Decision ID: 84374958-891e-4423-8598-7885ca96f916
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_HG
Chamber: ZH_HG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Bauhandwerkerpfandrecht
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Gesuch: (act. 1 S. 2)
" 1. Es sei das Grundbuchamt ...-Zürich anzuweisen, zu Gunsten der Klägerin und zu Lasten des Grundstücks der Beklagten, B1._, Grundbuchblatt ..., Kataster Nr. ..., Zürich-..., ein Bauhandwerkerpfandrecht für eine Pfandsumme von CHF 671'671.50 zuzüglich Zins von 5 % auf CHF 669'026.20 seit dem 28. Dezember 2016 vorläufig vorsorglich im Grundbuch  bzw. vorzumerken.
2. Es sei das Grundbuchamt ...-Zürich mit superprovisorischer Verfügung (vorläufige Anordnung als dringliche vorsorgliche Massnahme im Sinne von Art. 265 Abs. 1 ZPO) ohne Anhörung der Gegenpartei sofort anzuweisen, das in Ziffer 1 beantragte Bauhandwerkerpfandrecht sofort im Grundbuch vorzumerken.
3. Es sei die beantragte Verfügung dem Grundbuchamt ...-Zürich gemäss Art. 48 Abs. 2 lit. b GBV sowohl telefonisch und  als auch schriftlich mitzuteilen.
4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der ."

Das Einzelgericht zieht in Erwägung:
1. Die Gesuchstellerin ersuchte mit ihrer Eingabe vom 28. Dezember 2016
(Datum Poststempel; eingegangen am 29. Dezember 2016) samt Beilagen
(act. 1; act. 3/1-12) um (vorerst) superprovisorische Eintragung eines Bauhand-
werkerpfandrechts auf dem betreffenden Grundstück der Gesuchsgegnerin. Dem
Gesuch wurde in der Folge mit Verfügung vom 29. Dezember 2016 einstweilen
und ohne Anhörung der Gegenpartei entsprochen, und das zuständige Grund-
buchamt ...-Zürich wurde – nach entsprechenden Unklarheiten hinsichtlich der
Feiertagsregelung der Notariate bzw. Grundbuchämter – angewiesen, das betref-
fende Pfandrecht vorläufig im Grundbuch einzutragen. Gleichzeitig wurde der Ge-
suchsgegnerin Frist bis zum 23. Januar 2017 angesetzt, um zum Gesuch Stellung
zu nehmen, unter der Androhung eines Aktenentscheids im Säumnisfall (act. 4;
act. 7-11). Innert erstreckter Frist teilte die Gesuchsgegnerin mit, dass sie im vor-
liegenden Verfahren auf eine Stellungnahme verzichte, ohne Anerkennung der
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behaupteten Ansprüche der Gesuchstellerin oder des Pfandrechts (act. 13;
act. 16).
2. Entsprechend ist im vorliegenden summarischen Verfahren (und nur in die-
sem) unbestritten geblieben und zudem – angesichts der Ausführungen der Ge-
suchstellerin sowie der Beilagen – glaubhaft gemacht worden, dass die Gesuch-
stellerin für die eingetragene Pfandsumme auf dem Grundstück der Gesuchsgeg-
nerin (Prot. S. 2; act. 3/3-4) im Sinne von Art. 837 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB Material und
Arbeit geliefert hat (act. 1 S. 5 ff. Rz. II.4. ff.; act. 3/5-8), ein Betrag in der Höhe
der eingetragenen Pfandsumme bisher unbezahlt geblieben ist (act. 1 S. 8 ff.
Rz. II.10. ff.; act. 3/9-11), die Viermonatsfrist gemäss Art. 839 Abs. 2 ZGB mit der
vorläufigen Eintragung gewahrt wurde (act. 1 S. 7 Rz. II.9. und S. 11 Rz. IV.3.;
act. 3/8) und Zinsen von 5 % auf CHF 669'026.20 seit dem 28. Dezember 2016
geschuldet sind (act. 1 S. 10 Rz. III.2.; act. 3/12).
Demgemäss steht der vorläufigen Eintragung des Bauhandwerkerpfandrechts im
mit Entscheid vom 29. Dezember 2016 verfügten Umfang (act. 4) nichts entge-
gen. Die einstweilige Anweisung an das Grundbuchamt ...-Zürich ist daher als
vorläufige Eintragung im Sinne von Art. 961 ZGB zu bestätigen.
3. Der Gesuchstellerin ist Frist anzusetzen, um Klage auf definitive Eintragung
des Pfandrechts gegen die Gesuchsgegnerin anzuheben. Die Prosequierungsfrist
ist praxisgemäss auf 60 Tage festzulegen, wobei allfällige Gerichtsferien bei der
Fristansetzung berücksichtigt werden. Eine Verlängerung dieser Frist ist möglich,
bedarf aber eines gesonderten und begründeten Gesuches (Art. 144 Abs. 2
ZPO); dieses würde in einem kostenpflichtigen Nachverfahren behandelt. Als zu-
reichende Gründe für eine Fristerstreckung gemäss Art. 144 Abs. 2 ZPO werden
nur entweder die Zustimmung der Gegenpartei oder von der Partei nicht vorher-
sehbare oder nicht beeinflussbare Hinderungsgründe anerkannt.
4. Die Höhe der Gerichtsgebühr wird nach der Gebührenverordnung des
Obergerichts bestimmt (Art. 96 ZPO i.V.m. § 199 Abs. 1 GOG) und richtet sich in
erster Linie nach dem Streitwert bzw. nach dem tatsächlichen Streitinteresse (§ 2
Abs. 1 lit. a GebV OG). Vorliegend ist von einem Streitwert von CHF 671'671.50
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auszugehen. Die Gerichtsgebühr ist in Anwendung von § 4 Abs. 1 und 2 sowie
§ 8 Abs. 1 GebV OG auf CHF 9'000.– festzusetzen.
Über den Pfandanspruch der Gesuchstellerin ist noch nicht definitiv entschieden.
Es wird im ordentlichen Verfahren erst noch festzustellen sein, ob die Gesuchstel-
lerin endgültig obsiegt. Daher rechtfertigt es sich, im vorliegenden Verfahren le-
diglich eine einstweilige Kostenregelung zu treffen. Gemäss Praxis des Handels-
gerichtes des Kantons Zürich werden die Gerichtskosten im Verfahren betreffend
die vorläufige Eintragung des Pfandrechts von der Gesuchstellerin bezogen, wo-
bei der endgültige Entscheid des Gerichts im ordentlichen Verfahren vorbehalten
bleibt. Für den Fall, dass die Gesuchstellerin ihre Klage innert Prosequierungsfrist
nicht anhängig machen sollte, werden ihr die Kosten definitiv auferlegt.
Auch der Entscheid betreffend die Entschädigungsfolgen wird dem ordentlichen
Verfahren vorbehalten. Versäumt es die Gesuchstellerin, ihren Anspruch innert
Frist zu prosequieren, ist ihr keine Parteientschädigung zuzusprechen. Gleiches
gilt diesfalls auch betreffend die Gesuchsgegnerin, hat sie doch keinen entspre-
chenden Antrag gestellt (act. 16).