Decision ID: 4bb5e2b4-d8ee-4e82-ab5c-269b857c2f90
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
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A.- X. war der Führerausweis erstmals im Jahr 1982 wegen Fahrens in angetrunkenem
Zustand entzogen. In den darauffolgenden Jahren folgten weitere
Führerausweisentzüge: vom 23. September 1992 bis 22. Mai 1993 (8 Monate) wegen
Fahrens in angetrunkenem Zustand (Blutalkoholkonzentration von 1.23 Gew.-‰), vom
7. Mai 1993 bis 6. Februar 1995 (21 Monate) wegen Fahrens in angetrunkenem
Zustand (1.75 Gew.-‰) ohne Führerausweis mit Unfallfolge, vom 22. Juli 1996 bis
19. September 1996 (2 Monate) wegen Verweigerung einer amtsärztlichen
Untersuchung und vom 15. April 1999 bis 6. August 2001 (27 1⁄2 Monate) wegen
Fahrens in angetrunkenem Zustand (2.06 Gew.-‰) mit Unfallfolge. Am 4. März 2002
wurde er zudem wegen Überschreitens der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf der
Autobahn verwarnt.
Die Wiedererteilung des Führerausweises vom 6. August 2001 war mit Auflagen
verbunden, die mit Verfügung vom 24. Dezember 2002 gelockert wurden. Danach
durfte X. ein Fahrzeug nur in alkoholfreiem Zustand führen. Zur Kontrolle
(Blutwertbestimmung CDT) musste er sich alle drei Monate einer hausärztlichen
Untersuchung unterziehen und den entsprechenden Bericht einreichen.
Am 11. Juli 2003 wurde X. von der Polizei um 4.20 Uhr in T. angehalten, nachdem er
versucht hatte, sich durch Flucht einer Kontrolle zu entziehen. Die anschliessend
durchgeführte Blutuntersuchung ergab eine Blutalkoholkonzentration zum Zeitpunkt
des Ereignisses in der Höhe von 1.7 bis 2.18 Gew.-‰. Das Strassenverkehrsamt liess
X. am 11. September 2003 verkehrsmedizinisch und psychologisch begutachten und
entzog ihm mit Verfügung vom 3. Dezember 2003 den Führerausweis wegen fehlender
Fahreignung auf unbestimmte Zeit, mindestens für die Dauer von 12 Monaten.
Trotz Entzugs des Führerausweises lenkte X. am 19. November 2003 und am 13. März
2005 ein Fahrzeug. Beim zweiten Ereignis verursachte er zudem einen Verkehrsunfall.
Mit Verfügung vom 6. Juni 2005 verlängerte das Strassenverkehrsamt deshalb die
Sperrfrist gemäss Verfügung vom 3. Dezember 2003 um die Mindestdauer von drei
Monaten (13. März bis 12. Juni 2005).
Am 20. August 2005 war X. - wiederum trotz Führerausweisentzugs - in alkoholisiertem
Zustand (2.0 Gew.-‰) mit einem Personenwagen unterwegs. Aufgrund dieser
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schweren Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften verlängerte bzw.
erneuerte das Strassenverkehrsamt die Sperrfrist gemäss Verfügung vom 6. Juni 2005
um die Mindestdauer von 12 Monaten (12. August 2005 bis 19. August 2006). Mit Urteil
der Strafkammer des Kantonsgerichts St. Gallen vom 4. September 2007 wurde X. im
Zusammenhang mit dem Vorfall vom 20. August 2005 wegen Führens eines
Motorfahrzeugs in fahrunfähigem Zustand, Vereitelung von Massnahmen zur
Feststellung der Fahrunfähigkeit, pflichtwidrigen Verhaltens nach einem Unfall, Führens
eines nicht betriebssicheren Motorfahrzeugs trotz Führerausweisentzugs und
mehrfacher einfacher Verkehrsregelverletzung schuldig erklärt und unter
Berücksichtigung einer früheren Sanktion gemäss Urteil des Kreisgerichts R. vom
23. Juni 2004 zu einer Gesamtstrafe von 16 Monaten Freiheitsstrafe - davon acht
Monate vollziehbar - und einer Busse von Fr. 500.-- verurteilt.
Mit Schreiben vom 6. Mai 2008 beantragte die Bewährungshilfe im Namen von X. die
Wiedererteilung des Führerausweises. Zur Begründung führte sie an, er lebe seit
anfangs November 2007 abstinent und befinde sich seit diesem Zeitpunkt in
fachtherapeutischer Behandlung. Die Zusammenarbeit mit der Bewährungshilfe sei gut.
X. habe sich immer kooperativ gezeigt und getroffene Vereinbarungen eingehalten. Das
Strassenverkehrsamt liess X. daraufhin verkehrsmedizinisch und psychologisch
begutachten, hob die Entzugsverfügung vom 3. Dezember 2003 mit Verfügung vom 8.
Dezember 2008 auf und erteilte ihm den Lernfahrausweis mit Auflagen. Er wurde
verpflichtet, eine vollständige Alkoholabstinenz unter fachlicher Betreuung (Arzt und
Suchtfachstelle, Psychiater, Psychologe) einzuhalten und alle sechs Monate die
Berichte der betreuenden Stellen einzureichen. Dies tat er jedoch nicht termingerecht.
Das Führen von Motorfahrzeugen wurde ihm deshalb wegen Missachtung der Auflagen
mit Verfügung vom 24. Februar 2010 vorsorglich verboten. Nachdem die Haaranalyse
die Abstinenz bestätigt hatte, wurde diese Verfügung am 2. Juli 2010 wieder
aufgehoben.
Bereits am 23. Juni 2010, d.h. rund 10 Tage vor der Wiedererteilung des
Lernfahrausweises, wurde X. von der Kantonspolizei angehalten, als er einen
Personenwagen lenkte. Das Strassenverkehrsamt entzog ihm daraufhin mit Verfügung
vom 26. August 2010 den Führerausweis auf unbestimmte Zeit, mindestens für zwei
Jahre. In Ziffer 5 der Verfügung wurde festgehalten, der Führerausweis werde nach
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Ablauf der Sperrfrist wiedererteilt, wenn die Fahreignung mittels eines
verkehrspsychologischen Gutachtens nachgewiesen sei. Gleichzeitig wurde darauf
hingewiesen, dass die laufenden Auflagen gemäss Verfügung vom 8. Dezember 2008
nach wie vor Gültigkeit hätten, und empfohlen, die geforderten Massnahmen
"lückenlos" einzuhalten. Es bestehe dann die Möglichkeit, im Juli 2011 ein Gesuch um
Aufhebung der Auflagen zu stellen. Ein Nichteinhalten der Auflagen habe zur Folge,
dass die Fahreignung bei einem allfälligen Gesuch um Wiedererteilung neu abgeklärt
werden müsse. Mit Strafbescheid des Untersuchungsamts vom 25. Oktober 2010
wurde X. sodann des Führens eines Motorfahrzeugs trotz Führerausweisentzugs
schuldig gesprochen und zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je Fr. 60.--
verurteilt.
B.- Am 3. August 2012 ersuchte X. um Wiedererteilung des Führerausweises. Bereits
am 20. Juli 2012 liess er sich verkehrspsychologisch untersuchen. Der Gutachter kam
im Bericht vom 20. August 2012 zum Schluss, X. könne oder wolle sich nach all den
Therapien und Beratungen nicht mit den Ursachen und Hintergründen seines
Fehlverhaltens auseinandersetzen. Er empfahl mit der Wiedererteilung des
Führerausweises mindestens zwei Jahre zuzuwarten und zu beobachten, ob er in
dieser Zeit erneut auffällig werde. Gestützt auf dieses Gutachten wies das
Strassenverkehrsamt das Gesuch um Wiedererteilung des Führerausweises mit
Verfügung vom 31. Oktober 2012 wegen mangelnder Fahreignung (Charakter) ab und
ergänzte die in der Verfügung vom 26. August 2010 festgelegten Bedingungen für die
Aufhebung des Entzugs wie folgt: klagloses Verhalten (namentlich kein Fahren trotz
Entzugs); positiv lautende verkehrsmedizinische und -psychologische
Kontrolluntersuchung (MPU). Zur Begründung wurde im Wesentlichen angeführt,
gemäss verkehrspsychologischem Gutachten vom 20. August 2012 bestehe eine
mangelnde Fahreignung (Charakter).
C.- Gegen die Verfügung vom 31. Oktober 2012 erhob X. durch seinen Rechtsvertreter
mit Eingabe vom 15. November 2012 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission. Er
beantragte, die angefochtene Verfügung vom 31. Oktober 2012 sei aufzuheben; es sei
ihm in Gutheissung seines Gesuchs um Wiedererteilung der Führerausweis wieder
auszuhändigen; eventualiter sei das Wiedererteilungsgesuch an die Vorinstanz
zurückzuweisen und diese anzuweisen, die Wiedererteilung des Führerausweises mit
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geeigneten Auflagen zu verfügen; dem Rekurs sei die aufschiebende Wirkung zu
erteilen und ihm der Führerausweis einstweilen auszuhändigen; alles unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. Auf die Ausführungen zur Begründung dieser Anträge wird,

soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. Mit Schreiben vom 10. Dezember
2012 verzichtete das Strassenverkehrsamt auf eine Vernehmlassung.
Mit Zwischenverfügung vom 17. Dezember 2012 trat der Abteilungspräsident auf das
Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung nicht ein.
Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 15. November 2012 ist rechtzeitig
eingereicht worden. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- Der Rekurrent verweist im Rekurs in allgemeiner Weise auf die Eingabe, die zum
vorinstanzlichen Entscheid führte. Solche pauschalen Verweise auf die Ausführungen in
anderen Eingaben genügen als Begründung grundsätzlich nicht, da daraus nicht
hervorgeht, in welchen Punkten und aus welchen Gründen der Entscheid der
Vorinstanz angefochten wird. Es kann nicht die Aufgabe der Rechtsmittelinstanz sein,
in den vorinstanzlichen Eingaben nach Gründen zu suchen, weshalb der Entscheid der
Vorinstanz unrichtig sein könnte (vgl. anstatt vieler VerwGE B 2011/190 und 195,
publiziert in: www.gerichte.sg.ch/Verwaltungsgericht). Die Eingabe vom 15. Oktober
2012 enthält im Vergleich zu den Ausführungen im Rekurs jedoch keine neuen
Vorbringen. Unter diesen Umständen schadet der Verweis dem Rekurrenten nicht.
3.- Im Rekurs ist umstritten, ob die Vorinstanz die Wiedererteilung des
Führerausweises gestützt auf das verkehrspsychologische Gutachten, zu Recht
verweigerte (E. 4). Im Weiteren macht der Rekurrent geltend, die Bedingungen für eine
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Wiedererteilung hätten mit der Abweisung des Gesuchs um Wiedererteilung nicht
verschärft werden dürfen (E. 5).
4.- a) Dem Rekurrenten wurde der Führerausweis mit Verfügung vom 26. August 2010
auf unbestimmte Zeit, mindestens aber für zwei Jahre entzogen (Art. 16c Abs. 2 lit. d
des Strassenverkehrsgesetzes; SR 741.01, abgekürzt: SVG). Dieser Massnahme
kommt die Bedeutung eines Sicherungsentzugs zu. Die fehlende Fahreignung ergibt
sich dabei alleine aus dem Umstand, dass sich die betroffene Person innerhalb der
Rückfallfrist wiederum eine Widerhandlung zu Schulden kommen lässt (vgl. R.
Schaffhauser, Die neuen Administrativmassnahmen des Strassenverkehrsgesetzes, in;
Jahrbuch zum Strassenverkehrsrecht 2003, St. Gallen 2003, S. 209, Rz. 90). Der
Betroffene muss deshalb für die Wiedererteilung des Führerausweises entsprechend
Art. 17 Abs. 3 SVG nachweisen, dass der Eignungsmangel behoben ist. Die
Entzugsbehörde, die auch Wiederzulassungsbehörde ist, hat ihrerseits zu entscheiden,
was sie für den Nachweis der Behebung des Eignungsmangels verlangt
(vgl. Schaffhauser, a.a.O., S. 221). Die Vorinstanz machte die Wiedererteilung in der
Verfügung vom 26. August 2010 von einem die Fahreignung des Rekurrenten
bestätigenden verkehrspsychologischen Gutachten abhängig. Das ist nicht zu
beanstanden, und es wurde dagegen auch kein Rechtsmittel ergriffen.
aa) Das verkehrspsychologische Gutachten vom 20. August 2012 stützt sich im
Wesentlichen auf die Vorgeschichte, den Untersuchungsgrund und die Ergebnisse der
Untersuchung vom 20. Juli 2012. Letztere umfassen ein verkehrspsychologisches
Interview, einen Aufsatz, verschiedene Fragen aus dem Act & React-Test 2020
(nachfolgend: ART 2020) sowie - in Form von Fragebogen - einen verkehrsspezifischen
Persönlichkeitstest (nachfolgend: VPT.2) und einen Test für alkoholauffällige Kraftfahrer
(nachfolgend: TAAK). Die zur Abklärung der verkehrsrelevanten
Persönlichkeitsmerkmale eingesetzten Fragebogentests entsprechen dem aktuellen
Stand der verkehrspsychologischen Diagnostik (vgl. J. Bächli-Biétry, Was kann die
Verkehrspsychologie im Bereich Fahreignungsdiagnostik leisten?, in: Jahrbuch zum
Strassenverkehrsrecht 2003, St. Gallen 2003, S. 74 ff.).
Der VPT.2 klärt anhand von siebzig Fragen in sechs Skalen die Expressivität-
Selbstsicherheit, die soziale Anpassung, die emotionale Ansprechbarkeit, die
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Selbstkontrolle und die Selbstreflexion ab. Als Kontrollskala für die Beurteilung der
Verwertbarkeit der Angaben in den übrigen Bereichen dient die Offenheit der
Selbstbeschreibung. In dieser Skala erzielte der Rekurrent einen Prozentrang von 75
(Normbereich 25-75). Mit einem Prozentrang von 77 liegt das Ergebnis für die
emotionale Ansprechbarkeit ausserhalb des Normbereichs. In den anderen Bereichen
(Expressivität-Selbstsicherheit: 41, Soziale Anpassung: 55, Selbstkontrolle: 46 und
Selbstreflexion: 50) bewegen sich die Ergebnisse klar innerhalb der Norm (act. 8 S. 27).
Die Ergebnisse des TAAK widerspiegeln die Antworten auf insgesamt 68 Fragen. Sie
werden in sechs Skalen abgebildet, wobei der Normbereich wiederum zwischen
25 und 75 Prozent liegt. In den Skalen alkoholspezifische Dissimulation (Prozentrang
von 43), Informationsdefizite (50), Normenakzeptanz (31) und alkoholaffines Umfeld (74)
liegen die Ergebnisse innerhalb des Normbereichs. Ausschläge nach oben zeigen die
beiden Skalenwerte des Gefahrenbewusstseins (76) und der alkoholaffinen Einstellung
(81).
bb) Der Gutachter begründet seine negative Beurteilung im Wesentlichen mit der
mangelnden Einsicht des Rekurrenten in die Ursachen und Hintergründe seines
Fehlverhaltens. Er stellt zudem Schwankungen im Bereich der emotionalen Stabilität
und einen Mangel an Kritikfähigkeit fest.
Zur emotionalen Stabilität wird im Gutachten ausgeführt, der erhöhte Wert für die
emotionale Ansprechbarkeit (77) bedeute nicht nur, dass der Rekurrent zeitweise labil
reagiere, sondern dass er eher nervös gespannt sei. Er habe eine geringe
Frustrationstoleranz und scheine die Probleme, die er im Privaten habe, auf die Strasse
umzulagern und die ausserhalb von ihm liegenden Gründe als Hauptproblem
darzustellen. Der Rekurrent habe vermutlich zu wenig Introspektionsfähigkeit, um das
eigene Fehlverhalten - nach den vielen Therapie- und Beratungsstunden - auch mit der
eigenen Person in Zusammenhang zu bringen. Die Kritikfähigkeit werde aus
verschiedenen Faktoren bestimmt. Positiv bzw. unauffällig ausgefallen seien die
Resultate in den Bereichen Expressivität (41), soziale Anpassung (55), Selbstkontrolle
(46) und Selbstreflexion (50) im VPT.2-Test. Der positive Wert für die Selbstreflexion
habe sich im Interview jedoch nicht bestätigt. Die positive Beurteilung erstrecke sich
auch auf die Bereiche alkoholspezifische Dissimulation (43), Informationsdefizite (50),
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Gefahrenbewusstsein (76), alkoholaffine Einstellung (81) und alkoholaffines Umfeld (74).
Insgesamt sei jedoch die Kritikfähigkeit aus vier Aspekten und Problempunkten
ungenügend. Erstens liege der Wert für die alkoholaffine Einstellung im TAAK
ausserhalb der Norm. Dies bedeute, dass der Rekurrent trotz der langen Vorgeschichte
und den vielen Gesprächen eine Affinität zu Alkohol zeige und offenbar Alkohol
brauche, um emotionale Stimmungen zu beruhigen. Ebenfalls ausserhalb der Norm sei
zweitens der Wert für die emotionale Ansprechbarkeit. Der Rekurrent scheine nach wie
vor eine Tendenz zu Labilität zu haben. Im Interview habe er dazu berichtet, dass ihn
die Probleme in den früheren Beziehungen immer wieder zurückgeworfen hätten.
Drittens sei der Rekurrent nicht in der Lage, sein eigenes Verhalten zu spiegeln; die von
ihm aufgezählten Ursachen für die Auffälligkeiten im Strassenverkehr lägen immer
ausserhalb seiner Person. Im Interview habe der Rekurrent eine oberflächliche Art
gezeigt, sich mit seinen ursprünglichen Schwierigkeiten auseinanderzusetzen. Dies
relativiere den guten Wert der Selbstreflexion im VPT.2-Test. Viertens habe der
Rekurrent im Interview gesagt, es sei Pech gewesen, dass er die fehlenden
Blutanalysen nicht rechtzeitig habe durchführen lassen. Es sei jedoch kein Pech, wenn
man sich wiederholt nicht an die Anordnungen der Behörde halte. Der Rekurrent zeige
in seiner Erklärung eine Darstellung der externen Faktoren und könne sich selber als
Person mit seinen Fehlern kaum betrachten. Die Einsicht in die Ursachen und
Hintergründe des bisherigen Fehlverhaltens sei nicht gegeben (act. 8 S. 229).
cc) Der Rekurrent bringt vor, er sei während mehreren langjährigen Perioden stets
alkoholabstinent gewesen. Unbestrittenermassen habe er sich seit dem 8. Dezember
2008 im Strassenverkehr bewährt. Dass er die ausstehenden Blutalkoholberichte vor
mehr als zwei Jahren nicht rechtzeitig eingereicht habe, sei eine "Nachlässigkeit"
gewesen, die nichts mit mangelnder Einsicht zu tun habe. Er habe sich
bedauerlicherweise dazu verleiten lassen, die wenigen Tage bis zum Entscheid über
sein chancenreiches Gesuch nicht mehr abzuwarten und eine Probefahrt zu machen.
Nach dem Entzug des Führerausweises auf unbestimmte Zeit habe er erneut sämtliche
Auflagen erfüllt. Entgegen der vorinstanzlichen Auffassung könne ihm weder aus
medizinischen noch aus charakterlichen Gründen die Fahreignung abgesprochen
werden. Der Gutachter spreche sich nur sehr pauschal über seine Alkoholaffinität aus.
Eine blosse Vermutung genüge aber nicht, um die Wiedererteilung des
Führerausweises zu verweigern. Der Nachweis irgendwelcher medizinischer
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Voraussetzungen sei ihm ohnehin nicht auferlegt worden. Daher sei Derartiges vom
Verkehrspsychologen auch nicht zu beurteilen. Der Gutachter messe dem Umstand,
dass er während vieler Jahre und Perioden sämtlichen Auflagen nachgekommen sei,
völlig zu Unrecht keinerlei Bedeutung zu. Er habe seine Situation sehr wohl reflektiert,
dies sei den im Gutachten teilweise wiedergegeben Aufsatzsequenzen zu entnehmen.
Es gehe nicht an, ihm vorzuwerfen, er habe eine alkoholaffine Einstellung und tendiere
zu Labilität. Im Test habe er in den Bereichen "alkoholaffine Einstellung" und
"alkoholaffines Umfeld" überdurchschnittlich gute Werte erreicht. Ebenso wenig könne
behauptet werden, er habe eine geringe Frustrationstoleranz. Der Gutachter weise
deshalb auch bloss vage darauf hin, es "scheine", dass er die Probleme auf den
Strassenverkehr umlagere und über zu wenig Introspektionsfähigkeit verfüge. Er könne
sich sehr wohl als Person mit seinen Fehlern betrachten. Er habe dem Gutachter die
Ursachen und Hintergründe seines bisherigen Fehlverhaltens dargelegt. Es stelle sich
jedoch die Frage, welche Ursachen der Gutachter habe hören wollen. Dieser hätte
prüfen müssen, ob die von ihm geschilderten Ursachen und Hintergründe
nachvollziehbar reflektiert worden seien oder nicht. Das Gutachten sei in diesem
entscheidenden Punkt weder logisch noch nachvollziehbar.
b) aa) Das verkehrspsychologische Gutachten unterliegt der freien richterlichen
Beweiswürdigung (Art. 21 Abs. 3 i.V.m. Art. 58 Abs. 1 VRP). Nach der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann ärztlichen Gutachten Beweiswert
beigemessen werden, sofern sie schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit
bestehen (BGE 123 V 331 E. 1c). In Sachfragen weicht der Richter nur aus triftigen
Gründen von einer gerichtlichen Expertise ab. Er prüft, ob sich aufgrund der übrigen
Beweismittel und der Vorbringen der Parteien ernsthafte Einwände gegen die
Schlüssigkeit der gutachterlichen Darlegungen aufdrängen. Erscheint ihm die
Schlüssigkeit eines Gutachtens in wesentlichen Punkten zweifelhaft, hat er nötigenfalls
ergänzende Beweise zur Klärung dieser Zweifel zu erheben (BGE 133 II 385 mit
weiteren Hinweisen). Das verkehrspsychologische Gutachten soll in der
Gesamtbeurteilung die erhobenen Befunde hinsichtlich der Fragestellung würdigen und
so gewichten, dass die Schlussfolgerungen und die Beantwortung der Fragestellung
auch für einen psychologischen Laien nachvollziehbar sind (J. Bächli-Biétry, Inhalt des
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Gutachtens, Würdigung, Folgefragen aus verkehrspsychologischer Sicht, in: Jahrbuch
zum Strassenverkehrsrecht 2009, St. Gallen 2009, S. 58).
bb) Die Auswertung des VPT.2-Tests zeigt eine hohe Ausprägung in der Offenheit der
Selbstbeschreibung. Das lässt grundsätzlich auf Selbstkritik, aber auch Toleranz
gegenüber den eigenen Schwächen schliessen (vgl. J. Bächli-Biétry, a.a.O., S. 65). Der
Gutachter bestätigt, dass sich der Rekurrent in der Untersuchung grundsätzlich
zugänglich gezeigt habe. Er bemängelt jedoch die Unfähigkeit, alle Fragen differenziert
zu beantworten. Den Grund dafür ortet er in der mangelnden Fähigkeit zur
Selbstreflexion. Diesen Widerspruch zum Resultat des VPT.2-Tests begründet er mit
der oberflächlichen Art und Weise, in der sich der Rekurrent im Interview mit seinen
ursprünglichen Schwierigkeiten auseinandergesetzt habe. Im Gutachten sind
verschiedene Interview-Passagen aufgeführt, die diese Beurteilung stützen (vgl. act. 8
S. 20 f.). So antwortete der Rekurrent beispielsweise auf die Frage, warum er immer
wieder mit dem Gesetz in Konflikt geraten sei, immer wieder sei das nicht gewesen; er
habe sieben Jahre nichts mehr gehabt. Es sei Pech gewesen, dass er die
Blutanalysenberichte zu spät eingereicht habe. Angesichts der vielen aktenkundigen
Gesetzesverstösse seit 1992 - letztmals am 26. Juni 2010 (Fahren trotz
Ausweisentzugs) - ist eine solche Aussage nicht nachvollziehbar. Der Rekurrent
erachtet das Fahren ohne Führerausweis offensichtlich nicht als Gesetzesverstoss und
das Versäumen von Pflichten, die sich aus Auflagen ergeben, lediglich als Pech. Er
geht nicht darauf ein, dass er von der Vorinstanz mit Schreiben vom 24. November
2009 und 29. Januar 2010 auf die Versäumnisse aufmerksam gemacht worden ist.
Dieses Verhalten zeugt von einem Mangel an Problembewusstsein. Unter diesen
Umständen ist die gutachterliche Schlussfolgerung, es fehle dem Rekurrenten an der
notwendigen Einsicht in die Ursachen und Hintergründe seines Fehlverhaltens
nachvollziehbar.
cc) Aus den Kontrollskalen beider Tests ergeben sich Auffälligkeiten in den Bereichen
alkoholaffine Einstellung (TAAK: 81, Obergrenze 75) und Gefahrenbewusstsein (TAAK:
76). Der Gutachter schliesst daraus, dass der Rekurrent den Alkohol trotz langer
Vorgeschichte und vieler Gespräche immer noch braucht, "um emotionale Stimmungen
zu beruhigen oder aus anderen Faktoren". Er hält dazu weiter fest, der erhöhte Wert
könne auch bedeuten, dass Alkohol zum Überwinden sozialer Ängste konsumiert
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werde. Allenfalls bestehe auch ein Defizit in der Selbststeuerung. Der Rekurrent höre
mehr auf seine Gefühle und zeige eine Neigung zur Impulsivität. Dass der Gutachter
seine Feststellungen teilweise eher allgemein formulierte, ist nicht zu beanstanden.
Insgesamt werden im Bericht keine Zweifel daran offen gelassen, dass aus Sicht des
Gutachters die Gefahr besteht, der Rekurrent könne wiederum in alte Verhaltensmuster
verfallen, weil er sich zu wenig mit den eigentlichen Ursachen seiner Verstösse
auseinandergesetzt habe. Der Gutachter zweifelt insbesondere an der Fähigkeit des
Rekurrenten, Alkoholkonsum und Teilnahme am Strassenverkehr ausreichend zu
trennen. Angesichts der Testergebnisse in den Bereichen "alkoholaffine Einstellung"
und "Gefahrenbewusstsein", ist diese Gefahr nicht von der Hand zu weisen. Ins
Gewicht fällt dabei auch, dass der Rekurrent aufgrund der gerichtlichen Weisung vom
4. September 2007 (Entscheid des Kantonsgerichts) bzw. der Empfehlung der
Vorinstanz (vgl. act. 8 S. 50) abstinent war. Nach der Entlassung aus dem
strafrechtlichen Massnahmenvollzug am 26. Oktober 2011 konsumierte der Rekurrent
offenbar wieder Alkohol. Die Resultate der Haaranalyse vom 22. Juni 2012 ergaben
eine EtG-Konzentration von 21 pg/mg. Auch wenn dieser Wert noch nicht auf einen
übermässigen Alkoholkonsum schliessen lässt - der entsprechende Grenzwert zum
risikoreichen Alkoholkonsum liegt bei 30 pg/mg EtG (vgl. Urteil des Bundesgerichts
1C_150/2010 vom 25. November 2010 E. 5.2) - kommt ihm im Zusammenhang mit den
ausserhalb der Norm liegenden Ergebnissen des TAAK-Tests eine erheblich Bedeutung
zu. Die Feststellung des Gutachters, der Rekurrent zeige trotz langer Vorgeschichte
und vieler Gespräche eine Affinität zu Alkohol und brauche diesen offenbar, erscheint
unter diesen Umständen jedenfalls nicht abwegig. Damit besteht auch eine gewisse
Rückfallgefahr, mit der sich der Rekurrent im Übrigen nicht auseinandersetzte.
Andernfalls wäre er in der Lage gewesen, die Frage, weshalb er in der Vergangenheit
immer wieder auffällig geworden sei, adäquat zu beantworten (act. 8 S. 21). Daran
ändert auch nichts, dass der Rekurrent im Zusammenhang mit dem Sicherungsentzug
vom 26. August 2010 nicht angehalten wurde, auf Alkoholkonsum zu verzichten (vgl.
act. 8 S. 49 f.).
In diesem Zusammenhang ist auch die Auffälligkeit im Bereich der emotionalen
Ansprechbarkeit (VPT.2: 77, Obergrenze 75) zu beurteilen. Eine hohe Ausprägung lässt
auf Labilität, Nervosität, Gespanntheit, geringe Belastbarkeit, Neigung zu
Selbstzweifeln und Selbstkritik schliessen (vgl. J. Bächli-Biétry, a.a.O., S. 65). Der
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Gutachter erachtet diesen Wert als Ausdruck der nach wie vor vorhandenen Tendenz
zu Labilität. Der Rekurrent sehe die Ursachen für die Auffälligkeiten im Strassenverkehr
immer ausserhalb seiner Person. Die Bereitschaft bzw. die Fähigkeit, das eigene
Verhalten kritisch zu hinterfragen und zu steuern, sei mangelhaft. Diese Feststellung
lässt sich anhand der Antworten des Rekurrenten im verkehrspsychologischen
Interview schlüssig nachvollziehen. Er macht dabei im Wesentlichen äussere Einflüsse,
insbesondere betriebliche Verpflichtungen und Beziehungsprobleme, für sein
Fehlverhalten verantwortlich.
c) Der erhöhte Wert für die emotionale Ansprechbarkeit ist für den Gutachter zudem
Ausdruck einer geringen Frustrationstoleranz und einer schwankenden emotionalen
Stabilität. Dazu macht er jedoch keine weiteren Ausführungen, so dass es dem
Gutachten in diesem Punkt an der notwendigen Klarheit fehlt. Dennoch erweist es sich
in seinen wesentlichen Punkten auch für Laien als nachvollziehbar. Danach bestehen
markante Auffälligkeiten im Bereich der Kritikfähigkeit des Rekurrenten und Zweifel an
seiner Fähigkeit, Ursachen und Hintergründe seines Fehlverhaltens zu reflektieren. Aus
dem Gutachten geht auch für einen medizinischen Laien genügend klar hervor, dass
der Rekurrent die Schwere seiner Verstösse gegen die Strassenverkehrsordnung nach
wie vor nicht erkannt hat und die Ursachen für die Ereignisse nicht in seiner Person
sieht oder sucht. Nach einer langen Phase der Abstinenz und trotz gegenteiliger
Empfehlung der Vorinstanz trank er gestützt auf die letzte Haarprobenauswertung
wiederum Alkohol, obwohl er in der Vergangenheit verschiedentlich nicht in der Lage
war, Konsum und Teilnahme am Strassenverkehr zu trennen. Aufgrund der
Testergebnisse (insbesondere TAAK) ist zu befürchten, dass diese Gefahr nach wie vor
besteht. Dass der Rekurrent angesichts dieser Umstände nicht bereit ist, gänzlich auf
Alkohol zu verzichten, ist nicht leicht verständlich, zumal er aus beruflichen Gründen
mehr als andere Verkehrsteilnehmer auf den Führerausweis angewiesen ist.
Zwar ist der Rekurrent seit der Heirat im Jahr 2007 im Strassenverkehr nicht mehr
alkoholauffällig geworden (letztmals war dies am 20. August 2005 der Fall). Hinzu
kommt, dass die Ergebnisse der Haar- und Blutproben in den vergangenen Jahren,
soweit überblickbar, keinen Hinweis auf übermässigen Alkoholkonsum ergaben.
Insoweit hat sich der Rekurrent durchaus stabilisiert. Zu berücksichtigen ist indessen,
dass ihm der Lernfahrausweis nach einem längeren Sicherungsentzug erst wieder am
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8. Dezember 2008 mit Auflagen erteilt wurde. Am 24. Februar 2010 wurde er
vorsorglich entzogen, nachdem er die Berichte der Blutkontrollen seit 11. Mai 2009 und
den Bericht der Bewährungshilfe trotz mehrfacher Mahnung nicht eingereicht hatte. Da
er trotz dieses Fahrverbots am 23. Juni 2010 ein Fahrzeug lenkte - gemäss eigenen
Angaben war er allein mit einem Lehrling in der Werkstatt und musste einen Tacho
eines Oldtimers, der am selben Tag noch vorgeführt werden sollte, einstellen -, wurde
ihm der Führerausweis am 26. August 2010 auf unbestimmte Zeit, mindestens aber für
zwei Jahre entzogen. Da die Vorinstanz erst später von der fraglichen Fahrt erfuhr und
die angeforderten Berichte am 20. Juni 2010 eingegangen waren, wurde ihm der
Lernfahrausweis am 2. Juli 2010 wieder ausgehändigt. Seit dem 24. Februar 2010 ist er
demnach - abgesehen von einem kurzen zeitlichen Unterbruch von knapp zwei
Monaten - nicht mehr berechtigt, im Strassenverkehr ein Fahrzeug zu lenken.
Entsprechend kann nicht die Rede davon sein, dass er sich in den vergangenen fünf
Jahren im Strassenverkehr bewährt habe. Selbst wenn es sich am 23. Juni 2010 um
eine Fahrt im Rahmen der beruflichen Tätigkeit handelte, zeigt dieses Verhalten auf,
dass die positiven Veränderungen im sozialen Umfeld und die berufliche
Angewiesenheit auf den Führerausweis den Rekurrenten nicht von einem weiteren
Regelverstoss abhalten konnten. Die Empfehlung des Gutachters, wonach der
Rekurrent sich nochmals während mindestens zwei Jahren bewähren müsse und sich
während dieser Zeit keine für den Strassenverkehr relevante Auffälligkeiten leisten
dürfe, erscheint auch unter Berücksichtigung der Vorgeschichte mit den zahlreichen
Verstössen gegen Strassenverkehrsvorschriften als sachgerecht. Entsprechend ist
auch die Beurteilung der Vorinstanz, der Rekurrent biete die notwendige Gewähr dafür,
dass er künftig beim Führen eines Motorfahrzeuges die Vorschriften beachte und auf
die Mitmenschen Rücksicht nehmen werde (vgl. Art. 16d Abs. 1 lit. c SVG), derzeit
nicht, nicht zu beanstanden. Sie hat die Wiedererteilung des Führerausweises zu Recht
verweigert.
5.- Mit der Abweisung des Gesuches um Wiedererteilung verschärfte die Vorinstanz die
Bedingungen für die Aufhebung des Entzugs gemäss der Verfügung vom 26. August
2010. Die Fahreignung muss künftig nicht nur durch ein verkehrspsychologisches,
sondern auch durch ein verkehrsmedizinisches Gutachten nachgewiesen werden.
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a) Der Rekurrent macht geltend, für eine Verschärfung der
Wiedererteilungsvoraussetzungen bestehe keine gesetzliche Grundlage. Die Auflagen
zur Wiedererteilung des Führerausweises seien mit der Verfügung vom 26. August
2010 rechtskräftig festgelegt worden. Ein Gesuch um Wiedererteilung könne deshalb
nur abgelehnt oder vollständig bzw. unter Auflagen gutgeheissen werden. Darüber
hinaus sei die Verschärfung der Auflagen im Vergleich zur ursprünglichen Verfügung
vom 26. August 2010 unverhältnismässig. Es sei nicht einzusehen, weshalb aufgrund
eines einzigen leicht über dem Normbereich liegenden Analysewerts, eine
Alkoholaffinität vorliegen soll, die eine verkehrsmedizinische Untersuchung rechtfertige.
b) Gemäss Art. 17 Abs. 3 SVG kann der auf unbestimmte Zeit entzogene Lernfahr- oder
Führerausweis bedingt oder unter Auflagen wiedererteilt werden, wenn eine allfällige
gesetzliche oder verfügte Sperrfrist abgelaufen ist und die betroffene Person die
Behebung des Mangels nachweist, der die Fahreignung ausgeschlossen hat.
c) Dem Rekurrenten wurde der Führerausweis mit Verfügung vom 26. August 2010
nach dem Kaskadensystem von Art. 16c Abs. 2 lit. d SVG für unbestimmte Zeit,
mindestens aber zwei Jahre entzogen, weil er am 23. Juni 2010 ein Fahrzeug ohne
Führerausweis lenkte und zuvor schon - innerhalb von zehn Jahren - verschiedentlich
in alkoholisiertem Zustand bzw. ohne Führerausweis unterwegs war. Somit war auch
die mangelhafte Trennung von Alkoholkonsum und Teilnahme am Strassenverkehr
ursächlich für die Sanktion. Die Vorinstanz zog die Alkoholaffinität des Rekurrenten
deshalb zu Recht in ihre Beurteilung mit ein. Dass sie angesichts der Testergebnisse
und der positiv verlaufenen Abstinenzkontrolle vom 13. Juli 2012 (act. 8 S. 31) die
Bedingungen für die Aufhebung des Entzugs entsprechend ergänzte, ist nicht zu
beanstanden. Insbesondere ist die Auflage nicht unverhältnismässig, da sie nicht nur
im Zusammenhang mit einem "einzigen leicht über dem Normbereich liegenden
Analysewert", wie der Rekurrent vorbringt, zu beurteilen ist, sondern auch im Lichte der
vergangenen FiaZ-Ereignisse und der Testergebnisse. Nicht ausser Acht zu lassen ist
zudem das verkehrsmedizinische Gutachten aus dem Jahre 2003. Der Gutachter hielt
damals fest, insgesamt sei von einer erheblichen verkehrsrelevanten
Alkoholproblematik mit der Unfähigkeit, Alkoholkonsum und Fahren trennen zu können,
auszugehen (act. 8 S. 162). Angesichts dieser Umstände ist die Zulassungsbehörde
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geradezu verpflichtet, diesen Aspekt zu untersuchen, bevor sie den Führerschein
wiedererteilt.
6.- Der Führerausweis des Rekurrenten wurde mit Verfügung vom 26. August 2010 ab
dem 3. August 2010 für unbestimmte Zeit, mindestens für zwei Jahre entzogen. Die
Sperrfrist endete damit am 2. August 2012. Mit der Ablehnung des Gesuchs um
Wiedererteilung wurde die Sperrfrist nicht verlängert. Ein neues Gesuch kann deshalb
jederzeit eingereicht werden. Dabei obliegt es dem Rekurrenten, die Fahreignung
mittels der geforderten Gutachten nachzuweisen.
7.- Zufolge Abweisung des Rekurses bleibt der Führerausweis gestützt auf den
Sicherungsentzug vom 26. August 2010 nach wie vor entzogen; mithin ist die
angefochtene Verfügung zu bestätigen. Diesem Verfahrensausgang entsprechend sind
die amtlichen Kosten dem Rekurrenten aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 1'700.--, worunter die Kosten der Verfügung zur
aufschiebenden Wirkung vom 17. Dezember 2012 von Fr. 200.--, erscheint
angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 111 und 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12).
Der Kostenvorschuss von Fr. 1'500.-- ist anzurechnen.