Decision ID: 3eddcdf1-8623-4186-9a17-482323d307c2
Year: 2020
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ wurde im Dezember 2014 von der Klinik B._ wegen eines Herzinfarkts,
eines Niereninfarkts und Hirnstreifungen bei der Invalidenversicherung (IV) zur
Früherfassung gemeldet (IV-act. 1). Im Januar 2015 meldete sich die Versicherte zum
Bezug von Leistungen an (IV-act. 6). Sie gab an, sie leide seit Anfang Oktober 2014 an
folgenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen: Blutgerinnungsstörung mit schweren
Komplikationen, Herzinfarkt, Niereninfarkt, zwei Streifungen, Gefühlsstörungen in der
linken Hand, Vergesslichkeit, Schwindel, Müdigkeit, Gehschwierigkeiten,
Hüftschmerzen, "Leisten", Schwierigkeiten mit Lesen. Sie habe eine Ausbildung zur
technischen Operatrice absolviert. Seit Juli 2013 sei sie als Vertriebsassistentin bei der
C._ tätig und verdiene in einem Vollzeitpensum Fr. 4'700.-- brutto monatlich.
Gemäss dem beigelegten Lebenslauf mit den zugehörigen Unterlagen (IV-act. 9) hatte
die Versicherte von 1991 bis 2001 und ab 2013 bei verschiedenen Arbeitgebern eine
Tätigkeit als Büroangestellte (Telefonistin, Sachbearbeiterin) ausgeübt. Dazwischen
hatte sie infolge Mutterschaft einige Jahre nicht gearbeitet und war anschliessend als
Tagesmutter sowie als Mitarbeiterin in einer Einzieherei erwerbstätig gewesen.
A.a.
Der Hausarzt Dr. med. D._, FMH Allgemeine Innere Medizin, berichtete am
30. Januar 2015 (IV-act. 13), die Versicherte leide an einem Morbus embolicus bei
einem grossen Thrombus im linken Ventrikel, einer Thrombophilie, einem St. n.
subakutem Myokardinfarkt 9/14, einer generalisierten obliterierenden Arteriopathie,
einer aortalen Verschlusskrankheit und einem Erschöpfungszustand. Sie sei seit dem
A.b.
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29. Oktober 2014 vollständig arbeitsunfähig. Er reichte dazu folgende Unterlagen ein:
Bericht der Klinik für Angiologie des Kantonsspitals St. Gallen vom 23. Januar 2015
betreffend eine Verlaufskontrolle nach einem rechtsseitigen Nierenteilinfarkt im Oktober
2014 (IV-act. 13-3), Bericht des Kantonsspitals St. Gallen vom 16. Januar 2015
betreffend eine kardiologische Untersuchung (IV-act. 13-8) und Austrittsbericht der
Klinik B._ vom 22. Dezember 2014 betreffend einen stationären kardiologischen
Rehabilitationsaufenthalt vom 20. November 2014 bis zum 22. Dezember 2014 (IV-
act. 13-12). Die Fachärzte der Klinik B._ hatten eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
bis auf Weiteres attestiert.
In einem Arbeitgeberbericht teilte die C._ am 30. Januar 2015 mit (IV-act. 16),
die Versicherte sei seit Juli 2013 als Mitarbeiterin in der Vertriebsadministration tätig.
Diese Tätigkeit umfasse normale Büroarbeiten mit Arbeiten am Bildschirm und mit dem
Führen von Telefonaten. Sie könne überwiegend sitzend ausgeübt werden. Die
Anforderungen an die Konzentration/Aufmerksamkeit, das Durchhaltevermögen, die
Sorgfalt und das Auffassungsvermögen seien gross. Der letzte Arbeitstag sei der
29. Oktober 2014 gewesen. Das Arbeitsverhältnis sei per 30. April 2015 gekündigt
worden. Der AHV-beitragspflichtige Lohn habe ab Juli 2014 bei einer
Wochenarbeitszeit von 40 Stunden Fr. 4'600.-- pro Monat bzw. Fr. 61'800.-- im Jahr
betragen (einschliesslich eines Bonus von Fr. 2'000.--).
A.c.
Die IV-Stelle teilte der Versicherten am 4. Februar 2015 mit (IV-act. 20), dass
aufgrund des Gesundheitszustands zurzeit keine beruflichen Massnahmen möglich
seien.
A.d.
Fachärzte der Klinik für Kardiologie des Kantonsspitals St. Gallen berichteten am
12. Februar 2015 (IV-act. 26), die Versicherte sei vom 9. Februar 2015 bis zum 12.
Februar 2015 hospitalisiert gewesen. Ihr sei im Bereich des Truncus brachiocephalicus
rechts ein Stent eingelegt worden. Der Austritt sei bei einem deutlich gebesserten
Gesamtbefinden erfolgt. Bei einem BMI von 39.1 kg/m sei die Versicherte in einem
adipösen Ernährungszustand. Dr. med. E._ von der psychosomatischen Abteilung
der Reha F._ gab am 26. Mai 2015 an (IV-act. 30), die Versicherte sei vom
19. Februar 2015 bis zum 18. März 2015 hospitalisiert gewesen. Die folgenden
Diagnosen seien erhoben worden: Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
A.e.
2
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mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1), Anpassungsstörung (vorwiegend Angst,
bestehend seit Herbst 2014, ICD-10 F43.23), schwerer Erschöpfungszustand (ICD-10
Z73). Aufgrund von Konzentrationsproblemen, einem reduzierten Kurzzeitgedächtnis,
einer schnellen kognitiven und körperlichen Ermüdbarkeit und einer geringen
Belastbarkeit sei die Versicherte vom 19. Februar 2015 bis zum 8. April 2015
vollständig arbeitsunfähig. Er legte den Austrittsbericht vom gleichen Tag bei. Dr. med.
G._vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) notierte am 3. Juni 2015 (IV-act. 32),
aufgrund der eingegangenen Unterlagen seien die psychiatrischen Diagnosen führend.
Aus medizinischer Sicht bestehe zum Zeitpunkt des Austritts aus der Reha F._ eine
maximal 50%ige Arbeitsunfähigkeit. Wie stark körperlich belastend die Tätigkeit als
Vertriebsassistentin sei, müsse noch abgeklärt werden. Für eine körperlich leichte,
wechselbelastende Tätigkeit ohne das Heben und Tragen von Lasten über zehn
Kilogramm und ohne Zwangshaltungen bestehe eine maximal 50%ige
Arbeitsunfähigkeit.
Dr. D._ berichtete am 23. Juni 2015 (IV-act. 36), die Versicherte sei weiterhin
vollständig arbeitsunfähig. Sie sei noch nicht belastbar. Es sei in einem Arbeitsversuch
zu ermitteln, welche Arbeitsfähigkeit effektiv bestehe. Nach Abschluss der operativen
Sanierung der Aorta könne mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit
gerechnet werden. Am 30. Juni 2015 teilte Dr. med. H._vom Psychiatrischen
Zentrum I._ mit (IV-act. 40), die Versicherte sei seit April 2015 bei ihr in Behandlung.
Diese leide seit dem Herbst 2014 an einer mittelgradigen depressiven Episode mit
einem somatischen Syndrom (ICD-10 F33.11). Als Befunde nannte Dr. H._eine
depressive Grundstimmung, Zukunfts- und Existenzängste, eine rasche Ermüdbarkeit,
einen sozialen Rückzug und eine leichte Antriebsminderung. Die Prognose sei auf
längere Sicht als positiv zu bezeichnen. Sie attestierte eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit vom 10. April 2015 bis zum 30. Juni 2015 und eine voraussichtlich
80%ige Arbeitsunfähigkeit ab dem 1. Juli 2015. Zudem gab sie an, die Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit richte sich an und für sich nach dem körperlichen Gesundheitszustand.
Die Behandlung wurde anschliessend nicht weitergeführt (vgl. IV-act. 53). Am 2. Juli
2015 berichteten Fachärzte der Klinik für Angiologie des Kantonsspitals St. Gallen (IV-
act. 42), bei der Versicherten sei im Rahmen einer stationären Hospitalisation vom
22. Juni 2015 bis zum 24. Juni 2015 eine Stent-Angioplastie der distalen Aorta
A.f.
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abdominalis durchgeführt worden. Der RAD-Arzt Dr. G._notierte am 8. Juli 2015 (IV-
act. 44), die psychische Situation habe sich gemäss dem Bericht von Dr. H._nicht
verschlechtert. Daraus gehe hervor, dass die somatische und nicht die psychische
Situation im Vordergrund stehe. Aufgrund der Stent-Einlage in der distalen Aorta
abdominalis sei postoperativ bei einem ungestörten Verlauf von einer vollständigen
Arbeitsunfähigkeit für maximal vier Wochen auszugehen.
Am 8. September 2015 teilte Dr. D._ mit (IV-act. 50), die Leistungsintoleranz und
die Ermüdbarkeit hätten sich deutlich gebessert. Aktuell stehe eine Visusminderung im
Vordergrund. Eine Katarakt-Operation sei geplant. Die Arbeitsfähigkeit betrage ab dem
1. September 2015 50%. Es sei damit zu rechnen, dass die Versicherte wieder
normalen Arbeiten werde nachgehen können. Am 1. und 13. Oktober 2015 wurde die
Versicherte an beiden Augen operiert (vgl. die Berichte der Augenklinik des
Kantonsspitals St. Gallen vom 1. Oktober 2015 und vom 16. Oktober 2015, IV-act. 58).
Im Rahmen eines Assessment-Gesprächs vom 23. September 2015 hatte die
Versicherte angegeben (IV-act. 60), dass sie gerne wieder im Bürobereich arbeiten
würde. Sie leide noch unter Ängsten, dass es zu einem erneuten Vorfall kommen
könnte. Die Gesprächsteilnehmenden waren sich einig, dass ein Start im zweiten
Arbeitsmarkt sinnvoll sei. Am 18. November 2015 erteilte die IV-Stelle eine
Kostengutsprache für ein Aufbautraining bei der P._ vom 9. November 2015 bis zum
10. Mai 2016 (IV-act. 64). Ab dem 9. November 2015 arbeitete die Versicherte mit
einem 50%-Pensum im J._. Am 19. Februar 2016 wurde die berufliche Massnahme
aufgrund vieler krankheitsbedingter Fehltage abgebrochen (vgl. den Schlussbericht
vom 16. Februar 2016, IV-act. 73, sowie die Mitteilung der IV-Stelle vom 21. Juni 2016,
IV-act. 93). Die Eingliederungsverantwortliche notierte am 3. März 2016, auf dem ersten
Arbeitsmarkt bestehe keine verwertbare Arbeitsleistung mehr; die Versicherte sei
vollständig arbeitsunfähig (IV-act. 71). Der Hausarzt Dr. D._ hatte am 26. Februar
2016 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit ab dem 19. Februar 2016 attestiert (IV-
act. 72).
A.g.
Am 21. März 2016 gingen bei der IV-Stelle Unterlagen des
Krankentaggeldversicherers ein (IV-act. 80). Am 30. Juli 2015 hatte die ehemalige
Arbeitgeberin der Versicherten, die C._, eine Tätigkeitsbeschreibung erstellt (IV-
act. 80-37). Sie hatte angegeben, die Tätigkeit der Versicherten habe in der Erfassung
A.h.
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von Aufträgen (30%), in der Betreuung des Vertriebsaussendienstes (10%), in der
Betreuung der Händler (10%), in allgemeinen Bürotätigkeiten (20%) und in der
Betreuung der Vertriebsgebiete (Mailings, PreSales, Kundenzufriedenheit etc., 30%)
bestanden. Der Arbeitsplatz sei ein Sitz-/Bildschirmarbeitsplatz gewesen. Es habe sich
um eine komplexe Tätigkeit in Ergebnisverantwortung und der Fähigkeit zur
Konfliktlösung sowie zur eigenständigen Problemlösung mit täglichen Kontakten
gehandelt.
Dr. D._ berichtete am 7. April 2016 (IV-act. 85), die Versicherte leide an einer
schweren Belastungsstörung. Der Eingliederungsversuch in den Arbeitsprozess sei
wegen invalidisierenden psychovegetativen Beschwerden gescheitert. Eine Anmeldung
zur stationären Rehabilitation in der Klinik K._ sei erfolgt. Am 26. April 2016
attestierte er eine weiterhin bestehende vollständige Arbeitsunfähigkeit seit dem
19. Februar 2016 (IV-act. 90).
A.i.
Vom 2. Mai 2016 bis zum 13. Juli 2016 war die Versicherte in der Klinik K._,
hospitalisiert. Die Fachärzte berichteten am 27. Juli 2016 (IV-act. 96), die Versicherte
leide an einer mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10 F32.2; im beigelegten
Austrittsbericht vom gleichen Tag nannten sie eine schwere depressive Episode,
ICD-10 F32.2), einer generalisierten obliterierenden Arteriopathie, einer Thrombophilie
(ED 10/2014), einer koronaren Gefässerkrankung und einer benignen kortikalen
Nierenzyste links. Sie führten aus, die Versicherte habe sich bei Eintritt mit einer
mittelgradigen bis schweren depressiven Episode mit Grübelneigung, ausgeprägtem
Morgentief, reduzierten Vitalgefühlen, Müdigkeit, Kraftlosigkeit und Antriebsminderung
präsentiert. Konzentrationsfähigkeit, Anpassungsfähigkeit und Belastbarkeit seien
deutlich eingeschränkt gewesen. Unter der Behandlung sei es zu einer deutlichen
Verbesserung der Schlafqualität und -quantität gekommen. Die Belastbarkeit habe
gesteigert werden können und die Angst- und Panikzustände hätten abgenommen.
Auch die morgendliche Abgeschlagenheit und Antriebslosigkeit hätten sich gebessert.
Aus psychiatrischer Sicht sei mit grosser Wahrscheinlichkeit eine Erhöhung der
Arbeitsfähigkeit zu erreichen; limitierend seien jedoch die bestehenden somatischen
Diagnosen und Folgeerscheinungen. Aktuell wäre die Wiederaufnahme einer
ausserhäuslichen Tätigkeit noch verfrüht. Sie empfahlen eine tagesklinische
Weiterbehandlung und attestierten eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vom 2. Mai
A.j.
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2016 bis zum 15. August 2016. Am 10. Januar 2017 berichtete Dr. med. L._ von der
Tagesklinik M._ (IV-act. 106), die Versicherte sei seit dem 15. August 2016 in
Behandlung. Sie gab, nach einer Auflistung der bekannten somatischen Diagnosen,
folgende psychiatrischen Diagnosen an: Sonstige somatoforme Störungen, Übelkeit/
Brechen in Belastungssituationen (ICD-10 F45.8), eine rezidivierende depressive
Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0), und eine Panikstörung (ICD-10
F41.0). Sie führte aus, die Versicherte habe zu Beginn die gleichen Symptome wie in
der Klinik K._ gezeigt. Sie sei überhaupt nicht belastbar gewesen und habe aufgrund
einer vermehrten Übelkeit und Erbrechen viele Fehlzeiten gehabt. Im Verlauf habe sich
dies gebessert. Im Vordergrund stehe nach wie vor die Angst, die aufgrund der
schweren körperlichen Erkrankung begründet sei. Die körperlichen Symptome stünden
deutlich im Vordergrund; die psychiatrischen Symptome hätten sich sekundär
entwickelt. Dr. L._ attestierte eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vom 2. Mai 2016
bis zum 15. August 2016. Der RAD-Arzt Dr. G._ notierte am 20. Januar 2017 (IV-
act. 108), aus psychiatrischer Sicht bestehe ein Eingliederungspotential. Aufgrund des
langen Krankheitsverlaufs sei anfänglich von einer maximal 50%igen Arbeitsfähigkeit
auszugehen. Bezüglich der somatischen Situation seien aktuelle Berichte einzuholen.
Am 2. März 2017 gingen bei der IV-Stelle neue Berichte ein (IV-act. 110).
Fachärzte des Kantonsspitals St. Gallen hatten am 18. September 2015 mitgeteilt (IV-
act. 110-44), die Untersuchung vom 14. September 2015 sei zur kardiologischen
Verlaufskontrolle bei einer koronaren Eingefässerkrankung mit St. n. einem subakuten
Myokardinfarkt und einer Revaskularisation/DES-Implantation einer mittleren RIVA-
Stenose 11/14 bei einer hereditären Thrombophilie sowie einer generalisierten
Arteriosklerose erfolgt. Die Versicherte habe sich normoton und kardiopulmonal
kompensiert präsentiert. Die Ergometrie habe im Vergleich zur letzten Messung eine
Zunahme der weiterhin unterdurchschnittlichen Leistungsfähigkeit gezeigt. Bei
fehlenden pektanginösen Beschwerden im Alltag und der zunehmenden
Leistungsfähigkeit in der Ergometrie sei von einem stabilen Verlauf der koronaren
Herzerkrankung auszugehen. Am 24. September 2015 hatten Fachärzte der Klinik für
Angiologie des Kantonsspitals St. Gallen angegeben (IV-act. 110-40), drei Monate nach
der Stent-Angioplastie der Aorta abdominalis hätten sich anamnestisch, klinisch und in
den einfach-apparativen Messungen sowie duplexsonographisch weitgehend normale
A.k.
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Befunde präsentiert. Die Versicherte habe keine Claudicatio intermittens mehr verspürt.
Somit sei von einem anhaltend erfolgreichen Interventionsergebnis auszugehen. Nach
der Sechsmonatskontrolle vom 10. Dezember 2015 hatten die Fachärzte derselben
Klinik am 15. Dezember 2015 über einen anhaltenden Interventionserfolg berichtet (IV-
act. 110-36). Anlässlich der Jahreskontrolle vom 30. August 2016 hatte eine Fachärztin
am 8. September 2016 mitgeteilt (IV-act. 110-22), es habe sich ein stabiler Befund mit
einer normalen arteriellen Perfusion der unteren und oberen Extremitäten beidseits
gezeigt. Passend dazu sei die Versicherte bezüglich belastungsabhängiger
Beinschmerzen, Armermüdung und Schwindel bei Armarbeit vollständig
beschwerdefrei, so dass weiterhin ein konservatives Vorgehen angezeigt sei. Am
28. September 2016 hatte ein Facharzt des Kantonsspitals St. Gallen über eine
kardiologische Verlaufskontrolle berichtet (IV-act. 110-18). Er hatte angegeben, klinisch
habe sich die Versicherte kardiopulmonal kompensiert präsentiert. In der
Echokardiographie habe sich eine leichtgradig eingeschränkte LV-Funktion (wohl: linker
Ventrikel) mit 49% gezeigt. In der Fahrradergometrie habe sich weiterhin eine deutlich
eingeschränkte Leistungsfähigkeit gezeigt. Der Abbruch sei wegen einer limitierenden
Dyspnoe erfolgt. Im Vergleich zur Voruntersuchung habe die Leistungsfähigkeit etwas
abgenommen. Hinweise für eine Progression der koronaren Herzkrankheit hätten sich
keine gefunden; die Dyspnoe sei am ehesten im Rahmen einer Dekonditionierung zu
werten. Der RAD-Arzt Dr. med. N._ notierte am 8. März 2017 nach Telefonaten mit
Dr. D._ und Dr. L._ (IV-act. 117), in somatischer Hinsicht habe sich der
Gesundheitszustand der Versicherten markant verbessert. Aus der Sicht von Dr. D._
sei die Versicherte zu 50% arbeitsfähig. Psychiatrisch werde die Versicherte seit Mitte
Januar 2017 ambulant durch Dr. O._ vom Psychiatrie-Zentrum M._ betreut.
Dr. L._ gehe nicht davon aus, dass die Versicherte im Laufe dieses Jahres in der
Lage sein werde, eine wirtschaftlich verwertbare Arbeitsfähigkeit wahrzunehmen.
Dr. N._ hielt eine Begutachtung für angezeigt, da der Gesundheitszustand der
Versicherten als stabil zu bezeichnen sei und sich im Fall "nichts mehr bewege". Am
3. Mai 2017 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit (IV-act. 112), dass eine
polydisziplinäre medizinische Untersuchung notwendig sei. Am 31. Mai 2017 gab sie
an (IV-act. 121), die Neurologie Toggenburg AG sei mit der Begutachtung beauftragt
worden. Am 5. Juli 2017 wurde die Versicherte im Kantonsspital St. Gallen im Auftrag
der Neurologie Toggenburg AG kardiologisch untersucht. Ein Facharzt berichtete am
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7. Juli 2017 (IV-act. 126), der BMI liege bei 43.0 kg/m . Klinisch habe sich die
Versicherte kardiopulmonal kompensiert präsentiert. In der Fahrradergometrie habe
sich eine leichte Verbesserung der Leistungsfähigkeit im Vergleich zur letzten Kontrolle
vor gut neun Monaten gezeigt. Insgesamt handle es sich um eine weiterhin
eingeschränkte Leistungsfähigkeit. Bezüglich einer Ischämie sei die Untersuchung
aussagekräftig. Die beklagten thorakalen Beschwerden hätten nicht reproduziert
werden können. Zusammenfassend sei von einem stabilen Verlauf der Herzkrankheit
auszugehen.
2
Am 13./26. Juni 2017 und am 17. Juli 2017 wurde die Versicherte durch die
Neurologie Toggenburg AG polydisziplinär (internistisch, kardiologisch, angiologisch
und psychiatrisch) untersucht. Im Gutachten vom 22. September 2017 gaben die
Sachverständigen an (IV-act. 129-53), sie hätten keine Diagnose mit Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit erhoben. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
nannten sie eine koronare Eingefässerkrankung (St. n. subakutem Myokardinfarkt
09/2014, Rekanalisation einer 95%igen Stenose des mittleren RIVA mittels DES
11/2014, Echokardiographie 09/2016: LVEF 49% [echokardiographisch biplan] bei
einer anterioren, anteroseptalen und mittventrikulären Akinesie sowie einer apikalen
Dyskinesie, Ergometrie 07/2017: Kein Hinweis für eine Belastungskoronarinsuffizient
bei einer eingeschränkten Leistungsfähigkeit), ein St. n. Morbus embolicus (bei
Thrombus im linken Ventrikel mit Teilinfarkt der rechten Niere, zwei Lakunen parietal
und frontal rechts, zwei postischämischen Läsionen Gyrus prae- und postcentralis
rechts sowie einer möglichen transienten Sigmaischämie), eine generalisierte
Arteriosklerose (St. n. Stent-PTA des Truncus brachiocephalicus rechts mit anhaltend
sehr gutem Interventionsergebnis [02/2015], periphere arterielle Verschlusskrankheit,
klinisches Stadium I nach Fontaine mit St. n. Stent-PTA der distalen Aorta abdominalis
[06/2015]), eine Adipositas Grad III (BMI 41.8, 111 kg bei 163 cm), eine arterielle
Hypertonie, eine Hyperlipidämie, eine Lipoprotein a-Erhöhung, eine Prädiabetes, eine
Thrombophilie mit heterozygoter Prothrombin-Gen-Mutation, ein St. n. einer gedeckt
perforierten Sigmadivertikulitis Hanson Stock IIa 10/2014, eine rezidivierend depressive
Störung, gegenwärtig leichte depressive Episode (ICD-10 F33.0) und eine Agoraphobie
mit Panikstörung (ICD-10 F41.0). Der internistische Gutachter führte aus (IV-
act. 129-14 f.), die Versicherte habe über eine tägliche Übelkeit, die regelmässig zum
A.l.
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Erbrechen führe, geklagt. Diese trete besonders dann auf, wenn sich die Versicherte
unter Zeitdruck oder Stress fühle. Belastungsabhängige Brustkorbenge oder
Kurzluftigkeit im Alltag, Palpitationen oder Synkopen bestünden nicht. Wenn die
Versicherte sich aufrege oder sich sehr anstrenge, werde es ihr manchmal "trümmelig".
Das Laufen sei viel besser geworden; die Claudicatio-Symptomatik bestehe nicht
mehr. In der Beurteilung hielt er fest, neben der wahrscheinlich durch psychogene
Faktoren ausgelösten häufigen Übelkeit mit Erbrechen und dem angegebenen
Schwindelgefühl liefere die Anamnese der Versicherten keinen sicheren Anhalt für eine
somatische Erkrankung. Bei der klinischen Untersuchung seien jedoch eine morbide
Adipositas und ein hypertoner Blutdruck aufgefallen. Darüber hinaus spreche der
HbA1c-Wert von 6.0% für eine prädiabetische Stoffwechsellage. Zudem sei die
Hypercholesterinämie mit der derzeitigen medikamentösen Therapie unzureichend
kontrolliert. Neben einer morbiden Adipositas bestehe aus rein allgemeinmedizinisch-
internistischer Sicht ohne die Berücksichtigung der kardiologischen und
angiologischen Diagnosen keine versicherungsmedizinisch relevanten Erkrankungen. In
der bisherigen Tätigkeit als Vertriebsassistentin bzw. als technische Operatrice,
entsprechend einer körperlich sehr leichten, überwiegend im Sitzen ausgeübten
Tätigkeit, bestehe seit jeher eine vollständige Arbeitsfähigkeit. Der internistische
Gutachter war zugleich auch der kardiologische Gutachter. Im kardiologischen
Teilgutachten hielt er fest (IV-act. 129-21 ff.), die Versicherte sei im Alltag ohne kardiale
Beschwerden. Bei der zuletzt im September 2016 durchgeführten Echokardiographie
habe sich die linksventrikulierte Ejektionsfraktion mit 49% im Vergleich zu den
Voruntersuchungen leicht verbessert gezeigt. Auch die aktuell durchgeführte
Ergometrie habe eine im Verlauf leicht verbesserte Belastungskapazität ohne Anhalt für
eine Belastungskoronarinsuffizienz gezeigt. Die eingeschränkte ergometrische
Leistungsfähigkeit sei am ehesten im Rahmen einer Dekonditionierung bei einer
massiven Adipositas zu sehen. Insgesamt ergebe sich kein Anhalt für einen Progress
der koronaren Eingefässerkrankung. Mit Ausnahme einer befristeten Arbeitsunfähigkeit
vom 29. Oktober 2014 bis zum 31. Dezember 2014 aufgrund der akuten Erkrankung
und der sich anschliessenden stationären Rehabilitation sowie von kurzzeitigen
Arbeitsunfähigkeiten im Februar 2015 und im Juni 2015 aufgrund der elektiven
angioplastischen Eingriffe bestehe seit jeher und fortdauernd für die Tätigkeit als
Vertriebsassistentin bzw. als technische Operatrice entsprechend einer körperlich sehr
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leichten, überwiegend im Sitzen ausgeübten Tätigkeit eine vollständige
Arbeitsfähigkeit. Der angiologische Gutachter erklärte (IV-act. 129-32 ff.), in der Zeit
von Januar 2014 bis zum Juli 2015 hätten der Versicherten aufgrund der
Durchblutungsstörung im Bereich der Beine keine längeren Gehstrecken zugemutet
werden können. Bis im Februar 2015 seien zudem das Heben von Gewichten über drei
Kilogramm sowie das Überkopfarbeiten mit dem rechten Arm nicht möglich gewesen.
Seit den Interventionen im Februar 2015 und im Juli (recte: Juni) 2015 sei die
Versicherte durch die Arteriosklerose nicht mehr beeinträchtigt. Die peripheren
Embolisationen in die Niere und das Gehirn hätten zu keinen versicherungsmedizinisch
relevanten Beeinträchtigungen geführt. In der Familienanamnese hielt er ausserdem
fest, die Versicherte sei adoptiert worden. Der angiologische Gutachter kam zum
Schluss, dass in der Tätigkeit als Vertriebsassistentin seit jeher eine vollständige
Arbeitsfähigkeit bestehe. Die in der Zeit von Januar 2014 bis Juli 2015 bestehenden
funktionellen Beeinträchtigungen seitens der oberen und unteren Extremität seien für
die angestammte Tätigkeit nicht von Relevanz. Die Versicherte habe zuletzt eine ganz
überwiegend sitzende, ganz vereinzelt auch stehende Tätigkeit ausgeübt. Der
psychiatrische Gutachter gab an (IV-act. 129-36 ff.), die Versicherte habe als aktuelle
Beschwerden Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, eine hypochondrische Neigung und eine
wiederkehrende Ohnmacht genannt. Sie fühle sich vollständig arbeitsunfähig. Nach der
Erledigung der Morgentoilette rede sie mit ihrem Ehemann; dieser gehe einkaufen. Sie
koche zum Teil allein und zum Teil mit seiner Unterstützung. Nach dem Mittagessen
müsse sie abliegen. Am Nachmittag halte sie sich im Garten auf; sie bemale Steine und
erledige Gartenarbeiten, soweit dies ohne Bücken möglich sei. Dann komme eine
Freundin zum Kaffee oder sie lese etwas. Um ca. 17.00 Uhr komme die Tochter nach
Hause. Ihr helfe sie bei den Hausaufgaben. Abends schaue sie fern. Die Hobbies seien
Schwimmen und Lesen. Der psychiatrische Gutachter führte aus, die
Beschwerdeführerin sei anlässlich der Untersuchung in einer subdepressiven Mittellage
und vermindert schwingungsfähig gewesen. Die Mimik und die Gestik seien
psychomotorisch reduziert gewesen. Die Konzentrationsfähigkeit sei demgegenüber
ungestört gewesen, ebenso das Kurzzeit- und das Langzeitgedächtnis. Das formale
Denken sei durchgehend geordnet und gut strukturiert gewesen; inhaltliche
Denkstörungen seien nicht festzustellen gewesen. Eine ausgeprägte Tendenz zur
Selbstbeobachtung körperlicher Vorgänge im Sinne einer
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Aufmerksamkeitsfokussierung habe bestanden. Das Mini-ICF habe ergeben, dass die
Flexibilität/Umstellungsfähigkeit leichtgradig und die Durchhaltefähigkeit leicht- bis
mittelgradig eingeschränkt seien. Eine Diagnose mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit könne nicht gestellt werden. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit ergäben sich eine rezidivierende depressive Episode (ICD-10 F22.0)
und eine Panikstörung (ICD-10 F41.0). Die Symptombeschreibung der Versicherten sei
differenziert und die Versicherte lasse sich medizinisch behandeln. Dennoch ergäben
sich aus der Diskrepanz zwischen der schweren subjektiven Beeinträchtigung und dem
weitgehend intakten psychosozialen Funktionsniveau bei der Alltagsbewältigung
Hinweise auf eine mangelnde Leistungsbereitschaft und auf eine Selbstlimitierung. Das
Scheitern der Wiedereingliederungsmassnahme sei überwiegend nicht durch das
psychische Störungsbild begründet. Die Fähigkeit zur Anpassung an Regeln und
Routinen und zur Planung und Strukturierung von Aufgaben, die Kontaktfähigkeit zu
Dritten und die Selbstbehauptungsfähigkeit sowie die Fähigkeit zu ausserberuflichen
Aktivitäten und die Kommunikationsfähigkeit stellten ebenso wie das soziale Netzwerk
und das Ausbildungsniveau mobilisierbare Ressourcen dar. Aus rein psychiatrischer
Sicht sei eine sofortige Wiedereingliederung in die angestammte Tätigkeit möglich und
medizinisch zumutbar. Wegen der längeren Arbeitsabstinenz sei eine stufenweise
Wiedereingliederung beginnend mit einem 50%-Pensum und einer Steigerung um 10%
monatlich zu empfehlen. Retrospektiv sei eine rezidivierend depressive Störung mit
einem unterschiedlichen Schweregrad der einzelnen Episoden nachvollziehbar, ebenso
eine Panikstörung, da die Versicherte Panikattacken bejaht habe. Ein somatisches
Syndrom sei nicht anzunehmen, weil die Versicherte adäquate somatische Befunde
habe, welche ihre körperlichen Beschwerden erklärten. Von Februar 2015 bis Juni 2015
und von Mai 2016 bis August 2016, also während der stationären Aufenthalte und der
anschliessenden Weiterbehandlung, denen die Diagnose einer mittelgradigen bzw.
einer mittel- bis schwergradigen depressiven Episode im Rahmen einer rezidivierend
depressiven Störung zugrunde gelegen hätten, habe eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit vorgelegen. In den übrigen Zeiten und ab dem Untersuchungstag bis
auf Weiteres sei eine vollständige Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit
anzunehmen, weil die Versicherte insgesamt nur geringe Einschränkungen in der
sozialen Teilhabe habe und weil die somatische Komorbidität bei den Einschätzungen
der Arbeitsfähigkeit immer wieder erwähnt worden sei. In der Konsensbeurteilung
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gaben die Gutachter an, als wesentlicher Gesundheitsschaden liessen sich die
koronare Eingefässerkrankung mit einem stattgehabten subakuten Vorderwandinfarkt,
eine generalisierte obliterierende Arteriosklerose, eine morbide Adipositas und eine
rezidivierende depressive Störung ausweisen. Diese Erkrankungen seien derzeit nicht
derart ausgeprägt, dass sie die Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin in ihrer
bisherigen Tätigkeit wesentlich einschränken würden. Eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit habe vom 29. Oktober 2014 bis zum 31. Dezember 2014 aufgrund
der akuten Erkrankung und der sich anschliessenden stationären Rehabilitation sowie
von Februar 2015 bis Juni 2015 und von Mai 2016 bis August 2016 aufgrund von
mittel- bis schwergradigen depressiven Episoden bestanden. Für die Zeiträume vor
Oktober 2014, von Juli 2015 bis April 2016 und seit September 2016 fortdauernd
könne eine vollständige Arbeitsfähigkeit für die Tätigkeit als Vertriebsassistentin bzw.
als technische Operatrice entsprechend einer körperlich sehr leichten, überwiegend im
Sitzen ausgeübten Tätigkeit ausgewiesen werden. Eine sofortige Wiedereingliederung
in die angestammte Tätigkeit sei medizinisch möglich und zumutbar. Aus
psychiatrischer Sicht sei wegen der längeren Arbeitsabstinenz eine stufenweise
Eingliederung, beginnend mit einem 50%-Pensum und einer Steigerung um 10%
monatlich zu empfehlen.
Der RAD-Arzt Dr. N._ notierte am 7. November 2017 (IV-act. 130), das
Gutachten sei umfassend und widerspruchsfrei und die versicherungsmedizinischen
Schlussfolgerungen könnten nachvollzogen werden.
A.m.
Mit einem Vorbescheid vom 21. November 2017 stellte die IV-Stelle der
Versicherten bei einem IV-Grad von 0% die Abweisung des Begehrens um eine Rente
in Aussicht (IV-act. 136). Zur Begründung hielt sie fest, gemäss dem medizinischen
Gutachten sei die Versicherte in der angestammten Tätigkeit als Vertriebsassistentin
wie in jeder anderen adaptierten Tätigkeit vollständig arbeitsfähig. Lediglich in der Zeit
vom 29. Dezember 2014 (recte: 29. Oktober 2014) bis zum 31. Dezember 2014 habe
eine vorübergehende Arbeitsunfähigkeit bestanden. Die Versicherte wandte am
8. Februar 2018 dagegen im Wesentlichen ein (IV-act. 143), das Profil der
angestammten Tätigkeit sei im Gutachten vom 22. September 2017 unvollständig
berücksichtigt worden. Die Gutachter seien von einer "sehr leichten" Tätigkeit
ausgegangen, obwohl sie den Gutachtern gegenüber angegeben habe, dass sie auch
A.n.
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B.
auf Messen gearbeitet und Meetings vorbereitet habe, wobei sie teilweise den ganzen
Tag habe stehen müssen. Ausserdem sei die Tätigkeit mit grossem Stress und
Zeitdruck bei gleichzeitig hohen Anforderungen an die Konzentrationsfähigkeit
verbunden gewesen. Der Wiedereingliederungsversuch vom 9. November 2015 bis
zum 19. Februar 2016 sei aus gesundheitlichen Gründen gescheitert. Die IV-Stelle habe
selber festgehalten, es bestehe keine verwertbare Arbeitsleistung im ersten
Arbeitsmarkt. Dieses Resultat sei objektiv erstellt. Damit bestehe ein Widerspruch zur
Arbeitsfähigkeitsschätzung der Gutachter. Die Gutachter hätten sich auch gar nicht mit
diesem Arbeitsversuch auseinandergesetzt. Zudem hätten sie der Wechselwirkung der
verschiedenen Diagnosen keine Rechnung getragen. Dies gelte auch für den Umstand,
dass eine Adipositas nicht ohne weiteres invaliditätsfremd sei (Urteile des
Bundesgerichts vom 19. September 2012, 8C_496/2012, E. 2.2; vom 24. Mai 2006,
I 787/05, E. 4.1; vom 17. August 2004, U 313/03, E. 2.1). Die
Arbeitsfähigkeitsschätzung im Gutachten widerspreche den Akten. Die Versicherte
verwies auf vom Hausarzt Dr. D._ attestierte Arbeitsunfähigkeiten. Der RAD-Arzt
Dr. N._ notierte am 12. März 2018 im Wesentlichen (IV-act. 145), am Gutachten sei
festzuhalten.
Mit einer Verfügung vom 16. März 2018 wies die IV-Stelle, entsprechend dem
Vorbescheid, das Rentenbegehren ab (IV-act. 146). Zu den Einwänden hielt sie fest, sie
habe diese dem RAD vorgelegt. Sie verwies auf die beigelegte Stellungnahme vom
12. März 2018. Demnach sei am Gutachten festzuhalten. Ein genauer Beschrieb der
Tätigkeit als Vertriebsassistentin liege vor, wobei eine uneingeschränkte
Arbeitsfähigkeit habe bestätigt werden können. Mit der Vollständigkeit des Gutachtens
sei auch zu begründen, weshalb nicht auf die anderslautenden Angaben des
Hausarztes abzustellen sei. Zu den Äusserungen der Eingliederungsberaterin sei
festzuhalten, dass deren Einschätzung der Arbeitsfähigkeit zu einem Zeitpunkt erfolgt
sei, zu dem noch kein unabhängiges Gutachten vorgelegen habe.
A.o.
Die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) erhob am 3. Mai 2018 eine
Beschwerde (act. G 1). Sie beantragte die Aufhebung der Verfügung vom 16. März
2018 und die Zusprache einer ganzen Rente mit Wirkung ab 1. Juli 2015. Eventualiter
B.a.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 15/32
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sei die Sache zur Vornahme ergänzender Abklärungen und zur anschliessenden
Neuverfügung über den Leistungsanspruch an die IV-Stelle (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) zurückzuweisen. Zudem beantragte sie die Gewährung der
unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsverbeiständung. Ergänzend zu den
Einwänden im Vorbescheidverfahren machte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen
geltend, die Beschwerdegegnerin habe in der Verfügung auf die Stellungnahme vom
RAD-Arzt Dr. N._ verwiesen. Sie habe es somit Dr. N._ überlassen, sich zu den
Einwänden zu äussern. Diese Begründung sei ungenügend und vermöge nicht zu
überzeugen. Des Weiteren sei Dr. N._ gemäss dem Medizinalberuferegister des
Bundesamts für Gesundheit Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH. Er sei damit
nicht Facharzt für die ihre gesundheitlichen Beeinträchtigungen betreffenden
massgebenden Disziplinen. Seine Abschlussbeurteilung vom 12. März 2018 stelle
daher lediglich eine Meinung dar. Zwischen den während des Abklärungsverfahrens
von der Beschwerdegegnerin und vom RAD objektiv festgestellten gesundheitlichen
Beeinträchtigungen und der Arbeitsfähigkeitsschätzung der Gutachter bestehe ein
Widerspruch. Der angefochtene Entscheid setze sich damit nicht hinreichend
auseinander. Die Beschwerdegegnerin habe im November 2015 ein sechsmonatiges
Aufbautraining von 50% veranlasst. Der RAD habe festgehalten, ihre Arbeitsfähigkeit
müsse erprobt werden, ihr Gesundheitszustand könne sich jederzeit verschlechtern.
Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit habe damals also noch keine verwertbare
Resterwerbsfähigkeit bestanden. Das Aufbautraining sei schliesslich aus
gesundheitlichen Gründen abgebrochen worden, wobei die Beschwerdegegnerin
explizit festgehalten habe, es bestehe keine verwertbare Arbeitsleistung im ersten
Arbeitsmarkt. Die Beschwerdegegnerin habe im angefochtenen Entscheid ausgeführt,
diese Beurteilung sei durch die Sachbearbeiterin erfolgt, ohne dass ein unabhängiges
Gutachten vorgelegen habe. Sie habe hierbei übersehen, dass im ganzen Verlauf des
Abklärungsverfahrens und der Eingliederungsmassnahme sowohl der RAD als auch
interne und externe Fachspezialisten der Eingliederung mitgewirkt hätten und die
Resultate des Eingliederungsversuchs nicht einfach von einer einzelnen
Bürosachbearbeiterin im Sinne einer Meinungsäusserung festgehalten worden sei. Die
Verfügung erweise sich auch vor diesem Hintergrund als unbegründet. Im
angefochtenen Entscheid sei auch nichts dagegen vorgebracht worden, dass sich die
Gutachter mit den Ergebnissen der Eingliederungsmassnahme nur ganz oberflächlich
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befasst hätten. Die Beschwerdegegnerin habe lediglich darauf hingewiesen, dass das
Gutachten schlüssig und nachvollziehbar sei und dass anderslautende Angaben des
Hausarztes an der uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit nichts änderten. Die im
Gutachten behauptete volle Arbeitsfähigkeit könne vor dem Hintergrund der Berichte
des Hausarztes nicht nachvollzogen werden. Auch in diesem Punkt sei der
angefochtene Entscheid nicht begründet. Der psychiatrische Gutachter habe ausser
Acht gelassen, dass sie als Kind adoptiert worden sei und zu ihren leiblichen Eltern
keinen Kontakt gehabt habe (vgl. das angiologische Teilgutachten). Dieser relevante
Umstand, unter welchem sie bis heute leide, hätte psychiatrischerseits nicht
ungewürdigt bleiben dürfen. Die Beschwerdegegnerin habe sich im angefochtenen
Entscheid nicht zur IV-Relevanz der Adipositas Grad III geäussert. Sie habe sich auch
nicht zum Beginn und zur Dauer der Arbeitsunfähigkeit gemäss Art. 28 IVG i.V.m. Art. 6
ATSG geäussert. Gemäss einem Bericht von Dr. med. O._, Facharzt für Psychiatrie
und Psychotherapie, vom 27. März 2018 habe kein deutliches depressives
Zustandsbild mehr bestanden. Dennoch habe er weiterhin ein neurasthenisches
Syndrom im Zusammenhang mit der schweren körperlichen Krankheit bestätigt.
Dr. O._ habe zur Feststellung der konkreten Einschätzung der Arbeits- und
Leistungsfähigkeit allenfalls ein gut strukturiertes Belastbarkeitstraining vorgeschlagen.
Demnach stehe keine verwertbare Resterwerbsfähigkeit fest. Dr. O._ habe sie am
11. April 2018 erneut in eine stationäre psychiatrische Behandlung einweisen müssen.
Ein dauerhaft stabiler Zustand sei somit nach wie vor nicht gegeben. Die
Beschwerdeführerin reichte den besagten Bericht ein. Dr. O._ hatte darin ausgeführt
(act. G 1.4), aktuell bestehe kein deutliches depressives Zustandsbild. Die
Beschwerdeführerin zeige jedoch weiterhin ein seit der somatischen Erkrankung
vorhandenes neurasthenisches Syndrom in der Form von Dünnhäutigkeit, geringer
Belastbarkeit mit Erschöpfbarkeit schon durch relativ geringfügige körperliche und
psychische Beanspruchung, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen sowie Unsicherheit
und Ängste bezüglich ihrer somatischen Situation. Diese Symptomatik sei primär auf
die schwere körperliche Erkrankung zurückzuführen, äussere sich aber auch auf
psychischer Ebene, was in der Begutachtung nicht berücksichtigt worden sei. Die
bisherigen medizinischen Abklärungen dürften für eine Feststellung der organischen
Befunde ausreichen. Zur Feststellung der damit verbundenen Fähigkeitsstörungen
wäre jedoch ein gut strukturiertes berufliches Belastbarkeitstraining notwendig.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 17/32
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Die Beschwerdegegnerin beantragte am 18. Juni 2018 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 5). Zur Begründung führte sie im Wesentlichen an, die
Beschwerdeführerin habe keine konkreten Gründe vorgebracht, um die Zuverlässigkeit
des Gutachtens in Zweifel zu ziehen. Die Berichte der behandelnden Ärzte seien
grundsätzlich nicht geeignet, den Beweiswert des Gutachtens zu erschüttern. Die
Gutachter hätten insbesondere eine Adipositas Grad III und eine rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig eine leichte Episode, diagnostiziert. Die
Beschwerdeführerin habe geltend gemacht, die Adipositas habe als invalidisierend zu
gelten. Die Gutachter hätten der Adipositas ausdrücklich keine Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit zugemessen. Die Gewichtsabnahme sei von den Gutachtern auch als
zumutbar und erfolgsversprechend gewertet worden. In Bezug auf die Diagnose der
depressiven Störung sei das Indikatorenverfahren gemäss BGE 141 V 281 zu
beachten. Dieses verdeutliche "keinerlei Einschränkung des funktionellen
Schweregrads und Inkonsistenzen", sodass von keinem invalidisierenden
Gesundheitsschaden ausgegangen werden könne.
B.b.
Das Versicherungsgericht bewilligte am 19. Juni 2018 das Gesuch um die
unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) für das Beschwerdeverfahren (act. G 6).
B.c.
Die Beschwerdeführerin machte in der Replik vom 7. September 2018 im Wesent
lichen ergänzend geltend (act. G 11), sie bestreite, dass sie keine konkreten Gründe
vorgebracht habe, um die Zuverlässigkeit des Gutachtens in Zweifel zu ziehen. Sie
verwies auf verschiedene Ausführungen in der Beschwerdeschrift. Des Weiteren führte
sie aus, die Diagnose Adipositas Grad III sei im Gutachten isoliert und nicht im
gesamten Kontext aller gesundheitlichen Störungen betrachtet worden. Die Annahme,
diese Diagnose wirke sich nicht auf ihre Arbeitsfähigkeit aus, sei unbegründet. Ihr
körperlicher und psychischer Gesundheitszustand sei instabil, was auch der weitere
Krankheitsverlauf aufzeige. Anfang Februar 2018 sei infolge des Todes ihrer Mutter
eine Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustands eingetreten. Auch ihr
körperlicher Zustand habe sich verschlechtert. Sie reichte dazu verschiedene
Arztberichte ein. Sie machte gestützt darauf geltend, die Gutachter hätten den
Gesundheitsschaden zu oberflächlich und zu optimistisch eingeschätzt. Gemäss einem
Bericht vom 9. April 2018 (act. G 11.1) hatte Dr. O._ die Beschwerdeführerin der
B.d.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 18/32
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Klinik K._ zur stationären Behandlung zugewiesen. Er hatte festgehalten, nach dem
Austritt aus der Tagesklinik sei die depressive Symptomatik über lange Zeit deutlich
gebessert gewesen. Die Beschwerdeführerin habe jedoch weiterhin ein
neurasthenisches Syndrom gezeigt. Die Erledigung der Hausarbeit sei weitgehend
selbstständig möglich gewesen und es seien auch punktuelle Sozialkontakte
ausserhalb der Familie erfolgt. Der Beginn der aktuellen Verschlechterung der
Depression mit einer in den letzten zwei Wochen erheblichen Zunahme des
Antriebsmangels falle mit dem Tod der Mutter vor zwei Monaten zusammen. In den
letzten Tagen habe sich die Beschwerdeführerin ganz zurückgezogen. Vom 11. April
2018 bis zum 13. Juni 2018 hatte sich die Beschwerdeführerin in der Klinik K._
aufgehalten. Die Fachpersonen hatten am 10. Juli 2018 als psychiatrische Diagnose
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig eine mittelgradige Episode
(ICD-10 F33.1), und eine absichtliche Selbstbeschädigung (ICD-10 X84.9) angegeben
(act. G 11.5). Sie hatten festgehalten, die depressive Episode habe nach dem Tod der
Mutter im Herbst 2017 begonnen. Im Verlauf habe sich eine Besserung gezeigt. Am
25. Mai 2018 hatte eine Fachärztin der Klinik für Angiologie des Kantonsspitals
St. Gallen berichtet (act. G 11.2), die Beschwerdeführerin habe angegeben, dass sie
seit Oktober 2017 schleichend wieder mehr Beschwerden im Bereich der unteren
Extremitäten habe. Seit Januar 2018 hätten die Beschwerden stark zugenommen und
seit zwei Wochen hätten sich diese nochmals verstärkt. Aktuell müsse sie nach zehn
bis zwanzig Metern "Laufen" eine Pause einlegen. Die Fachärztin hatte als Befund
einen Verdacht auf eine hochgradige Rezidivstenose im Bereich der Aorta abdominalis
mit einer distal schweren, aber nicht kritisch eingeschränkten arteriellen Perfusion
festgehalten. Am 20. Juni 2018 hatte eine Fachärztin der Klinik für Gefässchirurgie des
Kantonsspitals St. Gallen die Diagnose einer hochgradigen Rezidivstenose der Aorta
abdominalis auf dem Boden einer In-Stent Stenose, welche schwer symptomatisch sei,
mitgeteilt (act. G 11.3). Die Beschwerdeführerin habe in der Untersuchung vom 14. Juni
2018 über nochmals verstärkte Beinschmerzen berichtet. Gemäss einem
Austrittsbericht der Klinik für Gefässchirurgie des Kantonsspitals St. Gallen vom 26. Juli
2018 (act. G 11.4) war die Beschwerdeführerin am 20. Juli 2018 an der Aorta operiert
worden.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 9. Oktober 2018 auf eine Duplik (act.
G 13).
B.e.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 19/32
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Erwägungen
1.
Die Beschwerdegegnerin hat mit der angefochtenen Verfügung vom 16. März 2018
einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin bei einem IV-Grad von 0% verneint.
Strittig ist somit, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Invalidenrente hat.
2.
3.
Die Beschwerdeführerin hat in verschiedener Hinsicht gerügt, die Verfügung sei
unzureichend begründet. Sie hat damit implizit eine Verletzung von Art. 49 Abs. 3
ATSG geltend gemacht. Des Weiteren hat sie vorgebracht, die Beschwerdegegnerin
habe in der Verfügung auf die Stellungnahme vom RAD-Arzt Dr. N._ verwiesen und
es damit Dr. N._ überlassen, sich zu den Einwänden zu äussern. Diese Begründung
sei ungenügend und vermöge nicht zu überzeugen. Des Weiteren sei Dr. N._ gemäss
Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40% invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende
oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG,
SR 830.1). Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten
auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
2.1.
Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich
durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen,
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares
Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte,
wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
2.2.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 20/32
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dem Medizinalberuferegister des Bundesamts für Gesundheit Facharzt für Allgemeine
Innere Medizin FMH. Er sei damit nicht Facharzt für die bezüglich der gesundheitlichen
Beeinträchtigungen massgebenden Disziplinen. Seine Abschlussbeurteilung vom
12. März 2018 stelle daher lediglich eine Meinung dar. Im Folgenden ist zunächst zu
prüfen, ob die Beschwerdegegnerin die Begründungspflicht verletzt hat. Eine
Begründung muss wenigstens kurz die Überlegungen nennen, von denen sich die
Behörde hat leiten lassen und auf welche sich ihr Entscheid stützt. Dabei ist es nicht
erforderlich, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt
und jedes einzelne Vorbringen widerlegt. Sie kann sich vielmehr auf die für den
Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Die Begründung muss also so abgefasst
sein, dass sich die betroffene Person über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft
ablegen und die Verfügung sachgerecht anfechten kann (BGE 136 I 236, E. 5.2; 133 I
277, E. 3.1). Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung
vom 16. März 2018 Ausführungen zum Resultat der medizinischen und der
erwerblichen Abklärungen gemacht. Sie hat sich zur Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin geäussert und einen Einkommensvergleich vorgenommen. Des
Weiteren hat sie zu den Einwänden im Vorbescheidverfahren – im Gutachten sei das
Tätigkeitsprofil der angestammten Tätigkeit unvollständig berücksichtigt worden, die
Beschwerdegegnerin habe selber festgehalten, es bestehe keine verwertbare
Arbeitsleistung auf dem ersten Arbeitsmarkt und die Arbeitsfähigkeitsschätzung der
Gutachter widerspreche den Akten – Stellung genommen. Die Beschwerdegegnerin hat
zudem nochmals ausdrücklich festgehalten, dass auf das Gutachten abzustellen sei.
Sie hat damit dem Einwand, die Gutachter hätten den Wechselwirkungen der
Diagnosen keine Rechnung getragen, was auch für den Umstand gelte, dass eine
Adipositas nicht ohne weiteres invaliditätsfremd sei, die Überzeugungskraft des
Gutachtens gegenübergestellt. Der Verweis auf die Stellungnahme des RAD-Arztes
Dr. N._ vom 12. März 2018 hat sich also nur auf dessen Würdigung der
Überzeugungskraft des Gutachtens bezogen. Zusammenfassend ist der
Beschwerdeführerin die sachgerechte Anfechtung der Verfügung ohne weiteres
möglich gewesen. Die Beschwerdegegnerin hat die Begründungspflicht also nicht
verletzt. Der Einwand der Beschwerdeführerin, dass die Abschlussbeurteilung des RAD
vom 12. März 2018 lediglich eine Meinungsäusserung darstelle, ist zutreffend, denn es
ist die Aufgabe des RAD, ein von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebenes
Gutachten aus medizinischer Sicht auf seinen Beweiswert zu würdigen. Die
Beschwerdeführerin vermag aus diesem Einwand deshalb nichts zu ihren Gunsten
abzuleiten.
4.
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Die Beschwerdeführerin hat eine Ausbildung zur technischen Operatrice gemacht und
anschliessend während knapp zehn Jahren eine Bürotätigkeit (Telefonistin,
Sachbearbeiterin) ausgeübt. Infolge Mutterschaft ist sie dann einige Jahre nicht
erwerbstätig gewesen. Nach einer mehrjährigen Tätigkeit als Tagesmutter und als
Mitarbeiterin in einer Einzieherei hat sie ab Juli 2013 wieder eine Bürotätigkeit ausgeübt
und zwar als Vertriebsassistentin bei der C._. Der letzte Arbeitstag ist am 29. Oktober
2014 und somit an dem Tag, an welchem die Beschwerdeführerin notfallmässig in das
Kantonsspital St. Gallen, eingetreten ist, gewesen. Das in der Invalidenversicherung
versicherte Gut, die "Validität", entspricht der Erwerbsfähigkeit der versicherten
Person, das heisst deren Erwerbsmöglichkeiten auf dem allgemeinen und
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG e contrario). Aufgrund der Ausbildung
und der langjährigen Bürotätigkeit entspricht die Erwerbsfähigkeit der
Beschwerdeführerin einer Tätigkeit als Büroangestellten. Damit ist es überwiegend
wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin ohne die gesundheitlichen
Beeinträchtigungen weiterhin eine Tätigkeit als Büroangestellte ausgeübt hätte. Diese
Tätigkeit stellt die Validenkarriere dar. Als Valideneinkommen ist deshalb das bei der
C._ zuletzt erzielte Jahreseinkommen von Fr. 61'800.-- abzüglich des Bonus von
Fr. 2'000.--, also von Fr. 59'800.--, einzusetzen. Der Bonus bildet nicht Bestandteil des
Valideneinkommens, da er keinen Zusammenhang mit der erwerblichen
Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin gehabt hat, sondern allein vom
Unternehmenserfolg abhängig gewesen ist.
5.
Um das zumutbare Invalideneinkommen ermitteln zu können, ist massgebend, ob
und falls ja in welchem Ausmass die Beschwerdeführerin in ihrer Arbeitsfähigkeit
eingeschränkt ist. Der verbliebene Arbeitsfähigkeitsgrad muss also mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehen. Die
Beschwerdegegnerin hat dazu die Neurologie Toggenburg AG mit der Erstellung eines
polydisziplinären Gutachtens (internistisch, kardiologisch, angiologisch und
psychiatrisch) beauftragt. Im Gutachten vom 22. September 2017 haben die
Sachverständigen angegeben (IV-act. 129-56), eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
habe vom 29. Oktober 2014 bis zum 31. Dezember 2014 aufgrund der akuten
Erkrankung und der sich anschliessenden stationären Rehabilitation sowie von Februar
2015 bis Juni 2015 und von Mai 2016 bis August 2016 aufgrund von mittel- bis
schwergradigen depressiven Episoden bestanden. In den Zeiträumen vor Oktober
2014, von Juli 2015 bis April 2016 und ab September 2016 habe eine vollständige
Arbeitsfähigkeit in der Tätigkeit als Vertriebsassistentin bzw. als technische Operatrice
5.1.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 22/32
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entsprechend einer körperlich sehr leichten, überwiegend im Sitzen ausgeübten
Tätigkeit bestanden. Strittig und im Folgenden zu prüfen ist, ob dem Gutachten voller
Beweiswert zukommt, ob es also die angegebene Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
belegt.
Ein Gutachten hat vollen Beweiswert, wenn es für die streitigen Belange
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation
einleuchtet und wenn die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (BGE 125 V
352, E. 3a). Notwendig ist zudem, dass der psychiatrische Gutachter die vom
Bundesgericht in Bezug auf anhaltende somatoforme Schmerzstörungen und
vergleichbare psychosomatische Leiden aufgestellten und später auf alle psychischen
Erkrankungen, insbesondere auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen,
anwendbar erklärten Standardindikatoren berücksichtigt hat (vgl. BGE 141 V 281; 143
V 409 und 143 V 418).
5.2.
Alle Sachverständigen der Neurologie Toggenburg AG haben die
Beschwerdeführerin persönlich untersucht und deren subjektive Klagen aufgenommen.
Sie haben die objektiven klinischen Befunde wiedergegeben, umfassende Kenntnis von
den Vorakten gehabt und diese gewürdigt. Gestützt auf ihre Befunde haben sie die
Diagnosen gestellt und ihre Beurteilung zur Arbeitsfähigkeit, inklusive eine
Konsensbeurteilung, abgegeben. Das Gutachten weist keine Widersprüche auf.
Insbesondere haben alle Sachverständigen nachvollziehbar dargelegt, dass sie keine
Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit haben erheben können. Der
internistische Gutachter hat als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine Adipositas Grad III, eine arterielle Hypertonie, einer Hyperlipidämie, eine
Lipoprotein a-Erhöhung und einen Prädiabetes angegeben. Da die Tätigkeit als
Büroangestellte einer körperlich sehr leichten Tätigkeit entspricht, ist es ohne weiteres
nachvollziehbar, dass diese Diagnosen keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
bewirkt haben. Der internistische Gutachter, der auch die kardiologische Untersuchung
durchgeführt hat, hat im Weiteren schlüssig dargelegt, dass aus kardiologischer Sicht
im Untersuchungszeitpunkt kein Anhalt für einen Progress der koronaren
Eingefässerkrankung bestanden hat und dass die Beschwerdeführerin im Alltag ohne
kardiale Beschwerden gewesen ist. Aus kardiologischer Sicht ist der
Gesundheitszustand also stabil gewesen. Damit ist auch seine
Arbeitsfähigkeitsschätzung, wonach die Beschwerdeführerin mit Ausnahme einer
5.3.
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befristeten Arbeitsunfähigkeit vom 29. Oktober 2014 bis zum 31. Dezember 2014
aufgrund der akuten Erkrankung und der sich anschliessenden stationären
Rehabilitation sowie von kurzzeitigen Arbeitsunfähigkeiten im Februar 2015 und im Juni
2015 aufgrund der elektiven angioplastischen Eingriffe seit jeher und fortdauernd für
die Tätigkeit als Vertriebsassistentin bzw. als technische Operatrice entsprechend einer
körperlich sehr leichten, überwiegend im Sitzen ausgeübten Tätigkeit vollständig
arbeitsfähig gewesen ist, nachvollziehbar. Der angiologische Gutachter hat ebenfalls
plausibel erklärt, dass die Beschwerdeführerin seit den Interventionen im Februar 2015
und im Juni 2015 durch die Arteriosklerose nicht mehr beeinträchtigt gewesen ist und
dass in der Tätigkeit als Vertriebsassistentin aus angiologischer Sicht seit jeher eine
vollständige Arbeitsfähigkeit bestanden hat. Der psychiatrische Gutachter hat
schliesslich nachvollziehbar festgehalten, dass die Beschwerdeführerin im
Untersuchungszeitpunkt an einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig
einer leichten Episode (ICD-10 F33.0), und an einer Panikstörung (ICD-10 F41.0)
gelitten hat. Im Weiteren hat er auf eine Diskrepanz zwischen der subjektiven
Krankheitsüberzeugung der Beschwerdeführerin und dem weitgehend intakten
psychosozialen Funktionsniveau bei der Alltagsbewältigung hingewiesen und erklärt,
dies weise auf eine mangelnde Leistungsbereitschaft und eine Selbstlimitierung hin. Er
hat sich auch zu den Standardindikatoren, insbesondere zu den Ressourcen und zur
Konsistenz, geäussert. Im Rahmen der Würdigung der Vorakten hat er erklärt,
retrospektiv sei eine rezidivierende depressive Störung mit einem unterschiedlichen
Schweregrad der einzelnen Episoden nachvollziehbar. Ebenso sei eine Agoraphobie
mit einer Panikstörung nachvollziehbar, da die Beschwerdeführerin Panikattacken
bejaht habe, wenn viele Menschen anwesend seien und wenn sie alleine unterwegs sei.
Auch wenn die Ausführungen betreffend die Vorakten relativ kurz ausgefallen sind, ist
davon auszugehen, dass der psychiatrische Gutachter alle Vorakten sorgfältig
gewürdigt hat. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin hat er
festgehalten, von Februar 2015 bis Juni 2015 und von Mai 2016 bis August 2016, also
während der stationären Aufenthalte und der anschliessenden Weiterbehandlung,
denen die Diagnose einer mittelgradigen bzw. einer mittel- bis schwergradigen
depressiven Episode im Rahmen einer rezidivierend depressiven Störung zugrunde
gelegen hätten, habe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vorgelegen. In den übrigen
Zeiten und ab dem Untersuchungstag bis auf Weiteres sei eine vollständige
Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit anzunehmen, weil die
Beschwerdeführerin insgesamt nur geringe Einschränkungen in der sozialen Teilhabe
habe und weil (wohl von den behandelnden Psychiatern) die somatische Komorbidität
bei den Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit immer wieder erwähnt worden sei. Diese
Ausführungen des psychiatrischen Gutachters sind schlüssig, zumal sich die
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Beschwerdeführerin im Zeitraum vom Juli 2015 bis zum April 2016 nicht in einer
psychiatrischen Behandlung befunden hat. Damit ist auch die in der
Konsensbeurteilung abgegebene Arbeitsfähigkeitsschätzung nachvollziehbar.
Zu prüfen bleibt, ob die Einwände der Beschwerdeführerin Zweifel am Gutachten
zu wecken vermögen.
5.4.
Die Beschwerdeführerin hat geltend gemacht, im Gutachten sei das Profil der
angestammten Tätigkeit unvollständig berücksichtigt worden. Die Gutachter seien von
einer "sehr leichten" Tätigkeit ausgegangen, obwohl sie den Gutachtern gegenüber
angegeben habe, dass sie auch auf Messen gearbeitet und Meetings vorbereitet habe,
wobei sie teilweise den ganzen Tag habe stehen müssen. Ausserdem sei die Tätigkeit
mit grossem Stress und Zeitdruck bei gleichzeitig hohen Anforderungen an die
Konzentrationsfähigkeit verbunden gewesen. Aus dem Arbeitgeberbericht der C._
vom 30. Januar 2015 ist ersichtlich (IV-act. 16), dass die Tätigkeit normale Büroarbeiten
mit Arbeiten am Bildschirm und dem Führen von Telefonaten umfasst hat. Dies hat die
Beschwerdeführerin überwiegend sitzend ausüben können. Auch aus der
Tätigkeitsbeschreibung vom 30. Juli 2015 ergibt sich (IV-act. 80-37), dass die
Beschwerdeführerin an einem Sitz-/ Bildschirmarbeitsplatz gearbeitet hat. Eine
Messetätigkeit ist nicht genannt worden. Selbst wenn sie an einigen Messen im Jahr
ganztägig hat stehen müssen oder zur Vorbereitung von Meetings vermehrt hat gehen
müssen, ist dies in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit nicht relevant, weil es bei einer
Jahresarbeitszeit von circa 230 Tagen und einer Messetätigkeit von einigen Tagen im
Jahr unverhältnismässig wäre, der möglichen Überforderung an den Messen bei der
Arbeitsfähigkeitsschätzung Raum zu geben. An Messen gibt es im Übrigen nach der
allgemeinen Lebenserfahrung immer wieder die Gelegenheit abzusitzen. Warum sich
die Beschwerdeführerin bei der Vorbereitung von Meetings nicht immer wieder sollte
hinsetzen können, ist nicht einzusehen. Dass die Konzentrationsfähigkeit und das
Kurzzeit- und das Langzeitgedächtnis nicht eingeschränkt sind, ergibt sich aus den
überzeugenden Ausführungen im Gutachten. Dieser Einwand der Beschwerdeführerin
ist damit nicht stichhaltig.
5.4.1.
Die Beschwerdeführerin hat des Weiteren vorgebracht, es bestehe ein
Widerspruch zwischen den während des Abklärungsverfahrens von der
Beschwerdegegnerin und vom RAD objektiv festgestellten gesundheitlichen
Beeinträchtigungen und der Arbeitsfähigkeitsschätzung der Gutachter. Im November
2015 sei ihr eine Kostengutsprache für ein sechsmonatiges Aufbautraining von 50%
erteilt worden. Der RAD habe festgehalten, ihre Arbeitsfähigkeit müsse erprobt werden,
5.4.2.
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ihr Gesundheitszustand könne sich jederzeit verschlechtern. Mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit habe damals also noch keine verwertbare Resterwerbsfähigkeit
bestanden. Das Aufbautraining sei schliesslich aus gesundheitlichen Gründen
abgebrochen worden, wobei die Beschwerdegegnerin explizit festgehalten habe, es
bestehe keine verwertbare Arbeitsleistung im ersten Arbeitsmarkt. Die Gutachter hätten
sich mit den Ergebnissen der Eingliederungsmassnahme auch nur ganz oberflächlich
befasst. Soweit die Beschwerdeführerin damit geltend machen will, die
Arbeitsfähigkeitsschätzung der Gutachter widerspreche der im Arbeitsversuch
demonstrierten Arbeitsfähigkeit, ist dem entgegenzuhalten, dass unabhängig davon,
was das Ziel der beruflichen Eingliederungsmassnahme gewesen sein mag, eine
solche Massnahme bei einer bestehenden subjektiven Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung
für die Bemessung der Arbeitsfähigkeit nie ein objektives Resultat liefern kann. Dieser
Arbeitsversuch ist somit nicht geeignet gewesen, die damals bestehende objektive
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin zu belegen. Damit ist es für die Gutachter
auch nicht nötig gewesen, sich im Detail mit dieser Eingliederungsmassnahme
auseinanderzusetzen. Auf die von der Eingliederungsverantwortlichen nach dem
Abbruch des Aufbautrainings geäusserte Einschätzung kann demzufolge nicht
abgestellt werden. Die Beschwerdeführerin hat des Weiteren auf vom Gutachten
abweichende Arbeitsfähigkeitsschätzungen des Hausarztes Dr. D._ hingewiesen.
Diese Arbeitsfähigkeitsschätzungen vermögen die verbliebene Arbeitsfähigkeit jedoch
nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu belegen, denn es
ist der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass behandelnde Ärzte aufgrund ihrer
auftragsrechtlichen Vertrauensstellung im Zweifel eher zugunsten ihrer Patienten
auszusagen pflegen und dazu neigen, die pessimistischen Beschwerdeschilderungen
ihrer Patienten als objektiv ausgewiesen zu qualifizieren (vgl. BGE 125 V 353, E. 3b.cc;
Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 5. April 2004, I814/03, E. 2.4.2).
Die Beschwerdeführerin hat eingewendet, die Gutachter hätten der
Wechselwirkung der verschiedenen Diagnosen keine Rechnung getragen. Dies gelte
auch für den Umstand, dass eine Adipositas nicht ohne weiteres invaliditätsfremd sei.
Der psychiatrische Gutachter habe zudem nicht berücksichtigt, dass sie als Kind
adoptiert worden sei und zu ihren leiblichen Eltern keinen Kontakt pflege. Auch diese
Einwände der Beschwerdeführerin vermögen den Beweiswert des Gutachtens nicht zu
erschüttern: Die Gutachter sind im Rahmen einer Konsensbeurteilung zum Ergebnis
gelangt, dass die gesundheitlichen Beeinträchtigungen nicht derart ausgeprägt seien,
dass sie die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in ihrer bisherigen Tätigkeit
wesentlich einschränken würden. Sie haben sich also im Rahmen einer
5.4.3.
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Gesamtbetrachtung mit den verschiedenen Diagnosen auseinandergesetzt.
Insbesondere hat der psychiatrische Gutachter seine Beurteilung in Kenntnis der
somatischen Diagnosen abgegeben. Sie haben damit dem Aspekt der möglichen
Wechselwirkung von Diagnosen Rechnung getragen. Die Tatsache, dass der
psychiatrische Gutachter die Adoption der Beschwerdeführerin nicht erwähnt hat,
weckt keine Zweifel am Beweiswert des psychiatrischen Teilgutachtens, denn es ist
ohne weiteres davon auszugehen, dass der psychiatrische Gutachter das
angiologische Teilgutachten gelesen hat und damit über die Adoption und über das
(fehlende) Verhältnis zu den leiblichen Eltern informiert gewesen ist, dem aber in Bezug
auf den psychischen Gesundheitszustand keine Bedeutung beigemessen hat. Zum
Vorbringen, dass eine Adipositas in gewissen Fällen zu einer Invalidität führen könne,
ist Folgendes festzuhalten: Nach der Auffassung des Bundesgerichts bewirkt eine
Adipositas grundsätzlich keine zu Rentenleistungen berechtigende Invalidität, wenn sie
nicht körperliche oder geistige Schäden verursacht und nicht die Folge von solchen
Schäden ist. Liegen diese Voraussetzungen nicht vor, ist sie unter Berücksichtigung
der besonderen Gegebenheiten des Einzelfalls dennoch als invalidisierend zu
betrachten, wenn sie weder durch geeignete Behandlung noch durch zumutbare
Gewichtsabnahme auf ein Mass reduziert werden kann, bei welchem das Übergewicht
in Verbindung mit allfälligen Folgeschäden keine voraussichtlich bleibende oder längere
Zeit dauernde Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit zur Folge hat (Urteil des
Bundesgerichts vom 19. September 2012, 8C_496/2012, E. 2.2). Der erste Satz kann
nur so verstanden werden, dass ein Gesundheitsschaden in der Form einer Adipositas
nur invalidisierend sein kann, wenn er eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hat (vgl.
Urteil des Bundesgerichts vom 24. Mai 2006, I 787/05, E. 4.1). Massgebend ist also
stets, dass die Adipositas zu einer Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit geführt hat.
Vorliegend besteht die der Beschwerdeführerin zumutbare Erwerbstätigkeit nach wie
vor in einer Tätigkeit als Büroangestellten und damit in einer körperlich sehr leichten,
überwiegend sitzend ausgeübten Tätigkeit. Die Einschätzung der Gutachter, dass die
morbide Adipositas keinen Einfluss auf die verbliebene Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin hat, überzeugt deshalb ohne weiteres. Im Übrigen hat bereits im
Zeitpunkt der Hospitalisation vom 29. Oktober 2014 eine Adipositas bestanden (vgl. IV-
act. 110-86), also zu einem Zeitpunkt, in dem die Beschwerdeführerin noch
vollerwerbstätig gewesen ist. Dass sich die Adipositas auf die weiteren somatischen
Erkrankungen in der Zukunft ungünstig auswirken könnte und deshalb eine
Gewichtsreduktion anzustreben ist, vermag daran offensichtlich nichts zu ändern.
Die Beschwerdeführerin hat im Rahmen des Beschwerdeverfahrens mehrere
Arztberichte eingereicht. Sie hat gestützt darauf geltend gemacht, ihr
5.5.
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Gesundheitszustand sei instabil respektive er habe sich verschlechtert. Die Gutachter
hätten den Gesundheitsschaden somit zu oberflächlich und zu optimistisch
eingeschätzt. Im Folgenden ist zu prüfen, ob mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit vor dem Erlass der angefochtenen Verfügung vom 16. März 2018
eine Verschlechterung des Gesundheitszustands eingetreten ist, die eine Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin haben könnte.
Aus dem Bericht von Dr. O._ vom 27. März 2018 (act. G 1.4) ergibt sich, dass
zu diesem Zeitpunkt bei der Beschwerdeführerin kein deutliches depressives
Zustandsbild bestanden hat. Die Beschwerdeführerin hat vielmehr ein
neurasthenisches Syndrom in der Form von Dünnhäutigkeit, geringer Belastbarkeit mit
Erschöpfbarkeit schon durch relativ geringfügige körperliche und psychische
Beanspruchung, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen sowie Unsicherheit und Ängste
bezüglich ihrer somatischen Situation gezeigt. Am 9. April 2018 hat Dr. O._ die
Beschwerdeführerin der Klinik K._ zur erneuten Hospitalisation zugewiesen (act.
G 11.1). Gemäss diesem Bericht ist die depressive Symptomatik nach dem Austritt aus
der Tagesklinik über lange Zeit gebessert gewesen. Erst mit dem Tod der Mutter der
Beschwerdeführerin im Februar 2018 hat sich die depressive Symptomatik zu
verschlechtern begonnen. Der Antriebsmangel hat zwei Wochen vor der
Berichterstellung erheblich zugenommen; in den letzten Tagen vor dem Eintritt in die
Klinik K._ hat sich die Beschwerdeführerin ganz zurückgezogen. Im Bericht der Klinik
K._ vom 10. Juli 2018 (act. G 11.5) haben die Fachpersonen die Diagnose einer
rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig eine mittelgradige Episode (ICD-10
F33.1), aufgeführt. Als Beginn dieser depressiven Episode haben sie den Tod der
Mutter der Beschwerdeführerin im Herbst 2017 angegeben. Gestützt auf diese Berichte
ist eine mögliche Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustands mit einer
potentiellen Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erst nach dem Zeitpunkt der
angefochtenen Verfügung vom 16. März 2018 eingetreten, nämlich frühestens zwei
Wochen vor dem 9. April 2018, also am 26. März 2018, als der Antriebsmangel
begonnen hat zuzunehmen und sich die Beschwerdeführerin schliesslich ganz
zurückgezogen hat. Die Angabe im Bericht der Klinik K._, wonach die Mutter der
Beschwerdeführerin im Herbst 2017 verstorben sei, muss ein Versehen sein, denn die
Beschwerdeführerin hat angegeben (act. G 11 Seite 6), ihre Mutter sei Anfang Februar
2018 verstorben. Anzufügen bleibt, dass die im Bericht vom 27. März 2018 von
Dr. O._ geäusserte Kritik am Gutachten, wonach die Gutachter nicht berücksichtigt
hätten, dass die neurasthenische Symptomatik primär auf die schwere körperliche
5.5.1.
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Erkrankung zurückzuführen sei, sich aber auch auf psychischer Ebene äussere,
mangels weiterführender Erklärung nicht nachvollziehbar ist.
In somatischer Hinsicht haben die Beschwerden im Bereich der unteren
Extremitäten gemäss den Selbstangaben der Beschwerdeführerin anlässlich einer
angiologischen Untersuchung im Kantonsspital St. Gallen vom 22. Mai 2018 seit
Oktober 2017 schleichend zugenommen; seit Januar 2018 hätten diese stark
zugenommen und in den zwei Wochen vor der Untersuchung hätten sich diese
nochmals verstärkt. Die schmerzfreie Gehstrecke habe im Untersuchungszeitpunkt
zehn bis zwanzig Meter betragen (act. G 11.2). Die Fachärztin hat im Bericht vom
25. Mai 2018 einen Verdacht auf eine hochgradige Rezidivstenose im Bereich der Aorta
abdominalis festgehalten. Gemäss den weiteren Berichten des Kantonsspitals
St. Gallen vom 20. Juni 2018 und 26. Juli 2018 (act. G 11.3, 11.4) hat sich der Verdacht
bestätigt und die Beschwerdeführerin ist am 20. Juli 2018 an der Aorta operiert
worden. Gestützt auf diese Berichte ist eine mögliche Verschlechterung des
Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin frühestens seit der Untersuchung vom
22. Mai 2018 und damit nach dem Erlass der angefochtenen Verfügung objektiv
ausgewiesen. Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerden im Bereich der unteren
Extremitäten bereits im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung so stark
gewesen wären, dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin eingeschränkt
gewesen wäre, bestehen nicht, zumal die Beschwerdeführerin diese Beschwerden
weder im Einwand zum Vorbescheid vom 8. Februar 2018 (IV-act. 143) noch in der
Beschwerde vom 3. Mai 2018 (act. G 1) erwähnt hat. Damit ist mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit vor dem Erlass der angefochtenen Verfügung vom 16. März 2018
keine Verschlechterung des somatischen Gesundheitszustands mit einer potentiellen
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin eingetreten.
5.5.2.
Soweit die Beschwerdeführerin aus einer möglichen Verschlechterung des
Gesundheitszustands auf einen bereits zu einem früheren Zeitpunkt bestehenden,
instabilen Gesundheitszustand schliesst, ist festzuhalten, dass keine Indizien
bestanden haben, die auf eine Verschlechterung des Gesundheitszustands in der Zeit
zwischen der Erstellung des Gutachtens und dem Erlass der angefochtenen Verfügung
hingedeutet hätten. Die von der Beschwerdeführerin eingereichten Unterlagen belegen
ebenfalls keine Verschlechterung des Gesundheitszustands. Die Beschwerdegegnerin
ist in der angefochtenen Verfügung vom 16. März 2018 also zu Recht davon
ausgegangen, dass der Gesundheitszustand im Verfügungszeitpunkt gleich gewesen
ist wie im Zeitpunkt der Begutachtung. Damit hat am 16. März 2018 kein
arbeitsfähigkeitsrelevanter instabiler Gesundheitszustand vorgelegen.
5.5.3.
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6. Im Folgenden ist der Einkommensvergleich durchzuführen.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Einwände der Beschwerdeführerin
keine Zweifel am Gutachten der Neurologie Toggenburg AG vom 22. September 2017
zu wecken vermögen. Vor dem Erlass der angefochtenen Verfügung vom 16. März
2018 ist zudem überwiegend wahrscheinlich keine Verschlechterung des
Gesundheitszustands eingetreten, die potentiell Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin gehabt hätte. Damit ist mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die Beschwerdeführerin im Verfügungszeitpunkt in
ihrer angestammten Tätigkeit als Büroangestellte, also in einer körperlich sehr leichten,
überwiegend im Sitzen ausgeübten Tätigkeit, vollständig arbeitsfähig gewesen ist.
Retrospektiv hat vom 29. Oktober 2014 bis zum 31. Dezember 2014 aufgrund der
akuten Erkrankung und der sich anschliessenden stationären Rehabilitation sowie von
Februar 2015 bis zum Juni 2015 und von Mai 2016 bis zum August 2016 aufgrund von
mittel- bis schwergradigen depressiven Episoden eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
bestanden. In den Zeiträumen vor Oktober 2014, von Juli 2015 bis April 2016 und von
September 2016 bis 16. März 2018 hat eine vollständige Arbeitsfähigkeit bestanden.
5.6.
Die Validen- und die Invalidenkarriere bestehen in einer Tätigkeit als
Büroangestellte. Der Beschwerdeführerin ist es möglich und zumutbar, ein
Invalideneinkommen in der gleichen Höhe wie das bei der C._ zuletzt ausgerichtete
Einkommen zu erzielen. In der Zeit, in welcher eine vollständige Arbeitsfähigkeit
bestanden hat, besteht bei einem Invaliditätsgrad von 0% also kein Anspruch auf eine
Invalidenrente.
6.1.
Von Oktober 2014 bis zum Dezember 2014, von Februar 2015 bis zum Juni 2015
und von Mai 2016 bis zum August 2016 ist die Beschwerdeführerin vollständig
arbeitsunfähig gewesen. Sie hat sich im Januar 2015 zum Leistungsbezug angemeldet.
Unter Berücksichtigung der sechsmonatigen Wartefrist gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG ist
der potentielle Rentenbeginn somit frühestens am 1. Juli 2015 gewesen. Zu prüfen ist
deshalb einzig, ob die Beschwerdeführerin für den Zeitraum vom Mai 2016 bis zum
August 2016 einen Anspruch auf eine Invalidenrente hat.
6.2.
Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hat im Jahr 2019
gesamtgerichtlich in Anwendung von Art. 54 des Gerichtsgesetzes (sGS 941.1) eine
neue Praxis geschaffen, laut der Versicherte, die während eines Jahres ohne
wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40% arbeitsunfähig gewesen
sind und die nach Ablauf dieses Jahres weiterhin zu mindestens 40% arbeitsunfähig
sind, grundsätzlich Anspruch auf eine Rente haben, obwohl zumutbare
6.2.1.
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7.
Im Sinne eines obiter dictum ist festzuhalten, dass sich aufgrund der im
Beschwerdeverfahren eingereichten Arztberichte der Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin in psychischer und in somatischer Hinsicht nach dem Erlass der
angefochtenen Verfügung möglicherweise verschlechtert hat. Die Beschwerde könnte
daher gleichzeitig als Neuanmeldung zu qualifizieren sein, womit die
Eingliederungsmassnahmen, welche ihre Arbeitsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im
Aufgabenbereich zu betätigen, wiederherstellen erhalten oder verbessern können, nicht
abgeschlossen sind. Es hat damit aus Art. 28 Abs. 1 lit. b und c IVG abgeleitet, dass
mit dem Ablauf des Wartejahres (vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG) in jedem Fall sofort ein
Rentenanspruch entstehen muss, wenn eine versicherte Person weiterhin zu
mindestens 40% arbeitsunfähig ist, auch wenn die Invaliditätsdefinition gemäss Art. 8
Abs. 1 ATSG, auf welche Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG ausdrücklich verweist, noch nicht
erfüllt ist, weil noch eine medizinische Eingliederungsmassnahme läuft oder weil die
Sachverhaltsabklärung (im Hinblick auf eine Eingliederung oder aber auch im Hinblick
auf eine Invalidenrente) noch nicht abgeschlossen ist (vgl. etwa den rechtskräftigen
Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 23. September 2019,
IV 2016/328, E. 2.2).
Ob die Beschwerdeführerin gestützt auf diese Praxis des Versicherungsgerichts
für den Zeitraum von Mai 2016 bis August 2016 einen Anspruch auf eine Invalidenrente
hat, obwohl sie sich in diesem Zeitraum aus IV-rentenrechtlicher Sicht in einer
medizinischen Eingliederung in der Klinik K._und in der Tagesklinik des Psychiatrie-
Zentrums M._ befunden hat, kann offengelassen werden. Voraussetzung für einen
Anspruch auf eine – auch befristete – Invalidenrente ist nämlich die Erfüllung des
Wartejahres (vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG). Ob dieses unmittelbar vor dem Zeitpunkt des
potentiellen Rentenbeginns erfüllt gewesen sein muss oder bereits zu einem früheren
Zeitpunkt erfüllt gewesen sein kann, kann vorliegend ebenfalls offengelassen werden.
Die Beschwerdeführerin ist nämlich von Oktober 2014 bis April 2016 nicht während
zwölf Monaten ohne wesentlichen Unterbruch zu durchschnittlich 40% arbeitsunfähig
gewesen, da mit der vollständigen Arbeitsfähigkeit vom Juli 2015 bis zum April 2016
das Wartejahr unterbrochen worden ist (vgl. Art. 29 IVV). Das Wartejahr ist damit nicht
erfüllt gewesen. Damit besteht von Vornherein kein Anspruch auf eine befristete
Invalidenrente.
6.2.2.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin keinen Anspruch
auf eine Invalidenrente hat. Die Beschwerde ist demnach abzuweisen.
6.3.
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Beschwerdegegnerin verpflichtet wäre, den Sachverhalt für die Zeit ab dem 17. März
2018 abzuklären.
8.