Decision ID: a8a78935-3f96-4899-ab5f-80721d7f7db7
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1964, arbeitete seit dem 1. April 2014 als Chauffeur bei der
Y._ GmbH, Z._
, und war im Rahmen dieses Arbeitsverhältnisses bei der Suva für die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen obligatorisch versichert.
1.2
Am
13. September 2018 erlitt X._
beim Heben einer Kiste eine Verletzung
an
der linken Hand, indem sich ein Nagel in den Daumenballen bohrte
, und
er
wurde deswegen am selben und am folgenden Tag in
der Notfallklinik des
Kan
tonsspitals A._
zunächst ambulant behandelt (
Radiolog
iebericht
vom 13.
September 2018
, Urk. 7/13;
Behandlungsberichte vom 4.
Oktober
2018
, Urk.
7/19 und Urk. 7/21).
In der Folge
zeigten sich Schwellungen und es
kam der Verdacht auf einen Weichteildefekt des linken Unterarmes auf
(vgl. die Ultra
schall-Berichte vom 15. und vom 17. Sep
tember 2018, Urk. 7/14 und Urk.
7/15)
, weshalb am 25. und am 28. September so
wie am 2. und am 7. Oktober 2018
in der Klinik für Hand- und Plastische Chirurgie des Kantonsspital
s
A._
ope
ra
tive Wundrevisionen einschliesslich einer Hauttransplantation durchgeführt wur
den (Operationsberichte in
Urk. 7/20, Urk. 7/22, Urk. 7/23 und Urk. 7/17
; Austrittsbericht des Kantonssp
itals A._
vom 29. Oktober 2018, Urk. 7/25
).
Die Suva
anerkannte
aufgrund der Schadenmeldung vom 17. September 2018 (Urk. 7/1)
ihre Leistungspflicht für die Folgen des Ereignisses vom 13. September 2018 (
Briefe vom 28. September 2018,
Urk. 7/
6 und Urk. 7/7)
, holte am
15.
November 2018 die Angaben des Versich
erten zum Sachverhalt ein (Urk.
7/34)
und nahm die Berich
te des Kantonsspitals A._
über die Verlaufs
unter
suchungen vom 2., vom 9. und vom 23. November 2018 sowie vom 7. Dezember 2018 zu den Akten (Urk. 7/39, Urk. 7/41, Urk. 7/40 und Urk. 7/43)
. Ausserdem erhielt sie Kenntnis vom Bericht der Klinik für Plastische Chirurgie und Hand
chirurgi
e des Universitätsspitals B._
vom 13. Dezember 2018, wohin sich der Versicherte zur Einholung einer Zweitmeinung begeben hatte (Urk. 7/46).
1.3
Mitte Januar 2019 sah sich der Versicherte ausserstande, die angestammte Tätig
keit entsprechend der Empfehlu
ng des Kantonsspitals A._
(Bericht vom 8. Januar 2019, Urk. 7/56)
zu 50 % wieder aufzunehmen (Notizen der Suva vom 11.
und vom 15. Januar 20
19
, Urk. 7/49 und Urk. 7/53), und suchte wegen rezi
divierender Schwellung
en
am linken Vorderarm und ausgep
rägten Kraftmangels Dr. med. C._
, Spezialärztin für Chirurgie und Handchirurgie, auf (Bericht von Dr.
C._
vom 17. Januar 2019, Urk. 7/55 S. 3-4).
Die Suva liess am 7. Februar 2019 eine Besprechung mit dem Versicherten in dessen Wohnung durchführen (Bericht in Urk. 7/59)
und liess des Weiteren
durch die Arbeitgeberin ein Berufsprofil erstellen (Ang
aben vom 14. Februar 2019,
Urk.
7/65)
. Ferner ho
lte
sie
von Dr.
C._
den Bericht vom 22. Februar 2019 über die Konsultation vom 18. Februar
2019 ein (Urk. 7/68) und unt
erbreitete die Angelegenheit ihrer Versicherungsärztin med.
pract
.
D._
, Spezialärztin für Chirurgie
(Fragenbeantwortung vom 12. und vom 25. Februar 2019, Urk. 7/62 und Urk. 7/69).
Nach einer erneuten Konsultation bei Dr.
C._
(
Bericht vom 20.
März
2019, Urk.
7/79
) trat der Versicherte am 4. April 2019 in die Rehaklinik
E._
zur arbeitsorient
ierten Rehabilitation ein und blieb
dort bis zum 23. Mai 2019 (
Gesuch vom 30. April 2019 um Verlängerung der Kostengutsprache, Urk. 7/102; Kurzbericht
und Austrittsbericht je vom 23. Mai 2019, Urk. 7/108 und
Urk. 7/110).
1.4
Nach Abschluss des Rehabilitationsaufenthaltes n
ahm die Kreisärztin
Dr. med. F._
, Spezialärztin für Neurochirurgie
, zum weiteren Vorgehen Stellung (
Frau
gen
beantwortung
vom 4. Juni 2019, Urk. 7/11
2); danach liess die Suva am 4.
Juli 2019 eine Besprechung mit dem Versicherten und dessen Vorgesetzte
n
durch
führen (Bericht in
Urk. 7/122).
Am 5. Juli 2019 nahm der Versicherte die Arbeit an seinem angestammten Arbeitsort versuchsweise wieder auf, stellte den Arbeitsversuch jedoch nach einer Woche ein, nachdem das Heben schwerer Gewichte ihn zu stark belastet hatte
(Notiz der Suva über ein Telefongespräch mit dem Versicherten vom 24. Juli 2019
, Urk. 7/129).
1.5
Inzwischen hatte sich der Versicherte auch bei der Sozialversicherungsa
nstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle
,
angemeldet. Diese sprach ihm Frühinterventions
mas
s
nahmen in Form
einer Ausbildung zum Lastwagenchauffeur/Busfahrer
mit Er
werb
der entsprechenden Fahrausweise
zu (Mitteilung vom 27. August 2019, Urk. 7/135
S. 4-6) und teilte ihm gleichzeitig mit,
dass sie die berufliche Eingliederung mit der
Zusprache
dieser Massnahmen als abgeschlossen erachte und keine weiteren Ansprüc
he
b
estünden (Urk. 7/135 S. 2-3
).
Am 10. September 2019 untersuchte die Kreisärztin Dr.
F._
den Versicherten (Bericht vom 12. September 2019, Urk. 7/136); danach wurde die Sac
he der
suva
intern
en
Case-Managerin
übergeben. Diese führte Gespräche mit dem Versi
cher
ten
(Telefonnotiz vom 13. September 2019, Urk. 7/142; Notiz über die Bespre
chung vom 16. September 2019, Urk. 7/146) und
holte
die
Informationen der Arbeit
geberin ein,
die unterdessen die Auflösung des Arbeitsverhältnisses per Ende
Oktober 2019 ausgesprochen hatte
(Anfra
ge vom 16. September 2019, Urk.
7/145;
Telefonnot
iz vom 18. September 2019, Urk.
7/151; Kündigungsschreiben vom
31.
August 2019, Urk. 7/152 S. 2; Lohnangaben und Lohnabrechnungen, Urk.
7/165
und Urk. 7/166).
Mit Schreiben vom 19. September 2019 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass die Übernahme der Heilkosten per sofort eingestellt werde, dies
mit Ausnahme
von allenfalls nötigen Kompressionshandschuhen, des laufenden Zyklus der Me
di
zinischen Trainingstherapie
, der Kostenbeteiligung an einem Fitness-Abonne
ment oder an einem Trainingsgerät
,
einer Hautcrème zur Aufhellung des dunkel verfärbten Narbengebietes im Bereich des linken Handgelenks
und der Kosten von maximal sechs hautärztlichen Kontrollen
. Ausserdem würden per Ende 2019
- nach Einräumung einer gewissen Anpassungszeit für die berufliche Umstellung auf eine gesundheitlich angepasste Tätigkeit -
auch die Taggelder
eingestellt
(Urk.
7/154
; Telefonnotiz vom 19. September 2019, Urk. 7/160
)
.
Der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Kaspar G
ehring, liess mit Eingabe
vom 11. Oktober 2019 sein Nichteinverständnis mit dieser Mitteilung erklären und um Erlass einer anfechtbaren Verfügung sowie um
vorgängige
Einsicht in die Akten ersuchen (Urk. 7/169 S. 1). Mit Verfügung vom 16. Oktober 2019 hielt die Suva fest, dass weder eine unfallbedingte erhebliche Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit noch eine erhebliche Schädigung der körperlichen Integrität bestehe, weshalb der Ver
sicherte weder Anspruch auf eine Invalidenrente noch Anspruch auf eine Inte
gritätsentschädigung habe (Urk. 7/174). Ausserdem liess die Suva dem Rechts
vertreter des Versicherten mit Schreiben vom 17. Oktober
2019
die Akten zu
kommen und erbat sich dessen schriftliche Mitteilung, falls er nach wie vor eine Verfügung zur Mitteilung betreffend den Fallabschluss
anbegehre
(Urk. 7/180).
1.6
Mit Eingabe vom 13. November 2019 liess der Versicherte gegen die Verfügung vom 16. Oktober 2019 Einsprache erheben (Urk. 7/189) und beantragen, die Ver
fügung sei aufzuheben und ihm seien die gesetzlichen Leistungen zu gewähren, insbesondere vorab weitere Taggeldleistungen, später eine Invalidenrente, even
tualiter seien die Taggeldleistungen per 20. Dezember 2019 zu terminieren und ab diesem Zeitpunkt die weiteren Leistungen, insbesondere eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung
,
auszurichte
n so
wie weitere Heilbehandlunge
n
zu übernehmen (Urk. 7/189 S. 1-2).
Die Rehaklinik
E._
, bei welcher die Case-Managerin des Versicherten Anfang Oktober 2019 eine berufliche Standortbestimmung in die Wege geleitet hatte, schloss
den Auftrag angesichts dessen, dass die Suva mittlerweile über die An
sprüche des Versicherten bereits verfügt hatte und ein
Einspracheverfa
hren
hängig
war, mit Kurzbericht
vom 4. Dezember 2019 ohne Weiterungen ab (
Urk.
7/195).
Im Rahmen der Behandlung der Einsprache na
hm die Suva den Bericht von Dr.
C._
vom 22. Januar 2020 über eine nochmalige Konsultation zu den Akten (Urk. 7/197) und erhielt vom neu
involvierten Dr. med. univ. G._
, Spezialarzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, den
Bericht vom 22. Februar 2020 über Konsultationen vom 12. und vom 17. Februar 2020
samt Attest zur Arbeitsfähigkeit
(Urk. 7/207 S. 3-7
und S. 8). Sodann holte die Suva von Dr.
F._
die Aktenbeurteilung vom 27. August 2020
zum Inte
gri
tätsschaden
ein (Urk. 7/210) und erliess unmittelbar danach den
Einsprache
ent
scheid
gleichen Datums, mit dem sie die Einsprache abwies (Urk. 2 = Urk. 7/211 S. 2-15
).
2.
Gegen den
Einspra
cheentscheid
vom 27. August 2020
liess
X._
durch Rechtsanwalt Kaspar Gehring mit Eingabe vom 24. September 2020 Beschwerde erheben (Urk. 1) und die Anträge in der Einsprache wiederholen (Urk. 1 S. 2). Die Suva, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Beat Frischkopf,
erstattete am 21. Oktober 2020 die Beschwerdeantwort und schloss auf
Abweisung der Beschwerde (Urk.
6). Mit Verfügung vom 26. Oktober 2020 wurde die Beschwerdeantwort dem Be
schwerdeführer zur Kenntnis gebracht (Urk. 8). Dieser liess mit Eingabe vom 19.
November 2020 nochmals Stellung nehmen (Urk. 9) und einen Ber
icht des Medizinisch-
Radiologischen Instituts H._
vom 20. Oktober 2020 zu einer Magnetresonanzuntersuchung des linken
Unterarmes und der linken Hand einreichen (Urk. 10). Die Suva nahm die Gelegenheit, sich zu äussern, mit Eingabe vom 27. November 2020 wahr (Urk. 13), wovon der Beschwerdeführer mit Ver
fügung vom 3. Dezember 2020 in Kenntnis gesetzt wurde (Urk. 14).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG)
werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungs
leis
tungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Be
rufskrankheiten gewährt. Ausserdem kann der Bundesrat nach Art. 6 Abs. 2 UVG Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalls ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen, und er hat davon mit der Aufzählung in Art. 9
der Verordnung über die Unfall
ver
si
cherung (UVV)
Gebrauch gemacht.
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang und ein adäquater Kausalzu
sammenhang besteht. Bei organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, also die rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.2
N
ach Art.
1
0 Abs.
1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung der Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalls voll oder teil
weise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Tag
geld zu. Wird die versicherte Person infolge des Unfalls zu mindestens 10 % invalid, so hat sie gemäss Art. 18 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine Invalidenrente. Der Ren
tenan
spruch entsteht nach Art. 19 Abs. 1 UVG, wenn von der Fortset
zung der ärztli
chen
Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszu
standes mehr erwartet
werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invali
den
versiche
rung
abgeschlossen sind, wobei mit dem Rentenbeginn die Heilbehand
lung und die Taggeldleistungen dahinfallen. Ferner entsteht zusam
men mit der Festlegung der Invalidenrente beziehungsweise mit der Beendigung der ärztlichen Behandlung
(Art. 24 Abs. 2 UVG)
un
ter den Voraussetzungen in Art.
24 Abs. 1 UVG auch ein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung.
1.3
I
nvalidität ist nach Art. 8 Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades
wird nach Art.
16 ATSG da
s Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der Invalidität u
nd nach Durchführung der medi
zi
nischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits
marktlage erzielen könnte (soge
nanntes Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sogenanntes
Valideneinkommen
).
Nach der Rechtsprechung zur Invaliditätsbemessung in der Invalidenversiche
ru
ng, die auch im Unfallversicherungsrecht anwendbar ist, hat der Einkommens
ver
gleich in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Ein
kommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander
zu vergleichen (BGE 128 V 29 E. 1).
1.4
1.4.1
UV170430
Integritätsentschädigung, Grundlagen
02.2021
Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schä
digung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie An
spruch auf eine angemessene Integri
tätsentschädigung (Art. 24 Abs.
1 UVG). Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätss
chadens abgestuft (Art. 25 Abs.
1 UVG).
Nach Art.
25 Abs.
2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädigung. Von
dieser Befugnis hat er in Art.
36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht; er ist erheblich, wenn die körperliche, geistige oder psychische Integrität, unabhängig von der Erwerbs
fähigkeit, augenfällig oder stark b
eeinträchtigt wird. Gemäss Abs.
2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädig
ung die Richtlinien des Anhangs
3.
Fallen mehrere körperliche, geistige oder psychische Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der ge
samten Beeinträchtigung festgesetzt. Die Gesamtentschädigung darf den Höchst
betrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und bereits nach dem Gesetz bezogene Entschädigungen werden prozentual angerechnet (Abs. 3). Vor
aussehbare Verschlimmerungen des Integritätsschadens werden angemessen be
rücksichtigt. Revisionen sind nur im Ausnahmefall möglich, wenn die Verschlim
merung von grosser Tragweite ist und nicht voraussehbar war (Abs. 4).
1.4.
2
Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der Inte
gritätsschäden aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht ab
schlies
senden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) häufig vorkommende und typische Schäden prozentual gewichtet. Für die darin genannten Integritäts
schäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (Ziff. 1 Abs. 1). Die Entschädi
gung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (Ziff. 1 Abs. 2). Integritätsschäden, die gemäss der Skala 5 % nicht erreichen, geben keinen Anspruch auf Entschädigung (Ziff. 1 Abs. 3). Die völlige Gebrauchsunfähigkeit eines Organs wird dem Verlust gleichgestellt; bei teilweisem Verlust und teilweiser Gebrauchsunfähigkeit wird der Integritätsschaden entsprechend geringer, wobei die Entschädigung jedoch ganz entfällt, wenn der Integritätsschaden weniger als 5 % des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes ergäbe (Ziff. 2).
Im Falle einer Gesamtentschädigung im Sinne von Art. 36 Abs. 3 UVV genügt allerdings für den Entschädigungs
an
spruch, dass die Summe der Prozentzahlen, die den ein
zelnen Schädigungen ent
sprechen, die
Erheblichkeitsgrenze
von 5
% übersteigt; Beeinträchtigungen, die für sich allein das Ausmass von 5 % nicht erreichen, sind demnach einzubeziehen (vgl. BGE 116 V 156 E. 3b).
Di
e Medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundes
rät
lichen
Skala weitere Bemessungsgrundla
gen in tabellarischer Form (soge
nannte
Feinraster) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabel
len stel
len zwar keine Rechtssätze dar und sind für das Gericht nicht verb
indlich, umso weniger als Ziff. 1 Abs. 1 von Anhang
3 zur UVV bestimmt, der in der Skala angegebene Prozentsatz des Integritätsschadens gelte im Regelfall, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versi
cherten gewährleistet werde
n soll, sind sie mit dem Anhang
3 zur UVV vereinbar (BGE
124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E.
3a).
2.
2.1
Der Beschwerdeführer
liess vorab vorbringen, die Beschwerdegegnerin habe in verschiedener Hinsicht seinen Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt, nämlich zum einen dadurch, dass
sie
die Verfügung vom 16. Oktober 2019
(Urk. 7/174)
erlassen habe, ohne ihm
entsprechend seinem Ersuchen vom 11. Oktober 2019 (vgl. Urk. 7/169 S. 1)
vorgängig die
Akten zuzustellen
und ihm Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben
, und zum andern dadurch, dass sie im angefochtenen
Einspracheentscheid
nicht auf alle Argumente eingegangen sei, die er in der Ein
sprache habe vortragen lassen, und dass
sie wesentliche Sachverhalts
fest
stel
lun
gen ins
Einspracheverfahren
verlagert habe, indem sie d
em
Einsprache
ent
scheid
eine neu eingeholte Beurteilung des Integritätsschadens von Dr.
F._
zugrunde
gelegt habe (Urk. 1 S. 3 ff.).
2.2
Der Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung
(BV)
und Art. 42
Satz 1 ATSG umfasst rechtsprechungsgemäss das Recht der betroffenen Person,
sich vor Erlass des in ihre Rechtsstellung eingreifenden Ent
scheids zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beein
flussen
(BGE 132
V 368 E. 3.1 mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 124 V 180
E
. 1a).
Ein weiterer zentraler Bestandteil des
verfassungsrechtlichen Gehörsan
spruchs ist die Begründungspflicht. Diese soll
rechtsprechungsgemäss
verhindern,
dass sich die Behörde von unsachlich
en Motiven leiten lässt, und der b
etroffenen
Person ermöglich
en, den Entscheid
sachgerecht anzufechten.
Im Entscheid müssen
deshalb zumindest kurz
die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat le
iten lassen
, ohne dass die Behörde indessen auf jedes einzelne Vorbringen eingehen müsste
(vgl.
BGE
139 V 496
E. 5.1,
124 V 180
E
. 1a).
In Art. 42 Satz 2 ATSG wird in dem Sinne eine Ausnahme von der An
hörungspflicht statuiert, dass die Parteien
vor Verfügungen, die durch Einsprache anfechtbar sind, nicht angehört werden müssen.
Dabei betrifft die
se
Einschrän
kung des rechtlich
en Gehörs
nur die Anhörung, nicht aber die übrigen Aspekte dieses
verfassungsmässigen
Rechts (vgl. BGE 132 V 368 E. 4.1 sowie
Kieser
, ATSG-Kommentar, 4. Auflage, Zürich 2020, N 46 zu Art. 42 ATSG mit Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichts 8C_
386/2014 vom 6. Oktober 2014 E.
4.2).
Art.
42 Satz 2 ATSG
tangiert also
namentlich die Pflicht zur
Entscheidbe
grün
dung
nicht.
2.3
2.3.1
Aufgrund der Ausnahmeregelung in Art. 42 Satz 2 ATSG, die das Bundesgericht als verbindlich beurteilt (vgl. BGE 132 V 368 E. 4), war die Beschw
erdegegnerin nicht gehalten, den
Beschwerdeführer vor Erlass der Verfügung vom 16. Oktober 2019 anzuhören. Insoweit liegt daher keine Verletzung des Anspruchs auf recht
liches Gehör vor.
2.3.2
Verletzt wurde der Gehörsanspruch des Beschwerdeführers hingegen durch eine mehrfach unzureichende Begründung der Verfügung vom 16. Oktober 2019
.
So is
t es
entsprechend den Darlegungen im angefochtenen
Eins
pracheentscheid
(Urk. 2 S. 3) zwar zu
treffend, dass die Frage des Fallabschlusses
im Sinne von Art. 19 Abs. 1 UVG und die Frage des Rentenanspruchs nach Art. 18 UVG ein
und de
nselben Streitgegenstand bilden. Denn
die Entstehung des Rentenan
spruchs
hängt
davon ab, dass die Voraussetzungen des Fallabschlusses
gegeben sind, dass
mithin
von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliede
rungsmassnahmen der Invaliden
versicherung abgeschlossen sind (vgl. das von
der Beschwerdegegnerin zitierte Urteil des Bundesgerichts 8C_43/2017 vom 1.
Juni
2017 E. 2.3.1
; Urk. 2 S. 3
). D
emgemäss kann
der Entscheid über den Fall
abschluss nicht vom Rentenentscheid gesonde
rt in Rechtskraft erwachsen
, son
dern Fallab
schluss und Rente
müssen
Gegenstand d
esselben Entscheids sein
und im Rahmen desselben Verfahrens
gerichtlich überprüft werden können
(vgl.
Urteil des Bun
de
sgerichts 8C_43/
2017 vom 1. Juni 2017 E.
2.3.2
und E. 2.3.3
). Dies bedeutet aber auch
, dass
der Entscheid über den Rentenanspruch
nicht auf die Festlegung
des Invaliditätsgrades limitiert sein darf, sondern sich auch
mit den Voraus
setzungen des Fallabschlusses auseinanderzusetzen
hat, die für den Rentenbeginn bestimmend sind.
Diese Auseinandersetzung fehlt indessen in der Verfügung vom 16. Oktober 2019
, wie der Beschwerdeführer in der Einsprache zutreffend bemer
ken liess (Urk. 7/189 S. 3)
; der Zeitpunkt d
es Rentenbeginnes
wird
darin
gar nicht
genannt, sondern es
werden lediglich Überlegungen zur
Arbeits
- und Erwerbs
fähigkeit gemacht
,
und im Übrigen wird auf das Schreiben vom 19. September 2019
(Urk. 7/154)
verwiesen.
Des Weiteren
beschränkt sich die Begründung
der Verfügung vom 16. Oktober 2019
hinsichtlich
des Anspruchs auf eine Integritätsentschädigung
auf die Fest
stellung, dass keine erhebliche Schädigung der körperlichen Integrität vorliege (Urk. 7/174 S. 2); die Verfügung begnügt sich demnach damit, den Wortlaut der gesetzlichen Voraussetzung
en
nach Art. 24 Abs. 1 UVG wiederzugeben und diese Voraussetzung
en
zu verneinen, ohne dass
jedoch dargetan wird
, welche kon
kreten, auf den Fall zugeschnittenen Überlegungen zu dieser Verneinung geführt haben.
Auch
die
kre
isärztliche Beurteilung von Dr.
F._
vom
12. September 2019, auf d
er die Verfügung vo
m
16. Oktober 2019
basiert, macht keine vertiefte
Auseinandersetzung mit dem Integritätsschaden erkennbar, sondern die Kreis
ärztin
gab sich ebenfalls mit der allgemeinen Feststellung zufrieden, dass die
Erheblichkeitsgrenze
für den Anspruch auf eine Integritätsentschäd
ig
ung nicht erreicht sei (Urk. 7/136 S. 9). Der Beschwerdeführer liess daher in der Einsprache zu Recht
vorbringen, es sei nicht ersichtlich
,
aufgrund welcher Aspekte die Kreis
ärzt
in zu ihrem Schluss gelangt
sei
(Urk. 7/189 S. 9), und er hatte dement
spre
chend keine Möglichkeit, Entgegnungen
dazu zu formulieren.
Die beiden Begründungsmängel wurden allerdings im
Einspracheverfahren
beho
ben. Was
zunächst
den Fallabschluss betrifft, so war
dem
Beschwerdeführer
die
Begründung dafür durch die
Ausführungen
im Schreiben vom 19. September 2019
(Urk. 7/154) bekannt, er konnte
deshalb
in der Einsprache dazu Stellung nehmen
(Urk. 7/189 S. 3 ff.), und die Beschwerdegegnerin bezog dieses Ele
ment des Rentenanspruchs alsdann
in den angefochtenen
Einspracheentscheid
ein (Urk. 2 S. 3 ff.). In Bezug auf die Integritätsentschädigung
sodann beseitigte die Be
schwer
degegnerin den Begründungsmangel dadurch, dass sie von Dr.
F._
die
ergänzende Aktenbeurteilung vom 27. August 2020 einholte,
worin
sich die Ärztin
nunmehr
eingehend
er
mit dem Zustand der linken Hand befasste und
gewisse
Zuordnung
en
zu den Feinraster-Tabellen der B
eschwerdegegnerin vornahm (Urk.
7/210).
2.3.3
Der a
n
gefochtene
Einspracheentscheid
ging indessen mit einer neuen
Gehörs
verletzung
einher, da er am selben Tag w
ie die Aktenbeurteilung von Dr.
F._
erlassen wurde und der Beschwerdeführer somit keine Gelegenheit hatte, sich vorgängig zu dieser Aktenbeurteilung zu äussern. Zwar fragt es sich, ob die Beurteilung von Dr.
F._
entsprechend dem Dafürhalten des Beschwerdeführers (Urk. 1 S. 4
) tatsächlich Bestandteil der Sachverhaltsabklärung und nicht vielmehr Bestandteil der Begründung ist. Denn sie basiert ausschliesslich auf medizini
schen Feststellungen, die zu einem früheren Zeitpunkt getroffen worden waren, und Inhalt der Beurteilung ist die vertiefte Auseinandersetzung mit diesen Fest
stellungen im Hinblick auf die Voraussetzungen für den Anspruch auf eine Inte
gritätsentschädigung. A
uf jeden Fall aber liegt der
kreisärztlich
e
n Beurteilung
medizinische
s
Spezialw
issen
zugrunde
, und dem Beschwerdeführer hätte es daher ermöglicht werden müssen, dieses Wissen im
Einspracheverfahren
zu überprüfen oder durch selbst beigezogene Experten überprüfen zu lassen.
Der Beschwerdeführer liess jedoch zu Recht auf die Rechtsprechung hinweisen, wonach eine nicht besonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs als geheilt gelten kann
und somit keine rein formell begründete Aufhebung des angefochtenen Entscheids zur Folge hat, wenn die betroffene Person die
Mög
lichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die den Sachverhalt
und
die Rechtslage frei überprüfen kann
(BGE 124 V 180 E. 4a)
.
Diese Voraus
setzungen für eine Heilung der Gehörsverletzung sind
vorliegendenfalls
erfüllt. Die Verletzung ist zwar nicht als leicht zu qualifizieren angesichts dessen, dass die Verfügung vom 19. Oktober 2019 in Bezug auf die Integritätsentschädigung nicht einmal ansatzweise begründet war und die kreisärztliche Beurteilung vom 27. August 2020 demnach als einzige Grundla
ge für die Anspruchsverneinung
erscheint. Der Beschwerdeführer überliess es jedoch ausdrücklich dem Ermessen des Gerichts, über die Heilung der Gehörsverletzung zu entscheiden, und angesichts de
ssen, dass er sich in
der Beschwerdeschrift
zur Aktenbeurteilung von Dr.
F._
umfassend äussern konnte
(Urk. 1 S. 12 ff.) und mit der Eingabe vom 19. November 2020 (Urk. 9) von seinem Recht zu einer weiteren Stellungnahme Gebrauch machte, ist diese Heilung vorzunehmen.
2.4
Damit ist der angefochtene
Einspracheentscheid
materiell zu überprüfen.
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin hat
die Taggeldleistungen
per E
nde 2019 eingestellt und für die Zeit danach den Rentenanspruch geprüft. Sie nannte diesen Zeitpunkt explizit in ihrem
Schreiben vom 19. September 2019 (Urk. 7/154)
und setzte ihn im angefochtenen
Einspracheentscheid
stillschweigend voraus (Urk. 2 S. 3 ff.).
Zu prüfen ist damit als erstes, ob der Fallabschluss im Sinne von Art. 19 Abs. 1 UVG per Ende 2019 rechtens ist.
3.2
3.2.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich
für den Fallabschluss
a
uf den Bericht von Dr.
F._
über die kreisärztliche Untersuchung vom 10. September 2019. Dr.
F._
hielt darin fest, dass sich klinisch eine fast seitengleiche Beweglichkeit in beiden Handgelenken mit nur minimen Einschränkungen links gezeigt habe, dass der Faustschluss beidseits komplett möglich sei und dass der klinische Befund im Wesentlichen dem
Befund bei Austritt aus der Rehaklinik
E._
entspreche. Sie gehe deshalb davon aus
,
dass durch eine Fortsetzung der Behandlung keine ver
sicherungsmedizinisch relevante
B
esserung der Unfallfolgen mehr erzielt werden
könne; vielmehr sei ein stabiler mediz
inischer Zustand erreicht (Urk.
7/136 S. 8 f.).
3.2.2
Im Behandlungsverlauf konstatie
rte das Kantonsspital A._
Anfang Dezem
ber 2018 einen Rückgang der Schwellungen
im Vergleich zu den Voruntersu
chungen
, der auch vom Beschwerde
führer selbst bemerkt worden sei
, und dem
ent
sprechend wurde die Frequenz der ergotherapeutischen Sitzungen von mehr
mals wöchentlich (vgl. den Beric
ht des Kantonsspitals A._
vom
28. Novem
ber 2018, Urk. 7/40 S. 2) auf eine Si
tzung pro Woche reduziert (Urk.
7/43 S. 3).
D
as U
niversität
sspital B._
erwähnte ein paar Tage später
ebenfalls die Aussage des Beschwerdeführers, es gehe ihm seit dem Datum des Zuweisungsschreibens deut
lich besser
,
und beschrieb die Narbenverhältnisse als
bland
, abgesehen von leichten Rötungen.
Die
als postoperatives Ödem interpretierten Schwellungs
zu
stände
bezeichne
te das Universitätsspital B._
gleichermassen
als reduziert, wenn auch
residuell
immer noch vorhanden
, und empfahl neben der Anpassung
de
s
Kompressionshandschuhs/-strumpfes
eine manuelle Lymphdrainage
(Urk. 7
/46 S. 3
).
Schliesslich
spr
ach das Kantonsspital A._
i
m Bericht über die
erneute
Kontrolluntersuchung von Anfang Januar
2019
abermals von einer deutlichen Befundbesserung mit nur noch
residueller
Rötung und Schwellung und riet des
halb zu ein
em Arbeitsversuch (Urk. 7/56 S.
2).
Einen solchen hielt Dr.
C._
Mitte Januar 2019 allerdings noch für verfrüht und
erhoffte sich von der Weiterführung der Ergotherapie und einer zusätzlichen Physiotherapie einen weiteren Rückgang der Schwellneigung (Urk. 7/55 S. 4).
Auch durch die nachfolgende Empfehlung
beziehungsweise Unterstützung eines Rehabilitationsaufenthaltes (Urk. 7/68 S.
3
und Urk.
7/79) machte Dr.
C._
deutlich, dass sie sich von der Fortsetzung der Behandlung noch eine namhafte gesundheitliche Besserung versprach.
Die Rehaklinik
E._
berichtete bei Abschluss der Rehabilitation gegen Ende Mai 2019, dass als Probleme nach wie vor eine reduzierte Kraft der linken Hand, eine Schwellung des linken Unterarms bei Vibrationsbelastung
respektive
am Abend sowie belastungsabhängige Schmerzen in der linken Hand und ausserdem Schmerzen im rechten Ellbogen vorhanden seien (Urk. 7/110 S. 2), dass jedoch eine Steigerung de
r
Leistungsfähigkeit im Vergleich zum Zustand beim Eintritt habe erreicht werden können. Immer noch ging jedoch die K
linik davon aus, dass
die Belastbarkeit und die Kraft des linken Armes unter Fortsetz
ung der emp
foh
lenen Therapien
noch weiter zunehmen würden (Urk. 7/110 S. 4), sah allerdings davon ab, eine spezifische Prognose zu stellen (Urk. 7/110 S. 3) oder
über die
Instruktion eines Heimpr
o
grammes
hinaus (vgl. Urk. 7/110 S. 4)
weiterführende
Massnahmen zur Zustandsverbesserung zu empfehlen. Dementsprechend liegen für die Zeit bis zur kreisärztlichen Untersuchung vom 10. September 2019 keine weiteren Berichte über ärztliche Kontrolluntersuchungen oder Behandlungen
vor. Vielmehr gab der Beschwerdeführer anlässlich der Besprechung im Beisein seines Vorgesetzten vom 4. Juli 2019 an, nur noch die Medizinische Trainingstherapie (MTT), hingegen keine Ergotherapie und keine Physiotherapie
(vgl. die letztmalige Verordnung durch Dr.
C._
vom 7. Juni 2019, Urk. 7/163)
mehr durchzuführen, schildert
e aber weiterhin
die
Schwierigkeiten der verminderten Kraft
in der linken Hand
, der eingeschränkten Beweglichkeit, der Schmerzen bei bestimmten Ver
richtungen und des gelegentlichen
Anschwellens (Urk. 7/122
S. 1). Auch nach dem Scheitern des Arbeitsversuchs im Juli 2019 konsultierte der Beschwerde
führer offenbar keine medizinischen Fachpersonen im Hinblick auf die weitere Verbesserung der Funktionsfähigkeit der linken Hand mehr, sondern erwähnte gegenüber Dr.
F._
lediglich
den Besuch bei einer Hautärztin wegen der
Ver
färbung
des Hauttransplantationsgebietes auf der Innenseite der linken Hand (Urk. 7/136 S. 6).
Im Rahmen der Anamneseerhebung anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung gab der Beschwerdeführer sodann selbst an, sein Zustand habe sich seit dem Aufenthalt in der Rehaklinik
E._
nicht mehr wesentlich verändert
,
und er berichtete erneut
von der
bekannten
Limitierung
der Kraft der linken Hand, von den Schmerzen bei unvermittelten Bewegungen und von der Schwellungstendenz am Abend. Eine leichte Verbesserung vermerkte der Beschwerdeführer in Bezug auf die Beweglichkeit der linken Hand, die ihm
beispielsweise ermögliche, mit der
linken Hand T
ürklinken zu betätigen (Urk.
7/136 S. 5)
.
Diese subjektive Wahrneh
mung eines mehr oder weniger konstant
gebliebenen Zustandsbildes liess sich objektiv bestätigen
durch die
klinischen Feststellungen von Dr.
F._
. Die Kreis
ärztin
mass eine Extension/Flexio
n
des linken Handgelenks von 60
0
60° im Vergleich zu ein
er solchen von 50-0-
70° anlässlich der Austrittsmessung in der Rehaklinik
E._
,
stellte gleich wie die Rehaklinik
E._
einen kompletten Faustschluss fest und beschrieb die Narbenverhältnisse wiederum als reizlos (Urk.
7/136 S.
6 und S. 8
verglichen mit
Urk. 7/110 S. 9
).
3.2.3
Der Zeitverlauf zeigt
somit
zunächst
eine
stetige Besserung durch kontinuierliche therapeutische A
nstrengungen und
danach
ein allmähliches Stagnieren auf dem erreichten
Belastungsniveau, das
durch die Fortführung
der Trainingstherapie ge
halten
werden konnte
. Damit erscheint die Beurteilung von Dr.
F._
, dass mittler
weile ein stabiler medizinischer Zustand erreicht sei, der sich durch die Fort
setzung der Behandlung nicht mehr ents
cheidend verbessern lasse (Urk.
7/136 S.
9),
als plausibel.
An dieser Plausib
i
lität ändert entgegen den Vorbringen in der Beschwerdeschrift (Urk. 1 S. 4
und S. 6
) nichts, dass die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer für die Zeit nach der Einstellung der Heil
ungs
kostenübernahme weiterhin die Übernahme gewisser Leistungen zusicherte. Denn eine solche
Fortführung der Kostenübernahme
ist
unter den Voraussetzungen in Art. 21 UVG auch nach dem
F
allabschluss
möglich, und die zugesicherten Leistungen dienten denn auch vor
nehmlich der Erhaltung des erreichten Zustandes und der verbliebenen Er
werbs
fähigkeit entsprech
end dem Anwendungsfall
in Art. 21 Abs. 1
lit
. c UVG
.
Auch der Hinweis des Beschwerdeführers,
der kreisärztliche Bericht
stelle
die Bef
unde als geringfügiger dar
, als sie sich aus seiner Sicht präsentierten (Urk.
1 S.
6, Urk.
7/189 S.
5)
, ist als solcher kein Indiz für die
weitere namhafte
Verbesser
barkeit des Zustandsbildes. Ebenso wenig ergeben sich Anhaltspunkte dafür, dass Dr.
F._
im Sinne
der V
orbringen
in d
er Beschwerdeschrift (Urk. 1 S.
7 f.) als Spezialärztin der Neurochirurgie nicht fachlich kompetent für die Beurteilung der Handverletzung d
es Beschwerdeführers gewesen wäre
.
Denn ihre Einschätzung der Verbesserbarkeit ist im Wesentlichen kongruent mit den Feststellungen der behandelnden medizinischen Fachpersonen. Insbesondere
erwähnte
Dr.
C._
anlässlich der Konsultation vom 22. Januar 2020, also unmittelbar nach der Tag
geldeinstellung,
zwar eine gewisse Kraftzunahme im Rahmen der aktuellen Physiotherapie, schlug jedoch keine weiterführenden Vorkehren vor, welche als ärztliche Behandlung
nach
Art. 19 Abs. 1 UVG
zu qualifizieren gewesen wären
(Urk. 7/197 S. 2)
.
Was sodann die Beschwerdezunahme betrifft, die
der Beschwerdeführer der Be
schwerdegegnerin am 17. Februar 2020
als Rückfall
meldete (Urk. 7/202) und die ihn zur Konsultation von Dr.
G._
veranlasst
e
,
so schliesst der Fallabschluss eine Rückfallmeldung und di
e Wiedera
ufnahme der ärztlichen Behandlung nicht aus
;
die Annahme eines stabilisierten Zustands im Sinne von Art. 19 Abs. 1 UVG bedeutet somit nicht, dass spätere gesundheitliche Verschlechterungen nicht in Betracht kämen.
Allerdings
hatte
die Vorsprache bei Dr.
G._
keine
Empfehlung neuer ärztlicher Behandlungsschritte zur Folge, sondern Dr.
G._
riet lediglich
zu erneuter Ergotherapie und zur Fortführung des Krafttrainings (Urk. 7/207 S. 7
).
Sodann kann auch aus
dem Bericht über die Magnetresonanzuntersuchung vom Oktober 2020 (Urk. 10) nichts abgeleitet werden, das
die Annahme eines
stabi
lisierten Zustand
s zu Ende des Jahres 2019 rückwirkend
in Frage stellte
. Denn der
Radiologiebericht
gibt lediglich den erhobenen Befund wieder, ohne dass therapeutische Möglichkeiten thematisiert würden.
3.3
3.3.1
Konnte somit nach der zutreffenden Sichtweise
der Beschwerdegegnerin im September 2019 und erst recht Ende Dezember 2019 von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine
namhafte Besserung des Zustands im Bereich der linken Hand und des linken Unterarmes mehr erwartet werden, so bleibt zu prüfen, ob auch die weitere in Art. 19 Abs. 1 UVG aufgestellte Voraussetzung für den Fallabschluss erfüllt ist, dass nämlich allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind.
3.3.2
Die IV-Stelle hatte dem Beschwerdeführer am 27. August 2019 die
Übernahme der Kosten des Erwerbs der Fahrausweise verschiedener Kategorien
zugesprochen
(Urk. 7/135
S. 4-6
)
. Diese
Kostenzusprache
erfolgte unter dem Titel von Mass
nahmen der Frühintervention nach Art. 7d
des Bundesgesetzes über die Inva
lidenversicherung (IVG)
.
Die Frühinterventionsmassnahmen
sind
im
Dritten
Abschnitt («Die Leistungen») des Ersten Teils des IVG
Gegenstand eines eigenen
Kapitel
s
B («Massnahmen der Frühintervention»)
, das
neben dem Kapitel C («Eingliederungsmassnahmen und Taggelder») und den weiteren Kapitel
n
D, E und
E
bis
(«Die Renten», «Die
Hilflo
senentschädigung
» und «Der Assistenzbeitrag»)
steht. Die Beschwerdegegn
erin stellte sich daher
auf den Standpunkt, mit dem Fallabschluss
zuzuwarten
sei nur während der Durchführung von
- ausdrücklich als solche bezeichneten
–
Ein
gliederungsmassnahmen
des Kapitels C und s
peziell von Massnahmen beruflicher Art
, nicht aber von
Massnahmen der Frühintervention des Kapitels B
(Urk. 7/154 S. 2 und Urk. 2 S. 5
; vgl. auch Urk. 7/142 S. 2 und Urk.
7/146
S. 1
)
.
3.3.3
Dem Standpunkt der Beschwerdegegnerin ist
entgegen den Vorbringen in der Beschwerdeschrift (Urk. 1 S. 8 f.)
zu folgen. Denn nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist das Zuwarten mit dem Fallabschluss bis zum Abschluss von Eingliederungsmassnahmen nur dort gerechtfertigt, wo eine solche Massnahme geeignet ist, den Invalid
i
tätsgrad
zu beeinflussen, welcher
der Rente der Unfall
versicherung zu
grunde
liegt
(Urteile des B
undesgerichts
8C_651/2015 vom
14.
Januar
2016 E.
3.2.2,
8C_86/2014 vom 24.
Juni
2014 E.
5.3.1 und 8C_744
/2009 vom 8. Januar 2010 E. 8.3
, je mit Hinweisen
)
. Dementsprechend stehen laufende Massnahmen einem Fallabschluss dann nicht entgegen, wenn der Invaliditätsgrad bereits vor der Durchführung dieser Massnahmen das renten
relevante Mass von 10 % nicht erreicht
(Urteile des Bundesgerichts 8C_651/2015 vom 14.
Januar 2016 E.
3.2.2, 8C_
86/2014 vom 24.
Juni 2014 E.
5.3.2
und 8C_744/2009 vom 8. Januar 2010 E. 8.3)
oder wenn
die
Massnahmen von vorn
herein nicht
auf die Steigerung der Erwerbsfähigkeit, sondern vielmehr auf die Vermittlung einer geeigneten Stelle ausgerichtet sind (Urteile des Bundesgerichts 8C_142/2017 vom 7. September 20
17 E. 5.2.2, 8C_657/2012
vom 18. Oktober 2012 E. 2.2.2 und U 68/02
vom 14. April 2003 E. 5.1
)
.
Nach Art. 7d Abs. 1 IVG soll mit Hilfe der Massnahmen der Frühintervention der bisherige Arbeitsplatz von arbeitsunfähigen Versichert
e
n erhalten bleiben oder es sollen die Versicherten an einem neuen Arbeitsplatz innerhalb oder ausserhalb des bisherigen Betriebes eingegliedert werden. Bei den Frühinterventions
mass
nahmen steht damit nicht die Verbesserung der Erwerbsfähigkeit bezogen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt, sondern vielmehr die Eingliederung an einem bestim
mten Arbeitsplatz im Vordergrund, wie auch die Aufzählung der einzelnen Mass
nahmen in Art. 7d Abs.
2
IVG zeigt (a.
Anpassung des Arbeitsplatzes, b. Aus
b
ildungsk
urse, c. Arbeitsvermittlung, d.
Berufsberatung, e. sozia
l-berufliche Reha
bi
litation, f.
Beschäftigungsmassnahmen). Bei den meisten der aufgezählten Massnahmen entfällt ein Zuwarten des Unfallversicherers bis zu deren Abschluss
daher schon mangels Eignung zur Beeinflussung des Invaliditäts
grades.
Was die Ausbildungskurse nach Art. 7d Abs. 2
lit
. b IVG betrifft, die
vorliegendenfalls
zur Diskussion stehen, so ist ihnen zwar eine gewisse Eignung, die Erwerbsfähigkeit zu erhöhen, nicht abzusprechen
.
Es gilt jedoch zu beachten, dass nach Art. 7d Abs. 3 IVG kein Rechtsanspruch auf Massnahmen der Frühintervention besteht
und dass diese Massnahmen einer Kosten-Obergrenze von Fr. 20'000.
--
unter
liegen (Art. 7d Abs. 4 IVG in Verbindung mit Art. 1
octies
der Verordnung über
die Invalidenversicherung [IVV]). Dementsprechend hielt die IV-Stelle
im vorliegen
den Fall bei der
Kostenz
usprache
fest, dass der Beschwerdeführer die Ausbi
l
dungs
kosten, soweit diese das vorgesehene Kostendach von Fr. 19'900.
--
über
stiegen, selbst tragen müsse (Urk. 7/13
5 S. 5).
Unter diesen Umständen
ist
es
jedoch
im Falle von Frühinte
rven
tionsmass
nahmen generell
nicht gerechtfertigt, mit dem Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG zuzuwarten
, da die Dauer eines solche
n
Zuwartens zum einen vom
grossen
Ermessen der IV-Stelle hinsichtlich der Zusprechung
von Frühinterventionsmass
nahmen
und zum andern von den Möglichkeiten und dem Willen
der versicherten
Person
zur
Eigenfinanzierung bei Überschreitung d
e
s Kostendachs abhinge. In Be
tracht kommt demgegenüber die
Gewährung
einer Übergangsrente nach
Art. 19 Abs. 3 UVG in Verbindung mit Art. 30 UVV, da die
Frühinterventions
mass
nahmen in die
Phase
fallen können
, in welcher der Entscheid über die Durch
führung von
eigentlichen
Eingliederungsmassnahmen beruflicher Art einschliess
lich Vorbereitungsmassnahmen (Art. 8 Abs. 3
lit
.
a
bis
und
lit
. b IVG in Verbindung mit Art. 14a und Art. 15 ff. IVG) noch aussteht (vgl. Art. 1
septies
IVV).
Vorliegend entfällt jedoch auch der Anspruch auf eine Übergangsrente. Denn die IV-Stelle hatte gleichzeitig mit der
Zusprache
der Frühinterventionsmassnahmen festge
halten, dass weitere Ansprüche nicht in Betracht kämen und die berufliche Ein
gliederung daher zusammen mit der
Zusprache
der Frühinterventionsma
ss
nah
men ende (Urk. 7/135 S. 2). I
n der Fol
ge blieb es bei diesem Bescheid
(vgl. die Telefonno
tiz vom 1. Juli 2021, Urk. 15), womit d
er Entscheid der IV-Stelle über die berufliche Eingliederung ab dem 27. August 2019 nicht mehr ausstehend im Sinne der Voraussetzung in Art. 30 Abs. 1 UVV für die Gewährung einer Über
gangsrente
war
.
3.4
Z
usammengefasst erweist sich
damit der
Fallabschluss mit grundsätzlicher Ein
stellung der Heilkosten im September 2019 und Einstellung
der Taggelder per Ende 2019
als rechtens.
I
n Anwendung von Art. 19 Abs. 1 und Art. 24 Abs. 2 UVG
sind
damit
die An
sprüche des Beschwerdeführers auf eine
(ordentliche)
Invalidenrente ab dem 1.
Januar 2020 und auf eine Integritätsentschädigung zu prüfen.
4.
4.1
4.1.1
Was zunächst den Rentenanspruch
nach Art. 18 Abs. 1 UVG anbelangt,
so stellte die Beschwerdegegnerin in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit wiederum auf die
kreisärztliche Beurteilung von Dr.
F._
ab.
Diese hielt im Bericht vom 12.
Septem
ber 2019 fest,
der Beschwerdeführer vermöge
die bisherige Tätigkeit als Chauffeur im Stückguttransport
gemäss dem
Arbeitsplatzprofil
vom Februar 2019 (vgl. Urk.
7/65) nicht mehr
vollumfänglich auszuführen, hingegen sei er in einer Tätig
keit, die dem Zumutbarkeitsprofil der Rehaklinik
E._
vom April/Mai 2019 entspreche, zu 100 % arbeitsfähig (Urk. 7/136 S. 9).
4.1.2
Dass der Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit bei der
Y._
GmbH nicht mehr eingesetzt werden kann, weil diese Tätigkeit oft bis sehr oft das Heben und Tragen von Gegenständen
eines Gewichts von
25-45 kg oder mehr erfordert (vgl. Urk. 7/65 S. 2), ist auch unter den behandelnden Ärzten nicht um
stritten
. Namentlich gelangte im April/Mai 2019 bereits die Rehaklinik
E._
zu dieser Beurteilung (Urk. 7/110 S.
3
), nachdem der Beschwerdeführer dort zweimalig einen Leistungstest durchlaufen hatte
und im zweiten, gegen Ende des Aufenthaltes durchgeführten Test beim (beidhändigen) Heben bis zur Taillenhöhe eine
Limite
von 27,5 kg erreicht hatte (vgl. Urk. 7/110 S. 10). Eine wesentliche Zustandsbesserung konnte nach dem Ausgeführten nicht mehr erzielt werden,
und die B
elastung
anlässlich des Arbeitsversuchs in der ersten Julihälfte
erwies sich
denn auch
erwartungsgemäss
als zu hoch
(vgl. Urk. 7/122 S. 2 und Urk. 7/129).
4.1.3
Als gesundheitlich angepasste Tätigkeit nannte die Rehaklinik
E._
eine mittelschwere Tätigkeit
(
definiert als Tätigkeit mit Hantieren
mit
Lasten von 15
25 kg
),
aktuell ohne Tätigkeit mit vollem oder repetitive
m
Krafteinsatz
der linken Hand
und ohne Exposition der
linken
Hand gegenüber Schlägen, Er
schütte
rungen oder Vibrationen (Urk. 7/110 S. 3). Angesichts dessen, dass der Zustand nachfolgend im Wesentlichen unverändert blieb, kann angenommen werden, dass die Rehaklinik
E._
ihr Zumutbarkeitsprofil
in der Zeit bis Ende 2019
aufrechterhalten hätte.
Die Ergänzung von Dr.
F._
, dass Gewichte zwischen 15-25 kg nur bis Gürtel
höhe gehoben und getragen werden sollten und dass repetitives Heben und Tragen dieser Gewich
te nicht erforderlich sein soll
e (Urk. 7/136 S. 9),
relativiert die Zumutbarkeit einer mittelschweren Arbeit im Sinne der Definition
der Reha
klinik
E._
allerdings, da
vor allem
die zumutbare Häufigkeit des Hantierens mit Gegenständen des Gewichtsbereichs von 15-25 kg
deutlich reduziert ist.
Diese Relativierung ist
a
ls plausibel zu beurteilen
, zumal Dr.
C._
in ihrem Bericht vom 22. Januar 2020 mittelschwere Verrichtungen mit der linken Hand ebenfalls als nicht zumutbar
einstufte
(U
r
k. 7/197 S. 2) und Dr.
G._
dem Beschwerdeführer im Bericht vom 22. Februar 2020 soga
r nur leichte Arbeiten zumutete
und die Aufnahme von Tätigkeiten des Zumutbarkeitsprofils der Rehaklinik
E._
als verfrüht bezeichnet
e
(Urk. 7/207 S. 7).
Immerhin steht fest,
dass der Beschwerdeführer die
(
adominante
)
linke H
and über den Gebrauch als
Hilfshand
hinaus einsetzen konnte und dies auch tat
.
Denn
Dr.
C._
konstatierte im Januar 2020 wohl
eine leichte Atrophie d
er linken Vor
derarm-Muskulatur
, beschrieb jedoch eine kräftige
Beschwielung
der linken Hand (Urk. 7/197 S. 2). Und
anlässlich der Besprechung vom 4. Juli 2019
hatte
der Beschwerdeführer sogar an
gegeben
, wieder dazu in der Lage
zu sein
, mit der linken Hand 30-32 kg zu heben (Urk. 7/122 S. 1)
, wenn damit auch noch nichts über die zumutbare Häufigkeit dieser Verrichtung gesagt ist.
Unter diesen Um
ständen ist
indessen auch
ohne Einholung spezifischer
berufsberaterischer
An
gaben (vgl. Urk. 1 S. 10 f.)
d
avon auszugehen, dass auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
eine genügend breite Palette von Stellen
selbst
für leichtere Tätig
keit als diejenigen gemäss dem Zumutbarkeitsprofil der Rehaklinik
E._
und vo
n Dr.
F._
vorhanden ist. Eine externe Beurteilung durch einen Experten oder
eine Expertin für Handverletzungen
, wie der Beschwerdeführer sie fordert
e
(Urk
. 1
S.
7 f.), erweist sich damit als entbehrlich.
4.2
4.2.1
Zu prüfen ist weiter die Frage nach der Einkommenseinbusse, die der Beschwer
deführer aufgrund des verletzungsbedingten Erfordernisses der beruflichen Um
stellung erleidet.
4.2.2
Gemäss den Angaben der
Y._
GmbH auf dem
einschlägigen Formular hätte der Beschwerdeführer im Jahr 2019 bei einem Monatslohn von Fr. 5'000.-- einen Jahreslohn von Fr. 60'0
00.-- zuzüglich eines 13. Lohnbetrages
in der Höhe von Fr. 2'000.-- erzielt und damit ein Jahreseinkommen von Fr. 62'000.-- erreicht (Urk. 7/165). Dieses Jahreseinkommen bildet die Basis des
Valideneinkommens
; die Bemühungen des Beschwerdeführers zur Rückkehr an den angestammten Arbeitsplatz weisen darauf hin, dass er diese S
telle ohne den Unfall vom September
2018 mit aller Wahrscheinlichkeit beibehalten hätte.
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist sodann dort, wo eine ver
si
cherte
Person
vor Eintritt der Invalidität ein deutlich unterdurchschnittliches Einkommen bezogen hat
und
keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie sich
aus freien Stücken mit einem bescheideneren Einkommensniveau begnügen wollte
,
eine sogenannte Parallelisierung der Vergleichseinkünfte vorzunehmen, mit der sichergestellt wird, dass
die
invaliditätsfremden Einflüsse auf den Lohn e
ntweder überhaupt nicht oder aber bei
beiden Vergleichseinkommen
berücksichtigt wer
den (BGE 135 V 297 E. 5.1 mit Hinweis). Die Beschwerdegegnerin erachtete
vorliegendenfalls
die Voraussetzungen für eine solche Parallelisierung nicht als erfüllt, da der Beschwerdeführer die Möglichkeit gehabt hätte, mit einer anderen
Tätigkeit ein höheres Einkommen zu erzielen (Urk. 2 S. 8). Konkrete Anhalts
punkte, welche diese Auffassung stützten, fehlen allerdings.
Aus dem Protokoll über die Besprechung vom 7. Februar 2019 geht zwar entsprechend dem Hinweis der Beschwerdegegnerin hervor, dass der Beschwerdeführer in den Jahren 1991/1992 und 2001 Schulungen im kaufmännischen Bereich durchlaufen hatte. Abgesehen von einer Bürostelle
während eines halben Jahres im I._
erwähnte der Beschwerdeführer jedoch keine weiteren beruf
lichen Erfahrungen in der Verrichtung von Büroarbeiten, sondern er gab vielmehr an, er habe trotz Suche keine entsprechende Stelle gefunden und habe deshalb als Chauffeur und als Haustechniker gearbeitet (Urk. 7/59 S. 1). Bei dieser Sachlage kann nicht gesagt werden, der Beschwerdeführer habe aus freien Stücken
, namentlich durch die Nichtannahme einer besser bezahlten Bürostelle,
auf ein höheres Einkomme
n verzichtet. Eine Parallelisierung der Vergleich
s
ein
künfte kommt daher grundsätzlich in Betracht. Sie hängt davon ab, dass das Einkommen bei der
Y._
GmbH bezogen auf den branchenspezifischen Lohn unterdurchschnittlich ist, und rechtsprechungsgemäss ist dies der Fall, wenn der
Erheblichkeitsgrenzwert
von 5 % erreicht oder überschritten wird (BGE 135 V 297 E. 6.1.2).
Des Weiteren ist die Parallelisierung
nur in dem Umfang
vor
zunehmen, in d
em die prozentuale Abweichung den
Erheblichke
itsgrenzwert
von 5 % übersteigt (BGE 135 V 297 E. 6.1.3).
Gemäss der
Tabelle TA1_tirage_skill_level (monatlicher Bruttolohn [Zentral
wert] nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor)
der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) belief sich im Jahr 2018
(LSE 2018, veröffentlicht am 21. April 2020)
der b
ranchenübliche Lohn für Männer
in der Branche
«Verkehr u.
Lagerei
» (Ziffern
49-53) im Stellenspektrum des Kompe
tenz
niveaus
1
(einfache Tätigkeite
n körperlicher oder handwerklicher Art) auf
Fr.
5'
171
.--
(Lohn, über dem beziehungsweise unter dem sich 50 % aller Lohn
angaben befinden [sogenannter Zentralwert], unter anteilsmässiger Berücksichti
gung des 13. Monatslohnes und standardisiert auf 40 Wochenstunden), was um
gerechn
et auf die Arbeitszeit von 42,4
Wochenstunden in dieser Branche (vgl. Bundesamt für Statistik - Statistik der betriebsüblichen Arbeitszeit, Tabelle T 03.02.03.01.04.01) und angepasst an die
E
ntwicklung
der Nominallöhne von 2018 bis 2019 (0.9 %; vgl. Bundesamt für Statistik, Entwicklung der Nominal
löhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, Tabelle T 39) für das Jahr 2019 einen Jahreslohn von Fr. 66'367.-- ergibt (12 x Fr. 5'530.60). Dieser Durch
schnitts-Jahreslohn übersteigt denjenigen von Fr. 62'000.-- um 7 %.
Der Betrag
von Fr. 62'000.-- ist daher im Zuge der Parallelisierung um 2 % auf Fr. 63'240.--
zu erhöhen, und es ist dieser erhöhte Betrag als
Valideneinkommen
einzusetzen.
4.2.3
Der Bemessung des Invalideneinkommens legte die Beschwerdegegnerin richti
gerweise die zitierte
Tabelle TA1_tirage_skill_level
der LSE zugrunde. Dabei wählte sie nicht die Löhne des
Kompetenz
niveaus
1
(einfache Tätigkeite
n körperlicher oder handwerklicher Art), sondern diejenigen des Kompetenzniveaus 2, in das
«
Praktische Tätigkeiten wie Verkauf/Pflege/Datenverarbeitung und Admini
stra
tion/
Bedienen von Maschinen und elektronisc
hen Geräten/Sicherheits
dienst/
Fahrdienst» eingereiht sind
(vgl. Urk. 2 S. 7 f. sowie die Berechnungen in Urk. 7/173
S. 2
)
.
Der Beschwerdeführer liess dies mit dem Einwand kritisieren, die Löhne des Kompetenzniveaus 2 setzten eine langjährige konkrete Berufserfahrung voraus,
welche in einer konkreten Verweistätigkeit auch tatsächlich verwertbar sei (Urk. 1
S. 11).
Dieser Einwand ist stichhaltig
. Während
das Kom
p
etenzniveau 1
Tätigkeiten umfasst, die von Hilfsarbeitskräften verrichtet werden
(vgl. die Erläuterungen zur LSE 2016, S. 26 Kapitel 8.1)
, handelt es sich bei den Tätigkeiten des Kom
pe
tenzniveaus 2 in der Regel um solche, für die eine Berufsausbildung erforderlich ist. Der Beschwerdeführer verfügt zwar über Kenntnisse im kaufmännischen Bereich, konnte jedoch in diesem Bereich nie Fuss fassen
,
und es ist angesichts der angegebenen
vergleichsweise kurzen
Dauer der durchlaufenen Kurse auch fraglich, ob seine Kenntnisse einer vollwertigen kaufmännischen Berufsausbil
dung entsprechen. W
as ferner den Abschluss als gelernter Bäcker/Konditor be
trifft, so übte der Beschwerdeführer diesen Beruf seit Anfang der 1990er-Jahre nicht mehr aus und gab gesundheitliche Gründe für die Berufsaufgabe an (Urk.
7/59 S. 1). Des Weiteren ist auch nicht davon auszugehen, dass er für die Stelle als Haustechniker, die er während fünf Jahren innegehabt hatte (vgl. Urk.
7/59 S. 1), spezifische fachliche Qualifikationen benötigt hatte. Und bei den Kursen schliesslich, die ihm die Invalidenversicherung im August 2019 mit einem Finanzierungsbeitrag ermöglicht hatte, handelt es sich um Kurse zum Erwerb von F
ü
hr
er
ausweisen,
nicht jedoch um Kurse zum Erwerb eines berufsspezifischen Fähig
keitszeugnisses.
Unter diesen Umständen ist nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer, der vor dem Unfall im langjährigen Tätigkeitsbereich des Transportgewerbes nicht einmal den Durchschnittslohn des Kompetenzniveaus 1 erreicht hatte, mit einer gesundheitlich angepassten Tätigkeit ein durchschnitt
liches Einkommen des Lohnspektrums des Kompetenzniveaus 2 erzielen könnte.
Das Invalideneinkommen ist daher anhand der Löhne des Kompetenzniv
e
aus 1 der
Tabelle TA1_tirage_skill_level
der LSE 2018
festzulegen.
Dort ist für Männer über alle Wirtschaftszweige hinweg ein Zentralwert von Fr. 5'417.-- angegeben. Umgerechnet auf die durchschnittliche Arbeitszeit von 41,7 Wochenstunden (vgl. die zitierte Tabelle
T 03.02.03.01.04.01) und angepasst an die Lohnentwicklung
bis zum Jahr 2019 (
0.9 % gemäss der zitierten Tabelle T 39) resultiert ein Monats
lohn von Fr. 5'698.-- beziehungsweise ein Jahreslohn von Fr. 68'376.--.
4.2.4
Rechtsprechungsgemäss ist sodann
durch eine Herabsetzung des tabellarisch ermittelten Lohnes u
m maximal 25 %
dem Umstand Rechnung zu tragen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen auch bei der Verrichtung einer an sich angepassten Tätigkeit in gewissem Masse eingeschränkt und dadurch erfahrungs
gemäss gegenüber voll leistungsfähigen Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind; darüber hinaus dient eine solche Reduktion der Berücksichtigung von weiteren persönlichen und beruflichen Merkmalen, die sich auf die Lohnhöhe auswirken können, wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad (vgl. BGE 129 V 472 E. 4.2.3 mit Hinweisen
).
Der Beschwerdeführer rügte den Abzug von 5 %, den die Beschwerdegegnerin ihm zugestanden hatte (vgl. Urk. 2 S. 8 sowie die Berechnungen in Urk. 7/173
S. 2
)
,
als zu niedrig bemessen (Urk. 1 S. 11). Selbst wenn jedoch
angesichts dessen, dass dem Beschwerdeführer auch Tätigkeiten im mittelschweren Bereich
nur noch bedingt zuzumuten sind, vom Ausgangsbetrag von
Fr. 68'376.-- ein Abzug
von 15 %
erfolgen
würde, resultierte immer noch ein Invalideneinkommen von Fr. 58'120.--
. Auch
diesfalls
ergäbe daher die Gegenüberstellung mit dem
Valideneinkommen
in der Höhe von Fr. 63'240.-- erst eine Einkommenseinbusse von 8,1 %, die damit unter dem rentenrelevanten Grenzwert von 10 % läge. Ein höherer Abzug rechtfertigt sich hin
gegen nicht, da
persönliche Merkmale wie der berufliche
Werdegang bereits im Rahmen
der Parallelisierung der Vergleichs
ein
künfte berücksichtigt worden sin
d (vgl. hierzu BGE 135 V 297 E.
5.3).
Die Einkommenseinbusse von 8,1 % ist auch für das massgebliche Jahr 2020, mit dessen Anfang der mutmassliche Rentenanspruch beginnt, als relevant zu erach
ten. An statistischen Zahlen für dieses Jahr fehlt es noch; es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass sich das Validen- und das Invalideneinkommen vom Jahr 2019 auf das Jahr 2020 in gleichem Ausmass verändert haben.
4.3
Damit hat die Beschwerdegegnerin den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente zu Recht verneint.
5.
5.1
Richtigerweise hat die Beschwerdegegnerin schlies
slich gestützt auf Art. 24 Abs.
2
UVG zusammen mit der Einstellung der Taggelder auch den Anspruch des Be
schwerdeführers auf eine Integritätsentschädigung geprüft.
5.2
5.2.1
Dr.
F._
diskutierte
in der ergänzenden Aktenbeurte
ilung vom 27. August 2020 (Urk.
7/
210)
die Frage nach einem Integritätsschaden aufgrund der Handver
let
zung unter den Aspekten der Funktion, der Beeinträchtigung der Haut infolge der durchgeführten Operationen, der Möglichkeit einer Arthrose und der Schmer
zen.
5.2.2
Was zunächst die Hautschädigung betrifft, so handelt es sich dabei
gemäss den Ausführungen von Dr.
F._
zum einen um zwei Narben von 10 beziehungsweise 11 cm Länge am
palmaren
Unterarm und um eine 5 cm lange Narbe über dem linken Ellbogen (Urk. 7/210 S. 1). Zum andern beschrieb Dr.
F._
einen 3x3 cm grossen Defekt am proximalen Daumenballen links, der mit Spalthaut gedeckt
worden sei und sich farblich
deutlich von de
r Handinnenfläche absetze (Urk.
7/210 S. 1); dieser Defekt ist zudem im Bericht über die kreisärztliche Untersuchung vom September 2019 durch ein
e Fotografie dokumentiert (Urk.
7/136 S. 7).
Für die Beurteilung der Entschädigungsrelevanz zog
Dr.
F._
die Tabelle 18 der Suva-Richtwerte («Integritätsschaden bei Schädigung der Haut»)
heran und führ
te aus, die Narben befänden sich grundsätzlich an einer Stelle, die von der Kleidung bedeckt sei, und der Hautdefekt am Daumenballen
sei als Dermatose an der Handinnenfläche im Sinne der entsprechenden Position der Tabelle 18
(unter «a. Integritätsschaden bei Dermatosen»)
zu werten, der dafür vorgesehene Wert von 5 % werde jedoch nicht erreicht, da nicht die gesamte Handinnenfläche betroffen sei. Des Weiteren gelangte Dr.
F._
zur Beurteilung, der Defekt am Daumenballen
falle auch kosmetisch nicht ins Gewicht, und leitete dies durch einen Vergleich mit dem
als schwerwiegender beurteilten
Verlust des (gesamten) kleinen Fingers her (Urk. 7/210 S. 2
)
, der in der Tabelle 3 der Suva-Richtwerte («Integritätsschaden bei einfachen oder kombinierten Finger-, Hand- und Armverlusten») mit 5 %
gewichtet ist
(vgl. auch die
Position «Verlust von mindestens
zwei Gliedern eines Langfingers oder eines Gliedes des Daumens» im
Anhang 3 zur UVV
).
Die Beurteilu
ng von Dr.
F._
hinsichtlich der
H
autschäden
leuchtet ein.
Die Foto
grafie des
Defektes am linken Daumenballen zeigt, dass nur ein kleiner Teil der gesamten Handinnenfläche geschädigt ist, un
d die kosmetische Relevanz der Operationsn
arben am Arm ist ebenfalls nicht vergleichbar mit derjenigen einer Dermatose, die sich über die ganze Handinnenfläche erstreckt.
Es verhält sich diesbezüglich anders als im Sachverhalt des in der Beschwerdeschrift genannten Urteils (Urk. 1 S. 14 mit Hinweis auf das Urteil des Kantonsgerichts St. Gallen UV.2008/778 vom 8. Juni 2009), wo
Verätzungsn
arben am linken
Oberarm,
am
Rücken und
am linken
Bein
mit insgesamt 10 % bewertet wurden (Sachverhalt
und E. 5.4 des zitierten Urteils).
Des Weiteren sind in Bezug auf die Narben auch
keine funktionellen Beeinträchtigungen dokumentiert oder gelte
nd gemacht, wie sie gemäss der Tabelle 18 der Suva-Richtwerte («b. Integritätsschaden bei Ver
brennungsnarben der Haut») massgebend für
einen
Integritätsschaden sein können
.
Vielmehr befand Dr.
F._
die Narben als reizlos
(Urk. 7/136 S. 6
), wie dies schon die
Ärzte der
Rehaklinik
E._
festgestellt hatte
n
(
Urk. 7/110 S. 9).
In Bezug auf die Hautschädigung ist somit gestü
tzt auf die Beurteilung von Dr.
F._
und auf die übrigen Akten ein Integritätsschaden zu verneinen, und zwar auch ein solcher, der unter der Grenze von 5 % liegt und ges
tützt auf Art. 36 Abs. 3 UVV
zusammen mit weiteren Int
egritätsschäden relevant sein könnte.
5.2.3
Was ferner die Funktion der linken oberen Extr
emität anbelangt, so führte Dr.
F._
aus, anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom September 2019 habe im Bereich des linken Ellbogens keine Bewegungseinschränkung festgestellt werden können, im Bereich des linken Handgelenks sei die festgestellte Bewe
gungseinschränkung minimal gewesen und im Bereich der Finge
r sei die Be
weg
lichkeit
nicht eingeschränkt gewesen
, sondern es habe sich ein kompletter
Faust
schluss
gezeigt
und die Langfinger und der Daumen
seien
seite
ngleich beweglich gewesen.
Des Weiteren sei auch nicht von einer relevanten Kraft
min
derung beim Faustschluss auszugehen (Urk. 7/210 S. 1).
Es trifft zu, dass die linke Hand nicht in einem M
ass beeinträchtigt war
, die den Positionen «in Streckstellung und Pro- und Supination steif», bewertet mit 25 %, oder «steif in Beugung oder Streckung von 45°», bewertet mit 30 %, der
Tabelle
1
der Suva-Richtwerte («Integritätsschaden bei F
unktionsstörungen an den oberen
Extremitäten»)
nahegekommen wäre
. Die nachgewiesene Beweglichkeitsein
schrän
kung - Dr.
F._
erhob rechts eine Extension/Flexion des Handgelenks von 80-0-70°, links hingegen nur eine solche von 60-0-60° (Urk. 7/136 S. 6) - lässt indessen Raum
da
für
, die Richtwerte für eine gänzliche Versteifung vergleichs
weise heranzuziehen und sie gemessen am geringeren Bee
inträchtigungsgrad
zu reduzieren, ohne dass eine Beeinträchtigung der Integrität
von vornherein ganz ent
fiele
. Neben einer Beweglichkeitseinschränkung ist sodann auch eine Min
de
rung der Kraft in der linken Hand nachgewiesen
. A
uch wenn Dr.
F._
die Werte bei der Messung des Grobgriffs links als
«relativ gut» bezeichnete (Urk.
7/201 S.
1), so bleibt eine Differenz zum Grobgriff rechts bestehen -
46/46/48
kgf
rechts im Vergleich zu 38/36/36
kg
f
links (vgl. Urk. 7/136 S. 7) -,
und überdies stellte Dr.
F._
neben der Minderung der Kraft beim Faustschluss auch eine Minderung der generellen Kraft in der linken Hand nicht in Ab
rede, sondern berücksichtigte sie
bei der Formulierung des Zumutbarkeitsprofils.
Ist somit die linke Hand nicht nur in ihrer Beweglichkeit, sondern durch Krafteinbusse auch im generellen
Gebrauch eingeschränkt, so bietet es sich an, n
eben der Tabelle 1 auch die Tabelle
3
der Suva-Richtwerte («Integritätsschaden bei einfachen oder kombinierten Finger-, Hand- und Armverlusten») für die Bemessung der vorliegenden Beein
trächtigung heranzuziehen, wie der Beschwerdeführer dies vorschlagen liess (vgl. Urk. 1 S. 14 und Urk. 7/189 S. 10).
Angesichts dieser Überlegungen erweist sich d
ie Feststellung von Dr.
F._
, die linke Hand sei von keiner relevanten Bewegungseinschränkung beziehungsweise Funktionseinschränkung betroffen (Urk. 7/201 S. 1),
als zu wenig aussagekräftig.
Dr.
F._
nahm darin, anders als bei der Beurteilung der Hautschädigung, keinen Bezug auf die Suva-Richtwerte oder auf den Anhang 3 zur UVV, und die Beur
teilung macht somit nicht transparent, was Dr.
F._
unter «nicht relevant» ver
steht.
5.2.4
Eine vertiefte, aussagekräftigere Beurteilung im vorstehenden Sinn ist auch des
halb unentbehrlich, weil bei der Festlegung der Integritätsentschädigung neben der Funktionseinschränkung der linken H
and auch die Schmerzen, die Dr.
F._
als im Vordergrund stehend bezeichnete (Urk. 7/210 S. 2), eine Rolle spielen können. Das Bundesgericht hat nämlich schon darauf hingewiesen, dass zwar einzig die Tabelle 7 der Suva-Richtwerte («Integritätsschaden bei Wirbelsäu
len
affektionen») eine die
Schmerzen quantifizierende Skala
enthalte, dass diese Tabelle jedoch für die Einstufung von Schmerzen bei anderen Beeinträchtigungen hilfsweise herangezogen werden könne (Urteil des Bundesgerichts 8C_362/2014 vom 25. Juni 2014 E. 6.3
mit Hinweis
).
Dies hat Dr.
F._
in
dessen nicht getan, sondern die Ärztin
scheint - unrichtigerweise - davon ausgegangen zu sein, dass Schmerzen für die Bemessung des Integritätsschadens nicht bedeutsam seien.
Ist aber
die Beeinträchtigung durch Schmerzen einzubeziehen, so kommt gestützt auf Art. 36 Abs. 3 UVV in Betracht, dass die Funktionseinschränkung und die Schmerzen den Schwellenwert 5 %
je
für sich allein noch nicht, gesamthaft be
trachtet hingegen schon erreichen.
Wie es sich damit verhält, bedarf jedoch einer ärztlichen Beurteilung.
5.2.5
Eine ärztliche Beurteilung ist umso mehr erforderlich, als zu
sätzlich
die Be
mer
kung von Dr.
F._
nicht ohne Weiteres nachvollziehbar ist, sie habe (anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung) auf eine Bildgebung verzichtet, da aufgrund der Verletzungsart und des Untersuchungsbefundes kein Verdacht auf eine Arthrose bestehe, die zu einem entschädigungspflichtigen Integritätsschaden füh
ren könnte (Urk. 7/210 S. 2). Denn da die linke Hand mehrmals operie
rt worden war, stellt sich
die Frage, inwiefern
abgesehen von der Verletzungsart
die durch
geführten Operationen die E
ntstehung
arthrotis
cher
Veränderungen begünstigt
haben könnte. Hierzu äusserte sich Dr.
F._
indessen nicht. Angesichts des B
efundes
einer starken Ausdünnung des triangulären
fibrokartilaginären
Kom
plexes (TFCC) mit Verdacht auf einen Einriss, der im Oktober 2020 mittels Magnetresonanzunters
uchung erhoben worden war (Urk.
10), ist jedoch eine medizinische Beurteilung unerlässlich, die sich darüber ausspricht, ob dieser Be
fund auf den Unfall vom September 2018 zurückzuführen ist, ob er als
arthro
tische
Veränderung oder als eine gleichwertige Veränderung zu qualifi
zie
ren ist und wie er in die Tabelle 5 der Suva-Richtwerte («Integritätsentschädigung bei Arthrosen») einzuordnen ist.
Auch hinsichtlich einer Arthrose besteht somit
möglicherweise
eine Beeinträch
tigung, die für den Anspruch auf eine Integritätsentschädigung bedeutsam sein könnte.
5.3
Damit ist die Sache hinsichtlich der Integritätsentschädigung zur weiteren medi
zinischen Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6.
Zusammengefasst ist die Beschwerde in Bezug auf die Einstellung der Heilkosten und der Taggelder sowie in Bezug auf den fehlenden Anspruch auf eine Inva
lidenrente abzuweisen. In Bezug auf den Anspruch auf eine Integritäts
ent
schädigung ist der angefocht
ene
Einspracheentscheid
vom 27.
August 2020
in teilweiser Gutheissung der Beschwerde
aufzuheben
,
und die Sache ist an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie die erforderlichen Abklärungen im Sinne der Erwägungen treffe und hernach über den Anspruch neu verfüge.
7
.
Nach Art. 61
lit
. g ATSG hat die obsiegende
beschwerdeführende
Person An
spruch auf den vom Gericht festzusetzenden Ersatz der Parteikosten, die ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen sind; als weitere Bemessungskriterien nennen die ergänzenden kantonalen Vorschriften (§ 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht [
GSVGer
] sowie § 8 der Verordnung über die Ge
bühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht [
GebV
SVGer
]) den Zeitaufwand und die Barauslagen.
Der Beschwerdeführer obsiegt in Bezug auf die Integritätsentschädigung, unter
liegt hingegen in Bezug auf den Fallabschluss und die Invalidenrente. Die Be
deutung des Anspruchs auf eine Integritätsentschädigung ist
weniger bedeutsam
als diejenige der Ansprüche auf Taggelder und auf eine Invalidenrente. Unter Berüc
k
sichtigung dieses Umstandes sowie der Tatsache, dass
sich
die
spezifischen
Ausführungen zur Integritätsentschädigung
auf rund einen Viertel der Beschwer
deschrift
erstrecken und dass sich die Eingabe des Beschwerdeführers vom 19.
Nove
m
ber 2020 insofern auch auf den Anspruch auf eine Integritätsent
schädigung bezieht, als damit der Bericht des Medizinisch-Radiologischen Insti
tuts H._
vom 20. Oktober 2020 zur Magnetresonanzuntersuchung des linken Unterar
mes und der linken Hand ein
gereicht wurde (Urk. 10), recht
fertigt es sich, dem Beschwerdeführer eine reduz
ierte Prozes
sentschädigung von Fr.
1'100.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zuzusprechen.