Decision ID: cf920c47-1f14-4d99-b0f4-852568728588
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Jürg Kugler, Im Lindenhof, Postfach 41,
9320 Arbon,
gegen
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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
vorsorgliche Massnahme im Verwaltungsverfahren (Renteneinstellung)
Sachverhalt:
A.
A._ bezieht seit längerem eine Rente der Invalidenversicherung (vgl. act. G 5.1.102
und act. G 5.2.30). Aufgrund eines Medienberichts der italienischen Presse stellte die
IV-Stelle des Kantons St. Gallen fest, dass der Versicherte im Rahmen einer
Grossaktion gegen die Mafia festgenommen und in Untersuchungshaft gesetzt worden
war. Der Versicherte steht im Verdacht, an der Spitze eines Schweizer Ablegers der
Mafia zu stehen (vgl. act. G 5.2.59 und act. G 5.2.62). Mit Verfügung vom 7. Juni 2011
sistierte die IV-Stelle die Rente des Versicherten wegen des Freiheitsentzugs mit
sofortiger Wirkung (act. G 5.2.61). Eine dagegen am 21. Juni 2011 an das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen erhobene Beschwerde wurde mit
Entscheid IV 2011/206 vom 1. Dezember 2011 abgewiesen (vgl. act. G 5.2.75).
B.
B.a In der Folge nahm die IV-Stelle zwei weitere Medienberichte der italienischen
Presse zu den Akten, wonach der Versicherte in erster Instanz zu sechs Jahren
Freiheitsstrafe verurteilt worden sei (vgl. act. G 5.2.76 f)
B.b Am 30. März 2012 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass infolge der
Beteiligung am organisierten Verbrechen die Rechtmässigkeit des Leistungsbezuges in
Frage stehe, weshalb sie beabsichtige, weitere Abklärungen zu tätigen und zu prüfen,
ob die ursprüngliche Rentenzusprache revisionsweise zu korrigieren sei; bis zum
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Abschluss der Abklärungen würden die Rentenleistungen vorsorglich eingestellt. Dem
Versicherten wurde das rechtliche Gehör eingeräumt. Er wurde gleichzeitig
aufgefordert, die Strafakten einzureichen (act. G 5.2.78).
B.c Am 5. April 2012 teilte der Rechtsvertreter des Versicherten mit, dass der Ver
sicherte nicht rechtskräftig verurteilt worden sei, und dass gute Chancen bestünden,
dass er in zweiter Instanz freigesprochen werde; es werde deshalb die Sistierung des
Verfahrens beantragt (act. G 5.2.80).
B.d Am 17. April 2012 verfügte die IV-Stelle die vorsorgliche Einstellung sämtlicher
Rentenleistungen mit sofortiger Wirkung, wobei sie einer allfälligen Beschwerde die
aufschiebende Wirkung entzog (act. G 5.2.81). Mit schriftlicher Mitteilung vom 17. April
2012 wies die IV-Stelle das Gesuch um Sistierung des Verfahrens ab (act. G 5.2.82).
B.e Am 5. April 2012 (richtig wohl: 2. Mai 2012; vgl. act. G 5.2.83–4) verwahrte sich
der Rechtsvertreter des Versicherten gegen die vorsorgliche Renteneinstellung. Unter
Hinweis auf ein Schreiben eines italienischen Rechtsanwaltes vom 18. April 2012
(act. G 5.2.83–2) teilte er mit, dass er die Strafakten vorerst nicht beibringen könne
(act. G 5.2.83–1).
C.
C.a Gegen die Verfügung vom 17. April 2012 richtet sich die am 7. Mai 2012 erhobene
Beschwerde, mit der Aufhebung der vorsorglichen Renteneinstellung und die
Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung beantragt werden und zur Begründung
im Wesentlichen ausgeführt wird, es bestehe kein Anlass für die Renteneinstellung,
zumal die Rente sistiert sei (act. G 1). Als „Verfügung“ lag der Beschwerde das
Schreiben der Beschwerdegegnerin, mit welchem das Sistierungsgesuch abgewiesen
worden war, bei (act. G 1.1.1). Am 11. Mai 2012 reichte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers einen Auszug aus dem Strafregister vom 9. Mai 2012 nach,
gemäss welchem der Beschwerdeführer im schweizerischen Strafregister nicht
verzeichnet ist (act. G 3.1.1).
C.b Die Beschwerdegegnerin beantragt, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten. In
ihrer Beschwerdeantwort vom 18. Mai 2012 führte sie zur Begründung aus,
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Anfechtungsobjekt sei ihr Entscheid, das Verwaltungsverfahren fortzuführen; es sei
weder ersichtlich noch dargetan, weshalb der Beschwerdeführer dadurch einen nicht
wieder gutzumachenden Nachteil erleiden sollte (act. G 5).
C.c Mit Replik vom 25. Juni 2012 liess der Beschwerdeführer an den mit Beschwerde
vom 7. Mai 2012 gestellten Anträgen festhalten (act. G 8) und diverse Krankenakten
einreichen (act. G 8.1.1).
C.d Mit Duplik vom 29. Juni 2012 liess auch die Beschwerdegegnerin an ihrem mit
Beschwerdeantwort vom 18. Mai 2012 gestellten Antrag festhalten (act. G 10).
C.e Am 6. Dezember 2012 forderte die verfahrensleitende Abteilungspräsidentin des
Versicherungsgerichts den Beschwerdeführer auf, Belege über die aktuellen
finanziellen Verhältnisse einzureichen, damit im Zuge der Eintretensprüfung beurteilt
werden könne, ob die angefochtene Verfügung einen nicht wiedergutzumachenden
Nachteil zur Folge habe (act. G 12).
C.f Am 12. Dezember 2012 liess der Beschwerdeführer dem Versicherungsgericht ein
Schreiben der Ehefrau über die finanzielle Lage (act. G 13.2), die vorläufige
Steuerrechnung für das Jahr 2011 (act. G 13.3), die ausgefüllte Steuererklärung für das
Jahr 2011 (act. G 13.4 und G 15.1), die vorläufige Steuerrechnung für das Jahr 2012
(act. G 13.5) und eine Lohnabrechnung für den Monat September 2012 für die Ehefrau
(act. G 13.6) zugehen. Am 21. Dezember 2012 ging dem Versicherungsgericht die
Steuerveranlagungsverfügung für das Steuerjahr 2010 zu (act. G 14).
C.g Am 7. Februar 2013 nahm die Beschwerdegegnerin Stellung zu den eingereichten
Unterlagen. Sie hielt fest, angesichts des Delikts, für das der Beschwerdeführer ver
urteilt worden sei, erscheine es wenig wahrscheinlich, dass beim aktuellen Aktenstand
die finanzielle Situation transparent dargestellt sei (act. G 17).

Erwägungen:
1.
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1.1 Der Beschwerdeführer beantragt die Aufhebung der am 17. April 2012 verfügten
vorsorglichen Renteneinstellung, legte seiner Beschwerde als angefochtene Verfügung
aber nicht die entsprechende Verfügung bei, sondern das ebenfalls am 17. April 2012
eröffnete Schreiben der Beschwerdegegnerin, mit welchem das Gesuch um Sistierung
des Verwaltungsverfahrens abgewiesen worden war. Die Beschwerdegegnerin geht
davon aus, dass Anfechtungs- bzw. Streitgegenstand dieses Verfahrens das Schreiben
vom 17. April 2012 (act. G 5.2.82) bzw. die Abweisung des Sistierungsgesuchs sei,
weshalb sie Nichteintreten auf die Beschwerde beantragt. Dieser Argumentation kann
nicht gefolgt werden, denn es ist augenscheinlich, dass der Beschwerdeführer sich
nicht nur gegen das Schreiben vom 17. April 2012 (act. G 5.2.82), sondern in erster
Linie gegen die Verfügung vom 17. April 2012 (act. G 5.2.81) wenden wollte, hätte er
doch ansonsten einzig die Anordnung der Verfahrenssistierung und nicht die
Aufhebung der vorsorglichen Renteneinstellung beantragt und seine Rechtsschriften
dahingehend begründet. Dass als Anfechtungsgegenstand einzig das Schreiben vom
17. April 2012 (act. G 5.2.82) und nicht auch die Verfügung vom 17. April 2012
(act. G 5.2.81) beigelegt wurde, ist als offensichtliches Versehen zu qualifizieren.
Obwohl der Beschwerdeführer anwaltlich vertreten ist, wäre es überspitzt formalistisch,
auf die Beschwerde gegen die vorsorgliche Renteneinstellung nicht einzutreten, bloss
weil ihr die entsprechende Verfügung nicht beigelegt wurde, zumal die Einreichung der
angefochtenen Verfügung keine Gültigkeitsvorschrift ist (vgl. Art. 61 lit. b des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG;
SR 830.1] sowie Art. 50 des st. gallischen Verwaltungsrechtspflegegesetzes, VRP; sGS
951.1).
1.2 Die angefochtene Verfügung ist verfahrensleitender Natur. Sie ordnet im Verfahren
betreffend die Frage nach einer Anpassung, Wiedererwägung oder (so genannt
prozessualen) Revision der rentenzusprechenden Verfügung eine vorsorgliche
Massnahme, nämlich die vorsorgliche Renteneinstellung, an, ohne das eigentliche
Verfahren abzuschliessen. Die angefochtene Verfügung würde daher unter anderem
ohne Weiteres dahinfallen, wenn die Beschwerdegegnerin eine Verfügung betreffend
Korrektur der rentenzusprechenden Verfügung erliesse; ihre Gültigkeit ist auf die Dauer
des eigentlichen (Haupt-) Verfahrens beschränkt. Die Beschwerdegegnerin könnte
sodann auch keine gesetzliche Grundlage für eine vorsorgliche Renteneinstellung
ausserhalb eines Verfahrens anführen. Die Legitimation zum Erlass einer solchen
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Verfügung bildet einzig die Kompetenz, gemäss Art. 55 Abs. 1 ATSG in Verbindung mit
Art. 56 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren (VwVG; SR 172.021) – in
analoger Anwendung – vorsorgliche Massnahmen anzuordnen, um den bestehenden
Zustand zu erhalten oder bedrohte Interessen einstweilen sicherzustellen.
1.3 Auf eine Beschwerde gegen eine solche verfahrensleitende Verfügung bzw.
Zwischenverfügung ist nur einzutreten, sofern und soweit ein durch die Verfügung ver
ursachter nicht wiedergutzumachender Nachteil nachgewiesen werden kann, wobei ein
tatsächlicher Nachteil genügt (vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl. 2009, Art. 56
N 9 f. mit Hinweisen). Da die angefochtene Verfügung die vorsorgliche
Renteneinstellung zum Gegenstand hat, stellt sich in erster Linie die Frage, ob der
Beschwerdeführer dadurch aus dem finanziellen Gleichgewicht gebracht oder zu
kostspieligen oder sonst wie unzumutbaren Massnahmen gezwungen werden könnte.
Die Einstellung der Rente betrifft aufgrund der Sistierung der Invalidenrente aktuell
zwar lediglich die Kinderrente im Betrag von Fr. 865.-- pro Monat (vgl. act. G 5.2.69),
doch ist aufgrund der eingereichten Unterlagen davon auszugehen, dass der Familie
des Beschwerdeführers nebst dieser Kinderrente und dem bescheidenen Einkommen
der Ehefrau keine weiteren Einkommen zur Verfügung stehen. Ein konkreter
Anhaltspunkt dafür, dass der Familie des Beschwerdeführers weitere Einkommen
„schwarz“ zufliessen oder nicht deklariertes Vermögen zur Verfügung steht, besteht
nicht. Die Einstellung der Kinderrente ist daher bereits geeignet, einen nicht
wiedergutzumachenden Nachteil finanzieller Art zu bewirken, weshalb bereits aus
diesem Grund auf die Beschwerde einzutreten ist. Daneben ist zu berücksichtigen,
dass der Beschwerdeführer bei Entlassung aus der Untersuchungshaft grundsätzlich
Anspruch auf Weiterausrichtung der Invalidenrente hätte, weil die materiellrechtliche
Sistierung dann entfallen würde, die vorsorgliche Einstellung der Rente aber zur Folge
hat, dass die Rente weiterhin sistiert bliebe. Auch darin ist ein zwar nicht aktueller, aber
gesamthaft doch zu berücksichtigender nicht wiedergutzumachender Nachteil zu
erblicken. Zu bemerken ist abschliessend, dass an den Nachweis eines nicht
wiedergutzumachenden Nachteils insgesamt keine allzu hohen Anforderungen zu
stellen sind, zumal es sich ohnehin frägt, ob eine vorsorgliche Renteneinstellung nicht
einer Zwischenverfügung, sondern einer gewöhnlichen Verfügung gleichzustellen ist
(vgl. BGE 104 Ib 133). Die Voraussetzungen sind vorliegend jedenfalls erfüllt, weshalb
auf die Beschwerde einzutreten ist.
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2.
2.1 So genannte gestaltende Massnahmen, also vorsorgliche Massnahmen, die der
einstweiligen Sicherstellung bedrohter Interessen dienen, zu denen auch eine vorsorg
liche Renteneinstellung gehört, schaffen provisorisch ein Rechtsverhältnis oder regeln
ein solches einstweilig neu (BGE 130 II 149). Sie beruhen auf einer bloss summarischen
Prüfung der Sach- und Rechtslage. Die Hauptsachenprognose kann dabei
berücksichtigt werden – allerdings nur, wenn sie eindeutig ist. Bei tatsächlichen oder
rechtlichen Unklarheiten drängt sich hingegen Zurückhaltung auf, weil in diesem Fall
die erforderlichen Entscheidgrundlagen im Hauptverfahren erst noch beschafft werden
müssen (BGE 130 II 149). Auch im Rechtsmittelverfahren kann die Sache deshalb nicht
eingehend abgeklärt und damit der Entscheid in der Hauptsache vorweggenommen
werden. Vielmehr ist aufgrund der vorhandenen Akten zu prüfen, ob die
Voraussetzungen für eine vorsorgliche Massnahme vorliegen. Der Entscheid über die
Anordnung vorsorglicher Massnahmen setzt Dringlichkeit voraus, das heisst es muss
sich als notwendig erweisen, die fraglichen Vorkehren sofort zu treffen. Sodann muss
der Verzicht auf Massnahmen für den Betroffenen einen Nachteil bewirken, der nicht
leicht wieder gutzumachen ist, wofür ein tatsächliches, insbesondere wirtschaftliches
Interesse genügt. Erforderlich ist schliesslich, dass die Abwägung der verschiedenen
Interessen den Ausschlag für den einstweiligen Rechtsschutz gibt und dieser
verhältnismässig erscheint. Der durch die Endverfügung zu regelnde Zustand soll
weder präjudiziert noch verunmöglicht werden (BGE 130 II 149). Nach der
Rechtsprechung hat die über die Anordnung vorsorglicher Massnahmen nach Art. 56
VwVG befindende Behörde zu prüfen, ob die Gründe, die für die vorsorgliche Regelung
sprechen, gewichtiger sind als jene, die für die gegenteilige Lösung angeführt werden
können. Dabei steht ihr ein gewisser Beurteilungsspielraum zu (vgl. Entscheid des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts P 52/01 vom 3. Oktober 2001).
2.2 Die Beschwerdegegnerin hat noch praktisch keine Abklärungen durchgeführt,
wohl, weil sie erst den Ausgang des Strafverfahrens abwarten und die Strafakten
beiziehen und würdigen will. Ob ein Grund für eine Anpassung, Revision oder
Wiedererwägung der formell rechtskräftig zugesprochenen Rente gefunden wird, ist
fraglich. Es ist durchaus möglich, dass kein solcher Grund gefunden wird, zumal keine
Belege im Recht liegen, welchen sich ein solcher Grund klar entnehmen liesse.
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Entsprechend fehlt es an dringendem Handlungsbedarf. Sinn und Zweck einer
vorsorglichen Renteneinstellung ist es im Lichte obiger Grundsätze, Rentenzahlungen
dann einzustellen, wenn gewichtige Anhaltspunkte dafür bestehen, sie seien nicht oder
nicht mehr geschuldet, die entsprechenden Abklärungen aber noch im Gange sind und
noch nicht definitiv verfügt werden kann. Nur in solchen Fällen besteht dringender
Handlungsbedarf und nur in solchen Fällen ist es entsprechend angezeigt, die
Rentenleistungen allenfalls vorsorglich einzustellen. Liegen keine solchen
Anhaltspunkte vor, erfolgt eine vorsorgliche Renteneinstellung letztlich gewissermassen
auf Zusehen hin, was nicht Sinn und Zweck vorsorglicher Massnahmen sein kann.
Werden dann gar die Abklärungen in der Hauptsache zumindest vorübergehend
eingestellt, sieht sich die betroffene Person mit der stossenden Situation konfrontiert,
einstweilen gar keine Leistungen mehr zu erhalten und zuwarten zu müssen, bis der
Versicherungsträger wenigstens seine Abklärungen weiter vorantreibt. Der
Versicherungsträger hat im Gegenzug kein Interesse mehr daran, die Abklärungen
dringlich weiter voranzutreiben, weil er keine Ausrichtung ungerechtfertigter
Rentenleistungen riskiert. Einen solchen Zustand haben die versicherten Personen
nicht hinzunehmen, zumal eine entsprechende vorsorgliche Massnahme ihren Zweck,
wie dargelegt, verfehlt. Mangels konkreter Anhaltspunkte dafür, dass sich der
Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers in relevanter Weise verändert hätte oder die
Rentenzusprache qualifiziert rechtswidrig erfolgt wäre, erweist sich die vorsorgliche
Renteneinstellung als unzulässig. Die Beschwerde gegen die Verfügung vom 17. April
2012 ist daher gutzuheissen und die erwähnte Verfügung entsprechend ersatzlos
aufzuheben.
2.3 Die gemäss Art. 69 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
(IVG; SR 831.20) zu erhebenden und angesichts des durchschnittlichen
Verfahrensaufwands auf Fr. 600.-- festzusetzenden Gerichtskosten sind
ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der vom Beschwerdeführer
geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe wird ihm zurückerstattet. Sodann hat die
Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer mit einer angesichts des
unterdurchschnittlichen Aufwands reduzierten Pauschale von Fr. 2’500.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
bis
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Demgemäss hat das Versicherungsgericht