Decision ID: cc1cf66a-7ee0-4263-af27-be9f6d9c9714
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Eheschutz
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Meilen vom 4. April 2019 (EE180038-G)
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Rechtsbegehren: (Urk. 1; Urk. 11)
"1. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin für das arbeitsrechtliche Ver-
fahren gegen ihn vor Arbeitsgericht Zürich (Geschäfts-Nr. AN170073) einen Prozesskosten-
vorschuss von CHF 22'000.– (zzgl. MWST) zu bezahlen.
2. Der Gesuchsgegner sei gestützt auf Art. 170 ZGB zur Offenlegung seiner Einkommens- und
Vermögensverhältnisse und vollständigen Edition folgender Unterlagen zu verpflichten:
- Steuererklärung 2016 und 2017 inkl. sämtlicher Beilagen
- Sämtliche Lohnausweise 2017 vollständig
- Sämtliche Lohnabrechnungen ab Januar 2018
- Offenlegung sämtlicher Beteiligungen mit unterzeichneter Vollständigkeitserklärung
- Jahresrechnung der C._ GmbH 2017 vollständig mit sämtlichen Kontoblättern
und Belegen
- Sämtliche aktuelle Kontoauszüge über all seine Konti in der Schweiz und im Ausland
mit unterzeichneter Vollständigkeitserklärung
3. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin für das vorliegende Verfah-
ren einen Prozesskostenbeitrag für Gerichts- und Anwaltskosten in der Höhe von
CHF 8'000.– (zuzüglich 7.7 % MWST) zu bezahlen,
eventualiter sei der Gesuchstellerin für das eherechtliche Verfahren die unentgeltliche Pro-
zessführung zu gewähren und ihr in der Person der Unterzeichnenden eine unentgeltliche
Rechtsvertreterin zu bestellen.
4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWST) zu Lasten des Gesuchsgeg-
ners."
Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Meilen vom 4. April 2019:
(Urk. 71 S. 23 f.)
1. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin für das arbeitsrechtliche Verfah-
ren vor Arbeitsgericht Zürich (Geschäfts-Nr. AN170073) einen Prozesskostenvorschuss un-
ter Anrechnung an die güterrechtlichen Ansprüche von CHF 22'000.– (zzgl. MWST) zu be-
zahlen.
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2. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf CHF 2'700.–.
3. Die Gerichtskosten werden dem Gesuchsgegner auferlegt.
4. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin eine Parteientschädigung von
CHF 3'500.– (7.7 % MWST darin enthalten) zu bezahlen.
5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, je gegen Empfangsschein.
6. Eine Berufung gegen diesen Entscheid kann innert 10 Tagen von der Zustellung an in je ei-
nem Exemplar für das Gericht und für jede Gegenpartei sowie unter Beilage dieses Ent-
scheids beim Obergericht des Kantons Zürich, Zivilkammer, Postfach, 8021 Zürich, erklärt
werden. In der Berufungsschrift sind die Anträge zu stellen und zu begründen. Allfällige Ur-
kunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizulegen.
Wird nur die Regelung der Gerichtskosten und der Parteientschädigung in diesem Ent-
scheid angefochten, kann innert 10 Tagen von der Zustellung an im Doppel und unter Bei-
lage dieses Entscheids beim Obergericht des Kantons Zürich, Zivilkammer, Postfach, 8021
Zürich, Beschwerde erhoben werden. In der Beschwerdeschrift sind die Anträge zu stellen
und zu begründen. Allfällige Urkunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizulegen.
In diesem Verfahren stehen die Fristen während der Gerichtsferien nicht still.
Berufungsanträge:
des Berufungsklägers (Urk. 70 S. 2):
"1. Das Urteil vom 04. April 2019 sei aufzuheben und das Gesuch um Prozesskostenvorschuss
sei abzuweisen.
2. Eventualiter sei das Urteil aufzuheben und die Angelegenheit an die Vorinstanz zurückzu-
weisen.
3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin."

Erwägungen:
1.1 Mit Urteil vom 7. Dezember 2017 (Geschäfts-Nr. EE170027-F) wurde den Parteien das Getrenntleben bewilligt, die Gütertrennung mit Wirkung per
28. März 2017 angeordnet und im Übrigen die Vereinbarung der Parteien vom
7. Dezember 2017 genehmigt (Urk. 4/1).
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1.2 Am 24. November 2017 hatte die Gesuchstellerin und  (fortan Gesuchstellerin) beim Arbeitsgericht Zürich eine Klage gegen den
Gesuchsgegner und Berufungskläger (fortan Gesuchsgegner) eingereicht, mit
welcher sie von diesem Fr. 85'860.45 netto – unter Vorbehalt des Nachklage-
rechts – für ausstehende Teillöhne für den Zeitraum von Dezember 2013 bis De-
zember 2016 verlangte (Urk. 4/3 S. 2). Gleichzeitig hatte sie den prozessualen
Antrag gestellt, der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, ihr den Betrag von
Fr. 18'000.– als Prozesskostenvorschuss für Gerichts- und Anwaltskosten zzgl.
8% MwSt. zu überweisen, eventualiter sei ihr ab dem 26. September 2017 die
unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren (Urk. 4/3 S. 2). Am 2. Mai 2018 be-
schloss das Arbeitsgericht Zürich, 3. Abteilung, unter anderem Folgendes
(Urk. 4/3 S. 13 f.):
1.-3. [...].
4. Der Klägerin wird rückwirkend ab 26. September 2017 die unentgeltliche Prozessfüh-
rung bewilligt und in der Person von Frau Rechtsanwältin lic. iur. Y._ eine unent-
geltliche Rechtsvertreterin bestellt unter der Bedingung,
dass die Klägerin innert spätestens 30 Tagen ab Rechtskraft des vorliegenden Ent-
scheides beim zuständigen Ehegericht den Antrag auf Leistung eines Prozesskos-
tenvorschusses seitens des Beklagten für das vorliegende Verfahren stellt und dem
Arbeitsgericht umgehend die rechtzeitige Antragsstellung belegt.
Die Klägerin wird darauf hingewiesen, dass der Entscheid um Bewilligung der unent-
geltlichen Rechtspflege und Bestellung der unentgeltlichen Rechtsvertretung  widerrufen würde für den Fall, dass
- die Klägerin den Antrag auf Leistung eines Prozesskostenvorschusses seitens
des Beklagten nicht rechtzeitig stellt;
- die Klägerin dem Arbeitsgericht die rechtzeitige Antragsstellung nicht umge-
hend belegt (spätestens innert 7 Tagen ab Einreichung);
- der Klägerin ein Prozesskostenvorschuss zugesprochen wird (jedenfalls in dem
Umfange, in welchem der Vorschuss zur Deckung der Gerichts- und Anwalts-
kosten genügt).
5. (Schriftliche Mitteilung).
6. (Rechtsmittelbelehrung: Beschwerde, Frist 10 Tage, Hinweis auf fehlenden Fristen-
stillstand gemäss Art. 145 Abs. 2 ZPO).
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1.3 Am 13. Juni 2018 reichte die Gesuchstellerin ein Gesuch mit eingangs aufgeführten Rechtsbegehren ein (Urk. 1-4/1-3). Im Laufe des vorinstanzlichen
Verfahrens ergänzte sie ihr Begehren mit Eingabe vom 25. Juni 2018 und reichte
entsprechende Unterlagen ein (Urk. 11; Urk. 12/4-18). Dabei erhöhte sie den ur-
sprünglich beantragten Prozesskostenvorschuss für das arbeitsrechtliche Verfah-
ren von Fr. 20'000.– auf Fr. 22'000.– sowie denjenigen für das vorinstanzliche
Verfahren von Fr. 4'000.– auf Fr. 8'000.– (vgl. Urk. 1 S. 2 f. mit Urk. 11 S. 2 f.).
1.4 Mit Beschluss vom 27. Juli 2018 widerrief das Arbeitsgericht Zürich die der Gesuchstellerin mit Beschluss vom 2. Mai 2018 bewilligte unentgeltliche
Rechtspflege rückwirkend per 26. September 2017 mit der Begründung, diese
habe ihr Gesuch um Zusprechung eines Prozesskostenvorschusses bei der Vor-
instanz verspätet eingereicht (Urk. 25 S. 6).
1.5 Nach entsprechender Fristansetzung durch die Vorinstanz verzichteten die Parteien mit Schreiben vom 5. bzw. 12. September 2018 auf die Durchführung
einer Hauptverhandlung (Urk. 37 S. 2; Urk. 39 S. 2).
1.6 Am 5. November 2018 erging folgendes Teilurteil der Vorinstanz (Urk. 48 S. 11 f.):
1. In teilweiser Gutheissung wird der Gesuchsgegner unter Androhung der Ungehor-
samsstrafe gemäss Art. 292 StGB im Unterlassungsfall verpflichtet, der Gesuchstelle-
rin (sowie im Doppel zuhanden des Einzelgerichts) innert 20 Tagen ab Rechtskraft
des vorliegenden Entscheids die nachfolgend genannten Auskünfte zu erteilen und
Unterlagen einzureichen respektive darzulegen, inwiefern er dieser Verpflichtung
nicht nachkommen kann oder inwiefern er dieser Verpflichtung bereits nachgekom-
men ist:
- Steuerklärungen 2016 und 2017 inkl. Beilagen;
- sämtliche Lohnausweise 2017 sowie bis und mit September 2018;
- Jahresrechnung der C._ GmbH 2017 vollständig mit sämtlichen Kontoblät-
tern (ohne Belege);
- Aufstellung über sämtliche Beteiligungen;
- sämtliche aktuellen Kontoauszüge über alle Konti in der Schweiz und im Aus-
land.
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Im Übrigen wird das Begehren abgewiesen.
2. Die Festsetzung und Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen wird dem End-
entscheid betreffend Prozesskostenvorschuss vorbehalten.
3. (Schriftliche Mitteilung).
4. (Rechtsmittelbelehrung: Berufung gegen Dispositivziffer 1, Frist: 10 Tage; Beschwer-
de gegen Dispositivziffer 2, Frist 10 Tage).
1.7 Die dagegen gerichtete Berufung des Gesuchsgegners wurde mit Urteil der I. Zivilkammer des Obergerichts des Kantons Zürich vom 29. Januar 2019 ab-
gewiesen und das Teilurteil der Vorinstanz vom 5. November 2018 wurde bestä-
tigt (Urk. 50 S. 10 f.).
1.8 Mit Schreiben vom 29. März 2019 ersuchte die Vorinstanz das  Bezirk Meilen um entsprechende Verfolgung und Ahndung des Gesuchs-
gegners (Urk. 51). Hierauf liess sich der neue Rechtsvertreter des Gesuchsgeg-
ners – zunächst telefonisch, hernach schriftlich – mit Eingabe vom 3. April 2019
vernehmen und reichte einen Teil der mit Teilurteil der Vorinstanz vom 5. Novem-
ber 2018 geforderten Unterlagen ein (Urk. 54; Urk. 55; Urk. 58/1-2).
1.9 Am 4. April 2019 erging das eingangs aufgeführte Urteil der Vorinstanz in unbegründeter Form (Urk. 60). Hierauf ersuchte der gesuchsgegnerische
Rechtsvertreter mit Schreiben vom 8. April 2019 um Folgendes (Urk. 63 S. 2):
"1. Das Urteil vom 04. April 2019 sei aufgrund der vorliegenden Akten aufzuheben bzw.
in Wiedererwägung zu ziehen. Es sei zudem dem Unterzeichnenden Gelegenheit zu
geben, die noch fehlenden Unterlagen NACH SEINER ANGEKÜNDIGTEN AUS-
LANDSABWESENHEIT einzureichen und es sei neu gestützt auf diese Unterlagen zu
entscheiden.
2. Eventualiter sei das Urteil vom 04. April 2019 zu begründen (Ziffer 6. des Dispositivs)
und es sei der begründete Entscheid NICHT VOR DEM 24. APRIL 2019 ZU VER-
SENDEN, WEIL DER UNTERZEICHNETE BIS DANN AUSLANDSABWESEND IST.
3. Es sei der Strafverfolgungsauftrag vom 29. März 2019 zurückzuziehen."
Hierzu liess der Gesuchsgegner weitere Unterlagen einreichen (Urk. 64/1-6).
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1.10 Mit Verfügung vom 11. April 2019 trat die Vorinstanz auf das Gesuch um Wiedererwägung des Urteils vom 4. April 2019 nicht ein, nahm das Gesuch
als Aufforderung zur Begründung des Urteils entgegen und leitete die Eingabe
des Gesuchsgegners vom 8. April 2019 zuständigkeitshalber an das Statthalter-
amt Bezirk Meilen weiter (Urk. 66 S. 3 f.). Schliesslich wurde das begründete Ur-
teil am 8. Mai 2019 versandt (Urk. 68).
