Decision ID: 5e8304d2-4ba8-4cd3-8770-42b66fc08592
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Unterhalt und weitere Kinderbelange
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am Bezirksgericht Bülach vom 6. November 2019 (FK180016-C)
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Rechtsbegehren des Klägers: (Urk. 1, Urk. 101 und Urk. 113, sinngemäss)
1. Die gemeinsame Tochter C._, geb. tt.mm.2016, sei unter der  elterlichen Sorge der Parteien zu belassen.
2. Es sei dem Kläger die alleinige Obhut über die Tochter C._, geb.
tt.mm.2016, zu erteilen.
Der Wohnsitz der Tochter soll beim Kläger sein.
3. Es sei folgendes Besuchsrecht zwischen der Beklagten und der gemeinsa-
men Tochter C._, geb. tt.mm.2016, festzulegen:
Jeweils von Sonntagabend 18 Uhr bis Mittwochabend 18 Uhr, wobei der
Kläger die Tochter zur Übergabe am Sonntagabend an den Bahnhof R._ bringt und die Beklagte die Tochter am Mittwochabend an den Bahnhof D._.
Ab Kindergarteneintritt im August 2020 sei die Beklagte für berechtigt zu er-
klären, ein Besuchsrecht an jedem zweiten Wochenende von Freitagmittag 12 Uhr bis Sonntagabend 18 Uhr wahrzunehmen.
Zur Ausübung des Besuchsrechts soll die Beklagte, bis zum Eintritt von
C._ in den Kindergarten, verpflichtet werden, die Tochter C._  am Mittwochabend um 18:00 Uhr an den Bahnhof D._ zur  an den Kläger zu bringen. Ab Eintritt von C._ in den Kindergarten soll die Beklagte verpflichtet werden, die Tochter C._ jeweils an jedem zweiten Sonntagabend um 18:00 Uhr an den Bahnhof D._ zur  an den Kläger zu bringen. Der Kläger soll verpflichtet werden, bis zum Eintritt von C._ in den Kindergarten, die Tochter jeweils am  um 18:00 Uhr an den Bahnhof R._ zur Übergabe an die  zu bringen. Ab Eintritt von C._ in den Kindergarten soll der Kläger verpflichtet werden, die Tochter C._ jeweils an jedem zweiten  um 18:00 Uhr an den Bahnhof R._ zur Übergabe an die  zu bringen.
Die Übergaben sollen jeweils persönlich von den Kindeseltern, jedoch in
Begleitung einer Drittperson, welche die Angemessenheit der Übergabe  kann, stattfinden.
Die Beklagte sei anzuhalten, sich bei den Übergaben ruhig zu verhalten, den
Kläger nicht zu beschimpfen und von Provokationen und Gewalttätigkeiten gegenüber dem Kläger und dessen Begleitpersonen abzusehen.
4. Es sei der Beklagten ein Ferienbesuchsrecht von vier Wochen mit der Toch-
ter C._ zuzugestehen, wobei die Ferien jeweils mind. zwei Monate im
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Voraus abzusprechen sind und jeweils nur bei gegenseitigem  im Ausland ausgeübt werden sollen.
5. Sodann sei die Beklagte für berechtigt zu erklären, die Tochter C._ in
Jahren mit gerader Jahreszahl für die Feiertage an Ostern (Karfreitag bis Ostermontag), am 25. Dezember und über Silvester, in Jahren mit  Jahreszahl an Pfingsten (Pfingstsamstag bis Pfingstmontag) sowie am 24. Dezember zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen.
6. Es sei die errichtete Erziehungs- und Besuchsbeistandschaft im Sinne von
Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB fortzuführen.
7. Es sei ein psychologisch-psychiatrisches Gutachten zur Feststellung der Er-
ziehungs- und Betreuungsfähigkeit der Beklagten in Auftrag zu geben.
8. Es sei die Beklagte zur Leistung angemessener Unterhaltszahlungen für die
gemeinsame Tochter C._ ab 1. August 2020 von mind. Fr. 650.–  allfälliger gesetzlicher oder vertraglicher Kinderzulagen an den  zu verpflichten. Zuvor sei für die Tochter C._ ein Manko von Fr. 637.– (Barbedarf) festzuhalten.
9. Alle anderslautenden Anträge der Beklagten seien abzuweisen.
10. Es sei für das vorliegende Verfahren der Tochter C._, geb. tt.mm.2016,
ein Kinderanwalt/eine Kinderanwältin zu bestellen.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich gesetzlicher  zu Lasten der Beklagten.
Rechtsbegehren der Beklagten:
(Urk. 106, sinngemäss)
1. Die gemeinsame Tochter C._, geb. tt.mm.2016, sei unter der gemein-
samen elterlichen Sorge der Parteien zu belassen.
2. Es sei der Beklagten die alleinige Obhut über die Tochter C._, geb.
tt.mm.2016, zu erteilen.
Der Wohnsitz der Tochter soll bei der Beklagten sein.
3. Der Kläger sei für berechtigt zu erklären, die Tochter C._ jede zweite
Woche jeweils von Donnerstagabend 18 Uhr bis Sonntagabend 18 Uhr zu sich auf Besuch zu nehmen.
Ab dem Kindergarteneintritt im August 2020 sei der Kläger für berechtigt zu
erklären, ein Besuchsrecht an jedem zweiten Wochenende von  18 Uhr bis Sonntagabend 18 Uhr wahrzunehmen.
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Zur Ausübung des Besuchsrechts soll der Kläger verpflichtet werden, C._ jeweils am Donnerstagabend wie bisher zuhause bei der Mutter abzuholen und am Sonntagabend wieder zu bringen.
Die Übergaben seien wenn immer möglich persönlich, insbesondere nicht im
Beisein des Bruders des Klägers, vorzunehmen.
4. Es sei dem Kläger ein Ferienbesuchsrecht von vier Wochen mit der Tochter
C._ zuzugestehen, wobei die Ferien jeweils mind. zwei Monate im  abzusprechen sind, und der Rest der Ferien an die Mutter . Die beiden Parteien dürfen die Ferien auch im Ausland ausüben.
5. Die Beklagte sei für berechtigt zu erklären, die Tochter C._ in Jahren
mit gerader Jahreszahl für die Feiertage an Ostern (Karfreitag bis ), am 25. Dezember und über Silvester, in Jahren mit ungerader  an Pfingsten (Pfingstsamstag bis Pfingstmontag) sowie am 24.  zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen.
6. Es sei die errichtete Erziehungs- und Besuchsbeistandschaft im Sinne von
Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB fortzuführen.
7. Es sei nicht notwendig ein psychologisch-psychiatrisches Gutachten zur
Feststellung der Erziehungs- und Betreuungsfähigkeit der Beklagten in  zu geben.
8. Es sei der Kläger zur Leistung angemessener Unterhaltszahlungen für die
gemeinsame Tochter C._, Barunterhalt von Fr. 550.– zuzüglich  Kinderzulagen, an die Beklagte zu verpflichten.
9. Es sei der Kläger zu verpflichten, die folgenden Dokumente an die Beklagte
herauszugeben: Pass, Aufenthaltsbewilligung und ID von C._, und es sei der Kläger zu verpflichten, die Abmeldung von C._ bei der  D._ zu unterschreiben, damit sich C._ in R._ anmelden kann.
10. Es sei die Einsetzung eines Kinderanwalts/einer Kinderanwältin nicht erfor-
derlich für das vorliegende Verfahren der Tochter C._, geb. tt.mm.2016.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Klägers.
Urteil des Einzelgerichts am Bezirksgericht Bülach vom 6. November 2019:
(Urk. 130 S. 37 ff.)
"1. Die Klage wird teilweise gutgeheissen.
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2. Die Tochter C._, geboren am tt.mm.2016, wird unter der gemeinsamen elterlichen Sorge der Parteien belassen.
3. Die Obhut für die Tochter C._, geboren am tt.mm.2016, wird beiden
Parteien mit wechselnder Betreuung übertragen.
4. Als Wohnsitz der Tochter C._, geboren am tt.mm.2016, wird der Wohn-
sitz des Klägers bestimmt.
5. a) Bis zum 31. Juli 2020 bzw. Kindergarteneintritt der Tochter C._:
− Die Beklagte wird für berechtigt und verpflichtet erklärt, die  C._ jede zweite Woche von Donnerstag, 18:00 Uhr, bis Montag, 18:00 Uhr, zu betreuen;
− im Übrigen wird der Kläger für berechtigt und verpflichtet erklärt, die Tochter C._ zu betreuen;
− der Kläger wird dabei verpflichtet, die Tochter jeweils am  zur Beklagten zu bringen, und die Beklagte wird verpflichtet, die Tochter jeweils am Montagabend zum Kläger zu bringen.
b) Ab 1. August 2020 bzw. Kindergarteneintritt der Tochter C._:
− Die Beklagte wird für berechtigt und verpflichtet erklärt, die Toch-
ter C._ jeweils an drei Wochenenden pro Monat von  (Kindergarten-/Unterrichtsschluss) bis Montagmorgen (Kindergarten-/Unterrichtsbeginn) zu betreuen;
− im Übrigen wird der Kläger für berechtigt und verpflichtet erklärt, die Tochter C._ zu betreuen;
− die Beklagte wird dabei verpflichtet, die Tochter jeweils am  direkt beim Kindergarten bzw. in der Schule abzuholen und am Montag wieder direkt dorthin zu bringen.
− c) Die Parteien werden je für berechtigt und verpflichtet erklärt, die Toch-
ter jeweils während vier Ferienwochen pro Jahr zu betreuen, wobei die Ferien jeweils zwei Monate im Voraus abzusprechen sind und auch im Ausland verbracht werden können.
d) Die Beklagte wird für berechtigt und verpflichtet erklärt, die Tochter in Jahren mit gerader Jahreszahl jeweils an Ostern (Karfreitag bis ), am 25. Dezember und über Silvester zu betreuen, in Jahren mit ungerader Jahreszahl jeweils an Pfingsten (Pfingstsamstag bis Pfingstmontag) sowie am 24. Dezember zu betreuen. Zur Ausübung
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dieser Regelung ist die Tochter jeweils von der betreuenden Partei zur anderen Partei zu bringen.
e) Der Kläger wird für berechtigt und verpflichtet erklärt, die Tochter in Jahren mit ungerader Jahreszahl jeweils an Ostern (Karfreitag bis ), am 25. Dezember und über Silvester zu betreuen, in  mit gerader Jahreszahl jeweils an Pfingsten (Pfingstsamstag bis Pfingstmontag) sowie am 24. Dezember zu betreuen. Zur Ausübung dieser Regelung ist die Tochter jeweils von der betreuenden Partei zur anderen Partei zu bringen.
f) Die Parteien werden verpflichtet, jeweils rechtzeitig die zur Ausübung der jeweiligen Ferien- bzw. Feiertagsbetreuung allenfalls notwendigen gegenseitigen Einverständniserklärungen zu erteilen und sich die  Reisedokumente zu übergeben bzw. zurückzugeben.
g) Eine abweichende Regelung der Betreuungsanteile, der , der Feiertagsbetreuung und/oder der Übergabemodalitäten nach gegenseitiger Absprache der Parteien bleibt vorbehalten.
6. Die Erziehungsgutschriften für die Berechnung der AHV/IV-Renten werden
den Parteien je zur Hälfte angerechnet. Es ist Sache der Parteien, die  Ausgleichskassen zu informieren.
7. Die mit Verfügung vom 10. Mai 2019 angeordnete Erziehungs- und Be-
suchsrechtsbeistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 1 und Abs. 2 ZGB wird mit folgenden, unveränderten Aufträgen fortgeführt:
a) Der Erziehungsbeistand wird damit beauftragt:
− die Interessen von C._ im Allgemeinen zu schützen und zu vertre-
ten;
− die gedeihliche persönliche Entwicklung von C._ zu begleiten und zu überwachen;
− beiden Elternteilen in ihrer Sorge um C._ mit Rat und Tat zur  zu stehen;
− beide Elternteile in Erziehungs- und Betreuungsfragen zu unterstützen;
− mit dem Besuchsrechtsbeistand zusammenzuarbeiten;
− Antrag zu stellen, falls andere Massnahmen angezeigt sind.
b) Der Besuchsrechtsbeistand wird damit beauftragt:
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− die Modalitäten der Betreuungskontakte zu regeln und deren Verlauf zu überwachen;
− im Konfliktfall zwischen den Eltern zu vermitteln und im Hinblick auf die Vermeidung eines Loyalitätskonflikts des Kindes eine angemessene  zu fördern;
− mit dem Erziehungsbeistand zusammenzuarbeiten.
8. Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Bülach Nord wird ersucht, für die Aufgaben gemäss Ziffer 7.a) und 7.b) dieses Entscheids baldmöglichst je einen geeigneten Beistand zu ernennen.
9. a) Mangels Leistungsfähigkeit der Parteien kann bis zum 31. Juli 2020 kein Unterhaltsbeitrag festgesetzt werden. Zur Deckung des gebührenden Unterhalt der Tochter C._, geboren am tt.mm.2016, fehlt bis zum 31. Juli 2020 monatlich ein Betrag von Fr. 649.–.
a) Die Beklagte wird verpflichtet, an die Kosten von Unterhalt und Erzie-
hung der Tochter monatliche Unterhaltsbeiträge wie folgt zu bezahlen:
− Fr. 304.– ab 1. August 2020 bzw. Einschulung der Tochter bis 30. April 2026 (Barunterhalt)
− Fr. 467.– ab 1. Mai 2026 bis zum Eintritt der Tochter in die  (Barunterhalt)
− Fr. 516.– ab Eintritt der Tochter in die Oberstufe bis zum  einer angemessenen Erstausbildung, auch über die  hinaus (Barunterhalt),
zahlbar jeweils am Ersten eines Monats im Voraus an den Klägers,  die Tochter in dessen Haushalt lebt resp. gemäss Ziffer 5 dieses Entscheids betreut wird, keine selbständigen Ansprüche gestützt auf Art. 277 Abs. 2 ZGB gegen die Beklagte stellt und keine andere  bezeichnet.
Es wird auf die Möglichkeit der Abänderung gemäss Art. 286 Abs. 2 ZGB hingewiesen.
b) Diese Unterhaltsbeiträge (Basisunterhaltsbeiträge) basieren auf dem Landesindex für Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik, Stand Ende September 2019 mit 102.0 Punkten (Basis Dezember 2015 = 100 Punkte). Sie werden jeweils auf den 1. Januar eines jeden Kalenderjahres, ausgehend vom jeweiligen Indexstand per Ende No-
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vember des Vorjahres, erstmals auf den 1. Januar 2019, nach  Formel angepasst:
neuer Unterhaltsbeitrag = Basisunterhaltsbeitrag x neuer Index
Basisindex
c) Diesem Entscheid liegen die folgenden finanziellen Verhältnisse der  zugrunde:
Einkommen Beklagte: von bis Pensum Fr. 1'200.–* Rechtskraft Einschulung der Tochter 30 % Fr. 3'410.–** Einschulung
der Tochter Eintritt der Tochter in die Oberstufe
80 %
Fr. 4'263.–** Eintritt der Tochter in die Oberstufe
Volljährigkeit der  bzw. Abschluss der Erstausbildung
100 %
* Durchschnittliches Nettoeinkommen pro Monat (inkl. , ohne Familienzulagen)
** Hypothetisches Nettoeinkommen pro Monat (inkl. Quellensteuerabzug, ohne Familienzulagen)
Einkommen Kläger: von bis und mit Pensum Fr. 3'750.–* Rechtskraft Volljährigkeit der Toch-
ter bzw. Abschluss der Erstausbildung
100 %
* Nettoeinkommen bzw. Taggeld pro Monat (inkl. Anteil 13. Monatslohn, ohne Familienzulagen)
Einkommen Tochter: von bis und mit Bemerkung Fr. 200.– Rechtskraft 30. April 2028 Familien-
zulage Fr. 250.– 1. Mai 2028 Volljährigkeit bzw. Ab-
schluss der 
Vermögen: allseits nicht in relevanter Höhe vorhanden (Fr. 0.–)
Bedarf: ab Rechts-
kraft ab  Tochter
ab 01.05.2026
ab 01.05.2028 bzw. Eintritt der Tochter in die Oberstufe
Tochter Fr. 1'030.– Fr. 1'030.– Fr. 1'230.– Fr. 1'230.– Beklag- Fr. 2'346.– Fr. 2'511.– Fr. 2'511.– Fr. 2'553.–
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te Kläger Fr. 2'619.– Fr. 2'729.– Fr. 2'729.– Fr. 2'729.–
10. Im Übrigen wird die Klage abgewiesen.
11. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 6'000.– ; die Barauslagen betragen:
Fr. 975.– Dolmetscherkosten
Fr. 4'680.– Abklärung Obhutszuteilung
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
12. Die Gerichtskosten werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt, zufolge Ge-
währung der unentgeltlichen Rechtspflege jedoch einstweilen auf die Staatskasse genommen. Die Parteien werden auf die Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO hingewiesen.
13. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
14. (Schriftliche Mitteilung)
15. (Berufung)"
Berufungsanträge:
der Beklagten und Berufungsklägerin (Urk. 129 S. 2 f.):
"1. 1.1 Es sei Ziff. 3 des Urteils vom 6. November 2019 aufzuheben.
1.2 Es sei der Berufungsklägerin die alleinige Obhut für die Tochter C._,  am tt.mm.2016, zuzuweisen.
2. 2.1 Es sei Ziff. 4 des Urteils vom 6. November 2019 aufzuheben.
2.2 Es sei als Wohnsitz der Tochter der Wohnsitz der Berufungsklägerin zu .
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3. 3.1 Es seien Ziff. 5 lit. a und b des Urteils vom 6. November 2019 aufzuheben.
3.2 Es sei der Berufungsbeklagte für berechtigt und verpflichtet zu erklären, die  C._ jede zweite Woche von Donnerstag, 18.00 Uhr bis Sonntag, 18.00 Uhr, auf eigene Kosten zu sich auf Besuch zu nehmen.
Dabei sei der Berufungsbeklagte zu verpflichten, C._ jeweils am Donnerstag, 18:00 Uhr, bei der Berufungsklägerin zu Hause abzuholen und am Sonntag, 18:00 Uhr, ebendort wieder zurückzubringen.
3.3 Ab dem Kindergarteneintritt im August 2020 sei der Berufungsbeklagte für  zu erklären, ein Besuchsrecht an jedem zweiten Wochenende von  18:00 Uhr bis Sonntagabend 18:00 Uhr wahrzunehmen.
Dabei sei der Berufungsbeklagte zu verpflichten, C._ jeweils am Freitag, 18:00 Uhr, bei der Berufungsklägerin zu Hause abzuholen und am Sonntag, 18:00 Uhr, ebendort wieder zurückzubringen.
4. 4.1 Ziff. 6 des Urteils vom 6. November 2019 sei aufzuheben.
4.2 Die Erziehungsgutschriften seien vollumfänglich der Berufungsklägerin .
5. 5.1 Ziff. 9 des Urteils vom 6. November 2019 sei aufzuheben.
5.2 Die Unterhaltsbeiträge seien den Anträgen folgend angemessen zu berechnen.
6. Ziff. 12 des Urteils vom 6. November 2019 sei aufzuheben und sämtliche  zulasten des Berufungsbeklagten aufzuerlegen.
7. Es sei ein Gutachten über die Erziehungsfähigkeit des Berufungsbeklagten in  zu geben."
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des Klägers und Berufungsbeklagten (Urk. 155 S. 2):
"Es sei die Berufung gegen das Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten  am Bezirksgericht Bülach vom 6. November 2019 vollumfänglich abzuweisen.
Eventualantrag: Die Obhut für die Tochter C._, geb. tt.mm.2016 sei allein dem  zu übertragen.
Im Übrigen sei das Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am  Bülach vom 6. November 2019 zu bestätigen.
Alles unter Kosten und Entschädigungsfolgen zuzüglich gesetzlicher  zu Lasten der Beklagten / Berufungsklägerin."

Erwägungen:
A. Sachverhalt / Prozessgeschichte
1. Der Kläger und Berufungsbeklagte (fortan Kläger) und die Beklagte und  (fortan Beklagte) sind die nicht verheirateten Eltern des Kindes
C._, geboren am tt.mm.2016. Gemäss Erklärung vom 8. April 2016 haben
sie für C._ das gemeinsame Sorgerecht (Urk. 4). Die Beklagte war vom 1.
Mai 2014 bis Ende August 2016 als Kinderbetreuerin und Haushaltshilfe beim
Kläger angestellt. Nach der Geburt von C._ lebte sie bis zum 31. Mai 2018
weiterhin im Haushalt des Klägers, in welchem auch die drei nicht gemeinsamen
Kinder des Klägers sowie zunächst dessen Mutter lebten. Am 1. Juni 2018 zog
die Beklagte zusammen mit C._ aus dem gemeinsamen Haushalt aus und
lebt seither in R._ zusammen mit ihrem Untervermieter und heutigen Leben-
spartner. Der Kläger wohnt weiterhin mit den nicht gemeinsamen Kindern,
E._, geboren am tt.mm.2002, F._, geboren am tt.mm.2005, und
G._, geboren am tt.mm.2009, in D._. In der Betreuung seiner drei Kin-
der wird er von seiner Mutter unterstützt, die indes ungefähr seit März 2019 nicht
mehr in seinem Haushalt lebt (Urk. 130 S. 5 m.H.).
2. Am 27. April 2018 machte der Kläger unter Beilage der Klagebewilligung des Friedensrichteramts D._ vom 22. April 2018 seine Klage bei der Vorinstanz
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rechtshängig (Urk. 1 und Urk. 2). Mit Eingabe vom 24. Mai 2018 erstattete die Be-
klagte ihre Klageantwort mit ihren Gegenrechtsbegehren (Urk. 9). Am 19. Juli
2018 fand vor Vorinstanz die Hauptverhandlung statt (Prot. I S. 5 ff.). Mit Verfü-
gung vom 14. September 2018 wurde das klägerische Begehren um Zuteilung der
alleinigen Obhut über C._ für die Dauer des Verfahrens abgewiesen und der
Kläger für die Verfahrensdauer berechtigt erklärt, C._ jede zweite Woche,
jeweils in den Wochen mit gerader Zahl, von Donnerstag, 18.00 Uhr, bis Sonntag,
18.00 Uhr auf eigene Kosten zu sich auf Besuch zu nehmen (Prot. I S. 19; Urk. 44
S. 2). Am 30. Januar 2019 ging bei der Vorinstanz der Kurzbericht Obhutszutei-
lung des kjz R._ vom 28. Januar 2019 ein (Urk. 46). Am 12. März 2019 fand
eine Instruktionsverhandlung und am 25. April 2019 eine Verhandlung über vor-
sorgliche Massnahmen statt (Prot. I S. 22 ff., 31 ff.). Die schriftlich erstattete Rep-
lik datiert vom 22. August 2019, die Duplik vom 16. September 2019 (Urk. 101
und Urk. 106). Der übrige Prozessverlauf ergibt sich aus dem angefochtenen Ent-
scheid (Urk. 130 S. 5 ff.). Mit Urteil vom 6. November 2019 fällte die Vorinstanz
den eingangs wiedergegebenen Entscheid (Urk. 130 S. 37 ff.).
3. Dagegen erhob die Beklagte mit Zuschrift vom 10. Dezember 2019  (vgl. Urk. 126) Berufung mit den eingangs erwähnten Anträgen (Urk. 129
S. 2 f.). Am 6. Februar 2020 leitete die KESB R._ eine Gefährdungsmeldung
des Klägers vom 26. bzw. 28. Januar 2020 betreffend die Verweigerung des Be-
suchsrechts für die gemeinsame Tochter C._ durch die Beklagte seit dem
29. Dezember 2019 an die Kammer weiter (Urk. 140, Urk. 141, Urk. 142/1-2; vgl.
auch Urk. 148/3). Mit Eingabe vom 12. Februar 2020 ersuchte der Kläger um Ent-
zug der aufschiebenden Wirkung der Berufung bzw. Anordnung vorsorglicher
Massnahmen bzw. teilweiser Bewilligung der vorzeitigen Vollstreckbarkeit des
angefochtenen Entscheids (Urk. 146 S. 2 ff.). Die rechtzeitig erstattete Stellung-
nahme der Beklagten dazu sowie zur Gefährdungsmeldung datiert vom 24. Feb-
ruar 2020 (vgl. Urk. 150, Urk. 151). Mit Beschluss vom 27. Februar 2020 wurde
die vorzeitige Vollstreckbarkeit der Dispositivziffern 2, 5 lit. c bis g sowie 7 und 8
des angefochtenen Entscheides vorgemerkt, der Antrag des Klägers betreffend
Entzug der aufschiebenden Wirkung der Berufung hinsichtlich der Dispositivziffern
3, 4 und 5 lit. a und b abgewiesen, als Wohnsitz der Tochter für die weitere Ver-
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fahrensdauer der Wohnsitz der Beklagten in R._ bestimmt und die Beklagte
angewiesen, dem Kläger die Ausübung seines ihm gestützt auf die vorinstanzli-
che Verfügung vom 14. September 2018 zustehenden Besuchsrechts während
der Dauer des Berufungsverfahrens weiterhin und uneingeschränkt zu ermögli-
chen und die Tochter am 6. März 2020 im kjz R._ zu übergeben. Ab
1. August 2020 bzw. Kindergarteneintritt von C._ wurde das Besuchsrechts
des Klägers hinsichtlich des Beginns angepasst (Urk. 154 S. 17). Mit Eingabe
vom 1. April 2020 erstattete der Kläger rechtzeitig seine Berufungsantwortschrift
mit den eingangs erwähnten Anträgen (Urk. 155 S. 2). Gleichzeitig ersuchte er
erneut um Erlass von vorsorglichen Massnahmen für die weitere Dauer des Beru-
fungsverfahrens und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (Urk. 155 S. 2
f.). Mit Beschluss der Kammer vom 15. April 2020 wurde der Beklagten Frist an-
gesetzt, um sich zu den neuen Vorbringen und Unterlagen der Berufungsantwort
zu äussern. Ferner wurde das klägerische Massnahmebegehren abgewiesen
(Urk. 158). Die Stellungnahme der Beklagten, womit sie neue Dokumente bei-
brachte, datiert vom 28. April 2020 (Urk. 159, Urk. 160 und Urk. 161/1-8). Mit Be-
schluss der Kammer vom 7. Mai 2020 wurde die Beklagte zur Edition und Aus-
kunftserteilung angehalten (Urk. 162). Mit Zuschrift vom 18. Mai 2020 kam sie
dieser Aufforderung nach (Urk. 163, Urk. 164 und Urk. 165/1-10). Mittels (fälschli-
cherweise) nicht unterschriebenen Präsidialverfügung vom 20. Mai 2020 wurde
dem Kläger Frist zur Stellungnahme anberaumt (Urk. 168). Mit Eingabe vom 8.
Juni 2020 äusserte er sich rechtzeitig, wobei er die Nachreichung weiterer Unter-
lagen in Aussicht stellte (Urk. 169). Mit Zuschrift vom 25. Mai 2020 hatte die Be-
klagte eine Bestätigung der Mittagstisch- und Hortbetreuung nachreichen lassen
(Urk. 166 und Urk. 167), welche dem Kläger zunächst versehentlich nicht zur Stel-
lungnahme unterbreitet wurde. Mit Eingabe vom 24. Juni 2020 liess der Kläger die
in Aussicht gestellten Unterlagen nachreichen (Urk. 170, Urk. 171 und Urk. 172/1-
4). Mit Beschluss vom 29. Juni 2020 wurde den Parteien je Frist zur Stellungnah-
me zu den von der Gegenseite neu eingereichten Unterlagen (dem Kläger auch
hinsichtlich Urk. 166 und Urk. 167) angesetzt sowie die Beklagte erneut aufgefor-
dert, eine aktuelle Arbeitsbestätigung beizubringen (Urk. 173). Mit Zuschrift vom
9. Juli 2020 äusserte sich der Kläger fristwahrend (Urk. 174). Mit Eingabe vom 14.
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Juli 2020 liess sich die Beklagte rechtzeitig vernehmen (Urk. 175, Urk. 176 und
Urk. 177/1-3). Diese Eingaben (samt Beilagen) wurden je der Gegenseite am 16.
Juli 2020 zur Kenntnisnahme zugestellt (Prot. II S. 16). Sodann wurde die von der
Vorinstanz an die Kammer weitergeleitete Eingabe der Beklagten betreffend Ver-
ständigung über die Sommerferienregelung 2020 und Ausstellung eines neuen ...
Reisepasses [des Staates H._] für die Tochter vom 9. Juli 2020 (Urk. 178
und Urk. 178A/1-2) dem Kläger am 21. Juli 2020 zur Kenntnisnahme zugesandt
(Prot. II S. 17). Mit Eingabe vom 22. September 2020 teilte der Kläger mit, dass er
über die akute Kindesgefährdung von C._ durch die Beklagte, welche er am
Wochenende vom 17./19. September 2020 habe feststellen müssen, orientieren
wolle, und ersuchte um entsprechende Berücksichtigung beim Entscheid über die
Obhutszuteilung und einen raschen Entscheid des Obergerichts im Sinne seiner
Anträge, damit er C._ raschmöglichst im Kindergarten in D._ anmelden
und einschulen könne (Urk. 182). Die Zustellung dieser Eingabe an die Beklagte
kann mit dem Endentscheid erfolgen. Das Verfahren ist spruchreif.
B. Prozessuales
1. Die Berufung hemmt die Rechtskraft und Vollstreckbarkeit des  Entscheids im Umfang der Anträge (Art. 315 Abs. 1 ZPO). Nicht angefochten
sind vorliegend die Dispositivziffern 2 (gemeinsame elterliche Sorge über
C._), 5 lit. c bis g (Ferien- und Feiertagebesuchsrecht der Parteien samt Mo-
dalitäten) sowie 7 und 8 (Fortführung Erziehungs- und Besuchsrechtsbeistand-
schaft / Ersuchen KESB Bülach Nord) des Urteils des Einzelgerichts am Bezirks-
gericht Bülach vom 6. November 2019 (Urk. 130 S. 37 ff.; Urk. 129 S. 2 f.). Die
Rechtskraft von nicht angefochtenen Teilen des Entscheids tritt mit dem unbe-
nutzten Ablauf der Frist für die Anschlussberufung ein, weil erst dann feststeht,
dass die berufungsbeklagte Partei nicht ihrerseits (Anschluss-)Berufung erhebt
(Gehri, OFK-ZPO, Art. 315 N 1, S. 645). Im Rahmen seiner Berufungsantwort
vom 1. April 2020 liess der Kläger keine Anschlussberufung erheben (Art. 313
Abs. 1 ZPO; vgl. Urk. 155 S. 2). Die (Teil-)Rechtskraft der erwähnten Dispositivzif-
fern des angefochtenen Entscheides kann daher vorgemerkt werden (in Urk. 154
S. 17, Dispositivziffer 1, wurde im Übrigen lediglich die vorzeitige Vollstreckbarkeit
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dieser Dispositivziffern vorgemerkt). Allerdings sind hinsichtlich der nicht ange-
fochtenen Dispositivziffern 5c (Ferienbesuchsrecht) und 5f (Reisedokumente) ge-
stützt auf die in Kinderbelangen geltende Offizialmaxime (Art. 296 Abs. 3 ZPO) im
Hinblick auf die Eingabe der Beklagten vom 9. Juli 2020 (Urk. 178A/1-2) von Am-
tes wegen Änderungen bzw. Anpassungen vorzunehmen, weshalb diesbezüglich
keine Vormerknahme der (Teil-)Rechtskraft erfolgen kann.
2. Mit der Berufung können unrichtige Rechtsanwendung und unrichtige  des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Beru-
fungsinstanz verfügt über eine umfassende Überprüfungsbefugnis der Streitsa-
che, d.h. über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfragen, ein-
schliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung (BGer 5A_184/2013 vom
26. April 2013, E. 3.1). In der schriftlichen Berufungsbegründung (Art. 311 ZPO)
ist hinreichend genau aufzuzeigen, inwiefern der erstinstanzliche Entscheid in den
angefochtenen Punkten als fehlerhaft zu betrachten ist bzw. an einem der ge-
nannten Mängel leidet (BGE 138 III 374 E. 4.3.1; BGer 5A_751/2014 vom 28. Mai
2015, E. 2.1). Was nicht oder nicht in einer den gesetzlichen Begründungsanfor-
derungen genügender Weise beanstandet wird, braucht die Rechtsmittelinstanz
nicht zu überprüfen. Das gilt zumindest solange, als ein Mangel nicht geradezu
ins Auge springt (BGer 4A_258/2015 vom 21. Oktober 2015, E. 2.4.3; BGer
4A_290/2014 vom 1. September 2014, E. 5). Die Anforderungen an die Begrün-
dung einer Berufung gelten sinngemäss auch an die Begründung der Berufungs-
antwort (BGer 4A_580/2015 vom 11. April 2016 E.2.2. mit Hinweis auf den zur
Beschwerdeantwort ergangenen BGE 141 III 115 E. 2).
3. Hinsichtlich der vorliegend strittigen Kinderbelange gelten die Offizialmaxime und der uneingeschränkte Untersuchungsgrundsatz (Art. 296 Abs. 1 und 3 ZPO;
vgl. auch Urk. 130 S. 9). Aber auch im Geltungsbereich der uneingeschränkten
Untersuchungsmaxime ist es in erster Linie Sache der Parteien, die massgeben-
den Tatsachen vorzutragen und die Beweismittel zu nennen (Mitwirkungspflicht;
BGE 5A_357/2015 E. 4.2; BGE 128 III 411 E. 3.2.1 = Pra 2003 Nr. 5). Dies gilt
verstärkt bei anwaltlicher Vertretung beider Parteien (OGer ZH LY120054 vom
27. Mai 2013, E. 1.5; vgl. auch BGE 141 III 569 E. 2.3.1 und 2.3.2). Noven sind
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ungeachtet der Voraussetzungen gemäss Art. 317 Abs. 1 ZPO zuzulassen (vgl.
BGE 144 III 349 E. 4.2.1).
C. Legitimation
Wie bereits die Vorinstanz zutreffend ausführte, ist gemäss Art. 298b Abs. 3 ZGB
und Art. 304 Abs. 2 ZPO das mit einer Unterhaltsklage befasste Gericht auch zur
Regelung der elterlichen Sorge und weiterer Kinderbelange zuständig (sog. Ein-
fallstor). Hinsichtlich der Kinderunterhaltsbeiträge ist einzig das Kind aktivlegiti-
miert (Art. 279 ZGB), kann jedoch durch einen Elternteil vertreten werden bzw.
dieser kann als Prozessstandschafter im eigenen Namen auf Rechnung des min-
derjährigen Kindes klagen (Art. 318 ZGB; BGE 136 III 365). Bezüglich der weite-
ren Kinderbelange sind die Eltern aktiv- und passivlegitimiert. Vorliegend ist die
Aktivlegitimation des Klägers daher zu bejahen. Ebenso ist die Passivlegitimation
der Beklagten gegeben. Die Tochter, welche hinsichtlich der weiteren Kinderbe-
lange zufolge Interessenkollision (vgl. Art. 306 Abs. 2 und 3 ZGB) nicht durch ei-
nen Elternteil vertreten werden könnte, wurde im vorinstanzlichen Verfahren nicht
als Verfahrensbeteiligte aufgenommen. Dies wurde im Berufungsverfahren nicht
kritisiert. Weiterungen erübrigen sich daher.
D. Obhut / Betreuungsanteile / Besuchsrecht
1. Die Vorinstanz erwog im Wesentlichen, es bestünden keine objektiven , die Erziehungsfähigkeit der Parteien ernsthaft in Frage zu stellen.
Vielmehr sei dem Kurzbericht des kjz R._ vom 28. Januar 2019 zu entneh-
men, dass beide Parteien grundsätzliche basale Fähigkeiten besässen, um der
Betreuung und Pflege der Tochter C._ nachzukommen. Unter den Risikofak-
toren würde im Kurzbericht an erster Stelle der Elternkonflikt mit Machtkampf auf
persönlicher und rechtlicher Ebene aufgeführt, während unter den Schutzfaktoren
eine sichere Bindung der Tochter zu beiden Elternteilen festgestellt werde. Wäre
die Erziehungsfähigkeit der Beklagten ernsthaft in Frage zu stellen, wäre es wi-
dersinnig, ihr dennoch die Betreuung des Kindes während dreier Tage pro Woche
zu überlassen, wie der Kurzbericht dies empfehle. Die Empfehlung des Kurzbe-
richts, die Erziehungsfähigkeit der Beklagten gutachterlich zu klären, sei daher
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nicht überzeugend, weshalb von der Einholung eines psychologisch-
psychiatrischen Gutachtens zur Feststellung der Erziehungs- und Betreuungsfä-
higkeit der Beklagten abzusehen sei. Die persönlichen und wirtschaftlichen Ver-
hältnisse der Beklagten würden als instabil bezeichnet, wobei die Beklagte finan-
ziell weiterhin massgeblich von ihrem Untervermieter und Lebenspartner unter-
stützt werde. Die Wohnverhältnisse beim Kläger mit seinen drei Kindern seien
ausgereizt. Seit dem 10. April 2018 sei der Kläger, welcher normalerweise im
Vollzeitpensum arbeite, unfallbedingt krankgeschrieben. Sein Arbeitsverhältnis sei
mittlerweile invaliditätshalber aufgelöst worden (Urk. 130 S. 12 f.). Nach aktuell
geltender Regelung sei der Kläger berechtigt, die Tochter jede zweite Woche, je-
weils in den Wochen mit gerader Zahl, von Donnerstag, 18.00 Uhr, bis Sonntag,
18.00 Uhr, auf eigene Kosten zu sich auf Besuch zu nehmen. Dieses mit Verfü-
gung vom 14. September 2018 festgelegte Besuchsrecht sei seither von den Par-
teien gelebt worden. Dennoch würde die Weiterführung dieser Regelung nur be-
schränkt Stabilität mit sich bringen: Einerseits befinde sich die Tochter derzeit
nach Angaben der Beklagten in der Eingewöhnungsphase einer Kindertagesstät-
te, habe also aktuell bereits einen Wechsel des Betreuungsplans bzw. der Be-
treuungsperson zu gewärtigen. Andererseits werde sie voraussichtlich im August
2020 in den Kindergarten eintreten, was nicht nur eine weitere Änderung des Be-
treuungsplans mit sich bringen, sondern insbesondere auch eine Änderung des
aktuellen Besuchsrechts erfordern werde. Das Kriterium der Stabilität spreche
daher mindestens nicht gegen eine Änderung der aktuellen Betreuungsregelung.
Die Fähigkeit der Parteien, den Kontakt zwischen dem Kind und dem andern El-
ternteil zu fördern, sei angesichts ihrer tendenziell konfliktorientierten Haltung in
Frage zu stellen. Diese Bedenken sprächen einerseits dafür, die Betreuungsantei-
le eher ausgeglichener zu gestalten, um den regelmässigen Kontakt zwischen
dem Kind und beiden Elternteilen bereits dadurch zu fördern, andererseits sei
diesbezüglich auf die fortzuführende Beistandschaft zu verweisen, welche unter
anderem die Betreuungskontakte zu regeln habe. Der zurzeit 100 % arbeitsunfä-
hige Kläger würde die Betreuung der Tochter bis zur allfälligen Wiederaufnahme
einer Arbeitstätigkeit selber übernehmen, danach würde er dabei von seiner Mut-
ter und seinem Bruder unterstützt werden. Aufseiten des Klägers bestünden so-
- 18 -
dann die Beziehungen zu den Halbgeschwistern E._, F._ und G._.
Kein entscheidendes Gewicht sei dem Alter des Kindes zuzumessen, zumal be-
reits im Kurzbericht des kjz R._ eine sichere Bindung der Tochter zu beiden
Eltern festgestellt worden sei. Die Beklagte habe die Tochter bis anhin zu einem
grösseren Teil selber betreut und habe punktuell die Unterstützung einer Tages-
mutter bzw. des Familienzentrums sowie ihres Lebenspartners in Anspruch ge-
nommen, um ihre Arbeitstätigkeit im Umfang von 30 % zu ermöglichen. Ab No-
vember 2019 solle die Tochter jedoch offenbar an drei Tagen pro Woche in einer
Kindertagesstätte betreut werden. Diese Lösung, welche der Tochter mit Blick auf
deren Deutschkenntnisse und die sozialen Kontakte zu anderen Kindern zwar gut
täte, sei jedoch mit den finanziellen Verhältnissen der Parteien (Krippenkosten
von Fr. 1'500.– monatlich) nicht vereinbar und damit auch nicht im Interesse des
Kindes. Im Gegenteil erscheine es angezeigt, die persönliche Betreuung auf Sei-
ten des Klägers auszuweiten, um damit einerseits den Barbedarf der Tochter zu
reduzieren und andererseits dessen Deckung durch Ausweitung der Erwerbstä-
tigkeit der Beklagten zu ermöglichen. Insgesamt erscheine es somit angezeigt,
die Betreuungsanteile des Klägers unter der Woche zugunsten von dessen per-
sönlicher Betreuung anstelle der Fremdbetreuung aufseiten der Beklagten mass-
geblich zu erweitern. Die Tochter sei somit jeweils am Dienstag, Mittwoch und
Donnerstag vom Kläger zu betreuen. Angesichts der Bereitschaft des Klägers, der
Beklagten ein grosszügiges Besuchsrecht zuzugestehen, rechtfertige es sich, die
Betreuung der Tochter jede zweite Woche von Donnerstag, 18.00 Uhr, bis Mon-
tag, 18.00 Uhr, der Beklagten zu übertragen. Eine langfristige Lösung mit der per-
sönlichen Betreuung durch den Kläger unter der Woche setze voraus, dass die
Tochter ihren Wohnsitz beim Kläger habe und entsprechend dort in den Kinder-
garten eintreten werde. Um die Betreuungsanteile der Beklagten dennoch auch
ab diesem Zeitpunkt möglichst grosszügig zu bemessen, sei ihr die Betreuung der
Tochter ab Eintritt in den Kindergarten jeweils an drei Wochenenden pro Monat
von Freitagmittag (Kindergarten-/Unterrichtsschluss) bis Montagmorgen (Kinder-
garten-/Unterrichtsbeginn) zu übertragen (Urk. 130 S. 14 ff.).
2. Die Beklagte wehrt sich mit ihrer Berufung gegen die von der Vorinstanz  alternierende Obhut mit wechselnder Betreuung durch die Parteien und
- 19 -
insbesondere die wesentliche Ausdehnung der Betreuungsanteile des Klägers.
Sie strebt die Zuteilung der Alleinobhut über die Tochter an sowie die Einräumung
eines Besuchsrechts des Klägers, wie gehabt, jede zweite Woche von Donners-
tag, 18.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00 Uhr, bzw. ab Kindergarteneintritt der Tochter
im August 2020 an jedem zweiten Wochenende von Freitagabend, 18.00 Uhr, bis
Sonntagabend, 18.00 Uhr. Sie hält dafür, die finanziellen Überlegungen der Vor-
instanz verfingen nicht, weil sie, hätte C._ den Wohnsitz bei ihr, von der
Stadt R._ Subventionen für die Kita ausbezahlt erhielte, wodurch sich die
Fremdbetreuungskosten als mit den finanziellen Verhältnissen vereinbar erweisen
würden. Diesbezüglich habe die Vorinstanz in ihrem Urteil selbst die Vorteile der
Fremdbetreuung in der Kita hervorgehoben, nämlich die Förderung der Deutsch-
kenntnisse der Tochter und deren sozialen Kontakte zu gleichaltrigen Kindern. Es
sei daher nicht einsichtig, weshalb C._ gleichwohl zum Grossteil beim Vater
betreut werden solle, zumal keiner Partei bessere oder qualifiziertere Erziehungs-
fähigkeiten zugesprochen würden, sondern vielmehr beide über basale Fähigkei-
ten verfügten, um die gemeinsame Tochter grosszuziehen. Die Vorteile, welche
C._ unter der Obhut der Kindsmutter erfahren würde, würden jene unter der
Obhut beim Kindsvater offensichtlich überwiegen. Zudem arbeite sie ab dem
21. November 2019 zu 40 % bei der ...agentur in R._ und könne dadurch ih-
re finanziellen Verhältnisse weiter verbessern. Ab Eintritt von C._ in den Kin-
dergarten werde sie jeweils Montag bis Freitag vormittags arbeiten und sodann
C._ an den Abenden sowie Wochenenden persönlich betreuen. Der Vater,
welcher zurzeit zu 100 % arbeitsunfähig sei, werde in Zukunft wieder arbeiten und
C._ wieder öfters durch die Grossmutter fremdbetreuen lassen müssen, und
das in bereits ausgereizten Wohnverhältnissen. Bei einer Abwägung der Fremd-
betreuung durch die Grossmutter gegenüber jener in der Kita wäre letztere vorzu-
ziehen, zumal die Grossmutter kein Deutsch spreche und der wichtige Kontakt zu
anderen familienexternen Kindern nur in der Kita sichergestellt werden könne. Die
Halbgeschwister C._s seien im Übrigen wesentlich älter als diese. Nicht zu-
letzt auch mit Blick auf die Subventionen sei der Wohnsitz von C._ bei ihr in
R._ festzulegen. Gemäss der vorinstanzlichen Regelung der Betreuungsan-
teile verbringe die Tochter zweieinhalbmal so viel Zeit beim Kläger als bei ihr.
- 20 -
Dies entspreche keiner geteilten Obhut mit wechselseitiger Betreuung, sondern
komme vielmehr einer Zuweisung der Tochter unter die Obhut des Klägers mit ei-
nem ausgedehnten Besuchsrecht der Mutter gleich (Urk. 129 S. 4 ff.).
