Decision ID: 42945004-8014-4e23-84da-84afbeb12c56
Year: 2020
Language: de
Court: BL_KG
Chamber: BL_KG_001
Canton: BL
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt und zu einer Reihe vorgesehener Massnahmen im Katzenasyl schriftlich bis
20. Februar 2019 Stellung zu nehmen.
H. Nach erstreckter Frist nahm A._ mit Schreiben vom 4. März 2019 das rechtliche
Gehör wahr.
I. Am 5. April 2019 verfügte das ALV eine Reihe von Massnahmen: A._ müsse zu-
sätzlich zu den Fütterungs- und Reinigungsarbeiten die Katzen im Katzenasyl jederzeit den
Bedürfnissen und dem Gesundheitszustand entsprechend betreuen, pflegen und beschäftigen
(Ziff. 1). Er müsse sicherstellen, dass alle Katzen des Katzenasyls bis auf weiteres einmal mo-
natlich vom zuständigen Tierarzt kontrolliert würden (Ziff. 2). Er habe bis auf weiteres dem ALV
monatlich die aktuelle Katzenliste des Katzenasyls mit Angaben zum Gesundheitszustand, zu
den Behandlungen sowie zu den weiteren Massnahmen mit den Katzen zu übermitteln. Abgän-
ge aufgrund Vermittlung oder Einschläferung seien ebenfalls zu melden (Ziff. 3). Er habe si-
cherzustellen, dass die Situation, insbesondere die Gruppenzusammensetzungen und das So-
zialverhalten zwischen den Katzen im Katzenasyl, durch einen Arzt analysiert werde. Die Fest-
stellungen und Empfehlungen seien in einem schriftlichen Bericht zu dokumentieren und die
Empfehlungen umgehend umzusetzen (Ziff. 4). Bis spätestens 13. Juni 2019 müsse A._
sicherstellen, dass jederzeit genügend personelle Ressourcen im Katzenasyl zur Verfügung
stünden, andernfalls Katzen an einem anderen Ort zu platzieren seien (Ziff. 5). A._ müsse
sicherstellen, dass bei der Futterzubereitung keine Infektionsquelle für andere Katzen entstehe
(Ziff. 6). Er müsse bis spätestens 1. Juni 2019 einen Quarantäneraum im Katzenasyl einrichten,
welcher für die vorübergehende Absonderung von infektiösen Katzen einzusetzen sei (Ziff. 7).
Er habe bis 1. Juni 2019 sicherzustellen, dass im Katzenasyl die bauliche Infrastruktur den Hy-
gieneanforderungen an eine saubere Katzenhaltung entspreche (Ziff. 8). Bis 12. Mai 2019 seien
alle Katzenkäfige aus den Katzenzimmern zu entfernen (Ziff. 9). Bis 30. Mai 2019 habe A._
ein vollständiges Bewilligungsgesuch zur gewerbsmässigen Katzenhaltung einzureichen
(Ziff. 10). Schliesslich wurden die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 660.-- A._ auferlegt
(Ziff. 11).
J. Gegen die Verfügung des ALV vom 5. April 2019 reichte A._, vertreten durch Chris-
toph Gäumann, Rechtsanwalt, mit Eingabe vom 17. April 2019 Beschwerde beim Regierungsrat
des Kantons Basel-Landschaft (Regierungsrat) ein und beantragte, die Verfügung des ALV sei
unter o/e-Kostenfolge aufzuheben.
K. Der Regierungsrat wies die Beschwerde mit Beschluss (RRB) Nr. 2019-1404 vom
22. Oktober 2019 kostenpflichtig ab. Er verfügte, dass die Ziffern 1, 2, 3 und 6 der Verfügung
des ALV vom 5. April 2019 sofort und die Ziffern 4, 5, 7, 8, 9 und 10 innert zwei Monaten ab
Eintritt der Rechtskraft des RRB Nr. 2019-1404 umzusetzen seien. Die in Ziffer 11 der Verfü-
gung des ALV vom 5. April 2019 vorgesehene Gebühr sei innert 30 Tagen ab Eintritt der
Rechtskraft des RRB Nr. 2019-1404 zu bezahlen.
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L. Gegen den RRB Nr. 2019-1404 vom 22. Oktober 2019 liess A._ mit Eingabe vom
4. November 2019 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs-
und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), erheben. Er beantragt, der RRB Nr. 2019-1404 vom
22. Oktober 2019 sei aufzuheben (Ziff. 1); es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung
zu gewähren (Ziff. 2) und es sei ihm eine angemessene Frist zur Begründung der Beschwerde
anzusetzen (Ziff. 3); alles unter o/e-Kostenfolge (Ziff. 4). Die Beschwerdebegründung erfolgte
mit Eingabe vom 24. Dezember 2019.
M. Das ALV beantragt mit Stellungnahme vom 16. Januar 2020 die kostenfällige Abwei-
sung der Beschwerde.
N. Mit Präsidialverfügung vom 22. Januar 2020 wurde der Fall der Kammer zur Beurtei-
lung im Rahmen einer Urteilsberatung überwiesen. Die Beweisanträge auf Durchführung eines
Augenscheins sowie auf Partei- und Zeugenbefragungen wurden abgewiesen.
O. Am 13. März 2020 reichte der Vertreter des Beschwerdeführers seine Honorarnote ein.
P. Am 25. März 2020 gingen beim Kantonsgericht fünf weitere Urkunden des Beschwer-
deführers ein.
Q. Am 27. März 2020 verfügte das Präsidium, dass die Urteilsberatung unter Ausschluss
der Öffentlichkeit und der Parteien stattfindet.

Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g :
1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess-
ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügungen und Entscheide des Regie-
rungsrats die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kantonsgericht zulässig. Der Be-
schwerdeführer ist als Adressat vom angefochtenen Beschluss berührt und hat ein schutzwür-
diges Interesse an dessen Aufhebung. Da auch die übrigen formellen Voraussetzungen erfüllt
und sowohl die örtliche als auch die sachliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts gegeben sind,
ist auf die vorliegende Beschwerde einzutreten.
2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können gemäss § 45 Abs. 1 lit. a und b
VPO Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des
Ermessens, sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts gerügt wer-
den. Die Überprüfung der Angemessenheit ist dem Kantonsgericht dagegen verwehrt (vgl. § 45
Abs. 1 lit. c VPO e contrario).
3.1 Anfechtungsobjekt ist vorliegend der RRB Nr. 2019-1404 vom 22. Oktober 2019 und
die diesem zugrunde liegende Verfügung des ALV vom 5. April 2019. In rechtlicher Hinsicht ist
somit der Sachverhalt bis zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung (5. April 2019) massge-
bend.
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3.2.1 Zunächst ist zu prüfen, ob die Noveneingabe des Beschwerdeführers vom 24. März
2020, welche einen Grundrissplan mit Angaben zu den einzelnen Katzen (Name, Alter etc., Bei-
lage 3), aktuelle Fotos über die Infrastruktur im Katzenasyl (Beilage 4), einen Arbeitsvertrag
(Beilage 5), die täglichen Arbeitsaufgaben für die Arbeitnehmenden (Beilage 6) und den Tier-
pflegerausweis des Beschwerdeführers vom 6. März 1986 (Beilage 7) enthält, zuzulassen oder
aus dem Recht zu weisen ist.
3.2.2 § 6 Abs. 2 VPO statuiert, dass neue tatsächliche Behauptungen und Beweismittel bis
zur gerichtlichen Beurteilung vorgebracht werden können, sofern dies den Parteien unverschul-
det nicht früher möglich war. Verspätete Vorbringen werden aus dem Recht gewiesen. § 16
Abs. 1 VPO statuiert, dass das Gericht alle erheblichen Vorbringen der Parteien würdigt, bevor
es entscheidet. Nach § 16 Abs. 2 VPO wendet das Gericht das Recht von Amtes wegen an.
Gemäss § 12 VPO stellt das Gericht von Amtes wegen die für den Entscheid wesentlichen Tat-
sachen fest und es ist in der Beweiswürdigung frei (Abs. 1). Die präsidierende Person und das
Gericht können von sich aus oder auf Antrag und unter Mitteilung an die Parteien die Akten er-
gänzen, Erhebungen und Augenscheine vornehmen sowie Sachverständige und Zeugen bzw.
Zeuginnen anhören (Abs. 2). Die Frage, ob ein Vorbringen verspätet erfolgte, kann, je nachdem
welcher Bestimmung (§ 6 Abs. 2 VPO bzw. § 16 Abs. 2 VPO) die stärkere Gewichtung beige-
messen wird, anders beantwortet werden. Das Novenverbot weist mannigfaltige Bezüge zu
verschiedenen Prozessmaximen auf. Bald erscheint es als Ausfluss, bald steht die Einschrän-
kung neuer Vorbringen in einem Spannungsverhältnis zu andern Grundsätzen des Prozess-
rechts (vgl. JOHANNA DORMANN, in: Niggli/Uebersax/Wiprächtiger/Kneubühler [Hrsg.], Bundes-
gerichtsgesetz, Basler Kommentar, 3. Aufl., Basel 2018, N 4 zu Art. 99 BGG). Zwar ist der Ver-
waltungsprozess vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht, wonach die Verwaltung und im
Streitfall das Gericht von sich aus für die richtige und vollständige Abklärung des Sachverhalts
zu sorgen haben, was für die Zulassung von Noven spricht; doch entbindet das den Rechtsu-
chenden weder davon, selber diejenigen Beanstandungen vorzubringen, die er für einschlägig
und zutreffend hält (Begründungspflicht), noch seinerseits zur Feststellung des Sachverhalts
beizutragen, vor allem dann, wenn die umstrittenen und beweisbedürftigen Tatsachen in sei-
nem Einflussbereich liegen (Mitwirkungspflicht; vgl. DORMANN, a.a.O., N 6 zu Art. 99 BGG).
3.2.3 Im vorliegenden Fall hat der Beschwerdeführer mit Schreiben vom 24. März 2020 als
Beilage 3 den Grundrissplan des Erdgeschosses sowie Unterlagen mit Angaben zu den einzel-
nen Katzen vom 23. März 2020 und als Beilage 4 nicht datierte Fotos über die aktuelle Infra-
struktur im Katzenasyl eingereicht. Diese Beilagen sind aktuell, konnten nicht früher eingereicht
werden und sind deshalb vorliegend zuzulassen. Anders verhält es sich mit dem Tierpfleger-
ausweis des Beschwerdeführers aus dem Jahr 1986 und mit den Dokumenten in Bezug auf die
Aufgaben der Mitarbeitenden, welche entweder nicht datiert sind (Einkaufsliste) oder vom
25. November 2019 (Tagesablauf) datieren, und dem Arbeitsvertrag, welcher am 31. Dezember
2019 unterzeichnet wurde. Es ist kein Grund ersichtlich, weshalb diese Unterlagen nicht früher
bzw. bereits mit der Beschwerde vom 4. November 2019 oder mit der Beschwerdebegründung
vom 24. Dezember 2019 hätten eingereicht werden können, weshalb sie aus dem Recht zu
weisen sind.
