Decision ID: 244da75a-5648-57d0-90e8-90e95d717279
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 13. September 2013 wegen starker Krämpfe an den
Händen sowie Gelenk- und Schulterschmerzen zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung (IV) an (IV-act. 1). Zuvor war sie seit dem 15. Oktober 1992 zu
100 % als Näherin bei der B._ AG erwerbstätig gewesen (Angaben der Arbeitgeberin
vom 15. Oktober 2013, IV-act.5-1 ff.). Die Stelle war ihr aus betrieblich strukturellen
Gründen am 16. Mai 2013 per 31. August 2013 gekündigt worden
(Kündigungsschreiben, IV-act. 5-7), worauf sie bis zum 30. Juni 2013 zu 50 % und ab
1. Juli 2013 zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben worden war (Arztzeugnisse Dr.med.
C._, Allgemeine Medizin FMH, vom 17. Mai, 28. Mai, 7. August und 12. September
2013 (Fremdakten, act. G 3.2).
A.b Dr.med. D._, Facharzt Physikalische Medizin und Rehabilitation sowie
Rheumatologie (Bericht vom 31. Mai 2013, Fremdakten, act. G 3.2), Dr.med. E._,
Facharzt FMH für Neurologie (Bericht vom 26. August 2013, Fremdakten, act. G 3.2)
sowie Dr.med. F._, Fachärztin für Rheumatologie (Bericht vom 4. September 2013,
Fremdakten, act. G 3.2) konnten keine wesentlichen die Beschwerden erklärenden
Befunde erheben; ein MR HWS vom 8. August 2013 zeigte einen Normalbefund
(Fremdakten, act. G 3.2).
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A.c Im Auftrag des Krankentaggeldversicherers wurde die Versicherte bidisziplinär
(orthopädisch/psychiatrisch) durch Dr.med. G._, Orthopädie und Traumatologie des
Bewegungsapparates FMH, und Dr.med. H._, Facharzt FMH für Psychiatrie und
Psychotherapie, begutachtet (Gutachten vom 18. und 19. September 2013). Die
orthopädische Expertin diagnostizierte (1.) rezidivierende Beschwerden thoracal dorsal
am unteren Scapularand rechts mit pseudoradikulären Schmerzausstrahlungen in den
rechten Arm, (2.) eine Fehlstatik der Wirbelsäule, eine Haltungsinsuffizienz, einen
muskulären Hartspann und eine deutlich verschmächtigte Rumpfmuskulatur,
vornehmlich thoracal, eine beidseits verkürzte Ischiokruralmuskulatur ohne
Dehnungsschmerzen sowie (3.) eine Epicondylitis humeri ulnaris beidseits. Sie führte
aus, beklagt würden Beschwerden, ausstrahlend vom Bereich der Brustwirbelsäule
rechts/thoracal in den rechten Arm, die seit sechs Jahren bestünden. Die Versicherte
hätte immer wieder konservative Therapiemassnahmen erhalten, auch mit
Spritzenanwendungen. Sie sei nicht in der Lage zu erklären, wie sich die Beschwerden
verändert hätten, so dass sie seit Mai 2013 eine Arbeitsunfähigkeit bewirken würden.
Die orthopädische Untersuchung ergebe altersentsprechende Befunde der Wirbelsäule
wie auch der grossen/kleinen Gelenke der oberen/unteren Extremitäten. Ein
nervenwurzelbezogenes neurologisches Defizit liege nicht vor. Aus orthopädischer
Sicht lasse sich die jetzt bestehende Arbeitsunfähigkeit nicht begründen. Die zuletzt
ausgeübte Tätigkeit als Näherin mit Pensum 100 % könne ab sofort in vollem Umfang
verrichtet werden. Bezogen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt ergebe sich für
körperlich leichte und mittelschwere Tätigkeiten ein volles Arbeitsvermögen ohne
Einbussen der Leistungsfähigkeit (Fremdakten, act. G 3.2). Der psychiatrische
Gutachter erhob als Diagnosen eine leichte depressive Reaktion/Anpassungsstörung
auf Kündigung der Arbeitsstelle und chronisches Schmerzsyndrom (ICD-10: F43.21)
sowie den Verdacht auf eine somatoforme Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10:
F45.4). Weiter legte er dar, es seien alle diagnostischen Kriterien einer somatoformen
Schmerzstörung erfüllt. Psychiatrischerseits könnten die beklagten depressiven
Symptome objektiviert werden, es bestehe jedoch eine Diskrepanz zwischen dem
Ausmass der empfundenen Traurigkeit, Enttäuschung und Schmerzen (im Sinne einer
leichten depressiven Reaktion auf die Kündigung) und dem subjektiv massiv erlebten
Antriebsmangel (Unfähigkeit, etwas zu tun im Haushalt, Passivität und
Schmerzwahrnehmung etc.), so dass der dringende Verdacht einer somatoformen
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Schmerzverarbeitungsstörung vorliege (bzw. bestätigt werden könne). Da es sich um
ein reaktives Geschehen handle, sei prognostisch von einer guten Behandelbarkeit der
Depression auszugehen. Hingegen sei die Somatozentriertheit des Krankheitsmodells
im Rahmen der somatoformen Schmerzverarbeitung prognostisch heikler, da die
Versicherte nicht das psychosomatische Geschehen im Sinne einer
Symptomverstärkung bisher in Betracht ziehe, sondern einzig von einer somatischen
Ursache ausgehe und dabei sogar "etwas Schlimmes" befürchte, nämlich Krebs. Dies
müsse im Rahmen einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung dringend
proedukativ aufgelöst werden. Aus rein psychiatrischer Sicht bestehe aufgrund der
aktuell leichten depressiven Reaktion in jeglicher Tätigkeit eine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit von maximal 30 %. Nach erfolgreicher Therapie sei wieder von einer
100 %igen Arbeitsfähigkeit auszugehen (Fremdakten, act. G 3.2).
A.d Mit Vorbescheid vom 5. November 2013 stellte die IV-Stelle der Versicherten in
Aussicht, die Leistungsbegehren auf berufliche Massnahmen und Renten abzuweisen,
da keine relevante Arbeitsunfähigkeit vorliege (IV-act. 18).
A.e Dr. C._ bestätigte gegenüber der IV-Stelle am 10. Dezember 2013, dass die
Versicherte
wegen schwerer Depression zu 100 % arbeitsunfähig und in Behandlung bei Dr.med.
I._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH in J._ sei (IV-act. 23-1). Dieser bestätigte
am 15. Januar 2014, die Versicherte befinde sich seit dem 13. Januar 2014 in der
integrativen psychosomatischen Rehabilitation und sei bis zu deren Ende 100 %
arbeitsunfähig (IV-act. 23-2).
A.f Vom 12. März bis 8. April 2014 erfolgte eine psychosomatische Rehabilitation in
der Klinik K._. Dabei wurde eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem
Syndrom diagnostiziert (ICD-10: F32.11). Im Austrittsbericht vom 12. Mai 2014 wurde
ausgeführt, es sei nicht gelungen, die Versicherte vom Thema Schmerz wegzulenken.
Die Verständigung sei durch die mangelnden Deutschkenntnisse der Versicherten
erschwert gewesen. Während des Aufenthaltes sei kurzzeitig eine leichte Aufhellung
der depressiven Stimmung wahrnehmbar gewesen, die sich jedoch gegen Ende des
Aufenthaltes wieder verflüchtigt habe. In Bezug auf die Schmerzproblematik habe keine
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Veränderung auf kognitiver und Verhaltensebene erarbeitet werden können. Die
Versicherte habe den Schmerz als während des ganzen Aufenthaltes gleichbleibend
beschrieben. Unter Erhöhung der Dosis von Lyrica und zusätzlicher Verordnung von
Sequase habe sich der Schlaf gebessert. Die Medikation habe auf die chronischen
Schmerzen keinen Einfluss gehabt (IV-act. 30-1 ff.).
A.g Der Krankentaggeldversicherer beauftragte Dr. G._ und Dr. H._ mit
Verlaufsbegutachtungen. Erstere hielt am 27. Mai 2014 fest, für körperlich leichte
Tätigkeiten mit vorzugsweise wechselnder Ausgangslage ergebe sich ab sofort ein
volles Arbeitsvermögen. Auf Dauer würden sich keine qualitativen Einschränkungen der
Arbeitsfähigkeit ergeben, weil alle Funktionen der Gelenke und der Wirbelsäule frei und
erhalten seien. Möglicherweise sei es in den letzten Jahren durch die einseitige
Tätigkeit als Näherin zu einer Überforderung gekommen, die jetzt den
Krankheitsprozess fördere. Eine ähnliche Tätigkeit mit monotoner Belastung solle auf
Dauer nicht mehr verrichtet werden. Aus orthopädischer Sicht sei die Versicherte auf
dem freien Arbeitsmarkt vermittelbar (Fremdakten, act. G 3.2). Dr. H._ erhob am 28.
Mai 2014 als Diagnosen eine somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) und eine
Anpassungsstörung mit Depression und Wut als Reaktion auf die Kündigung der
Arbeitsstelle sowie das chronische Schmerzsyndrom (ICD-10: F43.23). Es bestünden
deutliche Hinweise auf eine Zunahme und Fixierung der somatoformen
Schmerzverarbeitungsstörung. Die subjektiv beklagten Beschwerden könnten nur
teilweise objektiviert werden. Das Ergebnis der testpsychologischen Untersuchung
entspreche einer mittelschweren Depression, was eher eine stärkere depressive
Symptomatik widerspiegle, als sie in der klinischen Untersuchung spürbar geworden
sei. Zudem liege eine aggravierende und demonstrative Symptompräsentation vor
sowie ein auffallend passives Coping mit extremem Schon- und Vermeidungsverhalten,
sozialem Rückzug und vollkommener Inaktivität. Aus rein psychiatrischer Sicht bestehe
bei der Versicherten aufgrund der leichten affektiven Störung maximal eine Reduktion
der Leistungsfähigkeit und Arbeitsfähigkeit von 20 % bis 30 % (Fremdakten, act. G
3.2).
A.h Die IV-Stelle erliess am 30. September 2014 die Mitteilung, sie weise das
Leistungsbegehren um berufliche Massnahmen ab, da sich die Versicherte aus
gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage fühle, an beruflichen
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Eingliederungsmassnahmen mitzuwirken (IV-act. 45). Mit Vorbescheid vom 27. Februar
2015 stellte sie der Versicherten in Aussicht, das Rentenbegehren abzuweisen (IV-act.
59). Hiergegen liess die Versicherte am 17. April 2015/15. Mai 2015) Einwand erheben
(IV-act. 62-1 ff.; IV-act. 64-1 ff.).
A.i Mit Verfügung vom 9. Juni 2015 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren der
Versicherten ab. Eine somatoforme Schmerzstörung oder ein sonstiger vergleichbarer
pathogenetisch ätiologisch unklarer syndromaler Zustand zusammen mit einer
psychiatrischen Begleiterkrankung schränkten nur dann die Arbeitsfähigkeit ein, wenn
eine psychische Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer
vorliege. Bei der diagnostizierten Anpassungsstörung mit Depression und Wut handle
es sich um eine reaktive Begleiterscheinung zur Schmerzstörung mit leichtem
Ausmass. Eine solche Diagnose stelle von vornherein keine Komorbidität dar, weil kein
von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbarer verselbständigter und
pathologischer Gesundheitsschaden vorliege. Es sei unzweifelhaft, dass sich das
psychische Beschwerdebild aus dem syndromalen Leiden bzw. dem
Schmerzgeschehen reaktiv ableite. Ein Leidensabzug sei nicht geschuldet, da eine
volle Arbeitsfähigkeit vorliege (IV-act. 65).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 9. Juni 2015 lässt A._, vertreten durch Rechtsanwalt
M. Glavas, MLaw, am 7. Juli 2015 Beschwerde erheben. Die angefochtene Verfügung
sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen aufzuheben, und es sei ihr mindestens
eine Viertelsinvalidenrente auszurichten. Eventualiter sei die angefochtene Verfügung
aufzuheben und das Verfahren zu sistieren, bis die Begutachtung nach neuen
Richtlinien der zuständigen medizinischen Fachgesellschaften erfolgen könne. Die
Beschwerdeführerin hätte im Sinne der neuen Rechtsprechung (zu den somatoformen,
unklaren Beschwerdebildern) das Verfahren sistieren müssen. Gestützt auf die Berichte
von Dr. I._ sei von einer Arbeitsfähigkeit von 70 % auszugehen. Insgesamt
rechtfertige sich ein Leidensabzug von 25 %. Somit habe die Beschwerdeführerin
Anspruch auf eine Invalidenrente (act. G 1).
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B.b Die Abteilungspräsidentin ersucht die Beschwerdegegnerin am 13. Juli 2015 um
Mitteilung bis 24. August 2015, ob sie die angefochtene Verfügung unter den
gegebenen Umständen in Wiedererwägung ziehe bzw. um eine ergänzende, der
geänderten Rechtsprechung Rechnung tragende Begründung (act. G 2).
B.c Mit Beschwerdeantwort vom 14. August 2015 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Beruhe die Leistungseinschränkung auf Aggravation
oder einer ähnlichen Konstellation, liege regelmässig keine versicherte
Gesundheitsschädigung vor. Angesichts der in sich schlüssigen und nachvollziehbaren
gutachterlichen Feststellungen könne nicht davon gesprochen werden, die
Diskrepanzen zwischen den geltend gemachten Beschwerden und den erhobenen
effektiven Befunden bewegten sich noch im Rahmen dessen, was als blosse
Verdeutlichung zu bezeichnen wäre. Hinzu komme, dass die Schmerzstörung und die
reaktive Anpassungsstörung mit Depression und Wut durch das passive und
inadäquate Verhalten der Beschwerdeführerin unterhalten würden. Das
Beschwerdebild sei offensichtlich von Selbstlimitierung, offensichtlichem sekundärem
Krankheitsgewinn und erheblichen Diskrepanzen zwischen Testergebnissen und
objektiven Befunden geprägt, wofür sich keine psychiatrische Erklärung finden lasse.
Unter diesen Umständen sei ein Ausschlussgrund gegeben, der die Annahme einer
rentenauslösenden Gesundheitsbeeinträchtigung verbiete. Dadurch erübrige sich die
Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens nach den massgeblichen
Standardindikatoren (act. G 3).
B.d Mit Replik vom 16. September 2015 lässt die Beschwerdeführerin erneut
beantragen, es sei ihr mindestens eine Viertelsinvalidenrente auszurichten. Zusätzlich
stellt sie den Eventualantrag, die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, eine
polydisziplinäre Begutachtung in Auftrag zu geben, worauf ein strukturiertes
Beweisverfahren durchzuführen sei. Das BSV habe inzwischen an die geänderte
Rechtsprechung angepassten Begutachtungsrichtlinien erlassen. Das (psychiatrische)
Gutachten von Dr. H._ sei nicht schlüssig, nachdem dieser Experte seinen eigenen
testpsychologischen Untersuchungen nicht vertraut habe. Die psychischen
Beschwerden der Beschwerdeführerin seien deutlich ausgeprägter, als dies Dr. H._
und die Beschwerdegegnerin anerkennen möchten. Auch wenn nun der Gutachter eine
gewisse Verdeutlichung der Beschwerden festgestellt habe, müsse dies im
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Zusammenhang mit der psychischen Erkrankung gesehen werden. Es liege eine IV-
relevante Gesundheitsschädigung vor, weshalb nach der Einholung einer korrekten
polydisziplinären Abklärung ein strukturiertes Beweisverfahren durchgeführt werden
müsse (act. G 6).
B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 8).

Erwägungen
1.
1.1 Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen.
Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar
ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2 Nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) haben Versicherte Anspruch auf Rente, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die
Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a),
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40
% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40
% invalid sind (lit. c). Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht
Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf
eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente und ab einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze
Invalidenrente (Art. 28 Abs. 2 IVG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
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Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).
1.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1). Im Sinne
einer Richtlinie ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten
von externen Spezialärzten und -ärztinnen, welche aufgrund eingehender
Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht
erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen,
volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die
Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/
bb).
1.4 Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a).
Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den
streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben
Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen
stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte
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hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Im Sozialversicherungsrecht hat
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht,
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (BGE 126 V 360
E. 5b; BGE 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen).
2.
2.1 Medizinische Grundlage der angefochtenen Verfügung bilden die Beurteilungen
von Dr. H._ vom 19. September 2013 und vom 28. Mai 2014 sowie von Dr. G._
vom 18. September 2013 und vom 27. Mai 2014.
2.2 In somatischer Hinsicht hielt Dr. G._ seit sechs Jahren bestehende Beschwerden
in der Hals- und Brustwirbelsäule rechts betont mit Ausstrahlung in den rechten Arm
sowie gemäss Akten Schmerzen und Krämpfe in den Händen fest (Gutachten vom 18.
September 2013, Fremdakten act,. G 3.2, S. 2). Sie diagnostizierte unter anderem (1.)
rezidivierende Beschwerden thoracal dorsal am unteren Scapularand rechts mit
pseudoradikulären Schmerzausstrahlungen in den rechten Arm, (2.) eine Fehlstatik der
Wirbelsäule, eine Haltungsinsuffizienz, einen muskulären Hartspann und eine deutlich
verschmächtigte Rumpfmuskulatur, vornehmlich thoracal, eine beidseits verkürzte
Ischiokruralmuskulatur ohne Dehnungsschmerzen sowie (3.) eine Epicondylitis humeri
ulnaris beidseits. Die orthopädische Untersuchung ergebe altersentsprechende
Befunde der Wirbelsäule und der grossen/kleinen Gelenke der oberen/unteren
Extremitäten. Ein nervenwurzelbezogenes neurologisches Defizit liege nicht vor. Aus
orthopädischer Sicht lasse sich die jetzt bestehende Arbeitsunfähigkeit nicht
begründen (Gutachten vom 18. September 2013, Fremdakten act. G 3.2, S. 6 ff.). Im
Gutachten vom 27. Mai 2014 führte sie ergänzend aus, für körperlich leichte Tätigkeiten
ergebe sich ab sofort ein volles Arbeitsvermögen. Möglicherweise sei es bei der Arbeit
als Näherin zu einer Überforderung durch einseitige Tätigkeit mit Schmerzen
gekommen, die jetzt den Krankheitsprozess fördere. Eine ähnliche Tätigkeit mit
monotoner Belastung solle auf Dauer nicht mehr verrichtet werden. Aus orthopädischer
Sicht sei die Versicherte auf dem freien Arbeitsmarkt vermittelbar (Fremdakten, act. G
3.2, S. 6. ff.). Diese Beurteilung erscheint anhand der Vorbefunde nachvollziehbar:
Dr.med. D._ hatte in seinem Bericht vom 31. Mai 2013 festgehalten, im Vordergrund
stehe zurzeit ein Schmerzsyndrom im Nacken-Schulter-Bereich in Form eines leichten
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chronischen cervikovertebralen Syndroms mit Tendomyosen der Nacken-Schulter-
Muskulatur ohne klinisch-radiologisch wesentlich fassbaren pathologischen Befund.
Bei den Fingergelenken lasse sich ebenfalls sowohl klinisch als auch radiologisch kein
wesentlicher Befund eruieren. Die Radiologie sei ebenfalls negativ (Bericht vom 31. Mai
2013, Fremdakten, act. G 3.2). Ein MR der HWS vom 8. August 2013 zeigte einen
Normalbefund (Fremdakten, act. G 3.2), und auch eine neurologische (Dr.med. E._,
Bericht vom 26. August 2013, Fremdakten, act. G 3.2) sowie eine rheumatologische
(Dr.med. F._, Bericht vom 4. September 2013, Fremdakten, act. G 3.2) Untersuchung
hatten keine pathologischen Befunde bzw. Diagnosen ergeben.
2.3 Näher einzugehen ist auf die psychiatrische Beurteilung. Dr. H._ diagnostizierte
anlässlich seiner Reevaluation vom 28. Mai 2014 mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit eine somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) sowie eine
Anpassungsstörung mit Depression und Wut als Reaktion auf die Kündigung der
Arbeitsstelle sowie das chronische Schmerzsyndrom (ICD-10: F43.23; Fremdakten,
act. G 3.2, S. 9). Er führte aus, die Grundstimmung sei nur leicht zum negativen Pol
verschoben, im Sinne einer depressiven Bedrücktheit und Traurigkeit, wirke in der
Gegenübertragung aber nicht schwer depressiv. Im Vordergrund stehe viel mehr der
Ärger- und Wutaffekt (Gutachten vom 28. Mai 2014, Fremdakten act. G 3.2, S. 8).
Affektiv zeige die Versicherte eine leichte bis mittelschwere depressive Symptomatik
mit ausgeprägtem somatischem Syndrom und chronischen Schlafstörungen sowie
Libidoverlust, jedoch keine Inappetenz und Gewichtsabnahme. Klinisch im
Vordergrund stehe weniger der depressive Affekt als vielmehr ein Ärger- und Wutaffekt.
Psychiatrisch-diagnostisch stehe somit eine ausgeprägte somatoforme
Schmerzstörung im Vordergrund. Daneben liege lediglich eine leichte bis mittelschwere
psychische Beeinträchtigung vor im Sinne einer reaktiven, depressiven Verstimmung
mit vorwiegend Ärger- und Wutaffekt, somatischem Syndrom und Schlafstörungen.
Diese leichte Begleitdepression sei eher im Rahmen der somatoformen
Schmerzstörung zu subsumieren als dass sie eine eigene komorbide Störung von
Krankheitswert wäre (Gutachten vom 28. Mai 2014, Fremdakten act. G 3.2, S. 10 f., 13
f.). Auch die behandelnde Ärztin und die Psychotherapeutin der Klinik K._
(Austrittsbericht vom 12. Mai 2014, IV-act. 30-1 ff.) und Dr. I._ (Bericht zuhanden der
Rechtsschutzversicherung der Beschwerdeführerin vom 18. Juli 2014 [IV-act. 64-11 f.];
Arztbericht vom 9. Februar 2015 [IV-act. 56]) diagnostizierten eine mittelgradige bzw.
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eine leichte bis mittelgradige depressive Episode. Einzig Dr. C._ geht zeitweise von
einer schweren Depression aus, wobei er jedoch nicht darlegt, inwiefern seine Befunde
von denjenigen der übrigen beurteilenden Ärzte abweichen (vgl. Bestätigung vom 10.
Dezember 2013 [IV-act. 23-1]), und der gemäss Arztbericht vom 20. Oktober 2014
ebenfalls eine mittelgradige Depression diagnostiziert (IV-act. 52-1). Im Gegensatz zum
psychiatrischen Gutachter diagnostizieren die Ärztin der Klinik Gais und Dr. I._ die
leichte bis mittelgradige Depression als einzige bzw. selbständige Erkrankung und
stellen bezüglich der von der Beschwerdeführerin geschilderten Schmerzen und
Wärmegefühle (IV-act. 56-3) keine eigenständige Diagnose, obwohl nach den Angaben
der Beschwerdeführerin die Schmerzen vorrangig und als Ursache für die beklagte
psychisch schlechte Verfassung erscheinen. Die Beurteilung des Gutachters Dr. H._,
wonach die somatoforme Schmerzstörung vordergründig sei, erscheint daher
plausibel. Die Schmerzen können - wie erwähnt (E. 2.2) - keinem organischen Korrelat
zugeordnet werden. Es ist mithin die so genannte Schmerzrechtsprechung
anzuwenden.
3.
3.1 Das Bundesgericht hat in Änderung der Rechtsprechung zu den unklaren
Beschwerden (wie etwa der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung) entschieden,
in solchen Fällen sei anhand eines strukturierten Beweisverfahrens ergebnisoffen zu
prüfen, wieweit aus objektivierter Betrachtungsweise ein invalidisierender
Gesundheitsschaden nachgewiesen ist (BGE 141 V 281). Die Vermutung,
Schmerzsyndrome und vergleichbare psychosomatische Leiden seien überwindbar,
wurde in BGE 141 V 281 aufgegeben und das bisherige Regel-/Ausnahme-Modell
durch einen strukturierten, normativen Prüfungsraster ersetzt (BGE 141 V 294 f. E. 3.5
f.). Das funktionelle Leistungsvermögen ist anhand von Indikatoren zu beurteilen (BGE
141 V 296 f. E. 4.1 und S. 298 ff., E. 4.3). Diese betreffen den Schweregrad einer
Gesundheitsschädigung (zit. Urteil E. 4.3.1), die Persönlichkeit (zit. Urteil E. 4.1.3 ff.),
den sozialen Kontext (zit. Urteil E. 4.3.3) sowie die Konsistenz (zit. Urteil E. 4.4). Die
begutachtende medizinische Fachperson hat das Leistungsvermögen einzuschätzen
und dabei den einschlägigen Indikatoren zu folgen. Die rechtsanwendenden Organe
überprüfen die betreffenden Angaben frei, insbesondere dahin, ob die Ärzte sich an die
massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten haben, das heisst, ob sie
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ausschliesslich funktionelle Ausfälle berücksichtigt haben, welche Folgen der
gesundheitlichen Beeinträchtigung sind (Art. 7 Abs. 2 erster Satz ATSG), sowie, ob die
versicherungsmedizinische Zumutbarkeitsbeurteilung auf objektivierter Grundlage
erfolgt ist (Art. 7 Abs. 2 zweiter Satz ATSG). Recht und Medizin tragen in diesem Sinn,
je nach ihren fachlichen und funktionellen Zuständigkeiten, zur Feststellung ein und
derselben Arbeitsunfähigkeit bei. Es gibt keine unterschiedlichen Regeln gehorchende,
getrennte Prüfung einer medizinischen und einer rechtlichen Arbeitsfähigkeit (zit. Urteil,
E. 5.2.2. und 5.2.3). Gemäss altem Verfahrensstandard eingeholte Gutachten verlieren
nicht per se ihren Beweiswert. Im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls
mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen ist entscheidend, ob
das abschliessende Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht
standhält. In sinngemässer Anwendung auf die materiell-beweisrechtlich geänderten
Anforderungen ist in jedem einzelnen Fall zu prüfen, ob die administrativen und/oder
gerichtlichen Sachverständigengutachten gegebenenfalls im Kontext mit weiteren
fachärztlichen Berichten – eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen
Indikatoren erlauben oder nicht (BGE 141 V 309 E. 8; Urteil des Bundesgerichts vom
13. April 2016, 9C_168/2015, E. 2.2.3).
3.2 Der psychiatrische Gutachter attestiert aufgrund der leichten affektiven Störung -
als Auswirkung der somatoformen Schmerzstörung - eine Arbeitsunfähigkeit von 20 %
bis 30 % (Gutachten vom 28. Mai 2014, Fremdakten act. G 3.2). Es ist zu prüfen, ob
diese Einschätzung auch unter der neuen Rechtsprechung hinreichend begründet
erscheint.
3.3 Gemäss psychiatrischem Gutachten besteht eine leichte Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit aufgrund der affektiven Stimmungslage, der emotionalen Flexibilität
und Anpassungsfähigkeit sowie des Antriebs und der Konzentrationsfähigkeit
(Gutachten vom 28. Mai 2014, Fremdakten act. G 3.2, S. 15). Ähnlich beschreibt Dr.
I._ als Einschränkungen eine reduzierte Konzentrationsdauer, eine eingeschränkte
psychische und körperliche Belastbarkeit mit rascher geistiger und körperlicher
Erschöpfung, Antriebsstörungen sowie Zurückgezogenheit bzw. Störungen der
sozialen Interaktionen (Arztbericht vom 9. Februar 2015, IV-act. 56-4).
Ressourcenmindernd sind das vom Gutachter eingehend beschriebene somatofixierte
Krankheitsmodell, das passive Coping und das Schon- und Vermeidungsverhalten zu
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erwähnen. Er führt aus, die Beschwerdeführerin habe sich komplett emotional
eingeigelt in die Krankenrolle mit einem absolut passiven Coping und komplettem
Schon- und Vermeidungsverhalten, sozialem Rückzug und vollkommener Inaktivität.
Sie erledige angeblich im Haushalt rein gar nichts mehr, habe sich vollkommen
zurückgezogen auf einen passiven Lebensalltag, gehe nicht einmal mehr spazieren
oder die Verwandten im Dorf besuchen und werde von ihrer Familie vollkommen
umsorgt. Auch der einmonatige stationäre Reha-Aufenthalt in der Klinik K._ habe am
passiven Bewältigungsmuster und Krankheitserleben nichts verändern können. Der
Zustand sei immer mehr verfestigt und chronifiziert. Zudem fehle jeder Anreiz, aus dem
passiven Coping, Schon- und Vermeidungsverhalten herauszukommen. Zum Aspekt
der Konsistenz führt der Gutachter aus, das Ergebnis der Hamilton Depressionsskala
widerspiegle eine stärkere depressive Symptomatik, als sie in der klinischen
Untersuchung spürbar geworden sei (Gutachten vom 28. Mai 2015, Fremdakten act. G
3.2, S. 8 ff.). Die subjektiv beklagten Beschwerden könnten nur teilweise objektiviert
werden. Es bestehe eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschilderten
Beschwerden und den objektiven Befunden. Zudem liege eine aggravierende und
demonstrative Symptompräsentation vor (Gutachten vom 28. Mai 2015, Fremdakten
act. G 3.2, S. 9, S. 12). Mit diesen Aussagen des Gutachters ist indes der genügende
Nachweis, dass die Anhaltspunkte für eine Aggravation eindeutig überwiegen, die
Grenzen eines bloss verdeutlichenden Verhaltens klar überschritten sind und somit
eine relevante Gesundheitsschädigung von vornherein nicht vorliegt (vgl. BGE 141 V
287 E. 2.2.1 f.; Urteile des Bundesgerichts vom 19. Oktober 2016, 9C_154/2016, E. 4.3,
vom 29. Juni 2015, 9C_899/2014, E. 4.2.4 und vom 21. März 2016, 9C_539/2015, E.
2.2.2, mit weiteren Verweisen), nicht erbracht. Vielmehr ist davon auszugehen, dass der
Gutachter die festgestellten Inkonsistenzen berücksichtigt hat, indem er aufgrund
lediglich einer leicht- bis mittelgradigen affektiven Beeinträchtigung eine
Arbeitsfähigkeit von 75 % attestiert hat. Insbesondere begründet er die Abweichung
seiner Beurteilung vom Ergebnis der Hamilton Depressionsskala mit den klinischen
Befunden (Gutachten vom 28. Mai 2014, Fremdakten, act. G 3.2, S. 9).
3.4 Insgesamt beurteilt der Gutachter die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
aufgrund der affektiven Auswirkungen der Schmerzstörung als um 20 % bis 30 %
eingeschränkt. Diese im Übrigen mit Dr. I._ (Bericht vom 18. Juli 2014, IV-act. 64-11
f.) praktisch übereinstimmende Einschätzung erscheint unter Berücksichtigung der
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gemäss neuer Rechtsprechung massgeblichen Indikatoren nachvollziehbar. Das der
angefochtenen Verfügung zugrundeliegende Gutachten vom 28. Mai 2014
berücksichtigt die massgebliche Aktenlage, würdigt die von der Beschwerdeführerin
geschilderten Beeinträchtigungen und erscheint nachvollziehbar und schlüssig. Es ist
demnach darauf abzustellen und von einer medizintheoretischen und
invalidenversicherungsrechtlich massgeblichen Arbeitsfähigkeit von mindestens 75 %
auszugehen (Durchschnittswert gemäss Urteil des Bundesgerichts vom 4. Juni 2013,
9C_730/2012, E. 4.2).
4.
4.1 Die Beschwerdeführerin war vom 17. Mai bis 30. Juni 2013, während rund 1 1/2
Monaten, zu 50 % arbeitsunfähig. Daraufhin war sie zu 100 % arbeitsunfähig
(Arztzeugnisse Dr. C._ vom 17. Mai, 7. August und 4. Oktober 2013, Fremdakten,
act. G 3.2), und zwar bis zum bidisziplinären Gutachten vom 20. September 2013, also
während 2 1/2 Monaten. Das Gutachten vom 20. September 2013 attestierte eine
Arbeitsunfähigkeit von 30 %, welche bis zum Verlaufsgutachten vom 28. Mai 2014
(Fremdakten, act. 3.2), mithin während 8 Monaten, massgebend ist. Durchschnittlich
ergibt sich für die Zeit von Mitte Mai 2013 bis Mitte Mai 2014 eine Arbeitsunfähigkeit
von 47 %, womit das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG Mitte Mai 2014 erfüllt
ist. Zu diesem Zeitpunkt ist auch die Sechsmonatsfrist ab Anmeldung gemäss Art. 29
Abs. 1 IVG gewahrt, womit ein allfälliger Rentenanspruch ab 1. Mai 2014 besteht (Art.
