Decision ID: 5ea689d3-fe0c-418b-a2a2-40f490961419
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law

Die Beschwerdekammer hält fest, dass:
- am 15. August 2013 die Bundesanwaltschaft (nachfolgend «BA») gegen A. eine Strafuntersuchung wegen des Verdachts der Bestechung fremder Amtsträger gemäss Art. 322septies StGB und der Geldwäscherei gemäss Art. 305bis StGB eröffnete;
- mit Verfügung vom 29. Juni 2018 die BA das Strafverfahren in persönlicher Hinsicht auf B. wegen des Verdachts der qualifizierten Geldwäscherei  Art. 305bis Ziff. 2 StGB ausdehnte;
- mit Verfügung vom 7. November 2018 die BA das Strafverfahren betreffend A. auf den Straftatbestand der qualifizierten Geldwäscherei gemäss Art. 305bis Ziff. 2 StGB ausdehnte;
- mit Schreiben vom 2. April 2019 die BA dem Verteidiger von A. (nachfolgend «Verteidiger») mitteilte, wie sie die Untersuchung zu erledigen beabsichtige (Einstellung des Verfahrens wegen Art. 322septies StGB und  betreffend den Vorwurf der Geldwäscherei gemäss Art. 305bis StGB) und ihm Gelegenheit zur Stellungnahme bzw. Einreichung von  gab (act. 1.5);
- weder innerhalb der angesetzten Frist noch in den folgenden Monaten der Verteidiger eine Stellungnahme oder Beweisanträge einreichte ( BA, SV.13.0943 pag. 16.100-0856 bis 16.100-086);
- mit Schreiben vom 9. August 2019 der Verteidiger die Überweisung der  innerhalb von 30 Tagen beantragte und ankündigte, er werde  eine Rechtsverweigerungsbeschwerde erheben (act. 1.8);
- mit Antwortschreiben vom 26. August 2019 die BA dem Verteidiger mitteilte, die Anklageschrift dem Bundesstrafgericht zu gegebener Zeit zu übermitteln (act. 1.9);
- mit Schreiben vom 27. September 2019 der Verteidiger der BA mitteilte, dass er eine Beschwerde wegen Rechtsverweigerung und -verzögerung erheben werde, wenn die Anklageschrift dem Bundesstrafgericht nicht bis am 10.  2019 übermittelt worden sei (act. 1.10);
- A. durch seinen Verteidiger mit Eingabe vom 18. Oktober 2019 bei der  des Bundesstrafgerichts Beschwerde wegen  und -verzögerung («dénie de justice» et «violation du principe de célérité») erheben lässt (act. 1);
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- in ihrer Beschwerdeantwort vom 4. November 2019 die  ausführte, dass im Dezember 2019 mit einer Anklageerhebung zu  sei (act. 4);
- mit Schreiben vom 19. Dezember 2019 die Beschwerdegegnerin ergänzte, am 19. Dezember 2019 bei der Strafkammer des Bundesstrafgerichts  gegen den Beschwerdeführer und B. wegen des Vorwurfs der  Geldwäscherei erhoben zu haben (act. 8); sie sodann die  der Beschwerde wegen Gegenstandslosigkeit unter Kostenauflage an den Beschwerdeführer beantragte (act. 8);
- der Beschwerdeführer ebenfalls die Abschreibung des  beantragte unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der  (act. 10); diese Eingabe der Gegenseite zur Kenntnis  wurde (act. 11).

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
- gegen Verfügungen und Verfahrenshandlungen der Bundesanwaltschaft bei
der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde erhoben  kann (Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO i.V.m. Art. 37 Abs. 1 des  vom 19. März 2010 über die Organisation der Strafbehörden des Bundes [Strafbehördenorganisationsgesetz, StBOG, SR 173.71]); mit der  unter anderem Rechtsverletzung, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und  gerügt werden können (Art. 393 Abs. 2 lit. a StPO);
- Beschwerden wegen Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung dabei an keine Frist gebunden sind (Art. 396 Abs. 2 StPO);
- eine formelle Rechtsverweigerung vorliegt, wenn sich die Behörde weigert, eine ihr nach Gesetz obliegende Amtshandlung vorzunehmen;
- bei der Prüfung, ob eine Verletzung des strafprozessualen  (Art. 5 Abs. 1 StPO) vorliegt, den Umständen des Einzelfalles in einer Gesamtbetrachtung Rechnung zu tragen ist; der Umstand, dass einzelne Verfahrenshandlungen auch etwas früher hätten erfolgen können, für sich alleine noch keine Bundesrechtswidrigkeit begründet (BGE 130 IV 54 E. 3.3.3 S. 56 f. m.w.H.);
- vorliegend die Bundesanwaltschaft am 19. Dezember 2019 Anklage erhob; damit das vorliegende Verfahren wegen Rechtsverweigerung gegenstandlos geworden ist und entsprechend abzuschreiben ist;
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- dies nicht gleichermassen für die Beschwerde wegen Rechtsverzögerung gilt; die Verfahrensherrschaft mit der Anklageerhebung bei der Strafkammer liegt, welche die allfällige Verletzung des strafprozessualen  im Einzelnen zu prüfen hat; eine separate Prüfung in diesem Verfahrensstadium durch die Beschwerdekammer zu vermeiden ist; ein  Rechtsschutzinteresse an der Behandlung der  auf Seiten des Beschwerdeführers nicht auszumachen ist; unter den gegeben Umständen auf die Beschwerde wegen Rechtsverzögerung daher nicht einzutreten ist;
- bei Eintritt der Gegenstandslosigkeit im Beschwerdeverfahren in erster Linie kostenpflichtig wird, wer diese verursacht hat (TPF 2011 31; Beschlüsse des Bundesstrafgerichts BG.2016.17 vom 26. September 2016; BB.2016.274 vom 26. Juli 2016); für das Unterliegen sodann grundsätzlich auf den  Prozessausgang abzustellen ist und zwar aufgrund der  vor Eintritt des Erledigungsgrunds, wenn sich nicht feststellen lässt, wer die Gegenstandslosigkeit verursacht hat; der Entscheid summarisch zu  ist (Beschlüsse des Bundesstrafgerichts BB.2015.127 vom 3. Mai 2016; BB.2013.9 vom 25. Februar 2013);
- die Beschwerdegegnerin nach Beschwerdeeingang Anklage erhob, weshalb die Gegenstandslosigkeit auf den ersten Blick als von ihr verursacht  ist;
- im Zeitpunkt der Erhebung der Rechtsverweigerungsbeschwerde die  allerdings bereits angekündigt worden war;
- für den Beschwerdeführer demnach bei Einreichung der Beschwerde der Eintritt der Gegenstandslosigkeit durch die Anklageerhebung absehbar war;
- unter diesen Umständen es sich rechtfertigt, dem Beschwerdeführer die  des Verfahrens betreffend Rechtsverweigerung aufzuerlegen;
- mit Bezug auf das Nichteintreten auf die Rechtsverzögerungsbeschwerde ausgangsgemäss die Kosten ebenfalls dem unterliegenden  aufzuerlegen sind (Art. 428 Abs. 1 StPO);
- die Gerichtsgebühr vorliegend auf Fr. 2'000.-- festzusetzen ist (Art. 73 StBOG i.V.m. Art. 5 und 8 Abs. 1 des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]).
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