Decision ID: 0ab1e3e0-6c5f-4693-9dfe-1dc74387238e
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1957 geborene
X._
verfügt über eine Ausbildung als Technischer Kaufmann und arbeitete ab dem 1. April 2009 als Rechnungssekretär bei der
Y._
, nachdem er von 1989 bis zum 31. März 2009 bei der
Z._
als Auftragsmanager angestellt
gewesen
war (Urk. 10/11, Urk. 10/21).
Am 11. Mai 2010 meldete er sich unter Hinweis auf chronische Kopfschmerzen seit 1991 und eine schwere Depression bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 10/11). In der Folge tätigte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
beruflich-erwerbliche (Urk. 10/17, Urk. 10/20, Urk. 10/21) sowie medizinische (Urk. 10/24, Urk. 10/25, Urk. 10/26
, Urk. 10/40
) Abklärungen
und zog die
durch die BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich
(BVK)
veranlassten
psychiatrischen
Gut
achten von Dr. med.
A._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 20. August 2010 (Urk. 10/28)
und Dr. med.
B._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 10. Februar 2010 (
richtig: 10. Februar 2011,
Urk. 10/41) bei.
Bereits mit
Mitteilung vom 10. November 2010
hatte sie die Arbeitsplatzerhaltung
ab
geschlossen
(Urk. 10/31).
Im Rahmen des
Vorbe
scheidverfahrens
(Urk. 10/45
,
10/46
,
10/50) holte die IV-Stelle einen weiteren Arztbericht ein (Urk. 10/61). Mit Verfügung vom 3. Januar 2012 verneinte sie den Leistungsanspruch des Versicherten (Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob
X._
am 1. Februar 2011
(richtig: 2012)
Beschwerde mit den Anträgen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, die
Beschwerdegeg
nerin
sei zu verpflichten, ihm die gesetzlichen Leistungen auszurichten, even
tualiter sei die Sache für weitere Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (Urk. 1 S. 2). Mit Eingabe vom 8. März 2012 (Urk. 7) reichte der
Beschwerdeführer das vertrauensärztliche Gutachten der BVK von Dr. med.
C._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 17. Februar 2012 (Urk. 8/1) sowie den Bericht des
D._
vom 22. Februar 2012 (Urk. 8/2) ins Recht
. Mit Beschwerdeantwort vom 12. März 2012 ersuchte die Beschwerdegegnerin um Abweisung der Beschwerde (Urk. 9). Die vom Beschwerdeführer eingereichten medizinischen Akten wurden der Beschwerdegegnerin am
15. März 2012 zur Kenntnis zugestellt
(Urk. 11).
Mit Stellungnahme vom 12. August 2013 beantragte die Beschwerdegegnerin die Rückweisung zu weiteren Abklärungen (Urk. 14).
Am 4. September 2013 reichte der Beschwerdeführer das von der BVK veranlasste aktuelle Gutachten von Dr.
C._
vom 28. August 2013 (Urk. 19) ins Recht (Urk. 18).
Die mit Verfügung vom 15. August 2013 (Urk. 16) zum Prozess beigeladene BVK ersuchte mit Stellungnahme vom 13. September 2013 um Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie
um
Leistungszusprache
(Urk. 20)
.
Mit Stellungnahme vom 25. September 2013 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest (Urk. 24). Die Beschwerdegegnerin zeigte am 7. Oktober 2013
ihren
Verzicht auf Stellungnahme an (Urk. 25).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die Akten ist, soweit für die
Entscheid
findung
erforderlich, in den Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
des
gesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
tei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
Eine fachärztlich (psychiatrisch) diagnostizierte anhaltende
somatoforme
Schmerz
störung
begründet als solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die somatoforme Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung einer psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer. Massgebend sein können auch weitere Faktoren, so: chronische körper
liche Begleiterkrankungen; ein mehrjähriger,
chronifizierter
Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerdauernde Rück
bildung; ein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich miss
glückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer
Krank
heitsgewinn
; "Flucht in die Krankheit"); das Scheitern einer konsequent durchgeführten ambulanten oder stationären Behandlung (auch mit unter
schiedlichem therapeutischen Ansatz) trotz kooperativer Haltung der versicher
ten Person. Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde darstellen, desto eher sind - ausnahmsweise - die Voraus
setzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 130 V 352). Diese im Bereich der somatoformen Schmerzstörungen entwickelten Grundsätze werden rechtsprechungsgemäss bei der Würdigung des invalidisie
renden Charakters von Fibromyalgien (BGE 132 V 65 E. 4 S. 70), dissoziativen
Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen (SVR 2007 IV Nr. 45 S. 150, I 9/07 E.
4 am Ende),
Chronic
Fatigue
Syndrome (CFS; chronisches
Müdigkeitssyn
drom
) und Neurasthenie (Urteile 9C_662/2009 vom 17. August 2010 E. 2.3; 9C_98/2010 vom 28. April 2010 E. 2.2.2 und I 70/07 vom 14. April 2008 E. 5), bei dissoziativen Bewegungsstörungen (Urteil 9C_903/2007 vom 30. April 2008 E. 3.4), bei einer HWS-Verletzung (Schleudertrauma) ohne organisch nachweis
bare Funktionsfälle (BGE 136 V 279) sowie bei nicht organischer
Hypersomnie
(BGE 137 V 64 E. 4.1 und 4.2 mit Hinweisen) analog angewendet.
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
achtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beantwor
tung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist,
ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers zu Recht verneinte.
2.2
Die Beschwerdegegnerin
begründete ihre Verfügung
im Wesentlichen
damit
,
dass
beim Beschwerdeführer eine Somatisierungsstörung bzw.
Kopf
schmerz
symp
tomatik
ohne organisches Korrelat und eine reaktive (Reaktion auf die Kopfschmerzen) Erschöp
fungsdepression (Neurasthenie) bestehe.
Eine eigen
stän
dige erhebliche psychische Komorbidität könne aus der liquiden Aktenlage nicht entnommen werden. Die zumutbare willentliche Überwindung zur Ver
wertung der Restarbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit sei mit dem Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit klar erstellt (Urk. 2 S. 2 f.).
In der Stellungnahme zum Gutachten von
Dr.
C._
vom 17. Februar 2012 hielt die Beschwerdegegnerin fest, es seien neue medizinische Tatsachen vorgetragen worden, weshalb es zur schlüssigen und aktuellen Beurteilung des
Gesund
heitsschadens
und dessen Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit einer
poly
disziplinären
Begutachtung bedürfe (Urk. 14).
2.3
Dem hielt der Beschwerdeführer zusammengefasst entgegen, aus allen massge
benden Arztberichten und Gutachten gehe hervor, dass er zu 100 % arbeitsun
fähig sei. Einzig der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) komme ohne Unter
suchung zum Schluss, dass der Gesundheitsschaden nicht ausgewiesen sei und daher keine Arbeitsunfähigkeit vorliege (Urk. 1 S. 4 f.).
Nach Einschätzung von
Gutachter Dr.
C._
würden seine Leiden eine derartige Schwere aufweisen, dass ihm die Verwertung seiner verbleibenden Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt für längere Zeit nicht mehr zumutbar sei (Urk. 7 S. 2). Gleiches ergebe sich aus dem Bericht des
D._
(Urk. 7 S. 3).
Aus
dem Gutachten von Dr.
C._
vom 28. August 2013
ergebe sich eine vollständige Arbeitsunfähigkeit aufgrund der psychiatrischen Erkrankung, weshalb sich eine weitere Begutachtung erübrige (Urk. 18 S. 2).
2.4
In der Stellungnahme vom 13. September 2013 schloss sich die BVK den Anträ
gen des Beschwerdeführers an (Urk. 20).
3.
3.1
3.1.1
Erstgutachter
Dr.
A._
führte im Gutachten vom 2
0.
August 2010 (Urk. 10/28) aus, diagnostisch befinde man sich in einem Grenz- und
Wechsel
gebiet
zwischen
Somatik
und Psychiatrie.
Sei
n
e
eigene diagnostische Vermu
tung gehe dahin, dass es sich bei der Affektpathologie mit Suizidalität und den geklagten Konzentrationsstörungen primär um ein Anpassungsproblem an chronische Kopfschmerzen handle, dass also eine primär somatische Erkrankung mit sekundärer psychiatrische
r
Beteiligung vorliege. Die Diagnose würde dann lauten „chronische depressive Reaktion mit Beeinträchtigung von Konzentration und Belastungsfähigkeit bei einer
chronifizierten
Schmerzproblematik“. Dafür existiere keine eigenständige psychiatrische Diagnoseposition. Angesichts der langen Vorgeschichte und der Therapieresistenz sei die Prognose äusserst frag
lich. Mit einer schnellen Wende könne kaum gerechnet werden. Der depressiv-asthenisch
dekompensierte
Beschwerdeführer werde es wohl auch mit über
brückenden rehabilitativen Tätigkeiten nicht schaffen, seine alte Position wieder auszufüllen. Er halte aber fest, dass die Krankschreibung noch nicht allzu lange dauere und dass weiteren Therapieerfolgen, Spontanremissionen und
Einglie
derungsplänen
zur Zeit
nichts in den Weg gelegt werden dürfe. Aus diesem Grunde könne er zum heutigen Zeitpunkt die Frage der Berufsfähigkeit noch nicht abschliessend beantworten.
Zur Zeit
sei nur ein vorsichtiger Arbeitsver
such in einer Rehabilitationsstätte der IV-Stelle von einem halben Tag pro Woche denkbar
(Urk. 10/26/9-10).
3.1.2
Zweitgutachter Dr.
B._
diagnostizierte im Gutachten vom 10. Februar 201
1
(Urk. 10/41) eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig ca. mittel
gradig ausgeprägt
,
mit körperlicher Symptomatik (ICD-10 F33.11), im Sinne eines Burnout-Syndroms (Urk. 10/41/5). Aufgrund der chronischen Kopf
schmerzen sowie der psychischen Symptomatik erscheine es aus derzeitiger psychiatrischer Sicht plausibel, dass eine Bürotätigkeit, welche vorwiegend am PC-Bildschirm stattfinde, für den Beschwerdeführer nicht optimal sei und diese aus derzeitiger Sicht mit grösster Wahrscheinlichkeit auch in Zukunft nicht mehr realistisch erscheine. Es seien beim Beschwerdeführer jedoch
Besserungs
tendenzen
hinsichtlich seiner Rekonvaleszenz bezüglich
des
psychiatrische
n
Leiden
s
festzustellen. Insbesondere habe sich die Affektivität gebessert und seien die kognitiven Funktionen teilweise durchaus noch erhalten. Aus diesem
Grunde scheine ein nochmaliger beruflicher Wiedereingliederungsversuch sinn
voll zu sein. Dies auch im Hinblick darauf, ein weiteres Abgleiten in der Depressionsspirale zu verhindern und dadurch möglicherweise das Selbstver
trauen des Beschwerdeführers zu steigern. Aus psychiatrischer Sicht sinnvoll wäre eine einfache, nicht allzu komp
l
exe Tätigkeit in einem Bür
o
, bei wech
selnder Position, wobei im Rahmen einer IV-geschützten beruflichen Wieder
eingliederung derzeit eine Arbeitsbelastung von ca. 20 % sinnvoll und realis
tisch erscheine. Allerdings bleibe der Beschwerdeführer aus psychiatr
is
cher Sicht für jegliche berufliche Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt zu 100 % arbeits
unfähig.
Aufgrund der mehrmonatigen bis mehrjährigen Krankheitsgeschichte und der damit verbundenen
Chronifizierung
der Symptomatik, sowie aufgrund der Kombination von somatischen und psychischen Symptomen sei die Prog
nose hinsichtlich des Gelingens der beruflichen Wiedereingliederung eher vor
sichtig zu stellen. Es wäre daher sinnvoll, den Beschwerdeführer in ca. vier bis sechs Monaten nochmals psychiatrisch zu evaluieren (Urk. 10/41/6).
3.1.3
Dr.
C._
vermerkte im Gutachten vom 17. Februar 2012
(Urk. 8/1)
eine anhal
tende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4), eine rezidivierende depres
sive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F33.10) sowie eine akzentuierte Persönlichkeit mit zw
anghaften Zügen (ICD-10 Z73.1).
