Decision ID: 9c7fbb95-8e09-4401-8fa6-062a146e20c2
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
D
er 1989 geborene
X._
absolvierte eine Lehre als
Detailhandelsfach
mann mit Eidgenössisch
en Fähigkeitszeugnis (
Urk.
7/22/7
) und
war
zuletzt bis Ende Mai 2014 als
Call Agent
im
Contact
Center
der
Y._
(
Urk.
7/22/3) tätig.
S
eit
dem 2
4.
März 2014 war
er
zu
folge einer Schizophrenie
zu
100
%
krankge
schrieben
(
vgl.
Urk.
7/1
8/8
).
Mit
Datum vom 4.
Juni 2014
meldete
sich
der Ver
sicherte
bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/2).
Nach
medizinische
n und beruflichen Abklärungen sowie
nach
Beizug der
Akten der
Krankentag
geldversicherung
(
Urk.
7/
18)
erteilte
ihm die
Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV
-Stelle
,
Kostengutsprache
für ein Belastbarkeitstraining
einschliesslich eines Taggeldes
(
Mitteilung
vom 19.
August 2015
,
Urk.
7/35
, Verfügung vom
8.
September 2015,
Urk.
7/38;
ersetzt durch die
Mitteilung vom
8.
Oktober 2015,
Urk.
7/42
, Verfügung vom 2
0.
Oktober 2015,
Urk.
7/44
)
,
ein Arbeitstraining
einschliesslich eines Taggeldes
(Mitteilung
und Verfügung
vom 17.
November 2015,
Urk.
7/46
,
Urk.
7/48
)
sowie für einen Arbeitsversuch
einschliesslich eines Taggeldes
sowie
Job Coaching
s
(Mitteilung vom 2
5.
Mai 2016,
Urk.
7/63
,
Verfügung vom 27. Mai 2016,
Urk.
7
/66
)
.
Demgegenüber
verneinte
die IV-Stelle nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Vor
bescheid vom 13.
April 2016
,
Urk.
7/59
; Einwand vom
1
5.
April 2016
,
Urk.
7/60)
mit Verfügung vom 21.
Juni 2016
einen
Anspruch des Versicherten auf
Umschulung (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 1
2.
August 2016 Beschwerde und beantragte, es sei die angefochtene Verfügung vom 2
1.
Juni 2016 aufzuheben und
es seien
ihm
die gesetzlichen Leistungen, insbesondere
Kostengutsprache für
eine Umschulung
zu gewähren. In prozessualer Hinsicht ersuchte
d
er
Beschwerde
führer
um Durchführung eines zweit
en Schriftenwechsels (
Urk.
1 S.
2). Ausser
dem legte
er
das psychiatrische Gutachten von
Dr
es
. med.
Z._
,
Fach
arzt FMH für Neurologie
,
und
A._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie
,
vom 1
2.
August 2015 auf (
Urk.
3). Mit Beschwerdeantwort vom
9.
September
2016 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6),
was dem Beschwerdeführer am 15.
September 2016 zur Kenntnis gebracht wurde. Gleichzeitig teilte ihm das Gericht mit, die Anord
nung eines zweiten Schriftenwechsels werde nicht als erforderlich betrachtet (
Urk.
8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Unterlagen ist, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit
(Art. 8 Abs. 1 des Allgemeinen Teils des Sozi
alversicherungsrechts, ATSG)
.
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein
(Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche
rung,
IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelisches Leiden mit Krank
heitswert besteht, welches die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG; BGE 139 V 547 E. 5; 131 V 49 E. 1.2; 130 V 352 E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesgerichts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invali
dität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die
Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeits
markt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.3
Invalide o
der von einer Invalidität (Art.
8 ATSG) bedroht
e Versicherte haben gemäss Art.
8 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit
(Abs. 1)
:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen
für den Anspruch auf die einzelne
n Massnahmen erfüllt sind
.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbs
lebens zu berücksichtigen (Abs.
1
bis
).
Nach Massgabe von Art
.
16 Abs
.
2
lit.
c
IVG
besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig davon, ob die Eingliede
rungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu er
halten oder zu verbessern (Abs.
2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen
gemäss Abs. 3 in
me
dizinischen Mass
nahmen (lit. a),
Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die
berufliche Eingliederung (lit.
a
bis
),
Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsverm
ittlung, Kapitalhilfe; lit. b) und in
der Abgabe von Hilfsmitteln (lit.
d).
1.4
Gemäss
Art.
17 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann (
Abs.
1). Der Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit ist die Wiedereinschulung in den bisherigen Beruf gleichgestellt (
Abs.
2). Als Umschulung gelten gemäss
Art.
6
Abs.
1
der Verordnung über die Invaliden
versicherung (
IVV
)
Ausbildungsmassnahmen, die Versicherte nach Abschluss einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder nach Aufnahme einer Erwerbs
tätigkeit ohne vorgängige berufliche Ausbildung wegen ihrer Invalidität zur Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit benötigen.
1.5
Nach der Rechtsprechung ist unter Umschulung grundsätzlich die Summe der Eingliederungsmassnahmen berufsbildender Art zu verstehen, die notwendig und geeignet sind, der vor Eintritt der Invalidität bereits erwerbstätig gewesenen
versicherten Person eine ihrer früheren annähernd gleichwertige Erwerbsmög
lichkeit zu vermitteln. Dabei bezieht sich der Begriff der „annähernden Gleich
wertigkeit" nicht in erster Linie auf das Ausbildungsniveau als solches, sondern auf die nach erfolgter Eingliederung zu erwartende Verdienstmöglichkeit. In der Regel besteht nur ein Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebe
nen Umständen bestmöglichen Vorkehren. Denn das Gesetz will die Eingliede
rung lediglich so weit sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber auch genügend ist (BGE 130 V 488 E. 4.2 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_163/2008 vom 8. August 2008 E. 2.2). Schliesslich setzt der Anspruch auf Umschulung voraus, dass die versicherte Person wegen der Art und Schwere des Gesundheitsschadens im bisher ausgeübten und in den für sie ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offen stehenden zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbseinbusse von etwa 20
%
erleidet, wobei es sich um einen blossen Richtwert handelt (BGE 130 V 488 E. 4.2, 124
V
108 E. 2a und b mit Hinweisen auf u.a. AHI 1997 S. 80 E. 1b; ZAK 1984
S.
91 oben, 1966 S. 439 E. 3).
Für die Beurteilung der Gleichwertigkeit im Sinne der erwähnten Rechtspre
chung ist zwar in erster Linie auf die miteinander zu vergleichenden Erwerbs
möglichkeiten im ursprünglichen und im neuen Beruf oder in einer der versi
cherten Person zumutbaren Tätigkeit abzustellen.
Jedoch
geht es nicht an, den Anspruch auf Umschulungsmassnahmen – gleichsam im Sinne einer Moment
aufnahme – ausschliesslich vom Ergebnis eines auf den aktuellen Zeitpunkt begrenzten Einkommensvergleichs, ohne Rücksicht auf den qualitativen Ausbil
dungsstand einerseits und die damit zusammenhängende künftige Entwicklung der erwerblichen Möglichkeiten anderseits, abhängen zu lassen. Vielmehr ist im Rahmen der vorzunehmenden Prognose (BGE 110 V 99 E. 2) unter Berücksich
tigung der gesamten Umstände nicht nur der Gesichtspunkt der Verdienstmög
lichkeit, sondern der für die künftige Einkommensentwicklung ebenfalls bedeutsame qualitative Stellenwert der beiden zu vergleichenden Berufe mit zu berücksichtigen. Die annähernde Gleichwertigkeit der Erwerbsmöglichkeit in der alten und neuen Tätigkeit dürfte auf weite Sicht nur dann zu verwirklichen sein, wenn auch die beiden Ausbildungen einen einigermassen vergleichbaren Wert aufweisen (BGE 124 V 108 E. 3b; AHI 1997 S. 86 E. 2b; Urteile des Bundesge
richts I 826/05 vom 28. Februar 2006 E. 4.1 in
fine
und I 783/03 vom 18. August 2004 E. 5.2 mit Hinweisen; Meyer-Blaser, Zum Verhältnismässig
keitsgrundsatz im staatlichen Leistungsrecht,
Diss
. Bern 1985, S. 186).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung im Wesentli
chen, es sei dem Beschwerdeführer grundsätzlich nach wie vor möglich, den erlebten Beruf auszuüben. Geeignet seien angepasste Tätigkeiten im Lager, beim Auffüllen von Regalen und Verpackungsarbeiten. Damit sei die Grundlage für eine Umschulung, nämlich dass die angestammte Tätigkeit nicht mehr ausge
führt werden könne, nicht gegeben. Der gestützt auf den IK-Auszug sowie die Lohnstrukturerhebung (LSE) 2014 des Bundesamtes für Statistik ermittelte Ein
kommensvergleich ergebe einen Invaliditätsgrad vo
n 11
%
und liege damit unter dem
für einen Umschulungsanspruch geforderten Invaliditätsgrad von 20
%
. Selbst auf der Basis des
Jahreslohnes gemäss Arbeitsvertrag
mit der
Y._
liesse sich kein anspruchsbegründender
Invaliditätsgrad
eruieren. Ausserdem würden keinerlei Hinweise dafür vorliegen, dass der Beschwerdeführer seine Arbeitsfähigkeit in einer Tätigkeit im Betriebsunterhalt oder als Gärtner auf 80
%
steigern kö
nnte. Vielmehr sei eine
Pensum
steigerung
im Rahmen des Arbeitstrainings aus subjektiven Gründen nicht möglich gewesen. Schliesslich
sei
auch die objektive und subjektive Eignung des Beschwerdeführers für eine Umschulung zu verneinen (
Urk.
2 S. 2 f.).
2.
2
Der Beschwerdeführer wandte dagegen im Wesentlichen
ein, Hilfsarbeiter
-
tätigkei
ten im Lager, beim Auffüllen von Regalen und Verpa
ckungsarbeiten würden nicht seinem Ausbildungsniveau entsprechen.
Ausser
dem würden solche Tätigkeiten nach Einschätzung des behandelnden Psychia
ters zu einer weiteren sozialen Isol
ation
führen, was gerade beim vorliegenden Krankheitsbild
dringendst
zu vermeiden sei (
Urk.
1 S. 8).
Ausserdem weise die Tätigkeit als Hilfsarbeiter nicht
denselben Stellenwert auf
wie der Beruf als gelernter Detailhandelsfachmann, weshalb er (der Beschwerdeführer) damit nicht als zureichend und in zumutbarer Weise eingegliedert gelte. Das berufli
che Fortkommen und damit die Erwerbsaussichten als Hilfsarbeiter seien mittel- bis längerfristig betrachtet nicht im gleichen Masse gewährleistet wie im ange
stammten Beruf. Dagegen sei von der – als angemessen zu qualifizierenden – Umschulung zum Gärtner eine erhebliche, einkommensmässige Besserstellung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu erwarten, was umso wichtiger
sei
, als dass es sich bei ihm (dem Beschwerdeführer) um einen noch jungen Versicher
ten mit lang verbleibender Aktivitätsdauer handle (
Urk.
1 S. 8-9).
Ausserdem sei
die zu erwartende Einkommenssteigerung
im Rahmen der Invaliditätsbemessung zu berücksichtigen. Damit ergebe
sich aus dem
Einkommensvergleich, dass der für den U
mschulungsanspruch massgebliche
Invaliditätsgrad von 20
%
ganz klar erreicht sei
(
Urk.
1 S. 6 f.).
Ungeachtet dessen
sei
die geforderte
Erheblich
keitsschwelle
von 20
%
unter den gegebenen
– in der
Beschwerde näher begründeten -
Umständen
ohnehin nicht
entscheidwesentlich
(
Urk.
1 S. 7 f.).
3.
3.1
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Umschu
lung im Sinne von Art. 17 IVG hat.
3.2
Die angefochtene Verfügung vom
21
.
Juni 2016
(Urk. 2, vgl. Titel), welche aus
schliesslich den Anspruch de
s Beschwerdeführers
auf eine
Umschulung
zum Inhalt hat, bildet den Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens und stellt eine Sachurteilsvoraussetzung dar (BGE 125 V 413 E. 1a).
3.
3
Soweit d
er Beschwerdeführer
in pauschaler Weise
über die Umschulung hinaus
die
Zusprache
der
„gesetzlichen Leistungen“
beantragt (Urk. 1 S. 2)
, liegt sein
Rechtsbegehren ausserhalb des Anfechtungsgegenstandes und ist diesbezüglich auf d
ie Beschwerde nicht einzutreten
.
4
.
4
.1
Im Bericht vom
4.
Juli 2014 diagnostizierte der
seit März 2014 behandelnde Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, eine
schizoaffektive
Störung (ICD-10: F25.1). Der Beschwerdeführer leide namentlich an Schlafstörungen, innerer Unruhe, Ängsten und akustischen Hal
luzinationen. Er habe berichtet, sich nur noch in seinem Zimmer aufzuhalten, sonst sei ihm alles zu stressig und zu gefährlich. Er hö
re
S
timmen und fühle sich perma
ne
n
t beobachtet, weshalb er sich kaum noch traue, das Haus zu ver
lassen (
Urk.
7/10/6). Der Beschwerdeführer sei in regelmässiger psychothera
peutischer sowie medikamentöser Behandlung. Unter der Medikation sei es zu einer Verbesserung der wa
hnhaften Symptomatik gekommen.
Auffassung, Kon
zentration und Merkfähigkeit seien
indes
weiterhin reduziert. Bei erhöhtem Stress drohe eine erneute Exa
ze
rbation. Auch sei der Beschwerdeführer sehr misstrauisch, leicht erschöpfbar und geistig nur eingeschränkt belastbar. Eine Rückkehr in die Tätigkeit als Call Agent bei der
Y._
sei wegen der Stressbelas
tung nicht möglich.
Diese Tätigkeit sei für den Beschwerdeführer dauerhaft unzumutbar. Mittels Umschulung könne in einem
Aufgabenbereich ohne hohe Anforderungen an die Kogni
tion
zumindest eine
Teilarbeitsfähigkeit erreicht werden
(
Urk.
7/10/7
, vgl. auch Bericht zuhanden der Krankentaggeldversiche
rung vom
2.
Juli 2014,
Urk.
7/18/5-6
).
4
.2
Am 1
6.
Juli 2014 wurde der Beschwerdeführer i
m Auftrag der
Krankentaggeldver
sicherung
von
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Psychi
atrie und Psychotherapie, psychiatrisch untersucht.
In seinem
Bericht
vom 23.
August 2014 diagnostizierte
Dr.
C._
eine paranoide Schizophrenie (ICD-10: F20.0)
.
Die kognitiven Fähigkeiten
des Beschwerdeführers
wie Konzentra
tion und Merkfähigkeit
seien
leicht bis mittelgradig reduziert.
Sodann sei der Beschwerdeführer i
m formalen Denken zum
Teil beträchtlich unstrukturiert
und weitschweifig,
jedoch
weit
est
gehend kohärent nachvollziehbar.
Die akutpsycho
tischen Phänomene seien unter
neuroleptischer
Medikation nicht mehr vorhan
den. Aktuell dominiere ein Residualzustand mit zum Teil erheblichen Einbussen auf kognitiver, affektiver und psychomotorischer Ebene. Aus
psychiatrischer Sicht
sei die
Arbeitsunfähigkeit zweif
ellos bis auf
weiteres
ausgewie
sen. Die Prognose einer Schizophrenie
sei
im Einzelfall grundsätzlich schwer zu bestim
men. Man k
önne
sich lediglic
h auf statist
ische Vorhersagen aufgrun
d von Ver
läufen bei grossen Kol
lektiven abstützen, die
jedoch konkret wenig aussag
t
en
. Ob der Beschwerdeführer in der Lage sei, an beruflichen Rehabilitationsmass
nahmen teilzunehmen, müsse er (
Dr.
C._
) ebenfalls
offen lassen
. Jedenfalls bestehe aufgrund des beträchtlichen Residuums wenig Hoffnung auf eine erfolgreiche Umsetzung (
Urk.
7/18/1-4)
.
4
.
3
Mit
Bericht vom 2
6.
März 2015 (Eingangsdatum) hielt
Dr.
B._
eine para
noide Schizophrenie (ICD-10: F20.0), wahrscheinlich seit dem jungen Erwach
senenalter vorbestehend
,
fest (
Urk.
7/27/1). Auffassung, Konzentration und Merkfähigkeit seien weiterhin reduziert. Eine Wiederaufnahme der bisherigen Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht nicht möglich. Demgegenüber könne der Beschwerdeführer wieder regelmässig einer Tagesstruktur nachgehen. Zuvor sei dies nicht möglich gewesen (
Urk.
7/27/2 f.).
4
.
4
In einer St
ellungnahme vom 2
8.
Mai 2015 hielt
d
ipl.
med.
D._
, Fach
arzt FMH für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie,
Regionaler Ärzt
licher Dienst (
RAD
)
, fest,
Inte
gr
ationsmassnahmen seien geeignet, den Beschwerdeführer zumindest an eine Teilarbeitsfähigkeit (ca. 50
%
) heranzu
führen. Grund
sätzlich sei eine Tätigkeit im Detailhandel weiterhin zumutbar, jedoch ohne Tätigkeiten mit häufigen Kundenkontakten
und
ohne Nachtarbeit. Geeignet seien Tätigkeiten im Lager, beim Auffüllen von Regalen sowie Verpa
ckungsarbeiten (
Urk.
10/2 S. 3). Am 1
8.
November 2015 präzisierte
dipl.
med.
D._
das medizinische Belastungsprofil wie folgt:
K
eine hohe emotionale Belastung; kein regelmässiger Kundenkontakt; kein Zeitdruck; einfache, struk
turierte Aufgaben mit klaren Anweisungen.
Das
für den Beschwerdeführer
präs
t
ierbare Arbeitsp
ensum liege zwischen 50
%
und maximal 60
%
(
Urk.
10/2 S. 9).
4
.5
Am 2
0.
Juli 2015 wurde der Beschwerdeführer
erneut
im Auftrag der Krankentag
geldgeldversicherung psychiatrisch untersucht. Im
beschwerdeweise zu den Akten gegebenen psychiatrische
n Gutachten vom 12. A
ugust 2015 diag
nostizierten die mit dem Gutachten beauftragten
Dres
.
Z._
und
A._
eine paranoide Schizophrenie mit überwiegend
residualer
Negativsymptomatik (ICD-10: F20.5,
Urk.
3 S. 9).
I
m
Rahmen der aktuellen Befunderhebung
hätten
Aspontanität
, verarmtes formales Denken, Initiativlos
igkeit, Antriebsmangel,
Hypomimie
, verarmte
Gestik sowie eine affektive Verflachung
imponiert
.
Ein klar abgr
enzbarer Erkrankungsbeginn lasse
sich anamnestisch nicht
herausar
beiten.
Es handle sich
um einen
subsyndromalen
Verlauf mit ersten Vorpos
tensymptomen bereits in der Kindheit und Jugend.
Der Beschwerdeführer habe
einen fluktuierenden Verlauf
beschrieben
. Offenbar
sei
eine soziale Anpassung
noch
bis zum letzten Jahr
gelungen
. Der
Beschwerdeführer stehe noch immer
in ambulanter psychiatrischer Behandlung
und
werde medikamentös behandelt
. Unter der
Behandlung sei die
Po
sitivsymptomatik (p
aranoid-
halluzinatorisches
Erleben
) abgeklungen
.
Aktuell stehe
eine mittelgradig ausgeprägte Neg
a
tiv
symptomatik im Vordergrund, inf
olge derer eine 50
%
ige
Arbeitsfähigkeit (50
%
Rendement, Pensum 100
%
)
für einfache
Tätigkeiten ohne höhere Ver
antwortung für Dritte, vorzugsweise in einem Teamverband (zum Beispiel Arbeiten als Gärtner oder in Reinigu
ngsdiensten)
bestehe
. Zeitdruck (Akkord
ar
beit), höhere Verantwortung und Anforderung
en
an die
Sozialkompetenz
seien
als nicht leidensgerecht
zu taxieren
(
Urk.
3
S. 9 ff.
)
.
4
.6
Im
vom Beschwerdeführer erbetenen
Bericht vom 3
0.
September 2015 hielt Dr.
B._
erneut fest, die akutpsychiatrische Phase sei unter Medikation abgeklungen. Es bestünden aber weiterhin Negativsymptome, wie Affektverfla
chung, Denkstörungen, kognitive Einschränkungen, Verlangsamung und redu
zierte, psychische Belastbarkeit. Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Call Center Mitarbeiter bei der
Y._
sei der Beschwerdeführer auf Dauer zu 100
% arbeitsunfähig. In einer angepassten Tätigkeit ohne erhöhte kognitive Anforde
rungen könne von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werde
n
. Hierfür bedürfe es allerdings weiterer Massnahmen in Form einer Umschulung. Betref
fend Tätigkeiten ohne Kundenkontakt und ohne Nachtarbeit im Detailhandel, so namentlich im Lager mit Auffüllen von Regalen und Verpackungsarbeiten
,
sei der Beschwerdeführer zufolge seiner Einschränkungen in der geteilten Dauer
aufmerksamkeit sowie in
den
Exekutivfunktionen ebenfalls deutlich limitiert. Komme hinzu, dass solche Tätigkeiten nicht seinem Ausbildungsstand entspr
ä
chen und
mit einer ausschliesslichen Tätigkeit im Lagerraum ohne Kundenkon
takt eine weitere soziale Isolation
einher
ginge
, was gerade beim vorliegenden Krankheitsbild dringendst zu vermeiden sei. Demgegenüber seien soziale
Integration und Förderung der verbliebenen Funktionen entscheidend für die weitere Rehabilitation bei Patienten mit psychiatrischen Störungen, weshalb eine Umschulung aus psychiatrischer Sicht dr
ingendst zu empfehlen sei (Urk.
7/39/1-2).
4
.7
Von Mitte August bis Mitte November 2015 absolvierte der Beschwerdeführer ein Belastbarkeitstraining im
E._
im Bereich des biologischen Gemü
seanbaus (säen, pikieren, Beete vorbereiten, pflanzen, giessen, Gemüse und Beeren ernten und für den Verkauf vorbereiten). Aus dem Abschlussbericht vom 1
6.
November 2015 erhellt
im Wesentlichen
, der Beschwerdeführer habe zuver
lässig gearbeitet und wie vereinbart die Präsenzzeit von zwei auf vier Stunden
pro
Tag gesteigert. Allerdings
seien Konzentration
s- sowie Einbussen der
Arbeitsq
ualität
zum Ausdruck gekommen
.
Zudem
habe
der Beschwerdeführer
darüber
geklagt
,
der Arbeitsweg strenge ihn sehr an
und
würde
ihn
viel Zeit kosten
(
Urk.
7/50/4).
In der Folge absolvierte der Beschwerdeführer
von Ende
November 2015 bis Ende Mai 2016 ein
Arbeitstraining im Betriebsunterhalt
der Stiftung
G._
.
Hierbei
tätigte er Reparatur-,
Reinig
ungs-
sowie Rückbau- und Räumungsarbeiten.
Anlässlich der Standort- und Verlaufs
gespräche äusserte der Beschwerdeführer
G
efallen an den Tätigkeiten. Gleichzeitig gab er an, sich
psy
chisch
unter
Druck
gesetzt
zu
fühlen (vgl.
Verlaufsprotokoll Eingliederungsbe
ratung,
Urk.
10/2 S. 11). Während des Arbeitstrainings
sei
es denn auch
nicht gelungen, die anfängliche Präsenzzeit von 50
%
weiter
zu steigern. So sei der Beschwerdeführer nach
4 Stunden müde gewesen und habe
er
sich zu Hause ausruhen müsse. Eine Erhöhung des Arbeitspensums habe
d
er
Beschwerdeführer
wiederholt
abgelehnt (v
gl. Gesprächsprotokolle vom 23.
Dezember 2015 und
4.
März 2016,
Urk.
7/54/2,
Urk.
7/58/2; vgl. auch Abschlussbericht
vom 3
0.
Mai 2016,
Urk.
7/67/3
)
.
Anlässlich des sechsmonatigen Arbeitsversuchs im Restau
rant
F._
(Betriebsunterhalt/Gärtnerei)
habe das vereinbarte Pensum erneut
50
%
(4 Stunden täglich)
betragen
. Dabei
habe
der Beschwerdeführer gegenüber seiner Begleitperson (Job Coach) an
gegeben
, die Arbeit sei strenger als erwartet. Nach der Arbeit sei er oft erschöpft und müsse er erstmal schlafen.
Ausserdem merke er nach 4 Stunden, dass er sich nicht mehr so gut konzent
rieren könne.
Sein
Onkel (
ebenfalls im Restaurant
F._
tätig
und
mitver
antwortlich für die Anleitung des Beschwerdeführers
)
bestätigte, dass
die
Kon
zentrationsfähigkeit
des Beschwerdeführers
nach 4 Stunden merklich
nachlasse
und ihm
die
Aufgaben
2-3 Mal
erklärt werden
müss
t
en
(vgl.
Zwis
chenbericht Coaching, Urk.
10/3;
vgl. auch
Verlaufsprotokoll,
Urk.
10/2 S. 13). Eine Steige
rung des Pensums
sei folge dessen
weder für die Arbeitgeberin noch für den Beschwer
deführer in Frage
gekommen
(
Urk.
10/3
).
Schliesslich
habe
sich der B
eschwerdeführer angesichts der
unregelmässigen Arbeitszeiten
massiv über
fordert
gezeigt
und sich
schliesslich
vom behandelnden Psychiater krankschrei
ben
lassen
(
Urk.
10/2 S. 17).
5
.
5
.1
Unbestritten
und aufgrund der
insoweit
kongruenten medizinischen Aktenlage
ist
zunächst
erstellt
, dass
beim
Beschwerdeführer
eine
schizophrene
Erkrankung
mit einer residualen
Negativsymptomatik (Denkstörungen, kognitive Einschrän
kungen, Verlangsamung, reduzierte psychische Belastbarkeit, Affektverfla
chung)
vorliegt
und
er
in seine
n
bisherigen Tätigkeit
en
als
Verkäufer/
Call Agent
nicht
mehr
arbeits
fähig ist
.
Sodann kamen
die beurteilenden Ärzte
überein
stimmend
zum Schluss,
der Beschwerdeführer sei
in einer angepassten Ver
weistätigkeit
– sei es
im Rahmen seiner
angestammten Tätigkeit als Detail
händler
(vgl. E.
4
.4)
oder in einem
anderen Berufsfeld -
zu
50
% arbeitsfähig
.
5
.2
Dass
der Beschwerdeführer weder
objektiv noch subjektiv in der Lage ist, einem höheren Arbeitspensum nachzugehen
,
ergibt sich
denn auch
zwangslos
aus dem Verlauf der verschiedentlich durchgeführten
Eingliederungsm
assnahmen.
So war es
weder im Rahmen
des
Arbeitstraining
s
im Betriebsunterhalt
der Stiftung
G._
noch anlässlich des Arbeitsversuchs im Restaurant
F._
gelungen
, die Präsenzzeit
auf über
50
%
zu steigern
.
Vielmehr fühlte sich der Beschwer
deführer
bei diesem Pensum
erschöpft
und
kamen
die
ärztlicherseits
beschriebe
nen
Einbussen auf kognitiver, affektiver und psychomotorischer Ebene
(
Auf
fassung
s
-
, Konzentration
s-
und
Merkfähigkeit
, eingeschränkte Belastbarkeit)
sowohl subjektiv als auch objektiv
deutlich
zum Ausdruck
(vgl. E.
4.7)
.
Vor diesem Hintergrund ist
die
für eine Umschulung erforderliche
subjektive und objektive
Eingliederungsfähigkeit
(
vgl.
AHI 1997 S. 82 E. 2b/
aa
;
ZAK 1991 S. 179 unten f. E. 3) des Beschwerdeführers
zu verneinen
. Insbesondere beste
hen
angesichts
der residualen Negativsymptomatik erhebliche Zweifel
an der
Fähigkeit des Beschwerdeführers, eine
Umschulung tatsächlich – insbesondere auch gesundheitlich - durchzustehen,
mitunter
die entsprechenden Prüfungen zu bestehen (
Erwin
Mu
rer
,
Stämpflis
Handkommentar, Invalidenversicherungs
recht, Bern 2004,
Art.
17 N 41 mit weiteren Hinweisen).
Im
Rahmen des Arbeitstrainings
wurde ausdrücklich
notiert, mehr als 50
%
könne der Beschwerdeführer nicht leisten
und e
ine Ausbildungsstelle im ersten Arbeits
markt komme nicht in Frage
(
vgl.
Gesprächsprotokoll vom
4.
März 2016,
Urk.
7/58/2).
Im Einklang
damit
hielt
auch
Dr.
C._
fest
, aufgrund des beträchtlichen Residuums bestehe wenig Hoffnung
auf erfolgreiche
berufliche Rehabilitation
(vgl. E.
4
.
2
,
Urk.
7/18/4).
Zu berücksichtigen
ist
schliesslich
auch
der
Hinweis des behandelnden Psychiaters
auf
eine mögliche
Exazerbation bei erhöhtem Stress
(
vgl.
E.
4
.1)
.
So s
ah
sich
der Beschwerdeführ
anlässlich
des
Arbeitsversuch
s
denn auch
dazu veranlasst, sich
infolge Überforderung
krank
schreiben
zu lassen
(vgl. E.
4
.7)
.
Selbst bei der Annahme, der Beschwerdeführer sei eingliederungsfähig und
dem
entsprechend
subjektiv und objektiv
in
der Lage, eine Umschulung
zum
Fachmann Betriebsunterhalt oder
zum
Gärtner erfolgreich zu abs
olvieren,
könnte er damit
kein wesentlich höheres Einkommen erzielen.
Erweist
sich
doch
der
standardisierte
Durchschnittsl
o
hn
(Median)
für Männer im Bereich der Gebäudebetreuung; Garten- und Landschaftsbau
von
monatlich
Fr.
4‘983.
--
(
LSE 201
4, Tb_1,
Ziff.
81
,
Ohne Kaderfunktion, Männer)
resp. von rund
Fr.
2‘492.-- für ein
zumutbares
50%-Pensum
nur als geringfügig höher
als
der
für den Beschwerdeführer ohne Umschulung erzielbare Lohn für einfache Tätig
keiten körperlicher und handwerklicher Art im Bereich des Detailhandels
von
Fr.
4‘767 (vgl. LSE 2014, T
1
,
Ziff.
47, Detailhandel, Kompetenzniveau 1
)
resp. von rund Fr.
2‘384.-- für ein
zumutbares
50%-Pensum (vgl. auch LSE 2014,
T1,
TOTAL, Kompetenzniveau 1, wonach der Lohn für allgemeine Hilfsarbeiten
Fr.
5‘
365
.-- beträgt).
Zudem
bestehen unter Hinweis auf das unter E. 4.2 Gesagte keinerlei Anhaltspunkte dafür
, der Beschwerdeführer
sei
nach Abschluss einer Umschulung
zu
mehr
als
50
%
leistungsfähig
.
Davon geht – entgegen dem Beschwerdeführer (vgl.
Urk.
1 S. 5) – selbst der behandelnde Psy
chiater nicht aus (vgl. E.
4
.6,
Urk.
7/39/2).
Vor diesem Hintergrund
ist die für den Umschulungsanspruch erforderliche Eingliederungswirksamkeit nicht gege
ben
und stünde der voraussichtliche Erfolg einer Umschulung
denn
auch nicht in einem vernünftigen Verhältnis zu ihren Kosten
(
vgl.
Silvia Bucher, Einglie
derungsrecht de
r
Invalidenversicherung, Bern 20
1
1, S. 368 N 748
und N 754).
Daran vermag
auch
das junge
Alter
des Beschwerdeführers
nichts
zu änder
n
.
So ergibt sich aus dem allgemein für Eingliederungsmassnahmen geltenden Grundsatz, dass die versicherte Person in der Regel nur Anspruch hat auf die dem jeweiligen Eingliederungszwecks angemessenen, notwendigen Massnah
men, nicht aber auf die nach den gegebenen Umständen bestmöglichen Vor
kehren (vgl.
Art.
8
Abs.
1 IVG).
Insbesondere stellte
der behandelnde Psychiater in Frage, ob der Beschwerdeführer
überhaupt
im ersten Arbe
itsmarkt arbeitsfä
hig sei (
Urk.
7/39/2) und
gab
dieser
gegenüber seinem Job Coach
selbst
a
n
, er fühle sich „nicht parat“ für
den ersten Arbeitsmarkt (
Urk.
10/2 S.11).
5
.3
Im Übrigen fallen
medizinische Massnahmen resp. Massnahmen der sozialberufli
chen Rehabilitation mit dem primären Ziel, die Eingliederungsfä
higkeit der versicherten Person zu erreichen oder wieder herzustellen
,
nicht unter
den
Umschulungsanspruch nach
Art.
17 IVG (ZAK 1992 S. 367 E. 2b; Urteil des
Bundesgerichts I 527/00 vom 30. April 2001).
Entsprechend geht der
Einwand
des Beschwerdeführers
,
Tätigkeiten im Lagerraum ohne Kundenkon
takt
würden
zu einer weiteren sozialen Isolation führen, was gerade beim vor
liegenden Krankheitsbild dringendst zu vermeiden und stattdessen eine Umschulung zur Integration und Förderung der verbleibenden Funktionen vor
zunehmen sei (
Urk.
1 S. 8, vgl. auch
Urk.
7/39/1-2),
ins Leere
.
5
.4
Bei der geschilderten Sach- und Rechtslage
scheitert
der Anspruch auf eine Umschulung
bereits
an der Eingliederungsfähigkeit
des Beschwerdeführers sowie
Verhäl
tnismässigkeit
im weiteren Sinne
(
Notwendigkeit,
Geeignetheit,
Eingliederungswirksamkeit
sowie finanzielle Zweckmässigke
it).
Da die unter E.
1.5 genannten Voraussetzungen
kumulativ zu erfüllen sind
(
Murer
,
a.a.O.
,
Art.
17 N 44)
erübrigen sich Weiterungen
zu den übrigen Voraussetzungen.
D
ie Beschwerde
erweist sich damit als unbegründet und ist
abzuweisen
, soweit darauf einzutreten ist
.
6
.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 600
.-- festzulegen und ausgangsge
mäss vom Beschwerdeführer
zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).