Decision ID: ac114f2d-e03f-49d4-80f2-4ea187fd6fa2
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1980 geborene
X._
, seit dem Jahr 2002 als
kaufmänni
sche Angestellte
bei der
Y._
erwerbstätig, stürzte
am 28. Februar 2006
im Wohnzimmer
und
verdrehte sich dabei
den linken Fuss (Schadenmeldung vom 8. März 2006, Urk.
13/2/132
). Nachdem das
Hyperex
tensionstrauma
zuerst konservativ behandelt worden war (Urk.
13/2/130 f.
), erfolgte im
Z._
bei Beschwerdepersistenz und einer diagnostizierten vorderen
Syndesm
osenruptur
am 18. April 2006 deren
operative Sanierung (Urk.
13/2/125
). Am 6. Juni 2006 wurde das
Osteosynthesematerial
entfernt
(Urk.
13/2/120
).
Am 11. März 2006
wurde
die Versicherte
ausserdem
in einen Auffahrunfall ver
wickelt (Schadenmeldung vom 23. März 2006, Urk.
13/69/409
; Polizeirapport vom 11. März 2006, Urk.
13/69/366 ff.
).
Bei beklagten Nackenschmerzen und Schwindel wurde im
A._
eine HWS-Distorsion diagnostiziert (Urk.
13/69/393 f.
).
Die
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
(
SUVA
)
trat auf beide
Schaden
fälle
ein und erbrachte die gesetzlichen Versicherungsleistungen
(
Taggeld- sowie Heilbehandlungsleistungen
).
Die
Y._
kündigte das Arbeitsverhältnis
mit der Ver
sicherten
infolge andauernder Arbeitsunfähigkeit
per
Ende November 2006 (Urk.
13/12/6).
1.2
Am
29
.
Januar 2007
meldete sich
die
Versicherte
unter Hinweis auf die
se
zwei Unfallereignisse bei der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum
Bezug einer Rente
an (Urk.
13
/1
, Urk. 13/9
).
Die IV-Stelle tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen,
wobei sie
wieder
holt die Akten der SUVA
– welche bei persistierenden Beschwerden vor allem im Bereich des Rückens und der unteren linken Extremität
diverse
medi
zinische Abklärungen tätigte (
siehe
Sachverhalt UV.2014.00061) -
beizog.
1.3
Am 12. Juli 2010 wurde die Versicherte in einen weiteren Auffahrunfall ver
wickelt (Schadenmeldung vom 22. Juli 2010,
Urk. 13/70/207
, Polizeirapport vom 19. August 2010, Urk.
13/70/160 ff.
). Die Versicherte zog sich dabei ein
kraniozervikales
Beschleunigungstrauma zu (Urk.
13/70/199
).
Die
SUVA trat auch auf diesen Schaden ein und erbrachte die gesetzlichen Versicherungsleis
tungen
, insbesondere weiterhin Taggelder basierend auf einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit
(Urk.
13/70/204
).
1.4
Bei persistierenden Beschwerden liess
d
ie IV-Stelle die Versicherte
am 16. März 2011
durch die
B._
polydi
sziplinär (
neurologisch/
psychiatrisch/orthopädisch) begutachten (Gutachten vom
20. Mai 2011
, Urk.
13/45).
D
ie SUVA
veranlasste ausserdem eine Begutachtung in der
MEDAS
C._
, wo die Versicherte
im Dezember 20
11
ebenfalls
rheumatologisch, neurologisch
und
psychiatrisch
untersucht
wurde
(Expertise vom 17. April 2012 [Urk.
13/70/13-70
]; psychiatrisches Teilgutachten vom 12. März 2012 [Urk.
13/70/90-113
]; neurologisches Teilgutachten vom 21. Dezember 2011 [Urk.
13
/
70/72-87
]).
1.5
Mit
Verfügung vom 5. April 2013 (
Urk. 13/71/5 f.
)
stellte d
ie SUVA ihre
Versicherungsleistungen
mangels Vorliegen adäquater Unfallfolgen per 30. April 2013 ein und
verneinte
einen Anspruch auf eine Rente sowie auf eine Integritätsentschädigung.
Die von der Versicherten dagegen erhobene Einspra
che
wies die SUVA
mit
Einsprachee
ntscheid
vom 3.
Februar 2014
ab (Urk.
13/101
).
1.6
Am 8. Mai 2013 erteilte die IV-Stelle
Kostengutsprache für ein
vom
6. Mai 2013 bis 2. August 2013
dauerndes Belastbarkeitstraining
(
Urk. 13/72, inkl.
grossem
Taggeld, Urk.
1
3/73).
Da die gesetzten Ziele nicht erreicht
wurden
, schloss die IV-Stelle die beruflichen Massnahmen
nach Abschluss dieses Trainings
wieder
ab (Urk.
13/
81, Urk. 13/84
).
1.7
Nachdem die IV-Stelle einen weiteren Bericht beim behandelnden Arzt einge
holt hatte (Urk. 13/95), stellte sie der Versicherten
sodann
mit Vorbescheid vom 11. April 2014 (Urk. 13/112) mangels IV-relevantem Gesundheitsschaden
die Abweisung des Leistungsbegehrens
in Aussicht. Dagegen erhob die Versicherte Einwände (Urk. 13/115, Urk. 13/122
), woraufhin die IV-Stelle am
19. November 2014 (Urk. 2) wie angekündigt
verfügte
.
2.
Dagegen erhob
X._
am
23
.
Dezember
2014 Beschwerde (Urk. 1) und
bean
tragte, es sei ihr
bei einer
vollständigen Arbeitsunfähigkeit rückwirkend
per
Ablauf der Wartefrist eine ganze Rente zuzusprechen. Eventu
aliter sei die Sache zwecks Einholung eines weiteren polydisziplinären medizi
nischen Gutachtens an die Vorinstanz zurückzuweisen.
In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um Bestellung von Rechtsanwalt Peter
Bolzli
zum unentgeltlichen Rechtsbeistand (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom
24. Februar 2015
(Urk.
12
unter Beilage ihrer Akten, Urk.
13
/1-1
37
) schloss die
Beschwerdegeg
nerin
auf Abweisung der Beschwerde, was de
r
Beschwerdeführe
r
in
am
4
.
März 2015
mitge
teilt wurde (Urk. 14
).
Am 5. März 2015 liess die Beschwerdeführerin weitere Unterlagen auflegen (Urk.
15
, Urk. 1
6/1-2
).
3.
Mit heutigem Urteil wurde die Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid
der SUVA vom
3.
Februar 2014
abgewiesen (Prozess-Nr. UV.2014.00061).
4.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingere
ichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdegegnerin hielt gestützt auf das
B._
-Gutachten
dafür, die bis
herige Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin ohne Einschränkung zumutbar.
Objektivierbare Unfallfolgen im Sinne von strukturellen Veränderungen würden keine mehr vorliegen.
Im Vordergrund stehe ein subjektives Beschwerdebild, haupts
ächlich ein chronischer Schmerz, welches jedoch zu keiner invalidenver
sicherungsrechtlich relevanten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führe
(Urk. 1,
Urk. 12).
1.2
Demgegenüber brachte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen vo
r, auf das
B._
-Gutachten könne nicht abgestellt werden.
Es sei vielmehr der Beurtei
lung der Gutachter der MEDAS
C._
zu folgen, wonach sie aufgrund einer dissoziativen Bewegungsstörung und einer chronischen Schmerzstörung auf dem freien Arbeitsmarkt nicht mehr arbeitsfähig sei
(Urk. 1).
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztbe
richtes
ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
3.
Am 16. März 2011 wurde die Beschwerdefüh
rerin in der Begutachtungsstell
e
B._
neurologisch, orthopädisch und psychiatrisch untersucht (Gutachten vom 20. Mai 2011, Urk. 13/45). Die
B._
-Gutachter kamen zum Schluss, dass keine Diagnose vorliege, welche Auswirkungen auf die zuletzt ausgeübte
Tätigkeit als kaufmännische Angestellte
habe. Als ohne Auswirkung auf diese Tätigkeit erachteten sie folgende Diagnosen (Urk. 13/45/36 f.):
Zustand nach Sprunggelenkdistorsion links mit Bandverletzung, nach
folgender Operation und vermutlich
perioperativ
aufgetretener Schädi
gung des
Nervus
suralis
und
Nervus
peronaeus
superficialis
mit persistie
render mässiger
Allodynie
, begrenzt auf diese
Dermatome
(neu
rologisch und orthopädisch kein Hinweis für ein aktives oder abgelaufe
nes CRPS), subjektiv erhebliche Bewegungsschmerzhaftigkeit und Minder
belastbarkeit;
Episodische Migräne;
Status nach HWS-Distorsionstrauma anlässlich Heckaufprall am 11. März 2006 und 12. Juli 2010, jeweils Bagatelltrauma QTF I/II, keine objektivierbaren Folgen;
Status nach
Thoraxkontusion
am 11. August 2002, keine Folgen;
Adipositas (BMI 31 kg/m
2
);
Persönlichkeit mit
narzisstischen
und
histrionischen
Tendenzen (ohne Krankheitswert).
Anamnestisch wurde
im Wesentlichen
festgehalten, im Anschluss an die Ope
ra
tion am linken Sprunggelenk im Jahr 2006
hätten weiterhin Schmerzen, insbe
sondere im
Bereich des
Sprunggelenk
es
, sowie
diffuse
Missempf
indungen
im Bereich des
linken Beines persistiert, zusätzlich sei es zu einer Parästhesie und Berührungsüberempfindlichkeit mit brennendem Gefühl am
Fussrist
gekom
men. Berührungsempfindlich sei auch das Areal unterhalb des Aussen
knöchels sowie der Fusskante. Seit der Operation sei die Pronations- und
Supinationsbewegung
des Fusses stark einschränkt sowie die Fusshebung und
senkung
mässig limi
tiert.
In Folge des
Auffahrunfalls vom 11. März
2006 sei es sodann zu Nacken- und Kopfschmerzen
sowie lumbalen Schmerzen
gekommen, wobei
sie
bis heute unter solchen Beschwerden leide.
Ausserdem sei es zu einer Sehstörung gekommen, wobei sie weiterhin Schwierigkeiten beim Betrachten von gewissen geometrischen Figuren habe und es teilweise zu Schwindelgefühlen komme.
Ausserdem sei
en
u
ngefähr zwei Jahre nach der Operation des Sprunggelenkes auch zunehmend
belastungsabhängige
Schmer
zen
am rechten
Vorfuss
aufge
treten
. Das Gehen
mit den zwei Unterarmgehhilfen
sei dadurch noch mühsamer geworden. Parallel zu dem sich entwickelnden Vorfussschmerz rechts habe sich auch im inneren Kniebereich links ein zunehmender Schmerz entwickelt, wobei diese Schmerzen intermittierend seien.
Im Anschluss an den Auffahrunfall im Juli 2010 habe sie sodann ihre linke Kör
perseite nicht mehr
gespürt
, es sei zu einer Halsstarre gekommen sowie zu stechenden Kopfschmerzen im
Bereich des Hinterkopfes
. Die
bereits
vor diesem Unfall
aufgetretenen
Kopfschmerz
en
sei
en seither
noch intensiver und bis jetzt anhaltend. Die Sehstörungen seien in etwa gleich
ausgeprägt
wie nach dem ersten Unfallerei
g
n
is. Die Sensibilitätsminderung des linken Armes se
i mittler
weile weitgehend regrediert, es persistiere
jedoch immer noch eine leichte Kraftminderung der linken Hand.
Seit Ende 2010 bestünden sodann auch Beschwerden im Bereich des linken Handgelenkes,
wahrscheinlich infolge
Überlastung bei fortgesetztem Benützen
der
Unterarmge
h
hilfen
(Urk. 13
/
45/23
25).
Der neurologische Gutachter Dr
. med. D._
, Facharzt für Neurologie,
hielt nach durchgeführten Untersuchungen dafür, im Areal des
Nervus
suralis
bestünden Sensibilitätsstörungen
,
was
möglicherweise
durch die
am
seitlich
en
distalen
Unterschenkel
liegende
Operationsnarbe
begründet sei
.
Ein
Tinelzeichen
sei jedoch nicht nachweisbar
gewesen
.
Ausserdem
bestehe
eine Hypästhesie auch im Areal des
Nervus
peronaeus
superficialis
am Fussrücken, betont für die la
teralen Astbereic
he
. Es sei jedoch schwierig einzuschätzen, inwieweit die von der Beschwerdeführerin angegebenen Schmerzen objektivierbar seien. Einerseits werde eine massivste
Allodynie
im Bereich des
Fussrücken
s und des
seitlichen Fussbereich
s angegeben
, bei unbemerkter Berührung scheine diese
Allodynie
jedoch nicht in dieser Heftigkei
t zu bestehen
. Beim Anziehen
von Strümpfen und Schuhen sei
es
offensichtlich nicht hinderlich.
Auch nicht nachvollziehbar sei die hochgradig angegebene Schwäche
bei der
Fusssenkung und
Zehensen
kung
, zumal
aufgrund des
neurologischen Befund
es
keine Einschränkung der
Tibialisfunktion
plausibel und der Achillessehnenreflex
bestens auslösbar sei. Eine Schädigung des
Nervus
tibialis
im
proximalen Bereich sei damit auch sehr unwahrscheinlich, eine Sensibilitätsstörung an der Fusssohle, was bei einer Schädigung des
Tibialis
zu erwarten wäre, sei ebenfalls nicht angegeben worden und zentrale Störungen lägen nicht vor. Somit sei auch das Phänomen der anscheinenden
Fusssenkerparese
nicht objektivierbar zu begründen.
Auch die seit dem Auffahrunfall im
Jahr
2006 beklagten generalisierten Rücken
schmerzen seien in dieser Intensität
sodann
organisch nicht objektivier
bar.
Selbst die sanfteste Berührung an der
Cutis
der Halswirbelsäule
füh
r
e
zu einer teilweise bereits
antizipierten Abwehrreaktion und Selbstlimitierung jeg
licher Kopfbewe
gungen.
Dabei würden zum Teil auch leiden
d
die Augen geschlossen
und
mimisch
eine hochgradige Schmerzempfindlichkeit aus
ge
drückt.
Dies kontrastie
re
zu der unbemerkt
zu beobac
h
tenden normalen Beweg
lichkeit der Halswirbelsäule.
B
ei Kontrollen im Rahmen von
Ablenkungs
mass
nahmen
sei diese Schmerzh
aftigkeit nicht
feststellbar
.
Auch in der
Lumbal
zone
werde bereits bei einer sanften Perkussion der üppige
re
n kutanen Weich
teile
-
somit alleine durch die Erschütterung des Fettgewebes
-
eine Schmerzhaftigkeit ange
geben. Die Beweglichkeit der Wirbelsäule beim Anziehen von Schuhen und Strümpfen im Sitzen sei im Kontrast hierzu allerdings nicht wesentlich einge
schränkt. Neurologische Hinweise für eine Wurzelreizsymptomatik oder senso
motorische Ausfallmuster
ergäben sich
ansonsten weder im Bereich der oberen noch
der unteren Extremitäten
.
Bezüglich den
Kopfschmerzen stütze sich die Diagnose auf
anamne
s
tische
Angaben (Urk. 13/45/30).
Anzumerken sei, dass keine Hinweise für das Vor
liegen einer Sudeck-Dystro
phie im Bereich des
linken Fuss
es
vorliegen würden. Die Schmerzsymptomatik
sei fokal begrenzt, die Symptome
würden sich auf
ein Nervensegment
beziehen
und
vasomotorische und
sudomo
tor
ische
Veränderungen
beziehungsweise
Hauttrophik
veränderungen
sei
en
nicht zu erkennen. Demgemäss seien die
dif
ferentialdiagnostischen
Überlegungen im Dossier nicht zu stützen.
Sodann sei die von der Beschwerdeführerin beschriebene visuelle Störung
im
Z._
im Mai 2006
intensiv abgeklärt worden, wobei sich unauffällige Befunde ergeben hätten
. Auch in der
E._
hätten
sich im Juni 2006 keine pathologischen Befunde gezeigt (Urk. 13/45/31).
Gutachter
Dr.
D._
kam zum Schluss, dass aus neurologischer Sicht ledig
lich ein Zustand nach Sprunggelenksdistorsion und Bandverletzung mit nach
folgender Operation sowie eine vermu
tlich
perioperativ
aufgetretene
Schädi
gung des
Nervus
suralis
und
Nervus
peronaeus
superficialis
diagnostiziert
werden könne. Die angegebene
Allodynie
erscheine zwar wahrscheinlich, nicht aber die angegeben
e
hochgradige Schmerzintensität. Diverse Inkonsistenzen der Befunde würden eher auf eine zusätzliche Ausgestaltung der Beschwerden hin
deuten. Aufgrund der Beschwerden seien Tätigkeiten im Stehen und Gehen möglichst zu vermeiden, wobei die Tätigkeit als kaufmännische Angestellte jedoch vollumfänglich zumutbar sei (Urk. 13/45/31).
Auch der
orthopädische
Gutachter
Dr. med. F._
, Facharzt für Ortho
pädie und Traumatologie,
kam
nach durchgeführter Untersuchung
zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit vollständig arbeitsfähig sei.
Er hielt dafür, d
er Umfang und die
Intensität
der
von
der Beschwerdeführerin vorgetragenen
zervikalen Beschwerden
seien
anatomisch
nicht erklärbar.
Bei den nicht befriedigend erklärbaren Beschwerden am linken Fuss riet er zu einer Schonung im Sinne des Vermeidens von stehenden Tätig
keiten. Aus orthopädischer Sicht könne sodann keine Notwendigkeit für die von der Beschwerdeführerin verwendeten Unterarmgehstützen und der links getra
genen Handgelenksorthese eruiert werden. Es bestehe der Verdacht einer
Selbst
limitierung
mit demonstrativem Ausdrucksverhalten im Hinblick auf orthopä
disch nicht
pathomorphologisch
zuordenbaren Beschwerden (Urk.
13/45/34 f.
).
Der psychiatrische Gutachter
Dr. med. G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
kam
schliesslich
zum Schluss, dass keine Symptome vorgelegen hätten, welche für eine depressive Erkrankung oder eine hirnorganische Verän
derung sprechen würden. Ob eine Schmerzverarbeit
ung
sstörung in der von der Beschwerdeführerin dargestellten Form bestehe, habe durch die psychiatrische Untersuchung nicht belegt werden können. Ein Leidensdruck sei nicht erkenn
bar gewesen.
Das Vorbringen der Klagen habe kein sicheres Gefühl des
Betrof
fenseins
entstehen lassen.
Die von der Beschwerdeführerin beschriebenen
Kon
zentrationsstörungen
hätten bei der viele Stunden dauernden Untersuchung kein Ermüdungsgefühl erkennen lassen. Aus psychiatrischer Sicht
sei die Beschwerdeführerin in ihrer Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt
(Urk. 13/45/36).
In der
gemeinsamen
Beurteilung kamen die Gutachter zum Schluss,
dass
die beklagte
Allodynie
zur Verwechslung und zu einer Diskussion über das Vorlie
gen eines CRPS Anlass gegeben
habe
.
Diese Diagnose
sei aus ihrer Sicht jedoch weitgehend auszuschliessen.
Hinsichtlich der beklagten zervikalen und lumba
len Beschwerden hätten sodann weder auf orthopädischem noch neurologi
schem Fachgebiet Diagnosen mit versicherungsmedizinischer Relevanz erhoben werden können. Zusammenfassend bestehe aus polydisziplinärer Sicht eine vollständige Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit (Urk. 13/45/37). Ihre Beurteilung habe
mit Sicherheit
ab Datum der Begutachtung Gültigkeit. Die retrospektive Bewertung erscheine nicht ausreichend valide möglich, da häufig die Fehlannahme eines CRPS zur Diskussion gestanden habe, welche
s
jedoch nicht bestätigt werden könne (Urk. 13/45/40).
4.
4.1
Entgegen
dem
Vorbringen der Beschwerdeführerin
durfte
die
Beschwerdegegne
rin
gestützt auf
das
B._
-Gutachten zu Recht davon ausge
hen
, dass
die Beschwerdeführerin
in der angestammten Tätigkeit als kaufmännische Ange
stellte
vollständig arbeitsfähig ist.
4.2
So kamen die
B._
-Gutachter nach umfangreichen Abklärungen und unter Berücksichtigung der
Vorakten
zum Schluss,
dass aus somatischer Sicht keine relevanten Befunde
vorliegend würden
, welche die beklagten Bes
chwerden zu erklären vermöchten und attestierten der Beschwerdeführerin
aus somatischer Sicht
eine vollständige Arbeitsfähigkeit
in der angestammten
Bürot
ätigkeit.
Dass sie das Vorliegen eines CRPS
verneinten und
auch in der Vergangenheit als
nicht
genügend
ausgewiesen erachteten, ist entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (Urk. 13/52/4, siehe auch Kritik
diesbezüglich
ihres behan
delnden Arztes Dr.
med. H._
, Facharzt FMH für Neurologie, Urk. 16/1) nicht zu beanstanden.
So
hatten
auch die
Gutachter der MEDAS
C._
dafürgehalten
, dass das Vorliegen einer Sudeckdystrophie (CRPS Typ I) mit Blick auf
die Aktenlage lediglich möglich
, jedoch nicht gesichert
sei
, der aktu
elle klinische Befund gegen eine Sudeckdystrophie spreche und das Vorliegen eines CRPS Typ II lediglich als Verdachtsdiagnose festgehalten werden könne (Urk. 13/70/58 f.).
Auch die Gutachter der MEDAS
C._
kamen
denn
zum Schluss, dass keine
relevanten objektivierbaren somatischen
Befunde
vor
liegen würden und
dass
aus rheumatologischer-neurologischer Sicht die ange
stammte Tätigkeit weiterhin vollumfänglich zumutbar
sei
(Urk. 13/70/61-62).
Soweit die Beschwerdeführerin das Gutachten der
B._
anderweitig kritisiert (
Urk.
15,
Urk.
16/1), vermag sie mit ihren Vorbringen ebenso wenig durchzu
dringen. Weder führt die Tatsache, dass nicht
Dr.
H._
sondern der behan
delnde Neurologe
Dr.
I._
im Anschluss an das Unfallereignis vom 1
1.
März 2006 die von ihm genannte
Hemihypästhesie
als funktionell beurteilte (vgl.
Urk.
13/45/34; auf S. 31 des Gutachtens wird demgegenüber korrekt auf Dr.
I._
verwiesen) zur Unverwertbarkeit des orthopädischen
Teilgutach
tens
, noch geben die Berichte des
Dr.
H._
Anlass, von der gutachterlichen Beurteilung abzuweichen. Übereinstimmend mit der Aktenlage vermochte auch
Dr.
H._
keine
relevanten
objektivierbaren
somatischen Befunde
zu erheben, sondern stützte seine Beurteilung
- wonach eine voll
ständige Arbeitsunfähigkeit infolge einer ausgedehnten Schmerzsymptomatik vorliege (Urk. 13/
95
) -
primär auf die subjektive
Beschwerdes
childerungen der Beschwerdeführerin.
S
etzte er sich
dabei
jedoch
weder
mit den festgestellten Inkonsistenzen bei den
Schmerz
angaben
(siehe hierzu Bericht der
J._
vom 22. November 2010 [Urk.
13
/
70/142 f.
], Gutachten MEDAS
C._
[Urk. 13/
70/54-55],
B._
-Gutachten [Urk.
13/45/28]) noch
mit der in der Vergangenheit festge
stellte
n
Diskrepanz zwischen den Angaben der Beschwerdeführerin z
um Schmerzmittelgebrauch und dem
dazu divergierenden
Resultat der
Schmerz
mittelkontrolle
(vgl.
Urk. 13/45/31 f. mit Verweis auf
Urk. 1
3
/
69/234 ff.
)
aus
einander
(vgl. hierzu auch nachfolgend E. 4.3.4)
, sondern hielt
vielmehr
in Ver
kennung der Aktenlage
dafür, mit Ausnahme im neurologischen Teilgutachten der
B._
werde
nirgendwo erwähnt
, dass das Verhalten der Beschwerdeführe
rin unter Ablenkung anders
als bei den Testungen
gewesen sei (Urk. 16/1 S. 2), vermag seine Beurteilung von vorneherein nicht zu überzeugen.
4.3
4.3.1
Dass die Beschwerdegegnerin der Beurteilung der
B._
-Gutachter folgend
sodann
auch
eine Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht als nicht ausge
wiesen erachtete, ist ebenfalls nicht zu beanstanden. Der psychiatrische Gut
achter
Dr.
G._
tätigte
umfassende
Untersuchungen, setzte sich mit den
Vorakten
auseinander, und begründete seine Einschätzung in nachvollziehbarer Art und Weise.
So erachtete er eine Schmerzverarbeitungsstörung angesichts
der
Inkonsistenzen
als nicht ausgewiesen und einen Leidensdruck als nicht erkennbar. Auch die von der Beschwerdeführerin beklagten
Konzentrationsstö
run
gen
konnten bei der mehrere Stunden dauernden Untersuchung nicht fest
gestellt werden
(E. 3)
.
Damit in Übereinstimmung hatte auch
Psychiater Dr.
med.
K._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
welcher die Beschwerdeführerin im Auftrag der SUVA im August 2008 untersucht hatte, festgestellt, dass die kognitiven Basisfunktionen vollständig intakt gewesen seien (
Urk. 13/69/2
22
) und
auch anlässlich des
Assessement
s
in der
J._
vom November 2010
ergaben sich
keine
rlei
Hinweise
auf
Störungen des Gedächtnisses, der Konz
entration
oder
der Kognition (
Urk.
13/70/139
).
Soweit
die
Beschwerdeführerin
demnach
bemängelt, es sei zu Unrecht nicht berücksichtigt worden, dass sie unter starken Konzentrationsproblemen leide, sehr vergesslich sei und oft bei einem Gespräch den Faden verliere (Urk. 13/52/4),
kann ihr angesichts dieser Aktenlage nicht gefolgt werden
.
4.3.2
Von der
Beurteilung der
B._
-Gutachter
abweichend
hielt
der psychiatrische Gutachter der MEDAS
C._
, Dr. med.
L._
, FMH Psychiat
rie und Psychotherapie,
welcher die Beschwerdeführerin am
22. Dezember 2011
im Auf
trag der SUVA
psychiatrisch
untersucht
hatte, dafür
,
die Beschwerdefüh
rerin leide unter einer dissoziativen Bewegungsstörung (ICD-10 F44.4) und einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psych
ischen Faktoren (ICD-10 F54.41)
.
Sie
sei
a
ufgrund der Schmerzerkrankung in ihrer
Belastbarkeit
ein
geschränkt
und eigne sich aufgrund der dissoziativen Bewegungsstörung nicht für körperlich belastende Arbeiten
. Das subjektive Erleben der Beschwerdefüh
rerin, nicht mehr arbeitsfähig zu sein, könne aus psychiatrischer Sicht aufgrund der
dissoziativen
Störung
grösstenteils
erklärt werden.
Die Beschwerdeführerin – we
lche
über sehr gute persönliche Ressourcen (gute Schuldbildung, verbal begabt)
verfüge – sei i
m aktuellen psychischen Zustand im ersten Arbeitsmarkt
zwar nicht vermittelbar, es
sei jedoch davon auszugehen, dass trotz der dissozi
ativen Störung eine Restarbeitsfähigkeit vorhanden sei, die nach erfolgter Reha
bilitation im ersten Arbeitsmarkt verwertbar sei. Berufliche Massnahmen seien dringend indiziert. Eine Tätigkeit im k
aufmännischen Berufsfeld wäre
grund
sätzlich zumutbar (Urk.
13/70/106, 109).
4.3.3
Mit
BGE 141 V 281
hat das Bundesgericht unlängst von der Rechtsprechung,
wonach die
somatoforme
Schmerzstörung oder ähnliche Störungen und ihre Fol
gen vermutungsweise mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwind
bar
sind (BGE 130 V 352, 131 V 49 E. 1.2, BGE 139 V 547 E. 3), Abstand genom
men und eine neue Basis für die Beurteilung
somato
former
Schmerzstö
rungen und ihrer Auswirkungen auf die juristisch zu beur
teilende Arbeitsunfä
higkeit begründet (E. 6):
An der Rechtsprechung zu Art. 7 Abs. 2 ATSG - aus
schliessli
che Berücksichtigung der Folgen der gesund
heitli
chen Beeinträchtigung und objektiv
ierte Zumutbarkeitsprüfung bei
mate
rieller Beweislast der
rentenanspre
chenden
Person (Art. 7 Abs. 2 ATSG) - ändert sich dadurch nichts (E. 3.7). An
die Stelle des bisherigen Kriterienkatalogs (bei anhaltender
somatoformer
Schmerzstörung und vergleichbaren psychosomati
schen Leiden) treten im Regelfall beachtliche Standardindikatoren (E. 4). Diese lassen sich in die Kate
gorien Schweregrad (E.
4.3) und Konsistenz der funktio
nellen Auswirkungen einteilen (E. 4.4). Die Standardindikatoren umschreibt das Bundesgericht im genannten Urteil wie folgt:
Kategorie „fun
ktioneller Schweregrad"
Komplex „G
esundheitsschädigung"
Ausprägung der diagnos
erelevanten Befunde
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
r
esistenz
Komorbiditäten
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, pe
rsönliche Res
sourcen)
Kompl
ex „Sozialer Kontext"
Kategorie „Konsistenz" (Gesich
tspunkte des Verhaltens)
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewie
sener
Lei
dens
druck
.
Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 Ingress). Recht und Medizin wir
ken sowohl bei der Formulierung der Standardindikatoren (E. 5.1) wie auch bei deren - rechtlich gebotener - Anwendung im Einzelfall zusammen (E. 5.2). Die Anerkennung eines re
ntenbegründenden Invaliditäts
grades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesund
heitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlich
keit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wie vor die materiell beweisbelastete
versicherte Person zu tragen.
4.3.4
Selbst wenn
der
Beurteilung des psychiatrischen
Gutachter
s
der MEDAS
C._
folgend davon ausgegangen würde, die Beschwerdeführerin leide unter einer dissoziativen Bewegungsstörung und einer chronischen
Schmerz
störung
,
könnte
vorliegend
– gestützt auf die neue bundesgerichtliche Recht
sprechung (E. 4.3.3) - ei
ne Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätig
keit als kaufmännische Angestellte
nicht
als ausgewiesen erachtet werden
.
Was die Kategorie
funktioneller Schweregrad
respektive den Komplex
Gesund
heitsschädigung
betrifft, ergeben sich
div
erse Hinweise auf Inkonsistenzen
.
So war
der Medikamentenspiegel für Paracetamol und Tramadol
anlässlich der durchgeführten Labordiagnostik im Rahmen der neurologischen Untersuchung im Juli 2008 bei Dr. med.
M._
, Facharzt für Neurologie FMH,
unterhalb der Nachweisgrenze, obwohl die Beschwerdeführerin
in Diskrepanz
dazu angegeben
hatte
,
aufgrund der Schmerzen
seit zwei Jahren täglich
Tramal
und
Dafalgan
zu sich
zu
nehme
n
,
weshalb
Dr.
