Decision ID: 48cba2b3-d513-5fc1-b2f1-1c140c480e4c
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ war bei der B._ AG angestellt und dadurch bei der SWICA Versicherungen
AG (nachfolgend: SWICA) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als
sie am 26. Januar 2017 beim Snowboardfahren stürzte und sich dabei das rechte
Handgelenk verletzte (Unfallmeldung vom 6. März 2017, UV-act. 2). Eine am 2. Februar
2017 durchgeführte MR-Arthrographie des rechten Handgelenks ergab einen
hochgradigen Verdacht auf einen Einriss («Lazeration») des triangulären
fibrokartilaginären Komplexes (TFCC) und einen kleinsten, nicht durchgehenden Einriss
im skapho-lunären Band (SL-Band; Bericht der Klinik für Radiologie und
Nuklearmedizin am Kantonsspital St. Gallen [KSSG] vom 2. Februar 2017, UV-act. 26).
Die Versicherte unterzog sich am 20. Februar 2017 in der Klinik für Hand-, Plastische
und Wiederherstellungschirurgie am KSSG einer diagnostischen
Handgelenksarthroskopie und einem TFCC-Débridement am rechten Handgelenk (UV-
act. 18; siehe auch den Austrittsbericht vom 22. Februar 2017, UV-act. 19). Die SWICA
übernahm die Behandlungskosten und richtete Taggelder aus (zur Leistungszusage
vom 28. März 2017 siehe UV-act. 5 und zu den bescheinigten Arbeitsunfähigkeiten UV-
act. 63). Der operative Eingriff vom 20. Februar 2017 führte nicht zu einer Besserung
der Schmerzsymptomatik (siehe den Bericht der Klinik für Hand-, Plastische- und
Wiederherstellungschirurgie am KSSG vom 4. Mai 2017 über die Nachkontrolle vom
19. April 2017, UV-act. 12).
A.a.
Im Auftrag der SWICA untersuchte Dr. med. C._, Facharzt für Chirurgie,
spez. Handchirurgie, die Versicherte am 20. Juli 2017. In seiner «Kurzbeurteilung» vom
A.b.
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gleichen Tag diagnostizierte er einen Zustand nach Handgelenksdistorsion rechts mit
TFCC-Läsion und ein therapieresistent schmerzhaftes ulnocarpales Impingement trotz
arthroskopischem TFCC-Débridement. Die Versicherte klage nach wie vor über
bewegungs- und auch belastungsabhängige ulnocarpale Handgelenksschmerzen
rechts. Die Arbeitsunfähigkeit betrage weiterhin 100 %. Bei therapieresistent
entsprechend hohem schmerzbedingtem Leidensdruck erscheine die Vornahme einer
Ulnaverkürzungsosteotomie sinnvoll. Von dieser könne eine deutliche Besserung der
Gesundheitsschädigung erwartet werden. Nach diesem Eingriff sei noch einmal mit
einer längerdauernden Rehabilitationsphase und Arbeitsunfähigkeit zu rechnen (UV-
act. 46).
