Decision ID: fc942f23-4947-4e5f-83f6-37c889e079c0
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1961, war vom 2.
April 1984
an
als Deckenmon
teur bei der
Y._
angestellt (Urk.
6/
25
/1
-2
). Dieses Arbeitsverhältnis wurde
durch die Arbeitgeberin
am
28.
Juni
2011
per Ende September 2011
ge
kündigt
(Urk.
6/25/10)
, wobei der letzte Arbeitstag am 6.
Juli 2011
war
und sich die Kündigungsfrist aufgrund von Krankheit bis am 31.
März 2012 verlän
gerte
(Urk.
6/25/1, Urk.
6/25/9)
. Der Versicherte meldete sich am 10.
Oktober 2011 wegen psychischer und physischer Erschöpfung, bestehend seit dem Datum der Kündigung, bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung an (Urk.
6/1).
Die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, nahm medizinische
, berufliche
und erwerbliche Abklärungen vor (
Urk.
6
/10, Urk.
6
/12, Urk.
6
/16, Urk.
6
/17/5-7, Urk.
6
/18,
Urk.
6/25
, Urk.
6/26
).
Zudem führte die
IV-Stelle mit dem Versicherten am 10. November 2011 ein Ressourcengespräch (Urk. 6/8) und zog die Akten der Swica Krankenversicherung AG bei (Urk.
6/20).
Mit Vorbescheid vom 30.
August 2012 stellte die IV-Stelle die Zuspr
echung einer ganzen Rente ab 1. Juli 2012 in Aussicht (Urk.
6/30). Hiergegen erhob die AXA Stiftung Berufliche Vorsorge, Winterthur
,
am
28. September 2012 Ein
wand (Urk.
6/35).
Am 14.
Januar 2013 verfügte die IV-Stelle im Sinne ihres Vorbescheids
(Urk. 2)
.
2.
Hiergegen erhob die AXA Stif
tung Berufliche Vorsorge am 12.
Februar 2013 Beschwerde und be
antragte, die Verfügung vom 14.
Januar 2013 sei aufzuhe
ben und es sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die IV-Stelle zurück
zuweisen (Urk.
1). Die IV-Stelle beantragte in der Vernehmlassung
vom
12.
März 2013
die
Gutheissung der Beschwerde im Sinne einer Rückweisung an sie zur Vorn
ahme weiterer Abklärungen (Urk.
5).
Der Versicherte
wurde mit Verfügung vom 19.
März 20
13 zum Prozess beigeladen (Urk.
7).
V
ertr
eten durch Rechtsanwalt Geosits
liess
er
mit Eingabe vom 17. Juni 2013 die Abweisung der Beschwerde beantrag
en (Urk.
15).
Mit Verfügung vom 19.
Juni 2013 wurde ein zweiter Sc
hriftenwechsel angeordnet (Urk.
17).
Am 12. August 2013 erstattete die Beschwerdeführer
in ihre Replik (Urk. 20), am 2.
September 2013 teilte die IV-Stelle mit
,
auf eine Duplik zu verzichten (Urk. 23) und am 21. Oktober 2013 liess der Versicherte
s
eine Duplik
einreichen
(Urk. 28).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder tei
lweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrecht [
ATSG
]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden au
sgeglichenen Arbeitsmarkt (Art.
7 Ab
s.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar i
st (Art. 7 Abs.
2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden ein
e Invalidität im Sinne von Art.
4
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invaliden
versicherung (
IVG
)
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungs
rechtlich nicht als relevant gelten Einschränkun
gen der Erwerbsfähigkeit, wel
che die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabe
i weitgehend objektiv bestimmt.
Je stärker psychosoziale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturel
len Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unter
scheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Ver
stimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im fach
medi
zinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszu
stand. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbstständigte psychische Störungen mit Auswirkun
gen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und sozio
kul
turellen Umständen ihre
hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitssc
haden gegeben (BGE 127 V 294 E.
5a; Urteil des Bundesgerichts 8
C_730/2008 vom 23. März 2009 E.
2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigentlichen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen verselbstständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wir
kungsgrad seiner - unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen beste
henden - Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegrün
dend auswirken (Urteil
des Bundesgerichts
9C_
537/2011
vom
2
8.
Juni 20
12
E.
3.2
mit Hinweisen
).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Pro
zent auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs.
2 IVG).
1.
3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet
werden kön
nen (BGE 125 V 256 E.
4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
Jede psycho
gene Störung, ob einfache oder neurotische Form, kann im Einzel
-
fall Krankheitswert haben, weshalb jeder Einzelfall sorgfältig geprüft werden muss. Notwendig sind in jedem Fall ein ausführlicher ärztlicher Bericht oder ein ent
sprechendes fachärztliches Gutachten sowie die Abklärung der erwerblichen Umstände (AHI 1997 S. 43 E. 5c). Dabei müssen psychiatrische Berichte in der Regel auf einer persönlichen Untersuchung beruhen (RKUV 2001 Nr. U 438
S. 345, Urteile des Bundesgerichts 9C_602/2007 vom 11. April 2008 E. 5.3 und
I 169/06 vom 8. August 2006 E.
4.4 mit Hinweisen). Für die verlässliche Beur
-
tei
lung des psychischen Gesundheitszustandes und seiner Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sind in der Regel psychiatrische Fachärzt
e beizuziehen (BGE 130 V 352 E.
2.2.3., Urteil des Bundesgerichts 8C_989/2010 vom 16. Februar 2011 E. 4.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Nach höchstrichterlicher Rechtsprechung ist Beweis über sozialversicherungs
-
recht
liche Ansprüche schwergewichtig auf der Stufe des Administrativverfah
rens zu führen und nicht im gerichtlichen Prozess. Diese Grundentscheidung hat der Gesetzgeber in Art.
43 Abs.
1 ATSG getroffen und deren Abänderung müsste in einem Gesetz im formellen Sinn vorgesehen sein (BGE 136 V 376 E.
4.2.1). Auch nach der neusten Rechtsprechung des Bundes
gerichts ist sodann eine Rückweisung an die Verwaltung vorzunehmen, wenn sie in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten Frage be
gründet ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_243/2010 vom 28.
Juni 2011, E.
4.4.1.4).
2.
2.1
Die IV-Stelle führte in der Verfügung vom
14.
Januar 2013 insbesondere aus, d
ass der Versicherte seit dem 7.
Juli 2011 (Beginn der einjährigen Warte
zeit
) in seiner Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt sei. Aus ärztlicher Sicht sei seit Ablauf der Warte
zeit
keine Erwerbstätigkeit zumutbar. Gemäss Rücksprache mit dem behandelnden Facharzt für Psychiatrie sei zurzeit
auch
keine Teilarbeitsfähigkeit in der freien Wirtschaft vorhan
den. Der Versicherte habe ab 1.
Juli 2012 Anspruch auf
eine ganze Invalidenrente (Urk.
2).
I
n der Beschwerdeantwort vom 12.
März 2013 beantragte die IV-Stelle
indessen
die Gutheissung der Beschwerde und führte aus, dass die depressive Episode oder depressive Störung auf ihre Überwindbarkeit hätte geprüft werden müssen. Zudem hätte die Ent
lassung des Versicherten nach 28jähriger Tätigkeit für denselben Arbeitgeber in der medizinischen Beurteilung der nachgehenden depressiven Symptomatik zu
erst einbezogen und dann für die versicherungsrelevante Arbeitsunfähigkeit wieder ausgeschieden werden müssen, da psychische Störungen, welche durch psychosoziale und soziokulturelle Faktoren verursacht w
ü
rden und bei Wegfall der Belastung wieder verschw
ä
nden, nicht zur In
validenrente berechtigten (Urk.
5).
2.2
Die Beschwerdeführerin führte
in der Beschwerde vom 12.
Februar 2013
sowie
in
ihrer Replik vom 12.
August 2013 zusammengefasst aus, es sei ersichtlich, dass die Kündigung den Versicherten psychisch schwer belaste. Doch der Versi
cherte sei nie psychiatrisch oder interdisziplinär begutachtet worden.
Med. prakt.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
habe einerseits fest
gestellt, dass der Versicherte an einer schweren depressiven Episode erkrankt sei. Andererseits habe er eine mittelgradige depressive Störung und einen Ver
dacht auf eine dependente Persönlichkeit festgehalten. Aufgrund dieser dürfti
gen und widersprüchlichen
Diagnosen
könne die Arbeitsfähigkeit nicht beurteilt werden. Die medizinischen Beurteilungen der Arbeitsfähigkeit variierten zwi
schen einer 100%igen Arbeitsfähigkeit und einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit. Um zu beurteilen, ob eine relevante Arbeitsunfähigkeit vorliege, müsse mindes
tens eine psychiatrische Begutachtung vorgenommen werden
(Urk.
1
, Urk.
20).
2.3
Der Versicherte lie
ss in der Stellungnahme vom 17.
Juni 2013 geltend machen, die behandelnden Ärzte und Institutionen seien sich einig, dass ihm seit Ablauf der Warte
zeit
keine Erwerbstätigkeit mehr zumutbar sei. Die unerwartete Kün
digung der Arbeitsstelle habe tatsächlich die Arbeitsunfähigkeit ausgelöst, doch dies spreche nicht gegen die Zusprechung einer Invalidenrente.
Weiter habe sich sein Gesundheitszustand
seit dem 28.
Juni 2011 über die Zeit sogar etwas ver
schlechtert.
An der zugesprochenen ganzen Invali
denrente sei festzuhalten (Urk.
15).
Am 21.
Oktober 2013 liess er ergänzen, aus den Arztberichten sei seine Arbeitsunfähigkeit ersichtlich.
Der Bericht der Swic
a Gesundheitszentr
en
AG vom 16.
August 2011
(Urk. 6/3/4-5)
sei kurz nach Eintritt der Arbeitsunfä
higkeit erstellt worden, als die Folgen seiner Erkrankung offensichtlich noch gar nicht absehbar gewesen seien. Die Arbeitsunfähigkeit sei klar auf einen Ge
sundheitsschaden zurückzuführen und basiere somit nicht auf in
validitäts
frem
den Gründen (Urk.
28).
3.
Erlässt ein Versicherungsträger eine Verfügung, welche die Leistungspflicht ei
nes anderen Trägers berührt, so hat er auch ihm die Verfügung zu eröffnen; dieser kann die gleichen Rechtsmittel ergreifen, w
ie die versicherte Person (Art. 49 Abs.
4 ATSG). Berührt ist derjenige anderweitige Versicherungsträger, der in einer besonderen, beachtenswerten, nahen Beziehung zur Streitsache steht, mithin in rechtlichen oder tatsächlichen Interessen spürbar betroffen ist (BGE 132 V 74 E. 3.1 mit Hinweisen). Die durch die Rechtsprechung näher um
schriebene Bindungswirkung der Invaliditätsbemessung der Ersten Säule (Inva
lidenversicherung) für die Zweite Säule (Beruf
liche Vorsorge) ist in den Art.
23 ff. des Bundesgesetzes über die Berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invali
denvorsorge (BVG) positivrechtlich ausdrücklich verank
ert (BGE 115 V 208,
118 V 35 E.
2 und 3). Indem die Invaliditätsbemessung der Invaliden
-
versicherung für die Organe der (obligatorischen) beruflichen Vorsorge prinzipiell bindend ist, ist sie geeignet, die Leistungspflicht des BVG-Versicherers in grundsätzlicher, zeitlicher und massli
cher Hinsicht im Sinne von Art. 49 Abs.
4 ATSG (unmittel
bar) zu berühren. Die Organe der beruflichen
Vo
rsorge sind daher zur Be
schwerde gegen die Verfügung der IV-Stelle über den Rentenanspruch als sol
chen oder den Invaliditätsgrad berechtigt.
Vorliegend erweist sich die Beschwerdeführerin
als
durch die Rentenzuspr
e
chung in der Verfügung vom 14.
Januar 2013 betroffene berufliche Vorsorge
institution daher als beschwerdelegitimiert, weshalb auf die Beschwerde einzu
treten ist.
4
.
4
.1
Was den gesundheitlichen Zustand
sowie die Arbeitsfähigkeit
des Beschwerde
-
füh
rers betrifft, so befinden sich in den Akten ein
medizinischer Be
richt der
Swica Gesundheitsze
ntren AG vom
16. August 2011 (Urk. 6/3/4-5)
, ein Aus
-
trittsbericht der
A._
vom 15.
März
2
0
12
(
Urk.
6/16/1
), zwei medizinische Berichte des behandelnden Arztes
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Allgemeine Medizin, vom 2
4.
März und 2
1.
August 2012 (
Urk.
6/17/5,
Urk.
6/26/5)
, zwei Berichte des behandelnden Psychiaters med. pra
k
t.
Z._
vom 12. Dezember 2011 und vom 20. Juli 2012 (
Urk.
6/12/7-9,
Urk.
6/24) sowie Stellungnahmen von
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Allge
meine Medizin, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) vom 2
4.
August, 2
4.
Oktober und 2
9.
November 2012 (
Urk.
6/27/4-5,
Urk.
6/37
)
.
Im Folgenden ist zu prüfen, ob diese medizinischen Berichte genügen, um über den Renten
anspruch des Versi
cherten zu entscheiden, oder ob weitere medizinische Ab
klärungen notwendig sind.
4
.
2
Die IV-Stelle hat
in ihrer
Verfügung vo
m 14.
Januar 2013 insbesondere auf di
e Berichte von med. prakt.
Z._
und die Stellun
gnahme des RAD abgestellt (Urk.
2).
Der behandelnde Psychiater m
ed. prakt.
Z._
diagnostizierte am 12. Dezember 2011
(
Urk.
6/12/7-9)
eine schwere depressive Episode, wobei er eine Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit im Umfang von 50
% prognosti
zierte. Am 20. Juli 2012
(
Urk.
6/24)
führte er aus, seit dem 7.
Juli 2011 bestehe eine depressive Störung
, derzeit mittelgradig.
Dabei gab er jedoch den ICD-10-
Code F32.
1 an, welcher eine mittelgradig
depressive Episode bezeichnet. Die Kategorien leichte
(ICD-10 F32.0)
, mittelgradige
(ICD-10 F32.1)
und schwere depressive Episode
(ICD-10 F32.2)
sollen nur für eine einzelne depressive Epi
sode verwendet werden. Weitere depressive Episoden sind einer
der Unter
for
men der rezidivierenden depressiven Störung (ICD-10 F33) zuzuordnen (Inter
nationale Klassifik
ation psychischer Störungen, 9.
Auflage, Bern 2014, S
.
172). We
der begründete med. prakt.
Z._
die im Bericht vom 20.
Juli 2012
(
Urk.
6/24)
erfolgte Änderung der Diagnose näher, noch ist klar, ob er n
eu
eine
rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33.1)
oder
doch
eine
mittelgradig depressive Episode (ICD-10 F32.1)
diagnostizieren wollte
.
Diese Abgrenzung
ist
relevant, da
mittelgradig
depressive
Episoden
rechtsprechungsgemäss
in der Regel
als
keine von depressiven Verstimmungszuständen klar
unterscheidbare andauernde Depression im
Sinne eines verselbständigten
Gesundheitsschadens betrachtet
werden
(vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_213/2012 vom 13. April 2012 E.
3.2)
.
Zudem äusserte
med. prakt.
Z._
am 20. Juli 2012 (Urk. 6/24)
neu den Verdacht einer dependenten Persönlichkeit
, welche schwierig von der depressiven Störung abzugrenzen sei.
Diese Diagnose hielt er lediglich als Ver
dacht fest, wobei er
es auch unterliess, für diese
psychische Störung einen ICD-
10-
Code anzugeben.
Es ist somit nicht hinreichend geklärt, welche versiche
rungsrechtlich relevanten psychischen Störungen vorliegen.
Zudem äusserte med. prakt.
Z._
sich
relativ
zurückhaltend zur Arbeits
un
-
fähig
keit, indem er
am 12.
Dezember 2011
(
Urk.
6/12/7-9)
noch mit dem Wie
dererlangen einer Arbeitsfähigkeit im Umfang von 50
%
rechnete und auch am 2
0.
Juli 2012
(
Urk.
6/24)
noch
eine gewisse Restarbeitsfähigkeit sowie
die Mög
lichkeit einer Steigerung
durch medizinische Massnahmen
bejahte.
4
.3
Auf die Äusserungen des behandelnden Arztes
Dr.
B._
vom 24.
März und 21.
August 2012 (
Urk.
6/17/5,
Urk.
6/26/5)
kann bezüglich der psychischen Störungen
sowie deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
nicht
massge
blich
abgestellt werden, da er in diesem Bereich nicht Facharzt ist.
Dasselbe gilt für die Stellungnahmen der RAD-Ärztin
Dr.
C._
vom 24.
August, 24
.
Oktober und 29.
November 2012 (
Urk.
6/27/4-5,
Urk.
6/37), welche den Versicherten zudem nicht persönlich untersucht hatte.
Auch die übrigen medi
zinischen Berichte (Urk. 6/3/4-5, Urk. 6/16/1)
vermögen die Fragen
nach
der psychiatrischen Diagnose und der Arbeitsfähigkeit nicht hinreichend zu klären.
D
ie IV-Stelle
ging
in ihrer Verfügung vom 14. Januar 2013
von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit aus
(Urk. 2)
, obwohl
med. prakt.
Z._
am 2
0.
Juli 2012
eine
Arbeitsfähigkeit
im Umfang von zwei bis drei Stunden pro Tag in einer ange
passten Tätigkeit
ohne Zeitdruck
bejahte
(Urk. 6/24/6-8)
.
Allerdings blieb in dieser Ste
llungnahme von med. prakt.
Z._
unklar, wie diese angepasste Stelle abgesehen vom Erfordernis
,
keinen Zeitdruck zu haben, beschaffen sein sollte.
Aus
der Verfügung
vom 14.
Januar 2013
sowie dem Feststellungsblatt zum Einwand vom
6.
Dezember 2012 geht
hervor, dass med. prakt.
Z._
der IV-Stelle
auf
telefonische
Rückfrage hin mitgeteilt habe, dass zurzeit keine Teilar
beitsfähigkeit in der freien Wirtschaft vorhanden sei
(Urk. 2
,
Urk.
44/55
)
.
Doch eine
formlos eingeholte und in einer Aktennotiz festgehaltene mündliche bezie
hungsweise telefonische Auskunft stellt nur insoweit ein zulässiges und taugli
ches Beweismittel dar, als damit bloss Nebenpunkte, namentlich Indizien oder Hilfstatsachen, festgestellt werden. Sind aber Auskünfte zu wesentlichen
Punk
ten des rechtserheblichen Sachverhaltes einzuholen, kommt grundsätzlich nur die Form einer schriftlichen Anfrage und Auskunft in Betracht
(BGE 117 V 282 f.).
Die
telefonische Auskunft von prakt. med.
Z._
kann somit
für die Beur
tei
lung der Arbeitsfähigkeit
nicht verwertet werden.
Zudem
bleibt unklar, wie dies
e fehlende Arbeitsfähigkeit
durch med. prakt.
Z._
gegenüber der IV-Stelle
begründet wurde. Insbesondere ist nicht nachvollziehbar, ob
er von einer Ver
schlecht
erung des Zustands seit dem 20.
Juli 2012
ausging
oder ob er an
nahm, die bestehende
Restarbeitsfähigkeit sei in der freien Wirtschaft nicht verwertbar.
Unklar ist auch
der Einfluss der sozialen
Faktoren
, insbesondere des Arbeits
-
platz
verlustes
, auf die Beschwerden des Versicherten, wobei der Einfluss dieser sozialen Faktoren möglichst vom Einfluss der psychischen Störungen ab
zugren
zen
ist
.
Diesbezüglich fehlt es bisher an entsprechenden Angaben in den psychiatrischen Berichten.
Erforderlich wären
weiter
detaillierte Angaben dazu, welche Tätigkeiten dem Versicherten
im Rahmen einer behinderungsangepass
ten Tätigkeit
noch möglich wären und in welchem maximal möglichen P
ensum er diese ausführen könnte
.
Schliesslich bestehen
,
wie sich den Akten entnehmen lässt, auch diverse somatische Leiden, insbesondere eine schwere Schlaf
a
pnoe, deren Zusammenspiel mit den psychischen Beschwerden sowie deren gesamt
hafte Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ebenfalls ungeklärt sind.
4
.4
Bei solch unbestimmten
und wechselnden
Beurteilungen bezüglich D
iagnosen und Arbeitsfähig
keit wie auch bei der gegeben
en
Aktenlage wäre
die IV-Stelle verpflichtet gewe
sen, eine umfassende psychiatrische oder allenfalls
eine
inter
disziplinäre Begutachtung des Versicherten durchz
u
führen
respektive durch
führen zu lassen
.
Da sich
gemäss Rechtsprechung
die behandelnden Ärztinnen und Ärzte
zudem
in erster Linie auf die Behandlung zu konzentrieren haben und deren Berichte nicht den Zweck einer den abschliessenden Entscheid über die Versicherungsansprüche erlaubenden objektiven Beurteilung des
Gesund
heitszustandes
verfolgen, kommt im Streitfall eine
direkte Leistungszusprache einzig gestützt auf die Angaben der behandelnden Ärztinnen und
Ärzte
kaum je in Frage
(
vgl.
BGE 1
37
V
465
E.
4.5
)
.
Auch aus diesem Grund erscheint es
daher
problematisch, dem Versicherten einzig
auf
den
Berichte
n
des behandelnden Psychiaters
med. prakt.
Z._
basierend eine Rente zuzusprechen
.
Indem
die IV-Stelle auf weitergehende Abklärungen
verzichtete, hat sie den mediz
inischen Sachverhalt nicht voll
ständig ermittelt. In derartig gelagerten Fällen, bei welchen sich ni
cht beweisrechtlich gleichermas
sen valide Gutachten mit untersch
iedlichen Schlussfolgerungen ge
genüberstehen, ist nach wie vor eine Rückweisung an die Verwalt
ung angezeigt (BGE 137 V 210 E.
4.4).
Damit ist festzustellen, dass der medizinische Sachverhalt ungenügend erhoben wurde und die Sache folglich an die IV-Stelle zurückzuweisen ist, damit sie ein ver
lässliches und umfassendes psychiatrisches oder interdisziplinäres Gutachten zur Feststellung der
gesundheitlichen Beschwerden und der
Arbeitsfähigkeit
des Versicherten
erstellen lasse.
4
.
5
Die Beschwerde ist somit gutzuheissen, die Verfügung der IV-Stelle vom 1
4
. Januar 2013 ist aufzuheben und das Verfahren
an die IV-Stelle zurückzu
weisen, damit diese nach erfolgten Abklärungen über den allfälligen Renten
anspruch neu verfüge.
5
.
5
.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen
der gesetzlichen Vorgabe (Art. 69 Abs.
1
bis
IVG) auf
Fr.
600.-- anzusetzen.
Nach ständiger Rechtspre
chung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklä
rung und neuen
Entscheidung als Obsiegen.
Soweit die Beigeladenen aktiv am Verfahren teilgenommen haben, besteht kein Dispens von der Kostenpflicht (Kommentar zum Gesetz über das Sozialversicherung
sgericht des Kantons Zürich, 2.
Auf
lage, Zürich/Basel/Genf 2009, § 14 Rz
33 mit weiteren Hinwei
sen).
Ausgangsgemäss sind die
Kosten
somit
dem
Beigeladenen
und der IV-Stelle je hälftig
aufzuerlegen.
5
.2
Im Verfahren der Verwal
tun
gsgerichtsbeschwerde darf obsiegenden Behörden oder mit öffentlichrechtlichen Aufgaben betrauten Organisationen in der Regel keine Parteientschädigung zugesprochen werden. In Anwendung dieser Be
stimmung hat das Bundesgericht der SUVA und den privaten UVG
Versicherern sowie
von Sonderfällen abgesehen
den Krankenkassen keine Parteientschä
digungen zugesprochen, weil sie als Organisationen mit öffentlichrechtlichen Aufgaben zu qualifizieren sind (BGE 112 V 356 E. 6 mit Hinweisen). Das hat grundsätzlich auch für die Trägerinnen oder Versicherer der beruflichen Vor
sorge gemäss BVG zu gelten (BGE 128 V 124 E. 5b, 126 V 143 E. 4a, 118 V 158 E. 7, 117 V 349 E. 8 mit Hinweis).
Die
Beschwerdeführerin
und
Versicherin der beruflichen Vorsorge gemäss BVG hat somit trotz Obsiegen
s
keinen An
spruch auf eine
Parteienschädigung und eine solche zu Recht nicht beantragt.