Decision ID: 5b418bdd-4fc6-453f-a921-7f02bc8e1718
Year: 2004
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
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A.- X.Y., besitzt den Führerausweis für Motorfahrräder seit 1980. Mit Verfügung vom 6.
November 1986 entzog das Strassenverkehrs- und Schiffahrtsamt des Kantons St.
Gallen, Abteilung Personenzulassung (vormals Abteilung Massnahmen, nachfolgend
Strassenverkehrsamt), X.Y., aufgrund ihres Betäubungsmittelkonsums den
Lernfahrausweis der Kategorie B vorsorglich und forderte sie auf, sich einer
bezirksärztlichen Untersuchung zu unterziehen. Gestützt auf den zu Gunsten von X.Y.,
lautenden bezirksärztlichen Bericht hob das Strassenverkehrsamt mit Verfügung vom
5. Dezember 1986 den vorsorglichen Lernfahrausweis-Entzug auf. Der Lernfahrausweis
verlor nach Ablauf der gesetzlichen Frist seine Gültigkeit.
Am 15. Juni 1999 beantragte X.Y., beim Strassenverkehrsamt erneut die Ausstellung
eines Lernfahrausweises der Kategorie B. Mit Zwischenverfügung des
Strassenverkehrsamtes vom 6. August 1999 wurde X.Y., aufgefordert, sich einer
bezirksärztlichen Untersuchung zwecks Abklärung ihrer Fahreignung zu unterziehen.
Dieser Aufforderung kam X.Y., nicht nach.
Im Oktober 2001 stellte die Kantonspolizei bei X.Y., anlässlich einer Kontrolle 5 g
Heroin sicher. Dabei gab sie an, dass sie seit etwa acht Jahren im Methadonprogramm
stehe und seit einer Woche wieder Heroin konsumiere. Mit Verfügung vom 10.
Dezember 2001 entzog das Strassenverkehrsamt X.Y., wegen ihrer Drogensucht den
Führerausweis für Motorfahrräder auf unbestimmte Zeit, mindestens für die Dauer von
zwölf Monaten. Die Wiedererteilung machte es von einer mindestens einjährigen,
fachlich betreuten und ärztlich strikte kontrollierten Drogenabstinenz abhängig. Da X.Y.,
den Führerausweis in der Folge nicht innert angesetzter Frist abgab, verurteilte sie das
Untersuchungsamt A. mit Bussenverfügung vom 4. März 2002 zu einer Busse von Fr.
100.--.
B.- Am 23. März 2004 beantragte X.Y., erneut die Ausstellung eines Lernfahrausweises
der Kategorie B. Dabei gab sie an, dass sie früher unter einer Sucht gelitten habe. Mit
Schreiben vom 30. März 2004 teilte das Strassenverkehrsamt mit, dass ihr der
Lernfahrausweis der Kategorie B praxisgemäss nur erteilt werden könne, wenn sie den
Nachweis einer mindestens einjährigen, vollständigen, fachlich betreuten und strikte
kontrollierten Drogenabstinenz erbringe. Der Hausarzt von X.Y., Dr.med. M. S., B.,
bestätigte am 3. Mai 2004, dass sie bei ihm vom 1. Februar 1999 bis 27. April 2004 ein
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vom Kantonsarzt bewilligtes Methadonprogramm absolviert habe und er in dieser Zeit
keinen Hinweis auf fortgesetzten Drogenabusus festgestellt habe. Seit Februar 2004
würden ein- bis zweimal monatlich Urinprobenkontrollen bei X.Y., durchgeführt, welche
durchwegs negativ bezüglich Drogen gewesen seien. Inzwischen sei auch das
Methadonprogramm beendet worden.
Mit Verfügung vom 13. Mai 2004 hob das Strassenverkehrsamt die Verfügung vom 10.
Dezember 2001 betreffend den Entzug des Führerausweises für Motorfahrräder auf
unbestimmte Zeit auf. Die Erteilung des Lernfahrausweises für die Kategorie B versah
es mit Auflagen. So habe X.Y. unter ärztlicher Kontrolle die vollständige
Drogenabstinenz mittels in unregelmässigen Abständen kurzfristig angeordneten
Urinproben (zweimal pro Monat) einzuhalten, wobei die Kosten zu ihren Lasten gingen.
Betreuende Stelle sei Dr.med. M.S. in B.. Weiter müsse die Drogenabstinenz mit
halbjährlichen Berichten der betreuenden Stelle belegt werden, erstmals per 30. Juli
2004, wobei die mit der Kontrolle betraute Stelle unverzüglich Meldung machen müsse,
wenn die Auflagen nicht mehr eingehalten würden oder die Fahreignung nicht mehr
gegeben sei. Die Auflagen seien auf unbestimmte Zeit, mindestens für die Dauer eines
Jahres gültig, und mit dem Code 101 in den Lernfahrausweis einzutragen. Danach
komme eine Lockerung oder Aufhebung nur auf ein schriftliches und gut begründetes
Gesuch hin in Frage. Bei Missachten der Auflagen sei mit dem Entzug des Ausweises,
allenfalls auf unbestimmte Zeit, zu rechnen. Die Kosten dieser Verfügung wurden auf
Fr. 350.-- festgesetzt.
C.- Gegen diese Verfügung erhob X.Y., mit Eingabe vom 14. Mai 2004 Rekurs beim
Strassenverkehrsamt, welches diesen zuständigkeitshalber am 19. Mai 2004 an die
Verwaltungsrekurskommission weiterleitete. Sie beantragte einerseits eine teilweise
Aufhebung bzw. Lockerung der verfügten Auflagen, andererseits eine Aufhebung der
Kosten der angefochtenen Verfügung im Umfang von Fr. 350.--. Bezüglich der
Auflagen erklärte sie sich einverstanden und bereit, für die Dauer eines Jahres sich
einmal pro Monat einer Urinprobe auf eigene Kosten zu unterziehen. Sie begründete
dies sinngemäss damit, dass sie gesetzlich sowieso nicht zu Auflagen verpflichtet
werden könne, da sie momentan weder in einem Methadonprogramm noch in einer
sonstigen Massnahme stehe.
Mit Vermerk vom 18. Juni 2004 verzichtete die Vorinstanz auf eine Vernehmlassung.
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Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge wird, soweit
erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 14. Mai 2004 ist rechtzeitig bei der
Vorinstanz eingereicht und von dieser mit Schreiben vom 19. Mai 2004
zuständigkeitshalber an die Verwaltungsrekurskommission weitergeleitet worden (act.
1; Art. 11 Abs. 3 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1,
abgekürzt: VRP). Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 24 Abs. 1 des Stras-senverkehrsgesetzes, SR 741.01, abgekürzt:
SVG; Art. 41 lit. e, 45, 47 und 48 VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- Die Verfahrensbeteiligten sind sich einig, dass die Erteilung des Lernfahrausweises
der Kategorie B an die Rekurrentin mit der Auflage einer fachlich betreuten und mittels
in unregelmässigen Abständen kurzfristig angeordneten Urinproben kontrollierten
vollständigen Drogenabstinenz verbunden werden darf. Umstritten ist hingegen, ob die
Urinproben zweimal pro Monat und auf unbestimmte Zeit, mindestens für die Dauer
eines Jahres, zu erfolgen haben. Die Rekurrentin ist mit einer Urinprobe pro Monat für
die Dauer eines Jahres ab Erteilung des Lernfahrausweises einverstanden (act. 2).
Zunächst ist zu prüfen, ob das Gesetz grundsätzlich eine Handhabe zur Anordnung der
im Streit liegenden Auflage bietet.
a) Gemäss Art. 10 Abs. 3 Satz 2 SVG können Ausweise aus besonderen Gründen
befristet, beschränkt oder mit Auflagen verbunden werden. Aus der systematischen
Stellung und dem Randtitel von Art. 10 SVG ist zu schliessen, dass Führerausweise
nicht nur anlässlich deren Erteilung, sondern grundsätzlich auch später mit Auflagen
verbunden werden dürfen. Art. 10 Abs. 3 Satz 2 SVG setzt für die Verbindung von
Führerausweisen mit Auflagen lediglich besondere Gründe voraus, umschreibt aber die
möglichen Inhalte von Auflagen nicht. So kann Personen, welche zwar nicht
trunksüchtig, aber nachweislich in erheblichem Ausmass alkoholgefährdet sind, der
Führerausweis unter Abstinenzauflage erteilt werden (vgl. H. Giger, SVG, 6. Aufl. 2002,
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S. 51 mit Hinweis). Dasselbe hat auch mit Bezug auf Drogen zu gelten, nachdem die
gegenüber einem gelegentlichen oder gewohnheitsmässigen Konsumenten von
Betäubungsmitteln anwendbaren Massnahmen zur Gewährleistung der Sicherheit des
Strassenverkehrs grundsätzlich die gleichen sind wie im Fall des Fahrens in
angetrunkenem Zustand oder wie gegenüber Trunksüchtigen (BGE 115 Ib 330).
Der Lernfahrausweis wird nach bestandener Prüfung der Basistheorie erteilt. Ist keine
solche Prüfung abzulegen, wird der Lernfahrausweis erteilt, wenn die Voraussetzungen
zu dessen Erwerb erfüllt sind (Art. 15 Abs. 1 der Verordnung über die Zulassung von
Personen und Fahrzeugen zum Strassenverkehr, SR 741.51, abgekürzt: VZV). In den
Lernfahrausweis können die gleichen Beschränkungen und Zusatzangaben
eingetragen werden wie im Führerausweis (Art. 15 Abs. 3 VZV). Der Lernfahrausweis ist
unter anderem dann nicht zu erteilen, wenn der Betroffene dem Trunke oder andern die
Fahrfähigkeit herabsetzenden Süchten ergeben ist (Art. 14 Abs. 2 lit. c SVG). Die
Anordnung von Auflagen kommt dann in Frage, wenn der Lenker die gesetzlichen
Anforderungen an die Fahreignung bei Einhaltung bestimmter Massnahmen erfüllt.
Entsprechend dem das Verwaltungsrecht beherrschenden Prinzip der
Verhältnismässigkeit und Notwendigkeit lassen sich administrative
strassenverkehrsrechtliche Massnahmen – wozu auch die Anordnung von Auflagen
gehört – dann und insoweit rechtfertigen, als sie im Interesse der Verkehrssicherheit
erforderlich und zur Erreichung des angestrebten Zwecks geeignet sind (vgl. VRKE IV
vom 8. Juli 1993 in Sachen R.B., S. 6).
b) Methadon, ein synthetisches Produkt mit morphinähnlicher Wirkung, wird zur
Suchtersatzbehandlung eingesetzt, indem Heroin durch Methadon substituiert wird. Es
verhindert das Entstehen eines Heroinentzugssyndroms. Nachdem mit der Abgabe von
Methadon eine bestehende Heroinabhängigkeit substituiert wird, besteht auch bei
einem Methadonbezüger grundsätzlich weiterhin eine Drogenabhängigkeit. Wie
verschiedene Studien belegen, ist davon auszugehen, dass bei Methadonbezügern
generell von einer erhöhten Rückfallgefahr ausgegangen werden muss und ihre
Zulassung als Fahrzeuglenker nur unter Einhaltung der Auflage einer streng
kontrollierten Drogenabstinenz mindestens während der ganzen Dauer der
Methadonbehandlung bejaht werden kann (vgl. dazu Informationsblatt des IRM St.
Gallen "Methadon und Fahreignung" vom 13. Dezember 1999; Methadonbericht des
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Bundesamtes für Gesundheitswesen, Suchtmittelersatz in der Behandlung
Heroinabhängiger in der Schweiz, 3. Aufl. Bern 1995, S. 23; Hauri-Bionda/Bär/
Friedrich-Koch [IRM Zürich-Irchel], Beitrag zur Frage der Fahrfähigkeit/Fahreignung
Methadonsubstituierter, in: Schweiz.Med.Wochenschr. 1998; 128, S. 1538 ff.; Bericht
der Bundesanstalt für Strassenwesen, Charakteristische Merkmale der
Kraftfahrtauglichkeit von Methadonpatienten, in der Schriftenreihe Berichte der
Bundesanstalt für Strassenwesen, Heft M 76, 1997, S. 61 f.; R. Seeger, Probleme bei
der Fahreignung in der hausärztlichen Praxis, in der Zeitschrift Therapeutische
Umschau, Band 54, 1997 Heft 5, S. 250).
Auch nach Beendigung des Methadonprogrammes und damit nach Wegfall der
Substitutionsdroge muss bei ehemaligen Methadonbezügern, bei denen bis zum
Abschluss des Methadonprogrammes noch eine Abhängigkeit von einer - wenn auch
legalen - Droge vorlag, immer noch von einer bestehenden erhöhten Suchtgefährdung
ausgegangen werden. Gerade in den ersten Jahren nach einer
Entwöhnungsbehandlung ist die Gefahr eines Rückfalles in die Drogensucht als erhöht
einzustufen. Daher erscheint grundsätzlich auch nach Beendigung des
Methadonprogrammes die Anordnung der Auflage einer vollständigen und strikte
kontrollierten Drogenabstinenz mit einer fachtherapeutischen Betreuung und
halbjährlichen Kontrollberichten zweifellos als erforderlich und angemessen, um die
weitere Drogenabstinenz des Betroffenen zu garantieren und einen Rückfall zu
verhindern. Ein milderes Mittel, um dies zu garantieren, besteht nicht. Bei der
Rekurrentin, die jahrelang in einem Methadonprogramm stand und damit jahrelang
methadon- bzw. drogenabhängig war sowie ihre Methadontherapie erst vor wenigen
Monaten, d.h. am 27. April 2004, beendet hat, ist von einer immer noch bestehenden
erhöhten Suchtgefährdung auszugehen. Damit kommt eine Bejahung ihrer Fahreignung
nur in Verbindung mit der Anordnung der oben genannten Auflagen in Frage. Dies wird
von der Rekurrentin grundsätzlich nicht bestritten und sie ist auch bereit, sich einmal
pro Monat einer Urinkontrolle zu unterziehen. Hingegen erachtet sie die Auflage von
zwei Urinkontrollen pro Monat, wie dies die Vorinstanz angeordnet hat, als
unverhältnismässig. Dieser Einwand ist unbegründet. Die Tatsache, dass die
Nachweisbarkeitsdauer von Kokain, Opiaten, Amphetaminen und Barbituraten im Urin
zwischen zwei bis vier Tagen sowie von Cannabinoiden im Urin bei zehn (bei seltenem
Konsum) und dreissig Tagen (bei chronischem Konsum) liegt (vgl. Broschüre "Drogen-
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Missbrauch und Nachweis" [Hrsg. W. Essig und S. Jürgens, Roche Diagnostics
GmbH], 1. Aufl., Januar 2000, S. 48; http://www.lb-solothurn.ch/pdf/drogen.pdf), führt
zwangsläufig dazu, dass die Kontrollen in ausreichend kurzen Abständen
durchzuführen sind. Die Abstände müssen so sein, dass zwischenzeitlicher
Drogenkonsum aus den gemessenen Urinwerten ersichtlich ist und Rückfälle möglichst
frühzeitig erkannt werden können. Unter diesen Umständen erweist sich die von der
Vorinstanz angeordnete Auflage von zwei kurzfristig angeordneten Urinkontrollen pro
Monat (entsprechend Informationsblatt B des Strassenverkehrsamtes zum Nachweis
der Drogenabstinenz; act. 9/5) nicht als unverhältnismässig.
Ferner ist sich auch die verfügte Dauer der Auflagen, nämlich auf unbestimmte Zeit,
mindestens aber für die Dauer eines Jahres, zeitlich verhältnismässig. Dabei ist zu
berücksichtigen, dass die Auflagen gemäss angefochtener Verfügung nach Ablauf der
Frist von einem Jahr jederzeit mittels eines schriftlich und gut begründeten Gesuches
aufgehoben werden können. Falls die Rekurrentin vor Ablauf dieses Jahres die
Führerprüfung absolviert und den Führerausweis erlangt, fallen diese Auflagen dahin,
da sie nur in Verbindung mit der Erteilung des Lernfahrausweises angeordnet worden
sind. Es bleibt dann im Ermessen der Vorinstanz, ob sie auch die Erteilung des
Führerausweises mit entsprechenden Auflagen verbinden will.
c) Abschliessend ist somit festzuhalten, dass bei der Rekurrentin als ehemalige
Methadonkonsumentin nach wie vor eine erhöhte als Rückfallgefahr zu bezeichnende
und die Abstinenzauflage, so wie sie die Vorinstanz angeordnet hat, rechtfertigende
Suchtgefährdung vorliegt. Die von der Vorinstanz angeordneten Auflagen sind
insgesamt somit geeignet und erforderlich, um die weitere absolute Drogenabstinenz
der Rekurrentin zu garantieren. Der Rekurs ist insoweit unbegründet.
3.- Soweit die Rekurrentin sich gegen die Auferlegung einer Gebühr im vorinstanzlichen
Verfahren von Fr. 350.-- wendet, erweist sich dieser Einwand ebenfalls als
unbegründet.
Wer eine Amtshandlung zum eigenen Vorteil oder durch sein Verhalten veranlasst, hat
die vorgeschriebene Gebühr zu entrichten. Er kann überdies zum Ersatz der
Barauslagen verpflichtet werden. Die Kostenverfügung wird von der in der Hauptsache
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zuständigen Behörde getroffen (Art. 94 VRP). Die Regierung erlässt durch Verordnung
ergänzende Vorschriften über die Kosten. Sie regelt insbesondere die Gebührensätze
sowie die Entschädigungen an Zeugen und Sachverständige (Art. 100 VRP, vgl. dazu
auch den Verkehrsgebührentarif vom 4. März 2003, sGS 718.1). Allgemein gilt im
Verwaltungsverfahren das Prinzip der Entgeltlichkeit (vgl. W. Hagmann, Die st. gallische
Verwaltungsrechtspflege und das Rechtsmittelverfahren vor dem Regierungsrat, Zürich
1979, S. 265). Immerhin setzt Art. 94 Abs. 1 VRP voraus, dass die Amtshandlung auf
Veranlassung des Betroffenen erfolgt, sei dies, dass der Betroffene ein Begehren um
Vornahme einer Amtshandlung gestellt hat oder auf sein sonstiges Verhalten
zurückzuführen ist.
Vorliegend wurde das Administrativmassnahmeverfahren gestützt auf das von der
Rekurrentin bei der Vorinstanz eingereichte Gesuch um Erteilung des
Lernfahrausweises eingeleitet und als Antwort auf dieses Gesuch erging die
angefochtene Verfügung, in welcher der Rekurrentin der Lernfahrausweis der Kategorie
B unter Auflagen bewilligt sowie der Führerausweis für Motorfahrräder wieder erteilt
wurde. Unter diesen Umständen war dieses Gesuch der Rekurrentin kausal für die
Eröffnung des Verfahrens, weshalb die Vorinstanz sie zu Recht mit einer
entsprechenden Gebühr belastete (VRKE IV vom 8. April 1988 in Sachen G.S., S. 9 f.).
Was die Höhe der Gebühr angeht, so erweist sich diese als angemessen (vgl. auch Ziff.
206.00.1 des Verkehrsgebührentarifs, wonach der Gebührenrahmen für einen
Lernfahrausweis zwischen Fr. 70.-- bis Fr. 600.-- beträgt).
4.- Zusammenfassend ergibt sich, dass der Rekurs unbegründet und abzuweisen ist.
5.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten der Rekurrentin
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'000.-- ist
angemessen (vgl. Ziff. 362 Gerichtskostentarif, sGS 941.12). Der von der Rekurrentin
geleistete Kostenvorschuss von Fr. 1'000.-- ist zu verrechnen.