Decision ID: 7f0dc650-f707-4079-96bc-580a990f89c8
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Forderung
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Meilen vom 7. Februar 2014; Proz. CG130001
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Rechtsbegehren (act. 2):
1. Die Beklagte sei zu verurteilen, dem Kläger zu bezahlen:  CHF 55'000.– nebst Zins zu 5 % seit 18. November 2011  CHF 2'950.– nebst Zins zu 5 % seit 18. November 2011  CHF 128.– Betreibungskosten in der Betreibung
Nr. ... des Betreibungsamtes Männedorf 2. In der Betreibung Nr. ... des Betreibungsamtes Männedorf, Zah-
lungsbefehl vom 20. Oktober 2011, sei der Rechtsvorschlag im Umfang der geschützten Forderung zu beseitigen.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 8 % MwSt.)  der Beklagten.
Urteil des Bezirksgerichtes Meilen vom 7. Februar 2014 (act. 26):
1. Die Klage wird abgewiesen.
2. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf CHF 6'200.–.
3. Die Gerichtskosten werden dem Kläger auferlegt und mit dem von ihm ge-
leisteten Kostenvorschuss von CHF 6'200.– verrechnet.
4. Es wird davon Vormerk genommen, dass die Beklagte keine Parteientschä-
digung verlangt hat.
5./6. Mitteilungen / Rechtsmittel.
Berufungsanträge:
des Berufungsklägers (act. 25 S. 2):
1. Das Urteil des Bezirksgerichts Meilen, Abteilung, vom 7. Februar 2014 sei aufzuheben und die Beklagte zu verurteilen, dem Kläger CHF 56'200.-- nebst Zins zu 5% seit 18. November 2011 zu .
2. In der Betreibung Nr. ... des Betreibungsamtes Männedorf,  vom 20. Oktober 2011, sei der Rechtsvorschlag im Umfang der geschützten Forderung zu beseitigen.
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3. Eventualiter sei die Sache zur Durchführung der  und anschliessender Neubeurteilung an die Vorinstanz .
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 8% MwSt.)  für das erst- als auch zweitinstanzliche Verfahren zulasten der Beklagten.

Erwägungen:
I.
1. Mit Klagebewilligung des Friedensrichteramtes C._ vom 21. September
2012 (act. 1) und Klageschrift vom 7. Januar 2013 (act. 2) machte der Berufungs-
kläger und Kläger (fortan Kläger) gleichentags die vorliegende Klage mit dem ein-
gangs genannten Rechtsbegehren beim Bezirksgericht Meilen anhängig. Die Be-
rufungsbeklagte und Beklagte (fortan Beklagte) blieb säumig und erstattete weder
eine Klageantwort noch eine Stellungnahme zu den vom Kläger auf Aufforderung
durch das Gericht (act. 14) am 13. September 2013 eingereichten Urkunden (act.
18 und 19/18-26). Die Vorinstanz wies die Klage mit Urteil vom 7. Februar 2014
ab (act. 22 = 26).
2. Das Urteil vom 7. Februar 2014 (act. 22) wurde dem Vertreter des Klägers
am 13. Februar 2014 zugestellt (act. 23/1). Mit Eingabe vom 17. März 2014
(act. 25) erhob er rechtzeitig Berufung mit den eingangs genannten Anträgen.
Den ihm mit Verfügung 21. März 2014 auferlegten Kostenvorschuss von CHF
4'000.00 leistete der Kläger innert Frist am 28. März 2014 (act. 31).
3. Die Beklagte nahm die Verfügung vom 3. April 2014 nicht entgegen, mit der
ihr die Frist zur Erstattung der Berufungsantwort angesetzt wurde (act. 32 und
act. 33). Die Beklagte hatte die das Verfahren einleitende Verfügung der Vor-
instanz vom 10. Januar 2013 (act. 5) am 23. Januar 2013 entgegen genommen
(act. 6/2). Sie hatte somit Kenntnis vom hängigen Verfahren was bedeutet, dass
sie grundsätzlich mit gerichtlichen Zustellungen rechnen musste und somit bei
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Nichtabholung einer eingeschriebenen Postsendung die Zustellung am siebten
Tag nach dem erfolglosen Zustellungsversuch als erfolgt gilt (Art. 138 Abs. 3 lit. a
ZPO).
Danach nahm die Beklagte im vorinstanzlichen Verfahren keine eingeschriebenen
Sendungen mehr entgegen (vgl. act. 10; act. 11; act. 21/2), auch nicht den vor-
instanzlichen Endentscheid vom 7. Februar 2014, für den sie am 13. Februar
2013 eine Abholeinladung erhielt (act. 23/2). Dieses Verhalten ist als fortgesetzte
Vereitelung der Zustellung zu würdigen, so dass die Zustellfiktion auch im Beru-
fungsverfahren zum Tragen kommt. Die Beklagte gilt daher als säumig und das
Verfahren ist androhungsgemäss ohne Berufungsantwort weiterzuführen.
4. Vor Vorinstanz hatte der Kläger einen Betrag von CHF 57'950.00 zuzüglich
Zins sowie Betreibungskosten von CHF 128.00 gefordert. Mit der Berufung bean-
tragt er, die Beklagte sei zur Zahlung von CHF 56'200.00 zuzüglich Zins zu ver-
pflichten. Er reduziert demnach seine Forderung und zieht die Klage im den letzt-
genannten Betrag übersteigenden Umfang zurück. Davon ist Vormerk zu nehmen
und das Verfahren ist diesbezüglich abzuschreiben (Art. 241 ZPO).
II.
1. Die Beklagte war vom 5. Juli 2006 bis zum 9. Dezember 2011 Eigentüme-
rin des Grundstücks Grundbuchblatt 1, Kat. Nr. 1 in D._ (act. 4/3). Das be-
nachbarte Grundstück, Grundbuchblatt 2, Kat. Nr. 2, D._, gehört dem Kläger
(act. 2 S. 3). Das Grundstück der Beklagten wurde am 9. Dezember 2011
zwangsversteigert, weil die Beklagte ihren Hypothekarverpflichtungen gegenüber
der ... Kantonalbank nicht nachgekommen war (act. 2 S. 3). Der Kläger ersteiger-
te die betreffende Liegenschaft und wurde am 20. Januar 2012 als neuer Eigen-
tümer im Grundbuch eingetragen (act. 4/8).
2. Die beiden vorgenannten Grundstücke verfügen über eine gemeinsam
genutzte Zufahrtsstrasse, welche über die Liegenschaften Kat. Nr. 3 und
Kat. Nr. 2 (Kläger) zur Liegenschaft Kat. Nr. 1 (ehemals Beklagte, heute Kläger)
führt (act. 4/3, act. 4/10 und act. 4/11). Der Unterhalt an der obgenannten Zu-
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fahrtsstrasse wurde einerseits im Dienstbarkeitsvertrag vom 17. Mai 1995
(act. 19/18) und andererseits im Schenkungsvertrag vom 5. Juli 2006 (act. 19/19)
geregelt.
Zum besseren Verständnis ist anzumerken, dass die Grenze zwischen den
Grundstücken Kat. Nr. 2 (Kläger) und Kat. Nr. 1 (ehemals Beklagte, heute Kläger)
nicht mehr so verläuft wie im Jahr 1995: Damals gehörte die gemeinsam genutzte
Zufahrtsstrasse noch zu Kat. Nr. 1. Erst später wurde eine Teilfläche von Kat. Nr.
1 mit der Zufahrtsstrasse abparzelliert und mit Kat. Nr. 2 vereinigt, wobei der ak-
tuelle Grenzverlauf entstand. Im Schenkungsvertrag vom 5. Juli 2006 (act. 19/19)
wurde diesem Umstand Rechnung getragen und das nunmehr angepasste Fuss-
und Fahrwegrecht mit Unterhaltsabrede im Grundbuch vermerkt (act. 4/3 S. 3).
Für den über Kat. Nr. 3 verlaufenden Teil der Zufahrtsstrasse gilt weiterhin der
Dienstbarkeitsvertrag vom 17. Mai 1995 (act. 19/18).
3. Der Schenkungsvertrag vom 5. Juli 2006 regelt den Unterhalt an der Zu-
fahrtsstrasse von Kat. Nr. 2 und Kat. Nr. 1 wie folgt (act. 19/19 S. 4 Ziff. 8.b):
" Recht bei GB 1 KTN 1
Last bei GB 2 KTN 2
Fuss- und Fahrwegrecht mit Unterhaltsabrede
Der jeweilige Eigentümer von GB 2 KTN 2 räumt dem jeweiligen Eigentümer von GB 1 KTN 1 auf der im oberwähnten Plan ad acta blau eingezeichneten Wegstrecke das unbeschränkte Fuss- und  ein. Die Zufahrtsstrasse wurde bereits durch den Dienstbarkeitsbelasteten . Der Dienstbarkeitsberechtigte hat an die Erstellungskosten keinen Beitrag zu leisten.
Den Unterhalt dieser Wegstrecke tragen die Parteien gemeinsam, je zur Hälfte."
4. Gestützt auf diese Unterhaltsabrede verlangt der Kläger von der Beklagten
als vormaliger Eigentümerin des berechtigten Grundstücks die Übernahme des
hälftigen Anteils an den Kosten der Strassensanierung im Sommer 2010 sowie
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des Winterdienstes und der Laubräumung in der Zeit vom 5. Juli 2006 bis zum
30. November 2010.
Zur Begründung brachte er vor der Vorinstanz vor, die von den Grundstücken
Kat. Nr. 2 und 1 gemeinsam genutzte Zufahrtsstrasse habe sich im Sommer 2010
in einem derart desolaten Zustand befunden, dass eine Sanierung aus Sicher-
heitsgründen dringend geboten gewesen sei. Die Beklagte habe sich trotz wie-
derholter Aufforderungen des Klägers geweigert, ihrer Unterhaltspflicht nachzu-
kommen. Schliesslich habe der Kläger die Sanierungsarbeiten selbst in Auftrag
geben und die Kosten im Gesamtumfang von CHF 110'000.00 bevorschusst. Den
hälftigen Kostenanteil von CHF 55'000.00 habe er der Beklagten am 5. Oktober
2011 in Rechnung gestellt, ohne dass diese bezahlt habe (act. 2 S. 5 f.; act. 4/13).
Ausserdem habe die Beklagte seit dem Besitzesantritt am 5. Juli 2006 nie etwas
an die Kosten für den Winterdienst und die Laubräumung bezahlt. Am 5. Oktober
2011 stellte er der Beklagten für Winterdienst und Laubräumung in den Jahren
2006 bis zum 30. November 2010 einen hälftigen Anteil von jährlich CHF 300.00,
d.h. insgesamt CHF 1'200.00, in Rechnung (act. 2 S. 7; act. 4/14).
Die hälftige Übernahme der Anschaffungskosten eines Räumungsgeräts auf den
Winter 2009, welche die Vorinstanz mit Blick auf die gesamte Amortisationsdauer
eines solchen Gerät nicht für gerechtfertigt hielt (act. 26 S. 6 E. 1.3), verlangt der
Kläger im Berufungsverfahren nicht mehr, so dass das Verfahren in diesem Um-
fang abgeschrieben werden kann (vgl. oben I.4) und sich Weiterungen erübrigen.
5. Gestützt auf die unbestritten gebliebene Darstellung des Klägers kam die
Vorinstanz zum Schluss, dass sich die gemeinsam genutzte Zufahrtstrasse in ei-
nem sehr schlechten baulichen Zustand befunden habe. Eine vom Kläger einge-
reichte Fotodokumentation bestätige diesen Eindruck. Aufgrund ihres Zustandes
sei eine Sanierung der Strasse demnach geboten gewesen. Da die sanierte
Strasse beiden Grundstücken als Anfahrtsweg diene, bestehe ein beiderseitiges
Interesse an einer einwandfreien Befahrbarkeit. Somit sei diese Sanierung grund-
sätzlich als Unterhalt im Sinne von Art. 741 ZGB anzusehen (act. 26 S. 7 f.
E. 1.4).
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Weiter erwog die Vorinstanz, die Winterdienste und Laubräumungsarbeiten, de-
ren Kosten vom Kläger geltend gemacht würden, hätten den verkehrssicheren
Zustand der Zufahrtsstrasse gewährleistet und seien für deren Befahrbarkeit un-
erlässlich gewesen. Dabei handle es sich ohne Zweifel um Unterhalt i.S. von
Art. 741 ZGB (act. 26 S. 6 E. 1.2).
Dieser Befund wurde nicht beanstandet. Eine offensichtlich fehlerhafte Rechtsan-
wendung, die trotz fehlender Rüge im Berufungsverfahren von Amtes wegen zu
korrigieren wäre, liegt nicht vor. Davon ist demnach in der Folge auszugehen.
6. In Bezug auf die Kosten für die Strassensanierung (CHF 55'000.00) und
für Winterdienst und Laubräumung (CHF 1'200.00), welche sie als Unterhaltsar-
beiten i.S. von Art. 741 ZGB qualifizierte, hatte die Vorinstanz die Klage mit der
Begründung abgewiesen, die Unterhaltspflicht sei wegen ihres realobligatorischen
Charakters mit dem Eigentümerwechsel auf den Kläger als Erwerber übergegan-
gen, so dass die Forderung durch Vereinigung untergegangen sei (Art. 118
Abs. 1 OR).
Die Vorinstanz prüfte insbesondere, ob die Unterhaltspflicht in eine persönliche
Schuldpflicht der Beklagten umgewandelt worden war. Das würde voraussetzen,
so die Vorinstanz, dass entweder vor dem Eigentumsübergang ein Prozess an-
hängig gemacht worden wäre oder dass eine Schuldanerkennung oder eine Er-
satzvornahme vorläge. Das sei alles nicht gegeben: Der vorliegende Prozess sei
erst nach dem Eigentumsübergang anlässlich der Zwangsversteigerung vom
9. Dezember 2011 anhängig gemacht worden, aus den Akten sei keine Schuld-
anerkennung der Beklagten ersichtlich und der Bau der Zufahrtstrasse durch den
Kläger sei nicht als Ersatzvornahme nach Art. 98 OR zu qualifizieren, da eine Er-
satzvornahme eine entsprechende Ermächtigung durch den Richter voraussetzen
würde, was nicht vorliege und vom Kläger auch nicht geltend gemacht werde.
Eine Umwandlung der Unterhaltspflicht in eine persönliche Schuldpflicht der Be-
klagten sei daher nicht eingetreten (act. 26 S. 9 ff.).
7. Die Vorinstanz hatte sich hauptsächlich auf die Lehrmeinung von Liver im
Zürcher Kommentar abgestützt. Dieser hält zu Art. 741 ZGB fest, es gebe Realob-
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ligationen, für die mit Recht die Ansicht vertreten werde, dass Forderungen, die
gegenüber dem Rechtsvorgänger fällig geworden seien, nicht mehr gegenüber
dem Rechtsnachfolger geltend gemacht werden könnten. Beim Unterhalt einer
Grunddienstbarkeit hingegen, wo nicht ein Anspruch auf die Erbringung periodi-
scher Leistungen bestehe wie im Grundlastverhältnis oder ein Kostenbeitrag für
ausgeführte Arbeiten, sondern ein Anspruch auf die Behebung eines schadhaften
Zustandes der Dienstbarkeitsanlage, bestehe er gegenüber jedem Erwerber der
Dienstbarkeitsberechtigung, auch wenn die Ausführung der erforderlichen Arbei-
ten vom Vorgänger noch so oft verlangt und ihm auch die Ersatzvornahme ange-
droht worden sei, so dass kein Zweifel am Eintritt der Fälligkeit bestehe. Die ge-
genteilige Auffassung würde zu praktisch unannehmbaren Ergebnissen führen
(Liver, ZK, Art. 741 ZGB N 27). Wie an einer anderen Stelle ausgeführt wird, ist
der Veräusserer oft nicht mehr dazu in der Lage, die Unterhaltspflicht zu erfüllen,
nachdem er die tatsächliche Herrschaft über das Grundstück aufgegeben hat
(Liver, ZK, Art. 730 ZGB N 232).
Die Unterhaltspflicht ist somit grundsätzlich vom jeweiligen Eigentümer zu erbrin-
gen. Das ist auch dann der Fall, wenn der Rechtsvorgänger seine Unterhalts-
pflicht vernachlässigte und diese Leistungen nicht erbrachte (Liver, ZK, Art. 741
ZGB N 24). Wurde der Anspruch hingegen dem Rechtsvorgänger gegenüber (er-
folglos) durchgesetzt und wurde dieser schadenersatzpflichtig, schuldet er den
Schadenersatz persönlich, so dass diese Schuld nicht auf den Erwerber der
Dienstbarkeit übergeht. Auch wenn nicht eine Verurteilung zum Schadenersatz
oder eine Anerkennung der Ersatzforderung erfolgte, aber der Eigentümer des
belasteten Grundstücks zur Ersatzvornahme geschritten war, hat ihm der Dienst-
barkeitsberechtigte die Kosten persönlich zu ersetzen und kann sein Rechtsnach-
folger nicht belangt werden (Liver, ZK, Art. 741 ZGB N 26).
Wie der Kläger zutreffend anmerkt, knüpft diese unterschiedliche Rechtsfolge des
Eigentumsübergangs daran an, ob es um die Unterhaltstätigkeit im Sinne einer
Verpflichtung zu einem Tun oder um Kostenersatz im Sinne einer Geldforderung
geht (act. 25 S. 7 f. Ziff. 18). Geldforderungen werden auch bei Realobligationen
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mit Eintritt der Fälligkeit zu persönlichen Schulden und gehen mit dem Eigen-
tumsübergang nicht auf den Erwerber über.
Diese Auffassung überzeugt. Die Vorinstanz verkannte allerdings die in dieser
Konstruktion angelegte Differenzierung zwischen Geldschulden und anderen
Verpflichtungen und verlangte zu Unrecht eine gerichtliche Genehmigung der Er-
satzvornahme nach Art. 98 Abs. 1 OR (act. 26 S. 10 E. 2.5). Die Einleitung eines
formellen Verfahrens bildet ein weiteres, prozessuales Hindernis gegen einen
Übergang der Schuldpflicht bei einem Eigentümerwechsel (vgl. Petitpierre, BSK,
Art. 741 ZGB N 12). Das ist jedoch nicht ausschlaggebend, sondern der Inhalt der
Forderung.
Dass Liver die Ersatzvornahme ausdrücklich erwähnt, stellt keinen Widerspruch
dar, denn wie der Kläger richtig bemerkt, setzt eine Ersatzvornahme nicht zwin-
gend eine richterliche Ermächtigung voraus, so dass eine entsprechende Ersatz-
forderung auch bei einem Vorgehen nach den allgemeinen Verzugsregeln (Nach-
fristansetzung und Verzicht auf nachträgliche Erfüllung; Art. 107 OR) entsteht
(act. 26 S. 6 Ziff. 14 m.H. auf Wiegand, BSK, Art. 98 OR N 8).
8. In der Klageschrift hatte der Kläger in Bezug auf die Strassensanierung aus-
geführt, dass sich die Beklagte trotz wiederholten Aufforderungen weigerte, ihrer
Unterhaltstätigkeit nachzukommen (act. 2 S. 5 Ziff. 9) bzw. dass er der Beklagten
wiederholt Fristen zur Vornahme des Unterhalts ansetzte und die Beklagte diese
Fristen ungenutzt verstreichen liess und auf die wiederholten Aufforderungen
auch sonst nicht reagierte (act. 2 S. 26 Ziff. 11).
In der Berufung verweist er auf diese Ausführungen, die unbestritten blieben, wie
er betont, und leitet daraus ab, er habe damit die Beklagte nach Art. 102 ff. OR
für die fälligen Unterhaltsleistungen in Verzug gesetzt und ihr für deren Erfüllung
erfolglos Nachfristen angesetzt. Danach habe er die notwendigen Unterhaltsarbei-
ten selbst in Auftrag geben dürfen und habe für die Selbsthilfemassnahmen bzw.
die daraus entstandenen Kosten einen Ersatzanspruch gestützt auf Art. 107
Abs. 2 OR im Sinne einer sogenannten unechten Ersatzvornahme (act. 25 S. 6
Ziff. 15).
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9. Die Vorinstanz nahm von Amtes wegen Beweise zum Quantitativ ab, weil
der Kläger dazu nur von ihm selbst ausgestellte Rechnungen eingereicht hatte,
und forderte den Kläger mit Verfügung vom 24. Juli 2014 zur Nachreichung von
zusätzlichen Belegen auf (act. 14).
Daraufhin reichte der Kläger am 13. September 2013 (act. 18) verschiedene
Rechnungen für die Strassensanierung ein (act. 19/20-26). Diese ergeben − ohne
Berücksichtigung einer Rechnung des Klägers für Eigenleistungen als Planer und
Bauleiter über CHF 10'000.00 (act. 20/26) und ohne Mehrwertsteuer − einen Be-
trag von etwas mehr als CHF 110'000.00, was mit seiner Darstellung in der Kla-
geschrift übereinstimmt, wo er seinen Anspruch auf hälftigen Kostenersatz auf
CHF 55'000.00 beziffert (act. 2 S. 6 Ziff. 10 m.H. auf act. 4/13).
Die Kosten für Winterdienst und Laubräumung wurden hingegen nicht belegt. Die
Anschaffung eines Räumungsgeräts, dessen Kosten vor Vorinstanz ebenfalls
Prozessthema waren, deutet darauf hin, dass der Kläger diese Leistungen selbst
erbrachte. Beim jeweils in Rechnung gestellten Betrag von CHF 300.00 pro Sai-
son dürfte es sich um eine Pauschale handeln.
10. Die Sachdarstellung des Klägers blieb unbestritten (act. 20; act. 21/2). Seine
Ausführungen in der Klageschrift sind zwar knapp, lassen jedoch eine Subsum-
tion zu und sind somit grundsätzlich der Beurteilung zugrunde zu legen. Daraus
ergibt sich, gestützt auf die oben dargestellten rechtlichen Voraussetzungen, dass
die realobligatorische Unterhaltspflicht der Beklagten mit Bezug auf die Strassen-
sanierung in eine persönliche Geldschuld (act. 4/13 und 4/15) umgewandelt wor-
den war, so dass der wenig später erfolgte Eigentumsübergang am 9. Dezember
2011 (act. 4/7) nichts an ihrer Passivlegitimation änderte und die Forderung des
Klägers nicht durch Vereinigung untergegangen ist.
Die Höhe der für die Strassensanierung geltend gemachten Forderung ist ausge-
wiesen (vgl. oben 9). Der Kläger verlangt 5% Verzugszins seit 18. November
2011, da an diesem Datum der Beklagten der Zahlungsbefehl zugestellt wurde
(act. 2 S. 8 Ziff. 17). Das blieb unbestritten und wird durch die Akten bestätigt
(act. 4/15). In diesem Umfang ist die Berufung gutzuheissen.
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Was den Winterdienst und die Laubräumung betrifft, hat der Kläger hingegen
nicht behauptet, dass er die Beklagte zur Erfüllung angehalten und sie so in Ver-
zug gesetzt hatte (vgl. act. 2 S. 7 Ziff. 13 f.). Diesbezüglich wurde die realobligato-
rische Unterhaltspflicht demnach nicht in eine persönliche Geldschuld umgewan-
delt, so dass er die Beklagte dafür nach dem Eigentumsübergang nicht mehr in
Anspruch nehmen kann. In diesem Umfang hat das Urteil der Vorinstanz daher
Bestand und ist die Berufung abzuweisen.
11. Die Beklagte ist demnach zu verpflichten, dem Kläger CHF 55'000.00 nebst
Zins zu 5% seit 18. November 2011 zu bezahlen. In diesem Umfang ist der
Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr. ... des Betreibungsamtes Männedorf, Zah-
lungsbefehl vom 20. Oktober 2011 (act. 4/15), zu beseitigen. Im Übrigen ist die
Berufung abzuweisen und das Urteil der Vorinstanz zu bestätigen.
III.
Bezogen auf den ursprünglichen Forderungsbetrag von rund CHF 58'000.00 ob-
siegt der Kläger ungefähr zu 95%. Entsprechend sind die Gerichtskosten beider
Instanzen zu 5% dem Kläger und zu 95% der Beklagten aufzuerlegen. Die Ge-
richtskosten sind vollumfänglich aus dem vom Kläger geleisteten Vorschuss zu
beziehen und dem Kläger ist im Umfang ihres Kostenanteils der Rückgriff auf die
Beklagte einzuräumen. Die Beklagte ist zu verpflichten, dem Kläger eine reduzier-
te Prozessentschädigung zu bezahlen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Die Mehrwertsteuer
ist im zugesprochenen Betrag enthalten.