Decision ID: 3f1eb294-68d1-55e5-bfd0-cc11053b29cf
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Peter Schmucki, Marktgasse 3, Postfach,
9004 St. Gallen,
und
Kanton Wallis Gesundheitsdepartement, Av. du Midi 7, 1951 Sion,
Beschwerdeführer,
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 2/8
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
vertreten durch Rechtsanwalt Jean-François Dumoulin, Grand-Chêne 4 et 8, Case
postale 7283, 1002 Lausanne,
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse des Kantons St.
Gallen, Brauerstrasse 54, Postfach, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegner,
betreffend
Pflegefinanzierung (Zuständigkeit i.S. A._)
Sachverhalt:
A.a Bis zum Eintritt ins Alterszentrum B._ am 1. Juli 2010 (effektiver Eintritt am
5. August 2010, act. G 1, S. 3, im Verfahren KV 2011/14; bei den nachfolgend zitierten
Akten handelt es sich um diejenigen des Verfahrens KV 2011/14, soweit nicht anders
vermerkt) lebte A._ in E._ im Kanton Wallis. In der Anmeldung beim Einwohneramt
C._ vom 6. Dezember 2010 gab A._ als Wohnadresse diejenige ihres Sohnes an
(vgl. Niederlassungsausweis vom 6. Dezember 2010, act. G 3.24). Am 31. Dezember
2010 meldete sie sich bei der Sozialversicherungsanstalt St. Gallen (SVA) für die
Pflegefinanzierung an (act. G 3.26).
A.b Die SVA St. Gallen leitete die Anmeldung für die Pflegefinanzierung am 25. Februar
2011 zuständigkeitshalber an die Ausgleichskasse Sitten weiter. Sie stellte sich auf den
Standpunkt, dass A._ den Wohnsitz in E._ habe (act. G 3.22). Diese teilte der SVA
im Schreiben vom 7. April 2011 mit, sie sei freiwillig in das Altersheim in St. Gallen
eingetreten. Der wohnsitzbegründende Zuzug nach C._ sei deshalb erfolgt, weil sie
ihren Lebensabend in der Nähe ihres jüngsten Sohnes und seiner Familie verbringen
wolle und weil sie als gebürtige Deutschschweizerin der französischen Sprache zu
wenig mächtig sei, um differenziert mit dem Personal eines Heims in französischer
Sprache zu kommunizieren. Daher sei der Kanton St. Gallen als Wohnsitzkanton für die
Pflegefinanzierung zuständig (act. G 3.20).
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 3/8
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
A.c Die Sektion Verwaltung und Finanzen des Kantons Wallis verneinte im Schreiben
an die SVA St. Gallen vom 16. Juni 2011 die Zuständigkeit des Kantons Wallis. Zur
Begründung führte sie aus, dass A._ selbstbestimmt ihren Lebensmittelpunkt nach
C._ verlegt habe (act. G 3.14).
A.d Die SVA St. Gallen verfügte am 5. Juli 2011, auf das Gesuch um
Pflegefinanzierung werde mangels Zuständigkeit nicht eingetreten. Der
Bundesgesetzgeber habe es unterlassen, die Frage der interkantonalen Zuständigkeit
für die Pflegefinanzierung zu regeln. Somit liege eine "auffüllungsbedürftige"
Gesetzeslücke vor. Es dränge sich eine analoge Zuständigkeitsregelung, wie sie im
Ergänzungsleistungsrecht bestehe, auf. Deshalb begründe der Aufenthalt in einem
Heim keine neue Zuständigkeit (act. G 3.10). Die SVA erbrachte bis zur definitiven
Klärung der Zuständigkeit rückwirkend ab 1. Januar 2011 provisorische
Pflegefinanzierungsleistungen (act. G 3.9).
B.
B.a Auf die dagegen gerichteten Beschwerden von A._ vom 14. Juli 2011 (act. G 1)
und des Kantons Wallis vom 19. August 2011 (act. G 1 im Verfahren KV 2011/15) trat
das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 19. Januar 2012
(KV 2011/14 und KV 2011/15) nicht ein. Es überwies die Beschwerden
zuständigkeitshalber dem kantonalen Departement des Innern zur weiteren
Behandlung.
B.b Dagegen erhoben sowohl die SVA St. Gallen am 27. Februar 2012 und das
Departement des Innern am 29. Februar 2012 Beschwerde in öffentlich-rechtlichen
Angelegenheiten beim Bundesgericht. Dessen II. sozialrechtliche Abteilung hob den
angefochtenen kantonalen Entscheid mit Urteil vom 7. September 2012, 9C_197/2012,
auf und wies die Sache an das kantonale Gericht zurück, damit es im Sinn der
Erwägungen ("zum materiellen Entscheid", E. 5.6 am Schluss) verfahre.

Erwägungen:
1.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 4/8
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Zwischen den Parteien ist die Zuständigkeit der Beschwerdegegnerin für Leistungen
aus der Pflegefinanzierung umstritten.
2.
Das Bundesgericht hat im Entscheid 9C_197/2012, vom 7. September 2012, sämtliche
Erwägungen des Versicherungsgerichts (vgl. hierzu E. 2.1 f. des aufgehobenen
Entscheids) betreffend die Nichtanwendbarkeit des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) für Leistungen aus
Pflegefinanzierung verworfen (vgl. E. 5.4.1 und betreffend fehlendem ATSG-Ausschluss
im Bundesgesetz über die Krankenversicherung [KVG; SR 832.10] E. 5.6 des
bundesgerichtlichen Entscheids). In diesem Zusammenhang hob das Bundesgericht
die Informationen des Bundesamtes für Gesundheit hervor, das davon ausging, mit
Blick auf die selbstverständliche Anwendbarkeit des ATSG bestehe kein kantonaler
Regelungsbedarf (Urteil 9C_197/2012, E. 5.6 unten). Vor diesem Hintergrund ist in
Nachachtung des Urteils 9C_197/2012 davon auszugehen, dass die Bestimmungen
des ATSG direkt als Bundesrecht anwendbar sind und kein Raum für eine
kantonalrechtliche Regelung besteht, sofern das ATSG den entsprechenden Bereich
normiert. Diese Sichtweise wird dadurch bestätigt, dass das Bundesgericht die Frage
der Zuständigkeit des Versicherungsgerichts materiell entschieden hat. Wäre das
Bundesgericht tatsächlich davon ausgegangen, es handle sich bei dem im Rahmen der
Pflegefinanzierung zu beachtenden Verfahrensrecht um selbstständiges kantonales
Recht, so wäre es mangels Erschöpfung des im Kanton St. Gallen in kantonalen
sozialrechtlichen Streitigkeiten ausnahmslos - insbesondere auch bei
ausserordentlichen Ergänzungsleistungen (Art. 42 Abs. 1 lit a des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]) - geltenden zweistufigen Instanzenzugs
(Versicherungsgericht als Rekursinstanz, Verwaltungsgericht als Beschwerdeinstanz;
Art. 42 und Art. 59 VRP) nicht auf die Sache eingetreten (Art. 75 Abs. 1 und 2 des
Bundesgerichtsgesetzes [BGG; SR 173.110]). Anhaltpunkte dafür, dass der kantonale
Gesetzgeber für die Pflegefinanzierung das bislang für sozialrechtliche Streitigkeiten
geltende zweistufige kantonale Verwaltungsjustizverfahren hätte durchbrechen wollen,
sind nicht ersichtlich, schon weil er sich einer entsprechenden
Rechtsetzungskompetenz überhaupt nicht bewusst gewesen war (vgl. Urteil
9C_197/2012, a.a.O., E. 5.6 unten)
bis
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 5/8
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
3.
Die Parteien sind sich darin einig, dass für die interkantonale Leistungszuständigkeit
der Wohnsitz der leistungsansprechenden Person massgebend ist (angefochtene
Verfügung vom 5. Juli 2011, act. G 3.10; act. G 1 und G 1 KV 2011/15). Diese
Auffassung ist zutreffend, wird doch im Rahmen der Pflegefinanzierung bezüglich Akut-
und Übergangspflege ausdrücklich der Wohnkanton als leistungspflichtig bezeichnet
(Art. 25a Abs. 2 KVG). Dass der Bundesgesetzgeber bei der länger dauernden
Pflegefinanzierung im Sinn von Art. 25a Abs. 5 KVG einen davon abweichenden
Anknüpfungspunkt für die interkantonale Zuständigkeit bestimmen wollte, ergibt sich
weder aus den Materialien noch wäre eine solche Lösung naheliegend (vgl. zur
Leistungspflicht des Wohnkantons auch Hardy Landolt, Die neue Pflegefinanzierung,
SZS 54/2010, S. 28). Im Übrigen ist auch nicht ersichtlich, inwiefern der Wohnsitz der
leistungsansprechenden Person als Anknüpfungspunkt für die interkantonale
Zuständigkeit nicht geeignet sein könnte. Umstritten ist demnach einzig der
anzuwendende Wohnsitzbegriff. Zu prüfen ist, aufgrund welcher Norm der
Wohnsitzbegriff im Rahmen der Pflegefinanzierung zu bestimmen ist.
3.1 Die Beschwerdegegnerin machte in ihrer Beschwerde ans Bundesgericht geltend,
die Pflegefinanzierung sei vom ATSG nicht ausgenommen und die ATSG-Normen
müssten bei der Pflegefinanzierung beachtet werden (Urteil 9C_197/2012, a.a.O.,
E. 4.2). Diese Sichtweise wurde von den Beschwerde Führenden bereits anlässlich des
ersten Verfahrens vor Versicherungsgericht vertreten (act. G 1 und G 1 im Verfahren
KV 2011/15) und entspricht der in vorstehender Erwägung 1 ausgeführten
Rechtsauffassung. Da das ATSG die Frage des Wohnsitzbegriffs unter Hinweis auf
Art. 23 bis 26 des Zivilgesetzbuchs (ZGB; SR 210) ausdrücklich regelt (Art. 13 Abs. 1
ATSG), ist eine zu füllende Gesetzeslücke zu verneinen und die Frage des Wohnsitzes
einzig nach zivilrechtlichen Bestimmungen zu beantworten. Es besteht daher kein
Raum für eine lückenfüllende Anwendung der Wohnsitznorm von Art. 21 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen-, und
Invalidenversicherung (ELG; SR 831.39). Selbst wenn diese Wohnsitznorm auch für die
Pflegefinanzierung als sinnvoll erachtet würde, bleibt es dennoch Sache des
Bundesgesetzgebers, eine vom zivilrechtlichen Wohnsitz abweichende Lösung für die
Pflegefinanzierung zu treffen. In diesem Zusammenhang ist ergänzend zu bemerken,
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 6/8
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
dass - zumindest im Kanton St. Gallen - rund die Hälfte der von der Pflegefinanzierung
betroffenen Personen keine Ergänzungsleistungen bezieht (vgl. Urteil 9C_197/2012,
E. 5.6 e contrario; auch die Beschwerdeführerin bezog offenbar zumindest bis April
2011 aufgrund der gegebenen Vermögenssituation noch keine Ergänzungsleistungen,
act. G 3.20-1), weshalb sich selbst im Rahmen einer Lückenfüllung die Übernahme der
Wohnsitznorm von Art. 21 Abs. 1 ELG nicht aufdrängt, zumal es sich hierbei um eine im
Vergleich zur übrigen Rechtsordnung einzigartige Wohnsitzwechselbeschränkung
handelt, die mit der grundrechtlich geschützten Niederlassungsfreiheit (Art. 24 Abs. 1
der Bundesverfassungsverfassung [BV; SR 101]) kontrastiert.
3.2 Der zivilrechtliche Wohnsitz einer Person befindet sich nach Art. 23 Abs. 1 ZGB an
dem Ort, wo sie sich mit der Absicht dauernden Verbleibens aufhält und den sie sich
zum Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen gemacht hat. Für die Begründung des Wohn
sitzes müssen somit 2 Merkmale erfüllt sein: ein objektives äusseres, der Aufenthalt,
sowie ein subjektives inneres, die Absicht dauernden Verbleibens. Nach der Recht
sprechung kommt es nicht auf den inneren Willen, sondern darauf an, auf welche
Absicht die erkennbaren Umstände objektiv schliessen lassen. Der Wohnsitz bleibt an
diesem Ort bestehen, solange nicht anderswo ein neuer begründet wird (Art. 24 Abs. 1
ZGB). Der Aufenthalt an einem Ort zum Zweck des Besuchs einer Lehranstalt und die
Unterbringung einer Person in einer Erziehungs-, Versorgungs-, Heil- oder Strafanstalt
begründet keinen Wohnsitz (Art. 26 ZGB; BGE 127 V 238 f. E. 1 mit Hinweisen).
Rechtsprechungsgemäss sind Altersheime wie das vorliegend zu beurteilende - anders
als Pflegeheime - keine Anstalten im Sinn von Art. 26 ZGB, weil sie nicht einem
vorübergehenden Sonderzweck (Erziehung, Pflege, Heilung, Strafverbüssung) dienen,
sondern einem allgemeinen, indem sie das Verbringen des Lebensabends an einem
hierfür spezialisierten Ort erlauben. Daran ändert sich auch nichts, wenn die
Möglichkeit besteht, im Altersheim die erforderliche Pflege zu erhalten, da dieser
Sonderzweck im allgemeinen Zweck aufgeht. Nach der Rechtsprechung und Lehre
begründen urteilsfähige mündige Personen am Ort des Altersheims (in der Regel)
Wohnsitz im Sinn von Art. 23 Abs. 1 ZGB, wenn der Heimeintritt aus eigenem
Willensentschluss erfolgt (BGE 127 V 239 ff. E. 2b mit Hinweisen und E. 2c am
Schluss).
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 7/8
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
3.3 Die Beschwerdeführerin führte zum Ortswechsel nach C._ aus, dass dieser
freiwillig erfolgt sei. Zum einen deshalb, weil sie ihren Lebensabend in der Nähe ihres
jüngsten Sohns und dessen Familie verbringen wolle. Zum andern, weil sie als
gebürtige Deutschschweizerin der französischen Sprache zu wenig mächtig sei, um
differenziert mit dem Personal eines Heims in französischer Sprache zu
kommunizieren. Dies hätten auch die Kommunikationsprobleme in der Klinik F._
gezeigt, wo sie zu ihrer Rehabilitation vor der Übersiedlung nach C._ geweilt habe
(act. G 3.16-2).
3.3.1 Zunächst kann die erste (objektive, äussere) der beiden gemäss Art. 23
Abs. 1 ZGB kumulativ erforderlichen Voraussetzungen, die physische Anwesenheit,
ohne weiteres bejaht werden. Denn es steht fest und ist unbestritten, dass die
Beschwerdeführerin seit 1. Juli 2010 im Alterszentrum B._ wohnt (act. G 3.28).
3.3.2 Betreffend des subjektiven Elements der Absicht des dauernden Verbleibens
gilt es zu beachten, dass keine Anhaltspunkte dafür sprechen oder von der
Beschwerdegegnerin geltend gemacht wird, die Beschwerdeführerin sei nicht
urteilsfähig, wobei im Bereich der Wohnsitzfrage ohnehin keine strengen
Anforderungen gestellt werden dürfen (BGE 127 V 240 E. 2c). Aus den für die
Übersiedlung genannten Beweggründen (vgl. vorstehende E. 3.3.) ist darauf zu
schliessen, dass - auch wenn der hoch altersbetagte Ehegatte der Beschwerdeführerin
(Jahrgang 1911, act. G 3.26-2) der Übersiedlung offenbar nicht folgte - die
Beschwerdeführerin ihren Lebensabend in C._ in der Nähe ihres jüngsten Sohns
sowie dessen Familie verbringen wollte, sodass sie nunmehr hier ihren
Lebensmittelpunkt hat. Damit geht einher, dass keine Gründe ersichtlich sind oder von
der Beschwerdegegnerin geltend gemacht werden, die Übersiedlung sei nicht freiwillig
erfolgt. Die Beschwerdeführerin hat somit seit 1. Juli 2010 Wohnsitz in C._, weshalb
die Beschwerdegegnerin für den Entscheid über die von der Beschwerdeführerin
geltend gemachten Leistungen aus Pflegefinanzierung zuständig ist.
4.
4.1 Nach dem Gesagten sind in Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 5. Juli
2011 die Beschwerden gutzuheissen und die Sache ist an die Beschwerdegegnerin
zum Entscheid über die Leistungen aus Pflegefinanzierung zurückzuweisen.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 8/8
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
4.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
4.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei
insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen
ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Vorliegend erscheint
eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'000.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer) der Bedeutung und dem Aufwand der Streitsache angemessen.
4.4 Der Kanton Wallis hat keinen Antrag auf eine Parteientschädigung gestellt,
weshalb sich Weiterungen hierzu erübrigen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP