Decision ID: 9404b8fe-9b87-46d2-b7bd-3bce770f9891
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
1.1.1
Mit Verfügung vom 16. August 2019 (Urk.
3/22) stellte die
Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse
, fest, dass
A._
-,
B._
-,
C._
-,
D._
-Fahrer eine unselbständige Erwerbstätigkeit für die
X._
ausübten (Dispositiv Ziff. 1) und dass die
E._
die abrechnungspflichtige Betriebsstätte der
X._
in der Schweiz sei (Dispositiv Ziff. 2). Zudem wurden die
X._
als Arbeit
geberin der «genannten» Fahrer beziehungsweise die
E._
verpflichtet, für das Jahr 2014 Sozialversicherungsbeiträge (inklusive Nebenkosten) in der Höhe von Fr. 4'283'763.75 zuzüglich Verzugszinsen von Fr. 991
’
215.35 zu bezahlen (Dispositiv Ziffern 3 und 4). Einer Einsprache wurde die aufschiebende Wirkung entzogen (Dispositiv Ziff. 5).
1.1.2
Mit Schreiben vom 16. August 2019 teilte die Ausgleichskasse
Z._
mit, dass man für seine «
X._-Tätigkeit
» im Jahr 2014 von einer Lohnsumme von Fr. 50'000.
ausgegangen sei, was zu Lohnbeiträgen von insgesamt Fr. 7'107.50 geführt habe (Sachverhalt gemäss
Einspracheentscheid
vom 3. März 2020 [ent
halten in Urk. 3/26
bis
]).
1.2
1.2.1
Die gegen die genannte Verfügung vom 16. August 2019 erhobenen Einsprachen der
X._
und der
E._
hiess die Ausgleichskasse mit Ent
sche
id vom 3. März 2020 (Urk. 3/2
3
;
Abr
.-Nr.
...
) teilweise gut und reduzierte die geltend gemachte Beitragsforderung für das Jahr 2014 (inklusive Nebenkosten) auf Fr. 4'261'460.35 und die Verzugszinsforderung auf Fr. 986'054.60 (Dispositiv Ziffer 4 und 5). Im Übrigen wies die Ausgleichskasse die Einsprachen ab und hielt insbesondere daran fest, dass
A._
-,
B._
-,
C._
-,
D._
-Fahrer eine unselbständige Erwerbstätigkeit für die
X._
ausübten (Dispositiv Ziff. 1) und dass die
E._
die abrechnungspflichtige Betriebsstätte der
X._
in der Schweiz sei (Dispositiv Ziff. 2). Mit Bezug auf die Feststellung einer unselbständigen Erwerbstätigkeit der
X._-Fahrer
für die
X._
und mit Bezug auf die Feststellung des Vorliegens einer Betriebsstätte (
E._
) werde einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung entzogen
(Dispositiv Ziff. 3)
.
1.2.2
M
it separatem
, an die
Y._
gerichtete
m
Einspracheentscheid
vom 3. März 2020 (Urk. 3/26
;
Abr
.-Nr.
...
)
qualifizierte die Ausgleichs
kasse
die
F._
-Fahrer als un
selbständig
erwerbstätig, bezeichnete
die
Y._
als deren A
rbeitgeberin
(Disposi
tiv Ziff. 1)
und hielt abermals fest, dass
die
E._
eine
Betriebsstätte der
Y._
sei.
E
iner
Beschwerde
wurde
(zum Teil) die aufschiebende Wirkung entzog
en
(Dispositiv Ziff. 3). Schliesslich verpflichtete die Ausgleichskasse die
Y._
und
E._
zur Bezahlung von Sozialversiche
rungsbeiträgen (inklusive Nebenkosten) für das Jahr 2014 von Fr. 4'257'228.55 (Dispositiv Ziff. 4) und von Verzugszinsen von Fr. 985'075.40 (Dispositiv Ziff. 5).
1.2.3
Mit
einem weiteren,
gesonderte
n
Einspracheentscheid
vom 3. März 2020 (enthal
ten in Urk. 3/26
bis
;
Abr
.-Nrn.
...
und
...
)
hiess die Ausgleichs
kasse auch die Ein
sprache von
Z._
teilweise gut und reduzierte
«die von
X._
bzw.
Y._
als Arbeitgeberin respektive der Betriebsstätte
E._
» zu bezahlenden Lohnbeiträge von Fr. 7'107.50 auf Fr. 4'748.7
0.
Auch dieser
Einspracheentscheid
, bei dem es sich um eine Art personenbezogenen Auszug oder Zusammenzug aus den gegen die
X._
und die
Y._
gerichteten
Einspracheentscheiden
han
delt,
wurde Rechtsanwalt
Houdrouge
zugestellt, wobei insoweit nicht ersichtlich ist, für wel
che Person beziehungsweise welche Personen di
e Zustellung letztlich erfolgte, aber umständehalber anzunehmen ist, dass dies für
X._
,
Y._
und wohl auch für
E._
erfolgen sollte.
2.
2.1
Mit
einer gemeinsamen
Eingabe vom 4. Mai 2020 (Urk. 1/1) liessen die
X._
, die
Y._
und die
E._
Beschwerde
n
gegen den
Einspracheentscheid
beziehungs
weise die
Einspracheentscheide
(vgl. Sach
verhalt Ziffern 1.2.1, 1.2.2 und 1.2.3)
vom 3. März 2020
(
Abr
.-Nr.
...
und
Abr
.-Nr.
...
)
erheben mit folgenden Anträgen:
Im Verfahren:
1.
Es sei auf die vorliegende Beschwerde gegen den Entscheid der SVA vom 3. März 2020 einzutreten.
2.
Es sei die aufschiebende Wirkung der vorliegenden Beschwerde gegen den Entscheid der SVA vom 3. März 2020 vollumfänglich und mit sofortiger Wirkung wiederherzustellen.
3.
Es sei festzustellen, dass
X._
und
Y._
zur Beschwerde gegen den Entscheid der SVA
vom 3. März 2020 legiti
miert [sind]
.
4.
Es sei festzustellen, dass
E._
zur Beschwerde gegen den Entscheid der SVA vom 3. März 2020 legit
i
miert ist.
5.
Es sei das vorliegende Verfahren zu sistieren bis ein endgültiger Ent
scheid über die Pilotfälle ergangen ist.
In der Sache:
6.
Es sei der Entscheid der SVA vom 3. März 2020 aufzuheben.
7.
Es sei festzustellen, dass
E._
keine Betriebsstätte von
X._
bzw.
Y._
im Sinne von Art. 12 Abs. 2
des Bundesgesetzes über die Alters- und H
interlassenenversi
cherung
(AHVG)
ist.
8.
Es sei festzustellen, dass
Z._
seine Tätigkeit als Fahrer im Zusam
menhang mit der
X._ Applikation
nicht als «
Unselbstä
ndig
erwer
bender
» im Sinne des Sozialversicherungsrechts für
X._
bzw.
Y._
oder irgendeine andere Gesellschaft der
X._-Gruppe
erbringt.
9.
Es sei festzustellen, dass weder
X._
noch
Y._
noch
E._
noch irgendeine andere Gesellschaft der
X._-Gruppe
als Arbeitgeber
in von
Z._
qualifizier
t
.
10.
Es sei festzustellen, dass weder
X._
noch
Y._
noch
E._
noch irgendeine andere Gesellschaft der
X._-Gruppe
paritätische Sozial
versicherungsbeiträge auf die an
Z._
bzw. an die Gesellschaft, wel
che ihn anstellt / sein Ein
zelunternehmen entrichteten Beträge im Zusammenhang mit der Nut
zung der
X._-Applikation
zahlen muss.
11.
Es sei festzustellen, dass weder
X._
noch
Y._
noch
E._
noch irgendeine andere Gesellschaft der
X._-Gruppe
auf die paritäti
schen Sozialversicherungsbeiträge anfallende Verzugszinsen zahlen muss.
12.
Es sei die gesamte Rechnung betreffend die paritätischen Sozialversi
cherungsbeiträge und/oder betreffend die Verzugszinsen
im Zusam
menhang
mit den von
Z._
erhaltenen Beträgen bzw. mit den von der Gesellschaft, die ihn anstellt erhaltenen Beträgen /
seinem Einzel
unternehmen erhaltenen Beträgen im Zusammenhang mit der Nut
zung der
X._-Applikation
zu annullieren.
13.
Eventualiter sei
a)
der Entscheid der SVA vom 3. März 2020 aufzuheben.
b)
die Angelegenheit zur weiteren Abklärung an die SVA zurück
zu
weisen.
c)
festzustellen, dass
Z._
seine Tätigkeit im Zusammenhang mit der
X._-Applikation
aus sozialversicherungsrechtlicher Sicht nicht als von
X._
bzw.
Y._
oder irgendeiner anderen Gesell
schaft der
X._-Gruppe
«abhängig» ausgeübt hat.
d)
festzustellen, dass weder
X._
noch
Y._
noch
E._
noch irgendeine andere Gesell
schaft der
X._-Gruppe
auf die von Herrn [
Z._
] bzw. von der Gesellschaft, welche ihn anstellt / von seinem Einzelunternehmen im Zusammenhang mit der Nutzung der
X._-Applikation
erhal
tenen Beträge paritätische Sozialver
sicherungsbeiträge entrichten müssen.
e)
festzustellen, dass weder
X._
noch
Y._
noch
E._
noch irgendeine andere Gesell
schaft der
X._-Gruppe
auf die paritä
tischen Sozialversiche
rungsbeiträge anfallende Verzugszinsen zahlen muss.
f)
die gesamte Rechnung betreffend die paritätischen Sozialversi
cherungsbeiträge und/oder die Verzugszinsen auf die Sozialver
sicherungsbeiträge im Zusammenhang mit den Beträgen, welche
Z._
bzw. die Gesellschaft, welche ihn anstellt / sein Ein
zelun
ternehmen im Zusammenhang mit der Nutzung der
X._-Appli
kation
erhält, zu annullieren.
14
.
Subeventualiter
sei
a)
der Entscheid der SVA vom 3. März 2020 aufzuheben.
b)
X._
eine angemessene Frist, aber in jedem Fall eine Frist von mindestens drei Monaten zu gewähren, um zusätzliche Informa
tionen betreffend
Z._
und der von
X._
an
Z._
bzw. die Gesellschaft, welche ihn anstellt / sein Einzelunternehmen im Jahr 2014 entrichteten Beträge zu liefern.
15.
Es seien alle weiteren Begehren der SVA abzuweisen.
16.
Die Kosten des Verfahrens
seien
der SVA aufzuerlegen und
X._
,
Y._
und
E._
sei
eine Entschä
digung für die durch das Beschwer
deverfahren entstandenen Partei
kosten zuzusprechen (zzgl. MwSt.).
2.2
Das Sozialversicherungsgericht registrierte die Beschwerden
der
X._
und der
Y._
getrennt von der Beschwerde der
E._
unter der vorliegenden Prozess
nummer AB.2020.0004
3.
Die Beschwerde
der
E._
wurde als
Prozess
N
ummer AB.2020.00059
angelegt.
Mit Urteil vom 16. September 2020 (Prozess Nr. AB.2020.00059/
Z._
) hiess das Sozialversicherungsgericht die Beschwerde der
E._
in dem Sinne gut, dass der
Einspracheentscheid
vom 3
.
März 2020, soweit er die
E._
betraf, aufgehoben wurde mit der Feststellung, dass sie nicht beitragspflichtig sei. Die entzogene auf
schiebende Wirkung der Beschwerde wurde wiederhergestellt. Das Sozialversi
cherungsgericht erwog unter anderem, dass die
E._
keine Betriebsstätte der
X._
sei.
Die dagegen
von der Ausgleichskasse erhobene Beschwerde schrieb das Bundes
gericht infolge Rückzugs der Beschwerde ab (Verfügung 9C_699/2020 vom 6. Mai 2021). Das Bundesgericht hatte zuvor in einem Parallelverfahren
die Beschwerde der
Ausgleichskasse abgewiesen, soweit darauf eingetreten wurde (Urteil 9C_692/2020 vom 29. März 2021; teilweise amtlich publiziert als BGE 147 V 174).
2.3
I
n der vorliegenden Sache
X._
und
Y._
gegen die Aus
gleichskasse stellte diese
in ihrer Beschwerdeantwort vom 24. Juli 2020 (Urk. 7)
folgende Anträge:
1.
Es sei auf die Beschwerde von
X._
und
Y._
einzutreten. Mit Bezug auf die Beschwerde von
E._
verweisen wir auf die Verfahren AB.2020.00060, AB.2020.00061 und AB.2020.00054 bis AB.2020.00059.
2.
Mit Bezug auf den
Antrag der Beschwerdeführenden a
uf Wiederher
stellung der aufschiebenden Wirkung sei die Beschwerde gutzuheis
sen und die aufschiebende Wirkung wiederherzustellen.
3.
Es seien die oben genannten Beschwerdeverfahren soweit möglich mit dem Beschwerdeverfahren AB.2020.00044 (
X._
) oder AB.2020.00045 (
Y._
) zu vereinigen.
4.
Es sei das Begehren um Sistierung des Beschwerdeverfahrens abzu
weisen.
5.
Es sei die Beschwerde mit Bezug auf die Feststellung der unselbstän
di
gen Erwerbstätigkeit der
F._
-Fahrer für
Y._
sowie der
A._
-,
B._
-,
C._
-
und
D._
-Fahrer für
X._
abzuweisen. Entsprechend sei auch die Beschwerde mit Bezug auf das Beitragsstatut der oben genannten Fahrer abzuweisen.
6.
Es sei die Beschwerde mit Bezug auf die
Qualifikation
von
Y._
als Arbeitgeberin der
F._
-Fahrer bzw. von
X._
als Arbeitgeberin der
A._
-
,
B._
-
,
C._
-
und
D._
-Fahrer und
E._
als deren Betriebsstätte abzuweisen. Entsprechend sei die Beschwerde mit Bezug auf die Qua
lifikation von
Y._
bzw.
X._
als Arbeitgeberin der oben genannten Fahrer abzuweisen.
7.
Mit Bezug auf die festgesetzten Lohnbeiträge für das Jahr 2014 sei dem Subeventualantrag der Beschwerdeführenden stattzugeben und es sei den Beschwerdeführenden eine angemessene Frist anzusetzen, um die Namen und Geburtsdaten (evtl. auch AHV-Nr.) sämtlicher Fahrer zu melden. Ferner seien sie zu verpflichten, die an die einzel
nen Fahrer ausgerichteten Entschädigungen sowie sämtliche in den Steuerzusammenfassungen von
X._
enthaltenen Angaben einzu
reichen (insbesondere Bruttoentschädigung, Servicepauschale, gefah
rene Kilometer). Ferner seien sie zu verpflichten, die Einkommen der
F._
-Fahrer sowie die Einkommen der übrigen Fahrer (
A._
,
B._
,
C._
und
D._
) auszuscheiden.
Mit Bezug auf die oben genannten Fahrer seien die Beschwerdefüh
renden aufzufordern, die in der Beschwerde genannten Lohnsummen näher zu begründen. Dies auch zur Klärung der Differenzen zu den von den Fahrern genannten Lohnsummen, die sich auf
X._
-Abrech
nungen stützten (so bei
G._
,
H._
und
I._
). Es sei überdies darzutun, für welchen Dienst
Z._
tätig war.
Für den Fall, dass keine Nachfrist zur Einreichung der Lohnangaben angesetzt wird oder die Beschwerdeführenden einer entsprechenden Aufforderung nicht nachkommen, seien die von uns festgesetzten Lohnbeiträge zu bestätigen.
8.
Schliesslich beantragen wir, es sei über die Berechnung der Unkosten zu befinden, welche den Fahrern bei der Ausübung ihrer Tätigkeit für
X._
bzw.
Y._
entstehen.
Mit Verfügung vom 16. November 2020 (Urk. 9) wurde die mit
Einspracheent
scheid
vom 3. März 2020 entzogene aufschiebende Wirkung der Beschwerde wiederhergestellt. In der Replik vom 12. April 2021 (Urk. 16), die ausschliesslich im Namen von
X._
(und nicht auch von
Y._
) eingereicht wurde, liess
X._
folgende Anträge stellen:
Im Verfahren:
1.
Es sei auf die vor
liegende Beschwerde einzutreten;
2.
Es sei die aufschiebende Wirkung der vorliegenden Beschwerde gegen den
angefochtenen
Entscheid
vollumfänglich und
mit sofort
iger Wir
kung wiederherzustellen;
3.
Es sei festzustellen, dass
X._
zur Beschwerde gegen den
E
in
sprache
e
ntscheid
der SVA vom 3. März 2020 legitimiert ist.
In der Sache:
4
.
Der
E
insprachee
ntscheid
der
SVA vom 3. März 2020
sei
aufzuheben;
5
.
Es sei festzustellen, dass
Z._
seine Tätigkeit als Fahrer im Zusam
menhang mit der
X._ Applikation
nicht als «
Unselbständig
erwer
bender
» im Sinne des Sozialversicherungsrechts für
X._
oder irgendeine andere Gesell
schaft der
X._-Gruppe
erbringt;
6
.
Es sei festzustellen, dass weder
X._
noch irgendeine andere Gesell
schaft der
X._-Gruppe
als Arbeitgeberi
n von
Z._
qualifizieren;
7
.
Es sei festzustellen, dass weder
X._
noch
Y._
noch
E._
noch irgendeine andere Gesellschaft der
X._-Gruppe
paritätische Sozial
versicherungsb
eiträge auf die an
Z._
entrichteten Beträge im Zusammenhang mit der Nut
zung d
er
X._-Applikation
zahlen muss;
8
.
Es sei festzustellen, dass weder
X._
noch irgendeine andere Gesell
schaft der
X._-Gruppe
auf die paritätischen Sozialversiche
rungs
beiträge anfal
lende Verzugszinsen zahlen muss;
9
.
Es sei die gesamte Rechnung betreffend die paritätischen Sozialversi
cherungsbeiträge und/oder betreffend die Verzugszinsen
im Zusam
menhang
mit den von
Z._
erhaltenen Beträgen im Zusam
menhang mit der Nutzung der
X._-Applikation
zu annullieren;
10
.
Eventualiter sei
a)
der
E
insprachee
ntscheid
der
SVA vom 3. März 2020 aufzuheben;
b
)
die gesamte Rechnung betreffend die paritätischen Sozialversi
cherungsbeiträge und/oder
betreffend
die Ver
zugszinsen
im Zusam
menhang mit den von
Z._
erhaltenen Beträgen
im Zusammenhang mit der Nutz
ung der
X._-Applikation
zu annullieren;
c)
die
Sache
zur weiteren Abkl
ärung an die SVA zurückzuweisen;
11
.
Subeventualiter
, für den Fall, dass die vorstehenden Rechtsbegehren gemäss Ziffern 4 bis 10 abgewiesen werden,
sei
a)
der
E
insprachee
ntscheid
der
SVA vom 3. März 2020 aufzuheben;
b)
die gesamte Rechnung betreffend die paritätischen Sozialversi
cherungsbeiträge und/oder betreffend die Verzugszinsen im Zusammenhang mit den von
Z._
erhaltenen Beträgen im Zusammenhang mit der Nutzung der
X._-Applikation
zu annullieren;
c)
festzustellen, dass weder
X._
noch irgendeine andere Gesell
schaft der
X._-Gruppe
als Arbeitgeberin der Fahrer 2014 qualifizieren, welche die
X._-Applikation
im Namen eines Ein
zelunternehmens verwenden, einschliesslich
Z._
;
d)
festzustellen, dass weder
X._
noch irgendeine andere Gesell
schaft der
X._-Gruppe
als Arbeitgeberin der Fahrer 2014 qualifizieren, welche die
X._-Applikation
im Namen einer Gesellschaft verwenden, einschliesslich
Z._
;
12.
Subsubeventualiter
, für den Fall, dass die vorstehenden Rechtsbegeh
ren gemäss Ziffern 4 bis 11 abgewiesen werden, sei
a)
der
Einspracheentscheid
der SVA vom 3. März 2020 aufzuheben;
b)
die gesamte Rechnung betreffend die paritätischen Sozialversi
cherungsbeiträge und/oder betreffend die Verzugszinsen im Zusammenhang mit den von
Z._
erhaltenen Beträgen im Zusammenhang mit der Nutzung der
X._-Applikation
zu annullieren;
c)
festzustellen, dass der Kostenabzug nicht weniger als CHF 0.70 pro gefahrenen Kilometer betragen kann;
d)
die Sache zur Neubeurteilung an die SVA zurückzuweisen und
X._
eine angemessene Frist von mindestens drei Monaten zu gewähren, um zusätzliche Informationen betreffend
Z._
und der von
X._
an
Z._
im Jahr 2014 entrichteten Beträge sowie bezüglich der von
Z._
gefahrenen Kilometer zu liefern, ausser für die Beträge die aus der Nutzung der Applikation im Namen eines Einzelunterneh
mens oder einer Gesellschaft resultieren;
13
.
Es seien alle weite
ren Begehren der SVA abzuweisen;
14
.
Die Kosten des Verfahrens
seien
der SVA aufzuerlegen und
X._
sei
eine Entschädigung für die durch das Beschwerdeverfahren ent
stan
denen Parteikosten zuzusprechen (zzgl. MwSt.).
In ihrer Duplik vom 26. Mai 2021 (Urk. 20
; vgl. auch Urk. 23
) hielt die Aus
gleichskasse grundsätzlich an ihren Anträgen fest
und ergänzte, dass mit Bezug auf die Unkosten dem (neuen) Subeventualantrag von
X._
stattzugeben sei, wonach
ihr eine Frist zur Angabe der von den Fahrern gefahrenen Kilometern anzusetzen sei.
Mit Verfügung vom 28. Mai 2021 (Urk. 22) wurde die Duplik den Beschwerde
führerinnen zugestellt. Am 4. Juni 2021 reichte die Ausgleichskasse unaufgefor
dert
und ohne ersichtlichen äusseren Anlass
eine weitere, ebenfalls als «Duplik» bezeichnete Eingabe (Urk. 23) ins Recht, die mit ihrer eigentlichen Duplik (Urk. 20)
nur teilweise deckungsgleich ist
.
Mit Verfügung vom 9. September 2021 (Urk. 25) wurde
Z._
zum Pro
zess bei
geladen und ihm Gelegenheit zur Stellungnahme angesetzt. Er liess sich jedoch nicht vernehmen. Zudem wurde
n
der
X._
und
der
Y._
die
sogenannte
«Duplik» vom 4. Juni 2021 (Urk. 23) samt Beilagen (Urk. 24/1-11) zur Kenntnis
nahme zugestellt.
Am 29. Oktober 2021 liess
die
X._
eine Stellungnahme zur Duplik ins Recht reichen
(Urk.
30),
in der sie an den gestellten Anträgen festhalten liess; darüber wurden
die Ausgleichskasse
und
Z._
in Kenntnis gesetzt (vgl. Urk.
31
).
Auf die Ausführungen der Parteien ist, soweit für die Entscheidfindung erforder
lich, in den Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
1.1.1
Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfü
gung beziehungsweise eines
Einspracheentscheids
– Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung beziehungsweise der
Einspracheentscheid
den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung beziehungsweise kein
Einspracheentscheid
ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a)
.
1.
1.2
Soweit die Beschwerdeführerinnen wiederholt beantragten, es seien Feststellun
gen mit Bezug auf irgendeine andere Gesellschaft der
X._-Gruppe
zu machen (vgl. etwa Urk. 1/1 Ziffern 8 ff. des Rechtsbegehrens), ist festzuhalten, dass in keinem der angefochtenen
Einspracheentscheide
vom 3. März 2020 (vgl. oben Sachverhalt Ziffern 1.2.1, 1.2.2 und 1.2.3) von anderen Gesellschaften der
X._-Gruppe
die
Rede ist, sondern lediglich von
X._
,
Y._
und
E._
. Mit Bezug auf andere Gesellschaften der
X._-Gruppe
ist demzufolge weder eine Verfü
gung noch ein
Einspracheentscheid
ergangen, weshalb insoweit auf die Beschwerde nicht einzutreten ist.
1.2
Wie
bereits in Sachverhalt Ziff. 2.2 ausgeführt wurde, sind die Fragen, ob die
E._
eine Betriebsstätte der
X._
und/oder der
Y._
ist und ob sie in irgend
einer Form für etwaige Beitragsforderun
gen der Beschwerdegegnerin gegenüber den Beschwerdeführerinnen zahlungs
pflichtig od
er haftbar ist, bereits wiederholt
verneint
worden
. Es handelt sich dabei um
res
iudicatae
.
Auf die
entsprechenden,
trotzdem von der Beschwerdegegnerin gestellten Anträge ist nicht einzutreten.
1.3
Schliesslich ist
auch auf Verfahrensanträge, über die bereits entschieden wurde (etwa die Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung) oder die durch den Verlauf des Verfahrens und/oder spätestens durch das heute zu fällende Urteil obsolet wurden (etwa die Anträge auf Prozessvereinigung
oder Verfahrenssistie
rung
),
abgesehen von den Hinweisen, dass weder eine Sistierung des Prozesses noch eine Verfahrensvereinigung angezeigt erscheint,
nic
ht weiter einzugehen.
1.4
Weiter ist festzuhalten, dass den meisten der von den Parteien gestellten Anträ
gen keine eigenständige Bedeutung zukommt, sondern
sie
letztlich
allesamt
in den Hauptfragen (S
tatusqualifikation, etwaige
Arbeitgebereigenschaft und Quan
titativ einer
allfälligen Be
itragsforderung) aufgehen
.
2.
2.1
Nach der Rechtsprechung beurteilt sich die Frage, ob im Einzelfall selbständige oder unselbständige Erwerbstätigkeit vorliegt, nicht auf Grund der Rechtsnatur des Vertragsverhältnisses zwischen den Parteien. Entscheidend sind vielmehr die wirtschaftlichen Gegebenheiten. Die zivilrechtlichen Verhältnisse vermögen dabei allenfalls gewisse Anhaltspunkte für die AHV-rechtliche Qualifikation zu bieten, ohne jedoch ausschlaggebend zu sein. Als unselbständig erwerbstätig ist im Allgemeinen zu betrachten, wer von einer oder einem Arbeitgebenden in betriebswirtschaftlicher beziehungsweise arbeitsorganisatorischer Hinsicht
abhängig ist und kein spezifisches Unternehmerrisiko trägt. Aus diesen Grund
sätzen allein lassen sich indessen noch keine einheitlichen, schematisch anwend
baren Lösungen ableiten. Die Vielfalt der im wirtschaftlichen Leben anzutreffen
den Sachverhalte zwingt dazu, die beitragsrechtliche Stellung einer erwerbstäti
gen Person jeweils unter Würdigung der gesamten Umstände des Einzelfalles zu
beurteilen. Weil dabei vielfach Merkmale beider Erwerbsarten zu Tage treten, muss sich der Entscheid oft danach richten, welche dieser Merkmale im konkreten Fall überwiegen (BGE 146 V 139 E. 3.1 mit Hinweis).
2.2
Selbständige Erwerbstätigkeit liegt im Regelfall dann vor, wenn die beitrags
pflichtige Person durch Einsatz von Arbeit und Kapital in frei bestimmter Selbst
organisation und nach
aussen
sichtbar am wirtschaftlichen Verkehr teilnimmt mit dem Ziel, Dienstleistungen zu erbringen oder Produkte zu schaffen, deren Inanspruchnahme oder Erwerb durch finanzielle oder geldwerte Gegenleistungen abgegolten wird (BGE 115 V 161 E. 9a mit Hinweisen). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts sind die Tätigung erheblicher Investitionen, die Benützung eigener Geschäftsräumlichkeiten sowie die Beschäftigung von eigenem Personal charakteristische Merkmale einer selbständigen Erwerbstätigkeit. Das spezifische Unternehmerrisiko besteht dabei darin, dass unabhängig vom Arbeitserfolg Kos
ten anfallen, die der Versicherte selber zu tragen hat. Für die Annahme selbstän
diger Erwerbstätigkeit spricht sodann die gleichzeitige Tätigkeit für mehrere Gesellschaften in eigenem Namen, ohne indessen von diesen abhängig zu sein.
Massgebend
ist dabei nicht die rechtliche Möglichkeit, Arbeiten von mehreren Auftraggebern anzunehmen, sondern die tatsächliche Auftragslage (BGE 122 V
169 E. 3c mit Hinweisen).
Von unselbständiger Erwerbstätigkeit ist auszugehen, wenn die für den Arbeits
vertrag typischen Merkmale vorliegen, das heisst wenn die versicherte Person Dienst auf Zeit zu leisten hat, wirtschaftlich von der oder dem «Arbeitgebenden» abhängig ist und während der Arbeitszeit auch im Betrieb der oder des Arbeitge
benden eingeordnet ist, praktisch also keine andere Erwerbstätigkeit ausüben kann. Indizien dafür sind das Vorliegen eines bestimmten Arbeitsplans, die Not
wendigkeit, über den Stand der Arbeiten Bericht zu erstatten, sowie das
Ange
wiesensein
auf die Infrastruktur am Arbeitsort. Das wirtschaftliche Risiko der ver
sicherten Person erschöpft sich diesfalls in der (alleinigen) Abhängigkeit vom persönlichen Arbeitserfolg oder, bei einer regelmässig ausgeübten Tätigkeit, darin, dass bei Dahinfallen des Erwerbsverhältnisses eine ähnliche Situation ein
tritt, wie dies beim Stellenverlust von Arbeitnehmenden der Fall ist (BGE 122 V
169 E. 3c mit Hinweisen). Die Abhängigkeit der eigenen Existenz vom persön
li
chen Arbeitserfolg ist praxisgemäss nur dann als Risiko einer
selbständigerwer
benden
Person zu werten, wenn beträchtliche Investitionen zu tätigen oder An
gestelltenlöhne zu bezahlen sind (BGE 119 V 161 E. 3b). Hervorzuheben ist, dass sich die Frage nach der Arbeitnehmereigenschaft regelmässig nach der äusseren Erscheinungsform wirtschaftlicher Sachverhalte und nicht nach allfällig davon abweichenden internen Vereinbarungen der Beteiligten beurteilt, was jeweils unter Würdigung der
gesamten Umstände des Einzelfalls zu geschehen hat. Ent
scheidend ist dabei, ob geleistete Arbeit, ein Unterordnungsverhältnis und die Vereinbarung eines Lohnanspruchs in irgendeiner Form vorliegen (Urteil des Bundesgerichts 8C_790/2018 vom 8. Mai 2019 E. 3.2 mit Hinweis).
2.3
2.3.1
Gemäss der vom Bundesamt für Sozialversicherungen herausgegebenen Weglei
tung über den massgebenden Lohn in der AHV, IV und EO (WML; in der seit 1. Januar 2021 gültigen Fassung)
ist in unselbständiger Stellu
ng erwerbstätig, wer kein spezi
fisches Unter
nehmer
risiko trägt und von einer Arbeitgeberin
oder einem Arbeitgeber in wirt
schaftlicher und arbei
tsorganisatorischer Hinsicht abhän
gig ist (
Rz
101
8
). Merkmale für das Bestehen eines Unternehmerrisikos
sind namentlich (
Rz
101
9
):
-
das Tätigen erheblicher Investitionen,
-
die Verlusttragung,
-
das Tragen des Inkasso- und Delkredererisikos,
-
die Unkostentragung,
-
das Handeln in eigenem Namen und auf eigene Rechnung,
-
das Beschaffen von Aufträgen,
-
die Beschäftigung von Personal,
-
eigene Geschäftsräumlichkeiten.
Auf der anderen Seite kommt das wirtschaftliche respektive arbeitsorganisatori
sche Abhängigkeitsverhältnis
Unselbständigerwerbender
namentlich
zum Aus
druck
beim Vorhandensein
(
Rz
10
20
):
-
eines
Weisungsrecht
s
,
-
eines
Unterordnungsverhältni
s
s
es
,
-
einer
Pflicht zur persönlichen Aufgabenerfüllung,
-
eines
Konkurrenzverbots,
-
einer
Präsenzpflicht.
Gemäss Wegleitung gelten
Taxichauffeusen
und -chauffeure im Allgemeinen als
Unselbständigerwerbende
. Dies auch dann, wenn sie ein eigenes Fahrzeug besit
zen, aber einer Taxizentrale angeschlossen sind (
Rz
4
086
). Sie gelten als
selbstän
digerwerbend
, soweit sie ein Unter
nehmerrisiko tragen und arbeits
organisatorisch nicht in besonderem Masse von den Auftraggebenden abhängig sind (
Rz
4
088). Für
die Qualifikation von Taxifahrern, die sich einer Zentrale angeschlossen hat
ten, als unselbständig Erwerbstätige sprach sich das Bundesgericht
etwa
in sei
nem Urteil 8C_357/2014 vom 17. Juni 2014 aus.
2.3.2
Verwaltungsweisungen richten sich an die Durchführungsstellen und sind für das Sozialversicherungsgericht nicht verbindlich. Dieses soll sie bei seiner Entschei
dung aber berücksichtigen, sofern sie eine dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen zulassen. Das Gericht weicht also nicht ohne triftigen Grund von Verwaltungsweisungen ab, wenn diese eine überzeugende Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben darstel
len. Insofern wird dem Bestreben der Verwaltung, durch interne Weisungen eine rechtsgleiche Gesetzesanwendung zu gewährleisten, Rechnung getragen (BGE
133 V 587 E. 6.1; 133 V 257 E. 3.2 mit Hinweisen; vgl. BGE 133 II 305 E. 8.1).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin führte zur Begründung der angefochtenen
Einsprache
entscheide
vom 3. März 2020 (Urk. 3/23, Urk. 3/26 und Urk. 3/26
bis
;
Abr
.-Nrn.
...
und
...
) im Wesentlichen aus, dass
die «
X._-Fahrer
»
für die über die
X._-App
vermittelten Fahrten keine erheblichen Investitionen und daher kein ins Gewicht fallendes Verlustrisiko trügen. Es bestehe weder auf Seiten des Fahrers noch auf Seiten der Beschwerdeführerin
nen
ein Inkassorisiko. Die Fahrer würden in der Aussenwahrnehmung nicht in eigenem Namen und auf eigene Rechnung auftre
ten; sie beschafften sich selbst keine Aufträge. Daher trügen die «
X._-Fahrer
» kein wesentliches unternehmerisches Risiko. Allfällige Unkosten würden nicht derart erheblich erscheinen, dass sie ein ins Gewicht fal
lendes Unternehmerrisiko begründen würden. Soweit einzelne Fahrer zusammen mit angestellten Fahrern bei der Beschwerdeführerin 1 oder ausdrücklich im Namen von juristischen Per
sonen registriert sein sollten, wären diese Vertrags
verhältnisse gesondert zu prü
fen; es sei der Beschwerdegegnerin aber kein solcher Fall bekannt (Urk. 3/23 S. 16
und Urk. 3/26 S. 1
8
). Bezüglich wirtschaftliches und arbeitsorganisatorisches Abhängigkeitsverhältnis hielt die Beschwerdegegnerin fest, dass mit der freien Wahl der Arbeitszeit sowie des Arbeitsortes, dem fehlen
den Konkurrenzverbot und der jederzeitigen sofortigen Kündigungsmöglichkeit Merkmale für eine selb
ständige Erwerbstätigkeit der «
X._-Fahrer
» gegeben seien. Gleichzeitig würden
s
ie
verschiedenen Vorgaben und Kontrollmechanismen unterstehen, was Aus
druck eines Unterordnungsverhältnisses sei. Überdies seien die Fahrer wegen der von
den Beschwerdeführerinnen
zentral geführten Kunden
zuweisungen und den Zahlungsmodalitäten wirtschaftlich und arbeitsorganisa
torisch in
deren
Betrieb
eingegliedert (Urk. 3/23 S. 19
und Urk. 3/26 S. 2
0
). Insgesamt würden die Merk
male für eine unselbständige Erwerbstätigkeit deutlich überwiegen. Man stelle somit fest, dass «
X._-Fahrer
» sozialversicherungsrecht
lich als Arbeitnehmende der Beschwerdeführerin 1 zu qualifizieren seien
(bezie
hungsweise als Arbeitneh
mer der Beschwerdeführerin 2 [vgl.
hiezu
Urk. 3/26 S. 2
1
f.])
