Decision ID: 1383b069-477f-4dfe-9a2e-ed932239f21b
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ schloss am 13. Juni 2014 einen Einsatzvertrag mit der C._ (nachfolgend:
Arbeitgeberin) als Plattenleger bei der D._ AG (nachfolgend: Einsatzbetrieb). Ab 16.
Juni 2014 war er im Einsatzbetrieb tätig. Betreffend die Einsatzdauer wurde vereinbart,
der Einsatzvertrag "ende mit dem Auftragsende beim Einsatzbetrieb oder spätestens
am 7. September 2014" (act. G1, G1.11). Die Arbeitgeberin hatte sich zum Zweck der
Durchführung der beruflichen Vorsorge für die von ihr beschäftigten temporären
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Vorsorgestiftung B._ (nachfolgend: B._,
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die zuständige Aufsichtsbehörde ordnete am 4. September 2014 die sofortige
Liquidation der Stiftung an; act. G1.6) angeschlossen (act. G1.3).
A.b A._ erlitt bei einem Aufenthalt in E._ am 3. August 2014 einen Herzinfarkt und
wurde vom 4. bis mindestens zum 18. August 2014 stationär behandelt (act. G1,
G1.12).
A.c Die IV-Stelle sprach A._ mit Wirkung ab 1. August 2015 bei einem
Invaliditätsgrad von 70% eine ganze Invalidenrente sowie eine Kinderrente für dessen
Sohn F._ zu (Verfügung vom 26. Juli 2016; act. G1.13).
A.d A._, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. C. Häberli, Zürich, führte in einem
Schreiben vom 10. Juni 2016 an die B._ aus, er hätte im Rahmen seines damaligen
Arbeitsverhältnisses zwingend versichert sein müssen. Es sei jedoch anzunehmen,
dass eine Meldung an die B._ unterblieben sei. Er sei invalide und beanspruche
Invalidenleistungen der beruflichen Vorsorge (act. G11.2).
A.e Die B._ teilte A._ am 28. Juli 2016 mit, es sei für ihn kein Vorsorgevertrag
abgeschlossen worden, weshalb er auch keine Leistungen beanspruchen könne (act.
G1.15). A._ liess am 8. August 2016 vorbringen, er habe Unterstützungspflichten
gegenüber einem Kind und sei deshalb gemäss dem allgemeinverbindlichen
Gesamtarbeitsvertrag (GAV) Personalverleih unabhängig von der Dauer des
Arbeitsvertrages oder einer allfälligen Befristung desselben ab dem ersten Tag
obligatorisch der beruflichen Vorsorge unterstellt gewesen (act. G11.6).
A.f Am 4. Oktober 2016 liess die Stadt G._ der B._ ein von A._ unterzeichnetes
Dokument zukommen, in dem dieser allfällige Nachzahlungen von Leistungen der
beruflichen Vorsorge an die Stadt G._ abgetreten hatte (act. G11.8). Die B._ führte
mit Schreiben vom 1. November 2016 an den Vertreter von A._ aus, sein
Arbeitsvertrag sei auf eine Dauer von weniger als drei Monaten abgeschlossen worden.
Er habe daher keinen Anspruch auf Leistungen der B._. Die B._ werde vom
Geltungsbereich der Bestimmungen des GAV Personalverleih nicht erfasst, da diese
ausschliesslich das Rechtsverhältnis zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern
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regelten. Zudem habe A._ allfällige Versicherungsleistungen ab dem 1. September
2016 an die Stadt G._ abgetreten (act. G11.7).
B.
B.a In seiner Klage vom 14. Juni 2017 beantragte A._ (nachfolgend: Kläger), die
B._ (nachfolgend: Beklagte) und/oder die Arbeitgeberin seien zu verpflichten, dem
Kläger ab dem 1. August 2015 eine lebenslängliche Invalidenrente von Fr. 7'450.-- pro
Jahr sowie für den Sohn F._, geboren am _ 2004, eine Kinderrente während der
gesetzlichen Leistungsdauer in der Höhe von Fr. 1'490.-- pro Jahr auszurichten, nebst
Zins zu 5% seit mittlerem Verfall auf den ausstehenden Betreffnissen, spätestens seit
Klageeinleitung; unter Entschädigungsfolgen. Er machte geltend, gemäss den
Bestimmungen des GAV Personalverleih seien sämtliche Arbeitnehmer mit
Unterstützungspflichten gegenüber Kindern obligatorisch ab dem ersten Tag im
Rahmen der obligatorischen beruflichen Vorsorge zu versichern. Soweit der
Vorsorgevertrag die "automatische" Versicherung nicht ausdrücklich vorsehe, wären
die Beklagte und die Arbeitgeberin ab Inkrafttreten der
Allgemeinverbindlichkeitserklärung des genannten GAV verpflichtet gewesen, die
Vorsorgebestimmungen entsprechend anzupassen. Ausserdem sei sein Einsatzvertrag
nicht gültig befristet gewesen (act. G1).
B.b Die Verfahrensleitung teilte dem Kläger mit Schreiben vom 21. Juni 2017 mit,
arbeits- oder schadenersatzrechtliche Ansprüche gegenüber der ehemaligen
Arbeitgeberin fielen nicht in die sachliche Zuständigkeit des Versicherungsgerichts. Für
den Fall, dass er nicht damit einverstanden sei, dass das Gericht nur die B._ als
Beklagte im vorliegenden Verfahren erfasse, wurde er zur Stellungnahme aufgefordert
(act. G2). Der Kläger führte am 4. Juli 2017 aus, er verzichte auf den Einbezug der
Arbeitgeberin in seine Klage (act. G3).
B.c Die Beklagte beantragte mit Klageantwort vom 15. Dezember 2017, die Klage sei
abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Sie brachte vor, der Kläger habe der
Beklagten am 4. Oktober 2016 mitgeteilt, er habe seine allfälligen Forderungen der
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Stadt G._ abgetreten. Mit dieser Abtretung sei die Forderung in das Vermögen des
Zessionars übergegangen, der Zedent könne sie nicht mehr im eigenen Namen geltend
machen. Der Einsatzvertrag des Klägers sei für eine befristete Dauer von weniger als
drei Monaten abgeschlossen worden, weshalb er für diesen Arbeitseinsatz nicht der
obligatorischen beruflichen Vorsorge unterstellt gewesen sei. Der GAV Personalverleih
regle ausschliesslich die Beziehungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, die
Vorsorgeeinrichtung werde von dessen Geltungsbereich nicht erfasst. Die Beklagte sei
nicht dazu verpflichtet gewesen, den Anschlussvertrag mit den Bestimmungen des
GAV abzugleichen (act. G11).
B.d Mit Replik vom 2. März 2018 hielt der Kläger an seinen Anträgen fest. Er führte
aus, es liege keine eigentliche Abtretungserklärung, sondern nur eine
Zahlungsanweisung an die Stadt G._ vor. Er sei damit für das vorliegende Verfahren
aktivlegitimiert. Die in seinem Arbeitsvertrag vorgesehene Befristung sei ungültig
gewesen und habe nur dazu gedient, um vermeintlich die Versicherungspflicht gemäss
BVG zu umgehen. Er sei ab dem ersten Tag seines Arbeitseinsatzes versichert
gewesen und habe Anspruch auf eine Invalidenrente (act. G15).
B.e In ihrer Duplik vom 9. Mai 2018 hielt die Beklagte an ihrem Antrag fest. Sie brachte
vor, mit dem Schreiben vom 4. Oktober 2016 sei die Stadt G._ Gläubigerin der
geltend gemachten Forderungen geworden und der Kläger habe sein Klagerecht
verloren. Die Einsatzzeiten in der Temporärarbeit seien häufig recht kurz, eine Frist von
drei Monaten sei eine geläufige Dauer und ohne weiteres zulässig (act. G19).

Erwägungen
1.
1.1 Gemäss Art. 73 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinter-
lassenen- und Invalidenvorsorge (BVG; SR 831.40) bezeichnet jeder Kanton ein
Gericht, das als letzte kantonale Instanz über Streitigkeiten unter anderem zwischen
Vorsorgeeinrichtungen und Anspruchsberechtigten entscheidet. Im Kanton St. Gallen
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ist nach Art. 65 Abs. 1 lit. ebis des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRP;
sGS 951.1) das Versicherungsgericht zuständig für Streitigkeiten nach Art. 73 BVG.
1.2 Gerichtsstand ist nach Art. 73 Abs. 3 BVG der Sitz oder Wohnsitz des Beklagten
oder der Ort des Betriebes, bei dem der Versicherte angestellt wurde. Vorliegend ist die
örtliche Zuständigkeit des Versicherungsgerichts zu bejahen, weil sich der Sitz der
Beklagten in H._ befindet (act. G1.6).
1.3 Die Beklagte macht geltend, der Kläger habe seine Forderungen an die Stadt
G._ abgetreten und sei daher vorliegend nicht aktivlegitimiert (act. G11). Im Recht
liegt ein vom Kläger am 4. bzw. 5. Oktober 2016 unterzeichnetes Dokument der Stadt
G._. In diesem ist festgehalten, der Kläger trete gestützt auf Art. 39 Abs. 1 BVG in
Verbindung mit §19 des Sozialhilfegesetzes des Kantons I._ allfällige Nachzahlungen
von BVG-Renten oder BVG-Kapitalauszahlungen an die Stadtgemeinde G._,
Sozialdepartement Soziale Dienste, ab. Die Sozialen Dienste G._ hätten den Kläger
und dessen Familie seit 1. September 2016 vorschussweise unterstützt (act. G11.8).
Wie der Kläger zu Recht geltend macht, ist das Dokument jedoch nicht als eigentliche
Abtretung (Zession im Sinne von Art. 164 des Bundesgesetzes betreffend die
Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [OR; SR 220]) zu verstehen.
Vielmehr ist davon auszugehen, dass es der Wille des Klägers und der Stadt G._ war,
eine Zahlungsanweisung zu vereinbaren (vgl. act. G15). Gemäss dem letzten Absatz
des genannten Dokuments weist der Kläger die Beklagte an, die (allfällige)
Nachzahlung auf das näher bezeichnete Konto der Sozialen Dienste G._ zu
überweisen. Zudem ist erwähnt, der Kläger mache zurzeit mit Hilfe seines
Rechtsanwaltes Ansprüche gegenüber der Beklagten geltend (act. G11.8). Dies deutet
darauf hin, dass die Stadt G._ nicht beabsichtigte, die Ansprüche des Klägers selbst
durchzusetzen. Schliesslich bezieht sich die Abtretung auch lediglich auf allfällige
Nachzahlungen, nicht auf laufende oder zukünftige Leistungen (ob eine solche
Abtretung zulässig wäre, ist vorliegend nicht zu prüfen). Es ist demnach nicht von einer
Zession auszugehen, weshalb der Kläger vorliegend aktivlegitimiert ist.
1.4 Der Kläger klagte in seiner ursprünglichen Klage sowohl gegen die Beklagte als
auch gegen die Arbeitgeberin (act. G1). Nach einem entsprechenden Hinweis der
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Verfahrensleitung (act. G2) verzichtete der Kläger auf den Einbezug der Arbeitgeberin in
das Verfahren (act. G3). Deren Passivlegitimation ist damit nicht weiter zu prüfen.
1.5 Da auch sämtliche übrigen prozessualen Voraussetzungen erfüllt sind, ist auf die
Klage einzutreten.
2.
Zwischen den Parteien umstritten und vorliegend zu prüfen ist der Anspruch des
Klägers auf eine Invalidenrente und eine Invalidenkinderrente gegenüber der Beklagten.
Gemäss Art. 23 Abs. 1 lit. a BVG haben Personen, die im Sinn der
Invalidenversicherung zu mindestens 40% invalid sind und bei Eintritt der
Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert waren,
Anspruch auf Invalidenleistungen. Nach Art. 24 Abs. 1 BVG setzt der Anspruch auf eine
volle Invalidenrente eine mindestens 70%ige Invalidität im Sinn der IV voraus (lit. a).
Eine Dreiviertelsrente kommt zur Ausrichtung bei mindestens 60%iger Invalidität (lit. b).
Eine halbe Rente wird bei mindestens hälftiger Invalidität (lit. c) und eine Viertelsrente
bei mindestens 40%iger Invalidität ausgerichtet (lit. d). Versicherte, denen eine
Invalidenrente zusteht, haben für jedes Kind, das im Falle ihres Todes eine Waisenrente
beanspruchen könnte, Anspruch auf eine Kinderrente in Höhe der Waisenrente. Für die
Kinderrente gelten die gleichen Berechnungsregeln wie für die Invalidenrente (Art. 25
Abs. 1 BVG).
3.
Vorerst ist zu beurteilen, ob der Kläger bei der Beklagten überhaupt versichert war.
3.1 Der GAV Personalverleih enthält allgemeinverbindlich erklärte Bestimmungen.
Gemäss Art. 3 Abs. 1 gilt er auch dort, wo für einen Einsatzbetrieb ein anderer
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Gesamtarbeitsvertrag gilt. Der GAV Personalverleih übernimmt dabei unter gewissen
Voraussetzungen die gesamtarbeitsvertraglich geregelten Lohn- und
Arbeitszeitbestimmungen von im Einsatzbetrieb geltenden GAV. Nicht übernommen
werden unter anderem die Bestimmungen bezüglich Krankentaggeldversicherung und
berufliche Vorsorge, sofern die im GAV Personalverleih vorgesehenen Lösungen
mindestens gleichwertig mit den Bestimmungen der für die Branchen gültigen
allgemeinverbindlich erklärten GAV sind (Art. 3 Abs. 2). Auch für den im massgeblichen
Zeitpunkt 2014 nicht-allgemeinverbindlichen, im Einsatzvertrag (act. G1.11) erwähnten
GAV für das Plattenlegergewerbe gilt dieser Vorrang (Anhang 1 des GAV
Personalverleih). Dieser enthält jedoch keine spezifischen berufsvorsorgerechtlichen
Bestimmungen (abrufbar unter http://www.gav-service.ch Contract.aspx?
stellaNumber=365002&versionName=12#DokumenteLinks / zuletzt abgerufen am 20.
März 2019).
3.2 Die Beklagte macht geltend, der Kläger sei aufgrund seines auf unter drei Monate
befristeten Einsatzvertrages nicht versichert gewesen (act. G11, G19).
3.2.1 Die obligatorische Versicherung beginnt laut Art. 10 Abs. 1 BVG grundsätzlich
mit dem Antritt des Arbeitsverhältnisses. Gemäss Art. 1j der Verordnung über die
berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVV 2; SR 831.441.1) sind
Arbeitnehmer mit einem befristeten Arbeitsvertrag von höchstens drei Monaten jedoch
nicht der obligatorischen Versicherung unterstellt; vorbehalten ist Artikel 1k BVV 2.
Dieser bestimmt, Arbeitnehmer mit befristeten Anstellungen oder Einsätzen seien nur
dann der obligatorischen Versicherung unterstellt, wenn das Arbeitsverhältnis ohne
Unterbruch über die Dauer von drei Monaten hinaus verlängert wird (lit. a, Satz 1); oder
mehrere aufeinanderfolgende Anstellungen beim gleichen Arbeitgeber oder Einsätze für
das gleiche verleihende Unternehmen insgesamt länger als drei Monate dauern und
kein Unterbruch drei Monate übersteigt (lit. b, Satz 1). Der Art. 3 der
Zusatzvereinbarungen für den Vorsorgeplan 013 "Freelance Eco" der Beklagten hält
unter anderem fest, der Versicherungsbeginn sei sofort, wenn der ununterbrochene
Einsatz 13 Arbeitswochen überschreite bzw. ab der 14. Arbeitswoche, wenn sich, trotz
einer ursprünglich vorgesehenen kürzeren Dauer, der Einsatz über die 13. Woche
hinausziehe (act. G1.4). Laut Art. 31 Abs. 2 des GAV Personalverleih sind
Arbeitnehmende, sofern der Vertrag nicht auf unbestimmte Dauer abgeschlossen
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wurde, ab der 14. Arbeitswoche obligatorisch zu versichern (act. G1.2). Dies stimmt im
Wesentlichen mit der Regelung in den Zusatzvereinbarungen der Beklagten überein.
3.2.2 Der Kläger unterzeichnete am 13. Juni 2014 einen Einsatzvertrag mit
Arbeitsbeginn am 16. Juni 2014. Bezüglich der Einsatzdauer wurde festgehalten, der
Einsatzvertrag "ende mit dem Auftragsende beim Einsatzbetrieb oder spätestens am 7.
September 2014" (act. G1.11). Zwischen dem Kläger und dem Einsatzbetrieb bzw. der
Arbeitgeberin war in einem arbeitsgerichtlichen Verfahren umstritten, wann der Einsatz
endete. Das Kantonsgericht des Kantons J._ kam in seinem Entscheid vom 1. Juli
2016 mit überzeugenden Erwägungen zum Schluss, der Einsatzvertrag sei per 24. Juli
2014 rechtsgültig gekündigt worden (act. G1.14, E. 6.8). Selbst wenn man diese
umstrittene Kündigung für rechtsungültig erachten würde, hätte der Einsatzvertrag aber
spätestens am 7. September 2014 geendet. Er war damit von Anfang an auf maximal
12 Wochen bzw. weniger als drei Monate befristet (vgl. act. G1.11). Die Dauer des
Einsatzes war im Sinne von Art. 19 Abs. 2 lit. c des Bundesgesetzes über die
Arbeitsvermittlung und den Personalverleih (AVG; SR 823.11) genügend klar
bestimmbar. Auch die Weisung des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) zum AVG,
auf welche der Kläger verweist (act. G1), hält lediglich fest, befristete Arbeitsverträge
endeten grundsätzlich automatisch mit Ablauf der Einsatzdauer. Es sei jedoch zulässig,
auch bei befristeten Arbeitsverträgen vorzeitige Kündigungsmöglichkeiten vorzusehen
(S. 96, abrufbar unter https://www.seco.admin.ch/ seco/de/home/
Publikationen_Dienstleistungen/Publikationen_und_Formulare/Arbeit/
Personenfreizuegigkeit_und_Arbeitsbeziehungen/merkblaetter/Weisungen_
Erlaeuterungen_ Arbeitsvermittlungsgesetz.html, zuletzt abgerufen am 20. März 2019).
Weshalb die Befristung des vorliegenden Einsatzvertrages, wie vom Kläger geltend
gemacht, nicht zulässig gewesen sein und nur zur Umgehung der Versicherungspflicht
nach BVG gedient haben sollte (act. G15), ist nicht ersichtlich. Mit der Beklagten (act.
G19) ist darauf hinzuweisen, dass Einsatzzeiten bei Temporärarbeiten häufig kurz sind
und eine Dauer auch von weniger als drei Monaten geläufig ist. Bei einer Kündigung
per 24. Juli 2014 dauerte der tatsächliche Einsatz gar nur sechs Wochen (vgl. dazu
auch das Urteil des Kantonsgerichts J._, act. G1.14, S. 2, Ziff. 3). Der Kläger erklärte
sich ausserdem offensichtlich mit den Bedingungen des Einsatzvertrages
einverstanden, als er diesen unterzeichnete. Auch das Kantonsgericht J._ kam im
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Übrigen zum Schluss, die Befristung sei zulässig, es handle sich um einen auf eine
Maximaldauer befristeten Arbeitsvertrag (act. G1.11, E. 5.3).
3.2.3 Folglich handelte es sich um einen auf unter drei Monate befristeten
Einsatzvertrag, für den weder gemäss GAV noch gemäss Zusatzvereinbarungen der
Beklagten eine obligatorische Versicherungspflicht bestand.
3.3 Der Kläger ist unbestritten unterhaltspflichtig für seinen 2004 geborenen Sohn (act.
G1, G1.7). Gemäss Art. 31 Abs. 2 des GAV Personalverleih unterstehen
Arbeitnehmende mit Unterstützungspflichten gegenüber Kindern ab dem ersten Tag
der obligatorischen Versicherungspflicht (act. G1.2). Im Anschlussvertrag sowie den
Zusatzvereinbarungen der Beklagten finden sich keine entsprechenden Bestimmungen
(act. G1.3 f.). Entgegen dem Standpunkt des Klägers verpflichtet die genannte
Bestimmung des GAV die Beklagte nicht, obwohl sie für allgemeinverbindlich erklärt
wurde. Da Arbeits- und Vorsorgevertrag unterschiedliche Rechtsverhältnisse zwischen
verschiedenen Rechtssubjekten regeln, können durch Arbeitsvertrag grundsätzlich
keine verbindlichen Regelungen zu Lasten einer nicht am Vertrag beteiligten
Vorsorgeeinrichtung getroffen werden. Dies gilt für Einzel- wie für
Gesamtarbeitsverträge. Zwar können gesamtarbeitsvertraglich im Verhältnis zwischen
Arbeitgeber und Arbeitnehmer, die als solche nicht Vertragspartei sind, unmittelbar
oder mittelbar Rechte und Pflichten begründet werden, wie beispielsweise die
Verpflichtung des Arbeitgebers, seine Arbeitnehmer im Rahmen der beruflichen
Vorsorge für bestimmte Minimalleistungen im Invaliditätsfall zu versichern. Diese
gesamtarbeitsvertragliche Besonderheit gilt jedoch, trotz der grossen Bedeutung der
GAV für die berufliche Vorsorge, nicht auch im Verhältnis zwischen einer
Vorsorgeeinrichtung und einem Arbeitgeber oder Arbeitnehmer. Vielmehr müssen die
Rahmen- und Mindestbedingungen eines GAV zur beruflichen Vorsorge in den Statuten
oder dem Reglement der einzelnen Vorsorgeeinrichtung umgesetzt werden, damit sie
greifen (BGE 120 V 340, E. 3b mit Hinweisen, vgl. BGE 120 V 26, Urteil des
Bundesgerichts vom 14. März 2008, 9C_568/2007, E. 4.2). Es sind entgegen der
Ansicht des Klägers keine Gründe ersichtlich, weshalb aufgrund der
Allgemeinverbindlichkeitserklärung des vorliegenden GAV von dieser Rechtsprechung
abgewichen werden sollte. Eine Allgemeinverbindlicherklärung dient lediglich dazu, den
Geltungskreis eines Gesamtarbeitsvertrages auf weitere Arbeitgeber und Arbeitnehmer
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auszudehnen, macht ihn jedoch nicht für Dritte, insbesondere Vorsorgeeinrichtungen,
verbindlich. Demnach war die Regelung des GAV, wonach Arbeitnehmende mit
Unterstützungspflichten gegenüber Kindern obligatorisch ab dem ersten Tag zu
versichern sind, für die Beklagte nicht verbindlich. Ob die Arbeitgeberin verpflichtet
gewesen wäre, für eine entsprechende Versicherung zu sorgen, und welche Folgen
eine allfällige Unterlassung nach sich ziehen könnte, ist nicht Gegenstand des
vorliegenden Verfahrens. Der vom Kläger angeführte Bundesgerichtsentscheid
9C_464/2015 vom 31. Mai 2016 hält lediglich fest, dass der Vorsorgeschutz auch im
überobligatorischen Vorsorgebereich mit dem Tag, an dem das Arbeitsverhältnis
anfängt, beginnt und an dem Tag endet, an welchem der Arbeitnehmer die
Vorsorgeeinrichtung verlässt (E. 5.5.1). Daraus kann nicht geschlossen werden, dass
der Kläger unabhängig von einer entsprechenden Meldung der Arbeitgeberin an die
Beklagte aufgrund seiner Unterstützungspflicht gegenüber seinem Sohn "automatisch"
versichert gewesen wäre (vgl. act. G1).
3.4 In den Zusatzvereinbarungen für den Vorsorgeplan 013 "Freelance Eco" ist
ausserdem festgehalten, der Versicherungsbeginn sei auf Verlangen des Arbeitnehmers
sofort (act. G1.4; Art. 3). Es bestehen jedoch keine Hinweise darauf, dass der Kläger
bei Abschluss des Einsatzvertrages oder allenfalls während des Arbeitseinsatzes eine
Versicherungsunterstellung verlangt hätte. Der Kläger brachte zwar vor, er habe seinem
Betreuer bei der Arbeitgeberin bei Vertragsschluss mitgeteilt, dass er Vater eines
minderjährigen Sohnes sei und damit Anspruch auf eine Kinderzulage besitze. Der
Betreuer habe ihm erklärt, dies werde später noch geregelt (act. G1, G15). Aus dieser
umstrittenen Aussage (vgl. act. G11) lässt sich jedoch nicht ableiten, dass der Kläger
gegenüber der Arbeitgeberin oder dem Einsatzbetrieb den konkreten Wunsch nach
einer berufsvorsorgerechtlichen Versicherung geäussert hätte. Gegen ein solches
Verlangen spricht auch die Tatsache, dass mit dem Einsatzvertrag Sozialabzüge nach
Art und Höhe explizit genannt wurden, diese jedoch die berufliche Vorsorge nicht
umfassten (act. G1.11).
3.5 Zusammengefasst bestand damit keine Verpflichtung der Beklagten, den Kläger
berufsvorsorgerechtlich zu versichern. Mangels Versicherung hat der Kläger keinen
Anspruch auf Leistungen gegenüber der Beklagten.
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4.
4.1 Nach dem Gesagten ist die Klage abzuweisen.
4.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 73 Abs. 2 BVG).
4.3 Entsprechend dem Verfahrensausgang hat der Kläger keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung.