Decision ID: 7b3736ba-e330-43df-a89a-83c8da6e51b1
Year: 2006
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- P. und C. W.-S. waren für 2002 und 2003 jeweils ohne steuerbares Einkommen und
Vermögen veranlagt worden, da aus der selbständigen Tätigkeit des Ehemannes
Verluste resultierten. Auf den 1. November 2004 trat P. W. eine Stelle als "Leiter
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Konstruktion" in A. an. C. W.-S. hat eine 80 %-Stelle bei der C., Region Ostschweiz,
inne.
P. und C. W.-S. wurden am 14. Dezember 2005 für 2004 mit einem steuerbaren
Einkommen von Fr. 70'400.-- und ohne steuerbares Vermögen für die Staats- und
Gemeindesteuern und mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 64'900.-- für die
direkte Bundessteuer veranlagt. Gleichzeitig wurden Steuerbeträge von Fr. 9'863.95 für
die Staats- und Gemeindesteuern (abzüglich Verrechnungssteuer zuzüglich
Ausgleichszinsen) und von Fr. 737.90 für die direkte Bundessteuer, insgesamt Fr.
10'601.85, in Rechnung gestellt. Mit Eingabe vom 28. Dezember 2005 an das
Steueramt der Gemeinde X. ersuchte P. W. um einen Steuererlass für die Jahre 2004
und 2005. Die Veranlagung 2004 beanstandete er nicht. Das Steueramt X. übermittelte
das Gesuch am 15. Februar 2006 dem kantonalen Steueramt. Der Gemeinderat
unterstützte das Gesuch und das Gemeindesteueramt beantragte, es sei darauf
einzutreten und wenn möglich ein Erlass unter Berücksichtigung der besonderen
Umstände zu gewähren. Das kantonale Steueramt wies das Gesuch mit Entscheid vom
23. Februar 2006 ab, stundete jedoch den Ausstand sowohl der Bundes- als auch der
Staats- und Gemeindesteuern für 2004 unter Gewährung monatlicher Ratenzahlungen
bis zum 30. September 2006.
B.- Mit Eingabe vom 7. März 2006 an das kantonale Steueramt "Verwaltungs-
Rekurskommission" wandte sich P. W. gegen diesen Entscheid mit dem Antrag, die
Steuern für das Jahr 2004 seien zu erlassen und für die provisorischen Steuern 2005
und 2006 ab 30. August 2006 monatliche Ratenzahlungen von Fr. 1'300.-- zu
gewähren. Das kantonale Steueramt erachtete sich zur Behandlung der Eingabe als
nicht zuständig und leitete sie samt Erlassakten am 21. März 2006 an die
Verwaltungsrekurskommission weiter.
Die Verwaltungsrekurskommission nahm die Streitsache ins Geschäftsverzeichnis auf
und wies P. W. in der verfahrensleitenden Verfügung vom 23. März 2006 unter
Ansetzung einer Frist zum Rückzug des Rechtsmittels oder zur Leistung eines
Kostenvorschusses bis zum 6. April 2006 darauf hin, der Entscheid über ein
Erlassgesuch sei sowohl nach dem kantonalen Steuergesetz als auch nach dem
Gesetz über die direkte Bundessteuer endgültig. Mit gleicher Frist wurde ihm deshalb
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die Gelegenheit gegeben, die Zuständigkeit der Verwaltungsrekurskommission, über
die vorab zu entscheiden sein werde, zu begründen. P. W. ergänzte das Rechtsmittel
mit Eingabe vom 1. April 2006 und leistete den Kostenvorschuss.
Mit Vernehmlassung vom 29. Mai 2006 beantragte die Vorinstanz, auf das Rechtsmittel
sei unter Kostenfolge nicht einzutreten. Zur vorinstanzlichen Vernehmlassung nahm P.
W. unter Einreichung weiterer Beweismittel mit Eingabe vom 16. Juni 2006 Stellung.
Die Vorinstanz machte von der Möglichkeit, dazu Stellung zu nehmen mit Schreiben
vom 6. Juli 2006 Gebrauch.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge wird,

soweit notwendig, in den Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Vorab fragt sich,
ob die Verwaltungsrekurskommission zum Sachentscheid zuständig ist. Dabei ist zu
beachten, dass der angefochtene Entscheid der Vorinstanz (Abteilung Stundung und
Erlass) vom 23. Februar 2006 sowohl die Staats- und Gemeindesteuern als auch die
direkte Bundessteuer betrifft.
a) aa) Gemäss Art. 194 Abs. 1 des Steuergesetzes (sGS 811.1, abgekürzt: StG) kann
der Steuerpflichtige den Einspracheentscheid innert 30 Tagen bei der
Verwaltungsrekurskommission anfechten. Das Steuergesetz erwähnt bei der Regelung
des Einspracheverfahrens in Art. 180 StG lediglich die Veranlagungsverfügungen sowie
die besonderen Verfügungen über die Grundstückwerte. Über Stundungs- und
Erlassgesuche entscheidet demgegenüber das kantonale Steueramt gemäss Art. 224
Abs. 3 StG im Rahmen seiner Zuständigkeit (vgl. StB 224 Nr. 1) bei Einkommens- und
Vermögenssteuern nach Anhören des Gemeinderates endgültig.
bb) Bei der direkten Bundessteuer kann der Steuerpflichtige gegen den
Einspracheentscheid der Veranlagungsbehörde innert 30 Tagen nach Zustellung bei
der Verwaltungsrekurskommission Beschwerde erheben (vgl. Art. 140 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer; SR 642.11, abgekürzt: DBG; in
Verbindung mit Art. 7 Abs. 2 der Verordnung zum Bundesgesetz über die direkte
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Bundessteuer, sGS 815.1, abgekürzt: Vo zum DBG). Auch im Recht der direkten
Bundessteuer werden bei der Regelung des Einspracheverfahrens in Art. 132 DBG
lediglich die Veranlagungsverfügungen genannt. Über Erlassgesuche entscheiden
demgegenüber gemäss Art. 167 Abs. 3 DBG die Eidgenössische Erlasskommission für
die direkte Bundessteuer oder die zuständige kantonale Amtsstelle im Rahmen ihrer
Zuständigkeit (vgl. Art. 102 Abs. 4 Satz 1 DBG und Art. 4 der Verordnung über die
Behandlung von Erlassgesuchen für die direkte Bundessteuer, SR 642.121) endgültig.
Kantonale Erlassbehörde ist gemäss Art. 2 lit. f Vo zum DBG das kantonale Steueramt.
Aus dem klaren Wortlaut von Art. 167 Abs. 3 DBG wird geschlossen, die Kantone
dürften auch gegen dessen Entscheide kein Rechtsmittel vorsehen (vgl. M. Beusch,
Auswirkungen der Rechtsweggarantie von Art. 29a BV auf den Rechtsschutz im
Steuerrecht, in: ASA 73 S. 709 ff., S. 728).
Dass gegen die Verweigerung des Erlasses der direkten Bundessteuer kein
ordentliches Rechtsmittel offen steht, ergibt sich schliesslich auch aus der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung und der Lehre zur Frage der zulässigen
Rechtsmittel auf Bundesebene. Wie dargestellt ist gemäss Art. 167 Abs. 3 DBG der
Entscheid über ein Erlassgesuch endgültig, unabhängig davon, ob er von der
Eidgenössischen Erlasskommission für die direkte Bundessteuer oder von der
zuständigen kantonalen Amtsstelle ergangen ist. Sowohl die
Verwaltungsgerichtsbeschwerde als auch die staatsrechtliche Beschwerde sind
ausgeschlossen. Der Ausschluss der Verwaltungsgerichtsbeschwerde ergibt sich
bereits aus Art. 99 Abs. 1 lit. g des Bundesgesetzes über die Organisation der
Bundesrechtspflege (SR 173.110, abgekürzt: OG). Die staatsrechtliche Beschwerde
gegen die Verweigerung des Erlasses durch die zuständige kantonale Amtsstelle ist
ausgeschlossen, weil einerseits nicht angenommen werden kann, dass der
Gesetzgeber gegen die Entscheide der kantonalen Erlassbehörden einen
ausserordentlichen Rechtsweg an das Bundesgericht eröffnen wollte, der gegen die
Entscheide der eidgenössischen Erlasskommission zum vornherein nicht zur Verfügung
steht, und weil es anderseits (auch) bei der direkten Bundessteuer an einem rechtlich
geschützten Anspruch auf einen Steuererlass fehlt (vgl. BGE vom 8. Februar 1999, in:
ASA 68 S. 77 sowie Sammlung BGE der Eidgenössischen Steuerverwaltung Nr. 839;
Richner/Frei/ Kaufmann, Handkommentar zum DBG, Zürich 2003, N 37 zu Art. 167
DBG). Sowohl Entscheide der Eidgenössischen Erlasskommission für die direkte
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Bundessteuer als auch der zuständigen kantonalen Amtsstelle können damit nach
herrschender Lehre und Rechtsprechung an keine andere Instanz weitergezogen
werden (vgl. Lüdin, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Band I/2b, Basel
2000, N 22/23 zu Art. 167 DBG; Agner/Jung/Steinmann, Kommentar zum Gesetz über
die direkte Bundessteuer, Zürich 1995, N 6 zu Art. 168 DBG, und Agner/Digeronimo/
Neuhaus/Steinmann, Kommentar zum Gesetz über die direkte Bundessteuer,
Ergänzungsband, Zürich 2000, N 6a zu Art. 167 DBG). Diese gesetzliche Ordnung ist
angesichts von Art. 191 der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft (SR 101, abgekürzt: BV) massgebend, selbst wenn sie sich als
verfassungswidrig erweisen sollte (vgl. BGE vom 8. Februar 1999, a.a.O.).
cc) Dementsprechend ergibt sich, dass sowohl das kantonale Steuergesetz für die
Staats- und Gemeindesteuern als auch das DBG für die direkte Bundessteuer den
Entscheid der zuständigen Verwaltungsbehörde als endgültig bezeichnet und dagegen
kein ordentliches Rechtsmittel vorsieht. Damit ist die Verwaltungsrekurskommission
jedenfalls aufgrund der gesetzlichen Ausgangslage weder zur Beurteilung eines
Rekurses noch einer Beschwerde betreffend die abschlägigen Erlassentscheide
zuständig (vgl. bezüglich den Erlass der kantonalen Handänderungssteuer gemäss
früherem Steuerrecht GVP 1983 Nr. 25), so dass auf die Rechtsmittel nicht eingetreten
werden kann.
b) Gegen Entscheide, die als endgültig bezeichnet werden, bleiben die
ausserordentlichen Rechtsmittel vorbehalten (vgl. für das aargauische Steuerrecht
Klöti-Weber/ Siegrist/Weber, Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, Band 2, Muri-
Bern 2004, N 11 zu § 231 StG/AG). Soweit kein Rechtsanspruch besteht, handelt es
sich beim Steuererlass um eine sogenannte Rechtswohltat (vgl. Nefzger/Simonek/
Wenk, Kommentar zum Steuergesetz des Kantons Basel-Landschaft, Basel 2004, N 8
zu § 143 StG/BL).
Nach kantonalem Recht kann, soweit kein ordentliches Rechtsmittel gegeben ist oder
offen stand, gemäss Art. 88 Abs. 1 VRP die Rechtsverweigerungsbeschwerde erhoben
werden. Damit kann nach Art. 88 Abs. 2 VRP geltend gemacht werden, dass eine
Behörde sich weigere, eine vorgeschriebene Amtshandlung vorzunehmen oder sie
ungerechtfertigt verzögere (lit. a), die Amtsgewalt missbrauche oder sich einer
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strafbaren Handlung oder Unterlassung schuldig gemacht habe (lit. b) oder bei
Ausübung der Befugnisse sonst willkürlich gehandelt habe (lit. c). Zuständig zum
Entscheid über Rechtsverweigerungsbeschwerden gegen untere Verwaltungsbehörden
des Staates ist das zuständige Departement (Art. 89 Abs. 1 lit. b VRP). Für das
kantonale Steueramt ist dies das Finanzdepartement des Kantons St. Gallen (vgl. Art.
24 lit. c des Geschäftsreglements der Regierung und der Staatskanzlei, sGS 141.3).
Nach Bundesrecht kann im Sinn eines ausserordentlichen Rechtsmittels gemäss Art.
84 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Organisation der Bundesrechtspflege
(Bundesrechtspflegegesetz; SR 173.110, abgekürzt: OG) staatsrechtliche Beschwerde
gegen kantonale Erlasse oder Verfügungen insbesondere wegen Verletzung
verfassungsmässiger Rechte der Bürger geführt werden. Das Bundesgericht verneint
selbst die Legitimation zur staatsrechtlichen Beschwerde gegen die Verweigerung
eines Steuererlasses mangels rechtlich geschützten Interesses, soweit aus dem
kantonalen Steuerrecht kein justiziabler Anspruch auf einen Steuererlass abzuleiten ist
(vgl. BGE 122 I 373 mit Hinweisen auf weitere Rechtsprechung). Ob das kantonale
Steuerrecht einen Rechtsanspruch auf Erlass der Staats- und Gemeindesteuern
einräumt, ist vom Bundesgericht als Vorfrage zu prüfen.
Da die Eingabe vom 7. März 2006 beim kantonalen Steueramt eingegangen ist, wird
dieses - zweckmässigerweise nach Rücksprache mit den Steuerschuldnern - zu prüfen
haben, ob die Eingabe als Rechtsverweigerungsbeschwerde oder als staatsrechtliche
Beschwerde verstanden werden soll und gestützt auf Art. 11 Abs. 3 VRP an die
zuständige Instanz weiterzuleiten ist.
c) Schliesslich fragt sich, ob der Ausschluss ordentlicher Rechtsmittel gegen die
Verweigerung eines Steuererlasses mit den völkerrechtlichen Verpflichtungen der
Schweiz (vgl. dazu nachfolgend E. 1c/aa) sowie mit dem kantonalen Verfassungsrecht
und dem Bundesverfassungsrecht (vgl. dazu nachfolgend E. 1c/bb) vereinbar ist.
aa) In Frage steht zunächst das Recht auf ein faires Verfahren gemäss Art. 6 der
Europäischen Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR
0.101, abgekürzt: EMRK), dessen Geltungsbereich sich indessen auf strafrechtliche
Anklagen und zivilrechtliche Ansprüche und Verpflichtungen beschränkt. Zu letzteren
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gehören weder öffentlich-rechtliche Verpflichtungen gegenüber dem Gemeinwesen im
allgemeinen noch steuerrechtliche Verfahren im Besonderen (vgl. Haefliger/Schürmann,
Die Europäische Menschenrechtskonvention und die Schweiz, 2. Aufl. 1999, S. 147 mit
Hinweisen auf die Rechtsprechung). Dementsprechend fällt bei Fragen des
Steuererlasses eine Verletzung von Art. 6 EMRK ausser Betracht. Sodann garantiert
Art. 13 EMRK jeder Person, die in ihren in der Konvention anerkannten Rechten oder
Freiheiten verletzt worden ist, das Recht, bei einer innerstaatlichen Instanz eine
wirksame Beschwerde zu erheben. Damit sind auch gesetzlich nicht weiterziehbare
Anordnungen unterer Verwaltungsbehörden als anfechtbar zu behandeln, soweit die
Verletzung eines Konventionsrechts geltend gemacht wird (vgl. Y. Hangartner, Das
Recht auf eine wirksame Beschwerde gemäss Art. 13 EMRK und seine Durchsetzung
in der Schweiz, in: AJP 3/1994 S. 6). Der Rekurrent begründet nicht, inwieweit die
Verweigerung des Steuererlasses Konventionsrechte verletzen sollte. Dass damit in der
EMRK selbst oder in von der Schweiz ratifizierten Zusatzprotokollen garantierte Rechte
oder Freiheiten betroffen sein könnten, ist auch nicht ersichtlich. Dies gilt umso mehr
als selbst Art. 6 Ziff. 1 EMRK wie festgestellt auf das vorliegende Verfahren keine
Anwendung findet. Damit steht aber auch keine Verletzung von Art. 13 EMRK in Frage.
bb) Art. 77 Abs. 1 Satz 1 der Verfassung des Kantons St. Gallen vom 10. Juni 2001
(sGS 111.1, abgekürzt: KV) sieht zwar im Sinn einer Rechtsweggarantie für
Rechtsstreitigkeiten einen Anspruch auf Beurteilung durch eine richterliche Behörde
vor. Gemäss Satz 2 der Bestimmung kann jedoch das Gesetz in öffentlich-rechtlichen
Streitigkeiten die richterliche Beurteilung in besonderen Fällen ausschliessen. Der
gesetzliche Ausschluss eines Rechtsmittels bei abschlägigen Erlassentscheiden
widerspricht wie bereits festgestellt, auch nicht den Ansprüchen aus Art. 6 Ziff. 1
EMRK, die sich auf strafrechtliche Anklagen und zivilrechtliche Streitigkeiten
beschränken, und erweist sich damit auch verfassungsrechtlich als zulässig (vgl. dazu
Verfassung des Kantons St. Gallen, Botschaft und Verfassungsentwurf der
Verfassungskommission vom 17. Dezember 1999, in: ABl 2000 S. 165 ff., S. 360 f.).
Aus der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, die selbst das ausserordentliche
Rechtsmittel der staatsrechtlichen Beschwerde gegen die Abweisung von
Erlassgesuchen betreffend kantonale Steuern nicht in allen Fällen als gegeben erachtet
(vgl. dazu oben E. 1b), ist abzuleiten, dass auch das Bundesverfassungsrecht einem
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endgültigen Erlassentscheid einer Verwaltungsbehörde nicht entgegen steht. Die heute
in Kraft stehende Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR 101,
abgekürzt: BV) kennt trotz dem in Art. 5 Abs. 1 enthaltenen ausdrücklichen Bekenntnis
zum Grundsatz der Herrschaft des Rechts keine allgemeine Rechtsschutzgarantie (vgl.
BGE 130 I 388 E. 4). Ob die auf den 1. Januar 2007 in Kraft tretende
Rechtsweggarantie gemäss Art. 29a BV (AS 2002 S. 3148) auch für Erlassentscheide
im Steuerrecht ein ordentliches Rechtsmittel verlangt, kann offen bleiben (vgl. dazu
Beusch, a.a.O., S. 725 ff.).
d) Zusammenfassend ergibt sich damit, dass auf die Eingabe vom 7. März 2006 gegen
den Erlassentscheid des kantonalen Steueramtes vom 23. Februar 2006 mangels
Zuständigkeit der Verwaltungsrekurskommission nicht eingetreten werden kann.
2.- Indem auf die Rechtsmittel nicht eingetreten werden kann, unterliegt P. W. im
Ergebnis (vgl. dazu Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St.
Gallen 2003, Rz. 769 ff.). Dem Verfahrensausgang entsprechend sind ihm deshalb die
amtlichen Kosten aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr.
500.-- ist angemessen (vgl. Ziff. 362 Gerichtskostentarif, sGS 941.12). Der geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 500.-- ist zu verrechnen.