In
Bezug auf die somatoforme Schmerzstörung sei bekannt, dass Kopfschmerzen 1991 einsetzten, zuerst in einer taucherbrillenartigen Aus
dehnung, nun auch über der rechten Stirnseite mit Ausstrahlung in die Kiefer. Die Schmerzen dauerten nun schon seit Jahrzenten an und seien laut Beschwer
deführer 24 Stunden pro Tag vorhanden. Sie seien von mittelstarkem bis star
kem Ausmass und – je nach Aktivitätsgrad bzw. Belastung des Beschwerdefüh
rers – über weite Strecken quälend. Organische Ursachen seien bisher trotz zahlreicher Abklärungen nicht in hinreichendem Ausmass gefunden worden. Alle somatischen aber auch psychopharmakologischen und psychotherapeu
tischen Behandlungsversuche hätten keine entscheidende Verbesserung der
Schmerz
symptomatik
gebracht. Die Schmerzen bildeten oft – soweit nicht gezieltes Ablenkungsverhalten kurzzeitig möglich sei – den Hauptfokus der Aufmerksamkeit des Beschwerdeführers. Darüber hinaus seien der Beginn der Schmerzen und deren Aufrechterhaltung zeitlich eng an eine erhebliche psy
chosoziale Belastung, den hohen Leistungsdruck in der Firma
E._
(heutige
Z._
) und den drohenden bzw. gefürchteten Stellenverlust gekoppelt gewe
sen. Weitere Hinweise für ein somatoformes Geschehen seien die wiederkehren
den funktionellen Bauchbeschwerden in der Kindheit und der auffällige Berner Schmerzfragebogen nach
Radvila
et al. In der Diagnosecheckliste für ICD-10 der WHO (World
Health
Organisation) seien darüber hinaus die deskriptiven Kri
terien für eine somatoforme Schmerzstörung erfüllt gewesen. Erschwerend komme hinzu, dass der Beschwerdeführer eine akzentuierte Persönlichkeit mit zwanghaft perfektionistischen Zügen aufweise. Dies habe zur Folge, dass der Beschwerdeführer aufgrund struktureller Mängel und unbewusst neurotischer Schuldängste nur sehr eingeschränkt in der Lage sei, psychische Belastungen wie etwa einen drohenden Stellenverlust, einen hohen Leistungsdruck oder problematische Beziehungen wie Konkurrenzdruck ausreichend zu bewältigen. Vielmehr sei er bereits unter für den Durchschnitt der Leute „normalen“ Bedin
gungen übermässig bemüht, keine Fehler zu begehen und alle Aufgaben bzw. Verpflichtungen in nahezu perfekter Weise zu erledigen, so dass zusätzliche Belastungen nicht mit einer Leistungssteigerung oder Relativierung aufgefangen bzw. kompensiert werden könnten. Dies wecke Schuld- und
Verlassenheits
ängste
, wie sie ähnlich bereits in der Kindheit bestanden hätten und Anlass für die Ausbildung einer neurotischen Persönlichkeitsstruktur gewesen seien. In einer solchen Situation sei die Abwehr der drohenden Ängste durch einen
So
matisierungsvorgang
– etwa die Ausbildung von Schmerzen – naheliegend, da sie zu einer emotionalen Entlastung (primärer Krankheitsgewinn) führten, um den Preis einer körperlichen Symptomatik. Hielten die Belastungsfaktoren wei
ter an, sei mit einer sekundären Konditionierung der
Somatisierungsvorgänge
zu rechnen, so dass diese später auch ohne die auslösenden Bedingungen auf
recht erhalten würden. Im Hinblick auf die rezidivierende depressive Störung lasse sich feststellen, dass folgende psychopathologische Symptome beim Be
schwerdeführer vorlägen: durchgehend deprimierter Affekt, Freud- und Inte
res
se- sowie Antriebsmangel. Damit seien drei depressive Kernsymptome, wo
von die ICD-10 mindestens zwei für die Diagnose einer depressiven Störung fordere, vorhanden. Zusätzlich lägen Konzentrations- und Schlafstörungen vor sowie ein Verlust von Selbstwertgefühl. Die beschriebene Symptomatik bestehe laut Beschwerdeführer, Akten und Fremdanamnese mehr als zwei Wochen. Orga
ni
sche Ursachen dafür seien nicht bekannt. Hinweise für eine manische oder submanische Symptomatik oder ein Suchtleiden lägen nicht vor und seien auch in den Akten nicht beschrieben. Damit seien die Kriterien für eine mittel
gradig depressive Episode nach ICD-10 erfüllt. Nachweislich habe bereits 2000 eine depressive Störung bestanden, so dass von einer rezidivierenden depressi
ven Störung ausgegangen werden könne, wie sie auch in den Akten mehrfach erwähnt werde. Punkto
akzentuierte
Persönlichkeit sei festzustellen, dass
der
Beschwerdeführer sich selber zeitüberdauernd als Person beschreibe,
die
äus
serst pflicht- und verantwortungsbewusst sei, kontrolliert, ruhig und besonnen. Sein Selbstbewusstsein empfinde er eher als gering, ebenso seine Affekttoleranz. Seine berufliche Aktivität aber auch der Sport
würden
ihm helfen, sich dies
bezüglich zu stabilisieren. Auch seine Ehefrau sei ihm hierbei eine Stütze. Der behandelnde Psychiater habe ihn ebenfalls als zwanghaft perfektionistischen Menschen beschrieben, was auch vom ersten psychiatrischen Gutachter so beo
bachtet worden sei. Aus der Kindheit und Jugend des Beschwerdeführers sei be
kannt, dass eine emotional kühle Familienatmosphäre geherrscht habe mit einer dominanten Mutter, die emotional wenig erreichbar
,
und einem Vater, der be
ruflich oft abwesend gewesen sei. Zudem habe er an der Dominanz seines älte
ren Bruders gelitten. Dieses Bild sei im Wesentlichen von der Ehefrau des Be
schwerdeführers bestätigt worden (Urk. 8/1 S. 18 f.).
Aus psychiatrischer Sicht könne zum jetzigen Zeitpunkt die Berufsunfähigkeit des Beschwerdeführers als Sachbearbeiter Rechnungswesen nicht abschliessend beurteilt werden. Eine ver
trauensärztliche psychiatrische Nachuntersuchung in einem Jahr
sowie die
Weiterführung der bisherigen regelmässigen ambulanten Psychotherapie sei
en
angezeigt. Zusätzlich sollten die Opioide und
,
falls verordnet
,
auch Benzodiaze
pine abgesetzt werde, da deren Einnahme nicht angezeigt sei (Urk. 8/1 S. 25).
3.1.4
Im Gutachten vom 28. August 2013 hielt Dr.
C._
bei gleichbleibenden Diagno
sen fest, die berufliche Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers sei aus psychiatrischer Sicht eingeschränkt. Diese Einschätzung ergebe sich aus den er
hobenen psychopathologischen Befunden. Der Beschwerdeführer gebe dazu an, dass er als Sachbearbeiter zu 100 % arbeitsunfähig sei, was er mit Konzentrati
onsmangel, verstärkten Schmerzen bei Belastung, anhaltender Erschöpfung so
wie Energie- und Kraftmangel begründete. Diese Einschätzung stimme mit der
jenigen des zuständigen Oberarztes des
F._
überein. Aus gutachterlicher Sicht könne festgestellt werden, dass der Beschwerdeführer seit der
letzten
psychiatrischen
Begutachtung
vom 17. Februar 2012 weiterhin eine regelmässige Therapie am
D._
aufgesucht habe. Dabei habe er allmählich eines der beiden Opioide (
Fentanyl
) abgesetzt, worauf sich keine Besserung der chronischen Schmerzen ergeben habe. Im Gegenteil habe der Beschwerdeführer eine deutliche Zunahme geklagt. Auch die depressive Störung habe sich nicht gebessert. Vielmehr habe eine
Labilisierung
beobachtet werden können mit mindestens zwei schweren Phasen im März 2013 und im Juni/
Juli
2013, die einmal in einen Suizidversuch mittels Tablettenintoxikation und ein anderes Mal in eine akute Suizidalität gemündet hätten. Ein Versuch, auch das
zweite
Opioid (
Tramal
)
abzusetzen
, sei an einer massiven Zunahme der Kopfschmerzen gescheitert, so dass der Versuch habe abgebrochen werden müssen. Eine Medi
kation mit Benzodiazepinen bestehe laut
D._
hingegen nicht.
Ein Versuch einer stationären Behandlung an einer
spezialisierten
Schmerzklinik in
G._
sei zum e
inen an der Weigerung der Krankenkasse, die Kosten zu
finanzieren, ge
scheitert. Zum a
nderen sei vom zuständigen Rheumatologen im Vorgespräch
lediglich ein körperliches Aufbautraining zur Verbesserung der Schmerztoleranz empfohlen worden. Davon könne zwar eine Zunahme an Lebensqualität erwar
tet werden, jedoch kaum eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit. Dies deshalb, weil die grundlegenden inneren Konflikte und psychischen Strukturdefizite davon unberührt blieben und so eine erneute berufliche Belastung kaum in ausrei
chendem Ausmass kompensiert werden könnte. In einer fortgesetzten ambu
lanten Psychotherapie am
D._
habe eine leichte Verbesserung des psychischen Zustandes soweit erreicht werden können, dass der Beschwerdeführer nun seit dem 12. Juli 2013 in teilstationärer Behandlung ebendort stehe und diese im Gegensatz zu einem früheren Versuch toleriere, was als Erfolg gewertet werden dürfe. Die therapeutischen Bemühungen des Exploranden zur Überwindung der chronischen Schmerzen seit der letzten Begutachtung seien wie geschildert umfangreich und dauerhaft, aber in Bezug auf eine Verbesserung der Arbeitsfä
higkeit erfolglos. Der Krankheitsverlauf seit der letzten Begutachtung sei ins
gesamt als stationär zu beurteilen. Eine wesentliche Besserung der komplexen Symptomatik aus Schmerzen, depressiven Beschwerden und akzentuierter Per
sönlichkeitsstruktur könne nicht festgestellt werden, wie die eigenen Untersu
chungen, die Akten und die Fremdanamnese ergäben. Somit liege weiterhin ein mehrjähriger, chronisch-kontinuierlicher Krankheitsverlauf vor, der bis da
to
keine Remission gezeigt habe, trotz fortgesetzter ambulanter multimodaler und teilweise stationärer, aber auch teilstationärer Therapie.
Weiterhin
bestehe eine auffällige prämorbide
Persönlichkeitsstruktur
, die die willentliche Überwindung der
Schmerzen
ganz wesentlich einschränke. Zudem bestehe eine chronische psychiatrische Komorbidität (rezidi
vierende depressive Störung) von
mittel
schwe
rer und phasenweise schwerer Ausprägung mit wiederholter akuter Suizi
dalität trotz adäquater umfangreicher Behandlungsversuche. Eine chronische körperliche Begleiterscheinung bestehe hingegen nicht. Ein Verlust der sozialen Integration sei höchstens teilweise festzustellen (Arbeitsplatzverlust, keine sozi
alen Kontakte ausserhalb der Familie und des Ambulatoriums). Auch weiterhin bestehe ein hoher primärer Krankheitsgewinn wie bereits im Vorgutachten dar
gelegt. Der Beschwerdeführer sei somit weiterhin nicht in der Lage, seine Tätig
keit als Sachbearbeiter auch nur
teilweise auszuüben, weil er auf
grund der vollständig eingeschränkten Durchhaltefähigkeit inn
ert
kurzer Zeit (maximal ein bis zwei Stunden) erschöpft wäre. Zudem wäre er aufgrund der stark einge
sch
rä
nkten Flexibilität und Umstellfähigkeit, Anwendung fachlicher Kompeten
zen, Selbstbehauptungsfähigkeit, Kontaktfä
h
igkeit zu Dritten nicht in der Lage, wechselnden Anforderungen (zei
tlich oder örtlich oder in der M
enge der Arbeit) zu bewältigen, sich bei Kritik oder Konflikten mit Mitarbeitern bzw. Vorgesetz
ten zu behaupten oder
s
ich in au
sreichendem Mass in ein Arbeitsteam zu integ
ri
e
ren. Aus psychiatrischer Sicht bestehe daher aktuell weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit als Sachbearbeiter, aber auch für alle anderen Tätigkeiten. Es bestehe zudem eine vollständige Berufsunfähigkeit als Sachbearbeiter (Urk. 19 S.
17 f.).
3.2
3.2.1
Obwohl für die richterliche Beurteilung eines Falles grundsätzlich die tatsächli
chen Verhältnisse zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens massge
bend sind,
sind die
erst nach Verfügungserlass vom 3. Januar 2012
datierten und
eingereichte
n
psychiatrische
n
Gutachten von Dr.
C._
vom 17. Februar 2012 (Urk. 8/1)
sowie 28. August 2013 (Urk. 19)
zu beachten, da es sich bei
den
Begutachtungsergebnis
sen
um eine Tatsache handelt, die sich zwar erst später verwirklichte, jedoch zu berücksichtigen ist, dass Dr.
C._
sich zum Sachver
halt vor bzw. im Zeitpunkt des Verfügungserlasses äusserte, weshalb sein
e
Gut
achten grundsätzlich geeignet
sind
, die Beurteilung im Zeitpunkt des
Verfü
gungserlasses
zu beeinflussen (BGE 121 V 362 E. 1b S. 366; 99 V 98 S. 102).
3.2.2
Die Gutachten von Dr.
C._
basieren auf eigenen psychiatrischen Untersuchun
gen und wurden in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
(Anamnese) abgegeben. Er erhob detaillierte und nachvollziehbare Befunde und Diagnosen und setzte sich mit den vom Beschwerdeführer geklagten Beschwer
den und seinem Verhalten auseinander. Zudem legte er die medizinischen Zu
sammenhänge und die medizinische Situation einleuchtend dar und begründete seine Schlussfolgerungen nachvollziehbar. Den Gutachten von Dr.
C._
kommt somit grundsätzlich volle Beweiskraft zu (vgl. E. 1.3).
3.2.3
Gestützt auf die gutachterliche Einschätzung von Dr.
C._
steht mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit fest, dass der Beschwerdeführer unter
einer an
hal
ten
den somatoformen Schmerzstörung, einer rezidivierenden depressiven Störung und einer akzentuierten Persönlichkeitsstörung
leidet
. Dr.
C._
begründete diese Diagnosen in sehr ausführlicher und schlüssiger Weise (vgl. E. 3.1.3 und E. 3.1.4). Auch grenzte er sie gegen mögliche Differenzialdi
agnosen ab (Urk. 8/1 S. 19 f.). Überzeugend nahm er auch Stellung zu den abweichenden Diagnosen der Vorgutachter
Dres
.
A._
und
B._
(Urk. 8/1 S. 23 f.). Ebenso lassen sie sich mit der ausführlich erhobe
nen Anam
nese, den vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden, den erho
benen Be
fun
den mittels diverser Tests, sowie den fremdanamnestischen Anga
ben (Urk. 8/1 S. 8-15,
Urk.
19 S. 8 ff.) in Einklang bringen.
Weiter erscheint anhand seiner umfassenden Ausführungen, wonach die
somatoforme
Schmerz
störung
aufgrund des beträchtlichen primären Krankheitsgewinnes, der
komor
biden
de
pres
siven Störung sowie der umfassenden und vielfältigen
Behandlungs
mass
nahmen
ohne hinreichende Besserung des gesundheitlichen Zustandes aus
nahmsweise willentlich nicht überwindbar ist (
vgl. E. 3.1.3 und 3.1.4
), die von ihm aus psychiatrischer Sicht attestierte Arbeitsunfähigkeit von 100 % in jegli
cher Tätigkeit nachvollziehbar. Dies umso mehr, als Dr.
C._
aufgrund der un
auffälligen Plausibilitäts- und Konsistenzkontrolle ohne erheb
liche Zweifel von der Glaubwürdigkeit der subjektiven Beschwerdeklagen des Beschwer
deführers aus
ging und daher auf eine
Medikamentenspiegelbe
stimmung
verzichtete
(Urk. 8/1 S. 20
, 19 S. 16
). Die attestierte Arbeitsfähigkeit stimmt im Übrigen auch mit der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch die
beiden
Vorgutachter
(vgl. E.3.1.1 und 3.1.2)
sowie die behandelnden Ärzte
(Urk. 10/25,
Urk.
10/26,
Urk.
10/40,
Urk.
10/61,
Urk.
8/2)
überein.
Bei dieser Sachlage
erübrigen sich weitere medizinische Abklärungen,
weshalb dem An
trag
der
Beschwerdegeg
nerin
nicht stattzugeben ist.
4.
Zusammengefasst ist gestützt auf das Gutachten von Dr.
C._
erstellt
, dass der Beschwerdeführer in jeglicher Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig ist. Angesichts der medizinisch-theoretischen
Arbeitsunfähigkeit in dieser Höhe ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine ganze Rente auch ohne Durchführung eines Einkommensvergleichs ausgewiesen.
Nicht bestritten und gestützt auf die Akten belegt ist die 100%ige
ununterbrochene
Arbeitsunfähigkeit ab
dem 5. März 2010 (Urk. 10/25
/7
). Das Wartejahr ist daher am 4. März 2011 abgelaufen (vgl. E. 1.2). Da die Anmeldung zum Leistungsbezug bereits am 28. März 2010 erfolgte, hat der Beschwerdeführer ab 1. März 2011 Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung. Dies führt zur Gutheissung der Beschwerde.
5
.
5
.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 1‘0
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5
.2
Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
).
Vorliegend erscheint eine
Prozessentschädigung von Fr. 2‘4
00.-- (inkl.
Baraus
lagen
und Mehrwertsteuer) als angemessen.