Decision ID: 4514fd8b-f1f7-4f2a-add5-629b6765cbde
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1966
, Mutter dreier Kinder (geboren 1991, 1995, 1998), gelernte Arztsekretärin,
ist
seit
Oktober
1990 Hausfrau und keiner ausser
häuslichen Tät
igkeit mehr nachgegangen (
Urk.
7/12 S. 4
Ziff.
5.3-5.5
).
Am
2
2.
März 2011
wurde die Versicherte
zur Früherfassung (
Urk.
7/5)
angemeldet
und
am 1
2.
April 2011
meldete sie sich
sodann unter Hinweis auf eine Migräne
selbst
bei der Invalidenversicherung zum L
eistungsbezug an (
Urk.
7/12 S. 4
Ziff.
6.2
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizi
nische sowie erwerbliche Situation ab und veranlasste insbesondere ein neuro
logisch-psychiatrisches Gutachten, welches am 2
4.
August 2011 erstattet wurde (
Urk.
7/28), sowie eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt, über welche am
3.
Januar 2012 berichtet wurde (
Urk.
7/33). Mit Verfügung vom 2
7.
März 2012 (
Urk.
7/41) verneinte die IV-Stelle einen Renten
anspruch der Versicherten
bei einem Gesamtinvaliditätsgrad von 8
%
.
1.2
Mit E-Mail vom 2
4.
Juni 2012 (
Urk.
7/43) informierte die Versicherte über ihre aktuelle gesundheitliche Situation, woraufhin die IV-Stelle eine Arbeitsver
mitt
lung als derzeit nicht möglich erachtete (vgl. Mitteilung vom 2
8.
Juni 2012,
Urk.
7/44), und die Versicherte aufforderte, aktuelle Beweismittel bis spätestens am
4.
September
2012 einzureichen (vgl. Schreiben vom 1
4.
August
2012,
Urk.
7/47). Mit Verfügung vom 2
0.
Oktober 2012 (
Urk.
7/51) trat die IV-Stelle auf das neue Leistungsbegeh
ren der Versicherten nicht ein.
1.3
Am
5.
Dezember 2016 meldete sich die Versicherte erneut zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/62). Die IV-Stelle klärte die medizinische sowie erwerbliche Situation ab und erachtete daraufhin berufliche Eingliederungsmassnahmen als derzeit nicht möglich (vgl. Mitteilung vom 1
6.
Juni 2017,
Urk.
7/75). Nach weiteren Abklärungen veranlasste die IV-Stelle eine polydisziplinäre Begutachtung, über welche am 2
0.
November 2017 berichtet wurde (
Urk.
7/88). Mit Vorbescheid vom
4.
Dezember 2017 (
Urk.
7/93) stellte die IV-Stelle der Versicherten die Ab
lehnung
des Renten
anspruchs
in Aussicht, wogegen diese Einwände (
Urk.
7/94;
Urk.
7/100) erhob.
Mit Vorbescheid vom 2
3.
Juli 2018 (
Urk.
7/108) stellte die IV-Stelle der Versicherten sodann eine
Viertelsrente
ab Juni 2017 in Aussicht, wogegen diese wiederum Einwände (
Urk.
7/113) erhob.
Daraufhin veranlasste d
ie IV-Stelle eine psychiatrische Begutachtung der Versicherten, über welche am 1
8.
März 2019 berichtet wurde (
Urk.
7/122/2-66).
Nach erneut durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/125;
Urk.
7/129;
Urk.
7
/135) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
8.
Mai 2020 (
Urk.
7/138 =
Urk.
2)
abermals
einen R
entenanspruch der Versicherten.
2.
Die Versicherte erhob am
2.
Juli 2020 Beschwerde gegen die Verfügung vom 2
8.
Mai 2020 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei zunächst ein Gerichtsgutachten zur Arbeitsfähigkeit und zum Zumutbarkeitsprofil aus gesamtmedizinischer Sicht zu veranlassen. Hernach sei
en
ihr ab dem
1.
Juni 2017
eine Invalidenrente und gegebenenfalls Eingliederungsmassnahmen zuzuspre
chen
(
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
4.
August 2020 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am
3
1.
August 2020 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unt
erbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG).
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über
die Invaliden
versicherung,
IVV
), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invalidi
täts
grades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis
).
Anlass zur Renten
revision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesent
lichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswir
kun
gen auf den
Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131
E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesent
lichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypo
thetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisions
rechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen). Weder eine im Vergleich zu früheren ärztlichen Einschätzungen ungleich attestierte Arbeits
unfähigkeit noch eine unterschiedliche diagnostische Einordnung des gel
tend gemachten Leidens genügt somit per se, um auf einen verbesserten oder verschlechterten Gesundheitszustand zu schliessen; notwendig ist in diesem Zu
sammenhang vielmehr eine veränderte Befundlage (Urteil des Bundesgerichts 9C_135/2021 vom 27. April 2021 E. 2.1 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.4
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
tu
rierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7,
Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15
.
Februar 2018 E.
5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Inva
li
ditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medi
zinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_
580/2017 vom 16. Januar 2018 E.
3.1 mit Hinweisen).
1.5
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichk
eitsdiagnostik, persönliche Res
so
urcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivi
tätenniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Lei
dens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1.7
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherun
gsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der
Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn
der
ent
scheid
rel
e
vante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte einen Rentenan
spruch
der Beschwerde
füh
rerin
mit der Begründung, es habe keine wesentliche Verschlechterung des psy
chischen Gesundheitszustandes festgestellt werden können. Es
lägen lediglich
akzentuierte Persönlichkeitszüge
vor.
Andere psychiatrische Diagnosen
hätten nicht festgestellt werden können. Aus neurologischer Sicht
habe seit der erstma
ligen Begutachtung im August 2011 keine Verlaufsänderung festgestellt werden können, weshalb die damalige Beurteilung einer 30%igen Arbeitsunfähigkeit weiterhin Bestand habe.
Aus orthopädischer Sicht
habe aufgrund der im Oktober 2016 und Juni 2017 erfolgten Operationen
an der Halswirbelsäule (HWS) sowie der Achillessehne
vorübergehend eine höhere Arbeitsunfähigkeit vorgelegen. Diese hätten jedoch keine langandauernden Auswirkungen auf die Arbeits
fähig
keit.
Insgesamt liege daher keine erhebliche und langandauernde Verschlech
terung des Gesundheitszustandes seit der letztmaligen Beurteilung im März 2012 vor. Eine Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit sei nicht anzunehmen, da der ausgeglichene Arbeitsmarkt a
uch Nischenarbeitsplätze umfasse
. Die Beschwerde
füh
rerin
sei
ab August 2016 als Vollerwerbstätige
zu qualifizieren
. Nach Vor
nahme
des Einkommensvergleichs
resultiere ein nicht rentenbegrün
dender Inva
liditätsgrad.
Die jahrzehntelange Abwesenheit vom Arbeitsmarkt sei nicht auf gesundheitliche Gründe zurückzu
führen, w
omit kein Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen
bestehe
(vgl.
Urk.
2 S. 2
ff.
).
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin
im Wesentlichen
auf den Standpunkt (
Urk.
1),
a
uf das Gutachten von
Dr.
med.
Y._
könne aus näher dargelegten Gründen nicht abgestellt werden. Es lägen gestützt auf anders
lau
tende Anamneseerhebungen andere psychiatrische Diagnosen und auch diver
gie
rende Beurteilungen der Arbeitsfäh
igkeit vor, womit
begründete Zweifel
am
Gut
achten von
Dr.
Y._
bestünden. A
ngesichts der widersprüchlichen Aktenlage
sei
ein Obergutachten z
u veranlassen
(S. 6 f.). Selbst wenn sich der Gesund
heits
zustand seit
dem Jahr
2009 nicht wesentlich verändert haben sollte, sei weiterhin von einer schon damals attestierten gesamthaften Arbeitsfähigkeit von höchstens 60
%
auszugehen (S. 8).
Sodann sei festzuhalten, dass sie
im Gesundheitsfall
ihren bisherigen Beruf als Arztsekretärin heute noch ausüben würde, weshalb beim
Valideneinkommen
darauf abzustellen sei. Beim Invalideneinkommen sei
zudem
ein leidensbedingter Abzug zu gewähren, womit ein Anspruch auf
eine Teilrente resultiere
. Sofern noch von einer verwertbaren Restarbeitsfähigkeit ausgegangen werde, wären nebst einer Teilberentung auch Eingliederungsmassnahmen zu gewähren (S. 9 f.)
2.3
Die Beschwerdegegnerin ist auf die erneute Anmeldung der Beschwerdeführerin vom
5.
Dezember 2016 (
Urk.
7/62) eingetreten, weshalb es zu prüfen gilt, ob sich
die tatsächlichen
Verhältnisse seit der renten
abweisenden Verfügung vom 2
7.
März
2012 (
Urk.
7/41) insofern verändert haben,
als
nunmehr ein Leistungsans
pruch besteht (vorstehend E. 1.3
).
3.
3.1
Die renten
abweisende Verfügung vom 2
7.
März 2012 (
Urk.
7/41) basierte in medizinischer Hinsicht
im Wesentlichen
auf dem neurologisch-psychiatrischen Gutachten von
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Neurologie, sowie
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom
2
4.
August 2011 (
Urk.
7/28). Dabei konnten die Gutachter
die
folgende
n
– hier gekürzt auf
geführten -
Diagnos
en stellen (S. 7
Ziff.
3; S. 12
Ziff.
5
):
-
Migräne mit und ohne Aura
bei Status nach
Verschluss des persi
stie
renden offenen
Foramen
ovale (
PFO-Verschluss
)
durch ein
Atriasept
am 1
8.
November 2010
-
anamnestisch rezidivierende depressive Störung leicht bis mittleren Grades (ICD-10 F33.0/1), derzeit remittiert unter medikamentöser Behand
lung (ICD-10 F33.4)
-
akzentuierte Persönlichkeitszüge vom narzisstisch kränkbaren, selbstun
sicheren Typ (ICD-10 Z73.1)
-
anamnestisch Status nach psychophysischem Erschöpfungszustand (ICD-10 Z73.0)
Die neurologische Untersuchung sei abgesehen von einer ausgeprägten
Druck
dolenz
über der Occipitalis
major
-Austrittsstelle links mit
Irridiation
der Schmer
zen bis in die Stirne auf dieser Seite und möglichen Hinweisen auf eine Kopf
gelenksdysfunktion unauffällig.
Insbesondere ergäben sich keine Anhaltspunkte für eine Beeinträchtigung des zentralen oder peripheren Nervensystems.
Die Beschwerdeführerin habe sämtliche therapeutischen Optionen zur Verbesserung der Leidenssituation ergriffen einschliesslich Verschluss eines offenen
Foramen
ovales im Jahr 2010 m
it einem
Atriasept
. Die Angabe von
gehäuften Migräne-Attacken mit einer Frequenz von zehn Ereignissen pro Monat sei glaubhaft. Es sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin während zehn Tagen pro Monat in ihrem Wohlbefinden deutlich beeinträchtigt sei und dies nicht nur wäh
rend der Attacke, sondern auch in den Phasen
danach
mit Erschöpfungsgefühl und Müdigkeit.
In einer angepassten Tätigkeit, beispielsweise als Arztsekretärin, sei von einer Einschränkung von 30
%
auszugehen.
Tätigkeiten mit ausge
spro
chenem Stress- und Zeitdruck seien nicht geeignet, zumal diese
attacken
aus
lösend
seien. Die Beschwerdeführerin benötige zudem eine Arbeitstätigkeit mit weitgehend frei wählbarem Arbeitsrhythmus (
S. 8 f.
Ziff.
4,
S. 14 f.
lit
. E).
Aus psychiatrischer Sicht liege bei der Beschwerdeführerin eine rezidivierende depressive Störung vor. Zudem verfüge sie über ein wenig stabiles Selbstbild. Eine eigentliche Persönlichkeitsstörung könne nicht diagnostiziert werden, habe aber sicherlich einen Einfluss auf die Entwicklung der depressiven Symptome. Die depressive Symptomatik sei derzeit abgeheilt. Die Beschwerdeführerin werde adäquat behandelt. Aufgrund der rezidivierend auftretenden depressiven Ver
stim
mungen bestehe eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit von 20
%
, weil die Beschwerdeführerin vermehrt Pausen benötige und eine verlänger
t
e Erho
lungs
phase habe (
S. 13 f.
Ziff.
6;
S. 15
lit
. E).
In der Konsensbesprechung kamen die Gutachter zum Schluss, dass die Be
schwer
deführerin aus gesamtmedizinischer Sicht in ihrer Arbeits- und Leistungs
fähig
keit zu 40
%
eingeschränkt ist (
S. 1
5.
l
it
. E).
3.2
Am 1
9.
September 2011 beantworteten die Gutachter die gestellten Rückfragen in dem Sinne, als der Zeitpunkt der 30%igen Arbeitsunfähigkeit aus neuro
lo
gi
scher Sicht bei seit der Kindheit bestehender Migräne nur geschätzt werden könne und davon auszugehen sei, dass diese seit dem
1.
Januar 2009 vorliege. Mit gleichem Beginn sei auch von der 20%igen Beeinträchtigung aus psychia
trischer Sicht auszugehen. Entsprechend sei ab diesem Zeitpunkt aus gesamtmedi
zini
scher Sicht von einer 40%igen Einschränkung auszugehen. Bei der Tätigkeit als Arztsekretärin handle es sich grundsätzlich um eine leidensangepasste Tätigkeit. Im Haushalt sei von einer
vollständigen
Arbeitsfähigkeit
auszugehen
(vgl. Schrei
ben vom 1
9.
September 2011,
Urk.
7/32).
3.3
Am 1
3.
Dezember 2011 erfolgte eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeits
fähigke
it in Beruf und Haushalt (vgl. Abklärungsb
ericht vom
3.
Januar 2012,
Urk.
7/33).
Die Beschwerdeführerin habe angegeben, dass sie bei guter Gesund
heit seit der Trennung im Frühjahr 2004 mindestens
teilweise
ausserhäuslich erwerbstätig sein mü
sste. Sie habe mit Hilfe einer Gemeindem
itarbeiterin ein Bewerbungsdossier erstellt.
A
ufgrund der häufigen Migräneattacken
sei es jedoch sehr schwierig,
eine geeignete Arbeitsstelle zu finden. Bei guter Gesundheit hätte sie die Absicht, wieder auf ihrem angestammten Beruf als Arzts
ekretärin zu arbeiten. Sie könn
e sich vorstellen, zu mindestens 70
%
ausserhäuslich erwerbs
tätig zu sein (S. 2
Ziff.
2.5). Die Abklärungsperson legte dementsprechend die Qualifikation der Beschwerdeführerin als zu 70
%
Erwerbstätige und zu 30
%
im Haushalt Tätige fest (S. 3).
Da eine Familienbegleitung zur Unterstützung bei erzieherischen Aufgaben installiert worden sei,
an
erkannte die Abklärung
sperson
eine Einschränkung bei der Betreuung von Kindern oder anderen Familienan
gehörigen im Umfang von 1.80
%
(S. 6 f.
Ziff.
6.6). Weitere Einschränkungen im Haushaltsbereich wurden nicht festgestellt (S. 4 ff.
Ziff.
6).
3.4
Mit Stellungnahmen vom
6.
S
eptember 2011,
8.
November 2011
und 1
6.
Januar 2012
empfahl PD
Dr.
med. univ.
B._
, Facharzt für Neurologie, Regio
naler Ärztlicher Dienst (RAD), auf das
bidisziplinäre
Gutachten abzustellen. Es sei ein namhafter Gesundheitsschaden ausgewiesen. In der bisherigen Tätigkeit, welche einer angepasst
en Tätigkeit entspreche, bestehe
seit dem
1.
Januar 2009 eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit
bezogen auf ein hypothetisches
Pensum von 100
%
. Im Haushalt könne von einer vollen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden (vgl.
Urk.
7/36 S. 4 f.).
3.5
Gestützt hierauf verneinte die Beschwerdegegnerin bei einer Qualifikation der Beschwerdeführerin als zu 70
%
Erwerbstätige und zu 30
%
im Haushalt Tätige
sowie einer aus medizinischer Sicht
verbliebenen
60%igen Arbeitsfähigkeit in
der
bisherigen sowie
einer angepassten Tätigkeit
und
einer Einschränkung im Haus
haltsbereich von 1.80
%
einen Rentenanspruch
bei einem Gesamti
nvaliditätsgrad von
gerundet
8
%
(vgl.
Einkommensvergleich vom 1
0.
Februar 2012,
Urk.
7/35; Feststellungsblatt für den Beschluss vom 1
3.
Februar 2012,
Urk.
7/36 S. 6;
Verfügung vom 2
7.
März 2012,
Urk.
7/41
S. 2
).
4.
4.1
Seither sind die folgenden, wesentlichen Berichte zu den Akten genommen worden:
4.2
Mit Bericht vom 1
7.
Juli 2017 (
Urk.
7/78)
nannten
Dr.
med.
C._
, Fach
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie, sowi
e
lic.
phil.
D._
die folgenden psychiatrischen Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1):
-
ängstliche (vermeidende) und abhängige Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.6)
-
posttraumatische Belastungsstörung (
PTBS,
ICD-10 F43.1), seit mindes
tens
2005
-
rezidivierende depressive Störung, g
egenwärtig mittelgradiger
Ausprä
gung (ICD
-
10 F33.1)
-
Panikstörung mit Agoraphobie (ICD-10 F40.01), in Teilremission
-
s
oziale Phobie (ICD-10 F40.1), gemäss Aussagen der Kindheit
-
Anorexia nervosa (ICD-10 F50.0), in Teilremission
Weiter
gaben sie an, dass
sie
die Beschwerdefüh
rerin seit August 2016 behandeln würden
(S. 1
Ziff.
1.2). Aufgrund der Chronifizierung der Problematik sei von einer längeren ambulanten therapeutischen Begleitung auszugehen und es be
stehe derzeit keine Möglichkeit für eine berufliche Reintegration. Dennoch sei prognostisch von einem günstigen Verlauf auszugehen. Mit dem Fortführen der psychotherapeutischen Behandlung könne mit einer weiteren Verbesserung des psychischen Zustandsbildes und mittel- bis langfristig eventuell mit einer nieder
prozentigen Arbeitsfähigkeit gerechnet werden (S. 3 f.
Ziff.
1.4).
4.3
Am 2
0.
November 2017 wurde das polydisziplinäre Gutachten der Ärzte der
E._
erstattet (
Urk.
7/88). Dabei konnten die Gutachter folgende
– hier gekürzt aufgeführte -
Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit stellen (S. 54
Ziff.
8.1.1):
-
chronifizierte Migräne mit und ohne Aura
-
kombinierte Persönlichkeitsstörung mit ängstlich vermeidenden, abhän
gigen, perfektionistischen, selbstunsicheren und kränkbaren Anteilen (ICD-10 F61.0)
-
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
-
Arthralgie der Handgelenke beidseits bei wiederkehrenden belastungs
ab
hängigen Sehnenentzündungen
-
Status nach ventraler Spondylodese C5/6, 2016
-
Tendinitis der Achillessehne rechts bei Status nach operativem
Débride
ment
, Juni 2017
Sodann nannten die Gutachter
die nachfolgenden gekürzt aufgeführten Diagno
sen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (S. 54
Ziff.
8.1.2):
-
p
artielle sensorische Radikulopathie C6 links ohne neuropathische Schmerzen bei
HWS-
Degeneration
mit Status nach Dekompression und Spondylodese
Halswirbelkörper (
HWK
)
5/6
-
Status nach mehrfacher operativer Entfernung von Ganglien an den Füssen beidseits
-
soziale Phobie (ICD-10 F40.
1)
-
Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-10 F40.01)
-
Ereignisse in der Kindheit, die einen Verlust des Selbstwertgefühls zur Folge hatten (ICD-10 Z61.3)
-
abnorme Erziehungsmerkmale (ICD-10 Z62.6)
-
Schwierigkeiten in der Beziehung zum Ehepartner (ICD-10 Z63.0)
-
Status nach PFO-Verschluss durch einen
Atriasept
am 1
8.
November 2010 bei
Vorhofseptumaneurysma
mit offenem
Foramen
ovale
-
Status nach
Cholesteatom
-Operation rechts ohne klinische Funktions
störung des
Nervus
statoacusticus
rechts
In neurologischer Hinsicht
liege
keine Verlaufsänderung gegenüber dem Vorgut
achten vom August 2011
vor
. Die Beschwerdeführerin habe seinerzeit ebenfalls über zehn Kopfschmerztage pro Monat berichtet. Die schwierige Behandelbarkeit und die Persistenz in der Chronifizierung der Migräne hätten auch psychische Ursachen. Die Beschwerdeführerin könne die Kopfschmerzen zwar medikamentös unterdrücken. Dennoch verbleibe eine deutliche Einschränkung der Arbeitsfähig
keit beziehungsweise
eine
Leistungsminderung
aufgrund einer
medikamen
tenin
duzierte
n
Müdigkeit und konzentrative
n
Mängel
n
in der Attacke sowie eine
r
psychisch bedingte
n
Akzentuierung. An
Tagen ohne Migräne
sei sie dagegen normal arbeitsfähig.
Eine isolierte Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit aufgrund der Migräne mache keinen Sinn, da diese durch die psychischen Gesundheits
störungen akzentuiert werde.
Bei Berücksichtigung der derzeitigen Migränefre
quenz einschliesslich der psychisch verstärkten Schmerzsymptomatik resultiere eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
von 40
%
in der bisherigen oder einer
angepassten Tätigkeit.
Dies entspreche der
gutachterlichen
Einschätzung vom August 2011 (S. 56
Ziff.
8.2.2
, S. 60 f.
Ziff.
9.1.1,
Ziff.
9.2.1
).
Aus psychiatrischer Sicht könne eine Persönlichkeitsproblematik bestätigt werden
. Nebst ängstlich vermeidenden, abhängigen und perfektionistischen Anteilen
hätten
auch selbstunsichere und kränkbare Anteile festgestellt werden
können
. Auch
lägen wiederholte negative
Erfahrungen in der Kindheit, Jugend und
im
Erwachsenenalter
vor
. Die diagnostischen Kriterien für eine
PTBS
seien jedoch nicht erfüllt. Sodann liege eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren vor.
Zudem bestünden anamnestisch eine soziale Phobie sowie eine Agoraphobie mit Panikstörung. Die Symptome bezüglich der Angst
pro
blematik hätten sich zwischenzeitlich bereits gebessert.
Hinweis
e
auf eine relevante depressive Symptomatik
fänden sich nicht
.
Insgesamt habe sich der
psychische
Gesundheitszustand im Vergleich
zur
Begutachtung im Jahr 2011 nicht wesentlich verändert. Es handle sich um eine diagnostisch etwas andere Beurteilung eines im Wesentlichen unveränderten medizinischen Sachverhalts.
Aus rein psychiatrischer Sicht bestehe unverändert eine 20%ige Arbeitsun
fähigkeit in der bisherigen sowie einer angepassten Tätigkeit (
S. 33
f
f.
Ziff.
5.4.3, S. 56 f.
Ziff.
8.2.2,
S. 60 f.
Ziff.
9.1.1,
Ziff.
9.2.1).
In orthopädischer Hinsicht stünden subjektiv die belastungsabhängigen Schmer
zen an bei
den Handgelenken im Vordergrund. Diese seien
klinisch und bild
gebend am ehesten auf wiederke
hrende belastungsabhängige Sehn
enscheiden- oder Sehnenansatze
ntzündungen zurückzuführen
. Es lägen weder sensible noch motorische Ausfälle vor. Zusätzlich bestünden
residuelle
Beschwerden an der
HWS nach einer
erfolgten
Versteifungsoperation C5/6 im Jahr 201
6.
Ausser einem
teilweise sensiblen Residuum C6 links mit Sensibilitätsdefizit am linken Unterarm und am linken Daumen ohne funktionelle Auswirkung liege keine radikuläre Beteiligung vor. Symptome eines neuropathischen Schmerzsyndroms
oder
Stör
muster
s
einer zervikalen Wurzelreizung
lägen nicht
vor.
Hinsichtlich
der operativ versorgten
rechten
Achillessehne
bestehe derzeit
noch eine
residuelle
Schwellung und ein Belastungsschmerz. Die leichten Belastungsschmerzen an beiden Füssen seien nur gering ausgeprägt und träten anamnestisch ausschliesslich bei starker Beanspruchung auf. Es lägen keine Hinweise für eine Schädigung des
Nervus
tibialis
oder
für eine Radikulopathie rechts vor. Der Achillessehnenreflex zeige sich seitengleich und ohne Hinweise auf eine nervale Schädigung des Fuss
senkers. Zusammenfassend sei die körperliche Leistungsfähigkeit am Bewegungs
apparat mässig eingeschränkt. Zum jetzigen Zeitpunkt sei die Ausübung leichter körperlicher Arbeiten unter optimierten Arbeitsbedingungen bei reduzierter Leis
tung zumutbar und möglich.
Aus orthopädischer Sicht bestehe eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit in
der bisherigen sowie einer angepassten Tätigkeit (
S. 45
Ziff.
6.4.3, S. 57 f.
Ziff.
8.2.2,
S. 60 f.
Ziff.
9.1.1,
Ziff.
9.2.1).
Aus internistischer Sicht sei
anzumerken, dass
im Jahr 2013 eine
Operation des rechten Ohres
aufgrund eines
Cholesteatoms
durchgeführt worden
sei
. Einschrän
kungen mit einer relevanten Hörminderung beziehungsweise einer nicht kom
pensierten peripher-vestibulären Schädigung hätten sich nicht gezeigt.
A
usser
dem
liege
ein Status nach PFO-Verschluss bei offene
m
Foramen
ovale im Jahr 2010 vor
. Die arterielle Hypertonie sei gut eingestellt. Zudem b
estehe eine Obsti
pa
tions
neigung. A
nsonsten sei die Beschwerdeführerin aus allgemein-internisti
scher Sicht beschwer
defrei
und es liege
keine Arbeitsunfähigkeit
vor
(
S. 51
Ziff.
7.4, S. 58
Ziff.
8.2.2,
S. 60 f.
Ziff.
9.1.1,
Ziff.
9.2.1).
In
gesamtmedizinischer Hins
icht kamen die Gutachter zum Schluss, dass
die neu
ro
logisch-psychiatrische Problematik führe und daher
in der bisherigen sowie einer angepassten Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 40
%
vorliege (S. 60 f.
Ziff.
9.1.1,
Ziff.
9.2.1).
Es
seien ausschliesslich leichte Arbeiten, Tätigkeit
en
mit
der
Möglichkeit zum regelmässigen Wechsel der Arbeitsposition und Möglichkeit
zu vermehrten Ruhepausen, Tätigkeiten
mit
freier Zeiteinteilung ohne fixe Arbeits
tage, gegebenenfalls mit der Möglichkeit des Homeoffice, sowie Tätigkeiten in wohlwollender Arbeitsatmosphäre
zu empfehlen
(S. 62
Ziff.
9.2.2). Insgesamt
zeige
sich keine dauerhafte (nur eine orthopädisch bedingte temporäre) Ver
schlechterung des Gesundhe
itszustandes seit der im August 2011 erfolgten
Be
gutachtung
(S. 62
Ziff.
10). Hinsichtlich der Migräne seien alle Behandlungs
massnahmen ausgeschöpft.
D
ie aktuelle
psychiatrische
Behandlung
sei
suffizient.
E
in Ausbau des körperlichen Trainings
sowie
der Physiotherapie
sei empfehlens
wert
.
Mit einer weiteren Verb
esserung des Gesundheitszustands könne nicht ge
rechnet werden (S. 63
Ziff.
10).
4.4
Mit RAD-Stellungnahme vom 3
0.
November
2017
empfahl
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe
gungsapparates, für die Beurteilung auf das Gutachten der
Ärzte der
E._
ab
zustellen
.
S
eit dem Jahr 2011
bestehe
in der bisherigen sowie einer angepassten Tätigkeit eine dauerhafte 40%ige Arbeitsunfähigkeit. Eine wesentliche Änderung des Gesundheitszustandes sei nicht zu erwarten. Es liege seit dem Jahr 2011 ein unveränderter Gesundheitszustand vor (vgl.
Urk.
7/92 S. 6 f.).
4.5
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
H._
Klinik, diagnostizierte mit Schreiben vom 1
5.
Januar 2018 (
Urk.
7/99
/5-6
) eine aktivierte
Schultereck (
AC
)
-Gelenksarthrose der rechten Schulter mit
Tendinopathie
der ansatznahen Supraspinatussehne
ohne
Komplettruptur (S. 1). Da es sich häufig um eine temporär aktivierte Arthro
s
e handle, empfehle er die lokale Infiltration mittels Steroid. Sollte
n
nach zwei Infiltrationen noch Schmerzen persistieren, wäre
eine
Arthroskopie und AC-Ge
lenksresektion zu diskutieren (S. 2).
4.6
Lic. phil.
D._
nahm mit E-Mail vom 1
2.
Februar 2018 (
Urk.
7/102) Stellung zum Gutachten der Ärzte der
E._
.
Dabei bemängelte sie unter anderem, dass zur
vorbefundlich
erwähnten Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung keine Stellung bezogen werde. Auch die knappe diagnostische Prüfung zum Vorliegen einer
PTBS
sei ungeeignet, um den Sachverhalt diagnostisch zu
erfassen
. Weiter seien keine standardisierten Interviews/Tests durchgeführt worden
. Die Untersuchungsdaue
r von eineinhalb
Stunden sei ungenügend. Die
attestierte
Arbeitsfähigkeit von 60
%
werde nicht näher begründet.
Eine
standardisierte Einschätzung der beeinträchtigten Funktion
sei nicht
erfolgt
(S. 1 f.)
.
4.7
Mit RAD-Stellungnahme vom 2
3.
Februar 2018 hielt
Dr.
F._
an seiner bis
herigen Einschätzung fest. Die Kritik am psychiatrischen Teilgutachten sei von einer Fachpsychologin verfasst worden, weshalb es sich
dabei
nicht um eine fachärztliche Stellungnahme handle.
Zudem würden
keine neuen unberück
sichtigten medizinischen
Tatsachen vorgebracht. In somatischer Hinsicht werde
zwar
neuerdings eine aktivierte AC-Gelenksarthrose der rechten Schulter bei
Tendinopathie
der ansatznahen Supraspinatussehne ohne Ruptur diagnostiziert. Der behandelnde Arzt
stufe
diese
Erkrankung
als temporär und behandelbar
ein
, weshalb nur vorübergehend eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
und keine
dauer
hafte Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu erwarten
sei
.
Ausserdem
werde eine Beeinträchtigung der Schulter
im angegebenen Belastungsprofil
berücksichtigt (vgl.
Urk.
7/106 S. 3).
4.8
Eine psychiatrische RAD-Stellungnahme durch
Dr.
med.
I._
, Facharzt
für Psychiatrie und Psychotherapie, erfolgte am
7.
November 201
8.
Dieser erkannte
,
dass die Angaben im E-Mail vom Februar 2018 geeignet seien, das psychiatrische Teilgutachten in Bezug auf Diagnostik und Arbeitsfähigkeit als teilweise schwer
nachvollziehbar zu beurteilen, weshalb er
eine erneute psy
chiatrische Begutachtung
empfehle
(vgl.
Urk.
7/131 S. 3).
4.9
Am 1
8.
März 2019 erstattete
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, sein psychiatrisches Gutachten zuhanden der Beschwerde
gegnerin (
Urk.
7/122/2-66).
Dabei konnte er folgende Diagnosen stellen (S. 45
Ziff.
6):
-
akzentuierte Persönlichkeit mit selbstunsicheren Zügen (ICD-10 Z73.1)
-
Verdachtsdiagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
-
Status nach Anorexia nervosa (ICD-10 F50.0), anamnestisch
-
Verdacht auf emotionale elterliche Vernachlässigung (ICD-10 Z62.4) in der Kindheit sowie anamnestische Ereignisse in der Kindheit, welche mit einem Verlust des Selbstwertgefühls einhergehen (ICD-10 Z61.3)
-
psychischer und physischer Missbrauch, einschliesslich sexueller Über
griffe im Erwachsenenalter mit Verdacht auf eine frühere, akute Belas
tungsreaktion (ICD-10 F43.0)
, anamnestisch
-
Zeugin eines Suizidversuches eines Familienangehörigen (ICD-10 Z63.7) mit Verdacht auf eine dadurch hervorgerufene akute Belastungsreaktion (ICD-10 F43.0), ohne Hinweise auf eine konsekutiv entstandene
PTBS
(ICD-10 F43.1)
Es liege eine Persönlichkeitsakzentuierung (ICD-10 Z73.1) mit deutlich selbst
unsicheren Zügen vor und es könne der Verdacht einer anhaltenden somato
for
men Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) geäussert werden. Die aktenkundigen Dia
gnosen einer Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.6), einer
PTBS
(ICD-10 F43.1), einer rezidivierenden depressiven Störung mittelgradiger Ausprägung (ICD-10 F33.1), einer Panikstörung mit Agoraphobie (ICD-10 F40.01) oder einer sozialen
Phobie (ICD-10 F40.1) seien aufgrund inkongruenter oder fehlender Befunde nicht
nachvollz
iehbar
.
Gegenwärtig lasse sich nicht mit ausreichender
Sicherheit
fest
legen, wie gross der Anteil organisch-bedingter Schmerzen (Migräne
) sei (S. 46 ff.
Ziff.
6
, S. 51 unten, S. 53 f.
).
Die Persönlichkeitsakzentuierung begründe transiente, aber keine überdauernden und vollständigen Leistungseinbussen. Gleichzeitig sei aufgrund der Synergie von selbstunsicherer Persönlichkeitsstruktur und chronischer Schmerzsymptomatik mit episodischer Verstärkung von einer Leistungsminderung auszugehen. Der Be
schwerdeführerin se
i eine Leistungserbringung von sechs
Stunden täglich in der angestammten Tätigkeit zumutbar. Dies
entspreche
ein
em
Pensum von ungefähr 70
%
(30 Wochenstunden)
. Aufgrund der Unters
uchungsbeobachtungen seien nebst
der Mittagspause zwei zusätzliche Pausen während der Arbeitszeit ange
messen. Da die angestammte Tätigkeit bereits eine Beschwerdeanpassung enthalte (selbständiges Arbeiten ohne Publikum
s
verkehr), seien keine zusätzlichen Profil
anpassungen erforderlich. Eine Leistungseinschränkung während der sechs
stün
digen Präsenzzeit lasse sich
nicht begründen
.
S
eit der psychiatrischen Begutach
tung im August 2011
lasse sich retrospektiv betrachtet
keine erhebliche Ver
schlechterung des psychischen Gesundheitszustandes
feststellen, weshalb seither
von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen
sei
. Die angestammte Tätigkeit entspreche einer
angepassten Tätigkeit (S. 57 f.
Ziff.
8, S. 61 ff.).
4.
10
Mit RAD-Stellungnahme vom 2
8.
März 2019
hielt
Dr.
I._
fest
, dass das
durch
Dr.
Y._
erstellte
psychiatrische Gutachten sehr schlüssig sei, weshalb darauf abgestellt werden könne. Der psychi
sche
Gesundheitszustand
der Beschwerde
füh
rerin
sei seit der
im August 2011 erfolgten
Begutachtung unverändert. In der bisherigen Tätigkeit bestehe weiterhin eine Arbeitsfähigkeit von 70
%
. Die bishe
rige Tätigkeit entspreche einer angepassten Tätigkeit
mit selbständigem
Arbeiten ohne Publikumsverkehr (vgl.
Urk.
7/131 S. 3 f.).
4.11
Am
3.
Oktober 2019 nahmen
Dr.
C._
sowie
lic.
phil.
D._
Stellung zum
psy
chiatrischen
Gutachten von
Dr.
Y._
(
Urk.
7/132).
Dabei gaben sie an, dass die aus dem SKID-2 berichteten Resultate eindeutig für das Vorliegen einer selbst
unsicheren, abhängigen und zwanghaften Persönlichkeit
sstörung sprächen (S. 1
). Die Depressionsdiagnostik sei mangelhaft erfolgt
,
da
lediglich
der psychopatholo
gische
Befund erhoben
und a
uf weitere diagnostische Instrumente verzichtet worden
sei
. Die kurze diagnostische Prüfung zum Vorliegen einer PTBS sei
eben
falls unvollständig erfolgt, da
die Symptomatik explizit im Detail erfragt werden
müsse und sich
der Einsatz von Fragebögen bewährt habe (S. 2). Die attestierte Arbeitsfähigkeit von 70
%
werde nicht begründet und sei deshalb nicht nach
voll
ziehbar. Auf eine standardisierte Einschätzung der beeinträchtigten Funk
tionen
mittels Mini-ICF-Rating der Aktivitäts- und Partizipationsbeeinträch
tigungen
sei verzichtet worden.
Schliesslich enthalte die Anamnese mehrere falsche Angaben
,
was die Validität getroffener Schlussfolgerungen und
die
Herleitung von Diagno
sen in Frage stelle (S.
3 ff.).
4.12
Mit RAD-Stellungnahme vom 2
8.
April 2020
führte
Dr.
I._
aus
, dass es sich bei der dur
ch
Dr.
C._
und Psychologin
D._
diagnostizierten Persönlich
keitsstörung um eine andere Beurteilung desselben Sachverhalts handle. Die postulierten Mängel in der Beurteilung der Depressions- und PTBS-Diagnostik seien nicht nachvollziehbar beziehungsweise ebenfalls eine andere Be
urteilung desselben Sachverhalt
s. Sodann sei eine Mini-ICF-Beurteilung zur Feststellung der Arbeitsfähigkeit nicht zentral. Der Gutachter habe die
verbliebene
Arbeits
fähigkeit
anhand
seine
r
sorgfältige
n
Anamnese
- und Befunderhebung
sowie unter
Berücksichtigung der Aktenlage
schlüssig beurteilt. An der Stellungnahme vom 2
8.
März 2019 werde festgehalten (vgl.
Urk.
7/136 S. 4).
5.
5.1
Vorab
ist festzuhalten, dass die Invaliditätsbemessung bei der erstmaligen Ren
tenprüfung im Jahr 2012 nach der gemischten Methode erfolgte, wurde die Be
schwerdeführerin
doch
als zu
70
%
Erwerbstätige und zu 30
%
im Haushalt Tätige erachtet (vgl. vorstehend E. 3.3 und E. 3.5). Im Rahmen der
im
Dezember 2016
eingereichten erneuten Anmeldung
w
ird
die Beschwerdeführerin
nun
unbestritte
ner
massen als seit August 2016
zu
100
%
Erwerbstätige
angesehen
.
Der Abklä
rungsdienst erachtete die A
usführungen
der Beschwerdeführerin, wonach sie bei guter Gesundheit einer 100%igen ausserhäuslichen Tätigkeit nachgehen müsste, aufgrund der Veränderungen der wirtschaftlichen Situation seit August 2016 (keine Einnahmen mehr aus Kinderrenten) als plausibel und nachvollziehbar (vgl. Stellungnahme Abklärungsdienst vom
3.
April 2018,
Urk.
7/106 S. 4).
Aufgrund dieser Veränderung hinsichtlich
des für die Methodenwahl massgeblichen (hypo
thetischen) Sachverhalts
ist ein Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG ausgewiesen
.
Der Rentenanspruch ist daher in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (
vorstehend E. 1.3
).
5.2
Zur Beurteilung
des aktuellen Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin erfolgte eine polydisziplinäre Begutachtung durch die Ärzte der
E._
(vor
stehend E. 4.3) sowie – da das psychiatrische
E._
-Teilgutachten durch den RAD in Bezug auf Diagnostik und Arbeitsfähigkeit als teilweise schwer nachvollziehbar erachtet wurde (vorstehend E. 4.8) – eine erneute psychiatrische Begutachtung durch
Dr.
Y._
(vorstehend E. 4.9). Anhand dieser Gutachten lassen sich
allerdings
die Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin auf die Arbeitsfähigkeit nicht
genügend
schlüssig
beur
teilen.
Hinsichtlich des polydisziplinären Gutachtens der Ärzte der
E._
(
Urk
.
7/88)
ist Folgendes festzuhalten: Die internistische Untersuchung erwies sich im Wes
ent
lichen als unauffällig mit insbesondere gut eingestellter arterieller Hypertonie, so dass aus internistischer Sicht nachvollziehbar keine Arbeitsunfähigkeit att
e
stiert werden konnte (vgl. S. 49 ff.
Ziff.
7.2-7.5
, S. 60 f.
Ziff.
9.1.1,
Ziff.
9.2.1).
Aufgrund der
aus orthopädischer Sicht
hinzugekommenen
Beschwerden an den Händen, Füssen sowie der HWS
wurde
zum Zeitpunkt der Begutachtung eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen sowie einer angepassten Tätigkeit festgestellt, in der Konsensbeurteilung jedoch als nicht führend erachtet (
vgl.
S.
45 f.
Ziff.
6.4-6.6, S. 57
Ziff.
8.2.2, S. 60 f.
Ziff.
9.1.1,
Ziff.
9.2.1
). In neurolo
gischer Hinsicht konnte
bei gleichbleibender Migränefrequenz keine Verlaufsän
derung gegenüber dem Vorgutachten vom August 2011 erkannt werden.
Eine
aktuelle
Einschätzung der verbliebenen Arbeitsfähigkeit aus rein neurologischer Sicht liegt allerdings nicht vor, erachtete der neurologische Gutachter eine solche
doch
als nicht zielführend, da die Migräne durch die psychischen Gesundheits
störungen akzentuiert werde. Seine Einschätzung einer 40%igen Arbeitsunfähig
keit in der bisherigen
sowie
einer angepassten Tätigkeit ist
infolge des Mitein
bezugs des psychischen Leidens
aus rein neurologischer Sicht
nicht verwertbar (vgl. S. 56
Ziff.
8.2.2, S. 60 f.
Ziff.
9.1.1,
Ziff.
9.2.1). Entgegen der Ansicht der
Beschwerdegegnerin (vgl.
Urk.
2 S. 2
)
kann diesbezüglich nicht
ohne Weiteres
auf die aus neurologischer Sicht festgestellte Arbeitsunfähigkeit im Rahmen der erst
maligen Rentenprüfung abgestellt werden, ist vorliegend doch eine umfassende Rentenprüfung ohne Bindung an frühere Beurteilungen vorzunehmen (vorste
hend E. 5.1).
Zu erwähnen ist ausserdem, dass das Bundesgericht mit BGE 140 V 290 die Frage offen gelassen hat, ob eine Migräne zu den objektivierbaren Krank
heitsbildern zu zählen ist, da es im Hinblick auf die Folgenabschätzung bei der Migräne eines konsistenten Nachweises mittels sorgfältiger Plausibilitätsprüfung bedarf (BGE 140 V 290 E. 3.3.1).
Eine
solche Plausibilitätsprüfung respektive eine
aktuelle nachvollziehbare Einschätzung der verbliebenen Arbeitsfähigkeit aus neurologischer Sicht
f
ehlt vorliegend.
Das psychiatrische Gutachten von
Dr.
Y._
(
Urk.
7/122/2-66
)
stellt
ebenfalls
keine
beweiskräftige Entscheidun
gsgrundlage
dar
(vorstehend E.
1.6),
erweist sich
die vorgenommene Arbeitsfähigkeitseinschätzung
ebenso
als
nicht nachvollzieh
bar
.
So
begründete
Dr.
Y._
die
attestierte
Arbeitsunfähigkeit von 30
%
in der bisherigen sowie einer angepassten Tätigkeit
mit der Synergie von selbst
un
sicherer Persönlichkeitsstruktur und chronischer
Schmerzsymptomatik (vgl. S. 57
Ziff.
8
). Die akzentuierten Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1) fallen als solche nicht unter den Begriff des rechtserheblichen Gesundheitsschadens
, können
jedoch
den Gesundheitszustand und das Leistungsvermögen beeinflussen (Urteil
e
des Bundesgerichts 8C_300/2017 vom 1. Februar 2018 E. 5.3 unter Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 4.3.2
und 8C_558/2015 vom 22. Dezember 2015 E. 4.2.4
).
Allerdings äusserte
Dr.
Y._
h
insichtlich des Vorliegens einer anhaltenden
somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) lediglich den Verdacht, womit kei
ne psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifika
tions
systems abgestützte Diagnose vorliegt (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6).
Ein beweismässig nicht gesichertes Leiden bildet keine rechtsgenügliche Grundlage, um eine mögliche Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nachzuweisen (vgl. Urteil des Bundesge
richts 9C_81/2019 vom 1
1.
November 2019 E. 3.3.2).
Zudem wies der
E._
-Gutachter darauf hin, dass die schwierige
Behandelbarkeit und die Persi
stenz in der Chronifizierung der Migräne auch psychische Ursachen hätten und eine isolierte Einschätzung der Migräne deshalb keinen Sinn mache (vgl. vor
stehend E. 4.3). Auch
Dr.
Y._
wies darauf hin, es lasse sich nicht mit aus
reichender Sicherheit festlegen, wie gross der Anteil organisch bedingter Schmer
zen (Migräne) sei (vgl. vorstehend E. 4.9). Nicht zuletzt im Hinblick auf die zu prüfenden Standardindikatoren und dort insbesondere den Komplex «Gesund
heits
schädigung» und «Komorbiditäten» (vgl. vorstehend E. 1.5), jedoch auch auf die Frage der Ausgestaltung der zumutbaren Tätigkeit
- dazu hat sich das Gut
achten von 2011 unter Berücksichtigung der Migräne ausführlich geäussert (vgl. vorstehend E. 3.1) -
ist es unerlässlich, den neurologischen und psychiatrischen Gesundheitszustand und dessen Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
gründlich abklären zu lassen. In dieser Situation ist eine isolierte psychiatrische Begut
achtung nicht genügend. Es ist deshalb zumindest eine neurologisch-psychia
trische Begutachtung zu veranlassen.
5.3
Zusammenfassend erweist sich die vorliegende Aktenlage für eine abschliessende Beurteilung des Leistungsanspruchs in Bezug auf den medizinischen Sachverhalt
und die Frage, ob seit
der rentenabweisenden Verfügung vom 2
7.
März 2012
eine anspruchsrelevante Veränderung eingetreten ist,
als unvollständig, weshalb die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen ist, damit diese nach ergänzenden Abklärungen
und
insbeson
dere
einer Konsensbeurteilung aus gesamtmedizinischer Sicht
über den Leis
tungs
an
spruch der Beschwerdeführerin neu verfüge. In diesem Sinne ist die Be
schwerde gutzuheissen.
6.
6.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerde
gegnerin aufzuerlegen.
6.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
die
vertretene Beschwerdeführer
in
Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Die
se
ist gemäss
Art.
61
lit
. g ATSG in Ver
bin
dung mit
§
34
GSVGer
– ohne Rücksicht auf den Streitwert – nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Ob
sie
gens zu bemessen.
Unter Berücksichtigung der vorgenannten Bemessungskriterien ist die Prozess
ent
schädi
gung
beim praxisgemässen Stundenansatz von
Fr.
220.--
vorliegend auf
Fr.
2'
4
00.--
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) festzusetzen.