Decision ID: 0f7e993e-d06c-43b2-937c-4c5391b24a01
Year: 2019
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law

Die Beschwerdekammer hält fest, dass:
- die Eidgenössische Zollverwaltung (nachfolgend «EZV») gegen A. am
18. September 2018 wegen des Verdachts der Widerhandlungen gegen das
Zollgesetz vom 18. März 2005 (ZG; SR 631.0), gegen das Bundesgesetz
vom 12. Juni 2009 über die Mehrwertsteuer (Mehrwertsteuergesetz,
MWSTG; SR 641.20) und gegen das Automobilsteuergesetz vom 21. Juni
1996 (AStG; SR 641.51) eine Zollstrafuntersuchung eröffnete (act. 1.0/4);
- die EZV am 4. Oktober 2018 im Rahmen dieser Untersuchung am Wohnort
von A. zur Hausdurchsuchung schritt, dabei eine Reihe verschiedener Un-
terlagen sicherstellte und diese nach entsprechender Einsprache durch die
Vertreter von A. siegelte (act. 1.0/14, 15 und 16);
- die EZV die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts am 24. Oktober
2018 ersuchte, die bei A. sichergestellten und versiegelten Papiere zu ent-
siegeln und zur weiteren Auswertung im Rahmen der Untersuchung freizu-
geben (act. 1);
- diesbezüglich der Schriftenwechsel durchgeführt wurde (act. 2-10);
- die Vertreter von A. mit Eingabe vom 18. Januar 2019 mitteilen, ihre Ge-
suchsantwort und den dieser zugrunde liegenden Siegelungsantrag zurück-
zuziehen (act. 11), was der EZV am 21. Januar 2019 zur Kenntnis gebracht
wurde (act. 12).

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
- Widerhandlungen gegen das Zollgesetz nach diesem und nach dem VStrR
verfolgt und beurteilt werden, wobei die Gesuchstellerin die verfolgende und
urteilende Behörde ist (Art. 128 ZG);
- sich hinsichtlich der Widerhandlungen gegen das Mehrwertsteuergesetz die
Anwendbarkeit des VStrR aus Art. 103 Abs. 1 MWSTG ergibt, wobei die
Strafverfolgung bei der Einfuhrsteuer ebenfalls der Gesuchstellerin obliegt
(Art. 103 Abs. 2 MWSTG);
- Widerhandlungen gegen das Automobilsteuergesetz nach dessen Art. 40
Abs. 1 ebenfalls nach dem VStrR verfolgt und beurteilt werden, wobei der
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Gesuchstellerin die Rolle der verfolgenden und beurteilenden Behörde zu-
kommt (Art. 40 Abs. 2 AStG);
- die Beschwerdekammer über die Zulässigkeit der Durchsuchung von Papie-
ren und Datenträgern (vgl. hierzu BGE 108 IV 76 E. 1) zu entscheiden hat
(Art. 50 Abs. 3 VStrR);
- mit dem Rückzug der gegen die Durchsuchung gerichteten Einsprache
durch den Gesuchsgegner das vorliegende Verfahren zufolge Gegenstands-
losigkeit als erledigt abzuschreiben ist (vgl. hierzu zuletzt die Beschlüsse des
Bundesstrafgerichts BE.2018.9 vom 30. November 2018; BE.2017.24 vom
11. Januar 2018; BE.2017.8 vom 6. April 2017);
- unter den vorliegenden Umständen keine Gerichtskosten zu erheben sind
(vgl. Art. 66 Abs. 2 BGG analog [vgl. hierzu TPF 2011 25 E. 3]; Beschlüsse
des Bundesstrafgerichts BE.2018.9 vom 30. November 2018; BE.2016.2
vom 31. Mai 2016; BE.2015.3 und BE.2015.4 vom 25. August 2015;
BE.2014.10 vom 17. September 2014; BE.2014.12 und BE.2014.15 vom
4. September 2014);
- der in ihrem amtlichen Wirkungskreis handelnden Gesuchstellerin keine Par-
teientschädigung zuzusprechen ist (Art. 68 Abs. 3 BGG analog);
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