Decision ID: 15f57727-d7e1-4484-9142-4c2d163e06e3
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1964 geborene
X._
war seit 1995 als Spengler bei der
Y._
AG sowie seit April 2000 stundenweise bei der
Z._
AG als Reinigungsmitarbeiter tätig, als er am 30. Oktober 2001 auf dem Fussgän
gerstreifen von einem Auto angefahren
wurde und dabei Verletzungen an Dau
men, Knie und Gesichtsschädel erlitt
(Urk. 10/7/80
-
81)
. In der Folge nahm er keine Erwerbstätigkeit mehr auf. Am 25. März 2003 meldete er sich bei der Inva
lidenversicherung zum Leistungsbezug an
(Urk. 10/2)
.
Mit Verfügung vom 19. Februar 2004 sprach d
ie Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
Stelle,
dem Versicherten ab 1. Oktober 2002 eine ganze Rente zu (Urk.
10/17).
Im Rahmen einer im Jahr 2005 eingeleiteten Rentenrevision wurde der Versi
cherte bei der
A._
GmbH
polydisziplinär (Allgemeine Innere Medi
zin/Psychia
trie/Rhe
umato
lo
gie/Neu
rologie)
begutachtet
(Gutachten vom 14. Juni 2011
; Urk. 10/65
)
.
Mit Verfügung vom 12. Juni
2013 hob die IV-Stelle die rentenzu
sprechende Verfügung vom 19. Februar 2004 wiedererwägungsweise auf und stellte die laufende Rente auf Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats ein (Urk. 10/
104
). Die dagegen erhobene Beschwerde des Versicherten wurde
mit
Urteil des
Sozial
versicherungsgericht
s
des Kantons Zürich vom 28. Februar
2014
abgewiesen (Urk. 10/114), was
mit Urteil des Bundesgerichts vom
14. August 2014
bestätigt wurde (Urk. 10/
120
).
Am 6. Dezember 2016 meldete sich der Versicherte erneut bei der Invalidenver
sicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 10/127).
Mit Verfügung vom 3. Mai 2017
trat die IV-Stelle auf das Leistungsbegehren nicht ein (Urk. 10/138).
Diese Verfü
gung erwuchs in Rechtskraft. Das Gesuch des
Beschwerdeführers
vom
30
. August 2018
um Revision/Wiedererwägung
der Verfügung vom 3. Mai
2017
(Urk. 10/148)
nahm die IV-Stelle als Neuanmeldung
entgegen
(Urk. 10/150). Nach durchge
führtem
Vorbescheidverfahren
trat die IV-Stelle mit Verfügung vom
13. Dezem
ber 2018
auf das
erneute
Leistungsbegehren nicht ein
(Urk. 10/163 = Urk. 2)
.
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom
30. Januar 2019
Beschwerde und beantragte,
die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Beschwer
degegnerin sei zu verpflichten, auf das Leistungsbegehren einzutreten
. In pro
zessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 13. März 2019 beantragte die Be
schwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (Urk. 9), was dem Beschwerde
führer mit Verfügung vom 8. April 2019 mitgeteilt wurde (Urk. 12).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einzuge
hen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den An
spruch erheblichen Weise geändert hat. Ergibt die Prüfung durch die Verwaltung, dass
die Vorbringen
der versicherten Person nicht glaubhaft sind, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten.
1.2
Zur Frage des Bedeutungsgehalts des
Art.
87
Abs.
2 und 3 IVV hat das Bundes
gericht in BGE 130 V 64 E. 5.2.5 festgehalten, dass die versicherte Person mit dem Revisionsgesuch oder der Neuanmeldung die massgebliche Tatsachenände
rung glaubhaft machen muss, ihr mithin ausnahmsweise eine Beweisführungslast zukommt. Tritt die Verwaltung auf das erneute Leistungsbegehren ein, hat sie demgegenüber gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (Art. 43 ATSG, Art. 57 IVG in Verbindung mit Art. 69 ff. IVV; SVR 2006 IV Nr. 10 S. 39 E. 4.1 [I 457/04]; vgl. auch BGE 117 V 198 E. 3a).
1.3
Mit
Art.
87
Abs.
3 in Verbindung mit
Abs.
2 IVV soll verhindert werden, dass sich die Verwaltung nach vorangegangener rechtskräftiger Leistungsverweige
rung immer wieder mit
gleich lautenden
und nicht näher begründeten, das heisst keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Gesuchen befassen muss (BGE 109 V 108 E. 2a, 262 E. 3). Hingegen kann diese
Eintretensvorschrift
nicht da
hingehend ausgelegt werden, dass die glaubhaft zu machende Änderung gerade jenes Anspruchselement betreffen muss, welches die Verwaltung der früheren rechtskräftigen Leistungsabweisung zugrunde legte. Vielmehr muss es genügen, wenn die versicherte Person zumindest die Änderung eines Sachverhalts aus dem gesamten für die Rentenberechtigung erheblichen Tatsachenspektrum glaubwür
dig dartut. Trifft dies zu, ist die Verwaltung verpflichtet, auf das neue Leistungs
begehren einzutreten und es in tatsächlicher (wie selbstverständlich auch in
rechtlicher) Hinsicht allseitig zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 3a und E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 71 E. 2.2 mit Hinweisen).
1.4
Mit dem Beweismass des Glaubhaftmachens im Sinne des
Art.
87
Abs.
2 und 3 IVV sind herabgesetzte Anforderungen an den Beweis verbunden: Die Tatsachen
änderung muss nicht nach dem im Sozialversicherungsrecht sonst üblichen Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b) erstellt sein. Es genügt, dass für das Vorhandensein des geltend gemachten rechtserheb
lichen Sachumstandes wenigstens gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei eingehender Abklärung werde sich die behauptete Änderung nicht erstellen lassen. Erheblich ist eine Sachverhaltsänderung, wenn angenommen werden kann, der Anspruch auf eine (höhere) Invalidenrente sei begründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen sollten (Urteil des Bundesgerichts 8C_844/2012 vom
5.
Juni 2013 E. 2.3; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 130 V 71 E. 2.2).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin,
der aktuelle Bericht des m
edizinischen Zentrums
B._
belege, dass sich der Gesundheitszu
stand des Beschwerdeführers seit Erlass der letzten Verfügung nicht wesentlich geändert habe. Es würden keine Tatsachen oder Fak
t
en vorgebracht, welche eine andere Beurteilung zur Folge hätten. Die neuen Diagnosen einer Gallenblasener
krankung und einer Herzerkrankung seien gut behandelbar und begründeten keine längerdauernde Arbeitsunfähigkeit (Urk. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber im Wesentlichen geltend,
das me
dizinische Zentrum
B._
habe keineswegs lediglich eine andere Bewer
tung desselben medizinischen Sachverhaltes vorgenommen, sondern vielmehr eine nachvollziehbar und überzeugend begründete erhebliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes festgestellt und zwar insbesondere unter Bezugnahme auf eine posttraumatische Belastungsstörung. Ergänzend dazu sei eine rezidivie
rende depressive Störung mit gegenwärtig mittelgradiger Episode diagnostiziert und zahlreiche weitere Krankheiten festgehalten worden.
Auf die im Einzelnen dargelegten und begründeten Beurteilungen von Fachärzten sei die Beschwerde
gegnerin mit keinem Wort eingegangen, was einer Gehörsverweigerung gleich
komme (Urk. 1 S. 4 f.).
3.
In formeller Hinsicht rügt der Beschwerdeführer eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör (Urk.1 S. 4).
Die Begründungspflicht als Ausfluss des Anspruchs auf rechtliches Gehör be
deu
tet nicht, dass sich die Behörde mit allen Parteistandpunkten einlässlich aus
ei
nandersetzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss. Es genügt, wenn die Begründung kurz die Überlegungen nennt, auf die sich der Entscheid stützt und dieser sachgerecht angefochten werden kann (BGE 124 V 180 E. 1a, Urteil des Bundesgerichts 8C_30/2016 vom 8. März 2016 E. 2 mit wei
teren Hinweisen).
Im Übrigen kann eine nicht besonders schwerwiegende Verlet
zung des rechtlichen Gehörs nach der Rechtsprechung als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie auch die Rechtslage frei überprüfen kann (BGE 133 I 201 E.2.2; BGE 127 V 431 E. 3d/
aa
).
Da der Bes
chwerdeführer
die angefochtene Verfügung sachgerecht anfechten konnte,
ist eine Verletzung der Begründungspflicht und damit des Anspruchs auf rechtliches Gehör zu verneinen.
3.
3.1
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin mangels glaubhaft gemach
ter Verschlechterung des Gesundheitszustandes zu Recht nicht auf das erneute Leistungsgesuch des Beschwerdeführers eingetreten ist.
Die mit der Neuanmeldung eingereichten ärztlichen Beurteilungen sind mit den gesundheitlichen Verhältnissen zu vergleichen, wie sie bei der letzten materiellen Prüfung (Verfügung vom
12. Juni 2013
[Urk. 10/
104
] bestätigt durch Urteil des
Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom
28. Februar
2014
[Urk. 10/
114
] und Urteil des Bundesgerichts vom
14. August 2014
[Urk. 10/
120
]) festgestellt worden sind.
3.2
Der leistungsabweisende Entscheid vom
12. Juni 2013
(Urk. 10/
104
) beruhte im Wesentlichen auf dem
A._
-Gutachten vom
14. Juni
2011 (Urk. 10/65).
Darin wurden die folgenden Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt
(Urk.10/65 S. 24 f.)
:
-
Chronisches
zervikospondylogenes
,
zervikozephales
und oberes
thorakos
pondylogenes
Schmerzsyndrom mit
Brachialgie
beidseits (ICD-10 M53.1)
-
Status nach Polytrauma 10/2001 mit Commotio cerebri, multiplen Ge
sichtsschädelfrakturen, HWS-Distorsion (ICD-10 S06.0/S13.4)
-
grosse
mediolaterale
Diskushernie C6/7 rechts (MRI 03/2006)
-
Zustand nach zervikalem Wurzelsyndrom C6 rechts (ICD-10 G54.2)
-
atypische
neuralgiforme
Schmerzen links
periorbital
-
chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.4)
-
Osteochondrose
und
breitbasige
Diskushernie L5/S1 (MRI 10/2002)
-
Hinweise für abgelaufene Wurzelreizung S1 rechts und anamnestisch S1 links (ICD-10 G54.4)
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurden die folgenden ge
nannt:
-
Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10 F54)
-
Verdacht auf essentiellen Kopf-/Haltetremor (ICD-10 G25.0)
-
Status nach konserva
tiver Behandlung einer
undis
lozierten
Fraktur des medialen
T
ibiaplateaus
links 10/2001 (ICD-10 F82.1)
-
Arterielle Hypertonie (ICD-10 I10)
-
Fortgesetzter Nikotinkonsum, schädlicher Gebrauch (ICD-10 F17.1)
In der Gesamtbeurteilung wurde ausgeführt, seit dem Unfall im Oktober
2001 beklage der Beschwerdeführer konstant verspürte ziehende bis stechende Schmer
zen im Bereich des linken Hinterkopfes und Nackens mit seit etwa zwei bis drei Jahren aufgetretenen belastungsunabhängigen stechenden Schmerzen im Brust
bereich links und seit einem Monat Schmerzen im gesamten rechten Arm, beglei
tet von einer Kraftlosigkeit. Diese Schmerzen hätten sich als weitgehend thera
pieresistent erwiesen. Zudem beklage der Beschwerdeführer
ein Gefühl als
ob der Hinterkopf ständig zittere, kurz andauernder Drehschwindel beim Aufstehen und seit dem Unfall ebenfalls konstant verspürte Schmerzen lumbal links mit Aus
strahlung in das gesamte linke Bein
. Der Beschwerdeführer beklage eine oft auf
tretende Traurigkeit, eine
eingeschränkte Konzentration sowie Schlafstörungen.
Aufgrund seiner Beschwer
d
en vermöge er sich keine berufliche Tätigkeit mehr vorzustellen. Der Beschwerdeführer verfüge über keine Berufsausbildung und habe in der Schweiz als
Bauspengler
und im Reinigungsdienst gearbeitet. Gemäss der aktuellen neurologischen Beurteilung könne nicht davon ausgegangen wer
den, dass der Beschwerdeführer anlässlich des Unfalls im Oktober 2001 eine re
levante milde traumatische Hirnverletzung erlitten habe. Im Vordergrund stehe ein chronisches
zervikospon
d
ylogenes
,
zervikozephales
und
thorakospondyloge
nes
Schmerzsyndrom sowie Schmerzen im rechten Arm. Daneben bestehe auch ein chronisches
lumbospondyloge
nes
Schmerzsyndrom. Sowohl zervi
kal wie auch lumbal bestünden Hinweise für abgelaufene Wurzelreizsyndrome. Aller
dings seien keine Paresen feststellbar. In der Untersuchung hätten sich Inkonsis
tenzen ergeben, welche auf eine nicht-organische Schmerzkomponente hinwei
sen würden. Diese Inkonsistenzen seien sowohl dem rheumatologischen wie auch dem neurologischen Untersucher aufgefallen. Aufgrund der objektivierbaren Be
funde im Bereich des oberen und unteren Achsenskelettes müsse dem Beschwer
deführer eine deutlich verminderte Belastbarkeit attestiert werden. Aus somati
scher Sicht seien ihm deshalb körperlich schwere und mittelschwere Tätigkeiten mit starker und mittelstarker Rückenbelastung bleibend nicht mehr zuzumuten. Für körperlich leichte Tätigkeiten mit nur le
ichter Rückenbelastung, Möglichkeit
zur Wechselposition, ohne monoton-repetitive Haltungen oder Bewegungen und ohne Überkopftätigkeit bestehe eine Einsch
ränkung der Arbeitsfähigkeit von
30 %, welche durch intermittierend mögliche
radikuläre
Syndrome
zusätzlich
ein
ge
schränkt werde. Aus internistischer Sicht könne keine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ge
stellt werden,
ebenso
wenig
aus psychiatrischer Sicht. Ausser einer Schmerzverarbeitungsstörung könne keine weitere psychiatrische Diagnose gestellt werden. Es sei dem Beschwerdeführer deshalb aus p
o
lydiszipli
närer Sicht zuzumuten, die notwenige Willensanstren
g
ung aufzubringen, um in einer adaptierten Tätigkeit eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 70 % in die Realität umzusetzen. Das Pensum könne vollschichtig umgesetzt werden mit einem deutlich erhöhten Pausenbedarf bis 15 Minuten pro Stunde und einem leicht reduzierten Rendement. Im Alltag sei der Beschwerdeführer durch psycho
patho
logische Symptome nicht eingeschränkt. Aus psychiatrischer Sicht könne keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert werden. Der Blutspiegel des einge
nommenen Antidepressivums sei weit unter dem therapeutischen Bereich gele
gen. Dies sei ein Hinweis, dass er im Gegensatz zu seinen Angaben das verordnete Antidepressivum nur unregelmässig einnehme. Die unregelmässige Einnahme sei ein Hinweis darauf, dass er sich nicht besonders depressiv fühle, was die diag
nostische Einschätzung bestätige.
Berufliche Massnahmen seien an
ge
sichts der fixierten Krankheits- und Invaliditätsüberzeugung nicht sinnvoll durchführbar (Urk. 10/65 S. 25 ff.)
3.3
Im Rahmen der Neuanmeldung vom
30. August 2018
reichte der Beschwerdefüh
rer
die
Bericht
e
des mediz
i
nischen Zentrums
B._
vom 6. und 15. Juni 2018
ein.
Im Bericht des Medizinischen Zentrums
B._
vom 6. Juni 2018 wurden die folgenden Diagnosen
genannt
(Urk. 10/147 S. 2)
:
-
Posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10, F43.1)
-
rezidivierende depressive Störung,
ggw
.
m
ittelgradige Episode (F33.1)
-
unfallrea
k
t
ive Ängste mit phobischen Erlebnisweisen und Schreckhaf
tigkeit im Strassenverkehr (ICD-10 F40.2, Rehaklinik
C._
06/07, 07/03)
-
erhöhte psychovegetative Anspannung mit innerer Unruhe, Hand
schweiss,
Tremorgefühl
des Kopfes und Atembeklemmung (F45.3, Rehaklinik
C._
06/07, 07/03)
-
Entzug Führerschei
n Klasse C wegen neuropsychologischer Defizite (
E._
12/03)
-
Störung durch Tabak (F17.2)
-
St. nach Unfall am 31.10.01 m/b
-
Commotio cerebri mit HWS-Distorsion (
Dr.
med.
D._
20.05.13
)
-
atypische, z.T.
neuralgieforme
Gesichtsschmerzen li. Bei Ausbreitungs
gebiet des
N.
supraorbitalis
bei St. n. Jochbeinfraktur und Orbitalbo
denfraktur li. Mit O
steosynthese und Materialentfern
ung 09.02.02 (
Dr.
med.
D._
20.05.13)
-
lat. Kieferhöhlenwand
f
raktur li. Mit Imp
re
ssion und Dislokation (Stadt
spital
F._
19.06.03)
-
BWS- und LWS-Kontusion
-
Fraktur Unterschenkel li.
-
posttraumatisches Schmerzsyndrom
zervikozephal
mit Commotio cere
bri und wahrscheinlich Überdehnungstrauma HWS (
Dr.
med.
G._
12/01)
-
c
ervikoradikuläres
Reizsyndrom C4/5 li. m/b
-
der Vergleich zu den Voraufnahmen
vom Juni 2016 lässt keine Befun
dänderung erkennen, zervikal bestehen degenerativ veränderte
Disci
C4-
C7 mit einer flächenhaften li.
p
räforaminalen
kleinen Hernie auf Höhe C5/6 und nicht ausschliessbarer Beeinträchtigung der C6 Wurzel li.
p
räforaminal
. Unverändert ein etwas enger Spinalkanal in diesen Segmenten ohne
Myelonbeeinträchtigung
, etwas
stationäre
en
ge
Fora
mina
C4/5
re
., C5/6 li. s
owie C6/7
bds
. (18.04.18 MRI ganze WS)
-
lumboradikuläres
Reizsyndrom S1 li. m/b
-
stationärer
Osteochondrose
L5/S1 mit flächenhafter
Protrusion
, Kon
takt zu beiden S1 Wurzeln beim
Duralschlauchaustritt
ohne nachweis
liche Neurokompression (18.04.18 MRI ganze WS)
-
Knieschmerzen li. m/b
-
Meniskusläsion und
Tibiakopffraktur
(
Dr.
med.
D._
20.05.13)
-
Hyperlipidämie
, behandelt
-
art. Hypertonie
whrs
. e
ssentiell, behandelt
-
Mikrohämaturie DD Nierenzyste
-
neu
s
ymptomatische
Choledocho
- und
Cholezystolithiasis
mit
Slu
dge
(Stadt
spital
H._
26.01.18) m/b
-
St. n.
ERCP
,
Papillotomie
, Gallengangrevision mit dem
Dormiakörb
chen
am 16.01.18
-
St. n.
ERCP
,
Nachpapillotomie
und
Gallengangsrevision
am 17.01.18
-
neu
hypertensive
Herzerkrankung (Stadtspital
H._
26.01.18)
Es wird ausgeführt, der Beschwerdeführer
klage
über häufigere und stärkere Schmer
zen im gesamten Rückenbereich und im Kopf sowie über
Schlaf-, Ge
dächt
nis- und Konzentrationsprobleme
. Der Beschwerdeführer weise weiterhin unverändert depressive sowie posttraumatische Belastungssymptome auf. Es wird eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % seit 31. Oktober 2001 attestiert (Urk. 10/147 S. 3
und S. 10
).
Im Bericht des medizinischen Zentrums
B._
vom 15. Juni 2018 wurde ausgeführt, subjektiv sei der Beschwerdeführer seit 2001 100 % arbeitsunfähig
auch für angepasste Tätigkeiten.
Auch objektiv sei er als 100 % arbeitsunfähig einzuschätzen (Urk. 10/147 S. 13).
RAD-Arzt
Dr.
med.
I._
, Facharzt Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie
,
hielt in seiner Stellungnahme vom 26. September 2018 fest, die Arztbe
richte des medizinischen Zentrums
B._
vom
6.
u
nd 15. Juni 2018 be
richteten ausführlich, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers in den wesentlichen Punkten nicht geändert habe. Auch die Beurteilung der Arbeits
fähigkeit differiere nicht wesentlich zu den früheren Berichten. Die neuen Diag
nosen der Gallenblasenerkrankung und der
hypertensiven
Herzerkrankung seien einer ärztlichen Behandlung gut zugänglich und
könnt
e
n
keine länger dauernde Arbeitsunfähigkeit begründen (Urk. 10/153 S. 3).
4.
4.1
Wie eingangs dargelegt, kommt der Untersuchungsgrundsatz im Rahmen von Art.
87 Abs.
2 und 3 IVV nicht zum Tragen. Die versicherte Person ist somit be
weisführungsbelastet, was d
en
Eintretenstatbestand
angeht.
4.2
In somatischer Hinsicht ist den medizinischen Akten zu entnehmen, dass im Zeit
punkt der angefochtenen Verfügung (
13. Dezember 2018
)
– abgesehen von zwei neuen Diagnosen -
im Wesentlichen
die gleichen
Diagnosen
vorlagen wie im Zeitpunkt der letzten Verfügung (
12. Juni 2013
)
und keine relevanten Befundän
derungen eingetreten sind
.
In Bezug auf die neuen Diagnosen der Gallenblasener
krankung
(symptomatische
Choledocho
- und
Cholezystolithiasis
)
sowie der
hy
pertensiven
Herzerkrankung ist festzuhalten, dass diese behandelbar sind und zu keiner langandauernden Arbeitsunfähigkeit führen (vgl. Urk.
10/153 S. 3
)
. Betreffend die orthopädischen Diagnosen wird im Bericht des medizinischen Zent
rums
B._
vom 6. Juni
2018 ausdrücklich festgehalten, dass
aus ortho
pädisch-chirurgischer Sicht keine objektivierbare Verschlechterung der Be
schwerden ersichtlich sei (Urk. 10/147 S. 5)
. Die vom Beschwerdeführer subjektiv erlebte Verschlechterung ist
jedenfalls
nicht geeignet, eine wesentliche Tatsa
ch
enänderung glaubhaft zu machen.
Aus
psychiatrischer Sicht
kann gestützt auf die Berichte des medizinischen Zent
rums
B._
ebenfalls
nicht von einer
erheblichen
Verschlechterung aus
gegangen werden, zumal darin festgehalten wird, dass unverändert seit dem Unfall vom 31. Oktober 2001 depressive sowie posttraumatische Belastungs
symp
tome aufträten und der Beschwerdeführer seither 100 % arbeitsunfähig sei
(Urk. 10/147 S. 3 ff.)
.
Die Berichte beziehen sich somit auf einen gleich gebliebe
nen Gesundheitszustand.
Es handelt
sich lediglich um eine andere Beurteilung
desselben Sachverhalts
,
womit eine
massgebliche
Tatsachenänderung ni
cht glaub
haft gemacht
werden kann
.
Die geltend gemachte
progrediente
Verschlech
te
rung
wird denn auch einzig mit einer Zunahme der subjektiven Beschwerden begründet
.
Die Angabe von Schlaf- und Konzentrationsproblemen sowie anderer Einschränkun
gen der Befindlichkeit findet sich schon vor 201
3.
Objektive
psychopathologische
Befunde, die auf eine relevante Verschlechterung seit
2013
sc
hliessen lassen wür
den, sind den
Bericht
en
nicht zu entnehmen.
Die
vom behandelnden Psychiater
des medizinischen Zentrums
B._
gestellte
Diagnose einer posttraumati
schen Belastungsstörung
(PTBS)
als Folge
des Unfalls vom
30. Oktober 2001
ist
im Übrigen
nicht nachvollziehbar
,
fehlt es doch
bereits
am
auslösenden
trauma
tischen Ereignis
im Sinne der ICD-10 Definition.
4.3
Auch
wenn mit dem
Beweismass
des Glaubhaftmachens im Sinne des Art. 87 Abs. 2 und 3 IVV herabgesetzte Anforderungen an den Beweis verbunden sind, sind aufgrund der eingereichten Berichte keine genügenden Anhaltspunkte er
sichtlich, die eine eingehende Abklärung rechtfertigen würden.
Eine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustands oder der Arbei
tsfähigkeit im Vergleich zu 2013
ist nicht auszumachen.
4.4
Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, wenn die Beschwerdegegnerin zum Schluss gelangt ist, dass es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, in rechts
genügender Weise eine anspruchserhebliche Versc
hlechterung seines Gesund
heitsz
u
s
tandes glaubhaft zu machen. Die Beschwerdegegnerin ist somit zu Recht nicht auf die Neuanmeldung eingetreten.
5.
5.1
Der Beschwerdeführer stellte ein Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege für das vorliegende Verfahren (Urk. 1). Die Voraussetzungen gemäss § 16 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
sind er
füllt, weshalb dem Gesuch zu entsprechen ist. Gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
ist der Beschwerdeführer
zur Nachzahlung
verpflichtet, s
obald er
da
zu in der Lage ist.
5.2
Die Kost
en des Verfahrens sind auf Fr. 7
00.-- festzusetzen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer
aufzuerlegen, jedoch zufolge Ge
währung der unentgeltlichen Prozessführu
ng einstweilen auf die Gerichts
kasse zu nehmen.
5.3
Dem Beschwerdeführer
ist
in der Person von Rechtsanwalt
Eric Stern ein
unent
geltliche
r Rechtsvertreter
für das vorliegende Verfahren zu bestellen, welche
r
aus der Gerichtskasse zu entschädigen ist.
Da der
unentgeltliche Rechtsvertreter dem Gericht keine Honorarnote eingereicht hat, ist die Entschädigung
androhungsgemäss
nach Ermessen festzusetzen
(vgl. Urk.
12
)
. Unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache
und der Schwie
rigkeit
des Prozesses ist Rechtsanwalt
Stern
mit Fr.
1
‘
5
00
.
--
(inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse zu entschädigen.