Decision ID: 970a90ca-cba9-4936-a2af-e70d91ab5883
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1958, bezieht von der Stadt Winterthur (Durchfüh
rungsstelle) seit Juli 2006 Zusatzleistungen zu seiner Invalidenrente (vgl. Ver
fügung vom 25. Oktober 2006 in Urk. 21/28, Urk. 21/30/4). Die Durchfüh
rungsstelle stellte mit Verfügung vom 25. Oktober 2016 (Urk. 21/6/10 = Urk. 21/7 = Urk. 3) die Zusatzleistungen infolge Wohnsitznahme des Versi
cherten in Basel per 31. Oktober 2016 ein.
Einer dagegen erhobenen Einsprache entzog sie die aufschiebende Wirkung.
Die dagegen erhobene Einsprache (Urk. 21/3) wies die Durchführungsstelle mit Entscheid vom 5. April 2017 (Urk. 21/1 = Urk. 2) ab. Einer allfälligen Beschwerde gegen diesen Einsprache
entscheid entzog sie ebenfalls die aufschiebende Wirkung.
2.
Mit Eingabe vom 21. Mai 2017 erhob der Versicherte Beschwerde gegen den Ein
spracheentscheid vom 5. April 2017 (Urk. 2) und beantragte in der Hauptsa
che, der Einspracheentscheid sei aufzuheben und es sei die aufschiebende Wir
kung wiederherzustellen (Urk. 1 S. 12 Ziff. 1-2). Mit Eingabe vom 3. Juli 2017 (Urk. 6) ersuchte die Durchführungsstelle um Erstreckung der Frist zur Einrei
chung der Beschwerdeantwort. Innert der nachfolgend gewährten Fristerstre
ckung (vgl. Urk. 6 S. 2) ersuchte die Durchführungsstelle mit Eingabe vom 4. September 2017 (Urk. 8) erneut um Erstreckung der Frist zur Einreichung der Beschwerdeantwort. Zudem beantragte sie, es sei die Durchführungsstelle für Zusatzleistungen der Stadt Basel beizuladen und für die Dauer des Verfahrens sei im Sinne von vorsorglichen Massnahmen anzuordnen, welche Durchfüh
rungsstelle für Zusatzleistungen bis zum rechtskräftigen Abschluss des Be
schwerdeverfahrens provisorisch die Zusatzleistungen für den Beschwerdefüh
rer auszurichten habe (S. 2 Ziff. 1-3). Mit Verfügung vom 12. September 2017 (Urk. 10) wies das hiesige Gericht das Gesuch um Wiederherstellung der auf
schiebenden Wirkung der Beschwerde ab und gewährte der Beschwerdegegne
rin eine nochmalige, nicht erstreckbare Frist zur Einreichung der Beschwerde
antwort. Mit Eingabe vom 10. Oktober 2017 (Urk. 16) stellte der Beschwerde
führer weitere Rechtsbegehren (S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 16. Oktober 2017 (Urk. 20) verwies die Beschwerdegegnerin auf ihre Eingabe vom 4. September 2017 und beantragte die Abweisung der Beschwerde.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechts
verhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfü
gung beziehungsweise eines Einspracheentscheids – Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung beziehungsweise der Einspracheentscheid den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung beziehungsweise kein Einspracheentscheid ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
1.2
Auf den Antrag des Beschwerdeführers
,
es sei zu entscheiden, ob er seine Mit
-
wir
kungspflicht verletzt habe und, falls ja, wie dies zu ahnden wäre (Urk. 1 S. 12 Ziff. 4), ist mangels Anfechtungsgegenstand nicht einzutreten. So wurde im angefochtenen Einspracheentscheid in Bezug auf die Mitteilungspflicht le
diglich vermerkt, dass der Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin seine neue Wohnsituation nicht bereits im Sommer 2015 mitgeteilt habe, sondern erst am 3. Oktober 2016 anlässlich der periodischen Überprüfung (Urk. 2 S. 2 unten).
Es wurde jedoch nicht darüber entschieden, ob der Beschwerdeführer damit seine Mitwirkungspflicht verletzt habe.
2.
2.1
Gemäss Art. 21 Abs. 1 des Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur Al
ters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG) ist der Kanton, in dem die Bezügerin oder der Bezüger
Wohnsitz
hat, zuständig für die Festsetzung und Auszahlung der Ergänzungsleistung.
D
er Aufenthalt in einem Heim, einem Spi
tal oder einer andern Anstalt und die behördliche oder vormundschaftliche Versorgung einer mündigen oder entmündigten Person in Familienpflege
be
gründen
keine neue Zuständigkeit.
Die kantonale Zuständigkeit für die Festsetzung und Auszahlung der Er
-
gänzungs
leistung wird in Art. 21 Abs. 1 ELG somit am zivilrechtlichen
Wohn
-
sitz
der bezugsberechtigten Person nach den Art. 23 bis 26 des Schweize
rischen Zivilgesetzbuchs (ZGB) angeknüpft (vgl. Art. 13 Abs. 1 des Bundesge
setzes zum Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG, in Verbin
dung mit Art. 1 Abs. 1 und Art. 4 Abs. 1 ELG).
2.2
Der zivilrechtliche
Wohnsitz
einer Person nach Art. 23 Abs. 1 ZGB befindet sich an dem Ort, wo sie sich mit der Absicht dauernden Verbleibens aufhält und den sie sich zum Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen gemacht hat. Für die Begrün
dung des Wohnsitzes müssen somit zwei Merkmale erfüllt sein: ein objektives äusseres, der Aufenthalt, sowie ein subjektives inneres, die Absicht dauernden Verbleibens. Nach der Rechtsprechung kommt es nicht auf den inneren Willen, sondern darauf an, auf welche Absicht die erkennbaren Umstände objektiv schliessen lassen (BGE 133 V 309 E. 3.1, BGE 127 V 237 E. 1).
2.3
Massgebend ist der Ort, wo sich der Mittelpunkt der Lebensbeziehungen befin
det. Der Lebensmittelpunkt befindet sich im Normalfall am Wohnort, das heisst wo man schläft, die Freizeit verbringt und wo sich die persönlichen Effekten befinden, wo man üblicherweise einen Telefonanschluss und eine Postadresse hat. Die nach aussen erkennbare Absicht muss auf einen dauernden – das heisst im Sinne von
„
bis auf Weiteres" – Aufenthalt ausgerichtet sein.
Teilweise wird diesbezüglich eine Mindestdauer von einem Jahr postuliert.
Allerdings schliesst die Absicht, einen Ort später wieder zu verlassen, einen Wohnsitz nicht aus
(Urteil des Bundesgericht P 21/04 vom 8. August 2005 E. 4.1.1).
Nicht massgeblich, sondern nur
Indizien
für die Beurteilung der Wohnsitzfrage sind die Anmeldung und Hinterlegung der Schriften, die Ausübung der politi
schen Rechte, die Bezahlung der Steuern, fremdenpolizeiliche Bewilligungen sowie die Gründe, die zur Wahl eines bestimmten Wohnsitzes veranlassen (vgl. Urteil des Bundesgerichts P 21/04 vom 8. August 2005, E.
4.1.1; vgl. zum Gan
zen auch: Staehelin, in: Basler Kommentar zum Zivilgesetzbuch I, 5.
Auflage, Basel 2014, Art. 23 N 5 ff., N 19b, N 20 f. sowie N
23 f.).
Der
Wohnsitz
bleibt an einem Ort bestehen, solange nicht anderswo ein neuer begründet wird (Art. 24 Abs. 1 ZGB, BGE 133 V 309 E. 3.1).
2.4
Die EL-Durchführungsstellen können sich bei der Prüfung des Wohnsitzes einer Person nicht auf die Anmeldung in einer Gemeinde verlassen, den dabei handelt es sich nur um eines von vielen möglichen Indizien für eine Wohnsitznahme. Sie müssen vielmehr in Erfüllung ihrer Untersuchungspflicht von Amtes wegen nach Indizien für oder gegen eine Wohnsitznahme forschen, um die Frage nach dem zivilrechtlichen Wohnsitz überzeugend beantworten zu können (Jöhl/Usinger-Egger,
in: Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, i
n: SBVR, Soziale Sicherheit, 3.
Aufl
age,
Basel
2016, S. 1681
ff., S. 1726 Rz
28).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Einstellung der Zusatzleistungen in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) damit, dass seit dem 16. Juni 2015 ein Miet
verhältnis für ein Zimmer in Basel bestehe, weshalb sich der Lebensmittelpunkt des Beschwerdeführers nicht mehr in Winterthur befinde, auch wenn er nach wie vor in Winterthur angemeldet sei und seine Steuern bezahle. Auch sein re
gelmässiger Wunsch, seine Briefpost nur noch via E-Mail zu versenden, damit er diese umgehend erhalte, sei ein weiteres Indiz, dass der Beschwerdeführer seinen Lebensmittelpunkt in Basel habe und somit seinen Briefkasten in Win
terthur nicht regelmässig leere (S. 2 unten).
3.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1), Winterthur
sei
sein Wohnort und Mittelpunkt seiner Lebe
nsinteressen
, weil sich seine Wurzeln in Winterthur befänden, seine Eltern
hier
leben würden und auf seine Unterstützung angewiesen seien und sich
hier
seine Wohnung mit seinen Effekten und das Wohneigentum der Familie befinde, dessen Verwaltung nun weitgehend ihm obliege (S. 11 unten).
3.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die örtliche Zuständigkeit für die Festsetzung und Auszahlung der Zusatzleistungen für den Beschwerde
führer per 31. Oktober 2016 zu Recht verneint hat.
4.
4.1
Aktenmässig erstellt und unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer seit dem 16. Juni 2015 in Basel ein Studio gemietet hat und sich seither dort aufhält. Der Beschwerdeführer ist jedoch nach wie vor in Winterthur angemeldet und be
zahlt
hier
seine Steuern (Urk. 1 S. 9, Urk. 2 S. 2 unten, vgl. Urk. 21/9/2, Urk. 21/8/43-60).
Am 3. Oktober 2016 teilte der Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin telefo
nisch mit, dass er seit Sommer 2015 in Basel ein Studio gemietet habe (vgl. Urk. 21/10). In der Folge teilte die Beschwerdegegnerin dem kantonalen Sozial
amt Zürich am 25. Oktober 2016 mit, der Beschwerdeführer sei nach Basel weg
gezogen (Urk. 21/6/1 = Urk. 9/1). Das kantonale Sozialamt Zürich meldete dies wiederum am 31. Oktober 2016 dem Amt für Sozialbeiträge Basel-Stadt (Urk. 21/5 = Urk. 9/2). Der Beschwerdeführer meldete sich jedoch nicht in der Stadt Basel an.
Nachfolgend ist zu prüfen, ob der Aufenthalt des Beschwerdeführers in Basel seit dem 16. Juni 2015 einen neuen Wohnsitz begründet hat (Art. 23 Abs. 1 ZGB in Verbindung mit Art. 21 Abs. 1 ELG). Anderenfalls käme Art. 24 Abs. 1 ZGB zur Anwendung.
4.2
Das objektive äussere Kriterium der Wohnsitzbegründung des Aufenthalts hat der Beschwerdeführer mit dem tatsächlichen Aufenthalt im gemieteten Studio in Basel ab dem 16. Juni 2015 erfüllt.
4.3
Für das zweite Erfordernis, die Absicht des dauernden Verbleibs, ist massge
bend, wo sich der Lebensmittelpunkt befindet (vgl. vorstehend E. 2.2-2.3).
Der Beschwerdeführer hält sich seit dem 16. Juni 2015 in Basel auf und über
nachtet dort im gemieteten Studio (vgl. Urk. 1 S. 5 ff.), was für eine Wohnsitz
nahme in Basel spricht.
Nach eigenen Angaben der Beschwerdeführers nahm er nur einen kleinen Teil seiner persönlichen Effekten mit nach Basel, diese hätten in einem kleinen Rucksack und maximal in zwei Tragtaschen Platz finden müssen (vgl. Urk. 1 S. 5 unten, S. 11 unten). Der Grossteil der persönlichen Effekten befindet sich demnach weiterhin in Winterthur, was gegen eine Wohnsitznahme in Basel spricht.
Aus den Akten ist nicht genau ersichtlich, wo sich der Beschwerdeführer, der aufgrund seiner Zwangsstörung mit Wasch- und Reinlichkeitszwängen eine ganze Rente der Invalidenversicherung bezieht (vgl. Urk. 1 S. 3 oben) und somit keiner Erwerbstätigkeit nachgeht, in seiner Freizeit beziehungsweise den ganzen Tag aufhält. Der Umstand, dass sich der Beschwerdeführer für verkehrspolitische Projekte interessiert und sich nach eigenen Angaben sein infrastrukturpoliti
scher Arbeitsschwerpunkt in Basel befindet (vgl. Urk. 1 S. 7 f.), ist jedoch unbe
achtlich, da dies einem Arbeitsort gleichzustellen ist und sich der Lebensmittel
punkt nicht am Arbeitsort befindet (vgl. Staehelin, a.a.O., Art. 23 N 6).
Der Beschwerdeführer ist, wie bereits erwähnt, immer noch in Winterthur ange
meldet (vorstehend E. 4.1). Der gemeinsame Briefkasten des Beschwerdeführers und seiner Eltern in Winterthur in der gleichen Liegenschaft werde nach Anga
ben des Beschwerdeführers von seiner Mutter regelmässig geleert und die Post gemeinsam von Mutter und Sohn in angemessenen Zeitabständen gesichtet und bearbeitet (vgl. Urk. 1 S. 15 unten). Die Postadresse des Beschwerdeführers be
findet sich demnach weiterhin in Winterthur, was gegen eine Wohnsitznahme in Basel spricht. Der Beschwerdeführer begründete sodann seinen Wunsch ge
genüber der Beschwerdegegnerin, ihm allfällige Mitteilungen (statt oder neben dem Postweg) per E-Mail zuzustellen, damit, dass auch das Öffnen und Auspa
cken von Brief- und Paketpost zu den Dingen gehöre, die im Rahmen seiner Zwangserkrankung erhöhten Zeitaufwand verursachen würden (vgl. Urk. 1 S. 10). Dies ist angesichts seiner Erkrankung nachvollziehbar und spricht dem
nach entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin (vorstehend E. 3.1) nicht für eine Wohnsitznahme in Basel.
Der vom Beschwerdeführer geltend gemachte Umstand, er habe aufgrund seiner Zwangsstörung während den Sanierungsarbeiten an seinem Wohnort an der
Y._
in Winterthur, namentlich einer Fassadenisolation, eine vo
rübergehende Übernachtungsmöglichkeit gesucht und habe nach einem Aufent
halt vom 26. Mai bis 6. Juni 2015 in
Z._
und vom
6.
bis 16. Juni 2015 in Arth seit dem 16. Juni 2015 eine günstigere Unterkunft in Basel gefunden, wo
bei er anfänglich mit einer Abwesenheit von eineinhalb bis zwei, maximal drei Monaten gerechnet habe (vgl. Urk. 1 S. 4 unten f.), ist für die Bestimmung des Wohnsitzes zwar nicht massgebend, jedoch ein Indiz dafür, dass sich der Wohnsitz des Beschwerdeführers immer noch in Winterthur befindet.
Der vom Beschwerdeführer geltend gemachten Umstand, dass es sich bei den von der A._, der Vermieterin seines Studios in Basel, angebotenen Un
terkünften grundsätzlich um temporäre Wohnmöglichkeiten handle (vgl. Urk. 1 S. 8 oben), ist für die Bestimmung des Wohnsitzes nicht entscheidend, da die
Absicht, einen Ort später wieder zu verlassen, einen Wohnsitz nicht aus
schliesst
.
Der Beschwerdeführer machte zudem geltend, dass seine Eltern in Winterthur wohnen würden, seine Mutter in der gleichen Liegenschaft an der Y._ und sein Vater in einem Pflegeheim, er als Einzelkind deren wichtigste Bezugsperson sei und seine Eltern auf seine Unterstützung angewiesen seien, weshalb sich sein Lebensmittelpunkt in Winterthur befände (vgl. Urk. 1 S. 11 unten). Diese enge Bindung in Winterthur spricht tendenziell für einen Wohn
sitz in Winterthur.
Ferner machte der Beschwerdeführer seit seiner telefonischen Meldung an die Beschwerdegegnerin am 3. Oktober 2016, er habe seit Sommer 2015 in Basel ein Studio gemietet, geltend, sein Lebensmittelpunkt bestehe weiterhin in Win
terthur (vgl. Urk. 21/10, Urk. 1 S. 11 unten). Diese Erklärung des Beschwerde
führers ist ein weiteres Indiz für einen Wohnsitz in Winterthur (vgl. hierzu Jöhl/Usinger-Egger, a.a.O., S. 1726 Rz 28).
Schliesslich sind die Anmeldung und Bezahlung der Steuern in Winterthur wei
tere Indizien, die für einen Wohnsitz in Winterthur sprechen.
4.4
Nach dem Gesagten
lassen die objektiven äusseren Umstände nicht auf die Ab
sicht des dauernden Verbleibs
des Beschwerdeführers
in Basel schliessen.
Die Beschwerdegegnerin hat nicht rechtsgenüglich darlegen können, dass der Be
schwerdeführer seinen Wohnsitz von Winterthur nach Basel verlegt hat.
Folglich ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in der Zeit seines Aufenthaltes in Basel seit dem 16. Juni 2015 zumindest im hier massgeblichen Überprüfungszeitpunkt (vgl. BGE 129 V 1 E. 1.2) bis zum Erlass des angefoch
tenen Einspracheentscheids vom 5. April 2017 (Urk. 2) in Basel keinen Wohn
sitz begründet hat, weshalb in Anwendung von Art. 24 Abs. 1 ZGB weiterhin der bisherige Wohnsitz in Winterthur fortbestanden hat.
Dementsprechend ist die Beschwerdegegnerin nach Art. 21 Abs. 1 ELG (weiter
hin) zuständig für die Festsetzung und Ausrichtung von Zusatzleistungen an den Beschwerdeführer. Die Beschwerdegegnerin hat somit die Zusatzleistungen zu Unrecht per 31. Oktober 2016 eingestellt.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin hat ihre örtliche Zuständigkeit aufgrund ungenügender Abklärungen beziehungsweise eigentlich ohne jegliche nähere – ihr von Amtes wegen obliegenden - Abklärungen umstandslos verneint und ihre Leistungen eingestellt und damit den Beschwerdeführer in eine äusserst unerspriessliche Notlage versetzt.
Vor diesem Hintergrund erscheint es angezeigt, einer allfälligen Beschwerde gegen den vorliegenden Endentscheid die aufschiebende Wirkung zu entziehen.
5.2
Mit dem Endentscheid in vorliegender Streitsache erweist sich das Gesuch um vorsorgliche Massnahmen (vgl. Urk. 8 S. 2 Ziff. 3, vgl. auch Urk. 16 S. 2 Ziff. 1.b) zudem als gegenstandslos.
6.
In formeller Hinsicht beantragten beide Parteien, es sei das Amt für Sozialbei
träge des Kantons Basel-Stadt beizuladen (vgl. Urk. 8 S. 2 Ziff. 2, Urk. 16 S. 2 Ziff. 2).
Die Wirkung der
Beiladung
besteht darin, dass die Rechtskraft des Entscheids auf die beigeladene Person oder Stelle ausgedehnt wird (Kieser, ATSG
-Kom
mentar, 3. Auflage,
Zürich/Basel/Genf 2015, Art. 61 N 128
). Aufgrund des im Streite liegenden Einspracheentscheids beziehungsweise des Streitgegenstandes wird das
vorliegende Urteil gegenüber dem
Amt für Sozialbeiträge des Kantons Basel-Stadt keine Rechtswirkung entfalten, weshalb auf die diesbezüglichen Anträge nicht einzutreten ist
.
7.
Der unvertretene Beschwerdeführer beantragte sinngemäss eine Prozessent-schädi
gung (vgl. Urk. 1 S. 12 Ziff. 5).
Dem Beschwerdeführer ist keine Prozessentschädigung zuzusprechen, da sein Arbeitsaufwand und seine Umtriebe im vorliegenden Verfahren nicht den Rah
men dessen überschritten, was der Einzelne zumutbarerweise nebenbei zur Be
sorgung seiner persönlichen Angelegenheiten auf sich zu nehmen hat.