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4.1 Strittig und zu prüfen sind die vom ALV mit Verfügung vom 5. April 2019 verhängten
Massnahmen.
4.2 Den verfügten Massnahmen liegen folgende Erwägungen des ALV zugrunde: Der Be-
schwerdeführer führe ohne Bewilligung ein bewilligungspflichtiges Tierheim. Es sei nicht mass-
gebend, dass er keine Absicht hege, gegen Entgelt Tiere aufzunehmen, zu betreuen oder ab-
zugeben, und keinen Nutzen aus der Tierbetreuung ziehe. Die Institution werde mit Spenden-
geldern finanziert. Aufgrund der grossen Anzahl von Pflegeplätzen sei in Anwendung von
Art. 101 lit. a der Tierschutzverordnung vom 23. April 2008 (TSchV) eine kantonale Bewilligung
erforderlich. Gemäss Angaben des Beschwerdeführers beherberge das Katzenasyl geriatri-
sche, nicht stubenreine, chronisch kranke sowie verwilderte Tiere. Es würden auch psychisch
oder physisch traumatisierte sowie zurückgelassene Katzen aufgenommen. Ältere Patienten
hätten aufgrund des grösseren Aufkommens von Altersbeschwerden und Krankheiten ein er-
höhtes Bedürfnis an Pflege und medizinischer Betreuung. Das ALV wies darauf hin, dass der
optimalen Sozialstruktur grössere Sorgfalt beizumessen sei. Aufgrund von ungenügendem
Pflegepersonal sei davon auszugehen, dass die Katzen nicht die nötige tägliche Aufmerksam-
keit respektive Betreuung, Pflege und Behandlung erhalten würden. Auch sei die Sauberkeit im
Katzenasyl ungenügend, weil zu wenig Personal vorhanden sei, um die Aufgaben zu erfüllen.
Könne das nötige Pflegepersonal nicht umgehend rekrutiert werden – so das ALV – sei die Kat-
zenanzahl im Asyl den vorhandenen personellen Ressourcen anzupassen. Es sei ferner frag-
würdig, ob und wie intensiv besonders pflegebedürftige und kranke Katzen überhaupt versorgt
werden könnten. Es sei vielmehr ersichtlich, dass der Beschwerdeführer und seine Mitarbeiten-
den mit der Pflege und der Betreuung der zahlreichen, teils kranken und geriatrischen Katzen
völlig überfordert seien. Die bauliche Infrastruktur weise nicht die nötigen Anpassungen für eine
hygienisch einwandfreie und artgerechte Haltung aller Katzen auf. Dem Beschwerdeführer fehle
die nötige Einsicht, Bereitschaft und/oder Fähigkeit, aus eigener Kraft Massnahmen einzuleiten,
damit die Katzen ihren Lebensabend artgerecht und den individuellen Bedürfnissen jeder Katze
entsprechend erleben dürften. Sollten das Wohl und die Würde der Tiere mit den verfügten
Massnahmen nicht gewährleistet werden können, seien weitergehende Massnahmen erforder-
lich.
4.3 Der Beschwerdegegner führt im vorliegend angefochtenen Entscheid aus, der Be-
schwerdeführer betreibe ein Katzenasyl, trage die Verantwortung für die Tiere und sei deshalb
an die einschlägigen Bestimmungen des Tierschutzgesetzes und der Tierschutzverordnung
gebunden. Es lägen Meldungen einer ehemaligen Angestellten, einer anonymen Person, einer
Tierschutzorganisation und von mehreren Tierärzten vor, welche die vom ALV anlässlich der
Kontrollen vom 11. September 2018 und vom 1. Februar 2019 festgehaltenen Feststellungen
und Beobachtungen bestätigten. Es sei belegt, dass der Beschwerdeführer die Katzen vernach-
lässige, nicht angemessen nähre, pflege, beschäftige und bei Krankheit ungenügend behandle
bzw. nicht oder zu spät durch eine Tierärztin oder einen Tierarzt behandeln lasse. Der Be-
schwerdegegner stellt fest, dass der Beschwerdeführer mit der angemessenen und tierschutz-
konformen Pflege der grossen Anzahl Katzen überfordert sei. Der Beschwerdegegner weist
ferner darauf hin, dass der schlechte Gesundheitszustand einiger Katzen auf die nicht fachge-
mässe Unterbringung, Ernährung, Pflege und Betreuung und nicht einzig aufgrund ihres Zu-
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standes vor der Aufnahme im Katzenasyl zurückzuführen sei. Der Beschwerdeführer bestätige
durch die teilweise vorgenommene Umsetzung der Massnahmen deren Notwendigkeit. Der
Beschwerdegegner kommt deshalb zum Schluss, das ALV habe gestützt auf Art. 24 des Tier-
schutzgesetzes (TSchG) vom 16. Dezember 2005 die Massnahmen zu Recht angeordnet.
Schliesslich seien die angeordneten Massnahmen auch verhältnismässig. Das vom Beschwer-
deführer geforderte Abwarten des Versterbens weiterer Katzen, um die Gesamtzahl Katzen zu
reduzieren, erachtet der Beschwerdegegner als ungeeignet, um das Wohlergehen der Katzen
zu schützen. Vielmehr würde dieses Vorgehen das Wohl der Katzen gefährden. Im Gegensatz
dazu dienten die vom ALV angeordneten Massnahmen dem Tierwohl und lägen im öffentlichen
Interesse. Sie seien geeignet, die im Katzenasyl herrschenden Missstände zu beheben, stellten
insbesondere gegenüber einem Tierhalteverbot gemäss Art. 23 TSchG eine mildere Massnah-
me dar und seien für den Beschwerdeführer zumutbar. Schliesslich stellt der Beschwerdegeg-
ner fest, dass das Katzenasyl unter die Definition des Tierheims falle und das ALV den Be-
schwerdeführer deshalb zu Recht aufgefordert habe, ein vollständiges Bewilligungsgesuch für
das Katzenasyl einzureichen.
4.4 Der Beschwerdeführer weist in der Beschwerde darauf hin, dass im Katzenasyl nur
noch 63 Katzen lebten, wovon 22 Katzen beschlagnahmt seien. Er sichere zu, dass er keine
neuen Katzen aufnehme und sich der Bestand der Tiere damit laufend und in absehbarer Zeit
verringern werde. Zudem wolle er sich im Jahr 2021 pensionieren lassen. Neue Tiere werde er
nur noch nach erfolgter Rücksprache mit dem ALV aufnehmen. In Bezug auf die Infrastruktur
des Asyls stellt der Beschwerdeführer in Abrede, dass sich dieses in einem schlechten Zustand
befinde, er renoviere das Asyl gegenwärtig mit seinem Team. Zudem beanstandet der Be-
schwerdeführer in seiner Beschwerde insbesondere die Feststellungen des ALV anlässlich der
Kontrollen. So sei beispielsweise der Boden nicht klebrig gewesen, das Netz nicht kaputt, son-
dern von den ehrenamtlichen Helfern noch nicht fertig montiert worden, und die Kotkistchen
seien benutzt, aber nicht gefüllt gewesen. Zudem sei das vom ALV erwähnte Stromkabel das
Kabel einer stillgelegten Gegensprechanlage und die Räume hätten nicht als "verraucht" be-
zeichnet werden können. Ferner leide ein grosser Teil der Katzen wegen ihres Alters und/oder
ihrer Erkrankungen und nicht wegen einer falschen oder schlechten Haltung im Katzenasyl.
Beim Katzenasyl handle es sich um einen Gnadenhof und nicht um ein Tierheim im herkömmli-
chen Sinne. Es sei eine private Institution, die weder Ferien- noch Verzichtkatzen zum Vermit-
teln beherberge. Der Beschwerdeführer benötige deshalb keine Bewilligung für das Halten der
Tiere. Die vom ALV erlassene Verfügung schiesse mit ihren Anforderungen über das Ziel hin-
aus und sei insgesamt nicht nachvollziehbar.
5.1. Zweck des Tierschutzgesetzes ist der Schutz der Würde und das Wohlergehen der
Tiere (Art. 1 TSchG). Wer mit Tieren umgeht, hat ihren Bedürfnissen in bestmöglicher Weise
Rechnung zu tragen und, soweit es der Verwendungszweck zulässt, für ihr Wohlergehen zu
sorgen (Art. 4 Abs. 1 TSchG). Niemand darf ungerechtfertigt einem Tier Schmerzen, Leiden
oder Schäden zufügen, es in Angst versetzen oder in anderer Weise seine Würde missachten.
Das Misshandeln, Vernachlässigen oder unnötige Überanstrengen von Tieren ist verboten
(Art. 4 Abs. 2 TSchG). Art. 6 Abs. 1 TSchG hält im Sinn eines allgemein geltenden Grundsatzes
fest, dass wer Tiere hält oder betreut, sie angemessen nähren, pflegen, ihnen die für ihr Wohl-
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ergehen notwendige Beschäftigung und Bewegungsfreiheit sowie soweit nötig Unterkunft ge-
währen muss. Die Tierschutzverordnung präzisiert diese Vorgaben.
5.2 Die Tierschutzverordnung enthält in Art. 3 ff. allgemeine Bestimmungen zur Tierhaltung
und zum Umgang mit Tieren, namentlich zur erforderlichen Unterkunft, zur Fütterung und zur
Pflege. Art. 3 Abs. 1 TSchV bestimmt etwa, dass Tiere so zu halten sind und mit ihnen so um-
zugehen ist, dass ihre Körperfunktionen und ihr Verhalten nicht gestört werden und ihre Anpas-
sungsfähigkeit nicht überfordert wird. Unterkünfte und Gehege müssen mit geeigneten Futter-,
Tränke-, Kot- und Harnplätzen, Ruhe- und Rückzugsorten mit Deckung, Beschäftigungsmög-
lichkeiten, Körperpflegeeinrichtungen und Klimabereichen versehen sein (Art. 3 Abs. 2 TSchV;
Urteil des Bundesgerichts 6B_811/2018 vom 25. Februar 2019 E. 6.3.2). In Bezug auf die Pfle-
ge konkretisiert Art. 3 Abs. 3 TSchV, dass sie angemessen ist, wenn sie nach dem Stand der
Erfahrung und der Erkenntnisse der Physiologie, Verhaltenskunde und Hygiene den Bedürfnis-
sen der Tiere entspricht (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B-7579/2015 vom 6. Januar
2017 E. 4.3). Tiere sind regelmässig und ausreichend mit geeignetem Futter und mit Wasser zu
versorgen. Werden Tiere in Gruppen gehalten, ist dafür zu sorgen, dass jedes Tier genügend
Futter und Wasser erhält (Art. 4 Abs. 1 TSchV). Die Tierhalterin oder der Tierhalter muss das
Befinden der Tiere und den Zustand der Einrichtungen so oft wie nötig überprüfen. Sie oder er
muss Mängel an Einrichtungen, die das Befinden der Tiere beeinträchtigen, unverzüglich behe-
ben oder geeignete Massnahmen zum Schutz der Tiere treffen (Art. 5 Abs. 1 TSchV). Die Pfle-
ge soll Krankheiten und Verletzungen vorbeugen. Die Tierhalterin oder der Tierhalter ist dafür
verantwortlich, dass kranke oder verletzte Tiere unverzüglich ihrem Zustand entsprechend un-
tergebracht, gepflegt und behandelt oder getötet werden (Art. 5 Abs. 2 TSchV, vgl. Entscheid
des Zürcher Verwaltungsgerichts [VB.2018.00630] vom 8. März 2019 E. 2.1). Die dafür not-
wendigen Einrichtungen müssen im Bedarfsfall innerhalb nützlicher Frist zur Verfügung stehen.
Die Tiere müssen für tierärztliche oder sonstige Behandlungen sicher fixiert werden können.
Gemäss Art. 5 Abs. 4 TSchV sind soweit nötig Hufe, Klauen, Nägel und Krallen regelmässig
und fachgerecht zu pflegen und zu beschneiden (Urteil des Bundesgerichts 6B_638/2019 vom
17. Oktober 2019 E. 1.5.1).
5.3 Staatliche Massnahmen müssen sich auf eine gesetzliche Grundlage stützen (Legali-
tätsprinzip, Art. 5 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft [BV]
vom 18. April 1999). Das TSchG enthält neben den materiell-rechtlichen Vorschriften für den
Umgang mit Tieren (Art. 4 sowie 2. Kapitel [Art. 6-21] TSchG) ein Kapitel über "Verwaltungs-
massnahmen und Behördenbeschwerde" (Art. 23-25 TSchG) sowie Strafbestimmungen
(Art. 26-31 TSchG). Nach Art. 23 TSchG kann die zuständige Behörde Tierhalteverbote aus-
sprechen gegenüber Personen, die wegen wiederholter oder schwerer Zuwiderhandlung gegen
Vorschriften dieses Gesetzes und seiner Ausführungserlasse oder gegen Verfügungen bestraft
worden sind oder aus anderen Gründen unfähig sind, Tiere zu halten oder zu züchten. Gestützt
auf Art. 24 Abs. 1 TSchG sind die Behörden ermächtigt, bei Missständen in der Tierhaltung
Massnahmen zu ergreifen, um die Würde und das Wohlergehen des Tieres zu schützen (Art. 1
TSchG) und künftigen Verstössen gegen die Tierschutzgesetzgebung entgegenzuwirken. Nach
Art. 24 Abs. 1 TSchG schreitet die zuständige Behörde unverzüglich ein, wenn festgestellt wird,
dass Tiere vernachlässigt oder unter völlig ungeeigneten Bedingungen gehalten werden; sie
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kann die Tiere vorsorglich beschlagnahmen und auf Kosten des Halters an einem geeigneten
Ort unterbringen; wenn nötig lässt sie die Tiere verkaufen oder töten. Werden strafbare
Verstösse gegen die Vorschriften dieses Gesetzes festgestellt, so erstatten die für den Vollzug
von Tierschutzvorschriften zuständigen Behörden gemäss Art. 24 Abs. 3 TSchG Strafanzeige.
Durch das Instrument des unverzüglichen Einschreitens gemäss Art. 24 Abs. 1 TschG werden
die in Art. 4 TSchG genannten Grundsätze des Tierschutzes durchgesetzt. Die zuständige Be-
hörde kann eine gesetzeswidrige Situation sofort beheben, damit das Wohl der Tiere unverzüg-
lich verbessert wird (vgl. Urteile des Bundesgerichts 2C_122/2019 vom 6. Juni 2019 E. 3.2 und
2C_7/2019 vom 14. Oktober 2019 E. 3.1.2). Das Tierschutzgesetz sieht also zur Durchsetzung
der Tierschutzvorschriften einerseits präventiv Tierhalteverbote und andere Massnahmen vor,
um künftige Rechtsverletzungen zu vermeiden, andererseits repressiv Strafbestimmungen, um
in der Vergangenheit erfolgte Verstösse zu sanktionieren (vgl. Urteil des Bundesgerichts
2C_737/2010 vom 18. Juni 2011 E. 4.1). Solche Anordnungen stellen unter dem Gesichtspunkt
der Verhältnismässigkeit eine mildere Massnahme zum Tierhalteverbot nach Art. 23 TSchG dar
(Art. 5 Abs. 2 BV; Urteil des Bundesgerichts 2C_7/2019 vom 14. Oktober 2019 E. 3.1.2). Bei
der Beurteilung, welche Massnahmen im Einzelfall am zweckmässigsten sind, kommt der zu-
ständigen Behörde ein erheblicher Ermessensspielraum zu (Urteil des Bundesgerichts
2C_804/2018 vom 11. März 2019 E. 2.1 f.).
6.1 Vorliegend ist zunächst festzustellen, dass der Beschwerdeführer in seiner Eingabe
Veränderungen geltend macht, die sich im Zeitraum nach Erlass der angefochtenen Verfügung
des ALV vom 5. April 2019 ereignet haben. Er macht insbesondere darauf aufmerksam, dass
sich 63 Katzen im Asyl befänden, wovon 22 beschlagnahmt worden seien, und er sichere zu,
keine neuen Tiere aufzunehmen. Die Hausapotheke werde anlässlich der monatlichen Besuche
durch den Tierarzt kontrolliert und beinhalte keine abgelaufenen Medikamente mehr, die Infra-
struktur sei renoviert und verbessert worden und die personelle Situation sei mit vier Teilzeitan-
gestellten ausreichend für die Betreuung und die Versorgung der Katzen. Diese Sachverhalts-
änderungen, die nach dem massgebenden Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfü-
gung eingetreten sind, können im vorliegenden Verfahren grundsätzlich nicht berücksichtigt
werden, da die Rechtmässigkeit und Verhältnismässigkeit der Verfügung des ALV vom 5. April
2019 zu beurteilen sind (vgl. E. 3.1 hiervor). Der Hinweis des Beschwerdeführers, er sei den
Auflagen des ALV nachgekommen, mag zu seinen Gunsten ausgelegt werden, bestätigt aber
auch die Notwendigkeit der angeordneten Massnahmen. Im Weiteren rügt der Beschwerdefüh-
rer eine falsche Feststellung des Sachverhalts durch das ALV. Er macht aber keine offensichtli-
che Unrichtigkeit der Sachverhaltsfeststellungen geltend und zeigt insbesondere nicht konkret
auf, inwiefern genau bezeichnete und entscheidwesentliche Tatsachen von der Vorinstanz
falsch gewürdigt worden seien. Der Beschwerdeführer macht auch keine präzisen Ausführun-
gen zur Frage, inwiefern der von ihm präsentierte Sachverhalt zu einer anderen Verfügung bzw.
zu einem anderen Entscheid der Vorinstanzen geführt hätte. Aus seiner pauschalen Kritik ist
auch nicht ersichtlich, inwiefern zwischen seiner und der Sachverhaltsdarstellung der Vor-
instanzen eine rechtlich relevante inhaltliche Differenz bestehen soll. Die Sachverhaltsrüge des
Beschwerdeführers geht demnach fehl.
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6.2 In Bezug auf die Verfügung des ALV legt der Beschwerdeführer nicht im Einzelnen dar,
welche Massnahmen er in welchem Umfang beanstandet. Wie bereits ausgeführt (vgl. E. 5.3
hiervor), sind die Behörden ermächtigt, bei Missständen in der Tierhaltung Massnahmen zu
ergreifen, um die Würde und das Wohlergehen des Tieres zu schützen (Art. 1 TSchG) und
künftigen Verstössen gegen die Tierschutzgesetzgebung entgegenzuwirken. Sie können insbe-
sondere Massnahmen verfügen, wenn festgestellt wird, dass Tiere in ungeeigneten Bedingun-
gen gehalten werden. Insgesamt kommt der zuständigen Behörde beim Erlass der erforderli-
chen Massnahmen ein erheblicher Ermessensspielraum zu. Vorliegend verfügte das ALV die
angefochtenen Massnahmen, nachdem im Oktober 2018 bereits eine Serie von Sofortmass-
nahmen ergriffen werden musste. Die nun zu prüfenden Massnahmen wurden nach einer weite-
ren unangemeldeten Kontrolle im Frühjahr 2019 verfügt. Mit der Vorinstanz ist darin übereinzu-
stimmen, dass sämtliche vom ALV verfügten Massnahmen sich als rechtmässig und gerechtfer-
tigt erweisen. Der Beschwerdeführer konnte dem auch nichts entgegenbringen. In Bezug auf
die Auflage des täglich mindestens 20-minütigen Umgangs mit jeder einzelnen Katze (Verfü-
gung des ALV vom 5. April 2019 Ziff. 1) bestätigt der Beschwerdeführer, dass diese Auflage auf
Fachempfehlungen beruht. Er teilt diese zwar nicht, tut aber nicht dar, warum diese unzutref-
fend sein sollen. In Bezug auf die medizinische Betreuung und Behandlung der Katzen durch
einen Tierarzt (Verfügung des ALV vom 5. April 2019 Ziff. 2) bestätigt der Beschwerdeführer,
dass gewisse Krankheiten hätten behandelt werden müssen und dass dies nun getan worden
sei. Dies bekräftigt die Einschätzung des ALV, dass gewisse Katzen vorher ungenügend ge-
pflegt worden waren. Der Beschwerdeführer hat damit die Mängel anerkannt. Durch diese Auf-
lage soll Krankheiten und Verletzungen vorgebeugt werden, womit gegen die Massnahme auch
nichts einzuwenden ist. Die vom ALV geforderte monatliche Katzenliste (Verfügung des ALV
vom 5. April 2019 Ziff. 3) dient offensichtlich der Kontrolle, ob in Zukunft die Tiere korrekt be-
handelt und gepflegt werden. Angesichts des vom ALV bei der Kontrolle im Jahr 2018 vorge-
fundenen Zustandes ist diese Massnahme ebenfalls nicht zu beanstanden. Der Beschwerde-
führer hat die Auflage, die Gruppenzusammensetzungen und das Sozialverhalten zwischen den
Katzen analysieren zu lassen (Verfügung des ALV vom 5. April 2019 Ziff. 4), nicht substantiell
bestritten und nicht dargetan, inwiefern diese Auflage unangemessen sei. Was die Sicherstel-
lung genügender personeller Ressourcen betrifft (Verfügung des ALV vom 5. April 2019 Ziff. 5),
ist offenkundig, dass je nach Anzahl betreuter Katzen entsprechend viel Personal vorhanden
sein muss. Durch eine nahe Begleitung können bei Tieren in der letzten Lebensphase Krank-
heiten und Verletzungen vorgebeugt und sichergestellt werden, dass kranke oder verletzte Tie-
re unverzüglich ihrem Zustand entsprechend untergebracht, gepflegt und behandelt werden.
Das bestätigt der Beschwerdeführer auch, indem er eine Zusammenstellung über das Personal
zu den Akten gegeben hat. Was die Sauberkeit bei der Futterzubereitung betrifft (Verfügung
des ALV vom 5. April 2019 Ziff. 6), das Einrichten eines Quarantäne-Raums für die vorüberge-
hende Absonderung von infektiösen Katzen (Verfügung des ALV vom 5. April 2019 Ziff. 7), die
Auflage, dass die bauliche lnfrastruktur den Hygieneanforderungen an eine saubere Katzenhal-
tung zu entsprechen habe (Verfügung des ALV vom 5. April 2019 Ziff. 8), sowie die Entfernung
der Katzenkäfige (Verfügung des ALV vom 5. April 2019 Ziff. 9), stellen diese Anordnungen
insgesamt geeignete Massnahmen zum Schutz der Tiere dar, die offensichtlich darauf abzielen,
künftige Verstösse gegen die Tierschutzgesetzgebung zu verhindern.
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7.1 Im Weiteren macht der Beschwerdeführer geltend, keine Bewilligung für den Betrieb
des Katzenasyls zu benötigen (Verfügung des ALV vom 5. April 2019 Ziff. 10).
7.2 Gestützt auf die Art. 7 und 13 TSchG hat der Bundesrat in den Art. 101 ff. TSchV eine
Reihe von Tätigkeiten im Zusammenhang mit Tieren für bewilligungspflichtig erklärt bzw. die
Bewilligungsvoraussetzungen geregelt. Die Bewilligung kann gestützt auf Art. 6 Abs. 3 TSchG
von einer spezifischen Ausbildung abhängig gemacht werden. So ist gewährleistet, dass die
bewilligungspflichtigen Tätigkeiten fachgerecht ausgeführt werden. Die Bewilligungspflicht er-
möglicht dazu den kantonalen Vollzugsstellen eine bessere Kontrolle. Die kantonale Tier-
schutzbehörde stellt Bewilligungen aus, wenn die Voraussetzungen an die Haltung, die Ausbil-
dung der Tierhalter sowie weitere Anforderungen an den Betrieb erfüllt sind (Art. 101, 101b und
104 TSchV). Eine kantonale Bewilligung benötigt gemäss Art. 101 lit. a TSchV, wer ein Tier-
heim mit mehr als fünf Pflegeplätzen betreibt. Als Tierheim gilt gemäss Art. 2 Abs. 3 lit. s TSchV
die Tierhaltung, in der Tiere in Pension genommen oder Verzichttiere und herrenlose Tiere be-
treut werden. Gemäss Art. 1 Abs. 4 des Europäischen Übereinkommens zum Schutz von Heim-
tieren vom 13. November 1987 (in der Schweiz am 1. Juni 1994 in Kraft getreten) bezeichnet
der Ausdruck Tierheim eine nicht auf Gewinnerzielung gerichtete Einrichtung, in der Heimtiere
(Tiere, die der Mensch insbesondere in seinem Haushalt zu seiner eigenen Freude und als Ge-
fährten hält oder die für diesen Zweck bestimmt sind; Art. 1 Abs. 1 des Übereinkommens) in
grösserer Anzahl gehalten werden können (vgl. Botschaft zu den drei Übereinkommen des Eu-
roparates über den Schutz von Schlachttieren, zum Schutz der für Versuche und andere wis-
senschaftliche Zwecke verwendeten Wirbeltiere sowie zum Schutz von Heimtieren vom 24. Juni
1992, Bundesblatt [BBl] 1992 1003, 1017 ff.).
7.3 Der Argumentation des Beschwerdeführers, er benötige keine Bewilligung für das Kat-
zenasyl, weil es sich um ein privates Engagement und vielmehr um einen Gnadenhof als um
ein Tierheim handle, ist nicht nachvollziehbar. Der Beschwerdeführer verkennt, dass sich die
gesetzliche Definition eines Tierheims auf die Anzahl aufgenommener Tiere und nicht auf die
Motivation des Tierhalters stützt. Die Beweggründe des Beschwerdeführers mögen zwar löblich
sein, in Anbetracht des Tierwohls haben für die vielen vom Beschwerdeführer gehaltenen Tiere
jedoch dieselben gesetzlichen Bestimmungen zu gelten wie für das gewerbsmässige Halten
von Katzen. Auch diese vom ALV verfügte Massnahme ist deshalb nicht zu beanstanden.
8.1 Der Beschwerdeführer rügt schliesslich, die verfügten Massnahmen würden über das
Ziel hinausschiessen und verletzten somit das Verhältnismässigkeitsprinzip.
8.2 Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit fordert, dass die Verwaltungsmassnahmen zur
Verwirklichung des im öffentlichen Interesse liegenden Ziels geeignet und notwendig sind. Aus-
serdem muss der angestrebte Zweck in einem vernünftigen Verhältnis zu den Belastungen ste-
hen, die den Privaten auferlegt werden (statt vieler BGE 136 I 17 E. 4.4; vgl. zum Ganzen auch
ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl., Zü-
rich/St. Gallen 2016, Rz. 514 ff. m.w.H.). Die Verwaltungsmassnahme muss geeignet sein, das
im öffentlichen Interesse angestrebte Ziel zu erreichen. Das Element der Geeignetheit dient der
Prüfung der Präzision staatlichen Handelns. Ungeeignet ist eine Massnahme dann, wenn sie
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am Ziel vorbeischiesst, das heisst keinerlei Wirkungen im Hinblick auf den angestrebten Zweck
entfaltet oder die Erreichung dieses Zweckes sogar erschwert oder verhindert. Zu prüfen ist
also die Zwecktauglichkeit einer Massnahme. Die Rechtsprechung ist bei der Beurteilung der
Eignung grosszügig und sondert nur diejenigen Massnahmen aus, die sich als völlig ungeeignet
zur Zielerreichung erweisen (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 522 mit Hinweisen auf die
Rechtsprechung). Die Verwaltungsmassnahme muss im Hinblick auf das im öffentlichen Inte-
resse angestrebte Ziel zudem erforderlich sein; sie hat zu unterbleiben, wenn eine gleich geeig-
nete, aber mildere Massnahme für den angestrebten Erfolg ausreichen würde. Das Element der
Erforderlichkeit dient der Prüfung der Intensität staatlichen Handelns. Die Prüfung der Erforder-
lichkeit entfällt, wenn lediglich eine geeignete Massnahme zur Verfügung steht (HÄFELIN/
MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 527). Eine Verwaltungsmassnahme ist schliesslich nur gerecht-
fertigt, wenn sie ein vernünftiges Verhältnis zwischen dem angestrebten Ziel und dem Eingriff,
den sie für den betroffenen Privaten bewirkt, wahrt. Es ist deshalb eine wertende Abwägung
vorzunehmen, welche im konkreten Fall das öffentliche Interesse an der Massnahme und die
durch ihre Wirkungen beeinträchtigten privaten Interessen der Betroffenen miteinander ver-
gleicht. Die Massnahme muss durch ein das private Interesse überwiegendes öffentliches Inte-
resse gerechtfertigt sein. Nur in diesem Fall ist sie den Privaten zumutbar. Für die Interessen-
abwägung massgeblich sind also einerseits die Bedeutung der verfolgten öffentlichen Interes-
sen und anderseits das Gewicht der betroffenen privaten Interessen. Eine Massnahme, an der
nur ein geringes öffentliches Interesse besteht, die aber tiefgreifende Auswirkungen auf die
Rechtsstellung der betroffenen Privaten hat, soll unterbleiben (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN,
a.a.O., Rz. 556 f.).
8.3 Wenn der Beschwerdeführer nun vorbringt, die verfügten Massnahmen seien nicht ver-
hältnismässig, so kann ihm nicht gefolgt werden: Der Beschwerdeführer legt nicht dar, mit wel-
chen weniger weitgehenden Massnahmen nach seiner Ansicht die angestrebten Ziele hätten
erreicht werden können. Der Zweck des Tierschutzgesetzes liegt im Schutz der Würde und des
Wohlergehens der Tiere (Art. 1 TSchG). Wer Tiere hält oder betreut, muss sie angemessen
nähren, pflegen, ihnen die für ihr Wohlergehen notwendige Beschäftigung und Bewegungsfrei-
heit sowie – soweit nötig – Unterkunft gewähren (Art. 6 Abs. 1 TSchG). Im Fall des Beschwer-
deführers wurden Verstösse gegen das Tierschutzgesetz eingehend dokumentiert, weshalb die
Beweisanträge auf Durchführung eines Augenscheins sowie Partei- und Zeugenbefragungen im
Übrigen auch zu Recht abgewiesen wurden (vgl. Verfügung vom 22. Januar 2020). Die aufer-
legten Massnahmen wurden mit dem Beschwerdeführer besprochen. Vor diesem Hintergrund
ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz nicht auf den Erlass der angefochtenen Verfü-
gung verzichtet hat. Damit ist die Verfügung vom 5. April 2019 geeignet, das mit ihr verfolgte
Ziel, die Durchsetzung der Tierschutzbestimmungen, zu erreichen. Auch die Erforderlichkeit der
Massnahmen ist zu bejahen. Es sind keine milderen Massnahmen ersichtlich, um die Durchset-
zung der Tierschutzgesetzgebung zu erreichen. Schliesslich sind die von der Vorinstanz ge-
troffenen Massnahmen dem Beschwerdeführer auch zumutbar. Das öffentliche Interesse an
einer artgerechten Haltung der Tiere ergibt sich als Staatsaufgabe aus der Verfassung (Art. 80
Abs. 2 lit. a BV) sowie aus dem Zweckartikel des Tierschutzgesetzes (vgl. Art. 1 TSchG), wo-
nach Würde und Wohlergehen der Tiere zu schützen sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts
2C_378/2012 vom 1. November 2012 E. 3.4.4). Dem öffentlichen Interesse stehen die privaten
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und auch die wirtschaftlichen Interessen des Beschwerdeführers gegenüber. Mit der angefoch-
tenen Verfügung vom 5. April 2019 entsteht ihm zwar ein Rechtsnachteil in dem Sinne, als dass
er inskünftig insbesondere mehr Personal einstellen muss. Unmittelbar erleidet er jedoch keinen
tatsächlichen Nachteil. Von ihm wird nichts anderes erwartet, als was sich aus den gesetzlichen
Bestimmungen ergibt. Eingriffszweck und Eingriffswirkung liegen damit in einem vernünftigen
Verhältnis. Das vom ALV gewählte Vorgehen ist daher nicht zu beanstanden. Die Beschwerde
ist folglich in allen Punkten abzuweisen.
9. Es bleibt über die Kosten zu entscheiden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren
vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren
und die Beweiskosten und werden gestützt auf § 20 Abs. 1 VPO in Verbindung mit § 20 Abs. 3
VPO in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Angesichts
des Ausgangs des Verfahrens sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- dem Be-
schwerdeführer aufzuerlegen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von
Fr. 2'200.-- zu verrechnen. Der zu viel geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- ist
dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten. Die Parteikosten sind in Anwendung von § 21 Abs. 1
und 2 VPO wettzuschlagen.
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