Decision ID: b7a422dc-2250-5137-ad1e-c7554f2c5555
Year: 2008
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Die aus dem Kosovo stammenden Eheleute K._ (im Folgenden: Beschwerdeführer) reisten am 16. November 1999 mit ihren zwei Kindern in die Schweiz ein, wo sie gleichentags um Asyl nachsuchten. Das damals zuständige Bundesamt für Flüchtlinge (BFF; heute: BFM) lehnte das Gesuch mit Verfügung vom 27. Juni 2001 ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz an; wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs wurde die Familie jedoch mit gleichem  vorläufig aufgenommen. Am 8. August 2006 erteilte der Kanton Bern den Beschwerdeführern und den inzwischen drei Kindern eine Aufenthaltsbewilligung, wodurch die vorläufige Aufnahme beendet wurde.
B. Am 10. Dezember 2001 wurde den Beschwerdeführern der Entwurf  Zwischenabrechnung über die beiden Sicherheitskonti Nr. _ (lautend auf M._) und Nr. _ (lautend auf T._) unterbreitet. Darin setzte das Bundesamt die aus der Sicherheitsleistungspflicht zurückzuerstattenden Fürsorgekosten für die Zeitspanne des Asylverfahrens pauschal auf Fr. 25'200.- fest ( der damals für eine Familie mit Kindern geltenden  von 630 Tagen à Fr. 40.-). Ausserdem wurden ihnen ungedeckte Zahnarztkosten von Fr. 427.80 in Rechnung gestellt. Weil zum  keine Stellungnahme einging, erliess die Vorinstanz am 7. Februar 2002 eine entsprechende Verfügung. Gleichzeitig wurde dem Bundesamt ein Betrag von Fr. 5'600.- als anteilsmässige  an die verursachten Kosten überwiesen. Diese (definitive) Zwischenabrechnung blieb unangefochten und erwuchs in Rechtskraft.
C. Nachdem die Beschwerdeführer Jahresbewilligungen erhalten hatten, sandte ihnen die Vorinstanz am 16. Januar 2007 den Entwurf einer Schlussabrechnung über die fraglichen Sicherheitskonti zu. Den  Sicherheiten von Fr. 22'342.90 stellte das Bundesamt hierbei die anlässlich der Zwischenabrechnung vom 7. Februar 2002  gebliebenen Kosten von Fr. 20'027.80 gegenüber. Für die Phase der vorläufigen Aufnahme wurden keine rückerstattungspflichtigen Kosten belastet, weshalb sich ein Positivsaldo von Fr. 2'315.10 ergab.
Seite 2
C-2487/2007
Mit Eingabe vom 6. Februar 2007 teilte der Rechtsvertreter dem BFM mit, dass seine Mandanten mit dem Entwurf der Schlussabrechnung nicht einverstanden seien. Die Beschwerdeführer verträten die , dass mit dem in der Zwischenabrechnung vorgenommenen  von Fr. 5'600.- sämtliche der während des Asylverfahrens  Kosten abgegolten seien.
D. Am 7. März 2007 verfügte die Vorinstanz im Sinne des  vom 16. Januar 2007. Die Sicherheitskonti Nr. _ und Nr. _ wiesen per 5. März 2007 einen Saldo von insgesamt Fr. 22'342.90 auf. Die aus der Sicherheitsleistungspflicht  Kosten seien auf Fr. 20'027.80 festzusetzen. Dieser Betrag werde dem BFM als anteilsmässige Rückerstattung an die  Kosten überwiesen. Das Restguthaben bleibe auf den betreffenden Sicherheitskonti bestehen. Das Guthaben verfalle zu Gunsten des Bundes, wenn der Auszahlungsanspruch nicht binnen 10 Jahren  gemacht werde. Die Verwirkungsfrist beginne mit dem  der definitiven Schlussabrechnung. Zur Begründung  ausgeführt, die Kosten des Asylverfahrens und die  seien mit der Zwischenabrechnung vom 7. Februar 2002 verbindlich festgelegt worden. Die Beschwerdeführer hätten die ihnen eingeräumte Rechtsmittelfrist verstreichen lassen. Ihre jetzigen  richteten sich gegen die erwähnte Zwischenabrechnung. Rechtskräftig gewordene Verfügungen könnten nur unter bestimmten, in Art. 66 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das  (VwVG, SR 172.021) genannten Voraussetzungen abgeändert oder aufgehoben werden. Im Falle der Beschwerdeführer, welche ihre Vorbringen bereits im Rechtsmittelverfahren gegen die Zwischenabrechnung hätten geltend machen können, sei dies nicht möglich.
E. Mit Beschwerde vom 4. April 2007 an das Bundesverwaltungsgericht ersucht der Parteivertreter um Aufhebung der angefochtenen . Ferner stellt er die Begehren, die Sicherheitskonti Nr. _ und Nr. _ seien aufzulösen und das Guthaben sei an die  auszuzahlen. Im Wesentlichen macht er geltend,  Mandanten sei der Entwurf der Zwischenabrechnung vom 10.  2001 nicht bekannt, dessen Erhalt werde deshalb bestritten. Den Inhalt der Verfügung betreffend Zwischenabrechnung vom 7. Feb-
Seite 3
C-2487/2007
ruar 2002 hätten sie nicht verstanden und aus diesem Grunde nichts dagegen unternommen. Die hinsichtlich des Bezugs von  angewendete gesetzliche Vermutung erweise sich  als falsch. Die Kontoinhaber hätten nie Aufwendungen in dieser Höhe verursacht. Der Vorinstanz hätte dieser Umstand bekannt sein müssen, habe der Rechtsvertreter doch bereits in einer Eingabe vom 29. Juli 2002 (Ausübung des rechtlichen Gehörs im Verfahren  vorläufige Aufnahme) darauf hingewiesen, dass die Familie der öffentlichen Hand nicht zur Last falle. Es wäre daher klar die Aufgabe der zuständigen Behörde gewesen, die in Rechnung gestellten  zu dokumentieren. Die Tochter Harika sei ihres Wissen zudem nie auf Kosten der Öffentlichkeit von einem Zahnarzt behandelt worden. Es hätte dem Bundesamt oblegen, dies zu belegen oder  den Zahnarzt zu nennen. Die Beschwerdeführer lebten in  bescheidenen Verhältnissen und sähen sich nun um den Lohn ihres jahrelangen Arbeitseifers betrogen. Die Berufung auf Art. 66 VwVG sei demnach rechtsmissbräuchlich. In der Zwischenzeit  die Kontoinhaber die nötigen Abklärungen getätigt. Den  Schreiben der Sozialdienste der bisherigen Wohnorte Unterseen und Lyss könne entnommen werden, dass sie zu keinem Zeitpunkt Fürsorgeleistungen in Anspruch genommen hätten. Die Bedeutung der Zwischenabrechnung sei für die Betroffenen gering. Anders als bei der Zwischenabrechnung habe die sicherheitsleistungspflichtige Person bei der Schlussabrechnung deren Richtigkeit und Vollständigkeit zu überprüfen. Auch aus dem Antwortformular zum Entwurf der  vom 16. Januar 2007 gehe hervor, dass die  der massgebende Moment sei, um allfällige Fehler in der Berechnung zu rügen. Es bestehe daher kein Spielraum für die  Heranziehung von Art. 66 VwVG. Die Beschwerdeführer  keine Revision des Verfahrens, sondern eine korrekte  der einschlägigen Gesetzesbestimmungen.
F. In ihrer Vernehmlassung vom 19. Juni 2007 spricht sich die Vorinstanz unter Erläuterung der bisher genannten Gründe für die Abweisung der Beschwerde aus. Mit Blick auf die beantragte Auflösung und  des Guthabens erklärte sie sich bereit, den unbestrittenen Teil des Positivsaldos auszuzahlen.
Am 11. Juli 2007 überwies das BFM den Betrag von Fr. 2'315.10
Seite 4
C-2487/2007
(Restguthaben gemäss angefochtener Schlussabrechnung) an den Rechtsvertreter.
G. Mit Replik vom 9. August 2007 hält der Parteivertreter an seinen  fest.
H. Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit rechtserheblich, in den  eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1. 1.1 Verfügungen des BFM betreffend Schlussabrechnung über ein  unterliegen der Beschwerde an das  (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31] i.V.m. Art. 31 und Art. 33 Bst. d des  vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]).
1.2 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem  nach dem VwVG, soweit das Gesetz nichts  bestimmt. Das Urteil ist endgültig (Art. 1 Abs. 2 VGG i.V.m. Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
1.3 Die Beschwerdeführer sind als Verfügungsadressaten zur  legitimiert. Auf die frist- und formgerecht eingereichte  ist einzutreten (Art. 48 ff. VwVG), soweit sie durch die Auszahlung des unbestrittenen Teils des Positivsaldos nicht gegenstandslos  ist.
2. 2.1 Die angefochtene Verfügung stützt sich auf die damaligen  von Art. 85 – 87 AsylG (AS 1999 2284 f.), einzelne Bestimmungen der Asylverordnung 2 über Finanzierungsfragen vom 11. August 1999 (AsylV2 [SR 142.312], AS 1999 2318) und der Verordnung vom 11.  1999 über den Vollzug der Weg- und Ausweisung von  Personen (VVWA [SR 142.281], AS 1999 2254) sowie Art. 14c Abs. 6 des inzwischen aufgehobenen Bundesgesetzes vom 26. März
Seite 5
C-2487/2007
1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (ANAG, BS 1 121). Am 1. Januar 2008 trat das zweite Paket der Asylgesetzrevision vom 16. Dezember 2005 mit den entsprechenden Anpassungen des AsylG und der AsylV2 in Kraft. Sie bringt im Bereich der  von Kosten namhafte Neuerungen mit sich, insbesondere wird die bisherige Sicherheitsleistungs- und Rückerstattungspflicht durch eine sogenannte Sonderabgabe ersetzt (vgl. Botschaft zur Änderung des Asylgesetzes vom 4. September 2002, BBl 2002 6872 f. und 6893 f.). Absatz 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 16.  2005 sieht vor, dass für die im Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Gesetzesänderung hängigen Verfahren das neue Recht zur  gelangt. Entsteht vor Inkrafttreten der Gesetzesänderung ein Schlussabrechnungstatbestand nach Art. 87 AsylG in der Fassung vom 26. Juni 1998, so erfolgen die Abrechnung und die Saldierung  Absatz 2 besagter Übergangsbestimmungen jedoch nach  Recht. Bei vorläufig Aufgenommenen bleibt der auf die Art. 85 – Art. 87 AsylG (in der bis zum 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung) Bezug nehmende Art. 14c Abs. 6 ANAG entsprechend  (vgl. Urteile des Bundesverwaltungsgerichts C-1518/2007 vom 5. September 2008 E. 2.1, C-1242/2006 vom 15. Mai 2008 E. 1.3 und C-1234/2006 vom 9. Mai 2008 E. 3.2; zur Ablösung des ANAG durch das Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20] ferner BVGE 2008/1 E. 2 S. 2 ff.).
2.2 Die Beschwerdeführer haben vom Kanton Bern am 8. August 2006 eine Aufenthaltsbewilligung erhalten, der Schlussabrechnungsgrund ist mit anderen Worten vor Inkrafttreten der Asylgesetzrevision vom 16. Dezember 2005 eingetreten (Abs. 2 der Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 16. Dezember 2005). Für die materielle Beurteilung der Beschwerde vom 4. April 2007 ist daher auf die altrechtliche  abzustellen.
3. Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des  Sachverhaltes sowie, wenn nicht eine kantonale Behörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat, die Unangemessenheit gerügt  (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im  das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist  Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
Seite 6
C-2487/2007
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. BGE 129 II 215 nicht publ. E. 1.2, sowie Urteil des  C-135/2006 vom 20. Dezember 2007 E. 2 mit weiteren ), wobei in der vorliegenden Streitsache, wie oben dargetan, das alte Recht anwendbar bleibt.
4. 4.1 Soweit zumutbar, sind Fürsorge-, Ausreise- und Vollzugskosten sowie die Kosten von Rechtsmittelverfahren zurückzuerstatten (Art. 85 Abs. 1 AsylG in der Fassung vom 26. Juni 1998). Asylsuchende und Schutzbedürftige ohne Aufenthaltsbewilligung sind verpflichtet, für die Rückerstattung dieser Kosten Sicherheit zu leisten. Zu diesem Zweck führt der Bund Sicherheitskonti, auf welche die jeweiligen Arbeitgeber zehn Prozent des Erwerbseinkommens der betreffenden Personen zu überweisen haben (vgl. Art. 86 Abs. 1 und 2 AsylG sowie Art. 11 Abs. 1 AsylV2 in den ehemaligen Fassungen, Art. 14c Abs. 6 ANAG und der bis zum 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Art. 22 Abs. 1 VVWA [AS 2007 5567]).
4.2 Wird eine Aufenthaltsbewilligung erteilt, so erstellt die Vorinstanz eine Abrechnung, in welcher der Saldo des Sicherheitskontos den rückerstattungspflichtigen Kosten gegenübergestellt wird (Art. 14c Abs. 6 ANAG sowie der inzwischen aufgehobene Art. 22 Abs. 1 VVWA i.V.m. den alten Fassungen von Art. 87 Abs. 1 AsylG und Art. 17 Abs. 2 AsylV2). Die mit den Sicherheitsleistungen zu verrechnenden  Fürsorgekosten werden auf Grund von Pauschalen festgelegt. Die sich darauf abstützenden Vermutungen werden vom Bundesamt unter gewissen Voraussetzungen überprüft (zum Ganzen vgl. die alte Fassung von Art. 9 Abs. 3 Bst. d AsylV2 für die Phase des  und der bis zum 31. Dezember 2007 in Kraft gewesene Art. 23 Bst. b VVWA für die Zeitspanne der vorläufigen Aufnahme).
5. 5.1 Verfahrensgegenstand bildet die Schlussabrechnung vom 7. März 2007. Streitig ist vorab, ob die Kosten für die Zeit des Asylverfahrens mit der Zwischenabrechnung vom 7. Februar 2002 rechtsverbindlich festgelegt wurden (siehe E. 6 hiernach). In einem zweiten Schritt gilt es zu prüfen, ob die im Schlussabrechnungsverfahren erhobenen  und eingereichten Beweismittel nicht Wiedererwägungsgründe
Seite 7
C-2487/2007
darstellen (siehe nachfolgende E. 7). Mit Blick auf den letztgenannten Aspekt läuft die vorinstanzliche Begründung faktisch auf ein  auf ein Wiedererwägungsgesuch betreffend die  vom 7. Februar 2002 hinaus. Auf Grund des Zeitpunktes der Geltendmachung besagter Argumente hat das BFM die beiden  richtigerweise in die Schlussabrechnung integriert. Die von den Beschwerdeführern vorgetragenen Vorbringen sind deshalb im  des ordentlichen Rechtsmittelverfahrens gegen die vorerwähnte Abrechnung einer Würdigung zu unterziehen (vgl. hierzu auch FRITZ GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, Bern 1983, S. 44 f. und S. 127, ferner Urteil des Bundesgerichts 2A.472/2002 vom 28. Januar 2003 E. 1).
5.2 Auf den Sicherheitskonti Nr. _ und Nr. _ wurde den Beschwerdeführern für die Dauer des Asylverfahrens in der  vom 7. Februar 2002 in Anwendung der damaligen Regelvermutung eine Pauschale von Fr. 25'200.- in Abzug gebracht (dem Maximalbetrag bei Ehegatten mit Kindern). Hinzu kamen  Zahnarztkosten von Fr. 427.80. Für die Phase der vorläufigen Aufnahme belastete das Bundesamt den Beschwerdeführern in der Schlussabrechnung vom 7. März 2007 keine weiteren Kosten, ihre  Einwände richten sich somit eigentlich gegen die  vom 7. Februar 2002.
