Decision ID: bde6ee1d-7b91-429c-81d8-8c8eb3180fad
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1960 geborene X._ absolvierte eine Lehre als
Werkzeugmaschinist
sowie eine Zusatzausbildung zum Maschinenoperateur (Urk. 6/4 S. 4 Ziff. 5.3) und arbeitete seit 1989 bei der Y._ AG (Y._), zuletzt mit einem Pensum von 100 % als Handwerkmeister (Urk. 6/2 Ziff. 2.1 und Ziff. 2.7). Ab Dezem
ber 2013 war er verschiedentlich krank geschrieben (Urk. 6/2/8). Am 21. Juli 2014 meldete er sich unter Hinweis auf verschiedene psychische Belas
tungs
situa
tio
nen, Überlastung, Erschöpfung und damit einhergehende Schlaf
störung
en und Angstzustände bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbe
zug an (Urk. 6/4 Ziff. 6.2).
Nach Abklärung der erwerblichen und medizinischen Verhältnisse informierte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, den Versicherten am 2. Juli 2015 (Urk. 6/29) unter Hinweis auf die Vereinbarung mit der Arbeit
geberin vom 28. April 2015 betreffend schrittweise Rückkehr in die ange
stammte Tätigkeit mit einem Pensum von 100 % (vgl. Urk. 6/24) über den Ab
schluss der formlos gewährten beruflichen Eingliederung. Mit Verfügung vom 24. September 2015 (Urk. 6/36) lehnte die IV-Stelle mangels einer langan
dau
ern
den Erwerbsunfä
higkeit einen Rentenanspruch ab.
1.2
Am 28. Januar 2016 meldete sich der Versicherte erneut zum Bezug von Leis
tungen der Invalidenversicherung an (Urk. 6/37). Nach durchgeführtem Vorbe
scheidverfahren (Urk. 6/40) und Auflage verschiedener Berichte durch den Ver
sicherten trat die IV-Stelle mit Verfügung vom 11. Mai 2016 (Urk. 2) auf das neue Leistungsbegehren nicht ein, da eine Veränderung der tatsächlichen Ver
hältnisse nicht glaubhaft dargelegt worden sei und die behauptete Arbeitsun
fähig
keit auf vorwiegend invaliditäts
fremden Faktoren beruhe.
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 17. Mai 2016 Beschwerde (Urk. 1) und bean
tragte, die Verfügung vom 11. Mai 2016 (Urk. 2) sei aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese eine mögliche Ar
beits
fähigkeit aufgrund der medizinischen Gesamtsituation prüfe, den Anspruch auf berufliche Massnahmen kläre und eine neue Rentenprüfung vornehme (S. 2). Mit Vernehmlassung vom 24. Juni 2015 (Urk. 5) ersuchte die Beschwer
degeg
ne
rin um Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 27. Juni 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 7).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Ge
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Wurde eine Rente
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2
die
ser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, das
s sich der Grad der Invalidität
der versicherten Person in einer für den Anspruch
erheblichen Weise geändert hat.
1.3
Zur Frage des Bedeutungsge
halts des
Art.
87
Abs.
2 und 3
IVV
hat das Bun
desgericht in BGE 130 V 64 E. 5.2.5 festgehalten, dass die ver
sicherte Person mit dem Revisionsgesuch oder der Neuanmeldung die mass
gebliche Tatsachen
än
derung glaubhaft machen muss, ihr mithin ausnahmsweise eine Beweisfüh
rungslast zukommt. Tritt die Verwaltung auf das erneute Leis
tungsbegehren ein, hat sie demgegenüber gestützt auf den Untersuchungs
grundsatz von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sach
verhaltes zu sorgen (Art. 43 ATSG, Art. 57 IVG in Ver
bindung mit Art. 69 ff.
IVV; SVR 2006 IV Nr. 10 S. 39 E. 4.1 [I 457/04]; vgl. auch BGE 117 V 198 E. 3a
).
1.4
Mit dem Beweismass des Glaubhaftmachens im Sinne des
Art.
87
Abs.
2 und 3 IVV sind herabgesetzte Anforderungen an den Beweis verbunden: Die Tatsa
chen
änderung muss nicht nach dem im Sozialversicherungsrecht sonst üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b) er
stellt sein. Es genügt, dass für das Vorhandensein des geltend gemachten rechtserheblichen Sachumstandes wenigstens gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei eingehender Abklärung werde sich die behauptete Änderung nicht erstellen lassen (BGE 130 V 64 E. 5.2, 130 V 71 E. 2.2 mit Hinweisen). Erheblich ist eine Sachverhaltsän
derung, wenn angenommen werden kann, der Anspruch auf eine (höhere) Inva
lidenrente sei begründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig
erweisen sollten (Urteil des Bundesgerichts 8C_844/2012 vom 5. Juni 2013 E. 2
.3 mit Hinweisen auf 8C_1009/2010 vom
7.
April 2011 E. 2.2 und 9C_838/2011 vom 2
8.
Februar 2012 E. 3.3.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren Entscheid (Urk. 2) damit, der Be
schwer
deführer habe nicht glaubhaft dargelegt, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit der Verfügung vom 24. September 2015 wesentlich verändert hätten. Neue Diagnosen seien nicht gestellt worden, und es liege lediglich eine andere Beurteilung desselben Sachverhalts vor, weshalb auf das Revisionsge
such nicht einzutreten sei. Im Weiteren beruhe die Untauglichkeit für die ange
stammte Tätigkeit nicht auf medizinischen Untersuchungen respektive Beurtei
lungen. Betreffend berufliche Massnahmen führte die Beschwerdegegnerin aus, dass die Arbeitsunfähigkeit vorwiegend durch eine psychosomatische Über
be
lastung und somit durch einen invaliditätsfremden Faktor ausgelöst worden sei, weshalb kein Anspruch auf entsprechende Massnahmen bestehe (S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt, er sei auf
grund seiner gesundheitlichen Einschränkungen in seiner angestammten Tätig
keit „untauglich“ und in einer angepassten Tätigkeit nur noch zu 80 % arbeits
fähig
(Urk. 1 S. 4 f.). Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin sei glaub
haft dargelegt, dass sich sein Gesundheitszustand massgeblich ver
schlech
tert habe. Entsprechend habe sie den Anspruch auf berufliche Massnah
men zu klären und anschliessend eine Rentenprüfung vorzunehmen (S. 7).
3.
3.1
Die im Rahmen der Abweisung des Rentenanspruchs vom 24. September 2015 relevanten Arztberichte zeigen bezüglich des Gesundheitszustandes des Be
schwerdeführers folgendes Bild:
3.2
Der Hausarzt des Beschwerdeführers, Dr. med. Z._, Allgemeine Medizin FMH, nannte in seinem Bericht vom 30. November 2014 (Urk. 6/19/1-4) als Diagnose
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine Erschöpfungsdepression bei psy
chosozialer Überbelastung seit Dezember 2013 (Ziff. 1.1). Im Rahmen der psy
cho
sozialen Belastung durch die Ehescheidung habe der Beschwerde
führer nicht mehr gut schlafen und sich nach den Nachtschichten nicht mehr erholen können. Zwischenzeitlich habe sich seine private Situation wesentlich entspannt
und der Beschwerdeführer habe sich entschieden, wieder in den nor
malen Schich
t
betrieb einzutreten. Beim Beschwerdeführer bestünden keine kör
per
lichen Einschränkungen, es sei aber verständlich, dass der nun bald 55-Jäh
rige durch die Nachtschichten zu stark belastet werde (Ziff. 1.4 und Ziff. 1.7). Eine Beschäftigung mit Früh- und Spätschichten sei dem Beschwer
deführer zu 100 % zumutbar (Ziff. 1.8).
3.3
Dr. med.
A._
, FMH Neurologie, wies in ihrem Bericht vom 19. Februar 2015
(Urk. 6/22) darauf hin, dass die Mag
n
e
tresonanztomographie
(MRI) des Schädels vom 17. Februar 2015 eine diskrete Erweiterung des Sulcus centralis auf beiden Seiten gezeigt habe, welche möglicherweise diskret das Altersmass überschreite. Beim Beschwerdeführer bestehe eine markante sprachlich-betonte anterograd-amnestische Störung, eine Dysnomie für Namen, Planungs- und Strukturie
rungsschwierigkeiten, ein eingeschränktes konzeptuelles Denken und Umstellen sowie eine verminderte Aufmerksamkeitsbelastbarkeit. Diese Befunde seien hinweisend auf vorbestehende, frühkindlich erworbene Teilleistungs
schwächen, die im Zusammenhang mit übermässigen Stressfaktoren sowie mit altersbedingt abnehmenden Kompensationsmöglichkeiten zunehmend dekom
pensierten und
die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers einschränkten. Differenzialdiag
no
s
tisch sei auch eine beginnende neurodegenerative Erkran
kung (insbesondere auch
aufgrund der markanten amnestischen Defizite) nicht auszuschliessen. Betref
fend
Arbeitsfähigkeit wies die Ärztin darauf hin, dass die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers deutlich reduziert sei. Er sei nicht mehr in der Lage, neue Arbeitsabläufe speditiv zu lernen und umzusetzen. Auf
grund der neurokogni
tiven Befunde bestehe eine theoretische Einschränkung der Leistungsfähigkeit von ungefähr 50 % (S. 2).
3.4
Die behandelnde Psychiaterin Dr. med. B._, Psychiatrie und Psychptherapie
FMH, nannte in ihrem Bericht vom 31. März 2015 (Urk. 6/21/1-5) folgende Diag
nosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfä
higkeit (Ziff. 1.1):
Anpassungsstörung, Angst und depressive Reaktion gemischt (ICD-10 F43.22)
emotional instabile Persönlichkeit, impulsiver Typus (ICD-10 F60.30)
Die Ärztin führte aus, vor dem Hintergrund der definitiven Scheidung sei eine „depressive Entwicklung“ aufgetreten und der Beschwerdeführer sei aufgrund von Schlafstörungen, Schwindel, Grübeln und Konzentrationsstörungen von der Arbeitgeberin für die Zeit vom Januar bis September 2014 von der Leistung von Nachtschichten befreit worden. Unter der Gesprächs- und Psychopharmakothe
rapie sei zunächst eine Besserung eingetreten, vor allem bezüglich der depressi
ven Symptomatik. Vor dem Hintergrund der belastenden beruflichen Situation (Angst vor Arbeitsplatzverlust) bestehe weiterhin eine starke subjektive Belas
tung. Aufgrund des Verdachts auf eine „a
ttention deficit hyperactivity disorder
“ (ADHD) sei ein Versuch mit dem Medikament Ritalin gemacht worden, wobei das Resultat negativ gewesen (vermehrte Nervosität) und deshalb auf weitere Abklärungen verzichtet worden sei (S. 2). Der Beschwerdeführer weise eine ver
minderte neurokognitive Leistungsfähigkeit sowie eine verminderte Flexibilität bei der Zusammenarbeit im Team aus, weshalb er mehr Zeit brauche sowie eine ruhige Umgebung, vertraute Abläufe, keine neuen Aufgaben unter Zeitdruck
und keine Mehrfachaufgaben (Ziff. 1.7). Er sei im bisherigen Belastungsprofil se
it Januar 2014 zu maximal 80 % arbeitsfähig (verteilt auf vier Tage pro Woche), wobei die Nachtarbeit eher als günstig zu betrachten sei (Ziff. 1.6 und Ziff. 1.7).
4.
4.1
Zur Glaubhaftmachung der geltend gemachten Verschlechterung seines Gesund
heitszustandes legte der Beschwerdeführer folgende Berichte auf.
4.2
Dr. med. C._ vom D._ der Y._ hielt in ihrem Bericht vom 3. Dezember 2015 (Urk. 6/46/2-3) fest, es sei gestützt auf die ihr vorliegenden
Beschreibungen sehr wahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer aufgrund sei
ne
r nachgewiesenen neuropsychologischen Einschränkungen auf Änderungen nicht mehr genug flexibel reagieren könne, was teilweise zu inadäquaten Reak
tionen führe. Ein Einsatz des Beschwerdeführers in einer sicherheitsrelevanten Tätigkeit oder an sicherheitsrelevanten Systemen sei nicht mehr möglich, ebenso sollten Nachtschichten vermieden werden. Im Weiteren müsse darauf geachtet werden, dass der Beschwerdeführer nicht alleine arbeiten müsse. Die Situation könne sich zwar zeitweise leicht stabilisieren, aus Sicherheitsgründen sei die Tauglich
keit für die angestammte Tätigkeit aber nicht mehr gegeben. Gleiches gelte für den Sicherheitsbereich der Gruppe 4 und für die Nachtschicht.
4.3
Dr. B._ wies in ihrer Email vom 7. Januar 2016 (Urk. 6/46/5) darauf hin, dass der Beschwerdeführer aufgrund der kognitiven Beeinträchtigung und der Per
sönlichkeitsstörung in jeder Tätigkeit (also auch in einer behinderungsange
passten Tätigkeit) für maximal 80 % arbeitsfähig sei.
Am 15. Januar 2016 (Urk. 6/46/6-7) äusserte sich die Ärztin erneut zum Ge
sundheitszustand des Beschwerdeführers und stellte folgende Diagnosen (S. 1):
emotional instabile Persönlichkeitsstörung, impulsiver Typus (ICD-10 F60.30)
Anpassungsstörung (ICD-10 F43.25)
neuropsychologische Defizite im Sinne eines Aufmerksamkeitsdefizits (ICD-10 F98.8)
Dr. B._ hielt fest, der Beschwerdeführer habe im Oktober und November wie
der zu 100 % (inklusive Nachtschicht) gearbeitet, wobei sich herausgestellt habe, dass er damit so überfordert gewesen sei, dass Fehler passiert seien und er von seiner Umgebung als „durch den Wind“ beschrieben worden sei. Auch ihr gegenüber habe er sich sehr nervös, deprimiert, reizbar und unkonzentriert prä
sentiert. Aktuell sei die Konzentration des Beschwerdeführers vermindert, im Denken sei er teilweise sprunghaft und fixiert auf seine momentane Situation. Im Affekt sei er besorgt, niedergeschlagen und geplagt von Grübeln, Selbst
zweifeln und Zukunftsängsten (S. 1). Im Weiteren führte die Ärztin aus, die ge
schätzte Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit liege - wie auch im IV-Bericht vom 31. März 2015 vermerkt - bei ungefähr 80 %. Ein Umfeld mit wohlwollen
der Führung und ein Arbeiten im Team ohne Multitasking und ohne Unterfor
derung wären für den Beschwerdeführer hilfreich, um sich nachhaltig zu be
währen; andere Anpassungen seien nicht erforderlich (S. 2).
5.
5.1
Die von Dr. B._ im Rahmen der Abweisung des Rentenanspruchs und der Neuanmeldung gestellten Diagnosen stehen insofern im Einklang, als überein
stim
mend eine emotional instabile Persönlichkeitsverletzung sowie eine Anpas
s
ungs
stö
rung diagnostiziert wurde, wobei letztere im Bericht vom 15. Januar 2016 (vgl. E. 4.3) nicht mehr in Verbindung mit Angst und depressiver Reaktion genannt wurde (ICD-10 F43.25 anstelle von ICD-10 F43.22, vgl. E. 3.4). Als weitere Di
agnose führte Dr. B._ im Januar 2016 neuropsychologische Defizite im Sinne eines Aufmerksamkeitsdefizits auf. Ob es sich dabei um eine im Zuge der Neu
anmeldung neu gestellte Diagnose handelt oder ob diese neuropsy
cho
logischen Defizite im Zusammenhang mit der von Dr. A._ bereits im Februar 2015 genannten Befunde (vgl. E. 3.3) stehen, kann vorliegend offen
bleiben. Recht
sprechungsgemäss kommt es im Rahmen der Invaliditätsbe
mess
ung grundsätz
lich nicht auf die Diagnose, sondern einzig darauf an, welche Auswirkungen eine Erkrankung auf die Arbeitsfähigkeit hat. Bei psychiatrischen Störungen ist deshalb der psychopathologische Befund und der Schweregrad der Symptomatik massgebend (Urteil des Bundesgerichts 9C_361/2016 vom 22. August 2016 E. 4.2.1). Dr. B._ ging sowohl in ihrem Bericht vom 31. März 2015 als auch in jenen vom 7. Januar 2016 davon aus, dass der Beschwerde
führer im bisherigen Belastungsprofil (Arbeit verteilt auf vier Tage pro Woche, vgl. E. 3.4) respektive in jeder Tätigkeit (auch in einer angepassten Tätigkeit, vgl. E. 4.3) zu 80 % ar
beitsfähig ist. Ebenso attestierte sie im Bericht vom 15. Januar 2016 – mit dem Hinweis, „wie auch im IV-Bericht vom 31.3.2015 vermerkt“ - eine 80%ige Ar
beitsfähigkeit (vgl. E. 4.3). Die von Dr. B._ im Bericht vom 15. Januar 2016 beschriebene Nervosität, Deprimiertheit, Reizbar
keit, Unkonzentriertheit sowie das Grübeln, die Selbstzweifel und die Zukunfts
ängste (Urk. 6/46/6-7 S. 1) hatte sie bereits im Bericht vom 31. März 2015 aufgeführt (Urk. 6/21/1-5 S. 3). Eine diesbezügliche Veränderung ist demnach nicht erkennbar. In diesem Sinne war in den Berichten von Dr. B._ vom Januar 2016 denn auch keine Rede von einer Verschlechterung des Gesund
heitszustandes des Beschwerde
führers. Vor diesem Hintergrund ist eine mass
gebliche Änderung des Gesundheitszustandes im Sinne von Art. 87 Abs. 3 IVV (vgl. E. 1.2) aufgrund der Berichte von Dr. B._ nicht glaubhaft gemacht.
5.2
Nichts anderes ergibt sich gestützt auf den Bericht von Dr. C._ vom D._ der Y._ vom 3. Dezember 2015 (vgl. E. 4.2). Dr. C._
nannte keine Diagnosen, sondern verwies lediglich auf „neuropsychologische Ein
schränkungen“, welche indessen nicht näher beschrieben wurden. Im Wei
te
ren beruhte die Einschätzung von Dr. C._ betreffend „Untauglichkeit“ des Beschwerdeführers in seiner angestammten Tätigkeit auf den ihr „vorliegenden Beschreibungen“ von Frau E._, Gesundheitsmanagerin bei der Y._ (vgl. Urk. 6/23), wobei über den Inhalt dieser Beschreibungen keine Angaben gemacht wurden. Aufgrund des Berichts ist zudem davon auszugehen, dass keine persönliche Untersuchung des Beschwerdeführers durch Dr. C._ – bei welcher im Übrigen unklar ist, ob die besagte Ärztin im Fachbereich Psychi
atrie und Psychologie spezialisiert ist – stattgefunden hat.
5.3
Nach dem Gesagten hat der Beschwerdeführer nicht glaubhaft gemacht, dass es
nach der Abweisung des Rentenspruchs am 24. September 2015 zu einer wesent
li
chen Veränderung des Gesundheitszustandes gekommen ist. Die Beschwer
de
gegnerin ist demnach zu Recht nicht auf die Neuanmeldung betreffend Ren
tenan
spruchs eingetreten, weshalb
die Beschwerde
in dieser Hinsicht
abzu
weisen ist
.
6.
6.1
Der Beschwerdeführer stellte in seinem Gesuch vom 28. Januar 2016 (Urk. 6/37) nicht nur den Antrag um Rentenprüfung, sondern verlangte überdies die Prü
fung der Anordnung von beruflichen Massnahmen respektive von Integrati
ons
massnahmen.
6.2
Im Rahmen des ersten IV-Verfahrens hat die Beschwerdegegnerin den Be
schwer
deführer am 2. Juli 2015 über den erfolgreichen Abschluss der berufli
chen Eingliederung informiert (Urk. 6/29) und mit Verfügung vom 24. Septem
ber 2015 den Anspruch auf Rente abgewiesen (Urk. 6/36). Die An
ordnung von Massnahmen beruflicher Art sowie von Integrationsmassnahmen zur Vorberei
tung auf die berufliche Eingliederung (Art. 8 Abs. 3 lit. a
bis
und lit. b IVG)
waren nicht Gegenstand des genannten IV-Verfahrens, zumal es sich bei den vo
n der Beschwerdegegnerin im Jahre 2015 getroffenen Massnahmen zum Erhalt des
Arbeitsplatzes (vgl. Urk. 6/29) um Massnahmen der Frühinter
vention (Art. 7d
IVG)
handelte. Entsprechend liegt bezüglich des Antrags des Beschwerdeführers betreffend berufliche Massnahmen respektive Integrations
massnahmen keine Neu
anmeldung im Sinne von Art. 87 Abs. 3 IVV vor. Eine Glaubhaftmachung gemäss Art. 87 Abs. 2 IVV seitens des Beschwerdeführers ist somit nicht erfor
derlich, weshalb das im angefochtenen Entscheid vom 11. Mai 2016 verfügte Nichteintreten insofern nicht rechtens ist, soweit es sich auf berufliche Mass
nahmen respektive Integrationsmassnahmen er
streckt. Diesbezüglich
ist die Be
schwerde gutzuheissen
und die Sache zur materiellen Prüfung an die Be
schwer
degegnerin zurückzuweisen.
7.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig und sind die Gerichtskosten gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG
ermessensweise auf Fr. 800.-- festzusetzen.
Nach ständiger Recht
sprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Ab
klärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen
(BGE 137 V 57 E.
2.2).
Nachdem die Sache zwecks weiterer Abklärungen betreffend die Anordnung vo
n Eingliederungsmassnahmen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, sich das Nichteintreten auf den Rentenanspruch indessen als rechtens erweist, unter
liegt der Beschwerdeführer im hiesigen Verfahren teilweise. Entsprechend sind die Gerichtskosten den Parteien je zur Hälfte aufzu
erlegen.