29 Abs. 3 IVG). Das Jahr 2014 ist somit massgebend für den Einkommensvergleich
(BGE 129 V 222).
4.2 Gemäss Angaben der einstigen Arbeitgeberin betrug das Einkommen der
Beschwerdeführerin zuletzt im Jahr 2013 (seit 1. Januar 2009) Fr. 3'300.-- x 13
(Angaben vom 15. Oktober 2013 und Lohnabrechnungen, IV-act. 5-2 und 5-8 ff.; vgl.
auch Auszug aus dem Individuellen Konto [IK; IV-act. 47]). Unter Berücksichtigung der
Nominallohnentwicklung bis zum Jahr 2014 beträgt das Jahreseinkommen Fr.
43'305.-- (Fr. 42'900.-- : 2648 x 2673). Dieses liegt um 4,4 % unter dem
entsprechenden branchenspezifischen Tabellenlohn von Fr. 45'283.-- (gemäss
Lohnstrukturerhebung [LSE] 2012 des Bundesamtes für Statistik [BSV], Ziff. 13-15,
Herstellung von Textilien und Bekleidung, Frauen, Kompetenzniveau 1: Fr. 3'553.--,
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unter Berücksichtigung der betriebsüblichen Arbeitszeit von 41,8 Stunden [BFS,
betriebsübliche Arbeitszeit, BUA] und der Nominallohnentwicklung [Indices 2012
Frauen: 2630, 2014 Frauen: 2673]). Gegenüber dem Tabellenlohn der LSE 2014 für
Hilfsarbeiterinnen, der Fr. 53'793.-- (vgl. Anhang 2 der Anhänge zur 1. Säule, Stand
Januar 2017 der Informationsstelle AHV/IV), beträgt die Lohnminderung gar 19,5 %.
Der Beschwerdeführerin ist eine beliebige Hilfsarbeiterinnentätigkeit zu 75 % zumutbar,
woraus sich gemäss durchschnittlichem Einkommen des Kompetenzniveaus 1 Frauen
nach LSE 2014 als Basis der Bemessung des Invalideneinkommens ein
Jahreseinkommen von Fr. 40'345.-- ergibt (0,75 x Fr. 53'793.--). Die
Beschwerdeführerin macht einen Tabellenlohnabzug von 25 % geltend und beruft sich
insbesondere darauf, dass sie als Angehörige eines Westbalkanstaates rund 20 %
weniger als die "hiesige" Bevölkerung verdiene (act. G 1 S. 4).
4.3 Ist der von der Beschwerdeführerin bei der früheren Arbeitgeberin erzielte
unterdurchschnittliche Verdienst zwecks Parallelisierung der Vergleichseinkommen auf
das Niveau des allgemeinen Hilfsarbeiterinnenlohns gemäss LSE heraufzusetzen und
entsprechend das Valideneinkommen - gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung
unter Beachtung eines Erheblichkeitsgrenzwertes von 5 % (BGE 135 V 297 E. 6.1.2, S.
302 f.) - auf Fr. 51'103.-- (0,95 x Fr. 53'793.--) festzulegen, so kann den von der
Beschwerdeführerin geltend gemachten lohnsenkenden Merkmalen wie Alter, Dauer
der Betriebszugehörigkeit und insbesondere Nationalität nicht auch noch im Rahmen
des so genannten Leidensabzugs Rechnung getragen werden (BGE 134 V 322 E. 6.2,
S. 329 f.; BGE 135 V 297, E. 5.3 S. 302 und E. 6.2 S. 305). Die Beschwerdeführerin
verfügt im Übrigen über die Niederlassungsbewilligung C und hält sich seit 6. Februar
1990 in der Schweiz auf (IV-act. 10-1). Ihr Einkommen bei der bisherigen Arbeitgeberin
entsprach in etwa dem branchenspezifischen Tabellenlohn (E. 4.2); die
Beschwerdeführerin erzielte mithin aufgrund ihrer ausländischen Staatsangehörigkeit
keine spezifische Einkommenseinbusse. Die verringerte Leistungsfähigkeit ist ebenfalls
in der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit einbezogen und darf daher nicht nochmals
durch einen Tabellenlohnabzug berücksichtigt werden (Urteil des Bundesgerichts vom
22. Januar 2015, 9C_846/2014, E. 4.1.1). Es resultiert somit bei Parallelisierung der
Vergleichseinkommen ein Invaliditätsgrad von 21,1 % (1 - [Fr. 40'345.--: Fr. 51'103.--] x
100). Somit liegt kein rentenbegründender Invaliditätsgrad vor.
5.
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5.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen
und durch den von ihr geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.-- gedeckt. Die
Beschwerdeführerin hat bei diesem Verfahrensausgang keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung (vgl. Art. 61 lit. g ATSG).