Decision ID: f7d27e49-bf80-590a-9a98-be8abbf5bf20
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ stellte am 28. Oktober 2015 bei der kantonalen Arbeitslosenkasse Antrag auf
Insolvenzentschädigung, nachdem am 21. Oktober 2015 über seine Arbeitgeberin, die
B._ AG (nachfolgend: Arbeitgeberin), der Konkurs eröffnet worden war. Der
Versicherte gab an, vom 13. August 2014 bis 28. Februar 2015 und vom 1. September
bis 21. Oktober 2015 für die Arbeitgeberin tätig gewesen zu sein. Im Antragsformular
für die Insolvenzentschädigung führte er offene Lohnforderungen für die Zeit vom 1.
Januar bis 28. Februar 2015 und vom 1. September bis 21. Oktober 2015 auf (act. G
3.14, S. 68f.).
A.b Mit Schreiben vom 30. November 2015 teilte die Arbeitslosenkasse dem
Versicherten mit, aus seinen Unterlagen gehe hervor, dass er seine offenen
Lohnforderungen vor der Konkurseröffnung nicht rechtzeitig geltend gemacht habe. Er
erhalte daher die Möglichkeit, dazu Stellung zu nehmen (act. G 3.12, S. 65).
A.c Der Versicherte antwortete mit Schreiben vom 9. Dezember 2015, er habe der
Arbeitgeberin am 12. und 22. Mai 2015 eine Mahnung gesandt und die Beträge
ordnungsgemäss eingefordert. Am 26. Juni, 3. Juli und 15. Juli 2015 seien ihm
wesentliche Teilzahlungen geleistet worden. Viermal habe er auch persönlich beim
CEO der Arbeitgeberin vorgesprochen, am 25. Juni, 2. und 14. Juli und 12. August
2015. Da andere Mitarbeiter bereits an das Kreisgericht C._ gelangt seien und diese
den eigenen Antrag auf Konkurs bereits gestellt hätten, seien sie sich alle einig
gewesen, dass der Konkurs vom „schnellsten“ Mitarbeiter vorangetrieben werde. Im
Weiteren hätte er die Kosten der Konkurseröffnung nicht bezahlen können. Er habe alle
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ihm möglichen Massnahmen zur Schadenminderung ergriffen. Im Juli 2015 sei die
letzte Maschine ausgeliefert worden und habe beim Kunden in Betrieb genommen
werden müssen. Um hier jeden Schadenersatz gegen das Unternehmen abzuwenden,
habe er bei der Inbetriebnahme ab 1. September 2015 in England mitgewirkt. Die
Maschine sei pünktlich in Produktion gegangen und die Arbeitgeberin sei von
Vertragsstrafen und Schadenersatzforderungen befreit geblieben (act. G 3.8, S. 37).
A.d Mit Verfügung vom 14. Dezember 2015 lehnte die Arbeitslosenkasse den Antrag
auf Insolvenzentschädigung ab. Sie begründete ihre Ablehnung damit, dass der
Versicherte seine Arbeitgeberin in der Zeit vom 22. Mai bis 5. Oktober 2015 nicht
schriftlich aufgefordert habe, die ausstehenden Löhne vollständig zu bezahlen (act. G
3.9, S. 38).
A.e Gegen diese Verfügung liess der Versicherte am 12. Januar 2016 bzw. mit
Ergänzung vom 11. Februar 2016 durch Rechtsanwalt lic. iur. A. Fäh Einsprache
erheben und eine Insolvenzentschädigung von Fr. 25‘892.30 beantragen. Der
Rechtsvertreter begründete, es sei ausgewiesen, dass der Versicherte zahlreiche
zielgerichtete rechtliche Schritte unternommen habe, um die ausstehenden
Lohnforderungen geltend zu machen. So habe er bereits während des
Arbeitsverhältnisses die Arbeitgeberin mündlich und schriftlich gemahnt und am 12.
März 2015 ein Betreibungsbegehren gestellt. Am 25. März 2015 habe er ein
Schlichtungsgesuch eingereicht und infolge der Schlichtungsverhandlung vom 23. April
2015 einen Vergleich mit der Arbeitgeberin geschlossen, in welchem sich diese zur
Begleichung der offenen Lohnforderung bis 10. Mai bzw. 20. Mai 2015 verpflichtet
habe. Gleichzeitig habe die Arbeitgeberin den Rückzug des Rechtsvorschlags in der
vom Versicherten eingeleiteten Betreibung erklärt. In der Folge habe der Versicherte
nach Ablauf der im Vergleich vereinbarten Zahlungsfrist und vorgängiger schriftlicher
Mahnung vom 12. Mai 2015 die Arbeitgeberin mit Schreiben vom 22. Mai 2015 ein
weiteres Mal zur Zahlung aufgefordert. Gleichzeitig habe er ihr im Falle der
Nichterfüllung die Einreichung des Fortsetzungsbegehrens angedroht. Nach
persönlicher Vorsprache vom 25. Juni 2015 sei am Folgetag eine Teilzahlung über Fr.
5‘000.-- eingegangen. Weitere substanzielle Teilzahlungen seien nach jeweils
persönlichem Gespräch mit der Arbeitgeberin am 3. und 15. Juli 2015 erfolgt. Am 12.
August 2015 habe der Versicherte die Arbeitgeberin ein weiteres Mal persönlich zu
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erneuten Zahlungen aufgefordert. Gemäss den Versprechungen der Arbeitgeberin
hätten ab September 2015 weitere Teilzahlungen erfolgen sollen. Somit seien die
mündlichen Zahlungsaufforderungen durchaus effektiv und zielführend gewesen, habe
sich die Arbeitgeberin immerhin zu Lohnzahlungen in Höhe von Fr. 9‘000.-- bewegen
lassen. Damit seien persönliche Verhandlungen mit der Arbeitgeberin
erfolgversprechender als schriftliche Aufforderungen gewesen. Es könne ihm deshalb
kein Vorwurf gemacht werden, dass er in der Folge keine weiteren rechtlichen Schritte
unternommen habe, bis er am 5. Oktober 2015 - infolge Nichtbezahlung des
Septemberlohnes 2015 - erneut schriftlich an die Arbeitgeberin gelangt sei. Schliesslich
habe der Versicherte auf Nachfrage hin von seinen Arbeitskollegen erfahren, dass diese
teilweise mit dem Zwangsvollstreckungsverfahren bereits weiter fortgeschritten seien
und die Einreichung des Konkursbegehrens unmittelbar bevorgestanden habe.
Entsprechend sei von einem Mitarbeiter am 29. September 2015 das Konkursbegehren
gestellt worden, worüber er vorgängig informiert worden sei. Angesichts dessen habe
er davon absehen können, selber weitere vollstreckungsrechtliche Schritte zu
unternehmen. Dies umso mehr, als er ohnehin nicht in der Lage gewesen wäre, für die
damit verbundenen Kosten von ca. Fr. 1‘800.-- aufzukommen. Schliesslich sei die
Wiedereinstellung des Versicherten im September 2015 lediglich deshalb erfolgt, weil
er keine neue Stelle gefunden habe und seine Rahmenfrist bei der
Arbeitslosenversicherung im September abzulaufen drohte. Mit der Wiederanstellung
habe er der drohenden Aussteuerung entgehen wollen, zumal ihm die Arbeitgeberin
weitere Teilzahlungen versprochen habe. Gestützt darauf sei der Versicherte seiner
Schadenminderungspflicht genügend nachgekommen und es könne ihm kein
vorsätzliches oder grobfahrlässiges Verhalten vorgeworfen werden (act. G 3.3, S. 20ff.).
A.f Mit Einspracheentscheid vom 1. April 2016 wies die Arbeitslosenkasse die
Einsprache ab. Sie stellte sich im Wesentlichen auf den Standpunkt, der Versicherte
habe es nach der Nichtbezahlung der ersten fälligen Rate per 10. Mai 2015
unterlassen, die Durchsetzung der gesamten Lohnforderung mittels Fortsetzung der
Betreibung voranzutreiben. Entgegen den Ausführungen des Versicherten würden bis
zur Konkurseröffnung keine hohen Kosten anfallen. Dass einige seiner Arbeitskollegen
mit dem Zwangsvollstreckungsverfahren bereits weiter fortgeschritten gewesen seien,
habe ihn nicht von weitergehenden Schritten befreit (act. G 3.4,
S. 26ff.).
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B.
B.a Gegen diesen Entscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 3. Mai 2016
mit dem Antrag auf dessen Aufhebung und auf Ausrichtung der beantragten
Insolvenzentschädigung in Höhe von Fr. 25‘892.30; unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen. Zur Begründung führt der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers im Sinne der Einsprache aus, dass sein Mandant sehr wohl alles
zur Einbringung der offenen Lohnausstände getan habe. Es dürfe ihm auch für die
Periode vom 22. Mai 2015 bis zur Konkurseröffnung am 21. Oktober 2015 kein
schweres Verschulden vorgeworfen werden, welches die Ablehnung des Anspruchs auf
Insolvenzentschädigung rechtfertigen würde. Durch seine Bemühungen habe er
Lohnforderungen in Höhe von Fr. 9‘000.-- einbringlich machen können. Da die
mündlichen Gespräche und Verhandlungen - im Gegensatz zu den bisherigen
Bemühungen - somit von wesentlich grösserem Erfolg gekrönt gewesen seien, sei es
nachvollziehbar, dass der Versicherte diese Strategie weiterverfolgt habe. Es könne
ihm daher nicht vorgeworfen werden, dass er nicht sogleich die Fortsetzung der
Betreibung verlangt habe. Schliesslich sei die Wiederanstellung des Versicherten im
September 2015 lediglich deshalb erfolgt, um der drohenden Aussteuerung zu
entgehen, zumal die erneute Anstellung als die einzig verbliebene Möglichkeit zur
Erzielung eines Einkommens erschienen sei. Da er zudem keinen Einblick in die
Geschäftszahlen der Arbeitgeberin gehabt habe, habe er gestützt auf ihre Angaben
anlässlich der zahlreichen persönlichen Gespräche und die im Juni und Juli 2015
erhaltenen substanziellen Teilzahlungen auf ihre Zahlungsfähigkeit vertrauen dürfen.
Selbst wenn im Übrigen davon ausgegangen würde, dass durch die Neuanstellung die
Schadenminderungspflicht verletzt worden wäre, könne dies nicht die Ablehnung der
gesamten Insolvenzentschädigung zur Folge haben. Diesfalls wären die
Lohnforderungen aus den zwei Arbeitsverhältnissen separat zu betrachten und eine
Verletzung der Schadenminderungspflicht infolge erneuter Anstellung dürfte nur zur
Ablehnung der Entschädigung für die Monate September und Oktober 2015 führen
(act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 9. Juni 2016 beantragt die Beschwerdegegnerin
unter Verweis auf die Verfügung vom 14. Dezember 2015 sowie den
Einspracheentscheid vom 1. April 2016 die Beschwerdeabweisung. Zur Begründung
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hält sie daran fest, dass der Beschwerdeführer gegen die Nichteinhaltung der
Zahlungsraten durch die Arbeitgeberin nicht mit aller Deutlichkeit vorgegangen sei und
es unterlassen habe, die Fortsetzung der Betreibung zu erwirken. Stattdessen habe er
sich auf ein erneutes Arbeitsverhältnis eingelassen, obwohl die alten Lohnausstände
noch nicht beglichen worden seien. Daher sei er seiner Schadenminderungspflicht nur
in ungenügendem Masse nachgekommen (act. G 3).
B.c Der Beschwerdeführer verzichtet auf die Einreichung einer Replik (act. G 5).

Erwägungen
1.
1.1 Vorliegend wird dem Beschwerdeführer eine Verletzung der
Schadenminderungspflicht vorgeworfen, weil er sich nicht genügend um die
Einforderung seiner Lohnausstände bemüht und diese durch die Neuanstellung ab 1.
September 2015 gar vergrössert habe. Es ist somit zu prüfen, ob dieser Vorwurf zu
Recht erfolgte oder ob ein Anspruch auf Insolvenzentschädigung gegeben ist.
1.2 Nach Art. 51 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 837.0) haben
beitragspflichtige Arbeitnehmer von Arbeitgebern, die in der Schweiz der
Zwangsvollstreckung unterliegen oder in der Schweiz Arbeitnehmer beschäftigen,
Anspruch auf Insolvenzentschädigung, wenn gegen ihren Arbeitgeber der Konkurs
eröffnet wird und ihnen in diesem Zeitpunkt Lohnforderungen zustehen. Die
Insolvenzentschädigung deckt die Lohnforderungen für höchstens die letzten vier
Monate des Arbeitsverhältnisses (vgl. Art. 52 Abs. 1 Satz 1 AVIG). Der Sinn der
Insolvenzentschädigung ist es, jene Lohnsumme der versicherten Person
sicherzustellen, mit der sie in den letzten vier Monaten des Arbeitsverhältnisses vor
Eröffnung des Konkurses über den Arbeitgeber rechnen durfte (BGE 137 V 100, E. 6.2;
ARV 1998, S. 58). Grundsätzlich ist unter Lohnforderung der massgebende Lohn i.S.v.
Art. 5 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung
(AHVG; SR 831.10) zu verstehen (vgl. Art. 3 Abs. 1 AVIG).
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1.3 Die Arbeitnehmenden müssen im Konkurs- oder Pfändungsverfahren alles
unternehmen, um ihre Ansprüche gegenüber dem Arbeitgeber zu wahren, bis die
Kasse ihnen mitteilt, dass sie an ihrer Stelle in das Verfahren eingetreten ist (Art. 55
Abs. 1 Satz 1 AVIG). Gemäss der Rechtsprechung des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts (EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des
Bundesgerichts) müssen versicherte Personen nicht nur im Konkurs- oder
Pfändungsverfahren und nach Auflösung des Arbeitsverhältnisses die Lohnansprüche
innert nützlicher Frist geltend machen, sondern es obliegt ihnen bereits vor Auflösung
des Arbeitsverhältnisses eine Schadenminderungspflicht, wenn die Arbeitgeberschaft
der Lohnzahlungspflicht nicht oder nur teilweise nachkommt und die Arbeitnehmenden
mit einem Verlust rechnen müssen (ARV 2002 Nr. 30 S. 192 E. 1b).
1.4 Eine Ablehnung der Insolvenzentschädigung infolge Verletzung der
Schadenminderungspflicht im Sinne von Art. 55 Abs. 1 AVIG setzt voraus, dass der
versicherten Person ein schweres Verschulden, also vorsätzliches oder
grobfahrlässiges Handeln oder Unterlassen vorgeworfen werden kann (Urteil des
Bundesgerichts vom 20. Oktober 2010, 8C_534/2010, E. 3.1; Urteil des EVG vom 19.
Oktober 2006, C 144/06, E. 3.1 mit Hinweisen). Das Ausmass der vorausgesetzten
Schadenminderungspflicht richtet sich nach den Umständen des Einzelfalls (ARV 2007
Nr. 3 S. 51 E. 2.1; Urteil des Bundesgerichts vom 20. Oktober 2010, 8C_534/2010, E.
3.1). Es hat eine Gesamtbetrachtung der Bemühungen des Arbeitnehmers bzw. der
Arbeitnehmerin Platz zu greifen (URS BURGHERR, Die Insolvenzentschädigung, Diss.
Zürich 2004, S. 166). Dabei ist es ausreichend, wenn die arbeitnehmende Person
zunächst unmissverständliche Zeichen setzt, aus denen die Ernsthaftigkeit ihrer
Lohnforderung zu erkennen ist. Sie darf allerdings nicht untätig bleiben und zuwarten,
bis der Arbeitgeber bzw. die Arbeitgeberin in Konkurs fällt (Urteil des EVG vom 15.
Oktober 2001, C 194/01, E. 2b mit Hinweisen; BURGHERR, a.a.O., S. 166).
1.5 Nach konstanter Rechtsprechung genügt es für die Erfüllung der
Schadenminderungspflicht in der Regel nicht, wenn Lohnausstände lediglich mündlich
gemahnt werden. Dies gilt beispielsweise, wenn es um eine langandauernde, das
heisst über zwei bis drei Monate hinaus andauernde Nichterfüllung der vertraglichen
Verpflichtung des Arbeitgebers geht; wenn überhaupt keine, also auch keine Akonto-
oder Teilzahlung erfolgt; wenn aus der Sicht der versicherten Person nicht mit guten
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Gründen damit gerechnet werden kann, dass sich bald eine Besserung der Situation
ergibt, und wenn nicht andere, im Einzelfall verständliche Gründe vorliegen, die ein
Zuwarten mit zielgerichteten Schritten aus objektiver Sicht verständlich erscheinen
lassen (Bundesgerichtsurteile vom 29. August 2011; 8C_61/2011, E. 4.2, und vom 23.
Oktober 2009, 8C_682/2009, E.4, veröffentlicht in ARV 2010 S. 46). Nach ständiger
Rechtsprechung wird zudem eine konsequente und kontinuierliche Weiterverfolgung
der eingeleiteten Schritte gefordert, welche in eines der vom Gesetz geforderten
zwangsvollstreckungsrechtlichen Stadien münden müssen, damit Anspruch auf
Insolvenzentschädigung besteht. Arbeitnehmende sollen sich gegenüber dem
Arbeitgeber nämlich so verhalten, als ob es das Institut der Insolvenzentschädigung gar
nicht gäbe. Dieses Erfordernis lässt ein längeres Untätigsein nicht zu (SVR 2014 AVI Nr.
4 S. 9 E. 4.2 [8C_66/2013], Urteil des Bundesgerichts vom 27. Januar 2015,
8C_641/2014, E. 4.1).
2.
2.1 Dem Beschwerdeführer wird vorgeworfen, er habe seine Arbeitgeberin in der Zeit
vom 22. Mai 2015 bis 5. Oktober 2015 nicht mehr schriftlich aufgefordert, den
ausstehenden Lohn vollständig zu bezahlen. Dadurch sei er der
Schadenminderungspflicht nicht in genügendem Masse nachgekommen.
2.2 Der Beschwerdeführer nahm das Arbeitsverhältnis mit der Arbeitgeberin gemäss
Arbeitsvertrag vom 13. August 2014 erstmals am 13. August 2014 auf. Er wurde als
Elektromonteur mit gelegentlichen Auslandeinsätzen bei einem monatlichen
Bruttogehalt von Fr. 5‘900.-- (100%-Pensum) und einem 13. Monatslohn eingestellt
(act. G 3.18, S. 79). Bereits ab November 2014 erhielt er keinen Lohn mehr ausbezahlt.
Nach mehrfacher (geltend gemachter) mündlicher Mahnung und einer schriftlichen
Schuldanerkennung durch die Arbeitgeberin vom 21. Januar 2015 (vgl. Hinweis in act.
3.11, S. 63) forderte er jene mit Schreiben vom 16. Februar 2015 dazu auf, die
ausstehenden fälligen Löhne von November 2014, Dezember 2014, den 13.
Monatslohn 2014 sowie die Löhne von Januar und Februar 2015 bis spätestens am 28.
Februar 2015 zu überweisen. Sollte die Arbeitgeberin keine Sicherheitsleistung
erbringen, sehe er sich zur fristlosen Auflösung des Arbeitsverhältnisses gezwungen
(act. G 3.11, S. 64). Mit unterzeichneter Schuldanerkennung vom 27. Februar 2015
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verpflichtete sich die Arbeitgeberin zur Leistung der ausstehenden Lohnsumme bis 7.
März 2015 (act. G 3.11, S. 63). Mit Schreiben vom 28. Februar 2015 kündigte der
Beschwerdeführer das Arbeitsverhältnis fristlos wegen Lohngefährdung (act. G 3.11, S.
62). Nachdem die Arbeitgeberin ihren Zahlungsverpflichtungen auch am 7. März 2015
nicht nachgekommen war, leitete der Beschwerdeführer am 12. März 2015 die
Betreibung gegen sie in Höhe von Fr. 26‘058.-- nebst Zins zu 5% ein (act. G 3.11, S.
61). Dagegen erhob die Arbeitgeberin am 27. März 2015 Rechtsvorschlag (act. G 3.11,
S. 60). Mit Vereinbarung vom 23. April 2015 einigten sich die Parteien anlässlich der
Schlichtungsverhandlung vor dem Vermittleramt D._ u.a. darauf, dass sich die
Arbeitgeberin verpflichtete, dem Beschwerdeführer die gesamte Lohnforderung von
brutto Fr. 26‘058.-- (abzüglich Sozialversicherungsabgaben) plus 5% Zins ab
jeweiligem Verfalldatum in zwei Raten von je 50% Valuta am 10. Mai 2015 und 20. Mai
2015 zu begleichen. Im Umfange der Klageanerkennung erklärte die Arbeitgeberin
zudem den Rückzug des Rechtsvorschlags in der betreffenden Betreibung (act. G 3.11,
S. 50ff.). Mit persönlich übergebenem Schreiben vom 12. Mai 2015 wies der
Beschwerdeführer die Arbeitgeberin darauf hin, dass sie die vereinbarte Lohnzahlung
Valuta 10. Mai 2015 nicht beglichen habe. Er forderte die Arbeitgeberin auf, dies bis
zum 18. Mai 2015 zu erledigen (act. G 3.1, S. 49). Am 22. Mai 2015 mahnte der
Beschwerdeführer die Arbeitgeberin erneut und forderte sie mittels „Letzter Mahnung“
zur Zahlung auf. Sollte sie der Aufforderung nicht bis zum 25. Juni 2015 nachkommen,
sehe er sich gezwungen das Fortsetzungsbegehren einzureichen (act. G 3.11, S. 48).
Am 26. Juni 2015 gingen schliesslich ein Betrag von Fr. 5‘000.-- und am 3. Juli 2015
die Summe von Fr. 3‘000.-- auf dem Konto des Beschwerdeführers ein (act. G 3.11, S.
46f.). Am 15. Juli 2015 erhielt der Beschwerdeführer zudem Fr. 1‘000.-- auf sein Konto
überwiesen (act. G 3.11, S. 45). Bezüglich August 2015 liegen sodann keine weiteren
Akten vor. Schliesslich liess sich der Beschwerdeführer aber mit Anstellungsvertrag
vom 1. September 2015 erneut ab September 2015 von der Arbeitgeberin zu den
bisherigen Konditionen anstellen (vgl. act. G 3.20, S 85). Am 5. Oktober 2015 drohte
der Beschwerdeführer der Arbeitgeberin schriftlich mit „allerletzter Aufforderung“ die
Einreichung des Fortsetzungsbegehrens an, sofern die ausstehenden Schuldzahlungen
und der Lohn September 2015 bis am 24. Oktober 2015 nicht bezahlt würden (act. G
3.11, S. 44).
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2.3 Werden die drei eingegangenen Zahlungen vom 26. Juni sowie 3. und 15. Juli
2015 von gesamthaft Fr. 9'000.-- auf die Ausstände von November und Dezember
2014 (2 x Fr. 6'392.--) aufgeteilt, bleibt dem Beschwerdeführer für den Monat
Dezember 2014 noch ein Ausstand von Fr. 3‘784.-- (inkl. Anteil am 13. Monatslohn).
Zudem blieben die Monate Januar, Februar, September und Oktober (1. bis 21.) 2015
vollständig ungedeckt. Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer die Ausstände der
Löhne November 2014 bis Februar 2015 bis und mit dem Schreiben vom 22. Mai 2015
zeitnah und entsprechend seiner Schadenminderungspflicht korrekt unter Ausübung
der möglichen und notwendigen rechtlichen Schritte einforderte. Die
Beschwerdegegnerin sieht denn auch lediglich darin eine Verletzung der
Schadenminderungspflicht, dass er die Arbeitgeberin nach dem 22. Mai 2015 bis zum
5. Oktober 2015 nicht mehr schriftlich gemahnt und auch kein Fortsetzungsbegehren
gestellt habe. Dagegen argumentiert der Beschwerdeführer, er habe mit seinen
persönlichen Vorsprachen beim CEO der Arbeitgeberin vom 25. Juni, 2. und 14. Juli
2015 sowie 12. August 2015 viel mehr bewirkt als mit seinen schriftlichen Mahnungen
und dem Betreibungsweg zuvor. So habe er immerhin insgesamt Fr. 9‘000.-- einholen
können. Zudem hätten ihn diese Zahlungen im Glauben bestärkt, dass die
Arbeitgeberin durch seine Weiterarbeit zurück in die Zahlungsfähigkeit fände. Bereits in
seinem Schreiben an die Beschwerdegegnerin vom November 2015 gab er an, er habe
sich einzig auf Grund seiner misslichen Lage und unter Berücksichtigung der positiven
Zahlungsmoral der Arbeitgeberin entschieden, die Arbeit wieder aufzunehmen. Dies
habe er getan, um einer Aussteuerung zu entkommen und um zu verhindern, dass
neben seinen fehlenden Weiterbildungen ein zusätzliches "Laster" im Lebenslauf
erscheine (vgl. act. G 3.10, S. 41f.). Dass sich der Beschwerdeführer in einer misslichen
Lage befand, erscheint auf Grund der Umstände durchaus nachvollziehbar. So stand
zudem der Ablauf seiner Rahmenfrist für den Bezug von Arbeitslosenentschädigung
am 30. September 2015 kurz bevor (act. G 3.10, S. 42). Dennoch hätte sich der
Beschwerdeführer der drohenden Zahlungsunfähigkeit der Arbeitgeberin bewusst
werden müssen, nachdem sie ihren Zahlungsversprechungen per 10. und 20. Mai 2015
wiederum nicht nachgekommen war. Selbst auf seine schriftlichen Mahnungen vom 12.
und 22. Mai 2015 mit Androhung, bei Nichterfüllung das betreibungsrechtliche
Fortsetzungsbegehren zu stellen, leistete sie bis zur letzten angesetzten Frist vom 25.
Juni 2015 keinerlei Folge. Bereits nach Ablauf dieser Frist hätte der Beschwerdeführer
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daher nicht weiter warten dürfen, die Forderungen auf dem Betreibungsweg
voranzutreiben. Allein die Tatsache, dass er schliesslich Ende Juni 2015 und im Juli
2015 jeweils Teilzahlungen erhielt, durfte ihn nicht davon abhalten, weitere Schritte zu
unternehmen. Bei einem während sieben Monaten (d.h. ab dem Novemberlohn)
dauernden Ausstand ist ein - beinahe tatenloses - Zuwarten nicht mehr als objektiv
verständlich zu werten. Zudem ist es kaum mehr nachvollziehbar, dass der
Beschwerdeführer per September 2015 erneut ein Arbeitsverhältnis mit der
Arbeitgeberin eingegangen ist, hatte er doch immer noch relativ hohe ungedeckte
Lohnausstände aus den Monaten Dezember 2014, Januar und Februar 2015.
2.4 Es erscheint zwar offensichtlich, dass der Beschwerdeführer nicht darauf
spekuliert hat, allfällige Ausstände in Form von Insolvenzentschädigung einzuholen. Auf
Grund obiger Ausführungen ergibt sich aber, dass er es insgesamt während einer zu
langen Dauer unterlassen hat, die offenen Lohnforderungen gegenüber seiner
Arbeitgeberin in eindeutiger und unmissverständlicher Weise geltend zu machen bzw.
den begonnenen Weg weiterzugehen. Im Wissen um die seit längerem prekäre
wirtschaftliche Situation der Arbeitgeberin und nachdem die Lohnausstände von
November 2014 bis Februar 2015 erst zu einem kleinen Teil ab Ende Juni 2015
beglichen wurden, musste er konkret damit rechnen, dass die geleistete Arbeit nicht
entlöhnt werden würde und damit ein erhebliches Ausfallrisiko bestand. Indem der
Beschwerdeführer dennoch so lange davon absah, weiter entschieden gegen die
Lohnausstände vorzugehen, und er im September 2015 erneut für die Arbeitgeberin -
trotz immer noch offener Lohnausstände - zu arbeiten begann, hat er gestützt auf die
bundesgerichtliche Rechtsprechung die ihm obliegende Schadenminderungspflicht in
einer Weise verletzt, welche eine Leistungsverweigerung zur Folge hat. Die Ablehnung
des Anspruchs auf Insolvenzentschädigung durch die Beschwerdegegnerin erfolgte
somit zu Recht.
3.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).