Decision ID: c11f10cf-ad8c-5598-9612-333b9f834ab4
Year: 2016
Language: de
Court: BE_VB
Chamber: BE_VB_001
Canton: BE
Region: Espace_Mittelland
Law Area: public_law

I. Sachverhalt
1. Die Beschwerdegegner reichten am 17. April 2015 bei der Gemeinde Grindelwald ein
Baugesuch ein für einen Anbau Einstellraum für Maschinen und Geräte an die bestehende
Scheune auf Parzelle Grindelwald Grundbuchblatt Nr. G._. Mit Eingaben datierend
vom 23./24./25. Juni sowie 1. Juli 2015 ergänzten und verbesserten die
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Beschwerdegegner ihre Baugesuchunterlagen. Die Parzelle liegt in der Wohnzone W2.
Gegen das Bauvorhaben erhob unter anderem die Beschwerdeführerin Einsprache.
Mit Verfügung vom 7. Dezember 2015 erteilte die Gemeinde Grindelwald dem
Bauvorhaben die Baubewilligung insbesondere mit der Auflage, der Einstellraum dürfe
nicht für gewerbliche Zwecke verwendet werden.
2. Dagegen reichte die Beschwerdeführerin am 5. Januar 2016 Beschwerde bei der
Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Sie beantragt die
Aufhebung der Baubewilligung vom 7. Dezember 2015 und die Erteilung des
Bauabschlages.
3. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, führte den
Schriftenwechsel durch und holte die Vorakten ein. Die Gemeinde beantragt in ihrer
Stellungnahme, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden könne. Die Beschwerdegegner verlangen ebenfalls, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit
darauf einzutreten sei. Zusammen mit ihrer Beschwerdeantwort reichten die
Beschwerdegegner überarbeitete Projektpläne ein.
4. Auf die Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen
1. Sachurteilsvoraussetzungen
1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191)
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Bauentscheide können nach Art. 40 BauG2 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit
Baubeschwerde bei der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit für die Beurteilung
der Beschwerde zuständig. Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchsteller, die
Einsprecher im Rahmen ihrer Einsprachegründe und die zuständige Gemeindebehörde
(Art. 40 Abs. 2 BauG). Die Beschwerdeführerin, deren Einsprache abgewiesen wurde, ist
durch vor-instanzliche Verfügung beschwert und daher zur Beschwerdeführung legitimiert.
Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.
2. Projektänderung
a) Die ursprünglichen Pläne wiesen bezüglich der massgeblichen Grundfläche
Unstimmigkeiten auf. Zudem hielt das Bauvorhaben gegenüber dem H._weg
lediglich einen Strassenabstand von 1.69 m ein. Zusammen mit der Beschwerdeantwort
reichten die Beschwerdegegner revidierte Pläne ein. Auf diesen beträgt der
Strassenabstand 2 m und die Grundflächenangaben stimmen mit den eingetragenen
äusseren Massen überein.
b) Das Bauprojekt ist auch nach den überarbeiteten Plänen in den Grundzügen gleich
geblieben und es werden keine wesentlichen Änderungen vorgenommen. Nur die
äusseren Masse und damit auch der Strassenabstand sind leicht verändert. Der Standort
sowie die Zweckbestimmung sind unverändert. Es liegt daher eine Projektänderung im
Sinn von Art. 43 Abs. 1 BewD3 vor. Von dieser Änderung sind keine Dritten betroffen und
die Gegenpartei sowie die Gemeinde konnten sich gemäss Art. 43 Abs. 3 BewD dazu
äussern. Die Beschwerdegegnerin hat mit dem Einreichen der Projektänderung vor der
BVE auf ihr ursprüngliches Bauvorhaben verzichtet. Verfahrensinhalt bildet allein das
geänderte Projekt.4 Dementsprechend ist dieses auf die Übereinstimmung mit den
massgeblichen Vorschriften zu überprüfen.
3. Zonenkonformität
2 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721) 3 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1) 4 Vgl. BVR 2012 S. 463
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a) Die Beschwerdeführerin rügt, das Bauvorhaben sei nicht zonenkonform. Die
Gemeinde sei davon ausgegangen, dass die einzustellenden Maschinen (nur) für
Schneeräumungsarbeiten bei der Beschwerdeführerin verwendet würden. Sie befürchte
aber, dass die Beschwerdegegner diese Geräte schwergewichtig für die Schneeräumung
beim Hotel I._ einsetzten. Die Schneeräumung sei dementsprechend gewerblich.
Die auf Grund der Zu- und Wegfahrten anfallenden Immissionen beeinträchtigten das
gesunde Wohnen, so dass das Bauvorhaben Art. 11 USG5 widerspreche.
b) Die Beschwerdegegner beabsichtigen, im geplanten Anbau die derzeit im Freien
abgestellten Fahrzeuge und Geräte sowie das vor und neben der Scheune gelagerte
Material zu verstauen. Die Geräte dienen unter anderem dazu, im Winter die
Zufahrtsstrasse der Beschwerdeführerin sowie den Vorplatz des Hotels I._ zu
räumen und im Sommer die Umgebung zu mähen. Sowohl die Liegenschaft der
Beschwerdeführerin als auch das Hotel I._ befinden sich in der Wohnzone W2. In
den Wohnzonen sind Bauten und Anlagen für das Wohnen, ruhige und wenig störende
Arbeitstätigkeiten gemäss Art. 90 Abs. 1 BauV6 erlaubt (Art. 51. Abs. 1 GBR7). Es gilt die
Empfindlichkeitsstufe II nach Art. 43 LSV8 (Art. 51 Abs. 2 GBR). Die Gemeinden sind
abgesehen von den Schranken von Art. 90 Abs. 1 und 2 BauV frei, die Nutzung der
Wohnzonen zu bestimmen. Einwirkungen, die durch zonenkonforme Bauten verursacht
werden, sind grundsätzlich hinzunehmen. Das gilt auch für notwendige Nebenanlagen wie
beispielsweise Parkplätze. 9
c) Keine Partei bestreitet die Zonenkonformität des Hotels I._. In der
Wohnzone sind wenig störende Arbeitstätigkeiten zugelassen und im Gegensatz zu
anderen Zonen sind Bauten für das Gastgewerbe in der Wohnzone nicht untersagt.10 Es
sind daher keine Anhaltspunkte vorhanden, die Zweifel an der Zonenkonformität des
Hotels I._ aufkommen liessen. Da die Beschwerdegegner im Einstellraum Geräte
unterbringen wollen, die der Bewirtschaftung dieses Hotels sowie der Liegenschaft der
5 Bundesgesetz vom 7. Oktober 1983 über den Umweltschutz (Umweltschutzgesetz, USG; SR 814.01) 6 Bauverordnung vom 6. März 1985 (BauV; BSG 721.1) 7 Baureglement der Einwohnergemeinde Grindelwald 2007, genehmigt vom Amt für Gemeinden und Raumordnung am 27. Oktober 2007 8 Lärmschutz-Verordnung des Bundesrates vom 15. Dezember 1986 (LSV; SR 814.41) 9 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 24 N. 29 und 31 a 10 Vgl. Art. 52 Abs. 2 und Art. 53 GBR
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Beschwerdeführerin dienen, ist das Bauvorhaben ebenfalls zonenkonform. Untergebracht
werden lediglich die bereits vorhandenen Fahrzeuge und Geräte. Gemäss den Angaben
der Beschwerdegegner wird weder ein neues Gewerbe angesiedelt, noch ist eine
vermehrte Nutzung der Fahrzeuge beabsichtigt. Zusätzliche Immissionen fallen somit nicht
an. Die Beschwerdegegner sind auf diesen Angaben zu behaften. Zudem hat die
Gemeinde die Baubewilligung mit einem Zweckentfremdungsverbot erteilt: Der
Einstellraum darf nicht für gewerbliche Zwecke oder zur Wohnnutzung verwendet werden.
Eine über die bewilligte Nutzung hinausgehende gewerbliche Nutzung würde eine
Zweckänderung darstellen, welche bewilligungspflichtig wäre (vgl. Art. 1a Abs. 2 BauG).
4. Unbewohnte An- resp. Nebenbaute
a) Die Beschwerdeführerin bezweifelt, dass es zulässig sei, an eine bestehende
Nebenbaute noch einen Anbau zu erstellen, welcher erneut in den Genuss von
privilegierten baupolizeilichen Regeln komme. Die Gemeinde entgegnet, die Annexbaute
sei nicht für den dauernden Aufenthalt von Menschen und Tieren bestimmt und halte die
Masse nach Art. 31 GBR ein. Die baurechtliche Grundordnung sehe nicht vor, dass die
Grundflächen bei An- und Nebenbauten zusammengerechnet werden. Die Möglichkeit der
Tranchierung von Bauvorhaben sei konstruiert und unbegründet.
b) Das GBR verlangt bei Bauten in der Wohnzone W2, dass Bauvorhaben auf der
besonnten Längsseite den grossen Grenzabstand von 10 m und bei den Schmalseiten
sowie der bestatteten Längsseite den kleinen Grenzabstand von 5 m einhalten müssen
(Art. 29 in Verbindung mit Art. 64 GBR). Gemäss Art. 31 GBR gilt für unbewohnte
eingeschossige An- und Nebenbauten mit einer Firsthöhe (höchster Punkt des Gebäudes)
von max. 4 m und einer Grundfläche von max. 60 m2 allseitig ein Grenzabstand von 2 m,
sofern das Orts- und Landschaftsbild nicht beeinträchtigt wird. Der Grenzanbau ist
gestattet, wenn der Nachbar schriftlich zustimmt oder wenn an ein nachbarliches, an der
Grenze stehendes Nebengebäude angebaut werden kann.
c) Ausreichende Grenzabstände bezwecken einerseits, die Nachbarschaft vor
Beeinträchtigungen zu schützen und andererseits dienen sie öffentlichen Interessen wie
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der guten Gestaltung des Ortsbildes oder der Gesundheits- und Feuerpolizei.11
Unbewohnte Nebenbauten profitieren von reduzierten Grenzabständen, da sie die
Nachbarschaft nicht durch Immissionen (Lärm, Gerüche, Entzug von Sonne und Aussicht)
ungebührlich belästigen.12 Dieses Privileg gilt jedoch nicht unbeschränkt. Die
Unterschreitung des ordentlichen Grenzabstandes ist nur so lange erlaubt, als die fragliche
Baute ein gewisses Ausmass nicht überschreitet.13 Art. 31 Abs. 1 GBR beschränkt die
Höchstmasse auf eine Höhe von 4 m und eine Grundfläche von 60 m2. Gemäss Lehre und
Rechtsprechung sind bei An- und Nebenbauten, die an der Grenze zusammengebaut
werden, die Grundflächen je Parzelle einzeln zu berechnen.14 Falls jedoch bei jeder neu zu
erstellenden Baute auf der gleichen Parzelle bloss die jeweilige Grundfläche massgeblich
wäre, könnten beliebig viele Nebenbauten aneinander gebaut werden. Zudem bestünde
das Risiko, dass eine bauwillige Person die maximal zulässige Grundfläche durch zeitliche
Staffelung von Bauvorhaben zu umgehen versuchte.15 Dies könnte nicht mit den
allgemeinen Ästhetikvorschriften verhindert werden.
Für die Beurteilung, ob die höchstens zulässige Grundfläche gemäss Art. 31 Abs. 1 GBR
eingehalten ist, sind deshalb die Grundflächen bei zusammengebauten An- und
Nebengebäuden auf derselben Parzelle zusammenzuzählen. Nur wenn die Grundflächen
das Mass von 60 m2 insgesamt nicht übersteigen, gilt der Gebäudekomplex als
Nebenbaute, die von reduzierten Grenzabständen profitieren kann. Zwar führt auch die
separate Beurteilung von Nebenbauten, die an der Grenze zusammen gebaut sind dazu,
dass grössere Gebäudekomplexe entstehen. Diese Ungereimtheit ist hingegen
hinzunehmen.16 Der Zusammenbau ist gemäss Art. 31 Abs. 2 GBR auch ausdrücklich
erlaubt.
d) Im vorliegenden Fall soll das Bauvorhaben mit einer Grundfläche von knapp 60 m2 an
eine bestehende Scheune angebaut werden, die ebenfalls eine Grundfläche von ca. 60 m2
aufweist. Die bereits bestehende Baute steht ca. zur Hälfte auf dem Grundstück der
Beschwerdegegner und unterschreitet die ordentlichen Grenzabstände. Auf dem
11 Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 12 N. 8 12 Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 12 N. 10 sowie Art. 24 N. 2 13 BVR 1994 S. 412 E. 3 c 14 Vgl. BVR 1994 S. 412, Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 3. Aufl., Band II, Bern 2010, Art. 70 N. 18 15 Vgl. BDE 110/2014/144 vom 5.3.2015, E. 2c 16 BVR 1994 S. 412 E. 5
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Grundstück der Beschwerdegegner profitieren daher bereits ca. 30 m2 von reduzierten
Grenzabständen. Dementsprechend sind diese bei der Beurteilung, ob das Bauvorhaben
die Anforderungen einer unbewohnten Nebenbaute gemäss Art. 31 GBR erfüllt, an die
Grundfläche des Bauvorhabens hinzuzurechnen. Die massgebliche Grundfläche beträgt
demnach ca. 90 m2. Obwohl die zu erstellende Baute selber lediglich eine Grundfläche von
knapp 60 m2 aufweist, sind gesamthaft betrachtet die baupolizeilichen Masse überschritten,
so dass der neu entstehende Gesamtkomplex nicht mehr als unbewohnte An- und
Nebenbaute gemäss Art. 31 GBR qualifiziert werden kann. Es würde viel mehr eine
unbewohnte Hauptbaute entstehen, die nicht mehr von den reduzierten Grenzabständen
profitieren kann.
e) Das Baureglement der Gemeinde Grindelwald kennt keine speziellen Vorschriften für
unbewohnte Hauptbauten. Demgegenüber sieht Art. 12 Abs. 3 erster Satz NBRD17 vor,
dass für unbewohnte Gebäude allseits ein kleiner Grenzabstand genügt. Da das
Bauvorhaben auf der Nordseite den kleinen Grenzabstand nicht einhält, kann offen
gelassen werden, ob das NBRD als ergänzendes Recht gilt oder nicht. Das Bauvorhaben
ist so oder anders mit den massgebenden baurechtlichen Vorschriften nicht vereinbar und
kann nicht bewilligt werden. Die Beschwerde erweist sich dementsprechend als begründet.
Damit erübrigt sich die Prüfung der weiteren Rügen.
5. Beweisanträge
a) Die Beschwerdeführerin beantragt, einerseits sei bei der Abteilung Bauen des Amts
für Gemeinden und Raumordnung (AGR) einen Fachbericht einzuholen, um abzuklären, ob
es zulässig sei, an eine bestehende Nebenbaute mit einer Fläche von rund 60 m2 einen
Anbau von fast 60 m2 anzubauen. Andererseits seien ein Augenschein anzuordnen und ein
Fachbericht der Kommission zur Pflege der Orts- und Landschaftsbilder (OLK) einzuholen.
b) Die Behörden stellen den Sachverhalt von Amtes wegen fest; sie sind nicht an die
Beweisanträge der Parteien gebunden (Art. 18 VRPG). Der Anspruch auf rechtliches
Gehör (Art. 21 ff. VRPG) verpflichtet aber die Behörden, die von den Parteien angebotenen
Beweise abzunehmen, sofern diese nötig sind für die Klärung des Sachverhalts. Wenn die
17 Dekret vom 10. Februar 1970 über das Normalbaureglement (NBRD; BSG 723.13)
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Behörde bei freier, pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung gelangt, die
vorhandenen Akten erlaubten die richtige und vollständige Feststellung des Sachverhalts
oder die behauptete Tatsache sei für die Entscheidung der Streitsache nicht von
Bedeutung, so kann sie auf das Erheben weiterer Beweise verzichten. Diese sogenannte
antizipierte Beweiswürdigung verletzt den Anspruch auf rechtliches Gehör nicht.18
c) Da sich das Verwaltungsgericht bereits zur Frage der massgeblichen Grundfläche bei
aneinandergebauten Nebenbauten äusserte, konnte darauf verzichtet werden, bei der
Abteilung Bauen des AGR einen entsprechenden Bericht einzuholen. Abklärungen, ob das
Bauvorhaben die Ästhetikvorschriften einhält oder nicht und die Verkehrssicherheit
gewährleistet ist, erübrigen sich, da das Bauvorhaben die notwendigen Grenzabstände
nicht einhält. Die entsprechenden Beweisanträge werden abgewiesen.
6. Verfahrenskosten
a) Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegen die Beschwerdegegner. Sie haben
die oberinstanzlichen Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden
bestimmt auf eine Pauschalgebühr von Fr. 800.– (Art. 103 Abs. 2 VRPG in Verbindung mit
Art. 19 Abs. 1 GebV19). Zudem haben sie unabhängig vom Ausgang des Verfahrens die
amtlichen Kosten des Baubewilligungsverfahrens zu tragen (Art. 52 Abs. 1 BewD20).
b) Die Beschwerdegegner haben zudem der Beschwerdeführerin die Parteikosten zu
ersetzen (Art. 108 Abs. 3 VRPG). Die Parteikosten umfassen den durch die berufsmässige
Parteivertretung anfallenden Aufwand (Art. 104 Abs. 1 VRPG). Nach Art. 11 Abs. 1 PKV21
beträgt das Honorar in verwaltungsrechtlichen Beschwerdeverfahren Fr. 400.– bis
Fr. 11'800.– pro Instanz. Innerhalb des Rahmentarifs bemisst sich der Parteikostenersatz
nach dem in der Sache gebotenen Zeitaufwand sowie der Bedeutung der Streitsache und
der Schwierigkeit des Prozesses (Art. 41 Abs. 3 KAG22). Da kein Beweisverfahren
18 BVR 2012 S. 252 E. 3.3.3, mit Hinweisen. 19 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; BSG 154.21) 20 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1) 21 Verordnung vom 17. Mai 2006 über die Bemessung des Parteikostenersatzes (Parteikostenverordnung; PKV; BSG 168.811) 22 Kantonales Anwaltsgesetz vom 28. März 2006 (KAG; BSG 168.11)
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durchgeführt wurde und es sich um ein kleines Bauprojekt handelt, sind der gebotene
Zeitaufwand sowie die Bedeutung der Streitsache als eher unterdurchschnittlich zu werten.
Die umstrittenen Rechtsfragen und damit die Schwierigkeit des Prozesses werden
dagegen als durchschnittlich qualifiziert. Daher erscheint ein Honorar von Fr. 4'536.– (inkl.
Mehrwertsteuer) als angemessen.