Decision ID: 1bfd94b2-dc36-4023-abe0-2d7433d3d1c8
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1966, Mutter zweier 1996 und 1997 geborener Kinder, ausgebildete Primarlehrerin, arbeitete zuletzt von 1990 bis 2007 als diplo
mierte Tennislehrerin (vgl. Urk. 13/2/1-4). Am 3. November 2011 meldete sie sich unter Hinweis auf eine Depression bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 13/3 S. 4 Ziff. 6.2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation (Urk. 13/7; Urk. 13/12) ab und veranlasste eine Abklärung der beein
träch
tigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt, über welche am 11. September 2012 berichtet wurde (Urk. 13/15). Sodann auferlegte sie der Versicherten als Schadenminderungspflicht eine Intensivierung der psychia
trisch-psychotherapeutischen Behandlung (vgl. Schreiben vom 11. September 2012, Urk. 13/18). Mit Verfügung vom 27. November 2012 (Urk. 13/22; Urk. 13/24) sprach die IV-Stelle der Versicherten schliesslich bei einem Inva
liditätsgrad von gerundet 60 % eine Dreiviertelsrente mit Wirkung ab dem 1. Juni 2012 zu.
1.2
Nach Eingang des Revisionsfragebogens vom 10. Januar 2014 (Urk. 13/25) tätigte die IV-Stelle erneut Abklärungen der medizinischen und erwerblichen Situation (Urk. 13/26-27; Urk. 13/31; Urk. 13/34; Urk. 13/36-38) und veran
lasste eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und
Haus
halt, über welche am 6. Oktober 2015 berichtet wurde (Urk. 13/42). Nach
dem die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 30. Oktober 2015 (Urk. 13/44) die Einstellung der Invalidenrente in Aussicht gestellt und diese dagegen Einwände (Urk. 13/49) erhoben hatte, holte die IV-Stelle einen weiteren Bericht (Urk. 13/52) ein und veranlasste ein bidisziplinäres Gutach
ten in den Fachdisziplinen Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Be
wegungsapparates sowie Psychiatrie und Psychotherapie, welches am 26. Mai
2016 erstattet wurde (Urk. 13/60). Die Versicherte nahm hierzu am 4. August 2016 Stellung (Urk. 13/65).
Nach erneut durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 13/68; Urk. 13/70) hob die IV-Stelle die bisherige Dreiviertelsrente mit Verfügung vom 4. Okto
ber 2016 (Urk. 13/71 = Urk. 2) auf.
2.
Die Versicherte erhob am 26. Oktober 2016 Beschwerde gegen die Verfügung vom 4. Oktober 2016 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Eventuell sei die Sache zur Neu
beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht be
an
tragte sie die Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung (Urk. 1 S. 2). Am 24. November 2016 reichte sie einen weiteren Bericht ein (Urk. 9-10).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 28. November 2016
(Urk. 12) und ergänzender Stellungnahme vom 8. Dezember 2016 (Urk. 14) d
ie Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 19. Dezem
ber 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 15). Am 12. Januar 2016 nahm die Beschwerdeführerin erneut Stellung (Urk. 16). Mit Verfügung vom 4. April 2017 (Urk. 18) wurde sodann antragsgemäss (Urk. 1 S. 2) die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung bewilligt.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliess
lich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des Bundesgesetzes
über die Invalidenversicherung,
IVG
).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise
wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungs
ge
mäss
ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit Krankheitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Aufbie
tung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbs
ein
kommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131
V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015
vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundes
gerichts 8C_616/2014 vom 25. Februar 2015 E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom
30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeits
fähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Renten
be
zügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht
nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch
dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich
gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhält
nisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ver
ändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unter
schiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverän
de
rt gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art. 17 Abs. 1 ATSG dar.
Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Einspracheentscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sach
ver
haltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.4
Gemäss
Art.
88a
Abs.
1
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
ist bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen die anspruchsbeeinflussende Änderung für die
Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berück
sichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Die hierzu notwendige Prognose unterliegt dabei dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 119 V 7 E. 3c/aa mit Hinweisen).
Nach der bundesgerichtlichen Praxis zu
Art.
88a
Abs.
1 IVV ist eine Rente bei Wegfall der Invalidität im Normalfall erst nach Ablauf von drei Monaten seit dem Eintritt der anspruchserheblichen Veränderung aufzuheben (BGE 119 V 98 E. 4a, Urteil des Bundesgerichts I 569/06 vom 20. November 2006 E. 3.3).
1.5
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Gesichtspunkt des
Art.
28a
Abs.
3 IVG in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs. 2 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditätsbemessungs
me
tho
de.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen
Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, Betätigungsver
glei
ch, gemischte Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbs
tätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet wer
den
könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch, das heisst ohne Gesund
heitsschaden, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
IVV). Die gemischte Methode bezweckt damit eine möglichst wirk
lichkeitsgerechte Bemessung des Invaliditätsgrades (BGE 133 V 504 E.
3.3 mit Hinweisen).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind
die konkrete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Mass
gabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit ist der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit erforderlich (
BGE 137 V 334
E.
3.2,
130 V 393
E.
3.3,
125 V 146
E. 2c, je mit Hinweisen).
Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl.
Art.
27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_915/2012 vom 1
5.
Mai 2013 mit Hinweisen auf BGE 133 V 504 E.
3.3).
Die gemischte Methode findet auch Anwendung, wenn der (in einem Auf
gabenbereich tätigen) versicherten Person ohne gesundheitliche Beeinträch
ti
gung eine vollzeitliche Erwerbstätigkeit zumutbar wäre, sie aber trotzdem eine solche nicht ausüben würde (vgl. BGE 133 V 504 E.
3.3 in fine). Ist
jedoch anzunehmen, die versicherte Person wäre ohne gesundheitliche Beei
n
trächtigung teilerwerbstätig oder sie arbeitete unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mit, ohne daneben in einem andern Aufgaben
bereich nach
Art.
5
Abs.
1 IVG
tätig zu sein, ist die Invalidität ausschliesslich
nach den Grundsätzen für Erwerbstätige, somit nach Art. 16 ATSG zu be
messe
n (
Art.
28a
Abs.
3 e contrario ). Die gemischte Methode gelangt hier
ebenso wenig zur Anwendung wie bei ohne Gesundheitsschaden voll Erwerbs
tätigen (
Art.
27
bis
IVV). Das Valideneinkommen ist nach Massgabe der ohne
Gesundheitsschaden ausgeübten Teilerwerbstätigkeit festzulegen. Entschei
dend
ist, was die versicherte Person als Gesunde tatsächlich an Einkommen erzie
len würde, und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte. Wäre sie gesund
heitlich in der Lage, voll erwerbstätig zu sein, reduziert sie aber das Arbeits
pensum aus freien Stücken, insbesondere um mehr Freizeit zu haben, oder ist die Ausübung einer Ganztagestätigkeit aus Gründen des Arbeitsmarktes nicht möglich, hat dafür nicht die Invalidenversicherung einzustehen (
BGE 125 V 157
E. 5c/bb mit Hinweisen; ZAK 1992 S. 92 E. 4a).
1.6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur
tei
len und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter
suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begrün
det sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) ge
stützt auf die medizinischen Abklärungen fest, dass seit zirka April 2014 (Ende der Rekonvaleszenz) eine 100%ige Arbeitsfähigkeit ausgewiesen sei. Es könne überwiegend wahrscheinlich davon ausgegangen werden, dass die Be
schwerdeführerin auch bei guter Gesundheit keiner 100%igen Erwerbstätig
keit nachgehen würde. Die Beschwerdeführerin sei daher als zu 80 % Erwerbs
tätige und zu 20 % im Haushalt Tätige zu qualifizieren. Die Einschränkung im Haushalt betrage 11.75 %. Nach Vornahme des Einkommensvergleichs resul
tiere ein nicht mehr rentenbegründender Gesamtinvaliditätsgrad von 21 % (S. 1 ff.).
In der Beschwerdeantwort (Urk. 12) und der darauffolgenden Stellungnahme (Urk. 14) führte sie ergänzend aus, dass lediglich der Sachverhalt bis zum Ver
fügungszeitpunkt massgebend sei, weshalb die von der Beschwerde
füh
rerin geltend gemachte gesundheitliche Verschlechterung unbeachtlich sei (jeweils S. 1 f.).
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt, die psychische Störung habe entgegen den gutachterlichen Feststellungen nicht remittiert. Die erneute Verschlechterung sei bereits vor Erhalt der Verfügung eingetreten. Sie sei weiterhin psychisch schwer krank und zu 100 % arbeits
un
fähig. Bei guter Gesundheit wäre sie in einem Pensum von 100 % als Primarlehrerin tätig. Es sei ihr daher eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Eventuell sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzu
weisen (Urk. 1 S. 6 ff.; Urk. 16 S. 2).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerde
führerin seit der rentenzusprechenden Verfügung vom 27. November 2012 (Urk. 13/22; Urk. 13/24) erheblich verbessert hat, und gestützt darauf die Frage, ob die verfügte Aufhebung der Rente rechtens ist. Umstritten sind ausser
dem die Statusfrage sowie der vorgenommene Einkommensvergleich.
3.
3.1
Der rentenzusprechenden Verfügung vom 27. November 2012 (Urk. 13/22; Urk. 13/24) lagen im Wesentlichen die folgenden Berichte zugrunde:
3.2
Die Ärzte des
Y._
gaben mit Bericht vom 1
8.
Januar 2012 (
Urk.
13/7) an, dass sie die Beschwerdeführerin seit dem 2
2.
Oktober 2007 behandeln würden (S.
l
Ziff.
1.2). Als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit führten sie eine seit mindestens dem Jahr 2007 bestehende bipolar-affektive Störung vom Typ II, gegenwärtig schwere depressive Epi
sode (ICD-10 F31.4), sowie einen schädlichen Gebra
u
ch von Benzodiazepinen (ICD-10 F13.10) auf (S. l
Ziff.
1.1).
Seit Juli 2007 sei die Beschwerdeführerin
in der bisherigen Tätigkeit als Primar- und Tennislehrerin vollständig arbeits
unfähig
(S. 3
Ziff. 1.6
). Die Anpassungsfähigkeit und Belastbarkeit sei stark eingeschränkt. Aufgrund des labilen psychischen Zustandsbildes würden be
ruf
liche Anforderungen rasch zu einer depressiven Dekompensat
ion führen (S. 3 f. Ziff. 1.7).
3.3
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Neurologie sowie für Psychiatrie
und Psychotherapie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), empfahl mit Stellung
nahme vom 1
6.
Februar 2012 sowohl bezüglich der Diagnosen als auch der verbliebenen Arbeitsfähigkeit auf den ärztlichen Bericht des
Y._
abzustellen. Die Prognose sei überwiegend wahrscheinlich schlecht. Die Auferlegung einer Schadenminderungspflicht im Sinne einer Intensivie
rung der psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung erscheine sinnvoll und erfolgsversprechen
d (Urk. 13/17 S. 2).
3.4
Am 1
2. Juli 2012 erfolgte eine Abkläru
ng der beeinträchtigten Arbeits
fähig
keit in Beruf und Haushalt, über welche am 1
1.
September 2012 berichtet wurde (vgl. Abklärungsbericht vom 1
1.
September 2012,
Urk.
13/15). Die Be
schwerdeführerin gab dabei an, dass sie bei guter Gesundheit als Tennis
lehrerin in einem Pensum von 30
%
arbeiten würde. Dies sei bei der jetzigen finanziellen Situation ausrei
chend. Sie würde gerne arbeiten
, um nach draussen und unter die Leute zu kommen. Die Kinder seien bereits 14 und 16
Jahre alt. Die Abklärungsperson legte dementsprechend die Qualifikation der Beschwerdeführerin als zu 30
%
Erwerbstätige und zu 70
%
im Haushalt Tätige fest (S. 3
Ziff.
2.5). Die Einschränkung im Haushaltsbereich bestimmte die Abklärungsperson anhand von drei Phasen. Die erste Phase sei während der Hospitalisation der Beschwerdeführerin im
Y._
vom 2
2.
September bis 2
0.
Dezember 2011 gewesen. Für diese Zeit betrage die Einschränkung im Haushaltsbereich 88.05
%
. Die zweite Phase habe vom 2
1.
Dezember 2011 bis 1
4.
Mai
2012 gedauert. In dieser Zeit habe die Be
schwer
deführerin die Wäsche- und Kleiderpflege noch nicht selber ausführen können. Die Einschränkung während dieser Zeit betrage 58.45
%
. Die dritte Phase dauere seit dem 1
5.
Mai 2012, wobei die Einschränkung im Haus
halts
bereich auf 42.70
%
festzulegen sei (S. 5
ff. Ziff.
6, S. 9
Ziff.
8-9).
3.5
Gestützt darauf sprach die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 2
7.
November 2012 (
Urk.
13/22
;
Urk.
13/24) bei einem Ge
samt
invaliditätsgrad von gerundet 60
%
eine Dreiviertelsrente mit
Wirkung ab dem l. Juni 2012 zu.
4.
4.1
Beim Erlass der vorliegend angefochtenen, rentenaufhebenden Verfügung vom 4. Oktober 2016 (Urk. 2) stützte sich die Beschwerdegegnerin auf die nachfolgenden Berichte.
4.2
Vom 2
6.
bis 2
8.
Februar 2013 war die Beschwerdeführerin infolge einer psychischen Dekompensation und einem fraglichen Suizidversuch im
A._
hospitalisiert (vgl. Austrittsbericht vom 28. Februar 2013, Urk. 13/27/8
-10
). Die Ärzte konnten dabei die folgenden -
gekürzt aufge
führ
ten - Diagnosen stellen (S. l):
-
Paracetamol Intoxikation in fraglich suizidaler Absicht
-
Depression
-
kombinierte Persönlichkeitsstörung mit abhängigen, infantilen u
nd histrionischen Zügen (ICD-10 F61.0
)
Die Beschwerdeführerin habe eine erneute stationäre psychiatrische Therapie verweigert. Da sie sich glaubhaft von einer akuten Suizidalität distanziert habe, sei keine Verlegung mittels fürsorgerischer Unterbringung (FU) not
wendig gewesen. Am 2
8.
Februar 2013 habe sie in gebessertem Allgemein
zustand nach Hau
se entlassen werden können (S. 1 f.).
4.3
Mit Austrittsbericht vom 1
0.
April 2013 (
Urk.
13/27/4-7) informierten die Ärzte der
B._
über die seit dem
7.
März 2013 durchgeführte ambulante Behandlung mittels einer Elektro
krampftherapie (EKT) bei diagnostizierter bipolarer affektiver Störung, gege
n
wärtig schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F31.4). Die starke Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit sowie das ausge
prägte Morgentief hätten
dadurch
positiv verändert werden können. Die Beschwerdeführerin habe sich aufgehellter, wacher und gelöster gezeigt. Ihre starke Nervosität, welche sich im Aufkratzen der Haut geäussert habe, sei am Ende der Serie in deutlich geringerem Ausmass beobachtbar gewesen. Sie habe über ihre Zukunftspläne berichtet, wonach sie vermehrt Tennis spielen möchte. Auch habe sie über eine Teilzeitstelle phantasiert, für die
sie
sich derzeit aber noch nicht stark genug fühle (S. l ff.).
4.4
Med. pract.
C._
, praktische Ärztin, gab mit Bericht vom 1
9.
Februar 2014 (
Urk.
13/27/1-3) an, dass sie die Beschwerdeführerin seit Dezember 2012 behandle (S. l
Ziff.
1.2) und eine bipolare affektive Störung, gegenwärtig remittiert (IC
D-10 F31.7), als mit Auswirkung
auf die Arbeits
fähigkeit diagnostizieren könne (S. l
Ziff.
1.1). Die Beschwerdeführerin sei in der bisherigen Tätigkeit als Tennislehrerin von Dezember 2012 bis April 2014 vollständig arbeitsunfähig (S. 2
Ziff.
1.6). Nach den im März 2013 erfolgten ambulanten EKT-Behandlungen habe sich ihre Stimmung deutlich aufgehellt.
Die Verbesserung des psychischen Zustandsbildes sei bis heute anhaltend. Di
e
Beschwerdeführerin leide seit der Jugendzeit an einer bipolaren Störung mit
wiederkehrenden depressiven Episoden im Wechsel mit submanischen Pha
s
en. Daher sei eine Prognose schwierig. Eine Teilzeitarbeit als Tennislehrerin sei durchaus vorstellbar, falls das aktuell gute psychische Befinden anhalte (S. 2
Ziff.
1.4). Die Beschwerdeführerin pl
ane die stundenweise Wiederaufna
hme der Tätigkeit als Tennislehrerin ab Frühjahr 2014 (S. 3
Ziff.
1.7). Aktuell fänden nur noch alle zwei Wochen therapeutische Gespräche statt (S. 2
Ziff. 1.5).
4.5
Mit Verlaufsbericht vom 5. September 2014 (Urk. 13/31) berichtete med. pract.
C._
darüber, dass der psychische Zustand der Beschwerdeführerin
anhaltend
gut sei. Es seien keine depressiven Einbrüche mehr erfolgt und die manischen Symptome hätten sich weiter abgeschwächt. Die Beschwerde
füh
rerin fühle sich derzeit psychisch gesund und ausgeglichen, weshalb auch keine EKT-Behandlungen mehr notwendig gewesen seien (S. l). Seit Mitte Mai 2014 arbeite sie stundenweise als Tennislehrerin. Allerdings sei Ende Dezember 2
013 ein Ganglion am rechten Fuss
entfernt worden, wobei die Reha
bilitation nicht e
rfolgreich gewesen sei. Der Fuss
schmerze bei gerings
ter Belastung, wodurch die Tätigkeit als Tennislehrerin limitiert sei. Die an
haltende psychische Stabilität sei in Anbetracht der sehr langen Krankheits
geschichte ausserordentlich und unerwartet. Eine Prognose sei allerdings nach wie vor schwierig. In der bisherigen Tätigkeit als Tennislehrerin könne sie derzeit sicherlich in einem Pensum von 30
%
arbeiten, sofern die Fuss
problematik nicht bestehen würde. Eine langsame Steigerung auf ein Pensum von 50
%
bei anhaltender psychischer Stabilität und Genesung des Fusses sei durchaus vorstellbar. Eine Rückkehr in die frühere Tätigkeit als Primar
lehrerin sei nach einer Abwesenheit von mehr als 20 Jahren nicht vorstellbar, zumal die depressiven Einbrüche auch aufgrund der Belastung im Schulalltag erfolgt seien (S. 2).
4.6
Dr. med. D._, praktische Ä
rztin, RAD, kam mit Stellungnahme vom 2
0.
Januar 2015 zum Schluss, dass aus versicherungsmedizinischer Sicht von
einer Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes seit zirka Mai 2014
ausgegangen werden könne. Die Beschwerdeführerin sei in der bishe
rigen Tätig
keit als Tennislehrerin zu 30% arbeitsfähig (
Urk.
13/43 S. 3).
4.7
Den durch
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates, am 2
4.
März 2015 visierten Sprech
stundenberichten (
Urk. 13/36/5-
10) ist Folgendes zu entnehmen: Am 3
0.
Okto
ber
2013 diagnostizierte er ein symptomatisches Ganglion antero
la
teral
am oberen
Sprunggelenk (OSG) rechts sowie eine c
hronische leichte laterale OSG-I
nstabilität (S. l). Das Ganglion sei am 1
9.
Dezember 2013 ope
rativ entfernt worden. Die Beschwerdeführerin sei vom 1
9.
Dezember 2013 bis
3.
Januar 2014 zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen (S. 2). Da die Entwick
lung nicht zufriedenstellend gewesen sei, sei im Juni 2014 eine Magnet
re
sonanztomographie (MRI) erfolgt, welche eine laterale osteochondrale Läsion OSG rechts mit Bone bruise distale Tibia anterior und Malleolus medialis sowie subc
h
ondral am Talus lateral gezeigt habe. Die Arbeitsfähigkeit als Tennislehrerin sei sicherlich eingeschränkt (S. 3 ff.). Am 1
8.
März 2015 hielt
Dr. E._
als Diagnosen eine symptomatische osteochondrale Läsion am Talus lateral mit subchondraler Zystenbildung, eine restosteophytäre Reizung an der Tibia anterior sowie einen Status nach
Ganglionentfernung antero
lateral am rechten OSG fest. Die Entscheidung für ein operatives Vorgehen sei gefällt worden (S. 6).
4.8
Mit Verlaufsbericht vom 1
0.
April 2015 (
Urk.
13/37) diagnostizierte med. pract.
C._
weiterhin eine gegenwärtig remittierte bipolare affektive Störung (ICD-10 F31.7). Der psychische Zustand der Beschwerdeführerin habe sich seit dem letzten Bericht nicht verändert. Es hätten sich im Verlauf weder depressive noch manische Episoden gezeigt. Das Befinden sei weiter
hin gut (S. l
Ziff.
1.2-1.3). Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine Arbeits
fähig
keit von 30 bis 50
%
. Die Fussproblematik könne sie nicht beurteilen (S.
3
Ziff.
4.1).
4.9
Prof.
Dr.
med.
Dr.
h.c.
F._
, Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates, nannte mit Bericht vom
2.
Juli 2015 (
Urk.
13/52
/6-7) die folgenden - gekürzt auf
geführten - Diagnosen (S. l):
-
Prozess Mittelphalanx II Zehe rechts, pathologisch interpretiert als chronische Osteomyelitis mit ost
eoarthrotischen Veränderungen
-
arthrotische Veränderung
oberes Sprunggelenk
(
OSG
)
mit Taluszyste und Osteophy
ten rechts seit Frühjahr 2013
-
Ganglion i
m Bereich Syndesmose rechtes Sprunggelenk, Status nach Exzision
-
thorakol
umbale Rückenschmerzen rechts
-
Unterschenkelfraktur rechts im 1978
-
schwere Depressionen,
Status nach wiederholter
EKT
Am 26. Juni 2015 sei eine Endgelenksarthrodese des zweiten Zehes des rech
ten Fusses und Fixation mit Trim-It Arthrex erfolgt.
Der Verlauf sei prob
lem
frei und es lägen kein
e Hinweise für Infekte vor (S. 1 f.).
4.10
Am 15. September 2015 erfolgte eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeits
fähigkeit in Beruf und Haushalt (vgl. Abklärungsbericht vom 6. Oktober 2015,
Urk.
13/42). Die Beschwerdeführerin habe dabei erzählt, dass sie derzeit eine psychisch stabile Phase
erlebe
. Die Fussbeschwerden würden allerdings weiter
hin Probleme verursachen (S. 2). Weiter habe sie angegeben, dass sie bei guter Gesundheit schon aufgrund der aktuellen familiären Situation in einem höheren Pensum als Tennislehrerin arbeiten müsste. Die beiden Kinder seien bereits 18 und 19 Jahre alt und bedürften keiner Betreuung mehr. Sie müsste entsprechend mehr Stunden als Tennislehrerin arbeiten, das heisse sie
müsste zwischen 26 und 30 Unterrichtsstunden pro Woche geben. Als Prima
r
lehrerin sei sie nicht lange tätig gewesen. Sie habe schnell gemerkt, dass dies nicht ihr „Ding" sei und sie könne sich entsprechend auch keine Anstellung als Lehrerin mehr vorstellen (S.
4
Ziff.
2.5). Die Abklärungsperson legte dem
entsprechend die Qualifikation als zu 80
%
Erwerbstätige und zu 20
%
im Haushalt Tätige fest (S. 5
Ziff.
2.6).
Weiter
hielt
sie
fest, dass die Beschwer
deführerin aktuell mit der Tochter zusammenlebe. Der Sohn
wohne
beim Vater und sei nur wochen- beziehungsweise tageweise bei der Be
schwer
de
führerin (S. 6 Ziff.
6). Die Beschwerdeführerin sei lediglich noch in den Be
reichen Ernährung sowie Wohnungspflege
eingeschränkt. Die Einschrän
kung im Haushaltsbereich betrage insgesamt 11.75
%
(S. 7 ff.
Ziff.
6
.1-6.8).
4.11
Dem am
6.
Januar 2016 bei der Beschwerdegegnerin eingegangenen Bericht (
Urk.
13/52/1-5) von
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, sind folgende Diag
nosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit z
u entnehmen (S. l Ziff. 1.1):
-
Osteomyelitis mit osteoarthrotischen Veränderungen mit Endgelenksarthrodes
e II Zehe rechts und Fixation
-
arthrotische Veränderungen OSG rechts mit
Taluszyste und Oste
phyten
rechts, Erstdiagnose (ED) Frühjahr 2013
-
Ganglion im Bereich der
rechten S
yndesmose, Status nach Exzision
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine
im Jahr 1978 erlittene Unterschenkelfraktur rechts
, eine schwere Depression mit EKT sowie thorakolumbale Rückenschmerzen (S.
l
Ziff.
1.1). Eine geringe
Geh- und Stehbelastung sei möglich. Dagegen seien länger andauernde Belas
tungen im Wechselschritt nicht
mehr
möglich. Die bisherige Tätigkeit als Tennislehrerin sei ihr zu 20 bis 50
%
zumutbar. Eine 100%ige Tätigkeit als Tennislehrerin sei wahrscheinlich nicht möglich. Eine sitzende Tätigkeit mit gelegentlicher Gang- und Standbelastung sei ihr dagegen zu 100
%
zumut
bar (S. 2 f. Ziff. 1.4, Ziff. 1.7). Mit der Wiederaufnahme der beruflichen Tätig
keit könne ab Mai 2016 zu 30
%
ger
echnet werden (S. 3 Ziff. 1.9).
4.12
Am 2
6.
Mai 2016 erstatteten die Gutachter des
H._
ihr bidisziplinäres Gutachten in den Fach
dis
ziplinen Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappa
rates sowie Psychiatrie und Psychotherapie (
Urk.
13/60
). Als Diagnose mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit führten sie eine aktivierte OSG-Arthrose rechts
bei
Status nach am 1
9.
Dezember 2013 erfolgter Ganglionentfernung auf. Als
Diagnosen ohne Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit erachteten sie eine bipolare Störung Typ II, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F31.8), einen Verdacht auf eine leicht ausgeprägte kognitive Störung (Zeitgitterstörung) nach EKT (ICD-10 F06.9) sowie Restbeschwerden am zweiten Zehe rechts nach Endgelenksarthrodese am 1
1.
Mai 2015 (S. 9 lit. D).
Aus psychiatrischer Sicht leide die Beschwerdeführerin an einer bipolaren Störung Typ II. Seit der im Jahr 2013 durchgeführten ambulanten EKT-Serie sei die depressive Symptomatik vollständig remittiert und e
s sei auch
keiner
lei hypomanische oder gar manische Symptomatik aufgetreten. Aktuell sei die Beschwerdeführerin du
rch ihre schwierige finanzielle und
soziale Situa
tion sowie durch
die
Probleme des Sohnes belastet. Die damit zusammen
hängenden Affekte w
ie Bedrücktheit, Zukunftsängste und
Besorgthe
it seien allerdings als normale
psychologische Reaktionen auf psychosoz
iale Belas
tungen anzusehen. Ein
Rezidiv der bipolaren Störung liege nicht vor. Die Be
schwerdeführerin berichte ausserdem über Gedächtnisstörungen im Sinne von
Zeitgitterstörungen, welche seit der durchgeführten EKT-Behandlung vor
lägen. Stärker ausgeprägte Gedächtnisstörungen, welche die
Arbei
tsfähig
keit in quantitativer Hinsicht beeinträchtigen würden, lägen allerdings eindeutig nicht vor. Dennoch seien in qualitativer Hinsicht berufliche Tätigkeiten
nicht geeignet
, die besonders hohe Anforderungen an durchgehend sehr gute Ge
däc
htnisleistungen stellen würden
. Eine psychiatrisch bedingte quantitative Verminderung der Arbeitsfähigkeit
bestehe nicht (S. 9 f.).
In orthopädischer Hinsicht liege eine aktivierte OSG-Arthrose rechts bei Status
nach Ganglionentfernung vor. Darüber hinaus bestünden Restbeschwerden am zweiten Zehe rechts nach Endgelenksarthrodese. D
as
MRI zeige eine erhebliche und weiter aktivierte OSG-Arthrose. Bei der klinischen Unter
su
chung zeige sich weiterhin eine fortbestehende Schwellung des rechten OSG.
Die Beweglichkeit des Sprunggelenks sei zirka hälftig eingeschränkt. Das Gang
bild sei nur leicht diskret hinkend. Die Einnahme der tiefen Hock
position sei aufgrund der Schmerzhaftigkeit, der Schwellung und der einge
schränkten Beweglichkeit nicht durchführbar. Das Anforderungsprofil der bis
herigen Tätigkeit als Tennislehrerin übersteige das Leistungsvermögen der Beschwerdeführerin, weshalb die Arbeitsfähigkeit in dieser Tätigkeit aufge
ho
ben sei. Dagegen seien leidensangepasste Tätigkeiten ohne Einschrän
kung
en durchführbar (S. 10
f., S. 38).
Zusammenfassend kamen die Gutachter zum Schluss, dass die Beschwerde
führerin in der bisherigen Tätigkeit als Tennislehrerin
seit der im Februar 2016 nachgewiesenen aktivierten OSG-Arthrose
nicht mehr arbeitsfähig sei.
Hingegen sei ihr eine behinderungsangepasste Tätigkeit nach einer Rekon
va
les
zenzzeit von vier Monaten und somit seit April 2014
zu 100
%
zu
mutbar. Nicht geeignet seien emotional belastende Tätigkeiten
sowie
Tätig
kei
ten, die besonders hohe Anforderungen an durchgehend gute Gedächtnis
leistungen stellen würden. Sehr unregelmässige Arbeitszeiten sollten vermie
den werden. Der Beschwerdeführerin sei eine leichte bis mittelschwere Tätig
keit, überwie
gend im Sitzen, zeitweilig im Stehen und Gehen mit der Mög
lich
keit zum Haltungswechsel zumutbar. Tätigkeiten auf unebenem Gelände, auf Treppen oder Leitern sowie Tätigkeiten, die einen erhöhten Anspruch an Stand
sicher
heit erfordern
würden
, sollten nicht mehr durchgeführt werden (S. 10 f.). Mit
einer Verbesserung der Sprunggelenksdegeneration sei nicht zu rechnen (S. 1
1 unten). Es seien keine Therapieoptionen erkennbar, welche zu einer rele
vanten Verbesserung der Arbeitsfähigkeit führten könnten (S.
15 oben). Im Zusammenhang mit der im März/April 2013 durchgeführten EKT
sei es in psychiatrischer Hinsicht eindeutig zu einer Verbesserung des Ge
sund
heits
zu
standes gekommen. Allerdings habe sich der orthopädische Zustand ver
schlech
tert (S. 17 Mitte). Der Gesundheitszustand und damit die Arbeits
fähig
keit könnten durch medizinische Massnahmen nicht verbessert werden (S. 17 unten).
4.13
Die RAD-Ärztin
Dr. D._
empfahl mit Stellungnahme vom
6.
Juni 2016 für die Beurteilung vollumfänglich auf das Gutachten abzustellen. Die Beschwer
de
führerin sei in der bisherigen Tätigkeit als Tennislehrerin seit zirka April 2014 vollständig arbeitsunfähig. Eine behinderungsangepasste Tätigkeit
sei
ihr seither allerdings zu
100 % zumutbar (Urk. 13/67 S. 3 f.
).
4.14
Dem im Rahmen des Beschwerdeverfahrens einger
eichten Bericht des A._
vom 1
3.
Oktober 2016 (
Urk.
3/2) ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin bei diagnostizierter Depression mit bipolaren Tendenzen,
aktuell depressive Episode, vom 9. bis 13. Oktober 2016 hospitalisiert gewe
se
n sei.
4.15
Die Ärzte des
Y._
informierten mit Austrittsbericht vom
4.
November
2016 (
Urk.
10) über die stationäre Behandlung der Beschwerde
führe
rin vom 1.
bis
4.
November 201
6.
Als Diagnose
n
führten sie eine rezidi
vierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
, sowie differentialdiagnostisch eine bipolare affektive Störung, gegen
wärtig mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F31.3), auf. Die Hospitali
sation sei zur stationären K
risenintervention und Ü
berbrückung bis zur nächsten geplanten EKT erfolgt. Die Beschwerdeführerin habe berichtet, dass sich ihr Zustand vor
eineinhalb
Monaten wieder verschlechtert habe, wobei der Rückfall im Zusammenhang mit finanziellen Problemen und noch nicht abgeschlossener Scheidung erfolgt sei. Ausserdem leide
ih
r Sohn unter
einer Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (
ADHS
)
und Schulproblemen (S. l).
5.
5.1
Zur Beurteilung der Frage, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerde
führerin erheblich verändert hat und somit ein Revisionsgrund vorliegt, finde
t sich in den Akten insbesondere das bidisziplinäre Gutachten des
H._
(vor
stehend E. 4.12), welches die praxisgemässen Kriterien an beweiskräftige
Ent
scheidungsgrundlagen (vorstehend E. 1.7) vollumfänglich erfüllt. So erfolgte
eine orthopädische sowie eine psychiatrische Beurteilung, womit das Gut
ach
ten auf für die strittigen Belange umfassenden Untersuchungen be
ruht. Zu
dem berücksichtigte es die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwer
den (vgl. Urk. 13/60 S. 21, S. 33) in angemessener Weise, wurde in Kenntnis sowie in Auseinandersetzung der Vorakten (vgl. Urk. 13/60 S. 3 ff., S. 29, S. 38) erstellt und trägt der konkreten medizinischen Situation Rech
nung. In der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge leuchtet es ein und die
vorgenommenen Schlussfolgerungen zu Gesundheitszustand und Arbeits
fähig
keit werden ausführlich begründet. Die Beurteilung ist nach dem Gesagten für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend. Für die Entscheid
fin
dung kann daher darauf abgestellt werden. Dies empfahl über
dies auch RAD-Ärztin Dr. D._ (vgl. Urk. 13/67 S. 3 f.).
5.2
Aus somatischer Sicht konnte nach ausführlicher orthopädischer sowie kurso
rischer neurologischer Befundaufnahme (vgl. Urk. 13/60 S. 35 ff.) eine akti
vierte OSG-Arthrose rechts bei Status nach im Dezember 2013 erfolgter Ganglionentfernung als mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit festgestellt
werden. Anlässlich der klinischen Untersuchung zeigte sich insbesondere eine
fortbestehende Schwellung des rechten OSG, wobei die Beweglichkeit des Sprunggelenkes zirka hälftig eingeschränkt war. Das Gangbild war nur leicht diskret hinkend. Die tiefe Hockposition konnte demgegenüber von der Be
schwerdeführerin nicht mehr eingenommen werden (vgl. Urk. 13/60 S. 38). Die Gutachter kamen daher nachvollziehbar zum Schluss, dass das Anforde
rungsprofil in der bisherigen Tätigkeit als Tennislehrerin das derzeitige Leis
tungsvermögen der Beschwerdeführerin übersteige, sie allerdings seit April 2014 in einer behinderungsangepassten leichten bis mittelschweren Tätigkeit, überwiegend im Sitzen, zeitweilig im Stehen und Gehen mit der Möglichkeit zum Haltungswechsel, vollständig arbeitsfähig sei. Dabei sollten Tätigkeiten auf unebenem Gelände, auf Treppen oder Leitern sowie Tätigkeiten, die einen erhöhten Anspruch an Standsicherheit erfordern, vermieden werden (vgl. Urk. 13/60 S. 10 f., S. 38). Da im Rahmen der ursprünglichen Rentenzu
spra
che noch keine körperlichen Beschwerden nachweisbar waren, hat sich der
somatische Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seither eindeutig ver
schlechtert (vgl. auch Urk. 13/60 S. 17).
5.3
Demgegenüber wird bereits seit April 2013 von sämtlichen behandelnden Ärzten von einer Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes durch
die erfolgten EKT-Behandlungen berichtet. Die behandelnde Psychiaterin med
. pract. C._ erwähnte seit Februar 2014 eine Remission der
bipolare
n
affektive
n
Störung
; dies zuletzt auch im April 2015. Im Mai 2014 nahm die Beschwerdeführerin zudem stundenweise wieder ihre Tätigkeit als Tennis
lehrerin auf. Anlässlich der im September 2015 erfolgten Haushaltsabklärung berichtete diese sodann selbst über eine stabile psychische Phase (vgl.
Urk. 13/27/1-3 S. 1 Ziff. 1.1; Urk. 13/27/4-7 S. 3; Urk. 13/31 S. 1 f.; Urk. 13/33
;
Urk. 13/37 S. 1 Ziff. 1.2-1.3; Urk. 13/42 S. 2; Urk. 13/43 S. 3).
Auch im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung durch die Ärzte des H._ war die psychopathologische Befundaufnahme weiterhin unauffällig (vgl. Urk. 13/60 S. 25 f.). Gestützt darauf und in Kenntnis der Vorakten hielten die Gutachter daher nachvollziehbar fest, dass die depressive Symp
tomatik seit der im Jahr 2013 durchgeführten EKT-Behandlung vollständig remittiert und auch keinerlei hypomanische oder gar manische Symptomatik aufgetreten sei. Die diagnostizierte bipolare Störung Typ II wurde daher nachvollziehbar als ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erachtet (vgl. Urk. 13/60 S. 27). Daran ändert die entgegenstehende Einschätzung von med. pract. C._ im Hinblick auf Verschiedenheit von Behandlungs- und
Begutachtungsauftrag und die Erfahrungstatsache, wonach behandelnde Ärzte
aufgrund ihrer auftragsrechtlichen Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. statt vieler Urteile des Bundesgerichts 8C_1055/2010 vom 17. Februar 2011 E. 4.1 und I 551/06 vom 2. April 2007 E. 4.2), nichts; zumal die von ihr im Jahr 2015 attestierte sehr niedrige Arbeitsfähigkeit von 30 bis 50 % bei einer seit drei Jahren vollständigen Remission der affektiven Störung nicht nachvollzogen werden kann, was die Gutachter des H._ ebenfalls erkannten (vgl. Urk. 13/37 S. 3 Ziff. 4.1; Urk. 13/60 S. 29). Sodann erklärten die Gutachter glaubhaft, weshalb die aktuellen Affekte der Beschwerdeführerin wie Bedrücktheit, Zukunftsängste und Besorgtheit kein Rezidiv darstellen würden, sondern als normale psycho
logische Reaktion auf die psychosoziale Belastung durch die schwierige finan
zielle Situation und die Probleme des Sohnes anzusehen seien (vgl. Urk. 13/60 S. 27). Die Beschwerdeführerin schilderte entsprechend auch einen sehr regen Tagesablauf und berichtete über viele soziale Kontakte, wobei Einschränkungen des Aktivitätsniveaus nicht erkennbar waren (vgl. Urk. 13/60 S. 21 f., S. 29, S. 33 f.). Schliesslich nimmt sie seit Ende 2013 auch keine Psychopharmaka mehr ein (vgl. Urk. 13/60 S. 23). Hinsichtlich der ebenfalls beklagten Gedächtnisstörungen der Beschwerdeführerin war sodann anlässlich der Befundaufnahme keine starke Ausprägung ersichtlich, weshalb diesen mangels erkennbarer Alltagsrelevanz nachvollziehbar keine relevante Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen wurde (vgl. Urk. 13/60 S. 27 f.). Seit der ursprünglichen Rentenzusprache hat sich der psychische Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin somit eindeutig ver
bessert. Aufgrund der beweiskräftigen gutachterlichen Beurteilung durch die Ärzte des H._ liegt demnach keine psychiatrische Diagnose mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit mehr vor und die Beschwerdeführerin ist aus psychiatrischer Sicht in jeglicher Tätigkeit vollständig arbeitsfähig. In quali
tativer Hinsicht sollten einzig emotional belastende Tätigkeiten und sehr unregelmässige Arbeitszeiten sowie Tätigkeiten,
die besonders hohe Anforde
rungen an durchgehend gute Gedächtnisleistungen stellen würden, vermie
den
werden (vgl. Urk. 13/60 S. 9 f., S. 28, S. 30).
5.4
Aufgrund der im Rahmen des Beschwerdeverfahrens eingereichten medizi
ni
schen Berichte (Urk. 3/2 und Urk. 10) stellt sich allerdings die Frage, ob sich der psychische Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin nach der Begut
achtung durch die Ärzte des H._ und vor Erlass der rentenaufhebenden Verfügung vom 4. Oktober 2016 (Urk. 2) wiederum verschlechtert hat. Die Beschwerdeführerin war vom 9. bis 13. Oktober 2016 im A._ sowie vom 1. bis 4. November 2016 im Y._ hospitalisiert (vgl. Urk. 3/2 S. 1; Urk. 10 S. 1). Die stationären Aufenthalte erfolgten dem
nach erst nach Verfügungserlass. Nachdem die Beschwerdeführerin zunächst selbst angegeben hatte, dass sie erst kurz nach Zustellung der Verfügung wieder in eine schwere Depression gefallen sei (vgl. Urk. 1 S. 5 Ziff. 15), berichtete sie später von einer bereits vor Erhalt der Verfügung eingetretenen Verschlechterung (vgl. Urk. 16 S. 2). Der Anamneseerhebung des Austrittsbe
richts des Y._ ist diesbezüglich lediglich zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin angegeben habe, dass sich ihr Zustand vor eineinhalb Monaten wieder verschlechtert habe. Ausserdem habe sie darüber berichtet, dass der Rückfall im Zusammenhang mit finanziellen Problemen und bei noch nicht abgeschlossener Scheidung erfolgt sei (vgl. Urk. 10 S. 1). Eine medizinische objektive Befunderhebung für die Zeit vor Verfügungs
erlass, welche auf eine Verschlechterung hindeuten würde, ist demgegenüber nicht aktenkundig. Da im Verfügungszeitpunkt noch keine dauerhafte Ver
schlechterung erkennbar war, bestand auch keine Veranlassung zu weiteren
Abklärungen. Eine allfällige Verschlechterung wäre demnach Gegenstand ei
ner neuen Verfügung (BGE 121 V 362 E. 1b).
5.5
Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin auf
grund der aktivierten OSG-Arthrose rechts in der bisherigen Tätigkeit als Tennislehrerin nicht mehr arbeitsfähig ist und sich der somatische Gesund
heitszustand demnach verschlechtert hat. In einer behinderungsangepassten Tätigkeit bei Beachtung des Belastungsprofils ist sie dagegen seit April 2014
vollständig arbeitsfähig. Die diagnostizierte bipolare Störung Typ II ist gegen
wärtig remittiert und zeitigt keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit mehr, womit von einer wesentlichen Verbesserung des psychischen Gesund
heits
zustandes auszugehen ist. Damit besteht in jedem Fall Anlass zur Renten
revision im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG (vorstehend E. 1.3-1.4).
6.
6.1
Hinsichtlich der sozialversicherungsrechtlichen Qualifikation der Beschwer
de
führerin (vorstehend E. 1.5) stützte sich die Beschwerdegegnerin auf den Haushaltsabklärungsbericht vom 6. Oktober 2015 (Urk. 13/42), worin die Be
schwer
deführerin neuerdings als zu 80 % Erwerbstätige und zu 20 % im Haus
halt Tätige qualifiziert wurde (vgl. Urk. 13/42 S. 5 Ziff. 2.6). Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt, dass sie bei guter Gesundheit zu 100 % erwerbstätig wäre (vgl. Urk. 1 S. 7 Ziff. 3).
Aus den Akten geht hervor, dass die von der Beschwerdeführerin anlässlich der Haushaltsabklärung getätigte Aussage, wonach sie bei guter Gesundheit zwischen 26 und 30 Unterrichtsstunden pro Woche geben würde, bereits in Kenntnis der schlechteren finanziellen Situation erfolgte (vgl. Urk. 13/42 S. 3 Ziff. 2.3.1, S. 4 Ziff. 2.4-2.5). Soweit die Beschwerdeführerin nun geltend macht, sie wäre bei guter Gesundheit zu 100 % erwerbstätig, wie sie dies vor der Geburt der Kinder gewesen sei (vgl. Urk. 1 S. 7 Ziff. 3), erscheint dies demgegenüber nicht überwiegend wahrscheinlich. Insbesondere liegen keine Anhaltspunkte vor, dass sich seit der vor Ort erfolgten Abklärung etwas verändert hätte. Ob die Beschwerdeführerin vor der Geburt der beiden Kinder in den Jahren 1996 und 1997 tatsächlich eine Vollzeittätigkeit ausgeübt hat, kann nach Lage der Akten nicht abschliessend beurteilt werden. Allerdings gab sie
anlässlich der Anmeldung zum Leistungsbezug selbst an, dass sie von
1990 bis 2007 Teilzeittennislehrerin bei sportaktiv gewesen sei (vgl. Urk. 13/
3 S. 4 Ziff. 5.5
).
Auch die ehemalige Arbeitgeberin erwähnte anlässlich einer telefonischen Nachfrage lediglich eine Teilzeitanstellung (vgl. Urk. 13/11). Weiter
ist zu beachten, dass die Beschwerdeführerin anlässlich
der im Jahr 2012 erfolgten Haushaltsabklärung bei guter Gesundheit lediglich eine Erwerbstätigkeit von 30 % in Erwägung gezogen hat, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt schon von ihrem Ehemann getrennt war und die Kinder bereits 14 und 16 Jahre alt waren. Aufgrund der damals ausgerichteten Unterhalts
zah
lungen von zirka Fr. 10‘000.-- pro Monat hätte sie auch im Gesundheitsfall keiner höheren Erwerbstätigkeit nachgehen müssen (vgl. Urk. 13/15 S. 2 f. Ziff. 2.3, Ziff. 2.5). Dass die Beschwerdeführerin aufgrund der derzeitigen finanziellen Situation die Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall hätte erhöhen müssen, wurde bereits wohlwollend berücksichtigt, entsprächen doch die von ihr maximal angegebenen 30 Unterrichtsstunden bei einer durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden (vgl. Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, herausgegebenen vom Bundesamt für Statistik, T03.02) einem Pensum von lediglich 72 %.
6.2
In Bezug auf die Einschränkung im Haushaltsbereich hielt die Abklärungs
per
son sodann fest, dass die Beschwerdeführerin die Haushaltsführung wieder
selber erledigen könne und gelernt habe, sich zu organisieren. Auch koche sie mehrheitlich wieder selber, wobei die Mithilfe der Eltern nicht mehr regel
mässig notwendig sei. Die oberflächliche und gründliche Wohnungspflege sei der Beschwerdeführerin gesundheitsbedingt wieder selber möglich. Die Putz
hilfe komme nur noch einmal pro Monat für zwei Stunden. Sodann gehe die Beschwerdeführerin in der Regel täglich aus dem Haus. Den Einkauf und die Wäsche erledige sie wieder selber. Die beiden Kinder seien bereits in der Ausbildung. Eine intensive Betreuung finde nicht mehr statt (vgl. Urk. 13/42 S. 6 ff. Ziff. 6). Die ab diesem Zeitpunkt von der Abklärungsperson ermittel
ten Einschränkungen bei der Ernährung und der Wohnungspflege im Um
fang von insgesamt 11.75 % (vgl. Urk. 13/42 S. 9 Ziff. 6.8) erscheinen in
Anbe
tracht der gutachterlich festgestellten gesundheitlichen Einschrän
kungen
und der geltenden Schadenminderungspflicht von im Haushalt tätigen Ver
sicherten (BGE 133 V 504 E. 4.2) als plausibel und nachvollziehbar. Die Erhebung erfolgte detailliert und in Kenntnis der örtli
chen und räumlichen Verhältnisse.
Der Abklärungsbericht ist somit auch hinsichtlich der ermittel
ten Einschränkung voll beweiskräftig, weshalb darauf abzustellen ist (BGE 128 V 93 E. 4).
6.3
Nach dem Gesagten ist die Beschwerdeführerin somit mit dem im Sozial
ver
sicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lich
keit als zu
80 %
Erwerbstätige
und zu 20 % im Haushalt Tätige zu quali
fizieren. Die Einschränkung im Haushaltsbereich beträgt 11.75 %.
Das Urteil der zweiten Kammer des Europäischen Gerichtshofs für Menschen
rechte (EGMR) in Sachen Di Trizio gegen die Schweiz vom 2. Februar 2016 (Nr. 7186/09) steht der vorliegenden Anwendung der gemischten Methode nicht entgegen (vgl. BGE 143 V 50 E. 4.1-4.4 und IV-Rundschreiben Nr. 355 des Bundesamtes für Sozialversicherungen vom 31. Oktober 2016).
7.
7.1
Es bleibt damit die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen vorzunehmen. Da die Beschwerdeführerin – wie zuvor ausgeführt (vorstehend E. 6) – als zu 80 % Erwerbstätige und zu 20 % im Haushalt Tätige zu qualifizieren ist, gelangt die gemischte Methode nach Art. 28a Abs. 3 IVG zur Anwendung.
Dabei wird bei nur teilweise erwerbstätigen Versicherten die Invalidität
für diesen Teil nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Auf
gabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invalidi
tätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen
. Die Gesamtinvalidität ergibt sich aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten Teilinvaliditäten (Art. 28a Abs. 3 IVG;
BGE
130 V 393 E. 3.3
).
7.2
Bei der Ermittlung des Valideneinkommens (vgl.
BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1;
134 V 322 E. 4.1) stützte sich die Beschwerdegegnerin (vgl. Urk. 2 S. 3; Urk. 13/66 S. 1) auf die Tabellenlöhne gemäss den vom Bundes
amt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE), wobei sie auf den standardisierten Durchschnittslohn für nicht akademische juristische, sozialpflegerische, kulturelle oder verwandte Fachkräfte abstellte, welcher bei Frauen im Jahr 2014 Fr. 6‘490.-- betrug (vgl. LSE 2014, T17, Ziff. 34, Total). Der durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von
41.7 Stunden angepasst, ergibt dies ein hypothetisches Valideneinkommen von
rund Fr. 81‘190.-- im Jahr 2014 (Fr. 6‘490.-- : 40 x 41.7 x 12) bei vollem Pensum und Fr. 64‘952.-- bei einem Pensum von 80 %. Dies ist angesichts der Erwerbsbiographie der Beschwerdeführerin nicht zu beanstanden. Da eine regelmässige Erwerbstätigkeit als Tennislehrerin bereits sehr lange zurück liegt, erscheint das Abstellen auf die Tabellenlöhne und dabei auf die kon
krete Branche gerechtfertigt.
Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, sie wäre bei guter Gesundheit als Primarlehrerin tätig (vgl. Urk. 1 S. 7 Ziff. 2), ergeben sich hierfür keine Anhaltspunkte. Zwar hat sie im Juni 1986 das Primarlehrerpatent erworben (Urk. 13/2/1) und nach Lage der Akten auch kurzzeitig in diesem Beruf gearbeitet. Bereits seit dem Jahr 1990 war sie indessen als Tennislehrerin
angestellt (vgl. Urk. 13/2/3-4; Urk. 13/12). Es sind keine medizinischen Berich
te aktenkundig, wonach der Berufswechsel aus einer psychischen Überfor
derung heraus erfolgt wäre. Die retrospektive Beurteilung der die Beschwer
deführerin erst seit Dezember 2012 behandelnden Psychiaterin med. pract. C._, wonach die depressiven Einbrüche auch aufgrund der Belas
tung im Schulalltag erfolgt seien (vgl. Urk. 13/31 S. 2), wird durch keine hierfür aktenkundigen Belege gestützt. Anlässlich der Begutachtung durch die Ärzte des H._ gab die Beschwerdeführerin zwar an, dass sie die Ausbildung als Primarlehrerin nur auf Druck ihres Vaters absolviert habe und der Lehrerberuf eigentlich nicht der richtige Beruf für sie gewesen sei. Sie habe angefangen in diesem Beruf zu arbeiten, wobei sie wohl überfordert gewesen sei. Nach einem Jahr sei sie in eine schwere Depression geraten, welche mehrere Monate angehalten habe. Seither sei sie nicht mehr als Primarlehrerin tätig gewesen (vgl. Urk. 13/60 S. 22 unten). In der Anmeldung zum Leistungsbezug wies sie ebenfalls darauf hin, dass sie bereits vor September 2011 dreimal eine Depression erlitten habe (vgl. Urk. 13/3 S. 4 Ziff. 6.2-6.3). Demgegenüber führte sie anlässlich beider erfolgten Haushalts
abklärungen selbst aus, dass sie bei guter Gesundheit als Tennislehrerin arbeiten würde und sie schnell gemerkt habe, dass die Anstellung als Primar
lehrerin nicht „ihr Ding“ sei. Sie könne sich keine Anstellung als Lehrerin mehr vorstellen (vgl. Urk. 13/15 S. 3; Urk. 13/42 S. 4). Da sich den vorlie
genden Akten keine medizinischen oder anderweitigen stichhaltigen Anhalts
punkte entnehmen lassen, wonach sie den Lehrerberuf aufgrund gesundheit
licher Probleme nicht mehr hätte ausführen können, ist dies nicht über
wie
gend wahrscheinlich.
7.3
Auch das Invalideneinkommen ermittelte die Beschwerdegegnerin – in Beach
t
ung der Rechtsprechung
(BGE
142 V 178 E. 2.5.7;
139 V 592 E. 2.3
;
135 V 297 E. 5.2; 129
V 472 E. 4.2.1;
126 V 75 E. 3b
) – gestützt auf die Tabellen
löhne, wobei sie auf das für Frauen geltende standardisierte monatliche Ein
kommen für Dienstleistungen im privaten Sektor in der Höhe von Fr. 4‘762.--
(LSE 2014, TA1_tirage_skill_level, Ziff. 45-96, Kompetenzniveau 2) abstellte (vgl. Urk. 2 S. 3; Urk. 13/66 S. 1). Dies ist angesichts der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin zwar stundenweise Tennisunterricht gibt, ihr diese Tätig
keit allerdings aus medizinischer Sicht nicht mehr zumutbar wäre, sie in
dessen in einer behinderungsangepassten Tätigkeit bei Beachtung des Belas
tungsprofils als vollständig arbeitsfähig gilt, nicht zu beanstanden und wurde von der Beschwerdeführerin auch nicht bestritten. Der durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr 2014 von 41.7 Stunden angepasst, ergibt dies ein hypothetisches Invalideneinkommen von rund Fr. 59‘573.-- bei der
verbliebenen 100%igen Arbeitsfähigkeit (Fr. 4‘762.-- : 40 x 41.7 x 12). Gründe
für einen allfälligen Abzug vom Tabellenlohn (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75) sind nicht ersichtlich und wurden auch nicht geltend gemacht.
7.4
Wird das Valideneinkommen von Fr. 64‘952.-- dem Invalideneinkommen von Fr. 59‘573.-- gegenübergestellt, resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 5‘379.--. Dies kommt einer Einschränkung von 8.28 % gleich. Bei der vorliegend massgebenden Gewichtung des Erwerbsbereichs mit 80 % ergibt dies somit einen Teilinvaliditätsgrad von 6.62 % (8.28 % x 0.80).
Die Einschränkung im Haushaltsbereich beträgt 11.75 % (vorstehend E. 6.2-6.3), was bei einer Gewichtung von 20 % einem Teilinvaliditätsgrad von 2.35 % (11.75 % x 0.20) entspricht.
7.5
Würde die gemischte Methode in der nach Suter/Leuzinger modifizierten Han
d
habung angewendet (vgl. - nicht rechtkräftiges - Urteil des hiesigen Gerichts IV.2016.00548 vom 19. Mai 2017), so wäre das Valideneinkommen mit Fr. 81‘190.-- einzusetzen, womit die Einkommenseinbusse Fr. 21‘617.-- und die Einschränkung 26.63 betrüge, was einen Teilinvaliditätsgrad von 21.30 % (26.63 % x 0.8) ergäbe.
7.6
Nach Addition der Teilinvaliditätsgrade im Erwerbs- und im Haushalts
be
reich resultiert schliesslich ein nicht mehr rentenbegründender Gesamtinva
lidi
tätsgrad von gerundet 9 % oder – im Fall der modifizierten Handhabung (vorstehend E. 7.5) - 24 % (vorstehend E. 1.1). Die Selbsteingliederung ist der Beschwerdeführerin zumutbar (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_228/2010 vom 26. April 2011 E. 3.3 und E. 3.5 sowie 9C_163/2009 vom 10. September 2010 E. 4.2.2). Die Beschwerdegegnerin hob den Rentenanspruch der Be
schwer
deführerin – in Beachtung von Art. 88a Abs. 1 IVV (vorstehend E. 1.4) – daher zu Recht auf.
Die angefochtene Verfügung erweist sich demnach als rechtens, was zur Ab
weisung der Beschwerde führt.
Mit diesem Entscheid wird das Gesuch um Wiederherstellung der aufschie
benden Wirkung der Beschwerde (vgl. Urk. 1 S. 2) gegenstandslos.
8.
8.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von
IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind
nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 900.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin auf
zu
erlegen, infolge bewilligter unentgeltlicher Prozessführung jedoch einst
weilen auf die Gerichtskasse zu nehmen, dies unter Hinweis auf § 16 Abs. 4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer).
8.2
Mit Honorarnote vom 13. April 2017 (Urk. 20) machte der unentgeltliche Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin einen Aufwand von 8 Stunden 45 Minu
ten sowie Barauslagen von Fr. 14.-- geltend. Dies erscheint unter Berücksichtigung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses (§ 34 Abs. 3 GSVGer) als angemessen, weshalb Rechtsanwalt Dr. Diego Cavegn,
Zürich, beim für Rechtsanwälte gerichtsüblichen Stundenansatz von Fr. 220.--
mit insgesamt Fr. 2‘094.10 (inkl. Barauslagen und MWSt) aus der Gerichts
kasse zu entschädigen ist. Die Beschwerdeführerin wird auf die Nachzah
lungs
pflicht gemäss § 16 Abs. 4 GSVGer hingewiesen.