1.11 Hiergegen erhob der Gesuchsgegner mit Schreiben vom 27. Mai 2019 (gleichentags zur Post gegeben, eingegangen am 28. Mai 2019) innert Frist Be-
schwerde [recte: Berufung] mit eingangs aufgeführten Anträgen (Urk. 70 S. 1).
2.1 Bei der vorliegenden Streitigkeit ist – wie von der Vorinstanz zutreffend angegeben (Urk. 71 S. 23) – nicht das Rechtsmittel der Beschwerde, sondern
dasjenige der Berufung gegeben (Art. 308 ZPO). Damit ist die vorliegende Be-
schwerde als Berufung entgegenzunehmen.
2.2 Mit Schreiben vom 19. Juli 2019 zeigte das Konkursamt Küsnacht der angerufenen Kammer an, dass mit Urteil des Einzelgerichts im summarischen
Verfahren am Bezirksgericht Meilen vom 10. Juli 2019 über den Gesuchsgegner
der Konkurs eröffnet wurde (Urk. 74; Urk. 75). Mit Ausnahme dringlicher Fälle
werden Zivilprozesse, in denen der Schuldner Partei ist und die den Bestand der
Konkursmasse berühren, eingestellt (Art. 207 Abs. 1 SchKG). Diese Bestimmung
bezieht sich jedoch nicht auf familienrechtliche Prozesse wie den vorliegenden
(Art. 207 Abs. 4 SchKG; BSK SchKG-II-Wohlfahrt/Meyer, Art. 207 N 37). Dement-
sprechend zeitigt die Konkurseröffnung auf das vorliegende Verfahren keine Wir-
kung.
3.1 Im Berufungsverfahren gilt auch im Bereich der hier anwendbaren eingeschränkten Untersuchungsmaxime (Art. 272 ZPO) die Begründungspflicht.
Demzufolge hat die Berufung führende Partei sich sachbezogen mit dem Ent-
scheid der Vorinstanz im Einzelnen auseinanderzusetzen und konkret aufzuzei-
gen, was am angefochtenen Urteil oder am Verfahren vor der Vorinstanz falsch
gewesen sein soll. Dieser Anforderung genügt ein Berufungskläger nicht, wenn er
lediglich auf die vor erster Instanz vorgetragenen Vorbringen verweist bzw. diese
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wiederholt, sich mit Hinweisen auf frühere Prozesshandlungen zufriedengibt oder
den angefochtenen Entscheid in allgemeiner Weise kritisiert (BGer 4A_580/2015
vom 11. April 2016, E. 2.2, m.w.H.; BGE 141 III 569 E. 2.3.3 = Pra 2016 Nr. 99;
BGE 138 III 374 E. 4.3.1 = Pra 2013 Nr. 4). Was nicht in einer den gesetzlichen
Begründungsanforderungen genügenden Weise beanstandet wird, braucht von
der Rechtsmittelinstanz nicht überprüft zu werden. In diesem Rahmen ist insoweit
auf die Parteivorbringen einzugehen, als dies für die Entscheidfindung erforderlich
ist (BGE 134 I 83 E. 4.1).
3.2 Des Weiteren ist zu beachten, dass gemäss Art. 317 Abs. 1 ZPO neue Tatsachen und Beweismittel im Berufungsverfahren nur noch berücksichtigt
werden, wenn sie ohne Verzug vorgebracht werden (lit. a) und trotz zumutbarer
Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten (lit. b). Die
Berufungsinstanz soll zwar den erstinstanzlichen Entscheid umfassend überprü-
fen, nicht aber alle Sach- und Rechtsfragen völlig neu aufarbeiten und beurteilen.
Alles, was relevant ist, ist grundsätzlich rechtzeitig in das erstinstanzliche Verfah-
ren einfliessen zu lassen (Reetz/Hilber, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenber-
ger, ZPO-Komm., 3. A., Art. 317 N 10 m.w.H.). Jede Partei, welche neue Tatsa-
chen und Beweismittel vorbringt, hat zunächst zu behaupten und zu beweisen,
dass dies ohne Verzug geschieht. Will eine Partei unechte Noven geltend ma-
chen, so trägt sie die Beweislast für deren Zulässigkeit (Steininger, DIKE-Komm-
ZPO, Art. 317 N 7; BGer 5A_330/2013 vom 24. September 2013, E. 3.5.1,
m.w.H.). Das Bundesgericht hat für Berufungsverfahren, die der eingeschränkten
Untersuchungsmaxime unterstehen, eine analoge Anwendung von Art. 229
Abs. 3 ZPO abgelehnt und festgehalten, dass einzig die Novenregelung gemäss
Art. 317 Abs. 1 ZPO massgeblich sei (BGE 138 III 625 E. 2.2). Unverschuldet
nicht vorgetragene unechte Noven sind im Sinne von Art. 317 Abs. 1 lit. a ZPO
ohne Verzug, d.h. mit der Berufungsbegründung bzw. Berufungsantwort vorzu-
bringen. Nach Berufungsbegründung und -antwort können grundsätzlich nur noch
echte Noven vorgebracht werden (BGE 141 III 569 E. 2.3.3 = Pra 2016 Nr. 99;
BGE 138 III 788 E. 4.2; BSK ZPO-Spühler, Art. 317 N 1 ff.).
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3.3 Gegenstand des vorliegenden Berufungsverfahrens ist einzig das von der Vorinstanz zuletzt beurteilte Begehren um Zusprechung eines Prozesskos-
tenvorschusses. Soweit sich der Gesuchsgegner zu den übrigen (hängigen/abge-
schlossenen) Verfahren zwischen den Parteien äussert oder generell Kritik am
gegnerischen Prozessverhalten äussert, ist darauf nicht weiter einzugehen.
Ebenso wenig hat sich die angerufene Instanz mit den Ausführungen auseinan-
derzusetzen, wer von den Parteien die ehelichen Schulden massgeblich verur-
sacht hat. Dies ist nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens. So ist auf die
Parteivorbringen nur insoweit einzugehen, als dies für die Entscheidfindung not-
wendig ist.
4.1 Der Gesuchsgegner beanstandet, das Gericht habe die Annahme  mit Eingabe vom 3. April 2019 eingereichten Unterlagen mit der Begründung
verweigert, diese seien nach Aktenschluss eingereicht worden. Indessen werde
der Aktenschluss nicht begründet. Damit habe die Vorinstanz gegen Art. 229
Abs. 3 ZPO verstossen. Da die Vorinstanz das Urteil am 4. April 2019 gefällt ha-
be, hätte sie alle Tatsachen und Beweismittel bis zu diesem Zeitpunkt zwingend
berücksichtigen müssen, mithin auch die Eingabe vom 3. April 2019. Allein schon
deshalb sei das Urteil aufzuheben und an die Vorinstanz zur Neubeurteilung zu-
rückzuweisen. Dabei habe das Gericht selbstredend alle bis zur neuen Urteilsbe-
ratung eingereichten Tatsachen und Beweismittel, auch diejenigen vom 8. April
2019, zu berücksichtigen. Des Weiteren beanstandet der Gesuchsgegner die
Feststellung der Vorinstanz als unzutreffend, wonach er seine Mitwirkungspflicht
verletzt habe und weder aus seinen Ausführungen noch eingereichten Unterlagen
ein klares und nachprüfbares Bild seiner finanziellen Gesamtsituation hervorgehe.
So ergebe sich aus der Pfändungsurkunde vom 18. Januar 2019, dass der Ge-
suchsgegner lediglich über ein monatliches Einkommen von Fr. 6'621.– brutto
bzw. Fr. 5'431.– netto verfüge. Damit erhelle, dass er nicht in der Lage sei, der
Gesuchstellerin einen Prozesskostenvorschuss zu bezahlen. Die von der Vor-
instanz berücksichtigten Unterlagen zeigten ein Bild der Vergangenheit, als die
beiden Parteien einen grosszügigen Lebensstil pflegten. Diese seien zur Beurtei-
lung der Situation über die Leistungsfähigkeit des Gesuchsgegners ungeeignet.
Bereits bei Gesuchseinreichung habe die Mittellosigkeit des Gesuchsgegners
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festgestanden. Entsprechend sei auf die vollständigen Akten abzustellen und neu
zu entscheiden (Urk. 70 S. 2 ff.).