. Dies gelte jeden
falls, soweit sie nicht angestellte Fahrer für einen Part
nerfahrer im Sinne der Partnerbedingungen vom 1. Juli 2013 beziehungsweise für ein unabhängiges Beförderungsunternehmen im Sinne des Dienstleistungs
vertrages vom 3. Februar 2016 und des Fahrernachtrags zum Dienstleistungs
-
ver
trag vom 3. Februar 2016 seien. In diesen Fällen wäre separat über das Beitrags
statut zu befinden (Urk. 3/23 S. 19). Die Lohnsumme schätzte die Beschwerde
gegnerin für das Jahr 2014
auf Fr. 29'769'195.45 (Urk. 3/23 S. 23 ff., insbeson
dere S. 31)
beziehungsweise auf Fr. 29'739'633.55 (Urk. 3/26 S. 2
6
ff., insbeson
dere S. 3
3
)
. Die Beschwerdegegne
rin erklärte, dass sie gerne darauf verzichtet hätte
,
dieselben Lohnbeiträge der Beschwerdeführerin 1 und der Beschwerdefüh
rerin 2 in Rechnung zu stellen: Um jedoch
zu verhindern
, dass die Verjährung eintrete, habe man diese Vorgehens
weise wählen müssen. Es sei der Beschwerde
gegnerin gänzlich unbekannt, wie viele «
X._-Fahrer
» im Jahr 2014 für die Beschwerdeführerin 1 und wie viele für die Beschwerdeführerin 2 tätig gewesen seien (Urk. 3/23 S. 25
und Urk. 3/26 S. 2
8
). Für den Beigeladenen gehe man von einer Entschädigung von «
X._
» von Fr. 33'173.
aus
(vgl. dazu Urk. 3/23 S. 3
1
und Urk. 3/26 S. 3
3
; vgl. auch Urk. 3/26
bis
).
Im Rahmen des vorliegenden Prozesses hielt die Beschwerdegegnerin im Wesent
lic
hen an diesen Ausführungen fest (vgl. Urk. 7, 20 und 23). In ihrer Beschwer
deantwort machte die Beschwerdegegnerin zu
sechs
Fahrern konkrete Angaben (Urk. 7):
-
J._
: Die Beschwerdegegnerin gehe davon aus, dass er im Jahr 2014 ein Einkommen von Fr. 1'208.
erzielt habe und dass er (vermutlich) als
A._
-Fahrer für die Beschwerdeführerin 1 gearbeitet habe. Es gebe aber unerklärliche Differenzen zwischen den Lohnmeldungen (S. 4).
-
G._
: Er habe Einnahmen
von Fr. 10'158.
erzielt
und
sei für
A._
gefahren
. Auch hier gebe es unterschiedliche Lohnangaben (S. 5).
-
K._
: Er habe 2014 entweder Fr. 18'687.
oder Fr. 21'457.80 für «
X._
-Dienste» bezogen. Immerhin könne man davon ausgehen, dass die Beschwerdeführerin 1 und nicht die Beschwerdeführerin 2 seine Arbeitge
berin gewesen sei (S. 6).
-
H._
:
Er soll 2014 von der Beschwerdeführerin 1 Fr. 9'778.
oder Fr. 9'697.60 erhalten haben. Unkosten könnten nicht berücksichtigt wer
den, weil man nicht wisse, wie viele Kilometer er gefah
ren sei (S. 6).
-
Z._
: Er gebe nicht an, für welche
n
X._
-Dienst er gefahren sei. Er habe für das Jahr 2014 seinen Umsatz bei
X._
auf Fr. 37'317.
beziffert, diesen über seine Einzelfirma (
Z._
.com) deklariert und abgerechnet. Wie sich der Betrag von Fr. 37'317.
zusammensetze, könne man nicht voll
ständig nachvollziehen (S. 7).
-
I._
:
Er habe im Jahr 2014 Fr. 19'864.30 bezogen; er habe für die Beschwerdeführerin 1 gearbeitet. Die Beschwerdeführerinnen wür
den seine Einnahmen für das Jahr 2014 mit Fr. 19'676.30 beziffern. Man könne sich die Differenz nicht erklären (S. 8).
Diese Zahlenangaben änderte die Beschwerdegegnerin in ihrer (ersten) Duplik vom 26. Mai 2021 (Urk. 20):
-
Z._
: E
s
sei unklar, wie hoch die «bei
X._
» erzielten Bruttoein
nahmen tatsächlich gewesen seien (S. 5).
-
I._
:
Das
Steueramt
habe
für das Jahr 2014 ein selbständi
ges Erwerbsein
kommen von Fr. -6'973.
, mithin einen Verlust gemeldet (S.
5
).
-
K._
: Auch
bei ihm
habe
das
Steueramt einen Verlust gemeldet (S. 5).
-
H._
: Er habe bei einem Umsatz von Fr. 11'515.
Abzüge von Fr. 10'082.
geltend gemacht. Die Frage müsse erlaubt sein, weshalb bei diesen Nettoeinkommen überhaupt noch Taxi (unter anderem m
it der
X._-App
) gefahren werde
(S. 5).
Die Beschwerdegegnerin hielt weiter fest (Urk. 20 S. 13), sie habe stets darauf hingewiesen, dass sie die Lohnbeiträge anpassen werde, sobald ihr die Beschwer
deführerinnen die dafür notwendigen Angaben machten (Namen und AHV-Nr. der Fahrer, eingenommene Fahrpreise und Trinkgelder, Servicegebühren, allfäl
lige weitere Abzüge, Kilometerangaben).
In ihrer zweiten «Duplik» vom 4. Juni 2021 (Urk. 23) operierte die Beschwerde
gegnerin mit anderen Beispielen von Fahrern (vgl. S. 4 ff.). Allerdings ging es nicht um Einkünfte im Jahr 201
4.
Die Beschwerdegegnerin berücksichtigte bei ihren Berechnungen jeweils Unkosten von Fr. 0.35 pro Kilometer.
3.2
Demgegenüber liessen die Beschwerdeführerinnen zur Begründung ihrer Beschwerden (Urk. 1/1) im Wesentlichen ausführen, dass sie keine Taxizentrale betri
e
be
n
, sondern den Nutzern ihrer Applikation (
X._-App
) eine Software
anb
ö
te
n
, die es den selbständigen Fahrern und Fahrgästen erlaube, sich mitei
nander in Verbindung zu setzen. Es werde kein Mindestservice garantiert. Die
X._-App
funktioniere lediglich auf dem Prinzip von Angebot und Nachfrage. Entsprechend werde dem Nutzer keine Transportdienstleistung angeboten, wenn kein selbständiger Fahrer mit der Applikation verbunden sei. Den Fahrern würden keinerlei Vorgaben gemacht in Bezug auf die Organisation ihrer Arbeitszeit. Sie seien auch nicht an eine Exklusivitäts- oder Konkurrenzklausel gebunden und hätten die Wahl, die angebotenen Fahrten abzulehnen. Es existiere keine fixe Adresse, die der Verteilung der Fahrten diene oder welche die Fahrgäste aufsu
chen könnten. Es würden keine Standplätze zur Verfügung gestellt. Die Nutzer hätten auch die Möglichkeit, die Fahrer direkt zu kontaktieren, ohne die
X._-App
zu benützen und ohne eine Gesellschaft der
X._-Gruppe
darüber zu infor
mieren (S. 11 ff.).
Die Fahrer würden ein Unternehmerrisiko tragen (S. 14 ff.): Die Fahrer müssten alle Investitionen tätigen (Fahrzeug, Smartphone, Führerausweis und Bewilligun
gen). Die Unkosten würden ausschliesslich durch die Fahrer getragen (Mobilfunk, Versicherungen, etwaige Personalkosten, Kosten für allfällige Geschäftsräumlich
keiten). Das Inkassorisiko trage der Fahrer. Die
Beschwerdeführerin
1
nehme die Zahlungen für den Fahrer in dessen Namen und auf seine Rechnung entgegen. Verluste würden ausschliesslich vom Fahrer getragen. Die Fahrer hätten kein Recht auf Bezahlung einer fixen Mindestvergütung durch eine Gesellschaft der
X._-Gruppe
. Das gesamte Risiko (etwa auch bei Zerstörung des Fahrzeuges) trage der Fahrer. Die Fahrer handelten in eigenem Namen und auf eigene Rech
nung. Sie hätten kein Recht, den Namen und das Logo «
X._
» zu verwenden. Der Name des Fahrers stehe auf dem Fahrtbeleg und der Rechnung, die die
Beschwer
deführerin
1
den Fahrgästen am Ende der Fahrt zustelle. Neben dem Namen des Fahrers sei auch das Logo «
X._
» auf dem Fahrtbeleg ersichtlich. Dies sei damit zu begründen, dass die
Beschwerdeführerin
1
für die Einkassierung des Fahrprei
ses bei den Fahrgästen auf Rechnung des Fahrers zuständig sei. Das Logo «
X._
» auf der Rechnung hänge somit einzig mit den Zahlungsmodalitäten der Fahrten zusammen. Die Fahrer hätten die Möglichkeit, sich selbst Aufträge zu beschaffen.
Es bestehe in organisatorischer Hinsicht kein Abhängigkeitsverhältnis (S. 19 ff.): Die Beschwerde
führerin
nen
hätten
keine Weisungsbefugnis gegenüber dem Fah
rer, namentlich nicht hinsichtlich Organisation und Einsatzzeiten. Der Fahrer sei nicht verpflichtet, die
X._-App
zu benützen. Die Fahrer würden nicht kontrol
liert; sie hätten keine festen Arbeitszeiten; es treffe sie keine Anwesenheitspflicht. Die Fahrer könnten ihre Arbeit frei gestalten (Ort, Tag, Häufigkeit und derglei
chen). Sie müssten sich nicht regelmässig in Räumlichkeiten der
X._-Gruppe
aufhalten. Die Fahrer hätten das Recht, die über die
X._-App
vorgeschlagenen Aufträge
abzulehnen und bereits angenommene Aufträge zu stornieren. Sie könnten sich auch dazu entschliessen, den Fahrgästen anstatt des von der
Beschwerdeführerin
1
empfohlenen Tarifes keinen Fahrpreis oder einen anderen in Rechnung zu stellen; in jedem Fall schulde der Fahrer aber die zur Abgeltung der Zurverfügungstellung der
X._-App
geschuldete Servicegebühr. Die Fahrer müssten keine bestimmten Parkplätze verwenden; sie könnten die Route (abwei
chend von den Vorschlägen der
X._-App
) selbst bestimmen. Es bestehe kein Unterordnungsverhältnis. Die Fahrer hätten keine Leistungsziele zu erbringen. Der Dienstleistungsvertrag könne von beiden Parteien jederzeit unter Einhaltung einer Frist von sieben Tagen gekündigt werden. Es bestehe für die Fahrer keine Pflicht zur persönlichen Aufgabenerfüllung; sie könnten eigenes Personal beschäftigen. Allfällige Angestellte müssten sich ausschliesslich zwecks Identifi
kation durch die Fahrgäste individuell auf der
X._-App
registrieren. Es bestehe weder ein Konkurrenzverbot noch eine Exklusivitätsklausel.
Des Weiteren
wurde gerügt, dass die Beschwerdegegnerin an demselben Tag zwei praktisch identische Verfügungen an die Beschwerdeführerin 1 und die Beschwerdeführerin 2 zugestellt habe, die dasselbe Jahr (2014), praktisch diesel
ben Fahrer, dieselben Einkommen (mit einer Differenz von etwa Fr.
30'000.
), dieselben Beiträge
(mit einer Differenz von etwa Fr. 4'000.
) und praktisch die
selben Verzugszinsen betroffen hätten. Die Beschwerdegegnerin habe an ihren umfassenden und nicht individualisierten Verfügungen festgehalten (S. 27). Die Beschwerdegegnerin differenziere zu Unrecht nicht zwischen den Fahrern
(vgl. etwa S. 41 ff.). Zudem seien die Grundsätze zur Bestimmung des sozialversiche
rungsrechtlichen Status falsch angewandt worden (S. 43 ff.).
Vorliegend sollten bereits die vollständige organisatorische Freiheit und das Feh
len jeglicher Verpflichtung gegenüber der
Beschwerdeführerin
1
ausreichen, um den offensichtlichen selbständigen Status des Fahrers im Zusammenhang mit der Nutzung der
X._-App
festzuhalten. Diese Unabhängigkeit sei der überwiegen
den Mehrheit von Geschäftsverträgen sehr ähnlich und weit entfernt von der klassi
schen Situation einer Person, die von einem Arbeitgeber abhängig sei. Aber auch eine eingehende und systematische Prüfung der einzelnen Abgrenzungskri
terien ergebe ein ebenso offensichtliches Ergebnis. Alle fünf Kriterien, die sich auf das Vorliegen eines Abhängigkeitsverhältnisses beziehen würden (Weisungs
recht, Unterordnung, persönliche Leistungspflicht, Konkurrenzverbot und Präsenz
pflicht), würden für einen selbständigen Status sprechen - kein einziges Kriterium dagegen. Von den sieben Kriterien, die sich auf das Vorliegen eines Unterneh
merrisikos bezögen, sprächen mindestens fünf (Unkosten, Inkassorisiko, Verluste, Handeln in eigenem Namen und auf eigene Rechnung sowie Möglich
keit, sich selbst Mandate zu
beschaffen) für einen selbständigen Status - kein einziges Kri
terium dagegen. Zwei Kriterien (erhebliche Investitionen; Möglichkeit, Personal zu beschäftigen und eigene Geschäftsräumlichkeiten) seien ohne Rele
vanz bezie
hungsweise «neutral». Insgesamt würden die Elemente, die für einen Status des Fahrers als selbständig Erwerbender sprächen, eindeutig überwiegen (S. 64 f.).
Die von der Beschwerdegegnerin geschätzte Lohnsumme sei unange
messen. Sie habe die Schätzung als
Sanktion
eingesetzt. Die Schätzung beruhe nicht auf überprüf
baren Informationen. Die von der Beschwerdegegnerin ange
nommene Zahl von 500 Fahrern
im Jahr 2014 basiere auf keinem konkreten Anhaltspunkt und sei nicht seriös. Auch die durchschnittliche Lohnschätzung von
Fr. 60'000.
-
entbehre jeder sachlichen Grundlage. Schliesslich habe die Beschwerdegegnerin doppelt Rechnung gestellt, und zwar jeweils der Beschwer
deführerin 1 und der Beschwerdeführerin 2 für dieselben angeblichen Lohnzah
lungen (S. 70 ff.).
Im Rahmen der weiteren Rechtsschriften (Replik
vom 12. April 2021
[Urk. 16] und
der Stellungnahme zur Duplik [Urk. 30])
wurde an diesen Standpunkten fest
gehalten. Insbesondere wurde ausgeführt, dass die Fahrer in keinem Abhängig
keitsverhältnis zu den Beschwerdeführerinnen stünden und dass sie ein Unter
nehmerrisiko trügen. Es wurde im Einzelnen auf die Situation der von der Beschwerdegegnerin genannten Fahrer
, insbesondere auch auf diejenige des Beigeladenen eingegangen (Urk. 16 S. 16 ff.) und daran erinnert, dass die Beschwer
deführerinnen keine Taxizentralen seien.
Zudem wurde auf die unter
schiedliche Behandlung der Applikation
L._
hingewiesen und dargelegt, dass die Beschwerdegegnerin beziehungsweise die Suva diese Applikation beziehungs
weise deren Betreiberin (
L._
) grosszügiger beurteilt habe als die Beschwerde
führerinnen. Das Verhalten der Beschwerdegegnerin sei bösgläubig. Zahlreiche Elemente der Applikation
L._
zeigten, dass es nicht gerechtfertigt sei, die Beschwerdeführerinnen anders zu behandeln. Es handle sich um eine widerrecht
liche Ungleichbehandlung
(vgl. etwa Urk. 30 S. 28 ff. und S. 38 f.).
3.3
3.3.1
Strittig und zu prüfen ist vorliegend, ob die im Jahr 2014 von den - gemäss Angaben der Beschwerdegegnerin - 500 Fahrern (unter ihnen der Beigeladene) unter Anwendung der
X._-App
ausgeübte Tätigkeit als selbständige oder unselbständige Erwerbstätigkeit zu qualifizieren und ob gegebenenfalls die Beschwerdeführerin 1 und/oder die Beschwerdeführerin 2 als Arbeitgeberinnen der Fahrer zu betrachten sind. Weiter sind die von der Beschwerdegegnerin gel
tend gemachten Beitragsforderungen
und Verzugszinsen
in der Höhe
von Fr. 4'261'460.35 und Fr. 986'054.60 (Beschwerdeführerin 1) beziehungsweise
Fr. 4'257'228.55 und Fr. 985'075.40 (Beschwerdeführerin 2)
für das Jahr 2014 gegebenenfalls auch im Quantitativ umstritten.
3
.3.2
Vorweg ist festzuhalten, dass das Sozialversicherungsgericht die genannte Frage nach dem sozialvers
icherungsrechtlichen Status der Fahrer
gestützt auf eine eigene Prüfung der
entscheidrelevanten
Tatsachen vorzunehmen hat. Insbeson
dere auch deshalb braucht auf die zwischen den Parteien entstandene Kontro
verse, welches (ausländische und/oder zivilrechtliche) Präjudiz am ehesten auf die vorliegende Streitsache anwendbar ist, nicht eingegangen zu werden. Es ist inso
weit lediglich festzuhalten, dass die vorliegende Streitsache (sozialversiche
rungs
rechtlicher Status von Fahrern, die die
X._-App
benützen) noch keiner bundes
gerichtlichen Klärung zugeführt worden ist. Entscheidungen anderer Gerichte sind für das Sozialversicherungsgericht im vorliegenden Kontext nicht massge
bend.
Ausserdem ist auch auf die zwischen den Parteien umstrittene Frage, ob die
Beschwerdeführerin
nen
eine Taxizentrale
sind
oder eine solche betreib
en
, nicht weiter einzugehen, weil zum einen die streitgegenständliche Statusfrage vorlie
gend - wie erwähnt - aufgrund einer eigenen Prüfung der relevanten Kriterien vorzunehmen ist. Zum anderen ist offensichtlich, dass die Beschwerdeführerin
nen
sich in einer Vielzahl von Gesichtspunkten von einer üblichen Taxizentrale untersch
eiden
. Zu nennen wäre dabei an erster Stelle die internationale Tätigkeit der Beschwerdeführerin
nen
und der übrigen
X._
-Gesellschaften, die sich doch wesentlich von den üblichen, räumlich stark beschränkten Geschäftstätigkeiten einer durchschnittlichen Taxizentrale unterscheidet. Aber auch in der Art und Weise der Fahrgastvermittlung und bezüglich der finanziellen Bedingungen, worauf neben anderen Punkten noch zurückz
ukommen sein wird, unterscheiden
sich die Beschwerdeführerin
nen
von einer traditionellen Taxizentrale.
Auf eine begriffsjuristische Diskussion über das Wesen einer Taxizentrale kann jedenfalls verzichtet werden.
Schliesslich spielt es - entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin
nen
(vgl. etwa
Urk. 16 S. 35
f
f
.) - für die Beantwortung der streitgegenständlichen Status
frage auch keine Ro
lle, wie
diese Frage hinsichtlich eines anderen Fahrers und eines anderen Unternehmens (
L._
)
von der Suva beantwortet worden ist
, da grundsätzlich jeder Einzelfall einer eigenen Prüfung zu unterziehen ist.
4.
4.1
Die Zusammenarbeit zwischen den Beschwerde
führerinnen und den Fahrern wurde
nach Lage der Akten und laut de
n Vorbringen der Parteien
im Jahr 2014 im
Wesentlichen durch die sogenannten «Partnerbedingungen» (PB) geregelt (
auch betreffend die Beschwerdeführerin 2, obwohl diese in den aufgelegten Ver
tragsgrundlagen nicht explizit genannt ist;
Urk. 3/9). Später wurden diese Part
nerbedingungen durch den sogenannten «Dienstleistungsvertrag» (DLV) und den «Fahrernachtrag zum Dienstl
eistungsvertrag» (FDLV) ersetzt
(vgl. Urk. 3/2). Teil
weise wurde die Vertragsterminologie geändert; so wurde etwa aus dem «Partner» der PB der «Kunde» des DLV. Und aus dem «Kunden» der PB wurde
der «Benutzer»
des DLV
(also der eigentliche Fahrgast). Da inhaltlich zwischen den PB und dem DLV (inklusive FDLV) keine im vorliegenden K
ontext
ent
scheiderhebliche
n
Unterschiede bestehen, wird im Folgenden die Vertrags
-
terminologie des DLV/FDLV
verwendet und
werden
grundsätzlich deren Bestimmungen zitiert.
Auf die entsprechenden Bestimmungen der PB wird zusätzlich hingewiesen.
Im Übri
gen haben sich auch die Beschwerdeführerinnen selbst auf den DLV bezogen (vgl. etwa Urk. 1/1 S. 12 ff.).
Nach Lage der Dinge haben der DLV und der FDLV die PB in mancher Hinsicht konkretisiert.
4
.2
Wie oben in E.
2
.3.1 dargelegt wurde, hängt der sozialversicherungsrechtliche Status der Erwerbstätigkeit einer Person von zwei Gesichtspunkten ab: Zum einen geht es um die Frage, ob die betreffende Person ein spezifisches Unternehmer
risiko trägt; und zum anderen ist zu beurteilen, ob die betreffende Person von einer Arbeitgeberin in wirtschaftlicher und arbeitsorganisatorischer Hinsicht ab
hängig ist. Zur Prüfung dieser beiden Gesichtspunkte hat die Praxis - wie erwähnt - verschiedene
Kriterien entwickelt (vgl. E. 2
.3.1). Ausschlaggebend wird sein, welchen Merkmalen i
m vorliegenden Fall das höher
e Gewicht
beizumessen sein wird (vgl. E. 2
.1
a.E
.).
4
.3
4
.3.1
Zur Thematik der arbeitsorganisatorischen Abhängigkeit ergibt sich aus dem Dienstleistungsvertrag (DLV, Urk. 3/2) und dem Fahrernachtrag zum Dienstleis
tungsvertrag (FDLV; Urk. 3/2)
sowie den Partnerbedingungen (PB; Urk. 3/9), dass in allen
Verträgen weder von einem eigentlichen Weisungsrecht noch von einem Subordinationsverhältnis (arbeitsorganisatorische Einordnung) die Rede ist. Diese ergeben sich jedoch direkt oder indirekt aus diversen Einzelbestimmungen:
-
Nach Ziff. 2.2 DLV und Ziff. 2.2 FDLV wird den Fahrern «empfohlen» min
destens zehn (10) Minuten am angegebenen Abholungsort auf den Benutzer (also den Fahrgast) zu warten.
-
Der Fahrer muss nach Ziff. 2.3 DLV beziehungsweise Ziff. 2.2 FDLV alle Benutzer gemäss den Anweisungen des jeweiligen Benutzers und ohne unerwünschte
Unterbrechung oder unerwünschte Zwischenstopps direkt zu ihrem angegebenen Zielort befördern.
-
In Ziff. 2.4 DLV und Ziff. 2.3 FDLV wird zwar darauf hingewiesen, dass die
Beschwerdeführerin
nen
den Fahrer im Allgemeinen oder bei der Erbringung der Beförderungsdienstleistungen oder der Instandhaltung von Fahrzeugen nicht anw
i
ese
n
oder ihn kontrollier
t
e
n
; allerdings muss sich jeder Fahrer ein
verstanden erklären, von seinen Fahrgästen bewertet zu werden (Ziff. 2.6 DLV und Ziff. 2.4.1 FDLV
sowie Ziff. 4.3 PB
). In Ziff. 2.6.2 DLV und Ziff. 2.4.2 FDLV wird dann geregelt, was mit einem Fahrer passiert, wenn er die sogenannte Mindestdurchschnittsbewer
tung nicht erreicht, die von den
Beschwerdeführerin
nen
«nach alleinigem Ermessen» aktualisiert wird:
Man
kann dem Fahrer eine Bewährungsfrist ansetzen und ihn bei Nichtbestehen von der Verwen
dung der
X._-App
ausschliessen
.
Gemäss Ziff. 8.2
lit
. a PB kann unter anderem eine grosse Zahl von Fahrgast-Beschwerden zur fristlo
sen Kündigung der Vertragsbeziehung berechtigen.
-
Die Fahrer müssen sich einverstanden erklären, dass sie, wenn sie in der Fahrer-App angemeldet sind, sich «bemühen» werden, einen wesentlichen Anteil der Benutzeranfragen nach Beförderungsdienstleistungen anzuneh
men. Der Fahrer anerkenne, dass er, wenn er Benutzeranfragen nach Beför
derungsdienstleistungen wiederholt nicht annimmt, während er bei der App angemeldet ist, eine «negative Erfahrung» verursacht (Ziff. 2.6.2 DLV und Ziff. 2.4.2 FDLV).
-
Gemäss Ziff. 2.8 DLV und Ziff. 2.6 FDLV muss sich jeder Fahrer einverstan
den erklären, dass seine geographischen Ortungsinformationen über ein Gerät an die
X._
-Services übermittelt werden. Seine geographischen Ortungsinformationen dürfen von den
X._
-Services «beobachtet und ver
folgt» werden.
Ziff. 9.4 PB spricht von Überwachung durch GPS-Tracking. Gespeichert werden diese Daten unter anderem
auch
zur Behandlung von Beschwerden.
-
In Ziff. 4 DLV werden die finanziellen Bedingungen geregelt: Die
Beschwer
deführerin
nen
berechne
n
den Fahrpreis und
sind
Inkassobevollmächtigte des «Kunden». Dem Kunden wird erlaubt, einen niedrigeren Fahrpreis zu verlan
g
en, wobei allerdings die von den
Beschwerdeführerin
nen
verlangte Service
gebühr nicht gesenkt wird. Einen höheren P
reis als denjenigen, der von den
Beschwerdeführerin
nen
vorgeschlagen wird, darf der Fahrer jedoch offen
sichtlich nicht verlangen (vgl. Ziffern 4.1 und 4.4 DLV
sowie Ziff. 5 PB
).
-
Die Beschwerdeführerin
nen können
den Fahrpreis anpassen, wenn beispiels
weise der Fahrer eine ungünstige Strecke gefahren ist, oder den Fahrpreis ganz stornieren, wenn der Fahrer Dienstleistungen nicht erbracht hat. Die
Beschwerdeführerin
nen
verspr
e
ch
en
, angemessen zu handeln (Ziff. 4.3 DLV).
-
Die Quittungen für die erbrachten Dienstleistun
gen werden den Benutzern von den
Beschwerdeführerin
nen
im Namen des Kunden und des Fahrers aus
gestellt. Auf der Quittung ist vermerkt, dass Reklamationen innerhalb von drei (3) Geschäftstagen schriftlich «bei
X._
» eingereicht werden müssen (Ziff. 4.6 DLV
; vgl. dazu auch Ziff. 5.4.2 PB
). Auf der Quittung ist überdies das Logo «
X._
» ersichtlich (Urk. 1/1 S. 59
).
-
Die Beschwerdeführerin
nen können
gemäss Ziff. 12.2 DLV den Dienst
-
leis
tungsvertrag unter
gewissen Umständen (etwa bei Nichteinhaltung der Richt
linien der
Beschwerdeführerin
nen
) «unverzüglich und fristlos» kündi
gen oder den Kunden «deaktivieren». Und diese Rechte
nehmen
sich die
Beschwerde
führerin
nen
nicht nur gegenüber den Kunden, sondern auch gegenüber
deren
Fahrern (mithin
ihren
Angestellten) heraus
(vgl. dazu auch Ziff. 8 PB)
.
All dies zeigt eine dominierende Stellung der Beschwerdeführerin
nen
auf, die d
e
n
Kunden und Fahrern
faktisch keine bedeutenden Entscheidung
sspielräume mehr lässt. Zwar haben
die Beschwerdeführerin
nen
in ihren Vertragswerken keine besonderen Abschnitte mit den Titeln «Weisungsrecht» und «Stellung im Unter
nehmen»
einfügen lassen, sondern betonen
vielmehr
die Unabhängigkeit und Eigenständigkeit ihrer Kunden und Fahrer (vgl. insbesondere Ziff. 13 DLV). Wie oben dargelegt, weisen die Einzelbestimmung
en
jedoch in eine andere Richtung: Die «empfohlene» Wartefrist, die faktische Vorgabe der Wegstrecke durch das System, die Bewertung der Fahrer durch die Fahrgäste mit festgelegter Sanktio
nierung, die ständige technische Überwachung, die faktische Preisbindung sowie die dominierende Stellung der Beschwerdeführerin
nen
bei Inkasso, Quittungsaus
s
tellung und Preisstreitigkeiten
lassen zum einen zwingend auf ein Unterord
nungsverhäl
tnis schliessen. Zum anderen üben
die Beschwerdeführerin
nen
(etwa über die Bewertung der Fahrer und die Überwachung) indirekt auch ein Weisungsrecht aus. In diesem Kontext ist der Umstand, dass die Beschwerde
-
führerin
nen
die Einhaltung einer Wartezeit von mindestens
ze
hn Minuten ledig
lich empf
ehlen
, irrelevant, denn jeder Fahrer, der sich nicht an diese «Empfeh
lung» hält, muss mit einer entsprechend schlechten Bewertung durch den verspä
teten Fahrgast rechnen. Paradigmatisch zeigt dies auf, dass die Beschwerdefüh
rerin
nen
ihre Weisungen einfach in
Form von «Empfehlungen» kleiden
und sie mit Hilfe von
«Bewertungen» durch
setzen
. In dieses Bild passt auch, dass die Beschwerde
führerin
nen
von ihrem Fahrpreis als «Preisempfehlung» spr
echen
, von
der der Kunde indes nur
nach unten hin und ausschliesslich
zu
seinen eigenen Lasten abweichen darf.
Es kann festgehalten werden, dass die Vorgaben der Beschwerdeführerin
nen
den Charakter von Weisungen haben, und zwar nicht nur inhaltlich, sondern auch funktionell, weil sie entgeg
en ihrer Bezeichnung als blosse
«Empfehlung» san
kti
onsbewehrt sind. Faktisch sind
somit die Beschwerdeführerin
nen
gegenüber
den Kunden und Fahrern
weisungsbefugt. Aus denselben Gründen ergibt sich sowohl ein rechtliches als auch wirtschaftliches Unterordnungsverhältnis
der Kunden und Fahrer
unter den Willen der Beschwerdeführerin
nen
.
4
.3.2
Was die weiteren Kriterien (Pflicht zur persönlichen Aufgabenerfüllung, Konkur
renzverbot und Präsenzpflicht) angeht, sind diese nicht beziehungsweise nicht überwiegend erfüllt:
Ein Konkurrenzverbot wird nicht vereinbart. Die Kunden haben vielmehr aus
drücklich das Recht, für Dritte tätig zu sein (Ziff. 2.4 DLV).
Eine Pflicht zur persönlichen Aufgabenerfüllung besteht grundsätzlich nicht, die Beschwerdeführerin
nen räumen
den «Kunden» vielmehr ausdrücklich die Mög
lichkeit ein, weitere «Fahrer» zu beschäftigen (vgl. Ziff. 3 DLV). Allerdings muss sich der Kunde verpflichten, dass jeder seiner etwaigen Fahrer dem Vertrag «Fah
rernachtrag zum Dienstleistungsvertrag» zustimmt und gewisse Vorausset
zungen erfüllt. Insoweit ist es de
n
Beschwerdeführerin
nen
also doch nicht einer
lei, wer die Fahrten durchführt.
Auch eine eigentliche
Präsenzpflicht müssen die Fahrer
nicht einhalten (Ziff. 2.4 DLV). Wenn der Fahrer allerdings bei der Fahrer-App angemeldet ist, sollte er sich «bemühen», die Kundenaufträge
anzunehmen (vgl. dazu oben E. 4
.3.1).
4
.3.3
Entgegen der offenbaren Auffassung der
Beschwerdeführerin
nen
geht es vorlie
gend nicht darum, rein rechnerisch zu ermitteln, wie viele Kriterien erfüllt und wie viele nicht gegeben sind, um dann anschliessend die Mehrheit zu ermittel
n (vgl. dazu etwa Urk. 1/1 S. 64
f.). Es ist vielmehr zu entscheiden, welches Gewicht den einzelnen Kriterien im konkreten Einzelfall zukommt
,
und diesbezüglich ab
zuwägen. Mit anderen Worten ist die Entscheidung qualitativer und nicht (rein) quantitativer Natur.
Vorliegend fallen das ausgeprägte Subordinatio
nsverhältnis der Fahrer (und damit auch des Beigeladenen)
und d
ie vertraglich
kaschierte Weisungsbefugnis der
Beschwerdeführerin
nen
derart st
ark ins Gewicht, das die in E. 4
.3.2 genann
ten
Kriterien belanglos sind. Ebenso irrelevant ist, dass die Beschwerdeführerin
nen
in ihren Vertragswerken lediglich von «Empfehlungen» spr
e
ch
en
und stets die Selbständigkeit und Unabhängigkeit ihrer Kunden und der Fahrer beton
en
. Terminologie und Faktizität stimmen insoweit nicht überein.
Als Zwischenfazit ist d
amit festzuhalten, dass die
Kunden respektive
Fahrer
in wirtschaftlicher, aber auch recht
licher Hinsicht als Untergebene
der Besc
hwerde
führerinnen zu betrachten sind
. Es liegt ein deutlich ausgeprägtes Subordinati
onsverhältnis vor. Ein solches ist für eine selbständige Erwerbstätigkeit atypisch, für eine unselbständige hingegen charakteristisch.
4
.4
4
.4.1
Zu prüfen bleibt des Weiteren, ob
der Beigeladene
al
s «Kunde»
beziehungsweise als
«
Fahrer
»
im Sinne des DLV und des FDLV ein typisches Unternehmerrisiko trägt.
Nach der Rechtsprechung sind
erhebliche Investitionen als bedeutsamer Anhalts
punkt für die Annahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit und namentlich für das Vorliegen eines wesentlichen Unternehmerrisikos in der Anschaffung und im Unterhalt eines für einen Taxibetrieb geeigneten Motorfahrzeuges in aller Regel nicht zu erblicken
(Urteil des Bundesgerichts 8C_571/2017 vom 9. No
vember 2017 E. 4.1). Der Beigeladene
kann
se
in Fahrzeug
ausserhalb
der F
ahrten unein
geschränkt
zu privaten oder anderen erwerblichen Zwecken einsetzen.
Bei diesem Ergebnis sind auch die Kosten für den Unterhalt unbeachtlich respektive gelten diese nicht als erhebliche Investitionen (Urteil des Bundesgerichts 8C_357/2014 vom 17. Juni 2014 E. 4.2). Entsprechendes gilt für die allfällige Anschaffung eines Smartphones und die Kosten für die Datendienste eines Mobilfunkanbieters (vgl. Ziff. 2.7 DLV), wobei zudem die Möglichkeit besteht, dass die
Beschwerdeführe
rin
nen
dem Kunden und den Fahrern
«
X._
-Geräte» zur Verfügung stell
en
(vgl. Ziff. 2.7.1 und Ziff. 2.5 FDLV). Insgesamt ist jedenfalls festzuhalten, dass die Kun
den und Fahrer der
Beschwerdeführerin
nen
keine erheblichen Investitionen täti
gen müssen.
Zum Handeln in eigenem Namen und auf eigene Rechnung ist zu bemerken, dass es den Kunden und Fahrern nicht erlaubt ist, den Namen, Logos oder Farben der
Beschwerdeführerin
1
oder eine
s
mit
ihr
verbundenen Unternehmen
s
auf den Fahrzeugen anzubringen. Des Weiteren dürfen keine Uniform oder andere Klei
dungsstücke getragen werden, die auf «
X._
» hinweisen (Ziff. 2.4 DLV
; vgl. auch Ziff. 2.2.1 PB
).
Gemäss
Ziff. 2.2.1 PB dürfen die Fahrer nicht als Repräsentanten der Beschwerdeführerin 1 auftreten.
Allerdings ist klar, dass die
Dienstleistungen des Beigeladenen und der anderen Kunden und Fahrer
von den Fahrgästen nicht aufgrund der Person des Fahrers gebucht werden, sondern weil sie über die App der Beschwerdeführerin
nen
verfügen. Der potentielle Fahrgast bucht mit anderen
Worten eine «
X._
»-Fahrt und n
icht eine Fahrt mit dem Beigeladenen
oder einem anderen Fahrer. Auch das Entschädigungssystem (etwa die Art und Weise der Fahrpreisberechnung, die Inkassobevollmächtigung durch die
Beschwerde
führe
rin
nen
und die Ausstellung der Quittungen [vgl. Ziff. 4 DLV
und Ziff. 5 PB
]) zeigt mit aller Deutlichkeit auf, dass die Person des Fahrers irrelevant ist: Es geht nicht um das Zusammenführen von Fahrgästen mit einem bestimmten, sondern mit einem beliebigen Fahrer, der allerdings den Anforderungen der
Beschwerde
füh
rerin
nen
genügen muss. Es wurde bereits festgehalten, dass die Quittungen für die erbrachten Dienstleistungen den Benutzern von de
n
Beschwerdeführerin
nen
im Namen des Kunden und des Fahrers ausgestellt werden. Auf der Quittung ist vermerkt, dass Reklamationen innerhalb von drei (3) Geschäftstagen schriftlich «bei
X._
» eingereicht werden müssen (Ziff. 4.6 DLV). Auf der Quittung ist über
dies das Logo «
X._
» ersichtlich (Urk. 1/1 S. 59
). Aus Sicht ihr
er Fahrgäste han
deln der Beigeladene
und die übrigen
X._-Fahrer
weder in eigenem Namen noch auf eigene Rechnung. Auch das Kriterium «Handeln in eigenem Namen und auf eigene Rechnung» ist demzufolge nicht erfüllt, was auf eine unselbständige Erwerbstätigkeit hindeutet.
Das Beschaffen von Aufträgen ist den Fahrern
in Bezug auf das Verhältnis zu den
Beschwerdeführerin
nen
gar nicht möglich.
Fahrgäste
melden sich nicht bei den einzelnen Fahrern, sondern ausschliesslich über die App der Beschwerdefüh
rerin
nen
. Den Kunden ist überdies verboten, Fahrgäste zu kontaktieren (Ziff. 2.2
DLV
). Es ist ihnen also beispielsweise verwehrt, ein Reservoir von eigenen Stammkunden aufzubauen. Die Werbung, mithin die Akquirierung von neuen Kunden ist einzig Aufgabe von «
X._
» (vgl.
Ziff.
4.7 DLV). Den Kunden und Fah
rern ist es in Bezug auf die für die
Beschwerdeführerin
nen
ausgeübte Tätigkeit faktisch gar nicht möglich
,
Werbung für sich zu machen. Die Fahrer gehen voll
ends und weitgehend entpersonalisiert im Heer der
X._-Fahrer
auf. Das ist für eine selbständige Erwerbstätigkeit nicht charakteristisch.
Selbst wenn einige Kunden beziehungsweise Fahrer - aus welchen Gründen auch immer - eigene Geschäftsräumlichkeiten haben mögen, sind diese in Bezug auf das Verhältnis zu
den
Beschwerdeführerin
nen
nicht notwendig. Der gesamte Kon
takt erfolgt auf elektronischem Wege (Smartphone oder
X._
-Gerät). Der Umstand, dass keine eigenen Geschäftsräumlichkeiten notwendig sind, ist ein weiteres (wenn auch nicht sehr gewichtiges) Indiz für eine unselbständige Erwerbstätigkeit.
4
.4.2
Auch die weiteren Kriterien deuten nur bis zu einem gewissen Grad respektive ansatzweise auf das Vorliegen einer selbständigen Erwerbstätigkeit hin:
In Bezug auf die Tätigkeit für die Beschwerdeführerin
nen hat der Beigeladene
nur am Rande Verluste zu tragen; ein unternehmerspezifisches Inkasso- und Delkredererisiko trifft ihn, wenn überhaupt
,
nur marginal. Soweit die Beschwer
de
führerin
nen
vorbringen liess
en
, dass die Fahrgäste die Kunden beziehungs
weise die Fahrer erst nach Durchführung der Fahrt bezahlen würden und deshalb die Kunden ein Ausfallrisiko für den Fall trügen, dass die Kreditkarte ni
cht funk
tio
niere (Urk. 1/1 S. 57
), ist darauf hinzuweisen, dass sich dieses Risiko in der Praxis nur sehr selten realisieren dürfte. Einem klassischen unternehmeri
schen Inkasso- und Delkredererisiko kommt es jedenfalls nicht gleich, wenn auch ein
gewisses Ausfallrisiko vorliegen mag
.
Vom Beigeladenen
zu tragende Verluste sind denkbar bei Haftpflichtansprüchen, Schäden am Fahrzeug, welche er zu reparieren hat
,
oder bei Verlust des Fahrzeugs bei einem Totalschaden. Die entsprechenden Versicherungen, die ihm zum Teil von de
n
Beschwerdeführerin
nen
vorgeschrieben werden (vgl. Ziff. 8 DLV
und Ziff. 4.2.2 PB
), hat er allerdings selber zu bezahlen. Dies ist bis zu einem gewissen Grad ein Indiz für eine selbständige Erwerbstätigkeit.
Die Unkosten sind von den Kunden zu zahlen, der Entschädigungsanspruch gegenüber de
n
Beschwerdeführerin
nen
erschöpft sich im jeweils «vorgeschlage
nen» beziehungsweise vereinbarten Fahrpreis abzüglich der von de
n
Beschwer
deführerin
nen
einbehaltenen Gebühren («Servicegebühr» und «Stornierungsge
bühren»; vgl. dazu Ziff. 4 DLV, insbesondere Ziffern 4.4 und 4.5 DLV
, sowie Ziff. 5.2 PB
). Auch das ist ein Indiz für ein
e selbständige Erwerbstätigkeit (vg
l. dazu allerdings das in E. 4.4
.1 zum Unterhalt von Motorfahrzeugen Ausgeführte).
Die
Beschwerdeführerin
nen
erlaub
en
ihren Kunden die Beschäftigung von (wei
teren) Fahrern (vgl. dazu insbesondere die Bestimmungen des FDLV sowie Ziffern 2 und 3 DLV
; vgl. dazu auch Ziffern 1.1.1 und
2.2.1 PB
). Der Beigeladene
hat jedoch offenbar selbst keine Fahrer beschäftigt. Insgesamt deutet dieses Kriterium zwar auf das Vorliegen einer selbständigen Erwerbstätigkeit
hin, ist jedoch im
Fall
des Beigeladenen
mangels Anstellung von Fahrern von vornherein nur von geringer Relevanz.
4
.4.3
Betreffend Unternehmerrisiko ergibt sich, dass die Kriterien, die für eine unselb
ständige Erwerbstätigkeit sprechen, absolut im Vordergrund stehen. Es ist zu wie
derholen, dass es sich dabei um eine Gewichtung der einzelnen Elemente geht und nicht bloss um einen arithmetischen Vergleich von einzelnen erfüllten und nicht erfüllten Kriterien. Zur Verneinung eines typischen Unternehme
r
risikos führen vor allem das Fehlen von erheblichen Investitionen und der Umstand, dass die Kunden und Fahrer ihre Fahraufträge nicht selbst akquirieren. Auch der Umstand, dass
zumindest aus Sicht des Publikums weder in eigenem Namen noch auf eigene Rechnung gehandelt wird, fällt zusätzlich ins Gewicht. Dagegen wei
sen diejenigen Kriterien, die (eher) für das Vorliegen eines relevanten Unter
neh
merrisikos sprechen (Ausfallrisiko betreffend Kreditkarte, Verlusttragung und Unkosten) beziehungsweise vorliegend irrelevant sind (Möglichkeit, Personal an
zustellen), ein viel geringeres Gewicht auf.
Allerdings sind (wenigstens theoretisch) Fallkonstellationen vorstellbar, in denen «Kunden» derart viele Fahrer angestellt haben, dass ein typisches Unternehmer
-
ri
siko zu bejahen wäre. Das würde allerdings nicht nur von der Anzahl der ange
stellten Fahrer, sondern
auch
von weiteren Faktoren abhängen, wie beispielsweise der Frage, ob die Fahrer nur bei Bedarf angestellt werden (Arbeit auf Abruf) oder ob der «Kunde» das Risiko trägt, dass die angestellten Fahrer keine Fahrgäste befördern und trotzdem ihren Lohn erhalten.
5
.
Zusammenfassend ergibt sich, dass verschiedene Punkte für eine selbständige Erwerbstätigkeit sprechen. Insbesondere die Flexibilität bei der Arbeitszeit und die Freiheit, sich nach Belieben überhaupt als Dienstleister für die
Beschwerde
führerin
nen
bereit zu halten, sprechen hierfür. Auch die fehlende Pflicht zur per
sönlichen Aufgabenerfüllung, das Tragen der Unkosten durch die Kunden und die Möglichkeit, eine konkurrenzierende Tätigkeit auszuüben, sprechen für eine selbständige Erwerbstätigkeit.
Der Schwerpunkt der gewichteten Gesichtspunkte spricht indes
beim Beigelade
nen (und auch bei anderen Fahrern, die in ähnlichen Konstellationen tätig sind)
eindeutig für eine unselbständige Erwerbstätigkeit. Hierzu gehören folgende ent
scheidende Kriterien:
-
Das Vorliegen eines ausgeprägten Subordinationsverhältnisses sowie eines wirtschaftlichen und rechtlichen Abhängigkeitsverhältnisses
der «Kunden» und Fahrer von den
Beschwerdeführerin
nen
.
-
Das i
n
Form von «Empfehlungen» gefasste Weisungsrecht der Beschwerde
führerin
nen
, das sie mittels eines Systems von Überwachung, Bewertung durch Fahrgäste und vertraglichen Sanktionen durchsetzen k
ö
nn
en
.
-
Das Fehlen von erheblichen Investitionen.
-
Die fehlende Akquise von Fahrgästen durch die Kunden und Fahrer; die Fahrgäst
e werden ausschliesslich von den
Beschwerdeführerin
nen
bezie
hungsweise ihrer App «geliefert».
-
Die Kunden und Fahrer handeln (insbesondere aus Sicht des Publikums) weder in eigenem Namen noch auf eigene Rechnung. Der Name des Fahrers ist irrelevant und zufällig. Das Publikum möchte von einem, von irgend
einem «
X._
»-Fahrer gefahren werden und bezahlt den Fahrpreis (nach eigener Wahrnehmung) an «
X._
». Reklamationen sind denn auch an «
X._
» zu richten, nicht an den Fahrer oder Kunden.
Die Tätigkeit
des Beigeladenen
für die Beschwerdeführerin
nen beziehungsweise eine der beiden Beschwerdeführerinnen
ist nach dem Gesagten als unselbständige Erwerbstätigkeit zu qualifizieren.
6.
6.1
Was das Quantitativ der von der Beschwerdegegnerin geltend gemachten Beitragsforderungen betrifft, hat sie selbst ausgeführt, dass es sich dabei um Schät
zungen handelt. Die Beschwerdegegnerin ging von den ihr bekannten sechs Fah
rern aus und weiteren 494 unbekannten Fahrern. Insgesamt kam sie dabei auf 500 Fahrer, die im Jahr 2014 je für die Beschwerdeführerin 1 und
/oder
die Beschwerdeführerin 2
tätig gewesen sein sollen und damit bei beiden Beschwer
deführerinnen Lohnsummen von je rund 30 Millionen F
ranken erzielt hätten. Das ergab dann Beitragsforderungen für die Beschwerdeführerinnen von jeweils mehr als 4 Millionen Franken und Verzugszinsen von je knapp einer Million Franken (vgl. Urk. 3/23 S. 31 und Urk. 3/26 S. 33). Die Beschwerdegegnerin schätzte dabei die Einkünfte der unbekannten 494 Fahrer auf jeweils Fr. 60'000.
(vgl. etwa Urk. 3/23 S. 28).
Auf den Einwand der Beschwerdeführerinnen, wonach dieselben Lohnbeiträge der Beschwerdeführerin 1 und der Beschwerdeführerin 2 in Rechnung gestellt worden seien, entgegnete die Beschwerdegegnerin, dass sie «gerne» darauf ver
zichtet hätte, zweimal entsprechend hohe Lohnbeiträge zu verfügen. Sie habe dies jedoch tun müssen, um den Eintritt der Verjährung gegenüber dem «korrekten Arbeitgeber»
zu verhindern. Es sei der Beschwerdegegnerin gänzlich unbekannt, wie viele
X._-Fahrer
im Jahr 2014 für die Beschwerdeführerin 1 und wie viele für die Beschwerdeführerin 2 tätig gewesen seien (Urk. 3/23 S. 25).
6.2
Die Beitragsberechnung der Beschwerdegegnerin lässt sich in einem justiz
-
förmi
gen Verfahren nicht überprüfen. Es handelt sich dabei - entgegen der Bezeich
nung durch die Beschwerdegegnerin - nicht um eine Schätzung im herkömmli
chen Sinne, sondern um eine willkürliche Festsetzung. Die Beschwer
degegnerin gibt sogar offen zu, dass sie keine Ahnung hat, wie viele Fahrer für die Beschwer
deführerin 1 und
wie viele für die Beschwerdeführerin 2 im Jahr 2014 tätig waren. Es ist auch unbekannt, wie viele Fahrer insgesamt für die Beschwerdefüh
rerinnen tätig waren. Die Beschwerdegegnerin ging von je 500 Fahrern aus; sie hätte mit gleichem Grund auch jede andere natürliche Zahl nehmen können. Ent
sprechend verhält es sich mit dem angenommenen Durch
schnittseinkommen von Fr. 60'000.
. Auch diese Zahl ist aus der Luft gegriffen. Besonders unglaubhaft wird diese Zahl jedoch durch die von der Beschwerdegeg
nerin selbst postulierten Einkommen der ihr bekannten Fahrer (vgl. Urk. 3/23 S. 30 f.). Kein einziger erreicht
e
das von der
Beschwerdegegnerin geschätzte Durchschnittseinkommen von Fr. 60'000.
auch nur annähernd. Das Durch
schnittseinkommen der sechs genannten Fahrer beträgt - selbst nach der nicht unwidersprochen gebliebenen Darstellung der Beschwerdegegnerin - rund ein Drittel des angeblichen Durch
schnittseinkommens. Dabei ist anzufügen, dass die Beschwerdegegnerin die Ein
künfte der sechs Fahrer weitgehend ohne oder nur mit marginaler Berücksichti
gung von Unkosten (wie etwa Auslagen für Benzin und dergleichen mehr) «ermittelte».
Noch tiefer waren übrigens die Einkommen der von der Beschwer
degegnerin in ihrer zweiten Duplik (Urk. 23 S. 4 ff.)
neu
aufgeführten Fahrer. Viele von ihnen erzielten nicht einmal ein
fünf
stelliges Jah
reseinkommen, obwohl die Beschwerdegegnerin lediglich unüblich tiefe Spesen von Fr. 0.35 pro Kilometer akzeptierte. Auch dieser Spesenansatz erscheint unhaltbar tief; darauf braucht in diesem Prozess allerdings nicht weiter einge
gangen zu werden.
Der Beschwerdegegnerin mag es gleichgültig sein, ob ihre Beitragsforderung von der Beschwerdeführerin 1 oder der Beschwerdeführerin 2 bezahlt wird oder ob beide alles bezahlen. Aus rechtlicher Sicht ist es jedoch so, dass nur die
jeweilige Arbeitgeberin
abrechnungs
,
beitrags
- und zahlungs
pflichtig ist
(vgl. etwa Art. 14 Abs. 1 AHVG)
. Die Vorgehensweise der Beschwerdegegnerin,
gewissermassen in einem Rundumschlag beiden Beschwerdeführerinnen
Beitragsrechnungen
auf
der Grundlage der
gesamte
n
«geschätzte
n
» Lohnsumme
zuzustellen
und damit
die «errechneten» Beiträge
doppelt in Rechnung zu stellen, erweist sich somit als un
korrekt. Entgegen der
allfälligen
Auffassung der Beschwerdegegnerin besteht zwischen der Beschwerdeführerin 1 und der Beschwerdeführerin 2 keine Solida
rität.
Auch hinsichtlich des Beigeladenen beziehungsweise der von ihm angeblich erzielten Lohnsumme im Jahr 2014 herrscht keine Klarheit, und zwar weder in quantitativer Hinsicht
noch in Bezug darauf, wer Arbeitgeberin des Beigeladenen war
. Auch aus den Ausführungen der Beschwerdegegnerin ergibt sich keine nach
vollziehbare Brutto-Auszahlungssumme für das Jahr 201
4.
Die Frage der Unkos
ten ist offen. Und wer Arbeitgeberin des Beigeladenen war
,
ist ungeklärt
(vgl. dazu etwa
Urk. 7 S. 7 und Urk. 20 S. 4 f.).
Auch insoweit lassen die Akten keinen Entscheid in der Sache zu.
6.3
Soweit die Beschwerdegegn
erin der Ansicht war, dass die 2014 ausgerichtete Gesamtlohnsumme aller
Fahrer (beziehungsweise
die Lohnsumme
des Beigelade
nen) vom Sozialversic
herungsgericht zu ermitteln
und auf die Beschwerdeführe
rinnen aufzuteilen sei, ist ihr entgegenzuhalten, dass die entsprechenden Abklä
rungen von ihr selbst zu tätigen
gewesen wären. Die Beschwerdegegnerin
muss diese Angaben entweder bei den einzelnen Fahrern erhältlich machen oder auf dem Wege der Amtshilfe am Sitz der beiden Beschwerdeführerinnen in
P._
in Erfahrung bringen.
Z
war ist der
vorliegende
Prozess
vom Untersuchungsgrundsatz geprägt, das bedeutet aber nicht, dass die Beschwerdegegnerin ihre sämtlichen Verwaltungs
aufgaben an das Sozialversicherungsgericht delegieren kann.
Der Sachverhalt ist nämlich grundsätzlich vom Versicherungsträger abzuklären (Art. 43 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Versicherungsträgerin ist im vorliegenden Kontext die Beschwerdegeg
nerin.
7.
Zusammenfassend ergibt sich, dass der Beigeladene für seine Tätigkeit als Fahrer im Jahr 2014, für die er die
X._-App
verwendet hat, als unselbständig erwerbs
tätig zu qualifizieren ist, dass aber ungeklärt ist, ob insoweit die Beschwerdefüh
rerin 1 oder die Beschwerdeführerin 2 als seine Arbeitgeberin zu gelten hat und welchen Lohn er im Jahr 2014 (nach Abzug der Unkosten) erhalten hat. Nicht erstellt ist weiter, welche Lohnsummen die Beschwerdeführerin 1 und die Beschwerdef
ührerin 2 im Jahr 2014 jeweils
an wie viele Fahrer ausgerichtet haben.
Es ist nochmals darauf hinzuweisen, dass der beitragsrechtliche Status jedes einzelnen Fahrers grundsätzlich individuell zu bestimmen ist und dass Pau
schalisierungen nur bis zu einem bestimmten Grad zulässig sein können.
Demzufolge sind die Beschwerden der Beschwerdeführerinnen
, soweit darauf ein
zutreten ist,
in dem Sinne
teilweise
gutzuheissen, dass die
Einspracheent
scheide
vom 3. März 2020 (Urk. 3/23, Urk. 3/26 und Urk.
3/26
bis
[an den Beige
ladenen gerichteter
Einspracheentscheid
beziehungsweise den ihn betreffenden Auszug]) aufzuheben sind und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzu
weisen ist, damit sie nach Ermittlung der entsprechenden L
ohnsummen die
Beiträge der Beschwerdeführerin 1 und der Beschwerdeführerin 2 für das Jahr 2014 neu fest
setze, und zwar mit der Feststellung, dass die Tätigkeit des Beigela
denen im Jahr 2014, für die er die
X._-App
verwendet hat, als unselbständige Erwerbstätigkeit zu qualifizieren ist.
8.
8.1
Nach
§
34
Abs.
1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikos
ten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemes
sen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
)
.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
die
vertretene
n
Beschwer
deführer
in
nen
Anspruch auf eine Prozessentschädigung
haben
.
8.2
Bei der Bemessung
der Prozessentschädigungen
ist jedoch zu beachten, dass die Beschwerdeführerinnen hinsichtlich der im Zentrum des Prozesses stehenden Frage nach der sozialversicherungsrechtlichen Qualifikation des Beigeladenen beziehungsweise von mit ihm vergleichbaren Fahrern
unterliegen
und im Wesentlichen lediglich hinsichtlich des
Quantitativs
der Beitragsforderung und bezüglich
Aufteilung der Beitragsforderung obsiegen
. Schliesslich ist zu berück
sichtigen, dass durch die Vielzahl der parallel geführten Prozesse gewisse Syner
gieeffekte den Aufwand für die Beschwerdeführerinnen vermindert haben. Dem
zufolge ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, den Beschwerdefüh
rerinnen angemessene
reduzierte Proze
ssentschädigungen von je
Fr. 1'2
00.
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.