Decision ID: e57972e3-54ab-5fc6-81ba-aeb69d472e50
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X ist Eigentümer der Grundstücke Nrn. 01 und 02 mit den Mehrfamilienhäusern
Vers.-Nrn. 1 und 2 und den beiden Velohäuschen Vers.-Nrn. 4 und 5, H-Strasse; Y ist
Eigentümer des Grundstücks Nr. 03 mit dem Mehrfamilienhaus Vers.-Nr. 3, H-Strasse;
alle in U. Die zu den Mehrfamilienhäusern gehörende Tiefgarage Vers.-Nr. 6 ist dem
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Grundstück Nr. 04 der – aus X und Y bestehenden – Miteigentümergemeinschaft H-
Strasse zugeordnet. Am 3. September 2008 wurden die Neu- und Zeitwerte der
Mehrfamilienhäuser auf Fr. 2'360'000.-- (Vers.-Nr. 1) und je Fr. 2'324'000.-- (Vers.-Nrn.
2 und 3) und der Velohäuschen auf Fr. 72'000.-- und Fr. 22'000.-- geschätzt.
Gleichzeitig wurde der Neuwert der vergrösserten Tiefgarage Vers.-Nr. 6 auf
Fr. 1'230'000.-- und deren Zeitwert auf Fr. 1'193'000.-- (Minderwert 3%) festgesetzt;
am 9. Februar 2005 war ihr Neuwert auf Fr. 450'000.-- geschätzt worden.
B.- Am 5. Januar 2009 veranlagte die Stadt U X mit Rechnung Nr. 251.5/2009 für die
Grundstücke Nrn. 01 und 02 mit einem Kanalisationsbeitrag von Fr. 71'670.-- (1,5%
der Neuwerte der Mehrfamilienhäuser Vers.-Nrn. 1 und 2 und der Velohäuschen Vers.-
Nrn. 4 und 5 von Fr. 4'778'000.--), Y mit Rechnung Nr. 251.4/2009 für das Grundstück
Nr. 03 mit einem Kanalisationsbeitrag von Fr. 34'860.-- (1,5% des Neuwerts des
Mehrfamilienhauses Vers.-Nr. 3 von 2'324'000.--) und die Miteigentümergemeinschaft
H-Strasse mit Rechnung Nr. 251.6/2009 für das Grundstück Nr. 04 mit einem
Kanalisationsbeitrag von Fr. 10'057.50 (1,5% der Differenz zwischen dem aktuellen
Zeitwert der Tiefgarage Vers.-Nr. 6 von Fr. 1'193'000.-- und dem bisherigen
aufgewerteten Neuwert von Fr. 472'500.--, abzüglich Freibetrag von Fr. 50'000.--).
Aufgrund der baulichen Aufwendungen zur Versickerung von unverschmutztem
Abwasser wurde bei allen 3 Rechnungen entsprechend der Berechnung in der
Kanalisationsanschlussbewilligung der Baukommission U vom 1. April 2005 (act. 8/5)
eine Reduktion um 10,35% gewährt.
Gegen die drei Rechnungen erhob X am 17. Januar 2009 für sich und seinen Bruder Y
Rekurs beim Stadtrat U. Er machte geltend, die Rechnungen seien nicht unterzeichnet
und enthielten keine Angaben zur gesetzlichen Grundlage. Mangels Spezifikation
könne nur gemutmasst werden, dass es sich um Gebäudebeiträge bzw. einen
Gebäudemehrwertbeitrag nach Art. 26 des Abwasserreglements der Stadt U vom
15. April 1999 handle. Bei allen Rechnungen sei eine Indexkorrektur vorzunehmen. Die
Berücksichtigung der Velohäuschen, die weder an die Kanalisation noch an die
Wasserversorgung angeschlossen seien, sei sachfremd. Der Gebäudewert der
Tiefgarage Vers.-Nr. 6 umfasse gemäss Schätzung vom 3. September 2008 ein
Gebäudevolumen von 5'127 m , was den möglichen Endausbau mit 76 Plätzen
darstelle, während zurzeit nur ein Volumen von 53 Plätzen erstellt sei. Der Gebäudewert
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sei entsprechend zu reduzieren. Da in Gemeinschaftsgaragen praktisch kein Abwasser
anfalle, seien die Gebühren in Anwendung von Art. 31 des Abwasserreglements um
mindestens 50% zu reduzieren.
Die Stadtkanzlei gab X im Schreiben vom 27. August 2009 Gelegenheit, den Rekurs bis
14. September 2009 zurückzuziehen, andernfalls dem Stadtrat dessen kostenpflichtige
Abweisung beantragt werde. Zur Begründung wurde ausgeführt, der Neuwert der
Gebäude werde nach dem Gesetz über die Gebäudeversicherung bestimmt und eine
Bauteuerung während der Bauzeit sei nicht relevant. Bei der Erweiterung der
Tiefgarage sei fälschlicherweise vom Zeitwert von Fr. 1'193'000.-- statt vom Neuwert
von Fr. 1'230'000.-- ausgegangen worden; auf eine Nachbelastung werde verzichtet.
Bei der letzten rechtskräftigen Schätzung vor dem Ausbau am 9. Februar 2005 habe
der Neuwert Fr. 450'000.-- betragen. Die Aufwertung von 5% als Folge der
anhaltenden Bauteuerung habe zum Neuwert von Fr. 472'500.-- geführt. Weitere
Indexkorrekturen seien weder erforderlich noch vorgesehen. Der Einbezug der
Velohäuschen sei nicht sachfremd, da mit dem Anschluss grundsätzlich der Wert des
Grundstücks zunehme und der einmalige Gebäudebeitrag unabhängig davon fällig
werde, ob Schmutz- oder Meteorwasser in die Kanalisation eingeleitet werde. Dass die
Möglichkeit dazu geschaffen werde, genüge. Mit der Reduktion um 10,35% sei
berücksichtigt worden, dass das Dachwasser gefasst und einer Versickerungsanlage
zugeführt werde. Der für den Gebäudebeitrag massgebende Neuwert bestimme sich
nach dem Gesetz über die Gebäudeversicherung. Gebäudevolumen und Anzahl der
Garagenplätze seien nicht relevant. Zum Frischwasserverbrauch hinzu komme das
Meteorwasser aus der Einfahrt und die Entwässerung der Sammelschächte. Die
anfallende Abwassermenge könne nicht mehr als ausserordentlich tief bezeichnet
werden. Da die Abwasseranlagen nach der potenziellen Belastung zu dimensionieren
seien, müssten Anpassungen auf eigentliche Ausnahmefälle beschränkt bleiben.
Am 7. Oktober 2009 wies der Stadtrat U den Rekurs vom 17. Januar 2009 ab und
auferlegte den Rekurrenten eine Entscheidgebühr von Fr. 500.--. Die Begründung
entsprach im Wesentlichen den Ausführungen im Schreiben vom 27. August 2009. Der
Beschluss wurde mit Protokollauszug vom 9. Oktober 2009 eröffnet.
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C.- Gegen diesen Entscheid erhob X für sich, für Y und für die
Miteigentümergemeinschaft H-Strasse mit Eingabe vom 26. Oktober 2009 Rekurs bei
der Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und dem – bei der
Vorinstanz erhobenen – Rekurs stattzugeben. Der Stadtrat U beantragte mit
Vernehmlassung vom 16. Dezember 2009, der Rekurs sei abzuweisen und die Kosten
des Verfahrens den Rekurrenten aufzuerlegen. Auf die Ausführungen zur Begründung
der Anträge wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. Im
Rekursverfahren wurde beim Grundbuchamt der Stadt U am 27. August 2010 eine
telefonische Abklärung zum Bauvolumen der Tiefgarage Vers.-Nr. 6 getroffen.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 26. Oktober 2009 ist unter
Berücksichtigung des Fristenlaufs am Wochenende rechtzeitig eingereicht worden. Er
erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 41 lit. h
Ziff. 5, 45, 47 und 48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1,
abgekürzt: VRP; Art. 84 Abs. 1 des Gerichtsgesetzes, sGS 941.1). Auf den Rekurs ist
einzutreten.
2.- Im Rekurs wird vorab geltend gemacht, die Vorinstanz sei auf die im Rechtsmittel
vom 17. Januar 2009 vorgebrachten formellen Rügen nicht eingegangen und habe
dadurch den Anspruch der Rekurrenten auf rechtliches Gehör verletzt. Nach Art. 58
Abs. 1 in Verbindung mit Art. 24 Abs. 1 lit. a VRP sind Rekursentscheide zu begründen.
Über die Nennung der massgeblichen Gründe hinaus, haben die Beteiligten Anspruch
darauf, dass zu ihren Vorbringen – soweit sie sich auf die Sache selbst beziehen –
Stellung genommen wird. Ungenügend begründete Entscheide sind aufzuheben, es sei
denn, dem Betroffenen erwachse aus der mangelhaften Begründung kein Nachteil,
indem dieser seine Rechte im Rechtsmittelverfahren voll wahrnehmen kann (vgl.
Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz.
1057/1058).
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Zu den Vorbringen der Rekurrenten, die angefochtenen Rechnungen seien nicht
unterzeichnet und enthielten keine Angaben zu den gesetzlichen Grundlagen, zur
Spezifikation der erhobenen Abgabe und zu den Vorgaben, nach denen eine Reduktion
von 10,35% gewährt worden sei, enthält der Entscheid der Vorinstanz keine
Ausführungen. Ob die Vorinstanz die Rechnungen als formell genügend oder allenfalls
verletzte Form- und Verfahrensvorschriften als nicht wesentlich erachtete, und mit
welchen Überlegungen sie zur Reduktion von 10,35% auf allen Anschlussbeiträgen
kam, kann deshalb ihrem Entscheid nicht entnommen werden. Insoweit erweist sich
die Begründung als ungenügend. Der Mangel kann zwar im vorliegenden
Rekursverfahren geheilt werden, da die Verwaltungsrekurskommission mit
umfassender Überprüfungsbefugnis entscheidet (vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 731),
ist indessen bei der Verlegung der Kosten zu berücksichtigen.
Bei der Beurteilung der geltend gemachten formellen Mängel der Rechnungen ist von
Art. 24 Abs. 1 lit. a VRP auszugehen, wonach die Verfügung die Tatsachen, die
Vorschriften und die Gründe, auf die sie sich stützt, enthalten soll. Abweichungen in
Angelegenheiten, in denen gleichartige Verfügungen in hoher Zahl ergehen, bleiben
vorbehalten, wenn ein ordentliches Rechtsmittel offensteht (Art. 24 Abs. 2 VRP).
Darunter fallen in der Praxis insbesondere die Abgabeverfügungen. Der
Gehörsanspruch erscheint gewährleistet, wenn der Betroffene faktisch ohne
Rechtsnachteile und Kostenrisiko die Gründe für die Verfügung in Erfahrung bringen
kann (vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 1055). Bei Massenverfügungen, die mittels
automatischer Datenverarbeitungsanlagen verfasst werden, darf schliesslich auch vom
Erfordernis der Unterzeichnung durch ihren Urheber abgesehen werden (vgl. Cavelti/
Vögeli, a.a.O., Rz. 554; Kölz/Bosshart/ Röhl, Kommentar zum
Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 2. Aufl. 1999, N 19 zu § 10 VRG/
ZH; BGE 112 V 87). Da die Rechnungen, mit denen bei den Rekurrenten die
Kanalisationsbeiträge erhoben wurden, mit dem ordentlichen Rechtsmittel des
Rekurses im Sinn von Art. 40 VRP anfechtbar waren, stellen die Umstände, dass sie
weder die Vorschriften, auf die sie sich stützen, nennen noch unterzeichnet sind,
jedenfalls keine unheilbaren formellen Mängel dar. Der Adressat hat jedoch einen
Anspruch darauf, dass ihm ohne Rechtsnachteile und Kostenfolgen im
anschliessenden Rekursverfahren die Gründe, die zur Veranlagung geführt haben,
auseinandergesetzt werden. Dies hat die Vorinstanz – bevor sie am 7. Oktober 2009
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den anfechtbaren und kostenpflichtigen – Rekursentscheid erliess – im Schreiben vom
27. August 2009 an die Rekurrenten ausführlich getan. Ob es sich bei der
Veranlagungsverfügung um eine Massenverfügung im Sinn von Art. 24 Abs. 2 VRP
handelt, kann offen bleiben. Allfällige formelle Mängel – wie die fehlende Unterschrift
und der fehlende Hinweis auf die Rechtsgrundlagen – wurden im Rekursverfahren vor
der Vorinstanz jedenfalls geheilt, indem der Rekursentscheid vom 7. Oktober 2009 auf
die anwendbaren Rechtsnormen hinwies und im Namen des Stadtrates vom
Stadtpräsidenten und vom stellvertretenden Stadtschreiber unterschrieben war.
3.- Im Rekurs ist zu Recht unbestritten, dass sich die Veranlagung des
Kanalisationsbeitrags auf eine formell genügende Rechtsgrundlage stützt. Das
Abwasserreglement der Stadt U, das sich auf Art. 14 und 20 des Vollzugsgesetzes zur
eidgenössischen Gewässerschutzgesetzgebung (sGS 752.2) stützt und im Rahmen der
Vorgaben des Bundesrechts und des kantonalen Rechts bewegt, wurde am
12. November 1998 und der Nachtrag I dazu am 4. Juli 2002 vom Gemeindeparlament
erlassen. Die Erlasse unterstanden vom 18. November bis 17. Dezember 1998 bzw.
vom 10. Juli bis 8. August 2002 dem fakultativen Referendum.
4.- In materieller Hinsicht richtet sich der Rekurs gegen den Kanalisationsbeitrag.
a) Die Kosten für Bau, Betrieb und Unterhalt der öffentlichen Abwasseranlagen werden
gemäss Art. 23 Abwasserreglement durch einmalige Gebäude- und
Gebäudemehrwertbeiträge der Grundeigentümer (lit. a), einmalige Beiträge für neue
öffentliche Verkehrsanlagen und Erweiterungen von öffentlichen Verkehrsflächen (lit. b),
jährlich wiederkehrende Gebühren der Grundeigentümer (lit. c) sowie Abgeltungen von
Bund, Kanton und angeschlossenen Gemeinden (lit. d und e) finanziert, wobei für die
Finanzierung der Abwasseranlagen eine Spezialfinanzierung geführt wird (Art. 24
Abwasserreglement). Gemäss Art. 26 Abs. 1 Abwasserreglement ist für jedes
Grundstück, das an die öffentliche Kanalisation angeschlossen ist oder wird, ein
einmaliger Gebäudebeitrag und bei baulichen Wertvermehrungen ein
Gebäudemehrwertbeitrag zu bezahlen. Der Gebäudebeitrag beträgt 15‰ des
Neuwertes der Bauten und Anlagen auf dem Grundstück (vgl. Art. 27 Abs. 1
Abwasserreglement), der Gebäudemehrwertbeitrag 15‰ der Wertvermehrung,
entsprechend der Differenz zwischen dem letzten vor Beginn des Umbaus
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aufgewerteten Neuwert und dem neu ermittelten rechtskräftigen Neuwert nach der
Bauvollendung abzüglich eines Freibetrags von Fr. 50'000.-- (Art. 28 des
Abwasserreglements). Der Neuwert wird nach dem Gesetz über die
Gebäudeversicherung bestimmt (Art. 27 Abs. 2 Satz 1 des Abwasserreglements).
b) Die Rekurrenten machen geltend, die Gebäudewerte seien um die
Baukostenentwicklung zwischen Fälligkeitszeitpunkt der Abgabe und
Schätzungszeitpunkt zu korrigieren. Aus Art. 30 Abs. 2 Abwasserreglement, wonach
der Restbetrag zur Zahlung fällig wird, sobald eine rechtskräftige Schätzung des
Neuwertes nach den Vorschriften über die Gebäudeversicherung vorliegt, ergibt sich,
dass die Ermittlung der Bemessungsgrundlage und die Fälligkeit der Abgabe zeitlich
zusammenfallen. Eine zwischenzeitliche Bauteuerung, die bei der Ermittlung der
Bemessungsgrundlage berücksichtigt werden könnte, ist deshalb von vornherein
ausgeschlossen. Insoweit erweist sich der Rekurs als unbegründet.
c) Die Rekurrenten machen sodann geltend, dem Gebäudemehrwertbeitrag für die
Erweiterung der Tiefgarage sei ein falscher Mehrwert zugrunde gelegt worden. Die
Neuschätzung umfasse ein Gebäudevolumen von 5'127 m3, was dem möglichen
späteren Endausbau von 76 Plätzen entspreche, während heute effektiv nur ein
Volumen von 53 Plätzen erstellt sei. Die Baupläne zeigten und der Architekt bestätige,
dass das Gebäudevolumen im Fakturierungszeitpunkt rund 3'770 m (alte Tiefgarage
1'127 m ; Etappe I 2'644 m ) betragen habe. Die Schätzung der
Gebäudeversicherungswerte der Tiefgarage Vers.-Nr. 6 durch den Fachdienst für
Grundstückschätzung am 3. September 2008 wurde der Miteigentümergemeinschaft
am 11. September 2008 eröffnet und unangefochten rechtskräftig. Gestützt auf Art. 27
Abs. 2 Satz 1 Abwasserreglement ist die Vorinstanz deshalb für die Ermittlung des
Gebäudemehrwertbeitrags für die Tiefgarage zu Recht von den Gebäudewerten
gemäss Schätzung vom 3. September 2008 ausgegangen. Zwar hat sie
irrtümlicherweise dem alten aufgewerteten Neuwert den neuen Zeitwert (statt Neuwert)
gegenüber gestellt (vgl. act. 2/1, S. 3). Diese Abweichung vom Reglement wirkt sich
jedoch zugunsten der Rekurrenten aus. Dafür, dass das ermittelte Bauvolumen im
Zeitpunkt der Schätzung nicht tatsächlich erstellt war, bestehen zudem keine
Anhaltspunkte. Gemäss Auskunft des Grundbuchamtes der Stadt U wurde am
3. September 2008 die Tiefgarage mit 53 Plätzen geschätzt. Entgegen der Auffassung
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der Rekurrenten betrug das Volumen der alten, sanierten Tiefgarage zudem nicht 1'127
m , sondern 1'549 m .
d) aa) Die Rekurrenten rügen den Einschluss der beiden Velohäuschen bei der Be
messungsgrundlage. Sie seien weder an die Kanalisation noch an die
Wasserversorgung angeschlossen. Die Berücksichtigung von Bauten, welche die mit
der Abgabe finanzierte Infrastruktur überhaupt nicht beanspruchten, widerspreche dem
Verursacherprinzip. Es fehle an der für eine Kausalabgabe begriffsnotwendigen
Kausalität von privatem Nutzen und staatlicher Gegenleistung. Damit liege ein
offensichtliches Missverhältnis zum objektiven Wert der Leistung vor, was das
Äquivalenzprinzip verletze.
Sie machen zudem geltend, für die grossvolumige Tiefgarage sei der Beitrag zu
reduzieren. In solchen Gemeinschaftsgaragen mit vielleicht 2 Wasserhähnen werde
praktisch kein Wasser verwendet. Das Waschen von Autos sei gemäss im Grundbuch
angemerkter Nutzungsordnung zudem untersagt. Es falle also praktisch kein Abwasser
an. Das Meteorwasser aus der – zu mehr als der Hälfte überdachten – Einfahrt ändere
daran nichts. Offensichtliche und wesentliche Unterschiede bei der Beanspruchung der
Infrastruktur dürften aber nicht über einen Leisten geschlagen werden. Nach der
Auffassung der Vorinstanz im angefochtenen Entscheid kann demgegenüber die
anfallende Abwassermenge nicht mehr als ausserordentlich tief bezeichnet werden.
Art. 31 lit. a Abwasserreglement schränke die Berücksichtigung dieses Umstandes
bewusst auf Gewerbe- und Industriebetriebe ein, bei denen die Diskrepanz noch viel
höhere Extremwerte erreichen könne. Die Prüfung des Verhältnisses und die
Anpassung der Beiträge in einer grösseren Zahl von Fällen würde dem Sinn von Art. 31
Abwasserreglement nicht entsprechen, da die Abwasseranlagen nicht nach der
effektiven, sondern nach der potenziellen Belastung zu dimensionieren seien.
Anpassungen seien auf eigentliche Ausnahmefälle zu beschränken.
bb) Gebäude- und Gebäudemehrwertbeiträge sind nach Art. 26 Abs. 1
Abwasserreglement mit dem Anschluss eines Grundstücks an die Kanalisation und
nicht schon bei der Bereitstellung der öffentlichen Kanalisation bzw. mit der gewährten
Anschlussmöglichkeit geschuldet. Indem sich deren Bemessung gemäss Art. 27 Abs. 2
Abwasserreglement nach dem für die Gebäudeversicherung geschätzten Neuwert
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richtet, werden die Beiträge zudem nicht nach der (maximal) möglichen, sondern
gemäss der tatsächlichen Nutzung des Grundstücks berechnet. Dies spricht für die
Einstufung der umstrittenen Abgabe als eigentliche Anschlussgebühr. Für die
Bemessung einer solchen Gebühr darf wie beim Anschlussbeitrag, der als Vorzugslast
bereits aufgrund der Anschlussmöglichkeit geschuldet ist, ebenfalls auf das Ausmass
des dem Pflichtigen erwachsenden Vorteils abgestellt werden (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 2P.78/2003 vom 1. September 2003, E. 3.3 mit Hinweis unter anderem
auf BGE 109 Ib 308 E. 5b).
Mit dem Beitrag oder der einmaligen Anschlussgebühr gilt der Eigentümer eines an die
öffentlichen Abwasseranlagen angeschlossenen Grundstücks den Mehrwert ab, der mit
der jederzeit gesicherten schadlosen Ableitung und Reinigung des auf dem Grundstück
anfallenden Schmutzwassers wie auch der gewährleisteten Ableitung des
Meteorwassers verbunden ist (vgl. VerwGE vom 30. Oktober/20. November 2001 in
Sachen H.R., E. 3c mit Hinweis auf GVP 1998 Nr. 32). Dem bundesrechtlich
vorgeschriebenen Verursacherprinzip genügen liegenschaftsbezogene Kriterien wie
beispielsweise der Gebäudewert. Für die Beitragsbemessung muss deshalb nicht
zwingend auf verschmutzungs- und mengenabhängige Faktoren abgestellt werden,
sofern die Art und Menge des Abwassers bei der Erhebung der Verbrauchsgebühren
Berücksichtigung finden (vgl. VerwGE vom 30. Oktober/20. November 2001 in Sachen
H.R., E. 3d; GVP 2003 Nr. 24; VerwGE vom 23. April 2004 in Sachen H.Sp., E. 2d/aa
mit zahlreichen Hinweisen insbesondere auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung).
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung gilt das Verursacherprinzip an sich
zwar ebenfalls für die einmaligen Anschlussgebühren, doch dürfen für deren
Berechnung auch noch andere kausalabgaberechtliche Grundsätze berücksichtigt
werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_101/2007 vom 22. August 2007, E. 4.1 mit
Hinweis auf Urteil 2P.232/2006 vom 16. April 2007, E. 3.2). So bildet der
Gebäudeversicherungswert der angeschlossenen Liegenschaft in der Regel einen
zuverlässigen Massstab für die Bemessung. Insbesondere bei Wohnhäusern lässt das
fragliche Kriterium zudem tendenziell auf die Menge des Abwassers schliessen, die von
der betreffenden Liegenschaft anfallen wird; die Dimensionierung des öffentlichen
Entsorgungsnetzes muss auf diese Grösse ausgerichtet werden, weshalb das Kriterium
des Gebäudeversicherungswerts insofern mit dem Verursacherprinzip im Einklang
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steht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2P.262/2005 vom 9. Februar 2006, E. 3.1 mit
Hinweisen; BGE 128 I 53). Insbesondere bei Wohnbauten hat das Bundesgericht
deshalb den Gebäudeversicherungswert für die Bemessung einmaliger Gebühren für
den Anschluss an die Kanalisation stets als verfassungskonformen Massstab
zugelassen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2P.130/2002 vom 13. Dezember 2002,
E. 4.2 mit Hinweisen auf BGE 109 Ia 325 E. 6a und 125 I 1 E. 2b/bb). Anders verhält es
sich, wenn besondere Eigenschaften der Baute einer solchen Betrachtungsweise
entgegenstehen. Zu sachwidrigen Ergebnissen kann es insbesondere bei
Industrieanlagen kommen, welche einen im Verhältnis zum Bauaufwand extrem
niedrigen oder extrem hohen Abwasseranfall haben. Aufgrund des besonderen Zwecks
solcher Bauten erscheint der Gebäudeversicherungswert als alleinige
Bemessungsgrundlage für die Anschlussgebühr schlecht geeignet. Diesen Sonderfällen
trägt Art. 31 Abwasserreglement Rechnung. Bei Wohnbauten hat das Bundesgericht
indessen die Verweigerung derartiger Ausnahmen, was die Anschlussgebühren
anbelangt, bisher als verfassungsrechtlich zulässig erachtet (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 2C_656/2008 vom 29. Mai 2009 E. 3.4 mit Hinweisen auf 2P.232/2006
vom 16. April 2007, 2P.343/2005 vom 24. Mai 2006, 2P.205/2005 vom 15. März 2006,
2P.262/2005 vom 9. Februar 2006; vgl. auch Urteil 2P.53/2007 vom 22. Juni 2007, E.
2.4).
cc) Bei der Tiefgarage Vers.-Nr. 6 handelt es sich ebenso wie bei den Velohäuschen
Vers.-Nrn. 4 und 5 um Nebengebäude der drei Mehrfamilienhäuser Vers.-Nrn. 1, 2 und
3. Sie erfüllen für eine Wohnüberbauung übliche Funktionen. Nach der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist es durchaus vertretbar, eine Überbauung wie
die vorliegende als Gesamtheit zu behandeln und dabei auch Nebengebäude ohne
eigenen Anschluss mit einzubeziehen. Letztlich ist es nämlich die gesamte Überbauung
einschliesslich der Nebengebäude, welcher aus dem Anschluss an die öffentliche
Infrastruktur ein Vorteil erwächst; dementsprechend ist es verfassungsrechtlich
zulässig, das Mass dieses Vorteils aufgrund der Höhe des Gebäudeversicherungswerts
sämtlicher Teile der Überbauung zu bestimmen. Wenn der kantonale oder kommunale
Gesetzgeber nicht bewusst eine andere Regelung trifft, kommt es dabei nicht darauf
an, ob und inwieweit solche Nebengebäude mit Bezug auf die an ihnen bestehenden
Eigentumsrechte und die Gebäudeversicherung verselbständigt worden sind. Ihr
entsprechender Status ändert nichts am funktionalen Zusammenhang, der zwischen
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ihnen und den Hauptgebäuden besteht (Urteil des Bundesgerichts 2P.235/2006 vom
24. April 2007, E. 4.2 im Zusammenhang mit dem Anschluss an die
Wasserversorgung).
Im Licht der bundesgerichtlichen Rechtsprechung dürfen die Gebäudewerte der
Velohäuschen und der Tiefgarage bei der Ermittlung der Bemessungsgrundlage
vollumfänglich herangezogen werden. Es besteht deshalb kein Anlass, die umstrittenen
Anschlussbeiträge gestützt auf Art. 31 lit. a Abwasserreglement herabzusetzen.
dd) Dass die in Anwendung von Art. 31 lit. d Abwasserreglement gewährte Reduktion
von 10,35% den baulichen Aufwendungen zur Versickerung des unverschmutzten
Dachwassers nicht angemessen Rechnung trägt, wird im Rekurs nicht geltend
gemacht. Nach der verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung rechtfertigt der
Umstand, dass ein Anschluss an die Kanalisation lediglich die Möglichkeit zur
Ableitung des Schmutzwassers umfasst, im Regelfall eine Reduktion zwischen einem
Viertel und einem Drittel des Beitrags (vgl. VerwGE vom 30. Oktober/20. November
2001 in Sachen H.R., S. 16 f.). Auf diese schematische Betrachtung ist abzustellen,
wenn eine objektbezogene Berechnung der anfallenden Wassermengen fehlt.
Die Reduktion von 10,35% stützt sich auf die Berechnung der Wassermengen im
Kanalisationsgesuch vom 22. Oktober 2004. Dabei wurde eine Wassermenge ohne
Versickerungsanlage von 102,96 l/s, nämlich Schmutzwasser 10,7 l/s, Dachwasser
69,56 l/s und Platzwasser 22,7 l/s, und mit Versickerungsanlage von 33,4 l/s ermittelt.
Die Differenz von 69,56 l/s entspricht dem bei Normalregen anfallenden Dachwasser,
welches auf den Grundstücken zur Versickerung gelangt (vgl. act. 8/4). Zur Ermittlung
des Reduktionsfaktors wurde in der Kanalisationsbewilligung vom 1. April 2005 das
Schmutzwasser mit dem Faktor 100, das Platzwasser mit dem Faktor 6 und das –
versickerte – Meteorwasser mit dem Faktor 2 gewichtet. Daraus resultierte ein Anteil
des Dachwassers von 10,35% am gesamten auf den Grundstücken anfallenden
Abwässern (vgl. act. 8/5). Die Rekurrenten beanstanden diese Berechnung, die sich
nach sachlichen Kriterien, nämlich der anfallenden Menge und dem Grad der
Verschmutzung, richtet, zu Recht nicht. Da die Rekurrenten die Aufwendungen für die
Erstellung der Versickerungsanlage nicht quantifiziert haben, besteht auch kein
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Anhaltspunkt dafür, dass die Reduktion von insgesamt Fr. 12'066.80 dazu in einem
Missverhältnis stünde und zu einem unbilligen Ergebnis führen würde.
e) Dementsprechend erweist sich der Rekurs in materieller Hinsicht als unbegründet
und ist abzuweisen.
5.- Dem Verfahrensausgang und dem Verursacherprinzip – die Begründung des
angefochtenen Entscheides erwies sich als unvollständig – entsprechend sind die
amtlichen Kosten zu drei Vierteln den Rekurrenten aufzuerlegen; einen Viertel der
Kosten trägt die Stadt U (Art. 95 Abs. 1 und 2 VRP). Eine Entscheidgebühr von
Fr. 2'400.-- ist angemessen (vgl. Art. 13 Ziff. 522 des Gerichtskostentarifs, sGS
941.12). Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 800.-- ist zu verrechnen. Da die Stadt
U überwiegend finanzielle Interessen verfolgt, ist auf die Erhebung ihres Kostenanteils
nicht zu verzichten (vgl Art. 95 Abs. 3 VRP). Bei diesem Ausgang des Verfahrens
besteht kein Anspruch auf die Entschädigung ausseramtlicher Kosten (vgl. Art. 98
und 98 VRP). Abgesehen davon weisen die nicht berufsmässig vertretenen
Rekurrenten keine Auslagen nach, welche eine Umtriebsentschädigung rechtfertigten
(vgl. GVP 1993 Nr. 52).