Decision ID: 0c5b71fb-88c1-4c98-9b88-c0b4011c7648
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Eheschutz
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Bülach vom 14. Dezember 2020 (EE190003-C)
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Rechtsbegehren:
der Gesuchstellerin vom 27. Oktober 2020 (Urk. 129):
1. Es sei festzustellen, dass die Gesuchstellerin zum Getrenntleben berechtigt sei und sie bereits seit dem 20. Januar 2019 getrennt lebt.
2. Es sei der Sohn C._, geboren am tt.mm 2016, unter die alleinige Obhut der  zu stellen.
3. Es sei zwischen dem Gesuchsgegner und dem Kind ein angemessenes Besuchsrecht und eine Feiertags- und Ferienregelung festzulegen. Der Gesuchsgegner soll berechtigt sein, C._ an drei Wochenenden im Monat, am ersten, zweiten und dritten  von Freitag Schulschluss bis Sonntagabend 18.00 Uhr auf eigene Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen. Sodann soll der Gesuchsgegner berechtigt sein, C._ für neun Wochen Ferien zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen. An Weihnachten soll C._ eine Woche bei der Gesuchstellerin und eine Woche beim Gesuchsgegner verbringen.
Diese Regelung soll gelten ab der Einschulung von C._. Bis zur Einschulung von C._ soll die in der Vereinbarung festgehaltene, derzeit gelebte  weitergelten.
4. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin ab 5. Januar 2019 an die Kosten des Unterhalts und der Erziehung des Kindes C._ auf den Ersten eines  Monats zum Voraus zahlbare Unterhaltsbeiträge von mind. Fr. 1'300.– zuzüglich  vertraglicher oder gesetzlicher Familienzulagen, zu bezahlen. Ein allfälliges  sei sodann festzuhalten.
5. Es sei die Gütertrennung per 11. Januar 2019 anzuordnen. 6. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, Auskunft über seine Einkommens- und Ver-
mögensverhältnisse zu erteilen. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich gesetzlicher Mehrwertsteuer zu  des Gesuchsgegners.
des Gesuchsgegners vom 22. Mai 2019 (Urk. 51):
1. Es sei dem Gesuchsgegner das Getrenntleben zu bewilligen und es sei festzustellen, dass die Parteien bereits seit dem 20. Januar 2019 getrennt leben.
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2. Es sei dem Gesuchsgegner die alternierende Obhut über den gemeinsamen Sohn C._ zuzuteilen.
3. Eventualiter sei dem Gesuchsgegner die alleinige Obhut über C._ zuzuteilen. 4. Es sei dem Gesuchsgegner zu bewilligen, den Hauptwohnsitz von C._ nach
Frankreich, an die ... [Adresse] in ... D._, zu verlegen. 5. Es sei das Betreuungsrecht bei der alternierenden Obhut wie folgt zu regeln: 5.1. Der Gesuchsgegner soll berechtigt sein, den Sohn C._ in geraden Wochen jeweils
von Samstag, 18.00 Uhr, bis Mittwoch, 20.00 Uhr und in ungeraden Wochen von , 18.00 Uhr, bis Dienstag, 20.00 Uhr mit sich oder zu sich in die alternierende Obhut zu nehmen.
5.2. Ab obligatorischem Schuleintritt von C._ in Frankreich soll die Gesuchstellerin  sein, C._ in den geraden Wochen jeweils von Freitagabend, 18.00 Uhr bis Sonntagabend, 20.00 Uhr und in ungeraden Wochen von Samstag, 18.00 Uhr bis Sonntagabend, 20.00 Uhr zu sich oder mit sich zu Besuch zu nehmen.
6. Bei der alleinigen Obhut durch den Gesuchsgegner soll die Gesuchstellerin berechtigt sein, C._ jeweils jedes zweite Wochenende von Freitagabend, 18.00 Uhr bis Sonntagabend, 20.00 Uhr zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen.
7. Der Gesuchsgegner verpflichtet sich, C._ jeweils entweder bei der Gesuchstellerin abzuholen oder zurück zu bringen. Der andere Wechsel hat die Gesuchstellerin . Der Gesuchsgegner erklärt sich vergleichsweise bereit, C._ jeweils auch in E._ abzuholen bzw. dorthin zu bringen, wenn die Gesuchstellerin ebenfalls  ist, C._ nach E._ zu bringen bzw. dort abzuholen.
8. Die Parteien seien für berechtigt zu erklären, C._ jeweils für sechs Wochen pro Jahr zu sich oder mit sich in die Ferien zu nehmen. Sofern dies mit dem Ferienplan der Schule übereinstimmt sind dies beim Gesuchsgegner folgende Wochen: – von Freitag, 5. April, 18.00 Uhr bis Sonntag, 14. April, 20.00 Uhr – von Freitag, 5. Juli, 18.00 Uhr bis Sonntag, 21. Juli, 18.00 Uhr – von Freitag, 25. Oktober, 18.00 Uhr bis Sonntag, 3. November, 20.00 Uhr sowie – von Freitag, 13. Dezember, 18.00 Uhr bis Sonntag, 29. Dezember, 18.00 Uhr. Bei der Gesuchstellerin sind dies folgende Wochen, sofern sie mit dem Ferienplan der Schule übereinstimmen: – von Freitag, 19. April, 18.00 Uhr bis Sonntag, 28. April, 20.00 Uhr – von Sonntag, 21. Juli, 18.00 Uhr bis Sonntag, 4. August, 20.00 Uhr – von Freitag, 4. Oktober, 18.00 Uhr bis Sonntag, 20. Oktober, 20.00 Uhr sowie – von Freitag, 29. Dezember, 18.00 Uhr bis Sonntag, 12. Januar, 20.00 Uhr (wobei
die erste Woche dieser Ferien jeweils zu den Ferien des Vorjahres gezählt wird). Diejenige Partei, die C._ jeweils nach den Ferien zur anderen Partei bringt, sei für berechtigt zu erklären, C._ erst auf 20.00 Uhr zur anderen Partei zu bringen,  bereits auf 18.00 Uhr. Sollte dieser Ferienplan im Übrigen nicht mit jenem der französischen Schule , so verpflichten sich die Parteien, sich über andere Ferienwochen zu einigen. Kommt keine Einigung zustanden, verschieben sich die einzelnen Ferienwochen der Parteien in erster Priorität nach vorne, in zweiter Priorität zurück.
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9. Jede Partei sei für verpflichtet zu erklären, die Kosten von C._, die während des Aufenthalts entstehen, selbst zu tragen.
10. Die Parteien seien beide zu verpflichten, der jeweils anderen Partei im Voraus den  bekannt zu geben, wenn sie die Ferien mit C._ nicht bei sich zu Hause . Der Gesuchsgegner wird C._ jeweils bei Ferienbeginn rechtzeitig bei der Gesuchstellerin abholen bzw. bringen.
11. Die Feiertage seien anzahlmässig je hälftig auf die Parteien aufzuteilen. 12. Bei Installation der alternierenden Obhut sei festzuhalten, dass keine Partei der ande-
ren irgendwelche Unterhaltsbeiträge schuldet, da jede Partei für ihren Lebensbedarf und jenen von C._ selbst aufkommen kann. Eventualiter sei festzustellen, dass der Gesuchsgegner mangels finanzieller Leistungsfähigkeit nicht verpflichtet werden kann, allfällige Unterhaltsbeiträge für die Gesuchstellerin und C._ zu bezahlen und zwar bei alternierender Obhut als auch bei einer allfälligen alleinigen Obhut durch die Gesuchstellerin.
13. Bei alleiniger Obhut von C._ beim Gesuchsgegner sei die Gesuchstellerin zu , für den Sohn C._ einen angemessenen Bar- und Betreuungsunterhalt von mindestens Fr. 500.– an den Gesuchsgegner zu bezahlen. Zahlbar jeweils im , auf den Ersten eines jeden Monats, zzgl. allfälliger gesetzlicher und/oder  Kinderzulagen.
14. Am Antrag auf Gütertrennung hält der Gesuchsgegner fest, allerdings nicht per Datum der Eingabe vom 28. Januar 2019, sondern per Ende April 2019 unter Berücksichtigung sämtlicher auch noch später eintreffenden Rechnungen, die das gemeinsame  betreffen.
15. Im Übrigen seien alle Anträge der Gesuchstellerin ihrer Eingaben vom 11. Februar als auch vom 14. März 2019 abzuweisen, sofern sie nicht mit jenen des Gesuchsgegners identisch sind.
16. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) zu Lasten der .
des Gesuchsgegners vom 27. Oktober 2020 (Urk. 131):
1. Es sei an den Anträgen vom 22. Mai 2019 mit folgenden Änderungen bzw.  festzuhalten:
2. In Abweisung von Ziffer 2 sei den Gesuchstellern bis Ende Juli 2021 die alternierende Obhut über den gemeinsamen Sohn C._ mit folgender Regelung zuzusprechen: C._ wird je eine Woche alternierend in Frankreich beim Kindsvater und eine  in F._ bei der Kindsmutter wohnen. Die Wechsel werden jeweils am  vorgenommen, wobei jeweils derjenige Elternteil C._ zum anderen bringt, zu dem er hingehen wird.
3. In Abweisung von Ziffer 3 sei ab August 2021 dem Gesuchsteller die alleinige Obhut über C._ zuzuteilen.
4. In Abweisung von Ziffer 5 und 6 sei die Gesuchstellerin zu folgendem Besuchs- und Ferienrecht für berechtigt zu erklären:
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– In den geraden Wochen jeweils von Freitagabend ab Schulschluss von C._ bis Sonntagabend, 20.00 Uhr und
– während 6 Wochen Ferien, wobei je eine Woche im Winter, im Frühling, im Herbst und über Weihnachten und je zwei im Sommer zu nehmen sind.
5. In Abweisung von Ziffer 7 seien beide Parteien zu verpflichten, jeweils ein Weg der Übergabe selbständig zu übernehmen, vorzugsweise jeweils jenen, um C._ zum anderen Elternteil zu bringen.
6. Bis zu den Sommerferien 2021 haben sich die Parteien an folgenden bereits bei den vorsorglichen Massnahmen ausgesprochenen Ferienplan zu halten:
Freitag, 23. Oktober, 18.00 Uhr bis Sonntag, 8. November 2020, 20.00 Uhr ist C._ beim Gesuchsteller;
Freitag, 11. Dezember, 18.00 Uhr bis Sonntag, 27. Dezember 2020, 20.00 Uhr ist C._ beim Gesuchsteller;
Freitag, 2. April 2021, 18.00 Uhr bis Sonntag, 11. April, 20.00 Uhr sowie Freitag, 3. Juli 2021, 18.00 Uhr bis Sonntag, 18. Juli, 20.00 Uhr ist C._ beim Gesuchsteller.
Die Ferien der Gesuchstellerin sehen folgendermassen aus: Sonntag, 27. Dezember 2020, 20.00 Uhr bis Dienstag, 5. Januar 2021, 18.00 Uhr; Freitag, 16. April 2021, 18.00 Uhr bis Sonntag, 25. April, 20.00 Uhr sowie Sonntag, 18. Juli 2021, 20.00 Uhr bis Sonntag, 1. August, 20.00 Uhr. 7. In Abweichung von Ziffer 7 sei jeweils derjenige Elternteil, der in die Ferien fährt, zu
verpflichten, C._ beim anderen Elternteil abzuholen und auch wieder rechtzeitig zurück zu bringen.
8. Es sei eine Beistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 2 ZGB zu installieren und dem  insbesondere folgende Aufträge zu erteilen: – Einvernehmliche Ausarbeitung des Ferienbesuchsrechts für die Gesuchstelle-
rin; – Überwachung und Koordinierung des grundsätzlichen Besuchsrechts; – Beratung für und Koordination zwischen den Parteien bei Missverständnissen
und/oder Unklarheiten bezüglich der Ausübung des Besuchsrechts sowie – Antragsstellung an die KESB, sofern notwendig.
9. In Abweichung zu Ziffer 12 sei festzuhalten, dass bei Weiterführung der  Obhut keine der Partei zu Unterhaltszahlungen für C._ an den anderen  zu verpflichten ist.
10. Ab alleiniger Obhut durch den Gesuchsteller sei die Gesuchstellerin zu verpflichten, für C._ einen angemessenen monatlichen Unterhaltsbeitrag in der Höhe von Fr. 500.– an den Gesuchsteller zu bezahlen, erstmals ab August 2021, jeweils zahlbar auf den Ersten eines jeden Monats.
11. Des Weitern sei in Abänderung von Ziffer 12 festzustellen, dass beide Parteien  finanzieller Leistungsfähigkeit nicht zu Unterhaltszahlungen an den anderen Ehegatten zu verpflichten sind.
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des Gesuchsgegners vom 27. Oktober 2020 (Prot. S. 96):
Wenn die Obhut der Gesuchstellerin alleine zugewiesen werden sollte, sei der  zu verpflichten, ab dem Moment, ab welchem er über ein Einkommen verfügt, mit  er seinen Lebensunterhalt decken kann, alles, was darüber ist, als Kinderunterhalt zu bezahlen, bis maximal die beantragten Fr. 1'300.– abzüglich Kinderzulagen. Wenn dem Gesuchsgegner die alleinige Obhut zugeteilt werden sollte, sei die Kindsmutter zu verpflichten, Fr. 200.– an den Barunterhalt zu bezahlen bzw. das Minimum für C._ zu bezahlen, damit der Gesuchsgegner weiter Sozialhilfe für C._ bekommt, solange er über kein oder ein zu tiefes Einkommen verfügt. Die Kindsmutter soll berechtigt sein, C._ an drei Wochenenden pro Monat und mindestens sechs Wochen oder, wenn sie das kann, neun Wochen gemäss Einigung in die Ferien mit sich oder zu sich zu Besuch zu nehmen.
der Kindsvertreterin vom 14. Oktober 2020 (Urk. 119):
1. C._ sei unter der gemeinsamen elterlichen Sorge zu belassen. 2. Die Obhut für C._ sei der Gesuchstellerin zuzuteilen. 3. Bis zum 31. Juli 2021 sei die aktuelle Betreuungsregelung fortzusetzen (gemäss Ver-
fügung vom 4. März 2019, Übergabe am Samstag um 16.00 Uhr und am /Mittwoch jeweils um 18.00 Uhr).
Ab 1. August 2021 sei der Gesuchsgegner für berechtigt zu erklären, den Sohn C._ jeweils wie folgt zu betreuen: – Jedes zweite Wochenende von Freitag Schulschluss bis Sonntagabend,
18.00 Uhr; – Während 9 Wochen Ferien pro Jahr; – Für Weihnachten und die Neujahrsfeiertage sei eine den Interessen der Partei-
en angemessene, alternierende Regelung zu treffen; – Fällt das Betreuungswochenende des Vaters auf Ostern, beginnt seine Betreu-
ungsverantwortung bereits ab Gründonnerstag, 16.00 Uhr, und dauert bis , 18.00 Uhr;
– Fällt das Betreuungswochenende des Vaters auf Pfingsten, verlängert sich  Betreuungsverantwortung bis Pfingstmontag, 18.00 Uhr.
In der übrigen Zeit soll der Sohn C._ von der Mutter betreut werden. 4. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, angemessene Unterhaltsbeiträge für C._
zu bezahlen.
Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Bülach vom 14. Dezember 2020:
(Urk. 136 S. 61 ff. = Urk. 141 S. 61 ff.)
1. Es wird davon Vormerk genommen, dass die Parteien zum Getrenntleben berechtigt sind und seit 20. Januar 2019 getrennt leben.
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2. Der Sohn C._, geboren am tt.mm 2016, wird unter der gemeinsamen elterlichen Sorge der Parteien belassen.
3. Die Obhut für den Sohn C._, geboren am tt.mm 2016, wird der Gesuchstellerin zugeteilt. Der Sohn wird seinen Wohnsitz bei der Gesuchstellerin haben.
4. Der Gesuchsgegner ist bis Ende Juli 2021 berechtigt, den Sohn C._ in geraden Wochen von Samstag, 18:00 Uhr, bis Mittwoch, 20:00 Uhr, und in ungeraden Wochen von Samstag, 18:00 Uhr, bis Dienstag, 20:00 Uhr, auf eigene Kosten mit sich oder zu sich auf Besuch zu nehmen.
5. Der Gesuchsgegner ist ab August 2021 berechtigt, den Sohn C._ am ersten, zweiten und dritten Wochenende des Monats von Freitag ab Schul- bzw.  bis Sonntag, 18:00 Uhr, auf eigene Kosten mit sich oder zu sich auf  zu nehmen. Fällt das Besuchswochenende des Gesuchsgegners auf Ostern, beginnt das Besuchsrecht bereits am Gründonnerstag, 16:00 Uhr, und dauert bis , 18:00 Uhr. Fällt das Besuchswochenende des Gesuchsgegners auf Pfingsten, dauert das Besuchsrecht bis Pfingstmontag, 18:00 Uhr.
6. Ausserdem ist der Gesuchsgegner ab dem Jahr 2022 berechtigt, den Sohn C._ für acht Wochen jährlich während den Schulferien auf eigene Kosten mit sich oder zu sich in die Ferien zu nehmen. Das Ferienbesuchsrecht beginnt am Freitag ab Schul- bzw. Kindergartenschluss und dauert bis Sonntag, 18:00 Uhr. Zusätzlich ist der  berechtigt, von den Schulferien über Weihnachten/Neujahr den Sohn C._ in geraden Jahren in der ersten und in ungeraden Jahren in der zweiten Schulferienwoche auf eigene Kosten mit sich oder zu sich in die Ferien zu nehmen. Während den übrigen Schulferien entfallen die Besuchswochenenden des . Das Ferienbesuchsrecht ist mindestens drei Monate im Voraus . Können sich die Parteien über die Ferienplanung nicht einigen, so kommt dem Gesuchsgegner in geraden Jahren und der Gesuchstellerin in ungeraden Jahren das Entscheidungsrecht bezüglich Aufteilung der Ferien zu.
7. Schliesslich ist der Gesuchsgegner berechtigt, den Sohn C._ wie folgt auf eigene Kosten mit sich oder zu sich in die Ferien zu nehmen: von Freitag, 11. Dezember 2020, 18:00 Uhr, bis Sonntag, 27. Dezember 2020, 20:00 Uhr; von Karfreitag, 2. April 2021, 18:00 Uhr, bis Sonntag, 11. April 2021, 20:00 Uhr; von Freitag, 3. Juli 2021, 18:00 Uhr, bis Sonntag, 18. Juli 2021, 20:00 Uhr; von Freitag, 8. Oktober 2021 ab Kindergartenschluss bis Sonntag, 24. Oktober 2021, 20:00 Uhr; und von Sonntag, 26. Dezember 2021, 18:00 Uhr bis Sonntag, 2. Januar 2022, 20:00 Uhr.
In folgenden Zeiträumen entfallen die Besuchszeiten des Gesuchsgegners, da die Gesuchstellerin mit C._ Ferien hat: von Sonntag, 27. Dezember 2020, 20:00 Uhr, bis Dienstag, 5. Januar 2021, 18:00 Uhr; von Freitag, 16. April 2021, 18:00 Uhr, bis Sonntag, 25. April 2021, 20:00 Uhr; von Sonntag, 18. Juli 2021, 20:00 Uhr, bis , 1. August 2021, 20:00 Uhr; und von Sonntag, 19. Dezember 2021, 20:00 Uhr, bis Sonntag, 26. Dezember 2021, 18:00 Uhr.
8. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, für den Sohn C._ monatliche  wie folgt zu bezahlen: – Fr. 1'020.– rückwirkend ab 20.01.2019 bis 31.03.2019 (davon Fr. 0.– als Be-
treuungsunterhalt);
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– Fr. 650.– ab 01.04.2019 bis 31.07.2021 (davon Fr. 0.– als ); zuzüglich
– Fr. 170.– ab 01.04.2019 bis 31.07.2021 (teilweise Weiterleitung von Leistungen der französischen Familienzulagenkasse);
– Fr. 640.– ab 01.08.2021 (davon Fr. 0.– als Betreuungsunterhalt; – ab 01.08.2021 zuzüglich allfällige von ihm bezogenen gesetzlichen oder ver-
traglichen Familienzulagen inkl. Leistungen der französischen .
Die Unterhaltsbeiträge und allfällige Familienzulagen sind jeweils auf den Ersten eines Monats im Voraus zu bezahlen an die Gesuchstellerin, solange das Kind in deren Haushalt lebt, keine selbständigen Ansprüche gestützt auf Art. 277 Abs. 2 ZGB gegen den Gesuchsgegner stellt und keine andere Zahlstelle bezeichnet.
9. Mit den festgesetzten Unterhaltsbeiträgen ist der gebührende Unterhalt des Kindes nicht gedeckt. Es fehlt monatlich ein Betrag von – Fr. 2'790.– (wovon Fr. 2'790.– auf den Betreuungsunterhalt entfallen) ab
20.01.2019 bis 31.03.2019 – Fr. 1'980.– (wovon Fr. 1'980.– auf den Betreuungsunterhalt entfallen) ab
01.04.2019 bis 31.07.2021 – Fr. 2'180.– (wovon Fr. 1'600.– auf den Betreuungsunterhalt entfallen) ab
01.08.2021. 10. Es wird festgestellt, dass die Parteien mangels Leistungsfähigkeit gegenseitig nicht in
der Lage sind, Ehegattenunterhaltsbeiträge zu leisten. 11. Bei der Festsetzung der Unterhaltsbeiträge wurde von folgenden finanziellen Verhält-
nissen der Parteien ausgegangen: 20.01.2019 bis 31.03.2019: GSin C._ GG Einkommen: Fr. 0.– Fr. 0.– Fr. 0.– - Bedarf: Fr. 2'790.– Fr. 1'020.– Fr. 1'790.– = Überschuss (+) / Manko (-) - Fr. 2'790.– - Fr. 1'020.– - Fr. 1'790.–
01.04.2019 bis 31.07.2021: GSin C._ GG Einkommen: Fr. 900.– Fr. 690.– Fr. 0.– - Bedarf: Fr. 2'880.– Fr. 1'340.– Fr. 1'720.– = Überschuss (+) / Manko (-) - Fr. 1'980.– - Fr. 650.– - Fr. 1'720.–
ab 01.08.2021: GSin C._ GG Einkommen: Fr. 1'350.– Fr. 200.– Fr. 2'590.– - Bedarf: Fr. 2'950.– Fr. 1'420.– Fr. 1'950.– = Überschuss (+) / Manko (-) - Fr. 1'600.– - Fr. 1'220.– + Fr. 640.–
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Vermögen (exkl. ) per Oktober 2020:
GSin C._ GG
Flüssiges Vermögen: Fr. 0.– Fr. 0.– Fr. 58'000.– Eigentumswohnung: Fr. 0.– Fr. 0.– Fr. 200'000.– Total: Fr. 0.– Fr. 0.– Fr. 258'000.–
12. Die Anträge der Parteien auf Anordnung der Gütertrennung werden abgewiesen. 13. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 6'000.– ; die Barauslagen betragen:
Fr. 4'162.50 Übersetzungskosten;
Fr. 20'168.70 Honorar Kindsvertreterin. Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
14. Die Gerichtskosten werden der Gesuchstellerin zu 25% und dem Gesuchsgegner zu 75% auferlegt. Der Anteil der Gesuchstellerin wird einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Gesuchstellerin wird auf die Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO hingewiesen.
15. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin eine reduzierte  von Fr. 9'693.– (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Da diese Parteientschädigung vom Gesuchsgegner voraussichtlich nicht erhältlich sein wird, wird die unentgeltliche Rechtsbeiständin der Gesuchstellerin, Rechtsanwältin lic. iur. Y._, in Anwendung von Art. 122 Abs. 2 ZPO angemessen aus der  entschädigt. Die Forderung geht auf die Gerichtskasse über. Die  gemäss Art. 123 ZPO bleibt vorbehalten.
16. Schriftliche Mitteilung je mit Gerichtsurkunde an die Parteien und die Kindsvertreterin. 17. (Rechtsmittelbelehrung: Berufung, Frist 10 Tage. Hinweis auf fehlenden Fristenstill-
stand gemäss Art. 145 Abs. 2 ZPO).
Berufungsanträge:
des Gesuchsgegners und Berufungsklägers (Urk. 140 S. 2 ff.): " 1. Es sei Ziffer 3 des Urteils des Bezirksgerichts Bülach vom 14. Dezember 2020 aufzu-
heben und es sei die Obhut für den Sohn C._, geboren am tt.mm 2016, dem  zuzuteilen. Zudem sei der Wohnsitz von C._ zum Wohnsitz des  an die ... [Adresse] in D._ zu verlegen.
2. Es sei in Abweichung von Ziffer 4 des Urteils des Bezirksgerichts Bülach vom 14. Dezember 2020 die Berufungsbeklagte für berechtigt zu erklären, bis zu 1. August 2021 C._ in geraden Wochen von Mittwoch, 20.00 Uhr bis Samstag, 18.00 Uhr und in ungeraden Wochen von Dienstag, 20.00 Uhr bis Samstag, 18.00 Uhr mit sich oder zu sich auf Besuch zu nehmen. Der Berufungskläger sei zu verpflichten, C._ jeweils zur Berufungsbeklagten nach F._ zu fahren und die Berufungsbeklagte sei zu verpflichten, C._ jeweils an die Landesgrenze in G._ zu bringen, von wo ihn der Berufungskläger sodann abholt.
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3. Es sei Ziffer 5 des Urteils des Bezirksgerichts Bülach vom 14. Dezember 2020  und es sei der Berufungsbeklagten ab August 2021, ab Wiederaufnahme der Schule von C._ in D._ nach der Sommerpause, folgendes Besuchs- und  einzuräumen: – In den geraden Wochen jeweils von Freitagabend nach Schulschluss von
C._ bis Sonntagabend, 20.00 Uhr und – Ab Kalenderjahr 2022 während 6 Wochen Ferien, wobei je eine Woche im Win-
ter, im Frühling, im Herbst und über Weihnachten/Neujahr und je zwei im  zu nehmen sind.
– Die Berufungsbeklagte sei für verpflichtet zu erklären, C._ jeweils nach  der Besuchswochenenden bzw. Ferien wieder zum Berufungskläger bzw. an die Landesgrenze in G._ zurückzubringen, von wo ihn der Berufungskläger sodann abholt.
– Das Ferienbesuchsrecht sei mindestens drei Monate im Voraus anzukündigen. Können sich die Parteien über die Ferienplanung nicht einigen, so soll dem  in geraden Jahren und der Berufungsbeklagten in ungeraden  das Entscheidungsrecht bezüglich Aufteilung der Ferien zukommen.
4. Es sei Ziffer 6 des Urteils des Bezirksgerichts Bülach vom 14. Dezember 2020 .
5. Es sei Ziffer 7 des Urteils des Bezirksgerichts Bülach vom 14. Dezember 2020 wie folgt abzuändern: «Schliesslich sei der Berufungskläger für berechtig[t] zu erklären, mit dem Sohn C._ Ferien während den folgenden Zeiträumen zu unternehmen... Während der Ferien des Berufungsklägers entfallen die Besuchszeiten der . Sie sei zudem im 2020/2021 für berechtigt zu erklären, C._ während folgenden Zeiträumen mit sich oder zu sich in die Ferien zu nehmen: Von Sonntag, 27. Dezember 2020, 20.00 Uhr bis Dienstag, 5. Januar 2021, 18.00 Uhr; von Freitag, 16. April 2021, 18.00 Uhr, bis Sonntag, 25. April 2021, 20.00 Uhr, von Sonntag, 18. Juli 2021, 20.00 Uhr, bis Sonntag, 1. August 2021, 20.00 Uhr und von Sonntag, 19. Dezember 2021, 20.00 Uhr, bis Sonntag, 26. Dezember 2021, 18[.]00 Uhr.
6. Ziffer 8 des Urteils des Bezirksgerichts Bülach vom 14. Dezember 2020 sei  und der Berufungskläger sei zu folgenden Unterhaltszahlung zu verpflichten – CHF 690.00 rückwirkend ab 20. Januar 2019 bis 31.03.2019 (davon CHF 0.00
als Betreuungsunterhalt); – CHF 677.00 ab 1. April 2019 bis 31.07.2021 (davon CHF 0.00 als Betreuungs-
unterhalt) sowie – ab 1. August 2021 den Betrag bis maximal CHF 608.00 pro Monat, wenn er sei-
nen monatlichen Minimalbedarf von CHF 4'039.20 durch eigenes Einkommen decken kann und C._ wider Erwarten unter der alleinigen Obhut der  bleibt. Bei alleiniger Obhut beim Berufungskläger seien keine Unterhaltsleistungen geschuldet.
– Die Unterhaltsbeiträge sind jeweils auf den Ersten eines Monats im Voraus an die Berufungsbeklagte zu bezahlen.
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– Der Berufungskläger sei für berechtigt zu erklären, die rückwirkenden Zahlungen in monatlichen Raten bis Ende 2021 abzubezahlen.
7. Ziffer 9, 11, 14 und 15 des Urteils des Bezirksgerichts Bülach vom 14. Dezember 2020 seien aufzuheben.
8. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 7,7% MwSt.) zu Lasten der ."
Prozessualer Antrag (Urk. 140 S. 4): "1. Es sei dem Berufungskläger die unentgeltliche Rechtspflege gemäss Art. 117 ZPO zu
gewähren und es sei ihm in der Person der Unterzeichnenden eine unentgeltliche Rechtsbeiständin zu bestellen."
der Gesuchstellerin und Berufungsbeklagten (Urk. 148 S. 2): "Es sei die Berufung des Berufungsklägers vollumfänglich abzuweisen und das Urteil des BG
Bülach vom 14. Dezember 2020 zu bestätigen. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich 7,7% Mehrwertsteuer zu Lasten des Berufungsklägers." Prozessualer Antrag (Urk. 148 S. 2):
"Es sei der Berufungsbeklagten die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und ihr in der Person von Rechtsanwältin Y._ eine unentgeltliche Rechtsvertreterin zu bestellen."
der Kindsvertreterin (Urk. 151 S. 1 f.; sinngemäss): 1. Es sei Dispositiv-Ziffer 4 des angefochtenen Urteils wie folgt abzuändern:
Der Gesuchsgegner ist bis Ende Juli 2021 berechtigt, den Sohn C._ in geraden  von Samstag, 16:00 Uhr, bis Mittwoch, 18:00 Uhr, und in ungeraden Wochen von Samstag, 16:00 Uhr, bis Dienstag, 18:00 Uhr, auf eigene Kosten mit sich oder zu sich auf Besuch zu nehmen.
2. Die Unterhaltsbeiträge seien soweit anzupassen, als dem Gesuchsgegner die Kosten für die Besuchsrechtsausübung (Fahrtkosten D._ - F._ und F._ - D._) im  Ausmass angerechnet werden.

Erwägungen:
1. Parteien und Prozessgeschichte
1.1. Die Parteien heirateten am tt. Dezember 2013 und haben einen gemein-
samen Sohn, C._, geboren am tt.mm 2016 (Urk. 10/2 und 10/3). Am
20. Januar 2019 trennten sich die Parteien (Prot. I S. 20 und 34). Im gleichen Mo-
nat verlegte der Gesuchsgegner und Berufungskläger (fortan Gesuchsgegner)
seinen Wohnsitz nach D._ (Frankreich; Urk. 51 S. 16). Die Gesuchstellerin
und Berufungsbeklagte (fortan Gesuchstellerin) lebte nach der Trennung bis Ende
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März 2019 mit C._ in einer Kriseninterventionsstelle (... in Zürich) und bezog
mit ihm per 1. April 2019 eine eigene Wohnung in F._ (Urk. 25 S. 16; Urk. 26;
Urk. 40 S. 6; Urk. 41/2).
1.2. Mit Eingabe vom 11. Januar 2019 machte die Gesuchstellerin und Beru-
fungsbeklagte (fortan Gesuchstellerin) das vorliegende Eheschutzverfahren bei
der Vorinstanz anhängig (Urk. 1). Der weitere Prozessverlauf kann den Erwägun-
gen des eingangs wiedergegebenen und am 14. Dezember 2020 ergangenen
erstinstanzlichen Entscheids entnommen werden (Urk. 136 S. 8 f. = Urk. 141 S. 8
f.).
1.3. Gegen das vorinstanzliche Urteil erhob der Gesuchsgegner mit Eingabe
vom 4. Januar 2021 rechtzeitig (vgl. Urk. 137) Berufung mit den vorstehend auf-
geführten Anträgen (Urk. 140). Die Berufungsantwort und die Stellungnahme der
Kindesvertreterin erfolgten fristgerecht (Urk. 146-151). Mit Verfügung vom
15. März 2021 wurden dem Gesuchsgegner beide Eingaben und der Gesuchstel-
lerin diejenige der Kindsvertreterin zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 146). Die –
im Rahmen des (unbedingten) Replikrechts erfolgte – Eingabe des Gesuchsgeg-
ners vom 26. März 2021 wurde der Gesuchstellerin sowie der Kindsvertreterin
ebenfalls zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 155, Prot. S. 6). Zur Honorarnote
der Kindsvertreterin vom 22. April 2021 liessen sich die Parteien nicht vernehmen
(Urk. 159-161). Die Eingabe des Gesuchsgegners vom 2. Dezember 2021
(Urk. 162) ist mit vorliegendem Entscheid der Gesuchstellerinn und der Kindsver-
treterin zuzustellen.
1.4. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1-139). Das Verfah-
ren erweist sich als spruchreif.
2. Prozessuales
2.1. Mit der vorliegenden Berufung beantragt der Gesuchsgegner die (alleini-
ge) Obhut, die Regelung eines Besuchsrechts für die Gesuchstellerin und die An-
passung der Ferienregelung. Im Weiteren wehrt er sich gegen die vorinstanzliche
Unterhaltsregelung, die im angefochtenen Urteil aufgeführten finanziellen Verhält-
- 13 -
nisse der Parteien, die vermerkte Unterhaltsunterdeckung von C._ und die
erstinstanzlichen Kosten- und Entschädigungsfolgen (Urk. 140 S. 2 ff.). Angefoch-
ten sind damit die Dispositiv-Ziffern 3-9, 11, 14 und 15. Da die Berufung die
Rechtskraft und die Vollstreckbarkeit des angefochtenen Entscheids nur im Um-
fang der Anträge hemmt (Art. 315 Abs. 1 ZPO), sind die nicht angefochtenen Dis-
positiv-Ziffern 1-2, 10 und 12 des vorinstanzlichen Urteils in Rechtskraft erwach-
sen. Dies ist vorzumerken. Hiervon ausgenommen ist die ebenfalls nicht ange-
fochtene erstinstanzliche Kostenfestsetzung (Dispositiv-Ziffer 13), die gestützt auf
Art. 318 Abs. 3 ZPO nicht in Rechtskraft erwachsen ist.
2.2. Betreffend die summarische Natur des vorliegenden Eheschutzverfahrens
und insbesondere das Erfordernis des blossen Glaubhaftmachens der rechtser-
heblichen Tatsachen kann vorweg auf die zutreffenden Ausführungen im ange-
fochtenen Urteil verwiesen werden (Urk. 141 S. 10 f.).
2.3. Mit der Berufung kann eine unrichtige Rechtsanwendung und eine unrich-
tige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die
Berufungsinstanz verfügt über eine vollständige Überprüfungsbefugnis der Streit-
sache, mithin über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfragen,
einschliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung (Angemessenheitsprü-
fung; BGer 5A_184/2013 vom 26. April 2013, E. 3.1). In der schriftlichen Beru-
fungsbegründung (Art. 311 Abs. 1 ZPO) ist hinreichend genau aufzuzeigen, inwie-
fern der erstinstanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten als fehlerhaft
zu betrachten ist bzw. an einem der genannten Fehler leidet (BGE 142 I 93 E. 8.2;
138 III 374 E. 4.3.1). Die Berufungsinstanz hat sich – abgesehen von offensichtli-
chen Mängeln – grundsätzlich auf die Beurteilung der Beanstandungen zu be-
schränken, die in der Berufungsschrift in rechtsgenügender Weise erhoben wer-
den (vgl. BGE 142 III 413 E. 2.2.4). In diesem Rahmen ist auf die Parteivorbrin-
gen einzugehen, als dies für die Entscheidfindung erforderlich ist (vgl. BGE 134 I
83 E. 4.1).
2.4. Art. 296 ZPO statuiert für Kinderbelange in familienrechtlichen Angele-
genheiten – wie sie vorliegend zu beurteilen sind – den Untersuchungs- und Offi-
zialgrundsatz, weshalb das Gericht in diesem Bereich den Sachverhalt von Amtes
- 14 -
wegen erforscht und ohne Bindung an die Parteianträge entscheidet. In Verfah-
ren, welche der umfassenden Untersuchungsmaxime unterstehen, können die
Parteien neue Tatsachen und Beweismittel unbeschränkt vorbringen; dies gilt
auch im Berufungsverfahren, weshalb die Bestimmung von Art. 317 Abs. 1 ZPO
vorliegend nicht zum Tragen kommt (BGE 144 III 349 E. 4.2.1).
3. Sachverhalt vor der Trennung der Parteien
3.1. Der Gesuchsgegner bringt zu Beginn seiner Berufung vor, die Vorinstanz
habe den Sachverhalt in Bezug auf den Streit zwischen den Parteien vom
1. Dezember 2018, ihren Umzugsplänen nach Frankreich und den Umzugswillen
der Gesuchstellerin falsch festgestellt (Urk. 140 S. 6 ff.).
3.2. Soweit der Gesuchsgegner mit seinen Ausführungen zum Vorfall vom
1. Dezember 2018 vorbringen will, C._ habe sich bei ihm sehr wohl gefühlt
und es habe zwischen ihnen eine innige Beziehung bestanden, so wird dies we-
der von Vorinstanz noch der Gesuchstellerin oder der Kindsvertreterin infrage ge-
stellt (Urk. 141 S. 15; Urk. 148 S. 4; Urk. 151 S. 3). Seine diesbezügliche Äusse-
rungen (Urk. 140 S. 7) bestätigen entsprechend nur, was nicht bestritten und von
der Vorinstanz angemessen berücksichtigt wurde, weshalb sein Einwand hierzu
unbegründet ist.
3.3. Weiter ist der Vorinstanz beizupflichten, dass die Frage, ob ursprünglich
ein gemeinsamer Entschluss zur Auswanderung bestand, für die Kinderbelange
offen bleiben kann (Urk. 141 S. 12). Die Parteien trennten sich am 20. Januar
2019 (Urk. 141 S. 61). Selbst wenn die Parteien vor diesem Zeitpunkt gemeinsam
einen Umzug geplant hätten, was von der Gesuchstellerin bestritten wird
(Urk. 148 S. 5 und S. 7), änderten sich die Umstände mit der Trennung derart er-
heblich, dass sich der Gesuchsgegner nicht mehr auf frühere Absichten, die im
Hinblick auf eine gemeinsame Zukunft erfolgten, berufen kann (Urk. 140 S. 7;
Urk. 155 S. 3). Entscheidend ist die aktuelle Sachlage, weshalb auf die weiteren
hypothetischen Ausführungen des Gesuchsgegners, wie es sich verhalten hätte,
wenn sich die Parteien erst nach der Wohnsitznahme in Frankreich getrennt hät-
ten (Urk. 140 S. 10), nicht abzustellen ist.
- 15 -
3.4. Auch ergibt sich vorliegend kein Unterschied, ob die Gesuchstellerin, wie
vom Gesuchsgegner behauptet, bei den Umzugsvorbereitungen tatkräftig mitge-
holfen habe (Urk. 140 S. 8), oder, wie von ihr behauptet, von ihm eingeschüchtert
gewesen sei und gehorcht habe (Urk. 148 S. 5). Eine Täuschungsabsicht der Ge-
suchstellerin kann der Gesuchsgegner mit seinen Ausführungen nicht glaubhaft
machen (Urk. 140 S. 8). Selbst wenn die Gesuchstellerin schon länger die Tren-
nung vom Gesuchsgegner geplant hätte, vermag dies nichts an der Tatsache zu
ändern, dass nunmehr die Distanz zwischen den Wohnorten der Parteien zu
gross ist, um eine alternierende Obhut für C._ unter Berücksichtigung seiner
bevorstehenden schulischen Verpflichtungen anzuordnen.
3.5. Soweit der Gesuchsgegner es schliesslich unterlässt, seine weiteren Aus-
führungen zum Sachverhalt in einen Zusammenhang zu seinen Berufungsanträ-
gen resp. den vorinstanzlichen Erwägungen zu setzen (Urk. 140 S. 6 ff., Urk. 155
S. 3 ff.), erschöpfen sie sich in rein appellatorischer Kritik, mit der er seine eigene
Sichtweise und Wahrnehmung wiedergibt und auf die nicht näher einzugehen ist
(vgl. E. 2.3.).
3.6. Zusammengefasst vermag der Gesuchsgegner mit seiner Rüge, die Vor-
instanz habe den Sachverhalt zu den Geschehnissen bis zur Trennung der Par-
teien falsch festgestellt, nicht durchzudringen.
4. Obhut
4.1. Die Vorinstanz beliess den Parteien die gemeinsame elterliche Sorge
(Urk. 141 S. 13 und S. 61) und prüfte im Anschluss, ob die Möglichkeit einer al-
ternierenden Obhut für C._ gegeben sei. Aufgrund der Wohnsituation der
Parteien resp. der Distanz zwischen deren Wohnorten und dem anstehenden
Kindergarteneintritt von C._ erachtete sie eine alternierende Obhut als nicht
mit dem Kindswohl vereinbar. Demzufolge prüfte sie ausführlich, welchem Eltern-
teil die alleinige Obhut für C._ zuzuteilen sei (Urk. 141 S. 14 ff.). Sie erwog
zusammengefasst, beide Elternteile wären bestens in der Lage, für das Wohl von
C._ zu sorgen. Ausschlaggebendes Kriterium für die Zuteilung der Obhut sei
die Bindungstoleranz der Parteien. Diese sei bei der Gesuchstellerin höher einzu-
- 16 -
schätzen als beim Gesuchsgegner. Es sei davon auszugehen, dass die Gesuch-
stellerin ihr Bestmögliches tun werde, um den Kontakt zwischen dem Gesuchs-
gegner und C._ zu fördern, weshalb die Obhut für C._ ihr zuzuteilen sei
(Urk. 141 S. 22).
4.2. Für die Zuteilung der alleinigen Obhut an einen Elternteil hat das Wohl
des Kindes Vorrang vor allen übrigen Überlegungen, insbesondere vor den Wün-
schen der Eltern. Vorab ist deren Erziehungsfähigkeit zu klären. Ist sie bei beiden
Elternteilen gegeben, kann die Stabilität der örtlichen und familiären Verhältnisse
ausschlaggebend sein. Schliesslich ist - je nach Alter des Kindes - seinem ein-
deutigen Wunsch Rechnung zu tragen. Diesen Kriterien lassen sich die weiteren
Gesichtspunkte zuordnen, so die Bereitschaft eines Elternteils, mit dem andern in
Kinderbelangen zusammenzuarbeiten, oder die Forderung, dass eine Zuteilung
der alleinigen elterlichen Sorge und Obhut von einer persönlichen Bindung und
echter Zuneigung getragen sein sollte (BGer 5A_729/2020 vom 4. Februar 2021,
E. 3.3.5.1. m.w.H.). Es ist allgemein anerkannt, dass aufgrund des schicksalhaf-
ten Eltern-Kind-Verhältnisses die Beziehung des Kindes zu beiden Elternteilen
wichtig ist und bei dessen Identitätsfindung eine entscheidende Rolle spielen
kann. Beide Elternteile haben deshalb mit Blick auf das Wohl des Kindes die
Pflicht, eine gute Beziehung zum jeweils anderen Elternteil zu fördern (BGE 142
III 481 E. 2.8). In diesem Zusammenhang spricht die Rechtsprechung von Bin-
dungstoleranz (BGE 142 III 481 E. 2.7) der bei der Zuteilung der elterlichen Sorge
und Obhut eine entscheidende Bedeutung zukommen kann (BGE 142 III 1 E. 3.4;
BGer 5A_729/2020 vom 4. Februar 2021, E. 3.3.5.1.).
4.3. Erziehungsfähigkeit
4.3.1. Der Gesuchsgegner geht davon aus, die Erziehungsfähigkeit sei bei bei-
den Parteien mehrheitlich gegeben. Er hebt aber in der Berufung hervor, die Ge-
suchstellerin fühle sich nach wie vor unsicher oder wisse nicht, welche Nah-
rungsmittel beispielsweise für C._ gesund bzw. ungesund seien. So habe sie
nicht erkannt, dass C._ übergewichtig gewesen sei, und habe dies abgestrit-
ten (Urk. 140 S. 16). Dem hält die Gesuchstellerin entgegen, sie habe sich die
Gewichtszunahme von C._ nicht erklären können, da sie gesund koche. Erst
- 17 -
die Abklärungen der Kinderärztin hätten gezeigt, dass C._ vom Gesuchs-
gegner falsch ernährt werde (Urk. 148 S. 13).
4.3.2. Beide Parteien zeigten ihre Sorge um das Wohlbefinden von C._.
Wer nun wie zu seiner Gewichtszunahme beigetragen oder diese zuerst erkannt
haben will, braucht mit Verweis auf die gegenseitigen Anschuldigungen nicht ge-
klärt zu werden. Entscheidend ist nämlich, dass dem Gesuchsgegner die Ge-
wichtszunahme aufgefallen ist, die Gesuchstellerin diese Vermutung von der Kin-
derärztin untersuchen liess und C._ das überschüssige Gewicht, gemäss
Gesuchstellerin fünf Kilogramm im Sommer 2020, ohne Beschwerden und blei-
bende Schäden wieder verlieren konnte. Die Erziehungsfähigkeit der Eltern
braucht aufgrund dieses Vorfalls nicht angezweifelt zu werden.
4.4. Familiäre und örtliche Verhältnisse
4.4.1. Weiter bringt der Gesuchsgegner zu den familiären und örtlichen Verhält-
nissen der Parteien vor, die Gesuchstellerin habe in der Schweiz keine Familie
und nur einige wenige, vorwiegend ausländische Freunde. Die Mutter der Ge-
suchstellerin sei ein einziges Mal in die Schweiz zu Besuch gekommen und seine
Verwandten aus der Dominikanischen Republik kenne C._ kaum. Demge-
genüber lebten die Eltern und Geschwister des Gesuchsgegners in Frankreich,
die er, seit er in Frankreich wohne, regelmässig mit C._ besuche. C._
kenne seine französischen Verwandten und habe eine stabile sowie enge Bezie-
hung zu ihnen. Ausserdem fühle sich C._ in D._ sehr wohl. Er sei gut in-
tegriert, habe viele Freunde und gehe seit dem Spätsommer 2019 wöchentlich in
die Vorschule. Letzteres sei entgegen der Meinung der Vorinstanz hervorzuhe-
ben, schliesslich würde er diesen ihm bestens bekannte Rahmen verlieren, würde
er in F._ in den Kindergarten eintreten. C._ werde zudem einen grossen
Nachteil bezüglich der französischen Sprache und der Integration in Frankreich
erleiden, wenn er in der Schweiz den Kindergarten besuchen müsste. Deutsch
bzw. Schweizerdeutsch seien für die Parteien Fremdsprachen. Eine Einschulung
von C._ in der Schweiz biete keine Gewähr auf eine bessere Situation für
C._, als wenn er Vollzeit in Frankreich zur Schule ginge (Urk. 140 S. 16 f.).
- 18 -
4.4.2. Der Gesuchsgegner hat sich zu vergegenwärtigen, dass C._ an zwei
Orten zu Hause ist und sich an zwei Hauptbetreuungspersonen gewöhnt hat. Ob
nun C._ seine Verwandten in Frankreich mit dem Gesuchsgegner regelmäs-
sig besucht oder diejenigen in der dominikanischen Republik kaum kennt, dürfte
für C._ weniger relevant sein, als dass er sowohl in D._ als auch in
F._ nebst seinen Eltern über ein Umfeld verfügt, seien es nun Verwandte,
Bekannte oder Spielkameraden, in dem er sich wohl fühlt. Entgegen der Befürch-
tung des Gesuchsgegners, hat C._ nicht nur in der Vorschule in D._
Kameraden und Bezugs(lehr)personen, sondern auch in der Krippe in F._.
Ebenso hat er an beiden Orten einen strukturierten Alltag (vgl. Urk.148 S. 13;
Urk. 151 S. 3).
4.4.3. Als nicht glaubhaft ist die Behauptung des Gesuchsgegners einzustufen,
C._ könnte bei einer Beschulung in F._ die französische Sprache derart
verlernen, dass seine spätere Integration in Frankreich beeinträchtigt würde. Bis-
her verständigte sich C._ mit der Gesuchstellerin auf Spanisch und es wurde
von den Parteien nicht behauptet, er verlerne diese Sprache, wenn er sich in
Frankreich oder in F._ mit seinen Spielgefährten auf Französisch oder auf
Deutsch unterhält. Solange der Gesuchsgegner in Frankreich und die Gesuchstel-
lerin in der Deutschschweiz wohnen, wird C._ mit den drei Sprachen Franzö-
sisch, Spanisch und Deutsch konfrontiert sein. Freilich dürfte C._ fundierter
Französischkenntnisse erlangen, wenn er in Frankreich zur Schule ginge. Der
Gesuchsgegner setzt sich aber nicht mit den Erwägungen der Vorinstanz ausei-
nander, wonach bei einer Beschulung von C._ auf Französisch die Gefahr
bestünde, dass C._ die deutsche Sprache sehr schnell verlernen könnte. Er
wäre bei einer Obhutszuteilung an den Gesuchsgegner seltener bei der Gesuch-
stellerin und würde bei seinen Besuchen in F._ mit ihr primär Spanisch spre-
chen. Dies könnte dazu führen, dass er viel weniger am Umfeld der Gesuchstelle-
rin teilhaben könnte, da er die Sprache an ihrem Wohnort nach einer Weile wohl
nicht mehr sprechen würde und es wäre für C._ nur erschwert möglich, mit
Gleichaltrigen in F._ zu kommunizieren (Urk. 141 S. 17 f.).
- 19 -
4.4.4. Die Kindsvertreterin weist zwar darauf hin, dass die Einschulung von
C._ in Frankreich für die Obhut beim Gesuchsgegner spreche (Urk. 151
S. 10). Von der Vorinstanz wurde die Vorschule, die C._ in Frankreich be-
sucht, aber mit dem Kindergarten in der Schweiz verglichen (Urk. 141 S. 12 und
S. 16) und sie führte weiter aus, dass in Frankreich die Vorschule früher starte als
der Kindergarten in der Schweiz. Natürlich würde C._ bei einer Obhutszutei-
lung an den Gesuchsgegner die (Vor-)Schule in D._ schon kennen. Dies füh-
re im Umkehrschluss aber nicht dazu, dass C._ bei einer Obhutszuteilung an
die Gesuchstellerin den Nachteilen eines Schulwechsels ausgesetzt wäre.
C._ käme weder als "Neuling" in eine bereits fix zusammengesetzte Klasse,
noch müsste er aufgrund unterschiedlicher Lehrpläne verpassten Schulstoff
nachholen. Würde die Obhut der Gesuchstellerin zugeteilt, könnte C._ im
Sommer 2021 ganz regulär in den Kindergarten eintreten (Urk. 141 S. 16 f.).
4.4.5. Zusammengefasst ändern die Einwände des Gesuchsgegners nichts am
zutreffenden Schluss der Vorinstanz, eine Beschulung von C._ sei sowohl
auf Französisch und damit in Frankreich als auch in F._ auf Deutsch mit Vor-
und Nachteilen verbunden. Dementsprechend vermag der Gesuchsgegner die
Erwägung der Vorinstanz nicht umzustossen, dass die Stabilität der familiären
und örtlichen Verhältnisse und damit verbunden die Schulsprache von C._
für die Zuteilung der Obhut weder zu Gunsten des einen noch des anderen El-
ternteils den Ausschlag gebe (Urk. 148 S. 18).
4.5. Umfeldanalyse
4.5.1. Weiter bemängelt der Gesuchsgegner, die Umfeldanalyse der Kindesver-
treterin sei ungenügend gewesen, da sie kein Gespräch mit C._ geführt und
sich nicht für seine Aktivitäten und Freunde in D._ interessiert habe. Medizi-
nische oder psychologische Berichte seien ebenso wenig beigezogen worden,
obwohl C._ sowohl in der Schweiz als auch in Frankreich in verschiedenen
Therapien gewesen sei. Die Vorinstanz habe die Belastung für C._ bei der
Erstellung eines kinderpsychologischen Gutachtens nicht als verhältnismässig zu
den daraus zu erwartenden Erkenntnissen erachtet und seinen (des Gesuchs-
gegners) diesbezüglichen Antrag abgewiesen. Es werde aber – so der Gesuchs-
- 20 -
gegner – nicht begründet, wieso ein zu erstellendes Gutachten eine Belastung für
C._ darstellen würde. C._ sei sich an verschiedene Bezugspersonen
gewöhnt und zeige dadurch keine Belastungsanzeichen. Die Vorinstanz habe sich
ausserdem zu sehr auf die Ausführungen der Kindsvertreterin abgestützt, ohne
den eigentlichen Kindeswillen geklärt zu haben (Urk. 140 S. 17 f.).
4.5.2. Dem hält die Kindsvertreterin entgegen, C._ sei zum Zeitpunkt ihres
letzten Besuches vier Jahre alt gewesen. Es habe keine Hinweise auf eine Ge-
fährdung seines Wohles gegeben. Sowohl beim Gesuchsgegner als auch bei der
Gesuchstellerin, gehe es ihm sehr gut und er fühle sich wohl. Auch habe es für
sie keinen Anlass gegeben, C._ darauf anzusprechen, wo er lieber sei. Für
sie (die Kindsvertreterin) sei es zentral, dass C._ nicht das Gefühl bekomme,
seine Äusserung könnte einen direkten Einfluss darauf haben, wo er zukünftig
wohnen werde. Die Parteien hätten bis anhin C._ aus ihrem Konflikt heraus-
halten können. Sollte die Willensäusserung von C._ als ausschlaggebend
erachtet werden, könnte dies die Gefahr einer bewussten oder unbewussten Be-
einflussung von C._ erhöhen. Ein direktes Gespräch mit C._ über die
Trennung der Parteien habe sie bei keinem Besuch als passend oder sinnvoll er-
achtet. Sie habe sich einen guten Eindruck über das Verhältnis zwischen C._
und seinen Eltern machen und seine Umgebung begutachten können (Urk. 151
S. 2 f.).
C._ habe sich insbesondere in Anwesenheit des Gesuchsgegners
nur beschränkt auf direkte Interaktion mit ihr (der Kindsvertreterin) eingelassen.
Seine Aufmerksamkeit sei jeweils auf den Gesuchsgegner gerichtet gewesen. Sie
sei vor allem Beobachterin des (Zusammen)Spiels zwischen Vater und Sohn ge-
wesen. Der Gesuchsgegner sei ausgesprochen geduldig, fördernd, liebevoll und
lobend im Umgang mit C._. C._ geniesse die ungeteilte Aufmerksamkeit
seines Vaters offensichtlich. Bei Treffen mit C._ im Beisein der Gesuchstelle-
rin habe es mehr Raum für direkte Interaktionen zwischen ihr (der Kindsvertrete-
rin) und C._ gegeben. Die Gesuchstellerin sei zwar ebenfalls präsent gewe-
sen, doch sie habe eher von C._ verlangt, dass er auch Rücksicht auf ihre
- 21 -
Bedürfnisse nehme, und richte ihr Leben nicht ganz so stark an C._ aus
(Urk. 151 S. 3).
Schliesslich vermutet die Kindsvertreterin, der Eindruck des Gesuchsgeg-
ners, sie habe keine Umfeldanalyse erstellt, könne daher rühren, dass der Um-
stand, C._ habe auch in F._ ein gutes Umfeld, für ihn schwer vorstellbar
sei. Sie habe C._ am 30. September 2020 in D._ mit den Nachbarskin-
dern erlebt. Dabei habe er sehr fröhlich und integriert gewirkt. Ebenso habe sie
C._ am 1. Oktober 2020 in der Kita in F._ gesehen, wo er mit einer
Gruppe von Kindern zufrieden herumgetollt sei. Anlässlich ihres ersten Besuches
bei der Gesuchstellerin seien sie auf einem sehr schön gelegenen Spielplatz in
F._ gewesen, wo C._ mit anderen Kindern gespielt habe. Es sei also
durchaus so, dass C._ in D._ glücklich wirke. Das Gleiche treffe aber
auch für F._ zu (Urk. 151 S. 3).
4.5.3. In Bezug auf die Umfeldanalyse der Kindsvertreterin ist fraglich, was der
Gesuchsgegner mit seiner Rüge anstrebt, schliesslich wurde weder von der
Kindsvertreterin noch von der Gesuchstellerin bestritten, dass es C._ in
D._ gut geht (Urk. 148 S. 13). Weiter kann der Kindsvertreterin gefolgt wer-
den, dass die Entscheidung, welchem Elternteil die Obhut zugeteilt werden soll,
nicht C._ aufzubürden ist. Der Entscheid der Vorinstanz, kein kinderpsycho-
logisches Gutachten in Auftrag zu geben, ist nicht zu beanstanden (Urk. 131
S. 4). Einerseits hielt die Vorinstanz zutreffend fest, die Kindsvertreterin habe sich
in altersgerechter Weise ein Bild von C._ und seinem Umfeld gemacht
(vgl. Urk. 141 S. 16). Auf der anderen Seite legt der Gesuchsgegner weder im vo-
rinstanzlichen noch im vorliegenden Verfahren dar, welche zusätzlichen Erkennt-
nisse aus einem kinderpsychologischen Gutachten gewonnen werden könnten.
Festzuhalten ist ausserdem, dass nicht der Gutachter zu entscheiden hat, bei
welchem Elternteil das Kindswohl besser gewahrt wird und welche Obhutszutei-
lung dem Kindesinteresse entspricht, sondern das Gericht. Dieses ist zum
Schluss gekommen, die vorhandenen Informationen würden genügen, um einen
Entscheid über die Obhutszuteilung von C._ zu fällen (vgl. zudem BGer
5A_813/2013 vom 12. Mai 2014, E. 4.3.; BGer 5A_901/2017 vom 27. März 2018,
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E. 2.3.). Die Rügen des Gesuchsgegners gegen die Umfeldanalyse der Kindsver-
treterin sind somit unbegründet.
4.6. Zeitliche Verfügbarkeit
4.6.1. Betreffend die zeitliche Verfügbarkeit der Parteien für die Betreuung von
C._ behauptet der Gesuchsgegner, er sei grundsätzlich flexibler als die Ge-
suchstellerin. Derzeit sei er im Aufbau seiner Tätigkeit als selbständig erwerbstä-
tiger Coach und arbeite mehrheitlich dann, wenn C._ in der Schule sei oder
wenn er abends schlafe. Sobald er einige Coaching- bzw. Mentoringprojekte ha-
ben werde, werde er vermehrt auch tagsüber erwerbstätig sein. Er werde diese
Projekte aber grundsätzlich so legen können, dass er C._ ausserhalb der
Schulzeit weiterhin persönlich betreuen könne und dies auch während den Schul-
ferien. Da er seine Arbeitszeiten flexibler als die Gesuchstellerin gestalten könne,
sei er bereit, C._ regelmässig zu den Besuchen und zu den Ferien bei der
Gesuchstellerin hinzufahren und ihn an der Grenze bei E._ wieder abzuho-
len, wenn ihm die alleinige Obhut zugeteilt würde (Urk. 140 S. 18).
4.6.2. Allein mit dem Verweis auf eine selbständige Erwerbstätigkeit, kann der
Gesuchsgegner noch keine grössere zeitliche Flexibilität als die Gesuchstellerin
glaubhaft machen. Grundsätzlich orientiert sich ein Dienstleiter an den Bedürfnis-
sen seiner Kunden, entsprechend ist anzunehmen, dass sich auch der Gesuchs-
gegner insbesondere in der Aufbauphase seiner Coaching-Tätigkeit in erhebli-
chem Masse an die Zeitpläne seiner Klientel zu orientieren haben wird. Es kann
somit im Weiteren auf die zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen abgestellt
werden, wonach beide Elternteile im Falle der Zuteilung der alleinigen Obhut auf
eine Fremdbetreuung für C._ angewiesen sein werden. Die Möglichkeit zur
vollständigen persönlichen Betreuung sei von der Rechtsprechung für die Ob-
hutszuteilung nicht mehr gefordert. Eigen- und Fremdbetreuung werden als
gleichwertig angesehen, jedenfalls soweit die Eltern in den Randzeiten und am
Wochenende für das Kind zur Verfügung stehen (BGer 5A_707/2019 vom
18.08.2020 E. 3.1.1 m.w.H.; BGE 144 III 481 E. 4.6.3 und E. 4.7 m.w.H.; siehe
E. III.3.1.2 vorstehend). Vorliegend seien beide Elternteile in der Lage, C._
frühmorgens und abends sowie am Wochenende und je nach konkretem Pensum
- 23 -
und Arbeitszeiten auch an freien Nachmittagen persönlich zu betreuen. Es könne
hieraus weder zu Gunsten des einen noch des andern Elternteils etwas für die
Obhutszuteilung abgeleitet werden (Urk. 141 S. 18 f.).
4.7. Bindungstoleranz
4.7.1. Wie bereits ausgeführt (vgl. E. 4.1), erachtete die Vorinstanz die Bin-
dungstoleranz der Parteien als ausschlaggebendes Kriterium für die Zuteilung der
Obhut (Urk. 141 S. 22).
4.7.2. Zur Bindungstoleranz der Gesuchstellerin hielt die Vorinstanz fest, sie ha-
be in den Rechtsschriften (Urk. 25 S. 16 f. und 21, Urk. 40 S. 12) sowie in der
persönlichen Befragung (Prot. I S. 22 und 29) zum Ausdruck gebracht, dass ihr
eine gute Beziehung zwischen Vater und Sohn wichtig sei. Sie zeige dies auch
fortlaufend durch ihr Verhalten während des Prozesses. Die Gesuchstellerin habe
sich zu Beginn des Verfahrens mit C._ in einer Kriseninterventionsstelle auf-
gehalten (Urk. 25 S. 16). Besuche und Kontakte zum Ehepartner bzw. Kindsvater
unterstünden in solchen Institutionen strengen Regeln (Urk. 26/11). Es wäre für
die Gesuchstellerin ein Leichtes gewesen, während ihres mehrmonatigen Aufent-
halts in der Institution den damals zweieinhalbjährigen Sohn vom Vater zu ent-
fremden und damit faktische Gegebenheiten zu schaffen, die eine spätere Ob-
hutszuteilung an den Gesuchsgegner massiv erschwert hätten. Es sei jedoch das
Gegenteil der Fall gewesen. Die Gesuchstellerin habe sich nachweislich dafür
eingesetzt, dem Gesuchsgegner ein Besuchsrecht zu ermöglichen (Urk. 26/2
S. 2), was schliesslich mit der Vereinbarung vom 12. Februar 2019 gelungen sei
(Urk. 24). Sodann habe die Gesuchstellerin eingewilligt, dass C._ für die
Dauer des Verfahrens im Sinne der alternierenden Obhut betreut werde (Urk. 34;
Prot. I S. 9), und anfänglich die alternierende Obhut beantragt (Urk. 40 S. 7). Erst
nach Bekanntgabe der Anträge der Kindsvertreterin habe die Gesuchstellerin von
dieser Position Abstand genommen und die alleinige Obhut für C._ beantragt
(Urk. 129 S. 2). Zugleich habe sie dem Gesuchsgegner ein Besuchsrecht von drei
Wochenenden pro Monat zugestanden (Urk. 129 S. 2) und sei damit über das von
der Kindsvertreterin beantragte Besuchsrecht hinaus gegangen (Urk. 119 S. 1 f.;
Prot. I S. 91). Weiter habe die Gesuchstellerin in der persönlichen Befragung
- 24 -
glaubhaft ausgeführt, sie versuche jeweils, C._ auf den Wechsel zum Vater
positiv einzustimmen, damit er gerne zum Vater gehe (Prot. I S. 83). Vorbehalte
oder ein Misstrauen der Gesuchstellerin gegenüber dem Gesuchsgegner als Va-
ter seien in den Verhandlungen keine feststellbar gewesen. Schliesslich habe die
Kindsvertreterin bei der Gesuchstellerin keinerlei Anzeichen feststellen können,
dass sie den Kontakt zwischen Vater und Sohn nicht unterstützen würde
(Urk. 119 S. 5). Die Bindungstoleranz der Gesuchstellerin sei als hoch einzu-
schätzen. Es sei folglich davon auszugehen, dass die Gesuchstellerin, wenn ihr
die Obhut zugeteilt würde, den Kontakt zwischen Vater und Sohn optimal unter-
stützen und fördern würde (Urk. 141 S. 19 f.).
4.7.3. Zur Bindungstoleranz des Gesuchsgegners erwog die Vorinstanz, die
Kindsvertreterin habe ausgeführt, der Gesuchsgegner habe sehr klare Vorstellun-
gen, was für C._ das Beste sei. Auf Alternativen zu seiner Meinung lasse er
sich kaum ein (Urk. 119 S. 4). Als es während der Grenzschliessungen im Rah-
men der Corona-Pandemie zu Spannungen zwischen den Eltern gekommen sei,
habe der Gesuchsgegner länger als nötig am Ausnahmezustand festhalten wol-
len. Er habe während seiner Betreuungszeiten von C._ auf die Kontaktauf-
nahmen seines Rechtsvertreters nicht reagiert, was eine Lösung dieses Konflikts
erschwert habe (Urk. 119 S. 4 f.). Letztlich komme die Kindsvertreterin aufgrund
vieler Einzeleindrücke zum Schluss, die Bindungstoleranz sei beim Gesuchsgeg-
ner tiefer (Prot. I S. 91). Der Gesuchsgegner habe in seinen persönlichen Befra-
gungen zwar betont, die Gesuchstellerin sei als Mutter für C._ sehr wichtig
(Prot. I S. 37). Zugleich sei aber stets ein gewisses Misstrauen gegenüber der
Gesuchstellerin und F._ als Wohnort von C._ spürbar gewesen
(Urk. 141 S. 20 f.).
– Beispielsweise habe der Gesuchsgegner ausgeführt, seiner Ansicht
nach sei C._ aufgrund der Überschreitung von statistischen Wer-
ten übergewichtig bzw. sogar adipös, und er habe befürchtet, die Ge-
suchstellerin habe ihm irgendwelche Empfehlungen des Kinderarztes
vorenthalten (Prot. I S. 70 f.). Zufolge der glaubhaften Ausführungen
der Gesuchstellerin sei C._ aber als normalgewichtig eingestuft
- 25 -
worden und es habe keine Ernährungsempfehlungen des Kinderarztes
gegeben (Prot. I S. 83; Urk. 141 S. 20).
– Der Gesuchsgegner habe weiter befürchtet, die Gesuchstellerin habe
den Kinderarzt gewechselt, ohne dies mit ihm abgesprochen bzw. ihn
darüber informiert zu haben, da der besagte Arzttermin nicht bei der
üblichen Kinderärztin stattgefunden habe, woraufhin die Gesuchstelle-
rin glaubhaft vorgebracht habe, die Kinderärztin sei in den Ferien ge-
wesen und der Arzttermin habe deshalb bei ihrem Stellvertreter stattge-
funden (Prot. I S. 89 f.; Urk. 141 S. 20 f.).
– Ferner habe der Gesuchsgegner die Befürchtung geäussert, C._
könnte aufgrund von sprachlichen Schwierigkeiten in F._ sozial
isoliert sein (Prot. I S. 73 f.; Urk. 141 S. 21).
– Sodann habe der Gesuchsgegner auch erklärt, C._ sei Franzose
und sollte den Hauptteil seines Lebens in Frankreich verbringen (Prot. I
S. 36; Urk. 141 S. 21).
Die Einschätzung der Kindsvertreterin zur Bindungstoleranz des Ge-
suchsgegners decke sich mit den Eindrücken des Gerichts anlässlich der Ver-
handlungen. Was die Spannungen zwischen den Parteien im Rahmen des Aus-
nahmezustands während der Corona-Pandemie betreffe, so sei für das Gericht
der genaue Hergang der Ereignisse nicht nachvollziehbar. Erkennbar sei zumin-
dest, dass die am 11. April 2020 von den Parteien unterzeichnete Vereinbarung
betreffend die Regelung während des Ausnahmezustands für die Gesuchstellerin
doch ziemlich unvorteilhaft gewesen sei. Die Vereinbarung habe vorgesehen,
dass die Übergabe von C._ an der Landesgrenze von E._ stattfinde und
beide Elternteile den Reiseweg zur Übergabe auf eigene Kosten übernehmen
müssen. Es sei also nicht vorgesehen gewesen, dass der Gesuchsgegner, wel-
cher bis anhin die Kosten für die Reisen von C._ zwischen seinen Eltern al-
leine bestritten habe, sich an den Kosten der Gesuchstellerin beteiligen würde
(Urk. 128/1). Die Gesuchstellerin verfüge über kein Auto. Sie habe die ÖV-Kosten
für die Rückfahrttickets von F._ nach E._ selber berappen müssen. Da
- 26 -
sie vom Sozialamt finanziell unterstützt werde (Urk. 121/10) und das Sozialamt
solche ausserordentlichen Kosten praxisgemäss nicht übernehme (Prot. I S. 91),
dürfte diese Vereinbarung die Gesuchstellerin finanziell massiv belastet haben.
Während der Corona-Pandemie sei die Kindsvertreterin in regem Austausch mit
den Parteien und den Parteienvertretern gestanden und über die aussergericht-
lich geführten Diskussionen informiert worden (Urk. 119 S. 2; Urk. 133). Die
Kindsvertreterin habe sich daher im Vergleich zum Gericht einen besseren Ein-
druck vom Verhalten der Parteien während des durch die Corona-Pandemie ver-
ursachten Ausnahmezustands machen können. Es sei daher sachgerecht, auf die
diesbezüglichen Ausführungen der Kindsvertreterin abzustellen (Urk. 141 S. 21
f.).
Zusammengefasst sei die Bindungstoleranz des Gesuchsgegners tiefer
als die Bindungstoleranz der Gesuchstellerin einzustufen (Urk. 141 S. 22).
4.7.4. Der Gesuchsgegner moniert, die Vorinstanz habe seine Bindungstoleranz
zu tief und diejenige der Gesuchstellerin zu hoch und damit für beide Parteien
falsch eingeschätzt (Urk. 140 S. 16). Die Gesuchstellerin und die Kindsvertreterin
halten dagegen (Urk. 148 S. 12 f., Urk. 151 S. 11).
4.7.5. Aufenthalt in der Kriseninterventionsstelle
4.7.5.1. Konkret rügt der Gesuchsgegner, die Vorinstanz habe im Zusammenhang
mit dem Aufenthalt der Gesuchstellerin und C._ in der Kriseninterventions-
stelle nicht beachtet, dass die Gesuchstellerin C._ nicht mit sich hätte neh-
men müssen, sondern für sich alleine eine Bleibe hätte suchen können. C._
sei von beiden Eltern zu gleichen Teilen betreut worden. Während seiner Arbeits-
losigkeit habe er die Betreuung für C._ zudem mehrheitlich übernommen,
weshalb kein Vorrecht der Gesuchstellerin auf die Betreuung von C._ be-
standen habe. Sodann habe er alles in die Wege geleitet, um C._ wieder se-
hen zu können, und er habe die Betreuungssituation akzeptiert, ohne sie negativ
gegenüber C._ zu kommentieren (Urk. 140 S. 10; Urk. 155 S. 5).
- 27 -
4.7.5.2. Es ist nachvollziehbar, dass der Gesuchsgegner den Wegzug der Ge-
suchstellerin ins Kriseninterventionszentrum zusammen mit C._ als Zeichen
für eine geringe Bindungstoleranz erachtet. Ebenso ist es aber auch nachvoll-
ziehbar, dass die Gesuchstellerin C._ mit sich ins Kriseninterventionszent-
rum nahm, um C._, wie von ihr geltend gemacht, nach der Eskalation zwi-
schen den Parteien eine gewisse Ruhe zu verschaffen (Urk. 148 S. 8). Wie der
Gesuchsgegner selbst vorbringt, wurde C._ von beiden Elternteilen betreut.
Eine erhebliche Mehrbetreuung durch den Gesuchsgegner wird von der Gesuch-
stellerin bestritten (Urk. 148 S. 4) und kann vom Gesuchsgegner allein mit dem
Verweis auf seine damalige Arbeitslosigkeit nicht glaubhaft gemacht werden. Es
ist daher auch nicht zu bemängeln, dass die Vorinstanz ihr Augenmerk nicht auf
den Zeitpunkt der Trennung und damit auf den Höhepunkt der Eskalation setzte,
sondern auf das weitere Verhalten der Gesuchstellerin während des Aufenthalts
im Kriseninterventionszentrum und ihre Bereitschaft, dem Gesuchsgegner auch in
dieser Situation ein Besuchsrecht zu ermöglichen.
4.7.5.3. Im Rahmen seines unbedingten Replikrechts machte der Gesuchsgegner
zudem geltend, die Gesuchstellerin habe ihn im Februar 2019 während drei Wo-
chen nicht mit C._ telefonieren lassen, obwohl er sich regelmässig bei ihr
gemeldet habe (Urk. 155 S. 6). Diese Behauptung ist neu und erscheint unglaub-
haft, da sich die Gesuchstellerin einerseits mit einem Besuchsrecht für den Ge-
suchsgegner während ihrem Aufenthalt im Kriseninterventionszentrum einver-
standen erklärte und andererseits keine Telefonate zwischen ihm und dem Ge-
suchsgegner zugelassen haben soll. Der Vorhalt des Gesuchsgegners ist im Üb-
rigen zu wenig substantiiert, als dass er an der Bindungstoleranz der Gesuchstel-
lerin Zweifel hervorzurufen vermöchte.
4.7.6. Bereitschaft zur alternierenden Obhut
4.7.6.1. Weiter moniert der Gesuchsgegner, die Einwilligung der Gesuchstellerin
zur alternierenden Obhut für die Dauer des Verfahrens könne nicht als Zeichen
für eine hohe Bindungstoleranz gewichtet werden. Die Gesuchstellerin habe
schliesslich gewusst, dass sie mit einem Antrag auf alleinige Obhut keine reellen
Chancen gehabt hätte, da C._ bis anhin von beiden Parteien gemeinsam be-
- 28 -
treut worden sei. Ausserdem habe er ebenfalls einen Antrag auf alternierende
Obhut gestellt. Zusätzlich wäre er damit einverstanden gewesen, seinen Wohnsitz
näher an die französisch-schweizerische Grenze zu verlegen, um C._ wei-
terhin die alternierende Obhut zu ermöglichen. Die Gesuchstellerin hätte ihrerseits
nach E._ oder in die nähere Umgebung ziehen können, wo sie bestimmt
auch eine Anstellung gefunden hätte (Urk. 140 S. 11 f.). Die Idee, dass beide Par-
teien in die Grenzregion ziehen werden, sei von den damaligen Rechtsvertretern
an der Fortsetzung der Eheschutzverhandlung am 10. März 2020 thematisiert und
diskutiert worden (Urk. 155 S. 7 f.). Die Gesuchstellerin bestreitet, dass die Par-
teien einen Umzug an die Grenze thematisiert hätten. Sie habe nie ihre Arbeits-
stelle und ihr soziales Umfeld, welches sie mit C._ teile, verlassen wollen.
Der Gesuchsgegner bewohne eine Liegenschaft mit relativ geringen Wohnkosten
(Urk. 148 S. 8 f.).
4.7.6.2. Der Gesuchsgegner verkennt, dass nicht der Antrag an sich die Bin-
dungstoleranz der Gesuchstellerin widerspiegelt, sondern dass sie sich während
des vorinstanzlichen Verfahrens bereit erklärte, den Kontakt zwischen Vater und
Kind zu ermöglichen, und schliesslich auch ein weitergehendes Besuchsrecht für
den Gesuchsgegner beantragte, als es die Kindsvertreterin vorsah.
4.7.6.3. Am 10. März 2020 fand eine Instruktionsverhandlung statt, wobei der In-
halt der geführten Vergleichsgespräche nicht protokolliert wurde (Prot. I S. 51 f.).
Vergleichsgespräche sollen vertraulich bleiben, um eine einvernehmliche Erledi-
gung des Verfahrens zu ermöglichen, ohne dass danach eine Seite die andere
auf bestimmte Aus- oder Zusagen bzw. Angebote im Rahmen der Vergleichsge-
spräche behaften kann, die zu Vergleichszwecken und ohne Auswirkungen auf
ein allfälliges Urteil des Gerichtes gemacht wurden. Ausserdem ist vorliegend
nicht zu beurteilen, was die Parteien alles tun könnten, um die Voraussetzungen
für eine alternierende Obhut zu schaffen. Wie auch die Kindsvertreterin festhielt,
ist es aus Sicht von C._ zwar bedauerlich, dass keine der Parteien zu einem
Wohnortswechsel bereit ist. Das Festhalten an den jeweiligen Wohnorten ist aus
Sicht der Parteien aber ebenfalls nachvollziehbar (Urk. 151 S. 2) und spricht we-
der für noch gegen ihre Bindungstoleranz.
- 29 -
4.7.7. Lockdown
4.7.7.1. Der Gesuchsgegner wendet ausserdem ein, die Gesuchstellerin habe
sich während des Lockdowns mehrfach mit der Kindsvertreterin in Verbindung
gesetzt, die sich aber nie bei ihm gemeldet habe, um sich ein objektives Bild von
der Situation zu machen (Urk. 140 S. 13). Es sei willkürlich, wenn die Vorinstanz
aufgrund einzelner Äusserungen von Drittpersonen (gemeint ist die Kindsvertrete-
rin), seine Bindungstoleranz weniger hoch als diejenige der Gesuchstellerin er-
achte. Er habe sich immer darum bemüht, mit der Gesuchstellerin in Kontakt zu
bleiben. Die "Corona-Vereinbarung" vom 11. April 2020 sei nicht zu Ungunsten
der Gesuchstellerin ausgefallen. Ebenso treffe es nicht zu, dass er länger als
notwendig an der Regelung des Ausnahmezustandes habe festhalten wollen oder
dass er auf die Kontaktaufnahme seines damaligen Rechtsvertreters nicht rea-
giert habe. Die Vorinstanz stelle hierbei auf Äusserungen der Kindsvertreterin ab,
die keine Belege dazu eingereicht habe. Tatsächlich sei die Grenze zwischen der
Schweiz und Frankreich bis 16. Juni 2020 geschlossen und Ausnahmen seien ab
dem 6. Juni 2020 zugelassen gewesen. Er habe sich bereits am 5. Juni 2020 mit
seinem damaligen Rechtsvertreter in Verbindung gesetzt, um sich über den mög-
lichen Betreuungsrhythmus zu informieren (Urk. 140 S. 12 f.). Erst am 9. Juni
2020 abends habe sein damaliger Rechtsvertreter der Gesuchstellerin mitgeteilt,
dass er (der Gesuchsgegner) C._ am 11. Juni 2020 zurückbringen werde. In
ihrer Antwortsemail habe die Gesuchstellerin verlangt, er habe C._ sofort
nach F._ zu fahren. Dies habe er nicht getan, da er bereits einige Kinder zu
einem Spielnachmittag in D._ eingeladen gehabt habe und davon ausge-
gangen sei, C._ am Folgetag in die Schweiz zu fahren (Urk. 155 S. 7).
4.7.7.2. Hiergegen wendet die Kindsvertreterin ein, einerseits habe sie die Ge-
suchstellerin jeweils an ihre Rechtsvertreterin verwiesen, wenn diese mit ihr Kon-
takt aufgenommen habe, und sie habe sich andererseits mit dem damaligen Ver-
treter des Gesuchsgegners in Verbindung gesetzt (Urk. 151 S. 8).
4.7.7.3. Zudem legt die Kindsvertreterin den Schriftenwechsel zwischen ihr und
den Parteien für die Zeit der Grenzschliessung im Zusammenhang mit der
Corona-Pandemie offen (Urk. 151 S. 3 ff.; Urk. 153/1-17). Diesem, so die Kinds-
- 30 -
vertreterin, sei zusammengefasst zu entnehmen: C._ sei im Zeitpunkt der
Grenzschliessung im März 2020 beim Gesuchsgegner gewesen. Die Parteien
hätten sich mit Hilfe ihrer Vertreter darauf einigen können, C._ für die kom-
mende Zeit wöchentlich von Samstag bis Samstag zu betreuen, wobei die Über-
gabe jeweils an der Grenze G._ – E._ stattfinden sollte. Der Gesuchs-
gegner habe eine Kostenbeteiligung an den Transportkosten der Gesuchstellerin
abgelehnt. Am 6. Mai 2020 habe die Gesuchstellerin die Rückkehr zur gerichtli-
chen Betreuungsregelung gefordert. Am darauf folgenden Samstag, 9. Mai 2020,
habe der Gesuchsgegner C._ bei der Gesuchstellerin abgeholt, ihn jedoch
am kommenden Dienstag oder Mittwoch nicht mehr zurückgebracht. Bis zum
11. Juni 2020 habe sich der Gesuchsgegner auf den Standpunkt gestellt, die
Corona-Vereinbarung sei gültig, solange Frankreich die Grenzen nicht wieder
vollständig geöffnet habe. Der damalige Vertreter des Gesuchsgegners habe ge-
genüber der Gegenpartei und gegenüber ihr (der Kindsvertreterin) auf die einge-
schränkte Erreichbarkeit seines Klienten hingewiesen. Je länger je mehr habe die
Gesuchstellerin das Gefühl gehabt, mit ihren Anliegen ignoriert zu werden, und
C._ habe zudem viermal die Kita in F._ verpasst (Urk. 151 S. 8).
4.7.7.4. Die Gesuchstellerin hält ihrerseits dem Gesuchsgegner entgegen, wäh-
rend den letzten Monaten und insbesondere während der Ausnahmesituation be-
dingt durch die Covid-19-Pandemie habe sich gezeigt, sobald Hindernisse zu be-
wältigen seien, wenn zum Beispiel Verhandlungen und Anfragen für Spezialrege-
lungen beim Zoll hätten erfragt werden müssen, habe die Bindungstoleranz beim
Gesuchsgegner nachgelassen und er habe sich auf den Standpunkt gestellt, es
gehe nicht und C._ bleibe bei ihm (Urk. 148 S. 8 f.). Der Gesuchsgegner sei
weder für sie (die Gesuchstellerin) noch seinen Rechtsvertreter telefonisch oder
per E-Mail erreichbar gewesen. Er habe verlauten lassen, wenn C._ bei ihm
sei, widme er sich ausschliesslich dem Kind. Vergeblich habe sie versucht mit der
Kindsvertreterin den Kontakt zu C._ wieder herzustellen. Die "Corona Ver-
einbarung" sei unter Zwang zustande gekommen, da sie andernfalls C._ wo-
chenweise nicht gesehen hätte. Mit der Vereinbarung sei sie in finanzieller sowie
zeitlicher Hinsicht benachteiligt gewesen, weil sie die Wegkosten und -zeit auf
- 31 -
sich habe nehmen müssen, um C._ zu holen und zu bringen (Urk. 148 S. 10
f.).
4.7.7.5. Sowohl die Ausführungen der Gesuchstellerin als auch diejenigen der
Kindsvertreterin stehen denjenigen des Gesuchsgegners entgegen. Dass es dem
Gesuchsgegner vor dem 16. Juni 2020 nicht möglich gewesen sei, C._ nach
F._ zu bringen oder ihn zu holen, erscheint nicht glaubhaft, da er ihn offenbar
am 9. Mai 2020 in F._ abholen konnte (vgl. Urk. 151 S. 6; Urk. 153/2). Her-
vorzuheben ist weiter die E-Mail der Kindsvertreterin vom 26. Mai 2020 an die
Parteien, in der sie darauf hinweist, die Vereinbarung vom 11. April 2020 gelte
aus ihrer Sicht nur solange die Umsetzung der üblichen Betreuungsregelung auf-
grund von durch Corona bedingten Restriktionen nicht möglich sei. Wenn die Ein-
und Ausreise für den Gesuchsgegner mit C._ tatsächlich wieder gestattet
sei, sei ihres Erachtens wieder die übliche Betreuungsregelung umzusetzen
(Urk. 153/13). In der Folge teilte der damalige Rechtsvertreter gleichentags der
Gesuchstellerin und der Kindsvertreterin mit, der Gesuchsgegner wolle sich in der
Zeit, während er C._ betreue, voll auf ihn konzentrieren, weshalb er die An-
waltskorrespondenz in der Regel erst an Mutter-Tagen (während C._ bei der
Gesuchstellerin ist) lese und beantworte. Ausserdem wünsche er nur schriftliche
Kommunikation, weshalb er (sein damaliger Rechtsvertreter) ihn telefonisch nicht
erreichen könne. Dies mache es für ihn unmöglich, innert der von ihm (dem da-
maligen Rechtsvertreter) gewünschten Zeit Instruktionen vom Gesuchsgegner
einzuholen (Urk. 153/2). Demnach schaffte der Gesuchsgegner bewusst zu sei-
nen Gunsten Kommunikationsbarrieren, was ihm – entgegen seiner Meinung
(vgl. Urk. 155 S. 7) – anzulasten ist. Ausserdem hätte der Gesuchsgegner, statt
am geplanten Spielnachmittag mit den Freunden von C._ in D._ festzu-
halten, diesen auch verschieben können.
4.7.7.6. Der zeitliche und finanzielle Mehraufwand der Gesuchstellerin gemäss
der Vereinbarung vom 11. April 2020 (Urk. 128) ist gegenüber demjenigen ge-
mäss der Vereinbarung vom 12. Februar 2019 (Urk. 24) offensichtlich.
4.7.7.7. Die vorinstanzlichen Erwägungen erweisen sich als zutreffend.
- 32 -
4.7.8. Ferien
4.7.8.1. Sodann lastet der Gesuchsgegner der Gesuchstellerin an, seine Rechts-
vertretung habe am 1. April 2019 und im Juli 2020 intervenieren müssen, da die
Gesuchstellerin ihm C._ nicht für die Ferien habe übergeben wollen. Anfangs
2020 habe die Gesuchstellerin zudem eine weitere Ferienwoche mit C._ ver-
bringen wollen, ohne ihm (dem Gesuchsgegner) eine zusätzliche Ferienwoche
einzuräumen (Urk. 140 S. 14).
4.7.8.2. Die Gesuchstellerin wendet dagegen ein, in der ursprünglichen Vereinba-
rung betreffend vorsorgliche Massnahmen im Eheschutz sei als Ferienbeginn
einmal der Freitag und einmal der Sonntag festgehalten worden. Nachdem sie
(die Gesuchstellerin) auf die Übergabetage hingewiesen worden sei, hätten die
Ferien jeweils ordnungsgemäss beginnen können (Urk. 148 S. 11).
4.7.8.3. Die Kindsvertreterin führt zusätzlich aus, anlässlich der Hauptverhandlung
vom 20. Oktober 2020 hätten sich die Parteien über die Ferienwochen gestritten,
die der Gesuchstellerin noch zustehen würden. Der Gesuchsgegner habe sich auf
den Standpunkt gestellt, die Gesuchstellerin habe eine Woche zum Jahr 2019 ge-
zählt, die aber im Januar 2020 stattgefunden habe. Er habe gleich viele Ferien
gefordert, weshalb C._, der in jenem Zeitpunkt bei ihm gewesen sei, noch
eine Woche länger bei ihm hätte bleiben sollen. Nach Diskussionen über einen
Kompromiss, habe die Gesuchstellerin um des Friedens willen hierzu eingewilligt.
Angesichts der speziellen Situation rund um die COVID-19-Pandemie und der
hälftigen Betreuungsregelung habe sie das Beharren des Gesuchsgegner auf
diese Woche erstaunt, schliesslich handle es sich beim Gesuchsgegner nicht um
einen Besuchsberechtigten, der sein Kind sehr wenig sehe. Diese Situation mit
dem Beharren des Gesuchsgegners habe zudem den Eindruck bestätigt, dass die
Gesuchstellerin
eher zu Kompromissen bereit sei als er (Urk. 151 S. 11).
4.7.8.4. Der Gesuchsgegner hält selbst fest, nach den Interventionen habe die
Gesuchstellerin die Ferienregelung jeweils eingehalten. Es erscheint auch glaub-
haft, dass die Gesuchstellerin den jeweiligen Beginn der Ferien verwechselt hat.
- 33 -
Ob die strittige Ferienwoche nun dem Gesuchsgegner oder der Gesuchstellerin
zugestanden hat, kann offenbleiben. Die Aussage der Kindsvertreterin hinsichtlich
der Kompromissbereitschaft der Parteien, ist als ihr persönlicher Eindruck zur
Kenntnis zu nehmen.
4.7.9. Charakter der Parteien
4.7.9.1. Zusätzlich fügt der Gesuchsgegner an, er versuche stets, flexibel zu sein
und die Fragen der Gesuchstellerin zu ihren Gunsten zu beantworten. Es könne
sein, dass er mit seiner klaren und sachlichen Art und den entsprechenden An-
sichten weniger emotional wahrgenommen werde als die Gesuchstellerin. Diese
sei jedoch oftmals auch aufgrund ihres Temperamentes unsachlich und benötige
für viele Fragen eine klare Anleitung (Urk. 140 S. 13).
Bezüglich des Gewichts von C._ habe er nur seine Sorge geäussert,
dass dieser gesundheitliche Probleme bekommen könnte. Er kümmere sich sehr
um eine dem Kindeswohl entsprechende Betreuung und merke, was C._ für
seine Gesundheit benötige. Die Gesuchstellerin verfüge hingegen nicht in allen
Bereichen über die Kompetenz, um erkennen zu können, was C._ im Mo-
ment für seine Entwicklung benötige (Urk. 140 S. 14).
Mit seinen Aussagen, er sehe die Zukunft von C._ mehr in Frank-
reich als in der Schweiz und C._ sei Franzose, sei er nicht davon ausgegan-
gen, C._ dürfe keinen oder nur einen reduzierten Kontakt zur Gesuchstellerin
haben. Es gehe ihm darum, dass sich C._ optimal entwickeln und Selbstver-
trauen aufbauen könne, was am einfachsten sei, wenn er die Sprache des Woh-
nortes spreche. Seinem Eindruck nach sei C._ in F._ vermehrt isoliert.
Für C._, der mit der Gesuchstellerin Spanisch spreche, sei es eine sehr
grosse Herausforderung, sich in der Deutschschweiz zu integrieren und zu sozia-
lisieren (Urk. 140 S. 15).
4.7.9.2. Die Gesuchstellerin bestreitet, sich unsachlich zu verhalten und für viele
Fragen eine klare Anleitung zu benötigen. Die Anweisungen des Gesuchsgegners
nehme sie vielmehr als Befehle war (Urk. 148 S. 11).
- 34 -
4.7.9.3. Die Kindsvertreterin fügte in ihrer Stellungnahme vom 12. März 2020 als
Ergänzung zu ihrer Einschätzung der Bindungstoleranz an, beim geplanten Um-
zug nach Frankreich habe es sich nicht um einen langsam gereiften, gemeinsa-
men Entscheid der Parteien gehandelt, wie den Ausführungen des Gesuchsgeg-
ners zu entnehmen sei (Urk. 140 S. 7), sondern um einen Entschluss, den der
Gesuchsgegner für sich gefasst und der Gesuchstellerin mittgeilt und darlegt ha-
be. Selbstverständlich seien die Überlegungen und Ziele des Gesuchsgegners
sinnvoll gewesen und hätten aus seiner Sicht im Wohle der Familie gelegen. Es
sei nicht so, dass der Gesuchsgegner eine unüberlegte oder unvernünftige Ent-
scheidung getroffen habe und diese nun durchsetzen wolle. Aber es sei seine
Entscheidung gewesen. Weil diese für ihn logisch gewesen und begründbar ge-
wesen sei, sei er davon ausgegangen, dass sie die einzig richtige für die Familie
sei. Er scheine heute noch davon überzeugt zu sein, dass D._ der (einzig)
richtige Wohnort für C._ sei (Urk. 151 S. 9).
Weiter hält die Kindsvertreterin fest, der Gesuchsgegner habe C._ in
Frankreich in die Vorschule geschickt, ohne dies vorgängig mit der Gesuchstelle-
rin besprochen zu haben. Die Gesuchstellerin habe ihr mitgeteilt, sie freue sich für
C._, dass er den Kindergarten besuchen könne. Sie (die Gesuchstellerin)
bedaure aber, dass der Gesuchsgegner diesen Schritt nicht mit ihr besprochen
habe. C._ habe von der Gesuchstellerin positives Feedback zum Besuch des
Kindergartens in D._ bekommen, so die Kindsvertreterin. Umgekehrt habe
die Kindsvertreterin aber nicht bemerkt, dass der Gesuchsgegner den Kita-
Besuch von C._ in F._ unterstützt hätte. Durch sein Festhalten an der
wochenweisen Betreuung habe C._ die Kita mehrmals verpasst und der An-
trag des Gesuchsgegners auf wöchentlich wechselnde Betreuung während der
Zeit bis Juli bzw. August 2021 habe es C._ verunmöglicht, die Kita in
F._ jede Woche zu besuchen (Urk. 151 S. 10).
Es sei diese Haltung des Gesuchsgegners gewesen, die sie (die Kinds-
vertreterin) dazu bewogen habe, die Zuteilung der Obhut an die Gesuchstellerin
zu beantragen. Der Gesuchsgegner treffe Entscheidungen (im Kleinen wie im
Grossen), die er für richtig halte und übertrage sie dann auf seine Umwelt. Diese
- 35 -
Haltung bestehe auch gegenüber C._. Aufgrund der Gespräche mit den Par-
teien, ihren Beobachtungen und Eindrücken gehe sie davon aus, dass C._
bei der Gesuchstellerin sehr viel mehr seine eigene Meinung entwickeln könne,
als beim Gesuchsgegner. C._ sei heute stark auf seinen Vater fixiert, was
sich bei den Treffen mit ihm darin geäussert habe, dass sie eher Zuschauerin ge-
wesen sei. Bei der Gesuchstellerin hätten mehr Interaktionen zwischen ihr (der
Kindsvertreterin) und C._ stattgefunden. Der Gesuchsgegner gebe C._
mit seiner klaren Haltung zwar Stabilität und Sicherheit. Das sei in einem gewis-
sen Masse durchaus positiv. Doch gleichzeitig könne seine Haltung C._'
Entwicklung zu einer selbständigen Persönlichkeit einengen. Gerade in der vor-
liegenden Situation, da die Parteien getrennt voneinander lebten, sei die skepti-
sche Haltung des Gesuchsgegners gegenüber der Gesuchstellerin und vor allem
gegenüber dem Wohn- und Schulort F._ für C._ schädlich. Die Gefahr,
dass er die Ablehnung übernehme, sei gross. Der Gesuchsgegner vertrete sehr
deutlich und fortgesetzt die Haltung, C._ sei Franzose und müsse in Frank-
reich beschult werden. C._ sei anwesend gewesen, als der Gesuchsgegner
ihr (der Kindsvertreterin) seinen Standpunkt dargelegt habe. In Bezug auf die
deutsche Sprache habe der beschriebene Prozess wahrscheinlich bereits begon-
nen. Anlässlich des Zusammentreffens vom 30. September 2020 habe sich
C._ sehr klar geäussert, der Gesuchsgegner solle sich mit ihr nicht auf
Deutsch unterhalten (Urk. 151 S. 9 f.).
4.7.9.4. Bei der Abwägung der Bindungstoleranz der Parteien geht es nicht da-
rum, ob der Gesuchsgegner nun als sachliche oder die Gesuchstellerin als emoti-
onale Person wahrgenommen werden, sondern allein darum, welcher Elternteil
mehr Gewähr dafür bietet, dass C._ die Beziehung zum anderen Elternteil
und dessen Umfeld unbelastet leben kann. Die Sorge des Gesuchsgegners um
die Gesundheit von C._ ist bei seiner Erziehungsfähigkeit zu beachten.
Demgegenüber sind seine Zweifel hinsichtlich der Erziehungskompetenz der Ge-
suchstellerin im Rahmen der Bindungstoleranz zu berücksichtigen, insbesondere
wenn wie vorliegend die Zweifel unbegründet erscheinen, zumal er die Erzie-
hungsfähigkeit der Gesuchstellerin nicht glaubhaft in Zweifel zu ziehen vermag.
Gleiches gilt es zu den Aussagen des Gesuchsgegners betreffend seine Ansicht
- 36 -
zu den Entwicklungschancen von C._ in Frankreich zu sagen. Eine Abwä-
gung wurde hierzu bereits bei den familiären, den örtlichen Verhältnisse und der
Umfeldanalyse durchgeführt, wobei sowohl von der Vorinstanz als auch vorste-
hend festgehalten wurde, dass die Entwicklungschancen für C._ sowohl in
Frankreich als auch in der Schweiz intakt sind, egal welcher Partei die Obhut zu-
gesprochen wird. Im weiteren erscheinen die Ausführungen der Kindsvertreterin
glaubhaft.
4.7.10. Streit vom 13. Februar 2021
Auch dem Streit zwischen den Parteien vom 13. Februar 2021 betreffend
die Übergabemodalitäten von C._ (Urk. 155 S. 4) vermag der Gesuchsgeg-
ner nichts Erhebliches in Bezug auf die Bindungstoleranz der Gesuchstellerin vor-
zubringen. Die Gesuchstellerin beschwert sich nach Angabe des Gesuchsgeg-
ners und den von ihm eingereichten Whats-App-Auszügen über dessen Verhal-
ten, wenngleich in aufgebrachten Ton. In Bezug auf die Betreuung von C._
lässt sie sich aber nicht aus, weshalb den weiteren Ausführungen des Gesuchs-
gegners hierzu einzig eine Auseinandersetzung zwischen den Parteien auf der
Paarebene entnommen werden kann (vgl. Urk.157/2).
4.7.11. Fazit
4.7.11.1. Die Bindungstoleranz einer Partei kann nicht anhand einer einzelnen Si-
tuation resp. Handlung gemessen werden. Die Vorinstanz hob jedoch gleich ei-
nem Mosaik, einzelne Vorkommnisse und Anhaltspunkte hervor, welche einen
hinreichenden Vergleich zwischen der Bindungstoleranz der Gesuchstellerin und
derjenigen des Gesuchsgegners zulassen. Die gestützt auf diesen Erkenntnissen
erfolgte Einschätzung der Vorinstanz, wonach die Bindungstoleranz der Gesuch-
stellerin höher einzuschätzen sei als diejenige des Gesuchsgegners, vermochte
der Gesuchsgegner im Berufungsverfahren nicht zu entkräften. Vielmehr zeigt
sich auch im vorliegenden Verfahren, dass der Gesuchsgegner ein fürsorglicher
Vater ist, der mit Sicherheit nur das Beste für C._ will, gleichzeitig aber der
Gesuchstellerin nicht zutraut, sich ebenso wie er um C._ kümmern zu kön-
- 37 -
nen, wobei seine Zweifel auf keiner hinreichend glaubhaft gemachten Grundlage
beruhen.
4.7.11.2. Entsprechend ist der Vorinstanz zu folgen und davon auszugehen, dass
die Gesuchstellerin ihr Bestmögliches tun wird, um den Kontakt zwischen dem
Gesuchsgegner und C._ zu fördern (vgl. Urk. 141 S. 22), während der Bin-
dungstoleranz des Gesuchsgegners die vorgenannten Zweifel entgegenstehen.
Die Rügen des Gesuchsgegners sind in diesem Punkt somit unbegründet und
seine Berufung hierzu ist entsprechend abzuweisen. C._ ist unter die alleini-
ge Obhut der Gesuchstellerin zu stellen.
5. Besuchsrechts- und Ferienregelung
5.1. Da das vorinstanzliche Urteil in Bezug auf die Obhut zu bestätigen ist (vgl.
E. 4.7.11.2.), sind auch die Berufungsanträge 3 bis 5 des Gesuchsgegners betref-
fend die vorinstanzlichen Besuchsrechts- und Ferienregelungen (Dispositiv-Ziffern
5-7) abzuweisen, da sie im Hinblick auf eine alleinige Obhut beim Gesuchsgegner
gestellt wurden (Urk. 140 S. 19).
5.2. Die von der Kindsvertreterin beantragte Anpassung der Übergabezeit bis
Ende Juli 2021 (Urk. 151 S. 1) ist aufgrund Zeitablaufs gegenstandslos geworden.
Die vorinstanzliche Regelung gemäss Dispositiv-Ziffern 5-7 ist zu bestätigen.
6. Unterhalt
6.1. Ausgangslage
6.1.1. Vorweg festzuhalten ist, dass auf die Rügen des Gesuchsgegners gegen
die vorinstanzliche Unterhaltsfestsetzung nur soweit eingegangen wird, als sie mit
der Bestätigung der vorinstanzlichen Obhutszuteilung an die Gesuchstellerin rele-
vant sind.
6.1.2. Die Vorinstanz orientierte sich bei der Phasenbildung an den Betreuungs-
verhältnissen für C._ und stellte auf drei Phasen ab, deren Aufteilung vom
Gesuchsgegner nicht beanstandet wurde (Urk. 140 S. 19). Die erste Phase dau-
erte von der Trennung der Parteien am 20. Januar 2019 bis 31. März 2019 als die
- 38 -
Gesuchstellerin eine eigene Wohnung in F._ bezog. In dieser Zeit konnte der
Gesuchgegner C._ nur sehr eingeschränkt sehen. In der zweiten Phase, ab
dem 1. April 2019 bis zum Eintritt von C._ in den Kindergarten (31. Juli 2021)
teilten sich die Parteien die Betreuung von C._ hälftig und in der dritten Pha-
se ab dem 1. August 2021 steht dem Gesuchsgegner ein ausgeweitetes Woche-
nend- und Ferienbesuchsrecht zu (Urk. 141 S. 27 f.).
6.1.3. In den drei Phasen rechnete die Vorinstanz den Parteien und C._
folgende Einkommen an (Urk. 141 S. 29, S. 30 und S. 36): Phase I
20. Januar 2019 - 31. März 2019
Phase II 1. April 2019 - 31. Juli 2021
Phase III ab 1. August 2021
Gesuchstellerin Fr. 0.– Fr. 900.– Fr. 1'350.– C._ Fr. 0.– Fr. 690.– Fr. 200.– Gesuchsgegner Fr. 0.– Fr. 0.– Fr. 2'590.–
6.1.4. Den monatlichen Bedarf der Parteien und von C._ setzte die Vorin-
stanz wie folgt fest (Urk. 141 S. 39, S. 40 f. und S. 45):
Gesuchstellerin
Phase I 20. Januar 2019 - 31. März 2019
Phase II 1. April 2019 - 31. Juli 2021
Phase III ab 1. August 2021
Grundbetrag: Fr. 1'350.– Fr. 1'275.– Fr. 1'350.– Wohnkosten  Nebenkosten ( ohne ):
Fr. 1'000.– Fr. 1'000.– Fr. 1'000.–
Krankenkasse (KVG):
Fr. 292.– Fr. 292.– Fr. 292.–
Haftpflicht- /Mobiliarversicherun g:
Fr. 25.– Fr. 25.– Fr. 25.–
Kommunikation und Mediennutzung:
Fr. 120.– Fr. 120.– Fr. 120.–
Arbeitsweg: Fr. 0.– Fr. 165.– Fr. 165.– Auswärtige :
Fr. 0.– Fr. 0.– Fr. 0.–
Steuerbelastung: Fr. 0.– Fr. 0.– Fr. 0.– Total (gerundet): Fr. 2'790.– Fr. 2'880.– Fr. 2'950.–
- 39 -
C._
Phase I 20. Januar 2019 - 31. März 2019
Phase II 1. April 2019 - 31. Juli 2021
Phase III ab 1. August 2021
Grundbetrag: Fr. 400.– Fr. 400.– Fr. 400.– Wohnkosten  Nebenkosten ( ohne ):
Fr. 490.– Fr. 613.– Fr. 490.–
Krankenkasse (inkl. VVG):
Fr. 126.– Fr. 126.– Fr. 126.–
:
Fr. 0.– Fr. 203.– Fr. 400.–
Total (gerundet): Fr. 1'020.– Fr. 1'340.– Fr. 1'420.–
Gesuchsgegner
Phase I 20. Januar 2019 - 31. März 2019
Phase II 1. April 2019 - 31. Juli 2021
Phase III ab 1. August 2021
Grundbetrag: Fr. 816.– Fr. 867.– Fr. 816.– Wohnkosten  Nebenkosten ( ohne ):
Fr. 368.– Fr. 245.– Fr. 368.–
Krankenkasse (KVG):
Fr. 60.– Fr. 60.– Fr. 60.–
Haftpflicht- /Mobiliarversicherun g:
Fr. 57.– Fr. 57.– Fr. 57.–
Kommunikation und Mediennutzung:
Fr. 82.– Fr. 82.– Fr. 82.–
Kosten der :
Fr. 408.– Fr. 408.– Fr. 383.–
Arbeitsweg: Fr. 0.– Fr. 0.– Fr. 34.– Auswärtige :
Fr. 0.– Fr. 0.– Fr. 150.–
Steuerbelastung: Fr. 0.– Fr. 0.– Fr. 0.– Total (gerundet): Fr. 1'790.– Fr. 1'720.– Fr. 1'950.–
6.1.5. Gemäss der jüngsten Rechtsprechung des Bundesgerichts, gelangt bei
der Berechnung des Barunterhalts des Kindes grundsätzlich die zweistufige Me-
thode mit Überschussverteilung zur Anwendung (BGE 147 III 265 E. 6.6). Hiervon
ist im vorliegenden Verfahren auszugehen und entsprechend auf die nachfolgen-
den Grundsätze bei der Unterhaltsberechnung abzustellen.
6.1.5.1. Bei der zweistufigen Methode werden zum einen die zur Verfügung ste-
henden finanziellen Mittel festgestellt; hierfür sind in erster Linie die effektiven o-
der hypothetischen Einkommen relevant. Zum anderen wird der Bedarf der von
der Unterhaltsberechnung betroffenen Personen ermittelt (sog. gebührender Un-
terhalt); dieser ist keine feste Grösse, sondern er ergibt sich aus den konkreten
Bedürfnissen und den verfügbaren Mitteln. Schliesslich werden die vorhandenen
- 40 -
Ressourcen auf die beteiligten Familienmitglieder dahingehend verteilt, dass in
einer bestimmten Reihenfolge das betreibungsrechtliche bzw. bei genügenden
Mitteln das sog. familienrechtliche Existenzminimum der Beteiligten gedeckt und
alsdann ein verbleibender Überschuss nach der konkreten Situation ermessens-
weise verteilt wird; beim daraus resultierenden Unterhaltsbeitrag sind insbesonde-
re auch die Betreuungsverhältnisse zu berücksichtigen (BGE 147 III 265 E. 7.).
6.1.5.2. Die Stufe der Einkommensermittlung betrifft in erster Linie die unterhalts-
verpflichteten Elternteile. Einzubeziehen sind sämtliche Erwerbseinkommen,
Vermögenserträge und Vorsorgeleistungen; soweit es die besonderen Verhältnis-
se des Einzelfalles rechtfertigen, kann ausnahmsweise auch ein gewisser Vermö-
gensverzehr zumutbar sein. Auch beim Kind können sich Bestandteile ergeben,
die in der Rechnung als dessen Einkommen einzusetzen sind, insbesondere die
Kinder- bzw. Ausbildungszulagen (Art. 285a Abs. 1 ZGB; BGE 147 III 265 E. 7.1.).
6.1.5.3. Ausgangspunkt zur Bedarfsermittlung bzw. der Ermittlung des gebühren-
den Unterhalts bilden die "Richtlinien der Konferenz der Betreibungs– und Kon-
kursbeamten der Schweiz für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Exis-
tenzminimums» (fortan Richtlinien zum betreibungsrechtlichen Existenzminimum;
zuletzt veröffentlicht in: BlSchK 2009, S. 193 ff.), wobei in Abweichung davon für
jedes Kind ein (bei den Wohnkosten des Obhutsinhabers abzuziehender) Wohn-
kostenanteil einzusetzen ist und im Übrigen auch die Fremdbetreuungskosten zu
berücksichtigen sind. Diese beiden Positionen sowie die in den Richtlinien ge-
nannten Zuschläge (relevant für das Kind: Krankenkassenprämien, Schulkosten,
besondere Gesundheitskosten) sind zum Grundbetrag hinzuzurechnen (BGE 147
III 265 E. 7.2.).
Bei knappen Verhältnissen muss es für den Barunterhalt dabei sein Be-
wenden haben und auch ein allfälliger Betreuungsunterhalt ist auf der Basis des
betreibungsrechtlichen Existenzminimums des betreuenden Elternteils zu be-
stimmen. Soweit es die finanziellen Mittel aber zulassen, ist der gebührende Un-
terhalt zwingend auf das sog. familienrechtliche Existenzminimum zu erweitern,
auf welches diesfalls ein Anspruch besteht (BGE 147 III 265 E. 7.2.).
- 41 -
Hierzu gehören bei den Elternteilen typischerweise die Steuern, ferner ei-
ne Kommunikations- und Versicherungspauschale, unumgängliche Weiterbil-
dungskosten, den finanziellen Verhältnissen entsprechende statt am betreibungs-
rechtlichen Existenzminimum orientierte Wohnkosten, Kosten zur Ausübung des
Besuchsrechts und allenfalls angemessene Schuldentilgung dazu; bei gehobene-
ren Verhältnissen können namentlich auch über die obligatorische Grundversiche-
rung hinausgehende Krankenkassenprämien und allenfalls private Vorsorgeauf-
wendungen von Selbständigerwerbenden im Bedarf berücksichtigt werden
(BGE 147 III 265 E. 7.2.).
Beim Barbedarf des Kindes gehören zum familienrechtlichen Existenzmi-
nimum namentlich die Ausscheidung eines Steueranteiles, ein den konkreten fi-
nanziellen Verhältnissen entsprechender Wohnkostenanteil und gegebenenfalls
über die obligatorische Grundversicherung hinausgehende Krankenkassenprä-
mien. Soweit nach allseitiger Deckung des familienrechtlichen Existenzminimums
Ressourcen verbleiben (sog. Überschuss), kann der Barbedarf des Kindes bzw.
der hierfür zu verwendende Unterhaltsbeitrag durch Zuweisung eines Überschus-
santeils weiter erhöht werden (BGE 147 III 265 E. 7.2.).
6.1.5.4. Der geschuldete Unterhaltsbeitrag ergibt sich aus der Verteilung der vor-
handenen Mittel vor dem Hintergrund der ermittelten Bedarfszahlen, unter Be-
rücksichtigung der Betreuungsverhältnisse und weiterer Umstände des Einzelfal-
les. Bei ungenügenden Mitteln ist das Verhältnis der zueinander in Konkurrenz
tretenden Unterhaltskategorien zu regeln. Diesbezüglich ist zuerst der Barunter-
halt der minderjährigen Kinder und im Anschluss der Betreuungsunterhalt, sodann
allfälliger (nach-)ehelicher Unterhalt und abschliessend der Volljährigenunterhalt
zu decken (BGE 147 III 265 E. 7.3.).
6.2. Einkommen der Gesuchstellerin
6.2.1. Phase I
Der Gesuchsgegner wendet zwar ein, die Einkommens- und Vermögens-
verhältnisse der Gesuchstellerin seien nie restlos geklärt worden, er bestreitet
- 42 -
aber nicht, dass die Gesuchstellerin, während der ersten Phase keiner Erwerbstä-
tigkeit nachgegangen sei, wie es bereits die Vorinstanz festgestellt hat (Urk. 140
S. 19; Urk. 141 S. 28). Dementsprechend geht sein Einwand ins Leere.
6.2.2. Phase II
6.2.2.1. Die Vorinstanz erwog für die zweite Phase, die Gesuchstellerin arbeite
seit Mai 2019 als Aushilfe im Stundenlohn in der Augenpraxis H._ AG in
I._ (Urk. 81/1). Sie habe im Zeitraum von Mai 2019 bis und mit August 2020
netto Fr. 11'650.15 bzw. durchschnittlich Fr. 728.– pro Monat verdient (Urk. 81/2-
9; Urk. 124/6). Darin enthalten sei die Kinderzulage von Fr. 200.–. Nach Abzug
der Kinderzulage habe die Gesuchstellerin mit ihrer Anstellung bei der Augenpra-
xis ein monatliches Nettoeinkommen von Fr. 528.– erwirtschaftet. Von Oktober
2019 bis Mai 2020 habe die Gesuchstellerin zusätzlich als Reinigungskraft bei der
J._ Reinigung GmbH gearbeitet und ein Nettoeinkommen von total
Fr. 5'842.80 bzw. Fr. 730.35 pro Monat erzielt (Urk. 124/4). Seit Mitte Oktober
2020 habe die Gesuchstellerin eine neue Arbeitsstelle bei K._. Ihr Stunden-
lohn betrage Fr. 21.–, wobei unklar sei, ob dieser brutto oder netto sowie mit oder
ohne Ferien- und Feiertagszuschlag zu verstehen sei (Prot. I S. 86). Auch wie vie-
le Stunden sie bei K._ arbeiten werde, sei der persönlichen Befragung nicht
klar zu entnehmen. Die Gesuchstellerin habe einerseits ausgeführt, sie habe ein
30 %-Pensum, und andererseits habe sie erklärt, sie arbeite ca. 24-30 Stunden
pro Monat (Prot. I S. 86). Die Vorinstanz ging sodann davon aus, die Gesuchstel-
lerin verdiene bei K._ netto Fr. 21.– und könne – Ferien einkalkuliert –
durchschnittlich 24 Stunden monatlich arbeiten, womit sie mit ihrer Anstellung bei
K._ netto ca. Fr. 500.– monatlich verdienen könne. Über die gesamte zweite
Phase betrachtet verfüge die Gesuchstellerin mit diesen beiden Anstellungen
über ein monatliches Nettoeinkommen von Fr. 378.– [= (Fr. 5'842.80 Totalein-
kommen bei J._ Reinigung GmbH + Fr. 4'750.– geschätztes Totaleinkom-
men bei K._ von Mitte Oktober 2020 bis und mit Juli 2021) / 28 Monate]. Zu-
sammen mit ihrem Einkommen bei der Augenpraxis ergebe dies ein monatliches
Durchschnittseinkommen in der zweiten Phase von netto gerundet Fr. 900.–
(Urk. 141 S. 28 f.).
- 43 -
6.2.2.2. Der Gesuchsgegner rügt, die Gesuchstellerin habe an der Verhandlung
vom 27. Oktober 2020 ausgeführt, sie habe eine neu Anstellung bei K._, wo
sie in einem Pensum von 30 % fix bzw. ca. 24-30 Stunden pro Monaten arbeiten
werde. Wenn C._ beim Gesuchsgegner sei, könne sie mehr arbeiten (Prot. I
S. 86). Da C._ regelmässig mindestens 60 % bei ihm wohne, sei davon aus-
zugehen, die Gesuchstellerin habe einen Vertrag über eine Arbeitstätigkeit von
mindestens 30 % abgeschlossen und dass sie alternierend mehr arbeiten könne,
wenn C._ erst am Mittwoch zu ihr zurückkehre (Urk. 140 S. 20).
Bei einer 42 Stundenwoche, wie dies im Dienstleistungsbereich üblich sei,
betrage ein 30 % Pensum 12,6 Arbeitsstunden pro Woche bzw. 51 Arbeitsstun-
den pro Monat. Die Vorinstanz sei daher fälschlicherweise von durchschnittlich
24 Arbeitsstunden pro Monat ausgegangen (Urk. 140 S. 20).
Ausgehend von einem Stundenlohn von Fr. 21.– inkl. Ferienanteil und
13. Monatslohn, betrage das durchschnittlich Monatseinkommen bei einem Ar-
beitspensum von 30 % Fr. 1'071.– brutto bzw. ca. Fr. 975.– netto. Hinzu komme
eine Verkaufsprovision, wie dies im Verkauf (insbesondere auch bei K._) üb-
lich sei, von mindestens 12 % des Monatssalärs als auch Sonntags- und Über-
zeitzulage. Entsprechend ergebe dies ein mögliches Mindestsalär von
ca. Fr. 1'100.– bei einem Arbeitspensum von 30 % (ohne Sonntags- und Über-
zeitenzulage; Urk. 140 S. 20).
Das monatliche Einkommen der Gesuchstellerin betrage für die Phase II
daher mindestens Fr. 1'130.– (Fr. 528.– Augenpraxis H._ AG + Fr. 208.70
J._ Reinigung GmbH + Fr. 393.– K._; Urk. 140 S. 20 f.).
6.2.2.3. Die Gesuchstellerin hält dagegen, sie habe per 31. Dezember 2020 die
Stelle bei der Augenpraxis H._ AG aufgrund von Beschränkungen durch die
Corona-Pandemie verloren und erhalte Arbeitslosengelder sowie zusätzliche Un-
terstützung durch das Sozialamt. Ihre Eigenversorgungskapazität ab 1. April 2019
bis 30. Oktober 2020 setze sich aus ihrer Anstellung bei der Augenpraxis H._
AG mit einem monatlichen Einkommen von Fr. 528.– sowie ihrem monatlichen
Einkommen bei der J._ Reinigung GmbH von Oktober 2019 bis und mit April
- 44 -
2020 von Fr. 843.– zusammen. Dies ergebe ein durchschnittliches Einkommen
von Fr. 838.– ([Fr. 528.– x 19 + Fr. 843.30 x 7]/19 Monate). Im November und
Dezember 2020 habe ihr Einkommen monatlich Fr. 1'671.20 (Fr. 1'143.20 bei
K._ und Fr. 528.– bei der Augenpraxis H._ AG) betragen. Auf die Zeit-
spanne vom 1. April 2019 bis 31. Dezember 2020 verteilt ergebe dies ein durch-
schnittliches monatliches Einkommen von Fr. 917.– ([Fr. 528.– x 19 +
Fr. 843.30 x 7+Fr. 1'671.20 x 2] / 21), weshalb das von der Vorinstanz für sie be-
rücksichtigte Einkommen von Fr. 900.– bis Ende Dezember 2020 angemessen
sei. Seit Januar 2021 lebe sie von der Sozialhilfe. Entsprechend sei ihr vom 1.
Januar 2021 bis 31. Juli 2021 kein Einkommen anzurechnen (Urk. 148 S. 16 f.).
6.2.2.4. Die Vorinstanz ging, als sie das Einkommen der Gesuchstellerin für die
zweite Phase bestimmte, von deren effektiven Einkommen aus, was grundsätzlich
nicht zu beanstanden ist. Für die Anrechnung eines hypothetischen Einkommens
hätte in der zweiten Phase unter Berücksichtigung einer angemessenen Über-
gangsfrist (vgl. BGE 129 III 417 E. 2.2) kaum Raum bestanden resp. es hätte eine
zusätzliche Phase gebildet werden müsse, was aufgrund der kurzen Zeitspanne
nicht sachgerecht gewesen wäre. Wie sich nachfolgend jedoch zeigt, ist aufgrund
des Arbeitsstellenverlustes der Gesuchstellerin eine weitere zusätzliche Phase zu
beachten.
6.2.2.5. Der Gesuchstellerin sind folgende Einkommen für die Zeit vom 1. April
2019 bis 31. Juli 2021 anzurechnen:
– Einkommen bei der Augenpraxis H._ AG von 1. Mai 2019 bis
31. Dezember 2020: Fr. 10'560.– (20 x Fr. 528.–; Urk. 81/2-9,
Urk. 124/6, Urk. 124/7, Urk. 141 S. 28, Urk. 150/5);
– Einkommen bei der J._ Reinigung GmbH von 1. Oktober
2019 bis 30. April 2020: Fr. 5'903.– (Fr. 948.50 + Fr. 1'297.50 +
Fr. 1'411.– + Fr. 2'246.–; Urk. 81/11-13, Urk. 150/9);
– Einkommen bei K._ vom 2. November 2020 bis
31. Dezember 2020: Fr. 2'286.40 (Urk. 150/10),
- 45 -
– Arbeitslosentaggelder vom 1. Juni 2020 bis 31. Oktober 2020:
Fr. 3'046.– (Urk. 150/7).
6.2.2.6. Vom 1. April 2019 bis 31. Dezember 2020 weist die Gesuchstellerin somit
ein Erwerbs- und Ersatzeinkommen von gesamthaft Fr. 21'795.40 (netto,
Fr. 10'560.– + Fr. 5'903.– + Fr. 2'286.40 + Fr. 3'046.–) aus, was für diesen Zeit-
raum ein durchschnittliches Einkommen von Fr. 1'037.90 (Fr. 21'795.40 / 21)
ergibt. Auf die gesamte zweite Phase verteilt, beträgt das durchschnittliche Er-
werbs- und Ersatzeinkommen der Gesuchstellerin Fr. 778.40 (Fr. 21'795.40 / 28).
Würde auf letzteres abgestellt, ergäbe dies ein stark verzerrtes Bild der finanziel-
len Situation der Gesuchstellerin, weshalb die vorinstanzliche zweite Phase auf-
zuteilen ist. Entsprechend ist der Gesuchstellerin vom 1. April 2019 bis 31. De-
zember 2020 (Phase II a) ein monatliches Einkommen von Fr. 1'037.90 und vom
1. Januar 2021 bis 31. Juli 2021 (Phase II b) kein Einkommen anzurechnen.
6.2.3. Phase III
6.2.3.1. Für die dritte Phase erwog die Vorinstanz, die Gesuchstellerin wolle ihr
Arbeitspensum bei K._ ab dem Kindergarteneintritt von C._ von 30 %
auf 50 % aufstocken (Urk. 129 Rz. 9). Gehe man von einem Einkommen von
Fr. 500.– bei einem 30 %-Pensum aus, würde ihr monatliches Nettoeinkommen
bei einem 50 %-Pensum rund Fr. 830.– betragen. Sollte sich abzeichnen, dass
sich eine Pensum-Erhöhung bei K._ nicht realisieren lasse, könne die Ge-
suchstellerin auch eine neue Stelle mit entsprechendem Arbeitspensum suchen.
Bislang sei sie stets erwerbstätig gewesen und habe jeweils in kurzer Zeit eine
neue Anstellung gefunden (Prot. I S. 28 f.). Es erscheine daher gerechtfertigt, da-
von auszugehen, dass die Gesuchstellerin ab Kindergarteneintritt von C._ ihr
monatliches Nettoeinkommen auf Fr. 1'350.– werde steigern können (Urk. 141
S. 29).
6.2.3.2. Dagegen wendet der Gesuchsgegner ein, der Gesuchstellerin sei ab Au-
gust 2021 ein hypothetisches Einkommen von mindestens Fr. 2'368.– anzurech-
nen. Dieses setze sich aus dem bestehenden Einkommen bei der Augenpraxis
H._ AG von monatlich Fr. 528.– als auch dem Einkommen bei K._ von
- 46 -
Fr. 1'840.– zusammen. Für Letzteres seien der Gesuchstellerin 85 Arbeitsstunden
pro Monat – was einem Arbeitspensum von 50 % entspreche – à Fr. 21.– (brutto)
resultierend Fr. 1'785.– bzw. Fr. 1'625.– (netto) anzurechnen; zuzüglich Verkaufs-
provisionen von mindestens 12 %, entsprechend Fr. 215.– (Urk. 140 S. 21).
6.2.3.3. Die Gesuchstellerin hofft, ab August 2021 eine 50 Prozent Stelle zu fin-
den und akzeptiert das ihr von der Vorinstanz angerechnete hypothetische Ein-
kommen von Fr. 1'350.– (Urk. 148 S. 17).
6.2.3.4. Bei der Festsetzung von Unterhaltsbeiträgen darf von einem hypotheti-
schen Einkommen ausgegangen werden, falls und soweit die unterhaltsberechtig-
te oder unterhaltspflichtige Partei bei ihr zuzumutender Anstrengung mehr verdie-
nen könnte, als sie effektiv verdient. Wo die reale Möglichkeit einer Einkommens-
steigerung fehlt, muss sie aber ausser Betracht bleiben (BGE 128 III 4 E. 4a).
Nichts anderes gilt, wenn sich der Streit um den Kinderunterhalt dreht. Vorausge-
setzt wird, dass die Einkommenssteigerung zumutbar und möglich sind. Zu be-
achten sind dabei insbesondere die berufliche Qualifikation, das Alter und der
Gesundheitszustand der Partei sowie die Lage auf dem Arbeitsmarkt (BGE 137 III
102 E. 4.2.2.2; BGE 137 III 118 E. 2.3; BGer 5A_668/2014 vom 11. Mai 2015, E.
3.2.1; BGer 5A_400/2017 vom 11. August 2017, E. 3.3.1).
6.2.3.5. Ab August 2021 und damit ab dem Kindergarteneintritt von C._ ist
die Gesuchstellerin gehalten, einer Erwerbstätigkeit von 50 % nachzugehen
(vgl. BGE 144 III 481 E. 4.7.6.). Bei der Berechnung ihres hypothetischen Ein-
kommens rechtfertigt es sich, auf ihr bisheriges Einkommen bei K._ als Ver-
käuferin mit einem Arbeitspensum von 30 % abzustellen und dieses auf ein Pen-
sum von 50 % hochzurechnen, was auch die Vorinstanz tat, jedoch von einem
falschen Einkommen bei einem Arbeitspensum von 30 % ausging. Tatsächlich
kann dem Lohnausweis vom 26. Januar 2021 entnommen werden, dass die Ge-
suchstellerin mit ihrer Anstellung von 30 Prozent bei K._ in den beiden Mo-
naten November und Dezember 2020 Fr. 2'286.40 (netto) verdiente (Urk. 150/10).
Der Durchschnittslohn für diese beiden Monate beträgt Fr. 1'143.20 (Fr. 2'286.40 /
2). Darin enthalten sind bereits der variable Bonus sowie der 13. Monatslohn pro
rata (Urk. 150/6). Die vom Gesuchsgegner geltend gemachte Provision von 12 %
- 47 -
erscheint hingegen für den Tätigkeitsbereich der Gesuchstellerin unrealistisch,
wie auch ihrem bisherigen Arbeitsvertrag bei K._ zu entnehmen ist
(Urk. 150/6 S. 2). Folglich rechtfertigt es sich, der Gesuchstellerin für die dritte
Phase bei einem Arbeitspensum von 50 % ein hypothetisches Einkommen von
Fr. 1'905.– (netto; Fr. 1'143.20 / 3 x 5) anzurechnen.
6.2.3.6. Zusammengefasst sind der Gesuchstellerin in den einzelnen Phasen fol-
gende Einkommen anzurechnen: Phase I Phase II a Phase II b Phase III 20. Januar 2019 - 31. März 2019
1. April 2019 - 31.Dezember 2020
1. Januar 2021 - 31.Juli 2021
ab 1. August 2021 (hypothetisch)
Fr. 0.– Fr. 1'037.90 Fr. 0.– Fr. 1'905.–
6.3. Einkommen C._
6.3.1. Phase I
Die Parteien stimmen überein, dass C._ in der ersten Phase entge-
gen der vorinstanzlichen Feststellung, Kinderzulagen von monatlich Fr. 200.– an-
zurechnen seien (Urk. 140 S. 22; Urk. 148 S. 17). Der Gesuchsgegner bringt vor,
die Gesuchstellerin sei im Januar noch erwerbstätig gewesen, weshalb zumindest
für den Januar 2019 ein Anspruch auf Kinderzulagen bestanden habe. Da auch
Nichterwerbstätige unter Umständen Anspruch auf Familienzulagen haben
(vgl. Art. 19 FamZG) und die erste Phase lediglich drei Monate betrifft, ist auf die
übereinstimmenden Vorbringen der Parteien abzustellen und C._ in der ers-
ten Phase ein Einkommen von Fr. 200.– anzurechnen.
6.3.2. Phasen II a + b
6.3.2.1. Für die zweite Phase vermag der Gesuchsgegner hinreichend glaubhaft
zu machen, dass die Zahlungen der französischen Familienzulagenkasse von ge-
samthaft EUR 7'627.45 im Zeitraum von April 2019 bis und mit August 2020 für
ihn persönlich als "revenu de solidarité active" geleistet wurden und nicht für
C._ (Urk. 140 S. 22; Urk. 122/12; Urk. 122/13). Die Behauptungen der Ge-
suchstellerin sind hingegen nicht schlüssig. Einerseits geht sie von einem Ein-
kommen von C._ von Fr. 200.– für alle Phasen aus (Urk. 148 S. 17). Auf der
anderen Seite bestreitet sie die Ausführungen des Gesuchsgegners zum "revenu
- 48 -
de solidarité active" (Urk. 148 S. 18). Demzufolge ist C._ entgegen den vo-
rinstanzlichen Erwägungen (Urk. 141 S. 30) für die beiden Phasen II a und b le-
diglich ein Einkommen von monatlich Fr. 200.– im Umfang der in der Schweiz
ausbezahlten Kinderzulagen anzurechnen.
6.3.3. Phase III
Für die dritte Phase gehen die Parteien mit der Vorinstanz einig, dass bei
einer Zuteilung der Obhut an die Gesuchstellerin C._ ein Einkommen im Um-
fang der Kinderzulagen von Fr. 200.– anzurechnen sei (Urk. 140 S. 24; Urk. 141
S. 30; Urk. 148 S. 17).
6.3.4. Zusammengefasst ist C._ für alle Phasen ein monatliches Ein-
kommen von Fr. 200.– anzurechnen.
6.4. Einkommen des Gesuchsgegners
6.4.1. Die Vorinstanz rechnete dem Gesuchsgegner für die ersten beiden Pha-
sen und damit vom 20. Januar 2019 bis 31. Juli 2021 kein Einkommen an und in
der dritten Phase ab 1. August 2021 ein hypothetisches Einkommen von
Fr. 2'590.– (netto) pro Monat (Urk. 141 S. 36).
6.4.2. Der Gesuchsgegner rügt, entgegen der Vermutung der Vorinstanz
(vgl. Urk. 141 S. 32) gehe er davon aus, ab Sommer 2021 mehrheitlich von seiner
selbständigen Coaching-Tätigkeit leben zu können. Er befinde sich noch in der
Aufbauphase. Mit dieser habe er ab Juli 2019 begonnen und er habe stets mit ei-
ner Anlaufphase von zwei bis drei Jahren gerechnet. Sein Konzept verfüge seit
Januar 2020 über die Qualität, dass er es ab der Erneuerung seines Coach-
Zertifikates im Juni 2021 verkaufen könne (Urk. 140 S. 24 f.). Seit Mai 2019 erhal-
te er monatliche aktive Solidaritätseinkommensbeiträge ("revenu de solidarité ac-
tive") von durchschnittlich EUR 465.–. Dies sei seit Mai 2019 sein einziges Ein-
kommen. Zur Deckung seiner Lebenshaltungskosten zehre er sein voreheliches
Vermögen resp. die Erbschaft seines verstorbenen Vaters an (Urk. 140 S. 26).
- 49 -
Bei seiner Stellensuche von Juli 2017 bis August 2018 habe er sich an die
Vorgaben des RAV gehalten. Trotz seiner hervorragenden beruflichen Qualifikati-
onen und seiner Berufserfahrung habe er schweizweit keine neue Arbeitsstelle
gefunden. Die Vorinstanz anerkenne zwar sein Alter als Handicap auf dem Ar-
beitsmarkt, erachtete dies allerdings als unproblematisch bei der Bemessung ei-
nes hypothetischen Einkommens. Dabei verkenne sie, dass er in Frankreich in
drei Jahren pensioniert werde. Angesichts der derzeitigen Corona-Pandemie und
der damit einhergehenden grossen Arbeitslosigkeit, insbesondere in Frankreich,
sowie seinem fortgeschrittenen Alter sei es illusorisch anzunehmen, er würde eine
Anstellung finden. Selbst wenn er sich auf Arbeitsstellen bewerben werde, auf die
sein Ausbildungsprofil nicht eindeutig passe, werde er solche Stellen kaum erhal-
ten, da er dafür überqualifiziert oder zu alt sei. Demzufolge sei ihm in der dritten
Phase kein hypothetisches Einkommen anzurechnen (Urk. 140 S. 25 f.).
Ausserdem sei das von der Vorinstanz errechnete hypothetische Ein-
kommen viel zu hoch. Der Einkommensvergleich mit L._ [Stadt in Frank-
reich], wie ihn die Vorinstanz getätigt habe (Urk. 141 S. 35), sei nicht realistisch,
da bei über 50-jährigen Erwerbstätigen in D._ das Lohnniveau mindestens
ein Drittel tiefer sei, als bei einer Erwerbstätigkeit in L._. D._ sei nicht
ein so grosses Wirtschaftszentrum wie L._. Arbeitsplätze seien eher rar und
sehr schlecht bezahlt (Urk. 140 S. 27, Urk. 155 S. 10). Zudem sei ihm ein volles
Erwerbspensum angerechnet worden, obwohl ihm gleichzeitig alle Fahrten von
C._ von F._ nach D._ und zurück zugemutet würden. Sofern der
Gesuchstellerin die alleinige Obhut zugeteilt würde, könne er lediglich ein Arbeits-
pensum von 80-90 % erfüllen, da er C._ jeweils dreimal pro Monat bereits
am Freitagmittag in F._ abholen und am Sonntagabend zurückbringen müs-
se (Urk. 140 S. 27).
6.4.3. Der Gesuchsgegner gibt für die Phasen I und II a + b an, über ein monat-
liches Einkommen von durchschnittlich EUR 465.– entsprechend rund Fr. 506.–
(EUR 465.– x 1.09 Fr./EUR) als "revenu de solidarité active" zu verfügen. Dass er
diese Einkommen einmal dem Staat zurückzahlen müsste, bringt er nicht vor,
weshalb dieses staatlich finanzierte Grundeinkommen nicht mit der Sozialhilfe in
- 50 -
der Schweiz gleichzusetzen ist und es sich rechtfertigt, dem Gesuchsgegner für
die Phasen I und II a + b ein Einkommen von Fr. 506.– anzurechnen.
6.4.4. Weiter bringt der Gesuchsgegner vor, seine Chancen, auf dem französi-
schen Arbeitsmarkt eine unselbständige Erwerbstätigkeit zu finden, seien illuso-
risch. Effektive Suchbemühungen seit dem Umzug nach Frankreich machte der
Gesuchsgegner aber nicht geltend. Somit vermag er auch die vorinstanzliche Er-
wägungen nicht umzustossen, wonach er aufgrund seiner hervorragenden beruf-
lichen Qualifikationen (Prot. I S. 39) und mit einer breit angelegten Suche, die
auch Stelleninserate ohne Führungsverantwortung beinhalte, reelle Chancen ha-
be, wieder eine Anstellung zu finden. Schliesslich sei er eine hervorragende
Fachkraft mit viel Berufserfahrung, womit er das Handicap seines Alters wettma-
chen könne. Sodann habe er stets betont, über ein gutes Netzwerk und viele Kon-
takte zu verfügen (Prot. I S. 40, 42 und 76; Urk. 141 S. 33).
6.4.5. Der Gesuchsgegner ist gehalten, seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit
voll auszuschöpfen, damit er auch seinen Unterhaltspflichten gegenüber C._
nachkommen kann, wobei seine berufliche Selbstverwirklichung vor der Unter-
haltspflicht gegenüber C._ zurückzutreten hat (BGer 5A_340/2018 vom 15.
Januar 2019, E. 4; BGer 5A_129/2019 vom 10. Mai 2019, E. 3.2.2.3). Dies gilt
insbesondere bei wirtschaftlich engen Verhältnissen (BGer 5A_98/2016 vom 25.
Juni 2018, E. 3.6; BGer 5A_899/2019 vom 17. Juni 2020; E. 2.2.2). Dementspre-
chend geht auch seine Rüge, wonach es – unter Verweis auf die allgemeine Aus-
führung der Vorinstanz zum Abänderungsverfahren – unangemessen sei, ihm ein
hypothetisches Einkommen anzurechnen (Urk. 140 S. 26), an der Sache vorbei.
6.4.6. Zu seiner Behauptung zwischen L._ und D._ bestehe ein Lohn-
gefälle von einem Drittel reichte der Gesuchsgegner einen Internetausdruck des
Institut national de la statistique et des études économiques vom 16. Februar
2021 ein (Urk. 157/8). Es ist nicht hierauf abzustellen. Die Vorinstanz stellte auf
das Lohnverhältnis zwischen Zürich und L._ ab. Beide Städte sind grössere
Wirtschafts-zentren als die Wohnorte der Parteien. Wie gross das Lohngefälle
zwischen Zürich und F._ ist, kann dabei offen bleiben, da auch die vom Ge-
suchsgegner vorgebrachten statistischen Daten nicht einschlägig sind. Einerseits
- 51 -
vergleicht er nicht L._ mit D._, sondern mit der Agglomeration von
D._ (D._ ...). Andererseits verfügt der Gesuchsgegner über ausseror-
dentliche berufliche Qualifikationen, weshalb die durchschnittlichen Werte der
Statistik für über 50-jährige Personen kaum den effektiven Lohnaussichten des
Gesuchsgegners gerecht werden. Zudem wies die Vorinstanz in ihrem Vergleich
zwischen L._ und Zürich keine bestimmte Altersgruppe aus, sondern stellte
auf das allgemeine Lohnniveau ab. Der Statistik "Salaire net horaire moyen selon
la catégorie socioprofessionnelle, le sexe et l'âge en 2018 (en géographie au
01/01/2021) des Institut national de la statistique et des études économiques
(einsehbar auf: https://www.insee.fr/fr/statistiques/2021266 [besucht am:
19. Oktober 2021]) ist sodann zu entnehmen, dass der Lohnunterschied von An-
gestellten in L._ und D._ ... nicht erheblich ist:
Code géographique Libellé géographique Salaire net horaire moyen des employés en 2018 (€)
200046977 Métropole de L._
11.1
200066009 CA D._ ... 10.5
6.4.7. Es rechtfertigt sich daher und wurde zudem von der Vorinstanz auch hin-
reichend dargelegt (vgl. Urk. 141 S. 35), für die Berechnung des hypothetischen
Einkommens des Gesuchsgegners auf das Lohnverhältnis zwischen Zürich und
L._ abzustellen.
6.4.8. Zutreffend wendet der Gesuchsgegner aber ein, dass ihm für die dritte
Phase ein erhebliches Besuchs- und Ferienrecht zugesprochen wurde, welches
er mit einem Arbeitspensum von 100 % kaum werde ausüben können. Es er-
scheint daher angemessen, ihm in der dritten Phase ein hypothetisches Einkom-
men für eine Erwerbstätigkeit von 90 % und damit von monatlich Fr. 2'331.–
(Fr. 2'590.– x 90 %) anzurechnen. Damit sollte es ihm möglich sein, sich soweit
organisieren zu können, um das Besuchs- und Ferienrecht ausüben zu können.
Einer weiteren Reduktion seiner Erwerbstätigkeit stehen die schlechten finanziel-
len Verhältnisse der Parteien entgegen. Während die Gesuchstellerin C._
unter der Woche und damit während den allgemein üblichen Arbeitstagen betreut,
beschränkt sich die Betreuungszeit des Gesuchsgegner auf Wochenenden und
- 52 -
Ferientage, weshalb auch die unterschiedlichen Arbeitspensa der Parteien ange-
zeigt sind.
6.4.9. Zusammengefasst und unter Hinweis auf die vorinstanzlichen Erwägun-
gen (Urk. 141 S. 30 ff.) sind dem Gesuchsgegner in den einzelnen Phasen fol-
gende Einkommen anzurechnen: Phase I Phase II a Phase II b Phase III 20. Januar 2019 - 31. März 2019
1. April 2019 - 31. Dezember 2020
1. Januar 2021 - 31. Juli 2021
ab 1. August 2021 (hypothetisch)
Fr. 506.– Fr. 506.– Fr. 506.– Fr. 2'331.–
6.5. Vermögen
6.5.1. Die Ausführungen der Vorinstanz zu den Vermögen der Parteien per Ok-
tober 2020 wurden nicht bestritten, weshalb darauf abzustellen ist (Urk. 141
S. 45 f.): Vermögen (exkl. ) per Oktober 2020:
Gesuchstellerin C._ Gesuchsgegner
Flüssiges Vermögen: Fr. 0.– Fr. 0.– Fr. 58'000.– Eigentumswohnung: Fr. 0.– Fr. 0.– Fr. 200'000.– Total: Fr. 0.– Fr. 0.– Fr. 258'000.–
6.6. Bedarf Gesuchstellerin
6.6.1. Gegen die vorinstanzliche Bedarfsberechnung für die Gesuchstellerin
bringt der Gesuchsgegner vor, der Gesuchstellerin sei für die erste Phase der
Grundbetrag für Personen in einer Haushaltgemeinschaft mit erwachsenen Per-
sonen von Fr. 1'225.– anzurechnen, da sie in dieser Phase in einer Kriseninter-
ventionsstelle zusammen mit anderen Frauen gelebt habe. In der dritten Phase
sei der Gesuchstellerin ebenfalls ein beschränkter Grundbetrag von Fr. 1'275.–
anzurechnen, da C._ in dieser Phase zu mindestens 40 % von ihm (dem
Gesuchsgegner) betreut werde (Urk. 140 S. 28).
6.6.2. Zutreffend hält die Gesuchstellerin dagegen, der Aufenthalt in einer Kri-
seninterventionsstelle sei nicht mit dem effektiven Zusammenleben mit einer er-
wachsenen Person zu vergleichen. Insofern ist der ihr angerechnete Grundbetrag
für die erste Phase nicht zu beanstanden.
- 53 -
6.6.3. Für die Phasen II a und b hat die Vorinstanz die bisherige Praxis der
Kammer wiedergegeben (Urk. 141 S. 36), der auch die aktuelle Rechtsprechung
des Bundesgerichts nicht entgegen steht. Betreuen die Eltern ihre Kinder in hälfti-
gen Umfang, ist ihnen je das Mittel zwischen dem Grundbetrag eines alleinste-
henden und dem erhöhten Grundbetrag eines allerziehenden Schuldners zuzu-
sprechen (vgl. OGer ZH LE190009 vom 31.05.2019, E. C.2). Folglich sind der
Gesuchstellerin und dem Gesuchsgegner in den Phasen II a und b je Grundbe-
träge von Fr. 1'275.– (Fr. 1'200.– + Fr. 1'350.– / 2) anzurechnen. Die Gesuchstel-
lerin bringt zwar vor, in dieser Zeit hätten sich keine Kostenersparnisse durch die
Mitbetreuung von C._ durch den Gesuchsgegner ergeben, sie unterlässt es
jedoch diesen Einwand zu substantiieren und fügt zudem an, den ihr angerechne-
ten Grundbetrag zu akzeptieren (Urk. 148 S. 20).
6.6.4. Gemäss der vorinstanzlichen Besuchsrechtsregelung ist der Gesuchs-
gegner in der dritten Phase berechtigt, C._ für drei Wochenende pro Monat
zu sich zu Besuch zu nehmen, jeweils beginnend von Freitag nach Schulschluss
bis Sonntagabend. Zudem wurde ihm ein Ferienbesuchsrecht von 8 Wochen, ver-
teilt auf die Frühlings-, Sommer- und Herbstferien, sowie zusätzlich eine Woche
während den Weihnachts-/Neujahrsferien zugesprochen (Urk. 141 S. 61 f.). Damit
betreut der Gesuchsgegner C._ faktisch zu rund 40 Prozent ([2.33 Wochen-
endtage x 3 x 12] + [9 x 7 Ferientage] / 365). Entgegen der Ansicht der Gesuch-
stellerin (Urk. 148 S. 20) rechtfertigt es sich, den faktischen Betreuungsanteil des
Gesuchgegners gleich wie in den Phasen II a + b prozentual beim Grundbetrag
zu berücksichtigen. Gleiches gilt für die Gesuchstellerin, weshalb ihr für die dritte
Phase ein Grundbetrag von Fr. 1'290.– ([Fr. 1'350.– - Fr. 1'200.–] x 60 % +
Fr. 1'200.–) anzurechnen ist.
6.6.5. Die Gesuchstellerin reichte im Berufungsverfahren ihre Krankenkassen-
police für das Jahr 2021 ein, wonach sie monatlich eine Prämie von Fr. 390.– zu
leisten hat (Urk. 148 S. 21; Urk. 150/11), was für ihren Bedarf in den Phasen II b
und III entsprechend zu beachten ist.
6.6.6. Weiter führt die Gesuchstellerin in ihrer Bedarfstabelle in der Berufungs-
ant-wort in der Zeit ab 1. August 2021 einen Betrag von Fr. 110.– für auswärtige
- 54 -
Verpflegung auf, ohne diesen näher zu begründen (Urk. 148 S. 20), weshalb er
ihr nicht anzurechnen ist.
6.6.7. Ausserdem sind der Gesuchstellerin in der Phase II b keine berufsbeding-
ten Kosten in ihrem Bedarf anzurechnen, wie der Gesuchsgegner zutreffend ein-
wendet (Urk. 155 S. 10), da die Gesuchstellerin in dieser Zeit nicht erwerbstätig
war.
6.6.8. Schliesslich sind in allen Phasen aufgrund der knappen finanziellen Ver-
hältnisse sämtliche von der Vorinstanz angerechneten Positionen zu streichen,
die nicht von den Richtlinien zum betreibungsrechtlichen Existenzminimum erfasst
sind und entsprechend das betreibungsrechtliche Existenzminimum übersteigen
(Haftpflicht-/Mobiliarversicherung, Kommunikation und Mediennutzung).
6.6.9. Zusammengefasst ergibt dies für die Gesuchstellerin unter Einbezug der
vorinstanzlichen Erwägungen (Urk. 141 S. 36 ff.) folgende Bedarfsaufstellung und
Bedarfszahlen (Änderungen hervorgehoben):
Gesuchstellerin
Phase I (20. Januar 2019 - 31. März 2019)
Phase II a 1. April 2019 - 31. Dezember 2020
Phase II b 1. Januar 2021 - 31. Juli 2021
Phase III ab 1. August 2021
Grundbetrag: Fr. 1'350.– Fr. 1'275.– Fr. 1'275.– Fr. 1'290.– Wohnkosten inklusive Nebenkosten (jedoch ohne Stromkosten):
Fr. 1'000.– Fr. 1'000.– Fr. 1'000.– Fr. 1'000.–
Krankenkasse (KVG): Fr. 292.– Fr. 292.– Fr. 390.– Fr. 390.– Haftpflicht- /Mobiliarversicherung:
Fr. 0.– Fr. 0.– Fr. 0.– Fr. 0.–
Kommunikation und Mediennutzung:
Fr. 0.– Fr. 0.– Fr. 0.– Fr. 0.–
Arbeitsweg: Fr. 0.– Fr. 165.– Fr. 0.– Fr. 165.– Auswärtige :
Fr. 0.– Fr. 0.– Fr. 0.– Fr. 0.–
Steuerbelastung: Fr. 0.– Fr. 0.– Fr. 0.– Fr. 0.– Total (gerundet): Fr. 2'642.– Fr. 2'732.– Fr. 2'665.– Fr. 2'845.–
6.7. Bedarf Gesuchsgegner
6.7.1. Gegen die für ihn aufgestellte vorinstanzliche Bedarfsrechnung wendet
der Gesuchsgegner ein, ihm seien für die Wohnkosten Fr. 780.–, worin auch die
ausgewiesenen Nebenkosten von Fr. [recte: EUR] 325.– enthalten seien, zuzüg-
lich der Grundeigentumssteuer von Fr. 172.– sowie Fr. 55.– für den Gebäudeun-
- 55 -
terhalt anzurechnen. Die Grundeigentumssteuer "taxes foncières" seien zu den
Wohnkosten zu schlagen, da sie an das Grundeigentum geknüpft seien. Somit
seien ihm in der ersten und dritten Phasen Fr. 1'007.– als Wohnkosten anzurech-
nen und in der zweiten Phase Fr. 672.–. Die verbleibenden Wohnkosten von
Fr. 335.– (Fr. 1'007.– - Fr. 672.–) seien dem Bedarf von C._ als Wohnkos-
tenanteil anzurechnen (Urk. 140 S. 31).
Hinsichtlich der Kosten für die Besuchsrechtsausübung, rügt der Ge-
suchsgegner, die Vorinstanz habe ihm zu Unrecht die Kosten auf die Verhältnisse
in Frankreich umgerechnet. Der Hauptteil des Weges liege in der Schweiz und er
tanke vorwiegend auch in der Schweiz. Für die erste Phase seien ihm für die Be-
suchsrechtsausübung Fr. 1'255.– und für die zweite und dritte Phase je
Fr. 1'500.– anzurechnen (Urk. 140 S. 31 f.).
Zusätzlich macht der Gesuchsgegner geltend, es sei seinem Bedarf seine
Einkommenssteuer anzurechnen, deren Höhe ihm noch nicht bekannt sei, wes-
halb er hierfür jeweils 10 % seines Bedarfs geltend mache (Urk. 140 S. 32).
6.7.2. In Abweichung zu den vorinstanzlichen Erwägungen rechtfertigt es sich,
dem Gesuchsgegner in der dritten Phase einen seinem Betreuungsanteil entspre-
chenden Grundbetrag anzurechnen (vgl. E. 6.6.4.), der an die französischen Ver-
hältnisse angepasst (vgl. Urk. 141 S. 41) Fr. 857.– ([Fr. 1'350.– - Fr. 1'200.–] x 40
% + Fr. 1'200.–] / 1.471) beträgt.
6.7.3. Weiter hat der Gesuchsgegner hinreichend glaubhaft gemacht, dass die
"taxes foncières" im ausgewiesenen Betrag von Fr. 172.– (Urk. 122/30;
EUR 1'892.– / 12 x 1.09 Fr./EUR) als Fixkosten seinen Wohnkosten anzurechnen
sind. Die weiteren Kosten für den Gebäudeunterhalt sind hingegen nicht belegt
und es ist nicht ersichtlich, wie der Gesuchsgegner auf Wohnkosten von Fr. 780.–
kommt. Entsprechend sind ihm für die erste Phase Fr. 540.– (vgl. Urk. 141 S. 41
f.; Fr. 368.– + Fr. 172.–) und für die die Phasen II a + b und III unter Berücksichti-
gung der auf C._ anfallenden Wohnkosten (ein Drittel) Fr. 360.– (Fr. 540.– x
2 / 3) als Wohnkosten anzurechnen. Dass C._ auch in der dritten Phase ein
- 56 -
Wohnkostenanteil beim Gesuchsgegner anzurechnen ist, ergibt sich aus dem er-
heblichen Betreuungsanteil des Gesuchsgegners (vgl. E. 6.6.4.).
6.7.4. Die Kosten für die Besuchsrechtsausübung sowie Steuern sind aufgrund
der beschränkten finanziellen Verhältnisse nicht zu berücksichtigen.
6.7.5. Zusammengefasst ergibt dies für den Gesuchsgegner unter Einbezug der
vorinstanzlichen Erwägungen (Urk. 141 S. 41 ff.) folgende Bedarfsaufstellung und
Bedarfszahlen (Änderungen hervorgehoben):
Gesuchsgegner
Phase I (20. Januar 2019 - 31. März 2019)
Phase II a 1. April 2019- 31. Dezember 2020
Phase II b 1. Januar 2021- 31. Juli 2021
Phase III ab 1. August 2021
Grundbetrag: Fr. 816.– Fr. 867.– Fr. 867.– Fr. 857.– Wohnkosten inklusive Nebenkosten (jedoch ohne Stromkosten):
Fr. 540.– Fr. 360.– Fr. 360.– Fr. 360.–
Krankenkasse (KVG): Fr. 60.– Fr. 60.– Fr. 60.– Fr. 60.– Haftpflicht- /Mobiliarversicherung:
Fr. 0.– Fr. 0.– Fr. 0.– Fr. 0.–
Kommunikation und Mediennutzung:
Fr. 0.– Fr. 0.– Fr. 0.– Fr. 0.–
Kosten 
Fr. 0.– Fr. 0.– Fr. 0.– Fr. 0.–
Arbeitsweg: Fr. 0.– Fr. 0.– Fr. 0.– Fr. 34.– Auswärtige :
Fr. 0.– Fr. 0.– Fr. 0.– Fr. 150.–
Steuerbelastung: Fr. 0.– Fr. 0.– Fr. 0.– Fr. 0.– Total (gerundet): Fr. 1'416.– Fr. 1'287.– Fr. 1'287.– Fr. 1'461.–
6.8. Bedarf C._
6.8.1. Der Gesuchsgegner rügt, C._ seien in der ersten Phase keine Kran-
kenkassenkosten anzurechnen, da er diese bereits bezahlt habe. Ausserdem sei-
en die Wohnkosten von C._ in der zweiten und dritten Phase falsch berech-
net worden. (Urk. 140 S. 30) und er bestreitet die Fremdbetreuungskosten für
C._ in der dritten Phase (Urk. 155 S. 10).
6.8.2. Wie vorgängig dargelegt, fallen C._ in den Phasen II a + b sowie III
nicht nur Wohnkosten bei der Gesuchstellerin, sondern auch beim Gesuchsgeg-
ner an. Letztere betragen monatlich Fr. 180.– (Fr. 540.– / 3; vgl. E. 6.3.3.), wes-
halb C._ in diesen Phasen jeweils Wohnkosten von monatlich Fr. 670.–
(Fr. 490.– + Fr. 180.–; vgl. 141 S. 39) in seinem Bedarf anzurechnen sind.
- 57 -
6.8.3. Zum Bedarf von C._ weist die Gesuchstellerin darauf hin, seine mo-
natliche Krankenkassenprämie für das Jahr 2021 betrage Fr. 99.55 (Urk. 148
S. 21; Urk. 150/12), was entsprechend in seinem Bedarf für die Phasen II a + b
sowie III zu berücksichtigen ist. Ausserdem ist C._ in der ersten Phase nach
der neusten Rechtsprechung des Bundesgerichts nur noch die obligatorische
Krankenkassenprämie anzurechnen, was einem Betrag von Fr. 101.50 entspricht
(Urk. 26/33 S. 1). Ob der Gesuchsgegner die Krankenkassenkosten bereits be-
zahlt hat, wurde – wie die Gesuchstellerin zur Recht vorbrachte (Urk. 148 S. 22) –
nicht belegt. Ein allgemeiner Verweis auf vorangegangene Eingaben ohne Beleg-
stelle (Urk. 155 S. 10), ist auch bei Anwendung der Untersuchungsmaxime nicht
hinreichend substantiiert.
6.8.4. In der dritten Phase ist die Gesuchstellerin gehalten, einem Arbeitspen-
sum von 50 Prozent nachzugehen, wobei der Betreuungsanteil des Gesuchsgeg-
ners für C._ auf die Wochenenden und Ferien entfällt. Entsprechend ist die
Gesuchstellerin auf Fremdbetreuung während ihrer Arbeitstage unter der Woche
angewiesen, wie es bereits die Vorinstanz festhielt. In der Phase II b, als sie ar-
beitslos war, sind ihr keine Fremdbetreuungskosten anzurechnen.
6.8.5. Zusammengefasst ergibt dies für C._ unter Einbezug der vorinstanz-
lichen Erwägungen (Urk. 141 S. 36 ff.) folgende Bedarfsaufstellung und Bedarfs-
zahlen (Änderungen hervorgehoben):
C._
Phase I (20. Januar 2019 - 31. März 2019)
Phase II a 1. April 2019 - 31. Dezember 2020
Phase II b 1. Januar 2021 - 31. Juli 2021
Phase III ab 1. August 2021
Grundbetrag: Fr. 400.– Fr. 400.– Fr. 400.– Fr. 400.– Wohnkosten inklusive Nebenkosten (jedoch ohne Stromkosten):
Fr. 490.– Fr. 670.– Fr. 670.– Fr. 670.–
Krankenkasse (KVG): Fr. 101.50 Fr. 99.55 Fr. 99.55 Fr. 99.55 :
Fr. 0.– Fr. 203.– Fr. 0.– Fr. 400.–
Total (gerundet): Fr. 992.– Fr. 1'373.– Fr. 1'170.– Fr. 1'570.–
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6.9. Unterhaltsberechnung
6.9.1. Der Gesuchsgegner beantragt berufungsweise, er sei für die erste Phase
zu verpflichten, den ausgewiesenen Barbedarf von C._ abzüglich der Kin-
derzulagen und damit Fr. 690.– zu bezahlen (Urk. 140 S. 34).
Für die zweite Phase habe er aufgrund der alternierenden Obhut die Hälf-
te des Barunterhalts von C._ zu bezahlen. Da die Gesuchstellerin die Kosten
für die Krankenkasse für C._ bezahle, würde bei ihm in dieser Phase leid-
glich die Wohnkosten nebst der Ausstattung von C._ anfallen. Demzufolge
seien vom Gesamtbarbedarf von C._ sowohl die Kinderzulagen von
Fr. 200.– als auch die Wohnkosten in Frankreich in Abzug zu bringen, der Rest-
betrag sei zu halbieren und er (der Gesuchsgegner) sei zu verpflichten, für
C._ in der zweiten Phase Fr. 677.– zu bezahlen (Urk. 140 S. 34).
Hinsichtlich der dritten Phase bringt der Gesuchsgegner vor, nicht leis-
tungsfähig zu sein und C._ keinen Unterhalt zahlen zu können. Sollte er aber
wider Erwarten mehr Einkommen generieren, als er für die Deckung seines aus-
gewiesenen Bedarfs benötige, werde er hiervon bis maximal Fr. 608.– an den
monatlichen Barbedarf von C._ leisten, da er C._ mit seinem ausge-
dehnten Besuchs- und Ferienrecht weiterhin mindestens zu 40 % betreuen werde
(Urk. 140 S. 35).
6.9.2. Die Parteien verfügen in den Phasen I und II a + b nicht über ausreichend
Einkommen, um ihren Notbedarf und denjenigen von C._ zu decken. Die Vo-
rinstanz prüfte daher, ob das Vermögen des Gesuchsgegners für den Unterhalt
von C._ angezehrt werden könne. Dabei kam sie zum Schluss, der Ge-
suchsgegner verfüge per Oktober 2020 über liquide Mittel von Fr. 58'000.–. Von
diesem Betrag sei sein Bedarf bis 1. August 2021 abzuziehen, da er diesen aus
seinem Vermögen zu decken habe resp. ihm erst in der dritten Phase ein hypo-
thetisches Einkommen angerechnet werde. Nach zusätzlichem Abzug des Barun-
terhalts von C._ für die erste und zweite Phase verbleibe dem Gesuchsgeg-
ner ein Notgroschen von rund Fr. 20'000.–, weshalb es angemessen erscheine,
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den Gesuchsgegner zu verpflichten, den Barunterhalt von C._ in der ersten
und zweiten Phase aus dem Vermögen zu decken (Urk. 141 S. 51).
6.9.3. Hiergegen wendet der Gesuchsgegner ein, es sei nicht angemessen,
dass sein voreheliches Vermögen und seine Erbschaft rückwirkend zur vollstän-
digen Deckung des Barunterhalts von C._ herangezogen werden solle. Die
Vorinstanz begründe dies mitunter damit, dass er seinen Bedarf nicht einge-
schränkt habe und mehr als nötig von seinem Vermögen gezehrt haben soll, wäh-
renddessen die Gesuchstellerin finanzielle Sozialhilfe habe beantragen müssen
und seit der Trennung auf dem Existenzminimum lebe. Ihm könne aber bloss ein
Vermögensverzehr für den hälftigen Barunterhalt von C._ in der zweiten
Phase angerechnet werden, wenn überhaupt, da er C._ ab der zweiten Pha-
se ebenso zur Hälfte betreut habe. Sein Vermögen sei bereits heute auf einem zu
tiefen Stand, als dass es überhaupt für Kinderunterhaltsleistungen angezehrt
werden könne und nicht als Notgroschen bestehen bleiben dürfe (Urk. 140 S. 26
f.).
6.9.4. Als Beleg für seine aktuelle finanzielle Situation reichte der Gesuchsgeg-
ner in der Berufung zwei Internetausdrucke ein, welche er mit "aktueller Auszug
des Kontos bei M._ [Bank] ..." und "Aktueller Kontoauszug von N._
[Bank] ..." bezeichnete (Urk. 140 S. 27; Urk. 144/4; Urk. 144/5). Ersterem ist per 4.
Januar 2021 ein Kontostand von EUR 27'246.60 und letzterem für das gleiche
Datum ein solcher von EUR 3'572.84 zu entnehmen. Soweit der Gesuchsgegner
geltend machen will, es handle sich dabei um seine gesamten flüssigen Mittel per
4. Januar 2021 bestätigt er, die vorinstanzliche Erwägung, er habe seinen Bedarf
nicht ausreichend eingeschränkt (Urk. 141 S. 53). So hat er gemäss seinen Bele-
gen in den drei Monaten von Anfang Oktober 2020 bis Ende Dezember 2020
Fr. 24'400.– (Fr. 58'000.– - [EUR 27'246.60 + EUR 3'572.84] x 1.09 Fr./EUR) oder
über Fr. 8'000.– (Fr. 24'400.– / 3) pro Monat von seinem Vermögen verzehrt. Tat-
sächlich ist aber nicht ersichtlich und wurde vom Gesuchsgegner auch nicht be-
hauptet, er habe sämtliche Bankguthaben offengelegt, zumal er im Oktober 2020
noch über ein Bankkonto bei der O._ verfügte (vgl. Urk. 141 S. 45). Selbst
wenn dem aber so wäre, kann gegenwärtig nicht mehr angenommen werden, der
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Gesuchsgegner könne seine Wohnung nicht mit einer Hypothek belasten, wie
dies noch die Vorinstanz tat (Urk. 141 S. 52). Es kann nicht angehen, dass der
Gesuchsgegner seine Leistungsfähigkeit verneint und gleichzeitig über unbelaste-
tes Wohneigentum verfügt oder seine liquiden Vermögenswerte in unangemesse-
ner Weise schmälert, während der minimale Barunterhalt von C._ nicht ge-
deckt ist. Soweit der Gesuchsgegner die Angemessenheit der vorinstanzlichen
Erwägungen ohne entsprechende Begründung beanstandet, beschränkt sich sei-
ne Rüge auf eine rein appellatorische Kritik.
6.9.5. Zusätzlich anerkennt der Gesuchsgegner aber, der Gesuchstellerin für
den Unterhalt von C._ in der ersten Phase Fr. 690.– und in der Phase II a +
b Fr. 677.– zu leisten (Urk. 140 S. 3), womit er in diesem Umfang einen Vermö-
gensverzehr anerkennt. Hinzuzurechnen ist der Vermögensverzehr, der beim Ge-
suchsgegner während der Phase II a + b angefallenen Kosten des Grundbedarfs
von monatlich Fr. 200.– sowie den Wohnkosten von Fr. 180.–. Ein weitergehen-
der Vermögensverzehr lässt sich aufgrund des Alters des Gesuchsgegners, des
eher bescheidenen liquiden Vermögens, dem relativ geringen Wert seines Wohn-
eigentums und dem Umstand, dass der Gesuchsgegner auf keine erhebliche Al-
tersvorsorge zurückgreifen kann, trotz der vorerwähnten Ausführungen nicht
rechtfertigen.
6.9.6. In der ersten Phase beträgt der monatliche Barbedarf von C._
Fr. 792.– (Fr. 992.– - Fr. 200.–), wovon nach Abzug des vom Gesuchsgegner zu
leistenden Unterhaltsbeitrages von Fr. 690.– ein Betrag von Fr. 102.– ungedeckt
bleibt.
6.9.7. In der Phase II a beträgt der Barbedarf von C._ Fr. 1'173.–
(1'373.– - Fr. 200.–). Hiervon entfallen auf die Gesuchstellerin aufgrund der geleb-
ten alternierenden Obhut während dieser Phase Fr. 993.– (Grundbetrag Fr. 200.–
+ Wohnkosten Fr. 490.– + Krankenkassenprämie Fr. 100.– + Fremdbetreuungs-
kosten Fr. 203.–). Es kann davon ausgegangen werden, dass der Gesuchsgegner
die Unterhaltskosten, für die Zeit in der C._ bei ihm war, aus seinem Vermö-
gen beglich, weshalb nach Abzug des Unterhaltsbeitrages an die Gesuchstellerin
von Fr. 677.– sowie nach Abzug von C._' Einkommen der Barbedarf von
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C._ in der Phase II a im Betrag von Fr. 116.– (Fr- 993.– - Fr. 677.– -
Fr. 200.–) nicht gedeckt war. In der Phase II b war der Barbedarf von C._, für
die Zeit in der er bei der Gesuchstellerin war, gedeckt (Grundbetrag Fr. 200.– +
Wohnkosten Fr. 490.– + Krankenkassenprämie Fr. 100.– - Fr. 677.– - Fr. 200.–).
Die C._ über seinem Barunterhalt verbleibenden Fr. 87.– sind seinem Be-
treuungsunterhalt anzurechnen (vgl. E. 6.9.11.).
6.9.8. In der dritten Phase verfügt der Gesuchsgegner über einen Überschuss
von Fr. 870.– (Fr. 2'331.– - Fr. 1'461.–) und erweist sich in diesem Umfang als
leistungsfähig. Folglich hat er ab dem 1. August 2021 diesen Betrag an den Bar-
unterhalt von C._ zu leisten, womit sein Barunterhalt im Umfang von
Fr. 500.– (Fr. 1'570.– - Fr. 200.– - Fr. 870.–) nicht gedeckt ist. Dabei ist zu beach-
ten, dass C._ zu rund 40 Prozent vom Gesuchsgegner betreut wird. Der Ge-
suchsgegner ist darauf angewiesen, dass er die Wohnkosten für sich und für
C._ decken kann, ansonsten er Gefahr läuft, seine Wohnung zu verlieren.
Entsprechend rechtfertigt es sich, dass vom Überschuss des Gesuchsgegners die
Wohnkosten von C._ in Frankreich (Fr. 180.–) sowie Fr. 40.– zur Deckung
von C._' Grundbedarf beim Gesuchsgegner verbleiben und er den Restbe-
trag von Fr. 650.– (Fr. 870.– - Fr. 180.– - Fr. 40.–) der Gesuchstellerin als Barun-
terhaltsbeitrag für C._ leistet.
6.9.9. Seinen Antrag, wonach er für berechtigt zu erklären sei, die rückwirken-
den Zahlungen in monatlichen Raten bis Ende 2021 abzubezahlen (Urk. 140
S. 4), begründete der Gesuchsgegner nicht, weshalb darauf nicht einzutreten ist.
6.9.10. Im Gegensatz zum Gesuchsgegner verfügt die Gesuchstellerin in keiner
Phase über ein hinreichendes Einkommen, um ihren Notbedarf zu decken. Wie
die Vorinstanz zutreffend ausführte, ist dieses Manko betreuungsbedingt (Urk.
141 S. 48, S. 50 und S. 51), weshalb es durch einen entsprechend Betreuungsun-
terhalt für C._ auszugleichen wäre (BGer 5A_743/2017 vom 22. Mai 2019,
E. 5.4.4.; Urk. 141 S. 50 f.). Dementsprechend ergeben sich für die einzelnen
Phasen folgende Betreuungsunterhalte:
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Gesuchstellerin
Phase I (20. Januar 2019 - 31. März 2019)
Phase II a 1. April 2019 - 31. Dezember 2020
Phase II b 1. Januar 2021 - 31. Juli 2021
Phase III ab 1. August 2021
Bedarf Fr. 2'642.– Fr. 2'732.– Fr. 2'665.– Fr. 2'845.– / Einkommen Fr. 0.– Fr. 1'038.– Fr. 0.– Fr. 1'905.– Betreuungsunterhalt Fr. 2'642.– Fr. 1'694.– Fr. 2'665.– Fr. 940.–
6.9.11. Nach dem Ausgeführten ist der Gesuchsgegner zu verpflichten, an die
Kosten des Unterhalts und der Erziehung von C._ Unterhaltsbeiträge, zuzüg-
lich allfälliger gesetzlicher und vertraglicher Kinder-, Familien- bzw. Ausbildungs-
zulagen, wie folgt zu bezahlen:
Unterhalt C._
Phase I (20. Januar 2019 - 31. März 2019)
Phase II a 1. April 2019- 31. Dezember 2020
Phase II b 1. Januar 2021- 31. Juli 2021
Phase III ab 1. August 2021
Barunterhalt Fr. 690.– Fr. 677.– Fr. 677.– Fr. 650.– Betreuungsunterhalt Fr. 0.– Fr. 0.– Fr. 0.– Fr. 0.–
Manko C._
Phase I (20. Januar 2019 - 31. März 2019)
Phase II a 1. April 2019- 31. Dezember 2020
Phase II b 1. Januar 2021- 31. Juli 2021
Phase III ab 1. August 2021
Barunterhalt Fr. 102.– Fr. 116.– Fr. 0.– Fr. 500.– Betreuungsunterhalt abzgl. Überschuss (vgl. E.6.9.7.)
Fr. 2'642.– Fr. 1'694.– Fr. 2'665.– - Fr. 87.–
Fr. 940.–
Gesamt Fr. 2'744.– Fr. 1'810.– Fr. 2'578.– Fr. 1'440.–
7. Kosten- und Entschädigungsfolgen
7.1. Erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsfolgen
7.1.1. Trifft die Rechtsmittelinstanz einen neuen Entscheid, so entscheidet sie
auch über die Prozesskosten des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 318 Abs. 3
ZPO). Die Höhe der erstinstanzlichen Gerichtskosten wurde nicht angefochten
(Urk. 140 S. 4) und ist somit zu bestätigen.
7.1.2. Die Vorinstanz erwog, in familienrechtlichen Verfahren könne von den
Verteilungsgrundsätzen nach Art. 106 ZPO abgewichen und die Prozesskosten
könnten nach Ermessen verteilt werden (Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO). Die Gesuch-
stellerin habe hinsichtlich dem Hauptstreitpunkt der Kinderbelange, nämlich der
Obhutszuteilung obsiegt. Hinsichtlich Unterhalt bewegten sich die festgesetzten
Kinderunterhaltsbeiträge in der Mitte zwischen den Forderungen der Parteien.
Zusammengefasst ergebe sich, dass die Gesuchstellerin zu 75 % obsiege und
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der Gesuchsgegner zu 25 %. Entsprechend seien die Gerichtskosten zu 25 %
und dem Gesuchsgegner zu 75 % aufzuerlegen. In diesem Verhältnis seien auch
die Parteientschädigungen zuzusprechen (Urk. 141 S. 57).
7.1.3. Der Gesuchsgegner setzt sich mit den Erwägungen der Vorinstanz zu
den Gerichtskosten- und der Parteientschädigung nicht substantiiert auseinander,
sondern fordert lediglich für beide Verfahren, die Kosten- und Entschädigungsfol-
gen (zzgl. 7.7 % MwSt) seien ausgangsgemäss der Berufungsbeklagten aufzuer-
legen (Urk. 140 S. 36). Da die Vorinstanz die Kosten nach Ermessen verteilte,
hätte der Gesuchsgegner sich nicht einfach mit einer Anpassung der Kosten- und
Entschädigungsfolgen nach Obsiegen und Unterliegen begnügen dürfen, sondern
darlegen müssen, inwiefern die Vorinstanz ihr Ermessen unrichtig ausgeübt hat.
Die im Berufungsverfahren erfolgten Anpassungen des erstinstanzlichen Ent-
scheids sind zudem als dermassen gering zu qualifizieren, als dass die vo-
rinstanzlichen Kosten- und Entschädigungsfolgen nicht zu beanstanden sind.
Dementsprechend ist das vorinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv
zu bestätigen.
7.2. Zweitinstanzliche Kosten- und Entschädigungsfolgen
7.2.1. Die Gerichtsgebühr ist in Anwendung von § 12 Abs. 1 und 2 i.V.m. § 2, §
5 Abs. 1, § 6 Abs. 2 lit. b GebV OG auf Fr. 6'000.– festzusetzen. Als weitere Ge-
richtskosten kommen diejenigen der Kindsvertreterin hinzu (Art. 95 Abs. 2 lit. e
ZPO). Der von der Kindsvertreterin geltend gemachte Aufwand von Fr. 2'435.65
ist ausgewiesen (Urk. 160), erscheint als angemessen und wurde von den Partei-
en nicht beanstandet (vgl. E. 1.3.). Die volle Parteientschädigung ist in Anwen-
dung von § 5 Abs. 1, § 6 Abs. 1 und Abs. 3, § 11 Abs. 1 und Abs. 2 sowie § 13
der Verordnung über die Anwaltsgebühren vom 8. September 2010 auf
Fr. 4'500.– zuzüglich 7.7 % MwSt. (vgl. Urk. 140 S. 4; Urk. 148 S. 2), mithin auf
Fr. 4'847.– festzusetzen.
7.2.2. Nach der Praxis der Kammer sind die Prozesskosten in den nicht vermö-
gensrechtlichen Kinderbelangen den Parteien je zur Hälfte aufzuerlegen, sofern
beide Parteien unter dem Aspekt des Kindesinteresses gute Gründe für ihre je-
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weiligen Anträge haben (ZR 84 Nr. 41; Art. 107 lit. c ZPO). Dies trifft vorliegend
zu. Hinsichtlich Unterhalt unterlag der Gesuchsgegner beinahe vollständig. Da die
nichtvermögensrechtlichen und die vermögensrechtlichen Streitigkeiten sich vor-
liegend in etwa die Waage halten, unterliegt der Gesuchsgegner gesamthaft zu
75 % und die Gesuchstellerin zu 25 %. Unter diesen Umständen rechtfertigt es
sich die Gerichtskosten dem Gesuchsgegner auch für das Berufungsverfahren zu
75 % und der Gesuchstellerin zu 25 % aufzuerlegen. Zudem ist der Gesuchsgeg-
ner zu verpflichten der Gesuchstellerin eine auf 50 % reduzierte Parteientschädi-
gung von gerundet Fr. 2'424.– (inkl. 7.7 % MWSt) zu bezahlen.
7.2.3. Rechtsanwältin lic. iur. Z._ ist für ihre Bemühungen und Barauslagen
als Kindsvertreterin für das Berufungsverfahren mit Fr. 2'435.65, inklusive 7.7 %
Mehrwertsteuer, aus der Gerichtskasse zu entschädigen.
8. Unentgeltliche Rechtspflege
8.1. Eine Person hat gemäss Art. 117 ZPO Anspruch auf unentgeltliche
Rechtspflege, wenn sie nicht über die erforderlichen Mittel verfügt (lit. a) und ihr
Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (lit. b). Unter denselben Vorausset-
zungen besteht ein Anspruch auf einen unentgeltlichen Rechtsbeistand, soweit
dies zur Wahrung der Rechte notwendig ist (Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO).
8.2. Als bedürftig gilt, wer für die Kosten des Prozesses nicht aufkommen
kann, ohne die Mittel anzugreifen, derer er zur Deckung des notwendigen Le-
bensunterhalts für sich und seine Familie bedarf. Für die Beurteilung der pro-
zessualen Bedürftigkeit ist die gesamte wirtschaftliche Situation der gesuchstel-
lenden Partei zu würdigen, wobei nicht schematisch auf das betreibungsrechtliche
Existenzminimum abzustellen, sondern den individuellen Umständen Rechnung
zu tragen ist (BGE 141 III 369 E. 4.1). Die um unentgeltliche Rechtspflege ersu-
chende Partei hat zur Glaubhaftmachung ihrer Bedürftigkeit ihre Einkommens-
und Vermögensverhältnisse umfassend darzustellen und soweit möglich auch zu
belegen (BGE 120 Ia 179 E. 3a). Insoweit trifft sie eine umfassende Mitwir-
kungsobliegenheit (BGer 5A_897/2013 vom 8. Juli 2014, E. 3.1). Dabei dürfen
umso höhere Anforderungen an eine umfassende und klare Darstellung der fi-
- 65 -
nanziellen Situation durch die ersuchende Partei selbst gestellt werden, je kom-
plexer diese Verhältnisse sind. Die entscheidende Behörde hat allenfalls unbehol-
fene Rechtsuchende auf die Angaben hinzuweisen, die sie zur Beurteilung des
Gesuches benötigt (BGE 120 Ia 179 E. 3a). Legt eine Partei ihre finanzielle Situa-
tion nicht von sich aus schlüssig dar, obwohl sie um diese Obliegenheit weiss o-
der wissen muss, kann ihr Gesuch ohne vorgängige Ausübung der gerichtlichen
Fragepflicht wegen Verletzung der Mitwirkungspflicht abgewiesen werden. Das
gilt insbesondere bei anwaltlich vertretenen Parteien, denen das Wissen ihres
Rechtsvertreters anzurechnen ist und die deshalb nicht als prozessual unbeholfen
gelten können (vgl. BGer 4D_69/2016 vom 28. November 2016, E. 5.4.3 m.w.H.;
BGer 5A_62/2016 vom 17. Oktober 2016, E. 5.3; BGE 125 IV 161 E. 4a; BGE 120
Ia 179 E. 3a; BGer 2C_683/2014 vom 24. Oktober 2014, E. 3.1.1; BGer
5A_382/2010 vom 22. September 2010, E. 3.1; BGer 4A_661/2010 vom 16. Feb-
ruar 2011, E. 3.2).
8.3. Der Gesuchsgegner ist Eigentümer einer Wohnung in Frankreich. Dass er
eine Hypothek aufgenommen hätte, wurde weder von ihm vorgebracht, noch ist
dies den ins Recht gereichten Belegen zu entnehmen. Wie die Vorinstanz bereits
ausführte (Urk. 140 S. 41 f.), ist daher davon auszugehen, dass die Wohnung
nicht belehnt ist.
Dem Gesuchsgegner als Grundeigentümer ist entsprechend entgegenzu-
halten, dass ihm sämtliche Möglichkeiten der Mittelbeschaffung durch Veräusse-
rung von selbstgenutztem Wohneigentum, durch Vermietung oder durch Aufnah-
me eines zusätzlichen Hypothekarkredits grundsätzlich zuzumuten sind (Alfred
Bühler, Die Prozessarmut, in: Christian Schöbi, Gerichtskosten, Parteikosten,
Prozesskaution, 2001, S. 149; vgl. BGE 119 Ia 11 E. 5). Erst wenn der Nachweis
erbracht wird, dass eine weitere Belehnung nicht möglich sei, gilt die Mittellosig-
keit als erstellt. Massgebend ist dabei nach ständiger Rechtsprechung der hiesi-
gen Kammer die Überlegung, dass Parteien, welche ihr Vermögen in Immobilien
angelegt haben, in Bezug auf die Beurteilung der Bedürftigkeit nicht besser ge-
stellt werden sollen als solche, die ihr Vermögen auf ein Sparbuch oder in Wert-
schriften angelegt haben. Von diesen wird ohne weiteres erwartet, dass sie
- 66 -
zwecks Finanzierung des Prozesses das Geld sofort abheben oder die Wert-
schriften veräussern.
Einen Grund, weshalb es ihm nicht möglich sei, eine Hypothek für seine
Wohnung aufzunehmen, bringt der Gesuchsgegner nicht vor, weshalb er nicht
hinreichend darzulegen vermag, sämtliche eigenen Mittel zur Finanzierung des
Verfahrens ausgeschöpft zu haben. Entsprechend ist seine Prozessarmut zu ver-
neinen und sein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für das
Berufungsverfahren abzuweisen.
8.4. Die Gesuchstellerin bringt ihrerseits betreffend ihre Mittellosigkeit vor, sie
verfüge weder über Einkommen noch über Vermögen und sei auf Sozialhilfe an-
gewiesen, wie der Bestätigung über den Bezug von Sozialhilfe der Gemeinde
Schwerzenbach vom 1. Oktober 2020 zu entnehmen sei (Urk. 38 S. 9 und
Urk. 33/3).
Wie bereits ausgeführt, vermag die Gesuchstellerin nicht, ihren betrei-
bungsrechtlichen Existenzbedarf mit ihrem Einkommen zu decken
(vgl. E. 6.9.10.). Zudem geht aus der besagten Bestätigung der Gemeinde
Schwerzenbach hervor, dass die Gesuchstellerin seit dem 17. September 2020
mit wirtschaftlichen Sozialhilfeleistungen unterstützt wird (Urk. 33/3). Über allfälli-
ges Vermögen, auf welches sie für die Prozessfinanzierung zurückgreifen könnte,
verfügt sie nicht (vgl. E. 6.5.). Die Vorinstanz erachtete zudem einen Prozesskos-
tenbeitrag des Gesuchsgegners an die Gesuchstellerin als uneinbringlich und
wies den diesbezüglichen Antrag der Gesuchstellerin ab (Urk. 141 S. 60), wes-
halb ihr nicht anzulasten ist, kein erneutes Gesuch im Berufungsverfahren gestellt
zu haben. Die Gesuchstellerin ist somit als mittellos i.S.v. Art. 117 ZPO zu erach-
ten. Ihre Rechtsbegehren erweisen sich nicht als aussichtslos und der Beizug ei-
ner Rechtsbeiständin ist angesichts der Komplexität des vorliegenden Verfahrens
und unter dem Gesichtspunkt der Waffengleichheit notwendig. Der Gesuchstelle-
rin ist daher die unentgeltliche Rechtspflege für das Berufungsverfahren zu ge-
währen und ihr ist in der Person von Rechtsanwältin lic. iur. Y._ eine unent-
geltliche Rechtsvertretung zu bestellen.
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