Decision ID: 2e7602c4-4108-573e-bff1-8ba55c467e2c
Year: 2016
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A.a Der am (...) geborene kosovarische Staatsangehörige A._, Va-
ter der Kinder C._, D._ und E._, seit (...) 1992 ver-
heiratet mit B._, war in den Jahren 1977 sowie 1987 bis 2001 mit
Unterbrüchen in der Schweiz erwerbstätig und leistete Beiträge an die
schweizerische Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung
(AHV/IV; Akten der Vorinstanz [nachfolgend: act.] 2, S. 1; act. 6; act. 26,
S. 120 f., S. 165 und S. 170 f.).
A.b Gestützt auf eine Anmeldung zum Rentenvorbezug sprach die Aus-
gleichskasse des Kantons Wallis A._ mit Entscheid vom 10. April
2002 ab 1. Mai 2002 eine ordentliche (infolge Rentenvorbezugs gekürzte)
AHV-Altersrente zu (act. 26, S. 133 - S. 135). Mit Wirkung per 1. Septem-
ber 2009 wurde ihm eine Hilflosenentschädigung wegen mittlerer Hilflosig-
keit und per 1. Dezember 2009 eine solche wegen schwerer Hilflosigkeit
zugesprochen (act. 26, S. 77 - 80 und S. 83 - 86).
A.c Am (...) 2013 verstarb der Versicherte in der Résidence du Bourg (Ai-
gle/VD), einem Pflegeheim für Menschen mit körperlichen oder psychi-
schen Störungen (act. 1 und act. 3).
B.
B.a Mit (undatierter) Eingabe vom 11. Juni 2014 (Datum Posteingang)
stellte B._ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) bei der Schweizeri-
schen Ausgleichskasse (nachfolgend: SAK oder Vorinstanz) einen Antrag
auf Rückvergütung von AHV-Beiträgen und gab im Gesuchsformular an,
ihr Ehemann habe seit 16. September 2008 in der Résidence du Bourg
gewohnt. Sie sei kosovarische Staatsangehörige, wohne in Prishtina (Ko-
sovo) und verfüge nicht über eine weitere Staatsangehörigkeit (act. 2).
B.b Mit Verfügung vom 11. Juni 2014 wies die Vorinstanz das Gesuch um
Rückvergütung ab. Zur Begründung führte sie aus, nach der massgebli-
chen Verordnung über die Rückvergütung der von Ausländern an die Al-
ters- und Hinterlassenenversicherung bezahlten Beiträge könnten Auslän-
der mit einer Staatsangehörigkeit eines Nichtvertragsstaates die Rückver-
gütung der geleisteten AHV-Beiträge verlangen. Gemäss ihrer Berechnung
belaufe sich der Rückvergütungsbetrag auf total Fr. 21'016.35. Von diesem
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Betrag müssten allerdings die bereits in Anspruch genommenen AHV-Leis-
tungen in Abzug gebracht werden. In der Zeit von Mai 2002 bis Juni 2013
seien A._ insgesamt AHV-Leistungen in der Höhe von Fr. 70'998.-
ausbezahlt worden. Daraus gehe hervor, dass das Total der ausgerichteten
AHV-Renten höher ausfalle als der Rückvergütungsbetrag, sodass kein
Anspruch auf Rückvergütung bestehe (act. 8).
B.c Gegen diese Verfügung erhob die Beschwerdeführerin mit Eingabe
vom 9. Juli 2014 Einsprache mit dem sinngemässen Antrag, es seien ihr
AHV-Hinterlassenenleistungen auszurichten. Zur Begründung führte sie
namentlich aus, auch wenn zwischen dem Kosovo und der Schweizeri-
schen Eidgenossenschaft keine zwischenstaatliche Vereinbarung bestehe,
sei ihr ein entsprechender Anspruch insbesondere auch mit Blick auf die
Wahrung der Menschenrechte zu gewähren (act. 9).
B.d Mit Einspracheentscheid vom 28. Juli 2014 wies die SAK die Einspra-
che ab, im Wesentlichen mit der Begründung, das Bundesgericht habe mit
Urteil 9C_662/2012 vom 19. Juni 2013 erkannt, dass das Abkommen zwi-
schen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der (ehemaligen) Fö-
derativen Volksrepublik Jugoslawien über Sozialversicherung seit dem
1. April 2010 nicht mehr auf kosovarische Staatsangehörige anwendbar
sei. Deshalb würden kosovarische Staatsbürger und ihre Hinterlassenen
nicht mehr als Angehörige eines Vertragsstaates betrachtet. Sie hätten
dementsprechend keinen Anspruch mehr auf eine Rente, sondern nur
noch einen solchen auf Rückvergütung der Beiträge. Im Todesfall stehe der
Rückvergütungsanspruch der Witwe respektive dem Witwer zu. Aus den
Akten gehe hervor, dass die Beschwerdeführerin kosovarische Staatsbür-
gerin mit Wohnsitz im Kosovo sei. Deshalb habe sie grundsätzlich einen
Rückvergütungsanspruch. Nach der massgeblichen Verordnungsbestim-
mung würden allerdings die bezogenen Rentenleistungen vom Gesamtbe-
trag der geleisteten AHV-Beiträge in Abzug gebracht. Im vorliegenden Fall
belaufe sich das Total der geleisteten AHV-Beiträge auf Fr. 21'016.35.
Nachdem die Summe der in der Zeit von Mai 2002 bis Juni 2013 bezoge-
nen AHV-Renten mit Fr. 70'998.- höher ausfalle als das Total der einbe-
zahlten Beiträge (Fr. 21'016.35), bestehe im konkreten Fall kein Rückver-
gütungsanspruch (act. 10).
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C.
C.a Diesen Einspracheentscheid focht die Beschwerdeführerin mit Ein-
gabe vom 22. August 2014 beim Bundesverwaltungsgericht an. Sie bean-
tragte sinngemäss, der angefochtene Einspracheentscheid und die diesem
zugrunde liegende Verfügung seien aufzuheben und es seien ihr die ge-
setzlichen Hinterlassenenrenten auszurichten. Zur Begründung machte sie
geltend, die Verweigerung der Rentenleistungen sei ungerecht und nicht
vereinbar mit den gesetzlichen und den staatsvertraglichen Bestimmun-
gen. Der Entscheid sei auch insoweit widersprüchlich, als im Entscheid
ausgeführt werde, dass die zwischenstaatliche Vereinbarung seit dem
1. April 2010 nicht mehr anwendbar sei, ihr verstorbener Ehemann aber
nach seiner Pensionierung dennoch während Jahren AHV-Rentenleistun-
gen erhalten habe (Akten im Beschwerdeverfahren [nachfolgend: BVGer
act.] 1 samt Beilagen).
C.b Mit Zwischenverfügung vom 3. September 2014 wurde die Beschwer-
deführerin aufgefordert, ein Zustelldomizil in der Schweiz zu bezeichnen
(BVGer act. 2).
C.c Mit Schreiben vom 9. Oktober 2014 zeigte Rechtsanwältin Dr. iur. Bar-
bara Wyler die Interessenvertretung an und ersuchte das Bundesverwal-
tungsgericht um Wechsel der Korrespondenzsprache von Französisch auf
Deutsch (BVGer act. 5).
C.d Mit Zwischenverfügung vom 22. Oktober 2014 teilte der Instruktions-
richter den Verfahrensbeteiligten mit, dass das Beschwerdeverfahren in
deutscher Amtssprache fortgesetzt werde. Überdies ersuchte er die Vor-
instanz, die Vernehmlassung innert der neu auf den 21. November 2014
angesetzten Frist in deutscher Sprache einzureichen (BVGer act. 6).
C.e Mit Vernehmlassung vom 4. November 2014 beantragte die Vorinstanz
die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung hob sie – in Ergänzung
zu ihren Ausführungen im angefochtenen Einspracheentscheid – hervor,
die Schweizer Regierung habe im Dezember 2009 beschlossen, das Ab-
kommen zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Sozi-
alistischen Föderativen Volksrepublik Jugoslawien über die Sozialversiche-
rung vom 8. Juni 1962 (SR 0.831.109.818.1; nachfolgend: Sozialversiche-
rungsabkommen) im Verhältnis zum Kosovo nicht weiterzuführen. Dieser
Beschluss habe zur Folge, dass Staatsangehörige des Kosovo zukünftig
nicht mehr die Rechtsstellung von Vertragsausländern hätten, sondern ab
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dem 1. April 2010 als Nichtvertragsausländer gelten würden. Mit Urteil
9C_662/2012 vom 19. Juni 2013 habe das Schweizerische Bundesgericht
festgestellt, dass die Nichtweiteranwendung des Sozialversicherungsab-
kommens durch die Schweiz auf die heutige Republik Kosovo ab dem
1. April 2010 zulässig sei. Der Ehemann der Beschwerdeführerin sei am
26. Juni 2013 verstorben, mithin zu einem Zeitpunkt, da das Sozialversi-
cherungsabkommen bereits nicht mehr auf kosovarische Staatsangehö-
rige und ihre Hinterlassenen anwendbar gewesen sei. Die Beschwerdefüh-
rerin habe deshalb keinen Anspruch auf Hinterlassenenrenten. Allerdings
habe sie als Witwe ihres verstorbenen Ehemannes – mangels zwischen-
staatlicher Vereinbarung – grundsätzlich einen Anspruch auf Rückvergü-
tung der von diesem entrichteten AHV-Beiträge. Aufgrund des im Jahr 1977
sowie zwischen 1987 und 2001 erzielten Erwerbseinkommens von total
Fr. 250'194.- würden sich die entrichteten AHV-Beiträge auf Fr. 21'016.35
(= 8.4 % von Fr. 250'194.-) belaufen. Die von Mai 2002 bis Juni 2013 be-
zogenen Renten betrügen demgegenüber Fr. 70'998.-. Nachdem die
Summe der bezogenen Renten vom Rückvergütungsbetrag von
Fr. 21'016.35 in Abzug zu bringen sei und ein negativer Differenzbetrag re-
sultiere, sei der Antrag auf Rückvergütung zu Recht abgewiesen worden
(BVGer act. 7).
C.f Mit Eingabe vom 13. November 2014 liess die Beschwerdeführerin ein
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege stellen und beantragte in diesem
Zusammenhang, es sei ihr Rechtsanwältin Dr. Barbara Wyler als unent-
geltliche Rechtsbeiständin zu bestellen (BVGer act. 9).
C.g Mit Zwischenverfügung vom 15. Dezember 2014 erstreckte der In-
struktionsrichter auf entsprechenden Antrag der Beschwerdeführerin die
Frist zur Einreichung des Formulars "Gesuch um unentgeltliche Rechts-
pflege" und zur Rückgabe der Akten bis zum 28. Januar 2015 und hiess
deren Gesuch um Akteneinsicht betreffend die Akten der Ausgleichskasse
des Kantons Wallis gut, indem er die Vorinstanz ersuchte, dem Bundesver-
waltungsgericht diese Akten bis zum 15. Januar 2015 einzureichen (BVGer
act. 12).
C.h Mit Eingabe vom 7. Januar 2015 liess die SAK dem Bundesverwal-
tungsgericht die Akten der Ausgleichskasse des Kantons Wallis zukommen
(BVGer act. 16).
C.i Mit Zwischenverfügung vom 14. Januar 2015 übermittelte der Instrukti-
onsrichter der Beschwerdeführerin die zusätzlich beigezogenen Akten und
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ersuchte sie überdies, sämtliche Akten sowie das "Gesuch um unentgeltli-
che Rechtspflege" zusammen mit der Replik bis zum 13. Februar 2015 zu
retournieren (BVGer act. 17).
C.j Mit Eingabe ihrer Rechtsvertreterin vom 3. Februar 2015 reichte die
Beschwerdeführerin das vervollständigte Formular "Gesuch um unentgelt-
liche Rechtspflege" samt entsprechenden Beilagen ein und machte über-
dies erstmals geltend, sie verfüge neben der kosovarischen auch über die
serbische Staatsangehörigkeit. Ferner beantragte sie, es sei die Frist zur
Einreichung einer Beschwerdereplik und zur Rücksendung der Akten an
das Bundesverwaltungsgericht um 10 Tage nach dem Zeitpunkt der pro-
zessleitenden Verfügung über die Einsetzung der unentgeltlichen Rechts-
vertreterin zu verlängern (BVGer act. 19 samt Beilagen).
C.k Mit Zwischenverfügung vom 4. Februar 2015 erstreckte der Instrukti-
onsrichter die Frist zur Einreichung der Replik und zur Aktenrückgabe bis
zum 16. März 2015 und wies zudem den Antrag der Rechtsvertreterin auf
Verknüpfung der Gewährung des Fristerstreckungszeitraumes im laufen-
den Schriftenwechsel mit dem Zeitpunkt des gerichtlichen Entscheids über
die beantragte unentgeltliche Verbeiständung ab (BVGer act. 20).
C.l Mit Schreiben vom 20. Februar 2015 teilte die Vorinstanz dem Bundes-
verwaltungsgericht mit, dass A._ (sel.) laut den Akten der Aus-
gleichskasse des Kantons Wallis vor seiner Heirat mit der türkischen
Staatsangehörigen F._ verheiratet gewesen sei. Diese habe bei der
SAK einen Antrag auf Witwenrente gestellt und einen Auszug aus dem tür-
kischen Zivilstandsregister vorgelegt, laut welchem A._ (sel.) und
F._ am (...) 2005 in Bursa/Türkei erneut geheiratet haben sollen,
nachdem die Ehe mit der Beschwerdeführerin angeblich geschieden wor-
den sei (BVGer act. 22).
C.m Die Beschwerdeführerin erneuerte mit Eingabe ihrer Rechtsvertreterin
vom 23. Februar 2015 ihren Antrag auf Verknüpfung der Frist zur Einrei-
chung einer Replik mit dem Entscheidzeitpunkt des Bundesverwaltungs-
gerichts über das Gesuch um unentgeltliche Verbeiständung (BVGer
act. 21).
C.n Mit Zwischenverfügung vom 4. März 2015 wies der Instruktionsrichter
diesen erneut gestellten Antrag wiederum ab. Ferner machte er die Be-
schwerdeführerin darauf aufmerksam, dass sich mit Blick auf die Eingabe
der Vorinstanz vom 20. Februar 2015 auch die Frage der Aussichtslosigkeit
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der Beschwerde stelle. Überdies ersuchte er die Beschwerdeführerin, zur
Frage der behaupteten Scheidung im Rahmen der Replik innert der bis
zum 14. April 2015 erstreckten Frist Stellung zu nehmen (BVGer act. 23).
C.o Mit Replik ihrer Rechtsvertreterin vom 14. April 2015 liess die Be-
schwerdeführerin die folgenden modifizierten Anträge stellen:
1. Die Verfügung Nr. 756.1051.4412.88/401/LH der Vorinstanz vom 28. Juli
2014 sei durch die Vorinstanz im Sinne von Art. 58 Abs. 1 VwVG in Wieder-
erwägung zu ziehen und der Beschwerdeführerin sei in einer neuen Verfü-
gung als Witwe des Beschwerdeführers eine Abfindung im Sinne von Art. 7
lit. a des Abkommens zwischen der Schweiz und der Föderativen Volksre-
publik Jugoslawien über die Sozialversicherung, eventualiter rückwirkend
ab 1. Juli 2013 eine Witwenrente, auszurichten.
2. Eventualiter, falls die Vorinstanz nicht gemäss Antrag Ziff. 1 verfährt, sei
a) die Verfügung Nr. 756.1051.4412.88/401/LH der Vorinstanz vom 28. Juli
2014 aufzuheben und
b) die Vorinstanz zu verpflichten, der Beschwerdeführerin als Witwe des Be-
schwerdeführers eine Abfindung im Sinne von Art. 7 lit. a des Abkommens
zwischen der Schweiz und der Föderativen Volksrepublik Jugoslawien über
die Sozialversicherung, eventualiter rückwirkend ab 1. Juli 2013 eine Wit-
wenrente, auszurichten.
