Decision ID: 74a86d09-d882-40ea-860a-32e27d210758
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1958, arbeitete als Küchenhilfe und Raum
pfle
gerin, zuletzt im Rahmen eines vom 1
6.
April bis 1
5.
Oktober 2007 befristeten
Anstellungsverhältnis
ses
bei der Gemeindeverwaltung
Z._
, wobei der letzte
Arbeitstag auf den 2
1.
September 2007 fiel
(
Urk.
7/
10/2
Ziff.
2.1 und
Ziff.
2.3
).
Am
8.
Januar 2009 meldete sie sich unter Hinweis auf Beschwerden am Rüc
ken,
an
den Knien und Ellbogen zum Bezug von Leistungen der Inva
li
denversicherung an (
Urk.
7/2;
Urk.
7/12).
Nach Abklärung der erwerblichen und medizinischen Verhältnisse verneinte die
Sozialversicherungsan
stalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle,
mit Verfügung vom 3
1.
März 2011 (
Urk.
7/55) einen Anspruch der Versicherten auf Invalidenrente
und berufliche Massnahmen. Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechts
kraft.
1.2
Am 2
2.
September 2013 meldete
sich
die Versicherte erneut
zum Bezug
von Lei
s
tungen der Invalidenversicherung an (
Urk.
7/61)
. Mit Schreiben vom
1.
Novem
ber
2013 (
Urk.
7/64) forderte die IV-Stelle sie zur Glaubhaftmachung einer wesent
lichen Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse auf, worauf die Versicherte
ver
schiedene
medizinische Berichte (
Urk.
7/67
-
68) einreichte.
Nach durchge
führ
tem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/70)
trat die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
1.
März 2014 (
Urk.
2
) auf das
Leistungsbegehren
nicht ein.
2
.
Gegen die Verfügung vom 2
1.
März 2014 (
Urk.
2
)
erhob die Versicherte am 1
7.
April 2014 Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte, die Angelegenheit zwecks
Neu
beurteilung
an die Vorinstanz zurückzuweisen (S. 1).
Gleic
hzeitig reichte sie
dem Gericht einen weiteren ärztlichen Bericht
(
Urk.
3/2) ein.
Mit Vernehmlas
sun
g vom 2
7.
Mai 2014 (
Urk.
6) beantragte die Beschwerdegegnerin die Ab
weisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 1
6.
Januar 2015 (
Urk.
13) mit
ge
teilt wurde.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
des
Bun
desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen
Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenan
spruch
zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesent
li
chen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn
sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesund
heits
zustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich ge
bliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts
9C_261/2009 vom 1
1.
Mai
2009 E.
1.2 und I 212/03 vom 28. August
2003 E. 2.2.3).
Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswir
kung
en eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechts
kräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder
welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit
rechts
kon
former
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung be
ruht
(BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundes
ge
richts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.2
Nach Eingang einer Neuanmeldung ist die Verwaltung zunächst zur Prüfung
verpflichtet, ob die Vorbringen der versicherten Person überhaupt glaubhaft sind;
verneint sie dies, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nicht
eintreten. Dabei wird sie unter anderem zu berücksichtigen haben, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon längere Zeit zurückliegt, und dement
sprechend an die Glaubhaftmachung höhere oder weniger hohe Anfor
derungen
stellen (ZAK 1966 S.
279, vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 72 E. 2.2 mit Hinwei
sen).
Insofern steht ihr ein gewisser Beurteilungsspielraum zu, den das Gericht grundsätzlich zu respektieren hat. Daher hat das Gericht die Be
handlung der
Ein
tretensfrage
durch die Verwaltung nur zu überprüfen, wenn das Eintreten streitig ist, das heisst wenn die Verwaltung gestützt auf
Art.
87
Abs.
3
der Ver
ordnung über die Invalidenversicherung
(
IVV
)
Nichteintreten be
schlossen hat
und die versicherte Person deswegen Beschwerde führt; hingegen unterbleibt eine
richterliche Beurteilung der
Eintretensfrage
, wenn die Verwal
tung auf die Neu
anmeldung eingetreten ist (BGE 109 V 108 E. 2b).
1.3
Mit dem
Beweismass
des Glaubhaftmachens
im Sinne des
Art.
87
Abs.
2 und 3
IVV
sind herabgesetzte Anforderungen an den Beweis verbunden: Die
Tatsa
chen
änderung
muss nicht nach dem im Sozialversicherungsrecht sonst üblichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b) er
stellt
sein. Es genügt, dass für das Vorhandensein des geltend gemachten rechts
er
heb
lichen Sachumstandes wenigstens gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei eingehender Abklärung werde sich die behauptete Änderung nicht erstellen lassen (BGE 130 V 64 E. 5.2, 130 V 71 E. 2.2 mit Hinweisen). Erheblich ist eine
Sachverhaltsän
derung
, wenn an
genommen werden kann, der Anspruch auf eine (höhere) Inva
lidenrente sei
begründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen sollten
(Urteil des Bundesgerichts 8C_844/2012 vom
5.
Juni 2013 E.
2.3 mit Hinweisen auf 8C_1009/2010 vom
7.
April 2011 E.
2.2 und 9C_838/2011 vom 2
8.
Februar 2012 E.
3.3.2).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom 2
1.
März 2014 (
Urk.
2) ging die Be
schwer
deführerin davon aus, mit dem neuen Gesuch sei eine wesentliche Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse seit der
letzten Verfügung
nicht glaubhaft dar
gelegt worden, weshalb auf die Neuanmeldung nicht einzutreten sei (S. 1).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber in ihrer Beschwerde (
Urk.
1) auf den Standpunkt, ihr Gesundheitszustand habe sich seit der
rentenabweisen
den
Verfügung verschlechtert. Die bisherigen Beschwerden hätten zugenommen und die chronischen Schmerzen hätten invalidisierenden Charakter
.
Zudem leide sie unter starken Depressionen (S. 2).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin auf die Neuanmeldung vom 2
2.
September 2013 zu Recht nicht eingetreten ist. Prozessthema bildet dem
nach die Frage, ob die Beschwerdeführerin im Sinne von
Art.
87
Abs.
3 IVV glaubhaft gemacht hat, dass sich ihre gesundheitlichen Verhältnisse seit dem Erlass d
er rentenabweisenden Verfügung am
3
1.
März 2011 bis zum Erlass der nunmehr angefochtenen Verfügung
am
2
1.
März 2014 in einer für den Renten
anspruch erheblichen Weise verändert haben.
3.
3.1
3.1
.1
Der rentenabweisenden Verfügung vom 3
1.
März 2011
(
Urk.
2
)
lagen im Wes
ent
lichen folgende med
izinische
Berichte zugrunde:
3.1.2
Mit
Bericht vom
7.
Mai 2007 (
Urk.
7/8/8-9)
stellten
Dr.
med.
A._
, Assis
tenz
arzt
,
und
Dr.
med.
B._
, Oberarzt Rheumatologie
an der Klinik
C._
,
folgende Diagnose
n
:
-
C
hronisches
lumbosa
k
rales
Schmerzsyndrom, differenziald
iagnostisch:
Iliosakralgelenk
-
Syndrom rechts
bei Status nach
Facettengelenks
infil
tra
tion
L4/5 rechts
Die Ärzte hielten fest, die Beschwerdeführerin leide unter Belastung und wäh
rend der kalten Jahreszeit unter starken Schmerzen, im Ruhezustand respektive im Liegen würden demgegenüber praktisch keine Schmerzen auftreten (S. 1).
3.1
.
3
Am
9.
Juli 2007
bestätigten
die
genannten
Ärzte
die am
7.
Mai 2007 gestellte
n
Diagnose
n
(vgl. E. 3.1.2) und berichteten
über eine Linderung der Schmerzen unter Medikation und Physiotherapie
. Sie
empfahlen bei weiterhin persistieren
den Beschwerden eine Infiltration der Fa
c
ettengelenke L5/S
1.
Ferner
attestierten s
ie
eine zweiwöchige Arbeits
unfähigkeit von 100
%
(
Urk.
7/9
/10).
3.1.
4
Im Bericht vom
1
9.
Juli 2007 (
Urk.
7/9/7
)
nannte
Dr.
B._
folgende Diag
no
se
n
:
-
C
hronisches
lumbosakrales
Überlastungssyndrom
Konvergenzstörung L4/5 und L5/S1 recht
s differenzialdiagnostisch
mit
Iliosakralgelenk
-Beteiligung)
Des Weiteren berichtete
er
über die
gleichentags
erfolg
t
e Infiltration der Fa
c
etten
L5/S1 und L4/5.
3.1.
5
Mit
Bericht vom 2
4.
September 2007
(
Urk.
7/
8/
10)
stellten
die
Ärzte der Klinik
C._
folgende Diagnose
n
:
-
C
hronisches
lumbosakrales
Schmerzsyndrom, differenzialdiagnostisch:
Iliosa
kralgelenk
-Syndrom
rechts:
Status nach
Fa
c
ettengelenksinfiltration
L4/5
rechts
Die Ärzte
hielten weiter fest
, die Beschwerdeführerin habe sich wegen in letzter Zeit zunehmende
r
Schmerzen im rechten
lumbosakralen
Bereich gemeldet.
Zu
dem
habe sie über Schmerzen in beiden Kniegelenken sowie Schulter- und
Arm
schmerzen
g
eklagt.
Die Ärzte attestierten überdies
eine 100%ige Arbeits
un
fähig
keit vom 2
4.
September bis 1
5.
Oktober 2007.
3.1.
6
Im Bericht vom
5.
Oktober 2007 (
Urk.
7/8/11-12) wiederholten
die
Dres
.
A._
und
B._
ihre Diagnos
e vom 2
4.
September 2007
(vgl. E. 3.1.5
). Sie hielten zudem fest, bei der Beschwerdeführerin sei nach der letzten intramuskulären
Triamcort
-Applikation eine Beschwerdelinderung im Bereich der
Lendenwir
bel
säule
eingetreten
.
Sodann verweisen sie auf die Ergebnisse der MRI-Unter
such
ung
der Lendenwirbelsäule (LWS) vom 28. September 2007 (Hyperlordose und rechtskonvexe Skoliose; kein Nachweis einer Spinalkanalstenose, Diskushernie oder sonstige Neurokompression; keine Zeichen einer ISG-Arthritis).
3.1.
7
Am 2
1.
Januar 2009
stellte
Dr.
med.
D._
, folgende Diag
no
se
n
(
Urk.
7/9/2
-5
Ziff.
1.1
)
:
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
C
hronisches
Lumbosakral
-Syndrom, differenzialdiagnostisch:
Ili
osakral
ge
lenk
-Syndrom rechts
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
R
ezidivierende Bauchschmerzen mit Magenbrennen
-
Status nach
Histerektomie
-
Tendenz zur depressiven Entwicklung
-
Poliarthropathie
wie Knie- und Ellbogenschmerzen
Dr.
D._
führte aus, die Beschwerdeführerin leide seit dem Jahre 2003 an rezi
divierenden, zeitweise starken
lumbosakralen
Schmerzen, welche in den letzten zwei Jahren deutlich zugen
ommen hätten.
Es bestehe der Eindruck einer leiden
den Patientin mit
sekundärer
Depression (
Ziff.
1.4).
Dr.
D._
attestierte eine 100%ige Arbeitsfähigkeit ab 1
6.
August 2007
und hielt
gleichzeitig fest, die Be
schwerdeführerin könne wahrscheinlich nach erfolgter medizinischer Abklä
rung
und entsprechender Therapie einer leichten bis mittelschweren beruflichen Tätig
keit in einem 50%-Pensum nachgehen (
Ziff.
1.6 und
Ziff.
1.7).
3.1.8
Mit Bericht vom
1
5.
Februar 2009 (
Urk.
7/11/2-5
)
stellte
Dr.
med.
E._
, Rheu
matolog
i
e FMH, folgende Diagnose
n
(
Ziff.
1.1)
:
-
R
ezidivierendes
lumbovertebrales
/
l
u
mbo
spondylogenes
Syndrom bei
Über
g
angsanomalie
-
Coxarthrose
rechts
Dr.
E._
wies
darauf hin, dass die Beschwerdeführerin am 2
1.
September 2007 bei einem Arbeitsunfall auf den Rücken gefallen sei und dass seither ein chronischer Schmerzzustand bestehe. Die Beschwerdeführerin klage über an
dau
ernde lumbale Schmerzen in sämtlichen Positionen mit Ausstrahlungen ins
rechte G
e
s
äss
(
Ziff.
1.4)
.
Sie
weise eine verminderte Belastung der Wirbelsäule au
f
, wobei mit Bezug auf leicht
e wechselbelastende Tätigkeiten
keine vermin
der
te Leistungsfähigkeit bestehe und eine Besserung des Gesundheitszustand
e
s durch Medikamente und Physiotherapie
möglich sein sollte, so dass einer 100%igen Arbeitsfähigkeit nichts im Weg stehen sollte (
Ziff.
1.7 und
Ziff.
1.8).
3.1.9
In seinem Bericht
vom 1
9.
September 2009 (
Urk.
7/25) wies
Dr.
D._
darauf hin, dass sich die Beschwerdeführerin nur bei starken Schmerzen
notfallmässig
bei ihm
melde und dass er deshalb nicht über genügende
Beurteilungsmöglich
keiten
verfüge, um über den aktuellen Gesundheitszustand Auskunft zu erteilen. Er habe mehrmals versucht, die Beschwerdeführerin zwecks weiterer Abklärun
gen in eine Spezialklinik zu überweisen, die Beschwerdeführerin sei dort aber nie erschienen (
Ziff.
3).
3.1.
10
Im Bericht vom 2
8.
Juli 20
10
(
Urk.
7/32/6-9) stellten
Dr.
med.
F._
,
Oberärz
tin
,
und
Dr.
med.
G._
, Assistenzarzt
am
H._
,
Rheuma
klinik
und Institut für Physikalische Medizin,
folgende Diag
nosen (
Ziff.
1.1):
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
Verdacht auf
undifferenzierte Kollag
e
nose
-
humorale Aktivität (
Blutsenkungsreaktion
22mm/h
)
,
a
ntinuklearer
Antikörper
1:160 mit negativer
Differenzierung,
Humane-Leukozyten-
Antigene
B
27 neg
ativ
-
Raynaud-Syndrom, keine
Sicca
Symptomatik
C
hronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom
-
Status nach Fa
c
ettengelenksinfiltration L4/5 am 1
9.
Juli 2007 (Klinik
C._
) bei Fa
c
ettengelenksdysfunktion
-
Beckenschiefst
and,
skoliotische
Ausgleichsha
ltung der
Lenden
wirbel
säule
,
I
liopsoassc
h
wäche
links
-
MRI der Lendenwirbelsäule vom
5.
M
ai 2010: Dehydratation der Ban
d
scheibe L2/3, L3/4 sowie L5/S
1.
Leichte Hypertrophie der Ligamenta
flava
, leichte degenerative Veränderungen der Fa
c
ettengelenke der
unte
ren
Lendenwirbelsäule
L
eichte
Coxarthrose
beidseitig
-
Beckenübersicht vom 2
1.
April 2010: Mässige
Coxarth
ro
se
beidseits.
Coxa
profunda
beidseits (li
nks
›
re
chts).
I
liosakralgelenke
ohne
patho
logischen Befund
Diagnosen ohne Auswi
rkung auf die Arbeitsfähigkeit:
U
nklare Mikrohämaturie (differenzialdiagnostisch
undif
ferenz
iert
te
Kollage
nose
)
B
eginnende Gonarthrose rechts
Die Ärzte führten weiter aus, bei der Beschwerdeführerin würden seit drei oder vier Jahren tieflumbale Schmerzen mit Ausstrahlung über die rechte Hüfte und Schmerzen in beiden Knien sowie geringere Beschwerden in den Ellbogen
auf
treten
. Bei den Schmerzen handle es sich nach Angaben der Beschwerdeführerin um einen Dauerschmerz, wobei dieser
vor allem beim Gehen und langen Sitzen auftrete und Liegen
sowie
Ruhen Linderung bringe (
Ziff.
1.4).
Die Ärzte attes
tier
ten eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
in der angestammten Tätigkeit als Reinigungs- und Küchenhilfe sowie ein
e 50%ige Arbeitsunfähigkeit in
eine
r
an
gepasste
n
leic
hte
n
bis mittelschwere
n
Tätigkeit
, wobei das Hantieren mit Lasten über 15 kg sowie längerdauerndes Verharren mit vorgeneigtem und/oder ver
drehtem Oberkörper nicht mehr zumutbar sei
(
Ziff.
1.6 und
Ziff.
1.7).
3.1.11
Dr.
F._
, Oberärztin,
und
Dr.
med.
I._
, Assistenzarzt,
vom
H._
, Rheumaklinik und Institut für Physikalische Medizin, nannten in
ihrem
Bericht vom
2.
November 2010 (
Urk.
7/43/6-10) folgende Diagnosen (
Ziff.
1.1):
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
C
hronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom
-
Status nach
Fa
z
ettengelenksinfiltration
L4/5 am 1
9.
Juli 2007 (Klinik
C._
) bei
Fazettengelenksdysfunktion
-
Beckenschiefstand,
skoliotische
Ausgleichshaltung der
Lendenwirbelsäule
-
Il
iopsoassc
h
wäche
links
-
MRI der Lendenwirbelsäule vom
5.
Mai 2010:
Kein Hinweis für eine
Diskopathie
L
eichte
Coxarthrose
beidseitig
-
Beckenübersicht vom 2
1.
April 2010: Mässige
Cox
arthro
se
beidseits.
Coxa
profunda
beidseits (li
nks
› re
chts).
Il
iosakralgelenke
ohne
patho
logischen
Befund
B
eginnende Gonarthrose rechts
Diagnosen ohne Auswi
rkung auf die Arbeitsfähigkeit:
E
rhöhter
Antinuklearer Antikörper
-Titer von 1:
160, unklare Signifikanz (
diffe
renzialdiagnostisch
unspezifische Kollagenose)
-
a
ntinuklearer Antikörper
1:160 mit negativer Differenzierung,
Blutsenkungsreaktion
15mm/h,
Humane-Leukozyten-Antigene
B
27
negativ
-
Raynaud Syndrom, keine
Sicca
Symptomatik
-
Kapillarmikroskopie vom 1
6.
August 2010: Beginnende organische
Mikroangiopathie
möglich (vereinzelte dilatierte Kapillaren)
C
hronischer Nikotinkonsum
U
nklare Mikrohämaturie (differenzialdiagnostisch
im Rahmen
un
diffe
ren
zierte
r
Kollagenose)
Entfernung der Sili
k
onimplantate aufgrund Infekt im Jahre 1994
Die Ärzte
wiesen darauf hin
, dass
die Beschwerdeführerin aktuell keiner Er
werbs
tätigkeit nachgehe und
bei der Ausführung von Haushaltstätigkeit
en
mit Wechselbelastung keine Einschränkung bestehe. Im Rahmen der mechanisch beurteilten Rückenbeschwerden liege wahrscheinlich eine leichte Einschränkung bei schwerer körperlicher Tätigkeit vor, während bezüglich einer mittelschweren
W
echselbelbelastung von keiner
Einschränkung auszugehen sei, sofern eine länger
dauernde vorgeneigte Körperstellung sowie wiederholte
Lendenwirbel
säule
n
-
Flexion
vermieden würden (S. 1 und
Ziff.
1.7
).
3.2
3.2.1
Die im Rahmen der Neuanmeldung erstatteten Arztberichte zeigen bezüglich des Gesundheitszustand
e
s der Beschwerdeführerin folgendes Bild:
3.2.2
In ihrem Bericht vom 1
3.
Dezember 2013 (
Urk.
7/68/1-2) stellten
Dr.
med.
J._
, Oberärztin
,
und
Dr.
med.
K._
, Assistenzarzt,
am
H._
, Klinik für Rheumatologie,
folgende Diagnosen (S. 1):
C
hronisches
cervico
- und
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom
-
klinisch
M
yogelosen
Musculus
trapezius
,
M
usculus
gluteus
rechts sowie
Tractus
iliotibialis
,
Hyperl
ordosierung
und rechtskonvexe Skoliose der
Lendenwirbelsäule
-
Status nach Fa
c
ettengelenksinfiltration L4/5 am 1
9.
Juli 2007 (Klinik
C._
) subjektiv ohne Erfolg
-
MRI der Lendenw
irbelsäule vom
5.
August 2010: K
ein Hinweis für eine
Diskopathie
-
Halswirbelsäule
anterior-posterior
, lateral vom 2
8.
November 2013
:
Keine
degenerativen
oder entzündlichen Veränder
ungen.
Normales
Alignement
und
regelrechte Darstellung der Fa
c
ettengelenke
-
Lendenwirbelsäule
anterior-posterior
und lateral
vom
2
8.
November
2013
:
I
m Vergleich mit
C
omputertomographie der
Lendenwirbe
l
säule
vom
8.
März 2011 unverändert rechtskon
vexe
Torsionsskoliose der
Lendenwirbe
lsäule. Geringe mehrsegmentale
ventrale Spondylose.
Fa
c
etten
gelenksarthrose
L4/5 und L5/S1
Pangonarth
rose
beidseits linksbetont, Röntgen vom 2
8.
November 2013
-
klinisch aktuell asymptomatisch
-
Kniegelenk
anterior-posterior
/lateral und Patella ax
ial beidseits vom 2
8.
November
2013: Gonarth
rose
mit Gelenkspaltverschmälerung im
medialen
femorotibialen
Kompartiment beidseits (links › rechts).
Femoropatellarar
throse
beidseits lateral betont
L
eichte
Coxarth
rose
beidseitig
Beckenüber
sicht vom 2
8.
November 2013: M
ässige
Coxarthrose
rechts
mit Gelenkspaltverschmälerung und
Osteophytenbildungen
. Geri
nge
Coxarthrose
links. Regelrechte Darstellung beider
Iliosakralgelenke
V
erdacht auf
beginnende Kollagenose, EM
vom Juli 2010
-
Labor vom Juli 2010:
Antinuklearer Antikörper
1:160 mit negativer
Differenzierung,
Blutsenkungsreaktion
15 mm/h,
Humane-Leukozyten-
Antigene
B
27 neg
ativ
-
Labor vom 2
8.
November 2013:
Antinuklearer Antikörper
1:80,
R
heumafaktor
negativ, C3/C4 normwertig,
Blutsenkungsreaktion
24
mm/h
klinisch aktuell: K
ein Raynaud Syndrom, keine
Sicca
Symptomatik, keine
Morgensteifigkeit
-
Kapillarmikroskopie vom 1
6.
August 2010:
B
eginnende organische
Mikroangiopathie
möglich (vereinzelte dilatierte Kapi
lla
ren)
-
Hand beidseitig vom 2
8.
November 2013:
K
ein Nachweis degenerativer
oder entzündlicher Veränderungen
C
hronische Niereninsuffizienz
Kidney
Disease
Outcomes
Quality Initiative
Sta
dium II-III
am ehesten Folge eines langjährigen Konsums
von
nichtsteroidale
n
An
ti
rheumatika
intermittie
rende Mikrohämaturie, keine
Pro
t
e
inurie
Nebendiagnosen
c
hronischer Nikotinkonsum
Entfernung von S
i
lik
onimplantaten aufgrund Infekt im Jahre 1994
Die Ärzte
wiesen darauf hin
, dass aufgrund der normwertige
n
Entzündungs
parameter
sowie der Röntgenbilder aktuell kein Hinweis für eine entzündliche, rheumatische Erkrankung als Ursache der Rückenschmerzen vorliege. Vielmehr
seien
die chronischen
cervico
- und
lumbospondylogenen
Beschwerden
durch eine
ausgeprägte Haltungsinsuffizienz sowie eine
Fehlform
der
Lendenwirbel
säule
sekundär bedingt.
In therapeutischer Hinsicht wurde ambulante Physio
the
rapie mit Instruktion eines Heimprogramms zur Verbesserung der muskulä
ren Stabili
sation der Lendenwirbelsäule
sowie
Haltungskorrektur empfohlen (S. 2).
3.2.3
Im Bericht vom
3.
Februar 2014 (
Urk.
7/67) führte
Dr.
D._
aus
,
die Beschwer
deführerin beklage sich seit mehreren Jahren über starke Schmerzen im Bereich
der Halswirbelsäule sowie lumbale Schmerzen, weshalb sie fast ständig Schmerz
mittel nehmen müsse. Zudem habe die Beschwerdeführerin eine De
pression entwickelt und nehme deshalb Antidepressiva ein. Bezüglich der vom
H._
diagnostizierten Niereninsuffizienz hielt
Dr.
D._
fest, diese erscheine momentan stagniert.
3.2.4
Mit
erst nach Erlass der angefochtenen Verfügung ergangenem
Schreiben vom
9.
April 2014 (
Urk.
3/2) berichtete
Dr.
med.
L._
, FMH Innere Medizin,
er habe
die Beschwerdeführerin vom August 2011 b
is März 2012 wegen
Nieren
b
e
schwer
den
behandelt. Anlässlich der letzten Konsultation im März 2014 sei bei ihm der Eindruck entstanden,
dass
die Beschwerden deut
lich zugenommen hätten und die chronischen Schmerzen invalidisierenden Charakter aufweisen würden, wes
halb auch leichte Hausarbeiten nur noch teil
w
eise möglich seien. Zudem klage
die Beschwerdeführerin
über rasche allge
meine Erschöpfung sowie Konzentra
tions
schwäche.
4.
4.1
Für ein
E
intreten auf eine Neuanmeldung nach rechtskräftiger Verneinung eines bestimmten Leistungsanspruchs genügt nicht das Glaubhaftmachen jeder belie
bigen Änderung des Gesundheitszustandes, vielmehr wird eine erhebliche Ver
änderung vorausgesetzt (vgl. E.
1.1
;
BGE 130 V 71 E.
2.2
). Ist eine
anspruchs
er
heb
liche
Änderung
seitens
d
er
versicherte
n
Person
nicht glaubhaft gemacht, so tritt der Versicherer auf die Neuanmeldung nicht ein.
4.2
Vergleicht man die ärztlichen Berichte, auf welche sich die Verfügung vom 3
1.
März 2011
abstützte
(vgl. E. 3.1.2-3.1.11) mit den Berichten des
H._
sowie von
Dres
.
D._
und
L._
, welche nach
Erlass be
sag
ter Verfügung erstattet worden sind (vgl. E. 3.2.2-3.2.4), so zeigt sich bei der Beschwerde
führerin keine erhebliche Veränderung
im Sinne von
Art.
87
Abs.
3
IVV.
Sowohl die vor der Verfügung vom 3
1.
März 2011 verfassten Berichte
als auch der Bericht des
H._
vom 1
3.
Dezember 2013
nannten
ein chro
nisches
lumbovertebrales
respektive
lumbospondylogenes
Schmerzsyn
drom
,
eine beidseitige Cox- und
Gonararthrose
sowie einen Verdacht
auf
Kolla
genose als Diagnosen
.
Eine Veränderung ergibt sich insbesondere nicht aus dem
von
Dr.
D._
in seinem Bericht vom
3.
Februar 2014 (vgl. E.
3.2.3) gemachte
n
Hinweis
, die Beschwerdeführerin habe starke Schmerzen im Bereich der
Hals
wir
bel
säule
und lumbale Schmerzen, weshalb sie auf die Einnahme
von Schmerz
mittel
n
angewiesen sei. Bereits die vor der Verfügung vom 3
1.
März 2011 da
tierenden ärztlichen Berichte erwähn
t
en starke Schmerzen sowie die Einnahme respektive Verschreibung von schmerzstillenden Medikamenten (vgl.
Urk.
7/8/8;
Urk.
7/8/10;
Urk.
7/9/3
Ziff.
1.
5
;
Urk.
7/9/10;
Urk.
7/11/3
Ziff.
1.
5
,
Urk.
7
/32/7
-8
Ziff.
1.4 und
Ziff.
1.5). Gleiches gilt mit Bezug auf den Hinweis von
Dr.
L._
in seinem Schreiben vom
9.
April
2014 (vgl. E.
3.2.4), wonach bei ihm der Ein
druck ent
standen sei, die Rückenbeschwe
r
den hätten deutlich zugenommen. Diese Aus
sage
ist nicht näher begründet worden
, weshalb vorliegend auf den
detaillierten
Bericht des
H._
vom 1
3.
Dezember 2013 (vgl. E.
3.2.2) abzustellen ist,
welchem
aktenkundig
eingehende Untersuchungen
zu
grunde liegen und
aufgrund dessen
keine erhebliche
Verschlechterung
des Ge
sundheits
zustandes ersichtlich ist.
Unter diesen Umständen kann offen bleiben, ob der erst im Beschwerdeverfahren aufgelegte Bericht von Dr.
L._
überhaupt zu berücksichtigen ist (BGE 130 V 64 E. 5.2.5)
Bezüglich der
im Bericht des
H._
vom 1
3.
Dezember 2013
d
iagnostizierte
n
chronische
n
Niereninsuffizienz (vgl. E. 3.2.2) stellte
Dr.
D._
am
3.
Februar 2014 fest
,
dass diese momentan stagniere
(vgl. E. 3.2.3)
.
Entspre
chend fehlt es auch hier an einer wesentlichen
Veränderung
des Gesundheits
zu
standes.
Was den Hinweis von
Dr.
D._
betrifft, die Beschwerdeführerin habe eine De
pression entwickelt
(vgl. E. 3.2.3)
, so wurde auch diese Aussage nicht näher be
gründet
und fehlen jegliche Befunde, die solches nahe legen würden. Zudem zeigte
er keine Verschlechterung der bereits 2009 erwähnten sekundären De
press
ion (
vgl.
E. 3.1.7) auf
.
Sodann
ist darauf hinzuweisen, dass
der
in der Beschwerde
(
Urk.
1)
gemachte
Hin
weis
betreffend die Sprachschwier
igkeiten der Beschwerdeführerin für
die
Beurteilung des in Frage
stehende
n
Nichteintreten
s
nicht von Relevanz ist. Eben
so wenig vermag das behauptete Verhalten des Vermieters respektive der Famili
en
angehörigen der Beschwerdeführerin (S.
1 f.)
eine wesentliche Veränderung
der tatsächlichen Verhältnisse
im Sinne von
Art.
87
Abs.
3 IVV zu begründen.
4.3
Zusammenfassend ist eine massgebliche Verschlechterung des Gesundheitszu
standes der Beschwerdeführerin
im relevanten Vergleichszeitraum
nicht glaub
haft gemacht worden, weshalb die Voraussetzungen für ein Eintreten auf die
Neuanmeldung nicht gegeben sind. Entsprechend erweist sich die angefochtene Verfügung als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
5.
Die Kosten des Verfahrens gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr. 700.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerle
gen.