Decision ID: d490d374-1218-46f6-b38d-203434d16b9b
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1959, erlitt am 13. Februar 2012 einen Unfall und meldete sich am 20. Februar 2014 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 5/4). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte un
ter anderem ein polydisziplinäres Gutachten ein, das am 21. Mai 2016 erstattet (Urk. 5/81) und am 11. Mai 2017 ergänzt (Urk. 5/97) wurde. Nach durchgeführ
tem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 5/104, Urk. 5/107) sprach sie dem Versicherten mit Verfügung vom 6. Februar 2018 eine befristete halbe Rente
von September 2014 bis Juli 2015 zu (Urk. 5/119 + Urk. 5/113 = Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am 8. März 2018 Beschwerde gegen die Verfügung vom 6. Februar 2018 (Urk. 2) und beantragte, diese sei dahingehend abzuändern, dass ihm auch über den 31. Juli 2015 hinaus eine halbe, eventuell eine
Viertelsrente
(Urk. 1 S. 1 f.), zugesprochen werde. Subeventuell beantragte er die Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin zu ergänzenden Sachabklärungen (S. 2 oben).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 27. April 2018 (Urk. 4) die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 2. Mai 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 6).
3.
Die Suva sprach dem Versicherten mit
Einspracheentscheid
vom 3. Juli 2015 (Urk. 5/54) eine Rente entsprechend einem Invaliditätsgrad von 23 % ab 1. Mai 2015 zu (S. 2
lit
. B). Dabei ging sie von einer Arbeitsfähigkeit von 100 % in - näher umschriebenen - angepassten Tätigkeiten aus (S. 4 f. Ziff. 1c).
Gegen den
Einspracheentscheid
wurde Beschwerde erhoben. Das entsprechende Verfahren (Nr. UV.2015.00156) ist am hiesigen Gericht hängig.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
,
IVG
)
.
1.3
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leis
tung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung
oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwend
baren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen)
Art.
88a
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung des Invaliditäts
grades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des Rentenbeginns mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der Begründung der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) davon aus, seit Mai 2015 betrage die Arbeitsfähigkeit des Beschwerde
führers in einer optimal angepassten (körperlich leichten bis ausnahmsweise mit
telschweren) Tätigkeit 75 % (S. 1 f.), womit ein Invaliditätsgrad von 36 % resul
tiere (S. 2 oben).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1), das eingeholte Gutachten sei aus näher dargelegten Gründen mangelhaft (S. 7 ff.
lit
. D). Die Annahme einer Arbeitsfähigkeit von 75 % in angepasster Tätigkeit sei nicht nachvollziehbar begründet (S. 12 Ziff. 19), das angenommene Invaliden
einkommen von - auf 100 % umgerechnet - rund Fr. 66'453.-- sei nicht nach
vollziehbar (S. 12 Ziff. 23) und es sei ein Leidensabzug von 15 % angezeigt (S. 13 Ziff. 26)
2.3
Strittig ist, ob auf das eingeholte Gutachten abgestellt und von einer auf 75 % erhöhten Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit ab Mai 2015 ausgegangen werden kann.
3.
3.1
Am 2. Dezember 2014 berichtete Dr. med. Y._, Facharzt für Chirurgie, über seine gleichentags erfolgte kreisärztliche Abschlussuntersuchung (Urk. 5/32/103-108).
Berufsanamnestisch hielt er fest, der Beschwerdeführer arbeite zu 50 % als De
ckenmonteur im gleichen Betrieb, in welchem grosse Rücksicht genommen werde, dass er keine schweren Lasten heben oder tragen müsse (S. 3 Ziff. 3).
Er nannte folgende Diagnose: Status nach Sturz in einen Liftschacht am 13. Feb
ruar 2012 mit offener Ellbogenluxation links und Reposition,
Débridement
,
Refi
xation
des ulnaren Kapselbandapparates; bei
Sulcus
ulnaris
-Syndrom Dekom
pression und submuskulärer Vorverlagerung des N.
ulnaris
am 28. Juni 2012
(S. 5 unten).
Subjektiv persistierten Kraftlosigkeit, Müdigkeit, Ameisenlaufen, Taubheitsgefühl und Schmerzen im Ellbogenbereich, ausserdem ein starkes Zittern. Objektiv fän
den sich nur eine geringe muskuläre Hypertrophie der linken oberen Extremität gegenüber rechts, ein leichtes Beuge- und Streckdefizit im linken Ellbogen, kein Anhalt für motorische Ausfälle im Bereich des
Nervus
ulnaris
linksseitig, ein star
ker
grob
schlächtiger Intentionstremor mit Scharren des linken Fusses und eine verminderte Kraftausübung linksseitig (S. 6 oben).
Dem Patienten sei erklärt worden, dass das demonstrierte Beschwerdebild orga
nisch auf Grund des Unfalles nicht erklärbar sei. Auch in früheren neurologischen Untersuchungen sei bereits ein Verdacht auf somatoforme Störung geäussert und eine psychologische Betreuung vorgeschlagen worden. Eine psychiatrische Ab
klärung sei somit empfehlenswert (S. 6).
Aus somatischer Sicht seien unfallbedingt noch das Beuge- und Streckdefizit im Ellbogen und die
Sensibilitätsstörungen im 4. und 5. Finger erklärbar. Die weitere beschriebene Symptomatik sei nicht organisch zu erklären, sondern wahrschein
lich im Rahmen einer somatoformen Störung / Symptomausweitung oder Ähnli
chem zu sehen (S. 6 Mitte).
3.2
In einer ergänzenden Stellungnahme vom 22. Dezember 2014 (Urk. 5/32/88-90) führte Dr. Y._ aus, aus rein somatischer Sicht sei eine körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit ausnahmsweise auch mit mittelschweren Lasten, ohne Dauerbelastung der linken oberen Extremität durch permanentes Heben und Tra
gen von Lasten, möglich. Keine Einschränkungen bestünden in Bezug auf die
Umwendbewegungen
. Schläge und andauernde Vibrationen auf die linke obere Extremität und ruckartige starke Stoss- oder Zugbewegungen sollten vermieden werden. Unter Beachtung der genannten Einschränkungen bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in Bezug auf die somatisch erklärbaren Symptome (S. 2 Ziff. 2).
3.3
Dr. med. Z._, Facharzt für Neurologie, berichtete am 6. März 2015 über seine am Vortag erfolgte Untersuchung (Urk. 5/32/17-20). Er nannte folgende Diagnose: Posttraumatische, vorwiegend sensible
Ulnarisparese
links, bei Sta
tus nach Ellbogenluxation am 13. Februar 2012 und Status nach Dekompression des N.
ulnaris
im Ellbogenbereich mit submuskulärer Vorverlagerung des N.
ul
naris
(S. 1 Mitte).
Die erlittene offene Ellbogenluxation links hinterlasse eine vorwiegend sensible Parese des N.
ulnaris
links aufgrund einer Druckschädigung im
Sulcusbereich
. Klinisch bestehe eine sensible Parese dieses Nervs, mit Hypästhesie an Handkante, Kleinfinger und
Ulnarseite
des Ringfingers links, wahrscheinlich bestehe auch eine leichte Spreizschwäche, wegen der Krallenhand sei dies nicht ausreichend beurteilbar. Im Elektromyogramm (EMG) sei die Leitgeschwindigkeit des N.
ulna
ris
im
Sulcusbereich
verlangsamt, mit zusätzlich verkleinertem Summenpotential. Damit sei die Schädigung des N.
ulnaris
in diesem Abschnitt ausreichend doku
mentiert (S. 2 unten). In den übrigen sensiblen Territorien der linken Hand, haupt
sächlich im Versorgungsgebiet des N. medianus, würden ebenfalls Gefühlsstörun
gen angegeben, jedoch weniger deutlich als im ulnaren Versorgungsgebiet. Eine Schädigung am N. medianus lasse sich neurographisch nicht nachweisen (S. 3 oben).
Die Krallenhand lasse sich organisch nicht erklären und entspreche einer funkti
onellen Störung. Die Prognose einer solchen Krallenhand sei immer schwierig, gelegentlich löse sie sich im Verlaufe der Zeit, könne sich aber auch fixieren. Um Kontrakturen vorzubeugen, seien tägliche Dehnungs- und Streckübungen mit den Fingern der linken Hand zu empfehlen. Der Patient beklagte auch anhaltende Kopfschmerzen, es handle sich am ehesten um Spannungskopfschmerzen, das deswegen abgeleitete Elektroenzephalogramm (EEG) sei unauffällig
(S. 3).
3.4
Am
21. Mai 2016 erstatteten Dr. med. A._, Fachärztin für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
, Dr. med.
O._
, Fachärztin für Neurologie, Dr. med. et
rer
. nat. B._, Fach
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. med. C._, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, ein Gutachten im Auftrag der Beschwerdegegnerin (Urk. 5/81/1-47). Sie stützen sich auf die ihnen überlas
senen Akten (S. 4 ff.), die Angaben des Beschwerdeführers (S. 31 f.) und die von ihnen am 15. Oktober (S. 27 Ziff. 3.1), 28. Oktober (S. 30 Ziff. 3.3), 10. November (S. 27 Ziff. 3.2) und 30. November 2015 (S. 13 oben) erhobenen Befunde.
Die Gutachterinnen und Gutachter nannten folgende Diagnosen mit Relevanz für die angestammte Tätigkeit als Deckenmonteur (S. 37 f. Ziff. 4.6.1):
-
chronische Schmerzen und minime Bewegungseinschränkung linker Ell
bogen bei Status nach Sturz in einen
Liftschacht am 13. Februar 2012 mit offener Ellbogenluxation links und Reposition,
Débridement
,
Refixation
des ulnaren Kapselbandapparates und Status nach
Sulcus
ulnaris
-Syn
drom mit Dekompression und submuskulärer Vorverlagerung des
Nervus
ulnaris
am 28. Juni 2012
-
funktionelle Bewegungseinschränkung Hand links inkonsistent
-
Neuropathie des N.
ulnaris
links unfallbedingt
Als Diagnosen ohne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit nannten sie (S. 32 Ziff. 4.6.2):
-
Zervikalgien
, bei asymmetrischer Belastung der rechten oberen Extremität nicht defizitär
-
leichte degenerative Veränderungen der Halswirbelsäule (HWS), keine Spinalkanalstenose,
Myelonkompression
oder Nervenwurzelkompression, keine Hinweise auf eine Myelitis (MRT vom 5. September 2014)
-
Verdacht auf arterielle Hypertonie
In ihrer Beurteilung (S. 37 Ziff. 4.5) führten sie aus, aus den Fachbereichen Innere Medizin und Psychiatrie fänden sich keine Diagnosen oder Befunde mit Beein
trächtigung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Deckenmon
teur. Aus orthopädischer und neurologischer Sicht bestünden chronische Schmer
zen im Bereiche des linken Ellbogens und eine funktionelle Beeinträchtigung der linken Hand - auch wenn diese durch die radiologischen und neurologischen Be
funde nur teilweise erklärt werden könne. Am 13. Februar 2011 (richtig: 2012) habe der Versicherte anlässlich eines Sturzes in einen Liftschacht aus 1.5 m eine offene Ellbogenluxation links erlitten, welche gleichentags mit Reposition,
Dé
bridement
,
Refixation
auch des ulnaren Bandapparates versorgt worden sei. Zwei Monate postoperativ habe sich ein
Sulcus
ulnaris
-Syndrom links
entwickelt, was am 28. Juni 2012 zu einer Dekompression und submuskulären Vorverlagerung des
Nervus
ulnaris
geführt habe. Trotz Verbesserung des EMG-Befundes, intensi
ver Physio- und Ergotherapie habe der Versicherte zunehmend
eine funktionelle Beeinträchtigung der Hand links und Restsensibilitätsprobleme im Rahmen des
Nervus
ulnaris
-Syndroms
entwickelt. Die Probleme der Hand links seien in der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung der Suva am 2. Dezember 2014 als funk
tionell beurteilt worden. Der Fall sei von der Suva unter anderem mit einer Rente von 23 % abgeschlossen worden, dieser Beurteilung könne interdisziplinär ent
sprochen werden.
Zur Arbeitsfähigkeit führten sie aus, das Heben und Tragen von schweren Lasten links über 3 kg, grob- und feinmotorische Arbeiten links, Überkopfarbeiten links, sowie das Hantieren mit vibrierenden und schlagenden Maschinen seien nicht zumutbar (S. 38 Ziff. 4.6.3). Die Arbeitsfähigkeit betrage 75 % in der angestamm
ten Tätigkeit als Deckenmonteur (S. 38 Ziff. 4.6.4) und in einer Verweistätigkeit (S. 38 Ziff. 4.6.5). Zum Verlauf führten sie aus, seit Mai 2015 erhalte der Versi
cherte eine Suva-Rente von 23 %, entsprechend könne die Arbeitsfähigkeit von 75 % im Rahmen des Zumutbarkeitsprofils ab 1. Mai 2015
postuliert werden (S. 38 Ziff. 4.6.6).
Am 11. Mai 2017 beantwortete Prof. Dr. med. D._, Facharzt für Neu
rologie, ärztlicher Leiter der E._, Zusatzfragen (Urk. 5/97) und führte unter anderem aus, die erlittenen Verletzungen und deren operative Sanierung mit kon
sekutiven Vernarbungen und
Bindegewebsverziehungen
seien geeignet, die sub
jektiven Beschwerden zu erklären. Der chirurgische Eingriff könne nicht zwin
gend als komplex angesehen werden, es handle sich mittlerweile um einen Rou
tine-Eingriff (S. 2 Mitte). Das Unfallereignis und die darauffolgende Operation seien geeignet, Bindegewebsvernarbungen und die subjektiv angegebenen Be
schwerden zu erklären, doch müsse eine solche Verletzung nicht zwingend zu diesen Beschwerden führen. Beim Exploranden sei das Beschwerdebild nachvoll
ziehbar (S. 2 unten).
4.
4.1
Für die gutachterliche Annahme einer Arbeitsfähigkeit von 75 % in angepasster Tätigkeit fehlt jegliche Begründung. Dies ist schon an sich ein gravierender Man
gel. Er wird noch dadurch verschärft, dass auch jegliche Auseinandersetzung mit der kreisärztlichen Beurteilung fehlt, in welcher eine volle Arbeitsfähigkeit für Tätigkeiten attestiert worden ist, deren Anforderungsprofil dem im Gutachten sinngemäss formulierten zumindest vergleichbar ist (vorstehend E. 3.2).
Unbrauchbar sind sodann die Ausführungen im Gutachten zur Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit, die mit 75 % angegeben wurde. Welche Überle
gungen zu dieser Annahme geführt haben, zeigt sich darin, dass zur Beantwor
tung der Frage, ab wann eine solche - im Vergleich zum effektiv bewältigten Pensum - verbesserte Arbeitsfähigkeit anzunehmen sei, auf den Beginn der von der Suva (bei einem Invaliditätsgrad von 23 %) zugesprochenen Rente abgestellt wurde. Die Gutachterinnen und Gutachter haben offensichtlich aus dem von der Suva ermittelten Invaliditätsgrad (von 23 %) auf eine Arbeitsfähigkeit von 75 % geschlossen, also Arbeitsunfähigkeit und Invalidität verwechselt beziehungsweise gleichgesetzt und eine medizinisch zu beantwortende Frage unter Bezugnahme auf aussermedizinische Parameter beantwortet. Eine allfällige die postulierte Ver
besserung begründende Veränderung des Gesundheitszustandes erwähnten sie nicht.
Zusammengefasst beruhen die gutachterlichen Feststellungen zur Arbeitsfähig
keit - soweit nachvollziehbar - auf offensichtlich unzutreffenden Annahmen und Überlegungen. Sie sind deshalb zur Verwendung im Rahmen der Invaliditätsbe
messung nicht geeignet.
4.2
Die Beschwerdegegnerin ging in der Begründung zur angefochtenen Verfügung (Urk. 5/113) davon aus, der
Beschwerdeführer sei seit Ablauf der Wartezeit (Feb
ruar 2013) in der bisherigen Tätigkeit zu 50 % eingeschränkt, was dem Invalidi
tätsgrad entspreche (S. 1). Ausgehend vom Zeitpunkt der Anmeldung bestehe da
mit Anspruch auf eine halbe Rente ab September 2014 (S. 2 oben). Per Mai 2015 habe sich die Arbeitsfähigkeit verbessert und es bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 75 % in einer optimal angepassten Tätigkeit (S. 1 unten). Gemäss dem am 13. Juli 2017
erstellten und mit Datum vom 19. Juli 2017 zu den Akten genommenen Einkommensvergleich ging die Beschwerdegegnerin von einer ab Mai 2015 be
stehenden Arbeitsfähigkeit von 75 % in angepasster Tätigkeit aus und ermittelte einen Invaliditätsgrad von 36 % (Urk. 5/101 S. 1).
Nachdem auf die gutachterlichen Angaben weder betreffend die Arbeitsfähigkeit noch betreffend den zeitlichen Verlauf der postulierten Verbesserung abgestellt werden kann (vorstehend E. 4.1), kann auch die auf diesen Angaben fussende Invaliditätsbemessung nicht bestätigt werden.
4.3
Ein allfälliger Rentenanspruch des Beschwerdeführers lässt sich aus den darge
legten Gründen gestützt auf die vorliegenden Unterlagen nicht beurteilen. Es ist Sache der Beschwerdegegnerin, eine für die Rechtsanwendung brauchbare Beur
teilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zu veranlassen und sodann einen möglichen Rentenanspruch zu beurteilen.
Somit ist die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache an die Be
schwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie entsprechend verfahre. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
5.
5.1
Die Verfahrenskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr. 600.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerle
gen.
5.2
Dem obsiegenden und anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer steht eine Pro
zessentschädigung zu, die beim praxisgemässen Stundenansatz von Fr. 220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) ermessensweise auf Fr. 2'400.-- (inklusive Barausla
gen und Mehrwertsteuer) festzusetzen und der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen ist.