3. Es sei dem Beschwerdeführer (recte: der Beschwerdeführerin) die unent-
geltliche Rechtspflege zu gewähren, und die Unterzeichnete Frau RA Dr.
iur. Barbara Wyler sei im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG als unentgeltliche
Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers einzusetzen.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Vorinstanz.
Zur ergänzenden Begründung liess die Beschwerdeführerin insbesondere
vorbringen, aufgrund der neu bekannt gewordenen Tatsache betreffend
ihre kosovarisch-serbische Doppelbürgerschaft sei eine Wiedererwägung
durch die Vorinstanz angezeigt. Ferner müsse das massgebliche Sozial-
versicherungsabkommen auch in Fällen wie dem vorliegenden, in denen
neben der kosovarischen auch die serbische Staatsangehörigkeit nachge-
wiesen sei, zur Anwendung kommen. Eine kosovarische Staatsangehörige
sei aus serbischer Sicht nach wie vor Serbin, weshalb das Abkommen wei-
terhin anzuwenden sei, ansonsten die Schweizerische Eidgenossenschaft
gegenüber Serbien vertragsbrüchig würde. Falls die Teilrente weniger als
einen Fünftel einer ordentlichen Vollrente betrage, habe der Versicherte
das Recht, anstelle einer AHV-Rente eine (kapitalisierte) Abfindung im Sinn
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von Art. 7 Bst. a des Sozialversicherungsabkommens zu wählen, und zwar
selbst dann, wenn der verstorbene Ehemann bereits AHV-Renten bezogen
habe. Aus den nachgereichten Akten gehe ferner hervor, dass sie im Zeit-
punkt des Todes von A._ (sel.) nach wie vor dessen rechtmässige
Ehefrau gewesen sei, zumal die von der Vorinstanz behauptete Scheidung
nie erfolgt sei. Dies sei nicht zuletzt auch aus dem ins Recht gelegten be-
glaubigten Heiratszertifikat vom 6. Mai 2009 ersichtlich. Mit den eingereich-
ten Akten habe sie ferner die Bedürftigkeit nachgewiesen, und die Be-
schwerde sei überdies auch nicht aussichtslos (BVGer act. 24 samt Beila-
gen).
C.p Mit Duplik vom 8. Mai 2015 hielt die SAK an ihrem Antrag auf Abwei-
sung der Beschwerde fest und führte zur Begründung ergänzend aus, ihre
Abklärungen hinsichtlich des Antrags von F._ seien derzeit noch
nicht abgeschlossen. Letztere halte nach wie vor an ihrer Behauptung fest,
dass A._ (sel.) bei ihrer zweiten Heirat am (...) 2005 geschieden
gewesen sei; ein Scheidungsurteil liege allerdings noch nicht vor. In Bezug
auf die im Beschwerdeverfahren erstmals geltend gemachte kosovarisch-
serbische Doppelbürgerschaft sei zu beachten, dass die Beschwerdefüh-
rerin in ihrem Rückvergütungsantrag selber festgehalten habe, dass sie
und ihr verstorbener Ehemann ausschliesslich kosovarische Staatsange-
hörige seien. Die Frage einer Doppelbürgerschaft sei explizit verneint wor-
den. Das Bundesgericht habe überdies einen Automatismus, wonach Per-
sonen aus dem Kosovo neben dieser Staatsangehörigkeit auch die serbi-
sche Staatsbürgerschaft besitzen sollen, verneint. Nach den Weisungen
des Bundesamtes für Sozialversicherung (BSV), welche vom Bundesge-
richt nicht beanstandet worden seien, könne der Nachweis der serbischen
Nationalität nur durch Einreichung eines gültigen biometrischen Passes
Serbiens ohne Einschränkungen hinsichtlich der Visa-Freiheit für den
Schengenraum und ohne einen entsprechenden Vermerk "Koordinaciona
Uprava" (Koordinationsvermerk) erbracht werden. Mit der Replik habe die
Beschwerdeführerin lediglich die Kopie eines serbischen Passes mit dem
genannten Vermerk eingereicht. Nachdem die Beschwerdeführerin aus-
schliesslich über die kosovarische Staatsbürgerschaft verfüge, habe sie
grundsätzlich nur Anspruch auf Rückvergütung der geleisteten AHV-Bei-
träge. Nach der einschlägigen Verordnungsbestimmung seien allerdings
im konkreten Fall die bisher bezogenen AHV-Renten (von insgesamt Fr.
70'998.-) vom errechneten Rückvergütungsbetrag von Fr. 21'016.35 in Ab-
zug zu bringen. Die Summe der bezogenen AHV-Renten übersteige den
Rückvergütungsbetrag, weshalb der Antrag auf Rückvergütung zu Recht
abgewiesen worden sei (BVGer act. 26).
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Seite 9
C.q Mit Triplik vom 9. Juli 2015 hielt die Beschwerdeführerin an ihren in der
Replik gestellten Anträgen fest und führte zur Begründung ergänzend aus,
es liege anerkanntermassen kein Scheidungsurteil vor, sodass die Ehe
zwischen ihr und ihrem verstorbenen Ehemann zum Zeitpunkt des Able-
bens nach wie vor Bestand gehabt habe. Wenn die Vorinstanz für den
Nachweis der geltend gemachten serbischen Staatsangehörigkeit am Er-
fordernis des biometrischen Reisepasses festhalte, so erweise sich diese
Rechtsauffassung als übertrieben formalistisch. Hinzu komme, dass sie
nicht über die nötigen finanziellen Mittel verfüge, um sich einen biometri-
schen Reisepass zu besorgen. Mit den von der Beschwerdeführerin einge-
reichten Beweismitteln sei die serbische Staatsangehörigkeit rechtsgenüg-
lich nachgewiesen (BVGer act. 30).
C.r Mit Eingabe vom 27. Juli 2015 teilte die Vorinstanz dem Bundesverwal-
tungsgericht mit, dass sie von der Einreichung einer Quadruplik absehe
und an ihren bisherigen Stellungnahmen festhalte (BVGer act. 32).
D.
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Beweismit-
tel wird – soweit erforderlich – im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Be-
schwerde zuständig (Art. 85bis Abs. 1 AHVG [SR 831.10] sowie Art. 31, 32
und 33 Bst. d VGG). Die Beschwerdeführerin ist als Adressatin des ange-
fochtenen Einspracheentscheids durch diesen besonders berührt und hat
ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Abänderung,
weshalb sie zur Erhebung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 59 ATSG [SR
830.1]). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde vom
22. August 2014 (Poststempel: 23. August 2014) ist daher einzutreten
(Art. 60 ATSG; Art. 60 Abs. 2 i.V.m. Art. 38 Abs. 4 Bst. b ATSG).
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2.
2.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist gemäss dem Grundsatz der Rechts-
anwendung von Amtes wegen nicht an die Begründung der Begehren der
Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Im Rahmen seiner Kognition
kann es die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten
Gründen gutheissen oder den angefochtenen Entscheid im Ergebnis mit
einer Begründung bestätigen, die von jener der Vorinstanz abweicht (vgl.
BGE 128 II 145 E. 1.2.2, 127 II 264 E. 1b).
2.2 Nach der Rechtsprechung stellt das Sozialversicherungsgericht bei der
Beurteilung einer Streitsache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des
Erlasses der streitigen Verwaltungsverfügung (hier: 28. Juli 2014) einge-
tretenen Sachverhalt ab (BGE 131 V 242 E. 2.1, BGE 130 V 329, 129 V 1
E. 1.2, je mit Hinweisen).
3.
3.1 Nach Ablauf der Beschwerdefrist können Begehren einer Beschwerde
nicht mehr erweitert, sondern höchstens präzisiert, eingeengt oder fallen-
gelassen werden (ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER,
Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 2. Aufl. 2013, S. 123
Rz. 2.218; FRANK SEETALER/FABIA BOCHSLER, in: Praxiskommentar VwVG,
2009, Art. 52 N. 41).
3.2 Die Beschwerdeführerin hat in ihrer Replik vom 14. April 2015 ihr sinn-
gemäss auf Ausrichtung von AHV-Hinterlassenenleistungen zielendes
Rechtsbegehren (BVGer act. 1) dahingehend modifiziert, dass sie einer-
seits im Hauptantrag eine Wiedererwägung durch die Vorinstanz und den
Erlass einer neuen Verfügung über eine Abfindung nach Art. 7 Bst. a des
Abkommens respektive über eine rückwirkend per 1. Juli 2013 auszurich-
tende Witwenrente fordert (Ziff. 1); anderseits beantragt sie eventualiter, es
sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Vorinstanz zu ver-
pflichten, ihr eine Abfindung gemäss Art. 7 lit. a des Sozialversicherungs-
abkommens beziehungsweise rückwirkend ab 1. Juli 2013 eine Witwen-
rente auszurichten (Ziff. 2). In Ziff. 3 hat sie sodann ihren Antrag auf unent-
geltliche Verbeiständung erneuert (BVGer act. 24, S. 2).
Soweit die Beschwerdeführerin mit ihrem Antrag auf Wiedererwägung auf
eine gerichtliche Anordnung abzielt, ist ihr zum einen entgegen zu halten,
dass der Entscheid über die Vornahme einer Wiedererwägung im Sinne
von Art. 53 Abs. 2 ATSG im Ermessen des Versicherungsträgers liegt und
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nicht durch das Bundesverwaltungsgericht angeordnet werden kann (vgl.
dazu UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. 2015, Art. 53 NN. 61 f. mit
Hinweisen; vgl. auch AUGUST MÄCHLER, in: Kommentar zum Bundesgesetz
über das Verwaltungsverfahren, Christoph Auer/Markus Müller/Benjamin
Schindler [Hrsg.], 2008, Art. 58 VwVG N. 9; vgl. zu den Voraussetzungen
für eine Wiedererwägung Art. 53 Abs. 2 ATSG). Ein gerichtlich durchsetz-
barer Anspruch auf Korrektur der Verfügung besteht – von hier nicht zutref-
fenden Ausnahmen (wie etwa Art. 77 AHVV [SR 831.101], rechnerische
Korrektur einer Rentenverfügung) abgesehen – nicht. Zum andern ist dem
Versicherungsträger eine Wiederwägung lite pendente gemäss Art. 53
Abs. 3 ATSG nach Erstattung der Beschwerdeantwort untersagt. Einer
nach diesem Zeitpunkt erlassenen Verfügung kommt immerhin der Cha-
rakter eines Antrags an das Gericht zu (KIESER, a.a.O., Art. 53 N. 78). Da-
raus folgt, dass auf Ziffer 1 des replicando gestellten Rechtsbegehrens von
vornherein nicht eingetreten werden kann.
Soweit die Beschwerdeführerin hingegen die Ausrichtung einer Kapitalab-
findung respektive einer Witwenrente per 1. Juli 2013 beantragt, handelt
es sich vorliegend um eine Präzisierung des Rechtsbegehrens, welche
nach dem Gesagten zulässig ist.
4.
4.1 Anspruch auf eine Witwen- oder Witwerrente haben Witwen oder Wit-
wer, sofern sie im Zeitpunkt der Verwitwung Kinder haben (Art. 23 Abs. 1
AHVG). Gemäss Art. 23 Abs. 3 Satz 1 AHVG entsteht der Anspruch auf die
Witwen- oder Witwerrente am ersten Tag des dem Tod des Ehemannes
oder der Ehefrau folgenden Monats. Anspruch auf eine ordentliche Alters-
oder Hinterlassenenrente haben die rentenberechtigten Personen, denen
für mindestens ein volles Jahr Einkommen, Erziehungs- oder Betreuungs-
gutschriften angerechnet werden können, oder ihre Hinterlassenen (Art. 29
Abs. 1 AHVG).
4.2
4.2.1 Die Vorinstanz teilte dem Bundesverwaltungsgericht mit Eingabe
vom 20. Februar 2015 mit, dass F._ bei ihr einen Antrag auf Aus-
richtung einer Witwenrente gestellt habe mit der Begründung, sie habe –
gemäss beigelegtem Auszug aus dem türkischen Zivilstandsregister –
A._ (sel.) am (...) 2005 (erneut) geheiratet, nachdem die Ehe mit
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Seite 12
der Beschwerdeführerin angeblich geschieden worden sei; dementspre-
chend sei sie im Zeitpunkt des Todes von A._ (sel.) dessen Ehefrau
gewesen (BVGer act. 22). Ein Scheidungsurteil liege ihr allerdings bis dato
nicht vor (BVGer act. 26, S. 2).
4.2.2 Dagegen liess die Beschwerdeführerin mit Replik vom 14. April 2015
einwenden, aus dem eingereichten Heiratszertifikat vom 6. Mai 2009 und
den weiteren nachgereichten Akten gehe hervor, dass die Ehe zwischen
ihr und A._ (sel.) bis zu dessen Tod nach wie vor Bestand gehabt
habe (BVGer act. 24, S. 9 f. samt Beilagen 12 - 14). Darüber hinaus sei sie
auch im Schweizerischen Zivilstandsregister als rechtmässige Ehefrau auf-
geführt (act. 3, S. 2).
4.2.3 Aufgrund der vorliegenden Akten, insbesondere des Eintrags im
Schweizerischen Zivilstandsregister (act. 3) und der kosovarischen Ehebe-
scheinigungen (act. 26, S. 165; Beilage 12 zu BVGer act. 24), ist davon
auszugehen, dass die Ehe zwischen der Beschwerdeführerin und
A._ (sel.) bis zu dessen Tod bestanden hat. Nachdem weder die
Vorinstanz noch eine Drittperson bis dato einen Beleg für die von
F._ behauptete Scheidung eingereicht hat, bestehen jedenfalls bis
zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine rechtsgenüglichen Hinweise für die
Annahme einer Auflösung dieses Eheverhältnisses, zumal sich die Be-
schwerdeführerin auf die gesetzliche Vermutung der Richtigkeit des Ein-
trags im Schweizerischen Zivilstandsregister (Art. 9 ZGB) berufen kann. Im
Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass das Datum der behaupteten Schei-
dung jedenfalls zurzeit nicht verlässlich bekannt ist, sodass eine Prüfung
des Rentenanspruchs des geschiedenen Ehegatten aufgrund der vorlie-
genden Akten nicht möglich ist (vgl. dazu Art. 24a Abs. 1 Bst. a AHVG).
4.2.4 Wie es sich diesbezüglich verhält, braucht indes nicht abschliessend
geklärt zu werden, da vorliegend – wie nachfolgend aufzuzeigen ist (vgl.
dazu nachstehende E. 5.4 und E. 6) – weder die Voraussetzungen für die
Ausrichtung von AHV-Hinterlassenenleistungen noch jene für die Rückver-
gütung von AHV-Beiträgen erfüllt sind.
4.3 A._ verstarb am (...) 2013 in der Schweiz (act. 1 und act. 3).
Zuvor wurden ihm von der Ausgleichskasse des Kantons Wallis insbeson-
dere eine einfache AHV-Altersrente sowie eine Kinderrente für die gemein-
same Tochter E._ ausgerichtet (act. 26, S. 212 und S. 238). In An-
wendung der vorstehend erwähnten Gesetzesnormen hätte die Beschwer-
C-4806/2014
Seite 13
deführerin somit grundsätzlich ab dem 1. Juli 2013 Anspruch auf eine or-
dentliche Witwenrente. Zu prüfen sind nachfolgend allerdings die zusätzli-
chen Voraussetzungen, welche das Gesetz an die Rentenberechtigung
ausländischer Staatsangehöriger knüpft.
5.
