Decision ID: 9aaebac0-fb86-4e9e-b45c-1e5cfedfe109
Year: 2015
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Rolf Brägger, Hechtackerstrasse 10, Postfach
246, 9014 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ wurde am 1. Oktober 2008 wegen Multipler Sklerose (MS) im Rahmen der
Früherfassung durch seine Arbeitgeberin bei der Invalidenversicherung angemeldet (IV-
act. 4). Der gelernte Schreiner arbeitete seit 14. Juli 2008 als Lagerist im Rahmen von
50% an einer bis 24. Dezember 2008 befristeten Arbeitsstelle (IV-act. 2, 4). Dr. med.
B._, Facharzt Neurologie der Klinik für Neurologie des Kantonsspitals St. Gallen
(KSSG), hielt als Diagnosen nach ambulanter Untersuchung in der MS-Sprechstunde
im Bericht vom 6. Oktober 2008 eine MS, schubförmiger Verlauf, mit Erstsymptomen
wahrscheinlich 1992, Erstdiagnose 08/2008 und Schüben in den Jahren 1992, 2001,
08/2008, 09/2008, eine Diskushernie C5/C6 mit mässiger Kompression der C6-Wurzel
rechts, einen Verdacht auf Radikulopathie C8 rechts und ein Karpaltunnelsyndrom
rechts fest (IV-act. 6-2). Mit Anmeldung vom 24. Oktober 2008 (Eingang bei der IV-
Stelle) beantragte der Versicherte Massnahmen zur beruflichen Eingliederung (IV-
act. 10).
A.b Gemäss dem Protokoll über das Telefongespräch zwischen RAD-Ärztin Dr. med.
C._ und Dr. B._ vom 10. November 2008 gab Letzterer an, der Versicherte sei
vorerst bis Ende 2008 für alle Tätigkeiten arbeitsunfähig. Er werde wieder
eingliederungsfähig sein, aber nicht als Schreiner oder Lagerist, wahrscheinlich für
leichte körperliche Arbeiten (IV-act. 24). Laut der kurz zuvor vom Hausarzt Dr. D._,
Allgemeinmedizin FMH, erhaltenen Auskunft arbeitete der Versicherte wieder zu 50%
(IV-act. 25-1).
A.c Im Jahr 2009 absolvierte der Versicherte eine Weiterbildung zum Hauswart. Aus
medizinischer Sicht befürwortete RAD-Ärztin Dr. C._ die Tätigkeit als Hauswart auf
Grund der körperlichen Belastung allerdings nicht. Auf Grund kognitiver Defizite, ins
besondere Konzentrations- und Auffassungsstörungen, bestünden Einschränkungen
von 20%. Diese Defizite gelte es bei der Berufsberatung zu berücksichtigen (Triage
gespräch vom 5. Mai 2009: IV-act. 48-1, vgl. auch IV-act. 98-27).
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A.d Gestützt auf eine vom 22. Juni bis 17. Juli 2009 durchgeführte berufliche
Abklärung in der BEFAS Appisberg, Abklärungs-/Ausbildungsstätte, attestierten die
BEFAS-Verantwortlichen im Schlussbericht vom 17. August 2009 dem Versicherten
aktuell eine Restarbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit als Logistiker in einem
Lager von 60% bis 70%. Im optimalen Fall (Umgang mit leichten Waren, hoher
administrativer Anteil) betrage die Arbeitsfähigkeit 80 % (IV-act. 57-11).
A.e Mit ärztlichem Zeugnis vom 11. November 2009 attestierte Dr. med. E._, F._,
Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Suchtbehandlung, dem Versicherten eine
Arbeitsunfähigkeit von 100% ab 10. November 2009 bis auf Weiteres (IV-act. 65). Der
Versicherte war ab diesem Zeitpunkt bis 3. Dezember 2009 in der Klinik in stationärer
Behandlung. Im Zuge seines Aufenthalts wurden psychische Verhaltensstörungen
durch Alkohol mit Abhängigkeitssyndrom, insbesondere mit Störungen der
Impulskontrolle (ICD-10: F10.2) sowie psychische und Verhaltensstörungen durch
Cannabinoide mit Abhängigkeitssyndrom (ICD-10: F12.2) diagnostiziert (IV-act. 71, 69).
