Decision ID: 37f3bd99-5556-47cd-bcc1-c0dac9500f2e
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Rainer Braun, Oberdorfstrasse 6, Postfach,
8887 Mels,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherter) war seit 9. Januar 2006 als
Produktionsmitarbeiter bei der B._ AG angestellt und dadurch bei der
Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: Suva) obligatorisch gegen
die Folgen von Unfällen versichert, als er sich am 29. November 2009 beim
Fussballspielen das linke Knie verletzte (Suva-act. 1). Gleichentags wurde er vom
erstbehandelnden Spital C._ in das Kantonsspital St. Gallen verlegt (Suva-act. 1, 11,
14). Am 4. Dezember 2009 wurde aufgrund einer lateralen Tibiakopffraktur links (Typ
Schatzker II) eine Kniearthroskopie links und anschliessend eine offene Reposition der
Gelenkfraktur und Plattenosteosynthese durchgeführt, am 8. Dezember 2009 trat der
Versicherte aus dem Kantonsspital St. Gallen aus (Suva-act. 9, 10, 11). Die Suva
erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Taggelder und Heilungskosten; Suva-act. 183).
A.b Nach der Operation persistierten Schmerzen im Bereich des linken Unterschenkels
sowie eine Gefühlsminderung im Bereich des kleinen Fingers und der ulnaren
Handkante links, wobei die Ursache durch die elektrophysiologischen Untersuchungen
nicht ermittelt werden konnte (Suva-act. 33, 34). Bis Ende März 2010 war der
Versicherte zu 100% arbeitsunfähig (Suva-act. 2, 11,16, 22). Ab April 2010 gingen die
Ärzte davon aus, dass eine 50%-ige Erwerbstätigkeit möglich sein sollte (Suva-act. 37,
40). Seit dem 21. April 2010 arbeitete der Versicherte zu 75% (Suva-act. 40, 41, 47).
Am 9. Juni 2010 wurde eine kreisärztliche Untersuchung durch Dr. med. D._,
Facharzt FMH Orthopädische Chirurgie, durchgeführt (Suva-act. 51). Die ab 17. August
2010 versuchte Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 100% scheiterte am 19. August
2010 (Suva-act. 67, 68). Ab 20. August 2010 bis zum Spitaleintritt zur
Osteosynthesemetallentfernung am 10. September 2010 bestand weiterhin eine 75%-
ige Arbeitsfähigkeit (Suva-act. 76, 82). Danach wurde dem Versicherten bis zum
17. September 2010 eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit attestiert, ab 30. September
2010 bestand eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit (Suva-act. 83, 85). Am 12. Oktober 2010
fand eine weitere kreisärztliche Untersuchung durch Dr. D._ statt (Suva-act. 95).
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A.c Eine Computertomographie (CT) vom 22. November 2010 des linken Knies nativ
zeigte unter anderem eine regelrechte Artikulation femoro-tibial ohne Verminderung
des Gelenkspalts sowohl im lateralen als auch im medialen Gelenkkompartiment
(Suva-act. 109).
A.d Über den stationären Aufenthalt in der Rehaklinik Bellikon vom 20. Oktober bis
und mit 24. November 2010 wurde zunächst im provisorischen Kurzbericht vom
23. November 2010 informiert (Suva-act. 110). Während aus psychischen Gründen ab
25. November 2010 eine Arbeitsunfähigkeit zu 100% bestehe und nur noch eine Arbeit
im geschützten Rahmen realistisch sei, sei der Versicherte aus rein somatischer Sicht
für schwere Arbeit ganztags ohne spezielle Einschränkungen arbeitsfähig. Daraufhin
stellte die Suva mit Schreiben vom 30. November 2010 das Taggeld ab 25. November
2010 ein (Suva-act. 111). Dr. med. E._, Facharzt Allgemeinmedizin FMH,
Chirotherapie und Sportmedizin, bescheinigte dem Versicherten weiterhin vom
25. November bis 17. Dezember 2010 eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit und vertrat die
Ansicht, dass die psychische Dekompensation durch die unfallbedingten
Knieschmerzen entstanden sei (Suva-act. 115, 119). Mit Austrittsbericht vom
25. November 2010 (Eingang: 17. Dezember 2010; act. 131) wurde die Arbeitsfähigkeit
aus psychiatrischer Sicht ab 25. November 2010 als nicht gegeben betrachtet. Aus rein
somatischer, medizinisch-prognostischer Sicht (unfallkausal) sei bezüglich der
angestammten Tätigkeit als Hilfslogistiker von einer Arbeitsunfähigkeit von 50%
auszugehen. Dabei sei eine ganztägige Arbeitszeit mit folgenden Einschränkungen
zumutbar: Hebe- und Tragelimit von 15kg, alternierende Körperpositionen (teils
stehend/gehend, teils sitzend), ohne wiederholte Kniezwangshaltungen wie Knien,
Hocken, Kauern. Für andere berufliche Tätigkeiten sei aus rein somatischer,
medizinisch prognostischer Sicht eine leichte bis mittelschwere Arbeit ganztags
zumutbar, allerdings mit alternierenden Körperpositionen (teils stehend/gehend, teils
sitzend), ohne wiederholte Kniezwangshaltungen wie Knien, Hocken, Kauern. Von der
Fortsetzung der somatischen Behandlung könne keine namhafte Besserung mehr
erwartet werden. Aufgrund dieses Berichts nahm die Suva am 17. Dezember 2010 ihre
Stellungnahme vom 30. November 2010 zurück (Suva-act. 132).
A.e Dem Versicherten wurde auf den 28. Februar 2011 gekündigt (Suva-act. 135, 137).
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A.f Die CT des linken Kniegelenks vom 24. Januar 2011 zeigte beginnende
posttraumatische arthrotische Veränderungen im Bereich des lateralen Tibiaplateaus
und eine Demineralisation des dargestellten Skeletts (Suva-act. 164). Am 7. Februar
2011 konsultierte der Versicherte wegen Schmerzen und Sensibilitätsstörung im linken
Bein Prof. Dr. med. F._, Facharzt FMH Neurologie, extra- und intrakranielle Doppler-
Duplexsonographie, Sargans (Suva-act. 165). Eine Nachkontrolle mit
Röntgenaufnahmen des linken Knies vom 14. März 2011 zeigte eine laterale
Stufenbildung, welche jedoch die generalisierten Schmerzen im gesamten linken Bein
nicht erklären könne (Suva-act. 177). Am 15. März 2011 wurde von Dr. med. G._,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie FMH, eine ärztliche Beurteilung erstellt (Suva-
act. 174). Bei der ambulanten Untersuchung vom 6. Mai 2011 (Suva-act. 196) nach
intraartikulärer Mischinfiltration am 30. März 2011 schlossen die behandelnden Ärzte
des Kantonsspitals St. Gallen eine intraartikuläre Schmerzgenese aus und berichteten,
dass sich keine Hinweise für den Ursprung der Problematik zeige. Es seien keine
weiteren Kontrollen vorgesehen. Das Spital C._ lehnte eine orthopädische
Behandlung des Versicherten ab (Suva-act. 205).
A.g Mit Schreiben vom 28. Juni 2011 teilte die IV-Stelle des Kantons St. Gallen mit,
dass keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen angezeigt seien (Suva-act. 210).
A.h Mit Verfügung vom 4. August 2011 (act. G 1.4; Suva-act. 217) lehnte die Suva ihre
Leistungspflicht bei einem Invaliditätsgrad von 4.82% ab mit der Begründung, dass
unfallbedingt weder eine wesentliche Behinderung noch eine Erwerbseinbusse
vorliege. Die Taggeldleistungen wurden per 8. August 2011 eingestellt.
B.
Die dagegen erhobene Einsprache vom 10. August 2011 (Suva-act. 219) samt Ein
spracheergänzung vom 7. Oktober 2011 (act. G 1.5; Suva-act. 223) wurde nach
Ermittlung von neuen DAP-Arbeitsplatzprofilen und bei einem Invaliditätsgrad von
4.61% mit Einspracheentscheid vom 19. Januar 2012 (act. G 1.1; Suva-act. 228)
abgelehnt.
C.
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C.a Dagegen liess der Versicherte am 16. Februar 2012 durch Rechtsanwalt
lic.iur. Rainer Braun, Mels, Beschwerde erheben mit dem Antrag, der
Einspracheentscheid vom 19. Januar 2012 sowie die Verfügung vom 4. August 2011
seien aufzuheben und dem Versicherten seien ab 8. August 2011 weiterhin die
gesetzlichen Versicherungsleistungen auszurichten, dies unter Entschädigungsfolgen
(act. G 1). Zur vorläufigen Begründung führte der Rechtsvertreter insbesondere an, der
gesundheitliche Endzustand sei noch nicht erreicht und es sei eine Verschlechterung
eingetreten. Da die vorinstanzlichen Akten noch nicht bei ihm eingegangen waren,
beantragte er die Einräumung der Gelegenheit zur Beschwerdeergänzung.
C.b Mit Schreiben vom 22. Februar 2012 (act. G 2) gewährte das Versicherungsgericht
dem Beschwerdeführer eine Nachfrist zur Beschwerdeergänzung.
C.c Mit Beschwerdeergänzung vom 23. März 2012 fügte der Rechtsvertreter zum
Einkommensvergleich an, dass bei der Bemessung des Valideneinkommens zu
Unrecht lediglich von den Lohnstrukturerhebungen im privaten Sektor in der Region
Ostschweiz ausgegangen worden sei. Die gesamtschweizerischen Zahlen im privaten
und öffentlichen Sektor ergäben ein Einkommen von Fr. 62'304.--, und nach
Berücksichtigung der betriebsüblichen Arbeitszeit und der Nominallohnsteigerung 2011
von Fr. 65'639.-- pro Jahr. Beim Invalideneinkommen betrage das durchschnittliche
Einkommen der von der Vorinstanz angeführten Arbeitsplätze nicht Fr. 56'947.--,
sondern Fr. 55'947.--. Nach einer Reduktion um 12% (wegen Unterdurchschnittlichkeit)
resultiere ein Invaliditätsgrad von 9,65%, welcher auf 10% aufzurunden sei. Aufgrund
des Arbeitswegs und zu erwartenden krankheitsbedingten Absenzen sei zudem mit
einem geringeren Einkommen im Vergleich zu gesunden Mitarbeitern zu rechnen.
C.d Mit Eingabe vom 13. April 2012 (act. G 5) ersuchte die Beschwerdegegnerin um
Edition der MRI-Bilder vom 20. Januar 2012 und um einstweilige Sistierung des
Verfahrens in Hinblick auf eine mögliche Wiedererwägung, allenfalls um
Fristerstreckung für eine Beschwerdeantwort.
C.e Am 19. April 2012 reichte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers die MRI-
Bilder vom 20. Januar 2012 ein (Eingang: 23. April 2012; act. G 7). Am 24. April 2012
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wurden diese der Beschwerdegegnerin zur Einsichtnahme zugestellt und eine neue
Frist zur Einreichung der Beschwerdeantwort angesetzt (act. G 8).
C.f Am 21. Mai 2012 wurde von PD Dr. med. H._, Facharzt für Orthopädische
Chirurgie FMH vom Suva Kompetenzzentrum Versicherungsmedizin eine ärztliche
Beurteilung erstellt (Suva-act. 233).
C.g Mit Beschwerdeantwort vom 24. Mai 2012 schloss die Beschwerdegegnerin auf
Abweisung der Beschwerde (act. G 9). Zur Begründung führte sie im Wesentlichen an,
dass gemäss ärztlicher Beurteilung von Dr. G._ vom 15. März 2011 (vgl. Suva-
act. 174) aus somatischer Sicht der medizinische Endzustand auch unter
Berücksichtigung des MRI vom 20. Januar 2012 unverändert per 24. November 2010
erreicht gewesen sei und sich seine Zumutbarkeitsbeurteilung mit derjenigen der
Rehaklinik Bellikon decke. Das Invalideneinkommen von Fr. 55'947.60 sei korrekt
ermittelt worden. Der chondromalazische Defekt sei keine neue Verletzungsfolge,
sondern ein erwartungsgemässer Zustand nach osteosynthetisch versorgter
Tibiakopffraktur, welche bereits in der Beurteilung von Dr. G._ vom 15. März 2011
berücksichtigt worden sei. Dies ergebe sich auch aus der ärztlichen Beurteilung von PD
Dr. H._ vom 21. Mai 2012 (vgl. Suva-act. 233). Die verdachtsweise erwähnte Läsion
des Vorderhorns des Innenmeniskus sei einerseits nicht mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, andererseits sei sie nicht unfallkausal. Das
mediale Gelenkkompartiment sei vom Unfall gar nicht betroffen gewesen. Die
ausgewählten fünf DAP-Arbeitsplätze seien behindertengerecht und vorbehaltlos
zumutbar. Da der Durchschnitt der Durchschnittslöhne gemäss Rechtsprechung in
Anschlag zu bringen sei und keine besonderen Umstände auszumachen seien, bestehe
kein Anlass, vom Invalidenlohn von Fr. 55'947.60 abzuweichen. Die
Beschwerdegegnerin halte an ihrem Standpunkt, dass für die Bemessung der
Unterdurchschnittlichkeit des Validenlohns die LSE der Grossregion Ostschweiz
beizuziehen sei, fest. Im Gegensatz zum Entscheid des Bundesgerichts U 8/07 vom
20. Februar 2008 sei der Invalidenlohn nicht auf Grund gesamtschweizerischer
Tabellenlöhne zu bestimmen gewesen, sondern anhand des Durchschnitts der
Durchschnittslöhne der DAP-Arbeitsplätze.
C.h Mit Replik vom 15. Juni 2012 (act. G 11) und Duplik vom 5. Juli 2012 (act. G 13)
hielten die Parteien an ihren jeweiligen Standpunkten fest.
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Erwägungen:
1.
1.1 Vorab ist zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin den Grundsatz des Devolutiv
effekts missachtet hat, als sie am 21. Mai 2012 durch PD Dr. H._ eine ärztliche
Beurteilung erstellen liess (Suva-act. 233).
1.2 Der Beschwerde kommt als ordentliches Rechtsmittel Devolutiveffekt zu. Die
Behandlung der Angelegenheit geht mit Einreichung der Beschwerde auf die
Beschwerdeinstanz über. Insoweit ist es dem Versicherungsträger grundsätzlich
verwehrt, nach Einreichung der Beschwerde weitere oder zusätzliche Abklärungen
vorzunehmen. Nach der Rechtsprechung sind lediglich punktuelle Abklärungen (wie
z.B. Einholen von Bestätigungen oder Rückfragen) zugelassen (Ueli Kieser, ATSG-
Kommentar, 2. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2009, N 73 zu Art. 61). Eine Ausnahme vom
Prinzip des Devolutiveffekts gilt im Beschwerdeverfahren insofern, als der
Versicherungsträger den angefochtenen Einspracheentscheid bis zu seiner
Vernehmlassung in Wiedererwägung ziehen kann (Art. 53 Abs. 3 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, [ATSG; SR 830.1]; Kieser,
a.a.O., N 74 zu Art. 61 und N 46 ff. zu Art. 53). Wegleitende Gesichtspunkte für die
Beantwortung der Frage, was im kantonalen Verfahren noch zulässiges
Verwaltungshandeln darstellt, bilden die inhaltliche Bedeutung der
Sachverhaltsvervollständigung für die (Streit-)Sache und die zeitliche Intensität
allfälliger weiterer Abklärungsmassnahmen (BGE 127 V 228 E. 2b/bb). Im konkreten Fall
wurde ein Tag nach Erlass des angefochtenen Einspracheentscheids (20. Januar 2012)
ein MRI durchgeführt und nebst chondromalazischem Defekt des lateralen
Tibiaplateaus auch ein dringender Verdacht auf radiäre Ruptur des Vorderhorns des
Innenmensikus geäussert (act. G 1.6). Der Beschwerdeführer liess dem angerufenen
Versicherungsgericht den entsprechenden Bericht zukommen. Daraufhin beantragte
die Beschwerdegegnerin die Edition dieser MRI-Bilder und stellte ein
Sistierungsbegehren in Hinblick auf eine mögliche Wiedererwägung. Da sich unter
diesen Umständen eine punktuelle Abklärung lite pendente im Sinn einer fachärztlichen
Beurteilung der zum Entscheidzeitpunkt noch nicht existierenden MRI-Bilder als
notwendig erwies, um zu beurteilen, ob sich allenfalls eine Wiedererwägung
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aufdrängte, ist der Devolutiveffekt nicht als verletzt zu betrachten und der achtseitige
ärztliche Bericht vom 20. Januar 2012 aus prozessökonomischen Gründen in die
Beurteilung mit einzubeziehen.
2.
2.1 Der Beschwerdeführer lässt in materieller Hinsicht zunächst vorbringen, dass der
gesundheitliche Endzustand am 8. August 2011 noch nicht erreicht gewesen sei.
Insbesondere stehe der mit MRI-Bildern vom 20. Januar 2012 festgestellte dringende
Verdacht auf radiäre Ruptur des Vorderhorns des Innenmeniskus einem Fallabschluss
entgegen.
2.2 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG;
SR 832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen,
Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes
bestimmt. Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der Unfallversicherung
bildet die Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht
demnach nur für Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat kausal mit einem
versicherten Unfallereignis zusammenhängen (Alexandra Rumo-Jungo,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz
über die Unfallversicherung, 3. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2003, S. 42 ff.).
2.3 Nach bundesgerichtlicher Praxis (BGE 134 V 109) ist die Adäquanzprüfung im
Zeitpunkt des Fallabschlusses vorzunehmen. Dem Gesetz lässt sich nicht entnehmen,
zu welchem Zeitpunkt der Unfallversicherer den Fall abschliessen und die
Heilbehandlungen und Taggelder einstellen darf. Dieser Zeitpunkt ergibt sich jedoch
aus Art. 19 Abs. 1 UVG, wonach der Rentenanspruch entsteht, wenn von der
Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des
Gesundheitszustands der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige
Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit
dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin. Nach
konstanter Rechtsprechung bedeutet dies, der Versicherer hat die Heilbehandlung und
das Taggeld nur solange zu gewähren, als von der Fortsetzung der Heilbehandlung
noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustands erwartet werden kann. Trifft
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dies nicht mehr zu, ist der Fall unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen mit
gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine
Integritätsentschädigung abzuschliessen (BGE 134 V 109 E. 4.1 mit Hinweisen). Eine
namhafte Verbesserung des Gesundheitszustands des Versicherten bestimmt sich
namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der
Arbeitsfähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. "Namhaft" bedeutet, dass
die Besserung ins Gewicht fallen muss und unbedeutende Verbesserungen ebenso
wenig genügen wie die blosse Möglichkeit einer Besserung (BGE 134 V 109 E. 4.3;
Urteil des Bundesgerichts vom 12. Juni 2009, 8C_25/2009, E. 4.1.1 mit Hinweisen).
2.4 Die Beschwerdegegnerin nahm den Fallabschluss per 8. August 2011 vor
(act. G 1.4). Eingliederungsmassnahmen der IV standen zu jenem Zeitpunkt nicht mehr
zur Diskussion, zumal die IV-Stelle am 28. Juni 2011 feststellte, dass weder die
Voraussetzungen für Arbeitsvermittlung noch für eine realistische Vermittelbarkeit
gegeben seien, da der Beschwerdeführer sich nicht in der Lage fühle, einer
Arbeitstätigkeit nachzugehen und eine Anmeldung beim RAV nicht in Frage komme
(Suva-act. 210).
2.5 Bereits im Austrittsbericht vom 25. November 2010 wird erwähnt, dass von der
Fortsetzung der somatischen Behandlung aus orthopädischer und rehabilitativer Sicht
keine namhafte Besserung erwartet werden könne und der Fallabschluss
vorgeschlagen werde (Suva-act. 131). Die Empfehlung einer ambulanten
psychiatrischen Weiterbehandlung erfolgte lediglich aus unfallfremden Gründen
(mittelgradige depressive Episode mit latenter Suizidalität bei einer vorbestehenden
depressiven Symptomatik und einer subsyndromalen posttraumatischen
Belastungsstörung nach Kriegstraumatisierung, zudem Verdacht auf eine somatoforme
Schmerzkomponente mit auch dissoziativ und konversiv anmutenden Tendenzen;
Suva-act. 131, S. 4). Die Ursache der Schmerzen und der Sensibilitätsstörung im linken
Bein konnte weder bei der neurologischen Untersuchung am 4. Februar 2011 bei Prof.
Dr. F._ (Suva-act. 165) noch bei den ambulanten Untersuchungen am 14. März
(Suva-act. 177) und am 6. Mai 2011 (Suva-act. 196) im Kantonsspital St. Gallen, Klinik
für Orthopädische Chirurgie, substantiiert werden und eine weitere Behandlung war
nicht mehr vorgesehen. Prof. Dr. F._ äusserte sogar den Verdacht auf eine
Aggravation oder zumindest somatoforme Schmerzstörung (Suva-act. 165). Auch
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Kreisarzt Dr. G._ ging am 15. März 2011 von einem Endzustand vonseiten des linken
Knies seit der Entlassung aus der Rehaklinik Bellikon aus, wies jedoch darauf hin, dass
sich die Prognose in Bezug auf die mögliche Entwicklung einer posttraumatischen
Arthrose schwer formulieren lasse (Suva-act. 174). Bereits an den kreisärztlichen
Untersuchungen vom 9. Juni 2010 (Suva-act. 51) und vom 12. Oktober 2010 (Suva-
act. 95) wies er auf das Bestehen von deutlichen Chronifizierungshinweisen mit
Somatisierungstendenz hin. Das Spital C._, Klinik für Chirurgie und Orthopädie,
lehnte am 24. Mai 2011 eine orthopädische Behandlung des Beschwerdeführers ab
(Suva-act. 205). Seitdem waren bis zum im Beschwerdeverfahren eingereichten Bericht
der Radiologie I._ vom 20. Januar 2012 (act. G 1.6) keine medizinischen
Behandlungen mehr aktenkundig. Die medizinische Aktenlage bis zum Zeitpunkt des
Erlasses der Verfügung am 4. August 2011 bzw. des Einspracheentscheids am
19. Januar 2012 liess ohne weiteres den Schluss zu, dass keine namhafte
Verbesserung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers in Hinblick auf eine
Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten war. Zu prüfen ist,
ob sich an dieser Sachlage durch die Ergebnisse der MRI-Untersuchung vom
20. Januar 2012 etwas geändert hat.
2.6 Die MRI-Untersuchung des linken Kniegelenks vom 20. Januar 2012 ergab einen
Status nach lateraler Tibiakopffraktur mit chondromalazischem Defekt des lateralen
Tibiaplateaus sowie einen dringenden Verdacht auf radiäre Ruptur des Vorderhorns
des Innenmeniskus (act. G 1.6). Dr. E._ berichtete am 6. Februar 2012 über eine
Verschlechterung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers (act. G 1.7). PD
Dr. H._ ist in seiner ärztlichen Beurteilung vom 21. Mai 2012 (Suva-act. 233) der
Ansicht, dass die Tibiakopffraktur unter einem komplett erhaltenen Meniskus im
lateralen Kompartiment zur Annahme einer günstigen Prognose berechtige und Folgen
einer verletzungsbedingten Verschlechterung im verletzten, also lateralen
Kompartiment zu erwarten seien. Eine Pathologie im Bereich der anderen
Gelenkkompartimente, medial, respektive auch femoro-patellar, liesse sich als Folge
einer Verletzung des lateralen Gelenkkompartiments nicht erklären. Der
kernspintomografisch am 20. Januar 2012 geäusserte Verdacht auf Läsion des
Vorderhorns des Innenmeniskus, also in dem nicht von der Verletzung betroffenen
medialen Gelenkkompartiment, sei damit nur als unwahrscheinliche Folge des
Geschehens vom 29. November 2009 einzuschätzen. Auch der Effekt der
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intraartikulären Infiltration vom März 2011 spreche gegen eine intraartikuläre
Schmerzursache. Im Bereich des Vorderhorns des Innenmeniskus bestehe ein unklarer
Befund, wobei nach Diskussion mit Dr. J._, Facharzt für Radiologie, eine radiäre
Ruptur des Vorderhorns nicht anzunehmen, der Befund jedoch gleichwohl suspekt sei.
Ein natürlicher Kausalzusammenhang sei unwahrscheinlich. Die chondromalazischen
Defekte entsprächen dem erwartungsgemässen Zustand nach osteosynthetisch
versorgter Tibiakopffraktur. Das Ergebnis nach Verletzung könne immer nur eine
Reparation sein; der ursprüngliche, unverletzte Zustand, die Restitutio ad integrum, sei
für hyalinen Gelenkknorpel nicht mehr erreichbar. Die Annahme, dass die
chondromalazischen Veränderungen neu aufgetreten seien, sei nicht zulässig, da seit
dem Unfallgeschehen bis zum 20. Januar 2012 keine Kernspintomographie des linken
Knies angefertigt worden sei und der intraoperative Arthroskopie-Befund vom
4. Dezember 2009 naturgemäss lediglich frische Verletzungsfolgen dokumentieren
könne. Die chondromalazischen Defekte ständen mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit in einem natürlichen Kausalzusammenhang mit dem Unfall vom
29. November 2009 und seien bereits in der Beurteilung von Dr. G._ vom 15. März
2011 berücksichtigt worden. Der medizinische Endzustand sei per 24. November 2010,
bei Entlassung aus der Rehabilitationsklinik Bellikon, in dem Sinn erreicht gewesen,
dass von weiteren medizinischen Massnahmen keine namhafte Erhöhung der
Arbeitsfähigkeit mehr erwartet werden konnte. Mit Gutachten vom 9. Juni 2012
(act. G 11.1) erklärte Dr. E._, dass es gegen das Gutachten von PD Dr. H._
grundsätzlich nichts einzuwenden gebe. Er habe die gesundheitlichen Folgen beim
Beschwerdeführer korrekt beurteilt. Das Vorliegen einer Innenmeniskusverletzung lasse
sich nicht allein mit einer Kernspintomographie definitiv feststellen, sondern erfordere
die Durchführung einer Arthroskopie anhand der Symptome. Anschliessend müsse neu
beurteilt werden, ob die Meniskusruptur aufgrund der Fehlbelastung der Beine in den
letzten zwei Jahren entstanden sei. Da alle bisherigen Massnahmen (Antiphlogistika,
intraartikuläre Injektionen auch mit Kortikoiden) überhaupt keine Besserung erbracht
hätten, würde er einer operativen Massnahme nicht uneingeschränkt zustimmen, da
wohl auch durch eine Meniskusentfernung keine Besserung zu erreichen sei. Die
Beurteilung entspreche dem neuesten Stand der Medizin.
2.7 Unbestritten ist, dass sich der Meniskus am 4. Dezember 2009, also fünf Tage
nach dem Unfallereignis, bei der Kniearthroskopie links im medialen und lateralen
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Gelenkkompartiment in gesamter Zirkumferenz intakt zeigte und sich mit dem
Tasthaken keine Luxation provozieren liess (Suva-act. 10). Auch am 26. März 2010
waren die Meniskuszeichen noch negativ (Suva-act. 37). Als direkte Unfallfolge
scheidet die über zwei Jahre nach dem Unfallereignis erstmals verdachtweise
geäusserte Läsion am Vorderhorn des Innenmeniskus somit klarerweise aus und deren
traumatische Verursachung beim Unfallereignis vom 29. November 2009 ist
auszuschliessen. Auch erscheint es eher unwahrscheinlich, dass die Meniskusläsion
eine indirekte Unfallfolge bzw. Spätfolge bildet. Einerseits handelt es sich vorliegend
ohnehin lediglich um eine Verdachtsdiagnose, andererseits wird als Ursache eines
Meniskusrisses neben dem Trauma lediglich noch die Degeneration genannt
(Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch 2011, 262. neu bearbeitete und erweiterte
Auflage Berlin/New York 2010, S. 1297). Der Unfall vom 29. November 2009 fällt als
traumatisches Ereignis ausser Betracht. Fehl- oder Überbelastungen werden nicht als
Ursache einer Meniskusläsion aufgeführt und Risse chronisch degenerierter Menisken
kommen ohne Unfall oder bei geringfügigem Trauma, bei unphysiologischen,
unkoordinierten Bewegungen weit häufiger vor als die akuten Verletzungen (Alfred
M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, Patientenorientierte Diagnostik
und Therapie des Bewegungsapparates, 4. Auflage 2005, S. 1057). Selbst wenn die
Ruptur des Meniskus in einer Fehlbelastung der Beine begründet läge, könnte gemäss
Dr. E._ durch eine operative Massnahme keine Besserung der Beschwerden erreicht
werden (act. G 11.1). Zudem ist auch aufgrund der Verletzung im medialen Segment
und des Ausschlusses einer intraartikulären Schmerzgenese im Einklang mit der
schlüssigen, nachvollziehbaren und in Kenntnis der medizinischen Akten abgegebenen
ärztlichen Beurteilung vom 21. Mai 2012 von PD Dr. H._ ein natürlicher
Kausalzusammenhang der Meniskusläsion zum Unfallereignis vom 29. November 2009
zu verneinen. Die chondromalazischen Defekte sind gemäss Bericht von PD Dr. H._
vom 21. Mai 2012 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit natürlich kausal auf den Unfall
vom 29. November 2009 zurückzuführen. Als Chondromalazie wird eine
nachgewiesene Erweichung des Patellaknorpels bezeichnet (Pschyrembel, a.a.O.,
S. 372 unter "Chondromalacia patellae"). In seiner Beurteilung vom 15. März 2011
enthielt sich Dr. G._ einer Festlegung der Integritätseinbusse, da er die mögliche
Entwicklung einer posttraumatischen Arthrose nicht einschätzen könne (Suva-act. 174).
Dr. E._ befand, dass eine erneute Arthroskopie (ASC) des linken Knies drohe und in
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Zukunft mit einem Fortschreiten der Arthrose und einer TP-Implantation (Endoprothese)
zu rechnen sei (act. G1.7). Dass sich die Notwendigkeit einer Behandlung im Sinn einer
arthroskopischen Exploration oder TP-Implantation bereits zum jetzigen Zeitpunkt
ergebe und ob dies unabhängig davon allenfalls zu einer relevanten und längerfristigen
Besserung des Gesundheitszustands mit Blick auf eine erhöhte Arbeitsfähigkeit führen
könnte, geht aus dem Bericht von Dr. E._ nicht hervor. Aus den Akten ergeben sich
damit auch keine Behandlungsvorschläge, von denen sich der Beschwerdeführer eine
ins Gewicht fallende Besserung des Gesundheitszustands erhoffen könnte. Im Übrigen
können die allfälligen Folgen der Chondromalazie bzw. einer Arthrose im Rahmen von
Art. 21 UVG allenfalls auch nach Festsetzung der Rente vom Unfallversicherer
übernommen werden.
2.8 Der Fallabschluss per 8. August 2011 ist somit zu Recht erfolgt.
3.
3.1 Des Weiteren ist streitig, ob die Beschwerdegegnerin den Anspruch des
Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente zu Recht abgelehnt hat.
3.2 Gemäss Art. 18 Abs. 1 UVG hat der Versicherte Anspruch auf eine Invalidenrente,
wenn er infolge des Unfalls zu mindestens 10% invalid ist. Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG;
SR 830.1) beschreibt Invalidität als die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit
dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit wird wiederum
als der durch die Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt bezeichnet (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
Bei der Bemessung des Invaliditätsgrads sind die Art. 18 Abs. 2 UVG i.V.m. Art. 16
ATSG anwendbar. Danach wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person
nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
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geworden wäre (Valideneinkommen). Art. 20 Abs. 1 UVG zufolge beträgt die
Invalidenrente bei Vollinvalidität 80% des versicherten Verdienstes, bei Teilinvalidität
wird sie entsprechend gekürzt.
3.3 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die
urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln
sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig
davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der
Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 351, E. 3a mit
Hinweis). Erachtet das Sozialversicherungsgericht die rechtserheblichen tatsächlichen
Entscheidgrundlagen bei pflichtgemässer Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den
Prozess ohne Weiterungen - insbesondere ohne Anordnung eines Gerichtsgutachtens -
abschliessen (RKUV 1997 Nr. U 281 S. 281 E. 1a).
3.4 Gemäss Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon vom 25. November 2010 (Suva-
act. 131) ist in einer leidensadaptierten Tätigkeit aus rein somatischer, medizinisch
prognostischer Sicht eine leichte bis mittelschwere Arbeit ganztags zumutbar, mit den
speziellen Einschränkungen, dass alternierende Körperpositionen (teils stehend/
gehend, teils sitzend) möglich sein sollen und keine wiederholten Kniezwangshaltungen
wie Knien, Hocken, Kauern durchgeführt werden müssen. Dr. G._ ging zudem davon
aus, dass das Heben und Tragen von Lasten eher episodisch geschehen sollte, mit
einer Gewichtslimite von 15 kg, obwohl diese Einschränkung von der Rehaklinik
Bellikon nur in Bezug auf die angestammte Tätigkeit des Beschwerdeführers formuliert
worden war (Suva-act. 174 S. 8 f, 131 S. 2). Die Auswirkungen des lateralen
Meniskusrisses sind mangels natürlicher Kausalität beim Zumutbarkeitsprofil nicht zu
berücksichtigen. Die posttraumatische Arthrose wurde in die Beurteilung von Dr. G._
mit einbezogen, wobei er zu jenem Zeitpunkt noch keine Prognose stellen konnte. PD
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Dr. H._ berichtete am 21. Mai 2012, dass sich die Situation seit der
Zumutbarkeitsbeurteilung von Dr. G._ vom 15. März 2011 nicht wesentlich geändert
habe und an dieser festzuhalten sei (Suva-act. 233). Neu sei lediglich die Darstellung
der chondromalazischen Defekte mittels Kernspintomographie. Die Befunde
entsprächen dem erwartungsgemässen Zustand nach osteosynthetisch versorgter
Tibiafraktur. Hyaliner Knorpel sei im Gegensatz zum Knochen nach Verletzung nicht in
der Lage, eine komplette Wiederherstellung im Sinn der Regeneration zu erlangen. Wie
es der kernspintomographische Befund ebenfalls beschreibe, seien diese
chondromalazischen Defekte unter dem intakten lateralen Meniskus gelegen, welche
hierdurch einen mechanischen Schutz erfahren würden. Dies bestätige die günstige
Prognose von Dr. G._. Auf diese nachvollziehbare Beurteilung ist abzustellen und es
ist gestützt darauf davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in einer zumutbaren
Tätigkeit, wie sie Dr. G._ festgelegt hat, zu 100% arbeitsfähig ist.
3.5 Die Höhe des Valideneinkommens des Beschwerdeführers im Jahr 2011 von
Fr. 54'489.-- ist an sich unbestritten. Unbestritten ist auch, dass dieses Einkommen
deutlich unter dem branchenüblichen LSE-Tabellenlohn liegt. Während der
Beschwerdeführer der Ansicht ist, dass bei der Parallelisierung die
gesamtschweizerischen Zahlen im privaten und öffentlichen Sektor zugrunde zu legen
seien, vertritt die Beschwerdegegnerin die Auffassung, es sei von den
Lohnstrukturerhebungen im privaten Sektor in der Region Ostschweiz auszugehen.
Gestützt auf das Urteil des Bundesgerichts vom 25. April 2012, 8C_744/2011, E. 5,
sind bei der Parallelisierung die gesamtschweizerischen Zahlen massgeblich, weshalb
auf den LSE-Tabellenlohn von monatlich Fr. 5'192.-- bzw. jährlich Fr. 62'304.-- (2010,
TA1 im Bereich verarbeitendes Gewerbe/Herstellung von Waren [Position 10-33],
Anforderungsniveau 4, Männer) abzustellen ist. Dieser Lohn ist zudem auf die in der
Branche verarbeitendes Gewerbe/Herstellung von Waren (Position 10-33)
betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,2 Stunden aufzurechnen und an die
Nominallohnentwicklung 2011 (+0,9%) anzupassen. Dies ergibt ein Jahreseinkommen
von Fr. 64'751.--. Der Validenlohn des Beschwerdeführers von Fr. 54'489.-- liegt
15,85% unter diesem Tabellenlohn. Der Umstand, dass der Beschwerdeführer eine
Tätigkeit mit unterdurchschnittlicher Entlöhnung ausübte, war überwiegend
wahrscheinlich nicht darauf zurückzuführen, dass er sich freiwillig mit einem tieferen
Lohn begnügen wollte, sondern dürfte invaliditätsfremde Ursachen (eingeschränkte
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Arbeitsplatzauswahl auf dem für ihn in Betracht kommenden Arbeitsmarkt; fehlende
einschlägige Ausbildung) gehabt haben, weshalb eine Parallelisierung (BGE 135 V 297)
geboten erscheint.
3.6 Gemäss Urteil des Bundesgerichts vom 25. April 2012, 8C_744/2011, E. 6.1, hat
die Ermittlung des zumutbaren Invalideneinkommens in den Fällen, bei denen zufolge
Unterdurchschnittlichkeit des Valideneinkommens ein statistischer
(gesamtschweizerischer) Wert anstelle des effektiv erzielten Verdienstes herangezogen
wird, grundsätzlich gestützt auf den LSE-Tabellenlohn zu erfolgen. Die
Beschwerdegegnerin hat im vorliegenden Fall bei der Ermittlung des
Invalideneinkommens auf DAP-Profile abgestellt. Das Bundesgericht hat
Invaliditätsbemessungen unter Beizug von DAP-Profilen, bei welchen es sich nicht um
statistische Werte handelt (BGE 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1 und 4.2.2), auch in
Fällen mit statistisch (gesamtschweizerisch) gesehen unterdurchschnittlichem
Valideneinkommen dann geschützt, wenn der DAP-Lohn (Durchschnitt der fünf
ausgewählten Arbeitsplätze; BGE 129 V 472) erheblich unter dem Durchschnitt aller
den Suchkriterien entsprechenden DAP-Einkommen oder deutlich unter dem
statistischen (gesamtschweizerischen) Durchschnittslohn lag (Urteile des
Bundesgerichts vom 1. Dezember 2008, 8C_445/2008, E. 5.3.2, vom 26. August 2010,
8C_413/2010, E. 7 und vom 25. April 2012, 8C_744/2011, E. 7.1). Der DAP-Lohn von
Fr. 55'947.-- liegt über dem Durchschnitt aller 87 gemäss dem Zumutbarkeitsprofil des
Beschwerdeführers in Frage kommenden DAP-Profile von Fr. 54'634.-- (vgl. Suva-
act. 226). Der LSE-Tabellenlohn von monatlich Fr. 4'901.-- bzw. jährlich Fr. 58'812.--
(2010, TA1, Anforderungsniveau 4, Männer) überschreitet nach Anpassung an die
betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden und an die
Nominallohnentwicklung 2011 von 1% - woraus Fr. 61'925.-- resultieren - den DAP-
Lohn von Fr. 55'947.-- um 9,6%. Mit anderen Worten würde sich nach einem
Leidensabzug von 10% ein Invalideneinkommen von Fr. 55'732.-- ergeben. Ein höherer
Leidensabzug würde sich im vorliegenden Fall klarerweise nicht rechtfertigen. Selbst
wenn nun aber dieser nach LSE bestimmte Lohn von Fr. 55'732.-- herangezogen,
aufgrund der Einkommensparallelisierung um 10,85% (15,85% abzüglich 5% [BGE 135
V 297 E. 6.1.3]) herabgesetzt und dem Valideneinkommen von Fr. 54'489.--
gegenübergestellt würde, ergäbe sich lediglich ein rentenausschliessender
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Invaliditätsgrad von 8,8%. Die Beschwerdegegnerin hat deshalb den Anspruch auf eine
Invalidenrente im Ergebnis zu Recht verneint.
4.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten
sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP