Decision ID: 1ea5a282-2ff2-48b9-8e25-006f791306ae
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1969, bezog aufgrund der Folgen eines
am
9.
Mai
1996 erlittenen Verkehrsunfalles (vgl.
Urk.
10/1 ff.) seit Januar 1999 eine Rente der Invalidenversicherung (IV-Grad 65
%
; vgl.
Urk.
10/174/7) und seit Januar 2005 eine Komplementärrente der Unfallversicherung, welche ihr die Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft (nachfolgend: Allianz)
gestützt auf eine Vereinbarung vom 2
3.
März 2005
, wonach der Invaliditätsgrad 65
%
betrage
(
Urk.
10/182)
,
als zuständiger Unfallversicherer mit Verfügung vo
m 2
4.
März 2005 zusprach (
Urk.
10
/183).
1.2
Gestützt auf die Ergebnisse von Observationen der Versicherten in den Jahren 2009 und 2010, veranlasst vom Haftpflichtversicherer des Unfallverursachers
(
Urk.
10/208/1
)
,
stellte
die Allian
z di
e Versicherungsleistungen mit Verfügung vom
3
0.
November 2010 per Verfügungsdatum
ein
(
Urk.
10/209). Nachdem die Versicherte dagegen Einsprache erhoben hatte
(
Urk.
10/213)
,
ordnete die Allianz mit Zwischenverfügung vom
4.
August 2011 eine polydisziplinäre
Begutachtung
an (
Urk.
10/229). D
ie von der Versicherten am 1
4.
September 2011 dagegen erhobene Beschwerde (
Urk.
100/233) wies das hiesige Gericht mit Ur
teil
UV.2011.00253
vom
7.
Mai 2012 ab (
Urk.
10/
252
). Das Urteil erwuchs unange
fochten in Rechtskraft. Da die Versicherte in der Folge die Teilnahme
an der Begutachtung verweigerte
(
Urk.
10/268)
,
holte die Allianz bei
m Zentrum Y._
ein Aktengutachten ein (
Urk.
10/271). Mit
Einsprache
entscheid
vom
4.
September 2013 hielt sie
mit der Begründung, dass die
Versi
cherte
ihre Mitwirkungspflicht verletzt habe,
an der am 3
0.
November 2010 verfügten Aufhebung der Versicher
ungsleistungen fest (
Urk.
10/277
).
M
it Urteil
des hiesigen Gerichts
UV.2013.00230 vom 3
0.
A
pril 2015
(
Urk.
10/280)
und Urteil des Bundesgerichts 8C_431/2015 vom 2
2.
September 2015 (
Urk.
10/282) wur
de die Rentenaufhebung jeweils bestätigt
.
1.3
Nachdem sich die Versicherte mit
E-Mail vom 1
5.
Juni 2015 und
Schreiben vom 1
4.
Oktober 2015 bereit erklärt hatte, sich einer Begutachtung zu unterziehen (
vgl. Beilage zu
Urk.
10/282,
Urk.
10/284),
holte die
Allianz
zunächst aktuelle Berichte der behandelnden Ärzte ein. A
m 2
6.
März 2019
erstattete die Gutach
tensstelle
Z._
das polydisziplinäre Gutachten in den Fachrichtungen Psychiatrie, Innere Medizin, Rheumatologie und Neurologie (
Urk.
10/318).
A
m 2
1.
Juni 2019
verfügte die Allianz
, dass die Versicherte
rück
wirkend
ab
1.
Dezember
2010
keinen
Anspruch
mehr auf Versicherungsleis
tungen habe (
Urk.
10/325)
,
worauf die Versicherte am 2
6.
August 2019 Einspra
che erhob
(
Urk.
10/327)
.
Diese wies die Allianz mit
Einspracheentscheid
vom
6.
April 2021 ab (
Urk.
10/330 =
Urk.
2).
1.4
Zwischenzeitlich hatte
auch die Invalidenversicherung
mit Verfügung vom
5.
Juni 2019 einen weiteren Anspruch der Versicherten auf eine Invalidenrente verneint
(
Urk.
10/324)
. Die dagegen erhobene Beschwerde hiess das hiesige Gericht mit
unangefochten in Rechtskraft erwachsenem
Urteil IV.2019.00508 vom 2
9.
Januar 2021 dahingehend
teilweise
gut
, als
dass die
Versicherte
für die Zeit vom
1.
Oktober 2015 bis am 3
1.
Juli 2019 weiterhin Anspruch auf eine
Drei
viertels-
Invalidenrente habe
und die Rente ab
1.
August 2019 aufzuheben sei
(
Urk.
10/335 Beilage 2
).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
der Allianz vom
6.
April 2021
erhob die Versi
cherte, vertre
ten durch Rechtsanwalt
Dr.
Ronald
Pedergnana
, am 1
1.
Mai 2021 Beschwerde mit den Anträgen, der
Einspracheentscheid
der Beschwerdegegnerin vom
6.
April 2021 sei aufzuheben und es sei ein Gerichtsgutachten zur Festlegung der Leistungsfähigkeit und somit des Invaliditätsgrades einzuholen; eventualiter sei die Rente unverändert bis 3
1.
Juli 2019 weiter auszurichten (
Urk.
2
S. 2
).
Mit Beschwerdeantwort vom 1
7.
September 2021 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde
;
eventualiter beantragte sie, in teilweiser Gutheissung der Beschwerde sei festzustellen, dass die Beschwerdeführerin für die Zeit vom
1.
Oktober 2015 bis zum 3
0.
Juni 2019 einen Anspruch auf eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 65
%
habe (
Urk.
9
S. 2
). Die Beschwerde
führ
erin
ergänzte
ihre Rechtsbegehren in der Replik vom 1
7.
Dezember 2021 dahingehend, dass bei d
er MEDAS
A._
ein Gerichtsgutachten zur Beantwortung der Frage, ob sich der
Zustand seit der Rentenfestsetzu
n
g
geändert habe, eventualiter zur Fest
legung der Leistungsfähigkeit und somit des Invaliditätsgrades, in Auftrag zu geben
sei
(
Urk.
18
S.
2
), worauf die Beschwerdegeg
n
erin mit Duplik vom 2
7.
Januar 2022 an ihren Anträgen festhielt (
Urk.
23). Mit unaufgefordert einge
reichter Stellungnahme vom 2
1.
Februar 2022 machte die Beschwerdeführerin
unter Beilage eines Berichts des Schadenaussendienstes vom 1
1.
April 2002
weitere Ausführungen zur Sache (
Urk.
25), wozu
sich
die Beschwerdegegnerin am
4.
Mai 2022
äusserte
(
Urk.
29).
Daraufhin liess sich die Beschwerdeführerin am
3.
Juni 2022 erneut vernehmen und passte
ihre Rechtsbegehren
dahingehend
an, dass das Gerichtsgutachten bei der
B._
AG in Auftrag zu geben sei (
Urk.
33)
. Davon
wurde der
Beschwerdegegnerin
mit Verfügung vom
9.
Juni 2022
K
enntnis
gegeben
(
Urk.
34
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art. 53 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (ATSG) kann der Versicherungsträger auf formell rechtskräf
tige Verfügungen oder
Einspracheentscheide
zurückkommen, wenn diese zwei
fellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (sog. Wiedererwägung). Zweifellose Unrichtigkeit in diesem Sinne setzt voraus, dass kein vernünftiger Zweifel an der (von Beginn weg bestehenden) Unrichtig
keit der Verfügung besteht, also einzig dieser Schluss denkbar ist. Ob dies zutrifft, beurteilt sich nach der bei Erlass der Verfügung bestehenden Sach- und Rechts
lage,
einschliesslich
der damaligen Rechtspraxis. Das Erfordernis ist in der Regel erfüllt, wenn eine Leistungszusprechung aufgrund falscher Rechtsregeln erfolgte oder weil
massgebliche
Bestimmungen nicht oder unrichtig angewandt wurden (Urteil des Bundesgerichts 8C_670/2019 vom 19. Februar 2020 E. 3.2 mit Hinweis auf BGE 140 V 77 E. 3.1, 138 V 324 E. 3.3). Von erheblicher Bedeutung ist die Berichtigung von rechtskräftigen Verfügungen oder
Einspracheentscheiden
stets, wenn sie periodische Leistungen zum Gegenstand haben (vgl. BGE 140 V 85 E. 4.4).
Auch mehr als zehn Jahren nach Erlass einer zweifellos unrichtigen Verfügung ist die Verwaltung befugt, auf diese wiedererwägungsweise zurückzukommen (BGE 140 V 514 E. 3).
1.2
1.2.1
Nach
Art.
50 ATSG können Streitigkeiten über sozialversicherungsrechtliche Leistungen durch Vergleich erledigt werden (
Art.
50
Abs.
1 ATSG). Der Versiche
rungsträger hat den Vergleich in Form einer anfechtbaren Verfügung zu eröffnen (
Art.
50
Abs.
2 ATSG; BGE 140 V 77 E. 3.2 mit Hinweisen).
1.2.2
Die Befugnis zum Abschluss eines Vergleichs ermächtigt die Behörde nicht, bewusst eine gesetzwidrige Vereinbarung zu schliessen, also von einer von ihr als richtig erkannten Gesetzesanwendung im Sinne eines Kompromisses abzu
weichen. Ist der Vergleich im Gesetzesrecht zugelassen, so wird aber damit den Parteien bei ungewisser Sach- oder Rechtslage die Befugnis eingeräumt, ein Rechtsverhältnis vertraglich zu ordnen, um die bestehende Rechtsunsicherheit zu beseitigen. Dabei und damit wird in Kauf genommen, dass der Vergleichsinhalt von der Regelung des Rechtsverhältnisses abweicht, zu der es bei umfassender Klärung des Sachverhalts und der Rechtslage allenfalls gekommen wäre. Ein Vergleich ist somit zulässig, soweit der Verwaltung ein Ermessensspielraum
zukommt sowie zur Beseitigung rechtlicher und/oder tatsächlicher Unklarheiten (BGE 14
0 V 77 E. 3.2.1 mit Hinweisen).
1.2.3
Rechtsprechungsgemäss kann ein Vergleich grundsätzlich ebenso in Wiederer
wägung gezogen werden wie eine Verfügung. Es sind jedoch im Rahmen von
Art.
53
Abs.
2 ATSG höhere Anforderungen zu stellen, um dem Vergleichs
charakter
Rechnung zu tragen (BGE 138 V 147
E. 2.3). Der Mechanismus der Interessenabwägung ist somit bei der Wiedererwägung eines Vergleichs bezie
hungsweise einer Verfügung der gleiche; Unterschiede ergeben sich jedoch bei der Gewichtung, namentlich des Schutzes des berechtigten Vertrauens in den Bestand, der tendenzmässig beim Vergleich stärker als bei der Verfügung ausfällt (BGE 138 V
147
E. 2.4).
Zu beachten ist dabei auch, dass die
Zusprache
von Sozialversicherungsleis
tungen in der Regel auf verschiedenen Anspruchsgrundlagen beruht. Im
Bundes
gesetz über die Unfallversicherung (UVG)
sind dies, nebst etwa der Versiche
rungsdeckung und den notwendigen kausalen Zusammenhängen, bei der Invali
denrente in erster Linie der Invaliditätsgrad - mit den diesem
zugrunde liegenden
Faktoren der Invaliditätsbemessung - und der versicherte Verdienst. Werden Sozialversicherungsleistungen gestützt auf einen Vergleich verfügt, umfasst dieser für gewöhnlich eine gesamthafte Würdigung aller relevanten Anspruchs
faktoren. Das heisst, jede Vergleichspartei bezieht ihre Überlegungen mit ein und nimmt in Kauf, dass bei der vergleichsweisen Erledigung einige Anspruchs
faktoren eher zu ihren Gunsten, andere eher zu ihren Ungunsten ausgelegt werden als bei einer umfassenden Prüfung, und sie wägt ab, welchem Ergebnis sie bei gesamthafter Betrachtung zustimmen will. Der Versicherungsträger hat sich hier
bei im Rahmen des ihm zustehenden Ermessens zu halten. Für die versicherte Person wird die rasche Zusprechung einer möglichst hohen Leistung im Vorder
grund stehen
(BGE 140 V 77 E. 3.2.2)
.
1.2
.4
Der wie dargelegt gesamthaften Betrachtungsweise beim Vergleich und den ihr zugrundeliegenden Wechselwirkungen läuft zuwider, wenn der Unfallversicherer im Nachhinein ein einzelnes Element des Leistungsanspruchs herausgreift und einer Wiedererwägung der damaligen Verfügung zugrunde legt, an den übrigen Anspruchsfaktoren gemäss Vergleich aber ohne nähere Prüfung festhalten will. Um eine Wiedererwägung vornehmen zu können, müsste vielmehr feststehen, dass die vergleichsweise verfügte Leistung bei einer auch sämtliche weiteren Anspruchsfaktoren umfassenden Klärung des Sachverhalts und der Rechtslage - auf damaligem Stand - im Ergebnis als offensichtlich unrichtig zu betrachten ist
(BGE 140 V 77 E. 3.2.3)
.
1.3
Anlass zur Revision einer Invalidenrente im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung; dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebe
nen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen und E. 6.1). Entsprechend ist gegebenenfalls nicht nur der natürliche Kausal
zusammenhang, sondern auch dessen Adäquanz für die Zukunft neu zu prüfen, wobei die im Zeitpunkt der erwogenen revisionsweisen Leistungsanpassung gegebenen tatsächlichen Verhältnisse massgebend sind (vgl. Urteil des Bundes
gerichts 8C_387/2018 vom 16. November 2018 E. 2.3 mit Hinweisen).
Zeitlicher Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades ist die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachver
haltsabklärung, Beweiswürdigung und – sofern Anhaltspunkte für eine Verände
rung der erwerblichen Auswirkungen einer Gesundheitsschädigung bestehen – Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht (BGE 134 V 131 E. 3, 133 V 108 E. 5.3.1 und E. 5.4).
1.4
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invali
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche
Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.5
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.
6
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver
lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte im angefochtenen
Einspracheentscheid
aus, die Beschwerdeführerin habe sich im Zeitraum vom
1.
Dezember 2010 bis und mit 1
4.
Oktober
2015 der vorgesehenen Begutachtung wiedersetzt. Sie habe demnach unter keinem Titel und rechtskräftig keinen Anspruch auf
Versicherungsleis
tungen
in diesem Zeitraum. Zu prüfen sei einzig, ob sie nach dem 1
5.
Oktober 2015 einen weiteren Anspruch auf Versicherungsleistungen habe (
Urk.
2 S. 4).
Im nach Aufgabe der Widersetzlichkeit erstellten polydisziplinären Gutachten vom
2
6.
März 2019
seien die Experten des
Z._
zum Ergebnis
gelangt
, dass
sich
der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit der
Rentenzusprache
verbes
sert habe. Spätestens ab dem Zeitpunkt der Würdigung der Observation im Aktengutachten von
Dr.
med. C._
vom 3
1.
August 2010 sei die
Diskrepanz
zwischen den objektivierbaren Befunden und der subjektiven Befind
lichkeit der Beschwerdeführerin manifest und unfallkausale Restfolgen nicht mehr überwiegend wahrscheinlich nachweisbar. Die aktuell verbleibende Diffe
renz (subjektiv weiterhin maximal 60
%
Arbeitsfähigkeit / objektiv keine Einschränkung begründbar) sei medizinisch nicht begründbar. Es lägen kein
e
objektivierbaren unfallbedingten
Befunde
oder Einschränkungen in der beruf
lichen Leistungsfähigkeit vor, weder in der angestammten, noch in einer anderen Bürotätigkeit. Das Gutachten sei uneingeschränkt beweistauglich
. Es sei daher von einer Verbesserung des Gesundheitszustandes auszugehen
. D
ie Vorausset
zungen für eine materielle Rentenrevision seien erfüllt, weshalb die Anspruchs
berechtigung der Beschwerdeführerin und allenfalls der Umfang des
Anspruchs
pro
futuro
und ohne Bindung an frühere Beurteilungen umfassend zu prüfen sei (
Urk.
2 S. 4 f.).
Darüber hinaus sei die
Rentenzusprache
bei fehlenden somatischen Befunden ohne jegl
iche Adäquanzprüfung erfolgt,
erweise sich demnach als zweifellos unrichtig und sei mit Wirkung ex
nunc
et pro
futuro
im massgeblichen Zeitpunkt der Leistungseinstellung zu korrigieren (
Urk.
2 S. 6).
Gestützt auf das
Z._
-Gutachten sei davon auszugehen, dass bereits im Zeitpunkt der per 3
0.
November 2010 erfolgten Leistungseinstellung kein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen den geklagten Beschwerden und dem Unfall mehr bestanden habe. Demnach sei jeglicher Anspruch der Beschwerdeführerin auf weitere Versicherungsleistungen entfallen und deren Terminierung sei zu Recht erfolgt
(
Urk.
2 S. 6 f.).
Im Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 3
0.
November 2010 habe
zudem
zufolge vollständiger Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in der angestammten Bürotätigkeit keine unfallbedingte Erwerbseinbusse und demnach bei einem Invaliditätsgrad von 0
%
keine Invali
dität mehr bestanden. Ein Rentenanspruch sei auch aus diesem Grund entfallen (
Urk.
2
S. 7).
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte dagegen vor, die Rente basiere auf einer
Verein
barung
zwischen ihr und der Beschwerdegegnerin. Es handle sich dabei um einen Vertrag, der mit einer Verfügung re
chtskräftig geworden sei. Es sei
nicht möglich,
dass die Beschwerdegegnerin wiedererwägungsweise auf die Verfügung zurück
kommen könne, weil sie falsch sei, vielmehr müsse sie einen Willensmangel nach
weisen, was sie nicht getan habe (
Urk.
1 S. 5).
Weiter sei das Gutachten des
Z._
parteiisch und unvollständig.
Die Gutachter hätten nicht über sämtliche Akten verfügt, insbesondere sei das Privatgutachten von
Dr.
D._
nicht bei den Akten gewesen. Das
Aktengutachten von
Dr.
C._
vom 3
1.
August 2010 - worin ausführlich zu den
ihres Erachtens unrechtmässig durchgeführten
Observationen
in den Jahren 2009 und 2010
Stellung genommen werde -
habe dagegen
eine nicht weiter hinterfragte Bedeutung, während die kritische Würdigung dieser Observationen durch das Sozialversicherungsgericht im Urteil IV.2011.00733 nicht berücksichtigt worden sei. Folglich sei das
Z._
-Gutachten parteiisch u
nd nicht verwertbar (
Urk.
1 S. 6
ff.). Ferner hätte - analog der Regelung im Strafrecht bezüglich Fernwirkung von Beweisverwertungs
verboten - das Gutachten von
Dr.
C._
als Beweisfrucht, welche von einem unzulässigen Beweismittel (verdeckte Überwachung) stamme, grundsätzlich nicht verwertet werden dürfen. Falls die Überwachung als rechtmässig angesehen werde, hätte hingegen zumindest das Überwachungsvideo beigezogen werden müssen
. Dieser Mangel lasse sich
allenfalls
durch ein gerichtliches Gutachten
beheben
,
wobei nur noch die MEDAS A._
in Frage komme, nachdem das
Z._
der Sache nicht gewachsen gewesen sei (
Urk.
1 S. 9
f.).
2.3
Die Beschwerdegegnerin ergänzte in der Beschwerdeantwort, es treffe nicht zu, dass der Gutachterstelle
Z._
das vom Rechtsvertreter
der Beschwerdeführerin
eingeholte Aktengutachten von
Dr.
med.
D._
vom
4.
April 2012 nicht vorge
legen habe. Die Gutach
t
erstelle sei nicht verpflichtet, zu jedem einzelnen Arzt
bericht explizit Stellung zu nehmen, sondern es stehe ihr zu, sich auf das medi
zinisch
W
e
s
entliche zu beschränken (
Urk.
9 S. 5).
Die Beschwerdeführerin bringe die gleichen Argumente vor, wie bereits im Gerichtsverfahren der Invalidenversicherung. Im Urteil des hiesigen Gerichts vom 2
9.
Januar 2021 (Verfahren IV.2019.00508) seien diese allesamt entkräftet und
das Gutachten sei
nach eingehender Prüfung als uneingeschränkt beweiskräftig
eingestuft
worden. Dies müsse auch für das vorliegende Verfahren gelten. Sie ha
be sich bei der Bestätigung der L
eistungseinstellung per 3
0.
November 2010 zu Recht darauf abgestützt. Ein gerichtliches Gutachten würde zu
keinem
anderen Ergebnis führen, weshalb davon abzusehen sei (
Urk.
9 S. 6).
Gemäss Rechtsprechung könne ein Vergleich grundsätzlich ebenso in Wieder
erwägung gezogen werden, wie eine Verfügung. Es seien jedoch im Rahmen von
Art.
53
Abs.
2 ATSG höhere Anforderungen zu stellen, um dem Vergleichs
charakter Rechnung zu tragen. Die Wiedererwägung sei zulässig
,
wenn der Vergleich zweifellos unrichtig gewesen sei. Ein Vergleich habe das Legalitäts
pri
n
zip zu beachten und es dürfe keine vom Gesetzesrecht abweichende R
egelung getroffen werden (
Urk.
9 S. 7). Die Rentenzusprechung
gemäss Verfügung vom 2
4.
März 2005 sei in analoger Anwendung des im Verfahren der Invalidenver
sicherung erstrittenen Invaliditätsgrades erfolgt, mithin direkt via Prüfung der Invalidität. Dies sei in der
finalen
Invalidenversicherung richtig,
jedoch
nicht in der kausalen Unfallversicheru
ng. Bildgebend seien beim Fallab
schluss keine organischen Schäden ausgewiesen gewesen, sondern es habe im Wesentlichen ein Schmerzzustand bestanden. Bei dieser Sachlage hätte sie den adäquaten Kausalzusammenhang der geltend gemachten Beschwerden zum Unfall bereits im Verfügungszeitpunkt separat prüfen müssen. Sie habe diesbezüglich keinen Ermessensspielraum gehabt. Indem die gesetzlich vorgeschriebene Prüfung der
Adäquanz
unterblieben sei und
direkt
die Invalidität bemessen worden respektive vom IV-Verfahren übernommen worden sei, liege eine fehlerhafte Rechtsanwen
dung vor und die Verfügung vom 2
4.
März 2005 sei zu Recht als zweifellos unrichtig in Wiedererwägung gezogen worden. Die
vorliegend
erfolgte wieder
erwägungsweise Rentenaufhebung habe dabei nicht in analoger Anwendung von
Art.
88
bis
Abs.
2
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
zu erfol
gen, sondern könne auch rückwirkend ex
tunc
festgelegt werden, ohne dass eine Meldepflichtverletzung oder eine unrechtmässige Leistungserwirkung vorliegen müsse. Sie habe die Wirksamkeit der wiedererwägungsweisen Leistungsein
stellung per 3
0.
November 2010 festgelegt, aus heutiger Sicht zulässigerweise rückwirkend. Dieser Zeitpunkt sei daher massgeblich (
Urk.
9 S. 8).
Hinsichtlich der wiedererwägungsweise nachzuholenden Adäquanzprüfung müsse selbst bei Anwendung der versichertenfreundlicheren
Schleuder
traumapraxis
ein
rechtsgenüglicher
adäquater Kausal
z
usammenhang verneint werden.
Der
Unfall vom
9.
Mai 1996
sei
im mittleren Schwerebereich anzusiedeln
und
die erforderlichen drei
Kriterien
seien
nicht erfüllt. Massgebend für die Adä
quanzprüfung sei der Zeitpunkt der Renteneinstellung per
3
0.
November 2010 (
Urk.
9 S. 8). Der adäquate Kausalzusammenhang der geltend gemachten Beschwerden sei nicht ausgewiesen und zu verneinen. Damit entfalle jeglicher Leistungsanspruch der
Beschwerdeführerin
ab dem 3
0.
November 2010 (
Urk.
9 S. 9).
Das Gericht habe d
as Vorliegen eines Rentenrevisionsgrundes schliesslich bereits im Urteil vom 2
9.
Januar 2021 betreffend die Invalidenversicherung geprüft und
sei zum Schluss gekommen, dass die Beschwerdeführerin ihre berufliche
Leis
tungsfähigkeit
im Vergleich zum Referenzzeitpunkt nachweislich habe steigern könne, was eine
wesentliche
gesundheitliche Besserung und demnach einen Revisionsgrund darstelle. Dies müsse auch vorliegend gelten. Gemäss dem Gutachten
habe
im Zeitpunkt der Rentenrevision kein natürlicher Kausalzu
sammenhang der geltend
gemachten
Beschwerden zum Unfallereignis mehr vorgelegen. Zudem sei
auch
aufgrund der gutachterlich festgestellten vollstän
digen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin ein Rentenanspruch zu verneinen.
Da eine
revisionsweise R
entenaufhebung
nicht rückwirkend, sondern
per Verfü
gungszeitpunkt am 2
1.
Juni 2019 zu erfolgen habe, stünde der Beschwerde
führerin
bei Verneinung eines Wiedererwägungsgrundes
eine Renten
n
ach
zahlung bei einem Invaliditätsgrad von 65
%
für den Zeitraum vom
1.
Oktober 2015 bis zum 3
0.
Juni 2019 zu (
Urk.
9 S. 11).
2.4
Die Beschwerdeführerin legte in der Replik dar,
die Motivation zur Überwachung sei vorliegend
nicht
einem Anfangsverdacht geschuldet, sondern allein der Tatsache, dass es um viel Geld gegangen sei. Es sei scheinheilig, zu betonen, dass den Sozialversicherern
zugespielte
Überwachungsakten, di
e
durch den Haft
pflichtversicherer eingeholt worden seien, letztlich eben nicht vom Sozialver
sicherer eingeholt worden seien, weshalb die mangelnde gesetzliche Grundlage nicht spiele (
Urk.
18 S. 4).
D
as Gutachten von
Dr.
D._
werde im
Z._
-Gutachten überhaupt nicht erwähnt. Die Beschwerdegegnerin behaupte jedoch, dass der G
utachterstelle diese Akten vorgelegen hätten. Sie beantrage daher vorfrageweise die Abklärung bei der
Z._
-Gutachterstelle, weshalb das Gutachten von
Dr.
D._
nic
ht zitiert werde (
Urk.
18 S. 4)
.
Dr.
D._
seien sämtliche Überwachungsakten zur Verfügung gestanden und er habe sich diese angeschaut. Zudem habe er sie an zwei Daten untersucht beziehungsweise durch einen Rheumatologen untersuchen lassen. Gestützt darauf sowie
auf
die
Vorakten
habe er sich eine Meinung gebildet. Es handle sich um ein Gutachten mit umfassender Begründung und eigener Unter
suchung, wie dies das Bundesgericht verlange (
Urk.
18 S. 10). Das
Z._
-Gut
ach
ten diskutiere das Gutachten und die Untersuchungsbefunde von
Dr.
D._
und
Dr.
E._
gar nicht und komme deshalb zum Schluss, dass keine Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit bestehe. Dies stehe der Einschätzung im
D._
-Gutach
ten diametral entgegen (
Urk.
18 S. 7 f.).
Dadurch, dass sich die nachteilige Verfügung auf ein Gutachten stütze, welches auf unvollständigen Akten basiere, sei ihr rechtliches Gehör verletzt worden, insbesondere ihr Anspruch auf Begründun
g (
Urk.
18 S. 9). Ihr Gehörsansp
ruch sei ebenfalls dadurch verletzt worden, dass ihr zwar der Fragebogen mitgeteilt
worden
sei
, jed
och nicht, welche Akten der Gut
achterstelle zur Verfügung gestanden seien (
Urk.
18 S. 10).
Vorliegend seien die Beschwerden am Achsenskelett, vor allem der Halswirbel
säule
,
massgeblich für die Einschätzung der Leistungsfähigkeit und
folglich
sei einzig die Frage zu beantworten, ob sich diesbezüglich etwas geändert habe.
A
us den Unterlagen sei
unschwer
zu erkennen, dass sich nichts geändert habe. Die Gutachter
Dr.
D._
und
Dr.
E._
hätten aus dem gleichen Befund
,
wie
er von den
Z._
-Gutachter
n
erhoben
worden sei
, eine teilweise Arbeitsunfähigkeit abgeleitet. Das
Z._
-Gutachten stelle daher lediglich eine andere Einschätzung der gleichen Befundlage dar. Die Probleme in der Halswirbelsäule seien erkannt
,
aber anders gewertet
worden
. Das genüge nicht für eine Aufhebung der Rente (
Urk.
18 S. 12 und S. 14).
Zwar arbeite sie mittlerweile wieder
,
aber sozusagen in Isolation, weil sie nicht mehr wie früher belastbar sei. Dies schlage sich auch im Einkommen nieder, wobei sie für die Zukunft Hand biete zur Überprüfung der Rente anhand eines Einko
mmensvergleichs (
Urk.
18 S. 15)
.
2.5
Die Beschwerdegegnerin legte in der Duplik dar, die Behauptung der Beschwer
deführerin, das Gutachten von
Dr.
D._
habe der Gutachterstelle nicht vorge
legen, sei aktenwidrig
;
vielmehr sei dieses sowohl von ihr als auch der Invaliden
versicherung im Verzeichnis der versendeten Akten aufgeführt (
Urk.
23 S. 2). Von den ersuchten Abklärungen bei der Gutachterstelle sei kein Erkenntnisgewinn zu erwarten und daher sei davon abzusehen
(
Urk.
23 S. 3).
Die Besch
w
erdeführerin verkenne, dass nicht die Observationsakten die Renten
revision begründeten, sondern die Veränderungen in den medizinischen und wirtschaftlichen
Tatsachen
. Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin und ihre
wirtschaftliche
Leistungsfähigkeit habe sich im Verlauf verbessert, weshalb die Voraussetzungen für eine Rentenrevision erfüllt seien. Weder das Gutachten von
Dr.
D._
noch
dasjenige
von
Dr.
C._
würden etwas an diesen Tatsachen ändern
.
Es sei demnach nicht notwendig, die Einzelheiten der Observations
berichte zu erörtern
(
Urk.
23 S. 3)
.
Das
Gutachten von
Dr.
D._
sei
einzig mit der Fragestellung der Beschwerde
führerin und in deren Auftrag erfolgt, dagegen sei das
Z._
Gutachten unter Wahrung der Mitwirkungsrechte der Beschwerdeführerin und unter Einbezug der Invalidenversicherung und deren Akten erstellt wor
den. Letzterem
komme voller Beweiswert zu, woran das Gutachten von
Dr.
D._
nichts zu ändern vermöge
(
Urk.
23 S. 4). Ebenfalls nichts zu ändern vermöchten die mit der Replik einge
reichten Arztberichte, da 25 Jahre nach dem Unfallereignis ins Feld geführte
Diagnosen den Wegfall der natürlichen Unfallkausalität nicht wiederzubeleben vermöchten (
Urk.
23 S. 4).
2.6
Die Beschwerdeführerin legte in ihrer Stellungnahme vom 2
1.
Februar 2022 dar, die Beschwerdege
gnerin habe offensichtlich das
Begutachtungsverfahren mani
puliert, was eine Verletzung der Abklärungspflicht und ein Verstoss gegen
Art.
8 EMRK darstelle. Nicht nur habe sie das Gutachten von
Dr.
D._
nicht weiter
geleitet, sondern offensichtlich auch nur medizinische Akten und keine Verfah
rensakten. Im Sachverhalt des Gutachtens sei kein einziger Gerichtsentscheid diskutiert worden, weshalb dieses offensichtlich falsch, einseitig und ungenügend diskutiert gewesen sei (
Urk.
25 S. 2 f.).
Bereits bei der Berentung sei ihr die Leistungsfähigkeit zugeschrieben word
en, die sie auch heute inne
habe. Sie habe sich seither im Rahmen dieser Leistungsfähig
keit beschäftigen lassen (
Urk.
25 S. 4). Es sei offensichtlich, dass die Beschwerde
gegnerin die Überwachung zum Anlass genommen habe, die Leistungen einzu
stellen. Eine Verbesserung zur
g
utachterlich festgestellten Leistungsfähigkeit im Zeitpunkt des Unfalles habe es nie gegeben und eine solche sei auch ni
cht disku
tiert worden (
Urk.
25
S. 5).
Schliesslich ergänzte die Beschwerdeführerin in ihrer Stellungnahme vom
3.
Juni 2022, die MEDAS A._
existiere nicht mehr, weshalb sie eine Gerichtsbegut
achtung bei der
B._
AG in F._
beantrage (
Urk.
33 S. 2).
2.7
Die Beschwerdegegnerin
fügte
in ihrer Stellungnahme vom
4.
Mai 2022 an,
d
er Fall sei lege
artis
abgeklärt und dokumentiert. Sie verw
i
es zudem auf das Urteil
IV.2019.00508
vom 2
9.
Januar 2021
,
worin das
hiesige
Gericht eine wesentliche
gesundheitliche
Besserung im Sinne einer Angewöhnung oder A
npassung an die
E
inschränkung
anerkannt habe und sich
dabei auf die
Einschätzung
der Gutach
ter und die Aussagen der Beschwerdeführerin im Rahmen der Begutachtung
gestützt habe
,
welche belegen, dass sie ihr Arbeitspensum im Vergleich zum Referenzzeitpunkt in relevantem Ausmass zu steigern vermögen habe
(
Urk.
29 S. 2).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen
Einspracheentscheid
davon aus, dass
sich
die Beschwerdeführerin im Zeitraum vom
1.
Dezember 2010 bis und mit 1
4.
Oktober 2015 der vorgesehenen Begutachtung widersetzt und demnach unter keinem Titel Anspruch auf Versicherungsleistungen habe (
Urk.
2 S. 4
).
Die
Beschwerdeführerin beantragt demgegenüber im Eventualantrag, die Rente sei bis 3
1.
Juli 2019 unverändert auszurichten (
Urk.
1 S. 2).
3.2
Das Bundesgericht hat sich im Urteil 8C_481/2013 vom 7. November 2013 E. 6.3.7.2-6.3.9 (publiziert ohne Erwägung 6.3.9 in BGE 139 V 585) ausführlich mit der Frage auseinandergesetzt, wie in verschiedenen Konstellationen zu ver
fahren ist, wenn eine versicherte Person, deren verweigernde Haltung mit einer Leistungseinstellung nach
Art.
43
Abs.
3 ATSG sanktioniert wurde, später ihre vorbehaltlose Mitwirkung anbietet. Zusammengefasst erwog es, massgebend sei die Berücksichtigung des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes. Denn werde die verweigerte Mitwirkung in einem späteren Zeitpunkt erbracht, könne sich die festgelegte Sanktion – Nichteintreten oder Entscheid aufgrund der Akten – nur auf diejenige Zeitspanne beziehen, während der die Mitwirkung verweigert worden sei (E. 6.3.7.5). Hinsichtlich der Leistungseinstellung, die während einer von Amtes wegen eingeleiteten Revision verfügt wurde, kam das Bundesgericht daher zum Schluss, mit Kenntnisnahme der Bereitschaftserklärung der vorbehalt
losen Einwilligung der versicherten Person in die Abklärungsmassnahme sei der Versicherungsträger in der Lage gewesen, das Revisionsverfahren fortzusetzen. Demnach sei ab jenem Zeitpunkt die bisherige Rente erneut auszurichten und zwar bis zum Zeitpunkt, in welchem dem Versicherungsträger im Rahmen des laufenden Rentenrevisionsverfahrens gegebenenfalls der
rechtsgenügliche
Nach
weis einer anspruchsrelevanten erheblichen Änderung der tatsächlichen Verhält
nisse gelinge (E. 6.3.8).
3.3
Im Urteil 8C_431/2015 vom 2
2.
September 2015 betreffend die mit Verfügung vom
4.
September 2013 angeordnete Rentenaufhebung (
Urk.
10/2
82
) erwog das Bundesgericht,
gemäss
dem kantonalen Gericht gebe es
aufgrund der durch die Observation der
Beschwerdeführerin
erzielten Erkenntnisse begründeten An
lass zur Annahme, dass sich deren
Gesundheitszustand in der Zeit zwischen der rentenzusprechenden Verfügung vom 2
4.
März 2005 und der rentenaufhebenden Verfügung vom 3
0.
November 2010 erheblich verbessert haben und damit ein Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17 ATSG vorliegen könnte. Alleine aufgrund der vorliegenden Akten lasse sich ein solcher Revisionsgrund aber weder schlüs
sig bejahen noch schlüssig verneinen. Die
Beschwerdeführerin bringe im bundes
gerichtlichen Verfahren
nichts vor, was zu einer abweichenden Würdigung der Akten führen würde
. Die
Beschwerdeführerin
habe
vorliegend die Beweislosigkeit zu vertreten und in Umkehr der Beweislast deren Folgen zu tragen, da sie sich trotz Aufforderung geweigert habe, an der von der Beschwerdegegnerin angeord
neten
Abklärungsmassnahme
mitzuwirken
(
Urk.
10/282 E. 4 f.)
.
Dies bedeutet, dass die Beschwerdeführerin die aufgrund der Verweigerung der Mitwirkung an
der Begutachtung eingetretene Verzögerung des Verfahrens zu verantworten hat. Für die Zeit ab
1.
Dezember
201
0
hat sie daher während der Dauer ihrer unent
schuldbaren Verletzung der Mitwirkungspflicht keinen Anspruch auf eine Inva
lidenrente.
Mit
E-Mail vom 1
5.
Juni 2015
erklärte sich die Beschwerd
eführerin bereit, sich
einer Begutach
tung zu unterziehen (
vgl. Beilage zu
Urk.
10/282
).
Die Beschwer
degegnerin war
somit
ab
diesem Datum
in der Lage, die notwendigen Abklä
rungen durchzuführen, um eine Veränderung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin seit der
rentenzusprechenden Verfügung im Jahr 2005
(
Urk.
10/183
) festzustellen und damit
das Revisionsv
erfahren
abzuschliessen
. Die weiteren Verfahrensverzögerungen
-
etwa
bis zur Begutachtung am 2
6.
März 2019 beziehungsweise bis zum Erlass des
Einspracheentscheides
am
6.
April 2021 betreffend die Einsprache vom 2
6.
September 2019
-
hat sie mithin selbst zu vertreten. Es widerspricht daher dem
Verhältnismässigkeitsprinzip
, die Sanktion der Renteneinstellung w
eiterhin aufrecht zu erhalten.
Vor diesem Hintergrund hat die Beschwerdeführerin grundsätzlich ab
Juni
2015 bis zum Zeitpunkt, in dem der Beschwerdegegnerin im Rahmen des laufenden Rentenrevisionsverfahrens der
rechtsgenügliche
Nachweis einer anspruchsrelevanten erheblichen Änderung der tatsächlichen Verhältnisse gelingt, weiterhin Anspruch auf die bisherige Rente. Eine allfällige Herabsetzung oder Aufhebung der Rente kann in Anwen
dung von
Art.
17 ATSG nur per Erlass der angefochtenen Revisionsverfügung für die Zukunft (ex
nunc
et pro
futuro
) erfolgen
(vgl. nachfolgend E.
8)
, es sei denn
- was nachfolgend zu prüfen sein wird - es liege
ein Wi
e
dererwägungsgrund vor, was zur Zulässigkeit einer rückwirkenden Rentenaufhebung führen würde (
Art.
17
Abs.
1 i
n Verbindung mit
Art.
31 ATSG,
BGE 142 V 259 E. 3.2.3)
.
4
.
4
.1
4
.1.1
Im Zeitpunkt der rentenzusprechenden
Verfügung vom 2
4.
M
ärz 2005 (
Urk.
10/183)
lagen im
Wesentlichen
die
folgenden Unterlagen
vor
:
Die Gut
achter der Klinik G._
Dr.
med.
D._
, Chefarzt, und
Dr.
med. H._
, Oberärztin, führten
in ihrem Gutachten vom 1
4.
Dezember 2000
zu den durchgeführten neurologischen und neuropsychologischen Untersuchungen aus, bei der Beschwerdeführerin
liege ein chronisches,
zervikoz
ephales
und
zervikobrachiales
linksseitiges Schmerz
syndrom mit einer Kopfschmerzsymptomatik und einer Schmerzausstrahlung in die Brustwirbelsäule sowie intermittierend auch in das linke Bein bei Status nach Distorsionstrauma
der Halswirbelsäule im Rahmen einer frontal linksseitigen Auffahrkollision am
9.
Mai 1996 vor
(
Urk.
10/77 S. 29)
.
Die Prognose der Arbeitsfähigkeit als kaufmännische Angestellte in einer geho
benen Stellung sei eher ungünstig. Die Tätigkeit als kaufmännische Angestellte sei unter Berücksichtigung eines häufigen Positionswechsels, unter Vermeidung des Hebens und Tragens von schweren Lasten sowie unter Vermeidung von längerem Arbeiten in
übergebeugter
Oberkörperhaltung geeignet. In einer leidensangepassten Tätigkeit sei trotz der erwähnten gesundheitlichen Beein
trächtigungen eine Ar
beitsleistung von 70
%
möglich
(
Urk.
10/77
S. 40 f.).
Am 3
1.
März 2003 legte
Dr.
D._
ergänzend dar, in Teilzeit könne der Beschwer
deführerin ihre bisherige Tätigkeit durchaus zugemutet werden, dabei schätze er die zumutbare Arbeitszeit auf rund 5.5 Stunden pro Tag. Diese sollten im Idealfall verteilt auf 40 Stunden pro Woche geleistet werden.
Optimal
wäre, eine längere Mittagspause oder verschiedene längere Pausen
einzulegen (
Urk.
10/142b S. 2 f.).
4.1.2
Im Bericht vom
9.
Jun
i 2001 führte
Dr.
I._
, Facharzt
für Otorhinolaryngo
logie, Hals- und Gesichtschirurgie
,
aus, etwa zwei Wochen nach dem Unfall seien andauernde Schwindel- und Gleichgewichtsbeschwerden in Form von Dreh
schwindeln von Sekundendauer, begleitet von
Verschwommensehen
und visuel
lem Unbehagen aufgetreten. Die Beschwerdeführerin habe an Konzentrations
schwächen, Vergesslichkeit, schneller Ermüdbarkeit und einer reduzierten Belast
barkeit gelitten. Diese Beschwerden stünden im Zusammenhang mit dem post
traumatischen
zerviko-
z
ephalen
Syndrom. Konkret leide die Beschwerdeführerin an einer
visuo-occulomotorischen
Funktionsstörung, einer
visuo
-vestibulären Integrationsstörung, einer
zerviko-proprio-nocizeptiven
und einer kognitiv-mnestischen Funktionsstörung. Diese Störungen sollten therapeutisch ange
gangen werden (
Urk.
10/86 S. 2 und S. 6 ff
.).
4
.1.3
Im von der Beschwerdegegnerin eingeholten psychiatrischen Gutachten vom 1
9.
Januar 2002 konnte PD
Dr.
med. J._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie grundsätzlich aus psychiatrischer Sicht keine über die im Gutach
ten der Klinik
G._
gestellten Diagnosen herausgehenden Diagnosen stellen.
Er stellte fest, a
llerdings könnte die Diagnose andere
andauernde
Persönlichkeits
änderung bei chronischem Schmerzsyndrom (ICD-10 F62.8) gestellt werden, allerdings nur unter der Voraussetzung, dass diese als unfallreaktiv verstanden werde (
Urk.
10/105 S. 27). Auch bezüglich der Arbeitsfähigkeit schloss er sich der Beurteilung der Klinik
G._
vom 1
4.
Dezember 2000 an. Aus
psychiatrischer Perspektive geb
e es keinen Grund, dieser Beurteilung zu widersprechen (
Urk.
10/105 S. 28).
4.1.4
Das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich erwog in seinem
nicht mehr aktenkundigen
Urteil IV.2001.00460 vom 2
8.
Februar 2003, das Gutachten der
G._
-Klinik vom 1
4.
Dezember 2000 sowie der Bericht von
Dr.
I._
vom
9.
Juni 2001 seien detailliert, schlüssig und nachvollziehbar. Zwar hätten die Gut
achter der
G._
-Klinik eine Restarbeitsfähigkeit von 70
%
attestiert, es sei jedoch davon auszugehen, dass der Beschwerdeführerin unter zusätzlicher Berücksichtigung der Dreh- und
Schwankschwindel
-Problematik auf Dauer auch in einer angepassten Tätigkeit lediglich ein Pensum von 50
%
zugemutet werden könne
.
Diese Beurteilung wurde durch das
damalige Eidgenössi
s
che Versiche
rungsgericht
(
EVG
)
mit Urteil I 208/03 vom 2
6.
März 2004 geschützt. Das Bundesgericht errechnete zudem gestützt auf ein
Valideneinkommen
von
Fr.
84‘978.-- und ein Invalideneinkommen von
Fr.
30‘096.-- einen Invalid
itäts
grad von 65
%
(E. 3 f.; vgl.
Urk.
10/278 S. 11).
4
.1.5
Am 2
4.
August 2004 erstattete
Dr.
med. K._
, Facharzt für Neurologie, ein Gutachten im Auftrag
der Beschwerdegegnerin
. Er stellte im Wesentlichen f
o
lgende Diagnosen (
Urk.
10/168 S. 22
):
-
chronische distale
Zervikalgie
und
zervikobrachiales
Syndrom links, wahr
scheinlich bei Facettengelenksverletzung C5/6 links, möglicherweise auch C2/3 mit reflektorischem Hartspann der linksseitigen Schultergürtelmusku
latur einschliesslich der hinteren
Scaleni
mit Ausbildung eines funktionellen
Thoracic
outlet-Syndroms links
-
neuropsychologisch schmerzbedingte diskrete bis höchstens leichte Hirnfunk
tionsstörung im Sinne eines
zervikozephalen
Syndroms
Dr.
K._
hielt fest, alle geklagten Beschwerden seien überwiegend wahrschein
lich Folgen des Unfalls vom
9.
Mai 199
6.
Unfallfremde Faktoren hätten kein
e Rolle gespielt (
Urk.
10/168 S. 22
)
.
Auf Anr
aten von
Dr.
K._
(
Urk.
10/168 S.
15) war zusätzlich ein rheumato
logisches Gutachten veranlasst worden, welches am
5.
Juli 2004 durch
Dr.
med. L._
, Facharzt für physikalische Medizin, Rehabilitation und Rheuma
tologie, erstellt wurde. Dieser diagnostizierte ein
zervikozephales
und linkssei
tiges
zerviko-spondylogenes
Syndrom nach HWS-
Distorsionstrauma (
Urk.
10/164 S. 14
). In der angestammten Tätigkeit als kaufmännische Angestellte bestehe aus rheumatologischen Gründen eine Arbeitsunfähigkeit von 70
%
(
Urk.
7/125/16). In einer angepassten Tätigkeit sei eine Arbeitsfähigkeit von 60
%
möglich (
Urk.
10/164 S. 17
).
Dr.
K._
führte nach Durchsicht des Gutachtens von
Dr.
L._
aus, aus neurologischer Sicht bestehe in der angestammten Tätigkeit als kaufmännische
Angestellte eine Arbeitsunfähigkeit von 30
%
, unter Berücksichtigung des beschwerdebestimmenden rheumatologischen Gesamtbildes aber eher
von
70
%
. In einer leidensangepassten Tätigkeit betrage die Arbeitsfähigkei
t 60
%
(
Urk.
10/164 S. 22
).
4
.1.6
Die Beschwerdeführerin und die Beschwerdegegnerin trafen sich am 2
3.
März 2005 zur Besprechung des Rentenanspruchs, dessen Voraussetzungen und Höhe und trafen im gegenseitigen Einvernehmen folgende Vereinbarung (
Urk.
10/182):
-
Es erfolgen keine weiteren medizinischen Abklärungen.
-
Invaliditätsgrad 65
%
-
Als massgebender Lohn gemäss
Art.
24
Abs.
2
der Verordnung über die Unfallversicherung (
UVV
)
berücksichtigen wir den im Urteil des EVG vom 2
6.
März 2004 festgesetzten
Validenlohn
von
Fr.
84'978.-- und werten diesen mit der Nominallohnerhöhung auf. Dazu dient das Arbeitspapier vom 2
3.
März 2005.
-
Für die
einsprachefähige
Verfügung sind lediglich die Rentenvorausset
zungen aufzuführen. Ausser Acht lassen können wir den Sachverhalt, den medizinischen Verlauf und die Berechnung der Komplementärrente
-
Die Integritätsentschädigung wird sofort an Frau
X._
ausbezahlt. Die Zahlstelle ist unverändert.
-
Der Kran
kenversicherer ist unverändert.
In der Folge sprach die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin mit Verfü
gung vom 2
4.
März 2005 eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 65
%
sowie eine Integritätsentschädigung bei einer Integritätseinbusse von 40
%
zu (
Urk.
10/183)
.
4
.2
4
.2.1
Mit die Verfügung vom 3
0.
November 2010 (
Urk.
10/209) bestätigendem
Einspracheentscheid
vom
4.
September 2013 hob die Beschwerdegegnerin die Versicherungsleistungen per Verfügungsdatum auf, weil die Beschwerdeführerin im
hängigen
Revisionsverfahren die Mitwirkung an der angeordneten Begutach
tung verweigert hatte (
Urk.
10/277; vgl. auch die bestätigenden Urteile des
hiesi
gen Gerichts UV.2013.00230 vom 3
0.
April 2015
[
Urk.
10/280
]
und des Bundes
gerichts 8C_431/2015 vom 2
2.
September 2015
[
Urk.
10/282
]
)
.
Nachdem die Beschwerdeführerin am
1
5.
Juni und am
1
4.
Oktober 2015 (
vgl. Beilage zur
Urk.
10/282 und
Urk.
10/284)
mitgeteilt hatte, sie sei zu einer Begutachtung berei
t, wurden folgende medizinische
Unterlagen zu den Akten genommen:
Dr.
med. M._
, Facharzt für Neurologie, stellte am
2.
Oktober 2017 die Diagnosen eines schweren, weitgehend
chronifizierten
, posttraumatischen
zerviko-zephalen
Schmerzsyndroms bei Status nach seitlichem Überdehnungs
trauma der Halswirbelsäule am 1
0.
März 199
6.
Er führte aus, die Prognose sei wegen der schon vor Ja
hren eingetretenen
Chronifizier
ung
mit Therapieresistenz ungünstig. Es sei damit zu rechnen, dass die Nacken- und Kopfschmerzen weiter zunehmen würden, mit einer Verschlechterung der Beweglichkeit der Halswirbel
säule (
Urk.
10/291 S. 2).
4
.2.2
Dr.
med. N._
, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie
, stellte in seinem Bericht vom 1
8.
Oktober 2017 die Diagnosen eines
Status nach zwei
maligen, reaktiv induzierten, protrahiert verlaufenen mittelschweren depressiven Episoden und eines Residualzustandes
nach schwerem
kraniozervikalem
Beschleunigungstrauma vom
9.
Mai 1996 (
Urk.
10/294 S. 4). Er hielt fest, mit den durch die Zürich-Versicherung im Jahr 2009 veranlassten Video-Observationen und dem daraus resultierenden Nachspiel sei ihr weiterer Krankheitsverlauf massiv nachteilig beeinflusst und protrahiert worden. Andererseits habe diese Kris
e
einen Prozess bei der Beschwerdeführerin ausgelöst, in dessen Rahmen es ihr gelungen sei, ihre Leistungsfähigkeit zu steigern. Die heute im angepassten Setting am Arbeitsplatz erbrachte Leistung von 60
%
generiere sich seines Erach
tens aktuell
jedoch
zu sehr auf Kosten ihres Privatlebens und ihrer Lebensqualität. Realistisch eingeschätzt dürfte ihr kaum mehr als eine Leistung von 40
%
bis 50
%
möglich sein (
Urk.
10/294 S. 5).
4
.2.3
Im am 2
6.
März 2019 erstatteten polydisziplinären Gutachten stellten die Exper
ten des
Z._
die folgenden Diagnosen mit rein qualitativem Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit (
Urk.
10/318 S.
15
):
-
chronisches
myotendinotisches
zervikales Schmerzsyndrom mit/bei:
-
myotendinotischen
Verspannungen der paravertebralen und der Schulter
gürtelmuskulatur beidseits ohne Zeichen einer segmentalen Dysfunktion der Halswirbelsäule
-
kernspintomographisch diskrete degenerative Veränderungen in Form von Spinalkanalstenose HWK 5/6 und führend 6/7 mit mittelgradiger bilateraler
neuroforaminaler
Enge HWK 5/6 rechtsbetont im MRI der Halswirbelsäule vom 3
0.
Oktober 2018
-
klinisch keine Hinweise auf eine zervikale
Radikulopathie
oder auf eine zervikale Myelopathie
-
regredientes
lumboradikuläres
Reizsyndrom S1 linksseitig, Ers
tdiagnose Februar 2018 mit/bei:
-
kernspintomographisch
Chondrose
L5/S1 mit
breitbasiger
Diskushernie und Kontakt zur Nervenwurzel S1 im
Recessus
beidseits linksbetont, mässig
erosive
Osteochondrose
Typ
Modic
I, keine Hinweise auf eine
Sakroiliitis
(MRI LWS ISG nativ vom
1.
März 2018)
-
aktuell
regrediente
irritative
radikuläre
Reizsymptomatik bei normal erhal
tener Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule unter konservativer Behand
lung.
Den
folgenden Diagnosen massen die Experten keinen Einfluss auf die Ar
beits
fähigkeit zu (
Urk.
10/318 S. 15
):
-
kognitiver Normalbefund
-
Anämie unklarer Ätiologie, abklärungsbedürftig
-
Status nach HWS-Beschleunigungstrauma am
9.
Mai 1996 ohne posttrau
matische Läsionen.
Die Gutachter kamen im Rahmen der Gesamtbeurteilung zum Schluss, dass aktu
ell neurologisch, neuropsychologisch, rheumatologisch und psychiatrisch keine Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit begründbar seien.
Eine U
nfallkausalität der aktuell bek
lagten Beschwerde
n
sei zum
heutigen
Zeitpunkt nicht mehr überwie
gend wahrscheinlich gegeben.
Aus rheumatologischer Sicht lägen insgesamt diskrete
myotendinotische
Verspannungen und diskrete degenerative Verände
rungen mit lediglich qualitativer Auswirkung (medizinisch-theoretisch) für schwere Tätigkeiten, bei voller Arbeitsfähigkeit für die angestammte und aktuelle Tätigkeit vor. Es sei davon auszugehen, dass initial eine hochgradige Fehlver
arbeitung aufgrund der damaligen Situation stattgefunden habe. Spätestens ab dem Zeitpunkt der Würdigung der Observationen (04/2009 bis 04/2010) im Aktengutachten vom August 2010 sei die Diskrepanz zwischen den objektivier
baren Befunden und der subjektiven Befindlichkeit manifest geworden und unfallkausale Restfolgen
seien
nicht mehr überwiegend wahrscheinlich nach
weisbar gewesen. Es habe ab diesem Zeitpunkt eine volle Arbeitsfähigkeit aus unfallkausaler Sicht bestanden. Für den Zeitraum davor könne anhand der Aktenlage und Anamnese keine nähere Eingrenzung vorgenommen werden. Es verbleibe eine nicht auflösbare Differenz (subjektiv aktuell weiterhin maximal zu 60
%
arbeitsfähig / objektiv keine Einschränkung begründbar), welche sich am wahrscheinlichsten im Sinne einer habituellen Selbstlimitierung und
Cognito
phobie
verinnerlicht habe, ohne dass dies neurologisch begründet werden könnte und ohne dass sich dies auf eine psychische Diagnose (zum Beispiel eine Schmerzstörung im engeren Sinne) von Krankheitswert zurückführen lasse (
Urk.
10/318 S. 12
).
Zum Verlauf führten die Gutachter aus, seit dem 2
4.
März 2005 habe sich die Arbeitsfähigkeit verändert. Damals habe ein Schmerzkomplex ohne organisches Substrat im Vordergrund gestanden. Objektiv fänden sich aktuell weiterhin
myotendinotische
Verspannungen von sehr geringer Ausprägung. Diese hätten sich wahrscheinlich durch intensive Physiotherapie und durch die vermehrte Aktivität und den beruflichen Wiedereinstieg sowie die ganze Schmerzperzeption und das Coping deutlich verbessert. Die Beschwerdeführerin habe einen besseren Umgang mit den Beschwerden geschildert (
Urk.
10/318 S. 17
).
5
.
5
.1
Die Beschwerdegegnerin
geht davon aus, dass bezüglich der Verfügung vom 2
4.
März 2005 ein Wiedererwägungsgrund vorliegt. Die
Verfügung
sei rechts
fehlerhaft
, da sie den adäquaten Kausalzusammenhang der geltend gemachten Beschwerden zum Unfall nicht separat geprüft habe, sondern den im Verfahren der Invalidenversicherung
ermittelten
Invaliditätsgrad analo
g angewendet habe
(
Urk.
9 S. 8).
Erfolgt bei fehlenden objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen eine
Zusprache
von Dauerleistungen der Unfallversicherung ohne spezielle Adäquanzprüfung, so liegt
grundsätzlich
eine
Leistungszusprache
auf Grund falscher Rechtsanwendung vor. Die Unfallversicherung ist praxisgemäss in der Folge befugt, wiedererwägungs
weise auf diese zurückzukommen (SVR 2017 UV Nr. 8 S. 27,
Urteil des Bundes
gerichts
8C_193/2016
vom 2
6.
Oktober 2016
E. 4.3).
5
.2
Den Akten der Beschwerdegegnerin kann entnommen werden, dass sie der Beschwerdeführerin am 2
5.
Januar und 1
1.
Februar 2005 zur Wahrung des recht
lichen Gehörs Vorschläge zur Schadenserledigung unterbreitete, in welchem sie analog der Invalidenversicherung von einem Invaliditätsgrad von 65
%
ausging und den massgebenden Lohn auf
Fr.
84'480.-- festsetzte (
Urk.
10/175) bezie
hungsweise gestützt auf das Gutachten von
Dr.
D._
vom
1
4.
Dezember 2000
sowie einen eigens durchgeführten Einkommensvergleich einen Invaliditätsgrad von 58
%
errechnete (
Urk.
10/177)
. Damit erklärte sich die Beschwerdeführerin am
3.
beziehungsweise am 1
6.
Februar 2005 nicht einverstanden (
Urk.
10/176
,
Urk.
10/179), worauf sich die Parteien am 2
3.
März 2005 zu
einem Gespräch trafen
, um die Voraussetzungen und die Höhe des Rentenanspruchs zu disku
tieren
und
si
ch auf einen Invaliditätsgrad von 65
%
und einen massgebenden Lohn
im Sinne von
Art.
24
Abs.
2 UVV
von
Fr.
84'978.-- einigten (
Urk.
10/182)
. Gestützt darauf erliess
die Beschwerdegegnerin die Verfügung vom 2
4.
März 2005 (
Urk.
10/183).
Welche
Themen
beim Gespräch vom 2
3.
März 2005
diskutiert wurden und welche
Überlegungen
-
abgesehen vom Entscheid des Bundesge
richtes
I 208/03
vom 2
6.
März 2004
betreffend
die Invalidenversicherung
-
dabei eine Rolle gespielt haben könnten, lässt sich den Akten nicht entnehmen. Die
fehlende Begründung de
s
Entscheid
s
kann aber jedenfalls nicht der Beschwerde
führerin zum Nachteil gereichen. Aus dem Umstand, dass die Beschwerdegeg
nerin
sich in der
Verfügung vom
2
4.
März 2005
zur Voraussetzung des adäquaten Kausalzusammenhangs nicht explizit äusserte, kann nicht geschlossen werden, dass sie diese nicht geprüft hätte, war sie doch nicht gehalten, ihre Verfügung weiter zu begründen. Vielmehr umfasst die Anerkennung der Leistungspflicht implizit auch die dafür vorausgesetzte Bejahung der Adäquanz der geklagten Beschwerden
(Urteil des Bundesgerichts 8C_171/2011 vom
1.
September 2011)
.
5
.3
Des Weiteren
ist den Akten zu entnehmen, dass die Beschwerdegegnerin im Schreiben vom
9.
Dezember 2003
an die Beschwerdeführerin
darauf hinwies, dass die Frage des adäquat-kausalen Zusammenhangs
zwischen den Beschwerden und dem Unfallereignis noch nicht schlüssig beantwortet worden sei und sie den Schadenfall unter
Berücksichtigung
der
Kriterien
gemäss BGE 117 V
359 zu gegebener Zeit prüfen und dazu Stellung nehmen werde (
Urk.
10/154 S. 2). In der Folge notierte sie sich in
einer internen Aktenzusammenfassung
vom
7.
Januar 2004
, dass der Haftpflichtversicherer des Unfallverursachers
die Adäquanz in Frage stelle, respektive diese verneine
,
und
führte eine eigene Prüfung der Adäquanzkriterien gemäss BGE 117 V 359 durch
. Dabei ging sie von einem Unfall im mittleren Bereich im Grenzbereich zu einem leichten Unfall aus und bejahte die Kriterien der Dauerschmerzen, einer langen
und erheblichen
Arbeitsunfähig
keit sowie einer ungewöhnlich langen Dauer der
ärztlichen Behandlung
(
Urk.
10/160).
Die Beschwerdegegnerin hat somit die Frage der Adäquanz geprüft
und bejaht
, bevor sie
überhaupt
Vergleichsverhandlungen mit der Beschwerdeführerin aufnahm.
Somit ging sie
im Verfügungszeitpunkt
zumindest implizit davon aus
, dass die Adäquanz zwischen den geltend gemachten Beschwerden und dem Unfallereignis erfüllt sei
,
und es war für sie - soweit ersichtlich - nicht erforder
lich,
diese beim Gespräch mit der Beschwerdeführerin
zu thematisieren
.
Von einer
fehlenden Prüfung der Adäquanz und einer
Verletzung des Untersuchungsgrund
satzes kann daher nicht
ausgegangen werden
.
5
.4
Sodann
kann nicht gesagt werden, die Adäquanzbeurteilung, bei welcher es sich um eine rechtliche Wertung handelt, sei zweifellos unrichtig gewesen.
Denn
eine vor dem Hintergrund der seinerzeitigen Rechtspraxis vertretbare Beurteilung der
invaliditätsmässigen
Anspruchsvoraussetzungen, die Ermessenszüge trägt,
kann
nicht zweife
llos unrichtig sein
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_621/2010 vom 22. Dezember 2010 E. 2.2.2 mit Hinweisen).
Die Beschwerdegegnerin macht dies denn auch nicht geltend
. Vielmehr
hielt
sie
in der Verfügung vom 2
1.
Juni 2019
fest, dass
sich
die
Verneinung des
natürliche
n und
adäquate
n Kausalzusammen
hangs
zwischen den Beschwerden und dem Unfallereignis auf den Zeitpunkt der leistungseinstellenden Verfügung vom 3
0.
November 2010 beziehe -
und nicht auf den
Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenfestsetzung (
Urk.
10/325 S. 9).
Dem
entsprechend beurteilte sie in der angefochtenen Verfügung
die Adäquanz, wie wenn es um
eine
erstmalige
Beurteilung ginge.
Es ist jedoch zu prüfen
, ob die Bejahung der Adäquanz im Rahmen des bei sämtlichen Kriterien bestehenden Beurteilungsspielraums vertretbar war
(vgl. vorstehend E. 1.2.4)
.
Anhaltspunkte dafür, dass die neue Ermessensausübung seitens der Beschwerde
gegnerin
auch für den Zeitpunkt der rentenzusprechenden Verfügung
klarerweise d
ie einzig richtige ist, fehlen.
Die Beschwerdegegnerin vermag
insgesamt
nicht darzulegen, dass die Verfügung vom 2
4.
März 2005
bei einer sämtliche Anspruchsfaktoren umfassenden Klärung des Sachverhalts und der Rechtslage - auf damaligem Stand - im Ergebnis als offensichtlich unrichtig zu betrachten wäre
, insbesondere, wenn zu berücksichtigen ist, dass im Rahmen eines Vergleichs der Schutz des berechtigten Vertrauens höher zu gewich
ten ist als bei einer Verfügung
.
D
amit ist ein Zurückkommen auf die unangefochten gebliebene Verfügung vom 2
4.
März 2005 und insbesondere die Adäquanzbeurteilung unter dem Titel der Wiedererwägung unzulässig (vgl. Urteil
des Bundesgerichts
8C_
643/2018 vom
4.
Juli 2019 E. 5.3.3).
6
.
6.1
Zu prüfen bleibt, ob - was von der Beschwerdegegnerin bejaht und von der Beschwerdeführerin verneint
wurde
- die Voraussetzungen für eine Renten
revision erfüllt sind.
Die Beschwerdegegnerin stützt sich dabei in medizinischer Hinsicht hauptsächlich auf das Gutachten des
Z._
vom 2
6.
März 2019, das die Beschwerdeführerin jedoch nicht für beweiskräftig erachtet
, was sie schon im Verfahren IV.2019.00508
E. 6.1-6.4
gegen die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, geltend machte (Urk.
10/335 Beilage 2)
.
6.2
6.2.1
Die Beschwerdeführerin bestreitet die Verwertbarkeit
des
Z._
-Gutachtens zunächst aufgrund der Verwendung des
Observationsmaterials
aus den Jahren 2009 und 2010, das unrechtmässig erhoben worden sei
(
Urk.
15 S. 3 f.).
Der Gesetzgeber hat mit
Art.
43a-b ATSG die gesetzliche Grundlage für eine Observation im Sozialversicherungsrecht geschaffen. Diese Bestimmungen traten am
1.
Oktober 2019 in Kraft. Das Bundesgericht hatte vor Inkrafttreten dieser
Bestimmungen in Nachachtung des Urteils 61838/10 des Europäischen Gerichts
hofs für Menschenrechte vom 1
8.
Oktober 2016 betreffend ein
invaliden
ver
sicherungsrechtliches Verfahren erkannt, dass es an einer genügenden gesetz
lichen Grundlage fehlt, welche die verdeckte Überwa
chung umfassend klar und detail
liert regelt. Hingegen hielt das Bundesgericht fest, es sei eine andere Frage, ob das Material, welches im Rahmen der widerrechtlichen Observation gesammelt worden sei, beweismässig verwertbar sei (BG
E 143 I 377 E. 4-5). Das Bundes
gericht hat die Verwertung der Ergebnisse von widerrechtlichen Observationen schliesslich gestützt auf eine Abwägung zwischen privaten und öffentlichen Interessen insoweit als zulässig bezeichnet, als die Ergebnisse im öffentlich frei einsehbaren Raum gewonnen wurden und unbeeinflusstes Handeln der beobach
teten Person zeigten (BGE 143 I 377 E. 5.1).
Diese Rechtsprechung gilt auch für das unfallversicherungsrechtliche Verfahren (Urteil des Bundesgerichts 8C_736/2018 vom 2
9.
August 2019 E. 3.3.2.1).
6.2.2
Zwar
standen
Art. 43a-b ATSG bei der Durchführung der Überwachungen
der Beschwerdeführerin in den Jahren 2009 und 2010 noch nicht in Kraft
. Ohnehin ist aber festzuhalten, dass die Überwachung der Beschwerdeführerin gar nicht durch die eine solche Gesetzesgrundlage benötigende Beschwerdegegnerin vorge
nommen wurde, sondern durch eine Privatversicherung. Unabhängig von der Frage, von wem die Überwachung angeordnet worden ist, ist deren Ergebnis in Anwendung der hiervor zitierten bundesgerichtlichen Rechtsprechung jedenfalls nicht als von vornherein unverwertbar zu beurteilen.
In der Sozialver
sicherung begründet eine Überwachung an mehreren Tagen über mehrere Stunden bei alltäglichen Verrichtungen, wie sie bei der Beschwerdeführerin erfolgte, in der Regel keine schwere Verletzung der Persönlichkeit (Urteile des Bundesgerichts 8C_235/2017 vom 2
3.
November 2017 E. 4.5, 9C_569/2018 vom 3
0.
Januar 2019 E. 5.1 und 8C_304/2016 vom 1
5.
September 2017 E. 4.2). Ferner bleibt Beweis
material, welches im Rahmen der Rechtsprechung im Sinne von BGE 143 I 377 E. 5.1.1 verwertbar ist, unabhängig von der Frage, ob die Observation objektiv geboten gewesen ist («Anfangsverdacht») oder nicht, verwertbar (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_581/2019 vom 2
2.
April 2020 E. 4.3.3 mit Hinweisen).
Daran ändert auch
die Tatsache
nichts
, dass die Observation
teilweise
im Ausland statt
gefunden hat
(Urteil des Bundesgerichts 8C_570/2017 vom 8. Novem
ber 2017 E. 2.5).
Die Beschwerdeführerin hat somit nichts vorgebracht, was auf eine Unverwert
barkeit der Observationsergebnisse schliessen liesse.
Stellt man diesen Aspekten das erhebliche und gewichtige öffentliche Interesse an der Missbrauchsbe
kämpfung gegenüber (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 8C_579/2018 vom
9.
Januar 2019 E. 5.2.1), steht der Verwertbarkeit der Observa
tions
ergebnisse nichts entgegen.
6.3
Die Beschwerdeführerin monierte weiter
, dass
das
Z._
-Gutachten
auf einer unvollständigen Aktenlage beruhe, da darin das Gutachten von
Dr.
D._
vom
1
4.
Februar 2012
nicht erwähnt werde und daher davon auszugehen sei, dass die Beschwerdegegnerin dieses der Gutachtensstelle nicht zugestellt habe.
Die Ausführungen der Beschwerdeführerin sind insofern zutreffend,
als dass
das Gutachten von
Dr.
D._
vom
4.
Februar 2012 in der Zusammenfassung der Akten im
Z._
-Gutachter
nicht aufgeführt wird (vgl.
Urk.
10/318 S. 26 ff.). Allerdings figuriert das Gutachten von
Dr.
D._
im Verzeichnis der dem
Z._
zugestellten Akten - sowohl demjenigen der Beschwerdegegnerin als auch demjenigen der Invalidenversicherung (
Urk.
10/321/3-5
)
.
Dass beide
Versiche
rungsträger
das Gutachten von
Dr.
D._
entgegen ihren Aktenverzeichnissen nicht mitgesandt hätten, erscheint als sehr
unwahrscheinlich
,
und es ist davon auszugehen, dass die Gutachterstelle dies bemerkt
und moniert
hätte
.
Zudem
erwähnte der neurologische
Z._
-
Gutachter PD
Dr.
O._
- wie dies auch die Beschwerdeführerin selbst anmerkte - die neurologische Untersuchung durch
Dr.
D._
vom 1
6.
Oktober 2011 und die von
diesem vorgenommene Beurteilung
des Reflexbefundes der oberen Extremitäten
in seinem Teilgutachten
(
Urk.
10/318 S. 8 des neurologischen Teilgutachtens)
; er
hatte somit jedenfalls
Kenntnis vom genannten Gutachten.
Zudem
ist
zu berücksichtigen
,
dass
- wie sich aus den vorangehenden Erwä
gungen (E. 3
.3
) ergibt - vorliegend zwar die Entwicklung des Gesundheitszu
standes der
Beschwerdeführerin zu prüfen
ist
. Da jedoch eine allfällige
revisions
weise
Rentenaufhebung beziehungsweise -herabse
tzung
grundsätzlich
frühestens nach Erlass der
Verfügung vom 2
1.
Juni
2019
erfolgen könnte
(
Art.
17
Abs.
1
ATSG)
, sind die Verhältnisse zum Zeitpunkt der
Rentenzusprechung im Jahr 2005
mit denjenigen im Gutachtenszeitpunkt beziehungswei
se im Zeitpunkt des Erlas
ses der
Verfügung vom
2
1.
Juni
2019
zu verglei
chen, wodurch die Bedeutung des Privatgutachtens von
Dr.
D._
vom
4.
Februar 2012 von
v
ornherein relativiert wird
(Urteil des Bundesgerichts
8C_295/2021
vom
9.
August 2021 E. 6.3.1)
und
- entsprechend dem Vorgehen der Gutachter -
auf eine ausführliche Auseinan
dersetzung mit dessen Inhalt verzichtet werden konnte
.
Eine Abklärung bei der Gutachtensstelle, ob diese das Gutachten von
Dr.
D._
tatsächlich erhalten hat, kann unter diesen Umständen unterbleiben.
6.4
Auch
für die
Stellungn
ahme von
Dr.
C._
wie auch die
in den Jahren 2009 und 2010 durchgeführten Observationen
gilt, dass
diese
keine Erkenntnisse zur
vorliegend zu prüfenden
Frage, ob der Gesundheitszustand der Beschwerde
führerin sich
im
massgeblichen
Zeitpunkt der
Verfügung vom 2
1.
April 2019
besser
präsentierte, als im Zeitpunkt der rentenzusprechenden Verfügung vom 2
4.
März 2005
,
beitragen können
. Sie
dienten
den
Z._
-Gutachtern
denn auch
einzig zur Festle
gung des Zeitpunktes, in dem der
aufgrund der aktuellen klini
schen Untersuchung unter Berücksichtigung der medizinischen
Vorakten
festge
stellte
Gesundheitszustand
eingetreten ist (
Urk.
10/318 S. 12,
Urk.
10/318 S. 18
).
Dieser Zeitpunkt ist jedoch für das vorliegende Verfahren nicht weiter relevant.
Es ist daher auch nicht zwingend erforderlich, dass die Gutachter das ursprüng
liche Überwachungsvideo beziehungsweise die Originalakten der Observation
visionier
t
en
.
6.5
Sodann trifft es nicht zu, dass die Gutachter auf die Beurteilung von
Dr.
C._
abstellten
,
ohne diese kritisch zu würdigen
. Die Einschätzung der Sachverstän
digen basiert vielmehr auf dem gemeinsamen Konsens und den eingehend begründeten Untersuchungsergebnissen der beteiligten Experten, in dessen Rahmen sie sich auch mit den
Vorakten
befassten und diese durchaus kritisch hinterfragten. In diesem Zusammenhang gelangten sie hinsichtlich der Ausfüh
rungen von
Dr.
C._
zum Schluss, dass diese deswegen nachvollziehbar seien, da sie mit den aktuellen Normalbefunden korrespondierten und seither bis heute – abgesehen von der lumbalen Problematik - keine Verschlechterung erkennbar oder b
egründbar sei (
Urk.
10/318 S. 21
).
Sodann
lagen den
Gutachter
n
zwar
- wie von der Beschwerdeführerin vorge
bracht -
die Urteile
des Sozialversicherungsgerichts IV.2011.00177 vom 1
2.
Juli 2011 und IV.2011.00733 vom 2
3.
Oktober 2012
nicht vor und sie setzten sich dementsprechend nicht mit den darin
vorgenommenen Würdigungen der Obser
vationsergebnisse auseinander.
Wie bereits im Urteil IV.2019.00508 vom 2
9.
Januar 2021 betreffend das invalidenversicherungsrechtliche Verfahren ausgeführt, war dies a
ngesichts der Tatsache, dass diesen
Urteilen
keine definitive Einschätzung zum Vorliegen einer Verbesserung des Gesundheitszustands entnommen werden kann und sie insoweit keine Bindungswirkung entfalte
te
n, auch nicht erforderlich. Die Erwägungen des Gerichts in den Urteilen IV.2011.00177 und IV.2011.00733, dass sich im Verfügungszeitpunkt eine gesundheitliche Verbesserung aufgrund der Observationsvideos beziehungsweise der Stellungnahme von
Dr.
C._
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ergebe, beruhte sodann lediglich auf der Würdigung der zu diesem Zeitpunkt vorgelegenen Akten ohne Einbezug der seither erfolgten polydisziplinären Unter
s
uchung der Beschwerdeführerin
(Urteil des Sozialversicherungsgericht IV.2019.00508 vom 2
9.
Januar 2021 E. 6.4)
.
Insgesamt kann festgehalten werden, dass die
Z._
-Gutachter sich weder einzig von der Beurteilung von
Dr.
C._
leiten
liessen
, noch sich durch ihre
Einschät
zung
in Widerspruch zu den Gerichtsurteilen setzten. Eine Parteilichkeit der Gutachter ist somit nicht ersichtlich, eine solche lässt sich auch nicht in der ausführlichen Zitierung beziehungsweise im Fettdruck der Schlussfolgerungen von
Dr.
C._
erblicken.
6.6
S
omit sind die Einwendungen der Beschwerdeführerin nicht geeignet, den Beweiswert des
Z._
-Gutachtens in Zweifel zu ziehen. Zudem basiert dieses auf einlässlichen fachärztlichen Untersuchungen in den einschlägigen Fachgebieten. Die Gutachter führten jeweils eine sorgfältige Anamnese- und Befunderhebung durch (
Urk.
10/318
jeweils
S. 2 ff.
der einzelnen Teilgutachten)
und befragten die Beschwerdeführerin eingehend
, und zwar
sowohl zu ihrem aktuellen Leiden sowie
zu
dessen Verlauf als auch zu weiteren Themen wie dem üblichen Tagesablauf und dem Werdegang (
Urk.
10/318 S. 7 ff
.
des psychiatrischen, S. 3 f. des rheu
matologischen, S. 4
f. des neurologischen und S. 4 ff. des neuropsychologischen Teilgutachtens
). Sie berücksichtigten die geklagten Beschwerden angemessen und beantworteten die gestellten Fragen umfassend. Ihre eigene Einschätzung begründeten sie sodann schlüssig und nachvollziehbar (
Urk.
10/318
S. 16 ff. des psychiatrischen, S. 8 ff. des rheumatologischen, S. 7 ff. des neurologischen und S. 11 ff. des neuropsychologischen Teilgutachtens
). Insgesamt sind daher sämt
liche von der Rechtsprechung statuierten formellen Anforderungen an ein medi
zinisches Gutachten erfüllt (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1 und 125 V 351 E. 3a).
7
.
7
.1
Die Gutachter des
Z._
kamen zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit voll arbeitsfähig sei. Es ist zu prüfen, ob es sich dabei lediglich um eine andere Beurteilung desselben Sachverhalts handelt oder ob sich die tatsächlichen Verhältnisse seit
der Verfügung vom 2
5.
März
2005 in renten
relevanter Weise verbessert haben, so dass der Rentenanspruch der Beschwerde
führerin umfassend ohne Bindung an frühere Beurteilungen überprü
ft werden konnte (vgl. E. 1.
3
).
Die Gutachter des
Z._
hielten dazu fest, ein direkter Vergleich werde dadurch erschwert, dass schon der Beurteilung zum Berentungszeitpunkt primär subjek
tive Schmerzklagen zugrunde gelegt worden seien, welche durch die objektivier
baren Befunde nicht wirklich gestü
tzt gewesen seien (
Urk.
10/318 S. 14
). Sie würden davon ausgehen, dass die Arbeitsunfähigkeit im damaligen Rahmen
zunächst ausgewiesen gewesen sei (primär bedingt durch die funktionelle Fehl
verarbeitung und
übermässige
Schonung) und dass ab dem Zeitpunkt des Akten
gutachtens von
Dr.
C._
im August 2010 die objektivierte funktionelle Leis
tungsfähigkeit ein
Ausmass
erreicht habe, die eine Reduktion der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit nicht mehr plausibel habe
begründen können (
Urk.
10/318 S. 15
). Im Weiteren schrieben sie der erfolgreichen Physiotherapie, der vermehrten Aktivität und dem beruflichen Wiedereinstieg eine durchaus po
sitive Wirkung zu (
Urk.
10/318 S. 17
). Die Gutachter blieben
somit
bezüglich der Frage, inwiefern sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin verbes
sert habe, eher vage.
Jedoch können auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand verän
derte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich als Revisionsgrund von Bedeutung sein (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Dazu führte die Beschwerdeführerin selbst aus, dass sich ihre Beschwerden seit dem Unfall nicht verändert hätten, lediglich
- aber immerhin - habe sich
ihr Umgang mit den Beschwerden und die allgemeinen Umstände
verändert (
Urk.
10/318 S. 13
). Dies zeigt sich auch darin, dass es der Beschwerdeführerin möglich war, wieder ihre bisherige Tätigkeit aufzunehmen und ihr Pensum schrittweise zu steigern, so dass sie seit
1.
Juli 2017 zu 60
%
als kaufmännische Angestellte in einem Treu
hand
büro tätig ist (
Urk.
10/318 S. 4
).
Da die
Beschwerdegegnerin in der Verfügung vom 2
4.
März 2005 vom im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren festge
legten Invaliditätsgrad von 65
%
und dementsprechend von einer Arbeitsfähig
keit von 50
%
- und nicht
von
70
%
, wie dies die Beschwerdeführerin vorbringt - aus
gegangen war,
ergibt sich eine wesentliche gesundheitliche Besserung im Sinne einer Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung (Urteil des Bundesgerichts 8C_322/2018 vom 1
2.
Dezember 2018 E. 2.2), so dass ein Revisi
onsgrund gegeben ist. Der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin ist daher in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend und ohne Bindung an die frühere Beurteilung zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
7.2
Was die Beurteilung des aktuellen Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin betrifft, hielten die Gutachter fest, aus rheumatologischer Sicht lägen insgesamt diskrete
myotendinotische
Verspannungen und diskrete degenerative Verände
rungen mit lediglich qualitativer Auswirkung (medizinisch-theoretisch) für schwere Tätigkeiten, bei voller Arbeitsfähigkeit für die angestammte und aktue
lle Tätigkeit vor (
Urk.
10/318 S. 12
). Dieser Schluss erscheint angesichts der über alle Fachrichtungen gering ausgeprägten Unt
ersuchungsbefunde (
Urk.
10/318 S. 13
) einleuchtend. Eine andere Einschätzung lässt sich auch den aktuelleren Berichten der behandelnden Ärzte
nicht entnehmen (vgl.
Urk.
10/291,
Urk.
10/294
) und
wird auch seitens der Beschwerdeführerin nicht postuliert. Es ist daher von einer vollen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in der bisherigen Tätigkeit auszugehen. Entgegen dem Antrag der Beschwerdeführerin (
Urk.
1 S. 2) ist von weiteren medizinischen Abklärungen abzusehen, da von diesen keine neuen
entscheidrelevanten
Erkenntnisse zu erwarten sind (antizipierte Beweiswürdi
gung; BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d, 136 I 229 E. 5.3).
Da die Beschwerdeführerin in
sämtlichen - inklusive
ihrer bisherigen
-
Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig ist
und damit von
v
ornherein keinen Anspruch auf eine Rente
mehr
hat
,
erübrigen sich weitere Ausführungen zur natürlichen und adäquaten Kausalität der verbleibenden Beschwerden zum Unfallereignis
.
8
.
8.1
Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin ab dem Zeitpunkt der Aufgabe ihr
er Mitwirkungsverweigerung am
1
5.
Juni 2015
(
Urk.
10/28
2
) wiede
rum Anspruch auf eine
Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 65
%
hat.
8.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbe
zügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17
Abs. 1 ATSG).
Das Bundesgericht hat mit BGE 145 V 141 betreffend die Revision einer Invalidenrente der Unfallversicherung entschieden, dass bei einer Meldepflicht
verletzung (
Art.
31
Abs.
1 ATSG) die rückwirkende Leistungsanpassung bezie
hungsweise die Rückerstattungspflicht ab dem Zeitpunkt der Verwirklichung des pflichtwidrig nicht gemeldeten Revisionstatbestandes zu erfolgen hat.
Allerdings
steht
vorliegend
keine Meldepflichtverletzung im Raum und eine solche wird von der Beschwerdegegnerin auch nicht geltend gemacht.
Die gesundheitliche Verbesserung hat sich im Rahmen der medizinischen Abklärungen ergeben.
Folg
lich kann die Rente de
r
Beschwerdeführer
in
nicht rückwirkend angepasst und
es
können keine
Rentenbetreffnisse
zurückgefordert werden
, was die Beschwerde
gegnerin auch nicht in Betracht gezogen hat
. Vielmehr ist die
Rentena
npassung auf den Verfügungszeitpunkt
hin
zu vollziehen (vgl. BGE 140 V 70 E. 4.2).
Da
die Beschwerdeführerin
gemäss dem beweiswerten
Z._
-Gutachten spätestens ab dem Gutachtenszeitpunkt in ihrer angestammten Tätigkeit voll arbeitsfähig ist, ist die
Invalidenrente des Unfallversicherers für eine Invalidität von 65
%
nach der Zustellung der Verfügung vom
2
1.
Juni 2019
per
1.
Juli
2019 aufzu
heben.
Dies führt zur teilweisen Gutheissung der
Beschwerde.
9.
Nach
Art.
61
lit
. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Gericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. Als weitere Bemessungskriterien nennen die kantonalen Vorschriften das Mass des Obsiegens, den Zeitaufwand und die Barauslagen (§ 34
des Gesetzes über das Sozi
alversicherungsgericht [
GSVGer
]
sowie
§
7
der
Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädi
gungen vor dem Sozialve
rsicherungsgericht [
GebV
SVGer
]
).
Die
Beschwerdeführer
in unterliegt in Bezug auf die
angestrebte
Aufhebung der Invalidenrente für die Zukunft und obsiegt im Wesentlichen hinsichtlich ihres Eventualantrages auf Weiterausrichtung der Invalidenrente bis zum Verfügungs
zeitpunkt
. Die Beschwerdegegnerin
ist demnach zu verpflichten, der
Beschwerde
führer
in
– beim praxisgemässen Stundenansatz von
Fr.
220.-- (zuzüglich Mehr
wertsteuer) – eine entsprechend um die Hälfte reduzierte
Prozessentschädigung von
Fr.
1’5
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.