A.f Die RAD-Ärztin hielt gestützt auf ihr Gespräch mit Dr. med. G._, Neurologie des
KSSG, vom 4. März 2010, fest, dass jener zumindest eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in
einer angepassten Tätigkeit als gegeben erachte. Ein Steigerungspotential sei
vorhanden, die Höhe der erreichbaren Arbeitsfähigkeit müsse im Rahmen einer
Arbeitserprobung ermittelt werden. Wegen der kognitiven Einbussen und der
Beeinträchtigung durch die Fatigue-Symptomatik bestehe im Rahmen der zeitlichen
Präsenz gegebenenfalls zusätzlich noch eine Leistungseinbusse von bis zu 20% (in
Abhängigkeit von der tatsächlichen Arbeitsaufgabe; IV-act. 77-2).
A.g Gemäss dem Schlussbericht der beruflichen Eingliederung vom 21. Mai 2010
arbeitete der Versicherte zu 50% im Einsatzprogramm SOHOMET um die
Leistungsfähigkeit zu überprüfen. Nach Aussage des Verantwortlichen im SOHOMET
waren die Leistungen stark schwankend. An einem guten Tag habe der Versicherte
sehr gut und speditiv gearbeitet, jedoch seien mehr als 50% nicht möglich gewesen,
an einem schlechten Tag sei fast keine Leistung möglich gewesen. Die stark
schwankende gesundheitliche Situation lasse daher keine Eingliederung in der freien
Wirtschaft zu. Es sei vereinbart worden, die Arbeitsvermittlung abzuschliessen und den
Fall der Rentenprüfung zu übergeben (IV-act. 79). Mit Verfügung vom 12. Juli 2010 wies
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die IV-Stelle das Begehren um berufliche Massnahmen ab, weil aktuell keine berufliche
Eingliederung möglich sei (IV-act. 83).
A.h Im ärztlichen Bericht vom 4. November 2010 über die RAD-Abklärung vom 1.
Oktober 2010 kam Dr. med. I._ zum Schluss, dass eine Veränderung des
Gesundheitszustands nach der Arbeitserprobung durch die BEFAS mit einer
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit von 80% nicht nachvollziehbar sei. Aus
versicherungsmedizinischer Sicht bleibe es daher bei den durch die BEFAS getroffenen
Feststellungen. Auf Grund des anzunehmenden aktiven regelmässigen Konsums von
Alkohol bei bekannter Suchterkrankung sei die Arbeits- und Eingliederungsfähigkeit
aus IV-fremden Gründen negativ beeinträchtigt. Eine Neubeurteilung der
Arbeitsfähigkeit und des IV-relevanten Gesundheitsschadens käme bei Deklaration
einer Veränderung daher nur nach einer ausreichend langen und ärztlich kontrollierten
Abstinenzzeit von mindestens einem halben Jahr in Betracht (IV-act. 91).
A.i Im Vorbescheid vom 6. Dezember 2010 stellte die IV-Stelle eine Abweisung des
Rentengesuchs gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 16% in Aussicht (IV-act. 95). Der
Versicherte liess dagegen durch seinen Rechtsvertreter am 24. Januar 2011 Einwand
erheben (IV-act. 98-1f.).
A.j Mit Schreiben vom 18. Februar 2011 forderte die IV-Stelle gestützt auf die
Empfehlung von RAD-Arzt Dr. I._ (vgl. IV-act. 100) den Versicherten unter dem Titel
der Schadenminderungs- und Mitwirkungspflicht zum Verzicht auf Alkoholkonsum auf.
Zum Nachweis habe er sich während mindestens sechs Monaten wöchentlichen
Urinuntersuchungen und monatlichen Blutuntersuchungen zu unterziehen. Erst nach
Einhalten einer sechsmonatigen Alkoholabstinenz könne die Eingliederungsfähigkeit
sowie ein Anspruch auf Rente geprüft werden (IV-act. 99). Gemäss dem Verlaufsbericht
des Hausarztes vom 22. Juli 2011 konnte der Versicherte die Abstinenz nicht einhalten.
Auf Grund einer Verschlechterung und neu insbesondere zunehmender Beschwerden
des linken Armes meldete der Hausarzt den Versicherten zur erneuten Abklärung im
KSSG an (IV-act. 106). Im Verlaufsbericht der Klinik für Neurologie des KSSG vom 12.
September 2011 beschrieb Dr. med. J._ den Erkrankungsverlauf der MS zuletzt als
stabil. Es lägen keine Hinweise einer relevanten Störung vor und anamnestisch habe
auch keine relevante Fatigue objektiviert werden können. Hinsichtlich der Schmerzen
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und Gefühlsstörungen im Bereich der oberen Extremitäten habe ein beidseitiges,
rechtsbetontes, sensomotorisches Karpaltunnelsyndrom objektiviert werden können.
Die Beschwerdesymptomatik sollte sich durch das operative Vorgehen verbessern
lassen, wobei eine vollständige Beschwerdefreiheit nicht sicher erwartet werden könne
(IV-act. 109-1f.).
A.k Gestützt darauf wurden die behandelnden Ärzte der plastischen Chirurgie des
KSSG drei Monate später um Stellungnahme zur Höhe der Arbeitsfähigkeit ersucht
(vgl. IV-act. 110, 116). Dr. I._ folgerte am 3. Februar 2012 aus dem knappen Bericht
der Abteilung für Handchirurgie des KSSG, dass der Versicherte unter dem Aspekt des
Karpaltunnelsyndroms seit Anfang 2012 wieder über eine volle Arbeitsfähigkeit verfüge.
Da sich der Zustand bezüglich der MS im Wesentlichen unverändert ausnehme, könne
jetzt endgültig davon ausgegangen werden, dass der Versicherte, wie im Rahmen der
BEFAS-Abklärung ermittelt, in einer adaptierten Tätigkeit über eine Arbeitsfähigkeit von
80% verfüge (IV-act. 118).
A.l Am 15. Februar 2012 informierte die IV-Stelle den Rechtsvertreter des Versicherten
dahingehend, dass sie gestützt auf die vorliegenden Unterlagen am bisherigen
Entscheid festhalte und dem Versicherten keine Rente zustehe (IV-act. 119). Dagegen
verlangte der Rechtsvertreter im Rahmen einer zweiten Anhörung mit Schreiben vom
24. Februar 2012 die Durchführung einer externen und neutralen medizinischen
Begutachtung. Im Übrigen halte er an seinem Einwand vom 24. Januar 2011 fest (IV-
act. 120).
A.m Darauf Bezug nehmend befand Dr. I._, der RAD verfüge über eine ausreichende
Dokumentation, um die Arbeitsfähigkeit des Versicherten beurteilen zu können. Aus
diesem Grund sei eine externe medizinische Begutachtung nicht erforderlich (IV-
act. 121).
A.n Am 5. März 2012 verfügte die IV-Stelle im Sinne des Vorbescheids eine Abweisung
des Rentenbegehrens gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 16% (IV-act. 122).
B.
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B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde vom 5. April 2012 mit den
Anträgen, die Verfügung sei aufzuheben und dem Beschwerdeführer sei mindestens
eine halbe Rente zuzusprechen. Eventualiter sei das Verfahren an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie weitere medizinische und berufliche
Abklärungen vornehme; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Zur Begründung
machte der Rechtsvertreter geltend, es bestehe ein unhaltbarer Widerspruch zwischen
der Eingliederungsverfügung vom 12. Juli 2010 und der Rentenverfügung vom 5. März
2012, da die beruflichen Abklärungen ergeben hätten, dass eine Eingliederung des
Beschwerdeführers wegen dessen gesundheitlichen Schwankungen nicht möglich sei.
Daraus folge, dass der Beschwerdeführer im Grunde genommen als bis zu 100%
arbeitsunfähig eingestuft werden müsste. Zudem sei der RAD-Bericht vom
4. November 2010 für die medizinische Beurteilung des Falles völlig ungenügend. Auf
Grund der unterschiedlichen Arbeitsfähigkeitsbeurteilungen der BEFAS, des
SOHOMET und des KSSG sei eine neutrale medizinische Gesamtbegutachtung
unumgänglich. Die RAD-Beurteilungen könnten eine solche Begutachtung nicht
ersetzen, weshalb das Verfahren an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen sei. Im
Weiteren seien auch das verwendete Valideneinkommen deutlich zu tief und das
Invalideneinkommen zu hoch geraten. Vielmehr ergebe eine korrekte Berechnung IV-
Grade von 53.8% resp. 52% und damit einen Anspruch auf eine halbe Rente. Würde
aber das Ergebnis der beruflichen Eingliederung als Basis genommen, müsste sogar
von einer bis 100%igen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen werden, was eine noch
höhere IV-Rente zur Folge haben würde (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 15. Juni 2012 beantragte die Beschwerdegegnerin
die Beschwerdeabweisung. Die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers sei auf Grund
des Alkoholabusus tatsächlich eingeschränkt. Deshalb sei er offenbar nicht
eingliederungsfähig. Der Alkoholabusus sei jedoch eine IV-fremde Ursache für die
Arbeitsunfähigkeit und dürfe im vorliegenden Verfahren nicht berücksichtigt werden. Da
die MS zudem schubförmig verlaufe und der Beschwerdeführer schon länger keinen
Schub gehabt habe, sei die Arbeitsfähigkeit durch die MS zurzeit nicht eingeschränkt.
In einer leichten adaptierten Tätigkeit bestehe somit aus IV-rechtlicher (jedoch nicht
medizinischer) Sicht eine Leistungsfähigkeit von 100% der Norm. Damit liege
offensichtlich keine rentenbegründende Invalidität vor. Weitere medizinische
Abklärungen seien nicht nötig und auf Grund des regelmässigen Alkoholkonsums
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ohnehin nicht zielführend (act. G 4). Die Frist für die Einreichung einer Replik liess der
Beschwerdeführer unbenützt verstreichen.
B.c Mit Schreiben vom 17. Juli 2013 teilte Rechtsanwalt lic. iur. R. Brägger, St. Gallen,
dem Gericht die Übernahme der Interessenvertretung des Beschwerdeführers mit act.
G 7).

Erwägungen:
1.
Vorliegend streitig und zu prüfen ist die Frage des Rentenanspruchs des
Beschwerdeführers.
1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die Invalidität kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
1.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht
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die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit
Hinweisen).
1.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50%
besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.4 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach haben Gericht und Verwaltung von Amtes wegen für die richtige und
vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (Urteil des
Bundesgerichts vom 1. April 2011, 8C_73/2011, E. 4.1). Wenn der entscheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt wurde, kann das Gericht die Angelegenheit zu
weiterer Abklärung und neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen.
2.
2.1 Vorliegend ist zu prüfen, ob die medizinische Aktenlage eine rechtsgenügliche
Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erlaubt. Als zentrale
Diagnosen liegen eine MS, schubförmiger Verlauf (Erstsymptomatik wahrscheinlich
1992, Erstdiagnose August 2008, Schübe 1992, 2001, August 2008, September 2008),
ein Status nach Diskushernie C5/C6 mit Nervenwurzelkompression C6 und C7 (IV-
act. 91-3, vgl. auch 18, 28-1) sowie ein Alkoholabhängigkeitssyndrom mit aktivem
Substanzgebrauch und anamnestisch ein Cannabisabusus vor (IV-act. 69, 91-3).
2.2 Im BEFAS-Schlussbericht vom 17. August 2009 hielt der Berufsberater fest, dass
im angestammten Berufsfeld (Schreinerei) unter Appisberg-Bedingungen zwar eine
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Arbeits- und Leistungsfähigkeit von zeitweilig 80% habe realisiert werden können, eine
solche auf Dauer jedoch auf dem freien Arbeitsmarkt (grössere körperliche
Anforderungen) keinesfalls umsetzbar wäre. Für den Lagerbereich habe sich unter
behinderungsangepassten Arbeitsverhältnissen (mit Verweis auf die ärztliche
Beurteilung) eine Arbeitsfähigkeit von 60% bis 70% und für Arbeiten, wie sie für einen
Hauswart typisch seien, eine solche von lediglich 50% gezeigt. Zusammenfassend
kamen die Abklärungsverantwortlichen zum Schluss, dass bei einer angepassten
Tätigkeit aktuell eine Restarbeitsfähigkeit von 60% bis 70% als Logistiker in einem
Lager attestiert werden könne, im optimalen Fall (Umgang mit leichten Waren, hoher
administrativer Anteil) die Arbeitsfähigkeit mit 80% beziffert werden könne (IV-
act. 57-10f.). Dr. G._ schilderte im Verlaufsbericht vom 8. Februar 2010, dass sich
der Beschwerdeführer am 14. September 2009 ausserplanmässig in der MS-
Sprechstunde eingefunden habe. Er habe über ungerichteten Schwankschwindel ein
bis zwei Stunden morgens und über Kribbelparästhesien nach körperlicher Belastung
berichtet. Ferner spüre er vermehrte Müdigkeit nach körperlicher Belastung. In der
Sprechstunde vom 16. November 2009 habe er angegeben, dass seit dem letzten
Kontakt die Hypästhesie der linken Hand und des rechten Arms mehrmals am Tag für
jeweils zwei bis drei Minuten zugenommen habe. Ferner habe er den ganzen Tag
anhaltende Rückenschmerzen, jedoch hätten die ungerichteten Schwankschwindel
abgenommen. Dr. G._ schätzte die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auf 50%;
hinsichtlich der Frage, wie viele Stunden pro Tag und Woche er arbeitsfähig sei,
empfahl der Neurologe jedoch die Vornahme einer Begutachtung (IV-act. 73). Im
Gespräch mit der RAD-Ärztin vom 4. März 2010 äusserte Dr. G._ wiederum, dass
eine zumindest 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit mit
Steigerungspotential gegeben sei. Die Höhe der erreichbaren Arbeitsfähigkeit müsse
aber im Rahmen einer Arbeitserprobung ermittelt werden, vorstellbar sei eine
Steigerung der zeitlichen Präsenz (in 10%-Schritten) auf 60% bis 70%, eventuell
maximal auf 80%. Wegen der kognitiven Einbussen und der Beeinträchtigung durch
die Fatigue-Symptomatik bestehe im Rahmen der zeitlichen Präsenz gegebenenfalls
zusätzlich noch eine Leistungseinbusse von bis zu 20% (in Abhängigkeit von der
tatsächlichen Arbeitsaufgabe; IV-act. 74-1).
2.3 Anlässlich der RAD-Abklärung vom 1. Oktober 2010 nahmen neben dem
Beschwerdeführer und den RAD-Ärzten Dr. I._ und Dr. med. K._, Facharzt für
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Psychiatrie und Psychotherapie FMH, auch der zuständige IV-Fachmitarbeiter und die
IV-Sachbearbeiterin teil. Im darauf gestützten Bericht vom 4. November 2010 kam
RAD-Arzt Dr. I._ zum Schluss, dass beim Beschwerdeführer keine Veränderung des
Gesundheitszustands seit der Arbeitserprobung durch die BEFAS Appisberg
nachvollziehbar sei. Daher bleibe es aus versicherungsmedizinischer Sicht bei den
durch die BEFAS getroffenen Feststellungen und Beurteilungen zur Eingliederungs-
und Arbeitsfähigkeit bzw. bei einer adaptierten Arbeitsfähigkeit von 80%. Schliesslich
sei die Arbeits- und Eingliederungsfähigkeit auf Grund des anzunehmenden aktiven
regelmässigen Konsums von Alkohol bei bekannter Suchterkrankung aus IV-fremden
Gründen negativ beeinträchtigt. Eine Neubeurteilung der Arbeitsfähigkeit und des IV-
relevanten Gesundheitsschadens käme bei Deklaration einer Veränderung daher
allenfalls nur nach einer ausreichend langen und ärztlich kontrollierten Abstinenzzeit
von mindestens einem halben Jahr in Betracht (IV-act. 91). Nachdem der
Beschwerdeführer die ihm auferlegte Abstinenzzeit von sechs Monaten jedoch nicht
eingehalten hatte (IV-act. 106), wurde bei der Klinik für Neurologie des KSSG ein
Verlaufsbericht eingeholt. Die Untersuchung in der MS-Sprechstunde vom
5. September 2011 ergab bei gut vertragener Immunmodulation mit Glatirameracetat
(Copaxone®) einen stabilen Erkrankungsverlauf. Schübe oder schubverdächtige
Ereignisse seien nicht aufgetreten. Gemäss durchgeführten Screenings liege auch
keine relevante Fatigue vor (IV-act. 109-3f.). Im Verlaufsbericht vom 12. September
2011 hielt Dr. J._, Neurologie KSSG, ebenfalls fest, dass der Zustand bezüglich der
MS im Wesentlichen unverändert sei. Eine Befundverschlechterung habe sich
bezüglich des Karpaltunnelsyndroms ergeben. Diesbezüglich sei eine operative
Sanierung vorgesehen (IV-act. 109-2). Gestützt darauf hielt Dr. I._ in der
Stellungnahme vom 20. September 2011 fest, dass der Versicherte seit der RAD-
Abklärung vom 4. November (2010) keinen neuen MS-Schub durchgemacht habe. Die
MS zeige einen stationären Verlauf (IV-act. 110). Nach Eingang des Berichts der
Abteilung für Handchirurgie bezüglich der zur Behandlung des beidseitigen
rechtsbetonten Karpaltunnelsyndroms erfolgten Dekompressionsoperation ging Dr.
I._ in der Stellungnahme vom 3. Februar 2012 davon aus, dass der
Beschwerdeführer unter dem Aspekt des Karpaltunnelsyndroms seit Anfang 2012
wieder über eine volle Arbeitsfähigkeit verfüge. Da sich der Zustand bezüglich der MS
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im Wesentlichen unverändert ausnehme, sei der Beschwerdeführer in einer adaptierten
Tätigkeit zu 80% arbeitsfähig (IV-act. 118).
2.4 Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers bringt vor, dass die Abklärung der
Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers im SOHOMET gegen die
Arbeitsfähigkeitsschätzung des RAD spreche (vgl. act. G 1). Gemäss dem Programm-
Verantwortlichen sei nach den stark schwankenden Leistungen und nach dem aktuell
präsentierten Gesundheitszustand eine Eingliederung in die freie Wirtschaft nicht
möglich (IV-act. 58, 78). SOHOMET wurde als Programm mit Abklärungs- und
Wiedereingliederungsteil für erwerbslose Menschen geschaffen, um in
Zusammenarbeit mit verschiedenen Institutionen wie RAV, IV, SUVA und Gemeinden
erwerbslose Menschen auf ihrem Weg zurück in den primären Arbeitsmarkt zu
begleiten. Im Abklärungsteil wird die noch mögliche Arbeitsfähigkeit festgestellt und
trainiert. Das Programm ist leistungsorientiert, das übergeordnete Lernziel ist die
Förderung von berufsrelevanten Schlüsselqualifikationen (vgl.: http://
www.businesshouse.ch/sohomet.html, Abfrage vom 21. November 2014). In
medizinischer Hinsicht findet jedoch keine Abklärung statt. Weiter ist zu
berücksichtigen, dass beim Beschwerdeführer während der Abklärung im SOHOMET
gravierende Probleme mit den Handgelenken dazukamen und er sogar auf das Tragen
einer Schiene angewiesen war (IV-act. 78-2), während das anamnestisch vermerkte
Karpaltunnelsyndrom rechts während der Beobachtungszeit in Appisberg noch keine
klinische Manifestation gezeigt hatte (vgl. IV-act. 57-8). Dennoch lassen die beträchtlich
schlechteren Leistungen des Beschwerdeführers im SOHOMET daran zweifeln, dass
der Beschwerdeführer über eine Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit von 80%
verfügt, wie ihm die BEFAS-Verantwortlichen im Schlussbericht vom 17. August 2009
für eine speziell leidensangepasste Tätigkeit attestiert haben und wovon die
Beschwerdegegnerin ausgeht.
2.5 Dazu gilt es weiter zu berücksichtigen, dass der BEFAS-Bericht in medizinischer
Hinsicht einzig eine Untersuchung durch einen Rheumatologen enthielt. Für die
zumutbare Arbeitsfähigkeit gab der BEFAS-Bericht sodann eine relativ grosse
Bandbreite an. Während er grundsätzlich für den Lagerbereich unter
behinderungsangepassten Arbeitsverhältnissen eine Arbeitsfähigkeit von 60% bis 70%
festhielt, sah er nur gerade in der Funktion als Logistiker in einem Lager mit leichtem
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Sortiment (wie beispielsweise in der Pharmaindustrie) eine Arbeits- und
Leistungsfähigkeit bei optimal behinderungsadaptierten Tätigkeiten von 80% als
gegeben. Hier müssten administrative Arbeiten am PC und in der Disposition einen
wesentlichen Anteil einnehmen, wofür der Beschwerdeführer aber auszubilden wäre
(vgl. IV-act. 57-10). Nachdem der Beschwerdeführer jedoch über keine solche
Ausbildung verfügt und ihm die Beschwerdegegnerin auch keine in Aussicht stellte,
hätte sie nicht ohne weitere Abklärungen auf eine Arbeitsfähigkeit von 80% abstellen
dürfen.
2.6 Weiter lassen auch die Feststellungen des Neurologen Dr. G._ Zweifel an der
Arbeitsfähigkeitsschätzung der Beschwerdegegnerin aufkommen. So empfahl Dr.
G._ in seinem Verlaufsbericht vom 8. Februar 2010, für die Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit eine Begutachtung vorzunehmen (IV-act. 73). Zudem hielt er es zwar
für vorstellbar, die zeitliche Präsenz (in 10%-Schritten) auf 60% bis 70%, eventuell
maximal auf 80% zu steigern. Er sah jedoch auf Grund der kognitiven Einbussen und
der Beeinträchtigung durch die Fatigue-Symptomatik - deren Ursprung in den Akten
unklar bleibt - im Rahmen dieser zeitlichen Präsenz gegebenenfalls eine zusätzliche
Leistungseinbusse von bis zu 20% (vgl. IV-act. 74-1).
2.7 Schliesslich fällt auf, dass vor der Einweisung in die Klinik F._ am 10. November
2009 mittels Fürsorgerischer Freiheitsentziehung (FFE) weder im BEFAS-Bericht noch
in den übrigen Akten je eine Alkohol- bzw. Suchtmittelabhängigkeit erwähnt worden
waren. Erst im Bericht der Psychiatrie-Dienste Süd vom 24. Dezember 2009 wurden
psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol mit Abhängigkeitssyndrom,
insbesondere mit Störungen der Impulskontrolle (F10.2), sowie psychische und
Verhaltensstörungen durch Cannabinoide mit Abhängigkeitssyndrom (F12.2)
diagnostiziert. Zum Einweisungsgrund wurde ausgeführt, der Beschwerdeführer habe
bei einem Termin bei der Arbeitslosenkasse L._ so bedrohlich gewirkt, dass er mittels
FFE in die Klinik eingewiesen worden sei (IV-act. 87).
2.8 Schliesslich handelt es sich bei der RAD-Abklärung vom 1. Oktober 2010 weniger
um eine medizinische Abklärung als um ein Gespräch zwischen dem
Beschwerdeführer, den RAD-Ärzten Dr. I._ und Dr. K._ und zwei IV-
Sachbearbeitern. Als Gegenstand der Abklärung - ohne eingehende somatische bzw.
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psychiatrische Untersuchung - definierten die RAD-Ärzte denn auch die Gewinnung
eines klinischen Eindruckes mit Beurteilung der Arbeitsfähigkeit und einer Erörterung
der weiteren eingliederungswirksamen Schritte sowie möglicher Bedingungen für deren
Inangriffnahme.
3.
Nach dem Gesagten fehlt es an einer fachmedizinisch schlüssigen Begutachtung der
gesundheitlichen Verhältnisse des Beschwerdeführers und der Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit in den einzelnen Fachrichtungen, welche die vom Beschwerdeführer
geklagten Beschwerden oder die aus den Akten sichtbaren Störungsbilder betreffen.
Weiter fehlt es an einer gesamtheitlichen Würdigung des Gesundheitszustandes mit
Schlussfolgerungen bezüglich der Arbeitsfähigkeit, ausgehend von der Begutachtung
in den verschiedenen relevanten Fachrichtungen. Da die Beschwerdegegnerin trotz
divergierender Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit keine medizinischen
Untersuchungen vornehmen liess bzw. keine medizinische Expertise einholte, erweist
es sich als geboten, die Sache zur Einholung eines polydisziplinären Gutachtens an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Dieses Gutachten wird sich namentlich in
rheumatologischer, neurologischer und psychiatrischer Hinsicht zum
Gesundheitszustand und zu dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers äussern müssen.
4.
4.1 Die Beschwerdegegnerin stellt sich schliesslich auf den Standpunkt, eine
Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit durch das von der Klinik F._ diagnostizierte
Suchtverhalten dürfe IV-rechtlich nicht berücksichtigt werden.
4.2 Gemäss ständiger Rechtsprechung begründen Alkohol- oder Drogensucht für sich
allein keine Invalidität, sondern nur in Verbindung mit einem die Erwerbsfähigkeit
beeinträchtigenden geistigen, körperlichen oder psychischen Gesundheitsschaden mit
Krankheitswert, der zur Sucht geführt hat oder als deren Folge eingetreten ist (vgl. etwa
Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2007, I 313/06, E. 2.3 mit Hinweisen sowie
BGE 124 V 268 E. 3c mit Hinweis). Ob die Sucht ursächlich für eine andere
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Gesundheitsschädigung war oder erst in Folge einer solchen auftrat, ist in einem
solchen Fall nicht mehr von Belang. Erforderlich ist lediglich, dass auch ein anderer
Gesundheitsschaden vorliegt, der mit der Sucht in Zusammenhang steht. Ist dies
erfüllt, so geht es nicht etwa darum, den auf die Sucht entfallenden Anteil der
Arbeitsunfähigkeit abzuspalten und als nicht invalidisierend zu bezeichnen. Vielmehr ist
bei Bejahung eines solchen Zusammenhangs mit einer anderen Erkrankung auch die
Sucht vollumfänglich zu berücksichtigen (Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons
St. Gallen vom 25. Juni 2009, IV 2008/307, E. 2.1). Vorliegend wurde medizinisch nicht
abgeklärt, ob das Suchtverhalten eine Folge der bestehenden MS, der
Rückenproblematik oder eines sonstigen Gesundheitsschadens ist oder selber
gesundheitliche Störungen ausgelöst hat. RAD-Arzt Dr. I._ wies im Abklärungsbericht
vom 4. November 2010 lediglich darauf hin, dass im Rahmen der medizinischen
Abklärungen erst im Januar 2010 deutlich geworden sei, dass der Beschwerdeführer
nicht nur unter einer MS und unter cervicobrachialen Beschwerden, sondern auch
unter einem Suchtverhalten im Sinne eines Abhängigkeitssyndroms durch den
Gebrauch von Alkohol und von Cannabinoiden leide. Von dieser Diagnose, welche
erstmals von der Klinik F._ dokumentiert worden und Anlass einer FFE-Einweisung
gewesen sei, hätten die Neurologen auf Grund ihrer Berichte offensichtlich keine
Kenntnis gehabt. Auch während der Eingliederungsmassnahmen sei das zu
unterstellende Suchtverhalten bei den involvierten Berufsberatern und
Eingliederungsverantwortlichen nicht als ein die Eingliederungsfähigkeit
beeinträchtigender Faktor wahrgenommen worden (IV-act. 91-1). Einzig gestützt darauf
eine allfällige Auswirkung des Suchtverhaltens auf die Arbeitsfähigkeit als IV-fremd
anzunehmen und damit unberücksichtigt zu belassen, überzeugt nicht. Das von der
Beschwerdegegnerin einzuholende Gutachten wird darüber Auskunft geben müssen,
ob die Suchterkrankung des Beschwerdeführers Ursache einer gesundheitlichen
Störung bildet oder Folge eines anderen, namentlich psychischen, Leidens ist, das die
Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt und von der Suchtmittelabhängigkeit überlagert wird.
5.
Hinsichtlich des Einkommensvergleichs macht der Beschwerdeführer geltend, dass
beim Valideneinkommen zu Unrecht vom Lohn ausgegangen worden sei, den er im
Jahr 2008 als Schreiner bei der M._ verdient habe (vgl. zum Lohn IV-act. 20-9). Da er
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in den Jahren 2001 und 2002 jeweils mehr als Fr. 65'000.-- und im Jahr 2004 mehr als
Fr. 63'000.-- verdient habe, sei schwer vorstellbar, dass er heute als Schreiner im
Validenfall nicht mindestens Fr. 65'000.-- (13 x Fr. 5'000.--) verdienen würde (act. G 1).
Welchen Lohn der Beschwerdeführer in den genannten Jahren 2001, 2002 und 2004
als Schreiner tatsächlich erzielte, kann den Akten nicht entnommen werden.
Insbesondere fehlt auch ein IK-Auszug. Die Beschwerdegegnerin wird im
Zusammenhang mit dem Einkommensvergleich zu prüfen haben, welchen Verdienst
der Beschwerdeführer im Gesundheitsfall erzielt hätte, wobei es naheliegend erscheint,
für die Bemessung des Valideneinkommens auf die durchschnittliche Karriere eines
Schreiners abzustellen, zumal die Erstsymptome der MS schon relativ früh,
wahrscheinlich bereits im Jahre 1992, eintraten und das berufliche Fortkommen des
Beschwerdeführers beeinflusst haben dürften (vgl. IV-act. 6-2).
6.
6.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde unter Aufhebung der angefochtenen
Verfügung vom 5. März 2012 teilweise gutzuheissen. Die Sache ist zur weiteren
Abklärung und zu neuer Verfügung im Sinne der Erwägungen an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als volles
Obsiegen (BGE 132 V 215 E. 6.2). Somit unterliegt die Beschwerdegegnerin
vollumfänglich. Sie hat deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu
bezahlen. Der geleistete Kostenvorschuss des Beschwerdeführers von Fr. 600.-- ist
ihm zurückzuerstatten.
6.3 Der anwaltlich vertretene Beschwerdeführer hat Anspruch auf Ersatz der Partei
kosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf
den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des
Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). Der Vertreter des Beschwerdeführers
verzichtete auf das Einreichen einer Kostennote. In der vorliegend zu beurteilenden
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Angelegenheit erscheint mit Blick auf den Aufwand und auf vergleichbare Fälle eine
pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'000.-- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer) als angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht