Decision ID: dbd19edc-0a1a-5f89-a7d2-d554f60cbf89
Year: 2013
Language: de
Court: BE_VG
Chamber: BE_VG_001
Canton: BE
Region: Espace_Mittelland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Die A._ AG [...] ist Eigentümerin des als schützenswert eingestuften, ehemals als Gasthof B._ genutzten Gebäudes in C._ (nachfolgend: Gebäude B._). Das Gebäude B._ ist gestützt auf die Baubewilligung vom 9. Februar 2010 mit Zustimmung der Kantonalen Denkmalpflege (KDP), Amt für Kultur, Erziehungsdirektion des Kantons Bern (ERZ), renoviert und umgebaut worden. Am 17. Februar 2011 reichte die A._ AG bei der KDP ein Gesuch ein um Zusicherung eines Beitrags aus dem Lotteriefonds an die durch die Berücksichtigung der denkmalpflegerischen Vorgaben entstandenen Baumehrkosten; dabei ging sie von denkmalpflegerischen Mehrkosten bzw. von beitragsberechtigten Kosten von Fr. 599'500.-- aus; in der Schlussabrechnung vom 27. September 2012, die sie mit Eingabe vom 11. Oktober 2012 an die KDP übermittelte, machte sie einen denkmalpflegerisch bedingten  von Fr. 342'300.-- geltend. Mit Regierungsratsbeschluss (RRB) Nr. 0382 vom 20. März 2013, welcher der A._ AG gleichentags durch die Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern (POM) eröffnet wurde, gewährte der Regierungsrat des Kantons Bern der A._ AG an den Umbau des Gebäudes B._ einen Beitrag aus dem Lotteriefonds von Fr. 65'000.--, wobei er von denkmalpflegerisch bedingten bzw. beitragsberechtigten Kosten von Fr. 216'000.-- ausging (Beitragssatz: 30 %).
B.
Gegen den RRB vom 20. März 2013 hat die A._ AG am 19. April 2013 Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben und sinngemäss beantragt, dieser sei aufzuheben und die Sache sei zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Sie rügt verschiedene Verfahrensfehler und bringt namentlich vor, die beitragsberechtigten Kosten seien ohne jegliche Begründung markant gekürzt worden. Mit Beschwerdeantwort vom 30. Mai 2013 beantragt die ERZ (KDP) sinngemäss die Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:
1.
1.1 Der durch die POM auszugsweise eröffnete RRB vom 20. März 2013 (vollständig einsehbar unter: <http://www.rr.be.ch>, [...]) stützt sich auf öffentliches Recht. Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der dagegen erhobenen Beschwerde als letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) zuständig (vgl. auch Art. 43 Abs. 1 des Lotteriegesetzes vom 4. Mai 1993 [LotG; BSG 935.52]). Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, ist durch den angefochtenen Beschluss besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.
1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Beschluss auf Rechtsverletzungen hin (Art. 80 VRPG).
2.
Der zu beurteilende Streit betrifft die Gewährung eines Beitrags aus dem Lotteriefonds.
2.1 Lotteriegelder sind ausschliesslich für gemeinnützige oder wohltätige Zwecke zu verwenden (Art. 3 und 5 des Bundesgesetzes vom 8. Juni 1923 betreffend die Lotterien und die gewerbsmässigen Wetten [SR 935.51; nachfolgend: LG] i.V.m. Art. 26 der Interkantonalen Vereinbarung vom 7. Januar 2005 über die Aufsicht sowie die Bewilligung und Ertragsverwendung von interkantonal oder gesamtschweizerisch durchgeführten Lotterien und Wetten [nachfolgend: IVLW; BSG 945.4]). Aus dem Lotteriefonds werden einerseits der Sportfonds und der Kulturförderungsfonds gemäss der Kulturförderungsgesetzgebung (vgl. Art. 45 Abs. 2 LotG) gespeist. Andererseits ist der Lotteriefonds (direkt) für die in Art. 46 Abs. 2 LotG nicht abschliessend aufgeführten Zwecke zu verwenden, namentlich für die Denkmalpflege (Bst. b). Auf die Zusicherung von Beiträgen aus dem Lotteriefonds besteht kein Rechtsanspruch (Art. 27 IVLW; Art. 34 Abs. 5 LotG; zum Ganzen BVR 2013 S. 183 E. 2.1, 2012 S. 109 E. 2.1 ff.).
2.2 Der Lotteriefonds wird von der POM verwaltet (Art. 46 Abs. 1 LotG). Beitragsgesuche sind daher grundsätzlich bei der POM einzureichen (vgl. Art. 33
Abs. 1 der Lotterieverordnung vom 20. Oktober 2004 [LV; BSG 935.520]). Beiträge für Bauten und Anlagen werden in der Regel gestützt auf den Kostenvoranschlag, der als Limite gilt, zugesichert (Art. 36 Abs. 1 LV). Nach Abschluss der Arbeiten ist der zuständigen Amtsstelle oder der in der Beitragszusicherung genannten Fachstelle die detaillierte Bauabrechnung vorzulegen. Die definitive Festlegung des Beitrags erfolgt durch die zuständige Direktion (bzw. das finanzkompetente Organ) gestützt auf die Bauabrechnung und allfällige weitere Abklärungen (vgl. Art. 36 Abs. 2 LV). Geht es um die Gewährung von Beiträgen für die Erhaltung und Restaurierung von Baudenkmälern, sind ergänzend zu den lotterierechtlichen Vorschriften die Art. 27 ff. der Verordnung vom 25. Oktober 2000 über die Denkmalpflege (Denkmalpflegeverordnung, DPV; BSG 426.411) zu beachten (vgl. Art. 27 ff. des Gesetzes vom 8. September 1999 über die Denkmalpflege [Denkmalpflegegesetz, DPG; BSG 426.41] i.V.m. Art. 26 Abs. 2 DPV). In solchen Fällen ist die KDP die zuständige Fachstelle (Art. 27 Abs. 1 DPV i.V.m. Art. 33 Abs. 3 LV). Beiträge aus dem Lotteriefonds werden grundsätzlich nur gewährt, wenn das Gesuch vollständig, vor Beginn der Arbeiten, bei der KDP eingereicht wird und die Arbeiten fachgerecht und nach anerkannten denkmalpflegerischen Grundsätzen ausgeführt werden. Ausnahmsweise ist eine nachträgliche Gesuchseinreichung möglich, wenn die Arbeiten von der KDP begleitet worden sind (vgl. Art. 28 Abs. 2 DPV i.V.m. Art. 34 LV).
2.3 Das Gebäude B._ ist ein historisch wertvolles [Objekt], bei dessen Sanierung und Umbau denkmalpflegerische Vorschriften und die Weisungen der KDP zu beachten waren (vgl. Baubewilligung vom 9.2.2012, Beschwerdebeilage 4). Die Beschwerdeführerin hat das Projekt daher vor Erteilung der Baubewilligung und während den Bauarbeiten mehrmals mit der KDP besprochen (vgl. Stellungnahme der KDP vom 18.12.2009, Vorakten [act. 4B], pag. 146; Besprechungsprotokolle, Beschwerdebeilage 6, auch zum Folgenden). Gegenstand dieser Besprechungen war u.a die finanzielle Unterstützung der Sanierung bzw. des Umbaus mit Mitteln aus dem Lotteriefonds. Am 17. Februar 2011 reichte die Beschwerdeführerin ihr Beitragsgesuch inkl. Kostenvoranschlag bei der KDP ein (vgl. Begleitschreiben vom 17.2.2011 mit beiliegendem Gesuch inkl. Begleitdossier, Beschwerdebeilage 7 [act. 1C und 1D]). Weil das Beitragsgesuch den Anforderungen offenbar nur teilweise genügte, hatte die KDP dieses erst nach Eingang der definitiven Bauabrechnung vom 27. September 2012 (vgl. Schlussdokumentation Ziff. 2, Beschwerdebeilage 8 [act. 1C und 1E]) an die Hand genommen (vgl. Beschwerdeantwort S. 2). Am 5. Februar 2013 teilte die ERZ (KDP) der Beschwerdeführerin schliesslich mit, sie (die ERZ [KDP]) werde gestützt auf die eingereichten Unterlagen bei der POM einen Beitrag aus dem Lotteriefonds von Fr. 65'000.-- beantragen (vgl. Vorakten [act. 4B], pag. 133 f.). Im Gegensatz zur Beschwerdeführerin, die von beitragsberechtigten Kosten von Fr. 599'500.-- im Kostenvoranschlag bzw. Fr. 342'300.-- in der Bauabrechnung ausgegangen ist, erachtete die KDP lediglich Kosten von Fr. 216'000.-- als beitragsberechtigt (was bei
einem Beitragssatz von 30 % dem zugesicherten Beitrag von Fr. 65'000.-- entspricht; vgl. die Beitragsberechnung der ERZ [KDP], Vorakten [act. 4B], pag. 126). Die POM hat den Vorschlag der ERZ (KDP) soweit ersichtlich unverändert an den (für die Zusicherung von Beträgen in dieser Höhe) finanzkompetenten Regierungsrat weitergeleitet (vgl. Art. 31 Abs. 2 LV i.V.m. Art. 37 Abs. 1 und Art. 42 Abs. 2 LotG sowie Art. 89 Abs. 2 Bst. a der Verfassung des Kantons Bern [KV; BSG 101.1]). Der Regierungsrat hat sich in der Folge vollumfänglich auf den Vorschlag der ERZ (KDP) gestützt und dementsprechend im angefochtenen RRB (lediglich) einen Betrag von Fr. 65'000.-- (anstatt den zuletzt beantragten Fr. 102'700.-- [gerundet 30 % von Fr. 342'300.-- gemäss Bauabrechnung]) aus dem Lotteriefonds zugesichert. Zur Begründung wurden im Wesentlichen die Ausführungen der KDP übernommen.
3.
Die Beschwerdeführerin rügt ausschliesslich das vorinstanzliche Verfahren. Sie bringt im Wesentlichen vor, der Beschluss des Regierungsrats vom 20. März 2013 sei ihr nicht mit eingeschriebener Post und daher mangelhaft eröffnet worden. Sodann gehe aus dessen Begründung nicht hervor, weshalb im Beschluss von markant tieferen beitragsberechtigten Kosten ausgegangen werde als im Kostenvoranschlag bzw. in der Bauabrechnung ausgewiesen; die Abweichung sei nicht herleitbar. Ferner gehe aus dem Beschluss nicht hervor, ob sich dieser auf Abs. 1 oder 3 von Art. 30 DPV stütze. Schliesslich müsse aufgrund der Vorgehensweise der POM bzw. der ERZ (KDP) geschlossen werden, dass die eingereichten Unterlagen gar nicht geprüft worden seien (vgl. E. 2.3 hiervor).