Decision ID: e4b44ca2-eb04-4790-84e1-bd2b09b59066
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1953 geborene
X._
ist gelernte Bankkauffrau und ver
fügt über einen MBA (Master
of
Business Administration)
der
Y._
,
Z._
(Urk.
8/78/4).
Am 22. Juni 2006 reiste sie in die Schweiz ein (Urk. 8/3) und arbeitete zuletzt a
b dem
1. März 2010
bei der
A._
AG als
Teamleader
Germany Dynamic (Urk. 8/71)
.
1.2
Am 2. Juni 2009
hatte sich die im
Kanton Bern wohnhafte
Versicherte
(Urk. 8/3
)
wegen Schwerhörigkeit
erstmals bei der
Eidgenössischen Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug (Hilfsmittel) angemeldet (Urk. 8/7). Mit Mit
teilung vom 23. März 2011 erteilte die IV-Stelle des Kantons Bern Kostengut
sprache für zwei Hörgeräte (Urk. 8/26).
Aufgrund der bereits am 31. August 2010 erfolgten Abmeldung der Versicherten nach
B._
im Kanton Zürich (Urk. 8/37) überwies die IV-Stelle des Kantons Bern die Akten am 5. August 2011 an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle (Urk. 8/45).
1.3
Am 27. Juli 2011 stellte die Versicherte
bei der Deutschen Rentenversicherung ein Leistungsbegehren (Urk. 8/66, Urk. 8/51/1). Nachdem diese die Versicherte durch
Dres
. med.
C._
, Dermatologie – Allergologie, Homöopathie (Gut
achten vom 5. September 2011, Urk. 8/46-47), und
D._
, Neurologe, Psychiater, Sozialmedizin (Gutachten vom 23. September 2011, Urk. 8/48)
,
hatte begutachten lassen, sprach sie ihr mit Rentenbescheid vom 3. November 2011 eine Rente
ab dem 1. Juli 2011
wegen voller Erwerbsminderung
zu (Urk. 8/51
-52
), wobei diese
wegen der Höhe des zu berücksichtigenden Einkommens
nicht zu
zahlen war (Urk. 8/52/2
). Die Deutsche Rentenversicherung legte der Berech
nung der Rente 56 Monate Pflichtbeitragszeiten in der Schweiz zugrunde (
Urk. 8/69,
Urk. 8/52/10).
1.4
Am 8. November 2011 ersuchte
die Deutsche Rentenversicherung bei der Zent
ralen Ausgleichsstelle ZAS
(ZAS)
, Invalidenversicherungs-Stelle fü
r Versicherte im Ausland IVSTA (Urk. 8/54), unter Beilage weiterer Formulare (Urk. 8/55, Urk.
8/56) um Ausrichtung einer Invaliditätsrente (Urk. 8/57), weil die Versi
cherte auch in der Schweiz versichert war (Urk. 8/57/1).
1.5
Mit Kündigung vom 8. Dezember 2011 löste die
A._
AG das Arbeitsver
hältnis per 31. März 2011 (richtig: 2012) auf (Urk. 8/78/9).
1.6
In der Folge holte die ZAS den
Arbeitgeberf
ragebogen der
A._
AG vom 20. Februar 2012 (Urk. 8/71)
ein. Gestü
tzt auf die Beurteilung von Dr.
med.
E._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie,
F._
, vom 10. April 2012
(Urk. 8/28) informierte die ZAS die Versicherte mit Schreiben vom 27. April 2012 über die Notwendigkeit einer medizinischen Abklärung in der Schweiz in den Fachdisziplinen
Ophtalmologie
, Dermatologie, Psychiatrie und Ohren/Nasen/Hals (Urk. 8/84). Nach Unterbrei
tung der Stellungnahme der Versicherten vom 8. Juni 2012 sowie weiterer ärzt
licher Berichte (Urk. 8/89) hielt Dr.
E._
mit Stellungnahme vom 15. Juni 2012 an der notwendigen polydisziplinären Begutachtung der Versicherten fest (Urk. 8/34).
1.7
Am 25. Juni 2012 trat die ZAS
das Abklärungsverfahren an die IV-Stelle des Kantons Zürich ab (Urk. 8/90), da die Versicherte Wohnsitz in
G._
im Kanton Zürich in der Schweiz hatte (Urk. 8/73, Urk. 8/88).
1.8
Nach Rücksprache mit
ihrem
F._
(Stellungnahmen vom 11.
u
nd 18. Juli 2012, Urk. 8/102/2-4) sowie dem Rechtsdienst (Stellungnahme vom 2
2.
Oktober 2012, Urk. 8/100) teilte die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 14. No
vember 2012 mit, dass sie ab dem 1. Februar 2012 Anspruch auf eine ganze Rente habe (Urk. 8/104). Nachdem die Pensionskasse der
A._
AG am 19. November 2012 gegen den Vorbescheid Einwand erhoben hatte
(Urk. 8/110)
, worauf die Versicherte am 17. Januar 2013 Stellung nehmen konnte (Urk. 8/112)
, teilte die IV-Stelle der Versic
herten am 26. Februar 2013 mit,
dass eine umfassende medizinische Untersuchung zur Klärung des
Leis
tungs
an
spruchs
notwendig sei (Urk. 8/114). Am 7. März 2013
ersuchte
die Be
schwer
de
führerin
um
Absehen von einer Begutachtung (Urk. 8/115). Mit
Zwi
schen
ver
fügung
vom 25. März 2013 hielt die IV-Stelle an der Begutachtung fest (Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob
X._
, vertreten durch Rechtsanwalt Kaspar
Saner
, am 6. Mai 2013 Beschwerde
mit den Anträgen, es sei
die
Beschwerde
gegnerin
unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung zu verpflichten, das Leistungsabklärungsverfahren ohne Durchführung einer medizinischen Begut
achtung einem Leistungsentscheid im Sinne des Vorbescheides zuzuführen (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 12. Juni 2013 ersuchte die
Beschwer
degegnerin
um Abweisung der Beschwerde (Urk. 7). Mit Eingabe vom 27. Juni 2013 nahm die Beschwerdeführerin Stellung zur Beschwerdeantwort (Urk. 10) und reichte den Arztbericht von Dr. med.
H._
, Dermatologie und Venero
logie FMH,
vom
10. Februar 2012
ins Rec
ht (Urk. 11).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die Akten ist, soweit für die
Entscheid
findung
erforderlich, in den Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung vom 25. März 2013 damit, dass der aktuelle Gesundheitszustand und dessen Auswirkung auf die Leis
tungs
fähigkeit in bisheriger Tätigkeit umfassend und schlüssig abzuklären sei (Urk. 2 S. 1). In der Beschwerdeantwort vom 12. Juni 2013 trug sie vor, gemäss
ihrem
F._
sei aufgrund der vorliegenden medizinischen Unterlagen nicht
eruier
bar
,
in
wiefern die
Somatisierungsstörung
die Leistungsfähigkeit ein
schränke. Ausser
dem
habe die Beschwerdeführerin eine Verschlechterung des Gesund
heitszu
stan
des geltend gemacht. Die Gutachten der deutschen Ärzte seien in der medi
zi
nischen Beurteilung berücksichtigt worden. Diese würden je
doch genauso der freien Beweiswürdigung unterstehen, wie auch die Gutachten inländische
r
Ärzte. Die Zusatzfragen der Beschwerdeführerin würden in den Frage
n
katalog aufgenommen, soweit sie einer
rechtsgenüglichen
Begutachtung förderlich seien und nach rechtskräftiger Erledigung des Beschwerdeverfahrens ein
polydiszipli
näres
Gutachten einzuholen sei (Urk. 7).
1.2
Die Beschwerdeführerin hielt dem im Wesentlichen entgegen, sie habe bereits im verwaltungsinternen Verfahren viele Argumente vorgebracht, mit denen sich die Beschwerdegegnerin jedoch nicht eigentlich auseinandergesetzt habe. Dadurch habe sie den verfassungsmässigen Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt, weshalb der angefochtene Entscheid aufzuheben sei (Urk. 1 S. 5 f.). Sie sei weiter in Deutschland 2011 bereits umfangreich gutachterlich untersucht worden und die Gutachter hätten auf eine volle Arbeitsunfähigkeit geschlossen. Die ICD-10-Diagnosen seien im In- und Ausland an die gleichen Befunde ge
knüpft und auch die Ermittlung des Vorliegens einer vollen Arbeitsunfähigkeit geschehe nach gleichen Kriterien. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung sei es für die schweizerische Leistungsprüfung nicht Voraussetzung, dass in der Schweiz zusätzliche medizinische Erhebungen durchgeführt würden. Zudem komme hinzu, dass auch mehrere Ärzte aus der Schweiz eine dauerhafte 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestätigt
hätten
(Urk. 1 S. 6). Selbst für den Fall, dass ihr ein Invalideneinkommen von Fr. 72‘000.
angerechnet
würde, erhielte sie aufgrund des hohen
Valideneinkommens
von Fr. 240‘000.-- eine ganze Rente (Urk. 1 S. 7)
.
2.
2.1
Gegen verfahrensleitende Verfügungen der Beschwerdegegnerin (Art. 52 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungs
rechts
,
ATSG) ist die Beschwerde an das Sozialversicherungsgericht zulässig (Art. 56 Abs. 1 ATSG), soweit darin Einwendungen formeller Natur gegen Sach
verstän
dige
oder
gewisse materielle Einwendungen
,
beispielsweise es handle sich um eine unnötige
second
opinion
sowie Einwendungen gegen Art oder Umfang der Begutachtung (beispiels
weise betreffend die Auswahl der medizinischen Diszip
linen) oder gegen
einzelne Sachverständige (etwa betreffend deren
Sachkompe
tenz
, BGE 138 V 271
E. 1.1), geltend gemacht werden (BGE 132 V 93 E. 6.5).
Da die Beschwerdeführerin sinngemäss vortrug, die erneute polydisziplinäre Begut
achtung laufe auf eine unnötige
second
opinion
hinaus, ist auf die Beschwerde einzutreten.
2.2
Soweit die Beschwerdeführerin eine Verletzung des rechtlichen Gehörs rügt (Urk. 1 S. 5 f.), kann offen bleiben, ob der IV-Stelle mit Blick auf die eher knapp begründete Verfügung vom 25. März 2013 eine Verletzung der
Begrün
dungs
pflicht
vorgeworfen werden kann, da eine allfällige Verletzung des rechtlichen Gehörs jedenfalls als leicht zu qualifizieren
wäre und dementsprechend als ge
heilt gelten müsste, da das urteilende Gericht über eine volle Kognition verfügt und die Beschwerdeführerin zu allen Punkten umfassend Stellung nehmen konnte. Die Rückweisung würde sodann zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen, die
mit dem Interesse der betroffe
nen Partei an einer
beförderlichen
Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren
wären (vgl. BGE 133 I 201 E
. 2.2. S. 204,
132 V 387 E. 5.1 S. 390 mit Hin
weis).
3.
3.1
Weiter ist streitig und zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht eine
poly
disziplinäre
Begutachtung der Beschwerdeführerin angeordnet hat.
3.2
Vorab ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdegegnerin nicht an den
deut
schen Rentenbescheid gebunden
ist.
Am 1. Juni 2002 ist das Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die Fre
izügigkeit (Freizügigkeitsabkom
men; FZA) in Kraft getreten
. Nach
Art. 1 Abs. 1 des auf der Grundlage des Art. 8 FZA ausgearbeiteten und Bestandteil des Abkommens bildenden (Art. 15 FZA) Anhangs II ("Koordinie
rung der Sys
teme der sozialen Sicherheit") des FZA in Verbindung mit Abschnitt A dieses Anhangs
wenden
die Vertragsparteien untereinander unter anderem die am 1. April 2012 für die Schweiz in Kraft getretene
Verordnung (EG) Nr. 883/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 2
9.
April 2004 zur Koordinie
rung der Systeme der sozialen Sicherheit
(nachfolgend: Verordnung 883/2004)
,
geändert durch die Verordnung (EG) Nr. 988/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 1
6.
September 2009
zur Änderung der Verord
nung (EG) Nr.
883/2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit und zur Festl
egung des Inhalts ihrer Anhänge an (AS 2012 2345)
. D
ie Verordnung
883/2004
ersetzt
die Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 des
Rates vom 14.
Juni 1971 zur Anwendung der Systeme der sozialen Sicherheit auf
Arbeit
nehmer und Selbständige sowie deren Familienangehörige, die innerhalb der
Gemein
sc
haft zu- und abwandern (nachfolgend Verordnung 1408/71)
. Gemäss Art. 87 Abs. 1 (Übergangsbestimmungen) begründet
die Verordnung 883/2004 kei
nen Anspruch für den Zeitraum
vor dem Beginn ihrer Anwendung.
Laut Randziffer 1010.1, 4/12, des Kreisschreibens über das Verfahren zur Leistungsfestsetzung in der AHV/IV (KSBIL), welches sich auf die bilateralen Abkommen Schweiz-EU und die Abkommen mit der EFTA bezieht, werden Leistungsansprüche, über die nach dem Inkrafttreten der V
erordnung
883/
20
04 verfügt wird, auf der Grund
lage dieser neuen Verordnung festgestellt.
Da die Beschwerdegegnerin erst nach Inkrafttreten der
Verordnung
883/
20
04 verfüg
t hat
, ist diese anwendbar. Für d
ie Beschwerdeführerin
, welche
sowohl in der Schweiz als auch in Deutsc
hland er
werbstätig war, galten
nacheinander die Rechtsvorschriften von zwei Mitglied
staaten, wobei
es sich bei diesen
Rechtsvorschriften nicht
um
solche des Typs A gemäss Art. 44 Abs.
1
der
Verordnung 883/2004
handelt. Entsprechend erhält die Beschwerdeführerin Leistungen nach Kapitel 5 (
Art. 46
Abs.
1
Verordnung 883/2004).
Obwohl
im Bereich der Inval
i
ditätsrenten Titel III Kapitel 5
der
Ver
ordnung 883/2004
gilt
, welcher jedem Staat die Ausrichtung einer Teilrente pro
rata
temporis
vorschreibt, welche die versicherte Person unter dessen Sozial
recht zugebracht ha
t, schliesst Art. 46 Abs. 3 der Verordnung 883/2004 eine Bindungswirkung der Invaliditätsfestsetzung durch den Versicherungsträger des einen Vertragsstaates für die Träger der anderen Vertragsstaaten aus, sofern nicht die in den Rechtsvorschriften dieser Mitgliedstaaten festgelegten Definiti
onen des Grads der Invalidität in Anhang VII als übereinstimmend anerkannt sind, was für die Schweiz nicht zutrifft. Aus dem Dargestellten erhellt, dass die Invaliditätsbemessung durch die Deutsche Rentenversicherung nach deutschen Bemessungsmethoden keine Bedeutung für den schweizerischen
Invalidenversi
cherungsträger
hat.
3.3
Aus d
er
Verordnung
883/2004
lässt sich ebenf
alls nicht herleiten, dass die
Be
schwerdegegnerin
a
n das deutsche Begutachtungsergebnis gebunden wäre.
So tangiert die Verordnung 883/2004 und die
dazugehörige Verordnung (EG) Nr. 987/2009 zur Festlegung der Modalitäten für die Durchführung der Verord
nung 883/2004 (Durchführungsverordnung,
DVO
)
die Freiheit der
Vertrags
staaten
, ihre Sozialversicherungssysteme eigenständig zu gestalten, nicht (
Urteil
des Bundesgerichts 9C_952/2011 vom 7. November 2012 E. 2.4
mit Hinweis
).
Entsprechend ist in Art. 49 Abs. 2 DVO festgehalten, dass jeder Träger entspre
chend seinen Rechtsvorschriften den Antragsteller von einem Arzt oder einem anderen Experten seiner Wahl untersuchen lassen kann. Der Träger eines Mit
gliedstaats berücksichtigt jedoch die von den Trägern aller anderen Mitglied
staaten erhaltenen ärztlichen Unterlagen und Berichte sowie die verwaltungs
mässigen Auskünfte ebenso, als wären sie in seinem eigenen Mitgliedstaat erstellt worden.
Somit besteht kein Raum für eine Regel, wonach abschliessend auf
in einem Mitgliedstaat ausgefertigte ärztliche Berichte abzustellen wäre:
Be
stimmt sich der Leistungsanspruch nach dem materiellen Recht des
Vertrags
staats
, so leitet sich auch aus dem einzelstaatlichen Recht ab,
welche Fragen der ärztlichen Klärung bedürfen, welche Anforderungen an den Nachweis des rechtserheblichen medizinischen Sachverhalts gestellt werden und mit welchen Mitteln dieser Nachweis geführt wird (Urteil des Bundesgerichts 9C_952/2011
, a.a.O., E.
2.4
)
.
3.
4
Es bleibt zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin mit der geplanten
polydiszipli
nären
Begutachtung eine
nicht zulässige
s
econd
opinion
einholen wollte
.
Vorab
ist
darauf hinzuweisen, dass bislang noch kein polydisziplinäres Gutachten
er
stattet wurde
, auch nicht in Deutschland.
Bei den Gutachten von
Dres
.
C._
und
D._
handelt
es
sich um zwei Einzelgut
achten, sind diesen nämlich keinerlei Anhaltspunkte zu entnehmen, wonach die beiden Gutachter in irgend
einer Form miteinander in Kontakt gestanden wären und sich auf ein gemein
sames Begutachtungsergebnis geeinigt hätten. Weiter ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin z
war
bereits
in Deutschland begutachtet worden
ist
,
die Gutachten
jedoch gemäss den in Deutschland geltenden Begutachtungsanfor
derungen
erstellt worden sind
.
Bereits eine abstrakte Betrachtungsweise lässt den Schluss zu, dass
die
Anforderungen an die
Feststellung und die Begründung einer
medizinisch-theoretische
n
Arbeits
un
fähigkeit
von Land zu Land unter
schiedlich
ausfallen und zudem einem stet
en Wandel unterliegen, was bei
spielsweise die umfangreiche
bundesgerichtliche
Rechtsprechung zur
Überwind
barkeit
psychischer Beschwerden aufzeigt
(vgl.
BGE 130 V 352 E. 2.2.3 und 2.2.4
)
.
Es ist aber auch konkret d
avon auszugehen, dass
die Gutachten von
Dres
.
C._
und
D._
den hiesigen Anforderungen an ein beweiskräftiges Gutachten
nicht
genügen
.
So erachtete
der
F._
, welchem
eine erhöhte Erfahrung mit der Beurteilung ausländischer Gutachten und ein entsprechendes Know-how hinsichtlich der
divergierenden Anforderungen an die
Begutach
tungspraxis
in den verschiedenen Ländern zuzusprechen ist, eine
polydiszipli
näre
Begutachtung als angezeigt.
Weiter unterzog
Dr.
D._
die von ihm gestellten psychiatrischen Diagnosen nicht der von der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung geforderten Überpr
üfung auf deren Überwindbarkeit
.
D
ie Diag
nosen
der mittelgradigen depressiven Episode im Rahmen einer akuten
Belas
tungssituation
mit multipler
Somati
sierung
(Urk. 8/47/4) zeitigen
grundsätzlich keine Einschränkung auf die Arbeitsfähigkeit, es sei denn, sie wären ausnahms
weise nicht überwindbar
(Urteile des Bundesgerichts 8C_80/2011 vom 14. Juni 2011 E. 6.3.2, 9C_209/2011 vom 27. Mai 2011 E. 3.2
)
.
Entgegen dem Vorbrin
gen der Beschwerdeführerin sind damit im Gutachten von Dr.
D._
Anhaltspunkte für eine
Somatisierungsstörung
enthalten.
Solche finden sich im Übrigen a
uch im Bescheid des
I._
vom 28. Oktober 2011, mit welchem eine Behinderung mit einem Behinderungsgrad von 60
unter anderem auch gestützt auf eine seelische Störung in Form einer
somatoformen
Schmerzstörung
festgestellt wurde
(Urk. 8/60).
Ferner enthält das Gutachten von Dr.
D._
weder
eine Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit
noch ein
Belastungsprofil einer solchen angepassten Tätig
keit.
Kommt hinzu, dass
Dr.
D._
eine Verbesserung der Beschwerden durch die Entpflichtung
prognostizierte
und daher eine Nachuntersuchung in eineinhalb Jahren
,
mithin ca. Ende März 2013,
empfahl
(Urk. 8/48/5)
.
Die an
gefochtene Zwischenverfügung datiert vom 25. März 2013 (Urk. 2).
Dr.
C._
attestierte
in seinem Gutachten vom 5. September 2011 (Urk. 8/46)
zwar eine Erwerbsunfähigkeit, unterliess jedoch deren genaue Bezifferung. Er erachtete eine Erwerbsunfähigkeit in der Zusammenschau mit den übrigen Erkrankungen als wahrscheinlich
(Urk. 8/46/3)
. Da sich
Dr.
C._
nicht auf eine Arbeitsunfä
higkeit in bestimmter Höhe festlegen konnte, kann auf seine Schlussfolgerung nicht ohne
Weiteres
abgestellt werden.
Bei Dr.
H._
und
Dr.
med.
J._
,
Facharzt FMH Innere Medizin, handelt es sich um behandelnde
Ärzte
. Hierzu ist festzuhalten, dass
das Gericht in Bezug auf Berichte von Hausärzten sowie behan
delnden Ärzten der Erfahrungstatsache Rechnung tragen darf und soll, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
Dr.
J._
begnügte sich in seinem undatierten Be
richt (
Urk. 8/65)
mit der Auflistung von Diagnosen ohne Angaben zu Befunden und Arbeitsfähigkeit
. Dr.
H._
begründete die von ihr
im Bericht vom 10. Februar 2012 (Urk. 8/22)
attestierte Arbeitsunfähigkeit von 100 % unter Hinweis auf das Gutachten von Dr.
D._
. Weshalb dessen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit jedoch nicht beweistauglich ist, wurde bereits dargelegt.
Entge
gen den Ausführungen der Beschwerdeführerin vermag die
vertrauensärztliche Stellungnahme von Dr.
K._
zuhanden der P
ensionskasse der
A._
AG vom 18. April 2012 (Urk. 8/27)
ein polydisziplinäres Gutachten
nicht
zu erset
zen
. So führte Dr.
K._
lediglich ein Gespräch mit der Beschwerdeführerin und keine
Untersuchung durch. Weiter verfügte er nicht über die vollständigen medizini
schen Akten. Seine Beurteilung ein
er 100%igen Arbeitsunfähigkeit schliesslich ergab sich aus den von der Beschwerdeführerin geklagten Be
schwerden unterschiedlichster medizinischer Fachrichtungen, weshalb er sich als Allgemeinmediziner mit seiner Einschätzung ausserhalb seines Fachgebietes
bewegte
und nur schon deshalb Zweifel an der Beweiskraft seines Berichts an
gebracht sind. Inwiefern die Beschwerdeführerin mit dem Hinweis, Dr.
K._
habe den Bericht zuhanden der Pensionskasse verfasst, welche nun ihren eige
nen vertrauensärztlichen Bericht als nicht beweiskräftig kritisiere, etwas zu ihren Gunsten abzuleit
en vermag, legte sie nicht dar.
3.
5
Zusammengefasst ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin den medizini
schen Sachverhalt zu Recht als zu wenig abgeklärt erachtete. Da sich die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Unzumutbarkeit einer erneuten Be
gutachtung aufgrund ihres Gesundheitszustandes anhand der Akten nicht veri
fizieren lässt, ist die Anordnung einer polydisziplinären Begutachtung nicht zu beanstanden.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.