Decision ID: 165e32c9-395d-48a3-b219-73fdaeb6df4c
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.
1
Die
1956 geborene
X._
meldete sich am 21. April 2010 unter Hinweis auf eine
im Juni 2009 erlittene
dislozierte, distale, mehrfragmentäre intraartikuläre Humerusfraktur links sowie eine Partialruptur der Rotatorenman
schette links bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Rentenbezug sowie für Massnahmen der beruflichen Eingliederung an (Urk.
10
/5). Das Leiden geht auf einen am 30. Juni 2009 erlittenen Unfall zurück (vgl. Urk.
10
/16/87). Die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte medizinische sowie erwerbliche Abklärungen, wobei sie insbesondere eine Evaluation der funk
tio
nellen Leistungsfähigkeit (EFL) durch die
Y._
vornehmen liess (Bericht vom 11. April 2011, Urk.
10
/41; Ergänzung vom 14. Juni 2011, Urk.
10
/53) und im Rahmen der vom
Unfallversicherer beim Z._
veranlassten Begutachtung (vgl.
Urk.
10
/60) Ergänzungs
fragen stellte (vgl. Urk.
10
/48). Gestützt darauf (vgl. das Feststellungsblatt, Urk.
10
/63) stellte die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 20. Juli 2012 die Abweisung ihres Rentenbegehrens in Aussicht (Urk.
10
/65). Hiergegen erhob die Versicherte am 6. September 2012, korrigiert am 7. September 2012 und ergänzt am 16. Oktober 2012, am 23. Mai 2013 und am 11. Juni 2013, Ein
wand (Urk.
10
/66, Urk.
10
/67, Urk.
10
/69, Urk.
10
/112, Urk.
10
/119). Daraufhin nahm die IV-Stelle
unter anderem
die ergänzende Stellungnahme der
Z._
-Gutachter vom 29. August 2012 zu den Akten (Urk.
10
/79/4-5). Am 19. Juli 2013 verfügte sie im angekündigten Sinne (Urk.
10
/124).
Bezüglich der beantragten Massnahmen der beruflichen Eingliederung stellte die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 12. August 2013 die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk.
10
/145) und erliess am 25. September 2013 die angekündigte Verfügung (Urk.
10
/162). Letztere hob sie mit Verfügung vom 3. Oktober 2013 wiedererwägungsweise auf (Urk.
10
/164) und erteilte der Versicherten mit Mitteilu
ng vom 17. Dezember 2013 Kosten
gutsprache für die bereits absolvierte Umschulung zur Mediatorin (Urk.
10
/174).
Gegen die einen Rentenanspruch verneinende Verfügung vom 19. Juli 2013 erhob die Versicherte am 16. September 2013 Beschwerde (Urk. 10/183/11-32).
Mit Urteil IV.
2014.00204 vom 1
5.
August 2015
hob das
Sozialversicherungs
ge
richt des Kantons
Zürich
di
e
angefoch
tene Verfügung
auf und wies die Sache an die IV-Stelle
zurück, damit diese nach erfolgten
Abklärung
en im Sinne der Erwägungen über den Rentenanspruch der Versicherten
neu verfüge
(Urk.
10
/
204/25). Auf die dagegen am 2
8.
September 2015 erhobene Beschwerde (Urk. 10/205/2-36) trat das Bundesgericht mit Urteil 8C_701/2015 vom 27. Okto
ber 2015 nicht ein (Urk. 10/206).
1.2
Im weiteren Verlauf holte die IV-Stelle Berichte von behandelnden Ärzten ein und zog Akten des Unfallversicherers bei. Namentlich nahm sie das Gutachten der
A._
vom
9.
März 2016 zu den Akten (Urk. 10/226 = Urk. 10/232/10-49). Sodann liess sie die Versicherte psychiatrisch und neurolo
gisch begutachten, wobei das entsprechende bidisziplinäre Gutachten von
Dr.
med. B._
, Facharzt für Neurologie, und
Dr.
med. C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, am 1
8.
Dezember 2016
erstattet wurde
(Urk. 10/255). Es folgten eine Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes vom 28. Dezember 2016 und vom 1
0.
Januar 2017 (Urk. 10/274/6-7) sowie erwerbliche Abklärungen (Urk. 10/256, Urk. 10/259 ff.), insbesondere eine Abklärung für Selbständigerwerbende (Bericht vom
3.
April 2017, Urk. 10/272). Mit Schreiben vom 9. Mai 2017 auferlegte die IV-Stelle der Versicherten eine Schadenminderungspflicht (Durchführung einer psychiat
rischen Behandlung, Urk. 10/273). Mit gleichentags ergangenem Vorbescheid stellte sie ihr die Zusprache einer befristeten ganzen Invalidenrente für die Zeit vom
1.
Oktober 2010 bis 31. Dezember 2015 in Aussicht (Urk. 10/276). Dagegen erhob die Versicherte am
9.
Juni 2017 unter Beilage von Lohnunterlagen Ein
wand (Urk. 10/281-285), wozu Abklärungsdienst und Kundenberatung am 14./1
5.
Juni 2017 Stellung nahmen (Urk. 10/286/2). Am 3. August 2017 verfügte die IV-Stelle im angekündigten Sinne (Urk. 10/302 = Urk. 2).
2.
Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte am 1
3.
September 2017 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei hinsichtlich der Befristung der Zusprechung der ganzen Invalidenrente aufzuheben. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihr die zugesprochene ganze Invalidenrente ab
1.
Januar 2016 weiterhin auszurichten (Urk. 1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 8. Januar 2018 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 9). Im Rahmen ihrer Replik vom 1
6.
Februar 2018 hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen fest (Urk. 14 S. 2). Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 22. März 2018 auf das Einreichen einer Duplik (Urk. 17), was der Beschwerdefüh
rerin mit Verfügung vom 2
6.
März 2018 mitgeteilt wurde (Urk. 18). Mit Beschluss vom 2
5.
Juni 2018
wurde der Beschwerdeführerin Gelegenheit gegeben, zu einer möglichen Schlechterstellung im Vergleich zur angefochtenen Verfügung Stel
lung zu nehmen (Urk. 19). Dies tat die Beschwerdeführerin am 2
0.
September 2018, wobei sie an ihren Anträgen festhielt (Urk. 25). Die Beschwerdegegnerin verzichtete am
3.
Oktober 2018 auf eine Stellungnahme dazu (Urk. 28), was der Beschwerdeführerin am
4.
Oktober 2018 mitgeteilt wurde (Urk. 29). Mit Verfü
gung vom 1
1.
Oktober 2018 wurde die Pensionskasse der Beschwerdeführerin beigeladen (Urk. 30). Sie äusserte sich am 1. November 2018 mit dem Hauptan
trag auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 31). Dies wurde den Parteien am
6.
November 2018 zur Kenntnis gebracht (Urk. 32). Mit Eingabe vom 2
9.
Novem
ber 2018 hielt die Beschwerdeführerin an ihren Vorbringen fest (Urk. 34).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den
nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leis
tung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwend
baren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen)
Art.
88a
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/dd mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung des Invaliditäts
grades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des Rentenbeginns mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413
E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5). Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistun
gen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechts
mittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert bleiben (BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundes
gerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der angefochtenen Verfügung auf den Standpunkt, die angestammte Tätigkeit als Immobilienspezialistin sei der Beschwerdeführerin seit 2
7.
Juni 2009 nicht mehr zumutbar, weshalb ihr nach Ablauf
der sechsmonatigen Karenzfrist mit Wirkung ab
1.
Oktober 2010 eine ganze Invalidenrente zustehe. Gemäss dem Gutachten der
A._
vom 1
6.
Dezember 2015 (richtig:
9.
März 2016, wobei der letzte Begutachtungstermin am 1
6.
Dezember 2015 stattfand, Urk. 10/226/1) sei ihr eine angepasste Tätigkeit in einem Pensum von 80 % zumutbar. Angepasst seien körperlich leichte, wech
selbelastende, vorwiegend kommunikative und geistig anspruchsvolle Tätigkei
ten, wobei die Beschwerdeführerin allenfalls mit einem Sprachsystem oder einer PC-Hilfe auszurüsten sei. Aufgrund der Ausbildung zur Mediatorin sowie ihrer Erfahrung im Bereich Liegenschaften und Immobilien sei beim Einkommensver
gleich das Kompetenzniveau 4 anzuwenden. Ihre selbständige Tätigkeit im Bereich Mediation habe sie nach Beendigung der Ausbildung im März 2012 auf
genommen und einige Fortbildungen erst im Februar 2017 abgeschlossen. Dem
nach könne nicht auf die mit der jetzigen selbständigen Tätigkeit tatsächlich erzielten Einkünfte abgestellt werde
. Insgesamt sei von einem Valideneinkommen von
Fr.
138'315.-- und einem Invalideneinkommen von
Fr.
91'614.95 auszu
gehen, was einen Invaliditätsgrad von 34
%
ergebe
(Urk. 2 S. 4-5).
In der Beschwerdeantwort korrigierte sie das Valideneinkommen anhand des gemäss IK-Auszug in den Jahren 2004 bis 2008 durchschnittlich erzielten Ver
dienstes auf Fr. 114'841.-- hinunter. Bei einer Arbeitsfähigkeit von 80
%
in angepasster Tätigkeit sei die Invalidität anhand eines gewöhnlichen Einkom
mensvergleichs zu bemessen, wobei ein rentenausschliessendes Einkommen resultiere (Urk. 9 S. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin beanstandete in ihrer Beschwerde in materieller Hinsicht einzig die Höhe des ab Dezember 2015 angenommenen Invalideneinkommens. Dabei rügte sie, die Beschwerdegegnerin sei in ihrer Verfügung nicht auf ihre Einwände eingegangen, insbesondere nicht hinsichtlich des Befristungsendes, der tatsächlich ausgeübten Tätigkeit, des unzutreffenden Abstellens auf die
vom Bun
desamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung
en
(LSE)
und hinsichtlich der Massgeblichkeit des tatsächlich erzielten Erwerbsein
kommens. Angesichts der entscheidenden Gehörsverletzung sei die angefochtene Verfügung bereits aus diesem Grund aufzuheben und an die Vorinstanz zurück
zuweisen (Urk. 1 S. 7). In der Sache machte die Beschwerdeführerin mit näherer Begründung geltend, das effektiv erzielte Einkommen sei massgebend, da sie ihre Restarbeitsfähigkeit damit vollumfänglich verwerte (Urk. 1 S. 8-10). Dabei ergebe sich ein Invaliditätsgrad von über 70
%
(Urk. 1 S. 12). Im Übrigen sei das Abstel
len auf die LSE auch deshalb unzutreffend, weil diese Erwerbseinkommen aus unselbständiger Tätigkeit abbildeten,
sie indes unstreitig als Selbständigerwer
bende tätig sei (Urk. 1 S. 10). Ferner habe sich die Beschwerdegegnerin auf eine nicht veröffentlichte Tabelle der LSE 2014 gestützt. Sodann seien die Wahl des Bereichs respektive der Tätigkeit sowie des Kompetenzniveaus unzutreffend (Urk. 1 S. 11). Am ehesten sei die Mediation dem Bereich «Sozialwesen» zuzuord
nen, jedoch sei der mit der selbständigen Tätigkeit verbundene Aufwand abzu
ziehen. Auch so resultiere ein Invaliditätsgrad von über 70
%
. Sie fügte an, nur bei diesem Ergebnis lasse sich die medizinische Massnahme
rechtfertigen, welche die Beschwerdegegnerin ihr auferlegt habe (Urk. 1 S. 12).
In ihrer Replik betonte sie, dass es ihr trotz erheblichem Akquisitionsaufwand nicht möglich gewesen sei, mediativ im Bereich Immobilen tätig zu sein.
Da praktisch ausschliesslich Mandate im Bereich Erbschaft und Scheidung erhältlich gewesen seien, habe sie in diesem Bereich weitere Ausbildungen absolvieren müssen (Urk. 14 S. 2). Sie hielt am von der Beschwerdegegnerin mit Fr. 138'315.-- bezifferten Valideneinkommen fest und brachte eventualiter vor, es sei zumin
dest vom jährlich konstant ausbezahlten Lohn von Fr. 120'000.-- auszugehen (Urk. 14 S. 3). Weiter machte sie geltend, es sei nicht zulässig, wegen der «Auf
bauphase» auf die Tabellenlöhne abzustellen. Hinzu komme, dass sie seit längerer Zeit als Mediatorin tätig sei (Urk. 14 S. 4).
In ihrer Stellungnahme vom 2
0.
September 2018 führte sie zusammengefasst aus, das
Z._
-Gutachten vom 1
2.
Juni 2012 genüge in verschiedener Hinsicht nicht, weshalb sie hernach in der
A._
begutachtet worden sei (Urk. 25 S. 2). Die neueren Gutachten der
A._
sowie der Dres.
B._
und
C._
seien überzeugend. Es sei indes keine Zustandsverschlechterung seit dem Jahr 2010 eingetreten. Vielmehr hätten sich sämtliche Beschwerden und Funktionseinschränkungen unmittelbar nach den Operationen gezeigt, weshalb die Zusprechung der ganzen Rente zutreffend sei (Urk. 25 S. 3-5). Die Resultate der EFL vom 1
1.
April 2011 beanstandete sie mit näherer Begründung (Urk. 25 S. 5-6) ebenso wie jene des
Z._
-Gutachtens (Urk. 25 S. 7-11). Bezüglich ihres Invalideneinkommens hielt sie fest, sie bemühe sich nach wie vor sehr. Dass sie bis jetzt kein höheres Einkommen erziele, könne ihr nicht rückwirkend zur Last gelegt werden (Urk. 25 S. 12-13). Die Aufnahme einer unselbständigen Tätigkeit sei nicht realistisch. Hinzu komme, dass eine solche erst jetzt, wo sie kurz vor der Pensionierung stehe, verlangt werden könnte. Selbst wenn auf das Feststehen der medizinischen Zumutbarkeit abgestellt würde, läge diese erst im Dezember 2016 vor, als sie schon fast 61 Jahre alt gewesen sei (Urk. 25 S. 13-14). Sodann erbringe sie keine Finanz- und Versicherungsdienstleistungen und verfüge
weder über die Ausbildung noch die Praxis dafür (Urk. 25 S. 14). Auch andere unselb
ständige Tätigkeiten kämen nicht in Frage (Urk. 25 S. 15). Eine Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit sei abgesehen vom tatsächlich erzielten Invalidenein
kommen nicht gegeben. Darauf habe sie auch vertrauen dürfen (Urk. 25 S. 16).
2.3
Die Beigeladene führte in ihrer Stellungnahme aus, das Valideneinkommen von selbständig Erwerbstätigen könne grundsätzlich auf der Basis der Einträge im individuellen Konto (IK) bestimmt werden, wobei angesichts der Schwankungen auf den Durchschnittsverdienst von Fr. 114'841.-- abzustellen sei (Urk. 31 S. 2). Das
Z._
-Gutachten überzeuge. Das Gutachten der
A._
gehe immerhin von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit aus, wes
halb die Zusprache der ganzen Rente unhaltbar sei (Urk. 31 S. 2-3). Auf dem aus
geglichenen Arbeitsmarkt könne sie zum Beispiel eine Stelle als Bürokraft, bei
spielsweise als Fachspezialistin, Assistentin oder Projektleiterin finden. Eine solche Tätigkeit hätte sie bereits im Juli 2010 aufnehmen können. Ihr rechter Arm sei voll funktionsfähig und es existierten viele Hilfsutensilien (Urk. 31 S. 3). Sodann könne sie in einem Anstellungsverhältnis Unterstützung durch andere Mitarbeiter in Anspruch nehmen. Sie habe sich aber nicht einmal im Ansatz um eine Anstellung bemüht, obwohl ihr Geschäft jahrelang zu wenig Ertrag generiert habe. Bezüglich des Invalideneinkommens sei der Beschwerdegegnerin zu folgen. Es resultiere ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad (Urk. 31 S. 4).
3.
3.1
In formeller Hinsicht rügte die Beschwerdeführerin eine Verletzung des recht
lichen Gehörs in Form einer Verletzung der Begründungspflicht (Urk. 1 S. 7).
3.2
Gemäss
Art.
29
Abs.
2
der
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossen
schaft
(BV)
haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlich
keitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher in die Rechtsstellung einer Person eingreift. Dazu gehört insbesondere deren Recht, sich vor Erlass des in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu äus
sern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äus
sern, wenn dieses geeignet ist, den
Entscheid zu beeinflussen (BGE 132 V 368
E. 3.1 mit Hinweisen).
Verfügungen der
V
ersicherungsträger müssen, wenn sie den Begehren der Par
teien nicht voll entsprechen, eine Begründung enthalten, das heisst eine Darstel
lung des vom Versicherungsträger als relevant erachteten Sachverhaltes und der rechtlichen Erwä
gungen (
Art.
49
Abs.
3 Satz 2 ATSG). Gemäss
Art.
52
Abs.
2 Satz 2 ATSG werden Einspracheentscheide begründet. Die Begründung eines Entschei
des muss so abgefasst sein, dass die betroffene Person ihn gegebenenfalls anfech
ten kann. Dies ist nur dann möglich, wenn sowohl sie als auch die Rechtsmit
telinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich der Versicherungsträger leiten liess und auf welche sich der Entscheid stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sich die Verwaltung ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Ein
wand auseinander setzen muss; vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 126 V 75 E. 5b/dd mit H
inweis, 118 V 56 E.
5b).
Der Mangel eines nicht oder nur ungenügend begründeten Entscheides kann gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung im Rechtsmittelverfahren geheilt werden, sofern die fehlende Begründung in der Vernehmlassung der entscheiden
den Behörde zum Rechtsmittel enthalten ist oder den beschwerdeführenden Par
teien auf andere Weise zur Kenntnis gebracht wird, diese dazu Stellung nehmen können und der Rechtsmittelinstanz volle Kognition zukommt (BGE 107 Ia 1). Von der Rückweisung der Sache zur Gewährung des rechtlichen Gehörs an die Verwaltung ist nach dem Grundsatz der Verfahrensökonomie dann abzusehen, wenn dieses Vorgehen zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem gleichlaufenden und der Anhörung gleichgestellten Interesse der versicherten Person an einer möglichst beförder
lichen Beurteilung ihres Anspruchs nicht zu vereinbaren sind (BGE 120 V 357
E. 2b, 116 V 182 E. 3c und d).
3.3
Die Beschwerdeführerin hatte bereits in ihrem Einwand ausgeführt, ihr st
ehe eine unbefristete Rente zu. E
s sei auf ihr effektiv erzieltes Erwerbseinkommen und nicht auf die nur auf Angestelltenverhältnisse zugeschnitten LSE abzustellen (Urk. 10/ 285). Bezüglich der Befristung geht aus der angefochtenen Verfügung hinreichend klar hervor, dass diese erfolgte, weil die Beschwerdegegnerin eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit ab dem Zeitpunkt der Begutach
tung durch die
A._
als
ausgewiesen erachtete
. Betreffend das Inva
lideneinkommen weist das
Abstellen auf die effektive
Tätigkeit als Wirtschafts
mediatorin (Urk. 2 S. 2 des Begründungsteils) darauf hin, dass die Beschwerde
gegnerin von einer selbständigen Erwerbstätigkeit ausging. Handkehrum k
ann
das Abstellen auf die LSE als implizite Begründung der Zumutbarkeit der Aufgabe der selbständigen Erwerbstätigkeit und Aufnahme einer unselbständigen Tätig
keit verstanden werden. Soweit die Beschwerdegegnerin in diesem Punkt ihrer Begründungspflicht nicht
ausreichend
nachgekommen ist,
liegt eine Gehörsver
letzung zwar vor, indessen ist
aus Gründen der Verfahrensökonomie sowie
ange
sichts der vollen Kognition der Beschwerdeinstanz (Art. 61 lit. c und d ATSG)
von einer Rückweisung der Sache an die Vorinstanz abzusehen. Eine Heilung des Mangels ist auch angesichts dessen möglich, dass die Beschwerdegegnerin in ihrer Vernehmlassung nähere Ausführungen dazu machte (Urk. 9 S. 2), wozu die Beschwerdeführerin Stellung nehmen konnte.
4.
Das
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
hat im Rückweisungsurteil IV.2014.00204 vom 1
5.
August 2015 in Sachen der Parteien festgehalten, anhand der vorhandenen Angaben lasse sich nicht feststellen, was für ein Einkommen die Beschwerdeführerin mit den ihr noch zumutbaren Anteilen ihrer bisherigen Arbeit noch erzielen könnte. Es sei mittels eines Betätigungsvergleichs zu prüfen, wie sich die Einschränkungen erwerblich auswirkten. Falls dabei ein rentenrele
vanter Invaliditätsgrad resultiere oder falls der Betrieb der Beschwerde
führerin bereits stillgelegt sei, sei weiter zu prüfen, ob der Beschwerdeführerin zwecks voller Ausschöpfung ihrer Erwerbsfähigkeit die Aufgabe ihrer selbständigen Erwerbstätigkeit und die Aufnahme einer unselbständigen leidensangepassten Tätigkeit zuzumuten sei und was für ein hypothetisches Einkommen sie damit erzielen könnte. Ferner blieb zu prüfen, worum es sich beim im IK-Auszug - zusätzlich zum Einkommen von Fr. 120'000.-- aus der Tätigkeit bei der
D._
- aufgeführten Einkommen von Fr. 8'698.-- aus selbständiger Erwerbstätigkeit handelt und ob diese Tätigkeit aus versicherungsmedizinischer Sicht weiterhin ausübbar sei. Zusammenfassend wurde die Sache zu weiteren Abklärungen im erwerblichen Bereich sowie zur Durchführung eines Betäti
gungs- und/oder Einkommensvergleichs und zum anschliessenden erneuten Ent
scheid an die IV-Stelle zurückgewiesen (Urk. 10/204/23 f. E. 6.3).
Im
Rahmen des auf die Rückweisung folgenden Beizugs der
Akten des Unfallver
sicherers nahm
die IV-Stelle
das Gutachten der
A._
vom
9.
März 2016 zu den Akten
(Urk. 10/226 = Urk. 10/232/10-49).
Gestützt darauf
ging sie von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit
aus, welche vor allem Denk
en, Zuhören und Sprechen umfasst
(Urk. 10/226/34).
Des Weiteren
liess sie die Versicherte psychiatrisch und neuro
logisch begutachten, wobei das entsprechende bidisziplinäre Gutachten
der Dres.
B._
und
C._
am 1
8.
Dezember 2016 erstattet wurde (Urk. 10/255).
Die Gutachter gelangten zum Schluss, die Beschwerdeführerin sei aus neurologischer Sicht nicht in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt
.
Es
liege keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vor. Hinsichtlich der Einschätzung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit sei die psychiatrische Beurteilung massgebend. Danach sei die Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit nicht beeinträchtigt
. Namentlich sei die Tätigkeit als Mediatorin angepasst
(Urk. 10/255/28 f.
).
Sodann tätigte die IV-Stelle
eine Abklärung für Selbständig
erwerbende
.
Der Betätigungsvergleich ergab laut
Bericht vom
3.
April 2017
eine Einschränkung von 30
%
(
Urk. 10/272
/5
).
Dabei wurde von der effektiven Invalidentätigkeit als Mediatorin ausgegangen, jedoch
hat sich die Abklärungs
person
nicht auf die vor
liegenden Geschäftsabschlüsse abgestützt, da sich der Betrieb noch in der Auf
bauphase befand. Gestützt auf die LSE sowie unter Berücksichtigung der wegen der 30%igen Einschränkung erforderlichen Lohnzahlungen an eine Drittperson resultierte ein Invaliditätsgrad von 34
%
(Urk. 10/272/8-9).
Bezüglich der zu klärenden Fragen
,
ob der Beschwerdeführerin zwecks voller Ausschöpfung ihrer Erwerbsfähigkeit die Aufgabe ihrer selbständigen Erwerbstä
tigkeit und die Aufnahme einer unselbständigen leidensangepassten Tätigkeit zuzumuten sei
, gelangte die Beschwerdegegnerin zum Schluss, der Wechsel in eine unselbständige Tätigkeit sei ihr zumutbar (vgl. E. 3.3 vorstehend).
Das damit erzielbare Einkommen
(Invalideneinkommen)
bezifferte sie im nun angefochte
nen Entscheid
gestützt auf die LSE
mit Fr. 91'614.95 (Urk.
2 S. 4).
Beim von der Beschwerdegegnerin ermittelten
Validene
inkommen von Fr. 114'841.-- (vgl.
Urk.
9 S. 2) wurden
die
im IK-Auszug aufgeführten Einkom
men berücksichtigt (
Urk.
10/220/3-4)
, mithin auch die Beträge, welche
zusätzlich zur
Tätigkeit bei der
D._
abgerechnet wurden
.
5.
5.1
In medizinischer Hinsicht war d
as Gericht im genannten Rückweisungsurteil
gestützt auf das
Z._
-Gutachten
zum Schluss
gelangt
, der Beschwerdeführerin sei eine
angepasste Tätigkeit ganztägig zumutbar (Urk. 10/204 E. 5.11). Diese Beurteilung galt ab Juli 2010 (Urk. 10/60/60-62).
Die Parteien erklärten beide
, dass auf das
ergänzend eingeholte
Gutachten der
A._
vom 9. März 2016 abgestellt werden k
önne
, und dass gestützt darauf davon auszugehen
sei
, dass bei der Beschwerdeführerin eine Restarbeits
fähigkeit von 80 %
in angepasster Tätigkeit bestehe
(Urk. 1 S. 4, Urk. 2 S. 4, Urk. 10/226/34, Urk. 10/274/4-7). Dies gibt
mit Blick auf die nachvollziehbaren Ausführungen im Gutachten
für den Zeitraum ab
der
Begutachtung, welche am
9.
Juli 2015 begann (Urk. 10/226/1), zu keinen Bemerkungen Anlass.
Dem neurologisch-psychiatrischen Gutachten vom 1
8.
Dezember 2016 ist zu entnehmen, dass aus neurologischer Sicht keine Einschränkung besteht (Urk. 10/255/17) beziehungsweise keine Diagnose zu stellen war
(Urk. 10/255/14)
. Aus psychiatrischer Sicht liegt eine dissoziative Bewegungs- und Sensibilitätsstörung (ICD-10: F44.4/6) vor. Diese hat zur Folge, dass die Beschwerdeführerin funktionell
einhändig
ist (Urk. 10/255/23, Urk. 10/255/29). Hingegen besteht in einer angepassten Tätigkeit keine Beeinträchtigung von Arbeits- oder Leistungsfähigkeit (Urk. 10/255/29).
5.2
Dass die Beschwerdeführerin
gemäss
Z._
-Gutachten
ab dem Jahr 2010 in einer angepassten Tätigkeit noch zu 100
%
arbeitsfähig war und ab der Begutachtung durch die
A._
nurmehr zu 80
%
, lässt sich damit erklären, dass im Zeitpunkt des
Z._
-Gutachtens lediglich eine schmerzhafte Bewegungsein
schränkung des linken Ellenbogengelenkes sowie Restbeschwerden einer Peri
arthritis humeroscapularis links vorlagen (Urk. 10/60/54). Diese Diagnosen wirk
ten sich im Wesentlichen so aus, dass eine starke
Belastung des linken Armes nicht mehr durchgehend und andauernd zumutbar
war (Urk. 10/60/58). Im Zeit
punkt der Begutachtung durch die
A._
lag hingegen eine unklare motorische Funktionseinschränkung und Schmerzstörung der linken oberen Ext
remität vor (Urk. 10/226/29), welche zur Folge hat, dass die
Beschwerdeführerin
nur noch eine Hand benützen kann (Urk. 10/226/34, Urk. 10/255/23, Urk. 10/255/29). Hinzu kam ein beginnender Morbus Dupuytren (Urk. 10/226/29). Angesichts dieser Krankheit
und
da sich die Bewegungsein
schränkung zu einer funktionellen Einarmigkeit verschlechterte, liegt eine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin vor. Eine funktionelle Einarmigkeit war anlässlich der Begutachtung durch das
Z._
noch nicht gegeben. So erreichte die Beschwerdeführerin damals in der zu beobachtenden spontanen Beweglichkeit des linken Ellenbogens, zum Beispiel beim An- und Auskleiden,
Bewegungsausmasse, bei welchen de
r
Finger-Nase-Versuch eindeutig möglich gewesen wäre (Urk. 10/60/45). Der Einwand der Beschwerdeführerin, sämtliche Beeinträchtigungen bestünden seit den Operatio
nen (Urk. 25 S. 3-5), trifft demnach nicht zu. Die Verschlechterung ist ab der Begutachtung durch die
A._
ausgewiesen. Da nicht von einer Ver
änderung während der Begutachtung die Rede ist, ist der Eintritt der Verschlech
terung mit dem Beginn der Begutachtung im Juli 2015 anzunehmen.
Nach dem Gesagten steht fest, dass die Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit bis Juli 2015 zu 100
%
, hernach nur noch zu 80
%
sowie mit den qua
litativen Einschränkungen einer funktionellen Einarmigkeit arbeitsfähig war.
6
.
6
.1
Zu prüfen sind sodann die
erwerblichen Auswirkungen dieser Einsch
ränkungen
. Spätestens mit dem Vorliegen der im Jahr 2016 erstatteten Gutachten stand das Ausmass
der Restarbeits
fähigkeit fest.
Die im Februar 1956 geborene Beschwer
deführerin war damals zwischen
60
und 61
Jahre
alt.
Die Beschwerdeführerin war
ab dem
Jahr 2000 bis zum Unfall vom 2
7.
Juni 2009 als Immobilienspezialistin selbständig erwerbstätig
(
Urk. 10/5/6,
Urk. 10/
220/3). Nachdem sie diese Tätigkeit nicht mehr sinnvoll und profitabel ausüben kann
(Urk. 10/
226/33-34), gilt es zu prüfen, ob ihr die Aufgabe der selbständigen Tätigkeit zumutbar gewesen wäre.
6
.2
Nach der Rechtsprechung kann die Aufnahme einer unselbständigen Erwerbstä
tigkeit als zumutbar erscheinen, wenn davon eine bessere erwerbliche Verwer
tung der Arbeitsfähigkeit erwartet werden kann und der berufliche Wechsel unter Berücksichtigung der gesamten Umstände (Alter, Aktivitätsdauer, Ausbildung, Art der bisherigen Tätigkeit, persönliche Lebensumstände) als zumutbar erscheint (Urteil des Bundesgerichts 9C_356/2014 vom 14. November 2014 E. 3.1 mit Hin
weisen auf Urteile I 116/03 vom 10. November 2003 E. 3.1 und I 145/01 vom 12. September 2001 E. 2b).
Bei der Frage
der Aufgabe der selbständigen Erwerbstätigkeit sind die gesamten subjektiven und objektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zu berücksichtigen. Im Vordergrund stehen bei den subjektiven Umständen die verbliebene Leistungs
fähigkeit sowie die weiteren persönlichen Verhältnisse, wie Alter, berufliche Stel
lung, Verwurzelung am Wohnort etc. Bei den objektiven Umständen sind insbe
sondere der ausgeglichene Arbeitsmarkt und die noch zu erwartende Aktivitäts
dauer massgeblich
(Urteil des Bundesgerichts 8C_460/2011 vom 22. September 2011 E. 2 mit Hinweisen). Rechtsprechungsgemäss ist eine Betriebsaufgabe nur unter strenger Voraussetzung unzumutbar und es kann ein Betrieb selbst dann nicht auf Kosten der Invalidenversicherung aufrechterhalten werden, wenn die versicherte Person darin Arbeit von einer gewissen erwerblichen Bedeutung leis
tet (Urteil des Bundesgerichts
9C_771/2017 vom 2
9.
Mai 2018 E. 3.3.1 mit Hin
weisen.
6.3
Der Umstand, dass die Beschwerdeführerin wenige Jahre vor der Pensionierung
stand
, steht der Zumutbarkeit eines Berufswechsels nicht per se entgegen
(
Urteil
des Bundesgerichts
8C_313/2018 vom 1
0.
August
2018
E. 6.5).
Wie nachfolgend zu zeigen ist, ist es der Beschwerdeführerin – im Gegensatz
zu ihrer selbständigen Erwerbstätigkeit
als Mediatorin
– in einer behinderungsangepassten Tätigkeit möglich, ein rentenverminderndes respektive ein Einkommen zu erzielen, welches nicht zum Anspruch auf eine ganze Invalidenrente führt. In Anbetracht des Gesagten und unter Berücksichtigung der der Beschwerdeführerin obliegenden Schadenminderungspflicht war es ihr
trotz der noch kurzen verbleibenden Erwerbsdauer
zumutbar, einen Berufs- und Statuswechsel vorzunehmen.
7
.
7
.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
7
.2
7
.2.1
Für die Ermittlung des Valideneinkommens von selbständig erwerbstätig gewe
senen Personen, das der Bestimmung des Invaliditätsgrades nach Art. 16 ATSG zugrunde zu legen ist, sollten in erster Linie die aus dem
IK-
Auszug ersichtlichen Löhne
herangezogen werden. Weist das bis Eintritt der Invalidität erzielte Ein
kommen starke und verhältnismässig kurzfristig in Erscheinung getretene Schwankungen auf, ist dabei auf den während einer längeren Zeitspanne erzielten Durchschnittsverdienst abzustellen (Urteil des Bundesgerichts 8C_626/2011 vom 29. März 2012 E. 3, E. 4.1 f.).
7
.2.2
Die IV-Stelle ging in der angefochtenen Verfügung von einem Validenein
kom
men von Fr. 138'315.-- aus (U
rk. 2 S. 4). Dabei hatte sie zum
in den Jahren 2006 bis 2008 ausbezahlten
Loh
n von jährlich Fr. 120'000.--
(vgl. Urk. 10/220/4)
einen durchschnittlichen
Betriebsgewinn von jährlich
Fr.
18'315
.-- hinzugerechnet (
Urk.
10/272/8
). Im Jahr 20
06 hatte die Beschwerdeführerin
indes gemäss IK-Auszug nicht einen Jahreslohn von Fr. 120'000.--, sondern nur
einen solchen
von Fr. 42'000.--
und einen Betriebsgewinn von Fr. 8'307.--
bezogen
(Urk. 10/220/3
f.), sodass die
Berechnungsweise nicht überzeugt. Der Durch
schnitt der Jahre 2006 bis 2008 inklusive Betriebsgewinn ergäbe jährlich Fr. 120'201.65 (Urk. 10/220/3-4). In ihrer Beschwerdeantwort hat die Beschwer
degegnerin den Durchschnitt der Jahre 2004 bis 2008 mit Fr. 114'841.-- korrekt berechnet (Urk. 9, Urk. 10/220/3-4). Angesichts der erheblichen Schwankungen ist ein Zeitraum von fünf Jahren als Berechnungsgrundlage angemessen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_576/2008 E. 6.2). Die Beschwerdeführerin macht demgegenüber geltend, es sei zumindest auf den jährlichen Lohn von Fr. 120'000.-- abzustellen, welchen sie sich konstant
habe
ausbezahlen lassen (Urk. 14 S. 3).
Ein Jahreslohn von
Fr.
120'000.-- bildete zwar die Basis für den versicherten Lohn bei der Unfallversicherung als auch bei der beruflichen Vor
sorge (Urk. 10/16/87, Urk. 15/7). Die effektiven Bezüge (Lohn und Gewinnanteil) in den fünf Jahren vor dem Eintritt des Gesundheitsschadens fielen im Durch
schnitt jedoch mit Fr. 114'841.-- tiefer aus (Urk. 10/220/3 f.), so dass auf den Standpunkt der Beschwerdeführerin nicht abgestellt werden kann.
7
.3
7
.3.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592
E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1,
126 V 75 E. 3b). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (
BGE 143 V 295 E. 4.1.3
; zur Verwendung der aktuellsten statis
tischen Daten bei
Rentenrevisionen vgl.
BGE 143 V 295 E. 4.2.2,
142 V 178 E. 2.5.8.1
,
133 V 545 E. 7.1). Der
Beizug der
Lohnstatistik erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkre
ten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (v
gl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3,
135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth, IVG, 3. Aufl.,
N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
7
.3.2
Die Beschwerdeführerin lässt sich seit dem Jahr 2013 ein effektives Einkommen von Fr. 2'000.-- pro Monat ausbezahlen (Urk. 14 S. 4). Auf den nach Eintritt der Invalidität tatsächlich erzielten Verdienst ist abzustellen, wenn kumulativ beson
ders stabile Arbeitsverh
ä
ltnisse eine Bezugnahme auf den allgemeinen Arbeits
markt praktisch er
ü
brigen; die versicherte Person eine T
ä
tigkeit aus
ü
bt, bei der anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsf
ä
higkeit in zumutbarer Weise voll aussch
ö
pft; und das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn erscheint. Sind diese Voraussetzungen nicht beziehungsweise teilweise nicht erfüllt, können Tabellenlöhne beigezogen werden (BGE
139 V 592
E. 2.3
)
. Angesichts der bis Februar 2017 andauernden Weiterbildungen der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 9) und der starken Schwankungen der Auslastun
gen und demnach auch der Einkünfte (Urk. 1 S. 9, Urk. 10/272/6-7) kann nicht von einer besonderen Stabilität ausgegangen werden (vgl. Urteil des Bundesge
richts 8C_796/2012 vom 1
7.
April 2013 E. 3.1). Hinzu kommt, dass die Beschwer
deführerin mit ihrer selbständigen Erwerbstätigkeit als Mediatorin
kein substan
tielles Einkommen zu erzielen vermag (vgl.
Urk.
1 S. 9 f.,
Urk.
14 S. 4,
Urk.
25
S. 12 f.). Die Erwerbsaussichten in einer unselbstständigen Tätigkeit sind dagegen höher (vgl. E. 7.3.3 nachstehend).
Sodann war ihr im massgeblichen Zeitpunkt (vgl. E. 5.1 vorstehend) im Alter von gut 60 Jahren und bei sehr guter Bildung
der berufliche Wechsel unter Berücksichtigung der gesamten Umstände
zumut
bar. Dass die Beschwerdeführerin sich weiter fortzubilden vermochte und effektiv eine neue Tätigkeit ausübt, zeugt von kognitiven Ressourcen und Flexibilität. Dementsprechend ist - entgegen ihrem Einwand (Urk. 25 S. 16) - auch ausserhalb der effektiv ausgeübten Tätigkeit nicht von einer altershalben Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auszugehen, für welche das Bundesgericht die Hürden sehr hoch angesetzt hat (
vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_118/2015 vom 9. Juli 2015 E. 4.4 und 8C_28/2017 vom 19. Juni 2017 E. 5.2, je mit Hin
weis).
Bei funktioneller Einhändigkeit bestehen
auf dem ausgeglichenen Arbeits
markt
gar beim Zusammenfallen mit der Zumutbarkeit nur noch leichter Tätig
keiten noch
genügend
realistische Betätigungsmöglichkeiten
(Urteil des Bundes
gericht 8C_37/2016 vom 8. Juli 2016 E. 5.1.2 mit Hinweisen; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_628/2017 vom 12. Januar 2018 E. 6.4 und 8C_622/2016 vom 21. Dezember 2016 E. 5.2.2 mit weiteren Hinweisen).
Dadurch, dass die Beschwerdeführerin viel in ihre neue selbständige Tätigkeit investiert hat (zum Beispiel in Form von Werbung, vgl. Urk. 14 S. 5), vermag sie den Entscheid über die Zumutbarkeit eines Wechsels in eine unselbständige Erwerbstätigkeit nicht zu antizipieren. Ferner können ihr die Ausbildung zur Mediatorin und die Weiter
bildung im Familienrecht auch in einer unselbständigen Tätigkeit von Nutzen sein. Des Weiteren sind strenge Anforderungen an die Schadenminderungspflicht zu stellen, wenn der Verzicht auf schadenmindernde Vorkehren Rentenleistungen auslösen würde (Urteil des Bundesgerichts I 708/03 vom
3.
Januar 2005 E. 4.3). Die Beschwerdeführerin rechnet
selbst
längerfristig nicht mit einem rentenaus
schliessenden Einkommen aus der zurzeit ausgeübten Tätigkeit (Urk. 1 S. 9-10). Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin das Invalideneinkommen nicht gestützt auf die effektiven Einkommenszahlen, son
dern gestützt auf die LSE ermittelt hat. Unter diesen Umständen geht auch der Einwand der Beschwerdeführerin (vgl. Urk. 1 S. 10) fehl, die LSE dürften auf sie als selbständig Erwerbstätige nicht angewandt werden
(
vgl.
Urteil des Bundesge
richts 8C_796/2012 vom 1
7.
April 2013 E. 3.2)
.
7
.3.3
Die Beschwerdegegnerin ging von der Tabelle TA1
Ziff.
64-66 (Finanz- und Ver
sicherungsdienstleistungen) auf dem Kompetenzniveau 4 respektive von einem monatlichen Bruttolohn von Fr. 8'651.-- aus
(LSE 2014)
und nahm gestützt auf den durchgeführten Betätigungsvergleich einen Abzug von Fr. 17'150.20 pro Jahr vor (Urk. 2 S. 4, Urk. 10/272/8, Urk. 9 S. 2). Die Beschwerdeführerin brachte zunächst vor,
sie habe die von de
r Beschwerdegegnerin verwendete
Tabelle der LSE nicht gefunden, sondern einzig die Tabelle TA1_b (Urk. 1 S. 11). Welche Recherchen die Beschwerdeführerin unternommen hat, legte sie nicht näher dar. Festzuhalten ist, dass in der Tabelle TA1_tirage_skill_level die monatlichen Brut
tolöhne (Zentralwert) nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht im privaten Sektor dargestellt werden, während die Tabelle TA1_b die monatlichen Bruttolöhne (Zentralwert) nach Wirtschaftsabteilungen, beruflicher Stellung und Geschlecht im privaten Sektor wiedergibt. Für die Ermittlung des Invalideneinkommens zweckmässiger sind die Lohnangaben bezogen auf das Kompetenzniveau und nicht bezogen auf die berufliche Stellung.
Des Weiteren beanstandet die Beschwerdeführerin die gewählten Ziffern 64-66 für Finanz- und Versicherungsdienstleistungen und postuliert, die Mediation sei
dem Sozialwesen zuzuordnen (Urk. 1 S. 11-12). Da die Beschwerdeführerin sich indes auch juris
tisches Fachwissen
aneignete
und
als Mediatorin auch in anderen als typischer
weise dem Sozialwesen zuzuordnenden Bereichen ihre Dienste anbot (vgl.
Urk.
25 S. 25 f.), kommt in erster Linie eine Anstellung im Bereich der Erbringung sons
tiger Dienstleistungen in Betracht (LSE 2014 Tabelle TA1_
tirage_skill_level
Ziff.
94-96).
Die Beschwerdeführerin ist aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung als selbständig Erwerbende
mit eigenem Unternehmen
(Urk. 10/272/2) selbständiges Arbeiten gewohnt und weist auch Führungserfahrung auf (Urk. 10/4, Urk. 26/11). Sie ver
fügt über fundierte fachliche Kenntnisse in verschiedenen Bereichen
, was ihr die Ausübung qualifizierter Arbeiten ermöglicht. Dem
nach ist der Mittelwert zwischen Kompetenzniveau 3 und Kompetenzniveau 4 für Frauen anzuwenden (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_796/2012 vom 1
7.
April 2013 E. 3.2). Es resultiert ein monatliches Bruttoeinkommen von Fr. 7'075.-- respektive ein jährliches von Fr. 84'900.--. Angepasst an die
im Jahr 2015
betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden (BFS, betriebs
übliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Total) sowie an die Nominal
lohnentwicklung (BFS, Schweizerischer Lohnindex nach Branche [2010 = 100; im Internet abrufbar], Nominallohnindex Frauen [T1.2.10], Total; 2014: 103.6; 2015: 104.1) ergibt sich ein jährliches Bruttoeinkommen von Fr. 88'935.-- (Fr. 84'900.-- : 40 x 41,7 : 103.6 x 104.1) respektive bei einem Beschäftigungs
grad von 80 % eines von Fr. 71'148.--.
7
.4
7
.4.1
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäf
tigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können
(BGE 124 V 321 E.
3b/aa). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten
(BGE 126 V 75 E.
5b/aa). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schät
zen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.
2; 134 V 322 E.
5.2 und
126 V 75 E.
5b/bb-cc).
7
.4.2
Die seit Juli 2015 ausgewiesene funktionelle Einarmigkeit wirkt sich im Vergleich zu gesunden Mitbewerbern lohnsenkend aus. Bei der den nicht dominanten Arm betreffenden Einschränkung ist ein Leidensabzug von 20
%
vorzunehmen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_726/2014 vom
2.
April 2015 E. 4, 8C_744/2017 vom 1
4.
Mai 2018 E. 5.2 mit Hinweisen). Für die Zeit ab Juli 2015 ergibt sich demnach ein Invalideneinkommen von Fr. 56'918.-- (0,8 x Fr. 71'148.--).
7
.5
7
.5.1
Für die Zeit der 100%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit beträgt das Invalideneinkommen nach dem Gesagten Fr. 88'935.--.
Verglichen mit dem Valideneinkommen von
Fr.
1
14’841
.-- ergibt sich ein invaliditätsbedingter Min
derverdienst von
Fr.
25’906
.-- und somit ein
nicht rentenbegründender
Invalidi
tätsgrad von
gerundet 23
%
.
7
.5.2
Für die Zeit der 80%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit mit Einarmig
keit beträgt das Invalideneinkommen nach dem Gesagten Fr. 56’918.--.
Ver
glichen mit dem Valideneinkommen von
Fr.
1
14
’
841
.-- ergibt sich ein invalidi
tätsbedingter Minderverdienst von
Fr.
57’923
.-- und somit ein Invaliditätsgrad von
gerundet
5
0
%
,
welcher den Anspruch auf eine hal
be Invalidenrente zur Folge hat
.
Da die Beschwerdeführerin im Juli 2015 bereits seit mehr als einem Jahr in einem hohen Grad arbeitsunfähig war, entsteht der Rentenanspruch ab
1.
Juli 201
5.
Nach dem Gesagten resultiert für den Zeitraum vom
1.
Oktober 2010 bis 3
0.
Juni
2015
kein Rentenanspruch und damit
eine Verschlechterung für die Beschwerdeführerin im Vergleich zur angefochtenen Verfügung, für die Zeit ab
1.
Juli
201
5
ist die Beschwerde demgegenüber teilweise gutzuheissen.
Ab dann besteht Anspruch auf eine halbe Rente.
8
.
8
.1
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung von
L
eistungen
der Invalidenversicherung
. Das Verfahren ist daher kosten
pflich
tig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und ermessensweise auf
Fr. 8
00.
--
anzusetzen.
Zwar hat das Rechtsbegehren der Beschwerdeführerin, soweit es über die zuzusprechende halbe Rente ab Juli 2015 hinausgeht (sog. Überklage; vgl. nachfolgend E. 8.2)
,
zu keinem erhöhten Prozessaufwand geführt, indessen kann die mit der angefochtenen Verfügung zugesprochen
e
ganze Rente ab Januar 2010 bis
Ende Dezember 2015 nicht bestätigt werden (reformatio in peius), was eine Kostenaufteilung rechtfertigt. Die Gerichtkosten sind von den Parteien je zur Hälfte zu tragen.
8.2
Wie bereits erwähnt hat das Rechtsbegehren, soweit über die zuzusprechende unbefristete halbe Rente ab Juli 2015 hinausgehend, den Prozessaufwand nicht wesentlich beeinflusst (BGE 117 V 401 E. 2c S. 407; Urteil des Bundesgerichts 9C_846/2015 vom
2.
März 2016 E. 3). Überdies ergab die gerichtliche Prüfung der angefochtenen Verfügung, dass die ab Januar 2010 bis Ende Dezember 2015 zugesprochene ganze Rente nicht zu bestätigen ist. Dieser Umstand rechtfertigt es, der Beschwerdeführerin analog zur Kostenfolge eine reduzierte Entschädigung zuzusprechen.
Mit Kostennote vom 2
9.
November 2018 machte die Beschwerdeführerin respek
tive deren Rechtsvertreterin einen Aufwand von 39,5 Stunden
geltend (Urk.
35). Dieser zeitliche Aufwand ist unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streit
sache, der Schwierigkeit des Prozesses sowie des bei vergleichbaren Verfahren anerkannten Aufwands überhöht. Dies gilt umso mehr, als dieselbe Rechtsanwäl
tin bereits im vorangehenden Verfahren IV.2014.00204 die Rechtsvertretung innehatte, es dabei um denselben Sachverhalt ging und die Beschwerdeführerin in jenem Verfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 3'400.-- erhalten hatte (Urk. 10/204/25). Die volle Prozessentschädigung ist unter Berücksichtigung der genannten massgebenden Kriterien auf Fr. 3’600.-- (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen und ausgangsgemäss um die Hälfte zu reduzieren.