Decision ID: 8d4279f7-6635-4344-8512-b595cd2663a6
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ B. F., S., ist Eigentümerin der unbebauten Parzellen Nrn. a, b und c, alle Grundbuch
Schmerikon. Die drei 1'176 m , 140 m und 2'397 m grossen Grundstücke befinden
sich westlich oberhalb des Zentrums von Schmerikon an einem dem Zürich- bzw.
Obersee zugewandten Südhang. Die ersten beiden Liegenschaften stossen an die X.-
strasse, Gemeindestrasse 2. Klasse, an. Die dritte liegt südlich unmittelbar darunter.
Nach dem Zonenplan vom 7. Dezember 1998 sind sie im Wesentlichen der Wohnzone
W2a zugeschieden. Ihre anrechenbaren Flächen betragen insgesamt 3'375 m .
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B./ Mit Beschluss vom 20. November 2007 erliess der Gemeinderat Schmerikon für die
erwähnten Grundstücke den Überbauungsplan X.-strasse mit besonderen Vorschriften
(abgekürzt: besV). Dagegen erhoben zahlreiche Nachbarn Einsprache und sodann
gegen die abweisenden Beschlüsse des Gemeinderats Schmerikon Rekurs beim
Baudepartement des Kantons St. Gallen. Nachdem die Rekursinstanz auf Grund eines
Augenscheins zum Schluss gekommen war, dass die Rechtsmittel Aussicht auf Erfolg
hätten, erliess der Gemeinderat einen Korrekturplan zum Überbauungsplan. Dagegen
wurden wiederum Einsprachen erhoben, die der Gemeinderat am 14. April 2009
abwies. Die erneuten Rekurse der Nachbarn datierten vom 4. Mai 2009. Da die
Rechtsabteilung des Baudepartements die Meinung vertrat, der Plan sei noch immer
mangelhaft bzw. die ursprüngliche Fassung und der Korrekturplan seien
widersprüchlich, hob der Gemeinderat beide Pläne auf, worauf das Baudepartement
die Rekurse am 8. Februar 2010 wegen Gegenstandslosigkeit von der Geschäftsliste
abschrieb.
C./ Zusammen mit dem Aufhebungsbeschluss vom 26. Januar 2010 erliess der
Gemeinderat den Überbauungsplan X.-strasse in neuer Fassung. Während der
Planauflage erhoben die Nachbarn A. und B. sowie D., alle Schmerikon, am 19. März
2010 durch ihre jeweiligen Rechtsvertreter Einsprache, die der Gemeinderat mit
Beschluss vom 20. April 2010 abwies. Gleichzeitig änderte er den Planerlass wie folgt
ab:
"Der Grenzabstand des Bereichs D (Tiefgarage) zu den westlichen
Nachbargrundstücken Nrn. 1242 und 1277 wird auf den ordentlichen Grenzabstand
von 5,0 m erweitert bzw. festgelegt. Von einer öffentlichen Auflage dieser Änderung
wird - mangels Beschwer für Nachbarn - abgesehen. Der Überbauungsplan ist
entsprechend anzupassen."
D./ Gegen die ablehnenden Beschlüsse erhoben die Einsprecher am 3. Juni bzw.
12. Juni 2010 Rekurs mit den Anträgen, der Einspracheentscheid und der
Überbauungsplan seien kostenpflichtig aufzuheben.
Mit Entscheid vom 3. September 2010 wies das Baudepartement die Rekurse mit der
Begründung ab, der Überbauungsplan sei recht- und zweckmässig, er ermögliche ein
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besseres Projekt als nach Regelbauweise und beeinträchtige die Interessen der
Nachbarn nicht.
E./ Mit Eingaben vom 17. und 20. September 2010 erhoben die Rekurrenten beim
Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen Beschwerde mit den Anträgen, der
angefochtene Rekursentscheid vom 3. September 2010 und der Überbauungsplan
seien aufzuheben bzw. nicht zu erlassen. Im Rahmen der Beschwerdeergänzung vom
20. Oktober 2010 bzw. 3. November 2010 machen sie im Wesentlichen geltend, der
Überbauungsplan widerspreche dem Zonenzweck. Zudem könne die Gewährung einer
Mehrausnützung nicht begründet werden, da mit dem Überbauungsplan keine
städtebaulich bessere Überbauung als nach Regelbauvorschrift erreicht werden könne.
Mit der vorgesehenen Parkgarage trete im Gegenteil ein störender Fremdkörper in
Erscheinung, obwohl das Baureglement ausdrücklich verlange, dass Tiefgaragen unter
Terrain erstellt werden müssten. Dazu komme, dass die Garagenausfahrt am höchsten
Punkt in die X.-strasse einmünde und so bei der gegenüberliegenden Liegenschaft
übermässige Lärm- und Blendeeinwirkungen verursache. Zudem sei der
Überbauungsplan in Bezug auf die Höhenlage der X.-strasse falsch vermasst, was zur
Folge habe, dass die Zufahrt zur Tiefgarage übermässig steil ausfallen werde. Von einer
Gesamtüberbauung könne ohnehin keine Rede sein; während für den nördlichen
Baubereich A kaum etwas geregelt werde, lege der Plan im Bereich B die Überbauung
konkret fest. Damit müsse in materieller Hinsicht von zwei Überbauungsplangebieten
ausgegangen werden. Flächen von 1'456 m und 1'919 m seien aber zu klein, um
dafür einen Überbauungsplan mit Mehrausnützung zu erlassen. Auch könne von keiner
besonders gut ins Orts- und Landschaftsbild eingefügten Überbauung gesprochen
werden. Ein Vergleich mit maximal nachteiligen Bauten nach Regelbauweise sei
deshalb verfehlt, weil an Hanglagen erhöhte ästhetische Anforderungen gelten würden,
weshalb eine senkrecht zum Berghang angelegte Überbauung von 20 m Länge und
einer Firsthöhe von 10 m grundsätzlich nicht bewilligt würde. Auch sei nicht klar, ob für
die nötigen Ruhe- und Kinderspielspielplätze überhaupt genügend Platz vorhanden sei.
Allfällige Sonnenkollektoren seien zu verbieten oder der Höhenbegrenzung zu
unterstellen.
F./ Das Baudepartement beantragt in seiner Vernehmlassung vom 9. November 2010
unter Hinweis auf den angefochtenen Entscheid, die Beschwerde abzuweisen. Der
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Einwand, der Plan sei falsch vermasst, sei im Rekursverfahren kein Thema gewesen.
Auf Grund der Höhenkurvenkarte werde aber die Behauptung der Einsprecher, die
Nordostecke des Plangebiets liege höher als die Nordwestecke, ohne weiteres
widerlegt.
G./ Die Beschwerdebeteiligte und die Beschwerdegegnerin beantragen am
23. November 2010 bzw. 15. Dezember 2010 die kostenpflichtige Abweisung der
Beschwerden. Es sei nicht nachvollziehbar, inwiefern die Regelungsdichte des Plans im
Bereich A ungenügend bzw. gegenüber dem Bereich B entscheidend anders sein soll.
Von einer Überdimensionierung der Überbauung könne keine Rede sein. Die
maximalen Bauvolumina, die Geschosszahl und die Maximalhöhen seien gegenüber
der Regelbauweise massiv beschränkt. Der Ausblick der Nachbarn auf den See und die
Berge bleibe im Rahmen der Regelbauweise gewahrt. Hinsichtlich Aussicht und
Besonnung biete der Überbauungsplan den Anstössern im Vergleich zu einer
Überbauung nach Regelbauweise im Gegenteil grosse Vorteile. Das Quartier sei weder
kleinmassstäblich noch homogen. Die Grundeigentümer hätten beim Bau ihrer Häuser
im Gegenteil grossen Individualismus bewiesen. Nebst kleineren Häusern würden an
der X-strasse zahlreiche Bauten die Regelbauvorschriften maximal ausschöpfen. Die
höchst zulässige Gebäudelänge von 20 m würden zum Beispiel die Liegenschaften X.-
strasse 1, 2, 3, 10, 16 und 17 ausschöpfen. Das Wohnhaus X.-strasse 5 des
Beschwerdeführers 2, das mit der Liegenschaft X.-strasse 7 zusammengebaut sei,
überschreite die Gebäudelänge sogar um 9 m.
H./ Die Beschwerdeführer replizierten am 24. Januar 2011. Dabei machen sie geltend,
dass der Zweck der betroffenen Bauzone nicht das Wohnen an sich sei, sondern das
Wohnen in der entsprechenden Bauklasse, vorliegend also in Ein- und
Zweifamilienhäusern. Vom entsprechenden Zonenzweck könne somit nur abgewichen
werden, wenn vorgängig der Zonenplan geändert werde.
I./ Das Baudepartement genehmigte am 11. April 2011 den Überbauungsplan X.-
strasse.
J./ Das Verwaltungsgericht hat vorgängig seines Entscheids einen Augenschein an Ort
und Stelle durchgeführt. Die Verfahrensbeteiligten wurden dazu eingeladen und
erhielten Gelegenheit zur Stellungnahme.
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Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Die
Beschwerdeführer sind, nachdem sie mit ihren Anträgen unterlegen sind, zur Ergreifung
des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Ihre
Eingaben entsprechen zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen
(Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Auf die beiden Beschwerden ist somit
einzutreten.
Die Beschwerdeverfahren B 2010/227 und B 2010/228 richten sich gegen den gleichen
Entscheid der Vorinstanz. Das Anfechtungsobjekt ist folglich dasselbe. Die
Beschwerden werfen zudem die gleichen Tatbestands- und Rechtsfragen auf und
beziehen sich damit auf den gleichen Streitgegenstand. Es rechtfertigt sich daher, die
beiden Beschwerden in einem einzigen Entscheid zu behandeln (GVP 1972 Nr. 30).
2. Der Zonenplan stellt als Rahmennutzungsplan die allgemeine Grundordnung für die
Bodennutzung auf. Entspricht ein Bauvorhaben dem Zweck der entsprechenden
Nutzungszone (Art. 22 Abs. 2 lit. a des Raumplanungsgesetzes, SR 700, abgekürzt
RPG), ist darüber hinaus zu prüfen, ob die Regelbauweise im betroffenen Gebiet
anhand von Sondernutzungsplänen ausgestaltet und verändert wurde. Dazu zählen
Pläne, die für ein bestimmtes Gebiet die Art und Weise des Bauens näher regeln, ferner
projektbezogene Spezialpläne und schliesslich Pläne, die das für konkrete Projekte
benötigte Land bzw. deren Erschliessung sichern wollen (P. Hänni, Planungs-, Bau-
und besonderes Umweltschutzrecht, 5. Aufl., Bern 2008, S. 238). Sondernutzungspläne
werden als planerische Instrumente eingesetzt, wenn es auf Grund der konkreten
örtlichen und baulichen Situationen sinnvoll erscheint, in geeigneten Fällen im Hinblick
auf die Ziele und Grundsätze der Raumplanung gemäss Art. 1 und 3 RPG von den
allgemein gehaltenen Regelbauvorschriften bzw. Zonenbestimmungen abzuweichen (B.
Heer, St. Gallisches Bau- und Planungsrecht, Bern 2003, Rz. 144 und 147).
3. Planungsbehörde ist im Rahmen von Verfassung, Gesetz und übergeordneter
Planung die politische Gemeinde (Art. 2 Abs. 1 und Art. 4 f. des Baugesetzes, sGS
731.1, abgekürzt BauG). Während für Erlass und Änderung von Baureglement und
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Zonenplan die Bürgerschaft zuständig ist, werden Schutzverordnungen und
Sondernutzungspläne von der zuständigen Gemeindebehörde bzw. dem Gemeinderat,
also der Exekutive, erlassen und geändert (Art. 29 f. BauG; Heer, a.a.O., Rz. 63). Ihr
kommt dabei ein Entscheidungsspielraum zu. Die Ausübung des Ermessens ist aber
nicht beliebig, sondern hat gestützt auf allgemeine Rechtsprinzipien zweckmässig und
angemessen zu erfolgen (Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton
St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 740).
3.1. Nach Art. 33 Abs. 3 lit. b RPG gewährleistet das kantonale Recht die volle
Überprüfung von Nutzungsplänen durch wenigstens eine Beschwerdebehörde. Der
Anspruch umfasst neben der Rechts- und Sachverhaltskontrolle auch die
Ermessensüberprüfung (BGE 127 II 242; BGE 118 Ib 397). Diese Funktion ist im
kantonalen Recht dem Rekursverfahren vor dem Baudepartement zugedacht (Art. 46
Abs. 1 VRP). Hält sich die politische Gemeinde an die erwähnten Schranken, wahrt
dieses den nötigen Ermessensspielraum der Planungsbehörde bei der Orts- und
Regionalplanung (Art. 3 Abs. 2 BauG). Demgegenüber ist die Kognition des
Verwaltungsgerichts bei der Überprüfung der Nutzungsplanung beschränkt, und es ist
lediglich zur Rechtskontrolle befugt (Art. 61 Abs. 1 und 2 VRP). Liegt ein Entscheid
noch innerhalb des Ermessensspielraums bzw. wurden die Verfassungsprinzipien
sowie der Sinn und Zweck der gesetzlichen Ordnung beachtet, ist noch keine
Rechtsverletzung gegeben, selbst wenn das Ermessen unzweckmässig gehandhabt
wurde.
3.2. Anders verhält es sich bei einem qualifizierten Ermessensfehler, wenn die
Verwaltungsbehörde das Ermessen missbraucht bzw. über- oder unterschritten hat.
Dies ist der Fall, wenn Ermessen ausgeübt wird, wo der Rechtssatz keines einräumt
bzw. wo die Behörde auf die Ermessensausübung verzichtet, obschon ihr eine solche
Betätigung gestattet ist. Beim Ermessensmissbrauch hält sich die Behörde formell
zwar an den Entscheidungsspielraum, den ihr der Rechtssatz einräumt, der Entscheid
ist aber nicht bloss unzweckmässig oder unangemessen, sondern schlicht unhaltbar;
er steht im Widerspruch zu Verfassungsprinzipien oder zu Sinn und Zweck des
Gesetzes. Solche Entscheide müssen vom Verwaltungsgericht aufgehoben werden
(Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, Zürich 2010, 6. Aufl.,
Rz. 460 ff.; Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 740).
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4. Das Baugesetz sieht als Sondernutzungspläne den Überbauungs-, Gestaltungs-,
Deponie- und Abbauplan vor (Art. 22 ff. BauG).
4.1. Nach Art. 22 Abs. 1 BauG kann der Überbauungsplan für ein engeres, bestimmt
umgrenztes Gebiet, wie für ein Quartier, die Erschliessung und die besondere
Bauweise ordnen. So gehören zum Gegenstand eines Überbauungsplans regelmässig
die Lage bzw. örtliche Festlegung, das Mass, die Höhe und die Gestaltung der Bauten,
die Ausscheidung von Freiflächen sowie die vorgesehene Erschliessung (GVP 1995
Nr. 93 S. 214). Der Überbauungsplan besteht aus einer planlichen Darstellung und den
dazugehörenden Bauvorschriften (Art. 22 Abs. 2 BauG). Er bezweckt insbesondere eine
architektonisch und hygienisch gute, der baulichen und landschaftlichen Umgebung
angepassten Überbauung, die Gestaltung sowie die Erschliessung
zusammenhängender Flächen. Dafür dürfen grundsätzlich Zahl, Art, Lage, äussere
Abmessungen, Geschosszahl, Durchmischung der Nutzung und weitere bauliche
Einzelheiten der im Planungsgebiet zu erstellenden Bauten und Anlagen abweichend
von den Regelbauvorschriften bestimmt werden (Hänni, a.a.O., S. 241 mit Hinweisen;
betreffend Geschosszahl: GVP 2003 Nr. 19 S. 73).
4.2. Art. 23 BauG sieht zwei Arten von Überbauungsplänen vor, den Baulinienplan und
den Überbauungsplan mit besV. Letzterer regelt die besondere Bauweise, vor allem
hinsichtlich der Baumasse und der Ausnützungsziffer. Dabei kann unter Beibehaltung
der Zweckbestimmung der Zone von den allgemeinen Zonenvorschriften abgewichen
werden (Art. 23 lit. b BauG).
5. Für die Frage, ob mit den abweichenden Anordnungen des Überbauungsplans die
Zweckbestimmung der betroffenen Zone gewahrt bleibt, ist vorab festzustellen, wie der
Zweck der betroffenen Zone definiert ist. Dieser ergibt sich aus der Umschreibung der
Zonenarten (Art. 11 ff. BauG).
5.1. Der Zonenplan teilt das Gemeindegebiet in Teilgebiete verschiedener Nutzungsart
und Nutzungsintensität sowie verschiedener Regelbauweise und Immissionstoleranz
ein (Art. 9 Abs. 1 BauG). Das vorliegend betroffene Gebiet ist der W2a-Zone zugeteilt,
das für die Erstellung von freistehenden oder zusammengebauten zweigeschossigen
Ein- und Zweifamilienhäusern (einschliesslich Einliegerwohnungen) vorgesehen ist (Art.
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8 und Art. 10 des Baureglements der Gemeinde Schmerikon vom 7. Dezember 1998,
abgekürzt BauR). In dieser Zone gilt die Empfindlichkeitsstufe II gemäss Lärmschutz-
Verordnung (SR 814.41, Art. 8 BauR).
5.2. Nach Art. 11 Abs. 1 BauG umfassen Wohnzonen Gebiete, die sich für
Wohnzwecke und nichtstörende Gewerbebetriebe eignen. Sie sollen ruhige und
gesunde Wohnverhältnisse gewährleisten. Sinn und Zweck der Wohnzonen ist damit in
erster Linie das Wohnen. Die Gemeinden unterteilen das Wohngebiet regelmässig in
verschiedene Bauklassen. Damit wird die Intensität der Wohnnutzung für ein
umgrenztes Gebiet differenziert und nicht etwa die Nutzungsart (Wohnen, Gewerbe,
Industrie) neu festgelegt. Ob in einem Ein-, Zwei- oder Mehrfamilienhaus gewohnt wird,
spielt für die Nutzungsart solange keine Rolle, als mit der unterschiedenen Bauklasse
gute wohnhygienische Bedingungen gesichert werden. Die Unterscheidung zwischen
den verschiedenen Wohnhaustypen steht damit auf gleicher Stufe wie die
Differenzierung nach Gebäudeabmessungen und -volumen, Geschosszahlen und
Ausnützungsziffern oder ihre unterschiedliche Stellung zu einander (freistehend,
Doppel- oder Reiheneinfamilienhaus, geschlossene Bauweise usw.; VerwGE B 2009/97
und 100 vom 24. Februar 2010 E. 2.2.4., in: www.gerichte.sg.ch).
5.3. Der Entscheid, dass in einem bestimmten Gebiet Ein- und Zweifamilienhäuser,
oder auch andere Häusertypen wie Mehrfamilienhäuser zugelassen werden, hat
darüber hinaus planerischen Charakter, womit ein legitimes Ziel der Nutzungsplanung
verfolgt wird (VerwGE B 2009/97 und 100 vom 24. Februar 2010, a.a.O.). Gemäss
Bundesgericht, das den genannten Entscheid des Verwaltungsgerichts bestätigt hat,
liegt es im öffentlichen Interesse, wenn mit Ein- und Zweifamilienhauszonen der
jeweilige typische Gebietscharakter und eine gute Einordnung in diese
Siedlungsstruktur angestrebt wird (BGE 1C_185/2010 vom 27. Oktober 2010 E. 3.3).
Somit liegt es im Planungsermessen der zuständigen Behörde, unter Beibehaltung der
zugrunde liegenden Nutzungsart - dem ruhigen und gesunden Wohnen also - von den
allgemein gehaltenen Regelbauvorschriften bzw. grundsätzlichen Zonenvorschriften
abzuweichen und in grundsätzlich Ein- und Zweifamilienhäusern vorbehaltenen
Gebieten auch Mehrfamilienhäuser zuzulassen, wenn es aufgrund der örtlichen und
baulichen Situationen Sinn macht. Im Vordergrund stehen dabei insbesondere die
Planungsgrundsätze nach Art. 3 Abs. 2 RPG, wonach die Landschaft zu schonen ist,
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indem die Zersiedelung durch innere Verdichtung gebremst werden soll bzw. nach
Art. 3 Abs. 3 RPG, wonach die Siedlungen nach den Bedürfnissen der Bevölkerung zu
gestalten und in ihrer Ausdehnung zu begrenzen sind. Sondernutzungspläne wie der
Überbauungs- und Gestaltungsplan sind ideale Instrumente, solche raumplanerische
Grundsätze an geeigneten Orten zu verwirklichen.
5.4. Aus dem Gesagten folgt, dass die Planungsbehörde die allgemeine Zonenordnung
nicht verletzt, wenn sie in einem als Zone für Ein- und Zweifamilienhäuser
ausgeschiedenen Gebiet einen Sondernutzungsplan mit Mehrfamilienhäusern erlässt.
Die Grenze der erlaubten Abweichungen ergibt sich analog aus der Beschränkung der
Mehrausnützung (Art. 27 BauG) und denjenigen beim Gestaltungsplan (Art. 28 BauG);
der Sondernutzungsplan darf auf keine materielle Änderung der Zonenordnung im
Plangebiet hinauslaufen, für die nach Art. 30 Abs. 1 BauG das Referendumsverfahren
nötig ist (Heer, a.a.O., Rz. 145).
6. Für einen Überbauungsplan nach Art. 22 BauG wird kein Mindestflächenmass
vorgeschrieben. Während das Plangebiet des Gestaltungsplans zumindest so gross
sein muss, dass damit eine Gesamtüberbauung mit städtebaulich vorzüglicher
Gestaltung erreicht werden kann (Art. 28 Abs. 1 BauG) und es sich demzufolge um eine
zweckmässige Arealgrösse bzw. eine grössere zusammenhängende Fläche handeln
muss (Heer, a.a.O., Rz. 155 und Anhang 3 S. 383), spricht das Gesetz beim
Überbauungsplan mit besV lediglich von einem engen, bestimmten Gebiet (Art. 22
Abs. 1 BauG). Für die Gewährung einer Mehrausnützung ist zusätzlich erforderlich,
dass die Grösse des Grundstücks dies rechtfertigt (Art. 27 BauG). Mit dieser offenen
Umschreibung wollte der Gesetzgeber den unterschiedlichen örtlichen Verhältnissen
Rechnung tragen. Einzige Anforderung an den Perimeter des Überbauungsplans ist
also, dass damit die raumplanungsrechtlichen Planungsgrundsätze und -ziele
verwirklicht werden können, womit unter Umständen selbst eine Parzelle für lediglich
ein Gebäude, zum Beispiel ein höheres Haus oder ein Hochhaus im Sinn von Art. 68 f.
BauG, als Plangebiet in Frage kommt.
7. Mit dem Überbauungsplan darf dann eine Mehrausnützung gewährt werden, wenn
ein besseres Projekt als nach zonengemässer Überbauung verwirklicht wird, die
Grösse des Grundstückes dies rechtfertigt und die Interessen der Nachbarn nicht
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erheblich beeinträchtigt werden (Art. 27 BauG). Darüber hinaus verlangt Art. 20 Abs. 2
BauR für eine Gesamtüberbauung mit einer Mehrausnützung bis zwanzig Prozent, dass
die Gesamtüberbauungsfläche in der Regel in Kernzonen 2'000 m , in
zweigeschossigen Zonen 3'000 m und in dreigeschossigen Zonen 4'000 m umfasst,
die Gesamtüberbauung nach einheitlichen Grundsätzen geplant wird, so dass der
gestalterische und funktionelle Gesamteindruck besser als jener der Regelbauweise ist,
die Wohngrundrisse erhöhten Anforderungen an die Wohnhygiene bezüglich
Orientierung und Lage genügen, der Schutz der Fussgänger sichergestellt, 60 Prozent
der Abstellflächen für Motorfahrzeuge unter Terrain realisiert und Ruhe- und
Kinderspielplätze erstellt werden. Die gestalteten Kinderspielplätze müssen mindestens
fünfzehn Prozent der anrechenbaren Wohngeschosse betragen. Erforderlich ist zudem
eine Gemeinschaftsheizanlage. Die Mehrausnützung kann weiter nur für ein konkret
vorliegendes Projekt und nur dann gewährt werden, wenn die Ausführung der ganzen
Überbauung gesichert ist (Art. 20 Abs. 3 BauR).
7.1. Art. 4 (Nutzung) besV ermöglicht einen Mehrausnützungsbonus von maximal
zwanzig Prozent (270 m ), wenn die Voraussetzungen von Art. 20 BauR erfüllt sind.
Dieser Mehrausnützungsbonus kann im Rahmen des Überbauungsplans aber lediglich
in Aussicht gestellt werden. Ob die Voraussetzungen, wie genügend grosse Flächen für
Kinderspielplätze, mit einem konkreten Projekt tatsächlich erfüllt werden, kann nämlich
nicht im vorliegenden Planverfahren, sondern erst anhand des konkreten Baugesuchs
im Rahmen des nachfolgenden Baubewilligungsverfahrens beurteilt werden.
7.2. Art. 4 besV sieht sodann eine Etappierung der Bauausführung vor. Dies versteht
sich unter der Einschränkung der Geltungsdauer der Baubewilligung von Art. 88 BauG
von selbst. Art. 8 besV (Befristung) bestimmt weiter, dass der Plan als Ganzes hinfällig
wird, wenn nicht innert fünf Jahren mit wesentlichen Bauteilen begonnen wurde. Sollte
lediglich ein Teil des (bewilligten) Bauvorhabens ausgeführt werden, wäre eine allfällige
spätere Änderung des Plans nur unter den Voraussetzungen von Art. 32 f. BauG
möglich.
7.3. Die Grundfläche des Überbauungsplans X.-strasse umfasst das letzte noch
unbebaute grössere Gebiet am Südhang oberhalb des Dorfes Schmerikon. Während
der obere Teil an der Erschliessungsstrasse relativ flach ist, fällt der grössere untere
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Teil stark gegen Süden ab. Dabei grenzt das grösste Grundstück nicht an die X.-
strasse, über die es aber erschlossen werden soll. Dank der zusammengefassten
Verkehrserschliessung und einer gemeinsamen Tiefgarage kann das Plangebiet sodann
verkehrsfrei gestaltet werden, womit eine gesamthafte Überbauung den weiteren
Vorteil hat, dass die Wohnhäuser auf drei definierte Baubereiche beschränkt und die
Wohnnutzung im unteren Teil konzentriert werden kann, wo sich die Gebäude an den
Steilhang anlehnen und damit weniger stark in Erscheinung treten werden, als im
oberen flachen Teil. Dies gibt Raum für grosszügige Frei- und Grünflächen sowie Spiel-
und Begegnungszonen.
7.4. Mit Blick auf die vorherrschenden Verhältnisse macht es aus raumplanerischer
Sicht somit Sinn, die drei Grundstücke gesamthaft und von der Regelbauweise
abweichend zu überbauen. Mit einer anrechenbaren Fläche von 3'375 m erfüllt das
Plangebiet die Anforderung für die Gewährung einer Mehrausnützung gemäss Art. 20
Abs. 2 lit. a BauR, wonach in den zweigeschossigen Zonen in der Regel eine
Gesamtfläche von 3'000 m nötig ist.
7.5. Konkret scheidet der Sondernutzungsplan einen Baubereich A für ein bis zwei
Einfamilienhäuser sowie zwei Baubereiche B für Mehrfamilienhäuser aus. Dabei soll
sich die Ausnützung im oberen Teil an der X.-strasse, wo das Gelände nahezu flach ist,
mit kleineren Bauvolumen auf ungefähr 30 Prozent beschränken, während die
Nutzfläche im darunterliegenden steilen Teil mit 70 Prozent konzentriert werden soll.
Sämtliche Bereiche sollen über die Tiefgarage in den Baubereichen D1 (geschlossen)
und D2 (offen) erschlossen werden. Davon abgesehen, dass in allen Bereichen die
maximalen Höhenkoten bestimmt sind, verlangt Art. 5 besV (architektonische
Gestaltung), dass die Bauten im Plangebiet hinsichtlich Gestaltung, Materialwahl und
Farbgebung architektonisch einheitlich gestaltet werden. Die Umgebungsgestaltung
hat ebenfalls nach einem einheitlichen Konzept zu erfolgen (Art. 6 besV;
Umgebungsgestaltung). Art. 3 besV (Überbauung) legt für sämtliche Häusertypen die
gleichen Beschränkungen bezüglich Dachgestaltung und Geschossigkeit fest und
bestimmt alle maximal zulässigen Höhenkoten. Am gesamthaften und einheitlichen
Konzept ändert nichts, dass der Plan im oberen Baubereich offen lässt, ob ein oder
zwei Gebäude realisiert werden, und dass im südlichen Bereich zusätzlich die
wohnungseigenen Frei- und Grünflächen definiert und grössere Abgrabungen zwischen
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dem Baubereich B und D1 und D2 festgelegt werden. Alle anderen Festlegungen
(Definition der Baubereiche, maximale Höhenbeschränkung, zulässige Geschosse,
Anzahl Bauten, zulässige Ausnützung, Gestaltungsvorschriften, Erschliessung) werden
für beide Baubereichstypen bzw. alle betroffenen Grundstücke gleichermassen
geregelt.
7.6. Mit dem Überbauungsplan Haldenstrasse soll eine zum Teil verdichtete
Überbauung verwirklicht werden, die reglementarisch zulässigen Maximalhöhen, -
breiten und -längen werden aber gleichwohl von allen Wohnbauten eingehalten bzw.
unterschritten. Die Nachbarinteressen bleiben somit grundsätzlich gewahrt. Die
Gebäude sind darüber hinaus der Beschränkung unterworfen, dass nur
Flachdachbauten ohne Dach- oder Attikageschosse erstellt werden dürfen. Auch
hinsichtlich der vorgesehenen Nutzungsübertragung sieht der Plan nichts Neues vor.
Ein solcher Transfer wäre nach Art. 63 BauG selbst im Fall einer Überbauung nach
Regelbauweise zulässig. Eine Abweichung stellt die Tiefgarage dar, die in der West-
Ost-Ausdehnung über eine Länge von 45 m über das gewachsene Terrain hinausragt
und damit die höchstzulässige Gebäudelänge von 20 m um mehr als das Doppelte
überschreitet. Zudem wird der Gebäudeabstand zwischen dem oberirdisch sichtbaren
Teil der Tiefgarage und dem darunter liegenden Baugebiet B (Ost) unterschritten. Von
Süden her wird der sichtbare Garagenteil aber halbiert, indem er vollständig mit dem
Mehrfamilienhaus im Baubereich West zusammengebaut wird und somit in diesem
Bereich unsichtbar ist. Im östlichen Teil steht zudem das Mehrfamilienhaus Ost davor,
so dass die Garage auch hier nur zu einem kleinen Teil, einer im Hangbereich typischen
Stützmauern gleich - in Erscheinung tritt. Von Norden her ist die Garage überhaupt
nicht einsehbar, während sie von Osten her gesehen zwar in einer Länge von ungefähr
8 m in Erscheinung tritt, dies aber in einem wesentlich kleineren Umfang als es nach
Regelbauweise erlaubt wäre. Dem kann auch nicht entgegengehalten werden, die
reglementarischen Masse kämen mit Blick auf die ästhetische Generalklausel nach
Art. 10 Abs. 2 BauR grundsätzlich nicht zum Tragen. Die Anwendung von Ästhetik-
Vorschriften darf nicht dazu führen, dass generell - etwa für ein ganzes Quartier - die
Zonenordnung aus den Angeln gehoben würde. Wenn die Zonenvorschriften ein
gewisses Bauvolumen zulassen, kann ein Bauvorhaben gestützt auf die Ästhetikklausel
nur dann verweigert werden, wenn überwiegende öffentliche Interessen dies verlangen
(vgl. Hänni, a.a.O., S. 319 mit Hinweisen). Ob dem Bauvorhaben solche öffentliche
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Interessen - konkret eine gute Einordnung - entgegenstehen würden, könnte erst
anhand eines konkreten Projekts geprüft werden. Es bleibt deshalb dabei, dass die
Nachbarn beim Erlass eines Sondernutzungsplans grundsätzlich eine gegenüber der
Regelbauweise gleichwertige Beeinträchtigung zu dulden haben (GVP 1995 Nr. 93
S. 218).
7.7. Bei der vorgesehenen Tiefgarage handelt es sich unbestrittenermassen um keine
unterirdische Baute im Rechtssinn. Als solche wäre sie gemäss Art. 56 Abs. 4 BauG
bzw. Art. 35 BauR von den Grenzabstandsvorschriften befreit, wenn sie nicht mehr als
50 cm über das gewachsene Terrain hinaustreten würde und überdeckt wäre.
Unterirdischen Bauten kommt diese Privilegierung zu, weil der Grenzabstand in erster
Linie auf den Schutz der Nachbarn und die gute Wohnhygiene abzielt. Demgegenüber
werden mit Art. 20 Abs. 2 lit. e BauR in erster Linie ortsplanerische Ziele verfolgt.
7.7.1. Einer Überbauung kann dann ein Mehrausnützungsbonus in Aussicht gestellt
werden, wenn Abstellplätze mehrheitlich bzw. zu 60 Prozent unter dem Terrain realisiert
werden. Vorliegend geht es somit nicht um eine Privilegierung innerhalb des
Grenzabstands, sondern um den raumplanerischen Grundsatz, dass mit einer zentralen
Parkierungs- und Erschliessungsanlage unter Terrain entsprechend grössere Grün- und
verkehrsfreie Freiflächen zwischen den Gebäuden geschaffen werden können.
Bezeichnenderweise verwendet das Baureglement in diesem Zusammenhang auch
nicht den bereits rechtstechnisch besetzten Begriff "unterirdisch" sondern "unter
Terrain". Somit spielt es keine Rolle, ob die überdeckte Tiefgarage den gewachsenen
Boden 50 cm oder mehr überschreitet. Entscheidend ist einzig die bessere Nutzung
des Plangebiets im Sinn von Art. 3 Abs. 2 und 3 RPG.
7.7.2. Mit der vorliegenden Sammelgarage wird erreicht, dass der gesamte motorisierte
Verkehr der Siedlung in den Untergrund gelenkt und der Aussenraum damit vollständig
verkehrsfrei genutzt werden kann und somit vor schädlichen oder lästigen
Einwirkungen verschont bleibt. Daran ändert nichts, dass die Tiefgarage auf der
Talseite nach aussen in Erscheinung tritt, wie das bei Untergeschossen an Steillagen
regelmässig der Fall ist. Ihre gesamte Fläche bzw. das Garagendach bleibt als
Grünfläche sowie als Spiel- und Begegnungszone nutzbar. Mithin schliesst die
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geplante Gestaltung der Tiefgarage die in Aussicht gestellte Mehrausnützung gemäss
Art. 20 Abs. 2 lit. e BauR nicht von Vornherein aus.
7.8. Als gewachsenes Terrain gilt grundsätzlich das natürliche, nicht künstlich
gestaltete Terrain. Der gewachsene Grund ist insbesondere im Rahmen der
Gebäudehöhe von Art. 60 BauG objektiv und unabhängig vom allfälligen Einfluss auf
die Art der Einfügung einer geplanten Baute zu bestimmen. Vorliegend ist die
massgebliche Terrainhöhe im Zusammenhang mit der Garagenein- und -ausfahrt bzw.
dem Einlenker in die X-strasse umstritten.
7.8.1. Das massgebliche Terrain wurde im Rahmen des Strassenprojekts
Haldenstrasse verändert. Eine in der Praxis übliche, generelle feste zeitliche Frist, nach
deren Ablauf gestaltetes Terrain ohne weiteres zu gewachsenem würde, besteht im
Kanton St.Gallen nicht. Grundsätzlich wird auf das letzte bekannte gewachsene Terrain
abgestellt. Das nachträglich gestaltete Terrain ist nur dort massgeblich, wo es in nicht
missbräuchlicher Weise zu einer grossflächigen Veränderung gekommen ist, wie zum
Beispiel bei Geländeaufschüttungen, die im Rahmen und bedingt durch den Bau einer
Strasse vorgenommen worden sind. Kleinräumige Geländeanpassungen auf einzelnen
Grundstücken dagegen bleiben grundsätzlich unbeachtlich. Ausnahmen sind denkbar,
wenn die Veränderungen aus Gründen, die nicht in der Verantwortung des
Grundeigentümers stehen, nicht wiederhergestellt werden können oder eine
Wiederherstellung zu stossenden Ergebnissen führen würde.
7.8.2. Die im Überbauungsplan X.-strasse vermerkten Höhenkoten geben die
ursprünglichen Höhen des gewachsenen Terrains vor dem Strassenbau an. Ob diese
Höhen für das vorliegende Plangebiet noch massgeblich sind, nachdem das Gelände
im Rahmen des Strassenprojekts grossflächig verändert wurde, ist daher fraglich. Für
die in diesem Zusammenhang gerügte Tiefgaragenausfahrt ist aber ohnehin auf die
tatsächlichen Begebenheiten abzustützen. Auf Grund der beglaubigten
Höhenmessungen beträgt der Höhenunterschied zwischen der Ausfahrt gemäss
Überbauungsplan auf der Ostseite und der von den Beschwerdeführern bevorzugten
Westseite lediglich 27 cm, was auf das Gefälle und damit den Standort der rund 22 m
langen Zu- und Wegfahrt der Tiefgarage keine Bedeutung hat. Kommt dazu, dass die
Bauherrschaft im Baubewilligungsverfahren so oder so nachweisen muss, dass die
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Garagenzufahrt des konkreten Bauprojekts das maximal zulässige Gefälle nach Art. 43
Abs. 2 BauR einhält.
7.9. Bei der Tiefgarage bzw. deren Zufahrt handelt es sich um eine neue ortsfeste
Anlage im Sinn von Art. 7 Abs. 7 des Umweltschutzgesetzes (SR 814.01, abgekürzt
USG). Damit kommt vorliegend das USG zur Anwendung, das Menschen, Tiere und
Pflanzen, ihre Lebensgemeinschaften und Lebensräume gegen schädliche und lästige
Einwirkungen schützt und die Fruchtbarkeit des Bodens erhält (Art. 1 Abs. 1 USG).
7.9.1. Es ist unbestritten, dass die Garagen- und Erschliessungsanlage lärmmässig die
Planungswerte, also die tiefsten Belastungsgrenzwerte, der Wohnzone mit
Empfindlichkeitsstufe II einhält (Art. 7 der Lärmschutzverordnung, SR 914.14,
abgekürzt LSV; Art. 40 Abs. 1 LSV und Anhang 3). Gleichwohl wird verlangt, dass die
Ausfahrt in Nachachtung des Vorsorgeprinzips von der Ost- auf die Westseite verlegt
werde. Ebenfalls als nicht tragbar erachten die Beschwerdeführer die Blendewirkung
der wegfahrenden Fahrzeuge beim gegenüberliegenden Grundstück.
7.9.2. Nach Art. 11 Abs. 2 USG sind unabhängig von der bestehenden
Umweltbelastung Emissionen im Rahmen der Vorsorge so weit zu begrenzen, als dies
technisch und betrieblich möglich und wirtschaftlich tragbar ist (ebenso Art. 7 Abs. 1 lit.
a und Art. 8 Abs. 1 LSV). Indessen hat das Vorsorgeprinzip nur
emissionsbegrenzenden, nicht aber emissionseliminierenden Charakter. Es bietet
deshalb keine Grundlage für das Verbot einer bestimmten Tätigkeit, welche die
massgebenden Belastungsgrenzwerte einhält. Liegen die Immissionen unterhalb der
Immissionsgrenzwerte, gibt es keine gefährlichen oder erheblich störenden
Einwirkungen (Art. 13 und 15 USG), so dass kein Anlass für Einschränkungen besteht
(Art. 74 Abs. 1 BV, Art. 1 Abs. 1 USG). Im Bereich des Lärmschutzes ist zudem zu
berücksichtigen, dass die Planungswerte unter den Immissionsgrenzwerten liegen (Art.
23 USG), welche die Schwelle zur schädlichen oder lästigen Einwirkung definieren (Art.
13 USG); sie bilden daher bereits Element des vorsorglichen Immissionsschutzes (erste
Stufe der Emissionsbegrenzung). Sind diese tiefsten Werte wie hier eingehalten,
rechtfertigen sich zusätzliche emissionsbegrenzende Massnahmen nur, wenn mit
relativ geringem Aufwand eine wesentliche zusätzliche Reduktion der Emissionen
erreicht werden kann. Hingegen können nicht allein gestützt auf das Vorsorgeprinzip
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lärmverursachende Tätigkeiten, nach denen eine - private oder öffentliche - Nachfrage
besteht, als solche untersagt werden. Dies wäre ein Eingriff in den Betrieb der Anlage
und daher mit Art. 11 Abs. 2 USG nicht mehr vereinbar (BGE 1A.183/2001 vom
18. September 2002 E. 7.6 ff.). Mithin verschafft allein das Vorsorgeprinzip den
Nachbarn keinen Anspruch darauf, dass das Plangebiet nicht bzw. anders überbaut
bzw. dass eine subjektiv störende Zufahrt möglichst weit weg vom eigenen Grundstück
erstellt werde, damit sie keine bzw. möglichst wenig Beeinträchtigungen zu gewärtigen
haben würden.
7.9.3. Als Einwirkungen gelten nach Art. 7 Abs. 1 USG auch Strahlen wie künstliches
Licht. Ob Lichtimmissionen schädlich oder lästig sind, ist im Einzelfall zu prüfen (Art. 12
Abs. 2 USG). Als schädlich oder lästig gelten sie, wenn sie die Bevölkerung in ihrem
Wohlbefinden erheblich stören (Art. 14 lit. b USG i.V.m. Art. 13 USG, Art. 15 USG).
Dabei wird ein so genannter umweltschutzrechtlicher Bagatellbereich anerkannt, in
welchem gestützt auf das Vorsorgeprinzip keine Massnahmen zu treffen sind. Dies gilt
etwa, wenn sich eine Reduktion von geringfügigen Emissionen als unverhältnismässig
erweist (URP 2010 S. 698).
Die Tiefgarage des Überbauungsplans X.-strasse erschliesst eine reine
Wohnüberbauung und wird damit extensiv genutzt. Der Sondernutzungsplan sieht
dabei achtzehn Einstell- und vier Besucherparkplätze vor. Angesichts dieser geringen
Parkplatzzahl ist die zu erwartende Fahrzeugbewegung in der Nacht zu
vernachlässigen, wie die Vorinstanz zu Recht ausgeführt hat. Daran ändert nichts, dass
die an diesem Verfahren unbeteiligten Anwohner auf der Westseite des Plangebiets von
der auf die andere Seite verlegten Ausfahrt weniger stark beeinträchtigt würden als die
Beschwerdeführer, weil dort das gegenüberliegende Wohnhaus nicht direkt an der
Strasse, sondern weiter oben steht. Die gerügte Beeinträchtigung ist minim und ergibt
sich aus der zonenkonformen Nutzung, was in einem Wohngebiet hinzunehmen ist
(VerwGE B2009/139 und 140 vom 11. Mai 2010 E. 5.3.7., in: www.gerichte.sg.ch). Eine
erhebliche Beeinträchtigung der Nachbarinteressen im Sinn von Art. 27 BauG liegt
demzufolge nicht vor.
8. Mit der Überbauung soll nach Art. 5 besV eine gute Gesamtwirkung und Einfügung
ins Orts- und Landschaftsbild erzielt werden. Art. 10 Abs. 2 BauR schreibt für
Hangbauten in der W2a-Zone zudem eine besonders gute Einfügung vor.
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8.1. Im Vergleich zum Verunstaltungs- und zum Beeinträchtigungsverbot stellt das
vorliegende Einfügungsgebot die höchste gestalterische Anforderung an ein
Bauvorhaben dar. Dabei ist die Gestaltung einerseits für sich allein und anderseits in
ihrem Zusammenhang mit der baulichen und landschaftlichen Umgebung zu
beurteilen. Besonders zu berücksichtigen sind charakteristische Gestaltungselemente,
die in der Umgebung vorkommen, wie etwa Materialien und Farben oder Formgebung
und Proportionen. Das Projekt muss in seiner Gesamtheit und in Bezug auf seine
einzelnen Teile den Merkmalen der Umgebung Rechnung tragen (B. Zumstein, Die
Anwendung der ästhetischen Generalklauseln des kantonalen Baurechts, St. Gallen
2001, S. 144, mit Hinweisen).
8.2. Der Augenschein hat gezeigt, dass der Südhang westlich von Schmerikon sehr
heterogen und mit verschiedenen Wohnhaustypen und den unterschiedlichsten
Dachformen und -ausrichtungen überbaut ist. Die Häuser in unmittelbarer Umgebung
weisen Sattel-, Pult-, Walmdächer mit verschiedenen Lukarnen und
Dachflächenfenstern sowie Flachdächer auf. Die Fassaden sind ebenfalls uneinheitlich
gestaltet, sowohl in der Material- wie in der Farbwahl. Nebst kleineren Häusern nützt
gut die Hälfte der Bauten an der Haldenstrasse die maximale Gebäudelänge aus, das
unmittelbar östlich benachbarte Terrassenhaus überschreitet diese sogar erheblich. Die
Hauptbauten sind mit den unterschiedlichsten An-, Neben- und Kleinbauten sowie
Solaranlagen ergänzt. Die Umgebung der Häuser ist je nach Steilheit des Geländes
mehr oder weniger terrassiert. Für die verschieden grossen Stützvorrichtungen werden
unterschiedliche Materialien verwendet. Von typischen Charakteristiken kann somit
nicht gesprochen werden. Nebst schlichten, architektonisch anspruchsvollen Bauten
finden sich solche, die am gleichen Gebäude unterschiedliche Stilrichtungen, Farb- und
Materialelemente aufweisen. Die im vorliegenden Perimeter geplanten und in ihrer
Höhe beschränkten Bauten fallen in diesem Kontext weder von ihren Dimensionen
noch auf Grund der vorgegebenen gestalterischen Vorschriften auf. Die vielgestaltige
Umgebung wird damit lediglich um eine weitere unterschiedliche, aber in ihrer
Gesamtheit einheitlich gestaltete Überbauung erweitert. Auch die Tatsache, dass ein
ausgebautes Unterschoss talseitig zum Vorschein tritt, ist an der X.-strasse nicht neu.
Zwar tritt die Tiefgarage auf der Talseite nicht unerheblich zum Vorschein. Anders als
die riesige Stützmauer aus Bruchsteinen weiter westlich unterhalb zweier Wohnhäuser
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mit Giebel- und Flachdach ist diese aber in die Gesamtüberbauung integriert und bildet
mit dieser gestalterisch ein einheitliches Bild.
8.3. Die Vorinstanz hat demnach zu Recht bejaht, dass die Vorschriften des
Überbauungsplans eine gute Einordnung vorgebe. Ob das konkrete Bauprojekt die
architektonische Gestaltung gemäss Art. 5 besV erfüllen werde, wird die Baubehörde
anhand des konkreten Baugesuchs beurteilen müssen. Das Gleiche gilt für allfällige
technisch notwendige Dachaufbauten und Sonnenkollektoren. Ob diese wie von Art. 33
Abs. 2 BauR verlangt möglichst unauffällig in die Dachgestaltung einbezogen werden,
ist im Baubewilligungsverfahren zu entscheiden. Nachdem der Überbauungsplan die
maximal zulässige Gebäudehöhe nicht ausschöpft, lässt sich im Rahmen des
Überbauungsplans die Forderung nach einem grundsätzlichen Verbot von
Dachaufbauten bzw. deren Unterstellung unter die maximale Höhenbeschränkung
nicht rechtfertigen.
9. Zusammengefasst erweist sich der angefochtene Überbauungsplan X.-strasse als
rechtmässig. Daran vermag auch nichts zu ändern, dass sich die Vorinstanz nicht mit
der Grobstudie des Beschwerdeführers 2 auseinandergesetzt hat. Nachdem feststand,
dass sich der vorliegende Sondernutzungsplan als recht- und zweckmässig erweisen
würde, hatte sie keinen Anlass mehr, auch noch seinen Alternativvorschlag zu prüfen,
mit dem dieser das Plangebiet selber mit Terrassenhäusern überbauen will. Die
Beschwerden erweisen sich demzufolge als unbegründet, womit sie abzuweisen sind.
10. (...).
Demnach hat das Verwaltungsgericht