Decision ID: 92f97588-2f9c-40ab-ac65-5885fc31f876
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich am 20. September 2019 bei der Ausgleichskasse des Kantons
St. Gallen (nachfolgend: Ausgleichskasse) zum Bezug einer AHV-Altersrente an. Dabei
gab er unter anderem an, in den Jahren 19_ bis 19_ an der Universität Z._ studiert
zu haben (act. G3.2.44).
A.a.
Auf Aufforderung der Ausgleichskasse hin reichte er mit Eingabe vom 18. Oktober
2019 unter anderem Kopien des Markenhefts, die Studentenlegitimationskarte sowie
die Steuererklärung 1975/1976 mit provisorischer Steuerrechnung 1975 nach
(act. G3.2.37 ff.). Am 17. Februar 2020 teilte die Ausgleichskasse dem Versicherten mit,
dass gestützt auf das Original-Markenheft die Beiträge für das Jahr 1974 auf seinem
individuellen Konto (IK) hätten nachgebucht werden können (act. G3.1.5).
A.b.
Mit Verfügung vom 24. Februar 2020 sprach die Ausgleichskasse dem
Versicherten eine Altersrente in der Höhe von Fr. 107.-- ab 1. Juli bis 31. Dezember
2018 und ab 1. Januar 2019 eine solche von Fr. 108.-- zu. Die Berechnung basierte auf
einer Beitragsdauer von 2 Jahren und 10 Monaten, der Rentenskala 2 (Teilrente) und
einem massgebenden durchschnittlichen Jahreseinkommen von Fr. 98'118.--
(act. G3.2.32).
A.c.
Der Versicherte erkundigte sich am 12. März 2020 persönlich, ob aufgrund seiner
durch die Legitimationskarte belegten Studienzeit von [...] noch weitere Jahre im IK
verbucht werden könnten (Notiz auf act. G3.1.5). Mit Schreiben vom selben Tag
bestätigte die Ausgleichskasse nochmals, dass aufgrund des Markenheftes für das
A.d.
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Jahr 1974 das gesetzlich vorgeschriebene Mindesteinkommen im IK habe
gutgeschrieben werden können. Für die Jahre 1975 und 1976 habe die Z._ bestätigt,
dass kein Erwerb von Beitragsmarken notwendig gewesen sei, da die Beitragspflicht
für diese Jahre erfüllt sei. Eine Nachzahlung der Beiträge für die Jahre 1975 und 1976
hätte im Rahmen der geltenden Fristen zur Erhebung von Beiträgen bis spätestens
31. Dezember 1980 bzw. 1981 erfolgen müssen (act. G3.1.5).
Mit E-Mail vom 23. März 2020 machte der Rechtsvertreter geltend, es sei nicht
einzusehen, weshalb bei der Rentenberechnung die Beitragsjahre 1975 und 1976 nicht
berücksichtigt worden seien, obschon die Z._ bestätigt habe, dass die Beitragspflicht
erfüllt worden sei und bat um nochmalige Prüfung und um Zustellung des IK-Auszuges
(act. G3.1.31). Der IK-Auszug vom 24. März 2020 wies für das Jahr 1974 ein
Einkommen von Fr. 1'000.-- aufgrund der Beitragsmarken sowie für Oktober bis
Dezember 2016 von Fr. 38'874.-- und für 2017 von Fr. 161'500.--, entsprechend den
bezahlten Nichterwerbstätigenbeiträgen, aus (act. G3.2.30).
A.e.
Gegen die Verfügung über die AHV-Rente vom 24. Februar 2020 liess der
Versicherte am 26. März 2020 Einsprache erheben. Darin machte er geltend, dass die
Jahre 1975 bis 1977 als erfüllte Beitragsjahre hätten berücksichtigt werden müssen.
Denn für die Jahre 1975 und 1976 sei der Stempel "beitragsfrei" ins Markenheft
eingetragen worden. Der Grund dafür könne heute nicht mehr angegeben werden.
Entweder habe er seine Beitragspflicht für die Jahre 1975 und 1976 effektiv erfüllt oder
es handle sich um einen offensichtlichen Eintragungsfehler. In beiden Fällen sei er in
gutem Glauben gewesen, seine Verpflichtungen erfüllt zu haben, weshalb bei der
Rentenberechnung die entsprechende Zeitperiode mit dem Mindestbeitrag zu
berücksichtigen sei. Es dürfe ihm aus dem Eintrag "beitragsfrei" kein Nachteil
erwachsen. Für das Jahr 1977 weise das Markenheft keinen Eintrag auf, obwohl er
noch bis im September des Jahres 1977 in Z._ studiert habe (act. G3.2.26).
A.f.
Mit Eingabe vom 31. März 2020 liess der Versicherte der Ausgleichskasse
ergänzend zur Einsprache die Bescheinigung der Z._ über die Immatrikulation vom
[...] bis [...] zukommen (act. G3.2.24). Gestützt darauf erfasste die Ausgleichskasse das
Beitragsjahr 1977 im IK und verbuchte ein Mindesteinkommen von Fr. 1'000.--
(act. G3.1.4). Anschliessend ersetzte sie die Verfügung vom 24. Februar 2020 mit
A.g.
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B.
Verfügung vom 27. Juli 2021 und setzte die Altersrente unter Berücksichtigung des
Beitragsjahres 1977 bei einer neuen Beitragszeit von 3 Jahren und 10 Monaten und
einem neuen massgebenden durchschnittlichen Einkommen von Fr. 70'266.-- für die
Zeit vom 1. Juli bis 31. Dezember 2018 auf Fr. 146.--, vom 1. Januar 2019 bis
31. Dezember 2020 auf Fr. 147.-- und ab 1. Januar 2021 auf Fr. 149.-- fest
(act. G3.2.15).
Dagegen erhob der Versicherte durch seinen Rechtsanwalt mit E-Mail vom
27. August 2021 Einsprache mit der Begründung, dass die Beitragsjahre 1975 und
1976 fehlen würden. Das E-Mail vom 27. August 2021 wurde am 30. August 2021 vom
Rechtsvertreter des Versicherten handschriftlich unterzeichnet (act. G3.2.10).
B.a.
Die Ausgleichskasse wies die Einsprache mit Entscheid vom 22. Dezember 2021
ab. Für die Jahre 1975 und 1976 enthalte das Markenheft je einen Stempeleintrag
"beitragsfrei". Gemäss dem eingereichten Dienstbüchlein habe der Einsprecher sowohl
im November 1975 als auch im März 1976 Militärdienst (WK) geleistet. Dass die
Einträge "beitragsfrei" in das Markenheft irrtümlich erfolgt sein könnten, sei
auszuschliessen, denn für einen solchen Eintrag habe der Einsprecher gegenüber der
Z._ nachweisen müssen, dass er vom Beitragsbezug befreit gewesen sei. Betreffend
jene Jahre seien aber keine IK-Buchungen aus Erwerbstätigkeit vorgenommen worden.
Der Einsprecher habe wohl irrtümlich angenommen, er erfülle seine Beitragspflicht
aufgrund des geleisteten Militärdienstes. Selbst wenn sich der Einsprecher in dieser
Hinsicht geirrt haben sollte, liesse sich daraus nichts zu seinen Gunsten ableiten. Denn
durch die Einträge "beitragsfrei" im Markenheft betreffend die Jahre 1974 und 1975 sei
rechtsgenüglich bewiesen, dass er in jenen Jahren den AHV/IV/EO-Mindestbeitrag
nicht bezahlt habe. Für das Jahr 1977, in welchem der Einsprecher noch bis zum Ende
des Sommersemesters an der Z._ immatrikuliert gewesen sei, bestehe hingegen
keinerlei Eintrag im Markenheft. Insofern könne zugunsten des Einsprechers
angenommen werden, dass er in jenem Jahr den AHV/IV/EO-Mindestbeitrag bezahlt
habe. Für das Jahr 1977 lasse sich die erfolgte nachträgliche IK-Buchung rechtfertigen
(act. G3.2.6).
B.b.
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C.

Erwägungen
1.
Anfechtungsobjekt der Beschwerde bildet der Einspracheentscheid vom 22. Dezember
2021, welcher die AHV-Rentenfestsetzung vom 27. Juli 2021 basierend auf einer
Beitragsdauer von 3 Jahren und 10 Monaten sowie einem massgebenden
durchschnittlichen Einkommen von Fr. 70'266.-- bestätigte. Während der
Beschwerdeführer geltend macht, die Beitragsjahre 1975 und 1976 seien ebenfalls zu
berücksichtigen, da aufgrund der Befreiung vom Beitragsmarkenbezug von einer
Erwerbstätigkeit seinerseits in den fraglichen Jahren ausgegangen werden müsse und
die Rente demgemäss auf der Basis einer höheren Rentenskala zu ermitteln sei, macht
die Beschwerdegegnerin geltend, die Rentenberechnung sei korrekt, da die fraglichen
Jahre mangels Erfüllung der Mindestbeitragspflicht im IK nicht nachgebucht werden
könnten. Strittig und zu prüfen ist somit, ob die Jahre 1975 und 1976 als Beitragsjahre
Gegen diesen Entscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 28. Januar
2022 mit den Anträgen auf dessen Aufhebung und auf Rückweisung an die Vorinstanz
mit der Anweisung, die AHV-Altersrente unter zusätzlicher Berücksichtigung der
Beitragsjahre 1975 und 1976 neu zu berechnen und zu verfügen; unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen für das vorliegende Beschwerde- und das Einspracheverfahren
zulasten der Beschwerdegegnerin. Aus dem Stempel "beitragsfrei" gehe
unmissverständlich hervor, dass der Beschwerdeführer gegenüber der Z._ belegt
habe, dass er vom Beitragsbezug befreit gewesen sei. Sonst hätte er keinen Stempel
"beitragsfrei" erhalten, sondern hätte die Beitragsmarken erwerben müssen. Die
Befreiung vom Beitragsbezug für die entsprechenden Beitragsjahre 1975 und 1976
habe der Beschwerdeführer nur durch den Nachweis einer Erwerbstätigkeit erbringen
können. Damit sei nachgewiesen, dass er zumindest in einem Umfang erwerbstätig
gewesen sei, der ihn von der Pflicht zum Bezug einer Beitragsmarke befreit habe. Im
Übrigen habe der Beschwerdeführer darauf vertrauen dürfen, dass die Bestätigung der
Z._ korrekt erteilt worden sei (act. G1).
C.a.
Mit Beschwerdeantwort vom 18. Februar 2022 beantragt die Beschwerdegegnerin
unter Hinweis auf den Einspracheentscheid vom 22. Dezember 2021 die Abweisung
der Beschwerde (act. G3).
C.b.
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im IK zu erfassen sind, welche Höhe ein allfällig einzutragendes Einkommen hätte und
ob dementsprechend eine andere Rentenskala bei einem aktualisierten massgebenden
durchschnittlichen Einkommen zur Bestimmung der Rente zur Anwendung hätte
kommen müssen.
2.
Zunächst ist zu prüfen, ob für die Jahre 1975 und 1976 IK-Einträge zu erfolgen
haben.
2.1.
Nach Art. 1a i.V.m. Art. 21 und Art. 29 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Alters-
und Hinterlassenenversicherung (AHVG; SR 831.10) haben rentenberechtigte Personen
Anspruch auf eine ordentliche Alters- und Hinterlassenenrente, wenn ihnen für
mindestens ein volles Jahr Einkommen, Erziehungs- oder Betreuungsgutschriften
angerechnet werden können. Die ordentlichen Renten werden gemäss Art. 29 Abs. 1
AHVG nach Massgabe der Beitragsjahre, Erwerbseinkommen sowie der Erziehungs-
oder Betreuungsgutschriften der rentenberechtigten Person berechnet. Sie gelangen
nach Art. 29 Abs. 2 AHVG in Form von Vollrenten für Versicherte mit vollständiger
Beitragsdauer oder in Form von Teilrenten für Versicherte mit unvollständiger
Beitragsdauer zur Ausrichtung. Die Teilrente entspricht dabei einem Bruchteil der
Vollrente (Art. 38 Abs. 1 AHVG), für dessen Berechnung das Verhältnis zwischen den
vollen Beitragsjahren sowie die eingetretenen Veränderungen der Beitragsansätze
berücksichtigt werden (Art. 38 Abs. 2 AHVG).
2.2.
bis
Die Beiträge der erwerbstätigen Versicherten werden in Prozenten des
Einkommens aus unselbständiger und selbständiger Erwerbstätigkeit festgesetzt (Art. 4
Abs. 1 AHVG). Nichterwerbstätige bezahlen einen Beitrag nach ihren sozialen
Verhältnissen. Den Mindestbeitrag bezahlen nichterwerbstätige Studierende bis zum
31. Dezember des Jahres, in welchem sie das 25. Altersjahr vollenden (Art. 10 Abs. 1
und 2 AHVG). Der Bezug der Beiträge ist in den Art. 29 bis Art. 30 der Verordnung
über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVV; SR 831.101) geregelt.
2.3.
bis
Für jede beitragspflichtige Person werden individuelle Konten (IK) geführt, in
welche die für die Berechnung der ordentlichen Renten erforderlichen Angaben
eingetragen werden (Art. 30 Abs. 1 AVG). Laut Art. 141 AHVV hat der Versicherte das
Recht, bei jeder Ausgleichskasse, die für ihn ein individuelles Konto führt, einen Auszug
über die darin gemachten Eintragungen unter Angabe allfälliger Arbeitgeber zu
verlangen (Abs. 1). Versicherte können innert 30 Tagen seit Zustellung des
Kontoauszuges bei der Ausgleichskasse eine Berichtigung verlangen (Abs. 2). Wird
kein Kontoauszug oder keine Berichtigung verlangt, oder wird das
2.4.
ter
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Berichtigungsbegehren abgelehnt, so kann bei Eintritt des Versicherungsfalles die
Berichtigung von Eintragungen im individuellen Konto nur verlangt werden, soweit
deren Unrichtigkeit offenkundig ist oder dafür der volle Beweis erbracht wird (Abs. 3).
Dies gilt nicht nur für unrichtige, sondern auch für unvollständige Eintragungen im
individuellen Konto, wie beispielsweise die Nichtregistrierung tatsächlich geleisteter
Zahlungen (BGE 117 V 263 E. 3a m.w.H.). Diese Kontenbereinigung erstreckt sich
alsdann auf die gesamte Beitragsdauer der versicherten Person, betrifft also auch
Beitragsjahre, für welche nach Art. 16 Abs. 1 AHVG jede Nachzahlung von Beiträgen
infolge Verjährung ausgeschlossen ist. In diesem Sinne ist beispielsweise die
Nichtregistrierung tatsächlich geleisteter Beiträge jederzeit der Korrektur zugänglich
(BGE 117 V 263 E. 3a mit Hinweisen). Die Kasse darf aber im Rahmen von Art. 141
Abs. 3 AHVV nicht über Rechtsfragen entscheiden, welche der Versicherte schon
früher durch Beschwerde im Sinne von Art. 84 AHVG zur richterlichen Beurteilung hätte
bringen können, sondern nur allfällig vorhandene Buchungsfehler korrigieren (BGE 117
V 263 E. 3a mit Hinweis).
Gemäss Art. 30 Abs. 2 AHVG in Verbindung mit Art. 138 Abs. 1 AHVV sind die
von einem Arbeitnehmer erzielten Erwerbseinkommen, von welchen der Arbeitgeber
die gesetzlichen Beiträge abgezogen hat, in das Individuelle Konto des Arbeitnehmers
einzutragen, selbst wenn der Arbeitgeber die entsprechenden Beiträge der
Ausgleichskasse nicht entrichtet hat. Dasselbe gilt, wenn Arbeitgeber und
Arbeitnehmer eine Nettolohnvereinbarung getroffen haben, d.h. wenn der Arbeitgeber
sämtliche Beiträge zu seinen Lasten übernimmt. Diese beiden Sondertatbestände
müssen aber einwandfrei nachgewiesen sein. Dabei wird der volle Beweis verlangt
(Art. 141 Abs. 3 AHVV; zum Ganzen: BGE 117 V 262 ff. E. 3a, b und d). Ein Beweis gilt
als erbracht, wenn das Gericht nach objektiven Gesichtspunkten von der Richtigkeit
einer Sachbehauptung überzeugt ist. Absolute Gewissheit kann dabei nicht verlangt
werden. Es genügt, wenn das Gericht am Vorliegen der behaupteten Tatsache keine
ernsthaften Zweifel mehr hat oder allenfalls verbleibende Zweifel als leicht erscheinen
(BGE 130 III 324 E. 3.2). Der "volle Beweis" im Sinne des erhöhten Beweisgrades ist
nach den üblichen Verfahrensgrundsätzen des Sozialversicherungsrechts zu leisten.
Dabei kommt allerdings der Mitwirkungspflicht des Betroffenen in diesem
Zusammenhang erhöhtes Gewicht zu, indem er von sich aus alles ihm Zumutbare zu
unternehmen hat, um die Verwaltung oder den Richter in der Beschaffung des
Beweismaterials zu unterstützen (BGE 117 V 262 E. 3). Ist der volle Beweis erbracht,
kann eine Berichtigung des individuellen Kontos stattfinden. Solche der Korrektur
zugänglichen Buchungsfehler können beispielsweise auf der unrichtigen Bezeichnung
eines Versicherten oder einzelner Beitragsjahre, der fehlerhaften Eintragung oder
2.5. ter
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F117-V-261%3Ade&number_of_ranks=0#page263 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F117-V-261%3Ade&number_of_ranks=0#page263 https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F117-V-261%3Ade&number_of_ranks=0#page262
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3.
Addition einzelner Jahresbeiträge oder der Nichtregistrierung tatsächlich geleisteter
Zahlungen beruhen (BGE 117 V 263 E. 3a).
In den zur Diskussion stehenden Jahren 1975 und 1976 hatten die
Ausgleichskassen die Studierenden zu erfassen, von ihnen die Beiträge zu beziehen
und für sie die individuellen Konten zu führen, auf welche die Beiträge gutzuschreiben
waren. Die konkreten Verhältnisse erschwerten es jedoch oft, diese Obliegenheiten zu
erfüllen. Aus diesem Grund hatte das Bundesamt für Sozialversicherung anstelle der
ordentlichen Abrechnung die Bezahlung der Beiträge durch Beitragsmarken eingeführt.
Die Abrechnung der Beitragsmarken setzte voraus, dass die Lehranstalten in
geeigneter Weise mitwirkten. Diese unterstützten die Ausgleichskassen am
wirksamsten, wenn sie den AHV-Beitrag gleichzeitig mit den Studiengeldern erhoben
und dem Studenten hierfür eine Beitragsmarke in das Markenheft einklebten. War ein
solches Inkasso nicht möglich, entlasteten die Lehranstalten die Ausgleichkassen,
indem sie die Studierenden für das Semester nur einschrieben oder zur Zahlung der
Studiengelder zuliessen, wenn sich diese über die Entrichtung des AHV-Beitrages
ausgewiesen hatten (ZAK 1948, S. 170 f.).
3.1.
In den Studienjahren des Beschwerdeführers war die Beitragserhebung durch die
ab 1. Januar 1970 gültige Wegleitung des Bundesamtes für Sozialversicherung über
die Beiträge der Selbstständigerwerbenden und Nichterwerbstätigen (nachfolgend:
WSN 1970; vgl. Beilage) geregelt. Das Kontrollverfahren wurde darin wie folgt
beschrieben: Hatten Studierende im Kalenderjahr vom Erwerbseinkommen alleine oder
zusammen mit seinem Arbeitgebenden den Mindestbetrag bezahlt, war er oder sie
vom Bezug der Beitragsmarken befreit. In das betreffende Markenfeld wurde der
Vermerk "befreit" und der Name der Ausgleichskasse oder der Lehranstalt eingetragen.
Gleiches galt für den Fall, dass Studierende aus einem andern Grund vom Bezug der
Beitragsmarken befreit waren (Rz. 296). So waren Studierende vom Bezug von
Beitragsmarken befreit, wenn sie in der Schweiz keinen Wohnsitz hatten, wie
namentlich, wenn sie sich ausschliesslich zu Studien- oder anderen
Ausbildungszwecken in der Schweiz aufhielten und in der Schweiz auch keine
Erwerbstätigkeit ausübten, da sie nicht versichert waren (WSN 1970 Rz. 231).
Studierende, die die Befreiung geltend machten, hatten durch Bescheinigung des
Arbeitgebenden, Beitragsverfügung oder dem Nachweis des Wohnsitzes im Ausland
den Nachweis dafür zu erbringen (Rz. 298). Die Ausgleichskassen hatten dafür zu
sorgen, dass eine Kontrolle darüber stattfand, ob Studierende die Beitragsmarken
bezogen hatten oder vom Markenbezug befreit waren. Diese Kontrolle hatte jährlich
3.2.
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F117-V-261%3Ade&number_of_ranks=0#page263
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4.
einmal zu Beginn des Wintersemesters zu erfolgen und musste spätestens bis
Jahresende abgeschlossen sein. Die Studierenden hatten anhand des Markenheftes
den Bezug zweier Beitragsmarken für das laufende Kalenderjahr zu belegen, es sei
denn, sie wiesen nach, dass sie überhaupt nicht beitragspflichtig oder infolge
Erwerbstätigkeit vom Bezug der Beitragsmarken befreit waren (Rz. 299).
Nach dem Gesagten steht fest, dass die Lehranstalt durch den Nachweis einer
Bescheinigung des Arbeitgebenden oder durch den Nachweis eines im Ausland
liegenden Wohnsitzes den Vermerk "beitragsfrei" in das Markenheft abgestempelt hat
und es nicht den Studierenden überlassen war, die Beitragsbefreiung einzutragen. Das
Eidgenössische Versicherungsgericht (heute: Bundesgericht) erachtete in seinem Urteil,
H 104/04, vom 14. Dezember 2004 den Stempel "beitragsfrei" in einem lückenlos
nachgeführten Markenheft, unter Verweis auf die vorerwähnte damalige Praxis, als
Beweis für die erfolgte Vorlage von Belegen über die Entrichtung des AHV-Beitrages in
Form von Lohnabzügen und mithin als vollen Beweis für die Berichtigung von
Eintragungen im IK (E. 6.1: "... konnte es nach dem Gesagten nur den Grund geben,
dass sich der Beschwerdeführer anlässlich des Einschreibens zum Wintersemester ...
über die Entrichtung des AHV-Beitrags mittels Lohnabzügen auswies. Damit ist der zur
Berichtigung von Eintragungen im individuellen Konto verlangte volle Beweis für die
Unrichtigkeit eines Eintrages erfüllt ...").
3.3.
Die Parteien gehen übereinstimmend davon aus, dass der Beschwerdeführer in
den geltend gemachten Jahren seinen Wohnsitz in der Schweiz hatte. Während der
Beschwerdeführer gestützt auf die im Markenheft mit "beitragsfrei" abgestempelten
Felder geltend macht, dass er in den Jahren 1975 und 1976 vom Bezug der
Beitragsmarken befreit und er folglich zumindest in einem gewissen Umfang
erwerbstätig gewesen sein müsse (vgl. act. G1 und G3.2.24-2 Rz. 5), geht die
Beschwerdegegnerin davon aus, dass dies beweise, dass er seiner Beitragspflicht gar
nicht nachgekommen sei (Einspracheentscheid, act. G3.2.6-5 Rz. 4.3).
4.1.
Vorliegend liegt als Beweismittel das Beitragsmarkenheft 1974 bis 1977 im Recht.
In den Jahren 1975 und 1976 wurden die im Markenheft hierfür vorgesehenen Felder
von der Z._ mit dem Vermerk "beitragsfrei" abgestempelt. In Beachtung der
vorgenannten bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vorstehende E. 3.3) konnte es
dafür nur den Grund geben, dass der Beschwerdeführer in den geltend gemachten
Jahren nachgewiesen hatte, dass er einer Erwerbstätigkeit nachging und damit vom
4.2.
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Bezug von Beitragsmarken befreit war. Entsprechend wäre das Beitragsmarkenheft als
Beweis über geleistete AHV-Beiträge und somit für die Korrektur des IK anzuerkennen.
Vorliegend reichte der Beschwerdeführer jedoch neben dem Markenheft auch die
Steuererklärung vom 10. Februar 1977 mit den Einkommens- und Vermögensangaben
für die Jahre 1975 und 1976 ein. Darin deklarierte er für die streitgegenständlichen
Jahre 1975 und 1976 kein Einkommen aus Erwerbstätigkeit. Es ist somit zu prüfen, ob
die vom Beschwerdeführer eingereichte Steuererklärung ernsthafte Zweifel an der
Korrektheit der Einträge im Markenheft bzw. an der tatsächlichen Leistung von AHV-
Beiträgen wecken kann und diese damit die Beweiskraft des Stempels "beitragsfrei" im
Markenheft erschüttert.
4.3.
Der Beschwerdeführer macht selber nicht geltend, die Steuererklärung entspreche
nicht den damaligen Begebenheiten und er habe fälschlicherweise kein Einkommen
aus Erwerbstätigkeit deklariert. Dies erscheint vorliegend auch nicht wahrscheinlich,
zumal die Steuererklärung durch seinen damaligen Rechtsvertreter erstellt worden war.
Entsprechend ist von deren Richtigkeit auszugehen. Mit Blick auf sein deklariertes
Vermögen in der Höhe von Fr. 121'638.-- (unter Berücksichtigung der Inflation in der
Schweiz entspräche dies heute einem Betrag von rund Fr. 267'000.--) erscheint es
auch plausibel, dass er neben dem Studium nicht gearbeitet hat, da er zumindest in
finanzieller Hinsicht nicht auf ein Erwerbseinkommen angewiesen war. Überdies hat der
Beschwerdeführer nichts vorgebracht, was darauf schliessen lässt, dass er tatsächlich
einer Erwerbstätigkeit nachging. Zur von ihm geltend gemachten Erwerbstätigkeit hat
er weder Angaben zu einem Berufsfeld noch zu einem damaligen Arbeitgebenden
gemacht. Vielmehr liess er in der Einsprache noch ausführen, keine Angaben mehr
dazu machen zu können, weshalb der Vermerk "beitragsfrei" im Markenheft
eingetragen worden sei. Es mag zwar durchaus verständlich erscheinen, dass nach
rund 45 Jahren keine Detailangaben mehr zu einer Arbeitsstelle gemacht werden
können. Es verwundert jedoch, dass der Beschwerdeführer keinerlei – auch keine –
Mindestangaben mehr zu seiner damaligen Anstellung machen kann, zumal ein
Studium (in der Schweiz) ein einschneidendes Ereignis ist und auch Nebentätigkeiten
im Gedächtnis bleiben dürften. Hinzu kommt, dass in den genannten Jahren sehr vieles
dokumentiert ist, was wohl darauf zurückzuführen ist, dass er bereits damals von
einem Rechtsanwalt vertreten bzw. beraten wurde. Dass jedoch keinerlei Belege mehr
vorhanden sein sollen, welche das Bestehen eines Arbeitsverhältnisses oder Auftrages
(Vertrag, Lohnblätter, Lohnausweis, Arbeitsbestätigung bzw. Arbeitszeugnis etc.)
dokumentieren würden, obwohl er zumindest im Zeitpunkt der Eintragung ins
4.4.
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Markenheft über einen solchen Nachweis hätte verfügen müssen, erscheint wenig
nachvollziehbar.
Vor diesem Hintergrund bestehen gestützt auf die aktenkundige Steuererklärung
vom 10. Februar 1977 erhebliche Zweifel, dass der Beschwerdeführer in den Jahren
1975 und 1976 einer Erwerbstätigkeit nachging und AHV-Beiträge geleistet hat. Zwar
gehen die Parteien übereinstimmend davon aus, dass der Z._ in Bezug auf den
Vermerk "beitragsfrei" kein Fehler unterlaufen sei. Mit Blick auf den fehlenden Eintrag
im Markenheft für das Beitragsjahr 1977 trotz bestätigter Immatrikulation muss indes
angenommen werden, dass die Kontrolle der Z._ gegebenenfalls nicht den in der
WSN 1970 aufgestellten Anforderungen entsprach. Die Unrichtigkeit des IK-Auszuges
betreffend die Jahre 1975 und 1976 ist somit jedenfalls weder offenkundig, noch wird
dafür der volle Beweis erbracht. Nachforschungen zu angeblich fehlenden
Beitragsjahren können ohne die entsprechenden Mindesthinweise auch nicht getätigt
werden. Die Beschwerdegegnerin hat sodann die IK-Eintragungen bei der Zentralen
Ausgleichsstelle eingeholt. Dementsprechend sind sämtliche Eintragungen enthalten
(vgl. Wegleitung über Versicherungsausweis und individuelles Konto des Bundesamtes
für Sozialversicherungen BSV, Rz. 2514 ff.). Vor diesem Hintergrund ist
ausgeschlossen, dass erfolgte IK-Eintragungen anderer Ausgleichskassen vergessen
gegangen sind.
4.5.
Mit der Beschwerdegegnerin ist schliesslich festzuhalten, dass in den geltend
gemachten Jahren Erwerbsersatzentschädigungen (noch) nicht AHV/IV/EO-pflichtig
waren und entsprechend auch keine Beiträge geleistet wurden. Art. 19a des
Bundesgesetzes über den Erwerbsersatz trat erst am 1. Januar 1988 in Kraft (EOG;
SR 834.1; vgl. auch BBI 1985 I 808 f.). Dass der Beschwerdeführer aufgrund des
Militärdienstes Beiträge an die AHV geleistet haben soll, wird im Übrigen auch von
diesem nicht geltend gemacht (vgl. act. G1).
4.6.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer nicht nachweisen
kann, dass er in den geltend gemachten Jahren einer Erwerbstätigkeit nachgegangen
ist und entsprechend Beiträge an die AHV geleistet hat bzw. Beiträge hätten geleistet
werden müssen und im IK dementsprechend ein Einkommen hätte verbucht werden
müssen. Der verlangte volle Beweis für die Unrichtigkeit der Einträge im IK gelingt ihm
somit nicht.
4.7.
Soweit die Beschwerdegegnerin davon ausgeht, dass durch die Einträge
"beitragsfrei" für die Jahre 1975 und 1976 rechtsgenüglich bewiesen sei, dass der
Beschwerdeführer in diesen Jahren den AHV/IV/EO-Mindestbeitrag nicht bezahlt habe,
4.8.
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5.
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers kann er sich nicht auf den
Vertrauensschutz beruft und gestützt auf eine ihm erteilte, allerdings nicht näher
substantiierte Auskunft, davon ausgehen, dass ihm die Beitragsjahre 1975 und 1976
anzurechnen seien. Denn er hat in diesem Zusammenhang weder näher substantiiert
noch nachgewiesen, welche Person ihm im Einzelnen welche (vorbehaltlose) Auskunft
erteilt haben soll; es fehlt mithin bereits am Nachweis der vertrauensbildenden
Grundlage. Ohnehin musste dem Beschwerdeführer bekannt sein, dass er – sofern er
versichert war – entweder Beitragsmarken beziehen oder nachzuweisen hatte, dass er
aufgrund einer Erwerbstätigkeit vom Bezug von Beitragsmarken befreit war, zumal er
im Jahr 1974 Beitragsmarken bezogen hatte und ihm entsprechend die Bedeutung der
Beitragsmarken bekannt sein musste. Er hätte somit ohne Weiteres erkennen können
und müssen, dass er entweder nicht versichert war oder seiner Beitragspflicht in den
strittigen Beitragsjahren nicht nachgekommen ist und entsprechend keine Ansprüche
daraus ableiten kann. Er kann sich somit vorliegend nicht auf den Vertrauensschutz
berufen.
6.
ist ihr entgegenzuhalten, dass der Eintrag lediglich bedeutet, dass er vom eigentlichen
Bezug der Beitragsmarken befreit war, nicht jedoch von der Beitragspflicht als solcher -
sofern er denn versichert war. Der Grund für die Befreiung vom Beitragsmarkenbezug
lässt sich jedoch gemäss vorstehenden Ausführungen (E. 4.1-4.5) nicht mehr ermitteln.
Nachdem es jedoch an den Voraussetzungen für eine Berichtigung bzw. Ergänzung
des IK-Auszuges fehlt, braucht dem nicht weiter nachgegangen zu werden.
Zu prüfen bleibt schliesslich, ob der Beschwerdeführer gleich zu stellen ist, wie
wenn er das Markenheft verloren hätte (vgl. hierzu Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts [EVG] vom 14. Dezember 2004, H 104/04, E. 6.1).
6.1.
In der ab 1. Januar 1970 gültigen Wegleitung (WSN 1970) wird in Bezug auf den
Verlust des Markenheftes Folgendes festgehalten: Verliert ein Student sein Markenheft,
so werden ihm die darin eingeklebten Beitragsmarken nicht ersetzt. Das Einkommen,
das den durch Beitragsmarken entrichteten Beiträgen entspricht, wird jedoch in das
individuelle Konto eingetragen, soweit eindeutig nachgewiesen werden kann, dass
Beitragsmarken bezogen wurden (Rz. 303). Nach der ab 1. Januar 2008 gültigen WSN
gilt der Nachweis über bezogene Beitragsmarken als erbracht, wenn gleichzeitig die
drei Voraussetzungen erfüllt sind, dass der Studierende während der fraglichen Zeit an
6.2.
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7.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Ausgangsgemäss hat der
Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG
i.V.m. Art. 98 Abs. 1 und 98 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP] e
contrario). Der seit 1. Januar 2021 in Kraft stehende Art. 61 lit. f des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) hält fest,
dass das Verfahren bei Streitigkeiten über Leistungen kostenpflichtig ist, wenn dies im
jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen ist. Art. 85 Abs. 2 AHVG sieht keine Kostenpflicht
der betreffenden Lehranstalt immatrikuliert war, dass die Immatrikulation ohne
Nachweis genügender Beitragszahlungen nicht möglich war (Erklärung der Lehranstalt),
und dass der Versicherte in der fraglichen Zeit in der Schweiz seinen zivilrechtlichen
Wohnsitz hatte (Rz. 2168). Wie bereits ausgeführt (siehe vorstehend E. 4), steht
vorliegend jedoch gerade fest, dass der Beschwerdeführer in den strittigen
Beitragsjahren keine Beitragsmarken bezogen hat, wobei sich der Grund dafür nicht
mehr eruieren lässt. Entsprechend ist er seiner Beitragspflicht durch Bezug von
Beitragsmarken nachweislich nicht nachgekommen. Den Beschwerdeführer nun so zu
stellen, wie wenn er das Markenheft verloren hätte, würde eine nicht zu rechtfertigende
Ungleichbehandlung für diejenigen Versicherten darstellen, die ihrer Beitragspflicht
durch Bezug von Beitragsmarken nachgekommen sind. Denn die vorgenannte
Regelung zielt darauf ab, dass Versicherte, die tatsächlich ihrer Beitragspflicht
nachgekommen sind, ihr Markenheft jedoch verloren haben, nicht schlechter gestellt
werden sollen als Versicherte, die ebenfalls ihrer Beitragspflicht nachgekommen sind,
jedoch noch über ihr Markenheft verfügen.
Immerhin hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer das Jahr 1977
allein aufgrund der Immatrikulationsbestätigung gutgeschrieben (vgl. act. G3.1.4).
Damit hat ihn die Beschwerdegegnerin für das Jahr 1977 zu seinen Gunsten so
behandelt, wie wenn er das Markenheft verloren hätte, da für dieses Jahr überhaupt
keine Einträge in das Markenheft erfolgt sind.
6.3.
Es besteht folglich keine Handhabe, für die Beitragsjahre 1975 und 1975 einen
Eintrag in das individuelle Konto des Beschwerdeführers vorzunehmen, womit es bei
der Grundlage einer Beitragszeit von 3 Jahren und 10 Monaten für die im Übrigen
ansonsten nicht beanstandete Festsetzung der Rentenhöhe bleibt und die Bestätigung
der entsprechenden Verfügung vom 27. Juli 2021 durch den angefochtenen
Einspracheentscheid im Ergebnis korrekt war.
6.4.
bis
bis
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vor, weshalb der vorliegende Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Parteien
kostenlos zu sein hat.