Decision ID: d48b8950-d51d-42d7-ae82-35d4a004bc57
Year: 2016
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich erstmals im Januar 2005 wegen Depressionen und einem
Schmerzsyndrom in der rechten Schulter bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen zum
Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 1). Sie gab an, in B._ vier Jahre lang die
Grundschule besucht zu haben. Seit Mai 2004 sei sie voll arbeitsunfähig. Die C._ AG
berichtete am 14. Februar 2005 (IV-act. 13), dass sie die Versicherte von Mai 1998 bis
Februar 2005 zu 100 % als Produktionsmitarbeiterin beschäftigt habe. Der Monatslohn
habe ab dem 1. Januar 2004 Fr. 3'800.-- betragen. Gemäss dem IK-Auszug hatte die
Versicherte im Jahr 2003 ein Einkommen von Fr. 50'164.-- erzielt (IV-act. 7).
A.b Die Zentrum für Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene GmbH (AEH) führte im
November 2004 im Auftrag der Taggeldversicherung eine funktionsorientierte
medizinische Abklärung durch (Gutachten vom 31. Januar 2005, Fremdakten, nicht
nummeriert). Zusätzlich erfolgte eine neuropsychiatrische Beurteilung durch Dr. med.
D._ (Fremdakten). Die Diagnosen lauteten:
• Chronisches Schulter-/Handsyndrom rechts
- Status nach AC-Gelenksarthritis rechtsbetont, Besserung lokal nach
Steroidinfiltration
- DD: CRPS, im Rahmen einer Symptomausweitung bei generalisiertem
undifferenziertem Schmerzsyndrom mit Betonung der rechten Körperhälfte
• rezidivierendes Lumbovertebralsyndrom
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- leichte Fehlform, muskuläre Dekonditionierung
• prolongierte gemischte Anpassungsstörung
- Störung der Gefühle und des Sozialverhaltens
• anamnestisch unklare Krampfereignisse und fragliche Synkopen
- Schädel-MRI vom 10.05.2004 unauffällig, EEG vom 6.07.2005 ohne
epilepsiespezifische Potentiale.
Dr. med. E._, Innere Medizin/Rheumatologie, und Dr. med. F._, Physikalische
Medizin und Rehabilitation/Rheumatologie, erklärten, dass für eine leichte Tätigkeit
ganztags ohne hochrepetitive Belastungen aus rein rheumatologisch-orthopädischer
Sicht eine volle Arbeitsfähigkeit bestehe. Aus psychiatrischer Sicht sei zum aktuellen
Zeitpunkt, vornehmlich aus therapeutisch-rehabilitativen Gründen im Rahmen einer
ausgeprägten psychophysischen Dekonditionierung, eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit
ausgewiesen. Ab 1. April 2005 sei formal-theoretisch von einer 50 %igen
Arbeitsfähigkeit auszugehen.
A.c Mit Verfügung vom 8. Dezember 2005 sprach die IV-Stelle der Versicherten bei
einem IV-Grad von 55 % rückwirkend ab 1. Mai 2005 eine halbe IV-Rente zu (IV-act. 42
und 44). Sie ging dabei von einer 50 %igen Arbeitsfähigkeit in einer
leidensangepassten Tätigkeit aus. Gegen diese Verfügung liess die Versicherte
Einsprache erheben (IV-act. 45). Am 9. März 2006 widerrief die IV-Stelle die Verfügung
vom 8. Dezember 2005 und kündigte weitere Abklärungen an (IV-act. 99).
A.d Am 13. November 2006 wurde die Versicherte von der ABI Aerztliches Begut-
achtungsinstitut GmbH (nachfolgend: ABI) interdisziplinär begutachtet (Gutachten vom
18. Januar 2007, IV-act. 110). Die Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
lauteten:
• Leichte bis mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.0, F32.1)
• chronischer Schulterschmerz rechts
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- Status nach offener Resektion des Akromioklavikulargelenks
- klinisch höchstens leichtgradiges subakromiales Rest-Impingement.
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gaben die Gutachter an:
• Schmerzverarbeitungsstörung (F54)
- multilokuläres Schmerzsyndrom, weitestgehend ohne klinisches Korrelat
• erhöhter HbA1c-Wert aktuell
- Verdacht auf beginnenden Diabetes mellitus
- leichtgradige Fasciitis plantaris beidseits
- Medikamenten-Malcompliance.
Der psychiatrische Sachverständige Dr. med. G._ hielt fest, dass die Arbeitsfähigkeit
aufgrund der Depression in jeglicher Tätigkeit zu 20 % eingeschränkt sei. Der
orthopädische Sachverständige Dr. med. H._ führte aus, dass es sich bei der
angestammten Tätigkeit als Betriebsmitarbeiterin gemäss der Versicherten um eine
körperlich höchstens mittelschwere Tätigkeit gehandelt habe, die einen regelmässigen
Wechsel des Arbeitsplatzes erlaubt habe. Da offenbar keine repetitiven
Überkopfbewegungen der Arme vorgekommen seien, sei die Versicherte in der
angestammten Tätigkeit voll arbeitsfähig. Auch für andere körperlich leichte bis
mittelschwere Tätigkeiten in wechselnder Position und ohne repetitive
Überkopfbewegungen der Arme bestehe eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit.
Interdisziplinär schätzten die ABI-Gutachter die Arbeitsfähigkeit in jeglicher Tätigkeit
auf 80 %.
A.e Mit Verfügung vom 8. Juni 2007 stellte die IV-Stelle die Rente bei einem IV-Grad
von 32 % für die Zukunft ein (IV-act. 118). Zur Begründung führte sie an, dass die
Versicherte in einer körperlich adaptierten Tätigkeit zu 80 % arbeitsfähig sei.
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A.f Im Juni 2008 meldete sich die Versicherte erneut bei der IV-Stelle zum
Leistungsbezug an (IV-act. 126). Diese trat mit Verfügung vom 19. September 2008 (IV-
act. 137) mit der Begründung, dass die Versicherte nicht glaubhaft dargelegt habe,
dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten Verfügung wesentlich verändert
hätten, nicht auf das Gesuch ein. Aus demselben Grund trat die IV-Stelle auch auf eine
Neuanmeldung vom Juni 2010 nicht ein (Verfügung vom 20. Oktober 2010, IV-act.
149).
B.
B.a Im März 2012 meldete sich die Versicherte zum vierten Mal bei der IV-Stelle zum
Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 150). Am 15. März 2012 forderte die IV-Stelle die
Versicherte auf, glaubhaft zu machen, dass seit der Renteneinstellungsverfügung vom
8. Juni 2007 eine wesentliche Veränderung eingetreten sei (IV-act. 153). Dr. med. I._,
Allg. Medizin, berichtete am 21. März 2012 (IV-act. 159), dass die Versicherte seit dem
Jahr 2004 an chronischen Schmerzen am Bewegungsapparat leide. Es seien ein
chronisches Panvertebralsyndrom, eine Somatisierungsstörung und eine Depression
diagnostiziert worden. Dr. med. J._, Fachärztin Psychiatrie und Psychotherapie,
erklärte in ihrem Bericht vom 23. März 2012 (IV-act. 154), dass sich das Zustandsbild
der Versicherten seit dem Jahr 2008 resp. 2010 leicht verschlechtert habe. Es sei zu
einer Chronifizierung der Somatisierungsstörung und der rezidivierenden depressiven
Störung gekommen. Von psychiatrischer Seite her sei die Versicherte in ihrer
Arbeitsfähigkeit zu 70 % eingeschränkt. Dr. K._, Physikalische Medizin und
Rehabilitation, führte in ihrem Bericht vom 2. April 2012 (IV-act. 156-1 und 9 ff.) aus,
dass die Versicherte offensichtlich an einer entzündlich rheumatischen Erkrankung
leide. Als Hauptdiagnose nannte sie beidseitige Fussbeschwerden (Enthesopathie,
wahrscheinlich periphere Spondylarthropathie HLA-B27 positiv). Sie betrachtete die
Versicherte als nicht arbeitsfähig.
B.b RAD-Arzt Dr. med. L._ notierte am 10. April 2012 (IV-act. 162), die von der
Versicherten nun doch intensiver beklagten Rückenschmerzen seien die einzigen
neuen Beschwerden mit einer möglichen Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Es könne
nicht ausgeschlossen werden, dass sich der Gesundheitszustand der Versicherten seit
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dem 8. Juni 2007 verschlechtert habe. Eine IV-Sachbearbeiterin hielt am 20. April 2012
fest, dass auf die Wiederanmeldung einzutreten sei (IV-act. 163).
B.c Am 23. August 2012 fand ein Gespräch zwischen der
Eingliederungsverantwortlichen und der Versicherten sowie deren Ehemann statt (IV-
act. 171-4). Die Versicherte gab an, dass sie aufgrund ihrer Beschwerden überhaupt
nicht arbeiten könne und die Rentenprüfung wünsche. Am 8. Oktober 2012 teilte die
IV-Stelle der Versicherten mit (IV-act. 173), dass sie keinen Anspruch auf berufliche
Massnahmen habe, da sie sich nicht in der Lage fühle, an Eingliederungsmassnahmen
mitzuwirken.
B.d Dr. J._ berichtete am 28. Oktober 2012 (IV-act. 174), dass die Versicherte seit
dem Jahr 2004 an einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig
mittelgradige depressive Episode (F33.1), und an einer Somatisierungsstörung (F45.0)
leide. Die Versicherte sei wegen der depressiven Symptomatik, der ausgeprägten
Antriebslosigkeit, der Kraftlosigkeit, der Schmerzen und der diversen somatischen
Probleme seit dem Jahr 2008 und bis auf weiteres zu 70 % arbeitsunfähig. Sie sei sehr
wenig belastbar und eine Arbeitsfähigkeit bestehe praktisch nur in einer geschützten
Arbeitsstätte. Ihre Leistungsfähigkeit sei ebenfalls stark eingeschränkt. Dr. I._ erklärte
am 5. November 2012 (IV-act. 175-3 ff.), dass die Versicherte wegen chronischen
Schmerzen mit therapieresistentem Verlauf in jeglicher Tätigkeit zu 100 %
arbeitsunfähig sei. Dr. K._ nannte in ihrem Bericht vom 6. November 2012 (IV-act.
176-1 ff.) u.a. die Diagnosen einer HLAB27 positiven Spondylarthro-Tendopathie und
eines chronischen Panvertebralsyndroms. Die Versicherte leide, in Ruhe und vermehrt
unter Belastung, an intensiven Fussbeschwerden. In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit
sei sie seit dem 22. August 2011 zu 100 % arbeitsunfähig. Eine wechselbelastende
Tätigkeit sei ihr ein bis zwei Stunden pro Tag mit 50 %iger Leistung zumutbar.
B.e Im Mai und Juni 2013 wurde die Versicherte von der asim polydisziplinär
(internistisch, psychiatrisch und rheumatologisch) begutachtet (Gutachten vom 10.
September 2013, IV-act. 187). Die Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
lauteten:
1. Dysthymia (F34.1)
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2. chronische degenerative und fehlbelastungsbedingte Beschwerden des
Achsenskeletts, aktuell lumbal betont
- muskuläre Verspannungen tiefnuchal und im Schultergürtelbereich beidseits, fixierte
Hyperkyphose der BWS
- mehrsegmentale leichte bandscheibendegenerative Veränderungen C3-C7 und L3-
L5
- Scheuermann'sche Wirbelkörperveränderungen in BWS und LWS, ausgeprägte
Deformation von LWK4
- tieflumbale Spondylarthrosen L4-S1
3. chronische Schulter-Arm-Schmerzen rechts
- Status nach offener AC-Gelenksresektion am 15.02.2005 bei konventionell-radio-
logischen AC-Gelenksarthrose-Zeichen, Ergussbildung und Impingement-Verdacht an
der rechten Schulter
- Verdacht auf tendopathische (Impingement-)Restbeschwerden aktuell
- chronische Epicondylopathia humeri radialis mehr als ulnaris rechts
- Status nach AC-Gelenks-Synovitis-Schub rechts mehr als links 02/2004
wahrscheinlich bei 5)
4. Kniebeschwerden beidseits mehrfacher Ursache
- beginnende mediale Gonarthrosezeichen beidseits
- aktuell femoropatellär betonte Schmerzen
- intermittierende entzündliche Reizung bei 5) möglich
5. chronische Fussbeschwerden beidseits mehrfacher Ursache
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- mässige Fehlstatik mit Valgus-Knick-Senkfuss-Deformität beidseits
- intermittierende tenosynovitische Reizungen bei 5) ohne bleibende strukturelle
Läsionen anzunehmen
6. periphere und eventuell achsenskelettäre Spondylarthritis mit schubartigen, zurzeit
weitgehend remittierten Manifestationen vor allem an den unteren Extremitäten
(Enthesitis am Rückfuss, Arthritis an OSG und USG)
- thorakolumbaler Wirbelsäulenbefall mit Vorderkantensignal nicht ausgeschlossen
- kein ISG-Befall
- HLA-B27-Antigen positiv (Diagnose 09/2011).
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Gutachter eine
depressive Episode, gegenwärtig remittiert, eine Oberschenkel-Hauteffloreszenz
gemäss Akten beidseits, diskrete beginnende Fingergelenkspolyarthrosen, eine latente
Tuberkulose (mit INH behandelt), eine Adipositas und eine arterielle Hypertonie. Die
Versicherte hatte anlässlich der Begutachtung angegeben, unter ständigen Schmerzen
im Bereich des Rückens, des Kopfes sowie der Beine zu leiden. Es gehe ihr ganz
schlecht. Sie habe eine "Unklarheit" im Kopf und "ganz schwere Augen". Die
Depressionen seien wechselnd ausgeprägt, es gehe ihr "von gut bis schlecht". Zudem
leide sie unter zunehmender Vergesslichkeit. Unter dem Titel "Verhaltensbeobachtung"
wurde festgehalten, dass das Verhalten der Versicherten bei der Anamneseerhebung
auf den Untersuchenden gekünstelt und demonstrativ bis theatralisch gewirkt habe.
Der psychiatrische Gutachter Dr. med. M._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie, führte aus, dass bei der Versicherten keine Symptome vorlägen,
welche von der Ausprägung und der Anzahl her als eine depressive Episode zu
qualifizieren wären. Eine rezidivierende depressive Störung liege nicht vor, da das
diagnostische Hauptmerkmal dieser Störung, das Auftreten von mehreren voneinander
durch komplette Remissionen getrennten depressiven Episoden, nicht erfüllt sei. Die
von Dr. J._ attestierte 70 %ige Arbeitsunfähigkeit könne nicht nachvollzogen werden,
da diese in ihren Berichten keine Defizite aufgeführt habe, die eine solche erklären
würden. Die Defizite der Versicherten bestünden grösstenteils im subjektiven Erleben;
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objektiv weise die Versicherte keine für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit relevanten
Defizite auf. In Übereinstimmung mit der ABI-Beurteilung sei von einer wegen der
verminderten emotionalen Belastbarkeit um 20 % reduzierten Arbeitsfähigkeit
auszugehen. Dr. med. N._, Innere Medizin und Rheumatologie, erklärte, dass bei der
Versicherten ein Mischbild zwischen wohl durch beginnende degenerative
Veränderungen bedingten Beschwerden an peripheren Lokalisationen (Fingergelenke,
Schulter rechts, zervikales und lumbales Achsenskelett, Ellenbogen rechts, Knie) und
einem wahrscheinlich nur intermittierend manifesten, respektive zur Zeit in Remission
stehenden chronisch-arthritischen Leiden bestehe. Auf die durch mehrere
Erkrankungen gemischt hervorgerufenen Beschwerden habe sich wohl eine
Beschwerde- und Krankheitsverarbeitungsstörung aufgepfropft. Da das Gesamtbild
eine Mischung verschiedener Beschwerdeursachen darstelle, sei die Einschätzung der
zumutbaren Arbeitsfähigkeit sehr schwierig. Insbesondere sei es schwierig, die
Auswirkungen der deutlich symptomatisch gewordenen Spondylarthritis auf
funktioneller Ebene einzuschätzen. In der überwiegenden Zahl der Fälle spreche ein
entzündlich-rheumatisches Leiden auf die entsprechenden immunmodulierenden
Therapien zumindest teilweise an. Bei der Versicherten habe dies aber nur MR-
tomographisch nachgewiesen werden können. Die klinischen Untersuchungsbefunde
seien bei Manifestationen am Achsenskelett und an den Füssen bezüglich der
Erkrankungsaktivität oft schwer interpretierbar, insbesondere dann, wenn wie im
vorliegenden Fall diffuse Dolenzen persistierten. Aktuell müsse wohl von einer
Teilremission der symptomatisch gewesenen Spondylarthritis (AC-Gelenke 2005,
Füsse 2011) ausgegangen werden. Neben den wohl undulierenden entzündlichen
Restbeschwerden, deren weitere immunmodulierende Behandlung aufwändig wäre,
bestünden zusätzlich Beschwerdeverarbeitungsstörungen. Insgesamt müsse eine
etwas arbiträre summative Abschätzung der noch zumutbaren Restarbeitsfähigkeit aus
isoliert muskulo-skelettärer Sicht getroffen werden, wobei es nicht einfach sei, die
somatischen Veränderungen bezüglich ihrer funktionellen Auswirkungen zu gewichten.
Zudem seien allenfalls auch die Prognose künftiger entzündlicher Schübe und eine
tendenziell wohl eher progrediente Degeneration insbesondere im Schulterbereich
rechts und wahrscheinlich auch an den Knien zu berücksichtigen. Die zuletzt
ausgeübte Tätigkeit in der Fabrik dürfte der Versicherten kaum mehr zumutbar sein, da
es sich um eine ausschliesslich stehende und gehende Tätigkeit gehandelt habe und
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die Versicherte gemäss eigener Aussage teilweise auch schwere Lasten habe heben
müssen. Diese Einschätzung dürfte ab dem Zeitpunkt der Verschlechterung der
Gehfähigkeit, d.h. ab spätestens Ende 2011, gelten. Weiterhin zumutbar seien der
Versicherten körperlich leichte Tätigkeiten ohne Heben, Stossen oder Ziehen von
Lasten von mehr als 5 kg, ohne Überkopfarbeiten, ohne gebückt, kauernd oder kniend
zu verrichtende Tätigkeiten, ohne das Steigen auf Leitern und Gerüste, ohne Gehen auf
unebenem Untergrund und ohne Gehen und Stehen mehr als 1/3 der Zeit. Für derart
körperlich angepasste Tätigkeiten bestehe ab dem Begutachtungszeitpunkt eine
Arbeitsfähigkeit von 60 %. Die Diskrepanz der zumutbaren Restarbeitsfähigkeit zur
ABI-Beurteilung könne mit dem grundsätzlich doch etwas verschlechterten
Gesundheitszustand der Versicherten und mit einer in summativer Betrachtung der
verschiedenen Affektionen doch deutlich eingeschränkten muskuloskelettären
Leistungsfähigkeit begründet werden. In ihrer polydisziplinären Beurteilung hielten die
Gutachter fest, dass es aufgrund der unterschiedlichen Angaben zum Arbeitsplatzprofil
nicht möglich sei, die Arbeitsfähigkeit bezogen auf die letzte Arbeitsstelle zu
beschreiben. Für körperlich adaptierte Tätigkeiten sei die Versicherte zu 60 %
arbeitsfähig. Darin sei die aufgrund der Dysthymia bestehende 20 %ige
Arbeitsunfähigkeit bereits enthalten, da die Reduktion des Arbeitspensums um 40 %
eine ausreichend lange Erholungszeit auch für die psychischen Beschwerden
ermögliche. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung gelte ab dem Zeitpunkt des Gutachtens.
B.f RAD-Arzt Dr. L._ notierte am 26. September 2013 (IV-act. 188), dass das asim-
Gutachten umfassend, konsistent und widerspruchsfrei sei. Gesamthaft müsse im
Vergleich zum Vorgutachten des Jahres 2007 von einem etwas verschlechterten
Gesundheitszustand im Bereich des Bewegungsapparates sowie von einer Besserung
aus psychiatrischer Sicht ausgegangen werden.
B.g Mit Vorbescheid vom 5. November 2013 (IV-act. 191) stellte die IV-Stelle der
Versicherten die Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht. Zur Begründung führte sie
an, dass es sich bei der aktuellen gutachterlichen Beurteilung der zumutbaren
Arbeitsfähigkeit um eine andere Beurteilung des gleichen Sachverhalts handle. Aus IV-
rechtlicher Sicht liege kein medizinischer Revisionsgrund vor. Dagegen liess die
Versicherte am 9. Dezember 2013 einwenden (IV-act. 193), dass sich der
Gesundheitszustand gemäss den asim-Gutachtern seit der letzten Begutachtung durch
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die ABI GmbH grundsätzlich doch etwas verschlechtert habe. Dem Einwand lagen
neue medizinische Berichte bei. Dr. I._ hatte am 21. November 2013 erklärt (IV-act.
195-1), dass die Versicherte in einer wechselbelastenden Tätigkeit noch zwei Stunden
pro Tag arbeitsfähig sei, wobei ihre Leistung um 50 % vermindert sei. Ihr
Konzentrations- und Auffassungsvermögen sowie ihre Belastbarkeit seien durch die
chronischen Schmerzen und die psychische Verfassung deutlich eingeschränkt. Dr.
J._ hatte am 25. November 2013 berichtet (IV-act. 195-2 f.), dass die Versicherte
wegen einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige
Episode, und zusätzlich wegen einer Somatisierungsstörung in einer leichten Tätigkeit
theoretisch maximal zu 30 % arbeitsfähig sei. Die Stresstoleranz und die Belastbarkeit
der Versicherten seien sehr niedrig. Da sie auf Kleinigkeiten mit massiven
Verschlechterungen reagiere, bestehe nur in einem geschützten Rahmen eine
Arbeitsfähigkeit. Dr. K._ hatte in ihrem Bericht vom 3. Dezember 2013 (IV-act. 195-4
f.) angegeben, dass die Hauptbeschwerden der Versicherten die Fuss- und
Wadenschmerzen seien. Sie verstehe nicht, weshalb die asim-Gutachter diese
Beschwerden als letzte Diagnose aufgeführt hätten. Und obwohl die Gutachter
korrekterweise von einer Teilremission der Spondylarthritis gesprochen hätten, hätten
sie eine 60 %ige Arbeitsfähigkeit attestiert. Diese Einschätzung sei willkürlich. Am 19.
Dezember 2013 reichte die Vertreterin der Versicherten einen Bericht der Radiologie
O._ vom 9. Dezember 2013 ein (IV-act. 196 f.). Ein MRT Fuss mit Kontrastmittel hatte
gegenüber der Voruntersuchung vom 5. September 2011 fortbestehende Zeichen einer
Enthesiopathie betreffend den Calcaneus am Achillessehnenansatz im Sinne (gering
progredienter) ossärer Zystchen/Erosionen, eines angrenzenden Knochenmarködems,
einer begleitenden Bursitis subachillea sowie einer geringen peritendinösen
Weichgewebsreaktion gezeigt. Im Übrigen waren keine weiteren entzündlichen
Affektionen am linken Fuss nachgewiesen worden. RAD-Arzt Dr. L._ notierte am 31.
Januar 2014 (IV-act. 198), dass es den behandelnden Ärzten mit den neu eingereichten
Berichten nicht gelungen sei, neue medizinische Tatsachen geltend zu machen. Es sei
auf das asim-Gutachten abzustellen.
B.h In einer internen Anfrage an den Rechtsdienst vom 13. Februar 2014 (IV-act. 199)
hielt ein IV-Sachbearbeiter fest, dass es sich bei der aktuellen medizinischen
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch das asim um eine andere Beurteilung eines
grundsätzlich gleich gebliebenen Sachverhalts handle. Auffällig sei auch, dass im asim-
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Gutachten diverse Inkonsistenzen ersichtlich seien. So sei es der Versicherten möglich
gewesen, sich in unauffälligem Gehtempo zum Untersuchungszimmer zu begeben. Der
von ihr beschriebene Tagesablauf deute ebenfalls nicht auf einen erhöhten
Leidensdruck hin. Den Haushalt könne sie grösstenteils selbst erledigen. Das Verhalten
während der Anamneseerhebung habe auf den Untersuchenden gekünstelt,
demonstrativ und theatralisch gewirkt. Der Gesundheitszustand habe sich seit der
Begutachtung im Jahr 2007 kaum verändert. Es sei weiterhin von einer 80 %igen
Arbeitsfähigkeit adaptiert auszugehen. Ein Rechtsdienstmitarbeiter notierte am 17.
Februar 2014, dass er sich dieser Argumentation anschliessen könne.
B.i Mit Verfügung vom 25. Februar 2014 (IV-act. 200) wies die IV-Stelle das
Rentengesuch aus den im Vorbescheid angegebenen Gründen ab. Zum Einwand hielt
sie fest, dass mit den neu eingereichten medizinischen Unterlagen keine neuen
Tatsachen geltend gemacht worden seien. Sie verwies zudem auf die Stellungnahme
des RAD vom 31. Januar 2014 und auf diejenige des Rechtsdiensts vom 17. Februar
2014.
C.
C.a Gegen diese Verfügung liess die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am
28. März 2013 Beschwerde erheben (act. G 1). Ihre Rechtsvertreterin beantragte die
Zusprache einer Invalidenrente. Eventualiter sei die Angelegenheit zu weiteren
Abklärungen an die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) zurückzuweisen. Die
Rechtsvertreterin stellte zudem ein Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und
unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Beschwerdeverfahren. Zur materiellen
Begründung machte sie geltend, dass die Beschwerdegegnerin die
revisionsrechtlichen Bestimmungen nicht korrekt angewendet habe. Für die Prüfung
einer Neuanmeldung genüge es, wenn sich der Sachverhalt verändert habe. Das asim
habe eine leichte Verschlechterung des Gesundheitszustandes bestätigt. Am 23. Mai
2014 brachte die Rechtsvertreterin ergänzend vor (act. G 4), dass gemäss der
Rechtsprechung des St. Galler Versicherungsgerichts eine umfassende Prüfung zu
erfolgen habe, sofern auf das Wiederanmeldungsgesuch eingetreten worden sei. Für
das neue Verfahren ergebe sich aus der früheren Rentenablehnung keine
Rechtskraftbindung. Die Beurteilung des Rentenanspruchs habe somit gestützt auf das
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asim-Gutachten zu erfolgen. Gemäss diesem bestehe in einer adaptierten Tätigkeit
eine Arbeitsfähigkeit von 60 %. Die Beschwerdegegnerin habe keinen
Einkommensvergleich vorgenommen. Da die Beschwerdeführerin lediglich leichte
Tätigkeiten ausüben könne und da weitere relevante Einschränkungen die Realisierung
eines entsprechenden Erwerbseinkommens tangierten, erscheine ein
Tabellenlohnabzug von mindestens 20 % als angemessen.
C.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 3. Juli 2014 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 8). Zur Begründung führte sie aus, dass gemäss der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung beim Eintreten auf eine Neuanmeldung in
analoger Weise vorzugehen sei wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17 ATSG. Die
unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts
sei revisionsrechtlich unbeachtlich. Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin
habe sich seit der ABI-Begutachtung im Jahr 2007 kaum verändert. Mangels
Sachverhaltsveränderung erübrige sich ein Einkommensvergleich.
C.c Am 15. Juli 2014 bewilligte die verfahrensleitende Richterin das Gesuch um
unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Gewährung der
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung durch Rechtsanwältin lic. iur. I. Zuber Hofer, act.
G 9).
C.d In ihrer Replik vom 11. September 2014 (act. G 11) machte die Rechtsvertreterin
der Beschwerdeführerin ergänzend geltend, dass die asim-Gutachter explizit von
einem verschlechterten Gesundheitszustand ausgegangen seien. Eine
Verschlechterung des Gesundheitszustandes sei somit ausgewiesen. Der
verschlechterte Gesundheitszustand zeige sich in den gestellten Diagnosen mit
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit, den Adaptionskriterien und der höheren
Arbeitsunfähigkeit. Die Verschlechterung des Gesundheitszustandes sei demnach
erheblich.
C.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 13).

Erwägungen
1.
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1.1 Die Beschwerdeführerin hatte sich erstmals im Januar 2005 bei der
Invalidenversicherung angemeldet. Mit Verfügung vom 8. Dezember 2005 war ihr
rückwirkend ab dem 1. Mai 2005 eine halbe IV-Rente zugesprochen worden. Nachdem
die Beschwerdeführerin gegen diese Verfügung Einsprache erhoben hatte, hatte die
Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin interdisziplinär durch das ABI
begutachten lassen. Da die ABI-Gutachter die Arbeitsfähigkeit auf 80 % geschätzt
hatten, hatte die Beschwerdegegnerin die Rente mit Verfügung vom 8. Juni 2007
eingestellt (richtigerweise hätte die Beschwerdegegnerin die Rente nicht einstellen,
sondern das Rentengesuch abweisen müssen, da die Verfügung vom 8. Dezember
2005 gar nie in Rechtskraft erwachsen war). Bei der Anmeldung vom März 2012
handelt es sich somit um eine sogenannte Neuanmeldung.
1.2 Gemäss Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV, SR
831.201) wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn darin glaubhaft gemacht wird,
das sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert
hat. RAD-Arzt Dr. L._ hat in seiner Stellungnahme vom 10. April 2012 erklärt, dass
die Rückenschmerzen die einzigen neuen Beschwerden mit einer möglichen
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien. Zu diesem Schluss ist er offenbar
gekommen, weil Dr. K._ in ihrem Bericht vom 2. April 2012 als Nebendiagnose u.a.
ein chronisches Panvertebralsyndrom genannt hatte, das in der Diagnoseliste des ABI
nicht aufgeführt gewesen war. Allerdings hat bereits das AEH in seinem Gutachten vom
31. Januar 2005 ein rezidivierendes Lumbovertebralsyndrom festgestellt. Zudem hat
die Beschwerdeführerin auch anlässlich der ABI-Untersuchung über Nacken- und
Rückenschmerzen geklagt (IV-act. 110-19). Diese Schmerzen sind vom ABI wohl unter
die Diagnose "Schmerzverarbeitungsstörung, multilokuläres Schmerzsyndrom",
subsumiert worden. Gemäss einem von Dr. K._ eingereichten MRT-Bericht total
spine (gesamte Wirbelsäule) vom 30. September 2011 traten die seit Jahren
bestehenden lumbalen Rückenschmerzen in letzter Zeit auch vermehrt cervical auf. Ob
die Beschwerdeführerin mit den eingereichten medizinischen Berichten eine erhebliche
Verschlechterung der Rückenbeschwerden glaubhaft gemacht hat, ist für einen
medizinischen Laien schwierig einzuschätzen. Die Aussage von Dr. K._ im Bericht
vom 3. Dezember 2013, wonach sie der Beschwerdeführerin lediglich aufgrund ihrer
Rückenbeschwerden und der Depression keinen erneuten Rentenantrag empfohlen
hätte, erweckt zumindest gewisse Zweifel daran. Diese Frage kann jedoch offen
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gelassen werden, da die Beschwerdeführerin eine erhebliche Verschlechterung ihrer
Fussbeschwerden glaubhaft gemacht hat. Dr. K._ hat in ihrem Bericht vom 2. April
2012 eine Verschlechterung der Fersenschmerzen erwähnt, die sie auf eine entzündlich
rheumatische Erkrankung zurückgeführt hat (Enthesopathie, wahrscheinlich periphere
Spondylarthropathie HLA-B27 positiv). Sie hat zudem ausgeführt, dass sich die
Beschwerdeführerin wegen der Schmerzen in den Fersen bei der Untersuchung im
August 2011 kaum habe bewegen können. Gemäss einem von Dr. K._ eingereichten
MRT beider Achillessehnen vom 5. September 2011 (IV-act. 156-8) liessen vor allem
die Veränderungen links an eine chronisch entzündliche Systemerkrankung, evtl. im
Rahmen einer rheumatoiden Arthritis, denken. Zwar hatten die Fersenschmerzen
bereits bei der ABI-Begutachtung bestanden. Der orthopädische Sachverständige
hatte damals jedoch lediglich von einer leichtgradigen Fasciitis plantaris gesprochen,
die die Beschwerdeführerin beim normalen Gehen kaum wesentlich einschränke (IV-
act. 110-22 f.). Zudem hatten die ABI-Gutachter damals noch keine entzündlich
rheumatische Erkrankung festgestellt. Die Beschwerdeführerin hat somit durch den
Bericht von Dr. K._ vom 2. April 2012 und den MRT-Bericht der Achillessehnen vom
5. September 2011 eine erhebliche gesundheitliche Verschlechterung seit der
Verfügung vom 8. Juni 2007 glaubhaft gemacht. Die Beschwerdegegnerin ist daher zu
Recht auf die Wiederanmeldung eingetreten.
1.3 Mit der angefochtenen Verfügung vom 25. Februar 2014 hat die
Beschwerdegegnerin dann allerdings das Rentengesuch der Beschwerdeführerin
abgewiesen. Die Beschwerdegegnerin hat die Abweisung des Rentenbegehrens
ausschliesslich damit begründet, dass sich der Gesundheitszustand seit der
rechtskräftigen Abweisung eines früheren Rentenbegehrens nicht in einem
anspruchserheblichen Ausmass verschlechtert habe. Diese Begründung beruht auf
einer neueren Rechtsprechung des Bundesgerichts, laut welcher bei einer erneuten
Anmeldung nach einer vorausgegangenen rechtskräftigen Abweisung eines
Rentenbegehrens geprüft werden muss, ob ein Revisionsgrund i.S. von Art. 17 ATSG
vorliegt (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 4. März 2015, 9C_9/2015). Die Revision als
Verfahrensinstrument zur Abänderung formell rechtskräftiger und damit für den
Adressaten und für das Organ eines Sozialversicherungsträgers verbindlichen
Verfügungen, Einspracheentscheiden und Urteilen (!) ist das notwendige Korrektiv zur
Zulässigkeit der Zusprache von Dauerleistungen gestützt auf einen zukünftigen und
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damit natürlich nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit nachgewiesenen Sachverhalt (vgl. RALPH JÖHL, Die Revision nach
Art. 17 ATSG, in: Jahrbuch zum Sozialversicherungsrecht [JaSo] 2012, S. 154-156).
Über einen zukünftigen Sachverhalt kann natürlich nur eine Prognose abgegeben
werden, weshalb sich die Zusprache einer Dauerleistung für die Zukunft auf die
plausibelste von mehreren in Frage kommenden Prognosen zur zukünftigen
Sachverhaltsentwicklung abstützen muss. Weil sich die formell rechtskräftige und
damit verbindliche Zusprache einer Dauerleistung also nur auf eine
Sachverhaltsprognose stützt, ist das Risiko sehr gross, dass sich der reale Sachverhalt
irgendwann anders entwickelt als ursprünglich prognostiziert. Eine solche Abweichung
hat zur Folge, dass die bisherige verbindliche Leistungszusprache materiellrechtlich
betrachtet unrichtig wird. Die bisherige Sachverhaltsprognose muss deshalb ab dem
Zeitpunkt des Eintritts der Veränderung des realen Sachverhalts durch eine neue,
angepasste Sachverhaltsprognose ersetzt werden, wenn damit eine Veränderung der
Leistung verbunden ist. Die entsprechende Korrektur kann nur dadurch erfolgen, dass
die rechtskräftige ursprüngliche Leistungszusprache von einer angepassten
Leistungszusprache abgelöst wird. Das ist die Aufgabe des Art. 17 ATSG. Bei der
Abweisung eines Rentenbegehrens liegt grundsätzlich dieselbe Situation vor:
Abgestellt wird auf die plausibelste Prognose über den zukünftigen Sachverhalt, die
lautet: Die versicherte Person wird auch in Zukunft nicht in einem rentenbegründenden
Ausmass invalid sein. Somit kann sich auch bei der (rechtskräftigen) Abweisung eines
Rentenbegehrens im Zeitablauf eine Sachverhaltsveränderung ergeben, die den
Abweisungsentscheid materiellrechtlich betrachtet unrichtig werden lässt, nämlich
wenn der Invaliditätsgrad auf ein rentenbegründendes Ausmass ansteigt. Das
Bundesgericht erblickt darin eine ausreichende Grundlage für einen Analogieschluss
des Inhalts, dass Art. 17 ATSG auch auf ein neues Rentengesuch nach einer formell
rechtskräftigen Abweisung eines früheren Rentengesuchs Anwendung finden müsse.
Dafür ist der Begriff der Neuanmeldung geprägt worden. Nach dieser Auffassung ist
also das zweite (und jedes weitere) Rentenbegehren eine Neuanmeldung und damit,
bei einer analogen Anwendung des Art. 17 ATSG, seinem Wesen nach ein
Rentenrevisionsgesuch. Einer sogenannten Neuanmeldung zum Bezug einer
Invalidenrente kann nach der Meinung des Bundesgerichts also nur entsprochen
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werden, wenn sich der Invaliditätsgrad in einem anspruchserheblichen Ausmass erhöht
hat.
1.4 Dieser Analogieschluss von Art. 17 ATSG auf die sogenannte Neuanmeldung zum
Rentenbezug ist nichts anderes als die Übertragung des Regelungsinhalts des Art. 17
ATSG auf die Regelung der Neuanmeldung. Diese Übertragung setzt aber voraus, dass
es noch keine Regelung der Neuanmeldung gibt und dass dieses Fehlen einer
Regelung nur als ausfüllungsbedürftige Gesetzeslücke interpretiert werden kann. Mit
einer per analogiam erfolgenden Übertragung des Regelungsinhalts einer Norm, die
eine bestimmte Materie betrifft, auf eine andere Materie kann nämlich nicht jene Norm
„verdrängt“ werden, die diese andere Materie bereits regelt. Die Existenz einer
ausfüllungsbedürftigen Gesetzeslücke betreffend die sogenannten Neuanmeldungen
muss also klar bejaht werden können, damit der Analogieschluss von Art. 17 ATSG auf
diese Neuanmeldungen zulässig sein kann. Nun hat sich das Bundesgericht aber nicht
mit dem Regelungsinhalt jener Norm auseinandergesetzt, welche generell die
Anmeldung zum Rentenbezug regelt. Offenbar ist es ohne weiteres davon
ausgegangen, dass der Art. 29 Abs. 1 ATSG ausschliesslich die erstmalige Anmeldung
regle, in Bezug auf die sogenannten Neuanmeldungen also eine ausfüllungsbedürftige
Lücke aufweise, die nur durch die analoge Anwendung des Art. 17 ATSG richtig
ausgefüllt werden könne. Eine lege artis durchgeführte Interpretation des Art. 29 Abs. 1
ATSG ist also unterblieben. Dies muss nachgeholt werden, denn die Zulässigkeit
dieses Analogieschlusses – und damit die Gesetzmässigkeit der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung zu dieser Frage – hängt notwendigerweise von der Existenz einer
ausfüllungsbedürftigen Lücke in Art. 29 Abs. 1 ATSG in Bezug auf die sogenannten
Neuanmeldungen ab. Dazu ist der Art. 29 Abs. 1 ATSG darauf zu befragen, ob er
tatsächlich nur die Erstanmeldungen regeln will, d.h. ob die sogenannten
Neuanmeldungen nicht in seinen Anwendungsbereich fallen, obwohl, wie das
Bundesgericht zu Recht annimmt, offenkundig ein entsprechender Regelungsbedarf
besteht.
1.5 Der Wortlaut des Art. 29 Abs. 1 ATSG („Wer eine Versicherungsleistung
beansprucht, hat sich [...] anzumelden“) unterscheidet nicht zwischen
Erstanmeldungen und Neuanmeldungen, denn in jedem Fall wird die Ausrichtung einer
Invalidenrente beansprucht. Die Materialien zur Entstehungsgeschichte des Art. 29
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Abs. 1 ATSG enthalten keinen Hinweis darauf, dass nur die Erstanmeldungen hätten
geregelt werden sollen. Auch die Botschaft zum IVG äussert sich dazu nicht (vgl. BBl
1958 II S. 1269). Bei der systematischen Interpretation des Art. 29 Abs. 1 ATSG zeigt
sich ein Unterschied zwischen Erst- und Neuanmeldung. Dieser Unterschied besteht
darin, dass nur die Neuanmeldung, nicht aber die Erstanmeldung mit der fortdauernden
Verbindlichkeit der früheren rechtskräftigen Abweisung eines Leistungsbegehrens
konfrontiert ist. Dass der Gesetzgeber dies nicht zum Anlass genommen hat, mit Art.
29 Abs. 1 ATSG ausschliesslich die Erstanmeldung zu regeln, erklärt sich wohl mit dem
vordergründig rein formalen Zweck des Antragserfordernisses: Ein Anspruch auf eine
Sozialversicherungsleistung soll nicht von Amtes wegen geprüft werden müssen, weil
damit ein prohibitiver Verwaltungsaufwand verbunden wäre. Das Antragserfordernis
erlaubt es den Organen der Sozialversicherungsträger, sich auf die Prüfung jener Fälle
zu beschränken, in denen eine Anmeldung erfolgt ist. Der Sinn und Zweck des Art. 29
Abs. 1 ATSG erschöpft sich aber nicht in dieser formalen Wirkung. Das
Antragserfordernis zur Beschränkung des Verwaltungsaufwandes ist nämlich nur dann
sinnvoll, wenn ihm ein Anspruch des Antragsstellers beigegeben ist, dass seine
Leistungsberechtigung geprüft wird, falls auf seine Anmeldung eingetreten wird. Das
Leistungsrecht der Sozialversicherung beruht auf dem Grundsatz, dass jede
versicherte Person, die einen Bedarf nach Sozialversicherungsleistungen hat, diese
auch erhält. Das spricht gegen eine Interpretation, die in Art. 29 Abs. 1 ATSG nur die
Regelung eines rein formalen Antragserfordernisses erblicken würde. Der Sinn und
Zweck des Art. 29 Abs. 1 ATSG muss also weiter sein: Der sich anmeldenden
versicherten Person wird, als Pendant zur Anmeldepflicht, ein Anspruch darauf
eingeräumt, dass der Antrag materiell geprüft wird. Art. 29 Abs. 1 ATSG unterscheidet
nicht zwischen Erst- und Neuanmeldungen und materiellrechtlich lässt sich nichts ins
Feld führen, das es rechtfertigen würde, leistungsbedürftigen Neuanmeldern den
Zugang zur benötigten Sozialversicherungsleistung zu erschweren oder sogar zu
verunmöglichen, indem eine nach der früheren Gesuchsabweisung eingetretene
Veränderung des massgebenden Sachverhalts verlangt wird. Es würde dem Sinn und
Zweck des Art. 29 Abs. 1 ATSG also widersprechen, wenn nach einer formell
rechtskräftigen, aber falschen früheren Abweisung eines Rentenbegehrens bei einem
Invaliditätsgrad von 50% eine Neuanmeldung nur zu einer Rentenzusprache führen
könnte, wenn sich der Invaliditätsgrad inzwischen auf 60% erhöht hätte. Das
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Bundesgericht argumentiert rein verfahrensrechtlich, wenn es die analoge Anwendung
des Art. 17 ATSG auf Neuanmeldungen bzw. wenn es eine Ungleichbehandlung von
Erst- und Neuanmeldern postuliert. Dabei lässt es ausser Betracht, dass der Zweck
des Verwaltungsverfahrensrechts nur darin besteht, das materielle (Leistungs-) Recht
gesetzmässig und rechtsgleich auf den Einzelfall zur Anwendung zu bringen. Dazu
gehört es auch, dass das Verwaltungsverfahrensrecht dem bereits genannten
Grundprinzip des Leistungsrechts zu dienen hat, jeder versicherten Person jene
Leistungen zu verschaffen, auf die diese Person rein materiellrechtlich gesehen einen
Anspruch hat. Das kann nur dadurch erreicht werden, dass das Recht, jederzeit ein
Leistungsgesuch zu stellen, also sich anzumelden, mit einer unbeschränkten Pflicht der
Organe des betreffenden Sozialversicherungsträgers, dieses Gesuch materiell zu
behandeln, kombiniert ist. Dies lässt sich bei einer Neuanmeldung nur dadurch
erreichen, dass eine Bindung an die früher ergangene Abweisungsverfügung explizit
ausgeschlossen wird. Andernfalls wäre das jederzeitige Anmelderecht in Bezug auf
Neuanmeldungen eine reine Farce. Der mit dem Wortlaut des Art. 29 Abs. 1 ATSG also
nur sehr unvollständig zum Ausdruck gebrachte Anspruch auf ein wirksames
jederzeitiges Anmelderecht muss zwingend der Verbindlichkeit einer früheren
Abweisungsverfügung vorgehen. Eine systematisch und teleologisch korrekte
Auslegung des Art. 29 Abs. 1 ATSG führt somit dazu, dass eine gesetzliche Regelung
der Wirkung von Neuanmeldungen besteht, so dass entgegen der Auffassung des
Bundesgerichts keine ausfüllungsbedürftige Gesetzeslücke vorliegt, die durch eine
analoge Anwendung des Art. 17 ATSG auf die Neuanmeldung auszufüllen wäre. Die
Neuanmeldung unterscheidet sich nicht von einer erstmaligen Anmeldung. Demnach
ist im vorliegenden Fall nur zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin in einem
rentenbegründenden Ausmass invalid ist.
2.
2.1 Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf
dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). Invalidität ist
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gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
2.2 Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich
durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen,
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares
Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte,
wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander
gegenübergestellt werden; sie können aber auch nach Massgabe der im Einzelfall
bekannten Umstände geschätzt werden (AHI 1998 S. 120). Wird eine Schätzung
vorgenommen, muss diese nicht unbedingt in einer ziffernmässigen Festlegung von
Annäherungswerten bestehen. Vielmehr kann auch eine Gegenüberstellung blosser
Prozentzahlen genügen (sog. Prozentvergleich; BGE 114 V 310 E. 3a mit Hinweisen).
3.
3.1 Um den IV-Grad ermitteln zu können, muss die Arbeitsfähigkeit bzw. die
Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin im Verfügungszeitpunkt mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehen.
3.2 In somatischer Hinsicht haben die asim-Gutachter die Restarbeitsfähigkeit wegen
chronischen degenerativen und fehlbelastungsbedingten Beschwerden des
Achsenskeletts (aktuell lumbal betont), chronischen Schulter-Arm-Schmerzen rechts,
Kniebeschwerden beidseits, chronischen Fussbeschwerden beidseits und einer
peripheren und eventuell achsenskelettären Spondylarthritis mit schubartigen, zurzeit
weitgehend remittierten Manifestationen vor allem an den unteren Extremitäten in einer
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adaptierten, körperlich leichten Tätigkeit auf 60 % geschätzt. Die Hausärztin Dr. I._
hat in ihrem Bericht vom 21. November 2013 demgegenüber erklärt, dass die
Beschwerdeführerin in einer adaptierten Tätigkeit nur noch zwei Stunden pro Tag bei
einer Leistungsverminderung von 50 % arbeitsfähig sei. Dies entspricht einem
Arbeitsfähigkeitsgrad von lediglich 12.5 % (100 % ÷ 8). Dr. I._ hat die hohe
Arbeitsunfähigkeit damit begründet, dass das Konzentrations- und
Auffassungsvermögen sowie die Belastbarkeit durch die chronischen Schmerzen und
die psychische Verfassung deutlich eingeschränkt seien. Dr. I._ hat also auch
psychische Beeinträchtigungen in ihrer Arbeitsfähigkeitsschätzung berücksichtigt.
Somit ist einerseits unklar, wie hoch Dr. I._ die Arbeitsfähigkeit aus rein somatischer
Sicht eingeschätzt hat. Andererseits ist es gerade bei psychischen Erkrankungen, bei
denen es sich um innerseelische Vorgänge handelt, wichtig, dass die
diagnosestellende und die Arbeitsfähigkeit schätzende Arztperson über psychiatrisches
Fachwissen verfügt. Hinzu kommt, dass die Arbeitsfähigkeitsschätzungen von
behandelnden Ärzten insoweit eine generelle Schwäche aufweisen, als Hausärzte und
behandelnde Spezialärzte aufgrund ihrer auftragsrechtlichen Vertrauensstellung und im
Hinblick auf einen möglichen Ziel- und Interessenskonflikt im Zweifel regelmässig eher
zugunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 5. April 2004, I
814/03 E 2.4.2). Die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. I._ überzeugt daher nicht. Dr.
K._ hat die Arbeitsfähigkeitsschätzung der asim-Gutachter in ihrem Bericht vom 3.
Dezember 2013 als willkürlich bezeichnet. In ihrem Bericht vom 6. November 2012 hat
sie erklärt, dass die Beschwerdeführerin seit dem 22. August 2011 in der zuletzt
ausgeübten Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig sei. In einer adaptierten Tätigkeit hat sie
die Arbeitsfähigkeit auf ein bis zwei Stunden pro Tag bei einer 50 %igen
Leistungsverminderung geschätzt. Dies entspricht einem Arbeitsfähigkeitsgrad von
6.25-12.5 %. Wie auch Dr. I._ hat Dr. K._ offenbar fachfremde gesundheitliche
Beeinträchtigungen in ihrer Arbeitsfähigkeitsschätzung berücksichtigt. Auf die Frage,
welche Einschränkungen bestünden, hat sie nämlich neben den somatischen
Beschwerden angegeben, dass durch die ständigen Schmerzen über die Jahre und vor
allem auch durch das jahrelange Absprechen einer körperlich ernsten Krankheit auch
die Psyche stark gelitten habe. Somit vermag auch die Beurteilung von Dr. K._ keine
ernsthaften Zweifel an der Einschätzung der asim-Gutachter zu wecken. Inwiefern die
Arbeitsfähigkeitsschätzung der asim-Gutachter willkürlich sein soll, hat Dr. K._ nicht
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begründet. Der rheumatologische Gutachter hat erklärt, dass es aufgrund der durch
mehrere Erkrankungen (beginnende degenerative Veränderungen, chronisch
arthritisches Leiden, Krankheitsverarbeitungsstörung) gemischt hervorgerufenen
Beschwerden sehr schwierig sei, die zumutbare Arbeitsfähigkeit aus isoliert
muskulo¬skelettärer Sicht einzuschätzen und dass er deshalb nur eine etwas arbiträre
summative Abschätzung abgeben könne. Dass sich die Festlegung der Arbeitsfähigkeit
aus somatischer Sicht für den rheumatologischen Gutachter aufgrund des vielfältigen
Beschwerdebildes sehr schwierig gestaltet hat, leuchtet ein. Bei den medizinischen
Angaben zur Arbeitsfähigkeit handelt es sich um Näherungswerte, da die
Arbeitsfähigkeit nicht messbar, sondern nur schätzbar ist. Der
Arbeitsfähigkeitsschätzung unterliegt somit stets ein gewisses Ermessen der
begutachtenden Person. Die Aussage des rheumatologischen Gutachters, dass seine
Arbeitsfähigkeitsschätzung etwas arbiträr und summativ sei, schmälert den Beweiswert
seiner Beurteilung daher nicht. Somit steht mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit fest, dass die Beschwerdeführerin spätestens ab dem
Begutachtungszeitpunkt (Mai 2013) aus somatischer Sicht zu 60 % arbeitsfähig
gewesen ist.
3.3 Zu prüfen bleibt, wie hoch die Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht vor der asim-
Begutachtung gewesen ist. Der rheumatologische Gutachter hat erklärt, dass die
Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit ab der Verschlechterung der
Gehfähigkeit, spätestens gegen Ende 2011, bestanden habe. Die Einschätzung einer
60 %igen Arbeitsfähigkeit adaptiert gelte ab dem Begutachtungszeitpunkt. Dr. K._
hat in ihrem Bericht vom 3. Dezember 2013 angegeben, dass die neuen intensiven
Schmerzen in den Fersen und Waden seit 2011 bestünden. Die Beschwerdeführerin
hat sich im August 2011 wegen der starken Schmerzen in den Fersen und
Achillessehnen und wegen Rückenschmerzen in Behandlung bei Dr. K._ begeben
(siehe IV-act. 156-9 ff.). Diese hat dann eine entzündlich rheumatische Erkrankung
diagnostiziert. Aus den Akten ist nicht ersichtlich, dass zwischen August 2011 und dem
Zeitpunkt der Begutachtung (Mai/Juni 2013) in somatischer Hinsicht nochmals eine
Verschlechterung eingetreten wäre. Es ist daher mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
davon auszugehen, dass der physische Gesundheitszustand im August 2011 im
Wesentlichen demjenigen im Begutachtungszeitpunkt entsprochen hat. Die
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Beschwerdeführerin ist somit aus somatischer Sicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit bereits ab August 2011 zu 40 % arbeitsunfähig gewesen.
3.4 Somit bleibt noch die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht zu überprüfen. Der
psychiatrische Gutachter des asim, Dr. M._, hat im Gutachten vom 10. September
2013 als psychiatrische Diagnose eine Dysthymia angegeben und erklärt, dass bei der
Beschwerdeführerin keine Symptome vorlägen, die von der Ausprägung und der
Anzahl her als eine depressive Episode qualifiziert werden könnten. Namentlich habe er
bis auf eine leichte emotionale Labilität und Klagsamkeit keine Defizite feststellen
können. Die Beschwerdeführerin sei psychomotorisch intakt gewesen und habe nicht
von einer signifikant beeinträchtigten Hedonie berichtet. Den Angaben zur
Tagesgestaltung könnten ebenfalls keine relevanten Defizite entnommen werden.
Demgegenüber hat die behandelnde Psychiaterin Dr. J._ im Bericht vom 28. Oktober
2012 als Diagnose eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige
depressive Episode, und im Bericht vom 25. November 2013 eine rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige Episode, angegeben. Sie hat
die depressive Symptomatik also als stärker eingestuft als der asim-Gutachter. Die
Diskrepanz in den Beurteilungen ist dadurch zu begründen, dass behandelnde Ärzte
bei der Diagnosestellung erfahrungsgemäss oftmals nicht nur die objektivierbaren
pathologischen Befunde, sondern auch die rein subjektiven, oftmals zu pessimistischen
Angaben der Patienten zu ihren gesundheitlichen Einschränkungen ohne ausreichende
kritische Würdigung berücksichtigen. Dr. M._ hat in seinem Gutachten denn auch
darauf hingewiesen, dass die Defizite der Beschwerdeführerin grösstenteils im
subjektiven Erleben vorlägen (IV-at. 187-47). Neben einer depressiven Störung hat Dr.
J._ die Diagnose einer Somatisierungsstörung angegeben. Demgegenüber hat der
rheumatologische Gutachter Dr. N._ angegeben, dass das Gesamtbild nicht einem
sogenannten "syndromalen Zustand" entspreche (IV-act. 187-29), die
Beschwerdeführerin jedoch an einer Beschwerde- und Krankheitsverarbeitungsstörung
leide. Dr. M._ hat ausgeführt, dass die Diagnose einer Somatisierungsstörung nicht
aufrechterhalten werden könne, da die Beschwerdeführerin über die Schmerzen hinaus
über keine Störungen im Erleben der Körperlichkeit geklagt habe. Es sei aber gut
nachvollziehbar, dass die anhaltende affektive Störung, d.h. die Dysthymia, die
Schmerzschwelle der Beschwerdeführerin herabgesetzt und die Entwicklung des
aktuellen Bildes bewirkt habe, wo die Schmerzen mit dem objektiven Befund nicht
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korrespondierten. Gestützt auf die überzeugenden Ausführungen der asim-Gutachter
ist somit nicht davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin an einer
Somatisierungsstörung leidet. Dr. M._ hat die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin wegen der Dysthymia als um 20 % vermindert eingeschätzt. Ob
dieser Einschätzung angesichts der geringen objektivierbaren Defizite (leichte
emotionale Labilität und Klagsamkeit) zu folgen ist, kann offengelassen werden, da mit
Dr. M._ davon auszugehen ist, dass die Arbeitsunfähigkeit von 40 % aus
somatischer Sicht eine ausreichend lange Erholungszeit für die psychischen
Beschwerden bietet. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit seit August 2011 andauernd zu 40 %
arbeitsunfähig gewesen ist.
4.
4.1 Somit bleibt noch ein Einkommensvergleich vorzunehmen. Die
Beschwerdeführerin hat sich im März 2012 zum Leistungsbezug angemeldet. Da der
Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach der
Geltendmachung des Leistungsanspruchs entsteht (Art. 29 Abs. 1 IVG), hat sie, obwohl
das Wartejahr eigentlich schon im August 2012 abgelaufen wäre, gestützt auf Art. 29
Abs. 1 IVG erst ab dem 1. September 2012 Anspruch auf eine allfällige IV-Rente. Der
Einkommensvergleich ist somit anhand der Einkommenszahlen des Jahres 2012
vorzunehmen. Die Beschwerdeführerin hat keine Berufsausbildung absolviert und ist
zuletzt als Produktionsmitarbeiterin/Hilfsarbeiterin tätig gewesen. Die asim-Gutachter
haben das Anforderungsprofil der letzten Arbeitsstelle wegen unterschiedlichen
Angaben in den Akten nicht umfassend eruieren können (IV-act. 187-33 f.). Es steht
somit nicht fest, ob es sich bei der letzten Arbeitsstelle um eine körperlich adaptierte
Tätigkeit gehandelt hat. Diese Frage kann jedoch ohnehin offen gelassen werden, da
die Beschwerdeführerin zuletzt im Jahr 2004 auf dem freien Arbeitsmarkt erwerbstätig
gewesen ist. Anhand des damals erzielten Einkommens (Jahr 2003: Fr. 50'164.--) kann
das Einkommen, das die Beschwerdeführerin im Jahr 2012 hätte erwirtschaften
können, wenn sie nicht krank geworden wäre, gar nicht mehr ermittelt werden, weil
nicht mehr festgestellt werden kann, wie sich der Lohn über diesen langen Zeitraum
(fast ein Jahrzehnt) entwickelt hätte. Da der von der Beschwerdeführerin im Jahr 2003
erzielte Lohn jedoch ohnehin nur knapp über dem durchschnittlichen Einkommen einer
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Hilfsarbeiterin (2003: Fr. 48'579.--, siehe Anhang 2 der IVG-Ausgabe der
Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2006) gelegen hat, ist es gerechtfertigt, auch für
die Ermittlung des Valideneinkommens auf Tabellenlöhne abzustellen. Da die
Grundlagen für die Berechnung des Validen- und Invalideneinkommens gleich hoch
sind, kann ein sogenannter Prozentvergleich vorgenommen werden. Die
Beschwerdeführerin leidet an diversen somatischen gesundheitlichen
Beeinträchtigungen sowie an einer Dysthymia. Es ist davon auszugehen, dass sie ein
zukünftiger Arbeitgeber insbesondere aufgrund des hohen Krankheits- und
Ausfallrisikos nur zu einem unterdurchschnittlichen Lohn einstellen würde. Ein
Tabellenlohnabzug von 10-15 % erscheint daher angemessen. Diese rein
betriebswirtschaftlichen bzw. ökonomischen Faktoren haben in den
Arbeitsfähigkeitsschätzungen der asim-Gutachter selbstverständlich nicht
berücksichtigt werden können, da sie mit der aus medizinischer Sicht zumutbaren
Arbeitsleistung nichts zu tun haben. Bei einem Arbeitsunfähigkeitsgrad von 40 %
beträgt der IV-Grad bei einem Tabellenlohnabzug von 10 % 46 %. Selbst bei einem
Tabellenlohnabzug von 15 % würde sich der IV-Grad nur auf 49 % belaufen. Die
Beschwerdeführerin hat somit ab dem 1. September 2012 Anspruch auf eine
Viertelsrente.
4.2 Demnach ist die angefochtene Verfügung in Gutheissung der Beschwerde
aufzuheben und der Beschwerdeführerin ist rückwirkend ab dem 1. September 2012
eine Viertelsrente zuzusprechen. Die Sache ist zur Ermittlung des Rentenbetrages an
die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.
5.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens erübrigt sich die Festsetzung einer Entschädigung
aus der gewährten unentgeltlichen Rechtsverbeiständung.
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5.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art.
22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Die
Rechtsvertreterin hat keine Honorarnote eingereicht. Im hier zu beurteilenden Fall
erscheint eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen
und Mehrwertsteuer) als angemessen.