Decision ID: 78d5a66b-95d4-5faf-afdf-509810c51a6e
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ N.M., geb. 1. März 1972, ist Staatsangehöriger von Pakistan. Er reiste am 21.
September 2000 illegal in die Schweiz ein und stellte am 29. September 2000 ein
Asylgesuch. Das Bundesamt für Flüchtlinge (heute Bundesamt für Migration) lehnte
dieses mit Entscheid vom 21. November 2001 ab und wies den Ausländer unter
Ansetzung einer Ausreisefrist bis 21. Januar 2002 aus der Schweiz weg.
Am 23. November 2001 heiratete N.M. die am 17. Juni 1940 geborene Schweizer
Bürgerin M.K.. Daraufhin wurde ihm im Rahmen des Familiennachzugs zum Verbleib
bei der Ehegattin zuerst die Aufenthaltsbewilligung und am 22. November 2006 die
Niederlassungsbewilligung erteilt. N.M. trennte sich am 1. September 2007 von M.K..
Mit Entscheid des Kreisgerichts Werdenberg-Sargans vom 29. September 2008 wurde
die kinderlos gebliebene Ehe schliesslich geschieden.
Aufgrund eines in der Gemeinde Buchs durchgeführten Gesprächs zur erleichterten
Einbürgerung von N.M. sowie weiterer Hinweise leitete das Ausländeramt Ermittlungen
wegen Verdachts auf Scheinehe ein. Mit Verfügung vom 27. April 2009 widerrief es die
Niederlassungsbewilligung von N.M. und wies ihn an, die Schweiz bis 11. Juli 2009 zu
verlassen. Zur Begründung führte es im wesentlichen an, bei der Ehe M.K. habe es sich
um eine Scheinehe gehandelt.
B./ Gegen die Verfügung des Ausländeramts erhob N.M. durch seinen Rechtsvertreter
mit Eingabe vom 11. Mai 2009 Rekurs, welcher vom Sicherheits- und
Justizdepartement mit Entscheid vom 1. Juni 2010 abgewiesen wurde.
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C./ Mit Eingaben seines Rechtsvertreters vom 8. Juni und 15. September 2010 erhob
N.M. Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit den Anträgen, der Entscheid des
Sicherheits- und Justizdepartements sei aufzuheben und das Ausländeramt, soweit
erforderlich, anzuweisen, ihm die Niederlassungsbewilligung zu verlängern, eventuell
sei die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen; alles unter Kosten- und
Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegner für beide Instanzen. Der
Beschwerdeführer bestreitet, eine Scheinehe eingegangen zu sein und hält die
Wegweisung für unverhältnismässig. Auf die Erwägungen des angefochtenen
Entscheids sowie auf die in der Beschwerde vorgebrachten Ausführungen wird, soweit
wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen näher eingegangen.
In ihrer Vernehmlassung vom 27. September 2010 beantragte die Vorinstanz die
kostenfällige Abweisung der Beschwerde.
Am 4. Oktober 2010 informierte der Rechtsvertreter von N.M. über dessen Heirat vom
1. Oktober 2010 mit der Schweizer Bürgerin Renate A. In ihrer Stellungnahme vom 18.
Oktober 2010 zu dieser neuen Tatsache hielt die Vorinstanz an ihrem Antrag fest. Der
Beschwerdeführer erhielt sodann Gelegenheit, zu den vom Ausländeramt übermittelten
Unterlagen zum Ehevorbereitungsverfahren Stellung zu nehmen. Dazu liess er sich mit
Eingabe seines Rechtsvertreters am 9. November 2010 vernehmen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Der
Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingaben vom 8. Juni und 15.
September 2010 wurden rechtzeitig eingereicht und erfüllen formal und inhaltlich die
gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1
und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist daher einzutreten.
2. Gemäss Art. 42 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer
(SR 142.20, abgekürzt AuG) haben ausländische Ehegatten von Schweizerinnen und
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Schweizern Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn
sie mit diesen zusammenwohnen. Nach einem ordnungsgemässen und
ununterbrochenen Aufenthalt von fünf Jahren haben die Ehegatten Anspruch auf
Erteilung der Niederlassungsbewilligung (Art. 42 Abs. 3 AuG). Gemäss Art. 63 Abs. 1 lit.
a in Verbindung mit Art. 62 lit. a AuG kann die Niederlassungsbewilligung unter
anderem widerrufen werden, wenn der Ausländer oder sein Vertreter im
Bewilligungsverfahren falsche Angaben macht oder wesentliche Tatsachen
verschwiegen hat.
Der Ausländer ist verpflichtet, an der Feststellung des für die Anwendung des Gesetzes
massgebenden Sachverhalts mitzuwirken. Er muss insbesondere zutreffende und
vollständige Angaben über die für die Regelung des Aufenthalts wesentlichen
Tatsachen machen (Art. 90 lit. a AuG). Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung
gemäss Art. 63 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 62 lit. a AuG setzt somit voraus, dass
der Betroffene wissentlich falsche Angaben gemacht oder Tatsachen verschwiegen
hat, in der Absicht, gestützt darauf den Aufenthalt oder die Niederlassung bewilligt zu
erhalten (BGE 2C_243/2008 vom 18. Juni 2008 E. 2.3.; BGE 2A.275/2005 vom 17.
Oktober 2005 E. 2.1.; vgl. Kreisschreiben des Bundesamtes für Migration, I.
Ausländerbereich, Version 1.7.09, Ziff. 3.4.6., in: www.bfm.admin.ch). Erfasst wird
davon auch die sogenannte Scheinehe oder Ausländerrechtsehe.
2.1. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung liegt eine Schein- oder
Ausländerrechtsehe vor, wenn die Ehe nur zum Zweck der Umgehung
fremdenpolizeilicher Vorschriften eingegangen wurde oder an ihr aus diesem Grund
festgehalten wird. Die Ehegatten beabsichtigen somit von Beginn an keine echte
eheliche Gemeinschaft. Der Nachweis, dass die Ehe zur Umgehung der Vorschriften
über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer geschlossen wurde und nicht der
Begründung einer Lebensgemeinschaft dient, ist in der Regel nicht direkt, sondern nur
durch Indizien zu erbringen (BGE 122 II 295 E. 2b; VerwGE B 2008/190 vom 22. Januar
2009 E. 2.1.; VerwGE B 2008/140 vom 5. November 2008 E. 4.2., beide publiziert in:
www.gerichte.sg.ch). Solche Indizien sind unter anderem darin zu erblicken, dass dem
Ausländer die Ausweisung gedroht hat, weil er ohne Heirat keine
Aufenthaltsbewilligung erhalten hätte oder sie ihm nicht verlängert worden wäre.
Sodann können die Umstände oder die kurze Dauer der Bekanntschaft sowie die
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Tatsache, dass die Ehegatten eine Wohngemeinschaft gar nie aufgenommen haben,
für das Vorliegen einer Scheinehe sprechen. Umgekehrt kann aus einer gewissen Zeit
des Zusammenlebens und des Unterhalts intimer Beziehungen nicht ohne weiteres
abgeleitet werden, es sei eine wirkliche Lebensgemeinschaft gewollt gewesen. Ein
solches Verhalten kann zur Täuschung der Behörden auch nur vorgespiegelt sein.
Einzelne Indizien vermögen für sich allein den Nachweis einer Tatsache nicht zu
erbringen. Je nach Art und Anzahl können sie sich jedoch zum rechtsgenüglichen
Beweis verdichten (BGE 122 II 295 E. 2b; 123 II 52 E. 5). Nach konstanter
verwaltungsgerichtlicher Rechtsprechung ist dabei nicht von wesentlicher Bedeutung,
ob die Indizien auch bei einer normalen Ehe vorliegen könnten. Entscheidend ist
vielmehr eine Gesamtbetrachtung sämtlicher Tatumstände (VerwGE B 2008/129 vom
14. Oktober 2008 E. 3.2. und 3.3.; VerwGE B 2007/127 vom 5. November 2007 E. 2.3.,
beide publiziert in: www.gerichte.sg.ch). Wenn aber nicht genügend Anhaltspunkte
bestehen, die auf eine Scheinehe hindeuten, so darf nicht einzig aufgrund dieser
ungenügenden Anhaltspunkte die Berufung auf eine bestehende Ehe als
Rechtsmissbrauch qualifiziert werden (BGE 123 II 49).
2.2. Zu prüfen ist im folgenden, ob die Vorinstanz zu Recht davon ausging, N.M. sei mit
M.K. eine Scheinehe eingegangen.
2.2.1. Der Beschwerdeführer reiste in die Schweiz ein und suchte am 29. September
2000 um Asyl nach. Dieses wurde ihm nicht gewährt. Das Bundesamt für Flüchtlinge
wies ihn weg und setzte ihm eine Frist bis 21. Januar 2002, um die Schweiz zu
verlassen. Es begründete den negativen Entscheid im wesentlichen damit, dass die
Ausführungen des Gesuchstellers tatsachenwidrig und realitätsfremd seien und
deshalb den Anforderungen an die Glaubwürdigkeit nicht standzuhalten vermöchten.
Zwei Tage nach dem ablehnenden Entscheid des Bundesamts für Flüchtlinge heiratete
der Beschwerdeführer M.K.. Auch wenn davon auszugehen ist, dass diese Hochzeit
schon vor dem Entscheid des Bundesamtes für Flüchtlinge in die Wege geleitet worden
ist, ist es angesichts der unglaubwürdigen Asylgründe naheliegend, dass die Ehe nur
eingegangen wurde, um die Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz zu erlangen. Diese
Umstände können als Indiz für eine Scheinehe gewertet werden.
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2.2.2. Der Beschwerdeführer ist 32 Jahre jünger als seine frühere Ehefrau. Er bringt vor,
ein derartiger Unterschied würde im umgekehrten Fall als normal angesehen und
niemandem auffallen. Wie es sich damit genau verhält, braucht nicht geprüft zu
werden, denn ein derart grosser Altersunterschied kann ohne weitere Ausführungen als
Anhaltspunkt für eine Scheinehe berücksichtigt werden (BGE 2A.69/2000 vom 5. Mai
2000 E. 5.b.cc).
2.2.3. Anlässlich der Befragung vom 14. November 2008 gab M.K. an, mit dem
Beschwerdeführer keine richtige Ehe geführt zu haben. In den ersten zwei Jahren habe
sie von ihm Fr. 20'000.-- erhalten und ihn deshalb bei sich wohnen lassen. Man könne
sagen, dass sie eine Scheinehe eingegangen sei, denn ohne die Zahlungen hätte sie
den Beschwerdeführer nicht geheiratet. Die am 19. November 2008 als
Auskunftsperson befragte Trauzeugin Lina G. bestätigte die Geldzahlung an M.K. und
gab an, vor der Heirat ebenfalls Fr. 2'100.-- von ursprünglich vereinbarten Fr. 5'000.--
erhalten zu haben. Übereinstimmend sagten sie aus, die Beträge seien jeweils vom
Trauzeugen namens Mamut (richtig: Mahmoad J.) übergeben worden. Der
Beschwerdeführer wirft der Vorinstanz vor, diesen Sachverhalt nicht weiter untersucht
und sich einseitig auf die Aussagen der geschiedenen Ehefrau und der Trauzeugin
gestützt zu haben. Die Vorinstanz wertete die Schilderungen von M.K. und Lisa G. in
diesem Punkt als glaubwürdig. Sie erwog unter anderem, die finanzielle Situation der
früheren Ehefrau habe sich nach dem Ende der behaupteten Zahlungen drastisch
verschlechtert; es sei in der Folge zu mehreren Betreibungen gekommen. Im übrigen
erscheine der durchschnittlich pro Monat geleistete Betrag von Fr. 833.-- nicht
überdurchschnittlich hoch. Der Beschwerdeführer sieht im Verzicht auf die Befragung
des Trauzeugen eine Verletzung des rechtlichen Gehörs und beantragt erneut dessen
Befragung zu den Geldzahlungen.
Im vorliegenden Fall wurde nebst der früheren Ehefrau des Beschwerdeführers und der
Trauzeugin auch der Beschwerdeführer im Auftrag des Ausländeramts von der
Kantonspolizei befragt. Er bestritt, für die Ehe Geld bezahlt oder geldwerte Leistungen
erbracht zu haben. Mit der Befragung von Mahmoad J. soll diese Aussage gestützt und
insbesondere die Behauptung wiederlegt werden, dieser habe die Geldbeträge jeweils
übergeben. Auch wenn Mahmoad J. die Zahlungen bestreiten würde, kann daraus
nicht, wie der Beschwerdeführer behauptet, ohne weiteres abgeleitet werden, die
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Aussagen von M.K. seien generell unglaubwürdig. Vielmehr bestünden weiterhin
kontroverse Aussagen zu den behaupteten Geldzahlungen, die im Lichte der gesamten
Umstände und aller übrigen Indizien zu würdigen wären. Im weiteren ist zu
berücksichtigen, dass nahe Bekannte dazu neigen, nicht objektiv auszusagen, wenn
sie damit rechnen müssen, ihnen nahestehende Personen zu benachteiligen. Aus
diesem Grunde kann ohne Verletzung des rechtlichen Gehörs darauf verzichtet werden,
Mahmoad J. zu befragen. Auch der Vorinstanz ist in diesem Punkt keine Verletzung des
rechtlichen Gehörs vorzuwerfen.
2.2.4. Anlässlich eines am 9. Juli 2007 durchgeführten Gesprächs über die erleichterte
Einbürgerung in der Gemeindeverwaltung Buchs fielen der gesprächsführenden
Mitarbeiterin die schlechten Deutschkenntnisse des Beschwerdeführers auf. Sie
bezeichnete sie als äusserst dürftig. Aus diesem Grund war für die Befragung vom 14.
November 2008 ein Dolmetscher erforderlich. Der Beschwerdeführer gibt zu, die
sprachlichen Schwierigkeiten unterschätzt zu haben; diese seien jedoch nicht derart
schwerwiegend, dass sie ein Zusammenleben mit der Ehefrau verunmöglicht hätten.
Fest steht, dass er in den rund sechs Jahren bis zur Trennung von seiner früheren
Ehefrau nichts unternommen hat, um die sprachlichen Barrieren zu beseitigen und
damit eine tragfähige Kommunikationsbasis für die Ehe zu schaffen. Dieses Verhalten
bildet ein weiteres starkes Indiz für eine Scheinehe.
2.2.5. Während der Befragung vom 14. November 2008 erklärte M.K. auf die Frage
nach dem Verlauf ihrer Ehe, der Beschwerdeführer sei jeweils bei ihr gewesen,
manchmal sei er aber mit seinen Kollegen weggegangen. Die Vorinstanz schliesst
daraus, der Beschwerdeführer habe sich üblicherweise nicht in der gemeinsamen
Wohnung, sondern wahrscheinlich in Zürich aufgehalten. Dies erscheint zumindest
naheliegend, denn der Beschwerdeführer hält sich gemäss eigenen Angaben aus
beruflichen Gründen öfters in Zürich auf. Dies allein genügt jedoch nicht, um von zwei
faktisch getrennten Wohnsitzen auszugehen. Die frühere Ehefrau gibt aber an, sie und
der Beschwerdeführer hätten keinerlei Gemeinsamkeiten und keine gemeinsamen
Freizeitbeschäftigungen oder Hobbys gehabt. Weder hätten sie gemeinsam Ferien
gemacht noch das Heimatland des Beschwerdeführers besucht. Angesichts der bereits
erwähnten sprachlichen Schwierigkeiten und der fehlenden gemeinsamen
Interessenbasis durfte die Vorinstanz davon ausgehen, dass sich der
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Beschwerdeführer in der Regel nicht in der ehelichen Wohnung aufhielt. Seine
Aussagen, sie hätten gemeinsam gegessen und getrunken und seien zusammen
spazieren und einkaufen gegangen, vermögen diese Vermutung nicht zu entkräften.
Der Beschwerdeführer beantragt in diesem Zusammenhang, Ghulam A. und Mahmoad
J. zu befragen; andernfalls werde sein Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt. Es ist
unbestritten, dass der Beschwerdeführer unter der Adresse der ehelichen Wohnung in
Buchs angemeldet war. Streitig ist, ob die Ehegemeinschaft faktisch gelebt wurde. Die
Befragung müsste deshalb auf die tatsächliche Beziehungspflege gerichtet sein. Es ist,
wie bereits oben ausgeführt, zu bezweifeln, dass zwei dem Beschwerdeführer
nahestehende Personen objektiv Auskunft geben würden, wenn sie damit rechnen
müssten, diesem Nachteile zuzufügen. Von einer Befragung kann deshalb ohne
Verletzung des rechtlichen Gehörs abgesehen werden.
2.2.6. Der Beschwerdeführer konnte keine korrekten Angaben zum Werdegang und
den Verwandtschaftsverhältnissen seiner früheren Ehefrau machen. Er wusste nur von
zwei der vier Kinder und hatte keine Kenntnis vom Tod ihrer Eltern. Auch M.K. wusste
nichts über die Verwandtschaftsverhältnisse und den Werdegang des
Beschwerdeführers. Sie gab offen zu, davon keine Ahnung zu haben. Diese
gegenseitige Interessenlosigkeit ist untypisch für eine eheliche Beziehung. Im Laufe
einer sechsjährigen partnerschaftlichen Gemeinschaft erlangt man zwangsläufig
zumindest rudimentäre Kenntnisse über Familie und Werdegang des Partners bzw. der
Partnerin. Kaum nachvollziehbar ist, dass der Beschwerdeführer über den Tod seiner
Schwiegereltern nicht informiert war. Dieses gegenseitige Desinteresse setzt sich im
Bereich der Bekanntschaften und Freundschaften fort. So hat das Paar während der
Ehejahre nicht einmal ansatzweise ein gemeinsames soziales Netzwerk entwickelt.
Auch in den Ferien gingen sie getrennte Wege. Im Frühjahr 2007 buchte die Ehefrau
des Beschwerdeführers sogar zusammen mit einem Begleiter eine Kreuzfahrt,
verzichtete dann aber aus Angst vor der Seekrankheit auf die Reise. Diese Umstände
bilden ein starkes Indiz für eine Scheinehe.
2.2.7. Auffallend uneinheitlich fallen die Aussagen zur Hochzeitsfeier aus. Der
Beschwerdeführer gab an, es seien nur seine Freunde Ghulam A. und Mahmoad sowie
ein Mann und eine Frau von Seiten der früheren Ehefrau anwesend gewesen. Letztere
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hat an der Feier ungefähr fünfzehn weitere Kollegen des Beschwerdeführers gesehen,
deren Namen sie allerdings nicht nennen konnte. Gänzlich unverständlich ist, dass der
Beschwerdeführer angab, man habe sich nach der Feier in einem Restaurant in
Winterthur getroffen, während die frühere Ehefrau, in Übereinstimmung mit der
Aussage der Trauzeugin, im Restaurant B. in Buchs gefeiert haben will. Zwar liegt es im
Bereich des Möglichen, dass ein Hochzeitstag nicht in all seinen Facetten in Erinnerung
bleibt, zumindest Traufeier und Hochzeitsessen als wesentliche Elemente eines
solchen Tages dürften jedoch im Gedächtnis haften bleiben. Es kann dem
Beschwerdeführer deshalb in seiner Meinung nicht gefolgt werden, die Ausführungen
zu den Örtlichkeiten seien gänzlich unerheblich. Ungewöhnlich ist zudem, dass sich nur
gerade vier Gäste, darunter die Trauzeugen, zur Hochzeitsfeier einfanden. Die Aussage
der früheren Ehefrau, es seien fünfzehn Kollegen des Beschwerdeführers anwesend
gewesen, muss bezweifelt werden, da dieser die Zahl der Gäste ebenfalls mit vier
angab. Schwer verständlich ist weiter, dass mit Ausnahme ihrer Freundin Lina G. keine
Verwandten oder Bekannten der Braut anwesend waren.
2.2.8. Der Beschwerdeführer wertet die Tatsache, dass er M.K. erst nach einem Jahr
des Kennenlernens heiratete, als Beweis für eine tatsächliche Ehe. Gemäss seinen
Angaben traf er die spätere Ehefrau erstmals im Januar oder Februar 2001, neun bis
zehn Monate später heiratete er sie. Folglich kann nicht von einer sehr langen Wartezeit
gesprochen werden, zumal der Beschwerdeführer nur schon drei Monate benötigte,
um in seinem Heimatland die notwendigen Heiratspapiere zu beschaffen. Auch die
Dauer der ehelichen Verbindung spricht nicht gegen eine Scheinehe. Der
Beschwerdeführer konnte die Niederlassungsbewilligung im Rahmen des
Familiennachzugs erst nach einem ununterbrochenen und ordnungsgemässen
Aufenthalt von fünf Jahren beantragen. Diese wurde ihm am 22. November 2006 ohne
Bedingungen und unbefristet erteilt; acht Monate später, am 1. September 2007,
erfolgte die Trennung. Der Hinweis des Beschwerdeführers, im Falle einer Scheinehe
hätte er wohl von der zivilrechtlichen Möglichkeit Gebrauch gemacht, die Scheidung
zwei Jahre hinauszuzögern, hilft nicht weiter. Der Scheidungszeitpunkt hat auf den
Widerruf der Bewilligung keinen Einfluss.
2.3. Der Beschwerdeführer beantragt, die frühere Ehefrau sei hinsichtlich der ihm
gegenüber geäusserten Drohung, ihn anzuzeigen, falls er sie im Zusammenhang mit
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der Scheidung nicht entschädige, sowie hinsichtlich der Erschwernisse im ehelichen
Zusammenleben, insbesondere wegen ihres ernsthaften Alkoholproblems, zu befragen.
Die frühere Ehefrau des Beschwerdeführers wurde bereits ausführlich befragt. Selbst
wenn sie zugeben würde, eine entsprechende Drohung ausgesprochen zu haben oder
suchtkrank zu sein, könnte dies an der Beurteilung, ob eine Scheinehe geführt wurde,
nichts ändern. Die Aussage der früheren Ehefrau stellt nur eines von mehreren Indizien
dar, die in ihrer Gesamtheit zu würdigen sind. Eine weitere Befragung der früheren
Ehefrau ist deshalb nicht nötig.
Im weiteren beantragt der Beschwerdeführer die Befragung von K., Richterin des
Kreisgerichts Werdenberg-Sargans. Er macht geltend, allfällige Geldzahlungen und die
Existenz einer Scheinehe wären im Scheidungsverfahren zweifellos thematisiert
worden. Durch die Befragung der Richterin soll festgestellt werden, dass dies nicht der
Fall war. Es ist nicht ersichtlich, weshalb die frühere Ehefrau während der
Scheidungsverhandlung vom Beschwerdeführer erhaltene Geldleistungen und die
Scheinehe erwähnen sollte. Sie hätte sich dadurch keinen Vorteil verschafft. Die
schnelle und auch in finanzieller Hinsicht einvernehmliche Scheidung lässt vielmehr
darauf schliessen, dass beide Parteien eine möglichst reibungslose Trennung
anstrebten. Weitere Untersuchungen dazu erscheinen deshalb nicht notwendig und auf
die Befragung der Richterin kann ohne Verletzung des rechtlichen Gehörs verzichtet
werden.
2.4. Der Beschwerdeführer bringt vor, die Aussagen von M.K. und Lina G. hätten keine
Zeugenqualität, weil ihm die Möglichkeit verwehrt geblieben sei, Ergänzungsfragen zu
stellen. Dabei verkennt er, dass die Befragungen im ausländeramtlichen Verfahren
gemacht und M.K. und Lina G. als Auskunftspersonen, nicht als Zeuginnen befragt
wurden. Die Protokolle erhielt er im Rahmen des rechtlichen Gehörs und hatte somit
die Möglichkeit, dazu Stellung zu nehmen und weitere Befragungen zu beantragen.
Soweit sein Hinweis als Beweisantrag zu verstehen wäre, seine frühere Ehefrau und die
Trauzeugin ein weiteres Mal zu befragen, zeigt er nicht auf, welche relevanten neuen
Tatsachen daraus abgeleitet werden sollten. Einem solch allgemein formulierten Antrag
könnte von vorneherein nicht stattgegeben werden.
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2.5. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen gelangt das Verwaltungsgericht zum
Schluss, dass die Vorinstanz zu Recht angenommen hat, der Beschwerdeführer habe
mit der Heirat von M.K. keine Lebensgemeinschaft begründen, sondern ausschliesslich
eine Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz erlangen wollen.
2.6. Zu prüfen ist schliesslich, ob sich der Widerruf der Niederlassungsbewilligung als
verhältnismässig erweist. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung muss der
Widerruf der Niederlassungsbewilligung gemessen an den gesamten Umständen des
Einzelfalls verhältnismässig sein (BGE 135 II 9 E. 4.1. mit Hinweisen).
Der Beschwerdeführer lebte vor seiner Einreise in die Schweiz im Jahre 2000 bei seiner
Familie in Pakistan. Anlässlich der Befragung durch das Bundesamt für Flüchtlinge gab
er an, er sei aus seinem Heimatland geflohen, weil man ihn verfolgt und gefoltert habe;
im Falle einer Rückkehr sei er an Leib und Leben bedroht. Bereits nach dem zweiten
Ehejahr ist er jedoch wieder jährlich für vier bis fünf Wochen nach Pakistan zu seiner
Familie gereist und hatte weder beim Grenzübertritt noch während des Aufenthalts
selbst irgendwelche Probleme. Dies zeigt, dass er sich seinem Heimatland immer noch
sehr stark verbunden fühlt und sich dort gut zurechtfindet. In der Schweiz hingegen
erfolgte die Integration nur mangelhaft. So hat es der Beschwerdeführer während
seines zehnjährigen Aufenthalts in der Schweiz unterlassen, die Landessprache zu
lernen. Eine Rückkehr nach Pakistan erscheint deshalb zumutbar. Der
Beschwerdeführer übt in der Schweiz zudem keine besonders qualifizierte Tätigkeit
aus, die in wirtschaftlicher oder arbeitsmarktlicher Hinsicht einen Verzicht auf den
Widerruf der Niederlassungsbewilligung gebieten würde. Die Vorinstanz führte
ebenfalls zu Recht aus, der Beschwerdeführer habe mit dem Eingehen einer Scheinehe
und dem Verschweigen einer wesentlichen Tatsache Anlass zu schweren Klagen
gegeben. Das Eingehen einer Scheinehe bildet einen Verstoss gegen eine zentrale
ausländerrechtliche Norm (vgl. statt vieler BGE 2A.275/2005 vom 17. Oktober 2005 E.
4.2 mit Hinweisen). In Anbetracht der dargelegten Gründe überwiegt das öffentliche
Interesse am Widerruf der Niederlassungsbewilligung das private Interesse des
Beschwerdeführers an einem Verbleib in der Schweiz. Daran ändert auch die Tatsache
nichts, dass der Beschwerdeführer am 1. Oktober 2010 erneut heiratete. Dieser
Umstand führt lediglich dazu, dass das Ausländeramt unter Berücksichtigung dieses
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Urteils zu prüfen hat, ob dem Beschwerdeführer im Rahmen des Familiennachzugs
eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen ist.
2.7. Zusammenfassend ergibt sich somit, dass die Niederlassungsbewilligung zu Recht
widerrufen wurde und die Beschwerde als unbegründet abzuweisen ist.
3. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Art. 7, Ziff. 222
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Sie ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss
in gleicher Höhe zu verrechnen.
Eine ausseramtliche Entschädigung ist nicht zuzusprechen (Art. 98bis VRP).
Demnach hat das Verwaltungsgericht