Decision ID: f3853dd1-3141-489d-b913-5906c34ce54c
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1977,
erwarb
in Bosnien
nach der obligatorischen Schulzeit
und vierjähriger Berufsschule das
Dipl
om als Textiltechnikerin (Urk. 6
/1/4
, Urk. 6/137/14
).
Am 20. Januar 2000 reiste sie als Asylsuchende in die Schweiz ein (Urk.
6
/1/3)
. Hier war sie erstmals berufstätig (Urk. 6/137/14); sie arbeitete a
b
April 2001 als
Hotelangestellte in der
Zimmer
reinig
ung
(
Urk. 6/1/5, Urk. 6
/5/191
, Urk. 6/6).
Am
13. Dezember 2002
erlitt sie bei einem Unfall
(
Urk.
6
/5/195)
eine
Com
motio cerebri, eine Rissquetsch
wunde hochparietal rechts und eine Prell
marke an der linken Spina
scapulae
(Urk.
6
/
5/78).
Es
persistierten
insbe
sondere Kopf
-,
Nacken
-
und Schulterbeschwerden
sowie Schwindel
(
Urk. 6/5/27,
Urk. 6/5/39,
Urk.
6/5/57, Urk. 6/5/
69)
; i
m weiteren Verlauf
traten zudem
psy
chische Beschwerden
auf (Urk. 6/5/11
, Urk. 6/5/28-29
).
Die Tätigkeit als Hotel
mitarbeiterin wurde
kurz nach dem Unfall
mit
einem Teilzeit-Pensum von bis zu 50
%
wieder
aufgenommen
(
Urk. 6/5/7,
Urk
. 6/5/38, Urk.
6/
6/4, Urk. 6/
50
/2
, Urk. 6/137/10
).
1.2
Am 19. Februar 2004 meldete sich die Versiche
rte bei der Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, I
V-Stelle, zum Leistungsbez
ug an und gab ein chro
nisches
z
erviko
z
ephales und
spondylogenes
Schmerzsyndrom
an
(Urk.
6
/1). Die IV-Stelle
klärte die medizinischen und erwerblichen Verhältnisse ab und holte unter anderem das Gut
achten des
Y._
vom 1. April 2005 ein (Urk.
6
/30
)
. Gestützt
darauf
sprach die IV-Stelle der Versicher
ten mit Verfügung
en
vom 23. November 2005 ab dem 1. Dezember 2003 eine halbe Invalidenrente, ab dem 1. Januar 2004 eine Dreiviertelsrente und ab dem 1. August 2004 eine halbe Invalidenrente zu (Urk.
6
/38-40).
Im
Mai 2006
eröffnet die IV-Stelle
von Amtes wegen
ein Rentenrevisions
verfahren (Urk. 6/46-47).
Mit
Mitteilung vom
4. August 2006
bestätigte sie
der Versicherten den
Anspruch auf die bisherige halbe
Rente
(Urk.
6
/53).
1
.3
Im August 2014
eröffnete
die IV-Stelle ein
weiteres Rentenrevisionsverfahren
(Urk.
6
/63). Die IV-Stelle
holte unter anderem das Gutachten der
Medizinischen Abklärungsstelle
Z._
vom
23. November 2015 ein (Urk.
6
/90) und
liess
a
m 12. April 2016
eine
Haushaltsa
bklärung
durch
führen
, welche die
Qualifikation
der Versicherten als
einer
zu 100 %
im Erwerbsbereich
Tätigen
ergab
(
Abklä
rungsbericht vom
13. Oktober 2016, Urk. 6
/96
/4
-5
).
Mit Ver
fügung vom 20. Feb
ruar 2017 hob die IV-Stelle die halbe Invalidenrente auf Ende des der Zustellung der
Verfügung folgenden Monats wie
dererwägungsweise auf (Urk.
6
/108).
Die dagegen am 22.
März 2017 erhoben
e
Beschwerde
(Urk. 6/110/3-11)
hiess das
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
mit Urteil
IV.2017.00353
vom 29. Juni 2018
in dem Sinne gut, dass es die Sache zur ergänzenden Abklärung des Gesundheitszustandes
und neuer Verfügung über den Rentenanspruch der Versicherten
an die
IV-Stelle
zurückwies (Urk. 6/
112/12
).
1.4
Daraufhin erfolgt a
m 6. Dezember 2018
im
Auftrag der IV-Stelle
durch
Dr. med.
A._
, Fachärztin für Neurologie,
eine klinische und elektrophysio
logische Untersuchung, mit welcher eine
lumboradikuläre
Reiz- oder A
usfall
s
ymptomatik, insbesondere auch der Wurzel
S1
links, ausgeschlossen wurde
(Bericht vom 30.
J
anuar 2019,
Urk. 6/125).
Die IV-Stelle holte
anschliessend das
psychiatrische
Verlaufsgutachten der
Z._
vom 29. Januar 2020 ein
(Urk.
6/137).
Am 6. Mai 2020 forderte die IV-Stelle die Versicherte unter Hinweis auf ihre Schadenminderungspflicht auf, zur Verbesserung ihres Gesundheits
zustandes eine fachpsychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung durchzu
führen (Urk. 6/139).
Mit Vorbescheid
gleichen Datums
kündigte die IV-Stelle anstelle der am 20. Februar 2017 verfügten
Rentena
ufhebung
per Ende März 2017
(Urk. 6/108)
die Zusprechung einer
Viertelsrente
ab dem 1. April 2017
bei einem Invaliditätsgrad von 46 %
an
(Urk. 6/142). Dagegen erhob die
GastroSocial
Pensionskasse mit Schreiben vom
7. Mai 2020 vorsorglich Einwand (Urk. 6/144).
Die Versicherte erhob mit Schreiben vom 3. Juni 2020 Einwände gegen den Vor
bescheid (Urk. 6/148). Am 23. Juni 2020 zog die
GastroSocial
Pensionskasse ihren Einwand zurück (Urk. 6/150).
Mit neuem Vorbescheid vom 21. Dezember 2020 kündigte die IV-Stelle an, ab August 2014 eine ganze Rente zuzusprechen und diese per April 2017 auf eine Viertelsrente herabzusetzen (Urk. 6/153).
Mit
E
Mail vom 23. Dezember 2020 erklärte die Versicherte, dass sie an ihren Ein
wänden festhalte
(Urk. 6/154). D
ie
GastroSocial
Pensionskasse
erhob
am
30. Dezember
2020 vorsorglich Einwand (Urk. 6/
156
), den sie
am 10. März 2021 zurückzog
(Urk. 6/159).
Mit Verfügungen vom 20.
Mai 2021
sprach die IV
-Stelle der Versicherten wie angekündigt ab dem 1. August 2014 eine ganze Rente
, welche sie
ab dem 1. April 2017
auf
eine Viertelsrente bei einem I
nvaliditätsgrad von 46
%
herabsetzte
(
Urk.
2/1-2).
2.
Hiergegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom
25.
Juni 2021
Beschwerde und beantragte, die Verfügung vom 20. Mai 2021 sei aufzuheben und es sei ihr ab
1. April 2017 eine halbe Rente zuzusprechen (Urk. 1 S.
2). Die IV-Stelle schloss
in der Beschwerdeantwort
vom 10
.
September
20
21
auf Abweisung der Beschwerde (Urk.
5). Mit Verfügung vom 21. September 2021 wurde die
Gastro
Social
Pensionskasse zum Prozess beigeladen (Urk. 7). Diese liess sich
innert der ihr angesetzten Frist
nicht verlauten. Am 11. November 2021
wurden die Parteien
davon in
Kenntnis
gesetzt
und der
Beschwerdeführerin
die
Beschwerdeantwort
der
Beschwerde
gegnerin
zugestellt
(Urk. 9
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSV
), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
–
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen
–
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des
rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen).
Daher
und
weil
d
a
s
G
ericht
bei der Beurteilung
einer Streitsache
in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung
(hier: Verfügungen vom 20. Mai 2021; Urk. 2/1-2)
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE
144 V 210 E. 4.3.1,
132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend in dieser Fassung zitiert werden.
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2
.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG
.
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art.
28a
Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
2.3
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestimmun
gen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art.
88a
IVV) analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts
9C_
122
/2020 vom 26
.
Februar 2021 E. 2
). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Ände
rung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt des Rentenbeginns mit demjenigen im –
nach Massgabe des ana
log anwendbaren Art.
88a
Abs. 1
IVV festzusetzenden
– Zeitpunkt der Anspruchsänderung (vgl. BGE 125 V 413 E.
2d
mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts
8C_375
/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und
8C_350
/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis
).
Liegt ein Revisionsgrund vor, is
t der Rentenanspruch in rechtli
cher und tat
sächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 14
1 V 9 E. 2.3; Urteil des Bundes
gerichts
8C_144
/2021 vom 27. Mai 2021 E. 2.3, je mit Hinweisen
).
3.
3.1
Die
Beschwerdegegnerin
führt zur Begründung der Herabsetzung der ab August 2014 zugesprochenen ganzen Rente auf eine Viertelsrente ab 1. April 2017
aus,
der
Beschwerdeführerin
sei ab Mai 2014 die bisherige Tätigkeit nicht mehr zumutbar; in einer leidensangepassten Tätigkeit habe eine
80%ige
Arbeitsun
fähigkeit bestanden. Ab Januar 2017 habe sich ihr Gesundheitszustand verbes
sert; ab dann liege eine
50%ige
Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten
Tätigkeit vor. Der Einkommensvergleich sei
gestützt auf statistische
W
erte
zu ermitteln.
Es sei davon auszugehen, dass die
Beschwerdeführerin
ohne Unfall
ereignis im Dezember 2002 weiterhin als Zimmermädchen gearbeitet hätte. Das
Valideneinkommen
sei daher ausgehend vom Einkommen als Zimmermädchen auf den
statistischen Wert
im Gastgewerbe von Fr. 48'984.15
festzusetzen. Gemessen
an
einem
Invalideneinkommen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt von Fr. 26'282.70
resultiere ein
Invaliditätsgrad von 46
%
, was Anspruch auf eine Viertelsrente ab 1. April 2017 begründe
(Urk. 2).
3
.2
Die
Beschwerdeführerin
wendet dagegen sein, das Valideneinkommen sei
in der Verfügung vom 20.
Februar 2017 mit Fr. 54'926.--
gestützt auf die Schweize
rische
Lohnstrukturerhebung (LSE)
des Jahres 2014
noch korrekt berechnet worden
(Fr. 4'347.
-- :
40 x 41.7 x 12 x Nominallohnentwicklung)
. Somit ergebe der Vergleich von Validen- und Invalid
en
einkommen einen Anspruch auf eine halbe Rente ab April 201
7.
Dagegen sei d
as im V
orbescheid vom 6.
Mai 2020 festgesetzte (und in der angefochtenen Verfügung unverändert übernommene) Jahreseinkommen von Fr. 48'984.15 (Urk. 2/1 S. 4)
auf falscher Grundlage
bestimmt
worden.
Denn es
könne nicht davon ausgegangen werden, dass
sie
im Gesundheitsfall weiterhin als Zimmermädchen gearbeitet hätte. Diese Tätigkeit habe
sie
als Einstieg in die Berufswelt als damals schlecht integrierte Flüchtlings
frau mit noch mangelhaften Deutschkenntnissen ausgeübt. Sie habe in ihrer Heimat die Textiltechnikerschule erfolgreich absolviert und sei mittlerweile gut integriert, habe den Schweizer Pass und verfüge über ordentliche Deutschkennt
nisse. Sie würde sicher nicht freiwillig im
Niedrigstlohnsegment
arbeiten. Sie habe denn auch eine Nischentätigkeit gefunden bei einer Familie, wo sie Fr. 35.-- netto pro Stunde für Haushaltstätigkeiten verdiene. Früher habe sie dies im Umfang von sechs bis sieben Stunden pro Woche
ausgeführt
,
derzeit im Umfang von
fünf bis sechs
Stunden pro Woche.
Unter Annahme einer 40
-Stundenwoche und von Lohnabzügen von Fr. 3.-- entspreche dies einem Einkommen von Fr. 71'744.--
([35 + 3] x 8 x 236 [256 Arbeitstage - 20 Ferientage]). Die Annahme eines tieferen Erwerbseinkommens sei willkürlich und rechtsprechungswidrig. Wenn schon, dann müsste eine Parallelisierung der Einkommen vorgenommen werden.
Richtigerweise wäre dann aber (vom Invalideneinkommen) ein beh
inderungs
bedingter Abzug von 10
bis 20 % zu gewähren, da sie länger nicht mehr auf dem Arbeits
markt tätig gewesen sei und wegen der notwendigen gesplitteten Tätigkeit (zwei Stunden am Morgen, zwei Stunden am Nachmittag) darauf angewiesen wäre, einen verständigen Arbeitgeber zu finden. Es sei mit Blick auf die Recht
sprechung zweifellos ein Abzug geschuldet, der zu einer halben Rente führt. Mehr bean
spruche sie auch nicht. Auch sei es gesamtgesellschaftlich nicht falsch, ihr
eine Rente auszuzahlen. Denn sie sei als Mutter von drei Kindern, von denen noch zwei zu ernähren seien, auf das Einkommen aus Rente angewiesen, weil sie kein solches aus Arbeit generieren könne und der Ehemann für seine Tätigkeit kein besonders grosses Einkommen erziele
(Urk. 1 S. 4 f.)
.
3.
3
3.3.1
Strittig und zu prüfen ist, ob
die
Beschwerdegegnerin
die Rente
, welche
sie
von der bisherigen halben (
Urk.
6/38-40, Urk.
6/53)
ab August 2014
auf eine ganze Rente
erhöht
hat
,
ab 1. April 2017
zu Recht
auf eine Viertelsrente herabgesetzt hat.
Nicht
mehr
strittig ist
die
Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin
, welche
aus
medizinischer
Sicht mit dem Gutachten der
Z._
vom 23. November 2015 (Urk.
6/90
), ergänzt
wie gerichtlich vorgesehen (Urk. 6/112/8-12)
mit
dem psy
chiatrischen
Verlaufsgutachten der
Z._
vom 29.
Januar 2020
(Urk. 9/137)
und
der
neurologischen
Untersuchung durch Dr.
A._
am 6.
Dezember 2018 (
Bericht vom 30. Januar 2019;
Urk. 6/125)
,
nunmehr
umfassend
abgeklärt und
fachärztlich
beurteilt wurde.
Unstrittig
ist
demgemäss
(Urk. 6/90/29-30, Urk. 6/137/33-3
5
)
von einer anhal
tend erheblichen Arbeitsunfähigkeit (
mindestens 60
%
ab 2012
, ab 2013
100 %, ab 2017 80 %)
in der angestammten Tätigkeit als Hotelangestellte in der Zimmer
reinigung
und
zurzeit der Einleitung der Revision 2014 von einer
80%igen
sowie
ab Januar 2017
von einer
5
0%igen
Arbeitsunfähigkeit
(zweimal
zirka
zwei Stunden pro Tag)
in einer leidensangepassten Tätigkeit
auszugehen.
Das verblei
bende zumutbare Belastungsprofil bedingt
nach der gutachterlichen Einschät
zung
eine
strukturierte
und
wechselbelastende
Tätigkeit
ohne Heben von über fünf Kilogramm und anhaltenden bückende Arbeiten,
mit
der Möglichkeit zu ver
mehrten Pausen, ohne das Bedienen von gefährlichen Maschinen,
ohne störende Lärm- und Lichtverhältnisse,
ohne Nacht- oder Wechselschichten,
ohne Arbeiten mit b
esonderer Anforderung an die
Konzentrationsfähigkeit,
Teamfähigkeit, Stress
toleranz und Reaktionsfähigkeit,
ohne häufige
n
oder ständig wechselnde
n
Kontakt mit M
enschen,
ohne Publikumsverkehr
, mit begrenzter Verantwortung
und
ohne
Führungsaufgaben
(Urk. 6/90/
58
, Urk. 6/137/34).
3.3.2
Die Parteien gehen gestützt auf die gutachterlichen Feststellungen der
Z._
zutreffend davon aus, dass
per Januar 2017
eine
B
esserung des Gesundheits
zustandes
(
Urk. 6/137/34-35
; vgl. auch Urk. 6/125
)
eingetreten ist, der eine Neubestimmung des Invaliditätsgrades
im Sinne eines Rentenrevisionsgrundes (Art. 17 Abs. 1 ATSG)
rechtfertigt. Dabei besteht keine Bindung an f
rühere Beur
teilungen (BGE 141 V
9 E. 2.3).
Strittig und z
u
prüfen
sind
dabei
einzig
die
Validen- und Invalideneinkommen
und
der daraus folgende Invaliditätsgrad.
4.
4.1
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypothe
tischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invali
deneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige renten
wirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3, 129 V 222 E. 4.1 und E. 4.2, 128 V 174).
Im Rahmen von Revisionsverfahren ist der Zeitpunkt der Anpassung des Renten
anspruchs massgebend (Urteil des Bundesgerichts
8C_486
/2019
vom 18. Septem
ber 2019 E. 7.4),
hier somit
derjenige
per April 2017.
4.2
4.2.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Validen
einkommens entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (vgl. BGE 145 V 141 E. 5.2.1, 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1; vgl. auch Art. 26 Abs. 1 IVV).
Ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr
ausgeübt hätte, kann das Valideneinkommen auf Grundlage der vom Bundes
amt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenen
falls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invaliden
versicherung, 3. Auflage 2014, R
z 55
f. zu Art.
28a
; vgl. auch Art. 26 Abs. 4 in Verbindung mit Art. 25 Abs. 3 IVV). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungs
zeitpunkt bezogen auf den Zeitpunkt des Rentenbeginns
(respektive der Renten
anpassung)
aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; Urteil des Bundesgerichts
8C_202
/2021 vom 17. Dezember 2021
E. 6.2.2 mit Hinweis; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1).
4.2.2
Die
Beschwerdeführerin
hat vor Eintritt des Gesundheitsschadens, mithin vor dem Unfall vom
13.
Dezember 2002 (Urk.
6
/5/195) als Hotelangestellte in der Zimmer
reinigung
mit einem Monatsgehalt von Fr. 3'162.--
gearbeitet
(Urk. 6/5/191, Urk. 6/6/2)
.
Die Parteien sind sich darin einig, dass für das Vali
deneinkommen auf den mit dieser Tätigkeit erzielten Verdienst nicht abzustellen ist, sondern
auf die statistischen Lohnangaben gemäss LSE. Dem ist zuzustimmen, da mit
über
wiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen
ist
, dass die
Beschwerdefüh
rerin
die
se
Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr
ausüben würde,
zumal es sich dabei um eine Hilfstätigkeit
ausserhalb des angelernten Berufs als Textiltechnikerin
handelte
und
es ihre erste Anstellung überhaupt
war (
Urk. 6/1/4
, Urk. 6/137/14), welche sie
zudem
kurz nach Einreise in die Schweiz als Asylbewerberin noch vor der mittlerweile erfolgten
Integration aufgenommen hatte.
Die
Beschwerdegegnerin
ging
dennoch davon aus, dass die
Beschwerdeführerin
im Gesundheitsfall
wenn auch nicht in der damaligen, so doch in einer
vergleich
baren
Tätigkeit als Zimmermädchen arbeiten würde und daher nur der LSE-Wirt
schaftszweig der Gastgewerbe/
Beherbergung u
nd
Gastronomie in Frage komme
n würde
(Urk. 2/1 S. 4). Dem kann angesichts der
ansonsten fehlenden
Berufs
er
fahrung in diesem Bereich
und
der
fehlenden
spezifische
n
Ausbildung in dieser Branche nicht gefolgt werden.
U
nter Mitberücksichtigung der für die
Ent
löhnung
im Einzelfall relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren
ist hier insbeson
dere die Annahme, dass die
Beschwerdeführerin
im Gesundheitsfall während
über einem
J
ahrzehnt
bis 2017
ausschliesslich und weiterhin i
n der
Ein
stiegst
ätigkeit als Zimmermädchen gearbeitet hätte, nicht wahrscheinlicher als die Annahme, dass sie bis im Jahr 2017 auch diverse andere
, besser bezahlte
Hilfstätigkeiten, etwa in der Industrie
,
in einer Grossschneiderei
oder im Textil
grossverkauf
oder
–
mit Blick auf die aktuelle Tätigkeit als Haushalthilfe («aus
hilfsweise putzend», Urk. 6/137/14)
–
für ein Reinigungsunternehmen
, ausgeübt hätte
. Im Gegenteil ist die Aufnahme von anderen
Hilfst
ätigkeiten mit besserer Bezahlung angesichts ihrer Ausbildung als Textiltechnikerin und der Familien
gründung mit drei Kindern, geboren 2007, 2010 und 2012 (Urk. 6/96/3)
,
mit
ent
sprechend hohen Lebenshaltungskosten
überwiegend wahrscheinlich
.
4.2.3
Die
Beschwerdeführerin
macht damit zu Recht geltend, dass nicht auf den LSE
-
Wirtschaftszweig «Gastgewerbe/
Beherbergung u
nd
Gastronomie», sondern auf
das Total des Kompetenzniveau 1 (Frauen) abzustellen ist.
Gemäss der hier
massgeblichen LSE
2016
, Tabelle
TA1_tirage_skill_level
, Monatlicher Bruttolohn (Zentralwert) nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor,
betrug das Durchschnittseinkommen im Kompetenzniveau
1 (einfache Tätigkeiten
körperlicher oder handwerklicher Art
)
bei Frauen im Jahr 2016 Fr. 4'363.-- pro Monat respektive Fr. 52'356.--
jährlich
. Unter Berücksich
tigung der durchschnittlichen Wochenarbeitszeit im Jahr 2016 von 41,7 Stunden
(Tabelle T
03.02.03.01.04.01
,
Betriebsübliche Arbeitszeit
nach Wirtschaftsabtei
lungen 1, 2004-2020, Total)
und der durchschnittlichen Nominallohnentwick
lung bei Frauen von 2016 bis 2017 (2016: 105.0, 2017: 105.4; Tabelle
T1.2.10
Nominallohnindex, Frauen 2011-2018
, Basis 2010 = 100, Total) resultiert ein Valideneinkommen
im Jahr 2017
von
Fr.
54'789.05
(
Fr. 52'356.
--
:
40 x 41,7 : 105 x 105.4).
4.2.3
Die Verwendung der nach Tätigkeiten differenzierende Tabelle
T17
(früher
TA7
; Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert) nach Berufsgruppen, Lebensalter und Geschlecht, Privater und öffentlicher Sektor [Bund, Kantone, Bezirke, Gemeinden, Körperschaften] zusammen), welche zur Bestimmung des von der Beschwerde
führerin (Urk. 1 S. 4) plädierten Valideneinkommens gemäss der Verfügung vom 20. Februar 2017 (Urk. 6/106/1, Urk. 6/1082-3) herangezogen worden war, würde ausgehend vom durchschnittlichen Tabellenlohn des Jahres 2016 bei weiblichen Hilfskräften (Berufshauptgruppe 9 = Kompetenzniveau 1 [Einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art]; Total) von Fr. 4'429.-- pro Monat respek
tive Fr. 53.’148.--
jährlich
ein Valideneinkommen im Jahr 2017 von
Fr. 55'617.85
ergeben (Fr. 53’148.-- : 40 x 41,7 : 105 x 105.4).
Dieser Betrag würde letztlich, wie sich aus dem Folgenden ergibt (
vgl.
E.
4.4
hernach
), zu keinem anderen Resultat führen. Es kann daher offen bleiben, ob diese
Bemessungsgrundlage (in Abweichung von der Verwendung der sonst üblichen Tabelle
TA1
) gerechtfertigt wäre, obschon eine Hilfstätigkeit und nicht eine branchenspezifische Berufstätigkeit
betroffen ist
(vgl. zur grundsätzlichen Möglichkeit der Anwendung anderer Lohntabellen als der üblichen
TA1
, wenn dies eine genauere Festsetzung des Invalideneinkommens erlaubt und der versi
cherten Person
grundsätzlich Tätigkeiten im privaten und öffentlichen Sektor offenstehen
: Urteil des Bundesgerichts
8C_124
/2021 vom 2. August 2021 E. 4.4.1 mit Hinweis).
4.2.4
Soweit die
Beschwerdeführerin
als Grundlage des Valideneinkommens auf ihren tatsächlich erzielten Stundenlohn von Fr. 35.-- netto aus ihrer aktuellen Neben
tätigkeit im Haushalt einer fremden Familie während fünf bis sieben Stunden pro Woche abstellt und hochgerechnet auf ein
100%iges
Pensum ein Einkommen von Fr. 71'744.-- geltend macht (Urk. 1 S. 4), kann ihr nicht gefolgt werden. Denn
diese
Teilzeit-Stelle von wenigen Stunden pro Woche als Haushaltshilfe
genügt
allein
nicht als hinreichende
r
Anhaltspunkt
dafür
, dass
ohne gesundheitliche Beeinträchtigung in einem
100%igen
Pensum ein entsprechend höheres Einkom
men tatsächlich realisiert worden wäre.
4.3
4.3.1
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung zumutbarerweise noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die ver
sicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbs
tätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumut
barer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3; 135 V 297 E. 5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E.
3b
/
aa
).
4.3.2
Die Verwendung von statistischen Angaben gemäss der LSE-Tabellenlöhne zur Bestimmung des Invalideneinkommens
(
vgl.
BGE
139 V 592 E. 2.3
)
wird von der
Beschwerdeführerin
(Urk. 1) zu Recht nicht beanstandet. Denn
mit ihrer
seit zirka 2015
ausgeübte Tätigkeit als Haushaltshilfe in einer Familie
mit einem Pensum
von vier bis sechs Stunden pro Woche (
Urk. 6/137/14)
schöpft sie die ihr verblei
bende Arbeitsfähigkeit von 50 % nicht aus.
Somit ist
–
wie beim Valideneinkommen
–
von der Tabelle
TA1
der LSE 2016 auszugehen, was unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Wochenarbeits
zeit, der Nominallohnentwicklung (vgl. E. 4.2.3 hiervor) und
eines
50%igen
Arbeitspensums (Urk. 6/137/34) den Betrag von
Fr.
27'394.50
ergibt, mithin 50 % vom Valideneinkommen
(Fr. 52'356.
-- :
40 x 41,7 : 105 x 105.4
x 0.5).
4.3.3
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allen
falls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäf
tigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E.
3b
/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Ein
zelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 %
nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E.
5b
/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körper
lich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E.
5a
/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Ein
schränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 mit Hinweisen).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Ver
waltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerde
instanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichts
9C_808
/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113
/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
Die
Beschwerdegegnerin
hat keinen solchen Abzug
vorgenommen (
Urk. 2 S.
4
, Urk. 6/
140/1-
2)
.
Ein Abzug wäre entgegen dem Vorbringen der
Beschwerde
führerin
(Urk. 1 S. 4 f.) jedenfalls nicht im U
mfang von 10 bis 20
% zu gewähren. Wenn überhaupt wäre
–
angesichts des detailliert ausgestalteten Belastungs
profils
mit somatisch
un
d psychisch bedingten
Einschränkungen
und der ver
bleibenden leichten Tätigkeit
(
Urk. 6/90/58, Urk. 6/137/34
)
–
höchstens
ein solcher
im U
mfang von 5
% gerechtfertigt
, was indes ohnehin zu keinem anderen Ergebnis führen würde (vgl. E. 4.4 hernach)
. Daran ändert entgegen der Ansicht der
Beschwerdeführerin
nichts, dass der psychiatrische Gutachter
sinngemäss
eine gesplittete Arbeitszeit von zwei Stunden am Morgen und zwei Stunden am Nachmittag empfohlen hat
(
U
rk
. 6/134/34
)
und die
Beschwerdeführerin
insofern einen «verständigen Arbeitgeber» finden muss, wie sie geltend macht (Urk. 1 S. 4).
Denn e
ine psychisch bedingt verstärkte Rücksichtnahme seitens eines Vorgesetz
ten und von Arbeitskollegen kann nach der Gerichtspraxis in der Regel nicht als eigenständiger Abzugsgrund anerkannt werden, ebenso wenig etwa das Risiko von vermehrten gesundheitlichen Absenzen, ein grösserer Betreuungsaufwand oder weniger Flexibilität, was das Leisten von Überstunden etwa bei Verhinde
rung eines Mitarbeiters anbetrifft (Urteil des Bundesgerichts
9C_266
/2017 vom
29. Mai 2018 E. 3.4.2). Zudem ist auch mit dem vorgegebenen Belastungsprofil noch von einem genügend breiten Spektrum an zumutbaren Verweisungstätig
keiten auszugehen (vgl. dazu
Urteil des Bundesgerichts
8C_297
/2018 vom 6. Juli 2018 E. 3.5).
Auch weitere Gründe für einen Abzug sind nicht gegeben. Insbesondere recht
fertigt das T
eilzeitpensum von 50
% keinen Abzug.
D
enn b
ei Frauen im Kompe
tenzniveau 1 (bis LSE 2010 Anforderungsniveau 4) weisen die Statistiken für Teil
zeitarbeit zwischen 50 % und 89 % höhere Löhne als für Vollbeschäftigung aus.
Dies gilt insbesondere auch in Bezug auf die Statistik des Jahres 2016 (vgl. die Tabelle
T18
, Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Beschäftigungsgrad, beruflicher Stellung und Geschlecht, Privater und öffentlicher Sektor
[
Bund, Kantone, Bezirke, Gemeinden, Körperschaften
]
zusammen, Schweiz 2016).
Damit entfällt hier die Rechtfertigung für einen Tabellenlohnabzug wegen Teilzeitarbeit (vgl. Urteile des Bundesgerichts
8C_712
/2012 vom 30. November 2012 E. 4.2.2 unter Bezugnahme auf LSE 2008 und 2010 und
9C_72
/2017 vom 19. Juli 2017 E. 4.3 unter Bezugnahme auf LSE 2012 und 2014).
4.3.4
Da bei beiden Einkommen auf die LSE-Tabellenlöhne abgestellt wurde, besteht f
ür die von der
Beschwerdeführerin
angesprochene Parallelisierung der beiden Einkommen
(Urk. 1 S. 4)
kein
Raum
. Denn eine solche wäre
rechtsprechungs
gemäss nur vorzunehmen, wenn bei der Invaliditätsbemessung ein unterdurch
schnittliches Einkommen berücksichtigt würde, das
vom branchenüblichen Tabel
len
lohn im Umfang von mehr als 5 %
abweicht
(BGE 135 V 297 E. 6.1.2 f.)
, was hier nicht der Fall ist.
4.4
4.4.1
Es bleibt damit dabei, dass das Invalideneinkommen von
Fr.
27'394.50
die Hälfte des
Valideneinkommen
s
ausmacht
(
Fr. 54'789.05
x
0.5)
, was einem Invaliditäts
grad von 50
% entspricht
und Anspruch auf eine halbe Rente (Art.
28 Abs. 2 IVG
) ab
dem 1. April 2017
(A
rt.
88a
Abs. 1
IVV) begründet.
M
it einem Valideneinkommen von
Fr. 55'617.85
und einem Invalideneinkommen von F
r. 26'024.75
(
Fr.
27'394.50 -
5
%)
würde
eine Erwerbseinbusse von Fr.
29'593.10
resultieren
, was
einem Invaliditätsgrad von 53 % entspricht und
ebenfalls Anspruch auf eine halbe R
ente begründen würde
.
4.4.2
Nach dem Gesagten
sind
die angefochtene
n
Verfügung
en vom 20.
Mai 2021
in Gutheissung der Beschwerde
insoweit
abzuändern
, als damit ab dem 1. April 2017 die ganze auf eine Viertelsrente herabgesetzt wurde (Urk. 2/1), und es ist festzustellen, dass die
Beschwerdeführerin
ab
dem 1.
April 2017 Anspruch auf eine halbe Rente hat.
5.
5.1
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung
von Versicherungsleistungen. Das Verfahren ist daher kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensau
fwand und unabhängig vom Streit
wert
festzulegen (Art. 69 Abs.
1
bis
IVG) und ermessensweise auf Fr.
7
00.-- anzu
setzen.
Ausgangsgemäss
sind die Gerichtskosten
der Beschwerdegegnerin aufzu
erlegen.
5
.2
Der
Beschwerdeführer
in
steht eine
Prozesse
ntschädigu
ng zu, welche nach Art. 61 lit.
g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungs
gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bede
utung der Streitsache, nach der
Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen auf Fr.
1’600
.-- festzusetzen ist.