Decision ID: bc68596e-32fd-53ea-9c50-8c9d2a0582e5
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1975, war seit dem
1. Januar 2002
als
Pizzaiolo
bei der
Y._
angestellt und
dadurch bei der SWICA obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Gemäss Unfallmeldung vom 5. August 2002 war er am 2. Mai 2002
aus dem
3. Stock gefallen und hatte sich am Rücken und
am
Fussgelenk verletzt (Urk. 8/33).
Der polizeilichen Einvernahme vom 3. Juni 2002 sowie dem
Rapport der Stadtpolizei Zürich vom
8. Juli 2002
ist zu entnehmen, der Versicherte
habe zu Protokoll gegeben,
an besagtem Datum auf dem Heimweg von drei maskierten Personen ausgeraubt worden
zu
sei
n
.
Er sei dann
in einen Wohnblock
respektive
in eine Wohnung
geflohen
und dort
von einem
Balkon aus 10 Metern
Höhe
auf den betonierten Gartensitzplatz gesprun
ge
n
(Urk. 8/29
/3, Urk. 8/52/
2).
Ab
dem Unfalltag
bis
zum
18. Mai 2002
war
d
er
anfänglich verwirrte Versicherte
in der Klinik für Unfallchirurgie des
Z._
hospitalisiert. Dort wurde eine
Berstungs
spalt
fraktur der Lendenwirbelsäule (LWK 2-Berstungsfraktur) sowie eine mediale
Malleolarfraktur
und ein Ausriss des
Tubercule
de Chaput am rechten oberen Sprunggelenk (OSG)
diagnostiziert und behandelt
(Urk. 8/4
/1
).
Die SWICA erbrachte daraufhin die
gesetzlichen Leistungen (
vgl.
Urk. 8/
31).
Im Februar 2003 nahm
d
er
Versicherte
seine Tätigkeit
als
Pizzaiolo
und danach als Hilfsbäcker
vorerst zu 50 % und her
nach wieder zu 100 % auf (Urk. 8/76/2,
Urk. 8/100/1,
Urk. 1 S. 4).
Nach einer physiotherapeutischen Behandlung zur Verbesserung der Belastbarkeit und nach verschiedenen Nachkontrollen
schloss
die SWICA
den Fall schliesslich im Mai 2005 ab (Urk. 8/8
0 ff.
).
1.
2
Nachdem der Versicherte im Dezember 2010 aufgrund
von
belastungsabhängigen Beschwerden am
rechten
OSG
im
Z._
vorstellig geworden war (Urk. 8/89
, Urk. 8/108/1
)
,
meldete er der SWICA am
17. Januar 2011 einen Rückfall respek
tive Spätfolgen (Urk. 8/91).
Die SWICA
anerkannte
den
Rückfall und
kam für die Kosten der Heilbehandlung auf
, richtete hingegen mangels einer Arbeitsunfähig
keit keine Taggeldleistungen aus
(Urk. 8/
111 f.
)
. Per 1. Juni 2013 nahm der Ver
sicherte eine selbständige Erwerbstätigkeit als Auto
händler auf (vgl. Urk. 8/146, Urk. 8/148)
.
Am
5.
Dezember 2013 erteilte die SWICA Kostengutsprache für eine vorgesehene Operation zwecks OSG-
Arthrodese
(Urk.
8/144; vgl. auch
Urk.
8/141/2).
Der Eingriff fand am
5.
Februar 2014 in der
A._
statt (
Urk.
8/150,
Urk.
8/152)
. Im Anschluss an den Eingriff bestand eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (vgl.
Urk.
8/155,
Urk.
8/158,
Urk.
8/160,
Urk.
8/163). Nach anfänglich regelrechtem postoperativem Verlauf (vgl.
Urk.
8/159,
Urk.
8/162) klagte der Versicherte im August 2014 über persistierende Schmerzen im rechten
Fuss und
die Ärzte der
A._
diagnosti
zierten eine
Anschlussarthrose am rechten unteren Sprung
gelenk (USG;
Urk.
8/166,
Urk.
8/170).
Die SWICA holte in der Folge
das
Gutachten bei Dr. med.
B._
, Fachärztin für Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates
,
vom
1. Dezember 2014
ein (Urk. 8/
179
).
Gestützt darauf teilte
sie
dem Versicherten mit Schreiben vom 11. Dezember 2014 mit, sie gehe von einer vollen Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Auto
händler aus, weshalb sie die Taggeldleistungen einstelle
, jedoch weiterhin Leistungen für die Heilbehandlung übernehme
. Er habe Anspruch auf eine Int
egri
tätsentschädigung bei einer Integritätseinbusse
von 25 %
(U
rk. 8/181).
Mit der in Aussicht gestellten Schadensregulierung erklärte sich
der Versicherte am 14. Janua
r 2015
indessen
nich
t
einverstanden
(Urk. 8/183).
1.3
Am 18. März 2015 erfolgt
e
eine Operation am rechten
USG
(Urk. 8/195).
Anschliessend holte die
SWICA ein Verlaufsgutachten bei Dr.
B._
vom 14. Januar 2016 ein (Urk. 8/231)
und richtete ab dem 1. Februar 2016
ein Taggeld aufgrund einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit
aus
(Urk. 8/233). Schliesslich
erstattete Dr.
B._
am 1. September 2016
ein weiteres Verlaufsgutachten
(Urk. 8/260)
.
1.4
Im November 2016
begab
sich
der Versicherte
aufgrund anhaltender Beschwer
den am linken Fuss in ärztliche
Abklärung
(Urk. 8/267).
Die SWICA
verneinte
ihre Leistungspflicht für die Beschwerden am linken Fuss mit Verfügung vom 25. April 2017 (Urk. 8/305).
Dagegen erhob der Versicherte am 26. Mai 2017 Ein
sprache und legte
dieser
ei
nen Bericht von Dr. med. C._
, Fach
arzt für Chirurgie, vom 26. Juni 2017 bei (Urk. 8/315, Urk. 8/321/3
-6
).
Die
SWICA
holte schliesslich ein letztes
Gutachten von Dr.
B._
ein
(Urk. 8/346). M
it Ver
fügung vom 13. Juli 2018
, welche die Verfügung vom 25. April 2017 ersetzte, verneinte sie einen Leistungsanspruch betreffend den linken Fuss
;
betreffend den rechten Fuss
stellte
sie
die Taggeldleistungen per 30. Juni 2018 ein und
verneinte
einen Rentenanspruch. Schliesslich verwies sie darauf, dass die Integritätse
in
busse
mit Schreiben vom 11. Dezember 2014 auf 25 % festgelegt und
die Integri
tätsentschädigung bereits
ausbezahlt worden sei
(
Urk.
8/361).
Dagegen erhob der Versicherte am 7. September 2018 Einsprache (Urk. 8/363).
Mit
Einspracheent
scheid
vom 8. Juli 2019 bestätigte die SWICA die Verfügung vom 13. Juli 2018 (Urk. 8/372 = Urk. 2).
2.
Am
20. August 2019
erhob der Versicherte
Beschwerde und beantragte, es sei der
Einspracheentscheid
der Beschwerdegegnerin vom 8. Juli 2018 aufzuheben und es sei diese zu verpflichten, die gesetzlichen Leistungen für die Unfallfolgen am
linken Fuss, insbesondere Heilbehandlungskosten, Taggeld beziehungsweise eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung als auch die gesetzlichen Leistungen für die bereits anerkannten Unfallfolgen am rechten Fuss und an der Lendenwirbelsäule
(LWS)
, zu erbringen. Eventualiter sei die Sache zur weiteren Abklärung des medizinischen Sachverhalts, insbesondere zur Erstellung eines unabhängigen Gutachtens zur Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit sowie zum Anspruch auf eine Integritätsentschädigung für die Einschränkung am linken Fuss, an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (Urk. 1 S. 2). In prozessualer Hinsicht ersuchte
er
um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsver
tretung (Urk. 1 S. 3).
Seiner Beschwerde legte er
insbesondere
die Stellungnahme von Dr.
C._
vom 26. Juni 2017, einen Bericht der
A._
vom 6. Juni 2017 sowie den Vorbescheid der Invalidenversicherung betreffend
Zusprechung
einer befristeten Rente bei (Urk. 3/3-5).
In ihrer Beschwerdeantwort vom 17. September 2019 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7). Dies wurde dem Beschwerdeführer mit Ver
fügung vom 26. Septe
mber 2019 zur Kenntnis gebracht,
und gleichzeitig
die unentgeltliche Rechtsvertretung bewilligt und Rechtsanwältin Aurelia Jenny als unentgeltliche Rechtsvertreterin bestellt (Urk. 9).
Mit seiner Eingabe vom
23. Oktober 2019
äusserte sich
der Beschwerdeführer
erneut zur Sache
,
was
der Beschwerdegegnerin am 24. Oktober 2019 zur Kenntnis
gebracht
wurde (Urk. 11, Urk. 13).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu b
eurteilende Unfall hat sich am 2. Mai 200
2.
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
li
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
den
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Die Versicherungsleistungen werden auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt (
Art.
11 UVV). Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicher
weise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krank
heitsbild führen können (BGE 118 V 293 E. 2c mit Hinweisen).
Rückfälle und Spätfolgen schliessen sich begrifflich an ein bestehendes Unfaller
eignis an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht der Unfallversicherung nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein
natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 293 E. 2c in
fine
).
1.
4
Es obliegt der versicherten Person, das Vorliegen eines natürlichen Kausal
zusammenhangs zwischen dem neuen Beschwerdebild und dem Unfall mit dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit nachzuweisen. Je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen Beeinträchtigung ist, desto strengere Anforderungen sind an den Wahrscheinlichkeitsbeweis des natürlichen Kausalzusammenhangs zu stellen. Bei
Beweislosigkeit
fällt der Entscheid zu Lasten der versicherten Person aus. Werden durch einen Unfall Beschwerden ver
ursacht, übernimmt die Unfallversicherung den durch das Unfallereignis verur
sachten Schaden, spätere Gesundheitsstörungen dagegen nur, wenn eindeutige Brückensymptome gegeben sind (Urteil
des Bundesgericht
s
8C_113/2010
vom
7. Juli
2010 E. 2.3).
1.
5
Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE
125 V 351 E. 3b/
ee
). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sachver
ständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig
keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1; 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Strittig
und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin im Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 2. Mai 2002 einerseits für die Beschwerden am linken Fuss und andererseits für die über den 30. Juni 2018 hinausgehenden Beschwerden am rechten Fuss sowie an der LWS eine Leistungspflicht trifft. Die Parteien sind sich dahingehend einig und es ist aufgrund der vorliegenden Akten ausgewiesen, dass der Kausalzusammenhang für die unmittelbar nach dem Unfall und im Jahr
2011 als Rückfall geltend gemachten Beschwerden des rechten Fusses und der LWS gegeben ist (Urk. 1 S. 7, Urk. 8/361/2, Urk. 8/111).
2.2
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen
Einspracheentscheid
, d
er Beschwerdeführer könne sich für das Vorliegen eines natürlichen Kausal
zusammenhanges zwischen dem Unfall und
der Schädigung am linken OSG
ein
zig auf die Aktenbeurteilung von Dr.
C._
stützen. Dieser argu
mentiere schwergewichtig mit statistischen Ergebnissen wis
senschaftlicher Unter
suchun
gen
(Urk. 2 S. 11).
Der Nachweis eines natürlichen Kausal
zusammen
hanges sei nicht mit dem notwendigen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erbracht worden. Auch eine Teilursache der Spätfolgen sei nicht nachgewiesen
worden
. Das linke
OSG sei von 2002 an während 14
Jahren beschwerdelos gewe
sen
und
es seien erstmals im Jahr 2016 Symptome aufgetreten. Die Voraus
setzungen
für
den Fallabschluss betreffend das rechte OSG sowie die
LWS
seien erfüllt (Urk. 2 S. 12).
Der Beschwerdeführer sei gemäss dem beweiswertigen dritten Verlaufsgutachten von Dr.
B._
in seiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Autohändler wieder zu 100 % arbeitsfähig. Daher sei nicht von einer Invali
dität auszugehen. Auch die Voraussetzungen für eine zusätzliche Integritätsent
schädigung seien nicht erfüllt (Urk. 2 S. 14).
2.
3
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt,
die Befunde am linken OSG seien nach einhelliger Meinung posttraumatisch bedingt und es seien keine weiteren Unfallereignisse do
kumentiert
(Urk. 1 S.
8 f
.
). Es sei auf
die
Einschätzung
von Dr.
C._
abzustellen, wonach die Einschränkung sehr wahrscheinlich (
>
80 %) unfallbedingt sei (Urk. 1 S. 10).
Daher sei die Beschwer
de
gegnerin im Zusammenhang mit den linken Fussbeschwerden ebenfalls leistungspflichtig (Urk. 1 S. 11).
Die Annahme einer vollständigen Arbeitsfähig
keit sei nicht nachvollziehbar. Der Hausarzt und die Behandler
der
A._
würden von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit ausgehen. Sofern diesbezüglich eine
Aussicht auf Besserung
gegeben sei, habe er weiterhin Anspruch auf Heilbehandlung sowie die Ausrichtung von Taggeldleistungen, bis ein stationärer Gesundheitszustand eingetreten sei. Die
festgestellte
Dekondi
tionierung
sei ebenfalls unfallkausal (Urk. 1 S. 13). Sofern von einem stationären Gesundheitszustand
ausgegangen werde
, sei betreffend den Rentenanspruch
zu erwähnen, dass für die angestammte sowie eine angepasste
Arbeit
von einer ähnlichen Tätigkeit auszugehen sei. Aufgrund der bislang bestehenden und nicht anderweitig widerlegten Arbeitsunfähigkeit von 50 % sei von einem Invaliditäts
grad i
n
gleiche
m
Umfang auszugehen. Unter Berücksichtigung eines zusätzlichen Leidensabzuges von 15 % betrage der Invaliditätsgrad 65 % und
es bestehe
Anspruch auf eine Rente in diesem Umfang (Urk. 1 S. 13 f.). Bezüglich der linken
Fussbeschwerden
sei er auch nach Ein
stellung der Taggelder auf die Übernahme von Pflegeleistungen und Kosten
vergütungen zur Erhaltung seiner Resterwerbs
fähigkeit angewiesen.
Für
die linken Fussbeschwerden
sei
von eine
r
Integritäts
einbusse
von
20 % auszu
gehen
(Urk. 1 S. 15).
Eventualiter
sei die Sache zur rechtsgenügenden Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (Urk. 1 S. 16).
2.
4
In ihrer Beschwerdeantwort hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag
auf Abweisung
fest und brachte
ergänzend
vor,
der Beschwerdeführer habe mit der Beschwerde ein
en Bericht von Dr. med. D._
, Assistenzärztin Orthopädie an der
A._
, vom 6. Juni 2017 eingereicht.
Dr.
D._
verneine
eine Unfallkausalität betreffend den linken Fuss.
Ihr Bericht halte zumindest eine Beweislosigkeit fest. Da es sich vorliegend um eine Spätfolge handle, habe der Beschwerdeführer die
Folgen der
Beweislosigkeit zu tragen (Urk. 7 S. 4). Dr.
B._
habe festgehalten, dass die
Dekonditionierung
unfallfremd sei, weshalb der Fallabschluss möglich sei (
Urk.
7 S. 5).
2.
5
Mit
unaufgeforderter
Eingabe vom 23. Oktober 2019 machte der Beschwerde
führer geltend, entgegen der Meinung
der Beschwerdegegnerin vernein
e Dr.
D._
die Unfallkausalität nicht. Bezüglich seiner Leistungsansprüche halte er an den Ausführungen in der Beschwerdeschrift fest (Urk. 11 S. 2).
3.
3.1
Dem Bericht des
Z._
, Klinik für Unfallchirurgie
,
vom 23. Mai 2002 ist zu ent
nehmen, dass der Beschwerdeführer dort nach dem Unfall vom 2. Mai 2002
zwei
mal operiert wurde
und vom 2. bis zum 18. Mai
2002
im
Z._
hospitalisiert war. Die Behandler nannten die Diagnosen einer LWK 2-Berstungsspaltfraktur ohne neurologische Ausfälle sowie eine mediale
Malleolarfraktur
und einen Ausriss im
Tubercule
de Chaput des rechten OSG. Der postoperative Verlauf habe sich problemlos gestaltet (Urk. 8/4/1).
Am
5.
Februar 2014
unt
erzog sich der Beschwerdeführer in der
A._
einem operativen Eingriff zwecks OSG-
Arthrodese
(vgl.
Urk.
8/150,
Urk.
8/152). Nach anfänglich regel
rechtem postoperativem Verlauf (vgl.
Urk.
8/159,
Urk.
8/162) klagte der
Beschwerde
führer
im August 2014 über persistierende Schmerzen im rechten Fuss und die Ärzte der
A._
diagnostizierten eine Anschluss
arthrose am rechten USG (
Urk.
8/166,
Urk.
8/170).
3.2
Dr.
B._
hielt in ihrem Gutachten vom 1. Dezember 2014 die Diagnose einer verminderten Belastbarkeit der Wirbelsäule bei Status nach Berstungsfraktur
des
LWK II und
einer
D
eckplattenimpressionsfraktur LWK IV mit Absprengung der dorsalen
Oberkante
am 2. Mai 2002
fest
. Es liege eine Hyposensi
b
ilität beidseits im Bereich des Trochanters
major
vor. Ferner
bestehe
eine verminderte Belast
barkeit der rechten unteren Extremität
bei Status nach Sprunggelenks
fraktur am 2. Mai 2002 mit operativer Versorgung. D
ie computertomo
graphischen
Auf
nahmen nach dem Unfall würden ausgeprägte Impressionen der
tibialen
Gelenk
fläche und an der
Talusrolle
zeigen. Im Laufe der letzten Jahre sei es zu einer Arthrose im OSG gekommen und am 5. Februar 2014 sei eine
Arthrodese
durch
geführt worden. Zudem
erwähnte
Dr.
B._
den Status nach einer Verletzung der rechten Hand im Dezember 2010 (Urk. 8/179/11).
Schliesslich bestehe
eine zunehmende
Dekonditionierung
mit funktionellen Beschwerden im Übergang HWS/BWS, bei Schwäche der hüftumgreifenden Muskulatur beidseits und
Patella
druck
- und Verschiebeschmerz. Die verminderte körperliche Aktivität zeige sich in einer nahezu nicht vorhandenen
Fus
s
sohlenbeschwielung
rechts und einer
Verschmächtigung
der Oberschenkel- und Wadenmuskulatur rechts
.
Dazu ergänzte Dr.
B._
, aus therapeutischer Sicht ergebe sich dringend die Indika
tion zu aktiver Physiotherapie mit
nachherigem
Übergang in
eine
medizinische Trainingstherapie und geeignete
n
Freizeitsport. Die Überlastungsbeschwerden des rechten Fusses stünden i
n
Zusammenhang mit Fehlbelastungen (Urk. 8/179/12).
Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Autohändler mit einem Pensum von
100 % ergebe sich ab sofort eine volle Arbeitsfähigkeit
. Einschränkungen würden sich ausschliesslich für gehende und stehende Tätigkeiten
unter
Einfluss von Kälte und Nässe ergeben. Tätigkeiten mit schwerem Heben und Tragen, häufigem Bücken, ständigen Zwangshaltungen und auch Tätigkeiten über Kopf sollten auf Dauer vermieden werden
(Urk. 8/179/13).
Überwiegend sitzende Tätigkeiten könnten ab sofort in vollem Umfang verrichtet werden. Betreffend den Status nach Frakturen an de
n
LWK II und LWK IV mit operativer Versorgung
am
LWK II im Sinne einer
Spondylodese
ergebe sich ein
e
Integritäts
einbusse
von aktuell 5 % beziehungsweise voraussichtlich auf Dauer 10 %. Mit Bezug auf den Status nach Verletzung des rechten OSG
mit
posttraumatischer Arthrose im OSG und Sekundärarthrose im USG betrage
die Integritätseinbusse
aktuell 15 % und voraussichtlich auf Dauer 20 % (Urk. 8/179/14).
3.3
Nachdem sich der Beschwerdeführer am 18. März 2015 einer USG-
Arthrodese
rechts unterzogen hatte (Urk. 8/195), erstattete Dr.
B._
am 14. Januar 2016 ein Verlaufsgutachten.
Dabei hielt sie an den Diagnosen gemäss Gutachten vom 1. Dezember 2014 fest und ergänzte, die aktuellen Röntgenaufnahmen würden eine unveränderte Situation der Versorgung der L
W
K II-Fraktur und eine Zunahme der Degeneration im Segment L3/4 sowie
lumbosakral
zeigen. Ferner
sei im März 2015 eine USG-
Arthrodese
erfolgt, die einen zunehmend knöchernen
Durchbau
zeige (Urk. 8/231/13 f.). An der Wirbelsäule liege insgesamt ein sehr zufriedenstellendes Ergebnis vor, allerdings würden nun degenerative Verände
rungen unterhalb der
Spondylodese
vorliegen (Urk. 8/231/15).
Die jetzige Situation sei funktionell nicht optimiert. Sie habe dem Beschwerdeführer noch
mals eindringlich erklärt, dass er mehr Muskeltraining machen müsse. Durch regelmässiges tägliches Training könne die jetzige Situation stabilisiert werden. Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Autohändler mit einem Pensum von 100 % ergebe sich ab sofort ein Leistungsvermögen von 50 %,
steigerbar
auf 100 % nach
zwölf
Wochen. Betreffend das Belastungsprofil fügte sie an, der Beschwerde
führer soll
t
e
bei
Ausübung seiner Tätigkeit zwar überwiegend sitzen, aber auch die Möglichkeit für Positionswechsel haben (Urk. 8/231/16).
3.4
Am 1. September 2016 erstattete Dr.
B._
ein zweites Verlaufsgutachten. Darin hielt sie an ihren zuvor gestellten Diagnosen fest und ergänzte diese um
die
Beschwerden am linken OSG bei radiologischem Nachweis degenerativer Verän
derungen (Urk. 8/260/15).
Es sei Physiotherapie in die Wege geleitet worden (Urk. 8/260/5).
Neu von der Beschwerdeproblematik seien rezidivierende Blocka
den, derzeit über der
Spondylodese
bei mangelnder Kräftigung der Muskulatur
(Urk. 8/260/16).
Der Beschwerdeführer
habe neben Beschwerden an der Wirbel
säule und de
m
rechten Fuss seit genau 14 Tagen Beschwerden am linken Fuss ohne äusseres Trauma (Urk. 8/260/6). Die Röntgenaufnahmen des linken OSG vom 16. August 2016 würden degenerative Veränderungen im OSG ventral zeigen und dorsal ergebe sich ein Anhalt auf Kapselverkalkungen. Ansonsten sei
en
das USG sowie der Mittelfuss unauffällig (Urk. 8/260/14). Ferner
bemerkte
Dr.
B._
, sie habe im Januar 2016 Therapiemassnahmen empfohlen, die nur teilweise
hätten
in die Tat umgesetzt werden
können
. Eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit sei nicht möglich gewesen.
Die Beschwerden würden ähnlich vorgetragen wie im Januar 201
6.
Die Untersuchung habe eine gewisse Stabili
sierung mit geringer Verbesserung der Beschwerden
,
beispielsweise an der Wirbelsäule, ergeben. Der
Finger-Boden-Abstand (
FBA
)
sei deutlich gebessert, die axiale Stauchung bereite Probleme im Bereich der HWS, aber nicht im Verlauf der Wirbelsäule. Die Fusssohlen würden eine gering vermehrte
Beschwielung
zeigen, links ausgeprägter als rechts.
Es
liege eine gering zunehmende körperliche Aktivität vor. Im Gespräch und bei der Untersuchung seien deutliche Rückzugs
tendenzen zu erkennen gewesen. Der Beschwerdeführer sei ausserdem durch die neu aufgetretenen Beschwerden am linken OSG verunsichert. Diese seien krank
heitsbedingt (Urk. 8/260/15).
Betreffend die Prognose hielt Dr.
B._
fest, die jetzige Situation sei weiterhin funktionell nicht optimiert. Die Steigerung der
Arbeitsfähigkeit von 50 % auf 100 % sei in einem gewissen Rahmen theoretisch. Für die berufliche Reintegration seien eine arbeitsorientierte Rehabilitation respektive berufliche Massnahmen über die Invalidenversicherung sinnvoll und notwendig
(Urk. 8/260/16)
.
Eine Steigerung auf 100 % solle im Rahmen berufli
cher Massnahmen erfolgen. Die körperlichen Voraussetzungen seien gegeben.
Sollten Selbstlimitierung und Rückzugstendenzen
im Vordergrund stehen
, so
ergebe sich keine Unfallkausalität (Urk. 8/260/17).
3.5
Im Rahmen einer Zweitbeurteilung vom 14. Dezember 2016 betreffend die MRI
Unter
suchungen des linken OSG erklärte
Dr. med. E._
, Facharzt für Radiologie,
in der
Arthro
-
Computertomographie (CT)
würden Knorpelschäden ausschliesslich am lateralen Talus-Eck im Sinne einer
osteochondralen
Läsion mit zum Teil zystischer Umwandlung vorliegen. Diese Veränderungen fänden sich nicht selten bei zum Teil früherem Positionstrauma mit Kompression der Knorpelfläche lateral. Eine posttraumatische Ursache sei somit möglich, wobei die CT lediglich die Aussage zulasse, dass die Veränderungen nicht frisch (älter als mehrere Monate) seien (Urk. 8/268).
3.6
Im Sprechstundenbericht der
A._
vom 19. Dezember 2016 nannten die Behandler eine Läsion der lateralen
Talusschulter
sowie ein knöchernes
anteriores
Impingement
des linken O
SG bei Status nach Sturz aus 10
Metern Höhe im Jahr 2002, damals ohne Diagnose einer Fussverletzung. Ferner erwähnten sie den Status nach einer USG-
Arthrodese
rechts vom 18. März 2015 (Urk. 8/269/1). Der Beschwerdeführer unterzog sich schliesslich am 23. Januar 2017
einem weiteren Eingriff am Fuss rechts (
AMIC-Plastik lateralen
Talusschulter
über laterale
Malleolar
-Osteotomie
,
offene
s
Débridement
der
anterio
ren
Tibiakante
links
)
, wobei ein komplikationsloser postoperativer Verlauf statuiert wurde (Urk. 8/284/1,
Urk.
8/285/1).
3.7
Mit Bericht vom 6. Juni 2017 zuhanden der Rechtsvertreterin des Beschwerde
fü
hrers erklärte Dr. med.
D._
, Assistenzärztin Orthopädie
der
A._
, der Beschwerdeführer sei im August 2016 aufgrund symptomatischer Schme
rzen im linken OSG in die Fusss
prechstunde überwiesen worden. Anamnestisch sei diesen Schmerzen kein erneutes Trauma vorange
gangen. Sie hätten die neu aufgetretenen Schmerzen im linken Sprunggelenk im Rahmen einer Überlastung nach
der
Operation auf der rechten Seite interpretiert. Bis zum 29. November 2016 habe bezüglich des linken Fusses
aktenanamnestisch
keine Diagnostik stattgefunden. Der Beschwerdeführer habe berichtet, dass es im Rahmen des Sturzes im Jahr 2002 ebenfalls zu einer Mitverletzung des linken Fusses gekommen sei, allerdings sei die Verletzung nicht knöchern gewesen. Diesbezüglich würden keine Untersuchungsbefunde vorlieg
en (Urk. 3/4 S. 1). Ob
nun das Unfallereignis von 2002 alleine oder teilweise als Ursache für die aktuellen Beschwerden am linken Fuss verantwortlich gemacht werden könne,
lasse
sich gemäss Aktenlage nicht beurteilen, da die Berichte der Abklärungen nach dem Unfall
aus dem
Jahr 2002 nicht vorliegen würden.
Eine Angabe der Wahrscheinlichkeit sei nicht möglich, da im Rahmen der Sprechstunde
in der
A._
in der Zeit von 2011 bis 2016 die Beschwerden am linken OSG nicht im Vordergrund gestanden hätten. Aufgrund der eindeutig auf den Unfall zurückzuführenden Beschwerden im rechten OSG sei es
aufgrund
der postoperativ
en
Teilbelastung
rechts
zu einer Überlastung des linken Sprungge
lenks gekommen, wodurch die Schmerzen
exazerbiert
sein könnten. Eine Arthrose könne im Rahmen einer degenerativen Veränderung durch fortschrei
tendes Alter auftreten, aber auch unfallbedingt sein. Es sei keine abschliessende Beurteilung möglich (Urk. 3/4 S. 2).
3.8
Mit
Aktenbeurteilung
vom 26. Juni 2017 zuhanden der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers führte Dr.
C._
aus, die Hauptursache der OSG
Arthrose im linken Fuss sei posttraumatisch (unfallbedingt), mit einer in der Literatur
angegebenen Häufigkeit von 78
-98 %. Die Arthrose des Sprunggelenks sei im Gegensatz zu Hüft- oder Kniearthrose nur selten von primärem Ursprung (9 %). Für die
osteochondralen
Läsionen (lokalisierte Gelenksarthrose) am Talus sei die traumatische Genese noch viel eindrücklicher. In 98 % der lateralen
Talusläsionen
lasse sich ein
ursächliches
Trauma eruieren.
Die Hauptläsion des Beschwerdeführers liege an der lateralen
Talusschulter
. Aufgrund
der zahlreichen bildmorphologischen Veränderungen, der dazu passenden klinischen Beschwer
den (zum Beispiel Anlaufschmerzen und
Impingementsymptomatik
) und der zugrundeliegenden Ätiologie- und Häufigkeitsangaben aus der Literatur seien die aktuellen Gesundheitsbeeinträchtigungen
am linken Fuss
als sehr wahrscheinlich unfallbedingt zu beurteilen. Auch wenn im Jahr 2002 keine offensichtliche
Ver
letzung
des linken Fusses dokumentiert worden sei, habe aufgrund des Unfallme
chanismus sicherlich auch eine Traumatisierung des linken Sprunggelenks statt
gefunden. Das ursprüngliche Trauma sei Hauptrisikofaktor für das Entstehen einer posttraumatischen Arthrose (Urk. 8/321/4). Auch das verzögerte Auftreten der Symptome lasse sich durchaus
mit
der Literatur erklären. Aus der Knie
chirurgie sei bekannt, dass
sich
auch nach Wiederherstellung der Gelenkstabilität respektive dem Ersatz eines gerissenen vorderen Kreuzbandes bei zirka 50 % der Patienten innert 12-14 Jahren eine posttraumatische Kniearthrose entwickle (Urk. 8/321/5 f.). Die Entwicklung einer posttraumatischen Arthrose über einen längeren Zeitraum von 10-20 Jahren sei nicht aussergewöhnlich.
In den Unter
lagen seien keine unfallfremden Faktoren dokumentiert. Als einzigen möglichen
Einflussfaktor auf die Symptomatik am linken OSG respektive auf den Zeitpunkt der
Schmerzexazerbation
am linken OSG seien die durchgeführten rechtsseitigen Sprunggelenks-
Arthrodesen
in den Jahren 2014 und 2015 zu sehen.
Denkbar sei eine vermehrte Belastung der linken Extremität nach zweimaliger Operation beider rechten Sprunggelenke, was die bisher kompensierte Situation linksseitig zur Dekompensation gebracht haben könnte (Urk. 8/321/5).
3.9
Am 20. März 2018 erstattete Dr.
B._
ihr drittes Verlaufsgutachten.
Dabei hielt sie wiederum an ihren bereits gestellten Diagnosen fest (Urk. 8/346/15 f.). Dazu ergänzte sie betreffend die Beschwerden am linken Fuss, den Ausführungen von Dr.
C._
vom 26. Juni 2017 könne zugestimmt werden. Es sei auch auf die Zweitbeurteilung der Röntgenbilder durch Dr.
E._
zu verweisen, welcher den vorliegenden Befund der Arthrose eher als posttraumatisch und nicht als krankheitsbedingt beurteil
e. Es bleibe aber trotzdem das Problem, den Befund des linken OSG konkret auf ein Ereignis zurückzuführen. Es sei möglich, dass sich der Beschwerdeführer die Verletzung des linken OSG bei dem Ereignis vom 2. Mai 2002 zugezogen habe. Langjährig fehle jedoch eine Brückensymptomatik.
Insbe
sondere zur Frage, ob der Unfall bloss möglich oder überwiegend wahrscheinlich die Mitursache der Gesundheitsstörung sei (Urk. 8/336/3), erklärte sie, diese Frage könne retrospektiv nicht beantwortet werden, da eine zeitnahe Meldung und Abklärung betreffend das linke OSG fehlen würden (Urk. 8/346/18).
An späterer Stelle führte
Dr.
B._
aus, die Beurteilung des Kausalzusammenhangs könne retrospektiv nur als möglich erachtet werden (Urk. 8/346/19).
Wie schon in der Vergangenheit werde zu regelmässigen Übungen mit Spaziergängen und auch moderatem Freizeitsport, zum Beispiel MTT, geraten. Durch diese Massnahmen
sei eine Stabilisierung der Situation der Wirbelsäule und der rechten unteren Extremität zu erwarten. Eine namhafte Besserung sei jedoch nicht zu erwarten, bei Status nach
Arthrodese
OSG/USG und operativer Versorgung der LWK II-Fraktur (Urk. 8/246/18). Die Tätigkeit als Autohändler könne der Beschwerde
führer wieder zu 100 % verrichten. Unfall- und krankheitsbedingte Einschränkungen seien nicht vorhanden. Problematisch sei zum jetzigen Zeit
punkt die
Dekonditionierung
, die jedoch nicht mit dem Unfall zusammenhänge. Hinsichtlich des Belastungsprofils hielt Dr.
B._
keine Änderungen fest.
Was der Beschwerdeführer dringend benötige, sei, wie schon so oft beschrieben, Unterstützung bei der Rückkehr in den Arbeitsprozess. Bei qualitativen Ein
schränkungen der Arbeitsfähigkeit liege eine volle Arbeitsfähigkeit vor. Es sei schade, dass die Diagnose der
Dekonditionierung
nicht ernst genommen werde, denn diese liesse den Fall momentan stagnieren und bringe den B
eschwerdeführer nicht vorwärts
(Urk. 8/346/17).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte gestützt auf die Einschätzung von Dr.
B._
die Unfallkausalität der
Beschwerden am
linken Fuss, stellte die aufgrund der Beschwerden am rechten Fuss sowie der LWS ausgerichteten Leistungen per 30. Juni 2018 ein und wies einen Rentenanspruch ab (Urk. 8/361/4, Urk. 2).
4.2
Hinsichtlich der Kausalität der Beschwerden am linken Fuss
ist vorab darauf
hin
zuweisen
, dass
bei einem Rückfall respektive
bei
Spätfolgen
an den Wahrschein
lichkeitsbeweis des natürlichen Kausalzusammenhangs
umso strengere Anforde
rungen zu stellen sind, je grösser
der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen Beeinträchtigung ist
(vgl. E. 1.
4
).
Zwar sind sich Dr.
B._
und Dr.
C._
dahingehend einig, dass die
14 Jahre nach dem Unfall aufgetretenen
Beschwerden am linken Fuss posttraumatisch sind (Urk. 8/346/17 und 19, Urk. 3/3 S. 2).
Damit ist jedoch die entscheidende Frage, ob die Beschwerden
konkret
auf das Ereignis aus dem Jahr 2002 zurückzuführen sind, nicht beantwortet. Dr.
B._
erachtete einen diesbezüglichen natürlichen Kausalzusammenhang lediglich
als
möglich
respektive
als
nicht beurteilbar
und damit
nicht
als
überwiegend wahrscheinlich
(Urk. 8/346/17 f.)
. Ihre Einschätzung wird gestützt durch
Dr.
D._
, welche
ebenfalls
erklärte, es
könne
keine abschliessende
Beurteilung
vorgenommen werden
(Urk. 3/4 S. 2).
Damit ist es ebenso möglich, dass die Beschwerden auf ein anderes Ereignis zurückgehen
, auch wenn
ein solches
nicht im Sinne einer Unfallmeldung bei der Beschwerde
gegnerin oder anderswo dokumentiert wurde
.
Daran ändert die Aktenbeurteilung von Dr.
C._
nichts. D
ieser
bezeichnete
die OSG-Arthrose links
zwar
als
sehr wahrscheinlich (> 80 %)
unfallbedingt
und führte
sie
zurück
auf eine im Jahr 2002 sicherlich stattgefundene Traumatisierung des linken Sprunggelenk
knorpels
. Er merkte zudem an,
ein
ursprüngliche
s
Trauma sei Hauptrisikofaktor für das Entstehen einer posttraumatischen Arthrose
(Urk. 3/3 S. 1 f.).
Allerdings vermochte auch er nicht
überzeugend
zu begründen,
dass
die bestehenden Ein
schränkungen
mit
der zum Beweis erforderlichen
überwiegende
n
Wahrschein
lichkeit
Folge des
Ereignis
ses
aus dem Jahr 2002
sind
.
Denn auch er konnte nicht ausschliessen, dass
ein – allenfalls unbemerktes –
anderweitiges
Trauma die nachfolgenden Beschwerden hätte auslösen können.
Im Übrigen hielt er fest
, dass eine Traumatisierung
auch
ohne offensichtliche Verletzung stattfinden
könne
(Urk.
3/
3 S. 2
f.
). Damit kann der Beschwerdeführer aus der Tatsache, dass seit Mai 2002 keine weiteren Unfallereignisse
aktenkundig
sind (
Urk. 1 S. 9)
,
nichts zu seinen Gunsten ableiten.
Sofern der Beschwerdeführer vorbringt, er habe von Beginn weg Beschwerden mit dem linken Sprunggelenk gehabt (Urk. 8/346/11, Urk. 1 S. 8), muss dies in Frage ges
tellt werden. Denn es erscheint nicht nachvollziehbar, dass
er
diese anlässlich der zahlreichen Fusssprechstunden
in der
A._
bis ins Jahr 2016 nie
erwähnt haben sollte.
G
egenüber Dr.
B._
erwähnte er
anlässlich der Untersuchung vom 23. August 2016
vielmehr
, er habe seit genau 14 Tagen Beschwerden am linken Fuss, ohne ein äusseres Trauma
erlitten zu haben
(Urk. 8/260/6).
Ebenfalls nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellen lässt sich, dass die link
sseitig
en Fussbeschwerden mittelbar beziehungs
weise indirekt
auf den
besagten
Unfall zurückzuführen sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_335/2012 vom 27. September 2012 E. 6.2). Denn Dr.
C._
sah die in den Jahren 2014 und 2015 durchgeführten rechtsseitigen Sprunggelenks-
Arthrodesen
lediglich als möglichen Einflussfaktor auf die Symp
tomatik am linken OSG respektive den Zeitpunkt der
Schmerzexazerbation
(Urk. 3/3 S. 3). Auch Dr.
D._
erklärte diesbezüglich,
es sei durch die post
operative Teilbelastung zu einer Überlastung des linken OSG gekommen, wodurch die Schmerzen
exazerbiert
sein könnten. An späterer Stelle verwies sie jedoch ebenfalls auf eine mögliche degenerative Arthrose und erachtete eine abschliessende Beurteilung als nicht möglich (Urk. 3/4 S. 2).
Mithin ist auch eine degenerative Ursache nicht ausgeschlossen.
D
er Beweis der überwiegenden Wahrscheinlichkeit des
natürliche
n
Kausalzusam
menhang
es
zwischen den
Beschwerden am
linken Fuss und dem Unfall aus dem Jahr 2002
ist somit
nicht
erbracht
.
Gleiches gilt für den Wahrscheinlichkeitsnach
weis des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall und der durch Dr.
B._
als unfallfremd bezeichneten
Dekonditionierung
(Urk. 8/346/16). In den Akten finden sich insbesondere keine gegenteiligen medizinischen Ein
schätzungen, welche jener von
Dr.
B._
widersprechen
und einen Kausalzu
sammenhang als überwiegend wahrscheinlich erscheinen lassen
würden.
4.3
Der Beschwerdeführer beanstandete weiter den Fallabschluss
hinsichtlich der Beschwerden am rechten Fuss und der LWS
per 30. Juni 2018 (Urk. 1 S. 13).
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integri
tätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicher
ten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungs
massnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
«Namhaft»
bedeutet, dass die
durch weitere zweckmässige
Heilbehandlung
erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss, was
prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen
zu beurteilen ist
(Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen).
Dr.
B._
ging in ihrem letzten Verlaufsgutachten vom 20. März 2018 davon aus, eine namhafte Besserung sei bei Status nach
Arthrodese
an
OSG/USG und operativer Versorgung der LWK II-Fraktur nicht mehr zu erwarten (Urk. 8/246/18)
. In den Akten finden sich diesbezüglich keine gegenteiligen ärztlichen Einschätzungen.
Aus dem Bericht des
Hausarzt
es
med.
pract
.
F._
vom 21. Juli 2016
geht zudem hervor
,
dass
d
er Beschwerdeführer
schon im Jahr 2016 trotz
Physiotherapie keine Fortschritte
mehr
ge
macht
hab
e
(Urk. 8/252). Zwar sprachen die Behandler
der
A._
von einer operativen Interventionsmöglichkeit (Urk. 8/347/2). Diese beträfe allerdings die Beschwerden am linken Fuss, welche – wie bereits erwähnt – nicht unfallkau
sal sind und daher keinen Einfluss auf den Fallabschluss
haben
.
Hinzu kommt,
dass die Arbeitsfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit im Zeitpunkt der Leistungseinstellung nicht mehr eingeschränkt war (vgl.
vorstehende
E.
3.9
und nach
stehende
E.
5.1
). Die erhoffte
B
esserung
könnte sich
daher
nicht in einer höheren Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit niederschlagen
und wäre damit als nicht relevant zu qualifizieren
(
vgl.
Urteile des Bundesgerichts 8C_142/2017 vom
7.
September 2017 E. 5.2.1, 8C_639/2014 vom
2.
Dezember 2014 E. 4.2).
Schliesslich
wurden
die Eingliederungsmassnahmen der Invaliden
versicherung
am 11. Mai 2016 abgeschlossen, da sich der Beschwerde
führer sub
jektiv nicht in der Lage
gefühlt hatte
,
an der Arbeits
vermittlung teilzunehmen (Urk. 8/246/1).
Gemäss Telefonnotiz
der Beschwerde
gegnerin vom 4. Mai 2018
sind
erneut
Integrationsmassnahmen
eingeleitet
worden. Diese
wurden
abgebro
chen,
nachdem
der Beschwerdeführer wieder
voll arbeitsunfähig gewesen sei. Dabei
habe
n
aber
unfallfremde Diagnosen eine Rolle gespielt (Urk. 8/350).
Nach dem Gesagten ist
es
nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die Über
nahme der Heilkosten- und Taggeld
leistungen
per 30. Juni 2018
einstellte
.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt der Rentenanspruch des Beschwerdeführers.
Bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit stützte sich die Beschwerdegegnerin auf die Beurteilung von Dr.
B._
in ihrem letzten Verlaufsgutachten vom 20. März 2018 und das darin definierte Zumutbarkeitsprofil (Urk. 2 S. 14).
Dabei
ging
sie
von einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer überwiegend sitzenden Tätigkeit mit der Möglichkeit für Positionswechsel aus
, wobei sich Einschränkungen für ausschliesslich gehende oder stehende Tätigkeiten mit Einfluss von Nässe und Kälte ergäben. Schweres
Heben und Tragen, häufiges Bücken, ständige Zwangshaltungen und auch Tätig
keiten über Kopf sollten auf Dauer vermieden werden
(
U
rk. 8/346/19).
Die Beur
teilung der Arbeitsfähigkeit durch
Dr.
B._
ist nachvollziehbar und
das erstellte Zumutbarkeitsprofil nimmt auf die bestehenden
(unfallkausalen)
Einschränkun
gen angemessen Rücksicht.
I
hre
Einschätzung
erweist sich
insgesamt als
schlüssig
(vgl.
vorstehende
E. 1.4
).
Sofern der Beschwerdeführer vorbringt, ohne die Durch
führung der von Dr.
B._
geforderten Eingliederungsmassnahmen könne nicht von einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit von 50 % auf 100 % geschlossen werden (Urk. 1 S. 10), kann ihm nicht gefolgt werden.
Denn
die
Arbeitsver
mittlung der Invalidenversicherung
wurde
im
Mai 2016
abgebrochen, weil sich
der Beschwerdeführer subjektiv nicht in der Lage
sah
,
daran
teilzunehmen (Urk. 8/246/1)
.
Objektiv
stand
der Durchführung von
Massnahmen
zur berufli
chen Integration indessen nichts entgegen (
Urk.
8/346/18).
Daher
ist
davon aus
zugehen, dass
in erster Linie
Selbstlimitierung
deren Durchführung verhinderte. Die
Selbstlimitierung
steht jedoch gemäss
Dr.
B._
nicht in Zusammenhang mit dem Unfallereignis (Urk. 8/346/17)
.
Vor diesem Hintergrund rechtfertigt sich die Annahme einer weiterhin bestehenden 50%igen Arbeitsunfähigkeit nicht.
Der
Beschwerdeführer
untermauerte
seinen Standpunkt, auf die
Einschätzung von Dr.
B._
könne nicht abgestellt werden, im Übrigen auch
nicht mit einer
diver
gierenden
fachlichen medizinischen Einschätzung.
Aus den Akten ergibt sich, dass
im Zeitpunkt des Fallabschlusses per 30. Juni 2018 einzig noch
der Hausarzt
med.
pract
.
F._
dem Beschwerdeführer eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % attestierte (Urk. 8/
351/2).
Diesbezüglich ist jedoch
einerseits auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Andererseits begründete der Hausarzt seine Einschätzung medizinisch nicht näher
, weshalb seine Einschätzung nicht geeignet ist, die Beurteilung von Dr.
B._
in Zweifel zu ziehen
. Die durch die Behandler
der
A._
zuletzt attestierte Arbeitsunfähigkeit von 100 % vom 8. bis 30. Juni 2017 bezog sich sodann auf die (nicht unfallkausalen) Beschwerden am linken Fuss (Urk. 8/318/2).
Mit dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
ist damit erstellt, dass der Beschwerdeführer
aufgrund der
in unfall
kausalen Beschwerden
in einer
angepassten
Tätigkeit zu 10
0
% arbeitsfähig ist.
Von
den beantragten
weiteren Abklärungen
(Urk. 1 S. 16)
sind keine massge
blichen neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb in antizipierter Beweiswürdi
gung (BGE 134 I 140 E. 5.3) darauf zu verzichten ist.
5.2
Im Weiteren
sind die wirtschaftlichen Auswirkungen zu prüfen
.
Die Beschwerde
gegnerin
ermittelte das
Valideneinkommen
in der Verfügung vom 13. Juli 2018
gestützt auf die Lohnstrukturerhebungen des Bundes (LSE)
des Jahres 2014
, Tabelle TA1 (Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor),
Ziff.
55-56 (Gastgewerbe). Betreffend das Invalideneinkommen stützte sie sich auf das Total für Hilfsarbeiten (Kompetenzniveau 1, Männer
;
Urk. 8/361/3).
Im
Einspracheentscheid
ging sie dann davon aus, dass die angestammte Tätigkeit des Beschwerdeführers diejenige des Autohändlers sei. In dieser Tätigkeit bestehe wieder eine volle Arbeitsfähig
keit, weshalb kein Rentenanspruch bestehe (
Urk.
2 S. 13).
Der Beschwerdeführe
r ist demgegenüber der Meinung,
es müsse bei beiden Vergleichseinkommen auf den gleichen Tabellenwert abgestellt werden und der Invaliditätsgrad sei auf
grund des Arbeitsunfähigkeitsgrads zu ermitteln (Urk. 1 S. 14).
Aus den Akten ergibt sich, dass der Beschwerdeführer seit dem Jahr 2002 in der Schweiz lebt und im Libanon den Beruf des Automechanikers erlernt, jedoch keinen Abschluss
erworben
hat. In der Schweiz war er als Pizzakurier,
Pizzaiolo
und
Hilfsbäcker
tätig (Urk. 8/346/7
, Urk. 8/100/1
). In den Jahren 2002 bis 2012 war er zudem immer wieder arbeitslos
, bevor er im Jahr 2014 eine selbständige Tätigkeit als Autohändler aufnahm. Im Jahr 2015 war er sodann als Nichterwerbstätiger gemeldet
(Urk. 8/362/4 ff.).
Unter diesen Umständen
über
zeugt der Standpunkt des Beschwerdeführers
, dass
er im Wesentlichen ver
schiedene Hilfsarbeiten aus
übte, weshalb
zur Ermittlung des Validen- und Invalideneinkommens auf
das Einkommen für
Hilfstätigkeit
en
gemäss LSE
abzu
stellen ist.
Diesfalls
entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsun
fähigkeit unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn
(Urteil des Bundesgerichts 8C_148/2017 vom 19. Juni 2017 E. 4 unter Hinweis auf Urteil 9C_675/2016 vom 18. April 2017 E. 3.2.1)
.
5.3
Zu
m
Einwand des Beschwerdeführers, dass ihm bei der Bemessung des Invaliden
einkommens ein
Leidensabzug
in der Höhe von
1
5 % hätte gewährt werden müssen (
Urk. 1 S. 14),
fällt in Betracht
, dass der Beschwerdeführer
aufgrund der unfallkausalen Einschränkungen am rechten Fuss sowie an der LWS
nur noch überwiegend sitzende Tätigkeiten mit der Möglichkeit für Positionswechsel aus
üben kann (Urk. 8/346/19)
,
weswegen ihm ein
eingeschränktes Spektrum an möglichen Tätigkeiten
offen
steht
.
Dies rechtfertigt indessen
keinen leidensbe
dingten Abzug
da
der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1
auch
solch
e leichten
Tätigkeiten umfasst
(Urteil des Bundesgerichts 9C_447/2019 vom 8. Oktober 2019 E. 4.3.2)
.
Auch die
lange Abwesenheit vom Arbeitsmarkt und der Migrationshin
tergrund des Beschwerdeführers wirken sich vorliegend nicht lohmindernd aus
(
vgl.
Urteile des Bundesgerichts 9C_857/2017 vom 24. August 2018 E. 4.3.2 und
9C_422/2017 vom 18. Mai 2018 E. 4.5.2 unter Hinweis auf 8C_351/2014 vom 14. August 2014 E. 5.2.
4.2
)
.
Unter diesen Umständen ist es nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin keinen Abzug vom Tabellenlohn
gewährte
.
5.4
Ausgehend von einer Arbeitsunfähigkeit von 0 % resultiert ein gleich hoher Invaliditätsgrad von 0 %, welcher keinen Anspruch auf eine Invalidenrente begründet.
6.
Die Beschwerdegegnerin sprach dem Beschwerdeführer schliesslich
aufgrund der Einschätzung von Dr.
B._
eine Integritätsentschädigung bei eine
r
Integritäts
einbusse
von insgesamt 25 % zu (10 % für die Rückenbeschwerden und 15 % für die OSG-
Arthrodese
rechts, Urk. 8/181/2
, Urk. 8/179/
14
). Die Höhe der Integri
tätsentschädigung wurde vom Beschwerdeführer nicht beanstandet und
erfolgte in Übereinstimmung mit den Richtlinien des Anhanges 3 zur UVV und
ist anhand der Suva-Tabelle 5, wonach eine OSG/USG-
Arthrodese
einem Integritätsschaden von 15 % entspricht und der Suva-Tabelle 7, wonach Frakturen der LWS inklu
sive
Spondylodese
einem Integritätsschaden in einer Spannbreite von 0-30 % ents
prechen
, nachvollziehbar
.
Da die Beschwerden am linken Fuss nicht unfall
kausal sind, ist dafür keine Integritätsentschädigung geschuldet.
Zusammenfassend erweist sich der angefochtene
Einspracheentscheid
vom
8. Juli 2019
(
Urk.
2) als rechtens, was zur
Abweisung
der Beschwerde führt.
7
.
7
.1
Der unentgeltlichen Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers, Rechtsanwältin Aurelia Jenny, steht bei diesem Verfahrensausgang eine Entschädigung aus der Gerichtskasse zu.
Nach § 34 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsge
richt (
GSVGer
) bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädi
gung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem
Mass
des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert.
7
.2
Mit Honorarnote vom 23. Oktober 2019 machte sie für den Zeitraum vom 10. Juli bis 18. Oktober 2019 einen Aufwand von 19.6 Stunden sowie Barauslagen von Fr. 158.75 geltend (Urk. 12).
Der geltend gemachte Zeitaufwand ist der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses nicht angemessen
. Insbeson
dere der Aufwand für die Ausarbeitung der Beschwerdeschrift von insgesamt 16.8
Stunden (Aufwände vom 6., 7., 8., 13., 16., 19., und 20. August 2019, Urk. 12) erweist sich als zu hoch
, zumal dort auf
rund
vier Seiten der Sachverhalt
wieder
gegeben wird, welcher bereits sehr ausführlich im Einsprache-Entscheid dargelegt wurde
. Ferner orientiert sich die Beschwerdeschrift in weiten Teilen an der Ein
sprache vom 7. September 2018 (Urk. 8/363/2 ff.)
.
Die Sach- und Rechtslage wie auch die Akten waren der Rechtsvertreterin sodann aus dem Verwaltungsver
fahren bekannt.
Im vorliegenden Fall können für das Abfassen der 19-seitigen Beschwerdeschrift (inklusive Rubrum, Unterschriftenseite und
Beilagenverzeichnis
, Urk. 1) – selbst bei grosszügiger Betrachtung – maximal
10
Stunden als gerechtfertigt betrachtet werden. Darin eingerechnet ist auch der Aufwand für das Studium und die Besprechung des Urteils mit dem Beschwerdeführer. Ferner
sind die Aufwä
nd
e
vom 5. August 2019 (Durchsicht E-Mail Frau
G._
mit Vorbescheid, Einwand, etc.) sowie
vom 8. August 2019 (Durchsicht Verfügung der
Swica
betreffend URB
Gesuch) nicht zu entschädigen, da diese das
Invalidenversicherungs
-
sowie
das
unfallversicherungsrechtliche
Verwaltungsverfahren betraf
en
. Zu ent
schädigen
ist somit ein Zeitaufwand von
insgesamt 12.
2
Stunden, was beim gerichts
üblichen Stundenansatz von Fr. 220.-- ein Honorar von Fr. 2'
684
.-- ergibt.
Die Barauslagen von 3 % sind entsprechend zu kürzen, was einen Betrag von Fr.
81
.-- ergibt.
Nach de
m Gesagten resultiert eine Ents
chädigung von Fr. 2’978
.
--
(Honorar von Fr. 2'
684
.-- plus Barauslagen von Fr.
81
.--, zuzüglich Mehrwert
steuer von 7.7 %).
7.3
Der Beschwerdeführer ist auf
§
16
Abs.
4
des
Gesetz
es
über das Sozialversiche
rungsgericht (
GSVGer
)
hinzuweisen, wonach er zur Nachzahlung der Auslagen für die Vertretung verpflichtet werden kann, sofern er dazu in der Lage ist.