Decision ID: 2f24097a-0634-5182-8c78-3a13679550f6
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- Am 23. Oktober 2012, 11.26 Uhr, lenkte X., deutscher Staatsangehöriger, seinen
Personenwagen der Marke Audi mit den Kontrollschildern ZZ-ZZ0000 (D) auf dem
Marktplatz, St. Gallen, in Richtung Bohl, wo er beabsichtigte mit seinem Fahrzeug links
abzubiegen. Ein Postauto (Gelenkbus) fuhr zur selben Zeit auf der Busspur in Richtung
Bohl, musste aber warten, da sich andere Busse vor ihm befanden. Als die Spur wieder
frei war, setzte das Postauto die Fahrt fort. Der Buschauffeur führte aus, dass er auf
der rechten Seite einen etwas weit vorne bei der Bodenmarkierung "Kein Vortritt"
wartenden Audi gesehen habe. Als er losgefahren sei, habe der Audi die Fahrt ebenfalls
aufgenommen. Daraufhin habe er eine Vollbremsung eingeleitet. Die beiden Fahrzeuge
kollidierten nicht miteinander. Im Postauto stürzte ein Rollstuhlfahrer wegen des
brüsken Stopps zu Boden. Gegenüber der Polizei klagte dieser über rechtsseitige
Schmerzen am Ellbogen, an der Schulter, im Brustbereich und am Oberarm. Zwei Tage
nach dem Vorfall teilte der Rollstuhlfahrer der Polizei mit, dass er sich nicht verletzt
habe.
B.- Wegen des Vorfalls vom 23. Oktober 2012 wurde X. mit Strafbefehl des
Untersuchungsamtes St. Gallen vom 7. Januar 2013 der Verletzung von Verkehrsregeln
schuldig gesprochen und zu einer Busse von Fr. 200.– bzw. einer Ersatzfreiheitsstrafe
von zwei Tagen verurteilt. Der Strafbefehl erwuchs infolge Rückzugs der Einsprache
vom 15. Januar 2013 in Rechtskraft. Im Zusammenhang mit dem Vorfall vom 23.
Oktober 2012 aberkannte das Strassenverkehrsamt X. den Führerausweis für die Dauer
eines Monats wegen mittelschwerer Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz
(Verfügung vom 15. Januar 2013). Zur Begründung führte es an, X. habe gegenüber
dem Postauto den Vortritt missachtet und dadurch das Postauto zu einer Vollbremsung
gezwungen, wodurch sich ein Passagier verletzt habe. Somit liege eine mittelschwere
Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften vor. Die Aberkennungsdauer
wurde auf das gesetzliche Minimum festgesetzt.
C.- Gegen die Verfügung des Strassenverkehrsamtes vom 15. Januar 2013 erhob X.
durch seinen Vertreter mit Eingabe vom 24. Januar 2013 Rekurs bei der
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Verwaltungsrekurskommission und ergänzte diesen am 15. April 2013. Er beantragte,
die Verfügung sei aufzuheben, stattdessen eine Verwarnung auszusprechen und dem
Rekurs die aufschiebende Wirkung zu gewähren, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge zu Lasten des Staates. Der Abteilungspräsident wies am 6. Mai
2013 ein Gesuch des X. um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ab. Daraufhin
bezahlte X. am 15. Mai 2013 innert angesetzter Nachfrist einen Kostenvorschuss von
Fr. 1'200.–. Mit Vernehmlassung vom 30. Mai 2013 trug die Vorinstanz auf Abweisung
des Rekurses an. Dazu nahm der Rekurrent am 17. Juni 2013 nochmals schriftlich
Stellung.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge wird,
soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Die Verfügung wurde am 9. Januar 2013 zunächst an
eine Adresse in St. Gallen und am 15. Januar 2013 zusätzlich an die deutsche
Wohnadresse des Rekurrenten geschickt. Wann die Verfügung beim Rekurrenten
eingegangen ist, geht aus den Akten nicht hervor. Darauf ist indessen nicht weiter
einzugehen. Denn selbst wenn die Verfügung dem Rekurrenten im frühestmöglichen
Zeitpunkt zugegangen sein sollte, d.h. am 10. Januar 2013, wurde der Rekurs am 24.
Januar 2013 rechtzeitig eingereicht. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die
gesetzlichen Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- Die Vorinstanz aberkannte dem Rekurrenten den Führerausweis gestützt auf Art.
16b Abs. 1 lit. a SVG für einen Monat. Zur Begründung wird in der angefochtenen
Verfügung ausgeführt, er habe gegenüber dem Postauto den Vortritt missachtet,
sodass dieses zu einer Vollbremsung gezwungen worden sei, bei der sich ein
Passagier verletzt habe.
bis
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Umstritten ist, ob es sich bei der Verkehrsregelverletzung vom 23. Oktober 2012 um
eine mittelschwere Widerhandlung im Sinn von Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG oder eine
leichte Widerhandlung im Sinn von Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG handelt.
3.- a) Nach Art. 45 Abs. 1 Satz 1 der Verordnung über die Zulassung von Personen und
Fahrzeugen zum Strassenverkehr (Verkehrszulassungsverordnung; SR 741.51,
abgekürzt: VZV) können ausländische Führerausweise nach den gleichen
Bestimmungen aberkannt werden, die für den Entzug des schweizerischen
Führerausweises gelten.
b) Gemäss Art. 16 Abs. 2 SVG wird nach Widerhandlungen gegen die
Strassenverkehrsvorschriften, bei denen das Verfahren nach dem
Ordnungsbussengesetz vom 24. Juni 1970 ausgeschlossen ist, der Lernfahr- oder
Führerausweis entzogen oder eine Verwarnung ausgesprochen. Das Gesetz
unterscheidet zwischen leichten (Art. 16a SVG), mittelschweren (Art. 16b SVG) und
schweren Widerhandlungen (Art. 16c SVG). Eine leichte Widerhandlung begeht, wer
durch Verletzung von Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer
hervorruft und ihn dabei nur ein leichtes Verschulden trifft (Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG).
Eine mittelschwere Widerhandlung begeht, wer durch Verletzung von Verkehrsregeln
eine Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt (Art. 16b Abs. 1 lit.
a SVG). Ist die Verletzung der Verkehrsregeln grob und wird dadurch eine ernstliche
Gefahr für die Sicherheit anderer hervorgerufen oder in Kauf genommen, ist die
Widerhandlung schwer (Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG). Die mittelschwere Widerhandlung
nach Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG stellt einen Auffangtatbestand dar. Sie liegt vor, wenn
nicht alle privilegierenden Elemente einer leichten Widerhandlung und nicht alle
qualifizierenden Elemente einer schweren Widerhandlung gegeben sind (BGE 135 II
138 E. 2.2.2).
c) Nach einer leichten Widerhandlung gemäss Art. 16a Abs. 1 SVG wird die fehlbare
Person verwarnt, wenn in den vorangegangenen zwei Jahren der Ausweis nicht
entzogen war und keine andere Administrativmassnahme verfügt wurde (Abs. 3);
dagegen wird der Lernfahr- oder Führerausweis für mindestens einen Monat entzogen,
wenn in den vorangegangenen zwei Jahren der Ausweis entzogen war oder eine
andere Administrativmassnahme verfügt wurde (Abs. 2). Nach einer mittelschweren
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Widerhandlung gemäss Art. 16b Abs. 1 SVG wird der Lernfahr- oder Führerausweis für
mindestens einen Monat entzogen (Abs. 2).
4.- a) Mit der am 1. Januar 2005 in Kraft getretenen Änderung des
Strassenverkehrsgesetzes ist der Gesetzgeber im Bereich der
Administrativmassnahmen vom Ansatz der zentralen Bedeutung des Verschuldens
abgekommen, indem er einerseits das geringe Ausmass der Gefährdung ausdrücklich
als Kriterium für die Annahme einer leichten Widerhandlung eingeführt hat (Art. 16a
Abs. 1 lit. a SVG) und andererseits die Gefährdung der Verkehrssicherheit noch vor
dem Verschulden als erstes Kriterium für die Bemessung der Dauer der
Warnungsaberkennung nennt (Art. 16 Abs. 3 SVG).
b) Eine Verkehrsgefährdung liegt vor, wenn die körperliche Integrität einer Person
entweder konkret oder zumindest abstrakt gefährdet wurde. Im Recht der
Administrativmassnahmen wird dabei zwischen der einfachen und der erhöhten
abstrakten Gefährdung unterschieden. Erstere zieht keine Administrativmassnahmen
nach sich (Art. 16 Abs. 2 SVG). Von einem solchen Fall ist jedoch nur dann
auszugehen, wenn keine anderen Verkehrsteilnehmer vom Fehlverhalten hätten
betroffen werden können. Führte dieses hingegen zu einer Verletzung eines Rechtsguts
oder einer konkreten bzw. einer erhöhten abstrakten Gefährdung der körperlichen
Integrität, hat dies eine Administrativmassnahme zur Folge (R. Schaffhauser, Die neuen
Administrativmassnahmen des Strassenverkehrsgesetzes, in: Jahrbuch zum
Strassenverkehrsrecht 2003, St. Gallen 2003, S. 181 Rz. 43 ff.). Innerhalb der erhöhten
abstrakten Gefährdung ist auf die Nähe der Verwirklichung der Gefahr abzustellen. Je
näher die Möglichkeit einer konkreten Gefährdung oder Verletzung liegt, umso
schwerer wiegt die erhöhte abstrakte Gefahr (vgl. BGE 118 IV 285 E. 3a). Diese
zeichnet sich gegenüber der einfachen abstrakten Gefahr dadurch aus, dass die
Handlungsweise des Täters typischerweise besonders geeignet ist, Verletzungen der
geschützten Rechtsgüter herbeizuführen bzw. dass diese Art von Handlungen
erfahrungsgemäss besonders oft zu solchen Verletzungen führt (M.A. Niggli/G. Fiolka,
Ordnungswidrigkeit, einfache und grobe Verkehrsregelverletzung – Strafrechtliche
Grenzziehungen und deren Problematik, in: Strassenverkehrsrechtstagung 2012, Bern
2012, S. 112). Nach der Rechtsprechung ist eine konkrete Gefährdung gegeben, wenn
nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge die Wahrscheinlichkeit oder nahe Möglichkeit
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der Verletzung des geschützten Rechtsgutes besteht. Eine konkrete Gefährdung
besteht demnach, wenn ein Tatbestand darauf abstellt, dass ein bestimmtes Rechtsgut
bzw. ein bestimmtes Angriffsobjekt durch die Handlung des Täters gefährdet worden
ist. Der wesentliche Unterschied zwischen konkreter und abstrakter Gefährdung
besteht darin, dass die konkrete Gefährdung vom Nachweis eines tatsächlich
gefährdeten Rechtsgutsträgers abhängt (M.A. Niggli/G. Fiolka, a.a.O., S. 112, 113).
c) Die Annahme einer leichten Widerhandlung setzt voraus, dass der Lenker durch
Verletzung von Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer
hervorgerufen hat und ihn dabei nur ein leichtes Verschulden trifft. Nach der
Rechtsprechung müssen eine geringe Gefahr und ein leichtes Verschulden kumulativ
gegeben sein (BGE 135 II 138 E. 3.2.3 S. 141 mit Hinweisen). Hingegen ist eine
ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer bei einer konkreten oder auch erhöhten
abstrakten Gefährdung zu bejahen. Ob solche Gefährdungen vorliegen, hängt von den
jeweiligen Verhältnissen des Einzelfalls ab (vgl. BGE 131 IV 133 E. 3.2 S. 136 mit
Hinweisen; Urteile 1C_156/2010 vom 26. Juli 2010 E. 4; 1C_83/2010 vom 12. Juli 2010
E. 4).
d) Jedermann muss sich im Verkehr so verhalten, dass er andere in der
ordnungsgemässen Benützung der Strasse weder behindert noch gefährdet (Art. 26
Abs. 1 SVG). Das Signal "Kein Vortritt" nach Art. 36 Abs. 2 der
Signalisationsverordnung (SR 741.21, abgekürzt: SSV) verpflichtet den Führer, den
Fahrzeugen auf der Strasse, der er sich nähert, den Vortritt zu gewähren. Diese
Vortrittsregel wird durch Art. 14 Abs. 1 VRV konkretisiert, wonach der Vortrittsbelastete
den Vortrittsberechtigten in seiner Fahrt nicht behindern darf und wenn nötig zu halten
hat. Eine Behinderung des Berechtigten liegt schon dann vor, wenn dieser gezwungen
wird, seine Fahrtrichtung oder seine Geschwindigkeit brüsk zu ändern, gleichgültig, ob
eine Kollision erfolgt oder nicht. Das Vortrittsrecht erstreckt sich dabei grundsätzlich
auf die ganze Breite der vortrittsberechtigten Strasse und bleibt auch bestehen, wenn
sich der Berechtigte pflichtwidrig verhält. Der Vortrittsbelastete muss deshalb darauf
achten, sein Einbiegemanöver ohne Behinderung des Vortrittsberechtigten auszuführen
(vgl. BGE vom 3. Juni 2004, 6S.102/2004 E. 2.1 mit Hinweis auf BGE 114 IV 146 und
99 IV 173 E. 3a).
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Bei den Regeln über den Vortritt handelt es sich um Grundregeln des
Strassenverkehrs, deren strikte Beachtung eine unabdingbare Voraussetzung für einen
geordneten Verkehrsablauf ist. Die Missachtung eines für den Vortrittsbelasteten als
"Kein Vortritt" signalisierten und markierten Vortrittsrechts stellt einen Verstoss gegen
eine elementare Verkehrsvorschrift dar und führt, weil sich der vortrittsberechtigte
Verkehrsteilnehmer in der Regel darauf verlässt, dass sein Vortrittsrecht respektiert
wird, erfahrungsgemäss immer wieder zu Unfällen.
e) Der Rekurrent bringt vor, der Postautolenker habe versucht, sein Vortrittsrecht zu
erzwingen. Dieser habe festgestellt, dass er losfahren wollte, die Fahrt aber gleichwohl
bewusst fortgesetzt. So habe der Chauffeur angegeben, dass der Rekurrent sein
Fahrzeug in Bewegung gesetzt habe, als er selber losgefahren sei; dabei habe er den
Autolenker wahrgenommen, aber gedacht, dass dieser warte. Beide Fahrzeuglenker
seien miteinander losgefahren und er habe eher das Fahrzeug als den Fahrzeuglenker
angeschaut. Da es beim Vorfall weder zu einer Kollision gekommen noch ein Personen-
oder Sachschaden eingetreten sei, habe sich gar kein Verkehrsunfall ereignet; die
blosse Gefährdung erfülle die Voraussetzungen eines Unfalls nicht.
f) Indem der Rekurrent die dem Signal 'kein Vortritt' angemessene Vorsicht nicht hat
walten lassen – insbesondere ist unbestritten, dass er die Wartelinie ("Haifischzähne",
Art. 75 Abs. 4 SSV) mit der vorderen Stossstange überragt hatte – und in der Folge den
Vortritt des von links kommenden Fahrzeuges missachtete, schuf er die Gefahr einer
Kollision mit diesem Fahrzeug. Der Vorfall zog letztlich zwar weder Personen- noch
Sachschaden nach sich; er zeigt aber klar auf, dass im Fall einer Realisation der
Gefährdung mit Unfällen zu rechnen ist, die durchaus geeignet sind, nebst erheblichem
Sach- auch Personenschaden nach sich zu ziehen. So hat der Rekurrent durch die
Verkehrsregelverletzung allfällige vortrittsberechtigte Verkehrsteilnehmer der Gefahr
einer Körperverletzung ausgesetzt. Diese erhebliche Gefährdung hat sich beim
konkreten Vorfall realisiert. Ein Rollstuhlfahrer im Postauto stürzte wegen des abrupten
Bremsmanövers. Er verletzte sich zwar nicht, klagte aber immerhin über Schmerzen im
rechten Ellbogen, rechten Schulterbereich, rechten Oberarm sowie im Brustbereich.
Dass zufolge des brüsken Bremsmanövers des Postautos keine weiteren Passagiere
verletzt wurden und diese keine schwerwiegenderen Folgen zeitigten, ist glücklichen
Umständen zu verdanken. Muss ein Postauto eine Vollbremsung einleiten, ist dies
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insbesondere für die stehenden Fahrgäste gefährlich, die sich nicht festhalten. Unter
diesen Umständen kann nicht mehr von einem Bagatellfall bzw. einem leichten Fall
gemäss Art. 16a SVG gesprochen werden.
g) Ist die vom Rekurrenten verursachte Gefahr nicht mehr als gering einzustufen, kann
nicht mehr von einer leichten Widerhandlung im Sinn von Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG
ausgegangen werden, da diese eine geringe Gefahr wie auch ein leichtes Verschulden,
wovon der Strafrichter offensichtlich ausgegangen ist, kumulativ voraussetzt. Der Grad
des Verschuldens kann unter diesen Umständen offen bleiben. Immerhin sei dazu
bemerkt, dass sich die Behauptung des Rekurrenten, wonach der von links
herannahende Lenker sein Vortrittsrecht zu erzwingen versucht habe und dabei ohne
Weiteres die Gelegenheit gehabt hätte, das Fahrzeug ohne abruptes Bremsen und
somit langsam zum Stillstand zu bringen, anhand des polizeilich ermittelten
Unfallherganges nicht bestätigen liess. Im Strafbefehl wird ebenfalls nicht davon
ausgegangen. Vielmehr hat der Rekurrent den Postautofahrer durch sein
unvorsichtiges Verhalten zu einer Vollbremsung gezwungen.
5.- Folglich ist die rechtliche Würdigung der Vorinstanz, wonach eine mittelschwere
Widerhandlung im Sinn von Art. 16b Abs. 2 lit. a SVG vorliege, nicht zu beanstanden.
Und es bleibt, die Dauer der Führerausweisaberkennung zu überprüfen. Die Vorinstanz
hat die Mindestaberkennungsdauer von einem Monat gemäss Art. 16b Abs. 2 lit. a SVG
verfügt. Die Mindestaberkennungsdauer darf nicht unterschritten werden (Art. 16 Abs.
3 SVG). Allfällige massnahmemindernde Umstände wie insbesondere ein ungetrübter
automobilistischer Leumund oder eine allfällige berufliche Angewiesenheit des
Rekurrenten auf das Führen eines Motorfahrzeugs sind deshalb nicht weiter zu prüfen.
Angesichts der zwingenden Natur der gesetzlichen Aberkennungsdauer verbleibt der
Behörde auch kein Ermessensspielraum, innerhalb dessen sie die Überlegungen zur
Verhältnismässigkeit der Massnahme im Sinn der Erforderlichkeit zur Besserung des
Betroffenen anstellen könnte.
6.- Zusammenfassend ergibt sich, dass der Rekurs abzuweisen ist. Diesem
Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten dem Rekurrenten
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'200.– erscheint
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angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der
Kostenvorschuss von Fr. 1'200.– ist zu verrechnen.