Decision ID: 97c0600d-f05c-4b7b-ad7a-50d6d09004ec
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
Erbengemeinschaft der A._ sel.:
1. F._ A._ und
2. M._ A._
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Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. André Hutter, Bahnhofstrasse 15, Postfach,
9450 Altstätten,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente (Auflage; Drogenabstinenz)
Sachverhalt:
A.
A.a Am 25. Mai 2005 meldete sich A._, geboren 1976, wegen Rückenproblemen zum
Bezug von IV-Leistungen an (act. G 5.1). Aufgrund einer fürsorgerischen
Freiheitsentziehung wurde die Versicherte am 23. Juni 2006 in die Klinik
St. Pirminsberg eingewiesen. Die stationär behandelnden Ärzte der Klinik
St. Pirminsberg diagnostizierten im Arztbericht vom 30. August 2006 mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit ein amnestisches Syndrom (ICD-10: F 19.6) sowie eine
Polytoxikomanie (Alkohol, Heroin und Kokain) bei gegenwärtiger Teilnahme an einem
ärztlich überwachten Ersatzdrogenprogramm (ICD-10: F 19.22). Seit dem 23. Juni 2006
bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Am 24. August 2006 sei die Versicherte an
die Rehaklinik Walenstadtberg zur neuropsychologisch rehabilitativen Therapie
überwiesen worden (act. G 5.22.1 ff.). Nach einem Alkoholrückfall wurde sie am
1. September 2006 in die Klinik St. Pirminsberg rückverlegt (act. G 5.30).
A.b Vom 18. bis 20. September 2006 wurde die Versicherte in der MEDAS Ostschweiz
untersucht. Die Gutachter stellten folgende Diagnosen mit Einschränkung der
zumutbaren Arbeitsfähigkeit: Polytoxikomanie zur Zeit abstinent im Rahmen eines
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stationären Aufenthaltes und gegenwärtiger Teilnahme an einem ärztlich überwachten
Ersatzdrogenprogramm (Methadon); anamnestisch Status nach Anorexia und Bulimia
nervosa; anamnestisch Status nach gemischter Zwangserkrankung; Verdacht auf
Persönlichkeitsstörung; thorakovertebrales Schmerzsyndrom und chronische Hepatitis
C. Aus psychiatrischer Sicht bestehe aktuell im Rahmen der psychiatrischen
Hospitalisation eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Zurzeit sei es nicht möglich,
rückwirkend die Frage nach primärer oder sekundärer Sucht sicher zu beantworten. Es
gebe Hinweise auf psychiatrische Vorerkrankungen, die eher auf eine sekundäre Sucht
hinweisen würden. Andererseits sei anamnestisch eine klare zeitliche Trennung von
psychischer Vorerkrankung und Sucht vorhanden. Inwieweit es sich um ein
anamnestisches Syndrom als Folgeschaden oder um den Intoxikationseffekt bei
schwerer Polytoxikomanie handle, müsse sich im weiteren Verlauf zeigen (act.
G 5.26.1 ff.).
A.c Im Verlaufsbericht vom 9. Februar 2007 diagnostizierte der behandelnde Psychiater
der Klinik St. Pirminsberg eine Polytoxikomanie mit Persönlichkeits- und
Verhaltensstörung (ICD-10: F 19.71), mit anhaltenden kognitiven Beeinträchtigungen
sowie eine akute Hepatitis C. Es liege eine primäre Sucht mit invalidisierenden Folgen
vor. Während der Klinikbehandlung habe ständige Rückfallgefahr bestanden, die
schwer geschädigte Patientin könne sich extrem schlecht einschätzen, vernachlässige
die Körperpflege und könne sich auf Ergotherapie nur kurzfristig einlassen (kurze
Aufmerksamkeitsspanne). Wegen monatelangem Austrittswunsch der Patientin trotz
rezidivierenden Rückfällen und fehlender Kooperation in der stationären Behandlung
seien die Hilfsmöglichkeiten erschöpft, so dass die Patientin am 26. Januar 2007 in die
ambulante Behandlung nach Hause entlassen worden sei. Die Versicherte sei sowohl in
der angestammten Tätigkeit wie in einer adaptierten Tätigkeit seit 23. Juni 2006
vollständig arbeitsunfähig (act. G 5.30). Mit Verlaufsbericht vom 17. August 2007 gaben
die Ärzte des Psychiatrie-Zentrums praktisch unveränderte Verhältnisse bekannt. Das
Zustandsbild der Versicherten habe sich nach dem Klinikaustritt im Verlauf der
ambulanten Behandlung nur geringfügig verbessert. Die letzte ambulante Konsultation
sei am 5. Juni 2007 erfolgt. Seither habe die Versicherte keine weiteren Termine
wahrgenommen. Die Prognose sei wegen der schlechten Kooperation und schlechten
Selbsteinschätzung sowie des fehlenden Problembewusstseins ungünstig (act. G 5.37).
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A.d Gestützt auf entsprechende Stellungnahmen des Regionalen Ärztlichen Dienstes
(RAD) teilte die IV-Stelle der Versicherten am 18. Oktober 2007 mit, aufgrund der Akten
könne nicht beurteilt werden, welche Gesundheitsschäden IV-relevant seien. Aus
diesem Grund forderte sie die Versicherte unter Hinweis auf die ihr obliegende
Schadenminderungs- und Mitwirkungspflicht auf, während mindestens sechs Monaten
die Suchtmittelabstinenz zu wahren und sich begleitend dazu einer ausreichend
intensiven und ärztlich geleiteten Sucht- sowie einer fachpsychiatrischen Behandlung
zu unterziehen (act. G 5.40). Im Nachgang zu diesem Schreiben fand am 23. November
2007 zwischen der IV-Stelle und der Versicherten, ihres Vormundes sowie ihrer Mutter
und Dr. C._ vom Psychiatrie-Zentrum eine Besprechung statt. Hinsichtlich der von
der IV-Stelle geforderten Auflage wurde eine Fristverlängerung bis Anfang 2008
vereinbart (act. G 5.45). Mit Mahnschreiben vom 23. Januar 2008 forderte die IV-Stelle
die Versicherte über deren Vormund auf, die verlangten Auskünfte / Vereinbarungen
gemäss bisheriger Absprache bis spätestens 24. Februar 2008 zu erteilen bzw. in die
Wege zu leiten. Ohne Bericht würde das Leistungsbegehren aufgrund der Akten
voraussichtlich abgewiesen (act. G 5.47).
A.e Der Vormund der Versicherten stellte am 21. Februar 2008 ein Gesuch um
Neubeurteilung, ohne Auflage einer Schadenminderungs- und Mitwirkungspflicht. Die
vermeintlich mangelnde Kooperationsfähigkeit der Versicherten sei Ausdruck einer
komplexen Erkrankung, die sich im latenten Suchtverhalten, aber auch in ihrer
Persönlichkeitsstruktur widerspiegle. Aus dieser Sicht stelle die von der IV-Stelle
verlangte Abstinenz eine nicht zumutbare medizinische Behandlung bzw. eine nicht
zumutbare Möglichkeit der weiteren Abklärung dar. Er verwies auf ein von der
Vormundschaftsbehörde eingeholtes psychiatrisches Gutachten der Klinik
St. Pirminsberg vom 10. Mai 2007 (act. G 5.49) und ersuchte die IV-Stelle, von der
Erfüllung der Schadenminderungs- und Mitwirkungspflicht abzusehen, das
Leistungsgesuch anderweitig zu prüfen und dem Begehren zu entsprechen (act.
G 5.51).
A.f Der RAD-Arzt D._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, antwortete
dem Vormund der Versicherten am 10. April 2007, dass keine neuen medizinisch
erhärteten Fakten - auch nicht aus dem Gutachten der Klinik St. Pirminsberg vom
10. Mai 2007 - ersichtlich seien. Daher bestehe keine Veranlassung, von seiner
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bisherigen Auffassung abzuweichen. Eine ausreichend lange Drogenabstinenzzeit sei
zumutbar und notwendig, um eine versicherungsmedizinisch korrekte Beurteilung des
Gesundheitsschadens unter Ausblendung des Suchtverhaltens vornehmen zu können
(act. G 5.52). Am 10. April 2008 gab der Vormund eine testpsychologische Abklärung
der Versicherten in Auftrag, wovon er der IV-Stelle mittels Orientierungskopie Kenntnis
gab (act. G 5.54). Unter Androhung von Säumnisfolgen (Verfügung aufgrund der Akten
oder Nichteintretensentscheid) setzte die IV-Stelle am 16. April 2008 zur Erfüllung der
Schadenminderungs- und Mitwirkungspflicht eine letzte Frist bis 16. Mai 2008 (act. G
5.53).
A.g Mit Verfügung vom 26. Mai 2008 lehnte die IV-Stelle eine "Kostengutsprache für
Rentenleistungen" ab. Weil die Versicherte die geforderten Unterlagen und Auskünfte
nicht eingereicht und sich somit den zumutbaren Auflagen entzogen habe, sei aufgrund
der vorliegenden Akten entschieden worden (act. G 5.56).
B.
B.a Dagegen richtet sich die Beschwerde vom 23. Juni 2008. Die Versicherte beantragt
darin die Aufhebung der Verfügung vom 26. Mai 2008, die Gewährung von
Rentenleistungen bzw. die Neubeurteilung und Aufhebung der Auflage einer
sechsmonatigen Abstinenz. Das beigelegte Gutachten der Psychiatrie-Dienste vom
16. Juni 2008 (act. G 1.2) weise eindeutig auf das Vorliegen einer primären Erkrankung
in ihrer Persönlichkeit hin. Sie konsumiere heute keine harten Drogen, jedoch
regelmässig Alkohol. Ihr Leben könne sie ohne professionelle Hilfe nicht meistern. Sie
sei nicht arbeitsfähig, und es sei ihr kaum möglich, einfache Termine bei
Beratungsstellen oder beim Arzt einzuhalten. So sei es auch nicht möglich gewesen,
die von der Beschwerdegegnerin geforderte sechsmonatige Abstinenzzeit bei allen
psychoaktiven Substanzen einzuhalten (act. G 1).
B.b In der Beschwerdeantwort vom 8. September 2008 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Beschwerdeabweisung. Einziges Thema der vorliegenden
Beschwerde bilde die Zumutbarkeit der angeordneten Abstinenz bzw. die
Rechtmässigkeit der aufgrund der Nichteinhaltung der Auflage ergangenen
Abweisungsverfügung. Die Durchführung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens sei
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korrekt gewesen und die Sanktionsverfügung sei zu Recht erlassen worden. Lediglich
aus materiellen Gründen könnte die Sanktionsverfügung mangelhaft sein. Nämlich
dann, wenn zur Abklärung des Sachverhalts gar keine Einhaltung der Abstinenz nötig
und wenn das geforderte Verhalten unzumutbar gewesen wäre bzw. dieses aus
entschuldbaren Gründen nicht hätte eingehalten werden können. Die
testpsychologische Abklärung sei für die Frage, wie sich die diagnostizierte
Persönlichkeitsstörung und die Sucht zueinander verhalten, nicht eindeutig, zumal auch
offen sei, in welcher Verfassung die Beschwerdeführerin die Tests absolviert habe. Die
geforderte Abstinenz gehe zudem weniger weit als die von allen Ärzten als einzige
zielführende und auch zumutbare Massnahme genannte stationäre
Langzeitbehandlung von mindestens einem Jahr. Falls das Gericht zur Auffassung
gelangen sollte, die Sache zu weiteren Abklärungen zurückzuweisen, so sei darauf
hinzuweisen, dass jegliche weiteren medizinischen Abklärungen nur Sinn machen und
auch durchgeführt werden könnten, wenn die Versicherte abstinent sei und bleibe.
Vorher könne keinesfalls zu einem schlüssigen Ergebnis betreffend die
Eingliederungsfähigkeit bzw. den Rentenanspruch gelangt werden (act. G 5).
B.c Am 23. Oktober 2008 stellt A._, vertreten durch Rechtsanwalt A. Hutter, Antrag
auf unentgeltliche Prozessführung (act. G 11), die vom Gericht am 7. November 2008
bewilligt wird (act. G 14).
C.
C.a Replikweise macht der Rechtsvertreter am 6. November 2008 geltend, aus der
Beurteilung der Psychiatrie-Dienste ergebe sich, dass eine schwere
Persönlichkeitsstörung vorliege und dass als Folge daraus eine andauernd reduzierte
Fähigkeit seiner Mandantin resultiere, zielgerichtete Aktivitäten durchzuhalten. Mit
anderen Worten komme die Beurteilung zum Schluss, dass von der Versicherten mit
Bezug auf die Suchtabstinenz Unmögliches verlangt werde. Im Kurzbericht vom
4. November 2008 (act. G 15.1) halte Dr. med. E._, Oberarzt der Psychiatrie-Dienste
fest, dass die Versicherte an einer schweren Persönlichkeitsstörung leide. Der teilweise
massive Missbrauch von harten Drogen und Alkohol sei eine Folge der schweren
strukturellen Störung und könne zum Teil als Kompensationsversuch gesehen werden.
Eine langdauernde Drogen- und Alkoholabstinenz sei aus psychiatrischer Sicht wegen
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der persönlichkeitsbedingten mangelhaften Compliance mit grösster
Wahrscheinlichkeit nur im stationären Rahmen und nur mit Zwangsmassnahmen
möglich. Eine nicht durchgeführte stationäre Zwangsbehandlung falle deshalb als
Verletzung der Schadenminderungspflicht ausser Betracht, weil die persönliche
Schadenminderungspflicht nur im Rahmen der persönlichen Entscheidungsfreiheit
erfüllt bzw. verletzt werden könne (act. G 15).
C.b Die Beschwerdegegnerin hat auf eine Duplik verzichtet (act. G 17).
C.c Der Rechtsvertreter orientiert das Gericht am 6. Januar 2009, dass A._ im
Dezember 2008 verstorben ist (act. G 19). Er berichtete am 29. Januar 2009, dass die
Erben, bestehend aus den Eltern der Verstorbenen, die Erbschaft angenommen und
die Fortführung des Prozesses vor Versicherungsgericht gewünscht hätten. Der
aussergewöhnliche Todesfall habe dazu geführt, dass ein rechtsmedizinisches
Gutachten in Auftrag gegeben worden sei. In diesem Gutachten vom 15. Januar 2009
(act. G 23.1) seien abnorme Veränderungen am Hirn der Verstorbenen festgestellt
worden. Der Rechtsvertreter stellt den Beweisantrag, dass das Institut für
Rechtsmedizin des Kantonsspitals St. Gallen abzuklären habe, ob die im Rahmen der
Autopsie erhobenen Befunde, namentlich bezüglich der hirnorganischen
Veränderungen, etwas darüber aussagen, ob die Verstorbene an
Persönlichkeitsstörungen gelitten habe. Ergänzend sei die Frage zu klären, welche
Auswirkungen die erhobenen hirnorganischen Veränderungen ganz allgemein auf das
Verhalten und die Persönlichkeit der Verstorbenen gehabt hätten (act. G 23). Die
Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine weitere Stellungnahme (act. G 24).

Erwägungen:
1.
An die Stelle einer im Verlaufe des Verfahrens verstorbenen Leistungsansprecherin
treten zufolge Universalsukzession (Art. 560 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches
[ZGB; SR 210]) grundsätzlich die Erben, sofern diese die Erbschaft nicht ausschlagen
(vgl. Urs Peter Cavelti/Thomas Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen,
St. Gallen 2003, Rz 347). Im vorliegenden Fall haben die Eltern der Verstorbenen als
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einzige gesetzliche Erben die vorbehaltlose Annahme der Erbschaft erklärt (act. G 27.2)
und den bisherigen Rechtsvertreter mit der weiteren Prozessführung beauftragt (act.
G 27.1). Damit sind sie mit dem Tod der Versicherten an ihrer Stelle Partei geworden.
2.
2.1 Das sozialversicherungsrechtliche Verfahren ist vom Untersuchungsgrundsatz
beherrscht, indem Verwaltung und Sozialversicherungsgericht von sich aus für die
richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen
haben. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in
den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2 mit Hinweisen; vgl. BGE
130 I 183 E. 3.2). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinn einer
Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess tragen
mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Fall der
Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem
unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift
allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des
Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu
ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu
entsprechen (BGE 117 V 265 E. 3b mit Hinweisen).
2.2 Gemäss Art. 43 Abs. 3 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann der Versicherungsträger nach
durchgeführtem Mahnverfahren aufgrund der vorliegenden Akten entscheiden oder auf
das Leistungsbegehren nicht eintreten, wenn die versicherte Person, die Leistungen
beansprucht, den Auskunfts- oder Mitwirkungspflichten in unentschuldbarer Weise
nicht nachkommt. Lässt sich jedoch der Sachverhalt ohne Schwierigkeiten und ohne
besonderen Aufwand abklären, auch wenn die versicherte Person die Mitwirkung
verweigert oder unterlässt, so wird die Verwaltung die betreffenden Erhebungen zu
tätigen und anschliessend materiell zu entscheiden haben (BGE 108 V 231 f.). In
Nachachtung des Untersuchungsgrundsatzes ist die Verwaltung daher vor einem
materiellen Entscheid zunächst verpflichtet, diejenigen Sachverhaltsabklärungen zu
treffen, die ohne Schwierigkeiten und ohne besonderen Aufwand auch ohne die
Mitwirkung der Versicherten möglich sind.
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2.3 Auch wenn die Verwaltung nach vorgängiger Androhung einen Aktenentscheid
wegen Verletzung der Mitwirkungspflicht erlässt, darf das kantonale
Sozialversicherungsgericht nicht ohne weiteres auf unvollständige Akten abstellen.
Denn die (Kann-)Bestimmung von Art. 43 Abs. 3 ATSG schränkt die Pflicht des
Gerichts gemäss Art. 61 lit. c ATSG, unter Mitwirkung der Parteien die erheblichen
Tatsachen festzustellen und notwendige Beweise zu erheben, nicht ein (vgl. vor
Inkrafttreten des ATSG: RKUV 2001 Nr. U 414 S. 90 E. 4b). Das Gericht hat daher den
Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären und gegebenenfalls eine ärztliche Expertise
zu veranlassen, wobei es ein Gerichtsgutachten in Auftrag geben oder die Sache zur
Anordnung einer Begutachtung an die Verwaltung zurückweisen kann. Nicht Sache des
kantonalen Gerichts kann es indessen sein, ein Gutachten nochmals anzuordnen, wenn
die versicherte Person die Mitwirkung daran im Verwaltungsverfahren ohne stichhaltige
Gründe verweigert hat und nach wie vor keine entsprechende Bereitschaft zeigt (vgl.
Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007:
Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 29. Juni 2004, I 43/04 E. 2.3).
3.
3.1 Vorab ist die Frage zu klären, ob es sich bei der angefochtenen Verfügung um
einen Nichteintretensentscheid oder einen (materiellen) Entscheid aufgrund der Akten
handelt.
3.2 Wie bereits erwähnt (vgl. vorstehende E. 2.2) lässt Art. 43 Abs. 3 ATSG bei der
Verletzung der Auskunfts- und Mitwirkungspflicht als Sanktion entweder einen
Entscheid aufgrund der konkret vorliegenden Akten oder - nach Einstellung der
Erhebungen - einen Nichteintretensentscheid zu. Die Beschwerdegegnerin hat hierzu in
der Verfügung vom 26. Mai 2008 ausgeführt, sie habe aufgrund der vorliegenden Akten
entschieden, weil die Versicherte weiterhin die geforderten Unterlagen und Auskünfte
nicht eingereicht und sich somit den zumutbaren Auflagen im Rahmen der
Schadenminderungs- und Mitwirkungspflicht entzogen habe (act. G 5.56). Die
Beschwerdegegnerin legt aber nicht dar, auf welche Gründe sich die
Leistungsablehnung stützt. Die fehlende Begründung des leistungsabweisenden
Entscheids in der angefochtenen Verfügung und das sich aus den Akten ergebende
Fehlen einer Aktenwürdigung durch die Beschwerdegegnerin zeigt, dass sie faktisch
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nicht aufgrund der Akten entschieden, sondern lediglich die Abklärungen eingestellt
hat. Vor diesem Hintergrund hätte die Beschwerdegegnerin konsequenterweise
Nichteintreten beschliessen müssen. Die angefochtene Verfügung ist daher als
Nichteintretensentscheid zu qualifizieren. Daran ändert der anderslautende
Verfügungswortlaut nichts, ist doch bei der Interpretation einer Verfügung deren
rechtlicher Gehalt massgebend (vgl. etwa BGE 120 V 497 E. 1a).
3.3 Wenn im Übrigen mit der Beschwerdegegnerin (vgl. act. G 5, S. 7) von einem
Aktenentscheid ausgegangen würde, so ist zu bemerken, dass dieser bereits aus
formellen Gründen aufzuheben wäre. Wie sich aus dem Anspruch auf rechtliches
Gehör im Sinn von Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung (BV; SR 101) ergibt, sind
Verfügungen zu begründen. Danach muss die Begründung wenigstens kurz die
Überlegungen nennen, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf welche
sich ihr Entscheid stützt. Zwar hat die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen
Verfügung angegeben, sie habe einen Entscheid aufgrund der Akten gefällt. Sie hat
indessen keinerlei Ausführungen gemacht, welche Akten sie bei ihrem Entscheid
berücksichtigt und wie gewürdigt hat. Sie legt damit nicht dar, auf welche Gründe sich
ihr Entscheid stützt. Beim Erlass der angefochtenen Verfügung hat die
Beschwerdegegnerin demnach übersehen, dass ein Aktenentscheid gestützt auf
Art. 43 Abs. 3 ATSG nicht einfach gleichbedeutend ist mit einer Abweisung des
Leistungsbegehrens ohne Aktenwürdigung. Eine konkrete Anspruchsprüfung kann
vielmehr nur dann unterbleiben, wenn die Erhebungen gestützt auf Art. 43 Abs. 3 ATSG
eingestellt werden und Nichteintreten beschlossen wird. Wenn die
Beschwerdegegnerin aber einen Aktenentscheid treffen will, kommt sie nicht umhin, in
der Verfügung anhand der konkret vorliegenden Akten begründet und transparent
darzulegen, aufgrund welcher Überlegungen ein Anspruch einer versicherten Person
nicht oder allenfalls selbst ohne deren Mitwirkung gegeben ist. Wäre die angefochtene
Verfügung als Aktenentscheid aufzufassen, so erschiene die Verletzung der
Begründungspflicht als schwer und wäre einer ausnahmsweisen Heilung im
Rechtsmittelverfahren nicht zugänglich.
4.
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4.1 Die Beschwerdegegnerin machte der Versicherten u.a. unter Hinweis auf deren
Mitwirkungspflicht die Auflage, eine mindestens sechsmonatige Suchtmittelabstinenz
zu wahren, sich begleitend dazu einer ausreichend intensiven und ärztlich geleiteten
Sucht- sowie einer fachpsychiatrischen Behandlung zu unterziehen (act. G 5.40). Die
Beschwerdeführer stellen sich auf den Standpunkt, dass die geforderte
Suchtmittelabstinenz der Verstorbenen aufgrund ihrer Persönlichkeitsstörung nicht
zumutbar gewesen sei (act. G 15). Es ist daher die Rechtmässigkeit dieser
angeordneten Auflage zu prüfen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 28. März 2007,
I 988/06, E. 3.3 mit Hinweis auf SVR 1998 UV Nr. 1 E. 1b).
4.1.1 Die von der Beschwerdegegnerin angeordnete Auflage des Nachweises einer
sechsmonatigen Suchtmittelabstinenz erscheint im vorliegend zu beurteilenden Fall zur
Abklärung des Sachverhalts nicht zielführend. Die Verstorbene konsumierte bereits seit
1996 Drogen (Ecstasy, Speed usw.; danach Heroin und Kokain) und betrieb einen
erheblichen Alkoholabusus (vgl. act. G 5.49.7; G 5.22.9; G 5.28.3). Sie musste mittels
einer fürsorgerischen Freiheitsentziehung im Juni 2006 zur stationären Behandlung in
die Klinik St. Pirminsberg eingewiesen bzw. hierzu gezwungen werden, und nahm an
einem Methadonprogramm teil. Die stationäre Therapie wurde schliesslich am
26. Januar 2007 mangels Effektivität beendet; auch die ambulante Nachbehandlung
blieb ohne greifbare Resultate (act. G 5.1.30 und 5.1.37 und 5.49.8 ff.). Diesen
Umständen erscheint der von der Beschwerdegegnerin bereits im Abklärungsverfahren
mit Blick auf die Prüfung der materiellen Leistungsansprüche angeordnete
sechsmonatige Abstinenznachweis nicht angemessen. Namentlich die Frage, ob die
psychischen Probleme der Verstorbenen primären oder sekundären Charakter haben,
konnte angesichts der vorliegenden Verhältnisse (chronische Polytoxikomanie,
erfolglose stationäre Behandlungsversuche) nicht mittels eines diktierten "ad-hoc-
Entzugs" geklärt werden (vgl. Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen
vom 13. Mai 2009, IV 2009/20, E. 3.3, mit Hinweis auf BGE 99 V 28 E. 2 und Urteil des
Bundesgerichts vom 13. April 2007, I 207/06). Zumindest erscheint diese Massnahme,
die immerhin in hohem Mass in die physische und psychische Integrität der
Verstorbenen eingegriffen hätte, als unverhältnismässig und nicht als zumutbar. Damit
fehlt es ihr an der Rechtmässigkeit.
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4.1.2 Bei ihrem Vorgehen verkennt die Beschwerdegegnerin im Übrigen, dass Drogen-
und Alkoholsucht nach der Rechtsprechung für sich allein betrachtet zwar keine
Invalidität im Sinn des Gesetzes begründen. Sie werden jedoch im Rahmen der
Invalidenversicherung relevant, wenn sie eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt
haben, in deren Folge ein körperlicher oder geistiger, die Erwerbsfähigkeit
beeinträchtigender Gesundheitsschaden eingetreten ist, oder wenn sie selbst Folge
eines geistigen Gesundheitsschadens sind, dem Krankheitswert zukommt. Ob die
Sucht ursächlich für eine andere Gesundheitsschädigung war oder erst in Folge einer
solchen auftrat, ist in einem solchen Fall nicht mehr von Belang. Erforderlich ist
lediglich, dass auch ein anderer Gesundheitsschaden vorliegt, der mit der Sucht in
Zusammenhang steht. Ist dies erfüllt, so geht es nicht etwa darum, den auf die Sucht
entfallenden Anteil der Arbeitsunfähigkeit abzuspalten und als nicht invalidisierend zu
bezeichnen. Vielmehr ist bei Bejahung eines solchen Zusammenhangs mit einer
anderen Erkrankung auch die Sucht vollumfänglich zu berücksichtigen (Urteil des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. Juni 2009, IV 2008/307, E. 2.1).
4.1.3 Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass es sich bei der von der
Beschwerdegegnerin geforderten sechsmonatigen Abstinenz um eine klassische
Schadenminderungsauflage im Sinn von Art. 21 Abs. 4 ATSG und nicht mehr um eine
Mitwirkungspflicht in der Abklärungsphase handelt. Die Beschwerdegegnerin berief
sich denn auch bei der Anordnung der Suchtmittelabstinenz zusätzlich auf die
Schadenminderungspflicht (vgl. etwa act. G 5.53). Es ist indessen unzulässig, das
Abklärungsverfahren mit Schadenminderungspflichten - deren Sanktionsfolgen sich
erst nach einem feststehenden Leistungsanspruch aktualisieren - zu verbinden und das
Abklärungsverfahren bis zur Erfüllung der Schadenminderungsauflagen einzustellen.
Ein solches Vorgehen trägt zumindest die Züge einer Rechtsverweigerung oder -
verzögerung.
4.2 Im Übrigen wäre eine allfällige Verletzung der Mitwirkungspflicht selbst bei
Bejahung der Rechtmässigkeit der angeordneten Auflage vorliegend nicht relevant.
Denn eine Verletzung der Auskunfts- und Mitwirkungspflicht im Sinn von Art. 43 Abs. 3
ATSG ist nur dann zu sanktionieren, wenn sie in unentschuldbarer Weise erfolgt. Es
muss sich mithin um eine schuldhafte Verletzung handeln, wobei das Verhalten der
Person nicht mehr nachvollziehbar sein darf. Dies ist etwa dann gegeben, wenn ein
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Rechtfertigungsgrund nicht einmal ansatzweise erkennbar oder wenn das Verhalten
schlechthin unverständlich ist (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Auflage, Zürich 2009,
Rz 51 zu Art. 43). Eine schuldhafte Verletzung liegt etwa dann nicht vor, wenn sich die
versicherte Person aus psychogenen Gründen, die Krankheitswert haben, weigert, zu
einer angeordneten (medizinischen) Massnahme Hand zu bieten (vgl. Urteil des EVG
vom 1. September 2006, I 371/05, E. 6.2 mit Hinweisen). Aus den Akten ergeben sich
mehrere Hinweise für ein erhebliches psychisch-geistiges Leiden. Bereits in den
Jugendjahren litt die Verstorbene an erheblichen psychogenen Essstörungen (Anorexia
nervosa und Bulimia nervosa) sowie an Zwangsstörungen mit Zwangshandlungen (vgl.
act. G 5.49.6 ff.). Dr. E._ diagnostizierte eine Persönlichkeitsstörung (act. G 1.2; vgl.
auch die entsprechende Verdachtsdiagnose der MEDAS-Gutachter; act. G 5.26.13).
Zudem finden sich in den medizinischen Akten ernsthafte Hinweise auf eine
Hirnschädigung (vgl. Bericht der Klinik St. Pirminsberg vom 24. August 2006, act.
G 5.22.8; Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin des KSSG vom 15. Januar 2009,
act. G 23.1). Aufgrund des ausgewiesenen auffälligen psychisch-geistigen
Gesundheitszustandes der Verstorbenen kann die Frage, ob das Verweigern der
Kooperation entschuldbar war, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bejaht werden,
zumal die Verstorbene vor allem wegen ihrer psychisch-geistigen Verfassung (vgl. act.
G 5.49.21) im Juli 2007 entmündigt werden musste (vgl. zum Datum der Entmündigung
act. G 5.51). Eine Sanktionierung - ob in Form eines Aktenentscheids oder
Nichteintretens - des Verhaltens der Verstorbenen gestützt auf Art. 43 Abs. 3 ATSG
wäre somit auch aus diesem Grund nicht zulässig gewesen.
5.
Nach dem Gesagten hat die Beschwerdegegnerin das Leistungsbegehren ohne
Auflage zu prüfen. Es bleibt ihr überlassen, ob sie für dessen Beurteilung weitere
Abklärungen vornehmen will (Aktengutachten, rechtsmedizinische Abklärung) oder ob
sie die vorhandene, seit der MEDAS-Begutachtung mehrfach ergänzte Aktenlage
nunmehr als ausreichend erachtet. In jedem Fall ist die Sache an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie das Abklärungsverfahren fortführe
bzw. das Leistungsgesuch materiell entscheide.
6.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/15
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St.Galler Gerichte
6.1 In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung vom
26. Mai 2008 aufzuheben. Die Sache ist zur Weiterführung des Abklärungsverfahrens
im Sinn der Erwägungen und zur materiellen Verfügung an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als
volles Obsiegen (BGE 132 V 235 E. 6). Die Beschwerdegegnerin hat deshalb die
gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der geleistete Kostenvorschuss
von Fr. 600.-- ist den Beschwerdeführern zurückzuerstatten.
6.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens haben die Beschwerdeführer Anspruch auf
Ersatz der Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses pauschal
zwischen Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.-- bemessen werden (Art. 61 lit. g ATSG; Art. 22
Abs. 1 lit. b HonO [sGS 963.75]). Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführer hat im
Rahmen der bewilligten unentgeltlichen Rechtsverbeiständung am 6. Januar 2009 eine
Honorarnote im Umfang von Fr. 3'707.70 eingereicht, wovon Fr. 2'930.-- Honorar bzw.
Bemühungen von 14.66 Stunden à Fr. 200.-- geltend gemacht wurden (act. G 19). Bei
einer Rechtsvertretung im gesamten Beschwerdeverfahren wird in
invalidenversicherungsrechtlichen Fällen praxisgemäss eine pauschale
Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer)
gesprochen. Ein höherer Aufwand erscheint in Anbetracht der beschränkten
Fragestellung und mit Rücksicht auf vergleichbare Fälle nicht angemessen. Mit der
Zusprache einer Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'500.-- erübrigt sich die Frage
einer Entschädigung aus unentgeltlicher Rechtsverbeiständung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht