Decision ID: 5720ffaa-ab15-55f8-b25a-309fdf7833bb
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
1.1.1
Der 195
5
geborene
X._
meldete sich am 5. November 2003
– unter Hinweis auf Rücken- und Kopfschmerzen sowie Nerven- und Pros
tatapro
bleme
-
zum Bezug von Leistungen (Berufsberatung, Umschulung auf eine neue Tätigkeit, Arbeitsvermittlung, Rente) der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) an (Urk. 8/2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, traf daraufhin berufliche, erwerbliche sowie medizinische Abklärungen, zog
– wiederholt -
die Akten der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) bei (Urk. 8/11
, Urk. 8/21
, Urk. 8/27
) und liess den Versicherten am 20. Dezember 2004 von Dr. med.
Y._
, Fachärztin FMH für
Neurologie,
Fach
ärztin
FMH für
Psychiatrie und Psychotherapie,
psychiatrisch
untersuchen (vgl. Expertise vom 20. Mai 2005, Urk. 8/20).
Mit Verfügung vom 26. August 2005 (Urk. 8/28) sprach sie ihm daraufhin mit Wirkung ab 1. März 2004 eine auf ei
nem Invaliditätsgrad von 100 % beruhende ganze Rente zu.
Diese
b
estätigte sie in der Folge im Rahmen des Ende August 2008 von Amtes wegen initiierten Revisionsverfahrens
(Urk. 8/41)
mit Mitteilung vom 22. Dezember 2008 (Urk. 8/48).
1.1.2
Anlässlich des Anfang 2012 von Amtes wegen veranlass
t
en Revisionsverfahrens (Urk. 8/51)
traf die IV-Stelle erneut medizinische sowie erwerbliche Abklärun
gen und liess den Versicherten
im Mai
und Juni
2012 von den Ärzten der
Z._
polydisziplinär untersuchen (vgl. Expertise vom 15. Oktober 2012
,
Urk. 8/63).
Nachdem si
e
am
19. Juni 2013 Kostengutsprache für eine
vom 5. bis 30. August 2013 dauernde
Poten
z
ialab
klärung
durch
die
A._
gewährt
hatte
(Urk.
8/70), teilte sie dem Versicherten am 4. Februar 2014 den Abschluss der beruflichen Eingliederung mit, da auf
grund einer massiven Instabilität kein Eingliederungspoten
z
ial für den ersten Arbeitsmarkt vorhanden sei (Urk. 8/81).
In Bestätigung ihres Vorbescheids vom 9. Mai 2014 (Urk. 8/86) verfügte sie daraufhin – unter Hinweis auf das Fehlen eines invalidenversicherungsrechtlich relevanten Gesundheitsschadens - am 28. August 2014 die Einstellung der Invalidenrente
per Ende September 2014 (Urk. 2).
1.2
Die SUVA, die im Zusammenhang mit einem vom Versicherten am 31. März 2003 erlittenen Unfall
(vgl. Urk. 8/11 S. 39)
Leistungen erbracht hatte, verfügte am 26. Juli 2005 – unter Hinweis darauf, dass die noch geklagten organisch
nicht objektivierbaren Beschwerden in keine
m
rechtsgenüglichen
Zusammen
hang
mehr zum Unfall
stünden – die Einstellung der Taggeld
- und
Heilbehand
lungsleistungen
per 16.
beziehungsweise
30. Juni 2003 (Urk. 8/27).
2.
Gegen d
ie Verfügung der IV-Stelle vom
28. August 2014 (Urk. 2) liess
X._
am 29. September 2014 mit folgenden Anträgen und Eventualan
trägen (nachfolgende Ziffern 3 und 4) Beschwerde erheben (Urk. 1 S. 2):
"1.
Die Verfügung vom 28.8.2014 sei aufzuheben und die
Beschwerdegegne
rin
zu verpflichten, dem Beschwerdeführer weit
erhin eine volle IV-Rente auszu
richten.
2.
Die Beschwerdegegnerin sei zur Zahlung einer Prozessentschädigung an den Beschwerdeführer zu verpflichten.
3.
Dem Beschwerdeführer seien berufliche Massnahmen
im Rahmen eines geschützten Arbeitsplatzes zu gewähren bzw. die Mitteilung vom 4.2.2014 der Beschwerdegegnerin sei als beschwerdefähige Verfügung zuzustellen.
4.
Es sei
eine neue medizinische Begutachtung zu veranlassen.
“
Die IV-Stelle schloss am
30. Oktober
2014 auf Abweisung der Beschwerde (
Be
schwerdeantwort
, Urk.
7), was dem Beschwerdeführer
am
3. November
2014 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk.
9
).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen ein
zugehen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ein
ander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen
Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von Art. 17
Abs.
1 ATSG dar (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.5
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkom
mensvergleichs
(bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Recht
sprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 134 V 131 E. 3 und 133 V 108 E. 5.4 mit Hinweis). Nach der bundesgerichtlichen Rechtspre
chung ist eine Verfügung verzichtbar, wenn bei einer von Amtes wegen durch
geführten Revision keine leistungsbeeinflussende Änderung der Verhältnisse festgestellt wurde (Art. 74
ter
lit
. f
der Verordnung über die Invalidenversiche
rung [
IVV
]
) und die bisherige Invalidenrente daher weiter ausgerichtet wird. Wird auf entsprechende Mitteilung hin keine Verfügung verlangt (Art. 74
quater
IVV), ist jene in Bezug auf den Vergleichszeitpunkt einer (ordentlichen) rechts
kräftigen Verfügung gleichzustellen (Urteile des Bundesgerichts 9C_771/2009 vom 10. September 2010 E. 2.2 und 9C_586/2010 vom 15. Oktober 2010 E. 2.2 mit Hin
weisen).
2.
2.1
Die IV-Stelle
begründete die
Renteneinstellung
– unter Hinweis insbesondere auf das Gutachten der
Z._
vom 15. Oktober 2012 (Urk. 8/63) und die Stellung
nahmen der Ärzte des Regionalärztlichen Dienstes (RAD) der IV vom 7. November 2012 (Urk. 8/84 S. 3 f.) sowie vom 2
5.
und 26. August 2014 (Urk. 8/94 S. 3) – damit, dass der Beschwerdeführer infolge einer wesentlichen Verbesserung seines Gesundheitszustands als Hauswart und auch in jeder an
deren Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt wieder zu 90 % arbeitsfähig
(90%ige Leistungsfähigkeit im Rahmen eines Vollzeitpensums) sei (Urk. 2 S. 2, Urk. 7).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt,
da sich sein Gesundheitszustand – entgegen dem aufgrund verschiedener Mängel nicht beweistauglichen Gutachten der
Z._
vom 15. Oktober 2012 (Urk. 8/63) – nicht wesentlich verbessert habe, die ursprüngliche
Rentenzusprache
nicht zweifellos unrichtig gewesen sei und eine Leistungseinstellung gestützt auf
die
Schlussbe
stimmung
a. der Änderung des IVG vom 18. März 2011
ausser Betracht falle, habe die IV-Stelle die Rente zu Unrecht eingestellt (Urk. 1 S.
3 ff.). Gelange man zu gegenteiligem Schluss, so seien ihm – entsprechend der Beurteilung sowohl der zuständigen Mitarbeiter der
A._
als auch der Experten der
Z._
- jeden
falls weitere berufliche Eingliederungsmassnahmen zu gewähren (Urk. 1 S. 10 f.).
3.
3.1
3.1.1
Betreffend den Gesundheitszustand im Zeitpunkt der am 26. August 2005
per 1. März 2004
verfügten
Rentenzusprache
(Urk. 8/28) geht aus den medizini
schen Akten Folgendes hervor:
Die Ärzte des
B._
, Departement für Innere Medizin, Medizi
nische Poliklinik, von welchen sich der Beschwerdeführer vom 28. November bis 10. Dezember 2003 ambulant
hatte
behandeln lassen, stellten in ihrem Bericht vom 27. Januar 2004 nachstehende Diagnosen (Urk. 8/10 S. 5):
Verdacht auf depressive Entwicklung
Hypomimie
, Affektlabilität
Angststörung mit Panikattacken
Differentialdiagnose: posttraumatische Anpassungsstörung
Lumbo
- und
zervikovertebrales
Schmerzsyndrom
nicht
dermatomspezifische
Schmerzausstrahlung ins gesamte linke Bein
intermittierende linksseitige Spannungskopfschmerzen
Verdacht auf
Schmerzchronifizierung
Nicht
dermatomspezifische
Hyp
-/Dysästhesie linker
Hemithorax
, linker Arm und linkes Bein
Differentialdiagnose: Verdacht auf funktionelle Genes
e
, Angststörung mit Panikattacken, posttraumatische Belastungsstörung (PTSD)
Weisskittelhypertonie mit Sinustachykardie
Blutdruckmessung über 24 Stunden unauffällig
Der Beschwerdeführer sei ihnen vom Hausarzt zur Beurteilung der Arbeitsfähig
keit aus internistischer Sicht zugewiesen worden. Er klage seit einem am 31. März 2003 erlittenen Schädelhirntrauma über diffuse Symptome, welche Schmerzen im Bereich der Hals-
(HWS)
und Lendenwirbelsäule
(LWS)
, Span
nungskopfschmerzen und intermittierende Gefühlsstörungen der gesamten lin
ken Körperhälfte umfassten.
Zudem träten episodenartig
Palpitationen
,
eine
Ta
chykardie,
ein
Zittern der Beine und Hände sowie intermittierend ein
zentraler
Thoraxschmerz
auf. Betreffend
die neurologisch anmutenden Symptome habe schon das am 2. Juni 2003 in der neurologischen Klinik durchgeführte CT des Schädels und der
HWS
keine auffälligen Befunde ergeben.
Im Rahmen der kli
nischen Untersuchung hätten erneut keine neurologischen Ausfälle verifiziert werden können; die Grenze der angegebenen linksseitigen
Hypästhesien
sei stark variabel und neurologisch nicht erklärbar gewesen. Im Bereich des
zer
viko
- und
lumbospondylogenen
Schmerzsyndroms hätten keine Hinweise für
radikuläre
Ausfälle bestanden. Die Schmerzausstrahlung sei nicht
dermatomspe
zifisch
gewesen und
habe sich
-
auch mit Provokationstests
-
nicht auslös
en lassen
. Überdies
habe eine allseits intakte sensomotorische Situation
bestanden, und die Beweglichkeit der HWS und der LWS sei unauffällig gewesen. Diverse
Waddell
-Zeichen seien positiv vorhanden gewesen (S. 6 f.). Die
kardiopul
mo
nale
Symptomatik (
Palpitationen
, Tachykardie, rasch vertiefte Atmung) sei – bei normalem EKG, normalem
konventionelle
m
Thoraxbild
und suggestiver Anam
nese – am ehesten als Folge einer Angststörung mit Panikattacken zu interpre
tieren. Dafür spreche auch das Auftreten ähnlicher Symptome beim Versuch, die Arbeit wieder aufzunehmen, während der allgemein-internistischen Untersu
chung und vor dem Belastungs-EK
G, welches sich wegen dieser Symptomatik nicht habe durchführen lassen. Zudem scheine sich aufgrund des langwierigen Verlaufs ein depressives Zustandsbild zu entwickeln. Aus internistischer Sicht sei der Beschwerdeführer zu 100 % arbeitsfähig; es sei indes eine psychiatrische Abklärung indiziert (S. 7).
3
.1.2
Dr. med.
C._
, Facharzt FMH für Innere Medizin, stellte am 9. März 2004 fol
gende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/10 S. 1):
Depressive Entwicklung, bestehend seit 1995
Lumb
ales
und
zervikovertebrales
Schmerzsyndrom, bestehend seit 1995
Panikattacken mit Angstzuständen, bestehend seit 2003
Migräne-äquivalente Beschwerden, bestehend seit 1995
Chronische Obstipation bei Status nach
Cholezystektomie
, bestehend seit 2002
In der angestammten Tätigkeit bestehe seit 31. März 2003 eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit (S. 1). Der Beschwerdeführer
, der in diversen physischen so
wie allen relevanten psychischen Funktionen eingeschränkt und derzeit nicht vermittlungsfähig sei,
klage über Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit und
Panikatta
cken
(S. 2 f.).
Es scheine sinnvoll, eine psychiatrische Beurteilung einzuholen (S. 2).
3.1.3
Die Ärzte des
B._
,
Dep
artement
für Innere Medizin
,
Medizi
nische Polik
l
inik
, stellten am 27. April 2004 folgende
Diagnose
n (Urk. 8/20 S. 9):
Chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom
Lumbalgie mit Ausstrahlung
in
l
inkes Bein
inter
m
ittie
r
ender Kraftverlust im linken Bein
nicht
dermatomspezifische
Dys
-/
Hypästhesi
en
im
linken Arm/
Bein
so
wie über
dem
gesamten Abdomen
St
atus nach
Sturz
1
995
Verdacht auf depressives Zus
tandsbild
Hypomimie
intermittierendes
Weinen ohne
äusseren
Grund
Verdacht auf Angs
t
a
ttacken
/Hypervent
i
lat
ion
I
ntermittierende linksseiti
ge
Hemikranie
nach Unfall
am
31.
März 2003
Differ
entialdiagnose:
Migräne
-
äquivalent, Spannungskop
f
schmerzen bei bekanntem HWS-Schmerzsyndrom
Weisski
ttel
hyper
t
onie mit
Sinus
t
achykardie
24
stündige Blutdruckmessung unauffällig
Der
Beschwerdeführer habe sich am 27. April 2004 - wie zuvor schon wieder
holt
(S.
9
)
-
mit akut
exa
z
erbie
rt
en
Rückenschmer
z
en auf der No
tf
allstation vor
gestellt. Überdies habe er über seit langem bestehende Potenzprobleme be
richtet.
Radikuläre
Ausfälle lägen keine vor, und die neurologische Untersu
chung habe auch keine Anhaltspunkte für eine
Cauda
-Symp
tomatik gegeben. Es seien eine C
T-Untersuchung der Hals- und Brustwirbelsäule sowie eine urolo
gische Abklärung zu empfehlen (S. 10).
3.1.4
Nachdem sie den Beschwerdeführer am 10. Dezember 2004
psychiatrisch
unter
sucht hatte, diagnostizierte Dr.
Y._
in ihrem Gutachten vom 20. Mai 2005 e
ine depressive Episode (ICD-10 F
32.10) mit somatischem Syndrom. Angesichts ver
schiedener auf ein Parkinson-Syndrom hindeutender Symptome seien noch weitere Abklärungen betreffend eine organische Ursache der Beschwerden indi
ziert (Urk. 8/20 S. 7). Der Beschwerdeführer sei seit 31. März 2003 in jeder Tä
tigkeit zu 100 % arbeitsunfähig (S. 8). Die Arbeitsfähigkeit lasse sich durch eine weitere Behandlung durchaus noch verbessern (S. 7).
3.2
3.2.1
Die Mitteilung der IV-Stelle vom 22. Dezember 2008 betreffend unveränderten Rentenanspruch (Urk. 8/48) basierte au
f folgenden
Akten:
Dr.
C._
stellte am 27. November 2008 folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(Urk. 8/45
S. 2
)
:
Lumbo
- und
zervikovertebrales
Syndrom, bestehend seit 1995
Arterielle
Hypertonie
,
entgleist, bestehend seit 1995
Angststörung mit Panikattacken, bestehend seit 1995
Depression, bestehend seit 1990
Der Gesundheitszustand verschlechtere sich zunehmend. Der Beschwerdeführer, der nicht mehr fahrtauglich sei, sei
in fast allen arbeitsrelevanten physischen und sämtlichen psychischen Funktionen eingeschränkt. Aufgrund der depressi
ven Störung
,
der Ängste sowie einer inneren Unsicherheit und wegen der 2003 erlittenen Hirnerschütterung sei das Konzentrationsvermögen eingeschränkt. Die Anpassungsfähigkeit sei aufgrund der verstörten Persönlichkeitsstruktur und die psychische Belastbarkeit infolge der Schmerzen eingeschränkt (S. 4 f.). Der Beschwerdeführer
, der als Hauswart seit 31. März 2003 zu 100 % arbeits
unfähig sei (S. 2),
unterziehe sich einer Physio- sowie einer Psycho- und Ge
sprächstherapie und nehme damit alle Behandlungsmöglichkeiten wahr (S. 6).
3.2.2
Auf entsprechende Nachfrage der IV-Stelle hin gab der Beschwerdeführer am 1. Dezember 2008 an, nicht in psychiatrischer Behandlung zu stehen (Urk. 8/46).
3.3
3.3.1
Die am 28. August 2014 verfügte Renteneinstellung
(Urk. 2)
beruht auf nachste
henden ärztlichen Beurteilungen:
In seinem Bericht vom 15. März 2012 stellte Dr.
C._
fol
g
ende Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(Urk. 8/55 S. 1):
Migräne-äquivalente Beschwerden, bestehend seit 1995
LWS-Syndrom, bestehend seit 1995
Zervikovertebrales
Syndrom, bestehend seit 1995
Panikattacken mit Angststörung, bestehend seit 2003
Chronische Obstipation, bestehend seit 2002
Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten folgende Diagnosen:
Depressive Entwicklung, bestehend seit 1995
K
oronare
H
erzkrankheit (KHK)
mit grenzwertiger
Ergometrie
, bestehend seit 2010
Refluxoesophagitis
, bestehend seit 2011
Es erfolge
eine ambulante psychiatrische Behandlung in
D._
und eine medi
kamentöse Therapie. In der angestammten Tätigkeit als Hauswart sei der Be
schwerdeführer – wegen Panikattacken, einer Angststörung, einem HWS-LWS-Syndrom sowie einer Migräne – seit 31. März 2003 zu 100 % arbeitsunfähig (S. 2).
Die Einschränkung des Leistungsvermögens lasse sich mittels medizini
scher Massnahmen nicht vermindern. Auch in einer behinderungsangepassten Tätigkeit bestehe eine gänzliche Arbeitsunfähigkeit (S. 3
und S. 5
).
3.3.2
Gestützt auf die Ergebnisse ihrer vom 2
1.
bis 23. Mai
und am 29. Juni 2012
durchgeführten
polydisziplinären
Untersuchung stellten die Ärzte der
Z._
in ihrem Gutachten vom
15. Oktober 201
2
folgende Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/63 S. 23):
Chronischer Spannungskopfschmerz, ICD-10 G44.2
Keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit resultiere aus nachstehenden Diagno
sen:
Chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom, ICD-10 M54.5
aktuell klinisch ohne Hinweis für ein
radikuläres
sensomotorisches Ausfallsyndrom
ansatztendinotische
Beschwerden am medialen Beckenkamm beidseits
Verdacht auf essentiellen Tremor, ICD-10 G25.0
m
it
möglicher psychogener Komponente
Status nach MTBI und HWS-Distorsionstrauma am 31. März 2003, ICD-10
S06.0, S13.4
Muskuläre
Dysbalance
am Schultergürtel beidseits (
Trapezius
)
Hinweise auf sogenanntes vermehrtes Schmerzgebaren und funktionelle Beweg
ungseinschränkungen, nicht einem
rheumatologischen Krank
heitsbild entsprechend
Beginnender
Hallux
valgus
beidseits und klinisch Verdacht auf begin
nende Grosszehengrundgelenksarthrose beidseits
Low-dose-Benzodiazepin-Abhängigkeit, ICD-10 F13.8
Ausschluss einer strukturellen Herzerkrankung
MPS vom 7. Juni 2012:
szintigraphisch
keine Hinweise auf eine Narbe oder Ischämie
TTE vom 29. Juni 2012: normal dimensionierter linker Ventrikel, LVEF 75 %, Relaxationsstörung, keine relevanten
Vitien
, gute RV-Funktion, keine Hinweise für pulmonale Hypertonie
cvRF
: Status nach Nikotinkonsum (Stopp vor zehn Jahren)
I
n der angestammten und auch jeder anderen
leidens
angepassten Tätigkeit be
stehe eine 90%ige Arbeitsfähigkeit (10%ige Reduktion des Leistungsvermögens
im Rahmen eines Vollzeitpensums
aufgrund des durch die chronische Span
nungskopfsch
m
erz-Symptomatik bedingten erhöhten Pausenbedarfs)
. Seit der
Rentenzusprache
sei die psychische Störung vollständig remittiert. Wann genau diese Besserung eingetreten sei, lasse sich mangels entsprechender Berichte nicht genau sagen (S. 27)
.
Der Explorand sei seit neun Jahren nicht mehr er
werbstätig, weshalb von einer diesbezüglichen
Dekonditionierung
auszugehen sei. An sich könne er auch die angestammte Tätigkeit als Hauswart wieder auf
nehmen. Allenfalls brauche er indes die Unterstützung der IV, um im Berufsle
ben wieder Fuss fassen zu können (S. 28).
3.3.3
In ihrer Stellungnahme vom 7. November 2012 (Urk. 8/82 S. 2) gelangte die RAD-Ärztin med.
pract
.
E._
zum Schluss, dass gestützt auf das Gutachten der
Z._
vom 15. Oktober 2012 (Urk. 8/63) ab Juli 2012
sowohl in Bezug auf die
angestammte
als auch betreffend eine
Verweistätigkeit von einer 90%iger Arbeitsfähigkeit bei einer Präsenzzeit von 100 % auszugehen sei.
3.3.4
Dr. med.
F._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, stellte am 4. Juli 2013 nachstehende Diagnosen (Urk. 8/92 S. 1):
Panikstörung, ICD-10 F41.1
Rezidivierende depressive Störung, ICD-10 F33
Seit einem Jahr erfolgten eine Psychotherapie sowie eine medikamentöse Behand
lung mit Antidepressiva. Der Beschwerdeführer leide
seit Jahren
an einer -
sich durch extreme Angstanfälle manifestier
enden – Panikstörung,
welche
er
als eine Bedrohung seiner Gesundheit erleb
e
. Zittern, Schweissausbrüche,
Taub
heitsgefühle
, Übelkeit und gastrointestinale Besc
hwerden, Schwindel, Angst vor Kontrollverlust,
Engegefü
hl
e
in der Brust, Herzrasen und Schmerzen präg
t
en das Zustandsbild und
seinen
Alltag
. Zu erwähnen seien
auch depressive Symp
tome
in Form
soziale
r
Isolierung, Antriebslosigkeit, Kraftlosigkeit, bedrückte
r
Stimmung
sowie
verminderte
r
Konzentration und Aufmerksamkeit,
deretwegen
der
Beschwerdeführer in seiner
Leistungsfähigkeit eingeschränkt
sei. Trotz jah
relanger Behandlung mit Benzodiazepinen
sei diese Symptomatik bis anhin nicht abgeklungen.
Der Beschwerdeführer sei aufgrund
seiner Erkrankung
in seinen
Alltagsaktivitä
ten
recht beeinträchtigt.
So fahre er seit 2003 n
icht mehr
Auto
, da seine Beine zitter
ten
und weil er Angst ha
be,
während
der
Fahrt
zu
sterben.
Wegen plötzlich auftretenden Schwindels und Übelkeit
könne
er
auch
nicht
mehr
fliegen.
Vor
fünfzehn
Jahre habe er nur einmal fliegen müssen, er sei damals
nach eigenen
Angaben
fast ge
storben und würde das nie mehr machen.
Er fahre nur mit an
deren
Menschen im Bus zusammen, die ih
m beim Sterben helfen könn
t
en
;
der Bus könne ihn i
m
Notfall fahren.
Einer
CT
-
Untersuchung
könne er sich wegen Erstickungsängsten nicht unterziehen. Aus Angst, an Herzversagen zu sterben, habe er auch keinen Geschlechtsverkehr mehr mit seiner Frau
.
Er
fürchte sich,
allein
e
zu Hause zu sein, da er sterben könnte
; er laufe
deswegen täglich
dem Fluss an seinem Wohnort entlang.
Er
trage zu
Hause
Schuhe, damit er
schnell
nach draussen
laufen k
önne
, wenn er Panik bekomm
e.
Zu viele Menschen in der Stadt mach
t
en i
hm auch Angst.
3.3.5
Dr.
C._
gab am 19. März 2014 an,
der
Beschwerdeführer, der
regelmässig zur Behandlung erscheine, weise
einen gegenüber der letzten Berichterstattung im März 2012 unveränderten
Gesamtbefund auf. Ein im Hinblick auf eine berufli
che Eingliederung im Mai 2013 unternommener Arbeitsversuch sei gescheitert, weil kein Eingliederungspotenzial vorhanden gewesen sei. Der Verlauf sei stati
onär (Urk. 8/83 S. 1).
3.3.6
Nach Kenntnisnahme des Berichts von Dr.
F._
vom 4. Juli 2013 (Urk. 8/92) hielt die RAD-Ärztin med.
pract
.
E._
am 25. August 2014 fest,
die Einschätzung der erstgenannten Ärztin gebe keinen Anlass, von der Beur
teilung der Gutachter der
Z._
abzuweichen (Urk. 8/94 S. 3).
3.3.7
In seiner gestützt auf die Akten verfassten Stellungnahme vom 26. August 2014 (Urk. 8/94 S. 3) gelangte der RAD-Arzt
dipl.
med.
G._
, Facharzt für Neuro
logie, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, zertifizierter medizinischer G
utachter SIM, Vertrauensarzt SGV
, zum Schluss, im Bericht von Dr.
F._
vom 4. Juli 2013 (Urk. 8/92) seien
keine
medizinischen Tatsachen dokumentiert, die nicht bereits im Zeitpunkt der Begutachtung durch die Ärzte der
Z._
be
standen hätten
. Die gescheiterte Eingliederung sei auch vor dem Hintergrund IV-fremder Faktoren zu sehen (schlechte Deutschkenntnisse und dadurch ge
störte Kommunikation, mangelnde Eigeninitiative und Selbständigkeit
sowie niedriges Bildungsniveau). Die Klagen während der Eingliederung hätten zudem überwiegend körperliche Beschwerden zum Inhalt gehabt; diesbezüglich sei an
gesichts des Ergebnisses der Begutachtung von einer
aggravatorischen
Tendenz auszugehen.
4.
4.1
Die ursprüngliche
Rentenzusprache
erfolgte – ausschliesslich – aufgrund einer psychischen Gesundheitsstörung
(vgl. Urk. 8/24)
. Da
d
ie IV-Stelle im Rahmen des ersten Revisionsverfahr
ens im Jahr 2008 lediglich den
Bericht des Internis
ten Dr.
C._
vom 27. November 2008 (Urk. 8/45)
einholte
und keine psychiat
rische
n
Abklärungen traf, ist zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung die
Rentenv
erfügung vom
26. August 2005 (Urk. 8/28)
und nicht die Mitteilung vom 22. Dezember 2008
betreffend unver
änderten Rentenanspruch
(Urk. 8/48).
4.2
Die Ärzte der
Z._
, auf deren Gutachten vom 15. Oktober 2012 (Urk. 8/63) die
am 28. August 2014 verfügte
Rentenaufhebung
(Urk. 2)
im Wesentlichen be
ruht, nahmen -
gestützt einerseits auf die Ergebnisse
ihrer fundierten psychiat
rischen (Urk. 8/63 S.
15 ff. und S. 34 ff.
), neurologischen (Urk. 8/63 S.
19 ff. und S. 49 ff.
), internistischen (Urk. 8/63 S.
14 f.
)
,
rheumatologischen (Urk. 8/63 S.
17 ff. und S. 42 ff.
)
und kardiologischen (Urk. 8/63 S. 22 und S. 58 ff.)
Un
tersuchung und andererseits auf die medizinischen
Vorakten
(Urk. 8/63 S.
3 ff.
)
sowie
unter Berücksichtigung der vom Beschwerdeführer geklagten Beschwer
den
(Urk. 8/63 S. 11 f.)
-
umfassend Stellung zu den festgestellten gesundheitli
chen Beeinträchtigungen und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
(Urk. 8/63 S.
23 ff.
;
zu
m
Beweiswert
eines Gutachtens
vgl. BGE 125 V 352 E.
3a, 122 V 160 E.
1c).
Dabei
konnten sie eine strukturelle Herzerkrankung, wie sie der Internist Dr.
C._
an
nahm
(Urk. 8/55 S. 1), gestützt auf die Resultate ihrer entsprechenden umfassenden Untersuchungen zuverlässig ausschliessen (Urk. 8/63 S. 22 und S. 58 ff.). Dass sie sodann
zum Schluss
gelangten
, dass die Beeinträchtigung im Bereich der Wirbelsäule das Leistungsvermögen nicht we
sentlich beeinflusse
, ist
angesichts
der erhobenen Befunde und der
Tatsache, dass keine Anhaltspunkte für eine Verschlechterung der entsprechenden
– schon im Zeitpunkt der
Rentenzusprache
bestandenen und schon damals keine Arbeitsunfähigkeit zeitigenden
(Urk. 8/10 S. 5 ff., Urk. 8/24 S. 2)
– Symptoma
tik vorhanden s
ind, ebenfalls ohne Weiteres nachvollziehbar
.
Den chronischen Spannungskopfschmerzen trugen die Experten der
Z._
in ihrer
Arbeitsfähig
keitsbeurteilung
mit
dem
von ihnen
bescheinigten und mit einer 10%igen
Leis
tungseinbusse
(bei vollzeitlich zumutbarer Tätigkeit)
gleichgesetzten erhöhten Pausenbedarf
(Urk. 8/63 S. 27) angemessen Rechnung.
Was den psychischen Gesundheitszustand anbelangt,
ist
gest
ützt auf das Gutach
ten der
Z._
davon auszugehen, dass
die Symptome, aufgrund deren die zwischen November 2003 und April 2004 behandelnden Ärzte des
B._
, Departement für Innere Medizin, Medizinische Poliklinik, wiederholt
den
Verdacht auf eine – von der Gutachter
i
n Dr.
Y._
daraufhin am
20. Mai 2005
bestätigte (Urk. 8/
20
) – depressive Störung geäussert hatten (Urk. 8/10 S. 5 ff., Urk. 8/20 S. 9 f.), im Zeitpunkt der
Rentenaufhebung
nicht mehr vorhanden
waren
. So
legten die
Experten
der
Z._
schlüssig
dar, dass
die
fragliche
S
ymptomatik
zwischenze
itlich gänzlich abgeklungen und kein ander
weitiger erheblicher psychischer Gesundheitsschaden feststellbar sei
. Dies ver
mag angesichts der erhobenen Befunde
(Urk. 8/63 S. 38 f.)
, des vom Beschwer
deführer geschilderten Tagesablaufs (Urk. 8/63
S. 11 und
S. 3
7
)
,
seines Verhal
tens anlässlich der
– unter
Beizug
eines Dolmetschers durchgeführten (Urk. 8/63 S. 38) –
Exploration
und der Tatsache, dass er sich in den gut sechseinhalb Jahren zwischen der
Rentenzusprache
und der Begutachtung durch die Ärzte der
Z._
(abgesehen von der
von ihm angegebenen
dreimaligen Konsultation einer Psychiaterin, deren Name ihm nicht mehr erinnerlich ist) nie einer
(regel
mässigen)
psychiatrischen Behandlung unterzog (Urk. 8/63 S. 38; vgl. auch Urk.
8/46)
,
durchaus zu überzeugen.
Zudem war schon Dr.
Y._
in ihrem Gut
achten vom 20. Mai 2005 davon ausgegangen, dass sich das Beschwerdebild und damit auch die Arbeitsfähigkeit noch erheblich verbessern könnten (Urk. 8/20 S. 7)
, was an sich schon aufgrund der Natur der damals von ihr fest
gestellten Störung (depressive Episode mit somatischem Syndrom) zu erwarten war
.
Der Beschwerdeführer betrachtete sich denn auch selbst (ausschliesslich)
noch
aus physischen und nicht aus psychischen Gründen für arbeitsunfähig (Urk. 8/63 S. 36).
Hinsichtlich der von ihm geschilderten körperlichen Defizite, die sich im Rahmen der einschlägigen Untersuchungen (zumindest i
m
angege
benen Ausmass) keinem objektivierbaren organischen Substrat zuordnen lies
sen, ergab der vom begutachtenden Psychiater der
Z._
durchgeführte Rey-Memory-Test (RMT) indes Anhaltspunkte für eine Aggravation
(wie sie die Ex
perten schon aufgrund der Diskrepanz in den Angaben und im Verhalten des Beschwerdeführers vermutet hatten)
beziehungsweise
eine
Simulation (Urk. 8/63 S. 39).
Der Bericht der Psychiaterin Dr.
F._
vom 4. Juli 2013
(Urk. 8/92)
, a
uf
den
sich der Beschwerdeführer beruft
(Urk.
1 S.
8)
, vermag die Schlussfolgerun
gen de
r Gutachter der
Z._
nicht in Zweifel zu ziehen.
So begründete die ge
nannte Ärztin, bei der sich der Beschwerdeführer erst Mitte 2012, mithin zu ei
nem Zeitpunkt, als er bereits Kenntnis vom
(für ihn ungünstigen)
Ergebnis der Begutachtung der
Z._
hatte, in Behandlung begab, nicht mit eigentlichen Un
tersuchungsbefunden, sondern mit den vom Beschwerdeführer geschilderten Beschwerden.
Die von diesem
angegebenen und
bis
in
die Zeit vor dem 31. März 2003, als er noch v
oll arbeitsfähig war, zurückreichend
en
massiven Ängste
stehen indes in klarem Widerspruch zum
von ihm beschriebenen All
tagsleben
(vgl. Urk. 8/63
S. 11 und
S.
37).
Zudem hielt
Dr.
F._
lediglich fest, dass
d
er
Beschwerdeführer
in seiner Leistungsfähigkeit
eing
eschränkt sei, ohne sich dazu zu äussern, ob und gegebenenfalls inwieweit dies eine Ein
schränkung der
Arbeitsfähigkeit
in der angestammten und/oder e
iner Ver
weistätigkeit be
wirke
.
Auch die
Bericht
e
des Hausarztes Dr.
C._
vom
27. November 2008 (Urk. 8/48) und vom
19. März 2014
(Urk. 8/83) lassen nicht auf eine
noch
im Zeitpunkt der Renteneinstell
ung per Ende September 2014
anhaltende psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit schliessen.
So fällt die Beurteilung des psychischen Gesund
heitszustandes gar nicht in sein
Fachgebiet als Internist, und
der einzige von
ih
m
im Laufe der Zeit erhobene einschlägige Befund eines depressiven Ge
sichtsausdrucks (Urk. 8/45 S. 3) legt noch keine Leistungseinbusse psychischer Natur nahe.
Zudem führte er die depressive Entwicklung am 15. März 2012 un
ter den Diagnosen
ohne
Auswi
r
kung auf die Arbeitsfähigkeit auf, begründete die weiterhin attestierte gänzliche Arbeitsfähigkeit aber – in
sich widersprüch
lich
– gleichzeitig (vordergründig) mit psychischen Beschwerden (Urk. 8/55 S. 1 f.).
Auf die Beurteilungen von Dr.
C._
, der im Verwaltungsverfahren temporär auch als Vertreter des Beschwerdeführers fungierte
(Urk. 8/44, Urk. 8/54)
, kann zudem schon deshalb nicht abgestellt werden, weil er der
IV-Stelle gegenüber
am 27. November 2008
angab,
der Beschwerdeführer unter
ziehe sich einer
Psychotherapie (Urk. 8/45 S. 6), was tatsächlich bis Mitte 2012 nicht der Fall war
(vgl. Urk.
8/46, Urk. 8/63 S. 38, Urk. 8/92 S. 1).
Dr.
C._
ging im Übrigen
, obwohl die fachärztlichen Abklärungen seit 2004 überein
stimmend das Fehlen eines
die geklagten physischen Beschwerden erklärenden
objektivierbaren strukturellen Schadens er
g
aben, stets davon aus, dass der Be
schwerdeführer (auch) aus somatischen Gründen
(
und dabei sogar
aufgrund der seit 2002 bestehenden Obstipation [vgl. Urk. 8/55 S. 1])
erheblich in seiner Ar
beitsfähigkeit
eingeschränkt sei. Insgesamt zeugen seine
Feststellungen von ei
nem aus
seiner
auftragsrechtlichen Vertrauensstellung fliessenden persönlichen Engagement, das
in Nachachtung der höchstricht
er
lichen Rechtsprechung (BGE 125 V 353 E. 3b/cc)
–
per se
ein
e zurückhaltende Würdigung seiner
Be
richte gebietet.
Dass der Beschwerdeführer
, der sich aktenkundig für gänzlich arbeitsunfähig hält (vgl. etwa Urk. 8/82 S. 4 und S. 5),
schliesslich im Rahmen der
im August 2013 von
A._
durchgeführten
Potenzialerhebung
eine Leistungsfähigkeit zeigte, aufgrund deren die zuständigen Mitarbeitern der fraglichen Stiftung von keiner auf dem ersten Arbeitsmarkt verwertbaren Arbeitsfähigkeit ausgingen (Urk. 8/78 S. 4), ist insofern unerheblich, als sich die demonstrierten
Leistungs
defizite
nach dem Gesagten nicht mit gesundheitlich bedingten Einschränkun
gen des funktionellen Leistungsvermögens erklären lassen.
Da es nach dem Gesagten keinen Anlass gibt, die fundiert begründete Ein
schät
zung der Gutachter der
Z._
(Urk. 8/63) in Frage zu stellen, erübrigen sich wei
tere medizinische Abklärungen (Urk. 1 S. 2; antizipierte Beweiswürdigung, vgl. BGE 122 V 162).
4.3
Rechtsprechungsgemäss ist eine
medizinisch attestierte Verbesserung der Arbeits
fähigkeit
i
m Regelfall grundsätzlich auf dem Weg der
Selbsteingliede
rung
verwertbar, sodass daraus unmittelbar auf eine Verbesserung der Er
werbsfähigkeit geschlossen und damit ein entsprechender Einkommensvergleich vorgenommen werden kann. Nach langjährigem Rentenbezug können aus
nahmsweise Erfordernisse des Arbeitsmarktes der Anrechnung einer medizinisch vorhandenen Leistungsfähigkeit und medizinisch möglichen
Leistungsentfal
tung
entgegenstehen, wenn aus den Akten einwandfrei hervorgeht, dass die Verwertung eines bestimmten Leistungspotenzials ohne vorgängige Durchfüh
rung befähigender Massnahmen allein vermittels Eigenanstrengung der versi
cherten Person nicht möglich ist. Im Sinne eines rechtslogisch gebotenen Schrittes muss sich die Verwaltung daher vor der Herabsetzung oder Aufhebung einer Invalidenrente vergewissern, ob sich ein medizinisch-theoretisch wieder
gewonnenes Leistungsvermögen ohne Weiteres in einem entsprechend tieferen Invaliditätsgrad niederschlägt oder ob dafür eine erwerbsbezogene Abklärung und/oder die Durchführung von Eingliederungsmassnahmen im Rechtssinne vorausgesetzt ist
(vgl. Urteil des Bundesgerichts
9C_3/2015
vom 20. Mai 2015 E. 4.2 mit Hinweisen).
Die Voraussetzungen einer ausnahmsweisen Notwendigkeit befähigender berufli
cher Massnahmen (Vollendung des 55.
Altersjahres oder
Rentenbezugs
dauer
von mindestens 15 Jahren (
vgl.
Urteil des Bundesgerichts
9C_3/2015
vom 20. Mai 2015 E. 4.3 mit Hinweis
) sind
beim über 55
jährigen Beschwerdeführer
erfüllt.
Die IV-Stelle anerkannte d
en
grundsätzlichen Anspruch auf Unterstüt
zung bei der Eingliederung
denn
auch
und veranlasst
e
die Potenzialabklär
ung durch
die
A._
(Urk. 8/78, Urk. 8/82). Dass in der Folge keine weiteren
In
tegrationsmassnahmen
durchgeführt wurden, ist dem Verhalten des Beschwer
deführers, der sein aus medizinischer Sicht bestehendes Leistungsvermögen – wie schon dargelegt - bei weitem nicht ausschöpfte und weitere einschlägige Bemühungen der IV-Stelle daher von vornherein aussichtlos erscheinen liess, zuzuschreiben.
Der
Abschluss der beruflichen Massnahmen wurde
nicht
etwa
einseitig durch die Beschwerdegegnerin, sondern
vielmehr
im Einvernehmen mit dem
Beschwerdeführer
beschlossen (vgl. Urk. 8/82 S. 7, Urk. 8/81); gegen die entsprechende Mitteilung der IV-Stelle vom 4.
Februar 2014 (Urk. 8/81)
op
ponierte d
ies
er
in der Folge nicht.
In Anbetracht der geschilderten Gegebenhei
ten hat die IV-Stelle ihrer Pflicht zur Durchführung von Eingliederungsmass
nahmen durchaus
G
enüge getan (Urk. 1 S. 11
, vgl. auch Urteil des Bundesge
richts
).
4.4
Die IV-Stelle ging demnach zu Recht davon aus, dass der Beschwerdeführer infolge einer zwischen der Rentenverfügung vom 26. August 2005 (Urk. 8/28) und der Begutachtung durch die Ärzte der
Z._
im Frühjahr 2012 (Urk. 88/63) eingetretenen erheblichen Verbesserung seines Gesundheitszustands sowohl in der angestammten als auch in einer anderen Tätigkeit – bei einer Präsenzzeit von 100 % - lediglich noch zu 10 % arbeitsunfähig sei (Urk. 2) und damit einen rentenausschliessenden Invaliditätsgrad in nämlicher Höhe aufweise. Anhalts
punkte für eine seit der Exploration durch die Ärzte der
Z._
eingetretene ge
sundheitliche Verschlechterung gibt es keine.
4.5
Da die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) ausschliesslich über den weiteren Rentenanspruch befunden hat, ist betreffend die vom Beschwer
deführer eventualiter beantragte
Zusprache
beruflicher Massnahmen
(Urk. 1 S. 2)
mangels Anfechtungsobjekts nicht auf die Beschwerde einzutreten
(BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a)
.
Es bleibt dem Beschwerdeführer indes un
benommen,
die Beschwerdeführerin
bei entsprechender Motivation um berufli
che Massnahmen zu ersuchen
.
5.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten vor dem kantonalen Versicherungsgericht um die Bewilligung oder die Verweige
rung von IV-Leistungen abweichend von Art. 61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind die Gerichtskosten in Höhe von Fr. 800.-- dem Be
schwerdeführer aufzuerlegen.