Decision ID: 0da1c87e-b8ec-4b24-b9f5-3bc6805043b6
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1976 geborene
X._
meldete sich am 6. August 2014
(Eingangsdatum) bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
, zum Leistungsbezug an (Urk. 2/8/11). Diese zog die Akten des Krankentaggeld
versicherers bei (Urk. 2/8/17), führte ein Standortgespräch durch (Urk. 2/8/19) und tätigte erwerbliche sowie medizinische
Abklärungen. Mit Schreiben vom 5. Juni 20
15 teilte die IV-Stelle der Ver
sicherten mit, sie über
nehme die Kosten für eine Poten
zialabklärung (Urk. 2/8/32). Der Schlussbericht wurde am 21. Juli 2015 erstattet (Urk. 2/8/35). Mit Mitteilung vom 2. Septemb
er 2015 wurde die Versi
cherte darüber informiert, dass keine beruflichen E
ingliederungsmassnah
men durchge
führt werden könnten (Urk. 2/8/36). In der Folge veranlasste die IV-Stelle die Erstellung eines polydisziplinären Gutachtens beim Universitätsspital
Y._
,
Z._-
Begutachtung, welches am 3. Oktober 2016 erstattet wurde (Urk. 2/8/59). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren ve
rneinte die IV-Stelle mit Verfü
gung vom 14. Juli 2017 einen Anspruch der Versich
erten auf Leistun
gen der Invali
denversicherung
(Urk. 2/2
).
2.
Nachdem die Versicherte mit Eingabe vom
1
4.
September 2017
Beschwerde beim hiesigen Sozialversicherungsgericht erhoben hatte (Urk. 2/1), wies das Gericht die Beschwerde mit Urteil vom 24. Dezember 2018 ab
(Prozess-Nr. IV.2017.00986)
; das Gesuch der Beschwerdeführerin vom 14. September 2017 um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege
wurde bewilligt
und
Rechtsanwältin Stephanie C. Elms
wurde als unentgeltliche Rechtsvertreterin bestellt
(Urk. 2/10). Die
von der Beschwerdeführerin
gegen
das Urteil vom 24. Dezember 2018
beim Bundes
gericht erhobene Beschwerde wurde mit Urteil vom 12. Juli 2019 insofern gut
geheissen, als das Urteil vom 24. Dezember 2018 aufgehoben und die Sach
e zur neuen Entscheidung
an das hiesige Gericht
zurückgewiesen wurde (Urk. 1
), um
ein den Grundsätzen von BGE 141 V 281 entsprechendes beweistaugliches poly
diszip
li
näres Gerichtsgutachten einzuholen. Dabei sei auch die Frage zu beant
worten, ob – und gegebenenfalls in welchem Ausmass – die Beschwerdeführerin
seit
Mai 2014 aus gesundheitlichen Gründen in der A
rbeitsfähigkeit tatsächlich ein
geschränkt
gewesen
sei (Urk. 1 E. 4.4). Mit Verfügung vom 4. September 2019 (Urk. 4) wurde der Beschwerdeführerin Frist angesetzt, um zu den Inhalten der Homepage
des Vereins C._ (
«
www.C._.ch
»
)
Stellung zu nehmen, woraufhin sie sich mit Eingabe vom 3. Dezember 2019 (Urk. 8 und 9) äusserte. Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 8. Januar 2020 auf eine Stellungnahme dazu (Urk.
10 und
11). Mit Beschluss vom 21. Juli 2020 wurde eine polydis
ziplinäre Begutachtung beim A._-Begutachtungsinstitut
unter Bekanntgabe der
einzelnen Fachärzte in Aussicht genommen (Urk. 20). Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 12. August 2020 auf die Geltendmachung von Ablehnungsgründen sowie die Beantragung von Änderungen und Ergänzungen zur Fragestellung (Urk. 22). Die Beschwerdeführerin verzichtete ebenfalls
dar
auf
,
Änderungen und Ergänzungen zur Fragestellung
zu verlangen
, beantragte aber, es sei die Begutachtung bei der MEDAS
B._
vorzunehmen (Stellungnahme vom 24. September 2020 [Urk. 27]).
Mit Beschluss vom 28. Oktober 2020 wurde an der Begutachtung beim
A._
festgehalten. Der
Fragenkatalog
blieb unverändert
(Urk. 29). Der Begutach
tungsauftrag wurde dem
A._
am 19. März 2021 erteilt (Urk. 31). Zufolge Ausfalls einer Gutachterin (Rheumatologie) wurde am 24. März 2021 an deren Stelle ein neuer Gutachter in Aussicht genommen (Urk.
32 und
33). Nachdem gegen diesen Gutachter keine Ablehnungsgründe geltend gemacht
worden waren
(vgl. Urk. 35), wurde er mit Beschluss vom 28. April 2021 ernannt (Urk. 36). Der
entsprechend geänderte
Gutachtensauftrag an das
A._
wurde am 3. Juni 2021 erteilt (Urk. 38). Mit Verfügung vom 21. Juni 2021 wurde der Beschwerdeführerin Frist angesetzt, um sich im Zusammenhang mit
ihrem Auftritt in der vom Fernsehsender SRF1 ausgestrahlten Sendung «
...
»
zu ihren
dokumen
tierten
Aktivitäten im Verein
C._
zu äussern (Urk. 39). Eine Stellung
nahme erfolgte am 5. Juli 2021 (Urk. 43 und Urk. 44/1-2). Mit Eingabe vom 16. August 2021 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf eine Stellungnahme dazu (Urk.
45 und
47)
, was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 18. Au
gust 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 48). Das
A._
erstattete das inter
disziplinäre Gerichtsgutachten
am 8. November 2021 (Urk. 52), woraufhin den Parteien mit Verfügung vom 15. November 2021 eine nicht erstreckbare Frist von 20 Tagen zur Stellungnahme angesetzt wurde (Urk. 54). Am 2. Dezember 2021 äusserte sich die Beschwerdegegnerin unter Auflage einer Stellungnahme des Re
gionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 1. Dezember 2021 (Urk. 56 und Urk. 57).
Die Beschwerdeführerin versäumte es, innert angesetzter Frist Stellung zu neh
men (
vgl.
Urk. 58
und 59
).
Mit Verfügung vom 16. Dezember 2021 wurde der Beschwerdeführerin die Stellungnahme der Beschwerdegegnerin zum Beweis
ergebnis zugestellt und Frist angesetzt, um dazu Stellung zu nehmen (Urk. 59).
Mit Eingabe vom
10. Januar 2022 liess sich die Beschwerdeführerin schliesslich dazu vernehmen (Urk. 62). Am 13. Januar 2022 wurde das Doppel dieser Eingabe der Beschwerdegegnerin zur Kenntnis zugestellt (Urk. 63).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind –
vorbehältlich besonderer ü
bergangsrechtlicher Rege
lungen –
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen Einspracheentscheids eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. De
zember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nachfolgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
1.3.1
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsscha
dens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE
145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E.
2.1, 130 V 396
E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit
ist jedoch nicht ohne W
eiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die
nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE
145 V 215 E. 5.3.2,
1
43 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E.
3.7, 13
9 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3.2
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15
.
Februar 2018 E.
5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Inva
liditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizi
nisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_
580/2017 vom 16. Ja
nuar 2018 E.
3.1 mit Hinweisen).
1.4
Anspruch a
uf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.5
Praxisgemäss
weicht das Gericht
bei Gerichtsgutachten
nicht ohne zwingende Gründe von
der Einschätzung der medizinischen Fachleute
ab
, deren Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen
(BGE 143 V 269 E. 6.2.3.2, 135 V 465 E. 4.4). Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichts
expertise widersprüchlich ist
oder
wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergutach
ten in überzeugender Weise zu anderen Schlussfolgerungen gelangt. Eine abwei
chende Beurteilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Mei
nungsäusserungen anderer Fachleute dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung durch eine weitere Fachperson im Rahmen einer Oberexpertise für angezeigt hält, sei es, dass es ohne eine solche vom Ergebnis des Gerichtsgutach
tens abweichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 351 E.
3b
/
aa
; Urteil des Bundesgerichts 8C_487/2020 vom 3. November 2020 E. 4).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid vom 14. Juli 2017 wurde erwogen, die medizini
schen Abklärungen hätten gezeigt, dass sich der Gesundheitszustand der Be
schwerdeführerin mit einer adäquaten Therapie verbessern könne. Daher liege kein invalidisierender Gesundheitsschaden vor (Urk. 2/2).
