Decision ID: 5a62b59b-3eb1-589b-b433-a0b146415bed
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
S._,
Beschwerdeführer,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Versicherungsleistungen
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St.Galler Gerichte
Sachverhalt:
A.
A.a Der 1945 geborene S._ erlitt am 1. Juni 1967 während des Militärdienstes einen
Unfall, indem er beim Transport einer Munitionskiste stolperte und nach vorne stürzte
(MV-act. 2). Er zog sich dabei einen Meniskuskantenabriss am rechten Kniegelenk
sowie eine Risswunde und eine Kontusion am rechten Ringfinger zu (MV-act. 5, 6). Am
3. Oktober 1967 wurde im Kantonsspital Uznach eine Meniskektomie rechts
durchgeführt (MV-act. 13). Im Rahmen von Nachuntersuchungen im Februar und Mai
1970 wurde neben einer Kreuzbandinsuffizienz mit weicher vorderer Schublade eine
beginnende Arthrose festgestellt (MV-act. 38, 39). Die Militärversicherung erbrachte für
den Unfall vom 1. Juni 1967 die gesetzlichen Leistungen (MV-act. 46).
A.b Im Februar 2003 meldete sich der gegen die Folgen von Berufs- und
Nichtberufsunfällen bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva)
versicherte S._ aufgrund zunehmender Schmerzen in beiden Knien bei der Suva
(Suva-act. 4). Am 26. August 2003 fand eine kreisärztliche Untersuchung durch Dr.
med. A._ statt. Im gleichentags erstellten Untersuchungsbericht (Suva-act. 25) führte
Dr. A._ aus, der Versicherte leide einerseits an Beschwerden im Sinn eines
Panvertebralsyndroms bei Wirbelsäulenfehlstatik und degenerativen
Wirbelsäulenveränderungen sowie radiologisch densitometrisch und histologisch
bestätigter Osteoporose (vgl. dazu Suva-act. 1, 2, 3, 30). Diese Beschwerden ständen
nicht mit einem bei der Suva versicherten Unfall in Zusammenhang. Des weiteren
bestehe eindrucksmässig eine Gonarthrose beidseits. Rechtsseitig gehe die
Gonarthrose auf einen bei der Militärversicherung versicherten Unfall aus dem Jahr
1967 zurück. Röntgenbilder ständen nicht zur Verfügung. Was das linke Knie
anbelange, habe der Versicherte laut eigenen Angaben im Jahr 1973 einen
Nichtbetriebsunfall mit Aussenmeniskusläsion und Seitenbandläsion erlitten, die im
Spital Uznach operativ behandelt worden seien. Falls die Suva damals für diesen Unfall
und die operative Behandlung aufgekommen sei, müsse die linksseitige Gonarthrose
zumindest teilweise damit in Zusammenhang gebracht werden, was die Zuständigkeit
der Suva zur Folge hätte (Suva-act. 25). Abklärungen der Suva beim Spital Uznach
ergaben, dass beim Versicherten am 11. Dezember 1998 eine Arthroskopie am linken
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Knie sowie eine Teilresektion des lateralen Meniskus vorgenommen worden waren
(Suva-act. 31, 32). Am 6. November 2003 berichtete Dr. A._, dass der
Nichtbetriebsunfall im Jahr 1976 stattgefunden habe; die Suva sei damals
kostenpflichtig gewesen. Die Übernahme des Rückfalls bezüglich des linken Knies
gehe demzufolge in Ordnung (Suva-act. 33). Am 6. Juli 2004 fand im Spital Wetzikon
auf Zuweisung von Dr. A._ eine radiologische Untersuchung des linken Kniegelenks
des Versicherten statt, die eine beginnende Gonarthrose sowie eine beginnende
Retropatellararthrose, jedoch keine Anhaltspunkte für frische traumatische ossäre
Läsionen zeigte (Suva-act. 49). Gestützt auf das Untersuchungsergebnis führte Dr.
