Decision ID: cb7560b2-48c9-55ae-8c63-65ca355885a1
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 23.10.2012 Art. 42 Abs. 1 AVIG, Art. 43 Abs. 1 AVIG, Art. 43a AVIG; Art. 27 ATSG, Art. 43 ATSG; Art. 10 ATSV: Schlechtwetterentschädigung. Den Versicherer bzw. seine Durchführungsorgane trifft im Meldeverfahren betreffend den wetterbedingten Arbeitsausfall eine Aufklärungspflicht. Der massgebende Sachverhalt ist überdies im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes vor Verfügungserlass zu erstellen. Wird eine Einsprache ohne Einsprachebegründung eingereicht, hat der Versicherer dem Einsprecher eine Nachfrist zur Behebung des Mangels anzusetzen (Entscheid des Versicherunsgerichts des Kantons St. Gallen vom 23. Oktober 2012, AVI 2012/48).Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterin  Rüegg Haltinner,a.o. Versicherungsrichter Christian Zingg; a.o. Gerichtsschreiberin Karin KastEntscheid vom 23. Oktober 2012in SachenA._ GmbH,Beschwerdeführerin,gegenAmt für Wirtschaft und Arbeit, Rechtsdienst, Davidstrasse 35, 9001 St. Gallen,Beschwerdegegner,betreffendSchlechtwetterentschädigungSachverhalt:
A.
A.a Die A._ GmbH reichte dem Amt für Arbeit (nunmehr: Amt für Wirtschaft und
Arbeit, nachfolgend: AWA) am 25. Januar 2012 eine Meldung über den
wetterbedingten Arbeitsausfall für Januar 2012 ein. Zwei Arbeitnehmende hätten an
vier Arbeitstagen wetterbedingt Fassaden-Sanierungsarbeiten auf der Baustelle "B._"
nicht ausführen können (act. G 3.1/A36). Auf Aufforderung hin vervollständigte die
A._ GmbH am 8. Februar 2012 das Gesuch mit Angaben zum Bauvolumen und einer
Kopie der Auftragsbestätigung. Danach lag ein Auftrag über Fr. 6'412.50 betreffend die
Sanierung Fassadenputz Westseite am Bürogebäude vor (act. G 3.1/A38). Mit
Verfügung vom 9. Februar 2012 erhob das AWA keinen Einspruch gegen die
Auszahlung von Schlechtwetterentschädigung (act. G 3.1/A37). Daraufhin reichte die
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A._ GmbH am 22. Februar 2012 bei der Kantonalen Arbeitslosenkasse den Antrag
auf Schlechtwetterentschädigung für den Januar 2012 ein (act. G 3.2/B4 Rahmenfrist
1.1.12 - 31.12.13). Die Kantonale Arbeitslosenkasse richtete der A._ GmbH für den
Januar 2012 eine Schlechtwetterentschädigung in Höhe von Fr. 525.70 aus (act. G 3.2/
B8 Rahmenfrist 1.1.12 - 31.12.13).
A.b Am 1. März 2012 reichte die A._ GmbH mit gleicher Begründung
(Minustemperaturen, Kälte, Nässe) erneut eine Meldung über den wetterbedingten
Arbeitsausfall für Februar 2012 für vier Arbeitnehmende an 17 Tagen beim AWA ein;
beigelegt waren zwei Offerten über Fr. 6'925.50 betreffend dieselbe Arbeitsstelle
(act. G 3.1/A40). Mit Verfügung vom 19. März 2012 erhob das AWA dagegen Einspruch
mit der Begründung, die "beantragten Schlechtwettertage" für diese Baustelle seien
bereits konsumiert. Es sei für diese Arbeitsstelle bereits im Januar 2012 ein
wetterbedingter Arbeitsausfall von vier Tagen für zwei Mitarbeitende geltend gemacht
worden. Nun werde für den Monat Februar 2012 für vier Mitarbeitende ein
wetterbedingter Arbeitsausfall von 17 Tagen geltend gemacht, was insgesamt 68
Mann-Tagen entspreche. Setze man das Bauvolumen von Fr. 6'925.50 in Relation,
führe dies zu einem Tagesumsatz von Fr. 102.--. "Somit" bestehe nur ein Anspruch auf
Versicherungsleistungen für den Monat Januar 2012 (act. G 3.1/A39). Die gegen diese
Verfügung erhobene "Einsprache" vom 26. März 2012, mit welcher die Arbeitgeberin
zusätzliche Unterlagen betreffend das Bauvolumen für den Monat Februar 2012
einreichte (act. G 3.1/A41), wies das AWA mit Einspracheentscheid vom 3. Mai 2012
ab. Aus den Akten gehe hervor, dass am 1. März 2012 fristgerecht gemeldet worden
sei, der im Januar 2012 wegen schlechten Wetters nicht erledigte Auftrag für die B._
AG betreffend das Bauvolumen von Fr. 6'412.50 habe auch im Februar 2012 wegen
der ungünstigen Witterung nicht erledigt werden können. Diese Verzögerung in der
Arbeitsausführung gehe aber nicht unmittelbar auf das Wetter zurück, sondern darauf,
dass mangels Erledigung im Januar 2012 eine Verschiebung der Aufträge in die
Folgeperiode erfolgt sei. Ein solch "unmittelbarer" Schaden sei nicht
entschädigungsfähig. Bezüglich der in der Einsprache zusätzlich erwähnten,
witterungsbedingt nicht erledigten Bauaufträge habe aufgrund der Akten als erstellt zu
gelten, dass diese mit der Einsprache am 27. März 2012 bei der Kantonalen Amtsstelle
gemeldet und damit verspätet erfolgt seien. Damit verschiebe sich der Beginn des
Anspruchs um die Dauer der Verspätung (d.h. um 21 Tage ab dem 27. März 2012 in
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den Monat April 2012), mit der Folge, dass für den betreffenden Monat Februar 2012
kein Anspruch auf Schlechtwetterentschädigung bestehe (act G 3.1/A42).
B.
B.a Dagegen richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 23. Mai 2012 mit den
sinngemässen Anträgen, der Einspracheentscheid sei aufzuheben und der
Beschwerdeführerin sei ein Anspruch auf Schlechtwetterentschädigung für den Monat
Februar 2012 in Höhe von Fr. 10'966.53 zuzusprechen. Am 1. März 2012 sei der
wetterbedingte Arbeitsausfall für den Monat Februar 2012 fristgerecht angemeldet
worden. Auf den Entscheid des AWA vom 19. März 2012 hin sei fristgerecht
Einsprache erhoben und die verlangten Unterlagen für das Bauvolumen nachgereicht
worden. Am 18. April 2012 sei ein Schreiben vom AWA (Arbeitslosenkasse)
eingegangen, mit der Aufforderung zur Einreichung weiterer Unterlagen. Gleichentags
seien diese beim AWA bzw. der Arbeitslosenkasse eingereicht worden. Auch die
Abrechnung der wetterbedingten Ausfallstunden für den Monat Februar 2012 seien der
Kantonalen Arbeitslosenkasse am 26. März 2012 eingereicht worden. Es seien damit
sämtliche auferlegten Fristen eingehalten worden. Bei den mit der Einsprache vom
26. März 2012 eingereichten Unterlagen handle es sich um eine Nachreichung von
Dokumenten, welche sich auf die fristgerechte Anmeldung für
Schlechtwetterentschädigung im Monat Februar 2012 beziehen würden. Zudem
würden in Ziff. 3.a) des Einspracheentscheids die Umstände der
Schlechtwetterentschädigung mit der Kurzarbeit unzulässigerweise vermischt
(act. G 1).
B.b Unter Verzicht auf eine Beschwerdeantwort beantragt der Beschwerdegegner die
Abweisung der Beschwerde (act. G 3).

Erwägungen:
1.
1.1 Nach Art. 42 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenver
sicherung und die Insolvenzentschädigung (Arbeitslosenversicherungsgesetz, AVIG;
SR 837.0) haben Arbeitnehmer in Erwerbszweigen, in denen wetterbedingte
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Arbeitsausfälle üblich sind, Anspruch auf Schlechtwetterentschädigung, wenn sie unter
anderem einen anrechenbaren Arbeitsausfall erleiden (lit. b). Anrechenbar ist ein
Arbeitsausfall, wenn er ausschliesslich durch das Wetter verursacht wird und die
Fortführung der Arbeiten trotz genügender Schutzvorkehrungen technisch unmöglich
oder wirtschaftlich nicht vertretbar ist oder den Arbeitnehmenden nicht zugemutet
werden kann, und wenn er vom Arbeitgeber ordnungsgemäss gemeldet wird (Art. 43
Abs. 1 AVIG). Der Arbeitsausfall ist unter anderem insbesondere dann nicht
anrechenbar, wenn er nur mittelbar auf das Wetter zurückzuführen ist (Kundenausfälle,
Terminverzögerungen; Art. 43a lit. a AVIG). Der Arbeitgeber muss der kantonalen
Amtsstelle den wetterbedingten Arbeits-ausfall spätestens am fünften Tag des
folgenden Kalendermonats auf dem Formular des Seco melden. Die gesetzliche
Meldevorschrift gilt als formelle Anspruchsvoraussetzung mit der Folge, dass bei ohne
entschuldbarem Grund verspätet gemeldeten Arbeitsausfällen der Beginn des
Anspruchs um die Dauer der Verspätung verschoben wird (Art. 69 Abs. 1 und 2 der
Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die
Insolvenzentschädigung (Arbeitslosenversicherungsverordnung, AVIV; SR 837.02). Die
Frist ist eingehalten, wenn die Meldung am 5. Tag des Folgemonats der Post
übergeben worden ist (Kreisschreiben des Seco über die Schlechtwetterentschädigung
[KS SWE], N G4).
2.
2.1 Vorliegend streitig und zu prüfen ist die Frage, ob die Beschwerdeführerin für den
Februar 2012 einen wetterbedingten Arbeitsausfall geltend machen kann und damit
Anspruch auf Schlechtwetterentschädigung hat.
2.2 Die Beschwerdeführerin meldete den Ausfall für Februar 2012 rechtzeitig am
1. März 2012, wobei sie sich im Meldeformular, datiert vom 29. Februar 2012,
ausdrücklich auf die Arbeitsstelle "B._" in Rapperswil bezog. Sie legte zwei von der
Auftraggeberin "B._ AG" unterzeichnete Offerten vom 23. November 2011 betreffend
"Sanierung Fassadenputz Westseite, Industrieareal, Bürogebäude, 1. Et.", über total
Fr. 6'925.50 und betreffend "Sanierung Fassadenputz Westseite Industrieareal,
Bürogebäude, 2. Et." im Umfang von Fr. 6'925.50 bei (act. G 3.1/A40). Erst mit
Einsprache vom 26. März 2012 gegen die Verfügung vom 19. März 2012 reichte sie
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weitere Auftragsbestätigungen ein, nämlich eine von der B._ AG unterzeichnete
Offerte betreffend "Anpassung Rampenboden in Halle intern, Warenlager EG,
Gewerbeareal B._ AG" im Umfang von Fr. 4'924.80, eine an die D._ AG gerichtete
Offerte betreffend "Neuausbau Strassen – Trottoirbereich" im Umfang von Fr. 7'071.30,
eine nicht unterzeichnete Richtofferte vom 18. Januar 2012 betreffend "Sanierung
Fenster und Vordächer Wohnung" im Umfang von Fr. 12'860.--. Die
Beschwerdeführerin macht sodann geltend, sie habe alle von ihr verlangten Unterlagen
fristgerecht eingereicht. Die Beschwerdeführerin scheint dabei den Unterschied
zwischen der Meldung des wetterbedingten Arbeitsausfalls an das AWA und der
Geltendmachung des Entschädigungsanspruchs bei der Arbeitslosenkasse nicht richtig
verstanden zu haben. So ist denn entgegen ihrer Ansicht nicht bestritten, dass die von
der Kantonalen Arbeitslosenkasse mit Schreiben vom 17. April 2012 verlangten
Unterlagen rechtzeitig eingereicht worden sind.
