Decision ID: 3e51e2a0-3a9f-422e-82af-1df9ee112ac3
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Jürg Dommer, Technikumstrasse 1a, Postfach,
9470 D._,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 10. Februar 2005 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an. Er sei seit 1. Oktober 2003 noch zu 50% arbeitsfähig (IV-act.
1). Bis zum 31. August 2004 arbeitete der gelernte Versicherungsfachmann bei der
B._ des Kantons St. Gallen. Seit dem 1. September 2004 war er in einem Pensum
von 50% als Mitarbeiter am Kundenempfang des C._s des Kantons St. Gallen tätig
(act 6-1; 28-9). Daneben gehörte er seit 1989 dem Gemeinderat der politischen
Gemeinde D._ an (IV-act. 1-5).
A.b Mit Verfügung vom 4. August 2005 sprach die IV-Stelle der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen (SVA) dem Versicherten mit Wirkung
ab 1. Juli 2004 eine Viertelsrente zu (IV-act. 19). Gemäss dem Gutachten von Dr. med.
E._, Facharzt für Neurologie, Allgemeine Medizin FMH, Psychiatrie und Psycho
therapie FMH, vom 5. Dezember 2003 leide der Versicherte an einer zwanghaften
Persönlichkeitsstörung und einer länger dauernden ängstlich-depressiven
Anpassungsstörung. Er sei er an seinem bisherigen Arbeitsplatz (bei der B._) nicht
mehr haltbar und daher voll arbeitsunfähig. Die generelle Arbeitsfähigkeit im Bürosektor
sei daher derzeit und wohl auch längerfristig um ca. 50% reduziert (IV-act. 9-22 f.). Die
Tätigkeit als Gemeinderat könne er weiterhin ungehindert ausüben (IV-act. 17-1).
A.c Die Überprüfung der Rente im Jahr 2007 ergab keine Veränderung des
Invaliditätsgrads. Es bestehe weiterhin Anspruch auf die bisherige Invalidenrente (IV-
act. 35 ff.).
B.
B.a Mit Schreiben vom 6. Januar 2009 ersuchte der Versicherte um Erhöhung der
Viertelsrente auf eine halbe Rente. Für die Bemessung seiner Rente sei auch das
Einkommen aus seiner Behördentätigkeit angerechnet worden. Seit Januar 2009
gehöre er nicht mehr dem Gemeinderat D._ an. Er sei jedoch weiterhin zu 50% im
C._ des Kantons St. Gallen tätig (IV-act. 36).
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B.b In der Folge tätigte die IV-Stelle weitere Abklärungen. Mit Schreiben vom 10. März
2009 gab der Versicherte an, dass der Gemeinderat D._ auf die Amtsdauer 2009 -
2012 restrukturiert worden sei. Die Anzahl Gemeinderäte sei von 9 auf 7 Personen
reduziert worden. Gleichzeitig sei das Ressortsystem mit einer Ausweitung der
Kernkompetenz eingeführt worden. Beides zusammen bedeute für die Ratstätigkeit
eine grössere Arbeitsbelastung und mehr Termindruck. Dies sowie seine
gesundheitliche Situation seien die Hauptgründe, weshalb er sich nicht mehr für eine
weitere Amtsdauer zur Verfügung gestellt habe (IV-act. 42). Im Verlaufsbericht vom 22.
April 2009 führte Dr. med. F._, FMH Allgemeine Medizin, aus, der
Gesundheitszustand des Versicherten sei stationär. Er sei weiterhin zu 50%
arbeitsunfähig. Aufgrund seiner psychischen Verfassung sei er jedoch nicht mehr in der
Lage, die ständig wachsenden Anforderungen im Gemeinderat D._ zu erfüllen. Die
Tätigkeit als Gemeinderat sei dem Versicherten nicht mehr zumutbar (IV-act. 44).
B.c Nach Sichtung der Akten hielt die Ärztin des Regionalen Ärztlichen Dienstes der IV-
Stelle (RAD) fest, die von Dr. F._ attestierte Arbeitsunfähigkeit von 50% sei bei den
vorliegenden Diagnosen nachvollziehbar. Eine fachpsychiatrische Behandlung (richtig
wohl: Begutachtung) sei nicht notwendig. Aus medizinischer Sicht habe sich der
Gesundheitszustand nicht verändert. Offensichtlich habe sich die Verwertbarkeit der
50%-igen Arbeitsfähigkeit durch den Wegfall des Amtes als Gemeinderat verändert (IV-
act. 47).
B.d Ferner stellte die IV-Stelle im August 2009 fest, dass die Tätigkeit beim C._ per
31. Dezember 2009 beendet werden würde. Die Leiterin Personelles des C._s des
Kantons St. Gallen führte im Email vom 14. August 2009 aus, der Versicherte habe im
Juli 2009 das 63. Altersjahr erreicht. Gemäss Art. 66 der Verordnung über den
Staatsdienst erfolge der ordentliche Übertritt in den Ruhestand zwischen erfülltem 63.
und 65. Altersjahr. Der Versicherte habe aus finanziellen Gründen um
Weiterbeschäftigung bis Ende 2009 ersucht. Dem Gesuch sei am 8. Januar 2009
entsprochen und die Pensionierung per 31. Dezember 2009 vorgemerkt worden (IV-
act. 50).
B.e Im Abklärungsbericht vom 16. November 2009 hielt die IV-Stelle die
Voraussetzungen für eine Revision aufgrund des Wegfalls des Einkommens aus der
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Tätigkeit als Gemeinderat für erfüllt. Der Invaliditätsgrad erhöhe sich per 1. Januar
2009. Mit der vom Versicherten in die Wege geleiteten Erwerbsaufgabe per 31.
Dezember 2009 erlösche der Anspruch auf die Invalidenrente. Die Frage nach der
Einschränkung im Aufgabenbereich stelle sich nicht, da der Versicherte weder
organisch noch in Bezug auf den Bewegungsapparat ein Gesundheitsproblem habe.
Auf eine Abklärung vor Ort sei zu verzichten (IV-act. 53).
B.f Mit Vorbescheid vom 30. November 2009 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Erhöhung seiner Viertelsrente auf eine halbe Rente mit Wirkung ab 1. April 2009 bis
31. Dezember 2009 in Aussicht (IV-act. 57). Gegen den Vorbescheid erhob der
Versicherte am 29. Dezember 2009 Einwand. Die halbe Invalidenrente sei ihm vom
1. Januar 2009 bis zum vorgezogenen Bezug der AHV-Altersrente (1. August 2010) zu
gewähren. Es bestehe keine Veränderung seines Gesundheitszustands. Unter
Berücksichtigung des psychologischen Aspekts habe er eine vorzeitige Pensionierung
mit Vorbezug der AHV-Altersrente per 1. August 2010 geplant. Dies scheine ihm aus
gesundheitlichen Gründen angezeigt und finanziell machbar (IV-act. 58).
B.g Mit Vorbescheid vom 27. Januar 2010 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Ausrichtung der halben Rente bis 31. Januar 2010 in Aussicht. Die 50%-ige
Arbeitsunfähigkeit sei aus medizinischer Sicht bereits vor dem Erhöhungsgesuch
ausgewiesen gewesen. Die Erhöhung erfolge ab dem Monat in dem das Gesuch
eingereicht worden sei und somit ab 1. Januar 2009. Die Pensionierung sowie der
Verzicht auf den Erwerb seien aus persönlichen Gründen erfolgt. Mit Verfügung vom
11. März 2010 sprach die IV-Stelle dem Versicherten wie angekündigt eine halbe
Invalidenrente mit Wirkung ab 1. Januar 2009 befristet bis 31. Januar 2010 zu (act. G
1.1).
C.
C.a Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde des Versicherten vom 5. April
2010. Die halbe Rente sei ihm entgegen der angefochtenen Verfügung nicht bis
31. Januar 2010, sondern bis zum vorgezogenen Bezug der Altersrente und somit bis
31. Juli 2010 zu gewähren (act. G 1).
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C.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 26. Mai 2010 die Abweisung der
Beschwerde. Aufgrund der Akten, sei darauf zu schliessen, dass der Beschwerdeführer
die Tätigkeit beim C._ auch bei voller Gesundheit per 31. Dezember 2009 beendet
hätte. Entsprechend sei er ab Januar 2010 nicht mehr als erwerbstätigte, sondern als
nichterwerbstätige bzw. im Haushalt tätige Person zu betrachten. Da einzig psychische
Beschwerden vorlägen, welche auf die Haushaltstätigkeit keinen Einfluss hätten,
resultiere bei neuer Qualifikation des Beschwerdeführers als nichterwerbstätige Person
ein Invaliditätsgrad von 0% (act. G 4).
C.c Mit Replik vom 7. Juli 2010 liess der Beschwerdeführer, nunmehr vertreten durch
Rechtsanwalt Dr. iur. J. Dommer, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der
Beschwerdegegnerin die Gutheissung der Beschwerde beantragen. Die halbe Rente
sei ihm bis Ende Juli 2010 zuzusprechen (act. G 8). Der Beschwerdeführer macht im
Wesentlichen geltend, dass die Invalidenrente nach Art. 30 IVG bis zum Bezug der
AHV-Rente geschuldet sei. Die AHV-Rente werde ab 1. August 2010 ausgerichtet, die
Invalidenrente sei daher bis Ende Juli 2010 zu bezahlen (act. G 8, S. 3). Sodann sei die
Einstellung der Invalidenrente in der angefochtenen Verfügung nicht ausreichend
begründet worden. Die Beschwerdegegnerin habe damit das rechtliche Gehör verletzt.
Die Verfügung sei daher schon aus formellen Gründen aufzuheben. Darüber hinaus sei
sie jedoch auch materiell unrichtig. Die Voraussetzungen für einen Methodenwechsel
zur Berechnung des Invaliditätsgrads seien nicht erfüllt. Die gesundheitliche Situation
des Beschwerdeführers habe sich nicht verändert, und die Annahme der
Beschwerdegegnerin, dass der Beschwerdeführer die Erwerbstätigkeit auch bei voller
Gesundheit Ende 2009 aufgegeben hätte, sei willkürlich. Ohne gesundheitliche
Probleme hätte der Beschwerdeführer seine Arbeit mit Sicherheit nicht in einem
Zeitpunkt beendet, in welchem er nicht einmal Anspruch auf eine AHV-Rente gehabt
hätte. Ferner handle es sich bei der Beendigung der Tätigkeit beim Kanton St. Gallen
nicht um einen freiwilligen Verzicht auf eine weitere Tätigkeit, und die Beendigung sei
auch nicht aus allgemein persönlichen Gründen erfolgt, sie sei gesundheitlich bedingt
gewesen (act. G 8, S. 3). Die Behauptung der Beschwerdegegnerin, dass der
Beschwerdeführer ab Januar 2010 nicht mehr erwerbstätig gewesen wäre, sei nicht nur
hypothetisch, sondern auch tatsächlich falsch. Dank Glück habe er bei seinem Bruder
eine administrative Tätigkeit im Rahmen von 40% bis 50% mit weitgehend freier
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Zeiteiteilung aufnehmen können. Bei dieser Tätigkeit verdiene er deutlich weniger als
zuletzt beim Kanton St. Gallen (act. G 8, S. 4).
C.d Mit Duplik vom 20. Juli 2010 hielt die Beschwerdegegnerin am Antrag der
Beschwerdeantwort fest. Ergänzend führte sie im Wesentlichen aus, es sei aufgrund
der Aussagen des Beschwerdeführers im Zeitpunkt des Erlasses der
Revisionsverfügung davon auszugehen gewesen, dass er neu als im Haushalt tätige
Person zu qualifizieren sei. Seine Vorbringen betreffend die Tätigkeit bei seinem Bruder
würden einen Revisionsgrund darstellen, welcher eines neuen Gesuchs bedürfe. Im
Übrigen sei nicht belegt, dass der Beschwerdeführer tatsächlich eine neue Tätigkeit
aufgenommen habe. Zudem würde die Aussage nicht stimmen, dass er seine Arbeit
ohne gesundheitliche Probleme nicht in einem Zeitpunkt beendet hätte, in welchem er
nicht einmal Anspruch auf eine AHV-Rente gehabt hätte. Er habe aus freien Stücken
lediglich um eine Verlängerung des Arbeitsverhältnisses bis Ende 2009 ersucht (act. G
10).

Erwägungen:
1.
1.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur
Rentenrevision gibt nach der auch unter dem ATSG massgeblichen Rechtsprechung
jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Rente ist nicht nur
bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustands, sondern auch dann
revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen
Gesundheitszustands erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 f. Erw. 3.5).
1.2 Im Übrigen erfolgt die Ermittlung des Invaliditätsgrades nach Art. 28a IVG im
Revisionsverfahren nach den allgemeinen, für die Invaliditätsbemessung geltenden
Vorschriften (Rz. 5015 des vom Bundesamt für Sozialversicherungen erlassenen
Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH]),
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nach der allgemeinen Methode für vollzeitlich Erwerbstätige, nach der spezifischen
Methode namentlich für im Haushalt tätige versicherte Personen und nach der ge
mischten Methode für Versicherte, die nur zum Teil erwerbstätig und daneben in einem
Aufgabenbereich nach Art. 8 Abs. 3 ATSG tätig wären. Ob eine versicherte Person als
ganztägig oder zeitweilig Erwerbstätige oder als Nichterwerbstätige einzustufen ist,
ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte,
wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 125 V 146;
BGE 117 V 194; vgl. AHI 1997 S. 286; AHI 1996 S. 196). Dabei handelt es sich
zwangsläufig um eine hypothetische Beurteilung, die auch hypothetische
Willensentscheidungen der versicherten Person berücksichtigen muss, die indessen als
innere Tatsachen einer direkten Beweisführung nicht zugänglich sind und in aller Regel
aus äusseren Indizien erschlossen werden müssen (Urteil des Bundesgerichts vom
18. Dezember 2009, 9C_559/09, Erw. 4).
1.3 Ein Methodenwechsel darf nach der älteren Praxis nur vorgenommen werden,
wenn er zwingend notwendig ist (vgl. ZAK 1969 S. 745; BGE 104 V 149 Erw. 2). Das ist
auch heute noch zu postulieren (vgl. Gabriela Riemer-Kafka, Veränderungen der
familiären Verhältnisse als Rentenrevisionsgrund in der IV, in: René Schaffhauser /
Franz Schlauri [Hrsg.], Die Revision von Dauerleistungen in der Sozialversicherung,
S. 111). Der Methodenwechsel setzt eine Nachführung der hypothetischen
Lebensentwicklung voraus. Es wird auf den realen Verlauf persönlicher und familiärer
Verhältnisse nach Eintritt der Invalidität (und unter den Einwirkungen der Invalidität)
abgestellt, obwohl diese Verhältnisse an sich ohne kausalen Einfluss auf die Invalidität
sind. Aus dieser Realität wird auf wesentliche Änderungen im massgeblichen
hypothetischen Sachverhalt (BGE 117 V 199 Erw. 3b) geschlossen. Auf eindeutige
Lebensentwürfe und Lebenserfahrungen ist in der modernen Gesellschaft mit gleichen
Chancen für unterschiedlichste Arten beruflichen Fortkommens allerdings immer
weniger Verlass. Darum ist es gerechtfertigt, den Methodenwechsel nur bei triftigen
Gründen zuzulassen. Etwa wenn nach einer eindeutigen (hypothetischen) Sachlage ein
Festhalten an der bisherigen Methode missbräuchlich wäre. Zur Diskussion steht ein
hypothetischer Sachverhalt, der nicht mit dem üblichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit ermittelt werden kann. Verschiedene Hypothesen
müssen gegeneinander abgewogen werden. Ausschlaggebend ist dabei, welche dieser
Hypothesen die plausibelste ist (so der Entscheid des Versicherungsgerichts des
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Kantons St. Gallen vom 27. August 2009, IV 2008/47, Erw. 5.3, mit Hinweisen auf die
kantonale Rechtsprechung).
1.4 Nach Art. 30 IVG erlischt der Anspruch auf eine Invalidenrente u.a. mit Entstehung
des Anspruchs auf eine Altersrente der Alters- und Hinterlassenenversicherung (Für
Männer mit dem Erreichen des 65. Altersjahres; Art. 21 Abs. 1 lit. a AHVG). Der
Anspruch auf eine Invalidenrente erlischt auch, wenn die rentenberechtige Person die
Altersrente der Alters- und Hinterlassenenversicherung nach Art. 40 AHVG vorbezieht
(vgl. Rz. 2032 KSIH).
2.
2.1 Umstritten und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die Invalidenrente des
Beschwerdeführers zu Recht per 31. Januar 2010 eingestellt hat.
2.2 Soweit der Beschwerdeführer die Verletzung des rechtlichen Gehörs wegen
unzureichender Begründung der angefochtenen Verfügung geltend macht, ist
festzuhalten, dass einzig die Gutheissung der Beschwerde beantragt und damit
sinngemäss auf die vollumfängliche Wahrnehmung des Gehörsanspruchs verzichtet
wurde. Insofern kann von einer Rückweisung zur Heilung der Gehörsverletzung
abgesehen werden, zumal dies in vorliegendem Fall zu einem formalistischen Leerlauf
und zu einer unnötigen Verzögerung des Verfahrens führen würde (Ueli Kieser, ATSG-
Kommentar, 2. Auflage 2009, Rz. 9 f. zu Art. 42 ATSG).
2.3 Die ursprüngliche Viertelsrente wurde in der angefochtenen Verfügung aufgrund
des Wegfalls des Einkommens des Beschwerdeführers aus der Tätigkeit als
Gemeinderat revisionsweise auf eine halbe Rente erhöht. Die Aufgabe dieser Tätigkeit
wird mit einer grösseren Arbeitsbelastung sowie Termindruck aufgrund der
Restrukturierung des Gemeinderats begründet. Der RAD hielt die Auffassung von Dr.
F._, dass der Beschwerdeführer nicht mehr in der Lage sei, die wachsenden
Anforderungen im Gemeinderat zu erfüllen, bei den vorliegenden Diagnosen
nachvollziehbar (IV-act. 47). Dies erscheint hinsichtlich der im Gutachten von Dr. E._
(IV-act. 9-20 ff.) festgehaltenen Ungeeignetheit für leitende Funktionen - es ist davon
auszugehen, dass bei Übernahme eines Ressorts leitende Aufgaben anfallen -, der
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Kritikintoleranz, herabgesetzten Flexibilität, Fehleinschätzung von
Kommunikationsproblemen sowie einer langsamen Arbeitsweise, plausibel. Es liegt
somit eine Sachverhaltsveränderung vor, die sich im erwerblichen Bereich auswirkt und
geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen,
selbst wenn der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers als stationär beurteilt
wird (IV-act. 44). Die Voraussetzung für eine Revision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG ist
somit gegeben. Sodann führte Dr. F._ im Bericht vom 22. April 2009 aus, der
Beschwerdeführer vermöge durch den Wegfall des Gemeinderatslohns keinen
zusätzlichen Verdienst erwirtschaften (IV-act. 44). Die Auffassung von Dr. F._
erscheint plausibel. Insbesondere wäre auch zu berücksichtigen, dass es dem
Beschwerdeführer im Alter von 63 1⁄2 Jahren wohl nicht zumutbar gewesen wäre, den
Verdienstausfall zu kompensieren. Die Erhöhung der Viertelsrente auf eine halbe Rente
ist nicht zu beanstanden. Ein Anspruch auf eine halbe Rente hätte sich überdies auch
dann ergeben, wenn bei der Invaliditätsbemessung auf Seiten des Valideneinkommens
weiterhin ein Einkommen aus der Gemeinderatstätigkeit angerechnet worden wäre
(ausgehend von der Hypothese, dass der Beschwerdeführer im Gesundheitsfall die
Gemeinderatstätigkeit weitergeführt hätte; vgl. IV-act. 54 zur Invaliditätsbemessung der
Beschwerdegegnerin).
2.4 Die Beschwerdegegnerin hat mit dem Übertritt in den Ruhestand des
Beschwerdeführers per 31. Dezember 2009 einen Methodenwechsel in der
Invaliditätsbemessung vorgenommen. Der Beschwerdeführer sei ab Januar 2010 als
nichterwerbstätige bzw. im Haushalt tätige Person zu qualifizieren. Sie begründet den
Methodenwechsel im Wesentlichen damit, dass der Beschwerdeführer auch bei voller
Gesundheit per 31. Dezember 2009 mit rund 63 1⁄2 Jahren in den Ruhestand getreten
wäre. Die Plausibilität dieser Hypothese ist anhand der Frage zu überprüfen, was der
Beschwerdeführer bei im Übrigen unveränderten Umständen getan hätte, wenn keine
gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Nach Art. 66 Abs. 1 der Verordnung über
den Staatsdienst vom 5. März 1996 (sGS 143.20) erfolgt der Übertritt in den Ruhestand
zwischen dem vollendeten 63. und 65. Altersjahr auf Ende des Monats. Es kann nicht
unbesehen bleiben, dass der Beschwerdeführer ursprünglich Leiter der B._ war (IV-
act. 9-13). Dr. E._ hielt es für überwiegend wahrscheinlich, dass die Rückstufung von
der Leitungsposition bereits krankheitsbedingt aufgrund der Persönlichkeitsstörung
erfolgte (IV-act. 9-23 f.). Es kann somit davon ausgegangen werden, dass die
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Validenkarriere des Beschwerdeführers in einer leitenden Position erfolgt wäre, sodass
die Ausgangslage betreffend Möglichkeiten und Perspektiven einer
Weiterbeschäftigung wohl nicht zu vergleichen sind, mit jenen in der zuletzt
ausgeübten Tätigkeit am Empfang des C._s. Sodann hat der Beschwerdeführer die
Verlängerung der adaptierten Tätigkeit beim C._ über das 63. Altersjahr hinaus
offenbar aus finanziellen Gründen veranlasst. Die Ausbildungen seiner Söhne hätten
noch bis Ende 2009 angedauert. Eine finanzielle Mehrbelastung aufgrund der
Ausbildung der Söhne hätte auch im Gesundheitsfall bestanden, sodass eine
Weiterbeschäftigung über das 63. Altersjahr hinaus auf der Hand liegt. Unter diesen
Umständen ist nicht einzusehen, weshalb der Beschwerdeführer als Gesunder die
verbleibenden 7 Monate bis zur Ausrichtung der vorbezogenen Altersrente mit
Vollendung des 64. Altersjahrs nicht weitergearbeitet hätte, zumal dies bereits aufgrund
der finanziellen Konsequenzen naheliegend erscheint. Triftige Gründe die gegen die
Hypothese einer Weiterbeschäftigung bis zum Bezug der vorgezogenen Altersrente
bzw. allenfalls bis zum Erreichen des 65. Altersjahrs sprechen sind keine ersichtlich. In
Würdigung der gesamten Umstände erscheint ein Methodenwechsel in der
Invaliditätsbemessung nicht gerechtfertigt. Somit besteht der Anspruch auf
Ausrichtung der Invalidenrente entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin bis
zum Vorbezug der Altersrente.
2.5 Nebenbei ist anzufügen, dass die angefochtene Verfügung auch dann aufzuheben
gewesen wäre, wenn sich ein Methodenwechsel als notwendig erwiesen hätte. In
diesem Fall hätte keine unmittelbare Ablösung der Invalidenrente durch die Altersrente
stattgefunden. Somit hätte die revisionsweise Aufhebung der Invalidenrente nach
Art. 88 IVV erfolgen müssen. Nach Art. 88 Abs. 2 lit. a IVV erfolgt die Aufhebung
der Rente frühestens vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung
folgenden Monats. Die Beschwerdegegnerin hat die Verfügung am 11. März 2010
erlassen. Dementsprechend hätte die Aufhebung der Rente selbst bei Bejahung des
Methodenwechsels frühestens per 1. Mai 2010 erfolgen können. Ein Anwendungsfall
von Art. 88 Abs. 2 lit. b IVV liegt mangels Verletzung einer Meldepflicht nicht vor.
3.
bis bis
bis
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3.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der
angefochtenen Verfügung vom 11. März 2010 gutzuheissen. Die halbe Invalidenrente
ist dem Beschwerdeführer wie beantragt bis zum Vorbezug der Altersrente
auszurichten.
3.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Die Beschwerdegegnerin unterliegt. Da sie gemäss Art. 3
Abs. 1 lit. b des st. gallischen Einführungsgesetzes zur Bundesgesetzgebung über die
Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (sGS 350.1) Teil der
Sozialversicherungsanstalt und damit Teil einer selbständigen öffentlich-rechtlichen
Anstalt ist, kommt Art. 95 Abs. 3 VRP (Befreiung von der Pflicht zur Übernahme
amtlicher Kosten) nicht zur Anwendung (vgl. Urs Peter Cavelti/Thomas Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen - dargestellt an den Verfahren vor
dem Verwaltungsgericht, 2. Aufl., 2003, Rz. 792). Die Beschwerdegegnerin hat deshalb
die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Dem Beschwerdeführer ist der
geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- zurückzuerstatten.
3.3 Die obsiegende beschwerdeführende Partei hat bei diesem Verfahrensausgang
Anspruch auf eine Parteientschädigung. Die Parteientschädigung bemisst sich gemäss
Art. 61 lit. g ATSG nach der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des
Prozesses. Da der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers erst im Rahmen der Replik
tätig wurde, erweist sich eine Parteientschädigung von Fr. 2'000.-- (inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht