Decision ID: 675a8ad0-e8d0-5352-9165-30d004336b62
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ war über die kantonale Arbeitslosenkasse bei der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligatorisch unfallversichert, als er am 6. November
2014 als Fahrradfahrer einen Unfall erlitt (Suva-act. 2). Von der Unfallstelle wurde er per
Ambulanz ins Spital B._ gebracht, wo die behandelnden Ärzte eine Pilon-Tibiale-
Fraktur rechts bei Velosturz am 6. November 2014 und eine Kontusion Handgelenk
links diagnostizierten (Suva-act. 16). Noch gleichentags wurde der Versicherte ans
Kantonsspital St. Gallen (KSSG) zur Durchführung einer operativen geschlossenen
Reposition und gelenksüberbrückender Fixateur extern-Anlage OSG rechts überwiesen
(Suva-act. 16 und 10). Mit Schadenmeldung UVG vom 11. November 2014 liess der
Versicherte den Unfall der Suva melden (Suva-act. 2), welche für die Kosten der
Heilbehandlung aufkam und Taggeldleistungen entrichtete (vgl. Suva-act. 6 f. und 52).
Nachdem sich die entstandene Schwellung ausreichend zurückgebildet hatte, erfolgte
am _ November 2014 eine erneute Operation zur Entfernung des Fixateur externe
sowie zur Durchführung einer antero-medialen Plattenosteosynthese OSG rechts
(Suva-act 17). Bei einem komplikationslosen postoperativen Verlauf wurde der
Versicherte am _ November 2014 aus dem KSSG nach Hause entlassen (Suva-
act. 26).
A.a.
Am 5. Februar 2015 wurde der Versicherte im Auftrag der Suva von med. pract.
C._, Fachärztin für Chirurgie FMH, kreisärztlich untersucht. In ihrem Bericht vom 9.
A.b.
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Februar 2015 hielt sie fest, dass der Versicherte ausser den Fussbeschwerden auch
Beeinträchtigungen im Bereich der beiden Handgelenke angegeben habe, wobei diese
Beschwerden schwach ausgeprägt seien. Objektiv beurteilte med. pract. C._ die
Situation am rechten oberen Sprunggelenk als postoperativ normal. Der
Schwellungszustand befinde sich im normalen Rahmen. Die übrigen Beschwerden
seien unspezifisch und diffus. Am ehesten seien sie im Rahmen einer
Überlastungsreaktion bei unrundem Gangbild und eher bemühtem Laufen an den
Stöcken zu interpretieren. Auch die Handgelenksbeschwerden seien durch eine
gewisse Überlastung durch das Laufen an den Stöcken erklärbar. Hinweise auf
strukturelle unfallbedingte Läsionen ergäben sich weder im Bereich des Handgelenks
noch im Bereich des Knies, des Nackens oder der Schulter Als Diagnosen nannte med.
pract. C._ einen Velosturz vom 6. November 2014 mit einer Handgelenkskontusion
links sowie einer Pilon-Tibiale-Fraktur rechts (Suva-act. 45). Nach der Einholung eines
weiteren Verlaufsberichts der Klinik D._ des KSSG (Suva-act. 50) hielt med. pract.
C._ am 13. März 2015 fest, dass nichts gegen die Annahme einer vollen
Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit spreche (Suva-act. 50-2).
Mit Schreiben vom 25. März 2015 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass
entsprechend dem dokumentierten Heilverlauf angepasste Tätigkeiten auf dem
allgemeinen Arbeitsmarkt, namentlich Tätigkeiten im administrativen Bereich, wieder
zumutbar seien. Ab dem 1. April 2015 gehe die Suva von einer 50%igen
Arbeitsfähigkeit und ab dem 1. Mai 2015 wieder von einer vollen Arbeitsfähigkeit aus.
Folglich richte sie ab dem 1. April 2015 noch ein Taggeld für eine Arbeitsunfähigkeit
von 50 % aus. Mit dem 1. Mai 2015 würden die Taggeldleistungen eingestellt. Für die
Kosten der notwendigen Behandlung komme die Suva weiterhin auf (Suva-act. 52).
A.c.
In einem Bericht vom 29. Mai 2015 über eine Untersuchung vom 28. Mai 2015
äusserten die behandelnden Ärzte der Klinik D._ des KSSG den Verdacht auf ein
CRPS (Suva-act. 58). Bei fehlendem Ansprechen auf die Einleitung einer CRPS-
Basistherapie wurde der Versicherte im Sommer 2015 dem Schmerzzentrum des
KSSG zugewiesen (Suva-act. 60).
A.d.
In einer telefonischen Besprechung vom 7. Oktober 2015 teilte der Versicherte der
Suva mit, dass er seit fast drei Monaten eine Anstellung in einem Pensum von 80 %
A.e.
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habe. Die Stelle sei in diesem Pensum ausgeschrieben gewesen, was ihm
entgegenkomme, weil er dadurch seinen Fuss etwas entlasten könne. Allerdings laufe
es nicht optimal. Er sei seines Erachtens nicht gut eingeführt worden und fühle sich
nicht gut aufgehoben. Es komme immer wieder zu Diskussionen. Auch müsse er immer
wieder beim Abladen von Lieferungen helfen, was die Fussschmerzen verstärke. Er sei
nicht sehr zuversichtlich, dass diese Anstellung längere Zeit andauern werde. Er beisse
aber die Zähne zusammen (Suva-act. 61).
In einem Abschlussbericht vom _ Januar 2016 über die Behandlung im
Schmerzzentrum des KSSG nannten die behandelnden Ärzte als Diagnosen ein CRPS
OSG rechts, den Verdacht auf eine erschöpfungsbedingte depressive Episode sowie
den Verdacht auf eine posttraumatische Belastungsstörung (Suva-act. 66; vgl. ferner
Suva-act. 64). Anlässlich einer Besprechung mit der Suva vom 20. Januar 2016 gab der
Versicherte an, dass sich seine psychische Situation massiv verschlimmert habe. Über
die Schmerzsprechstunde sei es zu einer psychologischen Konsultation gekommen
(vgl. dazu auch Suva-act. 64 und 66). Die Besprechung sei sehr aufschlussreich
gewesen. Er habe viele Dinge über sich wahrgenommen, die ihm bis anhin überhaupt
nicht bewusst gewesen seien. Natürlich sei die psychische Situation durch die
Fussbeschwerden belastet. Aber auch die völlig unbefriedigende Situation am
Arbeitsplatz, die ihn komplett überfordere, spiele eine Rolle. Offensichtlich bestünden
aber auch Prägungen aus der Kindheit, die ihm den Umgang mit der aktuellen Situation
erschwerten. Sein Hausarzt habe ihn einem Psychiater zugewiesen, bei dem nun eine
erste Besprechung anstehe. Beim aktuellen Arbeitgeber sei die Situation katastrophal.
Er habe unglaublich viele Dossiers und fühle sich auch fachlich überfordert. Er könne
sich kaum mehr konzentrieren und komme nicht zur Ruhe. Aktuell sei er wegen der
psychischen Situation jedenfalls zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben (Suva-act. 70).
Aufgrund persistierender Beschwerden an der unteren Extremität (vgl. Suva-act. 72)
wurde am 1. Februar 2016 eine operative Osteosynthesematerialentfernung der
anterior-medialen Plattenosteosynthese OSG rechts durchgeführt (Suva-act. 73 und
79). Aus diesem Grund erbrachte die Suva ab dem 1. Februar 2016 erneut Taggelder,
jedoch in Absprache mit der Krankentaggeldversicherung aufgrund der parallel
existierenden psychischen Problematik lediglich im Umfang von 50 % (für die andere
Hälfte der Taggelder kam die Krankentaggeldversicherung auf; Suva-act. 135 f.; vgl.
A.f.
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dazu ferner Suva-act. 76 ff., 83, 86 f., 89-2, 91, 98, 100, 108 f., 112, 115, 119 ff., 126-3
und 134). Nach einer kreisärztlichen Untersuchung durch med. pract. C._ vom 2.
März 2016 kam diese in einer Beurteilung vom 10. März 2016 zum Schluss, dass der
somatische Endzustand sicherlich nicht vorliege. Möglicherweise sei eine intraartikuläre
Infiltration in Erwägung zu ziehen, zumal die Beschwerden doch recht diffus seien. Zu
erwägen sei auch ein stationärer Aufenthalt in einer Rehabilitationsklinik zur
multimodalen Behandlung (Suva-act. 88). Das Arbeitsverhältnis mit dem Versicherten
wurde per 31. März 2016 gekündigt (vgl. Suva-act. 94 und 96). In einem Bericht vom
12. Juni 2016 nannte Dr. med. E._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, bei
welchem sich der Versicherte vom 27. Januar bis 27. Mai 2016 in Behandlung
befunden hatte, als Diagnosen eine posttraumatische Belastungsstörung mit
depressiver Episode sowie eine depressive Anpassungsstörung (Suva-act. 146). Am
26. August 2016 wurde beim Versicherten eine operative OSG Arthrodese rechts
durchgeführt (Suva-act. 164)
In einem Sprechstundenbericht vom 8. Dezember 2016 äusserte Dr. med. F._,
FMH Orthopädie und Traumatologie, den Verdacht auf ein beginnendes CRPS Typ II.
Der Versicherte habe über starke Schmerzen berichtet. Er vertrage keine einengenden
Strümpfe und keine Bettdecke (Suva-act. 192-3 f.). Am 3. Februar 2017 wies Dr. med.
G._, Facharzt Allg. Innere Medizin FMH, den Versicherten den Kliniken H._ zur
Beurteilung und anschliessenden stationären Rehabilitation zu (Suva-act. 192-1 f.; zur
Vorstellung in den Kliniken H._ vgl. Suva-act. 196). Vom 7. März bis 4. April 2017
nahm der Versicherte an einer stationären Rehabilitationsbehandlung in den Kliniken
H._ teil. Im entsprechenden Austrittsbericht waren als Diagnosen ein CRPS Typ I
posttraumatisch aufgetreten am Sprunggelenk und Unterschenkel rechts, ein
chronisches lumbospondylogenes Syndrom, ein schwergradiges obstruktives
Schlafapnoe-Syndrom, eine Anpassungsstörung, eine posttraumatische
Belastungsstörung, eine Komplextraumatisierung in der Kindheit, ein Vitamin D Mangel
sowie eine Hyperurikämie genannt. Weiter war dem Versicherten bis 9. April 2017 eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert und festgehalten worden, dass er mit einer leicht
gebesserten Schmerzsituation habe entlassen werden können (Suva-act. 207; vgl.
ferner Suva-act. 214). Auf eine entspreche Nachfrage der Suva (vgl. Suva-act. 209)
erklärte Dr. med. I._, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin FMH, Fachärztin für
A.g.
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Rheumatologie FMH, Kliniken H._, am 26. Mai 2017, dass die vom Versicherten
angegebenen Beschwerden objektivierbar seien. Die Budapestkriterien für ein CRPS
seien erfüllt (Suva-act. 216).
Am 7. Juni 2017 fand eine kreisärztliche Untersuchung durch med. pract. C._
statt. In ihrer Beurteilung vom 13. Juni 2017 kam sie zum Schluss, dass objektiv eine
Funktionsstörung nach OSG-Arthrodese vorliege. Hinzu komme neben der klar
nozizeptiven Schmerzkomponente ein neuropathisches Beschwerdebild, welches an
ein CRPS denken lasse, sowie die psychiatrische Komorbidität. Mit Dr. I._ sei von
einem CRPS auszugehen. Dass der Versicherte aber nur an Unterarmgehstöcken
laufen könne, sei durch die klinisch objektivierbaren Befunde nicht zu erklären. Nicht
objektivierbar sei auch, dass er anscheinend gar nicht auf dem rechten Bein stehen
könne und dass er beim Gehen mit den Stöcken noch nicht einmal Fusssohlenkontakt
zeige. Dagegen spreche die Fersenbeschwielung, die rechts sehr stark ausgebildet und
im Vergleich zur gesunden Gegenseite absolut symmetrisch sei. Beschwerden seien
dem Versicherten selbstredend zuzugestehen, wahrscheinlich trage aber auch die
gesamte psychosoziale und berufliche Situation dazu bei, dass ein derartiger Verlauf
vorliege. Gesamthaft sei - auch in Anbetracht der psychischen Komorbidität und der
Selbstwahrnehmung - keine namhafte Besserung des unfallbedingten
Gesundheitsschadens mehr zu erwarten, jedoch sollte noch die Nachkontrolle bei Dr.
F._ abgewartet werden (Suva-act. 219). Im Bericht zur ambulanten Sprechstunde
vom 8. Juni 2017 hielt Dr. F._ fest, dass sich eine chronifizierte Situation zeige,
welche sich auch nach dem Rehabilitationsaufenthalt nicht verbessert habe. Demnach
sei davon auszugehen, dass die vorhandenen Schmerzen unabhängig vom klinisch-
radiologischen Befund eine Stagnation aufweisen würden. Orthopädischerseits sei
keine weitere Intervention indiziert. Er bitte das Schmerzzentrum um Übernahme des
Versicherten (Suva-act. 227). In einer Beurteilung vom 2. August 2017 kam med. pract.
C._ zum Schluss, dass durch die Fortsetzung der Behandlung keine namhafte
Besserung der Gesamtsituation erzielt werden könne. Es bestünden
belastungsabhängige progrediente Restbeschwerden bei gemischt nozizeptiv-
neuropathischem Schmerzcharakter, eine Funktionsstörung nach OSG-Arthrodese
sowie ein CRPS. Es lägen jedoch im Gesamtkontext diverse Diskrepanzen vor. Dem
Versicherten seien sicherlich Beschwerden zuzugestehen, jedoch lasse das beklagte
A.h.
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Ausmass erstaunen, welches möglicherweise im Kontext mit einer vermuteten
Psychopathologie zu sehen sei, wofür auch die IV-Akten - selbst für einen
psychiatrisch nicht geschulten Mediziner - doch deutliche Anhaltspunkte lieferten.
Anhand der objektivierbaren Befunde, der Bildgebung und der erlittenen Verletzung sei
davon auszugehen, dass dem Versicherten eine sehr leichte bis leichte Tätigkeit
zumutbar sei. Diese Tätigkeit sollte vorwiegend sitzend sein und die Möglichkeit zu
Positionswechseln beinhalten, d.h. dass ein geringer Anteil an stehenden und
gehenden Tätigkeiten durchaus als positiv gewertet werden könne. Längere Strecken
als 50 Meter seien dem Versicherten jedoch nicht zumutbar. Nicht zumutbar sei auch
das Laufen auf unebenem Gelände, das Besteigen von Leitern, Treppen und Gerüsten,
das Einnehmen von Zwangshaltungen für die untere Extremität sowie Kauern, Kriechen
und Hocken. Auch ein dauerhaftes Bedienen von Pedalen und wiederholte Kniebeugen
seien nicht möglich. Treppensteigen sei sehr selten, maximal für 20 Minuten verteilt auf
den Tag, möglich. Tätigkeiten mit hohen Anforderungen ans Gleichgewicht sollten
ebenfalls nicht verrichtet werden müssen. Schliesslich sollten auch Schläge und
Vibrationen auf die untere Extremität vermieden werden. In einer solchen Tätigkeit sei
dem Versicherten eine volle Präsenz mit vermehrten Pausen zumutbar. Aufgrund
vermehrter Pausen und einer gewissen Verlangsamung bei Positionswechseln und
auch im Sinne der Kompensation sich aufbauender Beschwerden ergebe sich eine
gewisse Leistungsminderung, die medizinisch-theoretisch wahrscheinlich auf einen
Fünftel eines Arbeitstages geschätzt werden müsse (Suva-act. 229; zu einer weiteren
Stellungnahme von med. pract. C._ vgl. Suva-act. 247). Den Integritätsschaden
schätzte med. pract. C._ auf 20 % (Suva-act. 228).
Am 15. Dezember 2017 wurde der Versicherte bei Dr. med. J._, Rehabilitation/
Rheumatologie, Klinik K._, wegen der Beschwerden am Sprunggelenk, einer
Coccygodynie sowie einer Vergesslichkeit und Tagesmüdigkeit vorstellig (Suva-act.
254-4 f.). Auf dessen Zuweisung erfolgte am 20. Dezember 2017 eine SPECT-CT
Untersuchung. In der entsprechenden Beurteilung hielt Dr. med. L._, Nuklearmedizin,
Kantonsspital Z._, fest, dass der Befund des SPECT-CT suggestiv auf das Vorliegen
eines ungenügenden ossären Durchbaus des OSG rechts im Sinne einer
Pseudarthrose nach Arthrodese zurückzuführen sei. Es bestünden keine Hinweise auf
einen Infekt oder ein CRPS (Suva-act. 259; vgl. ferner Suva-act. 254-2 f.). Anlässlich
A.i.
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einer Konsultation vom 9. Januar 2018 erkannte Dr. J._ bezüglich der Pseudarthrose
und der verminderten Belastbarkeit im Bereich des rechten Sprunggelenks die
Notwendigkeit zur Prüfung einer operativen Revision und meldete den Versicherten
daher bei Dr. med. M._, Facharzt FMH für Orthopädische Fusschirurgie, Klinik N._,
an (Suva-act. 254-2 f.; vgl. ferner Suva-act. 255). Eine MRT-Untersuchung des
Steissbeins vom 5. Februar 2018 im Spital O._ zeigte einen Reizzustand des
Weichgewebes um das Os coccygeum mit dezenter Synchondritis zwischen den
letzten beiden Segmenten (Suva-act. 258). Im Bericht zur Sprechstunde vom 6.
Februar 2018 nannte Dr. M._ als Diagnose ein chronisches Schmerzsyndrom des
traumatisierten und mehrfach operierten Unterschenkels rechts. Weiter hielt er fest,
dass die vom Versicherten geschilderten Beschwerden weit über die somatischen
Beschwerden im Rahmen einer Pseudarthrose hinausgingen. Er, Dr. M._, habe den
Eindruck, dass der Versicherte motiviert und ehrlich sei. Er habe glaubhaft starke
Schmerzen und leide sowohl physisch als auch psychisch. Das chronische
Schmerzsyndrom, das weit über die orthopädische Problematik hinausgehe, sei durch
ein grosses psychisches Leiden, das aktuell psychiatrisch behandelt werde,
verkompliziert. Erfahrungsgemäss sei er überzeugt, dass dem Versicherten mit einem
orthopädischen Eingriff nicht geholfen werden könne, sondern sogar eine
Verschlechterung eintreten könnte. Die Hauptbeschwerden seien nach seiner
Einschätzung nicht durch die klassische Pseudarthrose bedingt, sondern vielmehr
durch das komplexe chronische Schmerzsyndrom. Der Versicherte würde mehr von
einer symptomatischen Schmerztherapie mit psychiatrischer Unterstützung profitieren
(Suva-act. 261). Am 28. Februar 2018 fand eine neuropsychologische Untersuchung
bei Dipl.-psych. Dr. P._, Klinik für Neurologie, Kliniken H._, statt (zur seitens der
Suva für die Untersuchung erteilten Kostengutsprache vgl. Suva-act. 257 und 260).
Dieser hielt in seiner Beurteilung vom 16. April 2018 fest, dass sich die kognitive
Leistungsfähigkeit des Versicherten aus neuropsychologischer Sicht nicht präzise
ermitteln lasse, da es während der Untersuchung zu Verdeutlichungstendenzen
gekommen sei, mittels derer der Versicherte seine Leiden habe unterstreichen wollen.
Daher könnten die kognitiven Fähigkeiten des Versicherten nur geschätzt werden.
Aufgrund der klinischen Beobachtung würden sie als normal eingestuft (Suva-act. 276).
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Nach durchgeführten Vergleichsverhandlungen (vgl. Suva-act. 237, 248, 250, 253,
256, 266 f. 269 ff., 277, 279, 281, 290 f., 293 und 295) teilte die Suva der
Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers in einer E-Mail vom 23. Oktober 2018 mit,
dass nun, wie besprochen, per 1. Dezember 2018 eine Übergangsrente von 38 %
zugesprochen werde. Diese werde überprüft, sobald das Resultat des von der
Invalidenversicherung veranlassten Gutachtens vorliege (Suva-act. 294).
A.j.
Mit Verfügung vom 6. November 2018 stellte die Suva die Heilkosten- und
Taggeldleistungen per 30. November 2018 ein, da eine unfallbedingte Behandlung
nicht mehr notwendig sei. Sodann sprach sie dem Versicherten für die aufgrund des
Unfalls verbliebene Beeinträchtigung ab dem 1. Dezember 2018 eine Übergangsrente
basierend auf einer Erwerbsunfähigkeit von 38 % zu, da sich die Invalidenversicherung
noch im Verfahren bezüglich der beruflichen Massnahmen befinde. Erklärend führte die
Suva aus, dass die Rente lediglich die reinen Unfallfolgen, nicht aber
krankheitsbedingte Beeinträchtigungen entschädige. Die geklagten
Rückenbeschwerden stünden nicht in einem mindestens wahrscheinlichen
Kausalzusammenhang zum Unfall vom 6. November 2014. Neben den organisch
bedingten Unfallfolgen beeinträchtigten psychogene Störungen die Erwerbsfähigkeit.
Aufgrund der vorhandenen Unterlagen stünden die psychogenen Störungen nicht in
einem adäquat-kausalen Zusammenhang mit dem erlittenen Ereignis, weshalb
diesbezügliche Leistungen entfallen würden. Die Rente berücksichtige die Verhältnisse
im aktuellen Zeitpunkt. Trete eine Veränderung des unfallbedingten
Gesundheitszustandes ein, werde sie revidiert (Suva-act. 296).
A.k.
Am 21. Januar 2019 erstattete das Zentrum für Medizinische Begutachtung (ZMB)
im Auftrag der Invalidenversicherung ein polydisziplinäres (orthopädisches,
allgemeinmedizinisches und psychiatrisches) Gutachten (Suva-act. 318-1 ff.). In ihrem
interdisziplinären Konsens nannten die Sachverständigen folgende Diagnosen mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: eine kombinierte Persönlichkeitsstörung, eine
somatoforme Schmerzstörung, ein CRPS rechter Fuss und Unterschenkel, Typ I,
Stadium III mit verminderter Belastbarkeit und Hypersensibilität sowie die Möglichkeit
einer Opioid-induzierten Hyperalgesie (Suva-act. 318-5). Sodann kamen die Gutachter
zum Schluss, dass der Versicherte aus somatischer Sicht Tätigkeiten überwiegend im
Sitzen und unter Vermeidung von Heben und Tragen von Lasten über 5 kg vollschichtig
A.l.
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B.
durchführen könne. Die von ihm bisher ausgeübten Tätigkeiten (überwiegend
Tätigkeiten im Büro) könne der Versicherte aus somatischer Sicht somit zu 100 %
ausführen. Aus psychiatrischer Sicht bestehe sowohl in der angestammten als auch in
einer angepassten Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 318-7 f.). Eine
von der Rechtsvertreterin des Versicherten gestellte Zusatzfrage (vgl. Suva-act. 318-97)
beantworteten die Sachverständigen dahingehend, dass die erhobenen Befunde
zusammenfassend für eine Überlastung des Beckenbodens als Ursache der
Schmerzhaftigkeit am Sacrum und perisakral sprächen. Die im Gutachten diskutierten
Argumente liessen den Steissbeinschmerz (Coccygodynie) mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit als unfallunabhängig erscheinen (Suva-act. 318-9 ff.). In einer
Stellungnahme vom 13. Februar 2019 beurteilte der regionale ärztliche Dienst (RAD)
das Gutachten des ZMB als umfassend und widerspruchsfrei (Suva-act. 317).
Mit einem Vorbescheid vom 26. Juni 2019 stellte die Invalidenversicherung dem
Versicherten die Zusprache einer ganzen Invalidenrente ab dem 1. August 2016 in
Aussicht (Suva-act. 324; vgl. ferner Suva-act. 329).
A.m.
Mit Verfügung vom 5. September 2019 verneinte die Suva einen Anspruch auf eine
definitive unfallversicherungsrechtliche Invalidenrente, da der Versicherte im Zeitpunkt
der Rentenprüfung wegen Krankheit, also aus unfallfremden Gründen, zu 100 %
erwerbsunfähig sei. Der Anspruch auf die bisher ausgerichtete Übergangsrente ende
somit per 30. Oktober 2019. In der gleichen Verfügung sprach die Suva dem
Versicherten eine Integritätsentschädigung basierend auf einer Integritätseinbusse von
20 % zu (Suva-act. 326).
A.n.
Gegen die Verfügung vom 5. September 2019 liess der anwaltlich vertretene
Versicherte am 7. Oktober 2019 insoweit Einsprache erheben, als dass die Verfügung
einen Rentenanspruch verneine (Suva-act. 330).
B.a.
Mit Verfügungen vom 21. Oktober und 14. November 2019 sprach die
Invalidenversicherung dem Versicherten ab dem 1. August 2016 eine ganze
Invalidenrente zu (Suva-act. 335 f.).
B.b.
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C.

Erwägungen
1.
Mit Einspracheentscheid vom 16. April 2020 wies die Suva die Einsprache des
Versicherten vom 7. Oktober 2019 ab (Suva-act. 342).
B.c.
Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführer), vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. N. Ley, St. Gallen, am 19.
Mai 2020 Beschwerde. Er beantragte, der Einspracheentscheid vom 16. April 2020 und
die Verfügung vom 5. September 2019 seien insoweit aufzuheben, als sie einen
Rentenanspruch verneinten, und es sei ihm eine Rente der Unfallversicherung
zuzusprechen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 1).
C.a.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 2. Juli 2020 beantragte die Suva (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei
(act. G 3).
C.b.
In seiner Replik vom 9. Dezember 2020 hielt der Beschwerdeführer an den in der
Beschwerde gestellten Rechtsbegehren unverändert fest (act. G 11).
C.c.
Mit Schreiben vom 4. Januar 2021 hielt die Beschwerdegegnerin an den in der
Beschwerdeantwort gestellten Anträgen fest und verzichtete auf die Erstattung einer
ausführlichen Duplik (act. G 13).
C.d.
In formeller Hinsicht macht die Beschwerdegegnerin zunächst geltend, die
Beschwerde des Beschwerdeführers sei möglicherweise nicht rechtzeitig erhoben
worden (vgl. act. G 3 S. 3 und 13 S. 1).
1.1.
Gemäss Art. 60 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) ist die Beschwerde innerhalb von 30
Tagen nach der Eröffnung des Einspracheentscheides einzureichen. Schriftliche
Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist beim Gericht eingereicht oder zu
dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen
oder konsularischen Vertretung übergeben werden (Art. 60 Abs. 2 ATSG i.V.m. Art. 39
Abs. 1 ATSG).
1.2.
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2.
Der angefochtene Einspracheentscheid vom 16. April 2020 (Suva-act. 342) ist dem
Beschwerdeführer während des Fristenstillstandes nach Art. 38 Abs. 4 lit. a ATSG
i.V.m. Art. 60 Abs. 2 ATSG bzw. nach Art. 1 der Verordnung über den Stillstand der
Fristen in Zivil- und Verwaltungsverfahren zur Aufrechterhaltung der Justiz im
Zusammenhang mit dem Coronavirus (COVID-19, SR 173.110.4) zugestellt worden
(act. G 1.3; vgl. ferner act. G 1 S. 3 und 3 S. 3). Aufgrund des Fristenstillstandes hat die
30-tägige Beschwerdefrist am 20. April 2020 ihren Lauf genommen und am 19. Mai
2020 geendet. Zwar ist der Beschwerdegegnerin darin zuzustimmen (vgl. act. G 13
S. 1), dass nicht nachvollziehbar ist, weshalb die Beschwerde gemäss
Sendungsnachweis der Post bereits am 26. Februar 2020 aufgegeben worden sein soll
(vgl. act. G 1.9 und 11.2). Möglicherweise handelt es sich bei der Angabe dieses
Datums um einen Dokumentationsfehler seitens der Schweizerischen Post. Jedenfalls
ist wegen des Sendungsverlaufs, wie er sich aufgrund der Nummer auf dem
Zustellcouvert der Beschwerde ergibt, anzunehmen, dass die Beschwerde spätestens
am 19. Mai 2020 durch die Post in Bearbeitung gewesen ist (vgl. act. G 1.9), womit die
Beschwerde als rechtzeitig erhoben zu betrachten ist.
1.3.
Nachdem auch die übrigen Eintretensvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die
Beschwerde einzutreten.
1.4.
Am 6. November 2018 verfügte die Beschwerdegegnerin die Einstellung der von
ihr für das Unfallereignis vom 6. November 2014 ausgerichteten vorübergehenden
Versicherungsleistungen (Heilbehandlung und Taggeld) und sprach dem
Beschwerdeführer ab 1. Dezember 2018 eine Übergangsrente nach Art. 30 der
Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) zu (Suva-act. 299). Die
Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft (Suva-act. 299 ff.).
Anfechtungsgegenstand der vorliegenden Beschwerde bildet der Einspracheentscheid
vom 16. April 2020 (Suva-act. 342), dem die Verfügung vom 5. September 2019
zugrunde liegt, worin die Beschwerdegegnerin die Versicherungsleistungen einstellte
bzw. die Übergangsrente aufhob und einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers
gemäss Art. 18 ff. des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.29)
verneinte (Suva-act. 326). Im Weiteren sprach sie ihm eine Integritätsentschädigung
basierend auf einer Integritätseinbusse von 20 % zu. Die zugesprochene
Integritätsentschädigung blieb bereits im vorinstanzlichen Einspracheverfahren
unangefochten (vgl. Suva-act. 330 und 342). Im vorliegenden Beschwerdeverfahren
strittig und zu prüfen ist einzig der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine
unbefristete Invalidenrente der Beschwerdegegnerin.
2.1.
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3.
Bei der Prüfung des unbefristeten Rentenanspruchs besteht gemäss der bundes
gerichtlichen Rechtsprechung keine Bindungswirkung an den Entscheid betreffend
Übergangsrente (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Oktober 2010, 8C_344/2010,
E. 4.5 f.). Vielmehr kann bei der erstmaligen Zusprechung von Dauerleistungen die
grundsätzliche Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin neu überprüft werden, ohne
dass der Entscheid durch die faktische Erbringung vorübergehender Leistungen oder
durch rechtskräftige Verfügungen, durch welche vorübergehende Leistungen oder eine
Integritätsentschädigung zugesprochen worden sind, präjudiziert ist (Urteil des
Bundesgerichts vom 28. September 2010, 8C_22/2010, E. 4.1 mit Hinweisen).
2.2.
Eine versicherte Person hat Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge des
Unfalls mindestens zu 10 Prozent invalid ist (Art. 18 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]). Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 ATSG die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsun
fähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Die
Invalidität ist grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird
das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und
nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen kann, in Beziehung gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
3.1.
Gemäss Art. 36 Abs. 2 UVG werden Invalidenrenten angemessen gekürzt, wenn
die Gesundheitsschädigung nur teilweise die Folge eines Unfalls ist. Die
Unfallversicherung hat demnach nur für diejenigen Gesundheitsschäden einzustehen,
die natürlich und adäquat kausal mit dem versicherten Unfallereignis zusammenhängen
(vgl. Art. 6 Abs. 1 UVG; BGE 129 V 181 E. 3; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre
Holzer, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer
(Hrsg.), Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl.
2012, S. 53 ff.). Für die Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher
Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf
Angaben ärztlicher Experten oder Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem
adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht
nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (BGE 129 V 181
3.2.
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4.
E. 3.1 und 123 III 110; PVG 1984 Nr. 82, 174). Bei physischen Unfallfolgen spielt die
Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen
Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine
Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE
134 V 111 f. E. 2.1 und 127 V 103 E. 5b/bb). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch
nicht (hinreichend) fassbar, ist eine eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen
(BGE 115 V 140 E. 6; Urteil des Bundesgerichts vom 22. Januar 2018, 8C_467/2017,
E. 3 f.; Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 27.
September 2018, UV 2017/7, E. 2.2; je mit Hinweisen).
Ebenso wie zur Beurteilung des natürlichen Kausalzusammenhangs ist das Gericht
auch zur Bestimmung des Arbeitsfähigkeitsgrades auf Unterlagen angewiesen, die
ärztliche und gegebenenfalls andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben.
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszustand zu beurteilen
und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten
die versicherte Person arbeitsfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Für das gesamte
Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die urteilenden Instanzen die
Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie
stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren
Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten.
Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweis).
3.3.
Die Beschwerdegegnerin stützt sich bezüglich ihrer medizinischen
Schlussfolgerungen im Wesentlichen auf das im Auftrag der Invalidenversicherung
erstellte Gutachten der ZMB vom 21. Januar 2019 (Suva-act. 318; act. G 3 und 13).
Auch der Beschwerdeführer erachtet dieses Gutachten als beweiskräftig (vgl. act. G 1
und 11).
4.1.
Das Gutachten der ZMB beruht auf eigenständigen Abklärungen. Die
medizinischen Vorakten und die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden sind
4.2.
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5.
von den Sachverständigen berücksichtigt worden. Die gutachterlich gestellten
Diagnosen und die bescheinigte Arbeitsfähigkeit leuchten in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein.
Weiter bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass objektiv wesentliche Tatsachen im
Gutachten nicht berücksichtigt worden wären (vgl. Suva-act. 318). Folglich kann dem
Gutachten mit den Parteien Beweiskraft zuerkannt werden.
Gestützt auf das Gutachten sind in somatischer Hinsicht folgende Diagnosen mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ausgewiesen: CRPS rechter Fuss und
Unterschenkel, Typ I, Stadium III mit verminderter Belastbarkeit und Hypersensibilität
sowie die Möglichkeit einer Opioid-induzierten Hyperalgesie (Suva-act. 318-5; zu
weiteren Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vgl. ferner Suva-act.
318-50 und 318-59). Weiter ist gestützt auf das Gutachten davon auszugehen, dass die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers für Tätigkeiten überwiegend im Sitzen, unter
Vermeidung von Heben und Tragen von Lasten über 5 kg, aus somatischer Sicht nicht
eingeschränkt ist (vgl. Suva-act. 318-8). In psychiatrischer Hinsicht wurden folgende
Diagnosen erhoben: kombinierte Persönlichkeitsstörung und somatoforme
Schmerzstörung (Suva-act. 318-5 und 318-85). Sodann ist aufgrund der
gutachterlichen Einschätzung davon auszugehen, dass die psychischen
Beeinträchtigungen dem Beschwerdeführer die Ausübung einer beruflichen Tätigkeit zu
100 % verunmöglichen (Suva-act. 318-7 f.).
4.3.
Nach dem Gesagten fällt ein Anspruch auf eine Invalidenrente für die somatischen
Einschränkungen mangels ausgewiesener Erwerbsunfähigkeit ausser Betracht. Weitere
Ausführungen zur Kausalität der somatischen Leiden erübrigen sich damit. Ein
Rentenanspruch kommt nur gestützt auf die psychischen Einschränkungen in Frage,
sofern diese in einem kausalen Zusammenhang zum Unfallereignis vom 6. November
2014 stehen.
4.4.
Während der Beschwerdeführer die psychischen Beschwerden als natürlich und
adäquat kausal zum Unfallereignis erachtet (vgl. act. G 1 S. 8 f.), verneint die
Beschwerdegegnerin mit Verweis auf ihre rechtskräftig gewordene Verfügung vom 6.
November 2018 betreffend Übergangsrente einen adäquat kausalen Zusammenhang
zwischen den gutachterlich festgestellten psychischen Beeinträchtigungen und dem
Unfallereignis vom 6. November 2014 (vgl. act. G 3 und 13). Wie in Erwägung 2.2
dargelegt, besteht bei der Beurteilung des unbefristeten Rentenanspruchs
grundsätzlich keine Bindungswirkung an den Entscheid betreffend Übergangsrente,
5.1.
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weshalb auch die Anspruchsvoraussetzung der Adäquanz vorliegend einer erneuten
Überprüfung zugänglich ist (vgl. auch Philipp Geertsen, N 42 und Fussnote 133 zu Art.
19, in: Marc Hürzeler/Ueli Kieser (Hrsg.), Bundesgesetz über die Unfallversicherung,
Kommentar zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2018).
Vorliegend hat die Adäquanzprüfung anhand der sogenannten Psycho-Praxis zu
erfolgen. Bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs gestützt auf die
Psycho-Praxis ist zunächst zu ermitteln, ob der Unfall als leicht oder als schwer zu
betrachten ist oder ob er dem mittleren Bereich angehört. Der adäquate
Kausalzusammenhang zwischen Unfall und gesundheitlicher Beeinträchtigung ist bei
leichten Unfällen in der Regel ohne weiteres zu verneinen und bei schweren Unfällen
ohne weiteres zu bejahen, wogegen bei Unfällen des mittleren Bereichs weitere
Kriterien in die Beurteilung miteinzubeziehen sind. Je nachdem, wo im mittleren
Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig davon, ob einzelne Kriterien in
besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adäquaten
Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere herangezogen werden. Als
Kriterien nennt die Rechtsprechung: besonders dramatische Begleitumstände oder
besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; die Schwere oder besondere Art der erlittenen
Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische
Fehlentwicklungen auszulösen; ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
körperliche Dauerschmerzen; ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen
erheblich verschlimmert; schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 115 V 139 E. 6; vgl.
ferner BGE 134 V 126 ff. E. 10). Sämtliche Kriterien müssen nicht in die
Gesamtwürdigung miteinbezogen werden (vgl. BGE 115 V 141 E. 6c/bb). Bei der
Beurteilung der Kriterien ist vorliegend zu beachten, dass diejenigen Kriterien, die
Bezug zu einer bestimmten Dauer nehmen, bezogen auf den Zeitpunkt der Einstellung
der vorübergehenden Leistungen, also per 30. November 2018 (Suva-act. 299) zu
beurteilen sind (vgl. dazu die Ausführungen der Beschwerdegegnerin in act. G 13 S. 2
mit zahlreichen Hinweisen auf Bundesgerichtsentscheide).
5.2.
Die Schwere des Unfalls bestimmt sich nach dem augenfälligen Geschehensablauf
und nicht nach den Kriterien, welche bei der Beurteilung der Adäquanz bei
mittelschweren Unfällen Beachtung finden (Urteil des Bundesgerichts vom 5.
September 2015, 8C_437/2015, E. 3.3). Gemäss Schadenmeldung UVG vom 11.
November 2014 ist der Beschwerdeführer mit dem Bike auf einer kurvigen Strasse
unterwegs gewesen, als ihm vor einer scharfen Linkskurve ein Auto auf seiner Fahrspur
sehr schnell entgegengekommen ist. Er hat zu bremsen und auszuweichen versucht
5.3.
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und ist dabei geradeaus in eine Felswand geknallt, worauf er von der Ambulanz
geborgen worden ist (Suva-act. 2). Auch wenn diese Unfallschilderung durchaus als
eindrücklich imponiert, ist der in Frage stehende Unfall unter Berücksichtigung der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht als schwer, sondern als mittelschwer
einzustufen (vgl. u.a. Urteile des Bundesgerichts vom 5. Juni 2009, 8C_80/2009, 5.
Februar 2008, 8C_169/2007 und 16. Mai 2007, U 492/06; je mit weiteren Hinweisen).
Im Übrigen ist der Anprall an die Felswand aufgrund späterer Aussagen des
Beschwerdeführers (vgl. dazu E. 5.4) nicht eindeutig verifizierbar.
Das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder der besonderen
Eindrücklichkeit des Unfalls ist objektiv zu beurteilen und nicht aufgrund des
subjektiven Empfindens bzw. Angstgefühls der versicherten Person (Urteil des
Bundesgerichts vom 25. Januar 2008, U 56/07, E. 6.1 mit weiteren Hinweisen). Allein
aus den späteren Aussagen des Beschwerdeführers, wonach der Krankenwagen die
Unfallstelle zunächst nicht gefunden habe und er Todesangst empfunden habe (vgl.
z.B. Suva-act. 318-69), kann somit nicht auf die besondere Eindrücklichkeit des Unfalls
geschlossen werden, zumal diese Angaben weder in der Unfallmeldung noch in der
ersten Besprechung mit der Beschwerdegegnerin vom 21. November 2014 gemacht
worden sind (Suva-act. 2 und 19). Aber auch objektiv betrachtet kann dem
vorliegenden Unfall, namentlich durch die in der Schadenmeldung UVG gemachte
Schilderung, wonach der Beschwerdeführer gerade hinaus in eine Felswand geknallt
sei (vgl. Suva-act. 2), eine gewisse Eindrücklichkeit nicht abgesprochen werden. Zu
beachten ist dabei allerdings, dass den meisten mittelschweren Unfällen eine gewisse
Eindrücklichkeit eigen ist, welche somit noch nicht für eine Bejahung des Kriteriums
ausreichen kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 20. November 2008, 8C_39/2008,
E. 5.2). Ausserdem ist, wie bereits erwähnt (vgl. vorne E. 5.3 in fine), nicht ganz klar,
inwiefern der Beschwerdeführer tatsächlich in eine Felswand geknallt ist. Anlässlich der
Besprechung vom 21. November 2014 hat der Beschwerdeführer nämlich angegeben,
dass er mit seinem Fahrrad abwärts gefahren sei. In einer Kurve sei plötzlich ein Auto
gestanden, das auf ihn zugekommen sei. Alles Weitere wisse er nicht mehr (Suva-
act. 19). Mangels klarer Anhaltspunkte, die das Unfallereignis im Vergleich mit anderen
Ereignissen dieser Kategorie als besonders dramatisch erscheinen lassen, muss das
Kriterium der besonderen Eindrücklichkeit verneint werden.
5.4.
Von schweren oder besonders gearteten Verletzungen, welche geeignet sind, eine
psychische Fehlentwicklung der eingetretenen Art auszulösen, kann angesichts der im
Verlegungsbericht des Spitals B._ genannten Diagnosen (Pilon-Tibiale-Fraktur rechts
bei Fahrradsturz am 6. November 2014 und Kontusion Handgelenk links; Suva-act. 16)
5.5.
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auch nicht gesprochen werden. Auch wenn die Verletzungen des Beschwerdeführers
glaubhaft mit Schmerzen verbunden gewesen sind, so ist dennoch nicht davon
auszugehen, dass diese im Normalfall zu einer psychischen Fehlentwicklung führen.
Wie dem ZMB-Gutachten zu entnehmen ist, gehen die Gutachter denn auch von einer
vorbestehenden psychischen Problematik aus, die der Beschwerdeführer lange Zeit
unter Kontrolle hat halten können, während ihm nach dem Unfallereignis die
Kompensationsstrategien abhanden gekommen sind (vgl. Suva-act. 318-4 f. und
318-86).
Anzeichen einer ärztlichen Fehlbehandlung liegen nicht vor. Das Kriterium des
schwierigen Heilungsverlaufs ist aber angesichts der Entwicklung eines CRPS - wenn
auch nicht ausgeprägt - erfüllt.
5.6.
Was das Kriterium der Dauerbeschwerden betrifft, so ist festzuhalten, dass
Inkonsistenzen in den Schmerzangaben des Beschwerdeführers zu finden sind (vgl.
dazu namentlich Suva-act. 318-7 und 318-64 f.). Weiter sind die als körperlich
imponierenden, organisch jedoch nicht hinreichend erklärbaren Beschwerden bei der
Prüfung der Adäquanz nach der Psycho-Praxis nicht in die Beurteilung
miteinzubeziehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 9. April 2009, 8C_825/2008, E.
4.6). Folglich ist das Kriterium der Dauerbeschwerden ebenfalls nicht erfüllt.
5.7.
Was die besonders lange Dauer der Arbeitsunfähigkeit betrifft, ist festzuhalten,
dass der Beschwerdeführer bereits im Sommer 2015 wieder eine Tätigkeit in einem
Pensum von 80 % aufgenommen hat (vgl. Suva-act. 61 und 70), sodass dieses
Kriterium grundsätzlich ebenfalls zu verneinen ist. Anfangs Januar 2016 ist er zwar
wieder arbeitsunfähig geschrieben worden, jedoch zunächst anscheinend wegen eines
weiteren Unfalls bzw. einer psychischen Problematik (vgl. Suva-act. 61, 70, 77 f., 83,
86 f., 100, 108 f. und 110 f.). Die Beschwerdegegnerin hat eine erneute
Arbeitsunfähigkeit erst wieder ab dem 1. Februar 2016 aufgrund einer Operation an der
rechten unteren Extremität (vgl. Suva-act. 73 und 79) anerkannt (vgl. Suva-act. 83 und
135), wobei die Krankentaggeldversicherung aufgrund der parallel existierenden
psychischen Problematik für einen Teil des Erwerbsausfalls aufgekommen ist (vgl.
Suva-act. 112, 115 und 135). Psychische Aspekte sind im Rahmen der Prüfung der
Adäquanzkriterien nach der Psycho-Praxis grundsätzlich auszublenden (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 9. April 2009, 8C_825/2008, E. 4.6). Angesichts der nicht klar
abtrennbaren psychischen Problematik kann jedenfalls auch der Zeitraum zwischen
dem 1. Februar 2016, als erneut eine Arbeitsunfähigkeit eingetreten ist, und dem 30.
November 2018 (vgl. dazu E. 5. 2 in fine) nicht als besonders lange Dauer gewertet
werden.
5.8.
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6.
Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen den angefochtenen
Einspracheentscheid abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (aArt. 61 lit. a
ATSG in der bis 31. Dezember 2020 gültigen, für das vorliegende Verfahren gemäss
Art. 83 ATSG noch anwendbaren Fassung). Ausgangsgemäss hat der
Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.