Decision ID: 33753a5c-b490-48d7-9614-be852512d856
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Ehescheidung (vorsorgliche Massnahmen)
Berufung gegen eine Verfügung des Einzelgerichtes des Bezirksgerichtes Bülach vom 27. Oktober 2017; Proz. FE160280
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Vorsorgliches Massnahmebegehren der Beklagten: (act. 4/24 und act. 4/43, sinngemäss)
1. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, für die Gesuchstellerin  monatliche Unterhaltsbeiträge von
- rückwirkend ab 12. Dezember 2015 bis 30. April 2016 CHF 9'040.00
- von 1. Mai 2016 bis 30. September 2016 CHF 4'580.00 - von 1. Oktober 2016 bis 31. Dezember 2016 CHF 6'195.00 - von 1. Januar 2017 bis zum Auszug der Gesuchstellerin aus der
ehelichen Liegenschaft in C._ CHF 8'070.00 - ab dem Auszug der Gesuchstellerin aus der ehelichen Liegen-
schaft in C._ und für die weitere Dauer des Verfahrens CHF 7'200.00
zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats.
2. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, für den gemeinsamen Sohn der Parteien, D._, geboren tt. April 1999, monatliche  von
- ab 12. Dezember 2015 bis 30. September 2016 CHF 1'980.00 zzgl. Kinderzulagen
- ab 1. Oktober 2016 bis 31. Dezember 2016 CHF 1'870.00 zzgl. Kinderzulagen
- vom 1. Januar 2017 bis zum Auszug von D._ aus der  Liegenschaft in C._ CHF 2'250.00 zzgl. Kinderzulagen
- ab dem Auszug von D._ aus der ehelichen Liegenschaft in C._ und für die weitere Dauer des Verfahrens CHF 2'720.00 zzgl. Kinderzulagen
zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MwSt. zu Lasten des Gesuchsgegners.
Vorsorgliches Massnahmebegehren des Klägers:
(act. 4/37, act. 4/48 und act. 4/76, sinngemäss)
1. Es sei festzustellen, dass die Beklagte keinen Anspruch auf  hat.
2. Es sei festzustellen, dass für den Sohn D._ für die Zeit vom 1. Januar 2016 bis einschliesslich Dezember 2016 keine  zu zahlen sind.
3. Es sei der Kläger zu verpflichten, für den Sohn D._, geb. tt.04.1999, folgende monatlich im Voraus zahlbare Unterhaltsbeiträge zuzüglich allfälliger gesetzlicher oder vertraglicher Kinderzulagen zu bezahlen:
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- ab 1. Januar 2017 bis zum Auszug von D._ aus der  Liegenschaft in C._ Fr. 1'533.00;
- ab dem Auszug von D._ aus der ehelichen Liegenschaft in C._ und für die weitere Dauer des Verfahrens Fr. 1'991.00,
wobei der Unterhaltsanspruch für die Zeit ab dem 1. August 2017 bis zur Wiederaufnahme einer angemessenen Erstausbildung im Umfang von Fr. 1'000.00 zu sistieren ist. Der Kläger sei für berechtigt zu erklären, sämtliche im  Zeitraum bereits geleisteten Unterhaltszahlungen in Abzug zu bringen.
4. Im Übrigen sind die Anträge der Beklagten abzuweisen, sofern sie mit den Anträgen des Klägers nicht deckungsgleich sind.
5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich Mehrwertsteuer) zu Lasten der Beklagten.
Verfügung des Bezirksgerichtes Bülach vom 27. Oktober 2017: (act. 4/85 S. 29 ff. = act. 5 S. 29 ff.)
"1. Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten für sich persönlich folgende monatliche Unterhaltsbeiträge zu bezahlen: − Fr. 8'639.70 ab 12. Dezember 2015 bis 30. April 2016 − Fr. 3'958.90 ab 1. Mai 2016 bis 30. September 2016 − Fr. 6'100.70 ab 1. Oktober 2016 bis 31. Dezember 2016 − Fr. 7'704.60 ab 1. Januar 2017 bis zum Auszug aus der ehe-
lichen Liegenschaft − Fr. 6'887.60 ab dem Auszug aus der ehelichen Liegenschaft
bis zum Abschluss des Scheidungsverfahrens. Diese Unterhaltsbeiträge sind rückwirkend zu bezahlen, bzw. zahlbar
monatlich im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats. 2. Der Kläger wird verpflichtet, für den Sohn D._, geboren am
tt. April 1999 folgende monatliche Unterhaltsbeiträge zu bezahlen: − Fr. 1'977.20 ab 12. Dezember 2015 bis 30. September 2016 − Fr. 1'922.20 ab 1. Oktober 2016 bis 31. Dezember 2016 − Fr. 2'240.70 ab 1. Januar 2017 bis zum Auszug aus der ehe-
lichen Liegenschaft − Fr. 2'686.95 ab dem Auszug aus der ehelichen Liegenschaft
bis zum Abschluss des Scheidungsverfahrens. Diese Unterhaltsbeiträge sind rückwirkend zu bezahlen, bzw. zahlbar
monatlich im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats, zuzüglich  gesetzlicher oder vertraglicher Kinder- oder .
3. Der Kläger ist berechtigt, sämtliche im streitgegenständlichen Zeitraum bereits geleisteten Unterhaltszahlungen sowie die bereits bezahlten
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Hypothekarzinsen von den geschuldeten Unterhaltsbeiträgen in Abzug zu bringen.
4. Der Kläger ist ferner berechtigt, ab 1. August 2017 bis 31. August 2018 Fr. 1'000.– vom Unterhaltsbeitrag für den Sohn D._, geboren am tt. April 1999, in Abzug zu bringen.
5. Über die Prozesskosten vorsorglicher Massnahmen wird zusammen mit der Hauptsache entschieden.
6. [Mitteilungssatz] [Rechtsmittelbelehrung]"
Berufungsanträge der Beklagten, Erstberufungsklägerin und Zweitberufungsbeklagten:
in der Berufungsschrift (act. 2 S. 2):
"1. Dispositiv-Ziffer 3 der Verfügung des Bezirksgerichts Bülach vom 27. Oktober 2017 (FE160280-C) sei aufzuheben und der Antrag des Berufungsbeklagten, er sei berechtigt zu erklären, sämtliche im streitgegenständlichen Zeitraum bereits geleisteten Unterhaltszahlungen in Abzug zu bringen, sei abzuweisen.
2. Dispositiv-Ziffer 4 der Verfügung des Bezirksgerichts Bülach vom 27. Oktober
2017 (FE160280-C) sei aufzuheben und der Antrag des Berufungsbeklagten, der Unterhaltsanspruch von D._ sei für die Zeit ab dem 1. August 2017 bis zur Wiederaufnahme einer angemessenen Erstausbildung im Umfang von CHF 1'000.00 zu sistieren, sei für die Zeit vom 1. August 2017 bis 14. Januar 2018 und ab 19. Mai 2018 abzuweisen.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. 8% MwSt. zu Lasten des Be-
rufungsbeklagten."
in der Berufungsantwort zur Berufung des Klägers (act. 14 S. 2):
"1. Auf die Berufung des Klägers sei nicht einzutreten; eventualiter sei sie  abzuweisen.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MwSt. zu Lasten des Klägers."
neu bzw. zusätzlich gestellter Antrag anlässlich der Instruktionsverhandlung vom 24. Mai 2018 (act. 26 S. 2, sinngemäss):
Auf den neuen Eventualantrag des Klägers vom 26. Februar 2018 (act. 17 Antrag Nr. 1, 2. Absatz bzw. act. 24 Antrag Nr. 3 Abs. 2) sei nicht einzutreten; eventualiter sei er abzuweisen.
in der Stellungnahme vom 18. Juni 2018 zur Noveneingabe des Klägers,  und Zweitberufungsklägers vom 31. Mai 2018 (act. 31 S. 1, sinngemäss):
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Die den Anträgen der Beklagten, Erstberufungsklägerin und  widersprechenden Anträge des Klägers, Erstberufungsbeklagten und  seien abzuweisen.
Berufungsanträge des Klägers, Erstberufungsbeklagten und Zweitberufungsklägers:
in der Berufungsschrift (act. 11/2 S. 2):
"1. Ziffer 1 und 2 des Dispositivs der Verfügung des Bezirksgerichts Bülach vom 27. Oktober 2017 seien aufzuheben und die Sache sei gestützt auf Art. 318 Abs. 1 lit. c ZPO zur Vervollständigung des Sachverhalts und Neubeurteilung der Unterhaltspflicht des Klägers an die Vorinstanz zurückzuweisen;
2. Eventualiter werden folgende Anträge gestellt:
2.1 Dispositiv Ziffer 1 der Verfügung des Bezirksgerichts Bülach sei aufzuheben
und es sei festzustellen, dass für die Berufungsbeklagte persönlich keine  geschuldet sind.
2.2 Dispositiv Ziffer 2 der Verfügung des Bezirksgerichts Bülach sei aufzuheben
und es sei der Berufungskläger zu verpflichten, für den Sohn D._,  am tt. April 1999 folgende monatliche Unterhaltsbeiträge zuzüglich  gesetzlicher oder gesetzlicher Ausbildungszulagen zu bezahlen:
- Fr. 1'114.00 ab 12. Dezember 2015 bis 30. September 2016 - Fr. 1'028.00 ab 1. Oktober 2016 bis 31. Dezember 2016 - Fr. 1'283.00 ab 1. Januar 2017 bis zum Auszug aus der ehelichen Lie-
genschaft - Fr. 1'741.00 ab Auszug aus der ehelichen Liegenschaft für die weitere
Dauer des Verfahrens
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich Mehrwertsteuer)  der Berufungsbeklagten."
Prozessualer Antrag:
Der vorliegenden Berufung sei gestützt auf Art. 315 Abs. 5 ZPO die aufschiebende Wirkung zu erteilen.
in der Berufungsantwort zur Berufung der Beklagten, Erstberufungsklägerin und Zweitberufungsbeklagten (act. 17 S. 2):
"1. Die Berufung der Beklagten/Erstberufungsklägerin/Zweitberufungsbeklagten vom 13. November 2017 sei vollumfänglich abzuweisen und es seien die  3 und 4 Dispositiv der Verfügung des Einzelrichters des Bezirksgerichtes Bülach vom 27. Oktober 2017 zu bestätigen.
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Eventualiter (für den Fall, dass Ziff. 3 Dispositiv der Verfügung des  des Bezirksgerichtes Bülach vom 27. Oktober 2017 aufgehoben wird) sei der Kläger/Erstberufungsbeklagte/Zweitberufungskläger für berechtigt zu , die von ihm per Stichtag 31.12.2017 geleisteten Zahlungen in Höhe von Fr. 132'305.50 von den geschuldeten Unterhaltsbeiträgen in Abzug zu bringen.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich Mehrwertsteuer zu Lasten
der Beklagten/Erstberufungsklägerin/Zweitberufungsbeklagten."
anlässlich der Instruktionsverhandlung vom 24. Mai 2018 (act. 24 S. 1 f.):
"1. Dispositiv Ziffer 1 der Verfügung des Bezirksgerichts Bülach sei aufzuheben und es sei festzustellen, dass für die Berufungsbeklagte persönlich keine  geschuldet sind.
2. Dispositiv Ziffer 2 der Verfügung des Bezirksgerichts Bülach sei aufzuheben
und es sei der Berufungskläger zu verpflichten, für den Sohn D._,  am tt. April 1999 folgende monatliche Unterhaltsbeiträge zuzüglich  oder gesetzlicher Ausbildungszulagen zu bezahlen:
- Fr. 1'114.00 ab 12. Dezember 2015 bis 30. September 2016 - Fr. 1'028.00 ab 1. Oktober 2016 bis 31. Dezember 2016 - Fr. 1'283.00 ab 1. Januar 2017 bis zum Auszug aus der ehelichen
Liegenschaft - Fr. 1'741.00 ab Auszug aus der ehelichen Liegenschaft für die weitere Dauer des Verfahrens
3. Die Berufung der Beklagten/Erstberufungsklägerin/Zweitberufungsbeklagten vom 13. November 2017 sei vollumfänglich abzuweisen und es seien die  3 und 4 Dispositiv der Verfügung des Einzelrichters des Bezirksgerichtes Bülach vom 27. Oktober 2017 zu bestätigen.
Eventualiter (für den Fall dass Ziff. 3 Dispositiv der Verfügung des  des Bezirksgerichts Bülach vom 27. Oktober 2017 aufgehoben wird) sei der Kläger/Erstberufungsbeklagte/Zweitberufungskläger für berechtigt zu , die von ihm per Stichtag 1. Mai 2018 geleisteten Zahlungen in Höhe von Fr. 181'178.25 von den geschuldeten Unterhaltsbeiträgen in Abzug zu bringen.
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich Mehrwertsteuer zu Lasten der Beklagten/Erstberufungsklägerin/Zweitberufungsbeklagten."
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mit Noveneingabe vom 31. Mai 2018 modifizierter Antrag Nr. 2 (act. 27 S. 1 f.):
"1. [...]
2. Dispositiv Ziffer 2 der Verfügung des Bezirksgerichts Bülach sei aufzuheben
und es sei der Berufungskläger zu verpflichten, für den Sohn D._,  am tt. April 1999 folgende monatliche Unterhaltsbeiträge zuzüglich  oder gesetzlicher Ausbildungszulagen zu bezahlen:
- Fr. 1'114.00 ab 12. Dezember 2015 bis 30. September 2016 - Fr. 1'028.00 ab 1. Oktober 2016 bis 31. Dezember 2016 - Fr. 1'283.00 ab 1. Januar 2017 bis zum Auszug aus der ehelichen
Liegenschaft - Fr. 1'741.00 ab Auszug aus der ehelichen Liegenschaft bis zum 31. August 2018
- Fr. 1'741.00 ab Aufnahme eines Studiums bzw. einer gleichwertigen Ausbildung für die weitere Dauer des Verfahrens, längstens bis zum Ab-
schluss einer angemessenen Erstausbildung.
3. [...]
4. [...]
mit Noveneingabe vom 6. Juli 2018 modifizierter Antrag Nr. 3 (act. 34 S. 1 f.):
1. [...]
2. [...]
3. Die Berufung der Beklagten/Erstberufungsklägerin/Zweitberufungsbeklagten
vom 13. November 2017 sei vollumfänglich abzuweisen und es seien die  3 und 4 Dispositiv der Verfügung des Einzelrichters des Bezirksgerichtes Bülach vom 27. Oktober 2017 zu bestätigen.
Eventualiter (für den Fall dass Ziff. 3 Dispositiv der Verfügung des  des Bezirksgerichts Bülach vom 27. Oktober 2017 aufgehoben wird) sei der Kläger/Erstberufungsbeklagter/Zweitberufungskläger für berechtigt zu , die von ihm per Stichtag 1. Mai 2018 geleisteten Zahlungen in Höhe von Fr. 202'327.35 von den geschuldeten Unterhaltsbeiträgen in Abzug zu bringen.
4. [...]
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Erwägungen:
I.
Sachverhalt und Prozessgeschichte
1. Die Parteien haben im Jahr 1993 geheiratet und trennten sich am 16. April
2014. Seit Oktober 2016 stehen sie sich vor dem Einzelgericht des Bezirksge-
richts Bülach (nachfolgend: Vorinstanz) im Scheidungsprozess gegenüber
(act. 4/1 und act. 4/11). Sie haben drei gemeinsame, inzwischen volljährige Kin-
der (act. 4/11). Das jüngste Kind, D._, geboren am tt. April 1999, ist am
tt. April 2017 während des hängigen Scheidungsverfahrens volljährig geworden.
Mit Schreiben vom 9. April 2017 bevollmächtigte D._ die Beklagte, Erstberu-
fungsklägerin und Zweitberufungsbeklagte (nachfolgend nur "Beklagte"), für ihn
die Unterhaltsbeiträge im Scheidungsverfahren geltend zu machen (act. 4/44/1).
2. Mit Eingabe vom 12. Dezember 2016, begründet sowie abgeändert bzw. er-
gänzt mit Eingaben vom 16. Februar 2017 und vom 2. Mai 2017, stellte die Be-
klagte ein Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnahmen (act. 4/10, act. 4/24 und
act. 4/43). Damit verlangte sie die Festsetzung von Unterhaltsbeiträgen für sich
persönlich sowie für den gemeinsamen Sohn D._, rückwirkend ab dem
12. Dezember 2015 und für die Dauer des Scheidungsverfahrens.
3. Der Kläger, Erstberufungsbeklagte und Zweitberufungskläger (nachfolgend
nur "Kläger") nahm mit Eingabe vom 3. April 2017 zum Gesuch um Erlass vor-
sorglicher Massnahmen Stellung und beantragte sinngemäss die Abweisung des
Antrags der Beklagten auf Festsetzung eines Unterhaltsbeitrages für die Beklagte
persönlich. In Bezug auf den gemeinsamen Sohn D._ ersuchte er um Fest-
setzung von Unterhaltsbeiträgen ab dem 1. Januar 2017, unter Sistierung des Un-
terhaltsanspruchs für die Zeit ab dem 1. August 2017 bis zur Wiederaufnahme ei-
ner angemessenen Erstausbildung im Umfang von Fr. 1'000.–. Im Übrigen er-
suchte er um Abweisung des Gesuchs um Erlass vorsorglicher Massnahmen und
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um die Berechtigung, sämtliche im streitgegenständlichen Zeitraum bereits geleis-
teten Unterhaltszahlungen in Abzug zu bringen (act. 4/37, act. 4/48 und act. 4/76).
4. Mit Verfügung vom 27. Oktober 2017 entschied die Vorinstanz über die be-
antragten vorsorglichen Massnahmen (act. 5). Der vorinstanzliche Entscheid wur-
de den Parteien am 2. bzw. 8. November 2017 zugestellt (act. 4/89).
5. Gegen den vorinstanzlichen Entscheid vom 27. Oktober 2017 erhob zu-
nächst die Beklagte mit Eingabe vom 13. November 2017 (act. 2) und hernach
auch der Kläger mit Eingabe vom 20. November 2017 rechtzeitig Berufung
(act. 11/2).
6. Mit Verfügung vom 4. Dezember 2017 wurde der Antrag des Klägers um Er-
teilung der aufschiebenden Wirkung für das Berufungsverfahren abgewiesen und
dem Kläger Frist zur Leistung eines Kostenvorschusses angesetzt (act. 11/7).
Gleichentags wurde auch der Beklagten Frist zur Leistung eines Kostenvorschus-
ses angesetzt (act. 6). Beide Parteien leisteten den von ihnen eingeforderten Kos-
tenvorschuss rechtzeitig (act. 8 und act. 11/11).
7. Mit Verfügung vom 7. Februar 2018 wurden die beiden unter den Ge-
schäftsnummern LY170050 und LY170052 angelegten Berufungsverfahren verei-
nigt und gemeinsam unter der Geschäftsnummer LY170050 weitergeführt. Zudem
wurde den Parteien damit je eine 10-tägige Frist zur Erstattung einer schriftlichen
Berufungsantwort angesetzt (act. 10 und act. 11/12).
8. Die Berufungsantwort der Beklagten vom 22. Februar 2018 ging am
23. Februar 2018 samt Beilagen ein (act. 14 und act. 15/1-2); die Berufungsant-
wort des Klägers vom 26. Februar 2018 ging hierorts am 27. Februar 2018 samt
Beilagen ein (act. 17 und act. 18/1-7). Beide Berufungsantworten wurden somit
rechtzeitig erstattet.
9. Mit Verfügung vom 6. März 2018 wurden die Parteien darüber informiert,
dass eine Instruktions- und Vergleichsverhandlung mit persönlicher Befragung der
Parteien durchgeführt werde. Überdies wurden den Parteien damit je gegenseitig
die Doppel der Berufungsantwort der Gegenpartei samt Beilagen zugestellt, unter
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Hinweis darauf, dass sie dazu anlässlich der Instruktions-/Vergleichsverhandlung
mündlich Stellung nehmen könnten. Hernach wurden die Parteien mit Vorladung
vom 20. März 2018 zur Instruktions- und Vergleichsverhandlung mit persönlicher
Befragung auf den 24. Mai 2018, 08:30 Uhr, vorgeladen (act. 22/1-2).
10. Zur Instruktions- und Vergleichsverhandlung vom 24. Mai 2018 erschienen
Rechtanwältin lic. iur. X._ namens und in Begleitung der Beklagten sowie
Rechtsanwältin lic. iur. Y._ namens und in Begleitung des Klägers (vgl. Prot.
S. 7 ff.). Anlässlich der Verhandlung vom 24. Mai 2018 modifizierten beide Partei-
en ihre Anträge (vgl. die einleitend aufgeführten Anträge) und nahmen zur Beru-
fungsantwort samt Beilagen der jeweiligen Gegenpartei Stellung (Prot. S. 7 ff.;
act. 24 - 26). Zudem konnten die Parteien ihr Replikrecht abschliessend ausüben
(Prot. S. 15 ff.). In der Folge wurden die Parteien durch die Referentin über die
Zukunftspläne des gemeinsamen Sohnes D._ persönlich befragt
(Prot. S. 20 ff.). Die anschliessend zwischen den Parteien geführten, gerichtlich
moderierten Vergleichsgespräche scheiterten (Prot. S. 23).
11. Am 31. Mai 2018 reichte der Kläger eine Noveneingabe ein, mit welcher er
seinen Antrag Nr. 2 gestützt auf die ihm anlässlich der persönlichen Befragung
der Parteien am 24. Mai 2018 zur Kenntnis gelangten, veränderten Zukunftspläne
des gemeinsamen Sohnes D._ modifizierte (act. 27 und act. 28/1 - 4). In der
Folge wurde der Beklagten mit Verfügung vom 1. Juni 2018 Frist zur Einreichung
einer Stellungnahme angesetzt. Die beklagtische Stellungnahme vom 18. Juni
2018 erfolgte fristgemäss (act. 31 und act. 32/1 - 2).
12. Mit Eingabe vom 4. Juli 2018 liess der Kläger mitteilen, dass die seit der
Instruktions-/Vergleichsverhandlung am 24. Mai 2018 aussergerichtlich geführten
Vergleichsgespräche zwischen den Parteien definitiv gescheitert seien (act. 33).
Zudem modifizierte der Kläger mit Eingabe vom 6. Juli 2018 seinen Antrag Nr. 3
zufolge zwischenzeitlich geleisteter weiterer Zahlungen (act. 34 und act. 35/1 - 3).
13. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (act. 4/1-92 und act. 16/93 -
104). Die Sache ist spruchreif.
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II.
Zu den Berufungen im Einzelnen
A. Prozessuales
1. Allgemeines zur Berufung
1.1 Erstinstanzliche Entscheide über vorsorgliche Massnahmen sind grundsätz-
lich mit Berufung anfechtbar (Art. 308 Abs. 1 lit. b ZPO). In vermögensrechtlichen
Angelegenheiten ist die Berufung nur zulässig, wenn der Streitwert der zuletzt
aufrechterhaltenen Rechtsbegehren mindestens Fr. 10'000.– beträgt. Im Streit
liegen primär die vom Kläger an die Beklagte persönlich sowie an den gemeinsa-
men Sohn D._ zu leistenden Unterhaltsbeiträge. Deren Streitwert übersteigt
Fr. 10'000.– bei weitem (vgl. dazu act. 6 und act. 11/7). Es handelt sich somit um
eine berufungsfähige Angelegenheit vermögensrechtlicher Natur.
1.2 Gemäss Art. 311 Abs. 1 ZPO ist die Berufung schriftlich und begründet ein-
zureichen. Gegen einen – wie vorliegend (Art. 248 lit. d ZPO) – im summarischen
Verfahren ergangenen Entscheid beträgt die Rechtsmittelfrist 10 Tage (Art. 314
Abs. 1 ZPO). Beide Berufungen sind rechtzeitig erfolgt.
1.3 Mit Berufung können sowohl unrichtige Rechtsanwendung als auch unrich-
tige Feststellung des Sachverhaltes geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO).
Ebenfalls gerügt werden kann die (blosse) Unangemessenheit eines Entscheides,
da es sich bei der Berufung um ein vollkommenes Rechtsmittel handelt. Im Rah-
men der Begründung hat sich die Berufung erhebende Partei mit den Erwägun-
gen der Vorinstanz im Einzelnen auseinander zu setzen und konkret aufzuzeigen,
was am angefochtenen Urteil oder am Verfahren des Bezirksgerichts falsch war
(BGE 138 III 374, E. 4.3.1). Neue Behauptungen und neue Beweismittel sind nur
noch zulässig, wenn sie trotz zumutbarer Sorgfalt vor erster Instanz nicht vorge-
bracht werden konnten, und wenn sie vor der Berufungsinstanz unverzüglich vor-
gebracht werden (Art. 317 ZPO). Das gilt grundsätzlich auch in Verfahren, in wel-
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chen der Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen ist (BGer 4A_228/2012 vom
28. August 2012 E. 2.1 und 2.2).
2. Zum Nichteintretensantrag der Beklagten
2.1 In prozessualer Hinsicht beantragt die Beklagte, auf die Berufung des Klä-
gers sei nicht einzutreten; eventualiter sei sie vollumfänglich abzuweisen (act. 14
S. 2). Ihren Nichteintretensantrag begründet die Beklagte damit, dass der Kläger
als Hauptantrag ausschliesslich einen Rückweisungsantrag gestellt habe, ohne
einen Antrag in der Sache zu stellen, wie im Falle einer Rückweisung zur "Neu-
beurteilung" neu zu entscheiden wäre. Dies sei unzulässig und genüge den An-
forderungen an eine Berufung nicht, weshalb auf den Hauptantrag des Klägers
nicht eingetreten werden dürfe (act. 14 Rz. 5). Ohnehin komme aber eine Rück-
weisung an die Vorinstanz gestützt auf Art. 318 Abs. 1 lit. c ZPO nur dann in Fra-
ge, wenn der Sachverhalt in wesentlichen Teilen zu vervollständigen sei. Inwie-
fern der Sachverhalt vorliegend in wesentlichen Punkten zu vervollständigen wä-
re, habe der Kläger in der Berufung nicht dargelegt. Insbesondere vermöge der
Verzicht der Vorinstanz auf eine persönliche Befragung eine Rückweisung nicht
zu rechtfertigen, da diese kein Beweismittel gemäss Art. 168 ZPO darstelle. Im
Sinne einer antizipierten Beweiswürdigung habe die Vorinstanz auf eine persönli-
che Befragung der Parteien verzichten dürfen. Sofern auf den Hauptantrag des
Klägers überhaupt eingetreten werden könne, sei er demnach abzuweisen
(act. 14 Rz. 6 ff.).
2.2 Eine Berufung hat Berufungsanträge zu enthalten, welche sich grundsätz-
lich nicht nur darauf beschränken dürfen, die Aufhebung des angefochtenen erst-
instanzlichen Entscheides zu beantragen. Vielmehr muss ein Antrag in der Sache
gestellt werden und zwar in den Berufungsanträgen und nicht bloss in der Be-
gründung. Dabei soll aus den Berufungsanträgen präzise zum Ausdruck kommen,
wie genau die Berufungsinstanz entscheiden soll bzw. welche Punkte des erstin-
stanzlichen Entscheides angefochten werden und inwiefern der erstinstanzliche
Entscheid abzuändern ist. Bei einer Forderung auf Geldleistung ist eine Beziffe-
rung nötig, was auch für die Verfahren im Bereich der (eingeschränkten) Untersu-
chungsmaxime gilt. Ein Aufhebungs- und Rückweisungsantrag kann ausnahms-
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weise zulässig sein, wenn die Berufungsinstanz nur kassatorisch entscheiden
kann, was hier indes nicht der Fall ist (vgl. REETZ/THEILER, ZK-ZPO, 3. A.,
Art. 311 N 34 ff. mit zahlreichen Hinweisen auf die Rechtsprechung; BGE 133 III
489 E. 3.1; BGE 137 III 617 E. 4.3 - 4.5).
2.3 Der anwaltlich vertretene Kläger beantragte in der Berufungsschrift vom
20. November 2017 die Aufhebung des vorinstanzlichen Urteils und stellte nur für
den Fall, dass dem Antrag nicht gefolgt würde, Eventualanträge in der Sache
(act. 11/2 S. 2). Aus dem ursprünglichen Hauptantrag ergibt sich damit nicht, wie
der erstinstanzliche Entscheid abgeändert werden soll. Dies lässt sich aber im-
merhin den Eventualanträgen des Klägers und auch der Berufungsbegründung
entnehmen, wo der Kläger konkret bezifferte Anträge in Bezug auf die Unterhalts-
beiträge für die Beklagte persönlich und für den Sohn D._ stellte. Anlässlich
der anberaumten Instruktions- und Vergleichsverhandlung, für welche die hiesige
Berufungsinstanz eine persönliche Befragung der Parteien in Aussicht stellte, zog
der Kläger seinen Rückweisungsantrag, welchen er mit einer fehlerhaften Sach-
verhaltsfeststellung durch die Vorinstanz durch das Unterlassen einer persönli-
chen Befragung der Parteien begründet hatte, zurück (vgl. Prot. S. 7 und act. 24
S. 3) und erhob die bisherigen Eventualanträge zu Hauptanträgen. Da die neuen
Hauptanträge bei Berufungserhebung immerhin schon als Eventualanträge ge-
stellt wurden und für die Kammer somit von Beginn an erkennbar war, was für ei-
nen Entscheid in der Sache der Kläger anbegehrt, erschiene es als überspitzt
formalistisch, auf die klägerische Berufung wegen der formal unrichtig gestellten
Berufungsanträge nicht einzutreten. Dementsprechend sind die (zumindest bei
Berufungseinreichung) bloss eventualiter gestellten Anträge des Klägers in der
Sache als Hauptanträge entgegenzunehmen. Der ursprüngliche Berufungsantrag
Nr. 1 des Klägers ist als durch Rückzug erledigt abzuschreiben; auf die klägeri-
sche Berufung kann damit entgegen der Ansicht der Beklagten eingetreten wer-
den.
3. Neue Tatsachen und Beweismittel im Berufungsverfahren
3.1 Gemäss Art. 317 Abs. 1 ZPO werden neue Tatsachen und Beweismittel
(Noven) im Berufungsverfahren grundsätzlich nur noch berücksichtigt, wenn sie
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ohne Verzug vorgebracht werden und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor
erster Instanz vorgebracht werden konnten. Das Berufungsverfahren bezweckt
nicht die Vervollständigung des vorinstanzlichen Verfahrens, sondern dient der
Überprüfung und Korrektur des erstinstanzlichen Entscheids im Lichte konkret
dagegen vorgebrachter Beanstandungen (vgl. z.B. BGer 4A_619/2015 vom
25. Mai 2016, E. 2.2.2; BGer 4A_382/2015 vom 4. Januar 2016, E. 11.3.1; BGer
4A_221/2015 vom 23. November 2015, E. 5.2.1). Art. 317 Abs. 1 ZPO regelt die
Voraussetzungen abschliessend, unter denen Noven im Berufungsverfahren aus-
nahmsweise noch vorgebracht werden können, ohne danach zu differenzieren, ob
ein Verfahren in den Anwendungsbereich der Verhandlungs- oder der Untersu-
chungsmaxime fällt.
3.2 Der Kläger hat erstmals mit Berufungsantwort vom 26. Februar 2018 die
von ihm per Stichtag 31. Dezember 2017 bereits geleisteten Zahlungen beziffert,
welche er von den geschuldeten Unterhaltsbeiträgen in Abzug bringen will
(act. 17 S. 2, Antrag Nr. 1, Eventualbegehren). Zugleich hat er auch entsprechen-
de (neue) Zahlungsbelege ins Recht gelegt (act. 18 /1 - 6). Im weiteren Verlauf
des Berufungsverfahrens hat der Kläger seinen bezifferten Antrag zudem jeweils
aktualisiert und weitere Zahlungsbelege eingereicht, da er laufend weitere Unter-
haltsbeiträge an die Beklagte und D._ bezahlt und auch Amortisationszah-
lungen an rückständige Unterhaltsbeiträge geleistet hat (vgl. act. 24 S. 2, act. 25,
act. 34 S. 2 und act. 35/1 - 2). Bereits im vorinstanzlichen Verfahren hatte der
Kläger zwar beantragt, er sei für berechtigt zu erklären, sämtliche im streitgegen-
ständlichen Zeitraum bereits geleisteten Unterhaltszahlungen in Abzug zu bringen
(vgl. act. 76 S. 2). Diesen Antrag hat der Kläger im vorinstanzlichen Verfahren in-
des weder begründet noch konkret beziffert.
3.3 Wie vorstehend ausgeführt (vgl. vorstehend Ziff. 3.1), sind im Berufungsver-
fahren neue Tatsachen und Beweismittel nur noch sehr beschränkt zulässig. Ins-
besondere wenn diese bei zumutbarer Sorgfalt bereits vor erster Instanz hätten
vorgebracht werden können, sind sie im Berufungsverfahren nicht mehr zu be-
rücksichtigen (Art. 317 Abs. 1 ZPO). Soweit der Kläger diesbezüglich vorbringt, es
sei nicht praktikabel, eine konkrete Bezifferung der bereits bezahlten Unterhalts-
- 15 -
beiträge und Hypothekarzinszahlungen vorzunehmen, da es sich dabei um perio-
dische Leistungen handle, weshalb ständig neue Eingaben an das Gericht ge-
macht werden müssten, kann ihm nicht gefolgt werden. Richtig ist zwar, dass sich
die Summe der bereits geleisteten Zahlungen wohl in der Regel monatlich verän-
dert, sofern laufend Unterhaltsbeiträge bezahlt werden, wodurch eine regelmässi-
ge Anpassung des entsprechenden Antrags erforderlich wird. Es ist einer Partei
jedoch durchaus zumutbar, entweder monatlich eine kurze Eingabe mit aktuali-
siertem Betrag im Antrag sowie den dazugehörigen Zahlungsbelegen an das Ge-
richt zu machen oder aber Zahlungen bis zu einem bestimmten Zeitpunkt geltend
zu machen, unter Aufforderung des Gerichts, der Partei vor Erlass der Urteils eine
kurze Frist anzusetzen, um den entsprechenden Antrag wiederum zu aktualisie-
ren und Belege von inzwischen noch zusätzlich erfolgten Zahlungen einzureichen.
Weder das eine noch das andere hat der Kläger getan, sondern bloss pauschal
beantragt, er sei berechtigt zu erklären, bereits geleistete Zahlungen (in unbe-
stimmter Höhe) an die noch zu leistenden Unterhaltsbeiträge anzurechnen. Dies,
obwohl der Kläger jederzeit dazu in der Lage gewesen wäre, die von ihm bereits
geleisteten Unterhaltszahlungen (inkl. Hypothekarzinszahlungen) vor der Vor-
instanz zu beziffern. Wenn der Kläger weiter eine Verletzung seines rechtlichen
Gehörs durch die Vorinstanz geltend macht, indem diese unerwarteter- und unüb-
licherweise auf eine persönliche Befragung der Parteien verzichtet und den Par-
teien nicht mitgeteilt habe, dass demnächst ein Entscheid ergehen werde und ihm
dadurch verwehrt habe, rechtzeitig eine Bezifferung der von ihm bereits geleiste-
ten bzw. anrechenbaren Zahlungen vorzunehmen (act. 17 Ziff. 8 S. 9), verkennt
er, dass es auch unter dem Regime der (eingeschränkten) Untersuchungsmaxime
alleine Sache der Parteien ist, ihre Anträge rechtzeitig substantiiert zu begründen
und die dabei aufgestellten Behauptungen zu belegen bzw. zumindest glaubhaft
zu machen (vgl. dazu ergänzend die nachstehenden Ausführungen unter
II.B/E. 5.4). Da der Kläger die Vorinstanz zudem nie darum ersucht hat, ihm vor
dem Erlass des Entscheids Gelegenheit einzuräumen, um seinen Verrechnungs-
antrag zu beziffern, war die Vorinstanz nicht dazu verpflichtet, ihn von sich aus
dazu aufzufordern und eben so wenig wurde auf Seiten des Klägers ein entspre-
chendes Vertrauen begründet.
- 16 -
3.4 Unter diesen Umständen erfolgt die Bezifferung des Antrages auf Anrech-
nung im Berufungsverfahren verspätet; weder die diesbezüglichen neuen Be-
hauptungen des Klägers noch die dazugehörigen neuen Belege können im Beru-
fungsverfahren Berücksichtigung finden. Es wird aber die Aufgabe der Vorinstanz
sein, die vom Kläger bereits geleisteten Zahlungen (Unterhaltszahlungen und Hy-
pothekarzinszahlungen) bei der güterrechtlichen Auseinandersetzung oder bei der
endgültigen Festsetzung der Unterhaltsbeiträge für die Beklagte und D._ im
Rahmen des Scheidungsverfahrens entsprechend zu berücksichtigen.
B. Materielles
1. Entscheid der Vorinstanz
1.1 Die Vorinstanz verpflichtete den Kläger rückwirkend ab dem 12. Dezember
2015 zur Leistung von Unterhaltsbeiträgen an die Beklagte persönlich sowie an
den Sohn D._. Sie begründet ihren Entscheid im Wesentlichen damit, die
Beklagte habe glaubhaft gemacht, dass eine lange, lebensprägende Ehe mit
klassischer Rollenverteilung gelebt worden sei und sie sich erst wieder um einen
beruflichen Wiedereinstieg gekümmert habe, als die Kinder bereits ein fortge-
schrittenes Alter erreicht gehabt hätten. Die von ihr während der Ehe ausgeübten
Tätigkeiten hätten erstens nicht ihrem erlernten Beruf entsprochen und zudem
den Charakter eines Hobbies gehabt und der Selbstverwirklichung gedient (act. 5
S. 12 f. E. 4.6.1 f.). Es sei weiter glaubhaft, dass die Beklagte ihre seit Mai 2016
ausgeübte Tätigkeit als Krankenschwester aufgrund der Belastung des berufli-
chen Wiedereinstiegs und der damit einhergehenden Verschlechterung ihres Ge-
sundheitszustandes infolge Schichtarbeit nicht zu einem höheren Pensum als
60% ausüben könne. Deshalb rechnete die Vorinstanz der Beklagten grundsätz-
lich ein Erwerbseinkommen in der Höhe von monatlich netto Fr. 4'130.– für ein
60% Pensum an. Das Erwerbseinkommen des Klägers in den Jahren 2014 bis
2016 als Chefarzt errechnete die Vorinstanz auf durchschnittlich Fr. 25'540.– net-
to pro Monat (act. 5 S. 13 E. 4.6.3 f.). Dem Sohn D._ rechnete sie als Ein-
kommen grundsätzlich die Ausbildungszulagen in der Höhe von monatlich
Fr. 250.– an und während des Zwischenjahres vom 1. August 2017 bis zum
31. August 2018 (ab Matura bis zum geplanten Beginn des Studiums) ein (hypo-
- 17 -
thetisches) Einkommen in der Höhe von Fr. 1'000.– aus einer Tätigkeit als Bar-
keeper oder im Service eines Restaurants (act. 5 S. 28 f. E. 4.7).
1.2 In der Folge ermittelte sie den gebührenden Bedarf der Beklagten und des
Sohnes D._ unter Anwendung der einstufig-konkreten Methode für vier ver-
schiedene Phasen in folgender Höhe (act. 5 S. 13 ff.):
- ab 12. Dezember 2015 bis 30. September 2016:
Beklagte: Fr. 8'639.70
D._: Fr. 2'227.20
- ab 1. Oktober 2016 bis 31. Dezember 2016:
Beklagte: Fr. 10'230.70
D._: Fr. 2'172.20
- ab 1. Januar 2017 bis zum Auszug aus der ehelichen Liegenschaft:
Beklagte: Fr. 11'834.60
D._: Fr. 2'490.70
- ab dem Auszug aus der ehelichen Liegenschaft:
Beklagte: Fr. 11'017.60
D._: Fr. 2'936.95
1.3 Da die Beklagte und D._ die ihnen von der Vorinstanz errechneten ge-
bührenden Bedarfe jeweils nicht vollständig mit ihren eigenen Einkommen zu de-
cken vermögen, verpflichtete die Vorinstanz den Kläger mit Verfügung vom
27. Oktober 2017 rückwirkend ab dem 12. Dezember 2015 zur Leistung von Un-
terhaltsbeiträgen für die Beklagte persönlich sowie für den Sohn D._ im fol-
genden Umfang (act. 5, Dispositivziffern 1 und 2):
Für die Beklagte persönlich:
- Fr. 8'639.70 ab 12. Dezember 2015 bis 30. April 2016 - Fr. 3'958.90 ab 1. Mai 2016 bis 30. September 2016 - Fr. 6'100.70 ab 1. Oktober 2016 bis 31. Dezember 2016
- 18 -
- Fr. 7'704.60 ab 1. Januar 2017 bis zum Auszug aus der ehelichen Liegenschaft
- Fr. 6'887.60 ab dem Auszug aus der ehelichen Liegenschaft bis zum Abschluss des Scheidungsverfahrens.
Für den Sohn D._:
- Fr. 1'977.20 ab 12. Dezember 2015 bis 30. September 2016 - Fr. 1'922.20 ab 1. Oktober 2016 bis 31. Dezember 2016 - Fr. 2'240.70 ab 1. Januar 2017 bis zum Auszug aus der ehelichen
Liegenschaft - Fr. 2'686.95 ab dem Auszug aus der ehelichen Liegenschaft bis
zum Abschluss des Scheidungsverfahrens.
1.4 Dabei wurde der Kläger im vorinstanzlichen Entscheid dazu berechtigt er-
klärt, sämtliche im streitgegenständlichen Zeitraum von ihm bereits geleisteten
Unterhaltszahlungen und die von ihm bezahlten Hypothekarzinsen von den ge-
mäss vorinstanzlichem Entscheid geschuldeten Unterhaltsbeiträgen in Abzug zu
bringen. Vom Unterhaltsbeitrag für den Sohn D._ kann der Kläger zudem für
die Zeit ab dem 1. August 2017 bis zum 31. August 2018 monatlich Fr. 1'000.– in
Abzug bringen (act. 4/85 = act. 5, Dispositivziffern 3 und 4).
2. Überblick über die Beanstandungen der Parteien
2.1 Beanstandungen des Klägers
2.1.1 Nachdem der Kläger seinen Hauptantrag auf Rückweisung der Sache an
die Vorinstanz zur Vervollständigung des Sachverhaltes und Neubeurteilung in-
zwischen zurückgezogen hat (vgl. act. 11/2 Ziff. 1 und act. 24 S. 3, II.), kommt
nunmehr der vom Kläger gestellte Eventualantrag in der Sache zum Tragen. Da-
mit verlangt der Kläger die Aufhebung der Dispositivziffern 1 und 2 der Verfügung
des Bezirksgerichts Bülach vom 27. Oktober 2017 unter Neubeurteilung bzw.
Neufestsetzung der vom Kläger an die Beklagte persönlich sowie an den Sohn
D._ zu bezahlenden Unterhaltsbeiträge. Zur Begründung führt der Kläger an,
die Vorinstanz habe einerseits den Sachverhalts unrichtig festgestellt und ande-
rerseits das Recht unrichtig angewendet. Er ist der Ansicht, der Beklagten persön-
- 19 -
lich weder rückwirkend ab Einreichung des Massnahmebegehrens (12. Dezember
2015) noch zukünftig Unterhaltsbeiträge zu schulden, anerkennt aber grundsätz-
lich seine Unterhaltspflicht gegenüber dem Sohn D._, wenn auch in geringe-
rer Höhe als von der Beklagten beantragt und durch die Vorinstanz zugesprochen
(vgl. act. 11/2 S. 2). Zudem ist der Kläger der Auffassung, dass der Unterhalt an
den inzwischen volljährigen Sohn D._ während dessen Ausbildungsunter-
bruch ab dem 1. September 2018 bis zum noch unklaren Zeitpunkt der Aufnahme
eines Studiums gänzlich zu sistieren sei (act. 27 S. 2).
2.1.2 Seinen Standpunkt begründet der Kläger im Wesentlichen damit, entgegen
der Auffassung der Vorinstanz sei der Beklagten die Ausdehnung ihrer Erwerbstä-
tigkeit als Krankenschwester auf ein 100% Pensum sehr wohl möglich und auch
zumutbar. Die von der Beklagten geltend gemachte und von der Vorinstanz als
glaubhaft erachtete teilweise Arbeitsunfähigkeit sei ärztlich nicht attestiert worden.
Nach Ansicht des Klägers hätte die Vorinstanz der Beklagten deshalb ab Januar
2016 ein hypothetisches Einkommen von mindestens Fr. 6'883.35, entsprechend
dem Lohn für ein 100%-Pensum in der jetzigen Anstellung, anrechnen müssen.
2.1.3 Weiter moniert der Kläger die von der Vorinstanz für verschiedene Perio-
den ermittelten Bedarfe der Beklagten sowie des Sohnes D._ und rügt wie-
derum einerseits eine unrichtige Feststellung des Sachverhalts und andererseits
eine falsche Rechtsanwendung durch die Vorinstanz durch das Ansetzen von zu
tiefen Anforderungen an die Glaubhaftmachung (act. 11/2 Ziff. 18 ff.). Er bemän-
gelt im Wesentlichen, die Vorinstanz habe einen unzulässigen Berechnungsme-
thodenmix angewandt, indem sie zur Ermittlung der Unterhaltsbeiträge einerseits
die einstufige Berechnungsmethode angewandt und auf konkrete Ausgaben ab-
gestellt habe, andererseits aber mit festgelegten Pauschalen gerechnet und diese
willkürlich mit gewisse Faktoren multipliziert habe. Bei der einstufigen Berech-
nungsmethode sei auf den konkreten Bedarf abzustellen, welchen die Beklagte
für sich und D._ konkret nachzuweisen gehabt hätte (act. 11/2 Ziff. 19 ff.).
Diverse von der Beklagten geltend gemachte Bedarfspositionen habe die Vo-
rinstanz als glaubhaft gemacht erachtet, obwohl dem nicht so sei. Bei richtiger Be-
rechnung des gebührenden Bedarfs der Beklagten vermöge die Beklagte diesen
- 20 -
mit dem ihr anrechenbaren hypothetischen Einkommen in der Höhe von
Fr. 6'883.– netto selbst zu decken, weshalb sie keinen Anspruch auf Unterhalt für
sich persönlich habe.
2.1.4 In Bezug auf den Sohn D._ will der Kläger für dessen Barunterhalt
aufkommen, wobei er jedoch auf einen tieferen Bedarf kommt, als von der Vo-
rinstanz errechnet. Festhalten will der Kläger zudem an der von der Vorinstanz in
Dispositivziffer 4 der Verfügung vom 27. Oktober 2017 festgelegten Regelung,
wonach sich der Unterhalt des Klägers für D._ während des Zwischenjahres
von D._ nach der Matura (1. August 2017 bis 12. August 2018) um monatlich
Fr. 1'000.– reduziert, weil D._ nach Ansicht des Klägers in dieser Zeit durch
temporäre Jobs durchschnittlich Fr. 1'000.– pro Monat selbst an Einkommen ge-
nerieren kann. Nachdem der Kläger anlässlich der Instruktions- / Vergleichsver-
handlung im Rahmen des Berufungsverfahrens erfahren hat, dass D._ den
Studienbeginn mutmasslich noch einmal verschieben wird und er während des
weiteren Zwischenjahres eine Ausbildung bzw. Tätigkeit als Flight Attendant an-
strebt, hat er im Berufungsverfahren zudem neu beantragt, die Unterhaltsbeiträge
für den Sohn D._ während des Ausbildungsunterbruchs ab 1. September
2018 gänzlich zu sistieren, weil D._ seinen Bedarf in dieser Zeit mit seinem
mutmasslichen Verdienst selbst decken könne (act. 27 S. 2 ff.).
2.2 Beanstandungen der Beklagten
2.2.1 Die Beklagte hat den vorinstanzlichen Entscheid demgegenüber nur in Be-
zug auf die Dispositivziffern 3 und 4 angefochten. Sie macht zusammengefasst
eine Verletzung ihrer Ansprüche auf Gewährung des rechtlichen Gehörs und auf
ein als Rechtsöffnungstitel taugliches Urteil sowie eine unrichtige Anwendung von
Art. 277 Abs. 2 ZGB geltend (act. 2 S. 3 ff.).
2.2.2 Zur Gehörsverletzung führt die Beklagte im Wesentlichen aus, mit Eingabe
vom 21. September 2017 (act. 4/76) habe der Kläger beantragt, er sei für berech-
tigt zu erklären, sämtliche im streitgegenständlichen Zeitraum, d.h. ab dem
12. Dezember 2015 bereits geleisteten Unterhaltszahlungen von den gemäss
Entscheid vom 27. Oktober 2017 zu leistenden Unterhaltszahlungen in Abzug zu
- 21 -
bringen. Diese Eingabe sei der Beklagten durch das Gericht erst mit Kurzbrief
vom 17. Oktober 2017 weitergeleitet worden und ihr erst am 20. Oktober 2017
zugestellt worden. In Ausübung ihres Replikrechts habe die Beklagte mit Eingabe
vom 30. Oktober 2017 die Abweisung des klägerischen Antrages beantragt
(act. 4/86). Diese Eingabe sei von der Vorinstanz für den nun angefochtenen vor-
instanzlichen Entscheid offensichtlich nicht mehr berücksichtigt worden, sei dieser
doch bereits am 27. Oktober 2017 ergangen (act. 4/85 = act. 5). Mit diesem Vor-
gehen habe die Vorinstanz das rechtliche Gehör der Beklagten verletzt, denn die
Beklagte hätte Anspruch darauf gehabt, sich innert angemessener Frist von 10
Tagen ab Zustellung der Eingabe der Gegenpartei dazu zu äussern (act. 2 Rz. 4
ff.).
2.2.3 Weiter beanstandet sie zusammengefasst, der vorinstanzliche Entscheid
weise nicht die Eigenschaften eines Rechtsöffnungstitels auf, worauf sie gestützt
auf Art. 276 Abs. 1 ZPO i.V.m. Art. 176 ZGB aber einen Anspruch habe. Da die
Vorinstanz den Kläger in Dispositivziffer 3 dazu berechtigt habe, vor Erlass des
Entscheids vom 27. Oktober 2017 geleistete Zahlungen von den damit zugespro-
chenen Unterhaltszahlungen in Abzug zu bringen und zwar in undefinierter Höhe,
könne der Rechtsöffnungsrichter gestützt auf diesen Entscheid keine Rechtsöff-
nung erteilen; dieser könne und dürfe nämlich nicht beurteilen, welche Zahlungen
bereits vor Erlass der Verfügung vom 27. Oktober 2017 geleistet worden seien
(vgl. act. 2 Rz. 7).
2.2.4 Schliesslich beanstandet die Beklagte die gemäss vorinstanzlichem Ent-
scheid vorgesehene Sistierung der Unterhaltsbeiträge für den Sohn D._ im
Umfang von monatlich Fr. 1'000.– für die Zeit ab dem 1. August 2017 bis zum
14. Januar 2018 und vom 18. Mai 2018 bis zum 31. August 2018 (act. 5, Disposi-
tivziffer 4). Einverstanden ist sie hingegen mit der Sistierung der Kinderunter-
haltsbeiträge während der Zeit, in welcher D._ die Rekrutenschule besucht,
d.h. im Zeitraum vom 15. Januar 2018 bis zum 18. Mai 2018 (act. 2 Rz. 8 ff. ins-
bes. Rz. 14). Die in Dispositivziffer 4 des vorinstanzlichen Entscheids geregelte
Sistierung sei wiederum unter Verletzung des rechtlichen Gehörs der Beklagten
erfolgt, denn auch den Antrag auf Sistierung der Kinderunterhaltsbeiträge ab dem
- 22 -
1. August 2017 bis zum 31. August 2018 habe der Kläger erstmals mit Eingabe
vom 21. September 2017 gestellt und die diesbezüglich erfolgte Stellungnahme
der Beklagten vom 30. Oktober 2017 sei – wie bereits im Zusammenhang mit den
Beanstandungen betreffend Dispositivziffer 3 des vorinstanzlichen Entscheides
ausgeführt – von der Vorinstanz zu Unrecht nicht mehr berücksichtigt worden
(act. 2 Rz. 8). Überdies gebe es keine Regelung, wonach während des Unter-
bruchs der Ausbildung eines Kindes kein Unterhaltsbeitrag geschuldet sei. Viel-
mehr sei Kinderunterhalt grundsätzlich bis zum Abschluss einer angemessenen
Erstausbildung geschuldet. D._ sei zudem auch nicht in der Lage gewesen,
ab August 2017 selbst ein ausreichendes Einkommen zu erzielen, habe er doch
erst Mitte Juli 2017 die Matura gemacht und im November und Dezember 2017
einen mit dem Kläger abgesprochenen Sprachaufenthalt in Amerika absolviert.
Nur während des Besuchs der Rekrutenschule werde D._ ein geringes eige-
nes Einkommen erzielen (Sold), weshalb einzig für die Zeit ab dem 15. Januar
2018 bis zum 18. Mai 2018 eine Reduktion der Unterhaltsbeiträge gerechtfertigt
sei (act. 2 Rz. 9 ff.).
3. Zur beantragten Aufhebung von Dispositivziffern 1, 2 und 4 des vorinstanz-
lichen Entscheids (Unterhaltsbeiträge für die Beklagte persönlich und
D._ für die Dauer des Scheidungsverfahrens)
3.1 Vorbemerkung
Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet materiell primär die Höhe
der vom Kläger für die Dauer des Scheidungsverfahrens zu zahlenden Unter-
haltsbeiträge sowohl an die Beklagte persönlich als auch an den gemeinsamen
Sohn D._. Umstritten sind insbesondere diverse Bedarfspositionen in den
Bedarfen der Beklagten und des Sohnes D._ sowie die Einkommen bzw. die
Eigenversorgungskapazität der Beklagten und des inzwischen volljährigen Soh-
nes D._.
- 23 -
3.2 Rechtliche Grundlagen und Berechnungsmethode
3.2.1 Im angefochtenen Entscheid stellte die Vorinstanz die allgemeinen rechtli-
chen Grundlagen der Unterhaltsberechnung zutreffend dar (act. 5 S. 7 ff., E. 4.).
Um Wiederholungen zu vermeiden, kann grundsätzlich darauf verwiesen werden.
Anzumerken gilt es, dass die Vorinstanz die in vorstehender E. II./B./1.3 genann-
ten Unterhaltsbeiträge in Anwendung der einstufigen Berechnungsmethode ermit-
telt hat. Ausgangspunkt bildet dabei der gebührende Unterhalt der unterhaltsbe-
rechtigten Person, also der in der Ehe zuletzt bis zur Aufhebung des gemeinsa-
men Haushaltes gelebte eheliche Standard zuzüglich trennungsbedingte Mehr-
kosten, auf deren Beibehaltung sie – vorausgesetzt dass weiterhin genügende fi-
nanzielle Mittel vorhanden sind – Anspruch hat. Der gebührende Bedarf markiert
aber gleichzeitig auch die Obergrenze des ihr zustehenden Unterhaltsanspruchs
(BGE 140 III 485, E. 3.3; BGE 137 III 102, E. 4.2.1.1; BGer 5P.6/2004 vom
12. März 2004, E. 3.1). Bei Anwendung der einstufigen Methode im Rahmen vor-
sorglicher Massnahmen muss die unterhaltsberechtigte Partei die einzelnen Be-
darfspositionen des zuletzt gemeinsam gelebten Standards glaubhaft machen
(vgl. z.B. BGer 5A_198/2012, Urteil vom 24. August 2012, E. 8.5). Blosses  genügt demgegenüber nicht (vgl. BGE 120 II 393, E. 4c S. 397 f.; BGE 138
III 252, S. 257, E. 3.1). Vom gebührenden Bedarf ist schliesslich das eigene tat-
sächlich erzielte (oder das allenfalls hypothetisch anrechenbare) Einkommen des
potentiell Unterhaltsberechtigten abzuziehen; die daraus resultierende Differenz
entspricht dem Unterhaltsanspruch.
3.2.2 Im Zuge der Ermittlung der Höhe der geschuldeten Unterhaltsbeiträge für
die Beklagte und D._ errechnete die Vorinstanz auf Seiten des Klägers für
die Jahre 2014 bis 2016 ein durchschnittliches monatliches Nettoeinkommen des
Klägers von Fr. 25'540.– (act. 5 S. 13 E. 4.6.4). Der Kläger hat das ihm von der
Vorinstanz angerechnete Einkommen im Berufungsverfahren weder bestritten
noch geltend gemacht, aktuell ein tieferes Einkommen zu erzielen. Damit ist da-
von auszugehen, dass der Kläger nach wie vor mindestens in diesem Umfang
leistungsfähig ist. Zudem wurde die von der Vorinstanz angewandte einstufige
Berechnungsmethode für die Bestimmung der Unterhaltsbeiträge von keiner der
- 24 -
Parteien in Frage gestellt, weshalb es dabei sein Bewenden hat. Dementspre-
chend hat auch die Überprüfung der Höhe der Unterhaltsbeiträge im Rahmen des
Berufungsverfahrens anhand der einstufigen Berechnungsmethode zu erfolgen.
3.3 Zum Einkommen der Beklagten
3.3.1 Im Zeitraum vom 12. Dezember 2015 bis Ende April 2016 war die Beklagte
nicht arbeitstätig und erzielte kein eigenes Einkommen (vgl. act. 5, E. 4.6.4). Seit
dem 1. Mai 2016 arbeitet die Beklagte als Dipl. Pflegefachfrau in der ...-Klinik des
Spitals E._ (act. 4/12/7). Nachdem sie dort in der ersten zwei Monaten in ei-
nem 80%-Pensum tätig war, arbeitet sie auf dieser Stelle seit dem 1. Juli 2016 zu
einem Pensum von 60%. Nach den von den Parteien nicht in Frage gestellten
Feststellungen der Vorinstanz erzielte die Beklagte in den Monaten Mai und Juni
2016 ein durchschnittliches monatliches Nettoeinkommen in der Höhe von
Fr. 5'507.– (inkl. Anteil 13. Monatslohn) und ab dem 1. Juli 2016 bis zum 31. De-
zember 2016 von Fr. 4'130.– (netto, inkl. Anteil 13. Monatslohn, vgl. act. 5 S. 13,
E. 4.6.4 mit Hinweis auf act. 4/25/5). Im Zeitraum vom 1. Mai 2016 bis zum
30. September 2016 erzielte die Beklagte folglich ein Einkommen von durch-
schnittlich Fr. 4'680.– (netto, inkl. Anteil 13. Monatslohn). Im Jahr 2017 betrug das
monatliche Nettoeinkommen der Beklagten für ihre Tätigkeit in einem 60%-
Pensum durchschnittlich Fr. 4'108.– (netto, inkl. Anteil 13. Monatslohn, vgl. Lohn-
ausweis 2017 = act. 15/1). Zudem verfügt die Beklagte über eine Ausbildung als
...-Fachberaterin und betreibt freiberuflich eine Praxis für die Bindung zwischen
Eltern und Kindern. Damit erzielte sie gemäss eigenen Angaben im Jahr 2016
durchschnittlich Fr. 240.– brutto pro Monat bzw. und im Jahr 2017 Fr. 330.– brutto
pro Monat (vgl. Prot. S. 10), wobei diesen Einnahmen – so behauptet die Beklag-
te – ab dem Auszug aus der ehelichen Liegenschaft Mietkosten von mindestens
Fr. 500.– für einen Praxisraum entgegen stünden, weshalb sie mit ihrer selbstän-
digen Erwerbstätigkeit somit keinen Gewinn zu erzielen vermöge (act. 4/50 S.18,
Rz. 36).
3.3.2 Wie bereits eingangs ausgeführt, erachtete es die Vorinstanz als glaubhaft,
dass es der Beklagten aufgrund ihres Alters sowie ihres Karriereunterbruchs wäh-
rend 22 Jahren sowie wegen einer fehlenden Weiterbildung im Bereich der Säug-
- 25 -
lingspflege nicht möglich sei, eine Stelle in einem höheren Arbeitspensum zu fin-
den. Zudem sei es der Beklagten auch aus gesundheitlichen Gründen nicht zu-
mutbar, ihr Arbeitspensum zu steigern (act. 5, S. 13, E. 4.6.3).
3.3.3 Der Kläger ist demgegenüber der Ansicht, dass der Beklagten eine Aus-
dehnung ihrer Erwerbstätigkeit auf 100% sowohl möglich als auch zumutbar sei,
und zwar auch ohne Weiterbildung im Bereich der Säuglingspflege. Im Zeitpunkt
der Trennung sei die Beklagte 48 Jahre alt gewesen und mit der Aufnahme ihrer
Erwerbstätigkeit als Krankenschwester habe sie unter Beweis gestellt, dass es
auch in diesem Alter möglich sei eine Stelle im erlernten Beruf zu finden. Es be-
stünden keine Hinweise darauf, dass es der Beklagten nicht möglich wäre, auch
eine Stelle zu einem 100% Pensum zu finden. Entgegen den Ausführungen der
Vorinstanz liege bei der Beklagten sodann kein Karriereunterbruch von rund
22 Jahren vor, denn die Beklagte habe nachweislich seit dem Jahr 2004 und be-
reits während der letzten 10 Jahre der Ehe wieder im Erwerbsleben gestanden.
Nachdem die Beklagte ab dem Jahr 2004 verschiedene berufliche Wiederein-
stiegsoptionen ausprobiert habe, sei sie im Jahr 2009 mit der Aufnahme einer Tä-
tigkeit im Geburtshaus als Pflegefachfrau und Hebammenassistentin wieder in die
klinische Pflegetätigkeit eingestiegen. Nach der Trennung sei damit eine Fortfüh-
rung und keine Wiederaufnahme der Erwerbstätigkeit erfolgt (vgl. act. 11/2
Ziff. 4 ff. und insbes. Ziff. 5 ff.). Im Übrigen habe die Vorinstanz auch die Anforde-
rungen an die Glaubhaftmachung falsch angesetzt, indem sie zur Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit bzw. des angeblich verschlechterten Gesundheitszustandes der
Beklagten auf diffuse ärztliche Schreiben abgestellt habe, welche nichts über die
Arbeitsfähigkeit der Beklagten aussagten. Effektiv sei der Beklagten ärztlich we-
der eine Arbeitsunfähigkeit noch eine Teilarbeitsunfähigkeit attestiert worden. Auf
die Einwände des Klägers in Bezug auf die ärztlichen Schreiben sei die Vor-
instanz gar nicht erst eingegangen und habe gestützt auf die Arztberichte, welche
den juristische Begriff "zumutbar" enthielten, entschieden, aus gesundheitlichen
Gründen sei es der Beklagten nicht zumutbar, ihre Erwerbstätigkeit auszudehnen
(act. 11/2 Ziff. 12 f.). Damit habe die Vorinstanz erstens den Sachverhalt unrichtig
festgestellt und auch das Recht unrichtig angewendet. Im Übrigen hätten der Be-
klagten – so der Kläger weiter – wenn schon kein hypothetisches Einkommen,
- 26 -
wenigstens die Einkünfte aus selbständiger Erwerbsnebenstätigkeit angerechnet
werden müssen (act. 11/2 Ziff. 15). Insgesamt wäre es der Beklagten nach An-
sicht des Klägers sowohl zumutbar als auch möglich gewesen, ab Januar 2016
einer 100% Erwerbstätigkeit nachzugehen und damit ein (hypothetisches) Ein-
kommen in der Höhe von mindestens Fr. 6'883.35 netto zu erzielen. Richtiger-
weise sei der Beklagten deshalb ab dem Januar 2016 ein hypothetisches Ein-
kommen von mindestens Fr. 6'883.35 netto pro Monat anzurechnen (act. 11/2
Ziff. 17 und Ziff. 64).
3.3.4 Die Beklagte stellt sich demgegenüber auch im Berufungsverfahren auf
den Standpunkt, es sei ihr weder zumutbar noch möglich, ihr Arbeitspensum auf
über 60% auszudehnen. Im Wesentlichen bringt sie vor, ab Ende August 1994 bis
Mai 2016 habe sie nie auf ihrem Beruf als Krankenschwester gearbeitet und auch
kein nennenswertes Einkommen erzielt. Sie sei in dieser Zeitspanne zwar Tätig-
keiten nachgegangen, doch hätten diese weder ihrem ursprünglich erlernten Be-
ruf entsprochen noch dem beruflichen Fortkommen oder der Generierung eines
nennenswerten Einkommens gedient; vielmehr hätten diese Tätigkeiten den Cha-
rakter eines Hobbies gehabt bzw. der Selbstverwirklichung gedient (act. 14 Rz. 11
f.). Entgegen der Ansicht des Klägers gehe es bei der Frage des der Beklagten
zumutbaren Einkommens sehr wohl um die Frage des Wiedereinstiegs in die ei-
gentliche Erwerbstätigkeit (act. 14 Rz. 13). Zudem sei nicht alles, was möglich sei,
auch zumutbar. Die Ausdehnung der Erwerbstätigkeit einer über 50 Jahre alten
Ehefrau, die ihre Erwerbstätigkeit zu Gunsten der Familie und des Ehemannes
aufgegeben habe, könne jedenfalls bei guten wirtschaftlichen Verhältnissen un-
zumutbar sein. Angesichts der günstigen Einkommensverhältnisse des Klägers
und der sozialen Stellung als Chefarztgattin könne der Beklagten, die ihre eigene
Berufstätigkeit zu Gunsten der Familie und der beruflichen Selbstverwirklichung
des Klägers vor über 20 Jahren aufgegeben und immerhin eine 60% Stelle mit
belastendem Schichtdienst angenommen habe, eine Ausdehnung des Arbeits-
pensums jedenfalls nicht zugemutet werden (act. 14 Rz. 16). Bei ihrem jetzigen
Arbeitgeber, dem Spital E._, sei es zudem gar nicht möglich, dass die Be-
klagte in einem höheren Pensum arbeiten könnte, weil zum einen im Bereich
Säuglingspflege keine Stelle offen sei und zum anderen aufgrund ihrer Erkran-
- 27 -
kung und ihrer reduzierten Arbeitsfähigkeit in den Monaten November 2016 bis
Januar 2017 schon Zweifel an der Leistungsfähigkeit der Beklagten bestünden
(act. 14 Rz. 20). Des Weiteren habe die Beklagte ihre Belastungsgrenze (insbe-
sondere aufgrund des Schichtdienstes) mit dem derzeitigen 60%-Pensum schon
erreicht. Jede zusätzliche Belastung (z.B. der Umzug bzw. Auszug aus der eheli-
chen Liegenschaft) führe sofort zu einer drastischen Verschlechterung ihre Ge-
sundheitszustandes. Entsprechend habe Dr. F._ in seinem Zeugnis vom
16. November 2017 (erneut) festgehalten, dass der Beklagten aus gesundheitli-
chen Gründen die Arbeit im Schichtdienst weiterhin zu maximal 60% zumutbar
sei, 50% aber idealer wären (act. 14 Rz. 24). Deshalb – so führte die Beklagte an-
lässlich der Instruktionsverhandlung vom 24. Mai 2018 aus – werde an ihrer Ar-
beitsstelle zurzeit die Diskussion geführt, ob nicht das Pensum der Beklagten gar
auf 50% reduziert werden sollte (vgl. Prot. S. 9). Die Vorinstanz sei damit zu
Recht davon ausgegangen, dass sich der Gesundheitszustand der Beklagten
aufgrund des Schichtdienstes verschlechtert habe und ihr ein höheres Pensum
auch aus gesundheitlichen Gründen weder zumutbar noch möglich sei (act. 14
Rz. 25). Es könne deshalb lediglich von einem 60%-Arbeitspensum der Beklagten
ausgegangen werden, wobei sich ihr Einkommen daraus gemäss dem erst am
22. Januar 2018 ausgestellten Lohnausweis 2017 (act. 15/1) auf durchschnittlich
Fr. 4'108.– netto pro Monat belaufe (und nicht wie von der Vorinstanz angenom-
men auf monatlich Fr. 4'130.– netto).
3.3.5 Bei der Anordnung vorsorglicher Massnahmen während des Scheidungs-
verfahrens sind die Bestimmungen über die Massnahmen zum Schutz der eheli-
chen Gemeinschaft sinngemäss anwendbar (Art. 276 Abs. 1 ZPO i.V.m.
Art. 271 ff. ZPO und Art. 172 ff. ZGB; DOLGE, DIKE-Komm-ZPO, 2. Auflage
2016, Art. 276 N 15). Ist aber – wie vorliegend – mit der Wiederaufnahme des
gemeinsamen Haushalts nicht mehr zu rechnen, sind gemäss der bundesgericht-
lichen Rechtsprechung bei der Beurteilung des Unterhalts und insbesondere bei
der Frage der Wiederaufnahme oder der Ausdehnung der Erwerbstätigkeit eines
Ehegatten bereits die für den nachehelichen Unterhalt geltenden Kriterien von
Art. 125 ZGB zu beachten (BGE 128 III 65; OG ZH, LY150015 vom 9. Juni 2015,
E. 5). Gemäss Art. 125 Abs. 1 ZGB hat jeder Ehegatte nach der Scheidung für
- 28 -
seinen Unterhalt selber aufzukommen, es sei denn, dies sei ihm nicht zuzumuten.
Nur im letztgenannten Fall hat ihm der andere einen angemessenen Beitrag zu
leisten. Was das Zumutbarkeitskriterium angeht, stellt sich die Frage der Ei-
genversorgungskapazität bei der Bestimmung des nachehelichen Unterhalts zwar
grundsätzlich akzentuierter als bei der Festsetzung des ehelichen Unterhalts im
Rahmen vorsorglicher Massnahmen oder eines Eheschutzverfahrens (Urteil
5A_21/2012 vom 3. Mai 2012 E. 3.3). Dort bleibt die Ehe vorderhand bestehen,
weshalb das Element der wirtschaftlichen Eigenständigkeit der Ehegatten kleiner
und ihre bisher gelebte Rollenteilung in grösserem Umfang zu schützen ist als bei
der Scheidung. Fehlt aber die Aussicht auf eine Wiederaufnahme des Ehelebens,
wovon vorliegend auszugehen ist, nachdem die Parteien bereits seit mehr als vier
Jahren getrennt leben und beide Parteien ihren Scheidungswillen zum Ausdruck
gebracht haben (Prot. VI S. 5; act. 32 S. 2, Rechtsbegehren Nr. 1 und act. 50
S. 2, Rechtsbegehren Nr. 1), ist dem unterhaltsberechtigten Ehegatten nach
höchstrichterlicher Rechtsprechung grundsätzlich sogar schon ab der Trennung
die Wiederaufnahme oder Ausdehnung der Erwerbsarbeit zumutbar (BGE 128 III
65, S. 67, E. 4a; BGE 130 III 537, S. 542, E. 3.2; BGE 137 III 385, S. 387, E. 3.1).
Zusammengefasst hat nach der Ehescheidung grundsätzlich jeder Ehegatte seine
wirtschaftliche Selbständigkeit anzustreben. Es gilt mithin der Grundsatz der Ei-
genversorgung. Alleine der Umstand, dass ein Ehegatte während der Ehe nicht
erwerbstätig war, entbindet ihn nicht von dieser Obliegenheit (BGer 5A_243/2007
vom 28. Januar 2008, E. 9).
3.3.6 Die vorliegend zentrale Frage, ob der Beklagten ein höheres hypotheti-
sches Einkommen als das tatsächlich erzielte anzurechnen ist, bestimmt sich ins-
besondere anhand ihres Alters, ihrer Ausbildung, ihrer Berufserfahrung und ihrer
Gesundheit. Bei der Anrechnung eines hypothetischen Einkommen ist zunächst
die Rechtsfrage zu beantworten, ob und mit welcher Tätigkeit es dem Unterhalts-
pflichtigen zuzumuten ist, ein höheres als das tatsächlich erzielte Einkommen zu
erwirtschaften. Tatfrage bildet hingegen, ob die als zumutbar erkannte Tätigkeit
möglich und das angenommene Einkommen effektiv erzielbar ist (BGE 137 III
118, E. 2.3).
- 29 -
3.3.7 Vorauszuschicken ist sodann folgendes: Indem die Vorinstanz in Bezug auf
die Beklagte die Zumutbarkeit einer Ausdehnung ihrer Erwerbstätigkeit aufgrund
deren Alters und langen Karriereunterbruchs verneint hat, verkennt sie, dass das
Alter der Ehefrau und die Dauer des Karriereunterbruchs nach einer lebensprä-
genden Hausgattenehe primär für einen Neueinstieg in das Erwerbsleben ent-
scheidend ist. Soweit es bloss um den Ausbau einer bestehenden Erwerbstätig-
keit geht, sind das Alter und die Dauer des Karriereunterbruchs aber von weit ge-
ringerer Bedeutung (vgl. z.B. BGer 5A_206/2010 vom 21. Juni 2010, E. 5.3.4).
Vorliegend ist unbestritten, dass die Beklagte seit dem 1. Mai 2016 wieder auf
dem von ihr erlernten Beruf als Kinderkrankenschwester tätig ist; damit ist ihr der
Wiedereinstieg ins Erwerbsleben offensichtlich gelungen, weshalb dem Kläger
beizupflichten ist, dass es vorliegend einzig um die Frage der Ausdehnung der
Erwerbstätigkeit (und nicht um einen beruflichen Wiedereinstieg) geht. Damit ist
es nicht von Relevanz, welche Tätigkeiten die Beklagte ab dem Jahr 1994 bis im
Mai 2016 ausübte und ob diese bloss der Selbstverwirklichung oder dem wirt-
schaftlichen Fortkommen gedient haben. Aus diesem Grund kann der Vorinstanz
auch nicht gefolgt werden, soweit diese per se das Alter der Beklagten als Grund
für die Unzumutbarkeit der Ausdehnung der Erwerbsfähigkeit nennt (act. 5 S. 13,
E. 4.6.3). Selbst für die Zumutbarkeit der Wiederaufnahme einer Erwerbsarbeit
besteht heute in der Rechtsprechung die klare Tendenz, die Alterslimite bei 50
Jahren anzusetzen (BGE 137 III 102, S. 108 f., E. 4.2.2.2; BGer 5A_206/2010
vom 21. Juni 2010, E. 5.3.2; BGer 5A_909/2010 vom 4. April 2011, E. 5.2.1).
Geht es – wie hier – bloss noch um eine Ausdehnung einer bereits bestehenden
Teilzeitarbeitstätigkeit, muss die Altersschwelle dementsprechend höher liegen,
weil dies in fortgeschrittenem Alter einfacher bleibt als der berufliche Wiederein-
stieg (vgl. dazu BGer 5A_474/2013 vom 10.12.2013, E. 4.3 und BGer
5A_319/2016 vom 27.01.2017, E. 4.2). Es ist daher nicht ersichtlich, weshalb es
der mittlerweile 52-jährigen (im Trennungszeitpunkt jedoch erst 48 Jahre alten)
Beklagten vor allem aufgrund ihres Alters nicht zumutbar sein sollte, ihr Arbeits-
pensum zu erhöhen.
3.3.8 Soweit die Beklagte weiter geltend macht, angesichts der günstigen Ein-
kommensverhältnisse des Klägers und ihrer bisherigen sozialen Stellung als
- 30 -
Chefarztgattin sei ihr eine Ausdehnung der Erwerbstätigkeit nicht zumutbar, ist
darauf hinzuweisen, dass das Bundesgericht im von der Beklagten zitierten Urteil
(BGer 5C.139/2005, E. 2) eine gehobene Lebensstellung der Parteien zwar als
ein mögliches Kriterium bei der Beurteilung der Zumutbarkeit der Ausdehnung der
Erwerbstätigkeit herangezogen hat. In einem jüngeren Entscheid jedoch hat das
Bundesgericht betont, dass im Hinblick auf die Festsetzung von nachehelichem
Unterhalt ein gutes Einkommen des unterhaltspflichtigen Ehegatten für sich allein
kein Kriterium sein könne, gestützt auf welches dem unterhaltsberechtigten Ehe-
gatten eine Ausdehnung seiner Erwerbstätigkeit nicht zuzumuten wäre (BGer
5A_474/2013 vom 10. Dezember 2013, E. 4.3.2). Dies muss auch im vorliegen-
den Fall gelten, wo die Trennung der Parteien bereits vor über 4 Jahren erfolgt ist
und eine Wiedervereinigung ausser Frage steht.
3.3.9 Soweit die Beklagte schliesslich vorbringt, es sei ihr zusätzlich aus ge-
sundheitlichen Gründen nicht zumutbar, eine Arbeitsstelle in einem ein 60% Pen-
sum übersteigenden Umfang anzunehmen, insbesondere wegen des mit der Ar-
beit als Krankenschwester im Krankenhaus verbundenen Schichtdienstes, und
sich dafür auf die Zeugnisse von Dr. med. F._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie, vom 21. November 2016 (act. 4/12/8), vom 12. Dezember 2016
(act. 4/15), vom 25. April 2017 (act. 4/44/9) und zuletzt vom 16. November 2017
(act. 16/96/3) beruft, ist folgendes zu bemerken: In sämtlichen ärztlichen Zeugnis-
sen bestätigt Dr. med. F._, dass sich die Beklagte bei ihm (weiterhin) in am-
bulanter ärztlicher Behandlung befinde, und erklärt, die Erfahrung der letzten Mo-
nate habe gezeigt, dass der Beklagten aus gesundheitlichen Gründen auch in
nächster Zeit die anspruchsvolle Arbeit im Schichtdienst weiterhin zu maximal
60% zumutbar sei, wobei 50% idealer wären. Aufgrund einer multifaktoriellen Be-
lastungssituation und der Erfahrung, dass eine Steigerung über 60% eine Ver-
schlechterung mit sich bringe, bleibe diese Einschätzung auch für die nächsten
Jahre bestehen (act. 4/12/8, act. 4/15, act. 4/44/9 und act. 16/96/3). Ein ärztliches
Zeugnis kann nur dann als aussagekräftig gewertet werden, wenn ihm zumindest
des Grund und der Grad der Arbeitsunfähigkeit sowie deren voraussichtliche
Dauer entnommen werden können. Nicht Aufgabe des Arztes, sondern des urtei-
lenden Gerichtes (da eine Rechtsfrage) ist es hingegen zu beurteilen, in welchem
- 31 -
Umfang einer Person eine Arbeitstätigkeit zumutbar ist. Die ärztlichen Zeugnisse
von Dr. med. F._ nennen als Grund für die nur im Umfang von 60% zumut-
bare Tätigkeit der Beklagen eine "multifaktorielle Belastungssituation", definieren
deren Ursachen und Symptome aber nicht genauer. Zum Grad der
Abeits(un)fähigkeit der Beklagten äussert sich der Mediziner indes mit keinem
Wort, vielmehr schreibt der Arzt von "Zumutbarkeit" und beruft sich auf nicht nä-
her umschriebene Erfahrungen der letzten Monate, indes ohne zu erwähnen,
wann bzw. in welchen Zeitabständen er die Beklagte zuletzt medizinisch unter-
sucht oder betreut hat. Objektive, medizinische Fakten können den als ärztliche
Zeugnisse bezeichneten Schreiben demnach nicht entnommen werden. Merk-
würdig mutet schliesslich an, dass Dr. med. F._ seine Einschätzung über den
Gesundheitszustand der Beklagten sogleich mit Geltung "für die nächsten Jahre"
abgegeben hat. Es ist notorisch, dass insbesondere der Verlauf psychischer Er-
krankungen auf längere Zeit hinaus nur schwer prognostizierbar ist, sodass die
"für die nächsten Jahre" gestellte Prognose durch Dr. med. F._ sehr gewagt,
wenn nicht gar unseriös erscheint. Insgesamt genügen die von der Beklagten bei-
gebrachten ärztlichen Schreiben den Anforderungen an ein ärztliches Zeugnis
nicht. Insofern ist dem Kläger beizupflichten, wenn er moniert, die Vorinstanz ha-
be für die Beurteilung der Zumutbarkeit der Ausdehnung der Arbeitstätigkeit der
Beklagten auf diffuse ärztliche Schreiben abgestellt, welche nichts über die Ar-
beitsfähigkeit der Beklagten aussagen würden, denn effektiv wurde der Beklagten
ärztlich weder eine Arbeitsunfähigkeit noch eine Teilarbeitsunfähigkeit attestiert.
Gestützt auf die im Recht liegenden ärztlichen Schreiben von Dr. med. F._
kann jedenfalls nicht der Schluss gezogen werden, der Beklagten sei aus ge-
sundheitlichen Gründen eine Arbeitstätigkeit im 60% übersteigenden Umfang un-
zumutbar.
3.3.10 Gegen die von der Beklagten behauptete Überlastung durch die Arbeitstä-
tigkeit im derzeitigen Umfang von nur schon 60% spricht zudem, dass die Beklag-
te in den Jahren 2016, 2017 und auch aktuell neben ihrer Tätigkeit im Spital frei-
beruflich eine Praxis als ...-Beraterin betrieben hat bzw. betreibt. Die Beklagte hat
zwar angegeben, diese Nebentätigkeit erstens nur in einem sehr geringen Um-
fang auszuüben und zweitens nicht in der Nacht. Dennoch ist das Betreiben einer
- 32 -
...-Praxis und insbesondere die Organisation und das Durchführung von ver-
schiedenen Kursen an zwei Standorten (G._ und H._) mit einem erheb-
lichen Zeitaufwand und Verantwortung und damit wiederum mit einer nicht uner-
heblichen psychischen und physischen Belastung verbunden. Unter diesen Um-
ständen erscheint es nicht glaubhaft, dass die Beklagte ihre absolute Belastungs-
grenze bereits mit einem 60%-Arbeitspensum als Kinderkrankenschwester im
Spital erreicht hat. Vielmehr scheint die Beklagte daneben noch genügend Ener-
gie zu haben, um einem – wenn auch wirtschaftlich nicht sehr einträglichen – Ne-
benerwerb nachzugehen. Zuzugestehen ist der Beklagten aber immerhin, dass
Nachtarbeit und Schichtdienst gerade mit zunehmendem Alter körperlich belas-
tend sein können. Da fast auf allen Pflegestellen (also nicht nur im Spital), welche
für die Beklagte in Frage kommen, Nachtarbeit und Schichtdienst zu verrichten
sind, ist der damit einhergehenden, vor allem erhöhten körperlichen Belastung der
Beklagten dadurch Rechnung zu tragen, dass ihr nicht ein Vollzeit-Pensum, son-
dern nur ein reduziertes Pensum von 80% längerfristig zuzumuten ist. Ein 80%-
Pensum gewährt der Beklagten mehr Zeit zum Ausgleich der unregelmässigen
und teilweise in der Nacht zu erledigenden Pflegeleistungen. Auf die (zusätzliche)
Anrechnung eines Einkommens aus dem Nebenerwerb der Beklagten (Praxis für
die Bindung zwischen Eltern und Kind) ist ebenfalls aus diesem Grund zu verzich-
ten.
3.3.11 Als Zwischenergebnis ist festzuhalten, dass weder das Alter noch die ge-
sellschaftliche Stellung oder die Gesundheit der Beklagten an sich eine Ausdeh-
nung der Erwerbstätigkeit als unzumutbar erscheinen lassen, der Beklagten je-
doch aufgrund ihres doch schon fortgeschrittenen Alters von bald 53 Jahren we-
gen der in ihrem Beruf grundsätzlich zu leistenden Nachtarbeit und wegen des
Schichtdienstes längerfristig bloss ein 80%-Pensum als zumutbar erscheint.
3.3.12 Zu prüfen gilt es schliesslich, ob die Beklagte aber auch die tatsächliche
Möglichkeit hat, ihre Arbeitstätigkeit auf ein Pensum von 80% auszudehnen. Als
Dipl. Pflegefachfrau mit Spezialisierung im Bereich der Säuglingspflege verfügt
die Beklagte über eine Ausbildung auf einem Beruf, in welchem in der Schweiz
und insbesondere im Kanton Zürich notorischerweise nach wie vor ein sog.
- 33 -
"Fachkräftemangel" herrscht (vgl. z.B. Artikel NZZ Online vom 4. April 2018, "Die
Pflegelücke lässt sich nicht mehr mit Ausländern schliessen"). Kritisch ist danach
vor allem die Situation bei den diplomierten Pflegefachpersonen. Dass im Bereich
Krankenpflege nach wie vor ein Fachkräftemangel besteht, geht sodann auch aus
der Homepage des Amtes für Arbeit und Wirtschaft des Kantons Zürich hervor,
wo Krankenpflegefachkräfte mit einem relativ hohen Mangelindikator von 1.51 ge-
listet sind (vgl. https://awa.zh.ch/internet/volkswirtschaftsdirektion/awa/
de/ueber_uns/organisation/fachstelle_volkswirtschaft/fachkraeftemangel.html, zu-
letzt besucht am 20. Juli 2018). Dies bedeutet, dass die Arbeitskraft der Beklagten
als Dipl. Pflegefachfrau insbesondere im Kanton Zürich sehr gesucht ist, was sich
letztlich auch dadurch bestätigt hat, dass die Beklagte per Mai 2016 nach behaup-
tetermassen 22 Jahren des Karriereunterbruchs wieder eine Anstellung im Spital
E._ gefunden hat. Von einer Stellenknappheit im Bereich, auf welchen die
Beklagte spezialisiert ist, wie dies die Beklagte behauptet (vgl. act. 43 S. 12,
Rz. 26), kann somit keine Rede sein. Daran ändert auch nichts, dass die Beklagte
auf die Säuglingspflege spezialisiert ist, zumal nicht nachvollziehbar ist, weshalb
sie mit ihrer Ausbildung nicht auch auf einer allgemein-medizinischen Abteilung
eines Spitals einsetzbar sein sollte. Zu Recht bemängelt der Kläger schliesslich
auch die vorinstanzliche Schlussfolgerung, es sei der Beklagten (auch) aufgrund
der ihr im Bereich der Säuglingspflege fehlenden Weiterbildung nicht möglich, ihr
Arbeitspensum zu erhöhen, denn es ist in der Tat nicht nachvollziehbar, weshalb
die Beklagte auf der Säuglingspflege ohne Weiterbildung in einem 60% Pensum
arbeiten dürfen soll, jedoch nicht in einem 80% Pensum, sind doch die von ihr zu
verrichtenden Pflegeleistungen unabhängig vom Arbeitspensum dieselben.
3.3.13 Nicht glaubhaft erscheint sodann die Behauptung der Beklagten, bei ihrem
jetzigen Arbeitgeber, dem Spital E._, auf keinen Fall mehr als 60% arbeiten
zu können, weil erstens keine Stelle für Säuglingspflege offen sei und zweitens
aufgrund ihrer reduzierten Arbeitsfähigkeit in den Monaten November 2016 bis
Januar 2017 Zweifel an ihrer Leistungsfähigkeit bestünden und eine Pensumsre-
duktion auf nur noch 50% zur Diskussion stehe. Wie bereits ausgeführt, ist näm-
lich weder nachvollziehbar, weshalb das Einsatzgebiet der Beklagten auf die
Säuglingspflege beschränkt sein soll noch sind die Behauptungen der Beklagten
- 34 -
über die kritische Einstellung ihres jetzigen Arbeitgebers (Spital E._) betref-
fend eine Pensumserhöhung belegt. Solche wären denn auch nicht berechtigt:
Die Beklagte ist nunmehr seit über zwei Jahren für das Spital E._ tätig gewe-
sen und war in dieser Zeit bloss während weniger Wochen nur reduziert arbeits-
fähig, nämlich vom 21. November 2016 bis 31. Dezember 2016 (zu 40% arbeits-
fähig) und vom 1. Januar 2017 bis zum 31. Januar 2017 (zu 50% arbeitsfähig; vgl.
act. 4/25/3). Gegenüber dem vertraglich vereinbarten Pensum von damals 60%
war die Beklagte somit im Endeffekt während rund zwei Monaten nur zu 20%
bzw. 10% in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Weitere bzw. seither eingetrete-
ne Beeinträchtigungen der Arbeitsfähigkeit der Beklagten sind weder dokumen-
tiert noch behauptet worden. Unter diesen Umständen erscheint die Behauptung
der Beklagten, ihr jetziger Arbeitgeber hege Zweifel an ihrer Leistungsfähigkeit
und würde sie nicht in einem höheren Pensum beschäftigen wollen, als reine
Schutzbehauptung. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es der Beklagten
auch tatsächlich möglich ist, ihr Pensum auf 80% zu steigern.
3.3.14 Wird die Pflicht zur Aufnahme oder Ausweitung der Erwerbstätigkeit bejaht
und dadurch von der betroffenen Partei eine Umstellung ihrer Lebensverhältnisse
verlangt, ist ihr hinreichend Zeit zu lassen, um die rechtlichen Vorgaben in die Tat
umzusetzen. Die Dauer der zu gewährenden Übergangsfrist bestimmt sich nach
den Umständen des Einzelfalls (vgl. dazu BGE 129 III 417, S. 421, E. 2.2; BGE
114 II 13, S. 17, E. 5). Angesichts des Umstandes, dass von der Beklagten eine
relativ moderate Pensumssteigerung von 20% (von 60% auf 80%) verlangt wird
und der Beklagten – wenn auch nur, aber immerhin, im Rahmen der Vergleichs-
gespräche – vom Gericht bereits anlässlich der Instruktions- und Vergleichsver-
handlung vom 24. Mai 2018 angezeigt wurde, dass von ihr eine Pensumssteige-
rung erwartet wird, kann die Übergangsfrist hier relativ kurz bemessen werden. Es
erscheint angemessen, der Beklagten ab dem 1. Oktober 2018 ein Einkommen
für ein 80% Pensum anzurechnen und zwar in der Höhe von rund Fr. 5'478.–
(netto, inkl. Anteil 13. Monatslohn, ausgehend vom im Jahr 2017 durchschnittlich
erzielten monatlichen Nettoeinkommen von Fr. 4'108.– für ein 60%-Pensum ge-
mäss act. 15/1).
- 35 -
3.4 Zum Einkommen des Sohnes D._
3.4.1 Die Vorinstanz hat den Kläger in Dispositivziffer 4 des vorinstanzlichen
Entscheids vom 27. Oktober 2017 dazu berechtigt, vom monatlich geschuldeten
Unterhaltbeitrag für den Sohn D._ in der Zeit ab dem 1. August 2017 bis zum
31. August 2018 jeweils Fr. 1'000.– in Abzug zu bringen. Dies mit der Begrün-
dung, der Kläger habe glaubhaft dargelegt, dass sein jüngster Sohn in der Lage
sein werde, während eines Ausbildungsunterbruch ein monatliches Nettoeinkom-
men von mindestens Fr. 1'000.– zu generieren, weshalb der Unterhalt für den in-
zwischen volljährigen Sohn D._ entsprechend zu kürzen sei (act. 5 S. 29
E. 4.7.2). Damit hat sie dem gemeinsamen Sohn D._ faktisch ein hypotheti-
sches eigenes Einkommen aus Arbeitserwerb angerechnet.
3.4.2 Mit der Berufung verlangt die Beklagte die (teilweise) Aufhebung von Dis-
positivziffer 4 des vorinstanzlichen Entscheids. Konkret sei die Berechtigung des
Klägers zum Abzug von monatlich Fr. 1'000.– vom Kinder- bzw. Mündigenunter-
halt auf den Zeitraum vom 15. Januar 2018 bis zum 18. Mai 2018 zu beschränken
(act. 2 S. 2, Berufungsantrag Nr. 2). Zur Begründung bringt die Beklagte vor, der
Kläger habe erstmals mit Eingabe vom 21. September 2017 beantragt, er sei für
berechtigt zu erklären, für die Zeit ab dem 1. August 2017 jeweils Fr. 1'000.– vom
Unterhaltsbeitrag für den Sohn D._ in Abzug zu bringen. Die betreffende
Eingabe des Klägers sei der Beklagten schliesslich erst am 20. Oktober 2017 zur
Kenntnisnahme zugestellt worden. In der Folge habe die Beklagte zu diesem
neuen klägerischen Antrag innert der praxisgemässen Replikfrist von 10 Tagen
eine Stellungnahme verfasst, welche am 30. Oktober 2017, somit innert der 10-
tägigen Wartefrist versandt worden sei. Somit hätte die Vorinstanz frühestens am
31. Oktober 2017 den vorinstanzlichen Entscheid fällen dürfen und in diesem
Zeitpunkt hätte ihr die Eingabe der Beklagten auch bereits vorgelegen (act. 26
S. 4 Rz. 6 f.). Bereits am 27. Oktober 2017 habe die Vorinstanz indes den nun
angefochtenen Entscheid erlassen und dabei die Stellungnahme der Beklagten
vom 30. Oktober 2017 in Verletzung ihres Replikrechts offensichtlich nicht mehr
berücksichtigt. Damit sei das rechtliche Gehör der Beklagten grob verletzt worden
- 36 -
und Dispositivziffer 4 sei bereits aus diesem Grund aufzuheben (act. 2 S. 5,
Rz. 8).
3.4.3 Materiell wendet die Beklagte gegen die von der Vorinstanz in Dispositivzif-
fer 4 der Verfügung vom 27. Oktober 2017 vorgesehene Sistierung der Unter-
haltsbeiträge für den volljährigen Sohn D._ für die Zeit ab dem 1. August
2017 bis zum 31. August 2018 im Umfang von Fr. 1'000.– pro Monat ein, D._
habe erst Mitte Juli 2017 die Matura gemacht und habe im November und De-
zember 2017 einen mit dem Kläger abgesprochenen Sprachaufenthalt absolviert.
Vom 15. Januar 2018 bis zum 18. Mai 2018 werde D._ sodann die Rekru-
tenschule absolvieren. Insofern hätte D._ nur in der Zeit ab Mitte Juli bis En-
de Oktober, mithin während 3 1⁄2 Monaten ein eigenes Einkommen erzielen kön-
nen. Es sei aber nie die Rede davon gewesen, dass von D._ erwartet würde,
noch vor Antritt der Rekrutenschule Mitte Januar 2018 ein Einkommen zu erzie-
len. Im Zeitraum vom 11. August 2017 bis zum 22. September 2017 habe
D._ gelegentlich im Restaurant ... in Winterthur aushelfen können und damit
insgesamt Fr. 525.– netto verdient. Seither habe er in diesem Restaurant keine
Einsätze mehr gehabt. Dieser minimale Betrag sei D._ als Taschengeld bzw.
als Lohn zu belassen. Ein hypothetisches Einkommen könne D._ überdies
ohnehin nicht rückwirkend angerechnet werden, weil seitens von D._ kein
treuwidriges Verhalten vorliege. Entsprechend hätte die Vorinstanz D._ kein
hypothetisches Einkommen von Fr. 1'000.– anrechnen dürfen bzw. nicht die Un-
terhaltsbeiträge während der ganzen Dauer des einjährigen Ausbildungsunterbru-
ches um diesen Betrag reduzieren dürfen; einzig für die Dauer der Rekrutenschu-
le (15. Januar 2018 bis 18. Mai 2018) sei dies gerechtfertigt (act. 2 S. 6 ff.,
Rz. 9 ff.).
3.4.4 Der Kläger stellt sich in der Berufungsantwort demgegenüber auf den
Standpunkt, die im Rahmen der Ausübung des Replikrechts eingereichte Stel-
lungnahme der Beklagten vom 30. Oktober 2017 sei verspätet erfolgt. Die von der
Rechtsprechung definierte Wartefrist von 10 Tagen zur Ausübung des Replik-
rechts berechne sich nicht wie eine gesetzliche oder gerichtlich angesetzte Frist,
sondern die Stellungnahme müsse das Gericht tatsächlich vor Ablauf der Warte-
- 37 -
frist erreichen. Bei Zustellung der Eingabe des Klägers vom 21. September 2017
an die Beklagte am 20. Oktober 2018 habe die Vorinstanz somit am 30. Oktober
2017 davon ausgehen dürfen, dass die Beklagte auf die Ausübung ihres Replik-
rechts verzichte. Da die Beklagte ihre Eingabe aber erst am 30. Oktober 2017 der
Post übergeben habe, sei die Eingabe verspätet erfolgt. Irrelevant sei zudem,
dass der vorinstanzliche Entscheid bereits am 27. Oktober 2017 gefällt worden
sei, wäre er doch auch am 30. Oktober 2017 mangels Eingangs der Stellungnah-
me der Beklagten ohnehin mit dem gleichen Inhalt gefällt worden. Eine Gehörs-
verletzung liege deshalb nicht vor (act. 17 Ziff. 4). Materiell macht er sodann im
Wesentlichen geltend, es sei dem inzwischen volljährigen Sohn D._ möglich
und zumutbar, in der Zeit ab August 2017 bis Ende August 2018 ein Einkommen
von insgesamt Fr. 12'000.–, somit durchschnittlich Fr. 1'000.– pro Monat zu erzie-
len. Nur schon für die rund 127 Tage in der Rekrutenschule vom 15. Januar 2018
bis zum 18. Mai 2018 (inkl. 2-3 Rekrutierungstage) werde D._ eine Erwerbs-
ausfallentschädigung von Fr. 7'874.– verdienen. Hinzu komme die Erwerbsaus-
fallsentschädigung für die 4-wöchige Unteroffiziersschule von ca. Fr. 3'100.–
(act. 17 S. 5 f.). Gesamthaft werde er somit nur schon aus Erwerbsersatz knapp
Fr. 11'000.– an Einkommen erzielen. Unter Berücksichtigung des Umstandes,
dass D._ zugestandenermassen bereits im Herbst 2017 Fr. 525.– als Aushil-
fe in einem Restaurant verdient habe und er im Militär noch Sold erhalten werde
und es sich bei ihm um einen gesunden jungen Erwachsenen handle, sei es ihm
durchaus zumutbar und möglich, im fraglichen Zeitraum vom 1. August 2017 bis
zum 31. August 2018 durchschnittlich Fr. 1'000.– pro Monat zu verdienen, wes-
halb Dispositivziffer 4 des vorinstanzlichen Entscheids zu bestätigen sei (act. 17
S. 5 f.; act. 24 S. 19). Aufgrund der anlässlich der Instruktionsverhandlung vom
24. Mai 2018 erlangten Kenntnis über die geänderten Zukunftspläne von
D._, nach der Unteroffiziersschule im Herbst 2018 noch ein weiteres Zwi-
schenjahr einzulegen und ein Studium erst im Herbst 2019 zu beginnen, bean-
tragte der Kläger zudem mit Noveneingabe vom 31. Mai 2018 die gänzliche Sis-
tierung der Unterhaltsbeiträge für den Sohn D._ ab 1. September 2018 bis
zur Aufnahme eines Studiums bzw. einer gleichwertigen Ausbildung für die weite-
re Dauer des Verfahrens bzw. längstens bis zum Abschluss einer angemessenen
- 38 -
Erstausbildung (vgl. act. 27 S. 1 f.). Die Beklagte beantragt die Abweisung dieses
Antrages (act. 31).
3.4.5 Vorab ist zur prozessualen Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs
folgendes zu bemerken: Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 29
Abs. 2 BV folgt unter anderem das Recht, sich im Rahmen eines Gerichtsverfah-
rens zu den beim Gericht eingereichten Stellungnahmen zu äussern und zwar
unabhängig davon, ob die Eingabe neue und/oder wesentliche Vorbringen enthält
und ob sie im Einzelfall geeignet ist, den richterlichen Entscheid zu beeinflussen.
Es ist Sache der Parteien und nicht des Gerichts zu beurteilen, ob eine neue Ein-
gabe oder ein neues Beweismittel Bemerkungen erfordert. Damit eine Partei ihr
Replikrecht auch tatsächlich wahrnehmen kann, muss ihr die fragliche Eingabe
vor Erlass des Urteils zugestellt werden, wobei eine Zustellung zur Information
ohne Fristansetzung zur Stellungnahme grundsätzlich ausreicht. Es wird erwartet,
dass eine Partei, die sich äussern will, dies umgehend tut oder wenigstens um
Ansetzung einer Frist nachsucht; andernfalls wird angenommen, sie habe auf ei-
ne weitere Eingabe verzichtet. Für eine effektive Wahrnehmung des Replikrechts
muss das Gericht der Partei ausreichend Zeit für eine Stellungnahme lassen.
Nach der von der Rechtsprechung erarbeiteten Praxis darf jedenfalls vor dem Ab-
lauf von zehn Tagen seit der Zustellung der betreffenden Eingabe grundsätzlich
nicht von einem Verzicht auf das Replikrecht ausgegangen werden. Diese Warte-
frist schliesst die Zeit, welche die Partei zur Übermittlung ihrer Eingabe benötigt,
bereits ein (BGE 138 I 484, BGE 133 I 98 sowie 139 I 189 E. 3.2, je mit zahlrei-
chen Hinweisen, nebst vielen zudem BGer 5D_81/2015 vom 4. April 2016,
E. 2.4.2). Gemäss Akten erfolgte die Weiterleitung der Eingabe des Klägers vom
21. September 2016 (act. 4/76) zur Kenntnisnahme an die Beklagte mit Kurzbrief
vom 17. Oktober 2017 (per A-Post, vgl. act. 82). Die Zustellung an die Beklagte
erfolgte offenbar erst am 20. Oktober 2017 (act. 3/2), weshalb die 10-tägige War-
tefrist in der Folge erst am 30. Oktober 2017 um 24:00 Uhr abgelaufen ist. Dem-
entsprechend hätte die Vorinstanz ihren Entscheid frühestens am 31. Oktober
2017 fällen dürfen. Richtig ist zwar, dass die Stellungnahme der Beklagten vom
30. Oktober 2017 der Vorinstanz wohl erst im Verlaufe des frühen Morgens des
31. Oktober 2017 postalisch zugestellt worden ist, doch erscheint es überspritzt
- 39 -
formalistisch, deswegen die Stellungnahme der Beklagten als verspätet zu be-
zeichnen, lag doch der Vorinstanz die Stellungnahme just in jenem Zeitpunkt tat-
sächlich vor, als diese den Entscheid frühestens hätte fällen dürfen, nämlich am
Morgen des 31. Oktober 2017. Indem die Vorinstanz die 10-tägige Wartefrist nicht
abgewartet und ihren Entscheid bereits am 27. Oktober 2017 gefällt hat, hat sie
das rechtliche Gehör der Beklagten verletzt. Damit erweist sich die Rüge der Ver-
letzung des rechtlichen Gehörs der Beklagten als begründet.
3.4.6 Auch wenn eine Verletzung des rechtlichen Gehörs aber klar zu bejahen
ist, kann indes vorliegend eine Rückweisung an die Vorinstanz aus den folgenden
Gründen unterbleiben: Im Zusammenhang mit der hier zu behandelnden Gehörs-
verletzung stellt die Beklagte in der Berufung keinen Rückweisungsantrag, son-
dern verlangt einen neuen Entscheid durch die Rechtsmittelinstanz. Sodann
konnte sich die Beklagte nunmehr vor der Rechtsmittelinstanz, die sowohl den
Sachverhalt als auch die Rechtslage frei überprüft (Art. 310 ZPO), zu den vom
Kläger mit Eingabe vom 21. September 2016 gestellten Anträgen umfassend
äussern (vgl. 4/86, act. 4/87/1 - 3 und act. 2 S. 6, Rz. 9 ff.). Überdies erscheint
das Interesse der Beklagten, sich vor erster Instanz zu diesen Eingaben zu äus-
sern, gegenüber ihrem Interesse an einer beförderlichen Durchführung des Mass-
nahmeverfahrens nachrangig. Die Rückweisung würde zu einem formalistischen
Leerlauf und zu unnötigen Verzögerungen führen (anstatt vieler: BGE 137 I 195
E. 2.3.2), weshalb auf eine Rückweisung an die Vorinstanz zu verzichten und di-
rekt ein neuer Entscheid in der Sache zu treffen ist.
3.4.7 Gemäss Art. 276 Abs. 1 ZGB haben die Eltern für den Unterhalt des Kin-
des aufzukommen, wobei sich der zu entrichtende Unterhaltsbeitrag nach Art. 285
Abs. 1 ZGB nach den Bedürfnissen des Kindes sowie der Lebensstellung und
Leistungsfähigkeit der Eltern bemisst (vgl. BGE 135 III 66, S. 70, E. 4). Hat das
Kind im Zeitpunkt des Eintritts der Volljährigkeit noch keine angemessene Ausbil-
dung, so haben die Eltern, soweit es ihnen nach den gesamten Umständen zu-
gemutet werden darf, für seinen Unterhalt aufzukommen, bis eine entsprechende
Ausbildung ordentlicherweise abgeschlossen werden kann (Art. 277 Abs. 2 ZGB).
Zumutbarkeit bedeutet, dass ein gerechter Ausgleich gefunden werden muss zwi-
- 40 -
schen dem Beitrag, der unter Berücksichtigung aller Umstände von den Eltern
erwartet werden darf, und der Leistung, die dem Kind in dem Sinne zugemutet
werden kann, dass es zu seinem Unterhalt durch eigenen Arbeitserwerb oder an-
dere Mittel beiträgt. Die Zumutbarkeit ist anhand aller im Einzelfall erheblichen
Umständen zu beurteilen (BGer 5C.150/2005 vom 11. Oktober 2005, E. 4.1,
m.w.H.).
3.4.8 Zu prüfen gilt es vorliegend nach dem Gesagten, ob und in welchem Um-
fang es dem inzwischen volljährigen Sohn D._ ab dem 1. August 2017 zu-
mutbar ist, zu seinem Unterhalt durch eigenen Arbeitserwerb oder andere Mittel
beizutragen. In der persönlichen Befragung anlässlich der Instruktionsverhand-
lung vom 24. Mai 2018 gab die Beklagte zu Protokoll, dass D._ vom 14. Ja-
nuar 2018 bis am 18. Mai 2018 die Rekrutenschule besucht habe (Prot. S. 23). In
dieser Zeit (124 Diensttage) sowie an den zwingend vorangehenden 2-3 Rekrutie-
rungstagen hatte D._ als Rekrut gemäss Bundesgesetz über den Erwerbser-
satz für Dienstleistende und bei Mutterschaft (Erwerbsersatzgesetz, EOG) und
der dazugehörigen Verordnung EOV sowie gestützt auf Art. 31 Verordnung über
die Verwaltung der Armee (VVA) Anspruch auf folgendes Entgelt:
Erwerbsersatz (Rekrut): Fr. 62.– pro Tag x 127 Tage = Fr. 7'874.– Sold (Rekrut): Fr. 4.– pro Tag x 127 Tage = Fr. 508.– Total: Fr. 8'382.–
Weiter gab die Beklagte anlässlich der Instruktionsverhandlung vom 24. Mai 2018
zu Protokoll, D._ sei aktuell zwar krank zufolge Grippe, hätte aber eigentlich
am 22. Mai 2018 die Unteroffiziersschule antreten sollen bzw. werde diese nach
seiner Genesung antreten. Diese dauere 4 Wochen und anschliessend müsse
D._ noch seinen Grad abverdienen, sodass er Ende Oktober 2018 mit der
Unteroffiziersschule inkl. Abverdienen fertig sein werde (Prot. S. 20 f.). Im vorlie-
gend für die (teilweise) Unterhaltssistierung massgeblichen Zeitraum vom 22. Mai
2018 bis am 31. August 2018 wird D._ wiederum gemäss EOG, EOV und
Art. 31 (VVA) Anspruch auf folgendes Entgelt haben:
- 41 -
Erwerbsersatz (Unteroffizier): Fr. 111.– pro Tag x 103 Tage = Fr. 11'433.– Sold (während Ausbildung UO): Fr. 23.– pro Tag x 28 Tage = Fr. 644.– Sold (während Abverdienen UO): Fr. 7.– pro Tag x 75 Tage = Fr. 525.– Total: Fr. 12'602.–
3.4.9 Alleine für seine Dienste für die Schweizer Armee wird D._ im hier
fraglichen Zeitraum vom 1. August 2017 bis 31. August 2018 folglich insgesamt
Fr. 20'984.– an Einkommen erzielen, sofern er die Unteroffiziersschule wie ge-
plant absolviert und auch den Grad abverdient. Hinzu kommen die im Zeitraum
vom 11. August 2017 bis zum 22. September 2017 für gelegentliche Einsätze von
D._ im Restaurant ... in Winterthur verdienten Fr. 525.– netto. Das von
D._ im für die (teilweise) Sistierung der Unterhaltsbeiträge massgeblichen
Zeitraum tatsächlich erzielte Einkommen liegt damit weit über den ihm von der
Vorinstanz hypothetisch angerechneten Fr. 1'000.– pro Monat. Unter diesen Um-
ständen kann die Frage nach der Zulässigkeit der Anrechnung eines hypotheti-
schen Einkommens offen bleiben und es ist im Ergebnis nicht zu beanstanden,
dass die Vorinstanz den Kläger im Zeitraum vom 1. August 2017 bis zum 31. Au-
gust 2018 zum Abzug von Fr. 1'000.– von den für D._ gesprochenen Unter-
haltsbeiträgen berechtigt hat, weshalb Dispositivziffer 4 des angefochtenen Ent-
scheids vom 27. Oktober 2017 (act. 5) im Sinne der Anträge des Klägers zu be-
stätigen ist resp. der Berufungsantrag Nr. 2 der Beklagten abzuweisen ist.
3.4.10 Soweit der Kläger überdies im Berufungsverfahren die vollständige Sistie-
rung der Unterhaltsbeiträge für den Sohn D._ ab dem 1. September 2018 bis
zur Aufnahme eines Studiums bzw. einer gleichwertigen Ausbildung beantragt
(act. 27 S. 1 f., Antrag Nr. 2, 5. Spiegelstrich), ist schliesslich folgendes vorauszu-
schicken: Erstmals anlässlich der Instruktionsverhandlung vom 24. Mai 2018 teilte
die Beklagte mit, dass die aktuelle Idee von D._ sei, nach der Unteroffiziers-
schule inkl. Abverdienen im Herbst 2018 doch noch nicht mit einem Studium zu
beginnen, sondern ein zweites Zwischenjahr anzuhängen, um dann erst im
Herbst 2019 ein Studium aufzunehmen. D._ spiele zurzeit mit dem Gedan-
- 42 -
ken, in einem weiteren Zwischenjahr als Flight Attendant zu arbeiten. Falls er bei
keiner Fluggesellschaft unterkommen würde, werde er sich eine andere Stelle su-
chen. Vom Militär habe er zurzeit gerade "etwas genug", weshalb er die anfängli-
che Option, im Militär noch weiterzumachen z.B. mit der Offiziersschule, nicht
mehr ansprechend finde (vgl. Prot. S. 20 f.).
3.4.11 Gestützt auf diese neuen Pläne macht der Kläger zusammengefasst gel-
tend, sowohl wenn D._ im Anschluss an die Unteroffiziersschule im Herbst
2018 die Offiziersschule absolvieren werde als auch wenn D._ eine Stelle als
Flight Attendant oder im Gastgewerbe antreten werde, könne D._ seinen
Bedarf in der behaupteten Höhe von Fr. 1'991.– ohne Weiteres vollständig selbst
decken, zumal er während der Dauer der Militärpflicht keine Krankenkassenprä-
mien bezahlen müsse (act. 27 S. 3 f.). Sofern D._ im Herbst eine Stelle als
Flight Attendant oder eine Arbeitsstelle im Gastgewerbe antreten würde, werde er
ein Einkommen in der Höhe von Fr. 3'400.– bis Fr. 3'900.– pro Monat erzielen
können und bei einer Stelle im kaufmännischen Bereich sogar noch mehr. Es ste-
he jedenfalls fest, dass es D._ sowohl zumutbar als auch möglich sei, für
seinen Bedarf ab dem 1. September 2018 während der weiteren Dauer des Aus-
bildungsunterbruchs selbst aufzukommen. Damit bestehe während der Zeit des
Ausbildungsunterbruchs keine Unterhaltspflicht des Klägers, sondern erst wieder,
wenn D._ ein Studium oder eine andere gleichwertige Ausbildung aufnehme
(act. 27 S. 4 f.).
3.4.12 Die Beklagte wendet dagegen ein, die Unteroffiziersschule dauere lediglich
vier Wochen, weshalb eine Befreiung vom Krankenversicherungsobligatorium
nicht in Frage komme. Zudem sei D._ auch kein ausgebildeter Flight Atten-
dant und während der ersten zwei Monate betrage das Bruttogehalt lediglich
Fr. 2'000.– pro Monat. Eine Stelle in einem Büro komme schliesslich nicht in Fra-
ge, da D._ über keinerlei kaufmännische Ausbildung verfüge (act. 31 S. 1 f.).
3.4.13 Dem Kläger ist beizupflichten, wenn er geltend macht, D._ werde sei-
nen Bedarf ab dem 1. September 2018 vollständig mit eigenen Mitteln decken
können, sofern er seine Ausbildung für eine weiteres Jahr unterbrechen werde.
Dies hat die Beklagte denn an sich auch nicht bestritten. Aufgrund der im Beru-
- 43 -
fungsverfahren gemachten Angaben ist davon auszugehen, dass D._ an die
Unteroffiziersschule entweder die Offiziersschule anhängen und damit monatlich
mindestens Fr. 3'374.40 verdienen wird (Fr. 111.– x durchschnittlich 30.4 Dienst-
tage pro Monat [Erwerbsersatz], zuzüglich Sold) oder aber im Herbst 2018 eine
Ausbildung zum Flight Attendant beginnen wird, wobei er nach einem anfängli-
chen Bruttolohn in der Höhe von Fr. 2'000.– (entsprechend netto ca. Fr. 1'760.–
bei angenommenen Sozialabzügen in der Höhe von 12%) ab dem 3. Anstel-
lungsmonat einen Bruttolohn von mindestens Fr. 3'400.– (entsprechend netto ca.
Fr. 2'992.– bei angenommenen Sozialabzügen in der Höhe von 12%) wird verdie-
nen können. Seinen Bedarf (vgl. dazu untenstehende E. II./3.5 ff.) kann D._
ab dem 1. September 2018 damit bei beiden Varianten vollständig selbst decken,
und zwar unabhängig davon, ob er seine Prämie für die obligatorische Kranken-
pflegeversicherung in der Höhe von monatlich Fr. 357.70 weiterhin bezahlen
müsste oder nicht. Während der Dauer des Ausbildungsunterbruchs ab dem
1. September 2018 hat D._ gegenüber dem Kläger folglich keinen Anspruch
auf Unterhalt. Dieser wird freilich dann wiederaufleben, wenn D._ seine
Erstausbildung aufnimmt. Für die Höhe des dannzumal vom Kläger für den Sohn
D._ geschuldeten Unterhalts wird auf die nachstehenden Ausführungen in
E. II./3.5 ff. verwiesen. Dementsprechend ist der Unterhalt des Klägers für den
Sohn D._ ab dem 1. September 2018 vollständig zu sistieren bzw. ein Unter-
haltsbeitrag für den Sohn D._ antragsgemäss erst ab Wiederaufnahme der
Erstausbildung festzusetzen.
3.5 Zum Bedarf der Beklagten und von D._
3.5.1 Schliesslich bemängelt der Kläger die von der Vorinstanz für verschiedene
Zeitperioden ermittelten Bedarfe der Beklagten sowie des Sohnes D._ und
rügt wiederum einerseits eine unrichtige Feststellung des Sachverhalts und ande-
rerseits eine falsche Rechtsanwendung durch die Vorinstanz durch das Ansetzen
von zu tiefen Anforderungen an die Glaubhaftmachung (act. 11/2 Ziff. 18 ff.). Er
moniert zusammengefasst, die Vorinstanz habe einen unzulässigen Berech-
nungsmethodenmix angewandt, indem sie zur Ermittlung der Unterhaltsbeiträge
einerseits die einstufige Berechnungsmethode angewandt und auf konkrete Aus-
- 44 -
gaben abgestellt habe, andererseits aber mit festgelegten Pauschalen gerechnet
und diese willkürlich mit gewissen Faktoren multipliziert habe. Bei der einstufigen
Berechnungsmethode sei auf den konkreten Bedarf abzustellen, welchen die Be-
klagte konkret nachzuweisen gehabt hätte (act. 11/2 Ziff. 19 ff.). Diverse von der
Beklagten geltend gemachte Bedarfspositionen habe die Vorinstanz als glaubhaft
gemacht erachtet, obwohl dem nicht so sei. Auf die konkreten Vorbringen des
Klägers und der Beklagten zu den jeweiligen Bedarfspositionen wird im Folgen-
den im Einzelnen eingegangen.
3.5.2 Um den seit dem 12. Dezember 2015 eingetretenen und zukünftigen Ver-
änderungen der Lebensumstände und damit beim monatlichen Bedarf und dem
Einkommen der Beklagten und D._ Rechnung zu tragen, bildete die Vo-
rinstanz insgesamt vier Bedarfsphasen (bzw. fünf Unterhaltsphasen). Daran wird
im Folgenden festgehalten, wobei vorauszuschicken ist, dass diese vier Phasen
um eine weitere (fünfte) Bedarfsphase (bzw. sechste Unterhaltsphase) zu ergän-
zen sind.
3.5.3 Für den Zeitraum vom 12. Dezember 2015 bis zum 30. September 2016
(= Phase I) ging die Vorinstanz vom folgenden Bedarf der Beklagten und D._
aus (act. 5 S. 14 ff.):
Bedarfsposition: Ehefrau: Sohn D._: a) Lebensmittel/Haushalt: Fr. 1'180.– Fr. 525.– b) Kleidung: Fr. 830.– Fr. 300.– c) Drogerie: Fr. 158.60 Fr. 0.– d) Apotheke: Fr. 38.60 Fr. 0.– e) Coiffeur: Fr. 66.40 Fr. 0.– f) Hypothekarzinsen 2016: Fr. 730.50 Fr. 243.50 g) Wasser/Abwasser: Fr. 57.85 Fr. 19.15 h) Unterhalt Liegenschaft: Fr. 349.15 Fr. 116.40 i) Pellets für Ofen: Fr. 150.– Fr. 50.– j) Strom: Fr. 98.50 Fr. 33.– k) Gebäudeversicherung: Fr. 101.50 Fr. 0.– l) Krankenkasse: Fr. 439.20 Fr. 112.15
- 45 -
Bedarfsposition: Ehefrau: Sohn D._: m) Arzt-/Zahnarztkosten: Fr. 180.– Fr. 0.– n) Brille: Fr. 0.– Fr. 0.– o) Autoversicherung: Fr. 64.– Fr. 0.– p) Strassenverkehrsabgabe: Fr. 17.35 Fr. 0.– q) TCS: Fr. 8.25 Fr. 0.– r) Unterhalt Auto: Fr. 175.– Fr. 0.– s) Benzin: Fr. 300.– Fr. 0.– t) ÖV: Fr. 13.75 Fr. 118.– u) Billag: Fr. 38.– Fr. 0.– v) Festnetztelefonie/Internet/TV: Fr. 150.– Fr. 0.– w) Handy: Fr. 83.15 Fr. 35.– x) Haushalt-/Haftpflichtversicherung: Fr. 71.20 Fr. 0.– y) Rechtsschutzversicherung: Fr. 29.– Fr. 0.– z) Reiseversicherung: Fr. 15.– Fr. 0.– aa) Mitgliedschaften: Fr. 8.35 Fr. 0.– bb) Bücher/Zeitschriften: Fr. 101.50 Fr. 0.– cc) Yoga: Fr. 68.– Fr. 0.– dd) Kino/Musik/Kultur: Fr. 25.– Fr. 0.– ee) Auswärtiges Essen (beruflich bedingt): Fr. 100.– Fr. 130.– ff) Auswärtiges Essen (privat): Fr. 150.– Fr. 0.– gg) Kosten Hund: Fr. 69.– Fr. 0.– hh) Ferien: Fr. 492.– Fr. 400.– ii) Spenden: Fr. 25.– Fr. 0.– jj) Steuerberatung: Fr. 100.– Fr. 0.– kk) Bankspesen: Fr. 5.– Fr. 0.– ll) Rega: Fr. 10.85 Fr. 0.– mm) Putzfrau: Fr. 490.– Fr. 0.– nn) Allgemeine Barauslagen: Fr. 200.– Fr. 0.– oo) Hobbies: Fr. 0.– Fr. 145.– pp) Steuerbelastung: Fr. 1'450.– Fr. 0.–
Total: Fr. 8'639.70 Fr. 2'227.20
- 46 -
a - e) Zu Lebensmittel/Haushalt, Kleidung, Drogerie, Apotheke, Coiffeur
Die Vorinstanz hat sich im Entscheid vom 27. Oktober 2017 mit der relativ kompli-
zierten Herleitung der Höhe des Grundbetrages der Beklagten (vgl. dazu sogleich
unten) nicht auseinandergesetzt, deren für Lebensmittel und Haushaltsgüter gel-
tend gemachte Zahlen aber unverändert übernommen, immerhin mit dem Hinweis
darauf, dass Pauschalisierungen in Bezug auf Lebensmittel und Haushaltsgüter
unumgänglich seien, da diese in der Regel nicht lückenlos belegt werden könnten
(act. 5 S. 15 f.). Weshalb vorliegend eine Erhöhung des existenzrechtlichen
Grundbetrages um 75% angezeigt sei, begründet die Vorinstanz mit keinem Wort.
Der Kläger moniert, die Vorinstanz habe die für Lebensmittel/Haushalt im Bedarf
der Beklagten eingesetzten Kosten in der Höhe von Fr. 1'180.– durch eine unzu-
lässige und nicht nachvollziehbare Vervielfachung des betreibungsrechtlichen
Grundbetrages um 175% begründet. Insbesondere der Multiplikationsfaktor sei
nicht nachvollziehbar und eine Pauschalisierung von Grundbeträgen sei ohnehin
nicht zulässig. Belegt habe die Beklagte einzig, dass die Parteien im Jahr 2013
Fr. 1'908.05 pro Monat für Lebensmittel und Haushaltsprodukte ausgegeben hät-
ten; nicht belegt sei hingegen, wofür die behaupteten Barauslagen von monatlich
Fr. 1'597.– verwendet worden seien. Für die Beklagte und D._ seien je
Fr. 382.– für Lebensmittel und Haushaltsprodukte einzusetzen (act. 11/2 S. 8 f.,
Ziff. 19 ff.).
Die Beklagte macht demgegenüber geltend, sie habe im vorinstanzlichen Verfah-
ren substantiiert dargetan, dass sie während des Zusammenlebens Barbezüge
von monatlich durchschnittlich Fr. 2'683.33 getätigt habe. Sie habe sodann aufge-
zeigt, dass von diesen Fr. 2'683.33 insgesamt Fr. 1'086.33 für Drogerie, Coiffeur,
Kino, Musik und Kultur, Yoga, die Putzfrau und als Taschengeld für I._ und
D._ verbraucht worden seien. Das restliche Bargeld von Fr. 1'597.– habe sie
zu 3⁄4 für Lebensmittel und Haushaltsartikel der Familie verwendet (somit rund
Fr. 1'197.–); es sei normal, dass sich nicht genau nachweisen lasse, wofür man
- 47 -
kleine Barauslagen verwendet habe, denn kein Mensch behalte über die Jahre
Quittungen für kleinere Einkäufe. Weiter habe die Beklagte belegt, dass zusätzlich
mit der EC-Karte pro Monat durchschnittlich Fr. 1'908.05 für Lebensmittel und
Haushaltsartikel für die Familie bezahlt worden seien. Insgesamt seien folglich
rund Fr. 3'105.– pro Monat für Nahrung und Haushaltsgüter ausgegeben worden,
was ca. 175% des existenzrechtlichen Grundbetrages für ein Ehepaar mit drei
Kindern entspreche. Entsprechend seien auch die Grundbeträge der Beklagten
und D._ um 175% zu erhöhen. Deshalb sei der Beklagten für Lebensmittel
und Haushaltsartikel im Bedarf ein Betrag von Fr. 1'180.– einzusetzen (Fr. 1'350.–
dividiert in 2 [= Anteil Grundbetrag für Lebensmittel/Haushalt] x 1.75), im Bedarf
von D._ ein solcher von Fr. 525.– (Fr. 600.– dividiert in 2 [= Anteil Grundbe-
trag für Lebensmittel/Haushalt] x 1.75; vgl. zum Ganzen act. 14 S. 12 Rz. 32 ff.).
Richtig ist, dass auch bei der Anwendung der einstufig-konkreten Methode, wo
grundsätzlich jede Bedarfsposition einzeln zu belegen ist, gewisse Pauschalisie-
rungen unumgänglich sind, weil es nahezu unmöglich ist, für Ausgabenpositionen
wie den täglichen Bedarf die entsprechenden Zahlen nachträglich noch zu ermit-
teln bzw. vorzulegen. So ist es nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
beispielsweise zulässig, eine Vervielfachung des betreibungsrechtlichen Grund-
betrages vorzunehmen (vgl. BGer 5A_956/2015 vom 7. September 2016, E. 4),
wobei der Nachweis eines allenfalls höheren bzw. tieferen Bedarfs im konkreten
Fall aber selbstverständlich vorbehalten bleibt (BGer 5A_198/2012 vom 24. Au-
gust 2012, E. 8.3.3). Da bei der Vervielfachung von Grundbeträgen stets die Ge-
fahr von Intransparenz besteht, ist in solchen Fällen in der Begründung klar dar-
zulegen, aufgrund welcher Kriterien der Vervielfachungsfaktor festgesetzt wird. Es
werden daher an die Begründungsdichte solcher Urteile besonders hohe Anforde-
rungen gestellt, ansonsten der Entscheid willkürlich erscheint (vgl. hierzu insbe-
sondere OGer ZH LE120056 vom 13. Dezember 2012, E. 2.4). Insbesondere ist
darzulegen, gestützt auf welche glaubhaft gemachten Tatsachen eine Erhöhung
um wieviel Prozent angezeigt ist. Sodann muss aus der Begründung klar ersicht-
lich sein, welche von der Partei geltend gemachten Bedarfs- bzw. Auslagepositio-
nen mit dem erhöhten Grundbetrag abgegolten werden (OGer ZH LE150019 vom
4. April 2016, E. 5.2.1). Diesen Anforderungen genügt die vorinstanzliche Be-
- 48 -
gründung in Bezug auf Auslagen der Beklagte für Kleidung und Haushaltsartikel
(act. 5 S. 15 f.) klarerweise nicht.
Anerkannt wurde vom Kläger vorliegend, dass die Parteien mit ihren drei Kindern
im Jahr 2013 für Lebensmittel und Haushaltsprodukte monatlich Fr. 1'908.05 aus-
gegeben haben (vgl. act. 11/2 S. 8 f.). Sodann hat die Beklagte anhand von Bele-
gen dargelegt, dass zusätzlich regelmässig relativ hohe Barbezüge vom gemein-
samen Konto der Parteien getätigt wurden, nämlich durchschnittlich Fr. 2'683.– im
Jahr 2013 (vgl. act. 4/25/6). Davon will die Beklagte ca. Fr. 1'200.– (nämlich 3⁄4
von Fr. 1'597.–) zusätzlich für Lebensmittel und Haushaltsartikel der Familie ver-
wendet haben, wobei sie dies durch nichts belegen kann. Aufgrund der allgemei-
nen Lebenserfahrung ist zwar davon auszugehen, dass die Beklagte tatsächlich
einen Teil des nicht zuordenbaren Bargeldes in der Höhe von Fr. 1'597.– für Le-
bensmittel oder Haushaltsartikel ausgegeben hat, jedoch erscheint ein Anteil von
3⁄4 angesichts der bereits mittels EC-Karte bezahlten Lebensmittel und Haushalts-
artikel (Fr. 1'908.05) als zu hoch. Es ist vielmehr realistisch, dass ca. 1⁄2 des Bar-
geldes (entsprechend ca. Fr. 800.–) noch zusätzlich für Einkäufe von Lebensmit-
teln und Haushaltsartikeln verwendet wurden. Insgesamt ist folglich davon auszu-
gehen, dass während des Zusammenlebens für die fünfköpfige Familie rund
Fr. 2'708.05 (Fr. 1'908.05 + Fr. 800.– ) für Lebensmittel und Haushaltsartikel aus-
gegeben wurden. Dies entspricht rund 30% mehr, als in der Richtlinie des Ober-
gerichts über das betreibungsrechtliche Existenzminimum für eine fünfköpfige
Familie dafür vorgesehen ist (nämlich Fr. 3'500.– für alle Grundbeträge, wovon
ca. 60 % auf Lebensmittel und zusätzlich auf Haushaltsprodukte entfallen, somit
Fr. 2'100.–). Zumal die Beklagte zwar Aufstellungen und Belege über die getätig-
ten Auslagen für Kleidung und Artikel der Apotheke und Drogerie ins Recht gelegt
hat, aus diesen jedoch – wie der Kläger zu Recht einwendet (vgl. act. 11/2 S. 9 f.,
Ziff. 22 ff.) – lediglich die Kosten der gesamten Familie glaubhaft gemacht wurden
und nicht bloss jene der Beklagten, erscheint es angezeigt, vorliegend eine Ver-
vielfachung des Grundbetrages vorzunehmen, wie dies bereits die Vorinstanz ge-
tan hat. Unter den gegebenen Umständen kann davon ausgegangen werden,
dass die Familie vorliegend in guten finanziellen Verhältnissen auch für die weite-
ren im Grundbetrag enthaltenen Positionen Kleidung, Hygiene und Kosmetik (um-
- 49 -
fassend Apotheke, Drogerie und Coiffure) rund 30% mehr ausgegeben hat, als
dafür im betreibungsrechtlichen Existenzminimum vorgesehen ist. Entsprechend
erscheint es angemessen, der Beklagten im Bedarf den Grundbetrag für eine al-
leinerziehende Person in Haushaltsgemeinschaft mit einer erwachsenen Person
(erwerbstätige Tochter J._) gemäss Richtlinie über das betreibungsrechtliche
Existenzminimum einzusetzen, somit Fr. 1'250.–. Auf diesem Betrag ist sodann
zufolge des glaubhaft gemachten erhöhten Lebensstandards im Sinne vorstehen-
der Erwägungen ein Zuschlag von 30% (entsprechend Fr. 375.–) zu gewähren.
Damit sind die Bedarfspositionen Lebensmittel, Haushaltsgüter, Kleider, Hygiene
und Kosmetik (umfassend Apotheke, Drogerie und Coiffeur) abgegolten.
Analog ist in Bezug auf D._ zu verfahren. Entsprechend ist ihm im Bedarf der
betreibungsrechtliche Grundbetrag von Fr. 600.– einzusetzen, worauf ihm zusätz-
lich ebenfalls ein Zuschlag von 30% (entsprechend Fr. 180.–) zu gewähren ist zu-
folge des glaubhaft gemachten erhöhten Lebensstandards der Familie. Damit sind
auch bei ihm die Bedarfspositionen Lebensmittel, Haushaltsgüter, Kleider, Hygie-
ne und Kosmetik (umfassend Apotheke, Drogerie und Coiffeur) abgegolten.
f - k) Zu den Wohnkosten bis zum Auszug aus der ehelichen Liegenschaft per
15. Oktober 2017
In Bezug auf die Wohnkosten hat die Vorinstanz zwar festgehalten, dass die Be-
klagte bis zum Auszug aus der ehelichen Liegenschaft mit D._ und den zwei
weiteren, bereits volljährigen Kindern J._ und I._ zusammengewohnt
habe. Da die Beklagte die beiden volljährigen Kinder J._ und I._ aber
gratis bei sich wohnen liess, zog sie der Beklagten nur einen Wohnkostenanteil
von 1⁄4 für den Sohn D._ ab. Gleich ist sie in Bezug auf die Nebenkosten ver-
fahren, indem sie diese im Verhältnis von 3⁄4 (Beklagte) zu 1⁄4 (D._) im jeweili-
gen Bedarf berücksichtigte (vgl. act. 5 S. 17).
Der Kläger beanstandet diese Aufteilung der Wohnkosten. Mündige Kinder hätten
sich grundsätzlich an den Wohnkosten zu beteiligen, was im Bedarf der Beklagten
bedarfsverringernd zu berücksichtigen sei. Eine Beteiligung an den Wohnkosten
sei J._ und I._ zudem auch tatsächlich möglich gewesen, habe die
- 50 -
Tochter J._ doch zunächst einen Lehrlingslohn erhalten und erziele seit
Herbst 2016 einen vollen Lohn als medizinische Praxisassistentin. I._ habe
vom Kläger Unterhaltszahlungen erhalten und hätte sich damit an den Wohnkos-
ten beteiligen können. Richtigerweise entfalle daher bis zum Auszug aus der ehe-
lichen Liegenschaft nur die Hälfte der Hypothekarzinsen und Nebenkosten auf die
Beklagte und D._ (act. 11/2 S. 10 f., Ziff. 26 ff.).
Die Beklagte stellt sich demgegenüber im Wesentlichen auf den Standpunkt,
rückwirkend könne die Beklagte keine Wohnkostenbeteiligung von den Kindern
verlangen, weshalb ihr auch keine solche angerechnet werden könne. Zudem
seien die Kinder diesbezüglich nicht leistungsfähig und im Übrigen habe die Be-
klagte durch den Verzicht auf eine Wohnkostenbeteiligung durch die Kinder ihren
Beitrag an den Unterhalt der beiden geleistet (act. 14 S. 18 ff., Rz. 49 ff.).
Es erscheint nicht glaubhaft, dass weder J._ noch I._ in Bezug auf eine
Beteiligung an den Wohn- und Nebenkosten der ehelichen Liegenschaft leis-
tungsfähig gewesen sind, zumal J._ unbestrittenermassen zunächst einen
Lehrlingslohn und ab Herbst 2016 einen vollen Lohn erzielte und I._ vom
Kläger separat mit Unterhaltsbeiträgen unterstützt wurde, in welchen bereits ein
Wohnkostenanteil enthalten ist. Müsste sich die Beklagte den Wohnkostenanteil
von I._ nicht anrechnen lassen, würde der Kläger dafür indirekt quasi doppelt
bezahlen, nämlich einmal mit dem Unterhaltsbeitrag an I._ und ein zweites
Mal mit dem Unterhaltsbeitrag an die Beklagte. Dies kann nicht angehen. Auf-
grund dieser Überlegungen rechtfertigt es sich nicht, im Bedarf der Beklagten 3⁄4
der Hypothekarzinsen und der Nebenkosten anzurechnen. Vielmehr sind die Hy-
pothekarzinsen (von total rund Fr. 975.–) und auch die Nebenkosten (von total
rund Fr. 975.–) praxisgemäss im Umfang von 2/5 im Bedarf der Beklagten und je
im Umfang von 1/5 im Bedarf der drei Kinder D._, J._ und I._ zu
veranschlagen. Dabei ist von der durch die Vorinstanz ermittelten Höhe der Hypo-
thekarzinsen und Nebenkosten auszugehen, da der Kläger im Berufungsverfah-
ren zwar mit anderen Zahlen gerechnet hat, aber mit keinem Wort erklärt, wes-
halb die von der Vorinstanz ermittelten Zahlen falsch sein sollen. Im Zeitraum vom
12. Dezember 2015 bis zum 30. September 2016 sind für die Hypothekarzinsen
- 51 -
und die Nebenkosten im Bedarf der Beklagten somit je Fr. 390.– (= 2/5 der Hypo-
zinsen bzw. der Nebenkosten) und im Bedarf von D._ je Fr. 195.– (1/5 der
Hypozinsen bzw. der Nebenkosten) einzusetzen.
m) Zu den Arzt-/Zahnarztkosten
Die Vorinstanz hat im Bedarf der Beklagten Fr. 180.– pro Monat für Arzt- / Zahn-
arztkosten berücksichtigt, da sie diese Kosten als belegt erachtete, allerdings oh-
ne Verweis auf die entsprechenden Actoren (vgl. act. 5 S. 17).
Der Kläger rügt diesbezüglich, es seien nur Arzt- und Behandlungskosten im Be-
darf aufzunehmen, die in naher Zukunft tatsächlich anfallen würden (act. 11/
S. 12 f. Ziff. 34). Zudem bestreitet er, dass sich die Beklagte wegen der Belastung
des Schichtdienstes in psychiatrische Behandlung habe begeben müssen und
dies auch künftig der Fall sein werde (act. 24 S. 14).
Die Beklagte hält jedoch daran fest, dass die bereits angefallenen Arzt- und
Zahnarztkosten im Bedarf der Beklagten zu berücksichtigen sind und führt aus,
sie sei auf die Behandlung bei ihrem Psychiater angewiesen, um die Belastungen
des Schichtdienstes und ihrer anspruchsvollen Arbeit tragen zu können. Die Arzt-
kosten würden damit in Zukunft sicher nicht sinken, weshalb sie in ihrem Bedarf
zu berücksichtigen seien und zwar ab dem Jahr 2017 gestützt auf die Kostenzu-
sammenstellung der EGK vom 18. Januar 2018 (act. 15/2), wobei es sich um ein
echtes Novum handle, mit Fr. 268.– anstatt nur mit Fr. 180.– pro Monat (act. 14
S. 24, Rz. 65).
Gemäss Richtlinie für das betreibungsrechtliche Existenzminimum sind ausge-
wiesene Arzt- und Zahnarztkosten als notwendige Auslagen im Bedarf zu berück-
sichtigen. Dies muss hier umso mehr gelten, als die Parteien in guten finanziellen
Verhältnissen leben und kein Notbedarf zur Diskussion steht. Für das Jahr 2016
hat die Beklagte Arzt- und Zahnarztkosten in der Höhe von total Fr. 1'973.90 be-
legt (act. 25/19), weshalb ihr dafür im Bedarf für das Jahr 2016 (Bedarfsphasen I
und II) monatlich Fr. 164.50 einzusetzen sind. Für die ab dem Jahr 2017 einzu-
- 52 -
setzenden Arzt- und Zahnarztkosten wird auf die Ausführungen für den jeweiligen
Zeitraum bzw. die jeweiligen Phasen verwiesen.
r) Zu den Kosten für den Unterhalt eines Autos
Der Kläger bestreitet nicht grundsätzlich, dass die Beklagte auch während des
Zusammenlebens ein Auto benützt hat bzw. benützen konnte und ein solches
somit zum ehelichen Standard gehörte (vgl. act. 4/37 S. 22). Entsprechend hat er
auch im Berufungsverfahren die direkt mit dem Auto zusammenhängenden Be-
darfsposten Autoversicherung, Verkehrsabgabe und TCS nicht beanstandet. Der
Kläger beanstandet jedoch, dass die Vorinstanz ohne weitere Begründung zum
Schluss komme, die Autounterhaltskosten seien glaubhaft gemacht worden, was
für ihn nicht nachvollziehbar sei. Tatsächlich hat die Vorinstanz mit keinem Wort
begründet, weshalb sie es für glaubhaft erachtet, dass auf Seiten der Beklagten
monatlich Fr. 175.– für Autounterhaltskosten anfallen (vgl. act. 5 S. 17).
Die Beklagte verweist diesbezüglich auf ihre Ausführungen im vorinstanzlichen
Verfahren und die dortigen Belege und hält daran fest, dass monatlich Fr. 175.–
für den Unterhalt des Autos anfallen würden (vgl. act. 14 S. 25, Ziff. 68 f.).
Aus den vorinstanzlichen Akten ergibt sich, dass die Beklagte für die Jahre 2014,
2015 und 2016 insgesamt Fr. 2'521.25 für den Unterhalt des Autos belegen konn-
te, was durchschnittlich Fr. 840.40 pro Jahr entspricht bzw. monatlich Fr. 70.–
(vgl. act. 4/25/21 und act. 4/12/35, wobei die in act. 4/25/21 auf S. 1 ausgewiese-
nen Kosten von Fr. 4'400.– [Anschaffungskosten für ein neues Auto] selbstver-
ständlich nicht als Unterhaltskosten zu berücksichtigen sind, wie der Kläger in
act. 4/37 S. 22 zutreffend festgehalten hat). Wieso die Vorinstanz monatliche Kos-
ten von Fr. 175.– als glaubhaft erachtet, bleibt unerfindlich. Dementsprechend
sind der Beklagten für den Unterhalt des Autos Fr. 70.– pro Monat einzurechnen.
s) Zu den Benzinkosten
Weiter erachtete es die Vorinstanz für glaubhaft, dass bei der Beklagten monatli-
che Benzinkosten in der Höhe von Fr. 300.– anfallen, wiederum ohne weitere Be-
gründung (act. 5 S. 17).
- 53 -
Der Kläger rügt die fehlende Begründung der Vorinstanz und deren Berücksichti-
gung im Bedarf, da diese Auslagen seines Erachtens nicht belegt sind (act. 11/2
S. 13, Ziff. 36). Gleichzeitig räumt er aber ein, dass die Beklagte die Kinder vor
der Trennung häufig in Winterthur oder im Nachbarsdorf abgeholt habe, da
K._ schlecht an den öffentlichen Verkehr angebunden sei (act. 4/37 S. 23).
Die Beklagte stellt sich jedoch auf den Standpunkt, seit dem 1. Mai 2016 würden
ihr für den Arbeitsweg nach E._, welcher ca. 65 Kilometer pro Tag betrage
bzw. seit dem Umzug nach G._ sogar 68 Kilometer pro Tag, Benzinkosten in
der Höhe von Fr. 300.– pro Monat anfallen. Vorher habe sie das Auto für Einkäufe
der Familie genutzt, wobei Benzinkosten von monatlich Fr. 110.– angefallen seien
(act. 14 Rz. 70 mit Verweis auf act. 4/24, Rz. 48).
Angesichts des Umstandes, dass die Beklagte seit dem 1. Mai 2016 in einem
60%-Pensum im Spital E._ arbeitet und dabei Schicht- und Nachtdienste
leistet und sie mit dem Auto zur Arbeit fährt, sind ihr entsprechende Benzinkosten
im Bedarf einzurechnen. Bei einem 60%-Pensum arbeitet die Beklagte an durch-
schnittlich 14 Tagen pro Monat und legt somit bei einem Arbeitsweg von retour 65
Kilometern monatlich ca. 910 Kilometer zurück. Es ist notorisch, dass mit einem
durchschnittlich ökonomischen Auto und Fahrstil ca. zwei Tankfüllungen à ca.
Fr. 65.– (Annahme 40 Liter x Fr. 1.60) nötig sind, um 910 Kilometer weit zu fah-
ren. Entsprechend sind der Beklagten im Bedarf Fr. 130.– für Benzin zu berück-
sichtigen.
t) Kosten für den ÖV
Die Vorinstanz hat im Bedarf der Beklagten Fr. 13.75 für die Benützung des öf-
fentlichen Verkehrs bzw. für ein Halbtaxabonnement berücksichtigt (act. 5 S. 18),
was der Kläger in der Berufung mit der Begründung beanstandet, ein Halbtax-
abonnement habe nicht zum ehelichen Standard gehört (act. 11/2 S. 13, Ziff. 37).
Die Beklagte behauptet demgegenüber, sie habe während des Zusammenlebens
stets über ein Halbtaxabonnement verfügt (act. 14 S. 25, Rz. 71 und den dortigen
Verweis). Der von der Beklagten eingereichte Beleg für den Kauf eines Halbtaxa-
bonnements datiert vom Juni 2016 (vgl. act. 4/12/36); damit kann nicht als glaub-
- 54 -
haft gemacht gelten, dass diese Kosten bereits während des Zusammenlebens
angefallen sind, weshalb sie im Bedarf der Beklagte nicht zu berücksichtigen sind.
Der Vollständigkeit halber sei hier noch angemerkt, dass der Kläger die von der
Vorinstanz beim Sohn D._ eingesetzten ÖV-Kosten in der Höhe von
Fr. 118.– nicht beanstandet und damit anerkannt hat.
u) Billag
Die Vorinstanz hat Fr. 38.– für die Billag im Bedarf der Beklagten berücksichtigt
(act. 5 S. 18), welche der Kläger der Höhe nach anerkennt. Er verlangt indes eine
anteilsmässige Verteilung der Kosten auf die bei der Beklagten lebenden Kinder
(act. 11/2 S. 13, Ziff. 38). Da diese Kosten auch inskünftig in derselben Höhe an-
fallen werden, wenn die Beklagte alleine lebt und diese relativ geringen Kosten
praxisgemäss nicht auf die im Haushalt lebenden Kinder verteilt werden und der
Kläger für diese Kosten damit auch nicht zwei Mal bezahlt, ist nicht zu beanstan-
den, dass die Vorinstanz die gesamten monatlichen Kosten für die Billag im Be-
darf der Beklagten berücksichtigt hat. Im Bedarf von D._ ist für die Billag kein
Betrag einzusetzen.
v - w) Kosten für Telekommunikation und Handy
Die Vorinstanz rechnete der Beklagten im Bedarf (zusätzlich zu Fr. 150.– für
Festnetztelefonie, Internet und TV) Handykosten in der Höhe von monatlich
Fr. 83.15 in den Bedarf ein (act. 5 S. 18). Der Kläger bestreitet, dass zusätzlich zu
den Fr. 150.– für diverse Kommunikationsmittel Handykosten in diesem Umfang
anfallen; er anerkennt für Telekommunikation total Fr. 150.–.
Die Beklagte hält hingegen daran fest, dass ihr zusätzlich Fr. 83.15 für ein Handy
einzurechnen seien und verweist auf die von ihr eingereichten Belege (act. 14
Rz. 73 mit den dortigen Verweisen). Anhand von Kontoauszügen hat die Beklagte
belegt, dass die Parteien im Jahr 2013 Zahlungen an die Swisscom in der Höhe
von durchschnittlich Fr. 370.– pro Monat geleistet haben (act. 4/25/23). Allerdings
fielen diese Kosten für eine fünfköpfige Familie und nicht für die Beklagte alleine
an. Die weiteren von der Beklagten eingereichten Swisscom-Rechnungen betref-
- 55 -
fen das Jahr 2016, somit die Zeit nach der Trennung. Es erscheint insgesamt
nicht glaubhaft, dass die Beklagte während des Zusammenlebens derart hohe Te-
lekommunikationskosten hatte. Im Bedarf sind ihr dafür deshalb gesamthaft nur
die vom Kläger anerkannten Fr. 150.– einzusetzen. In Bezug auf D._ hat der
Kläger die von der Vorinstanz eingesetzten Handykosten von Fr. 35.– nicht bean-
standet. Sie gelten damit als anerkannt.
x) Haushalt-/Haftpflichtversicherung
Die Höhe der von der Vorinstanz eingesetzten Versicherungsprämie an sich be-
anstandet der Kläger in der Berufung nicht, doch verlangt er eine anteilsmässige
Verteilung der Kosten auf die mit der Beklagten zusammenlebenden Kinder sowie
eine Anpassung der Prämie ab dem Auszug aus der ehelichen Liegenschaft.
Letzteres wird für die Phase ab dem 15. Oktober 2017 zu berücksichtigen sein
(act. 11/2 S. 14 Ziff. 40). Auf eine anteilsmässige Aufteilung der Kosten auf die
Beklagte und die Kinder ist hingegen aus denselben Gründen zu verzichten, wie
vorstehend bei der Bedarfsposition "Billag" ausgeführt. Die der Beklagten von der
Vorinstanz eingesetzten Fr. 71.20 sind damit nicht zu beanstanden.
z) Reiseversicherung
Ohne nähere Begründung hat die Vorinstanz Fr. 15.– für eine Reiseversicherung
im Bedarf der Beklagten aufgenommen (act. 5 S. 18), obwohl aus den vorinstanz-
lichen Akten hervorgeht, dass die Beklagte gegenüber dem Kläger eingeräumt
hat, dass sie doppelt "reiseversichert" sei, was ihrer Ansicht nach nicht nötig sei
(act. 4/39/14). Auch wenn diese Kosten während des Zusammenlebens angefal-
len sind, hat die Beklagte unter diesen Umständen keinen Anspruch auf Weiter-
bezahlung derselben. Klarerweise überflüssige bzw. irrtümlich verursachte Ausla-
gen sind entgegen der Ansicht der Beklagten (vgl. act. 14 Rz. 76) auch im gebüh-
renden Bedarf nicht mehr zu berücksichtigen.
aa) Mitgliedschaften
Der Kläger moniert den von der Vorinstanz für Mitgliedschaften aufgenommenen
Betrag von Fr. 8.35 im Bedarf der Beklagten mit der Begründung, die Beklagte
- 56 -
habe diese Mitgliedschaften erst nach der Trennung abgeschlossen (act. 11/2
S. 14 Ziff. 42). Die Beklagte behauptet demgegenüber seit Jahren Mitglied in der
internationalen Studiengemeinschaft für prä- und perinatale Psychologie und Me-
dizin zu sein (act. 14 und Rz. 77 und den dortigen Verweis). Die einzige von der
Beklagten zum Beleg eingereichte Rechnung für den Mitgliederbeitrag datiert vom
27. Januar 2016 (act. 4/25/26), somit von nach der Trennung. Damit erschient ei-
ne langjährige Mitgliedschaft nicht glaubhaft, weshalb der Mitgliederbeitrag im
Bedarf nicht zu berücksichtigen ist.
bb) Bücher/Zeitschriften
Soweit der Kläger bemängelt, die Vorinstanz habe der Beklagten im Bedarf zu
Unrecht das angeblich langjährige Abonnement für den "Landboten" berücksich-
tigt (act. 11/2 S. 14, Ziff. 43), kann ihm nicht gefolgt werden. Die Beklagte hat ur-
kundlich belegt, dass das besagte Abonnement bereits seit dem Jahr 2004 be-
steht (act. 4/44/27). Entsprechend ist der vorinstanzliche Entscheid in diesem
Punkt nicht zu beanstanden und Fr. 101.50 für den Landboten, Bücher und weite-
re Zeitschriften im Bedarf zu berücksichtigen.
dd) Kino/Musik/Kultur
In der Berufung kritisiert der Kläger, dass die Vorinstanz im Bedarf der Beklagten
Fr. 25.– für Kino/Musik und Kultur berücksichtigt hat. Er stellt sich auf den Stand-
punkt, solche Ausgaben hätten nicht zum ehelichen Standard gehört (act. 11/2
S. 14 f., Ziff. 44). Nachdem der Kläger aber inzwischen in der persönlichen Befra-
gung anlässlich der Hauptverhandlung vor der Vorinstanz am 16. Februar 2018
ausführte, er und die Beklagte hätten pro Jahr ein Konzert und zwei bis drei Mal
jährlich einen Poetry Slam oder eine Theateraufführung besucht (vgl. Prot. VI
S. 39), ist der Entscheid der Vorinstanz in diesem Punkt nicht zu beanstanden.
ee) Auswärtiges Essen (beruflich)
Die Bedarfsposition in der Höhe von Fr. 100.– im Bedarf der Beklagten für beruf-
lich bedingtes auswärtiges Essen hat der Kläger anerkannt. Hingegen bean-
standet er in der Berufung, dass die Vorinstanz dafür im Bedarf von D._
- 57 -
Fr. 130.– berücksichtigt hat (vgl. act. 5 S. 19), mit der Begründung, die Mehrkos-
ten für auswärtige Verpflegung würden bei D._ nicht anfallen. Dieser nehme
das Mittagessen jeweils von zuhause mit und nehme überdies mindestens einmal
pro Woche das Abendessen und das Frühstück beim Kläger ein (act. 11/2 S. 17,
Ziff. 57). Die Beklagte hält demgegenüber daran fest, dass D._ für die Ver-
pflegung über Mittag Fr. 130.– einzurechnen seien, da es nicht zutreffe, dass
D._ oft etwas von zuhause mitnehme und es – da es hier um die Mittagsver-
pflegung gehe – irrelevant sei, dass D._ einmal pro Woche beim Kläger das
Frühstück und das Abendessen einnehme.
Zutreffend ist, dass es hier einzig um die Verpflegung von D._ am Mittag
geht und damit tatsächlich irrelevant ist, dass D._ manchmal auch beim Klä-
ger isst. In der Zeit vom 12. Dezember 2015 bis Mitte Juli 2017 absolvierte
D._ noch das Gymnasium und musste sich über Mittag regelmässig verpfle-
gen, wobei aufgrund der widersprüchlichen Parteibehauptungen letztlich unklar
ist, ob und wie oft D._ Essen von zuhause mitgenommen hat. Aufgrund der
allgemeinen Lebenserfahrung erscheint es aber glaubhaft, dass D._ nicht je-
den Tag Essen von zuhause mitgenommen hat und selbst wenn er dies getan
hätte, müsste er sich als noch immer heranwachsender junger Erwachsener wohl
auch zwischendurch einen Snack kaufen. Dasselbe gilt für diejenigen Zeiträume,
in welchen D._ eine Erwerbstätigkeit angerechnet wird, sodass insgesamt
nicht zu beanstanden ist, dass die Vorinstanz D._ monatlich Fr. 130.– (ent-
sprechend ca. Fr. 6.– pro Schul-/Arbeitstag) für auswärtige Verpflegung einge-
rechnet hat.
ff) Auswärtiges Essen (privat)
Der Kläger moniert, die Vorinstanz habe im Bedarf der Beklagten Fr. 150.– für
private auswärtige Essen berücksichtigt, obwohl die Beklagte ihre Behauptung,
während des Zusammenlebens sei man 1-2 Mal monatlich auswärts essen ge-
gangen, durch nichts belegt habe. Es handelt sich um eine reine Parteibehaup-
tung (act. 11/2 S. 15, Ziff. 46). Die Vorinstanz begründete in ihrem Entscheid nicht
näher, weshalb sie die Darstellung der Beklagten für glaubhaft erachtet (act. 5
S. 19). Die Beklagte hält demgegenüber daran fest, dass 1-2 Mal pro Monat aus-
- 58 -
wärts zu essen für gesamthaft Fr. 150.– zu ihrem ehelichen Standard gehöre (vgl.
act. 14 Rz. 81 und die dortigen Verweise).
Da die Beklagte ihre Behauptung weder mit Belegen (z.B. Belastungen der EC-
Karte oder Rechnungen für Restaurantbesuche während des Zusammenlebens)
noch mit lebhaften Schilderungen von gemeinsamen Abendessen in bestimmten
Restaurants untermauert, erscheinen ihre Behauptungen jedenfalls nicht glaub-
hafter als die entsprechenden Bestreitungen des Klägers. Da die Behauptungslast
bei der einstufigen Berechnungsmethode die Beklagte trägt, ist ihr im Bedarf ent-
gegen der Auffassung der Vorinstanz kein Betrag für private auswärtige Essen
einzusetzen.
hh) Ferien
Die Vorinstanz hat sowohl im Bedarf der Beklagten als auch im Bedarf von
D._ einen Betrag in der Höhe von Fr. 492.– bzw. von Fr. 312.– für Ferien be-
rücksichtigt. Sie erachtete es als glaubhaft, dass die Parteien während des Zu-
sammenlebens für die Winterferien jeweils monatlich Fr. 180.– ausgegeben hät-
ten, den Seychellen-Ferien im Jahr 2013 aber Ausnahmecharakter zugekommen
sei. Zudem erachtete es die Vorinstanz als vom Kläger nicht glaubhaft gemacht,
dass die Parteien nicht jedes Jahr in die Sommerferien gefahren sind. Deshalb
setzte sie im Bedarf der Beklagten auch einen Betrag für Sommerferien ein, näm-
lich den Mittelwert der beiden Parteivorbringen von Fr. 312.– pro Monat, entspre-
chend total also Fr. 492.– für Ferien (act. 5 S. 19). In Bezug auf die Ferienkosten
für den Sohn folgte sie den Ausführungen der Beklagten und setzte ihm im Bedarf
Fr. 400.– für Ferien ein.
Der Kläger moniert, die Vorinstanz habe verkannt, dass nicht er glaubhaft zu ma-
chen habe, dass man nicht jedes Jahr in die Sommerferien gefahren sei, sondern
die Beklagte, dass man eben jedes Jahr in die Sommerferien gefahren sei. Er
macht wie bereits im vorinstanzlichen Verfahren geltend, in den letzten Jahren
des Zusammenlebens sei man zwar tatsächlich jedes Jahr in die Ferien gefahren
(ausser im Jahr 2011), wobei die Seychellenreise im Jahr 2013 zum besonderen
Anlass des 25. Hochzeitstages der Parteien und als letzte gemeinsame Ferien mit
- 59 -
den fast erwachsenen Kindern gemacht worden sei (act. 24 S. 15). Doch wenn
man die gesamte Zeit des Zusammenleben betrachte, habe man nur jedes zweite
Jahr Sommerferien gemacht. Im Jahre 2009 seien die Parteien nach mehreren
Jahren zum ersten Mal wieder in den Ferien gefahren (vgl. Prot. VI S. 39 und
act. 37 S. 26 f.). Zudem erachtet er den Betrag für Ferien insgesamt als zu hoch
angesetzt für eine Einzelperson und anerkennt für die Beklagte Fr. 332.60 pro
Monat für zwei Wochen Skiferien pro Jahr und alle zwei Jahre zwei Wochen
Sommerferien in Finnland (act. 11/2 S. 15, Ziff. 47 und den dortigen Verweis). In
Bezug auf den Sohn D._ anerkennt der Kläger einen reduzierten Betrag von
Fr. 200.– pro Monat für Ferien (act. 11/2 S. 18 Ziff. 59).
Die Klägerin macht demgegenüber im Wesentlichen weiterhin geltend, man sei
jedes Jahr und nicht nur jedes zweite Jahr in die Sommerferien gefahren, ausser
im Jahr 2011. So sei man im Jahr 2013 auf den Seychellen und im Jahr 2012 in
Finnland gewesen und auch in den Jahren 2009 und 2010 habe man Sommerfe-
rien gemacht. Richtig sei einzig, dass man im Jahr 2009 das erste Mal weiter
weggefahren sei in den Ferien, was am Alter der Kinder gelegen habe. Davor ha-
be man aber einfach nahegelegenere Destinationen besucht, zum Beispiel das
Bündnerland oder das Burgund. Es sei nie so gewesen, dass sie den ganzen
Sommer zu Hause geblieben seien (vgl. act. 14 Rz. 82 f. und Prot. VI S. 40). In
den letzten fünf Jahren vor der Trennung sei man somit nur einmal nicht in die
Sommerferien gefahren, nämlich im Jahr 2011 aufgrund des Umbaus der eheli-
chen Liegenschaft. Alleine für Sommerferien seien im Bedarf deshalb mindestens
Fr. 4'291.80 einzusetzen; die von der Vorinstanz vorgenommene Mischrechnung
verletze die Verhandlungsmaxime. Für je zwei Wochen Winter- und Sommerferi-
en seien der Beklagten im Bedarf somit Fr. 536.80 jährlich einzusetzen.
Nebst den angemessene Ferienkosten ist zwischen den Parteien hauptsächlich
streitig, ob sie nebst den unbestrittenermassen jährlich verbrachten zwei Wochen
Winterferien zusätzlich jeweils jedes Jahr oder nur jedes zweite Jahr für zwei Wo-
chen in die Sommerferien gefahren sind bzw. ob jährlich zwei Wochen Sommerfe-
rien dem ehelichen Standard entsprechen. Für die Beurteilung, ob eine Bedarfs-
position zum ehelichen Standard gehört oder nicht ist zwar grundsätzlich auf den
- 60 -
zuletzt gemeinsam gelebten ehelichen Standard abzustellen (vgl. statt vieler z.B.
BGer 5A_1020/2015 vom 15. November 2016, E. 5.1), weshalb praxisgemäss auf die letzten zwei bis drei Jahre des Zusammenlebens abgestellt wird. Zeigt sich
aber, dass die letzten zwei Jahre nicht den während eines langjährigen Zusam-
menlebens gelebten ehelichen Standard repräsentativ wiederspiegeln, muss die
gesamte Zeit des Zusammenlebens betrachtet werden. Vorliegend haben beide
Parteien übereinstimmend angegeben, erst ab dem Jahr 2009 wieder weiter weg
in die Ferien gefahren zu sein. Vorher habe man in der Nähe Ferien verbracht.
Erst in den letzten fünf Jahren der insgesamt über 20 Jahren des Zusammenle-
bens (Heirat im Jahr 1993, Trennung im April 2014) haben die Parteien in vier von
fünf Sommern demnach wieder grössere und offenbar auch teurere Auslandrei-
sen gemacht, wobei glaubhaft erscheint, dass die letzte Reise (kurz vor der Tren-
nung) aus speziellem Anlass erfolgte und ausserhalb des üblichen Budgets lag.
Unter diesen Umständen erscheint es zwar glaubhaft, dass die Parteien üblicher-
weise jedes Jahr (nebst den zwei Wochen Skiferien) auch Sommerferien mach-
ten, jedoch nicht im Sinne von teuren Auslandreisen. Vielmehr handelte es sich
dabei offenbar um Familienferien in Schweizer Bergregionen oder aber im nahen
Ausland, sodass dadurch z.B. keine Flugkosten angefallen sind. Damit erschei-
nen die vom Kläger anerkannten Ferienkosten von Fr. 332.– pro Monat als dem
über die Jahre gelebten ehelichen Standard entsprechend, können diese Mittel
doch entweder für jeweils zwei Wochen Skiferien und zusätzlich eine Flugreise in
jedem zweiten Sommer oder aber zusätzlich für alljährliche Sommerferien in einer
Schweizer Bergregion oder aber im nahen Ausland eingesetzt werden. Dafür er-
scheinen auch die vom Kläger anerkannten Fr. 200.– für den Sohn D._ an-
gemessen.
ii) Spenden
Der Kläger beanstandet die Berücksichtigung von Fr. 25.– im Bedarf der Beklag-
ten für Spenden und macht geltend, freiwillige Spenden könnten nicht bedarfser-
höhend berücksichtigt werden (act. 11/2 S. 15 Ziff. 48). Die Beklagte macht dem-
gegenüber zusammengefasst geltend, die von den Parteien in den Jahren 2012
und 2013 getätigten Zuwendungen an gemeinnützige Institutionen seien anhand
- 61 -
der jeweiligen Steuererklärungen belegt; und weil diese Kosten während der Ehe
angefallen seien, gehörten sie zum gebührenden Bedarf der Beklagten (act. 14
Rz. 84 mit den dortigen Verweisen).
Bei Spenden handelt es sich um freiwillige finanzielle Zuwendungen, die letztlich
Drittpersonen zugute kommen, ohne dass der Zuwendende daraus einen materi-
ellen Nutzen zieht und sie dienen insbesondere nicht dem Unterhalt des Unter-
haltsberechtigten, weshalb es dem Zweckgedanken von Art. 125 ZGB zuwiderlau-
fen würde, derartige Auslagen zulasten des Unterhaltspflichtigen im Bedarf des
Unterhaltsberechtigten zu berücksichtigen. Der vorinstanzliche Entscheid ist in
diesem Punkt zu korrigieren.
jj) Steuerberatung
Für eine Steuerberatung hat die Vorinstanz der Beklagten Fr. 100.– pro Monat im
Bedarf berücksichtigt. Sie erachtete es als glaubhaft, dass es zum ehelichen
Standard gehörte, die Steuererklärung jeweils durch eine Fachperson ausfüllen
zu lassen (act. 5 S. 20).
Dagegen wendet der Kläger in der Berufung ein, eine Steuerberatung sei haupt-
sächlich für die selbständige Tätigkeit der Beklagten in Anspruch genommen wor-
den. Zudem seien diese Kosten bereits als Betriebsausgaben der Einzelfirma der
Beklagten verbucht worden; doppelt dürften sie nicht berücksichtigt werden
(act. 11/2 S. 16, Ziff. 49).
Die Beklagte bestreitet hingegen, dass die Steuerberatungskosten hauptsächlich
wegen bzw. für ihre selbständige Erwerbstätigkeit in Anspruch genommen worden
seien, was sich schon daran zeige, dass schon in den Jahren 2011 und 2012 die
Steuererklärungen an die L._ AG zur Bearbeitung gegeben worden seien.
Weiter bestreitet sie, dass diese Kosten bereits in der Buchhaltung der Beklagten
als Aufwand aufgeführt worden sind (vgl. act. 14 Ziff. 85 mit den dortigen Verwei-
sen).
Aus den vorinstanzlichen Akten ergibt sich, dass die gemeinsamen Steuererklä-
rungen der Parteien der Jahre 2011 bis 2013 durch die L._ AG bearbeitet
- 62 -
wurden, mithin die Parteien eine Steuerberatung in Anspruch genommen haben
(act. 4/12/2 - 4). Ebenfalls aus diesen Actoren ist ersichtlich, dass die Beklagte
erstmals im Jahr 2013 ein Einkommen (bzw. damals ein Verlust) aus selbständi-
ger Erwerbstätigkeit gegenüber den Steuerbehörden deklarierte. Aus diesen
Gründen erscheint glaubhaft, dass zum ehelichen Standard der Parteien eine
Steuerberatung gehörte. Der Beklagten sind dafür angemessene Kosten im Be-
darf zu berücksichtigen, jedoch nicht in der von ihr geltend gemachten Höhe von
monatlich Fr. 100.–, zumal diese Kosten erstens nicht belegt sind und die Beklag-
te zweitens in den Aufstellungen über ihre Einkünfte aus selbständigem Erwerb
der Jahre 2014 und 2015 (vgl. act. 4/12/5 - 6) tatsächlich bereits je Fr. 280.– für
Treuhandleistungen der L._ AG für eine "Aufstellung" als Aufwand abgezo-
gen hat. Es ist davon auszugehen, dass ein Profi für das Ausfüllen einer unkom-
plizierten Steuererklärung einer natürlichen Person nicht mehr als 4 Stunden be-
nötigt zu einem Stundenansatz von geschätzt Fr. 75.–. Somit sind der Beklagten
Fr. 25.– (4x Fr. 75.– geteilt in 12 Monate) im Bedarf für Steuerberatung einzuset-
zen.
kk) Bankspesen
Soweit der Kläger geltend macht, entgegen der Auffassung der Vorinstanz könn-
ten Bankspesen in der Höhe von Fr. 5.– im Bedarf der Beklagten nicht berück-
sichtigt werden, da auch die Zinsen der Bankguthaben der Beklagten nicht be-
rücksichtigt werden (act. 11/2 S. 16 Ziff. 50), kann ihm nicht gefolgt werden. So-
fern er Zinsen aus Bankguthaben der Beklagten auf deren Einkommensseite an-
gerechnet haben will, hätte er dies entsprechend zu behaupten gehabt. Da die
Beklagte unbestrittenermassen zwei Bankkonti bei der ZKB besitzt (act. 4/12/50 -
51) und notorisch ist, dass Banken für die Kontoführung geringe Gebühren erhe-
ben, erscheint glaubhaft, dass der Beklagten dafür monatlich Fr. 5.– an Auslagen
entstehen und diese in ihrem Bedarf zu berücksichtigen.
ll) Rega-Mitgliedschaft
Weiter erachtete es die Vorinstanz für belegt und glaubhaft gemacht, dass eine
Rega-Mitgliedschaft von monatlich Fr. 10.85 zum ehelichen Standard gehörte
- 63 -
(act. 5 S. 20), was der Kläger bestreitet unter Hinweis darauf, dass die Beklagte
nur eine vor der Trennung datierende Rechnung eingereicht habe und der Gön-
nerbeitrag für eine Einzelperson ohnehin nur Fr. 30.– pro Jahr betrage (act. 11/2
S. 16, Ziff. 51). Die Beklagte hält jedoch daran fest, dass die Mitgliederbeiträge für
die Rega bereits während des Zusammenlebens angefallen seien (act. 14
Rz. 88). Dass dem so war, ist unzweifelhaft durch die aus den Jahren 2012 bzw.
2013 datierenden Rechnungen für die Regabeiträge ersichtlich, die den Steuerer-
klärungen 2012 und 2013 angeheftet sind (act. 4/12/3 - 4). Als berechtigt erweist
sich aber der Einwand des Klägers, dass für eine Einzelperson nur Fr. 30.– jähr-
lich als Mitgliederbeitrag verlangt werden. Entsprechend sind der Beklagten dafür
monatlich Fr. 2.50 einzusetzen.
mm) Putzfrau
Weiter geht die Vorinstanz davon aus, dass die Beschäftigung einer Putzfrau zum
ehelichen Standard der Parteien gehörte, weshalb sie ihr Kosten von monatlich
Fr. 490.– für einen vierstündigen Einsatz der Putzfrau jede Woche einsetzte
(act. 5 S. 20).
In der Berufung rügt der Kläger eine unrichtige Feststellung der Vorinstanz. Die
Parteien hätten lediglich in der Zeit vom Oktober 2012 bis im März 2014 die
Dienstleistung einer Putzfrau in Anspruch genommen. Auf Initiative der Beklagten
hin hätten die Parteien dann aber noch vor der Trennung beschlossen, auf eine
Putzfrau zu verzichten. Zudem sei absolut unverständlich, weshalb die Vorinstanz
der Beklagten auch nach deren Auszug aus der 9.5 Zimmer umfassenden eheli-
chen Liegenschaft noch denselben Betrag im Bedarf berücksichtigt habe, sei
doch seither ein massiv geringerer Wohnraum zu reinigen (act. 11/2 S. 17, 52 ff.).
Zudem habe die Beklagte seit der Trennung bis heute auch keine Putzfrau mehr
beschäftigt. Nur schon deshalb könnten die nachweislich nicht mehr anfallenden
Kosten im Bedarf der Beklagten nicht berücksichtigt werden (act. 24, S. 16).
Die Beklagte hält demgegenüber an ihrer vorinstanzlichen Sachdarstellung fest,
wonach die Parteien bereits im Jahr 2004 und von Mai 2012 bis August 2012 so-
- 64 -
wie von Oktober 2012 bis März 2014 eine Putzfrau beschäftigt hätten und selbst
wenn eine Putzfrau lediglich von Oktober 2012 bis März 2014 – was der Kläger
zugestanden habe – beschäftigt worden wäre, die Beschäftigung einer Putzfrau
somit zum relevanten ehelichen Lebensstandard gehörte. Massgeblich sei näm-
lich der zuletzt gemeinsam gelebte Standard. Weiter bestreitet die Beklagte, dass
man auf ihre Initiative hin noch vor der Trennung beschlossen habe, auf die Be-
schäftigung einer Putzfrau zu verzichten (vgl. act. 14 Rz. 90 ff. und die dortigen
Verweise). Den Vorwurf des Klägers, sie habe seit der Trennung bis heute be-
zeichnenderweise keine Putzfrau mehr beschäftigt, beantwortet die Beklagte mit
der Begründung, sie habe sich eine solche schlicht nicht mehr leisten können,
weil der Kläger einfach keine Unterhaltsbeiträge mehr geleistet habe (Prot. S. 10).
Diesbezüglich gilt es zu bemerken, dass grundsätzlich tatsächlich der zuletzt ge-
lebte gemeinsame eheliche Standard massgeblich ist. Eine Ausnahme davon zu
machen in dem Sinne, dass die gesamte Zeitspanne des Zusammenlebens zu
berücksichtigen ist für den Entscheid, ob eine Auslage zum ehelichen Standard
gehört oder nicht, ist nur bei einmaligen, sehr seltenen oder bei Bedarfs-
positionen mit Ausnahmecharakter geboten (wie etwa vorliegend in Bezug auf die
Auslandferien der Parteien), nicht aber bei regelmässig bzw. wöchentlich anfal-
lenden Positionen wie den Auslagen für eine Putzfrau. Nachdem der Kläger nicht
bestreitet, dass in der Zeit vom Oktober 2012 bis im März 2014 die Dienste einer
Putzfrau in Anspruch genommen worden sind, erscheint glaubhaft, dass diese
zum ehelichen Standard gehörten. Wenn nun die Beklagte tatsächlich auf diese
letztlich luxuriöse Entlastung im Alltag freiwillig verzichtet und stattdessen den
Haushalt selbst führt und die dadurch eingesparten Kosten anderweitig einsetzt,
kann ihr dies nicht vorgehalten werden, weil sie auf eine Entlastung im Haushalt
grundsätzlich einen Anspruch hätte. Insofern kann dahingestellt bleiben, ob sich
die Beklagte eine Putzfrau faktisch hätte leisten können seit der Trennung. Aller-
dings erscheint der Betrag von Fr. 490.– pro Monat überhöht, ist ein solcher doch
offenbar in der Zeit angefallen, als noch die gesamte Familie in der ehelichen Lie-
genschaft wohnte. Ab der Trennung kann die Beklagte nur noch die auf sie alleine
und D._ entfallenden Kosten geltend machen; wollen die Kinder nicht selbst
Putzen und Waschen, hätten sie sich mit einem Beitrag an diesen Kosten zu be-
- 65 -
teiligen. Bis zum Auszug aus der ehelichen Liegenschaft ist der Beklagten daher
ein Betrag von Fr. 245.– im Bedarf für eine Putzfrau einzusetzen. Ab Auszug aus
der ehelichen Liegenschaft ist dieser Betrag selbstverständlich an die veränderten
Verhältnisse anzupassen (vgl. dazu unten E. II./.3.5.12).
nn) Allgemeine Barauslagen
Weiter hat die Vorinstanz Fr. 200.– monatlich für diverse Barauslagen im Bedarf
der Beklagten berücksichtigt mit der Begründung, bei alltäglichen Ausgaben dürfe
das Beweismass bei der einstufig-konkreten Berechnungsmethode nicht allzu
hoch angesetzt werden (act. 5 S. 20).
Der Kläger taxiert dieses Vorgehen der Vorinstanz bzw. die Berücksichtigung von
Fr. 200.– der Vorinstanz als geradezu willkürlich, habe doch die Beklagte nicht
belegt, wofür diese angeblichen Barauslagen verwendet worden seien und über-
dies selbst eingestanden, dass sich nicht nachweisen lasse, wofür die getätigten
Barbezüge ausgegeben worden seien. Es sei deshalb schon unklar, ob die Bar-
auslagen überhaupt für die Beklagte alleine verwendet worden seien (act. 11/4
S. 17 Ziff. 55).
Die Beklagte wiederum stellt sich auch in der Berufung auf den Standpunkt, der
sogenannte Betrag zur freien Verfügung gehöre zum zu berücksichtigenden Be-
darf und wiederholt ihre bereits im erstinstanzlichen Verfahren gemachten Aus-
führungen, wonach sie während des Zusammenlebens monatlich Fr. 200.– der
Barbezüge für Auslagen am Kiosk wie Zeitschriften, Einkäufe in Blumengeschäf-
ten, kleinere Geschenke, Lippenstift, Parfüm oder gelegentlich für einen Kaffee,
Eiscreme, etc. ausgegeben habe.
Bei den Behauptungen der Beklagten über die Verwendung der Barauslagen in
der Höhe von Fr. 200.– pro Monat handelt es sich um reine Parteibehauptungen,
die auf ungefähren Annahmen der Beklagten basieren und wie der Kläger zu
Recht ausführt, ist völlig unklar, ob die Beklagte die Barauslagen für sich selbst
oder aber auch für die anderen Familienmitglieder ausgegeben hat. Die Behaup-
tungen der Beklagten erscheinen jedenfalls nicht glaubhafter als die entsprechen-
- 66 -
den Bestreitungen des Klägers. Da die Behauptungslast bei der einstufigen Be-
rechnungsmethode die Beklagte trägt, ist ihr im Bedarf entgegen der Auffassung
der Vorinstanz kein Betrag für allgemeine Barauslagen einzusetzen.
oo) Hobbies
Für Hobbies hat die Vorinstanz im Bedarf von D._ Fr. 145.– eingesetzt, da
sie diese Kosten als belegt erachtete. Für die Zeit ab Oktober 2016 setzte sie da-
für noch Fr. 90.– ein und ab Januar 2017 nur noch Fr. 27.– (act. 5 S. 20). Dage-
gen wendet der Kläger in der Berufung ein, es seien lediglich Kosten für Hobbies
in der Höhe von Fr. 114.– ausgewiesen. Im zweiten Halbjahr 2016 habe D._
den Querflötenunterricht nicht mehr besucht, weshalb diese Kosten ab dann ent-
fielen. Ab dem 1. Januar 2017 seien sodann nur noch die Kosten für Fussball im
Bedarf einzusetzen, da D._ mit dem Chor per Ende 2016 aufgehört habe
(act. 11/2 S. 17, Ziff. 58). Nichts anderes behauptet die Beklagte und die Hobby-
kosten sind sodann durchwegs belegt (vgl. act. 14 Rz. 99 ff. und act. 4/12/46 -
48). Damit sind die von der Vorinstanz eingesetzten Kosten für Hobbies von
D._ nicht zu beanstanden und insbesondere auch nicht, dass die Vorinstanz
wegen der nur bis Juli 2016 angefallenen Kosten für den Querflötenunterricht
nicht extra noch eine weitere Phase eingebaut hat, ist doch in diesem Zusam-
menhang daran zu erinnern, dass eine auf Franken und Rappen genaue Bedarfs-
rechnung nur scheingenau ist, können doch insbesondere künftige Veränderun-
gen bloss grob abgeschätzt werden.
pp) Steuern
Die Vorinstanz rechnete der Beklagten für den Zeitraum vom 12. Dezember 2015
bis zum 30. September 2016 im Bedarf einen Betrag von Fr. 1'450.– für Steuern
ein. Zur Begründung führte sie an, es sei glaubhaft gemacht worden, dass das
steuerbare Einkommen der Beklagten im Jahr 2016 ca. Fr. 125'000.– betrage
(act. 5 S. 20). Während der Kläger moniert, solche Steuern seien überhöht
(act. 11/2 S. 17, Ziff. 56 mit den dortigen Verweisen), hält die Beklagte an ihren
vor Vorinstanz gemachten Ausführungen fest und erachtet den Betrag für ange-
- 67 -
messen. Zudem weist sie darauf hin, dass zufolge ihres Umzugs nach G._
ab Oktober 2017 mit einer monatlichen Steuerbelastung von Fr. 1'911.30 zu
rechnen sei (vgl. act. 14 Rz. 97 f. und die dortigen Verweise).
Da die Beklagte die Unterhaltsbeiträge des Klägers für sich persönlich sowie für
D._ als Einkommen versteuern muss, hängt die Steuerlast massgeblich von
der Höhe der zuzusprechenden Unterhaltsbeiträgen ab. Zu berücksichtigen ist
weiter, dass die Beklagte, die seit der Trennung ohne den Kläger in der ehelichen
Liegenschaft wohnt, zusätzlich den Eigenmietwert des Hauses als Einkommen
versteuern muss, und zwar zu 100% trotz hälftiger Miteigentümerschaft mit dem
Kläger. Dafür kann sie alleine die Unterhaltskosten für die Liegenschaft abziehen.
Gemäss Steuererklärungen 2014 und 2015 beträgt der Eigenmietwert für die ehe-
liche Liegenschaft nach Abzug pauschaler Unterhaltskosten Fr. 17'700.– (vgl.
act. 4/12/5 - 6). Anzumerken gilt es weiter, dass die Beklagte nach dem günstige-
ren Verheirateten- bzw. Einelterntarif besteuert wird und sie bei der direkten Bun-
dessteuer einen Kinderabzug machen kann, solange D._ noch minderjährig
ist.
Ausgehend von einem geschätzten steuerbaren Einkommen der Beklagten im
Jahr 2016 von insgesamt rund Fr. 100'000.– (Unterhaltsbeiträge Beklagte und ei-
genes Einkommen [geschätzt 67'000.–], Unterhaltsbeiträge für den Sohn D._
[geschätzt ca. 21'000.–], voller Eigenmietwert abzüglich pauschale Unterhaltskos-
ten [Fr. 17'700.–], abzüglich diverse Abzüge [geschätzt ca. Fr. 6'000.–] ) sowie ei-
nem Vermögen vor der güterrechtlichen Auseinandersetzung in der Höhe von
Fr. 0.– hat die Beklagte gemäss Steuerrechner des Kantons Zürich mutmassliche
Steuern für Bund, Kanton und Gemeinde in der Höhe von monatlich Fr. 950.– zu
entrichten. Dieser Betrag ist ihr im Bedarf einzusetzen.
3.5.4 Die übrigen Bedarfspositionen im Bedarf der Beklagten und D._ ge-
mäss dem vorinstanzlichen Entscheid wurden im Berufungsverfahren weder vom
Kläger noch von der Beklagten beanstandet. Damit gelten sie als anerkannt bzw.
sind unverändert zu übernehmen.
- 68 -
3.5.5 Neu gestalten sich die Bedarfe der Beklagten und D._ im Zeitraum
vom 12. Dezember 2015 bis zum 30. September 2016 damit wie folgt:
Bedarfsposition: Beklagte: Sohn D._: a-e) Grundbetrag (umfassend Lebensmittel,
Haushaltsgüter, Kleider, Hygiene und Kosmetik (umfassend Apotheke,  und Coiffeur)
Fr. 1'250.– Fr. 600.–
a-e) Zuschlag auf Grundbetrag von 30%: Fr. 375.– Fr. 180.– f - k) Hypothekarzinsen 2016: Fr. 390.– Fr. 195.– f - k) Nebenkosten Liegenschaft gesamt Fr. 390.– Fr. 195.– l) Krankenkasse: Fr. 439.20 Fr. 112.15 m) Arzt-/Zahnarztkosten: Fr. 164.50 Fr. 0.– n) Brille: Fr. 0.– Fr. 0.– o) Autoversicherung: Fr. 64.– Fr. 0.– p) Strassenverkehrsabgabe: Fr. 17.35 Fr. 0.– q) TCS: Fr. 8.25 Fr. 0.– r) Unterhalt Auto: Fr. 70.– Fr. 0.– s) Benzin: Fr. 130.– Fr. 0.– t) ÖV: Fr. 0.– Fr. 118.– u) Billag: Fr. 38.– Fr. 0.– v) Festnetztelefonie/Internet/TV: Fr. 150.– Fr. 0.– w) Handy: Fr. 0 Fr. 35.– x) Haushalt-/Haftpflichtversicherung: Fr. 71.20 Fr. 0.– y) Rechtsschutzversicherung: Fr. 29.– Fr. 0.– z) Reiseversicherung: Fr. 0.– Fr. 0.– aa) Mitgliedschaften: Fr. 0.– Fr. 0.– bb) Bücher/Zeitschriften: Fr. 101.50 Fr. 0.– cc) Yoga: Fr. 68.– Fr. 0.– dd) Kino/Musik/Kultur: Fr. 25.– Fr. 0.– ee) Auswärtiges Essen (beruflich bedingt): Fr. 100.– Fr. 130.– ff) Auswärtiges Essen (privat): Fr. 0.– Fr. 0.– gg) Kosten Hund: Fr. 69.– Fr. 0.– hh) Ferien: Fr. 332.– Fr. 200.–
- 69 -
Bedarfsposition: Beklagte: Sohn D._: ii) Spenden: Fr. 0.– Fr. 0.– jj) Steuerberatung: Fr. 25.– Fr. 0.– kk) Bankspesen: Fr. 5.– Fr. 0.– ll) Rega: Fr. 2.50 Fr. 0.– mm) Putzfrau: Fr. 245.– Fr. 0.– nn) Allgemeine Barauslagen: Fr. 0.– Fr. 0.– oo) Hobbies: Fr. 0.– Fr. 145.– pp) Steuerbelastung: Fr. 950.– Fr. 0.–
Total: Fr. 5'509.50 Fr. 1'910.15
3.5.6 Für den Zeitraum vom 1. Oktober 2016 (Einleitung Scheidungsklage) bis
zum 31. Dezember 2016 (Phase II) ging die Vorinstanz von folgenden Bedarfen
der Beklagten und D._ aus (act. 5 S. 21 ff.):
Bedarfsposition: Beklagte: Sohn D._: a) Lebensmittel/Haushalt: Fr. 1'180.– Fr. 525.– b) Kleidung: Fr. 830.– Fr. 300.– c) Drogerie: Fr. 158.60 Fr. 0.– d) Apotheke: Fr. 38.60 Fr. 0.– e) Coiffeur: Fr. 66.40 Fr. 0.– f) Hypothekarzinsen 2016: Fr. 730.50 Fr. 243.50 g) Wasser/Abwasser: Fr. 57.85 Fr. 19.15 h) Unterhalt Liegenschaft: Fr. 349.15 Fr. 116.40 i) Pellets für Ofen: Fr. 150.– Fr. 50.– j) Strom: Fr. 98.50 Fr. 33.– k) Gebäudeversicherung: Fr. 101.50 Fr. 0.– l) Krankenkasse: Fr. 439.20 Fr. 112.15 m) Arzt-/Zahnarztkosten: Fr. 180.– Fr. 0.– n) Brille: Fr. 0.– Fr. 0.– o) Autoversicherung: Fr. 64.– Fr. 0.– p) Strassenverkehrsabgabe: Fr. 17.35 Fr. 0.– q) TCS: Fr. 8.25 Fr. 0.–
- 70 -
Bedarfsposition: Beklagte: Sohn D._: r) Unterhalt Auto: Fr. 175.– Fr. 0.– s) Benzin: Fr. 300.– Fr. 0.– t) ÖV: Fr. 13.75 Fr. 118.– u) Billag: Fr. 38.– Fr. 0.– v) Festnetztelefonie/Internet/TV: Fr. 150.– Fr. 0.– w) Handy: Fr. 83.15 Fr. 35.– x) Haushalt-/Haftpflichtversicherung: Fr. 71.20 Fr. 0.– y) Rechtsschutzversicherung: Fr. 29.– Fr. 0.– z) Reiseversicherung: Fr. 15.– Fr. 0.– aa) Mitgliedschaften: Fr. 8.35 Fr. 0.– bb) Bücher/Zeitschriften: Fr. 101.50 Fr. 0.– cc) Yoga: Fr. 68.– Fr. 0.– dd) Kino/Musik/Kultur: Fr. 25.– Fr. 0.– ee) Auswärtiges Essen (beruflich bedingt): Fr. 100.– Fr. 130.– ff) Auswärtiges Essen (privat): Fr. 150.– Fr. 0.– gg) Kosten Hund: Fr. 0.– Fr. 0.– hh) Ferien: Fr. 492.– Fr. 400.– ii) Spenden: Fr. 25.– Fr. 0.– jj) Steuerberatung: Fr. 100.– Fr. 0.– kk) Bankspesen: Fr. 5.– Fr. 0.– ll) Rega: Fr. 10.85 Fr. 0.– mm) Putzfrau: Fr. 490.– Fr. 0.– nn) Allgemeine Barauslagen: Fr. 200.– Fr. 0.– oo) Hobbies: Fr. 0.– Fr. 90.– pp) Steuerbelastung: Fr. 1'900.– Fr. 0.–
qq) Kompensation Vorsorge: Fr. 1'210.– Fr. 0.–
Total: Fr. 10'230.70 Fr. 2'172.20
3.5.7 In Bezug auf die in dieser Phase unverändert bleibenden Bedarfspositio-
nen kann auf die vorstehenden Ausführungen für die Phase I (Zeitraum vom
12. Dezember 2015 bis 30. September 2016) verwiesen werden. Im Folgenden
- 71 -
werden deshalb nur zu den in der Phase II veränderten oder neu hinzukommen-
den Bedarfspositionen Ausführungen gemacht.
gg) Zu den Kosten für den Hund
Diesbezüglich gilt es lediglich anzumerken, dass der Familienhund im August
2016 gestorben ist. Dementsprechend hat die Vorinstanz in der nächsten Phase
ab Oktober 2016 den Hund im Bedarf der Beklagten nicht mehr eingerechnet.
Entgegen der Ansicht des Klägers ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz
wegen des bereits etwas früher verstorbenen Hundes nicht noch eine zusätzliche
Bedarfsphase erstellt hat, geht es dabei doch lediglich um 1 x Fr. 69.–.
oo) Veränderung bei Hobbies von D._
Ab dem 2. Semester 2016 besuchte D._ den Querflötenunterricht unbestrit-
tenermassen nicht mehr, weshalb in der Bedarfsphase II nur noch Fr. 90.– für die
Hobbies zu berücksichtigen sind.
qq) Kompensation Vorsorge (Vorsorgeunterhalt)
Die Vorinstanz hat der Beklagten ab dem 1. Oktober 2016, somit ab Einreichung
der Scheidungsklage und für die Dauer des Scheidungsverfahrens einen Betrag
in der Höhe von Fr. 1'210.– für die Kompensation einer bei ihr bestehenden Vor-
sorgelücke eingesetzt (act. 5 S. 22 f.). Dabei hat die Vorinstanz zwar theoretische
Ausführungen zur Berechnung des Vorsorgeunterhalts gemäss der bundesge-
richtlichen Rechtsprechung gemacht, letztlich aber keine konkrete Rechnung auf-
gestellt, sondern einfach den von der Beklagten errechneten Betrag für die Kom-
pensation der Vorsorge im Bedarf eingesetzt. Nicht begründet hat die Vorinstanz
weiter, weshalb genau ab diesem Zeitpunkt und bereits für die Dauer des Schei-
dungsverfahrens ein Vorsorgeunterhalt zu sprechen ist. Damit ist weder nachvoll-
ziehbar, von welchen Zahlen konkret die Vorinstanz ausgegangen ist (hat sie der
Beklagten doch einen anderen gebührenden Bedarf errechnet als die Beklagte
selbst) noch aus welchen Gründen der Vorsorgeunterhalt schon ab diesem Zeit-
punkt zugesprochen wurde. Es gilt festzuhalten, dass der vorinstanzliche Ent-
- 72 -
scheid den Anforderungen an die Begründungspflicht damit – einmal mehr – nicht
genügt.
In der Berufung beanstandet der Kläger den von der Vorinstanz eingesetzen Be-
trag in der Höhe von Fr. 1'210.– mit der Begründung, entgegen der Auffassung
der Vorinstanz habe die Beklagte gar keine Vorsorgelücke zu verzeichnen, zumal
sie in der Scheidung einen Vorsorgeausgleichsanspruch in der Höhe von
Fr. 447'333.35 habe, noch während rund 12 Jahren (voll) erwerbstätig sein könne
bzw. müsse und damit im Zeitpunkt ihrer Pensionierung über ein Vorsorgegutha-
ben von Fr. 663'445.– verfügen werde. Mit der daraus resultierenden monatlichen
Rente in der Höhe von 3'760.– bei einem Umwandlungssatz von 6.8% und einer
AHV-Rente von Fr. 2'350.– könne die Beklagte ihren gebührenden Bedarf nach
der Pensionierung (Fr. 3'843.30) ohne Weiteres decken. Auf das Zusprechen ei-
nes Vorsorgeunterhaltes sei deshalb zu verzichten (act. 11/2 Ziff. 60 ff.). Zum
Zeitpunkt, ab welchem nach Gesetz ein Vorsorgeunterhalt geschuldet ist, hat sich
der Kläger nicht geäussert.
Die Beklagte bestreitet dies und verweist auf ihre im vorinstanzlichen Verfahren
gemachten Ausführungen und angestellten Berechnungen zum Vorsorgeunter-
halt. Im Übrigen weist sie – zu Recht – darauf hin, dass der vom Kläger ange-
nommene Umwandlungssatz von 6.8% nur das BVG-Guthaben im Bereich des
Obligatoriums betreffe, der Umwandlungssatz in Bezug auf das überobligatori-
sche Guthaben aber wesentlich tiefer sei. Auch deshalb seien die Berechnungen
des Klägers falsch (vgl. act. 14 Rz. 103 f.).
Vorab ist zu bemerken, dass sich die Frage eines Vorsorgeunterhalts für die Zeit
vor Rechtskraft der Scheidung neu deshalb stellt, weil seit der Gesetzesrevision
betreffend den Vorsorgeausgleich bei Scheidung per 1. Januar 2017 als massge-
blicher Stichtag für Teilung nicht mehr die Rechtskraft des Scheidungsurteils,
sondern der Zeitpunkt der Einleitung des Scheidungsverfahrens gilt (vgl. Art. 122
ZGB). Gemäss Art. 7d Abs. 2 SchlT findet auf Scheidungsprozesse, die beim In-
krafttreten der Änderungen vor einer kantonalen Instanz rechtshängig sind, das
neue Recht Anwendung und das Datum der Einleitung der Scheidung ist nach der
neusten bundesgerichtlichen Rechtsprechung auch dann (und damit rückwirkend)
- 73 -
für die Teilung der Vorsorgeguthaben massgeblicher Stichtag, wenn die Schei-
dungsklage bereits vor dem Inkrafttreten des neuen Rechts per 1. Januar 2017
anhängig gemacht wurde (vgl. BGer 5A_819/2017 vom 20. März 2018, E. 10.2.2).
Ab dem 7. Oktober 2016 (Datum Poststempel Scheidungsklage, vgl. act. 4/1) par-
tizipiert die Beklagte folglich an dem vom Kläger (während des Scheidungsverfah-
rens) geäufneten Vorsorgeguthaben der 2. Säule nicht mehr.
Vorliegend verlangt nun die Beklagte eben für diese Zeit ab Einreichung der
Scheidungsklage einen Vorsorgeunterhalt als vorsorgliche Massnahme, um ihre
Vorsorge lückenlos äufnen zu können. Das Gericht wendet das Recht von Amtes
wegen an. Auch wenn der Kläger in der Berufung die Möglichkeit des Zuspre-
chens eines Vorsorgeunterhalts im Rahmen vorsorglicher Massnahmen nicht ge-
nerell in Frage gestellt hat, sondern bloss moniert hat, bei der Beklagten bestehe
entgegen der Auffassung der Vorinstanz gar keine Vorsorgelücke, ist deshalb vor-
liegend von Amtes wegen bzw. auch ohne auf diese Weise begründete Rüge zu
prüfen, ob das Gesetz das Zusprechen eines Vorsorgeunterhalts für die Dauer
des Scheidungsverfahrens überhaupt vorsieht.
Das Zusprechen eines Vorsorgeunterhalts stützt sich auf Art. 125 Abs. 1 und
Abs. 2 ZGB (dort insbes. Ziff. 8), wonach im nachehelichen Unterhalt eine ange-
messene Altersvorsorge zu berücksichtigen ist, sofern der nacheheliche Vorsor-
geaufbau eines Ehegatten aus ehebedingten Gründen nicht sichergestellt ist und
die Leistungsfähigkeit des zu verpflichtenden Ehegatten dies zulässt. Eine ent-
sprechende Regelung ist für den ehelichen und somit auch den vorsorglich in ei-
nem Scheidungsverfahren zuzusprechenden Unterhalt für die Dauer des Verfah-
rens gesetzlich hingegen nicht vorgesehen. Es gilt somit festzuhalten, dass es an
einer gesetzlichen Grundlage für das Zusprechen eines (ehelichen) Vorsorgeun-
terhalts für die Dauer des Scheidungsverfahrens fehlt (ebenso: Entscheid Kan-
tonsgericht Basel-Landschaft vom 7. November 2017, Verfahren Nr. 400 17 270).
Damit stellt sich die Frage, ob es sich dabei um eine allenfalls durch Rechtspre-
chung zu füllende (echte) Lücke handelt. Das Bundesgericht hat diese Frage bis
zum heutigen Zeitpunkt – soweit ersichtlich – noch nicht entschieden. Die einem
Ehegatten durch die Vorverlegung des Teilungsstichtages auf den Zeitpunkt der
- 74 -
Einreichung der Scheidung allenfalls entstehende Einbusse beim Äufnen der Al-
tersvorsorge hat der Gesetzgeber aber offensichtlich bewusst in Kauf genommen,
lässt sich doch der Botschaft des Bundesrates zum Entwurf zu Art. 122 ZGB fol-
gendes entnehmen: "Demnach sieht der Entwurf vor, dass diejenigen Ansprüche
ausgeglichen werden, die vom Zeitpunkt der Eheschliessung bis zur Einleitung
des Scheidungsverfahrens erworben wurden. Massgebend ist somit neu der Zeit-
punkt, in dem ein gemeinsames Scheidungsbegehren oder eine Scheidungsklage
eingereicht wird (Art. 274 ZPO). Prozessual gesprochen handelt es sich dabei um
den Zeitpunkt der Rechtshängigkeit im Sinne von Artikel 62 ZPO. Dass damit die
während des Scheidungsverfahrens geäufnete Austrittsleistung nicht hälftig geteilt
wird, ist im Interesse einer einfachen Lösung in Kauf zu nehmen" (Botschaft BR
zur Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Vorsorgeausgleich bei
Scheidung] vom 29. Mai 2013, S. 4906). Nebst der Vereinfachung durch die Fixie-
rung eines zum Voraus bekannten Stichtags für die Teilung der Guthaben aus be-
ruflicher Vorsorge nennt die Botschaft des Bundesrates sodann als weiteren Vor-
teil der Festsetzung des Stichtags für die Teilung auf den Tag der Einreichung
des Scheidungsbegehrens, dass den Parteien dadurch der Anreiz genommen
werde, im Verfahren zu taktieren und das Scheidungsverfahren möglichst in die
Länge zu ziehen, um möglichst lange an der Vorsorge des anderen Ehegatten
partizipieren zu können (vgl. Botschaft BR zur Änderung des Schweizerischen Zi-
vilgesetzbuches [Vorsorgeausgleich bei Scheidung] vom 29. Mai 2013, S. 4906).
Auch diese Bestrebungen des Gesetzgebers würden untergraben, wenn nun
quasi durch richterliche Einführung eines Vorsorgeunterhalts für die Dauer des
Scheidungsverfahrens der unterhaltsberechtigen Partei der Anreiz zur speditiven
Verfahrenserledigung wieder genommen würde. Hinzu kommt, dass der Anspruch
und die Bemessung eines allfälligen Vorsorgeunterhaltes unter anderem vom
Vermögen der Ehegatten abhängen (Art. 125 Abs. 2 Ziff. 5 ZGB) sowie von den
Anwartschaften aus der Alters- und Hinterlassenenversicherung und aus der be-
ruflichen oder einer anderen privaten oder staatlichen Vorsorge einschliesslich
dem voraussichtlichen Ergebnis der Teilung der Austrittsleistung (Art. 125 Abs. 2
Ziff. 8 ZGB). Erst nach Vornahme der güterrechtlichen Auseinandersetzung und
nach Festsetzung des zu teilenden Betrages aus beruflicher Vorsorge im Haupt-
- 75 -
verfahren stehen somit alle bei der Bemessung des Vorsorgeunterhalts zu be-
rücksichtigen Faktoren überhaupt fest, weshalb erst danach ein Vorsorgeunterhalt
unter Berücksichtigung aller relevanten Umstände geprüft werden kann (vgl. dazu
auch BGE 129 III 7 ff., E. 3.1.2). Auch aus diesem Grund erscheint schliesslich
eine Festsetzung von Vorsorgeunterhalt im Rahmen eines Verfahrens betreffend
vorsorgliche Massnahmen ausgeschlossen.
Zusammenfassend ist davon auszugehen, dass der Gesetzgeber die Problematik
einer allenfalls zwischen dem Zeitpunkt der Einreichung der Scheidung und der
rechtskräftigen Festsetzung eines nachehelichen Unterhalts (inkl. Vorsorgeunter-
halt) entstehenden Lücke in der Vorsorge eines Ehegatten erkannt und darüber
stillschweigend mitentschieden hat, indem er auf eine gleichzeitige Anpassung
des Unterhaltsrechts (Einführung einer Bestimmung analog Art. 125 Abs. 1 bzw.
Abs. 2 Ziff. 8 ZGB) verzichtet hat. Damit bleibt kein Raum für eine richterliche Lü-
ckenfüllung (vgl. 138 II 1, E. 4.2 mit Hinweisen auf BGE 135 III 385, S. 386, E. 2.1
und BGE 135 V 279, S. 284, E. 5.1). Dem Antrag der Beklagten auf Zusprechung
von Vorsorgeunterhalt im Sinne einer vorsorglichen Massnahme kann deshalb
zum Vornherein mangels gesetzlicher Grundlage nicht entsprochen werden. Die
Berufung des Klägers ist in diesem Punkt – wenn auch aus anderen als den von
ihm vorgetragenen Gründen – gutzuheissen.
3.5.8 Neu gestalten sich die Bedarfe der Beklagten und D._ im Zeitraum
vom 1. Oktober 2016 bis zum 31. Dezember 2016 damit wie folgt
(neue/veränderte Positionen sind fett hervorgehoben):
Bedarfsposition: Beklagte: Sohn D._: a-e) Grundbetrag (umfassend Lebensmittel,
Haushaltsgüter, Kleider, Hygiene und Kosmetik (umfassend Apotheke,  und Coiffeur)
Fr. 1'250.– Fr. 600.–
a-e) Zuschlag auf Grundbetrag von 30%: Fr. 375.– Fr. 180.– f - k) Hypothekarzinsen 2016: Fr. 390.– Fr. 195.– f - k) Nebenkosten Liegenschaft gesamt Fr. 390.– Fr. 195.– l) Krankenkasse: Fr. 439.20 Fr. 112.15
- 76 -
Bedarfsposition: Beklagte: Sohn D._: m) Arzt-/Zahnarztkosten: Fr. 164.50 Fr. 0.– n) Brille: Fr. 0.– Fr. 0.– o) Autoversicherung: Fr. 64.– Fr. 0.– p) Strassenverkehrsabgabe: Fr. 17.35 Fr. 0.– q) TCS: Fr. 8.25 Fr. 0.– r) Unterhalt Auto: Fr. 70.– Fr. 0.– s) Benzin: Fr. 130.– Fr. 0.– t) ÖV: Fr. 0.– Fr. 118.– u) Billag: Fr. 38.– Fr. 0.– v) Festnetztelefonie/Internet/TV: Fr. 150.– Fr. 0.– w) Handy: Fr. 0 Fr. 35.– x) Haushalt-/Haftpflichtversicherung: Fr. 71.20 Fr. 0.– y) Rechtsschutzversicherung: Fr. 29.– Fr. 0.– z) Reiseversicherung: Fr. 0.– Fr. 0.– aa) Mitgliedschaften: Fr. 0.– Fr. 0.– bb) Bücher/Zeitschriften: Fr. 101.50 Fr. 0.– cc) Yoga: Fr. 68.– Fr. 0.– dd) Kino/Musik/Kultur: Fr. 25.– Fr. 0.– ee) Auswärtiges Essen (beruflich bedingt): Fr. 100.– Fr. 130.– ff) Auswärtiges Essen (privat): Fr. 0.– Fr. 0.– gg) Kosten Hund: Fr. 0.– Fr. 0.– hh) Ferien: Fr. 332.– Fr. 200.– ii) Spenden: Fr. 0.– Fr. 0.– jj) Steuerberatung: Fr. 25.– Fr. 0.– kk) Bankspesen: Fr. 5.– Fr. 0.– ll) Rega: Fr. 2.50 Fr. 0.– mm) Putzfrau: Fr. 245.– Fr. 0.– nn) Allgemeine Barauslagen: Fr. 0.– Fr. 0.– oo) Hobbies: Fr. 0.– Fr. 90.– pp) Steuerbelastung: Fr. 950.– Fr. 0.–
qq) Kompensation Vorsorge Fr. 0.–
- 77 -
Bedarfsposition: Beklagte: Sohn D._: Total: Fr. 5'437.50 Fr. 1'855.15
3.5.9 Für den Zeitraum vom 1. Januar 2017 bis zum Auszug aus der ehelichen
Liegenschaft am 15. Oktober 2017 (Phase III) ging die Vorinstanz von folgenden
Bedarfen der Beklagten und D._ aus (act. 5 S. 24 ff.):
Bedarfsposition Beklagte: Sohn D._: a) Lebensmittel/Haushalt: Fr. 1'180.– Fr. 525.– b) Kleidung: Fr. 830.– Fr. 300.– c) Drogerie: Fr. 158.60 Fr. 0.– d) Apotheke: Fr. 38.60 Fr. 0.– e) Coiffeur: Fr. 66.40 Fr. 0.– f) Hypothekarzinsen 2017: Fr. 1'875.– Fr. 625.– g) Wasser/Abwasser: Fr. 57.85 Fr. 19.15 h) Unterhalt Liegenschaft: Fr. 349.15 Fr. 116.40 i) Pellets für Ofen: Fr. 150.– Fr. 50.– j) Strom: Fr. 98.50 Fr. 33.– k) Gebäudeversicherung: Fr. 101.50 Fr. 0.– l) Krankenkasse: Fr. 448.60 Fr. 112.15 m) Arzt-/Zahnarztkosten: Fr. 180.– Fr. 0.– n) Brille: Fr. 0.– Fr. 0.– o) Autoversicherung: Fr. 64.– Fr. 0.– p) Strassenverkehrsabgabe: Fr. 17.35 Fr. 0.– q) TCS: Fr. 8.25 Fr. 0.– r) Unterhalt Auto: Fr. 175.– Fr. 0.– s) Benzin: Fr. 300.– Fr. 0.– t) ÖV: Fr. 13.75 Fr. 118.– u) Billag: Fr. 38.– Fr. 0.– v) Festnetztelefonie/Internet/TV: Fr. 150.– Fr. 0.– w) Handy: Fr. 83.15 Fr. 35.– x) Haushalt-/Haftpflichtversicherung: Fr. 71.20 Fr. 0.– y) Rechtsschutzversicherung: Fr. 29.– Fr. 0.–
- 78 -
Bedarfsposition Beklagte: Sohn D._: z) Reiseversicherung: Fr. 15.– Fr. 0.– aa) Mitgliedschaften: Fr. 8.35 Fr. 0.– bb) Bücher/Zeitschriften: Fr. 101.50 Fr. 0.– cc) Yoga: Fr. 68.– Fr. 0.– dd) Kino/Musik/Kultur: Fr. 25.– Fr. 0.– ee) Auswärtiges Essen (beruflich bedingt): Fr. 100.– Fr. 130.– ff) Auswärtiges Essen (privat): Fr. 150.– Fr. 0.– gg) Kosten Hund: Fr. 0.– Fr. 0.– hh) Ferien: Fr. 492.– Fr. 400.– ii) Spenden: Fr. 25.– Fr. 0.– jj) Steuerberatung: Fr. 100.– Fr. 0.– kk) Bankspesen: Fr. 5.– Fr. 0.– ll) Rega: Fr. 10.85 Fr. 0.– mm) Putzfrau: Fr. 490.– Fr. 0.– nn) Allgemeine Barauslagen: Fr. 200.– Fr. 0.– oo) Hobbies: Fr. 0.– Fr. 27.– pp) Steuerbelastung: Fr. 2'350.– Fr. 0.–
qq) Kompensation Vorsorge: Fr. 1'210.– Fr. 0.–
Total: Fr. 11'834.60 Fr. 2'490.70
3.5.10 In Bezug auf die in dieser Phase unverändert bleibenden Bedarfspositio-
nen kann auf die vorstehenden Ausführungen für die Phase I (Zeitraum vom
12. Dezember 2015 bis 30. September 2016) bzw. Phase II (Zeitraum vom 1. Ok-
tober 2016 bis zum 31. Dezember 2016) verwiesen werden. Im Folgenden wer-
den deshalb nur zu den in der Phase III veränderten oder neu hinzukommenden
Bedarfspositionen Ausführungen gemacht.
f) Höhere Hypothekarzinsen
Ab dem 1. Januar 2017 sind die Hypothekarzinsen für die eheliche Liegenschaft
unbestrittenermassen auf total Fr. 2'500.– pro Monat angestiegen (vgl. act. 11/2
S. 11, Ziff. 30). Zudem ist I._ im Mai 2017 in eine eigene Wohnung gezogen;
- 79 -
aus Praktikabilitätsgründen werden die Wohnkosten bereits ab Januar 2017 neu
aufgeteilt. Neu entfallen auf die Beklagte somit Fr. 1'500.– (3/5) und auf J._
und D._ neu je Fr. 500.– (je 1/5).
l) Höhere Krankenkassenprämien
Ab dem 1. Januar 2017 sind die Krankenkassenprämien für die Beklagte ange-
stiegen. Der Kläger hat die höheren Kosten von neu Fr. 448.60 im Bedarf der Be-
klagten in der Berufung nicht beanstandet.
m) Höhere Arzt- / Zahnarztkosten
Für das Jahr 2017 hat die Beklagte Arzt- / Zahnarztkosten von durchschnittlich
Fr. 268.– pro Monat ausgewiesen (act. 15/2). Da sie diese Kosten effektiv hatte,
sind sie in ihrem Bedarf zu berücksichtigen.
oo) Änderung bei den Hobbies von D._
Ab Januar 2017 übte D._ als Hobby unbestrittenermassen nur noch den
Fussball aus, weshalb ihm in dieser Phase nur noch Fr. 27.– für den FC-
Mitgliederbeitrag im Bedarf einzusetzen sind.
pp) Veränderte Steuerbelastung
Zufolge der Volljährigkeit von D._ und dessen Unterbruchs der Erstausbil-
dung wird die Beklagte ab dem Jahr 2017 nicht mehr zum günstigeren Eineltern- /
Verheiratetentarif, sondern zum Grundtarif besteuert. Dafür muss die Beklagte die
Unterhaltsbeiträge an D._ nicht mehr als Einkommen versteuern.
Ausgehend von einem geschätzten steuerbaren Einkommen der Beklagten im
Jahr 2017 von insgesamt rund Fr. 85'000.– sowie einem Vermögen vor der güter-
rechtlichen Auseinandersetzung in der Höhe von Fr. 0.– hat die Beklagte gemäss
Steuerrechner des Kantons Zürich mutmassliche Steuern für Bund, Kanton und
Gemeinde in der Höhe von monatlich Fr. 1'000.– zu entrichten. Dieser Betrag ist
ihr im Bedarf einzusetzen.
- 80 -
3.5.11 Neu gestalten sich die Bedarfe der Beklagten und D._ im Zeitraum
vom 1. Januar 2017 bis zum 15. Oktober 2017 damit wie folgt (neue/veränderte
Positionen sind fett hervorgehoben):
Bedarfsposition: Beklagte: Sohn D._: a-e) Grundbetrag (umfassend Lebensmittel,
Haushaltsgüter, Kleider, Hygiene und Kosmetik (umfassend Apotheke,  und Coiffeur)
Fr. 1'250.– Fr. 600.–
a-e) Zuschlag auf Grundbetrag von 30%: Fr. 375.– Fr. 180.– f - k) Hypothekarzinsen 2017: Fr. 1'500.– Fr. 500.– f - k) Nebenkosten Liegenschaft gesamt Fr. 390.– Fr. 195.– l) Krankenkasse: Fr. 448.60 Fr. 112.15 m) Arzt-/Zahnarztkosten: Fr. 268.– Fr. 0.– n) Brille: Fr. 0.– Fr. 0.– o) Autoversicherung: Fr. 64.– Fr. 0.– p) Strassenverkehrsabgabe: Fr. 17.35 Fr. 0.– q) TCS: Fr. 8.25 Fr. 0.– r) Unterhalt Auto: Fr. 70.– Fr. 0.– s) Benzin: Fr. 130.– Fr. 0.– t) ÖV: Fr. 0.– Fr. 118.– u) Billag: Fr. 38.– Fr. 0.– v) Festnetztelefonie/Internet/TV: Fr. 150.– Fr. 0.– w) Handy: Fr. 0 Fr. 35.– x) Haushalt-/Haftpflichtversicherung: Fr. 71.20 Fr. 0.– y) Rechtsschutzversicherung: Fr. 29.– Fr. 0.– z) Reiseversicherung: Fr. 0.– Fr. 0.– aa) Mitgliedschaften: Fr. 0.– Fr. 0.– bb) Bücher/Zeitschriften: Fr. 101.50 Fr. 0.– cc) Yoga: Fr. 68.– Fr. 0.– dd) Kino/Musik/Kultur: Fr. 25.– Fr. 0.– ee) Auswärtiges Essen (beruflich bedingt): Fr. 100.– Fr. 130.– ff) Auswärtiges Essen (privat): Fr. 0.– Fr. 0.– gg) Kosten Hund: Fr. 0.– Fr. 0.–
- 81 -
Bedarfsposition: Beklagte: Sohn D._: hh) Ferien: Fr. 332.– Fr. 200.– ii) Spenden: Fr. 0.– Fr. 0.– jj) Steuerberatung: Fr. 25.– Fr. 0.– kk) Bankspesen: Fr. 5.– Fr. 0.– ll) Rega: Fr. 2.50 Fr. 0.– mm) Putzfrau: Fr. 245.– Fr. 0.– nn) Allgemeine Barauslagen: Fr. 0.– Fr. 0.– oo) Hobbies (D._ nur noch FC): Fr. 0.– Fr. 27.– pp) Steuerbelastung: Fr. 1'000.– Fr. 0.– qq) Kompensation Vorsorge 0.–
Total: Fr. 6'710.40 Fr. 2'097.15
3.5.12 Für den Zeitraum ab dem Auszug aus der ehelichen Liegenschaft, dh. ab
dem 16. Oktober 2017 (Phase IV) ging die Vorinstanz von folgenden Bedarfen der
Beklagten und D._ aus (act. 5 S. 26 ff.):
Bedarfsposition: Beklagte: Sohn D._: a) Lebensmittel/Haushalt: Fr. 1'180.– Fr. 525.– b) Kleidung: Fr. 830.– Fr. 300.– c) Drogerie: Fr. 158.60 Fr. 0.– d) Apotheke: Fr. 38.60 Fr. 0.– e) Coiffeur: Fr. 66.40 Fr. 0.– f) Miete inkl. Nebenkosten und Strom: Fr. 2'000.– Fr. 1'000.– g) Wasser/Abwasser: Fr. 0.– Fr. 0.– h) Unterhalt Liegenschaft: Fr. 0.– Fr. 0.– i) Pellets für Ofen: Fr. 0.– Fr. 0.– j) Strom: Fr. 0.– Fr. 0.– k) Gebäudeversicherung: Fr. 0.– Fr. 0.– l) Krankenkasse: Fr. 448.60 Fr. 414.20 m) Arzt-/Zahnarztkosten: Fr. 180.– Fr. 0.– n) Brille: Fr. 0.– Fr. 0.– o) Autoversicherung: Fr. 64.– Fr. 0.–
- 82 -
Bedarfsposition: Beklagte: Sohn D._: p) Strassenverkehrsabgabe: Fr. 17.35 Fr. 0.– q) TCS: Fr. 8.25 Fr. 0.– r) Unterhalt Auto: Fr. 175.– Fr. 0.– s) Benzin: Fr. 300.– Fr. 0.– t) ÖV: Fr. 13.75 Fr. 105.75 u) Billag: Fr. 38.– Fr. 0.– v) Festnetztelefonie/Internet/TV: Fr. 150.– Fr. 0.– w) Handy: Fr. 83.15 Fr. 35.– x) Haushalt-/Haftpflichtversicherung: Fr. 71.20 Fr. 0.– y) Rechtsschutzversicherung: Fr. 29.– Fr. 0.– z) Reiseversicherung: Fr. 15.– Fr. 0.– aa) Mitgliedschaften: Fr. 8.35 Fr. 0.– bb) Bücher/Zeitschriften: Fr. 101.50 Fr. 0.– cc) Yoga: Fr. 68.– Fr. 0.– dd) Kino/Musik/Kultur: Fr. 25.– Fr. 0.– ee) Auswärtiges Essen (beruflich bedingt): Fr. 100.– Fr. 130.– ff) Auswärtiges Essen (privat): Fr. 150.– Fr. 0.– gg) Kosten Hund: Fr. 0.– Fr. 0.– hh) Ferien: Fr. 492.– Fr. 400.– ii) Spenden: Fr. 25.– Fr. 0.– jj) Steuerberatung: Fr. 100.– Fr. 0.– kk) Bankspesen: Fr. 5.– Fr. 0.– ll) Rega: Fr. 10.85 Fr. 0.– mm) Putzfrau: Fr. 490.– Fr. 0.– nn) Allgemeine Barauslagen: Fr. 200.– Fr. 0.– oo) Hobbies: Fr. 0.– Fr. 27.– pp) Steuerbelastung: Fr. 2'165.– Fr. 0.–
qq) Kompensation Vorsorge: Fr. 1'210.– Fr. 0.–
Total: Fr. 11'017.60 Fr. 2'936.95
3.5.13 In Bezug auf die in dieser Phase unverändert bleibenden Bedarfspositio-
nen kann auf die vorstehenden Ausführungen für die Phase I (Zeitraum vom
- 83 -
12. Dezember 2015 bis 30. September 2016) bzw. Phase II (Zeitraum vom 1. Ok-
tober 2016 bis zum 31. Dezember 2016) bzw. Phase III (Zeitraum vom 1. Januar
2017 bis zum 15. Oktober 2017) verwiesen werden. Im Folgenden werden des-
halb nur zu den in der Phase IV veränderten oder neu hinzukommenden Bedarfs-
positionen Ausführungen gemacht.
f) Veränderte Wohnkosten (Miete inkl. Nebenkosten)
Am 15. Oktober 2017 sind die Beklagte und D._ sowie J._ aus der ehe-
lichen Liegenschaft in C._ ausgezogen. Seither wohnt die Beklagte zusam-
men mit J._ und D._ in einem kleineren Einfamilienhaus in G._ zur
Miete. Gemäss Mietvertrag beträgt der Mietzins Fr. 2'300.– und die Nebenkosten
gehen zulasten der Beklagten (vgl. act. 4/96/7).
Am 27. Oktober 2017, als der vorinstanzliche Entscheid erlassen wurde, war der
Vorinstanz offenbar noch nicht zur Kenntnis gelangt, dass der Auszug aus der
ehelichen Liegenschaft bereits stattgefunden hat und bereits ein Mietvertrag für
ein Einfamilienhaus besteht. Die Vorinstanz konnte die Mietkosten daher nur
schätzen. Für angemessen erachtete die Vorinstanz eine 4.5-Zimmerwohnung für
D._ und die Beklagte für monatlich Fr. 3'000.– (inkl. Nebenkosten und
Strom). Diese totalen Mietkosten verlegte sie zu 2/3 auf die Beklagte (Fr. 2'000.–)
und zu 1/3 auf D._ (Fr. 1'000.–, vgl. act. 5 S. 27 f.).
Der Kläger beanstandet diesbezüglich, die Vorinstanz habe die von ihm im erstin-
stanzlichen Verfahren als realistisch anerkannten Mietkosten von Fr. 2'000.– ohne
Begründung als unrealistisch abgetan, obwohl er diverse Auszüge aus dem Inter-
netportal Homegate offeriert habe, die mögliche Wohnobjekte in diesem Rahmen
zeigten. Zudem bestreitet der Kläger, dass die Beklagte auf eine 4.5-Zimmer-
wohnung Anspruch habe; es genüge eine 3.5-Zimmerwohnung, die im Übrigen
nicht in der Stadt Winterthur, sondern in einem der ländlichen Vororte sein könne,
denn bis jetzt habe man auch nicht in der Stadt gewohnt. Daher seien der Beklag-
ten maximale Wohnkosten von Fr. 2'000.– anzurechnen. Zudem müsse sich
J._, die voll erwerbstätig sei, an den Wohnkosten zu einem Drittel beteiligen
(vgl. act. 11/2 S. 12, Ziff. 31).
- 84 -
Die Beklagte wendet dagegen ein, es seien ihr Wohnkosten von Fr. 3'000.– inkl.
Nebenkosten im Bedarf einzusetzen, denn dies entspreche dem ehelichen Le-
bensstandard. Die vom Kläger eingereichten Auszüge über günstigere Wohnun-
gen auf dem Internetportal Homegate beträfen demgegenüber Wohnungen von
nur 78 - 100 m2 und würden einen sehr einfachen Ausbaustandard aufweisen,
was in Anbetracht dessen, dass die Beklagte bis anhin in einem 8 1⁄2-Zimmerhaus
mit grossem Garten und mit modernsten Geräten und exklusiver Ausstattung ge-
wohnt habe, sicher nicht dem ehelichen Standard entspreche (act. 14 Rz. 57 ff.).
Sie macht geltend, auch das aktuell gemietete Haus entspreche eigentlich nicht
dem ehelichen Standard, handle es sich dabei doch um ein älteres Häuschen.
Erst recht sei es für drei Personen (Beklagte, D._ und J._) angesichts
des früheren Wohnstandards viel zu klein. Angesichts der Tatsache, dass der
Kläger bis Ende des Jahres 2017 keinerlei Unterhaltsbeiträge für sie persönlich
bezahlt habe, habe sie sich aber kein teureres Mietobjekt leisten können. Sie sei
also gezwungen gewesen, dieses einfache Mietobjekt zu wählen (act. 14 Rz. 64).
In Bezug auf die Nebenkosten führt die Beklagte sodann aus, es würden zwar
noch keine Erfahrungswerte für die Nebenkosten der seit Mitte Oktober 2017 ge-
mieteten Liegenschaft vorliegen, doch könne von den bisherigen Erfahrungswer-
ten der Liegenschaft in C._ ausgegangen werden. Es sei insgesamt mit
Fr. 700.– an monatlichen Nebenkosten zu rechnen (act. 14 Rz. 62 f.). Weiter hat
die Beklagte angegeben, dass J._ zwar aktuell noch bei ihr wohne, aber in
absehbarer Zeit auf Reisen zu gehen plane und danach eine eigene Wohnung
beziehen wolle. Zurzeit bezahle J._ monatlich Fr. 1'100.– für Kost und Logis
an die Beklagte (act. 14 Rz. 62).
Die Beklagte hat Anspruch auf die Fortführung des bisherigen Wohnstandards.
Da sie bisher und während des Zusammenlebens in einem grossen Haus mit
weitläufigem Garten wohnte, ist ihr weiterhin eine grosszügige Wohnung zuzuge-
stehen in der Stadt Winterthur oder Umgebung. Voranzuschicken gilt es zudem
folgendes: Auch wenn zurzeit noch zwei volljährige Kinder bei der Beklagten
wohnen und die Beklagte anlässlich der Instruktionsverhandlung angegeben hat,
D._ werde auch während des geplanten weiteren Zwischenjahres bei ihr
wohnen bleiben (Prot. S. 22), hat die Beklagte grundsätzlich Anspruch auf eine
- 85 -
angemessene Wohnung für sich alleine. Wenn sie sich diesbezüglich einschrän-
ken und mit ihren erwachsenen, nicht mehr vom Kläger finanziell unterstützten
Kindern oder Dritten z.B. aus Spargründen eine Wohngemeinschaft bilden will,
sind ihr die daraus frei werdenden Mittel zu belassen, aktuell also z.B. der Beitrag
von J._ für Kost und Logis. Im Bedarf sind der Beklagten daher die vollen
Wohnkosten einzusetzen. Anderes hat jedoch in Bezug auf D._ zu gelten, für
dessen Unterhalt der Kläger noch immer finanziell aufkommt. Solange D._
noch bei der Beklagten wohnt (wovon aufgrund der Angaben der Beklagten an-
lässlich der Instruktionsverhandlung vom 24. Mai 2018 für die weitere Dauer des
Scheidungsverfahrens auszugehen ist), ist der Beklagten im Bedarf zwar kein Ab-
zug für den Wohnkostenanteil von D._ zu machen, dafür sind D._ aber
auch keine Wohnkosten im Bedarf einzusetzen. Sobald D._ eine eigene
Wohnung hat bzw. nicht mehr im Haushalt der Beklagten wohnt, sind ihm zusätz-
lich Wohnkosten von Fr. 500.– (z.B. für ein WG-Zimmer) im Bedarf zu veran-
schlagen, weshalb sich der Unterhalt für D._ ab diesem Zeitpunkt um
Fr. 500.– erhöht.
In der Tat ist mangels Begründung nicht nachvollziehbar, wie die Vorinstanz auf
den ihrer Ansicht nach angemessenen Mietzins für die Beklagte von monatlich
Fr. 3'000.– gekommen ist. Gemäss act. 4/44/31 hatte die Beklagte mit der Familie
in der ehelichen Liegenschaft 392 m2 an Wohnraum zur Verfügung. Jetzt bewohnt
sie ein kleineres Einfamilienhaus, das gemäss ihren eigenen Angaben über eine
Wohnfläche von ca. 140 m2 verfügt und pro Monat Fr. 2'300.– an Miete kostet.
Soweit die Beklagte nun geltend macht, das von ihr angemietete "ältere Häus-
chen" entspreche nicht ihrem ehelichen Standard und sei für drei Personen viel
zu klein, so verkennt sie, dass sie bloss Anspruch auf eine Wohnung oder ein
Haus für sich als Einzelperson hat und nicht mehr für drei Personen. Angesichts
des Umstandes, dass die Beklagte die eheliche Liegenschaft mit fünf Personen
und einem Hund zu teilen hatte, erscheint das neue Haus mit 140 m2 Wohnfläche
für sie alleine ihrem ehelichen Standard sehr wohl angemessen bzw. grosszügig.
Nicht glaubhaft erscheint sodann, dass die eheliche Liegenschaft einen über-
durchschnittlich hohen Innenausbau aufgewiesen haben soll, hat der Kläger doch
zu Recht darauf hingewiesen, dass sowohl die Schätzung der Remax als auch je-
- 86 -
ne der ZKB der ehelichen Liegenschaft bloss einen guten bzw. durchschnittlichen
Standard attestieren (vgl. act. 24 S. 13 und act. 4/49/12 - 13). Selbst wenn aber
das neu angemietete Haus einen etwas tieferen Ausbaustandard aufweisen sollte
als die eheliche Liegenschaft, so wäre gegen die Vorbringen der Beklagten ein-
zuwenden, dass die Beklagte für den Mietzins von Fr. 2'300.– pro Monat durch-
aus auch eine flächenmässig etwas weniger grosszügige Wohnung aber mit hö-
herem Ausbaustandard in der Region Winterthur und Umgebung hätte anmieten
können. Nicht gefolgt werden kann der Beklagten sodann, soweit sie geltend
macht, es würden mindestens Fr. 700.– an Nebenkosten pro Monat anfallen,
denn diese seien von der Höhe her vergleichbar mit denjenigen der ehelichen
Liegenschaft. In den anerkanntermassen total Fr. 975.– pro Monat an Nebenkos-
ten für die eheliche Liegenschaft sind nämlich u.a. Kosten für die Gebäudeversi-
cherung und Unterhaltskosten (für den grossen Unterhalt) eingeschlossen, die
nach dem Mietrecht der Vermieter zu tragen hat. Zudem wird für ein "bloss" noch
140 m2 grosses Haus wesentlich weniger Energie benötigt, um dieses zu behei-
zen, und wie der Kläger zu Recht vorbringt (act. 24 S. 11 f.), muss die Beklagte
auch keinen grossen Garten mehr bewässern, sodass auch mit tieferen Kosten
für Wasser- / Abwasser zu rechnen ist. Zudem reduzieren sich die Nebenkosten
auch deshalb, weil die Beklagte nunmehr bloss noch für eine Einzelperson anfal-
lende Nebenkosten geltend machen kann. Insgesamt erscheint es angemessen,
der Beklagten einen Drittel der anerkannten bisherigen Nebenkosten für die eheli-
che Liegenschaft (somit Fr. 325.–) im Bedarf zu berücksichtigen. Dementspre-
chend sind ihr im Bedarf Fr. 2'625.– (Fr. 2'300.– Nettomietzins zzgl. Fr. 325.– Ne-
benkosten) für das Wohnen (inkl. NK) einzusetzen.
l) Höhere Prämien für die Krankenkasse
Es blieb in der Berufung unangefochten, dass die Krankenkassenprämien für
D._ gemäss vorinstanzlichem Entscheid (act. 5 S. 28) ab dem Auszug aus
der ehelichen Liegenschaft auf Fr. 414.20 angestiegen sind. Zudem hat die Be-
klagte anhand von neuen, gestützt auf das Novenrecht gemäss Art. 317 Abs. 1
ZPO aber zulässige Urkunden belegt, dass die Krankenkassenprämien für sie
persönlich und für D._ ab dem 1. Januar 2018 erneut angestiegen sind, näm-
- 87 -
lich auf Fr. 462.75 für die Beklagte und auf Fr. 416.05 für D._ (vgl.
act. 16/96/9 - 10). Für den Zeitraum vom 16. Oktober 2017 bis zum 30. Septem-
ber 2018 sind im Bedarf der Beklagten somit Fr. 459.– für die Krankenkasse ein-
zusetzen (Durchschnitt von 3 Monate x Fr. 448.60 + 9 Monate x Fr. 462.75). In
Bezug auf D._ ist davon auszugehen, dass er in den Jahren 2017 und 2018
sowie in den kommenden Studienjahren ein steuerbares Einkommen von weniger
als Fr. 29'900.– ausweisen wird. Entsprechend hat er Anspruch auf eine individu-
elle Prämienverbilligung (IPV) in der Höhe von monatlich Fr. 87.– (vgl. dazu das
Merkblatt der SVA Zürich betreffend die Höhe der Individuellen Prämienverbilli-
gung, abrufbar unter www.svazurich.ch/ipv). Dementsprechend sind D._ für
die Krankenkasse für die Zeit ab dem 16. Oktober 2017 bis zum 30. September
2018 im Bedarf rund Fr. 329.– einzusetzen (Durchschnitt von 3 Monate x
Fr. 414.20 + 9 Monate x Fr. 416.05 abzüglich Fr. 87.– [IPV]).
Ab dem 1. Oktober 2018 und für die weitere Dauer des Scheidungsverfahrens
sind der Beklagten für die Krankenkassenprämien im Bedarf rund Fr. 463.– ein-
zusetzen, D._ weiterhin rund Fr. 329.– (unter Berücksichtigung der IPV).
m) Arzt- / Zahnarztkosten
Anzupassen ist für den Zeitraum ab dem 16. Oktober 2017 bis zum 30. Septem-
ber 2018 sodann der Betrag für die Arzt- / Zahnarztkosten der Beklagten. Wie be-
reits vorstehend ausgeführt, hat die Beklagte für das Jahr 2017 monatliche Arzt-
kosten von durchschnittlich Fr. 268.– ausgewiesen (vgl. dazu die Ausführungen
oben zur Phase III). Für das Jahr 2018 ist indes nicht mehr von derart hohen
Arztkosten auszugehen, weil nicht ersichtlich ist, dass die grundsätzlich als ge-
sund zu erachtende Beklagte aktuell und zukünftig auf eine psychiatrische Be-
handlung angewiesen ist. Deshalb ist ab dem 1. Januar 2018 von Arztkosten in
der Höhe der im Jahr 2016 angefallenen auszugehen, indes abzüglich die Ende
des Jahres 2016 ausserordentlich angefallenen Kosten für die psychiatrische Be-
handlung der Beklagten in der Höhe von Fr. 1'085.25 (entsprechend monatlich ca.
Fr. 90.50, vgl. act. 4/25/19). Ab dem 1. Januar 2018 ist somit von Arzt- / Zahn-
arztkosten von Fr. 74.– pro Monat auszugehen.
- 88 -
Für die Zeit vom 16. Oktober 2017 bis zum 30. September 2018 sind der Beklag-
ten im Bedarf demnach Fr. 123.– einzusetzen (Durchschnitt von 3 Monate x
Fr. 268.– + 9 Monate x Fr. 74.–); ab dem 1. Oktober 2018 noch Fr. 74.–
t) Veränderte ÖV-Kosten D._
Unbestritten blieb im Berufungsverfahren, dass D._ ab dem Auszug aus der
ehelichen Liegenschaft tiefere Kosten für den öffentlichen Verkehr (ZVV-Zonen-
Abo und Halbtax) von neu Fr. 105.75 pro Monat anzurechnen sind, weshalb es
dabei bleibt.
x) Hausrat- / Haftpflichtversicherung
Ab dem Auszug aus der ehelichen Liegenschaft ist der Beklagten erstens nur
noch die Versicherung eines Einzelpersonenhaushaltes anzurechnen und zwei-
tens wird sie ab diesem Zeitpunkt über weniger Hausrat verfügen, den es zu ver-
sichern gilt. Entsprechend ist der Beklagten ab dem 16. Oktober 2017 für die
Hausrat- / Haftpflichtversicherung noch ein Betrag von Fr. 36.– (entsprechend
rund der Hälfte der bisherigen Kosten) einzusetzen.
mm) Kosten Putzfrau
Da ab dem Auszug der Beklagten aus der ehelichen Liegenschaft neu nur noch
ca. 140 m2 an Wohnfläche zu reinigen sind, ist der Beklagten ab dem 16. Oktober
2018 für die Putzfrau noch ein Betrag in der Höhe von Fr. 123.– (entsprechend
rund der Hälfte der bisherigen Kosten) einzusetzen.
pp) Steuern
Zufolge des Verkaufs der ehelichen Liegenschaft in C._ per Oktober 2017
entfällt auf Seiten der Beklagten die Versteuerung des Eigenmietwertes in der
Höhe von Fr. 17'700.– (nach Abzug der pauschalen Unterhaltskosten). Dafür be-
sitzt die Beklagte neu ein Vermögen von ca. Fr. 100'000.– (Nettoerlös pro Partei
aus dem Verkauf der Liegenschaft gemäss Angaben der Parteien, vgl. Prot.
S. 18) und unterliegt neu dem Steuersatz der Gemeinde G._.
- 89 -
Ausgehend von einem geschätzten steuerbaren Einkommen der Beklagten von
insgesamt rund Fr. 82'000.– sowie einem Vermögen vor der güterrechtlichen
Auseinandersetzung in der Höhe von Fr. 100'000.– hat die Beklagte gemäss
Steuerrechner des Kantons Zürich zukünftig bzw. ab dem Jahr 2018 mutmassli-
che Steuern für Bund, Kanton und Gemeinde in der Höhe von monatlich
Fr. 1'000.– zu entrichten. Dieser Betrag ist ihr im Bedarf einzusetzen.
3.5.14 Neu gestalten sich die Bedarfe der Beklagten und D._ im Zeitraum
vom 16. Oktober 2017 bis zum 30. September 2018 damit wie folgt
(neue/veränderte Positionen sind fett hervorgehoben):
Bedarfsposition: Beklagte: Sohn D._: a-e) Grundbetrag (umfassend Lebensmittel,
Haushaltsgüter, Kleider, Hygiene und Kosmetik (umfassend Apotheke,  und Coiffeur)
Fr. 1'250.– Fr. 600.–
a-e) Zuschlag auf Grundbetrag von 30%: Fr. 375.– Fr. 180.– f - k) Miete (inkl. Nebenkosten): Fr. 2'600.– Fr. 0.– l) Krankenkasse: Fr. 459.– Fr. 329.– m) Arzt-/Zahnarztkosten: Fr. 123.– Fr. 0.– n) Brille: Fr. 0.– Fr. 0.– o) Autoversicherung: Fr. 64.– Fr. 0.– p) Strassenverkehrsabgabe: Fr. 17.35 Fr. 0.– q) TCS: Fr. 8.25 Fr. 0.– r) Unterhalt Auto: Fr. 70.– Fr. 0.– s) Benzin: Fr. 130.– Fr. 0.– t) ÖV: Fr. 0.– Fr. 105.75 u) Billag: Fr. 38.– Fr. 0.– v) Festnetztelefonie/Internet/TV: Fr. 150.– Fr. 0.– w) Handy: Fr. 0 Fr. 35.– x) Hausrat-/Haftpflichtversicherung: Fr. 36.– Fr. 0.– y) Rechtsschutzversicherung: Fr. 29.– Fr. 0.– z) Reiseversicherung: Fr. 0.– Fr. 0.– aa) Mitgliedschaften: Fr. 0.– Fr. 0.–
- 90 -
Bedarfsposition: Beklagte: Sohn D._: bb) Bücher/Zeitschriften: Fr. 101.50 Fr. 0.– cc) Yoga: Fr. 68.– Fr. 0.– dd) Kino/Musik/Kultur: Fr. 25.– Fr. 0.– ee) Auswärtiges Essen (beruflich bedingt): Fr. 100.– Fr. 130.– ff) Auswärtiges Essen (privat): Fr. 0.– Fr. 0.– gg) Kosten Hund: Fr. 0.– Fr. 0.– hh) Ferien: Fr. 332.– Fr. 200.– ii) Spenden: Fr. 0.– Fr. 0.– jj) Steuerberatung: Fr. 25.– Fr. 0.– kk) Bankspesen: Fr. 5.– Fr. 0.– ll) Rega: Fr. 2.50 Fr. 0.– mm) Putzfrau: Fr. 123.– Fr. 0.– nn) Allgemeine Barauslagen: Fr. 0.– Fr. 0.– oo) Hobbies (D._ nur noch FC): Fr. 0.– Fr. 27.– pp) Steuerbelastung: Fr. 1'000.– Fr. 0.– qq) Kompensation Vorsorge 0.–
Total: Fr. 7'131.6 Fr. 1'606.75
3.5.15 Für den Zeitraum ab dem 1. Oktober 2018 für die weitere Dauer der Schei-
dungsverfahrens ist sodann eine neue Phase (Phase V) zu bilden, da der Beklag-
ten ab dem 1. Oktober 2018 ein 80%-Arbeitspensum angerechnet wird (vgl. dazu
vorne E. II./B.3.3), was sich auch auf den Bedarf auswirkt. Insbesondere sind der
Beklagten ab dem 1. Oktober 2018 anteilsmässig höhere Kosten für die Verpfle-
gung und für das Benzin einzurechnen. Wie bereits bei der vorstehenden Be-
darfsphase erwähnt (vgl. E. II./B.3.5.13), erhöhen sich zudem die Krankenkas-
senprämien, wohingegen mit tieferen Arzt- / Zahnarztkosten zu rechnen ist.
- 91 -
3.5.16 Dementsprechend ist ab dem 1. Oktober 2018 und für die weitere Dauer
des Scheidungsverfahrens von den folgenden Bedarfen der Beklagten und
D._ auszugehen (neue/veränderte Bedarfspositionen sind fett ):
Bedarfsposition: Beklagte: Sohn D._: a-e) Grundbetrag (umfassend Lebensmittel,
Haushaltsgüter, Kleider, Hygiene und Kosmetik (umfassend Apotheke,  und Coiffeur)
Fr. 1'250.– Fr. 600.–
a-e) Zuschlag auf Grundbetrag von 30%: Fr. 375.– Fr. 180.– f - k) Miete (inkl. Nebenkosten): Fr. 2'600.– Fr. 0.– l) Krankenkasse: Fr. 463.– Fr. 329.– m) Arzt-/Zahnarztkosten: Fr. 74.– Fr. 0.– n) Brille: Fr. 0.– Fr. 0.– o) Autoversicherung: Fr. 64.– Fr. 0.– p) Strassenverkehrsabgabe: Fr. 17.35 Fr. 0.– q) TCS: Fr. 8.25 Fr. 0.– r) Unterhalt Auto: Fr. 70.– Fr. 0.– s) Benzin: Fr. 175.– Fr. 0.– t) ÖV: Fr. 0.– Fr. 105.75 u) Billag: Fr. 38.– Fr. 0.– v) Festnetztelefonie/Internet/TV: Fr. 150.– Fr. 0.– w) Handy: Fr. 0 Fr. 35.– x) Hausrat-/Haftpflichtversicherung: Fr. 36.– Fr. 0.– y) Rechtsschutzversicherung: Fr. 29.– Fr. 0.– z) Reiseversicherung: Fr. 0.– Fr. 0.– aa) Mitgliedschaften: Fr. 0.– Fr. 0.– bb) Bücher/Zeitschriften: Fr. 101.50 Fr. 0.– cc) Yoga: Fr. 68.– Fr. 0.– dd) Kino/Musik/Kultur: Fr. 25.– Fr. 0.– ee) Auswärtiges Essen (beruflich be-
dingt): Fr. 135.– Fr. 130.–
ff) Auswärtiges Essen (privat): Fr. 0.– Fr. 0.–
- 92 -
Bedarfsposition: Beklagte: Sohn D._: gg) Kosten Hund: Fr. 0.– Fr. 0.– hh) Ferien: Fr. 332.– Fr. 200.– ii) Spenden: Fr. 0.– Fr. 0.– jj) Steuerberatung: Fr. 25.– Fr. 0.– kk) Bankspesen: Fr. 5.– Fr. 0.– ll) Rega: Fr. 2.50 Fr. 0.– mm) Putzfrau: Fr. 123.– Fr. 0.– nn) Allgemeine Barauslagen: Fr. 0.– Fr. 0.– oo) Hobbies (D._ nur noch FC): Fr. 0.– Fr. 27.– pp) Steuerbelastung: Fr. 1'000.– Fr. 0.–
qq) Kompensation Vorsorge 0.–
Total: Fr. 7'166.60 Fr. 1'606.75
4. Zuzusprechender Unterhalt / Zusammenfassung zum Unterhalt
4.1 Aus den vorstehenden Erwägungen ergeben sich die folgenden Unter-
haltsbeiträge, welche vom Kläger an die Beklagte bzw. an den Sohn D._
(zuzüglich allfälliger Ausbildungszulagen) zu bezahlen sind, zahlbar jeweils auf
den Ersten eines jeden Monats:
4.2 Für die Beklagte
Rückwirkend ab dem 12. Dezember 2015 bis zum 30. April 2016 (E. II./B.3.5.5):
Monatlicher Bedarf Beklagte: Fr. 5'509.50 Monatliches Einkommen Beklagte: (kein Arbeitserwerb) Fr. 0.– Unterhaltsanspruch: Fr. 5'509.50
Ab dem 1. Mai 2016 bis zum 30. September 2016 (E. II./B.3.5.5):
Monatlicher Bedarf Beklagte: Fr. 5'509.50 Monatliches Einkommen Beklagte: (teils 60%, teils 80%) Fr. 4'680.–
- 93 -
Unterhaltsanspruch: Fr. 829.50
Ab dem 1. Oktober 2016 bis zum 31. Dezember 2016 (E. II./B.3.5.8):
Monatlicher Bedarf Beklagte: Fr. 5'437.50 Monatliches Einkommen Beklagte: (60%-Pensum) Fr. 4'130.– Unterhaltsanspruch: Fr. 1'307.50
Ab dem 1. Januar 2017 bis zum 15. Oktober 2017 (E. II./B.3.5.11):
Monatlicher Bedarf Beklagte: Fr. 6'710.40 Monatliches Einkommen Beklagte: (60%-Pensum) Fr. 4'108.– Unterhaltsanspruch: Fr. 2'602.40
Ab dem 16. Oktober 2017 bis zum 30. September 2018 (E. II./B.3.5.14):
Monatlicher Bedarf Beklagte: Fr. 7'131.60 Monatliches Einkommen Beklagte: (60%-Pensum) Fr. 4'108.– Unterhaltsanspruch: Fr. 3'023.60
Ab dem 1. Oktober 2018 für die weitere Dauer des Scheidungsverfahrens
(E. II./B.3.5.16):
Monatlicher Bedarf Beklagte: Fr. 7'166.60 Monatliches Einkommen Beklagte: (80%-Pensum) Fr. 5'478.– Unterhaltsanspruch: Fr. 1'688.60
- 94 -
4.3 Für den Sohn D._
Rückwirkend ab dem 12. Dezember 2015 bis zum 30. September 2016
(E. II./B.3.5.5):
Monatlicher Bedarf D._: Fr. 1'910.15 Monatliches Einkommen D._: (Ausbildungszulage) Fr. 250.– Unterhaltsanspruch: Fr. 1'660.15
Ab dem 1. Oktober 2016 bis zum 31. Dezember 2016 (E. II./B.3.5.8):
Monatlicher Bedarf D._: Fr. 1'855.15 Monatliches Einkommen D._: (Ausbildungszulage) Fr. 250.– Unterhaltsanspruch: Fr. 1'605.15
Ab dem 1. Januar 2017 bis zum 15. Oktober 2017 (E. II./B.3.5.11):
Monatlicher Bedarf D._: Fr. 2'097.15 Monatliches Einkommen D._: (Ausbildungszulage, ab 1.9.2017 Einkommen Ø Fr. 1'000.– [p.m.]) Fr. 250.– Unterhaltsanspruch: Fr. 1'847.15
Ab dem 16. Oktober 2017 bis zum 31. August 2018 (E. II./B.3.5.14):
Monatlicher Bedarf D._: Fr. 1'606.70 Monatliches Einkommen D._: (nur pro memoria Ø Fr. 1'000.–, da separat berücksichtigt ) Fr. 0.– Unterhaltsanspruch: Fr. 1'606.70
- 95 -
Ab der ab Aufnahme eines Studiums bzw. einer gleichwertigen Ausbildung für die
weitere Dauer des Verfahrens, längstens bis zum Abschluss einer angemessenen
Erstausbildung (E. II./B.3.5.16):
Monatlicher Bedarf D._: Fr. 1'606.70 Monatliches Einkommen D._: (Ausbildungszulage) Fr. 250.– Unterhaltsanspruch: Fr. 1'356.70
Ab demjenigen Moment, in welchem D._ nicht mehr im Haushalt der Beklag-
ten wohnt, erhöht sich sein Unterhaltsbeitrag um Fr. 500.– (für Wohnkosten), so-
mit auf Fr. 1'856.70.
4.4 Der Vollständigkeit halber ist an dieser Stelle zudem noch darauf hinzuwei-
sen, dass der Kläger gemäss der (zu bestätigenden) Dispositivziffer 4 des vor-
instanzlichen Entscheids in der Zeit vom 1. August 2017 bis zum 31. August 2018
dazu berechtigt ist, vom Unterhaltsbeitrag für den Sohn D._ monatlich
Fr. 1'000.– in Abzug zu bringen (vgl. dazu vorstehende E. II./B.3.4).
5. Zur beantragten Aufhebung von Dispositivziffer 3 des vorinstanzlichen Ent-
scheids (Berechtigung des Klägers zum Abzug bereits geleisteter Zahlun-
gen von den Unterhaltsbeiträgen)
5.1 Die Beklagte beanstandet in ihrer Berufung schliesslich in Bezug auf Dis-
positivziffer 3 des vorinstanzlichen Entscheids, dieser weise nicht die Eigenschaf-
ten eines Rechtsöffnungstitels auf, worauf sie gestützt auf Art. 276 Abs. 1 ZPO
i.V.m. Art. 176 ZGB aber einen Anspruch habe. Da die Vorinstanz den Kläger in
Dispositivziffer 3 dazu berechtigt habe, vor Erlass des Entscheids vom
27. Oktober 2017 geleistete Zahlungen von den damit zugesprochenen Unter-
haltsbeiträgen in Abzug zu bringen und zwar in unbezifferter Höhe, könne der
Rechtsöffnungsrichter gestützt auf diesen Entscheid keine Rechtsöffnung erteilen;
dieser könne und dürfe nämlich nicht beurteilen, welche Zahlungen bereits vor Er-
lass der Verfügung vom 27. Oktober 2017 geleistet worden seien (vgl. act. 2
Rz. 7).
- 96 -
5.2 In Bezug auf die von der Beklagten bemängelte Tauglichkeit des vor-
instanzlichen Entscheids als Rechtsöffnungstitel stellt sich der Kläger demgegen-
über auf den Standpunkt, die gerichtlich festgelegten Unterhaltsbeiträge seien
vollstreckbar, weshalb er auch diesbezüglich die Abweisung der Berufung der Be-
klagten vom 13. November 2017 und die Bestätigung von Dispositivziffer 3 der
Verfügung des Bezirksgerichtes Bülach vom 27. Oktober 2017 verlangt (act. 17).
Überdies macht er geltend, es sei bei periodischen Leistungen nicht praktikabel,
eine konkrete Bezifferung der bereits geleisteten Unterhaltsbeiträge vorzunehmen
(act. 17 Ziff. 5). Eventualiter, für den Fall, dass das Gericht eine Bezifferung der
bereits geleisteten Unterhaltsbeiträge für notwendig erachten sollte, sei festzuhal-
ten, dass der Kläger per 31. Dezember 2017 bereits Unterhaltsbeiträge in der Hö-
he von insgesamt Fr. 132'305.50 (Fr. 37'217.75 Hypothekarzinsen und
Fr. 95'087.75 Unterhaltszahlungen) an die Beklagte bzw. D._ geleistet habe.
Entsprechend sei der Kläger zum Abzug dieser bereits geleisteten Zahlungen von
den der Beklagten mit dem vorinstanzlichen Entscheid zugesprochenen Leistun-
gen zu berechtigen (act. 17 Ziff. 8). Zum Beweis der von ihm geleisteten Zahlun-
gen legte der Kläger neue Unterlagen ins Recht (act.18/1 - 7). Die Höhe bzw. die
Summe der seiner Ansicht nach in Abzug zu bringenden Hypothekarzinszahlun-
gen und Unterhaltsbeiträge hat der Kläger inzwischen noch angepasst, weil er
auch während des laufenden Berufungsverfahrens weiterhin Unterhaltszahlungen
an die Beklagte und D._ leistete und rückständige Unterhaltsbeiträge nach-
zahlte (vgl. act. 24 S. 1 f., Antrag Nr. 3 [Eventualantrag] und act. 34 S. 1 f., Antrag
Nr. 3 [Eventualantrag]). Zudem macht der Kläger auch in diesem Zusammenhang
eine Verletzung seines rechtlichen Gehörs durch die Vorinstanz geltend, indem
ihm diese vor dem Erlass des Entscheids keine Gelegenheit zur abschliessenden
Bezifferung der von ihm bereits geleisteten Zahlungen gegeben habe und die Vor-
instanz unerwarteter- und unüblicherweise auf eine persönliche Befragung der
Parteien verzichtet habe (act. 17 Ziff. 8 S. 9).
5.3 Wie vorstehend ausgeführt (vgl. E. II./A.3., insbes. E. 3.3 - 3.4 ) erfolgt die
Bezifferung der vom Kläger bereits geleisteten und von ihm zur Anrechnung be-
antragten Unterhaltsbeiträge im Berufungsverfahren verspätet. Die von ihm dazu
neu aufgestellten Behauptungen und die von ihm als Belege eingereichten Unter-
- 97 -
lagen können im Berufungsverfahren keine Berücksichtigung mehr finden. Folg-
lich kann im vorliegenden Berufungsverfahren auch keine Bezifferung der bereits
geleisteten Zahlungen des Klägers im Dispositiv erfolgen bzw. nachgeholt wer-
den. Der Beklagten ist aber zuzustimmen, wenn sie geltend macht, dass dem vor-
instanzlichen Entscheid zufolge der völlig unbestimmten Formulierung von dessen
Dispositivziffer 3 die Qualität als Rechtsöffnungstitel abgeht: Beruht eine Forde-
rung auf einem vollstreckbaren gerichtlichen Urteil, so kann der Gläubiger dafür
definitive Rechtsöffnung verlangen (Art. 80 Abs. 1 SchKG). Diese kann indes nur
erteilt werden, wenn das Urteil den Schuldner zur definitiven Zahlung einer be-
stimmten Geldleistung verpflichtet (BGE 135 III 315, S. 318, E. 2.3 m.w.H.). Der
Rechtsöffnungsrichter hat zu prüfen, ob sich die in Betreibung gesetzte Forderung
aus dem vorgelegten gerichtlichen Urteil ergibt, nicht jedoch deren materiellen
Bestand oder dessen materielle Richtigkeit. Nicht berücksichtigen darf der
Rechtsöffnungsrichter deshalb auch eine vor dem Erlass des Urteils erfolgte Til-
gung, weil der Rechtsöffnungsrichter sonst den Rechtsöffnungstitel und die darin
aufgeführte konkrete Zahlungsverpflichtung materiell überprüfen müsste (BGE
135 III 315, S. 320, E. 2., m.w.H.). Vor Erlass des Urteils behauptete Tilgungen
hat vielmehr der Sachrichter zu berücksichtigen (BGer 5D_62/2009 vom 7. Okto-
ber 2009, E. 4.3). Werden also in einem gerichtlichen Entscheid – wie hier –
rückwirkend Unterhaltsbeiträge festgelegt, aber im Dispositiv die bereits bezahlten
Unterhaltsleistungen vorbehalten, entspricht der im Dispositiv festgelegte, als Un-
terhalt zu leistende Geldbetrag nicht der tatsächlich zu zahlenden Schuld und
mangels einer klaren Zahlungsverpflichtung in bestimmter Höhe kann gestützt auf
ein solches Urteil für die rückwirkenden Unterhaltsbeiträge keine definitive
Rechtsöffnung erteilt werden. Sollen in einem rückwirkenden Unterhalt zuspre-
chenden Entscheid bereits bezahlte Unterhaltsleistungen vorbehalten werden,
sind diese im Dispositiv genau zu beziffern.
5.4 Mit Eingabe vom 21. September 2017 (act. 76) hat der Kläger zwar den
Antrag gestellt, er sei für berechtigt zu erklären, sämtliche im streitgegenständli-
chen Zeitraum bereits geleisteten Unterhaltszahlungen in Abzug zu bringen
(act. 76 S. 2), doch hat er diesen Antrag weder begründet noch Belege über be-
reits geleistete Zahlungen eingereicht oder diese konkret beziffert. Soweit der
- 98 -
Kläger beanstandet, die Vorinstanz habe ihm vor dem Erlass des Entscheids kei-
ne Gelegenheit zur abschliessenden Bezifferung der von ihm bereits geleisteten
Zahlungen gegeben und unerwarteter- sowie unüblicherweise auf eine persönli-
che Befragung der Parteien verzichtet und sogleich ihren Entscheid gefällt
(act. 17 Ziff. 8 S. 9), ist schliesslich folgendes zu bemerken: Gemäss Art. 272
ZPO stellt das Gericht in eherechtlichen Summarverfahren den Sachverhalt von
Amtes wegen fest. Es handelt sich hierbei, soweit keine Kinderbelange betroffen
sind, aber bloss um die eingeschränkte Untersuchungsmaxime. Die sogenannte
soziale bzw. eingeschränkte Untersuchungsmaxime entbindet die Parteien nicht
davon, dem Gericht die nötigen Tatbestandselemente zu nennen und ihm die ver-
fügbaren Beweismittel zu liefern. Das Gericht ist bei Geltung des eingeschränkten
Untersuchungsgrundsatzes – anders als in Bezug auf Kinderbelange, wo die un-
eingeschränkte Untersuchungsmaxime (Art. 293 Abs. 1 ZPO) und überdies die
Offizialmaxime gilt (Art. 293 Abs. 3 ZPO) – nicht zur eigentlichen Erforschung des
Sachverhaltes verpflichtet, sondern hat in erster Linie eine unbeholfene oder
schwächere Partei zu unterstützen, was sich in der Praxis namentlich in einer
verstärkten Fragepflicht und der Aufforderung zur Einreichung fehlender Beweis-
unterlagen ausdrückt. Bei zwei anwaltlich vertretenen Parteien, wie vorliegend,
besteht ein solches Ungleichgewicht und demzufolge eine solche Unterstüt-
zungspflicht seitens des Gerichts nicht. Der Untersuchungsgrundsatz ist im Ver-
fahren betreffend vorsorgliche Massnahmen im Scheidungsverfahren zudem be-
sonders zurückhaltend anzuwenden, da im Massnahmeverfahren gemäss
Art. 272 ZPO an sich der Untersuchungsgrundsatz anzuwenden ist, in der Haupt-
sache (Scheidung) aber gemäss Art. 277 Abs. 1 ZPO der Verhandlungsgrundsatz
gilt (vgl. zum Ganzen z.B. OGer ZH, LY160043 vom 23. Januar 2017, E. 4.2.3).
Der Vorinstanz kann somit vorliegend nicht vorgeworfen werden, den anwaltlich
vertretenen Kläger nicht zur Einreichung von Unterlagen über bereits bezahlte
Unterhaltsbeiträge oder zu deren Bezifferung aufgefordert zu haben. Dass die
Vorinstanz weiter auf eine persönliche Befragung der Parteien verzichtet und so-
gleich den Entscheid gefällt hat, ist in Bezug auf diese Frage der genügenden
Behauptung bzw. Bezifferung der bereits geleisteten Unterhaltsbeiträge sodann ir-
relevant, denn eine Befragung des Klägers zu diesem Thema wurde vom Kläger
- 99 -
im vorinstanzlichen Verfahren erstens nicht beantragt und zweitens stand dem
Kläger im Summarverfahren auch kein weiterer Schriftenwechsel mehr zu.
5.5 Zusammenfassend hätte die Vorinstanz den nicht nur unbegründet, son-
dern auch unbelegt und unbeziffert gebliebenen Antrag des Klägers auf Anrech-
nung der bereits geleisteten Unterhaltszahlungen richtigerweise abweisen müs-
sen. Dementsprechend ist Dispositivziffer 3 des vorinstanzlichen Entscheids im
Sinne der Gutheissung des Berufungsantrages Nr. 1 der Beklagten (act. 2 S. 2)
ersatzlos aufzuheben. Wie bereits unter E. II./A.3.4 angemerkt, hat die Vorinstanz
aber nunmehr im Rahmen des Hauptsacheverfahrens (Scheidung) über die Anre-
chenbarkeit der vom Kläger bereits geleisteten Unterhaltsbeiträge und Hypothe-
karzinsen zu befinden.
III.
Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Vorinstanzliches Verfahren
Die Vorinstanz behielt in Anwendung von Art. 104 Abs. 3 ZPO den Entscheid über
die Kosten- und Entschädigungsfolgen dem Endentscheid vor (act. 5, Dispositiv-
ziffer 5). Mangels Anfechtung hat diese Anordnung bestehen zu bleiben.
2. Berufungsverfahren
2.1 Die Kosten des Berufungsverfahrens sind grundsätzlich nach Obsiegen und
Unterliegen zu verteilen (vgl. Art. 106 ZPO), wobei vorliegend zu berücksichtigen
ist, dass aufgrund der unbestimmten Geltungsdauer der vorsorglichen
Massnahmen ein Unterhaltsbeitrag für sechs (betr. die Beklagte) bzw. fünf (betr.
den Sohn D._) verschiedene Phasen festzusetzen war.
- 100 -
2.2 In den Phasen I - VI betreffend Unterhalt für die Beklagte persönlich haben
der Kläger bzw. die Beklagte wie folgt obsiegt:
Phase Antrag
Kläger
Antrag Be-
klagte
Zugesprochener
Betrag
Ungefähres Verhältnis
Obsiegen / Unterliegen
Phase I 12.12.2015 - 30.04.2016
Fr. 0.– Fr. 8'639.70 Fr. 5'509.50
Bekl. obsiegt zu 3/5
Phase II 01.05.2016 - 30.09.2016
Fr. 0.– Fr. 3'958.90 Fr. 829.50
Kläger obsiegt zu 4/5
Phase III 01.10.2016 - 31.12.2016
Fr. 0.– Fr. 6'100.70 Fr. 1'307.50 Kläger obsiegt zu 4/5
Phase IV 01.01.2017 - 15.10.2017
Fr. 0.– Fr. 7'704.60
Fr. 2'602.40 Kläger obsiegt zu 4/6
Phase V 16.10.2017 - 30.09.2018
Fr. 0.– Fr. 6'887.60
Fr. 3'023.60 Kläger obsiegt zu 7/12
Phase VI ab 01.10.2018
Fr. 0.– Fr. 6'887.60
geschätzt
Fr. 1'688.60
Kläger obsiegt zu 3/4
2.3 In den Phasen I - V betreffend Unterhalt für den Sohn D._ haben der
Kläger bzw. die Beklagte wie folgt obsiegt:
Phase Antrag
Kläger
Antrag Be-
klagte
Zugesprochener
Betrag
Ungefähres Verhältnis
Obsiegen / Unterliegen
Phase I 12.12.2015 - 30.09.2016
Fr. 1'114.– Fr. 1'977.20 Fr. 1'660.15 Beklagte obsiegt zu 2/3
Phase II 01.10.2016 -
Fr. 1'028.– Fr. 1'922.20 Fr. 1'605.15 Beklagte obsiegt zu 2/3
- 101 -
31.12.2016
Phase III 01.01.2017 - 15.10.2017
Fr. 1'283.– Fr. 2'240.70 Fr. 1'847.15 Beklagte obsiegt zu 2/3
Phase IV 16.10.2017 - 31.08.2018
Fr. 1'741.– Fr. 2'686.95 Fr. 1'606.70 Kläger obsiegt zu 7/8
Phase V ab Wiederauf-
nahme Erst-
ausbildung
Fr. 1'741.– Fr. 2'686.95 Fr. 1'356.70 (zzgl. Wohnkosten
von Fr. 500.– ab
Auszug bei Bekl.)
Kläger obsiegt zu 7/8
2.4 Unter Berücksichtigung des Umstandes, dass der Kläger insbesondere in
Bezug auf den Unterhalt für die Beklagte bei langen und damit kostenmässig re-
levanten Phasen zu 3⁄4 obsiegt hat und der Unterhalt für die Beklagte der zentrale
Punkt des vorliegenden Verfahrens bildete, dass die Parteien in Bezug auf den
Unterhalt für D._ insgesamt etwa zur Hälfte obsiegt haben bzw. unterlegen
sind und sich die Berufung der Beklagten gegen Dispositivziffer 4 des vorinstanz-
lichen Entscheids (teilweise Sistierung des Unterhalts für den Sohn D._ für
die Zeit ab dem 1. August 2017 bis zum 31. August 2018) als nicht erfolgreich er-
wiesen hat, obsiegt der Kläger in Bezug auf die unterhaltsrechtlichen Aspekte des
Verfahrens insgesamt zu rund 3⁄4. Da sich die Berufung der Beklagten zwar inso-
weit erfolgreich erwiesen hat, als sie die Aufhebung von Dispositivziffer 3 des vo-
rinstanzlichen Entscheids verlangt hat, der dafür angefallene Aufwand verglichen
mit demjenigen im Zusammenhang mit der Berechnung des Unterhalts aber ver-
nachlässigbar ist, erscheint es angemessen, die Kosten des vorliegenden Verfah-
rens zu 3/4 der Beklagten und zu 1/4 dem Kläger aufzuerlegen. Zudem ist die Be-
klagte ausgangsgemäss zu verpflichten, dem Kläger eine um die Hälfte reduzierte
Parteientschädigung zu bezahlen. Im Übrigen sind die Grundsätze von Art. 111
ZPO zur Liquidation der Prozesskosten zu beachten.
2.5 Sind in einem Verfahren betreffend vorsorgliche Massnahmen im Schei-
dungsprozess – wie vorliegend – lediglich finanzielle Belange zwischen den Ehe-
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gatten strittig, so berechnet sich die mutmassliche Entscheidgebühr nach § 4
Abs. 1 - 3, § 8 Abs. 1 sowie § 12 Abs. 1 und 2 der Gebührenverordnung des
Obergerichts vom 8. September 2010 (GebV OG; vgl. OGer, ZH LY140004, Ver-
fügung vom 25. März 2014). Der Streitwert des Berufungsverfahrens LY170050
(ohne das damit vereinigte Berufungsverfahren LY170052), mit welchem die
grundsätzliche Anpassung der Unterhaltsbeiträge für die Beklagte persönlich so-
wie für den Sohn D._ verlangt wurde, beträgt mindestens Fr. 287'619.10 (vgl.
act. 6, Verfügung betr. Kostenvorschuss vom 4. Dezember 2017, E. 3.4). Dieser
Streitwert ist zufolge des damit vereinigten Berufungsverfahrens LY170052, des-
sen Gegenstand einerseits die Unterhaltsbeiträge für den Sohn D._ für die-
selbe Zeitperiode, andererseits aber auch der Anspruch auf einen tauglichen
Rechtsöffnungstitel bilden, moderat zu erhöhen. Insgesamt ist vorliegend für die
Berufungen LY170050 und LY170052 von einem Streitwert von mindestens
Fr. 300'000.– auszugehen.
2.6 Hieraus resultiert gestützt auf § 4 Abs. 1 sowie § 12 Abs. 1 GebV OG eine
ordentliche Grundgebühr von Fr. 16'750.–. Da sich das Berufungsverfahren als
sehr zeitaufwendig erwiesen hat, ist die ordentliche Gebühr in Anwendung von
§ 4 Abs. 2 um 25% zu erhöhen. Gleichzeit ist jedoch gestützt auf § 4 Abs. 3 GebV
OG und auf § 8 Abs. 1 GebV OG eine Reduktion um 10% und zusätzlich um 25%
vorzunehmen, weshalb die Entscheidgebühr für das Berufungsverfahren insge-
samt auf Fr. 14'100.– festzusetzen ist.
2.7 Die Grundgebühr zur Bemessung der Parteientschädigung bestimmt sich im
Berufungsverfahren danach, was vor der Rechtsmittelinstanz noch im Streit liegt
(§ 13 Abs. 1 AnwGebV). Neben dem Streitwert sind bei der Festsetzung der Ent-
schädigung der notwendige Zeitaufwand, die Schwierigkeit des Falles und die
Verantwortung des Rechtsanwalts zu berücksichtigen (§ 4 Abs. 1 und 2 Anw-
GebV). Bei einem Streitwert von rund Fr. 300'000.– beträgt die ordentliche
Grundgebühr Fr. 19'400.–. Die Grundgebühr ist in Anwendung von § 11 Abs. 2
AnwGebV um einen Zuschlag von 10% zu erhöhen, da der Kläger eine Beru-
fungsantwort zu erstatten hatte. Ausgehend davon und unter Berücksichtigung
von § 4 Abs. 3 (Reduktion um 25% wegen wiederkehrender Leistungen) ist die
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volle Parteientschädigung vorliegend auf rund Fr. 16'000.– zuzüglich Mehrwert-
steuer festzusetzen. Da die Berufungsschriften noch im November 2017 erstattet
wurden, somit noch unter Geltung des bisherigen Mehrwertsteuersatzes von 8%,
die Berufungsantworten, die Instruktions- / Vergleichsverhandlung und weitere
kurze Eingaben jedoch unter dem seit dem 1. Januar 2018 geltenden Mehrwert-
steuersatz von 7.7% erfolgten, rechtfertigt es sich, die geschuldete Parteient-
schädigung je zur Hälfte zuzüglich 7.7% Mehrwertsteuer bzw. zuzüglich 8%
Mehrwertsteuer zuzusprechen. Dementsprechend ist die Beklagte zu verpflichten,
dem Kläger eine reduzierte (halbe) Parteientschädigung von Fr. 8'000.–, zuzüg-
lich Mehrwertsteuer von 7.7% auf Fr. 4'000.– und zuzüglich Mehrwertsteuer von
8% auf Fr. 4'000.– auszurichten.