Decision ID: acb2cacd-afa1-48bd-a06c-2a6156a28b0f
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1964,
war seit 2002 bei der
Z._
als Finanzanalyst tätig (
Urk.
7/11
Ziff.
2.1, 2.7).
A
m 1
8.
April
2008
meldete er sich
unter Hinweis auf
Gallenkoliken, Panikstörungen, Wahrnehmungs
störungen, sozialphobische Akzente, Depressionen und schwere Infekte bei der Gallengangöffnung bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
7/1
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen und
sprach ihm mit Ver
fügung vom
4.
Februar 2011
bei einem Invaliditätsgrad von
100
%
eine
ganze
Rente
ab
1.
März 2008, bei einem Invaliditätsgrad von 42
%
eine
Viertels
rente
ab
1.
Mai 2009 und bei einem Invaliditätsgrad von 63
%
eine
Drei
viertels
rente
ab
1.
Dezember 2010
zu (Urk.
7/51-53
).
Mit
unangefochten in Rechtskraft erwachsener
Verfügung vom 1
5.
Juli 2011 (
Urk.
7/57) setzte die IV-Stelle
aufgrund der tatsächlichen erwerblichen Verhältnisse
die Dreiviertels- auf eine
Viertel
s
rente
herab.
1.2
In der Folge
holte die IV-Stelle unter anderem
ein
psychiatrisches
Gutachten ein, das am
2
1.
Januar 2013
erstattet wurde (Urk.
7/69
). Nach durch
geführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/76
;
Urk.
7/81,
Urk.
7/83,
Urk.
7/86
)
holte die IV-Stelle weitere Arztberichte (
Urk.
7/94,
Urk.
7/97) ein.
Nach der Durchführung eines weiteren
Vorbescheidverfahrens
(
Urk.
7/100;
Urk.
7/101,
Urk.
7/103) hob die IV-Stelle
mit Verfügung vom 2
5.
November 2015
die Verfügungen vom
4.
April 2011 (richtig wohl:
4.
Februar 2011)
und 1
5.
Juli 2011 und damit die bisher ausgerichtete Rente
wiedererwägungs
weise
auf (
Urk.
7/105
= Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am
8.
Januar 2016
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
2
5.
November 2015
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben
oder bezüglich der Aufhebung einer am
4.
April 2011 ergangenen Verfügung als nichtig zu erklären und es sei festzustellen, dass an diesem Datum keine Verfügung ergangen sei. Zudem und teilweise eventuell sei die Verfügung vom 2
5.
November 2015 bezüglich der wiedererwägungsweisen Aufhebung der rentenzusprechenden Verfügung aufzuheben. Weiter sei die Verfügung vom 1
5.
Juli 2011 aufzuheben
,
soweit sie einen eine
Viertelsrente
über
steigenden Anspruch verneine
,
und es seien ihm ab März 2008 eine ganze,
ab April 2009 eine Viertels- und ab September 2011 mindestens eine halbe Invalidenrente auszurichten
(
Urk.
1 S. 2
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
1
5.
Februar 2016
(
Urk.
6
) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom 1
7.
März 2016
wurde
die
Y._
zum Prozess beige
laden (
Urk.
8), welche
mit Schreiben vom 2
1.
März 2016 (
Urk.
9) auf eine Stellungnahme
verzichtete
. Dies wurde den
übrigen
Verfahrens
beteilig
ten am 2
3.
März 2016 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
10).
Mit Eingabe vom 2
3.
Mai 2016 (
Urk.
12) reichte der Beschwerdeführer einen weiteren Arztbericht
(
Urk.
13) ein. Dies wurde den übrigen Verfahrens
beteiligten am 2
4.
Mai 2016 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
14).
Mit Mitteilung vom
7.
März 2017 wurde die Eingabe der Beschwerdegegnerin vom 1
5.
Februar 2016 (Beschwerdeantwort;
Urk.
6) dem Beschwerdeführer zur Kenntnis gebracht (
Urk.
16).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundes
gesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück
sichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objek
ti
ver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Gemäss einem allgemeinen Grundsatz des Sozialversicherungsrechts kann die Verwaltung auf formell rechtskräf
tige Verfügungen oder
Einsprache
ent
scheide
, die nicht Gegenstand materieller richterlicher Beurteilung gebil
det haben, zurückkommen, wenn sie zweifellos unrichtig sind und wenn ihre
Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (
Art.
53
Abs.
2 ATSG; BGE 133 V 50 E. 4.1).
Die Wiedererwägung dient der Korrektur einer anfänglich unrichtigen Rechts
anwendung. Ein Zurückkommen auf eine rechtskräftige Verfügung unter diesem Rechtstitel setzt Unvertretbarkeit der darauf beruhenden
Leistungs
zusprechung
vor dem Hintergrund der damaligen Sach- und Rechts
lage voraus. Es darf kein vernünftiger Zweifel daran möglich sein, dass die Verfügung unrichtig war; einzig dieser Schluss ist denkbar. Eine klare Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes (
Art.
43
Abs.
1 ATSG) mit der Folge, dass die Leistungszusprechung auf einer offenkundig unvollständigen oder widersprüchlichen Aktenlage erfolgte, bei Renten etwa die
Invaliditäts
bemessung
auf keiner nachvollziehbaren ärztlichen Einschätzung der Arbeits
fähigkeit beruhte, kann ein Wiedererwägungsgrund im Sinne von
Art.
53
Abs.
2 ATSG sein. Als zweifellos unrichtig kann die betreffende Ver
fügung indessen erst gelten, wenn mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ein Sachverhalt erstellt werden kann, gestützt auf den ein umfangmässig geringerer oder sogar kein Leistungsanspruch resultierte (Urteil des Bundes
gerichts 9C_816/2013 vom 2
0.
Februar 2014 E. 1.1 mit Hinweisen).
1.3
Das Erfordernis der zweifellosen Unrichtigkeit - als Schranke für ein
wieder
erwägungsweises
Zurückkommen auf eine formell rechtskräftige
Leistungs
zusprache
- ist
rechtsprechungsgemäss
so zu handhaben, dass die
Wieder
erwägung
nicht zum Instrument einer voraussetzungslosen Neuprüfung von Dauerleistungen wird, zumal es nicht dem Sinn der Wiedererwägung ent
spricht, laufende Ansprüche zufolge nachträglicher besserer Einsicht der
Durch
führungsorgane
jederzeit einer Neubeurteilung zuführen zu können (Urteil des Bundesgerichts I 276/04 vom 28. Juli 2005 E.
5.1).
Das Erfordernis der zweifellosen Unrichtigkeit ist in der Regel erfüllt, wenn eine
Leistungszusprache
aufgrund falsch oder unzutreffend verstandener Rechtsregeln erfolgt ist oder wenn
massgebende
Bestimmungen nicht oder unrichtig angewandt wurden. Anders verhält es sich, wenn der
Wieder
erwägungsgrund
im Bereich materieller Anspruchsvoraussetzungen liegt, deren Beurteilung notwendigerweise Ermessenszüge aufweist. Erscheint die Beurteilung einzelner Schritte bei der Feststellung solcher
Anspruchs
vor
aussetzungen
(Invaliditätsbemessung,
Arbeitsunfähigkeits
schätzung
,
Beweis
würdigung
, Zumutbarkeitsfragen) vor dem Hintergrund der Sach- und Rechts
lage, wie sie sich im Zeitpunkt der rechtskräftigen
Leistungs
zusprechung
darboten, als vertretbar, scheidet die Annahme zweifelloser
Unrich
tigkeit aus. Zweifellos ist die Unrichtigkeit, wenn kein vernünftiger Zweifel daran möglich ist, dass die Verfügung unrichtig war. Es ist nur ein einziger Schluss - derjenige auf die Unrichtigkeit der Verfügung – denkbar (Urteil des Bundesgerichts 9C_837/2010 vom 3
0.
August 2011 E. 2.5.1).
Zweifellose Unrichtigkeit der ursprünglichen Rentenverfügung kann (auch) bei unrichtiger Feststellung im Sinne der Würdigung des Sachverhalts gegeben sein. Darunter fällt insbesondere eine unvollständige
Sachverhalts
abklärung
aufgrund einer klaren Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes. Eine auf keiner nachvollziehbaren ärztlichen Einschätzung der
massgebli
chen
Arbeitsfähigkeit beruhende
Invaliditäts
bemessung
ist nicht
rechts
konform
und die entsprechende Verfügung zweifellos unrichtig im
wieder
erwägungs-rechtlichen
Sinne (Urteil des Bundesgerichts 9C_1014/2008 vom 14. April 2009 E. 3.2.2).
Nicht entscheidend ist, ob die frühere
Leistungszusprache
unter Berück
sichtigung sämtlicher Teilaspekte richtig und angemessen war, sondern ob sie mit Blick auf die damalige Sach- und Rechtslage insgesamt als vertretbar erscheint (Urteil des Bundesgerichts 9C_575/2007 vom 18. Oktober 2007 E.
3.3).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter
suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizi
nischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus, die Verfügungen vom
4.
April und 1
5.
Juli 2011 würden sich als offensichtlich falsch erweisen, da sie ohne Berücksichtigung der effektiven Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten erlassen worden seien. Es seien nur die Einschränkungen zu berücksichtigen, die aus objektiver Sicht nicht überwindbar seien. Diese Prüfung der Diagnosen sei unterlassen worden, was zweifellos unrichtig sei. Da die Berichtigung der bisherigen Rentenverfügungen von erheblicher Bedeutung sei, seien somit die Voraussetzungen für eine Wiedererwägung gegeben (S. 2 unten).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber beschwerdeweise (
Urk.
1) auf den Standpunkt,
die rechtlichen Voraussetzungen für eine
Wieder
erwägung
seien keinesfalls erfüllt (S.
7 Mitte
f
f
.).
Im Gutachten von
Dr.
A._
werde bestätigt, dass nach wie vor eine Panikstörung und eine erschwerte Beschwerdeverarbeitung
vorliege
.
In der
angestammte
n
Tätigkeit sei er daher nicht mehr arbeitsfähig und für eine leichte, angepasste Tätigkeit nur zu 60
%
. Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) habe das Gutachten als schlüssig und einleuchtend beurteilt. So bestätige auch
Dr.
B._
die Beurteilung im Gutachten und des RAD (S. 15 oben).
Hinzu komme eine fehlerhafte Invaliditätsbemessung (S. 15 unten f.).
Die
Frei
z
eitsbeschäf
tigungen
seien kein Beleg für Ressourcen, sondern würden dem Erhalt des jetzigen Gesundheitszustandes dienen (S. 20 oben). Zusammenfassen
d
sei festzuhalten, dass die Ausführungen der Beschwerdegegnerin bezüglich einer 60
%
übersteigenden Arbeitsfähigkeit nicht überzeugen würden. Angesichts der fehlenden Wiedererwägungsvoraussetzungen könne weder für die Ver
gangen
heit noch aktuell eine Rentenaufhebung erfolgen (S. 20 unten).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers und insbesondere, ob die ursprüngliche
Rentenzusprache
mit Verfügungen vom
4.
Februar
- beim in der angefochtenen Verfügung genannten Datum des 4. April 2011 handelt es sich offensichtlich um ein Versehen (vgl.
Urk.
6 S.
2)
und 1
5.
Juli 2011
im Sinne von
Art.
53
Abs.
2 ATSG zweifellos unrichtig war.
3.
3.1
Die massgebende medizinische Aktenlage bei Erlass der ursprünglichen Ver
fügung vom
4.
Februar 2011 (
Urk.
7/51-53) stellte sich wie folgt dar:
3.2
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, nannte im Bericht vom
2.
März 2008 (
Urk.
7/13) als Diagnosen einen Status nach
Cholezystektomie
bei
Cholelithiasis
im März 2007, eine Panikstörung sowie eine rezidivierende depressive Störung (S. 1). Somatisch sei der Beschwerde
führer bei guter allgemeiner Gesundheit. Die psychische Symptomatik sei durch den problematischen Verlauf der somatischen Krankheit negativ beein
flusst worden. Aktuell sei der Beschwerdeführer noch zu 100
%
arbeits
unfähig. Mit der Wiedererlangung einer Teilarbeitsfähigkeit von 30
%
werde auf anfangs April gerechnet. Eine schrittweise Erhöhung der Arbeitsfähigkeit innerhalb der folgenden Monate sei realistisch. Mittelfristig könne mit der
Wiedererlangung einer 100%igen Arbeitsfähigkeit gerechnet werden (S. 3 oben).
3.3
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
führte im Bericht
vom 2
6.
Mai 2008 (
Urk.
7/7/1-6)
aus, er behandle den Beschwerde
führer seit Februar 2000 (
Ziff.
3.1)
,
und nannte
als Diagnosen eine
Erschöpfungs
depression
seit März 2007 sowie einen Status nach
Chole
zystek
tomie
im März 2007
(
Ziff.
1.1)
.
Der Beschwerdeführer fühle sich aus
gebrannt und durch die durchgemachte Erkrankung verunsichert. Er habe zwischendurch immer wieder
kolikartige
Bauchschmerzen (
Ziff.
3.4). Aus somatischer Sicht sei der Beschwerdeführer beschwerdefrei und sehr gut leistungsfähig. Er sei voll arbeitsfähig. Die psychischen Ressourcen müssten von einem Psychiater beurteilt werden (
Ziff.
5.1).
3.4
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psycho
therapie, führte im Bericht vom 2
7.
Mai 2008 (
Urk.
7/8) aus, sie behandle den Beschwerdeführer seit dem 2
6.
März 2007 (
Ziff.
3.1)
,
und nannte als Diagnosen eine Panikstörung (ICD-10 F41.0) sowie eine depressive Störung (ICD-10 F33.11).
Der Beschwerdeführer sei in der bisherigen Tätigkeit seit April 2008 zu 60
%
arbeitsfähig (
Ziff.
5.2).
3.5
Dr.
B._
(vorstehend E. 3.2) berichtete am 1
9.
August 2008 (
Urk.
7/14) von unveränderten Diagnosen. Insgesamt liege seit der letzten Beurteilung ein erfreulicher Verlauf vor. Der Beschwerdeführer sei somatisch durch die lange Erkrankung noch etwas mitgenommen. Im Vordergrund st
ehe
aber die psychiatrische Problematik mit Angstzuständen und Phobien, welche den Beschwerdeführer wesentlich beeinträchtigen und im Moment eine volle Arbeitsfähigkeit verunmöglichen würde. Der Beschwerdeführer sei aktuell zu 50
%
arbeitsfähig
. Eine Steigerung in 10
%
-
Schritten mit Beginn in einigen Wochen scheine realistisch (S. 2).
3.6
Dr.
B._
nannte im Bericht vom 1
1.
März 2009 (
Urk.
7/16/6-8) neben
kann
ze
rösen
Hautveränderungen die bereits bekannten Diagnosen (S. 1).
Aktuell bestünden keine somatischen Beschwerden. Es bestehe eine ver
minderte Belastbarkeit. Der Beschwerdeführer sei mit dem 60
%
-
Pensum bis an die Grenzen belastet.
Psychisch stehe eine verminderte Belastbarkeit im Vor
dergrund. Die Panikstörung habe sich deutlich verbessert. Der Beschwer
de
führer sei
aktuell und bis auf weiteres zu 60
%
arbeitsfähig. Es müsse mit einer Teilinvalidität von 40
%
gerechnet werden (S. 2).
Im Bericht vom 2
3.
März 2009 (
Urk.
7/16/1-5) zu
Handen
der Invaliden
ver
sicherung machte er unter Beilage
des Berichts vom 1
1.
März 2009
die gleichen Angaben.
3.7
Dr.
D._
(vorstehend E. 3.4) nannte im Bericht vom 1
0.
Juli 2009 (
Urk.
7/22) die gleichen Diagnosen wie in ihrem Bericht aus dem Jahr 200
8.
In der angestammten Tätigkeit als Aktienanalyst bestehe seit Januar 2009 eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit (
Ziff.
2). Der Beschwerdeführer berichte von aufsteigende
n
unter Umständen lähmenden Ängsten beim Autofahren und in Menschenansammlungen sowie beim Thema gesundheitliche Rückfallgefahr (Koliken), da die Therapien ausgeschöpft seien. Weiter
berichte er
von existenziellen Zukunftsängsten und Verunsicherung, Angst vor Stress und übermässiger Belastung sowie schneller Überforderung (
Ziff.
3.4). Eine Einzelpsychotherapie würde ein bis zweimal im Monat stattfinden. Psychopharmaka würden aus medizinischen Gründen
nicht
eingesetzt (
Ziff.
3.7).
In der bisherigen Tätigkeit bestehe eine 40%ige Arbeitsfähigkeit seit 200
8.
In einer angepassten Tätigkeit bestehe seit 2008 eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
(
Ziff.
5.2).
Davon abweichend führte
Dr.
D._
im Bericht vom 1
7.
Februar 2010 (
Urk.
7/23)
aus, in einer angepassten Tätigkeit bestehe eine 60%ige Arbeitsfähigkeit seit 2009 (
Ziff.
5.2).
3.8
Dr.
E._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, RAD, berichtete am
7.
Juni 2010 (
Urk.
7/42/7) von einer psychiatrischen Standort
bestimmung und führte dazu aus, dass beim Beschwerdeführer ein kombinierter Gesundheitsschaden ausgewiesen sei, der sich einerseits in einer verstärkten Unsicherheit, in Panikanfällen und diversen Phobien, wie sozialer Phobie und Agoraphobie, äussere. Andererseits bestehe auch eine ein
geschränkte körperliche Leistungsfähigkeit wegen schmerzhafter
keloidarti
ger
Narben am Oberkörper und Rücken sowie Vernarbungen an der Pleura nach diversen Eingriffen bei Status nach Gallenblasenentfernung mit Komplika
tionen. Die seit dem
1.
Januar 2009 bestehende anhaltende Arbeitsunfähigkeit von 40
%
sei nachvollziehbar. Ab dem genannten Datum bestehe eine 60%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit und in bis
heriger Tätigkeit als Finanzanalyst eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Das Belastungsprofil beinhalte wenig Zeitdruck, wenig Arbeitsdruck, wenig Multitasking, ausreichende Pausen, nur leichte körperliche Arbeit und aktuell auch ke
in Führen von Motorfahrzeugen.
4.
4.1
Für die Zeit nach der rechtskräftigen Verfügung vom
4.
Februar 2011 (
Urk.
7/52-53) finden sich in den Akten im Wese
ntlichen die folgenden Berichte:
4.2
Med.
pract
.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, nannte im psychiatrischen Gutachten vom 2
1.
Januar 2013 (
Urk.
7/69) als Diagnosen eine Panikstörung (ICD-10 F41.0) sowie eine erschwerte
Beschwer
deverarbeitungsstörung
(ICD-10 F54) bei Status nach
Cholezystek
tomie
im Jahr 2007
(S. 10 Mitte)
.
Dazu führte er aus,
i
m Rahmen der vorliegenden fachärztlich psychiatrischen Exploration und Untersuchung
könne
beim Beschwerdeführer
aufgrund der explorierten Angaben und der erhobenen psychopathologischen Untersuchungsbefunde eine fortgesetzt einflussnehmende Angstpathologie im Rahmen der Grunderkrankung der Panikstörung fortgesetzt bestätigt werden. Es
würden
Symptome einer
Panik
störung
mit Meiden angstbesetzter sozialer und beruflicher Situationen
vorliegen
, in denen der
Beschwerdeführer
sich unter Leistungsdruck
beziehungs
weise
von anderen prüfend
beobachtet fühl
e (S. 9 unten f.)
. In diesem Zusamme
nhang finde
sich eine ausgeprägte dysfunktionale
Selbst
beobachtungs
- und Vermeidungstendenz mit
dem
Triggern von
Angst
symptomen
bereits in der gedanklichen Beschäftigung mit angstbeset
z
ten Situationen.
I
n diesem Zusammenhang lieg
e beim Beschwerdeführer
eine deutlich verminderte Belastbarkeit mit hoher emotionaler Vulnerabilität und herabgesetzter Stressresisten
z vor. Die Symptomatik beinhalt
e
eine Einschränkung der Anpassungsfähigkeit, Flexibilität und Belastbarkeit sowie der Wegefähigkeit zum Arbeitsplatz im Zusammenhang mit Angstattacken beim Autofahren oder im
öffentlichen Verkehr
. Darüber hinaus
sei
die Angstsymptomatik einflussnehmend auf die persönliche Situation und Freizeit
gestaltung des
Beschwerdeführers
, indem es zu einer Beschwerde
-
ausweitung mit Angstattacken auf Situationen im Privatleben/in der Freizeit gekommen
sei
. Schliesslich
fänden
sich im Befund deutliche Hinweise einer erschwerten Beschwerdeverarbeitung im Zusammenhang mit der
Cho
l
ezystektomie
im Jahr
2007 und nachfolgend berichteten Komplikationen mit Entwicklung einer
somatoformen
Schmerzkomponente, die die
Angst
symptomatik
mittrigger
e
und ausgestalte
. Die Kriterien für eine depressive Episode gemäss ICD-10
seien
zum jetzigen Zeitpunkt nicht erfüllt, es
fänden
sich aber im Zusammenhang mit insbesondere der Angsterkrankung ein
psychisches Belastungserleben
mit spürbarem Leidensdruck beim Beschwer
de
führer (S. 10 oben).
Aus gutachterlich psychiatrischer Sicht
könne
die zuvor bereits mehrfach durch die involvierten fachärztlich psychiatrischen Kollegen gestellte Diagnose einer Panikstörung im Rahmen der vorliegenden Abklärung nach
vol
l
zogen und aufgrund der selbst explorierten Angaben und erhobenen Untersuchungsbefunde bestätigt werden.
Weiter zeig
e
sich im Zusammen
hang mit der
im Jahr
2007 durchgeführten
Cholezystektomie
eine erschwerte Beschwerdeverarbeitung mit einer aktuell mindestens partiell
miteinfluss
nehmenden
und auch das Angstgeschehen
mittriggernden
soma
t
o
formen
Schmerzkomponente vor dem Hintergrund der dokumentierten organischen Vorbeschwerden
(S. 10 unten)
. Ein depressives
Krankheits
geschehen
ent
sprechend den Kriterien einer depressiven Episode lieg
e
aktuell nicht vor, diese können aber im Vorfeld, wie von der
behandelnden Psychiaterin
diagnostiziert, erfüllt gewesen sein
. Zusammenfassen
d
würden sich im Rahmen der vorliegenden fachpsychiatrischen Abklärung keine Wider
sprüche zur fachpsychiatrischen Aktenlage ergeben (S. 11 oben)
.
Der Beschwerdeführer
sei
leistungsmässig aus fachärztlich psychiatrischer Sicht im Rahmen der Angsterkrankung deutlich limit
iert.
Aufgrund der erhobenen Befunde und gewonnenen Untersuchungseindrücke
sei der Beschwerdeführer
aus fachärzt
l
ich psychiatrischer Sicht unter
versicherungs
medizinischen
Kriterien bezogen auf das ursprünglich beschriebene
Tätig
keitsprofil
als Finanzanalyst bei der
Z._
nicht mehr arbeitsfähig, da
die
Leistungsfähigkeit/Belastbarkeit und psychische Stabilität für die beschriebe
nen Arbeitsanforderungen und die Arbeitsbe
din
gun
gen/Stresso
ren in diesem Arbeitsumfeld nicht ausreichend und mit der Gefahr der Dekompen
sation verbunden
seien (S. 11 Mitte)
.
Für eine angepasste Arbeitstätigkeit wie im aktuellen Tätigkeitsprofil bei der
F._
sei
ausgehend vom aktuellen Untersuchungsbefund und den gewonnenen Belastungseindrücken
des Beschwerdeführers
das aktuell berichtete 60%-Pensum als maximal möglich, entsprechend einer fortgesetzt anzunehmenden 40%
igen
Arbeitsunfähigkeit
für angepasste
Verweistätig
keiten
. Damit
sei
aus fachärztlich psychiatrischer Sicht von einer unver
änderten Gesundheits- und Leistungssituation gegenüber der Beurteilung durch den RAD
im Juni 2010
aus
zugehen
.
Das aktuelle Tätigkeitsprofil bei der Einrichtung
F._
sei hinsichtlich der Anforderungen, Arbeitsbelastungen
und Rahmenbedingungen für den Beschwerdeführer im Rahmen seiner aktuellen Leistungsfähigkeit optimal angepasst (S. 11 unten).
Aus fachärzt
l
ich psychiatrischer Sicht
sei
die Ergänzung der laufenden psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung mit einer geeigneten anxiolytisch-antidepressiven Psychopharmaka-Medikation
zu empfehlen
, die somatisch mit der körperlichen Situation des
Beschwerdeführers
zu ver
einbaren
sei
.
Unter entsprechender Begleitung, therapeutischer Opti
mierung und Konsolidierung der Situation
könne
in einem Zeitraum von
zwei
Jahren eine Verbesserung der Leistungsfähigkeit unter angepassten Bedingungen wie aktuell bei der Einrichtung
F._
auf ein zumindest 80%-Pensum mit vorsichtig steigernden Schritten möglich sein
.
Dieses würde aber zum jetzigen Zeitpunkt eine
Ü
berforderung bedeuten, sodass zunächst wie beschrieben eine Konsolidierung der aktuellen Situation und Optimierung des Behandlungsprozesses mit anschliessender Auswertung der Entwicklung der Gesundheitssituation und ableitbaren Leistungsfähigkeit
des Beschwerde
führers zu empfehlen sei. Unter
Fortsetzung der aktuellen angepassten Rahmenbedingungen und bei kontinuierlicher therapeutischer Begleitung
könne
die Prognose bezogen auf das aktuell eingeschränkte Leistungsniveau noch vorsichtig optimistisch im Sinne einer zumindest Erhaltung der aktuellen Belastbarkeit und
gegebenenfalls
wie beschrieben im Verlauf vorsichtigen Steigerung unter angepassten Bedingungen formuliert werden
(S. 12 Mitte).
4.3
Dr.
B._
(vorstehend E. 3.2) nannte im Bericht vom
9.
März 2014 (
Urk.
7/85) als Diagnosen eine rezidivierende depressive Störung mit Panikstörung und Verdacht auf eine posttraumatische Belastungsstörung sowie einen Status nach
Cholezystektomie
bei
Choleli
thiasis
im März 2007 (S. 1) und berichtet von einem unveränderten Zustand. Der Beschwerdeführer habe inzwischen sein Leben der
chronifizierten
psychischen Problematik angepasst und arbeite zu 60
%
bei der
F._
. Diese Tätigkeit sei angepasst, wobei insbesondere auch Rück
sicht auf die Panikattacken genommen werden könne. Diese würden regel
mässig auftreten, insbesondere bei Sitzungen.
4.4
Dr.
med.
G._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und für Arbeitsmedizin, RAD, führte in ihrer Stellungnahme vom
2.
Juli 2014 (
Urk.
7/90/3) aus, a
us arbeitsmedizinischer Sicht
sei
die 40
%
ige Ein
schränkung der Leistungsfähigkeit in einer optimal leidensangepassten Bürotätigkeit (geistig einfach) nicht nachvollziehb
ar.
Bei psychischen Störungen
sei
ein Abfall der Leistungsfähigkeit durch den Tag zu erwarten,
das heisst
das Durchhaltevermögen
sei
eingeschränkt und es müss
t
en
ver
-
mehrt Pausen eingelegt werden. Es
sei
aus arbeitsmedizinischer Sicht nicht plausibel, dass der
Beschwerdeführer
während
drei
Tagen voll leistungsfähig sein soll
e
, und sich danach 4 Tage lang erhol
e
. Dies
sei
im
Ü
brigen bei keinem Krankheitsbild sinnvoll, auch nicht im somatischen Bereich. Ent
weder
sei
von einer
100%igen
Präsenz auszugehen (pro Tag) und einge
schränkte
r
Leistungsfähigkeit während dieser 100
%igen
Präsenz - oder von einer verminderten Präsenz (pro Tag) mit voller Leistungsfähigkeit. Ein anderes Einschränkungsmodell existier
e
nicht
.
W
enn der
Beschwerdeführer
an
drei
Tagen voll leistungsfähig
sei
, dann auch an
fünf
Tagen der Woche. Aus arbeitsmedizinischer Sicht
sei
dem
Beschwerdeführer
absolut zumutbar, seine Leistung nicht nur an
drei
, sondern an
fünf
Wochentagen zu erbringen.
4.5
Dr.
D._
(vorstehend E. 3.4)
führte im Bericht vom
8.
April 2015 (
Urk.
7/94)
aus, aus psychiatrischer Sicht sei die depressive Störung reduziert, insbesondere im Rahmen einer stabilen Lebenssituation. Die Panikstörung akzentuiere sich hauptsächlich beim Autofahren, in grossen Menschen
ansammlungen und in hektischer Umgebung. Würden instabile Lebensele
mente wie zum Beispiel ein Chefwechsel, erhöhtes Arbeitspensum, uner
wartete und spontane Planänderungen, auftreten, würden sich die psychischen und/oder die somatischen Beschwerden sehr schnell verstärken
(
Ziff.
1.4)
.
In einer leidensangepassten Tätigkeit bestehe
weiterhin eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit
(
Ziff.
1.6-7).
5.
5.1
Im Lichte der Sachlage im Zeitpunkt der Rentenzusprechung ist zu prüfen (vorstehend E. 1.2-
3
), ob die damalige Annahme einer vollständigen Arbeits
unfähigkeit
ab März 2007 und
einer 60%igen Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit ab Januar 2009
und die daraus folgende
Zusprache
einer ganzen Invalidenrente ab
März
200
8
, einer
Viertelsrente
ab Mai 2009, einer
Drei
viertelsrente
ab Dezember 2010 respektive einer
Viertelsrente
ab Juli 2011
als zweifellos unrichtig einzustufen ist.
5.2
Die Beschwerdegegnerin machte
mit Verweis auf
Art.
7
Abs.
2 ATSG
geltend, die
Rentenzusprache
vom
4.
Februar respektive 1
5.
Juli 2011 erweise sich als offensichtlich falsch, da
nur die gesundheitlichen Einschränkungen zu
berücksichtigen seien, die aus objektiver Sicht nicht überwindbar seien. Diese Prüfung sei unterlassen worden, was zweifellos unrichtig sei.
Die Beschwerdegegnerin stützte sich damals auf
die umfangreiche medi
zinische Aktenlage (vorstehend E. 3.2-7) und insbesondere auf
die Stellung
nahme des RAD-Arztes
Dr.
E._
(vorstehend E. 3.8) ab, wobei namentlich
die psychiatrische
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit zur damaligen, hier strittigen
Rentenzusprache
führte.
5.3
Anlässlich einer am
7.
Juni 2010 durchgeführten psychiatrischen Standort
bestimmung
führte der RAD-Arzt
Dr.
E._
aus, beim Beschwerdeführer sei ein kombinierter Gesundheitsschaden ausgewiesen, der sich einerseits in einer verstärkten Unsicherheit, in Panikanfällen und diversen Phobien, wie sozialer Phobie und Agoraphobie, äussere. Andererseits bestehe auch eine eingeschränkte körperliche Leistungsfähigkeit (vgl. vorstehend E. 3.8).
Diese Einschätzung deckt sich mit der übrigen medizinischen Aktenlage (vgl. vorstehend E. 3.2-7), welche übereinstimmend von einer eingeschränkten Anpassungsfähigkeit und Belastbarkeit ausging.
Vor diesem Hintergrund
erachtete
der RAD-Arzt
Dr.
E._
eine bestehende anhaltende Arbeitsunfähigkeit von 40
%
als nachvollziehbar
und formulierte entsprechend ein Belastungsprofil, welches wenig Zeit- und Arbeitsdruck, wenig Multitasking, ausreichende Pausen, nur leichte körperliche Arbeit und aktuell auch kein Führen von Motorfahrzeugen beinhalte.
5.
4
Für die Annahme eines invalidisierenden Gesundheitsschadens bedarf es grund
sätzlich einer fachärztlichen Diagnose, die sich lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abstützt (BGE 130 V 396 E. 6, Urteil des Bundesgerichts 9C_510/2009 vom 30. August 2010 E. 3.2.3). Im Rahmen der freien Beweiswürdigung (Art. 61
lit
. c ATSG) darf sich dabei die Verwaltung
-
und im Streitfall das Gericht - weder über die den
beweis
rechtlichen
Anforde
rungen (BGE 125 V 351 E. 3a) genügenden medi
zi
nischen Tatsachenfeststellun
gen hinwegsetzen noch sich die ärztlichen Einschätzungen und Schlussfolge
rungen zur (Rest-)Arbeitsfähigkeit unbe
sehen ihrer konkreten sozialversicherungsrechtlichen Relevanz und Tragweite zu eigen machen.
Für
die Frage, ob es der versicherten Person zuzumuten ist, eine Arbeits
leistung zu erbringen,
ist
insofern eine objektivierte Betrachtungsweise mass
geblich, als es nicht auf ihr subjektives Empfinden ankommen kann.
So sind m
edizinisch-psychiatrisch nicht begründbare Selbsteinschätzungen und
limi
tierungen
, wie sie
ärztlicherse
its sehr oft unterstützt werden,
nicht als
invali
disierende Gesundheitsbeeinträchtigung anzuerkennen
(
vgl.
BGE 141 V 281 E.
3.7.1)
.
5.
5
Dass die wiedererwägungsweise aufgehobenen Verfügungen ohne Berück
sichtigung der effektiven Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten erlassen worden sind, ergibt sich vorliegend nicht. So nahm sowohl die behandelnde Psychiaterin
Dr.
D._
(vgl. vorstehend E.
3.7), als auch der RAD-Arzt
Dr.
E._
(vgl. vorstehend E. 3.8) eine
nach
vollziehbare
Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit
in angepassten Tätigkeiten
vor.
Ebenfalls ist nicht ersichtlich und
wird durch die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung auch nicht weiter begründet
, i
nwiefern es bei d
er damaligen fachärztlichen Beurteilung
an einer objektiven Betrachtungsweise gefehlt haben soll. Entsprechende Anhaltspunkte
finden sich in den Akten
im
Zeitpunkt der Rentenzusprechung
keine
.
Diese Betrachtungsweise wird im Übrigen gestützt durch das psychiatrische Gutachten von med.
pract
.
A._
vom 2
1.
Januar 2013 (vgl. vorstehend E. 4.2),
in welchem er
zum Schluss kam, dass aus fachärztlich psychiatrischer Sicht von einer unveränderten Gesundheits- und Leistungssituation gegenüber der Beur
teilung durch den RAD im Juni 2010 auszugehen sei und die damals durch die involvierten Fachärzte gestellten Diagnosen und erhobenen Unte
r
suchungs
befunde
bestätigt werden können
.
Folglich nahm
en
der psychiatrische Gutachter als auch die involvierten Ärzte im Zeitpunkt der
Rentenzusprache
bereits eine objektive Betrachtungsweise vor, welche das Vorliegen eines invalidisierenden Gesundheitsschadens
bestätigte
.
5.6
Nach dem Gesagten ergeben sich aus den Akten keine Hinweise darauf,
dass die
damalige
Diagnosestellung oder die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit offen
sichtlich unrichtig gewesen wären
.
Das Erfordernis der zweifellosen Unrichtigkeit ist somit nicht erfüllt, zumal hier der Wiedererwägungsgrund im Bereich materieller Anspruchsvoraussetzungen liegt, deren Beurteilung notwendigerweise Ermessenszüge aufweist.
6.
6.1
Die Beschwerdegegnerin hat, indem sie eine psychiatrische Begutachtung veranlasste (vorstehend E. 4.2) sinngemäss einen Revisionsgrund geprüft (vgl.
Urk.
7/74/3). Deshalb und aufgrund des Umstands, dass der Beschwer
de
führer ab September 2011 die neue Tätigkeit bei der
F._
auf
genommen
hat (Änderung der erwerblichen Verhältnisse; Urk. 7/60/2-3), ist vorliegend die Frage einer Änderung des Invaliditätsgrades gestützt auf
Art.
17 ATSG zu prüfen.
6.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Renten
bezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE
130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesund
heitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeits
fähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Invaliditäts
bemessung
beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.1 mit Hinweisen).
6.3
Es wurde bereits festgehalten (vgl. vorstehend E. 4.2 und 5.4), dass sich die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht verändert hat; er ist gemäss med.
pract
.
A._
weiterhin in angestammter Tätigkeit nicht mehr und in angepasster Tätigkeit zu 60
%
arbeitsfähig (vgl. auch
Urk.
13). Somit ist zu prüfen, ob sich aufgrund der Aufnahme der Tätigkeit bei der
F._
eine Änderung des Invaliditätsgrades ergibt.
6.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines
Einkommens
vergleichs
zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medi
zinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum
Erwerbsein
kommen
, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffern
mässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
6.5
Der Beschwerdeführer erzielte vor Eintritt des Gesundheitsschadens in der ange
stammten Tätigkeit als Aktienanalyst ein Einkommen von Fr. 127‘178.
; davon ging die Beschwerdegegnerin in ihrer Verfügung vom
4.
Februar 2011 aus, obwohl ihr bereits damals die abweichenden Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin aus dem Jahr 2008 vorlagen (
Urk.
7/11 Ziff. 2.11; vgl. Verfügungsteil 2;
Urk.
7/48/2, sowie
Urk.
7/42/9 oben). Es besteht kein Anlass auf diese Zahl zurückzukommen. Unter Berücksichtigung der Lohnentwicklung im Bankgewerbe in den Jahren 2011 bis 2012 (Nominallohnindex 2011-2015, Finanz- und Versicherungsdienstleistungen, www.bfs.admin.ch) in Höhe von 1.4
%
und 0.9
%
ergibt sich ein Wert von rund
Fr.
130‘119.--.
6.6
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch reali
sier
baren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Recht
sprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3; BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 129 V 472 E. 4.2.1; BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
).
Diese Voraussetzungen sind vorliegend gegeben, so dass gestützt auf die Angaben der
F._
vom 1
4.
Dezember 2011 (
Urk.
7/61/2) von einem Invalideneinkommen im Jahr 2012 - ab diesem Zeitpunkt kann nach Bestehen der Probezeit von einem stabilen Arbeitsverhältnis ausgegangen werden, was für sich allein ein Revisionsverfahren ausgelöst hätte (vgl. zum
Zeitpunkt der Rentenerhöhung
Art.
88
bis
Abs.
1
lit
. b IVV) - in Höhe von Fr.
54‘647.-- auszugehen ist.
6.7
Der Vergleich des hypothetischen
Valideneinkommens
von
Fr.
130‘119.-- (vorstehend E. 6.5) mit dem Invalideneinkommen von
Fr.
54‘647.-- ergibt einen Invaliditätsgrad von 58
%
und damit Anspruch auf eine halbe Rente ab Januar 201
2.
7
.
Zusammenfassend sind die Voraussetzungen für
ein Zurückkommen auf die ursprüngliche
Rentenzusprache
nicht erfüllt
, weshalb
die
Beschwerde
gegne
rin
nicht befugt war, die bisherige
Viertelsr
ente
wiedererwägungsweise auf
zu
heben.
Hingegen liegt ein Revisionsgrund vor. Der Beschwerdeführer hat ab Januar 2012 bei einem Invaliditätsgrad von neu 58
%
Anspruch auf eine halbe Rente.
In diesem Sinne
ist die Beschwerde
gutzuheissen
.
8
.
8
.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
8
.2
Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem
Mass
des Obsiegens bemessen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
).
Der von Rechtsanw
ä
lt
in
Stephanie Schwarz
mit Eingabe vom
2
7.
Juli 2016
geltend gemachte Aufwand
von 15 h und
10
Minuten und
Barauslagen von Fr.
1
0
0.10 (
Urk.
15) ist
dem Umfang und der Schwierigkeit der Sache
nicht
angemessen
,
insbesondere aufgrund der Tatsache, dass sie den Beschwerdeführer schon im
Vorbescheidverfahren
vertrat und die Akten somit bekannt waren. Sodann entspricht die Beschwerdeschrift teilweise de
n Eingaben im
Vorbescheid
verfahren
(
vgl.
Urk.
7
/
83,
Urk.
7/86,
Urk.
7/101
). Namentlich erscheint ein Auf
wand von insgesamt
knapp 8.6
Stunden für die Beschwerdeschrift
überhöht. Angesichts der zu studierenden gut 110 Aktenstücke der
Beschwerdegegnerin und
der etwa
20
-seitigen Beschwerdeschrift
sowie der in
ähnlichen Fällen zugesprochenen Beträge
ist die Parteientschädigung bei Anwendung des gerichtsüblichen Stundenansatzes von Fr.
220
.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) auf Fr.
3
‘
200
.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.