Decision ID: 9e638ebc-a350-4200-8345-b1336ef26668
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1964,
Mutter einer 1983 geborenen Tochter, war seit
1.
Januar 2001 als Artistin bei der
Y._
AG tätig, als sie am
3.
Januar 2001 beim Einsteigen in ein Auto auf Eis ausrutschte und auf den Ell
bogen fiel (
Urk.
7/96/84). Dabei zog sie sich eine Fraktur der Spitze des Processus
coronoideus
ulnae
am linken Ellbogen zu (
Urk.
7/96/70). Der Unfallversicherer, die
Generali
Allgemeine Versicherungen, erbrachte die gesetzlichen Leistung
en
und stellt
e
diese - ausgehend von der Rückgewinnung einer vollumfänglichen Arbeitsfähigkeit in der neu aufgenommenen Tätigkeit als Serviceangestellte (die Arbeit als Tänzerin kam für die Versicherte nicht mehr in Frage
,
Urk.
7/96/75 und
Urk.
7/96/123) - mit Verfügung vom 1
9.
November 2003 (
Urk.
7/96/44-45) und
Einspracheentscheid
vom
7.
April 2004 (
Urk.
7/96/36-39) unter Verneinung eines weiteren Leistungsanspruchs
ein
. Auf die dagegen erhobene Beschwerde trat das hiesige Gericht mit Beschluss vom 2
9.
Juli 2004 nicht ein, was das Eidgenössische Versicherungsgericht mit Urteil vom
7.
Oktober 2005 (
Urk.
7/96/4-10) bestätigte.
1.2
Nach dem Tode ihres Ehemannes am 2
3.
September 2003 (
Urk.
7/7/1) wurde der Versicherten mit Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse, vom 2
0.
April 2004 (
Urk.
7/4) mit Wirkung ab
1.
Oktober 2003 eine Witwenrente zugesprochen.
1.3
A
b 22. August 2011
war die Versicherte
im Rahmen eines Zwischenverdienstes bei der
Z._
AG angestellt (tätig im Bereich Flugzeugreini
gung), als sie am 5. April 2012 auf einer nassen Wiese ausrutschte, stürzte und sich dabei am rechten Fussgelenk verletzte (
Urk.
7/
110/711)
.
Die medizinische Erstversorgung fand am Kantonsspital
A._
statt, wo eine
Bi
malleolarluxationsfraktur
mit grossem Volkmannfragment und lateraler Trüm
merzone der distalen Fibula rechts diagnostiziert wurde, weshalb sich die Versi
cherte am 12. April 2012 einem entsprechenden operativen Eingriff unter
ziehen lassen musste (
Urk.
7/
110/676-677
). Vom 2. Oktober bis 6. November 2012 hielt sie sich in der Rehak
linik
B._
auf (
Urk.
7/110/623-630).
Am 28. März 2013 wurde die Versicherte erneut operiert (Osteosynthesematerialentfernung im
A._
,
Urk.
7/
110/578-579
).
Mit Verfügung vom 20. Dezember 2013 (Urk. 7/148)
und
Einsprache
entscheid
vom
12. Mai 2014
(
Urk.
7/11
0/245-252
)
verneinte die S
uva
unter anderem den
Anspr
u
ch der Versicherten auf eine Invalidenrente mit der Begründung, dass un
fallbedingt
k
eine Erwerbseinbusse
vorliege
.
Letzteren Entscheid hob das hiesige Gericht auf Beschwerde hin mit Urteil vom 2
4.
März 2016 (
Urk.
7/118/18-32) auf und wies die Sache an die Suva zurück, damit sie weitere medizinische Abklä
rungen veranlasse
und über die Ansprüche der Versicherten neu verfüge. Die Suva veranlasste in der Folge eine fussorthopädische Begutachtung durch
Dres
. med.
C._
, Leiter Fusschirurgie, und
D._
, Oberarzt i.V. Orthopädie, an der Universitätsklinik
E._
(Expertise vom 1
4.
Februar 2018,
Urk.
7/128/7-41).
2.
Am
6.
Dezember 2012 (
Urk.
7/7) hatte sich die Versicherte bei der Invalidenver
sicherung zum Leistungsbezug angemeldet. Die SVA, IV-Stelle, tätigte medizini
sche und erwerbliche Abklärungen und zog verschiedentlich die Akten der Suva bei. Mit Vorbescheid vom 2
0.
Februar 2015 (
Urk.
7/51) stellte sie - unter Hinweis auf eine sich aus den Akten der Suva ergebenden Arbeitsfähigkeit von 100
%
in leidensangepasster Tätigkeit
- die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht. Auf Einwand hin holte die IV-Stelle weitere Unterlagen ein, so unter anderem jeweils die aktualisierten Akten der Suva sowie jene der
Generali
, und gewährte der Versicherten am
3.
September 2018 (
Urk.
7/130) das rechtliche Gehör. Nach
dem sich diese nicht hatte vernehmen lassen
,
verneinte die IV-Stelle mit Verfü
gung vom
3.
Oktober 2018 (
Urk.
2) einen Anspruch der Versicherten auf Leistun
gen der Invalidenversicherung.
3.
Hiergegen erhob die Versicherte am 2
9.
Oktober 2018 (
Urk.
2) Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, es sei ihr ab
1.
Juni 2013 eine
Dreiviertelsrente
nebst Zins zu 5
%
seit
1.
Juni 2015 zuzusprechen. In prozessualer Hinsicht beantragte sie, es sei
ein
interdisziplinäres medizinisches Fachgutachten (vor allem Traumatolo
gie, Chirurgie, Innere Medizin, Kardiologie) zum gesamten gesundheitlichen Zu
stand unter Berücksichtigung der Folgen der Ereignisse vom
3.
Januar 2001 und
5.
April 2012 sowie ihren weiteren gesundheitlichen Beschwerden, so insbeson
dere zu den Diagnosen, den Verletzungen, den Folgen der Verletzungen, den Aus
wirkungen der Verletzungen (Einschränkungen, Schmerzen etc.), der Arthrosen und der Arbeits-/Erwerbsfähigkeit einzuholen. Sodann sei eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit durchzuführen (S. 1 f.). Die IV-Stelle ersuchte am
5.
Dezember 2018 (
Urk.
6) um Abweisung der Beschwerde. Im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels hielt die Beschwerdeführerin am 1
1.
Dezember 2018 (
Urk.
9) an den gestellten Anträgen fest, währenddem die Beschwerdegegnerin am 2
3.
Januar 2019 (
Urk.
11) auf Duplik verzichtete, was der Beschwerdeführerin am 2
4.
Januar 2019 (
Urk.
12) zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung damit, dass sie von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit in einer sitzenden Tätigkeit ausgehe, woraus ein Inva
liditätsgrad in gleicher Höhe resultiere (
Urk.
2). In ihrer Beschwerdeantwort er
gänzte sie, die Akten ergäben keinen Hinweis, dass neben den Einschränkungen aufgrund der Fussproblematik (30
%
) die Arbeitsfähigkeit wegen der Ellbogen
problematik eingeschränkt sei, mit Ausnahme des Hebens und Tragens schwerer Lasten. Bei identischen Vergleichseinkommen resultiere selbst bei Gewährung eines Abzuges vom Tabellenlohn von 10
%
kein rentenbegründender Invalidi
tätsgrad (
Urk.
6).
2.2
Die Beschwerdegegnerin hielt dagegen, die Einschränkung von 30
%
beziehe sich ledi
glich auf die Fussproblematik. Die Einschränkungen im Ellbogen müssten zu
sätzlich auf rund 30
%
veranschlagt werden. Im Sitzen müsse sie vermehrt die Arme und damit die Ellbogen belasten, besonders, da - mangels Ausbildung - von einfachen und repetitiven Tätigkeiten auszugehen sei. Damit liege eine gesamte Einschränkung von 60
%
vor (
Urk.
1 S. 6 f.).
3.
3.1
Dr.
med.
F._
, Vertrauensarzt der
Generali
, bestätigte am 1
2.
August 2003 (
Urk.
7/96/89-91) einen Status nach Abrissfraktur des Processus
coronoideus
des linken Ellbogens mit posttraumatischer
Humeroulnararthrose
. Er berichtete, die Beschwerdeführerin klage aktuell nur über wenig Beschwerden und benötige keine Schmerzmittel, nur gelegentliche Salbenanwendungen seien nötig. Objektiv finde
sich ein ergussfreies Ellbogengelenk mit freien Funktionen ohne Bewe
gungsschmerzen, weder bei der passiven noch aktiven Prüfung. Neurologisch und peripher seien keine Ausfälle zu verzeichnen. Die trophischen Verhältnisse seien in Ordnung. Röntgenologisch bestehe eine beginnende posttraumatische Ellbo
genarthrose.
Als Restfolgen erwartete
Dr.
F._
gelegentlich leichte Beschwerden im Bereich des Ellbogens sowie eine in der Kälte auftretende Belastungsintoleranz. Eine Aktivitätseinschränkung sei aufgrund des aktuellen Befundes unter Berücksich
tigung der Anamnese nicht vorhanden. Er attestierte eine vollumfängliche Ar
beitsfähigkeit im Beruf als Serviceangestellte und stellte ein mögliches Fortschrei
ten der Ellbogenarthrose in Aussicht (S. 2).
3.2
Dr.
med.
G._
, Chirurgie FMH, spez. Handchirurgie, verwies in seinem - im Rah
men der ersten unfallversicherungsrechtlichen Auseinandersetzung betreffend Ellbogenverletzung
bei verschlechterter Situation nach rechtskräftiger Leistungs
einstellung
- zu Händen der Beschwerdeführerin erstellten Gutachten vom 2
7.
Juli 2006 (
Urk.
7/64/2-11) auf einen am 2
1.
Juli 2006 röntgenologisch fest
gestellten Durchbau der Fraktur und völlig unauffällige Gelenkslinien ohne Osteophyten und Randzacken, mit Ausnahme der wulstförmigen Deformierung des
Prozessus
coronoideus
. Im Bereiche des medialen wie auch lateralen Kollate
ralbandes bestünden kleine Osteophyten. Er diagnostizierte einen Status nach
meissel
-förmiger Fraktur des
Prozessus
coronoideus
Ellbogen-Gelenk links und diskretem Versatz mit intraartikulärer Wulstbildung, posttraumatische Restbe
schwerden am linken Ellbogen-Gelenk unter Belastungen, Gelenk-
Kapselfibrose
nach
humero
-ulnarer Luxation sowie unfallfremde
tendinopathische
Schulterge
lenksbeschwerden links mit Ausstrahlung in den linken Oberarm (S. 8).
Dr.
G._
bestätig
t
e, dass die objektivierbaren Beschwerden eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zur Folge hätten, wobei die alltäglichen, leichteren Arbeits
bereiche im Service von den schwereren, nicht eigentlich zu den Servicetätigkei
ten gehörenden Nebenverrichtungen, unterschieden werden müssten. Vor allem seien es die schweren Verrichtungen wie Bodenwischen, Boden feucht aufneh
men, Küchen-, WC-, Fensterreinigungen, Tragen von ca. 15 kg schweren Haras
sen mehrfach täglich hintereinander, welche zu Beschwerden führten und eine schmerzbedingte Limitierung zur Folge hätten. Er schätze die Arbeitsfähigkeit auf 75
%
, so wie sie aktuell realisiert werde. Zumutbar sei eine ganztätige Tätigkeit zu 100
%
mit eingeschränkten Gewichten, konkret bei maximaler Belastung von 5-8 kg mit seltener repetitiver Charakteristik (S. 9 f.).
3.3
Dr.
med.
H._
, Leitender Arzt, Klinik für Orthopädie und Traumatologie, Departement Chirurgie,
A._
, berichtete im Sprechstundenbericht vom 2
4.
Sep
tember 2015 (
Urk.
7/110/97-98) über von der Beschwerdeführerin seit eineinhalb Jahren beklagte tägliche, persistierende, belastungsabhängige Schmerzen im Be
reich des rechten oberen Sprunggelenkes. Ihre Arbeits
tätig
keit im Housekeeping am
I._
könne sie nicht mehr durchführen. Ihr sei auch auf Ende November 2015 gekündigt worden. Zudem berichte sie über eine Schwellung am Sprunggelenk. Zudem klage sie über Schmerzen im Bereich des unteren Rückens, die in das rechte Bein ausstrahlten.
Dr.
H._
beschrieb einen im Röntgen vom 3
1.
Juli 2015 ersichtlichen deut
lich verminderten Gelenksspalt, vor allem im lateralen Anteil des Talus. Insge
samt bestehe eine fortgeschrittene bis endgradige OSG-Arthrose. Er thematisierte eine operative Versorgung (OSG-Arthrodese oder OSG-Prothese) und rezeptierte orthopädische Serienschuhe. Den Beruf als Reinigungskraft erachtete er als wahr
scheinlich nicht mehr durchführbar und attestierte eine vollumfängliche Arbeits
unfähigkeit für einen Monat.
3.4
Hausarzt
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Allgemeine Medizin FMH, führte mit Bericht vom
6.
November 2015 (
Urk.
7/110/29) zu Händen der Beschwerdeführerin aus, die Untersuchung der Lendenwirbelsäule (LWS) habe gezeigt, dass die Verände
rungen nur mässig seien. Er gehe davon aus, dass die Beschwerden nach weiteren Physiotherapiesitzungen soweit gebessert seien, dass gegen Ende des Monats aus Sicht der Wirbelsäule keine Arbeitsunfähigkeit mehr bestehe. Aus der Vorge
schichte bestehe bezogen auf das Sprunggelenk eine Einschränkung von 50
%
für s
t
ehende Arbeiten oder Tätigkeiten, bei denen die Beschwerdeführerin um
hergehen müsse. Ebenfalls werde eine verminderte Belastbarkeit des linken Ell
bogens in einer Begutachtung 2006 (E. 3.2) attestiert. Dies betrage 25
%
für das Heben schwerer Lasten oder repetitiver Tätigkeiten. Zusammengefasst bestehe bei der Beschwerdeführerin derzeit eine zeitlich befristete 100%ige Arbeitsunfähig
keit wegen den Rückenbeschwerden. Sobald diese ausgeheilt seien, könne sie einer angepassten beruflichen Tätigkeit nachgehen. Diese sollte am besten wech
selbelastend sein, vor allem aber nicht stehend oder mit grossen Gehstrecken ver
bunden. Sollte ein entsprechender Arbeitsplatz gefunden werden, könne von einer theoretischen Arbeitsfähigkeit von 50
%
bis 60
%
ausgegangen werden.
Am
9.
November 2015 (
Urk.
7/110/25) ergänzte er, in einer angepassten Tätigkeit betrage die Einschränkung im Ellbogen 0
%
bis 10
%
und im Fussgelenk 40
%
bis 50
%
. Somit könne unter optimalen Voraussetzungen eine Restarbeitsfähig
keit von 50
%
bis 60
%
postuliert werden.
3.5
Die
Dres
.
C._
und
D._
beschrieben die geklagten Beschwerden in ihrer Expertise vom 1
4.
Februar 2018 (
Urk.
7/128/7-41)
vor al
l
em bei Fersenb
e
lastung
; diese würden als
ein Ziehen angegeben
.
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m Durchschnitt betr
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0.
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m Aufstehen, dies vor allem morgens. Dann
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ub. Nachts habe
die Beschwerdeführerin
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l
ls Schmerzen, dann müsse sie das Bein hochlagern. Auch tagsüber in Ruhe g
e
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sich dann bei Mob
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Beschwerden hätten bei der Arbeit dazu geführt, dass sie den F
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nur zwei Stunden belasten k
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. Dann müsse sie
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en Fuss hochlagern und massiere
n
. Ebenfall
s
beim Sitzen würden nach
zwei bis drei
Stunden Beschwerden auftreten, dann sei jedoch die Taubh
e
it im Vordergrund. Dies habe dazu geführt, dass ihr Arbe
it
svertrag nicht erneuert w
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de
n sei. Privat habe sie frü
her vi
el
getanzt, was heute nicht mehr möglich
sei
. Wandern
sei
h
e
ute maximal eine Stunde
auf
flach
e
m Gelände möglich. Früher habe sie zudem Basketbal
l
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, was h
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ute gar nicht mehr gehe. Besserung w
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rden neben dem Hochla
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ern auch Eincremen, Gymnast
i
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Fussbäder brin
gen, dann tr
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ei
ne Besserung nach
zwei bis drei
Stunden ein. Bei Nach
f
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Beschwerdeführerin
lumba
l
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ehen. Zudem best
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Schmerzen im
l
inken Ellbogen seit dem Unfa
l
l, dies
j
edoch nur bei hohen Gewichten
. Insgesamt überwiege die Fussprobl
ematik
bei weitem (S. 24 f.)
.
Die Gutachter stellten folgende Diagnosen (S. 31):
-
Fusschirurgische Diagnose
-
Posttraumat
ische
OS
G
-Ar
t
hros
e
re
chts m
it/bei
-
B
i
malle
olarluxationsfraktur
mit
Volkm
a
nn-Fr
a
g
m
ent und
lateraler Trümmerzone
der distalen F
i
bula rechts vo
m
05.04
.
2012
-
offener Reposition, interner Fixation
m
edia
l
er und
l
atera
l
er
Mal
l
eo
l
us
sowie Vo
l
km
a
nn-Verschraubung am 12.04.2012 rechts
-
Osteosynthesema
t
erialentf
ern
ung am 28.03
.
2013
-
Weite
re Diagnosen
-
St
atus nach
Prozessus
coronoide
u
s
Fraktur Ellbogen links 2001
-
Chronisch
es
,
lumbospon
d
y
l
ogenes
Schmerzsyndrom
-
Arter
i
el
le Hypertonie
In ihrer Beurteilung hielten die Gutachter fest, die
Bes
c
hwerden der
Beschwerde
führerin seien i
m Rahmen einer posttraumatischen OSG-Ar
t
hrose
z
u werte
n
. Hierzu p
a
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e
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eien die Anamnes
e, die
k
linische Untersuchung und die degene
rative
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ldgebung. E
i
ne radik
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läre Symptomatik und eine periphere Nerven
a
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N.
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und
N.
sural
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h
irurgischen Untersuchung nicht kla
r abgegrenzt werden
können
. Aus diesem Grund
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l
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erfolgt
. Hier
hätten
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e
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N.
sur
alis
oder
N.
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l
is
Ne
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är akzentuierte sensomo
torische
Defizite festgestellt werden
können
.
Ebenfalls hätten
sich keine nadele
le
ktromyographischen Hinweise für eine flo
ride
Radiku
l
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rec
h
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tig
gefunden
. Seitens der OSG-Ar
t
hrose
sei
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l
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indiziert
. Operativ wäre eine OSG-A
r
throdese oder
OSG-Prothese al
s
weite
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Therapie möglich.
Konservativ
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orthopä
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ische Serienschuhversorgun
g
eingele
itet
worden
, welche der
Beschwerdeführerin
eine Besserung
ge
bracht
hab
e.
Sie - die Gutachter -
bes
t
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g
von
Dr.
H._
vom
A._
.
Von den oben gen
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nnten Op
e
rationen
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im komplikationslosen Ver
l
auf eine Verbesse
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zu erwarten.
Falls
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er Entscheid zu
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Beschwerdeführerin
individue
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entschieden werden müssen, welch
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s Verfahren gewählt w
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l
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auf die Komplikationen und Fo
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(z.B. Standze
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se und erhöhtes Risiko einer Arthrose des
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A
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hrodese) und dem Anforderungspr
o
f
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l der
Beschwerdeführerin.
Der Entscheid zu einer Operation w
e
rd
e letz
tendlich vo
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Leidensdruck ab
hängig sein. Dieser imponie
r
e
jedoch in der
a
ktuellen Beurteilung hoch
(S. 31 f.).
Die Arbeitsfähigkeit bezifferten die Gutachter aktuell in einer sitzenden Tätigkeit mit 70
%
. Gehende und stehende Tätigkeiten seien nicht möglich. Sie gingen von einer Besserungsmöglichkeit durch operative Massnahmen aus (S. 32 f.).
4.
4.1
Aufgrund der Akten ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin hauptsächlich durch die verbleibenden Folgen ihrer Fussverletzung in ihrer Arbeitsfähigkeit einge
schränkt ist.
Das hiesige Gericht
erachtete im unfallversicherungsrechtlichen Ver
fahren mit Urteil vom 2
4.
März 2016 (
Urk.
7/115) die Sachlage als nicht ausrei
chend geklärt. Nach jenem Aktenstand gingen die Ärzte der Rehaklinik
B._
am
9.
November 2012 von einer vollumfänglichen Arbeitsfähigkeit in einer an
gepassten Tätigkeit aus. Die kreisärztlichen Abklärungen ergaben am
9.
Dezem
ber 2013 kein
e
relevanten degenerativen Veränderungen.
Dr.
H._
vom
A._
ging am 2
4.
September 2015 dagegen vom Vorliegen einer Arthrose aus (
Urk.
7/115 E. 4). Bei dieser Ausgangslage
ersah
das Gericht weiteren Abklärungs
bedarf.
Das entsprechende Gutachten der
Dres
.
C._
und
D._
vom 1
4.
Februar 2018 (E. 3.5) entspricht in sämtlichen Punkten den praxisgemässen Voraussetzungen an den Beweiswert einer Expertise. Das Gutachten ist für die streitigen Belange (in Bezug auf die Fussproblematik) umfassend, beantwortet es doch die Fragen nach der Diagnose, dem Verlauf, den therapeutischen Möglichkeiten und nament
lich der Arbeitsfähigkeit. Es beruht weiter auf den notwendigen Untersuchungen. Die Ärzte erhoben einen umfangreichen Status und führten verschiedene Unter
suchungen durch. Ihnen lagen die
Ergebnisse
der röntgenologischen Untersu
chungen vom 2
4.
Juli 2017 sowie der neurologischen und neurophysiologischen Untersuchung vom 1
4.
September 2017 vor (
Urk.
7/128/7-41 S. 25 ff.). Die Ex
perten
berücksichtig
t
en
detailliert die geklagten Beschwerden und äusserten sich in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den zahlreichen
Vorakten
. Dabei nahmen sie unter anderem Bezug auf den behandelnden Spezialisten des
A._
, welcher die Beschwerdeführerin seit Jahren kennt. Die Expertise leuchtet sodann in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und die Schlussfolgerungen der Experten sind be
gründet. In diesem Sinne zeigten sie auf, dass bei der Beschwerdeführerin eine unfallbedingte Restpathologie am rechten Fussgelenk verbleibt im Sinne einer
OS
G
-Ar
t
hros
e und nahmen dabei insbesondere Bezug auf die bildgebenden Un
tersuchungsresultate und die identische Einschätzung durch
Dr.
H._
.
Schliesslich legten die Gutachter in nachvollziehbarer Weise das verbleibende Leistungsprofil der Beschwerdeführerin dar, indem sie in einer sitzenden Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 70
%
attest
i
erten. Dies ist insofern nachvollziehbar, als bei Rücksichtnahme auf die Fusspathologie eine Arbeitsfähigkeit durchaus erwar
tet werden kann, aufgrund der auch im Sitzen - nach einer gewissen Zeit - auf
tretenden Beschwerden eine
Einschränkung
der möglichen Arbeitszeit jedoch als plausib
e
l erscheint.
4.2
Die Parteien bemängelten das Gutachten nicht und schlossen sich den Ausfüh
rungen vollumfänglich an.
Namentlich besteht aufgrund der von
Dr.
J._
attes
tierten Arbeitsunfähigkeit von 50
%
wegen der Fussproblematik (E. 3.4) keine Veranlassung, von der schlüssigen Einschätzung der Gutachter abzuweichen. Er bestätigte eine derartige Einschränkung nur für gehende oder stehende Tätigkei
ten
und
machte keine Ausführungen zu den Verhältnissen in sitzenden Tätigkei
ten.
Die Beschwerdegegnerin ging von der attestierten 70%igen Arbeitsfähigkeit in sitzender Tätigkeit aus und schloss auf einen Invaliditätsgrad von 30
%
(
Urk.
2). Auch die Beschwerdeführerin stellte auf diese Einschätzung ab und schloss auf eine entsprechende Einschränkung in Bezug auf die Fussproblematik (
Urk.
1 S. 6 unten).
Sie thematisierte indes zur Hauptsache die Ellbogenproble
matik und schloss hieraus auf eine separat zu berücksicht
igende
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 30
%
.
5.
5.1
In Bezug auf die Ellbogensituation links ging die Beschwerdegegnerin davon aus, dass diese zu keiner weitergehenden Einschränkung respektive Arbeitsunfähig
keit der Rechtshänderin in leidensangepassten Tätigkeiten führe. Die Beschwer
deführerin sei deswegen auch nicht in Behandlung. Im Übrigen halte der ausge
glichene Arbeitsmarkt sogar für funktionell Einarmige (was die Beschwerdefüh
rerin nicht sei) eine genügend breite Palette an zumutbaren Tätigkeiten zur Ver
fügung (
Urk.
6 S. 1).
Die Beschwerdeführerin hingegen ging - gestützt auf die Einschätzung von
Dr.
G._
vom 2
7.
Juli 2006 (E. 3.2) - von einer separat zu berücksichtigenden Arbeitsunfähigkeit von 30
%
in angepasster Tätigkeit aus, womit ein Gesamtin
validitätsgrad von 60
%
resultiere (
Urk.
1
Ziff.
8 und
Ziff.
10). Sie habe keinerlei Ausbildung und könne nur in Hilfstätigkeiten eingesetzt werden. Solche seien jedoch per se körperlicher Natur, für welche insbesondere sämtliche Gliedmassen benötigt würden (S. 9
Ziff.
4).
5.2
Zu der Ellbogenproblematik ist den Akten zu entnehmen, dass die Beschwerde
führerin am
3.
Januar 2001 einen Unfall erlitt
und
sich eine Fraktur der Spitze des Processus
coronoideus
ulnae
am linken Ellbogen zuzog
. Die Leistungseinstel
lung des Unfallversicherers basierte auf der Einschätzung von
Dr.
F._
vom 1
2.
August 2003, welcher bei einem Status nach Abrissfraktur des Processus
coronoideus
des linken Ellbogens mit posttraumatischer
Humeroulnararthrose
nurmehr gelegentlich leichte Beschwerden im Bereich des Ellbogens erwartete, keine relevante Aktivitätseinschränkung ersah und eine vollumfängliche Arbeits
fähigkeit im Beruf als Serviceangestellte attestierte (E. 3.1).
Gut drei Jahre später bestätigte
Dr.
G._
am 2
7.
Juli 2006 diese Einschätzung im Wesentlichen,
verwies indes auf eine eingetretene wulstförmige Deformierung des
Prozessus
coro
noideus
und befand eine vollumfängliche Arbeitsfähigkeit lediglich bei maxima
ler Belastung von 5-8 kg mit seltener repetitiver Charakteristik (E. 3.2).
5.3
Angesichts dieser eindeutigen Aktenlage ist es nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin der Ellbogenproblematik keine weitere Bedeutung schenkte, ging sie doch bereits aufgrund der Fusspathologie von einer nurmehr sitzend auszuübenden Tätigkeit aus. Damit einher geht selbstredend
eine Einschränkung
der zu hantierenden Gewicht
e
, ist doch schwer vo
r
stellbar, sitzend schwere Ge
wicht
e
anheben zu müssen. Ins Gewicht fällt hierbei einzig, dass auch andauernd repetitive Tätigkeiten für den linken Arm nicht in Frage kommen.
5.4
Die Annahme der Beschwerdeführerin, sie sei wegen der Ellbogenproblematik zu 30
%
in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt
,
entbehrt jeder medizinischen Grundlage. Soweit sie hierzu auf das Gutachten des
Dr.
G._
(E. 3.2) verweist (
Urk.
1
Ziff.
8, 10 und 11), ergibt sich
daraus
eine attestierte Arbeitsunfähigkeit von lediglich 25
%
und auch dies nur in Bezug auf
die damals verrichtete Tätig
keit
im Service unter Ausschluss der schweren (nicht eigentlich zu den Service
tätigkeiten gehörenden) Nebenverrichtungen. In Bezug auf eine angepasste Tä
tigkeit attestierte
Dr.
G._
eine vollumfängliche Arbeitsfähigkeit.
Die Hypothese der Beschwerdeführerin, unter Beschränkung auf eine sitzende Tä
tigkeit (aufgrund der Fussproblematik) biete der ausgeglichene Arbeitsmarkt nur für die Arme schwere respektive repetitive Tätigkeiten an, weshalb die von
Dr.
G._
attestierte Arbeitsunfähigkeit
ergänzend
zu berücksichtigen sei, ist im Rahmen des Einkommensvergleichs (E.
7
) zurückzukommen.
5.5
Dass es seitens des linken Ellbogens seit der Begutachtung im Jahr 2006 zu einer Verschlechterung gekommen ist, machte die Beschwerdeführerin nicht geltend und
s
olches ergibt sich auch nicht aus den Akten.
Im Gegenteil bestätigte die Beschwerdeführerin einen seither unveränderten Zustand (
Urk.
1
Ziff.
10). Die geltend gemachten belastungsabhängigen Schmerzen wurden von
Dr.
G._
be
rücksichtigt und führten zum umschriebenen Stellenprofil.
Eine weitere Behand
lung ist weder aktenkundig noch behauptet.
Dr.
J._
bestätigte sodann eine Ar
beitsunfähigkeit von 0 bis 10
%
in angepasster Tätigkeit in Bezug auf den Ellbo
gen (E. 3.4)
und damit die Möglichkeit, im bereits wegen der Fussproblematik reduzierten Pensum tätig zu sein.
6.
Nachdem auch die in den Akten beschriebenen Rückenbeschwerden nicht zu einer andauernden Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führen, ist der
medizini
sche
Sachverhalt als in dem Sinne erstellt zu erachten, dass d
i
e Beschwerdefüh
rerin
in einer leidensangepassten Tätigkeit (sitzende Tätigkeit bei maximaler Be
lastung von 5-8 kg mit seltener repetitiver Charakteristik für den Ellbogen) im Umfang von 70
%
arbeitsfähig ist.
Für die von der Beschwerdeführerin anbegehrten weitern Abklärungen besteht keine Veranlassung, weil davon keine abweichenden
Ergebnisse
zu erwarten sind (antizipierte Beweiswürdigung,
BGE 122 V 157 E. 1d
).
Für ein polydisziplinäres
Gutachten besteht bei liquider Aktenlage und praktisch einhelligen ärztlichen Meinungen keine Veranlassung. Die Beschwerdeführerin benannte sodann keine weiteren Beschwerden, welche auf eine Arbeitsunfähigkeit
schliessen
liessen
, so dass sich
eine Begutachtung
mit flächendeckender Frag
e
stellung nicht rechtfer
tigt. Bei der vorliegenden Problematik mit verlässlicher ärztlicher Arbeitsunfä
higkeitsschätzung ist auch eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit nicht angezeigt.
7.
7.1
Die Beschwerdegegnerin
schloss aus dem Arbeitsunfähigkeitsgrad auf den Inva
liditätsgrad, ausgehend von den gleichen zugrunde zu legenden Löhnen für das Validen- und das Invalideneinkommen, womit sie einen rechnerischen Prozent
vergleich vornahm (
Urk.
2). Dass als Basis
von den gleichen Löhnen auszugehen ist, wurde von der Beschwerdeführerin auch explizit gefordert (
Urk.
1
Ziff.
12). Die von der Beschwerdeführerin vor dem ersten Unfall innegehabte Tätigkeit als Artistin kommt für die Beschwerdeführerin nicht mehr in Frage. Vor dem zweiten Unfall war die Beschwerdeführerin arbeitslos und lediglich im Rahmen eines Zwi
schenverdienstes
in der Flugzeugreinigung tätig. Das
dabei erzielte Einkommen betrug zwischen
Fr.
98.52 und
Fr.
620.16 (
Urk.
7/110/713), was keine Basis für das
Valideneinkommen
für ein Vollzeitpensum bieten kann. Aus de
m
Auszug aus dem individuellen Konto (
Urk.
7/15) gehen für die Jahre bis 2000 lediglich mar
ginale Einkommen hervor und ab 2001 solche zwischen gut
Fr.
30'000.-- und
Fr.
45'000.--.
Bei dieser Ausgangslage ist es mit den Parteien nicht zu beanstanden, dass sowohl für das Validen- wie auch das Invalideneinkommen auf die Tabellenlöhne des Bundesamtes für Statistik abgestellt wird. Angesichts der fehlenden Ausbildung (
Urk.
7/7 S. 4)
ist im Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenanspruchs im Juni 2013 (Anmeldung bei der Beschwerdegegnerin im Dezember 2012) ist die LSE 2012 TA1_tirage_skill_level anwendbar, Kompetenzniveau 1 (einfache Tätigkei
ten körperlicher oder handwerklicher Art).
7.2
7.2.1
Da für beide Vergleichseinkommen die identischen Grundlagen zu verwenden sind, entspricht der Invaliditätsgrad dem Arbeitsunfähigkeitsgrad unter Berück
sichtigung eines allfälligen Abzuges vom Tabellenlohn. Währenddem die Be
schwerdegegnerin keinen Abzug gewährte, schloss die Beschwerdeführerin auf einen maximalen von 25
%
.
Angesichts der doch mannigfaltigen Einschränkungen, welchen die Beschwerde
führerin neben dem herabgesetzten Pensum zusätzlich unterliegt, erscheint die Verweigerung eines Abzuges vom Tabellenlohn durch die Beschwerdegegnerin als unangemessen (vgl. zur Überp
r
ü
f
u
ngsbefugnis des kantonalen Gerichts BGE 137 V 71 E. 5.1). Denn die Kombination von lediglich noch sitzend auszuübender Tätigkeit mit den wohl eher diskreten, aber vorliegend doch relevanten Ein
schränkungen bei repetitiven Ellbogenbewegungen führt unweigerlich dazu, dass die Beschwerdeführerin im für sie in Frage kommenden Segment von Arbeitstä
tigkeiten mit einem unterdurchschnittlichen Lohn rechnen muss. Der Hinweis in der Beschwerdeantwort, selbst bei Gewährung eines Abzuges von 10
%
ergebe sich kein anderes Resultat (
Urk.
6 S. 3), vermag die verfügungsweise Verweige
rung nicht zu ersetzen. Damit ist der Abzug frei festzulegen.
7.2.2
Mit Bezug auf den behinderungs- beziehungsweise leidensbedingten Abzug ist zu beachten, dass das medizinische Anforderungs- und Belastungsprofil eine zum zeitlich zumutbaren Arbeitspensum tretende qualitative oder quantitative Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit darstellt, wodurch in erster Linie das Spektrum der erwerblichen Tätigkeiten (weiter) eingegrenzt wird, welche unter Berücksich
tigung der Fähigkeiten, Ausbildung und Berufserfahrung der versicherten Person realistischerweise noch in Frage kommen. Davon zu unterscheiden ist die Gegen
stand des Abzugs vom Tabellenlohn bildende Frage, ob mit Bezug auf eine kon
kret in Betracht fallende Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage verglichen mit einem gesunden Mitbewerber nur bei Inkaufnahme einer Lohneinbusse reale Chancen für eine Anstellung bestehen (Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3.1.1 mit Hinweisen).
Ist von einem genügend breiten Spektrum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten auszugehen, können unter dem Titel leidensbedingter Abzug grundsätzlich nur Umstände berücksichtigt werden, die auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) als ausseror
dentlich zu bezeichnen sind (
Urteil des Bundesgerichts 8C_297/2018 vom 6. Juli 2018 E. 3.5).
Der Umstand, dass nur noch leichte Tätigkeiten zumutbar sind, ist indes kein Grund für einen leidensbedingten Abzug, zumal der Tabellenlohn im Kompetenz
niveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten um
fasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_447/2019 vom 8. Oktober 2019 E. 4.3.2).
Ob das Merkmal «Alter» einen Abzug vom Tabellenlohn rechtfertigt, ist jeweils unter Berücksichtigung aller konkreter Umstände des Einzelfalls zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 9C_366/2015 vom 22. September 2015 E. 4.3.2 unter Hinweis auf 9C_455/2013 vom 4. Oktober 2013 E. 4.2). Dies gilt insbesondere im Bereich der Hilfsarbeiten auf dem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG),
wo sich ein fortgeschrittenes Alter nicht zwingend lohnsenkend auswir
ken muss. Hilfsarbeiten werden auf dem massgebenden ausgeglichenen Stellen
markt altersunabhängig nachgefragt (Urteile des Bundesgerichts 8C_403/2017 vom 25. August 2017 E. 4.4.1 und 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.4.3).
Der Umstand, dass die Stellensuche altersbedingt erschwert sein mag, fällt als invaliditätsfremder Faktor regelmässig ausser Betracht (Urteil des Bundesgerichts 8C_219/2019 vom 30. September 2019 E. 5.3; vgl. auch Urteil 8C_312/2017 vom 22. November 2017 E. 3.3.2).
Bei Frauen im Kompetenzniveau 1 (bis LSE 2010 Anforderungsniveau 4) weisen die Statistiken für Teilzeitarbeit zwischen 50 % und 89 % höhere Löhne als für Vollbeschäftigung aus. Damit entfällt hier die Rechtfertigung für einen Tabellen
lohnabzug wegen Teilzeitarbeit (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_712/2012 vom 30. November 2012 E. 4.2.2 unter Bezugnahme auf LSE 2008 und 2010 und 9C_72/2017 vom 19. Juli 2017 E. 4.3 unter Bezugnahme auf LSE 2012 und 2014).
Mangelnde Sprachkenntnisse oder ungenügende Ausbildung sind nicht abzugs
relevant, da diesen Aspekten bei der Wahl des Kompetenzniveaus Rechnung zu tragen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_549/2019 vom 26. November 2019 E. 7.7).
7.2.3
Die von der Beschwerdeführerin vorgebrachten Gründe (längere Erholungspha
sen, Teilzeit, Alter, keine Ausbildung,
Urk.
1
Ziff.
12) führen nach der dargelegten Rechtsprechung allesamt nicht zu einem Abzug, zumal die Erholungsphasen mit dem noch zumutbaren Teilzeitpensum abgegolten sind.
Einzig relevantes Merkmal für einen allfälligen Abzug vom Tabellenlohn ist die von der Beschwerdeführerin vorgebrachte beschränkte Einsetzbarkeit.
Das
Ange
wiesensein
auf einen sitzenden Arbeitsplatz schränkt die Stellensuche sicherlich ein, dass allerdings im verbleibenden
Segment
ein tieferer Lohn zu erwarten ist, kann nicht ohne weiteres gesagt werden. In der Produktion gibt es viele Hilfsar
beiterstellen, die sitzend auszuüben sind. Die Kombination mit der eingeschränk
ten Belastbarkeit des linken
Ellbogens schränkt die Lohnerw
artung indes ein. Zu berücksichtigen ist hier allerdings, dass die Beschwerdeführerin Rechtshänderin ist und die Ellbogenproblematik links nur zum Tragen kommt, wenn sie beidhän
dig arbeiten muss. Sodann ist der linke Arm durchaus belastbar. Und da in sit
zenden Tätigkeiten ohnehin keine schweren Gewichte zu heben sind, reduziert sich die Einschränkung auf belastende, beidarmig andauernd repetitiv zu verrich
tende Tätigkeiten.
Angesichts dieser Einschränkungen erscheint ein Abzug vom Tabellenlohn in der Höhe von 10
%
als angemessen. Die Beschwerdeführerin wird einen
tieferen
Lohn erwarten können, indessen nicht einen erheblich reduzierten, weil sie in sitzender Tätigkeit durchaus breit eingesetzt werden kann. Feinmotorische Tätigkeiten etwa sind problemlos durchführbar und auch
repetitive
Bewegungen kommen in Frage, soweit nur der linke Arm nicht dauernd gebeugt werden muss.
Die vorliegende Konstellation unterscheidet sich denn auch erheblich von jener, welcher dem Urteil des Bundesgerichts 8C_546/2011 vom 1
4.
November 2011
E.
5.3
zugrunde lag und in welcher ein Abzug von 20
%
als
angemessen
erachtet wurde. Die versicherte Person war auf eine
sitzende, sehr leichte Tätigkeiten mit auf einem Tisch aufgestützten Ellbogen
angewiesen. Daneben lag eine psychisch bedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vor. Vorliegend leidet die Beschwer
deführerin nicht an psychischen Beschwerden und kann ihren linken Arm we
sentlich besser gebrauchen als im erwähnten Urteil.
7.3
Bei einem Abzug vom Tabellenlohn von 10
%
erleidet die Beschwerdeführerin eine Erwerbseinbusse von 37
%
, was einen Rentenanspruch ausschliesst.
Bei diesem Ergebnis braucht die Qualifikation der Beschwerdeführerin nicht nä
her geprüft zu werden
respektive die Frage, ob sie sich freiwillig mit einem redu
zierten Pensum
zufriedengegeben
hat
. Die Beschwerdegegnerin ging kommentar
los von
einer Qualifikation
als vollzeitlich Erwerbstätige aus, obwohl die Be
schwerdeführerin
in der Schweiz
nie voll
erwerbs
tätig war.
Auch nach dem Tod ihres Ehemanns im Jahr 2003 - die Tochter war damals 20 Jahre alt - war sie nur teilzeitlich erwerbstätig, obwohl wegen der damals im Vordergrund stehenden Ellbogenproblematik eine vollzeitliche angepasste Tätigkeit möglich gewesen wäre.
Angesichts der zugesprochenen Witwenrente war sie auch nicht auf
ein volles Erwerbseinkommen
angewiesen
.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.
8.
Die
Kosten
des
Verfahrens
gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind auf Fr. 7
00.-- fest
zusetzen und
ausgangsgemäss
der Beschwerdeführerin aufzuerlegen
.
Das Gericht
erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
700
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Dr. Nicole Vögeli
Galli
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.