Decision ID: 8f45df69-f1c5-4b9b-9e50-7d10927c7873
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Veronica Hälg-Büchi, Marktgasse 14,
9004 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a Mit Verfügung vom 5. November 2001 sprach die IV-Stelle des Kantons Zürich
A._ ab 1. Juli 2001 aufgrund eines Invaliditätsgrads von 100% eine ganze
Invalidenrente zu (IV-act. 64). Am 12. Februar 2003 erfolgte eine Begutachtung in der
Ärztliches Begutachtungsinstitut (ABI) GmbH. Im entsprechenden Gutachten vom
28. April 2003 wurde der Versicherten für körperlich leichte bis mittelschwere
Tätigkeiten ohne die Notwendigkeit von repetitiven Überkopfarbeiten eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit attestiert (IV-act. 96). Mit Verfügung vom 6. August 2003 wurde die
Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 0% auf Ende September 2003
aufgehoben (IV-act. 105).
A.b Im November 2004 meldete sich die Versicherte wieder bei der IV-Stelle und
beantragte Leistungen der Invalidenversicherung (IV-act. 108). Mit Verfügung vom 11.
August 2005 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab (IV-act. 134). Die gegen die
Verfügung erhobene Einsprache vom 30. August 2005 (IV-act. 136) wurde mit
Einspracheentscheid vom 10. Oktober 2005 abgewiesen (IV-act. 141).
A.c Im Dezember 2008 meldete sich die Versicherte erneut bei der IV-Stelle und
beantragte die Ausrichtung einer Invalidenrente (IV-act. 146). Mit Schreiben vom 16.
Januar 2009 teilte sie mit, dass sie am Hypermobilitätssyndrom leide (IV-act. 151). Im
Arztbericht des Universitätsspitals Zürich, Rheumaklinik und Institut für Physikalische
Medizin, vom 10. Februar 2009 wurde ein chronisches Panvertebralsyndrom mit
intermittierender lumbospondylogener Komponente links diagnostiziert. Eine leichte,
wechselbelastende Tätigkeit sei ohne verminderte Leistungsfähigkeit ganztags
zumutbar (IV-act. 156/6-9).
A.d Im Vorbescheid vom 2. April 2009 stellte die IV-Stelle der Versicherten in
Aussicht, dass sie keinen Anspruch auf eine Rente habe. Für eine leichte,
wechselbelastende Tätigkeit bestehe weiterhin eine 100%ige Arbeitsfähigkeit, weshalb
sie keine Erwerbseinbusse erleide (IV-act. 161). Am 18. Mai 2009 erhob die Versicherte
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Einwand gegen den Vorbescheid und beantragte die Ausrichtung einer Invalidenrente
(IV-act. 166). Mit Verfügung vom 29. Juni 2009 verneinte die IV-Stelle einen Anspruch
auf eine Invalidenrente (IV-act. 173).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwältin lic. iur. Veronica Hälg-
Büchi, St. Gallen, im Namen der Versicherten eingereichte Beschwerde vom 18.
August 2009 mit den Anträgen, die Verfügung vom 29. Juni 2009 sei aufzuheben, der
Beschwerdeführerin sei eine Invalidenrente zuzusprechen, eventualiter sei die
Beschwerdeführerin umfassend medizinisch abzuklären, wobei dem
Hypermobilitätssyndrom und dessen Verlauf gebührend Beachtung zu schenken sei,
und es sei ihr für das vorliegende Verfahren die unentgeltliche Prozessführung zu
gewähren; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Im Bericht des
Universitätsspitals Zürich vom 7. November 2008 sei die Diagnose
Hypermobilitätssyndrom gestellt und die Arbeitsfähigkeit auf 0% festgesetzt worden. In
einem weiteren Arztbericht des Universitätsspitals Zürich vom 10. Februar 2009 sei die
Diagnose bestätigt worden. Allerdings sei für leichtere, wechselbelastende Tätigkeiten
neu von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen worden. Es sei unbegreiflich,
weshalb zwischen den zwei Arztberichten eine so grosse Differenz bezüglich der
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bestehe, sodass sich eine umfassende medizinische
Abklärung aufdränge. Auf eine 100%ige Arbeitsfähigkeit könne bei dieser Aktenlage
nicht abgestellt werden. In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Lagermitarbeiterin
bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Die Beschwerdeführerin sei nicht in der
Lage, das von der Beschwerdegegnerin ermittelte Invalideneinkommen zu erzielen. Die
Beschwerdegegnerin hätte die Beschwerdeführerin vor dem Entscheid noch einmal
umgehend untersuchen lassen und ihr die entsprechenden Parteirechte einräumen
müssen. Sie habe aus den vorhandenen Arztberichten den Bericht ausgesucht,
welcher zugunsten der Ablehnung einer Invalidenrente eingesetzt werden könne. Eine
solche partielle Wertung und ein solcher Aktenzuzug seien willkürlich. Die
Beschwerdeführerin sei bedürftig und auf einen Rechtsbeistand angewiesen (act. G 1).
B.b In der Beschwerdeantwort vom 28. Oktober 2009 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Die Diagnose sei im
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Wesentlichen seit der ABI-Begutachtung im Februar 2003 gleich geblieben. Die
Berichte des Universitätsspitals Zürich seien nicht widersprüchlich. Aus Diagnose und
Verlauf wäre das Versehen betreffend Arbeits(un)fähigkeit – auch ohne ausdrückliche
Bestätigung des Spitals – leicht zu entdecken gewesen. Eine leichte,
wechselbelastende Tätigkeit sei ganztags ohne verminderte Leistungsfähigkeit
zumutbar. Eine solche Arbeitsfähigkeit sei bei einem Hypermobilitätssyndrom üblich.
Da die meisten Frauen einer leichten Tätigkeit nachgehen würden, sei der im
Einkommensvergleich berücksichtigte Tabellenlohn für Hilfsarbeiterinnen für leichte
Tätigkeiten durchaus repräsentativ. Gleichwohl sei ein Leidensabzug von 10%
berücksichtigt worden (act. G 5).
B.c Mit Verfügung vom 6. November 2009 wird dem Gesuch der Beschwerdeführerin
um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung (Befreiung von den Gerichtskosten
und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) entsprochen (act. G 6).
B.d Mit Replik vom 17. November 2009 hält die Beschwerdeführerin unverändert an
den gestellten Anträgen fest. Eine Untersuchung im Kinderspital Zürich habe ergeben,
dass sie am Ehlers-Danlos-Syndrom Typ 3 (EDS III) leide (act. G 8). Zusätzlich zur
Replik legt die Beschwerdeführerin weitere Akten zu ihrem Leiden und eine
Arbeitgeberbescheinigung ins Recht (act. G 8.1-6).
B.e Mit Duplik vom 25. November 2009 hält auch die Beschwerdegegnerin
unverändert am gestellten Antrag fest. Möglicherweise leide die Beschwerdeführerin
am Ehlers-Danlos-Syndrom, allerdings an der mildesten Form (Typ III). Die
Überbeweglichkeit der Gelenke, wie sie beim Typ III vorkomme, sei seit Jahren
aktenkundig. Massgebend sei lediglich, ob das Leiden – egal wie man es nenne – eine
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit habe (act. G 10).

Erwägungen:
1.
1.1 Streitig und im vorliegenden Verfahren zu überprüfen ist, ob die
Beschwerdegegnerin den Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente zu
Recht abgelehnt hat.
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1.2 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder
geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für
einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG
durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die
versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der
notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
1.3 Die Rentenabstufungen nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) geben bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 50% Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 60% Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 70% Anspruch auf eine ganze Rente.
1.4 Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrads verweigert, wird eine
neue Anmeldung nach Art. 87 Abs. 4 der Verordnung über die Invalidenversicherung
(IVV; SR 831.201) nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 3 erfüllt sind.
Danach ist von der versicherten Person im Gesuch glaubhaft zu machen, dass sich der
Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Die
Frage, ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditätsgrad
erheblichen Tatsachen eingetreten sein könnte, beurteilt sich durch den Vergleich des
Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der ersten Ablehnungsverfügung (bzw. bei mehreren
Ablehnungen seit der letzten unangefochten gebliebenen Ablehnung des
Leistungsgesuchs) bestanden hat, mit demjenigen zur Zeit der streitigen neuen
Verfügung (BGE 130 V 73 E. 3.1). Tritt die Verwaltung nach erfolgreicher
Glaubhaftmachung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell
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abzuklären und zu prüfen, ob nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu
bejahen sei (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG, seit 1. Januar
2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 20. April 2005,
I 797/2004, E. 1.2).
1.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten.
2.
2.1 Zu prüfen ist vorab, ob die medizinische Aktenlage eine rechtsgenügliche
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin erlaubt. Die
Beschwerdegegnerin stützt sich in der angefochtenen Verfügung auf den Bericht des
Universitätsspitals Zürich vom 10. Februar 2009 und die darin festgelegte 100%ige
Arbeitsfähigkeit für eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit. Die Beschwerdeführerin
ist hingegen der Ansicht, dass auf diesen Bericht nicht abgestellt werden könne, da er
mit dem Bericht des Universitätsspitals Zürich vom 7. November 2008 (IV-act. 152/1-2)
im Widerspruch stehe, in welchem von einer Arbeitsfähigkeit von 0% ausgegangen
worden sei.
2.2 In den Berichten des Universitätsspitals Zürich vom 7. November 2008 und 10.
Februar 2009 wurde hauptsächlich die Diagnose eines chronischen
Panvertebralsyndroms mit intermittierender lumbospondylogener Komponente links
mit/bei Bandlaxität (4/5 Beighton-Kriterien positiv), muskulärer Dysbalance und leichter
Wirbelsäulenfehlform (thorakaler Flachrücken) gestellt. Im Bericht vom 7. November
2008 wurde keine Arbeitsfähigkeit attestiert. Im Bericht vom 10. Februar 2009 wurde
eine leichtere, wechselbelastende Tätigkeit als ganztags (ohne Leistungsminderung)
zumutbar erachtet. Auf entsprechende Nachfrage der Beschwerdegegnerin teilten die
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Ärzte des Universitätsspitals Zürich mit Schreiben vom 4. Juni 2009 mit, dass im
Bericht vom 7. November 2008 versehentlich "Arbeitsfähigkeit: Keine" anstatt
richtigerweise "Arbeitsfähigkeit: Keine Arbeitsunfähigkeit" festgehalten worden sei. Ein
Arztzeugnis hätten sie nicht ausgestellt (IV-act. 171).
2.3 Da somit zwischen den zwei Berichten des Universitätsspitals Zürich kein
Widerspruch auszumachen ist, vermag der diesbezügliche Einwand der
Beschwerdeführerin nicht durchzudringen. Dementsprechend kann der
Beschwerdegegnerin auch nicht vorgeworfen werden, sie hätte aus den vorliegenden
Akten willkürlich jene Arztberichte ausgewählt, welche zu einer Verneinung des
Anspruchs auf eine Invalidenrente geführt hätten. Dass die Angabe einer vollständigen
Arbeitsunfähigkeit im Bericht vom 7. November 2008 auf einem Versehen beruhen
musste, ergab sich im Übrigen - wie die Beschwerdegegnerin zu Recht ausführte (act.
G 5 S. 3) - aus der Diagnose und der Beschreibung des Krankheitsverlaufs, welche
keine Hinweise auf ein pathologisches Geschehen enthielten, das jegliche
Arbeitstätigkeiten ausschloss.
2.4 Die Beschwerdeführerin macht gegen die Berichte des Universitätsspitals Zürich
keine weiteren Einwände geltend. Vorliegend sind auch keine Hinweise ersichtlich,
welche gegen die Zuverlässigkeit der Berichte und die darin enthaltene 100%ige
Arbeitsfähigkeit in einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeit sprechen würden.
Insbesondere stehen die vorliegenden medizinischen Akten bezüglich Diagnose und
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit im Einklang. Im ABI-Gutachten vom 28. April 2003
wurde mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein intermittierendes zervikozephales
Schmerzsyndrom mit/bei Wirbelsäulenfehlform und deutlicher Haltungsinsuffizienz mit
muskulärer Dysbalance diagnostiziert. Für körperlich leichte bis mittelschwere
Tätigkeiten ohne die Notwendigkeit von repetitiven Überkopfarbeiten bestehe eine
100%ige Arbeitsfähigkeit (IV-act. 96). Im Gutachten von Dr. med. B._, Orthopädie
FMH, vom 12. Juli 2005 wurde ebenfalls festgehalten, dass in einer angepassten
Tätigkeit ein vollschichtiger Einsatz möglich sei (IV-act. 126). Der Bericht des
Universitätsspitals Zürich vom 10. Februar 2009 erscheint insgesamt als
nachvollziehbar und ist hinreichend begründet. Die darin enthaltenen
Schlussfolgerungen, insbesondere die 100%ige Arbeitsfähigkeit für eine leichte,
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wechselbelastende Tätigkeit sind überzeugend, weshalb auf den Bericht vom
10. Februar 2009 abgestellt werden kann.
2.5 Der von der Beschwerdeführerin zusammen mit der Replik eingereichte Bericht
des Kinderspitals Zürich vom 6. November 2009 (act. G 8.1), wonach die Befunde
durchaus mit einem EDS III vereinbar seien, vermag die Beweiskraft des Berichts des
Universitätsspitals Zürich nicht zu schmälern. Dem Schreiben vom 16. Januar 2009 hat
die Beschwerdeführerin einen Bericht beigelegt, welchem zu entnehmen ist, dass das
Hypermobilitätssyndrom oft in einem Atemzug mit dem Ehlers-Danlos-Syndrom Typ III
erwähnt werde und sogar bei medizinischen Berichten oft nicht unterschieden werde
(IV-act. 151/2). Dies entspricht der allgemeinen Fachliteratur, wonach das EDS III auch
als Hypermobilitätstyp bezeichnet wird (vgl. Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 262.
Aufl., S. 531). Die untersuchenden Ärzte des Universitätsspitals Zürich haben im
Bericht vom 10. Februar 2009 die Bandlaxität explizit in die Diagnoseliste
aufgenommen und somit offensichtlich auch bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
mitberücksichtigt. Aus den von der Beschwerdeführerin eingereichten medizinischen
Akten ergeben sich somit keine neuen wesentlichen Erkenntnisse.
2.6 Von weiteren medizinischen Abklärungen sind für die Beurteilung des vorliegend
relevanten Sachverhalts ebenfalls keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb dem
Eventualantrag der Beschwerdeführerin, es sei eine umfassende medizinische
Abklärung durchzuführen, nicht stattzugeben ist (antizipierte Beweiswürdigung; vgl.
BGE 122 V 162 E. 1d). Vor diesem Hintergrund ist die Beschwerdegegnerin – entgegen
der Auffassung der Beschwerdeführerin – offensichtlich der ihr obliegenden
Abklärungspflicht hinreichend nachgekommen.
3.
Ausgehend von einer Restarbeitsfähigkeit in einer leichten, wechselbelastenden
Tätigkeit von 100% bleiben noch die erwerblichen Auswirkungen der
Leistungsbeeinträchtigung zu prüfen. Aufgrund der vorliegenden Akten ist ersichtlich,
dass die Beschwerdeführerin keine berufliche Ausbildung abgeschlossen und
vorwiegend verschiedene Hilfsarbeiten ausgeübt hat (IV-act. 9, 96/6, 117, 118, 131 und
157). Die Durchführung eines konkreten Einkommensvergleichs kann vorliegend
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unterbleiben, da die Beschwerdeführerin bei den ausgeübten Tätigkeiten nicht mehr
verdiente als der durchschnittliche Lohn einer Hilfsarbeiterin gemäss der Tabellenlöhne
der schweizerischen Lohnstrukturerhebung (vgl. Tabellen LSE, TA 1, Total, Frauen,
Niveau 4). Somit würde selbst unter Gewährung eines höchstzulässigen Leidensabzugs
von 25% kein rentenbegründender Invaliditätsgrad von mindestens 40% resultieren.
Die Beschwerdegegnerin hat daher den Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine
Invalidenrente zu Recht verneint.
4.
4.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung der
angefochtenen Verfügung abzuweisen.
4.2 Der Beschwerdeführerin wurde am 6. November 2009 die unentgeltliche
Prozessführung bewilligt. Wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse der
Beschwerdeführerin es gestatten, kann sie jedoch zur Nachzahlung der Gerichtskosten
und der Auslagen für die Vertretung verpflichtet werden (Art. 288 Abs. 1 des
st. gallischen Zivilprozessgesetzes [ZPG/SG; sGS 961.2] in der bis 31. Dezember 2010
gültigen, vorliegend anwendbaren Fassung [vgl. Art. 404 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung; ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des st. gallischen Gesetzes
über die Verwaltungsrechtspflege [VRP/SG; sGS 951.1 in der bis 31. Dezember 2010
gültigen Fassung]).
4.3 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Der
unterliegenden Beschwerdeführerin sind die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.--
aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist sie von der Bezahlung zu
befreien.
4.4 Der Staat hat zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung für die Kosten der
Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin aufzukommen. Die Parteientschädigung wird
vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
bis
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Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen
(Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte
und Rechtsagenten (HonO; GS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. In der
vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit erscheint mit Blick auf die Anforderungen
und Komplexität der Streitsache eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.--
angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes
[AnwG; sGS 963.70]). Somit hat der Staat die Rechtsvertreterin der
Beschwerdeführerin pauschal mit Fr. 2'800.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer)
zu entschädigen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP