Decision ID: 1a989b0d-5325-5357-a38d-a37394dec5d8
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
R._,
Beschwerdeführerin,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente (Nichteintreten)
Sachverhalt:
A.
A.a Die 1962 geborene R._ beantragte erstmals am 13. Februar 1991 wegen einer
seit neun Jahren bestehenden Allergie auf Nickel und Kobalt bei der
Invalidenversicherung berufliche Massnahmen (namentlich Berufsberatung,
Umschulung auf eine neue Tätigkeit und Arbeitsvermittlung; IV-act. 16). Ohne
Berufsausbildung arbeitete sie bis dahin als Hausangestellte und Buffettochter in
verschiedenen Gastgewerbebetrieben, zuletzt als Hilfsarbeiterin in der Packerei eines
Confiseriegeschäftes (IV-act. 26). Dr. med. A._, Allgemeine Medizin FMH,
diagnostizierte am 6. April 1991 ein rezidivierendes Handekzem (1983 epikutane
Sensibilisierung auf Nickel- und Kobaltsulfat bei atopischer Komponente
nachgewiesen; IV-act. 21-2/5). Dr. med. B._, Spezialarzt FMH für Dermatologie und
Venerologie, führte in seinem Gutachten vom 16. Juni 1991 aus, die Versicherte sei in
der Lage, eine trockene, saubere Arbeit in einer staubarmen Umgebung ausführen zu
können (z.B. im Verkauf in Warenhäusern). In einer geeigneten Tätigkeit sei sie 100%
arbeitsfähig (IV-act. 24). Mit Verfügung vom 17. Mai 1993 wies die IV-Stelle C._ den
Anspruch auf berufliche Massnahmen ab. Anlässlich der Besprechung vom
1. Dezember 1992 habe die Versicherte den Wunsch geäussert, "an ihrer jetzigen
Arbeitssituation nichts zu ändern." Da die Versicherte an einer beruflichen
Weiterberatung nicht mehr interessiert sei bzw. sich trotz schriftlicher Aufforderung
nicht mehr gemeldet habe, habe die IV-Stelle das Dossier abgeschlossen (IV-act. 29).
Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
A.b Am 24. Juni 2002 meldete sich die Versicherte erneut bei der IV zum Bezug von
Leistungen an und beantragte berufliche Massnahmen (namentlich Berufsberatung,
Umschulung auf eine neue Tätigkeit und Arbeitsvermittlung) sowie eine Rente. Dabei
machte sie geltend, seit 1983 an einer Nickel-Kobalt-Allergie sowie seit einigen Jahren
an Rückenschmerzen zu leiden. Seit Februar 1994 sei sie arbeitslos. Von anfangs März
1999 bis Ende Februar 2000 und vom 24. September 2001 bis 15. Februar 2002 habe
sie im Rahmen zweier Beschäftigungsprogramme gearbeitet (IV-act. 1-5/7). Dr. med.
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D._ bezeichnete im Arztbericht vom 8. Juli 2002 als Diagnosen mit Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit eine Nickelkontaktallergie, bestehend seit 1983, sowie vermehrte
Rückenschmerzen bei Gibbus (St. n. M. Scheuermann?). Daneben sei wahrscheinlich
ein Persönlichkeitsproblem ebenso von Bedeutung. Die Versicherte sei prinzipiell
gesund. Für Arbeiten ohne stärkere Rückenbelastung sowie ohne Kontakt mit Nickel
sei sie voll arbeitsfähig (IV-act. 8). Am 18. Dezember 2003 erging ein Auftrag für eine
psychiatrische Abklärung an Dr. med. E._, Psychiatrische Klinik Wil. Im Gutachten
vom 28. Mai 2004 führte Dr. E._aus, dass bei der Versicherten keine psychische
Störung von Krankheitswert und somit auch keine solche von arbeitslimitierendem
Ausmass vorliege. Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit
(IV-act. 56-12/14). Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) stellte am 25. Juni 2004 fest,
bei der Versicherten liege weder somatisch noch psychiatrisch eine Arbeitsunfähigkeit
vor (IV-act. 59). Mit Verfügung vom 7. Juli 2004 wies die IV-Stelle das Gesuch um
berufliche Massnahmen und Rentenleistungen ab. Nach den vorliegenden Unterlagen
bestehe bei allen für die Versicherte in Frage kommenden Arbeiten eine 100%-ige
Arbeitsfähigkeit (IV-act. 61). Die dagegen erhobene Einsprache wurde von der IV-Stelle
mit Einspracheentscheid vom 3. September 2004 abgewiesen (IV-act. 68). Mit
Entscheid vom 7. April 2005 wies das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen die
Beschwerde der Versicherten ebenfalls ab. Die Versicherte sei als Hilfsarbeiterin in
einer angepassten, rückenschonenden Tätigkeit ohne belastende Nickelexposition zu
100% arbeitsfähig. Es bestehe weder ein Anspruch auf berufliche Massnahmen noch
auf eine Rente (IV-act. 76).
B.
B.a Am 10. April 2008 stellte die Versicherte ein neues Rentengesuch. Sie wies
wiederum auf ihre seit 1983 bestehende Nickel-Kobaltsulfat-Allergie und die "schon
immer" bestehenden Rückenbeschwerden hin (IV-act. 79). Mit Schreiben vom 15. April
2008 wurde die Versicherte von der IV-Stelle aufgefordert, Unterlagen einzureichen, um
allfällige rechtserhebliche Änderungen seit der rentenabweisenden Verfügung vom 7.
Juli 2004 bzw. dem Gerichtsentscheid vom 7. April 2005 beurteilen zu können. Sollten
keine Unterlagen oder solche mit nicht nachgewiesenen Revisionsgründen eingehen,
müsse mit einem Nichteintretensentscheid gerechnet werden (IV-act. 82).
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B.b In seinem Bericht vom 29. April 2008 führte Dr. med. F._, FMH Allgemeine
Medizin, aus, dass ihn die Versicherte am 21. April 2008 erstmals konsultiert habe, da
sie ein ärztliches Attest benötige. Das Sozialamt G._, welches sie seit Dezember
2007 unterstütze, habe ihr geraten, ein Revisionsverfahren einzuleiten. Dr. F._ stellte
folgende Diagnosen: Nickel-Kobaltallergie, belastungsabhängige Lumbalgien,
Augenerkrankung links (unbekannte Diagnose/Schweregrad), Stammvarikosis links,
Adipositas (BMI = 35). Dr. F._ empfahl aufgrund des LWS-Befundes und der
geschilderten Beschwerden ein fachärztliches Konsilium bei einem Orthopäden. Im
Übrigen habe die Versicherte zu verstehen gegeben, dass sie eine Stelle, wo keine
Allergene vorkämen und wo keine Rückenbelastung auftreten würde (also sitzend und
etwas gehen) annehmen würde (IV-act. 83-2/2). In seiner Stellungnahme vom 16. Mai
2008 hielt der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) fest, dass mit der erneuten Anmeldung
vom April 2008 keine neuen medizinischen Sachverhalte angeführt würden, die – über
die bereits früher geltend gemachten Beschwerden hinaus – eine wesentliche und
anhaltende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
begründen würden. Eine wesentliche Änderung des Gesundheitszustandes könne aus
medizinischer Sicht nicht bestätigt werden (IV-act. 87). Mit Verfügung vom 21. Mai
2008 trat die IV-Stelle nicht auf das Leistungsbegehren ein, da die Versicherte eine
wesentliche Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten Verfügung
nicht glaubhaft dargelegt habe. Eine andere Beurteilung des unveränderten
Sachverhalts sei nicht möglich (IV-act. 90).
C.
C.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 12. Juni 2008
mit dem Antrag um Ausrichtung einer ganzen IV-Rente. Die Beschwerdeführerin macht
geltend, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten Verfügung wesentlich
verschlechtert hätten. Sie leide unter Rückenbeschwerden, Nickel-Kobalt-Allergie,
psychischem Stress, Magennerven durch Stress, Kopfschmerzen/Migräne,
Kniebeschwerden beim Treppenlaufen und beim Auf- und Absitzen, Augenerkrankung
(Netzhautablösung links), Schwindel-Anfällen sowie unter häufigem Unwohlsein. Es
seien noch weitere ärztliche Abklärungen notwendig. Sie sei nicht mehr in der Lage,
irgendeiner Arbeit nachzugehen bzw. eine Arbeitsstelle anzunehmen. Im Übrigen werde
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sie seit Dezember 2007 vom Sozialamt G._ unterstützt. Daher sei sie langfristig
gesehen finanziell nicht abgesichert (act. G 1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 9. September 2008 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Sie macht geltend, dass die
Beschwerdeführerin zwar einen Bericht von Dr. F._ vom 29. April 2008 eingereicht
habe. Gemäss der Stellungnahme des RAD-Arztes vom 16. Mai 2008 liege jedoch aus
medizinischer Sicht keine wesentliche Änderung des Gesundheitszustandes vor. Auf
das Rentengesuch vom 10. April 2008 sei daher zu Recht nicht eingetreten worden
(act. G 4).
C.c In der Replik vom 29. September 2008 macht die Beschwerdeführerin erneut
geltend, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten Verfügung wesentlich
verschlechtert hätten. Ihr Hausarzt Dr. F._ kenne sie erst seit Frühling 2008. Mitte
Oktober 2008 habe sie einen Termin im Kantonsspital St. Gallen wegen dem Rücken
(act. G 6).
C.d Auf die Einreichung einer Duplik wurde verzichtet (act. G 9).

Erwägungen:
1.
1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die Invalidität kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in
gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4
Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines
psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als
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relevant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person
bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten,
abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv
bestimmt (BGE 131 V 50 E. 1.2 mit Hinweisen). Festzustellen ist, ob und in welchem
Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit
der psychischen Beeinträchtigung vereinbar ist.
1.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG (bzw. Art. 28 Abs. 1 IVG in der bis Ende 2007 gültigen
Fassung) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens
zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein
Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein
Anspruch auf eine Viertelsrente. Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die
Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die
ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben.
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und
dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die
ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 E. 4 mit Hinweisen).
2.
2.1 Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, wird eine
neue Anmeldung nur geprüft, wenn die gesuchstellende Person glaubhaft macht, dass
sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat
(Art. 87 Abs. 3 und 4 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]).
Diese Eintretensvoraussetzung soll verhindern, dass sich die Verwaltung immer wieder
mit gleichlautenden und nicht näher begründeten – d.h. keine Veränderung des
Sachverhalts darlegenden – Rentengesuchen befassen muss (BGE 130 V 76 E. 3.2.3).
Diesem Zweck kann im Revisionsverfahren ebenso wie im Neuanmeldungsverfahren
nur wirksam Rechnung getragen werden, wenn sich die versicherte Person das
Ergebnis der letztmaligen materiellen Überprüfung des Rentenanspruchs – mit
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rechtsgenüglicher Abklärung des Gesundheitszustands und gesetzeskonformer
Ermittlung des Invaliditätsgrades – im Rahmen eines erneuten Leistungsgesuchs
entgegenhalten lassen muss. Bei der Neuanmeldung (BGE 130 V 71) ist somit wie bei
der Rentenrevision (auf Gesuch hin oder von Amtes wegen) zeitlicher Ausgangspunkt
für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades die
letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des
Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht (BGE 133 V 108 ff.).
2.2 Nach der Rechtsprechung ist unter Glaubhaftmachung im Sinn von Art. 87 Abs. 3
IVV kein Beweis nach dem im Sozialversicherungsrecht allgemein massgebenden Grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 121 V 47 E. 2a) zu verstehen. Dem Zweck
der Eintretenshürde von Art. 87 Abs. 3 IVV gemäss muss es sich bei der
Glaubhaftmachung um eine deutlich reduzierte Beweisanforderung handeln. Es genügt,
dass für den geltend gemachten rechtserheblichen Sachumstand wenigstens gewisse
Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist,
dass eine eingehende Sachverhaltsabklärung die behauptete Veränderung nicht
bestätigen wird. Grundsätzlich unterliegt das Glaubhaftmachen nach Art. 87 Abs. 3 IVV
weniger strengen Anforderungen als im Zivilprozessrecht. Bei der Prüfung der
Eintretensvoraussetzung der glaubhaft gemachten Sachverhaltsänderung
berücksichtigt die Verwaltung
– oder im Beschwerdefall das Gericht –, ob die frühere Verfügung nur kürzere oder
schon längere Zeit zurückliegt. Sie wird dementsprechend an die Glaubhaftmachung
höhere oder weniger hohe Anforderungen stellen (SVR 2003 IV Nr. 25 E. 2.2 mit
Hinweisen, Urteil des Bundesgerichtes 9C_688/2007 vom 22. Januar 2008).
2.3 Aufgrund des klaren Wortlauts des Art. 87 Abs. 3 IVV ("Im Gesuch ist glaubhaft zu
machen") steht fest, dass eine versicherte Person, die sich nach einer früheren
Leistungsverweigerung bei der IV-Stelle neu anmeldet und – wie hier – eine Rente
verlangt, die "Glaubhaftmachungslast" (im Sinne einer Beweisführungslast) trägt. Sie
muss also jene Indizien beschaffen und der IV-Stelle vorlegen, mit denen sie ihre
Behauptung einer anspruchserheblichen Gesundheitsverschlechterung glaubhaft
machen will. Sie kann sich nicht darauf beschränken, eine solche Veränderung zu
behaupten und dann die IV-Stelle Indizien sammeln lassen. Damit wäre die
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Glaubhaftmachung als Eintretenshürde nämlich zwecklos, weil nur eine
"Behauptungslast" übrig bliebe. In diesem Verfahrensstadium gilt demnach der
Untersuchungsgrundsatz nicht. Im vorliegenden Fall hat die Beschwerdegegnerin die
Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 15. April 2008 auf das Erfordernis, die
behauptete Verschlechterung glaubhaft zu machen, hingewiesen und sie aufgefordert,
Unterlagen einzureichen, auf Grund welcher das Leistungsgesuch geprüft werden
könne. Dieser Aufforderung ist die Beschwerdeführerin denn auch nachgekommen,
indem sie den Arztbericht von Dr. F._ vom 29. April 2008 einreichte. Im Rahmen ihrer
Eintretensprüfung war die Beschwerdegegnerin alsdann berechtigt und verpflichtet,
sich bei der Beurteilung des eingereichten Berichtes auf die Frage der
Glaubhaftmachung zu beschränken. Nachdem die Beschwerdegegnerin zum Schluss
gekommen ist, dass eine anspruchserhebliche Veränderung nicht glaubhaft ist, war sie
im Hinblick auf ihren Nichteintretensentscheid nicht verpflichtet, selber Abklärungen
vorzunehmen.
3.
3.1 Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Nichteintretensentscheid
damit, dass eine Veränderung des Gesundheitszustandes nicht glaubhaft gemacht
worden sei. Die Beschwerdegegnerin hat sich demnach auf die Prüfung der
Eintretensvoraussetzung der Glaubhaftmachung einer erheblichen Veränderung
beschränkt und hat das Gesuch der Beschwerdeführerin nicht materiell behandelt. Im
vorliegenden Beschwerdeverfahren gilt es deshalb zu beurteilen, ob die
Beschwerdegegnerin zu Recht nicht auf das Gesuch vom 3. April 2008 eingetreten ist.
Umstritten und zu prüfen ist demnach einzig, ob die Beschwerdeführerin glaubhaft
dargelegt hatte, dass sich seit der einen Anspruch ablehnenden Verfügung vom 7. Juli
2004 bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 21. Mai 2008 der massgebliche
medizinische Sachverhalt in einer für den Rentenanspruch so erheblichen Weise
geändert hat, dass die IV-Stelle auf die Neuanmeldung hätte eintreten müssen.
3.2 Zur Substantiierung der Verschlechterung des Gesundheitszustands legt die
Beschwerdeführerin einzig den Arztbericht von Dr. F._ vom 29. April 2008 ins Recht.
Die in diesem Bericht geschilderten Beschwerden bestehen teilweise bereits seit vielen
Jahren. So ist die Nickel- und Kobaltsulfat-Allergie seit 1983 bekannt (IV-act. 1-5/7 Ziff.
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7.3, act. 2-1/2). Zu der von der Beschwerdeführerin gegenüber Dr. F._ erwähnten
zusätzlichen Hausstaub- und Pollenallergie wurde bereits im Bericht des Dermatologen
Dr. B._ vom 16. Juni 1991 ausgeführt, dass die Patientin nebst der Kontaktallergie
eine atopische Disposition mit Sensibilisierungen auf inhalative häusliche Allergene
aufweise (IV-act. 24-4/5). Auch die Rückenbeschwerden bestehen seit einigen Jahren.
Dr. D._ erwähnte in seinem Arztbericht vom 8. Juli 2002 bei stärkerer körperlicher
Belastung auftretende Rückenschmerzen bzw. eine verminderte Belastbarkeit des
Rückens (IV-act. 8-7/7). Und im psychiatrischen Gutachten von Dr. E._ vom 28. Mai
2004 wurden bei den von der Beschwerdeführerin geklagten somatischen
Beschwerden seit Jahren bestehende Schmerzen im Lendenwirbelsäulen- und teils
auch im Brustwirbelsäulenbereich erwähnt. Sie habe von Geburt an eine Skoliose. Die
Rückenschmerzen würden teilweise auch in die Hüfte ausstrahlen und teilweise durch
Bewegungen hervorgerufen (z.B. Bücken oder etwas Schweres tragen), sodass sie z.B.
keine Arbeiten an einem niedrigen Tisch durchführen könne. Bei solchen
Rückenschmerzen könne sie sich nicht so gut bewegen (IV-act. 56-7/14). Auch Dr.
F._ hielt belastungsabhängige Lumbalgien fest. Im Übrigen stellte er bei der
Untersuchung einen Finger-Boden-Abstand (FBA) von 0 cm, eine Seitenneigung und
Reklination beidseits ohne Bewegungseinschränkungen sowie einen indolenten,
stabilen Zustand fest (IV-act. 83-1/2). Die von Dr. F._ festgestellte Stammvarikosis
links bzw. chronisch venöse Insuffizienz (CVI) links findet ebenfalls bereits im Bericht
von Dr. D._ (IV-act. 8-4/7 Ziff. 5) und auch im Gutachten von Dr. E._ (IV-act.
56-8/14 oben) Erwähnung. In Bezug auf die von der Beschwerdeführerin angegebenen
Knieschmerzen beim Aufwärtsgehen und nach dem Knien (diskreter retropatellarer
Schmerz beidseits; vgl. IV-act. 83-1/2 unten) ist dem Bericht von Dr. F._ keine
Diagnose zu entnehmen. Ebenso vage blieben die Ausführungen zu den Problemen mit
dem linken Auge. Die Beschwerdeführerin gab dazu an, dass der Augenarzt keine
sichere Diagnose habe stellen können. Seit 17. April 2008 sei sie in augenärztlicher
Kontrolle bei Dr. H._. Ein Arztbericht von Dr. H._ wurde nicht eingereicht. Die in der
Beschwerdeschrift vom 12. Juni 2008 zusätzlich geltend gemachten gesundheitlichen
Probleme (jahrelanger psychischer Stress; Magennerven seit 1981 durch Stress;
Kopfschmerzen/Migräne; Schwindel-Anfälle; häufiges Unwohlsein; vgl. act. G 1)
wurden mehrheitlich ebenfalls bereits im Gutachten von Dr. E._ erwähnt (IV-act.
56-7f./14) und waren somit bereits im Zeitpunkt der rentenabweisenden Verfügung
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vom 7. Juli 2004 bekannt. Im Übrigen enthält der Arztbericht von Dr. F._ auch keine
Angaben zu den Auswirkungen der Beschwerden auf die Arbeitsfähigkeit.
3.3 Insgesamt ist festzustellen, dass der eingereichte Arztbericht von Dr. F._ keine
wesentlichen neuen Befunde, welche nicht bereits in früheren medizinischen Akten
festgestellt worden sind und welche relevante Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit in
einer angepassten Tätigkeit hätten, enthält. Im Vordergrund stehen nach wie vor die
seit langem bekannte Allergie sowie die belastungsabhängigen Rückenbeschwerden,
was bereits früher zur Annahme führte, die Beschwerdeführerin sei in einer
leidensadaptierten Tätigkeit (ohne stärkere Rückenbelastung sowie ohne Kontakt mit
Nickel) voll arbeitsfähig. Auch die Beschwerdeführerin selber wies in ihrem erneuten
Gesuch vom 3. April 2008 bei der Frage nach der Art der gesundheitlichen
Beeinträchtigung lediglich auf die Nickel-Kobaltsulfat-Allergie sowie die
Rückenbeschwerden hin, wie sie dies bereits im Gesuch vom 24. Juni 2002 getan hat
(vgl. IV-act. 1-5/7 und act. 79-7/9). Auch äusserte sie sich offenbar Dr. F._ gegenüber
dahingehend, dass sie eine Arbeitsstelle ohne Allergene und ohne Rückenbelastung
annehmen würde (IV-act. 83-2/2), was ebenfalls auf die ganz im Vordergrund
stehenden Beschwerden hinweist. Die von Dr. F._ teilweise neuen Diagnosen
(Augenerkrankung links mit unbekannter Diagnose und unbekanntem Schweregrad;
Adipositas) vermögen jedenfalls keine relevante somatische Verschlechterung des
Gesundheitszustandes glaubhaft darzulegen. Und Hinweise auf eine Verschlechterung
des psychischen Zustands liegen ebenfalls nicht vor. Zusammenfassend ist somit
festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin nicht hinreichend glaubhaft machen konnte,
dass sich ihr Gesundheitszustand in einer für den Anspruch erheblichen Weise
verändert hat. Der eingereichte ärztliche Bericht von Dr. F._ enthält diesbezüglich
keine hinreichend begründeten Ausführungen, zumal er auch keine Angaben zur
Arbeitsfähigkeit macht. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
3.4 In Bezug auf den Hinweis der Beschwerdeführerin in ihrer Replik vom 29.
September 2008, wonach sie wegen dem Rücken Mitte Oktober einen Termin im
Kantonsspital St. Gallen habe (act. G 6), ist darauf hinzuweisen, dass für die richterliche
Beurteilung grundsätzlich die tatsächlichen Verhältnisse zur Zeit des Abschlusses des
Verwaltungsverfahrens (hier: Nichteintretensverfügung vom 21. Mai 2008) massgebend
sind (BGE 116 V 248 E. 1a; Urteil des Bundesgerichts vom 3. Januar 2005, I 172/04, E.
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5.2 und vom 27. Mai 2008, 9C_24/2008, E. 2.3.1). Sollte sich der Gesundheitszustand
der Beschwerdeführerin seit dem Erlass der Verfügung relevant verschlechtert haben,
so steht es ihr frei, gestützt auf entsprechende Arztberichte ein neues
Leistungsbegehren zu stellen.
4.
Gemäss der Rechtsprechung des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen hat
auch dem Nichteintreten auf eine Rentenrevisionsgesuch ein Vorbescheid (Art. 57a
Abs. 1 IVG) vorauszugehen (vgl. das Urteil IV 2008/167 des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen vom 24. April 2009, Erw. 2.3). Dies hat auch für eine
Nichteintretensverfügung bei einer Neuanmeldung nach vorangegangener
Leistungsverweigerung zu gelten. Die Beschwerdegegnerin hat keinen als solchen
bezeichneten und ausgestalteten Vorbescheid erlassen, bevor sie am 21. Mai 2008 das
Nichteintreten auf das Revisionsgesuch bzw. die Neuanmeldung der
Beschwerdeführerin verfügt hat. Mit Schreiben vom 15. April 2008 hatte sie die
Beschwerdeführerin aber darauf hingewiesen, dass sie weitere Unterlagen benötige,
ansonsten sie auf das Gesuch nicht eintreten könne (IV-act. 82). Die
Beschwerdeführerin war mit jenem Schreiben also in die Lage versetzt zu erkennen,
dass ihre Behauptung, sie sei in anspruchsbegründendem Ausmass in ihrer
Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt, noch nicht glaubhaft gemacht war und dass sie deshalb
mit dem Erlass einer Nichteintretensverfügung rechnen musste. Die
Beschwerdegegnerin hat ihr eine Frist bis 30. April 2008 angesetzt, um Unterlagen
beizubringen und so die behauptete Veränderung doch noch glaubhaft zu machen und
ein Eintreten auf ihr erneutes Rentengesuch zu erreichen, was die Beschwerdeführerin
mit Einreichung des Arztberichtes von Dr. F._ vom 29. April 2008 denn auch getan
hat. Inhaltlich hat das Schreiben der Beschwerdegegnerin vom 15. April 2008 an die
Beschwerdeführerin also das erreicht, was die Aufgabe eines formal korrekten
Vorbescheids gewesen wäre. Unter diesen Umständen wäre es allzu formalistisch, die
angefochtene Nichteintretensverfügung unter Verweis auf die obengenannte
Rechtsprechung wegen einer Verletzung der Vorbescheidspflicht aufzuheben. Der
einzig in der Verwendung der falschen Form bestehende Verfahrensfehler bleibt also
aus prozessökonomischen Gründen rechtsfolgenlos (vgl. den Entscheid IV 2008/224
vom 3. November 2009, Erw. 4).
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5.
Im Sinne der vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde abzuweisen. Das
Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die vollumfänglich unterliegende
Beschwerdeführerin hat die Gerichtsgebühr zu bezahlen. Diese bemisst sich gemäss
Art. 69 Abs. 1 IVG nach dem Verfahrensaufwand. Dieser erweist sich im vorliegenden
Fall als unterdurchschnittlich, so dass sich eine Gerichtsgebühr von Fr. 400.-
rechtfertigt. Dieser Betrag ist durch den geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.-
gedeckt. Der Restbetrag von Fr. 200.- ist der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG