Decision ID: d26ca0c2-d255-40b9-82ec-2ea29b97cb71
Year: 2015
Language: de
Court: BL_KG
Chamber: BL_KG_001
Canton: BL
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 

C. a) Mit Eingabe vom 27. April 2015 an das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, erklärte die Klägerin die Berufung gegen den Entscheid des Präsidenten des  Basel-Landschaft West vom 13. Januar 2015. Sie beantragte mit der Berufung die Aufhebung des angefochtenen Entscheids und wiederholte die bereits bei der Vorinstanz gestellten Rechtsbegehren. Mit der Berufung reichte sie ein Schreiben von G._ sowie zusätzliche Fotos der Bewegungsmelder als neue Beweismittel ein. Die Mieterin machte mit Berufung geltend, die Vorinstanz habe das Vorliegen eines Mangels in Form der  Beleuchtung, dessen Behebung und damit auch die Mietzinsreduktion zu Unrecht verneint. Sie machte eine unrichtige Rechtsanwendung und auch die unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend und rügte insbesondere eine Verletzung von Art. 259a Abs. 1 lit. a und b OR, Art. 259d OR sowie Art. 8 ZGB. Die Klägerin monierte, die Vorinstanz habe der Tatsache, dass der im Zuge der Aussenrenovation im Jahre 2012 ersetzte „alte“ , welcher vor rund 20 Jahren auf Veranlassung der Klägerin installiert worden sei, beträchtlich früher reagiert habe als der neue Bewegungsmelder, keine Bedeutung . Aufgrund des jahrelangen Zustandes mit einem Bewegungsmelder, welcher das Licht im Eingangsbereich beträchtlich früher eingeschalten habe, sei von einer zugesicherten Eigenschaft auszugehen. Der frühere Bewegungsmelder sei vor mehr als 20 Jahren auf Veranlassung der Mieterin installiert worden, dies aus Präventionsgründen im Bestreben um einen besseren Schutz vor Überfällen angesichts der problematischen örtlichen Verhältnisse. Die Gefahr, dass sich jemand im souterrainen Eingangsbereich versteckt halte, werde durch das frühere Einschalten des Lichts verringert. Der vorausgesetzte Gebrauch umfasse zudem entgegen der Vorinstanz auch eine subjektive Seite. So solle jemand ohne Angst vor  und ohne sich einer potentiellen Gefährdung auszusetzen, die Mietliegenschaft  können. Der Bericht des Präventionsbeauftragten der Polizei halte fest, dass der Zugang bei Dunkelheit oder Dämmerung in Bezug auf die Sicherheit gegen Überfälle problematisch sei. Die Kritik der Vorinstanz, der Polizeibeamte habe die Situation nicht korrekt erfasst, weil er diese bei Tageslicht beurteilt habe, fusse auf einer Annahme und sei nicht haltbar,  der gerichtliche Augenschein ebenfalls nicht bei Dunkelheit stattgefunden habe. Den
Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht
Polizeibericht unter diesen Umständen als Beweismittel abzulehnen, ohne C._ als  einzuvernehmen, komme einer willkürlichen Beweiswürdigung gleich und verstosse  Art. 8 ZGB. Es werde deshalb an der Einvernahme von C._ als Zeugen festgehalten und ein Augenschein bei Dunkelheit beantragt, eventualiter die Einholung einer Expertise zur Überprüfung des Polizeiberichts. Weiter rügte die Mieterin, die Vorinstanz habe die  von D._ falsch gewürdigt und den eingereichten Bestätigungsschreiben von vier Personen, welche die ungenügende Beleuchtungssituation bestätigt hätten, keine Rechnung getragen. Es liege einerseits ein Mangel zufolge Abwesenheit einer zugesicherten  vor, weil der Eingangsbereich nicht mehr frühzeitig beleuchtet werde. Und  sei ein Mangel auch deshalb gegeben, weil mit der geänderten Beleuchtungssituation im Eingangsbereich der vorausgesetzte Gebrauch nicht mehr gewährleistet werde. Dass die Beleuchtung der Zugangswege verbessert wurde, sei unbeachtlich. Die von der Vorinstanz getroffenen Feststellungen anlässlich des Augenscheins würden der aktuellen Situation, wie sie von G._ am 23. April 2015 festgestellt worden sei, widersprechen. Dessen  sei zu entnehmen, dass das Licht im überdeckten Eingangsbereich erst angehe,  der Besucher bereits die Treppe hinunter gegangen sei und ein paar Schritte hin zum Eingangsbereich gemacht habe. Diese Bestätigung sei als echtes Novum zu berücksichtigen und G._ als Zeuge einzuvernehmen. Es bleibe nachzutragen, dass der  bei der Mietliegenschaft W._-Strasse Nr. V._ aus nicht nachvollziehbaren  weniger abgeklebt worden sei als der streitgegenständliche Bewegungsmelder. Die mangelhafte Beleuchtung im Eingangsbereich sei zu beseitigen, was technisch ohne  machbar sei, indem der Radius durch die teilweise Entfernung der Abkleber erweitert werde. Die Aussagen der Zeugen E._ und F._ seien mit Vorsicht zu würdigen.  sei eine Störung von Nachbarn durch brennendes Licht nicht möglich, weil es keine solchen Nachbarn gebe. Das Argument des Stromverbrauchs durch unnötiges Einschalten des Lichts sei nicht entscheidrelevant. Auch die ins Feld geführten (angeblichen)  seien nicht erstellt. Eine permanente Beleuchtung im Eingangsbereich stelle eine  Massnahme für die Prävention dar; Stromspargründe würden dem nicht . Durch die problematische Beleuchtungssituation werde die Mieterin genötigt,  wie frühzeitiges oder begleitetes Heimkehren zu treffen, was einer  gleichkomme. Eine verhältnismässige Herabsetzung des Nettomietzinses um 5% sei daher angemessen.
C. b) Mit Berufungsantwort vom 18. Juni 2015 beantragte die Vermieterin die Abweisung der Berufung, soweit darauf einzutreten sei, unter o/e-Kostenfolge. Die Berufungsbeklagte führte aus, es sei nicht dargetan, inwiefern hinsichtlich der Mietzinshinterlegung ein  bestehe. Ein solches werde bestritten. Sie stellte sich weiter auf den , dass kein Mangel vorliege und die Vorinstanz den Sachverhalt richtig erfasst habe. Die Vermieterin habe sich im Jahre 2013 in umfangreicher Korrespondenz mit den  der Mieterin auseinandergesetzt. Es sei nicht erstellt, dass der frühere  auf Veranlassung der Klägerin installiert worden sei und dass dieser früher eingeschalten habe. Die erste Behauptung sei von der Klägerin erstmals im vorliegenden  vorgebracht worden und damit verspätet und die zweite Behauptung sei unbewiesen geblieben. Die frühere Situation sei nicht mehr feststellbar und eine zugesicherte Eigenschaft
Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht
liege keinesfalls vor. Die Aussenbeleuchtung sei im Jahre 2012 durch eine den modernsten und höchsten Anforderungen genügende Beleuchtung ersetzt worden. Die neue  sei besser als die frühere und wenn an dieser überhaupt etwas auszusetzen wäre, dann höchstens die sehr hohe Helligkeit (Lichtverschmutzung). Die Vermieterin sei , Veränderungen und Erneuerungen an der Mietsache vorzunehmen. Aus einer isolierten Betrachtung der angeblichen Veränderung könne keine Mangelhaftigkeit abgeleitet werden. Massgebend sei allein, ob die fragliche Einrichtung in ihrer Gesamtheit zum vorausgesetzten Gebrauch tauglich sei. Dies sei von der Vorinstanz zutreffend bejaht worden, da nicht  sei, inwieweit eine Verbesserung und Modernisierung der Aussenbeleuchtung als Einschränkung der Gebrauchstauglichkeit qualifiziert werden könne. Bei den  der Klägerin gehe es allein um subjektive Befindlichkeiten und Ängste. Solche würden zum vornherein keine Mangelhaftigkeit der Mietsache begründen. Die Klägerin sei die  Mietpartei, welche die neue Aussenbeleuchtung und die Einstellung der  beanstandet habe. Es könne nicht angehen, dass die Klägerin der Vermieterin und den anderen Bewohnern der Überbauung vorschreiben könne, wie die Aussenbeleuchtung zu funktionieren habe und einzustellen sei. Die Mieterin habe keinen Anspruch auf die  Lösung, sondern lediglich auf eine sachgerechte bzw. vertragsgemässe Lösung. Die  habe den von der Klägerin beantragten C._ zu Recht nicht als Zeugen angehört, da dieser nicht mehr hätte berichten können, als er in seinem Schreiben vom 27. September 2015 festgehalten habe. Bezüglich dessen Schreiben habe die Vorinstanz zutreffend , dass die darin enthaltenen Feststellungen unrichtig und/oder unmöglich seien. In  Zusammenhang sei zu beachten, dass die Vermieterin in ihrem Schreiben vom 16.  2013 die Polizei Basel-Landschaft eingeladen habe, falls sie sich den Darlegungen der Vermieterin nicht anschliessen könne, zusätzliche Massnahmen zu empfehlen.  habe die Polizei keine weiteren Massnahmen empfohlen und auf eine Entgegnung verzichtet. Die nachträgliche Beanstandung des durchgeführten Augenscheins sowie der erstmals gestellte Antrag auf einen Augenschein „bei Dunkelheit“ seien unzulässig. Der  sei am 13. Januar 2015 um 08:00 Uhr durchgeführt worden, somit in der  vor Sonnenaufgang. Die Aussenbeleuchtung sei zu diesem Zeitpunkt im Betrieb gewesen, wogegen der Augenschein des Polizisten C._ bei helllichtem Tag  habe. Auch der Vorwurf der Mieterin bezüglich Würdigung der Zeugenaussage von D._ sowie der von der Mieterin eingereichten vier „Bestätigungsschreiben“, welche von befreundeten Personen der Mieterin erstellt worden seien, seien haltlos. Der Zeuge D._ habe anlässlich der Zeugenbefragung eingeräumt, dass die neue Aussenbeleuchtung besser sei als die frühere. Die nunmehr von der Mieterin neu und erstmals angerufenen  und Beweismittel seien verspätet, beweisuntauglich und würden bestritten. Da kein Mangel vorhanden sei, sei auch keine Mietzinsherabsetzung geschuldet. Darüber hinaus sei die geltend gemachte Mietzinsherabsetzung auch krass übersetzt.
C. c) Mit Verfügung vom 25. Juni 2015 schloss der Präsident des Kantonsgerichts , Abteilung Zivilrecht, den Schriftenwechsel und ordnete den Entscheid aufgrund der Akten, ohne Durchführung einer Parteiverhandlung und ohne Zeugenbefragung, an.
Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht

Erwägungen
1. Gegen einen erstinstanzlichen Endentscheid in einer vermögensrechtlichen  ist die Berufung zulässig, sofern der Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren mindestens CHF 10'000.00 beträgt (Art. 308 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 ZPO). Mit Berufung kann gemäss Art. 310 ZPO unrichtige Rechtsanwendung oder/und unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden. Die Berufung ist schriftlich und  innert 30 Tagen seit Zustellung des begründeten Entscheids bzw. seit der  Zustellung der Entscheidbegründung bei der Rechtsmittelinstanz einzureichen (Art. 311 Abs. 1 ZPO). Die Streitwertgrenze ist im vorliegenden Fall erreicht. Die schriftliche Begründung des angefochtenen Entscheids vom 13. Januar 2015 wurde der Klägerin bzw. deren Rechtsvertreter am 11. März 2015 zugestellt. Aufgrund des Fristenstillstandes über die Ostertage vom 29. März 2015 bis 12. April 2015 (Art. 145 Abs. 1 lit. a ZPO) fiel der letzte Tag der Frist auf Samstag, den 25. April 2015, und endete gemäss Art. 142 Abs. 3 ZPO am , den 27. April 2015. Die Rechtsmittelfrist von 30 Tagen ist durch die Postaufgabe der Berufung vom 27. April 2015 eingehalten. Die Klägerin rügt die unrichtige Rechtsanwendung und die unrichtige Feststellung des Sachverhalts, womit zulässige Berufungsgründe geltend gemacht werden. Da auch die übrigen formellen Voraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Berufung einzutreten. Sachlich zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Berufung ist laut § 6 Abs. 1 lit. c EG ZPO (SGS 221) die Dreierkammer der Abteilung Zivilrecht des .
2. Die Berufungsklägerin beantragte mit der Berufung, C._ sei als Zeuge zu befragen. Sie monierte in diesem Zusammenhang, es sei willkürlich, wenn die Vorinstanz den  von C._ als unzutreffend betrachte und als Beweismittel ablehne, ohne diesen - wie beantragt – als Zeugen einzuvernehmen. Deshalb werde an dessen  festgehalten. Eventualiter sei eine Expertise zur Überprüfung des Polizeiberichts . Weiter beantragte die Berufungsklägerin im vorliegenden Berufungsverfahren die  von G._ als Zeuge sowie die Durchführung eines Augenscheins bei .
Für eine Zeugeneinvernahme von C._ und G._ sieht das Kantonsgericht keinen , da von beiden Personen bereits schriftliche Berichte vorliegen. Ein Augenschein durch das Kantonsgericht oder die Einholung einer Expertise ist ebenfalls nicht angebracht,  bereits die Vorinstanz einen Augenschein durchführte und die Berufungsklägerin nicht vorbringt, die am Augenschein getroffenen Feststellungen seien falsch protokolliert worden. Vielmehr ist festzuhalten, dass die vorliegenden Beweismittel zur Beurteilung des Streitfalles ausreichen und es letztlich um die Frage der Würdigung dieser Beweise geht.
3. Gemäss Art. 317 Abs. 1 ZPO werden im Berufungsverfahren neue Tatsachen und  nur noch berücksichtigt, wenn sie ohne Verzug vorgebracht werden (lit. a), und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten (lit. b). Diese Novenschranke gilt auch für Verfahren – wie hier vorliegend - mit eingeschränkter  (BGE 138 III 625). Auf diese Novenregelung ist allenfalls in den  Erwägungen zurückzukommen.
Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht
4. Thema der Berufung ist die Mangelhaftigkeit der Mietsache im Zusammenhang mit der Aussenbeleuchtung. Gemäss Art. 256 Abs. 1 OR ist der Vermieter verpflichtet, die Sache zum vereinbarten Zeitpunkt in einem zum vorausgesetzten Gebrauch tauglichen Zustand zu übergeben und in demselben zu erhalten. Unter dem vorausgesetzten Gebrauch ist der  beziehungsweise die Nutzung zu verstehen, welche der Mieter gemäss den  mit dem Vermieter und den Umständen voraussetzen bzw. erwarten darf.  ist ein Mietobjekt, wenn ihm eine vertraglich zugesicherte oder eine sich aus dem  Gebrauchszweck ergebende Eigenschaft fehlt. Ob ein Mangel vorliegt, ist daher durch Vergleich des vertraglich vereinbarten mit dem tatsächlichen Zustand des Mietobjekts zu ermitteln. Es sind alle konkreten Umstände des betreffenden Falles zu würdigen, wobei die üblichen Regeln zur Auslegung von Verträgen zum Zuge kommen (Lachat et al., Das Mietrecht für die Praxis, 8. Aufl. 2009, S. 138; Bger 4A_11/2013 vom 16.05.2013, E. 3.1; Bger 4C.384/2005 vom 22.03.2006, E. 2.1; Bger 4C.168/2001 vom 17.08.2001, E. 4a).
5. Die Berufungsklägerin rügt die ungenügende Beleuchtung im Zugangs- bzw.  der Mietliegenschaft an der General-Guisan-Strasse Nr. X._ in Z._. Das Licht im Eingangsbereich schalte erst kurz vor der Treppe und damit zu spät ein, weil die Bewegungsmelder zu weitgehend abgeklebt worden seien. Der alte, ersetzte  hätte dagegen bereits beim Verlassen des Trottoirs und Betreten des  zur Mietliegenschaft reagiert. Die Berufungsbeklagte stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt, der Bewegungsmelder reagiere prompt und rechtzeitig, so dass kein Mangel vorliege.
Grundlage des vorliegenden Vertragsverhältnisses ist der Mietvertrag vom 11. Mai 1984. Eine spezielle und ausdrückliche Zusicherung betreffend die Aussenbeleuchtung findet sich darin nicht. Es gilt daher zu prüfen, ob sich eine zugesicherte Eigenschaft aus den  ergibt. Diesbezüglich bringt die Berufungsklägerin vor, der frühere Bewegungsmelder sei vor mehr als 20 Jahren auf ihre Veranlassung hin installiert worden. Aufgrund des  Zustandes mit diesem Bewegungsmelder, welcher früher reagiert habe, liege eine  Eigenschaft vor. Diese Vorbringen dringen nicht durch. Die Berufungsklägerin hat zum einen nicht bereits im vorinstanzlichen Verfahren geltend gemacht, es liege eine  Eigenschaft vor, so dass diese Behauptung in Anwendung von Art. 317 Abs. 1 lit. b ZPO im Berufungsverfahren nicht zu berücksichtigen ist. Zum anderen sind die  der Berufungsklägerin, der alte Bewegungsmelder sei vor Jahren auf ihren Wunsch hin installiert worden und dieser habe früher reagiert, ohnehin unbewiesen geblieben. Dass es sich hinsichtlich des Bewegungsmelders bzw. dem früheren Einschalten der Beleuchtung im Eingangsbereich der betroffenen Mietliegenschaft um eine zugesicherte Eigenschaft handeln soll, ist somit nicht nachgewiesen.
6. Es bleibt zu prüfen, ob die fragliche Lichtanlage, welche im Jahre 2012 installiert , zum vorausgesetzten Gebrauch tauglich ist. Diese Frage ist von der Vorinstanz bejaht worden.
6.1 Die Vorinstanz hat anlässlich des Augenscheins vom 13. Januar 2015, 08:00 – 08:30 Uhr, am Zugang zu der betreffenden Mietliegenschaft im Protokoll festgehalten, dass der
Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht
Bewegungsmelder etwa vier Meter vor Mitte des Treppenansatzes angehe und sodann der ganze Hauseingang inkl. seitlicher Gang beleuchtet werde. Weiter wurde protokolliert, dass eine LED-Leuchte direkt bei der Treppe (Höhe erster Treppenansatz) und beim Hauseingang vier LED-Leuchten in der Decke und zusätzlich eine LED-Leuchte in der Decke des  Eingangs installiert seien. Sodann wurde festgehalten, dass sich ein Lichtschalter beim Hauseingang, fünf Meter entfernt vom letzten Treppenabsatz, befinde. Überdies stellte die Vorinstanz anlässlich des Augenscheins fest, dass zwei Bewegungsmelder vorhanden sind und jeder Bewegungsmelder die Beleuchtung bei den Hauseingängen Nr. X._ und Nr. V._ auslöst. Der Bewegungsmelder beim Hauseingang Nr. X._ sei abgeklebt, auf der linken Seite mit Originalkleber gemäss Anleitung, auf der rechten Seite mit einem  Kleber. Der Bewegungsmelder beim Hauseingang Nr. V._ sei auch abgeklebt.
Die Berufungsklägerin bringt nicht vor, die Vorinstanz habe den angetroffenen Zustand  die Lichtinstallation am Augenschein falsch protokolliert. Es ist daher von den am Augenschein vom 13. Januar 2015 protokollierten Feststellungen auszugehen. Die  macht ebenfalls nicht geltend, dass seit dem vorinstanzlichen Augenschein Veränderungen an der Lichtinstallation vorgenommen worden seien bzw. diese  worden sei, so dass davon auszugehen ist, dass noch immer die gleiche Installation  ist. Das mit der Berufung eingereichte Schreiben von G._, in welchem dieser ausführt, das Licht sei am 23. April 2015 erst zwei Meter vor dem überdeckten  durch den Bewegungsmelder eingeschalten worden, vermag daher die anlässlich des Augenscheins protokollierten Feststellungen nicht zu entkräften.
Der Sachverhalt betreffend die Aussenbeleuchtung stellt sich somit folgendermassen dar: Der Bewegungsmelder geht etwa vier Meter vor der Mitte des Treppenansatzes an, sodann wird der ganze Hauseingang, inkl. seitlicher Gang, beleuchtet (Protokoll des vorinstanzlichen Augenscheins vom 13. Januar 2015). Die neue Aussenbeleuchtung wurde modernisiert,  nunmehr aus LED-Leuchten und erzeugt helleres Licht als die alte Beleuchtung, was von der Berufungsklägerin nicht bestritten wird. Ebenso ist unbestritten, dass die  entlang den Gehwegen ab dem Trottoir bei Dämmerung und Dunkelheit permanent eingeschalten sind.
6.2 Soweit sich die Berufungsklägerin auf den Bericht des Polizeibeamten C._ vom 27. September 2013 abstützt, ist festzuhalten, dass dieser - wie bereits die Vorinstanz  - verkannte, dass die Aussenbeleuchtung bereits durch LED-Leuchten ersetzt wurde und er auch die Tatsache, dass der Gehweg ab dem Trottoir bei Dämmerung und Dunkelheit permanent beleuchtet ist, unerwähnt liess und in seinem Bericht nicht würdigte. Die  hat daher zu Recht Vorbehalte hinsichtlich des Berichts von C._ angebracht. Die Rüge der Berufungsklägerin, die vorinstanzliche Kritik am Polizeibericht sei nicht haltbar, ist daher nicht zu hören.
6.3 Die Berufungsklägerin rügt sodann, die Vorinstanz habe die Zeugenaussage von D._ falsch gewürdigt. Die Vorinstanz führte aus, dieser Zeuge habe bestätigt, dass die neuen LED-Leuchten den Erschliessungsweg besser beleuchten würden als früher. Die  bringt vor, dieser Zeuge habe auch klar ausgesagt, dass der neue Bewe-
Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht
gungsmelder eher spät angehe und habe damit den gerügten Mangel bestätigt. Die bessere Beleuchtung des Erschliessungsweges ändere daran nichts. D._ führte im Schreiben vom 8. Januar 2014 (Sammelbeilage 11 der Eingabe der Klägerin vom 9. Juli 2014 an die Vorinstanz) aus, die Beleuchtung im Eingangsbereich sei ungenügend, weil diese durch den Bewegungsmelder zu spät eingeschalten werde. Da sich der Eingang halb im  befinde, müssten die Eintretenden mehrere Meter im Dunkeln zurücklegen, bevor das Licht einschalte, was eine Gefahrenquelle und ein Sicherheitsrisiko sei. An der  Zeugenbefragung sagte D._ aus, die neuen LED-Leuchten würden den Erschliessungsweg gut beleuchten, besser als vorher. Der Bewegungsmelder beim Eingang Nr. X._ gehe eher spät an. Mit dieser Zeugenaussage hat D._ die Ausführungen in seinem Schreiben vom 8. Januar 2014 erheblich relativiert und bestätigt, dass die  des Erschliessungsweges jetzt besser ist als früher. Auf seine Aussage, der  gehe „eher spät an“ ist im Rahmen der nachfolgenden Beweiswürdigung  zu kommen.
6.4 Die Firma Elektro H._ bestätigte im Schreiben vom 21. September 2014 ( 2 der Eingabe der Beklagten an die Vorinstanz vom 29. September 2014), dass die  Lampen den Weg besser ausleuchten würden. Hinsichtlich des Bewegungsmelders im Eingangsbereich des Hauses Nr. X._ führte die Firma aus, dieser reagiere sehr  und habe anfangs bei jedem vorbeifahrenden Auto auf der Strasse oder  Fussgänger auf dem Trottoir die Durchgangsbeleuchtung vor dem Haus Nr. X._ eingeschaltet. Um unnötiges Einschalten, Stromverbrauch und Reklamationen der Nachbarn zu vermeiden, sei der Bewegungsmelder in der Weise abgedeckt worden, dass der  die Durchgangs- /Hauseingangsbeleuchtung erst aktiviert, wenn sich jemand auf dem Fussweg gegen die Treppe zum Haus Nr. X._ bewegt. Der Zeuge E._ von der Firma Elektro H._ sagte an der vorinstanzlichen Befragung aus, wenn die Linse am Bewegungsmelder nicht abgedeckt werde, werde ein Winkel von 220 Grad beleuchtet. Wenn ein Auto vorbeigefahren sei, sei das Licht angegangen. Es habe Reklamationen gegeben, wie ihnen der Hauswart gesagt habe. Der Bewegungsmelder sei deshalb so abgeklebt , dass das Licht erst angehe, wenn jemand auf dem Weg Richtung Treppe laufe. Die jetzige Beleuchtung mit LED sei viel besser als die frühere und die Bewegungsmelder seien vorzüglich und würden frühzeitig die Einschaltung der Beleuchtung auslösen.
Der Hauswart F._ bestätigte mit seinem Schreiben vom 19. September 2014 (Beilage 3 der Eingabe der Beklagten an die Vorinstanz vom 29. September 2014), dass die neue  heller sei, dank des LED-Systems energiesparend und schliesslich für die  praktischer, sicherer und einfacher zu bedienen. Für viele Mietparteien, auch für ihn selbst, sei die Beleuchtung zu hell. Anlässlich der vorinstanzlichen Zeugenbefragung sagte er aus, der neue Bewegungsmelder sei so sensibel gewesen, dass das Licht angegangen sei, wenn ein Fussgänger vorbeiging oder ein Auto vorbeifuhr. Mit der Abdeckung sei es besser, das Licht gehe aber immer noch an, wenn jemand den Weg runterlaufe oder auf dem Rasen laufe, der gar nicht zum Haus Nr. X._ wolle. Die anderen Mieter hätten nicht reklamiert, sondern sich für die gute neue Beleuchtung bedankt. Hinsichtlich seines  vom 19. September 2014 gab er an, die Liegenschaftsverwaltung habe ihn gefragt, ob er eine Stellungnahme schreibe.
Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht
I._, welcher vis-à-vis wohnt, gab mit seinem Schreiben vom 13. September 2014 ( 4 der Eingabe der Beklagten an die Vorinstanz vom 29. September 2014) ebenfalls kund, dass die neue Beleuchtung besser sei.
Die Beleuchtung im Eingangsbereich der Mietliegenschaft Nr. X._ sowie im  wird, wie anlässlich des vorinstanzlichen Augenscheins festgestellt wurde, dann ausgelöst, wenn sich eine Person auf dem Gehweg ca. vier Meter vor der Treppe zur  befindet. Der Zugangsweg selber ist bei Dämmerung und Dunkelheit permanent beleuchtet und scheint heller als vorher, was unbestritten ist. Der Weg vom öffentlichen  bis zur Haupttüre der Liegenschaft Nr. X._ ist somit während dem Begehen bei Dämmerung und Dunkelheit auf der gesamten Strecke beleuchtet. Wie bereits die  gelangt auch das Kantonsgericht zum Schluss, dass die aktuelle, modernisierte  tauglich ist und ihren Zweck erfüllt. Die Aussage des Zeugen D._,  der Bewegungsmelder eher spät angehe, vermag daran nichts zu ändern. Die Klägerin hat keinen Anspruch darauf, dass die von ihr gewünschte Beleuchtung installiert wird,  lediglich auf eine taugliche, ihrem Zweck entsprechende Aussenbeleuchtung.
6.5 Die Berufungsklägerin moniert sodann, die Vorinstanz habe den von ihr eingereichten Bestätigungsschreiben, welche die ungenügende Beleuchtungssituation im Eingangsbereich bestätigen würden, keine Rechnung getragen. Die Berufungsbeklagte entgegnet, alle diese Schreiben seien von befreundeten Personen der Klägerin erstellt worden. Der Zeuge D._ habe anlässlich der Zeugenbefragung seinem Schreiben sogar widersprochen. Es sei daher nicht nachvollziehbar, weshalb das Gericht den anderen drei Bestätigungsschreiben mehr Glauben hätte schenken sollen.
Die Klägerin hat nebst dem Schreiben von D._ drei weitere Schreiben eingereicht ( 11 der Eingabe der Klägerin vom 9. Juli 2014 an die Vorinstanz). In diesen Schreiben äussern sich die Verfasserinnen dahingehend, dass sie sich beim Hinabtreten in den Eingangsbereich bei Dunkelheit unbehaglich fühlen bzw. die Ängste der Mieterin  können. Die subjektiven Befindlichkeiten und Ängste der Klägerin vermögen nun aber keine Mangelhaftigkeit an der Mietsache zu begründen. Auch ist nicht ersichtlich,  die von der Berufungsklägerin geforderte Einstellung des Bewegungsmelders zu einer höheren Sicherheit führen könnte. Wie die Berufungsbeklagte zu Recht ausführt, stammen die Schreiben von Bekannten der Klägerin, was bei der Beweiswürdigung zu  ist, wie auch die Tatsache, dass der Zeuge D._ den Inhalt seines  vom 8. Januar 2014 anlässlich der Zeugenbefragung erheblich relativierte. Die von der Klägerin bei der Vorinstanz eingereichten Bestätigungsschreiben vermögen daher keinen Mangel an der Tauglichkeit der Aussenbeleuchtung zu begründen.
6.6 Das Kantonsgericht gelangt dementsprechend, wie bereits die Vorinstanz, zum Schluss, dass eine für den vorausgesetzten Gebrauch taugliche Aussenbeleuchtung vorliegt und ein Mangel nicht gegeben ist. Die Vorinstanz hat die Klage somit zu Recht abgewiesen und die Herausgabe der hinterlegten Mietzinse an die Beklagte angeordnet. Folglich ist die Berufung abzuweisen. Ob für das klägerische Rechtsbegehren „es sei die Berechtigung der Klägerin zur Hinterlegung der Mietzinse ab Januar 2014 festzustellen“ ein eigenständiges
Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht
Feststellungsinteresse besteht, kann angesichts des Ausgangs des vorliegenden  offen gelassen werden.
7. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind in Anwendung von Art. 106 Abs. 1 ZPO sämtliche Prozesskosten des Berufungsverfahrens der Berufungsklägerin . Die Gerichtsgebühr ist gestützt auf § 9 Abs. 1 i.V.m. § 8 Abs. 1 lit. f GebT auf pauschal CHF 1‘200.00 festzulegen. Der obsiegenden Berufungsbeklagten ist eine angemessene  zuzusprechen. Der Rechtsvertreter der Berufungsbeklagten hat keine  eingereicht, so dass das Kantonsgericht die Parteientschädigung gestützt auf § 18 Abs. 1 TO von Amtes wegen nach Ermessen festsetzt. Der Rechtsvertreter der  hat bei der Vorinstanz ein streitwertabhängiges Grundhonorar von CHF 3‘500.00 geltend gemacht, was weder von der Vorinstanz gekürzt noch von der Berufungsklägerin beanstandet wurde. Gemäss § 10 TO ist das Grundhonorar für die Vertretung vor zweiter Instanz nach den für die erste Instanz geltenden Grundsätzen zu berechnen, beträgt jedoch ohne schriftliche Berufungsbegründung nur 50%, mit einer solchen bis zu 100% des jeweils zutreffenden Grundhonorars. Ein Ansatz von 100% des Grundhonorars von CHF 3‘500.00 ist vorliegend angesichts des Umfangs der Berufungsantwort angemessen. Auslagen wurden im Berufungsverfahren keine geltend gemacht und dürften ohnehin gering sein, so dass  nicht zusätzlich angerechnet werden.
Bei der Festlegung der Parteientschädigung für das Berufungsverfahren ist die  nicht zu berücksichtigen, weil eine solche im Berufungsverfahren zum einen nicht  gemacht wurde und zum anderen die mehrwertsteuerpflichtige Berufungsbeklagte die an ihren für geschäftlich begründete Zwecke beauftragten Anwalt geleisteten  als Vorsteuern in ihrer eigenen Mehrwertsteuerabrechnung abziehen kann (vgl. Art. 28 ff. MWSTG; Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV, MWST-Branchen-Info 19, Gemeinwesen, Bern 2010, Rz. 80; BENEDIKT A. SUTER/CRISTINA VON HOLZEN, in: Thomas /Franz Hasenböhler/Christoph Leuenberger, Kommentar zur Schweizerischen , 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2013, Art. 95 N 39). Die Beklagte erleidet durch die Mehrwertsteuer somit keinen zu ersetzenden Schaden, da sie mit deren Bezahlung einen gleich hohen geldwerten, liquiden und sicheren Anspruch gegenüber der  begründet. Die Abrechnungsmethode der Partei, der eine Prozessentschädigung zuzusprechen ist, ist dabei ohne Einfluss und nicht zu berücksichtigen (OGer ZH vom 19.07.2005, ZR 2005, N 76, E. III.2; Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft,  Zivilrecht, vom 09.05.2011, Nr. 410 2011 38, E. 4.5, publiziert im Internet). Folglich ist die von der Berufungsklägerin an die Berufungsbeklagte auszurichtende  pauschal auf insgesamt CHF 3‘500.00 festzusetzen, ohne Zuschlag für Auslagen oder Mehrwertsteuer.
Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht