Decision ID: 5d2fc142-097b-4b14-b74e-0498f331f693
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A.a Die Schweizerische Ausgleichskasse (nachfolgend: SAK oder Vor-
instanz) sprach A._ (nachfolgend: Versicherte oder Beschwerde-
führerin) mit Verfügung vom 18. Januar 2022 eine ordentliche Witwenrente
von monatlich Fr. 351.– mit Wirkung ab dem 1. Oktober 2021 zu.
A.b Die dagegen erhobene Einsprache wies die SAK mit Entscheid vom
21. März 2022 ab. Gemäss Sendungsverfolgung der Post wurde dieser
Einspracheentscheid der Versicherten bzw. ihrem Vertreter am 26. März
2022 zugestellt (vgl. Akten des Bundesverwaltungsgerichts [BVGer-act.]
2).
B.
B.a Die SAK übermittelte mit Schreiben vom 3. August 2022 dem Bundes-
verwaltungsgericht die Eingabe der Versicherten bzw. ihres Vertreters vom
14. Juni 2022 samt Beilagen (Eingang bei der SAK per E-Mail am 19. Juni
2022) als potentielle Beschwerde (BVGer-act. 1 f.). Darin wurde um Zustel-
lung diverser Unterlagen ersucht (neuer Auszug aus dem individuellen
Konto des verstorbenen Ehemannes der Versicherten, beglaubigte Nach-
weise/Lohnzettel der Arbeitgeber für die Beschäftigungszeiten, Berech-
nung der Rente). Zur Begründung wurde angeführt, diese Nachweise seien
erforderlich, um ein Verfahren zur Geltendmachung neuer Beträge zu füh-
ren, einerseits betreffend die Invalidenrente des verstorbenen Ehemannes
der Versicherten sowie anderen ihm zustehenden Leistungen, andererseits
betreffend die Witwenrente der Versicherten. In einem weiteren als «Aus-
sag» betitelten Schreiben der Versicherten vom 14./15. Juni 2022 führte
sie aus, sie habe die ihr vorliegenden Lohnzettel ihrem Vertreter überge-
ben, um zu prüfen, ob die darin enthaltenen Daten mit denjenigen aus dem
individuellen Konto ihres verstorbenen Ehemannes übereinstimmen und
ob die Höhe seiner Rente regelrecht berechnet sei. Der Vertreter sei be-
vollmächtigt zwecks Erteilung eines neuen Auszugs aus dem individuellen
Konto, Erlasses einer neuen Verfügung für die Rente ihres Ehemannes so-
wie ihrer Witwenrente und Zustellung der Rentenberechnung bzw. der Be-
rechnungsaufstellung der Rente.
B.b Die Versicherte wurde mit Schreiben vom 29. August 2022 um Mittei-
lung bis zum 30. September 2022 ersucht, ob die Eingabe vom 14. Juni
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2022 als Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht gegen den Ein-
spracheentscheid vom 21. März 2022 oder durch die SAK zu behandeln
sei (BVGer-act. 3).
B.c Mit Sendung vom 16. September 2022 (serbischer Poststempel) wur-
den dem Bundesverwaltungsgericht nochmals das als «Aussag» betitelte
Schreiben vom 14./15. Juni 2022 sowie diverse Dokumente übermittelt,
welche teilweise bereits mit der Eingabe vom 14. Juni 2022 eingereicht
worden waren (BVGer-act. 4).

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat seine Zuständigkeit von Amtes we-
gen zu prüfen (Art. 7 Abs. 1 VwVG). Es beurteilt gemäss Art. 31 VGG Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG, sofern keine Ausnahme
nach Art. 32 VGG vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 VGG ge-
nannten Behörden.
1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich grund-
sätzlich nach dem VwVG. Vorbehalten bleiben gemäss Art. 3 Bst. dbis
VwVG die besonderen Bestimmungen des ATSG (SR 830.1).
1.3 Die Beschwerde ist innerhalb von 30 Tagen nach Eröffnung der Verfü-
gung einzureichen (Art. 50 Abs. 1 VwVG, Art. 60 Abs. 1 ATSG).
2.
2.1 Soweit sich die Anträge der Beschwerdeführerin auf eine Überprüfung
ihrer Witwenrente richten, sind sie als Beschwerde gegen den Einsprache-
entscheid der SAK vom 21. März 2022 entgegenzunehmen.
2.2 Der Einspracheentscheid vom 21. März 2022 wurde der Beschwerde-
führerin bzw. ihrem Vertreter am 26. März 2022 zugestellt, womit die Be-
schwerdefrist von 30 Tagen am 27. März 2022 begann und – unter Berück-
sichtigung des Fristenstillstands vom 10. bis und mit 24. April 2022
(Art. 22a Abs. 1 Bst. a VwVG) – am 10. Mai 2022 endete. Die am 19. Juni
2022 bei der Vorinstanz eingegangene Beschwerde ist somit offensichtlich
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verspätet, weshalb auf sie im einzelrichterlichen Verfahren nicht einzutre-
ten ist (Art. 23 Abs. 1 Bst. b VGG).
3.
3.1 Für das Gesuch um Zustellung von bzw. Einsicht in Unterlagen wie na-
mentlich einem individuellen Kontoauszug und Lohnunterlagen sowie für
die Erläuterung der Berechnung der Renten ist das Bundesverwaltungsge-
richt nicht zuständig, weshalb auf diese Anträge ebenfalls nicht einzutreten
ist (Art. 23 Abs. 1 Bst. b VGG).
3.2 Diesbezüglich sind die Eingabe vom 14. Juni 2022 samt Beilagen
(BVGer-act. 1) sowie die Sendung vom 16. September 2022 (BVGer-
act. 4) zuständigkeitshalber an die Vorinstanz zur weiteren Bearbeitung zu
überweisen.
4.
4.1 Das Verfahren ist kostenlos (Art. 85bis Abs. 2 AHVG).
4.2 Es ist keine Parteieentschädigung zuzusprechen (Art. 7 Abs. 1 und 3
des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigun-
gen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
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