Am 8. August 2017 wurde die Versicherte von Dr. med. D._, Facharzt u.a. für
Handchirurgie, operiert (Ellenverkürzungsosteotomie von 3 bis 4 mm rechts, ORIF mit
7 Loch 3.5 DC-Platte übungsstabil; Operationsbericht vom 18. August 2017, UV-
act. 58). Am 16. November 2017 berichtete er, dass die Versicherte immer noch etwas
Schmerzen verspüre. Die Beschwerden seien «wechselnd immer noch etwas
ulnocarpal». Es solle noch zugewartet und das Handgelenk entlastet werden. Vorläufig
sei noch von einer Arbeitsunfähigkeit auszugehen (UV-act. 70). Dr. med. E._,
Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
welche die Versicherte für die Einholung einer Zweitmeinung konsultierte, empfahl
zunächst eine Infiltration mit Kenacort im Bereich der Extensor-carpi-ulnaris-Sehne
(ECU-Sehne) und des Ansatzes des TFCC ulnarseitig durchzuführen. Falls die
Beschwerden danach nicht besser würden, sei eine Rearthroskopie sinnvoll
(Erstkonsultation vom 20. November 2017, UV-act. 74). Die Infiltration vom
8. Dezember 2017 (UV-act. 80) führte lediglich zu einer «mässigen» Besserung. Die
Versicherte klagte immer noch über ulnarseitige Schmerzen. Dr. E._ empfahl eine
Arthroskopie, gegebenenfalls kombiniert mit einer Metallentfernung (Bericht vom
18. Januar 2018, UV-act. 84). In seiner Aktenbeurteilung vom 3. April 2018 vertrat
Dr. C._ die Ansicht, dass mit weiteren medizinischen Massnahmen (erneute
Arthroskopie mit Débridement und eventuell radialer TFCC-Refixation - allenfalls unter
gleichzeitiger Entfernung des Osteosynthesematerials - mit anschliessender erneuter
Ergotherapie) noch mit einer Besserung der unfallbedingten gesundheitlichen
Schädigung gerechnet werden könne (UV-act. 95). Am 26. April 2018 wurde die
A.c.
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Versicherte von Dr. E._ am rechten Handgelenk operiert (Arthroskopie, OP am TFCC
und Refixation des TFCC an der Fovea, UV-act. 102). Die Versicherte berichtete
gegenüber Dr. E._ am 1. Mai 2018, es gehe ihr soweit gut und sie habe nur wenig
Schmerzen (UV-act. 105; siehe auch den Verlaufsbericht von Dr. E._ vom 11. Juli
2018, UV-act. 111). Dr. E._ führte am 28. August 2018 gegenüber der SWICA aus,
derzeit sei die Versicherte in physiotherapeutischer Behandlung, gewöhne die
Schienen ab und beginne mit Kraftaufbau. Sie bescheinigte ihr eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit für die angestammte Tätigkeit. Bezogen auf «Übersichtsarbeiten»,
leichte Tätigkeiten ohne Heben, Abstützen usw. und ohne langes Schreiben verfüge die
Versicherte über eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (UV-act. 115).
Die Versicherte gab anlässlich der Sprechstunde vom 27. August 2018 gegenüber
Dr. E._ an, dass ihr Handgelenk am 7. August 2018 plötzlich angeschwollen sei und
sie seither auch wieder mehr Beschwerden habe (Bericht vom 5. September 2018, UV-
act. 121). Am 10. September 2018 führte Dr. E._ eine Infiltration mit Kenacort in den
Hauptschmerzpunkt durch (Bericht vom 18. September 2018, UV-act. 124). Im
Verlaufsbericht vom 16. Oktober 2018 hielt sie fest, nach der Infiltration sei es der
Versicherten etwas besser gegangen. Aktuell seien die Beschwerden aber wieder
ähnlich wie davor vorhanden. Es bestehe eine relative Indikation zur operativen
Entfernung des Metalls an der Elle rechts sowie des Fadens einliegend im Bereich des
TFCC (UV-act. 133). Die behandelnde Physiotherapeutin berichtete am 28. Oktober
2018, durch die im Vordergrund stehenden Schmerzen sei der Alltag für die Versicherte
stark eingeschränkt und eine Besserung gehe nur langsam voran. Auch die
vorausgegangene Ergotherapie habe nicht die gewünschten Ergebnisse gebracht. Aus
diesem Grund sei ein erneuter chirurgischer Eingriff geplant (UV-act. 134). Dieser fand
am 8. November 2018 statt (Metallentfernung, Ganglionresektion und Fadenentfernung
am rechten Handgelenk; Operationsbericht von Dr. E._ vom 15. November 2018, UV-
act. 136). Bei der klinischen Kontrolle vom 19. November 2018 äusserte die
Versicherte, es gehe ihr «soweit gut». Dr. E._ empfahl, in der Folgewoche mit Ergo-
und Physiotherapie zu beginnen (UV-act. 139).
A.d.
Die IV-Stelle des Kantons St. Gallen erteilte am 13. Februar 2019 mit Blick auf eine
Umschulung der Versicherten zur Technischen Kauffrau (UV-act. 152) eine
Kostengutsprache für eine berufliche Abklärung im KSSG vom 11. Februar bis 21. April
A.e.
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2019 (UV-act. 155; zum in dieser Zeit ausgerichteten IV-Taggeld siehe die Verfügung
vom 14. Februar 2019, UV-act. 153). Am 11. April 2019 erteilte die IV-Stelle für die
Dauer vom 22. April bis 5. Oktober 2019 eine Kostengutsprache für die Umschulung
zur Technischen Kauffrau (UV-act. 161; zur Verfügung vom 16. April 2019 über das IV-
Taggeld siehe UV-act. 162).
Auf Anfrage der SWICA antwortete die behandelnde Physiotherapeutin am
29. April 2019, die Kraft und die Stabilität des rechten Handgelenks würden noch nicht
ausreichen, damit die Versicherte den Alltag schmerzfrei bewältigen könne. Aus
physiotherapeutischer Sicht sei noch kein Endzustand erreicht (UV-act. 165). Dr. E._
hielt den medizinischen Endzustand ebenfalls für noch nicht erreicht. Sie erwarte durch
die Langzeittherapie und Physiotherapie eine deutliche Verbesserung (Stellungnahme
vom 17. Mai 2019, UV-act. 166; siehe auch UV-act. 165).
A.f.
Mit Schreiben vom 24. Juni 2019 orientierte die SWICA die Versicherte über die
Absicht, die Übernahme der Heilbehandlungskosten einzustellen, da von weiteren
ärztlichen Massnahmen keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands mehr
erwartet werden könne (UV-act. 170; zur am 17. Juni 2019 vorausgegangenen
Fallbesprechung zwischen der SWICA-Sachbearbeiterin und dem Vertrauensarzt
Dr. med. F._, Facharzt für Chirurgie, der nicht mehr mit einer namhaften Besserung
durch die Physiotherapie rechnete, siehe UV-act. 188). Dr. E._ berichtete am 2. Juli
2019, aufgrund der Physiotherapie und der zunehmend ergonomischen
Arbeitsplatzverhältnisse gehe es der Versicherten recht gut. Ab und zu knackse die
Hand und klemme auch ein. Diesen Vorgängen könne die Versicherte aber in kürzester
Zeit wieder entgegenwirken und sie habe auch keine starken Schmerzen. Manchmal
trete beim Bedienen der Maus ein Krampf auf. Dr. E._ empfahl die Anschaffung einer
ergonomischen Maus und die Fortführung der Physiotherapie, zumindest alle
2 Wochen noch begleitend. Die Arbeitsfähigkeit sei soweit gegeben (UV-act. 176). Mit
Verfügung vom 10. Juli 2019 stellte die SWICA die Übernahme der
Heilbehandlungskosten per 1. Juli 2019 ein (UV-act. 178). Dr. E._ berichtete am
5. September 2019, die Versicherte klage wieder mehr über Schmerzen am
Handgelenk. Eine röntgenologische Untersuchung des rechten Handgelenks habe eine
Veränderung des distalen Radioulnargelenks, eine beginnende
Gelenkspaltverschmälerung und Unregelmässigkeiten sichtbar gemacht. Dr. E._
A.g.
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B.
empfahl zur weiteren Abklärung eine MRI-Untersuchung (UV-act. 194). Diese wurde am
10. September 2019 durchgeführt und ergab im Bereich des Radius eine kleine
Rissbildung im Sinn einer Palmar 1 D-Verletzung ohne Instabilitätszeichen und eine
beginnende Gelenkspaltverschmälerung am distalen Radioulnargelenk. Mit der
Versicherten seien verschiedene Optionen besprochen worden. Zunächst werde noch
abgewartet und beobachtet (Bericht von Dr. E._ vom 26. September 2019, UV-
act. 196; zum MRI-Untersuchungsbericht vom 10. September 2019 siehe act. G 1.5).
Gegen die Verfügung vom 10. Juli 2019 erhob die Versicherte am 10. September
2019 Einsprache, worin sie deren Aufhebung, die Durchführung weiterer Abklärungen
und die Ausrichtung der gesetzlichen Leistungen beantragte, insbesondere
Heilbehandlung und allfällig erforderliche Therapien wie Physiotherapie, Ergotherapie,
«etc.» (UV-act. 192).
B.a.
Die IV-Stelle erteilte am 24. Oktober 2019 eine Kostengutsprache für die zweite
Etappe der Umschulung zur Technischen Kauffrau vom 6. Oktober 2019 bis 3. Oktober
2020 (UV-act. 208; zu den IV-Taggeldleistungen siehe die Verfügung vom 24. Oktober
2019, UV-act. 207).
B.b.
In der Aktenbeurteilung vom 19. November 2019 gelangte Dr. C._ zur
Einschätzung, aktuell könne mit Behandlungen keine namhafte Verbesserung der
Gesundheitsbeeinträchtigung erwartet werden. Man könne davon ausgehen, dass sich
die Kraft in den kommenden Monaten auch ohne begleitende Physiotherapie noch
verbessern werde. Zudem sei völlig offen, ob mit einer Verbesserung der Kraft weitere
schmerzhafte Einklemmungen überhaupt vermieden werden könnten. Es scheine auch
nicht einmal klar zu sein, was denn die konkrete Ursache dieser Phänomene sei. Sollte
es zu einer erneuten Verschlimmerung des Zustands und zu einer Zunahme der
Handgelenksblockaden kommen, müsse die Situation natürlich erneut evaluiert
werden. Würde sich beispielsweise herausstellen, dass der im Vergleich zum Zustand
vor dem Unfall deutlich verdickte TFCC («man vergleiche die MRT-Bilder vom
02.02.2017 und vom 10.09.2019») eine Ursache für zunehmende Probleme darstelle,
müsse man sich natürlich bei genügend grossem Leidensdruck sogar erneute
chirurgische Massnahmen überlegen. Zu den von Dr. E._ berücksichtigten
B.c.
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C.
Röntgenbildern könne er keine Stellung nehmen, da ihm diese - wie alle übrigen seit
der Ulnarverkürzung angefertigten Kontrollröntgenbilder - nicht zugestellt worden seien
(UV-act. 214). Die Versicherte äusserte sich zur Beurteilung von Dr. C._ in der
Stellungnahme vom 10. Januar 2020 kritisch (UV-act. 217; siehe auch die weitere
Eingabe vom 21. Januar 2020, UV-act. 221; zum am 27. Januar 2020 eingereichten
«Behandlungsbericht Physiotherapie» vom 27. Januar 2020 siehe UV-act. 223).
Dr. E._ nannte im Bericht vom 24. Februar 2020 neu zusätzlich die Diagnose
«Palmer I D Läsion» sowie beginnende Gelenkspaltverschmälerung am distalen
Radioulnargelenk rechts posttraumatisch. Da seit Juni/Juli 2019 keine Physiotherapie
mehr durchgeführt worden sei, habe die Versicherte eine deutliche Verschlechterung
bemerkt. Diese äussere sich so, dass sie Krämpfe beim Halten der Maus nach ein paar
Minuten und mittlerweile wirklich Beschwerden bei der Umschulung habe. Tage, an
denen es schlecht gehe, seien in kürzeren Abständen vorhanden. Bei der
Umwendbewegung der rechten Hand zeige sich ein tast- und sichtbares leichtes
Klacken. Die Kraftentwicklung sei deutlich reduziert. Es bestehe eine Schmerzhaftigkeit
beim Abstützen und bei der forcierten Flexion. Bei dem derzeitigen klinischen Befund
und der Verschlechterung der Symptomatik empfehle sie unbedingt eine
physiotherapeutische Behandlung, welche dem Erhalt der Arbeitsfähigkeit und der
Selbstständigkeit im Alltag diene (UV-act. 225).
B.d.
Mit Entscheid vom 18. März 2020 wies die SWICA die Einsprache der Versicherten
ab (UV-act. 230).
B.e.
Gegen den Einspracheentscheid vom 18. März 2020 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 18. Mai 2020. Die Beschwerdeführerin beantragt darin dessen
Aufhebung und die Zusprache der gesetzlichen Leistungen. Eventualiter sei die
Angelegenheit zur Neuabklärung und Entscheidung an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Zur Begründung bringt
sie im Wesentlichen vor, es bestünden erhebliche Zweifel an der Beurteilung von
Dr. C._, und die Beschwerdegegnerin habe den Sachverhalt nicht vollständig bzw.
nicht richtig festgestellt. Zudem habe die Beschwerdegegnerin zu Unrecht eine Prüfung
des Anspruchs auf eine Rente und Integritätsentschädigung unterlassen (act. G 1).
C.a.
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Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 23. Juni 2020
die Abweisung der Beschwerde. Sie stellt sich auf den Standpunkt, der medizinische
Sachverhalt sei spruchreif abgeklärt worden. Weder aus dem Bericht von Dr. E._
vom 24. Februar 2020 noch aus den Angaben der behandelnden Physiotherapeutin
gehe hervor, inwiefern mit den vorgeschlagenen Massnahmen noch eine namhafte
Besserung erreicht werden könne. Des Weiteren handle es sich bei den Massnahmen
zur Schmerzbehandlung, wie Medikamente und Physiotherapie, lediglich um
therapeutische Massnahmen zur Erhaltung des derzeitigen Zustands. Die
Beschwerdegegnerin hält es zudem für rechtens, dass sie lediglich über den Anspruch
auf Heilbehandlung verfügt habe, da über den definitiven Rentenanspruch aufgrund der
laufenden Umschulung noch nicht habe befunden werden können. Da der Entscheid
der IV-Stelle über die berufliche Eingliederung im Zeitpunkt der Verfügung bereits
gefällt gewesen sei, sei eine Übergangsrente nicht zu prüfen (act. G 3).
C.b.
In der Replik vom 1. Dezember 2020 hält die Beschwerdeführerin unverändert an
der Beschwerde fest und reicht Berichte ihrer Physiotherapeutin vom 20. Mai 2020
(act. G 12.1) und vom 24. November 2020 (act. G 12.2) sowie von Dr. med. G._,
Fachärztin für Chirurgie vom 27. November 2020 (act. G 12.3) ein. Letztere gelangte
zum Schluss, dass die physiotherapeutischen Massnahmen nachweislich zu einer
Verbesserung des Gesundheitszustands geführt und nicht der Erhaltung des
Gesundheitszustands gedient hätten. Entgegen der Verfügung der
Beschwerdegegnerin sei die regelmässige Physiotherapie über den 1. Juli 2019 hinaus
ganz klar indiziert gewesen. Es sei bekannt, dass bei den vorliegend dokumentierten
Verletzungen physio-/ergotherapeutische Massnahmen während 2 bis 3 Jahren
notwendig seien, um den Gesundheitszustand zu verbessern.
C.c.
Die Beschwerdegegnerin hält in der Duplik vom 13. Januar 2021 an der
beantragten Beschwerdeabweisung fest. Gestützt auf die beweiskräftige Beurteilung
von Dr. C._ vom 19. November 2019 sei davon auszugehen, dass ab 1. Juli 2019 von
der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des
Gesundheitszustands mehr zu erwarten gewesen sei. Dr. G._ erläutere nicht,
inwiefern es noch zu einer namhaften Verbesserung des Gesundheitszustands
gekommen sei (act. G 15).
C.d.
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Erwägungen
1.
Gegenstand der Verfügung vom 10. Juli 2019 (UV-act. 178) und des angefochtenen
Einspracheentscheids vom 18. März 2020 (UV-act. 230) ist ausschliesslich der
Anspruch der Beschwerdeführerin auf Heilbehandlung gemäss Art. 10 des
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) bzw. deren Einstellung
per 1. Juli 2019. Der Anspruch auf Heilbehandlung nach Art. 10 UVG endet, wenn von
der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des
Gesundheitszustands mehr erwartet werden kann (Art. 19 Abs. 1 UVG). Für die
Einstellung der Heilbehandlungsleistungen ist der Abschluss der ärztlichen
Behandlung, nicht jedoch (zusätzlich) der Abschluss der beruflichen Eingliederung
massgebend (siehe etwa Urteil des Bundesgerichts vom 28. Mai 2009, 8C_306/2009,
E. 4.3), was sich auch aus der Regelung von Art. 19 Abs. 3 UVG ergibt. Entgegen der
Auffassung der Beschwerdeführerin und der von ihr zitierten Rechtsprechung (u.a. BGE
144 V 354) besteht bei der Einstellung der Heilbehandlung mit Blick auf den Taggeld-
sowie Rentenanspruch kein «einheitlicher Streitgegenstand», worauf die
Beschwerdegegnerin zutreffend hinwies (act. G 3, Rz 3). Vielmehr zeigt der vorliegende
Fall die Rechtswidrigkeit der von der Beschwerdeführerin zitierten bundesgerichtlichen
Rechtsprechung auf, da ein Entscheid über den definitiven Rentenanspruch im Sinn
von Art. 19 Abs. 1 UVG angesichts der laufenden beruflichen Massnahmen der
Invalidenversicherung im Zeitpunkt des angefochtenen Einspracheentscheids von
Gesetzes wegen noch ausgeschlossen war. Der von der Beschwerdegegnerin
angenommene Abschluss der ärztlichen Behandlung fiel denn auch gerade nicht mit
dem Beginn einer definitiven Invalidenrente im Sinn von Art. 19 Abs. 1 UVG zusammen.
Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin einzig über den
Anspruch auf Heilbehandlung nach Art. 10 UVG verbindliche Anordnungen traf. Es ist
auch kein überzeugender Grund ersichtlich und einen solchen führt die
Beschwerdeführerin auch nicht an, der vorliegend eine Ausdehnung des
Beschwerdeverfahrens über den Anfechtungsgegenstand hinaus etwa bezüglich
allfälliger Ansprüche auf eine definitive Rente (Art. 19 Abs. 1 UVG), eine
Übergangsrente (Art. 19 Abs. 3 UVG) oder auf eine medizinische Nachbehandlung
(Art. 21 UVG) rechtfertigen würde, zumal der Sachverhalt diesbezüglich noch gar nicht
spruchreif erstellt ist (zur Möglichkeit und den Voraussetzungen einer solchen
Ausdehnung siehe etwa BGE 122 V 36 E. 2.a; zur Bejahung eines Anspruchs auf
Nachbehandlung gemäss Art. 21 UVG bei bloss «virtuellem» Anspruch auf eine
Übergangsrente infolge intersystemischer Koordination mit einem IV-Taggeld siehe die
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überzeugenden Ausführungen bei Thomas Flückiger, N 33 und N 57 am Schluss zu
Art. 19, in: Ghislaine Frésard/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.],
Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019).
2.
Der Begriff der ärztlichen Behandlung im Sinn von Art. 19 Abs. 1 und Abs. 3 UVG setzt
eine kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf eine namhafte
Verbesserung des Gesundheitszustands gerichtete Vorkehr voraus. Blosse ärztliche
Verlaufskontrollen, manualtherapeutische Behandlungen und vergleichbare Vorkehren
erfüllen dieses Erfordernis nicht. Dass die versicherte Person von weiterer
Physiotherapie profitieren kann, genügt im Übrigen nicht, um das Erreichen eines
ärztlich austherapierten Gesundheitszustands im Sinn von Art. 19 Abs. 1 und Abs. 3
UVG zu verneinen (siehe anstatt vieler etwa das Urteil des Bundesgerichts vom
3. Dezember 2019, 8C_674/2019, E. 4.3).
3.
Vorliegend ist zwischen den Parteien einzig noch die Übernahme der Kosten für die
physiotherapeutische Behandlung des rechten Handgelenks umstritten. Dabei handelt
es sich offenkundig nicht um eine ärztliche Behandlung im Sinn von Art. 19 Abs. 1 und
Abs. 3 UVG. Daran ändert nichts, dass auch die behandelnde Dr. E._ die Fortführung
der Physiotherapie zur Verbesserung des äusseren Kraftmantels für sinnvoll hielt
(Bericht vom 26. September 2019, UV-act. 196-2). Allein schon aufgrund des
mangelnden ärztlichen Charakters der Behandlungsmassnahme steht der von der
Beschwerdeführerin geltend gemachte Physiotherapiebedarf einer Einstellung der
Heilbehandlungsleistungen per 1. Juli 2019 nicht entgegen. Vorliegend erfolgte die
Fortführung der physiotherapeutischen Behandlung ab Juli 2019 - anders als im vom
Bundesgericht im Urteil vom 14. Dezember 2012, 8C_453/2012, E. 3.3.2 beurteilten Fall
- nicht (mehr) im Kontext einer eigentlichen ärztlichen Behandlung. So wurden ab Juli
2019 namentlich keine Infiltration, kein stationärer Rehabilitationsaufenthalt und auch
keine zusätzliche medizinische Trainingstherapie durchgeführt. Die aktenkundigen
ärztlichen Konsultationen beschränkten sich im massgeblichen Zeitraum auf reine
Verlaufskontrollen bzw. Abklärungen.
4.
Gegen den Fortbestand des Anspruchs auf Heilbehandlung über den 30. Juni 2019
hinaus spricht ausserdem, dass die Physiotherapie zur Verbesserung der Symptomatik
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bestimmt war (Bericht vom 24. Februar 2020, UV-act. 225-5) und nicht auf die Heilung
des Gesundheitsschadens abzielte (so auch ausdrücklich bezüglich
physiotherapeutischer Massnahmen das Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des
Bundesgerichts] vom 20. Juni 2006, U 111/05, E. 2.2; vgl. auch Urteil des
Bundesgerichts vom 29. September 2020, 8C_363/2020, E. 4.1). Sowohl die
behandelnde Physiotherapeutin als auch Dr. G._ sahen den Erfolg der Therapie
hauptsächlich in der Linderung der Schmerzen (Bericht vom 27. Januar 2020, UV-
act. 223-2, bzw. vom 27. November 2020 act. G 12.3, S. 7). Die von der
Beschwerdeführerin geltend gemachte, von der Beschwerdegegnerin bestrittene
namhafte Besserung durch die Physiotherapie läge damit ohnehin nicht in einer
Verbesserung des Gesundheitsschadens, sondern einzig der Symptomatik begründet.
Deshalb kann offenbleiben, ob sich die Fortführung der Physiotherapie tatsächlich
nachhaltig funktionsrelevant auswirken würde, wogegen spricht, dass die
Beschwerdeführerin nach der Sistierung der Physiotherapie umgehend eine «deutliche
Verschlechterung» bemerkte (Bericht von Dr. E._ vom 24. Februar 2020, UV-
act. 225-5; vgl. zum Ganzen den Entscheid des Versicherungsgerichts vom 22. Februar
2021, UV 2019/60, E. 5.2 f.).
5.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (aArt. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] in der bis 31. Dezember 2020 gültigen, für
das vorliegende Verfahren gemäss Art. 83 ATSG noch anwendbaren Fassung).
Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung.