Decision ID: 3a041a6a-705b-40af-9301-0d9944bd5fd4
Year: 2016
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherter) war seit 1. Mai 1994 als Mitarbeiter Produktion
bei der B._ AG angestellt und dadurch bei der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am
27. August 2009 prallte der Versicherte beim Transport von Material an einen kleinen
Transportwagen und verletzte sich am Bein. Daraufhin entzündete sich der
angeschlagene rechte Unterschenkel (Suva-act. I 1 und 5). Die bei einer MR-
Untersuchung der Uniklinik Balgrist am 23. Februar 2010 erhobenen Befunde waren
vereinbar mit einer beginnenden Osteomyelitis (Suva-act. I 4). Daher verwies die
Uniklinik Balgrist den Versicherten an das Universitätsspital Zürich (USZ) weiter (Suva-
act. I 1f.). Am 16. Juni 2010 wurde eine Operation des rechten Unterschenkels (Haut-
Exzision, Dekortizieren von Tibia anterior rechts und freier Latissimus dorsi Lappen
vom Rücken links zum Unterschenkel rechts; vgl. Suva-act. I 7) in der Klinik für
Wiederherstellungschirurgie des USZ durchgeführt. Der Hausarzt des Versicherten,
Dr. med. C._, Facharzt für Allgemeinmedizin, bescheinigte diesem eine volle
Arbeitsunfähigkeit bis auf weiteres (Suva-act. I 5). Am 9. Juli 2010 trat der Versicherte
aus dem USZ aus (Suva-act. I 11, 14). Die Suva anerkannte ihre Leistungspflicht (Suva-
act. I 10, 17f.).
A.b Im Austrittsbericht vom 9. Juli 2010 wurde bei Diagnose einer gemischt
ängstlich-depressiven Anpassungsstörung (ICD-10 F43.22) über den Beginn einer
antidepressiven Therapie berichtet (Suva-act. I 14). Vom 19. August 2010 bis
1. September 2010 wurde eine stationäre Rehabilitation in der Klinik D._
durchgeführt (Suva-act. I 26).
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A.c Seit 23. September 2010 befand sich der Versicherte in psychiatrischer
Behandlung im Psychiatrie-Zentrum E._ in F._ (Suva-act. I 41). Dr. med. G._,
Facharzt Chirurgie FMH, Oberarzt der Uniklinik Balgrist, empfahl im Bericht vom
29. April 2011 trotz der Restbeschwerden im Bereich des rechten Unterschenkels
wenigstens eine teilzeitliche Aufnahme der Arbeit, nachdem die Kontrolle einen
regelrechten Verlauf ohne Hinweise auf eine Infektion gezeigt hatte (Suva-act. I 53).
A.d Bei der kreisärztlichen Untersuchung vom 8. Juli 2011 (Suva-act. I 66) hielt
Dr. med. H._, Facharzt FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation, fest, es
liege ein ausgedehntes, komplexes, mit Unfallfolgen auf somatischer Ebene nicht
erklärbares Beschwerdebild nach Kontusion des rechten Unterschenkels mit
Osteomyelitis des rechten distalen Unterschenkels nach Unterschenkelfraktur mit
offener Wundheilung vor vielen Jahren vor. Auf somatischer Ebene sei ein Endzustand
erreicht.
A.e Am 17. August 2011 erlitt der Versicherte einen Treppensturz und verletzte sich
dabei an der rechten Schulter (Suva-act. II 1).
A.f Im Arztbericht vom 13. Dezember 2011 (Suva-act. I 98) sah der Operateur der
Unterschenkeloperation, Dr. med. I._, Facharzt für Plastische, Rekonstruktive und
Ästhetische Chirurgie, Facharzt FMH für Handchirurgie, von Seiten der plastischen
Chirurgie keine Indikation zur Intervention bei schön eingeheilter und integrierter
Lappenplastik. Abgesehen von einer Druckdolenz prätibial und einem fraglichen Tinel-
Zeichen von medial nach ventral sei das Bein unauffällig. Eine allfällige
Schmerzmedikation könne durch die Psychiatrie in F._ aufgebaut werden.
A.g Im Bericht vom 19. Januar 2012 (Suva-act. II 7f.) stellte Dr. med. J._, Facharzt
FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
Universitätsklinik Balgrist, die Diagnose einer Rotatorenmanschettenruptur rechts. Der
Versicherte habe zudem über Rückenschmerzen berichtet. Obwohl eine Indikation zur
Rekonstruktion gegeben wäre, sei aufgrund der Mobilisierung an zwei Gestöcken
zuzuwarten und eine infiltrative Therapie vorzunehmen. Daraufhin wurden mehrere
glenohumerale Infiltrationen durchgeführt (vgl. Suva-act. II 10, 29, 55).
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A.h Gemäss Bericht vom 23. Februar 2012 (Suva-act. I 130) der auf Fuss/
Sprunggelenk spezialisierten Ärzte der Universitätsklinik Balgrist bestanden keine
Zeichen für ein Osteomyelitis-Rezidiv und es waren vorerst keine weiteren Kontrollen
mehr vorgesehen. In Bezug auf die Rückenproblematik sahen die
Wirbelsäulenspezialisten der Universitätsklinik Balgrist im Bericht vom 28. Februar
2012 die altersbedingte multisegmentale Degeneration der Lendenwirbelsäule als
unfallfremden Faktor an, der im Heilungsverlauf mitspiele (Suva-act. I 129). Bei einer
MRI-Aufnahme der Lendenwirbelsäule vom 10. Februar 2012 (Suva-act. I 128) waren
eine mittelschwere Spinalkanalstenose L2/L3 und eine Nervenwurzelkompression L5
beidseits im Segment L4/5 zur Darstellung gekommen.
A.i Kreisarzt Dr. H._ sah bei der Beurteilung vom 28. März 2012 am rechten
Unterschenkel keine erheblichen und bleibenden Schädigungen durch das
Unfallereignis, welche einer Integritätsentschädigung bedürften (Suva-act. I 135).
A.j Gemäss Bericht vom 9. Mai 2012 (Suva-act. I 191-38ff./43) fand Prof. Dr. med.
K._, Chefarzt und Direktor der Universitätsklinik Balgrist, neurographisch und klinisch
keinen Anhalt für eine Polyneuropathie.
A.k Dr. med. L._, Facharzt für Chirurgie FMH, Kreisarzt-Stellvertreter, führte am
8. Juni 2012 eine kreisärztliche Untersuchung durch und hielt fest, in Bezug auf den
rechten Unterschenkel bestehe soweit beurteilbar ein sehr schönes Ergebnis, das keine
(Stock-)Entlastung rechtfertigen würde (Suva-act. I 147). Bei der Rückenproblematik
verwies er auf die vorbestehenden degenerativen Veränderungen, die nicht im
Zusammenhang mit dem Treppensturz vom 17. August 2011 stehen könnten. Eine
objektive Untersuchung der Schulter sei nicht möglich. Er empfahl dem Versicherten
die Durchführung einer stationären Rehabilitation in der Rehaklinik Bellikon.
A.l Aufgrund von Verwirrtheit, Wortfindungsstörungen und örtlicher Desorientiertheit
des Versicherten wurde die ab 4. Juli 2012 geplante stationäre Rehabilitation in der
Rehaklinik Bellikon nicht durchgeführt. Ein stationärer Aufenthalt auf der Neuro-
Rehabilitation sei gegebenenfalls nach Einleitung der neurologischen und
Vervollständigung der neuropsychologischen und psychiatrischen Diagnostik zu
erwägen (Suva-act. I 150, 155).
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A.m In Bezug auf die Schulterproblematik äusserte sich Dr. L._ am 30. August 2012
(Suva-act. II 31) dahingehend, dass aufgrund der spärlichen nicht objektivierbaren
Befunde nicht bestimmt werden könne, ob und inwieweit ein Integritätsschaden
vorliege, der die Erheblichkeitsgrenze erreiche. Auf die Länge sei eine Schulter mit
derartigen Befunden für Überkopfarbeiten, Arbeiten über Kopf mit Abstützfunktionen
sowie für häufige Rotationsbewegungen und Arbeiten mit vibrierenden oder
Vibrationen erzeugenden Maschinen eingeschränkt. Für alle Arbeiten auf Brust- und
Bauchhöhe bestehe keine Einschränkung. Unter Berücksichtigung dieser Behinderung
sei dem Versicherten ein ganztätiger Arbeitseinsatz zumutbar.
A.n Am 15. Oktober 2012 teilte die Suva dem Versicherten mit, sie werde die
Heilbehandlungskosten per sofort und die Taggeldleistungen per 31. Oktober 2012
einstellen (Suva-act. I 171). Eine Integritätsentschädigung sei gemäss Beurteilung von
Dr. L._ nicht geschuldet.
A.o Mit Verfügung vom 17. Oktober 2012 (Suva-act. I 172) verneinte die Suva bei
einer unfallbedingten Erwerbseinbusse von 7.47% einen Rentenanspruch des
Versicherten. Da keine erhebliche Schädigung der körperlichen Integrität vorliege, seien
die Voraussetzungen für eine Integritätsentschädigung nicht erfüllt.
A.p Dagegen liess der Versicherte am 8. November 2012 Einsprache (Suva-
act. I 175) mit Begründung vom 10. Dezember 2012 (Suva-act. I 179) erheben.
A.q Die IV-Stelle des Kantons St. Gallen liess der Suva ein polydisziplinäres
Gutachten der Ärztliches Begutachtungsinstitut GmbH (ABI) Basel vom 4. März 2013
zukommen (Suva-act. I 190f.). Darin wurden als Diagnosen mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit chronische Beschwerden der rechten Körperhälfte, ein chronisches
lumbovertebrales Schmerzsyndrom, chronische Schulterbeschwerden unter Betonung
der dominanten rechten Seite und eine leichte bis mittelgradige depressive Episode
gestellt. Aus interdisziplinärer Sicht kamen die ABI-Gutachter zum Schluss, dass in
körperlich mittelschweren bis schweren, belastenden beruflichen Tätigkeiten sowie in
der angestammten Tätigkeit keine zumutbare Arbeitsfähigkeit mehr bestehe. Für
körperlich leichte, angepasste Tätigkeiten bestehe eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit
von 80%. Das Pensum könne vollschichtig umgesetzt werden mit reduziertem
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Rendement. Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für körperlich mittelschwer bis
schwer belastende berufliche Tätigkeiten gelte seit der am 17. August 2011 erlittenen
Schulterkontusion. Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20% für körperlich
leichte, angepasste Tätigkeiten, welche aus psychiatrischer Sicht bestehe, könne mit
Sicherheit ab Dezember 2012 bestätigt werden, sei aber wahrscheinlich ab September
2012 anzunehmen. Innert der von der Suva daraufhin eingeräumten Frist für eine
allfällige Ergänzung oder den Rückzug der Einsprache liess sich der Versicherte
vernehmen und reichte eine E-Mail von Dr. J._ ein (Suva-act. II 64, 72 und 73).
A.r Am 30. Juli 2013 wurde von der Suva eine chirurgische Untersuchung des Ver
sicherten durchgeführt (Suva-act. I 211). Dabei hielt Kreisarzt Dr. med. M._, Facharzt
für Chirurgie FMH, fest, grundsätzlich habe weder auf der Grundlage der klinischen
Untersuchung noch der vorhandenen Bildgebung eine Funktionseinschränkung oder
Pathologie an den unteren Gliedmassen objektiviert werden können, welche den
Gebrauch von Unterarmgehstöcken begründen könnte. Das Resultat der operativen
Eingriffe am Unterschenkel sei als sehr gut zu qualifizieren. Ein ganztägiger
Arbeitseinsatz sei dem Versicherten in einer adaptierten Tätigkeit unter
Berücksichtigung der objektivierbaren Unfallfolgen am Schultergelenk und am
Unterschenkel zumutbar. Bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung der ABI-Gutachter sei die
Wirbelsäulenproblematik wesentlich mitberücksichtigt worden. Diese stehe nicht in
natürlichem Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis. Weder am Schultergelenk
noch am Unterschenkel seien bis dato tatsächlich unfallbedingte Schädigungen der
Integrität objektivierbar.
A.s Nach einer Computertomographie (CT)-Untersuchung vom 16. August 2013
(Suva-act. I 213) und einer Magnetresonanztherapie (MRT)-Untersuchung vom
27. August 2013 des rechten Unterschenkels (Suva-act. I 217) bestätigte Dr. M._ am
16. Oktober 2013 (Suva-act. I 221), dass ein unfallkausaler Integritätsschaden am
rechten Unterschenkel des Versicherten nicht objektivierbar sei. Mit ärztlicher
Beurteilung vom 26. November 2013 (Suva-act. I 225) sah er den medizinischen
Endzustand als am 17. Oktober 2012 erreicht an.
A.t Mit Einspracheentscheid vom 26. Februar 2014 (act. G 1.2) wurde die
Einsprache des Versicherten abgewiesen.
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Erwägungen
1.
Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet der Einspracheentscheid vom
26. Februar 2014 (act. G 1.2). Die Beschwerdegegnerin übernahm die Heilungskosten
bis 17. Oktober 2012 (Verfügungserlass) und richtete bis 31. Oktober 2012 Taggelder
aus (Suva-act. I 171). Vorliegend unbestritten gebliebenen sind unfallbedingte
Restbeschwerden am rechten Unterschenkel und an der rechten Schulter
(Rotatorenmanschetten-Ruptur). Zu prüfen ist, ob die weiterhin vom Beschwerdeführer
beklagten psychischen Gesundheitsbeeinträchtigungen und Beschwerden der
Lendenwirbelsäule (LWS) in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang
zu den Unfallereignissen vom 27. August 2009 und vom 17. August 2011 stehen. Im
Streit liegt die Verweigerung von Invalidenrentenleistungen und einer
Integritätsentschädigung.
2.
2.1 Ist der Versicherte infolge des Unfalls zu mindestens 10% invalid (Art. 8 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG;
SR 830.1]), so hat er Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]). Erleidet der
Versicherte durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Integrität, so hat er Anspruch auf eine angemessene
Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Demnach besteht eine Leistungspflicht
der Unfallversicherung nur für Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat kausal
mit einem versicherten Unfallereignis zusammenhängen (Alexandra Rumo-Jungo/André
Pierre Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht,
Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 53ff.;
BGE 118 V 286 E. 3b S. 292 f.). Ob ein natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist,
beurteilt sich nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit; die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs
genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177, E. 3.1 mit
Hinweisen).
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2.2 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die
urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln
sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig
davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der
Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 351, E. 3a mit
Hinweis). Erachtet das Sozialversicherungsgericht die rechtserheblichen tatsächlichen
Entscheidgrundlagen bei pflichtgemässer Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den
Prozess ohne Weiterungen - insbesondere ohne Anordnung eines Gerichtsgutachtens -
abschliessen (RKUV 1997 Nr. U 281 S. 281 E. 1a).
2.3 Nach dem Unfall vom 17. August 2011 klagte der Beschwerdeführer erstmals
bei der ambulanten Untersuchung vom 11. Januar 2012 über LWS-Beschwerden
(Suva-act. II 7f.). Bereits dieser zeitliche Ablauf - erstmaliges Erwähnen von
Rückenbeschwerden im LWS-Bereich nach fast fünf Monaten - lässt eine direkte
Verursachung dieser Gesundheitsbeeinträchtigung durch das erwähnte Ereignis als
fraglich erscheinen. Zum Unfallmechanismus beim Treppensturz vom 17. August 2011
geht nichts Näheres aus den Akten hervor. Der Versicherte hatte bei der Untersuchung
vom 30. November 2011 (Suva-act. II 4) gegenüber dem Schulter- und
Ellbogenspezialisten Dr. J._ von der Uniklinik Balgrist berichtet, beim Gehen an
einem Stock auf der Treppe gestürzt zu sein und sich dabei, um den Fuss zu schonen,
mit der rechten Hand abgestützt zu haben. Seither persistierten rechtsseitige
Schulterschmerzen. Von einer Beteiligung des Rückens sprach der Beschwerdeführer
nicht. In der Schadenmeldung UVG vom 1. Dezember 2011 war als betroffener
Körperteil ebenfalls einzig die rechte Schulter angegeben worden (Suva-act. II 1). Die
MRI-Untersuchung vom 10. Februar 2012 zeigte altersbedingte multisegmentale
Degenerationen der LWS (Suva-act. I 128f.). Bei den in mehreren Segmenten
festgestellten Bandscheibenprotrusionen, Spondylarthrosen, erosiven
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Osteochondrosen, der mittelschweren Spinalkanalstenose L2/3 und der
Nervenwurzelkompression L5 beidseits im Segment L4/5 handelt es sich gemäss den
Berichten über die kreisärztliche Untersuchung vom 8. Juni 2012 von Dr. L._ (Suva-
act. I 147) und der chirurgischen Untersuchung vom 8. August 2013 von Dr. M._
(Suva-act. I 211 S. 11) um vorbestehende degenerative Veränderungen und damit um
unfallfremde Faktoren. Der Versicherte sei bereits im Jahr 2008 wegen Lumbalgien in
Behandlung gewesen und die geklagten LWS-Beschwerden seien erst zu einem
erheblich späteren Zeitpunkt nach dem Unfallereignis aufgetreten. Es seien keine
frischen ossären oder sonstigen strukturellen Läsionen nach dem Unfall diagnostiziert
worden. Selbst die behandelnden und auf die Wirbelsäule spezialisierten Ärzte der
Uniklinik Balgrist sprachen in ihrem Bericht vom 28. Februar 2012 (Suva-act. I 129) - im
Wissen um den vom Beschwerdeführer als Ursache seiner LWS-Beschwerden
betrachteten Treppensturz vom 17. August 2011 - von unfallfremden, altersbedingten
Verschleisserscheinungen der Lendenwirbelsäule. Widersprechende ärztliche
Beurteilungen liegen in den Akten nicht vor, so dass der natürliche
Kausalzusammenhang zwischen den LWS-Beschwerden und dem Unfallereignis vom
17. August 2011 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu verneinen ist.
2.4
2.4.1 Im Austrittsbericht vom 9. Juli 2010 des USZ wurde erstmals eine gemischt
ängstlich-depressive Anpassungsstörung diagnostiziert und der Beginn einer
antidepressiven Therapie dokumentiert (Suva-act. I 14). Dr. C._ hielt in seinem
Bericht vom 3. Dezember 2010 (Suva-act. I 38) fest, unfallfremde Faktoren lägen nicht
vor, es bestehe eine leicht ängstliche depressive Verstimmung nach diesem riesigen
Eingriff. Am 23. Mai 2011 berichtete er, postoperativ habe sich eine ausgeprägte
Depression entwickelt (Suva-act. I 59). In zeitlicher Hinsicht traten die psychischen
Probleme des Beschwerdeführers den Akten und seinen eigenen Angaben zufolge (vgl.
dazu etwa Suva-act. I 211 S. 5 unten) nach der Operation vom 16. Juni 2010 auf. Ein
natürlicher Kausalzusammenhang zum zu jenem Zeitpunkt bereits zehn Monate
zurückliegenden Unfallereignis vom 27. August 2009 ist schon zufolge dieser zeitlichen
Latenz zu bezweifeln, kann aber vorliegend offen gelassen werden, da der kumulativ
erforderliche adäquate Kausalzusammenhang zu verneinen ist (vgl. nachfolgende
E. 2.4.3).
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2.4.2 Da der Beschwerdeführer unbestrittenermassen bereits vor dem Unfall vom
17. August 2011 unter psychischen Beschwerden litt und sich aus den medizinischen
Berichten (vgl. insbesondere das Arztzeugnis vom 15. Dezember 2011 von Dr. C._
[Suva-act. II 6], Arztberichte von Dr. N._ vom 29. Dezember 2010 [Suva-act. I 41],
vom 20. Oktober 2011 [act. G1.3] und vom 10. August 2012 [act. G1.4]) keinerlei
Hinweise für eine Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustands seit dem
Ereignis vom 17. August 2011 ergeben, kann ein natürlicher Kausalzusammenhang
zwischen diesem und der psychischen Gesundheitsbeeinträchtigung des
Beschwerdeführers mit überwiegender Wahrscheinlichkeit verneint werden.
2.4.3 Eine Adäquanzprüfung ist somit lediglich in Bezug auf den Unfall vom 27. August
2009 vorzunehmen. Vorliegend ist unbestritten, dass es sich beim Anprall des rechten
Unterschenkels an einem kleinen Transportwagen am 27. August 2009 um ein banales
Unfallereignis handelt. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist ein adäquater
Kausalzusammenhang zwischen einem solch leichten Unfall und psychischen
Gesundheitsstörungen in der Regel ohne weiteres zu verneinen (BGE 115 V 133 E. 6a).
Nur ausnahmsweise ist die Adäquanz des Kausalzusammenhangs auch bei einem
leichten Unfall nach den bei mittelschweren Unfällen geltenden Kriterien zu prüfen,
wenn er unmittelbare Unfallfolgen zeitigt, die nicht offensichtlich unfallunabhängig sind
(z.B. Komplikationen durch die besondere Art der erlittenen Verletzung, verzögerter
Heilungsverlauf, erhebliche Arbeitsunfähigkeit; Urteile des Bundesgerichts vom
30. Januar 2009, 8C_824/2008, E. 4.2, und vom 14. Mai 2009, 8C_526/2008, E. 5.1).
Gemäss Arztbericht von Dr. C._ vom 8. Juni 2010 (Suva-act. I 5) fand am Unfalltag
die Erstbehandlung statt. Bei der Erstuntersuchung habe er innerhalb der alten
grossen, flächigen Narbe eine Art Rissquetschwunde festgestellt (vgl. Suva-act. I 10).
Die Wunde habe seither sezerniert (Suva-act. I 5). Selbst wenn die aus dieser
Kontusion mit oberflächlicher Verletzung hervorgegangene Osteomyelitis, die
darauffolgende Operation vom 16. Juni 2010 und die im Anschluss daran geklagten
psychischen Beschwerden als unmittelbare Unfallfolgen anzusehen sind oder wären,
sind die bei mittelschweren Unfällen zu prüfenden Adäquanzkriterien gemäss BGE 115
V 133 E. 6c/aa (besonders dramatische Begleitumstände oder besondere
Eindrücklichkeit des Unfalls, die Schwere oder besondere Art der erlittenen
Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische
Fehlentwicklungen auszulösen, ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung,
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körperliche Dauerschmerzen, ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen
erheblich verschlimmert, schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen,
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit) in Bezug auf das
Unfallereignis vom 27. August 2009 zu verneinen bzw. wenn überhaupt nur das
Kriterium des schwierigen Heilungsverlaufs - höchstens in einfacher Weise - zu
bejahen, da bei der Wundheilung Komplikationen auftraten. Weil sich die Osteomyelitis
im Verlauf des Heilungsprozesses entwickelte, eine Unfallmeldung aus diesem Grund
erst am 24. Februar 2010 erfolgte, die Operation des rechten Unterschenkels am
16. Juni 2010 stattfand und am 8. Juli 2011 auf somatischer Ebene ein Endzustand
festgestellt wurde, ist nicht von einer ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen
Behandlung auszugehen. Das Kriterium ist auch nicht aufgrund der weiterhin benutzten
Unterarmgehstützen zu bejahen, da sich die Stockentlastung aus somatisch-
medizinischer Sicht nicht rechtfertigt (vgl. Suva-act. I 147 S. 3, 211 S. 10). Hinsichtlich
der körperlichen Dauerschmerzen sind die Beschwerden in beiden Beinen, vor allem
auch im rechten Bein, auf die vorbestehenden degenerativen Veränderungen der
Lendenwirbelsäule zurückzuführen (Suva-act. I 147 S. 4). Diese unfallfremden
Schmerzursachen sind bei der vorliegenden Adäquanzbeurteilung nicht zu
berücksichtigen. Bis zur Operation am 16. Juni 2010 war der Beschwerdeführer
arbeitsfähig (Suva-act. I 5), so dass dieses Kriterium ebenfalls ausser Betracht fällt. Für
die Annahme eines adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen dem Ereignis vom
27. August 2009 und der psychischen Fehlentwicklung reicht die Erfüllung von
höchstens einem Kriterium offensichtlich nicht aus (vgl. Entscheid des Bundesgerichts
vom 12. März 2010, 8C_876/2009, E. 5).
3.
3.1 Gemäss Art. 6 Abs. 3 UVG erbringt die Versicherung ihre Leistungen ausserdem
für Schädigungen, die dem Verunfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden
(Art. 10). Diese behandlungsbedingte Schadenverursachung muss weder den
Unfallbegriff, den Tatbestand des haftpflichtrechtlichen Kunstfehlers oder der
strafrechtlich relevanten Körperschädigung erfüllen noch muss zwischen dem Unfall
und der bei der unfallbedingten Heilbehandlung aufgetretenen Komplikation (bzw. dem
dadurch hervorgerufenen Schaden) ein adäquater Kausalzusammenhang bestehen
(BGE 118 V 286 E. 3b; Rumo-Jungo/ Holzer, a.a.O., S. 85). Ein Anspruch der
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versicherten Person besteht indessen nur für die Folgen von Schäden, die natürlich
und adäquat kausal durch die nicht lege artis durchgeführte ärztliche Behandlung
verursacht wurden. Da es nicht um Unfall-, sondern um Heilbehandlungsfolgen geht,
ist anders als bei der Leistungspflicht gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG die Adäquanz eines
allfälligen Kausalzusammenhanges auch bei psychischen Folgeschäden nach der
allgemeinen Adäquanzformel zu prüfen. Es ist demnach stets zu fragen, ob die
schädigende Behandlung nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der
allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des
eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis
allgemein als begünstigt erscheint (Urteile des Bundesgerichts vom 23. Dezember
2008, 8C_444/2008, E. 2.2 mit Hinweisen, und vom 12. März 2008, 8C_288/2007,
E. 6.1).
3.2 Nach dem Unfall vom 27. August 2009 musste der rechte Unterschenkel des
Beschwerdeführers am 16. Juni 2010 einer siebenstündigen Operation unterzogen
werden (vgl. Suva-act. I 7). Der Beschwerdeführer lässt durch seine Rechtsvertreterin
vorbringen, seine psychische Gesundheitsbeeinträchtigung (Depression) und die
Demenzerkrankung hätten sich im Nachgang zu diesem operativen Eingriff eingestellt
bzw. verschlimmert.
3.3 Eine Leistungspflicht gemäss Art. 6 Abs. 3 UVG setzt voraus, dass mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit eine behandlungsbedingte
Schadensverursachung vorliegt. Die Frage ist zunächst in Bezug auf die geklagten
psychischen Beschwerden zu prüfen. Anschliessend ist eine gesonderte Prüfung in
Bezug auf die von Dr. N._ festgestellte Demenzerkrankung vorzunehmen.
3.4
3.4.1 Bei der Operation wurde eine Allgemeinanästhesie (Vollnarkose) vorgenommen.
Weder ist dem Operationsbericht zu entnehmen (Suva-act. I 7) noch lässt der
Beschwerdeführer vorbringen, dass dabei Komplikationen oder Probleme aufgetreten
wären. Es ist daher davon auszugehen, dass bei der Narkotisierung des
Beschwerdeführers kein Fehler unterlief und dieser während des Eingriffs nichts
mitbekommen hatte, was einen psychischen Gesundheitsschaden allenfalls hätte
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auslösen können. Dr. N._ vertrat in ihrem Bericht vom 31. März 2014 (act. G1.12) die
Ansicht, nach Angaben des Beschwerdeführers habe es - bedingt durch
Sprachschwierigkeiten - zu wenig Aufklärung in Bezug auf die bevorstehende
Operation gegeben. Der Beschwerdeführer habe Angst vor einer Beinamputation
gehabt, so dass die Operation als Ereignis mit grosser Angst vor dem Verlust
verbunden gewesen sei und für den Betroffenen ein Trauma oder eine Stresssituation
dargestellt habe. Daraus habe sich eine Depression entwickelt. Die behauptete
mangelhafte Eingriffsaufklärung (vgl. dazu Claudia Fink, Aufklärungspflicht von
Medizinalpersonen [Arzt, Zahnarzt, Tierarzt, Apotheker], Diss. Bern 2008, S. 139ff.)
erscheint aus mehreren Gründen fragwürdig: Es war fremdanamnestisch mehrmals
(vgl. etwa Suva-act. I 66 S. 2, act. G1.10) geäussert worden, der Beschwerdeführer
habe vor der Operation besser Deutsch gesprochen. Bei der ABI-Begutachtung hielt
der neurologische Gutachter fest, dass der Beschwerdeführer sich zu seinen
Schmerzen und den Medikamenten befragt plötzlich auf Deutsch verständigt habe
(Suva-act. I 191 S. 18/30). Ein (derartiges) Missverständnis, wonach dem
Beschwerdeführer anstelle einer vorzunehmenden Lappenplastik eine Beinamputation
bevorstehe, erscheint bereits aus diesen Gründen unglaubwürdig. Allfällige auf
Sprachschwierigkeiten des Beschwerdeführers beruhende Unsicherheiten hätten
zudem ohne weiteres durch die als diplomierte Krankenschwester für allgemeine
Krankenpflege tätige Ehefrau ausgeräumt werden können (Suva-act. I 16). Aus dem
Bericht zur chirurgischen Untersuchung vom 30. Juli 2013 (Suva-act. I 211 S. 5) geht
hervor, dass der Beschwerdeführer grosse Angst gehabt habe, ihm sei das Bein
amputiert worden, als im Krankenhaus das Bein verbunden gewesen sei. Er habe
immer noch grosse Angst, dass das rechte Bein amputiert werden müsse. Gestützt auf
diese Befürchtung des Beschwerdeführers lässt sich aber nicht auf eine mangelhafte
Aufklärung im Vorfeld der Operation schliessen.
3.4.2 Spätestens nach der Operation stand fest, dass keine Beinamputation
durchgeführt worden war und nie im Raum gestanden hatte. Die Angst des
Beschwerdeführers vor einer Amputation erwies sich damit als unbegründet. Da
psychische Beschwerden erstmals nach der Operation vom 16. Juni 2010
dokumentiert wurden, ist ein zeitlicher Zusammenhang nicht ausgeschlossen. Ein
solcher geht allerdings nicht über die beweisrechtlich untaugliche Formel „post hoc
ergo propter hoc“ hinaus, wonach Gesundheitsschädigungen schon deshalb
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unfallbedingt sein müssten, weil sie nach dem Unfall aufgetreten seien (vgl. SVR 2009
UV Nr. 13 [8C_590/2007] S. 54 E. 7.2.4 mit Hinweisen; Alfred Maurer, Schweizerisches
Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 460 N 1205). Nachdem die Operation
unbestrittenermassen lege artis durchgeführt worden war, ist eine dabei zugefügte
Schädigung der Psyche nicht anzunehmen. Eine allenfalls mangelhafte Aufklärung ist,
selbst wenn sie zu einer vorübergehenden Stresssituation bzw. im vorliegenden Fall zu
einer Angst vor dem Verlust eines Körpergliedes geführt haben mag, nach dem
gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung nicht
geeignet, eine nicht mehr ohne weiteres überwindbare psychische
Gesundheitsbeeinträchtigung herbeizuführen, wie sie vom Beschwerdeführer geltend
gemacht wird. Darüber hinausgehende Erkenntnisse sind auch nicht durch die
Einholung eines psychiatrischen Gutachtens zu erwarten, weshalb davon abzusehen ist
(antizipierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 157 E. 1d).
3.4.3 Zusammenfassend liegt in Bezug auf die psychischen Beschwerden keine
behandlungsbedingte Schadenversursachung vor.
3.5
3.5.1 In den beschwerdeweise ins Recht gelegten Berichten vom 3. Juni 2013
(act. G1.10), 14. August 2012 (act. G1.11) und vom 31. März 2014 (act. G1.12)
berichtete Dr. N._, dass sich beim Beschwerdeführer seit ca. Juni 2012 deutliche
Veränderungen im Bereich der Orientierung, Kognition und dem affektiven Erleben
gezeigt hätten und äusserte den Verdacht auf eine nicht näher bezeichnete vaskuläre
Demenz. Die am 22. April 2013 durchgeführte MRI-Untersuchung des Schädels sei
unauffällig gewesen. Im Bericht vom 7. September 2014 (act. G11.1) hielt Dr. O._
fest, die Liquordiagnostik habe grenzwertige Ergebnisse gezeigt und sie empfehle in
sechs Monaten eine nochmalige Lumbalpunktion mit Bestimmung der
Demenzparameter. Dr. N._ diagnostizierte im Bericht vom 19. September 2014
(act. G11.2) eine gemischte Demenz und interpretierte das depressive Syndrom als
Präkursor im Rahmen einer Demenz. Die Merkfähigkeitsstörung habe sich seit ca. April
2013 verschlimmert, so dass seither eine Pflegebedürftigkeit bestehe. Dr. N._ sprach
von einem unklaren kognitiven Profil und weiteren differentialdiagnostischen
Abklärungen hinsichtlich der Ursachen des dementiellen Syndroms.
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3.5.2 Bei dieser Aktenlage ist - auch ohne Berücksichtigung des vom neurologischen
ABI-Gutachter bei der Untersuchung vom 4. Dezember 2012 festgestellten
pseudodementen Verhaltens - zweifelhaft, ob die Diagnose einer Demenz mit dem
erforderlichen Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststeht. Demenz
(F00-F03) ist ein Syndrom als Folge einer meist chronischen oder fortschreitenden
Krankheit des Gehirns mit Störung vieler höherer kortikaler Funktionen, einschliesslich
Gedächtnis, Denken, Orientierung, Auffassung, Rechnen, Lernfähigkeit, Sprache und
Urteilsvermögen (Bernd Graubner in: Deutsches Institut für Medizinische
Dokumentation und Information [DIMDI; Hrsg.], ICD-10-GM 2014 Systematisches
Verzeichnis, 10. Revision - German Modification, Version 2014, S. 169). Für eine
Verursachung dieser Krankheit durch die Operation vom 16. Juni 2010 findet sich in
den medizinischen Akten keine Stütze. Dass die Operation einen bereits in Gang
gesetzten Krankheitsverlauf verschlimmert haben könnte, kann grundsätzlich wohl
nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden. Allerdings wäre eine solche
Verschlimmerung wohl eher zeitnah zu erwarten gewesen. Aus den Akten geht hervor,
dass erst zwei Jahre nach dem Eingriff überhaupt Anzeichen einer Demenzerkrankung
zutage traten, weshalb ein natürlicher Kausalzusammenhang nicht als überwiegend
wahrscheinlich angesehen werden kann. Weitere Abklärungen können unterbleiben, da
daraus keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind (BGE 122 V 157 E. 1d).
3.5.3 Nach dem Gesagten steht eine behandlungsbedingte Schadenversursachung
bzw. -verschlimmerung einer Demenzerkrankung nicht mit dem erforderlichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest.
4.
4.1 Gemäss Art. 18 UVG hat der Versicherte einen Anspruch auf eine Invalidenrente,
wenn er zu mindestens 10% invalid ist. Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder
längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
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4.2 Bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers, welche
Grundlage der Bemessung des Invalideneinkommens bildet (vgl. nachfolgende E. 5.1),
sind einzig die unfallbedingten Restbeschwerden am rechten Unterschenkel und an der
rechten Schulter (Rotatorenmanschetten-Ruptur) zu berücksichtigen (vgl.
vorhergehende E. 2.3, 2.4.1, 3.4.3 und 3.5.3). Dass bezüglich dieser Beschwerden
spätestens am 31. Oktober 2012 der medizinische Endzustand (Art. 19 Abs. 1 UVG)
erreicht war, ist im Beschwerdeverfahren unbestritten geblieben (vgl. act. G1 und G11).
4.3 Im angefochtenen Einspracheentscheid stellt die Beschwerdegegnerin auf das
anlässlich der chirurgischen Untersuchung vom 30. Juli 2013 (Suva-act. I 211) von
Dr. M._ formulierte Zumutbarkeitsprofil ab, wonach dem Beschwerdeführer ein
ganztätiger Arbeitseinsatz bei Arbeiten in kniender oder kauernder Position (selten), auf
Leitern und Gerüsten (selten), im Stehen (manchmal), im Gehen (manchmal), im Sitzen
(oft), verbunden mit dem Heben und Tragen von Lasten bis 15kg hüfthoch (oft), mit
Heben und Tragen von Lasten bis 10kg (sehr oft), mit grobmanuellem Hantieren mit
Werkzeugen (nie) und über Kopf (nie) zumutbar sei. Der Beschwerdeführer lässt
dagegen beschwerdeweise vorbringen, Dr. M._ stütze seine medizinischen
Schlussfolgerungen zum grossen Teil auf subjektive Beobachtungen, welche er
anlässlich der Untersuchung offenbar gemacht habe. Trotz
Rotatorenmanschettenruptur gelange Dr. M._ zu einem Zumutbarkeitsprofil, welches
oft eine Gewichtsbelastung von bis 15kg hüfthoch und sehr oft eine solche bis 10kg
zulasse. Dieses Profil sei aufgrund der vorhandenen Diagnosen nicht nachvollziehbar
und widerspreche zudem anderen fachärztlichen Beurteilungen, insbesondere dem
ABI-Gutachten vom 31. Januar 2013 und den Feststellungen von Dr. J._ vom
29. April 2013 (act. G1.14). Die Stichhaltigkeit der gegen den Untersuchungsbericht
von Dr. M._ vorgebrachten Mängel ist nachfolgend zu prüfen.
4.4 Bei der Zumutbarkeitsbeurteilung berücksichtigte Dr. M._ die aufgelaufenen
Akten zu beiden Unfällen, die Bildgebung und die aktuellen Angaben des Versicherten
zu seinen Beschwerden. Zudem nahm er eine ausführliche körperliche Untersuchung
vor, stellte die Umfangmasse und Bewegungsumfänge fest und liess die von ihm
beobachteten Bewegungsabläufe zum Beispiel beim Gehen, An- und Auskleiden und
beim Anamnesegespräch in die Gesamtbeurteilung mit einfliessen (vgl. auch seine
einleitende Bemerkung auf S. 11 zu 5.2, Zumutbarkeitsprofil). Bereits im hängigen
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Einspracheverfahren nahm Dr. M._ in seiner ärztlichen Beurteilung vom
26. November 2013 (Suva-act. I 225) Stellung zu den Vorbringen der Rechtsvertreterin
des Beschwerdeführers zu seinem Bericht vom 8. August 2013. Dabei zeigte er unter
anderem plausibel auf, dass er die in der Magnetresonanztomografie bildgebend
objektivierte Rotatorenmanschettenruptur nirgendwo in Frage gestellt und diese
Schädigung bei der Erstellung des Zumutbarkeitsprofils vollumfänglich berücksichtigt
habe. Aus dem bildgebenden Nachweis einer teilweisen Rotatorenmanschettenruptur
resultiere nicht zwangsläufig ein vollständiger Funktionsverlust, sondern es verbleibe
zweifellos eine noch sehr erhebliche Gebrauchsfähigkeit, wie sie vom
Beschwerdeführer z.B. beim Aufstehen vom Boden eindrücklich demonstriert worden
sei. Unter diesen Umständen ist der Rüge, Dr. M._ habe seine medizinischen
Schlussfolgerungen grösstenteils auf subjektiven Beobachtungen gestützt, die
Grundlage entzogen. Die Feststellungen von Dr. M._ sind nachvollziehbar, konsistent
und umfassend.
4.5 Im ABI-Gutachten vom 31. Januar 2013 (Suva-act. I 191) wurden bei der
orthopädischen Beurteilung nebst den unauffälligen Verhältnissen am rechten
Unterschenkel gewisse Einschränkungen an der rechten Schulter und an der lumbalen
Wirbelsäule festgehalten (S. 24). Nachdem Letztere keinen Kausalzusammenhang zu
den Unfällen vom 27. August 2009 und vom 17. August 2011 aufweisen (vgl. dazu
E. 2.2, aber auch S. 11f. des chirurgischen Untersuchungsberichts von Dr. M._ vom
30. Juli 2013 [Suva-act. I 211]) und daher vorliegend unberücksichtigt zu bleiben
haben, lässt sich eine Differenz um 5kg bei der Zumutbarkeit der zu hantierenden Last
im Rahmen der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus orthopädischer Sicht ohne
weiteres erklären und vermag an der Beurteilung von Dr. M._ keine Zweifel zu
erwecken. Dies gilt umso mehr, als der orthopädische ABI-Gutachter ebenfalls eine
zeitlich und leistungsmässig uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit in einer körperlich
leichten Tätigkeit unter Vermeidung eines Einsatzes der oberen Extremitäten oberhalb
Schulterniveaus als gegeben ansieht (S. 25).
4.6 In der E-Mail-Nachricht vom 29. April 2013 (act. G1.14) nahm Dr. J._
gegenüber der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers Bezug auf das ABI-
Gutachten. Dabei hielt er fest, dass die schulterspezifischen Diagnosen im ABI-
Gutachten korrekt seien und er mit den Gutachtern weitgehend einig gehe. Eine
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angepasste Arbeitsfähigkeit sei durchaus zumutbar. Allenfalls könne betreffend das
Maximalgewicht zum Heben von Lasten diskutiert werden, ob es eher bei 5kg als bei
10kg liege. Bei den Äusserungen von Dr. J._ handelt es sich eher um eine -
grundsätzlich zustimmende - Bewertung des ABI-Gutachtens als um eine vertiefte
eigene Auseinandersetzung mit der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers. Dr. J._
äussert sich weder zur Zumutbarkeitsbeurteilung von Dr. M._ noch nimmt er eine
eigene unter Berücksichtigung der unfallkausalen Beschwerden vor. Er stellt lediglich
das Maximalgewicht von 10kg zur Diskussion. Damit vermögen seine Feststellungen
den Beweiswert der Zumutbarkeitsbeurteilung von Dr. M._ nicht zu schmälern.
4.7 Zusammenfassend steht das Zumutbarkeitsprofil von Dr. M._ unter alleiniger
Berücksichtigung der unfallkausalen Gesundheitsbeeinträchtigungen am rechten
Schultergelenk und am rechten Unterschenkel im Einklang mit den weiteren
fachärztlichen Beurteilungen. Im Rahmen der von ihm formulierten Adaptationskriterien
ist dem Beschwerdeführer ein ganztägiger Arbeitseinsatz in einer wechselbelastenden
leichten bis maximal mittelschweren Tätigkeit zumutbar. Durch die Durchführung einer
Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) oder einer weiteren fachärztlichen
Zumutbarkeitsbeurteilung sind keine neuen, der bisherigen medizinischen Aktenlage
widersprechenden Erkenntnisse zu erwarten, weshalb davon abzusehen ist (BGE 122 V
157 E. 1d).
5.
5.1 Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird
gemäss Art. 16 ATSG durch einen Einkommensvergleich ermittelt. Dabei wird das
Einkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in
Beziehung gesetzt zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn
sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Ein allfälliger Rentenanspruch
kann frühestens im Oktober 2012 entstehen, so dass beim Einkommensvergleich die
Lohnzahlen des Jahres 2012 zu berücksichtigen sind.
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5.2 Bei der Bestimmung des Valideneinkommens ging die Beschwerdegegnerin von
den Angaben der Arbeitgeberin des Beschwerdeführers aus, wonach dieser im Jahr
2012 ohne Invalidität ein mutmassliches Einkommen von Fr. 66‘950.-- erwirtschaftet
hätte (Suva-act. II 16). Beim seit dem 1. Mai 1994 bei der B._ AG angestellt
gewesenen Beschwerdeführer ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon
auszugehen, dass er im Gesundheitsfall dieses Anstellungsverhältnis beibehalten hätte,
selbst wenn sein Einkommen während drei Jahren in Folge stagniert hätte (vgl. dazu
SVR 2005 UV Nr. 11, U 66/02, E. 4.1.1, wonach es sich erst nach fünf Jahren ohne
Lohnerhöhung rechtfertigt, die statistisch ausgewiesene Nominallohnentwicklung zu
berücksichtigen; vgl. Suva-act. I 134 bzgl. der Kündigung aufgrund der langen
Arbeitsunfähigkeit). Konkrete Anhaltspunkte dafür, dass er - wie von der
Rechtsvertreterin behauptet - seit 2010 eine Lohnerhöhung von mindestens Fr. 150.--
monatlich erhalten hätte, ansonsten er sich einen neuen Arbeitsplatz gesucht und
dabei einen beruflichen Aufstieg realisiert hätte oder aus anderen Gründen zu einer
höheren Entlöhnung gelangt wäre, liegen jedenfalls nicht vor.
5.3
5.3.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung
primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte
Person konkret steht. Ist kein tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben,
namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine
oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat,
so können nach der Rechtsprechung entweder Tabellenlöhne gemäss den vom
Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE)
oder die Zahlen der Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP) der Suva herangezogen
werden (BGE 139 V 592 E. 2.3). Gemäss dem Grundsatzentscheid BGE 129 V 472 hat
sich die Ermittlung des Invalideneinkommens nach der DAP-Methode auf mindestens
fünf zumutbare Arbeitsplätze zu stützen. Zusätzlich sind Angaben zu machen über die
Gesamtzahl der aufgrund der gegebenen Behinderung in Frage kommenden
dokumentierten Arbeitsplätze, über den Höchst- und den Tiefstlohn sowie über den
Durchschnittslohn der dem jeweils verwendeten Behinderungsprofil entsprechenden
Gruppe. Damit soll die Überprüfung des Auswahlermessens ermöglicht werden, und
zwar in dem Sinne, dass die Kenntnis der Gesamtzahl der erwähnten Angaben im
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Bereich des Suchergebnisses eine zuverlässige Beurteilung der von der Suva
verwendeten DAP-Löhne hinsichtlich ihrer Repräsentativität erlaubt. Das rechtliche
Gehör ist dadurch zu wahren, dass die Suva die für die Invaliditätsbemessung im
konkreten Fall herangezogenen DAP-Profile mit den erwähnten zusätzlichen Angaben
auflegt und die versicherte Person Gelegenheit hat, sich dazu zu äussern. Allfällige
Einwendungen der versicherten Person bezüglich des Auswahlermessens und der
Repräsentativität der DAP-Blätter im Einzelfall sind grundsätzlich im
Einspracheverfahren zu erheben, damit sich die Suva im Einspracheentscheid damit
auseinandersetzen kann. Ist die Suva nicht in der Lage, im Einzelfall den erwähnten
Anforderungen zu genügen, kann im Bestreitungsfall nicht auf den DAP-Lohnvergleich
abgestellt werden; die Suva hat diesfalls im Einspracheentscheid die Invalidität
aufgrund der LSE-Löhne zu ermitteln. Im Beschwerdeverfahren ist es Sache des
angerufenen Gerichts, die Rechtskonformität der DAP-Invaliditätsbemessung zu
prüfen, gegebenenfalls die Sache an den Versicherer zurückzuweisen oder an Stelle
des DAP-Lohnvergleichs einen Tabellenlohnvergleich gestützt auf die LSE
vorzunehmen (BGE 129 V 472 E. 4.7.2).
5.3.2 Die gemäss Bundesgericht erforderlichen Rahmenbedingungen (fünf
ausgewählte und mit Blick auf die ärztliche Zumutbarkeitsbeurteilung bzw. aufgrund
der unfallkausalen Gesundheitseinschränkungen zumutbare DAP-Arbeitsplätze,
Angaben über Gesamtzahl, Minimal-, Maximal- und Durchschnittslohn) sind vorliegend
unbestrittenermassen erfüllt. Im Einspracheverfahren hatte die Rechtsvertreterin nichts
gegen die von der Beschwerdegegnerin beigezogenen DAP-Zahlen einzuwenden (vgl.
act. G1.6ff.). Beschwerdeweise bringt sie nun vor, den verwendeten DAP-Blättern liege
eine durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit von 40.8 Stunden zugrunde, während
diejenige bei der B._ AG lediglich 40 Stunden betrage. Das beigezogene DAP-Profil
Nr. 3602 (Suva-act. I 165 S. 20ff.) weist eine betriebsübliche Arbeitszeit von 43
Stunden pro Woche auf, die DAP-Nummern 11305 und 6104 eine solche von 40
Stunden pro Woche (Suva-act. I 165 S. 24ff.). Der DAP-Arbeitsplatz Nr. 1075 (Suva-
act. I 165 S. 32ff.) kennt eine wöchentliche betriebsübliche Arbeitszeit von 41.2
Stunden, DAP-Nummer 5498 (Suva-act. I 165 S. 36ff.) eine solche von 42 Stunden pro
Woche. Im Durchschnitt ergibt dies eine wöchentliche Arbeitszeit von 41.24 Stunden.
Bei den DAP-Arbeitsplätzen handelt es sich um Tätigkeiten, die auf dem tatsächlichen
Arbeitsmarkt existieren. In der Regel wird nicht nur ein Durchschnittslohn, sondern
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auch ein Minimum und ein Maximum angegeben, innerhalb deren Spannbreite auf die
konkreten Umstände Rücksicht genommen werden kann (Urteil des Bundesgerichts
vom 31. Oktober 2013, 8C_541/2012, E. 7.3 mit Hinweis). Eine wöchentliche Arbeitszeit
von bis zu 45 Stunden bewegt sich im rechtlich gesteckten Rahmen (Art. 9 Abs. 1 lit. a
des Bundesgesetzes über die Arbeit in Industrie, Gewerbe und Handel [Arbeitsgesetz;
ArG; SR 822.11]). Die vorliegend durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 41.24
Stunden überschreitet das übliche Mass nicht. Weder aus den DAP-Profilen noch aus
den Angaben der Arbeitgeberin des Beschwerdeführers geht hervor, ob die Pausen als
Arbeitszeit gelten (vgl. Art. 15 Abs. 2 ArG). Weitere Abklärungen hierzu erübrigen sich,
da sogar die betriebsübliche durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden im
Jahr 2012 zugrunde zu legen wäre, wenn auf die Tabellenlöhne nach LSE und damit
auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt abgestellt werden würde - und zwar
unabhängig von der wöchentlichen Arbeitszeit in der hypothetisch im Gesundheitsfall
weitergeführten Anstellung. Massgebendes Invalideneinkommen bildet somit der
durchschnittliche Lohn der ausgewählten fünf DAP-Arbeitsplätze von Fr. 61‘947.80
(Suva-act. II 33).
5.4 Bei der Gegenüberstellung des Valideneinkommens (Fr. 66‘950.--) und des
Invalideneinkommens (Fr. 61‘947.80) bleibt es beim von der Beschwerdegegnerin in
der Verfügung vom 17. Oktober 2012 ermittelten und nicht rentenbegründenden
Invaliditätsgrad von 7.47%.
6.
6.1 Gemäss Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine
angemessene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde
erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet.
Nach Art. 36 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) gilt ein
Integritätsschaden als dauernd, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens
mindestens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche, geistige
oder psychische Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark
beeinträchtigt wird. Die Schwere des Integritätsschadens beurteilt sich ausschliesslich
nach dem medizinischen Befund. Bei gleichem medizinischem Befund ist der
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Integritätsschaden aller Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär bemessen
(Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 166).
6.2 Kreisarzt Dr. H._ beurteilte die Frage der Integritätsentschädigung am
28. März 2012 (Suva-act. I 135) dahingehend, dass die Osteomyelitis am rechten
Unterschenkel vollständig abgeheilt und die Lappenplastik reizlos sei. Es beständen
keine erheblichen und bleibenden Schädigungen durch das Unfallereignis, welche einer
Integritätsentschädigung bedürften. Eine plastische Deckung im Bereich des
Unterschenkels werde bei Männern nicht mit einer Integritätsentschädigung bedacht.
Hier sei der kosmetische Faktor zu vernachlässigen, zumal diese Hautpartien im
Regelfall abgedeckt werden könnten. Gemäss dem Untersuchungsbericht von
Dr. M._ vom 8. August 2013 (Suva-act. I 211) waren weder betreffend Schultergelenk
noch Unterschenkel unfallbedingte Schädigungen der Integrität objektivierbar. Der
klinische Befund lasse eine aktive Osteomyelitis als weitestgehend ausgeschlossen
erscheinen, doch sei eine weitere Abklärung mittels CT vorzusehen, um diesbezüglich
bildgebende Sicherheit zu erhalten. Gestützt auf die Ergebnisse der CT- und MRT-
Untersuchungen des rechten Unterschenkels hielt Dr. M._ am 16. Oktober 2013 fest,
dass definitiv und bildgebend objektiviert feststehe, dass beim Beschwerdeführer
weder ein Sequester existiere noch eine chronische oder gar akute Osteomyelitis
vorliege. Die Unterschenkelmuskulatur weise eine normale Trophik auf, die
Lappenplastik sei bildgebend unauffällig (Suva-act. I 214 und I 221). In Bezug auf
einen Integritätsschaden am rechten Schultergelenk äusserte sich Dr. L._ am
30. August 2012 dahingehend, dass er aufgrund der spärlichen nicht objektivierbaren
Befunde nicht bestimmen könne, ob und inwieweit ein Integritätsschaden vorliege, der
die Erheblichkeitsgrenze erreiche (Suva-act. II 31). In seiner ärztlichen Beurteilung vom
26. November 2013 (Suva-act. I 225) zog Dr. M._ zur Beurteilung des
Integritätsschadens die MRT-Bilder des Schultergelenks vom 11. Januar 2012 bei. Die
darauf erkennbaren degenerativen Veränderungen seien nicht als unfallkausal zu
betrachten. Hinweise auf eine tatsächliche posttraumatische Arthrose des
Schultergelenks seien nicht vorhanden. Der alleinige transmurale Riss einer einzelnen
Sehne der Rotatorenmanschette erreiche das Ausmass eines
entschädigungspflichtigen Integritätsschadens nicht. Diese Beurteilung hält umso mehr
stand, als sich ein derartiger Befund gemäss Dr. L._ bei einem Grossteil der übrigen
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Bevölkerung in diesem Alter findet, ohne dass er erhebliche Beschwerden zeitigen
würde (Suva-act. II 31).
6.3 Zusammenfassend ergibt sich aus der diesbezüglich übereinstimmenden
medizinischen Aktenlage, dass kein entschädigungspflichtiger Integritätsschaden
vorliegt.
7.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten
sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Bei diesem Verfahrensausgang hat der
Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.