Decision ID: cf6e4d4b-2149-4ca0-b35b-fed082247fca
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1956 geborene
X._
,
diplomierte
medizinische Laborantin
(Urk. 8/22/5),
war
ab
1989
an
der
Y._
,
Z._
,
in einem 100 %-Pensum erwerbstätig
, zuletzt im Bereich der Datenerfassung (Urk. 8/30/1
-2,
6).
Im Juni 2011 kündigte die
Y._
dieses Arbeitsverhältnis per Ende
Dezember 2011 mit der Begründung,
die Leistungen seien mangelhaft sowie das Verhalten ungenügend gewesen
(Urk.
8/30/9
).
1.2
A
m 1. Dezember 2011
meldete sich die Versicherte
unter Hinweis
auf
ein
Asper
ger
Syndrom bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 8/1).
Die IV-Stelle tätigte erwerbliche und medizi
nische Abklärungen, wobei sie insbesondere einen Bericht der behandelnden Ärztin Dr.
A._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, einholte (Bericht vom 5. Februar 2012 unter Beilage eines Berichts von Dr. med.
B._
, Oberärztin an der
C._
, vom 18. Dezember 2011, Urk. 8/24)
. Ausserdem
unterstützte
die IV-Stelle
die
Versicherte
im Rahmen der Frühintervention
bei der Stellensuche, wobei auch eine
Arbeits
platzerhaltung
an der
Y._
bei Anpassung des Arbeitsplatzes ins Auge gefasst wurde (Zielvereinbarung vom 9. Januar 2012, Urk. 8/18).
Nachdem die ehemalige Arbeitgeberin eine erneute Anstellung der Versicherten
ausgeschlossen
hatte
(Urk. 8/
40/1
,
4
)
,
erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache für
einen Ausbildungskurs zur Medizinischen
Kodiererin
von
März 2012 bis Sep
tember 2012
(Urk.
8/26
, Urk. 8/40/1
)
.
Im September 2012 begann
die Versi
cherte
sodann
bei der Stiftung
D._
in
E._
einen
- durch
d
ie
Arbeitslo
sen
versicherung
organisierten
-
Arbeitseinsatz in der Wäscherei
(Urk. 8/37)
.
Daraufhin beendete die IV-Stelle Ende September 2012 mit Einverständnis der Versicherten die Unterstützung bei der Stellensuche unter Hinweis darauf, dass
sich
die Versicherte
bei Bedarf
erneut
für die Arbeitsvermittlung
anmelden könne
(Urk. 8/38
-39
).
A
m 22. Oktober 2012
kontaktierte die Versicherte die IV
Stelle
erneut
,
bat
um Hilfe bei der Stellensuche und erklärte,
bei
der
Stiftung
D._
kenne man sich
bezüglich des
Asperger
Syndroms
wenig
aus (Urk. 8/40/
1
9).
Am 26. Oktober 2012 wurde d
er Einsatz bei der Stiftung
D._
aufgrund von Verhaltensauffälligkeiten der Versicherten
durch die Stiftung
frühzeitig
beendet
(Schlussbericht vom 5. November 2012, Urk. 8/46).
1.3
Mit Vorbescheid vom 29. Oktober 2012 stellte die IV-Stelle
X._
die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht (Urk. 8/44).
D
ie Versicherte
erhob
dagegen
Einwände und beantragte
, es sei
en
ihr eine Rente auszurichten und
berufliche Massnahmen für eine Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess zu gewähren (Urk. 8/
50). Mit Verfügung vom 12. Februar 2013
verneinte
die IV-Stelle
wie angekündigt
einen Rentenanspruch
(
Urk.
8/54
=
Urk. 2). Mit Schreiben vom gleichen Tag wurde die Versicherte zur Abklärung der berufli
chen Situation bei der Einglied
erungsberatung eingeladen (Urk.
8/55), worauf die Versicherte und die IV-Stelle am 19. Februar 2013 eine erneute
V
ereinba
rung abschlossen mit dem Ziel,
eine
Arbeit
sstelle
auf dem regulären Arbeits
markt zu finden (Urk.
8/62).
2.
Gegen die rentenverweigernde Verfügung vom 12. Februar 2013 erhob die Versi
cherte am 18. März 2013 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben
und es sei ihr eine
Invalidenrente
zuzusprechen (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 6. Mai 2013 (Urk. 7 unter Beilage ihrer Akten, Urk. 8/1-64) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 14. Mai 2013 (Urk. 9) zur Kenntnis gebracht wurde.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invali
denrente.
1.2
Die Beschwerdegegnerin verneinte in der angefochtenen Verfügung einen Renten
anspruch mit der Begründung, aus medizinischer Sicht sei die Beschwer
deführerin
nach Ablauf des Wartejahres im Juni 2012
in einer
behinderungsan
gepassten
Tätigkeit
zu 80 % arbeitsfähig gewesen.
Aus dem damit erzielbaren Einkommen resultiere ein Invaliditätsgrad von
29 %. Seit August 2012 sei ihr sogar ein 100%
-
Pensum in einer behinderungsangepassten Tätigkeit zumutbar
(Urk. 2).
1.3
Dagegen
wurde in der Beschwerdeschrift vorgebracht, die
medizinisch-theoreti
sche Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin
sei auf dem erste
n Arbeitsmarkt nicht verwertbar.
Bei
der
Arbeitsstelle an der
Y._
habe es sich faktisch um einen geschützten Arbeitsplatz gehandelt.
Im freien Arbeitsmarkt sei für
Verhaltensauffälligkeiten, wie sie bei
der Beschwerdeführerin
vorlägen, kein Raum.
Im Übrigen könne zur Berechnung des
Valideneinkommens
nicht auf den erzielten Lohn bei der
Y._
abgestellt werden, da
die Beschwerdeführerin
dort von Anfang an behinderungsbedingt nicht
in
ihrem erlernten Beruf sonder
n
in
einer Hilfstätigkeit eingestellt worden sei und ihr
ebenfalls gesundheitsbedingt
Karrieremöglichkeiten dadurch versagt ge
blieben seien (Urk. 1).
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
2.2
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
3
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vor
instanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (
§
26
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung - da diese das Verfahren verlängert und verteuert - abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie
kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung ab
gelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
entscheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (v
gl. SVR 1995 ALV Nr. 27 S. 69).
3.
3.1
Dr.
B._
von der
C._
untersuchte die Beschwerdeführerin auf Zuweisung der behandelnden Psychiaterin Dr.
A._
im November/Dezember 2011 zur Abklärung des Autismus-Spektrums
(Bericht vom 18. Dezember 2011
,
Urk. 8/
24/7-1
0
)
.
Dr.
B._
diagnostizierte
ein
Asperger
Syndrom (ICD-10 F84.5), deutliche Betroffenheit, und hielt hinsichtlich der
Arbeitss
ituation fest, die Beschwerdeführerin sei mit ihrem autistischen Denk-,
Kommunikations- und Arbeitsstil (grosse Präzision, Festhalten an Routinen, Erkennen von Fehlern bei langsamem Tempo, geringe Anpassungsfähigkeit bei spontanen Änderungen) im ersten Arbeitsmarkt in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt, wie die aktuelle Arbeitssituation gezeigt habe.
An
einer auf die Besonderheiten der Beschwer
deführerin angepassten Arbeitsstelle (u.a. kein Zeitdruck, wenig soziale Interak
tion, möglichst immer de
n
gleiche
n
Kommunikationspartner, welche
r
fähig sei, auf ihre Besonderheiten einzugehen) sei aber durchaus eine vollzeitige (100 %) angepasste Tätigkeit vorstellbar (Urk. 8/24/10).
3.2
Dr.
A._
holte neben den Abklärungen bei Dr.
B._
auch
fremd
anam
nestische
Angaben
ein, insbesondere bei den Verantwortlichen der dama
ligen
Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin, der
Y._
. Dr.
A._
hielt
in ihrem Bericht zuh
anden der IV-Stelle vom 5. Fe
bruar 2012 (Urk. 8/24
/1-5
)
fest, der Bereichsleiter
und vormals Vorgesetzte der Beschwerde
führerin
habe ihr anlässlich
eines
Gesprächs
vom
3. Juli 2011 mitgeteilt, es sei rasch klar gewesen, dass die Beschwerdeführerin als gelernte Laborantin über
fordert
gewesen
sei, erstens wegen grösster
Kommunikations
problemen
sowie aufgrund ihrer eigenen Arbeitsweise. Vor allem anfänglich sei das Arbeits
ver
hältnis durch häufige Ausraster und zum Teil auch suizidalem Verhalten belastet gewesen. Die Beschwerdeführerin habe dann zunehmend EDV-Arbeiten übernommen, was sie sehr gut gemacht habe. Auch das Verhal
ten habe sich in der Folge verbessert. Ab 2005 habe es jedoch zunehmend Probleme gegeben aufgrund eines neuen Computersystems, Wechsel von Mitar
beitern, Steigerung des Leistun
gsanspruches,
neuer
Vorgesetzten und engeren Räumlichkeiten. In der täglichen Arbeit sei die Beschwerdeführerin unter dem Strich ein Stress
faktor, auch in guten Phasen. Bei Möglichkeiten zur zeitlichen Kompen
sation habe die
Beschwerdeführerin früher 70 % bei einem
Vollzeit
pensum
geleistet, aktuell wahrscheinlich maximal 50 % (
Urk.
8/24/
3-4
).
Dr.
A._
führte am 14. Juli 2011 ausserdem ein Gespräch mit der damaligen aktuellen Vorgesetzten und hielt in ihrem Bericht fest, diese habe ihr
mitgeteilt, die Mitarbeiter hätten Angst vor
der Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Ausbrüche und
ihre Leistung
entspräche 40 % (Urk. 8/24/3).
Dr.
A._
attestierte der Beschwerdeführerin
im
erlernten Beruf als Laborantin eine vollständige Arbeitsunfähigkeit seit Abschluss der Ausbildung im Jahr 198
2.
In der Tätigkeit
als EDV-Angestellte
am bisherigen Arbeitsort
attestierte
sie
sodann eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
-
60 %.
Sie hielt fest, w
egen der emotionalen Überlastung des Teams durch die langjährige Proble
matik der Beschwerdeführerin und der Änderung der Arbeitsansprüche sei die Beschwerdeführerin jedoch am bisherigen Arbeitsort nicht mehr arbeitsfähig.
Weiter
führte sie aus
,
der
autisti
sche
Denk-, K
ommunikations- und Arbeitsstil
führe
zu einer erheblichen Verlangsamung des Arbeitstempos und damit der Arbeitseffizienz. Zudem komme es bei plötzlichen Veränderungen oder bei einem Gefühl von subjektiver Ungerechtigkeit zu
dysphorischer
Anspannung und zu Impulsausbrüchen, die das zwischenmenschliche Arbeitsklima belasten würden.
Bei einer ähnlichen wie der bisherigen Tätigkeit, jedoch an einem neuen
,
vorbereiteten und begleiteten Arbeitsplatz
,
sei eine Arbeitsfähigkeit – je nach Ausmass der
Behinderten
g
erechtheit
–
zwischen
40
%
und 100 % anzu
nehmen. Der
Behinderung
angepasst bedeute: ruhiger Arbeitsort, kein Zeitdruck, zeitungebunden, fester Arbeitsplatz, wenig soziale Interaktion, möglichst immer gleiche Kommunikationspartner, welche fähig seien, auf die Besonderheiten der Beschwerdeführerin
einzugehen
, nicht zu viele Reize am Arbeitsplatz, gewisse Monotonie, w
enig kreativ, gut strukturiert.
Unter d
er Rubrik „Prognose“ führte Dr.
A._
aus, diese sei bei einer Eingliederungsmöglichkeit an einem behinderungsgerechten Arbeitsplatz gut. Sonst bestehe eine
Leistungsvermin
derung
von 50
%
-
60
% bezüglich Effizienz. Weitere Stellenverluste würden wegen den Verhaltungsstörungen drohen
(Urk. 8/24/4-5)
.
3.3
Stellungnehmend zum medizinischen Sachverhalt war
Dr. med. Dr.
rer
. pol.
F._
, Facharzt für Innere Medizin, vom Regionalen Ärztlichen Dienst
,
mit Blick auf die ärztlichen Berichte von Dr.
A._
und Dr.
B._
der An
sicht,
die Beschwerdeführerin sei seit dem 24. Juni 2011 (Behandlungsbeginn bei Dr.
A._
)
in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit vollständig arbeits
unfähig. I
n angepasster Tätigkeit
bestehe
seit dem 5. Februar 2012
eine Arbeitsfähigkeit von 40 %
-
100 %. Im Februar 2012 sei demnach von einer Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit von 40 %, und danach alle zwei Monate von einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit um jeweils 20 % auszugehen. Ab dem 6. August
2012 betrage die Arbeitsfähigkeit in angepasster Täti
gkeit demnach 100 %
(Stellungnahme vom 1
8.
und 19. Oktober 2012, Urk. 8/42/3)
.
4.
4.1
Es ist zu prüfen, ob die vorliegenden Arztberichte eine zuverlässige Beurteilung des streiti
gen Rentenanspruches gestatten.
4.2
Unbestrittenermassen ist die Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin in der bisherigen Tätigkeit eingeschränkt. Welches Pensum ihr dabei noch zumutbar ist, ergibt sich aber weder aus der Einschätzung von
Dr.
B._
noch aus jener von
Dr.
A._
. Während erstere die Arbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt zwar als eingeschränkt bezeichnete, ohne aber konkrete Angaben hierzu zu liefern (E. 3.1), ergibt sich aus der Beurteilung der behandelnden Ärz
tin, dass in bisheriger Tätigkeit zwar eine Arbeitsunfähigkeit von 50 bis 60 % bestehe, die Beschwerdeführerin am bisherigen Arbeitsplatz infolge langjähriger emotionaler Überlastung dennoch nicht mehr arbeitsfähig sei. In welchem Umfang eine Tätigkeit wie bisher noch zumutbar ist, lässt sich auch nicht aus den Angaben von
Dr.
A._
erschliessen, wonach solche Beschäfti
gungen - je nach Behindertengerechtigkeit - im Umfang von 40 bis 100
%
zumutbar seien (E. 3.2). Schliesslich gibt auch ihre Prognose, sofern es an einer Eingliederungsmöglichkeit an einem behinderungsgerechten Arbeitsplatz fehle, sei eine Leistungsverminderung von 50 bis 60
%
bezüglich Effizienz zu erwar
ten (E. 3.2), nicht weiter Aufschluss. Gemäss RAD besteht gar in bisheriger Tätigkeit eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
8/42/3).
Ebenso
lässt sich der Umfang der
Arbeitsfähigkeit in einer
der
Behinderung
der Beschwerdeführerin
angepassten
Tätigkeit aufgrund der vorliegenden Aktenlage nicht
zuverlässig feststellen
:
Dr.
B._
erachtete eine vollzeitige Tätigkeit als vorstellbar, wobei sie hinter dem Wort „vollzeitig“ die Klammerbemerkung „100 %“ anfügte (E. 3.1).
Ob dies auch in leistungsmässiger Hinsicht Geltung hat, bleibt insbesondere
mit Blick darauf, dass Dr.
B._
festhielt, es dürfe bei der Arbeitsstelle kein Zeitdruck herrschen,
unklar
.
Auch die Einschätzung von Dr.
A._
trägt nicht zur Klärung bei,
da diese der Beschwerdeführerin eine
Arbeitsfähigkeit
zwischen
40 %
und
100 %
attestierte
(E. 3.2)
, was eine zu
grosse
Bandbreite darstellt,
als dass
darauf
abgestellt werden könnte.
4.3
Nach dem Gesagten lassen die aktenkundigen Arztberichte keinen eindeutigen Schluss betreffend Umfang der Arbeitsfähigkeit
in bisheriger beziehungsweise
in leidensang
epasster
Tätigkeit zu. Die Sache erweist sich somit nicht als spruchreif und bedarf weiterer Abklärunge
n durch die Beschwerdegegnerin.
D
ie Beschwerdegegnerin
wird
hinsichtlich dieser
Abklärungsergebnisse ausser
dem zu prüfen haben,
ob die
festgestellte
Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt überhaupt verwertbar ist
.
M
it Blick auf den
Schlussb
ericht
der Stiftung
D._
(Urk. 8/46)
sowie
die Angaben der ehemaligen Vorgesetzten (E. 3.2; siehe auch Arbeitgeberbericht vom 15. Mai 2012 [Urk. 8/30], in dem
sie festhielten
, es sei ihrer Meinung nach nur eine Arbeit in einem geschützten Rahmen möglich [Urk. 8/30/6])
,
erscheint dies einerseits fraglich. Andererseits verfügt die Beschwerdeführerin über einen Maturitätsabschluss und war über dreissig Jahre lang ununterbrochen im Erwerbsleben integriert und dabei für mehrere Arbeitgeber tätig (Lebenslauf Urk. 8/22). Diese Umstände lassen eine Wiedereingliederung der Beschwerdeführerin auch im ersten Arbeitsmarkt als denkbar erscheinen, insbesondere wenn sie eine Stelle finden kann, die ihren
gegebenenfalls noch näher abzuklärenden - Stärken (vgl. Arbeitszeugnis des
Z._
der
Y._
vom 2
1.
Dezember 2011, Urk. 8/21, worin ein hervorragendes Zahlengedächtnis erwähnt wird) und ihrem Persönlichkeitsprofil optimal angepasst ist.
Nach Klärung der hier noch offenen Fragen hat die Beschwerdegegnerin erneut über den
Leistungs
anspruch der Beschwerdeführerin zu entscheiden. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
5
.
5
.1
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr.
5
00.-- festzulegen und ausgangsgemäss vo
n der Beschwerdegegnerin
zu tragen (Art. 69 Abs.
1
bis
IVG).
5
.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
die
vertretene Beschwerdeführer
in
Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Die
Prozessentschädigung
wird vom Gericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
). Vorliegend ist eine Entschädi
gung von Fr. 1‘300
.—
(inklusive Mehrwertsteuer und Barauslagen) angemessen.