Decision ID: 3862ff54-2c55-5cf7-8885-93865327bec5
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) meldete sich bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen
(nachfolgend: IV-Stelle) mit Gesuch vom 14. September 2001 erstmals zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung (IV) an (IV-act. 1). Am 19. September 2001 erteilte
die IV-Stelle dem Versicherten aufgrund der im Rahmen ihrer Abklärungen
festgestellten Hörbeeinträchtigung eine Kostengutsprache für Hörgeräte (IV-act. 9). Am
20. Januar 2006 meldete sich der Versicherte erneut an, dieses Mal zum Bezug einer
Rente bzw. beruflicher Massnahmen (IV-act. 10). Er beklagte seit einem Arbeitsunfall
vom 11. November 2004, bei welchem ihm gemäss seinen Angaben beim Heben einer
Lastwagenblache ein Stück Holz ins Gesicht geflogen sei, diverse gesundheitliche
Beschwerden, insbesondere Schmerzen an verschiedenen Stellen, sowie eine
Sehstörung mit Gesichtsfeldeinschränkung (vgl. IV-act. 215 S. 2). Gemäss einem von
der IV-Stelle bei der ABI Ärztliches Begutachtungsinstitut GmbH (nachfolgend: ABI) in
Auftrag gegebenen polydisziplinären Gutachten vom 12. März 2007 konnten keine
objektivierbaren Befunde erhoben werden, welche die Arbeitsfähigkeit in der
angestammten Tätigkeit als Lastwagenchauffeur oder für eine adaptierte Tätigkeit
eingeschränkt hätten (IV-act. 64). Allerdings übernahm der regionale ärztliche Dienst
(RAD) entsprechend einer Stellungnahme vom 22. Juni 2007 nur die gutachterliche
Schätzung bezüglich der adaptierten Arbeitsfähigkeit, während er hinsichtlich der
angestammten Tätigkeit von einer Arbeitsunfähigkeit ausging, da sich der Versicherte
in dieser gefahrgeneigten Tätigkeit selber als nicht mehr arbeitsfähig sehe (vgl. IV-act.
72). Nach der Abweisung des Rentenbegehrens durch die IV-Stelle (vgl. IV-act. 77
i.V.m. 87) und einem Rückweisungsentscheid des Versicherungsgerichts des Kantons
St. Gallen zur weiteren Abklärung (IV-act. 108) gab die IV-Stelle beim ABI eine
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polydisziplinäre Verlaufsbegutachtung in Auftrag. Auch in dieser konnten gemäss dem
Gutachten vom 2. Februar 2010 aus neurologischer, ophthalmologischer und
allgemeininternistischer Sicht keine Befunde oder Diagnosen erhoben werden, welche
die Arbeitsfähigkeit des Versicherten in einer körperlich leichten und mittelschweren,
intermittierend auch schweren Tätigkeit eingeschränkt hätten. Aus psychiatrischer
Sicht wurden eine leichte depressive Episode sowie eine Somatisierungsstörung mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit festgestellt, weshalb bezogen auf eine ganztägige
Erwerbstätigkeit eine Leistungseinbusse von 20 % angenommen wurde (IV-act. 133 S.
1 ff.). Nach einem negativen Vorbescheid vom 28. September 2010 (vgl. IV-act. 153
und 154) teilte der damalige Rechtsvertreter des Versicherten mit, dass letzterer
notfallmässig und stationär in die psychiatrische Klinik B._ habe eingewiesen werden
müssen (IV-act. 156). Nach dem Erhalt weiterer medizinischer Berichte (vgl. IV-act. 157
ff.) gab die IV-Stelle eine erneute psychiatrische Begutachtung beim ABI in Auftrag (IV-
act. 174 und 175). Im psychiatrischen Gutachten vom 3. November 2011 wurden als
Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung,
gegenwärtig leichte Episode, und eine Somatisierungsstörung angegeben. Der
Gutachter kam zum Schluss, dass sich das Zustandsbild seit der letzten
psychiatrischen Begutachtung im ABI nicht wesentlich verändert habe, weshalb
weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % vorliege. Die ausgeprägte subjektive
Krankheitsüberzeugung lasse sich durch die psychiatrischen Befunde nicht hinreichend
objektivieren (IV-act. 185). Nach einem entsprechenden Vorbescheid (IV-act. 189)
lehnte die IV-Stelle einen Rentenanspruch des Versicherten mit Verfügung vom 25.
Januar 2012 ab (IV-act. 192). Eine dagegen erhobene Beschwerde wies das
Versicherungsgericht mit Entscheid vom 17. März 2014 ab. Auf diesen Entscheid wird
für eine detailliertere Darstellung des Sachverhalts bis zu diesem Zeitpunkt,
insbesondere für die Darlegung der Ausführungen in den bis dahin ergangenen
medizinischen Berichten und Gutachten verwiesen (IV-act. 214 und 215). Auf eine
gegen den Entscheid des Versicherungsgerichts vom 17. März 2014 erhobene
Beschwerde trat das Bundesgericht mit Urteil vom 12. Mai 2014 nicht ein (IV-act. 220).
B.
B.a Am 3. Juni 2014 meldete sich der Versicherte erneut bei der IV-Stelle zum
Leistungsbezug an (IV-act. 221 S. 1 ff.).
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B.b In einem Schreiben an die IV-Stelle vom 30. Juni 2014 hielt Dr. med. C._, Arzt
für Allgemeine Medizin FMH, Gemeinschaftspraxis D._, Hausarzt des Versicherten,
fest, dass der Gesundheitszustand des Versicherten nach wie vor sehr schlecht sei und
daher eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % bestehe. Auch aus psychiatrischer Sicht liege
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vor (IV-act. 232 S. 1).
B.c Am 1. Juli 2014 berichtete Dr. med. E._, Facharzt FMH für Ophthalmologie, dass
sich der Versicherte am 13. Juni 2014 vorgestellt und berichtet habe, dass er am 5. Mai
2014 beim Kippen ein Kippfenster auf den Kopf bekommen habe. Dabei sei sein
Hörgerät zerstört worden und er sehe seitdem mit dem rechten Auge nur noch
vernebelt. Dr. E._ hielt fest, dass er anlässlich der Untersuchung keine durch den
Unfall verursachte Minderung der Sehschärfe am rechten Auge habe feststellen
können. Die Funduskopie habe keine Anzeichen einer Netzhautveränderung ergeben
und es hätten sich keine Zeichen einer contusio bulbi gezeigt. Der Augendruck habe im
Normalbereich gelegen. Da eine contusio bulbi nicht auszuschliessen gewesen sei,
werde der Netzhautbefund in sechs Wochen nochmals kontrolliert (IV-act. 231 S. 1,
238 S. 8 und 242 S. 9). Ebenfalls am 1. Juli 2014 berichtete Frau Dr. med. F._,
Spezialärztin Neurologie FMH, Neurologisches Zentrum G._, dass sich der
Versicherte bei ihr nach einem Haushaltsunfall vom 5. Mai 2014 wegen einer Zunahme
der schwindelartigen Beschwerden vorgestellt habe. Allerdings erwähnte sie in diesem
Bericht auch, dass sich der Versicherte nicht unmittelbar nach dem Unfall bei ihr
gemeldet habe. Seinerzeit habe kein Anlass für eine genauere neurologische
Kurzabklärung bestanden. Aktuell habe sich der Versicherte notfallmässig eine
Beurteilung seines Zustandsbildes für die IV-Stelle gewünscht, da er für die Prüfung
seines neuen Gesuchs um IV-Leistungen aktuelle ärztliche Beurteilungen einzureichen
habe. Als Diagnosen anlässlich des Haushaltsunfalls nannte Dr. F._ im Wesentlichen
eine Kopfkontusion, parieto-occipital durch ein herabfallendes Oberlicht, Sturz mit
Rippenanprall ventral rechts, Schulterkontusion rechts, Kontusion auricular rechts
sowie ein blutunterlaufendes Auge rechts. Weiter führte sie aus, dass ein am 20. Juni
2014 angefertigtes MRI cerebral (vgl. IV-act. 228 S. 5, 232 S. 11 und 242 S. 14) im
Vergleich zu einer Voruntersuchung vom 14. Februar 2014 (vgl. IV-act. 232 S. 10)
unverändert einzelne unspezifische, wenige Millimeter grosse Glioseherde im fronto-
parietalen Marklager beidseits ohne Krankheitswert, aktuell ohne Hinweis auf neu
aufgetretene intracraniell posttraumatische Veränderungen, ergeben habe. Die klinisch
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neurologische Untersuchung habe konkordant zum extern veranlassten cerebralen MRI
vom 20. Juni 2014 keinen Anhaltspunkt für eine traumatisch bedingte central-
neurologische Schwindelgenese ergeben. Die weiterhin bestehenden occipitalen
Kopfschmerzen mit schmerzbedingt etwas eingeschränkter HWS-Beweglichkeit
imponierten vorrangig muskulär, weshalb eine analgesierende-muskelrelaxierende
Medikation zu empfehlen sei. Der beklagte Schwindel, welcher schon vorher
angegeben worden sei, sei auch "vor dem allgemeinen psychophysischen Zustand des
Versicherten" zu beurteilen. Sie merkte überdies an, dass entgegen früherer
Untersuchungen die Prüfung der Okulomotorik nicht gelungen sei. Der Versicherte
habe nämlich angegeben, keine Folgebewegungen ausführen zu können, da er für
Blickrichtungen den Kopf drehen müsste. Unter Ablenkung habe sich jedoch eine
unauffällige Augenmotilität gezeigt. Auch habe sich der Versicherte bei Standtests
teilweise demonstrativ schwankend verhalten (IV-act. 228 S. 1 ff., 238 S. 9 ff., 242 S.
10 ff. und 267 S. 1 ff.). Dr. F._ reichte der IV-Stelle auch einen Bericht zu den
Untersuchungen vom 7. und 17. Februar 2014 ein. Darin hatte sie festgehalten, dass
der aktuelle Kopfschmerz weder dem bekannten Muster einer Migräneattacke noch
einem typischen Spannungskopfschmerz entspreche. Der vom Versicherten
beschriebene Kopfschmerz stehe für diesen in einer engen Assoziation mit den
Konzentrations- und Merkfähigkeitsstörungen, weshalb er auf ein cerebrales MRI
gedrängt habe, welches allerdings keinerlei Zeichen einer Hirnathrophie und keine
Hinweise auf signifikante mikroangiopathische Veränderungen ergeben habe. Somit sei
davon auszugehen, dass sich die beklagten neurokognitiven Defizite wahrscheinlich
auf der Basis der affektiven Störung etabliert hätten. Darüber hinaus bestehe kein
Anhaltspunkt für eine vaskuläre Kopfschmerzgenese. Weiter habe der Versicherte
angegeben, dass er nach der Operation des Nervus ulnaris bei Loge de Guyon
Syndrom im Oktober 2013 die Finger immer noch nicht richtig strecken könne. Man
habe ihm allerdings wiederholt erklärt, dass sich das Defizit bei dem älteren
Kompressionsschaden nicht mehr erhole. Der Versicherte habe auch noch angegeben,
postoperativ bestünden linksseitige Schulterbeschwerden; er könne den Arm nicht
mehr über die Horizontale heben. Dr. F._ hielt dazu fest, dass der Versicherte
aufgrund der beklagten Schulterschmerzen für ein MRI der linken Schulter angemeldet
worden sei (IV-act. 267 S. 6 ff.; vgl. ferner IV-act. 232 S. 4 ff.). In dem am 19. Februar
2014 durchgeführten MRI habe keine Affektion des Nervus axillaris und somit kein
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neurologisches Krankheitsbild gefunden werden können. Lediglich eine geringgradige
AC-Gelenksarthrose habe sich erfassen lassen, welche die Beschwerdesymptomatik
jedoch nicht eindeutig erklären könne (IV-act. 267 S. 5).
B.d Am 18. Juli 2014 machte der Rechtsvertreter des Versicherten gegenüber der IV-
Stelle geltend, dass sich die relevante Verschlechterung des psychischen Zustandes
seines Mandanten insbesondere aus einem Verlaufsbericht der behandelnden
Psychiaterin Dr. med. H._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 24. September
2013 ergebe, verbunden mit der laufend bescheinigten Arbeitsunfähigkeit aus
psychischen Gründen (IV-act. 235). Im entsprechenden Bericht hatte Dr. H._
ausgeführt, dass sich der Gesundheitszustand des Versicherten seit dem letzten
Verlaufsbericht vom 5. Mai 2012 verschlechtert habe. Neben der immer noch
vorhandenen depressiven Symptomatik habe sich subjektiv auch der Visus
verschlechtert. Eine Aggravation liege nicht vor, vielmehr handle es sich um eine
somatoforme autonome Funktionsstörung. Ausserdem lägen eine mittelgradige bis
schwere depressive Episode sowie eine Somatisierungsstörung vor. Der Versicherte
leide neben der Visus-Verschlechterung seit einem Jahr immer mehr an plötzlichen
Bewusstseinsstörungen, wobei es auch zu körperlichen Verletzungen komme. Aus
psychiatrischer Sicht sei der Versicherte nicht arbeitsfähig (vgl. IV-act. 236). Der
Rechtsvertreter des Versicherten führte gegenüber der IV-Stelle weiter aus, dass dieser
Bericht lange vor der neuerlichen Verletzung vom 5. Mai 2014 mit Kopfkontusionen
entstanden sei. Bezüglich des psychischen Zustandes sei auch die schwierige familiäre
Situation des Versicherten zu berücksichtigen. Dr. H._ habe ausgeführt, dass die
persistierende Symptomatik ohne weiteres erklärbar sei und zwar nicht im Sinne einer
rezidivierenden Depression, sondern im Sinne eines chronifizierten Zustandes. Auch
der Hausarzt Dr. C._ habe den Versicherten voll arbeitsun¬fähig geschrieben. Die
Sehschärfe habe in den letzten beiden Jahren kontinuierlich abgenommen und der
Zustand bezüglich Vergesslichkeit habe sich stark verschlechtert. Die geplante
augenärztliche Untersuchung sei abzuwarten und der Versicherte sollte einer
neuropsychologischen Abklärung unterzogen werden. Insgesamt sei eine
Verschlechterung des Gesundheitszustandes in den letzten zwei Jahren ausgewiesen
(IV-act. 235).
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B.e In einem Bericht an die IV-Stelle vom 31. August 2014 nannte Dr. H._ die
folgenden Diagnosen: Somatoforme autonome Funktionsstörung, mittelgradige
depressive Episode und Somatisierungsstörung. Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit
liege seit dem Jahr 2013 und bis auf weiteres eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vor. Seit
dem Verlaufsbericht vom 24. September 2013 habe es keine wesentlichen
Veränderungen gegeben. Oft könne der Versicherte nicht genau sagen, was er gesehen
habe. Das Augenfeld sei von der linken und der rechten Seite her so eingeengt, dass
der Visus sehr eingeschränkt sei, weshalb der Versicherte häufig den Augenarzt
aufsuche. Subjektiv fühle sich der Versicherte in der letzten Zeit noch schlechter. Er
habe Probleme mit dem Atmen, sodass er eine panische Angst verspüre. Auch hätten
sich die Kopfschmerzen, der Schwindel und die Rückenschmerzen nach dem Unfall
am Fenster noch verschlechtert (IV-act. 242 S. 1 ff.; vgl. ferner IV-act. 238 S. 1 ff.).
