Decision ID: 8f27907d-fb87-496a-991c-99f7e48d71c3
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._, Vater des 19_ geborenen B._, meldete diesen am 25. Oktober 2011,
aufgrund der Aufnahme einer vierjährigen Lehre zum Elektroinstallateur EFZ ab dem 2.
August 2011, erneut zum Bezug einer Waisenrente an (wai-act. 26). Mit Verfügung vom
3. November 2011 sprach die Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen (SVA)
als kantonale Ausgleichskasse A._ für B._ eine Waisenrente in Höhe von monatlich
Fr. 585.-- mit Wirkung ab 1. September 2011 zu (wai-act. 2/24).
A.b Am 14. Juli 2016 notierte ein Sachbearbeiter der SVA aufgrund einer internen
Mitteilung der IV-Stelle, dass B._ die Ausbildung per August 2012 abgebrochen
habe. Nach Rückfrage beim Amt für Berufsbildung verfügte die SVA am 15. Juli 2016
die Rückerstattung der nach Abbruch der Lehre ausgerichteten Rente. Die zu viel
ausbezahlten Leistungen im Zeitraum vom 1. September 2012 bis 31. August 2015 in
Höhe von Fr. 21‘236.-- habe der Leistungsempfänger oder dessen Vertreter
zurückzuerstatten. Die Rückforderungsverfügung wurde an den damaligen
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Rechtsvertreter von A._, Rechtsanwalt lic. iur. Martin Hablützel adressiert (wai-act.
2/6).
B.
B.a Mit Schreiben vom 11. August 2016 erhob A._, vertreten durch Rechtsanwalt lic.
iur. Silvio Riesen, gegen die Rückforderung Einsprache. Er machte geltend, dass der
Anspruch auf Waisenrente direkt dem Waisen zustehe, aufgrund dessen habe sich
auch eine allfällige Rückforderung an diesen zu richten; dies unabhängig davon, ob der
Elternteil Zahlungen entgegengenommen habe. Die Rückforderung scheitere folglich
bereits an der fehlenden Passivlegitimation und sei deshalb aufzuheben. Ferner sei der
Rückforderungsanspruch aufgrund der abgelaufenen Verwirkungsfrist ohnehin bereits
erloschen. Der Vater habe der SVA, IV-Stelle, bereits anlässlich einer Abklärung bei ihm
zu Hause am 24. September 2013 ausdrücklich mitgeteilt, dass sein Sohn die Lehre
abgebrochen habe. Auch habe er die IV-Stelle bereits in einer Besprechung mit der
Eingliederungsverantwortlichen am 23. Januar 2013 entsprechend informiert (wai-act.
2/3).
B.b Mit Einspracheentscheid vom 26. September 2016 wies die SVA die Einsprache
ab. Sie bringt vor, dass der Bezüger der unrechtmässig bezogenen Leistungen
rückerstattungspflichtig sei. Die Waisenrente sei dem Einsprecher zugesprochen und
auch auf sein Konto überwiesen worden. Auf das Vorbringen des Einsprechers,
wonach der Rückerstattungsanspruch bereits verwirkt sei, könne nicht eingegangen
werden, da die durch den Einsprecher geltend gemachte Aussage bloss beiläufig in
einem anderen Verfahren erfolgt sei und der Meldepflicht nicht genüge. Zudem sei
auch die frühere Mitteilung des Lehrabbruchs anlässlich des geltend gemachten
Gesprächs vom 23. Januar 2013 nicht belegt. Die Einwände des Einsprechers seien
folglich nicht stichhaltig (act. G 1.1).
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die vorliegend zu beurteilende
Beschwerde vom 13. Oktober 2016. Der Beschwerdeführer führt aus, dass er unter
keinen Umständen Anspruch auf die Waisenrente gehabt habe und diesbezüglich
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folglich auch nicht Leistungen für sich, sondern nur für seinen Sohn habe
entgegennehmen bzw. empfangen können. Er sei somit rechtlich nicht als Empfänger
einer Waisenrente zu qualifizieren. Die Rückforderungsverfügung hätte sich folglich an
seinen Sohn richten müssen. Die Forderung sei zudem, wie in der Einsprache
dargetan, bereits verwirkt. An die Art und Weise der Meldung dürften keine zu hohen
Anforderungen gestellt werden. Es genüge, wenn eine Anzeige der
Sachverhaltsänderung erfolge, selbst wenn der Versicherungsträger in der Folge
zusätzliche Abklärungen in die Wege zu leiten habe. Auch sei ein Versicherungsträger
verpflichtet, sämtliche Eingaben bzw. Meldungen entgegenzunehmen und
gegebenenfalls an die zuständige Stelle weiter zu leiten. Der Beschwerdeführer
beantragt die Aufhebung der Rückforderung und stellt ein Erlassgesuch in Aussicht,
wenn seiner Begründung nicht gefolgt werde (act. G.1).
C.b In der Beschwerdeantwort vom 20. Oktober 2016 beantragt die
Beschwerdegegnerin mit Verweis auf den Einspracheentscheid die Abweisung der
Beschwerde.

Erwägungen
1.
Gemäss Art. 25 des Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung
(AHVG; SR 831.10) haben Kinder, deren Vater oder Mutter gestorben ist, Anspruch auf
eine Waisenrente (Abs. 1 Satz 1). Der Anspruch auf die Waisenrente entsteht am ersten
Tag des dem Tode des Vaters oder der Mutter folgenden Monats. Er erlischt mit der
Vollendung des 18. Altersjahres oder mit dem Tod der Waise (Abs. 4). Für Kinder, die
noch in Ausbildung sind, dauert der Rentenanspruch bis zu deren Abschluss, längstens
aber bis zum vollendeten 25. Altersjahr (Abs. 5 Satz 1). Gemäss Art. 25 Abs. 1 des
Bundesgesetztes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR
830.1) sind unrechtmässig bezogene Leistungen zurückzuerstatten. Dabei wird für die
Rückerstattungsverpflichtung auf den Empfang der Leistungen abgestellt (UELI
KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2015, N 33 zu Art. 25). Der
Rückforderungsanspruch erlischt mit dem Ablauf eines Jahres, nachdem die
Versicherungseinrichtung davon Kenntnis erhalten hat, spätestens aber mit dem Ablauf
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von 5 Jahren nach der Entrichtung der einzelnen Leistung. Bei den genannten Fristen
handelt es sich um Verwirkungsfristen (BGE 138 V 74 E. 4.1).
2.
2.1 Wie von der Beschwerdegegnerin korrekt festgestellt, hatte der Sohn des
Beschwerdeführers zum Zeitpunkt des Lehrabbruchs im August 2012 das 18.
Altersjahr bereits vollendet und wegen fehlender Ausbildung keinen Anspruch mehr auf
eine Waisenrente. Der Beschwerdeführer bestreitet denn auch nicht die
Unrechtmässigkeit des Rentenbezugs, sondern seine Passivlegitimation.
2.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, er sei der falsche Adressat der Verfügung,
da die Rente gemäss Art. 25 AHVG immer dem Waisen selbst zustehe. Er habe selber
keinen Anspruch auf die Waisenrente. Die Entgegennahme der Rente könne höchstens
in seiner Funktion als gesetzlicher Vertreter (vor der Volljährigkeit) bzw. als gewillkürter
Vertreter (nach Erreichen der Volljährigkeit) erfolgt sein. Er habe zu Beginn des Bezugs
der Waisenrente – als sein Sohn noch nicht volljährig war – eine Kontoverbindung für
die Auszahlung angeben müssen. Diese sei dann auch nach Erreichen der Volljährigkeit
seines Sohnes weiterhin verwendet worden. Dass er Inhaber jenes Kontos gewesen
sei, ändere nichts daran, dass er rechtlich nicht als Empfänger einer Waisenrente
qualifiziert werden könne. Die Rückforderungsverfügung hätte sich folglich an seinen
Sohn richten müssen (act. G1).
2.3 Im vorliegenden Fall meldete der Beschwerdeführer im Oktober 2011 seinen
damals bereits volljährigen Sohn (geboren _ November 1992) für den Bezug der
Waisenrente ab dem 1. September 2011 unter dem Titel „Wiederaufleben Waisenrente
betr. Lehre ab 08.11“ an und unterzeichnete dabei mit eigenhändiger Unterschrift.
Damit trat er zugleich als Vertreter des Sohnes auf und verlangte auch die Auszahlung
der Rente an sich selber (wai-act. 26). Dieses Handeln entspricht dem Grundsatz der
Vertretung oder Verbeiständung gegenüber dem Versicherungsträger (Art. 37 Abs. 1
ATSG). Diese Umstände liess der Beschwerdeführer bei seinen Ausführungen
offenkundig ausser Acht, indem er geltend macht, er sei lediglich aufgrund der
Kontoverbindung als Verfügungsadressat gewählt worden (act. G1). Die Verfügung war
korrekterweise dem Beschwerdeführer – als gewillkürtem Vertreter des Sohnes –
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eröffnet worden. Der Beschwerdeführer war aufgrund seiner Angaben im
Anmeldeformular unstreitig Empfänger der Waisenrente gewesen. Daran ändert der
Umstand nichts, dass der Beschwerdeführer selber nicht anspruchsberechtigt war,
sondern die Rente dem anspruchsberechtigten Sohn weiterzuleiten hatte. Die
Rückerstattungspflicht nach Art. 25 ATSG knüpft an den Empfang der Leistung an, wie
bereits dargelegt wurde (E. 1).
3.
3.1 Der Beschwerdeführer bringt sodann vor, dass der Rückforderungsanspruch im
Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung gemäss Art. 25 Abs. 2 ATSG bereits erloschen
gewesen sei.
3.2 Rechtsprechungsgemäss ist für die Auslösung der relativen Frist von einem Jahr
der Zeitpunkt massgeblich, in welchem die Verwaltung bei Beachtung der ihr
zumutbaren Aufmerksamkeit hätte erkennen müssen, dass die Voraussetzungen für
eine Rückerstattung bestehen (BGE 119 V 431 E. 3a S. 433; SVR 2011 BVG Nr. 25 S.
93, Urteil des Bundesgerichts vom 29. Oktober 2012, 9C_245/2012, E. 5.1.2). Ist für die
Leistungserbringung das Zusammenwirken mehrerer Behörden notwendig, reicht es
rechtsprechungsgemäss aus, wenn die Kenntnis bei einer der zuständigen
Verwaltungsstellen vorhanden war (BGE 119 V 431 E. 3a S. 433, BGE 112 V 180 E. 4c
S. 182). Hat der Versicherungsträger zur Festsetzung des Rückforderungsanspruchs
noch weitere Abklärungen zu treffen, so sind diese innert nützlicher Frist durchzuführen
(Urteil des Bundesgerichts vom 28. Mai 2010, 9C_1010/2009, E. 3.4). Werden dennoch
keine Abklärungen unternommen, so darf sich ihre Säumnis nicht zuungunsten des
Versicherten auswirken. Der Beginn der Verwirkungsfrist ist diesfalls auf den Zeitpunkt
festzusetzen, in welchem die Verwaltung ihre unvollständige Kenntnis mit dem
erforderlichen und zumutbaren Einsatz so hätte ergänzen können, dass der
Rückforderungsanspruch hinreichend belegt ist (Urteil 9C_454/2012 vom 18.März
2013, E. 4.; Urteil 9C_567/2016 vom 3. Januar 2017, E. 4.2.2).
3.3 Der Beschwerdeführer macht geltend, dass er bereits anlässlich einer Abklärung
zur Feststellung des Invaliditätsgrades bei sich zu Hause am 24. September 2013
ausdrücklich mitgeteilt habe, dass sein Sohn die Lehre abgebrochen habe. Dabei sei
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irrelevant, ob es sich um eine ausreichende Meldung gehandelt habe oder nicht.
Entscheidend sei einzig, dass der Ausbildungsabbruch bei der Beschwerdegegnerin
seit jener Abklärung aktenkundig gewesen sei. Mindestens hätte diese bei der
gegebenen Ausgangslage weitere Abklärungen treffen müssen, bevor sie weiterhin
Waisenrenten ausbezahlte. Durch das Unterlassen weiterer Abklärungen beginne die
einjährige Verwirkungsfrist somit mit der Erwähnung des Lehrabbruchs am 24.
September 2013 zu laufen (act. G1).
3.4 Die Beschwerdegegnerin führt diesbezüglich aus, dass es im damals hängigen IV-
Verfahren des Beschwerdeführers primär um die Feststellung einer allfälligen
invaliditätsbedingten Erwerbseinbusse des Beschwerdeführers gegangen sei, wobei
auch Nebenschauplätze wie familiäre Situation überprüft worden seien. Dass zur
Erläuterung der Wohnsituation der Lehrabbruch erwähnt worden sei, könne nicht als
ausdrückliche Mitteilung gesehen bzw. verstanden werden. Die beiläufige Erwähnung
während einer IV-Abklärung in einem anderen Verfahren, mehr als ein Jahr nach dem
Lehrabbruch, genüge dabei nicht als Meldung. Erst im Zusammenhang mit dem am 20.
Juni 2016 gestellten IV-Antrag des Sohnes sei dies von der IV-Stelle festgestellt und
gemäss Notiz vom 14. Juli 2016 der Ausgleichskasse weiter geleitet worden (act. G
1.1).
3.5 Dem Abklärungsbericht, welcher im Rahmen des IV-Rentenverfahrens des
Beschwerdeführers (Bericht über die am 24. September 2013 erfolgte Abklärung für
Selbständigerwerbende) erstattet wurde, kann entnommen werden, dass der Sohn des
Beschwerdeführers vor kurzem die Lehre als Elektroinstallateur abgebrochen habe und
sich bezüglich der Ausbildung neu orientieren wolle. Zu prüfen ist, ob diese Angabe,
die anlässlich der Prüfung des IV-Rentenanspruchs des Beschwerdeführers erfolgte,
als Meldung veränderter Verhältnisse im Sinne von Art. 31 AHVG gesehen werden
kann, welche die Beschwerdegegnerin zu weiteren Abklärungen im Zusammenhang
mit dem Waisenrentenanspruch hätte veranlassen sollen.
3.6 Bei der zurückgeforderten Rente handelt es sich um eine Waisenrente, welche als
Anspruch bei Tod des Vaters oder der Mutter begründet und unter dem Regime des
AHV ausgerichtet wird (vgl. UELI KIESER, Schweizerisches Sozialversicherungsrecht,
2. Aufl. Zürich/St. Gallen 2017, S. 449ff.). Die Durchführung der Alters- und
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Hinterlassenenversicherung erfolgt unter der Aufsicht des Bundes durch die
Arbeitgeber und Arbeitnehmer, Verbandsausgleichskassen, kantonalen
Ausgleichskassen, Ausgleichskassen des Bundes und eine zentrale Ausgleichsstelle
(Art. 49 AHVG). Jeder Kanton hat durch besonderen Erlass eine kantonale
Ausgleichskasse in Form einer selbständigen öffentlichen Anstalt zu errichten (Art. 61
Abs. 1 AHVG). Mit dem Erlass des Einführungsgesetzes vom 13. Januar 1994 zum
AHVG (EG-AHV; sGS 350.1) errichtete der Kanton St. Gallen die
Sozialversicherungsanstalt zum Vollzug der AHV und IV (Art. 1 und 2 EG-AHV). Die
Sozialversicherungsanstalt gliedert sich in die Ausgleichskasse, die IV-Stelle sowie
weitere Dienststellen (Art. 3 EG-AHV). Eine oder mehrere politische Gemeinden führen
Gemeindezweigstellen der Ausgleichskassen, welche die ihnen von der
Bundesgesetzgebung übertragenen Aufgaben erfüllen (Art. 11 EG-AHV). Entsprechend
der Bundesgesetzgebung im Sinne von Art. 63 Abs. 1 lit. b und c AHVG obliegen den
Ausgleichskassen sowie deren Zweigstellen nach Massgabe der gesetzlichen
Bestimmungen unter anderem die Festsetzung der Renten sowie deren Auszahlung.
Die IV-Stellen und Ausgleichskasse werden mithin von Gesetzes wegen mit
unterschiedlichen Aufgaben betraut. Zwar sind diese in einigen Bereichen
überschneidend und verlangen diesbezüglich ein Zusammenwirken. Die Waisenrente
des Sohnes stellt jedoch einen originären Anspruch der AHV dar, welcher unabhängig
von der Invalidenrente des Beschwerdeführers Bestand hatte. Die IV-Stelle ist somit
bezüglich Festsetzung (und Rückforderung) einer Waisenrente nicht die zuständige
Verwaltungsstelle, weshalb ihr Wissen nicht der Ausgleichskasse zugerechnet werden
und in diesem Sinne keine fristauslösende Wirkung haben kann (BGE 139 V 6, E. 5.1).
3.7 Wie der Beschwerdeführer zutreffend ausführt, dürfen an die Art und Weise, wie
eine Meldung erfolgt, keine allzu hohen Anforderungen gestellt werden (SVR 2007 IV
Nr. 24 E. 5). Es kann jedoch nicht als ausreichend erachtet werden, wenn eine
meldepflichtige Tatsache bloss beiläufig im Rahmen einer anderweitigen
(Renten-)abklärung bei einer unzuständigen Verwaltungsstelle mitgeteilt wird.
Entsprechend kann – entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers – eine
solchermassen bekanntgegebene Tatsache nicht als Meldung im Sinne von Art. 31
ATSG aufgefasst werden; andernfalls würde dies zu einem enormen und
unüberschaubaren Verwaltungsaufwand führen, müssten sämtliche Aussagen bei
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Abklärungen einer versicherten Person mit allfälligen Leistungsansprüchen abgeglichen
werden.
3.8 Die beiläufige Erwähnung einer meldepflichtigen Tatsache gegenüber einer
unzuständigen Verwaltungsstelle vermag die einjährige Verwirkungsfrist nicht
auszulösen. In Folge des Gesagten kann auch auf eine Zeugeneinvernahme verzichtet
werden, da auch diese im Zusammenhang mit dem IV-Rentenverfahren des
Beschwerdeführers stehen und somit in den Zuständigkeitsbereich der IV-Stelle fallen
würde. In den Akten sind keine weiteren Anhaltspunkte vorhanden, welche auf eine
anderweitige Meldung durch den Beschwerdeführer an die Beschwerdegegnerin
schliessen liessen. Die Beschwerdegegnerin erhielt folglich erst mit der Meldung der
IV-Stelle am 14. Juli 2016 Kenntnis über den Ausbildungsabbruch und hat somit durch
den Erlass der Verfügung am 15. Juli 2016 die einjährige Frist gewahrt (wai-act. 6 und
8).
4.
Damit ist die Rückforderung in unbestrittener Höhe von Fr. 21‘236.-- gemäss dem
Einspracheentscheid vom 26. September 2016 nicht zu beanstanden. Die durch den
Beschwerdeführer auch im Beschwerdeverfahren vorgebrachte Begründung, dass ihm
das Bewusstsein über den unrechtmässigen Leistungsbezug fehle und es ihm aufgrund
seiner finanziellen Verhältnisse nicht möglich sein werde, der Rückforderung
nachzukommen (finanzielle Härte), wird die Beschwerdegegnerin bei der Prüfung des
bereits zusammen mit der Einsprache vom 11. August 2016 angekündigten
Erlassgesuchs zu prüfen haben.
5.
Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Das
Beschwerdeverfahren ist kostenlos (Art. 61 lit. a ATSG).