Decision ID: a9de0aa0-dfe8-5fde-a66f-6c8388890640
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 3. März 2008 wegen den Folgen eines Arbeitsunfalls am 31.
Januar 2007 mit einer 3.-gradig offenen distalen Vorderarmfraktur rechts (vgl. act. G
6.2 [Fremdakten]) zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung bei der IV-
Stelle das Kantons St. Gallen an (IV-act. 4).
A.b Mit Verfügung vom 3. November 2010 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren
ab. Es sei dem Versicherten noch zumutbar, eine leidensangepasste Tätigkeit zu 80%
auszuüben. Es wurde ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von 28% ermittelt
(IV-act. 76).
A.c Mit Entscheid vom 17. September 2012 hob das Versicherungsgericht des
Kantons St. Gallen die angefochtene Verfügung vom 3. November 2010 in teilweiser
Gutheissung der Beschwerde auf. Die Sache wurde zur Anordnung eines externen
psychiatrischen Gutachtens und zur neuen Verfügung an die IV-Stelle zurückgewiesen
(IV-act. 114).
A.d Mit Schreiben vom 5. Dezember 2012 (IV-act. 117) reichte der Rechtsvertreter des
Versicherten eine Zusammenstellung der attestierten Arbeitsunfähigkeiten durch das
Psychiatrische Zentrum B._ vom 13. November 2012 (IV-act. 118) bei der IV-Stelle
ein.
A.e Der Versicherte wurde am 21. Juni 2013 psychiatrisch von Dr. med. C._,
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie psychiatrisch, und von Dr. med. D._,
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Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
FMH, orthopädisch begutachtet. Im bidisziplinären Gutachten vom 21. Juli 2013
diagnostizierten die Experten mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine depressive
Episode, gegenwärtig weitgehend remittiert (ICD-10: F32.4), differentialdiagnostisch
eine leichte depressive Episode (ICD-10: F32.0), eine Klaustrophobie (ICD-10: F40.2),
Restbeschwerden am rechten Handgelenk (ICD-10: M25.53, M25.63) nach operativer
Versorgung einer drittgradig offenen distalen Vorderarmfraktur rechts sowie beidseitige
Schwerhörigkeit (ICD-10: H90.6). Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
diagnostizierten sie akzentuierte Persönlichkeitszüge mit narzisstischen Anteilen
(ICD-10: Z73.1), Probleme mit Bezug auf Arbeitslosigkeit (ICD-10: Z 56.1), Probleme in
der Beziehung zu Ehepartner und Familienangehörigen (ICD-10: Z63), einen Knick-
Senk-Spreizfuss beidseits, rechtsbetont, sowie leichte Adipositas. In der zuletzt
ausgeübten Tätigkeit als Produktionsmitarbeiter Fertigung bestehe eine
Arbeitsfähigkeit von 0%. In einer adaptierten Tätigkeit sei eine ganztägige
Arbeitsfähigkeit bei einer verminderten Leistungsfähigkeit von 20% zumutbar (IV-act.
134).
A.f Mit Vorbescheid vom 21. November 2013 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Zusprache einer befristeten ganzen IV-Rente vom 1. Januar 2008 bis 31. Oktober 2009
in Aussicht. Die medizinische Begutachtung habe ergeben, dass ab 31. Januar 2007
bis 31. Juli 2009 wegen unfallbedingter Leiden eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für
sämtliche Tätigkeiten bestanden habe. In der Folge sei eine leichte bis mittelgradige
depressive Episode aufgetreten, welche gemäss gängiger Rechtsprechung keinen
Rentenanspruch begründe (IV-act. 139).
A.g Mit Einwand vom 10. Januar 2014 beantragte der Versicherte, es sei ihm eine
ganze Rente bis 30. September 2013 und für die Folgezeit mindestens eine
Viertelsrente zu gewähren. Er begründete dies im Wesentlichen damit, dass für die Zeit
von Februar 2009 bis zur gutachterlichen Untersuchung im Juni 2013 gemäss
einheitlicher medizinischer Beurteilung durch behandelnde Ärzte, der Gutachterin und
des RAD auf die Taxationen der behandelnden Ärzte abzustellen sei. Zudem müsse bei
der 80%igen Arbeitsfähigkeit ab dem Gutachtenszeitpunkt ein Tabellenlohnabzug
vorgenommen werden. Bereits ein Tabellenlohnabzug von 15% (welcher an sich nicht
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hinreichend sei) ergebe einen IV-Grad von 40% und damit den Anspruch auf eine
Viertelsrente (IV-act. 140).
A.h Mit Verfügung vom 12. Juni 2014 sprach die IV-Stelle dem Versicherten eine
befristete ganze IV-Rente vom 1. Januar 2008 bis zum 31. Oktober 2009 zu. Beim
Versicherten habe vorübergehend eine leichte bis mittelgradige depressive Episode
vorgelegen, welche vorwiegend durch psychosoziale Belastungsfaktoren ausgelöst
worden sei. Eine Invalidität im invalidenversicherungsrechtlichen Sinne sei damit nicht
ausgewiesen. Es sei dem Versicherten zumutbar, eine adaptierte Tätigkeit zu 80%
auszuüben. Betreffend Tabellenlohnabzug könne dafür, dass keine feinmotorischen
Tätigkeiten mehr ausgeübt werden könnten, lediglich ein maximaler Abzug von 10%
gewährt werden. Dies ergebe einen IV-Grad von 37% (IV-act. 159).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegend zu beurteilende Beschwerde
vom 11. Juli 2014. Der Beschwerdeführer beantragt unter Kosten- und
Entschädigungsfolge, ihm sei in Abänderung der Verfügung vom 12. Juni 2014 die
ganze Rente bis 30. September 2013 und für die Folgezeit mindestens eine
Viertelsrente zuzusprechen. Gemäss dem Gutachten sei erst ab September 2012 eine
kontinuierliche Verbesserung bis hin zum Stand vom Juni 2013 eingetreten. Die
Ausführungen in der angefochtenen Verfügung, es habe die ganze Zeit über lediglich
eine leichte bis mittelgradige depressive Episode vorgelegen, sei angesichts der
übereinstimmenden medizinischen Unterlagen nicht nachvollziehbar. Aufgrund der
Einschränkungen sei zudem ein Tabellenlohnabzug von mindestens 20% anstatt nur
10% zu gewähren (act. G 1).
B.b Mit Schreiben vom 11. August 2014 (act. G 4) reichte der Beschwerdeführer einen
Bericht der Klinik E._ vom 17. Juli 2014 ein, worin ihm aufgrund einer rezidivierenden
depressiven Störung, bei Therapieaufnahme (3. April 2014) in mittelgradigem bis
schwerem Ausmass, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischen Symptomen
(ICD-10: F33.11), eine Arbeitsunfähigkeit von 50% attestiert wurde (act. G 4.1).
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B.c Mit Beschwerdeantwort vom 5. September 2014 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Die Gründe, welche zur
depressiven Symptomatik geführt hätten, seien in erster Linie psychosozial, womit kein
invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben sei. Eine Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit von 20% sei nicht zu begründen, eine gegenwärtig weitgehend
remittierte depressive Episode schränke die Arbeitsfähigkeit nicht ein. Der
Tabellenlohnabzug von 10% sei angemessen; auch ein Abzug von 20% ergäbe bei
einer 100%igen Arbeitsfähigkeit keinen rentenbegründenden Invaliditätsgrad (act. G 6).
B.d Mit Replik vom 8. Dezember 2014 hält der Beschwerdeführer unverändert an
seiner Beschwerde fest (act. G 14). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die
Einreichung einer Duplik (vgl. act. G 15).
B.e Auf Nachfrage des Gerichts reichte die Beschwerdegegnerin am 1. Mai 2015 ein
Schreiben vom 21. April 2015 samt Austrittsbericht des Psychiatrischen Zentrums
B._ vom 10. Oktober 2012 sowie den Austrittsbericht des Psychiatrischen Zentrums
F._ vom 26. August 2011 ein (act. G 18).

Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch
des Beschwerdeführers.
2.
2.1 Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung
über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) und am 1. Januar
2012 die Bestimmungen der IV-Revision 6a in Kraft getreten. In materiellrechtlicher
Hinsicht gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene
Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des angefochtenen Entscheids
bzw. im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen
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führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit
Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am 12. Juni 2014 ergangen (IV-act. 159),
wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten
Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 begonnen hat (Eintritt
Arbeitsunfähigkeit am 31. Januar 2007; IV-act. 134-36). Daher ist entsprechend den
allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die
damals geltenden Bestimmungen und ab 1. Januar 2008 auf die neuen Normen der 5.
IV-Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des
Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1) bzw. auf die ab 1. Januar 2012
geltenden Normen der IV-Revision 6a. Nachfolgend werden die seit 1. Januar 2012
gültigen Bestimmungen des ATSG und IVG wiedergegeben, soweit nicht ausdrücklich
auf die altrechtlichen Bestimmungen verwiesen wird.
2.2 Der Beschwerdeführer hat sich am 3. März 2008 zum Bezug einer Invalidenrente
angemeldet (IV-act. 4). Gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der Rentenanspruch
frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach der Geltendmachung des
Leistungsanspruchs. Sofern das Wartejahr vor dem 1. Januar 2008 zu laufen begonnen
hat und die Anmeldung noch in der ersten Jahreshälfte 2008 erfolgt ist, ist die
altrechtliche Regelung des Rentenbeginns weiter anzuwenden (vgl. IV-Rundschreiben
Nr. 253 vom 12. Dezember 2007 sowie BGE 138 V 475). Nach aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG
entsteht der Rentenanspruch – unabhängig vom Datum der Anmeldung – unmittelbar
mit der Erfüllung des Wartejahres. Zu prüfen ist somit ein Rentenanspruch ab dem 1.
Januar 2008, weil dem Beschwerdeführer erstmals im Januar 2007 eine
Arbeitsunfähigkeit attestiert worden ist und er sich am 3. März 2008 zum Rentenbezug
angemeldet hat.
3.
3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die Invalidität kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Die Erwerbsunfähigkeit ist der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
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und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
3.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40% auf eine Viertelsrente.
3.3 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im
Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der
Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden
können (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht
die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob die
Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
3.4 Die Rechtsprechung hat es mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als
vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und
Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das
im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholte Gutachten von externen
Spezialärzten, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie
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nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu
schlüssigen Ergebnissen gelangen, besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft,
solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE
125 V 351 E. 3b/bb).
4.
4.1 In medizinischer Hinsicht stützt sich die Beschwerdegegnerin in der Verfügung
vom 12. Juni 2014 auf das Gutachten der Dres. C._ und D._. Diese diagnostizierten
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine depressive Episode, gegenwärtig
weitgehend remittiert (ICD-10: F32.4), differenzialdiagnostisch eine leichte depressive
Episode (ICD-10: F32.0), eine Klaustrophobie (ICD-10: F40.2), Restbeschwerden am
rechten Handgelenk (ICD-10: M25.53, M25.63) nach operativer Versorgung einer
drittgradig offenen distalen Vorderarmfraktur rechts sowie beidseitige Schwerhörigkeit
(ICD-10: H90.6). Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierten sie
akzentuierte Persönlichkeitszüge mit narzisstischen Anteilen (ICD-10: Z73.1), Probleme
mit Bezug auf Arbeitslosigkeit (ICD-10: Z 56.1), Probleme in der Beziehung zu
Ehepartner und Familienangehörigen (ICD-10: Z63), einen Knick-Senk-Spreizfuss
beidseits, rechtsbetont, sowie leichte Adipositas. Die Gutachter kommen zum Schluss,
dass der Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit zu 100% arbeitsunfähig sei.
In einer adaptierten Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 80%. Bezüglich des
Verlaufs geben die Gutachter an, dass aus somatischer Sicht der Beginn der
Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit mit dem Unfalldatum (31. Januar
2007) gleichzusetzen sei. In einer leidensangepassten Tätigkeit könne das Ausmass
der Arbeitsfähigkeit erst nach Abklingen der Operationsfolgen im Juli 2009 beurteilt
werden, weshalb bis zu diesem Zeitpunkt aus bidisziplinärer Sicht von einer vollen
Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit auszugehen sei. Ab Juli 2009 bzw. ab 8. Juli
2009 (vgl. kreisärztliche Untersuchung vom 3. Juli 2009, Fremdakten) sei aus
somatischer Sicht von einer vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen, so dass ab jenem
Zeitpunkt aus bidisziplinärer Sicht die psychiatrischen Einschränkungen zum Tragen
kommen würden. Im entsprechenden Teilgutachten werde dargelegt, dass ab Februar
2009 von einer Arbeitsfähigkeit von 50% auszugehen sei. Wegen einer
Verschlechterung des Gesundheitszustandes zwischen Oktober 2010 und Ende August
2012 mit zwei teilstationären und einem stationären psychiatrischen Aufenthalt sei von
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einer Arbeitsunfähigkeit von 100% auszugehen. Seit September 2012 habe sich das
Zustandsbild kontinuierlich verbessert. Spätestens ab dem Untersuchungsdatum (21.
Juni 2013) liege eine Arbeitsfähigkeit von 80% vor (IV-act. 134-36 f.).
4.2 Es bestehen keine erheblichen Zweifel an dem auf umfassenden Untersuchungen
beruhenden, in Kenntnis der vollständigen Aktenlage und in Berücksichtigung des
gesamten Leidensbildes ergangenen, nachvollziehbaren Gutachten vom 21. Juli 2013.
Auch die beiden Parteien machen keine Mängel am Gutachten geltend.
5.
5.1 Zwischen den Parteien ist umstritten, ob die psychischen Leiden des
Beschwerdeführers bzw. die medizinisch-gutachterlich bescheinigte Arbeitsunfähigkeit
eine invalidenversicherungsrechtliche Erheblichkeit aufweisen. In der Verfügung vom
12. Juni 2014 kam die Beschwerdegegnerin zum Schluss, dass nach der
unbestrittenen Arbeitsunfähigkeit vom 31. Januar 2007 bis 31. Juli 2009 mit der
leichten bis mittelgradigen depressiven Episode, welche vorwiegend durch
psychosoziale Belastungsfaktoren ausgelöst worden sei, nach der gängigen
Rechtsprechung kein Rentenanspruch begründet sei. Dem Beschwerdeführer sei es
möglich, eine adaptierte Tätigkeit zu 80% auszuüben (IV-act. 159-9). In der
Beschwerdeantwort vom 5. September 2014 bzw. in der Beschwerdeantwort vom 17.
Februar 2011 im vorausgehenden Beschwerdeverfahren IV 2010/477 führte die
Beschwerdegegnerin dazu weiter aus, dass leichte bis mittelgradige depressive
Syndrome rechtsprechungsgemäss keine Invalidität im Rechtssinne zu begründen
vermöchten. Dasselbe gelte für eine Anpassungsstörung. Im Übrigen sei bei Befunden,
die im Wesentlichen nur in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre
hinreichende Erklärung finden und gleichsam in ihnen aufgehen würden, kein
invalidisierender Gesundheitsschaden gegeben. Die psychiatrischen Befunde würden
daher keine Einschränkung der Leistungsfähigkeit begründen, weshalb sich die
Invaliditätsbemessung nach den organisch bedingten Beeinträchtigungen richte. Es
liege eine Arbeitsfähigkeit von 100% in einer adaptierten Tätigkeit vor (vgl. act. G 6, S.
3 f. und IV-act. 94-3).
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5.2 Grundsätzlich bedarf es nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung für die
Annahme eines invalidisierenden Gesundheitsschadens einer fachärztlichen, lege artis
auf die Vorgaben eines Klassifikationssystems abgestützten Diagnose. Im Rahmen der
freien Beweiswürdigung dürfe sich dabei die Verwaltung – und im Streitfall das Gericht
– weder über die den beweisrechtlichen Anforderungen genügenden medizinischen
Tatsachenfeststellungen hinwegsetzen, noch sich die ärztlichen Einschätzungen und
Schlussfolgerungen zur (Rest-)Arbeitsfähigkeit unbesehen ihrer konkreten
sozialversicherungsrechtlichen Relevanz und Tragweite zu eigen machen. Die
rechtsanwendenden Behörden hätten mit besonderer Sorgfalt zu prüfen, ob die
ärztliche Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit auch invaliditätsfremde Gesichtspunkte
(insbesondere psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren)
mitberücksichtige, die vom sozialversicherungsrechtlichen Standpunkt aus
unbeachtlich seien. Wo psychosoziale Einflüsse das Bild prägen würden, sei bei der
Annahme einer rentenbegründenden Invalidität Zurückhaltung geboten (Urteil des
Bundesgerichts vom 30. März 2011, 9C_1041/2010, E. 5.1 mit Hinweisen).
5.3 Es gilt den finalen Charakter der Invalidenversicherung zu beachten. Dies
bedeutet, dass bei der Leistungsprüfung nicht nach der Art und Genese eines die
Erwerbsunfähigkeit verursachenden Gesundheitsschadens gefragt wird. Der
Gesundheitszustand ist folglich immer gesamtheitlich zu betrachten. Selbst eine
Erwerbsunfähigkeit, deren psychogene krankhafte Grundlage (auch) durch eine
soziokulturelle Überforderung verursacht worden ist, fällt in den Geltungsbereich der
Invalidenversicherung, vorausgesetzt es handelt sich um ein verselbstständigtes
psychisches Leiden. Eine rentenbegründende Invalidität kann damit nicht allein mit
dem Hinweis auf das Vorhandensein soziokultureller oder psychosozialer
Belastungsfaktoren verneint werden (Urteil des Bundesgerichts vom 29. April 2014,
8C_830/2013, E. 5.2.3 mit Hinweisen auf Rechtsprechung und Literatur).
5.4 Soweit die Beschwerdegegnerin geltend macht, dass die Gründe, welche zur
depressiven Symptomatik geführt haben, in erster Linie psychosozial seien und damit
kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben sei (act. G 6, S. 3), ist
festzuhalten, dass zwar psychosoziale Faktoren – welche von den Gutachtern auch
unter den Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit explizit aufgeführt
wurden – vorhanden sind, dies für sich aber einen invalidisierenden Befund nicht
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ausschliesst. Gemäss Rechtsprechung ist dies nur der Fall, wenn die festgestellte
psychische Krankheit ihre hinreichende Erklärung in psychosozialen und
soziokulturellen Umständen findet und gleichsam in ihnen aufgeht (vgl. BGE 127 V 294
E. 5a). Dies ist vorliegend jedoch nicht der Fall. Mit Blick darauf, dass Diagnosen nach
der Wertigkeit zu ordnen sind (vgl. Leitlinien der Schweizerischen Ärztegesellschaft für
Rheumatologie für die Begutachtung rheumatologischer Krankheiten und Unfallfolgen,
in: Schweizerische Ärztezeitung, 2007;88: 17, S. 739), ist davon auszugehen, dass die
depressive Episode im Vergleich zu den Diagnosen "Probleme mit Bezug auf
Arbeitslosigkeit" und "Probleme in der Beziehung zu Ehepartner und
Familienangehörigen" im Vordergrund steht und eben gerade nicht in ihnen aufgeht.
5.5 Bereits Dr. med. G._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, hielt im
Bericht vom 16. Januar 2009 fest, dass sich der Beschwerdeführer in einer
existentiellen Krise befinde, was an Zeichen der Angst und Depressivität ersichtlich sei.
Diesbezüglich bestünden auch einige körperliche Affektäquivalente wie krampfhafte
Sensationen in der Bauchregion, Drücken in der Brust, Anspannung und
Schlafstörungen. Beeinträchtigt sei er im Alltag auch dadurch, dass er, in Besorgnis
versunken, Mühe habe, sich auf bestimmte Abläufe zu konzentrieren, zerstreut sei und
dies als Vergesslichkeit wahrnehme (vgl. Fremdakten). Zudem ist zu beachten, dass die
teilweise Arbeitsunfähigkeit nicht mit der Arbeitslosigkeit oder den
Beziehungsproblemen, sondern mit einer psychophysischen Belastbarkeitsminderung
mit vorzeitiger Erschöpfung begründet wird (vgl. IV-act. 134-32 f.). Weiter wird im
Gutachten festgehalten, dass die geschilderte leichte Reizbarkeit als Teil der
vorliegenden Probleme in Bezug auf Arbeitslosigkeit und Probleme im engeren
Familienkreis, sowie als Teil der Persönlichkeit mit akzentuierten narzisstischen Zügen
zu sehen sei (vgl. IV-act. 124-35). Daraus ergibt sich eine klare Trennung der
eigenständigen psychischen Leiden von den psychosozialen und soziokulturellen
Problemen, was sich schon an der Auflistung der Diagnosen im psychiatrischen
Gutachten zeigt (IV-act. 134-35 f.). Es ist somit davon auszugehen, dass bei der
Arbeitsfähigkeitsschätzung im Gutachten die psychosozialen und soziokulturellen
Probleme ausgeklammert wurden (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 8. April 2013,
8C_651/2012, E. 5.3).
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5.6 Grundsätzlich kann auf die im Gutachten festgehaltene Arbeitsfähigkeitsschätzung
abgestellt werden (vgl. E. 4.1). Eine Abweichung zum Gutachten ergibt sich für die Zeit
vom 16. Februar 2009 bis 31. Dezember 2010 und vom 17. Juni bis 31. Oktober 2011,
in welcher gemäss dem Psychiatrischen Zentrum B._ eine Arbeitsunfähigkeit von
50% und nicht von 100% bestanden hatte (vgl. IV-act. 118). Diese zeitnahen
Einschätzungen der behandelnden Ärzte überzeugen mehr als die rückblickende
gutachterliche Beurteilung, welche sich im Wesentlichen auf die teilstationären bzw.
den stationären Aufenthalt in den Psychiatrischen Zentren B._ und F._ stützt und
die dazwischen liegenden Zeiten nicht näher betrachtet. Es ist deshalb nicht
nachvollziehbar, weshalb hier abweichend von der echtzeitlichen Einschätzung von
einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen werden sollte. Für die Zeit zwischen
September 2012 und der gutachterlichen Untersuchung im Juni 2013 äussern sich die
Gutachter nicht konkret zur Arbeitsfähigkeit und beschreiben eine kontinuierliche
Verbesserung (IV-act. 134-37). Für diesen Zeitraum ist deshalb ebenfalls auf die
Arbeitsfähigkeitsschätzung des Psychiatrischen Zentrums B._ gemäss dem
Schreiben vom 13. November 2012 abzustellen, die seit dem 31. August 2012 eine
50%ige Arbeitsfähigkeit für eine angepasste Tätigkeit ausweist (IV-act. 118).
5.7 Zusammenfassend ist gestützt auf das Gutachten (IV-act. 134-37) und die
Angaben des Psychiatrischen Zentrums B._ (IV-act. 118) von folgenden
Arbeitsunfähigkeiten (AUF) auszugehen:
100% AUF angestammt und adaptiert 31. Januar 2007 – 7. Juli 2009
50% AUF adaptiert 8. Juli 2009 – 31. Dezember 2010
100% AUF adaptiert 1. Januar 2011 – 16. Juni 2011
50% AUF adaptiert 17. Juni 2011 – 30. Oktober 2011
100% AUF adaptiert 31. Oktober 2011 – 31. August 2012
50% AUF adaptiert 1. September 2012 – 20. Juni 2013
20% AUF adaptiert seit 21. Juni 2013.
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5.8 In der Beschwerde und schliesslich mit Schreiben vom 17. Juli 2014 der Klinik
E._ betreffend eine Behandlung seit 3. April 2014 wird eine gesundheitliche
Verschlechterung geltend gemacht (act. G 1, S. 5 und G 4.1). Mit dieser kurz vor
Verfügungserlass geltend gemachten gesundheitlichen Verschlechterung hat sich die
Beschwerdegegnerin bislang nicht auseinandergesetzt. In diesem Punkt ist die
Streitsache deshalb an die Beschwerdegegnerin zur weiteren Prüfung zurückzuweisen.
6.
6.1 Bei der Berechnung des Valideneinkommens ist das Heranziehen des
Einkommens von Fr. 67'226.-- aus dem Jahr 2006 gemäss IK-Auszug (IV-act. 10-2)
unter der Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bis zum Jahr 2008 und somit
das Abstellen auf ein Einkommen von Fr. 68'581.-- (vgl. IV-act. 137) nicht zu
beanstanden.
6.2 Bei der Bestimmung des Invalideneinkommens sind die LSE-Tabellenwerte
heranzuziehen und es ist auf den Totalwert für Männer bei Arbeiten im
Anforderungsniveau 4 gemäss Tabelle TA 1 der LSE 2008 (Fr. 4'806.--) abzustellen,
sowie von einer betriebsüblichen Arbeitszeit von 41.6 Wochenstunden auszugehen.
Daraus ergibt sich ein Jahreseinkommen von Fr. 59'979.-- (Fr. 4'806.-- / 40 x 41.6 x
12).
6.3 Nach der Rechtsprechung können die statistischen Löhne um bis zu 25% gekürzt
werden, um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass versicherte Personen mit einer
gesundheitlichen Beeinträchtigung in der Regel das durchschnittliche Lohnniveau nicht
erreichen (RKUV 1999 Nr. U242 S. 412 E. 4b/bb) bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem
allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg zu
verwerten in der Lage sind. Nach der Rechtsprechung hängt die Frage, ob und in
welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen
und beruflichen Umständen – auch von invaliditätsfremden Faktoren – des konkreten
Einzelfalles ab (namentlich leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre,
Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), die nach pflichtgemässem
Ermessen gesamthaft zu schätzen sind, wobei der maximal zulässige Abzug auf 25%
festzusetzen ist. Eine schematische Vornahme des Tabellenlohnabzugs ist unzulässig
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(BGE 126 V 79 E. 5b, bestätigt in AHI 2002 S. 62 und BGE 129 V 481 E. 4.2.3 mit
Hinweisen).
6.3.1 Diesbezüglich macht der Beschwerdeführer geltend, dass ein
Tabellenlohnabzug von mindestens 20% zu berücksichtigen sei. Entgegen den
früheren körperlich anspruchsvollen seien dem Beschwerdeführer nunmehr nur noch
körperlich leichte, aber keine feinmotorischen Tätigkeiten mehr möglich, was zu einem
unbestrittenen Abzug von 10% führen müsse. Dieser Abzug werde bei ehemaligen
Schwerarbeitern allerdings bereits gewährt, weil sie als Schwerarbeiter feinmotorische
Tätigkeiten nicht gewohnt seien, während der Beschwerdeführer vorliegend keine
feinmotorischen Tätigkeiten mehr ausführen könne, was offensichtlich schwerer wiege.
Zudem müsse ein theoretischer Arbeitgeber weitere Einschränkungen tolerieren,
namentlich solche an der dominanten rechten Hand, das gravierende Hörproblem und
die Klaustrophobie. Zudem bilde die ausgewiesene Arbeitsunfähigkeit von 20%
lediglich die in diesem Ausmass verminderte Leistung ab, nicht aber die
einschränkenden Voraussetzungen, wonach lediglich ruhigere Tätigkeiten ohne starken
Zeitdruck und mit einem überschaubaren, geordneten Arbeitsablauf möglich seien.
Geringere Verdienstchancen habe der Beschwerdeführer auch wegen seines Alters von
_ Jahren, der Abwesenheit vom Arbeitsmarkt seit seinem Unfall "vom Januar
2006" (recte: 2007), der Aufenthaltskategorie sowie den begrenzten
Sprachkenntnissen. Aus dem Gutachten ergebe sich ferner mittelbar, dass der
Beschwerdeführer nicht zu Überstunden herangezogen werden könne, was
praxisgemäss zu berücksichtigen sei (act. G 1, S. 4).
6.3.2 Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem
Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich
leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75
E. 5a/bb). Im vorliegenden Fall sind dem Beschwerdeführer nur leichte Tätigkeiten
zumutbar, wobei zusätzlich keine repetitiven Bewegungen und keine Zwangspositionen
im rechten Handgelenk, keine feinmotorischen Tätigkeiten und keine Arbeiten mit
besonderen Anforderungen an das Hörvermögen möglich sind (vgl. IV-act. 134-37).
Diesbezüglich ist vorliegend ein Abzugsgrund gegeben.
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6.3.3 Weiter sind bei einer adaptierten Tätigkeit zusätzlich folgende qualitativen
Einschränkungen zu beachten: ruhigere Tätigkeiten, nicht in engen Räumen, ohne
starken Zeitdruck und mit einem überschaubaren geordneten Arbeitsablauf (IV-act.
134-37). Diese Einschränkungen sind jedoch in der gutachterlichen Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit mit einer Einschränkung von 20% bereits als berücksichtigt zu
erachten, weshalb kein zusätzlicher Abzugsgrund vorliegt.
6.3.4 Was den abzugsrelevanten Faktor des Alters anbelangt, ist zu
berücksichtigen, dass der 19_ geborene Beschwerdeführer im Zeitpunkt des
Gutachtens vom 21. Juli 2013 (vgl. BGE 138 V 457 E. 3.3) _-jährig war und noch eine
rund 1_-jährige (ordentliche) Aktivitätsdauer vor sich hatte. Aufgrund des noch nicht
weit fortgeschrittenen Alters ist diesem Aspekt kein erhebliches Gewicht beizumessen.
6.3.5 Der Beschwerdeführer reiste bereits 1985 in die Schweiz ein und war trotz
der begrenzten Sprachkenntnisse offensichtlich während vieler Jahre in der ihm nach
wie vor offen stehenden Arbeitswelt gut integriert. Ein abzugsbegründender Nachteil ist
bezüglich der Aufenthaltskategorie und der mangelnden Sprachkenntnisse nicht
ersichtlich, ebenso nicht aufgrund der längeren Abwesenheit vom Arbeitsmarkt (vgl.
Urteil des Bundesgerichts vom 27. Februar 2013, 9C_334/2013, E. 3)
6.3.6 Insgesamt erscheint auf Grund der zahlreichen Einschränkungen ein
Tabellenlohnabzug von 10% als angemessen.
7.
7.1 Vom 31. Januar 2007 bis 7. Juli 2009 war der Beschwerdeführer in allen
Tätigkeiten 100% arbeitsunfähig, womit nach Ablauf des Wartejahres ein
Invaliditätsgrad von 100% gegeben ist. Der Beschwerdeführer hat damit in Anwendung
der Dreimonatsfrist von Art. 88a Abs. 2 IVV (welche auch in den folgenden Erwägungen
anzuwenden ist) vom 1. Januar 2008 bis 31. Oktober 2009 Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente.
7.2 Vom 8. Juli 2009 bis 31. Dezember 2010 war der Beschwerdeführer 50%
arbeitsfähig. Unter Berücksichtigung eines Valideneinkommens von Fr. 68'581.-- und
eines Invalideneinkommens von Fr. 26'991.-- (Fr. 59'979.-- x 0.5 x 0.9) resultiert eine
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Erwerbseinbusse von Fr. 41'590.-- (Fr. 68'581.-- – Fr. 26'991.--) bzw. ein
rentenbegründender Invaliditätsgrad von gerundet 61% ([Fr. 41'590.-- / Fr. 68'581.--] x
100). Der Beschwerdeführer hat damit vom 1. November 2009 bis 31. März 2011
Anspruch auf eine Dreiviertelsrente.
7.3 Vom 1. Januar 2011 bis 16. Juni 2011 war der Beschwerdeführer wiederum 100%
arbeitsunfähig. Der Beschwerdeführer hat damit vom 1. April 2011 bis 30. September
2011 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente.
7.4 Vom 17. Juni 2011 bis 30. Oktober 2011 war der Beschwerdeführer erneut 50%
arbeitsfähig. Er hat somit vom 1. Oktober 2011 bis 31. Januar 2012 Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente.
7.5 Vom 31. Oktober 2011 bis 31. August 2012 war der Beschwerdeführer erneut
100% arbeitsunfähig, womit er vom 1. Februar 2012 bis 30. November 2012 Anspruch
auf eine ganze Rente hat.
7.6 Vom 1. September 2012 bis 20. Juni 2013 war der Beschwerdeführer 50%
arbeitsfähig. Der Beschwerdeführer hat damit vom 1. Dezember 2012 bis 30. Juni 2013
(vgl. nachfolgende E. 7.7) Anspruch auf eine Dreiviertelsrente.
7.7 Ab 21. Juni 2013 war der Beschwerdeführer gemäss Gutachten in einer
adaptierten Tätigkeit zu 80% arbeitsfähig. Unter Berücksichtigung eines
Valideneinkommens von Fr. 68'581.-- und eines Invalideneinkommens von Fr.
43'185.-- (Fr. 59'979.-- x 0.8 x 0.9) resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 25'396.--
(Fr. 68'581.-- – Fr. 43'185.--) bzw. ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von
gerundet 37% ([Fr. 25'396.-- / Fr. 68'581.--] x 100). Ist aufgrund eines Gutachtens
überwiegend wahrscheinlich, dass sich der Gesundheitszustand verbessert hat, nicht
aber ersichtlich, in welchem Zeitpunkt diese Besserung stattgefunden hat, so kann es
sich rechtfertigen, die Rente bereits auf den Zeitpunkt des Gutachtens hin
herabzusetzen oder aufzuheben (Urteil des Bundesgerichts vom 10. Februar 2012,
8C_670/2011, E. 5.1 mit Hinweisen). In Anwendung dieser Rechtsprechung ist die
Dreiviertelsrente bis Ende Juni 2013 zu befristen.
8.
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In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung vom 12. Juni
2014 aufzuheben. Dem Beschwerdeführer ist vom 1. Januar 2008 bis 31. Oktober
2009, vom 1. April 2011 bis 30. September 2011 sowie vom 1. Februar 2012 bis 30.
November 2012 eine ganze Rente zuzusprechen. Vom 1. November 2009 bis 31. März
2011, vom 1. Oktober 2011 bis 31. Januar 2012 sowie vom 1. Dezember 2012 bis 30.
Juni 2013 ist dem Beschwerdeführer eine Dreiviertelsrente zuzusprechen. Die Sache ist
zur Festsetzung und Ausrichtung der geschuldeten Leistungen sowie zur Abklärung der
geltend gemachten Verschlechterung des Gesundheitszustandes ab April 2014 an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
8.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Da der Beschwerdeführer im klar überwiegenden Ausmass obsiegt,
ist die Gerichtsgebühr vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der
geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist dem Beschwerdeführer
zurückzuerstatten.
8.2 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei
insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen
ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Rechtsvertreter
des Beschwerdeführers hat auf die Einreichung einer Honorarnote verzichtet. Der
Bedeutung und dem Aufwand der Streitsache angemessen erscheint eine
Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer).