Decision ID: abab035a-f272-44cb-af7d-59124d9922fe
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1986,
arbeitete seit
1.
November 2012 in ein
em
Pensum von
3 Stunden pro Woche als
Turn
lehrerin für die
Stadt
Y._
(Urk. 13/1
,
Urk.
13/45
). D
as
Arbeitsverhältnis war bis 3
1.
Juli 2013 befristet (
Urk.
13/24).
Über diese Arbeitgeberin war sie
bei der
Visana
Versicherungen AG (nachfol
gend:
Visana
) gegen die Folgen von Berufsunfällen versichert (Urk.
1
3/1).
Daneben war sie
seit
1.
August 2012
in einem 50%-Pensum für die
Z._
GmbH
als Büroangestellte
tätig (
Urk.
13/1
3
)
und
unterrichtete
seit
1.
Oktober
2012
in einem befristeten
Arb
eitsverhältnis
an
der
Wirtschaftsschule
A._
für bis zu 11 Lektionen pro Woche
Aerobic und
Tanz
en
(
Urk.
13/
1
2
, Urk.
13/33
)
.
Am 15. Februar 201
3
wurde die Versicherte
beim Sportunterricht in der Primarschule
Y._
w
ährend der Spielpause von einem Ball heftig seitlich am Kopf getroffen (
Urk.
13/1
,
Urk.
13/33
).
Danach
traten
Schmerzen am Nacken links sowie ein diskretes Kribbeln der Finger links
auf
(
Urk.
13/33).
Als
es beim
Autofahren am 1
8.
Februar 201
3
zu
Nacken- und Kopfschmerzen
kam
, begab sich die Versicherte am selben Tag zu
Dr.
med.
B._
,
C._
, welche ein posttraumatisches akutes
Zer
vikalsyndrom
diagnostizierte und ihr eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis 23.
Februar 2013 attestierte (
Urk.
13/8,
Urk.
13/33).
Die
Visana
erbrachte
Heil
behandlungs
- und Taggeldleistungen.
Es folgten
Physiotherapie und
Behand
lungen beim
Chiropraktor
zur Mobilisation der oberen Halswirbelsäule (HWS)
[
insbes.
Urk.
13/11,
Urk. 13/15
,
Urk.
13/
32-
33
,
Urk.
13/47
]
.
Dr.
B._
attes
tierte der Versicherten
bis
8.
März 2013
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk.
13/5,
Urk.
13/21).
Ab
diesem Tag
wurde
X._
durch Dr.
med.
D._
, Orthopädie und Sportmedizin
,
behandelt
(Urk. 13/15)
.
Die
Visana
zog
die
Berichte der behandelnden Ärzte bei (
Urk.
13/32-35,
Urk.
13/45-47) und
legte das Dossier ihrem beratenden Arzt,
Dr.
med.
E._
,
Facharzt für Chirurgie,
zur Beurteilung vor (
Urk.
13/30
,
Urk.
13/39
).
Mit Verfügung vom
5.
Juli 2013 stellte die
Visana
die Heilbehandlungs-
und Taggeldleistungen
mit der Begründung, dass der natürliche
Kausalzusam
-
men
hang
nicht mehr gegeben sei,
rückwirkend per 3
0.
Juni 2013 ein (
Urk.
13/48-50).
X._
wurde
in der Folge
am 1
0.
Juli 2013 durch Dr. med.
F._
,
G._
, untersucht (
Urk.
13/63). Dieser veranlasste die MRI-Untersuchungen des
Neurokraniums
und der HWS im
H._
vo
m 29.
Juli 2013 (
Urk.
13/85).
Die Ver
sicherte
erhob
schliesslich
am
5. September 2013 Einspra
che gegen die Verfügung vom 5.
Juli 2013
(Urk.
13/6
4
-68
)
, weshalb
Dr.
E._
am
9.
Dezember 2013 ein Aktengutachten
erstellte
(Urk. 13/104-115).
Am 28. Januar 201
4
liess die Versicherte der
Visana
mit
teilen
, dass
sie
sich bei
Dr. med.
I._
, leitender Arzt Manuel
le Medizin und
interventionelle
Rheumatologie Klinik
J._
, in Behand
lung befinde (Urk.
13/102).
Mit
Einspracheentscheid
vom 2
1.
Februar 2014 wies die
Visana
die Einsprache von
X._
ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 2
5.
März 2014 Beschwerde und bean
tragte, in Aufhebung des
Einsprachentscheids
vom 2
1.
Februar 2014
sowie der Verfügung vom
5.
Juli 2013
seien ihr die ihr zustehenden Versicherungsleistun
gen
,
namentlich
Heilbehandlungs
leistungen
über den 30. Juni 2013 hinaus,
auszurichten (
Urk.
1 S.
2).
Mit Eingabe vom 14. April 2014 reichte die Beschwerdeführerin das Schreiben von
Dr.
I._
vom 3. April 2014 (
Urk.
8) ein (
Urk.
7). Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 18. Juni 2014 Abweisung der Be
schwerde (
Urk.
12, unter Beilage ihrer Akten [Urk. 13/1-130
]), was der Be
schwerdeführerin mit Mitteilung vom
2
0.
Juni 2014
zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
14).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
6
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG)
werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungs
leistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten ge
währt (
Abs.
1).
1.
2
Nach
Art.
10
Abs.
1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige Behand
lung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsun
fähig, so steht ihr gemäss
Art.
16
Abs.
1 UVG ein Tag
geld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10
%
(
Art.
8 ATSG) invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (
Art.
18
Abs.
1
UVG
). Der Rentenan
spruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärzt
lichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwar
tet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenver
sicherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die
Taggeldleistun
gen
dahin (
Art.
19
Abs.
1 UVG).
1.3.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem einge
tretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusam
men
hang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind a
lle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als ein
getreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Um
schreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die allei
nige oder unmittelbare Ursache gesund
heitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der ver
sicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwal
tung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm oblie
genden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglich
keit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.
3
.
2
Ist ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule diagnostiziert und liegt ein für diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Ge
dächtnisstörun
gen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit,
Visusstörungen
, Reizbar
keit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung und so weiter vor, so ist der natürliche Kausal
zusammenhang zwischen dem Unfall und der danach ein
getretenen Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzu
nehmen. Es ist zu beto
nen, dass es gemäss obiger Begriffsumschreibung für die Bejahung des natürli
chen Kausalzusammenhangs genügt, wenn der Unfall für eine bestimmte gesundheitliche Störung eine Teilursache darstellt (BGE 117 V 359 E. 4b).
1.
4
1.
4
.1
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adä
quater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhn
lichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Ein
tritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129
V
177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.
4
.2
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtser
hebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.4.3
Die Beurteilung des adäquaten Kausal
zusammenhangs zwischen einem Unfall und der infolge eines Schleudertraumas der Halswirbel
säule auch nach Ablauf einer ge
wissen Zeit nach dem Unfall weiterbestehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die nicht auf organisch nachweisbare Funktionsausfälle zurückzuführen sind, hat nach der in BGE 117 V 359 begründeten Rechtspre
chung des Bundesgerichts in analoger Anwendung der Methode zu erfolgen, wie sie für psychische Störun
gen nach einem Unfall entwickelt worden ist (vgl. BGE 123 V 98 E. 3b, 122 V 415 E. 2c). Es ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der Arbeits- bezie
hungsweise der Erwerbsun
fähigkeit zu
kommt. Das trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit ande
ren Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Demnach ist zunächst zu ermitteln, ob der Unfall als leicht oder als schwer zu betrachten ist oder ob er dem mittleren Bereich angehört. Auch hier ist der adä
quate Kausalzusammen
hang zwischen Unfall und gesundheitlicher Beeinträch
tigung bei leichten Unfällen in der Regel ohne Weiteres zu verneinen und bei schweren Unfällen ohne Weiteres zu bejahen, wogegen bei Unfällen des mittle
ren Bereichs weitere Kriterien in die Beurteilung mit einzu
beziehen sind. Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig davon, ob einzelne dieser Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Be
jahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen meh
rere herangezogen werden.
Als Kriterien
nennt die Rechtsprechung hier:
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des
Unfalls;
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;
erhebliche Beschwerden;
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.
Diese Aufzählung ist abschliessend. Anders als bei den Kriterien, die das Bundes
gericht in seiner oben zitierten Rechtsprechung (BGE 115 V 133) für die Beurtei
lung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einer psy
chischen Fehlentwicklung für relevant erachtet hat, wird bei der Beur
teilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall mit Schleudertrauma der Halswirbelsäule und den in der Folge eingetretenen Beschwerden auf eine Dif
ferenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet, da es bei Vorliegen eines solchen Traumas nicht ent
scheidend ist, ob Beschwerden medizinisch eher als organischer und/oder psy
chischer Natur bezeichnet werden (BGE 134 V 109; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., 1999 Nr. U 341 S. 409 E. 3b, 1998 Nr. U 272 S. 173 E. 4a; BGE 117
V
359 E. 5d/
aa
und 367 E. 6a).
1.5
1.5.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist ent
scheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf all
seitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksich
tigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Dar
legung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medi
zinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125
V
351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.5.2
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nach
vollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Ver
sicherungs
träger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozial
versiche
rungsrecht
zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356
S.
572; BGE 122 V 157 E. 1c; vgl. auch 123 V 331 E.
1c).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin wegen der Folgen des Unfalls vom 15. Februar 2013 über den 3
0.
Juni 2013 hinaus Leistungen zu er
bringen hat, mithin, ob die nach diesem Zeitpunkt geklagten Beschwerden noch in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang mit dem
Un
faller
eignis
vom 15. Februar 2013 stehen.
2.2
Im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 2
1.
Februar 2014 erwog die
Be
schwerdegegnerin
,
Dr.
E._
gelange in seinem Aktengutachten vom 9. Septem
ber 2013 zum Schluss, dass mit dem MRI vom 2
9.
Juli 2013 das be
wiesen wor
den sei, was sich klinisch bereits eindeutig entwickelt habe, nämlich ein
Descrendo
-Verlauf mit einer freien Beweglichkeit bereits im Mai 201
3.
Die
Be
schwerdeführerin habe ihre Ferien beschwerdefrei verbracht. Die danach wie
der
auf
getretene
Schmerzproblematik könne organisch-strukturell nicht
un
fall
be
dingt
begründet werden. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit sei spätestens am 3
0.
Juni 2013
der Status quo sine erreicht gewesen (
Urk.
2 S. 3). Es würde zudem am adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem Un
fall vom 1
5.
Februar 2013 und den geklagten Beschwerden fehlen (
Urk.
2 S. 4-6).
2.
3
Die Beschwerdeführerin bringt demgegenüber im Wesentlichen vor, die
Be
schwer
dege
gnerin
gehe zu Unrecht von einem
leichten Ereignis – Werfen eines Softballs – aus (
Urk.
1 S. 3). Tatsächlich sei ein von einem Sechstklässler
ge
kickter Hartgummiball mit voller Wucht in den Bereich ihrer rechten
Gesichts
hälfte
geprallt
. Zwei Tage nach dem Unfallereignis habe sie den Kopf fast nicht mehr bewegen
können
und habe an erheblichen Schmerzen und Kribbeln in den Fingern gelitten
(
Urk.
1 S. 4).
Die Beschwerden seien bis heute nicht gänzlich abgeklungen. Im Januar 2014 habe sie sich durch
Dr.
I._
behandeln lassen, welcher neu eine Malrotation C2 gegenüber C1 bei
hochcervikaler
Dys
funktion C1/2 nach Schädel-/HWS-Trauma vom 1
5.
Fe
bruar 2013 diagnostiziert habe. Bei der Feststellung von
Dr.
I._
handle
es s
ich um einen kli
ni
schen, jedoch
objektivierbaren Be
fund, womit ein somatisches Kor
relat ge
geben sei (
Urk.
1 S. 5). Die Schleudertrauma-Rechtsprechung könne daher nicht ange
wendet werden (
Urk.
1 S. 5-6).
Gemäss
Dr.
I._
sei die festgestellte
Mal
rotation
C2/C1 bereits im MRI vom 2
9.
Juli 2013 bildgebend nachgewiesen worden (
Urk.
7 S. 1).
3.
3.1
Dr.
B._
diagnostizierte
am 1
8.
Februar 2013
ein posttraumatisches akutes
Zervikalsyndrom
(Schleudertrauma) mit Blockierung der „HWS
3.
und 4.“
u
nd stark verspannten Nacken- und Schultermuskulatur beidseits
.
Bei der klinischen Untersuchung gab die Beschwerdeführerin einen Druckschmerz an der
„
3.
und
4.
HWS
“
mehr
rechts
, ein
en
minimal ziehende
n
Schmerz bei Kopfdrehung nach rechts 40° und links beidseits und nach hinten, eine Blockierung der
„
3.
und
4.
HWS
“
, einen moderaten Druck bei Kopfneigung nach hinten und einen zie
hen
den Druck bei Kopfneigung nach vorn an. Die Beweglichkeit
sei
minimal einge
schränkt
gewesen
. Die Röntgenuntersuchung der HWS (
ap
und latera
l)
habe
kein
e
Fraktur
ergeben
(
Urk.
13/33).
3.2
Gemäss
Dr.
F._
zeigten die Aufnahmen der HWS vom
4.
März 2013
haupt
befundlich
eine
kyphotische
Fehlhaltung C5/6 bei Steilstellung insgesamt, je
doch keine knöchernen Verletzungszeichen, soweit dies bei der etwas unvoll
ständigen Darstellung, insbesondere des
Dens
, beurteilbar sei (
Urk.
13/62).
3.
3
Dr.
D._
stellte
am
8.
März 2013
die D
iagnose „HWS-Distorsion am 1
5.
Februar 2013“ (
Urk.
13/15).
Er schrieb die Beschwerdeführerin vo
m
1
1.
bis 1
7.
März 2013
zu 75
%
(
Urk.
13/20), vo
m
18. März bis 1
4.
April 2013 zu 70
%
(
Urk.
13/19)
, vo
m
1
5.
bis 2
1.
April 2013 zu 100
%
(
Urk.
13/18) und
vo
m
22. April bis
3
0.
Juni
2013 zu
75 % arbeitsunfähig (
Urk.
13/17-18
,
Urk.
13/74
).
Bei der klinischen
Untersuchung vom
6.
Mai 2013
bestanden auf der linken Seite ausgesprochene Irritationszonen C1/C2 sowie C3/C4 und
Myogelosen
im
Trapezius
links. Auf der rechten Seite war die Symptomatik weniger ausgeprägt. Die Beweglichkeit war in allen Richtungen unauffällig
(
Urk.
13/27
,
Urk.
13/70).
Am
1.
Juli 2013 schrieb
Dr.
D._
, dass aktuell Irritationszonen der HWS rechts mehr als links, eine eingeschränkte Seitrotation beidseits und
Seit
neigung
nach rechts bestünde
n
. Der Kinn-Sternum-Abstand betrage 4 cm (Urk.
13/47). Als Turnlehrerin sei die Beschwerdeführerin immer noch zu 100
%
arbeitsunfähig, in der Lehrtätigkeit ohne Turnstunden aber zu 60
%
arbeitsfähig (
Urk.
13/45-46). Bei der Arbeit am PC sei sie aktuell, wegen der unfallbedingten Nacken- und Kopfschmerzen, nur zu 60
%
arbeitsfähig (
Urk.
13/45).
3.
4
Dr.
F._
diagnostizierte am 1
0.
Juli 2013 eine
Zervikalgie
(
Urk.
13/63)
.
Kli
nisch zeig
e
sich insbesondere eine Einschränkung der HWS-Beweglichkeit. Neurologische Defizite lägen nicht vor (
Urk.
13/62).
3.
5
Die
von
PD
Dr.
med.
K._
, Facharzt FMH für Radiologie und
Neuro
radiologie
,
H._
,
befundete
MRI-Untersuchun
gen des
Neurokraniums
und der HWS vom 2
9.
Juli 2013 erbrachten keinen Nachweis von
Traumafolgen
(
Urk.
13/85).
3.
6
Dr.
E._
führte in seinem Aktengutachten vom
9.
Dez
ember 2013 aus,
es handle sich
– egal, ob nun der rechte Unterkiefer von einem Hartgummiball oder der laterale Schädel rechts von einem Softball getroffen worden sei –
um einen leichten Unfall, der aufgrund
fehlender
strukturelle
r
Verletzungen einen verletzungskonformen Verlauf mit einer Abheilung inner
halb weniger Wochen/Monate erwarten lasse
(
Urk.
13/107-108)
. Dafür würden zusätzlich auch die fehlenden makroskopischen Befunde einer Verletzung sprechen. Zwar habe initial eine zervikale Bewegungseinschränkung vorgelegen, die muskulär begründbar gewesen sei. Diese sei prinzipiell physiotherapeutisch gut und erfolgreich behandelbar, was bei der Beschwerdefüh
rerin auch der Fall gewesen sei
. Nachvollziehbar sei, das es aufgrund des abrupten
Abknick
mechanismus
zu einer Zerrung der rechtsseitig
gestretchten
Nackenmuskulatur gekommen sei
n
könnte mit entsprechend möglichen Mikrofaserrissen der Muskulatur. Damit könnten Hämatome und Ödeme auftreten, die innerhalb der ersten Wochen aber resorbier
t
würden.
Eine zusätzliche mit dem Ereignis ausgelöste
Schon
haltung
könne auch aufgrund der angenommenen rechtsseitig
gestretch
ten
Muskulatur zu muskulären
Dysbalancen
führen.
Dieses Missverhältnis der Mus
kulatur sei
,
physiothera
peutisch behandelt
,
prinzipiell reversibel, so dass ein De
crescendo-Verlauf erwartet werden könne, was sich im vorliegenden Fall auch entwickelt
habe
.
So habe sich bereits bei der Konsultation am 2
5.
Februar 2013 eine nur noch mini
m
ale Einschränkung des Kopfes nach hinten gezeigt. Die Ein
schränkung bei der Drehung nach links sei ebenfalls nur noch minim gewesen. Diese an sich zu erwartende positive Entwicklung habe sich nicht
halten lassen und der Zustand habe sich verschlimmert und fünf Wochen nach dem Ereignis habe die Beschwerdeführerin angegeben, dass die anfänglichen
Kribbelparästhe
sien
in der linken Hand nach einigen Tagen zwar abgeklungen seien, sie aber nun
Konzentrationsschwächen
nach einer Stunde Arbeit habe. Es sei orga
nisch-strukturell nicht erklärbar, dass bei einem hypothetisch ange
nommenen Anprall des Unterkiefers mit einem Ball erst nach über einem Monat Konzentrations
störungen auftreten würden, es sei denn, dass diese
schmerzbe
dingt
seien. Die Beschwerdeführerin habe die Konzentrations
schwäche aber auf die Arbeit und nicht auf die Schmerzen bezogen. Erwar
tungsgemäss seien die Be
schwerden nach einem Monat am 1
5.
März 2013 deutlich geringer ge
wesen
.
Dr.
D._
habe in der Folge wechselnde Irritationszonen festgestellt. Nicht nur die Irritationszonen, sondern auch die eingeschränkte Bewegung für die Seitneigung habe gewechselt. Derart schwan
kende Befunde seien nicht mit einem unfallbedingten organischen Korrelat vereinbar
. Dass sich zwei Monate nach dem Unfall ein Zittern der linken Hand entwickelt habe, könne ebenfalls nicht auf ein organisch strukturelles Korrelat bezogen werden, sondern weise
auf eine gewisse vegetative Stigmatisierung hin
(Urk.
13/107).
Die fluktuieren
den Beschwerden, die mit erheblicher Latenz auf
getreten
en vegetativen Symp
tome wie Zittern und Kraftlosigkeit, die Variabilität der festgestellten
Irrita
ti
onszonen
und die sich wieder verschlim
mernde Symptomatik ab Mai 2013 könnten bei einem fehlenden
unfallbe
dingten
Substrat nicht mehr mit über
wie
gender Wahrscheinlichkeit dem Unfall zugeordnet werden, zumal die Be
schwer
deführerin von Mai bis Juni eine freie HWS-Beweglichkeit
gehabt habe
und es ihr auch in den Ferien gut gegangen sei. Dass bei einem fehlenden orga
nischen Substrat mit einer Flugreise erneut Nacken- und sogar Kopf
schmerzen
unfall
be
dingt
ausgelöst
worden
sein sollten, sei lediglich möglich, aber nicht überwie
gend wahrscheinlich (
Urk.
13/106).
3.
7
Im Bericht zur HWS-Manipulation unter Kurznarkose vom
1
6.
Januar 2014 führte
Dr.
I._
als Hauptproblem ein zum Teil invalidisierendes
c
erviko
enzephales
Schmerzsyndrom beidseits, rechtsbetont mit Schädel-, HWS-Trauma vom 1
5.
Februar 2013, hochzervikaler Dysfunktion C1/2 sowie
myofascialer
Begleitbefunde an
(
Urk.
3/3)
.
Nach der
K
ontrolle vom 1
2.
M
ärz 2014
benannte
Dr.
I._
als Haupt
prob
lem ein
regred
ientes
invalidisie
rendes
cerviko
enzephales
Schmerzsyndrom beidseits, rechtsbetont mit Schädel-, HWS-Trauma vom 1
5.
Februar 2013,
hoch
zervikaler
Dysfunktion C1/2 mit Malrotation von C2 gegenüber C1 nach rechts,
myofascialem
Begleitbefund un
d
Trümmel
- und Schwindelgefühlen
(Urk.
3/4
S.
1
).
Im Schreiben vom
3.
April 201
4
führte
Dr.
I._
aus, dass auf dem MRI vom 2
9.
April 2013 in den Querschnitten eine R
otationsfehlstellung, das heisst eine
Malrotation von C2 gegenüber C1, sichtbar sei. Diese Malrotation sei mög
licher
weise auch der Grund für das invalidisierende
cervikoencephale
Schmerz
syndrom
rechts
gewesen
. Deshalb auch das gute Ansprechen auf die Korrektur der
Mal
rotation
von C2 gegenüber C1 auf die HWS-Manipulation unter
Kurz
narkose
vom 1
6.
April 2014 (
Urk.
8).
4.
4.1
4.1.1
Zu prüfen ist vorab, ob die Beschwerdegegnerin mit der Leistungseinstellung
per
3
0.
Juni 2013 den Fall zu Recht auf diesen Zeitpunkt hin abgeschlossen hat.
4.1.2
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorübergehen
den Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine In
validen
rente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortset
zung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesund
heitszu
standes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und all
fäl
lige Ein
gliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl.
Art.
19
Abs.
1
, Art. 24 Abs. 2
UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom
2.
Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
In diesem Zeitpunkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die
Adäquanz
frage
zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom
2.
Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE 134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits
fä
higkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist
. Die Verwendung des Be
griffes „
namhaft" in
Art.
19
Abs.
1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von
Art.
10
Abs.
1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Mög
lich
keit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen
–
wie etwa einer Badekur
–
zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durch
führung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der ver
si
cherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom
2.
Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbes. auf BGE 134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_6
39/2014 vom
2.
Dezember 2014 E.
3).
4.1.3
Dem Bericht von
Dr.
D._
vom 1
1.
Juni 2013 ist zu entnehmen, dass sich die Beweglichkeit der HWS seit Behandlungsbeginn am
8.
März 2013 ver
bessert hat
te
(
Urk.
13/34-35).
Am
1.
Juli 2013 hielt
er
zum
Heil
verlauf
fest, dass es zu einer langsamen, stetigen Verbesserung gekommen sei. Es bestünden aber noch deutliche Restbeschwerden, vor allem Kopfschmerzen bei ganztä
g
i
ger Arbeit
.
Zur Mobilisation der HWS werde die Beschwerdeführerin
durch den
Chiroprak
tor
und zur
Deton
isierung
der Mus
ku
latur mittels
Physio
therapie
behandelt (
Urk.
13/47).
Wird
auf die Arbeits
unfähigkeitsatteste von Dr.
D._
und seinen Bericht vom
1.
Juli 2013
(E. 3.3) abgestellt
,
kann trotz
stattgehabter
Behandlung durch den
Chiropraktor
und Physiotherapie
bis
zum
1.
Juli 2013
indes
keine
namhafte
Steigerung der Arbeitsfähigkeit festge
stellt werden
(
Urk.
13/34, Urk. 13/45)
.
Mithin ist vor diesem Hintergrund nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin gestützt auf die Einschätzung von
Dr.
E._
(Urk. 13/30), wonach Irritationszonen und Dysfunktionen physi
otherapeutisch und
chiropraktisch
mittels weniger Sitzungen erfolgreich behan
delbar sind, den Fallabschluss per 3
0.
Juni 2013 vornahm.
Dass
gemäss den subjektiven Angaben der Beschwerde
führerin nach der
HWS-Manipulation
vom 1
6.
Januar 2014
eine „80 bis 90%ige Bes
serung“ zu verspü
ren gewesen sei
(Urk.
3/4 S. 1)
,
ist
demgegenüber
nicht entscheiden
d
, ist doch die noch mögliche Verbesserung prognostisch und nicht aufgrund von retrospekti
ver Feststellungen zu beurteilen. Es fällt mit
hin nicht ins Gewicht, ob die nach dem Fallabschluss erfolgte HWS-Manipula
tion durch
Dr.
I._
vom 16. Januar 2014 noch eine Verbesserung brachte.
Eine Anmeldung der Beschwerdeführerin zum Leistungsbezug bei der Eidgenös
sischen Invalidenversicherung ist nicht aktenkundig.
Da nach Lage der Akten auch keine Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung pen
dent sind, ist der Fallabschluss durch die Beschwerdegegnerin per 30. Juni 2013
rechtens
(vgl. etwa Urteil des Bundes
gerichts
8C_527/2008
vom 27. Novem
ber 2008 E. 4.1).
4.2
4.2.1
Zu prüfen
ist sodann
der Anspruch auf Rente und Integritätsentschädigung.
4.2.2
Bei der Röntgenuntersuchung vom 1
8.
Februar 2013 wie auch
der
bildgebende
n
Unter
suchung der HWS vom
4.
März 2013
wurden
keine
ossäre
Läsionen
fest
gestellt
(
E. 3.1-3.2
). Gemäss der Beurteilung von PD
Dr.
K._
ergab auch das MRI vom 2
9.
Juli 2013 keinen Nachweis für
Traumafolgen
(
E.
3.5
).
D
er behan
delnde Arzt
Dr.
I._
schrieb am
3.
April 2014
, dass im MRI vom 29.
Juli 2013 in den Querschnitten eine Rotationsfehlstellung von C2 gegenüber C1 sichtbar sei (
Urk.
8).
Dem ist entgegenzuhalten, dass gemäss PD
Dr.
K._
in den initial an
gefertigte
n
spinalen MR-Aufnahmen
vom 2
9.
Juli 2013
der
cer
vico
thorakalen
Wirbelsäule der Übergang C1/C2 in
axialer Schnittführung nicht erfasst und auf den sagittalen Aufnahmen eine Rotationsfehlstellung nicht ab
grenzbar gewesen sei.
Weiter hielt
PD
Dr.
K._
am 1
0.
Juni 2014 fest, dass auf den am selben Tag nachträglich angefertigten Rekonstruktionen der
craniellen
Diagnostik zwar eine minimale Rotationsabweichung
der Halswirbelkörper
HWK 1 gegen HWK 2 zu sehen sei, auf eine traumatisch bedingte Fehlstellung aber nicht ge
schlossen werden
könne, seien solche Rotationsabweichungen
d
och häufig in der täglichen Diagnostik
nebenbefundlich
zu sehen (
Urk.
13/130)
.
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (
Urk.
7 S. 1) kann auch nicht aus den Ausführungen von
Dr.
I._
auf eine unfallkausale Schädigung geschlossen werden, benannte er doch die von ihm diagnostizierte Malrotation bloss möglicherweise als Grund für das
cervikoencephale
Schmerzsyndrom (E. 3.7), ohne sich darüber hinaus zur Frage der Kausalität zu äussern.
Demnach
waren
bei den bildgebenden Unter
suchungen
keine
trauma
tischen
Läsionen
objektivierbar
.
Bei der ersten Untersuchung durch
Dr.
B._
am 1
8.
Februar 2013 wurden Druckschmerzen und ziehende Schmerzen im Bereich der HWS angegeben. Die erstbehandelnde Ärztin hielt eine stark ver
spannte Nacken- und Schultermuskulatur, jedoch keine
äusseren
Verletzungs
merkmale
im Bereich von Kopf, HWS und Schultern fest (Urk.
13/33).
Gemäss
Dr.
F._
lagen
zudem
keine neurologischen Defizite vor (
E. 3.4
).
Ob die
von der Beschwerdeführerin
noch geklagten Beeinträchtigungen, wel
chen nach den vorstehenden Ausführungen kein klar fassbares unfallbedingtes orga
nisches Korrelat zugrunde
liegt, in einem natürlichen Kausalzusamme
n
hang zum versicherten Unfaller
eignis stehen
,
kann offen gelassen werden.
Denn selbst wenn entgegen der Einschätzung von
Dr.
E._
(
Urk.
13/49) den behan
delnden Ärzten gefolgt und von einem durch das Unfallereignis vom 15. Februar 2013 erlittenen Schleudertrauma ausgegangen würde (E. 3.1, E. 3.3), wäre der adäquate Kausalzusammenhang nicht gegeben.
4.2.3
Weil die von der Beschwerdeführerin noch geklagten Beschwerden weder einem organisch nachweisbaren unfallbedingtem Substrat zuzuordnen sind, noch Hinweise auf psychische Beschwerden bestehen, gelangt die oben in E. 1.4.3 zitierte Rechtsprechung zur Prüfung des adäquaten Kausalzusammenhangs zur Anwendung.
4.2.
4
Die Bestimmung des Schweregrades ei
nes Unfallereignisses erfolgt aufgrund des augenfälligen Geschehensablaufs mit den sich dabei entwickelnden Kräften, wobei eine objektivierte Betrachtungsweise anzuwenden ist. Nicht massgebend sind die Folgen des Unfalles oder Be
gleitum
stände, die nicht direkt dem
Unfall
geschehen
zugeordnet werden können. Derartigen, dem eigentlichen
Unfallge
schehen
nicht zuzuordnenden Faktoren ist gegebenenfalls bei den
Adäquanz
kriterien
Rechnung zu tragen. Dies gilt etwa für die – ein eigenes Kriterium bil
denden – Verletzungen, welche sich die versi
cherte Person zuzieht, aber auch für unter dem Gesichtspunkt der besonders dramatischen Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls zu prüfenden äusseren Umstände, wie eine
allfällige Dunkelheit im Unfall
zeitpunkt oder Verletzungs- respektive gar Todesfolgen, die der Unfall für an
dere Perso
nen nach sich zieht (SVR 2008
UV Nr. 8 S. 27 E. 5.3.1).
Die Beschwerdeführerin bringt
in der Beschwerde
vor, die Beschwerdegegnerin gehe zu Unrecht von einem leichten Ereignis mittels Werfen eines Softballs aus. Tatsächlich habe ein Sechstklässler mit seinem Fuss einen blauen
Hartgummi
ball
mit voller Wucht in Richtung Wand gekickt und habe stattdessen die Beschwerdeführerin aus ca. 4 bis 5 Meter Entfernung im Bereich des rechten
Unterkiefers getroffen. Dabei sei es zu einem Knacken gekommen und ihr Kopf sei ruckartig nach links verdreht worden. Sie habe einen ziehenden Schmerz im Nacken auf der rechten Seite verspürt, der sich dann in
den
nächsten Tagen über den Nacken ausgedehnt habe (
Urk.
1 S. 3).
Dr.
B._
hielt nach der Untersuchung der Beschwerde
führerin vom 1
8.
Februar 2013 fest, diese habe am 1
5.
Februar 2013 beim Sportunterricht einen Softball lateral von der rechten Seite her
an
den Kopf be
kommen und habe seither Schmerzen am Nacken links und ein diskretes Kribbeln in den Fingern links (
Urk.
13/33). Die spätere
Her
gangsschilderung
weicht mithin von der ersten ab.
Von einer ruckartigen Ver
drehung des Kopfes ist weder in der Unfallmeldung vom 2
2.
Februar 2012 (
Urk.
13/3) noch in den Berichten von
Dr.
B._
und
D._
(
Urk.
13/32-35) die Rede
.
Ob sich das Ereignis mit einem Soft- oder
Hartgum
miball
zugetragen hat, ist vorliegend jedoch nicht von Belang. A
uch gestützt auf die
Vorbringen der Beschwerdeführerin im vor
liegenden Verfahren wäre
aufgrund des Geschehensablaufs
und der sich dabei entwickelnden Kräfte
höchstens von einem mittleren Unfall im Grenzbereich zu den leichten
auszu
gehen
(vgl. etwa die Urteile des Bundesgerichts 8C_1022/2008 vom 30. Juli 2009 E. 6.2 [im Liegestuhl sitzend von einem Fuss
ball am Kopf getroffen],
U 39/04 vom 26. April 2006 E. 3.4 [während
eines Volksturne
n
s
von einem Medi
zinball am Kopf getroffen]).
Die Adäquanz des Kausalzusammenhangs wäre somit nur dann zu bejahen, wenn von den weiteren massgeblichen Kriterien (vgl. E.
1
.
4
.
3
) ent
weder ein einzelnes in ausgeprägter Weise oder aber mindes
tens vier in ge
häufter oder auf
fallender Weise gegeben wären (
SVR 2010 UV Nr. 25
S. 100
;
Urteil des Bundesgerichts 8C_
563
/20
11 vom 29
.
August
20
11
E. 5
.2
mit Hin
weis).
4.2.
5
Das
Kriterium „ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich ver
schlimmert“
kann nach Lage der Akten ohne weiteres verneint werden. Das Kriterium „besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrück
lichkeit des Unfalls“ ist nach der Rechtsprechung objektiv zu beurteilen und nicht aufgrund des subjektiven Empfindens beziehungsweise Angstgefühls der ver
sicherten Person. Zudem ist zu beachten, dass jedem mindestens mittel
schweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_910/2009 vom 13. Januar 2010 E. 4.3 mit weiteren Hin
wei
sen).
Die Beschwerdeführerin wurde in einer Spielpause von einem Ball im Gesicht getroffen.
Das
Kriterium „besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Ein
drücklichkeit des Un
falls“
ist
nicht gegeben (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts U 39/04 vom 2
6.
April 2006 E. 3.4 und
E.
3.4.1)
.
Die Diagnose ein
er HWS-Distorsion allein genügt
nicht zur Bejahung des Kriteriums der „Schwere und besonderen Art der erlittenen Verletzung“ (BGE 134 V 109
E.
10.2.2).
Nach dem Unfall konnten keine
strukturellen
Verletzungen festge
stellt werden
(E. 4.2.
2
).
D
a
s Kriterium ist demnach ebenfalls zu verneinen.
Hin
sichtlich des Kriteriums „fortgesetzt spezifische, belastende
ärztliche Be
hand
lung
“ wird verlangt, dass durch die ärztliche Behandlung
eine er
heb
liche Mehr
belastung aussergewöhnlicher Natur resultier
t
(Urteil des Bun
desgerichts
8C_209/2008
vom 2. Dezember 2008 E. 5.4)
, was vorliegend nicht der Fall ist.
Einzig aufgrund des Umstandes, dass
die
Beschwerdeführer
in
ihre
Schmerzen seit dem Unfall bei verschiedenen Ärzten und Institutionen zu lin
dern ver
suchte, kann noch nicht auf eine spezifische, belastende ärztliche Behandlung geschlossen werden (
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_910/2009 vom 13. Ja
nuar 2010 E. 4.4
).
Zu beurteilen sind
zudem nur
die Verhältnisse bis zum
Fall
abschluss
per 3
0.
Juni 2013 (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_252/2007 vom 16.
Mai 2008 E. 7.3.3 und 8C_190/2009
vom
3.
September 2009
E.
6.3.3 je mit weiteren Hinweisen). Die nachfolgenden Behandlungen, insbesondere diejenige bei Dr.
I._
(E. 3.7),
sind
somit
irrelevant.
Auch das Kriterium „schwieri
ger Heilungsverlauf und erheb
liche Kompli
ka
tionen“
ist nicht gegeben
. Nach der Recht
spre
chung des Bundes
gerichts bedarf es hierzu besonderer Gründe, welche die Heilung beein
trächtigt haben. Die Einnahme vieler Medi
kamente und die Durchführung verschiedener Therapien genügen ebenso wenig, wie der Um
stand, dass trotz regelmässiger Therapien weder eine
Beschwerde
freiheit
noch eine (vollständige) Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit erreicht wer
den konnten (Urteil des Bundes
gerichts 8C_252/2007 vom 16. Mai 2008 E.
7.6).
Adäquanzrelevant können nur die
jeni
gen Beschwerden sein, die in der Zeit zwischen dem Unfall und dem Fallabschluss ohne wesentlichen
Unter
bruch
bestehen, wobei sich deren Erheb
lichkeit nach den glaubhaften Schmer
zen und nach der Beeinträchtigung beur
teilt, welche die verunfallte Person in ihrem Lebensalltag erfährt (Urteil des Bundesgerichts 8C_768/2007 vom 4. August 2008 E. 4.2). De
r
Beschwerde
füh
rer
in
war es nach dem Unfall nach wie vor möglich, gewisse häus
liche und ausserhäusliche Akti
vitäten auszuüben (
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_209/2008 vom 2. Dezember 2008 E. 5.5).
In de
n
Ferien ging es ihr recht gut (
Urk.
13/34).
A
uch das
Kriterium „erhebliche Beschwerden“ ist daher nicht erfüllt.
Schliesslich
liegt
d
as
Kriterium
„erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewie
sener Anstrengungen
“
– jedenfalls nicht in ausgeprägter Weise - vor
. Ernsthafte An
stren
gungen der Beschwerdeführerin, die Arbeitsunfähigkeit zu überwinden, sind den B
e
richte
n
der
Dres
.
B._
und
D._
(
Urk.
13/32-35) nicht zu ent
nehmen.
4.
3
Nach dem Gesagten ist die Beschwerdegegnerin für die geklagten
Gesund
heits
beeinträchtigungen
mangels
adäquaten Kausalzusammenhangs
mit dem versi
cherten Unfallereignis nicht über den 30. Juni 2013 hinaus
leistungs
pflichtig
.
Demnach ist die Beschwerde abzuweisen.