Decision ID: 98da4f0f-4402-43dd-8491-f3af0b9016ba
Year: 2014
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law

Die Beschwerdekammer hält fest, dass:
- A. am 17. Juli 2014 der Bundesanwaltschaft sieben verschiedene, sehr
kurz gefasste E-Mail-Nachrichten zukommen liess, mit welchen er sinnge-
mäss auf verschiedene Verbrechen hinwies, ohne dass aus den einzelnen
Nachrichten jedoch klar wurde, wer wann durch welche Handlung gegen
welchen Straftatbestand verstossen haben soll (act. 3.1);
- die Bundesanwaltschaft A. mit E-Mail vom 18. Juli 2014 mitteilte, dass sei-
ne Anschuldigungen den formellen Anforderungen an eine Strafanzeige
nicht genügten, weshalb die Bundesanwaltschaft diesbezüglich keine
Strafuntersuchung einleiten werde (vgl. act. 1, S. 3 f.);
- die Bundesanwaltschaft A. nach einer weiteren elektronischen Eingabe
seinerseits dahingehend informierte, dass sie auch nicht Aufsichtsbehörde
über die Verwaltungs-, Strafverfolgungs- und Gerichtsbehörden von Bund
und Kantonen sei, weshalb bei ihr weder Beschwerden noch Ersuchen um
Untersuchungen gegen diese Behörden eingereicht werden könnten (vgl.
act. 1, S. 2 f.);
- A. hierauf mit Eingabe vom 23. Juli 2014 bei der Beschwerdekammer des
Bundesstrafgerichts Beschwerde gegen die Bundesanwaltschaft und ge-
gen die Aargauer Polizei erhob und unter Bezugnahme auf seinen E-Mail-
Verkehr mit der Bundesanwaltschaft ausführte, er empfinde deren Vorge-
hensweise als schreckliche Rechtsverweigerung und -verzögerung (act. 1);
- er gleichentags mit separater Eingabe um unentgeltliche Rechtspflege er-
suchte (BP.2014.49, act. 1);
- die Beschwerdekammer die Bundesanwaltschaft einlud, ihr die eingangs
erwähnten sieben E-Mail-Nachrichten einzureichen (act. 2), und die Bun-
desanwaltschaft dieser Aufforderung am 28. Juli 2014 nachkam (act. 3).

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
- gegen Verfügungen und Verfahrenshandlungen der Bundesanwaltschaft
bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde geführt
(Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO i.V.m. Art. 37 Abs. 1 StBOG) und u. a. Rechts-
verweigerung und Rechtsverzögerung gerügt werden kann (Art. 393 Abs. 2
lit. a StPO);
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- sich die Kritik des Beschwerdeführers sinngemäss gegen die Mitteilung der
Bundesanwaltschaft richtet, gestützt auf seine Eingaben mittels E-Mail kei-
ne Strafuntersuchung zu eröffnen;
- den Eingaben des Beschwerdeführers weder eine Darstellung des mass-
geblichen Sachverhalts noch eine konkrete Darlegung entnommen werden
kann, wer sich wann, wo und wie strafbar verhalten haben soll;
- auf Grund seiner unsubstantiierten Vorbringen insbesondere auch unklar
bleibt, inwiefern der Beschwerdeführer durch eine konkrete Straftat in sei-
nen Rechten unmittelbar verletzt worden sei;
- es sich bei ihm somit nicht um eine geschädigte Person im Sinne von
Art. 115 Abs. 1 StPO handelt, womit er sich vorliegend auch nicht im Sinne
von Art. 118 Abs. 1 StPO als Privatkläger anmelden kann;
- einer anzeigenden Person, die weder geschädigt noch Privatkläger ist, kei-
ne weitergehenden Verfahrensrechte zustehen (Art. 301 Abs. 3 StPO);
- der Beschwerdeführer vorliegend offensichtlich nicht zur Beschwerde legi-
timiert ist, weshalb auf seine Beschwerde ohne Durchführung eines Schrif-
tenwechsels (vgl. hierzu Art. 390 Abs. 2 StPO e contrario) nicht einzutreten
ist;
- im Übrigen die dem Beschwerdeführer gegenüber gemachten Erklärungen
der Beschwerdegegnerin inhaltlich nicht zu beanstanden sind;
- das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege bei
diesem Ausgang des Verfahrens zufolge Aussichtslosigkeit abzuweisen ist
(Art. 29 Abs. 3 BV);
- bei diesem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführer die Gerichts-
gebühr zu tragen hat (Art. 428 Abs. 1 StPO);
- diese vorliegend auf das gesetzliche und reglementarische Minimum von
Fr. 200.-- festzusetzen ist (Art. 73 StBOG i.V.m. Art. 5 und 8 Abs. 1 des
Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kos-
ten, Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR;
SR 173.713.162]);
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