Decision ID: 4854bb6b-a656-4863-bd79-e58227c9c03f
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
avanex Versicherungen AG, Debitorenmanagement, Postfach, 8081 Zürich Helsana,
Beschwerdeführerin,
gegen
CSS Versicherung AG, Recht & Compliance, Tribschenstrasse 21,
Postfach 2568, 6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
und
A._,
Beigeladene,
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betreffend
Versicherungsleistungen i/S A._
Sachverhalt:
A.
A.a A._ war beim Kantonsspital St. Gallen als Pflegefachfrau tätig und dadurch bei
der CSS Versicherung AG (nachfolgend: CSS) gegen die Folgen von Berufs- und
Nichtberufsunfällen und bei der avanex Versicherungen AG (nachfolgend: avanex)
krankenversichert, als sie der CSS meldete, sie habe am 18. Dezember 2008 beim
Akrobatikturnen in der Turnhalle zu schwere Mitturnerinnen getragen. Seither habe sie
Rückenschmerzen (act. G 4.1/1). Im Arztzeugnis vom 18. März 2009 hielt Dr. med.
B._, Ärztin für Allgemeine Medizin, fest, die Versicherte habe beim Turnen eine
andere Person gehoben und dabei einen Zwick im Rücken verspürt. Als Befund erhob
sie einen Hartspann der LWS ohne weitere Auffälligkeiten und diagnostizierte ein
Verhebetrauma. Die Behandlung wurde nach dem ersten Behandlungstermin vom 12.
Februar 2009 abgeschlossen (act. G 4.1/2).
A.b Nach Einholung ergänzender Erkundigungen zum Ablauf des Ereignisses vom
18. Dezember 2008 (act. G 4.1/3) teilte die CSS der Versicherten mit, dass sich nach
den Unterlagen kein Unfallereignis zugetragen habe und auch die Voraussetzungen zur
Übernahme des Schadenfalls als unfallähnliche Körperschädigung nicht erfüllt seien.
Es werde daher eine Meldung beim Krankenversicherer empfohlen (act. G 4.1/4).
A.c Nach mehrfachen Korrespondenzen zwischen der avanex als Krankenversicherer
von A._ und der CSS (act. G 4.1/5-9) bestätigte die CSS ihre Ablehnung der
Kostenübernahme am 19. Oktober 2009 mit der Begründung, dass die geklagten
Rückenschmerzen weder auf einen Unfall noch auf eine unfallähnliche
Körperschädigung zurückzuführen seien (act. 4.1/11).
B.
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Die gegen diese Verfügung von der avanex am 2. November 2009 erhobene
Einsprache (act. G 4.1/12) wies die CSS mit Einspracheentscheid vom 26. Februar
2010 ab (act. G 4.1/13).
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die Beschwerde der avanex vom
29. März 2010 mit den Anträgen, der Einspracheentscheid vom 26. Februar 2010 und
die Verfügung vom 19. Oktober 2009 seien aufzuheben und die Beschwerdegegnerin
habe die gesetzlichen Leistungen zu erbringen.
C.b Mit Schreiben vom 30. März 2010 wurde A._ die Beschwerde zur
Stellungnahme zugestellt und die Gelegenheit eingeräumt, im anhängig gemachten
Verfahren als Beigeladene Parteirechte wahrzunehmen. Sie hat sich in der Folge nicht
vernehmen lassen.
C.c Mit Beschwerdeantwort vom 2. Juni 2010 beantragte die Beschwerdegegnerin
Abweisung der Beschwerde; unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
C.d Mit Schreiben vom 28. Juni 2010 verzichtete die Beschwerdeführerin auf die
Einreichung einer Replik.
C.e Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der

übrigen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.
Erwägungen:
1.
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin als Unfallversicherer für die
Folgen des Vorfalls vom 18. Dezember 2008 leistungspflichtig ist.
2.
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2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG;
SR 832.20) werden die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen
und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt.
2.2 Als Unfall gilt die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines
ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine
Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge
hat (Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
2.3 Auch ohne ungewöhnliche äussere Einwirkung sind gemäss Art. 9 Abs. 2 der
Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) folgende
Körperschädigungen den Unfällen gleichgestellt, sofern sie nicht eindeutig auf eine
Erkrankung oder eine Degeneration zurückzuführen sind: Knochenbrüche,
Verrenkungen von Gelenken, Meniskusrisse, Muskelzerrungen, Sehnenrisse,
Bandläsionen und Trommelfellverletzungen.