2.3 Es stellt sich jedoch die Frage, ob die Beschwerdegegnerin im Rahmen ihrer
Auskunfts- und Beratungspflicht nach Art. 27 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) nach Erhalt der
Meldung des wetterbedingten Arbeitsausfalls für Februar 2012 gehalten gewesen wäre,
Rückfrage bei der Beschwerdeführerin zu nehmen. Denn diese gab auf der Meldung
zum wetterbedingten Arbeitsausfall für den Monat Februar 2012 an, dass vier
Arbeitnehmer während 17 Tagen nicht hätten arbeiten können und zwar auf der
Baustelle "B._". Als Beleg dazu reichte sie zwei praktisch identische
Auftragsbestätigungen (einziger Unterschied besteht im Vermerk 1. Et. und 2. Et.) ein,
welche jener entsprechen, die bereits im Januar 2012 mit der Meldung des
wetterbedingten Arbeitsausfalls für den Monat Januar 2012 (vier Ausfalltage bei zwei
Arbeitnehmern) eingereicht worden war.
2.4 Gemäss Art. 27 ATSG sind die Versicherungsträger und Durchführungsorgane
der Arbeitslosenversicherung verpflichtet, im Rahmen ihres Zuständigkeitsbereiches
die interessierten Personen über ihre Rechte und Pflichten aufzuklären (Abs. 1). Es
handelt sich dabei um eine allgemeine und permanente Aufklärungspflicht, die nicht
erst auf persönliches Verlangen der interessierten Person zu erfolgen hat, und
hauptsächlich durch die Abgabe von Informationsbroschüren, Merkblättern und
Wegleitungen erfüllt wird (BGE 131 V 476 E. 4.1). Erkennen die Durchführungsorgane
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der Arbeitslosenversicherung aufgrund von Aussagen oder Verhaltensweisen der
versicherten Person, dass deren Leistungsanspruch gefährdet sein könnte, haben sie
diese auf die Folgen ihres Verhaltens aufmerksam zu machen (Thomas Nussbaumer,
Arbeitslosenversicherung, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Bd. XIV
Soziale Sicherheit, 2. Auflage 2007, N 325). Neben dieser Aufklärungspflicht stipuliert
Art. 27 Abs. 2 ATSG zudem ein individuelles Recht auf unentgeltliche Beratung durch
den zuständigen Versicherungsträger (vgl. BGE 131 V 476 E. 4.1).
2.5 Der Beschwerdegegner berücksichtigte in seiner Verfügung vom 19. März 2012
lediglich eine der beiden eingereichten Auftragsbestätigungen vom 23. November
2011. Ohne Rückfrage bei der Beschwerdeführerin zu nehmen, ging er also davon aus,
dass es sich bei den zwei eingereichten Auftragsbestätigungen um ein und dieselbe
Auftragsbestätigung handle, die offenbar aus Versehen doppelt eingereicht worden sei
und dieselbe Baustelle betreffe, für die bereits im Januar 2011
Schlechtwetterentschädigung für zwei Arbeitnehmende an vier Ausfalltagen beantragt
worden war. Die Sachlage war indes nicht so klar, wie sie der Beschwerdegegner in
der Verfügung darstellte. So wurden wie erwähnt zwei fast identische
Auftragsbestätigungen eingereicht, die sich einzig durch den Zusatz "1. Et." und
"2. Et." voneinander unterscheiden. Es war also nicht klar ersichtlich, ob es sich effektiv
um denselben Auftrag handelte oder nicht. Auch machte die Beschwerdeführerin auf
dem Anmeldeformular 17 Ausfalltage von vier Arbeitnehmenden geltend, was wohl in
keinem Verhältnis zu einem Bauvolumen von knapp Fr. 7'000.-- stand. Aufgrund dieser
Umstände wäre der Beschwerdegegner im Rahmen seiner Aufklärungspflicht
verpflichtet gewesen, die Beschwerdeführerin auf die Gefährdung ihres
Leistungsanspruchs hinzuweisen, wenn sie ohne weitere Meldung weitere
Schlechtwetterausfälle für andere Baustellen geltend machen wollte.
3.
3.1 Neben der Aufklärungs- und Beratungspflicht trifft den Versicherungsträger auch
eine Abklärungspflicht (Art. 43 ATSG). Er hat die Begehren zu prüfen, die notwendigen
Abklärungen von Amtes wegen vorzunehmen und die erforderlichen Auskünfte einzu
holen (Untersuchungsgrundsatz, Art. 43 Abs. 1 ATSG). Die für die Feststellung des
rechtserheblichen Sachverhalts notwendigen Abklärungen dürfen im Rahmen des
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Untersuchungsgrundsatzes nicht in das Einspracheverfahren verschoben werden,
sondern haben vor Verfügungserlass zu erfolgen (BGE 132 V 374 f. E. 5 und 6.2).
Insbesondere hat die kantonale Amtsstelle dann weitere Abklärungen zu treffen, wenn
mehr Tage oder mehr Arbeitnehmende gemeldet werden, als für die Arbeits- bzw.
Baustelle gerechtfertigt erscheinen (KS SWE N G9). Wie bereits in der vorangehenden
Erwägung ausgeführt, war der Sachverhalt bei Verfügungserlass unklar. Der
Beschwerdegegner wäre demnach verpflichtet gewesen, die notwendigen Abklärungen
noch vor Verfügungserlass durchzuführen. Er hätte bei der Beschwerdeführerin
nachfragen müssen, wie es sich mit den beiden eingereichten Auftragsbestätigungen
vom 23. November 2011 effektiv verhält und ob die 17 Ausfalltage à vier
Arbeitnehmenden tatsächlich nur für diese Baustelle geltend gemacht worden sind.
Indem er ohne Durchführung dieser Abklärungen am 19. März 2012 verfügte, hat der
Beschwerdegegner seine Abklärungspflicht verletzt.
3.2 Im Rahmen des Einspracheverfahrens reichte die Beschwerdeführerin mit
Einsprache vom 26. März 2012 ohne weitere Begründung zwei neue
Auftragsbestätigungen sowie eine Richtofferte ein. Der Beschwerdegegner erachtete
diese neuen Unterlagen in seinem Einspracheentscheid als neue, verspätet
eingereichte Meldung eines wetterbedingten Arbeitsausfalls, obwohl aus der
Einsprache vom 26. März 2012 nicht hervorgeht, ob es sich tatsächlich um eine neue
Meldung handeln sollte oder lediglich um nachgereichte Unterlagen zur Meldung vom
1. März 2012. Da es dieser Einsprache an einer Begründung fehlte, erfüllte sie auch
eine der formellen Anforderungen (Begründung) nach Art. 10 Abs. 1 der Verordnung
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV; SR 830.11)
offensichtlich nicht. Der Beschwerdegegner wäre deshalb verpflichtet gewesen, der
Beschwerdeführerin eine angemessene Frist zur Behebung des Mangels anzusetzen
(Art. 10 Abs. 5 ATSV). Nachdem bereits im Verfügungsverfahren die Abklärungspflicht
verletzt wurde, ist dieser Mangel nicht weiter von Bedeutung. Es wird nun Sache der
Beschwerdegegnerin sein, das Verfügungsverfahren neu aufzunehmen und ergänzend
abzuklären, welche Arbeiten mit der Meldung vom 1. März 2012 erfasst sind.
4.
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4.1 Gemäss den vorangehenden Ausführungen ist die Beschwerde teilweise
gutzuheissen und zu weiteren Abklärungen und neuer Verfügung an den
Beschwerdegegner zurückzuweisen.
4.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP