Decision ID: 6dc4bc60-e83f-50c3-9741-1b1d7c8b0d1d
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- Am Freitag, 8. Juni 2018, um etwa 10.20 Uhr kam es auf der Barenbergstrasse in
Bubikon in Fahrtrichtung Rüti zu einem Selbstunfall. X verlor die Herrschaft über sein
Fahrzeug, geriet in einer Rechtskurve zuerst auf die Gegenfahrbahn und kollidierte
dann mit einem Baum. Er wurde verletzt, zudem kam es zu Sach- und Drittschaden.
Der Führerausweis wurde ihm auf der Stelle abgenommen. Am 30. Juli 2018 verfügte
das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt einen vorsorglichen Führerausweisentzug
ab sofort bzw. seit dem 8. Juni 2018.
B.- Im verkehrsmedizinischen Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin (IRM) des
Kantonsspitals St. Gallen vom 10. April 2019 kamen die Sachverständigen zum
Schluss, dass die Unfallursache im Rahmen der verkehrsmedizinischen Untersuchung
nicht habe eruiert werden können. Es hätten sich keine physischen Auffälligkeiten des
Probanden gezeigt. Aufgrund der nach wie vor unklaren Situation müsse davon
ausgegangen werden, dass ein derartiges Ereignis wieder auftreten könne. Zudem
handle es sich bereits um den zweiten Unfall von X dieser Art. Seine Fahreignung
könne aktuell nicht befürwortet werden. Als Voraussetzung für eine erneute
verkehrsmedizinische Beurteilung der Fahreignung seien eine fachärztlich-
kardiologische bzw. rhythmologische Beurteilung an einem Zentrumsspital, eine
schlafmedizinische Abklärung an einem Zentrumsspital sowie eine ausreichend lange
psychische Stabilität ohne relevante depressive Episoden sowie eine entsprechende
Berichterstattung notwendig.
C.- Am 12. April 2019 orientierte das Strassenverkehrsamt X darüber, dass es gestützt
auf das verkehrsmedizinische Gutachten beabsichtige, einen Führerausweisentzug auf
unbestimmte Zeit zu verfügen. Mit der Stellungnahme seiner Rechtsschutzversicherung
vom 6. Juni 2019 beantragte dieser (nebst weiteren Eventualanträgen), die
Fahrerlaubnis sei ihm umgehend wiederzuerteilen. X sei zum Unfallzeitpunkt weder
aufgrund von Betäubungsmitteln noch wegen Medikamenten fahrunfähig gewesen.
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Auch die ärztliche Untersuchung vom 9. Juni 2018 habe keine Ergebnisse zu einer
Fahrunfähigkeit geliefert. Das Verfahren vor der Staatsanwaltschaft zum Vorwurf des
Fahrens in fahrunfähigem Zustand sei eingestellt worden. Wegen Verdachts auf ein
Blackout habe das Strassenverkehrsamt eine Fahreignungsabklärung angeordnet. Das
entsprechende Gutachten liege vor. Es bestünden aktuell keine Zweifel (mehr) an
seiner Fahreignung.
D.- Am 11. Juni 2019 verfügte das Strassenverkehrsamt Folgendes:
"1. Entzug des Führerausweises für die Dauer von: unbestimmte Zeit.
2. Damit ist Ihnen ab sofort bzw. seit dem 08.06.2018 das Recht aberkannt,
Motorfahrzeuge
aller Kategorien sowie aller Unter- und Spezialkategorien (inkl. Mofa) zu führen.
3. Diese Massnahme hat auch den Entzug allfälliger Lernfahrausweise und
internationaler
Führerausweise sowie die Aberkennung ausländischer Führerausweise zur Folge.
4. Der Führerausweis ist bereits bei uns deponiert.
5. Einem Gesuch um Wiederzulassung als Motorfahrzeugführer können wir erst
entsprechen, sofern aus Sicht einer Ärztin oder Arztes der Stufe 4 Ihre Fahreignung
wieder gegeben ist.
6. Bedingung für die Aufhebung des Entzugs ist:
• Einreichen eines Fachärztlich-kardiologischen bzw. rhythmologischen Berichtes
mit Stellungnahme zur Ursache des Unfallereignisses am 08.06.2018.
• Einreichen eines Berichtes über die schlafmedizinische Abklärung (inkl. MWT
[multipler
Wachbleibetest]).
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• Einreichen eines ausführlichen fachärztlichen-psychiatrischen Verlaufsberichtes
(betreffen[d] Diagnosen, Krankheitsverlauf, aktueller psychopathologischer
Befund,
Stabilität, kognitive Auffälligkeiten, Suchtmittelkonsum, Complia[n]ce und sowie
möglich
zur Prognose).
• Verkehrsmedizinische Kontrolluntersuchung in Form eines Aktengutachtens.
7. Einem allfälligen Rekurs wird zufolge Gefahr die aufschiebende Wirkung entzogen.
Die Rekursinstanz kann eine gegenteilige Verfügung treffen (Art. 51 des Gesetzes
über die Verwaltungsrechtspflege, (sGS 951.1; abgekürzt: VRP)).
8. Die Verfahrenskosten betragen Fr. 400.00 (Rechnung beiliegend)."
Zur Stellungnahme von X führte das Strassenverkehrsamt aus, dass das Gutachten
vom 10. April 2019 keine offenkundigen Mängel zeige, welche dessen Richtigkeit und
Schlüssigkeit in Frage stellen würden.
E.- Dagegen erhob X am 25. Juni 2019 durch seinen Rechtsvertreter Rekurs bei der
Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen (VRK). Er stellte folgendes
Rechtsbegehren:
"1. Die Verfügung vom 11. Juni 2019 sei aufzuheben.
2. Dem Rekurrenten sei der Führerausweis im Sinne einer vorsorglichen Massnahme
unverzüglich wieder auszuhändigen.
3. Eventualiter sei dem Rekurrenten der Führerausweis wieder auszuhändigen und die
Fahrerlaubnis für die Kategorien A und B zu erteilen.
4. Subeventualiter sei dem Rekurrenten der Führerausweis unter folgenden Auflagen
wieder auszuhändigen:
a. Quartalsweise Einreichung eines fachärztlich-kardiologischen bzw.
rhythmologischen Verlaufsberichts.
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b. Einreichung einer schlafmedizinischen Beurteilung inkl. Durchführung eines
multiplen Wachbleibetests MWT (inkl. EEG [Elektroenzephalografie] zum
Ausschluss
von Microsleep) bis 31. Dezember 2019.
c. Quartalsweise (bzw. gemäss Rekursergänzung: halbjährliche) Einreichung eines
fachärztlich-psychiatrischen Verlaufsberichts.
Die Aufhebung der Auflagen kann erstmals nach 6 Monaten überprüft werden.
5. Dem Rekurs sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen.
6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Vorinstanz."
Die Rekursergänzung datiert vom 11. Juli 2019. Die Vorinstanz verzichtete ausdrücklich
auf eine Vernehmlassung. Das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung des
Rekurses wurde am 13. August 2019 präsidial abgewiesen (ZV-2019/56).
Auf die Ausführungen im Rekurs wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen
eingegangen.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die VRK ist zum
Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs
vom 25. Juni 2019 ist rechtzeitig eingereicht worden und erfüllt zusammen mit der
Rekursergänzung vom 11. Juli 2019 in formeller und inhaltlicher Hinsicht die
gesetzlichen Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- Im Rekurs ist umstritten, ob die Vorinstanz zu Recht einen Sicherungsentzug auf
unbestimmte Zeit gegen den Rekurrenten verfügt hat.
a) Motorfahrzeugführer müssen über Fahreignung und Fahrkompetenz verfügen (Art. 14
Abs. 1 des Strassenverkehrsgesetzes, SR 741.01, abgekürzt: SVG). Über Fahreignung
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verfügt, wer das Mindestalter erreicht hat (Art. 14 Abs. 2 lit. a SVG), die erforderliche
körperliche und psychische Leistungsfähigkeit zum sicheren Führen von
Motorfahrzeugen hat (lit. b), frei von einer Sucht ist, die das sichere Führen von
Motorfahrzeugen beeinträchtigt (lit. c) und nach seinem bisherigen Verhalten Gewähr
bietet, als Motorfahrzeugführer die Vorschriften zu beachten und auf die Mitmenschen
Rücksicht zu nehmen (lit. d). Über Fahrkompetenz verfügt, wer die Verkehrsregeln
kennt (Art. 14 Abs. 3 lit. a SVG) und Fahrzeuge der Kategorie, für die der Ausweis gilt,
sicher führen kann (lit. b). Ausweise und Bewilligungen sind zu entziehen, wenn
festgestellt wird, dass die gesetzlichen Voraussetzungen zur Erteilung nicht oder nicht
mehr bestehen (Art. 16 Abs. 1, 1. Halbsatz SVG). Wegen fehlender Fahreignung wird
einer Person der Führerausweis auf unbestimmte Zeit entzogen, wenn ihre körperliche
und geistige Leistungsfähigkeit nicht oder nicht mehr ausreicht, ein Motorfahrzeug
sicher zu führen (Art. 16d Abs. 1 lit. a SVG), sie an einer Sucht leidet, welche die
Fahreignung ausschliesst (lit. b) und sie auf Grund ihres bisherigen Verhaltens nicht
Gewähr bietet, dass sie künftig beim Führen eines Motorfahrzeugs die Vorschriften
beachten und auf die Mitmenschen Rücksicht nehmen wird (lit. c). Die medizinischen
Mindestanforderungen werden in Art. 7 in Verbindung mit Anhang 1 der
Verkehrszulassungsverordnung (SR 741.51, abgekürzt: VZV) umschrieben, wobei
differenziert nach Gruppe 1 und 2 insbesondere definiert wird, welche Erkrankungen
nicht vorliegen dürfen. Eine mangelnde psychische Fähigkeit, ein Motorfahrzeug zu
lenken, kann insbesondere darin bestehen, dass die betroffene Person die
Verantwortung für seine Handlungen infolge andauernder pathologischer Zustände wie
zum Beispiel psychischer Krankheit oder sehr geringer intellektueller Fähigkeiten nicht
übernehmen kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts [BGer] 6A.72/2003 vom 13. Februar
2004 E. 2.2.2). Die zuständige Verwaltungsbehörde ermittelt den Sachverhalt von
Amtes wegen. Den Betroffenen trifft eine Mitwirkungspflicht (Dähler/Schaffhauser,
Handbuch Strassenverkehrsrecht, S. 241).
b) Im verkehrsmedizinischen Gutachten vom 10. April 2019 kamen die
Sachverständigen zum Schluss, dass die Fahreignung nicht gegeben sei. Es ist zu
prüfen, ob eine fehlende Fahreignung tatsächlich nachgewiesen bzw. schlüssig
begründet wurde. Veranlassung für die Abklärungen war die Eruierung der Ursache des
Selbstunfalls vom 8. Juni 2018.
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aa) Ein Einfluss von Alkohol oder Drogen auf das Unfallgeschehen konnte bereits mit
dem pharmakologisch-toxikologischen Gutachten vom 22. Juni 2018 ausgeschlossen
werden. Notfallmedikamente, die dem Betroffenen mit grosser Wahrscheinlichkeit im
Rahmen der notfallmedizinischen Versorgung nach dem Unfall verabreicht wurden,
konnten nachgewiesen werden. Diesbezüglich verzichtete die Vorinstanz auf weitere
Abklärungen, was angemessen erscheint. Insgesamt ist gemäss dem entsprechenden
Gutachten davon auszugehen, dass die Fahrfähigkeit des Rekurrenten auch nicht
durch Medikamente beeinträchtigt war. Hinweise auf eine Suchtproblematik bestehen
nicht.
bb) Bereits am 13. Dezember 2006 war es zu einem Selbstunfall gekommen. Damals
verspürte der Rekurrent beim Autofahren plötzlich eintretendes Herzrasen, worauf es
zur Bewusstlosigkeit kam. Gemäss Bericht der medizinischen Hochschule Hannover
sei am 7. Februar 2007 ein verborgenes Wolff-Parkinson-White-Syndrom (WPW)
festgestellt worden, welches sogleich erfolgreich behandelt worden sei (vgl. act. 10/64).
Gemäss Bericht von Dr. med. Vogler, Facharzt FMH für Kardiologie, vom 28. Januar
2019 ist der Rekurrent von kardialer Seite her beschwerdefrei. Die Untersuchung habe
keine Auffälligkeiten ergeben. Folglich bestehen auch keine Hinweise auf eine
Erkrankung am Herzen, die die Fahreignung des Rekurrenten beeinträchtigen könnte.
Eine Ende 2017 abgeklärte Symptomatik habe auf ein Staubasthma zurückgeführt
werden können, werde inhalativ behandelt und sei seither nicht mehr aufgetreten
(act. 10/66 f.).
cc) Aus dem Bericht der behandelnden Ärztin des Psychiatriezentrums Linthgebiet vom
21. Dezember 2018 geht hervor, dass der Rekurrent unter depressiven Episoden und
Spannungskopfschmerzen gelitten habe und sich deswegen vom 23. Januar bis
24. Februar 2018 in der Klinik Gais habe behandeln lassen. Aus psychiatrischer Sicht
würden keine Hinweise für die Ursache des Unfallereignisses am 8. Juni 2018
vorliegen. Der Rekurrent sei damals bereits seit einigen Wochen wieder zu 100 %
arbeitsfähig gewesen. Derzeit bestehe keine psychopharmakologische Therapie.
Aufmerksamkeit, Konzentration und Gedächtnis seien unauffällig. Die
Kopfschmerzsymptomatik – die mit Dafalgan und Magnesium behandelt wird – bestehe
weiterhin (act. 10/66). Der vom Rekurrenten eingereichte Austrittsbericht der Klinik Gais
vom 19. März 2018 bestätigt, dass er die Klinik in stabilem Zustand verlassen habe
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(act. 6/9). Insgesamt bestehen keine Hinweise darauf, dass aus psychiatrischer Sicht
eine fehlende Fahreignung vorliegt. Auch in neurologischer Hinsicht konnten keine
Auffälligkeiten entdeckt werden (act. 10/67).
dd) Dr. med. Leser, Facharzt für innere Medizin, Pneumologie, Allergologie und
klinische Immunologie, berichtete zur respiratorischen Polygraphie vom 11. bis 12. Juli
2018, dass ein obstruktives oder zentrales Schlafapnoesyndrom ausgeschlossen
werden könne. Die vom Rekurrenten angegebene Durchschlafstörung dürfte aus seiner
Sicht zu einem chronischen Schlafdefizit geführt haben, wodurch eine erhöhte
Einschlafneigung mit Sekundenschlaf bestehe (act. 10/65).
ee) Insgesamt kamen die Sachverständigen im verkehrsmedizinischen Gutachten vom
10. April 2019 zum Schluss, dass sich der Rekurrent in gutem Allgemein- und
normalem Ernährungszustand befinde und in körperlicher Hinsicht keine Auffälligkeiten
festgestellt werden konnten. Er sei bewusstseinsklar und zu allen Qualitäten orientiert.
Es hätten sich keine Anhaltspunkte für kognitive Einschränkungen oder affektive
Auffälligkeiten und keine Hinweise auf formale oder inhaltliche Denkstörungen ergeben.
Der Antrieb und die Psychomotorik seien unauffällig. Als Unfallursache im Vordergrund
stehe ein kardiales Geschehen oder eine Schlafstörung mit konsekutivem
Einschlafunfall. Trotz der insgesamt guten Untersuchungsergebnisse zogen die
Sachverständigen den Schluss, dass aufgrund der ungeklärten Unfallursache davon
ausgegangen werden müsse, dass ein derartiges Ereignis wieder auftreten könne,
weshalb die Fahreignung des Rekurrenten nicht befürwortet werden könne.
ff) Die Untersuchungen des rechtsmedizinischen Instituts sowie die Fremdauskünfte
ergeben insgesamt das Bild eines Probanden in einem guten, unauffälligen
Allgemeinzustand. Für die Fahreignung relevante Defizite konnten nicht eruiert werden,
obwohl sehr umfangreiche Abklärungen und Untersuchungen vorgenommen wurden,
bei denen sich der Rekurrent sehr kooperativ zeigte. Mit der Begründung, dass mit
weiteren Untersuchungen möglicherweise dennoch eine Problematik am Herzen
gefunden werden könnte, kann jedenfalls keine fehlende Fahreignung nachgewiesen
werden; ebenso wenig aus dem Umstand, dass der Rekurrent Schlafstörungen
beschrieben hatte. Ein diesbezügliches medizinisches Problem konnte jedenfalls nicht
nachgewiesen werden. Lediglich der Umstand, dass die konkrete Ursache des
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Selbstunfalls vom 8. Juni 2018 nicht eruiert werden konnte, kann nicht dazu führen,
dass dem Rekurrenten die Fahreignung abgesprochen wird. Bei dieser Ausgangslage
besteht eine grosse Wahrscheinlichkeit dafür, dass die Unfallursache auch durch
weitere Untersuchungen nicht mehr festgestellt werden kann. Dies darf jedenfalls ohne
weitere Anhaltspunkte nicht zu einem dauerhaften Ausweisentzug führen. Aus dem
weit zurückliegenden Selbstunfall aus dem Jahre 2006 kann nichts zur aktuellen
Fahreignung des Rekurrenten abgeleitet werden. Das damals festgestellte WPW wurde
aktenkundig behoben (vgl. auch act. 6/15) und es liegen keine Hinweise darauf vor,
dass es danach wieder zu Herzrasen oder Herzrhythmusstörungen gekommen ist, was
mit den positiven aktuellen Untersuchungsbefunden korreliert.
c) Insgesamt liegen beim Rekurrenten keine konkreten Anhaltspunkte dafür vor, dass
seine Fahreignung nicht gegeben wäre. Die Schlussfolgerung am Ende des
rechtsmedizinischen Gutachtens vom 10. April 2019 ist somit nicht nachvollziehbar und
die gestützt darauf erlassene vorinstanzliche Verfügung vom 11. Juni 2019 aufzuheben.
Der Führerausweis ist dem Rekurrenten wieder auszuhändigen.
3.- Da die Vorinstanz unterliegt, sind die Kosten vom Staat zu tragen (Art. 95 Abs. 1
VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'700.– erscheint angemessen (Art. 7 Ziff. 122 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der Kostenvorschuss von Fr. 1'500.– ist dem
Rekurrenten zurückzuerstatten.
4.- Entsprechend dem Verfahrensausgang ist dem Rekurrenten eine volle
Entschädigung seiner Parteikosten (Art. 98 VRP) zuzusprechen, soweit diese
aufgrund der Rechts- und Sachlage als notwendig und angemessen erscheinen (Art. 98
Abs. 2 VRP). Der Rechtsvertreter reichte eine Kostennote über den Betrag von
Fr. 3'755.05 (Honorar Fr. 3'352.50, Barauslagen Fr. 134.10, Mehrwertsteuer Fr. 268.45)
ein, was aufgrund der zahlreichen, zu würdigenden medizinischen Unterlagen gerade
noch als angemessen erscheint (Art. 22 Abs. 1 lit. b, Art. 28 Abs. 1 und Art. 29 der
Honorarordnung [sGS 963.75]); entschädigungspflichtig ist der Staat
(Strassenverkehrsamt).