Decision ID: 1929ac4b-fe60-5048-90a9-86e25c11f85b
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. Am 2. August 1967 errichtete der 1971 verstorbene K.Z. (auch: C.Z.) die Stiftung X.
mit Sitz in Q. (Politische Gemeinde A.). Sie bezweckt gemäss Art. 2 f. der
Stiftungsurkunde aus dem Jahr 1967, die ihr vom Stifter gewidmete Liegenschaft Nr.
000 (heute: 000M) ausschliesslich für religiöse Zwecke, d.h. zur Abhaltung von
christlichen Gottesdiensten und rein religiösen Unterweisungen zu verwenden. Am
16. Dezember 2002 wurde der Verein X. gegründet. Laut Art. 2 Abs. 1 der Statuten ist
der Verein eine christliche Gemeinschaft, welche mit dem Verein Christliche Gemeinde
B., (..., vom 21. September 1998 bis 31. Dezember 2008, heute: B., ...,
Organisasjonsnummer: 000 000 000), untrennbar verbunden ist (act. 21, S. 11 Rz. 20,
act. 22/6 f., act. 12.4, www.geoportal.ch, ...).
B. Am 15. März 2003 änderte der Stiftungsrat gestützt auf Empfehlungen der
PricewaterhouseCoopers AG, St. Gallen, vom 31. Juli 2002 und 3. März 2003 den
Zweck der Stiftung (Art. 2 der Stiftungsurkunde) sowie die Bestimmung zur
Vermögensverwendung im Liquidationsfall (Art. 5 der Stiftungsurkunde). Ebenfalls am
15. März 2003 (revidiert am 16. April 2015) schlossen die Stiftung X. und der Verein X.
eine Vereinbarung über die Nutzung der Liegenschaften der Stiftung X. (damals
Parzellen Nrn. 001, 000, 002 und 0003, heute: 000, 002 und 0003, vgl. Ziff. 1.1 der
Vereinbarung) durch den Verein X. ab. Am 9./16. März 2003 erliess der Stiftungsrat ein
Reglement. Im Mai 2013, August 2015 und Juni 2016 wurden die Statuten des Vereins
X. geändert. In der Folge erliess die Aufsichtskommission des Vereins X. ein
undatiertes Reglement (act. 8/34 f., act. 22/8 f., act. 40.1, act. 52/6-8 und 20-22,
www.geoportal.ch).
C. Am 16. Juni 2006 hiess die Verwaltungsrekurskommission (VRK) einen Rekurs der
Stiftung X. gut und stellte fest, dass diese von der Staats- und Gemeindesteuer befreit
sei (act. 52/9). Mit Entscheid vom 8. April 2013 trat das Kreisgericht Y. auf eine von
D.Z. und dessen Bruder am 10. Dezember 2012 gegen die Stiftung X. erhobene Klage
nicht ein (act. 22/3, S. 5 f. N 13, act. 52/8). Am 15. September 2013 sprach der Verein
X. und die Stiftung X. gegen D.Z. und dessen Ehefrau ein Betretungsverbot für die
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Liegenschaft X. aus (act. 28/41). Am 16. Oktober 2014 erhob D.Z. bei der dem
Eidgenössisches Departement des Innern (EDI) angegliederten Eidgenössischen
Stiftungsaufsicht (ESA), Stiftungsaufsichtsbeschwerde (act. 52/1, www.edi.admin.ch).
Am 20. Februar 2015 schrieb das EDI die als Aufsichtsanzeige entgegengenommene
Eingabe von D.Z. vom 16. Oktober 2014 mangels Zuständigkeit ab (act. 22/5).
D. Mit Eingabe vom 16. Oktober 2015 (act. 50/13) beantragte D.Z. durch seinen
Rechtsvertreter bei der Ostschweizer BVG- und Stiftungsaufsicht (OStA) unter
anderem, die Stiftung X. sei unter die kantonale Stiftungsaufsicht zu stellen (Antrag
Ziff. 1). Zur Begründung verwies er auf die beim EDI eingereichten Dokumente,
insbesondere auf ein von ihm und seinem Bruder in Auftrag gegebenes Gutachten von
Prof. Dr. iur. Dominique Jakob, M.I.L. (Lund) vom 18. Dezember 2013 (act. 22/3, fortan:
Gutachten Jakob). Mit Verfügung vom 19. Oktober 2015 trat die OStA auf die Eingabe
von D.Z. vom 16. Oktober 2015 nicht ein (act. 15/1). Dagegen rekurrierte D.Z. am
3. November 2015 an das Finanzdepartement (act. 15/2). Mit Rekursantwort vom
15. Januar 2016 (act. 15/20) reichte die Stiftung X. eine Stellungnahme von
Rechtsanwalt Dr. iur. H.G., LL.M., vom 15. Januar 2016 zur Frage ihrer Kirchlichkeit ein
(act. 15/21). Am 4. Februar 2016 liess sich D.Z. und am 1. März 2016 die Stiftung X.
nochmals vernehmen (act. 15/27 und 29). Mit Entscheid vom 2. Mai 2016 hiess das
Finanzdepartement den Rekurs teilweise gut, hob die Verfügung vom 19. Oktober 2015
auf und wies die Sache zur materiellen Beurteilung an die OStA zurück (act. 2).
E. Gegen den Entscheid des Finanzdepartements (Vorinstanz) vom 2. Mai 2016 erhob
die Stiftung X. (Beschwerdeführerin), durch ihren Rechtsvertreter am 13. Mai 2016
Beschwerde beim Verwaltungsgericht (act. 1). Am 27. Juni 2016 und 6. Juli 2016
ergänzte sie ihre Beschwerde mit einer Begründung und dem Rechtsbegehren, der
angefochtene Entscheid sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge aufzuheben.
Eventualiter sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und die Sache zum Entscheid
über die Frage, ob sie eine kirchliche Stiftung sei, an die OStA (Beschwerdebeteiligte 1)
zurückzuweisen (act. 7.1 und 11). Die Vorinstanz und das EDI (Beschwerdebeteiligte 2)
verzichteten ausdrücklich und die Beschwerdebeteiligte 1 stillschweigend auf eine
Vernehmlassung (act. 14, 17, 23). Mit Beschwerdeantwort vom 14. September 2016
beantragte D.Z. (Beschwerdegegner) durch seinen Rechtsvertreter, es sei die
Beschwerde unter Kosten- und Entschädigungsfolgen abzuweisen, soweit darauf
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einzutreten sei (act. 21). Mit Replik vom 14. Dezember 2016 bestätigte die
Beschwerdeführerin ihre Anträge und Ausführungen (act. 32). Hierzu nahm der
Beschwerdegegner am 16. Januar 2017 Stellung (act. 37). Am 1. Februar 2017 liess
sich die Beschwerdeführerin abschliessend vernehmen (act. 39).
Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge
und die Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Die Beschwerdeeingabe
vom 13. Mai 2016 (act. 1) erfolgte rechtzeitig und erfüllt zusammen mit den
Ergänzungen vom 27. Juni 2016 (act. 7.1) und 6. Juli 2016 (act. 11) formell und
inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und
Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Die Beschwerdeführerin hat am 2. August 1967 (act. 22/6)
wirksam eigene Rechtspersönlichkeit und damit die Partei- und Prozessfähigkeit
erlangt, da sie bei ihrer Gründung nach dem Willen des Stifters eine kirchliche
Zwecksetzung im Sinne von Art. 87 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (SR
210, ZGB) verfolgt hatte[1]. Auch besitzt sie unbesehen der Frage, ob eine effektive
kircheninterne Aufsicht über sie ausgeübt wurde, nach wie vor Rechtspersönlichkeit[2].
Daran ändert nichts, dass sie spätestens seit 1. Januar 2016 dem Registerzwang
unterlag (vgl. Art. 52 Abs. 1 und 2 ZGB) und gleichwohl nicht im Handelsregister
eingetragen ist (www.zefix.ch). Eine Eintragung im Handelsregister – bei fehlender
Kirchlichkeit nötigenfalls auf Anordnung der staatlichen Aufsichtsbehörde (Art. 81
Abs. 2 ZGB) – bis 31. Dezember 2020 vorausgesetzt, behält sie die Persönlichkeit, die
sie unter dem bisherigen Recht erlangt hat, unter dem neuen Recht bei, auch wenn sie
nach dessen Bestimmungen die Persönlichkeit nicht erlangt hätte[3]. Damit ist die
Beschwerdeführerin zur Erhebung des Rechtsmittels befugt (Art. 64 in Verbindung mit
Art. 45 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten. Offen bleiben kann, ob die
Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerdeergänzung vom 27. Juni 2016[4] gemäss der
Auffassung des Beschwerdegegners (act. 21, S. 26 Rz. 53) pauschal auf ihre
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Rekursantwort vom 15. Januar 2016[5] verwiesen hat[6], ob sie gemäss dem
Beschwerdegegner (act. 37, S. 5 f. Rz. 8, S. 7 f. Rz. 10 f.) unzulässige Noven[7]
eingereicht hat und die Ausführungen in der Replik vom 14. Dezember 2016[8]
verspätet und trölerisch[9] erfolgt sind, da die Beschwerde ohnehin abzuweisen ist.
Soweit die Beschwerdeführerin dem Beschwerdegegner unzulässige Noven vorhält[10],
kann ihr nicht gefolgt werden. Das Verwaltungsgericht hat in Abweichung des in Art. 61
Abs. 3 VRP statuierten Novenverbots echte Noven zu berücksichtigen, falls die
Vorinstanz des Verwaltungsgerichts, wie hier, keine richterliche Behörde ist[11].
Unechte Noven dürfen im Verfahren vor Verwaltungsgericht berücksichtigt werden,
wenn dadurch, wie vorliegend, das im Rekursverfahren abgehandelte
Tatsachenfundament nicht abgeändert wird[12].
2. Verfahrensgegenstand bildet die Frage, ob die Vorinstanz die Unterstellung der
Beschwerdeführerin unter die Aufsicht der Beschwerdebeteiligten 1 (vgl. Rekursantrag
Ziff. 1 des Beschwerdegegners vom 3. November 2015, act. 15/2, S. 2) zu Recht bejaht
hat (vgl. hierzu Zwischenverfügung der Vorinstanz vom 18. Februar 2016, act. 15/28).
Im Übrigen hat die Vorinstanz die Sache zur materiellen Beurteilung an die
Beschwerdebeteiligte 1 zurückgewiesen. Damit kann offen bleiben, ob die
Rekursanträge Ziffer 2 bis 11 (teilweise) verspätet erfolgt sind[13], der Verein X.
deswegen (vgl. insbesondere Rekursanträge 6c, 6f, 8 und 11) am Rekursverfahren zu
beteiligen und die staatliche Aufsichtsbehörde oder der Zivilrichter dafür zuständig
gewesen wäre[14]. Hinsichtlich der Unterstellung der Beschwerdeführerin unter die
staatliche Aufsicht konnte von einer Beteiligung des Vereins abgesehen werden[15].
3. Die Beschwerdeführerin stellt die Beweisanträge[16], es seien die Akten der
Gespräche zwischen dem Beschwerdegegner und der Beschwerdebeteiligten 1 aus
dem Frühjahr 2014 sowie diejenigen der Besprechung vom 26. Mai 2015 zu edieren
sowie K.B., Dr. J.D., R.D., E.Z., L.N., M.S., K.S., B.L. und alle bisherigen Mitglieder des
Stiftungsrates und des Vereinsvorstandes als Zeugen und der Beschwerdegegner als
Partei zu befragen. Des Weiteren seien ein Rechtsgutachten zum Begriff
„gemeinnützig“ nach norwegischem Recht und das Originaltagebuch des Stifters bei
P.Z. einzuholen. Auf die beantragten prozessualen Vorkehren kann verzichtet werden.
Die vorliegend entscheidrelevanten tatsächlichen Verhältnisse ergeben sich aus den
Verfahrensakten[17]. Insbesondere kann der Sachverhalt im Zusammenhang mit der
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Frage, ob es sich bei der Beschwerdeführerin um eine kirchliche Stiftung (Art. 87 Abs. 1
ZGB) handelt (vgl. E. 10 hiernach), gestützt auf die vorliegenden Akten auf genügende
Weise festgestellt werden. Damit kann offen bleiben, wer hinsichtlich der Frage der
Kirchlichkeit objektiv beweisbelastet gewesen wäre[18].
4. Die Beschwerdeführerin stellt sich zunächst auf den Standpunkt[19], es sei
ausschliesslich Sache des Zivilrichters, über ihre Unterstellung unter eine staatliche
Aufsichtsbehörde zu entscheiden.
4.1. Für die Abgrenzung der Zuständigkeiten der Verwaltungsbehörden von denjenigen
der Instanzen der Zivilrechtspflege ist die Natur des in Frage stehenden
Rechtsverhältnisses massgebend[20]. Das Verhältnis zwischen der Aufsichtsbehörde
und den Stiftungen gilt als vornehmlich öffentlich-rechtlicher Natur, während die
Rechtsbeziehungen zwischen einer Stiftung und ihren Destinatären privatrechtlicher
Natur sind[21]. Dies zeigt sich auch daran, dass kirchliche Stiftungen gestützt auf Art.
87 Abs. 1 ZGB gemäss kantonalem öffentlichen Recht der Aufsicht des Gemeinwesens
unterstellt werden können, wenngleich der Kanton St. Gallen von diesem Vorbehalt
keinen Gebrauch gemacht hat. Dementsprechend ist auch der Streit darüber, ob eine
Stiftung der staatlichen Stiftungsaufsicht (Art. 84 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 87 Abs.
1 ZGB) untersteht, (materiell) öffentlich-rechtlicher Natur und kann, abgesehen von der
vorfrageweisen (Zuständigkeits-)Prüfung[22], nicht Gegenstand eines Zivilstreites
bilden, obgleich die Befreiung von der staatlichen Stiftungsaufsicht ihre Grundlage in
Art. 87 Abs. 1 ZGB und damit im Bundesprivatrecht hat[23]. Zu keinem anderen
Ergebnis führt der Umstand, dass als Ersatz für die sonst bei klassischen Stiftungen
gegebene Aufsicht der Verwaltung (Art. 84 Abs. 1 ZGB) bei Familienstiftungen und
kirchlichen Stiftungen gemäss Art. 87 Abs. 2 ZGB in streitigen Fällen auf Parteiantrag
punktuell der Zivilrichter entscheidet[24] und die Zivilgerichte für die Aufhebung der
kirchlichen Stiftungen zuständig sind (vgl. Art. 88 Abs. 2 ZGB, siehe auch Art. 84 Abs. 2
des Bundesgesetzes über Fusion, Spaltung, Umwandlung und Vermögensübertragung,
Fusionsgesetz; SR 211.301, FusG).
4.2. Nach dem Gesagten war die Beschwerdebeteiligte 1 grundsätzlich sachlich
zuständig, über die Unterstellung der Beschwerdeführerin unter die staatliche Aufsicht
zu befinden (vgl. Art. 84 Abs. 1 ZGB in Verbindung mit Art. 46 lit. a des
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Einführungsgesetzes zum ZGB, sGS 911.1, EG-ZGB, und Art. 2 Abs. 1 AVS). Zudem
bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass sich die sachliche Unzuständigkeit der
Beschwerdebeteiligten 1 bereits aus den Vorbringen des Beschwerdegegners vom
16. Oktober 2015 (act. 50/13) selbst ergab. In Bezug auf die Prüfung der sachlichen
Zuständigkeit hätte die Beschwerdebeteiligte 1 demnach davon ausgehen müssen,
dass die Beschwerdeführerin gemäss den Behauptungen des Beschwerdegegners
unter staatliche Aufsicht zu stellen ist. Ob dies tatsächlich zutraf, hätte sie erst in der
anschliessend vorzunehmenden materiellen Beurteilung prüfen dürfen[25]. Demzufolge
hätte sie ihre sachliche Zuständigkeit bejahen müssen. Im Weiteren gehen die Parteien
mittlerweile darin einig[26], dass die Beschwerdebeteiligte 1 gemäss Erwägung 4.4 des
angefochtenen Entscheids (act. 2, S. 21 f.) örtlich zuständig war[27]. Die
Beschwerdebeteiligte 1 war somit zuständig, über die Unterstellung der
Beschwerdeführerin unter die staatliche Aufsicht zu entscheiden. Trotz der Kritik der
Beschwerdeführerin kann der Vorinstanz, welche in Erwägung 4.2.2 des angefochtenen
Entscheids (act. 2, S. 16 f.) ihre Überlegungen genannt hat, in diesem Zusammenhang
überdies keine Verletzung der Begründungspflicht vorgeworfen werden[28].
5. Die Beschwerdeführerin hält weiter dafür[29], der Beschwerdegegner sei mangels
schutzwürdigem Interesse weder zur Rekurserhebung noch zur Erhebung der
Stiftungsaufsichtsbeschwerde berechtigt gewesen.
5.1. Wie die Vorinstanz in Erwägung 1.2 des angefochtenen Entscheids (act. 2, S. 7)
mit Recht ausführte, war der Beschwerdegegner, unabhängig vom
Rechtsschutzinteresse in der Sache selbst, berechtigt, die Verfügung der
Beschwerdebeteiligten 1 vom 19. Oktober 2015 (act. 15/1), mittels welcher diese auf
die Stiftungsaufsichtsbeschwerde des Beschwerdegegners vom 16. Oktober 2015 (act.
50/13) mangels sachlicher und örtlicher Zuständigkeit nicht eintrat, mit Rekurs
anzufechten[30]. Zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdebeteiligte 1 auf die
Stiftungsaufsichtsbeschwerde des Beschwerdegegners mangels Legitimation nicht
hätte eintreten dürfen.
Im Gegensatz zur blossen Anzeige[31] setzt die Stiftungsaufsichtsbeschwerde[32] ein
eigenes Interesse des jeweiligen Beschwerdeführers an der Anordnung der von ihm
geforderten Massnahmen voraus. Jede Person, die wirklich einmal in die Lage kommen
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kann, eine Leistung oder einen andern Vorteil von der Stiftung zu erlangen, ist zur
Beschwerde legitimiert[33]. Nicht umstritten ist vorliegend[34], dass der
Beschwerdegegner während über 40 Jahren bis 2013 Destinatär der
Beschwerdeführerin war. Seine Legitimation zur Stiftungsaufsichtsbeschwerde kann
indes nicht schon deswegen bejaht werden. Die Beschwerdebefugnis setzt in diesem
Fall voraus, dass er in naher Zukunft mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit Leistungen
oder andere Vorteile der Stiftung beanspruchen könnte[35].
5.2. Die vom Beschwerdegegner in seiner Eingabe vom 16. Oktober 2015 (act. 50/13)
anbegehrte Unterstellung der Beschwerdeführerin unter staatliche Aufsicht (Antrag Ziff.
1) könnte mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit dazu führen, dass der von ihm
behauptete ursprüngliche Zweck der Stiftung durch die Aufsichtsbehörde in dem Sinne
wiederhergestellt werden könnten (Antrag Ziff. 3), als die Liegenschaften der
Beschwerdeführerin nicht ausschliesslich vom Verein X. resp. von Personen, welche
sich der vom Verein X. gelebten Glaubensüberzeugung zugehörig fühlen, sondern wie
ehedem auch vom Beschwerdegegner für Gottesdienste und religiöse Unterweisungen
genutzt werden könnte (act. 21, S. 17 Rz. 37). Vor diesem Hintergrund konnte die
Beschwerdebeteiligte 1 dem Beschwerdegegner ein aktuelles eigenes Interesse an der
Unterstellung der Beschwerdeführerin unter die staatliche Aufsicht nicht absprechen,
selbst wenn er dies ihr gegenüber „im Frühjahr 2014“ (act. 15/1, S. 4 lit. D) resp.
gegenüber der Beschwerdebeteiligten 2 am 16. Oktober 2014 (act. 52/1) und damit
über zehn Jahre nach der Zweckänderung im Jahr 2003 erstmals verlangt hatte und
seine Stiftungsaufsichtsbeschwerde unzureichend begründet war (vgl. E. 6.2 hiernach).
Abgesehen davon, dass das analog anwendbare VRP, insbesondere in Art. 71f sowie
in Art. 80 VRP (vgl. E. 6.1 hiernach), keine besondere Rechtsmittelfrist festschreibt[36],
wurde das Zutrittsverbot gegen den Beschwerdegegner erst am 15. September 2013
erlassen (act. 28/41). Demnach ist selbst unter Berücksichtigung der Rechtssicherheit
sowie dem Grundsatz von Treu und Glauben (vgl. Art. 5 Abs. 3 BV und BK-Riemer Art.
84 N 122) nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdebeteiligte 1 dem
Beschwerdegegner mit Verfügung vom 19. Oktober 2015 (act. 15/1) die Legitimation
zur Erhebung der Stiftungsaufsichtsbeschwerde nicht absprach. Offen bleiben kann bei
diesem Ergebnis, ob der Beschwerdegegner auch wegen seiner Stellung als Enkel des
Stifters beschwerdelegitimiert gewesen wäre[37].
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6. Die Beschwerdeführerin bringt überdies vor[38], das Gesuch des
Beschwerdegegners vom 16. Oktober 2015 sei prozessual nicht korrekt substantiiert
gewesen.
6.1. Die Stiftungsaufsichtsbeschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit
Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines
Vertreters zu enthalten[39]. Entgegen der von der Vorinstanz vertretenen Auffassung in
Erwägung 2.2 f. des angefochtenen Entscheids (act. 2, S. 8 f.) lässt sich daraus für das
kantonale Verwaltungsverfahren ableiten, dass eine Stiftungsaufsichtsbeschwerde
hinsichtlich der Mitwirkungspflicht in Form der Begründungs- bzw.
Substantiierungspflicht nicht einem erstinstanzlichen Gesuch im
Verwaltungsverfahren[40] gleichgesetzt werden kann, zumal der
Stiftungsaufsichtsbeschwerde, wie die Beschwerdeführerin zu Recht ausführt (act. 7.1,
S. 10 Ziff. III/B/6c/bb), von Anfang an streitiger Charakter zukommt. Die
Stiftungsaufsichtsbeschwerde hat den im kantonalen Verwaltungsverfahrensrecht
statuierten Anforderungen an die Klagebegründung und Darstellung des Sachverhalts
zu genügen (vgl. Art. 71f Abs. 1 in Verbindung mit Art. 48 Abs. 1 VRP analog).
6.2. An die Qualität und Ausgestaltung der Begründung und der Darstellung des
Sachverhalts werden keine grossen Anforderungen gestellt[41]. Der pauschale Verweis
des bereits damals anwaltlich vertretenen Beschwerdegegners in seiner
Stiftungsaufsichtsbeschwerde vom 16. Oktober 2015 (act. 50/13) auf die Akten des
Anzeigeverfahrens vor der Beschwerdebeteiligten 2 (act. 50/14-17 und 52/1),
insbesondere auf das Gutachten Jakob, erfüllt die Minimalanforderungen an eine
rechtsgenügliche Begründung und Darstellung des Sachverhalts nach Art. 71f Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 48 Abs. 1 VRP analog indessen offenkundig nicht[42], selbst wenn
diese Akten der Beschwerdebeteiligten 1 und der Beschwerdeführerin bekannt waren.
Die ungenügende Begründung und Darstellung des Sachverhalts kann jedoch nicht
nachträglich als Begründung für das Nichteintreten auf die
Stiftungsaufsichtsbeschwerde herangezogen werden, da es die Beschwerdebeteiligte
1 vor Erlass der Nichteintretensverfügung unterliess, dem Beschwerdegegner unter
Androhung von Säumnisfolgen eine Nachfrist zur Ergänzung anzusetzen (vgl. Art. 71f
Abs. 1 in Verbindung mit Art. 48 Abs. 2 f. VRP analog). Aus dem erst späteren
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Feststellen einer ungenügenden Eingabe darf dem Beschwerdegegner kein Nachteil
erwachsen[43].
7. Die Beschwerdeführerin moniert ferner[44], die Vorinstanz sei zu Unrecht auf die
Rekursvorbringen zur Kirchlichkeit eingetreten, welche sich auf das Gutachten Jakob
gestützt hätten, ohne die entsprechenden Grundlagen offenzulegen. Wie die Vorinstanz
in Erwägung 3.3 des angefochtenen Entscheids (act. 2, S. 11 f.) zutreffend ausführte,
hat der Beschwerdegegner in seiner Rekursschrift vom 3. November 2015[45]
hinsichtlich der Frage der Kirchlichkeit nicht in unzulässiger Weise pauschal auf das
Gutachten Jakob verwiesen (vgl. hierzu Hinweise in E. 1 FN 6 hiervor, allerdings in
Bezug auf die Beschwerdeschrift). Weiter bestand für die Vorinstanz gestützt auf die
Untersuchungsmaxime (Art. 12 VRP) keine Pflicht, den Beschwerdegegner gemäss
dem Antrag der Beschwerdeführerin[46] aufzufordern, neben den mit Rekurs
eingereichten Akten (act. 22/1-15) die dem Gutachten Jakob zugrunde liegenden
(teilweise veralteten[47]) Dokumente (act. 22/3, S. 6 f.) offen zu legen, soweit diese ihr,
der Beschwerdeführerin und den Beschwerdebeteiligten nicht ohnehin bekannt waren
und einen Bezug zur Frage der Kirchlichkeit aufwiesen. Abgesehen davon, dass die
Beschwerdeführerin Letzteres nicht weiter dargetan hat, unterlag dieses
Privatgutachten als Parteibehauptung, namentlich mit Blick auf allenfalls fehlende
Sachverhaltsgrundlagen resp. in Bezug auf die darin abgehandelten Tatfragen, der
freien Beweiswürdigung durch die Vorinstanz[48]. Darüber hinaus oblag die
Beantwortung der Rechtsfrage nach der Kirchlichkeit der Beschwerdeführerin
zwingend der Vorinstanz und nicht dem Gutachter[49], soweit sich diese von der
Tatfrage nach dem wirklichen Stifterwillen trennen liess. Vor diesem Hintergrund
besteht nach wie vor kein Anlass, das Gutachten Jakob aus dem Recht zu weisen
(act. 15/20, S. 3 f. Ziff. I/7, act. 32, S. 5 Ziff. III/B/9).
8. Sodann ist die Behörde, an welche zurückgewiesen wird, – entgegen der Auffassung
der Beschwerdeführerin[50] – an die rechtlichen Erwägungen im
Rückweisungsentscheid gebunden (vgl. Art. 56 Abs. 2 Satz 2 VRP). Der
Rückweisungsentscheid beendet das Verfahren für die in den Erwägungen
abschliessend behandelten Fragen[51].
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9. Die Beschwerdeführerin ist zudem der Ansicht[52], die Begründung in
Erwägung 4.3.3 f. des angefochtenen Entscheids sei unklar und mangelhaft. Sie habe
nicht mit der Begründung rechnen müssen, bei Freikirchen genüge ein Verein zur
Schaffung einer internen Aufsicht nicht. Weiter sei die Sache zu Unrecht nicht zur
Prüfung der Kirchlichkeit an die Beschwerdebeteiligte 1 zurückgewiesen worden,
obgleich ihr Anspruch auf rechtliches Gehör im erstinstanzlichen Verfahren verletzt
worden sei, der Beschwerdegegner seinen Rekurs unzureichend substantiiert und die
Vorinstanz im Rekursverfahren dennoch keinen zweiten Schriftenwechsel angeordnet
habe.
9.1. Die Vorinstanz kam in Erwägung 4.3.4 des angefochtenen Entscheids (act. 2,
S. 19-21) in Auslegung der Stiftungsurkunde – in freier Beweiswürdigung – zum
Schluss, dass eine besondere Nähe des Stifters zum B., selbst unter Berücksichtigung
der von der Beschwerdeführerin eingereichten Unterlagen, nicht erkennbar sei und es
der Beschwerdeführerin seit ihrer Gründung damit an einer organischen Verbindung zu
einer Religionsgemeinschaft mangle. Eine dynamische Weiterentwicklung der Stiftung
sei nur so lange möglich, als dass dies innerhalb der reinen Ermessensausübung und
im Bereich der dem Stiftungsrat zustehenden Handlungsautonomie geschehe, was
eine spätere organisatorische Eingliederung in eine Religionsgemeinschaft
grundsätzlich ausschliesse. Aus dieser Begründung ergibt sich mit genügender
Klarheit, weshalb die Vorinstanz die Beschwerdeführerin als klassische Stiftung
qualifizierte. Die Beschwerdeführerin vermochte den angefochtenen Entscheid denn
auch durchaus sachgerecht anzufechten. Die Vorinstanz begründete ihre Verfügung
insoweit hinreichend[53]. Ob die Argumentation der Vorinstanz auch inhaltlich zutrifft,
bleibt im Folgenden (E. 10 hiernach) zu prüfen. Weiter anerkannte die Vorinstanz in
Erwägung 4.3.3 f. des angefochtenen Entscheids (act. 2, S. 19-21) ausdrücklich, dass
eine Religionsgemeinschaft, die aus einem einzigen Verein bestehe, bereits genügend
Gewähr für eine ordnungsgemässe Beaufsichtigung der mit ihr organisch verbundenen
Stiftung bieten könne (a.M.: Röllin, a.a.O., S. 10, siehe auch dies., S. 13 f.). Folglich
bestand für die Vorinstanz kein Anlass, der Beschwerdeführerin Gelegenheit zu geben,
sich zur vorgesehenen rechtlichen Begründung des Entscheids zu äussern[54].
9.2. Die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz drängt sich nach Art. 56 Abs. 2 VRP
vor allem dann auf, wenn eine wesentliche Ergänzung der Beweisgrundlagen
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notwendig ist und wenn sonst der Rechtsweg um die einzige, mit vollem
Nachprüfungsrecht ausgestattete Instanz verkürzt würde[55]. Ebenfalls kassatorisch zu
entscheiden ist, wenn einem Entscheid ein nicht heilbarer Verfahrensmangel
anhaftet[56].
Entgegen anderslautender Darstellung der Beschwerdeführerin und im Unterschied zu
dem von ihr zitierten Entscheid BGE 133 I 201 wurde sie als Adressatin der Verfügung
vom 19. Oktober 2015 (act. 15/1) am erstinstanzlichen Verfahren beteiligt. Ihr wurde als
Person, gegen die sich die Eingabe des Beschwerdegegners vom 16. Oktober 2015
(act. 50/13) richtete, von der Beschwerdebeteiligten 1 jedoch keine Gelegenheit zur
Stellungnahme gegeben, namentlich zur Frage ihrer Kirchlichkeit. Ungeachtet dessen,
ob diese Anhörung für die Beantwortung dieser Frage von Bedeutung gewesen wäre,
hat die Beschwerdebeteiligte 1 den Anspruch der Beschwerdeführerin auf rechtliches
Gehör damit in schwerwiegender Weise verletzt[57]. Bei der Frage, ob die
Beschwerdeführerin als kirchliche Stiftung zu qualifizieren ist, handelt es sich um eine
Rechtsfrage, welche die Vorinstanz (vgl. Art. 46 Abs. 1 VRP) – wie die Feststellung des
Sachverhalts – mit voller Kognition überprüfen konnte[58]. Deshalb durfte die
Vorinstanz den festgestellten Verfahrensmangel im Interesse der Verfahrensökonomie
ausnahmsweise als heilbar betrachten[59]. Überdies war sie nicht verpflichtet, einen
zweiten Schriftenwechsel anzuordnen[60]. Es kann nicht gesagt werden, dass die
Frage der Kirchlichkeit von der Beschwerdebeteiligten 1 überhaupt nicht untersucht
worden wäre. Unter lit. E der Verfügung vom 19. Oktober 2015 (act. 15/1, S. 4) hielt sie
fest, dass es sich bei der Beschwerdeführerin um eine kirchliche Stiftung handle, selbst
wenn sie dabei fälschlicherweise von einer abgeurteilten Sache ausging (act. 15/1, S. 4
lit. E): Weder die VRK noch das Kreisgericht Y. hatten rechtskräftig über die
Unterstellung der Beschwerdeführerin unter die staatliche Aufsicht entschieden[61].
Der Entscheid der VRK vom 15. Juni 2006 (act. 52/9, in: SGE 2006 Nr. 11) bezog sich
auf eine Steuerbefreiung gemäss Art. 80 Abs. 1 lit. h des Steuergesetzes (sGS 811.1,
StG), Art. 23 Abs. 1 lit. g des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten
Steuern der Kantone und Gemeinden (SR 642.14, StHG) sowie Art. 56 lit. h des
Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer (SR 642.11, DBG), wobei Kultuszwecke
im Sinne des Steuerrechts[62] im Gegensatz zur Kirchlichkeit im Sinne von Art. 87 Abs.
1 ZGB keine organische Verbindung voraussetzten (vgl. E. 10.1 hiernach). Der
Nichteintretensentscheid des Kreisgerichts Y. vom 8. April 2013 enthält lediglich im
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Zusammenhang mit dem Erlass vorsorglicher Massnahmen inhaltliche Erwägungen[63],
wobei die Nichtunterstellung der Beschwerdeführerin unter die staatliche Aufsicht
unbestritten war (act. 32, S. 5 Ziff. III/B/9, act. 52/8). Im Weiteren lagen der Vorinstanz
alle zum Zeitpunkt des angefochtenen Entscheids gültigen, zur Beurteilung der
Kirchlichkeit relevanten Akten vor (vgl. act. 22/1-15, act. 50, act. 52/1-32). Eine
wesentliche Ergänzung der Beweisgrundlagen war in Bezug auf diese Frage nicht
angezeigt. Die angeblich fehlenden Unterlagen (vgl. E. 7 hiervor) hinderten die
Beschwerdeführerin nicht daran, sich in ihrer Rekursantwort vom 15. Januar 2016
(act. 15/20, insbesondere S. 8-10, 16 f., 26-40 und 46) und in der zum integrierenden
Bestandteil der Rekursantwort erklärten (S. 8 Ziff. II/b/11) Stellungnahme von
Dr. iur. H.G. vom 15. Januar 2016 (act. 15/21) ausführlich – nicht nur vorsorglich (act.
15/20, S. 19 Ziff. III/b/aa/7a) – zur Frage ihrer Kirchlichkeit zu äussern sowie den
Sachverhalt zu präzisieren. Auch liess sie sich am 1. März 2016 (act. 15/29) nochmals
vernehmen[64]. Darüber hinaus ist der von der Beschwerdeführerin angerufene
Entscheid des Kassationsgerichts vom 21. Dezember 2010 (act. 8/36) hier nicht
einschlägig, da er in Anwendung von Art. 78 Abs. 2 KV und Art. 227 Abs. 3 des alten
Zivilprozessgesetzes vom 20. Dezember 1990 (nGS 42-80) erging. Bei dieser
Ausgangslage war die Vorinstanz nicht verpflichtet, die Sache zur Prüfung der
Kirchlichkeit an die Beschwerdebeteiligte 1 zurückzuweisen. Aus denselben Gründen
ist der Eventualantrag der Beschwerdeführerin (act. 7.1, S. 2) abzuweisen.
10. Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung steht die Frage, ob es sich bei der
Beschwerdeführerin um eine kirchliche Stiftung handelt[65].
10.1. Art. 87 Abs. 1 ZGB enthebt die kirchlichen Stiftungen der staatlichen
Stiftungsaufsicht[66]. Kirchlichkeit im Sinne von Art. 87 Abs. 1 ZGB setzt kumulativ eine
kirchliche Zwecksetzung und eine sogenannte organische Verbindung zu einer
Religionsgemeinschaft voraus[67]. Der Stiftungszweck ist dann kirchlich, wenn er
mittelbar oder unmittelbar dem Glauben an Gott dient. Kirchlich sind insbesondere
Stiftungen, die der kirchlichen Lehre und dem kirchlichen Glauben dienen oder als
Träger von oder zur Finanzierung oder zum Unterhalt von Gotteshäusern aller Art,
deren Einrichtungs- und Kultgegenständen und Umgeländen auftreten. Sie sind weder
auf eine bestimmte Konfession, Religion oder Glaubensgemeinschaft beschränkt noch
ist der rechtliche Status der Kirche von Bedeutung[68]. Organisch ist die Verbindung zu
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einer Religionsgemeinschaft nur dann, wenn eine interne, autonome Stiftungsaufsicht,
welche an die Stelle der staatlichen Aufsicht tritt, tatsächlich besteht[69]. Auch eine
Religionsgemeinschaft, die aus einem einzigen Verein besteht, kann bereits genügend
Gewähr für eine ordnungsgemässe Beaufsichtigung der mit ihr organisch verbundenen
Stiftungen bieten. Die Frage der organischen Verbindung einer Stiftung bemisst sich
zwar, ist die Stiftung einmal geschaffen, nach objektiv-zwingenden Kriterien, doch hat
es der Stifter, aufgrund der Stiftungsfreiheit, bei der Ausgestaltung seiner Urkunde in
der Hand, selbst zu bestimmen, ob es zu einer solchen organischen Verbindung
kommen solle. Äussert sich der Stifter überhaupt nicht und ist der Zweck einer Stiftung
kirchlich, so darf vermutet werden, er habe gewollt, dass eine Stiftung zu der
Religionsgemeinschaft, deren Tätigkeit sie fördert, auch in organische Verbindung trete
und sich in ihrem Rahmen entfalte[70].
Für die Beurteilung des Charakters der Beschwerdeführerin ist nicht ohne Weiteres
entscheidend, dass sie der Stifter in Art. 1 der öffentlichen Urkunde über ihre
Errichtung (Art. 81 Abs. 1 ZGB) vom 2. August 1967 (act. 22/6) als (kirchliche) Stiftung
im Sinne von Art. 87 ZGB bezeichnet hat. Es kommt vielmehr darauf an, welchen Sinn
der Stiftungsurkunde ihrem ganzen Inhalt nach zukommt. Von Bedeutung sind
namentlich die Bestimmungen über den Zweck der Stiftung und darüber, welchen
Personen die Stiftung nach ihrem Zweck zugutekommen soll[71]. Stiftungsurkunden
sind wie letztwillige Verfügungen primär nach dem Willen des Stifters, wie er sich aus
dem Wortlaut der Stiftungsurkunde ergibt, auszulegen[72]. Zur Ermittlung des Sinnes
von Bestimmungen, die mehr als eine Deutung zulassen, dürfen ausserhalb der
Urkunde liegende Tatsachen, z.B. durch andere Schriftstücke oder durch Zeugen
bewiesene Äusserungen des Urhebers, herangezogen werden[73].
10.2. Zu Recht nicht umstritten ist vorliegend, dass die Beschwerdeführerin
ursprünglich bei ihrer Gründung im Jahr 1967 eine kirchliche Zwecksetzung verfolgt
hat. Die Stiftungsurkunde beschränkte sich nicht darauf, in Art. 1 auf Art. 87 ZGB
hinzuweisen, sondern erklärte in Art. 2 als Zweck der Stiftung, die ihr vom Stifter
gewidmete Liegenschaft ausschliesslich für religiöse Zwecke, d.h. zur Abhaltung von
christlichen Gottesdiensten und rein religiösen Unterweisungen zu verwenden. Hinzu
kommt, dass die für klassische Stiftungen vorgeschriebene, für kirchliche Stiftungen
damals dagegen nicht notwendige Eintragung ins Handelsregister unterblieb[74]. Zu
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keinem anderen Ergebnis führt die der Vermögensverwendung nach Art. 57 Abs. 1
ZGB entsprechende damalige Anfallregelung (Art. 5 der Stiftungsurkunde aus dem Jahr
1967), wonach im Falle der Auflösung der Stiftung das Vermögen an die politische
Gemeinde Q. fallen soll[75]. Im Weiteren setzte die bundesgerichtliche
Rechtsprechung, die das Kriterium der organischen Verbindung zur Geltung brachte,
erst mit den Entscheiden BGE 106 II 106 E. 3a und BGE 106 II 114 E. 2 aus dem Jahr
1980 ein. Aus diesem Grund kann für die Qualifikation der Beschwerdeführerin bis ins
Jahr 1980 nicht rückwirkend massgebend sein, ob sich die Stiftungsurkunde zu diesem
Kriterium äusserte, selbst wenn in der Praxis der Bundesverwaltung, welcher die
Beschwerdeführerin nicht unterstand (vgl. E. 4.2 hiervor), abweichend von der älteren
bundesgerichtlichen Rechtsprechung[76] bereits im Zeitpunkt der Errichtung der
Stiftung im Jahr 1967 auf dieses Erfordernis abgestellt wurde[77]. Damit war die
Beschwerdeführerin im Zeitraum zwischen ihrer Errichtung im Jahr 1967 und dem Jahr
1980 als kirchliche Stiftung zu qualifizieren.
Ab 1980 handelte es sich bei der Beschwerdeführerin indessen um eine klassische
Stiftung, selbst wenn in Anlehnung an die zitierte Lehrmeinung von Riemer für die Zeit
ab 1980 angesichts der ursprünglich kirchlichen Zwecksetzung zu vermuten gewesen
wäre, dass es dem hypothetischen Willen des Stifters entsprochen hätte, die
Beschwerdeführerin nachträglich zu einer Religionsgemeinschaft, deren Tätigkeit sie
fördert, auch in organische Verbindung treten zu lassen, um sie als kirchliche Stiftung
zu erhalten. Aus den Akten ergeben sich keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass ab 1980
eine effektive in der Schweiz (kirchen-) rechtswirksame interne, autonome Aufsicht
über die Beschwerdeführerin bestand, welche an die Stelle der staatlichen Aufsicht
hätte treten können.
10.3. Weiter ist nicht erstellt, dass die noch nicht als Verein (Art. 60 ff. ZGB)
konstituierte, seit 1961 bestehende religiöse Gemeinschaft Christliche Gemeinde X.
vollständig auf den Ende 2002 gegründeten Verein X. (act. 22/7) übergegangen ist (vgl.
immerhin act. 52/15, S. 9 ff., allerdings ohne Quellenangaben). Falls dies zu bejahen
wäre, wäre zu prüfen, ob der Verein X. als kircheninterne, autonome Aufsicht über die
Beschwerdeführerin fungierte. Dies setzte zunächst voraus, dass der Stifter, hätte er
von der Gründung des Vereins X. Ende 2002 Kenntnis gehabt, mutmasslich eine
entsprechende Verbindung der Beschwerdeführerin zu diesem Verein gewollt hätte[78].
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In Art. 2 der Stiftungsurkunde aus dem Jahr 1967, welche den Zweck der Stiftung
umschreibt, finden sich keine Anhaltspunkte für eine Verbindung zur Christlichen
Gemeinde X. Da die Zweckbestimmung gemäss Art. 2 der Stiftungsurkunde aus dem
Jahr 1967 breit angelegt war, d.h. dem Stiftungsrat diesbezüglich ein grosser
Ermessensspielraum verblieb[79], kam neben der Zweckbestimmung der
Zusammensetzung des Stiftungsrates (Art. 83 ZGB) erhebliche Bedeutung für die
Praxis der Stiftung zu[80]. Insofern kann die Zusammensetzung des Stiftungsrates auf
den vom Stifter beabsichtigten Destinatärkreis resp. auf eine allfällige Verbindung zu
einer Religionsgemeinschaft hindeuten[81]. In Art. 4 der Stiftungsurkunde setzte der
Stifter Er.Z., Ch.Z. und H.S. als Stiftungsräte ein. Nach Auffassung des
Beschwerdegegners handelte es sich dabei „um drei Schweizer mit Wohnsitz in der
Schweiz“ (act. 21 Rz. 11). Demgegenüber hält die Beschwerdeführerin dafür, die ersten
drei Stiftungsräte seien „spirituell die tragenden schweizerischen Repräsentanten der
Norweger Gemeinde“ gewesen (act. 7.1, S. 30 f. Ziff. III/C/c/cc/23, act. 32, S. 12 Ziff.
III/D/20d). Wie sich daraus beispielshaft ergibt, lässt die Zusammensetzung des
Stiftungsrates mehr als eine Deutung des Stifterwillens zu. Folglich sind diesbezüglich
ausserhalb der Urkunde liegende Tatsachen heranzuziehen. In Betracht fallen in erster
Linie die Auszüge aus dem Tagebuch des Stifters (act. 52/3 und act. 8/33). Auch ist die
bis zum Tod des Stifters im Jahr 1971 gelebte Praxis als weiteres Indiz für den
mutmasslichen Stifterwillen zu berücksichtigen[82]. Nach dem Tagebuch nahmen Er.Z.,
Ch.Z. und H.S. regelmässig an den als „Versammlungen“ oder „Konferenzen“
bezeichneten Gottesdiensten der Christlichen Gemeinde X. teil. Zudem geht daraus
hervor, dass die Christliche Gemeinde X. die Liegenschaft der Beschwerdeführerin
nach deren Gründung am 2. August 1967 bis zum Tod des Stifers im Jahr 1971
zusammen mit Vertretern der damals ebenfalls noch nicht als Verein („forening“)
organisierten „Norweger Gemeinde“, aus welcher der B. hervorging (vgl. act. 12.4),
insbesondere mit D.N., E.A. und S.B. (jeweils als „Br.“ oder „Bruder“ bezeichnet), für
die Abhaltung von Gottesdiensten nutzte. Unter diesen Umständen könnte – falls die
Christliche Gemeinde X. vollständig auf den Verein X. übergegangen ist – darauf
geschlossen werden, dass der Stifter Ende 2002 vernünftigerweise gewollt hätte, dass
die Beschwerdeführerin in Verbindung zum Ende 2002 gegründeten Verein X. trat,
welcher laut Art. 2 Abs. 1 der Vereinsstatuten vom 16. Dezember 2012 (act. 22/7) eine
christliche Gemeinschaft ist, die mit dem B. untrennbar verbunden ist. Ausgehend von
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der zitierten Lehrmeinung von Riemer, wonach ein Verein dem Grundsatz nach eine
genügende Aufsicht bieten kann, wäre weiter zu untersuchen, ob der Verein X., ab
Ende 2002 tatsächlich eine wirksame Aufsicht stellte. In Art. 3 und Art. 17 der
Vereinsstatuten vom 16. Dezember 2002 (act. 22/7) wurde lediglich die Zuständigkeit
des Vereinsvorstand zur Aufsicht über die „dem Verein nahe stehenden“ Stiftungen
sowie eine Unvereinbarkeitsregel statuiert. Hingegen wurden darin weder die einzelnen
Aufgaben – in erster Linie die Sicherstellung der stiftungszweckmässigen Verwendung
und der richtigen Behandlung des Stiftungsvermögens (vgl. Art. 84 Abs. 2 ZGB analog)
– und die entsprechenden Aufsichtsmittel des Vorstandes als Aufsichtsbehörde (vgl.
Art. 83d, Art. 84a bis Art. 86b ZGB analog) verankert noch die Berichtspflichten der
nicht bezeichneten, dem Verein X. „nahestehenden“ Stiftungen gegenüber der
kircheninternen Aufsichtsbehörde bestimmt[83]. Diese Regelung bot offensichtlich
nicht ausreichend Gewähr für eine effektive Aufsicht über die Beschwerdeführerin,
welche an die Stelle der staatlichen Aufsicht hätte treten können. Die Gründung des
Vereins X. Ende 2002 blieb somit ohne Auswirkungen auf die Qualifikation der
Beschwerdeführerin ab 1980 als klassische Stiftung, selbst wenn darauf abgestellt
würde, dass die Christliche Gemeinde X. vollständig auf den Verein X. übergegangen
ist.
10.4. Am 15. März 2003 wurde Art. 2 der Stiftungsurkunde aus dem Jahr 1967 durch
den Stiftungsrat wie folgt abgeändert (vgl. act. 52/6 Ingress): „Die Stiftung stellt ihre
Liegenschaften dem Verein X. zu dessen zweckkonformer Benützung zur Verfügung.
Die Stiftung ist untrennbar verbunden mit der Stiftung B. ..., welche ihrerseits
folgenden Zweck verfolgt: [...]“.Danach wurde Art. 2 der Stiftungsurkunde aus dem
Jahr 1967 – Nutzung der Liegenschaft Nr. 000 ausschliesslich für religiöse Zwecke, d.h.
zur Abhaltung von christlichen Gottesdiensten und rein religiösen Unterweisungen (act.
22/6) – vollständig ausgewechselt. Es kann nicht mehr davon gesprochen werden,
dass gemäss Art. 86b ZGB am Wesen der Stiftung nichts Grundlegendes geändert
wurde[84]. Somit liegt eine wesentliche Änderung des Stiftungszwecks im Sinne von
Art. 86 Abs. 1 ZGB vor.
Das materielle staatliche Stiftungsrecht über die Urkundenänderung[85] als Ausfluss
des sogenannten Trennungs- und Erstarrungsprinzips[86] gilt für sämtliche Stiftungen,
insbesondere auch für die im Sinne von Art. 87 Abs. 1 ZGB kirchlichen Stiftungen[87].
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Zuständige Umwandlungsbehörde ist bei kirchlichen Stiftungen (vgl. für klassische
Stiftungen Art. 86 Abs. 1 ZGB in Verbindung mit Art. 2 Abs. 2 AVS resp. Art. 3 Abs. 2
lit. a der Organisationsverordnung für das Eidgenössische Departement des Innern, SR
172.212.1, OV-EDI) in streitigen Fällen der Zivilrichter und in nichtstreitigen Fällen
grundsätzlich die autonome kirchliche Aufsicht[88].
Im konkreten Fall stand die Beschwerdeführerin zum Zeitpunkt der – nichtstreitigen –
Zweckänderung am 15. März 2003 weder unter einer effektiven kircheninternen
Aufsicht (vgl. E. 10.3 hiervor) noch unter einer staatlichen Aufsicht. Die Genehmigung
durch den Vorstand des Vereins X. vom 16. März 2003 kann deshalb nicht als
änderungsverfügung der zuständigen Umwandlungsbehörde angesehen werden.
Vielmehr erweist sich dieser Scheinbeschluss als nichtig[89]. Demzufolge ist die vom
Stiftungsrat beschlossene Zweckänderung vom 15. März 2003 mangels einer
änderungsverfügung der zuständigen Umwandlungsbehörde unwirksam[90]. Dessen
ungeachtet ist nicht erkennbar, inwiefern sich die Verhältnisse in Bezug auf die
Umsetzung des Stiftungszwecks im Jahr 2003 derart geändert hätten, dass die Stiftung
nur mittels einer Zweckänderung sinnvoll hätte weitergeführt werden können. Die der
Stiftung gewidmeten Liegenschaften konnten nach wie vor von potentiellen
Destinatären vor Ort zweckentsprechend genutzt werden. Unabhängig davon, ob der
geänderte Zweck dem bisherigen möglichst nahe kam, waren damit die
Voraussetzungen von Art. 86 Abs. 1 ZGB nicht erfüllt. Die (vermeintliche)
Zweckänderung vom 15. März 2003 blieb somit ohne Einfluss auf die Qualifikation der
Beschwerdeführerin ab 1980 als klassische Stiftung. Des Weiteren ist die Regelung der
Stiftungsaufsicht im Reglement des Stiftungsrates vom 9./16. März 2003 (act. 52/21,
Art. 12 f.) unbeachtlich. Der Stifter hatte den Erlass eines solchen Reglements durch
den Stiftungsrat in der Stiftungsurkunde nicht vorbehalten[91]. Nicht von Belang ist
ferner, ob die Vereinbarung vom 15. März 2003 (act. 22/9) ebenfalls gegen die
Kirchlichkeit der Beschwerdeführerin gesprochen hätte.
10.5. Die Statuten des Vereins X. vom Mai 2013 (vgl. act. 22/8 Art. 16) entsprechen
inhaltlich denjenigen aus dem Jahr 2002 (vgl. E. 10.3 hiervor). Mit Statutenänderung
vom August 2015 (act. 52/7) übertrug der Verein X. die Aufsicht über die dem Verein
nahe stehende Stiftungen vom Vereinsvorstand auf die Aufsichtskommission (Art. 17
der Statuen vom August 2015). Entgegen der Regelung aus dem Jahr 2002 resp. 2013
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wurde in Art. 17 Abs. 2 Satz 2 der Statuten vom August 2015 in Bezug auf die
einzelnen Aufgaben gegenüber den zu beaufsichtigenden Stiftungen zwar festgehalten,
dass die Aufsichtskommission „insbesondere die Rechtskonformität ihrer
Geschäftsführung“ überwacht. Wie im Jahr 2002 wurde jedoch unterlassen, die
Aufsichtsmittel der Aufsichtsbehörde sowie die Pflichten der zu beaufsichtigenden
Stiftungen zu bestimmen. Damit bot auch diese Änderung keine hinreichende Gewähr
für eine effektive Aufsicht über die Beschwerdeführerin. Zuletzt ergänzte der Verein X.
die Vereinsstatuten im Juni 2016 (act. 8/34). Überdies erliess die Aufsichtskommission
des Vereins gestützt auf Art. 17 Abs. 4 Satz 1 der Statuten vom Juni 2016 ein
undatiertes Reglement (act. 8/35, fortan: Reglement). In Art. 17 Abs. 3 Satz 3 der
Statuten vom Juni 2016 wird im Vergleich zum August 2015 neu festgehalten, dass die
Aufsichtskommission die notwendigen Weisungen erlässt und nötigenfalls die zur
Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes nötigen Massnahmen veranlassen
kann. Sie orientiert sich sachgemäss an den allgemein anerkannten Standards der
Aufsicht über kirchliche Stiftungen dieser Grösse (Satz 4). Art. 17 Abs. 3 Satz 4 der
Statuten vom Juni 2016 wird in Art. 4 Reglement insoweit konkretisiert, als sich die
Aufsichtskommission sachgemäss an den AVS zu „orientieren“ hat. Weiter werden in
Art. 5 Reglement in Anlehnung an Art. 84 Abs. 2 ZGB, Art. 84a bis 86b ZGB die
einzelnen Aufgaben der Aufsichtskommission und in Art. 6 Reglement die dafür zur
Verfügung stehenden Aufsichtsmittel aufgezählt. Zudem wird in Art. 7 Reglement die
Genehmigung von Rechtsgeschäften der Stiftung durch die Aufsichtskommission
geregelt und werden in Art. 8 Reglement die Pflichten der Stiftungen gegenüber der
Aufsichtskommission normiert. Im Übrigen wird die Beschwerdeführerin unter Art. 1
Reglement ausdrücklich als durch die Aufsichtskommission des Vereins X. zu
beaufsichtigende Stiftung bezeichnet. Sodann regelt Art. 9 Reglement die
Informationsbeschaffung durch die Aufsichtskommission. Unbesehen davon, dass Art.
17 Abs. 3 Satz 4 der Statuten und Art. 4 Reglement – „orientiert“ resp. „orientieren“ –
unverbindlich formuliert sind und nach Art. 5 Abs. 2 lit. d Reglement für die Aufhebung
der Stiftungen in Widerspruch zu Art. 88 Abs. 2 ZGB unzulässigerweise die
Aufsichtskommission zuständig sein soll, kann offen gelassen werden, ob diese
Neuregelung grundsätzlich geeignet ist, eine effektive Stiftungsaufsicht über die
Beschwerdeführerin durch den Verein X. zu gewährleisten. So oder anders spricht
gegen eine taugliche Aufsicht des Vereins über die Beschwerdeführerin, dass die
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Aufsichtskommission des Vereins – allenfalls mit einer Ausnahme (vgl. Art. 17 Abs. 1
Satz 4 der Statuten vom Juni 2016) – mit Vereinsmitgliedern besetzt werden soll,
welche Destinatäre der Beschwerdeführerin sind. Die drei bis fünf Mitglieder der
Aufsichtskommission, allenfalls mit Ausnahme eines gemeindeexternen Mitglieds,
würden damit in Ausübung ihrer Aufsichtsfunktion über die Beschwerdeführerin einem
dauerhaften Interessenkonflikt ausgesetzt, selbst wenn sie gemäss Art. 17 Abs. 2
Satz 2 der Statuten nicht dem Vereinsvorstand angehören und mit dessen Mitgliedern
weder verheiratet noch in gerader Linie verwandt sein dürfen. Als problematisch
erweist sich zudem die Vereinbarung über die Nutzung der Liegenschaften der
Beschwerdeführerin durch den Verein X. in der Fassung vom 16. April 2015 (act. 40.1).
Diese Vereinbarung kann, wie das von K.Z. und der „Gemeinde“ am 1. Mai 1965
abgeschlossene Rechtsverhältnis (act. 52/4), zwar als Mietvertrag (Art. 253 ff. OR)
zwischen der Beschwerdeführerin und dem Verein X. qualifiziert werden (vgl.
insbesondere Ziff. 1.3, 4, 5.1-5.4), auch wenn sich der Verein als Mieter atypisch
verpflichtet hat, für den Unterhalt der Liegenschaft zu sorgen (Ziff. 2, vgl. Art. 256
Abs. 1 und Art. 259 OR), und Vorbereitung, Projektierung, Ausführung sowie die
Bauherreneigenschaft einschliesslich Kostenpflicht bei Bauvorhaben auf der
Liegenschaft der Beschwerdeführerin „in der Regel“ beim Verein liegen sollen (Ziff. 3.4,
vgl. Art. 260 f. OR). Insofern kann im Gegensatz zur Fassung aus dem Jahr 2003
(act. 22/9) nicht mehr davon gesprochen werden, dass die Vereinbarung die
Beschwerdeführerin direkt der Fremdbestimmung durch den Verein X. aussetzt[92].
Der Umstand, dass der Verein X. Mieter der Liegenschaft der Beschwerdeführerin ist,
spricht aber ebenfalls gegen eine taugliche unabhängige Aufsicht über die
Zweckerfüllung der Beschwerdeführerin durch den Verein. Der Verein X. kann nicht
gleichzeitig als Destinatär, Mieter und Aufsichtsbehörde der Beschwerdeführerin
fungieren. Bei dieser Ausgangslage erscheint es kaum denkbar, diese Mängel mittels
weiterer Statutenänderungen (etwa Änderung der Zusammensetzung der
Aufsichtskommission, Auslagerung der Aufsicht an eine vom Verein zu bestimmende
externe Revisionsstelle) oder anderweitiger organisatorischer Anpassungen vollständig
beseitigen zu können. Vor diesem Hintergrund ist dem Schluss der Vorinstanz im
Ergebnis beizupflichten (vgl. E. 4.3.4 des angefochtenen Entscheids, act. 2, S. 21),
wonach es sich bei der Beschwerdeführerin um eine klassische Stiftung handelt,
welche unter die staatliche Aufsicht zu stellen ist. Inwiefern eine solche Unterstellung
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unter die staatliche Aufsicht gemäss der Beschwerdeführerin unverhältnismässig (Art. 5
Abs. 2 BV) und mit der Religionsfreiheit (Art. 15 BV) unvereinbar wäre oder in
Widerspruch zum Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 und Art. 9 BV) stehen
würde, ist nicht erkennbar. Die Beschwerde ist abzuweisen.
11. Dem Ausgang der Verfahren entsprechend gehen die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens vollständig zulasten der Beschwerdeführerin (Art. 95 Abs. 1
VRP). Eine Entscheidgebühr von CHF 4‘000 ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der von der Beschwerdeführerin geleistete
Kostenvorschuss von CHF 2‘000 wird angerechnet.
Der Beschwerdegegner hat im Beschwerdeverfahren obsiegt, weshalb ihn die
Beschwerdeführerin ausseramtlich zu entschädigen hat (Art. 98 Abs. 1 VRP in
Verbindung mit Art. 98 VRP). Sein Rechtsvertreter hat keine Kostennote eingereicht,
weshalb die Entschädigung nach Ermessen festzulegen ist (vgl. Art. 30 lit. b Ziff. 1 und
Art. 31 Abs. 1 und 2 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70, AnwG, sowie Art. 6 und 19 der
Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS 963.75, HonO). Eine
Entschädigung von CHF 4‘000 zuzüglich vier Prozent Barauslagen und 8%
Mehrwertsteuer – der Rechtsvertreter des Beschwerdegegners hat die anwaltlichen
Leistungen im Wesentlichen vor dem 1. Januar 2018 erbracht – ist angemessen (Art. 22
Abs. 1 lit. b, Art. 28 und Art. 29 HonO, Ziff. 2.1 der MWST-Info 19 zur
Steuersatzänderung per 1. Januar 2018, www.estv.admin.ch).