4.2 Den Ausführungen des Gesuchsgegners kann nicht gefolgt werden. Richtig ist zwar, dass das Eheschutzverfahren der beschränkten Untersuchungs-
maxime unterliegt (Art. 272 ZPO). Die Tragweite des Untersuchungsgrundsatzes
gemäss Art. 272 ZPO wird durch den Umstand relativiert, dass – mit Ausnahme
allfällig zu regelnder Kinderbelange – das Eheschutzverfahren vom Dispositions-
grundsatz beherrscht ist: Der Verfahrensgegenstand wird von den Parteien be-
stimmt. In diesem Rahmen muss das Gericht den Sachverhalt von Amtes wegen
feststellen; darüber hinaus ist es weder verpflichtet, noch berechtigt, den Sach-
verhalt abzuklären. Mit anderen Worten bestimmt die Parteidisposition die Trag-
weite des Untersuchungsgrundsatzes. Weiter ist zu beachten, dass wegen des
mit der Postulierung des Untersuchungsgrundsatzes angestrebten Zieles, nämlich
des Schutzes der unbeholfenen Partei, bei anwaltlich vertretenen Parteien seitens
des Gerichtes – gleich wie im ordentlichen Prozess – Zurückhaltung zu üben ist.
So bedeutet der Untersuchungsgrundsatz konkret, dass das Gericht den Parteien
bei der Sammlung des Prozessstoffes durch Befragung und genaues Aktenstudi-
um behilflich ist; es ist aber nach wie vor Sache der Parteien, die entscheidrele-
vanten Tatsachen in das Verfahren einzubringen. Das Gericht erforscht den
Sachverhalt in diesem Sinne nicht, sondern stellt ihn fest (vgl. zum Ganzen Sut-
ter-Somm/Lazic, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, a.a.O., Art. 272
N 6 ff., insbesondere N 12 - 14 m.w.H.). Sodann muss derjenige, der sich auf die
Untersuchungsmaxime beruft bzw. eine Verletzung derselben geltend macht, zu-
nächst aufzeigen, dass das Gericht den Sachverhalt unvollständig festgestellt hat.
Ausserdem sind die Tatsachen zu behaupten, die das Gericht festzustellen bzw.
abzuklären unterlassen hat, und schliesslich ist darzutun, inwiefern diese behaup-
teten Tatsachen für den Ausgang des Verfahrens entscheidend sind
(BGer 5A_863/2017 vom 3. August 2018, E. 2.4, mit Verweis auf BGer
5A_513/2014 vom 1. Oktober 2015, E. 4.1, und BGer 5A_574/2012 vom 17. De-
zember 2012, E. 2.2.1).
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4.3.1 Diesen Anforderungen genügt die Berufungsschrift nicht: Der  beschränkt sich darauf zu beanstanden, die Vorinstanz hätte seine
mit Eingabe vom 3. April 2019 eingereichten Unterlagen – bei der Vorinstanz am
4. April 2019 zeitgleich mit dem Erlass des angefochtenen Urteils eingegangen –
berücksichtigen müssen. Indes zeigt der Gesuchsgegner nicht auf, welche Tatsa-
chen die Vorinstanz festzustellen bzw. abzuklären unterlassen hat. Ein solcher
Vorwurf ginge ohnehin mit Blick auf das vorinstanzliche Teilurteil vom 5. Novem-
ber 2018, bestätigt mit Urteil der Kammer vom 29. Januar 2019, fehl, da die Vor-
instanz mit diesem nicht nur dem Auskunftsbegehren der Gesuchstellerin folgte,
sondern gleichermassen auch die Unterlagen verlangte, welche für die Beurtei-
lung der Frage der Zumutbarkeit eines Prozesskostenvorschusses und der damit
einhergehenden Leistungsfähigkeit des Gesuchsgegners notwendig sind. Diesbe-
züglich aber war es der Gesuchsgegner seinerseits, welcher die ihm auferlegte
Mitwirkungspflicht verletzte, indem er die verlangten Unterlagen weder fristgerecht
noch vollständig einreichte. Zudem unterlässt es der Gesuchsgegner, aufzuzei-
gen, inwiefern die Berücksichtigung der von ihm mit Eingabe vom 3. April 2019
eingereichten Unterlagen (Handelsregisterauszug D._ und Steuererklärung
2016 ohne Beilagen; Urk. 58/1-2) für den Ausgang des Verfahrens entscheidend
gewesen wären. Damit ist der Berufung allein schon aus diesem Grunde kein Er-
folg beschieden.
4.3.2 Selbst wenn aber die Vorinstanz besagte Unterlagen berücksichtigt hätte, hätte sich am Ausgang des Verfahrens nichts geändert: Zum einen war le-
diglich die Steuererklärung betreffend das Jahr 2016 eingereicht worden und da-
mit nicht sämtliche mit Teilurteil der Vorinstanz vom 5. November 2018, bestätigt
mit Urteil der Kammer vom 29. Januar 2019, geforderten Unterlagen. So fehlten
die Beilagen der Steuererklärung 2016; die Steuererklärung 2017, die Lohnaus-
weise/-abrechnungen der Jahre 2017 und 2018, die Jahresrechnung der C._
GmbH samt Kontoblätter für das Jahr 2017 und die Kontoauszüge sämtlicher
Konti in der Schweiz und im Ausland fehlten gänzlich. Kommt hinzu, dass die
Steuererklärung 2016 nicht unterzeichnet ist. Damit ist nicht ersichtlich, ob diese
in vorliegender Form überhaupt beim zuständigen Steueramt eingereicht worden
war, zumal sie noch handschriftliche Anmerkungen (so u.a. Fragezeichen) ent-
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hält, was darauf schliessen lässt, dass sie nicht in endgültiger Form vorliegt (vgl.
Urk. 58/2).
4.3.3 Sodann wurde mit Urteil der I. Zivilkammer des Obergerichts des Kantons Zürich vom 29. Januar 2019 ausdrücklich festgehalten, dass zur Beurtei-
lung der Leistungsfähigkeit des Gesuchsgegners eine Offenlegung seiner gesam-
ten finanziellen Verhältnisse erforderlich sei. Die Einreichung eines Arbeitsvertra-
ges reiche hierzu von vornherein nicht aus, da sich dieser nicht über die gesamte
finanzielle Situation des Arbeitnehmers (bspw. Privatbezüge, Nebenverdienste,
Vermögen, etc.) äussere. Davon unabhängig sei zu bemerken, dass der Ge-
suchsgegner als Geschäftsführer einer Unternehmung angestellt sei, welche er
nach Darstellung der Gesuchstellerin selber gegründet und finanziert habe. Die
Gesuchstellerin habe ausführen lassen, der Gesuchsgegner sei alleiniger Ge-
schäftsführer der C._ GmbH und wirtschaftlich allein Berechtigter an der Un-
ternehmung. Bei der im Handelsregister eingetragenen Gesellschafterin handle
es sich um die Mutter des Gesuchsgegners, welche mit der Unternehmung weder
finanziell noch anderweitig zu tun habe und bloss als Strohfrau auftrete. Diese
Darstellung habe der Gesuchsgegner im vorinstanzlichen Verfahren unwiderspro-
chen gelassen. Er distanziere sich auch im Berufungsverfahren nicht von der Rol-
le als wirtschaftlich Berechtigter. Unter diesen Umständen sei zur Klärung der fi-
nanziellen Verhältnisse des Gesuchsgegners die Einreichung des Arbeitsvertra-
ges nicht ausreichend. Weiter wurde im damaligen Entscheid festgehalten, der
Gesuchsgegner habe gegen die von der Vorinstanz verlangten Unterlagen einzig
vorgebracht, diese seien teilweise noch nicht erstellt, was er indes vor Vorinstanz
vorzutragen habe (OGer ZH LE180062 vom 29.01.2019, E. 3, S. 8, und E. 4, S. 8
f.). Damit steht fest, dass allein das Einreichen eines Arbeitsvertrages oder einer
unvollständigen Steuererklärung den geforderten Auskünften nicht zu genügen
vermag. Demzufolge greift die Berufungsbegründung zu kurz, wenn sie sich da-
rauf beschränkt zu behaupten, die Mittellosigkeit des Gesuchsgegners ergebe
sich (unter anderem) aus dem Arbeitsvertrag (Urk. 70 S. 3 mit Verweis auf Urk.
27/31) und es existierten keine weiteren Einkünfte. Mit diesem Vorbringen kam
der Gesuchsgegner – selbst wenn die Vorinstanz die Eingabe vom 3. April 2019
berücksichtigt hätte – der ihm mit Urteil vom 5. November 2018, bestätigt mit Ur-
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teil der Kammer vom 29. Januar 2019, auferlegten Pflicht zur Auskunftserteilung
nicht nach. Weder reichte der Gesuchsgegner die unterzeichnete Steuererklärung
2016 vollständig samt Beilagen ein, noch die Steuererklärung 2017 und sämtliche
Lohnausweise und -abrechnungen 2017 bis und mit September 2018. Schliess-
lich teilte der gesuchsgegnerische Rechtsvertreter ausdrücklich mit, weder Jah-
resrechnung noch Kontoblätter der C._ GmbH auszuhändigen (Urk. 55 S. 1).
4.3.4 Bei der im Berufungsverfahren eingereichten Pfändungsurkunde vom 18. Januar 2019 (Urk. 73/2) handelt es sich um ein unzulässiges Novum (vgl.
E. 3.2 hiervor). Zwar hatte der Gesuchsgegner diese Beilage bereits bei der Vor-
instanz eingereicht, indes erst nach Erlass des vorinstanzlichen Urteils mit Einga-
be vom 8. April 2019 (Urk. 64/6). Es ist nicht ersichtlich, inwiefern es dem Ge-
suchsgegner nicht möglich hätte sein sollen, diese Urkunde bereits vor Vorinstanz
– notabene vor Erlass des Urteils vom 4. April 2019 – einzureichen. Hierzu äus-
sert sich der Gesuchsgegner nicht einmal. Selbst wenn die Pfändungsurkunde in-
des berücksichtigt worden wäre, änderte dies nichts am vorliegenden Ergebnis.
Der Pfändungsurkunde lässt sich lediglich entnehmen, dass gegen den Gesuchs-
gegner eine Lohnpfändung bis zum 13. April 2020 läuft (Urk. 64/6 = Urk. 73/2).
Diese Urkunde ist lediglich ein Beleg dafür, dass der Gesuchsgegner den Betrag
von Fr. 6'500.–, für welche gegen ihn die Betreibung angehoben wurde – nicht
bezahlt hat, nicht aber, dass er zur Bezahlung dieser Forderung tatsächlich nicht
in der Lage (gewesen) wäre. Die Pfändung lässt demzufolge bloss und allenfalls
auf einen fehlenden Zahlungswillen schliessen, beweist aber noch keine Zah-
lungsunfähigkeit.
4.3.5 Damit hat der Gesuchsgegner nicht in rechtsgenüglicher Weise , inwiefern die Berücksichtigung seiner Eingabe am Ergebnis etwas geän-
dert hätte. Ohnehin aber hätte sich – wäre die unvollständige Steuererklärung
2016 beachtet worden – wie aufgezeigt am Ergebnis nichts geändert.
4.4 Schliesslich zeigt der Gesuchsgegner auch nicht hinreichend genau auf, welche der von der Vorinstanz berücksichtigten Unterlagen seiner Ansicht
nach veraltet sind und damit nicht hätten zur Entscheidfindung herangezogen
werden dürfen. Es fehlt an der notwendigen Substantiierung.
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4.5 Im Übrigen beschränkt sich der Gesuchsgegner auf das Wiederholen seines vor Vorinstanz eingenommen Standpunktes, wonach er von Beginn des
Verfahrens an mittellos gewesen sei. Dies vermag den gesetzlichen Anforderun-
gen an eine Berufungsbegründung nicht zu genügen.
4.6 Damit erweist sich die Berufung als unzulässig bzw. unbegründet, weshalb auf das Einholen einer Berufungsantwort verzichtet werden kann
(Art. 312 Abs. 1 ZPO). Die Berufung ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten
wird, und das Urteil der Vorinstanz vom 4. April 2019 ist zu bestätigen.
5.1 Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist in Anwendung von § 12 Abs. 1 und 2 GebV OG in Verbindung mit § 2 lit. a, c und d, § 5 Abs. 1 und 2
GebV OG auf Fr. 2'000.– festzusetzen. Ausgangsgemäss sind die Kosten dem
Gesuchsgegner aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO).
5.2 Für das Berufungsverfahren ist den Parteien keine  zuzusprechen: der Gesuchstellerin mangels relevanter Umtriebe im Beru-
fungsverfahren (Art. 95 Abs. 3 ZPO) und dem Gesuchsgegner zufolge seines Un-
terliegens (Art. 106 Abs. 1 ZPO).