Decision ID: 4f0041fb-9318-483a-9607-0ecfa5c799f5
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch B._,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 19. November 2007 zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-
act. 1). Dr. med. C._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparats FMH, berichtete der IV-Stelle am 27. November 2007 (IV-act. 12),
die Diagnose laute: Gonarthrose bds. bei St. n. Knie-TEP bds. Die Versicherte sei vom
1. März 2007 bis voraussichtlich 31. Dezember 2007 zu 100% arbeitsunfähig. Adaptiert
sei ein Arbeitsplatz, der nicht vorwiegend auf Steh- und Gehbelastungen ausgerichtet
sei. Das Seniorenzentrum D._ teilte am 12. Dezember 2007 mit (IV-act. 13), es
beschäftige die Versicherte als Mitarbeiterin in der Küche. Die Normalarbeitszeit im
Betrieb belaufe sich auf 42 Std., die Arbeitszeit der Versicherten auf 33,6 Std. Die
Arbeit sei mehrheitlich stehend auszuführen. Der AHV-beitragspflichtige Bruttolohn
hatte gemäss den entsprechenden Auszügen aus dem Lohnkonto im Jahr 2005 Fr.
41'559.-- und im Jahr 2006 Fr. 41'381.-- betragen. Dr. med. E._ berichtete am 27.
Dezember 2007 (IV-act. 19), nach der Operation des linken und später des rechten
Kniegelenks sei die Versicherte an Gehstöcken mobilisiert worden. Sie habe sich einem
intensiven Rehaprogramm unterzogen. Aufgrund der persistierenden linksseitigen
Knieschmerzen habe sie die Arbeit in der Küche noch nicht wieder aufnehmen können.
Das werde frühestens nach dem noch vorzunehmenden retropatellären Ersatz möglich
sein. Dr. C._ hielt in einem Verlaufsbericht vom 23. April 2008 fest (IV-act. 21), wegen
einer Bewegungseinschränkung mit retropatellären Schmerzen rechts sei im Februar
2008 ein Einsatz eines Patellarückflächenersatzes erfolgt. Die Versicherte zeige nun
eine ganz gute Funktion (Flexion/Extension 90-0-0) bei stabilem Bandapparat, aber
erheblichen subjektiven Beschwerden. Wegen dieser Beschwerden werde
voraussichtlich für 2008 keine Arbeitsfähigkeit zu erreichen sein. Für körperlich leichte
Arbeiten vorwiegend im Sitzen bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50%. Die
Taggeldversicherung CSS übermittelte am 25. Juli 2008 einen Bericht von Dr. E._
vom 14. Juli 2008 (IV-act. 25). Laut diesem Bericht litt die Versicherte an
belastungsabhängigen Schmerzen im Bereich beider Kniegelenke (mit leichtem
Schonhinken, Mobilisation mit Stockhilfe für längere Gehstrecken, Schmerztherapie mit
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Tramal und Sirdalud gegen Muskelverspannungen) und an reaktiven lumbalen
Schmerzen. Dr. E._ hatte weiter angegeben, längerfristig sei mit einer Rückbildung
der Schmerzen und mit einer Verbesserung der Funktion der Kniegelenke zu rechnen.
Die Auswirkungen auf die zukünftige Arbeitsfähigkeit liessen sich noch nicht schlüssig
beurteilen. Zur Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Erwerbstätigkeit machte Dr. E._
keine Angaben. Das bestehende Arbeitsverhältnis wurde per 31. Oktober 2008
aufgelöst (IV-act. 26).