2.4 Im Unfallversicherungsrecht herrscht, wie allgemein im Sozialversicherungsrecht,
der Untersuchungsgrundsatz. Der Unfallversicherer und im Streitfall das Gericht haben
den Sachverhalt von Amtes wegen zu ermitteln. Indessen ist die
leistungsansprechende Person gesetzlich verpflichtet, dabei mitzuwirken. Sie muss die
Umstände des Unfalls glaubhaft machen. Kommt sie dieser Aufforderung nicht nach,
indem sie unvollständige, ungenaue oder widersprüchliche Angaben macht, die das
Bestehen eines unfallmässigen Schadens als unglaubwürdig erscheinen lässt, besteht
keine Leistungspflicht des Unfallversicherers. Im Streitfall obliegt es dem Gericht, zu
beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt sind. Der
Untersuchungsmaxime entsprechend hat es von Amtes wegen die notwendigen
Beweise zu erheben und kann zu diesem Zweck auch die Parteien heranziehen (RKUV
1990 Nr. U 86 S. 50). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst eine Beweislast im Sinn
einer Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Die Parteien tragen aber eine
Beweislast insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener
Partei ausfällt, die aus dem unbewiesenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese
Beweisregel kommt zur Anwendung, wenn im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes
kein wahrscheinlicher Sachverhalt ermittelt werden kann (BGE 114 V 305 E. 2b). Wird
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also auf dem Weg der Beweiserhebung das Vorliegen eines Unfallereignisses nicht
wenigstens mit Wahrscheinlichkeit erstellt - die blosse Möglichkeit genügt nicht (Th.
Locher, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, Bern 2003, 3. Aufl., S. 451 f.), so hat
dieses als unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten der den Anspruch erhebenden
Person auswirkt (BGE 116 V 140 E. 46; RKUV 1990 Nr. U 86 S. 50).
3.
3.1 Zu prüfen ist im Folgenden, ob das Unfallbegriffsmerkmal des ungewöhnlichen
äusseren Faktors nachgewiesen werden kann. Nach der Definition des Unfalls bezieht
sich dieses nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern auf den Faktor selbst.
Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor
allenfalls schwerwiegende Folgen nach sich zieht. Der äussere Faktor ist ungewöhnlich,
wenn er den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen
überschreitet. Ob dies zutrifft, beurteilt sich im Einzelfall, wobei grundsätzlich nur die
objektiven Umstände in Betracht fallen (SVR 2001 KV Nr. 50 S. 145 E. 3a; BGE 122 V
233 E. 1 = Pra 1997 Nr. 823 S. 415 f.). Nach Lehre und Rechtsprechung kann das
Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors auch in einer unkoordinierten
Bewegung (RKUV 1999 Nr. U 333 S. 199 E. 3c/aa und Nr. U 345 S. 422 E. 2b, S. 176 f.)
oder in einer ausserordentlichen Überanstrengung (vgl. BGE 116 V 139 E. 3b; RKUV
1994 Nr. U 180 S. 38 E. 2) bestehen.
3.2 Gemäss Unfallmeldung verletzte sich die Versicherte am 18. Dezember 2008
beim Akrobatiktraining am Rücken, indem sie zu schwere Mitturnerinnen trug (act. G
4.1/1). In einem von der Beschwerdegegnerin zugestellten Fragebogen verneinte die
Versicherte am 18. März 2009 die Frage, ob es sich um eine gewohnte Tätigkeit
gehandelt habe. Der Vorfall habe sich in einem Schnupper-Akrobatiktraining ereignet.
Dagegen bejahte die Versicherte die Frage, ob die Tätigkeit unter normalen äusseren
Bedingungen verlaufen sei. Auf die Frage, ob sich dabei etwas Besonderes (Ausgleiten,
Sturz usw.) ereignet habe, antwortete sie, dass es ihr beim Heben der schweren
Personen einen Zwick in den Rücken gegeben habe (act. G 4.1/3). In der
Korrespondenz mit der Beschwerdegegnerin (act. G 4.1/7, 9) sowie in der Beschwerde
vom 29. März 2010 führte die Beschwerdeführerin aus, dass die Versicherte mehrere
Personen habe tragen müssen, womit sich das getragene Gewicht sicher auf über 100
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kg belaufen habe. Die Versicherte sei sich auch beruflich nicht gewohnt, eine solche
Last zu tragen, da ihr bei der Arbeit bzw. der Pflege der Patienten Hilfsmittel zur
Verfügung stehen würden.
3.3
3.3.1 Bei Körperbewegungen ist das Merkmal der Ungewöhnlichkeit erfüllt, wenn
ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer
Körperbewegung gleichsam "programmwidrig" beeinflusst hat. Bei einer solchen
unkoordinierten Bewegung ist der ungewöhnliche äussere Faktor zu bejahen; denn
dieser - Veränderung zwischen Körper und Aussenwelt - ist wegen der erwähnten
Programmwidrigkeit zugleich ein ungewöhnlicher Faktor (BGE 130 V 117 E. 2.1; Urteil
des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts] vom 7. Oktober 2003 i/S Z. [U 322/02], E. 2.2; RKUV
1996 Nr. U 253 S. 204 E. 4c und 1994 Nr. U 180 S. 380 E. 2 mit Hinweisen). Von einer
programmwidrigen Störung der körperlichen Bewegung ist beispielsweise dann
auszugehen, wenn die versicherte Person stolpert, ausgleitet oder sich an einem
Gegenstand anstösst oder wenn sie, um ein Ausgleiten zu verhindern, eine reflexartige
Abwehrhaltung ausführt oder auszuführen versucht (RKUV 1999 Nr. U 345 S. 422 E.
2b; Rumo-Jungo, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht,
Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 3. Aufl. 2003, S. 27 mit Hinweisen). Bei
einer Sportverletzung ist ohne besonderes Vorkommnis das Merkmal der
Ungewöhnlichkeit und damit das Vorliegen eines Unfalls zu verneinen (BGE 130 V 118
E. 2.2 mit Hinweis). Bei sportlichen Tätigkeiten ist ein Unfall im Rechtssinn nur dann
anzunehmen, wenn die sportliche Übung anders verläuft als geplant. Sportunfälle, die
durch mechanische Einwirkung eines äusseren Faktors auf den Körper (Sturz,
Zusammenstoss etc.) zustande kommen, erfüllen somit grundsätzlich den Unfallbegriff.
Wenn sich hingegen das in einer sportlichen Übung inhärente Risiko einer Verletzung
verwirklicht, liegt kein Unfallereignis vor. Ein solches ist auch dann zu verneinen, wenn
die Übung zwar nicht ideal verläuft, die Art der Ausführung sich aber noch in der
Spannweite des Üblichen bewegt (RKUV 2004 Nr. U 502 S. 185 E. 4.4; SVR 1999 UV
Nr. 9 S. 28 f. E. 3c/dd).
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3.3.2 Gemäss den Sachverhaltsschilderungen in Erwägung 3.2 trug die
Versicherte am 18. Dezember 2008 im Rahmen einer Akrobatikübung Mitturnerinnen.
Der beschriebene Vorgang entsprach offensichtlich - was den Bewegungsablauf
betrifft - der normalen, konkret durchzuführenden sportlichen Übung. Dass dabei eine
Programmwidrigkeit im Bewegungsablauf, wie ein Ausgleiten, Stolpern oder
dergleichen, stattgefunden hätte bzw. die sportliche Übung anders als geplant
verlaufen wäre, ist in den Akten nicht festgehalten und wurde von der
Beschwerdeführerin auch nicht geltend gemacht.
3.4
3.4.1 Die Rechtsprechung bejaht das Vorliegen eines ungewöhnlichen äusseren
Faktors auch dann, wenn beim Heben oder Verschieben einer Last ein ganz
ausserordentlicher Kraftaufwand erfolgt und - wie im konkreten Fall (act. G 4.1/2) - zu
einer, gelegentlich als Verhebetrauma bezeichneten, Schädigung führt. Es muss jedoch
von Fall zu Fall geprüft werden, ob die Anstrengung im Hinblick auf Konstitution und
berufliche oder ausserberufliche Gewöhnung der betreffenden Person ausserordentlich
war (BGE 116 V 139 E. 3b, mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U 180 S. 38). So, wie die
Aussergewöhnlichkeit bei einer Körperbewegung erst dann gegeben ist, wenn diese
unter besonders sinnfälligen Umständen gesetzt wurde, erfüllt auch der Tatbestand der
Überanstrengung den Unfallbegriff nur dann, wenn ihm eine besondere Sinnfälligkeit
zukommt. Das Heben von Gewichten bedingt zwar ebenfalls eine Körperbewegung.
Trotzallem handelt es sich bei den Tatbeständen "Körperbewegung" und
"Überanstrengung" um zwei verschiedene Tatbestände. Bei demjenigen der
"Überanstrengung" steht nicht die Körperbewegung an sich, sondern die
Überanstrengung im Zentrum. Damit ist hier auch keine Programmwidrigkeit im
Bewegungsablauf bzw. keine Planwidrigkeit in der sportlichen Übung vorausgesetzt.
Die Beschwerdegegnerin beurteilte mithin die Frage nach dem Vorliegen eines Unfalls
im konkreten Fall unrichtigerweise ausschliesslich in Anwendung der
höchstrichterlichen Rechtsprechung betreffend Verneinung eines Unfalls bei einer
Sportverletzung ohne besonderes Vorkommnis.
3.4.2 Die Versicherte bezeichnet im Fragebogen des Unfallversicherers die am
18. Dezember 2008 getragenen Mitturnerinnen als zu schwer. Laut Darlegungen der
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Beschwerdeführerin waren es mehrere schwere Personen, welche die Versicherte beim
Akrobatiktraining tragen musste, so dass das Gewicht sicher über 100 kg betragen
habe. - Gestützt auf diese Umstände kann ein Unfall im Sinn einer Überanstrengung
nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als ausgewiesen
gelten. Die höchstrichterliche Rechtsprechung orientiert sich zwar vorderhand an
Gewichten, welche von konkreten Personen unter bestimmten Umständen getragen
werden können (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden vom 29.
September 2000 i/S J. [S 00 174], E. 3, bestätigt durch Urteil des EVG vom 6. Mai 2002
i/S J. [U 477/00], E. 3b; Urteil des EVG vom 27. Juli 2001 i/S R. [U 7/00], E. 4b/dd; BGE
116 V 136 ff.; RKUV 1994 Nr. U 180 S. 39 E. 3b und c; SUVA-Jahresbericht 1988 Nr. 8
S. 15). Ohne Störung des Bewegungsablaufs durch etwas Programmwidriges wird
jedoch bei Überanstrengungen nur selten, d.h. bei sehr hohen Gewichten und
allfälligem Hinzutreten weiterer Umstände, wie eine unglückliche Bewegung, eine nicht
optimale Körperstellung vor dem Heben einer schweren Last oder ein Heben in
hektischer unerwarteter Weise, ein Unfall anerkannt. Der mit dem Tragen eines oder
mehrerer Menschen von gesamthaft über 100 kg verbundene Kraftaufwand könnte im
Fall der Versicherten (unter Berücksichtigung des Einzelfalls bzw. von Konstitution und
beruflicher und ausserberuflicher Gewöhnung) tatsächlich nicht mehr als üblich
angesehen werden (vgl. dazu Alfred Bühler, Der Unfallbegriff, in: Alfred Koller [Hrsg.],
Haftpflicht- und Versicherungsrechtstagung 1995, S. 241; Alfred Maurer,
Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, Bern 1989, S. 178 Anm. 359; BGE 116 V
136 ff.). Bei der Gewichtsangabe "sicher über 100 kg" handelt es sich nun aber um
eine reine Vermutung. Sie stammt nicht von der Versicherten selber, sondern wurde
von der Beschwerdeführerin ohne konkrete Quellenangabe und wohl in Anlehnung an
die Rechtsprechung (vgl. Rechtsprechungsübersicht bei Bühler, a.a.O., S. 241)
angeführt. Welche Last die Versicherte tatsächlich zu heben versucht hat, kann anhand
der vorliegenden Sachverhaltsschilderungen nicht bestimmt werden, womit die
Gewichtsangabe der Beschwerdeführerin eine unbewiesene Behauptung darstellt.
Zunächst ist gänzlich unbekannt, welche Akrobatikübung die Versicherte am 18.
Dezember 2008 konkret ausübte und in welcher Art und Weise die Mitturnerinnen von
ihr getragen wurden. Es darf mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass sie nicht allein eine einzelne
Person von über 100 kg und schon gar nicht "mehrere" Personen selbst vom Boden
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gehoben oder auch nur allein getragen hat. Selbst wenn von ersterem ausgegangen
würde, bliebe immer noch das genaue Gewicht der Person, deren Tragen einen Zwick
im Rücken bewirkte, unbekannt und die Überanstrengung im Sinn eines ganz
ausserordentlichen Kraftaufwands könnte nicht ohne weiteres bejaht werden. Die Last,
welche die Versicherte zu heben versucht hat, kann mithin zwar ausserordentlich
gewesen sein, muss dies aber nicht. Die Höhe des von einer Person einsetzbaren
Kraftaufwands ist ausserdem im Regelfall durch die konkrete individuelle Kraft
begrenzt, was ebenfalls keine Anstrengung ausserordentlicher Art vermuten lässt. Dass
sich die Versicherte "nur" in einem Schnupper-Training befand, spricht ebenfalls gegen
die Annahme, dass an die Versicherte erhöhte sportliche Anforderungen gestellt
worden wären. Weitere Umstände, wie eine nicht optimale Körperstellung vor dem
Heben oder ein Heben in hektischer oder unerwarteter Weise, werden sodann nicht
geltend gemacht. Im Übrigen gehört es wohl zum inhärenten Risiko der Sportart
Akrobatik, dass dabei auch Personen mit einem gewissen Gewicht getragen werden
müssen. Selbst wenn es also durchaus möglich ist, dass ein Vorgang, wie derjenige
vom 18. Dezember 2008, zu Beschwerden im Rücken führt, kann er mithin doch für die
Erfüllung des Begriffsmerkmals der Aussergewöhnlichkeit im Sinn des
Unfallversicherungsrechts nicht als überwiegend wahrscheinlich geeignet angesehen
werden. Auch beim Zwick im Rücken handelte es sich gerade nicht um einen
ungewöhnlichen äusseren Faktor, der hinzugetreten ist, sondern um die Wirkung des
Vorgangs, auf die es bei der Beurteilung der Aussergewöhnlichkeit des äusseren
Faktors gerade nicht ankommt (vgl. Erw. 3.1). Das Vorliegen eines spontanen
Verhebetraumas, das im Einzelfall wegen einer ausserordentlich hohen Belastung als
Unfall anerkannt werden könnte, wird schliesslich im konkreten Fall auch durch den
Umstand nicht wahrscheinlicher, dass die Versicherte erst rund zwei Monate nach dem
Vorgang vom 18. Dezember 2008, d.h. am 12. Februar 2009, erstmals einen Arzt
aufgesucht hat.
3.4.3 Zusammenfassend ist mithin festzuhalten, dass in Bezug auf das
Verhebetrauma vom 18. Februar 2008 in Berücksichtigung aller Umstände mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon auszugehen ist, dass kein
unfallmässiges Geschehen im Sinn von Art. 4 ATSG vorliegt.
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3.4.4 Der Umstand, dass Dr. B._ im Arztzeugnis vom 18. März 2009 das
Verhebetrauma als Unfallfolge bezeichnete, vermag an dieser Beurteilung nichts zu
ändern. Der mangelnde Nachweis eines die Merkmale des Unfalls erfüllenden
Ereignisses lässt sich nur selten durch medizinische Feststellungen ersetzen. Diesen
kommt im Rahmen der Beweiswürdigung für oder gegen das Vorliegen eines
unfallmässigen Geschehens in der Regel nur die Bedeutung von Indizien zu (RKUV
1990 Nr. U 86 S. 51 E. 2). Dabei ist zu beachten, dass sich der medizinische Begriff des
Traumas nicht mit dem Unfallbegriff deckt. Ein traumatisches Ereignis schliesst zwar
eine pathologische Ursache aus, umfasst jedoch neben dem eigentlichen Unfall im
Rechtssinn auch Ereignisse, denen der Charakter der Ungewöhnlichkeit und/oder der
Plötzlichkeit abgeht (Urteil des EVG vom 3. Januar 2000 i/S S. [U 236/98], E. 2d;
Maurer, a.a.O., S. 175 f.).
4.
Zu prüfen bleibt, ob eine unfallähnliche Körperschädigung vorliegt. Dem Arztbericht
von Dr. B._ vom 18. März 2009 (act. G 4.1/2) ist keine in Art. 9 Abs. 2 UVV erwähnte
Körperschädigung zu entnehmen. Ein Verhebetrauma mit Hartspann in der LWS lässt
sich nicht unter die unfallähnlichen Körperschädigungen subsumieren. Sowohl die
klinische Untersuchung als auch die Röntgenuntersuchung zeigten keine anderweitigen
Auffälligkeiten. In der Rechtsprechung wurde wiederholt bestätigt, dass der in Art. 9
Abs. 2 UVV enthaltenen Aufzählung der unfallähnlichen Körperschädigungen
abschliessender Charakter zukommt (BGE 114 V 302 E. 3d; RKUV 1989 Nr. U 67 S.
165). Somit kann vorliegend nicht von einer unfallähnlichen Körperschädigung
ausgegangen werden.
5.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des
Einspracheentscheids vom 26. Februar 2010 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Der Beschwerdegegnerin, als einer mit öffentlich-
rechtlichen Aufgaben betrauten Institution, steht keine Parteientschädigung zu (vgl.
BGE 128 V 133 f. E. 5b).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP