Decision ID: 39df66a3-ecf8-5c8e-98f6-a587ffad7825
Year: 2008
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Der 1990 geborene T._ (im Folgenden: Gesuchsteller),  von Sri Lanka, beantragte am 29. November 2006 bei der Schweizerischen Botschaft in Colombo ein Visum für einen  Besuchsaufenthalt bei seiner Schwester und seinem Schwager J._ und S._ (im Folgenden: Gastgeber bzw. ) in Niedergösgen (SO). Die Schweizer Vertretung übermittelte das Gesuch in der Folge der Vorinstanz zum Entscheid.
B. Nachdem das Amt für Ausländerfragen des Kantons Solothurn bei den Gastgebern weitere Auskünfte eingeholt hatte, verweigerte die  in einer Verfügung vom 30. Januar 2007 die nachgesuchte . Dies im Wesentlichen mit der Begründung, die  und fristgerechte Wiederausreise könne angesichts der wirtschaftlichen und soziokulturellen Lage im Herkunftsland sowie der persönlichen Verhältnisse des Gesuchstellers (er habe weder familiäre noch gesellschaftliche Verpflichtungen) nicht als gesichert betrachtet werden. Hinzu komme, dass eine dreimonatige Abwesenheit des  von seinem Studienplatz mit den entsprechenden  Verpflichtungen kaum zu vereinbaren sei.
C. Mit Beschwerde vom 14. Februar 2007 beantragen die Gastgeber beim Bundesverwaltungsgericht implizit die Aufhebung der  Verfügung und die Bewilligung des Einreisegesuchs. Zur  machen sie sinngemäss geltend, die Vorinstanz gehe zu  davon aus, die Wiederausreise des Gesuchstellers nach einem Besuchsaufenthalt wäre nicht gesichert. Der Gesuchsteller habe Ende Dezember 2006 die "GCE O/L Prüfung" abgelegt, und erst Ende März 2007 würden die Resultate bekannt. Nach Erhalt der Schlussnoten entscheide sich dann, ob der Gesuchsteller weiter studieren oder eine Lehre absolvieren werde. Der Besuchsaufenthalt sei für diese  geplant gewesen, und könne jetzt maximal noch drei  dauern. Für den Gesuchsteller komme nur eine weitere  vor Ort – in tamilischer Sprache – in Betracht, und er habe auch keinerlei Anlass, seine Ausbildung abzubrechen, zumal sie (die ) die Familie seit Jahren unterstützten. Weiter führen die Beschwerdeführer aus, sie hätten in den Jahren 2003 bis 2006
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wiederholt Gäste (ihre beiden Mütter bzw. zweimal eine Tante) aus Sri Lanka bei sich zu Hause empfangen, und diese seien jeweils pünktlich wieder in ihre Heimat zurückgekehrt. Mit der Beschwerde wurden Kopien diverser Dokumente eingereicht. Auf diese wird, soweit , in den Erwägungen eingegangen.
D. In ihrer Vernehmlassung vom 21. März 2007 spricht sich die Vorinstanz für eine Abweisung der Beschwerde aus. Eine bereits begonnene oder beabsichtigte Berufsausbildung gäbe angesichts des herrschenden wirtschaftlichen Umfeldes und der schlechten sozialen Absicherungen keine Gewähr für einen Verbleib im Land. Ebenso wenig könnten die Beschwerdeführer etwas für sich aus dem Umstand ableiten, dass  andere Familienangehörige bei ihnen zu Besuch gewesen seien. Schon ein altersmässiger Vergleich zwischen den betroffenen  lasse erkennen, dass die unterschiedliche Einschätzung betr.  gerechtfertigt sei.
E. Die Beschwerdeführer machten von dem ihnen eingeräumten Recht auf Replik keinen Gebrauch.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1. Verfügungen des Bundesamtes für Migration (BFM) betreffend  der Einreisebewilligung unterliegen der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht (Art. 31, Art. 32 sowie Art. 33 Bst. d des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]).
1.1 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem  nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), soweit das  nichts anderes bestimmt. Das Urteil des  ist endgültig (Art. 1 Abs. 2 VGG i.V.m. Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
1.2 Die Beschwerdeführer sind gemäss Art. 48 VwVG zur Beschwerde legitimiert; auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 49 ff. VwVG).
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2. Am 1. Januar 2008 traten das neue Bundesgesetz vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) sowie die dazugehörigen Ausführungsverordnungen in Kraft (u.a. die  vom 24. Oktober 2007 über das Einreise- und Visumverfahren [VEV, SR 142.204]). Gemäss Art. 126 Abs. 1 AuG bleibt auf Gesuche, die vor dem Inkraftreten des AuG eingereicht worden sind, das  Recht anwendbar. Die Beurteilung erfolgt somit noch nach dem  Recht. Einschlägig sind das Bundesgesetz vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (aANAG, BS 1 121, zum vollständigen Quellennachweis vgl. Ziff. I des Anhangs zum AuG) und die Verordnung vom 14. Januar 1998 über die Einreise und  von Ausländerinnen und Ausländern (aVEA, AS 1998 194, zum vollständigen Quellennachweis vgl. Art. 39 VEV).
3. Die Schweizerische Rechtsordnung gewährt grundsätzlich keinen  auf Bewilligung der Einreise. Der Entscheid darüber ist -  nachfolgend zu erörternder Hinderungsgründe - von der  in pflichtgemässer Ausübung ihres Ermessens zu  (Art. 4 und Art. 16 Abs. 1 aANAG, Art. 9 Abs. 1 aVEA, PETER UEBERSAX, Einreise und Anwesenheit, in: PETER UEBERSAX / PETER MÜNCH / THOMAS GEISER / MARTIN ARNOLD (Hrsg.), Ausländerrecht, Ausländerinnen und Ausländer im öffentlichen Recht, Privatrecht, Steuerrecht und  der Schweiz, Basel/Genf/München 2002, S. 143; URS BOLZ, Rechtsschutz im Ausländer- und Asylrecht, Basel und Frankfurt a.M. 1990, S. 29 mit weiteren Hinweisen; PHILIP GRANT, La protection de la vie familiale et de la vie privée en droit des étrangers, Basel usw. 2000, S. 24).
3.1 Ausländerinnen und Ausländer benötigen zur Einreise in die Schweiz einen Pass und ein Visum, sofern sie nicht aufgrund  Regelung von diesem Erfordernis ausgenommen sind (Art. 1 bis 5 aVEA). Um ein Visum zu erhalten, müssen Ausländerinnen und  die in Artikel 1 Absatz 2 aVEA aufgeführten Voraussetzungen erfüllen. Sie haben unter anderem Gewähr für eine fristgerechte  zu bieten (Art. 1 Abs. 2 Bst. c aVEA).
4. Der Gesuchsteller bedarf aufgrund seiner Nationalität zur Einreise in die Schweiz nebst dem Pass eines Visums. Die Vorinstanz verweigerte
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die Erteilung eines solchen Visums mit der Begründung, die  und fristgerechte Wiederausreise erscheine nicht als hinreichend gesichert.
4.1 Wenn es zu beurteilen gilt, ob das Kriterium der gesicherten  erfüllt ist, muss ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. Dazu lassen sich in der Regel keine Feststellungen, sondern lediglich Prognosen treffen. Dabei rechtfertigt es sich durchaus,  von Bürgerinnen und Bürgern aus Staaten oder Regionen mit  respektive wirtschaftlich vergleichsweise ungünstigen  zum vornherein mit Zurückhaltung zu begegnen, da die  Interessenlage in solchen Fällen häufig nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten Einreisebewilligung in Einklang steht.
4.2 Die Wirtschaft Sri Lankas ist 2007 real um 7,4 % gewachsen. Das Pro-Kopf-Einkommen betrug 1350 USD, das Bruttoinlandprodukt (BIP) 27 Mrd. USD. Für 2008 wird erneut ein hohes Wirtschaftswachstum von über 6 % erwartet. Ein Problem für die weitere wirtschaftliche  ist zunehmend die Inflation, die 2007 mit einer Jahresrate von deutlich über 15 % nicht unter Kontrolle gebracht werden konnte. Die Arbeitslosigkeit beträgt seit längerer Zeit ungefähr 7 %. Die  Entwicklung Sri Lankas weist allerdings grosse regionale Unterschiede auf. Wirtschaftliches Zentrum ist die Region rund um , die fast die Hälfte der gesamten Wirtschaftsleistung erbringt. Die grundsätzlich ermutigenden wirtschaftlichen Entwicklungen  solchermassen nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass nach wie vor breite Bevölkerungsschichten von vergleichsweise schwierigen ökonomischen und sozialen Lebensbedingungen  sind. Darüber hinaus hat sich die Sicherheitslage im ganzen Land seit Anfang 2006 wieder dramatisch verschlechtert, nachdem erneut Kämpfe zwischen dem Militär und der Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) ausgebrochen sind. Davon besonders betroffen sind der Osten und Norden Sri Lankas, Anschläge kommen jedoch auch in der  Colombo vor. Zudem hat die Regierung am 3. Januar 2008 das Waffenstillstandsabkommen mit der LTTE offiziell per 16. Januar 2008 gekündigt; seither haben die Gefechte im Norden des Landes  und das politische Klima ist sehr gespannt (Quellen: Länder- und Reiseinformationen auf der Webseite des Auswärtigen Amtes, <http://www.auswaertiges-amt.de>, Stand: Januar 2008;  auf der Webseite des Eidgenössischen Departements für  Angelegenheiten [EDA], <http://www.eda.admin.ch>, Stand: 22. Fe-
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bruar 2008; vgl. auch Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-2775/2007 vom 14. Februar 2008 E. 7.2-7.5).
5. Bei der Risikoanalyse sind allerdings nicht nur solch allgemeine  und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichtspunkte des konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen. Obliegt einer  oder einem Gesuchsteller im Heimatland beispielsweise eine  berufliche, gesellschaftliche oder familiäre Verantwortung, kann dieser Umstand durchaus die Prognose für eine anstandslose Wiederausreise begünstigen. Umgekehrt muss bei Antragstellerinnen und Antragstellern, die in ihrer Heimat keine besonderen  haben, das Risiko für ein fremdenpolizeilich nicht regelkonformes Verhalten (nach bewilligter Einreise zu einem Besuchsaufenthalt) hoch eingeschätzt werden.
5.1 Beim Gesuchsteller handelt es sich um einen knapp 18-jährigen, ledigen Mann. Er lebt offenbar zusammen mit seinen Eltern und zwei Brüdern in Colombo, so aus einem auf Beschwerdeebene edierten  (Affidavit) zu schliessen. Er hat somit zwar familiäre  in der Heimat, eigentliche Verpflichtungen gegenüber der dort  Familie sind indessen keine erkennbar. Aufgrund seines Alters und der Tatsache, dass er noch in Ausbildung steht, dürfte er im  selbst auf finanzielle Unterstützung durch seine Familie  sein. Im Zeitpunkt des Visumsantrages befand sich der  noch in schulischer Ausbildung. Ob er inzwischen weiter studiert oder eine Berufslehre begonnen hat, ist nicht bekannt. Wie es sich damit verhält, kann allerdings offen gelassen werden. Vor dem aufgezeigten wirtschaftlichen, soziokulturellen und  Hintergrund kann weder ein angefangenes Studium noch eine begonnene Lehre verlässlich davon abhalten, den Entscheid zur  zu fällen. Vorliegend kommt hinzu, dass gemäss den  einer Tante im oben erwähnten Affidavit (das im  als Beweismittel zu den Akten gereicht wurde) die Familie des Gesuchstellers ursprünglich im Norden Sri Lankas (Jaffna) gelebt habe und dann nach Colombo gezogen sei, dies nachdem sie im  von gewalttätigen Auseinandersetzungen in ihrer Heimatregion ihre ganze Habe verloren habe. Bei dieser Sachlage kann kaum von einer besonderen Verwurzelung des Gesuchstellers in seiner aktuellen Umgebung ausgegangen werden. Obwohl keine nähere Erkenntnisse dazu vorliegen, ist schliesslich auch nicht davon auszugehen, dass die
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Familie des Gesuchstellers in Colombo in besonders vorteilhaften  Verhältnissen lebt, wird sie doch gemäss den Angaben der Beschwerdeführer von diesen regelmässig finanziell unterstützt.
5.2 Vor dem aufgezeigten persönlichen und allgemeinen Hintergrund durfte die Vorinstanz demnach davon ausgehen, dass keine  Gewähr für eine fristgerechte und anstandslose  des Gesuchstellers nach einem Besuchsaufenthalt besteht. An  Beurteilung vermag auch der Hinweis der Beschwerdeführer in  Rechtsmitteleingabe nichts zu ändern, wonach sie bereits  Gäste aus Sri Lanka bei sich zu Hause gehabt haben. Mangels näherer Angaben können keine Vergleiche in den Verhältnissen der Beteiligten angestellt werden.
6. Aus vorstehenden Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfügung im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
7. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens werden die  Beschwerdeführer kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die  sind auf Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst. b des Reglements vom 11. Dezember 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]).
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