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin geltend, der Umstand, dass noch nicht alle Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft seien, stehe dem Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung nicht entgegen. Die Gutachter seien zum Schluss gekommen, dass sie ab dem Begutachtungszeitpunkt zu 50 % arbeitsfähig sei. Daher stehe ihr ab dem 1. Januar 2017 eine halbe Invalidenrente zu. Da sie nach Ansicht der Gutachter vor dem Begutachtungszeitpunkt vollständig arbeits
unfähig gewesen sei, sei ihr vom 1. Dezember 2014 bis 31. Dezember 2016 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen (Urk. 2/1).
3.
Im interdisziplinären G
erichtsg
utachten vom 8. November 2021, welches auf in
ternistischen, rheumatologischen, neurologischen und psychiatrischen Unter
suchungen basiert
(vgl. Urk. 52 S. 5)
, wurden als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit die folgenden aufgeführt (Urk. 52 S. 8):
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
-
Abhängige und selbstunsichere Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z63.1)
-
Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-10 F41.0)
-
Persistierendes
femoropatelläres
Schmerzsyndrom beidseits (ICD-10 M17.9)
-
Posttraumatische
Epicondylopathia
humeri
radialis
/traumatische Partial
läsion
Musculus
biceps
brachii
distal rechts nach Sturz auf Ellenbogen im März 2021 (ICD-10 M77.1)
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurden demgegenüber die folgenden erwähnt (Urk. 52 S. 8):
-
Intermittierendes, unspezifisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom (ICD-10
M54.5
)
-
Migräne ohne Aura (ICD-10 G43.0)
-
Gefässektasie der
Arteria
cerebri
posterior
und der
Arteria
cerebri anterior rechts,
inzidentell, bekannt seit 2009 (ICD-10 I99)
-
Adipositas (BMI 34 kg/m2) (ICD-10 E66.0)
-
Fortgesetzter Nikotinkonsum (E-Zigaretten) (ICD-10 F17.1)
Die Gutachter gelangten zum Schluss, dass sowohl subjektiv als auch objektiv die Beschwerden beziehungsweise die Evaluation aus psychiatrischer Sicht im Vor
dergrund stünden beziehungsweise stehe. Aus psychiatrischer Sicht könne eine erhebliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im Umfang von 50 % nachvollzo
gen werden. Aus rheumatologischer Sicht reduziere sich die Arbeitsfähigkeit auf nur leichte, wechselbelastende Tätigkeiten, ohne Gehen auf unebenem Grund, ohne Einschränkung für manuelle Tätigkeiten. Ein derartiges Pensum könne voll
schichtig mit einer leichten Leistungsreduktion bei erhöhtem Pausenbedarf durchgeführt werden. Die angestammte Tätigkeit als
«
Barmaid
»
sei zu maximal 50 % zumutbar.
Die Einschränkungen aus Sicht des Bewegungsapparates
würden
sich nicht wesentlich zusätzlich bei schon deutlich reduzierter Präsenz bei der
möglichen Zumutbarkeit aus psychiatrischer Sicht aus
wirken
.
Die Explorandin sei
vor allem belastet durch die psychiatrische Einschränkung, ergänzend
ange
stammt auch aus Sicht des Bewegungsapparat
es. Verwertbare Ressourcen weise
sie familiär,
psychosozial und beruflich durchaus auf, sodass eine
Teilarbeits
fähigkeit möglich sei
.
Es
hätten
sich weder in den aktuellen Untersuchungen noch aufgrund der anamnestischen
Befragungen (inklusive
in Bezug auf die
«
Verein C._
»)
wese
ntliche Inkonsistenzen eruieren lassen (Urk. 52 S. 9). In der bisherigen Tätigkeit habe ab Mai 2014 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestanden. In einer angepassten Tätigkeit bestehe seit November 2016 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (Urk. 52 S. 10)
; davor habe auch in einer angepassten Tätigkeit keine Arbeitsfähigkeit bestanden (Urk. 52 S. 40)
.
Der begutachtende Psychiater hielt im Wesentlichen fest, im Jahr
2014
sei
es zum Zusammenbruch
gekommen. Die Beschwerdeführerin sei
stationär psychiatrisch behandelt
worden und befinde
sich seither in ambulanter
psychiatrischer Behand
lung und werde
antidepre
ssiv behandelt. Noch immer liege
ein depressives Zu
standsbild vor.
Sie leide
vor allem unter einer ausgeprägten Müdigkeit, einem erhöhten Schlafbedürfnis, ausgeprägten, morgendlichen Antriebsstörungen
und habe
Schwierigkeiten
, sich um sich selbst zu kümmern. Sie sei
nicht in der Lage, sich um das Administra
tive zu kümmern. Seit jeher lebe
sie mit ihrer Tochter zusammen, von welche
r sie im Alltag unterstützt werde. Sie besuche
stunden
weise ein Tierheim, welches v
on ihrer Tochter gegründet worden sei
und wo Fis
che und Reptilien betreut würden. Ansonsten gehe
sie kein
en Aktivitäten nach. Sozial lebe
sie zurückgezogen. Es
liege
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode
, vor
.
D
ie
Beschwerdeführerin sei
schon immer unsicher und ängstlich
gewesen und habe
dies während ihrer Tätigkeit als
«
Bar
maid
»
durch ein besonders forsches Auftreten
überspielt
. Seit ihrer Depressio
n sei
sie mit ihren Minderw
ertigkeitsgefühlen konfrontiert; sie habe
Mühe zu akze
p
tieren, dass sie nicht arbeite und schäme sich dafür. Seit jeher habe
sie eine sehr enge Beziehung
zu
ihrem Va
ter und ihrer Tochter. Sie fühle sich alleine sehr un
wohl, plane
jetzt zum Ex-Freund ihrer Tochter zu ziehen, da ihre Tochter nächs
tens zu ihrem
(neuen)
Freund ziehen werde. Sie sei verunsichert. Sie sei nie
in der Lage
gewesen
, alleine zu leben.
Es lägen
abhängige und selbstunsichere Persön
lichkeitszüge
vor. Die Beschwerdeführerin fühle
sich auch in grössere
n Men
schenmengen unwohl und benutze
keine öffentlichen V
erkehrsmittel. Diese Ängste seien
geringgradig
ausgeprägt und würden
die Diagnose einer Agora
phobie
begründen
.
Die Beschwerdeführerin schätze sich als kaum arbeitsfähig ein. Aufgrund ihrer ausgeprägten subjektiven Krankheitsüberzeugung, welche nicht hinreichend objektiviert werden könne, seien berufliche Massnahmen kaum erfolgsversprechend durchführbar. Berufliche Massnahmen seien bereits erfolglos durchgeführt worden. Trotz ihrer depressiven
Hemmungen
sei sie aber
zu einigen Aktivitäten in der
Lage. Sie sei
insbesondere
in
der Lage, sich stundenweise um Tiere zu kümmern und Auto zu fahren. Auch
pflege
sie
einige soziale Kontakte
; die Beziehung zu ihrer Tochter und den freiwilligen Helfern im von der Tochter geführten Tierheim sei gut.
Eine voll
ständige Arbeitsunfähigkeit könne
aus psy
chiatrischer Sicht
daher
nicht
attestiert werden
(Urk. 52 S. 37-39).
4.
4.1
Ein Grund zum Abweichen
von den Ergebnissen des
Gerichtsgutachten
s
liegt nicht vor (vgl. E. 1.5). Die
gerichtlich bestellten Experten erhoben einen umfas
senden
Befund, stützten
ihre Diagnostik auf die
Vorgaben des ICD-10 und setzten sich mit früheren fachärztlichen Einschätzungen auseinander. Sie
legten sodann dar,
dass die psychischen Beschwerden bei der Einschränkung der Leistungs
fähigkeit
führend seien
,
dass
aber
ab November 2016
eine Teilarbeitsfähigkeit
im Umfang von 50 %
gegeben sei
.
Davor habe keine Arbeitsfähigkeit
(seit Mai 2014)
bestanden. D
en Anforderungen in Bezug auf das strukturierte Beweisverfahren
wurde
hinreichend Rechnung getragen.
Insbesondere wurden die bei der Be
schwerdeführerin vorhandenen Ressourcen
– entgegen ihrer eigenen ausgepräg
ten subjektiven Krankhei
tsüberzeugung – berücksichtigt.
4.2
Die vom RAD in seiner Stellungnahme vom 1. Dezember 2021 (Urk. 57) am Gutachten geübte Kritik erschöpft sich
in einer abweichenden Gewichtung von Befunden, mit der Folge, dass der
RAD-Arzt, welcher die Beschwerdeführerin nicht selbst untersucht hat,
den Schweregrad der diagnostizierten depressiven Störung geringer einschätzt. Damit liegt aber kein triftiger Grund vor, um von der gutachterlichen Einschätzung abzuweichen.
Die weitere Kritik des RAD-Arztes am Gutachten
,
die Angaben zu den Leistungs
einschränkungen seien zu rudimentär ausgefallen, es fehle beispielsweise
ein Mini-ICF
,
vermag
ebensowenig
zu verfangen
.
Nach ständiger Rechtsprechung
ist die klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Ver
haltensbeobachtung
entscheidend;
einem
Testverfahren
wie dem Mini-ICF
kommt im Rahmen einer psychiatrischen Begutachtung höchstens eine ergän
zende Funktion zu (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_728/2018 vom 21. März 2019 E. 3.3 mit weiteren Hinweisen).
4.3
Demzufolge steht gestützt auf die
beweistaugliche
gerichtliche Expertise mit dem im Sozialversicherungsrecht
massgebenden
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass
die Beschwerdeführerin ab Mai 2014 in jeglicher Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig war und seit November 2016 eine 50%ige Ar
beitsfähigkeit
in angepasster Tätigkeit
besteht.
Gegen die gutachterliche Einschät
zung hat die Beschwerdeführerin denn auch keine Einwände vorgebracht (vgl. Urk. 62).
5.
5.1
5.1.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommens
vergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypotheti
schen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invali
ditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
5.
1.
2
Für die Ermittlung des Einkommens, welches die versicherte Person ohne Invali
dität erzielen könnte (Valideneinkommen), ist entscheidend, was sie im
Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Re
gel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommens
entwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung ent
spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 129 V 222 E. 4.3.1).
5.1.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5
.2, 129 V 472 E. 4.2.1; vgl. auch das zur Publikation vor
gesehene Urteil des Bundesgerichts
8C_256/2021
vom 9. März 2022 E. 9
). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Ta
bellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der ak
tuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E
. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne
ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invali
deneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BG
E
142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135
V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth,
Bundesgesetz
über die Invalidenversi
cherung, 3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
5.2
Die Beschwerdeführerin arbeitete ab dem 25. November 2013 und bei Eintritt des Gesundheitsschadens im Mai 2014 als Restaurationsfachfrau im Restaurant
D._
(vgl. den Arbeitgeberfragebogen vom 27. August 2014 [Urk. 2/8/21]).
Ein Rentenanspruch
entsteht
–
unter Berücksichtigung des einjährigen Wartejahres ab Mai 2014 (vgl. E. 1.4) sowie in Anbetracht der sechsmonatigen Anmeldefrist
gemäss
Art. 29 Abs. 1 in Ve
rbindung mit Art. 29 Abs. 3 IVG
bei einer Anmeldung am 6. August 2014 (Eingangsdatum) –
frühestens
per 1. Mai 2015
.
Da die Be
schwerdeführerin zu diesem Zeitpunkt
gemäss
der gutachterlichen Beurteilung
auch in einer angepassten
Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig war,
erübrigt si
ch ein Einkommensvergleich. A
b dem 1. Mai 2015
hat die Beschwerdeführerin
An
spruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung.
5.3
5.3.1
Gemäss den Gutachtern
ist
der Beschwerdeführerin ab November 2016 wieder
eine 50%ige
angepasste
Arbeitstätigkeit zumutbar.
Da sich die Beschwerdeführe
rin bereits ab März 2016 im Verein
C._
betätigte (Urk. 2/8/59/62
),
ist
davon auszugehen, dass im November 2016 eine bereits mehr als drei Monate andauernde Verbesserung
des Gesundheitszustandes vorgelegen hatte
(n
ach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder be
fristeten Invalidenrente die für die Rentenrevisi
on geltenden Bestimmungen [
Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art.
88a IVV] analog anzuwenden [BGE 133 V 263 E.
6.1 mit Hinweisen; Urteil des Bun
desgerichts 9C_122/2020 vom 26.
Feb
ruar 20
21 E.
2
]
)
.
5.3.2
Es ist ein
Einkommensvergleich für das Jahr 2016 durchzuführen.
Mit Blick auf den IK-Auszug vom 8. September 2014 (Urk. 2/8/22) lässt sich feststellen, dass die Beschwerdeführerin ihre
Arbeitsstellen häufig gewechselt
und zwischenzeit
lich immer wieder Arbeitslosentaggelder bezog
en hatte
. Dass sie längerfristig im Restaurant
D._
, wo sie bereits nach weniger als sechs Monaten ausfiel,
ange
stellt geblieben wäre,
ist
somit
nicht ausgewiesen
. Es rechtfertigt sich daher nicht,
für die Ermittlung des Valideneinkommens
auf den
im Restaurant
D._
erziel
ten Lohn abzustellen.
Vielmehr sind die Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohn
strukturerhebung (
LSE
) heranzuziehen. Aufgrund der absolvierten Barfach- be
ziehungsweise Barmixkurse (Urk. 2/8/9/7-9) sowie der mehrjährigen Erfahrung der Beschwerdeführerin als «
Barmaid
» ist auf das standardi
sierte monatliche Ein
kommen für weibliche Arb
eitskräfte (Schweizerische Lohn
strukturerhebung
[LSE]
2016,
Tabelle TA1
_tirage_skill_level
) im Bereich
Gastgewerbe/Beherbergung und
Gastronomie
(55-56) im Kompetenzniveau 1 von Fr. 3‘
900
.-- abzustellen
.
Dieses monatliche Ein
kommen ist unter Berücksichtigung der durchschnit
tlichen Ar
beitszeit im Jahr 2016 von 42,3
Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betrie
bsübliche Arbeitszeit
nach Wirt
schaftsabteilungen [NOGA 2008],
in Stun
den pro Woche, 2004-2020, G 56
) auf ein Jahreseinkommen bei einem 100%igen Arbeit
spensum hochzurechnen. Es resul
tiert somit ein Valideneinkommen von Fr.
49
‘
491
.-- (Fr. 3‘900.-- x
12 :
40 x 42.3
), welches deutlich über den
ge
mäs
s
IK-Auszug vom 8. September 2014
(Urk. 2/8/22)
in der Vergangenheit erzielten Jahreseinkünften liegt.
5.3.3
Auch zur Bemessung des Invalideneinkommens sind die Tabellenlöhne der Schweizerischen
Lohnstrukturerhebung (LSE) 2016
heranzuziehen.
Da der Be
schwerdeführerin die bisherige Tätigkeit nicht mehr zumutbar ist und sie über keine Berufsausbi
ldung verfügt, welche sie in einer
angepassten Tätigkeit ver
werten könnte,
ist auf das standardisierte monatliche Einkommen für weibli
che Hilfsarbeitskräfte (LSE 2016
, TOTAL in der Tabelle TA1) im Kompetenzniveau 1 von Fr. 4‘
363
.-- abzustellen. Dieses monatliche Einkommen ist unter Berücksich
tigung der durch
schnit
tlichen Arbeitszeit im Jahr 2016
von 4
1,7 Stunden pro Woche (vgl. Bun
desamt für Statistik, Betriebsüblic
he Arbeitszeit nach Wirt
schafts
abteilungen [NOGA 2008],
in Stunden pro Woche, 2004-2020
, A-S 01-96) auf
ein Jahreseinkommen bei einem 5
0%i
gen Arbeitspensum hochzurechnen, was
Fr. 27’291.--
(
Fr. 4‘363.--
x
12 :
40 x 41,7
x 5
0 %)
ergibt
.
Die Gutachter hielten fest, es bestehe ein deutlich erhöhter Pausenb
edarf, was
vor allem durch die Stun
denreduktion aufgefangen sei und ein reduziertes Rendement ergebe. Die leichten Einschränkungen aus rheumatologischer Sicht in adaptierten Tätigkeiten wirkten sich beim vorgegebenen, hohen Pausenbedarf aus psychiatrischer Sicht nicht zu
sätzlich aus. Weder eine Ergänzung noch eine Addition s
ei
en
vorzunehmen (Urk. 52 S. 10).
Es besteht damit kein Anlass für einen zusätzlichen Abzug vom ermittelten Jahreseinkomme
n von Fr. 27'291.--, welches dem Invalideneinkom
men entspricht
.
5.3.4
Die aus dem Einkommensvergleich resultierende Erwerbseinbusse beträgt dem
nach Fr.
22
’
200
.--
(Valideneinkommen von
Fr.
49‘491.--
abzüglich
Invalidenein
kommen von
Fr. 27’291.--
), was einem Invaliditätsgrad von gerundet
45
% ent
spricht.
Die Beschwerdeführerin hat somit
ab dem 1. November 2016
Anspruch auf eine Viertelsrente.
5.4
Da
mit ist der
Beschwerdeführer
in
in teilweiser
Gutheissung
ihrer
Beschwerde ab
dem 1. Mai 2015
eine
ganze Rente
und ab
dem
1. November 2016
eine
Viertels
rente
der Inv
alidenversicherung zuzusprechen
.
6.
6.1
Das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten über Leistungen der Invalidenversi
cherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht ist kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) auf Fr. 1'000.-- festzusetzen und
ausgangsgemäss
der B
eschwerde
gegnerin aufzuerlegen
.
6.2
Besteht ein Zusammenhang zwischen Untersuchungsmangel seitens der Verwal
tung und der Notwendigkeit, eine Gerichtsexpertise anzuordnen, können die Kos
ten eines Gerichtsgutachtens der Verwaltung auferlegt werden. Dies ist unter an
derem der Fall, wenn die Verwaltung zur Klärung der medizinischen Situation notwendige Aspekte unbeantwortet gelassen oder auf eine Expertise abgestellt hat, welche die Anforderungen an eine medizinische Beurteilungsgrundlage nicht erfüllt (BGE 140 V 70 E. 6.1 mit Hinweisen). Das Bundesgericht gelangte mit Urteil vom
12. Juli 2019
zum Schluss, die Sache sei zur
Einholung eines poly
disziplinären
Gerichtsgutachtens und zum Neuentscheid an das kantonale Gericht zurückzuweisen, da
sich das psychiatrische
Z._
-Teilgutachten als lückenhaft, widersprüchlich und insgesamt im Ergebnis als nicht beweistauglich erwiesen habe und die interdisziplinären Schlussfolgerungen auch auf der unvollständigen und widersprüchlichen Grundlage des psychiatrischen
Z._
-Teilgutachtens ba
sierten, was gegen die Zuverlässigkeit des
Z._
-Gutachtens spreche (Urk. 1 E. 4.4).
Mithin liess sich wegen der Verletzung der Abklärungspflicht durch die Verwaltung nicht feststellen, ob ab
Mai 2014
eine Einschränkung der Arbeits
fähigkeit bestand. Damit rechtfertigt es sich, die Ko
sten des Gerichtsgutachtens im Gesamtb
etrag
von Fr.
13
’
453.35
(Urk. 53 und Urk. 61)
der Beschwerdegegne
rin zu überbinden.
6.3
Nach Art. 61 lit. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) hat die (teilweise) obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rück
sicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (§ 34 Abs. 3 GSVGer). Unter Berücksichtigung der genannten Kriterien ist die
Prozesse
ntschädigung
für das Beschwerdeverfahren
ermessensweise auf Fr.
3’
9
00.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.
Diese ist nicht zu redu
zieren, da das Begehren der Beschwerdeführerin
, soweit über die zuzusprechende befristete ganze Invaliden
rente
und die Viertelsrente
hinausgehend (sog. Überklagen
; vgl. Urk. 2/1 Rz 21
), den Prozessaufwand nicht wesentlich beeinflusst hat (BGE
117 V 401 E.
2c; Urteil des Bu
ndesgerichts 9C_846/2015 vom 2. März 2016 E.
3).
Rechtsanwältin Stephanie C. Elms
, welche mit Urteil vom 24. Dezember 2018 als unentgeltliche Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin bestellt worden war (Urk. 2/10),
wurde für ihren Aufwand im Beschwerdeverfahren
bereits eine Ent
schädigung aus der Geric
htskasse in der Höhe von Fr. 1’7
00.
--
(inkl. Barauslagen und MWSt)
ausbezahlt
(Prozess-Nr.
IV.2017.00986
)
.
Die Beschwerdegegnerin wird daher verpflichtet, diesen Betrag der Gerichtskasse zu erstatten und
der
un
entgeltlichen Rechtsvertreter
in
der Beschwerdeführerin,
Rechtsanwältin Stepha
nie C. Elms
,
zusätzlich
eine
Prozessentschädigung von Fr.
2’2
00.-- (Fr. 3'
9
00.-- abzüglich Fr. 1'700.--;
inkl. Barauslagen und MWSt) zu bezahlen.