ergibt sich folgendes Bild (act. G 11.3):
Ertrag aus Lieferungen u. Leistungen (Umsatz) (in ganzen
Franken) Betriebsergebnis vor Steuern
2012
637'910 6'134
2013
798'475 1'343
2014
886'287 -1'672
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2015
1'026'026 4'847
2016
883'164 6'296
2017
928'330 5'599
Hier ist beim Umsatz überhaupt kein Einbruch ab 2015 zu erkennen. Im Gegenteil
war das Jahr 2015 im untersuchten Zeitraum das umsatzstärkste, das vorliegend
massgebende Jahr 2017 das zweitstärkste. Der durchschnittliche Umsatz der drei der
Aufhebung des Mindestkurses vorangegangenen Jahre (2012 - 2014) betrug Fr.
774'224.--, während er in den drei danach folgenden Jahren (2015 - 2017) auf
durchschnittlich Fr. 945'840.-- anstieg. Beim Betriebsergebnis ist ebenfalls keine
Korrelation zur Entwicklung des Eurokurses erkennbar, stieg doch der Gewinn nach
einem Einbruch im Jahr 2014 ab 2015 wieder an. Der durchschnittliche Gewinn von
2012 bis 2014 betrug Fr. 1'939.--, während er im Zeitraum 2015 bis 2017 auf
durchschnittlich Fr. 5'581.-- anstieg. Daran vermögen auch die Rechnungsstellungen
der Beschwerdeführerin gegenüber der B._ AG (Konfektionierung) nichts zu ändern,
nachdem diese von 2014 bis 2017 nur leicht rückläufig waren (von Fr. 765'936.-- auf
Fr. 763'770.--), mit einem zwischenzeitlichen Anstieg in 2015 und 2016 (act. G 11.4).
Offenbar konnte die Beschwerdeführerin den Direktverkauf im Inland oder in andere
Exportländer entsprechend ausweiten, sodass wie oben dargestellt keine
nennenswerten Einbussen bei Umsatz und Betriebsgewinn zu beklagen waren bzw.
sogar ein Fortschritt resultierte. Bei einem signifikanten Einfluss der Aufhebung des
Euro-Mindestkurses wäre zu erwarten gewesen, dass die Geschäfte 2015 und 2016
eingebrochen wären und sich ab Mitte 2017 wieder erholt hätten. Der dargestellte
Geschäftsverlauf spricht jedoch gegen einen signifikanten Einfluss der Aufhebung des
Mindestkurses durch die Schweizerische Nationalbank. Demzufolge ist (auch) bei der
Beschwerdeführerin kein Beschäftigungsausfall im geltend gemachten Umfang von 40
% auf Grund der Währungsproblematik dargetan.
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3.4 Im Weiteren macht die Beschwerdeführerin geltend, die politischen Unruhen im
arabischen Raum hätten zu einem Bestellungsrückgang geführt. Im ersten Quartal
2017 sei die arabische Staatenwelt zunehmend in Chaos, Krisen und Kriegen
versunken. Mehr als die Hälfte der 22 arabischen Staaten sei in einen wirtschaftlichen
Niedergang und einen staatlich-territorialen Zerfall involviert worden. Dem ist zunächst
entgegen zu halten, dass sich - wie oben dargelegt - die Geschäfte der
Beschwerdeführerin im ersten Halbjahr 2017 nicht schlecht entwickelt haben. So lagen
sowohl Umsatz als auch Betriebsgewinn im Gesamtjahr 2017 (trotz schwächerem 3.
Quartal) über dem Mittel der Jahre 2012 bis 2017. Ein Beschäftigungsrückgang auf
Grund von Bestellungsrückgängen aus dem arabischen Raum ist damit nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit dargetan. Im Übrigen ist die fragliche Region seit
Jahrzehnten bekannt für ihre politische und wirtschaftliche Instabilität. So existiert auch
der genannte jihadistische IS-Terror schon seit geraumer Zeit. Unternehmen, die dort
tätig sind, müssen daher stets mit Risiken, Problemen, Krisen und Rückschlägen
rechnen und diese entsprechend kalkulatorisch absichern. Da diese Risiken somit
grundsätzlich vorhersehbar sind, ist diesbezüglich von einem normalen Betriebsrisiko
auszugehen, wie es auch andere Unternehmen, die in der gleichen Region tätig sind,
treffen kann.
4.
4.1 Zusammengefasst sind somit die Voraussetzungen zur Gewährung von
Kurzarbeitsentschädigung in der beantragten Periode vom 6. März bis zum 5. Juni
2017 nicht erfüllt. Die Beschwerde ist demzufolge abzuweisen.
4.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).