Decision ID: ce9db680-25d2-5bc3-8650-c258470a175c
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1966,
arbeitete zuletzt vom 1. Oktober 2000 bis am 15. Februar 2006 als Pflegefach
frau im Pflegezentrum Y._
(Urk. 8/11/1). Am 28. April 2006 meldete sie sich unter Hinweis auf starke Rückenschmerzen bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum
Leis
tungsbezug
an (Urk. 8/2).
Nach Abklärung der medizinischen und erwerblichen Verhältnisse und nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 8/20 ff.) verneinte
die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
mit Verfügung vom 2. Juli 2007 den Anspruch
der Versicherten
auf eine Invali
denrente (Urk. 8/50).
Die dagegen erhobene Beschwerde wies das
Sozialversi
cherungsgericht
des Kantons Zürich mit Urteil IV.2007.01116
vom 31. März 2009 ab (Urk. 8/65/11). Indes wurden die Akten an die
IV-Stelle
überwiesen, damit
sie prüfe, ob
nach
Erlass
der angefochtenen Verfügung
vom 2. Juli 2007
eine relevante Verschlechterung des Gesundheitszustandes
eingetreten sei
. Ferner wurde darauf hingewiesen, dass dabei auch zu prüfen sei, inwieweit die Versicherte die erhebliche Adipositas im Rahmen der ihr obliegenden
Schaden
minderungspflicht
angehen müsse
(Urk. 8/
65/
8,
Urk. 8/65/11)
.
1.2
In Nachachtung dieses Urteils
holte die IV-Stelle einen Auszug aus dem individu
ellen Konto der Versicherten (IK-Auszug, Urk. 8/69), medizinische Berichte der behandelnden Ärzte (Urk. 8/70, Urk. 8/73), einen
Arbeitgeberfrage
bogen
(Urk. 8/71-72) sowie eine Stellungnahme ihres
Regi
onalen Ärztlichen Dienstes (RAD;
Urk.
8/75/2-3) ein. Gestützt darauf stellte sie der
Versicherten
mit Vorbescheid vom 29. Dezember 2009
die Abweisung des
Rentenerhöhungs
gesuchs
in Aussicht
(Urk. 8/
76).
Hiergegen erhob die
Versicherte
mit Eingaben vom 15. Januar sowie vom 23. Februar 2010 Einwand
(Urk. 8/
79,
Urk.
8/81).
In der Folge nahm die IV-Stelle weitere Arztberichte zu den Akten
(Urk. 8/
84,
Urk.
8/89
) und liess die
Versicherte
durch den RAD-Arzt
Dr.
med.
Z._
,
Facharzt
für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, orthopä
disch untersuchen
(Urk. 8/
85-86).
Dr.
Z._
empfahl eine polydisziplinäre Abklärung insbesondere mit orthopädischer, psychiatrischer und internistischer Beteiligung
(Urk. 8/
85/6).
Daraufhin wurden das psychiatrische Gutachten von
Dr.
med.
A._
,
Facharzt
für
Psychiatrie und Psychotherapie
, Klinik
B._
, vom 4. April 2010
(Urk. 8/
95) sowie das Gutachten des Zentrums
C._
vom 15. Oktober 2010 inklusive
Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit
sowie interdisziplinärer Beur
teilung der Arbeitsfähigkeit eingeholt
(Urk. 8/
96).
Hierzu nahm die
Versicherte
am 25. Januar 2011 Stellung
(Urk. 8/
100).
Wiederum wurden aktuelle Berichte der behandelnden Ärzte zu den Akten genommen
(Urk. 8/
104-105,
Urk.
8/107-110
,
Urk.
8/115
-117,
Urk.
8/121
)
und die
Versicherte
nahm mit Eingabe vom 5. März 2013 erneut Stellung
(Urk. 8/
123).
Zu
weitere
n
medizinische
n
Berichte
n
(Urk. 8/
126-127)
liess sich
die
Versicherte
am 18. Juni 2013
vernehmen
(Urk. 8/
130).
Nach einer weiteren Stellungnahme von
Dr.
Z._
(Urk. 8/
133/10) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
16. Juli 2013 den Anspruch der Versicherten auf eine Invalidenrente
(Urk. 8/
134).
2.
Gegen diese Verfügung erhob die
Versicherte
am 12. September 2013 Beschwerde und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr eine Invaliden
rente zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese nach Anordnung ergänzender medizinischer Abklärungen (inklusive psychiatrischer Verlaufsbegutachtung) über ihren An
spruch auf Ausrichtung einer Invalidenrente neu entscheide. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie zudem um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
(Urk.
1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin beantragte mit
Beschwerdeantwort
vom 9. Oktober 2013 die Abweisung der Beschwerde
(Urk.
7). Mit Gerichtsverfügung vom 24. Oktober 2013 wurde der Beschwerdeführerin die
unentgeltliche
Pro
zessführung
gewährt
(Urk.
12).
Mit Verfügung
vom 20. Januar 2015 wurde die Pensionskasse
D._
zum Prozess beigeladen
(Urk.
14), verzichtete jedoch am 27. Januar 2015 auf das Einreichen einer Stellungnahme
(Urk.
16).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2008 und am 1. Januar 2012 sind die im Zuge der Revisionen 5 und 6a geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversi
cherung (IVG), der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) und des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) in Kraft getreten.
In
materiellrechtlicher
Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des angefochtenen Entscheids respektive im Zeitpunkt gegolten
haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am
16. Juli 2013
– und somit nach In
krafttreten der 5. IV-Revision sowie
der Revision 6a – ergangen, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, ist entsprechend den allgemei
nen
intertemporal
rechtlichen
Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Nor
men der 5. IV-Revision
respektive ab dem 1. Januar 201
2
auf die Normen der IV-Revision 6a
abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision:
BGE 130 V 445
.; Urteil des Bundesgerichts I 428/04 vom 7. Juni 2006 E. 1).
Da die 5. IV-Revision hinsichtlich Invaliditätsbemessung keine substanziellen Änderungen gegenüber der bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Rechtslage gebracht hat, so dass die zur altrechtlichen Regelung ergangene Rechtsprechung weiterhin massgebend ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_76/2009 vom 19. Mai 2009 E. 2), werden die massgeblichen Gesetzesbestimmungen – soweit nichts anderes vermerkt ist – im Folgenden in der seit dem 1. Januar 2008 geltenden und mit der Revision 6a unverändert gebliebenen Fassung zitiert.
1.2
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3 IVV
, bis 31.
November
2011:
Abs.
4
), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009
,
E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003
,
E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung
der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revi
-
si
onsgrund
im Sinne von Art. 17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Ein
spracheentscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010
,
E. 1 mit Hinweisen).
1.
3
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
Zur Annahme der Invalidität nach Art. 8 ATSG ist - auch bei psychischen Erkran
kungen - in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosozi
ale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
handen sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungs
-
zuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbstständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invali
dität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokul
turellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009
,
E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigentli
chen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen ver
selbstständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner - unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden - Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend aus
wirken (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 28. Juni 2012 E. 3.2 mit Hinweisen).
1.
4
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.
5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.
6
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztbe
richtes
ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist,
in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der angefochtenen Verfügung auf den Standpunkt, der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin habe sich zwar verschlechtert, dies aber ohne Einfluss auf die Restarbeitsfähigkeit. Somit habe der im Urteil des Sozialversicherungsgerichts IV.2007.01116 vom
31. März 2009
v
orgenommene Einkommensvergleich, welcher einen Invaliditätsgrad von 30
%
ergeben habe, nach wie vor Gültigkeit (Urk. 2 S. 2). Aus somatischer Sicht habe nur vorübergehend eine Arbeitsunfähigkeit auch in einer angepassten Tätigkeit bestanden.
Aus psychiatrischer Sicht sei nicht von einer Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit auszugehen, da sich rechtsprechungsgemäss weder die
soma
toforme
Schmerzstörung noch die mittelgradige depressive Episode noch die Anpassungsstörung invalidisierend auswirkten (Urk. 2 S. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin wendet hiergegen ein, sie
sei
aufgrund ihrer psychi
schen Beeinträchtigung selbst in einer angepassten Tätigkeit lediglich im Um
fang von 50
%
arbeitsfähig (Urk. 1 S. 4
Ziff.
2).
Dies gehe auch aus dem von der IV-Stelle in Auftrag gegebenen Gutachten hervor (Urk. 1 S. 4 f.
Ziff.
3)
, wel
chem der RAD-Arzt
Dr.
Z._
gefolgt sei (Urk. 1 S. 7)
.
Das Bundesgericht habe in den von der Beschwerdegegnerin ange
führten Entscheiden nie erwähnt
, eine mittelgradige depressive Episode sei nicht als eigenständige psychische Erkrankung anzusehen und könne nie zu einem Rechtsanspruch führen (Urk. 1 S. 8).
Zudem seien im weiteren Verlauf Fuss- und Hüftbeschwerden hinzugetre
ten. Nun sei sie laut ihrem Hausarzt auch aus somatischer Sicht selbst in einer ihren multiplen körperlichen Beschwerden angepassten Tätigkeit nur noch im Umfang von 30 bis 50
%
arbeitsfähig (Urk. 1 S. 6).
3.
3.1
Die rentenabweisende Verfügung
der IV-Stelle
vom
2. Juli 2007 wurde mit Urteil des Sozialversicherungsgerichts IV.2007.01116 vom 31. März 2009 gestützt auf d
ie übereinstimmenden Einschätzungen
von
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Allgemein
e M
edizin,
und
Dr.
med.
F._
, Teamleiter technische Orthopädie an der
Klinik G._
,
bestätigt. Danach war der Beschwerde
führerin eine wechselbelastende rückenadaptierte Tätigkeit mit einem Pensum von 100
%
zumutbar
(Urk. 8/65/7 E. 3.2.1).
Die angestammte Tätigkeit als Pflegefachfrau in einem Pflegezentrum war der Versicherten wegen eines chronischen
lumbovertebralen
und -
spondylogenen
Syndroms links bei einer schweren linkskonvexen Skoliose mit einem
Skoliosewinkel
nach Cobb von 61 Grad mit massiven degenerativen Veränderungen im
Skoliosescheitel
sowie linksseitig in den untersten Segmenten L4/5 und L5/S1, bei einer
Bein
verkürzung
links minus 18 Millimeter, bei ausgeprägten
Osteochondrosen
sowie diffusen Bandscheibendegenerationen nicht mehr zumutbar (Urk. 8/65/4-5
E. 3.1.1 und 3.1.2)
.
3.2
Nach dem
Erlass der Verfügung vom 2. Juli 2007
berichtete
Dr.
F._
am 5. November 2007 über eine
Veränderung des Schweregrades der Skoliose
und hielt einen
Skoliosewinkel
von 68 Grad
fest. Er attestierte
der Beschwerdeführe
rin
nun auch
in einer rückenadaptierten Tätigkeit
eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
(Urk. 8/60/6)
.
Dies wurde am 13. August 2008 von PD
Dr.
med.
H._
, Teamleiter Wirbelsäulenchirurgie, und
Dr.
med.
I._
,
Assistenz
ärztin
,
Klinik G._
, bestätigt (Urk. 8/84/5).
Am
18. Mai sowie am
13. Juli 2009 hielt
Dr.
F._
daran fest, dass die Beschwerdeführerin in ihrer ange
stammten Tätigkeit vollumfänglich arbeitsunfähig sei. Ob sie wie früher ange
geben noch zu 50
%
in der Betreuung einer Wohngruppe arbeiten könne, müsse durch eine eingehende Verlaufsbeurteilung eruiert werden. Wegen der multi
pelsten Beschwerden müsse eine Gesamtbeurteilung erfolgen, welche wahr
scheinlich nur im Rahmen einer Begutachtung vorgenommen werden könne (Urk. 8/70/6, Urk. 8/70/8
, Urk. 8/73/36
).
3.3
Der Hausarzt
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Allgemeine Medizin,
gab in seinem Bericht vom 3. August 2009 an, seit 2005 sei der Beschwerdeführerin keine Tätigkeit mehr zumutbar (Urk. 8/
73/5).
Daran
hielt
er
in seinem Bericht vom 19. September 2011 weiterhin
fest
(Urk. 8/107/3, Urk. 8/107/4).
3.4
Der RAD-Arzt
Dr.
Z._
untersuchte die Beschwerdeführerin am 11. Mai 2010 (Urk. 8/85/1). Als Hauptdiagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er in seinem Untersuchungsbericht vom 3. Juni 2010 ein Funktions- und Belastungsdefizit des Rumpfes und des linken Beines bei intermittierendem
lumboradikulärem
Reizsyndrom links mit einer Spinalkanalstenose L4/5 mit
Diskusprotrusion
und Kompression der Nervenwurzel L5 links, bei einer Segmentdegeneration L5/S1, einer idiopathischen Skoliose lumbal links-konvex mit
Skolios
e
winkel
68 Grad sowie Beinlängendifferenz 2 cm sowie bei Status nach einem Nervenwurzelblock L5 links am 8. April 2010. Als Nebendiagnosen führte er einen Status nach
arthroskopischer
Teilmeniskektomie
medial links im Mai 2007, eine arterielle Hypertonie, eine Adipositas sowie anamnestisch eine Östrogenbehandlung wegen eines gestörten Hormonzyklus auf. Infolge der kör
perlichen Funktions- und Belastungsminderung bestehe eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Kranken- und Altenpflegekraft. Zur genauen Festlegung der Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit empfahl er eine polydisziplinäre Abklärung (Urk. 8/85/5-6).
3.5
Dem psychiatrischen Gutachten
von
Dr.
A._
vom
4. Oktober 2010
ist zu entnehmen, die Beschwerdeführerin leide aufgrund der anamnestischen Anga
ben seit Früh
l
ing 2006 unter Rückenschmerzen. Diese hätten bei erheblichen emotionalen und psychosozialen Belastungen auch eine
somatoforme
Kompo
nente erhalten. Als emotional besonders belastend sei die Erkrankung ihrer 1997 geborenen Tochter im Mai 2009 zu betrachten. Seitdem habe sich eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung entwickelt, die jedoch bei nicht erfüllten Kriterien die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin nicht ein
schränke. Im Rahmen der Anpassungsproblematik sei es aber seit Mai 2009 zur Entwicklung einer depressiven Störung gekommen, welche aktuell in mittel
schwerem Ausmass vorhanden sei. Die Beschwerdeführerin habe nicht gelernt, Gefühle zu thematisieren. Bei der gezielten Exploration seien formale Denkstö
rungen,
Deprimiertheit
, Affektlabilität beziehungsweise mittelschwer bis schwer reduzierte psychische Belastbarkeit, eine reduzierte geistige Flexibilität, Lust- und Antriebslosigkeit, sozialer Rückzug und S
chlafstörungen z
u Tage getreten. Damit seien die
Kriterien für eine mittelgradige depressive Episode mit somati
schen Symptomen erfüllt. Diese schränke die Arbeitsfähigkeit
seit Mai 2009
um mindestens 50
%
ein
.
Zudem sei die Beschwerdeführerin für Nachtarbeiten
sowie für Tätigkeiten mit sehr hohen Anforderungen an die geistige Flexibilität und psychische Belastbarkeit nicht geeignet.
Die
attestierte
Arbeitsunfähigkeit sei ausschliesslich auf ein psychisches Leiden mit Krankheitswert zurückzufüh
ren
(Urk. 8/95/4-
6
).
3.6
Die Gutachter des
Zentrums C._
gaben in ihrem Gutachten vom 15. Oktober 2010 an, eine Progredienz der Skoliose sowie der degenerativen Veränderungen der Wir
belsäule sei durch die Bildgebung objektiv ausgewiesen. Dies sei jedoch nicht selbsterklärend für eine Zunahme von Wirbelsäulenbeschwerden und funktio
neller Einschränkungen. Gemäss den Angaben der Beschwerdeführerin sowie den vorliegenden Berichten sei es nach dem Knieeingriff vom 21. Mai 2007 zu einer vermehrten Beschwerdehaftigkeit der Wirbelsäule gekommen
, weshalb vom 1. Mai bis am 30. Juni 2007 von einer reduzierten Belastbarkeit der Wir
belsäule auszugehen sei. Aktuell sei das arbeitsbezogene Problem die Funkti
onsstörung der Wirbelsäule, welche durch das
lumbospondylogene
Syndrom bei progredienter idiopathischer Skoliose bedingt sei
. Die angestammte Tätigkeit als Pflegefachfrau wirke sich ungünstig auf die vorliegende Problematik
aus
. Die Belastbarkeit liege allgemein im Bereich einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeit mit sitzenden Anteilen. Aus rheumatologisch-orthopädischer Sicht könne sie ganztags arbeiten, wobei sie zusätzliche Pausen von insge
samt circa einer Stunde pro Tag
für Entlastungsstellungen im Liegen benötige.
So könne sie sowohl am Morgen
als
auch am Nachmittag zweimal zwei Stunden mit einer 15- bis 30-minütigen Pause dazwischen arbeiten und benötige
arbeitsorganisa
torisch
eine Mittagspause von einer Stunde
.
Eine derartige Tätigkeit sei
seit
dem 1. Juli 2007 zumutbar
. Wegen der 50%igen Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht müsse diese Arbeitsfähigkeit hälftig gekürzt werden
(Urk. 8/96/9-12)
.
3.7
Dr.
med.
K._
, Fachärztin für
Psychiatrie und Psychotherapie
, berichtete am 2. September 2011, die Beschwerdeführerin befinde sich seit dem 11. März 2011 in ihrer Behandlung (Urk. 8/104).
Ihrem Bericht vom 6.
Dezember 2011 ist zu entnehmen, nebst den orthopädischen Diagnosen leide sie an einer Anpassungsstörung (ICD-10: F43.2), bestehend seit 2010. Die lebensbedrohliche Situation der Tochter, der Arbeitsunfall des Ehemannes mit nachfolgender Kündigung und langwierigen gesundheitlichen Folgen sowie die eigenen Schmerzen und Leistungseinschränkungen belasteten die sehr verant
wortungsbewusste, aktive Beschwerdeführerin extrem.
Aus rein psychiatrischer Sicht sei ihr die angestammte Tätigkeit noch zu 50
%
zumutbar, aus körperli
cher Sicht indes nicht.
Psychisch bestehe eine depressiv-angstvolle Stimmung und starke innere Nervosität, die eine konzentrierte Hinwendung zum Patienten
stark beeinträchtigen würde.
Auch bei diesem reduzierten Rahmen sei sie nur vermindert leistungsfähig, bedingt durch die Auswirkungen ihres instabilen Umfeldes. Das Ausmass hänge vom jeweiligen aktuellen Belastungsgrad durch das Umfeld ab. Eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei in der Pflege kaum vorstellbar
(Urk. 8/109/1-2).
3.8
Dr.
F._
führte am 23. August 2011 aus, zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei eine erneute Begutachtung notwendig. Wegen des linken Fusses seien wei
tere Abklärungen geplant (Urk. 8/105/2). Am 29. August 2011 äusserten die Ärzte der
Klinik G._
den Verdacht auf ein Ganglion
an der
distale
n
Fibula
ventrolateral
(Urk. 8/105/3)
, welcher sich in der Folge bestätigte (Urk. 8/108/1). Bei der Verlaufskontrolle vom 22. Dezember 2011 seien die Beschwerden und Schmerzen indes nur noch in geringem Ausmass vorhanden gewesen (Urk. 8/110/1)
.
Auch am 21. Juni 2012 ging es der Beschwerdeführerin gemäss
dem
Bericht der
Klinik G._
vom 27. Juni 2012 bezüglich des oberen Sprunggelenkes nicht schlecht, tendenziell sogar besser (Urk. 8/117)
. Am 26. Oktober 2012 wurde der Verlauf weiterhin als zufriedenstellend beurteilt (Urk. 8/121/2)
.
3.9
Dem Bericht des neuen Hausarztes
Dr.
med.
L._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, vom 22. April 2013 ist zu entnehmen,
die Beschwerdeführerin arbeite seit einiger Zeit drei Stunden pro Tag bei der Spitex in der Betreuung einer psychisch kranken Patientin. Nach seiner Einschätzung betrag
e
die Arbeitsfähigkeit für eine leichte Tätigkeit 30 bis maximal 50
%
(Urk. 8/126/2).
3.10
Laut
dem Bericht der
Klinik G._
vom 8. April 2013 ha
t
die Beschwerde
führerin ihre Betreuungstätigkeit auf zwei Stunden pro Tag reduzieren müssen. In ihrer angestammten Tätigkeit sei sie sicher dauerhaft voll arbeitsunfähig (Urk. 8/126/3-4).
3.11
Dr.
Z._
schloss sich in seinen RAD-Stellungnahmen dem Ergebnis der interdisziplinären Begutachtung an und verneinte eine zwischenzeitlich
- das heisst nach der Begutachtung -
eingetretene wesentliche Verschlechterung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin (Urk. 8/133/5-10).
4.
4.1
4.1.1
Aus somatischer Sicht wurde die Beschwerdeführerin am 2. und 3. September 2010 im
Zentrum C._
untersucht. Anlässlich der Untersuchung wurden die Anamnese sowie die Befunde erhoben. Berücksichtigung fanden nebst den eigenen Unter
suchungsbefunden
der
C._
-Gutachter
die Akten
inklusive dokumentierter
bild
gebender
Befunde
und die Angaben der Beschwerdeführerin, insbesondere jene zu ihren Beschwerden. Zugleich erfolgte eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit. Auf diesen Grundlagen wurden Diagnosen gestellt und eine Beurteilung der verbliebenen Arbeitsfähigkeit abgegeben. An der Begutachtung beteiligt waren
Dr.
med.
M._
, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation, PD
Dr.
med.
N._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation sowie Facharzt für Rheumatologie,
und die Physio
therapeutin
O._
(Urk. 8/96/1-13)
.
Die Gutachter berücksichtigten bei ihrer Beurteilung insbesondere das
lumbospondylogene
Syndrom links mit idio
pathischer Skoliose bei einem
Skoliosewinkel
von 68 Grad und einer
Beinlän
genverkürzung
links um 2,4 Zentimeter sowie die vorhandenen degenerativen Veränderungen. Die Kniegelenke
waren frei beweglich und stabil, jedoch bei der Palpation der
parapatellären
Weichteile medial links deutlich schmerzhaft. Die oberen Sprunggelenke waren symmetrisch beweglich. Knapp oberhalb des
Malleolus
lateralis
links war eine leichte Weichteilvorwölbung zu beobachten
. Der Neurostatus war mit symmetrischer Kraft an den oberen und unteren Ext
remitäten, negativem
Lasègue
, unauffälligem Gang und ohne sicher verifizier
bare motorische Kraftabschwächungen. Bei diesen fehlenden objektiv
funkti
onsvermindernden
Befunden an Knien und am oberen Sprunggelenk ist es nachvollziehbar, dass einzig die Funktionsstörung der Wirbelsäule als die Arbeitsfähigkeit einschränkend erachtet wurde
(Urk. 8/96/
8-1
1
).
In einer die Wirbelsäule nicht belastenden Tätigkeit ist die Beschwerdeführerin gemäss dem Gutachten aus somatischer Sicht während acht Stunden pro Tag einsetzbar (Urk. 8/96/11
Ziff.
5.2).
Diese Beurteilung
korreliert
mit den aus der Evaluation der funktionellen Leistungsfähigke
it gezogenen Schlussfolgerungen
, wonach die Beschwerdeführerin in einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeit mit sitzen
den Anteilen ganztags arbeitsfähig
ist
, wobei sie zusätzliche Pausen von insge
samt einer Stunde pro Tag für Entlastungsstellungen im Liegen benötig
t
(Urk. 8/96/11
Ziff.
4.1.3).
4.1.2
Die Ärzte der
Klinik
G._
attestierten
hingegen in ihren am 5. November 2007 und später erstatteten Berichten auch in einer rückenadaptierten Tätigkeit nur noch eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
(vgl. vorstehende E. 3.2).
Die
C._
-Gutachter gingen
davon aus, die von ihnen angegebene Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit bestehe
seit
dem 1. Juli 2007, weswegen abweichende Beurteilung
en vorliegen
.
Die Ärzte der
Klinik G._
begründeten die
Reduktion der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit von 100 auf 50 % mit dem Fortschreiten der Skoliose (Urk. 8/60/6) sowie der von der Beschwer
deführerin angegebenen Schmerzzunahme (Urk. 8/60/5).
Die
C._
-
Gutachter gaben
hingegen
nachvollziehbar
an, eine Progredienz der Skoliose sowie der degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule sei durch die Bildgebung
zwar
objektiv ausgewiesen,
wobei d
iese alleine die angegebene
Zunahme von
Wir
belsäulenbeschwerden
und funktioneller Einschränkungen
nicht
zu erklären vermöchten
(Urk. 8/96/9).
Dementsprechend reicht die Begründung der Ärzte der
Klinik G._
nicht aus, um von der gutachterlichen Beurteilung abzu
weichen.
Nebst dem objektiven Befund stellten diese auf die von der Beschwer
deführerin angegebene
n
Beschwerden ab, was jedoch für eine Verschlechterung nicht beweisbildend ist.
4.1.3
Der Hausarzt
Dr.
J._
attestierte in seinem Bericht vom 3. August 2009 eine volle Arbeitsunfähigkeit. Seinen Angaben zufolge sind der Beschwerdeführerin aber bereits seit 2005 keine Arbeiten mehr zumutbar (Urk. 8/73/5). Diese Beur
teilung
spricht nicht für eine wesentliche Verschlechterung seit d
er letztmaligen Rentenabweisung
im Jahr 2007
, sondern vielmehr für eine
der Natur seines Behandlungsauftrags und
sein
er auftragsrechtlichen Vertrauensstellung
entspre
chende
Beurteilung, welche keine Abweichung vom Gutachten rechtfertigt.
4.1.4
Im Anschluss an die Begutachtung
erfolgten weitere Abklärungen bezüglich des Ganglions
am oberen Sprunggelenk. Eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit wurde deswegen aber nie
attestiert (vgl. vorstehende E.
3.8). Insgesamt ist aus somatischer Sicht bei einer über die Jahre hin
weg
sich leicht verschlechternden Gesundheitsschädigung nunmehr anstelle von einer uneingeschränkt vollen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten, das heisst leichten und wechselbelastenden Tätigkeit, von einer solchen mit erhöhter Pausenbedürftigkeit von einer Stunde pro Tag in einer leichten und wechselbe
lastenden Tätigkeit mit sitzenden Anteilen auszugehen (vgl. Urk. 8/96/11).
4.2
4.2.1
Die psychischen Beschwerden betreffend wurde die Beschwerdeführerin am
28. September 2010 von
Dr.
A._
untersucht. Sein Gutachten basiert auf den anlässlich dieser Untersuchung erhobenen psychischen und testpsychologischen Befunden, der erhobenen Anamnese sowie den
Vorakten
.
Dabei fanden auch die Angaben der Beschwerdeführerin über ihre Krankheit Berücksichtigung (Urk. 8/95/
1-6).
Dr.
A._
hielt fest, die
somatoforme
Schmerzstörung sei ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Jedoch sei die Beschwerdeführerin wegen einer mittelgradigen depressiven Episode mit somatischen Symptomen
seit Mai 2009
um mindestens 50
%
in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Zudem hielt er Nachtarbeiten sowie Tätigkeiten mit sehr hohen Anforderungen an die geis
tige Flexibilität und psychisc
he Belastbarkeit für ungeeignet
(Urk. 8/95/4-5).
4.2.2
Dr.
K._
diagnostizierte eine Anpassungsstörung und betonte, dass die psychiatrische Symptomatik durch die externe Belastung
mit
Krankheit von Tochter und Ehegatte bedingt sei. Sie attestierte der Beschwerdeführerin eine mindestens 50%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit und fand
,
eine behinderungsangepasste Tätigkeit in der Pflege
sei
kaum vorstellbar
. Zum Gutachten von
Dr.
A._
äusserte sich
Dr.
K._
nicht
.
Wie bereits
Dr.
A._
beschrieb
Dr.
K._
eine depressive Stimmung und Schlafstö
rungen. Eine konzentrierte Hinwendung zum Patienten sei wegen der depressiv-angstvollen Stimmung
und
starker innerer Nervosität nicht möglich (Urk. 8/109/1-2).
4.2.3
Die IV-Stelle stellte sich in der angefochtenen Verfügung auf den Standpunkt,
weder eine mittelgradige depressive Episode noch eine Anpassungsstörung stell
t
e
n
ein invalidisierendes Leiden dar, sondern nur ein vorübergehendes. Auch könne damit rechtsprechungsgemäss keine psychische Komorbidität zu einer
somatoformen
Schmerzstörung begründet werden. Des Weiteren finde die psychische Beeinträchtigung der Beschwerdeführerin ihre hinreichende Erklä
rung in den erheblichen psychosozialen und soziokulturellen
Belastungsfakto
ren
, welche invalidenversicherungsrechtlich unbeachtlich seien
(Urk. 2,
vgl. auch Urk. 8/135/3-5).
4.2.4
Sowohl aus dem Gutachten von
Dr.
A._
a
ls auch aus dem Bericht von Dr.
K._
werden
erhebliche
psychosoziale Belastungen ersichtlich.
So führte
Dr.
K._
an, die lebensbedrohliche Situation der Tochter
(
Tumo
rerkrankung
und psychische Instabilität)
, ein Arbeitsunfall des Ehemannes mit nachfolgender Kündigung und langwierigen gesundheitlichen Folgen
belasteten
die Beschwerdeführerin
extrem. Sie leide an Zukunftsangst bezüglich der Krankheit aller drei Familienmitglieder, am Gefühl, die aktuellen Belastungen nicht mehr ertragen und bewältigen zu können. Nach
eine
r
Auseinandersetzung
mit der Tochter sei sie jeweils zutiefst verzweifelt und verliere jegliches Ver
trauen in die eigenen Fähigkeiten.
Dr.
K._
hielt fest, die psychiatrische Symptomatik sei durch die extreme Belastung durch die kranke Tochter und den kranken Ehemann sowie durch die ungelöste eigene somatische Problema
tik bedingt. Eine Besserung sei abhängig von der Lösung der bestehenden, mul
tiplen Probleme. Das Ausmass der Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit hänge vom jeweiligen Belastungsgrad durch das Umfeld ab
(Urk. 8/109/1
-2
).
Auch
Dr.
A._
erachtete d
ie Erkrankung
de
r 1997 geborenen Tochter im Mai 2009
als emotional besonders belastend. Exakt ab
diesem Zeitpunkt
attestierte er der Beschwerdeführerin eine
50%ige
Arbeitsunfähigkeit (Urk. 8/95/5)
.
Ferner führte er aus, eine günstigere Krankheitsprognose der Tochter der Beschwerdeführerin hätte sicherlich auch einen positiven Einfluss auf den Verlauf ihrer depressiven Störung (Urk. 8/95/5).
Somit wurde die Arbeitsunfähigkeit auch nach der Ansicht von
Dr.
A._
durch einen psychosozialen Faktor ausgelöst und massgebend durch dessen Vorliegen
aufrecht
erhalten.
4.2.5
Bei diesen stark im Vordergrund stehenden psychosozialen Faktoren
muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert
in sehr ausge
prägter Form vorhanden sein, damit sie
aus versicherungsrechtlicher Sicht
als invalidisierend erachtet werden kann
(vgl. vorstehende E. 1.3
).
Eine
Anpas
sungsstörung
ist
im Grenzbereich dessen zu situieren, was überhaupt noch als krankheitswertig im Sinne des Gesetzes und
als
potentiell invalidisierendes Lei
den gelten kann
(Urteil des Bundesgerichts
9C_636/2007 vom 28. Juli 2008, E.3.3.2
mit Hinweis).
Auch eine mittelgradige depressive Episode, welche durch psychosoziale Probleme ausgelöst wurde, stellt keine ausgeprägte psychische Störung
dar (Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009, E. 3.1 und 3.2)
, wie sie im vorliegenden Fall erforderlich wäre
.
Gegen das Vorliegen einer ausgeprägten und dauerhaften psychischen Störung von Krankheitswert spricht zudem, dass die Beschwerdeführerin sich vor dem 11. März 2011 nie - weder ambulant noch stationär - in psychiatrische Behandlung begeben hatte (Urk. 8/109/1).
Des Weiteren führte
Dr.
A._
für das Vorliegen einer psychischen Störung mit Krankheitswert unter anderem Schlafstörungen an (Urk. 8/95/5). Die Beschwerdeführerin hatte indes angegeben, sie könne gröss
tenteils wegen der Erkrankung der Tochter kaum mehr schlafen (Urk. 8/95/3).
Auch die Übrigen erhobenen Befunde wie
Deprimiertheit
, reduzierte geistige Flexibilität und psychische Belastbarkeit (vgl. Urk. 8/95/5) sind im Wesentlichen keine Befunde, welche nicht auch von den belastenden psychosozialen Faktoren herrühren könnten. Eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit ist nach dem Gesagten
insgesamt
nicht
mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit
ausgewiesen.
5.
5.1
Da in somatischer Hinsicht eine Verschlechterung des Gesundheitszustands vor
liegt, die sich in einem erhöhten Pausenbedarf
- wovon bei der letztmaligen Rentenabweisung noch nicht die Rede war (Urk. 8/50, Urk. 8/65) -
sowie einem eingeschränkteren zumutbaren Belastungsprofil auswirkt
(angepasste Tätigkeit muss neu zwingend sitzende Anteile beinhalten)
, ist ein neuer
Ei
nkommensver
gleich
vorzunehmen.
Die im
C._
-Gutachten postulierte Arbeitsfähigkeit gilt seit Juli 2007 (Urk. 8/96/12). Die Verschlechterung ist daher ab
1. Oktober 2007 zu berücksichtigen (Art. 88a
Abs.
2 IVV).
Ohne Gesundheits
schaden
wäre die Beschwerdeführerin mit überwiegender Wahrscheinlich
keit
weiterhin als
Pfle
gefachfrau
in einem Pflegezentrum tätig. Gemäss den Angaben des letzten Arbeitgebers hätte die Beschwerdeführerin im Jahr 2006 in der bisherigen Tätigkeit ein Einkommen von
Fr.
82‘679.-- erzielt (12 x
Fr.
6‘889.90; Urk. 8/11/2, Urk. 8/65/9).
Angepasst
an die Nominallohnentwicklung
(Bundes
amt für Sta
tistik [BFS], Schweizerischer Lohnindex nach Branche [2005 = 100; im Internet abrufbar], Nominallohnindex
Frauen
[T1.
2
.05],
Gesundheitswesen
; 2006: 101.
4
; 2007: 102.8)
ergibt sich für das Jahr 2007 ein
Valideneinkommen
von
Fr.
83‘821.-- (
Fr.
82‘679.
--
:
101.4 x 102.8)
.
5.2
Zur Festsetzung des Invalideneinkommens ist auf die Tabelle TA 1 der Schweize
rischen Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) 2006 abzustellen.
Dabei liegen mittlerweile keine Anhaltspunkte dafür mehr vor, dass die Beschwerdeführerin trotz ihrer Einschränkungen und trotz Unzu
mutbarkeit der angestammten Tätigkeit noch eine Berufs- und Fachkenntnisse erfordernde Tätigkeit ausüben könnte.
Der standardisierte Monatslohn (
Vollzeit
äquivalent
basierend auf 4 1/3 Wochen à 40 Arbeitsstunden) für einfache und repetitive Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4) für
Frauen
betrug
Fr.
4'
019
.--. Dieser Betrag ist auf die im Jahr 2007 betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden hochzurechnen (Die Volkswirtschaft,
1
/
2
-201
5
,
S. 92,
Tabelle B9.2) sowie an die Nominallohnentwicklung anzupassen (BFS, Schweizerischer Lohnindex nach Branche [2005 = 100; im Internet abrufbar], Nominallohnindex
Frauen
[T1.
2
.05], Total; 2006: 101.
3
; 2007: 102.8). Daraus resultiert
bei einem 100
%-Pensum
ein jährliches Bruttoeinkommen von
Fr.
51‘022.--
(
Fr.
4‘
019
.-- x
12 :
40 x 41,7 : 101.
3
x 102.8).
5.3
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nur mehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Ein Abzug soll nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person
ihre (Rest-)Arbeitsfähigkeit
auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallen
den Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchs
tens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75).
Die erheblich erhöhte Pausenbedürftigkeit der Beschwerdeführerin führt dazu, dass sie insgesamt eine wesentlich geringere Leistung erbringen kann als eine gesunde Arbeitnehmerin. Diese Verminderung der Leistungsfähigkeit wurde beim Beschäftigungsgrad noch nicht berücksichtigt, weshalb hierfür ein Abzug vom Tabellenlohn vorzunehmen ist. Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin sich während der zusätzlichen Pausen zwecks Entlastung ihrer Wirbelsäule hin
legen muss (Urk. 8/96/11
Ziff.
4.1.3). Bei einer für die Beschwerdeführerin noch in Frage kommenden leichten, wechselbelastenden Hilfsarbeitertätigkeit mit sitzenden Anteilen steht aber kaum ohne
weiteres
eine Möglichkeit zum Hinle
gen zur Verfügung. Mithin bestehen für die Beschwerdeführerin auch wegen dieses Erfordernisses voraussichtlich
nur
unter
Inkaufnahme einer Lohneinbusse verglichen mit einem gesunden Mitbewerber
Chancen für eine Anstellung. Nach dem Gesagten ist ein Leidensabzug von 20 % vorzunehmen.
Somit resultiert ein
Invalidene
inkommen von Fr. 40‘818.-- (0,8 x
Fr.
51‘022.--).
Verglichen mit dem
Valideneinkommen
von Fr. 83‘821.--
ergibt sich ein invaliditätsbe
dingter Minderverdienst von Fr. 43‘003.--
und somit ein Invaliditätsgrad von
51
%
.
Infolgedessen hat die Beschwerdeführerin ab
1.
Oktober 2007 Anspruch auf eine halbe Invalidenrente. Dementsprechend ist die Beschwerde gutzuheissen.
6.
6.1
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung von
L
eistungen
der Invalidenversicherung
. Das Verfahren ist daher kosten
pflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und ermessensweise auf
Fr. 8
00.
--
anzusetzen.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.2
Nach
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
.
Dabei
steht ihr eine ungekürzte Prozessentschädigung zu,
w
enn
sie
im Grundsatz obsiegt und lediglich im
Ma
sslichen
(teilweise) unterliegt (Urteil des Bundesgerichts
9C_995/2012 vom 1
7.
Januar 2013
, E. 3).
Diese
wird
ohne Rück
sicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwie
rigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Unter Berücksichtigung dieser Grundsätze ist de
r
Beschwerdeführer
in
eine Prozessentschädigung von
Fr.
1‘600
.-- (inkl. Mehrwertsteuer und
Barausla
gen
) zuzusprechen.