Decision ID: 7b00b194-f153-45ee-8c90-ae857211fbc3
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Ehescheidung auf gemeinsames Begehren (Abänderung  Massnahmen)
Berufung gegen eine Verfügung des Einzelgerichtes im ordentlichen  des Bezirksgerichtes Dielsdorf vom 26. Januar 2015; Proz. FE130017
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Rechtsbegehren (act. 4/1-2, sinngemäss):
Die Ehe der Parteien sei gestützt auf Art. 112 ZGB zu scheiden, unter  Regelung der Nebenfolgen.
Anträge auf Anordnung/Abänderung vorsorglicher Massnahmen
des Gesuchstellers und Berufungsklägers (act. 4/33 S. 2): "1. Es seien in Abänderung von Dispositivziffer 2 der Verfügung
vom 14. November 2013 des Bezirksgerichts Dielsdorf im  FE130017 in Verbindung mit Dispositivziffer 3.a) der  des Einzelgerichts im summarischen Verfahren des Bezirksgerichts Dielsdorf vom 20. Januar 2010 (Prozess- Nr. EE090137) die vom Gesuchsteller an die Gesuchsgegnerin zu leistenden monatlichen persönlichen Unterhaltsbeiträge , eventualiter angemessen herabzusetzen, auf maximal CHF 857.10 monatlich.
2. Es sei in Abänderung von Dispositivziffer 2 der Verfügung vom 14. November 2013 des Bezirksgerichts Dielsdorf im Verfah- ren FE130017 in Verbindung mit Dispositivziffer 3.b) der  des Einzelgerichts im summarischen Verfahren des Bezirksgerichts Dielsdorf vom 20. Januar 2010 (Prozess- Nr. EE090137) neu von folgenden Einkommens- und  des Gesuchstellers auszugehen: Einkommen inkl. 13.  CHF 6'676.70, Notbedarf CHF 6'549.85; eventualiter CHF 5'819.60;
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der ;
4. Eventualiter sei dem Gesuchsteller die unentgeltliche  zu bewilligen und die Unterzeichnete als unentgeltliche Rechtsvertreterin des Gesuchstellers (auch) für das vorliegende Verfahren einzusetzen;
5. Subeventualiter seien die Kosten- und Entschädigungsfolgen ( MWST 8%) zur Hauptsache zu schlagen."
der Gesuchstellerin und Berufungsbeklagten (act. 4/44 S. 2): "1. Der Gesuchsteller sei in Abänderung von Dispositivziffer 2 [der
Verfügung vom 14. November 2013] zu verpflichten, der  Unterhaltsbeiträge für sie persönlich von CHF 3'969.– pro Monat zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus auf den Ersten
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eines jeden Monats, erstmals für November 2014. Die - und Bedarfszahlen seien wie folgt anzupassen: - Nettoeinkommen Gesuchsteller: CHF 7'141.– (inkl. 13. Monats-
lohn & Berufsauslagen, exkl. Familienzulagen) - Notbedarf Gesuchsteller: CHF 2'800.– - Nettoeinkommen Gesuchstellerin: CHF 0.–
- Nettobedarf Gesuchstellerin: CHF 3'639.–
Eventualiter Der Antrag des Gesuchstellers auf Abänderung der mit Verfügung
vom 14. November 2013 festgesetzten Unterhaltsbeiträge sei mangels erheblichen dauernden Veränderung der Verhältnisse abzuweisen.
2. Es sei der Arbeitgeber des Gesuchstellers, C._, Human Re-
sources Management, ...strasse ..., ... Zürich, anzuweisen, die im Rahmen der vorsorglichen Massnahmen festgesetzten  von Fr. 2'400.–, respektive den dannzumal neu  Betrag, direkt an die Gesuchstellerin zu überweisen, dies unter Hinweis darauf, dass im Unterlassungsfall Doppelzahlung droht.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des ."
Verfügung des Einzelgerichts des Bezirksgerichtes Dielsdorf vom 26. Januar 2015
(act. 3/1 = act. 4/70 = act. 5)
"1. Das Abänderungsgesuch des Gesuchstellers vom 20. August 2014 wird gutgeheissen.
2. Dispositivziffer 2. der Verfügung vom 14. November 2013 wird  aufgehoben.
3. Die Dispositivziffern 3.a) und 3.b) der Eheschutzverfügung des  im summarischen Verfahren des Bezirkes Dielsdorf vom 20. Januar 2010 (Prozess-Nr. EE090137) werden ebenfalls  und durch folgende Fassung ersetzt:
'3.a) Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin monatlich persönliche  von Fr. 2'385.– zu bezahlen, zahlbar im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats, erstmals per 20. August 2014.
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b) Es wird von folgenden Einkommens- und Bedarfszahlen ausgegangen:
- Nettoeinkommen Beklagter:
Fr. 7'141.– (inkl. 13. Monatslohn und Berufszulagen, exkl. )
- Notbedarf Beklagter:
Fr. 4'757.–
- Nettoeinkommen Klägerin: Fr. 936.–
- Notbedarf Klägerin:
Fr. 3'404.–.
Vor Dispositivziffer 3.c) der obgenannten Eheschutzverfügung wird  Ingress eingefügt:
"Die übrigen Punkte der von den Parteien geschlossenen Vereinbarung  vorgemerkt. Sie lauten wie folgt:
c) [...]'
4. Die Kosten- und Entschädigungsfolgen dieser Verfügung werden mit dem Endentscheid festgelegt.
[5.-6. Mitteilung, Rechtsmittel]"
Berufungsanträge:
des Gesuchstellers und Berufungsklägers (act. 2 S. 2):
"1. Es sei Dispositiv-Ziff. 3 der Verfügung vom 26. Januar 2015 des  Dielsdorf (Geschäfts-Nr. FE130017) aufzuheben;
2. Es seien die Dispositivziffern 3.a) und 3.b) der Eheschutzverfügung des Einzelrichters im summarischen Verfahren des Bezirkes Dielsdorf vom 20. Januar 2010 (Prozess-Nr. EE090137) aufzuheben und durch folgende Fassung zu ersetzen: '3.a) Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin monatliche persönliche  von CHF 1'930.– zu bezahlen, zahlbar im Voraus auf den Ersten  jeden Monats, erstmals per 20. August 2014.
b) Es wird von folgenden Einkommens- und Bedarfszahlen ausgegangen:
- Nettoeinkommen Beklagter:
CHF 6'914.–
- Notbedarf Beklagter:
CHF 4'984.–
- Nettoeinkommen Klägerin: CHF 936.–
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- Notbedarf Klägerin:
CHF 3'404.–.'
unter Kosten und Entschädigungsfolgen (zuzüglich 8% MWST) zu Lasten der Gesuchstellerin."
prozessualer Antrag (act. 2 S. 3):
"Es sei dem Appellanten für das Berufungsverfahren die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und es sei ihm in der Person des Unterzeichners ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen."
der Gesuchstellerin und Berufungsbeklagten (act. 8 S. 2):
"Die Berufung gegen die Verfügung vom 26. Januar 2015 sei vollumfänglich abzuweisen.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des ."
prozessualer Antrag (act. 8 S. 2):
"Der Berufungsbeklagten sei auch für vorliegendes Berufungsverfahren die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen und in der Person der  eine unentgeltliche Rechtsbeiständin beizugeben."

Erwägungen:
I.
1. Die Parteien stehen sich seit dem 30. Januar 2013 vor dem Einzelge-
richt des Bezirksgerichts Dielsdorf (nachfolgend auch: Vorinstanz) im Schei-
dungsverfahren gegenüber (act. 4/1-2). Am 14. November 2013 änderte das Ein-
zelgericht als vorsorgliche Massnahme die Eheschutzverfügung der Parteien vom
20. Januar 2010 ab und verpflichtete den Gesuchsteller und Berufungskläger
(fortan Gesuchsteller) zur Bezahlung monatlicher Unterhaltsbeiträge an die Ge-
suchstellerin und Berufungsbeklagte (fortan Gesuchstellerin) von neu Fr. 2'400.00
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(gegenüber Fr. 1'900.00 gemäss dem erwähnten Eheschutzentscheid, vgl.
act. 4/24 und act. 4/7/13).
2. Auf Abänderungsbegehren beider Parteien hin reduzierte die Vorin-
stanz die Unterhaltsbeiträge mit der eingangs angeführten Verfügung vom
26. Januar 2015 auf monatlich Fr. 2'385.00 und hielt die veränderten Einkom-
mens- und Bedarfszahlen der Parteien fest (act. 4/70 = act. 5).
Die Verfügung wurde den Parteien am 23. Februar 2015 zugestellt (vgl. die
Empfangsscheine angeheftet an act. 4/70).
3. Mit Eingabe vom 5. März 2015 (gleichentags der Post übergeben) er-
hob der Gesuchsteller Berufung gegen die Verfügung vom 26. Januar 2015 und
stellte die eingangs angeführten Berufungsanträge, verbunden mit einem Gesuch
um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege mit Bestellung eines unentgeltli-
chen Rechtsbeistands (act. 2).
4. Mit Verfügung vom 7. April 2015 wurde der Gesuchstellerin die Frist
zur Erstattung der Berufungsantwort angesetzt (act. 6).
5. Am 20. April 2015 erstattete die Gesuchstellerin rechtzeitig die Beru-
fungsantwort und stellte den eingangs angeführten Berufungsantrag, verbunden
mit einem Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege mit Bestel-
lung einer unentgeltlichen Rechtsbeiständin (act. 8).
6. Die Berufungsantwort wurde dem Gesuchsteller am 2. Juni 2015 zuge-
stellt (act. 11). Am 11. Juni 2015 reichte der Gesuchsteller eine Noveneingabe zu
den Akten (act. 12, 13/1-3).
7. Die Akten des erstinstanzlichen Verfahrens wurden beigezogen
(act. 4/1-77). Von der Auferlegung eines Kostenvorschusses wurde abgesehen.
Das Verfahren erweist sich als spruchreif. Der Gesuchstellerin sind indes noch die
Doppel von act. 12 und act. 13/1-3 zuzustellen.
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II.
1. Vorbemerkungen:
1.1 Gegen erstinstanzliche Entscheide über vorsorgliche Massnahmen ist
die Berufung zulässig (Art. 308 Abs. 1 lit. b ZPO). Gegenstand des vorliegenden
Berufungsverfahrens über vorsorgliche Massnahmen ist die Unterhaltspflicht des
Gesuchstellers. Damit liegt eine vermögensrechtliche Streitigkeit vor (vgl. BGer
5A_740/2009 vom 2. Februar 2010, E. 1).
Der Rechtsmittelstreitwert von Fr. 10'000.00 (Art. 308 Abs. 2 ZPO) ist gege-
ben: Unter Berücksichtigung der strittigen Ehegattenunterhaltsbeiträge in der Hö-
he von Fr. 455.00 pro Monat bei einer geschätzten weiteren Dauer des Schei-
dungsverfahrens bis zum rechtskräftigen Entscheid bis 31. Dezember 2016, ge-
rechnet ab dem 1. März 2015, ergibt sich ein Streitwert in der Höhe von mindes-
tens Fr. 10'000.00. Die Berufung (die schriftlich und begründet eingereicht wurde)
ist somit zulässig.
1.2 Im Verfahren betreffend vorsorgliche Massnahmen gilt der einge-
schränkte Untersuchungsgrundsatz nach Art. 272 ZPO (vgl. OGer ZH LY110031
vom 5. März 2013 E. II./3.1). Dieser ändert nichts an der summarischen Natur des
Verfahrens (Art. 276 Abs. 1 i.V.m. Art. 271 lit. a ZPO).
Neue Tatsachenbehauptungen und neue Beweismittel sind im Anwendungs-
bereich des eingeschränkten Untersuchungsgrundsatzes unter den Vorausset-
zungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO zulässig (BGE 138 III 625). Neue rechtliche Ar-
gumente können dagegen jederzeit vorgebracht werden, da das Gericht das
Recht von Amtes wegen anwendet (vgl. Art. 57 ZPO).
2. Entscheid der Vorinstanz:
2.1 Der angefochtene Entscheid der Vorinstanz basiert auf der folgenden
(monatlichen) Bedarfsberechnung der Parteien (act. 5 S. 20 f., S. 27):
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Gesuchsteller Gesuchstellerin
Fr. 1'100.00 Grundbetrag Fr. 1'200.00
Fr. 600.00 Kinderzuschlag für D._
Fr. 1'726.65 Miete Fr. 1'296.00
Fr. 135.00 Parkplatz
Fr. 75.00 Telefon/Radio/TV Fr. 150.00
Fr. 171.10 Krankenkasse persönlich
nach Abzug der IPV
Fr. 282.25
Fr. 100.00 Franchise Fr. 150.00
Fr. 30.00 Privathaftpflicht, Mobiliar Fr. 45.00
Fr. 400.00 Auto
Abonnement öV Fr. 81.00
Fr. 220.00 Auswärtige Verpflegung
Fr. 200.00 Steuern Fr. 200.00
Fr. 4'757.75 Total Fr. 3'404.25
2.2 Die Vorinstanz addierte aus diesen Zahlen (abgerundet) einen Bedarf
der Parteien von Fr. 8'161.00. Auf der Einkommensseite ging die Vorinstanz beim
Gesuchsteller von Fr. 7'141.00 und bei der Gesuchstellerin von Fr. 936.00 (je pro
Monat) aus, was zu einem Total von Fr. 8'077.00 führte. Da ein Fehlbetrag von
Fr. 84.00 resultierte, zog die Vorinstanz vom Einkommen des Gesuchstellers sei-
nen Bedarf ab (Fr. 7'414.00 - Fr. 4'757.00), was zum Unterhaltsbeitrag von ge-
rundet Fr. 2'385.00 führte (act. 5 S. 29 f.).
3. Der Gesuchsteller beanstandet an der vorinstanzlichen Unterhaltsbe-
rechnung zum einen die Berechnung seines Nettoeinkommens. Er macht geltend,
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es sei von den tatsächlich ausbezahlten Beträgen und nicht vom in den jeweiligen
Lohnabrechnungen unter "netto" aufgezeigten Beträgen auszugehen. Im von der
Vorinstanz für die Monate Januar bis November 2014 berechneten Totaleinkom-
men in der Höhe von Fr. 75'000.45 sei der 13. Monatslohn schon enthalten gewe-
sen. Zudem sei vom ausgewiesenen Nettoeinkommen jeweils der Parkplatz von
Fr. 12.00 und der ...-Beitrag von Fr. 53.90 abgezogen worden. Insgesamt sei ihm
im Jahr 2014 ein Lohn von Fr. 82'970.35 ausbezahlt worden, was monatlich
Fr. 6'914.00 ergebe (act. 2 S. 4).
Zum anderen stellt sich der Gesuchsteller zur Bedarfsberechnung auf den
Standpunkt, er erhalte angesichts seines Vermögens aus dem Verkauf der eheli-
chen Liegenschaft von etwas mehr als Fr. 200'000.00 keine individuelle Prämien-
verbilligung. Der Abzug von Fr. 66.00 sei daher zu streichen. Zudem sei die Fran-
chise, bezüglich welcher die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid keine (neu-
en) Veränderungen erkannt habe, gegenüber dem ersten VSM-Entscheid vom
14. November 2013 wohl versehentlich um Fr. 50.00 gekürzt worden. Einzusetzen
sei gemäss der Begründung der unveränderte Betrag von Fr. 150.00 (act. 2 S. 5).
Ferner sei seine Steuerlast zu tief berechnet worden. In der Berufungsbegrün-
dung bezifferte der Gesuchsteller den einzusetzenden Betrag für die Steuern auf
Fr. 310.00 (act. 2 S. 6). In der Noveneingabe vom 11. Juni 2015 machte der Ge-
suchsteller einen Betrag von Fr. 500.00 pro Monat für die Steuern geltend (act. 12
S. 2).
4. Die Gesuchstellerin stellt sich in der Berufungsantwort auf den Stand-
punkt, die Vorinstanz habe auch zu ihren Lasten fehlerhaft entschieden. Korrektu-
ren einzelner Bedarfspositionen seien daher nicht nur zugunsten des Gesuchstel-
lers, sondern auch zu ihren Gunsten vorzunehmen (act. 8 S. 3 f.). Dem ist zuzu-
stimmen. Wie nachfolgend gezeigt wird, müssen die Rügen des Berufungsklägers
nicht im Einzelnen geprüft werden. Auch wenn ihnen gefolgt wird, ergibt sich auf-
grund der begründeten Rügen der Gesuchstellerin kein tieferer Unterhaltsbeitrag.
5./5.1 Die Gesuchstellerin rügt in der Berufungsantwort die Berücksichtigung
eines Kinderzuschlags für den gemeinsamen Sohn D._ im Bedarf des Ge-
suchstellers (act. 8 S. 7 f.). Sie machte bereits vor der Vorinstanz geltend, dass
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D._ 26 Jahre alt sei und seine Erstausbildung bereits abgeschlossen habe.
Selbst wenn er noch in Erstausbildung wäre, was bestritten sei, würde die Unter-
haltspflicht ihr gegenüber derjenigen gegenüber dem mündigen Kind vorgehen
(act. 4/ 44 S. 4 f.).
5.2 D._ wurde am tt.mm.1988 geboren (vgl. act. 4/4). Er lebt beim
Gesuchsteller und dessen neuer Partnerin. Nach der Schilderung des Gesuch-
stellers absolvierte D._ nach dem Lehrabschluss als ... zunächst die RS,
ging dann für einen Sprachaufenthalt nach ... und arbeitete nach der Rückkehr
aus ... im Winter 2010 während einiger Monate temporär, worauf er die Schule
zur Erwachsenenmatur begann. Gemäss den Feststellungen der Vorinstanz in
der erwähnten Verfügung vom 14. November 2013 absolvierte D._ im Som-
mer 2013 die Berufsmatura (act. 4/24 S. 6). Im Sommer 2015 wird D._, wei-
ter nach dem Gesuchsteller, die Erwachsenenmatura abschliessen und ein Studi-
um in Angriff nehmen. Auf die Frage der Vorderrichterin in der Verhandlung vom
6. November 2014, ob D._ sich schon für eine Studienrichtung entschieden
habe, antwortete der Gesuchsteller, im Moment liebäugle D._ mit einem Me-
dizinstudium, das interessiere ihn sehr (Vgl. Vi-Prot. S. 44 ff., S.48).
5.3 Die Unterhaltspflicht gegenüber dem Ehegatten geht – so richtig die
Gesuchstellerin (vgl. vorstehend II./5.1) – derjenigen gegenüber dem mündigen
Kind vor. Daher ist es nicht zulässig, Unterhaltskosten des mündigen Kindes im
erweiterten Existenzminimum des unterhaltspflichtigen Ehegatten zu berücksich-
tigen (Pra 96/2007 Nr. 6 = BGE 132 III 209; BGer 5A_238/2013 vom 13. Mai
2013, E. 3.1; vgl. auch BÄHLER, Unterhaltsberechnungen - von der Methode zu
den Franken, FamPra 2015 S. 271 ff, S. 290 f.; MAIER, Die konkrete Berechnung
von Unterhaltsansprüchen im Familienrecht, FamPra 2014 S. 302 ff., S. 313).
Der volljährige Sohn D._ hat seine Unterhaltsansprüche aus diesem
Grund direkt beiden Elternteilen gegenüber geltend zu machen (vgl. BÄHLER,
a.a.O., S. 291). Dass zu einem früheren Zeitpunkt im Scheidungsverfahren der
Parteien anders entschieden wurde (die Vorinstanz verweist auf den Entscheid
über die "Grundsatzfrage" vom 14. November 2013, vgl. act. 5 S. 21 und act. 4/24
S. 25), vermag heute kein Abweichen von der klaren Praxis und den aufgezeigten
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Lehrmeinungen zu rechtfertigen (zumal die Gesuchstellerin bereits damals eine
Bedarfsberechnung ohne Kinderzuschlag geltend machte, vgl. act. 4/14 S. 9 so-
wie Vi-Prot. S. 8 [mit dem Einschub, dass keine Kinder mehr zu unterstützen sei-
en]; vgl. auch act. 4/25). Dass zu einem noch früheren Zeitpunkt im Jahr 2010 (im
Eheschutzverfahren der Parteien) ein Kinderzuschlag eingefügt wurde (vgl.
act. 4/7, Anhang zum Handprotokoll der Eheschutzverhandlung, wobei nicht ganz
klar ist, ob der Zuschlag D._ oder der 1991 geborenen Tochter E._ [act.
4/4] galt), ist angesichts des Zeitablaufs unerheblich. Dazu kann im Übrigen er-
gänzend auf die Tendenz im Schrifttum hingewiesen werden, wenigstens erst
knapp volljährige Kinder unterhaltsrechtlich auf die gleiche Stufe wie den Ehegat-
ten zu stellen (vgl. MAIER, a.a.O., S. 313). Bei D._, der im Sommer 2015 27
Jahre alt wird, muss auch dieser Ansatz heute entfallen.
Der Umstand, dass D._ seinen Ausbildungsweg (so die Einschätzung
der Vorinstanz) kontinuierlich gegangen ist und die Gesuchstellerin darüber in-
formiert war (act. 5 S. 21), ändert nichts an der Nachrangigkeit der Unterhaltsan-
sprüche von D._. Ob diese Ansprüche begründet sind, ist hier nicht zu ent-
scheiden. Auch wenn sie es sind, gehen sie den Ansprüchen der Gesuchstellerin
als Ehegattin vor und kann es daher nicht angehen, Bedarfspositionen von
D._ im Bedarf des Gesuchstellers zu belassen. Der Kinderzuschlag ist somit
zu streichen.
6. Die Gesuchstellerin macht weiter in rechtlicher Hinsicht neu geltend,
dass in einem Mankofall keine Steuern im Bedarf der Parteien zu berücksichtigen
seien (act. 8 S. 7). Auch das ist zutreffend (vgl. MAIER, a.a.O., S. 333).
7./7.1 Wird bei der Bedarfs- und Einkommensberechnung der Parteien ab-
gesehen von der Streichung des Kinderzuschlags vollumfänglich auf den Stand-
punkt des Gesuchstellers abgestellt, so verändert sich die vorstehend bereits auf-
gezeigte Berechnung wie folgt:
Bedarf der Parteien
Gesuchsteller Gesuchstellerin
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Fr. 1'100.00 Grundbetrag Fr. 1'200.00
Fr. 0.00 Kinderzuschlag
Fr. 1'726.65 Miete Fr. 1'296.00
Fr. 135.00 Parkplatz
Fr. 75.00 Telefon/Radio/TV Fr. 150.00
Fr. 237.10 Krankenkasse persönlich,
beim Gesuchsteller kein
Abzug der IPV
Fr. 282.25
Fr. 150.00 Franchise Fr. 150.00
Fr. 30.00 Privathaftpflicht, Mobiliar Fr. 45.00
Fr. 400.00 Auto
Abonnement öV Fr. 81.00
Fr. 220.00 Auswärtige Verpflegung
Fr. 500.00 Steuern Fr. 200.00
Fr. 4'573.75 Total Fr. 3'404.25
Das führt neu zu einem Bedarf von Fr. 7'978.00. Auf der Einkommensseite
resultiert neu (ausgehend von Fr. 6'914.00 beim Gesuchsteller und bei der Ge-
suchstellerin unverändert von Fr. 936.00 je pro Monat) ein Betrag von
Fr. 7'850.00 und somit ein Fehlbetrag von Fr. 128.00.
7.2 Die Berücksichtigung der Steuern hat damit im Umfang des Mankos zu
unterbleiben. Bei beiden Parteien können (bei einem Manko von Fr. 128.00 und
Steuern von total Fr. 700.00) vier Fünftel der geltend gemachten Steuerlast be-
rücksichtigt werden. Bei dieser Vorgehensweise wird der Freibetrag (der vor der
Berücksichtigung der Steuern vorliegt) je anteilsmässig gemäss der Steuerlast auf
die Parteien verteilt. Beim Gesuchsteller sind somit Steuern von Fr. 400.00, bei
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der Gesuchstellerin Steuern von Fr. 160.00 zu berücksichtigen. Daraus ergibt sich
(ausgehend von den im Übrigen unveränderten Positionen gemäss vorstehender
Auflistung) der folgende Bedarf der Parteien:
Fr. 400.00 Steuern (reduziert) Fr. 160.00
Fr. 4'473.75 Total Fr. 3'364.25
Das führt neu zu einem Bedarf von Fr. 7'838.00, der mit dem bereits er-
wähnten Einkommenstotal von Fr. 7'850.00 gerade gedeckt werden kann. Es re-
sultiert vor Berücksichtigung des (geringfügigen) Freibetrages von Fr. 12.00 die
folgende Unterhaltsberechnung:
Bedarf Gesuchstellerin Fr. 3'364.25;
- Einkommen Gesuchstellerin Fr. 936.00;
Unterhaltsbeitrag Fr. 2'428.25.
8. Auch wenn den Standpunkten, die der Gesuchsteller in der Berufung
gegen die Unterhaltsberechnung gemäss Verfügung vom 26. Januar 2015 vor-
brachte, vollumfänglich gefolgt würde, hätte dies somit nach richtiger Berechnung
(aufgrund der stichhaltigen Rügen der Gesuchstellerin, welche diese in der Beru-
fungsantwort erhob) keinen tieferen Unterhaltsbeitrag als nach dem angefochte-
nen Entscheid zur Folge (sondern noch vor Berücksichtigung des geringfügigen
Freibetrags sogar einen etwas höheren Betrag). Ob die Standpunkte des Ge-
suchstellers begründet sind und ob die von ihm vorgebrachten neuen Tatsachen
und Beweismittel nach Art. 317 Abs. 1 ZPO zulässig sind, kann daher offen blei-
ben.
Das führt zur Abweisung der Berufung und zur Bestätigung des angefochte-
nen Entscheids.
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III.
1. Es rechtfertigt sich, über die Kosten- und Entschädigungsfolgen für das
Berufungsverfahren bereits im vorliegenden Entscheid zu befinden und nicht bis
zum Endentscheid zuzuwarten (Art. 104 Abs. 3 ZPO). Ausgangsgemäss wird der
Gesuchsteller für das Berufungsverfahren kosten- und entschädigungspflichtig
(Art. 106 Abs. 1 ZPO).
1.1 Grundlage für die Festsetzung der Entscheidgebühr bilden der Streit-
wert bzw. das tatsächliche Streitinteresse, der Zeitaufwand des Gerichts und die
Schwierigkeit des Falls (§ 2 Abs. 1 der Gebührenverordnung des Obergerichts
vom 8. September 2010, GebV OG). Dem tragen die Tarife gemäss §§ 4 ff. GebV
OG Rechnung. Sind wie vorliegend in einem Verfahren betreffend vorsorgliche
Massnahmen im Scheidungsprozess lediglich finanzielle Belange zwischen den
Ehegatten strittig, so berechnet sich die mutmassliche Entscheidgebühr nach § 4
Abs. 1 bis 3, § 8 Abs. 1 sowie § 12 Abs. 1 und 2 GebV OG (vgl. OGer ZH
LY140011, Beschluss vom 7. Mai 2014, E. 5).
Ausgehend vom Streitwert von rund Fr. 10'000.00 (vorne II./1.1) ist die Ent-
scheidgebühr auf Fr. 1'000.00 festzusetzen.
1.2 Für die Bemessung der Parteientschädigung sind § 4 Abs. 1-3, § 9 und
§ 13 Abs. 1 und 2 der Verordnung des Obergerichts über die Anwaltsgebühren
vom 8. September 2010 (AnwGebV) massgeblich. Das führt ausgehend vom
Streitwert von Fr. 10'000.00 zu einer Parteientschädigung von Fr. 1'000.00. Ein
Mehrwertsteuerzuschlag wurde nicht geltend gemacht.
2. Wie eingangs angeführt, ersuchen beide Parteien für das Berufungs-
verfahren um unentgeltliche Rechtspflege (act. 2 S. 3, act. 8 S. 2).
Seitens der Gesuchstellerin ist das Gesuch hinsichtlich der Bezahlung von
Gerichtskosten abzuschreiben, da ihr keine Kosten auferlegt werden. Ihr Gesuch
wird dadurch insoweit gegenstandslos.
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3. Im Übrigen gilt was folgt:
3.1 Nach dem vorstehend zur Einkommens- und Bedarfssituation der Par-
teien Ausgeführten kann festgehalten werden, dass beide Parteien nicht in der
Lage sind, aus ihrem Einkommen Gerichts- und Rechtsvertretungskosten zu be-
zahlen.
3.2 Zur Vermögenssituation verweisen beide Parteien auf Vermögen auf
einem Sperrkonto, auf das sie keinen Zugriff hätten; der Gesuchsteller beziffert
sein Vermögen auf etwas mehr als Fr. 200'000.00 (act. 2 S. 6, act. 8 S. 9). In der
Steuererklärung 2014 des Gesuchstellers ist ein Raiffeisenkonto Nr. ... verzeich-
net, mit dem Vermerk "Gem. Guthaben", das per 31. Dezember 2014 einen Saldo
von Fr. 202'869.00 aufwies (bei Zugang am 30. November 2014, act. 3/4). Anzu-
nehmen ist, dass es sich dabei wie vom Gesuchsteller angegeben um den Erlös
aus dem Verkauf der ehelichen Liegenschaft in F._ handelt. Die Parteien wa-
ren je zur Hälfte Miteigentümer dieser Liegenschaft (act. 4/16/12). Sie einigten
sich am 3./4. Oktober 2013 auf deren Verkauf (vgl. act. 4/22/2, 4/23/2).
3.3 Dass die Parteien über dieses Konto nur gemeinsam verfügen können
und (so die Gesuchstellerin, act. 8 S. 9) die Mittel Gegenstand güterrechtlicher
Streitigkeiten sind, rechtfertigt es aus den nachfolgend aufgezeigten Gründen
nicht, dieses Vermögen bei der Beurteilung der Mittellosigkeit ausser Acht zu las-
sen.
3.3.1 Dazu kann auf einen Entscheid der II. Zivilkammer des Obergerichts
Zürich vom 26. Januar 2015 (PC140040) verwiesen werden. Auch damals ging es
darum, den Anspruch von Parteien eines Scheidungsverfahrens auf unentgeltli-
che Rechtspflege zu beurteilen. Die Annahme der Mittellosigkeit scheiterte da-
mals bereits aufgrund des Umstands, dass die Parteien über Grundeigentum ver-
fügten, dessen Verkauf ihnen innert einer angemessen Frist zumutbar war. Die
Beantwortung der strittigen Frage, wie die Parteien im Einzelnen am mutmasslich
erzielbaren Erlös berechtigt waren, war nicht massgeblich. Je weniger der Anteil
einer Partei betrage (so die Kammer im erwähnten Entscheid), desto mehr wäre
dann die andere Partei mit Blick auf die Bezahlung eines Prozesskostenvor-
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schusses leistungsfähig, was die Mittellosigkeit als Voraussetzung der unentgeltli-
chen Rechtspflege ausschlösse (vgl. OGer ZH PC140040 vom 26. Januar 2015,
E. II./2.6-7 mit weiteren Hinweisen).
Ergänzend kann auf einen weiteren Entscheid der Kammer vom 29. März
2012 verwiesen werden, wonach der Hinweis einer Partei eines Scheidungsver-
fahrens auf die Weigerung der anderen Partei, die Miteigentumsliegenschaft zu
verkaufen, nicht zur Mittellosigkeit der erstgenannten Partei führt (vgl. OGer ZH
PC120014 vom 29. März 2012, E. II./2.3.5 mit weiteren Hinweisen, insbesondere
auf BGer 5P.133/2000 vom 15. Mai 2000, E. 5c)
3.3.2 Der blosse Hinweis einer Partei, die gemeinsamen Mittel seien ohne
Zustimmung der Gegenpartei nicht verfügbar, genügt somit bereits dann nicht für
die Bejahung der Mittellosigkeit, wenn es (erst) um die Zustimmung zum Verkauf
eine gemeinsamen Liegenschaft geht. In der vorliegenden Situation, in der die
Parteien ihre Liegenschaft bereits verkauft haben und der Nettoerlös auf ein ge-
meinsames Konto einbezahlt wurde, sind diese Mittel umso mehr zu berücksichti-
gen.
Während im Fall des zumutbaren Verkaufs der Liegenschaft dafür eine Frist
anzusetzen wäre (und während dieser die unentgeltliche Rechtspflege bei im Üb-
rigen gegebenen Voraussetzungen einstweilen zu gewähren wäre, vgl. OGer ZH
PC140040 vom 26. Januar 2015, E. II./4), ist das vorliegend, da die Liegenschaft
bereits verkauft wurde und die Parteien grundsätzlich (wenn auch nur zusammen)
sofort über die Mittel verfügen können, selbstredend nicht mehr erforderlich.
3.4. Das Vermögen der Parteien von je rund Fr. 200'000.00 (vgl. act. 2 S.5;
act. 3/4) übersteigt die Grenze eines Notgroschens, der den Parteien zu belassen
wäre, klar (vgl. dazu MAIER, Die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
in familienrechtlichen Prozessen im Spannungsfeld mit der Vorschusspflicht von
Ehegatten und Eltern, FamPra 2014 S. 635 ff., S. 651).
Die Parteien sind somit nicht mittellos im Sinne von Art. 117 lit. a ZPO. Sie
werden (wenn sie die Prozesskosten nicht anders finanzieren können) nicht um-
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hin kommen, gegenseitig dem Bezug eines angemessenen Betrags vom gemein-
samen Konto durch die je andere Partei zuzustimmen.
4. Zusammenfassend sind die Gesuche um unentgeltliche Rechtspflege
abzuweisen, soweit darüber noch zu entscheiden ist (bei der Gesuchstellerin be-
trifft das noch das Gesuch um Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsbeiständin).