Decision ID: b953845b-2b6a-47b0-a051-9e09ad8d52a5
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1978, meldete sich
am 18. Dezember 1999 unter Hinweis auf
eine
psychische
Krankheit
erstmals bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/1). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihr nach Abklärung der medizinischen und erwerblichen
Situation mit Verfügung vom 23. März 2001 bei einem Invaliditätsgrad von
100
%
eine
ganze
Rente ab
1. Dezember 1998
zu (Urk.
7/13).
Nach Stabilisierung des Gesundheitszustandes
gewährte die IV-Stelle mit Verfü
gung vom 21. August 2003 Kostengutsprache für
eine
erstmalige berufliche Aus
bildung in Form der Maturitätsausbildung (Urk. 7/30). Infolgedessen wurden die Rentenzahlungen unterbrochen und durch ein Taggeld ersetzt (Urk. 7/28
-29).
Da die Versicherte das fünfte und sechste Semester sowie die Maturitätsprüfungen
wegen Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes
nicht absolvieren konnte, wurde die berufliche Massnahme mit
Mitteilung vom 18. April 2006 ver
längert (Urk. 7/49)
.
Aufgrund der
anhaltende
n
Verschlechterung wurde die beruf
liche Massnahme schliesslich
mit Mitteilung vom 16. März 2007
abgebrochen (Urk. 7/84) und die Rentenzahlungen
ab 1. November 2006 wieder
aufgenommen (
Verfügung vom 14. Juni 2007,
Urk. 7/91).
Nach Eingang eines 21. April 2008 ausgefüllten Revisionsfragebogens (Urk. 7/95) teilte die
IV-Stelle der Versicherten
am 26. Juni 2008
mit, der Rentenanspruch sei unverändert (Urk.
7/100
).
1.2
Mit Schreiben vom 7. Mai 2008 meldete die Versicherte einen Bedarf an lebens
praktischer Begleitung (Urk. 7/97).
Nach Durchführung einer Abklärung vor Ort (Abklärungsbericht vom 18. August 2008, Urk. 7/102) sprach die IV-Stelle der Versicherten
mit Verfügung vom 6. Oktober 2008
infolge regelmässiger lebens
praktischer Begleitung ab 1. August 2007 eine Entschädigung wegen leichter Hilflosigkeit zu (Urk. 7/
108-
109).
Nach Eingang eines weiteren
Revisionsfragebogens
vom 15.
August
2010
(Urk.
7/110
) holte die IV-Stelle
neben
dem Fragebogen
zum Zeitaufwand bei der Begleitung der
V
ersicherten (Urk. 7/113) einen Bericht bei der behandelnden Prof. Dr. med.
Y._
sel.
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
ein
(Urk.
7/114)
. Mit Mitteilung vom 1
1. Oktober 2010
teilte die IV-Stelle der Versi
cherten
mit, der Rentenanspruch sei unverändert (Urk. 7/116). Nach der Durch
führung einer weiteren Abklärung vor Ort
(Abklärungsbericht vom 14
. Dezember 2010, Urk.
7/117)
, teilte die IV-Stelle der Versicherten mit
Mitteilung vom 22.
Dezember 2010
mit
, der Anspruch auf Hilflosenentschädigung sei
ebenfalls
unverändert
(Urk. 7/118).
Die nachfolgenden Rentenrevisionen im Jahr
2012 und
2016 ergaben einen un
veränderten Rentenanspruch (Mitteilungen vom 29. November 2012, Urk. 7/122, sowie vom 7. April 2016, Urk. 7/138).
Ferner blieb auch
der Anspruch auf Hilf
losenentschädigung nach Revisionen im Jahr 2013 und 2016 mangels veränderter Verhältnisse unverändert (Mitteilungen vom 7. März 2014, Urk. 7/128, sowie vom 16. Februar 2016, Urk. 7/134).
1.3
Am 1. Februar 2019 leitete die IV-Stelle
im Hinblick auf die Hilflosen
ent
schä
di
gung
eine Revision
von Amtes wegen ein (Urk. 7/
141) und führte am 5. Juni 2019 eine weitere Abklärung vor Ort durch (Abklärungsbericht vom 9.
Juli 2019, Urk.
7/143).
Im Rahmen des
Vorbescheidverfahren
s
(Urk.
7/144; Urk.
7/149, Urk.
7/151-154
)
holte die IV-Stelle
einen
B
ericht bei Dr. med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
,
sowie
eine
Stellungnahme des Abklärungs
dienstes
ein
(Urk. 7/
157-
158)
und
hob mit Verfügung vom 23. Januar 2020 die bisher ausgerichtete Hilflosenentschädigung per 29. Februar 2020 auf (Urk. 7/159 = Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am
24. Februar 2020
Beschwerde gegen die Verfügung vom
23. Januar 2020
(Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
weiterhin eine Hilflosenentschädigung zuzusprechen
(Urk. 1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
17. April 2020
(Urk.
6
) die Abweisung der Beschwerde. Di
es wurde
der Beschwerdeführerin am
23. April 2020 zur Kenntnis gebracht (Urk. 8
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1
.1
Gemäss Art. 42 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
haben Versicherte mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt (Art. 13
des
Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG
) in der Schweiz, die hilflos (Art. 9 ATSG) sind, Anspruch auf eine Hilflosen
ent
schädigung. Vorbehalten bleibt Artikel 42
bis
IVG. Als hilflos gilt eine Person, die wegen einer Beeinträchtigung der Gesundheit für alltägliche Lebensverrichtungen
dauernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen Überwachung bedarf (Art. 9 ATSG).
Im Bereich der Invalidenversicherung gilt auch eine Person als hilflos, welche zu Hause lebt und
wegen der gesundheitlichen Beeinträchtigung dauernd auf lebens
praktische Begleitung angewiesen ist (Art. 42 Abs. 3 Satz 1 IVG; Art. 38
der
Verordnung über die Invalidenversicherung
,
IVV)
. Praxisgemäss (BGE 121 V 88 E. 3a mit Hinweisen) sind die folgenden sechs alltäglichen Lebensverrichtungen massgebend (BGE 127 V 94 E. 3c, 125 V 297 E. 4a):
-
Ankleiden, Auskleiden;
-
Aufstehen, Absitzen, Abliegen;
-
Essen;
-
Körperpflege;
-
Verrichtung der Notdurft;
-
Fortbewegung (im oder ausser Haus), Kontaktaufnahme.
1.2
Art. 37 IVV sieht drei Hilflosigkeitsgrade vor. Gemäss Abs. 3 dieser Bestimmung gilt die Hilflosigkeit als leicht, wenn die versicherte Person trotz der Abgabe von Hilfsmitteln:
a.
in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheb
li
cher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist;
b.
einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf;
c.
einer durch das Gebrechen bedingten ständigen und besonders aufwendigen Pflege bedarf;
d.
wegen einer schweren Sinnesschädigung oder eines schweren körperlichen Gebrechens nur dank regelmässiger und erheblicher Dienstleistungen Dritter gesellschaftliche Kontakte pflegen kann; oder
e.
dauernd auf lebenspraktische Begleitung im Sinne von Art. 38 IVV ange
wiesen ist.
1.3
Nach Art. 38 Abs. 1 IVV liegt ein Bedarf an lebenspraktischer Begleitung im Sinne von Art. 42 Abs. 3 IVG vor, wenn eine volljährige versicherte Person ausserhalb eines Heimes lebt und infolge Beeinträchtigung der Gesundheit:
a.
ohne Begleitung einer Drittperson nicht selbständig wohnen kann;
b.
für Verrichtungen und Kontakte ausserhalb der Wohnung auf Begleitung einer Drittperson angewiesen ist; oder
c.
ernsthaft gefährdet ist, sich dauernd von der Aussenwelt zu isolieren.
Ist lediglich die psychische Gesundheit beeinträchtigt, so muss für die Annahme einer Hilflosigkeit gleichzeitig ein Anspruch auf mindestens eine
Viertelsrente
bestehen (Art. 38 Abs. 2 IVV).
Zu berücksichtigen ist nur diejenige lebenspraktische Begleitung, die regelmässig und im Zusammenhang mit den in Absatz 1 erwähnten Situationen erforderlich ist. Nicht darunter fallen insbesondere Vertretungs- und Verwaltungstätigkeiten im Rahmen von Massnahmen des Erwachsenenschutzes nach den Artikeln 390-398 des Zivilgesetzbuches (Art. 38 Abs. 3 IVV).
Unerheblich ist, in welcher Umgebung sich die versicherte Person – abgesehen davon, dass sie ausserhalb des Heims wohnen muss – aufhält und ob sie auf die Hilfe des Ehegatten, der Kinder oder der Eltern zählen kann (BGE 133 V 450 E.
2.2.3 und 5).
Als regelmässig im Sinne von Art. 38 Abs. 3 Satz 1 IVV gilt die lebenspraktische Begleitung, wenn sie über eine Periode von drei Monaten gerechnet im Durch
schnitt mindestens 2 Stunden pro Woche benötigt wird (BGE 133 V 450 E. 6.2).
Die lebenspraktische Begleitung beinhaltet weder die (direkte oder indirekte) Dritthilfe bei den sechs alltäglichen Lebensverrichtungen noch die Pflege noch die Überwachung. Sie stellt vielmehr ein zusätzliches und eigenständiges Institut der Hilfe dar (BGE 133 V 450 E. 9).
1.4
Die Revision einer Hilflosenentschädigung richtet sich nach Art. 17 Abs. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 35 Abs. 2 IVV; das gesamte Rentenrevisionsrecht ist sinn
gemäss anwendbar (BGE 137 V 424 E. 2.2 mit Hinweisen; Urteile des Bun
des
gerichts 9C_248/2017 vom 15. Februar 2018 E. 3.2 und 8C_30/2010 vom 8. April 2010 E. 2.2 mit Hinweis; Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenver
sicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
139 zu Art. 30–31).
Nach Art. 17 Abs. 2 ATSG wird jede andere (als eine Invalidenrente) formell rechtskräftig zugesprochene Dauerleistung von Amtes wegen oder auf Gesuch hin erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben, wenn sich der ihr zu Grunde liegende Sachverhalt nachträglich erheblich verändert hat. Gemäss Art. 35 Abs. 2 Satz 1 IVV finden die Art. 87–88
bis
IVV Anwendung, wenn sich in der Folge – nach Entstehung des
Hilflosenentschädigungsanspruchs
(Art. 35 Abs. 1 IVV; BGE 125
V 256 E. 3b) – der Grad der Hilflosigkeit in erheblicher Weise ändert.
Die Erhöhung, Herabsetzung oder Aufhebung einer Hilflosenentschädigung ge
stützt auf Art. 17 Abs. 2 ATSG setzt folglich einen Revisionsgrund voraus. Da
runter ist jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, unter
anderem Verbesserung oder Verschlechterung des Gesundheitszustandes oder Ver
wendung neuer Hilfsmittel, zu verstehen, die geeignet ist, den Grad der Hilf
losigkeit und damit den Umfang des Anspruchs zu beeinflussen (BGE 137 V 424 E. 3.1 mit Hinweis; vgl. BGE 141 V 9 E. 2.3; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_248/2017 vom 15. Februar
2018 E. 3.2). Zeitlicher Referenzpunkt für die Prü
fung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte rechtskräftige Ver
fügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Leistungsanspruchs mit rechts
konformer Sachverhaltsabklärung und Beweiswürdigung beruht (vgl. BGE 133
V 108; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_204/2014 vom 9. September 2014 E. 3.2 und E. 3.3).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Anspruch auf Hilflosen
entschädigung in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (vgl. BGE 141 V 9 E. 2.3 und E. 6.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_72/2017 vom 23. Mai 2017 E. 1).
1.5
Gemäss Art. 69 Abs. 2 IVV kann die IV-Stelle zur Prüfung eines Leistungs
an
spruchs unter anderem Abklärungen an Ort und Stelle vornehmen
(vgl. auch
Rz
8131 ff. des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der IV, KSIH, gültig ab 1. Januar 2015).
Nach der Rechtsprechung hat ein Abklärungsbericht unter dem Aspekt der Hilflosigkeit (Art. 9 ATSG) oder des Pflegebedarfs folgen
den Anforderungen zu genügen: Als Berichterstatterin oder Berichterstatter wirkt eine qualifizierte Person, welche Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhält
nisse sowie der aus den seitens der Mediziner gestellten Diagnosen sich erge
benden Beeinträchtigungen und
Hilfsbedürftigkeiten
hat. Bei Unklarheiten über physische oder psychische Störungen und/oder deren Auswirkungen auf alltäg
liche Lebensverrichtungen sind Rückfragen an die medizinischen Fachpersonen nicht nur zulässig, sondern notwendig. Weiter sind die Angaben der Hilfe leis
tenden Personen zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Betei
ligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und detailliert bezüglich der einzelnen alltäglichen Lebensverrich
tung
en sowie der tatbestandsmässigen Erfordernisse der dauernden Pflege und der persönlichen Überwachung und der lebenspraktischen Begleitung sein. Schliess
lich hat er in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben zu stehen. Das Gericht greift, sofern der Bericht eine zuverlässige Entscheidungs
grundlage im eben umschriebenen Sinne darstellt, in das Ermessen der die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinschätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (
BGE 133 V 450 E. 11.1.1, 130 V 61 E. 6.1 f.
). Diese Grundsätze gelten entsprechend auch für die Abklärung der Hilflosigkeit unter dem Gesichts
punkt der lebenspraktischen Begleitung (BGE 133 V 450 E. 11.1.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_464/2015 vom 14. September 2015 E. 4) sowie unter dem Aspekt des Intensivpflegezuschlags (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_573/2018 vom 8. Januar 2019 E. 3.2).
1.6
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrele
vante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt gestützt auf die vor Ort erfolgte Abklärung fest, dass weiterhin in allen sechs alltäglichen Verrichtungen Selbständigkeit bestehe. Eine medizinisch-pflegerische Hilfe sei nicht
notwendig
und im Bereich der lebenspraktischen Begleitung habe die Beschwerdeführerin vermehrte Selbstän
dig
keit erreicht
, womit der
Mindestansatz von zwei Stunden pro Woche nicht mehr
erfüllt sei
(Urk. 2 S. 2 f.). Gegenüber der letzten Abklärung vor Ort im Jahr 2014 bestehe eine Selbständigkeit, die zu einem selbständigen Wohnen geführte habe
, weshalb
entsprechend der zeitliche Aufwand hierfür nicht mehr berück
sichtigt werden könne. Auch eine lebenspraktische Begleitung
durch die
Mutter bei ausserhäuslichen Verrichtungen und Kontakten sei nur noch in geringem Ausmass vorhanden und zu berücksichtigen. Damit sei die Notwendigkeit einer lebenspraktischen Begleitung nicht ausgewiesen (S.
4
). Anzuerkennen sei, dass die Beschwerdeführerin wegen des Gesundheitszustandes Hilfe bei der Bewäl
ti
gung des Alltages erhalte. Die Voraussetzungen der Regelmässigkeit der Dauer und der Intensität an Begleitung sei nicht erfüllt
und
d
er Mindestaufwand von zwei Stunden pro Woche werde nicht mehr erreicht (S.
5
oben).
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt, der Gesundheitszustand habe sich nicht verändert, was aus dem Arztbericht von Dr.
Z._
hervorgehe. Der Abklärungsbericht führe zu keinem anderen Ergeb
nis, wobei die Beschwerdegegnerin die Sachlage zum Teil stark beschönigend, zum Teil falsch festgehalten habe. Der Bericht werde dem tagtäglichen Kampf bei der Bewältigung des
Alltags nicht gerecht.
Es würden zudem keine ärztlichen Berichte in den Akten liegen, welche besagen würden, dass sie keine lebens
prak
tische
Begleitung mehr benötige. Die lebenspraktische Begleitung bestehe zu einem grossen Teil aus den allabendlichen Telefonaten der Mutter im Sinne eines Coachings. Bisher seien diese unterstützenden Telefongespräche im Umfang von mindestens 90 Minuten pro Woche gewährt worden. Weshalb für diese nur noch 30 Minuten gewährt würden, könne nicht nachvollzogen werden. Sie benötige die täglichen Telefonate im Umfang von über zwei Stunden pro Woche, was auch Dr.
Z._
festgehalten habe. Es bestehe sodann weiterhin unter dem Titel Be
gleitung bei ausserhäuslichen Verrichtungen und Kontakten Unterstützungs
be
darf im bisherigen Umfang.
Damit sei erstellt, dass die Anspruchsvor
aus
set
zung
en für den Bezug einer Hilflosenentschädigung nach wie vor erfüllt seien (Urk. 1 S.
3
ff.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin
die
Hilflosenentschädigung
für eine Hilflosigkeit
leichten Grades infolge veränderter Verhältnisse zu Recht aufgehoben hat.
3.
3.1
Bei der ursprünglichen Zuspr
echung
d
er Hilflosenentschädigung mit Verfügung vom
6. Oktober 2008
(Urk.
7
/
109
) sowie deren nachfolgende
n
Bestätigung
en
mit
Mitteilungen
vom
22. Dezember 2010
(Urk.
7
/
118
)
, vom 7. März 2014 (Urk. 7/128) sowie vom 16. Februar 2016 (Urk. 7/134)
lagen die folgenden
Berichte
vor:
3.2
Am
15. August 2008
erfolgte eine Abklärung für Hilflosenentschädigung, über welche am
18. August 2008
berichtet wurde (Urk.
7
/
102
). Die Abklärungsp
erson führte dabei
unter Bezugnahme
auf den Bericht von Prof. Dr.
Y._
vom 22.
Mai 2008 (Urk. 7/98/2)
die folgende
Diagnose
auf (S. 1 unten):
-
schwere Depression seit 1998 (ICD-10 F33.2)
Die Abklärungsperson
gab gestützt auf die Abklärung
vor Ort an, dass die Be
schwerdeführerin in sämtlichen Bereichen der alltäglichen Lebensverrich
tungen selbständig sei
(S. 1-2)
. Zudem bestehe keine Notwendigkeit einer dauernden medizinisch-pflegerischen Hilfe oder einer persönlichen Überwachung. Die Be
schwerdeführerin richte die Medikamente selber u
nd nehme diese regelmässig ein, wobei die gelegentlichen Kontrollen der Mutter nicht regelmässig seien
.
Hin
gegen könne die Notwendigkeit einer lebenspraktischen Begleitung bejaht werde
n.
Der anrechenbare Zeitaufwand betrage
vier Stunden und 50 Minuten
pro Woche
(S. 3 f., S. 5
).
Für den Bereich «Hilfeleistungen, die das selbständige Wohnen ermöglichen» hielt die Abklärungsperson fest, dass die Beschwerdeführerin
einen Hund angeschafft habe, damit sie wieder eine Art Tagesstruktur bekomme und dreimal pro Tag die
Wohnung verlassen müsse. Die Planung sei ein grosses Problem und die Beschwer
deführerin sei hier sehr auf die Hilfe ihrer Mutter angewiesen, weil es ihr nicht möglich sei, Entscheidungen zu treffen. Die Mutter sei mindestens drei
-
bis viermal pro Woche persönlich bei der Beschwerdeführerin und sie würden zu
sätzlich zwei
-
bis dreimal täglich telefonieren. Die unterstützenden Telefonate
seien sehr wichtig, diese seien stützend, wegweisend und auffangend.
Für
die Tagesstrukturierung
rechnete die Abklärungsperson einen zeitlichen Aufwand von
zwei
Stunden und
drei
Minuten pro Woche
an
(S. 3 oben).
Das Kochen sei ein sehr grosses Problem und die Beschwerdeführerin habe auf
grund von Nebenwirkungen eines neuen Medikamentes nur noch Lust auf Zucker
. Aus diesem Grund werde drei- bis viermal pro Woche gemeinsam mit der Mutter gekocht, da sich die Beschwerdeführerin nicht aufraffen könne, einen Salat zu waschen oder Gemüse zu rüsten.
Für das Kochen rechnete die Abklärungsperson einen zeitlichen Aufwand
von
einer
Stunde und 45 Minuten pro Woche
an
(S. 3 Mitte).
Den Haushalt erledige die Beschwerdeführerin selbständig und mache alles in Etappen. Oft staubsauge sie in der Nacht, wenn sie nicht schlafen könne
,
und bekomme dann Probleme mit den Nachbarn. Die Wäsche erledige die Mutter, dafür fehle der Beschwerdeführerin die Energie. Aufgrund der stellvertretenden Übernahme
rechnete die Abklärungsperson
hierfür kein
en
Zeitaufwand an (S. 3 unten).
Im Bereich «Begleitung bei ausserhäuslichen Verrichtungen und Kontakten» hielt die Abklärungsperson fest,
die Versicherte kaufe einmal pro Woche gemeinsam mit der Mutter ein, alle anderen einkaufstechnischen Angelegenheiten erledige die Mutter stellvertretend oder die Beschwerdeführerin kaufe das Mögliche per Internet ein.
Für den Bereich Einkaufen rechnete die Abklärungsperson einen
Zeitaufwand
von einer Stunde
pro Woche
an
(S. 4 oben). Freizeitaktivitäten seien nicht möglich und die Beschwerdeführerin sei mit den Hunde-Spaziergängen völlig ausgelastet. Den Kontakt zu anderen Menschen werde vermieden. Die Be
schwerdeführerin mache die Zahlungen und alles
,
was möglich sei
,
übers Internet. Wenn dies nicht möglich sei und sie beispielsweise
zur
Gemeinde müsse, werde sie von der Mutter begleitet. Weitere administrative Aufgaben erledige die Stief
schwester, diese sei gleichzeitig ihre Anwältin.
Für den Bereich Kontakte mit Amtsstellen rechnete die Abklärungsperson einen
Zeitaufwand
von
dreieinhalb Minuten pro Woche
an
(S. 4 Mitte).
Die Arzttermine würden gemeinsam mit der Mutter wahrgenommen, da das Benutzen öffentlicher Verkehrsmittel nicht mög
lich sei. Die Mutter nehme auch grösstenteils an den Gesprächen teil und führe
diese für
die Beschwerdeführerin, da diese viel vergesse und nicht mitteilen könne
, was passiert sei.
Die Ab
klärungsperson berücksichtigte
für die
Arztbe
suche einen Zeitaufwand von
42 Minuten pro Woche
(S. 4 unten).
Im Bereich «Regelmässige Anwesenheit einer Drittperson zur Verhinderung einer Isolation von der Aussenwelt» sah die Abklär
ungsperson keine Einschränkung
(S.
5
oben
).
3.3
Eine weitere Abklärung für Hilflosenentschädigung erfolgte am
13. Dezember 2010
. Mit Abklärungsbericht vom
14. Dezember 201
2
(
richtig: 2010,
Urk.
7
/
117
) hielt die Abklärungsperson fest, dass
die Beschwerdeführerin in sämtlichen Bereichen der alltäglichen Lebensverrichtungen weiterhin selbständig sei
(S. 1 f.)
.
Weiter stellte die Abklärungsperson fest, dass unverändert keine Notwendigkeit einer dauernden medizinisch-pflegerischen Hilfe oder einer persönlichen Über
wachung bestehe. Die Beschwerdeführerin richte die Medikamente selbst und nehme sie selbständig ein (S. 6 unten).
Die Voraussetzungen zur Anerkennung der lebenspraktischen Begleitung seien weiterhin erfüllt. Es bestehe ein wöchent
licher
anrechenbarer
Aufwand von
vier
Stunden und 40 Minuten (S. 4
).
Für den Bereich «Hilfeleistungen, die das selbständige Wohnen ermöglichen» rechnete die Abklärungsperson
gesamthaft
einen zeitlichen Aufwand von
drei
Stunden und 25 Minuten
pro Woche an. Dabei hielt sie fest,
die Mutter der Beschwerdeführerin
rufe
nach wie vor mindestens jeden Morgen an, um mit ihr den Tag zu besprechen und um zu fragen, wie es ihr gehe und was sie sich zumuten könne. Zweimal pro Woche koche die Beschwerdeführerin zusammen mit ihrer Mutter. Die restliche Zeit koche entweder die Mutter vor oder sie mache sich eine Kleinigkeit selber. Es brauche eine gewisse Kontrolle der Mutter, da sie sich ohne Kontrolle nur von Süssigkeiten ernähren würde. Den kleinen Haushalt erledige die Beschwerdeführerin selber. Fenster putzen, Balkon aufräumen und Staub saugen mache sie zusammen mit der Mutter. Die Wäsche wasche sie manchmal selber oder sie werde von der Mutter übernommen (S. 3 oben).
I
m Bereich «Begleitung bei ausserhäuslichen Verrichtungen und Kontakten» hielt die Abklärungsperson fest,
ausser Haus gehe die Beschwerdeführerin nur mit den Hunden oder in den kleinen Dorfladen, um eine Kleinigkeit einzukaufen. Ihre Zahlungen erledige sie selbständig online. Alle Telefonate müsse die Mutter für sie übernehmen. Für weitere administrative Aufgaben habe sie sich mit der Pro
Infirmis
in Verbindung gesetzt. Die öffentlichen Verkehrsmittel könne sie schon lange nicht mehr benützen. Ihre Mutter bringe sie zweimal im Monat zur Psy
chiaterin. An den Gesprächen nehmen die Mutter nicht mehr teil.
Die Abklä
rung
sperson berücksichtigte für die Arztbesuche
einen zeitlichen Au
fwand von 15 Minuten pro
Woche
(S.
3 unten
).
Für das Einkaufen berücksichtigte die Abklä
rungsperson einen Zeitaufwand von einer Stunde pro Woche. In ein anderes Ge
schäft als den Dorfladen könne die Beschwerdeführerin noch immer nicht selb
ständig gehen. Um das Hundefutter zu kaufen, ihre Medikamente in der Apotheke zu beziehen oder Kleider oder sonstige Artikel einzukaufen, brauche sie die Begleitung ihrer Mutter. Sie versuche, selber in die Apotheke zu gehen, wenn ihre Mutter mit dem Auto davor
warte
, aber das gelinge nicht immer. Zirka einmal pro Woche würden sie zusammen einkaufen gehen, zur Apotheke und Geld abzu
heben (S. 3 f.).
Im Bereich «Regelmässige Anwesenheit einer Drittperson zur Verhinderung einer Isolation von der Aussenwelt» erkannte die Abklärungsperson
nach wie vor
keine Einschränkung
(S. 4 oben)
.
3.4
Eine weitere Abklärung für Hilflosenentschädigung erfolgte am
25. Februar 2014.
Mit Abklärungsbericht vom
4. März 2014
(Urk.
7
/
127
) hielt die Abklärungsperson – bei
im Wesentlichen
unveränderten Diagnosen (S. 1
Mitte
) -
fest,
dass die Vor
ausset
zungen zur Anerkennung der lebenspraktische
n
Begl
eitung weiterhin erfül
lt seien und ein wöchentlicher Aufwand von zirka drei Stunden und 40 Minuten bestehe.
Im Vergleich zum Vorbericht
berücksichtigte die Abklärungsperson
im Bereich «Hilfeleistungen, die das selbständige Wohnen ermöglichen» f
ür das Kochen keinen anrechenbaren Zeitaufwand mehr, da die Beschwerdeführerin ein bis zweimal wöchentlich selbständig eine komplette Mahlzeit zubereite und sich ansonsten kalt ernähre. Die Mutter der Beschwerdeführerin könne nicht mehr zum Kochen kommen, da diese in einem eigenen Laden arbeite
(S.
2
)
.
Für den Bereich
«Begleitung bei ausserhäuslichen Verrichtungen und Kontakten» berück
sichtigte die Abklärungsperson für das Einkaufen und zum Arzt bringen im Vergleich zum Vorbericht eine Stunde mehr und stellte einen wöchentlichen Auf
wand von zwei Stunden pro Woche fest (S. 3 oben).
3.5
Der Abklärungsdienst hielt in der
im Rahmen der letzten Revision erstatteten
Stellungnahme vom 16. Februar 2016 (Urk. 7/133) fest, seit der
Leistungszu
sprache
hätten drei Abklärungen vor Ort stattgefunden, welche sich alle in den Schilderungen der Beschwerdeführerin und der anwesenden Mutter sehr gleichen würden. Die letzte Abklärung habe vor zwei Jahren stattgefunden. Da der aktuelle medizinische Bericht einen unveränderten Gesundheitszustand ausweise und
aus den
Angaben auf dem Revisionsformular keine Abweichungen von früheren Angaben ersichtlich seien, werde auf eine erneute Abklärung vor Ort zum jetzigen Zeitpunkt verzichtet und die Situation in drei Jahren erneut evaluiert.
4.
4.1
Der vorliegend angefochtenen Verfügung vom
23. Januar 2020
(Urk. 2), mit welcher der Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung aufgehoben wurde, lag der Abklärungsbericht für Hilflosenentschädigung vom
9. Juli 2019
(Urk.
7
/
143
) zugrunde. Die Abklärungsperson führte dabei
gestützt auf den Bericht des seit Oktober 2014 behandelnden Dr. med.
A._
, Facharzt für Kinder- und Jugend
psychiatrie und -psychotherapie, vom 28. Januar 2016 (Urk. 7/131)
die bisher bekannten Diagnosen auf (S. 1 unten) und hielt fest, dass
die Beschwerdeführerin gemäss Abklärung vor Ort weiterhin in allen sechs alltäglichen Verrichtungen selbständig sei
und der Bereich «Fortbewegung/Pflege gesellschaftlicher Kontakt» unter dem B
ereich
lebenspraktische Begleitung berücksichtigt werde (S. 3 unten)
.
Weiter
führte
die Abklärungsperson
aus
, dass unverändert keine Notwendigkeit einer dauernden medizinisch-pflegerischen Hilfe oder einer persönlichen Über
wachung bestehe. Die Beschwerdeführerin könne die Medikamente se
lbst richten und einnehmen
(S. 7)
.
Eine lebenspraktische Begleitung sei nicht mehr ausgewiesen.
Anzuerkennen sei, dass die Beschwerdeführerin wegen des Gesundheitszustandes Hilfe bei der Be
wältigung des Alltages erhalte. Die Voraussetzungen der Regelmässigkeit, der Dauer und der Intensität an Begleitung seien unter Einbezug der
Schaden
min
derungs
- und Mitwirkungspflicht nicht mehr erfüllt.
S
ie
habe
vermehrte Selb
ständigkeit erreicht und der Mindestansatz von zwei Stunden pro Woche werde nicht mehr erreicht (S.
4 oben, S.
7
).
Für den Bereich «Hilfeleistungen, die das selbständige Wohnen ermöglichen» hielt die Abklärungsperson fest,
dass kein zeitlicher Aufwand anrechenbar sei. Die Beschwerdeführerin bereite regelmässig für sich eine Mahlzeit zu, ernähre sich gerne abwechslungsreich und gesundheitsbewusst und müsse nicht angeleitet
werden. Gegenüber dem Vorbericht habe die Beschwerdeführerin in diesem Bereich
Selbständigkeit erlangt. Auch bei der Wohnungs- und Wäschepflege habe die Beschwerdeführerin Selbständigkeit erlangt. Sie erledige die gesamte Wohnungs
pflege sowie die Wäsche selber und müsse nicht mehr angeleitet/unterstützt werden (S. 4 f.).
Im Bereich «Begleitung bei ausserhäuslichen Verrichtungen und Kontakten» wurde
ein zeitlicher Aufwand von
insgesamt
35 Minuten
pro Woche für
die täglichen unterstützenden Telefonate mit der Mutter sowie
die Arzttermine alle drei Monate anerkannt. Gegenüber dem Vorbericht habe die Beschwerdeführerin im Bereich Einkaufen Selbständigkeit erreicht. Sie erledige die grösseren Einkäufe selbstän
dig via Internet und besorge kleinere Einkäufe im nahe gelegenen Dorfladen. Die Mutter unterstütze sie in diesem Bereich nicht mehr beziehungsweise nur noch ganz selten.
D
er
Beschwerdeführerin sei es jetzt möglich
,
selber Kontakte zu pflegen, vor allem innerhalb der Familie sowie regelmässig mit einer Bekannten. Zu ihr gehe sie auch zu Besuch, was vorher nicht der Fall gewesen sei. Tele
foniere
n
mit fremden Menschen
bereite ihr
weiterhin Probleme und sie müsse sich überwinden. Sie betreue jetzt sogar ab und zu ein fünfjähriges Patenkind bei sich zu Hause, was ihr vorher nicht möglich gewesen sei
,
und habe sogar an einem Geburtstagsfest teilgenommen (S. 5). Die Beschwerdeführerin pflege auch im Haus kurze Kontakte
. Bei Bedarf gehe sie mit den Hunden alleine zum Tierarzt, was vorher ebenfalls nicht möglich gewesen sei.
Das tägliche Telefonat mit ihrer Mutter sei für sie wie ein Tagesabschluss und Austausch über Gedanken und Probleme. Hierzu hielt die Abklärungsperson fest, dass die täglichen Telefonate weiterhin als Stütze und Beratung im Sinne einer lebenspraktischen Begleitung angesehen und mit einem zeitlichen Aufwand von 30 Minuten pro Woche aner
kannt werden können (S. 6 oben).
Die Termine bei der Psychiaterin
(richtig: Psychologin)
nehme sie selber mit dem Fahrrad wahr und die Termine bei
Dr.
Z._
seien nur in Begleitung der Mutter mit dem Auto möglich, da sie den öffentlichen Verkehr nicht nutzen könne.
Hierzu hielt die Abklärungsperson fest, dass es der Beschwerdeführerin zumutbar sei, die Termine mit einem Taxi
wah
rzunehmen, womit sie die Ansammlung von Menschen in den öffentlichen Verkehrsmitteln umgehen könnte.
Die Zahlungen erledige sie selbständig online. Hinsichtlich Kontakte mit Ämtern und Behörden hielt die Abklärungsperson fest, dass diese nur sporadisch und nicht regelmässig anfallen würden und entsprechen
d
nicht berücksichtigt werden könnten. Für das Bereitstellen der Medikamente in der Apotheke könne kein zeitlicher Aufwand berücksichtigt werden, da diese der Beschwerdeführerin
wie heute üblich auch direkt nach Hause geliefert werden könnten, so dass das Abholen durch die Eltern gänzlich umgangen werden könnte (S. 6).
Im Bereich «Regelmässige Anwesenheit einer Drittperson zur Verhinderung einer Isolation von der Aussenwelt» erkannte die Abklärungsperson
aufgrund der regel
mässigen Kontakte sowie täglichen Spaziergänge und Treffen mit einer Be
kannten
keine Einschränkung (S.
7
).
4.2
Mit Stellungnahme vom
20. Dezember 2019
(Urk.
7
/
158
) äusserte sich die Abklä
rungsperson zu den von der Beschwerdefü
hrerin
auf den Vorbescheid
(Urk. 7/144
)
hin
vorgebrachten Einwänden
(Urk. 7/151-154)
und führte mit Verweis auf den Abklärungsbericht nochmals aus, dass
diese
für das Kochen, die Wohnungspflege und die Wäsche keine
r
Anleitung beziehungsweise Unterstützung durch eine Drittperson mehr
bedürfe
(S. 2 oben).
D
ie täglichen Telefonate mit der Mutter
könn
t
en nicht vollumfänglich als lebenspraktische Begleitung anerkannt werden. Es könne
von den
zeitlichen Richtwerten für eine zwingend notwendige Beratung und Unterstützung im Sinne einer lebenspraktischen Begleitung
ausgegangen und hierfür
30 Minuten pro Woche berücksichtigt werden.
Für die Begleitung zu den alle drei Monate stattfindenden Termine
n
bei Dr.
Z._
könne ein zeitlicher Aufwand von fünf Minuten pro Woche
berücksichtigt werden (S.
2 unten).
Schliesslich verwies die Abklärungsperson auf die «Aussage der ersten Stunde» und hielt abschliessend fest, dass die Notwendigkeit und die Vorausse
t
zungen einer lebenspraktischen Begleitung mangels Regelmässigkeit der Dauer und der Intensität an Begleitung nicht ausgewiesen sei und der Mindestaufwand von zwei Stunden nicht mehr erreicht
w
e
rde
(S. 4 oben).
4.3
Dr.
Z._
diagnostizierte im Bericht vom 4. Dezember 2019 eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige bis schwere Episode ohne psycho
tische Symptome (ICD-10 F33.2) seit mindestens 2006 sowie vorbestehende min
destens akzentuierte Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1). Die Beschwerdeführerin benötige aufwändige lebenspraktische notwendige Begleitung und Coaching durch die Mutter mit täglichen Planungskontakten von mindestens 30 Minuten. Diese begleite die Beschwerdeführerin zu (medizinischen) Terminen und teilweise auch beim Einkaufen. Phasenweise liege bei Verstärkung der depressiven Symp
tome oder der Schmerzen ein starker sozialer Rückzug vor und intermittierend träten Suizidgedanken auf. Hier bestehe eine hohe Wichtigkeit der lebensprak
tischen Begleitung (Urk. 7/157).
5.
5.1
Streitgegenstand bildet die Frage,
ob
bei der
Beschwerdeführerin
,
welche ausser
halb eines Heims alleine in einer Wohnung lebt und seit
Dezember 1998
eine ganze Invalidenrente bezieht,
infolge veränderter Verhältnisse keine Hilflosigkeit leichten Grades im Sinne des dauernden
Angewiesenseins
auf eine lebens
prak
tische Begleitung mehr vorliegt.
Es wird weder geltend gemacht noch ist ersicht
lich, dass
die
Beschwerdeführer
in
in mindestens zwei alltäglichen Lebensver
richtungen auf die Hilfe Dritter angewiesen ist oder einer dauernden persönlichen
Überwachung beziehungsweise einer ständigen und besonders aufwendigen Pflege
bedarf (vgl. Art. 37 Abs. 3
lit
. a-c IVV). In diesem Zusammenhang besteht daher kein Anlass für Weiterungen.
5.2
5.2.1
In
Rz
8142 KSIH wird umschrieben, wie bei psychisch behinderten Personen, die lebenspraktische Begleitung benötigen, im Rahmen der Abklärung des Anspruchs auf Hilflosenentschädigung vorzugehen ist. Einerseits hat die IV-Stelle einen Be
richt des behandelnden Arztes respektive der behandelnden Ärztin einzuholen. Falls sich bereits ein spezialisierter Dienst wie beispielsweise ein sozialpsychia
trischer Dienst oder eine Beratungsstelle mit der versicherten Person befasst hat, ist andererseits ein Bericht dieses Dienstes einzuholen. Die Hilflosigkeit bezie
hungs
weise der Bedarf an lebenspraktischer Begleitung ist sodann an Ort und Stelle systematisch abzuklären. Zu den Angaben im Abklärungsbericht hat der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) zuhanden der Akten in geeigneter Form (etwa mit computerschriftlichem Protokolleintrag) Stellung zu nehmen.
Bei einem Kreisschreiben handelt es sich um eine von der Aufsichtsbehörde für richtig befundene Auslegung von Gesetz und Verordnung. Die Weisung ist ihrer Natur nach keine Rechtsnorm, sondern eine im Interesse der gleichmässigen Ge
setzesanwendung abgegebene Meinungsäusserung der sachlich zuständigen Auf
sichtsbehörde. Solche Verwaltungsweisungen sind wohl für die Durchführungs
or
gane, nicht aber für die Gerichtsinstanzen verbindlich (BGE 118 V 206 E. 4c, vgl. auch 123 II 16 E. 7, 119 V 255 E. 3a mit Hinweisen). Das Gericht soll sie bei seiner Entscheidung mitberücksichtigen, sofern sie eine dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen zulassen. Es weicht anderseits insoweit von den Weisungen ab, als sie mit den anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen nicht vereinbar sind (BGE 123 V 70 E. 4a mit Hinweisen).
5.2.2
Gemäss bundesgerichtlicher Praxis stellt der Abklärungsbericht im Haushalt im Falle einer Beeinträchtigung der geistigen Gesundheit ein geeignetes Mittel für die Bemessung der Invalidität der betroffenen Personen dar. Stimmen jedoch die Ergebnisse der Haushaltabklärung nicht mit den ärztlichen Feststellungen der Be
hinderungen im gewohnten Tätigkeitsbereich überein, so haben Letztere in der Regel mehr Gewicht als die im Haushalt durchgeführte Abklärung. Diese Recht
sprechung gilt auch für die Abklärung der Hilflosigkeit unter dem Gesichtspunkt der lebenspraktischen Begleitung (BGE 133 V 450 E. 11.1.1 mit Hinweisen). Bei der Erarbeitung der Grundlagen für die Bemessung der Hilfslosigkeit ist eine enge, sich ergänzende Zusammenarbeit zwischen Arzt und Verwaltung erforderlich
.
Ersterer hat anzugeben, inwiefern die versicherte Person in ihren körperlichen
bzw. geistigen Funktionen durch das Leiden eingeschränkt ist. Der Versiche
rungs
träger
kann an Ort und Stelle weitere Abklärungen vornehmen. Bei Unklar
heiten über physische oder psychische bzw. geistige Störungen oder deren Auswir
kungen auf alltägliche Lebensverrichtungen sind Rückfragen an die medizi
ni
schen Fachpersonen nicht nur
zulässig, sondern notwendig
(Urteil des Bundes
gerichts 9C_578/2013 vom 18. August 2014 E. 2.2).
5.3
Die Beschwerdegegnerin führte am 5. Juni 2019
die vierte
Abklärung bei der Beschwerdeführerin zu Hause durch (vgl. Urk.
7/142-143
)
und stellte
ihr
ohne weitere Abklärungen
mit Vorbescheid vom 14. August 2019 die Aufhebung der
Hilflosenentschädigung in Aussicht (Urk. 7/144).
Erst nach Einwand
erhebung durch
die zwischenzeitlich anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin (Urk. 7/149,
Urk.
7/151) holte die Beschwerdegegnerin
beim behandelnden Psychiater Dr.
Z._
einen
«
Arztbericht Hilflosenentschädigung
»
ein
(Urk. 7/156-157)
, ohne dass dieser in der Folge weiter beachtet oder bei der Entscheidfindung be
rück
sichtigt worden wäre (Urk. 2). Die Beschwerdegegnerin
liess
die Abklärungs
person zu den (nichtmedizinischen) Einwänden der Beschwerdeführerin Stellung
nehmen
(Urk. 7/158)
, ohne ihr Kenntnis zu geben von der abweichenden Ein
schätzung des behandelnden Psychiaters
.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete
selbst
auf die Einholung einer me
dizinisch-begründeten Stellungnahme
durch den
RAD
zum Abklärungsbericht
sowie
zu
m divergierenden
Arztbericht von Dr.
Z._
(vgl. Urk. 7/157)
und hob die
Hilflosenentschädigung leichten Grades
mit Verfügung vom 23. Januar 2020
ohne Weiteres
(Urk. 2) auf.
Dieses Vorgehen widerspricht
sowohl
der vorstehend zitierten Weisung
zu den besonderen Verfahrensbestimmungen bei der lebenspraktischen Begleitung
bei psychisch behinderten Menschen
in
Rz
8142 KSIH als auch den allgemeinen Verfahrensbestimmungen in
Rz
8133 KSIH
. Diese
besagen, dass die IV-Stelle bei wesentlichen Abweichungen zwischen behandelndem Arzt und Abklärungs
be
richt, durch gezielte Rückfragen und unter Einbezug des RAD eine Klärung her
beizuführen hat
, was der Praxis des Bundesgerichts entspricht (
Urteil des Bun
desgerichts 9C_578/2013 vom 18. August 2014 E. 2.2
)
.
Die zitierten
Weisungen sind für das Sozialversicherungsgericht zwar nicht bindend; es besteht jedoch
vorliegend
kein begründeter Anlass, von dies
en abzuweichen
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_497/2014 vom 2.
April
2015 E.
4.1.2)
.
Insbesondere in Anbe
tracht dessen, dass
seit
Zusprache einer Hilflosenentschädigung mit Verfü
gung vom
6. Oktober 2008
(Urk.
7
/
109
)
kein
hinreichender
medizinischer Bericht
eingeholt wurde
, welcher sich
eingehend zum Gesundheitszustand und insbeson
dere
zur
Hilflosigkeit und
der
Notwendigkeit einer lebenspraktischen Begleitung
und deren Verlauf
äussert,
wäre die Beschwerdegegnerin angesichts des geltenden Untersuchungsgrundsatzes (Art. 43 Abs. 1 ATSG)
und der wesentlichen Abwei
chungen zwischen dem behandelnden
Psychiater
und dem Abklärungsbericht
gehalten gewesen, die medizinische Sachlage
rechtsgenüglich abzuklären.
5.4
Die entscheidende Frage, wie sich der psychische Gesundheitszustand konkret auf die alltäglichen Lebensverrichtungen der Beschwerdeführerin und den Bedarf an lebenspraktischer Begleitung auswirkt
und insbesondere
, ob eine
erhebliche
Änderung des Sachverhalts eingetreten ist,
ist damit nicht
geklärt.
Zwar ergeben sich aus dem Abklärungsbericht vom 15. August 2018 Anhaltspunkte, dass die Beschwerdeführerin in gewissen Teilbereichen vermehrte Selbständigkeit erreicht hat. So braucht
sie gemäss eigenen Angaben
insbesondere beim Einkaufen und beim Kochen
offenbar
keine regelmässige Unterstützung
mehr
und benötigt auf
grund der weniger gewordenen Arztbesuche weniger Begleitung
(vgl. vorstehend E. 4.1)
, was nicht gänzlich in Einklang zu bringen ist mit der Darstellung von Dr.
Z._
, dass bei
Botengängen
(Einkaufen) die Unterstützung der Mutter not
wendig ist
.
Obschon diese bei der Abklärung vor Ort zugegen war (Urk. 7/143/1), ist dem Abklärungsbericht nichts darüber zu entnehmen, ob die Mutter die An
gaben der kranken Tochter bestätigt hat.
Hinsichtlich der täglichen Telefonanrufe kann m
angels konkret-fallbezogener
medizinischer Stellungnahme zu den Auswirkungen der psychischen Störung auf
einzelne
Lebens
bereich
e
nicht abschliessend beurteilt
werden, in welchem Umfang die Telefonanrufe
zur Tagesstrukturierung und Unterstützung bei der Bewältigung von Alltagsituationen
effektiv noch
notwendig sind und anerkannt werden können. De
r
von der
Abklärungsperson für die täglichen Telefonate berücksichtigte Aufwand von 30 Minuten pro Woche steht
im Widerspruch zur
Aussage von Dr.
Z._
, wonach tägliche Planungskontakte von mindestens 30
Minuten täglich
notwendig
seien (Urk. 7/157 Ziff. 2.2).
Soweit die Abklärungs
person diesbezüglich in der Stellungnahme vom 9. Januar 2020 auf
«
zeitliche Richtwerte für eine zwingend notwendige Beratung und Unterstützung
»
verwies, vermag dies
nicht zu überzeugen.
Dass die Abklärungsperson im Rahmen der Abklärung die Beschwerdeführerin konkret nach dem Zeitaufwand für die Tele
fonate gefragt hätte, ergibt sich aus dem Bericht nicht. Vielmehr nahm
die Abklä
rungsperson trotz divergierender ärztlicher
Beurteilung
und
ohne
Beizug einer fachärztlichen Meinung
gestützt auf nicht weiter belegte Richt- und Erfah
rungswerte
(vgl. Urk. 7/158
S. 1 unten) freihändig
eine
n
zeitlich zu berück
sichtigenden Aufwand
von 30 Minuten pro Woche
an. Hierzu ist zu bemerken, dass
bei sich widersprechenden Ergebnissen den
ärztliche
n
Feststellungen
in der Regel mehr Gewicht
zukommt
, was auch für die Abklärung der Hilflosigkeit unter dem Gesichtspunkt der lebenspraktischen Begleitung
und insbesondere bei Beein
trächtigungen der geistigen Gesundheit
gilt (vgl. vorstehend E. 5.2.2)
.
Ein Vergleich der tatsächlichen Verhältnisse in den jeweiligen Abklärungsbe
rich
ten ist zudem
nicht ohne
weiteres
möglich, da gewisse Tätigkeiten (bei
spiels
weise das
Einkaufen oder das tägliche Telefonieren) teilweise im Bereich «Hilfe
leis
tungen, die das selbständige Wohnen ermöglichen» sowie im Bereich «Beglei
tung bei ausserhäuslichen Verrichtungen und Kontakten» aufgeführt und berück
sich
tigt, teilweise auch nur in einem dieser Bereich aufgeführt wurden. Erschwe
rend kommt hinzu, dass der berücksichtigte zeitliche Aufwand für einzelne Tätig
keiten teilweise mit anderen Tätigkeiten
zusammen erhoben wurde
.
Schliesslich
bleibt
festzuhalten, dass d
ie nun im
aktuellen
Abklärungsbericht
erstmals
erwähnte und berücksichtigte Schadenminderungs- und Mitwirkungspflicht
(Urk.
7/143 S.
4 oben)
für sich alleine keine Änderung der tatsächlichen Verhältnisse
im Sinne von Art. 17 ATSG
zu bewirken
vermag
.
5.5
Vor diesem Hintergrund kann
allein gestützt auf den Abklärungsbericht vom 15.
August 2018 (Urk. 7/
143
) und die ergänzende Stellungnahme vom
20. Dezem
ber 2019
(Urk. 7/
158
) nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausge
schlos
sen werden, dass
die
Beschwerdeführer
in
nach wie vor
mindestens zwei Stunden pro Woche (vgl. E. 1.3 vorstehend) einer leben
spraktischen Begleitung bedarf.
In Zusammenarbeit mit medizinischen Fachkräften bedarf es
darum
weiterer Abklä
rungen betreffend die Frage, in welchem Ausmass
die Unterstützung der Mutter
tatsächlich
noch
zur Bewältigung der in Art. 38 Abs. 1 IVV aufgeführten Situa
tionen notwendig
ist
.
5.
6
Nach dem Gesagten reichen die von der Beschwerdegegnerin durchgeführten Abklärungen nicht aus, um die Hilflosigkeit und die Notwendigkeit einer lebens
praktischen Begleitung
sowie eine Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse
abschliessend
zu beurteilen. Die Sache ist demnach an sie zurückzuweisen, damit sie nach den in
Rz
8142 KSIH genannten Vorgaben
medizinische Abklärungen
vornehme
.
Mangels ausführlicher medizinischer Berichte zum Gesundheitszu
stand
und insbesondere zur Hilflosigkeit und der Notwendigkeit einer lebenspraktischen Begleitung sowie
vor dem Hintergrund
der für das Jahr 2021
vorgesehenen
Rentenrevision (vgl. Urk. 7/140
) wird die Beschwerdegegnerin
die Sachlage
umfassend
abzuklären
haben
. In diesem Zusammenhang wird sie
zu entscheiden haben, ob
der Bericht vom
9. Juli 2019
samt ergänzender Stellungnahme vom
20.
Dezember 2019
unter Beizug einer fachärztlichen
Beurteilung
den medizi
nisch festgestellten Beeinträchtigungen
hinreichend Rechnung trägt
oder aber
eine erneute Abklärung an Ort und Stelle durchgeführt werden soll
.
Danach wird die Beschwerdegegnerin über das Leistungsbegehren neu zu be
finden haben. In Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom
23. Januar 2020
(Urk. 2) ist die Beschwerde in diesem Sinne gutzuheissen.
6.
6.1
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfen war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Ver
fahrensaufwand sowie unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ermessensweise auf Fr.
7
00.-- anzusetzen. Nach ständiger Rechtsprec
hung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb die Gerichtskosten der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen sind.
6.2
Ausgangsgemäss steht der obsiegenden Beschwerdeführerin eine Prozessent
schä
digung zu, die gemäss Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) – ohne Rücksicht auf den Streit
wert – nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens zu bemessen ist. In Anwendung dieser Kriterien ist die Parteientschädigung vorliegend auf Fr. 1‘800.-- (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen und der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.