Decision ID: c60d429c-a454-4b4c-b77a-0c5813de8e15
Year: 2013
Language: de
Court: BL_KG
Chamber: BL_KG_001
Canton: BL
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 

B. Mit Beschwerde vom 10. Oktober 2011 an das Kantonsgericht Basel-Landschaft,  Sozialversicherungsrecht, beantragte A._, vertreten durch Advokat Daniel Peyer, die Aufhebung der Verfügung vom 9. September 2011 und die Rückweisung der Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an die IV-Stelle; unter o/e-Kostenfolge. Im Weiteren ersuchte sie um  der unentgeltlichen Rechtspflege sowie in verfahrensrechtlicher Hinsicht um  einer öffentlichen Verhandlung. Zur Begründung wurde im Wesentlichen geltend gemacht, dass Dr. E._ zwar psychische Störungen und Verhaltensstörungen diskutiert und geprüft, er aber an der eigentlichen Problematik vorbei argumentiert habe. Der Gutachter habe zur Frage der intellektuellen Leistungsfähigkeit ausgeführt, dass sich keine wesentlichen Symptome  hätten, die einen relevanten Intelligenzdefekt und/oder weitere neuropsychologische  überwiegend wahrscheinlich erscheinen liessen. Ob kognitive Defizite vorliegen würden, habe Dr. E._ nicht bzw. nicht fundiert untersucht. Dagegen würde das von der  in Auftrag gegebene neuropsychologische Funktionsprofil der Neuropsychologin lic. phil. F._, Neuropsychologin SVNP/Psychologin FSP, Schmerzklinik I._, die Defizite der Beschwerdeführerin in kognitiv-intellektueller Hinsicht sach- und fachgerecht überprüfen. Die angefochtene Verfügung beruhe daher auf einem ungenügend und unvollständig  medizinischen Sachverhalt, weshalb sie aufzuheben sei.
C. Mit Verfügung vom 18. Oktober 2011 bewilligte der instruierende Präsident der  für das vorliegende Verfahren die unentgeltliche Prozessführung und  Verbeiständung mit Advokat Daniel Peyer.
D. In ihrer Vernehmlassung vom 17. November 2011 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Sie hielt an der Auffassung fest, dass der medizinische  sowohl in somatischer als auch in psychiatrischer Hinsicht genügend abgeklärt sei und
von zusätzlichen medizinischen Abklärungen keine neuen, für die Fragen der Arbeitsfähigkeit und des IV-Grads relevanten Kenntnisse zu erwarten seien.
E. Mit Verfügung vom 18. April 2012 ordnete der instruierende Präsident die Einholung eines polydisziplinären Gerichtsgutachtens (Innere Medizin, Rheumatologie, Neuropsychologie, Neurologie und Psychiatrie) bei der Gutachterstelle G._ in C._ an, da eine  Beurteilung der Angelegenheit gestützt auf die vorhandenen medizinischen Akten nicht möglich sei. Die Parteien erhielten in der Folge Frist, um zur Gutachterstelle und dem  Stellung zu nehmen. Mit Mitteilungen vom 25. April 2012 und vom 30. April 2012  die Parteien keine Einwände gegen die Gutachterstelle und erklärten sich mit dem  einverstanden. Die Gutachterstelle G._ erstattete ihr Gutachten am 19. November 2012.
F. Die Beschwerdeführerin liess sich mit Eingaben vom 12. Dezember 2012 und vom 1. Februar 2013 und die Beschwerdegegnerin mit Stellungnahme vom 17. Januar 2013 zum Gutachten der Gutachterstelle G._ und dem Rentenanspruch vernehmen.

Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g :
1. Auf die beim örtlich und sachlich zuständigen Gericht form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde vom 10. Oktober 2011 ist einzutreten.
2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die  (IVG) vom 19. Juni 1959 versicherte Personen, die ihre Erwerbsfähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare  wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig  sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c).
2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des  (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise , im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2).
2.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von , Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu  (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht  ist (Satz 2).
2.4 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychischen  setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich  Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltenden psychischen Leiden  psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Krankheitswert . Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psychische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens  erwartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische  verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehmen ist, die  der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder – als alternative  – sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c).
2.5 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt : Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist.
2.6 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG  (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das , das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach  der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt
sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1).
3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Im Weiteren ist es Aufgabe der Ärztin bzw. des Arztes, dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und  welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen).
3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den  gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle  Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle , unabhängig von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs . Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den  nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe , warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt.  des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten  berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der  der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines  noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c).
3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen. So führte das Bundesgericht zu den Gerichtsgutachten aus, dass das Gericht "nicht ohne zwingende Gründe" von den  des medizinischen Experten abweicht, dessen Aufgabe es ist, seine  der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt  zu erfassen (BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 352 f. E. 3b/aa). Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht  Obergutachten in überzeugender Weise zu anderen Schlussfolgerungen gelangt. Eine abweichende Beurteilung kann ausserdem gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche  anderer Fachexperten dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung durch einen  für angezeigt hält, sei es, dass es ohne Oberexpertise vom Ergebnis des Gerichtsgut-
achtens abweichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 118 V 290 E. 1b, 112 V 32 f. mit ). In Bezug auf bereits im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten  Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und  sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist laut den Richtlinien des Bundesgerichts bei der  volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die  der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen).
3.4 Schliesslich ist in verfahrensrechtlicher Hinsicht noch darauf zu verweisen, dass der  vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht ist. Danach hat das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen  zu sorgen (BGE 125 V 193 E. 2, BGE 122 V 157 E. 1a, je mit weiteren Hinweisen).
4.1 Die medizinische Aktenlage präsentiert sich im Wesentlichen wie folgt:
4.2 Dr. E._ und Dr. D._ wurden von der Beschwerdegegnerin damit beauftragt, die Beschwerdeführerin bidisziplinär (psychiatrisch/rheumatologisch) zu begutachten. In seinem Gutachten vom 4. Juni 2010 diagnostiziert Dr. E._ eine Neurasthenie (ICD-10 F48.0) bei Status nach kombinierter umschriebener Entwicklungsstörung, bei Status nach emotionaler Störung im Kindesalter und bei Verdacht auf Persönlichkeitsstörung. Die Neurasthenie  im Fall der Explorandin unter Berücksichtigung der aktuellen Rechtsanwendung aus  Sicht keine relevante längerfristige Arbeitsunfähigkeit. Es seien aus psychiatrischer Sicht keine besonderen Hinweise vorhanden, die schwere Defizite aufgrund eines Gesundheitsschadens und/oder eine Unzumutbarkeit zu deren Überwindung begründen könnten. Hingegen seien krankheitsfremde Aspekte bekannt, die die Motivation zur Steigerung der Leistungskraft mindern würden. Eine Einschränkung der Zumutbarkeit einer  zur Überwindung der vor allem rein subjektiven Defizite der Neurasthenie sei aus psychiatrischer Sicht nicht zu begründen. Dr. D._ diagnostiziert in seinem Gutachten aus interdisziplinärer Sicht: 1. Neurasthenie; 2. chronisches, generalisiertes Schmerzsyndrom, nicht ausreichend somatisch abstützbar, primäres Fibromyalgiesyndrom, betont im Bereich der  Körperhälfte, Panalgie, diffuse Druckschmerzangabe, Polyarthralgien, cervicalbetontes Panvertebralsyndrom, multiple Beschwerden wie Schlafstörungen, Müdigkeit, ungerichtete Steh- und Gehunsicherheit; 3. cervicalbetontes Panvertebralsyndrom, kein radikuläres Reiz- oder Ausfallsyndrom; 4. gestörte Gluconeogenese. Die Arbeitsfähigkeit sei aus rein  Sicht nicht eingeschränkt. Auch für Haushaltsarbeiten mit einem leicht- bis mittelgradig körperlich belastenden Arbeitsprofil könne keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit postuliert werden. In der interdisziplinären Einschätzung der Arbeitsfähigkeit könne derzeit  Einschränkung der Arbeitsfähigkeit formuliert werden.
4.3 Im Vorbescheidverfahren reichte die Beschwerdeführerin einen Bericht von lic. phil. F._ vom 12. Oktober 2010 ein. Darin kommt die Neuropsychologin nach durchgeführter
Testung der Beschwerdeführerin zum Schluss, dass ein schweres kognitives Defizit (ca. 80 %) bestehe. Ingesamt betrachtet sei das intellektuelle Leistungsvermögen stark eingeschränkt. In den meisten überhaupt prüfbaren bzw. ansatzweise prüfbaren Funktionsbereiche zeige sich eine massiv herabgesetzte Leistungsfähigkeit. Sofern die Patientin überhaupt in der Lage sei, die ihr gestellte Aufgabe zu begreifen, könne sie sie alleine nicht bewältigen; einzige Ausnahme sei eine ganz einfach strukturierte Reaktionsgeschwindigkeitsaufgabe. Auffallend sei das stark eingeschränkte Auffassungsvermögen und folglich verminderte Instruktionsverständnis,  viele Testverfahren nicht durchführbar seien. Ferner sei die Leistungsfähigkeit durch das extrem verlangsamte kognitive Tempo massiv eingeschränkt, was im Alltag neben der stark verminderten und schwankenden Merkfähigkeit und Lernfähigkeit den Zugriff auf den sofern vorhandenen höheren kognitiven Funktionsbereich weiter herabsetze. Die Patientin könne  lesen noch schreiben. Ein neurologisches Konzil sei angezeigt. Weiter sei die Aufnahme einer sehr einfachen Tätigkeit in geschütztem Rahmen unter Anleitung bzw. möglichst häufiger Präsenz einer Begleitperson zu empfehlen. Denkbar sei auch ein Versuch als Hilfsbetreuerin in einer Kleinkinder-Tagesstätte mit Kindern möglichst unter fünf Jahren.
4.4 Mit Bericht vom 26. November 2010 hält Dr. H._, Neurologie FMH, Leiter  der Schmerzklinik I._, als Diagnose eine geistige Retardierung fest.  hätten sich keine Auffälligkeiten finden lassen. Das MRI des Schädels sei unauffällig gewesen, insbesondere hätten sich keine Hinweise für eine Reifungsstörung finden lassen. Elektroenzephalographisch habe sich im normalen EEG eine occipitale Auffälligkeit unter  finden lassen. Bei einem daraufhin durchgeführten Schlafentzugs-EEG habe dies nicht mehr reproduziert werden können. Insgesamt könne nicht davon ausgegangen werden, dass epileptische Anfälle vorliegen würden.
4.5 Die Ergebnisse der Untersuchungen in der Schmerzklinik I._ wurden Dr. E._ von der Beschwerdegegnerin zur Stellungnahme vorgelegt. Dieser kommt in seiner ergänzenden Beurteilung vom 3. Januar 2011 zum Schluss, dass im Bericht von lic. phil. F._ eine  Diskussion der krankheitsfremden Einflüssen wie Motivation, Verdeutlichungstendenz und/oder psychosozialen Faktoren wie kulturelle und familiäre Belastungen fehle. Die  würden zudem weit überwiegend durch die subjektive Angabe von Überforderung begründet. Die Autorin setze die durch ihre Untersuchung zu objektivierende  willkürlich als Ursache der Hinweise auf allfällige krankheitsfremde Einflüsse voraus, was dem Zweck der Testverfahren zur Symptomvalidierung nicht entspreche. Anlässlich der  für das Gutachten seien jedoch krankheitsfremde Aspekte erkannt, diskutiert und berücksichtigt worden. So könne der neuropsychologischen Beurteilung der Leistungsfähigkeit vor allem qualitativ deskriptive, nicht aber quantitativ verwertbare Bedeutung bei der  der Arbeitsfähigkeit zugemessen werden. In Bezug auf die Beurteilung von Dr. H._ kommt Dr. E._ zum Schluss, dass es sich nicht um einen psychiatrischen Bericht handle. Eine Diagnose mit Bezug auf ein gängiges Klassifikationssystem werde nicht genannt, ebenfalls keine objektiven Befunde. Aus diesen Gründen halte er an seiner Beurteilung der psychiatri-
schen Diagnosen und der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen und in einer angepassten Tätigkeit fest.
5.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 9.  2011 bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit der  vollumfänglich auf die Ergebnisse, zu denen Dr. D._ und Dr. E._ in ihrem Gutachten vom 4. Juni 2010 gelangt waren. Sie ging demzufolge davon aus, dass die Beschwerdeführerin in der Ausübung einer leichten bis mittelschweren Tätigkeit zu 100 %  sei. Wie oben ausgeführt (vgl. Erwägung 3.3 hiervor), ist den im Rahmen des  eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Anlässlich einer in dieser Angelegenheit im Rahmen des Instruktionsverfahrens durchgeführten Prüfung der Aktenlage gelangte der instruierende Präsident nun allerdings zur Auffassung, dass in Bezug auf das Gutachten von Dr. E._ und Dr. D._ solche Zweifel vorliegen würden. So sei insbesondere unklar, inwiefern sich  intellektuelle Defizite und allfällige körperliche Beschwerden auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auswirken würden und ob die Beschwerdeführerin ihre Arbeitsfähigkeit in der freien Wirtschaft überhaupt verwerten könne. Die vorliegenden medizinischen Berichte  sich in diesem Punkt erheblich widersprechen. Zur Klärung der medizinischen Sachlage wurde daraufhin bei der Gutachterstelle G._ ein polydisziplinäres Gerichtsgutachten (Innere Medizin, Rheumatologie, Neuropsychologie, Neurologie und Psychiatrie) in Auftrag geben.
5.2.1 Das begutachtende Ärzte- und Neuropsychologinnenteam der Gutachterstelle G._ (Dr. J._, Fachärztin für Allgemeinmedizin; Dr. K._, Innere Medizin und Rheumatologie FMH; Dr. L._, Neurologie FMH; pract. med. M._, Fachärztin für Psychiatrie und ; lic. phil. N._, Psychologin FSP; dipl. psych. O._, Fachpsychologin FSP, zertifizierte neuropsychologische Gutachterin SIM) führte bei der Beschwerdeführerin rheumatologische, neurologische, psychiatrische und neuropsychologische Abklärungen durch. Gestützt auf die Untersuchungen hält es in seinem ausführlichen Gerichtsgutachten vom 19. November 2012 folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fest: 1. genuine leichte  (ICD-10 F70.1) mit nicht-authentischen, formal schwersten kognitiven  auf dem Boden echter Minderleistungen (in geschätzt mittelgradigem Ausmass); 2. Angst und depressive Störung gemischt (ICD-10 F41.2); 3. anhaltende somatoforme . Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizieren die Gutachter: 1.  zerviko-thorako-lumbovertebrales Schmerzsyndrom mit/bei leichter hyperkyphotischer Fehlform der BWS bei radiologisch diskreten Scheuermann'schen Wirbelkörperveränderungen (Röntgen vom 11. Mai 2010), atoner Rumpfhaltung und muskulärer Dekonditionierung,  unauffälligen Verhältnissen an HWS und LWS (Röntgen vom 11. Mai 2010) und  Kopfschmerzen; 2. femoropatelläre Knieschmerzen mit/bei leichter Kniegelenks-
Hypermobilität, dekonditionierungsbedingt deutlich verkürzter dorsaler Oberschenkelmuskulatur beidseits; 3. mässige Valgus-Knicksenkfussdeformität beidseits, leicht symptomatisch; 4.  Raynaud-Symptomatik anamnestisch, ANA-Titer negativ.
5.2.2 Im Rahmen einer gemeinsam vorgenommenen Konsensbeurteilung hält das  der Gutachterstelle G._ fest, dass die Explorandin zum Zeitpunkt der Untersuchung auf somatischer Seite über wiederkehrende diffuse Kopfschmerzen, Schmerzen im Bereich der gesamten Wirbelsäule, der Kniegelenke und an beiden Füssen geklagt habe. Die  Kopfschmerzen würden aus neurologischer Sicht als chronisches Panvertebralsyndrom mit Ausdehnung auf den cervicocephalen Bereich interpretiert. Anlässlich der  Untersuchung habe sich gezeigt, dass die erhobenen geringgradigen Befunde das  der von der Explorandin angegebenen Beschwerden nicht erklären könnten. Die  seien deshalb überwiegend im Rahmen der aus psychiatrischer Sicht festgestellten somatoformen Schmerzstörung zu interpretieren. Diese Einschätzung decke sich mit derjenigen von Dr. D._. Aus psychiatrischer Sicht könne die Diagnose der somatoformen  gestellt werden, da die diffusen Beschwerden seit mehreren Jahren bestehen würden, durch somatische Befunde nicht ausreichend erklärbar seien und gleichzeitig eine durch die Beschwerden verursachte deutliche Einschränkung in der täglichen Lebensführung vorliege. Eine starke Inanspruchnahme medizinischer Abklärungen, wie sie die Diagnose eigentlich , könne zwar nicht festgestellt werden, dies sei aber in erster Linie auf die intellektuelle Unfähigkeit der Explorandin zurückzuführen, eine solche überhaupt in Anspruch zu nehmen. Man sei zudem der Meinung, dass die Beschwerden der Explorandin als ausreichend schwer genug eingeschätzt werden könnten, um die Eingangs-Kriterien einer somatoformen  zu erfüllen. Ausserdem liege das Kriterium eines emotionalen Konflikts (schwierige psychosoziale Situation, Konflikte in Schule und Ausbildung) vor. Weiter seien die Kriterien für eine depressive Störung (gestörter Antrieb, Ängste, vermindertes Konzentrationsvermögen) ausreichend erfüllt. Die von Dr. E._ beschriebene Verdeutlichungstendenz habe sich auch im Rahmen der aktuellen Untersuchungen finden lassen, jedoch habe darüber hinaus eine deutliche psychiatrische Symptomatik festgestellt werden können, die mit der Verdeutlichung alleine und auch unter Berücksichtigung der psychosozialen Begleitumstände nicht ausreichend zu erklären gewesen sei. Die Tendenz zur Verdeutlichung werde aus psychiatrischer Sicht als Bestandteil eines appellativen, "kindlich" unreifen Verhaltens im Rahmen der Grunderkrankung und klar nicht als überwindbare sekundäre Ausweitung von Symptomen gewertet. In der  Untersuchung hätten sich deutlich limitierte kognitive Fähigkeiten bestätigen lassen. Aufgrund des Verlaufs und der Aktenlage müsse angenommen werden, dass diese  bereits seit der frühen Kindheit vorhanden gewesen sei. Aufgrund einer fehlenden Förderung durch das familiäre Umfeld seien die noch vorhandenen Ressourcen nicht oder nicht ausreichend ausgeschöpft worden, was die Entwicklung des heute vorliegenden Krankheits- und Beschwerdebilds gefördert haben dürfte. Zudem habe sich durch die Überzeugung und Verinnerlichung der eigenen Limitiertheit über die Jahre hinweg ein deutliches dysfunktionales Verhaltensmuster mit ängstlich unsicherem Vermeidungsverhalten entwickelt, das sich verfes-
tigt habe. Hiermit könne die aktuell festzustellende Beharrlichkeit und Überzeugung der , "nichts zu können", erklärt werden. In diesem Zusammenhang seien auch die teilweise inkongruenten Ergebnisse im Rahmen der neuropsychologischen Untersuchung zu erklären, bei der Hinweise vorgelegen hätten, dass die Explorandin teilweise über höhere tatsächliche Fähigkeiten verfüge, als sie bei der Testung tatsächlich leiste. Diese Limitierung sei aber  des Grundleidens und der psychiatrischen Einschätzung nur sehr bedingt überwindbar. Der Kern der zugrundeliegenden kognitiven Einschränkungen sei real und erschwere es der Explorandin, die verbleibenden Rest-Fähigkeiten adäquat auszuschöpfen. Die genannten  hätten über die Jahre zu einem ausgeprägten sozialen Rückzug und zur Entwicklung  mangelnden Selbstwertgefühls sowie zur Entwicklung einer Antriebsstörung, diffuser  und der beschriebenen Somatisierungstendenz geführt. Hierzu korreliere der von Dr. E._ beschriebene Verdacht auf eine Persönlichkeitsentwicklung mit kindlichen, narzisstischen, , dramatisierenden und demonstrativen Zügen. Mit dieser Einschätzung gehe man konform. Die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung könne aber nicht gestellt werden, da davon ausgegangen werde, dass aufgrund der vielfältigen beschriebenen Einschränkungen eine  Persönlichkeitsentwicklung bisher nicht stattgefunden habe. Anlässlich der  Untersuchungen habe sich gezeigt, dass bei der Explorandin deutliche  Defizite vorliegen würden. Eine deutliche Intelligenzverminderung könne angenommen werden. Auch unter Berücksichtigung von Verdeutlichungstendenzen, Selbstlimitierung und der Annahme eines tatsächlich leicht höheren Leistungsniveaus bestünden gravierende kognitive Defizite in multiplen Funktionsbereichen. Insgesamt könne festgestellt werden, dass der - und Symptomenkomplex der Beschwerdeführerin als ein Mischbild aus  Defiziten zusammen mit psychiatrischen Symptomen, die durch die vorliegenden  psychosozialen Umstände verstärkt würden, zu werten sei.
In Bezug auf die qualitativen und quantitativen Beeinträchtigungen, die die festgestellten  verursachen, gelangen die Gutachter zur Auffassung, dass die  kognitiven Minderleistungen, die sich unter anderem durch begrenzt ausgebildete exekutive Funktionen manifestieren würden, sich bei der Explorandin in Form eines vom  her retardierten, "kindlichen" Verhaltens mit verstärkter Impulsivität und einer fehlenden Ausbildung der Fähigkeit, Gefühle und Impulse wie Frustration, Resignation und Unwillen , zeigen würden. Dadurch könne sie ihr Verhalten in bestimmten Situationen nur unzureichend anpassen. Die Fähigkeit, Wünsche für eine gewisse Zeit aufzuschieben, sei  ausgebildet. Hieraus resultiere eine schlechte Kontrolle der eigenen Emotionen sowie eine reduzierte Konfliktfähigkeit, insbesondere im Umgang mit Menschen. Es bestehe eine  Frustrationstoleranz, eine schnell nachlassende Motivation und die Tendenz, bei  Überforderung schnell mit Rückzug bis hin zur Leistungsverweigerung zu reagieren. Die zusätzlich vorliegende affektive Symptomatik führe zudem zu einer Einschränkung des  und zu einer rascheren Ermüdbarkeit, was die kognitiven  weiter verstärke. Die Explorandin verfüge aufgrund der bestehenden deutlichen kognitiven Minderleistungen und der zusätzlichen Entwicklung einer affektiven Störung bei fehlender För-
derung durch das familiäre Umfeld über keine Ressourcen, die es ihr ermöglichen würden, die Störung durch eigene Anstrengung zu überwinden.
5.2.3 Die Gutachter äussern sich sodann auch zu abweichenden früheren medizinischen , insbesondere setzen sie sich mit der stark divergierenden Beurteilung des  Dr. E._ auseinander. Sie könnten die Auffassung von Dr. E._, dass die  der somatoformen Schmerzstörung nicht gestellt werden könne, weil bei der Explorandin keine starke Inanspruchnahme von medizinischen Abklärungen vorliege, nicht bestätigen. Die Nichtinanspruchnahme medizinischer Abklärungen sei ihrer Beurteilung nach auf die  Unfähigkeit der Explorandin zurückzuführen. In Bezug auf das Vorliegen der Kriterien einer depressiven Episode könne die Auffassung des Vorgutachters ebenfalls nicht geteilt werden. Man gehe davon aus, dass der Schweregrad der geklagten Symptome das notwendige  erreicht habe. Die ängstlich depressive Verstimmung könne nicht vollständig als Folge von psychischen und körperlichen Missempfindungen sowie von psychosozialen Faktoren  werden. Zudem werde die diagnostische Einschätzung von Dr. E._ einer Neurasthenie nicht geteilt. Die komplexen Beschwerden der Explorandin könnten selbst unter  einer gewissen Verdeutlichung/Aggravation durch diese Diagnose nicht ausreichend  werden. Man gehe zwar davon aus, dass die vielfältigen psychosozialen Faktoren zu einer Verschlechterung bzw. Akzentuierung der Beschwerdesymptomatik geführt hätten, die gesamte Entwicklung könne aber dadurch nicht genügend bzw. vollständig erklärt werden.  als Dr. E._ gehe man sodann davon aus, dass bei der Explorandin deutliche kognitive Defizite vorliegen würden. Der Vergleich der aktuellen Testung zur ersten  Untersuchung im Oktober 2010 zeige in etwa gleichbleibende, formal schwerste  Minderleistungen in multiplen Funktionsbereichen. Auch unter Berücksichtigung der  Einflüsse, deren fehlende Berücksichtigung Dr. E._ anlässlich der ersten  bemängelt habe, könnten die bestehenden deutlichen kognitiven Minderleistungen nicht ausreichend erklärt werden.
5.2.4 Im Zusammenhang mit der konkreten Einschätzung der Arbeitsfähigkeit weist das  darauf hin, dass aus rein rheumatologischer und neurologischer Sicht keine  der Arbeits- oder Leistungsfähigkeit festgestellt werden könne. Aufgrund des  reduzierten kognitiven Leistungsniveaus und der zusätzlich bestehenden psychiatrischen Symptomatik bestehe aber für Tätigkeiten in der freien Wirtschaft keine verwertbare . Die Explorandin könne die minimalen Anforderungen an eine Leistungsfähigkeit im  Arbeitsmarkt nicht erfüllen und sei daher einem Arbeitgeber nicht zumutbar. Eine  in geschütztem Rahmen unter angepassten Bedingungen scheine denkbar zu sein, wobei hierfür eine Leistungsfähigkeit von mindestens vier Stunden täglich angenommen werden . Die Explorandin sei nur geeignet für Tätigkeiten unter permanenter Anweisung und . Tätigkeiten mit Anforderungen an Kenntnisse wie Lesen, Schreiben und Rechnen sowie erhöhten Anforderungen in den Bereichen Aufmerksamkeit, Konzentration, Merkfähigkeit sowie differenzierte visuelle Wahrnehmung seien ebenso wie Tätigkeiten, die ein abstraktes
Denken und eine Handlungsplanung erfordern würden, nicht zumutbar bzw. könnten nur unter Kontrolle ausgeführt werden. Hierzu sollte insbesondere Zeitdruck vermieden werden, um eine Überforderungssituation zu vermeiden. Eine Unterbringung in einer heilpädagogisch , internatsähnlichen Einrichtung sei dringend zu empfehlen. Da es sich um eine seit der Kindheits-/Jugendzeit bestehende und sich im Rahmen der zusätzlichen dysfunktionalen  noch verfestigende Störung handle, könne retrospektiv nicht plausibel eine wesentlich höhere Arbeitsfähigkeit angenommen werden. Für den ersten Arbeitsmarkt habe zu keiner Zeit eine Arbeitsfähigkeit bestanden.
6.1 Mit Eingaben vom 12. Dezember 2012 und vom 1. Februar 2013 hielt die  gestützt auf das Gutachten der Gutachterstelle G._ fest, dass im freien Arbeitsmarkt keine Arbeitsfähigkeit vorhanden sei. Ab Eintritt ins Erwachsenenalters per 2. April 2009  Anspruch auf eine ganze IV-Rente. Mit Stellungnahme vom 17. Januar 2013 äusserte sich die Beschwerdegegnerin dahingehend, dass das Gutachten von Dr. E._ vom 4. Juni 2010 formale und inhaltliche Mängel aufweise, weshalb nicht darauf abgestellt werden könne.  auf das Gutachten der Gutachterstelle G._, das umfassend und schlüssig sei, könne die Beschwerdeführerin als Frühinvalide betrachtet werden. Hinsichtlich des Beginns der  in der freien Wirtschaft sei festzustellen, dass dieser auf den Zeitpunkt des Ausbildungsabbruchs am 10. August 2009 bzw. auf den Eintritt ins Erwachsenenalter am 2. April 2009 festzulegen sei. Die Beschwerdeführerin habe gestützt auf Art. 29 Abs. 1 IVG als Frühinvalide ab dem 1. Mai 2009 einen Anspruch auf eine ganze IV-Rente bei einem  IV-Grad von 96 %.
6.2 Wie oben ausgeführt (vgl. Erwägung 3.3 hiervor), weicht das Gericht bei  nach der Praxis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der medizinischen Expertinnen und Experte ab, deren Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Vorliegend sind keine Gründe ersichtlich, die Anlass geben könnten, die Ergebnisse des Gutachtens der Gutachterstelle G._ vom 19. November 2012 in Frage zu stellen oder gar davon . Es ist vielmehr festzustellen, dass das Gutachten die rechtsprechungsgemässen  an eine medizinische Beurteilungsgrundlage in jeder Hinsicht erfüllt. Es weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf, es ist für die streitigen Belange umfassend, es beruht auf allseitigen Untersuchungen, es berücksichtigt die geklagten Beschwerden, es ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden, es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizinischen Situation ein und es nimmt insbesondere eine äusserst differenzierte und überzeugende Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin vor. Das Gutachten weist sodann keine Widersprüche auf. Es enthält eine ausführliche Darlegung und eingehende Würdigung der medizinischen Aktenlage. Es setzt sich auch ausführlich mit den bei den Akten liegenden abweichenden fachärztlichen  auseinander. So legt es insbesondere einlässlich dar, weshalb nicht auf die Ergebnisse des Gutachtens von Dr. E._ vom 4. Juni 2010 abgestellt werden kann. Die entsprechenden,
vorstehend in Erwägung 5.2.3 wiedergegebenen Darlegungen des Gutachterteams sind , so dass an dieser Stelle von einer weiteren Auseinandersetzung mit der  Einschätzung von Dr. E._ abgesehen und stattdessen vollumfänglich auf die  fachärztlichen Ausführungen im Gutachten der Gutachterstelle G._ verwiesen werden kann. Als Ergebnis ist demnach mit dem überzeugenden Gerichtsgutachten und den Parteien festzuhalten, dass bei der Beschwerdeführerin aufgrund der bei ihr erhobenen Befunde seit Eintritt ins Erwachsenenalter per 2. April 2009 keine Arbeitsfähigkeit in der freien Wirtschaft besteht.
7.1 Zu prüfen ist in einem nächsten Schritt, wie sich die eingeschränkte Arbeitsfähigkeit auf die Erwerbsfähigkeit der Beschwerdeführerin auswirkt. Die Beschwerdeführerin konnte  ihrer Krankheit keine zureichenden beruflichen Kenntnisse erwerben, weshalb gemäss Art. 26. Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 das Erwerbseinkommen, das sie als Gesunde erzielen könnte (Valideneinkommen), bestimmten nach Alter abgestuften Prozentsätzen des jährlich aktualisierten Medianwerts gemäss der Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik entspricht. Als Ausgangswert wäre demzufolge für das vorliegend massgebliche Vergleichsjahr 2009, in dem die  ihr 18. Altersjahr erreicht hatte, 70 % des für die Invaliditätsbemessung in derartigen Fällen massgebenden durchschnittlichen Arbeitnehmereinkommens, d.h. Fr. 75'000.--, einzusetzen (Kreisschreiben des Bundesamtes für Sozialversicherungen [BSV] bezüglich durchschnittliches Einkommen der Arbeitnehmer bei Invaliditätsbemessung auf Grund von Artikel 26 Absatz 1 IVV vom 25. September 2008), woraus ein Valideneinkommen von Fr. 52'500.-- (0.7 x Fr. 75'000.--) resultieren würde.
7.2 Es ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin nicht im Stande ist, ihre  auf dem offenen Arbeitsmarkt zu verwerten. Sie ist auf einen geschützten Arbeitsplatz angewiesen. Dort kann sie gemäss Einschätzung des Gerichtsgutachterteams eine Tätigkeit während maximal vier Stunden pro Tag ausüben. Der Stundenlohn beträgt an einem  Arbeitsplatz gemäss dem Kreisschreiben des BSV über die Eingliederungsmassnahmen beruflicher Art (KSBE), gültig ab 1. Januar 2008, mindestens Fr. 2.35. Die Beschwerdeführerin könnte dort einen Jahreslohn von Fr. 4'692.50 erzielen. Das zumutbare Invalideneinkommen beträgt daher bei einem Pensum von vier Stunden pro Tag im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns per Mai 2009 Fr. 2'346.--.
7.3 Bei der Berücksichtigung des Valideneinkommens von Fr. 52'500.-- und einem  Invalideneinkommen von Fr. 2'346.-- ergibt sich daher – wie von der  in der Stellungnahme vom 17. Juni 2013 festgestellt – ab Eintritt ins Erwachsenenalter per 2. April 2009 ein Invaliditätsgrad von 96 %. Die Beschwerdeführerin hat daher in Anwendung von Art. 29 Abs. 1 IVG ab dem 1. Mai 2009 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente. Die  erweist sich als begründet, weshalb sie gutzuheissen und die Verfügung vom 9. September
2011, mit der die Beschwerdegegnerin den Anspruch auf eine IV-Rente noch verneint hat,  ist.
8.1 Es bleibt über die Kosten zu entscheiden. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis
Satz 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von  vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Nach § 20 Abs. 3 Satz 2 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16.  1993 werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in  Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdegegnerin unterliegende Partei, weshalb sie grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tragen hätte. In diesem Zusammenhang ist allerdings zu beachten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO den Vorinstanzen – vorbehältlich des hier nicht interessierenden § 20 Abs. 4 VPO – keine Verfahrenskosten auferlegt werden. Aufgrund dieser Bestimmung hat die Beschwerdegegnerin als Vorinstanz trotz Unterliegens nicht für die  aufzukommen. Es werden deshalb keine Verfahrenskosten erhoben.
8.2 Nach Art. 45 Abs. 1 ATSG hat der Versicherungsträger die Kosten der Abklärung zu übernehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen , so übernimmt er deren Kosten dennoch, wenn die Massnahmen für die Beurteilung des Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nachträglich zugesprochener Leistungen bilden. Wie das Bundesgericht in BGE 137 V 210 entschieden hat, sind in den Fällen, in denen zur Durchführung der vom Gericht als notwendig erachteten Beweismassnahme an sich eine Rückweisung in Frage käme, eine solche indessen mit Blick auf die Wahrung der  entfällt, die Kosten der durch das Gericht in Auftrag gegebenen Begutachtung den  aufzuerlegen. Dies sei, so das Bundesgericht weiter, mit der zitierten Bestimmung von Art. 45 Abs. 1 ATSG durchaus vereinbar (BGE 137 V 265 f. E. 4.4.2). Vorliegend war ein  in der Angelegenheit gestützt auf die vorhandene medizinische Aktenlage nicht möglich. Für eine abschliessende Beurteilung des Rentenanspruchs der Beschwerdeführerin war das zwischenzeitlich in Auftrag gegebene Gerichtsgutachten der Gutachterstelle G._ vom 19. November 2012 unerlässlich. Im Lichte der geschilderten bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind demnach dessen Kosten, welche sich gemäss Honorarrechnung vom 28. Dezember 2012 auf Fr. 12'499.10 belaufen, der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
8.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist der  deshalb eine angemessene Parteientschädigung zuzusprechen. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat in seiner Honorarnote vom 1. Februar 2013 einen Zeitaufwand von 16 Stunden und 15 Minuten geltend gemacht, was sich umfangmässig als angemessen erweist. Damit ist der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 4'031.60 (16.25 x Fr. 220.-- plus Auslagen von Fr. 158.-- und 8 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der  zuzusprechen.