Decision ID: 3ce62a9b-cfb8-5a79-aaf6-ca295f21470f
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1979,
absolvierte erfol
g
reich
eine Lehre als Elektro
monteur (
Urk.
7
/
2/10
und 7/3/6
). Zuletzt
war
er
seit dem 1. Mai
2008
bei der
Y._
als
Service
Specialist
angestellt (Urk.
7/2/12
und 7/11
), als er am 28. April 2010 einen Verkehrsunfall erlitt
, bei dem ein anderer Perso
nenwagen von hinten in sein vor einem Lichtsignal stehendes Auto hin
einfuhr (
Urk.
7/9/1
7-19
und 7/9/59-66).
Die Sanität brachte den Versicherten zur Untersuchung
i
ns
Z._
(Urk.
7/9/69 und 7/9/118-126)
. Die
Com
putertomographie (CT)
des Schädels
zeigte
keine
Traumafolgen
, auch
d
as
CT der Halswirbelsäule und der drei oberen Brustwirbelkörper war unauffällig.
An der
Brustwirbelsäule wurden
keine
frakturverdächtigen Befunde erhoben (Urk. 7/9/69).
Dr. med.
A._
, Fachärztin FMH für Innere Medizin, bescheinigte dem Versicherten ab dem
28.
April
2010
eine 100%ige
, ab dem 25. Mai 2010 ein
e 50%ige und ab dem 6.
September 2010 eine 40%ige
Arbeitsunfähigkeit (Urk. 7/2/1). Die
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva)
richtete dem Versicherten ab dem
1. Mai 2010 Taggelder aus
(vgl. Urk. 7/
9
/
3-
5).
Der Versicherte meldete sich a
m 11. Oktober 2010 bei der
Sozialversicherungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an
und machte gel
tend, er
leide
an Nacken-, Kopf- und Schulterschmerzen,
Konzentrations
prob
lemen
, Schwindel, Übelkeit und verzerrte
r Wahrnehmung
(Urk. 7/3). Die
IV-Stelle
zog die Akten des
Unfall
versicherers bei (Urk. 7/
9
, 7/12 und
7/13
) und
tätigte weitere medizinische
(
Urk.
7/10 und 7/14)
und erwerbliche
(Urk.
7/8
und 7/11
) Abklärungen
. Am 1
4
.
April 2011
erliess
sie
einen negati
ven Vorbescheid (Urk. 7/
16 und 7/17
). Mit Verfügung vom
9
.
Juni
201
1
verneinte
die IV-Stelle
einen Rentenanspruch
,
da der Versicherte seit dem 1.
Februar 2011 wieder voll arbeitsfähig sei
(
Urk.
7/18
).
Diese Verfügung blieb unangefochten.
Am 6. Januar 2012 wurde bei der Suva eine Rückfallmeldung eingereicht (
Urk.
7/30/128).
W
egen der Folgen des Autounfalles vom 28. April 2010
meldete sich der Ver
sicherte am 27. Dezember 2012
erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an
und
erwähnte
Nacken- und Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen,
Seh
p
robleme
, Schwindel und Übelkeit
als Beschwerden
(Urk. 7/20). Die IV-Stelle
nahm diverse medizinische Unterlagen (
Urk.
7/24, 7/28
, 7/34
und
7/39
) und das aktualisierte Dossier der Suva (
Urk.
7/30
, 7/32
und 7/33
)
zu ihren Akten
.
Über
dies holte sie Arbeitgeberauskünfte ein (
Urk.
7/31).
Am 1. Juli 2013 gewährte sie
dem Versicherten
Frühinterventionsmassnahmen in Form eines Bewerbungs-Coachings durch die
B._
vom 15. Juli 2013 bis zum 14.
Januar 2014 (
Urk.
7/42).
Nach dem Eingang
weitere
r
medizinische
r
Unterlagen
(U
rk.
7/47
und
7/49)
und der
Erklärung
des Versicherten,
e
r
habe teilzeitlich ein
neues Arbeitsverhältnis angetreten (
Urk.
7/57/9),
teilte
ihm
die IV-Stelle mit Schreiben vom 19. August 2013 den Abschluss d
er Arbeitsvermittlung mit (Urk.
7/56).
Die IV-Stelle
zog die Akten des Krankentaggeldversicherers (
Urk.
7/66)
und
w
eitere Arztberichte (
Urk.
7/67-
69) bei.
Überdies
gab
sie
ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag (vgl.
Urk.
7/73-84), das am 29. Januar 2015 vom
C._
, erstattet wurde (Urk.
7/89). Am 13.
März 2015 erliess die IV-Stelle einen negativen Vorbescheid (
Urk.
7/91), gegen den der Versicherte Einwand erheben liess (
Urk.
7/92 und 7/94). Mit Verfügung vom 10. August 2015 verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch (
Urk.
2 = 7/96).
2.
Gegen die Verfügung vom
10. August 2015
liess der Versicherte, vertreten durch Rechts
anwalt Gerrit Neuber, mit Eingabe vom
14. September 2015 (Urk. 1) Beschwerde erheben mit dem Antrag, es sei ihm eine ganze Invalidenrente aus
zurichten; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwert
st
euer zulasten der Beschwerdegeg
nerin (Urk. 1 S. 2). Die IV-Stelle schloss am 21. Ok
tober 2015 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6). Davon wurde dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 22. Oktober 2015 Kenntnis gegeben (Urk. 8).
Auf die Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften und die im
Beschwer
de
verfahren
neu eingereichten Unterlagen (Urk.
3/3,
3/5 und 3/6) wird, soweit erfor
derlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach Art. 87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung
(
IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 die
ser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analo
ger Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17
Abs.
1 ATSG vorzuge
hen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Ver
änderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschlies
sen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.3
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztbe
richtes
ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
Zur Begründung der angefochtenen Verfügung führte die Beschwerdegegnerin
im Wesentlichen
an, es sei auf das polydisziplinäre Gutachten des
C._
vom
29.
Januar 2015
abzustellen.
Dieses enthalte
keine Diagnosen mit Ausw
irkung auf die Arbeitsfähigkeit
. Es mangle
daher
an einem invaliditätsrelevanten Gesundheitsschaden,
so dass
kein Anspruch auf
eine Invalidenrente
bestehe (
Urk.
2).
Demgegenüber
liess
der Beschwerdeführer gelte
nd machen, es könne nicht auf das psychiatrische Teilgutachten des
C._
abgestellt werden, da es offensichtlich sei, dass der psychiatrische Gutachter aufgrund der zwischenzeitlich überholten Überwindbarkeitstheorie auf weitere Abklärungen oder Ausführungen verzichtet habe. Vielmehr sei auf das
von seinem Rechtsvertreter in Auftrag gegebene
psy
chiatrische Gutachten von
Dr.
med. D._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 1
8.
August 2015 (
Urk.
3/5) abzustellen, welches der aktuellen Rechtsprechung gemäss dem
bundesgerichtlichen
Urteil 9C_492/2014 vom
3.
Juni 2015 (BGE 141 V 281) Rechnung trage (
Urk.
1).
3.
3.1
Die IV-Stelle ist auf die Neuanmeldung des Beschwerdeführer
s
vom
27. Dezember 2012 (
Urk.
7/20) materiell eingetreten. Es gilt somit zu prüfen, ob sich
sein
Gesundheitszustand im massgeblichen Zeitraum zwi
schen
der Verfü
gung vom 9. Juni 2011, mit welcher ein Anspruch auf eine Invalidenrente ver
neint worden war (
Urk.
7/18), und der angefochte
nen Verfügung vom 10. August 2015 insoweit verschlechtert hat, dass nunmehr ein Anspruch auf eine Invalidenrente besteht.
3.2
Die Verfügung vom 9. Juni 2011 stützte sich in medizinischer Hinsicht
auf die Berichte von
Dr.
med.
E._
, Fachä
rzt
in
FMH für A
llgemeinmedizin, vom 1
0.
November 2010
(
Urk.
7/10)
, 1
6.
Februar 2011
(
Urk.
7/13/5)
und 2
4.
März 2011 und
von
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für Neurologie
,
vom 24.
August 2010
(
Urk.
7/9/9-11)
,
in welchen
ein Status nach
Beschleunigung
s
trauma
der Halswirbelsäule am 28.
April 2010 diagnostizier
t
wurde
.
Das a
m 1
7.
August 2010
erstellte
MRI der Halswirbelsäule
ergab
lediglich leichte
Chondrosen
C4/5 und C5/6
(
Urk.
7/9/13)
und
Dr.
E._
beschrieb
am 1
0.
November 2010
einen
gute
n
Verlauf unter Physiotherapie und
Cranio
-
Sacral
-Therapie (
Urk.
7/10/1
; vgl. auch
Urk.
7/12/4
)
.
Insbesondere wurde
auf die Beurteilung von
Dr.
E._
vom 1
6.
Februar 2011
abgestellt
,
gemäss welcher seit
dem 1.
Februar 2011 wieder eine volle Arbeitsfähigkeit
bestand
(vgl. das
Fest
stellungsblatt
für den Bes
chluss vom 14. April 2011, Urk.
7/15; vgl. auch
Urk.
7/13/5 und 7/14
).
3.3
3.3.1
Zum weiteren Verlauf lässt sich den medizinischen Unterlagen entnehmen, dass sich der Beschwerdeführer i
m Dezember 2011 neu in die Behandlung von
Dr.
med.
G._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin
, begab
. Dieser diagnostizierte seinem Bericht vom 3
1.
Januar 2013
zufolge
ein thera
pierefraktäres
kranio-cervikales
Beschleunigungstrauma seit dem 2
8.
April 201
0.
Wegen starker Nackenschmerzen habe er den Versicherten am
5.
Januar 2012 erneut zu 100
%
arbeitsunfähig schreiben müssen. Seither habe der
Ver
sicherte
immer wieder Teilzeit und voll gearbeitet, je n
ach Befinden (Urk.
7/28/1-3).
Auf dem Unfallschein
attestierte
Dr.
G._
ab Januar 2012 schwankende
Arbeitsunfähigkeiten von O, 30, 50 und 100
%
(vgl.
Urk.
7/19/1
und 7/30/14
).
3.3.
2
Am
1
0.
September und am
2
3.
November 2012 wurde der Beschwerdeführer im Schmerzambulatorium des Instituts für Anästhesiologie des
H._
untersucht. Dort wurde ein chronisches
cervico
occipitales
und
cervi
kothorakales
Schmerzsyndrom
mit/bei Status nach Beschleunigungstrauma am 2
8.
April 2010, unauffälliger Neurologie und (am 2
3.
November 2012)
Myoge
losen
im
thorakoc
ervikalen
Übergang
, differentialdiagnostisch ein
Facettenge
lenk
sp
r
oblem
beim dritten
Occipitalnerv
(TON) oder
Nervus
occipitalis
,
als Diagnose
festgehalten
(
Urk.
7/24/1-2
und 7/33/261-263
).
Am 2
4.
Oktober 2012
stellte
sich der Beschwerdeführer wegen
der
seit dem Unfall vom 2
8.
April 2010 persistierenden Nackenschmerzen, einem Schwächegefühl in Armen und Bei
nen, Augenflimmern und Schwindel in der Interdisziplinären
Schmerzsprech
stunde
des
H._
vor, wo ein intermittierendes, möglicher
weise neuropathisches Schmerzsyndrom im Nacken und im Hinterkopf diag
nostiziert wurde (Urk. 7/28/7-11).
In psychischer Hinsicht hatte die testpsycho
logische Abklärung Hinweise für eine Angsterkrankung ergeben. Der Ver
sicherte habe diese während des Gesprächs als nicht so schwerwiegend
geschil
dert
. In der psychiatrischen Beurteilung wurde daher am ehesten von einer chronischen Schmerzerkrankung mit somatischen und psychischen Faktoren ausgegangen (
Urk.
7/28/10).
3.3.
3
Das
Arbeitsassessment
in der Rheumaklinik des
H._
vom 1
2.
Dezember 2012
mit Basistest vom 2
3.
und 2
4.
Januar 2013 führte zu
r
Beur
teilung, der Beschwerdeführer könne seine Tätigkeit als Servicetechniker ganz
tags ausüben, wenn er die Arbeit durch genügend Pausen unterbrechen könne. Aufgrund des Pausenbedarfs bestehe eine Leistungsminderung von aktuell 30 %. Als arbeitsrelevante Diagnose wurde ein
cervikozephales
und
cerviko
brachiales
Syndrom (ICD-10: M53.0 und M53.1) festgehalten. Unter den übrigen
Diagnosen wurden eine chronische Schmerzerkrankung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41), eine chronisch rezidivierende Diarrhoe (3 x/Woche) unklarer Genese und eine
Penicillinallergie
erwähnt (
Urk.
7/34).
3.3.
4
Vom
5.
Mai bis zum
1.
Juni 2013 wurde der Beschwerdeführer stationär in der
I._
behandelt. Im
Austrittsbericht vom 2
1.
Juni
2013
(
Urk.
7/68/6-9
wurden
eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41)
, ein HWS-Distorsionstrauma am 2
8.
April 2010 und die Unverträglichkeit von Penicillin und
Aspartam
als Diagnosen
fest
gehalten
.
Ab dem
6.
Mai 2013 bis auf
Weiteres
betrage die Arbeitsunfähigkeit 100
%
.
Es werde
e
ine möglichst zeitnahe berufliche Wiedereingliederung in
leidensange
passter
Tätigkeit ohne körperliche Überbeanspruchung
(vgl.
Arbeitsassessments
bericht
vom 1
8.
Februar 2013)
in einem Pensum von 50
%
befürwortet.
Der Versicherte benötige dringend Tagesstruktur mit regelmässigen Pausen und bestenfalls möglichst flexiblen Arbeitszeiten. Prognostisch sei eher von einem langwierigen Verlauf auszugehen.
Längerfristig sei eine Symptomverbesserung, vor allem über den psychotherapeu
tischen Ansatz,
zu erwarten
(
Urk.
7/
68/9
).
3.3.5
Nach einer ambulanten Ver
laufskontrolle vom 1
7.
Juni 2013
in der
Rheumakli
nik
des
H._
wurde im gleichentags verfassten Bericht
ergänzend und präzisierend zum
Arbeitsassessment
sbericht
vom 18.
Februar 2013
festgehalten,
die Arbeitsfähigkeit in der angestammten und seit Jahren nicht mehr ausgeübten Tätigkeit als Elektromonteur betrage 0
%
. Als
Service
techniker
der
Y._
betrage die Arbeitsfähigkeit aufgrund der veränderten Leistungsanforderungen an der Arbeit, die es nicht mehr erlaubten, die im Bericht vom 1
8.
Februar 2013 formulierten Belastungsanpassungen umzusetzen, ebenfalls 0
%
(
Urk.
7/49).
3.3.6
In einem Schreiben vom 1
0.
Dezember 2013 teilte
Dr.
G._
der IV-Stelle mit,
die Physiotherapeutin habe ihn Anfang
November angerufen und ihm mitge
teilt, es
sei
schwierig, da der Versicherte häufig nur passive Therapie wolle aus Angst
,
es werde sonst schlimmer.
Der Versicherte suche
ihn,
Dr.
G._
,
monat
lich auf. Bei der letzten Konsultation habe er geschildert, wie er das 50%ige Pensum leider nicht mehr durchstehen könne, so dass
er
nun die Arbeitsun
fähigkeit auf 60
%
erhöht
habe
. D
ie Prognose sei ungünstig (Urk.
7/67).
3.3.7
Dr.
med. J._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte in seinem Bericht vom 1
9.
Dezember 2013 (
Urk.
7/69) einen seit dem 28. April 2010 bestehenden Verdacht auf ein organisches Psychosyndrom (ICD-10: F06.8) und eine seit 2011 andauernde depressive Reaktion auf Belas
tung (ICD-10: F43.8). Als Elektromonteur sei der Versicherte zu 50
%
arbeits
unfähig. Die Einschränkungen ergäben sich aus der Schmerzentwicklung, den
Konzentrationsschwierigkeiten, der Antriebsschwäche und der schwanken
den Belastbarkeit (
Urk.
7/69/2).
3.3.
8
Das polydisziplinäre Gutachten des
C._
vom 2
9.
Januar 2015
(
Urk.
7/89)
betref
fend die Fachbereiche
Allgemeine Innere Medizin,
Psychiatrie und Psychothe
rapie, Orthopädie und Neurologie
enthält keine Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit.
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
wurden
die folgenden
erwähnt
(
Urk.
7/89/24):
1.
L
eichte depressive Episode (ICD-10: F32.0),
2.
C
hronische Schmerzstörung mit somatischen und psychis
chen Faktoren (ICD-10: F45.41)
3.
C
hronische Beschwerden an
c
ervikothorakaler
Wirbelsäule und Schul
tern (ICD-10: M54.2, M54.6, M79.61)
-
Status nach Heckauf
fahrkollision am 2
8.
April 2010
-
radiologisch unauffälliger
Befund an
c
ervikaler
und thorakaler Wir
belsäule
(28.4.2010
,
Röntgen
28.4.2010
und MRI
17.8.2010)
-
freie
Beweglichkeit der
c
ervikalen
Wirbelsäule und
der
oberen
Ext
remitäten sowie verminderte
Auslenkung thorakal unter Gegenspannung bei Fehlhaltung im Sinne eines Hohl-Rund
rückens samt
Protrak
tion
von Kopf und Schultern
4.
Nikotinabusus
5.
Struma
thyreoidea
I D
(ICD-10: E04.0).
3.3.9
Das im Beschwerdeverfahren neu eingereichte
psychiatrische
Gutachten von
Dr.
D._
vom 1
8.
August 2015
(
Urk.
3/5)
enthält die Diagnosen einer
Somatisierungsstörung
(ICD-10: F45.0), differentialdiagnostisch einer autonomen Funktionsstörung (ICD-10: F45.3), und einer mittelgradigen depres
siven Episode (ICD-10: F32.1).
Die Leistungsfähigkeit des Versicherten betrag
e
lediglich ca. 50
%
. Die Einschränkungen resultierten weit überwiegend
aus der
Somatisierungsstörung
. Zu einem geringeren Anteil seien sie auf die relevante depressive
Somatik
und die selbstunsicheren Persönlichkeitsanteile zurückzu
führen. Eine Besserung wäre dann zu erwarten, wenn sich der Versicherte auf eine intensive, zu Beginn länger dauernde stationäre Rehabilitation mit klarer Zielvereinbarung einlassen könnte. Dafür wäre wahrscheinlich einige
Motiva
tionsarbeit
im Rahmen der aktuellen Behandlung notwendig (
Urk.
3/5 S. 52). Die
Symptomvielfalt und
die Anzahl der betroffenen Beschwerdebereiche (Organbereiche, in denen Beschwerden wahrgenommen würden) seien ein
drücklich und deuteten ebenfalls auf eine recht schwere Erkrankung hin (
Urk.
3/5 S. 53). Der Versicherte habe sich nach der
Hospitalisation
in
der
I._
in psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung begeben. Die Arbeit am K
rankheitskonzept sei noch lange
nicht abgeschlossen. Medikamenten stehe der
Versicherte prinzipiell skeptisch gegenüber. Hier – wie bei der Inanspruchnahme der psychiatrisch- bzw. psychologisch-psychotherapeutischen Behandlung – gehe es weniger um die Motivation zur Therapie als
um
die Einsicht in die Art der Erkrankung, an der er leide (
Urk.
3/5 S. 53).
Die Abweichung zwischen der Beurteilung durch das
C._
und
der aktuellen gutachterlichen Beurteilung bestehe weniger in den Diagnosegrup
pen als in
der Beurteilung von
Ausprä
gung und Schw
e
r
egrad. Hier scheine
unter anderem die Ablehnung des Ver
sicherten, an einer psychischen Störung zu leiden, eine Rolle gespielt zu haben. Zudem habe zu wenig Berücksichtigung gefunden, dass mit Hilfe des AMDP-Systems allein
Somatisierungsstörungen
nicht ausreichend erfasst werden könnten. Dass der psychiatrische Gutachter erklärt habe, die Diagnosen hätten keinen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit, habe er im Gutachten nicht nach
vollziehbar geprüft und begründet. Die kurze Äusserung sei am ehesten vor dem Hint
ergrund der bis vor k
urzem geltenden Rechtsprechung zu verstehen (die Annahme der Überwindbarkeit). Sie scheine den Gutachter dazu veranlasst zu haben, die Leistungsfähigkeit nicht zu prüfen (
Urk.
3/5 S. 55).
4.
4.1
Strittig und zu prüfen ist, ob auf das polydisziplinäre Gutachten des
C._
vom 2
9.
Januar 2015 (
Urk.
7/89), insbesondere
auf
das psychiatrische Teilgutachten von
Dr.
med. K._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychothe
rapie, abgestellt werden kann (vgl.
Urk.
1 und 2).
4.2
Das zur Diskussion stehende polydisziplinäre Gutachten basiert auf den fachärzt
lichen Untersuchungen des Beschwerdeführers am
9.
Dezember 2014 (
Urk.
7/89/1). Es wurde in Kenntnis der
von der IV-Stelle zur Verfügung gestellten
medizinischen
Vorakten
erstellt
(Urk.
7/89/3-7). Die gestellten Fragen beantwortet es umfassend. Überdies setzt es sich detailliert mit anderslautenden Beurteilungen, namentlich derjenigen von
Dr.
J._
(
Urk.
7/89/15)
, ausei
nander.
4.3
Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat insoweit richtig erkannt, dass
das Bundesgericht mit
BGE 141 V 281
(Urteil 9C_492/2014 vom
3.
Juni 2015)
seine Rechtsprechung zu den Voraussetzungen, unter denen anhaltende
somatoforme
Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden eine Invalidität zu bewirken vermögen, grundlegend überdacht und teilweise geändert
hat
(BGE
141 V 574 E. 3.4). Es erfolgte damit nicht eine Änderung der Vorausset
zungen für den Leistungsanspruch, sondern die Schaffung neuer
Standardindi
katoren
für dessen Beurteilung und eines strukturierten, ergebnisoffenen Beweisverfahrens (BGE 141 V 281 E. 3.6 und E. 6
,
141 V 585 E. 5.3). Unverän
dert ist auch in Zukunft dem klaren Willen des Gesetzgebers gemäss Art. 7
Abs. 2 ATSG Rechnung zu tragen, wonach im Zuge der objektivierten Betrach
tungsweise von der grundsätzlichen „Validität“ der die materielle Beweislast tragenden versicherten Person auszugehen ist (BGE 141 V 281 E. 3.7.2 unter Hinweis auf BGE 139 V 547 E. 8.1; BGE 141 V 585 E. 5.3).
Zwar hatten die Ärztinnen und Ärzte bereits vor der Praxisänderung gemäss BGE 141 V 281 ihre Stellungnahmen zur Arbeitsfähigkeit so substanziell wie möglich zu begründen, und es war für die ärztliche Plausibilitätsprüfung wich
tig, in welchen Funktionen die versichert
e Person eingeschränkt ist (BGE
140 V 193 E. 3.2,
139 V 547 E. 9.2.1). Die diesbezüglichen Anforderungen hat das Bundesgericht aber nunmehr in BGE 141 V 281 konkretisiert. Aus den medizi
nischen Unterlagen muss genauer als bisher ersichtlich sein, welche funktionel
len Ausfälle in Beruf und Alltag aus den versicherten Gesundheitsschäden resultieren. Diagnosestellung und – in der Folge – Invaliditätsbemessung haben somit stärker als bis anhin die entsprechenden Auswirkungen der
diagnoserele
vanten
Befunde zu berücksichtigen. Medizinisch muss schlüssig begründet sein, inwiefern sich aus den funktionellen Ausfällen bei objektivierter
Zumutbar
keitsbeurteilung
anhand der Standardindikatoren eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ergibt. Wo dies nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit dargetan werden kann, trägt weiterhin die materiell beweislastbelastete ver
sicherte Person die Folgen
der Beweislosigkeit
. Eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung und vergleichbare Leiden können somit eine Invalidität begründen, sofern funktionelle Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der
Standardindi
katoren
schlüssig und widerspruchsfrei mit zumindest überwiegender Wahr
scheinlichkeit in einem anspruchserheblichen Ausmass nachgewiesen sind (BGE 141 V 281 E. 6
,
141 V 574 E. 4.2).
Die im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren, welche nach gemeinsamen Eigenschaften systematisiert werden können, umschreibt das Bundesgericht i
n
BGE 141 V 281
wie folgt:
Kategorie „funktioneller Schweregrad" (E. 4.3)
Komplex „Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1)
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
(E. 4.3.1.2)
Komorbiditäten
(E. 4.3.1.3)
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen; E. 4.3.2)
Komplex „Sozialer Kontext" (E. 4.3.3)
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens; E. 4.4)
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener
Lei
dens
druck
(E. 4.4.2)
.
4.4
Dr.
K._
hat sein psychiatrisches Teilgutachten
(vgl.
Urk.
7/89/10-15)
vor der erwähnten Rechtsprechungsänderung, mithin gemäss altem Verfahrensstandard erstattet. Es verliert deshalb jedoch nicht per se seinen Beweiswert. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamten Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält. In sinngemässer Anwendung auf die nunmehr materiell-beweisrechtlich geänder
ten Anforderungen ist im konkreten Einzelfall zu prüfen, ob das Sachverständi
gengutachten – gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berich
ten – eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeben
den Indikatoren erlaubt oder nicht. Je nach Abklärungstiefe und –
d
ichte kann zudem unter Umständen eine pu
nktuelle Ergänzung genügen (BGE
141 V 281 E.
8).
4.5
Neu wird ein besonderes Gewicht darauf gelegt, dass d
ie Sachverständigen die Diagnose einer
anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung so begründen, dass die Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die
klassifikatorischen
Vorga
ben tatsächlich eingehalten sind. Insbesondere ist dem
diagnose
inhärenten
Schweregrad vermehrt
Rechnung zu tragen: Als „vorherrschende Beschwerde“ verlangt wird „ein andauernder, schwerer und quälender Schmerz“, der durch einen physiologischen Prozess oder eine körperliche Störung nicht vollständig erklärt werden kann. Im Gegensatz zu anderen psychosomatischen, beispiels
weise dissoziativen, Störungen, die nicht schon an sich einen Bezug zum Schweregrad aufweisen, setzt die Diagnose einer
somatoformen
Schmerzstörung per definitionem Beeinträchtigungen in den Alltagsfunktionen voraus. Die Folge ist gewöhnlich „eine beträchtliche persönliche oder medizinische Betreuung oder Zuwendung“
(BGE 141 V 281 E. 2.1.1 mit Hinweisen)
.
Die gutachterlichen Ausführungen zur Diagnose sind nicht nur im Hinblick auf eine gesicherte Feststellung des Krankheitswertes bedeutsam. Vielmehr werden die in der Klassifikation vorausgesetzten Beeinträchtigungen der
Alltagsfunk
tionen
bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit wieder aufgegriffen. Die gestellte Diagnose ist „Referenz für allfällige Funktionseinschränkungen“. In den „konsistenten Nachweis einer gestörten Aktivität und Partizipation“ einzu
beziehen sind nur funktionale Ausfälle, die sich aus denjenigen Befunden erge
ben, welche auch für die Diagnose der Gesundheitsbeeinträchtigung massge
bend gewesen sind.
Die Einschränkung in den Alltagsfunktionen, welche begrifflich zu einer lege
artis
gestellten Diagnose gehört, wird mit den Anfor
derungen des Arbeitslebens abgeglichen und anhand von Schweregrad- und Konsistenzkriterien in eine allfällige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit umge
setzt. Auf diesem Weg können geltend gemachte Funktionseinschränkungen über eine so
rgfältige Plausibilitätsprüfung
bestätigt oder verworfen werden (BGE 141 V 281 E. 2.1.2 mit Hinweisen).
4.6
Die von
Dr.
K._
gestellte Diagnose einer chronischen Schmerzstörung weist keinerlei Bezug zu einer funktionserheblichen Befundlage auf. Es mangelt ihr insbesondere an einer nachvollziehbaren Begründung
.
Dies muss umso mehr gelten, als
Dr.
K._
keine relevanten Einschränkungen erhoben hat.
Das psy
chiatrische Teilgutachten von
Dr.
K._
erfüllt die vom Bundesgericht neu statuierten Anforderungen
somit bereits
in einem wesentlichen Punkt nicht.
Es kann folglich nicht darauf abgestellt werden, ohne dass
weiter zu untersuchen
wäre, ob und inwieweit die gemäss der geänderten Rechtsprechung zu prüfen
den Standardindikatoren abgehandelt wurden.
4.7
Darüber hinaus ist zu bemerken, dass das fragliche Teilgutachten auf
einer unzu
reichenden psychia
trisch
-psychotherapeutischen
Aktenlage beruht.
Dr.
G._
hielt in seinem Bericht vom 1
9.
Juli 2012 fest, er habe den Ver
sicherten im Februar 2012 an den Psychiater
Dr.
L._
überwiesen, worauf er von
M._
betreut worden sei. Als vorläufige Diagnose sei eine generali
sierte Angststörung genannt worden (
Urk.
7/30/93). Am 1
5.
März 2012 führte
Dr.
G._
zudem
aus, der Versicherte habe sich vom
7.
Dezember 2011 bis zum 27.
Januar 2012 bei Frau
M._
in psychotherapeutischer Behandlung befun
den, dieselbe jedoch abgebrochen, da sie für ihn nicht stimmig gewesen sei (
Urk.
7/30/109).
Die Berichte der erwähnten Behandler wären
– nicht nur
für den Gutachter
Dr.
K._
–
von Interesse gewesen, zumal bereits im Bericht der Interdisziplinären Schmerzsprechstunde des
H._
vom 24.
Oktober 2012 (
Urk.
7/28/7-11)
wegen entsprechender
Hinweise
eine Angsterkrankung
thematisiert
, ohne eine nachvollziehbare Begründung jedoch auf eine chronische Schmerzerkrankung mit somatischen und psychischen Faktoren geschlossen wurde (
Urk.
7/28/10).
Auch die
im Rahmen des
Arbeits
assessments
und
während des Aufenthalts in der
I._
gestellte Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen
Faktoren
(ICD-10: F45.41) wurde nicht rechtsprechungsgemäss begründet
(vgl.
Urk.
7/34 und
7/68/6-9)
.
In einem weiteren Bericht vom 10. Dezember 2013 erwähnte
Dr.
G._
eine psychiatrische Behandlung bei
Dr.
N._
, welche auch eine antidepressive Medikation mit
Cipralex
(20 mg) umfasste (
Urk.
7/67). Ein Bericht von
Dr.
N._
wurde – soweit aus den vorinstanzlichen Akten ersicht
lich – ebenfalls nicht beigezogen
und stand dementsprechend
auch
Dr.
K._
nicht zur Verfügung
,
e
benso wenig die im Auftrag der AXA Winterthur am
3.
Juni 2013 von
Dr.
med. O._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psy
chotherapie,
verfasste
Stellungnahme mit der Diagnose einer
Anpassungs
störung
, welche
Dr.
D._
in ihrem Gutachten
sinngemäss
wieder
gab
(
Urk.
3/5 S. 18)
.
5.
5.1
Es bleibt zu prüfen, ob sich der Rentenanspruch
mit dem
psychiatrischen
Gutach
ten von
Dr.
D._
vom 1
8.
August 2015 (
Urk.
3/5)
beurteilen lässt.
5.2
Zusätzlich zu den vorinstanzlichen Akten standen
Dr.
D._
ergän
zend erhaltene Akten, darunter offenbar auch die Stellungnahme von
Dr.
O._
, zur Verfügung (
Urk.
3/5 S. 17 ff.).
Die gutachterlichen
Ausführungen
von
Dr.
D._
beruhen jedoch ebenfalls nicht auf
einer vollständigen psychiatrisch-psychotherapeutischen Aktenlage. Dementsprechend wurden keine Berichte der Behandler
Dr.
L._
,
M._
und
Dr.
N._
diskutiert
, was indessen zu erwarten gewesen wäre
. Das Gutachten von
Dr.
D._
erfüllt
unter diesen Umständen
ebenfalls nicht sämtliche von der Rechtsprechung statuierten Anforderungen an ein medizinisches Gutachten (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1 und 125 V 351 E. 3a),
so dass
nicht darauf abgestellt werden kann.
Den
noch ist
zu bemerken, dass
Dr.
D._
die Diagnose einer
Somatisie
rungsstörung
(ICD-10: F45.0) unter anderem mit wechselnden Symptomen und der vom Beschwerdeführer erwähnten umfangreichen Diagnostik begründete.
Sie führte
aus, der Beschwerdeführer habe berichtet, er habe bereits ab dem Alter von 22 oder 23 Jahren über viele Jahre massive Probleme mit einem
Reizdarm
gehabt, täglich häufige Stuhlgänge, den Vormittag mehr oder weniger auf der Toilette verbracht, Blähungen und Bauchschmerzen gehabt. Er habe sich dies durch die Unverträglichkeit von künstlichen Süssstoffen erklärt, die er nun meide, worauf auch der Durchfall besser geworden sei.
I
n den Jahren seit dem Unfallereignis
habe eine
umfangreiche Diagnostik
,
auch in andere Richtungen
, stattgefunden. U
nter anderem
seien wegen geklagter Schmerzen
ein MRI der Lunge und ein Belastungs-EKG
erstellt worden
.
Überdies
hätten
Jahre vor dem Unfallereignis
wegen der Magen-Darmbeschwerden
wiederholte Gastroskopien und Koloskopien sowie Stuh
luntersuchungen stattgefunden (
Urk.
3/5 S. 44 f.). Die
anamnestischen Angaben sollten, soweit nicht bereits belegt, durch den
Bei
zug
entsprechender medizinischer Unterlagen verifiziert werden, bevor
im Rah
men einer gutachterlichen Beurteilung
darauf abgestellt werden kann.
6.
Aus dem Gesagten folgt
, dass sich der massgebende medizinische Sachverhalt mit den vorhandenen Unterlagen nicht beurteilen lässt, vielmehr drängen sich zusätzliche medizinische Abklärungen
, insbesondere die Einholung eines recht
sprechungskonformen psychiatrischen Gutachtens nach dem
Beizug
der noch fehlenden medizinischen Unterlagen,
auf. Da die erforderlichen Weiterungen einen zum Teil bisher gänzlich ungeklärten Sachverhalt betreffen, wird die Beschwerdegegnerin sie vorzunehm
en haben (vgl. BGE 137 V 210 E.
4.4.1.4). Der angefochtene Entscheid ist somit aufzuheben und die Sache ist zur Durchführung der notwendigen Abklärungen und zu neuer Entscheidung an die
Beschwerde
gegnerin
zurückzuweisen (
§
26 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht;
GSVGer
). In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
7.
7.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 1‘000.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- festzusetzen. Nach ständi
ger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen der
beschwerdeführenden
Partei (BGE 137 V 57 E. 2.1 mit Hinweisen). Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der unterliegenden
Beschwerde
gegnerin
aufzuerlegen.
7.2
Gemäss § 34 Abs. 1
GSVGer
hat die obsiegende Partei Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeu
tung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsie
gens bemessen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
).
Dem Ausgang des Beschwerdeverfahrens entsprechend hat die Beschwerdefüh
rer Anspruch auf eine Parteientschädigung, wobei unter Berücksich
tigung der erwähnten Kriterien ein Betrag von Fr.
2‘200
.-- (inklusive Barauslagen und 8 % Mehrwertsteuer) als angemessen erscheint.