3. Der Kläger lässt erwidern, es stimme nicht, dass die Vorinstanz ihm  der ungenügenden finanziellen Verhältnisse der Beklagten die Hauptbe-
treuung von C._ übertragen habe. Die Krippenkosten und deren mögliche
Subventionen seien nicht ursächlich für die Entscheidung der Vorinstanz, dass
das Kindeswohl besser gewahrt werde, wenn C._ mehrheitlich von ihm be-
treut werde. Der Krippenplatz sei zudem bereits am 31. Dezember 2019 und da-
mit lange vor Ausbruch der Pandemie per Ende März 2020 gekündigt worden.
Damit sei auch widerlegt, dass die Beklagte C._ in der Krippe besonders för-
dern und ihr auf diesem Weg soziale Kontakte mit anderen Kindern ermöglichen
und damit ihre Deutschkenntnisse verbessern wolle. Die Vorinstanz habe ein-
schränkend festgestellt, dass keine objektiven Anhaltspunkte bestünden, welche
die Erziehungsfähigkeit der Parteien ernsthaft in Frage stellten. Die Erziehungsfä-
higkeit sei mithin nicht fraglos bejaht worden. Im Kurzbericht des kjz R._ vom
28. Januar 2019 seien denn auch Zweifel an der Erziehungsfähigkeit der Beklag-
ten angebracht und eine psychische Auffälligkeit bei ihr festgestellt worden. Dass
der Kurzbericht gleichwohl eine dreitägige Betreuung von C._ im Vorschulal-
ter durch die Beklagte empfehle, stehe damit nicht im Widerspruch, weil diese Be-
treuung durch die Beklagte unter Einbezug der am 10. Mai 2019 verfügten flankie-
renden Massnahmen, der Beistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 1 und 2
ZGB, verfügt worden sei. Ohne die zahlreichen Interventionen des Beistands
würde die Beklagte die Interessen von C._ nicht genügend berücksichtigen
und wäre das Kindeswohl ernsthaft gefährdet. So habe sie schon mehrfach ver-
sucht, den Kontakt zwischen ihm und C._ zu unterbinden. Der kjz-Bericht at-
testiere zwar beiden Parteien basale Erziehungsfähigkeiten. Der Bericht gehe
aber über diese grundsätzlichen Feststellungen hinaus, indem er, der Kläger, ein-
deutig als besser geeignet wahrgenommen und beurteilt worden sei. Insbesonde-
re die Bindung zum Kind und die Fähigkeit, dessen Bedürfnisse zu erkennen und
diesen nachzukommen, seien bei ihm als intensiver und aktiver beobachtet wor-
den. Diesen Erkenntnissen schliesse sich die Vorinstanz an, indem die weiteren
- 21 -
Kriterien als bei ihm besser erfüllt beurteilt würden. Es seien dies die organisatori-
schen Massnahmen und die gegenseitigen Informationen, welche durch die Fort-
führung der Beistandschaft gewährleistet werden könnten. Die bisherige Betreu-
ungsregelung sei zu Recht von der Vorinstanz als nur beschränkt stabil beurteilt
worden. Aktuell werde C._ bei den arbeitsbedingten Abwesenheiten der Be-
klagten offenbar durch deren Lebenspartner betreut. Über dessen erzieherische
Fähigkeiten sei nichts bekannt, zumal er im Kurzbericht nur als Untervermieter
genannt und nicht in die Beurteilung miteinbezogen worden sei. Kontakt zu ande-
ren Kindern bestehe nicht. Eine stabile kindgerechte Betreuung sei nicht gege-
ben. Er dagegen könne eine stabile, unveränderte Lebenssituation mit Kontakt zu
den drei Halbgeschwistern im Alter von 11, 14 und 17 Jahre bieten, zu welchen
C._ eine intensive Beziehung pflege und welche viel mit ihr spielen würden.
Auch mit der sehr kinderfreundlichen Umgebung an seinem Wohnort sei C._
bestens vertraut. Bis C._ in den Kindergarten komme, werde er sie sicherlich
persönlich betreuen können, zumal seine berufliche Umschulung aufgrund der
Pandemie ins Stocken geraten sei. Sollte er hernach ins Berufsleben einsteigen
können, würde er sich eine Arbeit suchen, welche mit den Kindergartenzeiten von
C._ übereinstimmen würde. Falls dennoch eine zeitweise Betreuung durch
die Grossmutter notwendig wäre, wäre eine solche einer Fremdbetreuung vorzu-
ziehen. Dabei seien auch die mit einer Hortbetreuung zusammenhängenden Kos-
ten nicht ausser Acht zu lassen. Mit dem Kindergarteneintritt habe C._ auch
genügend Sozialkontakte zu anderen Kindern im selben Alter und kenne auch
Deutsch als Unterrichtssprache. Bei der Beklagten müsste die Tochter demge-
genüber mit Blick auf deren 80 %-Pensum bei Kindergarteneintritt täglich fremd-
betreut werden. Die Beklagte, welche selbst kaum Deutsch spreche, führe im Üb-
rigen nicht aus, welche Vorteile die Tochter bei einer Obhutszuteilung an sie ge-
nau haben werde. Eine alternierende Obhut bedeute nicht, dass beide Parteien
das Kind je hälftig betreuen würden, zumal auch verschiedene Betreuungsanteile
möglich seien. Er habe auch nichts dagegen einzuwenden, dass die Beklagte
C._ möglichst oft betreuen könne, wie dies die Vorinstanz vorgesehen habe
(Urk. 155 S. 5 ff.).
- 22 -
4.1. In grundsätzlicher Hinsicht folgt aus der Maxime des Kindeswohls, dass nicht das Interesse der Eltern, sondern dasjenige des Kindes für die Zuteilung der
Obhut massgebend ist (Sutter/Freiburghaus, Kommentar zum neuen Scheidungs-
recht, Zürich 1999, N 10 zu Art. 133 ZGB). Das Bundesgericht hat im Übrigen
versucht, eine gewisse Hierarchie in die Zuteilungskriterien zu bringen. Dabei ste-
hen die persönlichen Beziehungen der Eltern zum Kind, ihre erzieherischen Fä-
higkeiten und ihre Bereitschaft, das Kind in eigener Obhut zu haben und es weit-
gehend persönlich zu betreuen und zu pflegen, im Vordergrund. Auch dem Be-
dürfnis des Kindes nach der für eine harmonische Entfaltung in körperlicher, see-
lischer und geistiger Hinsicht notwendigen Stabilität der Verhältnisse ist Rech-
nung zu tragen (BGE 114 II 200 E. 3; BGE 112 II 381 E. 3). Unter Umständen
kann die Möglichkeit der persönlichen Betreuung auch hinter das letztgenannte
Kriterium zurücktreten (BGer 5C.212/2005 vom 25. Januar 2006, E. 4.2 und 4.4.1,
in: FamPra.ch 2006 S. 753). Demnach besitzt derjenige Elternteil den Vorrang,
der nach den gesamten Umständen die bessere Gewähr dafür bietet, dass sich
das Kind in geistig-psychischer, körperlicher und sozialer Hinsicht altersgerecht
optimal entfalten kann. Steht fest, dass diese Voraussetzungen und sodann die
Möglichkeiten, das Kind persönlich zu betreuen, auf beiden Seiten ungefähr in
gleicher Weise gegeben sind, ist dem Moment der örtlichen und familiären Stabili-
tät und – je nach Alter des Kindes – seinem eindeutigen Wunsch Rechnung zu
tragen (BGE 115 II 209 mit weiteren Hinweisen). Von Bedeutung ist auch die Fä-
higkeit zur Kooperation mit dem anderen Elternteil in erzieherischen Belangen
sowie die Beziehung des Kindes zu den Eltern und damit – namentlich in zerstrit-
tenen Verhältnissen – die Gewährleistung der Normalisierung der persönlichen
Beziehungen zwischen dem Kind und den Eltern (Sutter/Freiburghaus, a.a.O.,
N 11 ff. zu Art. 133 ZGB; BGE 117 II 355).
Bei gemeinsamer elterlicher Sorge muss das Gericht prüfen, ob eine alternieren-
de Obhut möglich und mit dem Wohl des Kindes vereinbar ist, wenn ein Elternteil
oder das Kind dies verlangt (Art. 298b Abs. 3ter ZGB; BGE 142 III 612, E. 4.2
m.H.). Die alternierende Obhut kommt grundsätzlich nur in Frage, wenn beide El-
tern erziehungsfähig sind. Weiter ist dieses Betreuungsmodell nur praktisch um-
setzbar, wenn die Eltern fähig und bereit sind, in Kinderbelangen laufend mitei-
- 23 -
nander zu kommunizieren und im Hinblick auf die notwendigen organisatorischen
Vorkehrungen zu kooperieren. Allein aus dem Umstand, dass ein Elternteil sich
einer Regelung mit geteilter Betreuung widersetzt, kann aber nicht ohne weiteres
geschlossen werden, die nötige Kooperation sei nicht gewährleistet. Unter diesem
Aspekt ist von einer alternierenden Obhut nur abzusehen, wenn das Verhältnis
unter den Eltern hinsichtlich anderer Kinderbelange von einer Feindseligkeit ge-
zeichnet ist, die annehmen lässt, eine alternierende Obhut würde das Kind dem
gravierenden Elternkonflikt in einer Weise aussetzen, die seinen Interessen offen-
sichtlich zuwider läuft. Weiter kommt es auf die geographische Situation an, na-
mentlich die Distanz zwischen den Wohnungen der beiden Eltern. Bedeutsam ist
auch die Kindeswohlwirksamkeit der Stabilität, wie sie mit einer Weiterführung der
bisherigen Regelung einhergeht. In diesem Sinne ist eine alternierende Obhut
umso eher angezeigt, wenn die Eltern das Kind schon vor ihrer Trennung ab-
wechselnd betreut haben. Andere Kriterien sind das Alter des Kindes, seine Be-
ziehungen zu Geschwistern und seine Einbettung in das weitere soziale Umfeld
(BGE 142 III 612 E. 4.3 m.H.). Beachtung verdient auch der Wunsch des Kindes,
selbst wenn es bezüglich der Betreuungsregelung (noch) nicht urteilsfähig ist. Die
Erziehungsfähigkeit beider Eltern ist in jedem Fall notwendige Voraussetzung ei-
ner alternierenden Obhut. Die weiteren Beurteilungskriterien hängen voneinander
ab; ihre jeweilige Bedeutsamkeit richtet sich nach den konkreten Umständen. So
spielt das Kriterium der Stabilität bei Säuglingen und Kleinkindern eine wichtige
Rolle. Geht es hingegen um Jugendliche, kommt der Zugehörigkeit zu einem so-
zialen Umfeld grosse Bedeutung zu. Die Kooperationsfähigkeit der Eltern wiede-
rum verdient besondere Beachtung, wenn das Kind schulpflichtig ist oder die Ent-
fernung zwischen den Wohnorten der Eltern ein Mehr an Organisation erfordert
(BGE 142 III 612, E. 4.3 m.H.; BGer 5A_241/2018, 5A_297/2018 vom 18. März
2019, E. 5.1.). Sofern die alternierende Obhut nicht dem bisherigen Betreuungs-
konzept entspricht, hat ein Elternteil, der sich bisher nicht oder nur wenig aktiv an
der Betreuung beteiligt hat und der nach der Aufhebung des gemeinsamen Haus-
halts einen substanziellen Anteil an der Betreuung übernehmen will, darzulegen,
wie er diese Betreuung inskünftig wahrnehmen will und wie das Kindeswohl ge-
wahrt ist. Damit soll vermieden werden, dass der unterhaltspflichtige Elternteil El-
- 24 -
ternverantwortung nicht mit Blick auf das Kindeswohl, sondern nur deshalb über-
nehmen oder ausbauen will, um den Betreuungsunterhalt möglichst tief zu halten
(Jungo/Aebi-Müller/Schweighauser, Der Betreuungsunterhalt: Das Konzept – die
Betreuungskosten – die Unterhaltsberechnung, in: FamPra 2017, 163 ff., 170).
Die alternierende Obhut setzt voraus, dass die Eltern das Kind ungefähr zu glei-
chen Teilen betreuen. Beide Parteien müssen einen substantiellen Beitrag bei der
Betreuung des Kindes (im Alltag) leisten (vgl. BGer 5A_46/2015 vom 26. Mai
2015, E. 4.4.3; OGer ZH LE140020 vom 20. November 2014 S. 20 ff.). Von alter-
nierender Obhut spricht man in der Praxis, wenn der eine Elternteil zumindest im
Umfang von einem Drittel oder zwei Fünfteln Betreuungsaufgaben (bzw. Betreu-
ungsverantwortung) übernimmt (vgl. LGVE 2016 II Nr. 10, Büchler/Clausen, Die
elterliche Sorge - Entwicklung in Lehre und Rechtsprechung, in: FamPra.ch 2018
S. 1 ff., 10, FN 43).
4.2. Einzelne Kriterien der Obhutsregelung
a) Erziehungsfähigkeit der Eltern / persönliche Beziehung zum Kind
Laut dem Kurzbericht Obhutszuteilung des kjz R._ vom 28. Januar 2019
(Urk. 46) besteht eine sichere Bindung von C._ zu beiden Elternteilen
(Urk. 46 S. 3 f., 7). Beiden Eltern werden sodann grundsätzliche basale Erzie-
hungsfähigkeiten attestiert (Urk. 46 S. 6). Zwar wird unter den Risikofaktoren eine
mögliche psychische Beeinträchtigung der Beklagten aufgeführt und es wird de-
ren psychiatrisch-psychologische Begutachtung zur Feststellung, ob sie erzie-
hungs- und betreuungsfähig ist, empfohlen, allerdings soll C._ gleichwohl an
drei Tagen pro Woche durch die Beklagte betreut werden (Urk. 46 S. 7 f.). Die Vo-
rinstanz hat richtig erkannt, dass solches nicht zweckmässig wäre, wenn nicht gar
widersinnig, wenn die beklagtische Erziehungsfähigkeit ernsthaft in Frage zu stel-
len wäre. Zu Recht wurde denn auch von der (einseitigen) Einholung eines psy-
chologisch-psychiatrischen Gutachtens zur Feststellung der Erziehungs- und Be-
treuungsfähigkeit der Beklagten abgesehen (Urk. 130 S. 13; vgl. auch Urk. 81 S.
5). Dies wurde im Berufungsverfahren nicht bemängelt und namentlich wurde sei-
tens des Klägers kein Begutachtungsantrag bezüglich der Erziehungsfähigkeit der
Beklagten gestellt. Vielmehr hält der Kläger an den von der Vorinstanz vorgese-
- 25 -
henen ausgedehnten Betreuungsanteilen der Beklagten respektive einer alternie-
renden Obhut im Hauptstandpunkt fest (Urk. 155 S. 2). Lediglich in nicht substan-
tiierter Weise liess der Kläger ausführen, im Kurzbericht werde eine psychische
Auffälligkeit der Beklagten festgestellt, wobei er sich in diesem Bericht in seinen
Empfindungen bestätigt fühle, welche er durch das Zusammenleben mit der Be-
klagten gespürt habe. Seiner Ansicht nach habe die Beklagte gewisse Defizite als
Erziehungsperson, an welchen sie arbeiten sollte und welche durch die Beglei-
tung durch eine Fachperson aufgefangen und verbessert werden sollten (Urk. 155
S. 6 f.). Vor diesem Hintergrund drängt sich eine Begutachtung der Beklagten je-
denfalls nach wie vor nicht auf, zumal keine objektiven Anhaltspunkte die Erzie-
hungsfähigkeit der Beklagten ernsthaft in Frage stellen. Der Kurzbericht des kjz
R._ empfiehlt sodann die Errichtung einer Erziehungsbeistandschaft nach
Art. 308 Abs. 1 ZGB, welche beide Elternteile in der Erziehung und Betreuung von
C._ unterstützen soll (Urk. 46 S. 8), wobei diese Beistandschaft bereits er-
richtet und eine Erziehungsbeiständin bestellt wurde (Urk. 76; Prot. I S. 49;
Urk. 98). Dadurch kann allfälligen Erziehungsdefiziten (wie mangelndes Wissen
über Entwicklungsanforderungen von Kindern, vgl. Urk. 46 S. 7) hinreichend be-
gegnet werden. Es ist somit in Übereinstimmung mit der Vorinstanz von der Er-
ziehungsfähigkeit beider Parteien als Grundvoraussetzung für die Betreuung der
gemeinsamen Tochter auszugehen. Dass der Kläger generell besser geeignet
sein soll, C._ zu betreuen (vgl. Urk. 155 S. 8), geht aus dem Kurzbericht so
nicht hervor, wenngleich er bereits über Erziehungserfahrung in seiner Vaterrolle
verfügt, was als Schutzfaktor qualifiziert wurde (Urk. 46 S. 7). Zwar konnte sich
der Kläger im Rahmen der Hausbesuche des kjz auf die Bedürfnisse von C._
gut einlassen (Urk. 46 S. 3 f.), während die Beklagte dies nicht konnte. Allerdings
ist im Kurzbericht (zu Recht) zu lesen, dass solches auch auf die Hausbesuchssi-
tuation zurückzuführen sein könnte (Urk. 46 S. 2). Daraus eine erhöhte Erzie-
hungsfähigkeit des Klägers ableiten zu wollen, ist jedenfalls nicht angängig. Auch
eine intensivere Bindung des Klägers zum Kind ist nirgends ersichtlich. Wie ge-
sagt, verfügen beide Eltern über eine sichere Bindung zum Kind und es wurde
auch bei beiden Eltern eine emotionale Zuwendung zum Kind festgestellt (Urk. 46
S. 3 f., 7). Die Beklagte bekundete dabei sichtlich Mühe, sich vom Kind zu lösen
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(Urk. 46 S. 2 f.), was ihr jedoch nicht zum Vorwurf gereichen kann. Unter den Ri-
sikofaktoren werden im kiz Kurzbericht denn auch an erster Stelle der Elternkon-
flikt mit Machtkämpfen und eine Vermischung von Paar- und Elternebene aufge-
führt und nicht Erziehungsdefizite (Urk. 46 S. 6). Und schliesslich bleibt darauf
hinzuweisen, dass die Beklagte mittlerweile gemäss Urteil des Bezirksgerichts
Bülach vom 18. Juni 2019 vom Vorwurf der Drohung, Nötigung und Tätlichkeiten
(gegenüber den drei Kindern des Klägers) freigesprochen wurde (Urk. 107;
Urk. 46 S. 5, 9). Auch daraus lässt sich mithin keine Trübung der Erziehungsfä-
higkeit der Beklagten hinsichtlich C._ ableiten (vgl. 46 S. 7 oben).
Dem neuen Antrag der Beklagten, wonach ein Gutachten über die Erziehungsfä-
higkeit des Klägers in Auftrag zu geben sei (Urk. 129 S. 3, Antragziffer 7), ist im
Übrigen ohne weiteres nicht nachzukommen. Es bestehen, wie dargetan, keiner-
lei Anhaltspunkte, die Erziehungsfähigkeit des Klägers in Frage zu stellen. Die
von der Beklagten geäusserte Vermutung, wonach die Kinder des Klägers im Zu-
sammenhang mit dem gegen sie geführten eingestellten Strafverfahren von die-
sem manipuliert worden seien (Urk. 129 S. 6 unten), ändern daran nichts.
b) Bisherige Betreuung
Seit Juni 2018 lebt C._ mit der Beklagten und derem Untervermieter und
heutigem Lebenspartner in R._ (Prot. I S. 9, 12; vgl. auch Urk. 158 S. 3).
Hauptbetreuungsperson für die nunmehr vierjährige C._ war mithin bislang
die Beklagte. Der Kläger konnte C._ im Rahmen des ihm gemäss der Verfü-
gung der Vorinstanz vom 14. September 2018 zustehenden Besuchsrechts - je-
weils in geraden Wochen von Donnerstag, 18.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00 Uhr
(Urk. 44) - zu sich auf Besuch nehmen. Dieses Besuchsrecht funktionierte bis an-
hin (Prot. I S. 23, 25 und 33; Urk. 46 S. 5, 7) und konnte in jüngster Vergangen-
heit nach einem rund zweimonatigen Stopp aufgrund des Vorfalls mit dem blauen
Auge der Tochter an Weihnachten 2019 (vgl. dazu: Urk. 154 S. 15 f. m.H.) mithilfe
des Besuchsbeistands wiederaufgenommen werden (Urk. 157/1-3; Urk. 155 S.
19; vgl. auch Urk. 158 S. 3). Während der arbeitsbedingten Abwesenheiten der
Beklagten wurde und wird C._ teilweise auch fremdbetreut, namentlich zu-
nächst durch eine Nachbarin bzw. Tagesmutter, das Familienzentrum R._
- 27 -
(nur punktuelle Notfallbetreuung) und ihren Lebenspartner (vgl. Prot. I S. 13 ff.,
25, 41 ff.; Urk. 67/15; Urk. 75; Urk. 130 S. 15; Urk. 158 S. 3). Seit Oktober 2019
(Eingewöhnung) bzw. November 2019 bis zum Kindergarteneintritt im August
2020 besuchte C._ die Kita ... (durch die Stadt R._ subventioniert), zu-
nächst an drei Tagen in der Woche, seit April 2020 an zwei Tagen (vgl.
Urk. 117/1, /2; Urk. 122/7, /8; Urk. 159 S. 2; Urk. 161/1-3, /5, wonach die Kündi-
gung des Kitaplatzes durch die Beklagte Ende Dezember 2019 per Ende März
2020 [Urk. 145/3] als nichtig erklärt und die Betreuung fortgesetzt wurde).
c) Möglichkeit / Bereitschaft der persönlichen Betreuung
Der Kläger arbeitete in einem Vollzeitpensum als Reinigungsmitarbeiter der
I._ Zürich. Im April 2018 erlitt er einen schweren Motorradunfall, war seither
unfallbedingt krankgeschrieben, stand in keinem Arbeitsverhältnis mehr und hätte
C._ persönlich betreuen können (Urk. 130 S. 30 m.H.). Per Juli 2020 hat der
Kläger nunmehr jedoch eine Festanstellung bei der J._ GmbH in ... als
Hauswart antreten können (Urk. 170 S. 2; Urk. 172/4). Es handelt sich dabei um
ein Vollzeitpensum (vgl. Urk. 172/4: 42.5 Wochenstunden bzw. 8.50 Stunden täg-
lich). Die genauen Arbeitszeiten sind nicht bekannt. Es ist jedoch davon auszuge-
hen, dass er C._ nebst seinem Vollzeitpensum nur noch eingeschränkt per-
sönlich betreuen kann und vor allem auf die Betreuung durch seine Mutter ange-
wiesen ist (vgl. Urk. 170 S. 2; Urk. 130 S. 15 m.H.; Urk. 155 S. 13; Urk. 169 S. 5).
Angesichts des beruflichen Werdegangs des Klägers und seines bisherigen Ver-
diensts von rund Fr. 4'000.– netto (einschliesslich 13. Monatslohn und Quellen-
steuerabzug, exklusive Kinderzulagen, Urk. 130 S. 30 m.H.) sowie des Umstands,
dass er offenbar für seine drei weiteren Kinder alleine aufkommen muss (vgl.
Urk. 103/25 S. 1, wonach die leibliche Mutter der Kinder schon früh nach Brasilien
zurückging und kaum und nur telefonischer Kontakt besteht), wobei allein schon
die Wohnkosten in D._ Fr. 1'962.– betragen (Urk. 6/2; vgl. auch Urk. 2 S. 5),
ist im Übrigen anzunehmen, dass es bei einer Vollzeiterwerbstätigkeit des Klägers
(Lohn: Fr. 4'500.– brutto pro Monat x 13, vgl. Urk. 172/4 S. 2) bleiben wird. Etwas
anderes macht er denn auch nicht geltend.
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Die Beklagte arbeitet Teilzeit. Ab Kindergarteneintritt von C._ per 17. August
2020 macht sie geltend, in einem 50 %-Pensum arbeitstätig zu sein. Sie werde
jeden Tag vormittags arbeiten. Am Mittwoch werde sie den ganzen Tag arbeiten.
Für C._ werde eine ausserschulische Betreuung am Mittwoch und Donners-
tag gewährleistet (Urk. 163 S. 2; Urk. 175 S. 2). Ein Mindestpensum von 50 %
wird im Übrigen auch von der Sozialbehörde R._, welche die Beklagte er-
gänzend seit Februar 2020 mit Fürsorgegeldern unterstützt, gefordert (Urk. 165/5
S. 5). Der Lebenspartner der Beklagten ist zu 100 % auf der Baustelle erwerbstä-
tig (Urk. 159 S. 2; Prot. I S. 25; Urk. 165/5 S. 2). Entgegen der Ansicht des Klä-
gers (vgl. Urk. 155 S. 9-11, 14), kann er dementsprechend keinen namhaften Bei-
trag bei der Betreuung von C._ übernehmen. Laut der letztlich beigebrachten
aktuellen Arbeitsbestätigung der ...agentur K._ GmbH vom 9. Juli 2020 ist
die Beklagte seit dem 21. November 2019 dort als Unterhaltsreinigerin Teilzeit im
Stundenlohn angestellt. Das Arbeitspensum beträgt zirka 8-10 Stunden pro Wo-
che. Der Arbeitsvertrag ist unbefristet (Urk. 177/2). Solches entspricht zwar noch
keinem 50 %-Pensum, geschweige denn einem 80 %-Pensum (vgl. Urk. 133/3 =
Urk. 165/1; Urk. 155 S. 9, 11; Urk. 162 S. 2; Urk. 169 S. 3, 5), ist an dieser Stelle
aber nicht weiter von Bedeutung, da zumindest feststeht, dass die Beklagte (wel-
che teilweise in Abrufbereitschaft steht, vgl. Urk. 169 S. 3; Urk. 165/4; Urk 175 S.
2; Urk. 177/3) höchstens ein 50 %-Pensum versehen wird, zumal sie C._ be-
legtermassen lediglich am Mittwoch in die Mittags- und Nachmittagsbetreuung
(11.50-18.00 Uhr) und am Donnerstag in die Mittagsbetreuung (11.50-14.00 Uhr)
schickt (Urk. 177/1). Damit kann sie C._ zu einem grossen Teil weiterhin
persönlich betreuen, nämlich morgens vor dem Kindergarten sowie am Montag,
Dienstag und Freitag nach dem Kindergarten und am Donnerstag nach dem Mit-
tagessen ab 14.00 Uhr. Im Übrigen erachtet das Bundesgericht im Sinne der
Schulstufenregel eine Erwerbstätigkeit der obhutsinhabenden Partei von 50 % im
Zeitpunkt der obligatorischen Einschulung und damit dem Kindergarteneintritt im
Alter von vier bis fünf Jahren für zumutbar (BGE 144 III 481, E. 4.7).
Aufgrund ihres Alters von vier Jahren bedarf C._ noch einer intensiven Be-
treuung, welche sich allerdings mit dem Kindergarteneintritt zumindest tagsüber
ein wenig reduziert. Mit ihrem Teilzeitpensum hat die Beklagte naturgemäss mehr
- 29 -
Möglichkeiten für die persönliche Kindesbetreuung als der Kläger mit seinem
Vollzeitpensum. Auch die Betreuung durch die Grossmutter väterlicherseits ist ei-
ne Drittbetreuung. Dabei haben die Betreuung durch die Grossmutter und die
ausserschulische ergänzende Hortbetreuung für C._ Vor- und Nachteile. Es
ist nicht ersichtlich, inwiefern vorliegend einer der beiden Drittbetreuungsformen
der Vorrang zukommen sollte. Entgegen der vorinstanzlichen Ansicht (vgl.
Urk. 130 S. 15 f.) können dabei jedenfalls finanzielle Überlegungen (damals hin-
sichtlich der hohen Kitakosten, vgl. knapp Fr. 1'500.– ohne Subventionen
[Urk. 122/7-8]) keine Rolle spielen (vgl. demgegenüber Urk. 169 S. 5). Eine rein
ökonomische Betrachtung kann nicht im Vordergrund stehen, nach welcher die
Betreuungsform danach auszurichten wäre, was insgesamt die grösste materielle
Wohlfahrt verspricht. Vielmehr ist stets das Kindeswohl im konkreten Einzelfall
massgebend (vgl. BGE 144 III 481, E. 4.7.1). Zudem konnte den hohen Kitakos-
ten mit der Wohnsitzverlegung von C._ nach R._ und entsprechenden
Subventionen hinreichend begegnet werden (vgl. Urk. 161/3, wonach die Ge-
meinde R._ die Kitakosten mit Fr. 848.– pro Monat subventioniert und die
Beklagte noch einen Betrag von Fr. 143.– für zwei monatliche Kitatage zu bezah-
len hatte). Auch die ausserschulische ergänzende Hortbetreuung wird subventio-
niert.
d) Stabilität der Verhältnisse
Seit Juni 2018 wuchs C._ hauptsächlich bei der Beklagten und deren Leben-
spartner in R._ auf. Die Beklagte ist mithin ihre Hauptbezugsperson. Ab No-
vember 2019 bis zum Kindergarteneintritt im August 2020 besuchte sie an zwei
bis drei Tagen die Kita ... in R._. Sie pflegte und pflegt im Rahmen des
zweiwöchentlichen Besuchsrechts von Donnerstagabend bis Sonntagabend aber
auch einen regelmässigen Kontakt zum Kläger, den Halbgeschwistern und der
Grossmutter väterlicherseits. C._ ist mithin mit dem persönlichen und örtli-
chen Umfeld beider Parteien vertraut. Sie hat eine sichere Bindung zu beiden El-
ternteilen. Am 17. August 2020 trat sie in den Kindergarten ein (Urk. 165/2), was
eine einschneidende Veränderung in ihrem Leben herbeiführt. Es besteht kein
Anlass, in diesem Zusammenhang gerade auch noch die aktuelle Betreuungsre-
- 30 -
gelung zu ändern. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz ist dem Kriterium der
Stabilität eine nicht bloss untergeordnete Bedeutung beizumessen.
Die persönlichen Verhältnisse der Beklagten, welche seit zwei Jahren mit ihrem
Lebenspartner zusammenlebt, können durchaus als stabilisiert bezeichnet wer-
den. Auch ihre finanziellen Verhältnisse haben sich gefestigt, nachdem sie eine
feste unbefristete Anstellung bei der Firma L._ hat (Urk. 133/3; Urk. 177/2).
Sie wird jedoch weiterhin von ihrem Lebenspartner unterstützt und ist seit Februar
2020 beim RAV zu einem Pensum von 50 % angemeldet (Urk. 175 S. 3). Dane-
ben dürfte sie weiterhin partiell Sozialhilfe beziehen (Urk. 143 S. 2 und
Urk. 145/1). In der 3,5-Zimmerwohnung in R._ hat C._ ein eigenes
Zimmer (Prot. I S. 24).
Der Kläger verfügte rund zwei Jahre über Unfalltaggelder. Im Mai und Juni 2020
arbeitete er auf Stundenlohnbasis als Hauswart (Urk. 169 S. 4 f.; Urk. 170 S. 2
Urk. 172/1, /3). Per Juli 2020 hat er eine Festanstellung als Hauswart erhalten
und verdient Fr. 4'500.– brutto pro Monat zuzüglich eines 13. Monatslohns sowie
Fr. 300.– monatliche Verpflegungspauschale (Urk. 172/4). Seine Situation er-
scheint persönlich und finanziell stabil. Allerdings sind seine Wohnverhältnisse
(4,5-Zimmerwohnung [Urk. 6/2], drei Kinder im Alter von 11, 14 und 17 Jahren),
wenngleich seine Mutter nun nicht mehr bei ihm wohnt (Prot. I S. 24), in der Tat
ausgereizt (vgl. Urk. 46 S. 4 unten).
e) Bindungstoleranz
Das vorsorgliche Besuchsrecht des Klägers wird grundsätzlich umgesetzt und laut
dem Kurzbericht des kjz R._ zu den Schutzfaktoren gezählt (Urk. 46 S. 5, 7).
Allerdings verweigerte die Beklagte dem Kläger das Besuchsrecht rund zwei Mo-
nate lang im Zusammenhang mit dem blauen Auge, welches sich C._ an
Weihnachten 2019 beim Kläger zugezogen hatte. Mit Beschluss der Kammer vom
27. Februar 2020 wurde die Beklagte in Anwendung von Art. 307 Abs. 3 ZGB an-
gewiesen, dem Kläger die Ausübung seines ihm gestützt auf die vorinstanzliche
Verfügung vom 14. September 2019 zustehenden Besuchsrechts während der
Dauer des Berufungsverfahrens weiterhin und uneingeschränkt zu ermöglichen
- 31 -
und ihm die Tochter am 6. März 2020 im kjz R._ zu übergeben, was denn
auch geschah (Urk. 155 S. 13; Urk. 159 S. 3). Ferner wurde darauf hingewiesen,
dass eine wiederholte beharrliche Verweigerung des Besuchsrechts auch die Er-
ziehungsfähigkeit des Obhutsinhabers in Frage zu stellen vermöge (vgl. dazu
Urk. 154 S. 15 f.). Weiter wollte die Beklagte dem Kläger offenbar zunächst im
März 2020 den persönlichen Verkehr mit der Tochter aufgrund des Coronavirus
bis auf weiteres verwehren, worauf der Besuchsbeistand intervenierte. Allerdings
erklärte die Beklagte, C._ sei krank, weshalb der Kläger das Besuchswo-
chenende dann gleichwohl nicht wahrnehmen konnte (vgl. Urk. 155 S. 7 f., 15 f.;
Urk. 157/1-3). Diese Vorkommnisse lassen zwar gewisse Zweifel an der Bereit-
schaft der Beklagten aufkeimen, dem Kläger weiterhin einen unbeschwerten und
regelmässigen Kontakt zu C._ zu ermöglichen. Allerdings funktioniert der
Kontakt zum Kläger seither offenbar wie geregelt (Urk. 159 S. 2; Urk. 169;
Urk. 174; vgl. auch Urk. 178A/1-2 betreffend das Ferienbesuchsrecht), weshalb
diesen einmaligen Verhinderungen kein grosses Gewicht beizumessen ist. Sei-
tens des Klägers sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, wonach er der Beklagten
den Kontakt zur Tochter verweigern würde (vgl. auch Urk. 46 S. 6 f.). Solche wur-
den von der Beklagten auch nicht behauptet (Urk. 129 S. 4 ff.). Der Kläger legt je-
doch eine verhärtete Haltung gegenüber der Beklagten an den Tag und traut ihr
keine Fähigkeit zur Entwicklung / Veränderung zu. Dies fällt laut Kurzbericht unter
die Risikofaktoren (Urk. 46 S. 7).
f) Geschwister nach Möglichkeit nicht trennen
C._ hat zwar unbestrittenermassen eine gute Beziehung zu ihren drei Halb-
geschwistern, welche 11, 14 und 17 Jahre alt sind. Jedoch lebt sie seit mehr als
zwei Jahren und damit über die Hälfte ihres bisherigen Lebens bei der Beklagten
in R._ und sieht die Halbgeschwister im Rahmen der zweiwöchentlichen
ausgedehnten Wochenendbesuchen beim Kläger. Von einem gemeinsamen Her-
anwachsen und einer besonders engen Verbundenheit mit den Halbgeschwistern
ist daher nicht auszugehen. Solches erscheint zudem allein schon aufgrund des
Altersabstandes nicht gegeben. Im Hinblick auf die Kontinuität kommt diesem Kri-
terium vorliegend bei der Zuteilung der Obhut jedenfalls keine tragende Bedeu-
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tung zu. Ein hinreichender Kontakt zu den Halbgeschwistern kann C._ ohne
weiteres weiterhin im Rahmen des Besuchsrechts pflegen.
g) Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit
Dem Kurzbericht des kjz R._ ist zu entnehmen, dass die Eltern eine hoch
konflikthafte Beziehung führen, die sich aufgrund der Strafanzeige des Klägers
gegen die Beklagte (wegen angeblicher häuslicher Gewalt gegen seine Kinder,
wobei die Beklagte, wie erwähnt, inzwischen freigesprochen wurde) noch ver-
schärft habe und sich dementsprechend auch auf C._ auswirke. Den Eltern
fehle es an gegenseitigem Vertrauen. Sie befänden sich in einem persönlichen
und juristischen Machtkampf. Das Besuchsrecht werde umgesetzt. Den Parteien
gelinge bis jetzt eine angemessene Übergabe von C._ an den Betreuungs-
wochenenden ohne verbale Auseinandersetzung. Jedoch gestalte sich die Infor-
mationsübertragung über das Befinden von C._ schwierig und angespannt
(Urk. 46
S. 5). Bei der Umsetzung des vorsorglich geregelten Besuchsrechts des Klägers
bedürfen die Parteien immer wieder der Unterstützung des Besuchsbeistands
(vgl. Urk. 155 S. 7 f.; Urk. 157/1-3; Urk. 178A/2). Bei der Übergabe C._s am
6. März 2020 durch den Lebenspartner der Beklagten handelt es sich offenbar um
eine einmalige Angelegenheit, weil die Beklagte damals hospitalisiert war, und es
ist nicht etwa so, dass C._ immer vom Lebenspartner übergeben werden
müsste (Urk. 155 S. 9, 13 f., 18 f.; Urk. 159 S. 3). Der hohe Elternkonflikt mit per-
sönlichen und juristischen Machtkämpfen und die Vermischung von Paar- und El-
ternebene, vor allem seitens der Beklagten, zählen laut Kurzbericht des kjz
R._ zu den Risikofaktoren und werden dort an erster Stelle aufgeführt
(Urk. 46 S. 6). Die Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit der Eltern er-
scheint vor diesem Hintergrund mehr als fraglich und steht der Anordnung einer
alternierenden Obhut entgegen, welche hohe Anforderungen an die Eltern und
das Kind stellt, insbesondere auch im Hinblick auf die Einschulung von C._.
Dass die Parteien nach wie vor gemeinsam das Sorgerecht innehaben und wich-
tige Entscheidungen betreffend C._ weiterhin gemeinsam fällen müssen (vgl.
Urk. 130 S. 14), ändert daran nichts. Diesbezüglich stehen sie denn auch nicht
- 33 -
täglich in Kontakt und können durch die Fortführung der Erziehungsbeistand-
schaft unterstützt werden.
h) Geografische Distanz
Der Kläger wohnt in D._, die Beklagte in R._. Dazwischen liegen rund
26 Kilometer, was einer Autofahrzeit von rund 30 Minuten entspricht. Mit der Ein-
schulung muss C._ einen einzigen Wohnsitz haben, wo sie den Kindergarten
besucht. Die Eltern wohnen nicht nahe genug beieinander, so dass C._
selbstständig zwischen Kindergarten und den Wohnungen der Eltern hin und her
pendeln könnte. Mit Blick auf die Arbeitstätigkeit der Parteien ist auch nicht davon
auszugehen, dass diese C._ am Morgen von beiden Wohnorten aus in den
Kindergarten bringen und mittags wieder dort abholen könnten. Entsprechendes
wurde denn auch nicht behauptet. Eine Alltagspräsenz beider Eltern scheint je-
denfalls ab Kindergarteneintritt von C._ nicht praktikabel.
4.3. Fazit
Weil beide Parteien grundsätzlich erziehungsfähig sind, ist eine alternierende Ob-
hut grundsätzlich in Betracht zu ziehen. Allerdings ist eine solche mit Blick auf die
eingeschränkte Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit der Parteien sowie
angesichts der geografischen Distanz der Wohnorte, welche eine Präsenz beider
Parteien im Kindergarten-/Schulalltag von C._ nicht zulässt, vorliegend abzu-
lehnen. Eine alternierende Obhut wurde im Übrigen bisher auch nicht praktiziert,
weshalb eine solche auch nicht im Sinne der Kontinuität weiterzuführen wäre.
Dabei ist darauf hinzuweisen, dass die Vorinstanz ab Kindergarteneintritt die Be-
treuungsanteile der Beklagten auf drei ausgedehnte Wochenenden (von Freitag-
mittag nach Kindergartenschluss bis Montagmorgen Kindergartenbeginn) be-
schränkte. Dies entspricht einerseits rein umfangmässig (rund ein Viertel Betreu-
ungszeit) nicht einer gemeinsamen Obhut, welche praxisgemäss erst ab rund ei-
nem Drittel Betreuungszeit zu bejahen ist, andererseits ist die Beklagte so im All-
tag von C._ kaum präsent, soll sie C._ doch lediglich an den Wochen-
enden bzw. freitags ab Kindergartenschluss betreuen. Es ist der Beklagten daher
dahingehend zuzustimmen, dass die Vorinstanz faktisch eine Alleinobhut des
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Klägers mit einem ausgedehnten Besuchsrecht der Beklagten und keine geteilte
Obhut mit wechselseitiger Betreuung anordnete.
Die Obhut ist somit einem Elternteil alleine zuzuteilen. Bisherige Hauptbezugs-
person für C._ war die Beklagte. Wenngleich C._ eine sichere Bindung
zu beiden Elternteilen pflegt, ist diesem Umstand im Hinblick auf die Stabilität der
familiären Verhältnisse gleichwohl ein gewisses Gewicht beizumessen. Der seit
November 2019 erfolgte Besuch der Kita ... in R._, welcher für die Sozialkon-
takte und die deutsche Sprache C._s förderlich war, entfällt per Kindergar-
teneintritt. Damit beginnt ein neuer einschneidender Abschnitt im Leben von
C._. Mit der Einschulung wird sich auch ihr soziales Umfeld verdichten. Ohne
Not drängt sich ein gleichzeitiger Wechsel der Hauptbezugsperson dabei nicht
auf. Mit ihrem Teilzeitpensum besitzt die Beklagte sodann die besseren Möglich-
keiten als der vollzeiterwerbstätige Kläger, C._ nebst deren Kindergartenbe-
such persönlich zu betreuen. Eine solche persönliche Betreuung erscheint im Al-
ter von C._ wichtig. Die Wohnverhältnisse beim Kläger sind ausgereizt, wo-
hingegen C._ bei der Beklagten über ein eigenes Zimmer verfügt. Mit Blick
auf die Subventionen der ausserschulischen ergänzenden Hortbetreuung spielen
finanzielle Überlegungen, entgegen der Vorinstanz, nur eine untergeordnete Rol-
le. Insgesamt erscheint somit das Kindeswohl bei einer Zuteilung der alleinigen
Obhut über C._ an die Beklagte besser gewahrt, womit die Berufung gutzu-
heissen ist. Dementsprechend befindet sich der Wohnsitz von C._ bei der
Beklagten.
Mit Eingabe vom 22. September 2020 (Urk. 182) orientierte der Kläger über eine
seines Erachtens akute Kindesgefährdung und schilderte, dass er am Wochen-
ende vom 17./19. September 2020 zum Kindergarten seiner Tochter C._ ge-
fahren sei, um diese abzuholen. Er habe vor dem Kindergarten gewartet und
dann sei M._, der Partner der Beklagten, mit C._ gekommen. Dieser
habe ihm auf entsprechende Frage gesagt, dass der Vater der Beklagten gestor-
ben sei und sie nach H._ [Staat in Europa] geflogen sei. Auch habe dieser
ihm gesagt, dass C._ die ganze Nacht Fieber gehabt habe, weshalb sie zu-
hause geblieben und nicht in den Kindergarten gegangen sei. M._ habe
- 35 -
dann zum Kläger gemeint, dass er die Kleine ab heute 18. September 2020 bis
zum 18. Oktober 2020 behalten könne. Als C._ Jacke und Pulli ausgezogen
und den Arm gezeigt habe, habe der Kläger mehrere rote Punkte festgestellt und
C._ habe dazu gemeint, dass das M._ mit einer Zigarette gewesen sei.
Weiter habe C._ erwähnt, dass sie im Bett mit M._ geschlafen habe. Er
habe C._ unverzüglich im Spital Bülach untersuchen lassen und es sei eine
Hand-Fuss-Mund-Erkrankung festgestellt worden. Das Spital Bülach habe den
Verdacht einer Kindeswohlgefährdung bestätigt (Urk. 182 S. 2).
Mit seiner Eingabe hat der Kläger den Notfallbericht des Spitals Bülach vom
18. September 2020 (Urk. 183/1) eingereicht. Daraus ist ersichtlich, dass bei
C._ ein viraler Infekt / Herpangina (sog. Hand-Fuss-Mund-Erkrankung) diag-
nostiziert wurde und der Virus verantwortlich sei für das Fieber, das Unwohlsein
und die Hautausschläge. Ebenfalls wurde eine einzelne kreisrunde, ca. 5-8 mm
durchmessende Rötung mit Verkrustung Innenseite proximaler Unterarm rechts
festgestellt, wobei dieser Befund eine alte Brandverletzung darstellen könne.
Auch wurden mehrere papulöse rötliche Verfärbungen und Verhärtungen der
Haut an beiden Oberarmen, welche nach Insektenstichen aussähen, festgestellt
(Urk. 183/1).
Entgegen der Darstellung des Klägers wurden somit nicht mehrere verkrustete
Rötungen festgestellt, sondern eine grössere, und es wurde dazu festgehalten,
dass dies eine alte Brandverletzung sein könnte. Neu zugefügte Verletzungen
oder Wunden wurden nicht festgestellt.
Aus den Schilderungen des Klägers lässt sich keine akute Kindesgefährdung ab-
leiten. Die Beklagte ist zwar offenbar nach H._ abgereist, weil ihr Vater ge-
storben ist. Sie hat C._ bei ihrem Lebenspartner zurückgelassen, der mit ihr
und C._ zusammenlebt und somit mit dem Kind vertraut ist. Der Lebens-
partner hat C._ sodann pünktlich dem Kläger beim Kindergarten übergeben
und diesen über den Krankheitszustand von C._ orientiert und ihm auch mit-
geteilt, bis wann er C._ beaufsichtigen könne. Eine weitergehende Orientie-
rung wäre aus Sicht des Klägers vielleicht wünschenswert gewesen, war aber mit
Blick auf das Kindeswohl nicht notwendig.
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Es bleibt somit bei der Feststellung, dass das Kindeswohl bei einer Zuteilung der
alleinigen Obhut über C._ an die Beklagte besser gewahrt ist und sich dem-
entsprechend ihr Wohnsitz bei der Beklagten befindet.
5. Besuchsrecht und Ferienbesuchsrecht
5.1. Die Beklagte will dem Kläger ein Besuchsrecht, wie gehabt, jede zweite  von Donnerstagabend, 18.00 Uhr, bis Sonntagabend, 18.00 Uhr, einräumen.
Ab Kindergarteneintritt soll das Besuchsrecht an jedem zweiten Wochenende von
Freitagabend, 18.00 Uhr, bis Sonntagabend, 18.00 Uhr, stattfinden (Urk. 129
S. 2). Der Kläger liess keinen Eventualantrag hinsichtlich des Besuchsrechts stel-
len (Urk. 155 S. 2).
Die Beziehung zwischen dem Kläger und C._ ist unbestrittenermassen sehr
gut und der Kontakt zum Vater (und auch ihren Halbgeschwistern) ist für die wei-
tere Entwicklung von C._ denn auch wichtig. Es ist dem Kläger daher ein
ausgedehntes Besuchsrecht einzuräumen. Weil C._ nunmehr in den Kinder-
garten eingetreten ist, soll das Besuchsrecht jede zweite Woche, jeweils in Wo-
chen mit gerader Zahl, von Freitag nach Kindergartenschluss bzw. ab 16.00 Uhr
bis Sonntagabend, 18.00 Uhr, stattfinden. Der Kläger ist dabei antragsgemäss zu
verpflichten, C._ zwecks Ausübung seines Besuchsrechts jeweils bei der
Beklagten zu Hause abzuholen und sie auch wieder dorthin zurückzubringen.
5.2. Die Vorinstanz räumte den Parteien (jährlich) je ein vierwöchiges  pro Jahr ein, wobei die Ferien jeweils zwei Monate im Voraus abzu-
sprechen seien und auch im Ausland verbracht werden könnten (Urk. 130 S. 38,
Dispositivziffer 5c). Dies blieb unangefochten. Allerdings kam es zu Problemen
hinsichtlich der Aufteilung der Sommerferien 2020 (vgl. Urk. 178A/1-2). Um sol-
ches inskünftig zu vermeiden, rechtfertigt es sich von Amtes wegen, dem Vor-
schlag des Besuchsbeistands folgend, wonach die Eltern ihre Ferien abwechs-
lungsweise festlegen könnten, den Kläger zu berechtigen, in geraden Jahren sei-
ne Ferien frei wählen zu können, und die Beklagte in ungeraden Jahren (vgl.
Urk 178A/2), dies nachdem die Beklagte sich dieses (gerade) Jahr mit den Som-
merferienwünschen des Klägers einverstanden erklärte (Urk. 178A/1). Die Ge-
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genseite ist dabei zwei Monate im Voraus über den Ferienbezug zu informieren.
Dispositivziffer 5c ist entsprechend zu ergänzen. Dementsprechend entfällt in
Dispositivziffer 5f der erste Teil, wonach die Parteien verpflichtet werden, jeweils
rechtzeitig die zur Ausübung der jeweiligen Ferien- bzw. Feiertagsbetreuung al-
lenfalls notwendigen gegenseitigen Einverständniserklärungen zu erteilen
(Urk. 130 S. 39).
6. Reisepass / Ausländerausweis
In Dispositivziffer 5f verpflichtete die Vorinstanz die Parteien weiter, sich jeweils
rechtzeitig die zur Ausübung der jeweiligen Ferien- bzw. Feiertagsbetreuung er-
forderlichen Reisedokumente zu übergeben bzw. zurückzugeben (Urk. 130
S. 39).
Die Beklagte ersuchte im Berufungsverfahren erneut um Herausgabe des Aus-
länderausweises von C._ (Urk. 159 S. 3; Urk. 106 S. 3). In ihrer an die Vor-
instanz gerichteten, an die Kammer weitergeleiteten Eingabe vom 9. Juli 2020
verlangt sie zudem, der Kläger sei aufzufordern, beim ... Konsulat [des Staates
H._] einen Termin zu vereinbaren, damit ein neuer Reisepass ausgestellt
werden könne (Urk. 178A/1).
Laut der E-Mail des Besuchsbeistandes N._ an die Parteien vom 3. Juli 2020
befindet sich die abgelaufene ID von C._ bei der Beklagten. Diese könne sie
nur in H._ verlängern und benötige dazu den Reisepass von C._, wel-
cher sich beim Kläger befinde. Dieser sage, er könne ihn zurzeit nicht finden. Bei-
de Eltern seien nicht bereit, dem anderen Elternteil das Reisedokument auszu-
händigen. Um diese Situation zu deblockieren, habe die Beklagte den Reisepass
als verloren gemeldet und alles Nötige für die Erstellung eines Ersatzdokuments
in die Wege geleitet. Damit ein neuer Reisepass ausgestellt werden könne, müs-
se nun der Kläger zum ... Konsulat [des Staates H._] gehen und dort seine
Unterschrift leisten, damit der Ersatzpass ausgestellt werden könne. Entspre-
chend bat der Besuchsbeistand den Kläger, möglichst rasch beim Konsulat einen
Termin zu vereinbaren, sodass der Reisepass rechtzeitig vor dem Reiseantritt der
Beklagten ausgestellt werden könne (Urk. 178A/2; vgl. auch Urk. 161/8).
- 38 -
Nachdem geplant war, dass C._ die Sommerferien 2020 in der Schweiz ver-
bringen würde (Urk. 178A/1), eilte die Sache nicht. Es ist kein aktueller Grund er-
sichtlich und wurde auch nicht geltend gemacht, weshalb C._ bzw. die Be-
klagte als alleinige Obhutsinhaberin nicht über die erforderlichen Reisedokumente
für C._ (aktueller Reisepass, ID und Ausländerausweis) verfügen sollte. Ins-
besondere besteht keine Entführungsgefahr (vgl. demgegenüber noch: Prot. I
S. 6, 8, 11 f.). Der Kläger ist daher anzuweisen, die für die Ausstellung des ...
Reisepasses [des Staates H._] bzw. einer ID erforderlichen Handlungen um-
gehend vorzunehmen, namentlich beim ... Konsulat [des Staates H._] einen
entsprechenden Termin zu vereinbaren und auch wahrzunehmen oder aber, soll-
te er den Reisepass der Tochter inzwischen wieder gefunden haben, diesen der
Beklagten sogleich herauszugeben. Zudem ist er zu verpflichten, der Beklagten
den Ausländerausweis von C._ herauszugeben, sofern er diesen besitzt.
E. Erziehungsgutschriften
Die Vorinstanz rechnete den Parteien die Erziehungsgutschriften für die Berech-
nung der AHV/IV-Renten entsprechend ihren jeweiligen Betreuungsanteilen je zur
Hälfte an (Urk. 130 S. 19 f., S. 39, Dispositivziffer 6). Weil gemäss dem vorliegen-
den Berufungsentscheid die Beklagte C._ überwiegend betreut, sind die Er-
ziehungsgutschriften dementsprechend - wie sie dies auch beantragen liess (vgl.
Urk. 129 S. 2, Antragziffer 4.2) - gänzlich der Beklagten anzurechnen (Art. 52fbis
Abs. 2 AHVV).
F. Unterhaltsbeiträge
1. Im Berufungsverfahren liess die Beklagte lediglich beantragen, die  seien den Anträgen folgend angemessen zu berechnen (Urk. 129
S. 3, Antrag Ziffer 5.2). Auch der Begründung lässt sich keine Bezifferung der ver-
langten Kinderunterhaltsbeiträge entnehmen (Urk. 129 S. 6).
Die Unterhaltsbeiträge sind im Berufungsverfahren zu beziffern. Dies gilt grund-
sätzlich auch betreffend die der Untersuchungs- und Offizialmaxime unterstehen-
den Kinderunterhaltsbeiträge (BGE 137 III 617). Allerdings wird, entgegen der
- 39 -
Vorinstanz, die gemeinsame Tochter unter die Alleinobhut der Beklagten zu stel-
len sein. Damit ist die Unterhaltsberechnung gänzlich neu vorzunehmen. Es
rechtfertigt sich daher ausnahmsweise, auf die vor Vorinstanz gemachten Ausfüh-
rungen der Parteien hinsichtlich der zuzusprechenden Unterhaltsbeiträge abzu-
stellen und diese alsdann von Amtes wegen festzulegen (Art. 296 Abs. 3 ZPO),
zumal das Verfahren spruchreif ist (Art. 318 Abs. 1 lit. b ZPO).
2. Vor Vorinstanz liess die Beklagte die Zusprechung angemessener  von Fr. 550.– (Barunterhalt) zuzüglich allfälliger Kinderzulagen
beantragen, später war von Fr. 750.– die Rede (Urk. 106 S. 3, Antragziffer 8,
S. 8). Bezüglich der Bemessung der Kindesunterhaltsbeiträge gemäss Art. 285
ZGB kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden
(Urk. 130 S. 22-24). Vorliegend rechtfertigt es sich insbesondere nicht, auf die
Zürcher Tabellen abzustellen, weil diese auf mittelständische finanzielle Verhält-
nisse zugeschnitten sind und die finanzielle Lage vorliegend auf Seiten beider El-
tern eher knapp ist. Der Barbedarf von C._ ist daher in Übereinstimmung mit
der Vorinstanz individuell zu ermitteln.
3.1. Einkommen / Barbedarf C._
a) Die Einkünfte von C._ - welche vom Barbedarf abzuziehen sind -  in den Kinderzulagen von Fr. 200.– bzw. Fr. 250.– pro Monat ab 1. Mai
2028 (vgl. Urk. 130 S. 24).
b) Der Grundbetrag für C._ beträgt Fr. 400.– und ab Vollendung des 10. Altersjahres bzw. ab 1. Mai 2026 Fr. 600.–.
Der Wohnkostenanteil von C._ (bei der Beklagten) beläuft sich auf Fr. 259.–
(total Wohnkosten Fr. 1'293.–, davon je Fr. 518.– bzw. 2/5 Beklagte und Lebens-
partner; vgl. Urk. 130 S. 28; Urk. 122/11, inklusive Nebenkosten, ohne Garage
und Strom).
Für die Krankenkassenprämien (unter Anrechnung der IPV) fallen Fr. 31.– an
(Urk. 130 S. 24 m.H.).
- 40 -
Die Fremdbetreuungskosten betrugen in der Vergangenheit Fr. 480.– (Urk. 122/1-
11 S. 1), im Oktober 2019 fielen Fr. 1'046.– und von November 2019 bis Ende
März 2020 Fr. 1'487.– pro Monat an (Urk. 122/8). Ab April 2020 belaufen sie sich
auf Fr. 143.– (Urk. 161/3). Ein solcher Betrag rechtfertigt sich auch nach Kinder-
garteneintritt für die ergänzende ausserschulische Betreuung.
Mit der Vorinstanz ist sodann ein Betrag von Fr. 50.– für Kommunikationskosten
ab Vollendung des 12. Altersjahres bzw. ab 1. Mai 2028 anzurechnen (Urk. 130
S. 24 f.).
Damit ist von folgenden Barbedarfszahlen der Tochter auszugehen, wobei es sich
aus Gründen der Praktikabilität rechtfertigt, für die Zeit von Juni 2018 bis und mit
März 2020 von einem durchschnittlichen Barbedarf in der Höhe von rund
Fr. 1'425.– auszugehen (Fr. 31'341.– : 22 Monate).
Juni 2018 bis Ende März 2020 Fr. 1'425 ab April 2020 Fr. 833 ab Mai 2026 Fr. 1'033 ab Mai 2028 Fr. 1'083
3.2. Einkünfte / Bedarf Kläger
a) Unbestritten blieben die von der Vorinstanz ermittelten klägerischen  bestehend in Unfalltaggeldern von Fr. 3'750.– netto monatlich (Urk. 130 S. 30).
Im Juni 2020 erhielt der damals im Stundenlohn bei der O._ beschäftigte
Kläger Fr. 4'333.– netto ausbezahlt, wovon Fr. 144.– Spesen Mittagszulage abzu-
ziehen sind (Urk. 172/2), womit Fr. 4'189.– massgebliche Nettoeinkünfte resultie-
ren. Ab Juli 2020 ist von dem bei der J._ GmbH erzielten Nettolohn von
Fr. 4'436.– auszugehen (Urk. 172/4 [Fr. 4'500.– brutto x 13 : 12 abzüglich
Fr. 439.– {rund 9 % Sozialabzüge, vgl. Urk. 172/4 S. 2 und Urk. 172/2 analog}]).
b) Der monatliche Grundbetrag des - hinsichtlich seiner drei weiteren Kinder - alleinerziehenden Klägers beläuft sich auf Fr. 1'350.– (Ziff. II.2.1 des einschlägi-
gen Kreisschreibens; vgl. auch BGE 144 III 502 E. 6.5 und 6.7; BGE 137 III 59
E. 4.2.1 und 4.2.2).
- 41 -
Die Wohnkosten einschliesslich Nebenkosten betragen insgesamt rund
Fr. 2'039.– (Urk. 6/2 und Urk. 124/12 [Fr. 1'962.– + Fr. 76.60 nicht durch Akonto-
zahlungen gedeckte Nebenkosten]; Urk. 130 S. 31). Davon sind 2/5 und damit
rund Fr. 816.– dem Kläger persönlich anzurechnen, je 1/5 entfallen auf seine bei
ihm lebenden drei Kinder.
Der von der Vorinstanz gezogene Schluss, dass dem Fahrzeug kein Kompetenz-
charakter zukomme, weshalb die Parkplatzmiete von Fr. 120.– im Bedarf nicht zu
berücksichtigen sei (Urk. 130 S. 31), wurde nicht beanstandet, ebenso wenig die
dem Kläger schliesslich veranschlagten Fr. 130.– für Fahrtkosten (Urk. 130
S. 31 f.; vgl. Urk. 155 S. 16 und Urk. 170). Es bleibt deshalb dabei, zumal es, wie
vorstehend erwähnt, auch im Bereich der unbeschränkten Untersuchungsmaxime
den Parteien obliegt, die tatsächlichen Begebenheiten hinreichend zu substantiie-
ren. Im Übrigen wird dem Kläger für die Ausübung seiner Tätigkeit ein Geschäfts-
auto zur Verfügung gestellt (Urk. 172/4 S. 1). Zudem benötigt er für seinen aktuel-
len Arbeitsweg von D._ nach P._ (vgl. Urk. 172/4) lediglich einen ZVV-
Netzpass für zwei Zonen à Fr. 85.– pro Monat (vgl. www.zvv.ch). Der von der Vo-
rinstanz veranschlagte Betrag erscheint daher ohne weiteres ausreichend, dies
auch im Hinblick auf die Ausübung des Besuchsrechts des Klägers.
Unangefochten blieben auch die von der Vorinstanz berücksichtigten Kranken-
kassenprämien der Grundversicherung, abzüglich individuelle Prämienverbilli-
gung, in der Höhe von Fr. 199.– pro Monat sowie die gerichtsüblichen Kosten der
Haftpflicht- und Mobiliarversicherung im Betrag von Fr. 30.– und Fr. 120.– Kom-
munikationskosten (Urk. 130 S. 31 f.; Urk. 6/3; Urk. 124/3, /4; Urk. 155 S. 16).
Bis und mit Mai 2020 rechtfertigt es sich mit der Vorinstanz, hälftige Verpfle-
gungskosten von monatlich Fr. 110.– zu veranschlagen (Urk. 130 S. 31). Im Juni
2020 bekam der Kläger Fr. 144.– Spesen Mittagszulage ausbezahlt (Urk. 172/2),
welche bereits beim Lohn abzogen wurden. Im Bedarf sind daher keine solchen
Kosten mehr zu veranschlagen. Seit Juli 2020 erhält der Kläger zusätzlich zum
Bruttolohn von Fr. 4'500.– Fr. 300.– monatliche Verpflegungsspesen (Urk. 172/4
S. 2). Dem Kläger sind dementsprechend im Bedarf keine Verpflegungskosten
mehr anzurechnen.
- 42 -
Der Quellensteuerabzug wurde schliesslich beim Nettoeinkommen berücksichtigt.
Zusammengefasst beträgt der klägerische Bedarf somit Fr. 2'755.– und ab Juni
2020 Fr. 2'645.–.
3.3. Einkommen / Bedarf Beklagte
a) Die Vorinstanz rechnete der Beklagten bis Ende Juli 2020 ein () monatliches Nettoeinkommen von Fr. 1'279.– an, entsprechend einem Ar-
beitspensum von rund 30 % (Urk. 130 S. 26 f. Prot. I S. 25, 46). Dies wurde nicht
beanstandet (Urk. 129 S. 6; Urk. 155 S. 16), weshalb es dabei bleibt. Ergänzend
beansprucht die Beklagte Fürsorgeleistungen (vgl. Urk. 145/1; Urk. 165/5-9). Weil
die Obhut über C._ der Beklagten zuzuteilen ist, ist ihr gemäss dem
Schulstufenmodell ab deren Einschulung bzw. ab September 2020 grundsätzlich
ein 50 %-Arbeitspensum zuzumuten (vgl. BGE 144 III 481 Regeste und E. 4.7.6),
wovon die Beklagte denn auch selbst ausgeht (Urk. 163 S. 2). Dabei ist von ei-
nem monatlichen Nettoeinkommen als Reinigungsmitarbeiterin in der Höhe von
rund Fr. 2'000.– auszugehen (vgl. auch Urk. 133/3). Ab dem Oberstufeneintritt
von C._ mit 12 Jahren bzw. ab September 2028 ist der Beklagten ein 80 %-
Pensum zumutbar, womit ihr entsprechend ein Nettoeinkommen von Fr. 3'200.–
anzurechnen ist. Ab Vollendung des 16. Altersjahres der Tochter bzw. per Mai
2032 ist ihr ein Vollpensum zuzumuten und somit ein Einkommen in der Höhe von
Fr. 4'000.– netto anzurechnen.
b) Der monatliche Grundbetrag für eine alleinerziehende Person in  mit einer erwachsenen Person beträgt Fr. 1'250.– (Kreisschreiben,
Ziff. II.2.1).
Der Wohnkostenanteil der Beklagten ist mit Fr. 518.– pro Monat zu veranschla-
gen, ohne Berücksichtigung der Garage, da sie nicht auf ein Auto angewiesen ist
(vgl. Urk. 130 S. 28; Urk. 122/11; Urk. 129 S. 6).
Die Krankenkassenprämien der Grundversicherung belaufen sich auf monatlich
Fr. 235.– (einschliesslich individuelle Prämienverbilligung, vgl. Urk. 130 S. 28;
Urk. 109 und Urk. 122/5).
- 43 -
Für die Kosten der Haftpflicht- und Mobiliarversicherung berücksichtigte die Vor-
instanz zu Recht einen Betrag von Fr. 15.– pro Monat (1/2 von Fr. 30.– zufolge
Haushaltgemeinschaft; Urk. 130 S. 28). Ferner sind Fr. 120.– für die monatlichen
Kommunikationskosten zu veranschlagen.
Für Mehrauslagen auswärtige Verpflegung rechtfertigen sich notorischerweise
Fr. 66.– (30 %-Pensum), ab September 2020 (Einschulung C._) Fr. 110.–,
ab September 2028 (Oberstufeneintritt C._) Fr. 176.– und ab Mai 2032 (Voll-
endung 16. Altersjahr C._) Fr. 220.–.
Die Vorinstanz berechnete bei der Beklagten monatliche Mobilitätskosten von zu-
nächst Fr. 130.– (Jahresabonnement für zwei Zonen zuzüglich wöchentliche Ein-
zelfahrten für die Ausübung des Besuchsrechts) und ab Einschulung Fr. 190.–
(monatliche Kosten eines Jahresabonnements für alle Zonen; Urk. 130 S. 29).
Dies wurde zwar nicht substantiiert kritisiert (Urk. 129 S. 6; Urk. 155 S. 16), aller-
dings ist C._ nunmehr unter die Alleinobhut der Beklagten zu stellen, wobei
der Kläger sie zwecks Ausübung seines Besuchsrechts bei der Beklagten abzu-
holen und dorthin zurückzubringen hat. Entsprechende Fahrtauslagen der Beklag-
ten rechtfertigen sich nicht mehr. Insgesamt erscheint auch bei der Beklagten -
wie beim Kläger - ein Betrag von Fr. 130.– pro Monat für Fahrtauslagen ausrei-
chend, zumal sie zurzeit von ihrem Wohnort in R._ zum Sitz ihrer Arbeitge-
berin in Q._ drei Tarifzonen (à Fr. 125.– pro Monat; www.zvv.ch) benötigt. Es
ist nicht ersichtlich, weshalb die Beklagte ein Monatsabonnement für alle Zonen
(vgl. Urk. 122/9) brauchen soll; die Einsatzorte bei der L._ liegen offenbar in
der Nähe des Wohnortes der Arbeitnehmerin (vgl. Urk. 133/3 S. 5, Abschnitt 8).
Und schliesslich ist auch bei der Beklagten der Quellensteuerabzug bereits beim
Lohn berücksichtigt (vgl. Urk. 165/3).
Damit beträgt der beklagtische Bedarf Fr. 2'334.–, Fr. 2'378.– ab September
2020, Fr. 2'444.– ab September 2028 bzw. Fr. 2'488.– ab Mai 2032.
- 44 -
4. Unterhaltsberechnung
Nach dem Gesagten ist von einer Leistungsfähigkeit des Klägers in der Höhe von
Fr. 995.– (Juni 2018 bis Ende Mai 2020), Fr. 1'544.– im Juni 2020 und Fr. 1'791.–
ab Juli 2020 auszugehen. Diese Überschüsse sind nach Massgabe ihrer jeweili-
gen Bedürfnisse unter den vier unterhaltsberechtigten Kindern des Klägers aufzu-
teilen. Die Barbedarfe der drei weiteren Kinder des Klägers (E._, F._
und G._) abzüglich der Kinderzulagen belaufen sich auf rund Fr. 800.– (vgl.
Urk. 130 S. 33, allerdings mit Wohnkostenanteilen von je Fr. 408.–). Die nicht
durch die Kinderzulagen gedeckten Barbedarfe von C._ betragen Fr. 1'225.–
(Juni 2018 bis Ende März 2020), Fr. 633.– (von April 2020 bis Ende April 2026)
und Fr. 833.– von Mai 2026 bis zur Mündigkeit bzw. Abschluss einer angemesse-
nen Erstausbildung der Tochter). Vor dem Hintergrund, dass sich bis zur Volljäh-
rigkeit von C._ (tt.mm.2034) durchschnittliche Barunterhaltsbeiträge von rund
Fr. 800.– ergeben sowie angesichts des Umstands, dass der Kläger die Barbe-
darfe seiner vier Kinder ohnehin nicht gänzlich zu decken vermag, rechtfertigt es
sich, die Überschüsse auf die vier Kinder gleichmässig aufzuteilen. Damit resultie-
ren für C._ Barunterhaltsbeiträge in der Höhe von gerundet Fr. 250.– von Juni 2018 bis Ende Mai 2020, Fr. 390.– im Juni 2020 und Fr. 450.– ab Juli 2020.
Dementsprechend ergibt sich eine Unterdeckung des Barunterhalts der Tochter in der Höhe von Fr. 975.– von Juni 2018 bis Ende März 2020, von Fr. 383.– im
April und Mai 2020, von Fr. 243.– im Juni 2020, von Fr. 183.– von Juli 2020 bis
April 2026 und von Fr. 383.– von Mai 2026 bis August 2028. Ab September 2028
ist die Beklagte in der Lage, den durch die Unterhaltsbeiträge des Klägers nicht
gedeckten Barunterhalt von C._ in der Höhe von Fr. 383.– selbst zu finanzie-
ren, weshalb keine Unterdeckung mehr resultiert. Allerdings rechtfertigt sich auch
keine Reduktion der klägerischen Unterhaltsbeiträge, zumal die Beklagte auch
noch Naturalunterhalt leistet. Zwar wird sich die Leistungsfähigkeit des Klägers
zufolge Auszugs seiner drei älteren Kindern dereinst erhöhen, allerdings entfallen
dann sämtliche Wohnkosten auf ihn allein. Ein Abänderungsverfahren bleibt vor-
behalten (Art. 286 Abs. 2 ZGB).
- 45 -
Mangels Leistungsfähigkeit des Klägers kann sodann für C._ zunächst kein
Betreuungsunterhalt (Art. 285 Abs. 2 ZGB) festgesetzt werden. Der  deckt die indirekten Kosten, welche durch die persönliche Betreu-
ung durch einen Elternteil entstehen. Rechnerisch ergibt sich der Betreuungsun-
terhalt aus den Lebenshaltungskosten des betreuenden Elternteils, welche grund-
sätzlich dem familienrechtlichen Existenzminimum (= Notbedarf), zuzüglich einer
Steuerpauschale auf diese Kosten von Fr. 100.–, entsprechen, abzüglich des ei-
genen Einkommens der Hauptbetreuungsperson (OGer ZH LE160071 vom
30. März 2017, E. III.D.2.; vgl. auch BGE 144 III 377 E. 7 und BGE 144 III 481 In-
gress und E. 4.1). Der ungedeckte Betreuungsunterhalt beläuft sich vorliegend von Juni 2018 bis August 2020 auf Fr. 1'155.– (Fr. 2'434.– - Fr. 1'279.–) und von
September 2020 bis August 2028 auf Fr. 478.– (Fr. 2'478.– - Fr. 2'000.–). Ab Sep-
tember 2028 resultiert keine (betreuungsbedingte) Unterdeckung bei der Beklag-
ten mehr (vgl. Fr. 3'200.– bzw. Fr. 4'000.– hypothetisches Einkommen der Be-
klagten - Fr. 2'544.– bzw. Fr. 2'588.– Lebenshaltungskosten der Beklagten).
Mit der Revision des Kindesunterhaltsrechts ist per 1. Januar 2017 ein neuer
Art. 301a ZPO eingefügt worden. Er bestimmt, dass in einem Entscheid, in dem
Unterhaltsbeiträge festgelegt werden, anzugeben ist, von welchem Einkommen
und Vermögen jedes Ehegatten und jedes Kindes ausgegangen wird, welcher Be-
trag für jedes Kind bestimmt ist, welcher Betrag zur Deckung des gebührenden
Unterhalts jedes Kindes fehlt sowie ob und in welchem Ausmass die Unterhalts-
beiträge den Veränderungen der Lebenskosten angepasst werden. Aus den Ma-
terialien ergibt sich, dass nur die Kinderunterhaltsbeiträge sowie gegebenenfalls
der zur Deckung des gebührenden Unterhalts des Kindes fehlende Betrag und die
Anpassung an die Veränderung der Lebenshaltungskosten ins Urteilsdispositiv
aufgenommen werden müssen. Die anderen Punkte können auch aus den Erwä-
gungen hervorgehen (Botschaft Kindesunterhalt, BBl 2014 529, S. 581). So erge-
ben sich vorliegend die Einkommen aus den Erwägungen. Vermögen ist kein re-
levantes vorhanden (vgl. Urk. 130 S. 42). Von einer Deklaration im Urteilsdisposi-
tiv kann diesbezüglich, entgegen der Vorinstanz (Urk. 130 S. Dispositivziffer 9c),
abgesehen werden. Dementsprechend ist Dispositivziffer 9.c (finanzielle Verhält-
nisse der Beteiligten) des angefochtenen Entscheids ersatzlos aufzuheben.
- 46 -
G. Unentgeltliche Rechtspflege
Auch im Berufungsverfahren ersuchten beide Parteien um Bewilligung der unent-
geltlichen Prozessführung und Rechtsvertretung (Urk. 143 S. 2 f. und Urk. 155
S. 4). Weil die Mittellosigkeit beider Parteien zurzeit offensichtlich ist, ist beiden
Gesuchen zu entsprechen und es erübrigen sich Ausführungen im Zusammen-
hang mit einem der staatlichen Unterstützung vorgehenden Prozesskostenvor-
schuss bzw. der grundsätzlichen Obliegenheit eines Gesuchstellers, einen sol-
chen zu verlangen oder darzutun, weshalb solches nicht der Fall ist (vgl. dazu
BGer 5A_244/2019 vom 15. April 2019, E. 4).
H. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Trifft die Rechtsmittelinstanz einen neuen Entscheid, so entscheidet sie auch über die Prozesskosten des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 318 Abs. 3
ZPO).
Die Höhe der vorinstanzlichen Gerichtsgebühr von Fr. 6'000.– sowie die Dolmet-
scher- und Abklärungskosten der Obhutszuteilung (Fr. 975.– und Fr. 4'680.–;
Urk. 130 S. 42, Dispositivziffer 11) wurden nicht beanstandet (Urk. 129 S. 3) und
sind zu bestätigen.
Die Vorinstanz auferlegte die Kosten den Parteien je zur Hälfte (Urk. 130 S. 36
und 42, Dispositivziffer 12). Solches erscheint mit Blick auf die strittigen Kinderbe-
lange bzw. die familienrechtliche Verfahrensnatur und die diesbezügliche Praxis
der hälftigen Kostenauflage (vgl. Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO; ZR 84 Nr. 41) ange-
messen. Dementsprechend bleibt es auch dabei, dass keine Parteientschädigun-
gen zuzusprechen sind (vgl. Urk. 130 S. 42, Dispositivziffer 13), was denn auch
nicht angefochten wurde (Urk. 129 S. 2). Zufolge Gewährung der unentgeltlichen
Prozessführung durch die Vorinstanz sind die Kosten des erstinstanzlichen Ver-
fahrens unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 Abs. 1 ZPO
einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
2. Auch im Berufungsverfahren ging es primär um Kinderbelange im engeren Sinn (Obhutszuteilung, Besuchsrecht) und es ist nach wie vor davon auszugehen,
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dass beiden Parteien gute Gründe für ihre Rechtsstandpunkte zugestanden wer-
den können. Hinsichtlich der Kinderunterhaltsbeiträge lagen keine bezifferten An-
träge vor und es wurde weitgehend in Anwendung der Offizial- und Untersu-
chungsmaxime entschieden. Vor diesem Hintergrund rechtfertigt sich auch im Be-
rufungsverfahren eine je hälftige Kostenauflage und ein entsprechendes Wett-
schlagen der Parteientschädigungen.
Zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung zugunsten beider Partei-
en sind auch die Kosten des Berufungsverfahrens einstweilen unter Vorbehalt der
Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 Abs. 1 ZPO auf die Gerichtskasse zu neh-
men.