Decision ID: 57f28b29-ac3d-424b-995c-5c1ca15b2041
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1958,
ist ausgebildeter Elektromonteur und
war
von 1981
bis zu seiner Kündigung per Ende 2012 als
Abteilungs
leiter bei der
Firma Y._
angestellt
(Urk.
6/11/5-6
, Urk. 6/59/6
, Urk. 6/32/23
).
1.2
Am 18. Februar 2001 hatte
der Versicherte
bei einem Skiunfall eine Fraktur am ersten
Len
denwirbelkörpe
r
(LWK1
) erlitten, woraufhin
eine
Spondylodese
mit
einer
Spanentnahme am linken
Be
ckenkamm
vorgenommen wurde
(Urk.
6/5/261, Urk. 6/5/281
). Die Schweize
rische Unfal
lversicherungs
anstalt (Suva)
erbrachte die ge
setzlichen Leistungen.
Mit V
er
fügung vom 3. Februar 2003
richtete sie dem Versicherten
eine In
validenrent
e aufgrund einer
Erwerbs
einbusse
von 10 % ab 1. Juli 2002 und eine Integritätsent
schä
digung aufgrund einer Integritätseinbusse von 7,5 % aus (Urk.
6/5/215-217
).
Für die Folgen einer i
m Verlauf festgestellten Diskus
hernie L4/L5 bei
Osteochondrosen
L4/L5 und L5/S1 (Urk.
6/5/213
)
, welche im Dezem
ber 2004 operiert wurde (Urk. 6/32/22),
lehnte die Suva mit Ver
fügung vom 1. Februar 2005 (Urk.
6/5/202-203
), bestä
tigt mit Ein
spra
cheentscheid vom 20. April 2005 (Urk.
6/5/163-168
),
Leistungen
mangels Kau
sal
zu
sam
menhang
s
zum Unfall vom 18. Februar 2001 ab.
Bei einem Unfall a
m 29. Juni 2005, bei dem
der Versicherte
als Lenker eines Motorrades mit einem vor ihm abbiegenden Lastwagen kollidierte (
Urk. 6/5/116,
Urk.
6/5/136
)
, erlitt
er
ein Thorax
trauma bei/mit
Hämatopneumothorax
rechts, Hämatom des vorderen
Mediastinums
, Rippenserienfrakturen zwei bis sechs rechts und einer Fraktur des
Manubriums
sterni
sowie die Diagnosen einer dis
talen, nach dorsal dislo
zierten Radiusfraktur links und einer Com
motio Cerebri.
Während der stationären Behandlung im Spital
Z._
wurde
er
am lin
ken Handgelenk operiert
und
mit einer liegenden
Bülau
-Drainage rechts tho
rakal versorgt (Austrittsbericht vom 7. Juli 2005, Urk.
6/5/127-128,
Operations
bericht
vom
1. Juli 2005
, Urk.
6/5/95-96
).
Am
2
9.
Mai
2006 wurde
ausserdem
eine Arthroskopie am linken Handgelenk mit
einem
uln
o
ka
rpalen
Shaving
und einer
Gelenkdener
vation
vor
genommen sowie
zwei
subkutane Hauttumor
e
am
Unter
arm und Ellbogen
links
entfernt
(Urk.
6/5/55-56
).
Die
Suva über
nahm
die gesetzlichen Leistungen für
die Folgen des Un
falls vom 29. Juni 2005
und
f
ür die
ab Mitte Sep
tember 2006 verstärkt aufge
tretenen Be
schwerden am linken Beckenkamm
als Folge
n
des Unfalls vom 18. Februar 200
1.
Mit Verfü
gung vom 6. Januar 2009 stellte
die
Suva ihre Leistungen in Bezug auf die Fol
gen des Thorax
traumas und betreffend die
Nacken-,
Schulter- und K
opfbeschwer
den per 31. Januar 2009 ein
.
Betreffend die
Handgelenksbeschwerden links
nahm sie die erneute Behandlung ab September 2008 als Rückfall entgegen
(Urk.
6
/26/1-2
).
In Bezug auf den Un
fall vom 18. Februar 2001 verfügte die Suva ebenfalls am 6. Januar 2009, dass die mit Verfügung vom 3. Februar 2003 zuge
sprochene 10%ige Invaliden
rente nicht erhöht und die Vergütung für Heilbe
handlung ab 1. F
ebruar 2009 auf Kosten für Arzt
besuche, Medika
mente und Physio
therapie beschränkt werde
sowie
eine Kostenbeteiligung für das
Fitness
abon
nement
von Fr. 300.-- pro Jahr übernommen werde (Urk.
6/26/25-27
). Mit Ein
sprache
ent
scheid vom 15. März 2010
(Urk. 6/34/2-9) bestätigte
die Suva
die beiden Verfü
gungen vom 6. Januar 200
9.
Die dagegen
erhobenen Beschwerden wurden mit Urteil
des hiesigen Gerichts
vom 16.
Dezember 2011 im Verfahren Nr.
UV.2010.00126, vereinigt mit UV.2010.00171,
gutgeheissen
und
festgestellt, dass
die Suva
für die Folgen des Unfalls vom 29. Juni 2005 betreffend
die Nacken-, Schulter- und Kopf
beschwerden rechts mit neuropsychologisch
en De
fiziten und vegetativen Begleiter
scheinungen auch nach dem 31. Januar 2009 grundsätzlich leistungspflichtig
sei
. In Bezug auf den Unfall vom 18. Februar 2001
wurden
die Beschwerde
ausserdem
in dem Sinne gutge
heissen, dass die Sache an die
Suva
zurückgewiesen
wurde
, damit diese, nach erfolgter Ab
klä
rung im Sinne der Erwägungen über den Leistungsanspruch des
Versicherten a
uf Heilbehandlung nach Art. 21 UVG ab 1. Februar 2009 neu verfüge.
1.3
Am
9. Januar 2007
hatte sich der Versicherte bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle (nachfolgend: IV-Stelle), zum Leistungsbezug angemeldet (Urk.
6/
3
).
Die IV-Stelle klärte die medizinischen und er
werb
lichen Verhältnisse ab und holte unter anderem
die Akten der Unfallver
siche
rung sowie das Gutachten des
Institutes A._
vom
11. Au
gust 2009
(Urk. 10/3
2
) ein. Nach Durchführung des
Vorbescheidverfahrens
(Vor
bescheid vom
1
. April 20
10
, Urk.
6/38
)
sprach
die IV-Stelle
dem Ver
sicher
ten
mit Verfügung vom 5. Oktober 2010 eine halbe Rente ab dem 1. Juni 2006 befristet bis zum 30. September 2009 be
i einem Invaliditätsgrad von 50
% zu (Urk. 6/47).
Dieser Entscheid erwuchs unange
foch
ten in Rechts
kraft.
1.4
Mit Schreiben vom
1
1
.
September
2012
(Urk. 6/50, Urk. 6/52)
meldete sich der Versich
erte unter Beilage von verschiedenen Arbeitsunfähigkeitszeugnissen von
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Allgemeine Medizin (Urk. 6/51),
er
neut bei der IV-Stelle zum Rentenbezug an
. Am 2. November
2012 reichte der Ver
si
cherte
zudem
den Bericht des
Chiropraktors
Dr.
C._
vom 2. November 2012 (Urk. 6/58
), von Dr.
B._
vom 10. Oktober 2012 (Urk. 6/59/2-4
) und d
er Neuropsychologin Dr. D._
vom 28. September 2012 (Urk.
6/59/5-9
)
zu den IV-Akten
.
Die
IV-Stelle
kün
digte mit Vorbescheid vom
16. November 2012
an, auf das Leistungsbegehren nicht einzutreten (Urk.
6/62
). Dagegen erhob der Versicherte mit Schreiben vom
13. Dezember
2012 Einwände (Urk.
6/64
) und stellte der IV-Stelle in der Folge die Berichte von
Dr.
med.
E._
, Facharzt für
Rheumatologie und Innere Medizin, vom 4. Septembe
r 2012 (
Urk.
6/70), und von Dr.
B._
vom 7. Januar 2013 (Urk. 6/66) zu
. Mit Verfügung vom
1. März
2013 trat die IV-Stelle wie angekündigt auf das Leistungsbegehren nicht ein (Urk. 2).
2.
Mit Eingabe vom
1
7. März 2013 erhob der Versicherte Beschwerde gegen die Ver
fügung vom
1. März
2013 und beantragte
sinngemäss
, diese sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, auf
seine
Neuanmeldung ein
zutreten (Urk. 1
). Die Beschwerdegegnerin schloss in der Beschwerdeantwort vom 2
4
. April 2013 auf
Abweisung der Beschwerde (Urk. 5
).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich,
in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundes
gesetzes über den Allgem
ei
nen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankhei
t oder Unfall sein (
Art.
4 Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsun
fähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs
möglich
keiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück
sichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
B
ei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent ergibt sich ein Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Pro
zent Anspruch auf eine
Drei
viertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
1.3.1
Wird der Verwaltung eine Neuanmeldung eingereicht, so ist gemäss Art. 87 Abs. 3 in Verbindung mit Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversiche
rung (IVV) da
rin glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität seit dem letzten leistungsabweisenden Entscheid in einer für den Anspruch erhebli
chen Weise geändert hat. Der versicherten Person kommt damit ausnahmsweise eine Beweisführungslast zu und der Untersuchungsgrundsatz spielt insoweit nicht (BGE 130 V 64 E. 5.2.5). Die Ver
wal
tung hat daher erst dann gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz von Amtes wegen für die rich
tige und vollstän
dige Abklärung des rechts
erheblichen Sach
verhaltes zu sorgen (Art. 43 ATSG, Art. 57 IVG in Ver
bindung mit Art. 69 ff. IVV), wenn sie auf das Leistungs
be
gehren eingetreten ist. Die Verwaltung hat nach dem Eingang einer
Neuan
mel
dung
daher zunächst zu prüfen, ob die Vorbringen der versicherten Person über
haupt glaubhaft sind, und sie erledigt das Gesuch ohne weitere Abklärun
gen durch Nichteintreten, falls sie dies verneint.
1.3.2
Unter Glaubhaftmachen im Sinne von
Art.
87
Abs.
3 IVV ist nicht der Beweis nach dem im Sozialversicherungsrecht allgemein massgebenden Grad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit zu verstehen. Die Beweisanforderungen sind vielmehr herabgesetzt, indem nicht im Sinne eines vollen Beweises die Über
zeugung der Verwaltung
begründet zu werden braucht, dass seit der letzten, rechtskräftigen Entscheidung tatsächlich eine relevante Änderung eingetreten ist. Es genügt, dass für den geltend gemachten rechtserheblichen Sachumstand wenigstens gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei eingehender Abklärung werde sich die behaup
tete Sachverhaltsänderung nicht erstellen lassen. Bei der Prüfung der Frage, ob die Vorbringen der versicherten Person glaubhaft sind, berücksichtigt die Ver
wal
tung unter anderem, ob seit der rechtskräftigen Erledigung des letzten
Leis
tungsgesuchs
lediglich kurze oder schon längere Zeit vergangen ist; je nach
dem sind an die Glaubhaftmachung einer Änderung des rechts
erheb
lichen Sachver
halts höhere oder weniger hohe Anforderungen zu stellen (Urteil des Bundesge
richts
9C_236/2011 vom 8. Juli 2011
E. 2.1.1 mit Hinweisen). Insofern steht der Verwaltung ein gewisser Beurteilungsspielraum zu, den das Gericht grund
sätz
lich zu respektieren hat (BGE 109 V 108 E. 2b;
Urteil des Bundes
gerichts I 888/05 vom 7. Juni 2006 E. 2).
Die
Eintretensvoraussetzung
gemäss
Art. 87 Abs. 3 IVV soll verhindern, dass sich die Verwaltung immer wieder mit gleichlautenden und nicht näher begrün
deten Rentengesuchen befassen muss (BGE 133 V 108 E. 5.3.1). Die Rechtskraft der früheren Verfügung steht einer neuen Prüfung so lange entge
gen, wie der
seinerzeit beurteilte Sachverhalt sich in der Zwischenzeit nicht ver
ändert hat. Wenn die dem Revisionsgesuch beigelegten ärztlichen Be
richte so wenig sub
stantiiert sind, dass sich eine neue Prüfung nur aufgrund weiterer Er
kennt
nisse allenfalls rechtfertigen würde, ist die IV-Stelle zur Nach
forderung weiterer An
gaben nur, aber immerhin dann verpflichtet, wenn den - für sich allein ge
nom
men nicht Glaubhaftigkeit begründenden - Arztberichten konkrete Hin
weise entnommen werden können, wonach möglicher
weise eine mit weite
ren Erhe
bungen erstellbare rechtserhebliche Änderung vorliegt (Urteil des Bundes
ge
richts 8C_228/2010 vom 19. Juli 2010 E. 2.2 und E. 2.3 mit Hin
weisen
).
1.3.3
Das Gericht hat die Behandlung der
Eintretensfrage
durch die Verwaltung nur zu überprüfen, wenn das Eintreten streitig ist, das heisst wenn die Verwal
tung gestützt auf Art. 87 Abs. 3 IVV Nichteintreten beschlossen hat und die ver
si
cherte Person deswegen Beschwerde führt. Seiner beschwerdeweisen Über
prü
fung hat das Gericht den Sachverhalt zugrunde zu legen, wie er sich der Ver
waltung bei Erlass des
Nichteintretensentscheides
bot (BGE 130 V 64 E. 5.2.5; Urteil des Bundes
gerichts 8C_196/2008 vom 5. Juni 2008).
Zeitlicher Ausgangs
punkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des
Invalidi
tätsgrades
bildet bei der Neuan
meldung die letzte rechtskräftige Ver
fügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs beruht. Demgemäss sind die Ver
hältnisse bei Erlass der strittigen Verwaltungsverfügung mit denje
nigen im Zeitpunkt der letzten materiellen Abweisung zu vergleichen (BGE 130 V 64 E. 2, 130 V 71 E. 3, 133 V 108 E. 5.2 und E. 5.4).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich im angefochtenen Entscheid
gestützt auf die
Stellungnahmen von Dr. med. F._
, Facharzt für Anästhesiologie, vom
16. November 2012 (Urk. 6/61)
und vom
25. Februar 2013
(Urk. 6/
72/2
)
auf
den Stand
punkt, der Beschwerdeführer habe nicht glaub
haft gemacht, dass sich die tat
sächlichen Verhältnisse seit der Verfügung vom
5. Oktober 2010 wesentlich
ver
ändert hätten.
Den
eingereichten Berichte
n
seien keine Diagnosen und Befunde zu entnehmen, welche eine richtungsweisende Verschlechterung des Ge
sundheitszustandes mit einer dauerhaften Zunahme der Arbeitsunfähigkeit in der noch zumutbaren leichten, wechselbelastenden Tätigkeit
glaubhaft machen könnten (Urk. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer wendet dagegen ein,
er habe seit seinen Unfällen alles daran gesetzt, möglichst schnell und normal weiterzuarbeiten. Es habe sich aber in den letzten Jahren gezeigt, dass jedes Mal, wenn er
sein Arbeitspensum
an
ein einigermassen normales Pensum angepasst habe, seine Schmerzen zum Teil
unerträglich geworden seien und er in eine Negativspirale versetzt worden sei. Seit dem Motorradunfall im Jahr 2005 leide er unter akuten Schlafstörungen, so dass er maximal zwei bis drei Stunden Schlaf finde. Seit seinem letzten Rück
schlag im Frühling
(2012)
hätten sich die Schmerzen im Rücken und
Schul
ter
bereich
massiv verschlechtert und es
würden
in der Nacht bis zu zwei Stun
den
vergehen
, bis er eine Lage zum Einschlafen finde.
Im Juni 2012 habe er nach 31 Jah
ren als Abteilungsleiter seinen Job gekündigt, weil er kurz vor dem Burn
out gestanden sei und körperlich einfach nicht mehr
habe weiterarbeiten kön
nen
.
Es sei einfach nicht möglich, mit so wenig Schlaf und dauernden Schmer
zen eine solche Tätigkeit in einem Pensum 70
%
gut zu machen
,
wie sie die
Beschwerde
gegnerin
als leidensangepasst festhalte.
Ein normaler Tages
ablauf sei trotz de
r
längeren Ruhepausen durch den jetzigen Arbeitsunterbruch nur lang
sam wieder realisierbar.
Seit zehn Monaten habe er kaum mehr eine Phase der Besserung durchgemacht. Ziel sei es, am neuen Arbeitsort möglichst ohne län
gere
Unter
brüche
in einer leidensangepassten Tätigkeit zu arbeiten und so schnell als möglich ohne dauernde Einnahme von Schmerz
mittel
n
auszu
kom
men. Von Sei
ten der Beschwerdegegnerin erwarte er Unter
stützung und Vor
schläge, wie er seine Situation verbessern und ändern könne. Bis heute habe er ausser der Untersuchung vor vier Jahren in keiner Weise irgendwelche Hilfe angeboten erhalten
(Urk. 1)
.
2.3
Strittig
und zu prüfen ist
im Folgenden einzig, ob der Beschwerdeführer eine
anspruchserhebliche Än
derung seit der letzten
materiellrechtlichen
Leistungs
prüfung und
befristeten
Renten
zusprache
am
5. Oktober 2010
(
Urk.
6/47
;
zur zeitlichen Vergleichsbasis:
BGE 130 V 71
) glaubhaft
machte oder ob die Beschwerdegegnerin
zu Recht
auf
die Neuanmeldung des Beschwerdeführers vom
11. Sep
tem
ber 2012
(Urk.
6/50
) nicht eingetreten ist.
Bei der Prüfung dieser Frage ist von der Sachlage auszugehen, wie sie sich der
Beschwerdegeg
nerin
bei Erlass der angefochtenen Verfügung vom 8. Februar 2013 bot (vgl. BGE 130 V 64 E. 5.2.5; Urteil des Bundesgerichts 8C_196/2008 vom 5. Juni 2008).
3.
3.1
3.1.1
Gemäss
dem
Gutachten des Instituts A._
vom
1
1.
August
2009 (Urk.
6/32/2-32
), auf welches sich die Beschwerdegegnerin bei Erlass der Verfügung vom
5. Oktober 2010
(Urk.
6/47
) gestützt hatte (
Urk.
6/
36/8-9
)
, hatten di
e Gutachter die folgenden Diagnosen
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
gestellt:
1.
Chronisches
Zer
vi
kalsyndrom
mit muskulärer
Dysbalance
im
Schultergürtelbereich mit/bei inter
mittierender
radikulärer
Reizsymptomatik der Wurzel C6 rechts bei dege
nerativ bedingter
Recessusstenose
C5/6 (ICD-10 M50.1),
zephalen
Komponenten (ICD
10 M53.0) und Status nach Motorradunfall mit unter anderem
Distor
sions
trauma
der Halswirbelsäule (HWS)
am 29. Juni 2005; 2. Status nach milder traumatischer Hirnschädigung bei Motorrad
unfall am 29.
Juni 2005 (ICD-10 S06.0); 3. Chronisches
Thorakolumbal
-Syndrom (ICD-10 M54.4) bei/mit Status nach
Spondylodese
Th12/L1 wegen LWK1-Fraktur im Februar 2001 (ICD-10 T08) und Status nach
Diskushernienoperation
L4/5 rechts im Dezember 2004 (ICD-10 M51.2) bei
residueller
radikulärer
sensibler Ausfallssymptomatik der Wurzel
L5 rechts; 4. Chronisches Schulter-Arm-Syndrom rechts (ICD-10 M79.60)
mit/bei
Status
nach
Hämato
pneumothorax
, Rippenfrakturen II-VI rechts und
Frak
tur des
Manubrium
sterni
am 29.
Juni 2005 sowie
mit/bei
eine
m
unauf
fälligen radiologischen Befund des Schultergelenks (Szintigraphie,
Single-
photon-emission-computed-tomography-(SPECT-)Computertomographie [CT]
und CT vom 27. Februar 2008), freie Schultergelenksbeweglichkeit ohne Hin
weis für eine Läsion von
Rotatorenmanschette
, Labrum, langer
Bizpepssehne
oder
Akro
mioklavikulargelenk
; 5. Status nach dis
taler Radiusfraktur links am 29. Juni 2005 (ICD-10 T92.2) mit/bei Status nach Osteosynthese des linken Radius mittels volarer,
winkelstabiler T-Platte am 29.
Juni 2005 (Spital
Z._
), Status nach Entfernung des
Osteosynthesematerials
am 23.
Januar 2006 (Spital
Z._
), Status nach Handgelenksarthroskopie,
Shaving
ulnokarpal
,
Dener
va
tion
des
Nervus
interosseus
dorsalis
posterior
und Exzision von zwei sub
kuta
nen Hauttumoren an
Unteram
und Ellbogen links
am 29.
Mai 2006 (Dr. med.
G._
, Spital
Z._
)
und freier Beweglichkeit von Handgelenk und
Vor
derarm
. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die A
rbeitsfähigkeit hielten die
Gutachter
des Instituts A._
jene einer Schmerzverarbeitungsstörung respektive einer Symp
tomausweitung (ICD-10 F54) fest.
Seit dem Unfall im Jahr 2005 habe der Beschwerdeführer noch zu 50
%
gearbeitet. Von Januar bis April 2009 habe er versucht, das Arbeitspensum auf 100
%
zu steigern.
Aus polydisziplinärer Sicht seien ihm schwere bis mittelschwere Tätigkeiten bleibend nicht mehr zumutbar. Körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeiten, wie auch die angestammte Tätigkeit als Abteilungsleiter seien ihm seit Juni 2009 mit einer Arbeits- und Leistungs
fähigkeit von 70
%
zumutbar, und zwar zweimal drei Stunden pro Tag mit ver
mehrten Pausen. Zuvor bis Mai 2009 habe eine 50%ige Arbeits
unfähig
keit bestanden (Urk. 6/32/22-24).
3.1.2
Gemäss
der
Telefonnotiz der Beschwerdegegnerin
vom 26. März 2010 erklärte der
Beschwerdeführer, dass
er
in einem Pensum von 75
%
in der angestammten
Tätigkeit als Ab
teilungsleiter tätig
sei
. Es gehe einmal besser, einmal weniger
gut
(Urk. 6/36/10
; vgl. ebenso
: Angaben in der Neuanmeldung,
Urk. 6/52/5
).
In der
Verfügung vom 5. Oktober 2010 ging die Beschwerdegegnerin
im Jahr 2009
von einem
Valideneinkommen
von Fr.
205‘686.-- aus. Für das
Invaliden
einkommen
reduzierte sie diesen Betrag entsprechend der im
Gutachten des Instituts A._
attes
tierten Arbeitsfähigkeit von 70
% auf Fr. 143‘980.--
(Fr. 205‘686.-- x 0,7)
,
womit
ein Invaliditätsgrad von 30
%
resultierte
(
Urk. 6/35,
Urk. 6/47/5).
Zur Beurteilung der Streitfrage ist von dieser Vergleichsgrundlage auszugehen.
3.2
3.2.1
Gemäss
dem Bericht der Neuropsychologin Dr.
D._
vom 28. September 2012
hat der Beschwerdeführer - wie er dies auch in der Beschwerdeschrift ausführte (Urk. 1 S.
2
) - seine langjährige Anstellung bei der
Firma Y._
Ende Juni per Ende Dezember 2012 gekündigt. Interne Umstellungen und neue Vor
gesetzte
hätten die bis dahin er
reichte leidensangepasste Tätigkeit erschwert. Bis dahin sei es möglich gewesen, Pausen einzulegen
. Auch habe er an einem Steh
pult gearbeitet, das Wechselbelastungen ermöglicht habe, und er habe wäh
rend der Arbeitszeit die Therapie und Fitnesstherapie besucht. Nach der Kün
digung sei er freigestellt worden (Urk. 6/59/6).
Aufgrund dieser Ausführungen hätte die Beschwerdegegnerin nicht nur eine Änderung in Bezug auf den Gesundheitszustand, sondern auch hinsichtlich der erwerblichen Verhältnisse ab Januar 2013 in Betracht ziehen müssen.
Denn auf die Neuanmeldung ist nicht nur dann einzutreten, wenn
eine
wesent
liche Änderung des Gesundheits
zustandes
glaubhaft gemacht
wird
, sondern auch dann, wenn
glaubhaft ist, dass
sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen)
. Ob angesichts der neuen medizinischen Berichte davon auszugehen ist, dass sich der Gesundheitszustand erheblich verändert hat, muss hier nicht beurteilt werden. Denn mit der Kündigung der bisherigen Anstellung Ende Juni 2012 per Ende 2012 liegt jedenfalls ein Sachverhalt vor, der
eine anspruchserhebliche Änderung des Invalideneinkommens nahe legt. Denn wenn zur Bestimmung des Invalideneinkommens nicht (mehr) auf die konkrete beruf
lich-erwerbliche Situation abgestellt werden kann, ist dieses auf
grund anderer Angaben zu bestimmen und wird in der Regel
ausgehend von den
Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Sta
tistik perio
disch heraus
gegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) ermittelt (BGE 126 V 75 E. 3b).
Angesichts des relativ hohen
Valideneinkommens
von
Fr. 205‘686.-- im Jahr 2009 und den vergleichbar tieferen statistischen Durchschnittseinkommen der
in der Regel verwendeten
LSE-
Tabelle TA1 ist ein rentenerheblicher Einfluss auf den Invaliditätsgrad als glaubhaft anzusehen.
Bereits a
ngesichts des bisherigen Invaliditätsgrades von 30
%
(Urk. 6/47)
kom
men zudem berufliche
Massnahmen
in Frage.
3.2.2
Die Beschwerdegegnerin hätte nach dem Gesagten somit auf das neue Leistungs
begehren eintreten müssen.
Die
Beschwerde ist
folglich
in dem Sinne gutzuheissen, dass die angefochtene Verfügung vom
1. März 2013
aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist,
damit sie die Neu
anmeldung
vom
11. September 2012
(
Urk.
6/50
) materiell prüfe.
Dabei ist das
neue Leistungsbegehren in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht allseitig, das heisst nicht nur mit Bezug auf jenes Sachverhaltssegment, in welchem eine Änderung glaubhaft
ist, zu prüfen
(
BGE 130 V 253
E. 3.3;
Urteile des Bundes
gerichts
9C_813/2008
vom 8.
April 2009 E. 4.1 und
9C_206/2010 vom 8. Okto
ber 2010 E. 3.1
je mit Hinweisen).
4.
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen. Das Verfahren ist daher kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit
wert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und ermessensweise auf
Fr.
600.
anzusetzen. Ausgangsgemäss sind die Gerichtskosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.