Decision ID: d579e7dd-a990-430b-ade7-5f477cbd9ddd
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1985, arbeitete seit dem
1.
April 2010
als kauf
männischer Leiter bei der
Y._
AG und war dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA)
obligatorisch gegen die Folgen
von Unfällen versichert
, als er a
m 2
3.
Septe
mber 2011
mit seinem Mountainbike
in steilem Gelände
an einem Steinbrocken hängenblieb und
über das Lenkrad
hinweg
zu Boden
stürzte
(
Urk.
12/1
und
Urk.
21
).
Tags darauf wurde er notfallmässig
ins
Spital
Z._
eingewiesen, wo
med. pract.
A._
, Oberärztin Chirurgie,
(1) ein leichtes Schädelhirntrauma, (2) ei
ne Kontusion HWS und obere BWS
und (3) eine Kontusion des Thorax
diagnostizierte
(
Urk.
12/25). Die
SUVA erbrachte
in der Folge
Heilbehandlungsleistungen.
Eine Ar
beitsunfähigkeit bestand nicht
.
1.2
Am 2
5.
Dezember 2011 trat der Versicherte
wegen atemabhängiger
Beschwer
den im rechten Oberbauch e
rneut ins Spital
Z._
ein
.
Med.
pract.
A._
stellte die Diagnose eines infizierten
Hämatom
s
Leber Segment VII
, woraufhin
d
er Versicherte
bis zum
6.
Januar 2012
im Spital
Z._
in sta
tionärer Behandlung
war
.
Med. pract.
A._
bescheinigte ihm v
om
25.
Dezember 2011 bis zum 1
5.
Januar 2012 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
(
Urk.
12/16).
Dr.
med.
B._
, Allgeme
ine Medizin FMH,
erstattete am 1
9.
Januar 2012 zuhanden der SUVA einen Zwischenbericht (
Urk.
12/12).
Med. pract. C._
, Oberärztin Chirurgie
am
Spital
Z._
,
reichte
der SUVA
d
e
n
Bericht
vom 2
7.
Februar
2012
(
Urk.
12/26
) sowie
gemeinsam mit
Dr.
med.
D._
, Chefarzt Chirurgie am
Spital
Z._
, den Bericht
vo
m
4.
Ap
ril 2012 (
Urk.
12/45) ein, und
Kreisarzt
Dr.
med.
E._
, Facharzt
für Chirurgie
FMH
, nahm zu den medizinischen Akten mehrfach Stellung (Ärztliche Beurteilungen vom
2.
Februar,
Urk.
12/20, vom
5.
März,
Urk.
12/27, und vom 1
8.
April 2012,
Urk.
12/50).
Mit Verfügung vom 2
0.
April
2012 ver
neinte die SUVA eine Leistungspflicht
betreffend
die im Dezember 2011 aufge
tretenen
Leberbeschwerden und begründete dies damit, dass diese
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vo
m 23.
September 2011 zurückzuführen seien (
Urk.
12/53).
Die vom Versicherten dagegen erho
bene Einsprache (
Urk.
12/59
/1-3
) wies die SUVA mit Einspracheentscheid vom
2
2.
August 2012 (
Urk.
2) ab.
2.
Hiergegen erhob
X._
am 2
4.
September 2012 Beschwerde und beantragte, es seien ihm für die anläss
lich des Fahrradsturzes vom 23.
September 2011 erlittene Leberverletzung die gesetzlichen Leistungen aus
zurichten
(
Urk.
1, vgl. auch Eingabe vom
1.
Oktober 2012
,
Urk.
6, und
Bericht von
Dr.
B._
vo
m 2
6.
September 2012
,
Urk.
7). Mit Beschwerdeantwort vom 2
9.
Oktober 2012 ersuchte die Beschwerdegegnerin um Abweisung der Beschwerde (
Urk.
11).
Am
1
8.
April 2013 (
Urk.
14)
legte
der Beschwerdeführer den Bericht
von
Dr.
med. F._
, Facharzt für Gastroenterologie und Innere Medizin sowie leitender Arzt der medizinischen Klinik des Spitals
Z._
,
vom 1
2.
April 2013 (
Urk.
15)
ins Recht
, wozu die Be
schwerdegegnerin am 1
3.
Mai 2013
Stellung nahm (
Urk.
18). Am 13.
November 2013
(
Urk.
20) reichte der Beschwerdeführer seine Schilderung des Unfallhergangs vom 2
4.
Mai 2013
(
Urk.
21) nach. Hierzu liess sich
die Beschwerdegegnerin am 2
9.
November 2013 vernehmen (
Urk.
24), was dem Beschwerdeführer am
4.
Dezember 2013 angezeigt wurde (
Urk.
25).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
6
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) wer
den,
s
oweit dieses Gesetz nichts anderes bestimmt, Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt.
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sin
ne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um
stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als einge
treten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit einge
treten gedacht werden kann. Entspre
chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürli
chen Kau
salzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die al
leinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schä
digende Ereignis zu
sammen mit anderen Bedingungen die kör
perliche oder geistige Integrität der versicherten Person beein
trächtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die ein
getretene gesund
heitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 406 E. 4.3.1, 123 V 45 E. 2b, 119 V 335 E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hinwei
sen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang be
steht, ist eine Tatfrage, worüber die V
erwaltung beziehungsweise im Be
schwerdefall das Gericht im Rahmen der
ihm obliegenden Beweis
würdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinwei
sen).
1.3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129
V
177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.4
Nach
Art.
10
Abs.
1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige Behandlung der Unfallfolgen.
Den gesetzlich umschriebenen Anspruch auf Heilbehandlung hat
sie
so lange, als von der Fortsetzung der ärztli
chen Behandlung eine namhafte Verbesserung ihres Gesundheitszustandes erwartet werden kann. Trifft dies nicht mehr zu und sind allfällige Eingliede
rungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen, geht die Unfall
versicherung zur Berentung über, wenn der Unfall eine Invalidität im Sinne von
Art.
8
Abs.
1 ATSG hinterlässt (
Art.
19
Abs.
1 UVG e contrario; BGE 116 V 41 E. 2c).
Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (
Art.
6
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs
rechts,
ATSG), so hat sie gemäss
Art.
16
Abs.
1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Der Anspruch auf Taggeld entsteht am dritten Tag nach dem Unfalltag. Er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person (
Art.
16
Abs.
2 UVG).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125
V
351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Nach dem Mountainbike-Unfall vom 2
3.
Sept
ember 2011 diagnostizierte med. pract.
A._
vom
Spital
Z._
im
Notfallbericht vom 2
6.
September 2011 (1) ein leichtes Schädelhirntrauma, (2) ei
ne Kontusion HWS und obere BWS
und (3) eine Kontusion des Thorax.
Bei anfänglich nur leichten Kopf- un
d Nackenschmerzen habe der Beschwerdeführer
sich vorerst nicht beim Arzt vor
stellen wollen. Aufgrund der ausbleibenden Besserung und der Progredienz der Beschwerden habe er am 2
4.
September 2011 jedoch den Notfallarzt aufge
sucht, der ihn zur weiteren Beurteilung und Therapie ins Spital
Z._
ein
gewiesen habe.
Med. pract.
A._
gab an, sie habe
(
unter anderem
)
palpatorisch einen Thoraxkompressionsschmerz fest
gestellt
.
Über den unteren Rippen lateral sowie ventral habe eine deutliche Druckdolenz bestanden. Das Abdomen sei weich gewesen, mit einer leichten Druckdolenz im linken Oberbauch.
In der FAST-Sonographie seien keine intraabdominelle Flüssigkeit und keine Organläsionen ersichtlich
gewesen
.
Der Beschwerdeführer sei noch am 2
4.
September 2011 mit einer analgetischen Therapie nach Hause entlassen worden
(
Urk.
12/
25).
2.
2
Im Austrittsbericht vom
9.
Januar
2012 stellte med. pract.
A._
vom Spital
Z._
die Diagnose eines infizierten Hämatoms Leber Segment VII. Der Beschwerdeführer sei am 2
5.
Dezember 2011
bei seit drei Tagen bestehenden
atemabhängigen
Schmerzen im rechten Oberbauch
von
Dr.
med.
G._
, Praktische Ärztin FMH, notfallmässig zugewiesen worden.
Die durch
geführte Sonograph
ie und das CT-Abdomen hätten
einen 8,5 x 7
x 5,5 cm grossen
(Leber-)
Abszess im Segment VII gezeigt.
Der Beschwerdeführer sei zur Antibiose und Analgesie stationär aufgenommen worden. Am
6.
Januar 2012 habe
er
, nachdem es zu einer Regredienz der Entzündungsparameter gekommen sei, in ordentlichem Allgemeinzustand nach Hause entlassen werden können.
Die orale Antibiose werde mit Ciproxin und Flagyl für insgesamt vier Wochen weitergeführt, die Analgesie je nach Klinik (
Urk.
12/16).
2.
3
Kreisarzt
Dr.
E._
erklärte
in seiner ä
rztlichen Be
urteilung vom
2.
Februar 2012
, dass ein Kausalzusammenhang zwischen dem Sturz mit dem Velo und dem im CT vom 2
5.
Dezember 2011 nachgewiesenen Leberabszess unwahr
scheinlich bis höchstens möglich sei. Echtzeitlich sei die Sonographie
des Abdomen
vom
2
4.
September 2011 nämlich unauffällig gewe
sen. Im Austritts
bericht des Spitals
Z._
vom
9.
Januar 2012 werde zudem
ausdrücklich festgehalten, dass der Beschwerdeführ
er bis drei
Ta
ge vor der Hospitalisation nicht über
Bauchbe
schwerden geklagt
habe. Dass d
er Leberabszess die sekun
däre Folge eines Hämatoms sei, sei bloss eine nachtr
ägliche Hypothese (
Urk.
12/20).
2.
4
Me
d. p
ract.
C._
vom Spital
Z._
gab
im Bericht vom 2
7.
Februar 2012 an, dass der Beschwerdeführer
bis vor dem Fahrradsturz am 23.
September 2011 gesund und völlig beschwerdefrei gewesen sei. Im Rahmen der I
nitialabklärung
sei
im Spital
Z._
aufgrund de
r angegebenen Oberbauchschmerzen eine Sonographie des Oberbauches durchgeführt worden, wel
che keine Traumafolgen ergeben habe.
Der Beschwerdeführer habe im Verlauf an einer schweren HWS-Symptomatik bei HWS-Distorsion gelitten
und deshalb
für mehrere Wochen eine ausgebaute Analgesie erhalten. Wegen der starken Symptomatik sei vom Hausarzt sogar eine Prednison-Therapie eingeleitet wor
den. Im Rahmen dieser Analgesie und der schweren HWS-Symptomatik könne eine Leberlazera
tion, wenn es zu keinem hämodyn
amisch relevanten Zustand komme, asymptomatisch verlaufen. Eine FAST-Sonographie im Schockraum könne eine Leberlazeration nicht mit Sicherheit ausschliessen. Hierfür wäre ein CT-Abdomen notwendig gewesen.
Nach der Feststellung des Leberabszesses im CT-Abdomen vom 2
5.
Dezember 2011
sei ein Konsilium beim
Gastroenterolo
gen
des Spitals
Z._
durchgeführt
worden.
Bei negativer Auslandsanamnese sowie blander Magen-Darmpassage (Amöbiasis ausgeschlossen)
sei die Diagnose eines sekundär
infizierten posttraumatischen Leberhämatom
s am wahrscheinlichsten. Zwischenzeitlich habe sich
eine deutliche Beschwer
debesserung erzielen lassen und die
antibiotische Therapie habe sistiert werden kön
n
en. Im Bereich der Leber sei nicht mit einer
langzeitigen Schädigung zu rech
nen (
Urk.
12/26).
2.
5
In der ä
rztlichen Beurteilung vom
5.
März 2012 führte Kreisarzt
Dr.
E._
aus, dass Kollegin
med. pract.
C._
in ihrem Bericht vom 2
7.
Februar 2012
mit Hypothesen
argumentiere
und eine rein zeitliche Kausalattribution
vornehme
. Weder
das nicht-
steroidale Antiphlogistikum Irfen 800 Retard noch die frag
würdige Abgabe von Spiricort 20 mg (20 Stück) am 2
4.
November 2011 (nach Rechnung) seien geeignet, eine postulie
rte Leberverletzung zu kaschieren
.
Für eine Leberverletzung
gebe es echtzeitlich auch keine Anhaltspunkte, weder kli
nisch noch sonographisch. Die HWS-Distorsion sei objektiv nicht schwer (bildgebend keine traumatische Läsion).
Er
halte
daher
a
n seiner
Beurteilung vom
2.
Februar 2012
fest (
Urk.
12/27).
2.
6
Dr.
D._
und med. pract.
C._
vom Spital
Z._
erklärten im Bericht vom
4.
April 2012, dass sie ganz klar von einer sekundären Leberabszedierung im
Rahmen einer posttraumatischen Leberlazeration ausgehen würden. Andere Gründe für einen Leberabszess bei einem jungen gesunden Mann seien klinisch ausgeschlossen
worden
. Das Alpha 1-Fetoprotein sei im Normbereich gelegen. Zudem
sei die
FAST-Sonographie
vom 2
4.
September 2011 durchgeführt wor
den, weil klinisch eine Druckdolenz im Oberbauch bestanden habe.
Der Kommentar von
Kreisarzt
Dr.
E._
, es habe keine
klinischen Anhaltspunkte f
ür eine Leberläsion gegeben
, sei deshalb so nicht zu vertreten. In der Literatur sei die FAST-Sonographie mit einer Sensitivität von
42
%
und eine
r
Spezifität von 98
% angegeben (Miller MD et al. 2003). Auch bei der Diagnose des Leberabszesses am 2
5.
Dezember 2011 habe der Beschwerdeführer keine wirklichen Oberbauchschmerzen, sondern eher atemabhängige Schmerzen im Übergang Tho
rax/Abdomen angegeben (
Urk.
12/45).
2.
7
In der ä
rztlichen Beurteilung vom 1
8.
April 2012 legte Kreisarzt
Dr.
E._
dar, dass das Abdo
men
des Beschwerdeführers
am 2
4.
September 2011 explizit weich gewesen sei, mit leichter Druckdolenz im linken Oberbauch (die Leber liege hingegen rechts). Auch die Schürfung über dem Trochanter major links spreche für einen Sturz nur auf
diese Seite. Des Weiteren
hätten sich sonogra
phisch keine freie intraabdominelle Flüssigkeit und keine Organläsion gezeigt. Auch Rippenfrakturen hätten radiologisch nicht festgestellt werden können. Klinisch hätten am Thorax weder Prellmarken noch Hämatome bestanden. Auch wenn die Untersuchungen vom Tag nach dem Unfall eine kleine Leber-Verletzung nicht vollständig
hätten ausschliessen können
, sei eine solche doch eher unwahrscheinlich. Jedenfalls sei es nicht korrekt, ohne Brückensymptomatik nacht
r
äglich einen Rückschluss auf eine angebli
che, primär
übersehene Leberl
azeration zu ziehen. Eine solche hätte viel früher und klar
lokalisierte Beschwerden hervorrufen
müssen. Die Unfallkausalität des Leberabszesses bleibe also nur möglich (
Urk.
12/50).
2.
8
Dr.
B._
gab in s
einem
an den Beschwerdeführer gerichteten
Bericht vom 2
6.
September
2012
an
, dass
er diesen erstmals am 15. Dezember 2011 in seiner Sprechstunde gesehen habe. Der Beschwerdeführer habe damals hauptsächlich über akute Beschwerden geklagt, die am ehesten zu einem grippalen Infekt zu passen schienen. Bei der Untersuchung seien Lungen und Rachen aber unauf
fällig gewesen. S
eit dem Unfall vom 2
3.
September
2011
habe sich
nach Anga
ben des Beschwerdeführers ke
in weiterer Unfall ereignet
, der ein Leberhämatom hätte auslösen können. Eine andere Störung, die zu
einem Leberhämatom hätte führen könn
e
n
, insbesondere eine Gerinnungsstörung, könne mit praktischer Sicherheit ausgesc
hlossen werden. Er nehme demnach
an, dass da
s Leberhämatom mit überwiegender Wahrschein
lichkeit durch das Unfallereignis
vom 2
3.
September 2011 ver
ur
sacht worden sei, auch wenn der Verlauf ungewöhn
lich erscheine (
Urk.
7).
2.9
Dr.
F._
vom Spital
Z._
führte
in seiner
Stellungnahme
vom 12.
April 2013
zuhanden des Beschwerdeführers
aus,
dass das Vorkommen von Leberabszesse
n in Europa relativ selten sei. P
ro Jah
r würden zwischen zwei und drei
von 100‘000 Personen daran erkrank
en
. Bei dieser relativ seltenen Krank
heit
würden
meistens Risik
ofaktoren bestehen. So lägen
40
%
bis 60
%
der Fälle G
allengangserkrankungen
(Gallensteine, Gallengangsteine, Galle
ngangs
strikturen)
zugrunde
. Daneben würden
ein Diabetes oder andere immunsupres
sive Situation
en
als Risikofaktor
en
für das Auftreten eines „spontanen“ Leber
abszesses
gelten
. Beim
jungen sonst gesunden Beschwerdeführer liege keiner dieser Risikofaktoren vor. Auf der anderen Seite gelte das Leberhämatom als häufigste posttraumatische Komplikation nach
einem stumpfen
Bauch- oder Thoraxtrauma
. Der Leberbuckel reiche bis auf die Höhe des Thoraxwirbels 4 in Expiration
.
Es sei daher sehr viel wahrscheinlicher
, dass es sich bei diesem Leberhämatom
des jungen Beschwerdeführers
, das sich sekundär infiziert habe, um eine Folge des Trau
mas handle und nicht
um ein
en
sogenannt „spontan“ auftretenden Leberabszess bei fehle
nden Risikofaktoren dafür
(
Urk.
15).
3.
3.1
Streitig und zu prüfen ist,
ob der beim Beschwerdeführer am 2
5.
Dezember 2011
festgestellte
Leberabszess nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlic
hkeit auf de
n
Mountainbike-Unfall
vom 2
3.
September 2011 zurückzuführen ist
und ob die Beschwerdegegnerin
hinsichtlich der Leberbeschwerden
dementsprechend
eine Leistungspfli
cht
trifft.
3.2
Dem
nach dem Mountainbike-Sturz
erstellten
Notfallbericht des Spitals
Z._
vom 2
6.
September 2011 lässt sich entn
ehmen, dass med. pract.
A._
am Tag nach dem Unfall
palpatorisch einen Thoraxkompressionsschmerz
und eine deutliche Druckdolenz über den unteren Rippen lateral sowie ventral fest
stellte
.
Weiter
habe
eine leichte
Druckdolenz im linken Oberbauch
bestanden
(vgl. E. 2.1
).
Der
Gastroenterologe
Dr.
F._
wies
in seinem Bericht vom 1
2.
April 2013
darauf hin, dass der Leberbuckel
bis auf die Höhe des Thoraxwirbels 4
reiche
(
vgl.
E. 2.9
)
.
Die Leber befindet sich im Übrigen zwar grössten
teils im rechten Oberbauch, ein kleiner Teil davon
ragt aber
auch
in den
linken (vgl. Pschyremb
el, Klinisches Wörterbuch, 259.
Auflage, Berlin/New York 2002, S. 937).
D
ie Aussage von Kreisarzt Dr.
E._
, es habe
am 2
4.
September 2011
keine klinischen Anhaltspunkte für eine Leberläsion gegeben
(vgl. E. 2.5
)
,
ist daher
,
wie
Dr.
D._
und med. pract.
C._
zu Recht
geltend
machten
(vgl. E.
2.6
),
nicht nachvollziehbar. Aufgrund de
r genannten Befunde wurde im Spi
tal
Z._
am 2
4.
September 2011
dann
auch eine FAST-Sonographie des Abdomen
durch
geführt
, in
der
allerdings
– was unumstritten ist -
weder eine intraabdominelle Flüssigkeit noch eine Orga
n- bzw. Leberläsion ersichtlich war
(vgl. E. 2.1
und
Urk.
12/59
/29
).
Umstritten ist dagegen,
ob die Sensitivität einer solchen FAST-Sonographie 42
%
(Bericht d
es Spitals
Z._
vom
4.
April 2012
, vgl. E.
2.6
)
oder 80
%
bis 100
%
(vgl
. Beschwerdeantwort,
Urk.
11 S. 6
) beträgt
, wobei beide
Seiten
diesbezüglich
auf einschlägige medizinische Litera
tur
verw
iesen
haben
.
Selbst wenn man
indes
mit der
Beschwerdegegnerin
annimmt, dass die minimale Sensitivität
80
%
betragen sollte, konnte
das Vor
liegen einer Leber-Verletzung
damals nicht
ohne Weiteres
ausgeschlossen wer
den.
Kreisarzt
Dr.
E._
(vgl.
E.
2.7
) und
med. pract.
C._
vom Spital
Z._
selbst räumten dies auch
ausd
rücklich ein. Letztere
präzisierte
noch
, dass hierfür ein CT-
Abdomen notwendig gewesen wäre (
vgl. E.
2.4
).
3.3
In der Folge erhielt der
Beschwerdeführer
w
egen der persistierenden Beschwer
den an der HWS
mehrere Wochen
lang
Analgetika
(vgl. E.
2.4 und
Urk.
12/
44
)
und
war
bei
Dr.
H._
, Chiropraktor SCG, ECU, in
chiropraktischer Behandlung
(
Urk.
7
und
Urk.
12/
39
).
Am
2
5.
Dezember 2011
stellten die
Ärzte des
Spitals
Z._
– was nicht in Frage steht -
einen Leberabszess fest
.
Dr.
F._
bemerkte dazu,
dass
in Europa pro Jahr
lediglich
zwischen zwei und drei von 100‘
000 Personen
an einem Leberabszess
erkranken würden (vgl. E.
2.9
).
Die Besch
werdegegnerin gab demgegenüber -
erneut
unter Verweis auf einschlägige medizinische Literatur –
an
,
es sei
jährlich
von 10 bis 20
Fällen pro
100‘000 Personen
auszugehen
(
Urk.
18
).
Selbst wenn man sich
jedoch
wie
derum auf die Angaben
der Beschwerdegegnerin stützt, liegt
die Wahrschein
lichkeit
, dass eine Person
in Europa
einen
Leberabszess
erleidet
,
nur
im Zehn
tel-Promille-Bereich.
Dr.
F._
legte sodann
dar, dass 40
%
bis 60
%
der Fälle von Leberabszessen
auf
Gallengangserkrankungen (Gallensteine, Gallen
gangsteine, Gallengangsstrikturen)
zurückzuführen seien
. Daneben würden
ein Diabetes oder andere immunsupressive Situation
en
als Risikofaktor
en
für das Auftreten eines „spontanen“ Leberabszesses
gelten
. Beim jungen sonst gesun
den Beschwerdeführer liege
indes
keiner dieser
Risikofaktoren vor
.
Andererseits
sei ein Leberhämatom die häufigste posttraumatische Komplikation
nach einem stumpfen
Bauch- oder Thoraxtrauma
(vgl.
E. 2.9
)
.
Med. pract.
C._
wies zudem darauf hin
, dass
beim Beschwerdeführer
b
ei negativer Auslandsanamnese sowie blander Magen-Darmpassage
als Ursache auch eine Amöbiasis habe ausgeschlossen werden können (vgl. E.
2.4
).
Ein
e ärztliche Beurteilung, die diesen
nachvollziehbaren
Darlegungen
von
Dr.
F._
und med. pract.
C._
widersprechen würde, liegt nicht vor.
Weiter
geht aus den
vorliegenden
Akten
nicht hervor und wurde von der Beschwerdegegnerin auch nicht behauptet, dass
ein besti
mmtes anderes, nicht SUVA-versichertes Ereignis
nach dem Mountainbike
-U
nfall vom 2
3.
September 2011
zum Leberabszess von Dezember 2011 geführt haben könnte.
Die
Schlussfolgerung
von Dr. F._
,
es
sei sehr viel wahrscheinlicher
, dass es sich beim Leberhämato
m des
Beschwerdeführers, das sich sekundär infiziert habe, um eine Folge des Traumas
vom 2
3.
September 2011
und nicht um einen soge
nannt „spontan“
auftretenden Leberabszess bei Fehlen von
Risikofa
ktoren handle
(vgl. E. 2.9)
, ist unter diesen Umständen
einleuchtend und plausibel
.
Seine
Einschätzung deckt
sich auch
mit derjenigen von
Dr.
D._
und med. pract.
C._
, die
ebenfalls
erklärten
, es sei ganz klar von einer sekundären Leberabszedierung im Rahmen einer post
traumatischen Leberlaz
eration auszu
gehen, zumal andere Gründe
für einen Leberabszess bei diesem
jungen gesun
den Mann klinisch ausgeschlossen w
orden seien (vgl. E. 2.6).
Dr.
B._
war
ebenfalls
der Auffassung, dass eine
andere Störung, die z
u einem Leberhämatom hätte
führen können,
mit praktischer Sicherheit ausgeschlossen werden
könne (vgl. E. 2.8).
3.4
Betreffend den
Einwand von Kreisarzt
Dr.
E._
,
es seien keine Brückensymptome dokumentiert und
der Beschwerdeführer habe
bis drei Tage vor dem 2
5.
Dezember 2011 nie unter
Bauchb
eschwerden
gelitten, legte
med.
pract.
C._
im Bericht vom 2
7.
Februar 2012
nachvollziehbar
dar, dass ein
e Leberlazeration im Rahmen einer Analgesie und
schweren HWS-Symptomatik
asymptomatisch verlaufen könne,
wenn es zu keinem hämodynamisch rele
vanten Zus
tand komme (vgl. E.
2.4
).
Dr.
D._
und med. pract.
C._
mach
ten
im Bericht vom
4.
April 2012
darauf aufmerksam
, dass der Beschwerde
führer selbst bei Diagnosestellung am 2
5.
Dezember 2011 keine wirklichen Oberbauchschmerzen angegeben habe, sondern eher atemabhängige Schmerzen im Übergang Tho
rax/Abdomen (vgl. E. 2.6
).
Dies bestätigte
Dr.
B._
, der
ausführte
,
die vom Beschwerdeführer
anlässlich der Untersuchung
vom 1
5.
Dezember 2011
geklagten
Beschwerden
hätten
aus damaliger Sicht
am
ehesten
zu
einem grippalen Infekt
gepasst
(vgl. E. 2.8
).
Weiter vermag auch
Kreisarzt
das
Vorbringen
von Dr. E._
, die im Notfallbericht des Spitals
Z._
vom 2
4.
September 2011 erwähnte Druckdolenz im linken Oberbauch und die Schürfung über de
m Trochanter major links würden
für einen Sturz nur auf diese Seite
sprechen (vgl. E. 2.7)
,
nicht zu überzeugen.
Im
gleichen Notfallbericht
ist
nämlich
auch die Rede davon, dass
eine ausgeprägte
Druckdo
lenz über der gesamten HWS und
der
paravertebralen Muskulatur, eine
ausgeprägt
e
Druckdolenz im Bereich der oberen BWS bis Höhe thorakal 8
,
ein Thoraxkompressionsschmerz
sowie eine deutliche
Druckdolenz über den unteren Rippen lateral sowie ventralseits
festgestellt worden sei
en
(
Urk.
12/25
).
Ebenfalls nicht stichhaltig ist schliesslich
das Argument der Beschwerdegegnerin
, auf die Aus
sagen der Ärzte des Spitals
Z._
könne schon deshalb
nicht abg
estellt werden, weil diese
als behandelnde Ärzte
zum Beschwer
deführer in einer
auftragsrechtlichen Vertrauensstellung stehen und aus diesem Grund eher zu sei
nen Gunsten auss
agen würden (
Urk.
2 S. 8).
A
us
beweisrechtlicher Sicht
ist vielmehr
entscheidend, dass die Ärzte des Spitals
Z._
, die den Beschwerdeführer im Übrigen
im Wesentlichen
einzig am 2
4.
September 2011 sowie vom 2
5.
Dezember 2011 bis zum
6.
Januar 2012 behandelt hatten,
die medizinische Situation
einleuchtend darstellten
und ihre Schlussfolgerun
gen überzeugend begründeten
(vgl. E. 1.5).
3.5
Es
ist somit festzu
halten, dass
ein natürlicher Kausalzusammenhang
zwischen dem Mountainbike-Unfall vom 2
3.
September 2011 und dem im Dezember 2011 aufgetretenen Leberabszess
nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu bejahen ist.
Da
es sich
bei einem Leberabszess
um eine objektiv ausgewiesene organische Unfallfolge handelt,
ist
sodann
auch der adäquate Kausalzusammenhang
gegeben
(vgl. E. 1.3).
Die Beschwerdegegnerin
trifft für die
im Dezember 2011 aufgetre
tenen
Leberbeschwerden des Beschwerdeführe
rs
daher eine Leistungspflicht.
Die Beschwerde ist demnach gutzuheissen.
4.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung. Die Entschädigung ist in A
nwendung von
§
34 Abs.
1 und 3 des Gesetzes über das Soz
ialversicherungsgericht
in Verbindung
Art.
61 lit. g
ATSG
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigk
eit des Prozesses auf
Fr.
2'0
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen.