Decision ID: 9228b06f-6eaf-4d5b-a8b7-af55b2d71eba
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1970 geborene
X._
arbeitete seit 2008
i
n eine
m
30
bis
60
%
-Pensum
als Verkäuferin im
Y._
, als sie sich am
1
6.
Sep
tember 2010
unter Hinweis auf
eine
Depression
bei der Invaliden
versi
cherung zum Leistungsbezug anmeldete (
Urk.
9/16
Ziff.
5.4 und
Ziff.
6.2).
Daraufhin
führte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, mit der Versicherten
ein Ressourcengespräch
(
Urk.
9/21)
und
holte einen Aus
zug aus dem individuellen Konto (
Urk.
9/25), einen Arbeitgeberbericht (
Urk.
9/27) sowie einen Arztbericht (
Urk.
9/36/1-
6
) ein
. Überdies
veranlasste
sie eine
psychiatrische Begutachtung
der Versicherten
(Expertise vom 1
8.
April 2011;
Urk.
9/38).
A
m 3
0.
November 2011
führte sie zudem
eine Haushaltsab
klärung vor Ort durch (Abklärungsbericht
vom 2
6.
März 2012; Urk.
9/44
)
. Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (
Urk.
9/49,
Urk.
9/55)
wies
die IV-Stelle
das Leistungsbegehren basierend auf einem
Invaliditätsgrad von 2
0
%
mit Ver
fügung vom
7.
Januar 2013 ab
(
Urk.
2)
.
2.
Dagegen erhob die Versicherte
am
7.
Februar 2013
Beschwerde
(
Urk.
1)
und beantragte, die Verfügung der IV-Stelle vom
7.
Januar 2013
sei aufzuheben und es seien ihr die gesetzlichen Leistungen, insbesondere eine angemessene Rente ab
1.
März 2011, zuzusprechen. Es seien ihr überdies die unentgeltliche Pro
zessführung zu gewähren und in der Person von Rechtsanwältin Maria-Luisa Fuentes eine unentgeltliche Rechtsvertreterin zu bestellen.
Eventualiter seien Ergänzungsfragen zur psychiatrischen Begutachtung in Auftrag zu geben; sub
eventualiter sei die Haushaltsabklärung erneut vorzunehmen
(S. 2)
.
Mit
Beschwerdeantwort vom
4.
April 2013
(
Urk.
8)
stellte die IV-Stelle Antrag auf Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom 1
5.
April 2013 (
Urk.
11) wurde das Gesuch der Beschwerdeführerin um unentgeltliche Pro
zessführung bewilligt, Rechtsanwältin Maria-Luisa Fuentes als unentgeltliche Rechtsvertreterin bestellt und der Beschwerdeführerin die Beschwerdeantwort vom
4.
April 2013 zur Kenntnis gebracht.
Mit Eingabe vom
2
1.
August 2014
(
Urk.
13
) reichte Rechtsanwältin Maria-Luisa Fuentes ihre Aufwandzusammen
stellung (
Urk.
14
) ein.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG).
Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.
3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkom
mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensver
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.5
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter anderem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozi
alen und erwerblichen Verhältnisse.
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung
vom
7.
Januar 2013 dafür, dass der Beschwerdeführerin aus medizinischer Sicht die Ausübung der bisherigen Tätigkeit
als Verkäuferin
zu 60
%
zumutbar sei.
Weiter ging sie davon aus, dass die Beschwerdeführerin ohne Gesundheitsschaden als zu 80
%
erwerbstätig wäre und im verbleibenden Umfang von 20
%
den Haushalt besor
gen würde. Im
Erwerbsbereich schloss sie basierend auf einer Einschränkung von 25
%
auf einen Teilinvaliditätsgrad von 20
%
.
Im Haushaltsbereich ermit
telte sie mangels detaillierter Haushaltsabklärung keinen Teilinvaliditätsgrad und führte aus, dass die Beschwerdeführerin zu 100
%
in der Haushaltsführung eingeschränkt sein müsste, um einen renten
begründenden
Gesamtinvaliditäts
grad von 40
%
zu erreichen. Dies sei
vorliegend
nicht ausgewiesen
(
Urk.
2)
.
2.2
Dagegen wandte die Beschwerdeführerin hauptsächlich ein, dass
sie
bereits
auf
grund
der
im 30
%
-Pensum ausgeübten
Erwerbstätigkeit
unter einer massiven Überbelastung leide, weshalb sie ihren Pflichten im Aufgabenbereich in keiner Weise nachkommen könne
(
Urk.
1 S. 6)
. Es sei mit einer überwiegenden Wahr
scheinlichkeit von einer massiven Wechselwirkung
zwischen
Erwerbs- und Auf
gabenbereich
auszuge
he
n
(S. 7)
.
Im Haushalt sei sie praktisch vollumfänglich
eingeschränkt, was sich rentenwirksam auswirke.
In Bezug auf
das von
der
Beschwerdegegnerin festgesetzte Invalideneinkommen
monierte sie
, dass
die
se
keinen
Abzug
vom Tabellenlohn gewährt
habe (S. 8). Dies sei
nachzuholen. Aufgrund der Umstände erscheine ein
Abzug
in der Höhe
von
15
%
als
ange
messen.
2.3
Unbestritten und aufgrund der Akten ohne weiteres zutreffend ist die Qualifika
tion der Beschwerdeführerin als
zu 80
%
im Erwerbsbereich und als zu 20
%
im Haushaltsbereich tätige Person.
Die Beschwerdeführerin legte nachvollziehbar dar, dass sie ihr bisheriges Pensum von
60
%
aus wirtschaftlichen Gründen auf 80
%
hätte steigern müssen, was auch angesichts
des Alters der jüngsten Toch
ter (Jahrgang 2000) als plausibel erscheint (Urk. 9/44 S. 2
Ziff.
2.5).
Damit fin
det die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung Anwendung.
3.
3.1
Dr.
med.
Z._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, nannte im Bericht vom 1
4.
Februar 2011 (
Urk.
9/36/1-6)
zuhanden der Beschwerdegegnerin
als Diag
nosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine abhängige Persönlichkeits
störung (ICD-10 F60.7) sowie anamnestisch
eine
mittelgradige depressive Epi
sode (1995, ICD-10 F33.10;
Ziff.
1.1).
Die Ärztin
beurteilte die Beschwerde
führerin
in der bisherigen Tätigkeit
als zu 50
%
a
rbeits(un)fähig und führte aus,
dass bei Abnahme der äusseren Belastungen durch die familiären Aufgaben unter Weiterführung unterstützender Massnahmen
eine günstige Entwicklung
nicht ausgeschlossen werden
könne
(
Ziff.
1.4 und 1.6)
.
3.2
Im psychiatrischen Gutachten vom 1
8.
April 2011 (
Urk.
9/38)
zuhanden der Beschwerdegegnerin nannte
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, folgende Diagnosen (S. 17):
Abhängig-asthenische Persönlichkeitsstörung auf Borderline Strukturni
veau (ICD-10 F60.7)
Dysthymia (ICD-10 F34.1)
Anamnestisch rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F33.4)
Die Gutachterin führte aus, dass die Beschwerdeführerin aufgrund der Per
sönlich
keitsstörung
(mit ungenügender Abgrenzung und Belastbarkeit sowie Neigung zu depressiven Dekompensationen in Belastungssituationen)
in ihrer
momentanen Lebenssituation
mit der
Verantwortung als alleinerziehende Mutter von drei Kindern zu 40
%
arbeitsunfähig sei.
Aufgrund
des
dürftigen Persönlichkeitsinventars bringe
sie
d
ie Kombination der alltäglichen Aufgabe als Mutter mit allfälligen Belastungen im Arbeitsalltag jeweils
in
bedeutende depressive Phasen
, wobei dann
die Arbeitsunfähigkeit
kurzfristig
bis zu 100
%
betragen
könne
.
Um neuen depressiven Krankheitsschüben vorzubeugen, sei
aus psychiatrischer Sicht
eine Entlastung mit einer andauernd attestierten 40%igen Arbeitsunfähigkeit sinnvoll.
Die verminderte Arbeitsfähigkeit bestehe seit dem Einstieg der Beschwerdeführerin ins Berufsleben (Oktober 2006) und prog
nostisch sei damit
bis zum Ende der obligatorischen Schulbildung der jüngsten Tochter zu rechnen.
Begründend sei die Kombination der Persönlichkeitsstörung mit der Vulnerabilität für psychosoziale Belastungen.
Die Beschwerdeführerin sei in ihrer angestammten Tätigkeit maximal einsetzbar. Die momentane psy
chiatrisch-psychotherapeutische wie auch die psychopharmakologische Behand
lung sei
absolut
adäquat
und nicht zu verbessern
(S. 18)
. Die Arbeitsfä
higkeit könne damit zwar nicht
gesteigert
, der Status quo
(60%ige
Arbeitsfähig
keit
)
aber beibehalten werden
.
E
ine Aussicht auf eine Verbesserung der Arbeits
fähigkeit
bestehe erst
, wenn die Beschwerdeführerin von ihrer Aufgabe als allein
erziehende Mutter entlastet werde
. Dies sei
vermutlich erst nach der
Beendigung der Sc
hulpflicht der jüngsten Tochter
der Fall
(S. 17 f.)
.
3.3
Dem Bericht über die Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt vom 2
6.
März 2012 (
Urk.
9/44) ist zu entnehmen, dass
am 3
0.
November 2011
eine eigentliche Haushaltsabklärung
nicht
durchgeführt werden konnte, da die Beschwerdeführerin offensichtlich schwerwiegende Defi
zite in der Fähigkeit ha
t
t
e
, die eigene
Wohnung ordentlich zu halten und All
tagsaufgaben zu organisieren
(
Ziff.
6)
. Die Abklärungsperson führte diesbezüg
lich aus, dass
die Aufenthaltsräume in der Wohnung aufgrund der Unordnung kaum betretbar gewesen seien und sich die Kleiderberge, Kisten und Säcke
gestapelt hätten
. S
ämtliche Ablagen
in der Küche
seien
mit Gegenständen ver
stellt gewesen
, weshalb
es
im Zeitpunkt ihrer Anwesenheit
nicht möglich gewesen wäre, eine Mahlzeit zuzubereiten.
Aufgrund der
massive
n
Unordnung
könnten die
notwendigen Reinigungsarbeiten
nicht
erledigt werden
(
Ziff.
6)
.
Zudem
vermerkte sie, dass sich die Beschwerdeführerin offensichtlich geschämt habe, sie in der sehr unordentlichen Wohnung zu empfangen
(
Ziff.
1)
.
Die Beschwerdeführin
habe berichtet, dass es ihr psychisch nicht gut gehe, sie sich kraft- und antriebslos sowie dauernd erschöpft fühle und daher sehr viel schla
fen müsse.
Gestützt auf die Aussagen der Beschwerdeführerin qualifizierte die Abklärungsperson die Beschwerdeführerin als zu 80
%
im Erwerbsbereich und zu 20
%
im Haushalt tätig (
Ziff.
2.5).
4.
4.1
V
orwegzuschicken ist, dass d
as
psychiatrische Gutachten
von
Dr.
A._
vom 1
8.
April 2011 (
Urk.
9/38) in sämtlichen Punkten den praxisgemässen Anfor
derungen an den Beweiswert einer Expertise entspricht. D
as
Gutachten
beant
wortet die gestellten Fragen umfassend und erging nach einlässlicher Abklärung der Vorgeschichte und Befunderhebung in Kenntnis der Vorakten.
Das Gutach
ten
ist sorgfältig abgefasst, berücksichtigt die geklagten Beschwerden der Beschwerdeführerin und setzt sich damit auseinander.
Darin
wird
nachvollzieh
bar dargelegt,
da
ss
sich die Beschwerdeführerin aufgrund der Persönlichkeits
störung nu
r
ungenügend abgrenzt und belastbar ist
sowie
zu depressiven Dekompensationen in Belastungssituationen neigt,
sie
in ihrer momentanen Lebenssituation
, welche insbesondere durch die
familiären
Aufgaben als allein
erziehende Mutter von drei Kindern geprägt ist und mit bedeutender Verant
wortung einhergeht,
zu 40
%
arbeitsunfähig ist.
In Bezug auf die früher diag
nostizierte depressive Episode (vgl. E. 3.1 hievor) legte
die Gutachterin
nach
vollziehbar dar, dass diese
infolge
des reduzierten Leistungsdruckes am Arbeits
platz (
es
wurde eine zusätzliche Mitarbeiterin eingestellt; vgl.
Urk.
9/38 S. 12) re
mittiert ist (
Urk.
9/38 S. 16).
Da die Leistungsfähigkeit
der Beschwerdeführerin
aufgrund
der Persönlichkeits
störung
mit Vulnerabilität für psychosoziale Belastungen eingeschränkt ist und
dies
sich nicht auf das Arbeitsumfeld bezieht, erscheint es plausibel, dass
sie
im Rahmen der attestierten
60%igen
Restarbeitsfähigkeit
in ihrer
bisherigen
Tätig
keit als Verkäuferin einsetzbar
ist
.
Weiter
führte
die Gutachterin
schlüssig
aus
, dass durch die Abnahme familiärer Aufgaben eine Entlastung
eintreten
werde, welche die
Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin
verbessern könnte
.
4.2
Dieser Einschätzung steht die Beurteilung von
Dr.
Z._
(vgl. E. 3.1 hievor) nicht entgegen.
So geht auch sie davon aus, dass
sich
eine
Abnahme
von
familiären
Belastungen prognostisch günstig
auf die Arbeitsfähigkeit
der Beschwerde
führerin
auswirk
e
n könne
.
Während
Dr.
Z._
von einer Arbeits(un)fähigkeit
in angestammter Tätigkeit
von 50
%
ausging, beurteilte
Dr.
A._
die Beschwerdeführerin als zu 60
%
arbeitsfähig. Da die
ärztlichen
Einschätzungen lediglich
in
arbiträrem Ausmass
voneinander abweichen, ist die gutachterliche Beur
teilung nicht in Zweifel zu ziehen
zumal sich die Beschwerdeführerin selbst als zu 60 % arbeitsfähig erachtet (vgl. Urk. 9/38 S. 6, wonach auf ihrem Wunsch die Arbeitsfähigkeit auf 60 % festgelegt wurde)
.
Demnach ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführerin ihre bisherige Tätigkeit als Verkäufe
rin zu 60
%
zumutbar ist
.
4.3
Der Abklärungsperson war es
anlässlich ihres Besuchs vom
3
0.
November 2011 nicht möglich gewesen, eine Gewichtung der einzelnen Haushaltsbereiche vor
zunehmen
und
allfällige Einschränkungen in den einzelnen Bereichen zu erhe
ben
(vgl. E. 3.3
,
Urk.
9/44
).
Die Beschwerdeführerin machte
beschwerdeweise
geltend,
ihren Pflichten im Haushalt in keiner Weise nachkommen zu können
(
Urk.
1 S. 6)
. Es sei zu befürchten, dass sich die Gutachterin der Umstände im Haushalt, welche sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirken
würden
, nicht bewusst gewesen sei.
Der Gutachterin
sei
daher
der Haushaltsbericht vorzulegen.
Im psychiatrischen Gutachten führte
Dr.
A._
aus, dass die Beschwerde
führe
rin ein dürftiges Persönlichkeitsinventar habe und sie die Kombination der alltäglichen Aufgabe als Mutter mit allfälligen Belastungen im Arbeitsalltag jeweils in bedeutende depressive Phase
n
bringe
. Eine Entlastung mit Attestierung einer andauernden 40%igen Arbeitsunfähigkeit sei sinnvoll
, um neuen depressiven Krankheitsschüben vorzubeugen
(
Urk.
9/38 S. 17).
Aus diesen Ausführungen
geht hervor
, dass
Dr.
A._
die Auswirkungen der
psychosoziale
n
Belastungen
der Beschwerdeführerin
als alleinerziehende Mutter
auf die
bestehende
Persönlichkeitsstörung
erkannt
und
ihr
daher
, um künftigen depressiven Krankheitsschüben vorzubeugen,
eine Arbeitsunfähigkeit von 40
%
attestiert hat.
Es ist
demnach
nicht
davon auszugehen
, dass die Gutachterin
, welche
die
Leistungs
fähigkeit
der Beschwerdeführerin unter Berücksichtigung
der
familiären
Mehrbelastung
beurteilte, in Kenntnis
des Haushaltsabklärungs
berichts
zu einem anderen Ergebnis gekommen wäre.
Es
besteht kein Anlass,
die fundiert begründete Einschätzung von
Dr.
A._
(
Urk.
9/38) in Frage zu stellen.
4.4
Zusammenfassend ist
festzuhalten, dass auf das überzeugende und sorgfältige
psychiatrische-
Gutachten vom 1
8.
April 2011 abzustellen ist.
Es ist somit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer psychischen
Beein
trächtigungen
in
der
bisherigen Tätigkeit
als Verkäuferin
zu 60
%
arbeitsfähig ist. Der medizinische Sachverhalt ist in dem Sinne als erstellt zu betrachten; weitere medizinische Abklärungen erübrigen sich (
Urk.
1 S. 2; antizipierte Beweiswürdigung, vgl. BGE 122 V 162).
5.
5.1
Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungs
vergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addie
rung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten Teilinvaliditäten ergibt (BGE 130 V 393 ff. E. 3.3 mit Hinweisen; vgl. BGE 134 V 9).
5
.2
D
ie Beschwerdegegnerin
stellte z
ur Ermittlung des Validen- und Invalidenein
kommens auf die Daten der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) ab und stützte sich jeweils auf den Durchschnittswert im Bereich Detailhandel für im privaten Sektor arbeitende Frauen, welche über keine Berufs- und Fachkenntnisse verfügen (LSE Tabelle TA 1
Ziff.
47, Anforderungsniveau 4).
Ohne Gewährung eines leidensbedingten Abzugs beim Invalideneinkommen ermittelte sie im Erwerbsbereich eine Ein
schränkung von 25
%
, was bei einem erwerbsbezogenen Anteil von 80
%
einen Teilinvaliditätsgrad von 20
%
ergibt (
Urk.
2).
Das Vorgehen der Beschwerdegegnerin entspricht rechnerisch einem Prozent
ver
gleich,
weshalb vorliegend eine
genaue Bezifferung und Gegenüber
stellung der beiden hypothetischen Erwerbseinkommen, um aus der Einkom
mens
differenz den Invaliditätsgrad bestimmen zu können,
unterbleiben kann.
Da der Beschwerdeführerin die bisher ausgeübte Tätigkeit als Verkäuferin im Umfang von 60
%
zumutbar ist, erweist es sich daher als gerechtfertigt,
rechne
risch
im Sinne eines Prozentvergleich auf eine Einschränkung von 25
%
([80 – 60] x 100
/ 80) zu schliessen, was im mit 80
%
gewichteten Erwerbsbereich einen Teilinvaliditätsgrad von 20
%
(0.8 x 25) ergibt.
Dass die Beschwerdegegnerin keinen leidensbedingten Abzug gewährte,
erscheint
sachgerecht
und
ist
– entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (
Urk.
1 S. 8) –
nicht zu bemängeln. Die
Beschwerdeführerin
ist
im Rahmen ihrer Leistungsfähigkeit in
ihrer
bisherigen Tätigkeit
uneingeschränkt
einsetzbar
, weshalb sie auf dem Arbeitsmarkt in Konkurrenz mit gesundheitlich nicht beein
trächtigten Bewerberinnen und Bewerbern nicht benachteiligt ist. Zudem
ist sie als teilzeitlich tätige Frau
statistisch gesehen einkommensmässig eher besser gestellt (vgl. Bundesgerichtsurteil 8C_241/2011 vom 2
1.
November 2011 E. 3.2 mit Hinweisen
).
Der von der Beschwerdegegnerin ermittelte Teilinvaliditätsgrad von 20
%
im Erwerbsbereich ist
daher
nicht zu beanstanden.
5
.3
Im Haushalt
wurde
keine Einschränkung beziehungsweise
k
ein Teilinvaliditäts
grad ermittelt.
Wie es sich damit verhält, kann
jedoch
aufgrund der klaren Ver
hältnisse offenbleiben
. Die
Beschwerdeführerin
müsste im mit 20
%
gewichteten Aufgabenbereich
als Hausfrau zu 100
%
eingeschränkt sein,
um einen Teilinva
liditätsgrad von 20
%
(
0.2 x 100
)
zu erreichen,
so dass
gesamthaft ein
anspruchsbegründender Invaliditätsgrad von 40
%
resultieren würde
.
Dass die Beschwerdeführerin in der Haushaltsführung effektiv vollumfänglich einge
schränkt ist,
ist aufgrund der medizinischen Aktenlage sowie unter Berücksich
tigung der Schadenminderungspflicht der Beschwerdeführerin und der Mitwir
kungspflicht der Kinder
auszuschliessen
.
Dies trotz den auffälligen Verhältnissen im Haushalt.
5.4
Zusammenfassend ist
demnach
festzuhalten, dass die angefochtene Verfügung vom
7.
Januar 2013 nicht zu beanstanden ist, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
Die Gerichtskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr.
700.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerle
gen, zufolge der mit Gerichtsverfügung vom 1
5.
April 2013 (
Urk.
11) gewährten unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen. Im Weiteren ist die unentgeltliche Rechtsvertreterin der Beschwerde
führerin Rechtsanwältin Maria-Luisa Fuentes
,
für
ihre Aufwendungen nach Einsicht in die Kostennote
vom
2
2.
August 2014
(
Urk.
14
)
mit
Fr.
2‘213.75
(inkl.
Barauslagen und Mehrwertsteuer [MWSt]) aus der Gerichtskasse zu ent
schädi
gen.