A._ im Bericht vom 12. Juli 2004 aus, dass die leichte Pangonarthrose noch keinen
Anspruch auf eine Integritätsentschädigung begründe. Wenn man allerdings eine
längerfristige Verschlimmerung infolge Progredienz der degenerativen Veränderungen
mitberücksichtige, könne der Integritätsschaden entsprechend einer knapp mässig
ausgeprägten Pangonarthrose nach der Suva-Feinrastertabelle 5.2 (Integritätsschaden
bei Arthrosen) auf 10% geschätzt werden. Die Behandlung könne, was das linke
Kniegelenk anbelange, unter Wahrung des Rückfallmelderechts abgeschlossen werden
(Suva-act. 50). Mit Verfügung vom 14. Juli 2004 sprach die Suva dem Versicherten eine
Integritätsentschädigung für einen Integritätsschaden von 10% zu (Suva-act. 52).
A.c Am 13. April 2007 meldete der Versicherte erneut Schmerzen im linken Knie
(Suva-act. 59), deretwegen er bereits am 8. März 2007 in der Rosenklinik am See,
Rapperswil, von Dr. med. B._, Orthopädische Chirurgie FMH, untersucht worden war
(Suva-act. 60). Am 31. Mai 2007 fand eine kreisärztliche Untersuchung durch Dr. med.
C._ statt (Suva-act. 64). Nach Eingang eines neurologischen Untersuchungsberichts
von D._, Fachärztin für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, vom 24. Juli
2007 (Suva-act. 67), erstattete der Kreisarzt am 31. Juli 2007 nochmals einen kurzen
Bericht, in dem er darlegte, das linke Kniegelenk werde letztendlich nicht ursächlich für
die bestehende Schmerzsymptomatik gesehen, weshalb für die Suva aktuell keine
weitere Leistungspflicht bestehe (Suva-act. 69).
A.d Mit Verfügung vom 15. August 2007 stellte die Suva die Versicherungsleistungen
für die Folgen des Unfalls vom 24. Juli 1976 per 15. August 2007 ein. Die neurologische
Untersuchung vom 24. Juli 2007 gehe zu Lasten der Krankenkasse. Auf Grund der
vorliegenden medizinischen Unterlagen seien die aktuellen Beschwerden nicht mehr
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unfallbedingt, sondern ausschliesslich krankhafter Natur. Der Zustand, wie er sich auch
ohne den Unfall vom 26. April 1976 eingestellt hätte (Status quo sine) sei erreicht
(Suva-act. 71).
B.
B.a Am 20. August 2007 gab der Versicherte eine Einsprache gegen die Verfügung
vom 15. August 2007 zu Protokoll (Suva-act. 73). Gleichentags erhob auch die Helsana
als Krankenversicherer des Versicherten vorsorglich Einsprache (Suva-act. 74), zog
diese jedoch nach Einsicht in die Akten am 18. September 2007 wieder zurück (Suva-
act. 76).
B.b Mit Entscheid vom 14. November 2007 wies die Suva die Einsprache ab (Suva-
act. 80).
C.
C.a Gegen diesen Entscheid erhob S._ am 4. November 2007 bei der Suva erneut
Einsprache (recte: Beschwerde). Die Suva leitete die Eingabe am 17. Dezember
zuständigkeitshalber an das kantonale Versicherungsgericht weiter (vgl. Art. 30 und
Art. 58 Abs. 3 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
C.b In der Beschwerdeantwort vom 25. Januar 2008 beantragte die Suva Abweisung
der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei.
C.c Mit Replik vom 15. Februar 2008 äusserte sich der Beschwerdeführer zur
Beschwerdeantwort. Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer
Duplik.

Erwägungen:
1.
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1.1 Im vorliegenden Fall ist streitig, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht per 15.
August 2007 einen Kausalzusammenhang zwischen den ihr vom Beschwerdeführer am
13. April 2007 gemeldeten Schmerzen im linken Knie und dem Unfallereignis im Jahr
1976 verneint und ihre Leistungen eingestellt hat oder ob sie dem Beschwerdeführer
über dieses Datum hinaus Versicherungsleistungen zu erbringen hat.
1.2 Die Beschwerdegegnerin macht in formeller Hinsicht geltend, die
Beschwerdeschrift des Beschwerdeführers genüge den Eintretensvoraussetzungen von
Art. 61 lit. b ATSG nicht. Es fehle eine korrekte Auseinandersetzung mit den
Erwägungen des Einspracheentscheids, weshalb das Gericht von Amtes wegen zu
prüfen habe, ob auf die Beschwerde überhaupt eingetreten werden könne.
Gemäss Art. 61 lit. b ATSG muss die Beschwerde eine gedrängte Darstellung des
Sachverhalts, ein Rechtsbegehren und eine kurze Begründung enthalten. Die formellen
Anforderungen an eine Beschwerde sind grundsätzlich gering (Kieser, ATSG-
Kommentar, Art. 61 Rz 37) und können in Bezug auf die Eingabe des
Beschwerdeführers vom 4. November 2007 als erfüllt betrachtet werden. Mit der
Beschwerde wird ausdrücklich der Einspracheentscheid vom 14. November 2007
angefochten, in dem der Sachverhalt ausführlich dargestellt ist. Sinngemäss darf damit
davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer seinerseits von diesem
Sachverhalt ausgeht. In Bezug auf das Rechtsbegehren wird vorausgesetzt, dass der
Wille der Beschwerde führenden Partei erkennbar wird, die sie betreffende Rechtslage
zu ändern. Das Rechtsbegehren muss nicht ausdrücklich formuliert sein, sondern kann
auch der Begründung entnommen werden (Kieser, a.a.O., Art. 61 Rz 39). Der
vorliegenden Beschwerde ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer in Bezug auf
seine gesundheitlichen Probleme mit dem linken Knie weitere Versicherungsleistungen
der Beschwerdegegnerin verlangt (vgl. Ziff. 1 der Beschwerde). Zudem ergibt sich aus
der Beschwerde, dass der Beschwerdeführer die Kausalität zwischen den fraglichen
Beschwerden am linken Knie und dem Unfall im Jahr 1976 nach wie vor als gegeben
erachtet (vgl. Ziff. 4 der Beschwerde; Kieser, a.a.O., Art. 61 Rz 40). Unter diesen
Umständen kann auf die Beschwerde, soweit sie die Beschwerden im linken Knie
betrifft, eingetreten werden. Nicht Gegenstand des angefochtenen
Einspracheentscheids und damit auch nicht Streitgegenstand des vorliegenden
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Verfahrens bilden allfällige Beschwerden im rechten Knie. Diese würden unstreitig zu
Lasten der Militärversicherung gehen.
2.
2.1 Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Einspracheentscheid die
Bestimmungen über die Leistungspflicht des Unfallversicherers nach Art. 6 des
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) zutreffend dar. Gleiches
gilt in Bezug auf die Ausführungen über die gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG geltende
Voraussetzung des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis
und dem Gesundheitsschaden (BGE 129 V 181 f. E. 3 mit Hinweisen). Die
Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im weiteren voraus, dass zwischen dem
Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang
besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines
Erfolgs zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der
allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des
eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolgs also durch das Ereignis
allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 E. 3.2; BGE 125 V 461 E. 5a mit
Hinweisen). Vorliegend steht fest, dass die Beschwerdegegnerin mit der Ausrichtung
von Leistungen ursprünglich die Unfallkausalität, das heisst sowohl den natürlichen wie
den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 26. April 1976
und den nachfolgenden Beschwerden im linken Kniegelenk anerkannt hat. Mit der
Einstellung der Leistungspflicht per 15. August 2007 für die im April 2007 erneut
gemeldeten Beschwerden im linken Knie erachtet sie diese als nicht mehr kausal zum
Unfallgeschehen bzw. die kausale Bedeutung als dahingefallen. Bei der Prüfung des
Dahinfallens der Leistungspflicht des Unfallversicherers genügt es für das Fortbestehen
des natürlichen Kausalzusammenhangs, dass der Unfall für die gesundheitliche
Störung immer noch eine Teilursache darstellt. Die einmal anerkannte Leistungspflicht
des Unfallversicherers entfällt erst, wenn der Unfall in keiner Weise mehr die natürliche
oder adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur
noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Das Dahinfallen der
kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss
mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit gänzlich fehlender
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Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine
anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast beim Unfallversicherer
(RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b).
2.2 Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
der Experten begründet sind. Insofern darf das Gericht in seiner Beweiswürdigung
grundsätzlich auch Gutachten folgen, welche die Suva im Administrativverfahren
einholt, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise
sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc; RKUV 2000 Nr. U 377 S. 186 E. 4a).
2.3 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach hat die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für
die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen.
Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt, er findet sein Korrelat in den
Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 122 V 158 E. 1a, 121 V 210 E. 6c, je mit
Hinweisen). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinn der
Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess tragen
mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Fall der
Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem
unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift
allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des
Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu
ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu
entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen).
3.
3.1 Im vorliegenden Fall ist unbestritten, dass beim Beschwerdeführer im Rahmen
einer radiologischen Untersuchung im Spital Wetzikon am 6. Juli 2004 eine leichte
Gonarthrose im Bereich des linken Kniegelenks mit degenerativen Veränderungen in
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allen Kompartimenten erhoben wurde (Suva-act. 49). Die Gonarthrose wurde von
Kreisarzt Dr. A._ als Folge einer beim Unfall im Jahr 1976 erlittenen Aussenmeniskus-
und Seitenbandläsion links eingestuft (Suva-act. 47, 50). Dr. A._ schätzte den
Integritätsschaden unter Berücksichtigung einer längerfristigen Verschlimmerung
infolge Progredienz der degenerativen Veränderungen auf 10% (Suva-act. 50, 51). Mit
Verfügung vom 14. Juli 2004 wurde dem Beschwerdeführer eine entsprechende
Integritätsentschädigung zugesprochen (Suva-act. 52). Streitig im vorliegenden
Prozess ist, ob die vom Beschwerdeführer am 13. April 2007 gemeldeten Schmerzen
im linken Knie auch über den 15. August 2007 hinaus noch auf das Unfallereignis im
Jahr 1976 zurückzuführen sind. Laut Angaben des Beschwerdeführers tritt der fragliche
Schmerz meist in Ruhe beim Sitzen oder nachts im Liegen auf und hat den Charakter
eines stromartig plötzlich einschiessenden Schmerzes. Dieser könne sich bis zu 20 Mal
repetitiv in kurzer Zeit wiederholen und reiche ungefähr von der Mitte der
Oberschenkelinnenseite ausstrahlend bis zum Unterschenkel, lokalisiere sich aber
verstärkt an der Innenseite des linken Kniegelenks. Daneben bestehe im linken
Kniegelenk ein belastungsabhängiger Schmerz, der bereits seit längerer Zeit ungefähr
im gleichen Ausmass vorhanden sei (Suva-act. 64).
3.2 Dr. B._ hielt im Bericht vom 14. März 2007 fest, der Beschwerdeführer sei von
Seiten seines linken Kniegelenks trotz seiner Vorgeschichte (Status nach offener
lateraler Meniskektomie nach Knietrauma links 1976) bis Ende 2006 weitgehend
beschwerdefrei gewesen. Seit einem Sturz im Januar 2006 auf das Gesäss, gefolgt von
einer zunehmenden Schwellung im linken Knie, klage er über belastungsabhängige
Schmerzen. Klinisch zeige der Beschwerdeführer ein hinkfreies Gangbild. Das linke
Kniegelenk weise einen diskreten Erguss auf. Die Motilität sei unwesentlich
eingeschränkt. Die Gelenkspalten seien druckempfindlich. Lateral zeige sich zusätzlich
ein Rotationsschmerz. Radiologisch sei der laterale Gelenkspalt etwas verschmälert. In
beiden Kompartimenten erkenne man Meniskusverkalkungen. Bei der
Einbeinaufnahme unter Belastung in 10° Flexion komme es lateral zu einer deutlichen
Gelenkspaltverschmälerung. In dieser Projektion zeige sich ein grosser Osteophyt am
lateralen Femurcondylus. Die aktuelle Schmerzsymptomatik im linken Knie interpretiere
er als aktivierte posttraumatische Valgusgonarthrose bei Chondrocalzinose bei Zustand
nach lateraler Meniskektomie nach einem Unfall im Jahr 1976. Die Indikation für eine
arthroskopische Gelenktoilette sei im Augenblick relativ. Es sei ein abwartendes
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Vorgehen zu empfehlen. Zur Entlastung des lateralen Gelenkkompartiments sei ein
konservativer Therapieversuch mit einem MBT-Schuh gestartet worden. Sollte sich die
Situation nicht beruhigen, wäre eine arthroskopische Gelenktoilette zu empfehlen
(Suva-act. 60). Der Kreisarzt Dr. C._ hielt in seinem Untersuchungsbericht vom 31.
Mai 2007 fest, ab Januar 2007 habe sich eine Schmerzsymptomatik im linken Bein
entwickelt, die von ihrer Art und Weise am ehesten mit einem radikulären Symptom zu
vereinbaren sei, auch wenn lokal eine Auslösbarkeit des Schmerzes bestehe, die er
nicht erklären könne. Die neu aufgetretene und nach Feststellung einer lumbalen
Bandscheibenhernie nachgewiesene Schmerzsymptomatik am linken Bein könne er
nicht mit der röntgenologisch nachweisbaren Gonarthrose im lateralen Kompartiment
femorotibial in Übereinstimmung bringen. Bezüglich dieser empfehle er wie Dr. B._
ein eher zuwartendes Vorgehen. Die neu und separat von den langjährig bestehenden
Schmerzen am Kniegelenk aufgetretene Symptomatik sollte zu Lasten der
Krankenversicherung neurologisch abgeklärt werden (Suva-act. 64). Am 24. Juli 2007
führte D._ eine neurologische Untersuchung durch. Sie diagnostizierte unter anderem
einen Zustand nach Aussenband- und Meniskusoperation linkes Knie 1973 sowie einer
anamnestisch depressiven Episode und stellte die Verdachtsdiagnose einer
somatoformen Schmerzstörung. Die vom Beschwerdeführer beschriebene
neuropathisch anmutende Kausalgie im Bereich der Knieinnenseite mit
elektrisierenden, Sekunden anhaltenden heftigsten Schmerzen entspreche keiner
radikulären Ausfallsymptomatik. Motorisch zeige sich aktuell kein Defizit. Darüber
hinaus klage der Beschwerdeführer über eine anhaltende Schmerzsymptomatik am
ganzen Körper mit multiplen, wiederholt auftretenden und wechselnden körperlichen
Symptomen. Der Verlauf dieser Störung habe bereits im jungen Erwachsenenalter
begonnen und sei chronisch fluktuierend verlaufen. Die Beschwerden hätten bislang
nicht allein durch einen physiologischen Prozess erklärt werden könne, sodass
zusätzlich von einer chronischen somatoformen Schmerzstörung mit einer depressiven
Entwicklung auszugehen sei (Suva-act. 67). Aus dieser Beurteilung schloss Dr. C._
am 31. Juli 2007, dass die neurologische Untersuchung keine eindeutige Zuordnung
der neuropathisch anmutenden Schmerzsymptomatik erbracht und zur
Verdachtsdiagnose einer somatoformen Schmerzstörung geführt habe. Da das linke
Knie nicht ursächlich für die bestehende Schmerzsymptomatik gesehen worden sei,
bestehe für die Suva in diesem Fall keine weitere Leistungspflicht mehr (Suva-act. 69).
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3.3 In Bezug auf den Bericht von Dr. B._ ist zunächst festzuhalten, dass seine
Aussagen betreffend Ursächlichkeit und Therapiemassnahmen - abgesehen vom
Hinweis auf einen schmerzfreien Zeitraum - insgesamt auf einen kausalen
Zusammenhang zwischen der fraglichen Schmerzsymptomatik und der Gonarthrose im
Bereich des linken Kniegelenks hinweisen. Insbesondere deutet aber auch der von ihm
neu erhobene grosse Osteophyt als fehllaufender Versuch des Körpers, die
Auflagefläche eines arthrotischen Gelenks zu verbreitern und damit den Auflagedruck
zu mindern (http://de.wikipedia.org/wiki/Osteophyt), auf eine Veränderung des Verlaufs
der Gonarthrose im Bereich des linken Kniegelenks hin (vgl. auch Alfred M. Debrunner,
Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl., Bern 2002, S. 58, 583, 587, 853).
Demgegenüber erachtet Dr. C._ die neu geklagten Schmerzen als offensichtlich nicht
arthrotisch bedingt, sondern mit einem radikulären Symptom vereinbar. Grundsätzlich
läge damit eine Tatsache vor, die gegen eine Unfallkausalität sprechen würde. Die
neurologische Untersuchung ergab dann normale Befunde, womit die Frage nach der
Ursache der neu geklagten Schmerzen offen bleibt. Da die neurologische
Untersuchung im Zeitpunkt der kreisärztlichen Beurteilung von Dr. C._ noch
ausstehend war, enthält der kreisärztliche Untersuchungsbericht in Bezug auf die neue
Schmerzsymptomatik keine weitergehenden Erkenntnisse. Im übrigen verneint Dr.
C._ in seiner Beurteilung nicht, dass von Seiten der Gonarthrose keine
Schmerzfreiheit besteht. Offenbar besteht auch nach wie vor der belastungsabhängige
Schmerz am linken Kniegelenk, für den Dr. C._ die Gonarthrose als Ursache nicht in
Frage stellt. Ob sich diesbezüglich inzwischen eine arthroskopische Gelenktoilette
aufdrängt (vgl. Suva-act. 60), ist offen. D._ hält im Übrigen fest, dass die
Schmerzsymptomatik keiner radikulären Ausfallssymptomatik entspreche. Weder die
Schmerzen noch die sensiblen Ausfallerscheinungen seien hiermit vereinbar. Die von
ihr gestellte Verdachtsdiagnose einer somatoformen Schmerzstörung mit einer
anamnestisch depressiven Entwicklung bezieht sich sodann nicht auf die neue
Schmerzsymptomatik, sondern auf die darüber hinaus geklagte anhaltende
Schmerzsymptomatik am ganzen Körper, deren Verlauf bereits im jungen
Erwachsenenalter des Beschwerdeführers begonnen habe und chronisch fluktuierend
verlaufen sei. Insofern überzeugt schliesslich wiederum die Kurzbeurteilung von Dr.
C._ nicht, der die neuropathisch anmutende Schmerzsymptomatik mit der
vorgenannten Verdachtsdiagnose in Zusammenhang bringt. Soweit die
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Beschwerdegegnerin geltend machen will, hinsichtlich der linksseitigen
Kniegelenkbeschwerden sei der Status quo sine eingetreten bzw. der Zustand, wie er
sich ohne den Unfall vom 26. April 1976 eingestellt hätte (vgl. Suva-act. 71), ist
festzuhalten, dass sich diese Schlussfolgerung den medizinischen Akten nicht
entnehmen lässt.
3.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass aufgrund der medizinischen Akten keine
hinreichende Klarheit darüber besteht, ob die (Teil-)Kausalität zwischen den am 13.
April 2007 gemeldeten Schmerzen im linken Knie und dem Unfallereignis von 1976 per
15. August 2007 (Datum der Leistungseinstellung) tatsächlich mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit dahingefallen ist. Die medizinischen Akten genügen für den Beweis
eines vollständigen Dahinfallens der Unfallkausalität nicht. Die Streitsache ist daher an
die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie eine neue umfassende
medizinische Begutachtung - zweckmässigerweise bei externen Sachverständigen -
veranlasse, mit der die Frage zu beantworten ist, ob über den 15. August 2007 hinaus
Ursachen des Unfalls von 1976 die aktuelle Schmerzsymptomatik im linken Knie
bewirken.
4.
Bezüglich des im neurologischen Untersuchungsbericht von D._ diagnostizierten
psychischen Beschwerdebilds (Suva-act. 67: Verdacht auf somatoforme
Schmerzstörung, anamnestisch depressive Episode), kann vorweg genommen werden,
dass die entsprechenden Ausführungen in keiner Weise für eine natürliche Kausalität
zwischen diesem Gesundheitsschaden und dem Unfallereignis im Jahr 1976 sprechen.
In Übereinstimmung mit den Erwägungen im angefochtenen Einspracheentscheid ist
im Übrigen aber ohnehin festzustellen, dass die Adäquanz nicht gegeben wäre
(Erwägung Ziff. 3).
5.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
Einspracheentscheids vom 14. November 2007 teilweise gutzuheissen und die
Streitsache zur Durchführung ergänzender medizinischer Abklärungen über die
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Kausalität der Beschwerden am linken Knie an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Der
Beschwerdeführer hat praxisgemäss keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung
(BGE 123 V 290 E. 10).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG