Decision ID: f6b01ffc-6d93-5197-bdea-ff4d1a72b4ef
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Mit öffentlich beurkundetem Kaufvertrag vom 15. Juni 1972 verkaufte Emil B.-F. das
Grundstück Grundbuch J. Nr. 975, bestehend aus 172'412 m Gebäudegrundflächen,
Hofraum, Garten, Wiese, Acker, Weg, Streueland und Wald sowie einem Wohnhaus,
einer Scheune, einer Scheuneneinfahrt und einem Schopf, sowie das Grundstück
Grundbuch J. Nr. 991, bestehend aus 9'648 m Streueland und Wald, seinen beiden
Söhnen Emil B.-S., geb. 1921, und Dominik B., geb. 1926, zu je hälftigem Miteigentum.
Nach dem Tod von Emil B.-S. am 7. September 1987 erbte dessen Sohn Christian B.
seine Miteigentumsanteile.
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Dominik B. übertrug seine Miteigentumsanteile an den Grundstücken Nrn. 975 und 991
sowie 1067 mit öffentlich beurkundetem Schenkungsvertrag vom 29. Oktober 2007 an
seinen Neffen Severin B. Im Alleineigentum von Dominik B. verblieben verschiedene
Grundstücke im Grundbuchkreis J. mit einer landwirtschaftlichen Nutzfläche von 2,08
ha, einem Wohnhaus und einem Rundlaufstall.
Am 29. Oktober 2007 ersuchte das Grundbuchamt das Landwirtschaftsamt im Auftrag
der Vertragsparteien um die Bewilligung des Schenkungsvertrages nach Art. 58 ff. des
Bundesgesetzes über das bäuerliche Bodenrecht (SR 211.412.11, abgekürzt BGBB).
Das Landwirtschaftsamt erteilte mit Verfügung vom 12. November 2007 die Bewilligung
zur Realteilung nach Art. 60 Abs. 2 BGBB. Es erwog, nach der Schenkung würden
Dominik B. verschiedene Grundstücke im Alleineigentum verbleiben. Das bisherige
Grundeigentum von Dominik B. habe eine Gesamtheit gebildet, welche die
Mindestanforderungen an ein landwirtschaftliches Gewerbe nach Art. 7 BGBB erfüllt
habe. Nach Art. 58 Abs. 1 BGBB dürften von landwirtschaftlichen Gewerben nicht
einzelne Grundstücke oder Grundstücksteile abgetrennt werden (Realteilungsverbot).
Ausnahmen könnten unter anderem bewilligt werden, wenn die Realteilung
überwiegend dazu diene, andere landwirtschaftliche Gewerbe strukturell zu verbessern.
Da der verbleibende Grundbesitz von Dominik B. die Mindestanforderungen an ein
landwirtschaftliches Gewerbe nach Art. 7 BGBB nicht mehr erfülle und der Beschenkte
Severin B. in der Nähe der Grundstücke von Dominik B. ein landwirtschaftliches
Gewerbe bewirtschafte, werde die Anforderung nach Art. 60 Abs. 2 lit. a BGBB als
erfüllt betrachtet. Da es sich bei Severin B. um einen Neffen von Dominik B. handle, sei
gemäss Art. 72 lit. b BGBB der Erwerb nicht bewilligungspflichtig.
B./ Gegen die Verfügung des Landwirtschaftsamts erhob Christian B. durch seinen
Rechtsvertreter mit Eingabe vom 12. Dezember 2007 Beschwerde bei der
Verwaltungsrekurskommission und beantragte, die Bewilligung der Realteilung sei nicht
zu erteilen. Dominik B. beantragte mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 7. April
2008, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten, eventuell sei sie abzuweisen. Severin
B., das Grundbuchamt sowie die Aufsichtsbehörde BGBB liessen sich nicht
vernehmen.
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Die Verwaltungsrekurskommission entschied am 8. September 2008 über die
Streitsache. Sie hiess die Beschwerde teilweise gut und hob die Verfügung des
Landwirtschaftsamts vom 12. November 2007 auf. Sie erwog, die Miteigentumsanteile
von Dominik B. an den Grundstücken Nrn. 975, 991 und 1067 bildeten zusammen mit
den Miteigentumsanteilen von Christian B. ein landwirtschaftliches Gewerbe, weshalb
es ausgeschlossen sei, dass die Miteigentumsanteile gleichzeitig zusammen mit
anderen Grundstücken oder Rechten daran Teil eines anderen landwirtschaftlichen
Gewerbes seien. Die Grundstücke seien bereits 1972 in zwei hälftige
Miteigentumsanteile aufgeteilt worden. Zweck der Übertragung des elterlichen
Gewerbes zu je hälftigem Miteigentum an die nachfolgende Generation sei
offensichtlich dessen Erhaltung auch als wirtschaftliche Einheit gewesen. Mit der
blossen Änderung der Zusammensetzung der Miteigentümergemeinschaft bzw. dem
Schenkungsvertrag vom 29. Oktober 2007 sei entgegen der Auffassung des
Landwirtschaftsamts keine Realteilung verbunden gewesen, über deren Zulässigkeit
hätte befunden werden müssen.
C./ Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 24. September 2008 erhob Christian B.
Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der Entscheid vom
8. September 2008 sei aufzuheben und die Sache sei an die
Verwaltungsrekurskommission zur Entscheidung über die Realteilungsbewilligung
zurückzuweisen, eventualiter sei die Realteilungsbewilligung zu verweigern, unter
Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur Begründung wird im wesentlichen vorgebracht,
eine Realteilungsbewilligung sei im vorliegenden Fall erforderlich, deren
Voraussetzungen seien aber nicht erfüllt.
Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 6. Oktober 2008 unter Hinweis
auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids die Abweisung der Beschwerde.
Das Landwirtschaftsamt und Dominik B. liessen sich zur Beschwerde nicht vernehmen.
Die Erwägungen des angefochtenen Entscheids sowie die weiteren vom
Beschwerdeführer vorgetragenen Ausführungen werden, soweit wesentlich, in den
nachfolgenden Erwägungen dargelegt und gewürdigt.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
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1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Der
Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingabe vom 24. September 2008
erfüllt zeitlich, formal und inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist
einzutreten.
2. Streitgegenstand ist ausschliesslich die Frage, wie die Schenkung der Grundstücke
Nrn. 975, 991 und 1067 nach Massgabe des BGBB zu beurteilen ist. Nicht mehr streitig
ist die Legitimation von Christian B. zur Beschwerde und die Frage der Missachtung
des rechtlichen Gehörs im Verfahren vor der verfügenden Behörde.
2.1. In tatsächlicher Hinsicht ist ausserdem unbestritten, dass der Erwerbsakt vom
15. Juni 1972 offenbar auch das Grundstück Nr. 1067 umfasste. Dieses ist im öffentlich
beurkundeten Kaufvertrag vom 15. Juni 1972 zwar nicht aufgeführt. Es bildet aber
zusammen mit den Grundstücken Nrn. 975 und 991 Gegenstand der Schenkung vom
29. Oktober 2007. Es umfasst 2'231 m Wiese, offene Bestockung und befestigte
Flächen sowie 927 m Wald. Gegenüber den Grundstücken Nrn. 975 und 991 ist es
daher flächenmässig unbedeutend, und es spielt für die Klärung der vorliegenden
Streitfragen keine Rolle, ob es auch Gegenstand des Kaufs vom 15. Juni 1972 war.
2.2. Die Vorinstanz erwog, die Grundstücke, an denen Dominik B. teilweise als
Alleineigentümer, teilweise als hälftiger Miteigentümer berechtigt sei, stellten
eigentumsrechtlich keine Einheit dar. An den im Alleineigentum stehenden
Grundstücken sei Dominik B. allein berechtigt. An den im Miteigentum stehenden
Grundstücken sei ein zweiter Miteigentümer gleichermassen zur Hälfte berechtigt. Zwar
beinhalte das Miteigentum bezüglich des betreffenden Anteils die Rechte und Pflichten
eines Eigentümers. Da es sich beim Miteigentum um ein Eigentum nach Bruchteilen
und ohne äusserliche Abteilung handle, könnten die Miteigentumsanteile an
landwirtschaftlichen Grundstücken jedoch nicht dem Alleineigentum an solchen
Grundstücken gleichgesetzt werden. Zudem würden die Regeln des bäuerlichen
Bodenrechts ein zukünftiges gemeinsames Schicksal der im Alleineigentum und im
Miteigentum stehenden Grundstücke erschweren, indem die Verfügungsfreiheit des
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Eigentümers unterschiedlichen Ansprüchen Dritter begegne. Eigentumsrechtlich
bildeten die Grundstücke Nrn. 975, 991 und 1067 eine Einheit, da an ihnen die gleichen
Eigentumsverhältnisse bestehen würden. Indem das bäuerliche Bodenrecht in Art. 36
ff. BGBB die Aufhebung von vertraglich begründetem gemeinschaftlichem
Miteigentum, zu dem auch das Miteigentum an einem landwirtschaftlichen Gewerbe
gehöre, und in Art. 49 BGBB die Rechte des Miteigentümers an einem
landwirtschaftlichen Gewerbe ausdrücklich regle, gehe es davon aus, dass
Grundstücke, die zusammen ein landwirtschaftliches Gewerbe bilden, im Miteigentum
verschiedener Personen stehen könnten. Die rechtliche Einheit komme sowohl im
bäuerlichen Bodenrecht selbst, welches mit dem vorrangigen Vorkaufsrecht des
Miteigentümers insbesondere der Schaffung von Alleineigentum an
landwirtschaftlichen Gewerben dienen solle, als auch in den allgemeinen
sachenrechtlichen Regeln über das Miteigentum, die den Rechtsnachfolger eines
Miteigentümers an die von den Miteigentümern vereinbarte Nutzungs- und
Verwaltungsordnung und die von ihnen gefassten Verwaltungsbeschlüsse sowie die
gerichtlichen Urteile und Verfügungen binden würden, zum Ausdruck. Dass der
ursprüngliche Alleineigentümer die betreffenden Grundstücke zu je hälftigem
Miteigentum an seine Nachkommen übertragen habe, lasse auf seine Absicht
schliessen, das gemeinsame rechtliche Schicksal seines landwirtschaftlichen
Grundeigentums zu sichern. Da die Miteigentumsanteile von Dominik B. an den
Grundstücken Nrn. 975, 991 und 1067 zusammen mit den Miteigentumsanteilen von
Christian B. an diesen Grundstücken ein landwirtschaftliches Gewerbe bilden würden,
sei es ausgeschlossen, dass die Miteigentumsanteile für sich betrachtet gleichzeitig
zusammen mit anderen Grundstücken oder Rechten daran Teil eines anderen
landwirtschaftlichen Gewerbes seien. Die Grundstücke seien bereits 1972 in zwei
hälftige Miteigentumsanteile aufgeteilt gewesen. Zweck der Übertragung des
elterlichen Gewerbes zu je hälftigem Miteigentum an die nachfolgende Generation sei
offensichtlich dessen Erhaltung auch als wirtschaftliche Einheit gewesen. Mit dem
Schenkungsvertrag vom 29. Oktober 2007 seien keine weiteren Miteigentumsanteile
geschaffen worden. Der Schenkungsvertrag beziehe sich auf sämtliche im Miteigentum
derselben Miteigentümer stehenden Grundstücke, die zusammen ein
landwirtschaftliches Gewerbe bilden würden. Er bezwecke deshalb nicht, die rechtliche
Einheit des im Miteigentum stehenden landwirtschaftlichen Gewerbes aufzulösen.
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Vielmehr diene er der Übertragung eines bestehenden Miteigentumsanteils an einem
landwirtschaftlichen Gewerbe von einer Person auf eine andere. Mit der blossen
Änderung der Zusammensetzung der Miteigentümergemeinschaft sei aber keine
Realteilung verbunden. Sämtliche Grundstücke des landwirtschaftlichen Gewerbes
blieben nach wie vor im betreffenden hälftigen Miteigentumsanteil zusammengefasst
und teilten damit das gleiche rechtliche Schicksal. Mit dem Schenkungsvertrag vom
29. Oktober 2007 sei deshalb entgegen der Auffassung des Landwirtschaftsamts keine
Realteilung verbunden, über deren Zulässigkeit hätte befunden werden müssen.
2.3. Nach Art. 58 Abs. 1 BGBB dürfen von landwirtschaftlichen Gewerben nicht
einzelne Grundstücke oder Grundstücksteile abgetrennt werden (Realteilungsverbot).
Nach Art. 58 Abs. 2 Satz 1 BGBB dürfen landwirtschaftliche Grundstücke nicht in
Teilstücke unter 25 Aren aufgeteilt werden (Zerstückelungsverbot). Landwirtschaftliche
Gewerbe und Grundstücke dürfen zudem nicht in Miteigentumsanteile von weniger als
einem Zwölftel aufgeteilt werden (Art. 58 Abs. 3 BGBB).
Das Realteilungs- und das Zerstückelungsverbot unterliegt gewissen Ausnahmen
(Art. 59 lit. a bis d BGBB). Sodann können in bestimmten Fällen Ausnahmen von den
Verboten bewilligt werden. Nach Art. 60 Abs. 2 lit. a BGBB bewilligt die kantonale
Behörde Ausnahmen vom Realteilungsverbot, wenn die Realteilung überwiegend dazu
dient, andere landwirtschaftliche Gewerbe strukturell zu verbessern.
Als landwirtschaftliches Gewerbe gilt nach Art. 7 Abs. 1 BGBB eine Gesamtheit von
landwirtschaftlichen Grundstücken, Bauten und Anlagen, die als Grundlage der
landwirtschaftlichen Produktion dient und zu deren Bewirtschaftung, wenn sie
landesüblich ist, mindestens eine Standardarbeitskraft nötig ist.
Art. 3 Abs. 1 BGBB bestimmt, dass für Miteigentumsanteile an landwirtschaftlichen
Grundstücken die Bestimmungen des BGBB über die landwirtschaftlichen
Grundstücke gelten, soweit das Gesetz nichts anderes vorsieht.
2.3.1. Im Lichte von Art. 3 Abs. 1 BGBB muss Art. 7 Abs. 1 BGBB dahingehend
verstanden werden, dass als landwirtschaftliches Gewerbe eine Gesamtheit von
landwirtschaftlichen Grundstücken, aber auch von Miteigentumsanteilen an
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Grundstücken, Bauten und Anlagen gilt, die als Grundlage der landwirtschaftlichen
Produktion dient und zu deren Bewirtschaftung mindestens eine Standardarbeitskraft
nötig ist. Art. 3 Abs. 1 BGBB enthält, der allgemeinen Ordnung des Sachenrechts
folgend, nichts anderes als die Gleichstellung von Miteigentumsanteilen an
landwirtschaftlichen Grundstücken mit diesen selbst. Denkbare Umgehungsgeschäfte
mittels Begründung von Miteigentum sind im vornherein ausgeschlossen. Die
Gleichsetzung hat dann zur selbstverständlichen Folge, dass Miteigentumsanteile an
landwirtschaftlichen Grundstücken, die zu einem Gewerbe gehören, den besonderen
Bestimmungen über landwirtschaftliche Gewerbe (Art. 4 Abs. 1 BGBB) unterstellt sind
(Ch. Bandli, in: Das bäuerliche Bodenrecht, Brugg 1995, N 4 zu Art. 3).
2.3.2. Fest steht, dass Dominik B. verschiedene Grundstücke im Alleineigentum hat.
Diese sind im Verzeichnis der bewirtschafteten Flächen nach Hangneigung aufgeführt.
Zumindest einen Teil der im Miteigentum stehenden Grundstücke bewirtschaftet
Dominik B. gemeinsam mit Christian B. Dieser bewirtschaftet gemäss
Flächenverzeichnis 9,4 ha des Grundstücks Nr. 975, während Dominik B. 4 ha davon
bewirtschaftet. Das Grundstück Nr. 991 wird ausschliesslich von Christian B.
bewirtschaftet, während über das Grundstück Nr. 1067 keine Angaben in den
Flächenverzeichnissen vorliegen.
2.3.3. Eigentlicher Inhalt von Art. 3 Abs. 1 BGBB ist der explizite Hinweis auf
Sondernormen, etwa beim Zuweisungsanspruch in der Erbteilung (Art. 15 BGBB), bei
den Vorkaufsrechten der Verwandten (Art. 45 BGBB) oder bei der Aufhebung von
vertraglich begründetem gemeinschaftlichem Eigentum gemäss Art. 36 ff. BGBB (vgl.
Bandli, a.a.O., N 5 zu Art. 3).
Das Verbot der stückweisen Veräusserung landwirtschaftlicher Gewerbe wird als
vorrangige strukturpolitische Massnahme bezeichnet. Das trifft insofern zu, als das
Realteilungsverbot dafür sorgt, dass all die Massnahmen des Gesetzes zur Förderung
des bäuerlichen Grundeigentums und zur Strukturverbesserung nicht im Nachhinein
wieder zunichte gemacht werden. Die eigentlichen die Strukturpolitik bestimmenden
Instrumente - besonderer Schutz für landwirtschaftliche Gewerbe und
Arrondierungsgedanke bei der Handänderung einzelner landwirtschaftlicher
Grundstücke - sind über den ganzen Erlass verstreut. Das Realteilungsverbot dient
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ausschliesslich als Sicherungsmittel dieser Vorgaben. Die anvisierten Gewerbegrössen
könnten im Handumdrehen wieder zerschlagen werden, würde die stückweise
Veräusserung nicht grundsätzlich verboten (Bandli, a.a.O., N 1 zu Art. 58).
Von landwirtschaftlichen Gewerben dürfen nicht Grundstücke oder Teile davon
abgetrennt werden. Allein die Abtrennung stellt aber keine Realteilung dar; erst die
Verbindung mit einem Veräusserungsgeschäft erfüllt den Tatbestand von Art. 58 Abs. 1
BGBB. Es steht einem Eigentümer eines landwirtschaftlichen Gewerbes frei, die
bestehende Anzahl der Grundstücke zu vermehren. Zu beachten ist einzig die
Mindestfläche des Zerstückelungsverbotes von Art. 58 Abs. 2 BGBB. Solche
Parzellierungen machen allerdings keinen Sinn, weil die anschliessende Veräusserung
nicht gestattet ist. Das Realteilungsverbot untersagt also die Veräusserung einzelner
Grundstücke oder Grundstücksteile, wenn diese zu einem landwirtschaftlichen
Gewerbe gehören (Bandli, a.a.O., N 2 zu Art. 58).
2.3.4. Die Vorinstanz ging davon aus, die Miteigentumsanteile von Dominik B. an den
Grundstücken Nrn. 975, 991 und 1067 würden zusammen mit den
Miteigentumsanteilen von Christian B. ein landwirtschaftliches Gewerbe bilden (vgl.
S. 10, E. 3 b bb in fine). Daher sei es ausgeschlossen, dass die Miteigentumsanteile für
sich betrachtet gleichzeitig zusammen mit anderen Grundstücken oder Rechten daran
Teil eines anderen Gewerbes seien. Das Verwaltungsgericht kann dieser Auffassung
nicht folgen. Die Miteigentumsanteile von Christian B. und von Dominik B. sind nach
Art. 3 Abs. 1 BGBB in Verbindung mit Art. 655 Abs. 2 Ziff. 4 ZGB verschiedene
Grundstücke. Die wirtschaftlich gewichtigste bzw. flächenmässig grösste Parzelle wird
zudem anteilmässig sowohl vom Beschwerdeführer als auch von Dominik B.
bewirtschaftet, wobei diesbezüglich die Vorinstanz und das Landwirtschaftsamt keine
genaueren Feststellungen getroffen haben. Die Vorinstanz erwog, dass im Gegensatz
zum wirtschaftlichen Begriff des landwirtschaftlichen Betriebs das landwirtschaftliche
Gewerbe nur jene Grundstücke und Gebäude eines Betriebs umfasse, die sich im
gemeinsamen Eigentum befinden und die objektiven Voraussetzungen von Art. 7
BGBB erfüllten (vgl. Hofer, a.a.O., N 1 zu Art. 7). Im vorliegenden Fall befanden sich die
drei Grundstücke aber nicht im gemeinsamen Eigentum im Sinn jener Kommentierung.
Jene Kommentierung geht davon aus, dass das landwirtschaftliche Gewerbe nur jene
Grundstücke und Gebäude umfasst, die zusammen im Eigentum eines bestimmten
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Inhabers stehen bzw. von einem Betriebsleiter bewirtschaftet werden (vgl. Hofer,
a.a.O., N 12 ff. zu Art. 7). Das ist bei den Grundstücken Nrn. 975, 991 und 1067 gerade
nicht der Fall. Diese stehen nicht im Eigentum einer einzelnen Person, sondern im
Eigentum von zwei verschiedenen Personen, und sie werden auch von diesen beiden
Personen bewirtschaftet. Nach Art. 3 Abs. 1 BGBB können die Miteigentumsanteile der
beiden Betriebsinhaber Christian B. und Dominik B. ein getrenntes rechtliches
Schicksal haben. Es verhält sich im vorliegenden Fall so, dass die im Alleineigentum
stehenden Grundstücke von Dominik B. mit dem von ihm bewirtschafteten Teil des
Grundstücks Nr. 975 ein landwirtschaftliches Gewerbe bilden. Das Gesetz hält explizit
fest, dass Miteigentumsanteile an landwirtschaftlichen Grundstücken gleich zu
behandeln sind wie andere, im Alleineigentum stehende Grundstücke (Art. 3 Abs. 1
BGBB). Eine vom Gesetz vorgesehene Ausnahme liegt im Streitfall nicht vor. Als
Gewerbe gilt wie erwähnt eine Gesamtheit der Grundstücke (und damit auch der
Miteigentumsanteile an Grundstücken) eines bestimmten Inhabers, der Eigentümer
oder Pächter sein kann. Somit bilden nicht die Miteigentumsanteile des
Beschwerdeführers an den Grundstücken Nrn. 975, 991 und 1067 sowie die
Miteigentumsanteile des Beschwerdegegners an ebendiesen Grundstücken ein
landwirtschaftliches Gewerbe. Ein solches bilden vielmehr die Miteigentumsanteile des
Beschwerdeführers an den Grundstücken Nrn. 975, 991 und 1067 mit den in seinem
Alleineigentum stehenden und mit den von ihm bewirtschafteten Grundstücken.
Ebenso bilden die Miteigentumsanteile des Beschwerdegegners an den Grundstücken
Nrn. 975, 991 und 1067 sowie die in seinem Alleineigentum stehenden und die von ihm
bewirtschafteten Grundstücke ein landwirtschaftliches Gewerbe. Die Schenkung der
Miteigentumsanteile hat daher entgegen der Auffassung der Vorinstanz eine Auflösung
eines landwirtschaftlichen Gewerbes zur Folge. Damit erweist sich die Veräusserung
der Miteigentumsanteile als Realteilung.
2.4. Zusammenfassend ergibt sich aus den vorstehenden Erwägungen, dass die
Beschwerde gutzuheissen ist. Der Entscheid der Verwaltungsrekurskommission vom
8. September 2008 ist aufzuheben. Die Angelegenheit ist gestützt auf Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 56 Abs. 2 VRP an die Verwaltungsrekurskommission
zurückzuweisen. Diese hat als erste Rechtsmittelinstanz die Beschwerde von Christian
B. aufgrund der vorstehenden Erwägungen zu behandeln.
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3. Der Beschwerdegegner hat sich am Beschwerdeverfahren nicht beteiligt. Die
amtlichen Kosten gehen daher zulasten des Staates (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 3'000.-- ist angemessen (Art. 13, Ziff. 622 Gerichtskostentarif,
sGS 941.12). Auf die Erhebung ist zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP). Dem
Beschwerdeführer ist der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 2'000.--
zurückzuerstatten.
Die amtlichen Kosten des Verfahrens vor der Verwaltungsrekurskommission gehen
zulasten des Beschwerdegegners, da dieser sich am Verfahren beteiligt hat (Art. 95
Abs. 1 VRP).
Der Beschwerdeführer hat Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung (Art. 98bis
VRP). Sein Rechtsvertreter hat keine Kostennote eingereicht, weshalb die
Entschädigung ermessensweise festzusetzen ist (Art. 6 der Honorarordnung für
Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS 963.75, abgekürzt HonO). Für das Verfahren
vor der Verwaltungsrekurskommission und das Beschwerdeverfahren vor
Verwaltungsgericht erscheint eine Entschädigung von Fr. 4'000.-- zuzügl. MWSt
angemessen (Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO). Diese geht zulasten des Staates, da sich der
Beschwerdegegner am Beschwerdeverfahren nicht beteiligt hat.
Demnach hat das Verwaltungsgericht