A.b Dr. C._ hielt in einem Verlaufsbericht vom 10. September 2008 fest (IV-act. 32),
als Küchenmitarbeiterin mit häufigem Stehen sei die Versicherte immer noch zu 100%
arbeitsunfähig. Tätigkeiten, die vorwiegend sitzend (ohne wesentliche Steh- und
Gehbelastungen) ausgeführt werden könnten, seien ohne Einschränkung der Zeit
zumutbar. Am 16. Oktober 2008 bestätigte Dr. C._ eine Arbeitsfähigkeit adaptiert von
100% (IV-act. 35). Dr. E._ berichtete am 5. Januar 2009 (IV-act. 39), die Versicherte
klage über eine verminderte Sensibilität in den Fingern. Deshalb sei eine neurologische
Abklärung geplant. Zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei ein rheumatologisches
Gutachten sinnvoll. Die Arbeit als Küchenhilfe sei nicht mehr zumutbar. Für eine leichte,
überwiegend im Sitzen auszuübende Tätigkeit sei eine Arbeitsfähigkeit von 50% die
Obergrenze, zumal feine Arbeiten nicht mehr ohne Schwierigkeiten bewältigt werden
könnten. Je nach Verlauf der Rückenproblematik könne die Obergrenze der Arbeits
fähigkeit auch unter 50% liegen. Dr. med. F._ vom RAD empfahl am 27. Januar 2009
eine orthopädische Begutachtung und parallel dazu die Einholung eines Berichts über
die neurologische Einschränkung (IV-act. 40). Dr. med. G._, Spezialärztin für
Neurologie FMH, berichtete Dr. E._ am 25. Februar 2009 (IV-act. 47), klinisch sei eine
unsystematische leichte Störung der Oberflächensensibilität festzustellen gewesen, die
sich weder einem peripheren Nerv noch einem Dermatom habe zuordnen lassen. Die
Neurographie habe weder über dem Carpaltunnel bds. noch im Ulnaris distal rechts
oder auf der Vorderarmstrecke rechts eine Leitungsverzögerung ergeben. Also sei kein
CTS-Rezidiv anzunehmen. Es gebe keine Hinweise für eine zervikale Myelopathie oder
für radikuläre Läsionen. Die Beschwerden/Befunde liessen sich auch nicht mit einer
peripheren Polyneuropathie vereinbaren. Dr. med. H._, Orthopädische Chirurgie
FMH, führte in seinem Gutachten vom 20. April 2009 aus (IV-act. 50), gemäss den
Angaben der Versicherten lösten langes Stehen und viel Gehen Schmerzen im
Oberschenkel, links mehr als rechts, aus. Störend sei auch eine Kraftlosigkeit in beiden
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Oberschenkeln. Das linke Knie sei immer etwas geschwollen. Morgens und nach
längerem Stehen bestünden während 10 Min. Anlaufschwierigkeiten. Bei längerem
Sitzen müsse die Versicherte zwischenhinein aufstehen und einige Schritte gehen.
Links strahlten die Schmerzen auch auf die Aussenseite der Hüfte und in die Leisten
aus. Die regelmässig angewendeten Spritzen brächten für einige Stunden Besserung.
Treppen könnten nur mit dem Handlauf überwunden werden. Knien könne die
Versicherte nicht mehr. Die Gehstrecke betrage eine halbe bis maximal eine Stunde.
Nach dem Mittag müsse sich die Versicherte regelmässig hinlegen. Beim Pinchgriff
bestehe eine Gefühlsstörung in den Fingerspitzen. In seiner zusammenfassenden
Beurteilung gab Dr. H._ an, es bestünden folgende Behinderungen: Mässige
Einschränkung der Steh- und Gehleistung (Wechsel ist positiv und muss möglich sein),
Knien und Einnahmen der Hocke nicht möglich, Tragen und Heben von Lasten nur
eingeschränkt möglich, schmerzhafte Gelenke müssen wiederholt bewegt werden
können, Vermeiden von Arbeiten in Inklination des Oberkörpers, rückenhygienische
Massnahmen müssen bekannt sein. Dr. H._ gab weiter an, am bisherigen
Arbeitsplatz wäre ein Halbtageseinsatz anzustreben. Adaptiert sei eine Arbeit, die
vorwiegend sitzend verrichtet werde, bei der keine Lasten gehoben werden müssten
und die mindestens stündlich einen Positionswechsel erlaube. Zudem dürfe sie keine
hohen feinmotorischen Anforderungen stellen. Wegen vermehrter Pausen und einer
verkürzten Arbeitszeit sei die Arbeitsfähigkeit auch in einer solchen Tätigkeit um 20%
eingeschränkt. Dr. F._ vom RAD notierte am 28. April 2009 (IV-act. 54), das
Gutachten sei ausführlich, schlüssig und nachvollziehbar. Die Arbeitsfähigkeit als
Küchenhilfe betrage 0% (Beginn 15. Januar 2007), die Arbeitsfähigkeit adaptiert 80%.
A.c Am 29. Oktober 2009 erfolgte eine Haushaltabklärung. Im entsprechenden Bericht
vom 28. Dezember 2009 hielt die Abklärungsperson insbesondere fest (IV-act. 61), die
Versicherte habe glaubhaft dargelegt, dass sie zu 100% erwerbstätig wäre. Der letzte
Arbeitgeber habe ihr aber nur eine Arbeitsstelle mit einem Pensum von 80% anbieten
können. Aktuell sei die Versicherte in einem Einsatzprogramm des RAV mit einem
Beschäftigungsgrad von 50% tätig. Es handelte sich um eine Tätigkeit beim früheren
Arbeitgeber, dem Altersheim D._ (IV-act. 62). Am 19. April 2010 unterzeichneten die
Versicherte und dieses Altersheim einen Arbeitsvertrag (IV-act. 68). Laut diesem sollte
die Versicherte als Mitarbeiterin Hauswirtschaft und als Springerin/Aushilfe
Reinigungsdienste und Lingerie zu ca. 30% tätig sein. Der Eingliederungsberater der
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IV-Stelle notierte am 18. November 2010 (IV-act. 82), die Leiterin Hauswirtschaft des
Altersheims habe angegeben, dass keine Einschränkung bei der Ausführung der
Arbeiten sichtbar sei. Bei Bedarf könnten vermehrt Pausen eingelegt werden. Der
Eingliederungsberater hielt weiter fest, die Versicherte sehe sich selbst als zu 30%
arbeitsfähig. Mit einer Mitteilung vom 3. Januar 2011 schloss die IV-Stelle die
berufliche Eingliederung ab (IV-act. 89). Dr. E._ berichtete am 30. Januar 2011 (IV-
act. 91), die Gesundheitsbeeinträchtigung wirke sich in der Form von Schmerzen im
Bereich der Kniegelenke bei längerem Stehen, Lastenheben, Arbeiten in gebückter
Stellung, bei langem Sitzen und Arbeiten über Kopfhöhe sowie in der Form von
Schwierigkeiten bei feinen Arbeiten (Dysästhesien in der Händen) aus. Die
Arbeitsfähigkeit betrage höchstens 50%. Erholungsphasen seien wichtig. Es sei der
Versicherten zumutbar, bei Bedarf ganztägige Einsätze zu absolvieren, wenn sie
anschliessend eine längere Ruhepause einschalten könne. Dr. med. I._ vom Spital
J._ berichtete am 6. April 2011 (IV-act. 100), folgende Diagnosen seien erhoben
worden: LWS-Syndrom mit pseudoradikulärer Ausstrahlung, oberes Zervikalsyndrom,
intermittierende ISG-Blockaden, Gonalgie linksbetont und chronische Müdigkeit. Als
Küchenhilfe sei die Versicherte zu 30% arbeitsfähig. In einer sitzenden Tätigkeit mit
Wechsel zwischen Stehen und Gehen, wenig Bücken, betrage die Arbeitsfähigkeit bis
vier Stunden pro Tag. Dr. F._ hielt am 14. April 2011 fest (IV-act. 101), der
Gesundheitszustand der Versicherten habe sich seit der Begutachtung nicht wesentlich
verändert. Die vom Spital J._ angegebene Arbeitsfähigkeit sei medizinisch nicht
nachvollziehbar. Die IV-Stelle verglich ein Valideneinkommen (2009) von Fr. 52'737.--
als Küchenmitarbeiterin im Altersheim D._ mit einem anhand des
Durchschnittseinkommens der Hilfsarbeiterinnen bei einem Arbeitsfähigkeitsgrad von
80% erzielbaren Einkommen von Fr. 41'094.-- und ermittelte so einen Invaliditätsgrad
von 22% (IV-act. 103). Mit einem Vorbescheid vom 26. April 2011 kündigte sie der
Versicherten die Abweisung des Rentenbegehrens an (IV-act. 106). Die Versicherte
liess am 25. Mai 2011 einwenden (IV-act. 109), die behandelnden Ärzte hätten eine
Arbeitsfähigkeit von höchstens 50% angegeben. Unter diesen Umständen sei die
tatsächliche Arbeitsfähigkeit nochmals abzuklären und anschliessend sei die
invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse unter Berücksichtigung eines angemessenen
"Leidensabzugs" zu ermitteln. Mit einer Verfügung vom 16. Juni 2011 wies die IV-Stelle
das Rentenbegehren ab (IV-act. 110).
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B.
B.a Die Versicherte liess am 16. August 2011 Beschwerde erheben und die
Ausrichtung einer halben, eventualiter einer höheren Rente beantragen (act. G 1). Zur
Begründung verwies ihr Vertreter darauf, dass die behandelnden Ärzte glaubhaft eine
Arbeitsfähigkeit von lediglich 50% attestiert hätten. Deshalb dränge sich eine
unabhängige Begutachtung auf.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 5. Oktober 2011 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 4). Sie verwies zur Begründung hauptsächlich auf den
überragenden Beweiswert von Administrativgutachten.
B.c Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin reichte am 11. November 2011 einen
Bericht vom 2. September 2011 über ein MR der LWS ein. Laut diesem Bericht lagen
geringe degenerative Veränderungen L3/4 und L4/5 ohne Nervenwurzelkompression
vor (act. G 8.1).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 16. November 2011 auf eine
Stellungnahme (act. G 10).

Erwägungen:
1.
Anspruch auf eine Invalidenrente haben Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder
verbessern können (Art. 28 Abs. 1 lit. a IVG), die während eines Jahres ohne
wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen
sind (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG) und die nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40%
invalid sind (Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG), denn ein Rentenanspruch besteht erst ab diesem
Invaliditätsgrad (Art. 28 Abs. 2 IVG).
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1.1 Die Beschwerdeführerin hat gemäss ihren eigenen Angaben keinen Beruf erlernt,
so dass sie als Hilfsarbeiterin zu qualifizieren ist. Hilfsarbeiterinnen sind definitions
gemäss in der Lage, den Arbeitsplatz zu wechseln, ohne dazu eine Umschulung (Art.
17 Abs. 1 IVG) zu benötigen, da nie qualifizierte Berufskenntnisse erforderlich sind. Als
einzige berufliche Eingliederungsmassnahme kommt bei ihnen eine Arbeitsvermittlung
(Art. 18 Abs. 1 IVG nebst dazugehörigen Massnahmen gemäss Art. 18a bis Art. 18c
IVG) in Frage. Die Arbeitsvermittlung untersteht aber nicht dem in Art. 28 Abs. 1 lit. a
IVG geregelten Grundsatz "Eingliederung vor Rente" (vgl. U. Kieser, ATSG-Kommentar,
2. A., Vorbemerkungen N. 47), da sie nur dazu dienen kann, eine Arbeitslosigkeit (und
nicht eine rentenrelevante Invalidität) zu überwinden. Eine berufliche Eingliederung in
der Form einer Umschulung kommt bei einer Hilfsarbeiterin nur dann in Frage, wenn
die Arbeitsunfähigkeit in allen möglichen Hilfsarbeiten besteht, so dass sie nicht einfach
durch einen einfachen Stellenwechsel überwunden werden kann. In einem solchen Fall
kann nur noch eine Erhöhung des Einkommenspotentials durch die (erstmalige)
Vermittlung qualifizierter Berufskenntnisse (sogenannt höherwertige Umschulung) einen
drohenden Rentenbedarf vermeiden (oder wenigstens tief halten). Wäre die
Beschwerdeführerin tatsächlich auch in behinderungsadaptierten Hilfsarbeiten zu 50%
arbeitsunfähig, so wäre sie also auf eine Umschulung angewiesen. Allerdings hätte ihr
Alter (Jahrgang 1953) zur Folge, dass nach dem Abschluss einer Umschulung praktisch
keine verwertbare erwerbliche Aktivität im neuen Beruf mehr möglich wäre, weil sie
bald aus dem Erwerbsleben ausscheiden würde. Eine Umschulung wäre also
unverhältnismässig, so dass offen bleiben kann, ob die Beschwerdeführerin überhaupt
fähig wäre, sich erfolgreich in eine qualifizierte Berufstätigkeit umschulen zu lassen.
Zusammenfassend steht fest, dass die Beschwerdeführerin die in Art. 28 Abs. 1 lit. a
IVG geregelte Voraussetzung eines Rentenanspruchs erfüllt.
1.2 Dr. E._ hat für die Zeit ab dem 15. Januar 2007 eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit angegeben. Die Arbeitgeberin hat den Beginn der vollständigen
Arbeitsunfähigkeit auf den 11. Januar 2007 gelegt. Dr. C._ hat eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit ab 1. März 2007 bestätigt, aber er hat gleichzeitig angegeben, dass
er die Beschwerdeführerin erst seit diesem Tag behandle. All diese Einschätzungen
haben sich auf den bisherigen Arbeitsplatz bezogen, der nicht behinderungsadaptiert
gewesen ist, da die Beschwerdeführerin hauptsächlich stehend arbeiten musste. In der
Akutphase vor den Knieoperationen und in der anschliessenden Rekonvaleszenzphase
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war eine Betätigung am bisherigen Arbeitsplatz also sicherlich überhaupt nicht
zumutbar. Dr. K._ vom RAD hat zwar am 4. Januar 2008 vermutet, dass die
Beschwerdeführerin an einem adaptierten Arbeitsplatz wieder zu 50% arbeitsfähig sei,
aber Dr. C._ hat am 23. April 2008 darauf hingewiesen, dass im Februar 2008
nochmals eine Knieoperation erfolgt sei. Der Eingliederungsberater der
Beschwerdegegnerin hatte am 15. Januar 2008 erfahren, dass anschliessend an diese
Operation eine achtwöchige Rehabilitation notwendig sein werde. Es ist mit dem
erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon auszugehen,
dass die Beschwerdeführerin das im Januar 2007 begonnene sogenannte Wartejahr
absolviert hat, indem sie wenigstens bis zu dessen Ende am 31. Dezember 2007 zu
100% arbeitsunfähig gewesen ist. Die Beschwerdeführerin erfüllt also auch die in Art.
28 Abs. 1 lit. b IVG geregelte Voraussetzung eines Rentenanspruchs.
1.3 Die Frage, ob die Beschwerdeführerin auch die in Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG
vorgesehene Voraussetzung eines Rentenanspruchs erfüllt, kann erst beantwortet
werden, wenn die Rentenberechtigung abschliessend geprüft worden ist.
1.3.1 Dazu ist zunächst zu klären, ab welchem Zeitpunkt eine
Rentenberechtigung zur Diskussion steht. Gemäss dem seit dem 1. Januar 2008
geltenden Wortlaut des Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der Rentenanspruch frühestens
nach Ablauf von sechs Monaten nach der Geltendmachung des Leistungsanspruchs.
Die Beschwerdeführerin hat sich im November 2007 zum Bezug von IV-Leistungen
angemeldet. Demnach könnte sie frühestens ab 1. Mai 2008 einen Anspruch auf eine
Invalidenrente haben. Nun hat Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG aber bis 31. Dezember 2007
angeordnet, dass der Rentenanspruch mit der Erfüllung des Wartejahrs entstehe.
Gemäss dieser Bestimmung wäre also mit Wirkung bereits ab Januar 2008 ein
Anspruch auf eine Invalidenrente zu prüfen. Gemäss dem (lückenfüllend geschaffenen)
Übergangsrecht (vgl. das vom Bundesamt für Sozialversicherungen herausgegebene
IV-Rundschreiben Nr. 253 vom 12. Dezember 2007) bleibt die altrechtliche Regelung
auf jene Fälle weiter anwendbar, in denen der Versicherungsfall vor dem Inkrafttreten
des neuen Rechts eingetreten ist oder in dem der Versicherungsfall zwar nachher
eingetreten ist, die versicherte Person sich aber bis Ende Juni 2008 (vgl. BGE 138 V
475) angemeldet hat. Im vorliegenden Fall dürfte der Versicherungsfall etwa zeitgleich
mit dem Inkrafttreten der neuen Regelung eingetreten sein. Da die Anmeldung noch im
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Jahr 2007 erfolgt ist, liegt ein "Altfall" vor, d.h. die Entstehung des Rentenanspruchs
richtet sich nach der bis 31. Dezember 2007 geltenden Fassung des Art. 29 Abs. 1 lit. b
IVG: Demnach ist mit Wirkung ab der Erfüllung des Wartejahrs zu prüfen, ob die
Beschwerdeführerin einen Rentenanspruch hat.
1.3.2 Die Beschwerdeführerin ist als im fiktiven "Gesundheitsfall" zu 100%
erwerbstätig zu qualifizieren. Deshalb ist der Grad der für den Rentenanspruch
massgebenden Invalidität gemäss Art. 16 ATSG durch einen Einkommensvergleich zu
ermitteln, bei dem das Einkommen, das die versicherte Person durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Erwerbseinkommen, das sie
erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Da ein
Rentenanspruch ab 2008 zur Diskussion steht, hat der Einkommensvergleich anhand
des Einkommensniveaus 2008 zu erfolgen. Der AHV-beitragspflichtige Lohn als
Küchenmitarbeiterin im Altersheim D._ hat im Jahr 2006 Fr. 41'381.-- betragen. Bei
einem Vollzeitpensum hätte er sich also auf Fr. 51'726.-- belaufen. Gemäss der Tabelle
T1.05 im Anhang zu der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen
Lohnentwicklung 2008 ist der Nominallohn im Gesundheits- und Sozialwesen von
101,1% im Jahr 2006 auf 104.5% im Jahr 2008 angestiegen. Das ergibt ein
Valideneinkommen 2008 von Fr. 53'466.--. Zur Ermittlung des zumutbaren
Invalideneinkommens hat die Beschwerdegegnerin zu Recht nicht auf den Lohn
abgestellt, den die Beschwerdeführerin an ihrer neuen Stelle im Altersheim D._ erhält,
denn dabei handelt es sich um eine Teilzeitstelle mit einem Beschäftigungsgrad von
30%. Dieser Beschäftigungsgrad könnte nicht einfach erhöht werden, denn er hängt
vor allem auch von betriebsinternen Vorgaben ab. Die der Beschwerdeführerin auf dem
allgemeinen Arbeitsmarkt (hypothetisch) zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, ihre
Restarbeitsfähigkeit zu verwerten, geben deshalb das Erwerbspotential mit
Behinderung besser wieder. Gemäss dem Anhang 2 zu der von der Informationsstelle
AHV/IV herausgegebenen Textausgabe des IVG, Auflage 2010, hat das
Durchschnittseinkommen der Hilfsarbeiterinnen im Jahr 2008 Fr. 51'368.-- betragen.
Dieser Betrag ist der Ermittlung des zumutbaren Invalideneinkommens zugrunde zu
legen.
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1.3.3 Die Beschwerdegegnerin hat auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung von
Dr. H._ abgestellt. Sie hat seine Einschätzung als überwiegend wahrscheinlich
betrachtet, obwohl die behandelnden Ärzte - in weitgehender Übereinstimmung - eine
erheblich tiefere Arbeitsfähigkeit angegeben haben. Dr. H._ hat die von der
Beschwerdeführerin geklagten, durch die Anamnese sowie die klinische und die
bildgebende Untersuchung objektivierten Beschwerden (mässige Einschränkung der
Geh- und Stehleistung, keine Hocke, Einschränkung beim Heben und Tragen von
Lasten, Notwendigkeit, die schmerzenden Gelenke zu bewegen, keine Inklination des
Oberkörpers) so eingeschätzt, dass sie die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit
als Küchenmitarbeiterin um 50% reduzierten. Da sich all diese Beschwerden bei einer
behinderungsadaptierten, nämlich sitzenden Tätigkeit ohne Heben von Lasten, mit der
Möglichkeit, die Arbeitsposition zu wechseln, und nicht vorgebeugt arbeiten zu
müssen, nicht oder kaum auswirken, ist es durchaus plausibel, wenn Dr. F._ hier den
Arbeitsfähigkeitsgrad deutlich höher geschätzt hat. Durch die Reduktion der
Arbeitsfähigkeit auf 80% ist dem Bedürfnis nach Positionswechseln, nach einem
entlastenden Umhergehen und generell nach einem bedarfsgerechten Einschalten von
Arbeitspausen ausreichend Rechnung getragen. Die Schmerzen der
Beschwerdeführerin werden von den behandelnden Ärzten nicht anders umschrieben
und auch nicht als stärker ausgeprägt qualifiziert als von Dr. H._. Das lässt darauf
schliessen, dass die behandelnden Ärzte bei ihren Arbeitsfähigkeitsschätzungen nicht
von einer optimal behinderungsadaptierten Erwerbstätigkeit ausgegangen sind,
sondern - weitgehend wohl unreflektiert - eine Verweistätigkeit angenommen haben,
die zwar etwas behinderungsangepasster als die Tätigkeit als Küchenmitarbeiterin,
aber doch belastender als eine optimal behinderungsadaptierte Tätigkeit gewesen
wäre. Darauf lässt auch der Umstand schliessen, dass die Berichte der behandelnden
Ärzte keine detaillierte Umschreibung einer optimal behinderungsadaptierten
Erwerbstätigkeit enthalten. Unter diesen Umständen ist die Arbeitsfähigkeitsschätzung
von Dr. H._ tatsächlich als überwiegend wahrscheinlich richtig zu qualifizieren. Bei
einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 80% resultiert ein Jahreseinkommen von Fr. 41'094.--.
Da die Beschwerdeführerin aus der Sicht eines ökonomisch denkenden potentiellen
Arbeitgebers gegenüber einer gesunden zu 80% tätigen Hilfsarbeiterin gewisse
Nachteile aufweisen würde (Gefahr überdurchschnittlicher Krankheitsabsenzen, auf
einen bestimmten Arbeitsplatz beschränkte Einsatzfähigkeit, keine Überstunden,
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Bedarf nach besonderer Rücksichtnahme usw.), die betriebswirtschaftlich als
zusätzliche Lohnkosten zu werten wären, ist von einem leicht unterdurchschnittlichen
Einkommen auszugehen. Mit einem zusätzlichen Abzug vom Tabellenlohn von 10% ist
diesem Nachteil praxisgemäss ausreichend Rechnung getragen. Das zumutbare
Invalideneinkommen beläuft sich somit auf Fr. 36'985.--. Die daraus resultierende
Erwerbseinbusse beträgt Fr. 16'481.--, was einem Invaliditätsgrad von 31% entspricht.
Grundsätzlich hat die Beschwerdegegnerin also zu Recht einen Rentenanspruch
verneint.
1.3.4 Die Beschwerdegegnerin hat allerdings übersehen, dass sich die
Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. H._ auf die gesundheitliche Situation der
Beschwerdeführerin nach dem Ende der Rekonvaleszenzphase im Gefolge der dritten
Knieoperation bezogen hat. Diese Operation ist erst im Februar 2008, also nach dem
Ablauf des Wartejahrs erfolgt. Dr. C._ hat in seinem Bericht vom 23. April 2008
erstmals ein Wiedererlangen der Arbeitsfähigkeit angegeben. Daraus folgt mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit, dass die Beschwerdeführerin
wegen der Schmerzen, die nach den beiden Knieoperationen im Jahr 2007 persistiert
und eine dritte Operation erforderlich gemacht hatten, und anschliessend wegen der
Rekonvaleszenz bis April 2008 auch in einer adaptierten Tätigkeit zu 100%
arbeitsunfähig gewesen ist. Wäre sofort auf das Ende des Wartejahrs über den
Rentenanspruch verfügt worden, hätte die Beschwerdegegnerin der
Beschwerdeführerin also eine ganze Invalidenrente zusprechen müssen. Mit der
Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit im Umfang von 80% im Lauf des Monats April
2008 hätte diese ganze Rente dann revisionsweise wieder eingestellt werden müssen.
Diese Einstellung hätte aber gestützt auf die Rechtsprechung zu Art. 88a Abs. 1 IVV
erst mit einer dreimonatigen Verzögerung erfolgen dürfen. Aus
Gleichbehandlungsgründen ist Art. 88a Abs. 1 IVV analog auf die rückwirkende
Rentenzusprache anzuwenden. Die Beschwerdeführerin hat somit bis 31. Juli 2008
einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente. Für die Zeit ab August 2008 besteht kein
Anspruch auf eine Invalidenrente.
2.
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Die angefochtene Verfügung erweist sich als rechtswidrig, da sie jeden Anspruch der
Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente verneint hat. Sie ist deshalb aufzuheben
und der Beschwerdeführerin ist für einen begrenzten Zeitraum, nämlich für die Periode
1. Januar bis 31. Juli 2008, eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Für die Zeit ab
1. August 2008 ist das Rentengesuch der Beschwerdeführerin abzuweisen. Die Sache
ist zur Ermittlung des Betrags der ganzen Rente und zur Ausrichtung der
entsprechenden Rentenleistung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Da die
angefochtene Verfügung als rechtswidrig aufzuheben ist, obsiegt die
Beschwerdeführerin, so dass die Beschwerdegegnerin für die Kosten des
Beschwerdeverfahrens aufzukommen hat. Eine Aufteilung dieser Kosten ist nicht
gerechtfertigt, da die Beschwerdeführerin zwar die Zusprache einer Rente auf
unbestimmte Zeit beantragt hat, ihr Begründungsaufwand aber auch für die erreichte
Zusprache einer zeitlich begrenzten Rente notwendig gewesen ist. Ausgehend von
einem durchschnittlichen Beurteilungsaufwand wird die Gerichtsgebühr praxisgemäss
auf Fr. 600.-- festgesetzt. Der von der Beschwerdeführerin geleistete Kostenvorschuss
von ebenfalls Fr. 600.-- ist zurückzuerstatten. Das Gesuch der Beschwerdeführerin um
die Zusprache einer Parteientschädigung ist abzuweisen, da keine anwaltliche
Vertretung bestanden hat.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP