Decision ID: 32ee10e4-95fd-429c-b492-c5cc9d5e6aec
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1974 geborene
X._
war seit 1. Januar 2017 bei
der Garage
Y._
als Automechaniker in einem 90 %-Pensum
angestellt
, als er am 27. Dezember 2017 einen Unfall erlitt,
bei welchem
ihm ein Auto über den linken Fuss rollte (Urk. 8/1). Bei der gleichentags erfolgten Erstbehandlung auf der interdisziplinären Notfallstation des Spitals
Z._
wurde die Diagnose einer Kontusion des rechten Vorfusses gestellt (Urk. 8/8).
Die MRI-Untersuchung
des rechten Fusses
vom 6.
April 2018 ergab okkulte Frakturen der
Ossa
m
e
tatarsalia
III und IV und des lateralen Keilbeins
(Urk. 8/17).
Am 14.
Mai 2018 meldete der Ve
rsicherte einen Rückfall (Urk.
8/19).
In der Folge wurde das Arbeitsverhältnis von Seiten des Arbeitgebers per 30. September 2018 gekündigt (Urk. 8/43).
Mit Formular vom 2
4.
Juli
2018
meldete sich
d
er Versicherte bei der Sozialversi
che
rungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, z
um Leistungsbezug an (Urk.
8/50).
Am 17. Januar 2019 wurde eine k
reisärztliche Untersuchung durch
geführt (Urk. 8/107).
Am 19. März 2019 wurde der Integritätsschaden beurteilt (Urk. 8/158).
Am
3. April 2019
teilte die
Suva
dem Versicherten mit, dass
die
Heilkosten-
und Taggeldleistungen per 30. April 2019 ein
gestellt würden
und zur
Aufrechterhaltung des bisherigen Gesundheitszustandes für die Dauer von zwei
Jahren jährlich drei Serien Physiotherapie à neun Sitzungen übernommen würden
(Urk.
8/161
).
Mit Verfügung
vom 8. April 2019 verneinte
sie
einen Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente und sprach ihm eine auf einer
Integritätseinbusse von 7.5 % basierende Integritätsentschädigung zu (Urk. 8/169).
Am 31. Juli 2019 erteilte die IV-Stelle dem Versicherten Kosten
gutsprache für ein Job Coaching (Urk. 8/187).
Am 10. September 2019 übernahm die IV-Stelle die Kosten für die Zulassung zum berufsmässigen Personentransport (Urk. 3/4). In der Folge
tätigte die Suva weitere Abklärungen und
veranlasste
eine erneute Beurtei
lung des Integritätsschadens
(Urk. 8/
189-
190). Mit Verfügung vom 23. April 2020 nahm
die Suva
ihre Verfügung vom 8. April 2019 zurück, verneinte weiterhin einen Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente und sprach ihm eine auf einer Integritätseinbusse von 15 % beruhende Integritäts
entschädigung zu (Urk. 8/208). Die dagegen erhobene Einsprache
(
Urk.
8/211)
wies sie mit
Einspracheentscheid
vom
18. August 2020 ab (Urk. 8/214 = Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 16. September 2020 Beschwerde und beantragte,
in Aufhebung des angefochtenen Entscheides sei
en
ihm üb
er den 30. April 2019 hinaus
Taggeld
er
auf der Basis einer vollen Arbeitsunfähigkeit auszurichten und die Heilungskosten zu vergüten und es sei ihm nach ergän
zenden Abklärungen rückwirkend eine angemessene Invalidenrente zuzu
sprechen (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 28. Oktober beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (Urk. 7), was dem Beschwer
deführer mit Verfügung vom 2. November 2020 mitgeteilt wurde (Urk. 9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für
die
Entscheidfindung
erforderlich, in den n
achfolgenden Erwägungen einzuge
hen
.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des
Bundesgesetz
es
über die Unfallversicherung (UVG)
werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufs
unfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Ver
sicherung erbringt ihre Leistungen auch
bei folgenden
Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind (Abs. 2): Knochenbrüche (
lit
. a), Verrenkungen von Gelenken (
lit
. b), Meniskus
risse (
lit
. c), Muskelrisse (
lit
. d), Muskelzerrungen (
lit
. e), Sehnenrisse (
lit
. f), Band
läsionen (
lit
. g) und Trommelfellverletzungen (
lit
. h). Ausserdem erbringt die Ver
sicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der
versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil
weise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (Art. 18 Abs. 1 UVG).
1.4
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorüberge
henden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärzt
lichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der ver
sicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungs
massnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG;
BGE 144 V 354 E. 4.1 mit Hinweisen;
Urteil
des Bundes
gerichts
8C_
527/2020
vom 2.
November 2020 E. 4.1 mit Hinweisen
).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits
fähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begriffes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglich
keit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durch
führung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versi
cherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen
beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_
363/2020
vom 2
9. September 2020 E. 3.2
mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 134 V 109 E. 4.3).
Grundlage für die Beurteilung dieser Rechtsfrage bilden in erster Linie die ärztlichen Aus
künfte zu den therapeutischen Möglichkeiten und der Krankheitsentwicklung, die in der Regel unter dem Begriff Prognose erfasst werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_44/2021 vom 5. März 2021 E. 5.2 mit Hinweisen).
Für die Einstellung der vorübergehenden Leistungen braucht der Entscheid der Invalidenversicherung über Eingliederungsmassnahmen nicht abgewartet zu werden, wenn von weiterer ärztlicher Behandlung keine namhafte gesundheit
liche Besserung mehr erwartet werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_588/2013 vom 16. Januar 2014 E. 3.3) und keine Anhaltspunkte dafür vor
liegen, dass durch allfällige Eingliederungsmassnahmen das der Invaliditäts
bemessung der
Unfallversicherung
gestützt auf die medizinischen Abklärungen zugrunde gelegte Invalideneinkommen verbessert und so der die Invalidenrente der Unfallversicherung bestimmende Invaliditätsgrad beeinflusst werden kann (vgl. Urteil des Bundesgericht
s
8C_588/2013 vom 16. Januar 2014 E. 3.5).
1.5
Zur Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
das Erwerbsein
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der (unfallbedingten) Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Einglie
derungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits
marktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie ni
cht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
).
1.
6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erschei
nen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstel
lungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungs
träger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befan
gen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versiche
rungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin,
Kreisarzt
Dr.
A._
habe überzeugend dargelegt, dass die vom Beschwerdeführer geklagten Rücken
beschwerden nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in einem kausalen Zusammenhang mit dem Unfall vom 27. Dezember 2017 stünden. Kreisarzt med.
pract
.
B._
habe ausgeführt, dass sich objektiv keine überwiegend wahr
scheinlich unfallkausalen strukturellen Läsionen fänden. Die Mittelfuss
-
und Keilbein-Frakturen seien mit
Restitutio
ad
integrum
abgeheilt. Im Vordergrund stünden lediglich die vom Beschwerdeführer geschilderten subjektiven Beschwer
den, die aufgrund der klinischen sowie radiologischen Befunde nicht vollum
fänglich erklärbar seien.
Gemäss
Dr.
A._
handle es sich um einen stabi
len Gesund
heitszustand. Es sei von einem Endzustand auszugehen, weshalb die Heil
kosten und Taggeldleistungen per 30. April 2019 eingestellt worden seien.
Stelle man das
Valideneinkommen
von Fr. 72'248.-- dem Invalideneinkommen von Fr. 68'377.-- gegenüber, so resultiere eine Erwerbsunfähigkeit von 5 %. Da der Invaliditätsgrad unter 10 % liege, bestehe kein Anspruch auf eine Invaliden
rente
(
Urk.
2 S. 6
ff.).
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber im Wesentlichen geltend,
es bestehe kein ernsthafter Zweifel daran, dass die von
Dr.
C._
beschriebenen chroni
schen
Rückenbeschweren ebenfalls (indirekt) unfallbedingt seien, weshalb die Beschwer
degegnerin für die Folgen derselben aufzukommen habe. Zumindest bedürfe es einer externen fachärztlichen Begutachtung. Die Beschwerdegegnerin habe die Voraussetzungen für den Abschluss des Versicherungsfalles und die Auswirkungen des unfallbedingten Gesundheitsschadens auf die Arbeitsfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit unvollständig abgeklärt. Sie habe den Versiche
rungsfall zu früh abgeschlossen, weshalb sie zu verpflichten sei, das Taggeld auf der Basis einer vollen Arbeits
unfähigkeit über den 30.
April 2019 hinaus auszu
richten.
Auch das Zumutbarkeitsprofil sei noch nicht rechtsgenügend bestimmt. Selbst wenn ergänzende Abklärungen zu einer Bestätigung des von
Dr.
A._
umschriebenen Zumutbarkeitsprofils führen würden, müsste zumindest ein Leidens
abzug von 5 % gewährt werden
(Urk.
1 S.
7 ff.).
3.
3.1
Anlässlich der Erstkonsultation vom 27. Dezember 2017 auf der interdiszipli
nären Notfallstation des Spitals
Z._
wurde die Diagnose einer Kontusion des Vorfusses rechts gestellt.
Als Befund wurde eine kleine Schürfwunde am Fuss
rücken, eine leichte Schwellung, ein kleines Hämatom und eine
Druckdolenz
über der Basis Os
Metatarsale
I-IV festgehalten.
Es
sei
en
ein Röntgen des Vorfusses
rechts und des rechten OSG sowie
eine Computertomographie des rechten Fusses durchgeführt worden. Es sei keine Fraktur einsehbar (Urk. 8/8).
3.2
Das MRT des rechten Fusses nativ und mit Kontrastmittel vom 6. April 2018 ergab
einen
Bone
bruise
/
okkulte Frakturen der Basen der
Metatarsalia
III und IV sowie des lateralen Keilbeins, ein begleitendes residuales subkutanes Kontusionsödem am Fussrücken über den
Tar
sometatarsalgelenken
III bis V
(Urk. 8/17).
3.3
Dr.
med.
D._
, Facharzt
Chirurgie,
nannte in seinem Beri
cht vom 9.
Mai 2018 bet
reffend die Konsultation vom 8.
Mai 2018 die Diagnose einer schweren Quetschverletzung des rechten
Fusses mit Frakturen der
Ossa
me
ta
tarsalia
III und IV und
d
es lateralen Keilbeins sowie
mit
multiplen schweren
ossären
Kontusionen im Bereich der
Tarsometatarsalgelenke
(
Urk.
8/22)
.
3.4
Das MRI des rechten Fusses nativ vom 15. Mai 2018
zeigte im Vergleich zur Vor
untersuchun
g
nahezu unveränderte Markraumödeme in den Basen der
Meta
tarsalia
III und IV sowie im lateralen Keilbein, ein residuales subkutanes Öde
m
am Fussrücken und lateralen
Fussrand
im Bereich der
Metatarsalgelenke
, eine
Synostose
des DIP V, unveränderte kongruente Gelenkverhältnisse und keine zusätzliche, in der Zwischenzeit neu aufgetretene Pathologie in der Unter
suchungsregion. Hinsichtlich des persistierenden Ausmasses der Markraumödeme kämen differentialdiagnostisch neben einer traumatischen Ätiologie (
bone
bruise
/okkulte Frakturen) auch persistierend aktivierte Degenerationen im Bereich der
Tarsometatarsalgelenke
I
II/IV in Frage (Urk. 8/25).
3.5
Dr.
D._
hielt in seinem Bericht vom 17. Mai 2018 fest, im Rahmen der aktuellen MR-tomographischen Untersuchung zeigten sich weiterhin die frischen Ödeme und Verletzungen im Sinne von okkulten Frakturen und Subluxations
stellungen in den Fusswurzelgelenken mit entsprechenden umgebenden Ödemen ohne Zeichen einer Verbesserung. Der Beschwerdeführer sei ab sofort und f
ür die nächsten acht Wochen 100
% arbeitsunfähig. Bei konsequenter Durchführung der konservativen Behandlung sei von einer
Restitutio
ad
integrum
auszugehen und
es sei mit einer vollen Wiederherstellung der Ar
beitsfähigkeit zu rechnen (Urk.
8/26).
3.6
In seinem Bericht vom 29.
Juni 2018 betreffend die Konsulta
tion vom 28.
Juni 2018 führte
Dr.
D._
aus,
im Rahmen der klinischen Untersuchung zeige sich nach Abnahme der
Vacopedes
-Orthese eine ödematöse Schwellung des gesamten Fusses, jedoch keine Überwärmung und insbesondere kein Anzeichen für ein CRPS. DMS nach peripher sei intakt. Die Schmerzsymptomatik sei deutlich
regredient
. Die Röntgenuntersuchung habe eine intakte Stellung in den Gelenken und keine Zeichen einer Entkalkung ergeben. Es sei davon auszugehen, dass die Behandlung aufgrund der zeitlichen Latenz zum Primärtrauma protrahierend verlaufen werde, letztlich jedoch zu einer Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit führen könne. Es sei nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer im Ve
r
lauf in seinem alten Beruf 100
% arbeitsfähig sein werde, da ein dauerhaftes Stehen und das Tragen von schweren Teilen mutmasslich zu einer schweren post
traumatischen Arthrose in den Fusswurzelgelenken und in den
Tarsometatarsal
gel
en
ken
führen
werde. Somit sei aus ärztlicher Sicht anzura
ten, frühzeitig auf die Umschulun
g in eine primär sitzende Tätigkeit mit intermittierend laufender Tätig
keit und ohne die Notwendigkeit des Tragens von schweren Lasten umzu
schulen (Urk. 8/34).
3.7
In
s
einem Bericht vom 5. Juli 2018 hielt
Dr.
D._
fest, da die eigentliche Behandlung der bestehenden Verletzungen erst am 17. Mai 2018 habe erfolgen können, liege im Moment
ein
e
normale Behand
lungs- und Heilungszeit vor und
mit einer
Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf
sei frühestens im Oktober
zu rechnen, wenngleich eine geringere körperliche Belastung wünschenswert wäre (Urk. 8/38).
3.8
In seinem Bericht vom 13.
Juli 2018 führte
Dr.
D._
aus,
es bestehe immer noch eine residuale Schwellung ohne Überwärmung bei ubiquitärem Druck
schmerz im gesamten Fussbereich bei additiv bestehender Irritation der rückfuss
seitigen Sehnen.
Zeichen für ein CRPS bestünden keine.
Das OSG und USG seien unauffällig. Die DMS nach peripher bezogen auf die Zehen sei unauffällig
(Urk.
8/42).
3.9
Die 3-Phasenskelettszintigraphie inkl. SPECT und diagnostisch
es natives CT der Sprunggelenke/
Füsse vom 12. September 2018 ergab eine auffällige generali
sierte Knochenstoffwechselsteigerung mit leichter Mehrperfusion und Hyperämie beginnend im rech
t
en distalen Unterschenkel wenig oberhalb des OSG und das gesamte Fussskelett umfassend, in der CT konkordant zur bereits in der Vorun
tersuchung beschriebenen fleckigen
Osteopenie
.
Szintigraphisch
sei dieser Befund
möglicherweise hindeutend auf die Entwicklung eines CRPS/Morbus
Sudeck
zu interpretieren; diesbezüglich sei eine klinische
Rekorrelation
empfohlen.
Im Fuss
skelett bestehe eine vollständige Konsolidierung der anamnestisch mitgeteilten Frakturen ohne
residuelle
K
no
chenumbauaktivität, keine
Pseudarthrose
/Non-
Union, keine Zeichen einer
Ostei
tis
. Es bestehe eine leicht rechtsbetonte, moderate Gonarthrose beidseits im
retropatellären
und medialen
femorotibialen
Kompar
timent. Ansonsten bestünden keine wesentlichen, insbesondere keine über ein
alters
entsprechendes Mass hinausgehenden degenerativen Veränderu
n
gen
(Urk. 8/75).
3.10
In seinem Bericht vom 21. September 2018
hielt
Dr.
D._
fest,
der im
Spect
-CT geäusserte Verdacht auf ein CRPS lasse sich klinisch nur bedingt nach
vollziehen, da die
Budapester
Kriterien diesbezüglich nicht erfüllt seien
. Einzig eine rezidivierende leichte Schwellung ohne Überwärmung und entsprechende belastungsabhängige Schmerzen zeichneten sich ab. Die Beweglichkeit in den Gelenken sei gut und die muskuläre Balance zunehmend besser.
Aktuell sei der Beschwerdeführer noch 100
%
arbeitsunfähig. Er
(
Dr.
D._
)
gehe jedoch von einer Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit bis Oktober 2018 aus. Dass der Beschwerdeführer wieder in seinem angestammten Beruf arbeiten könne und hierbei sehr schwere Lasten unter Zeitdruck tragen könne, halte er aus medizi
nischer Sicht
weder für möglich noch für sinnvoll, ohne eine posttraumatische Arthrose in den Fusswurzelgelenken zu riskieren. Somit könne die Umschulung respektive die Eingliederung in einen anderen Arbeitsplatz befürwortet werden, der ein m
aximales Heben von Lasten bis 1
0
kg kurzzeitlich und ohne Zeitdruck
ansetze
(Urk.
8/63).
3.11
In seinem Bericht vom 24. September 2018 zuhanden der IV-Stelle nannte
Dr.
D._
die folgenden objektiven Befunde: Schwellung des Fusses und Schmerzen im Fussgewölbe, aber auch Ausstrahlen bezogen
auf die
Peroneal
sehnen
und die
Sehne des
Musculus
tibialis
anterior
im Sinne einer fortgeleiteten Tendinitis
und
Peritendinitis
sowie
Belastungseinschränkungen und Schmerz
zunahme bei längerem Stehen und Laufen. Bezüglich Funktionseinschränkungen führte er aus,
der Fuss sei nicht mehr voll belastbar und die Beweglichkeit im Sprunggelenk sei eingeschränkt. Auch die Fusswurzelgelenke seien überlastet und würden auf Dauer keine vollständige Rekonvaleszenz erreichen. Die Prognose sei als gut einzuschätzen, wenn der Arbeitsplatz der maximalen Belastungsfähigkeit entspreche (Urk. 8/180).
3.12
In seinem Bericht
vom 5.
Oktober 2018 führt
e
Dr.
D._
aus,
bezüglich des Fusses bestehe nach wie vor intermittierend und insbesondere unter Belastung eine leichte Beschwerdesymptomatik im USG und in den Fusswurzelgelenken. Eine
relevante Schwellung lass
e
sich nicht mehr nachweisen ebenso wenig wie eine Überwärmung. Die DMS nach peripher sei intakt. Additiv bestehe eine
Schultersymptomatik rechts bei chronisch degenerativer Erkrankung im AC-Gelenk und bei bestehenden Verkalkungen im Ber
eich
der langen
Bicepssehne
sowie
eine
Degeneration der
Supraspinatussehne
(
alles nicht unfallbedingt
).
Auf
grund der vorliegenden Untersuchungen und des erhobenen Befundes bestehe aktuell eine Situation die sich durch therapeutische Massnahmen sicherlich noch so verbessern lasse, dass eine volle Arbeitsfähigkeit erreicht
werden könne (
Urk.
8/72).
3.13
Im Bericht
des S
pitals
E._
vom 12. Dezember 2018 betreffend die glei
chentags erfolgte notfallmässige Konsultation aufgrund von Schmerzen und einer
S
chwellung des rechten Vorfusses
wurde die folgende Diagnose genannt
(Urk. 8/87)
:
C
hronische Fussschmerzen rechts nach komplexem Fusstrauma vom 27. Dezember 2017
-
a
namnestisch Frakturen der
Ossa
met
atarsalia
II und IV so
w
i
e der
Ossa
cuneiforma
-
DD möglicherweise i.R. eines CRPS
3.14
I
n
seinem Bericht betreffend die kreisärztliche
Untersuchung von 17. Januar 2019
nannte med.
pract
.
B._
, Facharzt Chirurgie
,
die folgenden Diagnosen
(Urk. 8/107 S. 5)
:
-
Quetschverletzung des rechten Fusses mit
Frakturen der
Ossa
m
e
tatarsalia
III und IV sowie des lateralen Keilbeins
-
multiple
ossäre
Kontusion im Ber
e
ich der
Tarsometatarsalgelenke
Als
unfallun
a
bhängige Diagnose
nannte er eine
degenerative Erkrankung der rechten Schulter mit AC-Gelenksarthrose und Verkalkung im Verlauf der langen
Bizepssehne
.
Er führte aus, der Beschwerdeführer h
abe beim Unfallereignis vom 27.
Dezember 2017 infolge eines Quetschtraumas des rechten Fusses eine Mittelfussknochen
fraktur III bis IV rechts sowie eine Fraktur des lateralen Keilbeines erlitten. Der Verlauf habe sich nach konservativer Frakturbehandlung
protrahiert gestaltet.
Der zwischenzei
tlich aufgetretene Verdacht ein
es
im SPECT-CT vermutete
n
CRPS
habe
klinisch anhand der Budapester Kriterien nicht nachvollzogen werden
können
.
Radiologisch habe sich bei der Kontrolle eine vollständige Konsoli
dierung der Frakturen ohne
residuelle
Knochenumbau
ak
tivität oder Pseudo
arthrosen respektive Zeichen einer
Osteitis
gezeigt
.
Es fänden sich objektiv keine überwiegend wahrscheinlich unfallkausalen strukturellen Läsionen mehr. Die Mittelfuss- und Keilbein-Frakturen seien mit
Restitutio
ad
integrum
abgeheilt.
Im
Vorde
rgrund stünden lediglich die vom
Beschwerdeführer geschilderten subjek
tiven Beschwerden, die aufgrund der erhobenen klinischen Befunde sowie der vorliegenden radiologischen Befunde allerdings nicht vollumfänglich erklärbar seien.
Es werde daher empfohlen, abschliessend nochmal eine arbeitsorientierte Reha in der Rehabilitationsklinik
F._
durchzuführen.
Der Beschwerdeführer habe sich allerdings noch Bedenkzeit über diese Massnahme erb
e
ten (Urk. 8/107 S. 5).
3.15
Dr.
D._
hielt in seinem Bericht vom 12. Februar 2019 betreffend die gleichentags erfolgte notfallmässige Vorstellung fest, im Rahmen der aktuellen Untersuchung
zeige
sich eine Schwellung des Fusses. Die primär am Vortag auf
getretenen Schmerzen
im Ber
e
ich
des Fusses seien so nicht mehr reproduzierbar.
Die Röntgenuntersuchung zeige die vorbestehenden geringen
arthrotischen
Ver
änderungen ohne Zeichen einer Aktivierung, wobei die Klinik eher für eine akute Überlastungsreaktion und konsekutive Tendovaginitis spreche
. Er riet zur Durch
führung einer Lymphdrainage
(Urk. 8/143).
3.16
Dr.
med.
A._
, Facharzt Orthopädische Chirurgie, führte in seiner
akten
basiert
en
Stellungnahme vom 13. März 2019 aus,
es handle sich um eine Ver
letzung der sogenannten
Lisfranc
-Gelenkreihe. Derartige Verletzungen seien häufig komplikationsbeladen und von Rückfallsymptomen belastet. Insofern seien die vom Beschwerdeführer beklagten Beschwerden nach stattgehabten Frak
turen nachvollziehbar. Die Kausalität sei zu bejahen. Die Beschwerden könnten jederzeit unter Belastung rezidivieren und könnten jeweils mit PT und Verschreibung von Schuheinlagen mit versteifter
Carbonsohle
im Falle einer Aktivierung der Beschwerden gelindert oder gar vermieden werden. In der ange
stammten Tätigkeit bestehe aufgrund der Tatsache, dass diese ausschliesslich im Stehen und Gehen verrichtet werden müsse und mit Heben von Lasten verbunden sei, allenfalls eine Teilarbeitsfähigkeit. Es handle sich unter Berücksichtigung der medizinischen Dokumente um einen
stabilen Gesundheitszustand
, weshalb eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt vorge
nommen werden könne. In einer leichten bis mittelschweren körperlichen, leidensadaptierten und wechselbelastenden Tätigkeit sei der Versicherte voll
schichtig mit den betriebsüblichen Pausen einsetzbar (Urk. 8/155).
3.17
In seiner
Beurteilung des Integritätsschadens
vom 19. März 2019
nannte
Dr.
A._
als Befund eine beginnende bzw. mässige posttraumatische Arthrose der lateralen
Lisfranc
-Gelenkreihe nach basisnaher
Metatarsale
II und IV-Fraktur sowie ein Bruch des lateralen Keilbeines infolge eines komplexen Fuss
quetsch
traumas rechts. Gemäss Tabelle 5 UVG werde ein
e
posttraumatische mässige Arthrose des
Lisfranc
-Gelenkes zwischen 5 und 10 % bewertet. Im vor
liegenden
Fall erscheine unter Berücksichtigung der Klinik und der Röntgen
befunde (hinsichtlich einer sich entwickelnden posttraumatischen Arthrose) der Mittelwert von 7,5 % gerechtfertigt
(Urk. 8/15
8
).
3.18
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Innere Medizin,
hielt in seinem Bericht vom 4.
Mai 2019
f
est,
die komplexe Fussverletzung habe bis heute bestehende schwere Einschränkungen bei Alltagsbelastungen, welche durch kurze Gehstrecken bereits deutlich verstärkt würden, zur Folge. Als weitere Komplikation hätten sich zudem
aufgrund der verletzungsbedingten Schonhaltung des Fusses auch neuartige chronische Rückenschmerzen entwickelt
, die sich vor allem bei körperlicher Belastung manifestierten. Zusätzlich leide der Beschwerdeführer an einer beid
seitigen Gonarthrose (siehe auch radiologische Bestät
igung vom 14.
September 2018), was ebenfalls zu einer ungünstigen Beeinflussung des Krankheitsverlaufs geführt habe. Zusammenfassend und auch gemäss fachärztlichen Beurteilungen bestehe eine allgemeine Übereinstimmung darin, dass
dem
Beschwerdeführer eine maximal leichte
körperliche Belastung im Rahmen
einer wiederauf
zu
nehmenden Berufstätigkeit zugemutet werden könne
. Eine mittel
schwere körperliche Tätig
keit wü
rde zwangsweise zu einer Verschlechterung der Beschwerden führen und sei deshalb aus den genannten Gründen aus medizinischer Sicht nicht vertretbar
(Urk. 8/181).
3.19
In seiner Stellungnahme vom
14.
Januar 2020 führte
Dr.
A._
aus, bezüglich der Zumutbarkeit sei unter Berücksichtigung der zuletzt vorgelegten medizi
nischen Befunde eine Korrektur der Beurteilung insofern vorzunehmen, als dass dem Beschwerdeführer leichte bis gelegentlich mittelschwere körperlich ange
passte Arbeiten unter wechselbelastenden Bedingungen vollschichtig zumutbar seien
. Diese Änderung der Zumutbarkeit auf gelegentlich mittelschwer berück
sichtige den Zustand nach CRPS mit
residuellen
Belastungsproblemen
und die
incipiente
posttraumatische Ar
throse der
Lisfranc
-Reihe (Urk.
8/189)
.
3.
20
In seiner
neuen
Beurteilung des Integritätsschadens vom 14. Januar 2020 ergänzte
Dr.
A._
den bereits erwähnten Befund mit einem komplikations
beladenen Verlauf mit Entwicklung eines CRPS und
residuellen
Bewegungs- und Belastungsschmerzen des rechten Fusses. Gemäss Tabelle 2 UVG werde eine schmerzhafte Funktions- und Belastungsbeeinträchtigung eines Mittelfusses nach Luxationsverletzungen der
Lisfrancreihe
oder Frakturen im Mittelfussbereich mit 10 bis 20 % bewertet.
Bei der Beurteilung eines Integritätsschadens sei der jeweils höhere Wert gemäss Suva-Tabellen anzuwenden. Im vorliegenden Fall sei bei
residuellen
Bewegungs- und Belastungsschmerzen des rechten Mittelfusses
funk
tionell bedingt von einem höheren Integritätsschaden auszugehen als derjenige,
welcher sich ausschliesslich durch die Beurteilung der beginnenden posttrau
matischen Arthrose des
Lisfrancgelenkes
rechtsseitig ergebe. Bei einer Taxie
rungsmöglichkeit zwischen 10 und 20 % ersch
ei
ne die Bewertung des vorlie
genden unfallbedingten Integritätsschadens des rechten Mittelfusses mit dem Mittelwert von 15 % als angemessen (Urk. 8/190).
3.21
In seiner Stellungnahme vom 6.
April 2020 zu
den Vorbringen
des Rechtsver
treters des Beschwerdeführers in Bezug auf die geklagten Rückenbeschwerden hielt
Dr.
A._
fest, eine ungünstige Beeinflussung der Rückenstatik durch einen relevanten Beinlängenunterschied von über 4 cm sei durchaus für Rücken
beschwerden verantwortlich zu machen. Dieser Zustand liege hier aber nicht vor. Das Auftreten von vorübergehenden Rückenschmerzen bei Gebrauch von Gehstützen sei ebenfalls bekannt. Es handle sich dabei aber
um zeitlich limitierte Beschwerden.
Ein Persistieren der Rückenschmerzen nach den bekannten Verlet
zungen stehe überwiegend wahrscheinlich nicht in kausalem Zusammenhang mit
dem Unfallereignis, sondern sei verschleissbedingten Ursachen geschul
det.
Medizinisch sei die Einschätzung des Anwal
tes nicht nachvollziehbar (Urk.
8/201).
4.
4.1
Streitig und zu prüfen ist zunächst
, ob die vom Beschwerdeführer geklagten Rückenbeschwerden in einem Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom 27. Dezember 2017 stehen.
4.2
Diesbezüglich
hält Kreisarzt
Dr.
A._
fest, dass das Auftreten von vorüber
gehenden Rückenschmerzen bei Gebrauch von Gehstützen bekannt sei. Dabei handle es sich aber um zeitlich limitierte Beschwerden. Gemäss
Dr.
A._
steht ein Persistieren der Rückenschmerzen nach den bekannten Verletzungen nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in einem
kausalen
Zusammenhang zum Unfallereignis, sondern ist
überwiegend wahrscheinlich
degenerativ bedingt
(vgl. oben E. 3.21
). Die blosse Behauptung von
Dr.
C._
, wonach die chronischen Rückenschmerzen
auf die verletzungsbedingte Schonhaltung des Fusses
zurück
zuführen sind
(vgl. oben E
. 3.18
)
, vermag die kreisärztliche Beurteilung nicht in
Frage zu stellen
.
Auch
der Verweis
des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers
auf das Urteil des Bundesgerichts 8C_92/2018
vom
7.
August 2018
(
Urk.
1 S. 6)
ändert daran nichts, zumal diesem ein anderer Sachverhalt zugrunde lag.
Im besagten Urteil wurden die Rückenbeschwerden offenbar durch körperlich schwere Arbeit aufrechterhalten, was vorliegend nicht der Fall ist und auch nicht geltend gemacht wird.
4.3
Selbst
wenn die Unfallkausalität der Rückenbeschwerden zu bejahen wäre, ändert
e
dies im Ergebnis nichts, zumal
das
vom Kreisarzt festgelegte
Belastungs
profil
ohnehin lediglich leichte bis gelegentlich mittelschwere Arbeiten unter wechselbelastenden Bedingungen vorsieht
(vgl.
v
orne E.
3.19
)
und damit auch den Rückenbeschwerden
,
welche
sich
gemäss
Dr.
C._
vor allem bei körperlicher Belastung manifestierten
(vgl. vorne E.
3.18), Rechnung trägt.
5.
5
.1
Zu prüfen ist weiter
, ob die Beschwerdegegnerin mit der
Einstellung der Taggeld
leistungen
pe
r 30. April 2019 den Fall zu Recht auf diesen Zeitpunkt hin abge
schlossen hat.
5
.2
Die Beschwerdegegnerin stützt ihre Auffassung, wonach der medizinische Endzustand im Zeitpunkt der Leistungseinstellung (
30. April 2019
) erreicht gewesen sei, im Wesentlichen auf die
kreisärztliche Untersuchung von med.
pract
.
B._
vom 17. Januar 2019 sowie auf die
Stellungnahme
n
von
Kreisarzt
Dr.
A._
.
Die gestützt auf die den Verlauf seit dem Unfallereignis vom
27. Dezember 2017
lückenlos dokumentierenden Berichte der behandelnden Ärzte
sowie
gestützt
auf die Untersuchung vom
17. Januar 2019
vorgenommene
n
kreisärztlichen
Beur
teilung
en erfüll
en
die von der Rechtsprechung verlangten Anforderungen an eine beweiskräftige
Entscheidungsgrundlage (vgl. vorne E. 1
.6
) und vermögen in
ihren
ausführlich
begründeten Schlussfolgerungen zu überzeugen
.
5
.3
Dr.
B._
hielt in
seinem Bericht
vom
17. Januar 2019
fest
,
der Verlauf habe sich nach konservativer Frakturbehandlung protrahiert gestaltet.
Der zwischen
zeitlich aufgetretene Verdacht
auf
ein im SPECT-CT vermutetes CRPS
habe
klinisch anhand der Budapester Kriterien nicht nachvollzogen werden
können
.
Radiologisch habe sich bei der Kontrolle eine vollständige Konsolidierung der Frakturen ohne
residuelle
Knochenumbauaktivität oder Pseudoarthrosen respek
tive Zeichen einer
Osteitis
gezeigt. Es fänden sich objektiv keine überwiegend wahrscheinlich unfallkausalen strukturellen Läsionen mehr. Die Mittelfuss- und Keilbein-Frakturen seien mit
R
estitutio
ad
integrum
abgeheilt
(vgl. vorne E.
3
.14)
.
Dr.
A._
kam in seiner Stellungnahme vom 13. März 2019 zum Schluss,
es handle sich um eine Verletzung der sogenannten
Lisfranc
-Gelenkreihe. Derartige Verletzungen seien häufig komplikationsbeladen und von Rückfallsymptomen belastet. Die Beschwerden könnten jederzeit unter Belastung rezidivieren und könnten jeweils mit Physiotherapie und Verschreibung von Schuheinlagen mit
versteifter
Carbonsohle
gelindert oder gar vermieden werden. U
nter Berück
sich
tigung der medizinischen Dokumente liege ein
stabiler Gesundheitszustand
vor
(
vgl. vorne E.
3.16
).
Den weiterhin bestehenden
residuellen
Belastungs
problemen
wurde im Zumutbarkeitsprofil mit der Beschränkung auf leichte
bis gelegentlich mittelschwere körperlich angepasste Arbeiten unter wechselbe
lastenden Bedin
gungen
Rechnung getragen (vgl. vorne E. 3.19).
Soweit der Beschwerdeführer
geltend macht
, der Fallabschluss per Ende April 2019
sei
verfrüht erfolgt,
da
Dr.
D._
in seinem Bericht vom 5. Oktober 2018 nirgends erwähnt habe, dass der medizinische Endzustand erreicht sei
(Urk. 1 S.
8), kann ihm nicht gefolgt werden.
Für den therapeutisch tätigen Fach
arzt steht der Behandlungsauftrag im Vordergrund und nicht die versicherungs
medizinische Beurteilung des Endzustandes
.
Auch wenn
Dr.
D._
am 5. Oktober 2018 der Ansicht war
– wie der Beschwerdeführer vorb
ringt
(Urk. 1 S.
8) -
, dass sich die aktuelle Situation durch therapeutische Massn
ahmen noch verbessern lasse (vgl. vorne E.
3.12)
, kann daraus nicht geschlossen werden, dass dies im
April 2019 -
mithin
6 Monate später -
immer noch der Fall war
.
I
n seinem Bericht vom 12.
Februar 2019 riet
Dr.
D._
jedenfalls
lediglich zur Durch
führung einer Lymphdrainage
(Urk.
8/143)
, für welch
e die Beschwerdegegnerin am 21.
Februar 2019 Kostengutsprache erteilte
(Urk.
8/146).
Auf die von
Dr.
B._
anlässlich
der kreis
ärztlichen Untersuchung vom 17.
Januar 2019
vorgeschlagene
stationäre
Rehabilitation in der Rehabilitationsklinik
F._
(
Urk. 8/107 S. 5
)
verzichtete der Beschwerdeführer (
Telefonnotiz vom 25.
Februar 2019 [
Urk.
8/152] und vom 13
.
März 2019 [
Urk.
8/154]
).
Dr.
A._
ging im März 2019 davon, aus, dass die Beschwerden unter Belastung jederzeit rezidivieren könnten und empfahl zur Vermeidung bzw. Linderung Physiotherapie und Schuheinlagen.
Die Kosten der Physiotherapie übernahm die Beschwerdegegnerin denn auch für weitere zwei Jahre (
Urk. 8/161
).
Die
residuellen
Belastungs
beschwerden
erachtete
Dr.
A._
als dauernde Schädigung, weshalb dem Beschwerdeführer hierfür eine Integritätsentschädigung zugesprochen wurde
und diese Problematik
auch
beim
Belastungsprofil berücksichtigt wurde
.
Im Übrigen
ist darauf hinzuweisen, dass es
beim Fallabschluss
nicht um einen Endzustand der medizinischen Behandlung, mithin um das Dahinfallen jeglichen Bedarfs an Heilbehandlung, geht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_639/2014 vom 2.
Dezember 2014 E.
3). Massgebend ist, dass im Zeitpunkt des Fallab
schlusses keine medizinische Behandlung mehr zur Diskussion stand, von welcher eine namhafte Besserung des unfallbedingten Gesundheitsschadens hätte erwartet werden können. «
Namhaft»
bedeutet
,
dass die durch
weitere
Heilbe
handlung
zu erwartende
Besserung ins Gewicht fallen muss
. Unbedeutende Ver
besserungen genügen nicht
(BGE 134 V 109 E.
4.3 mit Hinweisen).
Eine allfällige
blosse
Verbesserung allein des Leidens an sich, eine nur kurzfristige Linderung, eine Verbesserung der Befindlichkeit oder
,
dass der Versicherte etwa von Phy
siotherapie profitieren kann, genüg
en
nicht (Urteile
des Bundesgerichts
8C_970/2012 vom 3
1.
Juli 2013 E.
3.4; 8C_855/2009 vom 2
1.
April 2010 E.
7; 8C_338/2009 vom 1
4.
Januar 2010 E.
5.1; 8C_28/2008 vom 2
8.
Juli 2008 E.
3.3).
Im Zeitpunkt der
strittigen Leistungseinstellung
befand sich der Beschwerde
führer
noch
in physiotherapeutischer
Behandlung
mit
ärztlichen
Kontrollun
tersuchungen
und nahm Schmerzmittel ein.
Ärztliche Verlaufskontrollen, die Einnahme von Medikamenten sowie
manualtherapeutische
B
ehandlungsmass
nahmen
gelten nicht als kontinuierliche, mit einer gewissen
Planmässigkeit
auf
eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes gerichtete ärztliche Behandlung
en
im Sinne der Rechtsprechung
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_306/2016 vom 22. September 2016 E. 5.3 mit Hinweis)
.
Eine medizinische Behandlung, von welcher
noch
eine wesentliche Verbesserung hätte erwartet werden können, ist vorliegend nicht ersichtlich und wird auch vom Beschwerdeführer nicht dargetan.
Da der medizinische Endzustand im Zeitpunkt der Leistungseinstellung erreicht war, hat die Beschwerdegegnerin den Fall zu Recht abgeschlossen
.
Konkrete Anhaltspunkte dafür, dass die noch nicht abge
schlossenen Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung geeignet waren, den
im Bereich
der Unfallversicherung zu
ermittelnde
Invaliditätsgrad zu beeinflussen, bestehen nicht (vgl. vorne E.
1.4).
6.
6.1
Zu prüfen ist
schliesslich
,
ob eine für einen Ren
tenanspruch massgebliche Erwerbs
einbusse (mindestens 10 %, Art. 18 Abs. 1 UVG)
besteht
.
6.2
Gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkom
mensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fort
gesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrschein
lichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Der Beschwerdeführer arbeitete vor dem Unfall als
Automechaniker
bei der
G
arage
Y._
. in einem 90
%-Pensum. Das Arbeitsverhältnis wurde von Seiten des Arbeitgebers aus gesundheitlichen Gründen per
30. September 2018
aufgelöst (Urk. 8/
43
). Somit ist davon auszugehen, dass der Beschwerde
führer im Gesundheitsfall noch an dieser Arbeitsstelle tätig wäre. Die Beschwer
degegnerin ermittelte ein mutmassliches Einkommen von Fr.
72’248.-- (13 x Fr. 5'0
0
1.
76 :
90 x 100
), was nicht zu beanstanden ist
(vgl.
Urk.
8/168 und
Urk.
8/120
f.)
.
6.3
Hinsichtlich der Festsetzung des Einkommens, das
die versicherte Person
trotz
ihrer
gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
noch zu erzielen ver
möchte (Invalideneinkommen), ist
rechtsprechungsgemäss
primär von der beruf
lich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher
sie
konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare Erwerbs
tätigkeit mehr aus, so können Tabellenlöhne
gemäss
den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerheb
ungen (LSE) herange
zogen werden (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweisen).
Die Beschwerdegegnerin hat das Invalideneinkommen auf der Grundlage der LSE 2018 bestimmt. Dabei ist sie vom monatlichen Bruttolohn für Männer für Tätig
keiten im Kompetenzniveau 1 in sämtlichen Wirtschaftszweigen des privaten Sektors ausgegangen (Fr. 5'417.--, Tabelle TA1) und hat
ei
n erzielbares Einkom
men von Fr.
68'377.-- ermittelt
.
Dieser Betrag ist
rechtsprechungsgemäss
zu kürzen, wenn persönliche und beruf
liche Merkmale, wie Art und
Ausmass
der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Ein
Abzug
soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall An
haltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merk
male
ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeits
markt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen verwerten kann (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Der
Abzug
ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach
pflichtgemässem
Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (BGE 134 V 322 E. 5.2; Urteil des Bundesgerichts 8C_361/2011 vom 20. Juli 2011
E. 6.1 mit weiteren Hinweisen).
Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versi
cherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
).
Gemäss
dem von Kreisarzt
A._
festgelegten Belastungsprofil
sind
dem Beschwerdeführer
nur noch
l
eichte bis gelegentlich mittelschwere körperlich
angepasste Arbeiten unter wechselbelastenden Bedingungen vollschichtig zumut
bar
(vgl. oben E.
3
.19
)
. Medizinische Beurteilungen, welche dieses Zumut
barkeitsprofil in Frage stellen würden, liegen nicht vor. Einzig
Dr.
C._
hält fest, es seien maximal leichte körperliche Belastung
en zumutbar
(vgl. oben E. 3.18)
, berücksichtigt dabei allerdings auch unfallfremde gesundheitliche Beeinträchti
gungen, weshalb seine Einschätzung nicht geeignet ist, das kreisärztlich festge
legte
Bel
a
stungs
profil zu entkräften.
Da beim
genannten
Belastungsprofil die unfallbedingten gesundheitlichen Einschränkungen bereits berücksichtigt
wurden,
dürfen
diese
nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs
einfliessen
.
Dies würde
ansonsten zu einer doppelten Anrechnung der gleichen Gesi
chtspunkte führen
(vgl. Urteil
des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1
mit Hinweisen
).
Die gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, weiterhin körpe
rlich
schwere Arbeiten zu verr
ichten
,
führt
– entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (Urk. 1 S. 12)
–
nicht automatisch zu einer Verminderung des hypothetischen Invalidenlohns
.
Vielmehr ist der Umstand al
lein, dass nur
mehr leicht
e
Arbeiten
zumutbar sind, auch bei -
hier nicht gegebener
-
eingeschränkter Leistungsfähigkeit
kein Grund für einen zusätzlichen leidensbedingten Abzug, weil d
er Tabellenlohn
im
Kompe
tenzniveau 1
bereits
eine Vielzahl von leichten Tätigkeiten
umfasst
(
vgl. Urteil des Bundegerichts
8C_61/2018 vom 23. März 2018 E. 6.5.2
mit Hinweisen
)
.
Dass weitere abzugsrelevante Merkmale gegeben wären, macht der Beschwerde
führer nicht geltend und ist auch nicht ersichtlich.
Die Beschwerdegegnerin hat somit zu Recht
von einem Abzug vo
m
Tabellenlohn abgesehen
.
Es kann daher auf das von der Beschwerdegegnerin ermittelte Invalideneinkommen von Fr. 68’377.-- abgestellt werden.
6.4
Bei einem
Valideneinkommen
von Fr.
72’248
.-- und einem Invalideneinkommen von Fr.
68’377
.-- resultiert eine Erwerbseinbusse von
3’871
.--, was einem Inva
liditätsgrad von gerundet
5
% entspricht.
Somit hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Invalidenrente.
7
.
Die Beschwerdegegnerin
sprach dem Beschwerdeführer
für die
Fussverletzung
rechts
eine Integritätsentschädigung gestützt auf eine
Integritätseinbusse
von
15
% zu
, was nicht zu beanstanden ist und auch nicht bestritten
wird
.
8.
Insgesamt erweist sich der vorinstanzliche Entscheid als rechtens
,
was zur Abweisung der Beschwerde führt.