6. Werden Asylsuchende vorläufig aufgenommen, so bleibt das  bestehen. Das Bundesamt stellt der vorläufig  Person eine Zwischenabrechnung zu, in welcher der Saldo des  den bis dahin bekannten rückerstattungspflichtigen Kosten gegenübergestellt wird. Ein allfälliges Guthaben wird für die Deckung der Kosten, die während der Dauer der vorläufigen  entstehen, herangezogen (Art. 16 Abs. 1 AsylV2 in der ehemaligen Fassung). Hierbei handelt es sich, wie das Bundesgericht mehrfach bestätigt hat, um einen Teilentscheid und nicht um eine , da über die Berechnungsart der bisher angefallenen  Sozialhilfeaufwendungen (pauschal oder real, wenn für den Betroffenen günstiger) unter Vorbehalt von Revisionsgründen im Sinne von Art. 66 VwVG endgültig entschieden wird. Das  knüpft an den Wechsel des Rechtsstatus des Kontoinhabers. Mit dessen Wechsel vom Asylsuchenden zum vorläufig Aufgenommen werden die aufgelaufenen Fürsorgekosten definitiv ab-
Seite 8
C-2487/2007
gerechnet, da die Rückerstattungs- und Sicherheitsleistungspflicht  nicht mehr asyl-, sondern ausländerrechtlich begründet ist. Dass auf diesen Zeitpunkt hin ausschliesslich in Bezug auf die  des Kontos rechtsverbindliche Anordnungen getroffen werden, entspricht dem Sinn und Zweck der alten Fassung von Art. 16 Abs. 1 AsylV2, zumal sich der Saldo des Sicherheitskontos zwischen dem Zeitpunkt der Zwischenabrechnung und dem definitiven Abschluss des Sicherheitskontos anlässlich der Schlussabrechnung normalerweise noch verändert (zur Rechtsnatur rechtskräftiger  siehe die Urteile des Bundesgerichts 2A.272/2004 vom 26. Mai 2004 E. 2.2, 2A.395/2003 vom 9. September 2003 E. 2. 1 und 2.2, 2A.442/2002 vom 28. Januar 2002 E. 3.1 – 3.3 und 2A.472/2002 vom 28. Januar 2003 E. 3.1 – 3.3, ferner die Urteile des  C-1518/2007 vom 5. September 2008 E. 5 und C-1250/2006 vom 8. November 2007 E. 5.1). Es gibt keine Gründe, vorliegend anders zu entscheiden. Dass Art. 17 AsylV2 im Gegensatz zu Art. 16 AsylV2 (je in der bis zum 31. Dezember 2007 gültig  Fassung) ausdrücklich eine Prüfung auf Richtigkeit und  vorsieht, hängt unter anderem damit zusammen, dass in der Schlussabrechnung sowohl die Aktiv- als auch die Passivseite  und somit anfechtbar sein können. Dies entbindet den Kontoinhaber indessen keineswegs davon, auch die Lastschriftseite  ihm unterbreiteten Zwischenabrechnung zu kontrollieren und  ein Rechtsmittel einzulegen. Betrachtete man die  als unverbindlich, wäre nicht ersichtlich, welche Funktion ihr zukommt und die Einräumung eines Beschwerderechts machte keinen Sinn. Aus dem vom Parteivertreter angesprochenen Antwortformular, welches ausschliesslich auf den dazugehörigen  vom 16. Januar 2007 Bezug nimmt, ergibt sich ebenfalls nichts, was für die Unverbindlichkeit der Zwischenabrechnung .
Zusammenfassend handelt es sich bei der Zwischenabrechnung vom 7. Februar 2002 um einen Teilentscheid. Dementsprechend wurde  Abrechnung mit einer 30-tägigen Rechtsmittelfrist versehen und mit Rückschein zugestellt, was ihre Bedeutung unterstrich. Dagegen haben die Beschwerdeführer kein Rechtsmittel ergriffen, weshalb die sie betreffende Zwischenabrechnung in Rechtskraft erwuchs. Die vom BFM darin für die Zeit des Asylverfahrens veranschlagten  und die Zahnbehandlungskosten können daher im vorliegenden Verfahren – vorbehältlich Art. 66 VwVG – nicht mehr überprüft werden.
Seite 9
C-2487/2007
7. Wie an anderer Stelle angetönt, wird in der Beschwerdeschrift vom 4. April 2007 im Ergebnis die Wiedererwägung der rechtskräftigen  vom 7. Februar 2002 verlangt.
7.1 Das Wiedererwägungsgesuch ist der formlose Rechtsbehelf, mit welchem eine betroffene Person die erstinstanzliche  darum ersucht, auf eine formell rechtskräftige Verfügung  und diese abzuändern oder aufzuheben (ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2006, Rz. 1828; PIERRE TSCHANNEN/ULRICH ZIMMERLI, Allgemeines Verwaltungsrecht, 2. Aufl., Bern 2005, § 31 Rz. 26). Im Verwaltungsverfahren des Bundes ist die Wiedererwägung formell rechtskräftiger Verfügungen nicht ausdrücklich geregelt. Die Rechtsprechung leitet dieses Institut direkt aus Art. 29 der  der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) sowie aus Art. 66 VwVG ab, welcher die Möglichkeit der Revision von Beschwerdeentscheiden vorsieht (VPB 67.109 E. 3a mit Hinweisen). Dem Einzelnen steht ein Anspruch auf Wiedererwägung zu, wenn sich die Verhältnisse seit Erlass der ursprünglichen  erheblich verändert haben oder wenn Tatsachen und  angeführt werden, die im früheren Verfahren nicht bekannt waren oder die schon damals geltend zu machen rechtlich oder tatsächlich unmöglich war oder keine Veranlassung bestand (BGE 127 I 133 E. 6 S. 137 f., BGE 124 ll E. 1 E. 3a S. 5 f.; Urteil des  C-8211/2007 vom 16. Mai 2008 E. 4.1). Da hier offenkundig keine Änderung der Sachlage vorliegt, fällt lediglich letztere  in Betracht.
7.2 Der Möglichkeit der Wiedererwägung sind Grenzen gesetzt. Aus Gründen der Rechtssicherheit ist das Geltendmachen neuer Tatsachen oder Beweismittel an die gleich strengen Voraussetzungen zu knüpfen, wie sie in der Praxis bei der Bejahung eines Revisionsgrundes in den gesetzlich geregelten Fällen gälten (BGE 127 I 133 E. 6 S. 137 f.). Die Wiedererwägung darf insbesondere nicht dazu dienen, rechtskräftige Verwaltungsentscheide immer wieder in Frage zu stellen oder  zu umgehen (BGE 120 Ib 42 E. 2b S. 46 f. mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 2A.20/2004 vom 7. April 2004 E. 3.2; VPB 63.45 E. 3a in fine). Das Bundesgericht hat diese Grundsätze in Bezug auf die Frage der Anfechtung asylrechtlicher Zwischenabrechnungen
Seite 10
C-2487/2007
für massgeblich erklärt (siehe Urteile 2A.272/2004 vom 26. Mai 2004 E. 2.2 und 2A.472/2002 vom 28. Januar 2003 E. 4).
7.3 Leidet eine Verfügung (nach Ansicht des oder der Adressaten) an einem Mangel, ist dieser in erster Linie im Rechtsmittelverfahren zu beseitigen. Einwendungen, welche die Betroffenen bei der ihnen  Sorgfalt bereits im ordentlichen (Rechtsmittel-)Verfahren  vorbringen können, sind im Revisions- bzw.  regelmässig nicht mehr zu hören (Art. 66 Abs. 3 VwVG). Die  Behörde darf es insbesondere ablehnen, auf den  Entscheid zurückzukommen, wenn rechtzeitiges Handeln aus  mangelnder Rechtskenntnis unterblieb, denn denjenigen, die durch einen Entscheid belastet werden, ist es diesfalls zuzumuten,  der Rechtsmittelfrist bei einem Rechtskundigen Rat zu holen. Tun sie es nicht, verletzen sie ihre Sorgfalts- und Mitwirkungspflichten (BGE 111 Ib 209 E. 1 S. 211; Urteil des Bundesgerichts 2A.324/2P.260/1997 vom 16. Januar 1998 E. 2c). Eine solche Situation liegt auch im Falle der Beschwerdeführer vor.
7.4 Am 10. Dezember 2001 sandte die Vorinstanz den  einen Zwischenabrechnungsentwurf. Dieser enthielt detaillierte Erklärungen zu den einzelnen Positionen und Erläuterungen zum  Vorgehen. Da sie sich innert der angesetzten Frist nicht , verfügte das Bundesamt am 7. Februar 2002 im Sinne des . Die Kontoinhaber erhielten so faktisch zweimal die Möglichkeit, sich gegen die genannte Zwischenabrechnung zur Wehr zu setzen, konkret mittels Stellungnahme (auf einem eigens hierfür ausgestalteten Formular) gegen den Abrechnungsentwurf sowie  ordentlichem Rechtsmittel gegen die definitive Fassung. Zu den Gründen der Nichtanfechtung führte der Parteivertreter zur  aus, seine Mandanten hätten die Abrechnung nicht verstanden und deshalb nichts dagegen unternommen. Wie gut sie deren Inhalt verstanden haben, ist indessen unerheblich. Bei Unklarheiten wäre  – wie anderen Rechtsunkundigen – zuzumuten gewesen, innert nützlicher Frist Rat zu suchen. Da in der fraglichen Verfügung  aufgeführt sind, hätte den Beschwerdeführern ohnehin klar sein müssen, dass ihnen damit finanzielle Verpflichtungen auferlegt werden könnten. Vor dem dargelegten Hintergrund zielt die , die Kontoinhaber hätten den Abrechnungsentwurf vom 10.  2001 nicht erhalten, ins Leere. Die definitive  enthielt nämlich einen ausdrücklichen Hinweis auf diesen Ent-
Seite 11
C-2487/2007
wurf, weshalb erst recht Anlass zum Reagieren bestanden hätte. Die Höhe der Kosten während des Asylverfahrens und die Zahnarztkosten können daher in diesem Verfahren nicht mehr überprüft werden.
7.5 Auch mit Blick auf die nachgereichten Bescheinigungen (siehe die Schreiben des Sozialdienstes des Amtes Interlaken vom 30. März 2007 und der Sozialdienste Lyss vom 2. April 2007) lässt sich nichts zu Gunsten der Beschwerdeführer ableiten. Mit den fraglichen  werden nicht im revisionsrechtlichen Sinne neue Tatsachen belegt, vielmehr wäre es an den Kontoinhabern gewesen, solche  im Zwischenabrechnungsverfahren bzw. allenfalls in einem Beschwerdeverfahren gegen die Zwischenabrechnung beizubringen (Art. 66 Abs. 3 VwVG; vgl. dazu auch Urteil des Bundesgerichts 2A.395/2003 vom 9. September 2003 E. 2.2). Sie konnten am ehesten abschätzen, ob die Regelvermutung ihrer Situation entsprach.  haben sie in Kauf zu nehmen, dass ein möglicherweise materiell falscher Entscheid nicht korrigiert wird. Davon abgesehen liegt es schon im Wesen von Pauschalabgeltungen, dass sie mit der  Wahrheit nicht übereinstimmen (siehe wiederum die Urteile 2A.272/2004 vom 26. Mai 2004 E. 2.2 und 2A.472/2002 vom 28.  2003 E. 4.1). Soweit der Rechtsvertreter schliesslich geltend macht, das Bundesamt in einer Eingabe vom 29. Juli 2002 auf die  seiner Mandanten aufmerksam gemacht zu haben, gilt es klarzustellen, dass besagter Hinweis erst nach Erlass der  erfolgte. Am Ergebnis hätte sich so oder so nichts geändert, stand gegen die genannte Abrechnung, wie mehrfach , doch der ordentliche Rechtsmittelweg offen.
Bei dieser Sachlage besteht keine Veranlassung, auf die Vorbringen der Beschwerdeführer im Rahmen der Schlussabrechnung - oder revisionsweise zurückzukommen.
8. Zusammenfassend ergibt sich, dass das BFM die aus der  zurückzuerstattenden Kosten in der  vom 7. März 2007 zu Recht auf Fr. 20'027.80 festgesetzt hat. Die angefochtene Verfügung erweist sich somit als rechtmässig (Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind den Beschwerdeführern die
Seite 12
C-2487/2007
Kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).