Decision ID: d7857a4f-b80a-49b0-bc6e-155ef67a404d
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1983,
brach das Gymnasium
im Jahr 2004 kurz
vor der Matura ab
(
Urk.
7/2,
Urk.
7/12,
Urk.
7/13/3)
und absolvierte in der Folge keine
berufliche Ausbildung
(
Urk.
7/5,
Urk.
7/6/4).
I
n den Jahren 2005 bis 2010
arbeitete
der Versicherte - offenbar Dank der Vermittlung seines Vaters (
Urk
.
7/12/1) -
in einem Pensum von
circa
40
%
im Büro
für die
Y._
AG
(
Urk.
7/4,
Urk.
7/12/1)
, war danach nicht mehr erwerbstätig (
Urk.
7/17/1
)
und bestritt seinen Lebensunterhalt
gemäss seinen eigenen Angaben in erster Linie
mittels
der Mietzinseinnahmen eines im Rahmen eines Erbvorbezuges erhal
tenen Hauses
(
Urk.
7/5/2,
Urk.
7/13/3
).
Anfang Juni
2015 nahm
d
er
Versicherte
im geschützten Rahmen
eine T
eil
zeitt
ätigkeit
als Mitarbeiter im Bistro
Z._
auf
(
Urk.
7/13/2
,
Urk.
7/19/3
)
und meldete sich am
5.
Juni 2015
unter Hinweis auf eine
seit früher
Kindheit bestehende
psychische Beeinträchtigung beziehungsweise soziale Phobie
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/6). Die Sozialver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, führte in der Folge medizinische und erwerbliche Abklärungen durch
und teilte dem Versicherten am
4.
November 2015 mit, aufgrund seines Gesundheitszustandes seien zurzeit keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich (
Urk.
7/23). Mit Schreiben vom
5.
November 2015
forderte
sie
den Versicherten sodann
unter Hinweis auf die
Schadenmin
de
rungspflicht
auf
, sich in psychiatrische Behandlung zu begeben
(
Urk.
7/25).
Am 2
1.
Oktober 2016 erteilte die IV-Stelle dem Versicherten Kostengutsprache für ein Belastbarkeitstraining im Bistro
Z._
vom 1
7.
Oktober 2016 bis am
8.
Januar 2017
(
Urk.
7/36) und am 2
8.
Dezember 2016
und 2
5.
Juli 2017
für ein daran anschliessendes Aufbautraining
vom
9.
Januar bis 1
6.
Juli 2017 beziehungsweise vom 2
1.
August bis 2
0.
November 2017
(
Urk.
7/41
,
Urk.
7/51
).
Nachdem der Versicherte die dafür gesetzten Ziele
nach anfänglich sehr positivem Verlauf
nicht erreicht hatte, teilte ihm die IV-Stelle am 2
1.
November 2017 die Beendigung der Integrationsmassnahme mit (
Urk.
7/57).
In der Folge holte die IV-Stelle weitere Berichte der behandelnden Ärzte sowie ein psychiatrisches Gutachten bei
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
the
rapie,
ein, das am 2
2.
März 2019 erstattet wurde (
Urk.
7/79).
Am 2
8.
März 2019 stellte die IV-Stelle Ergänzungsfragen zum Gutachten (
Urk.
7/80), die am 2
3.
April 2019 beantwortet wurden (
Urk.
7/81).
Mit Vorbescheid vom 3
0.
April 2019 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die Abweisung seines Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
7/84). Nachdem der Ver
sicherte am 2
8.
Mai 2019 dagegen Einwand erho
ben hatte (
Urk.
7/91) und diesen
am
5.
Juli 2019
unter Beilage einer Stellungnahme der behandelnden Psychia
terin vom 1
4.
Juni 2019 (
Urk.
7/99)
begründet hatte (
Urk.
7/100), stellte die IV-Stelle weitere Rückfragen an den Gutachter (
Urk.
7/104), die am
2
3.
September 2019 beantwortet wurden
(
Urk.
7/105)
. In der Folge erhielt der Versicherte Gele
genheit zur Stellungnahme (
Urk.
7/106), wovon er am 2
1.
Oktober 2019 Ge
brau
ch machte (
Urk.
7/107). Mit Verfügung vom 2
2.
November 2019 wies die IV-Stelle das Begehren des Versicherten schliesslich wie angekündigt ab (
Urk.
7/112 =
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin Stephanie Schwarz
, am
9.
Januar 2020 Beschwerde mit den Anträgen, die Verfügung der IV-Stelle vom 2
2.
November 2019 sei aufzuheben und
es sei ihm
mit Wirkung ab Dezember 2015 (unterbrochen von den Perioden des IV-Taggeldbezugs in den Jahren 2016 und 2017) eine ganze Rente der Invalid
enversicherung zuzu
spre
chen. D
ie Sache sei zudem zur Fortsetzung der Eingliederungsbemühungen und erstmalige
n
Ausbildung an die IV-Stelle zurückzuweisen. Eventualiter sei die Verfügung aufzuheben und die Sache an die IV-Stelle zur erneuten psychia
trischen Begutachtung und anschliessendem neuen Entscheid über den Rentenan
spruch und den künftigen Anspruch auf erstmalige berufliche Eingliederung zu
rückzuweisen. Ferner stellte
d
er
Beschwerdeführer
den Verfahrensantrag, es sei auf
Kosten der Beschwerdege
gnerin durch das Gericht ein psychiatrisches Ober
gutachten in Auftrag zu geben (
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin schloss mit
Be
schwerdeantwort vom 1
1.
Februar 2020 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), wovon dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 1
3.
Februar 2020 Kenntnis erteilt wurde (
Urk.
8). Mit Eingabe vom 2
1.
Februar 2020 reichte der Beschwerde
führer weitere Unterlagen ein (
Urk.
9,
Urk.
10/1-3), die Beschwerdegegnerin ver
zichtete am
4.
März 2020 darauf, dazu Stellung zu nehmen (
Urk.
13).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (vgl. BGE
145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E.
2.1, 130 V 396
E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Inva
li
dität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Er
werbs
fähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiolo
gie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der ver
sicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE
145 V 215 E. 5.3.2,
1
43 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E.
3.7, 13
9 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.4
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
tu
rierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Inva
liditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizi
nisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.5
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver
lässi
ge Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen
sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische Th
ese ab
stellen (BGE 125 V 351 E.
3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E.
3a
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Abweisung des Leistungsbegehrens des Beschwerdeführers damit, dass das zur Abklärung des medizinischen Sachver
halts eingeholte psychiatrische Gutachten ergeben habe, dass aus psychiatrischer Sicht keine wesentlichen Einschränkungen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit best
ünden
. Der Beschwerdeführer verfüge über Ressourcen, um sein soziophobi
sches Verhalten zu überwinden, weshalb ihm aufgrund der diagnostizierten sozi
a
len Phobie keine Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit attestiert w
e
rden
könnten
.
Weshalb weder eine Persönlichkeitsstörung noch eine depressive Störung dia
gnostiziert werden könne
und wieso eine volle Arbeitsfähigkeit gegeben sei
, sei ausführlich begründet worden.
Die Umsetzbarkeit der Arbeitsfähigkeit in der freien Wirtschaft hänge ausschliesslich von der Motivation des Beschwerde
füh
rers ab
. Es sei davon auszugehen, dass die vorübergehende Verschlechterung
des Gesundheitszustands
durch den negativen Vorbescheid ausgelöst worden sei, was
eine vorübergehend verminderte Leistungsfähigkeit nachvollziehbar mache (
Urk.
2
S. 1 f.).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte dagegen vor, die Beschwerdegegnerin habe die Invalidität aufgrund seit der Kindheit bestehende
r
Einschränkungen im Sommer 2015 zunächst anerkannt und Eingliederungsmassnahmen zugesprochen. Seither habe sich seine gesundheitliche Situation nicht gebessert (
Urk.
1 S. 7).
Das eingeholte psychiatrische Gutachten sei in verschiedener Hinsicht unge
nü
gend und beweisuntauglich. Dies zeige sich bereits im Aufbau des Gutachtens, der erheblich von der von der
IV-Stelle
vorgegebenen Struktur abweiche. Ferner sei die Anamnese mangelhaft und es seien weder fremdanamnestische Angaben
eingeholt
noch Testuntersuchungen vorgenommen worden (
Urk.
1 S. 8).
Unter Hinweis auf die ausführlichen Stellungnahmen der behandelnden
Dr.
med
.
B._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
vom 1
4.
Juni und 1
5.
August 2019, die zum integralen Bestandteil der Beschwerde erklärt würden, sei das psychiatrische Gutachten auch aus medizinischer Sicht als ungenügend anzusehen
. So habe sich
Dr.
A._
nur pauschal mit den E
inschätzungen der behandelnden Ä
rzte vor Beginn der beruflichen
Massnahmen
im Oktober 2016 auseinandergesetzt und seine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit für diese Periode beschränke sich darauf
,
im Längsschnitt ab Juni 2015 von einer Arbeitsfähigkeit auszugehen, was klar ungenügend sei
(
Urk.
1 S. 9).
Die behandelnde Psychiaterin erläutere in ihrer Stellungnahme vom 1
4.
Juni 2019 ausführlich und überzeugend ihre sich von
Dr.
A._
unterscheidende Beurteilung
sowie die von ihr gestellten
Diagnosen einer sozialen Phobi
e, einer selbstun
sicher-vermeidenden Persönlich
keitsstörung und einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittel
gradig. Ferner habe sie gut begründet eine
Arbeitsunfähigkeit
von 100
%
atte
stiert
(
Urk.
1 S. 10
ff.
).
Gestützt darauf sei ein Anspruch auf eine ganze Rente ab Dezember 2015 ausgewiesen (
Urk.
1 S. 12).
Das
Scheitern der Eingliederung
sei
krankheitsbedingt und nicht, wie von
Dr.
A._
zu Unrecht angenommen, mit fehlender Motivation begründet (
Urk.
1 S. 13). Die im Gutachten beschriebenen Ressourcen
und sozialen Kontakte
seien sodann falsch oder überbewertet worden (
Urk.
1 S. 14
f.
).
Sein gesundheitlicher Zustand habe sich während des Aufbautrainings massiv verschlechtert.
Neben der zunehmenden Überforderung im Aufbautraining sei eine unprofessionell gehandhabte Situation mit einer Beziehung zu einer Mitar
beiterin ein Mitauslöser der Verschlechterung, die gesundheitlichen Beschwerden hätten jedoch bereits seit Jahren und unabhängig von diesem Vorfall bestanden (
Urk.
1 S. 16 f.). Im Anschluss an das Aufbautraining sei er ab dem 2
7.
November 2017 während einer Periode von 13 Monaten überwiegend in stationärer und tagesklinischer psychiatrischer Behandlung gestanden. Das Gutachten sei auch für dies
e
Periode ungenügend, da sich der Gutachter nicht mit der Zeit der statio
nären
Behandlung
auseinandergesetzt
habe. Es habe sich dabei nicht um eine vorübergehende Arbeitsunfähigkeit gehandelt, diese sei vielmehr rentenerheblich (
Urk.
1 S. 17 f.).
Die behandelnde Psychiaterin widerspreche zudem auch der gutachterlichen An
nahme, wonach er innert drei bis sechs Monate
n
zu einer Steigerung von einem halben Tag Präsenzzeit bis zu einer vollen Arbeitsfähigkeit im ersten Arbeits
markt in der Lage sein solle.
Sein
Gesundheitszustand habe sich nach einem Jahr mit intensiver stationärer und teilstationärer Behandlung verbessert und stabi
li
siert, weshalb er sich nun seit einigen Monaten erneut um seine berufliche Ein
gliederung bemühe. Die
Voraussetzungen
zur Fortsetzung der beruflichen Ein
glie
de
rungsmassnahmen sollten daher
wieder gegeben
sein (
Urk.
1 S. 19 f.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den Anspruch des Be
schwerdeführers auf eine Invalidenrente zu Recht verneint hat.
3.
3.1
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Innere Medizin, stellte in seinem Bericht
vom
7.
September 2015 die Diagnosen einer schweren Sozialphobie (ICD-10 F40
.1) sowie eines depressiven Stimmungsbildes. Er hielt fest, der
Beschwerdeführer
leide bereits seit dem Alter von fünf Jahren unter schweren
Ängsten
und sei
aufgrund der Erkrankung bereits im Kindergarten und während der gesamten Schulzeit auffällig gewesen. Im Jahr 2004 habe er das Gymnasium kurz vor der Matura abgebrochen. Seither habe er keinen regelmässigen Tätigkeiten nach
gehen können
(
Urk.
7/19/2). Der Beschwerdeführer arbeite an einer geschützten Stelle unentgeltlich dreimal pro Woche für fünf Stunden im Service. Wahrschein
lich sei eine behinderungsangepasste Tätigkeit in diesem Rahmen zumutbar (
Urk.
7/19/3).
3.2
Der Beschwerdeführer
nahm
im Augus
t 2015 eine
psychiatrische Therapie bei
Dr.
med.
B._
auf,
die in ihrem Bericht vom 2
2.
April 2016 die Diagnosen einer sozialen Phobie (ICD-10 F40.1) und einer selbstunsicher-vermeidenden Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.6) stellte (
Urk.
11/31/1).
Sie
hielt fest
, die
Erkrankung habe dazu geführt, dass der Beschwerdeführer keine Berufsausbildung habe abschliessen können
.
Seit dem 2
8.
August 2015 bis zum Berichtszeitpunkt sei er zu 100
%
arbeitsunfähig, eine Tätigkeit im
g
eschütz
t
en Rahmen sei ihm ab sofort jedoch zu ca. 50
%
möglich (
Urk.
7/31/3).
In einem ersten Schritt sei die
Konsolidierung
und allenfalls der Ausbau der gegen
wärtigen Leistungsfähigkeit im g
eschützten Rahmen zu empfehlen
, daraufhin sollte der Beschwerdeführer zu
einer Ausbildu
ng im geschützten Rahmen
in der Lage sein. Bei gutem Verlauf könne eventuell in einigen Jahren der Schritt in den ersten Arbeitsmarkt, zumindest mit einem
Teilzeitpensum, gewagt werden (
Urk.
7/31/2).
3.3
Vom 2
7.
November 2017 bis am 1
0.
Januar 2018 begab sich der Beschwerde
führer für einen stationären Aufenthalt in die
Klinik D._
, Privatklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
.
Die behandelnden Fachpersonen hielten
im Austrittsbericht vom 2
2.
Januar 2018
zusät
zlich zu den von
Dr.
B._
gestellten Diagnosen eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mi
ttel
gradige Episode (ICD-10
F33.1) fest
(
Urk.
7/64/2). Vor dem Hintergrund der selbst
unsicher-vermeidenden Persönlichkeitsstörung hätten sich vor Eintritt eine Zu
nahme der sozialen Ängste und die Entwicklung eines depressiven Zustandsbildes gezeigt. Während der stationären Behandlung sei es bereits zu einer Zustands
verbesserung gekommen, eine Fortsetzung der Therapie werde dringend empfoh
le
n (
Urk.
7/64/5).
Vom 1
3.
Februar bis am 1
5.
März 2018
war der Beschwerdeführer erneut in sta
tionärer Therapie in der
Klinik D._
, wobei es während des
Aufenthaltes
gemäss den behandelnden Fachpersonen zu einer deutlichen Verbesserung der sozialen Ängste und der vorhandenen depressiven Symptomatik gekommen sei (
Urk.
7/67/3).
3.4
Anschliessend an die stationären Behandlungen wurde eine tagesklinische Be
handlung des Beschwerdeführers
in der Tagesklinik
der p
sychia
tri
schen
K
linik
E._
in die Wege geleitet
, die er am 1
8.
Juni 2018 aufnehmen konnte, mit einer voraussichtlichen Dauer bis am 1
8.
Dezember 2018 (
Urk.
7/68/2). Die behandelnden Fachpersonen hielten fest, dass im Rahmen der tagesklinischen Betreuung deutlich geworden sei, dass der Beschwerdeführer durch die Angstsymptomatik in unklaren Settings in starke Angstzustände gerate. Bereits der geschützte Rahmen sei für ihn nur schwer zu bewältigen
(
Urk.
7/68/2). Nur unter der Voraussetzung einer sorgfältigen beruflichen Wiedereingliederung mit kleinen, gut begleiteten Schritten sei hinsichtlich der beruflichen und psy
chischen Stabilisierung eine ungünstige Prognose zu vermeiden. Ein Arbeitstrai
ning mit anschliessendem gestaffeltem beruflichem Wiedereinstieg in einer ge
schützten Arbeitsstelle sei zu empfehlen (
Urk.
7/68/4).
3.5
Dem Gutachten von
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psy
chotherapie, vom 2
2.
März 2019 ist die Diagnose einer sozialen Phobie (ICD-10 F40.1) mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu entnehmen (
Urk.
7/79/16).
Dr.
A._
hielt fest, aktenmässig könne beim Beschwerdeführer von einem plau
sibel dokumentierten schüchternen Verhalten seit der Kindheit sowie von einer Akzentuierung des sozi
o
phobischen Verhaltens seit dem Tod seiner Mutter aus
gegangen werden. Aufgrund der aktenmässig postulierten Freizeitaktivitäten und
der freiwilligen Arbeit sowie der langjährigen Fähigkeit, Wohnungen zu vermieten
und der regelmässigen Pflege seiner sozialen
Kontakte
im Freundeskreis könne beim Beschwerdeführer
aber
nicht von einem
chronif
izierten
und ther
apieresi
stenten schweren sozialphobischen Verhalten ausgegangen werden. Weder die postulierte selbstunsicher-vermeidende Persönlichkeitsstörung noch die rezidi
vie
rende depressive Störung seien fachlich plausibel begründet und könnten daher nicht bestätigt werden. In sozialmedizinischer Hinsicht könne die attestierte 1
00%ige Arbeitsunfähigkeit ab dem
2
8.
August 2015 aufgrund des aktenmässig dokumentierten Leistungsniveaus und der sozialen Interaktionen des
Beschwer
de
führers nicht als plausibel angenommen werden (
Urk.
7/79/16 f.).
Die frühe Kindheit des Beschwerdeführers sei ohne gravierende traumatische Ereignisse verlaufen
, wo
mit sich keine Hinweise auf
die Bildung einer Persönlich
kei
tsstörung in der frühen Kindheit
ergäben
. Nach dem Tod seiner Mutter könne von einer Angstakzentuierung und einer schleichenden Entwicklung der sozialen Phobie ausgegangen werden, die aufgrund der Vermeidungshaltung
einen fehlen
den Maturaabschluss zur Folge
gehabt hab
e. Aus
seiner (
Dr.
A._
s) Sicht
könne klar festgestellt werden, dass beim Beschwerdeführer immer noch von einer feh
lenden Verarbeitung des Verlusts der
Mutter
ausgegangen werden könne, die
nicht zu strukturellen Persönlichkeitsdefiziten
,
sondern einer Entwicklung
des soziophobischen Verhaltens -
aber nur in belastenden
Situationen -
geführt habe
. Die
gescheiterten Eingliederungsmassnahm
e
n
im Jahr 2017 seien ganz ersichtlich
nicht auf persönlichkeitsbedingte Leistungseinschränkungen, sondern auf die psy
chosoziale Belastung zurückzuführen. Auch die festgestellte Verschlechterung des psychischen Zustandes seit dem 1
7.
Dezember 2018 sei auf die emotionale Belastung im Rahmen des laufenden Verfahrens der Invalidenversicherung zu
rückzuführen. Aufgrund der
jahrelangen
vielen Ressourcen im sozialen Bereich sowie der vielseitigen Interessen und der sicherlich überdurchschnittlichen Intelli
genz könne von einer günstigen Prognose bezüglich der Zustandsstabilisierung und Wiederherstellung einer verwertbaren vollen Arbeitsfähigkeit
ausgegangen
werden. Falls v
om Beschwerdeführer erwünscht,
könne ihm eine berufliche Ein
gliederung zwecks Abbau
s
der angstbedingten Vermeidungshaltung im Sinne eines Arbeitstrainings im geschützten Rahmen von
drei
bis maximal sechs Mona
ten angeboten werden. Bei fehlender Motivation müsse aus Sicht von
Dr.
A._
eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im Längsschnitt vorgenommen werden und ihm keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert werden
(
Urk.
7/79/17 f.)
.
Gestützt auf diese Ausführungen kam
Dr.
A._
zum Schluss, der Beschwerde
führer sei in der Querschnittsbeurteilung anlässlich der Exploration von 1
5.
Febru
a
r 2019 zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen. In der Längsschnittbeurteilung sei er rückwirkend und zukünftig zu 100
%
arbeitsfähig
für alle Tätigkeiten, die seinem Bildungsniveau entsprächen (
Urk.
7/79/18)
. Seit der Anmeldung bei der Invali
den
versicherung könne nur von vorübergehenden Arbeitsun
fähigkeiten aufgrund der stationären Therapiepräsenz oder aufgrund der angstbedingten Vermeidungs
haltung ausgegangen werden. Ob die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in der freien Wirtschaft umsetzbar sei, hänge ausschliesslich von seiner Motivation ab. Es seien allerdings keine psychischen Störungen festzustellen, welche seine Motivation krankheitsbedingt beeinflussen würden
(
Urk.
7/79/20).
3.6
In seiner Stellungnahme zu den Ergänzungsfragen der Beschwerdegegnerin vom 2
3.
April 2019 ergänzte
Dr.
A._
, das Hauptkriterium für die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung sei ein anhaltend auffälliges Verhaltensmuster bezüglich Kognitionen, Wahrnehmungen und sozialen Interaktionen sowie anhaltende Störungen der Impuls- und Affektkontrolle im Erwachsenenalter, was beim Be
schwerdeführer nicht festzustellen sei (
Urk.
7/81/1).
Die festgestellte Verschlechterung des psychischen Zustandes anlässlich der zwei
ten Exploration vom 1
5.
Februar 2019 sei eindeutig auf die Besonderheit der gut
achterlichen Situation zurückzuführen
und nicht auf eine soziale Situation, da der Beschwerdeführer aufgrund der anamnestischen Angaben vom 1
2.
Dezember
2018 vor der psychiatrischen Untersuchung weitgehend erhaltene soziale Kon
takte beschrieben habe
. Berufliche Massnahmen könnten jederzeit begonnen wer
den, da der Beschwerdeführer abgesehen vom soziophobischen Verhalten ab
solut keine weiteren Einschränkungen seiner psychokognitiven Funktionen auf
ge
wiesen habe
(
Urk.
7/81/2)
. Der
Beschwerdeführer
verfüge über zahlreiche Res
sourcen, die ihm ermöglichen
würden
, das soziophobische Verhalten zu über
win
den. Deswe
gen könne ihm aufgrund der diagnostizierten sozialen Phobie im Längs
schnitt keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert werden (
Urk.
7/81/3)
.
3.7
Am 1
4.
Juni 2019 nahm
Dr.
B._
Stellung zum psychiatrischen Gut
achten, wobei sie zum Schluss kam, der Gutachter habe die wesentlichen Befunde
korrekt erhoben. In der Beurteilung weiche er jedoch von diesen Befunden deut
lic
h ab, so das
s
das Gutachten in sich widersprüchlich erscheine und die Beur
tei
lung
nicht nachvollziehbar sei (
Urk.
7/99/1)
. Die Diagnosekriteri
e
n einer selbst
un
sicher
-
vermeidenden Persönlichkeits
störung, die vom Gutachter in Abrede ge
stellt werde
, seie
n erfüllt (
Urk.
7/99/3 ff
.).
Aktuell bestehe eine mitte
l
schwere depressive Symptomatik seit mehr als zwei Wochen, so d
ass die Kriterien für das Vorlie
gen einer mittelgradigen depressiven Episode erfüllt seien. Vor Klinikeintritt habe ebenfalls eine mittelgradige und zu Beginn der Behandlung eine leichtgra
dige depressive Symptomatik vor
gelegen. D
a
es seit 2015 zu einer mehrmonatigen zwischenzeitlichen Verbesserung gekommen sei, könne eine rezidivierende de
pressive Störung, gegenwärtig mittelgradig (ICD-10 F33.21) festgestellt werden. Die depressive Erkrankung begründe beim Beschwerdeführer nicht in erster Linie die
Arbeitsunfähigkeit
, wirke sich jedoch komplizierend auf die Behandlung und Prognose der Grunderkrankung aus (
Urk.
7/99/5). Der Gutachter stelle korrekt eine aktuelle 100%ige Arbeitsunfähigkeit fest. Die Behauptung, im Längsschnitt liesse sich eine 100%ige Arbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt realisieren, entbehre hingegen jeder Grundlage, ebenso wie die Behauptung, er wäre in der Lage, innerhalb von drei bis sechs Monaten eine Steigerung von einem halben Tag Präsenzzeit zu einer vollen Arbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt zu leisten
(
Urk.
7/99/6)
. Das Vorliegen vieler Ressourcen
spreche für eine gute Prognose
, was
vom Gutachter sehr betont
und zum Anlass genommen werde, dem Beschwerde
führer eine mehr als kurzfristige Einschränkung seiner Arbeitsfähigkeit abzu
sprechen. Die starken Einsc
hränkungen im privaten Alltag wü
rden jedoch im Gutachten gegenüber dem Ressourcenprofil zu wenig gewürdigt. Der Verlauf habe leider gezeigt, dass die Einschränkungen durch die psychische Erkrankung die Ressourcen überwiegen würden. Eine Arbeitsfähigkeit sei unter diesen Vor
aussetzungen auch mittel- bis längerfristig nur im geschützten Rahmen denkbar
(
Urk.
7/99/6 f.). Ob eine Reintegration in den ersten Arbeitsmarkt in einem Teil
pensum allenfalls möglich sein könnte, könne frühestens nach einer Stabili
sie
rungszeit von drei bis fünf Jahren abgeschätzt werden. Ferner sei wichtig, eine angstbedingte Vermeidungshaltung nicht mit fehlender Motivation zu verwech
seln. Die
Behauptung
, eine Überwindung der Einschränkungen seiner Arbeits
fähigkeit liege nur an der Motivation des Beschwerdeführers, entbehre jeglicher Grundlage (
Urk.
7/99/8).
Am 1
5.
August 2019 äusserte sich
Dr.
B._
sodann zu den Antworten von
Dr.
A._
auf die gestellten Ergänzungsfragen. Sie kam zum Schluss, ein anhaltend auffälliges Verhaltensmuster bezüglich Kognition, Wahrnehmung und sozialen Interaktionen und der Affektregulation sei vorhanden, mit Beginn in
der
Kindheit und Adoleszenz und Fortdauern ins Erwachsenenalter. Sodann bestün
den
neben den Angstsymptomen auch weitere
Einschränkungen der psychokog
niti
ven Funktionen. Die Angstsymptome stünden im Vordergrund und seien auf
grund ihres Schweregrads stark einschränkend. Ihre Gewichtung in der Beurtei
lung der Arbeitsfähigkeit im Gutachten erscheine unzureichend (
Urk.
7/102/2). Das Scheitern der beruflichen Massnahmen sei sodann auf eine Wechselwirkung von Konflikten am Arbeitspl
atz und den durch die sozialen Ä
ngste geprägten Reaktionen des Beschwerdeführers zurückzuführen. Dem Beschwerdeführer eine eingeschränkte Motivation zu unterstellen
,
sei angesichts der Mühen, die dieser auf sich nehme, um seinen Zustand zu verbessern, nicht zulässig. Es treffe nicht zu, dass keine wesentlichen Einschränkungen im Belastungsprofil bestünden (
Urk.
7/102/3).
3.8
Dr.
A._
hielt
am 2
5.
September 2019
zu den Ausführungen von
Dr.
B._
fest, die in deren Bericht aufgeführten psychopathologischen Befunde und der BDI-Wert würden tatsächlich auf eine mittelgradige depressive Sympto
matik hindeuten. Eine eigenständige und selbstunterhaltende rezidivierende de
pressive Störung werde nach ICD-10 nach mindestens
drei
verifizierten depressi
ven
Phasen in
behandlungsbedürft
igem
Ausmass und zwei dazwischen
liegenden Remissionsphasen diagnostiziert, was
vorliegend
nicht der Fall sei. Eine Persön
lich
keitsstörung könne klar ausgeschlossen werden
(
Urk.
7/105/1)
.
Die Ausfüh
rungen von
Dr.
B._
hätten abgesehen von der mittelschweren depres
si
ven Symptomatik keine neuen Tatsachen hervorgebracht, welche zu Ände
rungen
der diagnostischen Beurteilung führen würden. Eine mittelgradige depressive Episode könne im Juni 2019 nicht ausgeschlossen werden, diese hätte die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers jedoch nur vorübergehend und höchstens um 50
%
eingeschränkt (
Urk.
7/105/2).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich für die Beurteilung des Anspruchs des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente auf das psychiatrische Gutachten von
Dr.
A._
vom 2
2.
März
2019 (
Urk.
7/79) sowie dessen Ergänzungen vom 2
3.
April
und 2
5.
September 2019 (
Urk.
7/81,
Urk.
7/105). Der Beschwerdeführer hält dieses hingegen nicht für beweiskräftig (
Urk.
1 S. 7).
4.2
Der Beschwerdeführer
wies zunächst darauf hin
,
die Untauglichkeit des Gut
achtens zeige sich bereits in dessen Aufbau, der erheblich von der vorgegebenen Struktur abweiche (
Urk.
1 S. 7).
Dazu ist
festzuhalten
, dass
die vom G
utachter gewählte Systematik zwar
unüblich erscheinen
mag
, jedoch
keine Anhaltspunkt
e ersichtlich
sind
, wonach aufgrund dieser Gliederung auf eine mangelhafte Begut
achtung zu schliessen ist.
Dasselbe gilt für die
vom Beschwerdeführer bean
stan
dete
Anamneseerhebung, die
in die Titel
Familienanamnese und persönl
iche Anamnese unterteilt wurde und insgesamt alle vom Beschwerdeführer bemän
gelten Punkte
- wie den Tod seiner Mutter und die belastete Beziehung zu seinem Vater -
enthält,
wobei es unerheblich ist, unter welchem Titel
die fraglichen Ge
schehnisse einzuordnen sind,
da der Gutachter offensichtlich
davon Kenntnis hatte und diese
auch bei seiner Beurteilung ber
ücksichtigte
.
4.3
Entgegen dem Beschwerdeführer (
Urk.
1 S. 9) hat sich
Dr.
A._
sodann
durch
aus vertieft mit den Berichten der behandelnden Ärzte auseinandergesetzt. So referierte er die einzelnen Berichte ausführlich (
Urk.
7/79/3 ff.) und begründete unter Bezugnahme auf von ihm festgestellte Widersprüche oder für ihn nicht überzeugende Begründungen, wieso er zu einem teilweise abweichenden Ergebnis gelangte (
Urk.
7/79/6 f.).
Ferner diskutierte er insbesondere auch die von
Dr.
B._
gestellten Diagnosen und legte dar, dass aus seiner Sicht die Diagno
sekriterien für eine selbstunsicher-vermeidende Persönlichkeitsstörung sowie eine rezidivierende depressive Störung nicht erfüllt seien (
Urk.
7/79/20 f.).
Auch dass
Dr.
A._
keine fremdanamnestischen Auskünfte eingeholt hat, steht der Beweiskraft seiner Beurteilung nicht entgegen, denn eine Fremdanamnese ist keineswegs zwingend, sondern liegt im Ermessen der Experten. Die versicherte
Person hat darauf keinen Rechtsanspruch (Urteil des Bundesgerichts 9C_263
/2013 vom 2
8.
November 2013 E. 5.3 mit Hinweis).
4.4
Dr.
A._
stellte übereinstimmend mit den behandelnden Ärzten die Diagnose einer sozialen Phobie (ICD-10 F40.1), kam jedoch zum Schluss, die Diagnosen einer ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F
60.6) und einer
rezidivierenden depressiven Störung (ICD-10 F.33) könnten nicht bestätigt werden.
Der Beschwerdeführer brachte dagegen vor, dass gemäss der überzeugenden
Stellungnahme der behandelnden Psychiaterin
Dr.
B._
die Diagnose
kriterien für eine Persönlichkeitsstörung und eine rezidivierende depressive Stö
rung erfüllt seien (
Urk.
1 S. 10).
Es ist zunächst darauf hinzuweisen, dass die psychiatrische Exploration
von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen
kann
und dem
begutachtenden Psychiater
praktisch immer ein gewisser Spielraum
bleibt
, innerhalb dessen verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte lege artis vorgegangen ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_629/2017 vom 2
8.
November 2017 E. 4.3 mit Hinweis auf 8C_839/2013 vom 1
3.
März 2014 E. 4.2.2.1).
Die Beurteilung von
Dr.
A._
erfolgte gestützt auf eine ausführliche Anamnese- und Befunderhebung
,
anläss
lich derer sich der Beschwerdeführer zu den aus seiner Sicht bestehenden Prob
lemen frei äussern konnte
(
Urk.
7/79/8 ff)
. Dass die wesentlichen Befunde korrekt erhoben
wurden
, bestätigte auch
Dr.
B._
in ihrer Stellungnahme
vom 1
4.
Juni 2019 (
Urk.
7/99
/1).
Differenzen bestehen
hingegen bezüglich der diagnostischen Einordnung dieser Befunde
:
Dr.
A._
interpretierte
die
seit dem Kindergarten bestehenden und sich nach dem Tod der Mutter akzentuierenden
Ängste im Rahmen
der
Entwicklung eines soziophobischen Verhalten
s in belas
ten
den Situationen
und ging anders als
Dr.
B._
nicht von struktu
rellen Persönlichkeitsdefiziten
, welche
auf die
Diagnose einer Persönlichkeitsstö
rung
hingewiesen
hätten,
aus
(
Urk.
7/79/17 f.)
.
Dr.
A._
nahm dabei Bezug auf die Diagnosekriterien der ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsstörung und legte dar, dass
diese nicht
erfüllt seien
(
Urk.
7/79/
20)
.
Inwiefern
er dabei den der psychiatrischen Beurteilung inhärenten Ermessensspielraum überschritten haben sollte und nicht lege artis vorgegangen sein soll
, ist nicht ersichtlich
.
Die
von
Dr.
B._
vorgenommene
andere Einschätzung der Situation ist
ange
sichts des korrekten Vorgehens von
Dr.
A._
nicht geeignet, das Ergebnis des Gutachtens in Zweifel zu ziehen, lässt es die unterschiedliche Natur von Behand
lungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und Begutach
tungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4) doch nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anderslautenden Einschät
zungen gelangen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2 mit Hinweisen, u.a. auf SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]).
Was die ebenfalls verworfene Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung betrifft,
ist festzuhalten, dass sich aus dem Austrittsbericht der
Klinik D._
vom 1
3.
April 2018 ergibt, dass die depressive Symptomatik während des stationären
Aufenthaltes
deutlich
ge
bessert habe (
Urk.
7/67/3), worauf die Diagnose im Bericht der
E._
vom 2
3.
August 2018 nicht mehr aufgeführt wurde (
Urk.
7/68/4).
Dr.
A._
ging gestützt darauf und angesichts der Tatsache, dass er anlässlich der Untersuchungen keine depressive Symptomatik mit Krankheitswert feststellen konnte
,
aus
nachvollziehbar
en Gründen
von einer vollständigen Remission der postulierten mittelgradigen depressiven Episode aus
und erachtete aufgrund des bisher einzigen Auftretens einer solchen
Episode
die Diagnosekriterien einer rezidivierenden depressiven Störung nicht für erfüllt
(
Urk.
7/79/21).
Im Übrigen bleibt zu betonen, dass es invalidenversicherungsrechtlich grundsätzlich nicht auf die Diagnose, sondern darauf ankommt, welche Auswirkungen eine Erkrankung auf die Arbeitsfähigkeit hat. Massgebend sind in erster Linie der lege artis erhobene psychopathologische Befund und der Schweregrad der Symptomatik sowie die damit verbundenen Funktionseinschränkungen (Urteil des Bundesge
richts 9C_273/2018 vom 2
8.
Juni 2018 E. 4.2 mit Hinweisen), worauf im Folgen
den näher einzugehen ist.
4.5
Was das Vorbringen des Beschwerdeführers betrifft,
Dr.
A._
begnüge sich mit einer Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im Längsschnitt und gehe insbesondere nicht auf die Zeit der stationären Behandlung ein, was klar ungenügend sei, ist festzuhalten, dass
Dr.
A._
zwar im Anschluss an die beruflichen Massnahmen sowie
anlässlich des zweiten Begutachtungstermins am 1
5.
Februar 2018 jeweils Verschlechterungen des Gesundheitszustandes vermerkte, die
im Querschnitt
zu einer Arbeitsunfähigkeit geführt hätte
n (
Urk.
7/79/18,
Urk.
7/79/20),
jedoch zum Schluss
kam
, dass diese eindeutig auf die äusseren Umstände zurückzuführen seien (
Urk.
7/79/18,
Urk.
7/81/2). So führte er die Verschlechterung der Befunde zwischen den Begutachtungsterminen eindeutig auf die Besonderheit der gutach
terlichen Situation zurück
(
Urk.
7/81/2)
, was angesichts der Tatsache, dass der
Beschwerdeführer Angst vor dem zweiten Termin bekundete
(
Urk.
7/79/13)
, nach
vollziehbar erscheint. Dasselbe gilt auch für die geltend gemachte zwischen
zeitliche Verschlechterung des psychischen Zustandes gegen Ende der beruflichen Massnahmen im Jahr 2017, die zur Aufnahme einer stationären Behandlung in der
Klinik D._
führte, da diese gemäss
Dr.
A._
massgeblich auf eine vom Beschwerdeführer mit einer Mitarbeiterin des
Bistro
s
Z._
eingegan
gene Beziehung und dadurch entst
andene
Schwierigkeiten mit dem Chef am Arbeitsplatz zurückzuführen sei (
Urk.
7/79/17). Entgegen der Ansicht des Be
schwerdeführers wird dies auch durch die Ausführungen von
Dr.
B._
nicht widerlegt, mass
diese doch dem Vorfall beziehungsweise dessen - ihrer An
sicht nach - unprofessionelle
r
Handhabung ebenfalls massgeblichen Einfluss auf
das Scheitern der Integration und die Entstehung der akuten Krise bei (
Urk.
7/64/
2
,
Urk.
7/115/40
). Da soziale Belastungen
,
die direkt negative funktionelle Folgen zeitigen, bei der Beurteilung der Gesundheitsbeeinträchtigung ausgeklammert werden müssen (Urteil des Bundesgerichts 8C_717/2018 vom 22. März 2019 E. 3), hat
Dr.
A._
die
beiden ausgewiesenen Phasen der
Verschlechterung des Ge
sundheitszustandes
jeweils
zu Recht nicht berücksichtigt.
4.6
4.6.1
Insgesamt erfüllt das psychiatrische Gutachten von
Dr.
A._
somit die vom Bundesgericht gestellten Anforderungen an ein beweiswertes ärztliches Gutach
ten
(vgl. E. 1.5
), e
s kann daher darauf abgestellt werden
. Was die Beurteilung von
Dr.
A._
betrifft
, die diagnostizierte soziale
Phobie
habe
zwar
grundsätzlich Einf
luss auf die Arbeitsfähigkeit
,
die erheblichen
Ressourcen des Beschwerde
füh
rers
würden diesem jedoch ermöglichen
, das sozialphobische Verhalten zu über
winden, weshalb im Längsschnitt keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit atte
sti
ert werden könne (
Urk.
7/81/3)
,
ist
indes
- wie grundsätzlich bei allen
psychi
schen Störungen - mittels eines strukturierten Beweisverfahrens
zu
über
prüfen, ob
er sich dabei
an die
massgebenden
normativen Rahmenbedingungen gehalten hat, mithin ob die ärztlichen Feststellungen anhand der rechtserheblichen Indi
katoren auf eine Arbeitsunfähigkeit
schliessen
lassen (E. 1.4). Entscheidend bleibt letztlich immer die Frage der funktionellen Auswirkungen einer Störung, welche im Rahmen des Sozialversicherungsrechts
abschliessend
nur aus juristischer Sicht beantwortet werden kann (BGE 144 V 50 E. 4.3).
4.6
.2
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
4.6
.3
Zum Komplex Gesundheitsschädigung ist zur Ausprägung der diagnoserele
van
ten Befunde
festzuhalten
, dass d
er psychiatrische Befund anlässlich der ersten Untersuchung vom 1
7.
Dezember 2018 weitgehend unauffällig
war
.
Dr.
A._
fiel bei grundsätzlich ausgeglichener Stimmung
des Beschwerdeführers
einzig eine auffallend starke Ängstlichkeit und inner
e Anspannung auf
(
Urk.
7/79/14).
G
estützt
darauf ist daher
von einer leicht- bis höchstens mittelgradigen Ausprä
gung der diagnoserelevanten Befunde auszugehen.
Zum Indikator Behandlungs- und Eingliederungserfolg beziehungsweise
–
resi
stenz ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer alle zwei Wochen Termine bei seiner
Psychiaterin wahrnimmt und
Psychopharmaka einnimmt (
Urk.
7/79/14). Zudem war er zwischen November 2017 und April 2018 zweimalig in stationärer Behandlung in der
Klinik D._
(vgl.
Urk.
7/64,
Urk.
7/67) und darauf
folgend während sechs Monaten in tagesklinischer Behandlung
(vgl.
Urk.
7/68).
Unter konsequenter
Weiterführung
der bereits etablierten therapeutischen
Mass
nahmen
un
d Optimierung de
r Psychopharmakotherapie geht
Dr.
A._
im Längs
schnitt von der Erhaltung einer vollen Arbeits
fähigkeit aus
(
Urk.
7/79/19). Es ist daher
nicht von einer
chronifizierten
und therapieresistenten Störung aus
zugehen.
Was die Eingliederungsbemühungen betrifft, hat der Beschwerdeführer
zwar einige Versuche unternommen, eine Ausbildung zu absolvieren, verhielt sich jedoch nach deren Abbruch beziehungsweise nachdem er sich gar nicht erst angemeldet hatte
,
während Jahren passiv (
Urk.
7/79/10). Anlässlich der Anmel
dung bei der Beschwerdegegnerin nahm er
sodann
zunächst auf freiwilliger und unentgeltlicher Basis eine Stelle
im Bistro
Z._
an
, wo in der Folge ein
durch die Beschwerdegegnerin finanziertes Belastungs- und Aufbautraining durch
geführt werden konnte. Dieses verlief zunächst erfolgreich, der Beschwerdeführer konnte die gesetzten Ziele jeweils erreichen und seine Arbeitstätigkeit erhöhen.
Sein Arbeitgeber beschrieb ihn sodann als belastbar,
humorvoll und geschickt im Umgang mit den Gästen
; er entlaste die Betr
ie
bsleitung in vielen Bereichen
(
Urk.
7/48/2,
Urk.
7/49/2)
.
Dass die
Massnahme schlussendlich trotzdem schei
terte, wird
sowohl von
Dr.
A._
als auch der behandelnden Fachpersonen hauptsächlich einer
Beziehung
zwischen dem Beschwerdeführer und einer Mitarbei
terin, die zu Konflikten führte
- mithin einem invalidenversiche
rungs
rechtlich unerheblichen psychosozialen Belastungsfaktor - zugeschrieben (
Urk.
7/81
/3,
Urk.
7/99/
7
)
und erfolgte somit nicht krankheitsbedingt
. Eine krank
heitsbedin
gte Eingliederungsresistenz ist
nicht erstellt.
Ressourcenhemmende
Komorbiditäten
bestehen gemäss der Beurteilung von
Dr.
A._
- wie
bereits diskutiert (vgl. E. 4.4
) - keine.
4.6
.4
Was die Persönlichkeit des Beschwerdeführers betrifft, schloss
Dr.
A._
eine Persönlichkeitsstörung klar aus (
Urk.
7/105/2)
und erkannte auch keine Hinweise auf akzentuierte Persönlichkeitszüge (
Urk.
7/79/19).
Er hielt
hingegen
fest, der Beschwerdeführer verfüge über Persönlichkeitsressourcen wie eine überdurch
schnitt
liche Intelligenz
und vielfältige Interessen (
Urk.
7/79/18).
4.6
.5
Zum sozialen Kontext ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer
in seinem eigenen Haus alleine in einer Wohnung lebt, wobei er sich die Dusc
h
e und den Garten mit den zwei Bewohnerinnen der anderen Wohnungen im Haus teilt und
somit gemäss
eigenen
Aussagen eine Art Wohngemeinschaft besteht (
Urk.
7/79
/10).
Ferner
besteht einerseits
ein gutes und unterstützendes Verhältnis zu seiner Schwester und sein
er Patin
, die ihm im Alltag und insbesondere bei administrativen Tätigkeiten helfen
(
Urk.
7/79/14,
Urk.
10/1
)
. Andererseits
hat der Beschwerdeführer auch einen aktiven
Kollegenkreis
,
wobei
er
von regelmässigen Aktivitäten wie dem gemeinsamen Fussballspiel sowie dem Besuch von Kon
zer
ten und Ba
rs berichtete (
Urk.
7/79/12).
Damit enthält der soziale Lebens
kontext
beträchtliche
Ressourcen, auf die der Beschwerdeführer zurückgreifen kann.
Ein sozialer Rückzug ist angesichts der vom Beschwerdeführer
im Gutachtens
zeit
punkt
geschilderten Aktivitäten nicht belegt.
4.6
.6
Zum beweisrechtlich massgeblichen Aspekt der Konsistenz ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer sich regelmässig - mehrmals wöchentlich - mit Kollegen ausserhalb seiner Wohnung trifft un
d an Aktivitäten wie dem Fussballspiel in
zwei kleinen Vereinen
einer alternativen Liga oder dem Besuch
von Fussball
spielen,
Konzerten und Bars
teilnimmt
,
die
vorwiegend
im sozialen Raum statt
finden
.
Zwei bis dreimal pro Monat putze er im Kulturzentrum
F._
, wofür er Gratistickets für Konzerte erhalte. Allgemein gehe er gerne ein Bier trinken und ins Kino oder sehe sich einen Match des FC Winterthur an.
I
nsbesondere dem Besuch von Konzerten, Bars und Fussballspielen
ist es dabei
inhärent, dass auch ihm unbekannte Personen anwesend sind
und Interaktionen mit diesen unum
gänglich sind
, es trifft mithin nicht zu, dass ihm nur Aktivitäten
im Rahmen von langjährigen Bekanntschaften möglich sind
.
Die bekundete Mühe, Alltagsauf
gaben wie Einkaufen oder das Ausfüllen der Steuererklärung zu erledigen
, bei de
nen
er Unterstützung durch die Spitex erhält
, erscheint daher nur begrenzt nachvollziehbar. Ferner beschrieb der Beschwerdeführer einen durchaus aktiven Alltag, er halte sich zwar oft zu
Hause auf, wobei er lese oder f
ernsehe, er sei jedoch auch gerne draussen, unternehme Wanderungen oder gehe in den Wald zum Joggen. Vor kurzem habe er damit begonnen, Pilze zu sammeln.
Ebenfalls
nehme er an einem Lesezirkel teil
,
in welchem Bücher besprochen würden und
für dessen Organisation er ein Verbindungsglied bedeutet habe (
Urk.
7/79/12).
Was den
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesenen Leidens
druck angeht, begibt sich der Beschwerdeführer wie bereits erwähnt alle zwei Wochen in psychiatrische Behandlung und nimmt die verschriebenen Medika
mente ein. Zwar entspricht dies gemäss
Dr.
A._
der Schwere der psychischen Beschwerden, angesichts der Tatsache, dass sich der Beschwerdeführer weiterhin zu 100
%
arbeitsunfä
hig fühlt,
deute
n
die niedrige Therapiefrequenz und die fehlenden Überlegungen des Beschwerdeführer
s
zu einer
weiteren statio
nären Behandlung (
Urk.
7/79/14)
indes nicht auf
eine
n
allzu grossen
Leidensdruck hin
.
4.6
.7
Zusammenfassend erweist sich die Beurteilung von
Dr.
A._
, dass der Be
schwerdeführer unter Mobilisierung seiner Ressourcen
zu 100
%
arbeitsfähig ist,
auch unter Beachtung der massgeblichen Indikatoren als überzeugend.
In Anbe
tracht des - mit der von der behandelnden Psychiaterin attestierten Arbeitsun
fähigkeit von 100
%
nicht zu vereinbarenden -
hohe
n
Aktivitätsniveau
s
mit zahlreichen
auch
sozialen Aktivitäten,
sowie der
beträchtlichen Ressourcen im sozialen
und intellektuellen
Kontext
fehlt es insgesamt an einem stimmigen Gesamtbild für die Annahme einer rechtlich relevanten psychischen Funk
tions
einbusse
. Das bisherige Scheitern der beruflichen Eingliederung lässt sich sodann nicht auf die Krankheit, sondern auf die Situation in der Eingliederungsstätte
zurückführen
.
Da auch die darauffolgende Verschlechterung des psychischen Zustandes auf diese invalidenversicherungsrechtlich nicht massgeblichen äusse
ren Umstände zurückzuführen ist, vermögen die in diesem Zeitraum erfolgten Arbeitsfähigkeitsbeurteilungen der behandelnden Ärzte von
v
ornherein keine Zweifel an der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung von
Dr.
A._
zu erwecken.
Auch aus der
vom Beschwerdeführer angeführten Stellungnahme
von
Dr.
G._
vom Regionalärztlichen Dienst am
2.
November 2015 geäusserten Ansicht, dass medizinisch-theoretisch nach Abschluss einer adäquaten fachpsychiatrischen / psychotherapeutischen Behandlung eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
in einer angepassten Tätigkeit erreicht werden könne (
Urk.
7/22/3), kann der Beschwerde
führer nichts zu seinen Gunsten ableiten, erfolgte diese Beurteilung doch im Hinblick auf die Gewährung von beruflichen Massnahmen gestützt auf eine auch nach Ansicht von
Dr.
G._
für eine Rentenprüfung ungenügende Aktenlage (
Urk.
7/83/3 f.), weshalb diese vorläufige
Einschätzung
ebenfalls
nicht geeignet ist, das Ergebnis des Gutachtens in Zweifel zu ziehen.
Im Übrigen wies auch
Dr.
G._
in einer späteren Stellungnahme vom
3.
Oktober 2018, also noch vor der Begutachtung durch
Dr.
A._
, darauf hin, dass der Beschwerdeführer über erhebliche Ressourcen wie eine gute Intelligenz und Humor
verfüge
, dass er
aktives Mitglied im
Fussballverein
sei, gerne tanze, Erfahrung in der Organisation von Wohnungen
beziehungsweise deren Vermietung habe und gerne in der Gastronomie arbeite, weshalb die von den behandelnden Ärzten erhobenen Dia
gno
sen und beschriebenen funktionellen Einschränkungen aus versicherungs
me
dizi
nischer Sicht nur bedingt nachvollziehbar seien und eine psychiatrische Be
gut
achtung zu empfehlen sei (
Urk.
7/83/6 f.).
5.
Zusammenfassend ist ein invalidenversicherungsrechtlich erheblicher Gesund
heits
schaden vorliegend nicht erstellt. Was das Schreiben der Patin des Beschwer
deführers vom 2
7.
Januar 2020 (Urk. 10/1) sowie die
Bestätigung der p
sychia
trischen
Spitex betrifft, sind diese
zum Beweis eines solchen Gesund
heitsschadens von vornherein ungeeignet
, da es sich dabei nicht um
ärztliche Beurteilung
en
handelt
, welche
die vorliegenden ärztlichen Einschätzungen in Frage stellen
könn
t
en
.
Ferner
sind auch in medizinischer Hinsicht - entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (vgl. Urk. 1 S. 1) - von weiteren
Beweismass
nahmen
keine anderen
entscheidrelevanten
Erkenntnisse zu erwarten, weshalb davon abzusehen ist (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d, 136 I 229 E. 5.3). Damit hat die Beschwerdegegnerin den Renten
an
spruch des Beschwerdeführers in der angefochtenen Verfügung vom 2
2.
Novem
ber 2019 zu Recht verneint, die Beschwerde ist folglich abzuweisen.
6.
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten über die Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von
Art.
61 lit. a ATSG in der hier anwendbaren, bis am 3
1.
Dezember 2020 in Kraft gewesenen Fassung (
Art.
83 ATSG) kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.-- zu bemessen und sind vorliegend auf
Fr.
700.-- festzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuer
legen.