Decision ID: 92bce938-f59b-4372-9fff-86477287cb7f
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 8. Februar 2003 bei der Invalidenversicherung (IV), IV-Stelle
Schwyz, zum Leistungsbezug an (IV-act. 5). Der Versicherte war am 20. September
1996 auf beide Ellbogen gestürzt (Arztzeugnis UVG vom 18. Oktober 1996 und
Unfallmeldung UVG vom 23. September 1996, beide Fremdakten, act. G 8.2, [Bund I];
vgl. auch Austrittsbericht Rehaklinik Bellikon vom 26. Oktober 2011, IV-act. 1-1 und
Operationsbericht des Regionalspitals B._ vom 24. April 2002, Fremdakten act. G
8.2, UV-Akten [Bund I]).
A.b Im Auftrag der IV-Stelle Schwyz wurde der Versicherte durch die MEDAS
Zentralschweiz polydisziplinär (Innere Medizin, Rheumatologie, Psychiatrie)
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begutachtet (Gutachten vom 28. Januar 2005, IV-act. 16). Die Gutachter kamen zum
Schluss, die langjährig ausgeübte Tätigkeit als Schreiner und die zuletzt ausgeübte
Tätigkeit als Sägereiarbeiter seien dem Versicherten nicht mehr zumutbar; er sei in
schwerer und mittelschwerer Arbeit nicht mehr arbeitsfähig. Eine körperlich leichte,
wechselbelastende Tätigkeit sei zu 70% zumutbar, wobei der linke Arm nicht
ununterbrochen stereotyp und nicht mit schweren Gewichten belastet werden könne;
ein intermittierendes Heben einer Last bis zu 10 kg sei möglich. Aktuell sei auch der
rechte Arm eingeschränkt belastbar (IV-act.
16-24).
A.c Eine von der IV-Stelle Schwyz geplante berufliche Abklärung in der Abklärungs-/
Ausbildungsstätte Appisberg (IV-act. 27) wurde nach dem Eintritt am 4. Juli 2005
unmittelbar wieder abgebrochen, da der Versicherte am 13. Juni 2005 den Daumen
gebrochen hatte (Schlussbericht Berufsberatung IV-Stelle Schwyz vom 24. Oktober
2005, IV-act. 33-1, Unfallmeldung vom 18. Juni 2005, Fremdakten, act. G 8.2 [Bund I]).
Dadurch wurde bekannt, dass der Versicherte seit dem 9. Mai 2005 in unbefristeter
Stellung als "Handlanger" bei der C._ AG tätig war (Angaben Arbeitgeberin vom 8.
August 2005, IV-act. 30). Mit Verfügung vom 7. Dezember 2005 "schloss" IV-Stelle das
Gesuch um berufliche Massnahmen/Rente "als erledigt ab". Seit 9. Mai 2005 bestehe
ein Arbeitsverhältnis zu 100%. Es sei dem Versicherten möglich, ein jährliches
Einkommen von Fr. 56'100.-- zu erzielen. Ab Mitte Oktober 2005 habe er diese
Tätigkeit wieder aufnehmen können. Der Versicherte sei rentenausschliessend
eingegliedert (IV-act. 35).
A.d Unter Hinweis auf die Folgen einer am 7. April 2011 erlittenen Prellung des
Handgelenks ging bei der IV-Stelle St. Gallen am 19. März 2012 eine erneute
Anmeldung des Versicherten zum Leistungsbezug ein (IV-act. 39). Am 7. April 2011 war
dem Versicherten eine schwere Rolle bzw. Stange auf das rechte Handgelenk gefallen,
wodurch ein vorher asymptomatisches palmares Handgelenksganglion traumatisiert
worden war (Arztzeugnis UVG vom 8. Juli 2011, Fremdakten act. G 8.2 [Bund I];
Austrittsbericht Rehaklinik Bellikon vom 26. Oktober 2011, IV-act. 1-1 ff.). Dieses war
am 21. April 2011 exstirpiert worden (Operationsbericht Regionalspital B._ vom 26.
April 2011, Fremdakten act. G 8.2, [Bund I]). Der Versicherte war vom 12. bis 28.
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Oktober 2011 in der Rehaklinik Bellikon behandelt worden. Es war festgehalten
worden, die bisherige Tätigkeit als Hilfsschreiner/Isolierarbeiter sei nicht (mehr)
zumutbar. Leichte Arbeiten ohne häufig wiederholten Ellbogenbewegungen links seien
ganztags zumutbar. Die angegebene Beschwerden am linken Ellbogen/Arm seien
teilweise funktioneller Natur (Austrittsbericht vom 26. Oktober 2011, IV-act. 1-3 f.).
A.e Berufliche Massnahmen wurden nach Durchführung eines Assessments am 4.
September 2012 mangels subjektiver Eingliederungsfähigkeit abgewiesen (IV-act. 71).
A.f Nach einem Treppensturz am 10. Mai 2013 wurde der Versicherte am 13. Juni
2013 an der rechten Schulter operiert (Operationsbericht Regionalspital B._ vom 18.
Juni 2013, Fremdakten, act. G 8.2 [Bund II]). Anschliessend befand er sich vom 24.
September bis 15. Oktober 2013 wiederum in der Rehaklinik Bellikon (Austrittsbericht
vom 17. Oktober 2013, IV-act. 113).
A.g Nach erneuter Verletzung an der rechten Schulter wurde am 27. Januar 2014
wiederum eine Schulterarthroskopie mit SLAP-Repair vorgenommen
(Operationsbericht Regionalspital B._ vom 29. Januar 2013, IV-act. 105;
Austrittsbericht Regionalspital B._ vom 12. Februar 2014, IV-act. 112-3 f.). Dr.med.
D._, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, hielt im Arztbericht vom 26. August 2014
fest, nach der zweiten Operation habe sich die Beweglichkeit der Schulter gebessert,
die Schmerzen seien aber nur wenig zurückgegangen (IV-act. 111).
A.h Gemäss Aktenauszug und Anamnese des Gutachtens der Medizinisches
Gutachtenzentrum Region St. Gallen GmbH (MGSG) vom 2. Februar 2015 erfolgte am
19. November 2014 eine Schleimbeutelentfernung links bei chronischer Bursitis
olecrani (IV-act. 126-4, 6).
A.i Im Auftrag der IV-Stelle wurde der Versicherte orthopädisch (Dr.med. E._) und
psychiatrisch (Dr.med. F._) begutachtet (bidisziplinäres Gutachten MGSG vom 2.
Februar 2015, IV-act. 126). Der orthopädische Gutachter legte im Wesentlichen dar,
dass die geschilderten Beschwerden in ihrem Ausmass durch die erhobenen Befunde
teilweise nicht objektiviert werden könnten (vgl. IV-act. 126-11). Die Gutachter führten
aus, die vom Versicherten berichteten Beschwerden und präsentierten Symptome
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seien in sich nur teilweise konsistent. Insbesondere fänden sich keine Hinweise für
schwere depressive Verstimmungen. Es liessen sich Verdeutlichungstendenzen der
Beschwerden mit dramatisierender Schilderung und wiederholten Hinweisen auf seine
Beschwerden erkennen (IV-act. 126-35). Die Gutachter schätzten die Arbeitsfähigkeit in
der angestammten Tätigkeit aus psychiatrischer Sicht seit Mai 2011 auf 75% und aus
somatischer Sicht seit spätestens November 2014 auf 50%. Körperlich leichte
Arbeiten, die nicht mit Kraftanwendung der Arme und Arbeiten über der Horizontalen
verbunden und im Wesentlichen nicht psychisch belastend seien, könnten seit jeher bei
voller Stundenpräsenz vollumfänglich (Arbeitsfähigkeit 0%) zugemutet werden (IV-act.
126-43 f.).
A.j Mit Vorbescheid vom 18. März 2015 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (IV-act. 129). Hiergegen erhob der
Versicherte am 7. Mai 2015 Einwand (IV-act. 134).
A.k Die IV-Stelle wies das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 26. Mai 2015 ab. Für
eine leichte, leidensangepasste Tätigkeit mit Wechselbelastung, ohne Kraftanwendung
über der Horizontalen und ohne erhöhte emotionale Belastung und Stress bestehe eine
Arbeitsfähigkeit von 100%. Das Valideneinkommen betrage gemäss den Abklärungen
der SUVA Fr. 74'567.35. Das Invalideneinkommen stütze sich auf den LSE-
Tabellenlohn 2011, privater Sektor, Niveau 4 Männer im Betrag von Fr. 65'172.--. Ein
Leidensabzug sei aufgrund der Adaptationskriterien nicht angezeigt. Es bestehe keine
rentenbegründende Erwerbsunfähigkeit (Invaliditätsgrad 13%; IV-act. 136).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 26. Mai 2015 lässt A._, vertreten durch
Rechtsanwältin lic. iur. N. Gierer-Zelezen, am 29. Juni 2015 Beschwerde erheben. Er
beantragt, die angefochtene Verfügung sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge
aufzuheben. Es sei ihm bis 28. Februar 2015 eine ganze Rente und ab 1. März 2015
mindestens eine Viertelsrente auszurichten. Spätestens seit dem 4. April 2013 bestehe
aufgrund des festgestellten grossen Rezidivganglions am Handgelenk eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit. Diese Beschwerden seien am 10. Mai 2013 durch einen
Treppensturz mit Schulterverletzung überlagert worden. Die aufgrund der
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Schulterbeschwerden resultierende Arbeitsfähigkeit liege seit 1. Oktober 2014 bei 50%.
Am 28. Oktober 2014 habe die Arbeitsunfähigkeit wieder 100% betragen und am 15.
Dezember 2014 sei die Arbeitsfähigkeit auf 50% angehoben worden. Ab 1. März 2015
bestehe bezüglich der Ellbogenprellung eine Arbeitsfähigkeit von 100%. Der
Beschwerdeführer habe in den Jahren 2010/2011 ein Jahreseinkommen von Fr.
76'430.--, unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bis zum Jahr 2014 von
Fr. 78'875.75, erzielt. Für die Ermittlung des Invalideneinkommens sei von einem
Tabellenlohn von Fr. 61'404.-- bzw. von Fr. 62'520.-- / Fr. 57'120.-- auszugehen, was
ungefähr mit dem von der SUVA festgelegten Invalideneinkommen von Fr. 59'211.--
übereinstimme. Dr. G._ attestiere dem Beschwerdeführer aktuell eine Arbeitsfähigkeit
von 50% in leichten Tätigkeiten. Selbst bei der Annahme, die Rehabilitationsphase sei
bereits abgeschlossen, resultiere dauerhaft mindestens eine Viertelsrente. Der
Beschwerdeführer sei in der Ausübung eines Berufes aufgrund der multiplen
gesundheitlichen Beschwerden massiv eingeschränkt. Zu berücksichtigen gelte es
sodann, dass der Beschwerdeführer bereits 56-jährig sei, keine Berufsausbildung
aufweise und gebrochen Deutsch spreche. Aus diesen Gründen rechtfertige sich ein
Tabellenlohnabzug von 25%. Bei einer Erwerbstätigkeit von 100% betrage das
Invalideneinkommen maximal Fr. 46'890.-- (Fr. 62'520.-- - 25%). Bei einem
Valideneinkommen von Fr. 78'875.75 ergebe sich eine Erwerbseinbusse von 41%,
weshalb nach Abschluss der Rehabilitationsphase ab 1. März 2015 (Abschluss der
postoperativen Behandlung in Bezug auf die Bursektomie) eine Viertelsrente
auszurichten sei. Vom 15. Dezember 2014 bis zum 28. Februar 2015 habe die
Arbeitsfähigkeit kurzfristig 50% betragen, was einen Invaliditätsgrad von 71% ergebe.
Die Erwerbseinbusse belaufe sich während der Rehabilitationsphase somit
durchgehend auf über 70%, weshalb nach Ablauf der Wartefrist am 4. April 2014 bis
28. Februar 2015 ein Anspruch auf eine ganze Rente bestehe (act. G 1).
B.b Mit ihrer Beschwerdeantwort vom 21. Oktober 2015 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Die invalidisierenden Leiden
seien beim Beschwerdeführer seit April 2011 aufgetreten. Demnach könne das im Jahr
2010 erzielte Einkommen von Fr. 79'371.-- als Basis für die Berechnung des
Valideneinkommens herangezogen werden. Weil davon auszugehen sei, dass sich
Validen- und Invalideneinkommen in etwa gleich entwickelten, könne eine Aufwertung
unterbleiben. Der Beschwerdeführer arbeite nicht mehr. Daher könne sein
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Invalideneinkommen anhand von Tabellenlöhnen berechnet werden. Für den
Beschwerdeführer geeignete Tätigkeiten seien etwa leichtere Maschinenbedienungs-,
Kontroll-, Sortier-, Prüf- sowie Verpackungsarbeiten, leichtere Arbeiten bei der Lager-
und Ersatzteilbewirtschaftung sowie Kurier- und leichtere Lieferdienste. Der
entsprechende Tabellenlohn betrage für das Jahr 2010 Fr. 61'164.--. Der
Beschwerdeführer könne nur noch leichte Hilfstätigkeiten ausführen; demnach sei ein
Tabellenlohnabzug von 10% vorzunehmen. Da der Beschwerdeführer keine
bedeutenden weiteren gesundheitlich bedingten Einschränkungen vorweise, sei ein
höherer Tabellenlohnabzug nicht gerechtfertigt. Auch das geltend gemachte
fortgeschrittene Alter, die tiefe Qualifikation und die mangelnden Sprachkenntnisse
rechtfertigten keinen (weiteren) Abzug vom Invalideneinkommen, da es sich um
invaliditätsfremde Faktoren handle. Das Invalideneinkommen betrage somit Fr.
55'048.--, woraus ein Invaliditätsgrad von 31% resultiere. Es gebe zudem keine
Hinweise darauf, dass der Beschwerdeführer seit seiner IV-Anmeldung während eines
Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig
gewesen sei (act. G 8).
B.c Mit Replik vom 10. Dezember 2015 bestreitet der Beschwerdeführer, dass für den
Einkommensvergleich auf das Jahr 2010 abzustellen sei. Entsprechend würde der
Validenlohn aktuell Fr. 81'910.85 betragen. Es werde bestritten, dass der
Beschwerdeführer die Tätigkeiten gemäss Beschwerdeantwort ausführen könnte.
Selbst leichtere Arbeiten in der Lager- oder Ersatzteilbewirtschaftung seien in der Regel
mit einer gewissen Kraftanwendung verbunden, überdies seien auch Überkopfarbeiten
erforderlich. Kurier- und Lieferdienste schieden wegen des erhöhten Zeitdrucks aus.
Auch die weiteren aufgeführten Arbeiten setzten in der Regel eine gute Beweglichkeit
der Schulter/Arme voraus. Sortier- und Prüfarbeiten könnten in der Regel nur von
Personen ausgeübt werden, die dem zeitlichen Druck und der Verantwortung
gewachsen seien. Es seien auch iv-fremden Faktoren Rechnung zu tragen, da sich
diese massgeblich auf die Höhe des Lohnes auswirkten. Am Leidensabzug von 25%
werde festgehalten (act. G 12).

Erwägungen
1.
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1.1 Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen.
Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar
ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2 Nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) haben Versicherte Anspruch auf Rente, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die
Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a),
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40%
arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40%
invalid sind (lit. c). Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% besteht Anspruch
auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% auf eine halbe
Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60% auf eine Dreiviertelsrente und
ab einem Invaliditätsgrad von mindestens 70% auf eine ganze Invalidenrente (Art. 28
Abs. 2 IVG).
1.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind
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(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1). Im Sinne einer Richtlinie
ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen
Spezialärzten und -ärztinnen, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und
Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise
sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/bb).
1.4 Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a).
Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den
streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben
Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen
stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Im Sozialversicherungsrecht hat
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht,
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (BGE 126 V 360
E. 5b; BGE 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen).
2.
Mit Verfügung vom 7. Dezember 2005 "schloss" die IV-Stelle des Kantons Schwyz das
Verfahren "als erledigt ab", da der Beschwerdeführer rentenausschliessend
eingegliedert sei (IV-act. 35). Damit wurden die Leistungsansprüche materiell
abgewiesen. Die Beschwerdegegnerin trat auf die am 19. März 2012 bei ihr
eingetroffene Wiederanmeldung (IV-act. 39) ein, indem sie medizinische Abklärungen
tätigte und unter anderem das am 2. Februar 2015 erstattete bidisziplinäre Gutachten
(IV-act. 126) in Auftrag gab und mit angefochtener Verfügung das neue
Leistungsgesuch materiell abwies. Die angefochtene Verfügung ist daher materiell und
nicht bloss hinsichtlich der Eintretensfrage zu prüfen.
3.
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3.1 Medizinische Grundlage der angefochtenen Verfügung vom 26. Mai 2015 bildet
das bidisziplinäre Gutachten von Dr.med. E._, Spezialarzt Orthopädie FMH, und von
Dr.med. F._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie vom 2. Februar 2015 (IV-
act. 126). Der orthopädische Gutachter diagnostizierte eine
Acromioclaviculargelenksarthrose mit Ganglionzysten und Status nach SLAP-Repair,
subacromialer Dekompression und partieller AC-Gelenksresektion Juni 2013 sowie
erneutem SLAP-Repair Januar 2014 rechts, ein volares Rezidiv-Handgelenksganglion
nach Exzision April 2011 sowie beginnende Radiokarpal- und Rhizarthrose rechts und
eine Ellbogenarthrose links bei Status nach Revision mit Débridement und Neurolyse
des Nervus ulnaris April 2013 sowie nach Bursektomie im November 2014 (IV-act.
126-9 f.). Die Schmerzen und die abnormen Untersuchungsbefunde in der rechten
Schulter könnten aufgrund der im MRI sichtbaren Acromioclaviculargelenksarthrose mit
Ganglionzysten nur teilweise nachvollzogen werden, und ihr Ausmass bleibe
unerklärlich. Das Ausmass der Schmerzen im rechten Handgelenk und der subjektiven
Reduktion der Leistungsfähigkeit könne nicht vollumfänglich plausibilisiert werden.
Hinsichtlich des linken Ellbogens könnten die Schmerzen und die abnormen objektiven
Befunde allenfalls zum Teil mit der radiologisch festgestellten Ellbogenarthrose
vereinbart werden. Das Ausmass der Beschwerden und der subjektiven Reduktion der
körperlichen Leistungsfähigkeit sei durch die objektiven Befunde allerdings nur
ungenügend nachvollziehbar. Die angegebene Hyposensibilität des gesamten linken
Arms könne bei sonst unauffälligem neurologischem Befund und einer nur leicht bis
mässigen Unkarthrose C4/5 nicht plausibilisiert werden, und eine Myelopathie im
HWS-Bereich könne mit grosser Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden (IV-act.
126-11). Über lumbale Schmerzen habe der Beschwerdeführer anlässlich der
Begutachtung nicht geklagt, sodass das gemäss Gutachten der MEDAS
Zentralschweiz vom Januar 2005 diagnostizierte lumbospondylogene Syndrom nicht
mehr vorliege. Bei der aktuellen Begutachtung seien keine wesentlichen Beschwerden
im rechten Ellbogen beklagt worden (IV-act. 126-13 f.). Im Befund erhob der Gutachter
eine dolente Beweglichkeit des rechten Ellbogens, der Brust- und Lendenwirbelsäule
sowie der Hüftgelenke (IV-act. 126-8 f.). Er führte aus, die Arbeitsfähigkeit in der
bisherigen Tätigkeit als Hilfsschreiner betrage aufgrund der
Acromioclaviculargelenksarthrose links und des Rezidiv-Ganglions am rechten
Handgelenk spätestens seit September 2014 50%. Körperlich leichte Arbeiten in
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temperierten Räumen, die nicht mit Kraftanwendung der Arme und Arbeiten über der
Horizontalen verbunden seien, könnten seit jeher bei voller Stundenpräsenz
vollumfänglich (Arbeitsunfähigkeit 0%) zugemutet werden, mit Ausnahme der
100%igen Arbeitsunfähigkeiten im Rahmen der postoperativen Rehabilitationen, wobei
diesbezüglich auf die behandelnden Ärzte abgestellt werden müsse (IV-act. 126-12 f.,
44). Der psychiatrische Gutachter diagnostizierte mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit eine chronische depressive Verstimmung (Dysthymie, ICD-10: F 34.1)
bei Zustand nach rezidivierender depressiver Störung mit leichten bis mittelgradigen
depressiven Episoden (ICD-10: F33.0, 33.1), bestehend seit etwa 2000, sowie ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung
(ICD-10: F45.5), bestehend seit Jahren (IV-act. 126-31 f.). Aus rein psychiatrischer Sicht
betrage die Arbeitsfähigkeit als Hilfsschreiner seit Mai 2011 (Verlust der letzten
Arbeitsstelle) 75%. In einer leidensadaptierten Tätigkeit ohne erhöhte emotionale
Belastung, ohne erhöhten Zeitdruck (Stressbelastung), ohne erforderliche geistige
Flexibilität und ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung sei der Beschwerdeführer
mindestens seit Mai 2011 - mit Ausnahme der 100%igen Arbeitsunfähigkeiten im
Rahmen der postoperativen Rehabilitationen - 100% arbeitsfähig (IV-act. 126-37, 44).
3.2 Die Beweistauglichkeit des Gutachtens ist unbestritten. Dass seitens des rechten
Ellbogens, der Lendenwirbelsäule und der Hüftgelenke keine die Arbeitsfähigkeit
wesentlich einschränkenden Beschwerden mehr bestehen, erscheint trotz der
erhobenen Bewegungsschmerzen nachvollziehbar. Auch scheint plausibel, dass
gemäss Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon vom 17. Oktober 2013 (IV-act. 113)
nach der Schulteroperation vom 13. Juni 2013 die bisherige Tätigkeit als Hilfsschreiner/
Isolierarbeiter noch als gänzlich unzumutbar erachtet wurde (IV-act. 113-6), während
sie gemäss Gutachten aus orthopädischer Sicht seit September 2014 auf 50%
geschätzt wird (IV-act. 126-12 f., 44). Für adaptierte Tätigkeiten schätzen die Rehaklinik
Bellikon und die Gutachter die Arbeitsfähigkeit übereinstimmend auf 100%, wobei
gemäss Gutachten zusätzliche psychiatrische Adaptationskriterien zu beachten sind
(IV-act. 113-6; IV-act. IV-act. 126-12 f., 37, 44). Sodann wurden hinsichtlich der
geschilderten Beschwerden im linken Arm bzw. Ellbogen bereits durch Dr.med. H._,
Facharzt für Neurologie und Psychiatrie (Bericht vom 6. Mai 2003, IV 8-9 f.), und durch
Dr.med. I._, Fachärztin für Neurologie FMH (Bericht vom 21. Januar 2011,
Fremdakten, Bund II), eine funktionelle Genese vermutet, und auch die Rehaklinik
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Bellikon hielt einen maladaptiven Umgang mit Schmerzen und Beschwerden bei
erheblicher Symptomausweitung bzw. Inkonsistenzen fest (Austrittsbericht vom 17.
Oktober 2013, IV-act. 113-5, 7).
3.3 Was die durch den psychiatrischen Gutachter diagnostizierte anhaltende
somatoforme Schmerzstörung anbelangt, ist zu beachten, dass das Bundesgericht
seine Rechtsprechung zu den unklaren Beschwerden geändert und die Vermutung,
Schmerzsyndrome und vergleichbare psychosomatische Leiden seien überwindbar,
aufgegeben und durch einen strukturierten, normativen Prüfungsraster ersetzt hat (BGE
141 V 281, insb. S. 294 f. E. 3.5 f.). Gemäss altem Verfahrensstandard eingeholte
Gutachten verlieren nicht per se ihren Beweiswert. Im Rahmen einer gesamthaften
Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen
Rügen ist entscheidend, ob das abschliessende Abstellen auf die vorhandenen
Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält (BGE 137 V 266 E. 6). In sinngemässer
Anwendung auf die materiellbeweisrechtlich geänderten Anforderungen ist in jedem
einzelnen Fall zu prüfen, ob die administrativen und/oder gerichtlichen
Sachverständigengutachten gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen
Berichten eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren
erlauben oder nicht (BGE 141 V 309 E. 8; Urteil des Bundesgerichts vom 13. April
2016, 9C_168/2015, E. 2.2.3). Der Schweregrad der vorliegend diagnostizierten
anhaltenden somatoformen Schmerzstörung ist diagnoseinhärent, denn die Diagnose
einer somatoformen Schmerzstörung setzt einen Schmerz von einem Schweregrad
voraus, der die Alltagsfunktionen beeinträchtigt (BGE 141 V 286, E. 2.1.1). Neben den
organisch nicht erklärbaren Schmerzen bestehen vorliegend eine Dysthymie und
multiple (organisch objektivierbare) körperliche Beschwerden (IV-act. 126-67).
Hinsichtlich der Persönlichkeit wurden im Gutachten keine auffälligen Befunde erörtert.
Der psychiatrische Gutachter führt aus, aufgrund der chronischen depressiven
Verstimmung seien die emotionale Belastbarkeit, die geistige Flexibilität, der Antrieb,
die Interessen, die Motivation und die Dauerbelastbarkeit gering beeinträchtigt (IV-act.
126-35, 36, 70). Trotz der Dysthymie, bei der es sich um eine leichte depressive
Störung handle, seien Ressourcen anzunehmen. Der Versicherte zeige zwar wenig
Aktivitäten und sei meistens zu Hause, schaue fern und halte daneben Termine ein. Er
versorge seinen Haushalt, koche, kaufe ein und habe offensichtlich gute Kontakte mit
Kollegen. Er zeige keine wesentlichen depressiven Verstimmungen oder
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Affektstörungen und keine kognitiven Störungen (IV-act. 126-35, 70). Es bestünden
keine unbefriedigenden Behandlungsergebnisse bei vorhandener Motivation und
Eigenverantwortung (IV-act. 126-69). Zu berücksichtigen sind sodann die bereits
erwähnten Inkonsistenzen (BGE 141 V 281 ff., E. 2.2.1 S. 287, E. 4.1.3 S. 298, E. 4.4 f.
S. 303 f). Insgesamt ist dem Gutachten auch unter der geänderten Rechtsprechung zu
folgen, dass der Beschwerdeführer über die notwendigen Ressourcen für den Umgang
mit Schmerzen verfügt, um die durch sie bewirkte Beeinträchtigung mit einer
zumutbaren Willensanstrengung zu überwinden (IV-act. 126-69). Damit ist ausreichend
begründet, dass der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung auch unter der neuen
Rechtsprechung keine relevante (zusätzliche) Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
zuzuerkennen ist.
3.4 Insgesamt berücksichtigt das Gutachten die geklagten Beschwerden und erweist
sich als vollständig, schlüssig und nachvollziehbar und mit der geänderten
Schmerzrechtsprechung vereinbar. Mit dem RAD (Stellungnahme vom 6. März 2015,
IV-act. 127) ist daher auf das Gutachten abzustellen.
4.
4.1 Der Beschwerdeführer meldete sich am 19. März 2012 erneut zum Leistungsbezug
an (IV-act. 39). Somit besteht ein zu prüfender Rentenanspruch frühestens ab dem 1.
September 2012 (Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG). Das Jahr 2012 daher ist für den
Einkommensvergleich massgebend (BGE 129 V 222).
4.2 Gemäss Auszug aus dem Individuellen Konto (IK) erzielte der Beschwerdeführer im
Jahr 2009 bei der J._ AG ein Einkommen von Fr. 77'706.-- und 2010 von Fr.
79'371.-- (IV-act. 47-1). Nach Angaben der Arbeitgeberin setzt sich dieses zusammen
aus einem Monatslohn von Fr. 4'850.-- x 13 ab 1. Januar 2010, einer Schichtzulage von
Fr. 300.-- x 12 und aus variablen Stundenansätzen für die zusätzliche Tätigkeit als
Raumpfleger (Angaben Arbeitgeberin vom 8. August 2012, IV-act. 49-2; Auszüge
Lohnjournal, IV-act. 49-8 ff.). Es ist anzunehmen, dass er diese Tätigkeit ohne die
Unfallfolgen vom 21. April 2011 (Operation Handgelenksganglion) weiterhin ausgeführt
hätte. Gemäss T39 der Lohnentwicklung 2013 des Bundesamtes für Statistik (BFS)
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beträgt das Valideneinkommen unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung
bis zum Jahr 2012 somit Fr. 80'736.-- (Fr. 79'371.-- : 2151 x 2188).
4.3 Bemessungsgrundlage für das Invalideneinkommen bildet, da der
Beschwerdeführer nicht mehr arbeitet, der Tabellenlohn gemäss Lohnstrukturerhebung
(LSE) 2012 des BFS. Das durchschnittliche Jahreseinkommen Kompetenzniveau 4
Männer beträgt Fr. 65'177.-- (Informationsstelle AHV/IV, IV 2015, Bern 2015, Anhang
2). Selbst bei Gewährung des höchst möglichen Tabellenlohnabzuges von 25% (BGE
126 V 80 E. 5b/bb-cc und Urteil des Bundesgerichts vom 23. Dezember 2014,
9C_630/2014, E. 2.1) resultierten ein Invalideneinkommen von Fr. 48'883.-- und ein
keinen Rentenanspruch begründender Invaliditätsgrad von 39,45%. Ein maximaler
Tabellenlohnabzug von 25% erscheint aufgrund des orthopädischen (körperlich leichte
Arbeiten in temperierten Räumen ohne Kraftanwendung der Arme und Arbeiten über
der Horizontalen, IV-act. 126-11 f., 13) und des psychiatrischen (Tätigkeiten ohne
erhöhte emotionale Belastung und ohne erhöhten Zeitdruck, ohne erforderliche geistige
Flexibilität und ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung, IV-act. 126-72)
Zumutbarkeitsprofils im Übrigen nicht ausgewiesen (vgl. zur Rechtsprechung bzgl.
funktioneller Einarmigkeit Urteile des Bundesgerichts vom 17. September 2008,
9C_418/2008, E. 3.3.2 f. und vom 21. Dezember 2016, 8C_622/2016, E. 5.3.1).
5.
5.1 Der orthopädische Gutachter führte aus, die vollumfängliche Arbeitsfähigkeit in
adaptierten Tätigkeiten bestehe mit Ausnahme der 100%igen Arbeitsunfähigkeiten im
Rahmen der postoperativen Rehabilitationen, wobei diesbezüglich auf die
behandelnden Ärzte abgestellt werden müsse (IV-act. 126-13). Zu prüfen bleibt, ob
diese Arbeitsunfähigkeiten im Anschluss an die Operationen befristete
Rentenansprüche begründen.
5.2 Nebst der Erfüllung des Wartejahres (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG) setzt ein
Rentenanspruch voraus, dass nach Ablauf des Wartejahres eine Invalidität von
mindestens 40% bestanden hat (Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG). Der Beschwerdeführer war
zwar in der bisherigen Tätigkeit bereits am 7. April 2012 während eines Jahres
ununterbrochen vollumfänglich arbeitsunfähig. Jedoch hielten die Gutachter fest,
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adaptierte Tätigkeiten könnten "seit jeher" gesamthaft bei voller Stundenpräsenz
vollumfänglich (Arbeitsunfähigkeit 0%) zugemutet werden, mit Ausnahmen der
100%igen Arbeitsunfähigkeiten im Rahmen der postoperativen Rehabilitationen (IV-act.
126-44). Im Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon vom 26. Oktober 2011 wurden im
Hinblick auf den Ellbogen leichte Arbeiten ohne häufig wiederholte
Ellbogenbewegungen links als ganztags zumutbar erachtet (IV-act. 1-3). Wegen des
Ganglion-Rezidivs am rechten Handgelenk bestand damals noch eine volle
Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 1-6). Hierzu hielt aber der Kreisarzt der SUVA im Bericht zur
ärztlichen Abschlussuntersuchung vom 2. März 2012 fest, für das rechte Handgelenk
könne mindestens eine leichte Belastung zugemutet werden. Krafterheischendes
Zugreifen sei rechts zu meiden. Eine zeitliche Einschränkung (der Arbeitsfähigkeit) sei
nicht notwendig (Bericht S. 10, Fremdakten G. 8.2 [Bund I]). Es fehlte somit am 7. April
2012 an der Voraussetzung der mindestens 40%igen Invalidität (Art. 28 Abs. 1 lit. c
IVG, zum Einkommensvergleich vgl. E. 4.3) und ein Rentenanspruch entstand in
diesem Zeitpunkt nicht.
5.3 Am 10. Mai 2013 erlitt der Beschwerdeführer eine Verletzung der rechten Schulter,
die am
13. Juni 2013 erstmals operativ versorgt wurde. Vom 24. September bis 15. Oktober
2013 fand die Rehabilitation in der Klinik Bellikon statt, wo bei Austritt eine adaptierte,
im Wesentlichen leichte Arbeit als ganztags zumutbar, die bisherige Tätigkeit jedoch
als nicht zumutbar erachtet wurde (Austrittsbericht vom 17. Oktober 2013, IV-act.
113-1, 6). Damit ist eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit auch in adaptierten Tätigkeiten
vom 10. Mai bis 15. Oktober 2013 ausgewiesen, welche auch von den Gutachtern
anerkannt wurde. Hingegen ist der in der Beschwerde (act. G 1 S. 3) geltend gemachte
Beginn der Arbeitsunfähigkeit bereits am 4. April 2013 aufgrund des diagnostizierten
Rezidivs des Handgelenksganglions nicht ausgewiesen, denn eine allfällige Operation
wurde erst nach Abheilung der Schulterverletzung in Betracht gezogen (Bericht Klinik
K._ vom 19. Juni 2013, Fremdakten act. G 8.2 [Bund I]). Für die Arbeitsfähigkeit in
angestammter Tätigkeit und die Anspruchsvoraussetzungen gemäss Art. 28 Abs. 1 lit.
b und c IVG ergibt sich Folgendes: Aufgrund des Unfalls vom 7. April 2011 war der
Beschwerdeführer bis 5. September 2012 zu 100% und danach zu 25% arbeitsunfähig
geschrieben (Unfallschein UVG, Fremdakten act. G 8.2 [Bund I]). Etwas anderes lässt
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sich aus der Einschätzung der Gutachter, wonach in der angestammten Tätigkeit aus
somatischer Sicht seit spätestens September 2014 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit
bestehe (IV-act. 126-12, 44), nicht ableiten, denn diese Beurteilung erfolgte nach den
Schulteroperationen vom 10. Juni 2013 und vom 29. Januar 2014 und bezieht sich
daher wohl lediglich auf die Zeit ab September 2014. Gemäss Gutachten besteht auch
aus psychiatrischer Sicht eine 25%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten
Tätigkeit durchgehend seit Mai 2011 (IV-act. 126-43 f.). Somit war der
Beschwerdeführer in angestammter Tätigkeit vom 10. Mai 2012 bis 5. September 2012
- also während rund 4 Monaten - zu 100% und vom 6. September 2012 bis 10. Mai
2013 - mithin während rund 8 Monaten - zu 25% arbeitsunfähig. Dies ergibt einen
Durchschnitt von 50% ([8 x 25% + 4 x 100%] : 12). Damit waren am 10. Mai 2013 das
Wartejahr erfüllt und die Voraussetzung der mindestens 40%igen Invalidität aufgrund
der in diesem Zeitraum bestehenden vollständigen Arbeitsunfähigkeit für sämtliche
Tätigkeiten (10. Mai bis 15. Oktober 2013) gegeben.
5.4 Gemäss Art. 88a Abs. 1 und Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung
(IVV; SR 831.201) sind Verbesserungen und Verschlechterungen der Erwerbsfähigkeit
zu berücksichtigen, wenn sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert
haben. Diese die Revision betreffende Bestimmung ist sinngemäss auch anzuwenden,
wenn - wie dies vorliegend der Fall ist - eine anspruchsbeeinflussende Änderung des
Invaliditätsgrades noch vor Erlass der ersten Rentenverfügung eingetreten ist mit der
Folge, dass dann gleichzeitig die Änderung mit berücksichtigt wird (BGE 109 V 127, E.
4a). Ihre Anwendung setzt voraus, dass bei Eintritt der anspruchsbeeinflussenden
Änderung bereits ein Rentenanspruch bestand; bei der erstmaligen Rentenfestsetzung
ist sie grundsätzlich nicht anwendbar (Urteil des Bundesgerichts vom 4. März 2013,
8C_690/2012, E. 3.2 und BGE 109 V 127, E. 4a). Vorliegend besteht somit aufgrund der
100%igen Arbeitsunfähigkeit vom 10. Mai bis 15. Oktober 2013 ein befristeter
Rentenanspruch. Dieser beginnt wegen der Arbeitsunfähigkeit ab 10. Mai 2013 am 1.
Mai 2013 und endet in Anwendung von Art. 88a Abs. 1 IVV am 31. Januar 2014.
5.5 Ab dem 29. Januar 2014 war der Beschwerdeführer aufgrund der zweiten
Schulteroperation wiederum 100% arbeitsunfähig. In den medizinischen Akten findet
sich keine direkte Aussage zur Arbeitsunfähigkeit in angepassten Tätigkeiten im
Anschluss an diese zweite Schulteroperation. Da im Wesentlichen wiederum eine
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Schulterarthroskopie mit SLAP-Repair vorgenommen wurde, kann von einer etwa
gleich langen Rehabilitationsphase wie nach der ersten Schulteroperation
ausgegangen werden. Diese dauerte von der Operation am 10. Juni 2013 bis zum
Abschluss der Rehabilitation in Bellikon am 15. Oktober 2013 (vgl. E. 5.3), mithin rund
vier Monate. Dies korreliert auch mit der RAD-Stellungnahme vom 3. März 2014,
wonach eine Begutachtung frühestens drei Monate postoperativ durchgeführt werden
könne (IV-act. 106), was darauf hindeutet, dass der RAD in etwa mit dieser
Rehabilitationsdauer rechnete. Dass Dr. G._ den Beschwerdeführer in der
angestammten Tätigkeit erst ab 1. Oktober 2014 zu 50% arbeitsfähig schrieb (IV-act.
134-8), lässt nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf einen verzögerten
Heilungsverlauf schliessen, zumal sich in den Akten keine Hinweise darauf finden. Es
ist somit von einer (weiteren) 100%igen Arbeitsunfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten
vom 29. Januar bis Ende Mai 2014 auszugehen. Unter Berücksichtigung von Art. 88a
IVV ergibt sich daraus ein weiterer Anspruch auf eine befristete ganze Rente vom 1.
Mai bis 31. August 2014.
6.
6.1 In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die Verfügung vom 26. Mai 2015
aufzuheben und dem Beschwerdeführer mit Wirkung vom 1. Mai 2013 bis 31. Januar
2014 und vom 1. Mai 2014 bis 31. August 2014 eine ganze Rente zuzusprechen. Zur
Festsetzung und Ausrichtung der Rentenleistung ist die Sache an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. In Berücksichtigung
der verbleibenden Aktivitätsdauer des Beschwerdeführers und der Tatsache, dass er
die Verfügung der Beschwerdegegnerin anfechten musste, um rechtmässig behandelt
zu werden, ist von einem Obsiegen zu einem Viertel auszugehen. Entsprechend bezahlt
die Beschwerdegegnerin die Gerichtsgebühr im Umfang von Fr. 150.-- und der
Beschwerdeführer im Betrag von Fr. 450.--. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr.
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600.-- ist dem Beschwerdeführer im Umfang von Fr. 450.-- daran anzurechnen und im
Umfang von Fr. 150.-- zurückzuerstatten.
6.3 Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei
insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen
ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Die Rechtsvertreterin
des Beschwerdeführers hat keine Honorarnote eingereicht. Der Bedeutung und dem
Aufwand der Streitsache angemessen erscheint eine Parteientschädigung von
pauschal Fr. 3'600.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer). Da der
Beschwerdeführer nur teilweise obsiegt, hat er einen reduzierten Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Unter Berücksichtigung des teilweisen Obsiegens erscheint
daher eine Parteientschädigung von Fr. 900.-- als gerechtfertigt.