Decision ID: 7360a2db-6658-589b-b219-c2f90da352b1
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a Am 15. Juni 2018 stellten B._, C._, D._, E._ und am 24. Juli 2018 A._,
alle vertreten durch F._ von der Opferhilfe SG-AR-AI, beim Sicherheits- und
Justizdepartement des Kantons St. Gallen (nachfolgend: SJD) unbezifferte Gesuche
um Genugtuungen und für A._ zusätzlich ein Gesuch um Entschädigung in der Höhe
von Fr. 22'871.-- (act. G3.1/1).
A.b Der Ehemann und Vater der Gesuchsteller, G._ sel., war Opfer eines
Tötungsdelikts geworden. Zur Beurteilung der Genugtuungsansprüche zog die
Vorinstanz die Gerichtsentscheide des Strafverfahrens gegen den Täter H._ sowie
die Urteile eines früheren Strafverfahrens gegen das Opfer bei. Den Gerichtsurteilen ist
zu entnehmen, dass der Täter H._ am 22. August 2014 mit einer Pistole bewaffnet
zur Moschee I._ in J._ fuhr, wo das Opfer am Freitagsgebet teilnahm, und sich
ebenfalls in den Gebetsraum begab. Kurz vor Abschluss des Gebets stand der Täter
auf, näherte sich G._ sel., der vor ihm am Boden in Gebetshaltung kniete und ihm
den Rücken zuwandte, und schoss in rascher Folge sieben Mal auf ihn. Die Schüsse
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 3/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
führten zum sofortigen Tod des Opfers. Am 26. Mai 2016 verurteilte das Kreisgericht
K._ den Täter namentlich wegen Mordes zu einer Freiheitsstrafe von 18 Jahren. Er
wurde bei der Anerkennung von Genugtuungen in Höhe von Fr. 90'000.-- für A._,
Fr. 50'000.-- für B._, je Fr. 45'000.-- für C._ und D._ und Fr. 40'000.-- für E._,
je zuzüglich 5% Zins seit 22. August 2014, sowie bei der Anerkennung einer weiteren
Forderung von Fr. 8'000.-- und Schadenersatzpflicht dem Grundsatz nach befasst. Mit
Berufungsentscheid vom 31. Oktober 2017 reduzierte das Kantonsgericht L._ die
Freiheitsstrafe des Täters bei gleichbleibenden Schuldsprüchen auf 16 Jahre
(act. G3.1/4.1 f.).
A.c Am 24. Oktober 2018 zog A._ das Entschädigungsbegehren für
Pensionskassenbeiträge beim SJD zurück (act. G3.1/8).
A.d Mit Verfügung vom 30. November 2018 sprach das SJD A._ eine
opferhilferechtliche Entschädigung von Fr. 4'579.-- sowie eine Genugtuung von
Fr. 20'000.-- zu. B._ sprach es Fr. 10'000.--, C._ und D._ je Fr. 8'000.-- und
E._ Fr. 6'000.-- Genugtuung zu. Im Mehrbetrag wies es die Begehren ab. Zur
Begründung führte es aus, A._ sei während längerer Zeit arbeitsunfähig gewesen und
habe ihre Arbeitsstelle verloren. Der Einkommensausfall während der Krankschreibung
sei entschädigungsberechtigt. Für die Zeit, in der keine Arbeitsunfähigkeit mehr
vorgelegen und sie arbeitslos gewesen sei, sei der Kausalzusammenhang mit der
Tötung ihres Ehemannes nicht mit der gebotenen überwiegenden Wahrscheinlichkeit
erstellt. Deshalb sei sie für diesen Zeitraum nicht entschädigungsberechtigt. Die
Anerkennung der Zivilforderungen durch den Täter im Strafverfahren sei für die
Entschädigungsbehörde nicht verbindlich. Sie könne die Genugtuung im
Opferhilfeverfahren nach Ermessen festlegen. A._ habe durch den plötzlichen und
gewaltsamen Tod ihres Ehemannes eine schwere Belastungssituation erlebt. Sie sei ein
Jahr lang arbeitsunfähig gewesen, habe sich in psychiatrische Behandlung begeben
müssen und ihre Arbeitsstelle verloren. Von ihren vier Kindern habe sie grosse
Unterstützung erhalten. In Anbetracht dieser Umstände erscheine eine Genugtuung
von Fr. 20'000.-- angemessen. Der Tod des Vaters habe für die Kinder eine grosse
psychische Belastung bedeutet. Jedoch seien alle Kinder zum Zeitpunkt der Tat bereits
volljährig gewesen. Die älteste Tochter habe zum Zeitpunkt der Tat mit ihrem Ehemann
und ihren Kindern in einem anderen Kanton ihr eigenes Leben geführt. Insgesamt
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 4/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
erschienen Genugtuungen von Fr. 10'000.-- für B._, je Fr. 8'000.-- für C._ und
D._ und Fr. 6'000.-- für E._ angemessen. Bei der Tötung von G._ sel. habe es
sich um einen Racheakt gehandelt, nachdem dieser am 23. Mai 1997 anlässlich einer
tätlichen Auseinandersetzung den Bruder des Täters getötet habe. Dies führe nicht zu
einer Kürzung der Leistungen an die Angehörigen wegen Selbstverschuldens, da G._
sel. damals nach einem brutalen Angriff in gerechtfertigter Notwehr gehandelt habe
(act. G1.1).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich der Rekurs vom 17. Dezember 2018. Die
Rekurrenten, alle vertreten durch Rechtsanwalt Federico A. Pedrazzini, beantragen
Genugtuungen in Höhe von Fr. 30'000.-- für A._, je Fr. 18'000.-- für B._, C._ und
D._ sowie Fr. 15'000.-- für E._, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten
des Staates. Zur Begründung lassen sie ausführen, die Vorinstanz habe Genugtuungen
im definierten Bandbreitenminimum zugesprochen und dabei den allgemeinen
Umständen des Falles zu wenig Rechnung getragen. Der Tod des Ehemannes und
Vaters sei durch einen auf erschütternde und makabre Weise verübten Mord
eingetreten. Das habe zu massiven Auswirkungen bei den Angehörigen geführt. Es
habe umgehend und während des Strafverfahrens in den Folgejahren ein grosses
nationales mediales Interesse gegeben. So hätten die Rekurrenten keinen Abstand zur
Tat und dem schmerzlichen Verlust des Ehemannes und Vaters gewinnen können. Das
rechtfertige im Grundsatz eine Erhöhung der Genugtuungssummen auf das Maximum.
Hinzu komme, dass der Ehemann sich seit 2007 in der Folge eines Berufsunfalls mit
Arbeitsunfähigkeit intensiv um den Haushalt und die damals noch jugendlichen Kinder
gekümmert habe. Herkunftstypisch sei die Familie sehr eng miteinander verbunden
gewesen. A._ sei zum Zeitpunkt des gewaltsamen Todes ihres Ehemannes rund 25
Jahre mit diesem verheiratet gewesen und habe vier Kinder mit ihm gezeugt. Sie sei
durch den gewaltsamen Hinschied ihres Ehemannes emotional schwer belastet worden
und habe psychische Probleme bekommen. Dadurch sei sie arbeitsunfähig geworden
und habe ihre Stelle verloren. Die Kinder seien zwar nicht mehr minderjährig gewesen,
aber doch nicht derart gefestigt, dass sie in dieser schrecklichen Situation das Leid
ihrer Mutter wirklich hätten mindern können. Selbst wenn die Kinder ihr eine grosse
Hilfe gewesen seien, könne dies nicht dazu führen, dass die Vorinstanz die
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 5/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Genugtuung auf das gesetzliche Minimum herabsetzen dürfe. B._ habe noch zu
Hause gewohnt, in der Schule den Anschluss verpasst und die LAP nicht bestanden.
Es könne nicht sein, dass sie nur deswegen, weil sie zum Tatzeitpunkt schon 18 Jahre
alt gewesen sei, eine lediglich knapp über dem Minimum liegende Genugtuung erhalte,
zumal sich eine 18-jährige noch intensiver mit der Tat auseinandersetzen müsse als
vergleichsweise Jüngere. Auch sei von ihr innerhalb der Familie und gegenüber der
Mutter eine gewisse Auffanghilfe erwartet worden, was für sie eine zusätzliche
Belastung dargestellt habe. Auch C._ und D._ hätten zum Todeszeitpunkt ihres
Vaters noch zu Hause gelebt. Ihnen sei aufgrund der konkret gelebten familiären
Struktur der Erzieher und "pater familias", welchem im vorliegenden Kulturkreis ein
hoher Stellenwert beigemessen werde, genommen worden. Es habe an ihnen gelegen,
die Rolle des Vaters zu übernehmen, was für beide auch mit Blick auf das
Medieninteresse und Umfeld der Familie sehr belastend gewesen sei. E._ habe zwar
nicht mehr im selben Haushalt gewohnt und sei bereits verheiratet gewesen. Als älteste
Tochter sei sie durch ihre Hilfestellung aber über Jahre belastet worden. Es gehe nicht
an, dass die Genugtuung für sie unter dem definierten Minimum ausfalle (act. G1).
B.b Mit Vernehmlassung vom 8. Januar 2019 beantragte die Vorinstanz die Abweisung
des Rekurses (act. G3).

Erwägungen
1.
1.1 Nach Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Hilfe an Opfer von Straftaten
(OHG; SR 312.5) hat jede Person Anspruch auf Unterstützung nach diesem Gesetz, die
durch eine Straftat in ihrer körperlichen, psychischen oder sexuellen Integrität
unmittelbar beeinträchtigt worden ist (Opfer). Anspruch auf Opferhilfe haben auch die
Angehörigen, insbesondere die Ehegattin sowie die Kinder des Opfers. Der Anspruch
besteht unabhängig davon, ob der Täter ermittelt worden ist, sich schuldhaft verhalten,
vorsätzlich oder fahrlässig gehandelt hat (Art. 1 Abs. 2 und Abs. 3 OHG). Unter einer
Straftat ist ein tatbestandsmässiges, rechtswidriges Verhalten im Sinne des
Strafgesetzbuches zu verstehen. Im Unterschied zum Strafrecht muss dieses Verhalten
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 6/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
im Opferhilferecht jedoch nicht zusätzlich schuldhaft sein (Peter Gomm/Dominik
Zehntner, Opferhilfegesetz, 3. Aufl. Bern 2009, Art. 1 N 3).
1.2 Gemäss Art. 22 Abs. 1 OHG haben das Opfer und seine Angehörigen Anspruch auf
eine Genugtuung, wenn die Schwere der Beeinträchtigung es rechtfertigt. Artikel 47
und 49 des Obligationenrechts (Bundegesetz betreffend die Ergänzung des
Schweizerischen Zivilgesetzbuches, Fünfter Teil: Obligationenrecht; SR 220) und damit
die von den Zivilgerichten entwickelten Grundsätze zur Bemessung der Genugtuung
sind sinngemäss anwendbar. Zweck der Genugtuung ist die Abgeltung einer
immateriellen Unbill (Gomm/ Zehntner, a.a.O., Art. 22 N 7).
2.
G._ sel. ist Opfer eines Tötungsdelikts geworden. A._ als Ehefrau und B._, C._,
D._ und E._ als Kinder des Opfers haben demnach unstreitig einen grundsätzlichen
Anspruch auf die Leistungen nach Opferhilfegesetz. Betreffend Entschädigung an
A._ wurde der Entscheid der Vorinstanz akzeptiert. Die Vorinstanz hat den Anspruch
der Rekurrenten auf Genugtuung im Grundsatz bejaht. Streitig und zu klären ist somit
vorliegend einzig die Höhe der Genugtuung.
3.
3.1 Die opferhilferechtliche Genugtuung ist Folge einer mit Strafe bedrohten Handlung
(Art. 1 OHG). Sie ist weder aus Verantwortlichkeit des (oft mittellosen oder nicht
greifbaren) Täters noch als Ersatz geschuldet. Vielmehr stellt sie eine staatliche, von
der öffentlichen Hand finanzierte Unterstützung an das Opfer einer Straftat und dessen
Angehörigen dar. Der Höchstbetrag ist für die schwersten Leiden vorgesehen. Der
Gesetzgeber beabsichtigte nicht, dem Opfer eine volle, umfassende und
bedingungslose Wiedergutmachung des erlittenen Schadens zu garantieren, als er das
im OHG vorgesehene Entschädigungssystem geschaffen hat (Pra 2004 Nr. 4 [BGE 129
II 312 E. 2.3] mit Hinweis). Genugtuungen gestützt auf das OHG sind klar tiefer als die
gestützt auf das Privatrecht zugesprochenen Beträge (vgl. Hütte/Landolt, a.a.O., S. 29
f.; Botschaft des Bundesrates vom 9. November 2005 zur Totalrevision des
Bundesgesetzes über die Hilfe an Opfer von Straftaten [Opferhilfegesetz, OHG], BBl
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 7/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
2005 7165 ff., 7225 f; nachfolgend: Botschaft OHG; Urteil des Bundesgerichts vom
28. Januar 2016, 1C_542/2015, E. 3.2). Die nach Verwandtschaftsgrad abgestuften
Bemessungsrahmen für Angehörige im Todesfall entsprechen betragsmässig rund zwei
Dritteln der nach bisheriger zivil- und opferhilferechtlichen Praxis zugesprochenen
Genugtuungsbeträge (Gomm/Zehntner, a.a.O., Art. 23 N 28). Im Privatrecht liegen die
im Einzelfall anhand der individuellen Familienbande anzupassenden Basisbeträge bei
Fr. 30'000.-- bis Fr. 40'000.-- für den Verlust eines Ehegatten und Fr. 25'000.-- für den
Verlust eines Elternteils (Kessler, in: Hosell/Vogt/Wiegand [Hrsg.], Basler Kommentar
zum Schweizerischen Privatrecht, Obligationenrecht I [Art. 1-529 OR], 6. Auflage, Basel
2015, Art. 47 N 21). Zu berücksichtigen ist, dass bei der zivilrechtlichen Genugtuung
auch täterspezifische Komponenten wie das Verschulden des Täters in die Bemessung
einfliessen, die bei der Bemessung der opferhilferechtlichen Genugtuung keine Rolle
spielen (Empfehlungen der Schweizerischen Verbindungsstellenkonferenz zur
Anwendung des Opferhilfegesetzes vom 21. Januar 2010 [nachfolgend:
Empfehlungen], Ziff. 4.7.2; Urteil des Bundesgerichts vom 28. Januar 2016,
1C_542/2015, E. 4.1).
3.2 Die Genugtuung von Angehörigen des Opfers kann herabgesetzt oder
ausgeschlossen werden, wenn diese oder das Opfer zur Entstehung oder zur
Verschlimmerung der Beeinträchtigung beigetragen haben (Art. 27 Abs. 2 OHG).
4.
4.1 Die Genugtuung wird nach der Schwere der Beeinträchtigung und damit nach der
Intensität und Dauer der Auswirkungen auf die Persönlichkeit bemessen. Sie ist seit
1. Januar 2009 limitiert und beträgt für Opfer höchstens Fr. 70'000.-- und für
Angehörige höchstens Fr. 35'000.--. Genugtuungsleistungen Dritter werden abgezogen
(Art. 23 OHG; Hütte/Landolt, Genugtuungsrecht, Band 1, Zürich/St. Gallen 2013, S. 66).
4.2 Die Höhe einer Genugtuung an die Angehörigen eines an den Folgen einer Straftat
verstorbenen Opfers hängt in erster Linie von der Intensität der Bindung ab, die
zwischen dem Opfer und jedem einzelnen der Angehörigen bestanden hat. Auf eine
intensive Bindung wird im Allgemeinen anhand des Verwandtschaftsgrades
geschlossen (Botschaft OHG, 7224). Die Höhe der Summe, die als Abgeltung
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 8/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
immaterieller Unbill in Frage kommt, lässt sich naturgemäss nicht errechnen, sondern
nur schätzen. Die Festsetzung der Höhe der Genugtuung ist eine Entscheidung nach
Billigkeit und lässt den kantonalen Behörden einen weiten Ermessensspielraum. Das
Bundesgericht lehnt eine allzu schematische Bemessung der Genugtuung ab und stellt
die Einzelfallgerechtigkeit in den Vordergrund (vgl. Gomm/Zehntner, a.a.O., Art. 23 N 1
und N 5 f.).
4.3 Das Bundesamt für Justiz hat im Oktober 2008 einen Leitfaden zur Bemessung der
Genugtuung nach Opferhilfegesetz erstellt (nachfolgend: Leitfaden). Darin hat es einen
Rahmen für die Bemessung der Genugtuungsleistungen für Angehörige festgelegt. Die
entsprechenden Bandbreiten decken sich weitgehend mit den Richtwerten in der
Botschaft OHG und betragen für Angehörige beim Tod des Ehegatten Fr. 20'000.-- bis
Fr. 30'000.-- und beim Tod des Vaters Fr. 8'000.-- bis Fr. 18'000.--. In der Regel
dürften die opferhilferechtlichen Genugtuungsleistungen 30 bis 40% tiefer ausfallen als
die zivilrechtlichen Genugtuungssummen (Empfehlungen, Ziff. 4.7.2). Sowohl bei dem
vom Bundesamt für Justiz festgelegten Bemessungsrahmen als auch bei den in den
Empfehlungen genannten Prozentzahlen handelt es sich jedoch lediglich um
Richtwerte. Entsprechend kann die Behörde im Einzelfall davon abweichen (vgl.
Leitfaden, S. 11; Gomm/Zehntner, a.a.O., Art. 23 N 23).
5.
5.1 Vorliegend kann, wie die Vorinstanz richtig festgehalten hat, nicht auf die vom Täter
anerkannten Genugtuungssummen abgestellt werden. Sie liegen nicht nur weit über
der vom OHG vorgesehenen Limitierung von Fr. 35'000.--, sondern auch deutlich über
den zivilrechtlich etablierten Basisbeträgen (Fr. 30'000.-- bis Fr. 40'000.-- für den
Verlust eines Ehegatten und Fr. 25'000.-- für den Verlust eines Elternteils). Das
Strafgericht hat die Angemessenheit dieser Genugtuungen nicht geprüft. Die
Genugtuungen sind demnach vorliegend unabhängig vom Anerkenntnis des Täters
festzulegen.
5.2 Die Vorinstanz hat sodann zutreffend dargelegt, dass eine Herabsetzung der
Genugtuung gestützt auf Art. 27 Abs. 2 OHG vorliegend nicht angezeigt ist. Auf ihre
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 9/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
diesbezüglichen Ausführungen kann verwiesen werden (vgl. act. G1.1: Verfügung vom
30. November 2018, E. 5).
6.
6.1 Als Indiz für die Intensität der Bindung sind neben dem Verwandtschaftsgrad als
Ausgangspunkt weitere Kriterien wie die Existenz eines gemeinsamen Haushalts, die
Harmonie des Familienlebens, Auswirkungen des Todes auf das Berufs- oder
Privatleben, das Bestehen von Abhängigkeits- oder Verantwortlichkeitsverhältnissen
(z.B. bei minderjährigen Kindern) oder das Alter von Opfer und Angehörigen zu
berücksichtigen. Auf einige Kriterien wird nachfolgend vertieft eingegangen.
6.1.1 Indizien für eine intakte, durch überdurchschnittliche Harmonie geprägte
Intensität der ehelichen Beziehungen sind namentlich gemeinsame Interessen und
Aktivitäten, Hausgemeinschaft, lange Dauer der Ehe, berufliche Gemeinsamkeiten oder
gemeinsam bewältigte schwere Zeiten (vgl. Hütte/Landolt, a.a.O., S. 52 und S. 101).
6.1.2 Mit zunehmendem Alter, dem Auszug aus der elterlichen Wohnung und der
Gründung einer eigenen Familie lockern sich in der Regel die affektiven Bindungen
eines Kindes zu den Eltern. Bei erwachsenen Kindern, die nicht mehr bei ihren Eltern
wohnen, geht man von einer geringeren Intensität der zerstörten Beziehung und damit
verbunden von kleinerer immaterieller Unbill aus. Haben die Kinder bereits eine eigene
Familie gegründet, verlagert sich der Lebensmittelpunkt weg von den Eltern (vgl. Hütte/
Landolt, a.a.O., S. 110).
6.1.3 Wenn auch die täterbezogenen und tatrelevanten Unrechtskriterien – wie z.B. das
Verschulden des Täters – bei der Bemessung einer Genugtuung nach OHG
grundsätzlich aussen vor bleiben müssen, so sind die Umstände der Tat doch insofern
zu berücksichtigen, als sie sich intensiver belastend auf die Persönlichkeit der
Angehörigen auswirken. So können etwa eine besonders verwerfliche Tatausführung
sowie eine besondere Tragik des schädigenden Ereignisses wie beispielsweise ein
Tötungsdelikt an Weihnachten oder bei Gelegenheit eines Familienfestes ebenso wie
die Plötzlichkeit eines schädigenden Ereignisses die Intensität der Verletzung
beeinflussen (vgl. Hütte/Landolt, a.a.O., S. 75 f.). Konnte der Täter oder die Täterin
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 10/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
nicht ermittelt und verurteilt werden, ist der Tod unter besonders schrecklichen
Umständen erfolgt oder der oder die Angehörige Zeuge oder Zeugin der Tat geworden,
kann dies bei der Bemessung der Genugtuung ebenfalls erhöhend berücksichtigt
werden (Leitfaden, S. 8 und 11; Botschaft OHG 7227).
6.1.4 Teilweise wird in der Literatur vertreten, ein Alter von 25 bis 55 Jahren des
Anspruchstellers sei nicht besonders exponiert, sodass sich weder ein Zuschlag noch
eine Reduktion der Genugtuung rechtfertige (vgl. Hütte/Landolt, a.a.O., S. 97).
6.1.5 In einem luzernischen Entscheid aus dem Jahr 2004 sowie in einem bernischen
Urteil aus dem Jahr 2012 wurde das grosse mediale Interesse bei der Bemessung der
Genugtuung mit einbezogen (vgl. Gomm/Zehntner, a.a.O., Art. 23 N 8, zweiter
Spiegelstrich; Meret Baumann/Blanca Anabitarte/Sandra Müller Gmünder,
Genugtuungspraxis Opferhilfegesetz, S. 43, in: Jusletter 1. Juni 2015, S. 7, 17. Fall).
6.2 Zur Bemessung der Genugtuung können Präjudizien ähnlich gelagerter Fälle
beigezogen werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass für Taten vor dem 1. Januar
2009 das alte Recht zur Anwendung gelangte, welches noch keine Limitierung der
Genugtuung (Art. 23 OHG) vorsah. Präjudizien nach altem Recht können deshalb nicht
unbesehen für die Bemessung einer Genugtuung nach geltendem Recht beigezogen
werden (vgl. Baumann/Anabitarte/Müller Gmünder, a.a.O., S. 5).
7.
7.1 Die Höhe der Genugtuung ist für jeden Angehörigen im Einzelfall zu bestimmen. Für
alle Angehörigen gleichermassen sind vorliegend folgende Umstände zu beachten. Die
Ermordung von G._ sel. ereignete sich unter besonders schrecklichen Umständen.
Die Tat kam für die Familie unerwartet. Offenbar handelte es sich dabei um einen
Racheakt dafür, dass das Opfer 17 Jahre zuvor, im Mai 1997, den Bruder des Täters in
gerechtfertigter Notwehr getötet hatte und im August 2001 vom Vorwurf der
vorsätzlichen Tötung freigesprochen worden war. Der Täter erschoss G._ sel. geplant
von hinten beim Beten in der Moschee, also in einer wehrlosen Haltung kniend an
einem vermeintlich sicheren, dem Glauben geweihten Ort (vgl. act. G3.1/4.1). Die
Umstände und die Sinnlosigkeit dieser Tat sind für die Angehörigen somit zusätzlich
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 11/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
belastend. Sie waren zudem einem grossen medialen Interesse ausgesetzt (vgl. die
diversen von den Rekurrenten eingereichten Medienberichte, act. G1.2), wodurch sie
ebenfalls in ihrer Persönlichkeit, insbesondere in ihrer Privatsphäre tangiert wurden.
Dass das Opfer sofort tot war – also nicht lange Schmerzen leiden oder Ängste
ausstehen musste –, keiner der Angehörigen bei der Tat zugegen war, der Täter sich
umgehend der Polizei stellte und zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt wurde,
vermögen nichts daran zu ändern, dass es sich um einen schweren Fall handelt, lassen
aber eine Einstufung des Falles als mit schwersten Leiden verbunden (Botschaft OHG,
7225) nicht zu.
7.2 A._ war die Ehefrau des Opfers. Aus den Akten ergibt sich, dass sie zum
Zeitpunkt der Tat mit G._ sel. rund 25 Jahre verheiratet gewesen war (act. G1). Sie
teilten einen Migrationshintergrund (vgl. act. G3.1/10.1). Sie blieben auch nach einem
Unfall des Opfers, seiner darauffolgenden Arbeitsunfähigkeit und des nach der
vorerwähnten tätlichen Auseinandersetzung im Mai 1997 mehrere Jahre dauernden
Strafverfahrens gegen ihn (welches mit einem Freispruch vom Vorwurf der
vorsätzlichen Tötung wegen gerechtfertigter Notwehr endete) zusammen. Während
A._ nach dem Unfall des Opfers eine berufliche Tätigkeit ausübte (vgl. act. 3.1/1.7.1),
übernahm ihr Ehemann offenbar Aufgaben im Haushalt und in der Erziehung der
gemeinsamen Kinder (act. G1). Die Ehegatten haben somit beträchtliche
Herausforderungen und schwierige Zeiten zusammen gemeistert. Hinweise auf
gravierende Disharmonien zwischen ihnen finden sich in den Akten keine. Wegen des
gewaltsamen Todes ihres Ehemannes wurde A._ für die Dauer von fast einem Jahr
arbeitsunfähig und musste sich wegen psychischer Probleme in Behandlung begeben.
Aufgrund der andauernden Arbeitsunfähigkeit verlor sie ihre Arbeitsstelle (vgl.
act. G3.1/1.7). Ihr ist daher insofern Recht zu geben, als eine Genugtuung am unteren
Rand der Bandbreite gemäss Leitfaden zu tief angesetzt ist. Der Höchstbetrag der
Bandbreite ist jedoch für die schwersten Leiden vorgesehen (Botschaft OHG, 7225).
Ein solches schwerstes Leiden liegt aus rechtlicher Sicht nicht vor. Wie die Vorinstanz
zutreffend ausführt, waren die Kinder der Rekurrentin zum Tatzeitpunkt bereits
volljährig, sodass sie in ihrer Trauer nicht noch im gleichen Masse um die Kinder
besorgt sein musste, wie das eine Witwe mit kleinen Kindern hätte sein müssen. Ihre
älteste Tochter hatte bereits eine eigene Familie gegründet, ihre Söhne waren schon
berufstätig und ihre jüngste Tochter hätte demnächst die Lehre abschliessen sollen.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 12/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
A._ musste deshalb nach dem Tod ihres Ehemannes keine wesentlich höhere
finanzielle Last oder erhebliche erzieherische Aufgaben alleine bewältigen, die sie zuvor
zusammen mit dem Opfer hatte teilen können. Im Gegenteil erhielt sie von ihren
Kindern viel Unterstützung. Insbesondere entlasteten ihre Söhne sie offenbar finanziell
und in Bezug auf das mediale Interesse. Nach dem Gesagten erscheint auch mit Blick
auf aktuelle Präjudizien (vgl. Baumann/Anabitarte/Müller Gmünder, a.a.O., S. 6 ff.) eine
Genugtuung in Höhe von Fr. 25'000.-- angemessen.
7.3 Bei der Bemessung der Genugtuung für die Kinder ist zu berücksichtigen, dass in
der Praxis der kantonalen opferhilferechtlichen Genugtuungsbehörden der vom
Gesetzgeber vorgesehene Spielraum bis Fr. 35'000.-- vollumfänglich ausgenutzt und
insbesondere beim Tod eines Elternteils teilweise erheblich vom Leitfaden abgewichen
wird. Die in der Botschaft OHG vorgesehene und in den Leitfaden übernommene
Bandbreite von Fr. 8'000.-- bis Fr. 18'000.-- scheint insbesondere dann nicht adäquat
zu sein, wenn minderjährige Kinder ihre engste Bezugsperson verlieren und sich das
Leben der gesuchstellenden Person erheblich verändert. In solchen Fällen wird
regelmässig eine höhere Genugtuung zugesprochen (vgl. Baumann/Anabitarte/Müller
Gmünder, a.a.O., S. 6 ff.). Zu beachten ist weiter, dass im Privatrecht eine
Basisgenugtuung von Fr. 25'000.-- für den Verlust eines Elternteils eingesetzt wird.
Wird dieser Betrag auf 2/3 gekürzt, ergibt sich für die opferhilferechtliche Genugtuung
ein Basiswert von Fr. 16'666.--. Schliesslich gilt es zu berücksichtigen, dass für den
Verlust eines Elternteils von Opferhilfebehörden nach altem Recht, das noch keine
Limitierung der Genugtuungen vorsah, auch weit über der Basisgenugtuung von
Fr. 25'000.-- liegende Beträge zugesprochen wurden (vgl. Gomm/Zehntner, a.a.O.,
Art. 23 N 10).
7.4 Gestützt auf die Rechtsprechung sowohl im Privat- als auch im Opferhilferecht und
die Feststellung, dass bei der Bemessung von Genugtuungen für Kinder beim Tod
eines Elternteils zum Teil erheblich vom Leitfaden abgewichen wird, erscheinen die von
der Vorinstanz zugesprochenen Genugtuungen für den vorliegenden Fall zu tief.
Nachfolgend sind die Genugtuungsansprüche für die einzelnen Rekurrenten separat zu
prüfen.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 13/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
7.5 B._ war die jüngste Tochter des Opfers. Sie war zum Tatzeitpunkt 18 Jahre alt
und hat eine für einen jungen Menschen wichtige Bezugsperson verloren. Nachdem ihr
Vater seit vielen Jahren auch Aufgaben im Haushalt und in der Erziehung übernommen
haben soll, die Rekurrentin noch in Ausbildung war und im gemeinsamen Haushalt
lebte, darf die Beziehung zum Opfer und die Verletzung ihrer Persönlichkeit durch die
Tat als intensiv eingeschätzt werden. Die Vorinstanz merkte an, der Zusammenhang
zwischen dem Tod ihres Vaters und dem Nichtbestehen der LAP sei eher vage. In der
Tat finden sich in den Akten keine Unterlagen, welche einen adäquat-kausalen
Zusammenhang zwischen den beiden Ereignissen beweisen würden. Eine
Arbeitsunfähigkeit oder eine psychiatrische Behandlung wurde nicht geltend gemacht.
Es ist aber doch anzunehmen, dass der Verlust ihres Vaters zumindest dazu beitrug,
dass B._ in der Schule den Anschluss verlor und die LAP ein Jahr später nachholen
musste. Damit bestanden überwiegend wahrscheinlich gewisse Auswirkungen auf ihr
Berufsleben. Auch ihr Privatleben wurde beeinflusst, indem sie im Haushalt und in der
Familie stärker belastet wurde und die Verarbeitung des Geschehenen durch das
mediale Interesse jedenfalls nicht erleichtert wurde. Es ist aber auch zu sagen, dass
zwischen einer 18-jährigen und ihrem Vater nicht mehr dasselbe
Abhängigkeitsverhältnis besteht wie zwischen einem minderjährigen Kind und seinem
Elternteil. Insgesamt rechtfertigt sich eine Genugtuung von Fr. 15'000.-- für B._.
7.6 C._ und D._ waren die Söhne des Opfers. Sie lebten zum Tatzeitpunkt noch mit
dem Opfer in einem gemeinsamen Haushalt, was für eine gewisse Harmonie und
Intensität des Familienlebens spricht. Da offenbar hauptsächlich sie dem medialen
Interesse begegnen mussten, wurden sie über Jahre hinweg immer wieder mit dem
Geschehenen konfrontiert. Auch finanziell übernahmen sie im Haushalt einen grösseren
Anteil. Es ist somit angebracht, ihnen eine Genugtuung über dem Bandbreitenminimum
zuzusprechen, da auch sie durch den Mord an ihrem Vater stark in ihrer Persönlichkeit
getroffen wurden. Wiederum rechtfertigt sich aber die Zusprache des
Bandbreitenmaximums nicht. C._ und D._ waren zum Tatzeitpunkt beide bereits
volljährig (20 bzw. 21 Jahre alt) sowie berufstätig und damit grundsätzlich wirtschaftlich
selbständig. Anders als bei ihrer Mutter und wohl auch bei ihrer jüngeren Schwester
hatte der Tod ihres Vaters soweit ersichtlich keine Auswirkung auf ihre Arbeitsfähigkeit
oder ihr Berufsleben. Eine Genugtuung in Höhe von je Fr. 12'000.-- erscheint
angemessen.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
7.7 E._ war die älteste Tochter des Opfers. Sie war zum Tatzeitpunkt 24 Jahre alt
und wohnte nicht mehr im Haushalt des Opfers. Vielmehr war sie bereits verheiratet
und lebte mit ihrem Ehemann und ihren Kindern im Kanton M._. Somit hatte sich ihr
Lebensmittelpunkt bereits von der Familie ihrer Eltern hin zu ihrer eigenen Familie
verschoben. Dass sie trotz ihres eigenen Haushaltes und der räumlichen Distanz
besonders intensiven Kontakt mit ihrem Vater pflegte, ergibt sich nicht aus den Akten.
Eine Erhöhung der Genugtuung kann nicht dadurch begründet werden, dass sie in der
Folge der Tat ihrer Mutter und den Geschwistern beistand, denn die Genugtuung
bezieht sich auf die immaterielle Unbill, welche sie selbst wegen des Todes ihres Vaters
erlitten hat. Beachtlich ist grundsätzlich die Schwere und Dauer der Auswirkung der Tat
auf ihre eigene Persönlichkeit. Eigene gesundheitliche Einschränkungen werden nicht
geltend gemacht. Vorliegend unterstützte E._ ihre Mutter, weil diese in der Folge der
Straftat gesundheitlich angeschlagen war und Hilfe brauchte. Dieser Sachverhalt ist
von der Situation zu unterscheiden, in welcher das Opfer vor seinem Tod einem
beeinträchtigten Ehegatten im Alltag geholfen hat und ein anderer Angehöriger nach
dessen Tod diese Aufgabe übernehmen muss. Dennoch lässt es sich angesichts der in
vorstehender E. 7.3 zitierten Rechtsprechung nicht rechtfertigen, die Bandbreite des
Leitfadens zu unterschreiten. Die Genugtuung für E._ ist deshalb auf Fr. 8'000.--
festzusetzen.
8.
8.1 Das Verfahren betreffend Entschädigung und Genugtuung aus OHG (einschliesslich
Rechtsmittelverfahren) ist von Bundesrechts wegen grundsätzlich kostenlos (Art. 30
OHG), weshalb keine Gerichtskosten zu erheben sind.
8.2 Die Rekurrenten obsiegen mit ihren Begehren um höhere Genugtuungssummen nur
teilweise. Sie haben demnach Anspruch auf Ersatz eines Teils der Parteikosten (Art. 98
Abs. 2 und Art. 98 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS
951.1]). Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht ohne Rücksicht auf
den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des
Prozesses bemessen. In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte
und Rechtsagenten (HonO; sGS 963.75; in der vorliegend anwendbaren, seit 1. Januar
bis
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 15/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
2019 gültigen Fassung, siehe Art. 30 HonO) bei vollem Obsiegen pauschal
Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Der Rechtsvertreter hat keine Kostennote eingereicht,
sodass die Parteientschädigung ermessensweise festzusetzen ist. Bei vollständigem
Obsiegen wäre eine Parteientschädigung von Fr. 3'000.-- (einschliesslich Barauslagen
und Mehrwertsteuer) angemessen. Ausgangsgemäss ist die Parteientschädigung
herabzusetzen. Vorliegend erscheint unter Berücksichtigung des bloss teilweisen
Obsiegens eine Parteientschädigung von Fr. 1'500.-- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer) sachgerecht.