Decision ID: af8a8fd5-c8a9-4f9d-9370-23cf8d983055
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1976, war seit Juni 199
7
als Triebwerksme
chaniker bei der
Y._
,
Z._
, sowie seit Juli 1999 in einer Nebentätigkeit bei der
A._
, Zürich, tätig (
Urk.
7/6
-7
). Am 2
9.
Mai 2006 meldete er sich aufgrund der Folgen eines am
6.
April 2005 erlittenen Motorradunfalls bei der Invalidenversicherung an (
Urk.
7/2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen und zog die Akten der Unfallversi
cherung Suva bei
.
Das Arbeitsverhältnis mit der
Y._
wurde per 3
0.
Juni 2007 beendet (
Urk.
7/17). Die IV-Stelle gewährte dem Versicherten Kostengutsprache für eine berufliche Abklärung (
Urk.
7/24; Bericht vom 1
8.
De
zember 2007;
Urk.
7/39) und
ein
Belastbarkeitstraining (
Urk.
7/43;
Urk.
7/51; Be
richt vom
3.
Juli 2008;
Urk.
7/53;
Urk.
7/75).
Die Suva sprach dem Versicherten mit Verfügung vom 3
0.
März 2011 aufgrund der Unfallfolgen ab
1.
Dezember 2008 eine Rente bei einem Erwerbsunfähigkeits
grad von 54
%
zu (
Urk.
7/98).
Im
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/110;
Urk.
7/116;
Urk.
7/118) ging ein von der Suva im Rahmen des Revisionsverfahrens in Auftrag gegebenes Verlaufsgutach
ten (
Urk.
7/120/2-65) ein. Sodann erliess die IV-Stelle einen neuen Vorbescheid (
Urk.
7/134), wogegen der Versicherte Einwände erhob (
Urk.
7/140;
Urk.
7/148;
Urk.
7/159). Mit Verfügung vom 2
0.
Januar 2016 (
Urk.
7/168; Verfügungsteil 2 in
Urk.
7/165; =
Urk.
2
/1-2
) sprach die IV-Stelle dem Versicherten ab
1.
April 2006 eine ganze, ab
1.
November 2006 eine Dreiviertels- und ab
1.
September 2009 bis Juli 2013 eine halbe Rente zu.
Die Suva reduzierte mit Verfügung vom 1
1.
Juli 2013 (
Urk.
7/126) den Renten
anspruch des Versicherten ab
1.
August 2013 auf 38
%
. Die gegen den
Ein
spracheentscheid
vom
9.
Januar 2015 (
Urk.
7/155) erhobene Beschwerde wies das hiesige Gericht mit Urteil vom 1
5.
April 2016 im Prozess Nr. UV.2015.00032 ab. Das Bundesgericht hiess die dagegen vom Versicherten erhobene Beschwerde mit Urteil vom
9.
Dezember 2016 in dem Sinne teilweise gut, als es das Urteil des hiesigen Gerichts aufhob und die Sache zur Einholung eines Gerichtsgutachtens und neuer Entscheidung zurückwies (
Prozess Nr. 8C_348/2016
). In Nachachtung dieses Urteils holte das hiesige Gericht im Prozess Nr. UV. 2016.00293 bei der
B._
ein polydisziplinäres Gutachten ein, das am 2
2.
Ok
tober 2018 erstattet wurde (
Urk.
10).
2.
Am 1
1.
Februar 2016 erhob der Versicherte Beschwerde gegen die Verfügung der IV-Stelle vom 2
0.
Januar 2016 (
Urk.
2
/1-2
) mit dem Antrag auf
Zusprache
einer unbefristeten ganzen Invalidenrente ab
1.
April 2006, eventuell einer unbefriste
ten
Dreiviertelsrente
ab November 2006, subeventuell einer unbefristeten halben Rente ab
1.
September 2009 (
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 1
5.
März 2016 (
Urk.
6) beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 2
0.
April 2016 mitgeteilt wurde (
Urk.
8). Mit Ge
richtsverfügung vom 2
2.
Mai 2019 (
Urk.
11) wurde das im Unfallversicherungs
verfahren eingeholte Gerichtsgutachten vom 2
2.
Oktober 2018 (
Urk.
10) zu den Akten genommen und den Parteien Gelegenheit zur Stellungnahme geboten. Der Beschwerdeführer äusserte sich dazu mit Eingabe vom 1
3.
Juni 2019 (
Urk.
13). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Stellungnahme (
Urk.
14). Davon wurden die Parteien am 2
6.
Juni 2019 in Kenntnis gesetzt (
Urk.
15). Am 1
1.
Juli 2019 (
Urk.
16) wurde die
Pensionskasse der
Y._
zum Ver
fahren beigeladen.
Diese äusserte sich innert Frist nicht, weshalb Verzicht auf Stellungnahme anzunehmen war (vgl.
Urk.
16 Dispositiv-Ziffer 2). Davon wurden die Parteien am 2
4.
September 2019 in Kenntnis gesetzt (
Urk.
18).
In der Beschwerdesache Prozess Nr. UV.2016.00293 betreffend
Ansprüche des Beschwerdeführers aus
Unfallversicherung ergeht mit heutigem Datum ein Urteil.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1
.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leis
tung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung (BGE 125 V 413 E. 2d; Urteil des Bundesgerichts 8C_780/2007 vom 27. August 2008 E. 2.3; vgl. Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflag
e 2014,
Rn
11 zu Art. 30–31
). Rechtsprechungsgemäss bildet eine solche Verfügung insgesamt den Anfechtungs- und Streitgegenstand und unterliegt integral der gerichtlichen Prüfung, selbst wenn nur einzelne Punkte davon bestritten sind (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_440/2017 vom 25. Juni 2018 E. 5.1 [in BGE 144 V 153 nicht publiziert] und 9C_50/2011 vom 25. Mai 2011 E. 2.1).
Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine abgestufte oder befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Abstufung oder die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blieben. Die gerichtliche Prü
fung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise gere
gelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Abstufung oder Aufhebung der Rente zu erfassen (BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; Urteile des Bundesgerichts 8C_765/2007 vom 11. Juli 2008 E. 2 und I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen). Dabei ist in anfechtungs- und streitge
genständlicher Hinsicht irrelevant, ob eine rückwirkende Zusprechung einer ab
gestuften oder befristeten Invalidenrente in einer oder in mehreren Verfügungen gleichen Datums eröffnet wird (BGE 131 V 164 Regeste; Urteil des Bundesge
richts 8C_489/2009 vom 23. Oktober 2009 E. 4.1 mit Hinweis).
1.4
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestimmun
gen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a
der
Verordnung über die Inval
i
denversicherung, IVV)
analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinwei
sen; Urteil des Bundesgerichts 9C_399/2016 vom 18. Januar 2017 E. 4.8.1). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revi
sionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeit
punkt des Rentenbeginns mit demjenigen im – nach Massgabe des analog an
wendbaren Art. 88a Abs. 1 IVV festzusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchsände
rung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bun
desgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis).
1.5
Im gegenseitigen Verhältnis zwischen Invaliden- und Unfallversicherung besteht keine Bindungswirkung der Invaliditätsschätzung des einen Versicherers für den jeweils anderen Sozialversicherungszweig. Die IV-Stellen und die Unfallversiche
rer haben die Invaliditätsbemessung in jedem einzelnen Fall selbständig vorzu
nehmen. Sie dürfen sich ohne weitere eigene Prüfung nicht mit der blossen Über
nahme des Invaliditätsgrades des jeweils anderen Sozialversicherers begnügen (BGE 133 V 549 E. 6.1).
1.6
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen ei
nander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen be
ruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.)
.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Entscheid wie folgt
(
Urk.
2/2)
:
Der Beschwerdeführer sei seit dem Unfalldatum vom
6.
April 2005 in seiner Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt. Neben den Unfallfolgen bestün
den auch unfallfremde gesundheitliche Einschränkungen.
Nach Ablauf der ein
jährigen Wartefrist sei ihm weiterhin keine Tätigkeit zumutbar gewesen. Am 2
2.
August 2006 habe sich sein Gesundheitszustand verbessert; ab diesem Zeit
punkt sei ihm eine angepasste Tätigkeit zu 50
%
zumutbar gewesen.
Dabei habe bei einem behinderungsbedingten Abzug vom Tabellenlohn von 10
%
ein Inva
liditätsgrad von 60
%
bestanden. Gestützt auf das Gutachten der
C._
sei von einer weiteren Verbesserung auszugehen; spätestens ab Mai 2009 habe eine Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit von 70
%
bestanden
.
Dabei
ergebe
sich mit einem Abzug von 10
%
ein Invaliditätsgrad von
54
%
. Das Verlaufsgutachten habe gezeigt, dass seit Oktober 2012 eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
in einer angepassten Tätigkeit bestehe. Deshalb
habe der Beschwerdeführer ab August 2013 keinen Rentenanspruch mehr
. Die geltend gemachten beeinträch
tigenden Kopfschmerzen seien medikamenteninduziert und demnach invaliden
versicherungsrechtlich unbeachtlich.
2.2
Der Beschwerdeführer machte geltend (
Urk.
1),
er leide nicht nur unter reinen Unfallfolgen, so dass der Beurteilung durch die Suva nicht gefolgt werden könne. So seien seine Kopfschmerzen arbeitsfähigkeitsbeeinflussend und zu berücksich
tigen.
Aus näher dargelegten Gründen sei die Rentenabstufung nicht korrekt, ins
besondere sei nicht auf das Verlaufsgutachten der
C._
aus dem Jahr 2012 abzustellen und eine
Verbesserung sei nicht eingetreten.
Weiter sei der Einkommensvergleich falsch, insbesondere wäre eine Beförder
ung zu berücksich
tigen gewesen (S. 6 ff.).
Zum Gerichtsgutachten vom
2
2.
Oktober 2018 (
Urk.
10) hielt der Beschwerdefüh
rer fest, es habe sich gezeigt, dass er seit September 2009 in einer angepassten Tätigkeit
inital
in einem geschützten Rahmen zu 50
%
arbeitsfähig sei.
Gemäss Gutachten seien die Kopfschmerzen unfallkausal (
Urk.
13).
2.3
Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers.
3.
3.1
Der Beschwerdeführer war ab Unfalldatum zu 100
%
arbeitsunfähig (vgl. Einwei
sungsprotokoll des
D._
,
Urk.
7/158/661
Ziff.
IV). Dies wurde in der Folge durchgehend bestätigt (vgl.
Urk.
7/158/618;
Urk.
7/158/
620
;
Urk.
7/158/569;
Urk.
7/158/563;
Urk.
7/158/552;
Urk.
7/158/520;
Urk.
7/158/509).
3.2
Dr.
med. E._
stellte mit Bericht vom 2
0.
Juli 2006 (
Urk.
7/13) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
lit
. A):
-
residuelle
diffuse Kopfschmerzen (therapieresistent) nach
Contusio
cerebri (Motorrad-Sturz)
-
Psychasthenie
und kognitive Defizite
-
Defektheilung einer
Glenoidfraktur
linke Schulter, Residualschmerzen in Ruhe und mehr bei Belastung
Ab 2
2.
August 2006 sei der Beschwerdeführer
im Rahmen eines Versuchs
in der angestammten Tätigkeit zu 50
%
arbeitsfähig (
lit
. B). Eine limitiert durch die linke Schulter und das Kopfweh angepasste Tätigkeit sei ab dem selben Datum halbtags zumutbar (
Urk.
7/13/4).
3.
3
Am 2
5.
Juli 2006
(
Urk.
7/158/484-487)
ergab die kreisärztliche Beurteilung durch
Dr.
med. F._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, dass die initial bestehende leichte bis mittelschwere neuropsychologische Störung gebessert, aber noch nicht normalisiert sei. Es bleibe abzuwarten, wie sich die angestammte Tätigkeit anlasse, wenn vom Arbeiten zu therapeutischen Zwecken ab 2
2.
August 2006 zum Fordern einer echten Leistung gewechselt werde. Es sei ein aktuelles Röntgenbild der Schulter notwendig, und die vom Beschwerdeführer geklagten intensiven Kopfschmerzen bis hin zu Lichtunverträglichkeit und Erbrechen
sei
en
, sofern sie sich nicht beruhig
t
e
n
, von
einem Neurologen zu beurteilen (S. 3 unten f.).
3.4
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, hielt mit Zeugnis vom
5.
Oktober 2006 (
Urk.
7/158/463) zuhanden der Arbeitgeberin fest, der Be
schwerdeführer könne ab sofort aus therapeutischen Gründen leichte Arbeiten im Umfang von zwei bis drei Stunden pro Tag ausführen. Am
2.
November 2006 (
Urk.
7/158/455) hielt
Dr.
G._
fest, es handle sich um eine
Rotatorenmanschet
teninsuffizienz
und
Arthrofibrose
bei Status nach Operation einer
Glenoidfraktur
im April 2005 und Status nach erneutem Trauma im August 2006 (
Ziff.
2d). Der Patient arbeite aus therapeutischen Gründen zu
50
%
im angestammten Beruf als Flugzeugmechaniker. Es sei eine
arthroskopische
Revision der linken Schulter am
6.
November 2006 vorgesehen (
Ziff.
4a und 5a; vgl.
Operationsbericht;
Urk.
7/158/449).
Dr.
G._
schrieb am
1.
Dezember 2006, der Beschwerdeführer werde nach dem Eingriff etwa zwei Monate zu 100
%
arbeitsunfähig sein, danach seien leichte Tätigkeiten zeitweise denkbar. Die Arbeit als Triebwerksmechaniker könne er frühestens in drei bis vier Monaten aufnehmen. Arbeiten auf Tischhöhe seien frühestens zwei Monate, auf Schulterhöhe frühestens drei Monate postope
rativ zumutbar (
Urk.
7/158/447).
Mit Schreiben vom 1
5.
Februar 2007 (
Urk.
7/158/433) hielt
Dr.
G._
fest, die Rehabilitation der Schulter des Beschwerdeführers habe weiter leichte Fortschritte gemacht. Eine Präsenzzeit von einem halben Tag (50
%
) sei
realistisch. Nicht möglich seien Arbeiten mit Gewichten oberhalb der Brusthöhe wegen der einge
schränkten Beweglichkeit sowie der noch verminderten Belastbarkeit.
3.5
Dr.
med. H._
, Facharzt für Neurologie,
stellte in seinem Gutachten vom 1
9.
März 2007 (
Urk.
7/16/10-29) folgende Diagnosen (S. 15):
-
Zustand nach Motorradunfall mit komplexem Verletzungsmechanismus mit:
-
mittelschwerem Schädelhirntrauma mit multiplen
Kontusionierungen
des Gehirns mit Kontusionsblutung des
Gyrus
frontalis
medialis
links sowie im Bereich der
Capsula
interna
am Übergang zur
Capsula
externa
links und
caudofrontaler
Hypodensität im
Gyrus
frontalis
superior
links
-
komplexer Schultergelenksverletzung
mit mehrfragmentärer
Glenoid
fraktur
links mit
anterior-superiorem
Limbusabriss
und Zustand nach Schraubenosteosynthese des
G
l
enoids
links und
Limbusfixation
am 1
5.
April 2004
-
mit heute noch bestehender
-
leichter bis mittelschwerer kognitiver Beeinträchtigung mit insbeson
dere Störung frontaler und
suborticaler
Hirnfunktionen mit Wesens
veränderung
-
schmerzhafter Schultergelenksbeweglichkeit links
-
posttraumatischer
Cephalea
-
leicht ausgeprägtem
Cervicalsyndrom
bei Zustand nach Halswirbelsäu
lenabknickverletzung
Eine 50%ige Tätigkeit in einer angepassten Arbeit mit allenfalls leicht reduzierter Leistung sollte umsetzbar sein, vorausgesetzt, es finde sich ein verständnisvoller Arbeitgeber
. Eine abschliessende Beurteilung sei noch nicht möglich (S. 17 un
ten). Im angestammten Beruf sei keine Arbeitsfähigkeit mehr gegeben. In einer zumutbaren angepassten Tätigkeit bestehe eine
Arbeitsfähigkeit zwischen 25 und 50
%
, es sei heute noch nicht abschliessend beurteilbar
(S. 19
Ziff.
8). Bei der Beurteilung sei die Beeinträchtigung durch die linke Schulter nicht berücksichti
gt worden (S. 20
Ziff.
12).
3.6
Am
1.
September 2008 (
Urk.
7/59/6-11
) führte
Kreisarzt
Dr.
F._
eine Ab
schlussuntersuchung durch und hielt fest, die Schulterfunktion links sei auch nach dem operativen Eingriff deutlich eingeschränkt. Eine weitere Erholung könne nicht mehr erwartet werden. Die Reichweite der linken Hand sei begrenzt. Bis Schulterhöhe könnten bis 5 kg, bis Scheitelhöhe 2.5 kg gehandhabt werden. Rasch sich wiederholende Bewegungen, starke auf das Schultergelenk wirkende Schläge und Vibrationen seien zu vermeiden. Bei geeigneten Arbeiten sei ein ganztägiger Einsatz möglich. Die Residuen des Schädel-Hirn-Traumas seien gra
vierender. Es sei im Frühling 2006 eine leichte bis mittelschwere Störung der neuropsychologischen Funktionen und eine geringe Belastbarkeit sowie eine Stressintoleranz festgestellt worden. Dazu kämen intensive migräneartige Kopf
wehattacken, die im Schnitt den Patienten jeden zweiten Tag für mehrere Stunden weitgehend inaktivierten. Es sei nicht gelungen, dies medikamentös unter Kon
trolle zu bringen. Es ergäben sich deshalb bei Arbeitsversuchen häufige Absen
zen, was die Wiedereingliederung wegen erheblichen Fehlzeiten verunmögliche. Unter Berücksichtigung all dieser Elemente werde von einer beruflichen Rein
tegration abgeraten. Auf der anderen Seite sei es bemerkenswert, dass es dem Patienten gelungen sei, seine Fahrbewilligung wieder zu erlangen. Es ergäben sich keine Ansätze für eine berufliche Wiedereingliederung, Kardinalproblem seien die neurologischen Aspekte (S. 5-6).
3.7
Die Ärzte der
C._
erstatteten ihre interdisziplinäre Beurteilung am 4. September 2009 (
Urk.
7/157/445-451
) und führten aus, dass es infolge ei
nes Unfalles im April 2005 zu einer traumatischen Hirnverletzung gekommen sei. Daraus hätten leicht- bis mittelgradige neuropsychologische Defizite resultiert, wobei der Endzustand vier Jahre nach dem Unfall erreicht sei. Es sei mit keiner wesentlichen Verbesserung mehr zu rechnen. Aufgrund der neuropsychologi
schen Defizite sei die angestammte Arbeit als Triebwerkmechaniker nicht mehr zumutbar. Eine Teilarbeitsfähigkeit in beruflichen Tätigkeiten mit geringerer Ver
antwortung und eher repetitivem Charakter sei im zeitlichen Rahmen von min
destens 50 % zumutbar.
Daneben leide der Beschwerdeführer an
unfallfremden
chronifizierten
Kopf
schmerzen vom Spannungstyp mit
migräniformen
Exazerbationen
, deren Ätiolo
gie unklar sei. Differentialdiagnostisch könnte ein Medikamentenübergerbrauch
kopfschmerz vorliegen. Weitere Störungen aus dem neurologischen Formenkreis liessen sich nicht finden (S. 1 oben).
Aus psychiatrischer Sicht könne eine aktuell nicht massgebende beziehungsweise die Arbeitsfähigkeit nicht kompromittierende rezidivierende depressive Störung und ein Verdacht auf eine organische Persönlichkeitsveränderung mit Stressin
toleranz, Affektlabilität und aggressiven Impulsausbrüchen genannt werden
. Zu
sammenfassend könne keine für die Arbeitsfähigkeit relevante psychiatrische Störung mit Krankheitswert konstatiert werden
(S. 1 unten).
Aus orthopädischer Sicht bestehe eine durch das Trauma und die Operationen bedingte Bewegungseinschränkung der linken Schulter mit vor allem bei Belas
tung auftretenden Schmerzen. In der körperlichen Untersuchung habe sich eine Einschränkung der Schulterbeweglichkeit sowohl bei aktiver wie passiver Prü
fung gezeigt. Im Schulter-MRI vo
m
März 2006 hätten sich
tendinostische
Verän
derungen im Bereich des Ansatzes der
Supraspinatussehne
gezeigt und es hätten sich Hinweise für eine
retractile
Capsulitis
gefunden. Damit würden sich die kli
nischen Defizite erklären lassen. Aus orthopädischer Sicht seien leichte bis mit
telschwere körperliche Tätigkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ganztags zumutbar. Dabei seien Überkopfarbeiten auszuschliessen (S. 1
unten
f.).
Unter Berücksichtigung sowohl der neuropsychologischen wie auch der orthopä
dischen Einschränkungen könnten dem Beschwerdeführer einfachere kognitive Tätigkeiten mit teils repetitivem Charakter und ohne Führungsfunktion und leichte bis mittelschwere körperliche Tätigkeiten unter Ausschluss von Überkopf
arbeiten zumindest im
Rahmen einer 50%igen Tätigkeit
zugemutet werden (S. 2).
3.8
Die Ärzte der
C._
ergänzten ihr Gutachten am 18. November 2009 (
Urk.
7/67/7-8
) und führten aus, dass aufgrund der neuropsychologischen Einschränkung (Aufmerksamkeit, Interferenzunterdrückung) einerseits und auf
grund der Verhaltensauffälligkeiten andererseits (verminderte Stresstoleranz, er
höhte emotionale Reagibilität, Tendenz zur Impulsivität) beim Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit eine zeitliche Einschränkung bestehe. Ein Halten des Konzentrationsniveaus beziehungsweise der Aufmerksamkeit über den ge
samten Arbeitstag sei für den Beschwerdeführer mit traumatischer Hirnverletzung schwierig, eine vorzeitige Ermüdung auch bei eingeschränkten Leistungsanforde
rungen sei oft der Fall, dies mit negativem Effekt auf die Verhaltensauffälligkei
ten. Der Beschwerdeführer könnte in einer angepassten Tätigkeit
in etwa 70 %
arbeiten (S. 2).
3.9
Im weiteren Verlauf ergingen ein neurologischer Bericht von
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Neurologie, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, SUVA Versicherungsmedizin,
vom 11. August 2011 (
Urk.
7/
157/398-400), eine erneute interdisziplinäre Beurteilung
der Ärzte der
C._
vom
2. Oktober 2012 (
Urk.
7/120/2-8)
, ein zuhanden des Beschwerdeführers am 6. S
eptember 2013 von Dr. med.
J._
, Facharzt für Neurologie, erstat
tetes Gutachten (
Urk.
7/136) sowie
eine
von den
Ärzte
n
der
C._
am
23. Dezember 2014
dazu verfasste Stellungnahme (
Urk.
7/157/18-30).
Diese Berichte waren gemäss dem im unfallversicherungsrechtlichen Verfahren ergan
genen Urteil des Bundesgerichts vom
9.
Dezember 2016 (8C_348/2016) nicht ge
eignet, eine anspruchsrelevante Verbesserung des Gesundheitszustandes zu bele
gen, beziehungsweise waren weitere medizinische Abklärungen in Form eines Gerichtsgutachtens notwendig (E. 5.2). Es wird deshalb auf eine Wiedergabe der genannten Berichte verzichtet
.
3.10
3.10
.1
Die Gutachterinnen und Gutachter der
B._
stellten in ihrem Gutachten vom 2
2.
Oktober 2018 (
Urk.
10) nach Berücksichtigung der Akten, Erhebung der Anamnese und Durchführung einer allgemeininternistischen, psychiatrischen, neurologischen, neuropsychologischen, orthopädischen, laborchemischen und bildgebenden Untersuchung (vgl. S. 5) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 13 f.):
1.
Status nach Motorradunfall am
6.
April 2005 mit
-
leichter bis mittelschwerer traumatischer Hirnverletzung nach EFNS (Eu
ropäische Föderation der Neurologischen Gesellschaften) 2012 mit und bei Glasgow
Coma
Scale
9 bei Spitaleintritt sowie retro- und
anterograder
(posttraumatischer) Amnesie
-
Initialverletzungen:
-
Kontusionsblutung
Gyrus
frontalis
medialis
links,
Capsula
interna
am Übergang zur
Capsula
externa
links,
caudofrontale
Hypodensität
Gyrus
frontalis
superior
links, Ödem, traumatische
Subarachnoidalblutung
, diffuse
axonale
Scherverletzungen
-
initiale Funktionsstörungen (neuropsychologische Defizite):
-
aktenanamnestisch ausgeprägtes anamnestisches Syndrom, deutliche Antriebsminderung, partielle Desorientierung,
Anosognosie
, leichte bis mittelschwere neuropsychologische Störung mit Beeinträchtigung der Aufmerksamkeitsfunktionen, des sprachlichen Gedächtnisses, der Exe
kutivfunktionen, des abstrakt-logischen Denkens. Perseverationsten
denz, leichte Störung der Handlungsplanung, leichte Persönlichkeits
änderung
-
Residuen:
-
neurologisch:
delayed-onset
persistierende Kopfschmerzen,
zurückzu
führen auf eine mittelschwere oder schwere traumatische Hirnverlet
zung
-
neuropsychologisch: leichte bis mittelschwere neurokognitive Störung (ICD-10 F06.7), aktuell ohne Hinweise auf Symptomverdeutlichung
o
der Aggravation
-
(
neuro
)psychiatrisch: organisches Psychosyndrom nach Schädel-Hirn-Trauma (ICD-10 F07.2) sowie Hinweise auf organische Persönlichkeits
störung (ICD-10 F07.0)
-
bildgebend: persistierende posttraumatische Läsionen mit Nachweis zweier frontaler Mikrohämorrhagien,
Gliose
mit
Atrophie
des hinteren Anteils des
Truncus
corpus
callosum
bei:
-
Status nach
zweitgradiger
diffuser
axonaler
Scherverletzung, fokaler superfizieller
Siderose
linksorbital sowie rechtsfrontal im Rahmen der traumatischen
Subachnaroidalblutung
2.
initiale Verletzungen am Bewegungsapparat
-
Thoraxkontusion
-
mehrfragmentäre
Glenoidfraktur
links mit
antero-superiorem
Lim
busabriss
-
Schraubenosteosynthese der
Glenoidfraktur
und
Refixation
des Lim
bus-Abrisses mit
Mitek
-Ankern 2005
-
konsekutive
Arthrofibrose
linkes Schultergelenk
-
Schulterarthroskopie mit
Refixation
des hinteren Labrums sowie
Débri
dement
des Gelenkinnenraums 2006
-
beginnende
Omarthrose
links
3.
chronisches
cervikovertebrales
bis
cervicozephales
Schmerzsyndrom mit und bei
-
Status nach hochgradiger Spinalkanalstenose HWK 5/6 mit
neuroforami
nalen
Engen
-
Status nach C6 und C7 Nervenwurzeldekompression beidseits und Anlage einer
Spondylodese
mittels Stand-
Alone
Cage C6/7 links sowie Zeichen eines minimalen linksbetonten
Tetrapyramidalsyndroms
4.
chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom
-
klinisch-neurologisch: aktuell ohne Hinweise auf eine
radikuläre
Reiz- und sensomotorische Ausfallsymptomatik
-
chronische muskuläre Rückenbeschwerden
Dem Beschwerdeführer sei die bis zum Unfallzeitpunkt ausgeübte Tätigkeit als Triebwerksmechaniker aufgrund der Unfallfolgen bleibend nicht mehr zumutbar (S. 14).
Unter Berücksichtigung der neurokognitiven und psychiatrischen Befunde sowie der orthopädischen Einschränkungen bestehe für das körperliche Leiden ange
passte Tätigkeiten ohne Überkopfarbeiten, ohne Heben und Tragen von Lasten über 10 kg, mit der Möglichkeit zu wechselbelastenden Arbeiten mit Wechsel zwischen Sitzen,
G
ehen und Stehen und ohne langdauernde Zwangspositionen wie Arbeiten in gebückter Haltung und Arbeiten in Kälte, gesamthaft gesehen eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
(S. 15 oben).
Bezüglich der
neurologisch
en
/neurokognitiven/neuropsychiatrischen
Einschrän
kungen könne in Zusammenschau aller Befunde von einem in etwa
unveränder
ten Zustandsbild
im Vergleich zum Zeitpunkt der Vorbeurteilung vo
m
September 2009 ausgegangen werden.
Seit mindestens diesem Zeitpunkt sei die Arbeitsfä
higkeit für angepasste Tätigkeiten aufgrund der im Vordergrund stehenden neu
rologisch
en
/neurokognitiven Einschränkungen auf 50
%
limitiert.
Bezüglich der Beurteilung der durch die orthopädischen Diagnosen bedingten Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit müsse hervorgehoben werden, dass sich der Gesundheitszu
stand des Exploranden mit Hinzukommen der hochgradigen Spinalkanalstenose mit
Kompression der Medulla
spinalis
in Höhe HWK 5/6 und der Diagnose von zervikalen Diskushernien (erstmals diagnostiziert durch MRI am 2
5.
Oktober 2012) verschlechtert
habe. Dies führe zwar nicht zu einer zeitlich höheren Ar
beitsunfähigkeit über die obigen 50
%
hinaus, jedoch
zu qualitativen Limitierun
gen
(S. 15 Mitte).
Insofern weiche die heutige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit von der Vorein
schätzung im Rahmen der Begutachtung vo
m
September 2009 und der Nachbe
urteilung vom Oktober 2009 ab. Im Rahmen der Vorbeurteilung von 2009 an der
C._
sei aus orthopädischer Sicht von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit für angepasste Tätigkeiten mit der alleinigen Berücksichtigung der Schulterbeschwerden ausgegangen worden. Im Oktober 2012 sei von einer lediglich noch durch die orthopädischen Beeinträchtigungen bedingten, rein qua
litativen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ausgegangen worden. Diese Ein
schätzung könne heute aus neurologisch
er
/neuropsychologisch
er
/psychiatrischer Sicht nicht mehr geteilt werden, und auch aus orthopädischer Sicht habe sich der Gesundheitszustand seit diesem Zeitpunkt
verschlechter
t. Die erstmalige Diag
nostik bezüglich der Erkrankung der Halswirbelsäule sei nach dem Zeitpunkt der Nachbegutachtung an der
C._
erfolgt. In zeitlicher Hinsicht könne angenommen werden, dass spätestens mit dem Zeitpunkt der bildgebenden Darstellung der Veränderungen an der Halswirbelsäule vom Oktober 2012 eine orthopädisch zu begründende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auch für opti
mal angepasste Tätigkeiten bestanden habe, die über das im Rahmen de
s
im Ok
tober 2012 postulierte
n
Mass (damals Annahme einer uneingeschränkten Arbeits
fähigkeit) hinausgehe. Nach der
Diskushernienoperation
vom 3
0.
Dezember 2015 habe über mindestens einen Zeitraum von vier Monaten eine volle Arbeitsunfä
higkeit für sämtliche Tätigkeiten bestanden (S. 15).
Bezüglich der neurologischen, neuropsychologischen und psychiatrischen Be
funde gehe man von einem in etwa unveränderten Zustandsbild des Exploranden im Vergleich zur Vorbeurteilung in der
C._
aus. Hinsichtlich der orthopädischen Befunde liege mit Hinzukommen der Diagnosen an der Halswir
belsäule und
Diskushernienoperation
vom 3
0.
Dezember 2015 ein verschlechter
tes Zustandsbild vor. Insgesamt sei derzeit von einer Restarbeitsfähigkeit von gesamthaft gesehen 50
%
auszugehen. Diese Arbeitsfähigkeit könne prog
nostisch aufgrund der langjährigen
Dekonditionierung
optimalerweise
initial in einem geschützten Rahmen im Sinne einer guten Tagesstrukturierung umgesetzt werden, und in einem zweiten Schritt dann bei gutem Verlauf auch auf dem freien Arbeitsmarkt realisiert werden. Aufgrund der beschriebenen Einschränkungen der Stressbewältigung sollte kein erheblicher Zeitdruck bestehen, Stressspitzen soll
ten im interpersonellen Kontakt vermieden werden können, dem Exploranden sollte nicht zu viel Verantwortung delegiert werden, ein wohlwollendes Umfeld wäre sicher hilfreich. Der Explorand würde von einer guten und klaren vorgege
benen Arbeitsstrukturierung profitieren (S. 16 Mitte).
Hinsichtlich der Schultererkrankung lägen keine wesentlichen Abweichungen zu Vorbeurteilungen vor (S. 17 oben).
3.10
.2
Die psyc
hiatrische Begutachtung (
Urk.
10
/4) ergab die Diagnose eines organi
schen Psychosyndroms nach Schädel-Hirn-Trauma (ICD-10 F07.2) und zusätzlich Hinweise auf eine Organische Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F07.0; S. 18). Im Jahr 2009 werde gutachterlich von der
C._
bereits ein Endzustand deklariert, was aus Sicht des Referenten vier Jahre nach dem Unfallereignis bei der Art der Schädigung durchaus auch plausibel sei. Zu diesem Zeitpunkt sei es bereits zu einer deutlichen Reduktion der oben beschriebenen, auf ein hirnorga
nisches Psychosyndrom hinweisenden Symptomatik gekommen. Weniger gut nachvollziehbar sei die dann im Jahr 2012 konstatierte klinische Verbesserung, ausgelöst wahrscheinlich durch die attestierte Fahrfähigkeit des Exploranden, mit der dann gesehenen, letztendlich fast uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit selbst im angestammten Beruf als Flugzeugmechaniker. Hier sei bemerkt, dass hirnor
ganische Residuen mit persönlichkeitsnahen Veränderungen sich erfahrungsge
mäss durch neuropsychologische Untersuchungen schwer abbilden l
ie
ssen, dies insbesondere bei leichtgradiger Ausprägung. Gerade die aus Sicht des Referenten auch in der aktuellen Exploration eingeschränkte Introspektionsfähigkeit sowie die fremdanamnestischen Angaben bestätigten diese Annahme (S. 26 Mitte). Nach psychiatrischen Kriterien ergebe sich kein belastbarer Anhalt für eine klinische Verbesserung im Rahmen der Konsequenzen der hirnorganischen Affektion seit 200
9.
Diese Einschätzung werde bestätigt durch die aktuelle neuropsychologische Begutachtung (S. 27 oben). Insgesamt ergäben die fachpsychiatrischen Stellung
nahmen einschliesslich der aus
C._
im Jahr 2012 keine belastbaren Hinweise für eine psychiatrische Verschlechterung oder Verbesserung des Zustandsbildes (S. 30 Mitte).
3
.10
.3
Die neu
rologische Begutachtung (
Urk.
10
/5) ergab, dass in Übereinstimmung mit den neurologischen Voreinschätzungen
durch
Dr.
H._
und
Dr.
J._
die Diagnose eines chronischen posttraumatischen Kopfschmerzes, welcher sich auf dem Boden eines
delayed-onset
posttraumatischen Kopfschmerzes entwickelt habe, gestellt werde. Daraus resultiere die zusammenfassende Kopfschmerzdiag
nose eines
delayed-onset
persistierenden Kopfschmerzes, zurückzuführen auf eine mittelschwere oder schwere traumatische Hirnverletzung. Die Kopfschmerz
diagnose sei mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit natür
lich kausal zum Unfall von 200
5.
Im Gegensatz zur Beurteilung
durch die Ärzte
der
C._
aus dem Jahr 2015 zeigten sich im Zug der aktuellen Begutachtung unter Zuzug standardisierter Symptomvalidierungsverfahren keine Hinweise auf eine Symptomverzerrung oder gar Hinweise auf eine Aggravation. Das aktuell erhobene neurokognitive Störungsbild entspreche einer gesamthaft leichten bis mittelschweren Hirnfunktionsstörung mit leichten Minderleistungen in einzelnen kognitiven Funktionen aus dem Aufmerksamkeits-, Gedächtnis- und Flexibilitätsbereich. Darüber hinaus zeichneten sich auffällig erhöhte Werte be
züglich einer
Fatigue
ab (S. 23 unten f.). Es ergäben sich aktuell weitgehend ver
gleichbare Diagnosen und Einschränkungen wie bereits bei der Beurteilung
durch die
C._
2009; eine eindeutige und vor allem namhafte Verbesse
rung der Beschwerden und Befunde im Verlauf seit 2009 könne nicht verzeichnet werden. Damals
sei
eine berufliche Tätigkeit, bestehend aus einfachen Tätigkeiten mit teils repetitivem Charakter ohne Führungsfunktion im Rahmen von 50
%
als zumutbar erachtet
worden
, was nachvollziehbar erscheine (S. 25 Mitte). Im Lang
zeitverlauf und unter Würdigung der aktuell vorliegenden neuropsychologischen, psychiatrischen und neurologischen Diagnosen ergebe sich eine vergleichbare Befundkonstellation wie in den Vorbefunden aus dem Jahr 200
9.
Diese könnten weitgehend unverändert bestätigt werden. Eine optimal adaptierte Tätigkeit unter Rücksichtnahme der durch die orthopädischen Befunde begründeten qualitativen Einschränkungen sei zu 50
%
zumutbar. Das aktuell von neurologischer Seite postulierte mögliche intermittierende
radikuläre
Reizsyndrom und das
nebenbe
fundlich
in der formalen Untersuchung festgestellte minimale linksbetonte
Tet
rapyramidalsyndrom
führten zu keinen über die im orthopädischen Gutachten postulierten hinausgehenden Einschränkungen (S. 26 Mitte f.).
3.10
.4
Gemäss dem neuropsychologischen Gutachter zeige ein Vergleich zwischen den zu unterschiedlichen Zeitpunkten erhobenen neuropsychologischen Leistungen, dass das Leistungsbild im Verlauf keine wesentlichen Änderungen erfahren habe. Insbesondere sei die Leistung im Vergleich zur Suva-Begutachtung von 2009 nach wie vor als mittelgradig eingeschränkt zu beurteilen. Die Tatsache der ge
gebenen Fahrtüchtigkeit müsse nicht notwendigerweise mit einer Einschränkung gewisser kognitiver Teilleistungen kontrastieren
(
Urk.
10
/6 S. 20 Mitte).
3.10
.5
Der orthopädische Gutachter hielt fest, die strukturellen Befunde an der linken Schulter und an der HWS erklärten die vom Exploranden angegeben massiven Einschränkungen ungenügend (
Urk.
23/7 S. 8 Mitte). Zusammen mit der Schä
delverletzung sei anlässlich des Unfalls auch eine
Thoraxkontusion
diagnostiziert worden. Es sei von daher durchaus wahrscheinlich, dass die Struktur zwischen diesen beiden Organen, nämlich die Halswirbelsäule, beim Unfall ebenfalls er
heblichen äusseren Kräften ausgesetzt gewesen sei. Die Hauptproblematik bestehe in den chronischen Kopfschmerzen und den Konzentrationsproblemen. Daneben habe der Beschwerdeführer immer auch Nackenschmerzen gehabt. Die Unfallkau
salität der Diskushernien werde in der Stellungnahme der
C._
vom 2
3.
Dezember 2014 nicht bestritten, hingegen sei man weiterhin der Mei
nung gewesen, dass dies für die Kopfschmerzen nicht gelte, da diesen die typi
schen Merkmale von posttraumatischen Kopfschmerzen fehlen würden (S. 11 Mitte f.). Aus heutiger Sicht habe sich der orthopädische Gesundheitszustand des Exploranden seit dem Zeitpunkt der gutachterlichen Einschätzung durch die
C._
vom Mai 2012 mit dem zwischenzeitlichen Hinzukommen der HWS-Problematik verschlechtert, insofern, dass die dadurch bedingten Funk
tionseinschränkungen bei der der Rentenberechnung zugrundeliegenden ortho
pädischen Beurteilung noch nicht in heutiger Ausprägung vorhanden gewesen und nicht mitberücksichtig
t
worden sei
en
(S. 12 oben).
Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Triebwerksmechaniker sei nicht mehr zumut
bar, daran habe sich nichts geändert. Die damals beschriebene Umfangsdifferenz zwischen linkem und rechtem Arm sei in etwa
gleich geblieben
. Sie übersteige jene, welche bei einem Rechtshänder üblich sei, nicht wesentlich, was darauf hin
weise, dass der Beschwerdeführer den linken Arm nicht übermässig schone. Die rohe Kraft beim Händedruck sei gegenüber rechts deutlich vermindert, obwohl die Schulter dafür kaum eingesetzt werden müsse, was darauf hinweise, dass er versuche seine Problematik schlimmer darzustellen als sie sei. Darauf sei auch im Gutachten
C._
vom 2
3.
Dezember 2014 hingewiesen worden. Darin werde festgehalten, dass sich klar messbare Diskrepanzen gezeigt hätten, welche die Glaubwürdigkeit des Beschwerdeführers in Frage gestellt hätten. Diese Einschät
zung decke sich mit der aktuellen Beobachtung. Radiologisch fänden sich Hin
weise auf eine leichte Zunahme der
Omarthrose
, so dass es durchaus glaubhaft sei, dass Schulterschmerzen vorhanden seien (S. 12).
Hinzu komme aus orthopädischer Sicht die Problematik der Halswirbelsäule. Die Diskushernien seien überwiegend wahrscheinlich unfallbedingt. Sie seien nun operiert und mit Cages versorgt. Die präoperativ vorhandene neurologische Symptomatik habe sich wieder zurückgebildet bis auf eine Hyperästhesie des Zei
gefingers. Der aktuelle Zustand der HWS entspreche jedoch nicht mehr dem
status
quo ante. Die verbleibende Beweglichkeit zwischen den Segmenten sei deutlich eingeschränkt. Dies habe einen Einfluss auf die Restbeweglichkeit der ganzen HWS, bedeute aber auch ein Risiko bezüglich späteren degenerativen Schäden in den Anschlusssegmenten. Die Schmerzen in der Nackenmuskulatur liessen sich mit dem Beweglichkeitsdefizit erklären. Die Röntgenbilder der HWS vom März 2017 zeigten auch eine deutliche Streckhaltung und somit eine statische Proble
matik. Auch dies begründe chronische Nackenschmerzen. Für die thorakalen und lumbalen Schmerzen sehe man keine strukturelle Begründung. Die Röntgenbilder der LWS vom August 2016 zeigten altersentsprechend völlig normale Verhält
nisse. Hier liege wahrscheinlich eine rein muskuläre Problematik vor (S. 13 oben).
Der orthopädische Gutachter hielt fest, er teile die Einschätzung, wonach der Be
schwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit zu 80
%
arbeitsfähig sei, nicht vollständig. Schon aus rein orthopädischer Beurteilung bestehe eine stärkere Ein
schränkung auch für angepasste Tätigkeiten. Dies resultiere nicht aus einer ab
weichenden Beurteilung der Schulterproblematik, sondern weil die HWS-Symptomatik nicht vernachlässigbar sei. Die Streckhaltung der HWS könne im Röntgenbild nicht simuliert werden, sondern sei eine reelle strukturelle Proble
matik, welche dazu führe, dass die Nackenmuskulatur zur Aufrechterhaltung der Balance chronisch überlastet und verspannt werde. Dies begründe die chroni
schen Nackenschmerzen sehr klar. Ob diese Problematik auch die chronischen Kopfschmerzen erkläre, müsse von neurologischer und neuropsychologischer Seite geklärt werden (S. 14 Mitte).
Eine angepasste Tätigkeit dürfe keine Überkopfarbeiten beinhalten. Das Heben von Lasten sollte auf 10 kg beschränkt sein. Die Arbeit sollte abwechselnd mit Stehen, Sitzen und Gehen verbunden sein. Langdauernde Zwangshaltungen wie Arbeiten in gebückter Stellung über längere Zeit sollten vermieden werden. Auch länger dauernde Arbeiten in der Kälte seien ungeeignet. Für eine solche Tätigkeit sei der Explorand aus rein orthopädischer Sicht, unter Berücksichtigung der Schulterproblematik links und der HWS-Problematik, zu 70
%
arbeitsfähig. Nicht berücksichtig
t
sei bei dieser Angabe die Problematik der chronischen Kopf
schmerzen. Sollten diese einen Zusammenhang mit der HWS-Problematik haben oder Folge des Schädel-Hirn-Traumas sein, so würde sich der Grad der unfallbe
dingten Arbeitsunfähigkeit erhöhen (S. 14).
3.10
.6
Nach einer Konsensbesprechung kamen die Gutachterinnen und Gutachter zu fol
gendem Schluss (S. 6 f.): Der Beschwerdeführer habe bei dem Unfall vom
6.
April 2005 eine leichte bis mittelschwere traumatische Hirnverletzung nach EFNS (Eu
ropäische Föderation der Neurologischen Gesellschaften) mit und bei Glasgow
Coma
Scale
9 bei Spitaleintritt sowie retro- und
anterograder
(posttraumatischer) Amnesie erlitten. Initial sei es dabei zu einer Kontusionsblutung im Bereich des
Gyrus
frontalis
medialis
links, der
Capsula
interna
am Übergang zur
Capsula
ex
terna
links, einer
caudofrontalen
Hypodensität im
Gyrus
frontalis
superior
links mit Ödem, einer traumatischen
Subarachnodialblutung
und diffusen
axonalen
Scherverletzungen gekommen. Als Residuum dieses Unfalls persistiere aus neu
rologischer Sicht ein
delayed-onset
persistierender Kopfschmerz, der auf die mit
telschwere traumatische Hirnverletzung zurückgeführt werden könne. Aus neu
ropsychologischer Sicht persistiere eine leichte bis mittelschwere neurokognitive Störung, aktuell ohne Hinweise auf Symptomverdeutlichung oder Aggravation. Aus psychiatrischer Sicht könne ein organisches Psychosyndrom nach Schädel-Hirn-Trauma diagnostiziert werden, zusätzlich lägen Hinweise auf eine mögliche organische Persönlichkeitsstörung vor.
Auf somatischem Gebiet habe der Beschwerdeführer beim Unfall vom
6.
April 2005 eine
Glenoidfraktur
links, die osteosynthetisch versorgt worden sei, erlitten. Konsekutiv habe sich eine
Arthrofibrose
im Bereich des linken Schultergelenks entwickelt, zwischenzeitlich liege eine
Omarthrose
links vor. Zusätzlich bestehe beim Beschwerdeführer unfallunabhängig ein chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom, aktuell ohne Hinweise auf
radikuläre
Reiz- oder sensomotori
sche Ausfallsymptomatik.
muskulär, siehe Orthopäde
Darüber hinaus bestehe ein chronisches
zervikovertebrales
bis
zervikozephales
Schmerzsyndrom bei hoch
gradiger Spinalkanalstenose HWK 5/6 mit Status nach C6- und C7-Nervenwur
zelkompression beidseits, welche am
4.
März 2016 operiert worden seien.
Im Vergleich zu der
Rentenzusprache
/ Verfügung der
Suva
vom 3
0.
März 2011, welche auf der Begutachtung in der
C._
vom September 2009 basiert habe, habe sich aus heutiger Sicht in der Gesamtschau aller Befunde der
Zustand des Beschwerdeführers aus neurologi
sch
er
/neurokognitiver/neuro
-
psychiatrischer Sicht nicht verändert. Aus orthopä
discher Sicht
habe sich der Gesundheitszustand mit dem Hinzukommen der Er
krankung an der HWS
verschlechtert, dies jedoch ohne zusätzliche zeitliche Re
levanz für die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
. Die vom Beschwerdeführer zum Zeitpunkt des Unfalls vom
6.
April 2005 ausgeübte Tätigkeit als Triebwerks
mechaniker könne aus gesamtmedizinischer Sicht seit dem Unfallereignis nicht mehr ausgeübt werden. Für eine angepasste Tätigkeit mit Heben und Bewegen von Lasten bis maximal 10 kg, mit Wechselbelastung, unter Vermeidung von Zwangshaltungen, unter Vermeidung von Überkopfarbeiten und unter Vermei
dung von Arbeiten in der Kälte sowie unter Vermeidung von Arbeiten mit Zeit
druck, ohne erhöhten Anspruch an kognitive Fähigkeiten und ohne Stressspitzen im interpersonellen Kontakt mit klar vorgegebener Arbeitsstrukturierung, bestehe in der Gesamtschau aller Befunde eine
Arbeitsfähigkeit von 50
%
.
Aufgrund der langjährigen
Dekonditionierung
sollte diese Restarbeitsfähigkeit anfangs in ei
nem geschützten Umfeld umgesetzt werden. Hinweise auf Aggravation hätten sich bei aktuell validen neuropsychologischen Testbefunden nicht gefunden. Eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung könne aus psychiatrischer Sicht nicht diagnostiziert werden (S. 7).
4
.
4
.1
Nach Ablauf des Wartejahrs im April 2006 ging die Beschwerdegegnerin davon aus, dass
nach zuvor voller Arbeitsunfähigkeit
ab August 2006 eine Arbeitsfä
higkeit von 50
%
bestanden habe, und berücksichtigte dies nach drei Monaten ab November 2006.
Dr.
E._
(vorstehend E. 3.2)
hielt im Juli 2006 fest, der Beschwerdeführer sei im Rahmen eines Versuchs in der angestammten Tätigkeit zu 50
%
arbeitsfähig, eine angepasste Tätigkeit sei ab dem selben Datum halbtags zumutbar
. Kreisarzt
Dr.
F._
hielt vor Beginn des Arbeitsversuchs vom Sommer 2006 fest, es bleibe abzuwarten, wie sich die Tätigkeit anlasse, wenn eine echte Leistung ge
fordert werde, und wies auf weitere notwendige Abklärungen der Schulter und allenfalls der Kopfschmerzen hin (vorstehend E. 3.3
).
Dr.
G._
bestätigte am
5.
Oktober 2006 (vorstehend E. 3.4) eine Arbeitsfähigkeit für leichte Arbeiten im Umfang von zwei bis drei Stunden pro Tag "aus therapeutischen Gründen", ebenso im Umfang von 50
%
für die angestammte Tätigkeit. Am
6.
November 2006 erfolgte jedoch die Arthroskopie der linken Schulter und danach bestand eine volle Arbeitsunfähigkeit von zwei Monaten. Angepasste Tätigkeiten hielt
Dr.
G._
erst
Mitte Februar 2007 wieder zu 50
%
zumutbar. Auch
Dr.
H._
(vorstehend E. 3.5) ging aus neurologischer Sicht von einer Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit von maximal 50
%
- minimal 25
%
- aus.
Ab
8.
März 2006 nahm der Beschwerdeführer zu therapeutischen Zwecken an einem Arbeitsversuch am angestammten Arbeitsplatz teil (vgl.
Urk.
7/158/530). Ab Mitte August 2006 wurde von einer verwertbaren Arbeitsfähigkeit von 50
%
am angestammten Arbeitsplatz ausgegangen (vgl.
Urk.
7/158/488;
Urk.
7/158/490-491)
.
Am 3
0.
August
2008
teilte der Beschwerdeführer der Ar
beitgeberin mit, er könne die Arbeit aufgrund einer neuerlichen Schulterverlet
zung nicht aufnehmen (
Urk.
7/158/469; vgl. auch
Urk.
7/158/477). Im Januar 2007 nahm der Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit für zwei Stunden täglich wieder auf (vgl.
Urk.
7/158/437).
4.2
Angesichts des Umstands, dass der Beschwerdeführer ab August 2006 die ange
stammte Arbeit probeweise zu 5
0
%
aufnahm und sämtliche zu diesem Zeitpunkt beteiligten Ärzte von einem Versuch oder therapeutischen Zweck der Tätigkeit ausgingen, kann nicht von einer stabilen Arbeitsfähigkeit von 50
%
ausgegangen werden, zumal die Schulter- und die Kopfschmerzproblematik noch gar nicht umfassend geprüft
worden und ihre Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit noch unklar
war. Vielmehr ist mit
Dr.
G._
und
Dr.
H._
erst
ab Februar
2007 von einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
in
einer
angepassten Tätigkeit auszugehen, was
ab Juni 2007 zu berücksichtigen ist und
in der Folge auch
Voraussetzung für die Eingliederungsmassnahmen
der Beschwe
rdegegnerin war (vgl.
Urk.
7/26/1;
Urk.
7/54).
4.3
Im September 2009 erfolgte die interdisziplinäre Beurteilung des Beschwerdefüh
rers durch die Ärzte der
C._
(vorstehend E. 3.7). Diese stellten fest, dass die angestammte Tätigkeit als Triebwerksmechaniker nicht mehr zu
mutbar sei. In Tätigkeiten mit geringerer Verantwortung und eher repetitivem Charakter sei der Beschwerdeführer mindestens zu 50
%
arbeitsfähig. Aufgrund des Umstands, dass diese Beurteilung zuhanden der Unfallversicherung abgege
ben wurde, schlossen die Ärzte die Kopfschmerzen von der Einschätzung aus, indem sie festhielten, "daneben" leide der Beschwerdeführer an unfallfremden Kopfschmerzen
, differentialdiagnosti
sch an Medikamentenübergebrauch
skopf
schmerzen (vgl. vorstehend E. 3.7). Eine für die Arbeitsfähigkeit relevante psy
chiatrische Störung mit Krankheitswert wurde nicht festgestellt. Aus orthopädi
scher Sicht seien leichte bis mittelschwere körperliche Tätigkeiten auf dem allge
meinen Arbeitsmarkt ganztags zumutbar. Zusammenfassend gingen die Ärzte un
ter Berücksichtigung der neuropsychologischen und orthopädischen Einschrän
kungen davon aus, dem Beschwerdeführer seien einfachere kognitive Tätigkeiten mit teils repetitivem Charakter und ohne Führungsfunktion und leichte bis mit
telschwere körperliche Tätigkeiten unter Ausschluss von Überkopfarbeiten min
destens zu 50
%
zumutbar (vorstehend E. 3.7). Davon ist auszugehen; das Gut
achten vermag den praxisgemässen Anfo
rderungen (vgl. vorstehend E. 1.6
) zu genügen und die Schlussfolgerungen wurden nachvollziehbar begründet. Nicht gefolgt werden kann hingegen der nachträglich abgegebenen Einschätzung, der Beschwerdeführer sei in einer angepassten Tätigkeit zu 70
%
arbeitsfähig (vor
stehend E. 3.8): Diese Beu
rteilung wurde nicht begründet,
und es ist nicht ersicht
lich, worauf sich diese Abweichung zur zuvor attestierten Arbeitsfähigkeit von
lediglich
50
%
stützte. Angesichts der genauen Beschreibung der neuropsycholo
gischen Einschränkungen (Aufmerksamkeit, Interferenzunterdrückung) und der Verhaltensauffälligkeiten (verminderte Stresstoleranz, erhöhte emotionale Reagi
bilität, Tendenz zur Impulsivität
)
wäre
denn bei der Präzisierung durch die Gut
achter auch
eher eine weitere Reduktion und nicht eine Erhöhung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit zu erwarten gewesen. Dies insbeso
ndere, da ausdrücklich auf die Konzentrationss
chwierigkeiten bei Personen mit traumatischer Hirnverletzung
hingewiesen wurde. Dass im unfallversicherungsrechtlichen Verfahren
dennoch
auf diese Beurteilung abgestellt und - rechtskräftig - von einer 70%igen Arbeits
fähigkeit in angepassten Tätigkeiten ausgegangen wurde, ist im vorliegenden Verfahren von untergeordneter Bedeutung, zumal aus Sicht der Unfallversiche
rung die Kopfschmerzen
nicht zu berücksichtigen waren.
Es besteht keine Bin
dungswirkung zwischen Invaliden- und Unfallversicherung (vgl. vorstehend E. 1.5).
Somit war
2009
weiterhin von einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
in angepassten Tätigkeiten auszugehen.
4.4
Bei Gerichtsgutachten
weicht das Gericht nach der Pra
xis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der medizinischen Fachleute ab, deren Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. (BGE 125 V 351 E. 3b/
aa
).
Für ein Abweichen vom
B._
-Gutachten (
Urk.
10) besteht vorliegend kein Grund, denn es entspricht den praxisgemässen Beweisanforderungen (vgl. vorstehend E.
1.6
) vollumfänglich und erlaubt
eine nachvollziehbare und schlüssige Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführe
r
s.
Dies wird denn von den Parte
ien auch nicht in Frage gestell
t.
Die Gutachterinnen und Gutachter kamen nach genauer
und umfassender
Unter
suchung interdisziplinär zum Schluss, dass dem Beschwerdeführer die ange
stammte Tätigkeit als Triebwerksmechaniker nicht mehr zumutbar sei. Die Ar
beitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten betrage aus orthopädischer, neurologi
sch
er
/neurokognitiver und neuropsychiatrischer Sicht seit der Beurteilung durch die Ärzte der
C._
im September 2009 50
%
. Zwar sei damals aus orthopädischer Sicht noch eine volle Arbeitsfähigkeit angenommen worden, dies
bezüglich habe sich der Gesundheitszustand aufgrund der Erkrankung der Hals
wirbelsäule jedoch verschlechtert. Vorübergehend habe nach der
Diskushernien
operation
vom Dezember 2015 während mindestens vier Monaten eine volle Ar
beitsunfähigkeit bestanden. Insgesamt sei somit von einer Restarbeitsfähigkeit
von gesamthaft 50
%
auszugehen (vorstehend E. 3.
10
.1). Die Gutachter kamen zum Schluss, dass die Kopfschmerzen nicht auf einen Medikamentenüberge
brauch zurückzuführen sind. Eine eindeutige und namhafte Verbesserung seit 2009 könne nicht verzeichnet werden
(vorstehend E. 3.
10
.3-4)
.
Das neurologi
sch
e
/neurokognitive/neuropsychiatrische Zustandsbild habe sich im Vergleich zur Vorbeurteilung vom September 2009 nicht verändert. Dass im Oktober 2012 lediglich noch eine orthopädische Beeinträchtigung bestanden hätte, könne nicht bestätigt werden (vorstehend E. 3.
10
.1).
Nach psychiatrischen Kriterien ergebe sich kein belastbarer Anhalt für eine klini
sche Verbesserung im Rahmen der Konsequenzen
der hirnorganischen Affektion seit 2009 (vorstehend E. 3.
10
.2). In neurologischer Hinsicht zeigten sich aktuell weitgehend vergleichbare Diagnosen und Einschränkungen wie bereits 2009; eine namhafte und eindeutige Verbesserung könne nicht verzeichnet werden (vorste
hend E. 3.
10
.3). Auch aus neuropsychologischer Sicht habe sich keine Verände
rung gezeigt; die Tatsache der gegebenen Fahrtüchtigkeit müsse nicht mit einer Einschränkung gewisser kognitiver Teilleistungen kontrastieren (vorstehend E. 3.
10
.4).
Die orthopädische Beurteilung ergab bezüglich der Halswirbelsäule eine vorübergehende Verschlechterung, welche sich jedoch nicht zusätzlich auf die 50%ige Arbeitsfähigkeit auswirke. Bezüglich der Schulter
seien zwar Schmerzen glaubhaft, jedoch ergäben sich Hinweise darauf, dass der Beschwerdeführer den linken Arm nicht übermässig schone und versuche, seine Problematik schlimmer darzustellen, als sie sei. Bezüglich der thorakalen und lumbalen Schmerzen sei kein struktureller Grund gegeben und es zeigten sich bildgebend altersentspre
chend völlig normale Verhältnisse (vgl. vorstehend E. 3.
10
.5).
Somit trat
insgesamt
seit 2009 keine Verbesserung ein.
Das Belastungsprofil, wel
ches sehr genau die Einschränkungen des Beschwerdeführers berücksichtigt, wurde wie folgt umschrieben (vorstehend E. 3.
10
.6): Heben und Bewegen von Lasten bis maximal 10 kg, mit Wechselbelastung, unter Vermeidung von Zwangs
haltungen, unter Vermeidung von Überkopfarbeiten und unter Vermeidung von Arbeiten in der Kälte sowie unter Vermeidung von Arbeiten mit Zeitdruck, ohne erhöhten Anspruch an kognitive Fähigkeiten und ohne Stressspitzen im interper
sonellen Kontakt mit klar vorgegebener Arbeitsstrukturierung
.
Aufgrund der langjährigen
Dekonditionierung
sollte diese Restarbeitsfähigkeit anfangs in ei
nem geschützten Umfeld umgesetzt werden.
Solche Tätigkeiten sind weiterhin zu 50
%
zumutbar.
4.5
Zusammenfassend ergibt sich somit folgender Verlauf der Arbeitsunfähigkeit nach Ablauf des Wartejahrs:
Die angestammte Tätigkeit ist bleibend nicht mehr zumutbar. A
b April 2006 bis
Mai 2007 war der Beschwerdeführer in jeder Tätig
keit zu 100
%
arbeitsunfähig (vgl. vorstehend E. 4
.1
-4.2
). Seit Juni 2007 besteht gestützt auf die Beurteilung durch die Ärzte der
C._
vom Sep
tember 2009 und das Gerichtsgutachten vom Oktober 2018 andauernd eine Ar
beitsfähigkeit von 50
%
in angepassten Tätigkeiten; eine Verbesserung ist nicht eingetreten (vorsteh
end E. 4.
3
-4
.
4
).
5
.
5
.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an
gepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt s
ein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1;
134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) be
rechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls rele
vanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen
sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2;
128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
5.2
Bei der Festsetzung des
Valideneinkommens
ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung auch ein beruflicher Aufstieg im Gesundheitsfall zu berücksich
tigen, den eine versicherte Person normalerweise vollzogen hätte; dazu ist aller
dings erforderlich, dass konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass ohne ge
sundheitliche Beeinträchtigung ein beruflicher Aufstieg und ein entsprechend hö
heres Einkommen tatsächlich realisiert worden wären. Die Absicht, beruflich wei
terzukommen, muss durch konkrete Schritte wie Kursbesuche, Ablegung von Prü
fungen usw. kundgetan worden sein. Die theoretisch vorhandenen beruflichen Entwicklungs- oder Aufstiegsmöglichkeiten sind nur dann zu berücksichtigen, wenn sie mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eingetreten wären (BGE 96 V 29; AHI 1998 S. 166 E. 5a, I 287/95; RKUV 1993 Nr. U 168 S. 97 E. 3b, U 110/92; Urteil des Bundesgerichts 9C_757/2010 vom 24. November 2010 E. 4.2 mit Hin
weisen).
5.3
Vorab ist festzuhalten, dass bei einer vollen Arbeitsunfähigkeit in jeder Tätigkeit im Zeitraum von
April 2006 bis Juni 2007 ein IV-Grad von 100
%
bestand; ein Einkommensvergleich ist nicht notwendig.
Im Jahr 2007 hätte d
er Beschwerdeführer gemäss
den gegenüber der Suva getä
tigten
Angaben der Arbeitgeberin
Y._
einen Jahreslohn von
Fr.
69'373.50
inklusive 1
3.
Monatslohn
erzielt (vgl.
Urk.
7/158/242).
Im Arbeit
geberbericht (
Urk.
7/15) wurde im Januar 2007 angegeben, der Beschwerdeführer würde heute ohne Gesundheitsschaden
Fr.
5'391.20 monatlich verdienen. Dabei wurde der Vermerk "x 12" gemacht (vgl.
Ziff.
16). In
Ziff.
20 des Formulars ist jedoch durchgehend ein 1
3.
Monatslohn erfasst, weshalb es sich bei dem Vermerk und unter Berücksichtigung des Umstands, dass die
Y._
ge
genüber der Suva ebenfalls einen 1
3.
Monatslohn angab, um ein Versehen han
deln dürfte. Gestützt auf den Arbeitgeberbericht ist somit von einem
Validenein
kommen
von
Fr.
70'085.6
0
(
Fr.
5'391.20 x 13) auszugehen.
Hinzu kommt die Entschädigung aus der Nebentätigkeit
, welche die Beschwerdegegnerin für das Jahr 2007 auf
Fr.
6'682.84 festsetzte (vgl.
Urk.
7/106/1). Somit ergibt sich für 2007 ein hypothetisches
Va
lideneinkommen
von gerundet
Fr.
76'768.--
.
Dass der Beschwerdeführer, wie geltend gemacht (vgl.
Urk.
1 S.
15 unten f.)
,
für eine Beförderung vorgesehen gewesen sei,
stellt
keinen genügend
konkrete
n An
haltspunkt
für einen
ohne gesundheitliche Beeinträchtigung
tatsächlich zu reali
sierenden beruflichen
Aufstieg
dar
und
reicht daher nicht für
ein
entsprechend höheres Einkommen
aus
. Daran vermag auch die schriftliche Bestätigung
des Per
sonalverantwortlichen der Arbeitgeberin, wonach der Beschwerdeführer im Rah
men der betriebsinternen Triebmechaniker-Laufbahn für eine weitere Beförde
rung vorgesehen gewesen wäre
(
Urk.
3/4)
, nichts zu ändern. Dabei handelt es sich um eine
lediglich
theoretische M
öglichkeit und keine, die mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eingetreten wäre.
5.4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statisti
schen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens auf
grund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
Bundesgesetz
über die Invalidenversicherung
,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Für die Invaliditätsbemessung wird bei Anwendung der LSE-Tabellen bis 2010 praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom sogenannten Zentral
wert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochen
stunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entspre
chende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/bb, 124 V 321 E. 3b/aa; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
5.5
Angesichts der Zumutbarkeit einer behinderungsangepassten Arbeitstätigkeit von
50
%
steht dem Beschwerdeführer grundsätzlich eine breite Palette von Tätigkei
ten offen.
Dass diese Arbeitsfähigkeit initial idealerweise bei einem verständnis
vollen Arbeitgeber aufgenommen werden sollte, steht einer Beschäftigung im ers
ten Arbeitsmarkt nicht entgegen, was im Übrigen auch die
B._
-Gutachter
bestä
tigten (vgl. vorstehend E. 3.10.2).
Es rechtfertigt sich daher, für die Bemessung des Invalideneinkommens auf den standardisierten Durchschnitt für einfache und repetitive Tätigkeiten in sämtlichen Wirtschaftszweigen des privaten Sektors ab
zustellen
(LSE 2006
S. 25, Tabellengruppe
TA1, Rubrik „Total“, Niveau 4).
Das im Jahr
2006
von Männern im Durchschnitt aller einfachen und repetitiven Tätigkeiten erzielte Einkommen betrug
Fr.
4'732.-- pro Monat, mithin
Fr.
56'784.-- pro Jahr (
Fr.
4'732.-- x 12). Unter Berücksichtigung der Lohnent
wicklung für das Jahr 2007 in Höhe von 1.6
%
(Die Volkswirtschaft 12/2010
S. 91 Tabelle B10.2 Rubrik Nominal Total) und der durchschnittlichen wöchentli
chen Arbeitszeit im Jahr 2007 von 41.7 Stunden ergibt sich ein Betrag von
rund
Fr.
60'145.-- (
Fr.
56'784.-- x 1.016 : 40 x 41.7). Bei einem Pensum von
50
%
ergibt dies ein hypothetisches Invalideneinkommen von
Fr.
30'072.2
5
(
Fr.
60'145.-- x 0.
5).
Die Beschwerdegegnerin gewährte einen Abzug von 10
%
, was nicht zu beanstanden ist und den Verhältnissen des Beschwerdeführers, ins
besondere den zu berücksichtigenden Leistungseinschränkungen, angemessen Rechnung trägt.
Somit beträgt das hypothetische Invalideneinkommen
Fr.
27'06
5
.
--
(
Fr.
30'072.2
5
x 0.9).
5.6
Der Vergleich des hypothetischen
Valideneinkommens
von
Fr.
76'768.
--
mit dem hypothetischen Invalideneinkommen von
Fr.
27'06
5
.
--
ergibt eine Einkommens
einbusse von
Fr.
49'703.
--
, was einem Invaliditätsgrad von
rund 65
%
ergibt. Da
mit hat der Beschwerdeführer ab Juni 2007
Anspruch auf
eine
unbefristete
Drei
viertelsrente
.
5.7
Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass der Beschwerdeführer ab April 2006 bis Mai 2007 Anspruch auf eine ganze und ab Juni 2007 Anspruch auf eine unbefristete
Dreiviertelsrente
hat.
Mit dieser Feststellung ist der angefochtene Entscheid abzuändern und die Be
schwerde gutz
u
heissen.
5.8
Festzuhalten bleibt, dass das Bundesgericht in seinem
zur Publikation vorgesehe
nen
Urteil vom 2
8.
Januar 2019 (8C_163/2018)
eine umfassende Mitwirkungs
pflicht für IV-Rentenbezügerinnen und -bezüger statuiert hat, sodass diese nicht nur einen Anspruch auf, sondern auch eine Pflicht zur Teilnahme an zumutbaren Eingliederungsmassnahmen haben. Dies gilt auch bei Bezug einer Teilrente. Der Beschwerdeführer ist somit mit Unterstützung der Beschwerdegegnerin gehalten, sich aktiv um eine berufliche Eingliederung zu bemühen.
6.
6.1
Die Gerichtskosten nach Art. 69 Abs. 1
bis
IVG
sind auf Fr. 1'0
00.-- anzusetzen und
ausgangsgemäss
der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6
.2
Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Par
tei
kosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Be
deutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem
Mass
des Ob
siegens be
messen (§ 34 Abs. 3 GSVGer) und sind beim
praxisgemässen
Stunden
ansatz
von Fr. 220.-- (ohne
MWSt
)
für den bis Ende 2017 getätigten
Aufwand auf
Fr.
2'400.--
(inkl
.
MWSt
von 8
%
und Auslagenersatz)
und für den Aufwand ab 2018 auf
Fr.
1'700.-- (inkl.
MWSt
von 7.7
%
und Auslagenersatz), somit auf insgesamt
Fr.
4'100.--
fest
zusetzen.