Decision ID: d86a9d72-16d0-4aad-adc1-dccb7dc36a63
Year: 2015
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
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A.a A._ meldete sich am 18. Juli 2011 bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen zum
Bezug einer Invalidenrente an (IV-act. 1). Sie gab an, keinen Beruf erlernt zu haben. Von
2007 bis Ende März 2009 habe sie zu 50 % als Textilmitarbeiterin bei der B._
gearbeitet. Vom 1. April 2009 bis Ende Januar 2011 sei sie beim RAV gemeldet
gewesen. Seit dem 1. Februar 2011 sei sie wegen einer Diskushernie mit Schmerzen in
beiden Armen und chronischen Nierensteinen zu 100 % arbeitsunfähig.
A.b Die C._ (ehemals B._) berichtete am 26. Juli 2011 (IV-act. 14), dass sie die
Versicherte vom 11. Dezember 2006 bis 30. April 2009 zu 50 % beschäftigt habe. Die
Kündigung sei wegen der Betriebsschliessung erfolgt. Man habe keine Kenntnis von
einem Gesundheitsschaden. Die Tätigkeit habe insbesondere die Maschinenbedienung
beinhaltet. Die Versicherte habe stehend arbeiten und leichte Gewichte heben oder
tragen müssen. Gemäss dem beigelegten Lohnausweis hatte der Bruttolohn für die
Monate Januar bis April 2009 Fr. 9'413.80 betragen (IV-act. 14-11).
A.c Dr. med. D._, Allgemeine Medizin FMH, berichtete im August 2011 (IV-act.
16-1 ff.), dass die Versicherte an einem Status nach HWS-Operation bei cervikaler
Diskushernie (Mai 2011) und an einer rezidivierende Nephrolithiasis (Zystin-Steine, seit
2004) leide. Sie sei in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Produktionsmitarbeiterin von
April 2009 bis April 2010 zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Die Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit sei durch die Rezidivprophylaxe der Nierensteine (viel trinken) sowie
die Schulter-Arm-Schmerzen links bedingt. Auch nach der HWS-Operation bestünden
chronische Schmerzen mit Ausstrahlung in beide Arme. Zurzeit seien der Versicherten
körperliche Arbeiten sowie sitzende Tätigkeiten, die eine Konzentration erforderten,
nicht zumutbar. Ob sie eine wechselbelastende Tätigkeit ganztags ausüben könnte, sei
unklar. Einem beigelegten Bericht der Nephrologie des Kantonsspitals St. Gallen
(KSSG) vom 21. Januar 2009 (IV-act. 16-34 ff.) war zu entnehmen, dass der
Versicherten aufgrund einer Nephrolithiasis beidseits nahegelegt worden war, ihre
Trinkmenge auf mindestens vier Liter täglich zu erhöhen. Die Klinik für Neurochirurgie
des KSSG hatte am 9. Juni 2011 berichtet (IV-act. 16-8 f.), dass sich die Versicherte
am 25. Mai 2011 einer Diskektomie C5/6, einer Sequestrektomie und einer Fusion mit
Zero-P-Cage Einlage unterzogen habe. Die Operation sei komplikationslos verlaufen.
Die Versicherte sei am 30. Mai 2011 in gebessertem Zustand entlassen worden. Bis zur
Nachkontrolluntersuchung am 27. Juni 2011 sei sie zu 100 % arbeitsunfähig. Dieselbe
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Klinik hatte am 27. Juni 2011 berichtet (IV-act. 16-10 f.), dass die ausstrahlende
Schmerzsymptomatik in die obere Extremität regredient sei. Es bestünden noch
Kribbelparästhesien, welche intermittierend aufträten. Die Versicherte habe weiterhin
muskuläre Verspannungen im Nackenbereich beklagt. Hinzu kämen neu Schmerzen
lumbal ohne radikuläre Komponente. Die postoperativ durchgeführte Stellungskontrolle
habe eine regelrechte Lage des eingebrachten Materials gezeigt.
A.d RAD-Arzt Dr. E._ hielt ‒ wahrscheinlich im September 2011 (kein Datum
vermerkt) ‒ fest, dass aufgrund des Berichts von Dr. D._ vom August 2011 von
einem instabilen Gesundheitszustand ausgegangen werden müsse (IV-act. 35-1 f.). Bis
auf Weiteres bestehe eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit in jeglichen Tätigkeiten.
A.e Die Klinik für Neurochirurgie des KSSG berichtete am 21. November 2011, dass
die Versicherte seit ca. 2007 an einem neuropathischen Schmerzsyndrom cervikal leide
(IV-act. 22). Bis heute nehme sie keine regelmässige Medikation ein. Die
Cervikobrachialgie beidseits wirke sich bei der Arbeit durch eine
Bewegungseinschränkung cervikal aus. Überkopfarbeiten, kauernde und kniende
Tätigkeiten, das Steigen auf Leitern und Gerüste und körperfernes Heben/Tragen seien
der Versicherten nicht mehr zumutbar. Eine leichte, rückenschonende Arbeit sei aber
möglich. Die Einschränkungen liessen sich zudem durch Physiotherapie und
Medikamente vermindern. Diese Einschätzung gelte ab Mai 2011. Dieselbe Klinik
ergänzte am 11. Januar 2012 (IV-act. 25), dass sich die bestehende
Schmerzsymptomatik ‒ wie bereits vermutet ‒ trotz der Operation nur wenig
zurückgebildet habe. Die radikuläre Symptomatik sei postoperativ jedoch nicht mehr
vorhanden. Die letzte Stellungskontrolle im Dezember 2011 habe einen regelrechten
Befund ohne Hinweise für eine Dislokation gezeigt. Zumindest der operative Eingriff sei
als problemlos einzustufen. Der Verlauf sei aufgrund der chronischen
Schmerzsymptomatik chirurgisch nicht mehr positiv beeinflussbar. Aufgrund der
Schmerzsymptomatik bestehe eine gewisse Bewegungseinschränkung zervikal. Die
Versicherte sei jedoch im Arbeitsalltag mit wechselnder Position durchaus einsetzbar.
A.f RAD-Arzt Dr. E._ hielt anlässlich der Frühinterventions-Triage vom 31. Januar
2012 fest (IV-act. 27), dass die Versicherte spätestens seit dem 21. November 2011 in
einer leichten, rückenschonenden Tätigkeit wieder zu 100 % arbeitsfähig sei. Dabei
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müsse es sich um eine wirbelsäulenadaptierte, wechselbelastende Tätigkeit ohne
Überkopfarbeiten, ohne kauernde und kniende Tätigkeiten, ohne das Steigen auf
Leitern und Gerüste, ohne Zwangshaltungen und ohne Heben und Tragen von Lasten
über 10 kg und ohne wesentliche Zug- oder Druckbelastung handeln.
A.g Dr. D._ berichtete am 7. Februar 2012 (IV-act. 31-1 ff.), dass der
Gesundheitszustand stationär sei. Als Diagnosen gab er eine chronische
Cervikobrachialgie und eine Zystinurie an. Aktuell seien der Versicherten weder die
bisherige noch eine adaptierte Tätigkeit zumutbar. Die Arbeitsfähigkeit sei wegen der
chronischen Blockaden der HWS, des chronischen Cervikobrachialgie-Syndroms links,
der Notwendigkeit der hohen Flüssigkeitsaufnahme (3 Liter/Tag) und der Urin-pH-
Kontrolle eingeschränkt. Die Arbeitsunfähigkeit werde wegen der Rückenproblematik
bleibend über 20 % betragen. Einem beigelegten Bericht des Spitals F._ war zu
entnehmen (IV-act. 31-30 f.), dass die Versicherte wegen einer Urolithiasis rechts vom
12. bis 14. September 2011 hospitalisiert gewesen war. Es sei eine JJ-Kathetereinlage
rechts erfolgt. Am 30. September 2011 hatte dasselbe Spital über eine Hospitalisation
vom 28. bis 30. September 2011 wegen eines Harnleitersteins rechts berichtet (IV-act.
31-28 f.). Es sei eine URS Steinentfernung rechts durchgeführt worden. Die Klinik für
Neurochirurgie des KSSG hatte am 6. Dezember 2011 berichtet (IV-act. 31-18), dass
die Röntgenaufnahmen der HWS (vgl. IV-act. 31-25; Aufnahmen vom 29. November
2011) eine regelrechte Lage des eingebrachten Materials gezeigt hätten. Der
postoperative Befund sei radiologisch sehr zufriedenstellend. Bezüglich der klinischen
Symptomatik lasse sich weiterhin keine radikuläre Komponente eruieren. Die von der
Versicherten angegebene Schmerzsymptomatik scheine doch eher neuropathisch zu
sein. Die Nephrologie des KSSG hatte am 9. Dezember 2011 berichtet (IV-act. 31-19
f.), dass die Versicherte an einer Zystinurie leide. Ihr sei wieder streng empfohlen
worden, mindestens vier Liter täglich zu trinken. Ein durch Dr. D._ in Auftrag ge
gebenes MRI der HWS vom 6. Februar 2012 (IV-act. 33) hatte unauffällige
postoperative Verhältnisse ohne Hinweise auf eine persistierende durale oder nervale
Kompression, vor allem auch C6 links betreffend, gezeigt.
A.h Am 9. Februar 2012 fand ein Gespräch zwischen der Versicherten und der
Eingliederungsverantwortlichen statt (Protokoll vom 10. Februar 2012, IV-act. 34). Laut
dem Protokoll hatte die Versicherte nach der Tätigkeit bei der B._ kurzfristige
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Einsätze bei der G._ und bei der Firma H._ getätigt. Die
Eingliederungsverantwortliche hielt fest, die Versicherte habe angegeben, dass sie sich
zurzeit keine Arbeit vorstellen könne, die sie mit den genannten Beschwerden ausüben
könnte. Sie könne sich kaum bewegen. Die Frage, in welchem Pensum sie gerne
arbeiten würde, habe sie zunächst nicht beantworten können. Später habe sie ein 50
%-Pensum angegeben.
A.i RAD-Arzt Dr. E._ erklärte am 24. Januar 2012 (IV-act. 35-2), dass der Bericht
der Klinik für Neurochirurgie des KSSG vom 11. Januar 2012 keine neuen Erkenntnisse
gebracht habe. Am 13. Februar 2012 (IV-act. 35-3) ergänzte er, dass der Bericht von
Dr. D._ vom 7. Februar 2012 nicht geeignet sei, seine Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit zu ändern. Die Einschätzung von Dr. D._ sei nicht schlüssig und
nicht nachvollziehbar. Für die angestammte Tätigkeit als Produktionsmitarbeiterin
könne von einer Arbeitsunfähigkeit von 100 % ausgegangen werden.
A.j Am 1. März 2012 wurde der Versicherten mitgeteilt, dass die
Eingliederungsberatung abgeschlossen werde und sie keinen Anspruch auf berufliche
Massnahmen habe (IV-act. 37). Begründet wurde dieser Entscheid damit, dass die
Versicherte in einer leichten, rückenschonenden Tätigkeit spätestens seit dem 21.
November 2011 wieder voll arbeitsfähig sei. Trotzdem fühle sie sich aufgrund der
gesundheitlichen Situation nicht in der Lage, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen.
Unter diesen Umständen seien keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen
angezeigt.
A.k Am 5. April 2012 reichte die Versicherte den ausgefüllten Fragebogen zur
Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt vom 23. März 2012 ein (IV-act.
38). Sie gab u.a. an, dass sie heute ‒ ohne Behinderung ‒ eine Erwerbstätigkeit
ausüben würde. Zum Pensum machte sie keine Angaben. Anlässlich der Abklärung an
Ort und Stelle am 23. Mai 2012 (IV-act. 43-1 ff.) erklärte sie, sie habe im Jahr 2010 über
das Temporärbüro I._ zwei befristete Vollzeitstellen gefunden. Bei der G._ habe sie
während zehn Wochen und bei der Firma H._ während sechs Wochen gearbeitet. Bei
voller Gesundheit wäre sie heute zu 100 % erwerbstätig; konkret würde sie in
Gegenschicht zu ihrem Ehemann arbeiten. Am 16. Juni 2012 nahm Dr. D._ Stellung
zum Abklärungsbericht (IV-act. 43-7 f.). Er gab an, dass er mit dem Abklärungsergebnis
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nicht einverstanden sei. Die Versicherte würde nur allzu gerne wieder zu 50 % arbeiten,
doch ihr Gesundheitszustand lasse dies nicht zu. Allein schon der Umstand, dass sie
ihren Arbeitsplatz alle dreissig Minuten verlassen müsse, um ein WC aufzusuchen,
verunmögliche beinahe jede Arbeit. Berücksichtige man auch noch die Diskushernie,
stehe fest, dass sie nicht mehr arbeitsfähig sei. Die Abklärungsperson hielt am 18. Juni
2012 fest (IV-act. 43-11 ff.), dass sich die Versicherte gegen Ende des Gesprächs
zusehends gestresst gefühlt habe. Die anhaltenden gesundheitlichen Probleme dürften
bei dieser noch jungen Frau an den Nerven zehren. Sie habe während der über
einstündigen Besprechung zweimal das WC aufsuchen müssen. Zur Klärung der IV-
rechtlichen Einstufung empfehle sie die Einholung eines Arbeitgeberfragebogens beim
Temporärbüro. Sollte dieses bestätigen, dass die Versicherte bei den befristeten
Arbeitseinsätzen im Jahr 2010 zu 100 % gearbeitet habe, könne der Vollerwerb im
Gesundheitsfall akzeptiert werden. Die I._ berichtete am 25. Juni 2012 (IV-act. 45),
dass die Versicherte vom 11. Januar bis 17. März 2010 zu 100 % bei der G._ und
vom 18. März bis 30. April 2010 zu 100 % bei der Firma H._ gearbeitet habe. Den
beigelegten Lohnabrechnungen war zu entnehmen, dass sie für die beiden Tätigkeiten
einen Stundenlohn von Fr. 20.-- erhalten hatte (IV-act. 46).
B.
B.a Mit Vorbescheid vom 9. Juli 2012 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass die
Abweisung des Rentengesuchs vorgesehen sei (IV-act. 49). Zur Begründung führte sie
an, dass die Versicherte in ihrer angestammten Tätigkeit als Maschinenbedienerin seit
dem 1. Februar 2011 zwar zu 100 % arbeitsunfähig sei. In einer adaptierten Tätigkeit
sei sie jedoch seit dem 21. November 2011 wieder zu 100 % arbeitsfähig. Dem
Einkommensvergleich lagen ein Validen- und ein Invalideneinkommen von je Fr.
53'255.-- (Lohn einer Hilfsarbeiterin gemäss der Lohnstrukturerhebung des
Bundesamtes für Statistik [LSE] im Jahr 2011) zugrunde. Da kein Tabellenlohnabzug
gewährt wurde, betrug der IV-Grad 0 %.
B.b Dagegen liess die zwischenzeitlich anwaltlich vertretene Versicherte am 11.
September 2012 u.a. einwenden, dass sie spätestens ab 1. Februar 2012 Anspruch auf
eine halbe IV-Rente habe (IV-act. 54). Eventualiter sei eine polydisziplinäre
Begutachtung durchzuführen. Die IV-Stelle habe die Nierensteinprobleme völlig ausser
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Acht gelassen. Es sei klar, dass eine Mitarbeiterin, die ständig trinken und ständig die
Toilette aufsuchen müsse, wegen der zusätzlichen Pausen Einschränkungen beim
Lohn auf sich nehmen müsse. Die Versicherte habe einen Monat nach der
Rückenoperation über Kribbelparästhesien und intermittierende Hypästhesien im
Bereich der oberen Extremität geklagt. Da die Klinik für Neurochirurgie des KSSG mit
diesen Beschreibungen nichts habe anfangen können, habe sie einfach die Diagnose
eines neuropathischen Schmerzsyndroms gestellt, welches therapieresistent sei. Es
mangle insbesondere an einer neurologischen Abklärung, verbunden mit einem
qualifizierten MRI, am besten im Stehen, damit die HWS im belasteten Zustand
abgebildet werden könne. Zudem seien eine rheumatologische Begutachtung und eine
unabhängige Untersuchung der Nierensteinproblematik durchzuführen. Und
schliesslich habe Dr. D._ bestätigt, dass die Versicherte nicht mehr arbeitsfähig sei.
Der Gesundheitszustand sei nach wie vor instabil. Es müsse von einer mindestens 50
%igen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen werden.
B.c RAD-Arzt Dr. E._ hielt in einer Stellungnahme vom 24. September 2012 fest (IV-
act. 55), dass das Bild eines neuropathischen Schmerzsyndroms entgegen der
Behauptung des Rechtsvertreters seit dem Jahr 2007 bestehe. Die Versicherte sei
mehrmals neurochirurgisch untersucht worden. Eine zusätzliche neurologische
Untersuchung sei überflüssig, da die Neurochirurgen aufgrund ihrer Fachkompetenz zu
einer ausreichenden neurologischen Beurteilung befähigt seien. Weiter sei die
Zystinurie gut abgeklärt worden. Auch die Indikation für eine rheumatologische
Begutachtung sei derzeit nicht gegeben. Zudem solle die Versicherte plausibel
darlegen, weshalb sie alle dreissig Minuten urinieren müsse.
B.d Dr. med. J._, Facharzt FMH für Urologie, berichtete am 26. September 2012 (IV-
act. 64), dass die Versicherte trotz des Zystinsteinleidens grundsätzlich arbeitsfähig sei.
Am 29. August 2012 sei sie operiert und bis am 11. September 2012 mit einer
Harnleiterschiene versorgt worden. Es dürfe davon ausgegangen werden, dass sie
wenige Tage nach der Entfernung der Schiene wieder arbeitsfähig gewesen sei. Zu
erwähnen bleibe, dass die Versicherte immer wieder unter Flankenschmerzen rechts
leide. Diese Beschwerden hätten die Arbeitsfähigkeit seines Wissens jedoch bis anhin
nie beeinträchtigt. Auf Anfrage erklärte Dr. D._ am 1. Oktober 2012 (IV-act. 62), dass
er die Versicherte in psychiatrischer Hinsicht für gesund halte und dass sie nicht in
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psychiatrischer Behandlung stehe. Die Nephrologie des KSSG teilte am 9. November
2012 mit (IV-act. 68), die Versicherte habe sich lediglich einmal im letzten Dezember in
der nephrologischen Sprechstunde vorgestellt. Es könnten deshalb keine Angaben zur
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit gemacht werden. Es sei durchaus denkbar, dass
die Versicherte bei der empfohlenen Trinkmenge von mindestens vier Litern täglich und
bei einer normalen Blasenkapazität mindestens alle 90 Minuten Wasser lösen müsse.
B.e In einem "provisorischen Fazit" vom 27. November 2012 (IV-act. 69) erklärte RAD-
Arzt Dr. E._, dass das Zystinsteinleiden nicht per se eine dauerhafte
Arbeitsunfähigkeit bewirke. Nachvollziehbar sei, dass die Versicherte während der
Hospitalisation bis ca. eine Woche nach Entfernung der Harnleiterschiene zu 100 %
arbeitsunfähig gewesen sei. Die von ihr angegebene Miktionsfrequenz von dreissig
Minuten sei jedoch überhaupt nicht nachvollziehbar. Dr. D._ erklärte am 9. November
2012 (IV-act. 71-9), dass der pH-Wert mit einem einfachen Streifentest gemessen
werden könne. Die Häufigkeit des Urinierens hänge nicht nur von der Menge des Urins,
sondern auch von der Fähigkeit der Blase ab. RAD-Arzt Dr. E._ hielt in einer
Stellungnahme vom 7. Januar 2013 fest (IV-act. 72), dass die neu eingereichten
Unterlagen keine neuen medizinischen Tatsachen bekannt gäben. Die Versicherte solle
angefragt werden, ob sie einen Kalender führe, in dem sie Trinkmenge, Uhr- und
Datumsangabe festhalte. Die behauptete Miktionsfrequenz sei nicht schlüssig erstellt.
Die Versicherte solle sich zur Feststellung der Blasenkapazität bei einem Facharzt
vorstellen. Wäre die Miktionsfrequenz von dreissig Minuten objektivierbar, dürften zwei
Mal fünf Minuten pro Stunde für den Toilettenbesuch ausreichend sein.
B.f Mit Verfügung vom 7. Januar 2013 wies die IV-Stelle das Rentengesuch aus den
im Vorbescheid angegebenen Gründen ab (IV-act. 73). Zum Einwand hielt sie fest, dass
zwischenzeitlich keine neuen medizinischen Tatsachen bekannt geworden seien.
C.
C.a Gegen diese Verfügung liess die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin)
am 7. Februar 2013 Beschwerde erheben (act. G 1). Ihr Rechtsvertreter beantragte die
Aufhebung der Verfügung und die Zusprache mindestens einer halben IV-Rente mit
Wirkung ab 1. Februar 2012; eventualiter sei eine umfassende medizinische
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Begutachtung vorzunehmen. Zudem stellte der Rechtsvertreter ein Gesuch um
unentgeltliche Prozessführung und Rechtsverbeiständung. Zur materiellen Begründung
brachte er zusammengefasst vor, dass die Miktionsfrequenz von dreissig Minuten
entgegen der Behauptung des RAD-Arztes objektiviert worden sei. Die
Arbeitsfähigkeitsschätzung der Klinik Valens (act. G 1.2) sei sehr optimistisch und
basiere nicht auf Erfahrungswerten; auch sei den lumbalen Problemen zu wenige
Beachtung geschenkt worden. Der Rechtsvertreter bemängelte ausserdem, dass
bisher kein MRI der LWS in stehender Position durchgeführt worden sei. Das MRI vom
Februar 2012 lasse keine verlässliche Aussage zu, wie sich die HWS bei einer
Vollerwerbstätigkeit darstellen würde. Sodann sei die Arbeitsfähigkeitsschätzung der
Klinik für Neurochirurgie des KSSG nicht aussagekräftig, da diese davon ausgegangen
sei, dass die im Juni 2011 geschilderten Beschwerden (insbesondere
Kribbelparästhesien und intermittierende Hypesthäsien im Bereich der oberen
Extremität, Nackenschmerzen und lumbale Schmerzen) als neuropathisches
Schmerzsyndrom einzuordnen seien. Es fehle an einer umfassenden neurologischen
Untersuchung. Weiter habe der RAD-Arzt eine Restarbeitsfähigkeit in der
angestammten Tätigkeit verneint. Hierbei handle es sich allerdings gerade um eine
rückenschonende, wechselbelastende Tätigkeit, die der Beschwerdeführerin noch
zumutbar sein solle. Bei der Haushaltabklärung sei eine Einschränkung von mindestens
20 % festgestellt worden. Dasselbe müsse auch für eine adaptierte Tätigkeit gelten.
Die Aussage von Dr. J._, dass die Flankenschmerzen die Arbeitsfähigkeit seines
Wissens nie beeinträchtigt hätten, sei nicht abgestützt. Zwar sei die
Beschwerdeführerin vordergründig bezüglich der Nierenproblematik beschwerdefrei;
die Einnahme der Schmerzmittel beeinträchtige jedoch ihre Konzentrationsfähigkeit
und ihr Durchhaltevermögen. Und schliesslich sei auch eine Begutachtung durch einen
Urologen notwendig. Der Beschwerde lag ein vorläufiger Austrittsbericht der Klinik
Valens vom 15. Januar 2013 bei (act. G 1.2). Die Abteilungsärztin der Klinik für
Rheumatologie und internistische Rehabilitation hatte als Diagnosen ein chronisches
zervikozephales und zervikospondylogenes Syndrom links und familiär bedingte
Nierensteine angegeben. Sie hatte ausserdem erklärt, dass für die Dauer des
stationären Aufenthaltes vom 20. Dezember 2012 bis 16. Januar 2013 eine 100 %ige
Arbeitsunfähigkeit bestanden habe. Danach sollte die Beschwerdeführerin aus
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medizinisch-theoretischer Sicht in einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeit
ganztags mit vermehrten Pausen mindestens zu 70 % arbeitsfähig sein.
C.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 5. April 2013 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 5). Zur Begründung führte sie an, nach Lage der Akten bestünden
von Seiten des Rückens keine ausgeprägten pathologischen Befunde, die eine
quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu begründen vermöchten. Weitere
Abklärungen drängten sich nicht auf. Dr. J._ habe die Beschwerdeführerin trotz des
Zystinleidens für arbeitsfähig erachtet. Selbst wenn die Beschwerdeführerin alle
dreissig Minuten die Toilette aufsuchen müsste, stünde dies einer Vollzeitbeschäftigung
bei einem verständnisvollen Arbeitgeber nicht entgegen. Der RAD sei nach Würdigung
des medizinischen Sachverhalts zu Recht von einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer
optimal angepassten Tätigkeit ausgegangen.
C.c Mit Replik vom 16. Mai 2013 (act. G 8) hielt der Rechtsvertreter an den mit der
Beschwerde gestellten Anträgen fest. Ergänzend brachte er vor, dass allein die
vermehrten Toilettenpausen (10 Minuten/halbe Stunde) zu einer 25 %igen
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führten.
C.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 10).
C.e Am 2. März 2015 forderte das Gericht den Rechtsvertreter auf, den definitiven
Austrittsbericht der Klinik Valens betreffend den stationären Aufenthalt vom 20.
Dezember 2012 bis 16. Januar 2013 einzureichen (act. G 12).
C.f Dem vom Rechtsvertreter am 3. März 2015 eingereichten definitiven
Austrittsbericht der Klinik Valens vom 5. Februar 2013 (act. G 13 und G 13.1) war
neben den im vorläufigen Austrittsbericht angegebenen Diagnosen zu entnehmen, dass
sich beim Eintritt klinisch eine Haltungsinsuffizienz mit myostatischen
Überlastungsreaktionen v.a. im Nackenbereich, die Schmerzen mitverursachten,
gezeigt habe. Auffallend sei zudem eine starke Dekonditionierung sowie eine rasche
Schmerzzunahme bei jeglichen Arbeiten über Schulterhöhe gewesen. Neurologische
Ausfallsymptome hätten gefehlt. Aufgrund der festen Krankheitsüberzeugung müsse
leider über einen frustranen stationären Therapieverlauf berichtet werden. Subjektiv
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habe die Versicherte weiterhin über anhaltende Schmerzen in der Schulter- und
Nackenmuskulatur links geklagt. Die Schmerzintensität und die
Bewegungseinschränkungen hätten nicht verbessert werden können. Objektiv habe die
Versicherte unter den multimodalen, intensiven Therapien leichte Fortschritte in Bezug
auf Kraft und Ausdauer gemacht. Aufgrund des chronifizierten Schmerzsyndroms sei
sie psychosomatisch betreut worden. Es bestehe der Verdacht auf eine beginnende
anhaltende somatoforme Schmerzstörung. Zum jetzigen Zeitpunkt sei die Versicherte
aber psychiatrisch vollumfänglich stabil ohne Auffälligkeiten. Wie bereits im
provisorischen Austrittsbericht hatten die Klinikärztinnen erklärt, dass die
Arbeitsfähigkeit aus medizinisch-theoretischen Sicht in einer leichten,
wechselbelastenden Tätigkeit ganztags mit vermehrten Pausen im Anschluss an den
Klinikaufenthalt mindestens 70 % betragen habe.
C.g Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Stellungnahme zu den neu
eingereichten Unterlagen (vgl. act. G 14).

Erwägungen:
1.
1.1 Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin einen
Rentenanspruch der Beschwerdeführerin bei einem Invaliditätsgrad von 0 % abgelehnt.
Strittig ist demnach, ob die Beschwerdeführerin einen Anspruch auf eine Invalidenrente
hat.
1.2 Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf
dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). Invalidität ist
gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
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und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
1.3 Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist der Invaliditätsgrad
grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu
erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst
genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden; sie können aber auch nach
Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände geschätzt werden (AHI 1998 S. 120).
Wird eine Schätzung vorgenommen, muss diese nicht unbedingt in einer
ziffernmässigen Festlegung von Annäherungswerten bestehen. Vielmehr kann auch
eine Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen genügen (sog. Prozentvergleich; BGE
114 V 310 E. 3a mit Hinweisen).
1.4 Die Methode zur Bemessung der konkreten Unmöglichkeit, sich im
Aufgabenbereich (z.B. Haushalt und Kinderbetreuung) zu betätigen, ist in Art. 28a IVG
geregelt. Demnach ist darauf abzustellen, in welchem Mass die betreffende Person
unfähig ist, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (Abs. 2). Art. 28a Abs. 3 IVG regelt
die sogenannte gemischte Methode der Invaliditätsbemessung bei Personen, die zum
Teil erwerbstätig und zum Teil im Aufgabenbereich tätig sind. In einem solchen
"gemischten" Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im
Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad ist entsprechend der
Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen.
2.
Die Beschwerdeführerin hat sich im Juli 2011 zum Bezug von IV-Leistungen
angemeldet und geltend gemacht, seit dem 1. Februar 2011 krankheitsbedingt zu 100
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% arbeitsunfähig zu sein. Unter Berücksichtigung des Wartejahres (Art. 28 Abs. 1 lit. b
IVG) hätte sie frühestens ab 1. Februar 2012 Anspruch auf eine allfällige IV-Rente.
Vorliegend ist deshalb die Arbeitsfähigkeit wie auch die Qualifikation der
Beschwerdeführerin als Vollerwerbstätige oder als teilweise im Haushalt tätige Person
ab dem frühestmöglichen Beginn des Wartejahres, d.h. ab dem 1. Februar 2011,
relevant. Die Beschwerdeführerin hat von Dezember 2006 bis zur Kündigung wegen
der Schliessung des Betriebs per Ende April 2009 zu 50 % als Textilmitarbeiterin
gearbeitet. Danach war sie bis zum Eintritt der geltend gemachten Arbeitsunfähigkeit
beim RAV gemeldet (IV-act. 1-7). Von Januar 2010 bis April 2010 hat sie zudem zwei
temporäre Arbeitseinsätze zu einem Pensum von 100 % absolviert. Anlässlich der
Abklärung an Ort und Stelle vom 23. Mai 2012 hat die Beschwerdeführerin angegeben,
dass sie bei voller Gesundheit heute zu 100 % erwerbstätig wäre, und zwar in
Gegenschicht zu ihrem Ehemann. Die Beschwerdeführerin hat nach der wegen der
Betriebsschliessung erfolgten Kündigung offenbar nicht mehr eine Teilzeitstelle,
sondern eine Vollzeittätigkeit gesucht. Dies ist auch vor dem Hintergrund, dass das
jüngere der beiden Kinder (geboren 2002, IV-act. 1-2) wohl im Jahr 2009 in den
Kindergarten gekommen ist und der Betreuungsaufwand somit abgenommen hat, gut
nachvollziehbar. Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin deshalb zu
Recht als Vollerwerbstätige eingestuft und den Invaliditätsgrad richtigerweise anhand
eines reinen Einkommensvergleichs ermittelt.
3.
3.1 Als Nächstes ist zu prüfen, ob in der angestammten Tätigkeit als Textilmitarbeiterin
seit dem 1. Februar 2011 noch eine Arbeitsfähigkeit besteht. RAD-Arzt Dr. E._ und
die Ärzte der Klinik Valens und der Klinik für Neurochirurgie des KSSG sind sich einig
darüber, dass die Beschwerdeführerin aufgrund der Cervikobrachialgie nur noch in
einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeit arbeitsfähig ist. Die C._ hat im Arbeit
geberbericht angegeben, dass es sich bei der bisherigen Tätigkeit um eine stehende
Tätigkeit gehandelt habe. Da es sich bei der angestammten Tätigkeit somit ‒ entgegen
der Behauptung des Rechtsvertreters ‒ nicht um eine wechselbelastende Tätigkeit
gehandelt hat, ist der Beschwerdeführerin diese Tätigkeit seit dem 1. Februar 2011
nicht mehr zumutbar. Zu klären bleibt somit noch die Arbeitsfähigkeit in einer
adaptierten Tätigkeit.
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3.2 Mit Bezug auf die Cervikobrachialgie liess die Beschwerdeführerin geltend
machen, dass weder auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung der Klinik für Neurochirurgie
des KSSG noch auf diejenige der Klinik Valens abgestellt werden könne. Ihr
Rechtsvertreter hat insbesondere moniert, dass kein MRI der HWS in stehender
Position und keine umfassende neurologische Untersuchung durchgeführt worden
seien. Ersterem Einwand ist entgegenzuhalten, dass die Wahl der geeigneten
Untersuchungsmethode grundsätzlich Sache einer medizinischen Fachperson ist.
Gemäss der Aktenlage haben weder die behandelnden Spezialärzte (Neurochirurgen
des KSSG, Rheumatologin der Klinik Valens) noch der Hausarzt oder der fallzuständige
RAD-Arzt die Durchführung eines MRI in stehender Position empfohlen. Da sie alle eine
Arbeitsfähigkeitsschätzung abgegeben haben, kann daraus geschlossen werden, dass
sie einen zusätzlichen MRI-Befund in stehender Position als für die
Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht notwendig erachtet haben. Mit Bezug auf das zweite
Argument ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin nach der HWS-
Operation im Mai 2011 mehrfach von Neurochirurgen des KSSG untersucht worden ist.
RAD-Arzt Dr. E._ hat in seiner Stellungnahme vom 24. September 2012 erklärt, dass
Neurochirurgen aufgrund ihrer Fachkompetenz zu einer ausreichenden neurologischen
Beurteilung befähigt seien. Diese Einschätzung leuchtet ein, da sich die Neurochirurgie
speziell mit der Diagnose und Behandlung von Erkrankungen und Verletzungen am
gesamten Nervensystem befasst (siehe z.B. Privatklinikgruppe Hirslanden, http://
www.hirslanden.ch/global/de/startseite/gesundheit_medizin/themen_beitraege
krankheiten_behandlungsmethoden/fachgebiete_fmh/neurochirurgie.html, besucht am
8. Juni 2015). Der Rechtsvertreter hat denn auch nicht dargelegt, weshalb die
diagnostische Einschätzung der Neurochirurgen des KSSG unzureichend sein sollte.
Zusammengefasst ist festzuhalten, dass weder von einem zusätzlichen MRI-Befund in
stehender Position noch von einer ergänzenden neurologischen Untersuchung
weiterführende Erkenntnisse zu erwarten wären, die für die Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit relevant sein könnten.
3.3 Die Klinik für Neurochirurgie des KSSG hat in ihren Berichten vom 21. November
2011 und 11. Januar 2012 angegeben, dass die Beschwerdeführerin an einem
neuropathischen Schmerzsyndrom zervikal leide und dadurch in ihrer
Bewegungsfähigkeit eingeschränkt sei. Die Ausübung einer leichten,
wechselbelastenden und rückenschonenden Arbeit ohne Überkopfarbeiten, ohne
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kauernde und kniende Tätigkeiten, ohne das Steigen auf Leitern und Gerüste und ohne
körperfernes Heben/Tragen sei ihr seit Mai 2011 aber wieder möglich. RAD-Arzt Dr.
E._ hat diese Einschätzung gestützt und dahingehend ergänzt, dass der
Beschwerdeführerin auch keine Tätigkeiten mehr zumutbar seien, die
Zwangshaltungen und das Heben und Tragen von Lasten über 10 kg und wesentliche
Zug- oder Druckbelastung beinhalteten. Diese Einschätzung überzeugt insbesondere
vor dem Hintergrund, dass ein vom Hausarzt in Auftrag gegebenes MRI vom 6. Februar
2012 unauffällige postoperative Verhältnisse ohne Hinweise auf eine persistierende
durale oder nervale Kompression gezeigt hat. Demgegenüber hat Hausarzt Dr. D._
am 7. Februar 2012 erklärt, dass die Beschwerdeführerin aktuell, obwohl ihr
Gesundheitszustand stationär sei, wegen der chronischen Blockaden der HWS, dem
chronischen Cervikobrachialgie-Syndrom links, der Notwendigkeit der hohen
Flüssigkeitsaufnahme und der Urin-pH-Kontrolle nicht arbeitsfähig sei. Die
Arbeitsunfähigkeit werde wegen der Rückenproblematik bleibend über 20 % betragen.
Zunächst erscheint widersprüchlich, dass der Hausarzt einen stationären
Gesundheitszustand angibt, jedoch offenbar davon ausgeht, dass die Arbeitsfähigkeit
zukünftig noch erheblich gesteigert werden könne. Er hat zudem nicht aufgeschlüsselt,
wie hoch er die Arbeitsfähigkeit mit Bezug auf die einzelnen Leiden aktuell einschätzt.
Auch hat er nicht begründet, wie sich die Leiden konkret auf die Arbeitsfähigkeit
auswirken sollen. Des Weiteren spricht er von chronischen Blockaden der HWS, die
jedoch in den Akten sonst nirgendwo erwähnt worden sind. Unklar ist auch, wie genau
sich diese Blockaden äussern, wie häufig sie auftreten und wie lange sie andauern
sollen. Sodann handelt es sich beim Hausarzt im Gegensatz zu den Ärzten der Klinik
für Neurologie des KSSG und der Klinik Valens nicht um einen HWS-Spezialisten. Und
schliesslich überzeugt von Vornherein nicht, dass die Durchführung der Urin-pH-
Kontrolle die Beschwerdeführerin in ihrer Arbeitsfähigkeit einschränken solle, zumal der
Hausarzt selber erklärt hat, dass der pH-Wert mittels eines einfachen Streifentests
beim normalen Toilettengang gemessen werden könne. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung
von Dr. D._ überzeugt deshalb nicht. Die Klinik für Rheumatologie und internistische
Rehabilitation der Kliniken Valens hat die Arbeitsfähigkeit für die Zeit nach dem
Klinikaufenthalt, d.h. ab 17. Januar 2013, in einer leichten, wechselbelastenden
Tätigkeit ganztags mit vermehrten Pausen auf mindestens 70 % geschätzt. Da aus den
Akten nicht hervorgeht, dass zwischen der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch die
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Klinik für Neurochirurgie des KSSG im November 2011/Januar 2012 und dem
Aufenthalt in der Klinik Valens im Dezember 2012/Januar 2013 eine wesentliche
Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten wäre, handelt es sich hierbei
um eine andere Einschätzung eines medizinisch unverändert gebliebenen
Sachverhalts. Zunächst fällt an der Einschätzung der Klinik Valens auf, dass von einer
maximalen Arbeitsunfähigkeit gesprochen wird. Im IV-Verfahren muss aber nicht die
Arbeitsfähigkeit, sondern die Arbeitsunfähigkeit bewiesen werden. Als Diagnosen
haben die Klinikärztinnen ein chronisches zervikozephales und zervikospondylogenes
Syndrom links angegeben. Klinisch ist eine Haltungsinsuffizienz mit myostatischen
Überlastungsreaktionen v.a. im Nackenbereich, die Schmerzen mitverursachten, eine
starke Dekonditionierung sowie eine rasche Schmerzzunahme bei jeglichen Arbeiten
über Schulterhöhe festgestellt worden. Neurologische Ausfallsymptome hätten gefehlt.
Die Klinikärztinnen haben zudem angegeben, dass eine ausgesprochene
Krankheitsüberzeugung vorgelegen habe und der Verdacht auf eine beginnende,
anhaltende somatoforme Schmerzstörung bestehe. Damit haben sie zum Ausdruck
gebracht, dass sich die von der Beschwerdeführerin angegebenen Schmerzen
medizinisch nicht hinreichend erklären lassen. Trotzdem haben sie ihr in einer
adaptierten Tätigkeit einen (hohen) vermehrten Pausenbedarf von rund 2 / Stunden
pro Tag bescheinigt. Diese Einschätzung kann nur dadurch erklärt werden, dass die
Ärztinnen der Klinik Valens zumindest teilweise auch die subjektiven, medizinisch
jedoch nicht belegbaren Schmerzangaben der Beschwerdeführerin in ihrer
Arbeitsfähigkeitsschätzung berücksichtigt haben. Deshalb vermag auch die
Einschätzung der Klinik Valens die einleuchtende und schlüssige Arbeits
fähigkeitsschätzung der Klinik für Neurochirurgie des KSSG nicht in Zweifel zu ziehen.
Aufgrund der mit Bezug auf die Cervikobrachialgie klaren medizinischen Sachlage und
der überzeugenden Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch das KSSG, welche auch
vom RAD gestützt worden ist, erübrigen sich weitergehende medizinische
Abklärungen. Demnach ist die Beschwerdeführerin mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit durch die Cervikobrachialgie nicht in der Ausübung
einer adaptierten Tätigkeit eingeschränkt.
3.4 Die Beschwerdeführerin hat weiter vorbringen lassen, dass sie wegen der durch
das Zystinsteinleiden notwendigen hohen Flüssigkeitszufuhr alle dreissig Minuten die
Toilette aufsuchen müsse. Dass die Beschwerdeführerin an einer Zystinurie leidet und
1 3
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zur Vorbeugung von Nierensteinen täglich mindestens vier Liter Flüssigkeit trinken
sollte, ist ausgewiesen. Der behandelnde Urologe Dr. J._ hat im September 2012
berichtet, dass die Beschwerdeführerin durch das Zystinsteinleiden in ihrer
Arbeitsfähigkeit grundsätzlich nicht eingeschränkt sei. Die Nephrologie des KSSG hat
am 9. November 2012 mitgeteilt, dass es durchaus denkbar sei, dass die
Beschwerdeführerin bei der empfohlenen Trinkmenge von mindestens vier Litern
täglich bei einer normalen Blasenkapazität mindestens all 90 Minuten Wasser lösen
müsse. Der Hausarzt hat dem entgegnet, dass die Häufigkeit des Urinierens nicht nur
von der Menge des Urins, sondern auch von der Fähigkeit der Blase abhänge. Aus den
Akten geht nicht hervor, dass die Beschwerdeführerin unter einer
unterdurchschnittlichen Blasenkapazität leiden würde, d.h. dass sie bei einer normalen
Trinkmenge öfters Wasser lösen müsste als eine durchschnittliche Person. Deshalb
kann auch nicht mit dem notwendigen Beweisgrad festgestellt werden, wie oft die
Beschwerdeführerin bei einer Trinkmenge von mindestens vier Litern täglich Wasser
lösen muss. Diese Frage muss jedoch nicht weiter abgeklärt werden; denn ginge man
davon aus, dass die Beschwerdeführerin alle dreissig Minuten Wasser lösen müsste,
müsste sie bei einem 100 %-Pensum während der Arbeitszeit täglich ca. 16 Mal die
Toilette aufsuchen (2 x 8). Ausgehend davon, dass eine Arbeitnehmerin mit normaler
Blasenkapazität und normaler Trinkmenge maximal alle zwei Stunden, d.h. fünf Mal
während der Arbeitszeit, die Toilette aufsuchen muss, würde die Beschwerdegegnerin
täglich 55 Minuten (11 x 5 Min.) mehr Zeit für Toilettengänge benötigen als eine
durchschnittliche Arbeitnehmerin. Entgegen der Meinung des Rechtsvertreters reichen
nach der allgemeinen Lebenserfahrung nämlich fünf Minuten pro Toilettengang aus.
Die vermehrten Toilettengänge würden somit eine Arbeitsunfähigkeit von ca. 10 %
begründen (100 % x 55 Min. / 8 Std. = 11.5 %). Zusammenfassend ist festzuhalten,
dass die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit durch eine hohe Miktionsfrequenz
grundsätzlich nicht ausgewiesen ist. Allerdings ist der Sachverhalt diesbezüglich zu
wenig abgeklärt, weshalb auch nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit feststeht,
dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin durch vermehrte Toilettengänge nicht
eingeschränkt ist. Da bei der geltend gemachten Miktionsfrequenz von 30 Minuten
jedoch ohnehin maximal eine Arbeitsunfähigkeit von 10 % resultieren würde, ist die
Sache nicht zur Durchführung weiterer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Denn sollte sich beim nachfolgenden Einkommensvergleich
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herausstellen, dass auch bei Berücksichtigung einer 10 %igen Arbeitsunfähigkeit in
einer adaptierten Tätigkeit kein rentenbegründender IV-Grad resultiert, würden weitere
Sachverhaltsabklärungen überflüssig werden. Beim Einkommensvergleich ist somit
wegen der vermehrten Toilettengänge eine 10 %ige Arbeitsunfähigkeit in einer
adaptierten Tätigkeit zu berücksichtigen.
3.5 Die Beschwerdeführerin hat sodann geltend machen lassen, dass sie immer
wieder unter Flankenschmerzen rechts leide. In den im Recht liegenden medizinischen
Akten sind die Flankenschmerzen nur vom behandelnden Urologen Dr. J._ erwähnt
worden. Er hat jedoch auch erklärt, dass diese die Arbeitsfähigkeit seines Wissens bis
anhin nie beeinträchtigt hätten. Sogar der Rechtsvertreter hat in der Beschwerdeschrift
angegeben, dass die Beschwerdeführerin durch die Einnahme von Schmerzmitteln
keine Flankenschmerzen mehr verspüre. Die Flankenschmerzen haben somit mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit.
3.6 Der Rechtsvertreter hat des Weiteren angeführt, dass die Konzentrationsfähigkeit
und das Durchhaltevermögen der Beschwerdeführerin durch die Einnahme von
Schmerzmitteln beeinträchtigt seien. Aus den im Recht liegenden medizinischen
Berichten der behandelnden Ärzte geht jedoch nicht hervor, dass die
Beschwerdeführerin an solchen Beschwerden leiden würde. Die Behauptung des
Rechtsvertreters, dass die Beschwerdeführerin an einer die Arbeitsfähigkeit
beeinflussenden verminderten Konzentrationsfähigkeit leide und ihr
Durchhaltevermögen reduziert sei, ist deshalb nicht stichhaltig.
3.7 Die Ärztinnen der Klinik Valens haben im definitiven Austrittsbericht angegeben,
dass der Verdacht auf eine beginnende anhaltende somatoforme Schmerzstörung
bestehe. Zum jetzigen Zeitpunkt sei die Beschwerdeführerin psychiatrisch
vollumfänglich stabil und habe keine Auffälligkeiten gezeigt. Auch der Hausarzt hat auf
Nachfrage der Beschwerdegegnerin im Oktober 2012 erklärt, dass er die
Beschwerdeführerin in psychiatrischer Hinsicht für gesund halte. Demnach sind den
ärztlichen Berichten keine Hinweise zu entnehmen, dass eine allfällige beginnende
somatoforme Schmerzstörung zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses einen
wesentlichen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gehabt hätte.
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3.8 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin in einer
adaptierten Tätigkeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit mindestens zu 90 %
arbeitsfähig ist.
4.
4.1 Die Beschwerdegegnerin hat das Validen- und das Invalideneinkommen anhand
von Tabellenlöhnen bemessen. Die Beschwerdeführerin hat in den letzten vier Monaten
vor der Kündigung per 30. April 2009 ein Bruttoeinkommen von Fr. 9'413.80 erzielt.
Aufgerechnet auf ein Vollpensum hätte ihr Erwerbseinkommen im Jahr 2009 Fr.
56'483.-- betragen. Dieses Einkommen liegt über dem durchschnittlichen Einkommen
einer Hilfsarbeiterin im selben Jahr, welches (bei einer betriebsüblichen wöchentlichen
Arbeitszeit von 41.6 Stunden) Fr. 52'457.-- betragen hat. Allerdings ist die
Beschwerdeführerin von Anfang Mai 2009 bis zum Eintritt der Arbeitsunfähigkeit in der
angestammten Tätigkeit am 1. Februar 2011, d.h. während 1 3⁄4 Jahren, arbeitslos
gewesen. Im Jahr 2010 hat sie zwei befristete Arbeitseinsätze absolviert, bei denen sie
nur einen unterdurchschnittlichen Lohn (brutto Fr. 20.-- pro Std.) erhalten hat. Es ist
deshalb zu bezweifeln, dass die Beschwerdeführerin ohne Gesundheitsschaden wieder
eine überdurchschnittlich gut bezahlte Hilfsarbeiterinnentätigkeit gefunden hätte.
Allerdings kann auch nicht auf den Lohn abgestellt werden, welchen sie bei den
befristeten Arbeitseinsätzen erzielt hat. Denn es ist davon auszugehen, dass es sich
hierbei um unterbezahlte Tätigkeiten gehandelt hat, da sie durch ein Temporärbüro
vermittelt worden sind und es sich um kurze, befristete Einsätze gehandelt hat.
Demzufolge kann das Valideneinkommen anhand der zuletzt erzielten Einkommen nicht
zuverlässig ermittelt werden. Die Beschwerdegegnerin hat daher für die Bemessung
des Valideneinkommens zu Recht auf den durchschnittlichen Lohn einer Hilfsarbeiterin
abgestellt. Da auch die Invalidenkarriere in einer Hilfsarbeiterinnentätigkeit besteht,
kann der IV-Grad anhand eines Prozentvergleichs berechnet werden. Es ist davon
auszugehen, dass ein potentieller Arbeitgeber der Beschwerdeführerin aufgrund des
durch die Polymorbidität bedingten erhöhten Krankheits- und Ausfallrisikos einen
unterdurchschnittlichen Lohn bezahlen würde. Positiv würde sich dafür auswirken,
dass es sich bei der Beschwerdeführerin um eine noch junge Frau handelt, von deren
Arbeitskraft ein potentieller Arbeitgeber noch lange profitieren könnte. Zudem verfügt
sie über Arbeitserfahrung als Hilfsarbeiterin. Es rechtfertigt sich deshalb nur ein kleiner
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Tabellenlohnabzug von 5 %. Bei einer Arbeitsunfähigkeit von 10 % in einer adaptierten
Tätigkeit würde der IV-Grad folglich 14.5 % (10 % + [90 % x 0.05]) betragen.
4.2 Demnach ist die Beschwerde abzuweisen.
5.
5.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Der unterliegenden
Beschwerdeführerin sind die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen.
Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist sie von der Bezahlung zu befreien.
5.2 Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der
Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art.
61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr.
12'000.--. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat keine Kostennote
eingereicht. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit erscheint mit Blick auf
vergleichbare Fälle eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- angemessen.
Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70).
Somit hat der Staat den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin pauschal mit Fr.
2'800.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
5.3 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur
Nachzahlung der Gerichtskosten und zur Rückerstattung der Parteientschädigung
verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).