Decision ID: 5a1d9025-c6e6-4091-bbef-4031124eefd5
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherter) erlitt am 13. Juli 2009 einen Arbeitsunfall, als er,
nachdem eine Holzplatte gebrochen war, aus rund 2.7 Meter Höhe von einem Gerüst
auf den Betonboden gestürzt war. Dabei zog er sich multiple Kontusionen (LWS,
Übergang HWS/BWS; Schulter/Nacken rechts dorsal; Flanke/Thorax rechts in Höhe
Nierenlager; Knie links; Ellbogen links) zu (IV-act. 5-1, 21-123 ff.).
A.b Im April 2010 meldete sich der Versicherte aufgrund anhaltender Rücken- und
Schulterschmerzen zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung (IV) an. Mit
Verfügung vom 11. März 2011 verneinte die IV-Stelle bei 100%-iger Arbeitsfähigkeit in
der angestammten Tätigkeit einen Rentenanspruch (IV-act. 32). Diese Verfügung blieb
unangefochten.
A.c Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva) hatte ihre Leistungen
mangels fortbestehender kausaler Unfallfolgen bereits per 30. Juni 2010 eingestellt
(vgl. Fremdakten). Auch dieser Entscheid blieb letztlich unangefochten.
B.
B.a Im November 2012 meldete sich der Versicherte, nach einer Anmeldung zur
Früherfassung im Oktober 2012 (IV-act. 37), erneut, unter Hinweis auf seit dem Unfall
von Juli 2009 bestehende Rückenprobleme, zum Leistungsbezug bei der IV an (IV-act.
45).
B.b Vom 2. bis 15. Januar 2013 hielt sich der Versicherte in der Klinik für
Rheumatologie und internistische Rehabilitation in Valens auf. Im Austrittsbericht vom
5. Februar 2013 hielten die Ärzte 1. ein chronisches lumbospondylogenes Syndrom
rechtsbetont – Spondylolisthesis LWK5 auf SWK1 II° nach Meyerding –
mehrsegmentale degenerative disco-ossäre Veränderungen der unteren LWS – max.
hochgradige Spondylarthrose mit spinaler und rezessaler Stenose L4/5 und 2. einen
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Harnwegsinfekt – antibiotische Therapie mit Ciprofloxacin 26. Dezember 2012 bis 3.
Januar 2013 fest. Bis am 27. Januar 2013 werde eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit
attestiert. Die am 8. Januar 2013 durchgeführte Beurteilung der Arbeitsfähigkeit habe
eine Belastbarkeit entsprechend einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeit ergeben
(IV-act. 54).
B.c Am 29. Mai 2013 wurde der Versicherte am Rücken operiert (Dekompression und
Spondylodese L3-S1; IV-act. 72-1). Dr. med. B._, Facharzt FMH für Neurochirurgie,
diagnostizierte laut Bericht vom 17. Januar 2014 1. einen Status nach Bauunfall am 13.
Juli 2009 mit Exazerbation eines bekannten lumbovertebralen Schmerzsyndroms bei
bekannter Spondylolyse und Spondylolisthesis L5/S1 mit Nachweis einer medianen
Diskushernie L4/L5 und L3/L4 und konsekutiver Spinalkanalstenose, 2. ein chronisches
lumbospondylogenes Schmerzsyndrom seit 2006, 3. eine depressive Stimmungslage
und 4. eine Bandscheiben-Degeneration mit Protrusionen C5/C6 und C6/C7. Der
operative Eingriff und der postoperative Verlauf hätten sich komplikationslos gestaltet
und es bestehe aus objektiver Sicht ein zufriedenstellender Verlauf. Die bisherige
Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar. Frühestens ab 1. Februar 2014 bestehe für
körperlich leichte, rückengerechte Tätigkeiten eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit (IV-act.
82-3 f.). Am 16. Juni 2014 wurden die Schrauben L3-S1 operativ entfernt und der
Versicherte am 23. Juni 2014 in gutem Allgemeinzustand nach Hause entlassen (IV-act.
87). Gemäss Bericht von Dr. B._ vom 19. August 2014 bestand in angestammter
Tätigkeit bei 30% verminderter Leistungsfähigkeit eine Arbeitsfähigkeit von viereinhalb
Stunden pro Tag, in adaptierten Tätigkeiten (leichtere bis mittlere Hilfsarbeiten) ab 1.
Oktober 2014 bei ganztägigem Pensum eine solche von 50% (IV-act. 86).
B.d Auf Empfehlung des regionalen ärztlichen Dienstes (RAD) vom 11. September
2014 (IV-act. 89-3) veranlasste die IV-Stelle ein bidisziplinäres (orthopädisches und
psychiatrisches) Gutachten bei Dr. med. C._, Facharzt für Orthopädie, und Dr. med.
D._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie (IV-act. 90 ff.). Die
Untersuchungen des Versicherten fanden am 17. Oktober 2014 statt (IV-act. 94). In
ihrem Gutachten vom 22. November 2014 (IV-act. 96) diagnostizierten die Fachärzte 1.
ein rechtsseitiges lumboradikuläres Reizsyndrom L5 (ICD-10: M51.1) bei bilateraler
Spondylolyse L5 (ICD-10: M43.06) und Spondylolisthesis (ICD-10: M43.16) L5/S1 Grad
I nach Meyerding sowie foraminalen Stenosen ab L3 (ICD-10: M48.06) und
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Discushernien L3 bis S1 (ICD-10: G55.1) sowie Spondylarthrosen lumbal (ICD-10:
M47.86) und 2. ein Cervicalsyndrom rechts (ICD-10: M54.82) bei Discusprotrusionen
C5/C6 und C6/C7 (ICD-10: M51.3). Diesen Befunden massen sie Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit zu. Weiter diagnostizierten die Ärzte 1. eine Anpassungsstörung mit
längerer depressiver Reaktion (ICD-10: F43.21), 2. eine Adipositas und 3. Knick-Senk-
Spreizfüsse beidseits, rechtsbetont. Diesen Befunden massen sie keinen Einfluss auf
die Arbeitsfähigkeit zu (IV-act. 96-40). Aus orthopädischer Sicht sei aktuell von einem
instabilen Gesundheitszustand auszugehen. Es würden weitere Abklärungen
durchgeführt. Unter Umständen sei eine operative Revision indiziert. Eine Beurteilung
der leidensadaptierten Tätigkeit sei demzufolge verfrüht (IV-act. 96-42).
B.e Am 25. November 2014 wurde in der Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin des
Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) eine periradikuläre Infiltrationstherapie bei
komplikationslosem Verlauf durchgeführt (IV-act. 99). Gemäss Bericht von Dr. med.
E._, Arzt mbF der Klinik für Neurochirurgie des KSSG, vom 28. Januar 2015 hat die
Infiltration vorerst zu einer deutlichen Verbesserung geführt. In der Folge seien die
Schmerzen aber wieder exazerbiert. Die Neuroforamen L5 beidseits seien immer noch
deutlich verengt. Vermutlich müsse man bei einem operativen Eingriff eine erneute Re-
Spondylodese durchführen und das Segment L5/S1 dekomprimieren und erweitern. Da
der Versicherte diesen Schritt aber noch nicht durchführen wolle, werde als Alternative
die schmerzmedikamentöse und konservative Therapie vorgeschlagen (IV-act. 117).
B.f Die IV-Stelle ersuchte mit Schreiben vom 24. Februar 2015 die Gutachter Dr. C._
und Dr. D._ um eine Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit des Versicherten in einer
leidensangepassten Tätigkeit unter Zugrundelegung der seit dem bidisziplinären
Gutachten eingeholten medizinischen Berichte und Stellungnahmen (IV-act. 120). Diese
erging ohne nochmalige Untersuchung des Versicherten am 13. März 2015. Darin
wurde ausgeführt, dass schmerztherapeutische Massnahmen weder die Belastbarkeit
des Rückens noch die Arbeitsfähigkeit relevant verbessern könnten, so dass die
Arbeitsfähigkeit mittlerweile eingeschätzt werden könne (IV-act. 122-3). Wegen der
verminderten Belastbarkeit des Achsenskeletts sei in der angestammten Tätigkeit als
Bauarbeiter keine Arbeitsfähigkeit mehr gegeben. Aus demselben Grund könne der
Versicherte keine Lasten über fünf Kilogramm heben oder tragen und keine
Zwangspositionen der Wirbelsäule, insbesondere im Sinne der Inklination und Rotation,
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einnehmen. Längeres Sitzen, Stehen an Ort oder Gehen sei ebenso wie das
Überwinden von Höhendifferenzen deutlich eingeschränkt. Aus psychiatrischer Sicht
würden keine wesentlichen Beeinträchtigungen des Tätigkeits-, Belastungs- und
Ressourcenprofils vorliegen. Störungen und Funktionsdefizite, welche einen Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit hätten, würden keine vorliegen. Aus orthopädischer und auch
bidisziplinärer Sicht sei davon auszugehen, dass der Versicherte in einer gut
leidensangepassten Tätigkeit während sieben Stunden am Tag arbeiten könne,
entsprechend einem Arbeitspensum von etwa 80%. Dabei sei mit einer
Leistungseinschränkung von 10% (langsameres Arbeiten, schnellere Ermüdbarkeit,
vermehrte und betriebsunübliche Pausen) zu rechnen. Insgesamt betrage die
Gesamtarbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit aus bidisziplinärer Sicht
etwa 70% (IV-act. 122-4).
B.g Am 16. Juni 2015 sprach die IV-Stelle dem Versicherten eine berufliche Abklärung
vom 18. Mai bis 16. August 2015 im Verein F._ zu (IV-act. 136). Gemäss
Abschlussbericht vom 18. August 2015 schätzten die verantwortlichen Personen die
Leistungsfähigkeit des Versicherten bei einer leichten Montagetätigkeit auf maximal
10%. Eine verwertbare Steigerung der Leistungsfähigkeit hätte während der
beruflichen Massnahme nicht beobachtet werden können. Einem längerfristigen
Arbeitspensum von mehr als 50% stünde man sehr skeptisch gegenüber, dafür müsste
der Versicherte sein Leiden weniger in den Fokus stellen. Eine Eingliederungsfähigkeit
in den ersten Arbeitsmarkt sei momentan nicht gegeben (IV-act. 144). Am 30.
September 2015 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass keine beruflichen
Massnahmen mehr angezeigt seien, da er sich nicht in der Lage fühle, an weiteren
Massnahmen mitzuwirken (IV-act. 148).
B.h Am 20. Oktober 2015 erliess die IV-Stelle einen Vorbescheid, welcher dem
Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 30% die Ablehnung eines
Rentenanspruches in Aussicht stellte (IV-act. 151). Trotz Einwandes des Versicherten
vom 2. November 2015 (IV-act. 154) und der AXA-ARAG, Rechtsschutz AG, Zürich,
vom 10. bzw. 23. November 2015 (IV-act. 155, 160) verfügte die IV-Stelle nach
Rücksprache mit dem RAD (IV-act. 163) am 6. Januar 2016 im Sinne des
Vorbescheides (IV-act. 47).
C.
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C.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 4. Februar
2016. Der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) verweist insbesondere auf
einen ärztlichen Bericht seines Hausarztes, Dr. med. G._, vom gleichen Tag (act. G
1). Dieser führt aus, dass die klinisch und bildgebend dokumentierten
Beeinträchtigungen von Rückenmark und Nervenwurzeln sowie des schützenden
knöchernen Gerüsts (Wirbelsäule) nicht wegdiskutiert werden könnten. Durch die
beiden aktuellsten Berichte der Neurochirurgie St. Gallen von Dezember 2015 (act. G
1.3) und Januar 2016 (act. G 1.4) seien sowohl die Schwere der körperlichen
Beeinträchtigung objektiv dokumentiert wie auch die Prognosen mit und ohne weitere
Eingriffe. Der Arbeitsversuch des Beschwerdeführers in einer geschützten Werkstatt,
welcher von diesem motiviert wahrgenommen worden sei, fliesse nicht oder falsch in
die Beurteilung der IV-Stelle (nach¬folgend: Beschwerdegegnerin) ein. In
leidensadaptierter Tätigkeit sei der Beschwerdeführer bei 50% zeitlicher Anwesenheit
maximal 50% belastbar, womit von einer maximalen Arbeitsfähigkeit von 20 bis 25%
ausgegangen werden könne. Der Beschwerdeführer habe primär alles versucht, seine
letzte Arbeitsstelle trotz grösster Schmerzen zu halten, wegen drohender zusätzlicher
Schäden gegen den ärztlichen Rat. Er habe wiederum auf sehr dringlichen Rat des
Arztes hin mehrere operative Eingriffe machen lassen, deren Erfolg – objektiv – nicht
der gewünschte gewesen sei, weshalb die körperlichen Einschränkungen persistiert
hätten. Trotz der weitreichenden Konsequenz für den Beschwerdeführer habe die
Beschwerdegegnerin eine höchst fragwürdige Verfügung erlassen, ohne sich dabei auf
eine fachlich angemessene arbeitsmedizinische Beurteilung oder ein entsprechendes
Gutachten zu stützen. Aufgrund der fachärztlichen Dokumentation und der
entsprechenden Prognose bezüglich therapeutischer Möglichkeiten müsse der
Beschwerdeführer zum aktuellen Zeitpunkt zu 100% berentet werden und eine
Neubeurteilung müsste nach allfälligen erfolgreichen neurochirurgischen Eingriffen
erfolgen (act. G 1.1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 11. März 2016 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Sie führt im Wesentlichen aus, dass der
Beschwerdeführer von den Dres. C._ und D._ ausführlich körperlich und
psychiatrisch untersucht worden sei. Das bidisziplinäre Gutachten sei ausführlich
abgefasst und dessen Schlussfolgerungen zusammen mit der
Arbeitsfähigkeitsschätzung seien in jeder Hinsicht nachvollziehbar. Der
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Beschwerdeführer erhebe gegen das Gutachten auch keine substantiierten Einwände.
Die beiden genannten neurochirurgischen Berichte des KSSG würden keine neuen
Gesichtspunkte und Arbeitsfähigkeitsschätzungen enthalten. Der Beschwerdeführer
übersehe, dass die Befundlage bei seinem Rücken im bidisziplinären Gutachten in
einer rückenadaptierten Tätigkeit ausreichend berücksichtigt worden sei. Die
angefochtene Verfügung sei rechtmässig (act. G 4).
C.c Mit Verweis auf einen weiteren Bericht von Dr. G._ vom 28. April 2016 hält der
Beschwerdeführer mit undatierter Eingabe sinngemäss unverändert an der
Beschwerde fest (act. G 6). Dr. G._ führt aus, dass die von Dr. D._ diagnostizierte
Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion klar anzuzweifeln sei. Wenn eine
psychische Komponente allenfalls mit der Zeit auftrete, dann höchstens eine reaktive.
Vor seiner Arbeitsunfähigkeit habe der Beschwerdeführer jedenfalls 20 Jahre auf dem
Bau in der Schweiz gearbeitet, gut angepasst und integriert. Dr. C._ unterschlage,
dass es sich beim Ganzen um einen Status nach Spondylolisthesis mit erheblicher
Spinalkanalstenose auch nach operativem Eingriff inklusive Metallentfernung handle.
Neurochirurgisch berge ein weiterer Eingriff grössere Risiken mit ungewissem Ausgang,
weshalb vor einem solchen Entscheid die Betreuung in der Schmerzsprechstunde des
KSSG vorgeschlagen worden sei. Die im November 2014 erwähnte instabile Situation
bestehe nach wie vor, weshalb nicht nachzuvollziehen sei, dass Dr. C._ im März
2015 eine 80%-ige Arbeitsfähigkeit in einer rückenadaptierten Tätigkeit festlege. Die
neueren Berichte der Neurochirurgie des KSSG stellten sehr wohl neue Aspekte dar,
insbesondere würden sie die Schwere des Leidens, die Risiken von weiteren Eingriffen
und die nach wie vor instabile gesundheitliche Situation bestätigen. Der
Beschwerdeführer werde weiterhin mit einer Mehrfach-Kombination von Medikamenten
behandelt, unter anderem auch mit potenten Morphinpflastern. Dies einzig, um die
Lebensqualität halbwegs zu erhalten. Diese Medikation habe auch während des
Arbeitseinsatzes im F._ bestanden, wo eine deutlich eingeschränkte Arbeitsfähigkeit
attestiert worden sei. Der Beschwerdeführer habe kein krankheitsrelevantes
psychisches Problem, eine Anpassungsstörung sei jedenfalls nicht zu erkennen. Die
Probleme seien effektiv körperlicher Natur, dies jedoch mit grosser Relevanz (act. G
6.1).
C.d Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet (act. G 8).
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C.e Nachdem aus dem vom Beschwerdeführer eingereichten Bericht der Klinik für
Neurochirurgie des KSSG vom 27. Januar 2016 hervorging, dass am 20. Januar 2016,
damit kurz nach Verfügungserlass vom 6. Januar 2016, eine weitere bildgebende
Diagnostik der LWS durchgeführt worden war (act. G 1.4), wurde der Gutachter Dr.
C._ vom Versicherungsgericht mit Schreiben vom 29. August 2018 gebeten, eine
Stellungnahme bezüglich allfälliger gesundheitlicher Veränderungen seit dem
Gutachten bzw. dem letzten MRI vom 24. September 2014 einzureichen (act. G 13). Dr.
C._ antwortete mit Eingaben vom 9. bzw. 11. September 2018 (act. G 14 ff.). Er
führte darin zusammenfassend aus, dass sich gegenüber den in seiner Stellungnahme
vom 13. März 2015 festgehaltenen Schlussfolgerungen auch bezüglich
Arbeitsfähigkeiten (angestammt / adaptiert) keine Änderungen ergeben hätten. Diese
neuen Eingaben von Dr. C._ wurden den Parteien zur Kenntnis gebracht (G 17).
C.f Dr. G._ reichte am 26. September und 3. Oktober 2018 zwei weitere
Stellungnahmen ein (act. G 18 f.). Diese Eingaben wurden der Beschwerdegegnerin
zugestellt (act. G 20).

Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist ein Rentenanspruch
des Beschwerdeführers.
2.
2.1 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die: a. ihre Erwerbsfähigkeit
oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können; b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40%
arbeitsunfähig gewesen sind; und c. nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40%
invalid sind. Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
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Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für
die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG).
2.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50%
besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten
Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4). Für das gesamte
Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der
freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind
(BGE 125 V 352 E. 3a).
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2.4 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach haben Gericht und Verwaltung von Amtes wegen für die richtige und
vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (Urteil des
Bundesgerichts vom 1. April 2011, 8C_73/2011, E. 4.1).
3.
Um den Invaliditätsgrad ermitteln zu können, muss die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
feststehen. Die Beschwerdegegnerin stützt sich dabei in der angefochtenen Verfügung
auf das bidisziplinäre (orthopädische / psychiatrische) Gutachten der Dres. C._ und
D._ vom 22. November 2014 (IV-act. 96) und deren weitere Stellungnahme vom 13.
März 2015 (IV-act. 122) sowie die Berichte des RAD vom 9. Dezember 2014 (IV-act. 97)
und 20. März 2015 (IV-act. 124) sowie vom 21. Dezember 2015 (IV-act. 163). Letzterer
erachtet das Gutachten als beweiskräftig und weitere Abklärungen für nicht nötig.
3.1 Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen
Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen
sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde
zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise
sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4). Es ist nicht zulässig, ein medizinisches
Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass
weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte später zu
anderslautenden Einschätzungen gelangen oder an vorgängig geäusserten
abweichenden Auffassungen festhalten. Vorbehalten bleiben aber Fälle, in denen sich
eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und
nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die
im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des
Bundegerichts vom 27. Mai 2008, 9C_24/2008, E. 2.3.2).
3.2 Beim bidisziplinären Gutachten der Dres. C._ (orthopädischer Experte) und D._
(psychiatrische Expertin) vom 22. November 2014 (IV-act. 96) inkl. ergänzender
Stellungnahme vom 13. März 2015 (IV-act. 122) handelt es sich um ein formgerecht
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eingeholtes externes Administrativgutachten (IV-act. 90 ff.). Es berücksichtigt
umfassend die geklagten Beschwerden, beruht auf allseitigen Untersuchungen und
setzt sich mit der bisherigen medizinischen Aktenlage eingehend auseinander. Es ist in
diesem Sinne vollständig, schlüssig und nachvollziehbar. Die Gutachter erläutern,
weshalb es sich im Untersuchungszeitpunkt im Oktober 2014 bei geplanten Eingriffen
um einen instabilen Gesundheitszustand gehandelt habe (IV-act. 96-27), was eine
langfristige Prognose der Arbeitsfähigkeit bei zeitnah erfolgten Eingriffen nicht
zugelassen hätte und weshalb im Zeitpunkt der ergänzenden Stellungnahme im März
2015 schliesslich die adaptierte Arbeitsfähigkeit geschätzt werden konnte (keine
Veränderung des Gesundheitszustands durch lediglich schmerztherapeutische
Massnahmen; IV-act. 122-3). Entsprechend kommt dem Gutachten nur bei konkreten
Indizien gegen die Zuverlässigkeit nicht volle Beweiskraft zu (vgl. vorstehende E. 3.1).
4.
Der Beschwerdeführer lässt durch seinen behandelnden Arzt Dr. G._ mehrere
Mängel am Gutachten, an den Einschätzungen sowie bezüglich Vollständigkeit der
Abklärungen rügen (act. G 1.1, 6.1), worauf im Folgenden einzugehen ist.
4.1
4.1.1 Dr. G._ führt aus, dass die bildgebend dokumentierten Beeinträchtigungen von
Rückenmark und Nervenwurzeln sowie des schützenden knöchernen Gerüsts
(Wirbelsäule) nicht wegdiskutiert werden könnten (act. G 1.1). Dr. C._ unterschlage,
dass es sich um einen Status nach Spondylolisthesis mit erheblicher
Spinalkanalstenose auch nach operativem Eingriff inkl. Metallentfernung handle (act. G
6.1).
4.1.2 Dr. C._ diagnostizierte in seinem Gutachten u.a. ein rechtsseitiges
lumboradikuläres Reizsyndrom L5 bei bilateraler Spondylolyse L5 und
Spondylolisthesis L5/S1 Grad I nach Meyerding sowie foraminalen Stenosen ab L3 (IV-
act. 96-24). Die zwei durchgeführten Operationen am Rücken (29. Mai 2013:
Mikrochirurgische Dekompression L3-S1 mit dorsolateraler Spondylodese L3-S1,
bilateraler Mikrodiskektomie und intercorporeller Cage-Einlage [PLIF] L5/S1; 16. Juni
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2014: Schraubenentfernung von L3-S1 wegen Schraubenlockerung) werden sowohl
beim Aktenauszug (IV-act. 96-12, 14) als auch bei den Diagnosen (IV-act. 96-24)
aufgeführt. Auch die bildgebenden Unterlagen, insbesondere die MRIs der LWS vom
24. September 2014 (IV-act. 96-23 f.) und 20. Januar 2016 (act. G 16), welche nach
den zwei Operationen erstellt wurden, fanden in den Beurteilungen von Dr. C._
Berücksichtigung. Entsprechend erweist sich der vorgenannte Einwand von Dr. G._
als unbegründet. Insbesondere werden weder die bildgebend objektivierbaren
Gesundheitsschäden (inkl. Stenosen) wegdiskutiert noch Befunde oder durchgeführte
Operationen unterschlagen. Im Übrigen werden Schmerzen an sich von Dr. C._ nicht
in Frage gestellt, die Ursachen dafür sind denn auch objektiv ausgewiesen. Wenn er
deren Auswirkungen bzw. das Ausmass der Unüberwindbarkeit nach umfassender
Abklärung, gestützt auf die klinische Untersuchung, bei entsprechendem
Belastungsprofil anders einschätzt als der behandelnde Arzt, ist dies nicht zu
beanstanden. Es kommt hinzu, dass in Bezug auf Einschätzungen von Hausärzten das
Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen darf und soll, dass diese mitunter im
Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten
ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Insgesamt sind keine konkreten
Indizien gegen die Zuverlässigkeit des orthopädischen Gutachtens vorhanden.
4.2
4.2.1 Dr. G._ führt in seinem Bericht vom 28. April 2016 aus, dass die durch Dr.
D._ diagnostizierte Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion klar
anzuzweifeln sei. Wenn eine psychische Komponente allenfalls mit der Zeit auftrete,
dann höchstens eine reaktive (act. G 6.1).
4.2.2 Bei der Anpassungsstörung handelt es sich um Zustände von subjektiver
Bedrängnis und emotionaler Beeinträchtigung, die im Allgemeinen soziale Funktionen
und Leistungen behindern und während des Anpassungsprozesses nach einer
entscheidenden Lebensveränderung oder nach belastenden Lebensereignissen
auftreten. Die individuelle Prädisposition oder Vulnerabilität spielt bei dem möglichen
Auftreten und bei der Form der Anpassungsstörung eine bedeutsame Rolle; es ist aber
dennoch davon auszugehen, dass das Krankheitsbild ohne die Belastung nicht
entstanden wäre (vgl. https://www.dimdi.de/dynamic/de/klassifikationen/icd;
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eingesehen am 11. Oktober 2018). Als Auslöser für die Anpassungsstörung nennt Dr.
D._ die protrahierte Schmerzsymptomatik nach durchgeführter neurochirurgischer
Operation (IV-act. 96-34). Diese Einschätzung ist nachvollziehbar. Gestützt auf das
Gesagte ist die diagnostizierte Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion
immer eine „reaktive“, konkret eine Reaktion auf die Schmerzsymptomatik trotz
operativen Eingriffen. Entsprechend bestehen keine Differenzen zwischen der
Einschätzung von Dr. G._ und derjenigen von Dr. D._. Insbesondere macht Dr.
D._ nicht geltend, eine psychiatrische Diagnose / Beeinträchtigung unterhalte die
Schmerzproblematik. Gegenteils führte sie aus, dass die Kriterien für eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung nicht erfüllt seien, da relevante körperliche Befunde –
wie es Dr. G._ geltend macht und im Übrigen auch von Dr. C._ nicht in Frage
gestellt wird – vorliegen würden, welche mit den geklagten Beschwerden im
Wesentlichen übereinstimmen würden (IV-act. 96-34). Konkrete Indizien gegen die
Zuverlässigkeit des psychiatrischen Gutachtens sind damit nicht vorhanden.
4.3
4.3.1 Dr. G._ wendet ein, dass eine abschlägige Verfügung der Beschwerdegegnerin
ohne entsprechende arbeitsmedizinische Beurteilung oder Begutachtung nicht zulässig
sei. Der Arbeitsversuch in einer geschützten Werkstätte, welcher vom
Beschwerdeführer motiviert wahrgenommen worden sei, fliesse nicht oder falsch in die
Beurteilung ein (act. G 1.1; vgl. auch act. G 19).
4.3.2 Gemäss dem bidisziplinären Gutachten ist in Bezug auf die angestammte
Tätigkeit des Beschwerdeführers als Bauarbeiter wegen der verminderten Belastbarkeit
des Achsenskeletts keine Arbeitsfähigkeit mehr gegeben (IV-act. 96-41, 122-4). Den
Funktionsdefiziten angepasste Tätigkeiten könne er aber ausüben. Nicht mehr möglich
seien das Heben oder Tragen von Lasten über fünf Kilogramm und das Einnehmen von
Zwangspositionen der Wirbelsäule, insbesondere im Sinne der Inklination und der
Rotation. Längeres Sitzen, Stehen an Ort oder Gehen sei ebenso wie das Überwinden
von Höhendifferenzen deutlich eingeschränkt (IV-act. 96-42, 122-4). Es sei davon
auszugehen, dass der Beschwerdeführer in einer gut leidensangepassten Tätigkeit
während sieben Stunden am Tag arbeiten könne, entsprechend einem Arbeitspensum
von etwa 80%. Nachdem mit langsamerem Arbeiten, schnellerer Ermüdbarkeit sowie
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vermehrten und betriebsunüblichen Pausen zu rechnen sei, sei die Leistung um ca.
10% eingeschränkt. Insgesamt betrage die Leistungsfähigkeit damit etwa 70% (IV-act.
122-4).
4.3.3 Nach diesen Einschätzungen der Gutachter von November 2014 und März 2015
wurde der Beschwerdeführer auf Veranlassung der Beschwerdegegnerin während rund
drei Monaten (18. Mai bis 16. August 2015) im F._ beruflich abgeklärt (vgl.
vorstehende lit. B.g). Zur Abklärung stand die zeitliche und qualitative Arbeitsfähigkeit /
Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer adaptierten, wechselbelastenden
Tätigkeit und dessen Eingliederungsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt (IV-act. 144-1).
Der Beschwerdeführer wurde bei einfachen Arbeiten in der Kabelkonfektion bei einem
50%-Pensum eingesetzt (IV-act. 144-1 f.). Die Verantwortlichen der Abklärungsstelle
schätzten das gezeigte Leistungsvermögen des Beschwerdeführers bei einer leichten
Montagetätigkeit auf maximal 10% ein. Eine verwertbare Steigerung habe während der
Massnahme nicht beobachtet werden können. Einem längerfristigen Arbeitspensum
von mehr 50% stünde man sehr skeptisch gegenüber. Dafür müsste der
Beschwerdeführer seine Leiden weniger in den Fokus stellen. Eine
Eingliederungsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt, an einem Arbeitsplatz mit einer leichten
Montagearbeit, auch mit reduziertem Pensum, sei momentan nicht gegeben (IV-act.
144-3).
4.3.4 Die Ergebnisse der beruflichen Abklärungen divergieren erheblich mit den
Einschätzungen der Gutachter. Zu prüfen ist, ob sich diese Divergenz zwischen der
medizinischen Zumutbarkeit gemäss Gutachten und der praktisch erprobten
Leistungsfähigkeit erklären lässt oder ob die berufliche Abklärung ernsthafte Zweifel an
den gutachterlichen Einschätzungen zu begründen vermag. Die Einschätzung der
funktionellen Leistungsfähigkeit ist in erster Linie Sache des begutachtenden Arztes.
Angesichts der rechtsprechungsgemäss engen, sich gegenseitig ergänzenden
Zusammenarbeit zwischen Ärzteschaft und den Fachleuten der Berufsberatung /
beruflichen Eingliederung können die Ergebnisse einer konkreten leistungsorientierten
beruflichen Abklärung – wie sie im F._ durchgeführt wurde – aber durchaus
bedeutsam sein (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 4. Juli 2008, 9C_833/2007, E. 3.3).
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4.3.5 Gemäss Austrittsbericht der Kliniken Valens vom 5. Februar 2013, wo der
Beschwerdeführer vom 2. bis 15. Januar 2013 hospitalisiert war, fiel dieser durch
limitierendes und inkonsistentes Schmerzverhalten, erhebliche Symptomausweitung
und ungenügende Leistungsbereitschaft auf (IV-act. 54). Aggravationstendenzen bzw.
zumindest Verdeutlichungstendenzen bzw. eine erhebliche subjektive
Krankheitsüberzeugung sind auch gemäss Gutachten – wenn auch in weniger klarer
und gehäufter Form – unverkennbar. Bei der Prüfung der Hüftgelenksbeweglichkeit
kommt es zu ausgeprägten Schmerzreaktionen und aktivem Gegenspannen. Während
die Flexion in Rückenlage nur bis knapp 40 Grad möglich war, konnte der
Beschwerdeführer auf dem Stuhl sitzen und dabei noch eine Hüftflexion von rund 90
Grad erzielen (IV-act. 96-21 f., 96-26). Selbst im Abschlussbericht des F._ wird
festgehalten, dass der Beschwerdeführer sein Leiden stark in den Mittelpunkt stelle
und sehr leidens- und schmerzorientiert wirke. Seine Motivation sei nur schwer
einschätzbar gewesen. Antworten auf diesbezügliche Fragen hätten stets in Richtung
Leidensgeschichte gewiesen (IV-act. 144-2). Diese von mehreren Ärzten und
Fachpersonen unabhängig voneinander festgestellte Verhaltensweise des
Beschwerdeführers bei den (medizinischen) Explorationen und auch anlässlich der
beruflichen Abklärung im F._ führt dazu, dass der Bericht dieser Abklärungsstelle, bei
dessen Schlussfolgerungen im Übrigen kein Arbeitsmediziner oder sonstiger Arzt
involviert war, keine zuverlässigen Angaben zur objektiv noch realisierbaren Leistung
ermöglicht. Insbesondere vermögen die darauf basierenden Wertungen der
verantwortlichen Personen keine ernsthaften Zweifel am Aussagegehalt des
Gutachtens zu erwecken und indizieren nicht das Einholen zusätzlicher ärztlicher
Auskünfte.
5.
Zusammengefasst ist festzuhalten, dass der medizinische Sachverhalt per
Verfügungszeitpunkt rechtsgenüglich abgeklärt wurde, keine konkreten Indizien gegen
die Zuverlässigkeit der Expertise vorliegen und damit auf die
Arbeitsfähigkeitsschätzungen der Gutachter abgestellt werden kann. Somit ist ab dem
Zeitpunkt der Stellungnahme der Gutachter im März 2015 von einer 70%-igen
Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten auszugehen (vgl. dazu vorstehende E. 4.3.2).
6.
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6.1 Was die retrospektive Arbeitsfähigkeit anbelangt, führen die Gutachter aus, dass
diesbezüglich auf die Echtzeit-Bescheinigungen der behandelnden Ärzte abgestellt
werden könne. Diese seien auch im Nachhinein durchaus nachvollziehbar (IV-act.
96-41).
6.2 Dem Beschwerdeführer wurde vom behandelnden Arzt Dr. G._ ab 7. August
2012 bis Mitte März 2013 eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (IV-act. 62). Ende
Mai 2013 kam es zur ersten Rückenoperation (IV-act. 72-1). Es ist davon auszugehen,
dass auch bis dann keine Arbeitsfähigkeit bestand. Nach der genannten
Rückenoperation bescheinigte der Operateur Dr. B._ vorerst frühestens ab Februar
2014 eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierter Tätigkeit (IV-act. 82-4),
änderte indes seine Einschätzung mit Bericht vom 4. März 2014 bei indizierter weiterer
Operation wegen Schraubenlockerung dahingehend, dass der Versicherte erst ab Juli
2014 wieder zu 50% arbeitsfähig sei (IV-act. 84-2). Nach erfolgter zweiter Operation
erst im Juni statt Mai 2014 (IV-act. 84-2) attestierte Dr. B._ dem Beschwerdeführer
ab 1. Oktober 2014 eine 50%-ige Leistungsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten bei
ganztägigem Pensum (IV-act. 86-3). Das Wartejahr im Sinne von Art. 28 Abs. 1 lit. b
IVG (vgl. vorstehende E. 2.1) begann damit ab 7. August 2012 zu laufen und endete bei
durchgehender 100%-iger Arbeitsunfähigkeit im August 2013. Frühestmöglicher
Rentenbeginn ist somit der 1. August 2013 (Art. 29 Abs. 3 IVG). Dem steht auch Art. 29
Abs. 1 IVG nicht entgegen, nachdem ein Leistungsanspruch bereits im November 2012
geltend gemacht wurde (IV-act. 45).
6.3 Gestützt auf die genannten Arbeitsunfähigkeiten hat der Beschwerdeführer
Anspruch auf eine befristete Rente. Die Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste
Tätigkeiten betrug im relevanten Zeitraum gestützt auf die vorstehenden Erwägungen 5
und 6.2 0% vom 1. August 2013 bis 30. September 2014, 50% vom 1. Oktober 2014
bis 31. März 2015 und 70% ab 1. April 2015. Nachdem auf die rückwirkende
Zusprache einer abgestuften und / oder befristeten Invalidenrente die für die
Rentenrevision geltenden Normen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a der
Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]) analog anzuwenden sind
(BGE 121 V 264 E. 6b/dd mit Hinweis, BGE 109 V 125 E. 4a), verzögert sich die
Herabsetzung der Rente jeweils um drei Monate (vgl. dazu nachstehende E. 7.5).
7.
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Im nächsten Schritt ist der Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers festzulegen.
7.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Art. 16 ATSG). Frühestmöglicher Rentenbeginn ist – wie erwähnt – der
1. August 2013. Massgebend für den Einkommensvergleich ist somit das Jahr 2013
(BGE 129 V 222).
7.2 Das Valideneinkommen des Beschwerdeführers von jährlich Fr. 65‘260.-- im Jahr
2012 ist durch die Angaben der früheren Arbeitgeberin ausgewiesen (IV-act. 52-3) und
unbestritten. Angepasst an die Nominallohnentwicklung von +0.7% (https://www.
bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/arbeiterwerb/loehne-erwerbseinkommen-
arbeitskosten/lohnentwicklung.html; eingesehen am 11. Oktober 2018) resultiert für das
Jahr 2013 ein Valideneinkommen von Fr. 65‘716.80.-- (Fr. 65‘260.-- x 1.007). Das
mögliche Invalideneinkommen ergibt sich aus dem Totalwert für den gesamten privaten
Sektor gemäss LSE-Tabelle TA1_tirage_skill_level Kompetenzniveau 1 für Männer. Im
Jahr 2012 betrug dieses bei 100%-iger Tätigkeit Fr. 65‘177.--, im Jahr 2013 Fr.
65‘654.-- (vgl. Anhang 2 der Textausgabe Invalidenversicherung, Allgemeiner Teil des
Sozialversicherungsrechts, Gesetze und Verordnungen, 2018, herausgegeben von der
Informationsstelle AHV/IV, S. 222). Entsprechend resultiert bei 50%-iger
Leistungsfähigkeit ein Einkommen von Fr. 32‘827.--, bei 70%-iger ein solches von Fr.
45‘957.80. Davon ist im Folgenden als Basis zur Ermittlung des Invalideneinkommens
auszugehen.
7.3 Zu prüfen bleibt die Gewährung eines allfälligen Tabellenlohnabzugs. Mit dem
Abzug vom Tabellenlohn nach BGE 126 V 75 soll der Tatsache Rechnung getragen
werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der
Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und
Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können und je nach
Ausprägung die versicherte Person deswegen die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf
einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem
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Erfolg verwerten kann (BGE 135 V 301 E. 5.2). Der Abzug ist unter Würdigung der
Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen. Er
darf 25% nicht übersteigen (BGE 126 V 80 E. 5b/bb und cc).
7.4 Vorliegend ist einzig von Belang, dass teilzeitbeschäftigte Männer im Vergleich zu
Vollzeitangestellten erfahrungsgemäss überproportional tiefer entlöhnt werden (vgl.
nebst vielen Urteil des Bundesgerichts vom 28. Januar 2014, 9C_796/2013, E. 3.1.2).
Anhaltspunkte, dass der Beschwerdeführer bezüglich Hilfsarbeiten einen weiteren
Lohnnachteil zu befürchten hätte, bestehen nicht. Unter diesen Umständen erscheint
ein Tabellenlohnabzug von 10% angemessen. Entsprechend resultiert bei 50%-iger
Leistungsfähigkeit ein Invalideneinkommen von Fr. 29‘544.30 (Fr. 32‘827.-- x 0.9), bei
70%-iger ein solches von Fr. 41‘362.-- (Fr. 45‘957.80 x 0.9).
7.5 Zusammengefasst hat der Beschwerdeführer damit (vgl. vorstehende E. 6.3) vom
1. August 2013 bis 31. Dezember 2014 bei 100%-iger Arbeitsunfähigkeit Anspruch auf
eine ganze Rente. Ab 1. Januar 2015 bis 30. Juni 2015 resultiert bei 50%-iger
Restarbeitsfähigkeit ein Invaliditätsgrad von 55% ([Fr. 65‘716.80.-- - Fr. 29‘544.30] / Fr.
65‘716.80.-- x 100) und ein Anspruch auf eine halbe Rente. Ab 1. Juli 2015 beträgt der
Invaliditätsgrad 37% ([Fr. 65‘716.80.-- - Fr. 41‘362.--] / Fr. 65‘716.80.-- x 100; vgl. zu
den Rundungsregeln BGE 130 V 121). Ab diesem Zeitpunkt besteht damit kein
Rentenanspruch mehr (vgl. vorstehende E. 2.2).
8.
8.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde in dem Sinne teilweise gutzuheissen, dass
die Verfügung vom 6. Januar 2016 aufgehoben und dem Beschwerdeführer für die
Dauer vom 1. August 2013 bis 31. Dezember 2014 eine ganze und für die Dauer vom 1.
Januar 2015 bis 30. Juni 2015 eine halbe Rente zugesprochen wird. Danach besteht
kein Rentenanspruch mehr. Die Sache wird zur Festsetzung der Rentenhöhe sowie zur
Ausrichtung der geschuldeten Leistungen an die Beschwerdegegnerin
zurückgewiesen.
8.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
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1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Ausgangsgemäss
hat die Beschwerdegegnerin die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.
Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist dem Beschwerdeführer
zurückzuerstatten.