Decision ID: 905f9691-1f20-49c6-99dc-8837365042b6
Year: 2021
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- In der Steuerperiode 2017 wohnte die verheiratete A zusammen mit ihrem Sohn S
(geb. 13. Mai 2002) in Gams. Der Ehemann, B, hat einen anderen Wohnsitz. T (geb.
21. Februar 1995), die gemeinsame Tochter von A und B, wohnte in Schaan
(Fürstentum Liechtenstein). Sie hat ihr Bachelorstudium in Psychologie an der
Universität Bern erfolgreich abgeschlossen und wurde deshalb per 31. Januar 2017
exmatrikuliert. Sie absolvierte bis am 30. Juni 2017 ein Praktikum bei der Kaiser Partner
Trust Services Anstalt in Vaduz und ging anschliessend für den Rest des Jahres in
Ostasien auf Reisen. In der Folge absolvierte sie im Jahr 2018 ein weiteres Praktikum
und trat nachher eine Reise nach Australien an. Im Frühlingssemester 2020 nahm sie
das Masterstudium in Psychologie an der Universität Bern auf.
B.- In der Steuererklärung für das Jahr 2017 machte A den Kinderabzug für ihren Sohn,
der die Oberstufe besuchte, geltend. Sie deklarierte ein steuerbares Einkommen von
Fr. 33'700.– und ein steuerbares Vermögen von Fr. 0.–. Die Veranlagungsbehörde ging
davon aus, dass auch die Einkünfte aus unselbständigem und selbständigem Erwerb
des Ehemannes sowie dessen Vermögen zu berücksichtigen seien, und kam auf ein
steuerbares Einkommen von Fr. 99'400.– sowie ein steuerbares Vermögen von Fr. 0.–.
Gegen diese Veranlagung erhob der Vertreter von A in verschiedenen Punkten
Einsprache und machte insbesondere geltend, dass A tatsächlich für den Unterhalt von
zwei Kindern (in Schule und Ausbildung) sorge, sodass der Kinderabzug das doppelte,
nämlich Fr. 20'400.– betragen müsse. Auf Nachfrage ergänzte der Vertreter, dass T
nach dem Bachelorstudium zwecks Sprach- und Studienreise eine Pause habe
machen wollen und die nötigen Ausgaben für ihren Lebensunterhalt vom Vater
getragen worden seien. Die Veranlagungsbehörde hiess die Einsprache teilweise gut,
verweigerte jedoch den Kinderabzug für T, weil diese sich am 31. Dezember 2017
(Stichtag) nicht mehr in der Ausbildung befunden habe. Als neue Steuerfaktoren setzte
es ein steuerbares Einkommen von Fr. 29'900.–, ein satzbestimmendes Einkommen
von Fr. 67'200.– und ein steuerbares Vermögen von Fr. 0.– für die Kantons- und
Gemeindesteuern 2017 sowie ein steuerbares Einkommen von Fr. 29'200.– und ein
satzbestimmendes Einkommen von Fr. 63'100.– für die direkte Bundessteuer 2017
fest.
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C.- Gegen die Einspracheentscheide erhob der Vertreter von A mit Eingabe vom
23. Oktober 2020 Rekurs und Beschwerde bei der Verwaltungsrekurskommission des
Kantons St. Gallen (VRK) und beantragte, den Kinderabzug für T zu gewähren. Mit
Eingabe vom 5. November 2020 zog er die Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid hinsichtlich der direkten Bundessteuer 2017 zurück. Die
Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 8. Dezember 2020 die Abweisung
des Rekurses. Der Vertreter der Rekurrentin nahm dazu am 14. Januar 2021 nochmals
Stellung.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten wird, soweit erforderlich, in den

Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die VRK ist zum
Sachentscheid zuständig. Die Befugnis der Rekurrentin zur Ergreifung des
Rechtsmittels ist gegeben. Der Rekurs vom 23. Oktober 2020 ist rechtzeitig eingereicht
worden und erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen
(Art. 194 Abs. 1 des Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt: StG; Art. 48 des Gesetzes
über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist
einzutreten. Mit Eingabe vom 23. Oktober 2020 wurden beide Einspracheentscheide
vom 22. September 2020 angefochten, weshalb ein Rekurs sowie eine Beschwerde ins
Geschäftsverzeichnis eingeschrieben wurden. Die Beschwerde wurde mit Eingabe vom
5. November 2020 zurückgezogen, weshalb sie ohne Kostenfolgen als erledigt
abzuschreiben ist.
2.- Nach Art. 48 Abs. 1 lit. a Ziff. 2 StG werden für die Steuerberechnung vom
Reineinkommen für jedes unter der elterlichen Sorge oder Obhut des Steuerpflichtigen
stehende oder volljährige Kind, das in der schulischen oder beruflichen Ausbildung
steht, Fr. 10'200.– abgezogen, wenn der Steuerpflichtige für den Unterhalt zur
Hauptsache aufkommt und keinen Abzug nach Art. 45 Abs. 1 lit. c StG beansprucht.
Zusätzlich zum Kinderabzug gemäss Art. 48 Abs. 1 lit. a Ziff. 2 StG können für
Ausbildungskosten für jedes unter der elterlichen Sorge oder Obhut der
Steuerpflichtigen stehende oder volljährige Kind, das in der schulischen oder
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beruflichen Ausbildung steht, höchstens weitere Fr. 13'000.– abgezogen werden. Von
diesem zusätzlichen Betrag ist ein Selbstbehalt von Fr. 3'000.– abzuziehen (vgl. Art. 48
Abs. 1 lit. a Ziff. 3 StG). Ferner erhöhen sich die von den Einkünften abziehbaren
Beträge für Versicherungsprämien um Fr. 600.– für jedes Kind, für das der
Steuerpflichtige einen Kinderabzug gemäss Art. 48 Abs. 1 lit. a Ziff. 2 StG geltend
machen kann (Art. 45 Abs. 1 lit. g StG).
3.- Umstritten ist, ob die Vorinstanz den Kinderabzug für die Tochter zu Recht
verweigert hat.
a) Die Rekurrentin macht im Wesentlichen geltend, die Ausbildung ihrer Tochter sei am
Stichtag des 31. Dezember 2017 keineswegs fertig, sondern allenfalls hinsichtlich der
universitären Präsenz unterbrochen gewesen (act. 2). Entgegen der Auffassung der
Vorinstanz könne der vom Gesetz vorgeschriebene Begriff "Ausbildung" nicht auf den
Begriff "Studium" reduziert und daraus abgeleitet werden, dass die Ausbildung
unterbrochen gewesen sei. Letztere sei bis heute aufrecht. Die Praktika und
Sprachaufenthalte gehörten als Praxiserfahrungen ebenfalls zur schulischen und
beruflichen Ausbildung. Es sei dabei spezifisch die Ausbildung der Tochter selbst zu
betrachten. Da sie Psychologie studiere, habe sie es im zukünftigen Berufsleben mit
Menschen und deren Lebenssituationen zu tun. Solche Lebenssituationen habe sie
durch ihre Auslandreisen erfahren, indem sie "Land und Leute" kennengelernt und die
Sprache (Kommunikation) verbessert habe (act. 13/1).
b) Die Vorinstanz hält dem entgegen, das Ziel des Studiums sei der Abschluss als
Bachelor of Science in Psychologie gewesen, welches die Tochter gemäss
Exmatrikulationsbestätigung per 31. Januar 2017 erreicht habe. Das Masterstudium
habe sie im Frühjahr 2020 aufgenommen; somit habe sie sich am Stichtag des
31. Dezember 2017 nicht in Ausbildung befunden (act. 8).
4.- a) Mit den Sozialabzügen gemäss Art. 48 StG trägt das Steuergesetz, ähnlich wie
mit den allgemeinen Abzügen, den besonderen wirtschaftlichen Belastungen der
Steuerpflichtigen schematisch Rechnung. Anders als die allgemeinen Abzüge lassen
die Sozialabzüge jedoch nicht den Abzug angefallener Aufwendungen zu; vielmehr
kann bei Vorliegen einer bestimmten persönlichen Situation ein gesetzlich festgelegter
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Betrag des Einkommens steuerfrei gelassen werden (Zigerlig/Oertli/Hofmann, Das
st. gallische Steuerrecht, 7. Aufl. 2014, II. Teil N 663 ff.). Die Sozialabzüge bewirken
eine zusätzliche Abstufung der Steuerbelastung und stellen damit ein Element der
Tarifgestaltung bzw. Tarifvariationen oder Tarifverfeinerungen dar, wirken als solche
grobschlächtig und tragen den konkret verausgabten Mitteln bloss typisiert Rechnung
(Reich/von Ah/Brawand, in: Zweifel/Beusch [Hrsg.], 3. Aufl. 2017, Art. 9 StHG N 67).
Gerade im Bereich der Sozialabzüge kann nicht von einer starken Schematisierung
abgesehen werden (P. Locher, Praktikabilität im Steuerrecht [unter besonderer
Berücksichtigung des materiellen Rechts der direkten Steuern], in: Festschrift Höhn,
Bern/Stuttgart/Wien 1995, S. 189 ff., insbesondere S. 209 ff.).
Der Kinderabzug stellt einen Sozialabzug dar und untersteht, da er beim Vorliegen
bestimmter Verhältnisse gewährt wird, dem Stichtagsprinzip (vgl. Art. 48 Abs. 2 StG,
wonach die Sozialabzüge nach den Verhältnissen am Ende der Steuerperiode oder der
Steuerpflicht festgelegt werden). Der Wegfall dieser Voraussetzungen während der
Steuerperiode hat zur Folge, dass der Abzug nicht gewährt wird. Das Stichtagsprinzip
ist eine typische Massnahme einer gesetzlichen Vereinfachung im Rahmen des
Steuervollzugs, indem Veränderungen der persönlichen Verhältnisse nicht laufend,
sondern nur einmal – namentlich am Ende der Steuerperiode – berücksichtigt werden.
Bei dieser Gesamtbetrachtung wird eine steuerliche Bevorzugung oder
Benachteiligung eines Steuerpflichtigen im Einzelfall in Kauf genommen. Eine daraus
resultierende, sich nicht an der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit orientierende
Besteuerung ist hinzunehmen, wenn diese Regelung nicht in genereller Weise zu
Ungerechtigkeiten führt. Das Stichtagsprinzip führt durch seine schematische
Erfassung der persönlichen Verhältnisse zu einem bestimmten Zeitpunkt gerade nicht
zu einer generellen Benachteiligung, da sich dieses zum Vorteil des Steuerpflichtigen
auswirken kann, wenn sich die Veränderungen in seinen persönlichen Verhältnissen
erst gegen Ende der Steuerperiode, bis am massgeblichen Stichtag ergeben, aber
auch zu dessen Nachteil, wenn die Voraussetzungen des Sozialabzugs während der
Steuerperiode lange bestehen und kurz vor dem Stichtag entfallen (vgl. dazu
Entscheide der VRK [VRKE] I/1 2004/173 vom 25. Mai 2005 E. 3d, I/1 2012/87 vom
25. September 2012 E. 2a und I/1 2012/185 vom 26. Februar 2013 E. 2b, im Internet
abrufbar unter: www.sg.ch/gerichte und dort unter Rechtsprechung).
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Für volljährige Kinder wird ein Kinderabzug nur gewährt, wenn sich das Kind am
Stichtag noch in der beruflichen (oder schulischen) Ausbildung befindet. Als berufliche
Ausbildung gelten alle Ausbildungslehrgänge, welche zur Erlernung eines Berufs
dienen, wie Berufsschule, Fachhochschule, Universität, usw. (Zigerlig/Oertli/Hofmann,
a.a.O., II. Teil N 670). Ein Kind steht auch dann noch in der beruflichen Ausbildung,
wenn es den eigentlichen Ausbildungsgang vorübergehend unterbrochen hat. Der
Unterbruch darf jedoch nicht grösseren Umfangs sein und sollte aus objektiven
Gründen erfolgen. Das heisst, der Unterbruch muss auf die Ausbildung ausgerichtet
sein und zweckgerichtet benützt werden, namentlich um Militär- (nicht aber als
Durchdiener [GVP 2013 Nr. 24 E. 4c]), Zivil- oder Zivilschutzdienstpflicht zu erfüllen,
eine mindestens halbtägige Schule zu besuchen, welche als Ergänzung oder
Vorbereitung zum gewählten Ausbildungsgang in Verbindung steht (z.B. Sprachschule),
oder um sich zielgerichtet und konsequent auf eine Prüfung vorzubereiten. Soweit der
Unterbruch der Ausbildung für Tätigkeiten genutzt wird, welche nicht Voraussetzung
oder notwendige Ergänzung der eigentlichen Ausbildung darstellen, wie beispielsweise
der Besuch eines Praktikums, weil dieses die Chancen auf dem Arbeitsmarkt nach der
eigentlichen Ausbildung erhöht, ist davon auszugehen, dass das Kind sich während
dieses Unterbruchs nicht in Ausbildung befindet. Fällt ein solcher Unterbruch auf einen
Stichtag, so ist der Kinderabzug nicht zuzulassen (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,
Handkommentar zum DBG, 3. Aufl. 2016, Art. 35 N 43; Baumgartner/Eichenberger, in:
Zweifel/Beusch [Hrsg.], 3. Aufl. 2017, Art. 35 DBG N 9; SGE 2013 Nr. 8 und 2012 Nr. 2;
StB 48 Nr. 1).
b) Aufgrund der Angaben der Rekurrentin steht fest, dass ihre Tochter das
Bachelorstudium im Januar 2017 abgeschlossen und das Masterstudium im Frühjahr
2020 aufgenommen hat. Nach dem Stichtagsprinzip war das Studium am
31. Dezember 2017 unterbrochen. Nach einem ersten Praktikum vom 1. Februar bis
30. Juni 2017 (vgl. Arbeitsvertrag vom 27. Januar 2017, act. 9/1.6) befand sie sich in
Ostasien auf Reisen. Der Vertreter der Rekurrentin begründet den Unterbruch mit
Sprach- und Studienreisen. Der Besuch einer allfälligen Sprachschule,
Vorbereitungskurse oder dergleichen im Rahmen der Ostasienreise sind jedoch nicht
belegt. Allein der Hinweis auf zu gewinnende Erfahrungen, die auf einer Reise im Alltag
integriert sind (act. 13/1), genügt für den Nachweis eines zielgerichteten Unterbruchs
des Studiums nicht.
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Weiter bringt der Rechtsvertreter der Rekurrentin vor, Praktika in der Arbeitswelt
während den Zwischenjahren gehörten auch zur Ausbildung und würden
beispielsweise für das Masterstudium vorausgesetzt (act. 2 S. 4). Worauf er sich dabei
stützt, geht aus seinen Ausführungen nicht hervor. Aus den einschlägigen Erlassen
ergibt sich dies jedenfalls nicht. Vielmehr setzt die Zulassung zum Masterstudium
Mono in Psychologie, welches die Tochter ab Frühjahrssemester 2020 in Angriff
genommen hat (act. 3/2), einen Bachelor im Major voraus (Art. 26 Abs. 2 des
Reglements über das Studium und die Leistungskontrollen an der Philosophisch-
humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität vom 1. September 2005, im Internet
abrufbar unter: phil_hum_rsl_2005_final_ger.pdf [unibe.ch], vgl. auch Art. 29 Abs. 3 des
bernischen Gesetzes über die Universität [BSG 436.11], Art. 10 der bernischen
Verordnung über die Universität [BSG 436.111.1] und Art. 71 Abs. 2 des Statuts der
Universität Bern vom 7. Juni 2011, im Internet abrufbar unter: www.unibe.ch). Auch
wenn praktische Erfahrungen vor dem Beginn des Masterstudiums durchaus nützlich
sein können, werden solche für die Aufnahme des Masterstudiums aber nicht verlangt.
Das Praktikum ist im Studienprogramm integriert, und zwar ist während des
Masterstudiums eine berufspraktische Tätigkeit im Umfang von mindestens 300
Stunden unter Supervision von Psychologinnen bzw. Psychologen mit
Universitätsabschluss erforderlich (Art. 29 Abs. 1 lit. b und Art. 31 des Studienplans der
Universität Bern für das Bachelor- und Masterstudium in Psychologie vom
17. Dezember 2018, im Internet abrufbar unter:
phil_hum_sp_ba_ma_psychologie_final_ger.pdf [unibe.ch]). Die von der Tochter
absolvierten Praktika waren demnach keine Voraussetzungen, um mit dem
Masterstudium in Psychologie beginnen zu können.
Ob die beiden Praktika und die Reisen im Hinblick auf bessere Chancen auf dem
Arbeitsmarkt unternommen wurden, kann offengelassen werden; denn dieser Zweck
stellt im Hinblick auf die Frage der Gewährung des Kinderabzugs eine unzulässige
Unterbrechung der Ausbildung dar (Baumgartner/Eichenberger, a.a.O., Art. 35 DBG
N 9). Daran ändert selbst dann nichts, wenn davon ausgegangen wird, dass das
Psychologiestudium (erst) mit dem Master abgeschlossen wird. Schliesslich stellt ein
Unterbruch zwischen dem Abschluss des Bachelor- und dem Beginn des
Masterstudiums von rund drei Jahren keinen vorübergehenden mehr dar. Es ist nicht
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ersichtlich und wird auch nicht geltend gemacht, dass der Tochter eine frühere
Aufnahme des Masterstudiums nicht möglich gewesen wäre.
Unter diesen Umständen hat die Vorinstanz den Kinderabzug für die Tochter bei den
Kantons- und Gemeindesteuern in der Steuerperiode 2017 zu Recht nicht gewährt.
Namentlich befand sich die Tochter am Stichtag (31. Dezember 2017) nicht in der
Ausbildung.
5.- Zusammenfassend ergibt es sich, dass die Voraussetzungen für den Kinderabzug
für die Tochter bereits deshalb nicht erfüllt sind, weil diese sich am Stichtag nicht in
einer Erstausbildung befunden hat. Die übrigen Voraussetzungen müssen folglich nicht
mehr geprüft werden. Es stellt sich deshalb etwa auch die Frage nicht, ob es sich bei
der Rekurrentin um denjenigen Elternteil handelt, der zur Hauptsache für den Unterhalt
der Tochter aufgekommen ist und gemäss Art. 48 Abs. 1 lit. a Ziff. 2 StG Anspruch auf
den Kinderabzug hätte. Der Rekurs ist abzuweisen.
6.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Rekursverfahrens der Rekurrentin aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 600.– erscheint angemessen (Art. 7 Ziff. 122 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist
damit zu verrechnen.