5.1 Ausländerinnen und Ausländer sowie ihre Hinterlassenen ohne
Schweizer Bürgerrecht sind nur rentenberechtigt, solange sie ihren Wohn-
sitz und gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben
(Art. 18 Abs. 2 Satz 1 AHVG). Dieses Erfordernis ist von jeder Person, für
die eine Rente ausgerichtet wird, einzeln zu erfüllen (Art. 18 Abs. 2 Satz 2
AHVG). Vorbehalten bleiben die besonderen Vorschriften über die Rechts-
stellung der Flüchtlinge und der Staatenlosen sowie abweichende zwi-
schenstaatliche Vereinbarungen (Art. 18 Abs. 2 Satz 3 AHVG). Bei Perso-
nen, die mehrere sich ablösende Staatsangehörigkeiten besessen haben,
ist für die Rentenberechtigung die Staatsangehörigkeit während des Ren-
tenbezugs massgebend (Art. 18 Abs. 2bis AHVG;in Kraft seit 1. Januar
2012; AS 2011 4745; BBl 2011 543).
5.2 Die im Kosovo wohnhafte Beschwerdeführerin verfügt nicht über die
Schweizer Staatsbürgerschaft. Sie erfüllt mangels Wohnsitzes und ge-
wöhnlichen Aufenthalts in der Schweiz die Anspruchsvoraussetzungen auf
eine Hinterlassenenrente gemäss Art. 18 Abs. 2 AHVG nicht.
5.3 Zu prüfen ist in einem weiteren Schritt, ob sich die Beschwerdeführerin
auf eine abweichende zwischenstaatliche Vereinbarung im Sinne von
Art. 18 Abs. 2 Satz 3 AHVG berufen kann.
5.3.1 Gemäss BGE 139 V 263 sind das Abkommen vom 8. Juni 1962 zwi-
schen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der ehemaligen Föde-
rativen Volksrepublik Jugoslawien über Sozialversicherung
(SR 0.831.109.818.1; nachfolgend: Abkommen) sowie die Verwaltungs-
vereinbarung vom 5. Juli 1963 betreffend die Durchführung des Abkom-
mens (SR 0.831.109.818.12) ab dem 1. April 2010 nicht weiter auf kosova-
rische Staatsangehörige anzuwenden. Die laufenden Renten geniessen
demgegenüber den Besitzstand (BGE 139 V 335 E. 6.1).
5.3.2 Aus den Akten geht hervor, dass die in der Republik Kosovo wohn-
hafte Beschwerdeführerin über die Staatsbürgerschaft dieses Landes ver-
fügt (act. 2, S. 3 und act. 5, S. 1). Nach konstanter Rechtsprechung sind in
zeitlicher Hinsicht regelmässig diejenigen Rechtssätze massgebend, die
http://www.admin.ch/ch/d/as/2011/4745.pdf http://www.admin.ch/ch/d/ff/2011/543.pdf
C-4806/2014
Seite 14
bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung ha-
ben (BGE 130 V 445 E. 1.2.1 S. 447; BGE 127 V 466 E. 1 S. 467); deshalb
bildet für die Frage, ob das für Angehörige der heutigen Republik Kosovo
per Ende März 2010 ausser Kraft gesetzte Sozialversicherungsabkommen
(BGE 139 V 263) weiterhin zur Anwendung gelangt, die Entstehung des
Rentenanspruchs und nicht der Zeitpunkt des Verfügungserlasses den
massgebenden Anknüpfungspunkt (BGE 139 V 335 E. 6.2).
Hinsichtlich des Anspruchs auf Witwenrente tritt der Versicherungsfall
rechtsprechungsgemäss am ersten Tag des dem Tod des Ehemannes fol-
genden Monats ein (BGE 100 V 208 E. 1). Gemäss dem vorstehend zitier-
ten BGE 139 V 263 ist das Abkommen ab dem 1. April 2010 nicht weiter
auf Staatsbürgerinnen und -bürger der Republik Kosovo anwendbar. Im
vorliegenden Fall ist das versicherte Ereignis am 1. Tag des dem Tod des
Ehemannes folgenden Monats (Art. 23 Abs. 3 AHVG), das heisst am 1. Juli
2013, eingetreten. Bezüglich des geltend gemachten Anspruchs auf die
Witwenrente ist der Versicherungsfall somit nach dem genannten Stichtag
eingetreten (vgl. dazu auch BGE 139 V 335 E. 6.2). Demnach hat die Be-
schwerdeführerin diesbezüglich nicht mehr die Rechtsstellung einer Ver-
tragsausländerin inne; sie gilt vielmehr seit dem 1. April 2010 als Nichtver-
tragsausländerin. Ein Export von Rentenleistungen in die Republik Kosovo
ist mit Blick auf das dargelegte höchstrichterliche Urteil demnach nicht
(mehr) möglich.
5.4
5.4.1 Die Beschwerdeführerin macht beschwerdeweise erstmals geltend,
sie sei sowohl Bürgerin von Kosovo als auch von Serbien. Auch für koso-
varische Staatsangehörige müsse es, insbesondere wenn – wie hier – die
serbische Staatsangehörigkeit nachgewiesen werde, zu einer Anwendung
des Sozialversicherungsabkommens kommen. Für die Anwendbarkeit des
Sozialversicherungsabkommens sei die Auffassung Serbiens massge-
bend, wonach auch Bewohner des Kosovo noch auf serbischem Staatsge-
biet wohnen und auch über die serbische Staatsangehörigkeit verfügen
würden. Ihre serbische Staatsangehörigkeit sei durch die nachgereichten
Belege (Beilagen 10 und 11 zu BVGer act. 24) nachgewiesen. Massge-
bend sei im Übrigen nicht ihre gegenüber der SAK mitgeteilte Rechtsauf-
fassung, sondern vielmehr diejenige der relevanten Vertragspartner. Das
Abkommen sei vorliegend weiterhin anzuwenden, ansonsten die Schwei-
zerische Eidgenossenschaft gegenüber Serbien vertragsbrüchig würde.
Falls die Teilrente weniger als einen Fünftel einer ordentlichen Vollrente
C-4806/2014
Seite 15
betrage, bestehe ein Wahlrecht auf Bezug einer (kapitalisierten) Abfindung
im Sinn von Art. 7 Bst. a des Sozialversicherungsabkommens, und zwar
selbst dann, wenn der verstorbene Ehemann bereits AHV-Renten bezogen
habe. Beim Erfordernis des biometrischen Reisepasses handle es sich um
einen Grundsatz, von welchem gegebenenfalls auch abgewichen werden
könne. Insbesondere wenn – wie hier – die finanziellen Verhältnisse die
Beschaffung eines biometrischen Passes gar nicht erlauben würden, er-
weise sich dieses Beweiserfordernis als überspitzt formalistisch (BVGer
act. 24 und 30).
5.4.2 Dagegen wendet die Vorinstanz ein, für den Nachweis einer serbi-
schen Staatsangehörigkeit genüge nur ein gültiger biometrischer Pass Ser-
biens ohne Einschränkungen hinsichtlich der Visa-Freiheit für den Schen-
genraum und ohne den Vermerk "Koordinaciona Uprava". Das Bundesge-
richt habe sich explizit auf die Weisungen des BSV (Mitteillungen an die
AHV-Ausgleichskassen und EL-Durchführungsstellen Nr. 326 vom
20.02.2013) bezogen. Nachdem die eingereichte Passkopie mit diesem
Vermerk versehen sei, könne die Beschwerdeführerin aus diesem Doku-
ment nichts zu ihren Gunsten ableiten. Die Beschwerdeführerin verfüge
mithin nur über die kosovarische Staatsangehörigkeit und habe demnach
grundsätzlich nur Anspruch auf Rückvergütung der AHV-Beiträge. Aller-
dings würden die ausgerichteten AHV-Renten in der Höhe von Fr. 70'998.-
den Rückvergütungsbetrag übersteigen, sodass auch der Antrag auf Rück-
vergütung zu Recht abgewiesen worden sei (BVGer act. 26).
5.4.3
5.4.3.1 Vorliegend hielt die Beschwerdeführerin in ihrem am 11. Juni 2014
(Datum Posteingang) bei der Vorinstanz eingereichten Gesuchsformular
betreffend ihren Antrag auf Rückvergütung von AHV-Beiträgen explizit fest,
dass sie kosovarische Staatsangehörige sei, in Prishtina (Kosovo) wohne
und nicht über eine weitere Staatsangehörigkeit verfüge (act. 2). Erst im
laufenden Beschwerdeverfahren machte sie mit Replik ihrer Rechtsvertre-
terin vom 14. April 2015 erstmals geltend, dass sie neben der kosovari-
schen auch über die serbische Staatsangehörigkeit verfüge. Als Beleg hier-
für reichte sie Kopien ihrer Identitätskarte und eines serbischen Reisepas-
ses ein (Beilage 11 zu BVGer act. 24).
5.4.3.2 Das Verhalten der Beschwerdeführerin erscheint insgesamt als wi-
dersprüchlich, und die behauptete serbische Staatsangehörigkeit muss als
C-4806/2014
Seite 16
nachgeschoben betrachtet werden. Die im Beschwerdeverfahren einge-
reichten Beweismittel (Beilage 11 zu BVGer act. 24) vermögen den Nach-
weis für die behauptete serbische Staatsangehörigkeit nicht zu erbringen,
zumal es sich anerkanntermassen nicht um einem biometrischen Reise-
pass handelt; darüber hinaus ist der Pass auch mit dem Vermerk "Koordi-
naciona Uprava" versehen (vgl. dazu auch Urteile des BGer 9C_474/2015
vom 19. August 2015 E. 3; 9C_140/2013 vom 31. Oktober 2013 E. 3.1 und
9C_53/2013 vom 6. August 2013 E. 3.1). Das Bundesgericht hat in seiner
neueren Rechtsprechung einen Automatismus oder den Grundsatz, dass
Personen aus dem Kosovo neben der kosovarischen auch die serbische
Staatsangehörigkeit besitzen, ausdrücklich verworfen. Aus der Tatsache,
dass die Republik Kosovo die multiple Staatsbürgerschaft zulasse, könne
nicht abgeleitet werden, dass kosovarische Staatsangehörige ohne weite-
res kosovarisch-serbische Doppelbürger seien. Dennoch könne das Vor-
liegen einer kosovarisch-serbischen Doppelbürgerschaft aber nicht ausge-
schlossen werden. Eine solche sei indessen nicht nur überzeugend zu be-
haupten, sondern rechtsgenüglich zu belegen (BGE 139 V 263 E. 12.2).
Für den rechtsgenüglichen Beweis einer kosovarisch-serbischen Doppel-
bürgerschaft wurde in Erwägung 12.2 des vorstehend erwähnten Bundes-
gerichtsentscheids insbesondere auf die Mitteilung Nr. 326 des BSV vom
20. Februar 2013 verwiesen. Danach ist im Hinblick auf den Nachweis der
serbischen Staatsangehörigkeit unter anderem zu beachten, dass für den
Beweis der serbischen Nationalität nur ein gültiger biometrischer Pass Ser-
biens ohne Einschränkungen hinsichtlich Visa-Freiheit für den Schengen-
raum akzeptiert wird. Der Pass darf keinen Vermerk „Koordinaciona Up-
rava“ (Verwaltungskoordination) der serbischen passausstellenden Be-
hörde enthalten. Andere Nachweise für die serbische Staatsangehörigkeit,
wie namentlich alte abgelaufene Pässe, jugoslawische Pässe und serbi-
sche Staatsangehörigkeitsbescheinigungen, werden nicht akzeptiert.
Das Bundesverwaltungsgericht hat diese Rechtsprechung zu den beweis-
rechtlichen Anforderungen an den Nachweis einer vom Beschwerdeführer
geltend gemachten serbischen Staatsangehörigkeit in der Folge mehrfach
bestätigt (vgl. dazu Urteil des BVGer C-6533/2012 vom 31. März 2016
E. 5.3 mit Hinweisen).
5.4.3.3 Die Beschwerdeführerin macht keine Gründe geltend, welche ein
Abweichen von der genannten Praxis zu rechtfertigen vermöchten. Nicht
stichhaltig ist insbesondere der Einwand, die Kosten für die Beschaffung
C-4806/2014
Seite 17
eines biometrischen Passes seien für sie unverhältnismässig hoch. Ange-
sichts der im Zusammenhang mit Rentenleistungen regelmässig auf dem
Spiel stehenden grossen wirtschaftlichen Interessen kommt der Beweissi-
cherheit ein sehr hoher Stellenwert zu, welcher gegenüber den geltend ge-
machten finanziellen Schwierigkeiten zur Beschaffung des biometrischen
Passes überwiegt. Von einem überspitzten Formalismus kann daher nicht
gesprochen werden. Mit Blick auf das Gebot der effizienten Miss-
brauchsbekämpfung erweist sich das Erfordernis eines biometrischen Rei-
sepasses ohne den Koordinationsvermerk "Koordinaciona Uprava" auch
als geeignetes und erforderliches Kriterium.
Bei der genannten Mitteilung des Bundesamtes handelt es sich zwar um
eine für das Gericht nicht verbindliche Verwaltungsweisung. Nach konstan-
ter Praxis soll das Gericht diese aber bei seiner Entscheidung berücksich-
tigen, sofern sie eine dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende
Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen zulässt. Das
Gericht weicht mithin nicht ohne triftigen Grund von Verwaltungsweisungen
ab, wenn diese eine überzeugende Konkretisierung der rechtlichen Vorga-
ben darstellen. Insofern wird dem Bestreben der Verwaltung, durch interne
Weisungen eine rechtsgleiche Gesetzesanwendung zu gewährleisten,
Rechnung getragen (BGE 139 V 122 E. 3.3.4 mit weiteren Hinweisen auf
die bundesgerichtliche Rechtsprechung).
5.4.4 Aus dem Gesagten folgt, dass die Beschwerdeführerin den Nachweis
hinsichtlich der – im vorliegenden Beschwerdefahren erstmals geltend ge-
machten – serbischen Staatsangehörigkeit im Sinne der genannten Praxis
nicht zu erbringen vermag. Sie gilt daher als Nichtvertragsausländerin, wel-
che mangels Wohnsitzes in der Schweiz nicht rentenberechtigt ist (Art. 18
Abs. 2 Satz 1 und Satz 2 AHVG).
5.5 Nachdem das Sozialversicherungsabkommen vorliegend keine An-
wendung findet, stösst der Einwand der Beschwerdeführerin, dass sie ei-
nen Anspruch auf eine Abfindung in der Höhe des Barwerts der geschul-
deten Rente habe, ins Leere. Hinzu kommt, dass das von der Beschwer-
deführerin geltend gemachte Wahlrecht in Fällen wie dem vorliegenden
selbst dann nicht bestünde, wenn man – entgegen dem vorstehend Dar-
gelegten (E. 5.3 und E. 5.4 hievor) – von der Anwendbarkeit des Sozialver-
sicherungsabkommens ausgehen wollte. Zum einen sieht das Abkommen
die Ablösung der laufenden Rente durch ein Kapital im hier zur Diskussion
stehenden Todesfall nicht vor; zum andern übersteigt die Höhe der Rente
(Fr. 563.- pro Monat für 2013; act. 8, S. 1) auch das Maximum von einem
C-4806/2014
Seite 18
Fünftel einer ordentlichen Vollrente (Fr. 2'350.- pro Monat für 2013), sodass
selbst dann kein Anspruch auf eine Abfindung bestünde, wenn das Sozial-
versicherungsabkommen hier anwendbar wäre. Schliesslich fällt ein Abfin-
dungsanspruch auch deshalb ausser Betracht, weil die bereits bezogenen
AHV-Renten auch im Fall des Kapitalbezugs bei Verlassen der Schweiz
anzurechnen wären (vgl. dazu nachstehende E. 6).
6.
Zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdeführerin einen Anspruch auf Rücker-
stattung der AHV-Beiträge hat.
6.1
6.1.1 Den Ausländern, die ihren Wohnsitz im Ausland haben und mit deren
Heimatstaat keine zwischenstaatliche Vereinbarung besteht, sowie ihren
Hinterlassenen können die gemäss den Art. 5, 6, 8, 10 oder 13 AHVG be-
zahlten Beiträge rückvergütet werden. Der Bundesrat regelt die Einzelhei-
ten, insbesondere das Ausmass der Rückvergütung (Art. 18 Abs. 3 AHVG).
Gemäss Art. 1 Abs. 1 der Verordnung vom 29. November 1995 über die
Rückvergütung der von Ausländern an die Alters- und Hinterlassenenver-
sicherung bezahlten Beiträge (RV-AHV, SR 831.131.12) können Auslän-
der, mit deren Heimatstaat keine zwischenstaatliche Vereinbarung besteht,
sowie ihre Hinterlassenen, die der Alters- und Hinterlassenenversicherung
entrichteten Beiträge zurückfordern, sofern diese gesamthaft während min-
destens eines vollen Jahres geleistet worden sind und keinen Rentenan-
spruch begründen. Die Beiträge können zurückgefordert werden, sobald
die Person aller Voraussicht nach endgültig aus der Versicherung ausge-
schieden ist und sowohl sie selber als auch die Ehefrau oder der Ehemann
und ihre noch nicht 25-jährigen Kinder nicht mehr in der Schweiz wohnen
(Art. 2 Abs. 1 RV-AHV).
6.1.2 Der Umfang der Rückvergütung der an die Alters- und Hinterlas-
senenversicherung bezahlten Beiträge bestimmt sich nach Art. 4 RV-AHV.
Rückvergütet werden nur die tatsächlich geleisteten Beiträge. Zinsen wer-
den vorbehältlich Art. 26 Abs. 2 ATSG keine geleistet (Art. 4 Abs. 1 RV-
AHV). Die Rückvergütung umfasst dabei sowohl Arbeitnehmer- als auch
Arbeitgeberbeiträge (Rz. 13 der Weisungen des Bundesamtes für Sozial-
versicherung über die Rückvergütung der von Ausländern an die AHV be-
zahlten Beiträge [Rück], ab der ab 1. Januar 2003 geltenden Fassung;
< http://www.bsv.admin.ch > Praxis > AHV > Grundlagen AHV > Weisun-
gen Renten, abgerufen am 10.02.2016).
http://www.bsv.admin.ch/
C-4806/2014
Seite 19
Bereits bezogene Renten sind vom Rückvergütungsbetrag abzuziehen.
Dies gilt insbesondere auch für den Fall, dass der Versicherte eine Rück-
vergütung von AHV-Beiträgen wegen Verlegung des Wohnsitzes von der
Schweiz in einen Nichtvertragsstaat geltend macht (Art. 4 Abs. 3 Satz 2
RV-AHV; vgl. dazu auch BVGE 2013/57 E. 7.3). Der Abzug von bereits
entrichteten Rentenbetreffnissen gemäss Art. 4 Abs. 3 Satz 2 RV-AHV ist
vom Bundesgericht als rechtmässig beurteilt worden. Soweit AHV-intern
bereits Leistungen geflossen sind, erweist sich die Regelung von Art. 4
Abs. 2 Satz 2 RV-AHVV als rechtmässig; denn würden die bereits ausbe-
zahlten AHV-Renten bei der Auszahlung des (vollen) kapitalisierten Ren-
tenanspruchs nicht abgezogen, ergäbe die Kumulation der rückzahlbaren
AHV-Beiträge mit den bereits bezogenen AHV-Leistungen eine unzuläs-
sige Überentschädigung; vgl. dazu Urteile des BGer 9C_533/2013 vom
16. Dezember 2013 E. 4.2.2; 9C_83/2009 vom 14. April 2010 E. 3.4; [zur
Publikation vorgesehenes] Urteil des BVGer C-657/2012 vom 13. Januar
2016 E. 6.4.5 mit Hinweisen).
6.2 Vorliegend geht aus den Akten hervor, dass A._ (sel.) im Jahr
1977 sowie zwischen 1987 und 2001 in der Schweiz Erwerbseinkommen
von total Fr. 250'194.- erzielt und hierauf AHV-Beiträge von insgesamt
Fr. 21'016.35 (= 8.4 % von Fr. 250'194.-) entrichtet hat (act. 6 [IK-Auszug];
act. 7, S. 2). Unbestritten ist ferner, dass der verstorbene Ehemann der
Beschwerdeführerin in der Zeit von Mai 2002 bis Juni 2013 ordentliche
AHV-Renten in der Höhe von insgesamt Fr. 70'998.- bezogen hat. Dieser
Betrag übersteigt den Rückvergütungsbetrag von Fr. 21'016.35 deutlich,
sodass zugunsten der Beschwerdeführerin kein Guthaben resultiert. Dem-
entsprechend besteht auch kein Anspruch auf eine Rückvergütung von
AHV-Beiträgen. Damit steht fest, dass die SAK zu Recht eine Rückvergü-
tung von AHV-Beiträgen abgelehnt hat.
7.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin den
Nachweis für die im vorliegenden Beschwerdeverfahren erstmals geltend
gemachte kosovarisch-serbische Staatsangehörigkeit nicht hat erbringen
können. Der Ehemann der Beschwerdeführerin ist am 26. Juni 2013 ver-
storben, sodass der Versicherungsfall für die AHV-Hinterlassenenleistun-
gen am 1. Juli 2013 eingetreten ist. Aufgrund der Nichtweiteranwendung
des massgeblichen Sozialversicherungsabkommens auf kosovarische
Staatsangehörige mit Wohnsitz im Kosovo ab dem 1. April 2010 gilt die
Beschwerdeführerin als Angehörige eines Nichtvertragsstaates, welche
C-4806/2014
Seite 20
keinen Anspruch auf Export von Hinterlassenenleistungen hat. Damit ent-
fällt sowohl der Anspruch auf eine Witwen- bzw. Waisenrente als auch je-
ner auf eine Abfindung. Ein Anspruch auf Rückvergütung von entrichteten
AHV-Beiträgen scheidet vorliegend ebenfalls aus, weil bereits bezogene
Renten vom Rückvergütungsbetrag abzuziehen sind und das Total der be-
zogenen Renten die Summe der entrichteten AHV-Beiträge übersteigt.
8.
Die Beschwerde erweist sich demnach als unbegründet, weshalb sie ab-
zuweisen und der vorinstanzliche Einspracheentscheid vom 28. Juli 2014
zu bestätigen ist, soweit auf die Beschwerde einzutreten ist.
8.1 Das Verfahren ist kostenlos (Art. 85bis Abs. 2 AHVG), weshalb keine
Verfahrenskosten zu erheben sind.
8.2
8.2.1 Die Beschwerdeführerin hat mit Eingabe vom 13. November 2014
(BVGer act. 9) ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessfüh-
rung gestellt, über das bisher nicht entschieden worden ist. Aufgrund des
eingereichten Gesuchs und der Beweismittel (vgl. BVGer act. 19 samt Bei-
lagen) ist von der Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin auszugehen, zu-
mal unter den gegebenen Umständen (Mittellosigkeit ohne regelmässige
Einnahmen zur Finanzierung ihres Lebensunterhaltes) nicht davon ausge-
gangen werden kann, dass der Beschwerdeführerin auf die (im Antragsfor-
mular „Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege“; Beilage 1 zu BVGer
act. 19) als Vermögen deklarierte Eigentumswohnung ein Hypothekarkre-
dit für die Prozesskosten gewährt würde, könnte die angefragte Bank bei
einem fehlenden Einkommen doch kaum mit der regelmässigen Zahlung
der Hypothekarzinsen rechnen (vgl. dazu Urteil des BGer 4A_668/2010
vom 17. Februar 2011 E. 3.3), sodass ihr die Aufnahme einer Hypothek im
konkreten Fall nicht zugemutet werden kann. Zudem kann die Sache nicht
als von vorneherein aussichtslos im Sinne der bundesgerichtlichen Recht-
sprechung bezeichnet werden.
8.2.2 Die obsiegende Vorinstanz hat als Bundesbehörde keinen Anspruch
auf Parteientschädigung (Art. 7 Abs. 3 des Reglements vom 21. Februar
2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-
gericht [VGKE, SR 73.320.2]). Zu prüfen bleibt, ob der Beschwerdeführerin
Rechtsanwältin Dr. Barbara Wyler als unentgeltliche Rechtsbeiständin im
C-4806/2014
Seite 21
Beschwerdeverfahren beizuordnen und ein amtliches Honorar zuzuspre-
chen ist.
8.2.2.1 Die unentgeltliche Verbeiständung nach Art. 65 Abs. 2 VwVG setzt
voraus, dass die mittellose Partei, deren Rechtsbegehren nicht aussichts-
los erscheinen (beides ist vorliegend zu bejahen), zur Wahrung ihrer Inte-
ressen eines Anwalts bedarf. Nach der Rechtsprechung trifft dies zu, wenn
Interessen der gesuchstellenden Partei in schwerwiegender Weise betrof-
fen sind und der Fall in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht Schwierigkei-
ten bietet, die den Beizug eines Rechtsvertreters erforderlich machen.
Droht das infrage stehende Verfahren besonders stark in die Rechtsposi-
tion der betroffenen Person einzugreifen, ist die Bestellung eines unent-
geltlichen Rechtsvertreters grundsätzlich geboten, sonst nur dann, wenn
zur relativen Schwere des Falles besondere tatsächliche oder rechtliche
Schwierigkeiten hinzukommen, denen die Gesuchsteller auf sich alleine
gestellt nicht gewachsen wäre (vgl. Urteil des BGer 8C_172/2010 vom
29. März 2010 E. 3 m.w.H.).
Vorliegend sind diese Voraussetzungen gegeben, zumal der Fall in rechtli-
cher Hinsicht Schwierigkeiten bietet, sodass von einer hohen Komplexität
des Verfahrens auszugehen und die Notwendigkeit einer anwaltlichen Ver-
beiständung zu bejahen ist.
8.2.2.2 Für amtliche bestellte Anwältinnen und Anwälte sind die Art. 8 – 11
VGKE sinngemäss anwendbar (Art. 12 VGKE). Die Parteientschädigung
umfasst die Kosten der Vertretung sowie allfällige weitere Auslagen der
Partei (Art. 8 Abs. 1 VGKE). Zu berücksichtigen sind ferner die Bedeutung
der Streitsache und die Schwierigkeit des Prozesses (Art. 61 Bst. g Satz 2
ATSG). Das Anwaltshonorar bemisst sich in erster Linien nach dem not-
wendigen Zeitaufwand (Art. 10 Abs. 1 VGKE). Der Anspruch auf unentgelt-
lichen Rechtsbeistand umfasst nicht alles, was für die Wahrnehmung der
Interessen des Mandanten von Bedeutung ist. Ein verfassungsrechtlicher
Anspruch besteht gemäss Art. 29 Abs. 3 BV vielmehr nur insoweit, als die
Verbeiständung zur Wahrung der Rechte notwendig ist. Der Begriff der Not-
wendigkeit bestimmt nicht nur den qualitativen Anspruch (die Bestellung
eines Rechtsbeistands), sondern auch den quantitativen (den Umfang der
Vergütung). Entschädigungspflichtig sind jene Aufwendungen, die in einem
kausalen Zusammenhang mit der Wahrung der Rechte im Prozess stehen
und notwendig und verhältnismässig sind. Nur in diesem Umfang lässt es
sich rechtfertigen, die Kosten der Staatskasse oder gegebenenfalls dem
C-4806/2014
Seite 22
Prozessgegner aufzuerlegen (Urteil des BGer 9C_857/2012 vom 4. De-
zember 2012 E. 3.1). Dem letztgenannten Bemessungskriterium kommt
denn auch seit jeher vorrangige Bedeutung zu. Bei der Frage nach dem
notwendigen Vertretungsaufwand dürfen die Gerichte auch in Betracht zie-
hen, dass der Sozialversicherungsprozess von der Untersuchungsmaxime
beherrscht wird, wodurch in vielen Fällen die Arbeit der Rechtsvertretenden
erleichtert wird. Diese Arbeit soll nur insoweit berücksichtigt werden, als
sich die Anwältin/der Anwalt bei der Erfüllung ihrer Aufgabe in einem ver-
nünftigen Rahmen hält, unter Ausschluss nutzloser oder sonstwie überflüs-
siger Schritte. Zu entschädigen ist nicht der geltend gemachte, sondern nur
der notwendige Aufwand (vgl. Urteil des BGer 8C_723/2009 vom 14. Ja-
nuar 2010 E. 3.2 und 4.3 mit Hinweisen).
8.2.2.3 Die Rechtsvertreterin hat vorliegend mit Triplik vom 9. Juli 2015
eine Kostennote mit einem geltend gemachten Arbeitsaufwand von
49.88 h, abgerechnet zu einem Stundenansatz von Fr. 200.-, und einem
Betrag von Fr. 11'344.30 (inkl. MWSt von Fr. 840.32) eingereicht (Beilage
16 zu BVGer act. 30). Der verrechnete Stundenansatz ist angemessen und
daher nicht zu beanstanden. Allerdings übersteigt der geltend gemachte
Zeitaufwand von annähernd 50 Stunden das in vergleichbaren Fällen als
notwendig eingestufte Mass deutlich. Vorliegend ist insbesondere nicht er-
sichtlich, inwiefern sich in der vorliegenden Beschwerdesache ein über-
durchschnittlicher Zeitaufwand als notwendig erweisen soll, zumal die Ak-
ten nicht überdurchschnittlich umfangreich sind, der Sachverhalt über-
schaubar ist und auch nicht zu umfangreichen Rechtsabklärungen Anlass
gab. In diesem Zusammenhang fällt insbesondere auf, dass die Rechts-
vertreterin für Besprechungen mit diversen Personen, für ihre Vorabklärun-
gen und die Ausarbeitung des Gesuchs um unentgeltliche Verbeiständung
vom 3. Februar 2015 (vgl. BVGer act. BVGer act. 19 samt Beilagen) bereits
einen Zeitaufwand von 28.53 h geltend macht. Ein solcher Aufwand er-
scheint weit überdurchschnittlich und kann auch nicht mit tatsächlichen o-
der rechtlichen Besonderheiten des konkreten Falls sachlich begründet
und gerechtfertigt werden. Insgesamt erscheint für dieses Stadium ein Ver-
tretungsaufwand von 4 Stunden angemessen. Im Übrigen ist darauf hinzu-
weisen, dass die Arbeiten für das Abfassen der zweiten Eingabe betreffend
unentgeltliche Verbeiständung vom 23. Februar 2015 (BVGer act. 21) in-
soweit nicht notwendig und damit nicht zu entschädigen sind, als die
Rechtsvertreterin darin ihren bereits am 3. Februar 2015 gestellten Verfah-
rensantrag, entgegen der mit Zwischenverfügung vom 4. Februar 2015 ab-
gelehnten Verknüpfung der Frist zur Einreichung der Replik mit dem Ent-
scheid über die unentgeltliche Verbeiständung (BVGer act. 20), erneuert
C-4806/2014
Seite 23
hat. Für das Abfassen der Replik (BVGer act. 24) und die damit direkt zu-
sammenhängenden Vorbereitungsarbeiten erscheint ein Aufwand von ma-
ximal 7 Stunden und für die Triplik (BVGer act. 30) ein solcher von höchs-
tens 2 Stunden als notwendig und angemessen.
Unter Berücksichtigung des gebotenen und aktenkundigen Aufwands, der
Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit der vorliegend zu beur-
teilenden Fragen, ist der Beschwerdeführerin zu Lasten der Vorinstanz
eine Parteientschädigung von gerundet Fr. 2‘950.- (rund 13 Stunden zu
einem Stundenansatz von Fr. 200.- inkl. als angemessen zu erachtende
Auslagen in Höhe von rund Fr. 100.- [vgl. dazu Urteile des BVGer C-
5488/2012 vom 4. Februar 2016 E. 7.2 und A-4556/2011 vom 27. März
2012 E. 3.1.3] und darin enthaltener Mehrwertsteuer von 8%) zuzuspre-
chen.