M._
differentialdiagnostisch persönlichkeitsbedingte
motivationelle
Elemente diskutierte
und dafürhielt, dieser Befund sei nur durch eine Nichteinnahme zu erklären
(
Urk. 13/69/236 f.
; siehe hierzu
auch
Urteil des Bundesgerichts 9C_899/2014 vom 29. Juni 2015, E. 4.2.3).
Mehrfach dokumentiert sind sodann Diskrepanzen zwischen dem Ver
halten der Beschwerdeführerin während der Untersuchung und dem Verhalten in unbeobachteten Zustand: So berichteten die Ärzte der
J._
nach durchgeführtem
Assessement
im November 2010 über eine Diskrepanz zwischen dem
Gehtempo
im Rahmen der Testung
und beim
spontanen Gehen (
Urk. 13/70/143
).
I
m
rheumatologischen Teil des
Gutachten
s
der MEDAS
C._
wurde über eine spontane fast vollständige Elevation der Arme beim Auskleiden berichtet,
währen
d
dem
bei der klinischen Untersuchung erhebliche Schmerzen bekundet worden seien (Urk. 13/70/54)
,
sowie über Inkonsistenzen bei den Angaben bezüglich Druckschmerzen
im Bereich des linken Fusse
s
bei unbemerkten Berührungen (Urk. 13/70/55). Der neurologische Gutachter der Begutachtungsstelle
B._
notierte
sodann
, die Bewegungseinschränkungen im Bereich der Halswirbelsäule hätten sich
bei unbemerkter
Beobachtung nicht verifizieren lassen und bei unbemerkter Kontrolle seien Berührungen (im lum
balen Bereich sowie im Bereich
des linken Fusses) im Gegensatz zur Situation anlässlich der Untersuchung durchaus toleriert worden (Urk. 13/45/28).
Es wurde denn auch über eine Diskrepanz zwischen der demonstrierten ausge
prägten Schonung des betroffenen linken Beines und der deutlichen
Beschwie
lung
am linken Fuss berichtet (
Urk. 13/70/143
) und die
B._
Gutachter konn
ten
keine
Atrophisi
erung
der Fussmuskulatur (Urk. 13/45/29) resp. der Ober- und Unterschenkelmuskulatur
feststellen
(Urk.
13/45/33
).
Schliesslich zeigte sich die Beschwerdeführerin in diversen Untersuchungssituationen kaum
schmerzge
plagt
(
Urk.
13/69/237;
Urk.
13/69/203;
Urk.
13/70/41), sah sich der psychiatri
sche Gutachter der MEDAS veranlasst, eine Aggravation zu diskutieren (
Urk.
13/70/105) und wurde
wiederholt über eine fragliche Therapiemotivation und
eine
schlechte Compliance berichtet (
vgl. u.a.
Urk.
13/70/134 ff.
, Urk.
13/71/226 f.
, Urk.
13/71/212 f.
, Urk.
13/69/264 f.
).
Bereits aufgrund dieser Gegebenheiten würde sich die Annahme einer relevanten
Gesundheits
beein
trächtigung
verbieten (BGE 141 V 281 E. 2.2; Urteil des Bundesgerichts 9C_899/2014 vom 2
9.
Juni 2015 E. 4).
Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin über erhebliche Ressourcen verfügt. So
unternimmt
sie
wiederholt
mehrwöchige
Reisen nach
N._
zu ihrer Familie
(Urk. 1
3
/
69/357
,
Urk. 13/69/331
,
Urk. 13/71/172,
Urk.
13/70/156
), fährt selber Auto (Urk.
13/71/172
,
Urk. 13/70/92
)
, trifft sich mit Familie und Freun
den und
pflegt
diverse
Kontakte (Urk.
13
/
70/204
, Urk.
13/70/93
; vgl. dazu auch die Einschätzung des Psychiaters der MEDAS, wonach die Beschwerdeführerin über sehr gute persönliche Ressourcen verfügt:
Urk.
13/70/106)
.
Bei dieser Sachlage k
ö
nn
te
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
in der ange
stammten Tätigkeit als kaufmännische Angestellte
nicht als ausgewiesen erachtet werden
, weshalb eine invalidenversicherungsrechtliche Relevanz einer allfälligen
Somatisierungsstörung
resp. einer dissoziativen Bewegungsstörung vorliegend ausser Betracht fallen würde.
Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass im
invalidenversiche
rungsrechtlichen
Verfahren nicht darauf abzustellen ist, ob eine Person auf dem Arbeitsmarkt vermittelbar ist, sondern einzig dem Umstand Rechnung zu tragen ist, inwieweit einer versicherten Person eine Tätigkeit auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt zumutbar ist (
Art.
7 ATSG), wobei die versicherte Person bei einer (Rest)Arbeitsfähigkeit im bisherigen Beruf grund
sätzlich auf den Weg der Selbsteingliederung zu verweisen ist. Nachdem der psychiatrische Gutachter der MEDAS
C._
- auf dessen Einschätzung sich die Beschwerdeführerin behaften lassen will (
Urk.
1 S. 11ff.) - es für nicht nachvollziehbar bezeichnete, dass die Beschwerdeführerin seit dem Jahr 2006 nicht mehr arbeitet, trotz dissoziativer Störung eine Restarbeitsfähigkeit für gegeben (
Urk.
13/70/106) und berufliche Massnahmen für dringend indiziert hielt (
Urk.
13/70/109) sowie die Tätigkeit im kaufmännischen Bereich grund
sätzlich als zumutbar erachtete (
Urk.
13/70/109), würde sich die Annahme einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf ohnehin verbieten. Letztendlich sah sich der psychiatrische Gutachter der MEDAS
C._
ausserstande, die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin verbindlich festzulegen (
Urk.
13/71/108), womit das Gutachten bereits aus dieser Sicht keine
Entschei
dungsgrundlage
bilden könnte.
4.3.5
Soweit die behandelnde Ps
ychotherapeutin
lic
. phil.
O._
,
Fach
psy
c
hologin
für
Psychotherapie
FSP, bei welcher die Beschwerdeführerin seit dem 18. Juni 2013 in Behandlung steht (Urk. 13/121/1) resp. die delegierenden Fachärzte für Psychiatrie in den Berichten vom 10. Juni 2014 (Urk. 13/121) und 10. Dezember 2014 (Urk. 3) dafürhielten, die Beschwerdeführerin leide unter einer mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10 F32.1), einer
Anpassungsstö
rung
(ICD-10 F43.23) sowie einer chronischen Schmerzstörung (ICD-10 F45.1)
,
vermag
dies
die
Beurteilung der
B._
-Gutachter
ebenfalls
nicht zu erschüttern, zumal in diesen Berichten
hauptsächlich auf die subjektive Einschätzung der Beschwerdeführerin
abgestellt wird und keine Auseinandersetzung mit den
fest
gestellten
Inkonsistenzen stattfindet.
So wird denn auch als Befund festgehal
ten, es bestünden deutliche posttraumatische Belastungssymptome in
verkehrs
spezifischen
Situationen, vor allem beim Autofahren.
In Diskrepanz dazu ergibt sich jedoch aus den Akten
, dass die Beschwerdeführerin selber wieder Auto fährt
(vgl. E. 4.3.4)
.
Soweit
schliesslich
festgehalten wird, es bestehe eine bedrückte Stimmung als
Reaktion auf
die
Auseinandersetzungen mit
den
Versi
cherungen
, handelt es sich um einen psychosozialen Faktor
,
was
aus
versiche
rungsrechtlicher
Sicht ausser Betracht zu bleiben
hat
.
4.4
Zusammenfassend besteht
entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin
somit
kein invalidisierender Gesundheitsschaden. Konnte in der Vergangenheit ein teilweise erwähntes CRPS nicht bestätigt werden und ergaben sich mit Aus
nahme der
Syndesmoseruptur
auch sonst keine strukturellen Veränderungen anlässlich der drei erlittenen Unfälle, ist auch vor dem Zeitpunkt der Begutach
tung in der Begutachtungsstelle
B._
im März 2011 kein langandauernder
relevanter Gesundheitsschaden ausgewiesen, welcher zu einem Rentenanspruch führen würde (vgl. Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG [mindestens einjährige Arbeitsunfä
higkeit
von 40 %
ohne wesentlichen Unterbruch]).
A
ufgrund der beweiskräftigen medizinischen Aktenlage
besteht
kein weiterer Abklärungsbedarf
und die
Beschwerdegegnerin
hat
einen Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin
somit zu Recht
verneint.
Die Beschwerde ist daher vollum
fänglich abzuweisen.
5.
5.1
Weil vorliegend die Voraussetzungen zur Bewilligung der unentgeltlichen
Pro
zessführung
und zur unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung
gemäss § 16 Abs. 1 und 2 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) erfüllt sind (Urk.
11
), ist der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung
in der Person von Rechtsanwalt Peter
Bolzli
zu gewähren.
5.2
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 800.-- festzulegen und ausgangsgemäss von
der Beschwerdeführerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG), zufolge Gewäh
rung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse zu nehmen.
5.3
5.3.1
Nach § 34 Abs. 3
GSVGer
bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Pro
zesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert.
5.3.2
Mit Honorarnote vom
4. Dezember 2015
(Urk.
17
) machte Rechtsanwalt Peter
Bol
zli
einen Aufwand von
8,75
Stunden
mit einem Stundenansatz von Fr. 250.--
sowie Barauslagen in Höhe von Fr.
58.90
und damit insgesamt Fr.
2‘426.-- (inkl.
MWSt
) geltend. Der Zeitaufwand von 8,75 Stunden sowie die Barauslagen von Fr. 58.90 erscheinen als angemessen
.
Mit Blick darauf, dass das vorliegende Verfahren von der Untersuchungsmaxime geprägt ist, rechtfertigt es sich jedoch nicht, einen höheren als den gerichtsüblichen Ansatz von Fr. 200.-- (für Auf
wendungen bis 31. Dezember 2014) respektive von Fr. 220.-- (für Aufwendun
gen ab 1. Januar 2015) in Anwendung zu bringen.
Rechtsanwalt Peter
Bolzli
ist daher mit einem Betrag von
Fr. 1‘995.--
(
6,8 Stunden à Fr. 200.-- und 1,9 Stunden à Fr. 220.--;
inkl. Barauslagen und
MWSt
) aus der Gerichtskasse zu entschädigen.
5.4
Die Beschwerdeführerin ist auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hinzuweisen, wonach sie zur Nachzahlung der Gerichtskosten sowie der Entschädigung an Rechtsanwalt Peter
Bolzli
verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist.