Decision ID: 7f03c105-269d-5759-9b62-9e3d53180b66
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1967, war von
Januar 2009
bis
September 2010
als
Team
leiter in der Logistik und Produktion
tätig
, wobei der letzte Ar
beitstag am 2
2.
Feb
ruar 2010 erfolgte
(
Urk.
9/
24/3-7
). Unter Hinweis auf die Folgen eines Unfalls
vom
9.
Februar 2010 (
Urk.
9/14/15-16)
meldete sich der Versicherte am 1
2.
Juli 2010 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
9/6). Die Sozi
alversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab
,
zog Akten
der Unfallversicherung bei (
Urk.
9/14
,
Urk.
9/32
) und teilte
dem Versicherten
am 2
4.
Januar 2011 mit, dass keine beruf
lichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien
(
Urk.
9/27)
.
Mit Verfügung vom 3
0.
April 2012 verneinte die IV-Stelle e
inen Rentenanspruch (
Urk.
9/56), wogegen der Versicherte am 3
0.
Mai 2012 Beschwerde erhob (
Urk.
9/65/3-8).
Die IV-Stelle hob die Verfügung wiedererwägungsweise am
4.
Juli 2012 auf, um nach weiteren Abklärungen neu über das Leistungsbegehren zu ent
scheiden (
Urk.
9/67). Mit Verfügung
vom 1
0.
Juli 2012 im Verfahren IV.2012.00581
(
Urk.
9/72)
wur
de auf Antrag der IV-Stelle
das Beschwerdeverfahren zufolge Gegenstandslosigkeit vom hiesigen Gericht abgeschrieben.
In der Folge holte die IV-Stelle bei
der
Y._
ein polydisziplinäres Gutachten ein, das am 2
4.
Mai 2013 erstattet wurde (
Urk.
9/98).
Mit Mitteilung vom 1
9.
November
2013
wurde die Kostengutsprache für ein Belastbar
keitstraining erteilt
(
Urk.
9/125), welches vorzeitig abgebrochen wurde (
Urk.
9/155).
Mit Verfügung vom
7.
April 2014
sprach die IV-Stelle dem Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 64
%
eine
Dreiviertelsrente
ab
1.
Februar 2011 zu (
Urk.
9/166).
1.2
Im Rahmen des Revisionsverfahrens, welches nach Eingang des am
7.
Dezember 2015 ausgefüllten Fragebogens (
Urk.
9/191) eingeleitet wurde
, erteilte die
IV-Stelle am
6.
Juni 2016 Kostengutsprache für eine Potentialabklärung (
Urk.
9/205) und am 2
8.
Juli 2016 für eine vertiefte Abklärung (
Urk.
9/213), wel
che vorzeitig abgebrochen wurde (
Urk.
9/223).
In der Folge holte die IV-Stelle beim
Z._
ein polydisziplinäres Gutachten
ein
, das am
6.
Juni 2017 erstattet wurde (
Urk.
9/241).
Mit Vorbescheid vom
2
9.
August 2017 wurde die Einstellung der Invalidenrente in Aussicht gestellt
(
Urk.
9/250)
. Nach dagegen erhobenen Einwänden des Versi
cherten
vom 2
8.
September 2017 (
Urk.
9/
2
54) und 1
3.
April 2018 (
Urk.
9/263)
stellte
die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
7.
Juni 2018
die
Invalidenr
ente
ein
(
Urk.
9/266 =
Urk.
2).
2.
Der Versicherte erhob am 2
8.
August
2018
Beschwerde gegen die Verfügung vom 2
7.
Juni 2018 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihm die bisherige
Dreivi
ertelsrente
weiter auszurichten
. Eventuell sei ihm eine ganze Invalidenrente zu gewähren. In prozessualer Hinsicht beantragte er
die unent
geltliche Prozessführung und Rechtsvertretung
(
Urk.
1 S. 2
Ziff.
1).
Mit Beschwerdeantwort vom
3.
Oktober 2018 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
8)
, was dem Beschwerdeführer am 1
9.
Oktober 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
10)
.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 %
arbeitsunfähig gewesen
sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.5
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, wel
che auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
vergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswir
kungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und zur prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4)
.
Dabei braucht es sich nicht um eine formelle Verfügung (Art. 49 ATSG) zu han
deln. Ändert sich nach durchgeführter Rentenrevision als Ergebnis einer materi
ellen Prüfung des Rentenanspruchs nichts und eröffnet die IV-Stelle deswegen das Revisionsergebnis gestützt auf Art. 74
ter
lit
. f
der Verordnung über die Inva
lidenversicherung (IVV)
auf dem Weg der blossen Mitteilung (Art. 51 ATSG), ist im darauffolgenden Revisionsverfahren zeitlich zu vergleichender Ausgangssach
verhalt derjenige, welcher der Mitteilung zugrunde lag (Urteil des Bundesgerichts 9C_599/2016 vom 29. März 2017 E. 3.1.2 unter Hinweis auf 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E. 3.1.2).
1.6
Gemäss Art. 88a Abs. 2 IVV ist eine Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, oder eine Zunahme der Hilflosigkeit oder Erhöhung des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwandes
oder Hilfebedarfs zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat. Art. 29
bis
IVV ist sinngemäss anwendbar.
1
.7
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.8
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die B
eschwerdegegnerin begründete die abweisende Leistungsverfügung damit (
Urk.
2), dass gestützt auf die polydisziplinäre Begutachtung eine Verbesserung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers festgestellt wor
den sei. Bei der
Zusprache
der
Dreiviertelsr
ente
habe das psychische Leiden im Vordergrund gestanden. Die damals ausgewiesene schwere depressive Störung könne nicht mehr bestätigt werden, sondern lediglich noch eine mittelschwere depressive Stö
rung.
Dem Beschwerdeführer sei nun eine angepasste Tätigkeit in einem Pensum von 75
%
zumutbar (S. 2 oben).
Somatisch sei dem Beschwerdeführer eine angepasste Tätigkeit in einem 100%-Pensum zumutbar. Die gesundheitsbedingten Beeinträchtigungen seien mit der Auswahl des niedrigsten Anforderungsprofils berücksichtigt worden. Mit der Ein
schränkung von 25
%
sei das verlangsamte Arbeitstempo aufgrund des psychi
schen Leidens berücksichtigt worden. Ein leidensbedingter Abzug sei daher nicht angezeigt (S. 2 Mitte).
Bei den zusätzlich eingereichten medizinischen Stellungnahmen vom September 2017 und April 2018 handle es sich
versicherungsmedizinisch um
andere Beur
teilung
en
desselben Sachverhalts. Die vom Beschwerdeführer erwähnte posttrau
matische Belastungsstörung könne medizinisch nicht diagnostiziert werden, wes
halb am Entscheid festgehalten werde (S. 3 Mitte).
In ihrer Beschwerdeantwort vom
3.
Oktober 2018 führte die Beschwerdegegnerin aus (
Urk.
8),
v
orliegend
stelle
nicht das Jahr 2015 den relevanten Vergleichszeit
punkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung dar
.
Z
eitliche
r
Refe
renzpunkt bilde vielmehr die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs beruhe. Dies sei die rentenzuspre
chende Verfügung vom
7.
April 201
4.
Im Vergleich zu diesem Zeitpunkt sei eine Verbesserung des Gesundheitszustands ausgewiesen, was auf entsprechende Rückfrage in der gutachterlichen Stellungnahme vom Juli 2017 ausführlich und überzeugend dargelegt worden sei (S. 1 f.)
2.2
Demgegenüber wandte der Beschwerdeführ
er im Wesentlichen ein (
Urk.
1), seine berufliche Karriere sie im
Z._
-Gutachten falsch interpretiert worden (S. 5
oben
).
In der Folge sei die von der
A._
gestellte Diagnose der Persönlichkeitsstö
rung fälschlicherweise verneint worden. Gestützt auf die Einschätzung der
A._
müsste er eine ganze Invalidenrente verlangen (S. 5 unten).
Die Rentenaufhebung sei jedoch in keiner Art und Weise gerechtfertigt (S. 8).
Er habe zudem die Ein
gliederungsversuche nicht erfolgreich absolvieren können. Somit könne auch keine Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt funktionieren (S. 6 f.).
Schliesslich
habe die Beschwerdegegnerin
im Gegensatz zur
bisherigen Rentenbemessung nun fälschlicherweise auf die Gewährung eines leidensbedingten Abzugs vom Tabel
lenlohn verzichtet (S. 7).
Es sei ihm die bisherige oder sogar eine ganze Invali
denrente, allenfalls eine
Viertelsrente
weiter auszurichten (S. 8).
2.3
Strittig ist die revisionsweise Aufhebung der bisher ausgerichteten
Dreiviertels
rente
, weshalb zu prüfen ist, ob
der medizinische Sachverhalt
rechtsgenüglich
abgeklärt wurde und ob
sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im Vergleich zum Verfügungszeitpunkt am
7.
April 2014 wesentlich verbessert hat beziehungsweise sich die für die Invaliditätsbemessung massgebende Arbeitsfä
higkeit verändert hat.
3.
3.1
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für Neurologie, nannte in ihrem Bericht vom
8.
Februar 2012 (
Urk.
9/65/
15-16
) die folgenden Diagnosen (S. 1 Mitte):
-
Verdacht auf
Restless
-
L
egs
-Syndrom
-
mögliches ganz leichtes Karpaltunnelsymptom
(
CTS
) links
-
Depression
3.2
Dr.
med. C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Oberarzt,
A._
,
nannte in seinem Bericht vom 2
4.
Mai 2012 (
Urk.
9/65/14) die folgenden Diagnosen (S. 1 Mitte):
-
mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
-
Verdacht auf eine Persönlichkeitsstörung Cluster B nach DSM V mit dis
sozialen und narzisstischen Zügen (ICD-10 F60.8)
-
Störungen durch
Cannabinoide
, schädlicher Gebrauch (ICD-10 F12.1)
3.3
Dr.
C._
(vorstehend E. 3.2
) nannte in seinem Bericht vom 2
4.
September 2012 (
Urk.
9/82) die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
S. 3 oben):
-
mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
-
Verdacht auf narzisstische/ dissoziale Persönlichkeitsakzentuie
rung/Störung (ICD- 10 F60.8)
Der Patient sei bis zu seinem sozialen Abstieg nach den verschiedenen angeblich stattgefundenen Arbeitsunfällen psychiatrisch unauffällig gewesen. Der soziale und finanzielle Abstieg und das damit bedingte Kränkungserleben bei vorbekann
ten disponierenden Persönlichkeitszügen habe sicherlich massgeblich zu der aktuellen psychiatrischen Behandlungsbedürftigkeit beigetragen. Die depressive Episode mit mittelgradigem Ausmass in Verbindung mit der vermuteten Persön
lichkeitsstörung bedinge aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
(S. 5 Mitte).
3.4
3.4
.1
Die Ärzte des
Y._
erstatteten im Auftrag der Beschwerdegegnerin am 2
4.
Mai 2013 ein polydisziplinäres Gutachten (
Urk.
9/98). Sie stützten sich auf die ihnen überlassenen Akten (S.
4
ff.), die Angabe
n des Beschwerdeführers (S.
24
ff.) und ihre am 1
9.
März,
4.
und 1
6.
April 2013 erhobenen
orthopädi
schen/
traumatologischen
(S. 24 ff.),
neurologischen (S.
30 und S. 41-47
), inter
nistischen (S.
30 und S. 48-53
) und psychiatrischen (S.
30
ff.
und S. 54-70
) Befunde. Sie nannten die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit (S.
33
):
-
schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen und Suizidge
danken mit Status nach angeblichem Suizidversuch mit Schusswaffe im August 2011 (ICD-10 F32.3)
-
lumbovertebrales
und
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom,
praesacrale
Oste
o
chondrose
sowie am 1
5.
November 2012 MRI-gesicherte Diskusher
nie
Th12/L1 und L5/S1 ohne korrelierende Nervenwurzelreizsymptomatik
-
chronische
Gonalgie
links mit/bei Status nach Kontusionen und Distorsi
onen 2008, 2009 und 2
010 und nach Arthroskopie im Mai
2010 mit Innenmeniskusnaht und Aussenmeniskusteilentfernung sowie nach wei
teren Arthroskopien im Februar 2012 und Februar 201
3.
Unbehandelt gebliebene sowie aktuell klinisch asymptomatische im MRI dokumentierte Ruptur des vorderen Kreuzbandes,
blande
retropatellare
Chondropathie
I/II
3.4
.2
Aus orthopädisch-somatischer Sicht sei der Versicherte in der Lage, leichte und gelegentlich auch mittelschwere rücken- und das linke Kniegelenk schonende Tätigkeiten zu verrichten
. Zu vermeiden seien rücken- und das linke Kniegelenk
belastende Zwangshaltungen wie zum Beispiel vornüber gebeugt stehend, kniend, hockend, kauernd und einhergehend mit repetitiven Bewegungsanforderungen an den Rumpf. Das Heben, Tragen und Bewegen von Lasten sei mit 15 kg limitiert. Die
lumbovertebralen
Rückenbeschwerden und die linksseitigen
Gonalgien
könn
ten schubweise
exazerbierend
auftreten und somit die Reaktionsfähigkeit beein
trächtigen. Aus diesem Grund seien Tätigkeiten mit erhöhten Unfallgefährdungen zu meiden. Eine Wiederaufnahme der zuletzt ausgeübten Tätigkeit in der Logis
tik-Produktion sei bei Beachtung der vorbeschriebenen Ausschlusskriterien aus orthopädischer Sicht denkbar. Bei Beachtung der vorbeschriebenen Ausschluss
kriterien resultiere in angepasster Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
bei vollem Pensum. Das Rendement von 20
%
gehe zu Lasten von auch in angepass
ter Tätigkeit nicht gänzlich vermeidbaren Rücken- beziehungsweise von linkssei
tigen Kniebeschwerden (S. 29 f.)
Aus neurologischer Sicht hätten keine fachspezifischen Befunde und Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit festgestellt werden können. Insbeson
dere seien keine
lumbovertebral
verursachten
radikulären
Ausfälle auszumachen (S. 30
und S.
46
).
Aus internistischer Sicht
sei
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit festgestellt
worden
(S. 30
und S.
52
).
3.4
.3
Psychiatrisch-diagnostisch liege sicherlich subjektiv wie objektiv eine schwere Depression vor, mit psychotischen Symptomen sowie Suizidgedanken bei Status nach gescheitertem Suizidversuch mit einer Schusswaffe. Dieses depressive Zustandsbild
habe sich laut Schilderungen des Versicherten und
den
Akten sekundär
,
im Nachgang auf die somatischen Probleme (Status nach mehreren unfallbedingten Knieverletzungen und Rückentrauma)
entwickelt
, die therapeu
tisch nie
hätten
behoben werden können und zu einem chronischen Schmerzsyn
drom im Bereich des linken Knies und der Wirbel
säule geführt hätten. Dies
habe wiederum zum Verlust der Arbeitsstelle und der aufgebauten Existenz geführt. Ferner bestünden auch Scham und Schuldgefühle bezüglich der Depression, wel
che der Versicherte als Strafe ansehe (S. 66).
Aufgrund der vorliegenden Depression sei der Versicherte zurzeit nur teilweise belastbar. Nach fortgeführter adäquater und verbesserter
Psychopharmakathera
pie
und störungsspezifischer Psychotherapie könne jedoch wieder mit einer Ver
besserung im Sinne einer Symptomreduktion beziehungsweise Remission der depressiven Symptomatik
gerechnet werden. Wie rasch und in welchem Ausmass dies der Fall sein
werde, lasse sich zurzeit jedoch nicht voraussagen. Rein theo
retisch könne aber sicherlich mittelfristig, das heisst in den nächsten zwei bis drei Monaten
,
wieder mit einer Symptomreduktion auf eine nur mittelschwere Depre
ssion gerechnet werden. B
estenfalls
könne sogar eine weitere
Reduktion auf e
ine nur leichte Depression eintreten oder
gar keine Depression
mehr vorhanden sein. Aus psychiatrischer Sicht könne mit
Wiedererlangen der vollständigen Arbeitsfähigkeit
gerechnet werden
. Dies bedürfe aber weiterer adäquater und suf
fizienter Therapie sowie Berufsberatungs- und Wiedereingliederungshilfen, da die
ganze depressive Entwicklung
eine reaktive Folge der diesbezüglichen Perspek
tivlosigkeit bei anhaltend chronischer Schmerzproblematik im Knie- und Wirbel
säulenbereich sei
(S. 67 unten).
Bezüglich des Belastbarkeitsprofils bedürfe es einer Berücksichtigung
sowohl
der depressiven Problematik als auch der narzisstischen Persönlichkeitsproblematik mit der erhöhten Kränkbarkeit im Stolz sowie rascher Scham (S. 68 oben).
Wenn man krankheitsferne psychische Faktoren, sogenannte unspezifische Stö
rungsfaktoren im Gegensatz zu den störungsspezifischen depressiven ausscheide, resultiere aus psychiatrischer Sicht eine medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit in jeglicher beruflichen Tätigkeit von 50
%
, plausibel seit psychiatrischem Behandlungsbeginn im November 2011 (S. 68 Mitte). Nach einer adäquaten Behandlung sei jedoch mit einer Remission der depressiven Symptomatik zu rech
nen, sodass langfristig wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit erreicht werden könne, da es sich um ein reaktives psychisches Geschehen infolge einer primären somatischen Erkrankung handle (S. 68 f.)
3.4
.4
Die Gesamtbeurteilung ergebe, da
ss
seit ca. Herbst 2011 (Beginn der ambulanten Behandlung)
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit unter Berücksichtigung des näher auf
gef
ührten Belastungsprofils
bestehe
. Die orthopädisch somatische Minderung der Leistungsfähigkeit von 20
%
sei in der Restarbeitsfähigkeit von 50
%
integrativ berücksichtigt worden.
Aus orthopädischer Sicht habe sich die linksseitige Knie
gelenkpathologie nach der zuletzt im Februar 2013 durchgeführten
arthroskopi
schen
Revision deutlich gebessert (S. 3
5
unten
f.
).
4.
4.1
Im Auftrag der Unfallversicherung des Beschwerdeführers erstattete die MEDAS
D._
, Interdisziplinäre medizinische Gutachterstelle, am
2.
September 2015 (
Urk.
9/182/5-138) ein polydisziplinäres Gutachten in den Fachrichtungen Orthopädie
(S.
55 und
Urk.
9/182/130-138
), Rheumatologie (S.
53 f. und
Urk.
9/182/97-114
), Neurologie (S.
54 und
Urk.
9/182/120-127
) und Psychiatrie (S.
51
ff.
und
Urk.
9/182/74-94
). Sie nannten die folgenden
, hier
g
ekürzt aufge
führten
,
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 58 f.):
-
residuelle
Gonalgie
links medial und
femoropatellär
betont vom mecha
nischen Typ mit diskrete
r Funktionseinschränkung
-
chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom
-
mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11)
-
Panikstörung (episodisch paroxysmale Angst; ICD-10 F41.0)
-
Insomnie, multifaktoriell bedingt
Für die bisher ausgeübte Tätigkeit als Teamleiter Logistik bestehe
aus polydiszip
linärer Sicht
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit, wobei vorwiegend die rheumato
logischen und orthopädischen Befunde limitierend wirkten (S. 60 oben).
In angepasster Tätigkeit unter Berücksichtigung eines näher umschriebenen Belastungsprofils bestehe aus rheumatologischer Sicht eine 100%ige Arbeitsfä
higkeit. Aus psychiatrischer Sicht könne dem Versicherten in einer Verweistätig
keit, die keine besonderen Anforderungen an die psychische Belastbarkeit stelle oder besondere Fähigkeiten verlange und keine Führungsfunktion umfasse
,
eine Arbeitsfähigkeit von 75
%
zugemutet werden
. Die Einschränkung von 25
%
ergebe sich vor allem durch die Konzentrations- und Antriebsstörung, die Ver
langsamung und die erhöhte Müdigkeit. Aus neurologischer Sicht bestehe eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit von etwa 10-20
%
(S. 60 Mitte).
4.2
Dr.
med. E._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Oberärztin,
A._
, nannte in ihrem Bericht vom 2
5.
November 2016 (
Urk.
9/227) die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1
):
-
kombinierte Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen, dissozialen und impulsiven Anteilen (ICD-10 F61)
-
psychische und Verhaltensstörungen durch
Cannabinoide
, schädlicher Gebrauch (ICD-10 F12.1)
Beim Beschwerdeführer bestehe eine schwerwiegende
chronifizierte
Persönlich
keitsstörung. Aufgrund der fehlenden Introspektionsfähigkeit werde von keiner relevanten Besserung der Symptomatik ausgegangen
(
Ziff.
1.4
).
Weder die bishe
rige noch eine den Leiden angepasste Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer möglich (
Ziff.
1.7).
4.3
4.3.1
Die Ärzte des
Z._
erstatteten im Auftrag der Beschwerdegegnerin am
6.
Juni 2017 ein polydisziplinäres Gutachten (
Urk.
9/241).
Sie stützten sich auf di
e ihnen überlassenen Akten (S.
7
ff.), die Anga
ben des Beschwerdeführers (S.
16
ff.) und ihre am 2
7.
April
, 10., 1
5.
und 1
7.
Mai 2017
erhobenen
internistischen (S.
16
ff.),
rheumatologischen (S.
21
ff.), psychiatrischen (S.
30
ff.) und neurologischen
(S.
48
ff.) Befunde. Sie nannten die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S.
61 f.
):
-
chronisches
lumbo-spondylogenes
Schmerzsyndrom rechts bei Status nach
Spondylodese
lumbo-sacral
im Oktober 2013 bei symptomatischer Segmentdegeneration mit
Diskopathie
und
Spondylarthrosen
LWK3 bis LWK5 mit sekundären
Rezessusstenosen
und
Osteochondrose
mit Dis
kushernie
bei
BWK12/LWK1
(MRI der Lendenwirbelsäule, zuletzt vom
1.
September 2016)
-
persistierende Knieschmerzen links bei Status nach diagnostischer Knie
arthroskopie links am 2
4.
Februar 2012 mit Diagnose einer
Meniskushin
terhornläsion
medial, Partialläsion des vorderen Kreuzbandes und Status nach Meniskusnaht Knie links medial mit Arthroskopie am 1
0.
Mai 2010 und Status nach lokalen Traumatisierungen am 2
3.
September 2008, am
8.
Oktober 2009 (damals kernspintomographischer Nachweis von
Bone
bruise
am dorsalen
Tibiaplateau
lateral) und am
9.
Februar 2010
-
rezidivierende depressive Störung mittelgradigen Ausmasses,
chronifiziert
(ICD-10 F33.1), Differentialdiagnose (DD) atypische Depression (ICD-10 F 34.8)
-
Restless
-
Legs
-Syndrom (therapieresistent)
-
Insomnie wahrscheinlich mitbedingt durch das
Restless
-
Legs
-Syndrom
4.3.2
Aus internistischer Sicht wurde keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit gestellt, dementsprechend wurde keine Arbeitsunfähigkeit attestiert
(S.
16 ff
.
).
4.3.3
Aus rheumatologischer Sicht bestehe für die bisherige Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit, dies gemäss Akten seit
9.
Februar 201
0.
In einer körperlich leichten bis intermittierend mittelschweren Tätigkeit ohne spezifische Belastun
gen bezüglich der Lendenwirbelsäule oder der Kniegelenke, das heisst ohne Zwangshaltungen vornüber geneigt oder
rekliniert
sowie auf den Knien oder mit gebeugten Knien und ohne repetitive Bück- oder Torsionsbewegungen, bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (S. 28 f.)
.
Bezüglich des Verlaufs des Gesundheitszustands seit 2
4.
Mai 2013 könne festge
halten werden, dass aus rein rheumatologischer Sicht keine relevante Verände
rung begründet
werden könne. Anamnetisch hätten die Beschwerden zugenom
men. Im Vergleich
zu den klinischen Befunden
im rheumato
logischen Vorgut
achten vom September 2015 (vgl. vorstehend E. 4.1
) bestehe ein stabiler klini
scher Befund (S. 29).
4.3.4
Aus psychiatrischer Sicht zeige sich ein etwa ähnlicher Explorand wie er bereits anlässlich der Begutachtung durch die MEDAS
D._
im
September 2015 (vorstehend E. 4.1
) beschrieben worden sei.
Von den behandelnden Ärzten werde von einer kombinierten Persönlichkeitsstörung ausgegangen. Bezüglich einer Persönlichkeitsstörung bedürfe es jedoch einer sehr auffälligen Persönlich
keitsstruktur, die mindestens seit dem frühen Erwachsenenalter vorliege, was sich anhand der vorhandenen Angaben nicht nachvollziehen lasse (S. 38
und S. 46 unten
).
Bezüglich der Affektivität lasse sich eine deutliche Beeinträchtigung der Stim
mung mit Interessenverlust und teilweiser Freudlosigkeit und Beeinträchtigung des Antriebs, Einschränkung des Selbstwertgefühls mit
negativistischer
Haltung, Appetitstörungen und Suizidgedanken feststellen.
Allenfalls könne differential
diagnostisch eine Persönlichkeitsänderung diskutiert werden, wobei die auffällige Persönlichkeitsstruktur jedoch eher im Rahmen der (atypischen) Depression interpretiert werden müsse. Denn
das Verhalten
des Beschwerdeführers
wirke
sehr wechselhaft und je nach Zustand wirke er dann affektiv weniger beeinträchtigt, weshalb von einer atypischen depressiven Störung ausgegangen werden könne, die sich stark auf die Persönlichkeit auswirke und das Ausmass der von den behandelnden Ärzten angenommenen Persönlichkeitsstörung aufzeige (S. 38 f.
und S. 46 unten
). Hinweise auf eine Angststörung, Schmer
z
störung oder ander
weitige psychiatrische Störungen lägen nicht vor
(S. 39).
Es könne wie bereits im Sept
ember 2015 (vgl. vorstehend E. 4.1
) weiterhin von einer 50%igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit ausgegangen werden. In einer angepassten Tätigkeit ohne Verantwortung, die klar strukturiert und ohne Zeitdruck sei, bestehe einer 25%ige Einschränkung aufgrund einer Verlangsamung (S. 46).
4.3.5
Aus neurologischer Sicht bestehe aufgrund des therapieresistenten
Restless
-
Legs
-Syndrom
s
sowie de
s
Lumbovertebralsyndrom
s
mit
Lumboischialgie
beidseits eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit. Schwere körperliche Tätigkeiten sowie Tätigkeiten mit dauerndem Stehen oder Gehen sollten vermieden werden, rücken
adaptierte Tätigkeiten seien jedoch möglich, wobei auf
das rheumatologische Teilgutachten verwiesen wurde (S.
60). Bezüglich des
Restless
-
Legs
-Syndrom wurde
festgehalten, dass die
Polysomnographie
keine erhöhten Bein
bewegungen ergeben habe, was zu der
klinisch anamnestischen Angabe (
schwergradige
Bein
bewegungen mit Auftreten auch in der Nacht, mit Erwachen) eher diskrepant sei, deshalb sei eine zusätzliche psychogene Komponente in der geschilderten Symp
tomatik denkbar (S. 59 oben).
A
ufgrund der angegebenen Tagesmüdigkeit
sei
von einem erhöhten Pausenbedarf auszugehen, was zu einer 80%ige
n
Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit führe (S. 60).
4.3.6
Gesamtmedizinisch betrachtet sei in Übereinstimmung mit der Aktenlage von einer
100%igen Arbeitsunfähigkeit für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit auszuge
hen.
U
nter Berücksichtigung eine
s
näher umschriebenen Belastungsprofils
liege in einer angepassten Tätigkeit ohne Verantwortung, welche klar strukturiert und ohne Zeitdruck sei, noch eine 25%ige Einschränkung aufgrund der Verlangsa
mung vor (S. 65 unten).
4.4
Am
5.
Juli 2017 nahmen die Ärzte des
Z._
Stellung zu der von der Beschwer
degegnerin ergänzend gestellten Frage, inwieweit sich die objektiven klinischen und/oder psychopathologischen Befunde respektive die Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit im Vergleich zur massgeblichen Erstbegutachtung vom Mai 2013 verändert hätten (
Urk.
9/245).
Es sei im Juni 2017 insbesondere eine deutliche Verbesserung der affektiven Modulation eingetreten, 2013 sei die Schwingungsfähigkeit deutlich reduziert und eingeengt gewesen
. Auch sei bei der aktuellen Begutachtung psychomoto
risch keine Beeinträchtigung festgestellt worden, des Weiteren sei eine gewisse Dramatisierungstendenz aufgefallen, die 2013 nicht beschrieben worden sei
. Auch bezüglich der damals festgestellten paranoiden Problematik sei eine Besse
rung festgestellt worden
(S. 2).
Das Gutachten von 2013 weise des Weiteren auch gewisse Widersprüchlichkeiten auf
(S. 3).
Insgesamt sei aufgrund der objektivierbaren Befunde davon auszugehen, dass eine gewisse Besserung der affektiven Symptomatik eingetreten sei und daher nicht mehr eine schwere depressive Störung
vorliege
, sondern nur noch eine mit
telschwere d
epressive Störung
,
weshalb der
Explorand in der Lage sein sollte, zumindest teilweise eine Tätigkeit durchzuführen.
Der 2017 beobachtete Zustand würde demjenigen, der bereits 2015 durch die MEDAS
D._
beschrie
ben worden sei
,
ähneln, weswegen angenommen worden sei, dass seither ein gleichbleibender Zustand persistiere (S. 3).
4.5
Dr.
med.
F._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
A._
, führte in ihrem Bericht vom 1
4.
September 2017 (
Urk.
9/253/6-7) aus, der Beschwerdeführer befinde sich seit November 2011
aufgrund einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit impulsiven, nar
zisstischen und dissozialen Anteilen (ICD-10 F61) und einer
komorbiden
depres
siven Erkrankung (ICD-10 F32) in Behandlung (S. 1).
Die depressive Symptomatik zeige sich jeweils nur vorübergehend gebessert, eine komplette Remission der Symptomatik könne nicht erreicht werden. Ursächlich hierfür werde die Persönlichkeitsstörung angesehen (S. 1). Die Erkrankung zeige sich durch tiefgreifende Einschränkungen in den unterschiedlichen Bereichen (Kognition, Affektivität, Impulskontrolle und in Bezug auf zwischenmenschliche Interaktionen). Auch bei deutlichem Rückgang der depressiven Symptomatik würden sich die beschriebenen Einschränkungen in der Alltagsfunktion zeigen (S. 2).
4.6
Die Ärzte des
Z._
äusserten s
ich
am 2
7.
November 2017 (
Urk.
9/258)
im Auf
trag der Beschwerdegegnerin
zu den Einwänden des Beschwerdeführers vom 2
8.
September 2017 (
Urk.
9/254) und der ärztlichen Stellungnahme von
Dr.
F._
vom
September 2017 (vorstehend E. 4.5
).
Aus ihrer Sicht könne nicht von einer kombinierten Persönlichkeitsstörung aus
gegangen werden, da die Kriterien nicht klar erfüllt seien. Es zeigten sich auffäl
lige Persönlichkeitszüge, die aber eher im Rahmen der atypischen Depression zu interpretieren sei
e
n. In den Alltagsfunktionen sei eine gewisse Beeinträchtigung durchaus berücksichtigt worden, wobei nicht von einer massiven Beeinträchti
gun
g ausgegangen werden könne.
Dr.
F._
habe
pauschal eine volle Arbeitsun
fähigkeit angenommen
, zu allfällig adaptierten Tätigkeit
en
habe sie nicht Stellung genommen (S. 2).
4
.7
Dr.
E._
(vorstehend E. 4.2
) führte in ihrer Stellungnahme vom
5.
April 2018 (
Urk.
9/261) aus, es sei darauf hinzuweisen, dass
der Beschwerdeführ
er kaum eine Stelle länger als ein
Jahr innegehabt habe und überwiegend im Milieu tätig gewesen sei, wo gewisse Verhaltensweisen eher toleriert würden (S. 1).
In ihrer Stellungnahme vom 2
2.
August 2018 (
Urk.
3/1 =
Urk.
9/271/23-25) führte
Dr.
E._
aus, es sei in Zusammenschau der Anamnese, sowie des im ambulanten Settings beobachteten Verhaltens klar die Diagnose einer
schweren
dissozialen Persönlichkeitsstörung zu stellen, welche zu einer 100%igen Arbeits
unfähigkeit in angestammter, als auch in angepas
ster Tätigkeit führe (S. 2 f.).
5.
5.1
Die
Zusprache
einer
Dreiviertelsrente
mit Verfügung vom April 2014 erfolgte im Wesentlichen gestützt auf die von den Ärzten des
Y._
im Mai 2013 (vorstehend E. 3.4
)
beurteilte Arbeitsfähigkeit. Aus somatischer Sicht wurden ein
lumbover
tebrales
und
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom,
eine
praesacrale
Osteo
chondrose
, eine MRI-gesicherte Diskushernie
ohne korrelierende Nervenwurzel
reizsymptomatik
sowie eine chronische
Gonalgie
links
diagnostiziert. Aus psy
chiatrischer Sicht wurde eine
schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen und Suizidgedanken mit Status nach angeblichem Suizidversuc
h
(ICD-10 F32.3)
genannt. In der Gesamtbeurteilung wurde von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit unter Berücksichtigung eines näher
aufgeführten Belastungspro
fils ausgegangen, wobei
die somatisch bedingte Minderung der Leistungsfähigkeit von 20
%
bereits in der Restarbeitsfähigkeit von 50
%
integrativ berücksichtigt wurde
.
Unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzugs vom Tabellenlohn von 10
%
resultierte aus dem Einkommensvergleich ein Invaliditätsgrad von 64
%
und somit der Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
.
5.2
Für die Beurteilung des aktuellen Gesundheitszustands stell
t
e die Beschwerde
gegnerin
- der Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Diensts (
Urk.
9/249
S.
6-8)
folgend
- auf das polydisziplinäre
Z._
-Gutachte
n vom Juni 2017 (vor
stehend E. 4.3
) ab.
Vorab ist festzustellen, dass dieses auf den notwendigen, int
ernistischen, rheumatologischen,
psychiatrischen und neurologischen Unter
suchungen des Beschwerdeführers beruht und in Kenntnis der
Vorakten
erging. Die Gutachter berücksichtigten die
g
eklagten Beschwerden und setzten sich mit diesen sowie dem Verhalten des Beschwerdeführers auseinander. Die medizini
schen Zusammenhänge und Schlussfolgerungen sind in einer Weise begründet, dass sie prüfend nachvollzogen werden können. Das
Z._
-Gutachten erfüllt daher die praxisgemässen Anforderungen an den Beweiswert ein
es Arztberichts (vorstehend E. 1.8
) vollumfänglich.
5.3
Im
Z._
-Gutachten wurden aus somatischer Sicht die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit genannt: ein
chronisches
lumbo-spondylo
genes
Schmerzsyndrom rechts bei Status nach
Spondylodese
lumbo-sacral
bei symptomatischer Segmentdegeneration mit
Diskopathie
und
Spondylarthrosen
mit sekundären
Rezessusstenosen
und
Osteochondrose
mit Diskushernie
, persis
tierende Knieschmerzen links mit
der
Diagnose einer
Meniskushinterhornläsion
medial und
einer
Partialläsion des vorderen Kreuzbandes
sowie ein therapieresis
tentes
Restless
-
Legs
-Syndrom und
eine
wahrscheinlich dadurch mitbedingt
e
Insomnie.
Die
vom Beschwerdeführer
g
eklagten
Beschwerden im Bereich der Len
denwirbelsäule und des linken Knies
konnten
durchweg
s
klinisch und r
adiologisch objektiviert werden und wurden umfassend in dem von den Gutachtern
genann
te
n
zumutbare
n
Belastungsprofil
berücksichtigt.
Aus rheumatologischer Sicht wurde
im
Z._
-Gutachten
für die bisherige Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit und für adaptierte Tätigkeiten eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert
, wobei im
orthopädischen Teilgutachten des
Y._
vom Mai 2013
eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in der bisherigen und in adap
tierten Tätigke
iten festgehalten wurde.
Aus rheumatologischer Sicht wurde bei stabilem klinischen Befund im Vergleich zum Gesundheitszustand im Zeitpunkt der Rentenverfügung vom April 2014
explizit
keine Veränderung festgestellt, daher handelt es sich bei der aus rheumatologischer Sicht aktuell attestierten vol
len Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten um eine andere Beurteilung
des
selben Sachverhalts
, welche kein Revisionsgrund darstellt.
Im neurologischen Teilgutachten wurde
n
neu das therapieresistente
Restless
-
Legs
-Syndrom sowie eine wahrscheinlich damit einhergehende Insomnie als Diagnosen mit Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit genannt
.
In der medizini
schen Gesamtbeurteilung wurden jedoch keine relevanten Wechselwirkungen der Diagnosen aufgeführt, weshalb sich die somatische Einschränkung gesamtmedi
zinisch nicht erhöhend auf die Arbeitsunfähigkeit auswirkt, welche im Ergebnis die im psychiatrischen Teilgutachten festgestellte Einschränkung von 25
%
auf
weist.
5.4
In psychiatrischer Hinsicht wurde im
Z._
-Gutachten
eine rezidivierende und
chronifizierte
depressive Störung mittelgradigen Ausmasses (ICD-10 F33.1)
mit der
Differentialdiagnose eine
r
atypische
n
Depression (ICD-10 F34.8)
diagnosti
ziert (vgl. vorstehend E. 4.3.1). Auf diese Diagnose ist
, wie nachfolgend zu zeigen sein wird,
abzustellen und dementsprechend ist im Vergleich zum Zeitpunkt der
Rentenzusprache
im Jahr 2014 bei damals noch bestehender schwerer depressiver Episode mit psychotischen Symptomen (vgl. vorstehend E. 3.4 und 5.1) von einer revisionsrelevanten wesentlichen Verbesserung des Gesundheitszustandes auszu
gehen
, zumal die
Z._
-Gutachter in ihrer Stellungnahme vom
5.
Juli 2017
objektivierbare Befunde nannten (
Urk.
9/245), welche eine wesentliche Verbesse
rung auszuweisen vermögen. So habe unter anderem eine deutliche Besserung der gestischen und mimischen Mitbeteiligung festgestellt werden können, respek
tive eine Verbesserung der affektiven Modulation. Auch habe der Beschwerde
führer im
Unterschied zur Begutachtung im Jahr 2013 verschiedene Gefühlszu
stände gezeigt und sei im Denken und in der Sprache nicht mehr deutlich ver
langsamt und eingeengt gewesen. Vielmehr habe er rasch und ohne lange über
legen zu müssen geantwortet. Auch könne eine Besserung bezüglich der damals festgestellten paranoiden Problematik angenommen werden, da sie nicht mehr vorhanden sei (
Urk.
9/245 S. 2 f.).
Dabei vermögen d
ie
Berichte der behandelnden Ärzte
die im
Z._
-Gutachten
gestellten psychiatrischen Diagnosen
nicht in Zweifel zu ziehen, zumal im psy
chiatrischen Teilgutachten ausführlich und schlüssig begründet wurde, weshalb die von den behandelnden Ärzten diagnostizierte kombinierte Persönlichkeitsstö
rung nicht bestätigt werde.
Zwar führte
Dr.
E._
in ihrem Bericht von August 2018 unter
Bezugnahme auf die
Internationale
Klassifikation psychischer Störungen aus, dass und weshalb eine Persönlichkeitsstörung vorliege
(vgl.
Urk.
3/1)
Dies
bezüglich ist jedoch zu beachten, dass nicht nur die BE
-
GAZ-Gutachter eine Persönlichkeitsstörung verneinten, sondern bereits im Gutachten des
Y._
im Jahr 2013 (vorstehend E. 3.4) und
im MEDAS-Gutachten
im Jahr
2015 (vorstehend E. 4.1)
keine Persönlichkeitsstörung diagnostiziert wurde trotz entsprechender Diagnose durch die behandelnden Ärzte
.
So wurden im Jahr 2013 zwar akzentuierte Persönlichkeitszüge und die
Differenzial
-
diagnosen
einer Per
sönlichkeitsstörung oder Persönlichkeitsänderung genannt, diese Diagnosen jedoch zu denjenigen gezählt, die ohne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit seien (
Urk.
9/68/64).
Ausserdem
stellte der Gutachter unter
Berücksichtigung von
The
rapie
n
eine gute Prognose mit Annahme der Wiedererlangung der vollständigen Arbeitsfähigkeit in relativ kurzer Zeit (
Urk.
9/98/67 unten), was eine schwere Per
sönlichkeitsstörung als nicht wahrscheinlich erscheinen lässt.
Ausführlich nahm
sodann
der psychiatrische Gutachter im Jahr 2015 im Rahmen der M
EDAS
-Begut
achtung in seinem psychiatrischen Teilgutachten zu den Diagnosen einer andau
ernden Persönlich
-
keitsänderung
und einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung Stellung (
Urk.
9/182/86-88).
Er hielt fest, dass für das Gutachten umfangreiche Daten über eine längere Beobachtungszeit vorhanden seien, so dass zumindest eine
Ver
-
dachtsdiagnose
gestellt werden könn
t
e. Jedoch seien die ICD-Kriterien nicht erfüllt, obwohl es einige Hinweise in diese Richtung gebe
. Diese Hinweise seien indes zu wenig ausgeprägt für eine solche Diagnose
(
Urk.
9/182/87).
Unter detaillierter Bezugnahme auf die Schilderungen des Beschwerdeführers hinsicht
lich seines Werdeganges kam der Gutachter zum Schluss, dass die Kriterien für eine
Persönlichkeitsstörung nicht erfüllt seien (
Urk.
9/182/87-88). Zu dieser Schlussfolgerung kam auch der zuständige
Z._
-Gutachter (
Urk.
9/241/38
,
Urk.
9/258
).
Insgesamt kamen somit drei Gutachtensstellen im Verlauf zur Schlussfolgerung, dass keine Persönlichkeitsstörung zu diagnostizieren ist, worauf abzustellen ist.
Dabei
ist
darauf hinzuweisen, dass
die diagnostische Einordnung eines Gesund
heitsschadens nicht entscheidend
ist
, sondern rechtsprechungsgemäss vielmehr zu prüfen
ist
, ob auf einen funktionellen Schweregrad der psychischen Störung zu schliessen ist, der sich nach dessen konkreten Auswirkungen und insbesondere danach beurteilt, wie stark die versicherte Person in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen dadurch beeinträchtigt ist (Urteil des Bun
desgerichts 9C_228/2013 vom 2
6.
Juni 2013 E. 4.1.4, BGE 143 V 418 E. 5.2.2 f.). Im
Z._
-Gutachten wird eine atypische depressive Störung angenommen, die sich stark auf die Persönlichkeit des Beschwerdeführers auswirke und das Aus
mass der von den behandelnden Ärzten diagnostizierten Persönlichkeitsstörung annehme (
Urk.
9/241 S. 39). Insofern wurden die Beeinträchtigungen, welche die Persönlichkeit betreffen, bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vollumfänglich berücksichtigt, was
sich
auch
in der
Prüfung der einschlägigen Indikatoren
nie
derschlägt
.
Schliesslich ist i
n
Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auf
tragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Pati
entinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc). Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten ander
seits (BGE 124 I 170 E. 4) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anderslautenden Ein
schätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abwei
chende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige – und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_677/2014
vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2 mit Hinweisen, u.a. auf SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]).
Insgesamt ist somit – gestützt auf die Angaben im
Z._
-Gutachten
–
von
eine
r
rezidivierende
n
und
chronifizierte
n
depressive
n
Störung mittelgradigen Ausmas
ses mit der Differentialdiagnose einer atypischen Depression
mit Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit
in leidensangepasster Tätigkeit
um
25
%
auszugehen, hin
sichtlich welcher die
Indikatorenprüfung
vorzunehmen ist
.
An dieser Schlussfolgerung vermögen auch die gescheiterten Eingliederungs
massnahmen (vgl.
Urk.
1 S.
6 f.
Ziff.
3
) nichts zu ändern. So erfolgte – nach ent
sprechender Kostengutsprache (
Urk.
9/205) – im Sommer 2016 eine berufliche Grundabklärung, welche aufgrund einer als nötig erachteten schrittweisen Stei
gerung der Arbeitszeit und benötigten Erlernens von erforderlichen Fähigkeiten (vgl.
Urk.
9/212) zu einer Berufsvorbereitung mit Arbeitstraining führte (vgl. Kos
tengutsprache vom 2
8.
Juli 2016,
Urk.
9/213). Die Berufsvorbereitung (Arbeits
training) wurde jedoch in der Folge vorzeitig abgebrochen, da es sich gezeigt habe, dass der Beschwerdeführer zurzeit die Anforderungen des ersten Arbeits
marktes nicht erfülle; der Beschwerdeführer
habe
sich nicht als arbeitsfähig
erachtet
(vgl.
Urk.
9/222 S. 1 unten).
Dabei lässt sich den «Ergebnissen der Berufsvorbereitung» nicht entnehmen, dass sich manifestierende, relevante medizinische (psychiatrische) Gründe die erfolgreiche Berufsvorbereitung verhin
dert hätten. Vielmehr entsteht der Eindruck, dass die Eingliederungsmassnahmen aufgrund der subjektiven Arbeitsunfähigkeits
einschätzung des Beschwerdefüh
rers gescheitert sind (
Urk.
9/222 S. 3 f.). Dies vermag die oben genannte medizi
nisch-theoretische Arbeitsfähigkeitseinschätzung nicht in Zweifel zu ziehen.
5.
5
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen, nach BGE 143 V 409 namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach Massgabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen (Änderung der Rechtsprechung). Speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen hielt
das Bundesgericht in BGE 143 V 409 – ebenfalls im Sinne einer
Praxisände
-
rung
– fest, dass eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische
Ge
-
sundheits
schädigung
nicht mehr allein mit dem Argument der fehlenden Therapieresistenz auszuschliessen sei (E. 5.1; zur bisherigen Gerichtspraxis vgl. statt vieler: BGE 140 V 193 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_13/2016 vom 1
4.
April 2016 E. 4.2). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sind somit auch bei den leichten
bis mittelgradigen depressiven Störungen systematisierte Indikatoren beachtlich, die es – unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits – erlau
ben, das tatsächlich erreichbare Leistungsve
r
mögen einzuschätzen (BGE 141
V
281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1). Die Therapierbarkeit ist dabei als Indiz in die gesamthaft vorzunehmende allseitige Beweiswürdigung miteinzubeziehen (BGE 143 V 409 E. 4.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_449/2017 vom
7.
März 2018 E. 4.2.1).
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheit
lichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüs
sig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
5.
6
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
Aus dem
Z._
-Gutachten ergeben sich die notwendigen Hinweise, welche eine sinngemässe Prüfung anhand der einschlägigen Indikatoren ermöglichen.
5.
7
5.
7
.1
Hinsichtlich der Kategorie «funktioneller Schweregrad» ist festzuhalten, dass im psychiatrischen Teilgutachten des
Z._
eine rezidivierende und
chronifizierte
depressive Störung mittelgradigen Ausmasses (ICD-10 F33.1) und als Differenti
aldiagnose eine atypische De
pression (ICD-10 F34.8) diagnostiziert wurden.
Der psychiatrische Gutachter beobachtete eine deutliche Erregungstendenz sowie Hinweise auf Verstimmungszustände, wobei
d
er
Beschwerdeführer
teilweise depressiv und affektlabil wirkte. Die geklagten kognitiven Defizite konnten nicht objektiviert werden und auch psychomotorisch bestand keine wesentliche Auf
fälligkeit
. Der Beschwerdeführer befinde sich schon seit längerer Zeit in einem affektiv wechselhaften Zustand mit Stimmungsschwankungen, Impulsdurchbrü
chen, schlechter Abgrenzbarkeit, erhöhter Verletzbarkeit, depressiven Gefühlen bis Suizidgefühlen, Anspannung, Interessenrückgang und Verminderung des Antriebs. Hinweise auf eine Panikstörung, eine Schmerzstörung oder eine ander
weitige psychiatrische Störung lagen keine mehr vor
(
Urk.
9/241 S. 37 ff.)
.
Im Vergleich zu 2013 konnte
, wie bereits erwähnt (vgl. vorstehend E. 5.4),
insbe
sondere eine Verbesserung der affektiven Modulation beobachtet werden, da damals die Schwingungsfähigkeit deutlich reduziert und eingeengt war. Eine gewisse Besserung der affektiven Symptomatik konnte
durchaus
festgestellt wer
den, so dass die depressive Störung nur noch
eine
mittelschwer
e
Ausprägung aufweist
(
Urk.
9/245 S. 2 f.).
Nach Aussage
des Beschwerdeführers
finde
nur
jede zweite Woche eine
psyc
hiatrische Behandlung statt
(
Urk.
9/241 S. 31)
, was
gegen den grossen Leidensdruck einer schweren Depression spricht
und eine mittel
schwere Ausprägung der depressiven Störung wahrscheinlich erscheinen lässt
. Zwischen den Diagnosen bestehen
gemäss Gutachter
keine Wechselwirkungen (
Urk.
9/241 S. 43).
5.
7
.2
Bezüglich des Komplexes «Persönlichkeit» kann aufgeführt werden
, dass Auffäl
ligkeiten im Verhalten, insbesondere eine Impulsivität mit Aggressionsdurchbrü
chen, Hinweise auf eine erhöhte Verle
tzbarkeit,
mangelnde Kritikfähigkeit und eine
deutliche Überschätzungstendenz festgestellt wurden. Eine primäre Persön
lichkeitsstörung konnte im
Z._
-Gutachten jedoch nicht bestätigt werden, da hierfür die notwendigen Kriterien nicht klar erfüllt seien
(
Urk.
9/258 S. 2
; vgl. vorstehend E. 5.4
)
.
Hingegen wurde die Affektivität beurteilt und von einer aty
pischen Depression ausgegangen, die sich stark auf die Persönlichkeit des Beschwerdeführers auswirke und das Ausmass der von den behandelnden Ärzten angenommenen Persönlichkeitsstörung annehme (
Urk.
9/241 S. 38 f.). Die labile P
ersönlichkeitskonstellation müsse
daher im Rahmen der psychischen Störung interpretiert werden (
Urk.
9/241 S. 41 f.)
.
Der Beschwerdeführer habe sich in der Schweiz gut integriert und spreche gut Deutsch, sei verheiratet und
habe eine Tochter, Jahrgang 2010
(
Urk.
9/241 S. 16 f.)
.
Er schlafe erst gegen 5 Uhr morgens ein und stehe dann um 7.30 Uh
r auf und begleite
die Tochter in den Kindergarten. Anschliessend gehe er mit dem Hund in den Wald oder auf eine Wiese spazieren, was zirka bis zu einer Stunde dauere. Auch am Nachmittag gehe er wieder eineinhalb bis zwei Stunden mit dem Hund spazieren mit Pausen und abends mache er einen weiteren Rundgang. Ansonsten lege er sich tagsüber oft hin, verrichte einige Haushaltsarbeiten, erledige kleine Einkäufe und koche ab und zu. Soziale Kontakte bestünden keine, da er sich komplett zurückziehe
(
Urk.
9/241 S. 32). Im sozialen Kontext findet sich ein intaktes, wenn auch kleines familiäres Netzwerk. Der Tagesablauf ist geprägt von mehreren längeren Spaziergängen, der Verrichtung von Hausarbeiten und der Betreuung der Tochter, was durchaus Ressourcen aufzeigt, neben einem ansons
ten weitgehenden sozialen Rückzug.
5.
7
.3
Zur beweisrechtlich ausschlaggebenden Kategorie der «Konsistenz» ist festzuhal
ten
, dass punktuell eine Tendenz zur Übertreibung respektive Verdeutlichung der Beschwerden beobachtbar war. Beispielsweise gab der Beschwerdeführer wieder
holt an, er habe fünf Jahre seines Lebens aus seinem Gedächtnis verloren, bei näherem Nachfragen konnte er jedoch
rel
ativ detailliert Auskunft geben.
Des Weiteren führte er auf, dass er früher drei bis vier Flaschen Whiskey getrunken habe, heute vertrage er keinen Schluck Alkohol mehr oder er könne jemandem problemlos den Hals umdrehen
(
Urk.
9/241 S. 16 f. und S. 35).
Ebenso erscheint
die nächtliche Schlafzeit von lediglich zwe
ieinhalb Stunden auch bei
Berücksich
tigung der Beschwerden eher fraglich
(
Urk.
9/241 S. 32)
.
Die Aussage, er könne sich nicht mehr konzentrieren und könne deswegen beispielsweise nicht lesen oder einer Fernsehsendung folgen, steht im Widerspruch zu der Tatsache, dass er selbständig mit dem Auto zur Untersuchung nach Basel gefahren ist (
Urk.
9/241 S. 34).
Die Betrachtung der
Aktivitätenniveaus
in allen vergleichbaren Lebensbereichen legt nahe, dass in den Alltagsfunktionen eine gewisse Beeinträchtigung vorliegt, diese aber nicht als schwerwiegend eingestuft werden kann, zumal die diagnose
relevanten Befunde im Vergleich zu 2013 deutlich weniger ausgeprägt sind
(
Urk.
9/258 S 2)
.
Die attestierte 75%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit erscheint insbesondere unter Berücksichtigung der Verbesserung im Bereich der Affektivität und des
Aktivitätenniveaus
nachvollziehbar und schlüssig begründet.
5.
7
.4
Die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage wurde
n
nach dem Gesagten im
Z._
-Gutachten schlüssig und widerspruchsfrei nachgewiesen.
5.8
Nach dem Gesagten kann festgehalten werden, dass die aus somatischer und psy
chiatrischer Sicht festgestellten Einschränkungen im Rahmen der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
durch die Gutachter des
Z._
vollumfänglich ber
ücksichtigt wurden. Weitere Abklärungen sind nicht zu tätigen.
Der medizinische Sachverhalt ist dahingehend erstellt, dass für die bisherige Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit und für eine näher umschriebene adaptierte Tätigkeit eine 75%ige Arbeitsfähigkeit ausgewiesen ist. Im Vergleich
zum Verfügungszeitpunkt am
7.
April 2014
ist eine anspruchsrelevante Verbes
serung der Arbeitsfähigkeit eingetreten, weshalb ein Revisionsgrund vorliegt.
6.
6.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE
139
V
28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1; 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
6
.2
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statisti
schen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens auf
grund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
6
.3
Es ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer im Gesundheitsfall weiterhin
als Teamleiter in der Logistik/Produktion
erwerbstätig wäre.
Die Beschwerdegeg
nerin stütze sich deshalb für die Berechnung des
Valideneinkommens
auf das vor Eintritt
des Gesundheitsschadens erzielte Einkommen als Teamleiter in der Logis
tik/Produktion. Hochgerechnet auf das Jahr 2017 resultiert daraus ein
Validen
einkommen
von
Fr.
79'287.
— (
Urk.
2 S. 2)
, was vom Beschwerdeführer nicht beanstandet wurde.
6
.4
Da es dem Beschwerdeführer möglich ist, einer angepassten Tätigkeit in einem 75%-Pensum nachzugehen (vorstehend E. 5.8), wird für die Ermittlung des Inva
lideneinkommens die Lohnstrukturerhebung (LSE) 2016, Tabelle TA1, Kompe
tenzniveau 1 herangezogen, was einem von Männern im Jahr 2016 für Hilfsar
beiten durchschnittlich erzielten Lohn von
Fr.
5'340.-- entspricht. Daraus resul
tiert
unter
Berücksichtigung der durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden (
www.bfs.admin.ch
, dort: Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschafts
abteilungen, T 03.02), der Nominallohnentwicklung vom Indexstand (Männer) 2'239 im Jahr 2016 auf 2'249 im Jahr 2017 (
www.bfs.admin.ch
, dort: Entwick
lung der Nominallöhne, T 39), aufgerechnet auf ein Jahr und bei der attestierten Arbeitsfähigkeit von 75
%
ein Invalideneinkommen von
Fr.
50'326.-- (
Fr.
5'340.-- x 12 : 40.0 x 41.7 : 2'239 x 2'249 : 100 x 75).
6.
5
Der Beschwerdeführer machte geltend, es sei ihm weiterhin ein leidensbedingter Abzug vom Tabellenlohn von 10
%
zu gewähren (
Urk.
1 S. 7 f.).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schät
zen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit ein
geschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesund
heitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbeding
ten Abzugs
einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichts
punkts führen dürfen (Urteil des Bundesgerichts 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 mit Hinweisen; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6).
6.
6
Bei der
Zusprache
der
Dreiviertelsrente
im April 2014 wurde ein Abzug vom Tabellenlohn von 10
%
mit der Begründung gewährt, der Beschwerdeführer könne nur noch in einem Teilzeitpensum tätig sein
(
Urk.
9/159 S. 2).
Bei Versicherten, die aus gesundheitlichen Gründen nur noch teilzeitlich erwerbs
tätig sein können, ist unter dem Titel «Beschäftigungsgrad» ein Abzug vom Tabellenlohn vorzunehmen, wenn Teilzeitarbeit nach der im konkreten Fall anwendbaren Tabelle vergleichsweise weniger gut
entlöhnt
wird als eine Voll
zeittätigkeit (Urteil 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.2 mit Hinweisen). Dagegen rechtfertigt der Umstand, dass die versicherte Person zwar ganztags arbeitsfähig, hierbei aber nur reduziert leistungsfähig ist, grundsätzlich keinen Abzug vom Tabellenlohn (Urteil des Bundesgerichts 9C_581/2016 vom 24. Januar 2017 E. 3 mit Hinweisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_421/2017 vom 19. September 2017 E. 2.1.1).
Gemäss der Tabelle zu den nach Beschäftigungsgrad, Geschlecht und beruflicher Stellung differenzierten monatlichen Durchschnittsbruttolöhnen für das Jahr 2016 besteht zwischen dem von Männern erzielten Durchschnittslohn ohne Kaderfunktion in einem Vollzeitpensum (
Fr.
6'130.--
) und dem Durchschnittslohn bei einem Teilzeitpensum von
75-89
%
proportional bezogen auf ein 100
%
Pen
sum (
Fr.
6'499.--) keine negative Differenz, weshalb sich aufgrund der Teilzeittä
tigkeit keine Lohneinbusse ergibt, die einen Abzug vom Tabellenlohn rechtferti
gen würde.
Das im
Z._
-Gutachten aufgeführte Belastungsprofil schränkt den Beschwer
deführer nicht zusätzlich derart ein, dass das Spektrum der erwerblichen Tätig
keiten im Bereich der Hilfsarbeitertätigkeit weiter eingegrenzt wird. Die gesund
heitlichen Beeinträchtigungen haben sich
demnach
sowohl im eingeschränkten Tätigkeitsprofil als auch in der sich daraus ergebenden Arbeitsunfähigkeit voll
umfänglich
niedergeschlagen, weshalb nicht zu beanstanden ist, d
ass die Beschwerdegegnerin
keinen leidensbedingten Abzug mehr gewährte.
6.7
Die Einkommenseinbusse bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
79'287.
--
und einem Invalideneinkommen von
Fr.
50'326.--
beträgt
Fr.
28'962.--
, woraus
auf
gerundet
ein I
nvaliditätsgrad von
37
%
resultiert. Der Invaliditätsgrad erreicht damit nicht die
Erheblichkeitsgrenz
e
von 40
%
(vgl. vorstehend E. 1.2
), weshalb der Entscheid der Beschwerdegegnerin nicht zu beanstanden ist.
7
.
Zusammenfassend ist ein Rentenanspruch bei einem Invaliditätsgrad von 37
%
zu verneinen. Damit erweist sich angefochtene Verfügung als rechtens, womit die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.
8
.
8
.1
In der Beschwerde vom
2
8.
August 2018
stellte der Beschwerdeführer das Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung
und Bestellung eines unent
geltlichen Rechtsvertreters
(
Urk.
1 S. 2).
Da die Voraussetzungen
hierfür erfüllt sind, sind antragsgemäss die unentgeltliche Prozessführung und
die unentgeltli
che Rechtsvertretung im vorliegenden Gerichtsverfahren
zu bewilligen
,
und es
ist Rechtsanwalt Jürg Maron
, Zürich,
als unentgeltlicher Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers zu bestellen.
8
.2
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr.
800.-- festzusetzen und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
8
.3
Nach
§
34
Abs.
3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert. Gemäss
§
8 in Verbindung mit
§
7
Abs.
1 der seit
1.
Juli 2011 in Kraft stehenden Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht (
GebV
SVGer
) wird - auch im Rahmen der unentgeltlichen Rechtsvertretung - namentlich für unnötigen Aufwand kein Ersatz gewährt.
8
.4
Mit Honorarnote vom 2
6.
Juni 2019 (
Urk.
12) machte der unentgeltliche Rechts
vertreter des Beschwerdeführers einen Aufwand von 16.5 Stunden sowie Baraus
lagen von
Fr.
146.80 und gestützt darauf eine Entschädigung von insgesamt
Fr.
3'972.85 (inkl.
MWSt
) geltend, was der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses
angemessen ist
,
womit di
e Entschädigung auf
Fr.
3'972.85
festzusetzen ist.
8
.5
Der Beschwerdeführer ist auf
§
16
Abs.
4
GSVGer
hin
zuweisen, wonach er zur Nachzahlung der Auslagen für die Vertretung verpflichtet werden kann, sofern er dazu in der Lage ist.
Das Gericht
beschliesst:
In Bewilligung des Gesuchs vom 2
8.
August 2018 wird de
m
Beschwerdeführer Rechtsanw
a
lt
Jürg Maron, Zürich,
als unentgeltliche
r
Rechtsvertreter für das vorliegende Verfahren bestellt und es wird ih
m
die unentgeltliche Prozessführung gewährt,
und erkennt
:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt
, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse genommen.
Der Beschwerdeführer wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss
§ 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
3.
Der unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt Jürg Maron, Zürich,
wird mit
Fr.
3'972.85
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) aus der Gerichtskasse ent
schädigt.
Der Beschwerdeführer wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Jürg Maron
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse
5.