Decision ID: 6e31eac7-777d-5471-afb1-7a0e8bdf5a5f
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich im Mai 2000 erstmals zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung (IV) an (IV-act. 1). Seitens der Klinik Valens wurde im Bericht vom
27. Juni 2000 insbesondere ein chronisches thorako- und lumbospondylogenes
Syndrom erwähnt (IV-act. 13-7). Am 9. Oktober 2000 hielten die Ärzte der Klinik Valens
gegenüber der IV-Stelle fest, der Versicherte sei für eine mittelschwere,
wechselbelastende Arbeit zu 100% arbeitsfähig (IV-act. 13-4). Mit Verfügung vom
22. Dezember 2000 verneinte die IV-Stelle daraufhin einen Anspruch des Versicherten
auf berufliche Massnahmen (IV-act. 17).
B.
B.a Am 31. August 2004 meldete sich der Versicherte erneut zum Bezug von IV-
Leistungen an (IV-act. 19). Die IV-Stelle holte Berichte der behandelnden Ärzte ein
(Bericht vom 9. September 2004 von Dr. med. B._, IV-act. 25-1 f.; Bericht vom
8. Dezember 2004 von Dr. med. C._, IV-act. 31, Bericht von Dr. med. D._ vom
19. März 2005, IV-act. 33) und beauftragte die Medas Ostschweiz mit einer
rheumatologischen und psychiatrischen Begutachtung (IV-act. 40). Im Gutachten vom
8. September 2006 werden folgende Diagnosen genannt: rezidivierende depressive
Episode, zurzeit mittelgradig mit somatischen Symptomen, und chronisches
panvertebrales Schmerzsyndrom speziell zervikozephal und lumbal mit vielen
vegetativen Begleitbeschwerden. Eine Einschränkung für körperlich leichte bis
mittelschwere Tätigkeiten bestehe vorwiegend aufgrund der psychischen Faktoren (IV-
act. 56-10). Der begutachtende Psychiater Dr. med. E._ hatte in seinem
Teilgutachten vom 17. August 2006 festgehalten, in einer körperlich adaptierten
Tätigkeit dürfte der Versicherte ab ca. Anfang 2000 50% arbeitsunfähig gewesen sein
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wegen depressionsbedingter Beschwerden und nicht überwindbarer somatoformer
Schmerzen. Schätzungsweise ab Anfang 2004 bis spätestens Ende 2005 dürfte die
Arbeitsunfähigkeit um 70% betragen haben. Seit Anfang 2006 dürfte die
Arbeitsunfähigkeit wieder auf dem aktuellen Niveau von schätzungsweise 50% liegen
(IV-act. 56-19). Nach einem am 7. Dezember 2006 durchgeführten Gespräch mit dem
Versicherten (IV-act. 66) schloss die Eingliederungsberaterin nach Würdigung der
Situation den Fall mit einem Rentenantrag ab (IV-act. 67).
B.b Mit Verfügung vom 18. Mai 2007 sprach die IV-Stelle dem Versicherten bei einem
Invaliditätsgrad von 70% ab 1. April 2005 eine ganze und bei einem Invaliditätsgrad
von 55% ab 1. April 2006 eine halbe Rente zuzüglich Kinderrente für seinen Sohn zu
(IV-act. 76 f.).
B.c Offenbar via EL-Durchführungsstelle (Anmeldung offenbar im Jahr 2007,
anschliessend EL-Zusprache, vgl. IV-act. 160-2; 111-8 ff.) erlangte die IV-Stelle im Jahr
2010 Kenntnis davon, dass der Versicherte am 21. Dezember 2005 zum zweiten Mal
geheiratet hatte und am 20. April 2009 eine Tochter geboren worden war (vgl. IV-
act. 82; 119-7). Am 10. Juni 2010 verfügte sie erneut eine ganze Rente vom 1. April
2005 bis 31. März 2006 und eine halbe ab 1. April 2006 sowie für den ganzen Zeitraum
eine entsprechende Kinderrente für den Sohn und ab 1. April 2009 zusätzlich eine
solche für die Tochter (IV-act. 83).
C.
C.a Im Rahmen eines von Amtes wegen eingeleiteten Rentenrevisionsverfahrens
machte der Versicherte am 14. Dezember 2010 eine Verschlechterung seines
Gesundheitszustands geltend. Er habe regelmässig Schmerzen und müsse Tabletten
nehmen (IV-act. 86). Dr. med. F._, Facharzt für Innere und Allgemeine Medizin, hielt
am 24. Dezember 2010 fest, beim Versicherten stünden die chronischen
Rückenschmerzen im Vordergrund. Der Gesundheitszustand sei seit der letzten
Rentenrevision unverändert (IV-act. 89-4).
C.b Bei weiteren Abklärungen stellte die IV-Stelle fest, dass der Versicherte für die
Jahre 2005, 2006 und 2008 als Selbständigerwerbender AHV-Beiträge bezahlt hatte
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(IK-Auszug, IV-act. 88-2, vgl. auch 93). Am 1. März 2011 teilte der Versicherte der IV-
Stelle telefonisch mit, dass er nicht selbständig sei, sondern einem G._ Verein
angehöre. Dabei nehme er nichts ein und sonst melde er dies dem Betreibungsamt (IV-
act. 98). Die IV-Stelle holte daraufhin Buchhaltungs- und Steuerunterlagen ein (IV-
act. 108, 111 bis 115) und nahm am 17. Januar 2012 eine Abklärung am Wohnort des
Versicherten vor, an dem sich auch der G._-Club befindet (vgl. den vom Versicherten
am 11. Februar 2012 unterzeichneten Abklärungsbericht sowie die Stellungnahme der
Abklärungsperson vom 27. Februar 2012, IV-act. 119).
C.c Dr. F._ berichtete am 11./12. Juli 2012 wiederum von einem stationären
Gesundheitszustand. Sein Patient sei auf dem freien Arbeitsmarkt nicht mehr
vermittelbar (IV-act. 125). Dr. med. H._, Fachärztin für Psychiatrie und
Psychotherapie, erwähnte im Arztbericht vom 30. Juli 2012 die Diagnosen
rezidivierende depressive Störung mit zurzeit mittelgradiger depressiver Episode auf
dem Boden emotional instabiler Persönlichkeitszüge, anhaltende somatoforme
Schmerzstörung und chronisches Panvertebralsyndrom. Sie habe die Behandlung am
2. April 2012 aufgenommen. Aus ihrer Sicht sei der Versicherte zu etwa 50%
arbeitsunfähig (IV-act. 126).
C.d Am 11. September 2012 ging der IV-Stelle eine E-Mail des Sozialhilfe- und
Vormundschaftsamtes I._ zu, worin mitgeteilt wurde, dass der Versicherte gemäss
Aussagen von Dritten in seinem eigenen Restaurant arbeite. Er trage drei Harasse mit
sich umher und arbeite, als wäre er gesund. „Uns selbst“ sei ebenfalls bekannt, dass
der Versicherte das Restaurant selbst führe und auch voll mitarbeite (IV-act. 130).
C.e Die IV-Stelle zog die über den Versicherten seit 1992 geführten Akten des
Untersuchungsrichteramtes J._ bei (IV-act. 137-158; vgl. die Übersicht vom
13. November 2012 über die zahlreichen Verurteilungen [Strassenverkehrsdelikte,
Beihilfe zu widerrechtlicher Einreise in die Schweiz und widerrechtlichem Aufenthalt,
wiederholte Hehlerei, Widerhandlungen gegen das Gastwirtschaftsgesetz, mehrfaches
vorsätzliches Beschäftigen von Ausländerinnen ohne Bewilligung, wiederholter
Ungehorsam gegen amtliche Verfügungen] und eingestellte Strafverfahren [Verdacht
auf Widerhandlung gegen das Lotteriegesetz, Verdacht auf Prostitution im Club,
Verdacht der sexuellen Belästigung und der mehrfachen Vergewaltigung], IV-act. 136).
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C.f Gestützt auf die Akten hielt der IV-Arzt Dr. med. K._ am 19. Dezember 2012 fest,
aus versicherungsmedizinischer Sicht gebe es keinen Anlass, den Versicherten zu
begutachten. Es gebe keine Anhaltspunkte für eine Verbesserung oder eine
ursprünglich grob falsche Einschätzung. Der Fall könne eventuell im Rahmen der IV-
Revision 6a behandelt werden (IV-act. 160).
C.g Mit Vorbescheid vom 16. Oktober 2013 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
wiedererwägungsweise Aufhebung der Verfügung vom 18. Mai 2007 in Aussicht. Die
neuen Erkenntnisse würden zeigen, dass der Versicherte Einschränkungen vorspiele,
die er in der Realität nicht habe. Es gebe keinen Grund für die Annahme, dies sei zur
Zeit der erstmaligen Rentenprüfung anders gewesen. Insgesamt ergebe sich nun ein
stimmiges Bild. Man gehe davon aus, dass der Versicherte sowohl die behandelnden
Ärzte, die Gutachter sowie die IV-Stelle willentlich getäuscht habe. Er habe nie an einer
IV-rechtlich relevanten Krankheit gelitten, weshalb auch zu keinem Zeitpunkt Anspruch
auf eine IV-Rente bestanden habe (IV-act. 161). Gegen den Vorbescheid erhob der
Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Fäh, am 12. November 2013
Einwand und ersuchte um Fristerstreckung zur Begründung (IV-act. 164). Die Frist
wurde bis 26. November 2013 erstreckt (IV-act. 166). An jenem Tag ersuchte der
Rechtsvertreter nochmals um Fristerstreckung bis Ende Dezember 2013, u.a.
begründet mit weiteren Abklärungen, und beantragte bereits die Einholung eines
Gutachtens zum Gesundheitszustand des Versicherten (IV-act. 167).
C.h Am 3. Dezember 2013 verfügte die IV-Stelle die wiedererwägungsweise Aufhebung
der Verfügung vom 18. Mai 2007, stellte fest, dass der Versicherte keinen
Rentenanspruch habe und entzog einer Beschwerde die aufschiebende Wirkung. Sie
wiederholte die Begründung des Vorbescheids und ergänzte, dass die Eingabe des
Rechtsvertreters vom 26. November 2013 als Einwand entgegenzunehmen sei. Es sei
nicht ersichtlich, welcher Art die in der Eingabe erwähnten weiteren Abklärungen sein
könnten. Der medizinische Sachverhalt erscheine liquide, weshalb auf ergänzende
Abklärungen verzichtet werden könne (act. G 1.1).
C.i Am 10. Dezember 2013 verfügte die IV-Stelle die Rückforderung von
Rentenleistungen samt Kinderrenten von total Fr. 98‘197.- (IV-act. 169 f.)
D.
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D.a Gegen die Verfügung vom 3. Dezember 2013 richtet sich die von Rechtsanwalt
Fäh für den Versicherten erhobene Beschwerde vom 17. Januar 2014. Beantragt
werden unter Kosten- und Entschädigungsfolgen die Aufhebung der Verfügung, die
Verpflichtung der Beschwerdegegnerin, weiterhin eine halbe Rente auszurichten sowie
eventualiter die Rückweisung der Sache zu weiteren medizinischen Abklärungen und
zur Gewährung des rechtlichen Gehörs. Zudem sei dem Beschwerdeführer die
unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen. Der Begründung ist in formeller Hinsicht zu
entnehmen, dass die beantragte Erstreckung der Frist zur Erstattung des Einwands
verweigert worden sei, obwohl der Vorbescheid unverhältnismässig ausführlich
ausgefallen sei. In materieller Hinsicht wurde vorgebracht, dass der IV-Stelle bei der
ursprünglichen Rentenzusprache alle massgeblichen Faktoren bekannt gewesen seien.
Nach Vorliegen des Gutachtens seien spezielle Eingliederungsgespräche geführt
worden und es sei in keiner Weise so, dass der Beschwerdeführer irgendetwas
verschwiegen hätte oder dass neue Fakten bekannt geworden seien, die damals von
entscheidender Bedeutung gewesen wären. Folglich scheide die Annahme einer
zweifellosen Unrichtigkeit aus. Die Beschwerdegegnerin stelle die Leistungen aufgrund
von Verdachtsmomenten ein. Eine medizinische Abklärung sei nicht vorgenommen
worden, obwohl der Beschwerdeführer noch weiterhin bei Dr. F._, Prof. L._ und
Dr. M._ in Behandlung sei. Es liege hier ein Entscheid vor, der anmassend und
obsolet sei. Die Abklärungen seien von Beginn weg einseitig und offenbar mit dem Ziel
der Renteneinstellung vorgenommen worden (act. G 1).
D.b Mit Beschwerdeantwort vom 17. März 2014 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Die Rüge, die Beschwerdegegnerin habe die Erstreckung
der Frist zur Einreichung der Einwandbegründung verweigert, sei tatsachenwidrig. Man
habe im Übrigen begründet, weshalb die gewährte Nachfrist nur relativ kurz habe
bemessen werden können. Vor der ursprünglichen Rentenzusprache habe der
Beschwerdeführer eine Erwerbstätigkeit ausdrücklich verneint. Der damalige
Sachbearbeiter habe sich vor Verfügungserlass mit der Frage der vermuteten
Überwindbarkeit nicht auseinandergesetzt. Weder der RAD noch der psychiatrische
Medas-Gutachter hätten sich rechtsgenüglich mit den diesbezüglichen einschlägigen
Kriterien auseinandergesetzt. Dies sei umso gravierender, als hier die psychosozialen
Belastungsfaktoren und andere invaliditätsfremde Umstände, die bei der
Invaliditätsbemessung unbedingt ausgeklammert werden müssten, eine zentrale Rolle
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spielten. Es liege also eine Ermessensunterschreitung und damit eine Rechtsverletzung
vor. Diese erlaube eine wiedererwägungsweise Überprüfung der Verfügung vom
18. Mai 2007. Eine konkrete Prüfung der vom Bundesgericht definierten Kriterien hätte
gezeigt, dass die mittelschwere depressive Episode keine eigenständige Komorbidität
darstelle, sondern Teil der somatisch nicht nachvollziehbaren Schmerzerkrankung sei.
Auch die sogenannten Foersterschen Kriterien seien nicht erfüllt, sodass die
Überwindbarkeit zu vermuten sei. Weiter wird eine Dominanz der psychosozialen
Faktoren behauptet und festgehalten, dass das depressive Geschehen rechtlich
vollends in den Hintergrund trete. Abschliessend wird festgehalten, dass auch an eine
Prüfung der Sache gestützt auf die Übergangsbestimmungen der 6. IV-Revision zu
denken sei. Die Rente wäre dann für die Zukunft, aber per sofort einzustellen, nachdem
sich der Beschwerdeführer selber eingegliedert habe und daher keinen Anspruch
haben könne auf eine Fortsetzung der Rente während der Eingliederungsphase
(act. G 7).
D.c Dem (nachträgtlich belegten, vgl. act. G 6) Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege
(Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung) wurde am 21. März 2014 entsprochen (act. G 9).
D.d In der Replik vom 3. Juni 2014 lässt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen
festhalten. Die Nichtgewährung der beantragten Fristersteckung zur Erstattung des
Einwands sei unverhältnismässig. Die Überwindbarkeit sei ursprünglich geprüft und zu
Recht verneint worden. Zudem wurden ein Bericht von Ärzten des Ambulatoriums der
psychiatrischen Klinik N._ vom 26. März 2014 und Berichte von Prof. Dr. med. L._,
Facharzt für Neurochirurgie, Wirbelsäulenzentrum O._, vom 7. und 28. Februar 2014
eingereicht (act. G 12.1 bis 12.3). Der Beschwerdeführer liess dazu geltend machen,
dass die in den Berichten erwähnten Diagnosen ohne erneute Begutachtung nicht
wegdiskutiert werden könnten (act. G 12).
D.e Die Beschwerdegegnerin hält in der Duplik vom 28. Juli 2014 an ihrem
Abweisungsantrag fest. Betreffend die Gehörsrüge habe die Verwaltung bei der
Ansetzung einer Nachfrist ein weites Ermessen, das sie vorliegend nicht missbraucht
habe. Die Annahme einer zweifellosen Unrichtigkeit der ursprünglichen Verfügung
werde wesentlich gestützt durch die im Revisionsverfahren neu beigezogenen Akten,
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die den Fall in einem neuen Licht erscheinen liessen. Bei der Rentenzusprache seien
die Aktivitäten im Clublokal unbekannt gewesen und daher unberücksichtigt geblieben.
Die neu eingereichten medizinischen Akten bestätigten, dass sich der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der Begutachtung nicht wesentlich
verändert habe. Wesentlich sei, dass die Ärzte der Klinik N._ bestätigten, dass der
Beschwerdeführer seine Beschwerden überwinden könne, indem sie ausführten, er
habe den Durchhaltewillen, um seine Alltagsaufgaben zu bewältigen (act. G 16).
Ergänzend reichte die Beschwerdegegnerin eine Stellungnahme der IV-Ärztin Dr. med.
P._ vom 25. Juli 2014 ein (act. G 16.1).

Erwägungen
1.
1.1 Gemäss Art. 53 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann der Versicherungsträger auf formell
rechtskräftige Verfügungen oder Einspracheentscheide zurückkommen, wenn diese
zweifellos unrichtig sind und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist.
1.2 Die Beschwerdegegnerin hat die erstmals rentenzusprechenden Verfügungen vom
18. Mai 2007 (IV-act. 75-77) in Wiedererwägung gezogen. Diese Verfügungen wurden
jedoch bereits durch die Verfügungen vom 10. Juni 2010 (IV-act. 83) ersetzt. Die
Verfügungen vom 10. Juni 2010 regeln den Rentenanspruch des Versicherten (samt
Kinderrenten) rückwirkend ab 1. April 2005 unbefristet. Korrigiert wurden offenbar die
jeweiligen Rentenbeträge wegen nachträglich gemeldeter Einkommen, die ein höheres
massgebendes durchschnittliches Jahreseinkommen ergaben. Zudem wurde mit einer
der Verfügungen vom 10. Juli 2010, jener mit Wirkungszeitpunkt ab 1. April 2009 (IV-
act. 83-1), erstmals die Kinderrente für die im April 2009 geborene Tochter
zugesprochen. Auch wenn die veränderten Rentenbeträge lediglich im AHV-rechtlichen
Teil der Verfügungen begründet liegen, ändert dies nichts daran, dass die Verfügungen
vom 10. Juni 2010 jene vom 18. Mai 2007 mit demselben Datum des
Anspruchsbeginns integral ersetzt haben, die erstgenannten damit vollumfänglich
dahingefallen sind. Rechtsgrundlage dafür kann nur die Wiedererwägungsbestimmung
des Art. 53 Abs. 2 ATSG gewesen sein. Bei dieser Ausgangslage war es nicht möglich,
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in einem (erneuten) Wiedererwägungsverfahren die bereits aufgehobenen Verfügungen
vom 18. Mai 2007 (noch einmal) wiedererwägungsweise aufzuheben. Dass dies im
Rahmen der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 3. Dezember 2013 geschehen
ist, beruhte jedoch auf einem offensichtlichen Versehen der Beschwerdegegnerin, da
anzunehmen ist, dass sie die Verfügungen vom 10. Juni 2010 schlicht übersehen hat.
Weil kein Zweifel daran besteht, dass die Beschwerdegegnerin wiedererwägungsweise
auf die Rentenzusprache von Anfang an, also ab 1. April 2005, zurückkommen wollte,
erscheint es gerechtfertigt, umständehalber die Bezugnahme auf die Verfügung vom
18. Mai 2007 in Ziff. 1 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung vom 3. Dezember
2013 informell umzuinterpretieren und von einer Wiedererwägung der Verfügungen
vom 10. Juni 2010 auszugehen. Eine Aufhebung der Verfügung vom 3. Dezember 2013
wegen (unmöglicher) Wiedererwägung der bereits nicht mehr existierenden
Verfügungen vom 18. Mai 2007 würde auch zu einem prozessualen Leerlauf führen,
wäre doch davon auszugehen, dass die Beschwerdegegnerin anschliessend
umgehend die Verfügungen vom 10. Juni 2010 in Wiedererwägung ziehen und ersetzen
würde. Dies erscheint nicht zuletzt mit Blick auf die lange Dauer des Verfahrens vor
dem hiesigen Gericht nicht angebracht.
1.3 Eine der Voraussetzungen für den Anspruch auf eine Invalidenrente ist das
Vorliegen einer Invalidität von mindestens 40% (vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. c des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]), wobei Invalidität
definiert ist als die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
1.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswerts eines
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Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist,
auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V
352 E. 3a). Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner medizinischer
Fachpersonen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen,
nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien
gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 353 f. E. 3b/ee). Soll ein
Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden
werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen
auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der
versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen
mittels unabhängiger Begutachtung vorzunehmen (BGE 135 V 470 E. 4.4; vgl. zum
Ganzen Urteil des Bundesgerichts vom 27. Mai 2010, 8C_21/2010, E. 3.3 mit weiteren
Hinweisen).
1.5 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach haben Gericht und Verwaltung von Amtes wegen für die richtige und
vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Wenn der
entscheidrelevante Sachverhalt ungenügend abgeklärt wurde, kann das Gericht die
Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen (vgl. Ueli Kieser,
ATSG-Kommentar, 3. Auflage, Zürich 2015, N 101 zu Art. 61).
2.
2.1 Die Beschwerdegegnerin ist der Ansicht, beweisen zu können, dass der
Beschwerdeführer nie an einem die Erwerbsfähigkeit bzw. die Arbeitsfähigkeit (vgl.
Art. 6 ATSG) beeinträchtigenden Gesundheitsschaden gelitten habe. Sie hält ihm vor,
von Beginn an seine Einschränkungen vorgetäuscht oder zumindest absichtlich
erheblich überzeichnet zu haben. Dies leitet sie insbesondere aus den im
Revisionsverfahren beigezogenen Akten betreffend seine Tätigkeit im Club G._ sowie
aus den Akten der Strafverfolgungsbehörden ab, die ihrer Ansicht nach ein aktives
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Leben und eine uneingeschränkte Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers
beweisen.
2.2 Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, im Club tätig zu sein. Dies belegen denn
auch die Akten. Wann er mit dieser Tätigkeit begonnen hat und wie sie in quantitativer
und qualitativer Hinsicht ausgestaltet ist, ist jedoch trotz gewisser
Abklärungsbemühungen der Beschwerdegegnerin nach wie vor unklar. Eine
Buchhaltung, die brauchbare Rückschlüsse zulassen würde, existiert nicht (vgl. IV-
act. 111 ff. sowie die Ermessensveranlagungen des Steueramtes, IV-act. 95 und 93).
Die Aufstellungen der monatlichen Einnahmen und Ausgaben aus den Jahren 2009 bis
2011 in IV-act. 108 erachtet die Beschwerdegegnerin offenbar als nicht glaubwürdig
(vgl. auch die Erhebungen im Rahmen der Abklärung vor Ort, IV-act. 119-4). Dem
Hinweis der Leiterin des Sozialhilfe- und Vormundschaftsamts I._, ihr sei bekannt,
dass der Beschwerdeführer das Restaurant selbst führe und auch voll mitarbeite (IV-
act. 130), ist die Beschwerdegegnerin nicht nachgegangen. Zwar liess sich die IV-
Abklärungsperson offenbar am 18. Dezember 2012 telefonisch von der
Gemeindeverwaltung bestätigen, dass der Beschwerdeführer über das Wirtepatent
verfüge (wegen langjähriger Gastroerfahrung; vgl. IV-act. 119-3). Wann ihm dies erteilt
worden war (gemäss seinen Angaben „ca. 2006/07“, IV-act. 119-3) und unter welchen
Umständen, wurde ebenfalls nicht abgeklärt. Die Liegenschaft Q._ in R._ u.a. mit
Restaurant, 9 Gästeparkplätzen und Wirtewohnung im 1. Obergeschoss hat der
Beschwerdeführer offenbar bereits ab November 2002 gemietet (vgl. die Offerte für
Wohn- und Geschäftsmiete, vom Vermieter einerseits und dem Versicherten und seiner
damaligen Ehefrau als Mieter andererseits am 20. Oktober 2002 unterzeichnet, bei den
UP-Akten, act. G 6.1). Es ist also anzunehmen, dass er bereits längere Zeit vor der
Rentenzusprache im Mai 2007, sogar vor der IV-Anmeldung vom August 2004, im
Club/Restaurant tätig war. Dass er die IV-Stelle und die Gutachter der Medas
Ostschweiz, die seine berufliche Anamnese erfragt haben (vgl. IV-act. 56-2, 56-14),
darüber nicht informierte, macht einen schlechten Eindruck und ist grundsätzlich
durchaus geeignet, seine Glaubwürdigkeit in Frage zu stellen. Dennoch ist entgegen
der Ansicht der Beschwerdegegnerin nicht belegt, dass er absichtlich unwahre
Angaben machte und vorsätzlich seine Tätigkeit im Club verschwieg. Denn offenkundig
wurde im Rahmen eines Gesprächs mit der IV-Eingliederung und einer Mitarbeiterin der
Pro Infirmis am 7. Dezember 2006 von diesem Betrieb gesprochen, hielt der
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Beschwerdeführer doch fest, vom Sozialamt bekomme er kein Geld, man habe ihn dort
auf das vom Ehepaar geführte Geschäft verwiesen (IV-act. 67-1). Er verschwieg seine
Tätigkeit im Club also nicht absichtlich. Vielmehr scheint er sie nicht als
Erwerbstätigkeit wahrgenommen zu haben, womit sich grundsätzlich auch das
eingeschränkte Angebot (v.a. Kaffee, Süssgetränke und Redbull sowie abgepackte
Snacks, vgl. IV-act. 119-3 f.), die geltend gemachten bescheidenen Gewinne und die
behauptete Ausgestaltung der Bedienung (20 Landsleute ohne eigentlichen Einsatzplan
und grundsätzlich ohne Entlöhnung, vgl. IV-act. 119-4) vereinbaren lassen. Gegenüber
dem psychiatrischen Medas-Gutachter hatte er zudem immerhin erwähnt, viele
Freunde hier zu haben, darunter auch einige Schweizer (IV-act. 56-14). Die – in
Ausmass und Anforderungsprofil noch immer unklare – Tätigkeit im Club lässt
insgesamt entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin nicht den Rückschluss zu,
dass der Beschwerdeführer bereits im Jahr 2005 uneingeschränkt arbeits- und
leistungsfähig gewesen sein soll.
2.3 Die Strafakten belegen für den vorliegend interessierenden Zeitraum ab ca. dem
Jahr 2004, dass der Beschwerdeführer mehrfach straffällig sowie einiger Delikte
verdächtigt wurde. Mehrfach stehen diese Delikte im Zusammenhang mit dem Club.
Der Beschwerdegegnerin ist zuzustimmen, dass sich daraus ein Eindruck vom
Beschwerdeführer ergibt, der nicht recht zur Wahrnehmung passt, die der
psychiatrische Medas-Gutachter festhielt (Mimik, Gestik und Tonfall übereinstimmend
und durchgehend dysphorische Stimmung ausdrückend, Psychomotorik leicht
verlangsamt, wenig affektives Mitschwingen, Perseveration auf Krankheit mit mässiger
Verdeutlichungstendenz, IV-act.
56-18). Auch die Ergebnisse des vom Medas-Psychiater angewendeten Patienten-
Gesundheits-Fragebogens zeigen ein dazu nicht stimmiges Bild (insbesondere fast
tägliche Niedergeschlagenheit, Versagergefühle, Konzentrationsmangel,
Suizidgedanken, mehr als die Hälfte der Tage Interesselosigkeit, Schlafstörungen,
Energielosigkeit, Appetitlosigkeit und Verlangsamung; IV-act. 56-17). Der Rückschluss
der Beschwerdegegnerin, dass der Beschwerdeführer deswegen bereits im Jahr 2005
an keiner psychischen Einschränkung gelitten haben soll, lässt sich in
beweisrechtlicher Hinsicht ohne spezifische psychiatrische Fachkenntnis und vom
Schreibtisch aus jedoch nicht ziehen. Dies hat auch für den Zeitpunkt der
Wiedererwägungsverfügungen vom Juni 2010 (vgl. E. 1) zu gelten. Zu berücksichtigen
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ist auch, dass die den Beschwerdeführer seit April 2012 behandelnde Psychiaterin
diesem eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50% attestiert. Sie beschreibt
seinen Psychostatus als im Affekt traurig, niedergeschlagen und hoffnungslos,
bezeichnet den affektiven Rapport als deutlich eingeschränkt und erwähnt diffuse
Ängste betreffend die persönliche Zukunft (IV-act. 126). Ob sie dabei vollständige
Kenntnis über die Hintergründe betreffend die Integration und Tätigkeit des
Beschwerdeführers im Club hatte und ob sie ihrer Einschätzung eine adäquate
Zumutbarkeitsbeurteilung zu Grunde legte, ist unklar. Dr. F._ hielt den
Beschwerdeführer für gar nicht mehr vermittelbar (IV-act. 125-4; 89). Zwar stellen diese
Einschätzungen der behandelnden Ärzte keine ausreichende Grundlage für die
Beurteilung der Frage nach der zumutbarerweise zu erwartenden Arbeitsfähigkeit in
einer angepassten Tätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt dar. Ohne weitere
Abklärungen kann aber auch keine seit jeher bestehende volle Arbeitsfähigkeit als
bewiesen betrachtet werden.
2.4 Der mit versicherungsrechtlichen Fragestellungen vertraute IV-Arzt Dr. K._ hielt
am 19. Dezember 2012 in Beurteilung sämtlicher Akten fest, es gebe keine
Anhaltspunkte für eine Verbesserung oder eine ursprünglich grob falsche Einschätzung
(IV-act. 160-3). Auf diese medizinische Einschätzung hat die Beschwerdegegnerin nicht
abgestellt, hätte sie es doch ansonsten bei der halben Rente belassen oder eine
Renteneinstellung oder
-herabsetzung einzig gestützt auf die IV-Revision 6a prüfen müssen. Auch letzteres hat
sie nicht getan, sondern den entsprechenden Hinweis lediglich undifferenziert im
Eventualstandpunkt vorgebracht, aber nicht näher begründet bzw. abgestützt. Da es
sich beim – bereits bei der ursprünglichen Rentenzusprache sowie nach wie vor – im
Zentrum einer möglichen Arbeitsunfähigkeit stehenden depressiven Leiden des
Beschwerdeführers nicht um eines der Beschwerdebilder handelt, die von der
Schlussbestimmung der IV-Revision 6a betroffen sind, erübrigen sich weitere
Ausführungen dazu. In Bezug auf die Wiedererwägung ist festzuhalten, dass es dieser
ohne medizinisch fundiertere Grundlage an der nötigen beweisrechtlichen Basis
mangelt. Die Einschätzung von Dr. K._, dass kein Anlass für eine Begutachtung des
Versicherten bestehe, ist im Übrigen nicht überzeugend. Denn mit Blick auf die obigen
Ausführungen erscheint es durchaus denkbar, dass ein psychiatrischer
Sachverständiger in Kenntnis sämtlicher Aktivitäten des Beschwerdeführers zu einer
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deutlich strengeren Zumutbarkeitsbeurteilung gelangt als seinerzeit der psychiatrische
Medas-Gutachter oder die damals sowie ab 2012 behandelnden Psychiater. Vor
diesem Hintergrund ist eine umfassende psychiatrische Begutachtung des
Beschwerdeführers unerlässlich.
2.5 Die im Beschwerdeverfahren eingereichten Ausführungen der IV-Ärztin Dr. P._
vom 25. Juli 2014 vermögen nicht zu einer anderen Beurteilung zu führen. Dr. P._
hielt fest, die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit „wäre allenfalls aus
psychischen und nicht aus rheumatologischen Gründen rentenrelevant
eingeschränkt“ (act. G 16.1, Antwort auf Frage 6). Sie wagt also gerade nicht die – für
eine wiedererwägungsweise Renteneinstellung zwingende – Aussage, der
Beschwerdeführer sei aus psychischen Gründen gar nie relevant in seiner
Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen, sondern bezeichnet eine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit aus psychischen Gründen sogar für möglich. Soweit sie aus dem
Bericht des Ambulatoriums der psychiatrischen Klinik N._ vom 26. März 2014
ableiten will, dass darin „die Annahme der willentlichen Überwindbarkeit wie in der
Verfügung festgehalten“ bestätigt werde, zielt diese Bemerkung vor dem Hintergrund
des nach Praxisänderung des Bundesgerichts erfolgten Wegfalls der sog.
Überwindbarkeitsvermutung (BGE 141 V 281) darüber hinaus ins Leere. Insgesamt ist
selbst in der Beurteilung der IV-Ärztin ein Hinweis auf weiteren Abklärungsbedarf zu
erblicken.
3.
3.1 Gemäss den vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der
angefochtenen Verfügung dahingehend gutzuheissen, dass die Sache an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, damit diese weitere medizinische
Abklärungen vornehme und anschliessend gegebenenfalls (gestützt auf Art. 53 Abs. 2
ATSG oder – beim Nachweis eines aktuell besseren psychischen Zustands als bei der
ursprünglichen Rentenzusprache auf die Anpassungsnorm des Art. 17 Abs. 1 ATSG)
über den Rentenanspruch neu verfüge.
3.2 Da die angefochtene Verfügung vollumfänglich aufzuheben ist und die
Rückweisung in Bezug auf die Kosten als volles Obsiegen gilt (BGE 132 V 215 E. 6.2),
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erübrigt es sich, auf die Gehörsrüge des Beschwerdeführers betreffend sein im
Einwandverfahren gestelltes Gesuch um Fristverlängerung einzugehen. Ferner wird die
bereits bewilligte unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und
Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) bei diesem Verfahrensausgang
gegenstandslos.
3.3 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- bis
Fr. 1'000.- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-
erscheint als angemessen. Diese ist beim vorliegenden Verfahrensausgang
vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (vgl. E. 3.2).
3.4 Die Beschwerdeführerin hat Anspruch auf eine ungekürzte Parteientschädigung,
die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache
und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen wird (Art. 61 lit. g ATSG; vgl.
auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Angemessen erscheint eine Parteientschädigung
von Fr. 3'500.- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).