Decision ID: e6d61f8d-f126-56f5-ad85-8924b95bc8ef
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A.a Der Beschwerdeführer, ein aus B._, Distrikt C._
(D._) stammender ethnischer Tamile, reichte am (...) ein erstes
Asylgesuch in der Schweiz ein.
A.b Mit Verfügung vom 14. Januar 2019 verneinte die Vorinstanz die
Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers, lehnte das Asylgesuch ab,
verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Wegweisungs-
vollzug an. Mit Urteil D-807/2019 vom 19. August 2020 wies das Bundes-
verwaltungsgericht die gegen diese Verfügung vom Beschwerdeführer am
15. Februar 2019 erhobene Beschwerde ab.
B.
Am 11. Dezember 2020 reichte der Beschwerdeführer beim SEM eine als
"Wiedererwägungsgesuch" betitelte Eingabe ein. Mit Verfügung vom
23. Dezember 2020 stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die
Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte die als Mehrfachgesuch qualifizierte
Eingabe ab, soweit darauf eingetreten wurde und verfügte die Wegweisung
aus der Schweiz und deren Vollzug. Dieser Entscheid erwuchs unange-
fochten in Rechtskraft.
C.
C.a Am 8. April 2021 liess der Beschwerdeführer schriftlich ein zweites
Asylgesuch einreichen. Darin führte er zur Hauptsache an, er habe sich in
der Schweiz weiterhin exilpolitisch betätigt. Er habe (Aufzählung Tätigkei-
ten). (Nennung Dauer) habe er vor dem Sitz der (Nennung Institution) an
einem (Nennung Anlass) teilgenommen. Nach diesen Ereignissen habe
sich der sri-lankische Geheimdienst zu seinem Wohnhaus begeben und
dort seine Angehörigen mit dem Tod bedroht. Die Wohnung sei durchsucht
und seine (Nennung Verwandte) gefoltert worden. Sodann habe sich seit
der Amtseinführung des neuen Präsidenten Gotabaya Rajapaksa im No-
vember 2019 die Situation in dem ehemals vom Bürgerkrieg betroffenen
Land erheblich verschlechtert. Weiter leide er infolge der in Sri Lanka erlit-
tenen Folter an (Nennung Leiden), weshalb er sich aktuell in (Nennung Be-
handlung) befinde. Da seine Verwandten arm seien, vermöchten sie ihn
nicht zu unterstützen.
Der Beschwerdeführer verwies zum Beleg seiner Vorbringen auf (Aufzäh-
lung Beweismittel). Sodann legte er den bereits mit dem Asylgesuch vom
(...) eingereichten (Nennung Beweismittel) ins Recht.
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C.b Mit Verfügung vom 23. April 2021 stellte das SEM fest, der Beschwer-
deführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte das Mehrfachge-
such ab und verfügte die Wegweisung aus der Schweiz sowie deren Voll-
zug. Mit Urteil D-2537/2021 vom 24. Juni 2021 hiess das Bundesverwal-
tungsgericht die gegen diese Verfügung vom Beschwerdeführer am
29. Mai 2021 erhobene Beschwerde gut, hob die Verfügung des SEM vom
23. April 2021 auf und wies das Verfahren zur Neubeurteilung im Sinne der
Erwägungen an die Vorinstanz zurück. Zur Begründung führte das Gericht
im Wesentlichen an, der vom Beschwerdeführer mit seinem Mehrfachge-
such vom 8. April 2021 (angeblich) eingereichte (Nennung Datenträger)
habe dem SEM im Zeitpunkt seines Entscheids offenbar nicht vorgelegen
und es habe es versäumt, denselben vor Erlass seiner Verfügung beim
Beschwerdeführer einzufordern. Darin sei eine grobe Verletzung des Un-
tersuchungsgrundsatzes respektive eine unvollständige Feststellung des
rechtserheblichen Sachverhalts sowie eine Verletzung der Begründungs-
pflicht zu erkennen. Zudem sei die Begründungspflicht auch dadurch ver-
letzt worden, indem das SEM für die Beurteilung des nach dem Entscheid
vom 23. Dezember 2020 weitergeführten exilpolitischen Engagements des
Beschwerdeführers mit keinem Wort auf die in diesem Zusammenhang im
Mehrfachgesuch enthaltenen diversen Verweise auf (Nennung Beweismit-
tel) zu seinen weiteren Aktivitäten enthalten, Bezug genommen habe. Es
bleibe unklar, ob und in welchem Umfang sich das SEM in seinen Erwä-
gungen auf diese Unterlagen gestützt und diese gewürdigt habe.
D.
D.a Mit Schreiben vom 19. Juli 2021 forderte das SEM den Beschwerde-
führer auf, den im Mehrfachgesuch vom 8. April 2021 als Beilage erwähn-
ten (Nennung Datenträger) bis am 2. August 2021 nachzureichen.
D.b In seinem Antwortschreiben vom 2. August 2021 teilte der Beschwer-
deführer dem SEM mit, die auf dem (Nennung Datenträger) befindlichen
Videos seien auf seinem (Nennung Gerät) gespeichert gewesen, welches
er in der Zwischenzeit jedoch verloren habe. Um seiner Mitwirkungspflicht
nachzukommen, habe er die Webseiten anderer Plattformen von Organi-
sationen, die vom sri-lankischen Verteidigungsministerium als terroristisch
eingestuft würden, durchgesehen. Dabei sei er auf ein auf (Nennung Platt-
form) veröffentlichtes Video (...) eines (Nennung Person), der von den hei-
matlichen Behörden als Terrorist eingestuft werde, gestossen. Gleichzeitig
ersuchte der Beschwerdeführer das SEM, diese neuen Informationen ent-
gegenzunehmen. In seinem Fall lägen risikobegründende Faktoren vor.
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Seinem Schreiben legte er (Nennung Beweismittel) bei.
E.
Mit Verfügung vom 27. August 2021 stellte das SEM fest, der Beschwer-
deführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte das Mehrfachge-
such ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und deren Vollzug und
forderte den Beschwerdeführer auf, die Schweiz bis am Tag nach Eintritt
der Rechtskraft zu verlassen. Ferner erhob es eine Gebühr von Fr. 600.–
und wies die Anträge auf Ansetzung einer Anhörung und Vornahme zusätz-
licher Instruktionsmassnahmen über die Schweizer Botschaft in Colombo
ab.
F.
Gegen die Verfügung des SEM vom 27. August 2021 erhob der Beschwer-
deführer mit Eingabe vom 4. Oktober 2021 Beschwerde beim Bundesver-
waltungsgericht. Darin beantragte er, es sei die angefochtene Verfügung
aufzuheben, seine Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihm Asyl zu ge-
währen. Eventuell sei die vorläufige Aufnahme anzuordnen. In verfahrens-
rechtlicher Hinsicht beantragte er, es sei festzustellen, dass der Be-
schwerde aufschiebende Wirkung zukomme. Zudem sei die unentgeltliche
Prozessführung zu gewähren, sein Rechtsvertreter sei ihm als amtlicher
Rechtsbeistand beizugeben und auf die Erhebung eines Kostenvorschus-
ses sei zu verzichten.
Der Beschwerdeschrift lagen (Aufzählung Beweismittel) bei.
G.
Mit Schreiben vom 5. Oktober 2021 bestätigte das Bundesverwaltungsge-
richt den Eingang der vorliegenden Beschwerde.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung
von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und
entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend
– endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]).
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1.2 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdefüh-
rung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht einge-
reichte Beschwerde (Art. 108 Abs. 6 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist
einzutreten.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-
hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines
Schriftenwechsels verzichtet.
4.
4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft
nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Das Bundesverwaltungs-
gericht hat die Anforderungen an das Glaubhaftmachen der Vorbringen in
verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Da-
rauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1, BVGE 2012/5
E. 2.2).
4.2 Wer sich darauf beruft, dass durch sein Verhalten nach der Ausreise
aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat eine Gefährdungssituation erst ge-
schaffen worden ist, macht sogenannte subjektive Nachfluchtgründe im
Sinne von Art. 54 AsylG geltend. Subjektive Nachfluchtgründe begründen
zwar die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, führen jedoch
gemäss Art. 54 AsylG zum Ausschluss des Asyls, unabhängig davon, ob
sie missbräuchlich oder nicht missbräuchlich gesetzt wurden. Stattdessen
werden Personen, welche subjektive Nachfluchtgründe nachweisen oder
glaubhaft machen können, als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen (vgl.
BVGE 2009/29 E. 5.1, 2009/28 E. 7.1 m.w.H.).
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5.
5.1 Das SEM führte in seiner Verfügung vorweg aus, Beweismittel – wie
ein (Nennung Datenträger) – würden praxisgemäss gleich bei Eingang ei-
nes Gesuchs fotografiert und anschliessend werde ein Abbild des physi-
schen Beweismittels im elektronischen Verfahrensführungssystem eGov
zusammen mit der Eingabe hochgeladen. Sowohl das Schreiben des Be-
schwerdeführers vom 2. August 2021 als auch das Bild des nun neu ein-
gereichten (Nennung Datenträger) seien auf eGov hochgeladen worden.
Es sei daher zumindest wahrscheinlich, dass der erste (Nennung Daten-
träger) – entgegen den Behauptungen in der Eingabe vom 2. August 2021
– nicht beim SEM verloren gegangen, sondern gar nicht erst eingereicht
worden sei.
In der Sache hielt das SEM sodann fest, hinsichtlich des Profils des Be-
schwerdeführers sei zunächst auf die bisherigen Verfügungen des SEM
und auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-807/2019 vom
19. August 2020 zu verweisen. Es sei dabei festgestellt worden, dass beim
Beschwerdeführer keine risikobegründenden Faktoren vorlägen und er ins-
besondere die vorgebrachte Vorverfolgung nicht habe glaubhaft machen
können. Weiter sei bei tamilischen Personen ohne eigene Verbindungen
zu den G._, welche sich exilpolitisch betätigten, nicht davon auszu-
gehen, die sri-lankischen Behörden würden diesen bei einer Rückkehr eine
enge Verbindung zu den G._ unterstellen oder sie zu jener Gruppe
zählen, die bestrebt sei, den tamilischen Separatismus wieder aufleben zu
lassen. Dies gelte umso mehr, wenn die Personen nach Kriegsende im
Jahr 2009 noch mehrere Jahre in Sri Lanka gelebt hätten, ohne flüchtlings-
rechtlich relevante Verfolgungsmassnahmen glaubhaft machen zu können.
Dies treffe vorliegend auf den Beschwerdeführer zu. Dies trotz des Um-
standes, dass er bei der Mobilisierung und Koordination von Demonstrati-
onen mitgewirkt haben wolle, indem er Flugblätter verteilt habe. Im ersten
Asylverfahren sei bereits verneint worden, dass er wegen einer tatsächli-
chen oder bloss unterstellten Verbindung zu den G._ ins Visier der
sri-lankischen Behörden geraten könnte. Sodann habe sich das SEM be-
reits in seiner Verfügung vom 23. Dezember 2020 mit seinen exilpolitischen
Tätigkeiten auseinandergesetzt. Der Beschwerdeführer weise nach wie vor
kein besonders exponiertes Profil auf. An dieser Feststellung vermöchten
auch die neu vorliegenden Beweismittel nichts zu ändern. Die Personen
auf dem nun eingereichten Video seien (nicht zuletzt aufgrund der Masken)
schwer zu erkennen und kaum zu identifizieren. Selbiges treffe auf die im
Mehrfachgesuch vom 8. April 2021 aufgeführten Weblinks zu. Selbst wenn
sein Gesicht auf einigen eingereichten Bildern erkennbar sein möge, sei
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aufgrund einer Gesamtwürdigung festzustellen, dass er sich nicht aus der
Masse von anderen mit dem sri-lankischen Regime unzufriedener Perso-
nen hervorzuheben vermöge.
Das Vorbringen, der sri-lankische Geheimdienst habe sich zu seinem El-
ternhaus begeben und dort seine (Nennung Verwandte) gefoltert, stelle
letztlich eine durch nichts belegte Parteibehauptung dar. Eine begründete
Furcht vor asylrelevanter Verfolgung sei daher nicht auszumachen. Das
vor der geltend gemachten Kundgebung entstandene (Nennung Beweis-
mittel) – dem generell nur ein geringer Beweiswert zukomme – vermöge
an dieser Einschätzung nichts zu ändern. Die weiteren eingereichten Be-
richte würden keinen individuellen Bezug zum Beschwerdeführer aufwei-
sen. Die Annahme einer Verfolgungsgefahr aufgrund der Präsidentschafts-
wahl vom 16. November 2019 setze einen persönlichen Bezug der asylsu-
chenden Person zu eben diesem Ereignis respektive dessen Folgen vo-
raus, was der Beschwerdeführer vorliegend gerade nicht überzeugend
habe darlegen können. Aufgrund dieser Erörterungen seien weitere Abklä-
rungen bei der Schweizerischen Botschaft in Colombo nicht geboten. Auch
eine weitere Anhörung sei nicht angezeigt. Der Beschwerdeführer erfülle
demnach die Flüchtlingseigenschaft nicht.
5.2 Der Beschwerdeführer wendete unter Hinweis auf die mit der Rechts-
mitteleingabe eingereichten Beweismittel und weitere Quellen demgegen-
über ein, er sei Teil der Führungsriege des H._ sowie der I._
und zeichne für die am (Nennung Zeitpunkt) durchgeführte Kundgebung
vor der (Nennung Institution) in E._ verantwortlich. In mehreren Me-
dien sei über diese Veranstaltung berichtet worden. Auf den zitierten Inter-
netseiten und den Fotos seien die Verantwortlichen aufgrund ihrer offiziel-
len weissen Kleidung respektive an den blauen Hemden zu erkennen. Fer-
ner habe er den Empfang in der Schweiz des (Nennung Gruppe) auf seiner
Reise durch Europa organisiert. Ferner sei er auf den Fotos mit den Füh-
rern der beiden erwähnten Organisationen, die vom sri-lankischen Vertei-
digungsministerium als terroristisch eingestuft würden, abgebildet. Auf-
grund seiner dokumentierten, weitergehenden exilpolitischen Aktivitäten
sei er zweifellos von den sri-lankischen Behörden fichiert worden und
müsse bei einer Rückkehr in seine Heimat um Leib und Leben fürchten.
6.
6.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Durchsicht der Akten zum
Schluss, dass die Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerde-
führers zu Recht verneint und dessen Mehrfachgesuch abgelehnt hat. Die
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Einwände in der Beschwerde und die eingereichten Beweismittel vermö-
gen nichts zu Gunsten des Beschwerdeführers zu bewirken.
6.1.1 Vorweg ist hinsichtlich des im Mehrfachgesuch vom 8. April 2021 er-
wähnten, den vorinstanzlichen Akten aber nicht beiliegenden (Nennung
Datenträger) Folgendes festzustellen: Die nach Ergehen des Kassations-
urteils des Bundesverwaltungsgerichts D-2537/2021 vom 24. Juni 2021
getätigten Bemühungen des SEM zum Erhalt des in Frage stehenden
(Nennung Datenträger) blieben erfolglos. Dies, nachdem der Beschwerde-
führer das (Nennung Gerät), auf welchem die letztlich auf den (Nennung
Datenträger) kopierten Dateien gespeichert gewesen seien, verloren habe.
Auch wenn der Beschwerdeführer in seinem Schreiben vom 2. August
2021 das SEM für den Verlust dieses (Nennung Datenträger) verantwort-
lich macht, was die Vorinstanz bestreitet (vgl. angefochtene Verfügung vom
27. August 2021, Kap. IV, Ziff. 2), kann die Beantwortung dieser Frage letzt-
lich offenbleiben. Dies deshalb, weil der Beschwerdeführer weder in seiner
Rechtsmitteleingabe vom 4. Oktober 2021 – und auch nicht in seinem
Schreiben vom 2. August 2021 – konkret darlegt, was für Videos sich auf
dem mit Mehrfachgesuch vom 8. April 2021 eingereichten (Nennung Da-
tenträger) befunden haben sollen, noch rügt, genau diese Videos wären für
die Beurteilung seines Mehrfachgesuchs entscheidend gewesen.
6.1.2 Sodann sind die vom Beschwerdeführer geltend gemachten exilpoli-
tischen Aktivitäten nicht geeignet, ein Risikoprofil im Sinn der bundesver-
waltungsgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. Referenzurteil E-1866/2015
vom 15. Juli 2016) zu begründen. Das von ihm geschilderte exilpolitische
Engagement und insbesondere die wiederholte (Nennung Aktivitäten) so-
wie an (Nennung Anlass) sind – entgegen der in der Beschwerde vertrete-
nen Ansicht – weiterhin als niederschwellig zu qualifizieren. Es ist nicht da-
von auszugehen, dass die sri-lankischen Behörden von der Teilnahme des
Beschwerdeführers an diesen Veranstaltungen Kenntnis genommen ha-
ben. Zum Umstand, dass laut Beschwerdeführer in einer (...) Zeitung ein
Foto von ihm veröffentlicht und weitere Fotos in sozialen Medien aufge-
schaltet worden seien, hat sich das SEM in seinem rechtskräftigen Ent-
scheid vom 23. Dezember 2020 zum Mehrfachgesuch des Beschwerde-
führers vom 11. Dezember 2020 bereits geäussert. Diesbezüglich hielt es
zu Recht fest, dass er daraus nichts zu seinen Gunsten ableiten könne und
er in diesen Berichten weder namentlich erwähnt worden noch auf den
publizierten Fotos offensichtlich erkennbar sei. Zu keinem anderen Schluss
führen auch die seither eingereichten (Nennung Beweismittel), zumal er in
diesen nicht namentlich erwähnt wird und ganz offensichtlich auch nicht
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durch eine exponierte Funktion anlässlich dieser Kundgebung(en) – soweit
überhaupt dokumentiert – hervortritt. Die diesbezügliche Einschätzung der
Vorinstanz ist zu bestätigen (vgl. angefochtener Entscheid vom 27. August
2021, Kap. IV, Ziff. 3). Auf den eingereichten Originalfotos ist zwar ersicht-
lich, dass der Beschwerdeführer ein weisses Hemd trägt. Dass er alleine
dadurch – oder gemäss ihm auch durch das allfällige Tragen eines blauen
Hemdes, das ausschliesslich den Leitern der I._ vorbehalten sei
(vgl. Beschwerdeschrift S. 5 oben) – eine lenkende Rolle bei Veranstaltun-
gen geführt hätte und sich dadurch von den einfachen Kundgebungsteil-
nehmern abheben würde, ist jedoch aufgrund des Bildmaterials klarer-
weise zu verneinen. So lässt auch der Umstand, dass er auf einzelnen Fo-
tos respektive Videos in der ersten Reihe steht, noch nicht auf eine beson-
dere Rolle des Beschwerdeführers anlässlich dieser Veranstaltungen
schliessen. Zudem wird im Schreiben der (Nennung Beweismittel) zu den
beabsichtigten Veranstaltungen vom (Nennung Zeitpunkt) als Kontaktper-
son nicht sein Name, sondern derjenige einer anderer Person aufgeführt.
Auch die Teilnahme an einem (Nennung Anlass) im (Nennung Zeitpunkt)
vermag daran nichts zu ändern. Nachdem die daran beteiligten Personen
auf den relevanten Fotos (vgl. 1. Link auf S. 2 des Mehrfachgesuchs vom
8. April 2021) alle eine Maske tragen, lässt sich ohnehin nicht zweifelsfrei
überprüfen, ob sich der Beschwerdeführer überhaupt unter den Beteiligten
befand.
Hinsichtlich der in der Rechtsmitteleingabe erstmals erwähnten Vorbrin-
gen, aufgrund seiner Stellung innerhalb des H._ sowie der
I._ und seiner Verbindungen zu deren Führungspersonen sei der
Beschwerdeführer bei einer Rückkehr einer asylrelevanten Verfolgung
ausgesetzt, fehlen detaillierte Ausführungen zu dieser Verbindung. Der
pauschale Verweis auf die offizielle Seite des H._ auf (Nennung so-
ziales Netzwerk) (vgl. S. 4 oben der Beschwerdeschrift) genügt nicht, um
im Rahmen eines Mehrfachgesuchs eine Gefährdung wegen angeblicher
Tätigkeiten für dieselbe zu konkretisieren. Auch das Vorbringen, er habe
für die I._ die Veranstaltung vom (...) initiiert und organisiert – und
sei laut Ausführungen im Mehrfachgesuch vom 8. April 2021 (S. 6) für die
Anfertigung des bei einer Veranstaltung im (Nennung Zeitpunkt) verwen-
deten (Nennung Gegenstand) verantwortlich gewesen, das während der
gesamten Demonstration lediglich von ihm und seinem Stellvertreter ge-
tragen worden sei –, erweist sich in Ermangelung irgendwelcher Belege
als blosse Parteibehauptung. Ebenso fehlen jegliche Belege für die in der
Rechtsmitteleingabe erhobenen Behauptungen, er habe den Empfang der
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durch Europa fahrenden (Nennung Gruppe) in der Schweiz organisiert o-
der sich mit den Führungspersonen des H._ und der I._ ab-
lichten lassen. Jedenfalls ergeben sich aus den eingereichten Fotos keine
Anhaltspunkte, die letztere Behauptung stützen könnten. Weder der ins
Recht gelegte Reiseplan der (Nennung Gruppe) noch der Bericht zur Be-
handlung junger Tamilen im Norden Sri Lankas oder der Aufruf der (Nen-
nung Organisation) oder das Bildmaterial zur behaupteten Repression ge-
gen die Teilnehmer an den Gedenkfeierlichkeiten vom (Nennung Zeitpunkt)
enthalten als solche einen Hinweis auf den Beschwerdeführer. Ein Sach-
zusammenhang zu den Ausführungen des Beschwerdeführers lässt sich
schliesslich auch aus dem dritten, mit der Rechtsmitteleingabe eingereich-
ten (Nennung Datenträger) nicht herleiten, zumal es dem dort kopierten
Filmausschnitt zur eben erwähnten Repression an Ton und Text mangelt.
Aus der im vorangehenden Beschwerdeverfahren eingereichten (Nennung
Beweismittel) geht lediglich hervor, dass die Liste der designierten Perso-
nen bezüglich der «Regulation 4(7) of the United Nations Regulations No. 1
of 2012" erweitert worden sei. Diese Liste "of designated persons and en-
tities" enthält Namen von Organisationen, die verboten, und von Personen,
die gesucht sind (vgl. SEM, Notiz Sri Lanka, Lagefortschreibung vom
7. Februar 2020, S. 16). Dabei wird auf der Personenliste auch – der vom
Beschwerdeführer hervorgehobene – (Nennung Person), wegen terroristi-
scher Aktivitäten genannt. Daraus alleine lässt sich offensichtlich keine Ver-
bindung zum Beschwerdeführer respektive zu dessen exilpolitischer Tätig-
keit herstellen.
Dem Beschwerdeführer gelingt es demnach nicht, die von ihm behauptete
besondere Stellung in der tamilischen Diaspora in der Schweiz und die an-
geblich intensiven Kontakte zu anderen – insbesondere von den sri-lanki-
schen Behörden gesuchten – Mitgliedern der tamilischen Diaspora glaub-
haft zu machen. Zudem sind den Akten keine Anhaltspunkte zu entneh-
men, wonach er, wie behauptet, im Rahmen der Organisation respektive
Teilnahme von Kundgebungen oder des Empfangs von Mitgliedern der
durch Europa fahrenden (Nennung Gruppe) exponierte oder qualifizierte
Tätigkeiten ausgeführt hätte.
6.1.3 Soweit der Beschwerdeführer anführt, sein exilpolitisches Engage-
ment habe behördliche Repression seiner Familie in Sri Lanka zur Folge,
ist die diesbezügliche Erwägung des SEM zu bestätigen, wonach es sich
dabei um eine reine Parteibehauptung handelt. Das vom Beschwerdefüh-
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rer in diesem Zusammenhang eingereichte (Nennung Beweismittel), ge-
mäss welchem seine (Nennung Verwandte) am (...) wegen (Nennung
Grund) im (Nennung Institution) von B._ behandelt worden sei, ver-
mag in keiner Weise zu belegen, dass sie wegen seinen exilpolitischen
Aktivitäten in der Schweiz von sri-lankischen Sicherheitskräften gefoltert
worden wäre, zumal dem (Nennung Beweismittel) auch keine Angaben zu
den Ursachen dieser Verletzungen zu entnehmen sind. Das erwähnte Be-
weismittel stellt daher keinen tauglichen Beweis für die geltend gemachte
Gefährdungssituation dar.
6.1.4 Insgesamt erscheint es somit äusserst unwahrscheinlich, dass der
Beschwerdeführer durch die Teilnahme an mehreren Veranstaltungen in
der Schweiz – mehr hat er weder substanziiert noch belegt – ins Visier der
sri-lankischen Behörden geraten ist. Aufgrund der bereits im Urteil
D-807/2019 vom 19. August 2020 (vgl. E. 6.1) festgestellten Unglaubhaf-
tigkeit seiner Asylvorbringen ist entgegen der in der Beschwerdeschrift ge-
machten Behauptung (vgl. S. 7 unten) nicht davon auszugehen, dass er
vor der Ausreise aus Sri Lanka von den heimatlichen Sicherheitsbehörden
registriert worden wäre. Die sri-lankischen Behörden dürften die nach wie
vor als niederschwellig zu qualifizierende exilpolitische Tätigkeit des Be-
schwerdeführers – sollten sie davon überhaupt Kenntnis erlangen – kaum
als ernsthafte Bedrohung erachten.
6.1.5 Zum Hinweis auf die allgemeine Gefährdungslage für nach Sri Lanka
zurückkehrende tamilische Asylsuchende nach der Machtergreifung des
Rajapaksa-Clans ist festzuhalten, dass zum heutigen Zeitpunkt kein Grund
zur Annahme besteht, dass seit dem Machtwechsel in Sri Lanka ganze Be-
völkerungsgruppen kollektiv einer Verfolgungsgefahr ausgesetzt wären.
Unter diesen Umständen ist im Einzelfall zu prüfen, ob ein persönlicher
Bezug der asylsuchenden Personen zur Präsidentschaftswahl vom 16. No-
vember 2019 respektive deren Folgen besteht. Das – als unverändert zu
erachtende – Risikoprofil des Beschwerdeführers bildete bereits Gegen-
stand der Beurteilung im Urteil D-807/2019 (vgl. E. 6.2 f.), worauf als res
iudicata verwiesen werden kann. Die Schlussfolgerungen der Vorinstanz
sind mithin weder in tatsächlicher noch in rechtlicher Hinsicht zu beanstan-
den. Die in der Beschwerde erwähnten Medienberichte sind nicht geeignet,
am Ergebnis etwas zu ändern.
6.2 Insgesamt konnte der Beschwerdeführer keine nach dem rechtskräfti-
gen Abschluss seines ordentlichen Asylverfahrens entstandenen Gründe
geltend machen, die in Bezug auf seine Flüchtlingseigenschaft zu einer
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Seite 12
anderen Würdigung führen könnten. Die Vorinstanz hat zu Recht die
Flüchtlingseigenschaft verneint und sein Mehrfachgesuch abgewiesen.
7.
Lehnt das SEM das Asylgesuch ab, verfügt es in der Regel die Wegwei-
sung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an. Nachdem der Beschwer-
deführer weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch
über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen verfügt, wurde die Weg-
weisung vom SEM zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4;
2009/50 E. 9, je m.w.H.).
8.
8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den
gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG;
Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungs-
vollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts
der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigen-
schaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich
ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24
E. 10.2 m.w.H.).
8.2
8.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen
der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den
Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3
AIG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land
gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem
Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft,
zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1
AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über
die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25
Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen
Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-
lung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf nie-
mand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Be-
handlung unterworfen werden.
8.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-
rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur
Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem
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Seite 13
Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-
dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG
verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren
keine Anwendung finden. Die mit dem Mehrfachgesuch dargelegten Vor-
bringen und Beweismittel rechtfertigen keine andere Einschätzung. Eine
Rückkehr des Beschwerdeführers in den Heimatstaat ist demnach unter
dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.
8.2.3 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdefüh-
rers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer
Ausschaffung nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei-
ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung
ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für
Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses
müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr («real risk») nachwei-
sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter
oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR
Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06,
§§ 124–127 m.w.H.). Die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka
lässt den Wegweisungsvollzug nach Auffassung des Gerichts – nach wie
vor – nicht als unzulässig erscheinen (vgl. Urteil E- 1866/2015 E. 12.2 so-
wie bspw. Urteil des BVGer D-2287/2019 vom 23. März 2021 E. 9.1.3). Es
ergeben sich aus den Akten auch keine konkreten Hinweise darauf, dass
der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher
Wahrscheinlichkeit Massnahmen zu befürchten hätte, die über einen so
genannten "Background Check" (Befragung und Überprüfung von Tätig-
keiten im In- und Ausland) hinausgehen würden, oder dass er persönlich
gefährdet wäre. Sodann vermag auch der Gesundheitszustand des Be-
schwerdeführers eine Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs im Sinn
der restriktiven Rechtsprechung (vgl. Urteil des EGMR Paposhvili gegen
Belgien 13. Dezember 2016, Grosse Kammer 41738/10, §§ 180–193
m.w.H.; BVGE 2017 VI/7 E. 6; BVGE 2011/9 E. 7 m.w.H.) nicht zu rechtfer-
tigen. Der Vollzug der Wegweisung erweist sich insgesamt als zulässig.
8.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-
grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-
dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung
festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige
Aufnahme zu gewähren.
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8.3.1 Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri-lankischen Regierung und
den G._ ist im Mai 2009 zu Ende gegangen, und es herrscht weder
Krieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt (vgl. BVGE 2011/24
E. 13.2.1). Gemäss Rechtsprechung ist der Vollzug von Wegweisungen in
die Nord- und Ostprovinz zumutbar, wenn das Vorliegen der individuellen
Zumutbarkeitskriterien bejaht werden kann (vgl. Urteil E-1866/2015
E. 13.2).
Das Bundesverwaltungsgericht hat die Zumutbarkeit des Wegweisungs-
vollzugs in den C._-Distrikt, D._, wo der Beschwerdeführer
zuletzt gewohnt hat, letztmals in seinem Urteil D-807/2019 vom 19. August
2020 E. 8.3.2 bejaht. An dieser Einschätzung ist weiterhin festzuhalten, zu-
mal der Beschwerdeführer diesbezüglich nichts Gegenteiliges vorbringt.
Auch die von ihm angeführten aktuellen politischen Entwicklungen in Sri
Lanka lassen keine andere Einschätzung zu. Insoweit der Beschwerdefüh-
rer unter Hinweis auf mehrere Arztberichte gesundheitliche Beeinträchti-
gungen geltend macht, ist darauf hinzuweisen, dass von der grundsätzli-
chen Behandelbarkeit (Nennung Beschwerden) in Sri Lanka ausgegangen
werden kann (vgl. Urteil des BVGer E-7137/2018 vom 23. Januar 2019
E. 12.3 m.H.). Einer allfälligen Gefahr der Suizidalität ist ferner im Rahmen
der Vollzugsmodalitäten Rechnung zu tragen.
Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als
zumutbar.
8.4 Nach Art. 83 Abs. 2 AIG ist der Vollzug auch als möglich zu bezeichnen,
weil es dem Beschwerdeführer obliegt, bei der zuständigen Vertretung sei-
nes Heimatstaats die für seine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu
beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; BVGE 2008/34 E. 12).
8.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu
Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Entgegen des ent-
sprechenden Rechtsbegehren fällt eine Anordnung der vorläufigen Auf-
nahme somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).
9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.
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10.
10.1 Mit dem Entscheid in der Hauptsache ist der Antrag auf Verzicht auf
Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden.
10.2 Der Beschwerdeführer beantragt die Gewährung der unentgeltlichen
Prozessführung und amtlichen Rechtsverbeiständung. Aufgrund der vor-
stehenden Erwägungen ergibt sich, dass die Begehren als aussichtlos zu
gelten haben. Damit ist eine der kumulativ zu erfüllenden Voraussetzungen
nicht gegeben, weshalb den Gesuchen nicht stattzugeben ist.
10.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-
deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und praxisgemäss bei Aus-
sichtslosigkeit auf insgesamt Fr. 1'500.– festzusetzen (Art. 1–3 des Regle-
ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor
dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
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