Decision ID: b50cef80-afa8-598a-a5a8-5cc032d689ca
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1977 geborene, aus Portugal stammende
X._
hat keinen
Beruf erlernt. Er
arbeitet
e
ab
dem
15. Mai 2000
bei der
Y._
AG als Hilfsarbeiter Strassenbau
(
vgl.
Urk. 11/38/1
).
Am 25
. März 2013 meldete er sich
aufgrund seiner seit dem 10. Oktober 2012 und bis auf Weiteres dauernden Arbeitsunfähigkeit (vgl. Urk. 11/2/3)
unter Hinweis auf
sehr
starke Schmerzen im Rücken und im rechten Bein (vgl. Urk. 11/2/5)
erstmals bei der Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk. 11/2
).
Zur Klärung der
damaligen
Situation fand am 10. April 2013 bei der IV-Stelle ein persönliches Gespräch statt (Urk. 11/9). Nebst dem Auszug des individuellen Kontos (IK-Auszug, Urk. 11/10) zog die IV-Stelle die Akten des Krankentaggeld
versicherers Helsana bei (Urk. 11/7). In der Folge holte sie bei den behandelnden Ärzten
einen medizinischen
B
ericht
ein (Urk. 11/12, Urk. 11/14) und zog erneut die Akten des Krankentaggeldversicherers Helsana bei (Urk. 11/15).
Sie erfuhr, dass am 3
0.
Juli 2013 ein operativer Eingriff am Rücken vorgenommen worden war (
Urk.
11/14/1).
Im Rahmen einer aktenbasierenden Einschätzung nahm der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) am 2. Oktobe
r 2013 Stellung (Urk. 11/19/2-3
).
Mit Schreiben vom 15. Dezember 2013 teilte der
Versicherte
der IV-Stelle mit, dass er seit Oktober 2013 wieder 100 % arbeite und sich nicht mehr behandeln lassen müsse (Urk. 11/18).
Ausgehend von der wieder vollumfänglich und ohne Lohneinbusse aufgenommenen Tätigkeit des
Versicherten
innerhalb des Warte
jahres stellt
e
die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 20. Januar 2014 die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussich
t (Urk. 11/20-
21).
Nach
unbenutztem
Ablauf der Frist zur Erhebung eines Einwands wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 3. März 2014 ab (Urk. 11
/23).
1.2
Am
30. November 2016 ersuchte
X._
bei der IV-Stelle
um erneute Anspruchsprüfung
,
aufgrund einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit seit August 2016 in seiner Tätigkeit als Strassenbauer bei der bisherigen Arbeitgebe
rin
(Urk. 11/26).
Zur Klärung der aktuellen Situation fand am 19. Januar 2017 bei der IV-Stelle erneut ein persönliches Gespräch statt (Urk. 11
/31).
Die IV-Stelle holte
ausserdem
bei den behandelnden Ärzten einen medizinischen B
ericht ein (Urk. 11/34, Urk. 11/40),
zog einen
aktuellen
Auszug aus dem individue
llen Konto des Versicherten
(Urk. 11/32)
sowie erneut die Akten des Krankentaggeld
versicherers Helsana (Urk. 11/37)
bei
und ersuchte die Arbeitgeb
erin um Aus
künfte (Urk. 11/38). Mit Verfügung vom 10. Mai 2017 teilte die IV-Stelle dem
Versicherten
mit,
dass
zurzeit
aufgrund seines Gesundheitszustandes keine beruf
lichen Eingliederungsmassnahmen
möglich seien.
Sodann legte sie die neu ein
geholten Unterlagen dem RAD zur Stellungnahme vor (Urk. 11/43/3 f.) und führte einen Einkommensvergleich durch (Urk. 11/42). Schliesslich wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren nach durchgeführte
m
Vorbescheidverfahren
(Urk. 11/44) mit Verfügung vom 22. September 2017 ab (Urk. 11/45 = Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte am
19. O
ktober 2017
Beschwerde
(Urk. 1)
,
ergänzt durch die Eingabe von Rechtsanwalt Dominique
Chopard
vom 2
7.
Okto
ber 2017 und den Anträgen,
die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin
sei
zu verpflichten, ihm eine Rente der Invalidenversiche
rung
auszurichten sowie berufliche Massnahmen zu gewähren
(Urk. 6 S. 2).
Gleichzeitig reichte er weitere Unterlagen zur Darlegung seines Gesundheits
zustandes ein (Urk. 7/2-3).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 24. November 2017 die Abweisung der Beschwerde (Urk. 10).
Auf
die Vorbringen
der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wurde eine Rente
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuan
meldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invali
ditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrech
ts (ATSG) vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegrün
dende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art. 8 Abs. 1
ATSG
). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherun
g, IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine
ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in
Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erz
ielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer
Grundlage zu erheben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichs
einkommen bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3, 129 V 222 E. 4.1 und E. 4.2, 128 V 174).
1
.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2
.
2.1
Die
Beschwerdegegnerin
begründete die
Verneinung eines Rentenanspruchs
in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) damit, dass der Beschwerdeführer gemäss medizinischen Abklärungen seit Februar 2017
in
ein
er
körperlich leichte
n
Arbeit
ohne
h
antieren mit Lasten von mehr als
drei bis fünf Kilogramm
sowie
ohne über Kopf ode
r in vornübergebeugter Haltung und
ohne häufiges Bücken
zu arbeiten
, zu 70 % arbeitsfähig sei
. Hierbei könne
er als Hilfsarbeiter
in einem 70%-Pensum
Fr. 48'805.23 erzielen. Im Vergleich zum Einkommen ohne
gesundheitliche Ein
schränkung von Fr. 69'031.99 im Jahr 2017 ergebe sich eine Erwerbseinbusse von Fr. 20'226.76, was einem Invaliditätsgrad von 29 % entspreche. Da dieser Invaliditätsgrad unter 40 % liege, bestehe kein Anspruch auf
eine
Invalidenrente.
2.2
Der Versicherte wandte in seiner Beschwerdeschrift gegen diese Beurteilung im Wesentlichen ein
(Urk. 6)
, dass die bisher von ihm verrichtete Schwerarbeit im Strassenbau ausgeschlossen sei
, da nur noch leichte Arbeit möglich sei, dies zudem mit weiteren Einschränkungen, nämlich keine Überkopfarbeiten, keine Arbeiten in vornübergebeugter Haltung, keine Arbeiten
mit
häufigem Bücken. Zudem seie
n im Arztzeugnis von Dr. med.
Z._
, Fachärztin
Innere Medizin FMH,
vom 19. September 2017 zuhanden der Arbeitslosenkasse andau
ernd stehende und andauernd sitzende Tätigkeiten ausgeschlossen worden
, wes
halb er darauf angewiesen sei, seine Körperposition wechseln zu können. Ausge
schlossen seien Arbeiten auf unebenem Boden und Leitern sowie Tätigkeiten
unter
extremen Temperaturen. Die Beschwerdegegnerin habe zu Unrecht keinen Leidensabzug auf dem Einkommen mit Behinderung vorgenommen. Dieser Abzug sei auf mindestens 25 % festzulegen.
Daher betrage das zumutbare Einkommen ohne Behinderung
höchstens Fr. 35'000.— (
S.
4).
Des Weiteren
habe die Beschwerdegegnerin bezüglich des Einkommens ohne Behinderung ein im Jahr 2014 erzieltes Einkommen von Fr. 68'211.—angenom
men
und dieses per 2017 auf Fr. 69'031.99 hochgerechnet. Gemäss Arbeitgeber
bescheinigung der
Y._
AG vom 22. September 2017 zuhanden der Arbeitslosenkasse habe der Beschwerdeführer
vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit am 11. Juli 2016 im Jahr 2014 ein AHV-pflichtiges Einkommen von Fr. 68'154.15 und im Jahr 2015 ein AHV-pflichtiges Einkommen von Fr. 71'444.45 erzielt. Per 2017 sei daher das Einkommen ohne Behinderung auf mindestens Fr. 72'500.—
f
estzusetzen. Die Erwerbseinbusse sei demnach rentenrelevant. Abgesehen davon habe der Beschwerdeführer bereits bei dem von der Beschwerdegegnerin unrich
tig berechneten Invaliditätsgrad von 29 % Anspruch auf berufliche Massnah
m
en
(
S. 5).
3.
3.1
Die IV-Stelle ist auf die Neuanmeldung des Beschwerdeführers vom 30. Novem
ber 2016 (Urk. 11/26) materiell eingetreten. Es gilt somit zu prüfen, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im massgeblichen Zeitraum zwischen der Verfügung vom 3. März 2014 (Urk. 11/23), mit welcher ein Anspruch auf eine Invalidenrente verneint worden war, und der angefochtenen Verfügung vom 22. September 2017 (Urk. 2) insoweit verschlechtert hat, dass nunmehr ein Anspruch auf
eine
Invalidenrente besteht.
3.2
Der Beschwerdeführer hatte über grosse Kreuz- und Gesässschmerzen mit Aus
strahlungen in das rechte Bein geklagt, die die schwere Tätigkeit als Strassenbauer verunmöglicht hatten, bevor er die mit MRI vom 1
2.
März 2013 festgestellte mit
telgrosse Diskushernie Höhe L4/5 mit Kompression der Nervenwurzel L5 am 3
0.
Juli 2013 operieren liess. Der postoperative Verlauf war gemäss Bericht des Neurochirurgen
Dr.
med.
A._
unauffällig.
Dr.
A._
wies im Bericht vom 3
1.
Juli 2013 darauf hin, dass schwere körperliche Arbeit nicht zu empfehlen sei (
Urk.
11/15). Der Versicherte erschien in der Folge nicht zu den klinischen Kontrollen nach der Operation, was dazu führte, dass
Dr.
A._
sich nicht im Stande sah, ein zumutbares Tätigkeitsprofil festzulegen oder sich auch weiter zum angestammten Tätigkeitsbereich zu äussern (
Urk.
11/14). Der Versicherte meldete am 1
5.
Dezember 2013 die erneute Arbeitsaufnahme ab Oktober 2013 (
Urk.
11/14, 11/18).
3.3
In der Neuanmeldung vom 3
0.
November 2016 berichtete der Versicherte von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit seit August 2016 und der erneuten ärztlichen Behandlung bei der Hausärztin
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin für Innere Medizin (
Urk.
11/26).
In ihrem Bericht vom 9. März 2017
zuhanden der Helsana Versicherung (Urk. 11/37/9-11)
sowie in ihrem
undatierten
Bericht
mit letzter Kontrolle vom 7. Februar 2017
(Urk. 11/34)
führte Dr.
Z._
die folgenden
Diagnosen mit Auswirkung auf die A
rbeitsfähigkeit auf
:
-
Status nach chronische
m
lumboradikulärem
Schmerzsyndrom L
5
/S1
-
Diskushernie
mit Kompression
Nervenwurzel
L
5 rechts
-
seit August 2016
akute Exazerbation
, bei
S
tatus
nach
Fenestration
L4/5
mit
mikrochirurgischer
Diskektomie und Dekompression
Nervenwurzel L
5 rechts
a
m
31. Juli 2013
.
Der Versicherte
könne aufgrund der Diskushernie nicht mehr auf dem Bau arbei
ten, weswegen ihm die bisherige Tätigkeit aus medizinischer Sicht nicht mehr zumutbar sei
(Urk. 11/34/2-3)
.
Es
sei
ihm
im Hinblick auf eine angepasste Tätig
keit
eventuell
eine leichte Arbeit
ohne Gewichtsbelastung (
nicht über drei Kilo
gramm
) möglich
, das müsste probiert werden
. Arbeiten auf unebenen Boden oder einer Leiter könne er nicht ausüben. Mit der Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit beziehungsweise Erhöhung der Einsatzfähigkeit könne nicht gerechnet werden. Der Beschwerdeführer sei ab
dem 29. August 2016 100 % arbeit
sunfähig (Urk. 11/34/2-3).
Demgegenüber führt
e
Dr.
Z._
im Bericht vom 9. März 2017 zuhanden der Helsana Versicherung (Urk. 11/37/9-11)
aus, dass dem
Beschwerdeführer im Moment keine angepasste Tätigkeit zumutbar und möglich sei, da er nicht lange sitzen und nicht lange stehen könne (Urk. 11/37/11).
3.4
Dr.
A._
st
ellte in seinem Bericht vom 8.
Mai 2017 (Urk. 11/40/1-4) – in Ergänzung zu seinem Bericht vom 20. September 2013 (vgl. Urk. 11/14)
– die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsunfähigkeit:
-
Chronisches Lumbalsyndrom mit geringer
ischialgi
e
former
Ausstrahlung
-
Status nach mikrochirurgischer
Entfernung einer Diskushernie L4/5 rechts am 30. Juli 2013
Seit ungefähr August 2016 leide der Beschwerdeführer wieder zunehmend an Rücken-Kreuzschmerzen mit Ausstrahlung in die Rück-Aussenseite des rechten Beines. Ein MRI vom 30. August 2016 zeige eine Diskushernie
L3/4 rechts. Es sei eine Infiltration durchgeführt worden, welche eine Reduktion der Schmerzen erzielt habe.
Die Schmerzen bes
tünden allerdings weiterhin tags
und nachts. Ein MRI der Lendenwirbelsäule vom 31. März 2017 habe eine Spinalstenose L3/4 mit
recessaler
Irritation der L4
-
Wurzel rechts gezeigt
.
Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Arbeiter im Strassenbau bestehe ei
ne 100 %-
ige
Arbeitsunfähigkeit
. Die Erfassung einer angepassten Tätigkeit sei im Rahmen der neurochirurgischen Sprechstunde nicht möglich
(Urk. 11/40/1-2).
3.5
RAD-Arzt Dr.
med.
B._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatolo
gie,
verwies in seiner Stellungnahme vom 4. Juli 2017 (Urk. 11/43/3-4) zunächst auf die RAD
Stellungn
ahme vom 2
.
Oktober 2013
(vgl. Urk.
11/19
) und hielt fest,
dass der bereits 2013 festgestellte somatische Gesundheitsschaden ausgewiesen sei. Hinsichtlich der Arbeitsunfähigkeit für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Mitarbeiter im Strassenbau sei di
e aktenkundige Angabe einer 100
%-
igen
Arbeitsunfähigkeit seit August 2016 bis auf Weiteres uneingeschränkt plausibel
. Wie schon in der RAD-Stellungnahme vom 2. Oktober 2013 ausgeführt, sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht mit der Wiedererlangung einer wirt
schaftlich verwertbaren Arbeitsfähigkeit zu rechnen. Für eine behinderungsange
passte Tätigkeit g
e
be es laut Aktenlage nur die etwas v
age, qualitative Angabe von Dr.
Z._
, wobei aus orthopädischer Sicht unter Mitberücksichtigung einer 26-jährigen orthopädischen Praxiserfahrung auch diesbezüglich keine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit zu erwarten sei. Am ehesten sei ab
der letzten Kontrolle von Dr.
Z._
vom
7. Februar 2017 von einer
etwa 70
%-
igen
Arbeitsfähigkeit, resultierend aus einer gan
ztägigen Präsenz, aber einer 30
%-
igen
Leistungsminderung wegen der Notwendigkeit häufiger Arbeitsunterbrechungen durch vom Zeitpunkt her selbst zu wählende Ruhepausen, auszugehen. In diesem Umfang
sei
d
er
Versicherte
in einer körperlich leich
t
en Arbeit ohne Hantieren mit Lasten über
drei bis fünf Kilogramm
sowie ohne Arbeiten über Kopf oder in vorn
übergebeugter Haltung, ohne häufiges Bücke
n, arbeitsfähig (Urk. 11/43/4).
4.
4.1
Die in den zitierten medizinischen Akten dokumentierten Diagnosen sind unter den Parteien grundsätzlich unbestritten.
Ebenso gehen die Hausärztin und die Fachärzte - auch der RAD - davon aus, dass mit den objektiven Befunden an der Wirbelsäule der Versicherte die angestammte, sehr schwere Arbeit im Strassenbau nicht mehr ausführen kann, die er nach der Operation ab Herbst Oktober 2013
wieder aufgenommen
hatte. In diesem Sinne ist eine gesundheitliche Verschlech
terung seit der ersten Verfügung ausgewiesen.
Strittig ist hingegen
die
Arbeitsfähigkeit
in
einer
angepassten Tätigkeit
und das damit erreichbare Invalideneinkommen
sowie das im Einkommensvergleich für das Jahr 2017 hochgerechnete Einkommen ohne Behinderung in der Höhe von Fr. 69'031.99 (vgl. Urk. 6 S. 5).
4.2
Hinsichtlich
der Arbeitsfähigkeit
in der
angepassten Tätigkeit
des Beschwerde
führers
stützte sich die
Beschwerdegegnerin beim Erlass der angefochtenen
Ver
fügung auf die Stellungnahme
des RAD vom 4. Juli 2017 (U
rk. 11/43/3-4
)
.
Die
se
RAD-Stellungnahme erweist sich
als nicht
überzeugend
. Wie Dr.
B._
ohne Untersuchung des Beschwerdeführers und lediglich aufgrund einer aktenbasie
renden
Einschätzung
zu diesen Schlüs
sen beziehungsweise zu einer 70
%-
igen
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in der angepassten Tätigkeit kommt, wird nicht begründet und ist auch nicht nachvollziehbar.
Dr.
B._
verweist zwar auf
die Angaben von Dr.
Z._
,
weicht aber
gleichzeitig
von diesen
ab. So
attes
tierte Dr.
Z._
dem Beschwerdeführer im Hinblick auf eine angepasste Tätig
keit lediglich eine leichte Arbeit
ohne Gewichtsbelastung (nicht mehr als
drei Kilogramm
).
Ausserdem
sei dem Beschwerdeführer eine wechselbelastende Tätig
keit zu maximal 50
% möglich (vgl. Urk. 34/3-5). Dr.
B._
hingegen geht in seiner RAD-Stellungnahme vom 4. Juli 2017
ab dem 7. Februar 2017
von einer Arbeitsfähigkeit
von 70 % und von körperlich leichter Arbeit ohne Hantieren mit Lasten von mehr als
drei bis fünf Kilogramm
aus (vgl. Urk. 11/43/4).
Auch erwähnenswert ist der Umstand, dass Dr.
Z._
später
in ihrem Bericht vom 9. März 2017 zuhanden der Helsana eine angepasste Tätigkeit für weder zumut
bar noch möglich erachtet
(Urk. 11/37/11). Ob der undatierte Bericht mit letzter Kontrolle vom 7. Februar 2017 (Urk. 11/34) vor oder nach ihrem Bericht vom 9. März 2017 (Urk. 11/37/9-11) verfasst wurde, kann anhand der Akten nicht festgestellt werden.
Ihre
Angaben betreffend Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit erweisen sich indessen als nicht schlüssig und können deshalb nicht als alleinige
Entscheidungsgrundlage für eine
Rentenzusprache
dienen.
Hinzu kommt, dass sich auch Dr.
A._
nicht konkret zur Arbeitsfähigkeit in d
er angepassten Tätigkeit äussert
.
Keine weiterführenden Erkenntnisse im Sinne eines abschliessen
den Bildes erge
ben sich aus dem
im Beschwerdeve
rfahren eingereichten Bericht von Dr.
Z._
vom 19. September 2017 (Urk. 7/2).
So bestätigte Dr.
Z._
erneut die bereits in ihrem
undatierten
Bericht mit letzter Kontrolle vom 7. Februar 2017 (Urk. 11/34) attestierte 100%-
ige
Arbeitsunfähigkeit ab August 2016 und führte erneut aus, dass dem Beschwerdeführer eine leichte Arbeit mit wechselnder Körperposition möglich sei. Lediglich bei Gewichtsbelastung ging sie nicht mehr von maximal
drei
Kilogramm
sondern von maximal fünf Kilogramm
aus (Urk.
7/2).
Da der
entscheidrelevante
Sach
v
erhalt ungenügend abgeklärt ist, ist die Angele
genheit zu
weiteren Abklärungen an die
Verwaltung
zurückzuweisen. Es
ist
unumgänglich
,
eine fachspezifische Beurteilung im Hinbl
ick auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
in einer angepassten Tätigkeit
einzuho
len
.
4.3
Des Weiteren besteht Unklarheit hinsichtlich des im Einkommensvergleich für das Jahr 2017 hochgerechneten
Einkommens ohne Behinderung
in der Höhe von
Fr. 69'031.99 (vgl. Urk. 11/42).
Richtig ist zwar, dass mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit der Beschwerdeführer im Gesundheitsfall weiterhin bei der
Y._
AG im Strassenbau als Hilfsarbeiter tätig gewesen wäre. In diesem Sinne sind die hypothetischen Verhältnisse bei dieser Arbeitgeberin für die Ermittlung des
Valideneinkommens
im Zeitpunkt der Rentenzusprechung mass
gebend und zu ermitteln.
Währenddem
die Beschwerdegegnerin bezüglich des
Einkommens ohne Behinderung
von einem im Jahr 2014 erzielten Einkommen von Fr. 68'211.—
ausging und dieses hochrechnete
, ist der Beschwerdeführer der Ansicht, dass von einem im Jahr 2015 erzielten Einkommen von Fr. 71'444.45 ausgegangen werden müsse (vgl. Urk. 6 S. 5).
Da
der Beschwerdeführer gemäss
IK-Auszug (Urk. 11/32)
sowie
der mit Beschwerde eingereichten Arbeitgeberbe
scheinigung zuhanden der Arbeitslosenkasse (Urk. 7/3)
im Jahr 2014 ein Einkom
men von Fr. 68'154.— und im Jahr 2015 ein Einkommen von Fr. 71'444.— erzielte, bleibt unklar, weshalb die Beschwerdegegnerin
beim Einkommensver
gleich
von dem im Jahr 2014 und nicht von dem im Jahr 2015 erzielten Einkom
men des Beschwerdeführers ausgegangen ist
(vgl. Urk. 11/42)
. Zuletzt wird die IV-Stelle
prüfen
müssen
, ob dem Beschwerdeführer
beim Invalidenei
n
kommen
– wie von diesem in seiner Beschwerde geltend gemacht (Urk. 6 S. 4) – allenfalls ein
leidensbeding
t
er
Abzug zu gewähren sei, da der Beschwerdeführer
über keine Ausbildung verfügt
(vgl. Urk. 11/2/4, Urk. 11/9/3)
, nicht gut Deutsch spricht
(vgl. Urk. 11/9/5)
und seit dem Jahr 2000 als Hilfsarbeiter Strassenbau schwere Arbei
ten verrichtete
(vgl. Urk. 11/38/1)
.
4.4
Die Beschwerde ist gestützt auf die dargelegten Gründe in dem Sinne gutzu
heis
sen, dass die Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, damit diese im Sinne der Erwägungen verfahre und hernach über den Leistungs
an
spruch (berufliche Massnahmen/Rente) erneut entscheide (§ 26 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
)
.
5.
5.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand unabhängig vom Streitwert im R
ahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 6
00
.--
anzusetzen. Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen der
beschwerde
führenden
Partei (BGE 137 V 57 E. 2.1 mit Hinweisen). Entsprechend sind die Kosten der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Überdies hat der obsiegende Beschwerdeführer Anspruch auf den Ersatz der Par
teikosten (§ 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
in Verbindung mit Art. 61
lit
. g ATSG). Die Höhe der gerichtlich festzu
setzenden Entschädigung wird ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem
Mass
des Obsiegens bemes
sen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
). Vorliegend ist eine Prozessentschädi
gung von Fr.
1‘8
00.-- (inkl
. Barauslagen und
MWSt
) angemessen.