Decision ID: 5cbf3182-4ebb-45d1-9544-7d44e6a0dc9e
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Felix Schmid, Oberer Graben 42, 9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rentenrevision (Einstellung der Rente)
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 1. Dezember 2004 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (Berufliche Massnahmen, Rente; act. G 5.1/7 und 18). Die
Hausärztin der Versicherten, Dr. med. B._, diagnostizierte mit Bericht vom 9. April
2005 einen Status nach thorakoskopischem ventralem Release Th 7 - 11 und dorsaler
Aufrichtungsspondylodese Th 4 - 12 1997 bei idiopathischer Skoliose, eine muskuläre
Dysbalance und Dekonditionierung sowie eine Wirbelsäulenfehlhaltung und -fehlform
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (act. G 5.1/24.3). In einer zusätzlichen
gutachterlichen Beurteilung stellte Dr. med. C._, Facharzt FMH Orthopädische
Chirurgie, eine Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit (als Bürokraft,
Degustantin) von 50 % fest. Berufliche Massnahmen schlug er keine vor, da er keine
bessere Tätigkeit als die erlernte sehe (act. G 5.1/29.3).
Nachdem der RAD Ostschweiz diese Meinung teilte, wurde der Versicherten von der
IV-Stelle St. Gallen mit Verfügung vom 9. März 2006 eine halbe Rente, beginnend am
1. Juli 2005, zugesprochen (act. G 5.1/30, 39 und 47).
A.b Im Revisionsfragebogen vom 7. Dezember 2007 gab die Versicherte an, der
Gesundheitszustand sei gleich geblieben (act. G 5.1/54). Mit Verlaufsbericht vom 23.
Januar 2008 führte Dr. B._ ebenfalls aus, der Zustand sei stationär, die Diagnose
unverändert. Weiter führte sie aus, dass die Versicherte leichte Hausarbeiten in
verschiedenen Haushalten ausübe. Die Versicherte arbeite teilweise sitzend, teilweise
stehend und teilweise sich bewegend. Dies sei ihr zu 50 % zumutbar (act. G 5.1/57.5f.).
Am 12. August 2008 führte die IV-Stelle eine Haushaltsabklärung durch. Diese ergab
eine Einschränkung von 9 % im Haushaltteil. Bei einer durch die IV-Stelle
vorgenommenen Gewichtung von 88 % Haushalt und 12 % Erwerbstätigkeit ergab
dies einen Gesamtinvaliditätsgrad von 8 % (act. G 5.1/68.11).
A.c Mit Vorbescheid vom 22. Oktober 2008 stellte die IV-Stelle der Versicherten die
Einstellung der Rente in Aussicht (act. G 5.1/70). Mit Einwand vom 5. November 2008
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führte die Versicherte aus, im Gesundheitsfall würde sie auch mit Kind zu 100 %
arbeiten. Zudem habe sich ihr Gesundheitszustand nicht verbessert, weshalb die Rente
nicht einzustellen sei (act. G 5.1/71). Mit Verfügung vom 24. November 2008 verfügte
die IV-Stelle wie angekündigt und hob die Rente auf das Ende des der Zustellung
folgenden Monats auf (also per Ende Dezember 2008, act. G 5.1/72).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 9. Januar
2009 mit dem Antrag auf Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Der
Beschwerdeführerin sei eine halbe, allenfalls eine höhere Rente auszurichten.
Ausserdem sei der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Rechtspflege und -
verbeiständung zu gewähren. Es verletze den Gleichbehandlungsgrundsatz der
Bundesverfassung (Art. 29 BV), der insbesondere die Gleichbehandlung von Mann und
Frau vorschreibe, wenn sich der Invaliditätsgrad auf Grund des blossen Wechsels von
Erwerbsarbeit in die Hausarbeit derart stark verändere. Zudem verletze es Art. 14 der
Europäischen Menschenrechtskonvention (Diskriminierungsverbot) sowie eventuell Art.
8 EMRK (Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens), wenn das
Sozialversicherungsrecht so ausgestaltet sei, dass eine nichterwerbstätige Mutter
diskriminiert werde. In Bezug auf die Haushaltsabklärung wird vorgebracht, dass dabei
nicht berücksichtigt werde, dass die Beschwerdeführerin für jede Haushaltsarbeit
massiv mehr Zeit benötige. Wegen der Schmerzen müsse sie langsamer arbeiten und
mehr Pausen einlegen. Die generelle Reduktion der Leistung liege bei den meisten
Tätigkeiten über 50 %. Weiter sei die Mitarbeit des Partners mit 45 Minuten pro Tag
massiv zu tief angesetzt worden. Im Übrigen habe die Beschwerdeführerin in einem ihr
vorgängig zugestellten Formular andere Angaben gemacht, die dann vom
Sachbearbeiter abgeändert worden seien. Da die Abklärung an Ort und Stelle
ungenügend sei, sei die Situation durch eine unabhängige Expertise nochmals neu zu
erheben. Schliesslich treffe nicht zu, dass die Beschwerdeführerin ihre Erwerbstätigkeit
nach der Geburt des Kindes auch ohne gesundheitliche Beeinträchtigung aufgegeben
hätte. Vielmehr wäre sie so schnell wie möglich zu einer vollen Erwerbstätigkeit
zurückgekehrt (act. G 1).
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B.b Mit Beschwerdeantwort vom 4. März 2009 beantragt die Verwaltung Abweisung
der Beschwerde. Unbestrittenermassen stelle die Änderung der Qualifikation einen
Revisionsgrund dar. Selbst wenn daraus ein tieferer Invaliditätsgrad resultiere, liege
keine Verletzung des Gleichbehandlungsgrundsatzes oder des Diskriminierungsverbots
vor. Die Beschwerdeführerin habe selber angegeben, dass die Tochter nicht auswärts
betreut werden könne. Im Weiteren arbeite sie nicht im Rahmen ihrer gemäss
Gutachten C._ attestierten Arbeitsfähigkeit von 50 %. Vielmehr übe sie seit April
2007 nur noch ein Arbeitspensum von vier Stunden pro Woche aus. Die von ihr geltend
gemachte volle Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall sei demnach nicht plausibel.
Ein Abklärungsbericht stelle in der Regel eine geeignete und genügende Grundlage für
die Invaliditätsbemessung im Haushalt dar. Die pauschalen Einwände der
Beschwerdeführerin vermöchten diesen nicht zu erschüttern, zumal die
Beschwerdeführerin daran anlässlich der Zustellung keine Korrekturen vorgenommen
habe. Weitere Abklärungen seien demnach unnötig, so dass auf den Bericht
abzustellen sei. Die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte zusätzliche
Einschränkung im erwerblichen Teil (Langsamkeit) sei nicht massgebend, werde ihr
doch vom Gutachten C._ in der erlernten oder einer anderen adaptierten Tätigkeit
eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit attestiert (act. G 5).
B.c Mit Replik vom 30. April 2009 macht der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
geltend, für einen der Realität entsprechenden Entscheid müsse die
Schmerzproblematik vermehrt berücksichtigt werden. Diese ergebe sich sowohl aus
dem Gutachten C._ als auch aus den Ausführungen des RAD-Arztes.
Der neu festgestellte Invaliditätsgrad erscheine auf Grund des Beschwerdebildes und
des früheren Invaliditätsgrades von 50 % völlig unrealistisch. Wer in einer
rückenadaptierten Tätigkeit zu 50 % arbeitsunfähig sei, könne nicht im Haushalt zu 80
oder gar 90 % arbeitsfähig sein. Haushaltstätigkeit sei körperlich mindestens so
anstrengend wie Büroarbeit. Dass die Einschränkungen in den verschiedenen
Tätigkeitsbereichen nur zwischen 0 % und 20 % liegen sollten, sei nicht
nachvollziehbar. Nicht ausreichend begründet werde schliesslich, weshalb - anders als
noch in der Haushaltsabklärung, wo die beiden Bereiche mit je 50 % gewertet worden
seien - nun von einer Aufteilung mit 88 % Haushaltstätigkeit und 12 % Erwerbstätigkeit
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ausgegangen werde. Zudem sei es ein Fehlschluss, anzunehmen, die
Beschwerdeführerin könne neben einer vollen Haushaltsarbeit in einem 12 %-Pensum
eine 100 %ige Arbeitsleistung erbringen (act. G 10).
B.d Mit Präsidialverfügung vom 10. März 2009 wurde der Beschwerdeführerin die
unentgeltliche Prozessführung (Befreiung von den Gerichtskosten und unentgeltliche
Rechtsverbeiständung) bewilligt (act. G 6).

Erwägungen:
1.
1.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40 % ein Anspruch auf eine Viertelsrente. Um den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die
Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch
zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen).
1.2 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer rentenbeziehenden Person erheblich, so wird
die Rente gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die
Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben. Anlass zu einer
Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die
geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Ob
eine solche Änderung eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhaltes,
wie er im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung bestanden hat, mit
demjenigen zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung (vgl. BGE 125 V 369 E. 2 mit
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Hinweis). Nach der Rechtsprechung ist die Invalidenrente nicht nur bei einer
wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar,
wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen
Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 E. 3.5). Eine bloss
unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts
stellt praxisgemäss keine revisionsbegründende Änderung dar (BGE 112 V 372 E. 2 mit
Hinweisen). Eine anspruchsbeeinflussende Änderung ist zu berücksichtigen, sobald sie
ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat (Art. 88a der Verordnung
über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]).
2.
2.1 Vorliegend ist unbestritten, dass sich der Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin nicht verbessert hat. Streitig sind dagegen ihre Qualifikation als
nunmehr Teilerwerbstätige, die Fähigkeit im Aufgabenbereich tätig zu sein sowie die
Wechselwirkung zwischen den Bereichen Haushalt und Erwerbstätigkeit.
2.2 Die Beschwerdeführerin lässt zunächst geltend machen, die Annahme einer bloss
12 %igen Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall sei unzutreffend. Vielmehr sei die
Wahrscheinlichkeit gross, dass sie wie andere junge Mütter in der gleichen Situation so
schnell wie möglich wieder zu einer möglichst vollen Arbeit zurückkehren würde
(Beschwerde, S. 11 f.). Die Beschwerdeführerin selber führte in ihrem Einwand vom 5.
November 2008 aus, sie würde auch mit Kind zu 100 % arbeiten, wenn es ihr
körperlich möglich wäre. Seit der Geburt habe sich im Haushalt kein nennenswerter
Mehraufwand ergeben. Die schweren Tätigkeiten würden vom Lebenspartner erledigt.
Zudem stehe ihre Mutter oft zur Verfügung, etwa, wenn sie Lebensmittel benötige oder
diverse Arbeiten im Haushalt zu erledigen habe. Es entspreche nicht den Tatsachen,
dass sie ihre Tochter nicht durch Drittpersonen beaufsichtigen lassen möchte. Sie
würde sie lediglich nicht Fremden anvertrauen. Hingegen sei ihre Mutter jederzeit
bereit, die Tochter zu beaufsichtigen (act. G 5.1/71).
Demgegenüber ergibt sich aus dem Abklärungsprotokoll, dass die Abklärungsperson
der IV zunächst davon ausging, dass die Betreuungsmöglichkeiten am Ort zwar
beschränkt seien, eine halbtägige private Fremdplatzierung jedoch allenfalls möglich
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wäre. Die Beschwerdeführerin änderte diese Angaben dann dahingehend ab, dass die
Tochter gar nicht ausserhalb platziert werden könne, da es in der Gegend keine
Tagesmütter gebe und sie die Tochter wegen gemachter schlechter Erfahrungen nicht
in fremde Hände geben wolle. Im Weiteren gab sie an, dass sich ihre Mutter das halbe
Jahr in Italien aufhalte (act. G 5.1/68.4). Die Mutter selber führte dazu in ihrer
Stellungnahme vom 6. Februar 2008 (Fragebogen für Arbeitgebende) aus, sie halte sich
sieben bis acht Monate pro Jahr im Ausland auf (act. G 5.1/58.5). In ihrer Meldung vom
13. August 2008 führte die Beschwerdeführerin weiter aus, es bestehe keinerlei
Möglichkeit, die Tochter zu Verwandten zu geben, da diese viel zu weit weg wohnten,
und betonte nochmals, die Tochter nicht in fremde Hände geben zu wollen (act. G
5.1/76). Wie sich aus dem Ermittlungsblatt ohne Berücksichtigung der Behinderung
ergibt, würde die Beschwerdeführerin ohne Behinderung knapp sieben Stunden pro
Tag im Haushalt arbeiten (act. G 5.1/68.10), so dass eine volle Erwerbstätigkeit auch
aus dieser Sicht nicht wahrscheinlich erscheint. Zudem hat die Beschwerdeführerin
nach eigenen Angaben diverse Tiere zu versorgen, so dass eine ganztägige
Abwesenheit nicht möglich sei (act. G 5.1/36.2). Nach Lage der Akten arbeitet
schliesslich auch der Lebenspartner der Beschwerdeführerin Vollzeit (vgl. act. G 1.3).
Insgesamt erscheint damit nicht glaubhaft, dass die Beschwerdeführerin im
Gesundheitsfall zu 100 % erwerbstätig wäre, ist doch die Betreuung der Tochter durch
Verwandte, namentlich durch die Mutter oder den Partner der Beschwerdeführerin,
nicht jederzeit gewährleistet. Vielmehr wäre sie wohl nur zu einem geringen Teil
erwerbstätig. Ein Erwerbsanteil von mehr als 50 % erscheint jedenfalls nicht
überwiegend wahrscheinlich. Die Beschwerdeführerin ist somit ab der Geburt ihrer
Tochter im November 2007 als Teilerwerbstätige einzustufen. Dabei spielt der genaue
Anteil der Erwerbstätigkeit (50 % oder 12 %) - wie auszuführen sein wird - im Resultat
keine Rolle, so dass darauf nicht weiter einzugehen ist.
2.3 Im Weiteren macht der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin geltend, die
Einschränkungen im Haushalt seien nicht genügend berücksichtigt worden. So werde
nicht berücksichtigt, dass die Beschwerdeführerin für jede Haushaltsarbeit massiv
mehr Zeit brauche, da sie wegen der Schmerzen langsamer arbeite und mehr Pausen
benötige. Diese seien auch nötig wegen der Übermüdung, da die Beschwerdeführerin
nur etwa zwei Stunden pro Nacht schlafe. Es sei unverständlich, dass die Reduktion in
den einzelnen Bereichen nur zwischen 0 % und 20 % betragen solle. Mit der
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Beschwerdegegnerin ist demgegenüber zunächst festzustellen, dass die
Beschwerdeführerin zu den einzelnen Positionen keine Einwände hatte (act. G 5.1/68.6
ff.). Vor allem aber scheint Hausarbeit diejenige Form der Betätigung zu sein, die am
besten auf die gesundheitlichen Einschränkungen der Beschwerdeführerin Rücksicht
nimmt. So wird bereits anlässlich der beruflichen Abklärung im Februar 2006 darauf
hingewiesen, dass eine Bürotätigkeit offenbar nicht optimal adaptiert sei, obwohl dies
der RAD-Arzt so beschreibe (act. G 5.1/36.2). Die Beschwerdeführerin selber wählte für
die Verwertung ihrer Resterwerbsfähigkeit denn auch diverse Reinigungstätigkeiten. So
arbeitete sie von September 2006 bis zur Geburt ihrer Tochter im November 2007 bei
der Bauunternehmung D._. Diese Tätigkeit war in zwei wöchentlichen Blöcken à vier
Stunden auszuführen und beinhaltete je eine Stunde Staubsaugen, Sanitäranlagen
reinigen, Boden feucht aufnehmen sowie Fensterputzen, Abstauben und Diverses (act.
G 5.1/59.5). Des Weiteren arbeitete die Beschwerdeführerin im Rahmen eines
Liegenschaftenunterhalts rund vier Stunden pro Woche bei ihrer Mutter. Diese Tätigkeit
umfasste nebst dem Erstellen von Mietverträgen, der Übergabe und Abnahme von
Wohnungen, dem Organisieren von Handwerkern und der Erledigung von allgemeinen
Administrations- und Buchhaltungsarbeiten auch leichte Reinigungsarbeiten (act. G
5.1/58.5). Schliesslich arbeitete sie von Januar bis Oktober 2007 auch für die Tochter
der Hausärztin als Reinigungskraft (vgl. act. G 5.1/68.3). Dr. B._ geht in ihrem
Verlaufsbericht vom 23. Januar 2008 davon aus, dass leichte, wechselbelastende
Tätigkeiten im Haushalt am besten toleriert würden und die Beschwerdeführerin so am
besten eingesetzt werden könne (act. G 5.1/57.6). Nach dem Gesagten erscheint
nachvollziehbar, dass die Abklärung an Ort und Stelle keine grösseren als die
festgestellten, mit Kurzbegründungen versehenen Einschränkungen in der
Haushaltstätigkeit ergeben hat. Insbesondere steht der Abklärungsbericht nicht im
Widerspruch zu den ärztlichen Ausführungen. Demnach ist darauf abzustellen (vgl. zur
Beweistauglichkeit des Abklärungsberichts Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts vom 6. September 2004 [I 249/2004 E. 5.1.1]). Wie die
Beschwerdegegnerin sodann zu Recht ausführt, würde eine höhere Beteiligung des
Partners am Haushalt nur dazu führen, dass die Beschwerdeführerin entsprechend
weniger eingeschränkt wäre, so dass sich daraus nichts zu ihren Gunsten ableiten
lässt. Schliesslich lässt auch der Umstand, dass die Beschwerdeführerin offenbar ein
von ihr ausgefülltes Formular eingereicht hat, die von der Beschwerdegegnerin
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durchgeführte Abklärung nicht als unplausibel erscheinen. Die Beschwerdeführerin
bringt denn auch im vorliegenden Verfahren nichts Konkretes vor, wie hoch die
Einschränkungen ihrer Meinung nach wären. Auf weitere Abklärungen ist demnach zu
verzichten.
2.4 Die Beschwerdegegnerin geht von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer
adaptierten Tätigkeit aus. Dabei stützt sie sich im Wesentlichen auf den Bericht von Dr.
C._ vom 13. September 2005. Dr. C._ legte seiner Beurteilung eine Bürotätigkeit zu
Grunde und ging davon aus, dass es keine besser adaptierte Tätigkeit gebe (act. G
5.1/29.3). Der RAD-Arzt Dr. E._ übernahm diese Einschätzung in seiner
Stellungnahme vom 26. September 2005 (act. G 5.1/30.2). Dem widersprach allerdings
die Berufsberaterin, indem sie Vorbehalte an der Angepasstheit einer Bürotätigkeit
anbrachte (act. G 5.1/36.2). Die Beschwerdeführerin selber erachtet offenbar sowohl
ihre erlernte Bürotätigkeit als auch ihre zuletzt innegehabte Tätigkeit als Degustantin
nicht als optimal angepasst, da sie bei ersterer zu lange sitzen, bei letzterer zu lange
stehen müsse. Wie bereits ausgeführt, geht Dr. B._ in ihrem Bericht vom 23. Januar
2008 davon aus, dass die bisherige Tätigkeit (worunter sie allerdings die zuletzt
ausgeführten Haushalts- bzw. Reinigungstätigkeiten versteht) zu vier Stunden täglich
zumutbar sei. Dort arbeite die Beschwerdeführerin teilweise stehend, sitzend oder sich
bewegend. Leichte, wechselnde Tätigkeiten im Haushalt würden am besten toleriert. In
einer solchen Tätigkeit bestehe ein Verminderung der Leistungsfähigkeit um 50 % (act.
G 5.1/57.6). Wenn auch von medizinischer Seite unterschiedliche Ansichten darüber
bestehen, was eine leidensadaptierte Tätigkeit ist, besteht jedenfalls Einigkeit darüber,
dass die Beschwerdeführerin auch in einer adaptierten Tätigkeit nur zu 50 %
arbeitsfähig ist.
2.5 Dies wird denn von der Beschwerdeführerin auch nicht grundsätzlich bestritten. Sie
moniert jedoch die fehlende Berücksichtigung von Wechselwirkungen zwischen der
Erwerbs- und der Hausarbeit. So werde bei der von der Beschwerdegegnerin
vorgenommenen Berechnung des Invaliditätsgrades nicht berücksichtigt, dass die
Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin nach 50 %iger Aktivität ausgeschöpft sei.
Dem ist ohne weiteres zuzustimmen. Wie das Bundesgericht etwa im Entscheid vom
28. Juli 2008 (9C_49/2008 E. 3.4) jedoch ausführt, sei die im Zusammenhang mit einer
Geburt eintretende Einkommensreduktion nicht invaliditätsbedingt. Vielmehr würde
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auch eine gesunde Person ihre bisherige Erwerbstätigkeit reduzieren und eine
entsprechende Einkommenseinbusse erleiden. Dies mag zutreffen. Indessen trifft nicht
zu, dass die Kritik an der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zur gemischten
Methode eine Kritik an dieser Tatsache ist. Vielmehr ist es eine Kritik an der Tatsache,
dass die im Gegenzug zur Erwerbsreduktion - auch im Gesundheitsfall -
vorgenommene Ausweitung im Aufgabenbereich einfach unberücksichtigt bleibt. Dies
wirkt sich im vorliegenden Fall, wo der Beschwerdeführerin namentlich
Haushaltsarbeiten noch am ehesten möglich sind, besonders nachteilig aus. Es wird
der Beschwerdeführerin nämlich zugemutet, halbtags erwerbsmässig Haushalts- und
Reinigungsarbeiten zu besorgen, und zur anderen Hälfte, da sie ja in der
Haushaltführung kaum eingeschränkt ist, noch den eigenen Haushalt. Nicht
berücksichtigt wird dabei, wie der Rechtsvertreter zu Recht einwendet, dass die
Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin insgesamt nur 50 % beträgt. Nachdem sich
aber das Bundesgericht in ständiger Rechtsprechung gegenüber dieser auch vom
hiesigen Gericht immer wieder vorgetragenen Kritik (vgl. zum Ganzen auch Franz
Schlauri, Gemischte Methode der Invaliditätsbemessung, in: Schaffhauser/Schlauri
[Hrsg.], Schmerz und Arbeitsunfähigkeit, St. Gallen 2003, S. 309 - 328 mit diversen
Hinweisen) verschliesst, ist grundsätzlich von der beschwerdegegnerischen
Berechnungsweise des Invaliditätsgrades auszugehen. Dass das Bundesgericht in
seiner Methode zudem keine Verletzung der Bundesverfassung oder der EMRK sieht,
ist dem Rechtsvertreter wohl ebenfalls bekannt und braucht hier nicht wiederholt zu
werden (vgl. etwa den genannten Entscheid 9C_49/2008 E. 3.4).
Geht man davon aus, dass die Beschwerdeführerin als Gesunde weiterhin einer
Tätigkeit als Degustantin nachgehen könnte, könnte sie - wie in der ursprünglichen
Rentenzusprache festgestellt, im Jahr 2005 Fr. 63'433.-- verdienen (vgl. act. G
5.1/37.2). Aufgerechnet auf das Jahr 2006 (+ 1,2 %, vgl. Bundesamt für Statistik,
www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/03/04) ergibt dies ein
Valideneinkommen von Fr. 64'194.--, bei einem 50 %-Pensum also Fr. 32'097.--. Stellt
man dem als Invalideneinkommen den Tabellenwert LSE 2006, TA1,
Anforderungsniveau 4, Frauen, von Fr. 50'278.-- (Gesetzesausgabe der
Informationsstelle AHV/IV, Anhang 2) gegenüber, ergibt dies bei einem halben Pensum
ein Invalideneinkommen von Fr. 25'139.--. Auf die weitere Berücksichtigung der
Nominallohnentwicklung bis zum Jahr 2008 (Revisionsverfügung) kann verzichtet
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werden, wäre doch dafür bei beiden Beträgen auf die gleichen statistischen Werte
zurückzugreifen (nicht veröffentlichter Entscheid des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts i/S N.N. vom 2. August 1999 E. 3a). Somit resultiert bei
Annahme eines Erwerbsanteils von 50 % an der Gesamttätigkeit ein Invaliditätsgrad
von 21,7 % im Erwerbsteil, bzw. von 10,9 % gewichtet. Zuzüglich den gewichteten
Anteil von 4,5 % aus dem Haushaltsteil ergibt sich somit ein Gesamtinvaliditätsgrad
von 15,4 % (0,5 X [21,7 % + 9 %]). Bei einem tieferen Erwerbsanteil würde der
Invaliditätsgrad wegen dem geringer eingeschränkten Haushaltanteil noch weniger
betragen.
2.6 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung können schliesslich
Wechselwirkungen zwischen Erwerbstätigkeit und Haushalt berücksichtigt werden,
wobei diese bei einer je 50 %igen Gewichtung beider Bereiche dort zu berücksichtigen
ist, wo sie sich stärker auswirkt. Das reduzierte Leistungsvermögen ist mit maximal 15
ungewichteten Prozentpunkten zu berücksichtigen (BGE 134 V 9 E. 7.3). Zwar sind bei
der Beschwerdeführerin solche Wechselwirkungen nicht auszuschliessen, nachdem sie
sowohl im Erwerbs- als auch im Haushaltsteil ähnliche Tätigkeiten zu verrichten hat. Ob
die nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung erforderlichen Bedingungen für die
Berücksichtigung von Wechselwirkungen erfüllt sind, kann jedoch offen bleiben. Selbst
unter Zugrundelegung des Maximalansatzes von 15 % resultiert ein Invaliditätsgrad
von nur 22,9 % (0,5 X [21,7 % + 9 % + 15 %]) (vgl. zur Berechnung: Urteil des
Bundesgerichts vom 4. November 2008 [9C_686/2008] E. 4.5). Die angefochtene
Verfügung erweist sich vor diesem Hintergrund im Ergebnis als korrekt.
3.
3.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
3.2 Der unterliegenden Beschwerdeführerin sind die Gerichtskosten in Höhe von
Fr. 600.-- aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist sie von der Bezahlung
zu befreien. Wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse der Beschwerdeführerin es
gestatten, kann sie jedoch zur Nachzahlung der Gerichtskosten verpflichtet werden
(Art. 288 Abs. 1 ZPO/SG i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP/SG).
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3.3 Der Staat ist zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung zu verpflichten, für die
Kosten der Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin aufzukommen. Der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin verzichtete auf das Einreichen einer
Kostennote. Die Entschädigung ist ermessensweise auf Fr. 3'500.-- festzulegen und
um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 AnwG). Somit hat der Staat den
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin mit Fr. 2'800.-- (inkl. Barauslagen und
Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG