Decision ID: 89dda001-24fe-53b8-bb38-e00d45ec0f4b
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherter) war bei der B._ AG als Elektromonteur
angestellt und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva)
gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er am 12. Februar 2013 eine
Frontalkollision mit einem aus der Gegenrichtung kommenden und auf seine Fahrbahn
geratenen Personenwagen erlitt (Suva-act. 1, 14, 53). Der Versicherte wurde
unverzüglich mit der Ambulanz ins Kantonsspital Frauenfeld gefahren, dessen Ärzte
laut Austrittsbericht vom 18. Februar 2013 nach einer klinischen Untersuchung und
verschiedenen radiologischen Untersuchungen sowie nach einer Laboruntersuchung
einen Status nach Polytrauma am 12. Februar 2013 mit Claviculafraktur links,
Pneumothorax links, Ellenbogenluxationsfraktur (Olecranonfraktur) links, Patellafraktur
rechts und Sternumfraktur diagnostizierten. Für den Pneumothorax wurde dem
Versicherten eine Thoraxdrainage gelegt, der linke Ellbogen wurde geschlossen
reponiert. Auf Wunsch des Versicherten erfolgte noch am 12. Februar 2013 die
Verlegung in die Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates des Kantonsspital St. Gallen (nachfolgend: KSSG; Suva-act. 11,
15), wo die mehrfragmentäre intraartikuläre dislozierte Olecranonfraktur links, die
Claviculafraktur links und die Patellatrümmerfraktur rechts am 12. bzw. 14. Februar
2013 offen repositioniert und osteosynthetisch versorgt wurden (Suva-act. 16, 35, 37).
Die Sternumfraktur wurde konservativ behandelt. Am 28. Februar 2013 wurde der
Versicherte aus dem Spital entlassen und trat für einen stationären Aufenthalt in die
Rehaklinik Bellikon ein. Dort weilte er bis 10. April 2013 (Suva-act. 29, 36, 48). Die Suva
anerkannte ihre Leistungspflicht und erbrachte die gesetzlichen Leistungen
(Heilkosten- und Taggeldleistungen; Suva-act. 22, 24, 30, 33).
A.b Am 8. und 24. Mai 2013 sowie am 31. Juli 2013 fanden klinische und
radiologische Verlaufsuntersuchungen in der Klinik für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates des KSSG statt. Diejenigen vom 8. Mai und
31. Juli 2013 umfassten das rechte Knie, wogegen am 24. Mai 2013 die linke Clavicula
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sowie der linke Ellbogen untersucht worden waren (Suva-act. 55, 62, 80). Am 2.
September 2013 fand in der Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates des KSSG die Osteosynthesematerialentfernung am rechten
Knie statt (Suva-act. 92 f.). Nachdem der Versicherte vordem in seiner angestammten
Tätigkeit seit 10. Juni 2013 wieder zu 50% arbeitsfähig gewesen war (Suva-act. 57 f.,
61, 65, 72, 85), trat er nach der Osteosynthesematerialentfernung seine Arbeit am 23.
November 2013, mit Ausnahme der Therapiezeiten, wieder mit voller Präsenzzeit an
(Suva-act. 97, 99; vgl. dazu auch act. G 5.2).
A.c Am 6. Januar 2014 stellte sich der Versicherte in der Klinik für Orthopädische
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates des KSSG für eine klinische
und radiologische Verlaufsuntersuchung des rechten Knies vor und erklärte, dass ihm
bei Beugung eine gewisse Krepitation mit einem schmerzlosen Geräusch auffalle. Die
Röntgenuntersuchung zeigte eine vollständig verheilte Patellatrümmerfraktur mit einer
leichten Unruhe lateral sowie im Bereich des unteren Patellapols (Suva-act. 105). Am
13. Februar 2014 folgte in der Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie
des Bewegungsapparates des KSSG eine Nachkontrolle der Clavicula- und
Olecranonfraktur. In den diesbezüglichen Röntgenuntersuchungen kamen komplett
konsolidierte Frakturen und sich in situ befindendes Osteosynthesematerial zur
Darstellung (Suva-act. 110).
A.d Am 4. April 2014 wurde der Versicherte durch den Kreisarzt der Suva, Dr. med.
C._, Facharzt für Chirurgie FMH, untersucht. Dr. C._ bestätigte eine volle
Arbeitsfähigkeit des Versicherten in der angestammten Tätigkeit und schätzte den
Integritätsschaden des Versicherten wegen einer mässigen Femoropatellararthrose auf
10%. Weiter riet er dem Versicherten, sich wegen eines eventuell notwendigen
Rückflächenersatzes der Patella des rechten Knies in der Klinik D._ vorzustellen
(Suva-act. 116 f.).
A.e Gestützt auf diese kreisärztliche Beurteilung legte die Suva den
Integritätsschaden mit Verfügung vom 22. April 2014 auf 10% fest und sprach dem
Versicherten dementsprechend aufgrund eines massgebenden Jahresverdienstes von
Fr. 126‘000.-- eine Integritätsentschädigung von Fr. 12‘600.-- zu (Suva-act. 119).
B.
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B.a Am 30. April 2014 erhob der Versicherte, damals vertreten durch Rechtsanwalt
Dr. iur. R. Strehler, Ettenhausen-Aadorf, Einsprache mit dem Antrag, die Verfügung
vom 24. (richtig: 22.) April 2014 sei aufzuheben und es sei dem Versicherten eine
Integritätsentschädigung nach Massgabe ergänzender Abklärungen, mindestens aber
von 20%, zuzusprechen (Suva-act. 124).
B.b Am 26. Mai 2014 unterbreitete die Suva Dr. C._ ein Schreiben des vom
Versicherten neu beauftragten Rechtsanwalts, Dr. iur. K. Glavas, Muolen, vom 24. Mai
2014 mit den Fragen, ob für die Ellbogenluxationsfraktur keine
Integritätsentschädigung geleistet werde und wie es sich mit einer allenfalls
fortschreitenden Femoropatellararthrose verhalte. Dr. C._ bestätigte hierauf am 3.
Juni 2014 seine Integritätsschadenschätzung vom 4. April 2014 (Suva-act. 131 f.).
B.c Am 5. Juni 2014 wurde das rechte Kniegelenk des Versicherten in der Klinik
D._ klinisch und röntgenologisch untersucht (Suva-act. 134). Am 27. Juni 2014 folgte
auf Empfehlung der Klinik D._ eine MRI-Untersuchung des rechten Knies in der Klinik
für Radiologie und Nuklearmedizin des KSSG. Zusätzlich wurden das linke
Schultergelenk und der linke Ellbogen einer MRI-Untersuchung unterzogen (Suva-act.
134, 138).
B.d Mit Schreiben vom 4. August 2014 bezeichnete es Rechtsanwalt Glavas als
unklar, ob die Integritätsschadenschätzung bezüglich des linken Schultergelenks und
insbesondere des linken Ellbogens erst nach der Entfernung des
Osteosynthesematerials vorgenommen werde (Suva-ct. 143). Dr. C._ erklärte am 21.
August 2014, dass der Gesundheitszustand des linken Ellbogens keine
Integritätsentschädigung rechtfertige (Suva-act. 149). Inzwischen hatte der Versicherte
am 14. August 2014 wegen des rechten Kniegelenks erneut die Klinik D._ konsultiert
(Suva-act. 147).
B.e Mit Einspracheentscheid vom 29. August 2014 wies die Suva die Einsprache
des Versicherten vom 30. April 2014 gegen die Verfügung vom 22. April 2014 ab (Suva-
act. 153).
C.
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C.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die vom Versicherten
(nachfolgend: Beschwerdeführer) am 26. September 2014 eingereichte Beschwerde
mit dem Antrag, der Einspracheentscheid sei aufzuheben und die Suva (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) sei zu verpflichten, ihm für die durch den Verkehrsunfall vom 12.
Februar 2013 erlittenen Verletzungen die angemessenen Integritätsentschädigungen
zuzusprechen (act. G 1).
C.b In der Beschwerdeantwort vom 31. Oktober 2014 beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde (act. G 3).
C.c Mit Schreiben vom 11. Dezember 2014 reichte der Beschwerdeführer eine
Aufstellung der Arbeitgeberin über seine „Fehlzeiten von September bis
November“ (act. G 5.2) sowie einen Kurzaustrittsbericht der Klinik für Orthopädische
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates des KSSG vom 17. November
2014 ein. Diesem zufolge hatte sich der Beschwerdeführer vom 17. bis 18. November
2014 im KSSG zur Osteosynthesematerialentfernung im Bereich der Clavicula links und
des Ellbogens links aufgehalten (act. G 5.3).
C.d Mit Schreiben vom 15. Dezember 2014 schloss das Versicherungsgericht den
Schriftenwechsel ab (act.G 6).

Erwägungen
1.
1.1 Gemäss Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine
angemessene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde
erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet.
Art. 36 Abs. 1 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202)
bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich
während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht; er ist erheblich,
wenn die körperliche, geistige oder psychische Integrität, unabhängig von der
Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird (vgl. auch BGE 124 V 209;
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Thomas Frei, Die Integritätsentschädigung nach Art. 24 und 25 des Bundesgesetzes
über die Unfallversicherung, Freiburg 1998, S. 33 ff.).
1.2 Die Bemessung der Integritätsentschädigung richtet sich laut Art. 25 Abs. 1 UVG
nach der Schwere des Integritätsschadens, welcher sich wiederum nach dem
medizinischen Befund richtet. Bei gleichem medizinischen Befund ist der
Integritätsschaden für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär bemessen.
Spezielle Behinderungen der betroffenen Person bleiben dabei unberücksichtigt (BGE
124 V 35 f. E. 3c, 113 V 221 E. 4b). Die Bemessung des Integritätsschadens hängt
somit nicht von den besonderen Umständen des Einzelfalls ab; es geht vielmehr um die
medizinisch-theoretische Ermittlung der Beeinträchtigung der körperlichen und/oder
geistigen Integrität, wobei subjektive Faktoren ausser Acht zu lassen sind (BGE 115 V
147 E. 1). Die Schätzung des Integritätsschadens ist eine ausschliesslich ärztliche
Angelegenheit. Die Skala der Integritätsschäden im Anhang 3 zur UVV erlaubt es dem
Arzt oder der Ärztin, grundsätzlich jeden Integritätsschaden annähernd vergleichbaren
Integritätsschäden in dieser Skala zuzuordnen. Trotzdem hat sich in der Praxis das
Bedürfnis zur differenzierten listenmässigen Erfassung der Integritätsschäden
manifestiert. Die Suva hat in der Folge, basierend auf der erwähnten Skala und unter
Berücksichtigung dieser verbindlichen Werte, weitere Schätzungsgrundlagen in
tabellarischer Form erarbeitet (Mitteilungen der Medizinischen Abteilung der Suva Nr.
57 bis 59, Tabellen 1 bis 16). Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen
stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für die Parteien nicht verbindlich, umso
mehr als Ziffer 1 der Richtlinien im Anhang 3 zur UVV bestimmt, dass der in der Skala
angegebene Prozentsatz des Integritätsschadens für den Regelfall gilt, welcher im
Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch
lediglich als Richtwerte angesehen werden, mit denen die Gleichbehandlung aller
versicherten Personen gewährleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV
vereinbar (BGE 124 V 32, BGE 116 V 157; RKUV 1987 Nr. U 21 S. 328 und Nr. U 31 S.
438).
1.3 Wenn ein oder mehrere versicherte Ereignisse zusammen zu mehreren
körperlichen, geistigen oder psychischen Beschwerden führen, ist eine
Integritätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung festzusetzen (Art. 36
Abs. 3 UVV). Zuerst empfiehlt sich die gesonderte Schätzung der einzelnen Schäden,
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um anschliessend den Gesamtwert ermitteln zu können. Geringe Beeinträchtigungen
bleiben ohne Entschädigung. Aus Art. 36 Abs. 3 UVV, Anhang 3 Ziff. 1, kann abgeleitet
werden, dass die Grenze der Erheblichkeit bei 5% liegt. D.h., die Integritätseinbusse
muss bei der Bemessung mindestens 5% erreichen. Allerdings werden die den
einzelnen Schädigungen entsprechenden Prozentzahlen zusammengezählt, wenn eine,
mehrere oder alle davon für sich die Schwelle von 5% nicht erreichen; die
Entschädigung ist geschuldet, sobald die Summe der Prozentzahlen die
Erheblichkeitsgrenze von 5% übersteigt (Thomas Frei, a.a.O., S. 47; RKUV 1988 Nr. U
48 S. 234 ff.). Als Grenze gilt laut Art. 25 Abs. 1 UVG der Höchstbetrag des
versicherten Jahresverdienstes. Die Gesamtentschädigung darf diesen nicht
übersteigen (Thomas Frei, a.a.O., S. 44 ff.).
1.4 Bei der Schätzung der Beeinträchtigung der Integrität hat der Arzt oder die
Ärztin festzustellen, in welcher Hinsicht die versicherte Person durch den Unfall noch
körperlich oder geistig/psychisch geschädigt ist. Sie haben sich im Weiteren dazu zu
äussern, welche dieser Schäden als dauernd zu betrachten sind, d.h. voraussichtlich
während des ganzen Lebens mindestens im gleichen Umfang bestehen bleiben. Bei
geringfügigen Verletzungsfolgen hat sich der Arzt oder die Ärztin zur Frage zu äussern,
ob die Schädigung im Hinblick auf die im Anhang 3 zur UVV enthaltenen
Listenpositionen als erheblich, d.h. augenfällig oder stark, zu gelten hat.
Gegebenenfalls haben sie zudem auf voraussehbare Verschlimmerungen aufmerksam
zu machen. Anschliessend ist es Sache der Verwaltung bzw. des
Sozialversicherungsgerichts, die ärztlichen Schlussfolgerungen daraufhin zu prüfen, ob
sie den gesetzlichen Anforderungen gerecht werden.
1.5 Die Schätzung der Integritätseinbusse einer versicherten Person ist ein
Ermessensentscheid. Bei dessen Überprüfung geht es um die Frage, ob der Entscheid,
den die Behörde nach dem ihr zustehenden Ermessen im Einklang mit den allgemeinen
Rechtsprinzipien in einem konkreten Fall getroffen hat, nicht zweckmässigerweise
anders hätte ausfallen sollen. Das Sozialversicherungsgericht darf sein Ermessen nicht
ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss sich auf
Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als
naheliegender erscheinen lassen (vgl. BGE 126 V 81 E. 6 bzw. BGE 123 V 15 E. 2 mit
Hinweisen).
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2.
Vorliegend ist streitig und zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin die
Integritätsentschädigung richtig beurteilt hat. Sie hat dem Beschwerdeführer im
angefochtenen Einspracheentscheid eine Integritätsentschädigung basierend auf
einem Integritätsschaden von 10% zugesprochen (Suva-act. 153) und sich dabei
insbesondere auf die kreisärztliche Beurteilung von Dr. C._ vom 4. April 2014
abgestützt (Suva-act. 117). Dieser legte seiner Beurteilung - entsprechend den vom
Beschwerdeführer beim Verkehrsunfall erlittenen Verletzungen sowie den bei ihm
nachfolgend durchgeführten operativen Behandlungen (vgl. dazu Suva-act. 11, 15 f.,
16, 35, 37, 92 f.) - folgende Diagnose zu Grunde: Verkehrsunfall mit Polytrauma am 12.
Februar 2013 mit: Patellatrümmerfraktur rechts, Status nach offener Reposition und
Zuggurtungsosteosynthese am 14. Februar 2013, Ostesynthesematerial inzwischen
entfernt; Ellbogenluxationsfraktur links mit Olecranonfraktur und proximaler
Radiusluxation, Status nach offener Reposition und Plattenosteosynthese;
Claviculaschaftfraktur links, Status nach offener Reposition und Plattenosteosynthese;
Thoraxtrauma mit Pneumothorax links und Sternumfraktur. Dauernde und erhebliche
Unfallfolgen betrachtete Dr. C._ in Bezug auf das rechte Knie als gegeben. Es handle
sich um eine mässige Femoropatellararthrose, die gemäss der Suva-Feinrastertabelle
Nr. 5 mit 10% bewertet werde (Suva-act. 117). Der Beschwerdeführer beantragt
demgegenüber eine angemessene Erhöhung der Integritätsentschädigung unter
Berücksichtigung der durch den Verkehrsunfall erlittenen Verletzungen. Die
Beschwerdegegnerin habe die erlittenen Verletzungen bzw. die verbliebenen Folgen
bagatellisiert. So sei die Femoropatellararthrose am rechten Kniegelenk nicht als
schwer eingestuft und für die massiven Restfolgen am linken Ellbogen, der linken
Clavicula und der Sternumfraktur gar keine Integritätsentschädigung zugesprochen
worden (act. G 1).
3.
Vorab ist der Zeitpunkt der Integritätsschadensschätzung zu prüfen.
3.1 Laut Art. 24 Abs. 2 UVG wird die Integritätsentschädigung mit der Invalidenrente
festgesetzt oder, falls kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen
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Behandlung gewährt. Das Erreichen des medizinischen Endzustands bildet
demgemäss die Voraussetzung für die Prüfung der Rentenfrage und der
Integritätsentschädigung. Für die Bejahung des medizinischen Endzustands wird keine
vollständige Schmerzfreiheit vorausgesetzt (Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 134 V 112 ff. E. 3
und 4; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 143, 145). Ebenfalls nicht
verlangt wird, dass gar keine ärztliche Behandlung mehr erforderlich ist (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 4. November 2008, 8C_467/2008, E. 5.2.2.2). Von einem
medizinischen Endzustand ist auch dann nicht auszugehen, wenn eine Therapie
lediglich noch eine unbedeutende Besserung erhoffen lässt oder für eine namhafte
Besserung nur eine weit entfernte Möglichkeit besteht (Alfred Maurer,
Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 274).
3.2 Am 2. September 2013 wurde beim Beschwerdeführer das
Osteosynthesematerial an der Patella rechts entfernt (Suva-act. 93). Am 17. November
2014 folgten die Osteosynthesematerialentfernungen im linken Ellbogen und an der
linken Clavicula (act. G 5.3). Die Integritätsschadensschätzung durch Dr. C._ und die
Festsetzung der Integritätsentschädigung durch die Beschwerdegegnerin sind bereits
vor den Osteosynthesematerialentfernungen vom 17. November 2014, nämlich am 4.
bzw. 22. April 2014 und am 29. August 2014 (Suva-act. 117, 119, 153), erfolgt. Dieser
Umstand lässt jedoch insofern nicht auf eine verfrühte Prüfung des Anspruchs auf eine
Integritätsentschädigung schliessen, als das Vorhandensein von
Osteosynthesematerial grundsätzlich keinen dauerhaften, erheblichen Zustand
darzustellen vermag. Dieses kann nämlich - selbstverständlich erst nach vollständig
erfolgter Konsolidation bzw. abgeschlossenem Frakturheilungsprozess, beispielsweise
bei mechanischem Stören - ohne weiteres entfernt werden (vgl. dazu Alfred M.
Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2005, S. 101, 677 f.; vgl.
dazu Suva-act. 110). Die strukturellen Unfallrestfolgen eines betroffenen Körperteils
stehen ausserdem in keinem direkten Zusammenhang zum Osteosynthesematerial
bzw. zu dessen Entfernung. Sie existieren unabhängig vom Osteosynthesematerial,
womit deren Integritätsschaden gesondert beurteilt werden kann.
3.3
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3.3.1 Auch in Bezug auf das rechte Knie ist die Integritätsschadenschätzung nicht zu
früh erfolgt. Nach der Osteosynthesematerialentfernung an der Patella rechts stellte
sich der Beschwerdeführer am 6. Januar 2014 in der Klinik für Orthopädische Chirurgie
und Traumatologie des Bewegungsapparates des KSSG vor, nachdem ihm bei
Beugung eine gewisse Krepitation mit einem schmerzlosen Geräusch am rechten Knie
aufgefallen war. Der untersuchende Arzt empfahl das Vermeiden der die Krepitationen
auslösenden belastenden Beugungen sowie das weitere Beobachten des Verlaufs und
erklärte erst bei zunehmender Störung durch die Krepitationen eine weitere
Behandlung in Form einer Abtragung und Glättung der lateralen Patella für
diskussionswürdig. Aktuell sei jedoch eine solche bei geringem Leidensdruck nicht
indiziert (Suva-act. 105). Als Erster vermerkte sodann Dr. C._ in seiner Beurteilung
des Integritätsschadens vom 4. April 2014 eine posttraumatische
Femoropatellararthrose rechts und riet dem Beschwerdeführer anlässlich der
gleichentags erfolgten kreisärztlichen Untersuchung zu einer Vorstellung in der Klinik
D._ (Suva-act. 116). Der Beschwerdeführer folgte dieser Empfehlung und stellte sich
am 5. Juni 2014 für eine klinische und röntgenologische Untersuchung des rechten
Kniegelenks in der Klinik D._ vor. Der untersuchende Arzt bestätigte die kreisärztliche
Arthrosediagnose. Zum Procedere hielt er im gleichentags erstellten
Untersuchungsbericht fest, dass die weiteren Behandlungsmöglichkeiten ausführlich
mit dem Beschwerdeführer besprochen worden seien. Zunächst sei ein MRI des
rechten Kniegelenks im KSSG durchzuführen, womit insbesondere das mediale und
laterale Gelenkkompartiment beurteilt werden solle. Therapeutisch käme einerseits ein
Ausschöpfen aller konservativen Massnahmen in Form von diagnostisch/
therapeutischen Kniegelenksinfiltrationen wie auch einer Vicosupplementation in Frage.
Die Physiotherapie als Medizinische Trainingstherapie (MTT) sollte fortgeführt werden.
Operativ bei guten Knorpelverhältnissen im medialen und lateralen
Gelenkkompartiment käme ein Femoropatellarersatz in Frage. Über einen allfälligen
operativen Eingriff sollte jedoch endgültig nach Durchführung des MRI entschieden
werden (Suva-act. 134). Die MRI-Untersuchung des rechten Knies erfolgte am 27. Juni
2014 in der Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin des KSSG (Suva-act. 138), worauf
der Beschwerdeführer am 14. August 2014 erneut in der Klinik D._ vorstellig wurde.
Der untersuchende Arzt hielt im gleichentags erstellten Bericht abermals fest, dass die
weiteren Behandlungsmöglichkeiten ausführlich mit dem Beschwerdeführer
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besprochen worden seien, und wiederholte als solche im Wesentlichen die bereits am
5. Juni 2014 festgehaltenen. Bei aktuell eher geringem Leidensdruck empfehle er
jedoch zunächst ein Ausschöpfen aller konservativen Massnahmen. In einem Jahr
werde eine klinische und radiologische Verlaufskontrolle vereinbart (Suva-act. 147).
Gestützt auf diesen Bericht der Klinik D._ sprach die Beschwerdegegnerin
Heilbehandlungsleistungen für eine MTT sowie eine antiinflammatorische Therapie zu
(Suva-act. 151, vgl. dazu auch Suva-act. 150).
3.3.2 Die in Erwägung 3.3.1 dargelegte Sachlage lässt hinsichtlich der Knieproblematik
von einem medizinischen Endzustand ausgehen. Mit der unbestrittenen Unfallrestfolge
der Femoropatellararthrose liegt ein Leiden vor, das nicht ausheilt und mit dem der
Patient leben muss. Die beim Beschwerdeführer bisher durchgeführten konservativen
Therapien vermögen einzig Erleichterung zu verschaffen. Indem die Arthrose - im
besten Fall unverändert - bestehen bleibt, kann sie als Integritätsschaden geschätzt
werden (Alfred M. Debrunner, a.a.O., S. 588 f.). Zu einem anderen Ausgleich des
Gesundheitsschadens würde unter Umständen der Ersatz des arthrotisch zerstörten
Gewebes bzw. ein Femoropatellarersatz führen (vgl. dazu Alfred M. Debrunner, a.a.O.,
S. 591). Abgesehen davon, dass im Falle des Beschwerdeführers offensichtlich keine
zwingende Indikation für einen Femoropatellarersatz besteht und ein solcher auch nicht
konkret geplant scheint, kommt jedoch dieser - allenfalls in der Zukunft stattfindenden
- Arthrosetherapie hinsichtlich der Frage der Beendigung der ärztlichen Behandlung
keine Bedeutung zu. In Analogie zur Rechtsprechung des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts (EVG) in RKUV 2001 Nr. U 445 S. 55 unterscheidet sich nämlich
die Bemessung des Integritätsschadens vor und nach dem Femoropatellarersatz
insofern nicht, als diese ohne Berücksichtigung eines korrigierten Zustands erfolgt (vgl.
auch Urteil des EVG vom 11. September 2002, U 313/02, E. 3). Die vereinbarte
Verlaufskontrolle dient schliesslich offenbar insbesondere der Prüfung der Indikation für
einen femoropatellaren Ersatz bzw. einer allfälligen Verschlimmerung der Arthrose.
Auch letztere tangiert jedoch nicht die Frage des Behandlungsabschlusses, sondern
die Schätzung des Integritätsschadens (vgl. nachfolgende Erwägung 4.1; Art. 36 Abs. 4
UVV).
3.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Integritätsschadensschätzung der
Beschwerdegegnerin am 22. April bzw. 29. August 2014 (Suva-act. 119, 153) bzw.
diejenige von Dr. C._ am 4. April 2014 (Suva-act. 117) nicht zu früh erfolgt ist.
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4.
Der Beschwerdeführer erhebt verschiedene Einwände gegen die dem angefochtenen
Einspracheentscheid zu Grunde liegende Integritätsschadensbemessung von Dr. C._
vom 4. April 2014 (Suva-act. 117).
4.1 Eine höhere Integritätsentschädigung sieht er zunächst mit Blick auf die
Bewertung des Schweregrads der Femoropatellararthrose geschuldet. Der
Integritätsschaden bei einer - wie von Dr. C._ angenommenen - mässigen
Femoropatellararthrose beträgt laut Suva-Tabelle 5 mit dem Feinraster zu den
Arthrosen 5 bis 10%, derjenige bei einer schweren Femoropatellararthrose 10 bis 25%.
Die MRI-Untersuchung des rechten Knies in der Klinik für Radiologie und
Nuklearmedizin des KSSG vom 27. Juni 2014 brachte eine kleine posttraumatische
Chondropathie Grad 4 femoropatellar sowie eine patellare Gelenkflächenirregularität
zur Darstellung (Suva-act. 138). Die Ärzte der Klinik D._ diagnostizierten daraufhin in
ihrem Bericht vom 14. August 2014 ohne Bezeichnung des Schweregrads eine
posttraumatische Femoropatellarathrose Kniegelenk rechts bei Zustand nach
Polytrauma vom 12. Februar 2013 mit Patellatrümmerfraktur rechts. Der
Beschwerdeführer selbst berichtete, von Seiten des rechten Kniegelenks
beschwerdearm zu sein. Bei vermehrter Belastung bestünden Schmerzen
femoropatellär, wie auch ein intermittierendes Krepitieren ohne Schmerzauslösung.
Eine regelmässige Analgetika-Einnahme sei nicht notwendig (Suva-act. 147). Das von
Dr. C._ im Rahmen seiner klinischen Untersuchung vom 4. April 2014 geprüfte
Bewegungsausmass des rechten Kniegelenks nach der Neutral-0-Methode hatte - wie
bereits die frühere klinische Untersuchung in der Klinik für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates vom 6. Januar 2014 (Suva-act. 105) -
Normwerte ergeben (vgl. Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch 2013, 264. Aufl. Berlin
2012, S. 1463: 5°-10°/0°/120°-150°), die zudem nur bei Beugung des Knies eine
Abweichung von 10° gegenüber links zeigten. Die Umfangmasse im Bereich des
Kniegelenkspalts und der Patella rechts und links wichen nur 1 cm voneinander ab
(Suva-act. 116). Dr. C._ veranschlagte den dem Beschwerdeführer durch die
Arthrose im rechten Kniegelenk entstandenen Integritätsschaden mit 10% am obersten
Rand der Bandbreite einer mässigen Femoropatellararthrose. Der dargelegten
medizinischen Aktenlage sind keine Hinweise zu entnehmen, welche an der
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Zuverlässigkeit der kreisärztlichen Beurteilung zweifeln liessen. Wenn überhaupt, liesse
sich in Übereinstimmung mit der Beschwerdegegnerin bemerken, dass sie eher als
zuvorkommend zu bezeichnen ist. Nachdem die medizinischen Akten auch keine
Anhaltspunkte für eine überwiegend wahrscheinlich nachgewiesene, zeitlich fassbare
und quantifizierbare Verschlimmerung enthalten (vgl. dazu Art. 36 Abs. 4 UVV), ist die
Schätzung von Dr. C._ als nachvollziehbar und schlüssig zu bezeichnen. Auf seine
Schlussfolgerung, dass für die Femoropatellarthrose rechts eine
Integritätsentschädigung von 10% geschuldet sei, kann somit abgestellt werden. Es
besteht kein Anlass für eine weitere Abklärung des fraglichen unfallbedingten
Integritätsschadens. Die Beschwerdegegnerin weist im angefochtenen
Einspracheentscheid jedoch richtigerweise darauf hin, dass dieser Entscheid eine
allfällige künftige Erhöhung der Entschädigung im Fall einer erheblichen und
dauerhaften Verschlimmerung nicht ausschliesst. Die derzeitige blosse Möglichkeit
einer Verschlimmerung, die bei einer Arthrose eigentlich immer angenommen werden
kann, genügt jedoch vorderhand nicht für eine höhere Integritätsentschädigung (vgl.
dazu Urteil des EVG vom 21. April 2006, U 463/05, E. 2.2.1).
4.2 Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, bei der
Integritätsschadensbemessung seien zusätzliche erhebliche und dauernde
Unfallrestfolgen im Bereich des linken Ellbogens, der linken Clavicula und des
Sternums unberücksichtigt geblieben.
4.2.1 Gemäss Suva-Tabelle 5 erreicht erst eine mässige Ellbogenarthrose den
Erheblichkeitsgrad von 5%. Obschon anlässlich der MRI-Untersuchung in der Klinik für
Radiologie und Nuklearmedizin des KSSG vom 27. Juni 2014 eine ausgeprägte
Metallartefakte durch das Osteosynthesematerial in der proximalen Ulna eine
konklusive Beurteilung unmöglich machte und die Untersuchung vorzeitig abgebrochen
wurde (Suva-act. 138), erscheint die Beurteilung von Dr. C._ vom 21. August 2014,
dass am linken Ellbogen keine entschädigungspflichtige mässiggradige Arthrose
bestehe (Suva-act. 149), in keiner Weise zweifelhaft. Auch mittels klinischer
Untersuchung - namentlich durch Palpation, Inspektion und spezifische Funktions- und
Schmerztests - können pathologische Abweichungen für die Diagnose einer Arthrose
erhoben werden (vgl. dazu Alfred M. Debrunner, a.a.O., S. 586; Pschyrembel,
Klinisches Wörterbuch 2013, 264. Aufl. Berlin 2012, S. 172 f.; Roche Lexikon Medizin,
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5. Aufl. München 2003, S. 134; Leitlinien für Orthopädie, Hrsg.: Deutsche Gesellschaft
für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie und Berufsverband der Ärzte für
Orthopädie, 2. Aufl. Köln 2002, S. 54 f.). Die klinische Untersuchung des linken
Oberarms und Ellbogens durch Dr. C._ vom 4. April 2014 hatte - wie bereits die
klinische Untersuchung in der Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie
des Bewegungsapparates des KSSG vom 13. Februar 2014 (Suva-act. 110) - keine
Schwellung im Bereich des linken Ellbogens gezeigt und ein Druckschmerz über dem
lateralen und medialen Epicondylus sowie über dem Olecranon hatte nicht ausgelöst
werden können. Der Beschwerdeführer hatte zudem angegeben, mit dem linken Arm
problemlos 15 kg heben zu können. Zwar hatte er eine noch schmerzhaft
eingeschränkte Beweglichkeit beim Versuch, den Ellbogen voll durchzustrecken,
beschrieben. Diese hatte sich bei der klinischen, von Dr. C._ nach der Neutral-0-
Methode durchgeführten Untersuchung mit einem Bewegungsumfang bei Extension/
Flexion von 20°-0°-145° (Suva-act. 116), und auch mit der zuvor in der Klinik für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates des KSSG
durchgeführten klinischen Untersuchung vom 13. Februar 2014 nahezu identisch
erfassten Beweglichkeit (10°-0°-140°; Suva-act. 110) bestätigt. Die Feststellung von Dr.
C._, dass ein solcher, gegenüber dem ungeschädigten rechten Arm im Übrigen nicht
massgeblich abweichender Bewegungsumfang, nicht als Befund für eine
mässiggradige Arthrose gewertet werden kann, ist jedoch nicht in Zweifel zu ziehen
(vgl. dazu http://www.uksh.de/uksh_media/Dateien_Kliniken_Institute+/L
%C3%BCbeck+Campuszentrum+/Ortho_Trauma_HL/Lehre/U_Kurs_Script-
p-30350.PDF: Skript „Interdisziplinärer Untersuchungskurs“, Die orthopädisch-
traumatologische Untersuchung des Bewegungsapparates, abgerufen am 7. März
2016, S. 17: funktionell wichtiger Bewegungsumfang des Ellbogengelenks: Extension/
Flexion: 0°-30°-130°). Bei Supination/Pronation wich der Bewegungsumfang des linken
Ellbogengelenks ausserdem überhaupt nicht von demjenigen des rechten
Ellbogengelenks ab (beidseitig: 90°-0°-90°). Die weitere Feststellung von Dr. C._,
dass auch keine Einschränkung der Beweglichkeit vorliegen würde, die einen
entschädigungspflichtigen, d.h. die Erheblichkeitsgrenze von 5% erreichenden
Integritätsschaden rechtfertigen würde, beruht schliesslich auf der Suva-Tabelle 1 mit
dem Integritätsschaden-Feinraster für Funktionsstörungen an den oberen Extremitäten.
Dieser schreibt für einen Integritätsschaden von 10% ein eingeschränktes
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Bewegungsausmass der Ellbogen vor (0°-30°-90° bzw. 0°-90°-135°), welches die
Einschätzung von Dr. C._ als angemessen erscheinen lässt. Zusammenfassend ist
festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin zu Recht keine Integritätsentschädigung
für die Beeinträchtigung am linken Ellbogen entrichtet. Wie in Erwägung 4.1 dargelegt,
wären allfällige Verschlimmerungen auch hier erst im gegebenen Zeitpunkt zu
berücksichtigen.
4.2.2 Die MRI-Untersuchung des linken Schultergelenks in der Klinik für Radiologie
und Nuklearmedizin des KSSG vom 27. Juni 2014 brachte eine beginnende AC-
Arthrose zur Darstellung, für welche Dr. C._ die Erheblichkeitsgrenze von 5%
ebenfalls nicht als erreicht betrachtete. Eine beginnende AC-Athrose ist offenkundig
eher vereinbar mit einer leichten, keinen Anspruch auf eine Entschädigung gebenden
Arthrose als mit einer mässigen Arthrose. Dies in dem Sinn, dass
Gesundheitsstörungen wie die Arthrose einen Degenerationsprozess durchlaufen, der
sich im Regelfall stetig progredient, mit zunehmend schwerem Verlauf, entwickelt (vgl.
Alfred M. Debrunner, a.a.O., S. 586). Damit übereinstimmend hatte der
Beschwerdeführer am 20. Februar 2014 den untersuchenden Ärzten der Klinik für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates des KSSG
berichtet, dass er bezüglich der Clavicula weitgehend beschwerdefrei sei und im Alltag
den Aktivitäten des täglichen Lebens uneingeschränkt nachgehen könne. Die klinische
Untersuchung zeigte im Vergleich zur Gegenseite keine Schwellung, Rötung oder
Überwärmung und das Schultergelenk war in allen Richtungen schmerzfrei beweglich
(Suva-act. 110). Gegenüber Dr. C._ klagte der Beschwerdeführer einzig noch über
Schmerzen im Bereich der linken Clavicula beim Schlafen auf der linken Seite (vgl.
dazu auch Suva-act. 59) und der klinisch untersuchte Bewegungsumfang zeigte
beidseitig einen gleichen, normalwertigen Bewegungsumfang der Schultergelenke (vgl.
dazu Pschyrembel, a.a.O., S. 1463). Angesichts dieser Sachlage erscheint die
Beurteilung von Dr. C._ ohne weiteres nachvollziehbar und angemessen. Hinweise
für eine voraussehbare Verschlimmerung sind den medizinischen Akten auch in Bezug
auf die Clavicula nicht zu entnehmen.
4.2.3 Hinsichtlich der Sternumfraktur sind den medizinischen Akten überhaupt keine
Hinweise auf Unfallrestfolgen zu entnehmen. Über Beschwerden im Zusammenhang
mit der Sternumfraktur klagte der Beschwerdeführer letztmals anlässlich des
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Erstgesprächs mit der Beschwerdegegnerin vom 15. März 2013. Er gab damals an,
dass ihm das Atmen nach dem Unfall noch eine Zeit lang schwer gefallen sei. Dies
habe sich aber mittlerweile gelegt. Beim tiefen Einatmen verspüre er einen Druck im
Brustkorb auf Höhe der Sternumfraktur (Suva-act. 38). In sämtlichen weiteren,
insbesondere auch medizinischen Akten, wird die Sternumfraktur nicht mehr
thematisiert. Die Annahme eines diesbezüglichen Integritätsschadens erscheint
aufgrund dieser Sachlage nicht gerechtfertigt.
4.3 Zusammenfassend ist mithin festzuhalten, dass vorliegend neben der mässigen,
mit 10% bewerteten Femoropatellararthrose keine zusätzlichen Unfallrestfolgen mit
Anspruch auf eine Integritätsentschädigung zu berücksichtigen sind. Es bleibt deshalb
bei der von der Beschwerdegegnerin ermittelten Integritätseinbusse von 10%.
5.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des
Einspracheentscheids vom 29. August 2014 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG).