Decision ID: 500b60ef-6e32-5957-a2f0-76214c0e3cd6
Year: 2008
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer Eritrea eigenen Angaben zufolge am 17. Januar 2007 verliess und am 3. November 2008 in der Schweiz um Asyl nachsuchte,
dass er bei der Erstbefragung und der direkten Bundesbefragung die am 13. November 2008 und 28. November 2008 im Empfangszentrum A._ durchgeführt wurden, im Wesentlichen aussagte, er sei am 5. Juli 2004 in seiner Heimat zwangsweise in die Armee eingezogen worden,
dass man ihm mitgeteilt habe, er werde am 1. Juni 2006 von B._ nach C._ versetzt,
dass er sich geweigert habe, nach C._ zu gehen, weshalb er am 2. Juni 2006 verhaftet worden sei,
dass er am 13. Januar 2007 aus der Haft geflohen sei,
dass er über den Sudan, Libyen und Italien in die Schweiz gereist sei,
dass er in Italien nicht betreut worden sei und keine Unterkunft gehabt habe, weshalb er nicht dorthin zurückkehren möchte,
dass für den weiteren Inhalt der Aussagen auf die Akten zu verweisen ist,
dass die italienischen Behörden am 26. November 2008 einem  der Schweizer Behörden vom 17. November 2008 zustimmten,
dass das BFM mit Verfügung vom 1. Dezember 2008 – eröffnet am 2. Dezember 2008 – in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. a des  vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat und die Wegweisung aus der Schweiz nach Italien sowie den Vollzug anordnete,
dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, der  habe Italien als verfolgungssicheren Staat bezeichet,
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dass der Beschwerdeführer sich eigenen Angaben gemäss vor seiner Einreise in die Schweiz in Italien aufgehalten habe,
dass Italien sich zur Rückübernahme des Beschwerdeführers bereit erklärt habe,
dass sich aus den Akten keine Hinweise ergäben, wonach nahe  des Beschwerdeführers oder Personen, zu denen er eine enge Beziehung habe, in der Schweiz lebten,
dass seine Flüchtlingseigenschaft nicht offensichtlich zu Tage trete, da seine Identität nicht feststehe,
dass der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt seiner Ausreise aus Eritrea über eine Identitätskarte verfügt habe, weshalb seine "militärischen Vorbringen" nicht zutreffen könnten,
dass gemäss den Erkenntnissen des BFM in Eritrea die zivilen  beim Eintritt in den Militärdienst abgenommen würden,
dass demnach sein Vorbringen, er sei aus dem Militärdienst geflohen, nicht zutreffen könne, was auch durch die unrealistischen Angaben zu seiner Flucht bestätigt werde,
dass keine Hinweise darauf bestünden, dass in Italien kein effektiver Schutz vor Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG bestehe,
dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 8. Dezember 2008 gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und dabei beantragte, die Verfügung des BFM sei aufzuheben, sein Asylgesuch sei zur materiellen Prüfung an die Vorinstanz , eventualiter sei die Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihm Asyl zu gewähren, subeventualiter sei die Unzulässigkeit des Vollzugs der Wegweisung festzustellen und die vorläufige Aufnahme , es sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und von der Erhebung eines Kostenvorschusses sei abzusehen,
dass für den Inhalt der Beschwerde auf die Akten zu verweisen ist und, soweit entscheidrelevant, nachfolgend darauf Bezug genommen wird,
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dass die vorinstanzlichen Akten am 9. Dezember 2008 beim  eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden  Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) des BFM  (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-34 des  vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),
dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung  Änderung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde  ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen (Art. 32-35 AsylG), die Beurteilungskompetenz der  grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,
dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den  als unrechtmässig erachtet – einer selbständigen  Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl.  und Mitteilungen der Schweizerischen  [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),
dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs  prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle Kognition zukommt,
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dass aufgrund der vorstehenden Erwägungen auf das Begehren, es sei dem Beschwerdeführer Asyl zu gewähren, nicht einzutreten ist,
dass im Übrigen auf die form- und fristgerecht eingereichte  einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG),
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in  Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters  einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen  verzichtet wurde,
dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn  in einen sicheren Drittstaat nach Art. 6a Abs. 2 Bst. b  können, in welchem sie sich vorher aufgehalten haben (Art. 34 Abs. 2 Bst. a AsylG),
dass diese Bestimmung keine Anwendung findet, wenn Personen, zu denen die asylsuchende Person enge Beziehungen hat, oder nahe  in der Schweiz leben, oder die asylsuchende Person  die Flüchtlingseigenschaft nach Art. 3 AsylG erfüllt, oder  darauf bestehen, dass im Drittstaat kein effektiver Schutz vor Rückschiebung nach Art. 5 Abs. 1 AsylG besteht (Art. 34 Abs. 3 Bst. a-c AsylG),
dass diese Voraussetzungen im vorliegenden Fall erfüllt sind, da Italien am 14. Dezember 2007 (zusammen mit allen anderen EU- und ) vom Bundesrat als sicherer Drittstaat im Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG bezeichnet wurde,
dass sich der Beschwerdeführer den Akten zufolge vor seiner Einreise in die Schweiz nachweislich in Italien aufgehalten hat,
dass Italien einer Rückübernahme am 26. November 2008 zugestimmt hat,
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dass keine Ausschlussgründe im Sinne von Art. 34 Abs. 3 AsylG ,
dass aufgrund der Aktenlage nicht davon auszugehen ist, es lebten nahe Angehörige oder (andere) enge Bezugspersonen des  in der Schweiz (vgl. Art. 34 Abs. 3 Bst. a AsylG),
dass die vom Beschwerdeführer geltend gemachte  entgegen den Ausführungen in der Beschwerdeschrift nicht  zutage tritt (vgl. Art. 34 Abs. 3 Bst. b AsylG),
dass einerseits die Identität des Beschwerdeführers nicht feststeht,  Zweifel an der von ihm geltend gemachten Desertion , und auch nicht feststeht, wann und auf welchem Weg er Eritrea verlassen hat,
dass im Weiteren mangels entsprechender gegenteiliger, konkreter Hinweise davon auszugehen ist, in Italien bestehe effektiver Schutz vor Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG (vgl. Art. 34 Abs. 3 Bst. c AsylG),
dass Italien Signatarstaat der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) sowie des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) ist und sich aus den Akten keine  dafür ergeben, die italienischen Behörden würden sich nicht an ihre daraus resultierenden Verpflichtungen halten,
dass die Vorbringen in der Beschwerdeschrift an dieser Eintschätzung nichts zu ändern vermögen,
dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 AsylG zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist,
dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine  erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer  besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte  im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und  vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,
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dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den  Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern , wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]),
dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn  Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),
dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land  werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),
dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers gemäss Art. 34 Abs. 2 Bst. a AsylG im vorliegenden Verfahren nur im Hinblick auf Italien zu prüfen ist, weshalb die Ausführungen in der Beschwerde zu einem allfälligen Wegweisungsvollzug nach Eritrea nicht geprüft  müssen, da sie nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ,
dass der Vollzug der Wegweisung in Beachtung der massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen vorliegend zulässig ist, da der Beschwerdeführer in einen Drittstaat ausreisen kann, in  er Schutz vor Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG findet (vgl. die vorstehenden Erwägungen),
dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als  erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),
dass weder die in Italien herrschende allgemeine Lage noch  Gründe gegen die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in  Land sprechen, da nichts auf eine konkrete Gefährdung des  im Falle ihrer Rückkehr nach Italien hinweist,
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dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers nach Italien schliesslich möglich ist, da keine praktischen Vollzugshindernisse  und die italienischen Behörden einer Rückübernahme  haben,
dass der vom BFM verfügte Wegweisungsvollzug nach Italien daher zu bestätigen ist,
dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde  ist,
dass der Antrag um Verzicht auf die Erhebung eines  durch den direkten Entscheid in der Hauptsache gegenstandslos geworden ist,
dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege  Art. 65 Abs. 1 VwVG abzuweisen ist, da sich die Beschwerde als aussichtslos darstellte,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.-- (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
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