Decision ID: 75117fb9-bae8-5fb0-a583-04614904898c
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der aus Serbien stammende Beschwerdeführer (geb. [...]) wurde am
23. November 2020 anlässlich einer Polizeikontrolle in Wädenswil als Mit-
fahrer in einem Lieferwagen angehalten und wegen des Verdachts auf Ver-
letzung ausländerrechtlicher Vorschriften vorläufig festgenommen. Im Rah-
men der Einvernahme durch die Kantonspolizei Zürich wurde ihm das
rechtliche Gehör bezüglich einer allfälligen Entfernungs- und Fernhalte-
massnahme gewährt (vgl. Akten der Vorinstanz [SEM act.] 2).
B.
Mit Strafbefehl vom 24. November 2020 verurteilte die Staatsanwaltschaft
Limmattal / Albis den Beschwerdeführer wegen rechtswidriger Einreise, il-
legalen Aufenthalts und Erwerbstätigkeit ohne Bewilligung zu einer beding-
ten Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je Fr. 30.– (wovon zwei Tagessätze
durch Haft erstanden, bei einer Probezeit von zwei Jahren) sowie einer
Busse von Fr. 300.– (SEM act. 1). Dieser Strafbefehl erwuchs unangefoch-
ten in Rechtkraft.
C.
Am 25. November 2020 ordnete das Migrationsamt des Kantons Zürich die
Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz an und forderte ihn
auf, das Land unverzüglich (innert 24 Stunden) zu verlassen (SEM act. 3).
D.
Aufgrund dieses Sachverhalts erliess die Vorinstanz bereits am 24. No-
vember 2020 gegenüber dem Beschwerdeführer ein ab dem 26. November
2020 gültiges Einreiseverbot für die Dauer von drei Jahren. Gleichzeitig
ordnete sie die Ausschreibung dieser Massnahme im Schengener Informa-
tionssystem (SIS) an und entzog einer allfälligen Beschwerde die aufschie-
bende Wirkung. Zur Begründung führte das SEM aus, gemäss den kanto-
nalen Akten sei der Betroffene in der Schweiz ohne Bewilligung einer Er-
werbstätigkeit nachgegangen, womit er gegen die öffentliche Sicherheit
und Ordnung verstossen habe (Art. 67 Abs. 2 Bst. a des Ausländer- und
Integrationsgesetzes [AIG, SR 142.20]). Aus diesem Grunde habe ihn die
zuständige Behörde in Anwendung von Art. 64d AIG weggewiesen, wobei
die Wegweisung sofort zu vollstrecken gewesen sei. Auch gemäss Art. 67
Abs. 1 Bst. a AIG sei deshalb eine Fernhaltemassnahme anzuordnen. Im
Rahmen der Gewährung des rechtlichen Gehörs habe sich der Beschwer-
deführer dazu nicht geäussert (SEM act. 4).
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E.
Mit Rechtsmitteleingabe an das Bundesverwaltungsgericht vom 8. Dezem-
ber 2020 beantragt der Beschwerdeführer die Aufhebung des Einreisever-
bots.
Der Beschwerdeschrift lagen Unterlagen zu seiner beruflichen Tätigkeit in
Serbien sowie die Police einer für die Zeitspanne vom 17. November 2020
bis 23. November 2020 abgeschlossenen Reiseversicherung bei (BVGer
act. 1).
F.
Mit Schreiben vom 23. Dezember 2020 wurde der Beschwerdeführer auf-
gefordert, für die Dauer des Rechtsmittelverfahrens ein Zustellungsdomizil
in der Schweiz zu bezeichnen (BVGer act. 3). Dieser Aufforderung kam er
am 12. Januar 2021 nach (BVGer act. 5).
G.
Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 10. März 2021 auf
Abweisung der Beschwerde (BVGer act. 11).
H.
Replikweise hält der Beschwerdeführer am 22. März 2021 am eingereich-
ten Rechtsmittel und dessen Begründung fest. Die Replik war mit Unterla-
gen betreffend eines in der Schweiz getätigten Autokaufs ergänzt (BVGer
act. 13).
I.
Mit Eingabe vom 26. März 2021 liess der Beschwerdeführer dem Bundes-
verwaltungsgericht eine undatierte Erklärung des mit ihm befreundeten
C._ zukommen (SEM act. 15).
J.
Auf den weiteren Akteninhalt – einschliesslich der beigezogenen Akten des
Migrationsamtes des Kantons Zürich – wird, soweit rechtserheblich, in den
Erwägungen eingegangen.
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Seite 4

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen im Sinne von Art. 5 VwVG, sofern keine
Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33
VGG genannten Behörden. Dazu gehört auch das SEM, das mit der An-
ordnung eines Einreiseverbotes eine Verfügung im erwähnten Sinne und
daher ein zulässiges Anfechtungsobjekt erlassen hat. Eine Ausnahme
nach Art. 32 VGG liegt nicht vor.
1.2 Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet
sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37
VGG).
1.3 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerde le-
gitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte
Beschwerde ist einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG).
1.4 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in der vorliegenden Sache
endgültig (vgl. Art. 83 Bst. c Ziff. c Ziff. 1 BGG).
2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann vorliegend die
Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Miss-
brauch des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des
rechtserheblichen Sachverhalts sowie die Unangemessenheit gerügt wer-
den (vgl. Art. 49 VwVG). Das BVGer wendet das Bundesrecht von Amtes
wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG nicht an die Begründung der
Begehren gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den
geltend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgeblich ist
grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. BVGE
2014/1 E. 2 m.H.).
3.
In der Rechtsmitteleingabe vom 8. Dezember 2020 beantragt der Be-
schwerdeführer die Anhörung seiner im Kanton Wallis wohnhaften Freun-
din, D._, und des mit ihm befreundeten, aus dem gleichen serbi-
schen Dorf wie er stammenden und ebenfalls in der Schweiz ansässigen
C._. In der Replik schlägt er im Sinne einer Beweisofferte dessen
Einvernahme als Zeugen vor. Über die Beweisanträge wurde bislang nicht
befunden. Bei nicht anfechtbaren Entscheiden bzw. Verfügungen kann der
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Entscheid über die Beweisanträge aber ohnehin im Endurteil erfolgen (vgl.
WALDMANN/BICKEL, in: Praxiskommentar VwVG, 2. Aufl. 2016, Art. 33
N. 38).
3.1 Im Verwaltungsverfahren gilt das Untersuchungsprinzip (Art. 12 ff.
VwVG i.V.m. Art. 37 VGG). Die Behörden sorgen – unter Vorbehalt der Mit-
wirkungspflichten der Parteien – für die richtige und vollständige Abklärung
des rechtserheblichen Sachverhalts (BGE 132 II 113 E. 3.2). Das Verwal-
tungsrechtspflegeverfahren ist vom Grundsatz der Schriftlichkeit geprägt
(MOSER ET AL., Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 2. Aufl.
2013, Rz. 3.86 S. 183 m.H.) und ein Anspruch auf eine mündliche Anhö-
rung besteht nicht (BGE 134 I 140 E. 5.3). Sodann gilt in der Bundesver-
waltungsrechtspflege der Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 19
VwVG i.V.m. Art. 40 BZP [SR 273]). Die Beweiswürdigung ist insofern frei,
als sie nicht an bestimmte starre Beweisregeln gebunden ist, die dem Ge-
richt genau vorschreiben, wie ein gültiger Beweis zustande komme und
welchen Beweiswert die einzelnen Beweismittel im Verhältnis zueinander
hätten (BGE 130 II 482 E. 3.2 m.H.). Die Einvernahme von Zeuginnen und
Zeugen ist nach Art. 14 VwVG nur unter der einschränkenden Vorausset-
zung anzuordnen, dass sich der Sachverhalt auf andere Weise nicht hin-
reichend abklären lässt; es handelt sich mit anderen Worten um ein sub-
sidiäres Beweismittel (BGE 130 II 169 E. 2.3.3 und 2.3.4).
3.2 Von den Parteien angebotene Beweise sind abzunehmen, sofern diese
geeignet sind, den rechtserheblichen Sachverhalt zu erhellen (Art. 33
VwVG). Kommt die Behörde indes zur Überzeugung, die Akten erlaubten
die richtige und vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-
halts oder die behauptete Tatsache sei für die Entscheidung der Streitsa-
che nicht von Bedeutung, kann sie auf die Erhebung weiterer Beweise ver-
zichten, ohne durch diese antizipierte Beweiswürdigung den Anspruch auf
rechtliches Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 BV zu verletzen (vgl. zum Ganzen
BGE 141 I 60 E. 3.3 m.H.).
3.3 Vorliegend erschliesst sich der entscheidrelevante Sachverhalt in hin-
reichender Weise aus den Akten. So erhielt der Beschwerdeführer bereits
vor Erlass der angefochtenen Verfügung und während des Rechtsmittel-
verfahrens Gelegenheit, sich zur Angelegenheit zu äussern. Von C._
liegt zudem eine schriftliche Erklärung vor (siehe BVGer act. 15). Ent-
scheidrelevantes wäre bei einem Parteiverhör bzw. einer Zeugeneinver-
nahme nicht zu erwarten. Von den beantragten Beweisvorkehren kann
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deshalb in antizipierter Beweiswürdigung ohne Verletzung des rechtlichen
Gehörs abgesehen werden (BGE 141 I 60 E. 3.3 m.H.).
4.
4.1 Das SEM verfügt Einreiseverbote gegenüber weggewiesenen Auslän-
derinnen und Ausländern, wenn die Wegweisung nach Art. 64d Abs. 2
Bst. a – c AIG sofort vollstreckt wird (Art. 67 Abs. 1 Bst. a AIG) oder die
betroffene Person der Ausreiseverpflichtung nicht innert Frist nachgekom-
men ist (Art. 67 Abs. 1 Bst. b AIG). Es kann sodann nach Art. 67 Abs. 2 AIG
Einreiseverbote gegen ausländische Personen erlassen, die gegen die öf-
fentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstos-
sen haben oder diese gefährden (Art. 67 Abs. 2 Bst. a AIG). Das Einreise-
verbot wird für eine Dauer von höchstens fünf Jahren verhängt (Art. 67
Abs. 3 erster Satz AIG). Die Anordnung eines Einreiseverbots von mehr als
fünf Jahren ist zulässig, wenn von der ausländischen Person eine schwer-
wiegende Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung ausgeht
(Art. 67 Abs. 3 zweiter Satz). Aus humanitären oder anderen wichtigen
Gründen kann die zuständige Behörde von der Verhängung eines Einrei-
severbots absehen oder ein Einreiseverbot vollständig oder vorüberge-
hend aufheben (Art. 67 Abs. 5 AIG).
4.2 Das Einreiseverbot ist keine Sanktion für vergangenes Fehlverhalten,
sondern eine Massnahme zur Abwendung einer künftigen Störung der öf-
fentlichen Sicherheit und Ordnung (siehe Botschaft zum Bundesgesetz
über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002 [im Folgenden:
Botschaft] BBl 2002 3813, welche in Bezug auf die Regelungen zum Ein-
reiseverbot weiterhin massgeblich ist). Die öffentliche Sicherheit und Ord-
nung im Sinne von Art. 67 Abs. 2 Bst. a AIG bildet den Oberbegriff für die
Gesamtheit der polizeilichen Schutzgüter. Sie umfasst unter anderem die
Unverletzlichkeit der objektiven Rechtsordnung und der Rechtsgüter Ein-
zelner (vgl. Botschaft, a.a.O. S. 3809). In diesem Sinne liegt ein Verstoss
gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung unter anderem dann vor,
wenn gesetzliche Vorschriften oder behördliche Verfügungen missachtet
werden (Art. 77a Abs. 1 Bst. a der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über
Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit [VZAE, SR 142.201]). Wider-
handlungen gegen Normen des Ausländerrechts fallen ohne weiteres unter
diese Begriffsbestimmung und können ein Einreiseverbot nach sich ziehen
(vgl. Botschaft, a.a.O., S. 3813). Dabei genügt es, wenn der ausländischen
Person eine Sorgfaltspflichtverletzung zugerechnet werden kann (vgl. an-
stelle vieler: Urteil des BVGer F-3163/2017 vom 12. März 2019 E. 6.2).
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4.3 Wird gegen eine Person, die nicht die Staatsangehörigkeit eines Mit-
gliedstaats der Europäischen Union oder der Europäischen Freihandelsas-
soziation besitzt, ein Einreiseverbot verhängt, so wird sie nach Massgabe
der Bedeutung des Falles im Schengener Informationssystem (SIS) zur
Einreiseverweigerung ausgeschrieben (vgl. Art. 21 und 24 der Verordnung
[EG] Nr. 1987/2006 vom 20. Dezember 2006 über die Einrichtung, den Be-
trieb und die Nutzung des Schengener Informationssystems der zweiten
Generation [SIS-II], Abl. L 381/4 vom 28.12.2006 [nachfolgend: SIS-II-VO];
Art. 21 der N-SIS-Verordnung vom 8. März 2013 [SR 362.0]).
5.
Die Vorinstanz wirft dem Beschwerdeführer unter Verweis auf die kantona-
len Akten vor, in der Schweiz ohne die erforderliche ausländerrechtliche
Bewilligung einer Erwerbstätigkeit nachgegangen zu sein. In der angefoch-
tenen Verfügung figuriert ausserdem der Fernhaltegrund von Art. 67 Abs.
1 Bst. a AIG i.V.m. Art. 64d Abs. 2 Bst. b AIG (sofort vollstreckbare Weg-
weisung). Der Beschwerdeführer seinerseits macht geltend, die verhängte
Massnahme beruhe auf Missverständnissen. Er habe nicht illegal hier ge-
arbeitet, sondern sich ausschliesslich zu Besuchszwecken und wegen ei-
nes Autokaufes in der Schweiz aufgehalten.
5.1 Der ausländerrechtliche Begriff der Erwerbstätigkeit ist weit gefasst
(vgl. statt vieler: Urteil des BVGer F-1827/2018 vom 30. September 2019
E. 6.3.4 und MARC SPESCHA in: Spescha et al. [Hrsg.], Kommentar Migra-
tionsrecht, 5. Aufl. 2019, Art. 11 AIG N. 2). Als Erwerbstätigkeit im Sinne
des Gesetzes gilt jede üblicherweise gegen Entgelt ausgeübte unselbst-
ständige oder selbstständige Tätigkeit, selbst wenn sie unentgeltlich erfolgt
(Art. 11 Abs. 2 AIG). Eine Tätigkeit gilt dann als üblicherweise gegen Ent-
gelt verrichtet, wenn sie ihrer Art und ihrem Umfang nach auf dem schwei-
zerischen Arbeits- und Dienstleistungsmarkt angeboten wird (vgl. etwa Ur-
teil des BVGer F-3451/2018 vom 22. Januar 2020 E. 5.1 sowie
EGLI/MEYER, in: Caroni et al. [Hrsg.], Handkommentar zum Bundesgesetz
über die Ausländerinnen und Ausländer, 2010, Art. 11 N. 6). Ohne Belang
für die Qualifikation als Erwerbstätigkeit ist dabei, ob die Beschäftigung nur
stunden- oder tageweise oder vorübergehend ausgeübt wird (vgl. Art. 1a
Abs. 1 VZAE). Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesverwaltungs-
gerichts ist lediglich dort keine Erwerbstätigkeit im rechtstechnischen Sinne
anzunehmen, wo Arbeitsleistungen ausserhalb des geschäftlichen Be-
reichs eines Begünstigten durch nahe Angehörige vorgenommen werden,
wobei massgeblich ist, dass dieser Tätigkeit gerade wegen der verwandt-
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schaftlichen und emotionalen Nähe des Leistungserbringers zum Begüns-
tigten ein besonderer Charakter zukommt, der nicht durch beliebige Dritte
ersetzt werden kann (sog. Sozialadäquanz; vgl. dazu statt vieler: Urteile
des BVGer F-6220/2016 vom 17. Mai 2018 E. 4.2; C-5190/2014 vom 25.
September 2015 E. 5.3.3; je m.H.). Arbeitsleistungen im gewerblichen Be-
reich dagegen sind grundsätzlich als Erwerbstätigkeit zu qualifizieren, es
sei denn, es komme ihnen eine völlig untergeordnete Bedeutung zu.
5.2 Aus den kantonalen Akten geht hervor, dass der Beschwerdeführer am
18. November 2020 mit einem Reisebus in die Schweiz gelangte. In der
Folge verrichtete er für C._ im Magazin der Firma «X._
GmbH» in Wädenswil (wo Letzterer tätig ist) während mehrerer Stunden
Reinigungsarbeiten. Zudem begleitete er ihn am 23. November 2020 in Ar-
beitskleidern und mit Werkzeug ausgestattet zu Montagearbeiten auf eine
Baustelle in Au/ZH, wo er ihm aushalf. Anlässlich der anschliessenden Po-
lizeikontrolle im Firmenbus trug er verschmutzte Arbeitskleider und er hatte
Werkzeug bei sich (vgl. Akten des Migrationsamtes des Kantons Zürich [ZH
act.] act. 3 und 4). In der gleichentags durchgeführten polizeilichen Einver-
nahme präzisierte der Beschwerdeführer, an drei Tagen während jeweils
zwei bis drei Stunden im Magazin der betreffenden Firma Reinigungsarbei-
ten ausgeführt zu haben. Zudem habe er C._ vor der Anhaltung
ungefähr zwei Stunden lang auf einer Baustelle assistiert. Er habe jedoch
nicht für Geld gearbeitet, sondern seinem Freund, bei welchem er unent-
geltlich logiere, lediglich geholfen (ZH act. 2). Den gewerblichen Bereich
betreffend und nicht auf einen isolierten Einzelfall beschränkt, fallen die
beschriebenen unterstützenden Handlungen, entgegen der Annahme der
Beteiligten, zweifelsohne unter den Begriff der bewilligungspflichtigen Er-
werbstätigkeit.
5.3 Was im Rechtsmittelverfahren dagegen vorgebracht wird, entbehrt jeg-
licher Grundlage. Dass die in der angefochtenen Verfügung erhobenen
Vorwürfe auf Missverständnissen basierten, kann aufgrund der anlässlich
der Polizeikontrolle angetroffenen Situation (Beschwerdeführer mit
schmutziger Arbeitskleidung in Lieferwagen) und der klaren Aussagen der
Beteiligten ausgeschlossen werden (siehe E. 5.2 hiervor). Soweit die Dis-
krepanzen zum Einvernahmeprotokoll im Nachhinein mit Verständigungs-
problemen und Zeitdruck während des Verhörs erklärt werden, ist die Dar-
stellung des Beschwerdeführers als Schutzbehauptung zu werten. So ent-
hält das Protokoll besagter polizeilicher Einvernahme keine Anhaltspunkte
für Unregelmässigkeiten. Im Gegenteil erweisen sich seine Antworten als
detailliert und schlüssig. Er hat denn auch unterschriftlich bestätigt, dass
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ihm seine Aussagen rückübersetzt und sie korrekt wiedergegeben worden
seien (ZH act 2). Mängel der beschriebenen Art wären nach deren Fest-
stellung im Übrigen im Strafverfahren geltend zu machen gewesen. Zu kei-
nem anderen Ergebnis führt die nachgereichte schriftliche Erklärung von
C._ (BVGer act. 15), die als reine Gefälligkeit erscheint und sich in
keiner Weise mit den aktenkundigen Erkenntnissen in Einklang bringen
lässt. Eine weitere Ungereimtheit ist darin zu erblicken, dass der Beschwer-
deführer behauptete, das Hauptmotiv seiner Reise in die Schweiz sei der
Besuch seiner Freundin gewesen, wiewohl er die ganze Zeit bei
C._ logierte. Was schliesslich die Reise-Versicherungs-Police so-
wie die Unterlagen zur Berufstätigkeit in Serbien und zum Autokauf anbe-
langt, so wird nicht ersichtlich, inwiefern die genannten Belege eine vo-
rübergehende Erwerbstätigkeit hierzulande auszuschliessen vermöchten.
Aufgrund dessen kommt das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss,
dass der Beschwerdeführer im dargelegten Umfang einer Erwerbstätigkeit
im Sinne von Art. 11 Abs. 2 AIG nachgegangen ist.
5.4 Wegen rechtswidriger Einreise, Erwerbstätigkeit ohne Bewilligung und
rechtswidrigen Aufenthalts wurde der Beschwerdeführer auch strafrecht-
lich belangt. Der entsprechende Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Lim-
mattal / Albis vom 24. November 2020 blieb, soweit ersichtlich, unange-
fochten (SEM act. 1). Von den dortigen Feststellungen und Erkenntnissen
abzuweichen, besteht nur schon aufgrund der Aussagen des Beschwerde-
führers gegenüber der Kantonspolizei Zürich kein Anlass (zur Bindungswir-
kung strafrechtlicher Erkenntnisse auf das ausländerrechtliche Administra-
tivverfahren vgl. etwa BGE 139 II 95 E. 3.2 und BGE 137 I 363 E. 2.3.2
oder BVGE 2013/33 E. 4.3 je m.H.). Die Voraussetzungen für den Erlass
eines Einreiseverbots nach Art. 67 Abs. 2 Bst. a AIG sind somit erfüllt.
5.5 Das Migrationsamt des Kantons Zürich hat am 25. November 2020 ge-
stützt auf Art. 64d Abs. 2 AIG ausserdem eine sofort vollstreckbare Weg-
weisung verfügt. Diese Verfügung ist ebenfalls rechtskräftig. Wird die Weg-
weisung nach Art. 64d Abs. 2 AIG sofort vollzogen, so ist gemäss Art. 67
Abs. 1 Bst. a AIG grundsätzlich ein Einreiseverbot zu erlassen. Der Vor-
instanz kommt dabei lediglich ein stark eingeschränktes Entschliessungs-
ermessen zu (vgl. BBl 2009 8896 ad Art. 67 Abs. 1). Vor diesem Hinter-
grund hat das SEM gegen den Beschwerdeführer zu Recht auch ein Ein-
reiseverbot gestützt auf Art. 67 Abs. 1 Bst. a AIG verhängt.
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5.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass mehrere Gründe vorliegen,
welche die Verhängung einer Fernhaltemassnahme rechtfertigen (vgl.
Art. 67 Abs. 1 Bst. a AIG und Art. 67 Abs. 2 Bst. a AIG).
6.
6.1 Zu prüfen ist weiter, ob die angefochtene Fernhaltemassnahme in rich-
tiger Ausübung des Ermessens ergangen und angemessen ist. Den Ent-
scheid darüber, ob ein Einreiseverbot anzuordnen und wie es innerhalb
des zulässigen zeitlichen Rahmens zu befristen ist, legt Art. 67 Abs. 2 AIG
in das pflichtgemässe Ermessen der Behörde (BGE 139 II 121 E. 6.5.1;
108 Ib 196 E. 4a). Zentrale Bedeutung kommt dem Grundsatz der Verhält-
nismässigkeit zu, der eine wertende Abwägung zwischen den berührten
privaten und öffentlichen Interessen verlangt. Ausgangspunkt der Überle-
gungen bilden die Stellung der verletzten oder gefährdeten Rechtsgüter,
die Besonderheiten des ordnungswidrigen Verhaltens und die persönlichen
Verhältnisse der betroffenen ausländischen Person (Art. 96 AIG; ferner
statt vieler HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht,
8. Aufl. 2020, Rz. 555 ff.).
6.2 Das generalpräventiv motivierte Interesse daran, die ausländerrechtli-
che Ordnung durch eine konsequente Massnahmenpraxis zu schützen, ist
als gewichtig einzustufen (zur Zulässigkeit der Berücksichtigung general-
präventiver Aspekte in Konstellationen, in denen wie hier kein sogenannter
Vertragsausländer betroffen ist, vgl. Urteile des BGer 2C_516/2014 vom
24. März 2015 E. 4.3.2 oder 2C_282/2012 vom 31. Juli 2012 E. 2.5 je
m.H.). Dazu kommt eine spezialpräventive Zielsetzung der Massnahme,
den Betroffenen zu ermahnen, ausländerrechtliche Bestimmungen zukünf-
tig einzuhalten und so einer weiteren Störung der öffentlichen Sicherheit
und Ordnung entgegenzuwirken (vgl. F-1827/2018 E. 7.1). Mit seinem Ver-
halten, das eine strafrechtliche Verurteilung und eine sofort vollstreckbare
Wegweisung nach sich gezogen hat, hat der Beschwerdeführer nach dem
bisher Gesagten gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung verstossen
bzw. unter diesen Oberbegriff fallende Rechtsgüter gefährdet. Damit be-
steht ein gewichtiges öffentliches Interesse an seiner befristeten Fernhal-
tung.
6.3 Den öffentlichen Interessen sind die privaten Interessen des Beschwer-
deführers gegenüber zu stellen. Diese bestehen in der Aufrechterhaltung
und Pflege der Kontakte zu C._ und seiner hierzulande ansässigen
Freundin. Näheres zu dieser Beziehung ist nicht bekannt. Die privaten In-
teressen vermögen jedoch weder eine Aufhebung noch eine Verkürzung
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Seite 11
des Einreiseverbots zu rechtfertigen. Die vorübergehende Einschränkung
in der Pflege der genannten Kontakte hat der Beschwerdeführer selbst zu
verantworten und grundsätzlich in Kauf zu nehmen. Diese Einschränkung
ist insoweit nicht erheblich, als Kontakte für limitierte Zeit auch anders als
durch Einreisen des Beschwerdeführers in die Schweiz (z.B. mittels mo-
derner Kommunikationsmittel oder durch Treffen ausserhalb des Schen-
gengebiets) zu verwirklichen sind. In unumgänglichen Fällen stünde auch
das Instrument der kurzzeitigen Suspension (vgl. Art. 67 Abs. 5 AIG, BVGE
2013/4 E. 7.4.3 m.H.) zur Verfügung.
6.4 Eine wertende Gewichtung der sich gegenüberstehenden Interessen
führt das Bundesverwaltungsgericht zum Ergebnis, dass das auf drei Jahre
befristete Einreiseverbot dem Grundsatz nach und in Bezug auf seine
Dauer eine verhältnismässige und angemessene Massnahme zum Schutz
der öffentlichen Sicherheit und Ordnung darstellt. Nicht zu beanstanden ist
schliesslich, dass dem Beschwerdeführer die Einreise in das Hoheitsgebiet
sämtlicher Schengen-Staaten verboten worden ist. Es bleibt den Schen-
gen-Staaten unbenommen, dem Beschwerdeführer bei Vorliegen beson-
derer Gründe die Einreise in ihr Hoheitsgebiet zu gestatten (vgl. hierzu Art.
6 Abs. 5 Bst. c der Verordnung [EU] 2016/399 des Europäischen Parla-
ments und des Rates vom 9. März 2016 über einen Gemeinschaftskodex
für das Überschreiten der Grenzen durch Personen [Schengener Grenzko-
dex, SGK]).
7.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung im
Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist so-
mit abzuweisen.
8.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Be-
schwerdeführer aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 ff. des
Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen
vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
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