Decision ID: 94645bf0-1e66-4666-968a-47db5b5a0ecd
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1981, meldete sich am 2
8.
Dezember 2002 unter Hinweis auf Hüftbeschwerden bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 6/2). Die
damals zuständige
Sozialversicherungsanstalt des Kantons
Grau
bün
den
, IV-Stelle,
erachtete
die
Versicherte
nach der Durchführung von berufli
chen Eingliederungsmassnahmen (
Urk.
6/
37,
Urk.
6/43,
Urk.
6/59)
als zu 50
%
arbeitsunfähig
,
errechnete im Einkommensvergleich einen renten
ausschliessen
den IV-Grad von 34
%
und verneinte mit Verfügung vom 1
3.
März 2006 einen Rentenanspruch
(
Urk.
6/60).
Nachdem die
Versicherte
am 1
8.
März 2006
gegen die ablehnende Verfügung
Ein
sprache erhoben hatte
(
Urk.
6/62)
, schloss die IV-Stelle mit
ihr
am 2
9.
Mai 2007 einen Vergleich und sprach ihr
bei einem Inva
liditätsgrad von
43.88
%
eine
Viertelsrente
rückwirkend
ab
2
2.
Februar 2005
zu (Urk.
6/67
).
1.2
Am
2
2.
Juni 2012 teilte die
mittlerweile
zuständige IV-Stelle Glarus der
Versi
cherten
nach Einholung eines Arztberichtes (
Urk.
6/97) und Abklärungen erwerb
licher Natur (
Urk.
6/101-107)
mit,
der Renten
anspruch sei
bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 48
%
unverändert (
Urk.
6/109
).
1.3
Nach Eingang eines am
1
3.
August
2017
ausgefül
lten Revisionsfragebogens (
Urk.
6/137
) holte die
nunmehr zuständige
IV-Stelle
Zürich
unter anderem
bei
Dr.
med.
Y._
, Fachärztin für Orthopädie und Traumatologie des Bewe
gungs
apparates,
ein
orthopädisches
Gutachten ein, das am
1
6.
März 2018
ersta
ttet wurde (Urk.
6/155
).
Am 1
1.
Juli 2018 (
Urk.
6/167) forderte die IV-Stelle die
Versicherte
im Sinne einer
Massnahme zur Verbesserung des Gesundheitszustandes
zu einer Reduktion des Körpergewichts von insgesamt mindestens 20 kg bis Ende 2018 auf.
Die IV-Stelle holte in der Folge bei
Dr.
Y._
ein orthopädisches Verlaufsgutachten ein, das am 2
5.
Juni 2019 erstattet wurde (
Urk.
6/185).
Nach
durc
hgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/189,
Urk.
6/196)
hob d
ie IV-Stelle mit Verfügung vom 1
0.
März
2020
die bisher ausgerichtete Rente auf (Urk.
6/200
= Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am 2
7.
April 2020
Beschwerde (
Urk.
1) gegen die Verfü
gung vom 1
0.
März 2020
(
Urk.
2) und beantragte,
diese sei aufzuheben
und es sei
die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihr weiterhin – über den 3
0.
April 2020 hinaus – eine Invalidenrente auszurichten, eventuell sei sie durch das
Ge
richt medizinisch begutachten zu lassen, subeventuell sei die Sache an die
Be
schwerdegegnerin zur Neubegutachtung zurückzuwei
s
en (S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschw
erdeantwort vom 2
9.
Mai 2020
(
Urk.
5
) die Abwei
sung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am
5.
Juni 2020 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
7
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts; ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der
ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1
.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
ti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unt
erbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
-
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1
.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich geblie
be
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung
hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hin
wei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesent
li
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbe
acht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen). Weder eine im Vergleich zu frü
heren
ärztlichen Einschätzungen ungleich attestierte Arbeits
unfähigkeit noch eine un
ter
schiedliche diagnostische Einordnung des geltend gemachten Leidens genügt so
mit per se, um auf einen verbesserten oder verschlechterten Gesund
heitszu
stand zu schliessen; notwendig ist in diesem Zusammenhang vielmehr eine ver
änderte Befundlage (Urteil des Bundesgerichts 9C_135/2021 vom 27. April 2021 E. 2.1 mit Hinweisen).
Eine Rentenrevision im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG setzt eine Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen voraus, die sich auf den Anspruch als solchen oder den Umfang auswirken kann und Anlass gibt, den Invaliditätsgrad neu zu ermitteln. Für eine Rentenanpassung genügt daher nicht «irgendeine» Änderung im Sachverhalt. Mit Blick auf die erwerblichen Auswirkungen eines an sich gleich gebliebenen Gesundheitsschadens mangelt es an einem Revisionsgrund, wenn die Sachverhaltsänderung lediglich in einer Reduktion oder Erhöhung des erwerb
lichen Pensums liegt und dieser Umstand für sich allein nicht anspruchsrelevant ist (vgl. BGE 141 V 9 E. 2.3 und E. 5.2 mit Hinweis; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_844/2016 vom
2.
März 2017 E. 6.2 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.
4
Ein Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG ist unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der Bemessung der Invalidität (vgl. Art. 28a IVG) zur Anwendung gelangt (BGE 144 I 21 E. 2.2
mit Hinweisen
). Die in einem
bestimmten Zeitpunkt massgebende Methode der Invaliditätsbemessung präjudi
ziert die künftige Rechtsstellung der versicherten Person somit grundsätzlich nicht
(vgl. BGE 117 V 198 E. 3b, 113 V 273 E. 1a, 104 V 148; vgl. Meyer/
Reich
muth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
27 f. zu
Art
. 30–31).
Mit dem neuen Berechnungsmodell des Art. 27
bis
IVV wird den Anforderungen des Urteils des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) in Sachen Di
Trizio
gegen die Schweiz
vom
2.
Februar 2016 (7186/09) Genüge getan. Damit besteht kein Anlass mehr, einen Statuswechsel von der Voll- zur Teilerwerbs
tätigkeit nicht als Revisionsgrund anzuerkennen, auch wenn einzig die Geburt des Kindes dafür verantwortlich ist.
Das
Bundesg
ericht qualifizierte die mit der Neufassung des
Art. 27
bis
IVV
verbleibenden Ungleichheiten als verhältnismässig und daher konventionskonform; daran ändert auch der Umstand nichts, dass der Statuswechsel hin zur gemischten Methode im Revisionsfall zur Aufhebung oder Herabsetzung der Invalidenrente und damit zu einem für die versicherte Person ungünstigen Resultat führen kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_122/2020 vom 26. Februar 2021 E. 3.3.1 mit Hinweisen, insbesondere auf das zur Publi
ka
tion vorgesehene Urteil 9C_82/2020 vom 27. Oktober 2020).
1.5.
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
ver
gleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswir
kungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und zur prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4)
.
Da
bei braucht es sich nicht u
m eine formelle Verfügung (Art.
49 ATSG) zu handeln. Ändert sich nach durchgeführter Rentenrevision als Ergebnis einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs nichts und eröffnet die IV-Stelle deswegen das Revi
sionsergebnis gestützt auf Art. 74
ter
lit
. f IVV auf dem W
eg der blossen Mit
teilung (Art. 51 ATSG), ist im darauf
folgenden Revisionsverfahren zeitlich zu vergleichender Ausgangssachverhalt derjenige, welcher der Mitteilung zugrunde lag (Urteil des Bun
desgerichts 9C_599/2016 vom 29. März 2017 E.
3.1.2 unter Hinweis auf 8C_441/2012 vom 25. Juli 201
3 E.
3.1.2).
1
.
6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1
.
7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2
.
2
.1
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) fest, die Abklärungen hätten ergeben, dass der Gesundheitszustand der Beschwerde
füh
re
rin mit einer Gewichtsreduktion wesentlich verbessert werden könne. Folglich sei die Massnahme auferlegt worden. Um im weiteren Verlauf den Gesund
heits
zustand genauer zu prüfen, sei ein ärztliches Gutachten durchgeführt worden. Da
raus sei hervorgegangen, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerde
führerin nach Durchführung der Gewichtsreduktion verbessert habe. Zudem sei aus ärztlicher Sicht ein Jahr nach der Begutachtung eine kontinuierliche Ver
besserung der Arbeitsfähigkeit zumutbar (S. 1).
Aus ärztlicher Sicht könnte die Beschwerdeführerin heute eine körperlich optimal angepasste Tätigkeit im vollen
100%-Pensum ausüben. Gemäss Abklärungen würde die Beschwerdeführerin heute
ohne gesundheitliche Einschränkungen in einem 80%-Pensum tätig sein. Die restlichen 20
%
würden in den Haushaltbereich fallen
, in welchem eine
Ein
schränkung von 20
%
ermittelt worden sei. Gestützt darauf ermittelte die
Be
schwerdegegnerin einen I
nvaliditätsgrad von insgesamt
6
%
(S. 2).
2
.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt (Urk. 1), die
Beschwerdegegnerin gehe vorliegend gleich von zwei Revisionsgründen aus,
nämlich der
Aufnahme einer neuen Arbeitstätigkeit und
der
Veränderung des Status. Es sei korrekt, dass sie per
1.
Oktober 2014 eine neue Arbeitstätigkeit als Bademeisterin (Aushilfe) aufgenommen habe. Das Arbeitspensum liege zwischen 10 – 30
%
. Mit dieser Tätigkeit erziele sie ein monatliches Einkommen zwischen
Fr.
400.-- und
Fr.
1'000.--. Selbst wenn sie ein Jahreseinkommen von
Fr.
12'000.-- erzielen würde, läge dies weit unter dem errechneten zumutbaren
Invalideneinkommen von
Fr.
24'780.-- gemäss dem ursprünglichen Rentenent
scheid.
Die Aufnahme der neuen Tätigkeit habe demnach keinen Einfluss auf den Rentenanspruch und stelle kein
en
Revisionsgrund dar
(S. 7)
.
Auch die Verän
de
rung des Status habe keinen Einfluss auf den Rentenanspruch
. Der IV-Grad habe sich
– wie die eigene Berechnung der Beschwerdegegnerin zeige -
mit der Status
änderung nicht wesentlich verändert, womit auch hier kein Revisionsgrund
be
stehe (S. 7 unten).
Bei der ersten Begutachtung habe
Dr.
Y._
festgestellt, dass sich die Folgen der Hüftdysplasie im Vergleich zu den Voruntersuchungen
und seit der ursprün
gli
chen
Rentenzusprache
nicht wesentlich verändert hätten
.
In der Verlaufsbegut
achtung habe
Dr.
Y._
mit Ausnahme des Übergewichts, welches sich von 40 kg
auf 20 kg reduziert habe, zwar eine verbesserte Situation im Hinblick auf Statik und Haltung fest
gestellt
, in Bezug auf die H
üftpr
oblematik seien die Befunde und Diagnosen jedoch unverändert gewesen.
Die Gutachterin habe nicht aufzuzeigen vermocht, inwiefern die Reduktion des Körpergewichts zu einer Besserung
derje
nigen Symptomatik geführt habe, aufgrund derer die Rentenleistungen ursprün
glich zugesprochen worden seien
, nämlich die Folgen der Hüftdysplasie mit beid
seitiger
Coxarthrose
.
Zur Veränderung des Gesundheitszustandes habe
Dr.
Y._
lediglich festgehalten, durch die Gewichtsabnahme sei es zu einer Kräftigung der Muskulatur und zu einer Verbesserung des Selbst
wertempfindens gekommen. Die Beschwerdeführerin sei ab sofort 4.5h/Tag
steigerbar
auf 8.5h/Tag (innerhalb eines Jahres) arbeitsfähig
. Es sei jedoch keinerlei Bezug
auf die Hüftproblematik genommen worden (S. 9).
Den Beurteilungen von
Dr.
Y._
könne nicht gefolgt werden.
Mit dem Gutachten von
Dr.
Y._
könne eine Verbesserung des Ge
sund
heitszustandes und damit die Renteneinstellung nicht begründet werden (S.
10).
2
.3
Die ursprüngliche
Rentenzusprache
erfolgte gestützt auf einen Vergleich
(
Urk.
6/
67,
Urk.
6/68)
. Wie zu Recht von keiner Seite bestritten wird, ist grund
sätzlich auch eine auf einem Vergleich beruhende Rente revidierbar (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_739/2011 vom 2
0.
August 2012 E. 4.1
)
.
So wurde der Sachverhalt dann auch im Jahr 2012 rechtskonform überprüft, womit die Mit
tei
lung vom 2
2.
Juni
2012 (
Urk.
6/109) vorliegend zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchsrelevanten Änderung bildet.
Strittig und zu prüfen ist, ob ein Revisionsgrund gegeben ist und, bejahendenfalls, wie es sich mit dem Invaliditätsgrad und dem Rentenanspruch der Beschwerdeführerin verhält.
3
.
3
.1
Dr.
med. Z._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, berichtete am 2
9.
Januar 2003 (
Urk.
6/11
/1-2
)
und nannte folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1):
-
Deformierung des linken
Femurkopfes
, im Sinne einer alten
Epiphysiolysis
mit beginnender Knorpelausdünnung in der Hauptbelastungszone
Er führte aus,
die Beschwerdeführerin sei vom 2
2.
November bis 2
8.
November 2002 zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen,
seit
dem 2
9.
November 2002 bestehe eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit.
Im Kleinkindalter sei bei ihr ein Hüftleiden festgestellt worden. Nun träten seit zirka einem Jahr vermehrt belastungsabhängige Schmer
zen im Bereich der linken Hüfte auf. Insbesondere sei es der Beschwerdeführerin nur noch eingeschränkt möglich, über längere Zeit zu stehen.
Das Hüftleiden
werde sich zunehmend verschlechtern. Allenfalls sei ein Gelenkskapselersatz nötig
.
3.2
Die Ärzte
der Universitätsklinik A._
, Orthopädie, berichteten am
1
9.
Novem
ber 2003 (
Urk.
6/39/1-2) und am 2
7.
Januar 2004
(
Urk.
6/39/
3-4
) und nannten folgende Diagnose:
-
Früharthrose bei
residueller
Hüftdysplasie links bei
-
spät erkannter Hüftluxation links, die mit vier Jahren in Sarajevo offen operiert worden sei zusammen mit einer Beckenosteotomie, an
schlies
send sekundäre Durchblutungsstörung mit Entstehen eines Caput
varum
des
Femurkopfes
links
Sie führten aus,
die Beschwerdeführerin leide seit zwei Jahren an immer stärker werdenden
Coxalgien
mit Einschränkung der
G
ehstrecke auf 200-300
Meter. Die Beschwerdeführerin arbeite weiterhin 50
%
. Die MRI-Untersuchung von Novem
ber 2003 zeige eine bereits vorhandene
Coxarthrose
mit verbreitertem und abge
flachtem
Femurkopf
sowie hypertrophem Labrum
anterior
und dorsal mit einem mässigen Knorpelschaden im Vorderhornbereich und im gewichtstragenden
Ab
schnitt
acetabulär
.
Der Beschwerdeführerin werde die Möglichkeit der
eriazeta
bulären
Osteotomie (PAO) mit Kopftrimmung angeboten, um die mechanische
Situation
maximal zu verbessern. Der Eingriff sollte wenn möglich in den nächs
ten ein bis zwei Jahren durchgeführt werden, bevor die Gelenksabnützung
zu
nehme.
3.3
Dr.
med. B._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, berichtete am 2
9.
Dezember 2005 (
Urk.
6/42) und nannte als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Hüftdysplasie links. Er führte aus,
es bestehe eine bleibende 50%ige Arbeitsunfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit seit Mai 200
3.
Die Arbeitsfähigkeit könne durch medizi
nische Massnahmen nicht verbessert werden. Auf Grund der deutlichen Hüftdys
plasie könne es vorzeitig zu einer Arthrose kommen.
Als Schalterbeamtin könne die Beschwerdeführerin höchstens 4.5 Stunden arbeiten, weil dann Schmerzen in der Leiste und im Trochanter aufträten. Sie habe auch nach längerem Sitzen/
Gehen Beschwerden, so dass auch eine Tätigkeit mit wechselnder Position nicht mehr zumutbar sei.
4.
4.1
Dr.
B._
berichtete am
3.
Februar 2006 (
Urk.
6/85/131-132) und führte aus,
die bisherige Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin vier Stunden am Tag zumutbar. Sie könne keine schwereren Lasten
h
eben oder
t
ragen.
Vorzugsweise seien ihr wenig belastbare Tätigkeiten mit wechselnder stehender und gehender oder sitzender Position, maximal vier Stunden am Tag
,
zumutbar.
4.2
Dr.
med. C._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, berichtete am 2
3.
Dezember 2011 (
Urk.
6/97) und nannte folgende Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Hüftdysplasie beidseits seit Geburt
-
Status nach offener Reposition der Hüftluxation links in Sarajevo 1985
-
Status nach
periazetabulärer
Osteotomie
(PAO)
rechts Januar 2009
-
Status nach komplizierter Schwangerschaft bei Status nach habituellen Aborten 2007
-
Angststörung
Er führte aus, es bestehe eine verminderte Belastbarkeit und Schmerzen in den Hüften beidseits. Die Beschwerdeführerin sei seit dem 2
4.
Dezember 2010 zu 50
%
arbeitsunfähig.
Die Arbeit bei der Post sei 2010 mit einer Einschränkung von 50
%
festgelegt worden. Seitdem sei keine neue Beurteilung erfolgt.
4.3
Dr.
me
d. D._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, berichtete am 1
2.
September 2017 (
Urk.
6/138) und nannte folgende Diagnose mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1):
-
Coxarthrose
beidseits bei
-
Status nach
periazetabulärer
Osteotomie
(PAO)
mit
Arthrotomie
und
Trimming
Kopf-/Schenkelhalsübergang rechts 2009
-
Hüftdysplasie beidseits
Er führte aus, die Beschwerdeführerin habe mehr oder weniger immer Hüft
schmerzen in unterschiedlicher Intensität. Es sei nicht mit einer Besserung zu rechnen. Mittelfristig werde ein Gelenkersatz nötig sein
(S. 2
Ziff.
1.4)
.
Die Be
schwerdeführerin arbeite als Bademeisterin im Hallenbad, zirka zu 10-30
%
je nach Befinden.
4.4
Dr.
med.
Y._
, Fachärztin für Orthopädie und Traumatologie des Bewe
gungsapparates, erstattete ihr orthopädisches Gutachten am 1
6.
März
2018 (
Urk.
6/155) gestützt auf die Akten sowie die Untersuchung der Beschwerde
füh
rerin. Sie
nannte folgende Diagnosen (S. 14
Ziff.
6):
-
deutlich verminderte Belastbarkeit beider Hüftgelenke bei angeborener Hüftgelenksdysplasie, links auch mit hoher Luxation im Säuglingsalter
-
links sei die operative Versorgung etwa im Alter von eineinhalb bis zwei Jahren mit offener Reposition und Osteotomie nach
Salter
erfolgt
-
rechts sei eine PAO in 2009 erfolgt
-
die aktuelle radiologische Abklärung ergebe im Vergleich zu den Auf
nahmen von vor fünf Jahren einen weitgehend identischen Befund bei bekannter Arthrose links
-
erhebliche Fehl- und Überlastung des Bewegungsapparates bei einem BMI von 41 und einem geschätzten Übergewicht von etwa 40 kg
-
Fehlstatik der Wirbelsäule, Haltungsinsuffizienz, muskulärer Hartspann und
verschmächtigte
Rumpfmuskulatur
-
radiologisch bestätige sich eine
Thorakolumbalskoliose
mit beginnen
den degenerativen Veränderungen
-
kein nervenwurzelbezogenes neurologisches Defizit
-
aktuell Beschwerden bei
Epicondylitis
humeri
radialis
rechts, es ergebe sich Behandlungsbedarf
-
dorsoradiales
Ganglion
rechtes Handgelenk
Sie führte aus,
das gesundheitliche Hauptproblem der Beschwerdeführerin bestehe
in angeborenen Hüftgelenksdysplasien beidseits mit Status nach Hüftluxation lin
ks. Inzwischen habe sich die Situation der Beschwerdeführerin derart verän
dert, dass sie bei drei Kindern für einen Fünfpersonenhaushalt zuständig sei,
im Jahr
2009 eine Hüft-OP rechts gehabt habe und nun auch ein Übergewicht mit BMI von 41 bestehe bei deutlicher
Dekonditionierung
(S. 15)
. Das Problem der Hüftgelenke sei gravierend und bedinge
Einschränkungen für gehende und ste
hende Tätigkeiten, auch für längere Wege von u
nd zur Arbeit. Problematisch sei
jetzt auch das Übergewicht von etwa 40 kg. Nach radiologischer Abklärung bestätig
t
en sich die Befunde der Hüftgelenke, links mit deutlicher Arthrose und die
Thorakolumbalskoliose
mit beginnenden degenerativen Veränderungen. Zum jetzigen Zeitpunkt
bestehe
auch für rein sitzende Tätigkeiten kein
e volle Arbeits
fähigkeit
bei erheblichem Übergewicht und Anlaufschmerzen der Hüftgelenke
.
Aus therapeutischer Sicht werde
dringend zu einer Gewichtsabnahme von min
destens 20 kg geraten in Kombination mit regelmässiger Physiotherapie/MTT zum Muskelaufbau, Verbrauch von Kalorien, aber auch zur Befundkontrolle. Eine Nach
u
ntersuchung im IV-Verfahren werde in etwa zwei
Jahren für sinnvoll erachtet
(S. 16 oben)
.
Die
Beschwerdeführerin arbeite
seit
Oktober
2014 in der Funktion als Badeaufsicht mit
einem
Pensum
von 10-30%. Diese Tätigkeit könne
sie
weiterhin ausüben mit einem einmaligen wöchentlichen Einsatz von durch
schnittlich 8,5 Stunden.
Ideal wäre eine sitzende Tätigkeit mit freier Einteilung
,
die Position zu wec
hseln. Aus diesem Grund sei 2002/2003 die
Zuspra
che
beruf
licher Massnahmen
erfolgt
. Eine Umschulung in d
em Zeitraum 2003 bis 2005 habe
nicht erfolgreich abgeschlossen werden
können
. Nach dieser Umschulung
sei
die
Beschwerdeführerin
weiterhin in gehenden und stehenden Tätigkeiten beschäftigt
gewesen.
B
ei erheblichem Übergewicht liege
jetzt auch eine deutliche
Dekonditionierung
vor, so dass sich für angepasste Tätigkeiten überwiegend im Sitzen keine höhere Arbeitsfähigkeit von mehr als 4,
25 Stunden pro Arbeitstag ergebe (S. 17)
.
4.5
Dr.
Y._
nahm am 2
8.
März
2018 ergänzend Stellung zum Gutachten (
Urk
.
6/159) und führte aus,
einzig die Diagnosen der
aktuellen Beschwerden bei
Epicondylitis
humeri
radialis
rechts sowie des
dorsoradiales
Ganglions rechtes Handgelenk seien ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Der Gesund
heits
zustand der Beschwerdeführerin habe sich seit dem Zeitpunkt der erst
maligen
Rentenzusprache
im Mai 2007 nicht wesentlich verändert.
4.6
Dr.
med. E._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, Regionaler Ärzt
licher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin, nahm am
6.
April 2018 Stellung (
Urk.
6/188/7) und führte aus, der Aussage der Gutachterin, wonach sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit dem Zeitpunkt der erstmaligen
Rentenzusprache
im Mai 2007 nicht wesentlich verändert habe, gebe es nichts hinzuzufügen.
4.7
Die zuständige Abklärungsperson führte am 1
5.
Mai 2018 bei der Beschwerde
führerin zu Hause eine Haushaltabklärung an Ort und Stelle durch, qualifizierte sie als zu 80 % im Er
werbsbereich und zu 20 % im Haushalt tätig und ermittelte eine Einschrän
kung von 19.50 % im Haushalt (Urk. 6/162).
4.8
Dr.
Y._
nahm am 1
8.
Juni 2018 erneut ergänzend Stellung zum Gutachten (
Urk.
6/166) und führte aus,
im vorliegenden Fall habe das Übergewicht Auswir
kungen auf den Bewegungsapparat und sehr wahrscheinlich anamnestisch auch Auswirkungen auf den Blutdruck und den Blutzuckerspiegel.
Gerne blende sie die Diagnose zur Beantwortung der Stellungnahme aus. Es bleibe jedoch bei der
genannten Einschätzung. Die angestammte Tätigkeit seien die Badeaufsicht sowie
früher Verkaufstätigkeiten. Limitierend für gehende und stehende Tätigkeiten seien
die Beschwerden der Hüftgelenke sowie die
Dekonditionierung
.
In angepasster Tätigkeit ergebe sich für überwiegend sitzende Tätigkeiten die im Gutachten
ge
nannte Arbeitsfähigkeit ohne Einschränkung der Leistungsfähigkeit. Unter Aus
blendung der Adipositas könne eine Nachuntersuchung bereits in einem Jahr erfolgen, da durch entsprechendes Training Muskelaufbau zu erwarten sei, der die Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit in höherem Umfang erwarten lasse.
4.9
RAD-Arzt
Dr.
E._
nahm am
4.
Juli 2018 erneut Stellung (
Urk.
6/188/9) und führte aus, in diesem Fall sei zum Zwecke der Wiedererwägung eine orthopä
dische Begutachtung veranlasst worden, obwohl seitens des RAD ausdrücklich festgestellt worden sei, dass sich aus versicherungsmedizinischer Sicht der
Ge
sundheitszustand der Beschwerdeführerin nicht geändert habe (haben konnte) gegenüber dem Zeitpunkt der
Rentenzusprache
.
Nun liege das Gutachten mit dem zu erwartenden Ergebnis vor. Es liege ein unveränderter Gesundheitszustand vor.
4.10
F._
,
dipl.
Physiotherapeut, berichtete am 1
4.
November
2018 (
Urk.
6/176) und führte aus, die Beschwerdeführerin habe dieses Jahr neunmal Physiotherapie gehabt. Der Verlauf sei sehr gut. Die Verspannungen im ganzen Rücken hätten sich deutlich reduziert und aus diesem Grund seien auch die Schmerzen weniger geworden. Im Moment führe die Beschwerdeführerin selb
ständig ihr Fitnessprogramm durch und sie merke, dass es erfolgreich sei.
4.11
Dr.
D._
berichtete am 1
8.
März 2019 (
Urk.
6/178) und führte aus, es sei eine Gewichtsreduktion erfolgt. Aktuell wiege die Beschwerdeführerin 85.5 kg.
Der Gesundheitszustand sei stationär.
Er nannte folgende aktuellen Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Hüftdysplasie beidseits
-
Coxarthrose
beidseits
-
Status nach
periazetabulärer
Osteotomie (PAO) mit
Arthrotomie
und
Trimming
Kopf-/Schenkelhalsübergang rechts 2009
Er führte aus,
die Beschwerdeführerin klage immer über mehr oder weniger intensive Hüftschmerzen
,
vor allem nach Belastung
, obwohl sie zirka 20 kg abge
nommen habe
(S. 1
Ziff.
1.3)
.
Es sei mit einer Verschlechterung der Hüftprobleme zu rechnen (S. 3
Ziff.
3.3). Die Arbeitsfähigkeit könne durch medizinische Mass
nahmen eher nicht verbessert werden (S. 4
Ziff.
4.1).
Zwei Stunden pro Tag leichte Arbeit sei möglich. Die Beschwerdeführerin arbeite als Bademeisterin mit einem Pensum von zirka 20-30
%
.
4.1
2
Dr.
Y._
erstattete ihr orthopädisches Verlaufsgutachten am 1
8.
Juli
2019 (
Urk.
6/185) gestützt auf die Akten sowie die Untersuchung
d
er Beschwerde
füh
rerin. Sie
nannte folgende Diagnosen (S. 18 f.
Ziff.
6):
-
verminderte Belastbarkeit beider Hüftgelenke bei angeborener Hüftge
lenks
dysplasie, links auch mit hoher Luxation im Säuglingsalter
-
links sei die operative Versorgung etwa im Alter von eineinhalb bis zwei Jahren mit offener Reposition und Osteotomie nach
Salter
erfolgt
-
rechts sei eine PAO in 2009 erfolgt
-
die aktuelle radiologische Abklärung ergebe im Vergleich zu den Auf
nahmen von vor fünf Jahren einen weitgehend identischen Befund bei bekannter Arthrose links
-
reduzierte
Fehl- und Überlastung des Bewegungsapparates bei
einer
Ge
wichtsabnahme von 20 kg, weitere Gewichtsabnahme geplant
-
gebesserte Situation im Hinblick auf Statik, Haltung und Kraft
-
radiologisch bestätige sich eine
Thorakolumbalskoliose
mit beginnen
den degenerativen Veränderungen
-
kein nervenwurzelbezogenes neurologisches Defizit
-
keine
Beschwerden bei
Epicon
dylitis
humeri
radialis
rechts nach Physio
therapie
-
dorsoradiale
Ganglien
beidseits
Sie führte aus,
im vergangenen Jahr sei es zu einer Gewichtsreduktion von 20 kg gekommen. Die Gewichtsabnahme lasse sich objektivieren, die Haltung habe sich deutlich verbessert durch vermehrte Kraft im Rumpf und an den unteren Extre
mitäten. Nach Physiotherapie bestünden keine Beschwerden mehr am rechten Ellenbogengelenk. Insgesamt hätten sich die Ausstrahlung und das Selbstbe
wusstsein der Beschwerdeführerin sehr zum Positiven
ver
ändert.
Die Ernährungs
umstellung/Reduktion sollte fortgeführt werden. Notwendig sei die Hinzunahme von Einzel-Physiotherapie speziell mit manueller Extension der Hüftgelenke und Kräftigung der kleinen
Glutealmuskulatur
.
Anstelle der stundenweisen Tätigkeit mit einem Pensum von 20-30
%
im Durchschnitt sei eine Arbeitsfähigkeit zum
jetzigen Zeitpunkt von 50
%
gegeben mit täglichem Arbeitseinsatz von 4.25 Stun
den ohne Einschränkung der Leistungsfähigkeit. Nach Gewöhnung an den Arbeitsprozess sowie Umstellung der häuslichen Aktivitäten auf Veränderungen sowie weiterer Verbesserung der gesundheitlichen Situation sei eine weitere Stei
ge
rungsfähigkeit gegeben (S. 21).
Es sei
von
einer Steigerung auf 8.5 Stunden pro Tag auszugehen, dies in einem Jahr (S. 23).
Die medizinische Situation habe sich verbessert im Hinblick auf die Reduktion des Körpergewichts, die muskuläre Kräf
tigung, aber auch auf das Selbstwertempfinden.
Diese Veränderungen seien relativ rasch binnen eines halben Jahres eingetreten und hätten bisher gehalten und noch verbessert werden können.
Eine weitere Verbesserung der Situation sei
durch Fortführung der Gewichtsabnahme und Modifizierung der körperlichen Aktivität zu erreichen.
Ab sofort werde eine Arbeitsfähigkeit von 4.5 Stunden pro Tag an fünf Tagen in der Woche angenommen mit einer Steigerungsfähigkeit in einem Jahr auf 8.5 Stunden pro Tag
(S. 24)
.
Durch die Gewichtsabnahme und intensives Training habe sich die Arbeitsfähigkeit deutlich gebessert.
Wichtig sei nicht die theoretische Beurteilung des Falles, sondern die Umsetzung der jetzt gegebenen Arbeitsfähigkeit in die Tat. Die Beschwerdeführerin brauche Zeit für Therapie, auch Zeit für Regeneration. Die Beschwerdeführerin habe einen relativ festen Tagesablauf durch Haushalt und Familie. Trotz allem sei jetzt eine Arbeits
fähigkeit von 50
%
in angepasster Tätigkeit gegeben mit Verbesserungs
potential. Ein gewisser Endzustand werde nach Ablauf eines Jahres erwartet, bis dahin sollte mindestens eine Arbeitsfähigkeit von 6.5 Stunden pro Tag erreicht werden.
Der erreichte Zustand müsse aber auch gehalten werden, weshalb ein Jahr zuvor eine Nachuntersuchung in zwei Jahren als sinnvoll erachtet worden sei (S. 25)
.
4.1
3
RAD-Arzt
Dr.
E._
nahm am 3
0.
Juli 2019 Stellung (
Urk.
6/188/11-12) und führte aus,
auf das Gutachten von
Dr.
Y._
sei abzustellen, was bedeute, dass die Beschwerdeführerin zwar ihre bisherige Tätigkeit (Badeaufsicht) aus versiche
rungsmedizinischer Sicht im ausgeübten Pensum von 8.5 Stunden pro Woche fortsetzen könne, für eine optimal angepasste Tätigkeit aber bereits jetzt eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
beziehungsweise 4.5 Stunden pro Tag bestehe, welche prognostisch mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf 6.5 Stunden pro Tag bis Ende des ersten Jahres nach Beginn der Gewichtsreduktion und Therapie und auf 8.5 Stunden pro Tag binnen eines Jahres nach der letzten Begutachtung gesteigert werden könne.
5.
5.1
Die Beschwerdeführerin rügte eine Verletzung des rechtlichen Gehörs (Urk.
1 S.
11
f.
). Die Beschwerdegegnerin habe
sich in keiner Weise mit der Argumen
ta
tion auseinandergesetzt, weshalb im vorliegenden Fall eine Einstellung der Invaliden
rente gestützt auf das Gutachten von
Dr.
Y._
nicht zulässig sei. Sie habe lediglich festgehalten, dass keine neuen medizinischen Tatsachen geltend ge
macht worden seien.
5.2
Verfügungen der Versicherungsträger müssen, wenn sie den Begehren der Par
teien nicht voll entsprechen, eine Begründung enthalten, das heisst eine Dar
stel
lung des vom Versicherungsträger als relevant erachteten Sachverhaltes und der rechtlichen Erwä
gungen (
Art.
49
Abs.
3 Satz 2 ATSG). Die Begründung eines Entscheides muss so abgefasst sein, dass die betroffene Person ihn gegebenenfalls
anfechten kann. Dies ist nur dann möglich, wenn sowohl sie als auch die
Rechts
mittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen können
. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt wer
den, von denen sich der Versicherungsträger leiten liess und auf welche sich der Ent
scheid stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sich die Verwaltung aus
drücklich mit jeder
tatbeständlichen
Behauptung und jedem rechtlichen Ein
wand auseinander setzen muss; vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wes
entlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 126 V 75 E. 5b/
dd
mit Hinweis, 118 V 56
E. 5b).
Der Mangel eines nicht oder nur ungenügend begründeten Entscheides kann ge
mäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung im Rechtsmittelverfahren geheilt werde
n, sofern die fehlende Begründung in der Vernehmlassung der entschei
den
den Behörde zum Rechtsmittel enthalten ist oder den
beschwerdeführenden
Parteien auf andere Weise zur Kenntnis gebracht wird, diese dazu Stellung nehmen können und der Rechtsmittelinstanz volle Kognition zukommt (BGE 107
Ia
1). Gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts kann es jedoch nicht der Sinn des durch die Rechtsprechung geschaffenen Instituts der Heilung des recht
lichen Gehörs sein, dass Versicherungsträger sich über den elementaren Grund
satz des rechtlichen Gehörs hinwegsetzen und darauf vertrauen, dass solche Ver
fahrensmängel in einem vom durch den Verwaltungsakt Betroffenen allfällig angehobenen Gerichts
verfahren behoben würden. Der Umstand, dass eine solche Heilungsmöglichkeit besteht, rechtfertigt es demnach nicht, auf die Anhörung des Betroffenen vor Erlass eines Entscheides zu verzichten. Denn die nachträgliche Gewährung des rechtlichen Gehörs bildet häufig nur einen unvollkommenen Ersatz für eine unterlassene vorgängige Anhörung. Abgesehen davon, dass ihr dadurch eine Instanz verloren gehen kann, wird der betroffenen Person zuge
mutet, zur Verwirklichung ihrer Mitwirkungsrechte ein Rechtsmittel zu ergreifen.
5.3
Die Beschwerdeführerin brachte im Einwand vom
2
3.
Januar 2020
unter anderem vor,
dass aus näher dargelegten Gründen vorliegend eine Einstellung der Invali
denrente gestützt auf das Gutachten von
Dr.
Y._
nicht zulässig gewesen sei, da das Gutachten für die wesentliche Frage der Veränderung des Gesundheits
zu
standes nicht beweiskräftig sei
(
Urk.
6/196)
.
Ihr seien aufgrund eines Leistungsgesuchs aus dem Jahr 2002 im Juli 2007 eine
Viertelsrente
bei einem Invaliditätsgrad von 44
%
zugesprochen worden. Damals sei der Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit durch eine
Frühcoxarthrose
bei
residueller
Hüftdysplasie (seit Geburt) zu 50
%
eingeschränkt gewesen.
Die orthopädische Begutachtung habe ergeben, dass die Folgen der Hüftdysplasie im Vergleich zu den Voruntersuchungen im Wesentlichen unverändert seien.
Der
Zustand seit der ursprünglichen
Rentenzusprache
habe sich nicht verändert.
In der Verlaufsbegutachtung habe die Gutachterin nicht aufzuzeigen vermocht, in
wie
fern die Reduktion des Körpergewichts zu einer Besserung derjenigen Symp
tome geführt habe, aufgrund derer ihr die Rentenleistungen ursprünglich zuge
sprochen worden seien, nämlich die Folgen der Hüftdysplasie mit beidseitiger
Coxarthrose
.
Durchweg sei von den Ärzten als einzige Behandlungsmöglichkeit der künstliche Hüftgelenksersatz erwähnt worden. Das Gutachten von
Dr.
Y._
erfülle demnach weder die allgemeinen Voraussetzungen an den Beweiswert eines Arztberichtes, noch derjenigen eines Revisionsgutachtens (
Urk.
6/196).
Die Beschwerdegegnerin ist nicht auf die im
Vorbesch
eidverfahren
erhobenen
Einwände
der Beschwerdeführerin zum Beweiswert des Gutachtens
von
Dr.
Y._
eingegangen. Der angefochtenen Verfügung vom
1
0.
März 2020
ist hierzu einzig zu entnehmen, dass das Dossier erneut dem RAD zur Beurteilung weitergeleitet worden sei. Die Beurteilung habe ergeben, dass der Einwand keine neuen medi
zinischen Tatsachen enthalte (
Urk.
2 S. 2).
Vor diesem Hinter
grund genügt die angefochtene Verfügung den Anforderungen an eine ausrei
chende Begründung, die der versicherten Person die sachgerechte Anfechtung des Entscheides erlau
ben würde, nicht. Der angefochtene Entscheid ist daher bereits aufgrund einer Verletzung des rechtlichen Gehörs der Beschwerdeführerin aufzuheben.
6.
6.1
Die hier zu prüfende Einstellung der 2007 zugesprochenen und
2012
bestätigten
Viertelsrente
setzt voraus, dass eine wesentliche Änderung – mit überwiegender Wahrscheinlichkeit – nachgewiesen ist und diesbezüglich nicht eine lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachver
haltes vorliegt (vgl. vorstehend E. 1.3).
6.2
Die Beschwerdeführerin wurde im Revisionsverfahren zweimal von
Dr.
Y._
be
gutachtet (vgl. vorstehend E. 4.4 und E. 4.12). Anlässlich der ersten Begutach
tung im März 2018 führte
Dr.
Y._
aus,
das gesundheitliche Hauptproblem der Beschwerdeführerin
bestehe
in angeborenen Hüftgelenksdysplasien beidseits mit Status nach Hüftluxation links
.
Die
aktuelle radiologische Abklärung ergebe dies
bezüglich im Vergleich zu den Aufnahmen von vor fünf Jahren einen weitgehend identischen Befund bei bekannter Arthrose links.
Sie stellte fest, dass d
as Problem der Hüftgelenke gravierend
sei
und
Einschränkungen für gehende und stehende Tätigkeiten, auch für längere Wege von u
nd zur Arbeit
bedinge
.
Als neue Diagnosen nannte sie eine erhebliche Fehl- beziehungsweise Überlastung des Bewe
gungsapparates bei Übergewicht, eine Fehlstatik der Wirbelsäule, eine
radiolo
gisc
h
bestätigte
Thorakolumbalskoliose
mit beginnenden degenerativen Verände
run
gen
, eine
Epicondylitis
humeri
radialis
rechts sowie ein
dorsoradiales
Gang
li
on des rechten Handgelenks.
In der ergänzenden Stellungnahme (vgl.
vorstehend
E. 4.5) bestätigte
Dr.
Y._
, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerde
führerin
seit dem Zeitpunkt der erstmaligen
Rentenzusprache
im Mai 2007 nicht wesent
lich verändert
habe
.
6.3
Der behandelnde
Dr.
D._
stellte im V
erlauf -
nachdem
es der
Beschwer
de
führerin
nach
Auflage
einer entsprechenden Schadenminderungspflicht durch die
Beschwerdegegnerin
gelungen
war
,
20 kg
Körpergewicht abzunehmen –
fest
, eine Verbesserung der Hüftdysplasie sei nicht eingetreten und prognostisch sei mit einer Verschlechterung der Hüftprobleme zu rechnen (vgl. vorstehend E. 4.11).
Anlässlich der Verlaufsbegutachtung im Juli 2019 (vgl. vorstehend E. 4.12) stellte
Dr.
Y._
mit Ausnahme des Übergewichts, welches sich von 40 kg auf 20 kg reduziert habe, zwar eine verbesserte Situation im Hinblick auf Statik und Hal
tung fest, in Bezug auf die Hüftproblematik waren jedoch Befund und D
iagnosen unverändert. Zur Veränderung des Gesundheitszustandes hielt
Dr.
Y._
ledig
lich fest, dass es durch die Gewichtsreduktion zu einer Kräftigung der Muskulatur und zu einer Verbesserung des Selbstwertempfindens gekommen sei und die Besserung ab sofort zu einer Arbeitsfähigkeit von 4.5 Stunden pro Tag,
steigerbar
auf 8.5 Stunden pro Tag inner
halb eines Jahres führe.
6.4
W
ährend die Gutachterin
im ersten Gutachten von März 2018
(E. 4.4)
noch zum Schluss kam, die Folgen der Hüftdysplasie
seien
im Vergleich zu den Vor
un
ter
suchungen im Wesentli
chen unverändert geblieben
, setzte sie sich im Verlaufs
gutachten von Juli 2019
(E. 4.12)
demnach nicht mit einer Veränderung der Hüft
beschwerde
n
auseinander. Sie vermochte nicht darzutun, inwiefern die Reduktion des Körpergewichts zu einer Besserung derjenigen Symptomatik geführt habe, aufgrund derer die Rentenleistungen ursprünglich zugesprochen
worden waren
, nämlich die Folgen der Hüftdysplasie mit beidseitiger
Coxarthrose
.
V
ielmehr führte
sie im Gutachten von Juli 2019
aus
, dass sich die medizinische Situation im Hinblick auf die Reduktion des Körpergewichts, die muskuläre Kräftigung, aber auch auf das Selbstwertempfinden gebessert habe und nach Physiotherapie nun keine Beschwerden mehr am rechten Ellenbogengelenk bestünden.
Dass die Gewichtsreduktion auch zu einer Verbesserung der
Einschränkungen aufgrund
des Hüftleidens
geführt haben soll, wurde von der Gutachterin
nirgends erwähnt. Sie
nahm
denn auch nicht Stellung zu den Ausführungen des behandelnden
Dr.
D._
, welcher explizit feststellte, dass sich die Hüftbeschwerden auch nach der Gewichtsabnahme nicht verbessert hätten.
Diese Beurteilung erscheint schliesslich vor dem Hintergrund, dass
von
S
eite
der behandelnden Ärzte
seit
Beginn der Hüftbeschwerden
prognostisch
auf eine laufende Verschlechterung hi
ngew
iesen worden war und
durchweg
der Einsatz künstlicher Hüftgelenke
als ein
zige Behandlungsmöglichkeit, welche zu einer Besserung der Symptomatik führen
würde, postuliert
wurde (vgl. vorstehend E. 3.1, E.
3.3, E.
4.3, E.
4.11)
, nach
voll
ziehbar.
Etwas Ande
res lässt sich
somit
aus den übrigen im Wesentlichen ü
ber
einstimmenden Arztberichten
sowie auch nicht aus den
Stellungnahme
n
des RAD (vgl. vorstehend E.
4.6, E. 4.9, E. 4.13
) ableiten.
6.5
Nach dem Gesagten liegt ein im Wesentlichen gleich gebliebener medizinischer Sachverhalt vor und diesbezüglich somit
kein Revisionsgrund im S
inne von Art. 17 Art. 1 ATSG
.
Auch gibt es in erwerblicher Hinsicht keine
wesentlichen
Veränderungen seit der letzten Rentenprüfung beziehungsweise seit de
r erstmaligen
Renten
zu
sprache
.
Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin (vgl.
Urk.
6/
188 S. 13) hat weder die Aufnahme einer Tätigkeit (Bademeisterin), noch die Änderung der Qualifi
ka
tion einen Einfluss auf den Rentenanspruch und stellen somit keine Revisions
gründe dar
(E. 1.3)
.
Die Beschwerdeführerin hat zwar per
1.
Oktober 2014 eine neue Arbeitstätigkeit als Bademeisterin (Aushilfe) mit einem Pensum zwischen 10-30
%
aufgenommen. Mit dieser Tätigkeit erzielt sie ein monatliches Einkommen zwischen
Fr.
400.-- und
Fr.
1‘000.
-- (vgl.
Urk.
6/137).
Gemäss
IK-Auszug hat sie für das Jahr 2014, in welchem die Beschwerdeführerin drei Monate arbeitete, ein Einkommen von total
Fr.
1‘621.-- erzielt (
Urk.
6/140)
, was einem monatlichen Einkommen von knapp über
Fr.
500.-- entspricht. Selbst wenn die Beschwerdeführerin jedoch
Fr.
1‘000.-- monatlich verdienen würde, läge das Jahreseinkommen mit
Fr.
12‘000.--
weit unter dem errechneten zumutbaren Invalideneinkommen von
Fr.
24‘780.--
gemäss
dem ursprünglichen Rentenentscheid (vgl.
Urk.
6/75)
und dem anlässlich des Revisionsverfahrens 2012 errechneten zumutbaren Invaliden
einkommen von
Fr.
26‘706.-
-
(
Urk.
6/108)
. Die Aufnahme der neuen Arbeits
tätig
keit als Bademeisterin hat demnach keinen Einfluss auf den Rentenanspruch und stellt somit keinen Revisionsgrund dar.
Auch die Veränderung des S
tatus (vorher 100
%
im Erwerbsbereich, neu 80
%
im Erwerbsbereich und 20
%
im Haushaltsbereich)
hat keinen Einfluss auf den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin.
So errechnete die Beschwerdegegnerin im Feststellungsblatt vom 1
3.
Dezember 2019 selber einen IV-Grad von 45
%
per
1.
Januar 2018 bei Annahme einer unveränderten Arbeitsunfähigkeit von 50
%
(
Urk.
6/188 S. 14). Ursprünglich betrug der errechnete IV-Grad 44
%
(vgl.
Urk.
6/75),
im Rahmen des Revisionsverfahrens 2012 48
%
,
womit sich der IV-
Grad mit der Statusänderung nicht wesentlich verändert hat und in der Status
änderung somit auch kein Revisionsgrund besteht.
Selbst wenn man aber einen Revisionsgrund mit der Möglichkeit zur allseitigen Neuprüfung ohne Bindung an frühere Entscheide (E. 1.3) bejahen wollte – was vorliegend, wie ausgeführt, nicht der Fall ist -, würde es am Nachweis einer mit dem notwendigen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewie
senen verbesserten Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit fehlen: Im Zeitpunkt der Verlaufsbegutachtung durch
Dr.
Y._
(E. 4.12) war dann auch nur prog
nostisch von einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit auszugehen. Bereits ver
wirklicht sah die Gutachterin lediglich eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
in einer angepassten Tätigkeit, welche auch der vergleichsweisen
Rentenzusprache
am 2
2.
Februar 2005 (
Urk.
6/67,
Urk.
6/68) und deren Bestätigung mit Mitteilung vom 2
2.
Juni 2012 (
Urk.
6/109) zugrunde gelegt wurde. Die Stabilisierungsphase war im Zeitpunkt des Verlaufsgutachtens nicht abgeschlossen und eine Steige
rung auf eine Arbeitsfähigkeit von 6.5 Stunden beziehungsweise 8.5 Stunden je Arbeitstag noch nicht verwirklicht. Die Frage, ob eine weitere Stabilisierung des verbesserten Gesundheitszustands tatsächlich möglich war und sich die Arbeits
fähigkeit im prognostizierten Sinne verbesserte, wurde nicht weiter abgeklärt.
Die
Einstellung
der bisher ausgerichteten
Viertelsr
ente
erweist sich aus diesem Grund als unzulässig.
Somit ist die angefochtene Verfügung
vom
1
0.
März 2020
in
Gutheissung
der dagegen erhobenen Beschwerde
aufzuheben und es ist festzustellen
, dass
die
Beschwerdeführer
in
weiterhin
Anspruch auf eine
Viertelsr
ente
hat.
7.
7.1
Die Verfahrenskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr. 900.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuer
le
gen.
7.2
Der obsiegenden und anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin steht eine Pro
zessentschädigung zu, die beim praxisgemässen Stundenansatz von Fr. 220.
--
(zu
züglich Mehrwertsteuer) ermessensweise auf
Fr.
2'400.-- (inklusive Baraus
lagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen und der Beschwerdegegnerin auf
zuer
legen ist.