Decision ID: 46e3e7bb-989b-4cd4-a193-2059b5d90051
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Ehescheidung (vorsorgliche Massnahmen)
Berufung gegen eine Verfügung des Einzelgerichts im ordentlichen Verfahren am Bezirksgericht Meilen vom 16. Februar 2022 (FE200092-G)
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Rechtsbegehren:
des Klägers und Gesuchstellers (Urk. 4/85 S. 2; Urk. 4/119 S. 1; Urk. 4/164 S. 2, sinngemäss):
1. Der Beklagten sei die Obhut für den Sohn C._ per sofort zu entziehen;
2. Es sei eine umfassende Beistandschaft (Vertretungs- und ) für den Sohn C._ zu errichten;
3. Die KESB Bezirk Hinwil sei zu beauftragen, dass der Sohn C._ in einem geeigneten Internat, evtl. Heim, Pflegefamilie, evtl. später beim Kläger untergebracht wird;
4.1. Die Unterhaltsbeiträge an das Kind und die Beklagte seien neu zu regeln.
4.2. Der Kläger sei zu verpflichten, den Betrag von CHF 1'475.– und die Beklagte den Betrag von CHF 420.– zu bezahlen.
der Beklagten und Gesuchsgegnerin (Urk. 4/107 S. 1; Prot. I S. 61; Urk. 4/168 S. 1, sinngemäss):
1. Die Anträge des Gesuchstellers seien vollumfänglich abzuweisen. 2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zzgl. 7% MwSt.) zu
Lasten des Gesuchstellers.
Verfügung des Einzelgerichts im ordentlichen Verfahren am Bezirksgericht Meilen vom 16. Februar 2022:
(Urk. 4/172 S. 74 ff. = Urk. 2 S. 74 ff.)
1. Die Anträge 1 und 3 der Gesuche des Gesuchstellers vom 20. Oktober
2021, 8. Dezember 2021 und 8. Februar 2022 um Erlass vorsorglicher
Massnahmen werden abgewiesen.
2. Die Parteien werden im Sinne einer Weisung nach Art. 307 Abs. 3 ZGB ver-
pflichtet, am Elternkurs "Eltern bleiben", Amt für Jugend und Berufsberatung
– Geschäftsstelle Elternbildung, ... [Adresse], Tel. 1, mit Start am 9. März
2022 oder 15. März 2022 an der ... [Adresse], teilzunehmen.
Die Parteien werden angewiesen, nach Kenntnisnahme dieser Verfügung
die Geschäftsstelle direkt zu kontaktieren zwecks Anmeldung für den Eltern-
kurs.
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3. Der Antrag 2 der Gesuche des Gesuchstellers vom 8. Dezember 2021 und
8. Februar 2022, es sei eine umfassende Beistandschaft (Vertretungs- und
Erziehungsbeistandschaft) für den Sohn C._ zu errichten, wird teilweise
gutgeheissen. Das Gericht errichtet für den gemeinsamen Sohn der Parteien
C._, geboren am tt.mm.2011, für die Dauer des vorliegenden Verfah-
rens eine Erziehungsbeistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 1 und Abs. 2
ZGB. Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) des Bezirks
Hinwil wird ersucht, den Erziehungsbeistand oder die Erziehungsbeiständin
gemäss Art. 308 Abs. 1 und Abs. 2 ZGB zu ernennen und diesem/dieser fol-
gende Aufträge zu erteilen:
− die Eltern in ihrer Sorge um den Sohn C._ mit Rat und Tat zu ;
− die Eltern in Erziehungsfragen zu unterstützen, wo nötig und angezeigt; − die Eltern in der Verbesserung ihrer Kommunikationsfähigkeit in Bezug
auf die Kinderbelange zu unterstützen; − die Eltern bei der Lösungsfindung in Konflikten untereinander und mit
dem Sohn zu unterstützen; − die persönliche und schulische Entwicklung des Sohnes zu begleiten
und zu überwachen und die Eltern diesbezüglich zu beraten; − die Ausübung der Betreuungsregelung zu überwachen; − die den Kindseltern auferlegte Weisung zu überwachen.
Im Mehrumfang wird der Antrag 2 der Gesuche des Gesuchstellers vom
8. Dezember 2021 und 8. Februar 2022 um Erlass vorsorglicher Massnah-
men abgewiesen.
4. Die Anträge 4.1 und 4.2 der Gesuche des Gesuchstellers vom 20. Oktober
2021, 8. Dezember 2021 und 8. Februar 2022 um Erlass vorsorglicher
Massnahmen werden abgewiesen.
5. Die Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen bleibt dem Endent-
scheid vorbehalten (Art. 104 ZPO).
6. [Schriftliche Mitteilungen.]
7. [Rechtsmittelbelehrung.]
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Berufungsanträge:
des Klägers, Gesuchstellers und Berufungsklägers (Urk. 1 S. 2 f.):
"1. Die Verfügung vom 16. Februar 2022 sei aufzuheben; 2. Der Beklagten und Berufungsbeklagten sei die Obhut für den Sohn
C._ per sofort zu entziehen; 3. Es sei eine umfassende Beistandschaft (Vertretungs- und Erzie-
hungsbeistandschaft) für den Sohn C._ zu errichten, und es sei ein Gutachten einzuholen;
4. Die KESB Bezirk Hinwil sei zu beauftragen, dass der Sohn C._ in einem geeigneten Internat, evtl. Heim, Pflegefamilie, evtl. später beim Berufungskläger untergebracht wird;
5. 5.1. Der Unterhaltsbeitrag für das Kind und die Berufungsbeklagte sei
neu zu regeln. 5.2. Der Berufungskläger sei zu verpflichten, den Betrag von
Fr. 1'475.00 und die Berufungsbeklagte den Betrag von Fr. 420.00 zu bezahlen;
5.3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der ;
6. 6.1. Die Unterhaltsbeiträge sind durch die Vorinstanz zu begründen. 6.2. Ausgangs des Verfahrens sind die Unterhaltsleistungen an den
Sohn C._ und evtl. an die Beklagte, neu festzusetzen."
der Beklagten, Gesuchsgegnerin und Berufungsbeklagten (Urk. 16 S. 2):
" Die Berufung des Klägers/Gesuchstellers und Berufungsklägers sei vollumfänglich abzuweisen. unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich 7.7.% MwSt.) zu Lasten des Klägers/Gesuchstellers und Berufungsklägers."

Erwägungen:
I.
1. Die Parteien sind seit dem tt. Juli 2009 verheiratet und haben einen
gemeinsamen Sohn, C._, geboren am tt.mm.2011 (Urk. 4/2). Im Eheschutz-
verfahren wurde C._ unter die Obhut der Beklagten, Gesuchsgegnerin und
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Berufungsbeklagten (fortan: Gesuchsgegnerin) gestellt und dem Kläger, Gesuch-
steller und Berufungskläger (fortan: Gesuchsteller) ein Betreuungsrecht an jedem
zweiten Wochenende von Freitag, 13.30 Uhr, bis Sonntagabend, 18.00 Uhr, und
"an jedem Mittwoch jede andere Woche" von 13.30 Uhr bis 18.30 Uhr, eingeräumt
(Urk. 4/6/46). Seit dem 11. Juni 2020 stehen die Parteien vor Vorinstanz in einem
Scheidungsverfahren (Urk. 4/1). Mit Verfügung vom 8. März 2021 wies die Vo-
rinstanz das Massnahmebegehren des Gesuchstellers, C._ sei von Sonn-
tagabend bis Freitagnachmittag durch ihn und von Freitagabend bis Sonntag-
abend durch die Gesuchsgegnerin zu betreuen, eventualiter sei C._ während
der Woche im Schulinternat unterzubringen und am Wochenende alternierend
von den Parteien zu betreuen, ab (Urk. 4/66). Mit Eingabe vom 20. Oktober 2021
ersuchte der Gesuchsteller um superprovisorischen Entzug der Obhut der Ge-
suchsgegnerin und geeignete Unterbringung von C._ (Urk. 4/85 S. 2). Mit
Verfügung vom 22. Oktober 2021 wurde der Antrag des Gesuchstellers auf Erlass
superprovisorischer Massnahmen abgewiesen und gleichzeitig der Gesuchsgeg-
nerin Frist angesetzt, um zum Gesuch des Gesuchstellers Stellung zu nehmen
(Urk. 4/89). Mit Verfügung vom 3. November 2021 wurde ein Bericht der Schule
G._ einverlangt (Urk. 4/97-98), welcher am 15. November 2021 bei der Vo-
rinstanz einging (Urk. 4/105). Am 11. November 2021 fand die Einigungsverhand-
lung und Verhandlung betreffend die vorsorglichen Massnahmen (Prot. I S. 10
ff.), am 3. Dezember 2021 die Kinderanhörung von C._ (Urk. 4/118) und am
8. Dezember 2021 die Hauptverhandlung sowie Fortsetzung der Verhandlung zu
den vorsorglichen Massnahmen statt (Prot. I S. 56 ff.). Mit Eingabe vom
8. Februar 2022 wiederholte der Gesuchsteller seine Anträge um Erlass (su-
per)provisorischer Massnahmen, wobei er zusätzlich darum ersuchte, für den
Sohn C._ eine umfassende Beistandschaft zu errichten (Urk. 4/164). Auch
diese Anträge des Gesuchstellers auf Erlass superprovisorischer Massnahmen
wurden mit Verfügung vom 9. Februar 2022 abgewiesen (Urk. 4/166). Betreffend
den Verlauf des erstinstanzlichen Verfahrens kann im Übrigen auf die Erwägun-
gen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 2 S. 2 ff.). Mit eingangs wiedergege-
bener Verfügung vom 16. Februar 2022 entschied die Vor-instanz über die vor-
sorglichen Massnahmen (Urk. 4/172 = Urk. 2).
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2. Dagegen erhob der Gesuchsteller mit Eingabe vom 28. Februar 2022 innert
Frist (vgl. Urk. 4/176/1) Berufung und stellte die eingangs erwähnten Anträge
(Urk. 1 S. 2 f.). Der Kostenvorschuss von Fr. 5'500.– wurde rechtzeitig geleistet
(Urk. 5, Urk. 6). Die Berufungsantwort datiert vom 20. Mai 2022 (Urk. 16) und
wurde dem Gesuchsteller mit Verfügung vom 13. Juni 2022 zur Kenntnisnahme
zugestellt (Urk. 19). Weitere Eingaben erfolgten nicht. Die vorinstanzlichen Akten
wurden beigezogen (Urk. 4). Die Sache erweist sich als spruchreif.
II.
1. Die Berufung hemmt die Rechtskraft nur im Umfang der Anträge (Art. 315
Abs. 1 ZPO). Wie eingangs aufgeführt, beantragt der Gesuchsteller zwar die um-
fassende Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung (Urk. 1 Berufungsantrag 1).
Aus der Begründung geht jedoch hervor, dass sich die Berufung nicht gegen die
von der Vorinstanz erteilte Weisung gemäss Dispositiv-Ziffer 2, den Kurs "Eltern
bleiben" zu besuchen, richtet (vgl. Urk. 1 S. 15 ff.). Die Dispositiv-Ziffer 2 ist somit
rechtskräftig, was vorzumerken ist. Der Kurs wurde sodann vom Gesuchsteller
auch bereits besucht (vgl. Urk. 12A).
2. Mit der Berufung kann sowohl die unrichtige Rechtsanwendung als auch
die unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310
ZPO). Die Berufungsinstanz verfügt über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat-
und Rechtsfragen, einschliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung (An-
gemessenheitsprüfung; BGer 5A_184/2013 vom 26. April 2013, E. 3.1).
3. In der Berufungsschrift ist hinreichend genau aufzuzeigen, inwiefern der
erstinstanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten als fehlerhaft zu be-
trachten ist bzw. an einem der genannten Mängel leidet. Das setzt (im Sinne einer
von Amtes wegen zu prüfenden Eintretensvoraussetzung) voraus, dass der Beru-
fungskläger die vorinstanzlichen Erwägungen bezeichnet, die er anficht, sich ar-
gumentativ mit diesen auseinandersetzt und mittels genügend präziser Verwei-
sungen auf die Akten aufzeigt, wo die massgebenden Behauptungen, Erklärun-
gen, Bestreitungen und Einreden erhoben wurden bzw. aus welchen Aktenstellen
sich der geltend gemachte Berufungsgrund ergeben soll. Die pauschale Verwei-
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sung auf frühere Vorbringen oder deren blosse Wiederholung genügen nicht (sie-
he BGE 138 III 374 E. 4.3.1; BGer 5A_247/2013 vom 15. Oktober 2013, E. 3.2;
BGer 5A_751/2014 vom 28. Mai 2015, E. 2.1). Was nicht oder nicht in einer den
gesetzlichen Begründungsanforderungen entsprechenden Weise beanstandet
wird, braucht von der Rechtsmittelinstanz nicht überprüft zu werden; diese hat
sich – abgesehen von offensichtlichen Mängeln – grundsätzlich auf die Beurtei-
lung der Beanstandungen zu beschränken, die in der schriftlichen Begründung
formgerecht gegen den erstinstanzlichen Entscheid erhoben werden (siehe BGer
4A_290/2014 vom 1. September 2014, E. 3.1 und 5; BGer 4A_258/2015 vom
21. Oktober 2015, E. 2.4.3; BGE 142 III 413 E. 2.2.4; BGer 5A_111/2016 vom
6. September 2016, E. 5.3). Diese Grundsätze gelten auch im Bereich der unbe-
schränkten Untersuchungsmaxime (BGer 5A_800/2019 vom 9. Februar 2021,
E. 5.1).
4. Für Kinderbelange in familienrechtlichen Angelegenheiten – wie sie vorlie-
gend zu beurteilen sind – statuiert Art. 296 Abs. 1 und 3 ZPO den Untersuchungs-
und Offizialgrundsatz, weshalb das Gericht in diesem Bereich den Sachverhalt
von Amtes wegen erforscht und ohne Bindung an die Parteianträge entscheidet.
In Verfahren, welche der umfassenden Untersuchungsmaxime unterstehen, kön-
nen die Parteien zudem im Berufungsverfahren neue Tatsachen und Beweismittel
unbeschränkt vorbringen; Art. 317 Abs. 1 ZPO kommt nicht zum Tragen (BGE
144 III 349 E. 4.2.1; BGE 147 III 301 E. 2.2).
III.
A. Ausgangslage
Der Gesuchsteller hat vor Vorinstanz diverse Umstände vorgebracht, die seiner
Auffassung nach aufzeigen würden, dass die Gesuchsgegnerin nicht erziehungs-
fähig bzw. mit ihren Betreuungsaufgaben überfordert sei. Die Vorinstanz kam zu-
sammengefasst zum Schluss, dass eine Verschlechterung hinsichtlich des schuli-
schen und sozialen Verhaltens von C._ sowie seiner körperlichen Verfas-
sung zwar deutlich erkennbar sei. Entgegen der Auffassung des Gesuchstellers
bestünden indes an der Erziehungsfähigkeit der Gesuchsgegnerin keine Zweifel.
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Der Ursprung für die Verschlechterung der Situation von C._ liege vielmehr
im massiven Elternkonflikt respektive in der Trennungssituation der Parteien, wel-
che für C._ mit seinem ADHS umso schwerer zu verarbeiten sei. Entspre-
chend hätten die anzuordnenden Kindesschutzmassnahmen auf der Ebene der
Eltern zu greifen. Von dem seitens des Gesuchstellers beantragten Obhutsentzug
samt Fremdplatzierung sah sie in der Folge ab und ordnete für C._ eine Bei-
standschaft nach Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB an. Ferner erteilte sie den Parteien
die Weisung, am Kurs "Eltern bleiben" teilzunehmen (Urk. 2 S. 69 ff.).
B. Erziehungsfähigkeit der Gesuchsgegnerin
1. Der Gesuchsteller vertritt auch im Berufungsverfahren weiterhin die Auffas-
sung, dass die Gesuchsgegnerin nicht erziehungsfähig und ihrer Betreuungsfunk-
tion nicht gewachsen sei (Urk. 1 S. 7 ff.).
2.1. Der Gesuchsteller leitete die Erziehungsunfähigkeit der Gesuchsgegnerin
vor Vorinstanz unter anderem aus einem Vorfall mit dem iPhone von C._ ab.
Gemäss unbestrittenem Sachverhalt hatte die Gesuchsgegnerin ihr altes Mobilte-
lefon mit einer neuen SIM-Karte ausgestattet, um es C._ für Notfälle mitzu-
geben. Beim Wechsel der SIM-Karte im Oktober 2020 hatte die Gesuchsgegnerin
Chatverläufe, Spiele und Kontakte gelöscht, den Chatverlauf mit D._, dem
neuen Partner der Gesuchsgegnerin, jedoch auf Wunsch von C._ auf dem
iPhone belassen, damit auch er mit ihm kommunizieren könne. Anlässlich des
Besuchswochenendes vom 17. bis 19. September 2021 entdeckte der Gesuch-
steller den WhatsApp-Chatverlauf zwischen der Gesuchsgegnerin und D._
(Urk. 4/86/4) samt diversen nicht kindsgerechten Bildern (insb. pornographische
Inhalte und Jagdszenen bzw. erlegte Tiere, vgl. Urk. 4/86/5) auf dem iPhone von
C._ (vgl. Urk. 2 S. 11). Die Vorinstanz führte diesbezüglich aus, im Chat zwi-
schen D._ und der Gesuchsgegnerin seien Nachrichten im fünfstelligen Be-
reich ausgetauscht worden und die fraglichen Bilder und Videos seien vornehm-
lich zu Beginn der Beziehung zu finden. Dies bedeute, dass C._ im Chatver-
lauf mehrere tausend Nachrichten hätte zurückscrollen müssen, um bis zu den
ersten pornographischen Bildern bzw. Videos im Frühjahr 2019 zu gelangen.
Dass C._ dies gemacht habe, erscheine als sehr unwahrscheinlich, und es
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bestünden keinerlei Anhaltspunkte für die gegenteilige Annahme. So habe er so-
wohl gegenüber der Gesuchsgegnerin als auch gegenüber dem Gericht verneint,
den Chatverlauf seiner Mutter und D._ angesehen zu haben. Dass C._
bei dieser Antwort beeinflusst gewesen wäre, sei nicht ersichtlich. Es habe denn
auch weder die Schule noch das übrige Umfeld von C._ von irgendwelchen
Auffälligkeiten in diesem Zusammenhang berichtet. Sodann treffe zwar zu, dass
C._ mit erwachsenen Personen nicht respektive nicht gerne über seine per-
sönlichen Dinge spreche, sich sozusagen also "abgrenze". C._ habe sich
aber gemäss Angaben von E._ bereits von Beginn der Gesprächstherapie im
November 2020 weg schwer getan, über persönliche Dinge zu sprechen. Damit
habe die Verschlossenheit gegenüber erwachsenen Personen schon vor den
Sommerferien 2021 und damit vor dem Zeitpunkt, in dem C._ regelmässig
ohne Kontrolle über das iPhone habe verfügen können, bestanden. Aus der "Ab-
grenzung" von C._ gegenüber erwachsenen Personen könne damit nicht ge-
schlossen werden, dass er sich gegenüber erwachsenen Personen verschliessen
würde, weil er von den Bildern, Videos etc. Kenntnis erlangt hätte. Ein diesbezüg-
licher Konnex sei nicht ersichtlich. Es sei deshalb davon auszugehen, dass er die
Bilder und Videos des Chats zwischen seiner Mutter und D._ nicht gesehen
habe, weshalb auch nicht davon auszugehen sei, dass das Verhalten von
C._ insbesondere in der Schule dadurch beeinflusst worden wäre. Gleichzei-
tig müsse das Verhalten der Gesuchsgegnerin aber dennoch mehr als nachlässig
bezeichnet werden. Zwar sei davon auszugehen, dass sie C._ nicht absicht-
lich die theoretische Möglichkeit eingeräumt habe, den Chat-Verlauf und die Bil-
der wahrzunehmen, wovon auch der Gesuchsteller ausgehe. Wie sie aber den
Chat-Verlauf und die versandten Bilder im Moment der Übergabe an C._ ha-
be vergessen können, sei unbegreiflich. Dies habe umso mehr zu gelten, als es
bereits im Sommer 2020 zu einem Vorfall an der Schule mit einem Mobiltelefon
bzw. mit sozialen Medien gekommen sei. Man hätte also damit rechnen dürfen,
dass die Gesuchsgegnerin in diesem Bereich sensibilisierter agiere. Ihr deswegen
aber die Erziehungsfähigkeit abzusprechen, gehe schlicht zu weit. So sei anzu-
merken, dass die Gesuchsgegnerin aus diesem Vorfall Konsequenzen gezogen
habe. C._ dürfe das Handy nur noch bei speziellen Gelegenheiten benutzen
und sei für die übrige Zeit mit einem Notfall-Handy ausgestattet worden, mit dem
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er bloss Nachrichten schreiben, telefonieren und Spiele spielen könne. Gleichzei-
tig sei auch zu erwähnen, dass auch der Gesuchsteller in der konkreten Situation
ein nicht über jeden Zweifel erhabenes Verhalten an den Tag gelegt habe. So ha-
be er im Wissen darum, dass im Chat auch nicht kindsgerechte Inhalte zwischen
der Gesuchsgegnerin und D._ versendet worden seien, das Handy C._
zurückgegeben, ohne den betreffenden Chat zu löschen, womit C._ erneut
die theoretische Möglichkeit gehabt habe, selber von den Bildern Kenntnis zu
nehmen (Urk. 2 S. 15 ff.).
2.2. Der Gesuchsteller bringt dagegen vor, C._ habe festgehalten, dass er
das iPhone seiner Mutter wegen dieser Geschichte nicht mehr habe, womit er klar
zum Ausdruck gebracht habe, was auf seinem Handy gespeichert gewesen sei.
Auf die Frage des Gerichts, was er auf dem iPhone seiner Mutter alles machen
könne, habe C._ weiter festgehalten, dass er damit auch WhatsApp mit Kol-
legen aus der Schule geschrieben, telefoniert und zu Hause Spiele gespielt habe.
Er benutze das iPhone seiner Mutter auch heute noch zu Hause, um damit Spiele
zu spielen und Kollegen aus seiner Schule zu schreiben. Weiter halte C._
fest, dass er sehr wohl den Chat-Verlauf gespeichert habe. Ebenso halte er fest,
dass Drittpersonen, offensichtlich seine Mutter, nach diesem Chat-Verlauf gefragt
hätten. Ferner kenne er sich bezüglich der Bilder bestens aus, nämlich dass die
Bilder in der Bildergalerie gespeichert würden. Die Würdigung der Vorinstanz,
dass die Gesuchsgegnerin keinen Einfluss auf das Aussageverhalten des Sohnes
genommen habe, sei nicht nachvollziehbar. So habe C._ auch die Frage, ob
er in der Schule seit den Sommerferien schlechter geworden sei, verneint. Bereits
hier zeige sich, dass er nichts Negatives äussere. Auch betreffend Hausaufgaben
führe C._ aus, dass er diese zu Hause erledige, was schlicht nicht zutreffe,
wie in diversen Eingaben festgehalten worden sei. Ebenso treffe nicht zu, dass er
jeweils sein Handy abgeben müsse, wie der Chat-Verlauf aufzeige. Vor diesem
Hintergrund seien die Aussagen betreffend die Pornobilder völlig unglaubwürdig
und zum Schutz der Mutter. Die von der Vorinstanz unter dem Titel "Würdigung"
gemachten Ausführungen seien damit nicht nachvollziehbar. Abschliessend sei
festzuhalten, dass ein Straftatbestand vorliege, der von Amtes wegen zu verfol-
gen sei. Für diesen Fall sei die Staatsanwaltschaft Zürich Oberland zuständig. Die
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Vorinstanz habe es unterlassen, die Akten beizuziehen, damit die notwendigen
Folgerungen daraus gezogen werden könnten. Wenn die Gesuchsgegnerin der
Auffassung sei, es werde etwas heraufbeschworen, das einfach lächerlich sei,
und es könne nicht ernsthaft behauptet werden, hier sei ein Verdacht auf Kindes-
missbrauch und ein dringender Verdacht auf sexuellen Kindesmissbrauch vor-
handen, zeige ein derartiges Verständnis auf, dass die Gesuchsgegnerin keine
Erziehungsfähigkeit habe (Urk. 1 S. 6 ff.).
2.3. Die vom Gesuchsteller angeführten Aussagen von C._ anlässlich der
Kinderanhörung vermögen keine Beeinflussung seitens der Gesuchsgegnerin
aufzuzeigen. Abgesehen davon, dass kein erkennbarer Zusammenhang zum
Chatverlauf besteht, ist es nicht unüblich, dass ein Kind seine eigene schulische
Leistung nicht realistisch einschätzen kann. Unzutreffend ist auch, dass C._
seine eigenen Leistungen nur beschönigen würde. Vielmehr erklärte er anlässlich
der Kinderanhörung, dass er die Hausaufgaben eigentlich in der Schule machen
müsste, sie jedoch zu Hause machen würde, weil es in der Schule ein Trampolin
und einen Billard-Tisch gebe, die ihn ablenken würden. Er mache auch nicht ger-
ne Hausaufgaben und er und seine Mutter würden streiten, wenn er etwas nicht
machen wolle (Urk. 4/118 S. 4 und 5). Auch der Umstand, dass die Gesuchsgeg-
nerin C._ danach gefragt hat, ob er vom Inhalt des Chats Kenntnis erlangt
habe, lässt nicht etwa aufhorchen, sondern entspricht einer adäquaten Reaktion
nach dem Entdecken eines solchen Fehlers. Konkrete objektive Anhaltspunkte für
eine Beeinflussung von C._ durch die Gesuchsgegnerin sind weder ersicht-
lich noch dargetan. Es gibt damit auch keinen Grund, an den klaren Aussagen
von C._, wonach er die streitgegenständlichen Bilder nicht gesehen habe, zu
zweifeln. Bezüglich des Vergessens der Bilder und des Chatverlaufs im Moment
der Übergabe des iPhones an C._ ist der Vorinstanz zu folgen, dass dies
zwar "mehr als nachlässig" und "unbegreiflich" ist, jedoch noch keine Zweifel an
der Erziehungsfähigkeit der Gesuchsgegnerin zu begründen vermag. Entschei-
dend ist mit der Vorinstanz vielmehr, dass die Gesuchsgegnerin im Anschluss
adäquat reagiert und entsprechende Konsequenzen gezogen hat. Dass C._
zu Hause noch immer teilweise mit dem iPhone spielen dürfe, wie der Gesuch-
steller geltend macht, vermag daran nichts zu ändern, zumal der Chat unbestrit-
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tenermassen vom Handy gelöscht wurde. Der Gesuchsteller macht denn auch
nicht geltend, dass weiterhin die Gefahr bestehe, dass C._ auf dem iPhone
nicht kindsgerechte Inhalte vorfinden würde. Ferner lässt sich aus dem Umstand,
dass die Gesuchsgegnerin vor Vorinstanz jeglichen vorgebrachten dringenden
Verdacht auf sexuellen Kindsmissbrauch vehement zurückwies bzw. als lächerlich
bezeichnete, nicht schliessen, dass sie den Vorfall nicht ernst genommen hätte.
Vielmehr geht aus den Angaben der Gesuchsgegnerin glaubwürdig hervor, dass
ihr die Tragweite dieses Fehlers sehr wohl bewusst ist, hat sie doch ausgeführt,
dass es für sie im Nachhinein auch völlig unverständlich sei, dass sie den Chat
mit D._ nicht gelöscht habe und sich deswegen selber schwere Vorwürfe
mache (Prot. I S. 63; Urk. 4/107 Rz. 13). Wie die Gesuchsgegnerin zu Recht vor-
bringt, kann ausgehend vom zu beurteilenden Sachverhalt denn auch nicht ernst-
haft von Kindsmissbrauch die Rede sein (Urk. 16 S. 6). Inwiefern die Akten der
Staatsanwaltschaft Zürich Oberland vorliegend von Relevanz gewesen wären,
führt der Gesuchsteller nicht näher aus und ist auch nicht ersichtlich. So hat die
Gesuchsgegnerin nie abgestritten, dass es zu diesem Vorfall gekommen ist, wes-
halb der zu beurteilende Sachverhalt bekannt ist. Die strafrechtliche Beleuchtung
dieser Angelegenheit fällt nicht in die Zuständigkeit des Scheidungsgerichts. Den-
noch sei der Vollständigkeit halber erwähnt, dass die Untersuchung mit Verfügung
vom 29. April 2022 nicht anhand genommen wurde. Als Begründung führte die
Staatsanwaltschaft See/Oberland an, dass es vorliegend in subjektiver Hinsicht
klarerweise am Vorsatz fehle, da die Beschuldigte anlässlich der polizeilichen
Einvernahme glaubhaft dargelegt habe, dass sie nicht daran gedacht habe, dass
sich auf dem Handy ein Chatverlauf zwischen ihr und ihrem Freund befunden ha-
be, welcher zum Teil pornografische Bilder und Schriften enthalten habe, und sie
das Handy sonst nie ihrem Sohn gegeben hätte (Urk. 18/1).
2.4. Der Gesuchsteller bringt ferner (wohl) in diesem Zusammenhang vor, völlig
unverständlich sei, dass die Drohungen der Gesuchsgegnerin in ihrem Chatver-
lauf (Todesdrohungen) vom 6. Oktober 2019 keinen Einfluss auf das Verhalten
des Sohnes hätten haben sollen. Mit derartigen Chats werde ihm die Glaubwür-
digkeit als Person wie auch als Vater gegenüber dem Kind völlig entzogen (Urk. 1
Rz. 11). Die Vorinstanz hat sich zur behaupteten Todesdrohung soweit ersichtlich
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nicht konkret geäussert. Auch der Gesuchsteller legt nicht näher dar, um welche
Konversation es sich gehandelt haben soll. Aus den am 6. Oktober 2019 zwi-
schen der Gesuchsgegnerin und ihrem Partner D._ ausgetauschten Nach-
richten geht hervor, dass die Gesuchsgegnerin von C._ erfahren hatte, dass
er an der "Chilbi" unbeaufsichtigt gewesen sei, weil der Gesuchsteller von 17.00
bis 21.00 Uhr gearbeitet habe. Davon erzählte sie ihrem Partner D._ erkenn-
bar aufgebracht via WhatsApp, worauf dieser antwortete: "Wow ja das isch krass,
mini ex wür mi im fall umbringe, ohni scheiss" (Urk. 4/86/4). Wenn der Gesuch-
steller insinuiert, D._ beabsichtige mit dieser Nachricht auszusagen, bei ähn-
lichem Verhalten seinerseits würde er tatsächlich von seiner Ex-Frau umgebracht,
und schlage der Gesuchsgegnerin als Reaktion vor, mit dem Gesuchsteller
gleichermassen zu verfahren, ist dies schlicht weltfremd. Vielmehr drückt D._
damit umgangssprachlich aus, dass er die Wut der Gesuchsgegnerin nachvollzie-
hen kann und den Vorfall für eine krasse Verfehlung des Gesuchstellers hält. Eine
Todesdrohung gegenüber dem Gesuchsteller ist nicht erkennbar. Abgesehen da-
von ist die Gesuchsgegnerin auch nicht näher auf den Inhalt dieser Nachricht ein-
gegangen und es bestehen, wie bereits erwähnt, keine Anhaltspunkte dafür, dass
C._ den zwischen der Gesuchsgegnerin und D._ geführten Chat über-
haupt gelesen hat. Weiterungen erübrigen sich.
3.1. Die fehlende Erziehungsfähigkeit der Gesuchsgegnerin begründete der
Gesuchsteller vor Vorinstanz ferner damit, dass sich C._ gegenüber dem
Grossvater mütterlicherseits mehrfach frech verhalten habe und auch die Nach-
barn Auseinandersetzungen zwischen der Gesuchsgegnerin und C._ mehr-
fach miterlebt hätten (Urk. 4/119 S. 14). Die Vorinstanz erwog, dass Auseinander-
setzungen zwischen Kindern und Erwachsenen in der (Vor-)Pubertätsphase als
gewöhnlicher Teil der Entwicklung eines Kindes anzusehen und als solche nichts
Aussergewöhnliches seien. Bei C._ komme sein ausgeprägtes ADHS hinzu,
was zu einer verstärkten Konfliktanfälligkeit führe. Die vom Gesuchsteller be-
schriebenen und von der Gesuchsgegnerin teilweise bestätigten Konflikte zwi-
schen C._ und seiner Mutter bzw. seinen Grosseltern gäben vor diesem Hin-
tergrund keinen Anlass zur Sorge (Urk. 2 S. 19).
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3.2. Der Gesuchsteller hält diesen Erwägungen lediglich pauschale Kritik ent-
gegen. So bringt er vor, die Erwägung der Vorinstanz, wonach das ADHS nicht
Anlass zur Sorge geben solle, helfe nicht weiter. Ferner seien die Ausführungen
der Vor-instanz, wonach der Konflikt zwischen der Gesuchsgegnerin und C._
nichts Aussergewöhnliches sei, nicht nachvollziehbar. Mit derartigen Ausführun-
gen könne die Vorinstanz das Verhältnis einer normalen Sohn-Mutter-Beziehung
nicht einordnen und diese Konflikte würden sich auch auf die Schule übertragen,
was die Vorinstanz völlig verkenne (Urk. 1 Rz. 12). Inwiefern die Ausführungen
der Vorinstanz nicht nachvollziehbar oder konkret falsch sein sollen, lässt sich
seinen Vorbringen nicht entnehmen. Insbesondere legt er auch nicht dar, woran
sich entgegen der vorinstanzlichen Einschätzung die Aussergewöhnlichkeit der
Konflikte zwischen C._ und der Gesuchsgegnerin zeigen soll. Konkrete An-
haltspunkte für eine aussergewöhnlich konfliktbehaftete Beziehung zwischen der
Gesuchsgegnerin und C._ sind denn auch nicht ersichtlich. C._ führte
anlässlich der Kinderanhörung authentisch aus, er würde mit der Gesuchsgegne-
rin zum Beispiel streiten, wenn er etwas nicht machen wolle, z.B. das Zimmer auf-
räumen. Sodann hätten sie z.B. gestritten, weil er eine dreiminütige Sprachnach-
richt aufgenommen habe und seine Mutter kurz vor Ende dazwischen geredet ha-
be (Urk. 4/118 S. 4 f.). Damit beschreibt er ganz normale Alltagsstreitigkeiten zwi-
schen Kind und Eltern, die keine Rückschlüsse auf eine fehlende Erziehungsfä-
higkeit zulassen.
4.1. Als weiteres Anzeichen, dass die Gesuchsgegnerin mit ihren Betreuungs-
aufgaben überfordert sei, machte der Gesuchsteller das mangelhafte Erledigen
der Hausaufgaben durch C._ geltend (Urk. 4/119 S. 14 ff.; Urk. 2 S. 19 f.).
Die Vor-instanz führte diesbezüglich aus, aus den Berichten der Schule gehe her-
vor, dass sich C._ grösstenteils schwer tue mit der Aufgabenerledigung und
regelmässig versuche, den an ihn gestellten Anforderungen zu entgehen. Mit
Ausnahme jedes zweiten Mittwochnachmittags werde C._ von der Gesuchs-
gegnerin betreut, was bedeute, dass sie den Alltag zusammen mit C._ erlebe
und diejenige sei, die grösstenteils die Hausaufgaben mit ihm erledigen müsse.
Angesichts dessen überrasche es nicht, dass sich dadurch auch mehr Einträge
der Gesuchsgegnerin im Aufgabenheft finden liessen. Daraus könne nichts abge-
- 15 -
leitet werden. Nicht ersichtlich sei sodann, was der Gesuchsteller aus dem Um-
stand ableite, dass C._ ab und zu seine Hausaufgaben mit seinen Grossel-
tern, seinem Schulfreund F._ oder dem neuen Partner der Gesuchsgegnerin
erledige, wenn sie arbeite. Entscheidend sei einzig, dass die Gesuchsgegnerin
sich darum bemühe, dass C._ seine Hausaufgaben erledige, unabhängig
davon, wer ihm dabei helfe. Dies zeige gerade, dass es der Gesuchsgegnerin ein
Anliegen sei, dass C._ auch bei ihrer Abwesenheit seine Aufgaben erledige
(Urk. 2 S. 22).
4.2. Der Gesuchsteller bringt vor, die Obhut und Betreuung obliege der Ge-
suchsgegnerin, weshalb sie auch die Hausaufgaben von C._ zu überwachen
und dafür zu sorgen habe, dass er diese auch erledige. Dass diese Erledigung
mangelhaft sei, ergebe sich aus dem Aufgabenbüchlein, was die Schule auch
festgehalten habe. Bereits im Sommer 2021 habe er wiederholt mit C._
Schulaufgaben während der Besuchstage erledigen müssen, welche unter der
Obhut der Gesuchsgegnerin längst hätten erledigt werden müssen. Dass daraus
nichts zu Lasten der Gesuchsgegnerin abgeleitet werden könne, sei nicht nach-
vollziehbar und weltfremd (Urk.1 S. 9 f.).
4.3.1. Damit wiederholt der Gesuchsteller im Grunde lediglich, was er bereits vor
Vorinstanz vorgetragen hat (vgl. Urk. 4/119 S. 14 ff.). Ein näherer Bezug zu den
vorinstanzlichen Erwägungen ist dabei nicht erkennbar. Insbesondere stellt er
nicht in Abrede, dass es sich beim Thema "Hausaufgaben" um ein bekanntes
Problem bei C._ handelt und er unterlässt es auch im Berufungsverfahren
darzutun, inwiefern die Weigerungshaltung von C._ unmittelbar auf das Ver-
halten der Gesuchsgegnerin zurückzuführen wäre. Dies ist auch nicht ersichtlich:
Wie nebst den Schulberichten auch aus der E-Mail-Korrespondenz zwischen der
Schule und den Parteien (vgl. z.B. Urk. 4/50/9; Urk. 4/50/27; Urk. 4/50/28;
Urk. 4/50/35.1) sowie dem Aufgabenbüchlein (Urk. 4/50/50/1-40) hervorgeht, wei-
gert sich C._ auch des Öfteren in der Schule, die Hausaufgaben zu machen,
und zeigt generell eine minimalistische Arbeitshaltung. Wie die Gesuchsgegnerin
zu Recht vorbringt, ergeben sich auch aus dem Aufgabenbüchlein keine Indizien,
dass sie in Missachtung ihrer Obhuts- und Betreuungspflicht die Hausaufgaben
nicht überwacht hätte (Urk. 16 Rz. 12 f.). Die Einträge im Aufgabenbüchlein zei-
- 16 -
gen vielmehr auf, dass die Gesuchsgegnerin grundsätzlich darum bemüht ist,
dass C._ die Hausaufgaben ordnungsgemäss erledigt. So hält sie beinahe
täglich fest, was und wie lange sie mit C._ geübt hat, und gibt auch offen an,
ob der Erledigung der Hausaufgaben eine (längere) Diskussion vorausgegangen
ist und auch, wenn er sich letztlich ganz geweigert hat (vgl. z.B. Urk. 4/50/50/5;
Urk. 4/50/50/7; Urk. 4/50/50/24; Urk. 4/50/50/28; Urk. 4/50/50/30; Urk. 4/50/50/33;
Urk. 4/50/50/34; Urk. 4/50/50/35; Urk. 4/50/50/37). Sodann bedankte sich die
Schule G._ mit E-Mail vom 12. Mai 2020 bei beiden Elternteilen für die tolle
Unterstützung beim Fernunterricht (Urk. 4/50/17), was ebenfalls aufzeigt, dass
sich die Gesuchsgegnerin auch unter erschwerten Bedingungen um die schuli-
schen Angelegenheiten von C._ kümmert. Ein Fehlverhalten der Gesuchs-
gegnerin ist einhergehend mit der Vorinstanz nicht erkennbar.
4.3.2. An dieser Einschätzung ändert auch das vom Gesuchsteller neu einge-
reichte E-Mail der Schule G._ vom 10. Mai 2022 nichts. Darin informiert die
Schule G._ zwar einmal mehr über einen Vorfall mit C._, wonach dieser
am 9. Mai 2022 nach dem Wochenende eine Hausaufgabe nicht erledigt habe,
abermals den Unterricht gestört habe und überdies eine "Vape" bzw. eine E-
Zigarette mit in die Schule genommen habe (Urk. 14). Wie bereits dargelegt, lässt
das Nichterledigen der Hausaufgaben nicht ohne weiteres auf ein Fehlverhalten
der Gesuchsgegnerin schliessen. Der Gesuchsteller bringt in dieser Hinsicht auch
nichts Neues vor, sondern leitet wiederum allein aus der Obhut der Gesuchsgeg-
nerin ab, dass der Vorfall aufzeige, dass sie nicht in der Lage sei, für C._ zu
sorgen (Urk. 13 S. 2). Angesichts der alternierenden Betreuung am Wochenende
ist jedoch nicht einmal klar, ob sich C._ am Wochenende vom 7./8. Mai 2022
bei der Gesuchsgegnerin aufgehalten hat. Dies geht jedenfalls weder aus den
Angaben des Gesuchstellers noch aus dem E-Mail der Schule G._ hervor.
Bereits vor diesem Hintergrund geht es nicht an, die Gesuchsgegnerin für die
verpassten Hausaufgaben verantwortlich zu machen. Der geschilderte Vorfall mit
der "Vape" belegt einmal mehr das auffällige Verhalten von C._, das jedoch
nicht der Gesuchsgegnerin anzulasten ist. Gemäss den Angaben von C._
hat er diese "Vape" von einem neuen Kollegen vom Schulhaus "H._" erhal-
ten (Urk. 14). Die Gesuchsgegnerin führt aus, dass sie jeweils, bevor C._
- 17 -
aus dem Haus gehe, kontrolliere, dass er nichts Verbotenes mitnehme (Urk. 16 S.
18), was seitens des Gesuchstellers unwidersprochen blieb. Inwiefern die Ge-
suchsgegnerin mehr tun könnte, um derartige Vorfälle zu verhindern, legt der Ge-
suchsteller nicht dar. Dies ist auch nicht ersichtlich, zumal eine Rundumüberwa-
chung von C._ auch vom hauptbetreuenden Elternteil nicht erwartet werden
kann. Abgesehen davon sticht dieser Vorfall mit Blick auf die bisher geschilderten
Vorkommisse sowie die bisherige Kadenz solcher Meldungen (vgl. Urk. 4/50/1-40)
auch nicht ausserordentlich heraus.
5.1. Weiter warf der Gesuchsteller der Gesuchsgegnerin vor Vorinstanz vor,
den Sohn C._ zu manipulieren und zu instrumentalisieren. Dies führte er un-
ter anderem darauf zurück, dass C._ anlässlich einer Besprechung in der
Schule vom 12. November 2021 Kenntnis von der Gerichtsverhandlung am
8. Dezember 2021 gehabt habe und aufgrund des laufenden Strafverfahrens un-
ter enormem Druck gegenüber der Gesuchsgegnerin als Straftäterin stehe.
C._ werde durch das Verhalten der Gesuchsgegnerin instrumentalisiert, wo-
mit er sie gestützt auf den Chat-Verlauf und die Pornobilder in seinen Fängen hal-
te (Urk. 4/119 S. 18 f.; Urk. 2 S. 23). Die Vorinstanz führte aus, es sei offensicht-
lich und mitunter nachvollziehbar, dass ein 10-jähriger Junge, dessen Eltern min-
destens drei Jahre getrennt leben würden, davon Kenntnis habe, dass seine El-
tern im Laufe des Scheidungsverfahrens auch an Gerichtsverhandlungen teil-
nehmen müssten. Hinzu komme, dass C._ nicht einmal eine Woche vor der
Verhandlung der Parteien selber anlässlich der Kinderanhörung am Gericht ge-
wesen sei und die Gerichtsbesetzung im vorliegenden Verfahren kennengelernt
habe. Entsprechend könne aus der Tatsache, dass die Gesuchsgegnerin
C._ auf dessen Frage hin, weshalb er am besagten Mittwochnachmittag
nicht zu seinem Vater gehe, geantwortet habe, es finde eine Gerichtsverhandlung
statt, nicht abgeleitet werden, dass sie ihn instrumentalisieren würde. Sodann ha-
be der Gesuchsteller weder substantiiert, wie und wann C._ von der Ge-
suchsgegnerin unter Druck stehe, noch substantiiert, welche der von C._ an-
lässlich der Kinderanhörung vom 3. Dezember 2021 gemachten Aussagen durch
die behauptete Druckausübung durch die Gesuchsgegnerin beeinflusst worden
wären. Eine Instrumentalisierung von C._ durch die Gesuchsgegnerin lasse
- 18 -
sich nicht nachweisen. Im Übrigen leide die Argumentation des Gesuchstellers
auch an einem inneren Widerspruch. So behaupte er einerseits, dass die Ge-
suchsgegnerin C._ manipuliere und ihn zu falschen Angaben zwinge; ande-
rerseits solle C._ bei der Gesuchsgegnerin jedoch schalten und walten kön-
nen, wie er wolle, keinen Respekt vor ihr haben und sie aufgrund des Chatver-
laufs und der Pornobilder "in seinen Fängen" halten. Damit mache er mit anderen
Worten geltend, dass sich C._ und die Gesuchsgegnerin gegenseitig mani-
pulieren könnten, was durch die Ausführungen des Gesuchstellers weder plausi-
bilisiert worden sei noch einen Sinn ergebe (Urk. 2 S. 25 f.)
5.2. Diesen eingehenden Erwägungen hat der Gesuchsteller nichts Stichhalti-
ges entgegenzusetzen: So macht er zwar geltend, es sei nicht nachvollziehbar,
weshalb seine Vorbringen nicht substantiiert sein sollten, verweist aber lediglich –
in Wiederholung des vor Vorinstanz Ausgeführten – auf die (angebliche) Kenntnis
des Sohnes über die "Pornobilder" sowie dessen Kenntnis über den Verfahrens-
ablauf (inkl. Fremdplatzierung, Urk. 1 Rz. 14). Inwiefern damit eine Manipulation
und Instrumentalisierung seitens der Gesuchsgegnerin einhergeht, führt er jedoch
auch im Berufungsverfahren nicht näher aus. Hierzu verweist er (soweit ersicht-
lich) einzig auf die Aussage der Gesuchsgegnerin in ihrer Stellungnahme vom
19. Januar 2022, worin diese ausführen liess, dass eine der Hauptursachen für
den heutigen Zustand von C._ sei, dass über ihm nun schon seit Monaten
das Damoklesschwert schwebe, fremdplatziert zu werden (Urk. 1 Rz. 17). Diese
Aussage kann jedoch sinnvollerweise nur als Vorwurf an den Gesuchsteller ver-
standen werden. So führt die Gesuchsgegnerin auch im Berufungsverfahren aus,
dass der Gesuchsteller mit C._ über Fremdplatzierungen wie Internatslösun-
gen und dergleichen spreche (Urk. 16 S. 8 und S. 10), was von diesem nicht in
Abrede gestellt wurde. Auch den vorinstanzlich festgestellten Widerspruch ver-
mag der Gesuchsteller nicht zu entkräften. Vielmehr erneuert er diesen, indem er
ausführt, C._ wisse sehr wohl, wie er mit den Ausführungen der Gesuchs-
gegnerin umzugehen habe, damit er das Optimum für sich erreiche, zumal er über
das Verfahren seitens der Gesuchsgegnerin orientiert werde, weshalb er offen-
sichtlich Ängste habe (Urk. 1 Rz. 14). Diese Ausführungen sind nicht nachvoll-
ziehbar. Wie bereits vorstehend dargelegt (vgl. E. III.B.2.3), gehen auch aus den
- 19 -
von C._ anlässlich der Kinderanhörung gemachten Aussagen keine objekti-
ven Anhaltspunkte für eine Manipulation bzw. Beeinflussung seitens der Ge-
suchsgegnerin hervor. Soweit der Gesuchsteller letztlich unter Bezugnahme auf
einen Beitrag von Frau Prof. Dr. I._ (Dozentin an der Hochschule J._,
vgl. Urk. 4/132/2) geltend macht, es wäre eine subtile Befragung durch eine
Fachperson angebracht gewesen (Urk. 1 Rz. 14), hat bereits die Vorinstanz zu
Recht darauf hingewiesen, dass sich dieser Bericht auf eine Befragung von Kin-
dern bei sexueller Gewalt bezieht und damit für den vorliegenden Fall keine Rele-
vanz zeitigt. Der Gesuchsteller wirft der Vorinstanz denn auch kein konkretes
Fehlverhalten vor und zeigt insbesondere nicht auf, inwiefern die Befragung nicht
"subtil" genug erfolgt sein soll. Gegenteiliges geht auch aus dem Protokoll zur
Kinderanhörung nicht hervor (vgl. Urk. 4/118; s.a. Urk. 16 S. 8). Damit hat es sein
Bewenden.
6.1. Eine weitere gewichtige Thematik war vor Vorinstanz der physische Zu-
stand von C._. Die Vorinstanz führte aus, von verschiedenen Seiten sei an
sie herangetragen worden, dass C._ in jüngerer Vergangenheit stark an Ge-
wicht verloren habe und Züge einer Anorexie aufweise. Diese Vorbringen hätten
jedoch durch die Abklärungen des Gerichts nicht bestätigt werden können. Ge-
mäss den Aussagen der Kinderärztin von C._, Frau Dr. med. K._, die
C._ regelmässig wäge und ihn zuletzt am 3. Januar 2022 gesehen habe, lie-
ge C._ mit seinem körperlichen Gewicht "in der Kurve" und sie könne die von
den Grosseltern und der Tante von C._ beschriebene Gewichtsabnahme
nicht feststellen. C._ sei die letzten drei bis vier Jahre immer ungefähr auf
der fünfzigsten Perzentile gewesen mit Gewicht und Körpergrösse. Sodann erhel-
le aus den von Frau Dr. med. K._ mitgeteilten Gewichtsangaben von
C._, dass dieser zwar gewachsen sei, jedoch gewichtsmässig nicht zugelegt
habe, wodurch er sicher einen schlankeren Körperbau aufweise als noch vor ei-
nem Jahr. Dabei bestätige aber auch die von der Gesuchsgegnerin eingereichte
Perzentilen-Kurve die Angaben der Kinderärztin, dass C._ aktuell gewichts-
mässig in der Norm liege. Auch eine vor Kurzem bei C._ durchgeführte Blut-
probe habe keine Hinweise auf eine bestehende Essstörung ergeben. Die von
den Grosseltern beschriebenen "abgemagerten" Finger seien von der Kinderärz-
- 20 -
tin als elegante, feine Finger beschrieben worden, die C._ bekommen habe,
da er langsam in die Pubertät komme und erwachsener im Aussehen wirke. Somit
habe auch die Kinderärztin eine Veränderung im Aussehen von C._ festge-
stellt, beschreibe diese aber als eine normale Entwicklung. Vor diesem Hinter-
grund erwiesen sich die behauptete Anorexie bzw. der massive Gewichtsverlust
von C._ als nicht zutreffend. Unbestritten sei zwischen den Parteien sodann,
dass C._ schon vor der Trennung Darmentleerungsprobleme gehabt habe,
sich diese jedoch in jüngerer Vergangenheit zugespitzt hätten. So habe C._
wieder öfters Fehltage in der Schule und er habe im November 2021 gar einmal in
das Kinderspital eingewiesen werden müssen, um dort unter Lachgas einen Ein-
lauf machen zu lassen. Es sei aber nicht erkennbar, dass diese Verstopfungs-
probleme auf ein Verhalten der Gesuchsgegnerin alleine zurückzuführen seien
bzw. sich diese in unzureichender Weise um diese Problematik von C._
kümmern würde. Wie aus den Angaben von Frau Dr. med. K._ hervorgehe,
sorge die Gesuchsgegnerin dafür, dass C._ hinsichtlich seiner Probleme mit
dem Darm medizinisch versorgt werde. Als C._ nach den Weihnachtsferien
am 3. Januar 2022 über Bauchschmerzen geklagt habe, habe die Gesuchsgegne-
rin ihn umgehend zur Kinderärztin gebracht, die C._ untersucht und zur wei-
teren Abklärung der ganzen Symptomatik an einen Spezialisten überwiesen habe.
Frau Dr. med. K._ habe ebenfalls angegeben, dass die Gesuchsgegnerin ih-
rer Ansicht nach in solchen Situationen vernünftig und adäquat reagiere. Aus den
Akten ergäben sich keine Anhaltspunkte, dass sich die Gesuchsgegnerin um die
medizinischen Belange von C._ zu wenig kümmern würde. Vielmehr könne
den Angaben von Frau Dr. med. K._ entnommen werden, dass die Ge-
suchsgegnerin sehr häufig, in der Regel zwei Mal pro Monat in der Arztpraxis vor-
stellig werde, um C._ durch die Ärztin abklären zu lassen. Sodann setze die
Gesuchsgegnerin die verordnete Behandlung – hochdosierte Einnahme von
Darmentleerungsmitteln, da C._ bei sich keine Einläufe machen lassen wolle
– ihrer Ansicht nach auch um. Wie sich den Angaben der involvierten Ärzte ent-
nehmen lasse, sei der physische Zustand von C._ momentan aufgrund der
Verdauungsproblematik zwar eingeschränkt, werde aber eng medizinisch über-
wacht. Nicht zu übersehen sei indessen, dass es um den psychischen Zustand
von C._ im Allgemeinen zunehmend schlechter stehe. So beschreibe das
- 21 -
Umfeld von C._, mitunter die Angehörigen väterlicherseits, aber auch
E._ (Psychotherapeut) einen oft apathischen, in Gedanken versunkenen
Jungen, der sich offensichtlich unwohl fühle, was so weit gehe, dass er sich auch
mit dem Essen schwer tue. Inwiefern das Essverhalten auf den psychischen Zu-
stand von C._ oder auf die Verstopfungsproblematik zurückzuführen sei, las-
se sich nicht feststellen. Obwohl sich das beschriebene Essverhalten nicht im
Gewicht oder in der Veränderung der relevanten Blutwerte niedergeschlagen ha-
be, sei C._ offensichtlich psychisch belastet, weshalb Handlungsbedarf be-
stehe (Urk. 2 S. 49 ff.).
6.2.1. Der Gesuchsteller bringt zunächst vor, die Vorinstanz stütze sich nur auf
telefonische Auskünfte und habe es aus unerklärlichen Gründen unterlassen, ihre
Fragestellung den Ärzten schriftlich zu stellen (Urk. 1 S. 13). Es trifft zu, dass die
Vorinstanz bei den involvierten Fachpersonen (Frau Dr. med. K._ [Kinderärz-
tin], Dr. med. L._ [ADHS-Spezialist], E._ [Gesprächstherapeut] und
M._ [Schulleiter G._]) lediglich telefonische Auskünfte eingeholt hat (vgl.
Prot. I S. 140-166). Dies ist per se jedoch nicht zu beanstanden, zumal der unbe-
schränkte Untersuchungsgrundsatz eine Durchbrechung des numerus clausus
der Beweismittel bewirkt und der sog. Freibeweis gilt (Art. 168 Abs. 2 ZPO). Dies
bedeutet, dass das Gericht auch Beweismittel berücksichtigen kann, die nicht in
den vorgeschriebenen Formen erhoben worden sind (BK ZPO-Hurni, Art. 296
N 75 f. mit weiteren Hinweisen). Dem Gericht kommt diesbezüglich ein Ermessen
zu (BGE 122 I 53 E. 4a). Vorliegend sah sich die Vorinstanz aufgrund der einge-
holten telefonischen Auskünfte in der Lage, eine Entscheidung hinsichtlich der
beantragten Kindesschutzmassnahmen zu treffen. Der Gesuchsteller zeigt nicht
auf, inwiefern die Berichte für ihn ohne Kenntnis der konkreten Fragestellung nicht
aussagekräftig gewesen sein sollen. Auch die von den Fachpersonen gemachten
Angaben bestreitet er nicht bzw. nicht substantiiert. So macht er lediglich geltend,
er habe keine Kenntnis davon gehabt, dass Frau Dr. med. K._ den Sohn
C._ mindestens zwei Mal pro Monat in ihrer Praxis gesehen habe und es
würde auch kein schriftlicher Bericht vorliegen, der die Daten bestätige (Urk. 1
S. 13). Dass ihre Auskunft falsch gewesen sein soll, bringt er nicht vor. Es ist
denn auch nicht ersichtlich, weshalb Frau Dr. med. K._ hinsichtlich der Häu-
- 22 -
figkeit der Konsultationen wahrheitswidrig Auskunft erteilt haben sollte. Der Voll-
ständigkeit halber sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass ab dem 3. Januar
2022 von Seiten des Gesuchstellers persönlich (Urk. 4/138/2; Urk. 4/153;
Urk. 4/155), dessen Rechtsvertreter (Prot. I S. 137), den Grosseltern väterlicher-
seits (Urk. 4/130; Urk. 4/132/1) und der Tante väterlicherseits (Prot. I S. 155 f.;
Urk. 4/138/1; Urk. 4/145) sowohl gegenüber der KESB als auch gegenüber der
Vorinstanz vermehrt Druck aufgesetzt wurde, dass das Gericht endlich zu einer
Entscheidung kommen müsse. Auch vor diesem Hintergrund vermag der Ge-
suchsteller mit seiner pauschal gehaltenen Kritik am Einholen von telefonischen
Auskünften nicht durchzudringen. Ferner stört er sich zwar daran, dass die Vo-
rinstanz bezugnehmend auf die Telefonnotizen festhielt, er hätte einige Ausfüh-
rungen der involvierten Ärzte falsch verstanden (Urk. 1 S. 13). Welche Aussagen
entgegen der Auffassung der Vorinstanz von ihm gerade nicht falsch verstanden
worden sein sollen, legt er indes nicht dar, womit er der Begründungspflicht (vgl.
vorstehend E. II.3) nicht genügt.
6.2.2. Den vorinstanzlichen Erwägungen setzt der Gesuchsteller sodann entge-
gen, das Kind habe gemäss den telefonischen Ausführungen von Frau Dr. med.
K._ am 10. März 2020 37 Kilogramm mit Kleidern und am 11. Januar 2022
34 Kilogramm mit Kleidern gewogen. Somit habe C._ innerhalb von fast zwei
Jahren drei Kilogramm an Gewicht verloren, wobei er in dieser Zeit noch gewach-
sen sei. Auch E._ halte in seinem Fachbericht eingangs fest, dass C._
deutlich an Gewicht verloren habe, und auch die Schule habe in der Gefähr-
dungsmeldung erwähnt, dass C._ massiv abgenommen habe, an schwer-
wiegenden Verstopfungen leide und andere psychosomatische Beschwerden
aufweise. Auch den Grosseltern und der Tante von C._ sei der massive Ge-
wichtsverlust aufgefallen. Bezüglich der Verstopfungen habe Dr. med. L._
keinen Einlauf machen können, was ihn veranlasst habe, das Material für den
Einlauf dem Gesuchsteller mit einer Erklärung abzugeben (Urk. 1 S. 11).
6.2.3. Die Behauptung des Gesuchstellers, dass C._ innerhalb von fast zwei
Jahren drei Kilogramm an Gewicht verloren habe, ist unzutreffend bzw. basiert
auf aktenwidrigen Gewichtsangaben. So hat Frau Dr. med. K._ ausgeführt,
C._ habe am 11. Januar 2021 (nicht 2022) ohne Kleidung (nicht mit Kleidern)
- 23 -
34.9 Kilogramm (nicht 34 Kilogramm) gewogen (Prot. I S. 161). Bei der letzten
Wägung bei Frau Dr. med. K._ am 22. November 2021 wog C._ 35.7
Kilogramm mit Kleidung (Prot. I S. 161). Mit der vorinstanzlichen Feststellung,
wonach C._ trotz Wachstum und mehr oder minder gleichbleibendem Ge-
wicht zwar durchaus einen schmaleren Körperbau aufweist, jedoch nach wie vor
auf der Perzentilen-Kurve im Normalbereich liegt, setzt sich der Gesuchsteller
nicht auseinander. Ebenso wenig stellt er in Abrede, dass die Blutwerte von
C._ keine Hinweise auf eine bestehende Essstörung ergeben hätten. Viel-
mehr wiederholt er lediglich, welche Personen bzw. Stellen einen Gewichtsverlust
bei C._ festgestellt hätten. Damit genügt er der Rüge- und Begründungs-
pflicht nicht. Die Vorinstanz hat die einzelnen Meldungen in Erwägung gezogen
und ist mit eingehender Begründung und insbesondere gestützt auf die Angaben
von Frau Dr. med. K._ zum Schluss gelangt, dass der von verschiedenen
Seiten an sie herangetragene massive Gewichtsverlust nicht belegt sei. Nachdem
die Kinderärztin, die C._ seit Jahren behandelt und zuletzt am 3. Januar
2022 gesehen hat, objektiv betrachtet keinen besorgniserregenden Gewichtsver-
lust bei C._ feststellen konnte, ist diese Schlussfolgerung der Vorinstanz
auch nicht zu beanstanden. Was der Gesuchsteller daraus ableitet, dass Dr. med.
L._ dem Gesuchsteller das Material für einen Einlauf mitgegeben habe, ist
sodann nicht ersichtlich. Insbesondere geht daraus keine konkrete Kritik an den
vorinstanzlichen Feststellungen oder an der Gesuchsgegnerin hervor. Dass
C._ Darmentleerungsprobleme und psychosomatische Beschwerden auf-
weist, hat sodann auch die Vorinstanz anerkannt. Inwiefern diese entgegen der
Auffassung der Vorinstanz direkt auf das Verhalten der Gesuchsgegnerin zurück-
zuführen sein sollen – soweit er ihr das überhaupt vorwerfen will –, legt der Ge-
suchsteller nicht dar. Die Gesuchsgegnerin geht auf die Beschwerden von
C._ ein, lässt ihn regelmässig ärztlich untersuchen und hält sich an die ver-
ordneten Behandlungen. Es kann ihr in dieser Hinsicht kein Vorwurf gemacht
werden. Hinsichtlich der Frage, ob den psychosomatischen Beschwerden von
C._ mit den vorinstanzlich angeordneten Massnahmen ausreichend Rech-
nung getragen werden kann, ist auf die nachfolgende E. III.C. zu verweisen.
- 24 -
7.1. Letztlich führte der Gesuchsteller die schulische Entwicklung von C._
bzw. dessen vermehrt aggressives Verhalten in der Schule auf die fehlende Er-
ziehungsfähigkeit der Gesuchsgegnerin zurück und machte geltend, dass die
ADHS-Erkrankung von C._ sie überfordere (Urk. 4/85 S. 3 ff.; Urk. 4/119 S.
29 f.; Urk. 2 S. 53). Die Vorinstanz führte im Wesentlichen aus, C._ habe
schon von Beginn seiner Einschulung Verhaltensauffälligkeiten gezeigt und sei
bereits ab Eintritt in den Regelkindergarten im Sommer 2016 im schulischen Be-
reich durch seine fehlende Konzentration und ungenügende Motivation und im
Sozialverhalten durch seinen fehlenden Respekt gegenüber Lehrpersonen und
Mitschülern aufgefallen. Aus diesem Grund sei er auch im Dezember 2017 vom
Kindergarten freigestellt worden und im Sommer 2018 als Sondertagesschüler in
die Schule G._ eingetreten. Beide Parteien würden jedoch übereinstimmend
berichten, dass die Verhaltensauffälligkeiten von und die Zwischenfälle mit
C._ sowohl in Quantität als auch in der Qualität seit März 2021 massiv zuge-
nommen hätten. Diese Entwicklung werde auch durch die diversen Berichte der
Schule sowie die verschiedenen E-Mails von Lehr- und Betreuungspersonen an
die Parteien bestätigt. Insbesondere mit dem Übertritt in die altersdurchmischte
Mittelstufe im Sommer 2021 habe die Schule G._ nochmals eine Zunahme
der Verhaltensauffälligkeiten von C._ feststellen können, wobei es auch zu
Sachbeschädigungen gekommen sei und die körperlichen Grenzüberschreitun-
gen zugenommen hätten. In der jüngsten Zeit hätten die Verhaltensauffälligkeiten
von C._ und seine körperlichen/psychosomatischen Beschwerden ein derart
grosses Mass angenommen, dass die Schule G._ am 12. Januar 2022 bei
der KESB Hinwil eine Gefährdungsmeldung eingereicht habe. Der Grund für die
Zunahme der negativen Verhaltensauffälligkeiten von C._ seit März 2021 lie-
ge jedoch nicht in der vom Gesuchsteller behaupteten Erziehungsunfähigkeit der
Gesuchsgegnerin, sondern – wie sich aus dem Bericht der Schule G._ vom
12. November 2021 und den Angaben von E._ sowie aus der Kinderanhö-
rung ergebe – im massiven Konflikt zwischen den Parteien. Von dieser Einschät-
zung sei die Schule G._ auch anlässlich des Telefongesprächs am 5. Januar
2022 sowie in ihrer Gefährdungsmeldung vom 12. Januar 2022 nicht abgewichen
(vgl. Urk. 2 S. 53-69).
- 25 -
7.2. Der Gesuchsteller bringt dagegen vor, er als nicht Obhutsberechtigter habe
keinen Einfluss auf das Verhalten des Sohnes. Er werde von der Gesuchsgegne-
rin, wenn überhaupt, immer erst hinterher orientiert. Einzig die Schule G._
habe ihn bei Vorfällen informiert und um Unterstützung gebeten (Urk. 1 Rz. 19).
Was er daraus in Bezug auf die Erziehungsunfähigkeit der Gesuchsgegnerin ab-
leitet, ist nicht ersichtlich. Ebenso wenig ist ein näherer Bezug zu den vorinstanz-
lichen Erwägungen erkennbar. Abgesehen davon geht aus der umfangreichen E-
Mail-Korrespondenz zwischen den Parteien und der Schule G._ hervor, dass
jeweils beide Parteien gleichzeitig von der Schule über die Vorfälle von C._
während der Schulzeit informiert wurden (vgl. Urk. 4/50/1-40). Ein Vorenthalten
von Informationen hinsichtlich der schulischen Entwicklung von C._ durch die
Gesuchsgegnerin ist nicht erkennbar. Wenn der Gesuchsteller ferner lediglich
wiederholt, dass sich die Schule G._ veranlasst gesehen habe, eine Gefähr-
dungsmeldung an die KESB Hinwil zu übermitteln, und auch der Fachbericht von
E._ das Verhalten in der Schule wie Lügen, Stehlen, Verweigern der Mitar-
beit, soziale Konflikte etc. festhalte (Urk. 1 Rz. 19), gehen seine Rügen an der
Sache vorbei. Auch die Vorinstanz stellte – u.a. gestützt auf ebendiese Gefähr-
dungsmeldung der Schule G._ und den Fachbericht von Herr E._ – eine
Zunahme der Verhaltensauffälligkeiten von C._ und einen Handlungsbedarf
(vgl. nachfolgend, E. III.C) fest. Im Übrigen stellte auch die Gesuchsgegnerin nie
in Abrede, dass sich das auffällige Verhalten von C._ verstärkt hat
(Urk. 4/107 S. 1 ff.; Urk. 2 S. 54). Aus dem Schulzeugnis 2021/22, welches die
Vorinstanz unberücksichtigt gelassen habe (vgl. Urk. 1 Rz. 20), geht ebenfalls
nichts anderes hervor. Vielmehr bestätigt auch dieses die aktuell schwierige schu-
lische Situation von C._. Der Gesuchsteller zeigt jedoch auch im Berufungs-
verfahren nicht auf, inwiefern die negative schulische Entwicklung und die Zu-
nahme der Verhaltensauffälligkeiten von C._ auf die Erziehungsunfähigkeit
bzw. eine Überforderung der Gesuchsgegnerin zurückzuführen wären (vgl. auch
vorstehend betreffend Vorfall mit "Vape", E. III.B.4.3.2). Insbesondere hält er den
vorinstanzlichen Ausführungen, wonach C._ seit jeher in schulischer Hinsicht
Schwierigkeiten aufweise und ein auffälliges Verhalten zeige, sich diese Proble-
matik nunmehr jedoch aufgrund des eskalierenden Elternkonflikts – und nicht der
Erziehungsunfähigkeit der Gesuchsgegnerin – akzentuiert habe, nichts Stichhalti-
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ges entgegen. Diese vorinstanzliche Feststellung wird denn auch durch die Akten,
insbesondere die vorhandenen Berichte der Schule G._ (Urk. 4/61/2,
Urk. 4/14/6, Urk. 4/106/3, Urk. 4/105, Urk. 4/106/4), die Gefährdungsmeldung der
Schule G._ (Urk. 4/147), den Abklärungsbericht betreffend Diagnose ADHS
(Urk. 4/52/3) sowie die Angaben von E._ (Prot. I S. 144 ff.) gestützt und er-
scheint schlüssig.
8. Zusammenfassend lassen sämtliche vom Gesuchsteller vorgebrachten
Umstände keine signifikanten Zweifel an der Erziehungsfähigkeit der Gesuchs-
gegnerin aufkommen. Eine Kindswohlgefährdung aufgrund der hauptsächlichen
Betreuung durch die Gesuchsgegnerin liegt damit entgegen der Auffassung des
Gesuchstellers nicht vor.
C. Kindesschutzmassnahmen
1. Wie eingangs erwähnt, sah die Vorinstanz indes aufgrund des massiven
Elternkonflikts, der sich nachweislich negativ auf das Wohl von C._ auswirke,
dennoch Handlungsbedarf. Sie erwog, die Parteien würden bei ihrer "jeweiligen
Sorge" um das Wohlergehen von C._ übersehen, dass es für das Kind ge-
nauso wichtig sei, dass sich der Elternkonflikt nicht auf das Kind übertrage und
dieses damit zum Spielball der elterlichen Zwistigkeiten werde. Dies gelinge den
Parteien im vorliegenden Fall offensichtlich nicht. Erst vor dem Hintergrund des
zunehmenden Elternkonflikts hätten sich die Probleme in der Schule verschärft
und habe sich die physische und psychische Verfassung von C._ zuneh-
mend negativ entwickelt. Es sei deshalb angezeigt, auf der Ebene der Eltern an-
zusetzen. Die Parteien müssten zum Wohle von C._ lernen, wie sie in Zu-
kunft trotz der Meinungsverschiedenheiten und ihrer Trennung wieder konfliktfrei
miteinander kommunizieren könnten, weshalb ihnen die Weisung zu erteilen sei,
den Kurs "Eltern bleiben" zu besuchen, der ihnen die hierzu notwendigen Mittel
vermitteln könne. Zudem sei es angezeigt, den Eltern zeitnah eine Beistandschaft
für C._ an die Seite zu stellen. Die Beistandschaft solle zwischen den Eltern
im Konfliktfall vermitteln, ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen und sie in der
Verbesserung ihrer Kommunikationsfähigkeit unterstützen. Damit solle der Kon-
flikt zwischen den Eltern entschärft und zu einer Stabilisierung der Situation bei-
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getragen werden. Sodann solle der Beistand die Eltern in den sich stellenden Er-
ziehungsfragen unterstützen, wo nötig und angezeigt, sowie die persönliche und
schulische Entwicklung von C._ begleiten und überwachen sowie die Eltern
diesbezüglich beraten. Damit erhielten die Parteien die unterstützende Beratung
durch eine Fachperson, welche gleichzeitig als Schnittstelle für die unterschiedli-
chen Ideen der Parteien fungieren könne. Ausdrücklich festzuhalten sei, dass die
Verantwortung für das Wohl von C._ weiterhin bei den Eltern liege und sie
inskünftig zum Wohl von C._ zusammenarbeiten müssten, um C._ wie-
der das nötige Umfeld, die Ruhe und Stabilität zu ermöglichen, auf die er ange-
wiesen sei. Die Erziehungsbeistandschaft sei ihnen dabei zur Unterstützung zur
Seite zu stellen. Für die Anordnung einer weitergehenden Beistandschaft, wie
dies vom Gesuchsteller beantragt worden sei, bestehe kein Anlass. Weiter sei
auch nicht angezeigt, der Gesuchsgegnerin die Obhut über C._ zu entziehen
und C._ fremd zu platzieren. Die Entziehung der Obhut sei ultima ratio und
werde nur angeordnet, wenn andere Massnahmen ohne Erfolg geblieben seien
oder von vornherein als ungenügend erschienen. Diese schwere Massnahme sei
vorliegend nicht angezeigt. Gegen einen Obhutsentzug spreche auch, dass sich
sowohl Lehrpersonen als auch die Eltern einig seien, dass C._ am besten in
einer 1:1-Betreuung funktioniere und es vermehrt zu Schwierigkeiten komme,
wenn er sich gegenüber anderen Kindern in der Schule behaupten bzw. profilie-
ren müsse. Wenn C._ nun in das Internat G._ eintreten würde, wäre er
rund um die Uhr mit verschiedenen Personen zusammen und hätte so keine Zeit,
um zur Ruhe zu gelangen. Es wäre davon auszugehen, dass sich die Problematik
von C._ eher verstärke. Daneben würde damit der eigentliche Ursprung der
verstärkten Verhaltensauffälligkeiten von C._ nicht angegangen. Bei einer In-
ternats-platzierung sei nicht zu erwarten, dass sich die Spannungen zwischen den
Parteien einfach in Luft auflösen würden. Auch eine Fremdplatzierung in einer
Pflegefamilie sei in der derzeitigen Situation nicht opportun. C._ würde damit
aus seinem gewohnten Umfeld herausgerissen, womit noch bestehende Stabilitä-
ten gerade zunichte gemacht würden. Aufgrund der ADHS sei C._ noch
mehr als andere Kinder darauf angewiesen, dass stabile Strukturen herrschen
würden. Ihm seine nächsten Bezugspersonen, letztlich seine Eltern zu nehmen,
sei dem Wohle von C._ nicht zuträglich (Urk. 2 S. 69 ff.).
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2. Der Gesuchsteller führt aus, die angeordneten Massnahmen würden nicht
bestritten, würden jedoch nicht den gewünschten Erfolg bringen. Die geeignete
Massnahme für C._ sei einzig das Wocheninternat. Sodann bedürfe es einer
Beistandschaft mit umfassenden Befugnissen (Urk. 1 S. 15 ff.; Urk. 9 S. 2).
3. Gemäss Art. 310 Abs. 1 ZGB kann ein Kind den Eltern weggenommen und
in angemessener Weise untergebracht werden, wenn der Gefährdung des Kindes
nicht anders begegnet werden kann. Die blosse Gefährdung des Kindeswohls
genügt, wobei diese jedoch so ernst sein muss, dass sie nicht durch andere ge-
eignete, weniger einschneidende Massnahmen wie etwa eine Beistandschaft ab-
gewendet werden kann. Die Gefährdung liegt darin, dass das Kind in der elterli-
chen Obhut nicht in der für seine körperliche, geistige und sittliche Entwicklung
nötigen Weise geschützt und gefördert wird (BSK ZGB-Breitschmid, Art. 310 N 3
m.w.H.). Unerheblich ist, auf welche Ursachen die Gefährdung zurückzuführen ist.
Diese können in den Anlagen oder in einem Fehlverhalten des Kindes, der Eltern
oder der weiteren Umgebung liegen. Desgleichen spielt es keine Rolle, ob die El-
tern an der Gefährdung ein Verschulden trifft. Massgebend sind die Verhältnisse
im Zeitpunkt der Entziehung. Die Aufhebung des Aufenthaltsbestimmungsrechts
ist nur zulässig, wenn andere Massnahmen ohne Erfolg geblieben sind oder von
vornherein als ungenügend erscheinen. Der Entzug des Rechts, den Aufenthalts-
ort des Kindes zu bestimmen, ist somit nur zulässig, wenn der Gefährdung des
Kindes nicht durch andere Massnahmen gemäss Art. 307 und Art. 308
ZGB begegnet werden kann (Grundsätze der Verhältnismässigkeit und Subsidia-
rität; vgl. BGer 5A_968/2020 vom 3. März 2021, E. 3.1. m.w.H.; vgl. auch die zu-
treffenden Erwägungen der Vorinstanz, Urk. 2 S. 8).
4.1. Soweit der Gesuchsteller die Notwendigkeit weitergehender Massnahmen
(umfassendere Beistandschaft, Obhutsentzug und Fremdplatzierung) abermals
damit begründet, dass C._ dem ausschliesslichen Einfluss der Gesuchsgeg-
nerin zu entziehen sei (Urk. 1 Rz. 25), wiederum den Vorfall mit dem Chatverlauf
thematisiert (Urk. 1 Rz. 22), der Gesuchsgegnerin eine mangelnde Struktur in der
Erziehung (Urk. 1 Rz. 21 und 23) sowie einen fehlenden Einfluss auf C._ un-
terstellt (Urk. 1 Rz. 22), ist ihm mit Verweis auf vorstehende Erwägungen (vgl.
E. III.B) nicht zu folgen. Ebenso verfehlt ist der erneute Verweis auf die Empfeh-
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lungen, welche Frau Prof. Dr. I._ für Kinder in derart schwierigen Verhältnis-
sen definiere (Urk. 1 Rz. 24), zumal vorliegend kein Fall mit Verdacht auf sexuelle
Gewalt vorliegt. Sodann kann der Gesuchsteller auch aus der von ihm zitierten
bundesgerichtlichen Rechtsprechung, wonach ein Obhutsentzug nicht zu bean-
standen sei, wenn auf Seiten des Kindes Verhaltensauffälligkeiten wie Lügen,
Stehlen und Aggressivität vorliegen würden, und gleichzeitig auf Seiten der
Kindsmutter eine Überforderung oder Unfähigkeit festgestellt sei, sich adäquat um
dieses Kind mit seinen besonderen Bedürfnissen zu kümmern (Urk. 1 Rz. 26),
nichts für sein Argument ableiten. Wie bereits eingehend dargelegt, trifft es vorlie-
gend gerade nicht zu, dass die Gesuchsgegnerin nicht in der Lage wäre, sich
adäquat um C._ zu kümmern und ihm die notwendige Stabilität zu geben.
Vielmehr ist der Handlungsbedarf – wie die Vorinstanz in Würdigung sämtlicher
eingeholter Auskünfte und Fachberichte der involvierten Personen zutreffend er-
wog – im Elternkonflikt bzw. dem damit verbundenen Loyalitätskonflikt von
C._ zu verorten. Inwiefern dieser Problematik einzig und allein mit einer
Fremdplatzierung als ultima ratio begegnet werden kann, ist weder konkret darge-
tan noch ersichtlich. Aus dem Protokoll des Standortgesprächs vom 17. März
2022 geht zwar hervor, dass das Schulinternat G._ – wie bereits in der Ge-
fährdungsmeldung vom 12. Januar 2022 (Urk. 4/147-148) – eine Internatsplatzie-
rung im Sinne eines Wochenaufenthalts für C._ als sinnvoll und zielführend
erachtet (Urk. 10 S. 5). Sowohl in der Gefährdungsmeldung als auch im Protokoll
des Standortgesprächs vom 17. März 2022 wird diese Empfehlung jedoch eben-
falls mit den negativen Auswirkungen des Elternkonflikts auf C._ bzw. damit,
dass C._ unter der Woche weniger "zwischen den Fronten" der Eltern wäre,
begründet. Ob C._ durch die Internatsplatzierung dem Elternkonflikt weniger
ausgesetzt wäre, was einhergehend mit der Vorinstanz nicht ohne weiteres er-
sichtlich ist, ist jedoch nicht ausschlaggebend. Entscheidend ist vielmehr, ob auch
mildere Massnahmen – wie die von der Vorinstanz angeordnete Beistandschaft
nach Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB und die Weisung im Sinne von Art. 307 Abs. 3
ZGB – geeignet sind bzw. sich nicht von vornherein als ungenügend erweisen,
um C._ aus dem Spannungsfeld des Elternkonflikts zu nehmen und damit
von dem ihn belastenden Loyalitätskonflikt zu befreien.
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4.2. Mit der Möglichkeit einer vorzuziehenden ambulanten Massnahme setzt
sich die Schule G._ bei ihrer Empfehlung nicht auseinander. Auffallend ist
jedoch, dass im Bericht vom 12. November 2021 dieselben belastenden Faktoren
(massiver Loyalitätskonflikt mit grosser emotionaler Belastung) angeführt werden,
jedoch (noch) keine Internatslösung, sondern (lediglich) eine Beistandschaft mit
umfassenden Aufgaben empfohlen wurde (Urk. 4/105). Noch im November 2021
schien die Schule somit selber der Auffassung zu sein, dass es erfolgsverspre-
chende mildere Massnahmen gibt. Weshalb dies wenige Monate später nicht
mehr der Fall sein soll, geht aus dem Protokoll zum Standortgespräch vom
17. März 2022 nicht hervor. Im Gegenteil werden auch diverse positive Entwick-
lungen genannt. So laufe C._ weniger weg, gehe mehr auf ihre Anforderun-
gen ein, könne sich generell seit Januar 2022 besser auf die Schule einlassen
und habe sich in den letzten Wochen auch besser auf das Lösen der Hausaufga-
ben auf der Gruppe einlassen können. Auch Dr. med. L._ hielt anlässlich des
Gesprächs fest, dass aus seiner Sicht einige positive Schritte geschehen seien
(Urk. 10 S. 2 f. und S. 5), was sich auch mit der Einschätzung der Gesuchsgegne-
rin deckt (Urk. 10 S. 3). Vor diesem Hintergrund erscheint die Empfehlung nicht
schlüssig, weshalb nicht unbesehen darauf abgestellt werden kann. Insbesondere
fehlt es auch an Ausführungen zu den möglichen negativen Folgen einer
Fremdplatzierung hinsichtlich der ADHS-Diagnose und dem damit einhergehen-
den erhöhten Bedürfnis nach Stabilität. Nachdem C._ gemäss Angaben der
Schule bereits der Wechsel von der Unterstufe in die Mittelstufe im Sommer 2021
bis zu den Weihnachtsferien hin sichtlich Mühe bereitet habe (Urk. 10 S. 2), lässt
sich nicht vorhersehen, ob eine derart grosse Veränderung in der Wohnsituation
und ein Entzug der Hauptbezugsperson zu einer Entspannung oder aber Ver-
schlimmerung der Situation beitragen würde. Angesichts dessen und in Beach-
tung des Verhältnismässigkeits- und Subsidiaritätsprinzips erscheint es in Über-
einstimmung mit der Vorinstanz angemessen, die allseits im Loyalitätskonflikt
verortete Ursache des psychisch belasteten Zustands von C._ zunächst mit
milderen Massnahmen als mit einer Fremdplatzierung anzugehen. Der vo-
rinstanzlich festgelegte Aufgabenkatalog des Beistandes bzw. der Beiständin
sieht eine enge Begleitung der Parteien in der Bewältigung der Konfliktthemen
und in erzieherischen Fragen vor und setzt damit an der Ursache des Problems
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an. Wie sich den umfangreichen vorinstanzlichen Akten entnehmen lässt, stehen
die Eltern sodann seit jeher in regem Austausch mit den Ärzten und der Schule
und haben sich bislang hinsichtlich geeigneter Massnahmen für C._ (Son-
derschulsetting, Therapien, Medikationen) stets offen gezeigt. Die Kooperations-
fähigkeit der Eltern mit unterstützenden Stellen ist in Anbetracht dessen gegeben,
weshalb auch die Zusammenarbeit mit der Beistandsperson aussichtsreich er-
scheint. Ferner gilt es zu berücksichtigen, dass durch die Beistandschaft eine
engmaschige Überwachung der persönlichen und schulischen Entwicklung von
C._ sichergestellt wird, wobei die Beistandsperson – sollte sich abzeichnen,
dass die angeordneten Massnahmen nicht den gewünschten Erfolg bringen –
zeitnah reagieren und entsprechende Anträge stellen kann. Lediglich ergänzend
sei erwähnt, dass in diesem Fall vor einer Fremdplatzierung wohl auch eine Ände-
rung des Besuchsrechts des Gesuchsgegners zu prüfen wäre, zumal damit mög-
licherweise ebenfalls erreicht werden könnte, dass C._ unter der Woche zur
Ruhe kommen könnte und weniger zwischen die Fronten der Eltern geriete. So
hat C._ im Rahmen der Kinderanhörung etwa auch ausgeführt, dass er den
Wechsel vom einen zum anderen Elternteil als zu stressig erachte und sich wün-
sche, dass die Besuche am Mittwochabend wegfallen sollten (Urk. 4/118 S. 7).
4.3. Zusammenfassend erscheint eine Fremdplatzierung im jetzigen Zeitpunkt
nicht verhältnismässig und liefe dem Subsidiaritätsprinzip zuwider. Auf das Einho-
len eines Gutachtens kann verzichtet werden, zumal sich hinsichtlich der Ursache
des belasteten Zustands von C._ – Loyalitätskonflikt – die involvierten Stel-
len und Personen einig sind. Die vorinstanzlich angeordneten Massnahmen zielen
darauf ab, die Parteien in der Bewältigung des Elternkonflikts zu unterstützen und
zu begleiten und erscheinen insofern geeignet, den bestehenden Elternkonflikt
abzuschwächen und sich damit auch positiv auf das Wohl von C._ auszuwir-
ken.
4.4. Unabhängig von einer allfälligen Fremdplatzierung sind jedoch sowohl
E._ als auch die Schule der Auffassung, dass C._ einer geeigneten un-
terstützenden Therapie bedarf (Urk. 4/157 = Urk. 4/160 S. 2; Urk. 10 S. 5). Auch
C._ erklärte anlässlich der Kinderanhörung vom 3. Dezember 2021, dass er
froh wäre, wenn er jemanden zum Reden hätte, der zur Verschwiegenheit ver-
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pflichtet wäre. Er wisse zwar, dass Herr E._ ein allfälliges Gespräch zwi-
schen ihnen nicht weitererzählen würde, doch verstehe dieser einfach nicht, was
in ihm vorgehe (Urk. 4/118 S. 9). Dr. med. L._, der anlässlich des Standort-
gesprächs vom 17. März 2022 bezüglich einer Therapie keine Dringlichkeit aus-
machte, hob allerdings hervor, dass ein Therapeut Erfahrung mit Kindern mit
ADHS aufweisen müsste (Urk. 10 S. 5). Die Gesuchsgegnerin ist der Auffassung,
eine Internatsplatzierung setze voraus, dass eine Fachperson (Psychologe oder
Psychiater) eine Diagnose stelle und Lösungsmöglichkeiten aufzeige (Urk. 16 S.
18). Der Gesuchsteller stellt "[d]ie angeordneten Massnahmen" und die Beglei-
tung durch den Psychotherapeuten E._ nicht in Frage, auch wenn er sie
nicht für ausreichend hält (Urk. 1 S. 12, S. 13 f., S. 15). Aus dem Protokoll zum
Standortgespräch vom 17. März 2022 geht hervor, dass die Gesprächstherapie
bei E._ per Dezember 2021 beendet wurde (Urk. 10 S. 4). Entsprechend er-
scheint es angezeigt, zusätzlich zu den vorinstanzlich angeordneten Massnah-
men die Parteien als Inhaber der elterlichen Sorge im Sinne einer Weisung ge-
mäss Art. 307 Abs. 3 ZGB zu verpflichten, den Sohn C._ weiterhin psycho-
therapeutisch begleiten zu lassen (vgl. BK-Affolter-Fringeli/Vogel, Art. 307 ZGB N
37), wobei zur Vermeidung weiterer Meinungsverschiedenheiten unter den Par-
teien und noch weiteren Zeitverlusts der mit Entscheid der KESB Hinwil vom 18.
März 2022 bereits ernannten Beiständin (Urk. 4/181) die besondere Befugnis
nach Art. 308 Abs. 2 ZGB resp. der Auftrag zu erteilen ist, diese therapeutische
Begleitung – allenfalls nach Rücksprache mit Dr. med. L._ betreffend geeig-
nete, auf die ADHS-Diagnose spezialisierte Therapeuten – sogleich in die Wege
zu leiten resp. zu installieren (vgl. BK-Affolter-Fringeli/Vogel, Art. 308 ZGB N 111).
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D. Anpassung der Kinderunterhaltsbeiträge
Die Vorinstanz wies den Antrag des Gesuchstellers auf Anpassung der Unter-
haltsbeiträge ab. Soweit der Gesuchsteller geltend macht, die Vorinstanz führe
nicht aus, "[w]orin diese nicht erheblichen Veränderungen nicht gegeben" seien,
und um entsprechende Begründung ersucht (Urk. 1 Rz. 27), ist ihm nicht zu fol-
gen. Die Vorinstanz führte aus, es würden zwar Kindesschutzmassnahmen ange-
ordnet, es bleibe dabei aber bei der bisherigen Betreuungsregelung der Parteien
bezüglich C._. In diesem Zusammenhang bestehe damit keine erhebliche
Veränderung der Verhältnisse. Sodann mache der Gesuchsteller auch nicht gel-
tend, dass seit dem Erlass des letzten Entscheids betreffend vorsorgliche Mass-
nahmen vom 8. März 2021 eine wesentliche Änderung in seinen finanziellen Ver-
hältnissen eingetreten wäre (Urk. 2 S. 73 f.). Inwiefern sich entgegen den Anga-
ben der Vorinstanz trotz Beibehaltung der Betreuungsregelung aufgrund der an-
geordneten Kindesschutzmassnahmen Veränderungen bezüglich der Unterhalts-
beiträge ergeben, legt der Gesuchsteller nicht dar und ist auch nicht ersichtlich.
Ebenso wenig zeigt er auf, welche anderweitig veränderten Verhältnisse die Vo-
rinstanz unberücksichtigt gelassen haben soll. Dabei ist im Lichte der Rüge- und
Begründungspflicht insbesondere nicht ausreichend, einzig – und ohne jeglichen
Verweis auf entsprechende Aktenstellen – geltend zu machen, an den vor Vo-
rinstanz gemachten Ausführungen bezüglich der Unterhaltsbeiträge festzuhalten
(Urk. 1 Rz. 27). Auch in dieser Hinsicht erweist sich die Berufung somit als unbe-
gründet.
E. Zusammenfassung/Ergebnis
Die Berufung ist abzuweisen und der angefochtene Entscheid – soweit noch nicht
in Rechtskraft erwachsen – zu bestätigen. Als zusätzliche Kindesschutzmass-
nahme in Form einer Weisung ist die psychotherapeutische Begleitung von
C._ vorzusehen. Der Aufgabenbereich der Beiständin ist diesbezüglich zu
erweitern.
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IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Die Vorinstanz behielt die Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen
dem Endentscheid vor (Urk. 2 S. 75; Art. 104 Abs. 3 ZPO). Weiterungen erübri-
gen sich daher.
2. Die Höhe der Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren richtet sich nach
§ 12 Abs. 1 und 2 in Verbindung mit § 2, § 5 Abs. 1, § 6 Abs. 1 und § 8 Abs. 1 der
Gebührenverordnung des Obergerichts vom 8. September 2010 (GebVOG). Un-
ter Berücksichtigung des tatsächlichen Streitinteresses, des Zeitaufwands des
Gerichts und der Schwierigkeiten des Falles erscheint eine Gerichtsgebühr von
Fr. 5'500.– als angemessen.
3. In nicht vermögensrechtlichen Kinderbelangen sind die Kosten praxisge-
mäss den Parteien je hälftig aufzuerlegen, wenn sie gute Gründe für ihre Rechts-
standpunkte hatten (Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO; ZR 84 Nr. 41). Davon ist vorliegend
auszugehen. Hinsichtlich der beantragten Anpassung der Kinderunterhaltsbeiträ-
ge unterliegt der Gesuchsteller zwar vollumfänglich, doch fällt diese aufwandmäs-
sig nicht ins Gewicht. Entsprechend sind die Gerichtskosten für das Berufungs-
verfahren den Parteien je zur Hälfte aufzuerlegen und die Parteientschädigungen
wettzuschlagen.