Decision ID: ab46142c-5e7c-461d-9369-a58be1794f78
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_VG
Chamber: ZH_VG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: public_law

hat sich ergeben:
hat sich ergeben:
I. A (geboren 1988) wurde vom Sicherheitsvorstand des Gemeinderats C mit kostenpflichtiger Verfügung vom 26. November 2013 verpflichtet, sich innert 30 Tagen nach deren Erhalt in der Gemeinde C zur Niederlassung anzumelden. Dagegen erhob A am 30. Dezember 2013 Einsprache beim Gemeinderat C und beantragte, die Verfügung vom 26. November 2013 sei aufzuheben.
Mit Beschluss vom 28. Januar 2014 verpflichtete der Gemeinderat C A, sich innert 30 Tagen nach Erhalt des Beschlusses in der Gemeinde C zur Niederlassung anzumelden.
II.
Dagegen rekurrierte A am 5. März 2014 beim Bezirksrat D und beantragte, der Beschluss des Gemeinderats C vom 28. Januar 2014 sei aufzuheben, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Der Gemeinderat C beantragte mit Rekursantwort vom 15. April 2014 die vollumfängliche Abweisung des Rekurses, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten von A.
Mit Beschluss vom 22. Oktober 2014 wies der Bezirksrat D den Rekurs ab und auferlegte die Verfahrenskosten A.
III.
Dagegen erhob A am 27. November 2014 Beschwerde ans Verwaltungsgericht und beantragte die Aufhebung der Beschlüsse des Bezirksrats D vom 22. Oktober 2014 sowie des Gemeinderats C vom 28. Januar 2014, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Der Bezirksrat D verwies am 10. Dezember 2014 auf die Begründung des angefochtenen Entscheids und verzichtete im Übrigen auf eine Vernehmlassung. Mit Beschluss vom 16. Dezember 2014 beantragte der Gemeinderat C, die Beschwerde sei vollumfänglich abzuweisen, unter  Entschädigungsfolgen zulasten von A, und verzichtete im Übrigen auf eine Beschwerdeantwort.
Am 3. März 2015 reichte A unaufgefordert weitere Beilagen im Nachgang zu ihrer Beschwerde ein. Der Gemeinderat C verzichtete am 18. März 2015 auf eine weitere Stellungnahme.

Die Kammer erwägt:
Die Kammer erwägt:
1. 1.1 Das Verwaltungsgericht ist gemäss § 41 Abs. 1 in Verbindung mit § 19 Abs. 1 lit. a und § 19b Abs. 2 lit. c des Verwaltungsrechtspflegegesetzes des Kantons Zürich vom 24. Mai 1959 (VRG) für die Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig.
1. 1.1 Das Verwaltungsgericht ist gemäss § 41 Abs. 1 in Verbindung mit § 19 Abs. 1 lit. a und § 19b Abs. 2 lit. c des Verwaltungsrechtspflegegesetzes des Kantons Zürich vom 24. Mai 1959 (VRG) für die Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig.
2. 2.1 Nach § 32 Abs. 1 des Gemeindegesetzes vom 6. Juni 1926 (GG) besteht eine persönliche Meldepflicht bei der politischen Gemeinde für eine Person insbesondere dann, wenn sie sich dort niederlässt (lit. a), den Aufenthalt begründet (lit. b) oder zusätzlich in einer anderen Gemeinde einen Aufenthalt begründet oder diesen aufgibt (lit. e).
2.2 Niederlassung gemäss § 32 Abs. 1 lit. a GG liegt vor, wenn sich eine Person in der Absicht dauernden Verbleibens in der Gemeinde aufhält, um dort den Mittelpunkt ihres Lebens zu begründen, welcher für Dritte erkennbar sein muss. Eine Person wird in derjenigen Gemeinde als niedergelassen betrachtet, in der sie das erforderliche Dokument hinterlegt hat. Sie kann nur eine Niederlassungsgemeinde haben (§ 32 Abs. 2 GG). Aufenthalt gemäss § 32 Abs. 1 lit. b GG liegt vor, wenn sich eine Person zu einem bestimmten Zweck ohne Absicht dauernden Verbleibens mindestens während dreier aufeinanderfolgender Monate oder dreier Monate innerhalb eines Jahres in der Gemeinde aufhält (§ 32 Abs. 3 GG).
2.3 Die Frage der Niederlassung betrifft das polizeiliche Domizil. Davon zu unterscheiden sind der zivilrechtliche Wohnsitz und Spezialwohnsitze wie das Steuerdomizil, der politische Wohnsitz, Sozialleistungswohnsitz und andere mit eigenständigen Anknüpfungspunkten (Karl Spühler, Die Rechtsprechung zur polizeilichen Meldepflicht bei Niederlassung und Aufenthalt, ZBl 93/1992, S. 337 ff.). Der Entscheid über das polizeiliche Domizil bedeutet nur, dass der Niederlassung kein administratives Hindernis entgegensteht, und die Bejahung der Niederlassung präjudiziert die Frage nach der Bestimmung der (Spezial-)Wohnsitze nicht (Karl Spühler, S. 341). Wenn sich eine Person regelmässig an mehreren Orten aufhält, so bestimmt sich der Ort ihrer Niederlassung jedoch in der Regel nach denselben Merkmalen wie der zivilrechtliche Wohnsitz; massgebendes Kriterium ist grundsätzlich in beiden Fällen die Absicht des dauernden Verbleibens bzw. der Mittelpunkt der Lebensbeziehungen (so auch Art23 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs vom 10. Dezember 1907 [ZGB]). Wenn Arbeitsort und Wohnort auseinanderfallen, gilt der Wohnort als Niederlassung, wenn eine Person mehr oder minder regelmässig dahin zurückkehrt, jedenfalls bei täglicher, aber auch bei wöchentlicher Rückkehr. Der Arbeitsort hat Vorrang bei stärkerer persönlicher Bindung, z. B. wenn sich dort die persönlichen Effekten befinden oder die Freizeit mehrheitlich dort verbracht wird (Hans Rudolf Thalmann, Kommentar zum Zürcher Gemeindegesetz, 3. A., Wädenswil 2000[Kommentar GG], § 32 N. 1.2, 1.4 und 1.4.2 f.; VGr, 20. Mai 2010, VB.2010.00150, E. 4.1). Die Anmeldung hat somit am Ort zu erfolgen, zu dem die engsten Beziehungen bestehen, wofür objektive Merkmale und nicht die subjektive Verbundenheit mit einem Ort ausschlaggebend sind. Sowohl die Absicht des dauernden Verbleibens an einem Ort wie auch der Lebensmittelpunkt einer Person müssen sich durch feststellbare Sachverhalte erhärten lassen (VGr, 22. September 2011, VB.2011.00362, E. 2.2). Massgebend ist der Ort, an dem sich der Mittelpunkt der Lebensbeziehungen befindet (vgl. BGE 125 III 100, E. 3).
2.4 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zum steuerrechtlichen Wohnsitz, die vorliegend ebenfalls herangezogen werden kann, da sich dieser seinerseits aus Art23 ZGB ableitet, ist der Wohnsitz einer unselbständig erwerbenden Person derjenige Ort, wo sie sich mit der Absicht dauernden Verbleibens aufhält. Wenn sich eine Person abwechslungsweise an zwei Orten aufhält, ist darauf abzustellen, zu welchem Ort sie die stärkeren Beziehungen unterhält. Bei unselbständig erwerbenden Steuerpflichtigen besteht eine natürliche Vermutung dafür, dass dies der Ort ist, wo sie für längere oder unbestimmte Zeit Aufenthalt nehmen, um von dort aus der täglichen Arbeit nachzugehen. Bei verheirateten Personen mit Beziehungen zu mehreren Orten werden dagegen die persönlichen und familiären Kontakte zum Ort, wo sich ihre Familie aufhält, als stärker erachtet als diejenigen zum Arbeitsort, wenn sie in nicht leitender Stellung unselbständig erwerbstätig sind und täglich oder an den Wochenenden regelmässig an den Familienort zurückkehren (BGr, 1. Dezember 2012, 2C_270/2012, E. 2.4–5; BGE 132 I 29 E. 4.2 f.).
2.5 Diese Praxis findet auch auf ledige Personen Anwendung, zählt doch die Rechtsprechung Eltern und Geschwister ebenfalls zur Familie des Steuerpflichtigen. Allerdings werden die Kriterien, nach denen das Bundesgericht entscheidet, wann anstelle des Arbeitsortes der Aufenthaltsort der Familie als Hauptsteuerdomizil anerkannt werden kann, besonders streng gehandhabt. Selbst wenn ledige Steuerpflichtige allwöchentlich zu den Eltern oder Geschwistern zurückkehren, können die Beziehungen zum Arbeitsort überwiegen, dies namentlich dann, wenn sie sich am Arbeitsort eine Wohnung eingerichtet haben oder über einen besonderen Freundes- und Bekanntenkreis verfügen. Zu berücksichtigen sind in diesem Zusammenhang ebenso die Dauer des Arbeitsverhältnisses und das Alter des Steuerpflichtigen. Nach der bundesgerichtlichen Praxis sind die Beziehungen des Steuerpflichtigen regelmässig nicht mehr so stark, um den Ort der Familie als ständiges Domizil zu betrachten, wenn der Steuerpflichtige das 30. Altersjahr überschritten hat oder aber sich seit mehr als fünf Jahren ununterbrochen am Arbeitsort aufhält (BGr, 6. Dezember 2010, 2C_397/2010, E. 2.2; BGr, 6. August 2009, 2C_809/2008, E. 3.1; BGE 125 I 54 E. 2).
Die von der Rechtsprechung entwickelten Kriterien für den Lebensmittelpunkt können gleichermassen auch für Selbständigerwerbende herangezogen werden, zumal das Führen eines eigenen Unternehmens regelmässig einen starken Bezug zum Arbeitsort begründen dürfte.
2.6 Bei jüngeren Steuerpflichtigen, die sich während der Woche an ihrem Arbeitsort aufhalten, spricht der Umstand, dass sie regelmässig an den Ort zurückkehren, wo ihre Familie lebt, sie aufgewachsen sind, die Schulen besucht oder gearbeitet haben und ihre persönlichen und familiären Beziehungen pflegen, in besonderem Mass für die Annahme, dass sie den Mittelpunkt ihrer Lebensbeziehungen noch am Ort ihrer Familie haben (BGr, 2. September 1997 = Pra 87/1998 Nr. 4, E. 2c).
2.7 Bei der natürlichen Vermutung wird aufgrund von Indizien mittels Wahrscheinlichkeitsüberlegungen und aufgrund der Lebenserfahrung auf eine nicht direkt bewiesene Tatsache geschlossen, welche die Behörde als wahr vermuten und ohne weitere Abklärungen ihrem Entscheid zugrunde legen darf. Es geht dabei nicht um die Frage, ob sich eine rechtserhebliche Tatsache verwirklicht hat oder nicht, sondern lediglich darum, ob eine beweismässige Abklärung vorzunehmen ist. Aus diesem Grund muss die Vermutung bereits dann als entkräftet gelten, wenn der Gegenbeweis erbracht wird. Daraus ergibt sich, dass bei Bestehen von Anhaltspunkten, welche gegen die vermutete Tatsache sprechen, diese näher zu prüfen und zu gewichten sind. Es geht dabei darum, festzustellen, ob die gegen die natürliche Vermutung vorgebrachten Anhaltspunkte überzeugen und stärker sind als die Vermutung. Aufgrund von Indizien ist demnach eine sorgfältige Berücksichtigung und Gewichtung sämtlicher Berufs-, Familien- und Lebensumstände vorzunehmen. Dies bedeutet, dass die Zerstörung der natürlichen Vermutung nicht den lückenlosen Nachweis klar definierter abweichender Indizien voraussetzt. Es muss vielmehr genügen, wenn Anhaltspunkte für den Wochenendwohnort in einer Weise nachgewiesen werden, die so gewichtig und überzeugend sind, dass sie geeignet sind, die Domizilvermutung zu entkräften (BGr, 6. Dezember 2010, 2C_397/2010, E. 2.4.2; BGr, 6. August 2009, 2C_809/2008, E. 3.2).
2.7 Bei der natürlichen Vermutung wird aufgrund von Indizien mittels Wahrscheinlichkeitsüberlegungen und aufgrund der Lebenserfahrung auf eine nicht direkt bewiesene Tatsache geschlossen, welche die Behörde als wahr vermuten und ohne weitere Abklärungen ihrem Entscheid zugrunde legen darf. Es geht dabei nicht um die Frage, ob sich eine rechtserhebliche Tatsache verwirklicht hat oder nicht, sondern lediglich darum, ob eine beweismässige Abklärung vorzunehmen ist. Aus diesem Grund muss die Vermutung bereits dann als entkräftet gelten, wenn der Gegenbeweis erbracht wird. Daraus ergibt sich, dass bei Bestehen von Anhaltspunkten, welche gegen die vermutete Tatsache sprechen, diese näher zu prüfen und zu gewichten sind. Es geht dabei darum, festzustellen, ob die gegen die natürliche Vermutung vorgebrachten Anhaltspunkte überzeugen und stärker sind als die Vermutung. Aufgrund von Indizien ist demnach eine sorgfältige Berücksichtigung und Gewichtung sämtlicher Berufs-, Familien- und Lebensumstände vorzunehmen. Dies bedeutet, dass die Zerstörung der natürlichen Vermutung nicht den lückenlosen Nachweis klar definierter abweichender Indizien voraussetzt. Es muss vielmehr genügen, wenn Anhaltspunkte für den Wochenendwohnort in einer Weise nachgewiesen werden, die so gewichtig und überzeugend sind, dass sie geeignet sind, die Domizilvermutung zu entkräften (BGr, 6. Dezember 2010, 2C_397/2010, E. 2.4.2; BGr, 6. August 2009, 2C_809/2008, E. 3.2).
3. 3.1 Die Vorinstanz erwog, es lägen gewichtige Hinweise dafür vor, dass die Beschwerdeführerin ihren Lebensmittelpunkt in C begründet habe. Seit rund drei Jahren arbeite sie dort, da ihre eigene Firma Sitz in C habe, und sie sei Mietvertragspartei der Wohnung, in welcher ihr Freund wohne. Der regelmässige Aufenthalt bei den Eltern in E bedeute nicht, dass sich dort ihr weiteres soziales Leben abspiele. Weitere dort gepflegte Beziehungen seien ihren Ausführungen nicht zu entnehmen. Es sei der Beschwerdeführerin somit nicht gelungen, eine stärkere Verbindung zu E als zu C nachzuweisen.
3.2 Die Beschwerdeführerin führte aus, sie fahre nicht nur am Wochenende zu ihren Eltern in E zurück, sondern an durchschnittlich fünf Tagen pro Woche. Sie übernachte einzig hin und wieder in der Wohnung ihres Freundes in C. Sie habe in C weder eine Wohnung eingerichtet, noch lebe sie dort in einer Partnerschaft, und sie verfüge in C auch nicht über einen besonderen Freundes- oder Bekanntenkreis. Den Mietvertrag habe sie nur als Solidarschuldnerin mitunterzeichnet, da ihr Freund aufgrund seiner hohen Schulden allein keine Mietwohnung erhalten hätte. Die Wohnung sei aufgrund der Nähe zu ihrem Betrieb, in welchem auch ihr Freund tätig sei, in C gewählt worden. Ihr gesamtes persönliches Umfeld und ihre persönlichen Sachen befänden sich jedoch in E. Sie habe ausserdem in der Zwischenzeit ein Studium in F aufgenommen. Die Mietwohnung in G sei unterdessen gekündigt.
3.2 Die Beschwerdeführerin führte aus, sie fahre nicht nur am Wochenende zu ihren Eltern in E zurück, sondern an durchschnittlich fünf Tagen pro Woche. Sie übernachte einzig hin und wieder in der Wohnung ihres Freundes in C. Sie habe in C weder eine Wohnung eingerichtet, noch lebe sie dort in einer Partnerschaft, und sie verfüge in C auch nicht über einen besonderen Freundes- oder Bekanntenkreis. Den Mietvertrag habe sie nur als Solidarschuldnerin mitunterzeichnet, da ihr Freund aufgrund seiner hohen Schulden allein keine Mietwohnung erhalten hätte. Die Wohnung sei aufgrund der Nähe zu ihrem Betrieb, in welchem auch ihr Freund tätig sei, in C gewählt worden. Ihr gesamtes persönliches Umfeld und ihre persönlichen Sachen befänden sich jedoch in E. Sie habe ausserdem in der Zwischenzeit ein Studium in F aufgenommen. Die Mietwohnung in G sei unterdessen gekündigt.
4. 4.1 Die im Beschwerdeverfahren eingereichte Kündigung der Wohnung in G per 31. März 2015 sowie die bundesgerichtliche Bestätigung der Wegweisungsverfügung des Migrationsamts des Kantons Zürich gegen den Freund der Beschwerdeführerin ebenfalls per 31. März 2015 stellen neue Tatsachen dar.