Decision ID: 5b19a333-c0fb-4cfa-82eb-212e8f168736
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1973, arbeitete seit April 2005 als Automechaniker für die Garage
Z._
(Urk. 7/1 Ziff. 1 und 3) und war in dieser Eigenschaft bei der Suva obligatorisch gegen Unfälle versichert. Am 2. Oktober 2015 rutschte der Versicherte bei einem Liftschacht in der Werkstatt ab und fiel auf beide Knie (Urk. 7/1 Ziff. 5-6). Die Suva anerkannte ihre Leistungspflicht und erbrachte in der Folge die gesetzlichen Leistungen (Urk.
7/2).
Am 1
2.
Juni 2017 meldete der Arbeitgeber einen Rückfall und ersuchte die Suva um Wiederaufnahme der Leistungen (Urk. 7/4). Mit Verfügung vom 17. Oktober 2017
verneinte die Suva einen weiteren Leistungsanspruch, da die geltend gemachten Beschwerden nicht mehr unfallbedingt seien (Urk. 7/44). Die dagegen am 1. November 2017 erhobene Einsprache (Urk. 7/46) wies die Suva mit
Ein
spracheentscheid
vom 2. Juli 2018 ab (Urk. 7/74 = Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am 3. September 2018 Beschwerde gegen den
Einsprache
entscheid
vom 2. Juli 2018 (Urk. 2) und beantragte die
Zusprache
der versicherten Leistungen (Urk. 1 S. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 4. Oktober 2018 schloss die Suva auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), was dem Beschwerdeführer am 8. November 2018 mitgeteilt wurde (Urk. 9).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. No
vember 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundes
gesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versiche
rung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber
2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
2.
Oktober 2015
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in
dieser Fassung zitiert werden.
1.
2
Gemäss Art. 6
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (
UVG
)
werden
soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt
-
die Versicherungs
leistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1).
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invali
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.
3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adä
quate
Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.
4
Die Versicherungsleistungen werden auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt, für Bezüger von Invalidenrenten jedoch nur unter den Voraussetzungen von Art. 21 UVG (Art. 11
der Verordnung über die Unfallversicherung,
UVV). Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem andersgearteten Krankheitsbild führen können (BGE 118 V 293 E. 2c mit Hinweisen).
Rückfälle und Spätfolgen schliessen sich begrifflich an ein bestehendes Unfall
ereignis an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht der Unfall
ver
siche
rung nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesund
heitsschädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 293 E. 2c in
fine
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid (Urk. 2) insbesondere gestützt auf die ärztliche Beurteilung durch den
Versicherungsmediziner Dr.
A._
davon aus, dass die Folgen des Unfalls vom 2. Oktober 2015 spätestens bei Abschluss der Behandlung am 24. November 2015 abgeheilt gewesen und die als Rückfall gemeldeten Beschwerden ab Frühling 2017 nicht überwiegend wahrscheinlich unfallkausal seien (S. 10 unten).
In der Beschwerdeantwort vom 4. Oktober 2018 (Urk. 6) führte sie sodann ergänzend dazu aus, die Tatsache, dass sich der Beschwerdeführer erst rund einen Monat nach dem Unfall in ärztliche Behandlung begeben und normal weiterge
arbeitet habe, ergebe den Schluss, dass keine erhebliche Verletzung beziehungs
weise Funktionseinschränkung vorgelegen habe. Dies spreche auch klar gegen die Annahme, dass beim Unfallereignis vom 2. Oktober 2015 eine strukturelle Läsion erfolgt sei (S. 2
Rz
4.1). Auch die Bildgebung spreche klar gegen das Verursachen
einer strukturellen Läsion durch das Unfallereignis (S. 3
Rz
4.2).
Zudem handle es sich beim Ereignis vom 2. Oktober 2015 um einen Bagatellunfall ohne Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit, welcher spätestens Ende 2015 abgeschlossen worden sei. Hätten sei
t
Oktober 2015 persistierende Kniebeschwerden bestanden, wäre die Behandlung nicht abgeschlossen worden und es hätten weitere Abklä
rungen und Behandlungen stattgefunden. Aus den Akten ergebe sich, dass die Kniebeschwerden wahrscheinlich zwischen Mitte März und der Konsultation am 28. April 2017 begonnen hätten. Zwischen dem Fallabschluss und der erneuten ärztlichen Behandlung seien somit rund eineinhalb Jahre vergangen. Eine Brückensymptomatik liege damit nicht vor (S. 3
Rz
4.3).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend,
er sei seit dem Ereignis vom 2. Oktober 2015 nie beschwerdefrei gewesen. Er habe alle therapeutischen Bemühungen aufgelistet, so dass durchaus von Brückensymptomen beziehungs
weise ununterbrochenen Beschwerden ausgegangen werden müsse (
Urk.
1
S. 3
Rz
9). Dr.
B._
könne sich der Meinung des Kreisarztes, wonach es sich um eine
Osteochondrose
handle, nicht anschliessen. Anamnese, geschilderte Beschwerden sowie die Bildgebung würden dieser Ansicht widersprechen. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit liege ein Zustand nach traumatischer Impression der Gelenks
fläche vor
(S. 3
Rz
10).
Er habe sich am 2. Oktober 2015 eine Impressionsfraktur zugezogen, als er mit beiden Knien aus einer Höhe von zirka 50 cm auf hartem Beton aufgeschlagen habe. Aufgrund einer ausgeprägten Oberschenkelmusku
latur habe er - trotz Schmerzen - die Funktionseinbusse des rechten Kniegelenks kompensieren können. Mit der Zeit sei dies nicht mehr möglich gewesen, was ihn veranlasst habe, den Rückfall zu melden. Die Beurteilung durch den Kreisarzt vermöge nicht zu überzeugen, da dieser die Entstehung der Verletzung nicht erklären könne (S. 4
Rz
11).
2.3
Strittig und zu prüfen ist damit die Frage, ob die geklagten Beschwerden im rechten Knie in
rechtsgenüglichem
Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 2. Oktober 2015 stehen.
3.
3.
1
Die Erstbehandlung fand am 3.
November 2015
durch
Dr.
med.
C._
,
Facharzt
für Allgemeine Innere Medizin, statt
(vgl.
Urk.
7/4
Ziff.
11)
.
Gemäss
Bericht vom 27. Juni 2017 (Urk. 7/9)
klagte
der Beschwerdeführer über unklare posttraumatische mediale Knieschmerzen rechts,
wobei
röntgenologisch
keine
ossäre
Läsion festgestellt werden
konnte
(Ziff. 4-5). Eine Arbeitsunfähigkeit
wurde nicht attestiert
, die Behandlung am 24. November 2015 abgeschlossen (Ziff. 8 und 10).
3.
2
Am 28. April 2017 wurde der Beschwerdeführer röntgenologisch im
Institut für Radiologie und Nuklearmedizin,
D._
, untersucht. Die Ärzte hielten in ihrem Bericht vom 28. April 2017 fest, die Artikulation im rechten Kniegelenk sei regelrecht mit subkortikaler Hypertransparenz im media
len distalen
Femurkondylus
vor 1.2 cm. Differenzialdiagnostisch bestehe eine
osteochondrale
Läsion. Ein Gelenkerguss sei nicht nachweisbar, die Patella sei beidseits regelrecht zentriert (Urk. 7/61 S. 1).
Nach einer MR
I
-Untersuchung hielten die Ärzte am 6. Mai 2017 sodann fest, es bestehe eine
subchondrale
Impressionsfraktur der zentralen Zone des medialen
Femurkondylus
mit fokalem, die Grenzlamelle erreichendem Einriss des Gelenk
knorpels und geringem
lokoregionärem
Bone
Bruise
.
Weiter stellten sie ein nach medial umgeschlagenes Vorderhorn vom lateralen Meniskus mit zusätzlicher
,
in die Oberfläche einstrahlender Risskomponente, Irregularitäten des
retropatellären
Gelenkknorpels am medialen
Patellapol
mit fokalen Einrissen bis 50 % der Knor
peldicke, eine Verletzung der
posteropateralen
Ecke mit Partialruptur des latera
len Kollateralbandes und der
Popliteussehne
sowie eine Zerrung des vorderen Kreuzbandes fest (Urk. 7/34 S. 2).
Die
orthopädische Untersuchung des linken Knies am 6. Juni 2017 ergab einen Normalbefund (Urk. 7/64).
Am 6. Juli 2017 wurde ein
Orthoradiogramm
beidseits durchgeführt. Dabei wurde
n
ein leichtgradiger Beckenschiefstand mit Tiefstand rechts um 7 mm
, ein
femorotibialer
Varus
von 7° rechts und 6° links
sowie eine
randsklerosierte
Radioluzenz
in der zentralen medialen
Femurkondyle
rechts festgestellt, welche mit der
subchondralen
Impressionsfraktur vereinbar sei (Urk. 7/67).
3.
3
In ihrem Bericht vom 10. Juli 2017
(Urk. 7/11)
diagnostizierten
Dr.
med.
E._
und
Dr.
med.
B._
, Oberärzte,
Klinik für Orthopädie und Trau
matologie,
D._
, eine
osteochondrale
Impression des medialen
Femurkondylus
des rechten Knies
nach Sturz im Oktober 2015 (S. 1). Diese sei prinzipiell mit dem geschilderten Unfallereignis in Zusammenhang zu bringen, s
o
dass von einer möglicherweise unfallbedingten Problematik ausgegangen werden müsse, auch wenn der Unfallzeitpunkt schon länger zurückliege.
Die geschilderten Beschwer
den würden vor allem von dieser Läsion herrühren. Prinzipiell sei eine operative Rekonstruktion mit
Spongiosaunterfütterung
denkbar, der Beschwerdeführer werde sich Gedanken machen, ob eine Operation überhaupt in Frage komme (S. 2).
3.
4
Nach einer MR
I
-Untersuchung des linken Kniegelenks führten die Ärzte des Instituts für Radiologie und Nuklearmedizin,
D._
,
am 18. Juli 2017 aus
, es gebe keinen Nachweis einer
osteochondralen
Verletzung. Es bestünden eine gene
ra
lisierte Ausdünnung des Gelenkknorpels im medialen und lateralen Kompar
ti
ment, ein geringer Gelenkserguss im
Rezessus
suprapatellaris
sowie
ein schräg
verlaufender Riss in der Meniskusbasis vom
Hinterhorn
des medialen Meniskus (Urk. 7/20 S. 2).
3.
5
Am 28. Juli 2017 hielt
Kreisarzt
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Ortho
pädie und Traumatologie des Bewegungsapparates, fest, die geltend gemachten Beschwerden des rechten Knies seien nicht mehr unfallkausal. Der Beschwerde
führer sei am 2. Oktober 2015 auf die Knie gestürzt, ein Arztkontakt habe erst einen Monat später stattgefunden. Das Röntgenbild des rechten Knies sei alters
gemäss unauffällig ausgefallen.
Zwanzig
Monate später habe er einen Rückfall gemeldet. Das MRI zeige
einen
B
one
B
ruise
als Zeichen von entweder chronischen degenerativen
Veränderungen oder
einem
akute
n
frische
n
Unfall
(Urk. 7/12 Ziff. 1). Der Unfall vom 2. Oktober 2015 habe zu einer vorüber
gehenden Ver
schlimmerung des Gesundheitszustandes geführt (Ziff. 2). Der Status quo ante müsse bereits wenige Wochen nach dem Sturz eingetreten sein, da im Anschluss keine weiteren Behandlungen mehr erfolgt seien (Ziff. 3).
3.
6
In seinem Bericht vom 11. August 2017 nannte Dr.
B._
, Leitender Arzt Stell
vertreter,
Klinik für Orthopädie und Traumatologie,
D._
,
folgende Diagnosen (Urk. 7/3
0
S. 1):
-
o
steochondrale
Impression medialer
Femurkondylus
(Hauptbelastungs
zone) Knie rechts nach Sturz im Oktober 2015
-
Verdacht auf symptomatisches Ganglion Kniegelenk links
Bezüglich des rechten Kniegelenks würden die Symptome seit mehreren Monaten beziehungsweise seit zirka Oktober 2015 andauern, so dass ein Eingriff in Erwä
gung gezogen werden müsse. Geplant wäre eine Kniegelenksarthroskopie sowie je nach Befund eine AMIC-Plastik versus Unterfütterung der
osteo
chondralen
Verletzung mit Spongiosa. Bei
varischer
Beinstellung müsste zudem auch eine
Valgisationsosteotomie
durchgeführt werden. Der Beschwerde
führer könne sich noch nicht für einen Eingriff entscheiden. Etwas schleierhaft bleibe, wieso die Beschwerdegegnerin in der Zwischenzeit die weiteren Leistungen eingestellt habe,
handle es sich seiner Meinung nach kausal doch mit überwiegender Wahrschein
lichkeit um eine Unfallfolge (S. 2).
3.
7
In seiner ärztlichen Beurteilung vom 19. September 2017
(Urk. 7/36)
führte
Kreis
arzt
Dr.
F._
aus, die im MRI des rechten Kniegelenks vom 5. Mai 2017 beschriebene
osteochondrale
Impressionsfraktur
des medialen
Femurkondylus
mit Einriss des Gelenksknorpels und geringem
Bone
Bruise
sei nicht mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit unfallkausal zum Ereignis vom 2. Oktober 201
5.
Die beschriebene Impressionsfraktur entspreche dem Stadium 2 einer
osteochondralen
Läsion. Es handle sich um eine lokalisierte Erkrankung mit oder ohne
Nekrotisierung
des
subchondralen
Knochens, die meist in der Belastungs
zone der
Femurkondylen
liege (S. 3). Zwischen November 2015 und April 2017 seien keine Untersuchungen oder Behandlungen der Kniegelenke erfolgt. Rücken- und Schulterschmerzen sowie Umschulungspläne seien im Vordergrund gestan
den. Am 28. April 2017
habe
die nächste Arztkonsultation
stattgefunden
. Das MRI des rechten Knies vom 5. Mai 2017 beschreibe fokale Einrisse bis 50 % der Knorpeldicke am medialen
Patellapol
und das MRI des linken Knies vom 18. Juli 2017 eine generalisierte Ausdünnung des Gelenksknorpels im medialen und lateralen Kompartiment
Outerbridge
Grad
2.
Der Bericht des
D._
vom 10. August 2017 beschreibe eine
varische
Beinachse mit 7° und empfehle eine
Valgisationsosteotomie
. Somit bestehe mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine beidseitige durch Erkrankung (
Varusfehlstellung
) entstandene Abnützung in den Kniegelenken. Der Unfall vom 2. Oktober 2015 habe zu einer vorüber
gehen
den Verschlimmerung des Gesundheitszustandes geführt, nach ange
gebener Prellung beider Kniegelenke sei der Status quo ante vier Wochen nach dem Ereignis erreicht worden (S. 4).
3.
8
Mit Schreiben vom
7.
November 2017 führte Dr.
B._
aus, er stimme der Ein
schätzung durch den Kreisarzt Dr.
F._
, wonach es sich beim Verletzungs
muster um eine so genannte
Osteochondrose
handle, nicht zu. Sowohl die Anamnese respektive die geschilderten Beschwerden wie auch die Bildgebung würden nicht klar für diese Diagnose sprechen. Es sei mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit von einer traumatisch bedingten Impression der Gelenks
fläche aus
zugehen. Dies würde auch mit dem Trauma-Mechanismus (axiales Stauchungs
trauma im Rahmen des Sturzes in einen Schacht) übereinstimmen. Die beim Beschwerdeführer resultierenden Beschwerden im Rahmen der Impression
s
fraktur seien seiner Meinung nach unfallkausal
. Vor dem Unfallgeschehen hätten keiner
lei Probleme mit dem rechten Kniegelenk bestanden
(Urk. 7/49
S. 1).
3.
9
Am 1
3.
November 2017 führte Dr.
F._
aus, Dr.
B._
habe den Beschwer
de
führer erstmals am 6. Juli 2017 und damit 21 Monate nach dem Unfallereignis behandelt. Der Unfall sei nur eine der möglichen Ursachen für diese Körper
schädigung, er verweise auf die MRI-Bildgebung. Er würdige die Meinung von Dr.
B._
, diese ändere jedoch nichts an der versicherungsmedizinischen Beur
teilung des polymorbiden Beschwerdeführers (Urk. 7/50 S. 2).
3.
10
Nach einer am 20. September 2017 durchgeführten Knie-Arthroskopie beschrieben die Ärzte der Klinik für Orthopädie und Traumatologie,
D._
, in ihrem Bericht vom 15. Dezember 2017 ein
en
zeitgerechte
n
Verlauf drei Monate postoperativ. Der Beschwerdeführer verspüre zunehmend weniger Schmerzen mit bereits vollständiger Wiedererlangung der Beweglichkeit. Aufgrund der
Adduktorentendinitis
sei eine weitere Physiotherapie-Verordnung zur
Detoni
sierung
ausgehändigt worden. Die Arbeitsunfähigkeit betrage weiterhin 100 % (Urk. 7/60).
3.
11
In seiner orthopädisch-chirurgischen Beurteilung vom 28. Juni 2018
(Urk. 7/73)
führte
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Versicherungsmedizin der Beschwerdegegnerin, aus, am rechten Kniegelenk des Beschwerdeführers bestehe unzweifelhaft eine strukturelle Läsion (S. 8 unten).
Prinzipiell sei das geschilderte Unfallereignis geeignet, eine strukturelle Läsion an den Kniegelenken zu verursachen (S. 9 Ziff. 2). Zeitnah zum Unfallereignis sei
jedoch
keine ärztliche Befunderhebung erfolgt. Auch die Tatsache, dass der Beschwerdeführer nach dem Sturz seine Arbeit als Automechaniker habe fort
setzen können, mache eine wesentliche Funktionseinschränkung der Kniegelenke unwahrscheinlich, was wiederum gegen das Vorhandensein einer unfallbedingten strukturellen Läsion spreche. Die erste ärztliche Untersuchung sei einen Monat posttraumatisch
erfolgt
, wobei die Diagnose eines unklaren posttraumatischen medialen Knieschmerzes rechts gestellt worden sei. Aus der Verordnung zur Physiotherapie sei ersichtlich, dass die Ursache
myofaszial
, in den die Knochen umgebenden Muskeln und Bändern und nicht am Knochen selbst, vermutet worden sei
(S. 9 Ziff. 3).
Auf den Röntgenaufnahmen, welche am Tag der Erstbehandlung angefertigt wor
den seien, seien kein Knochenbruch und keine Verrenkung erkennbar. Sollte es anlässlich des Sturzes am 2. Oktober 2015 tatsächlich zu einer strukturellen Knochenverletzung gekommen sein, müsste dies mit überwiegender Wahrschein
lichkeit zumindest anhand von Sekundärveränderungen auf den vier Wochen später angefertigten Röntgenbildern nachweisbar sein. Es sei jedoch weder eine biologische Reaktion noch eine Sinterung im Sinne einer Gelenkflächen
impression erkennbar, was das Vorliegen
eines Knochenbruchs am rechten Knie kaum die Wahrscheinlichkeit des Möglichen erreichen lasse (S. 10 Ziff. 4).
Dr.
B._
vertrete die Meinung, dass die Krankengeschichte des Beschwerde
führers nicht zu einer
Osteochondrosis
dissecans
passe. Dem könne gefolgt werden. Zwar harmoniere der
Crescendoverlauf
der Beschwerden durchaus mit dieser Erkrankung, nicht jedoch die zügige Besserung auf die Physiotherapie mit Behandlungsabschluss am 24. November 201
5.
Vielmehr spreche dieser relativ kurze Krankheitsverlauf eher für die vom Hausarzt vermutete
myofasziale
Ursache der Knieschmerzen. Für die Zeit vom Behandlungsabschluss Ende November 2015 bis zur ersten Wiedererwähnung der Knieschmerzen rechts anlässlich der Konsultation am 28. April 2017 lägen Dokumente über insgesamt drei Arztkontakte vor, wobei Grund für diese Untersuchungen Beschwerden an Wirbelsäule und der linken Schulter gewesen seien. In den Berichten würden Kniebeschwerden keine Erwähnung finden. Insgesamt sei keine Brücken
sympto
matik,
das heisse
eine Kontinuität von Kniebeschwerden zwischen dem Sturz und deren neuerlichen Dokumentation im Mai 2017, nachweisbar. Weder anam
nestisch noch klinisch oder bildgebend bestehe damit ein zeitlicher Zusammen
hang (Koinzidenz) zwischen dem angeschuldigten Sturz vom 2. Oktober 2015 und den aktuellen Kniebefunden des Jahres 201
7.
Das Vorliegen einer Koinzidenz könne zwar keine Kausalität beweisen, ihr
Fehlen
jedoch schliesse eine solche sicher aus
(S. 10 f. Ziff. 5)
. Dr.
B._
favorisiere die traumatische Genese der Impression am inneren
Femurkondylus
, wobei er jedoch in seinem Bericht vom 10. Juli 2017 noch von einer «möglicherweise unfallbedingten Problematik» spreche. In seinem Schreiben vom 7. November 2017 begründe er die Unfall
kausalität unter anderem damit, dass der Beschwerdeführer vor dem Sturz vom 2. Oktober 2015 «keinerlei Probleme mit dem rechten Kniegelenk» gehabt habe
. Dieser «
post
hoc ergo
propter
hoc» Argumentation könne nicht gefolgt werden (S. 13 oben).
Zusammenfassend würden mehrere Faktoren gegen eine unfallbedingte Ursache der rechtsseitigen Knieläsion durch das Ereignis vom 2. Oktober 2015 sprechen, wohingegen nur ein Faktor, der Unfallmechanismus,
dafür spreche
. Dies mache eine Unfallkausalität zumindest unwahrscheinlich. Es könne nicht genau gesagt werden, welche unfallunabhängige Erkrankung zu der Läsion an der inneren
Femurrolle
geführt habe. Versicherungsmedizinisch sei dies jedoch von nach
rangiger Bedeutung (S. 13 Ziff. 6). Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit habe der Beschwerdeführer beim Sturz am 2. Oktober 2015 eine Prellung beider Knie
gelenke und möglicherweise auch eine Muskelzerrung am rechten Kniegelenk erlitten. Diese als leicht einzustufenden
Verletzungen seien spätestens nach Ablauf von zirka zwei Monaten folgenlos abgeheilt (S. 13 unten). Ein degenera
tiver Vorzustand am rechten Kniegelenk des Beschwerdeführers sei nicht bekannt (S. 13 unten Ziff. 1). Gemäss Arztzeugnis vom 27. Juni 2017 sei die Behandlung am 24. November 2015 abgeschlossen worden. Mit überwiegender Wahrschein
lichkeit seien zu diesem Zeitpunkt die genannten Verletzungen folgenfrei abge
heilt und sei der Zustand, wie er sich auch ohne den Sturz vom 2. Oktober 2015 eingestellt hätte, erreicht (S. 14 Ziff. 2).
3.
12
Die übrigen bei den Akten liegenden Arztberichte (Urk. 7/
21-29
,
Urk. 7/
58-
59,
Urk. 7/62-63, Urk. 7/65-66, Urk. 7/68-
71
) enthalten keine für die Beurteilung der vorliegend strittigen Fragen relevanten Angaben, so dass auf deren detaillierte Wiedergabe verzichtet werden kann.
4.
4.1
Unbestritten und aufgrund der Akten ausgewiesen ist, dass der Beschwerde
führer n
ach dem Sturz am 2. Oktober 2015
zunächst weiter
arbeitete und erstmals am 3. November 2015, gut einen Monat nach dem Unfallereignis, einen Arzt auf
suchte
. Eine
ossäre
Läsion konnte anlässlich der gleichentags durchgeführten röntgenologischen Untersuchung nicht festgestellt werden
(E. 3.1)
.
Bezüglich der am 12. Juni 2017 als Rückfall gemeldeten Beschwerden im rechten Knie verneinte
Dr.
A._
, Versicherungsmedizin der Beschwerdegegnerin
, in seiner Beurteilung vom 28. Juni 2018 nachvollziehbar und
überzeugend
einen Zusammenhang
mit
dem Unfallereignis vom 2. Oktober 201
5.
Auf den Röntgen
aufnahmen vom November 2015 seien keine Hinweise für einen Knochenbruch ersichtlich. Der dokumentierte Verlauf spreche für eine
myofasziale
Ursache der Knieschmerzen, eine Brückensymptomatik sei nicht nachweisbar. Insgesamt erscheine eine Unfallkausalität unwahrscheinlich. Mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit habe der Beschwerdeführer beim Sturz am 2. Oktober 2015 eine Prellung beider Kniegelenke und möglicherweise eine Muskelzerrung am rechten Kniegelenk erlitten. Diese als leicht einzustufenden Verletzungen seien spätestens nach Ablauf von zirka zwei Monaten folgenlos abgeheilt (E. 3.11).
4.2
Soweit
der Beschwerdeführer geltend
macht, es habe eine
Brückensymptomatik
bestanden
(E. 2.2)
,
verwies er in einem Schreiben vom 14. August 2017 an die Beschwerdegegnerin auf eine einzige Konsultation beim behandelnden Rheuma
tologen Dr.
H._
in der Zeit zwischen dem Behandlungsabschluss im November 2015 und der Konsultation am 28. April 2017 (Urk. 7/17 Mitte). Bei den Akten finden sich
zwar einige medizinische Berichte von Dr.
H._
,
worin
jedoch die Kniebeschwerden
keine Erwähnung fanden (vgl. Urk. 7/22-23, Urk. 7/26, Urk. 7/28) und nur ein Bericht aus der Zeit vor dem 28. April 2017
datiert
(Bericht vom 2
7
. Dezember 2016, Urk. 7/23). Dass der Beschwerdeführer seit dem Unfallereignis vom 2. Oktober 2015 ununterbrochen an Knie
beschwer
den gelitten
und diesbezüglich auch in Behandlung gestanden hat
, ist damit nicht nachgewiesen und eine Brückensymptomatik zu verneinen.
Der
Beschwerdeführer
verwies
sodann
insbesondere auf die Angaben von Dr.
B._
, welcher nach einer ersten Konsultation am 6. Juli 2017 zunächst
lediglich
von einer möglicherweise unfallbedingten Problematik ausging (E. 3.3)
. In seinem Bericht vom 11. August 2017 hielt Dr.
B._
sodann
die Beschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für unfallkausal, ohne dies jedoch weiter auszuführen (E. 3.6). Am 7. November 2017 führte Dr.
B._
ergänzend aus, Anamnese, geschilderte Beschwerden wie auch Bildgebung würden nicht klar für die Diagnose einer
Osteochondrose
sprechen. Überwiegend wahrscheinlich sei eine traumatisch bedingte Impression der Gelenksfläche, was auch mit dem Trauma-Mechanismus übereinstimmen würde. Zur Begründung verwies Dr.
B._
insbesondere auf die Tatsache, dass der Beschwerdeführer vor dem Unfallereignis keinerlei Probleme mit dem rechten Kniegelenk gehabt habe (E. 3.8).
Die Argumentation von Dr.
B._
vermag insgesamt nicht zu überzeugen, nach
dem er seine Beurteilung, wonach die Beschwerden mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit auf den Sturz vom Oktober 2015 zurückzuführen sei, nicht aus
führlich und
plausibel
begründete. Was sodann die Argumentation betrifft, wonach der Beschwerdeführer vor dem Unfallereignis keine Probleme mit dem rechten Knie gehabt habe, ist auf die Rechtsprechung des Bundesgerichts zu ver
weisen, wonach
die Argumentation nach der Formel «
post
hoc ergo
propter
hoc», nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, beweisrechtlich nicht zulässig ist und zum Nachweis der Unfallkausalität nicht zu genügen ver
mag (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
, Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1).
Nicht jede nach einem Unfall aufgetretene gesundheitliche Störung muss zwingend in einem kausalen Zusammenhang mit diesem stehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013, E. 5.1). Vielmehr ist ein Kausalzusammenhang zwischen einem Unfall und danach aufgetretenen gesundheitlichen Beschwerden mit dem im
Sozialversicherungsrecht üblichen
B
eweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit nachzuweisen.
4.3
Gestützt auf die
nachvollziehbaren und überzeugenden Angaben von Dr.
A._
, welcher im Übrigen in Übereinstimmung mit Dr.
B._
das Vor
liegen einer
Osteochondrose
verneinte und den Unfallmechanismus grund
sätzlich als auslösenden Faktor anerkannte (E. 3.11),
ist somit davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer beim Sturz am 2. Oktober 2015 keine
ossäre
Läsion am rechten Knie, sondern lediglich Prellungen
der
beiden Knie
gelenke
sowie
mög
licherweise auch eine Muskelzerrung am rechten Kniegelenk erlitten hat, welche spätestens nach Ablauf von zwei Monaten folgenlos abgeheilt sind.
Ein Zusammenhang zwischen dem Unfallereignis im Oktober 2015 und den aktuell geklagten Beschwerden erscheint
insgesamt
als nicht überwiegend wahr
scheinlich.
Damit sind die Voraussetzungen für eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin nicht erfüllt und der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 2. Juli 2018 erweist sich als rechtens. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.