B.f In einer Mitteilung vom 3. November 2014 lehnte die IV-Stelle einen Anspruch des
Versicherten auf berufliche Massnahmen ab, da solche zurzeit nicht möglich seien (IV-
act. 251).
B.g In einem der IV-Stelle am 28. Juli 2015 eingereichten Bericht erklärte Dr. E._,
dass aus ophthalmologischer Sicht in der letzten Zeit keine Arbeitsunfähigkeit
bestanden habe. Eine ambulante Untersuchung habe vom 31. März 2015 bis zum 19.
Mai 2015 stattgefunden. Seither sei der Versicherte bei der Augenklinik des
Kantonsspitals St. Gallen in Behandlung. Er leide immer wieder unter Kopfschmerzen
und gelegentlichen Doppelbildern, Augentränen und Juckreiz (IV-act. 262).
B.h Am 26. August 2015 erklärte Dr. C._ gegenüber der IV-Stelle, dass dem
Versicherten die bisherige Tätigkeit nicht mehr zumutbar sei und dass dabei eine um
100 % verminderte Leistungsfähigkeit bestehe (IV-act. 269).
B.i In einem Bericht an die IV-Stelle vom 10. September 2015 verneinte Dr. H._ die
Zumutbarkeit der bisherigen sowie jeder anderen Tätigkeit. Die Diagnosen hätten sich
nicht verändert. Der Versicherte weise immer mehr kognitive Defizite auf. Zudem leide
er an einer depressiven Symptomatik und an einer Somatisierungsstörung (IV-act. 272).
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B.j Am 29. September 2015 reichte der Rechtsanwalt des Versicherten einen
psychologischen Bericht vom 4. September 2015 sowie einen dazugehörigen
neuropsychologischen Begleitbrief vom 21. September 2015 des Ambulatoriums der
Klinik I._ ein (IV-act. 274, 276 und 277). In diesen Berichten waren die behandelnden
Ärzte aufgrund der von ihnen am 26 und 31. August 2015 durchgeführten
Untersuchungen davon ausgegangen, dass beim Versicherten eine leichte bis
mittelschwere neuropsychologische Funktionsstörung bestehe. Im Vordergrund der
Auffälligkeiten stünden Leistungsminderungen betreffend die
Verarbeitungsgeschwindigkeit, die komplexen Aufmerksamkeitsdimensionen, die
visuell-konstruktive Verarbeitung sowie betreffend einzelne anamnestische
Funktionsbereiche. Die psycho-affektive Befindlichkeit im Sinne der depressiven
Symptomatik des Versicherten müsse im Kontext der Befundinterpretation
hervorgehoben werden. Depressive Episoden könnten sich negativ auf die kognitive
Leistungsfähigkeit auswirken. Zudem sei der Versicherte inhaltlich stark auf seinen
gesundheitlichen Zustand fokussiert, was mitunter die begrenzte
Aufmerksamkeitskapazität erkläre. Die vom Versicherten beschriebenen kognitiven
Einschränkungen entsprächen dem erhobenen neuropsychologischen Leistungsprofil,
wenngleich die subjektiv wahrgenommene Gedächtnisproblematik nicht in dem
beschriebenen Ausmass habe objektiviert werden können (IV-act. 277 S. 3 und 276 S.
1).
B.k Die IV-Stelle gab am 29. Dezember 2015 ein polydisziplinäres Gutachten bei der
Medizinischen Gutachtenszentrum Region St. Gallen GmbH (nachfolgend: MGSG) in
Auftrag (vgl. IV-act. 282 und 285). Am 10. Februar 2016 untersuchten Dr. med. J._,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, beeideter und gerichtlich zerti¬fizierter
Sachverständiger, Dr. med. K._, Spezialarzt für Innere Medizin FMH, und Dr. med.
L._, Spezialarzt Orthopädie FMH, zertifizierter medizinischer Gutachter SIM, von der
MGSG den Versicherten (vgl. IV-act. 293). Im psychiatrischen Teilgutachten vom 11.
Februar 2016 nannte Dr. J._ als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine anhaltende leichte bis mittelgradige depressive Störung, bestehend seit etwa März
2011, bei Status nach mittelgradiger depressiver Episode mit somatischem Syndrom
bestehend von etwa Januar 2010 bis Februar 2011. Aus psychiatrischer Sicht hätten
sich beim Versicherten nach einer unauffälligen Kindheits- und
Persönlichkeitsentwicklung über Jahre hinweg keine psychischen Störungen mit
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Krankheitswert erheben lassen. Im Zusammenhang mit einer anhaltenden
Schmerzsymptomatik mit Symptomausweitung nach einem Arbeitsunfall im November
2004 und den damit einhergehenden psychosozialen Belastungen mit Arbeitslosigkeit,
finanziellen Problemen und familiären Belastungen nach dem Tod der Mutter habe sich
beim Versicherten seit etwa Januar 2010 eine mittelgradige depressive Episode mit
einem somatischen Syndrom entwickelt. Daher sei vom _ November 2010 bis zum _.
Februar 2011 eine stationäre psychiatrische Behandlung in der psychiatrischen Klinik
B._ erfolgt, wodurch eine Besserung des psychischen Zustandsbildes habe erreicht
werden können. Seit der stationären Behandlung lasse sich eine leichte bis
mittelgradige depressive Störung erheben. Im ABI-Gutachten vom 3. November 2011
sei eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode, diagnostiziert
worden. Ein typisch episodenhafter Verlauf sei nicht auszumachen, jedoch sei es
durchaus vorstellbar, dass im damaligen Untersuchungszeitpunkt eine leichte Störung
vorgelegen habe. Die anhaltende leichte bis mittelgradige depressive Störung stehe im
Zusammenhang mit der anhaltenden Schmerzsymptomatik und mit psychosozialen
Problemen, weshalb es sich nicht um eine eigenständige, von der
Schmerzsymptomatik unabhängige depressive Erkrankung handle. Es bestehe somit
keine psychische Komorbidität von erheblicher Schwere. Die psychosozialen Faktoren
kämen jedoch nicht als alleinige Ursache der depressiven Störung in Frage. Die
depressive Störung sei durch eine überwiegend bedrückte Stimmung mit verminderter
Freude, Lust und wechselnden Unruhezuständen sowie durch eine Antriebsminderung
gekennzeichnet. Auch würden kognitive Störungen mit subjektiven
Konzentrationsstörungen und Vergesslichkeit angegeben, wobei sich im Rahmen der
psychiatrischen Exploration keine kognitiven Störungen hätten erheben lassen.
Allerdings seien im Rahmen einer testpsychologischen Untersuchung vom August 2015
leichte bis mittelgradige neuropsychologische Funktionsstörungen beschrieben
worden. Diese kognitiven Defizite seien im Zusammenhang mit der depressiven
Störung zu sehen. Hinzu kämen ein negativistisches, auf die körperlichen Beschwerden
und die soziale Situation mit Zukunftsängsten eingeengtes Denken sowie vom
Versicherten angegebene Schlafstörungen. Diese hätten sich jedoch durch eine
Medikation verbessert. Auch gebe der Versicherte an, dass sich die psychische
Situation seit der stationären Behandlung in der Tagesklinik B._ gebessert habe und
er sich seit Jahren in unveränderter psychiatrischer Verfassung befinde. Die aktuelle
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Therapie und Medikation erscheine lege artis. Trotz der beschriebenen psychischen
Störung zeigten sich beim Versicherten auch mobilisierbare und vorhandene
Ressourcen: Er pflege gute soziale Kontakte und er sei relativ gut
kommunikationsfähig, obwohl er die deutsche Sprache nicht sicher beherrsche. Es
zeige sich auch nicht in allen Lebensbereichen eine gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus. Die vom Versicherten beklagten Beschwerden seien nur teilweise in
sich konsistent. Er habe ungenaue anamnestische Angaben mit unpräzisen
Schilderungen der Beschwerden gemacht. Aufgrund der anhaltenden leichten bis
mittelgradigen depressiven Störung bei einem Zustand nach einer mittelgradigen
depressiven Episode erschienen die emotionale Belastbarkeit, die geistige Flexibilität,
der Antrieb, die Interessen, die Motivation, die Kontaktfähigkeit und Dauerbelastbarkeit
beeinträchtigt. Auch seien aufgrund der depressiven Episode leichte bis mittelgradige
kognitive Einschränkungen anzunehmen, sodass das Lenken eines Lastkraftwagens
aus psychiatrischer Sicht nicht zumutbar sei. In der angestammten Tätigkeit sei somit
von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. In einer leidensangepassten
Tätigkeit bestehe seit etwa März 2011 eine 70%ige Arbeitsfähigkeit bei vollem
Stundenpensum. Für den Zeitraum Januar 2010 bis Februar 2011 sei eine 60%ige
Arbeitsfähigkeit anzunehmen. Bei adaptierten Tätigkeiten sollte es sich um Tätigkeiten
ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne erhöhten Zeitdruck (Stressbelastung), ohne
erforderliche geistige Flexibilität, ohne vermehrte Kundenkontakte, ohne Lenken eines
Lastkraftwagens und ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung handeln (IV-act. 293
S. 25 ff. und S. 79 ff.). In der internistischen Beurteilung vom 25. Februar 2016 nannte
Dr. K._ keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Der Versicherte
fühle sich aus internistischer Sicht gesund und voll leistungsfähig. Diese Beurteilung
entspreche auch der internistischen gutachterlichen Einschätzung (IV-act. 293 S. 51 ff.
und S. 75 ff.). Dr. L._ gab in seiner orthopädischen Beurteilung vom 29. April 2016 als
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein Cervicovertebralsyndrom bei
Os¬teochondrose und eine Unkarthrose, speziell C4-7 mit Diskushernien und Kontakt
zur Nervenwurzel C7 links ohne neurale Kompression, eine Pseudolumboischialgie
links bei Osteochondrose L4 bis S1 mit Diskushernie L4/5 und Anhebung der
Nervenwurzel L4 rechts ohne neurale Kompression und einen degenerierten TFCC mit
Arthrose des distalen Radioulnargelenks und Status nach Dekompression und
Neurolyse des Nervus ulnaris links August 2013 an. Als Diagnosen ohne Auswirkung
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auf die Arbeitsfähigkeit erwähnte er eine Acromioclaviculargelenksarthrose rechts
sowie eine Adipositas. Unter Berücksichtigung der Ergebnisse einer von ihm bei der
Orthopädie und Physiotherapie M._ in Auftrag gegebenen Evaluation der
funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) vom 26. und 27. April 2016 hielt er fest, dass das
Ausmass der demonstrierten abnormen Befunde anlässlich der körperlichen
Untersuchung nur inkomplett habe plausibilisiert werden können. Die EFL habe keine
Symptomausweitung, jedoch nur eine mässige Konsistenz ergeben. Infolge
Selbstlimitierung und Inkonsistenz bei den Handkrafttests seien die diesbezüglichen
Resultate für die Beurteilung der zumutbaren Belastbarkeit nicht verwertbar. Die
Nackenschmerzen, die abnormen Untersuchungsbefunde der Halswirbelsäule, die
lumbalen Schmerzen sowie die pathologischen objektiven Befunde der
Lendenwirbelsäule könnten partiell mit den auf dem MRI ersichtlichen Befunden erklärt
werden. Die angegebene Hyposensibilität der Finger links könne hingegen nicht
objektiviert werden, da keine neurale Kompression vorliege. Schon gar nicht
objektivierbar sei eine Hyposensibilität der rechten Finger, da rechts radiologisch keine
Nervenwurzel tangiert sei. Nachdem radiologisch links keine neurale Kompression
vorliege, könne auch die Ausstrahlung der Schmerzen in die Grosszehe links sowie die
bei der Untersuchung angegebene Hyposensibilität medial am linken Oberschenkel
und Unterschenkel nicht nachvollzogen werden. Dr. L._ kam aus rein orthopädischer
Sicht zum Schluss, dass die Arbeitsfähigkeit als Chauffeur bei voller Stundenpräsenz
50 % betrage, da es sich dabei um eine vorwiegend sitzende, mittelschwere Tätigkeit
handle und da beim Heben von Gewichten Einschränkungen bestünden. Der
vorangehende Zeitraum könne retrospektiv orthopädisch nicht beurteilt werden.
Körperlich leichte Tätigkeiten in temperierten Räumen, abwechslungsweise sitzend und
stehend, ohne häufig inklinierte, reklinierte und rotierte Körperhaltungen und ohne
Kraftanwendung des linken Handgelenks könnten seit dem Zeitpunkt der
Begutachtung bei voller Stundepräsenz zu 100 % zugemutet werden (IV-act. 293 S. 2
ff.). In der Konsensbeurteilung vom 2. Mai 2016 kamen die Gutachter zum Schluss,
dass die angestammte Tätigkeit dem Versicherten nicht mehr zumutbar sei. Arbeiten
ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne Stressbelastung, ohne erforderliche geistige
Flexibilität, ohne vermehrte Kundenkontakte, ohne Lenken eines Lastkraftwagens und
ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung könnten dem Versicherten seit März 2011
zu 70 % zugemutet werden. Seit dem Begutachtungszeitpunkt sollte es sich zusätzlich
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um eine körperlich leichte Tätigkeit in temperierten Räumen handeln, die
abwechslungsweise sitzend und stehend, ohne häufig inklinierte, reklinierte und rotierte
Körperhaltungen und ohne häufige Kraftanwendung des linken Handgelenks
ausgeführt werden könnten (IV-act. 293 S. 59. i.V.m. 293 S. 2).
B.l Mit dem Vorbescheid vom 29. Juli 2016 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit,
dass sie das Rentenbegehren in der Annahme einer 70%igen Arbeitsfähigkeit in
adaptierter Tätigkeit und
einer invaliditätsbedingten Erwerbseinbusse von 27 % abweisen werde (IV-act. 297).
B.m In seinem Einwand vom 19. September 2016 wies der Versicherte auf die
zahlreichen Unfälle hin, die er erlitten habe. Zudem machte er geltend, dass seine
Aufnahmefähigkeit nicht nur wegen der Hörprobleme, sondern auch wegen der
Sehprobleme eingeschränkt sei. Überdies sei er wegen einer neu aufgetretenen
schlafassoziierten Atemstörung dem Zentrum für Schlafmedizin des KSSG zugewiesen
worden, wobei der Abschlussbericht des KSSG vom 5. September 2016 ein
leichtgradiges obstruktives Schlafapnoe-Syndrom ergeben habe (IV-act. 298 S. 1 ff.).
Den entsprechenden Bericht legte er bei (vgl. IV-act. 298 S. 8 ff.). Weiter machte er
geltend, dass das Gutachten in neurologischer/orthopädischer Hinsicht zu einem
grenzwertigen Befund gekommen sei. Zudem gehe aus dem Gutachten hervor, dass
keine Eignung für eine feine Fingerarbeit vorliege und er seine Finger nicht mehr
vollumfänglich strecken könne, sodass unklar sei, welche Tätigkeit ihm überhaupt noch
zugemutet werden könne. Des Weiteren bemängelte er die psychiatrische Schätzung
einer 70%igen Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit. Zu Unrecht seien ihm
persönliche und familiäre Ressourcen zuerkannt worden. Vielmehr habe er mit einer
schwierigen familiären und persönlichen Situation zu kämpfen. Er beantragte ein neues
psychiatrisches Gutachten sowie eine neuropsychologische Abklärung (IV-act. 298 S. 3
ff.).
B.n Mit Verfügung vom 10. Oktober 2016 lehnte die IV-Stelle das Rentenbegehren des
Versicherten in der Annahme einer 70%igen Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit
und einem Invaliditätsgrad von 27 % ab. Zum Einwand des Versicherten führte sie aus,
dass im Rahmen einer polydisziplinären Begutachtung weitere Fachrichtungen direkt
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eingeschlossen worden wären, soweit sich dafür eine Notwendigkeit gezeigt hätte.
Dies sei nicht der Fall gewesen. Bei der Zumutbarkeit der attestierten Arbeitsfähigkeit
sei von einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt auszugehen. Demnach sei die Annahme
einer 70%igen Arbeits- und Leistungsfähigkeit gerechtfertigt (IV-act. 299).
C.
C.a Gegen diese Verfügung liess der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) am
14. November 2016 Beschwerde erheben (act. G 1). Darin beantragte er, dass die
Verfügung vom 10. Oktober 2016 aufzuheben und ihm spätestens ab Dezember 2014
eine halbe IV-Rente zuzusprechen sei. Eventualiter sei die Angelegenheit in Aufhebung
der Verfügung an die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) zurückzuweisen,
alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin.
Zudem stellte der Beschwerdeführer ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und
Rechtsvertretung (act. G 1 S. 2).
C.b Am 22. November 2016 reichte der Beschwerdeführer Unterlagen ein, um seine
Bedürftigkeit im Hinblick auf das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege auszuweisen
(act. G 4 und 4.1).
C.c In ihrer Beschwerdeantwort vom 20. Januar 2017 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 7).
C.d Am 24. Januar 2017 hiess die verfahrensleitende Richterin das Gesuch um
Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und
Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) für das Verfahren vor
Versicherungsgericht gut (act. G 8).
C.e In der Replik vom 22. Februar 2017 hielt der Beschwerdeführer an seinen in der
Beschwerde gestellten Anträgen unverändert fest (act. G 10). Die Beschwerdegegnerin
verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (vgl. act. G 11 und 12).

Erwägungen
1.
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Im vorliegenden Verfahren strittig und zu prüfen ist der Anspruch des
Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente.
2.
2.1 Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR
830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit wird in Art. 7 Abs. 1 ATSG als der durch eine
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichen
Arbeitsmarkt definiert. Die Invalidität ist grundsätzlich durch einen
Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen kann, in Beziehung
gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Art. 16 ATSG).
2.2 Um den Arbeitsfähigkeitsgrad bestimmen zu können, ist die Verwaltung - und im
Beschwerdefall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu
Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswerts
eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
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Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben
worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der
Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweis).
3.
Die Beschwerdegegnerin stützt sich für die Ablehnung des Rentenbegehrens in erster
Linie auf das psychiatrisch-orthopädisch-internistische Gutachten des MGSG vom 4.
Mai 2016, in welchem dem Beschwerdeführer für eine adaptierte Tätigkeit eine
Arbeitsfähigkeit von 70 % attestiert worden ist (vgl. act. G 7 i.V.m. IV-act. 293).
Demgegenüber bemängelt der Beschwerdeführer dieses Gutachten in verschiedenen
Punkten, worauf nachfolgend genauer einzugehen ist (vgl. act. G 1 und 10).
3.1
3.1.1 Der Beschwerdeführer beanstandet, dass das Gutachten keine
neuropsychologische Abklärung beinhalte. Überdies kritisiert er die Aussage des
psychiatrischen Gutachters, wonach die im Bericht des Ambulatoriums der Klinik I._
vom September 2015 genannten kognitiven Defizite im Zusammenhang mit der
depressiven Symptomatik zu sehen seien. Diese Schlussfolgerung erachtet der
Beschwerdeführer als willkürlich. Er kritisiert, dass den kognitiven
Funktionseinschränkungen keine eigenständige Bedeutung zuerkannt worden sei (act.
G 1 S. 3 f.; vgl. ferner act. G 10 S. 3). Die Beschwerdegegnerin ist hingegen der
Ansicht, dass eine neuropsychologische Abklärung nicht notwendig gewesen sei,
zumal im Zeitpunkt der Begutachtung bereits ein neuropsychologischer Bericht
vorgelegen habe. Überdies seien die neuropsychologischen Untersuchungen von allen
gängigen Untersuchungsdisziplinen zur Objektivierung von geklagten Beschwerden am
wenigsten geeignet (act. G 7 S. 3).
3.1.2 Mit der Beschwerdegegnerin ist davon auszugehen, dass im Rahmen der
Begutachtung durch die Ärzte des MGSG keine weitergehenden neuropsychologischen
Abklärungen angezeigt gewesen sind. Zum einen scheinen die Gutachter keine
Veranlassung für weitergehende neuropsychologische Abklärungen gesehen zu haben
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und zum anderen hat im Gutachtenszeitpunkt bereits ein neuropsychologischer Bericht
des Ambulatoriums der Klinik I._ vorgelegen (vgl. IV-act. 276 und 277), welchem
auch der Beschwerdeführer Gewicht beimisst. Denn er beruft sich in der Beschwerde
unter Verweis auf diesen Bericht auf das Bestehen kognitiver Einschränkungen (vgl.
act. G 1 S. 3 f.). Die im neuropsychologischen Bericht der Klinik I._ erwähnten
kognitiven Einschränkungen werden im Gutachten weder ignoriert noch kategorisch
negiert. Vielmehr wird im Gutachten nachvollziehbar dargelegt, dass allfällige kognitive
Beeinträchtigungen im Zusammenhang mit der psychischen Störung zu sehen seien,
wobei noch ein negativistisch eingeengtes Denken hinzukomme (IV-act. 293 S. 44).
Übereinstimmend dazu hält auch der psychologische Bericht der Klinik I._ fest, dass
die psycho-affektive Befindlichkeit im Sinne der depressiven Symptomatik im Kontext
der Befundinterpretation hervorgehoben werden müsse. Die depressiven Episoden
könnten sich negativ auf die kognitive Leistungsfähigkeit auswirken. Zudem sei der
Beschwerdeführer inhaltlich stark auf seinen gesundheitlichen Zustand fokussiert, was
mitunter die begrenzte Aufmerksamkeitskapazität erkläre (IV-act. 277 S. 3). Die
Ursache der erhobenen neuropsychologischen Funktionsstörungen bleibe letztlich
offen, jedoch werde von einer multifaktoriellen Genese ausgegangen, wobei die
psychiatrischen Diagnosen die Befunde gut miterklären bzw. erklären könnten (IV-act.
276 S. 1). Auch Dr. F._ ist in ihrem Bericht zu den Untersuchungen vom 7. und 17.
Februar 2014 davon ausgegangen, dass sich die beklagten neurokognitiven Defizite
wahrscheinlich auf der Basis der affektiven Störung etabliert hätten (IV-act. 267 S. 7).
Die im Gutachten enthaltene Aussage, dass allfällige kognitive Beeinträchtigungen im
Zusammenhang mit der psychischen Symptomatik zu sehen seien, erscheint unter
Berücksichtigung der weiteren ärztlichen Berichte somit keineswegs als willkürlich,
sondern vielmehr als stimmig und schlüssig. Dr. J._ weist in seinem psychiatrischen
Gutachten allerdings auch darauf hin, dass sich im Rahmen der psychiatrischen
Exploration gar keine kognitiven Störungen hätten erheben lassen (IV-act. 293 S. 44).
Im Bericht der Klinik I._ ist ebenfalls angemerkt, dass die subjektiv wahrgenommene
Gedächtnisproblematik nicht im beschriebenen Ausmass habe objektiviert werden
können (vgl. IV-act. 277 S. 3). Der psychiatrische Gutachter Dr. J._ sowie die
behandelnden Ärzte der Klinik I._ haben somit nicht gänzlich objektivieren können,
ob tatsächlich kognitive Einschränkungen vorhanden gewesen sind. Demnach ist
gerade nicht davon auszugehen, dass sich durch weitere neuropsychologische
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Abklärungen noch bessere Erkenntnisse hinsichtlich der kognitiven Einschränkungen
hätten erheben lassen. Dazu kommt, dass laut einem Bericht von Dr. F._ zu den
Untersuchungen vom 7. und 17. Februar 2014 ein cerebrales MRI weder Zeichen einer
Hirnathrophie enthalten noch Hinweise auf signifikante mikroangiopathische
Veränderungen gezeigt hat (IV-act. 267 S. 7). Ein nach dem Haushaltsunfall vom 5. Mai
2014 angefertigtes MRI cerebral hat ebenfalls keinen Hinweis auf neu aufgetretene
intracranielle posttraumatische Veränderungen ergeben (vgl. IV-act. 228 S. 5., 238 S. 9,
242 S. 10 und 267 S. 1). Während das psychiatrische ABI-Gutachten vom 3. November
2011 aufgrund der diagnostizierten rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig
leichte Episode, von einer 20%igen Arbeitsunfähigkeit in adaptierter Tätigkeit
ausgegangen ist (vgl. IV-act. 185), attestiert Dr. J._ in der Annahme einer leichten bis
mittelschweren depressiven Störung eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit in angepasster
Tätigkeit. Insofern wird eine leichte Verschlechterung des psychischen
Gesundheitszustandes anerkannt, wobei auch allfällig vorhandene kognitive
Einschränkungen berücksichtigt sind. Allfälligen kognitiven Defiziten wird überdies im
Rahmen der von Dr. J._ umschriebenen Adaptionskriterien Rechnung getragen (vgl.
IV-act. 293 S. 25 ff. und S. 79 ff.).
3.2
3.2.1 Weiter bemängelt der Beschwerdeführer, dass ihm Ressourcen zuerkannt
würden, die er gar nicht besitze. Die früher noch geschilderten ausserfamiliären
Kontakte beschränkten sich schon längere Zeit auf ein absolutes Minimum. Dass er
zusammen mit seiner Ehefrau wohne, sei ja eine Notwendigkeit. Bereits einen Besuch
der Tochter mit deren Kleinkindern ertrage er nicht, weshalb er sich nach kurzer Zeit
zurückziehe. Die Spaziergänge unternehme er insbesondere deswegen, um alleine zu
sein und sich an einem ruhigen Ort zu erholen. Die im Gutachten vorgenommene
Beurteilung, wonach jemand schon alleine aufgrund der Tatsache, dass er den
Ehepartner manchmal zum Einkauf begleite oder Spaziergänge unternehme, über
genügend Ressourcen verfüge, um zu arbeiten, sei unhaltbar. Es sei ja gerade
empfohlen, diejenigen Menschen, welche von einer psychischen Erkrankung gefährdet
seien, ins tägliche Leben einzubinden. Überdies bestünden bei ihm familiäre
Belastungen, wie beispielsweise die epileptische Erkrankung eines Enkels oder die
Tochter, welche an Narkolepsie leide (act. G 1 S. 4 ff.; vgl. ferner act. G 10 S. 4).
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Demgegenüber erachtet die Beschwerdegegnerin die Behauptung als unzutreffend,
dass im psychiatrischen Teilgutachten die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
allein aus dessen privaten Aktivitätsniveau abgeleitet werde. Vielmehr habe Dr. J._
seine Arbeitsfähigkeitsschätzung in erster Linie auf objektive Faktoren abgestützt. Das
private Aktivitätsniveau des Beschwerdeführers sei von Dr. J._ im Rahmen der
durchzuführenden Indikatorenprüfung erwähnt worden. Diesbezüglich habe Dr. J._
zu Recht festgehalten, dass eine gewisse soziale Einbettung des Beschwerdeführers
gegeben sei. So lebe dieser mit seiner Ehefrau zusammen und habe auch soziale
Kontakte zu seinen erwachsenen Kindern, Freunden und Bekannten. Auch habe der
Beschwerdeführer bei der Begutachtung relativ gut kommunikations- und kontaktfähig
gewirkt (act. G 7 S. 4).
3.2.2 Dem Beschwerdeführer ist darin zuzustimmen, dass es unhaltbar wäre, einzig
aufgrund des Zusammenlebens mit dem Ehepartner oder gelegentlicher Spaziergänge
auf eine Arbeitsfähigkeit zu schliessen. Wie die Beschwerdegegnerin jedoch zu Recht
vorbringt, beruht die psychiatrische Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. J._ nicht
lediglich auf der Beurteilung der Alltagsaktivitäten oder des sozialen Umfeldes des
Beschwerdeführers. Vielmehr stützt Dr. J._ seine Schätzung der Arbeitsfähigkeit auf
eine eingehende Begutachtung des Beschwerdeführers unter Beleuchtung
unterschiedlicher Aspekte (vgl. IV-act. 293 S. 25 ff.). Dass im Rahmen der
durchzuführenden Indikatorenprüfung auch diejenigen Alltagsaktivitäten sowie
diejenigen sozialen Kontakte, welche ressourcenmobilisierend wirken können, genannt
werden (vgl. IV-act. 293 S. 46 f.), ist nicht zu beanstanden.
3.3
3.3.1 Weiter zweifelt der Beschwerdeführer sinngemäss den Bericht von Dr. E._ vom
28. Juli 2015 an, wonach beim Beschwerdeführer in letzter Zeit aus
ophthalmologischer Sicht keine Arbeitsunfähigkeit bestanden habe. Schliesslich habe
er sich bei Dr. E._ nicht freiwillig in Behandlung befunden, sondern er leide an
tränenden und juckenden Augen sowie an Doppelbildern. Es hätten noch weitere
Berichte bei der Augenklinik des Kantonsspitals St. Gallen eingeholt werden müssen
(act. G 10 S. 4). Die Beschwerdegegnerin beruft sich demgegenüber auf den Bericht
von Dr. E._ (vgl. act. G 7 S. 4).
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3.3.2 Es steht ausser Frage, dass der Beschwerdeführer bei Dr. E._ in Behandlung
gewesen ist. Dr. E._ erwähnt in seinem Bericht vom 28. Juli 2015 auch, dass der
Beschwerdeführer immer wieder unter Kopfschmerzen und gelegentlichen
Doppelbildern, Augentränen und Juckreiz leide. Gleichwohl hat Dr. E._ keine
ophthalmologischen Befunde erhoben, welche Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers hätten (vgl. IV-act. 262). Vielmehr hat Dr. E._ bereits in seinem
Bericht vom 1. Juli 2014 erwähnt, dass er keine durch den Haushaltsunfall vom 5. Mai
2014 verursachte Minderung der Sehschärfe am rechten Auge des Beschwerdeführers
habe feststellen können. Die Funduskopie habe keine Anzeichen einer
Netzhautveränderung ergeben und es hätten sich keine Zeichen einer contusio bulbi
mehr gezeigt. Der Augendruck habe im Normalbereich gelegen. Da eine contusio bulbi
anfänglich nicht vollständig auszuschliessen gewesen war, hat Dr. E._ jedoch eine
weitere Kontrolle des Netzhautbefundes angeordnet (IV-act. 231 S. 1, 238 S. 8 und 242
S. 9). Doch auch bei dieser scheinen keine signifikanten neuen Befunde erkannt
worden zu sein. Denn in dem Bericht an die IV-Stelle vom 28. Juli 2015 hat Dr. E._
erklärt, dass aus ophthalmologischer Sicht in der letzten Zeit keine Arbeitsunfähigkeit
bestanden habe (IV-act. 262). Angesichts dessen, dass bereits in der
ophthalmologischen Beurteilung des ABI-Gutachtens vom 12. März 2007 sowie in
derjenigen des Verlaufsgutachtens des ABI vom 2. Februar 2010 trotz seitens des
Beschwerdeführers beklagter Sehprobleme keine ophthalmologischen Befunde mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erhoben worden sind (vgl. IV-act. 64 S. 18 ff. und
133 S. 26) und mangels gegenteiliger aktueller ärztlicher Einschätzungen, ist es nicht zu
beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin auf die Beurteilung von Dr. E._
abgestellt hat. Auch hat der Beschwerdeführer keine augenärztlichen Berichte
eingereicht, welche auf eine Arbeitsunfähigkeit aus ophthalmologischer Sicht hindeuten
könnten. Alleine aus dem Umstand, dass der Beschwerdeführer bei Dr. E._ in
Behandlung gewesen ist, kann er jedenfalls keine Arbeitsunfähigkeit für sich ableiten.
Überdies haben auch die Gutachter keine Veranlassung für eine weitergehende
augenärztliche Abklärung gesehen.
3.4 Die seitens des Beschwerdeführers vorgetragenen Einwände hinsichtlich des
Gutachtens des MGSG vom 4. Mai 2016 erweisen sich nach dem Gesagten als
unbegründet. Das Gutachten beruht auf eigenständigen Abklärungen. Die
medizinischen Vorakten und die von dem Beschwerdeführer geklagten Beschwerden
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sind berücksichtigt worden. Die bescheinigte Arbeitsfähigkeit leuchtet in der Darlegung
der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
ein. Das Gutachten hat auch die abweichenden psychiatrischen Einschätzungen von
Dr. H._ hinsichtlich der Schwere der depressiven Erkrankung berücksichtigt und sich
mit früheren gutachterlichen Einschätzungen auseinandergesetzt (vgl. IV-act. 293 S. 28
ff., S. 44 f. und S. 48). Weiter bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass objektiv
wesentliche Tatsachen im Gutachten nicht berücksichtigt worden wären. In ihrer
Konsensbeurteilung vom 2. Mai 2016 sind Dr. J._, Dr. K._ und Dr. L._ zum
Schluss gekommen, dass dem Beschwerdeführer Arbeiten ohne erhöhte emotionale
Belastung, ohne Stressbelastung (gemeint ist damit wohl ohne erhöhten Zeitdruck, vgl.
IV-act. 293 S. 105), ohne erforderliche geistige Flexibilität, ohne vermehrte
Kundenkontakte, ohne Lenken eines Lastkraftwagens und ohne überdurchschnittliche
Dauerbelastung seit März 2011 zu 70 % zugemutet werden könnten. Seit dem
Begutachtungszeitpunkt sollte es sich zusätzlich um eine körperlich leichte Tätigkeit in
temperierten Räumen handeln, die abwechslungsweise sitzend und stehend, ohne
häufig inklinierte, reklinierte und rotierte Körperhaltungen und ohne häufige
Kraftanwendung des linken Handgelenks ausgeführt werden könnten (IV-act. 293 S.
59). Auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung des polydisziplinären Gutachtens kann nach
dem Gesagten abgestellt werden.
4.
In einem nächsten Schritt ist die Frage zu beantworten, inwiefern der
Beschwerdeführer seine medizinisch-theoretische Restarbeitsfähigkeit von 70 % auf
dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch verwerten kann.
4.1 Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, dass für ihn aufgrund seiner
vielfältigen Einschränkungen keine Berufe in Frage kämen. Die seitens der Gutachter
postulierten Voraussetzungen für eine adaptierte Tätigkeit würden auf einen
geschützten Arbeitsplatz hinweisen (vgl. act. G 1 S. 5). Es sei undenkbar, dass er bei
Sehproblemen, beidseitiger Schwerhörigkeit und Schwindel sowie einem zusätzlich
limitierten Sitz-, Stand- und Gehvermögen Überwachungsfunktionen wahrnehmen
könne (vgl. act. G 10 S. 3 f.). Bei Kontroll-, Sortier-, Prüf- und Verpackungsarbeiten
würde sich die Augenproblematik verschärfen (act. G 10 S. 5). Kurierfahrten, die
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häufigeren Kundenkontakt beinhalteten, seien aufgrund der Konzentrationsstörungen
sowie der Ohr- und Sehproblematik ebenfalls nicht möglich (vgl. act. G 10 S. 3 i.V.m. S.
5). Für eine Empfangstätigkeit würde er eine völlig ungeeignete Erscheinung darstellen
und es würde ihm auch an diesbezüglichen Fähigkeiten mangeln, da bei einer solchen
Tätigkeit geistige Flexibilität sowie Sprachkenntnisse gefordert seien (vgl. act. G 10 S.
5). Demgegenüber ist die Beschwerdegegnerin der Ansicht, dass Hilfsarbeitern eine
Vielzahl von Stellen im Produktions- und Dienstleistungssektor offen stünden. In
Industrie und Gewerbe würden körperlich anstrengendere Arbeiten, welche der
Beschwerdeführer invaliditätsbedingt nicht mehr ausüben könne, zunehmend durch
Maschinen verrichtet, wobei den Überwachungsfunktionen grosse und wachsende
Bedeutung zukomme. Für den Beschwerdeführer geeignete Tätigkeiten seien etwa
leichtere Maschinenbedienungs-, Kontroll-, Sortier-, Prüf- sowie Verpackungsarbeiten,
leichtere Arbeiten bei der Lager- und Ersatzteilbewirtschaftung, eine Beschäftigung an
einem Empfang oder leichtere Lieferdienste (vgl. act. G 7 S. 5).
4.2 Die Zumutbarkeit der Ausschöpfung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit ist unter
Annahme eines ausgeglichenen Arbeitsmarktes zu bestimmen. Der Begriff des
ausgeglichenen Arbeitsmarktes gemäss Art. 16 ATSG ist ein theoretischer und
abstrakter Begriff, welcher die konkrete Arbeitsmarktlage nicht berücksichtigt (BGE 134
V 70 f. E. 4.2.1). Er umschliesst einerseits ein Gleichgewicht zwischen dem Angebot
von Stellen und der Nachfrage nach solchen. Andererseits bezeichnet er einen
Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen
offenhält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und
intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes (BGE
110 V 276 E. 4b; Urteil des Bundesgerichts vom 28. November 2014, 9C_485/2014, E.
2.2; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007:
Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 3. Dezember 2003, I 349/01, E.
6.1 mit Hinweisen). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte
Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen mit einem
sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers gerechnet werden kann (Urteil
des Bundesgerichts vom 28. November 2014, 9C_485/2014, E. 2.2 mit Hinweis auf
Urteil vom 29. August 2007, 9C_95/2007, E. 4.3). Von einer Arbeitsgelegenheit kann
allerdings nicht mehr gesprochen werden, wenn die zumutbare Tätigkeit nur in so
eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch
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nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines
durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden
Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (Urteil des Bundesgerichts
vom 28. April 2010, 8C_1050/2009, E. 3.3 mit weiteren Hinweisen). In einem neueren
Urteil hat das Bundesgericht festgehalten, dass die Verwertbarkeit in der Regel umso
eingehender zu prüfen sei, je restriktiver das medizinische Anforderungsprofil
umschrieben sei; zudem müsse davon ausgegangen werden, dass das Bedienen von
Computern und automatisierten Maschinen sowie deren Überwachung und Kontrolle
gewisse minimale Kenntnisse und Fähigkeiten verlangten, über welche Ungelernte, die
immer nur einfach Hilfsarbeitertätigkeiten ausgeübt hätten, ohne eine entsprechende
Ausbildung in der Regel nicht verfügten (Urteil 9C_304/2018 vom 5. November 2018,
insb. E. 5.2.3). Das kann aber nicht so verstanden werden, dass bei einem restriktiven
medizinischen Anforderungsprofil die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auf dem
in Betracht kommenden allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt generell eher zu
verneinen respektive dass davon auszugehen wäre, die versicherte Person könne gar
kein Invalideneinkommen mehr erzielen. Vielmehr hat das Bundesgericht damit
offenbar einen erhöhten Abklärungs- und Begründungsaufwand für „Grenzfälle“
gefordert, und zwar insbesondere mit Blick auf die Frage nach der Notwendigkeit von
allfälligen Eingliederungsmassnahmen.
4.3 Dem Beschwerdeführer ist darin zuzustimmen, dass eine Tätigkeit am Empfang
sich für ihn eher schwierig gestalten dürfte, da dabei teilweise doch recht hohe
Anforderungen an die Konzentrationsfähigkeit gestellt werden und je nach Job auch
diverse EDV-Kenntnisse oder spezifische Sprachkenntnisse notwendig sind. Auch
kommen Kurierfahrten vermutlich nicht in Frage, da der Beschwerdeführer über seitens
der Ärzte bisher nicht objektivierbare Sehprobleme klagt und beim Führen eines
Fahrzeuges auch eine hohe Konzentration gefragt ist. Im MGSG-Gutachten heisst es
denn ja auch, dass das Lenken eines Lastkraftwagens nicht möglich ist und der
Beschwerdeführer daher in seinem bisherigen Beruf als Lastwagenchauffeur nicht
mehr arbeitsfähig ist (vgl. IV-act. 293 S. 59). Generell muss bei beklagten
Konzentrationsschwierigkeiten, Schwindelgefühlen und Sehproblemen von
gefahrgeneigten Tätigkeiten Abstand genommen werden, weshalb auch gewisse
Maschinenbedienungstätigkeiten nicht in Frage kommen. Welche Anforderungen eine
Tätigkeit konkret stellt und ob der Beschwerdeführer diesen gewachsen ist, ist in jedem
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einzelnen Fall individuell anzuschauen und zu prüfen. Unter Berücksichtigung der im
Gutachten genannten Adaptionskriterien ist allerdings davon auszugehen, dass der
ausgeglichene Arbeitsmarkt Stellen für den Beschwerdeführer bereithält. Zu denken ist
beispielsweise an einfache Materialbewirtschaftungstätigkeiten oder
Verpackungsarbeiten (vgl. IV-act. 293).
5.
Ausgehend von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit bleiben die
erwerblichen Auswirkungen der Leistungsbeeinträchtigung zu prüfen. Dabei ist der
Invaliditätsgrad anhand eines Einkommensvergleichs zu bestimmen (vgl. E. 2).
5.1 Für das Valideneinkommen ist massgebend, was die versicherte Person aufgrund
ihrer beruflichen Fähigkeiten und ihrer persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit im massgebenden Zeitpunkt des allfälligen
Rentenbeginns verdient hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG;
BGE 135 V 59 E. 3.1 und 139 V 30 E. 3.3.2, je mit Hinweisen). Wenn sich das Validen-
und Invalideneinkommen jedoch gleichlaufend entwickelt haben, kann die Frage, auf
welches Jahr die Einkommen hochzurechnen sind, grundsätzlich offengelassen
werden. Da hinsichtlich der beruflichen Situation des Beschwerdeführers keine
Änderungen im Vergleich zum Urteil des Versicherungsgerichts vom 17. März 2014
(vgl. IV-act. 214) aktenkundig sind (der Beschwerdeführer hat namentlich keine neue
Tätigkeit aufgenommen), kann somit auf das im letzten Urteil errechnete
Valideneinkommen abgestellt werden. Die damalige Berechnung hat sich auf die
Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin des Beschwerdeführers abgestützt, wonach
dieser im Jahr 2006 ein Einkommen von Fr. 58'800.-- verdient hätte (vgl. IV-act. 28).
Dieses Jahreseinkommen ist sodann auf das Lohnniveau vom Jahr 2012
hochgerechnet worden, wodurch ein Valideneinkommen von Fr. 63'908.-- resultiert hat
(vgl. IV-act. 214 S. 20). Für das Invalideneinkommen ist schon im Urteil vom 17. März
2014 auf den statistischen Durchschnittsverdienst gemäss der Lohnstrukturerhebung
(LSE) des Bundesamtes für Statistik zugegriffen worden (vgl. IV-act. 214 S. 21). Da der
Beschwerdeführer gemäss dem MGSG-Gutachten in seiner bisherigen Tätigkeit nicht
mehr arbeitsfähig ist (vgl. IV-act. 293 S. 59), ist sein Invalideneinkommen unter Beizug
des LSE-Medianlohns für die mit Hilfsarbeiten beschäftigten Männer zu bestimmen.
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Demnach kann wiederum auf das im letzten Urteil für ein Pensum von 100 %
errechnete und auf das Jahr 2012 hochindexierte Invalideneinkommen von Fr.
62'524.-- abgestellt werden (vgl. IV-act. 214 S. 21), wobei dieses nun entsprechend der
30%igen Arbeitsunfähigkeit (vgl. IV-act. 293 S. 59) zu kürzen ist. Unter
Berücksichtigung einer 70%igen Arbeitsfähigkeit ergibt sich somit ein
Invalideneinkommen von Fr. 43'766.80. Sodann ist vorliegend angesichts des seit dem
Urteil vom 17. März 2014 veränderten Gesundheitszustandes bzw.
Arbeitsfähigkeitsgrades ein Tabellenlohnabzug gerechtfertigt. Denn bei der
verbliebenen Arbeitsfähigkeit von 70 % handelt es sich um einen Mittelwert, der dem
Umstand keine Rechnung trägt, dass der Beschwerdeführer seine verbliebene
Leistungsfähigkeit nur schwankend und damit schwer planbar wird erbringen können.
Für einen potentiellen, betriebswirtschaftlich-ökonomisch denkenden Arbeitgeber
stellen die Leistungsschwankungen und damit die schlechte Planbarkeit hinsichtlich
des täglichen Arbeitsergebnisses des Beschwerdeführers erhebliche
betriebswirtschaftliche Nachteile dar, die er lohnmindernd berücksichtigen muss.
Zudem muss er das Risiko von vermehrten krankheitsbedingten Absenzen
einkalkulieren. Das rechtfertigt zusammenfassend einen praxisgemässen
Tabellenlohnabzug von 10 %, wodurch ein Invalideneinkommen von gerundet Fr.
39'390.10 resultiert.
5.2 Stellt man die beiden Vergleichseinkommen einander gegenüber, so resultiert eine
Erwerbseinbusse von Fr. 24'517.90 und ein Invaliditätsgrad von gerundet 38 %
(24'517.90 x 100 / 63'908.--). Aufgrund des unter 40 % liegenden Invaliditätsgrades
besteht kein Anspruch auf eine Invalidenrente. Die Beschwerdegegnerin hat das
Rentengesuch somit zu Recht verneint.
6.
6.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen die Verfügung
vom 10. Oktober 2016 abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die
Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im
Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine
Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden
Angelegenheit als angemessen. Dem unterliegenden Beschwerdeführer sind die
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Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher
Rechtspflege ist er von der Bezahlung zu befreien.
6.2 Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der
Rechtsvertretung des Beschwerdeführers. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (vgl.
Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte
und Rechtsagenten (HonO; sGS 963.75; in der vorliegend anwendbaren, seit 1. Januar
2019 gültigen Fassung, siehe Art. 30bis HonO) pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--.
In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit erscheint mit Blick auf vergleichbare
Fälle eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- als angemessen. Diese ist
um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes [AnwG; sGS 963.70]).
Somit hat der Staat den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers pauschal mit Fr.
2'800.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
6.3 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt worden ist, ist zur
Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).