Decision ID: d225c466-1977-4403-a56a-bcb80c3fc5e2
Year: 2017
Language: de
Court: BL_SG
Chamber: BL_SG_001
Canton: BL
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: public_law

Sachverhalt
1. Mit Veranlagungsverfügung zur Staatssteuer 2015 vom 8. Dezember 2016 wurde der
Pflichtige für die in B._ gelegene Liegenschaft mit einem Eigenmietwert von Fr. 6‘491.-- ver-
anlagt.
2. Gegen diese Veranlagung erhob der Pflichtige mit Schreiben vom 4. Januar 2017 Ein-
sprache und begehrte, der Eigenmietwert für die in B._ gelegene Liegenschaft sei auf Fr. 2.-
- festzusetzen. Zur Begründung führte er aus, die Einsprache betreffe die erneute Erfassung
des Mietwertes für die ausserkantonale Liegenschaft, welche sowohl ihm als auch seiner Part-
nerin zur Hälfte gehöre. Für die erkrankte Partnerin, deren Beistand er sei, verfüge er über eine
Vollmacht. Nach persönlicher Besprechung mit der Steuerverwaltung im Jahre 2015 sei der
Eigenmietwert für das Jahr 2014 auf Fr. 2.-- reduziert worden. Damals wie auch heute sei die
Liegenschaft nicht mehr genutzt worden. Es sei kein Geld mehr investiert und nur der minimale
Unterhalt gewährleistet worden. Die früheren eigenen Bemühungen seien seit dem Jahre 2011
eingestellt worden. Die Liegenschaft aus dem Jahre 1710 befinde sich teilweise in einem sehr
schlechten Zustand. Sie könne weder bewohnt noch vermietet noch verkauft werden. Da die
Lebenspartnerin seit dem Jahre 2012 nur mit dem Rollstuhl mobil sei, könne die Liegenschaft
von ihr nicht genutzt werden.
3. Mit Einsprache-Entscheid vom 21. Juni 2017 wies die Steuerverwaltung die Einsprache
ab. Zur Begründung führte sie u.a. aus, die Selbstnutzung sei grundsätzlich nicht abhängig von
der tatsächlichen zeitlichen Nutzung eines Gebäudes. Es genüge, wenn den Steuerpflichtigen
die Liegenschaft zur Verfügung stehe. Hielten sich die Eigentümer die Liegenschaft zum jeder-
zeitigen Eigengebrauch zur Verfügung, sei dies der ganzjährigen vollumfänglichen Eigennut-
zung gleichzustellen. Aufgrund der persönlichen Vorsprache und Besprechung am 29. Mai
2015 und in Anbetracht der besonderen Umstände sei auf die Erfassung eines Eigenmietwertes
in den Jahren 2013 und 2014 verzichtet worden. Stehe eine Liegenschaft nur deshalb leer, weil
ein Eigentümer keinen Mieter oder Käufer finden könne, so sei der Mietwert nicht zu versteuern.
Gleiches gelte für eine Liegenschaft, die infolge Umbau- und Renovationsarbeiten nicht be-
wohnbar sei. Sei eine Vermietung, respektive ein Verkauf trotz aller Bestrebungen nicht mög-
lich, müsse sich der Eigentümer diesen Zustand anrechnen lassen. Die Entscheidung, die Lie-
genschaft zu renovieren, zu verkaufen, zu vermieten oder selbst zu nutzen liege ausschliesslich
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beim Pflichtigen. Da die Angaben und die vorliegenden Unterlagen nicht ausreichen würden um
nachzuweisen, dass die Liegenschaft nicht innert nützlicher Frist verkauft, umgebaut oder ver-
mietet habe werden können, sei aus steuertechnischer Sicht die Erhebung eines Eigenmietwer-
tes für die leer stehende Liegenschaft in B._ gerechtfertigt. Entsprechend bleibe der aufge-
rechnete Eigenmietwert von Fr. 6'491.-- für die Liegenschaft in B._ unverändert bestehen.
4. Mit Schreiben vom 20. Juli 2017 erhob der Pflichtige gegen diesen Einsprache-
Entscheid Rekurs und begehrte, der Eigenmietwert für die in B._ gelegene Liegenschaft
betr. das Jahr 2015 sowie für die Folgejahre sei wieder auf Fr. 2.-- festzusetzen. Zur Begrün-
dung führte er u.a. aus, in die Liegenschaft sei seit 2011 kein weiteres Geld investiert worden.
Die früheren, eigenen Bemühungen zum optimalen Unterhalt der Liegenschaft seien seit 2011
eingestellt worden. Da die Lebenspartnerin diese Liegenschaft nie mehr betreten werde, mache
es auch für ihn keinen Sinn Investitionen vorzunehmen. Die Liegenschaft insbesondere die an-
grenzende Scheune befinde sich in einem schlechten Zustand. Sie könne deshalb so weder
bewohnt noch vermietet werden. Sie könne deshalb auch nicht verkauft werden. Die von ihm
geforderten Verkaufsbemühungen könnten gar nicht angepackt werden. Da die Lebenspartne-
rin seit dem Jahre 2012 nur mit einem Rollstuhl mobil sei, könne die nicht rollstuhlgängige Lie-
genschaft von ihr nicht genutzt werden. Sie sei unheilbar krank und werde nie mehr genesen.
Diese besonderen Umstände müssten in die Urteilsfindung einfliessen, insbesondere auch der
Umstand, dass er selbst wegen der andauernden Krankheit der Partnerin und den langen, tägli-
chen Besuchszeiten physisch und moralisch nicht in der Lage sei, die Verkaufsbemühungen
anzupacken.
5. Mit Vernehmlassung vom 16. August 2017 beantragte die Steuerverwaltung die Abwei-
sung des Rekurses. Zur Begründung führte sie u.a. aus, die Eigenmietwertbesteuerung sei rest-
riktiver Natur. Die Steuerverwaltung habe im Sinne eines Entgegenkommens in den beiden Vor-
jahren (2013 und 2014) auf die Besteuerung des Eigenmietwertes verzichtet, indem dem Re-
kurrenten in dieser Zeit die Möglichkeit eingeräumt worden sei, die Liegenschaft zu renovieren,
zu vermieten oder zu verkaufen. Der Rekurrent sei zwar frei, ob er Verkaufsanstrengungen un-
ternehme, die Liegenschaft renoviere, unterhalte oder im jetzigen Zustand belasse. Aus rein
steuerlicher Sicht zähle einzig der Umstand, dass der Rekurrent über eine Liegenschaft in
B._ verfüge, welche bewohnbar sei oder - gemäss den vorliegenden Fotos - ohne weiteres
bewohnbar gemacht werden könne. Dieser Umstand sei, wie bereits erwähnt, der Eigennutzung
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einer Liegenschaft gleichzusetzen, indem sich der Rekurrent die zur Diskussion stehende Lie-
genschaft faktisch zum jederzeitigen Eigengebrauch zur Verfügung halte. Die Aufrechnung des
Eigenmietwertes der in B._ gelegenen Liegenschaft erscheine daher aus rein steuersyste-
matischen Gründen folgerichtig.
6. An der heutigen Verhandlung hielten die Parteien an ihren Anträgen fest.

Der Präsident des Steuergerichts zieht in Erwägung:
1. Das Steuergericht ist gemäss § 124 des Gesetzes über die Staats- und Gemeindesteu-
ern (Steuergesetz) vom 7. Februar 1974 (StG) zur Beurteilung des vorliegenden Rekurses zu-
ständig. Gemäss § 129 Abs. 1 StG werden Rekurse, deren umstrittener Steuerbetrag wie im
vorliegenden Fall Fr. 2'000.-- pro Steuerjahr nicht übersteigt, vom Präsidenten des Steuer-
gerichts als Einzelrichter beurteilt.
Da die in formeller Hinsicht an einen Rekurs zu stellenden Anforderungen erfüllt sind, ist
ohne weitere Ausführungen darauf einzutreten.
2. Der Beurteilung unterliegt vorliegend, ob für die im Eigentum des Pflichtigen stehende
Liegenschaft in B._ ein Eigenmietwert zu erheben ist.
a) Gemäss § 6bis StG ist bei persönlicher Zugehörigkeit von natürlichen Personen
die Steuerpflicht unbeschränkt; sie erstreckt sich aber nicht auf Geschäftsbetriebe, Betriebsstät-
ten und Grundstücke ausserhalb des Kantons (Abs. 1). Die Abgrenzung der Steuerpflicht für
Geschäftsbetriebe, Betriebsstätten und Grundstücke von natürlichen Personen erfolgt im Ver-
hältnis zu anderen Kantonen und zum Ausland nach den Grundsätzen des Bundesrechts über
das Verbot der interkantonalen Doppelbesteuerung. Wenn ein Unternehmen Verluste aus einer
ausländischen Betriebsstätte mit inländischen Gewinnen verrechnet hat, innert der folgenden 7
Jahre aber aus dieser Betriebsstätte Gewinne verzeichnet, so ist im Ausmass der im Betriebs-
stättestaat verrechenbaren Gewinne eine Revision der ursprünglichen Veranlagung vorzuneh-
men; die Verluste aus dieser Betriebsstätte werden in diesem Fall in der Schweiz nachträglich
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nur satzbestimmend berücksichtigt. In allen übrigen Fällen sind Auslandsverluste aus-
schliesslich satzbestimmend zu berücksichtigen (Abs. 3). Abweichende bundesrechtliche und
staatsvertragliche Regelungen bleiben vorbehalten (Abs. 4). Gemäss § 18 Abs. 1 StG entrich-
ten Steuerpflichtige, die im Kanton nur für einen Teil ihres Einkommens und Vermögens oder
Ertrages und Kapitals steuerpflichtig sind, die Steuern für die im Kanton steuerbaren Werte
nach dem Steuersatz, der ihrem gesamten Einkommen und Vermögen oder Ertrag und Kapital
entspricht. Steuerfreie Beträge werden ihnen anteilsmässig gewährt.
b) Gemäss Art. 6 Abs. 1 des Abkommens zwischen der Schweiz und B._ zur
Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und vom
Vermögen und zur Vermeidung von Steuerbetrug und Steuerflucht, vom 9. September 1966
(DBA CH-F) können Einkünfte aus unbeweglichem Vermögen in dem Vertragsstaat besteuert
werden, in dem dieses Vermögen liegt. Absatz 1 gilt für Einkünfte aus der unmittelbaren Nut-
zung, der Vermietung oder Verpachtung sowie jeder anderen Art der Nutzung unbeweglichen
Vermögens (Abs. 3).
Gemäss Art. 25 lit. B Abs. 1 DBA CH-F wird in der Schweiz die Doppelbesteue-
rung wie folgt beseitigt: Bezieht eine in der Schweiz ansässige Person Einkünfte oder hat sie
Vermögen und können diese Einkünfte oder dieses Vermögen nach diesem Abkommen in
B._ besteuert werden, so nimmt die Schweiz diese Einkünfte (ausgenommen Dividenden,
Zinsen und Lizenzgebühren) oder dieses Vermögen von der Besteuerung aus; sie kann aber
bei der Festsetzung der Steuer für das übrige Einkommen oder das übrige Vermögen dieser
Person den Steuersatz anwenden, der anzuwenden wäre, wenn die betreffenden Einkünfte
oder das betreffende Vermögen nicht von der Besteuerung ausgenommen wären. Die Befrei-
ung der in Artikel 6 Absatz 2 zweiter Absatz, Artikel 15 Absatz 2 oder Artikel 24 Absatz 1 zwei-
ter Satz erwähnten Einkünfte, Kapitalgewinne oder Vermögensteile wird nur nach Nachweis der
Besteuerung dieser Einkünfte, Kapitalgewinne oder Vermögensteile in B._ gewährt.
3. a) Gemäss § 23 Abs. 2 i.V.m. § 24 StG sind die Naturaleinkünfte aller Art, insbe-
sondere der Wert selbstverwendeter Erzeugnisse und Waren des eigenen Betriebes, durch
eigene Arbeitsleistungen geschaffene Werte, der Mietwert selbstgenutzter Liegenschaften, der
Bezug und die Nutzung von Sachen, Rechten und Dienstleistungen steuerbar.
Zum steuerbaren Einkommen gehören insbesondere alle Einkünfte aus unbe-
weglichem Vermögen, insbesondere aus Vermietung und Verpachtung, Eigengebrauch sowie
wiederkehrende Einkünfte aus Baurechts- oder anderen Nutzungsverträgen.
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b) Im schweizerischen Steuerrecht wird der Mietwert der vom Eigentümer selbstge-
nutzten Wohnungen und Räume als Naturaleinkommen der Einkommenssteuer unterworfen.
Den Kantonen wird dies in Art. 7 Abs. 1 StHG zwingend vorgeschrieben. Obwohl sich das Pos-
tulat der Rechtsgleichheit zwischen Mietern einerseits und Haus- und Wohnungseigentümern
andererseits unter dem Gesichtswinkel von Art. 8 BV auch durch andere Lösungen verwirkli-
chen liesse, bietet Art. 7 Abs. 1 keinen Gestaltungsspielraum für systematisch grundlegend an-
dere Regelungen (vgl. Höhn/Waldburger, Steuerrecht Band II. 9. Auflage, Bern/Stuttgart/Wien
2002, § 41 N 29 mit Hinweisen; vgl. Reich in: Zweifel/Beusch [Hrsg.], Kommentar zum Schwei-
zerischen Steuerrecht, Art. 7 StHG N 42f.).
c) Die Besteuerung des Eigenmietwertes wird durch das basellandschaftliche Steu-
errecht in § 23 Abs. 2 StG in Verbindung mit § 27ter StG explizit angeordnet. Eine Selbstnut-
zung liegt dann vor, wenn ein Gebäude zu Wohn- oder anderen Zwecken tatsächlich selbst
gebraucht wird. Die Selbstnutzung kann durch den Eigentümer, durch den Ehegatten oder
durch die Kinder erfolgen. Im Weiteren wird eine Selbstnutzung durch den Eigentümer nach
Bundesgerichtspraxis und herrschender Lehre auch angenommen, wenn dieser die Nutzung
des Gebäudes unentgeltlich einem Dritten überlässt (vgl. Findeisen/Theiler in: Nefz-
ger/Simonek/Wenk, Kommentar zum Steuergesetz des Kantons Basel-Landschaft, 27ter N 2 f.).
Die Praxis dehnt jedoch den Begriff der Eigennutzung auch auf andere Liegen-
schaften und Wohnungen aus. Insbesondere werden auch die vom Eigentümer nur zeitweise
bewohnten zusätzlichen Wohnungen der Eigenmietwertbesteuerung unterworfen (vgl.
Höhn/Waldburger, a.a.O., § 41 N 37). Somit liegt Eigengebrauch auch dann vor, wenn der
Steuerpflichtige sein Haus oder seine Wohnung jederzeit zu seiner Verfügung hält und bezie-
hen kann, ohne das Wohnrecht tatsächlich auszuüben; diesen Ertrag hat er zu versteuern, wie
wenn er das ganze Jahr darin gewohnt hätte (vgl. Der Steuerentscheid [StE], 1992, B 25.3 Nr.
13, E. 2a mit weiteren Hinweisen; vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGE] Nr. 2C 773/2009
vom 23. April 2010, E. 2.1). Dasselbe gilt für unbenützte Wohnungen und Liegenschaften (z.B.
Ferienhäuser), die der Eigentümer zu seiner Verfügung hält und deshalb nicht vermieten will
(vgl. Findeisen/Theiler, a.a.O., § 27ter N 6; vgl. Höhn/Waldburger, a.a.O., § 41 N 36 mit weite-
ren Hinweisen; vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 3. A. Zürich
2016, Art. 21 N 77ff.). In einem solchen Fall hat auch das Steuergericht in seinem Entscheid
vom 26. September 2008 die Festsetzung und Besteuerung des Eigenmietwerts für ein selten
genutztes und aufgrund der spärlichen Infrastruktur sowie der dadurch geringen Attraktivität des
Ferienortes praktisch nicht vermietbares Ferienhaus bestätigt (vgl. Entscheid des Steuerge-
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richts [StGE] vom 26. September 2008, 510 08 43, E. 2c; StGE vom 11. August 2010, 510 10
27, E. 3e).
Anders verhält es sich dagegen, wenn es dem Eigentümer am Willen fehlt, sich
die Liegenschaft zur eigenen Nutzung vorzubehalten, die Nutzung aus äusseren Gründen un-
terbleibt, sei es, weil sich trotz ernsthafter Bemühungen kein Mieter oder Käufer findet, sei es
weil es bloss teilweise nutzbar ist oder sei es, weil das Gebäude leer steht, da es zum Verkauf
bestimmt ist (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 21 N 78 mit weiteren Hinweisen; vgl.
BGE Nr. 2C 773/2009 vom 23. April 2010 E. 2.1). Das Verwaltungsgericht St. Gallen hat in sei-
nem Urteil vom 15. Oktober 2009 die Rechtsprechung bestätigt. Es erklärte den Eigenmietwert
eines unbewohnten Hauses für steuerbar, wenn dieses dem Eigentümer objektiv zur Nutzung
zur Verfügung steht und Verkaufsbemühungen nicht hinreichend nachgewiesen sind (vgl. Ent-
scheid des Verwaltungsgerichts SG [VGE SG] vom 15. Oktober 2009, B 2009/47; vgl. auch
BGE Nr. 2C 773/2009 vom 23. April 2010 E. 2.2).
4. a) Gemäss § 43 StG ist der Wert der Grundstücke unter billiger Berücksichtigung
des Verkehrswertes und des Ertragswertes zu ermitteln (Abs. 1). Massgebend ist die Kataster-
schätzung. Das Nähere bestimmt die Vollziehungsverordnung (Abs. 3). Gemäss § 14 des
Dekrets gilt als Verkehrswert der Gebäude grundsätzlich der durchschnittliche Brandversiche-
rungswert in den ersten 15 der letzten 17 Jahre vor der Neuschätzung. Gemäss § 27ter StG
leitet sich der Eigenmietwert von dem gemäss dem Sachversicherungsgesetz vom 12. Januar
1981 geschätzten einfachen Brandlagerwert einer Liegenschaft ab, welcher mit einem gemein-
despezifischen Korrekturfaktor, einem Korrekturfaktor nach Alter der Liegenschaft und einem
Korrekturfaktor für Stockwerkeigentum multipliziert wird, was den steuerlichen Brandlagerwert
ergibt (Abs. 1). Die Korrekturfaktoren nach Alter der Liegenschaft betragen: bei 25 Jahre und
jünger: --; bei 26 bis 85 Jahre: 0.9; bei 86 Jahre und älter: 0.8 (Abs. 3). Bis zu einem steuerli-
chen Brandlagerwert von Fr. 20'000.-- beträgt der Eigenmietwert 64.53%. Für jeden um Fr.
100.-- höheren steuerlichen Brandlagerwert reduziert sich dieser Satz gemäss nachstehender
Tabelle [...] (Abs. 5). Der Eigenmietwert beträgt 60% des marktüblichen Mietwertes (Abs. 6).
Kann der Steuerpflichtige nachweisen, dass der Eigenmietwert des von ihm selbst genutzten
Wohneigentums mehr als 60% des marktüblichen Mietwertes beträgt, so beträgt der Eigen-
mietwert 60% des marktüblichen Mietwertes (Abs. 7).
b) Im interkantonalen Verhältnis kann der Eigenmietwert der ausserkantonalen Lie-
genschaft gemäss KM Nr. 414 ohne Korrekturen direkt übernommen werden, da dieser in der
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Regel ebenfalls 60% der Marktmiete beträgt. Für ausländische Liegenschaften fehlen die nöti-
gen Angaben wie Brandlagerwert und Korrekturfaktoren, um nach den für die Staatssteuer
massgebenden Regeln den Eigenmietwert bestimmen zu können, weshalb für die Berechnung
folgende Grundregel zur Anwendung kommen soll: Der Ausländische Wert der Liegenschaft
wird durch 2.6 (Repartitionswert 260%) geteilt, was den Katasterwert des Kantons Basel-
Landschaft ergibt, welcher wiederum durch 3.45 zu teilen ist, was zum einfachen Brandlager-
wert führt.
c) Der Rekurrent führte an der heutigen Verhandlung aus, die Liegenschaft in
B._ sei ein Wunschtraum von ihm und seiner Lebenspartnerin gewesen. Vor zehn Jahren
sei diese jedoch unheilbar erkrankt und seither 100% pflegebedürftig. Sie werde künstlich er-
nährt und sitze im Rollstuhl. Er selbst leide seit einigen Jahren an Herzproblemen. Die Liegen-
schaft sei nicht fertig renoviert worden. In diesem Zustand könne sie weder vermietet noch ver-
kauft werden. Sie werde auch nicht mehr genutzt. Vor drei Jahren sei der Eigenmietwert auf-
grund dieser Situation gestrichen worden. Es sei auch nie erwähnt worden, dass die Reduktion
befristet sei. Für das Jahr 2015 sei dieser nun wieder eingesetzt worden, was aufgrund der ge-
schilderten Situation nicht nachvollziehbar sei. Die Steuerverwaltung führte dagegen aus, dass
der Eigenmietwert lediglich vorübergehend reduziert worden sei, um der schwierigen Situation
des Rekurrenten Rechnung zu tragen und ihm die Möglichkeit zu geben, dass er sich um die
Renovation, die Vermietung oder den Verkauf der Liegenschaft kümmern könne. Aufgrund der
gesetzlichen Regelungen könne die Steuerverwaltung den Eigenmietwert gar nicht komplett
streichen. Nach Ablauf einer solchen Übergangsfrist müsse der Eigenmietwert wieder versteu-
ert werden.
d) Der Eigenmietwert der Liegenschaft in B._ ist auch im vorliegenden Fall
steuerbar, da die Gesetzeslage, wie in den vorangehenden Erwägungen dargelegt wurde, gar
keine andere Beurteilung zulässt. Die Steuerverwaltung gewährte dem Rekurrenten entgegen-
kommenderweise eine Frist von zwei Jahren, sich um das Schicksal der Liegenschaft zu küm-
mern. In dieser Frist hätte die Liegenschaft renoviert, vermietet oder verkauft werden können.
Vorliegend hat der Rekurrent in dieser Hinsicht keinerlei Anstrengungen nachgewiesen. Die
Gründe dafür sind durchaus nachvollziehbar, aber aufgrund der gesetzlichen Vorschriften steu-
erlich irrelevant.
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5. a) Hinsichtlich der Berechnung gilt folgendes: In den Akten befindet sich eine nota-
rielle Bescheinigung über den Wert der Liegenschaft. Darauf ist der Wert mit € 180‘000.-- bis €
190‘000.-- ausgewiesen. Die Steuerverwaltung ging in ihrer Berechnung von einem Mittelwert
von € 185‘000.-- für die Liegenschaft in B._ aus und rechnete damals mit einem Wechsel-
kurs von 1,23372, was umgerechnet zu einem Wert von Fr. 228‘238.-- führt. Dieser Wert wird
durch 2.6 (Repartitionswert 260%) geteilt, was zu einem Wert von Fr. 87‘784.-- (gerundet) führt.
Letzterer ist durch 3.45 zu teilen, was einen Brandlagerwert von Fr. 25'445.-- (gerundet) ergibt.
b) Bezüglich der Altersentwertung gilt vorliegend aufgrund des Baujahrs von 1710
gemäss Ausführungen des Pflichtigen der Faktor 0.8, was einen steuerlich massgebenden
Brandlagerwert von Fr. 20‘356.-- (Fr. 25’445.-- x 0.8) ergibt.
Gemäss der Tabelle in § 27ter Abs. 5 StG ist bei der Umrechnung des Brandla-
gerwertes bei einem steuerlichen Brandlagerwert zwischen Fr. 20'001.-- und Fr. 26'000.-- von
einem Satz von 64.53% auszugehen (Korrekturfaktor: 0.192925%). Vorliegend beläuft sich der
steuerliche Brandlagerwert gemäss vorangehender Berechnung auf Fr. 20‘356.--. Die Korrektur
des Prozentsatzes errechnet sich wie folgt: Fr. 20‘356.-- - 20‘001.-- = Fr. 355.--; Fr. 355.-- : 100
= Fr. 3.55; Fr. 3.55 x 0.192925 = 0.684883%. Der Satz von 64.53% ist demzufolge auf
63.845116% (64.53 - 0.684883) zu reduzieren. Der steuerlich massgebliche Brandlagerwert ist
mit diesem Satz zu multiplizieren, was einen Eigenmietwert von Fr. 12‘996.-- (Fr. 20‘356.-- x
63.845116%) ergibt. Der dem Rekurrenten anteilig aufzurechnende Eigenmietwert beträgt 50%
und damit Fr. 6‘498.--. Die Steuerverwaltung rechnete einen Wert von Fr. 6‘491.-- auf. Der ge-
ringe Unterschied ist auf eine Rundungsdifferenz bei den zahlreichen Berechnungen zurückzu-
führen. Die Berechnung des Eigenmietwertes ist demzufolge korrekt.
c) Festzuhalten ist an dieser Stelle noch, dass der Eigenmietwert für die in B._
gelegene Liegenschaft in der Schweiz lediglich satzbestimmend zu versteuern ist. Der Rekur-
rent versteuert vorliegend für das Jahr 2015 ein Einkommen von Fr. 77‘758.-- zu einem Satz
von Fr. 82‘017.--.
Im Ergebnis hat der Pflichtige aufgrund der Hinzurechnung des Eigenmietwertes
aus der ausländischen Liegenschaft zum satzbestimmenden Einkommen (Steuersatz bei Fr.
82‘017.-- = 10,38%; Steuersatz bei Fr. 77‘758.-- = 10,08%) eine steuerliche Mehrbelastung von
rund Fr. 230.-- zu tragen.
Aufgrund all dieser Ausführungen erweist sich der Rekurs als unbegründet und ist abzuweisen.
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6. Ausgangsgemäss sind dem unterliegenden Rekurrenten die Verfahrenskosten in Höhe
von Fr. 500.-- aufzuerlegen (§ 130 StG i.V.m. § 20 Abs. 1 und Abs. 3 des Gesetzes vom 16.
Dezember 1993 über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung [VPO]).
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