Decision ID: e0d0ddca-c97a-5bad-957a-2e1577f3497f
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A.a Die am (...) im Handelsregister des Kantons C._ eingetragene
B._ AG mit Sitz in C._ bezweckte unter anderem (...; abruf-
bar unter https://handelsregister.(...).ch; zuletzt abgerufen am 11. Novem-
ber 2020).
A.b Mit Schreiben vom 30. April 2018 gelangte die am (...) ins Handelsre-
gister des Kantons C._ eingetragene, ebenfalls in C._ do-
mizilierte A._ AG (im Folgenden auch: Einsprecherin oder Be-
schwerdeführerin), welche namentlich die (...) bezweckt (...; abrufbar unter
https://handelsregister.(...).ch; zuletzt abgerufen am 11. November 2020),
an die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (im Folgenden: Suva,
Einsprachegegnerin, Vorinstanz oder Beschwerdegegnerin). Darin bezog
sich die A._ AG auf das Schreiben der Suva vom 13. März 2018,
stellte die neue Betriebsbeschreibung in Aussicht und wies darauf hin, dass
gegenwärtig in Aussicht genommen werde, die der Suva unterstellte
B._ AG und die privat versicherte A._ AG rückwirkend per
(...) zu fusionieren. Dadurch werde ein gegliederter Betrieb entstehen.
Weiter machte sie Ausführungen zu den jeweiligen Schwerpunkten der Ge-
schäftstätigkeiten resp. der Betriebsteile (Akten der Suva [im Folgenden:
act.] 55).
A.c Nach Vorliegen der Betriebsbeschreibungen betreffend die B._
AG vom 30. April 2018 (act. 55) übernahm die A._ AG gemäss Fu-
sionsvertrag vom (...) und Bilanz per (...) die Aktiven und Passiven der
B._ AG; Letztere wurde mit Datum des Fusionskontrakts aus dem
Handelsregister des Kantons C._ gelöscht (abrufbar unter
https://handelsregister.(...).ch; zuletzt abgerufen am 11. November 2020).
Über diese Fusion orientierte die A._ AG die Suva mit Schreiben
vom 5. Juni 2018 (act. 58).
B.
B.a Am 25. Juli 2018 trafen sich die Verantwortlichen der A._ AG
und der Suva zu einem Gespräch und legten ihre jeweiligen Standpunkte
dar. Da die Suva die A._ AG nicht als "gemischten" Betrieb gemäss
Art. 66 Abs. 2 Bst. c des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung vom
20. März 1981 (UVG; SR 832.20) und Art. 88 Abs. 2 der Verordnung über
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die Unfallversicherung vom 20. Dezember 1982 (UVV; SR 832.202), son-
dern als solcher nach Art. 66 Abs. 1 Bst. e und m UVG qualifiziert hatte,
verlangte sie im Zusammenhang mit der ab 1. Januar 2019 geplanten Un-
terstellung weitere Angaben und Dokumente (act. 63 [E-Mail vom 25. Juli
2018]).
B.b Nach Kenntnisnahme der UVG-Lohnsumme der A._ AG nach
der Fusion (E-Mail vom 3. September 2018) sowie der am 3. September
2018 unterzeichneten Betriebsbeschreibung (act. 64 und 65) erliess die
Suva am 24. September 2018 eine Verfügung, mit welcher sie die
A._ AG zwangsweise der Versicherungspflicht unterstellte (act. 68).
Zur Begründung führte sie zusammengefasst aus, aufgrund ihrer Abklärun-
gen, den Angaben der A._ AG anlässlich der Besprechung vom 25.
Juli 2018 sowie der von dieser Unternehmung ausgeführten Arbeiten sei
die Zuständigkeit der Suva für den gesamten Betrieb gegeben. Als Versi-
cherungsbeginn sei in Absprache der 1. Januar 2019 festgelegt worden.
Die A._ AG wurde in der Berufsunfallversicherung (im Folgenden:
BUV) in die Risikogemeinschaft Klasse 15D (Unterklassenteil BO; Anteil:
94 %; Basissatz: 0.2290 %) und 60F (Unterklassenteil CO; Anteil: 6 %; Ba-
sissatz: 0.1552 %) zu einem Mischsatz von 0.2290 % und in der Nichtbe-
rufsunfallversicherung (im Folgenden: NBUV) in die Risikogemeinschaft
Klasse 15D (Anteil: 94 %; Basissatz: 1.0410 %) und 60F (Anteil: 6 %; Ba-
sissatz: 0.8150 %) zu einem Mischsatz von 1.0410 % eingeteilt; die Prämi-
ensätze in der BUV (Risikogemeinschaft 15D; Unterklasse BO; Stufe 44 im
Grundtarif) und in der NBUV (Risikogemeinschaft 15D; Stufe 82 im Grund-
tarif) beliefen sich auf gerundet 0.1695 % und 1.0400 (inkl. Verwaltungs-
kostenzuschlag, Zuschlag für die Prävention und Abzug für ausserordent-
liche Anlageerträge).
B.c Hiergegen liess die A._ AG, vertreten durch Rechtsanwalt Ueli
Kieser, mit Eingabe vom 29. Oktober 2018 Einsprache erheben und bean-
tragen, es sei die Verfügung vom 24. September 2018 ersatzlos aufzuhe-
ben und es sei der Einsprache aufschiebende Wirkung zu gewähren. In
formeller Hinsicht wurde insbesondere geltend gemacht, der Entscheid
vom 24. September 2018 sei am 28. September 2018 bei der Einspreche-
rin eingegangen (act. 72).
B.d Anlässlich des Telefongesprächs vom 8. November 2018 erläuterte die
Suva dem Rechtsvertreter den Hintergrund für die Kontaktaufnahme. Sie
führte zusammengefasst aus, dass gemäss ihren Erkenntnissen und ent-
gegen den Ausführungen des Rechtsvertreters die Verfügung vom
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24. September 2018 am 26. September 2018 ins Postfach zugestellt wor-
den sei. Da die Frist somit am 27. September 2018 zu laufen begonnen
habe, sei die Eingabe vom 29. Oktober 2018 verspätet; die Frist sei am
26. Oktober 2018 abgelaufen (act. 86). Anschliessend erläuterte die
A._ AG am 13. November 2018 unter anderem die Modalitäten im
Zusammenhang mit der internen Zustellung der Verfügung vom 24. Sep-
tember 2018 (act. 79) und tauschten sich die Parteien am 14. November
2018 persönlich aus (act. 88).
B.e In der Folge erliess die Suva im Zusammenhang mit der am 29. Okto-
ber 2018 erhobenen Einsprache am 20. November 2018 einen Nichtein-
tretensentscheid (act. 81). Zur Begründung wurde zusammengefasst aus-
geführt, die vom 24. September 2018 datierende Verfügung sei als A-Post
Plus Sendung am Dienstag, 25. September 2018, der Schweizerischen
Post übergeben worden. Gemäss Zustellnachweis mit der Sendungsnum-
mer (...) sei sie am Mittwoch, 26. September 2018, via Postfach der
A._ AG zugestellt worden. Die entsprechenden Belege (Sendungs-
und Zustellnachweise der Schweizerischen Post) habe die Suva der
A._ AG anlässlich des Gesprächs vom 14. November 2018 in Kopie
übergeben. Diese Belege seien nicht bestritten, indes als blosse "Indizien"
bezeichnet worden. Das erwähnte Gespräch habe man auf Wunsch zur
raschen Sachverhaltsklärung in Bezug auf die Fristeinhaltung im Sinne der
"Gewährung des rechtlichen Gehörs" zugestanden. Das Zustelldatum vom
26. September 2018 sei bestritten worden, jedoch nicht die Zustellnach-
weise. Die A._ AG stelle dem belegten Sachverhalt jedoch einen
solchen gegenüber, "wie er sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit zuge-
tragen haben muss". Dies könne wie folgt zusammengefasst werden: Das
mit A-Post Plus versandte Schreiben der Suva sei am 26. September 2018
von der Post ins Postfach an der Poststelle D._ zugestellt worden.
Im System der Post sei der 26. September 2018 als Zustelldatum erfasst
worden. Trotzdem würde die Einsprecherin zu 100% ausschliessen, dass
die Sendung der Suva bei der A._ AG zwei Tage hätten liegen blei-
ben können. Dazu führe die A._ AG aus, dass ihre internen Post-
prozesse seit Jahren unverändert und ohne Probleme bestünden. Insbe-
sondere die interne Post-Zustellung an die Abteilungen wie "Personalma-
nagement" und "Legal/Compliance" erfolge mit besonderer Vorsicht. Es sei
deshalb mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass das
Schreiben von der Post fälschlicherweise in ein anderes Postfach gelegt
worden sei. Das Schreiben sei dann erst zwei Tage später mit der normalen
Postzustellung an den Hauptsitz gelangt. Die Tatsache, dass der interne
Verteilprozess korrekt funktioniere, belege das ungeöffnete Couvert sowie
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der gemäss der Darstellung der A._ AG korrekte Eingangsstempel
("Eingegangen am 28. September 2018", angebracht von der internen
Stelle "Personalmanagement") auf dem Couvert. Die Einsprecherin habe
die Sendung auf Grund der Vorgeschichte jeden Tag erwartet. Sie sei des-
halb von der Abteilung "Personalmanagement" umgehend nach Erhalt per
Mail an die zuständige Stelle "Legal/Compliance" weitergeleitet worden.
Dies belege Ihrer Ansicht nach der interne Scan-Vermerk. Unter Hinweis
auf BGE 142 III 599, E. 2.2 sei weiter ausgeführt worden, die Zustellnach-
weise der Post seien lediglich ein Indiz für die "Zustellung in den Machtbe-
reich" des Empfängers. Dieser Argumentation könne nicht gefolgt werden.
Die Darstellung der A._ AG bewege sich im genau gleichen Grad
der Wahrscheinlichkeit wie nicht minder plausible, von der Einsprecherin
jedoch ausgeschlossene Versäumnisse innerhalb ihrer Unternehmung.
Sodann sei die behauptete Falschzustellung durch die Post nicht belegt.
Auch das Couvert der Verfügung mit den internen Vermerken (Stempel
"Eingegangen am 28. September 2018", Post-it mit dem von diesem inter-
nen Datumsvermerk abgeleiteten Fristablauf) stütze diese Annahmen
nicht. Die A._ AG habe zwar ergänzend ausgeführt, bei der Schwei-
zerischen Post direkt nachgefragt zu haben, wie deren interne Prozesse
bei Zustellungen von A-Post Plus Sendungen in ein falsches Postfach aus-
sehen würden. Aber auch aus dieser Nachfrage hätten sich keine Belege
oder keine anderen Beweisofferten ergeben, die die Annahmen der Ein-
sprecherin plausibler machen würden. Diese berufe sich auch nicht auf
eine anderslautende Vereinbarung mit der Post, zufolge welcher Sendun-
gen nicht in das Postfach hätten zugestellt werden sollen. Vielmehr sei an-
lässlich des Gesprächs auf Nachfrage hin bestätigt worden, dass die
Adressierung der Suva korrekt gewesen sei. Massgeblich für den Beginn
des Fristenlaufes sei die Zustellung beim betreffenden Empfänger und
nicht die Kenntnisnahme durch diesen oder eine interne Stelle desselbi-
gen. Bei A-Post Plus Sendungen sei – im Gegensatz zu eingeschriebenen
Sendungen – der Tag der unmittelbaren Zustellung ins Postfach des Emp-
fängers massgebend. Das Bundesgericht habe in BGE 142 III 599 festge-
halten, dass im Sozialversicherungsverfahren keine Vorschriften darüber
bestünden, wie die Versicherungsträger ihre Verfügungen zustellen sollen.
Die Eröffnung habe bloss so zu erfolgen, dass sie dem Adressaten ermög-
liche, von der Verfügung Kenntnis zu erlangen, um diese gegebenenfalls
sachgerecht anfechten zu können. Bei uneingeschriebenem Brief erfolge
die Zustellung dadurch, dass er in den Briefkasten oder ins Postfach des
Adressaten gelegt werde und damit in den Macht- bzw. Verfügungsbereich
des Empfängers gelange. Dass der Empfänger von der Verfügung tatsäch-
lich Kenntnis nehme, sei nicht erforderlich. Werde eine Verfügung per A-
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Post Plus zugestellt und werde aus dem entsprechenden "Track & Trace"
Auszug die Zustellung ersichtlich, so sei daraus im Sinne eines Indizes auf
die ordnungsgemässe Zustellung zu schliessen. Anderslautende, überzeu-
gende Anhaltspunkte seien nicht ersichtlich. Im vorliegenden Fall seien
diese bundesgerichtlichen Anforderungen (ordnungsgemäss zugestellte
Verfügung und deren Kenntnisnahme mit der Möglichkeit, diese sachge-
recht anfechten zu können) erfüllt. Gemäss eigener Darstellung sei die ent-
sprechende Verfügung "jeden Tag erwartet" worden. Doch trotz dieser ho-
hen Sensibilität für die Angelegenheit sei zur Fristberechnung lediglich auf
den intern angebrachten Eingangsstempel abgestellt worden (vgl. Post-it
Fristablauf, auf Couvert angebracht). Dies auch im Wissen darum, dass die
Verfügung vier Tage vor diesem Datum datiert gewesen und per A-Post
Plus versandt worden sei. Es wäre an der Einsprecherin gewesen, recht-
zeitig zu hinterfragen, wie es bei einer A-Post Plus Sendung zu einer sol-
chen Diskrepanz gekommen sei, und sie hätte rechtzeitig entsprechend
disponieren können. Die verspätete Eingabe datiere vom Montag, den
29. Oktober 2018. Sie hätte sorgfältigerweise auch vor dem Wochenende,
also spätestens am Freitag, den 26. Oktober 2018, verschickt werden kön-
nen. Gründe für eine allfällige Wiederherstellung der Frist lägen keine vor
und seien auch nicht geltend gemacht worden. Zusammenfassend sei die
Einsprache vom 29. Oktober 2018 verspätet. Konsequenterweise sei auf
diese nicht einzutreten.
B.f Nachdem der Rechtsvertreter der Einsprecherin mit der Suva im Zeit-
raum zwischen dem 27. November bis 7. Dezember 2018 weiter per E-Mail
kommuniziert hatte (act. 90), liess die A._ AG mit Einschreiben vom
7. Dezember 2018 bei der Suva ein Fristwiederherstellungsgesuch stellen
(act. 82). Zur Begründung wurde unter anderem vorgebracht, das Fristwie-
derherstellungsgesuch sei bereits anlässlich der mündlichen Besprechung
ausdrücklich gestellt worden. Weil diese Tatsache bestritten worden sei,
sei das Gesuch erneut zu stellen, wobei sich die unter heutigem Datum
erfolgende Gesuchstellung ohne Weiteres als innert Frist erfolgend er-
weise. Die A._ AG habe aufgrund des Ablaufes im Zusammenhang
mit der Zustellung der fraglichen Verfügung angenommen, diese sei am
28. September 2018 zugegangen. Dabei habe die Gesuchstellerin darauf
vertrauen können und dürfen, dass angesichts einer tadellos funktionieren-
den Organisation innerhalb des Betriebs eine zugestellte Verfügung unmit-
telbar zugestellt werde. Wenn davon ausgegangen würde, dass aufgrund
eines elektronischen Eintrags die Verfügung bereits am 26. September
2018 zugegangen sei, sei dies unerklärlich. Jedenfalls habe die A._
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AG mit aller Sorgfalt die eingehenden Postsendungen erfasst und umge-
hend darauf reagiert. Sie habe sich keines Verschuldens schuldig ge-
macht. Es sei in diesem Sinne offensichtlich eine unverschuldete Fristver-
säumnis gegeben, weshalb die Frist antragsgemäss wiederherzustellen
sei. Es bleibe nach wie vor völlig unklar, weshalb es zum vorgenannten
elektronischen Eintrag gekommen sei. Bei den unklaren Zustellverhältnis-
sen könne eine allfällige Schuld nicht einer Seite zugeschoben werden.
Dies sei im vorliegenden Fall auch deshalb von Bedeutung, weil der Zu-
stellfehler bei der Post liege, wofür die A._ AG ohnehin nicht einzu-
stehen habe. Gestützt darauf werde das Fristwiederherstellungsgesuch
gestellt, welches gutzuheissen sei, was bedeute, dass auf die Einsprache
einzutreten sei. Die Behandlung des vorliegenden Fristwiederherstellungs-
gesuchs könne sistiert werden, bis über die bereits vorbereitete und umge-
hende einzureichende Beschwerde gegenüber dem Einspracheentscheid
entschieden sein werde. Sollte – was nicht anzunehmen sei – formell
rechtskräftig entschieden werden, dass die Frist verpasst sei, wäre in je-
nem Zeitpunkt über das vorliegenden Fristwiederherstellungsbegehren zu
entscheiden.
C.
C.a Mit Datum vom 10. Dezember 2018 liess die A._ AG durch ih-
ren Rechtsvertreter beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erheben
und beantragen, es sei der Einspracheentscheid vom 20. November 2018
aufzuheben und es sei die Sache zur materiellen Behandlung der Einspra-
che vom 29. Oktober 2018 an die Beschwerdegegnerin zu überweisen. In
verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde beantragt, es sei als superprovisori-
sche Massnahme festzulegen, dass die Beschwerdeführerin bis zum
rechtskräftigen Abschluss des vorliegenden Verfahrens (betreffend Recht-
zeitigkeit der Erhebung der Einsprache) für die Unfallversicherung vorder-
hand noch nicht der Beschwerdegegnerin unterstellt sei und dass damit
zunächst die bisherige Unfallversicherung für die Belange der Unfallversi-
cherung (Prämien, Leistungen) zuständig bleibe (act. im Beschwerdever-
fahren [im Folgenden: B-act.] 1).
C.b Mit Zwischenverfügung vom 14. Dezember 2018 wies die Instruktions-
richterin den Verfahrensantrag betreffend die superprovisorische Mass-
nahme (vorderhand keine Suva-Unterstellung bis zum rechtskräftigen Ab-
schluss des vorliegenden Verfahrens betreffend Rechtzeitigkeit der Erhe-
bung der Einsprache) ab. Weiter stellte sie den Entscheid über die Kosten
dieser Zwischenverfügung im Endurteil in Aussicht und ersuchte die Vor-
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instanz, innert Frist vorab zur beantragten vorsorglichen Massnahme eine
Vernehmlassung einzureichen. Schliesslich wurde die Beschwerdeführerin
unter Hinweis auf die Säumnisfolgen (Nichteintreten auf die Beschwerde)
aufgefordert, innert Frist einen Kostenvorschuss von Fr. 2'000.- in der Höhe
der mutmasslichen Verfahrenskosten zu leisten (B-act. 2 bis 4); dieser ging
am 21. Dezember 2018 beim Bundesverwaltungsgericht ein (B-act. 7).
C.c In ihrer Eingabe vom 20. Dezember 2018 liess die Beschwerdeführerin
unter Hinweis auf einige Parallelfälle und Beilagen ausführen, dass im Rah-
men von Auseinandersetzungen über den Wechsel eines Betriebes zur
Suva die aufschiebende Wirkung des Rechtsmittels regelmässig von der
Einspracheinstanz verliehen werde; dass Verfügungen betreffend die Zu-
ständigkeit der Suva die aufschiebende Wirkung gewährt werde, ergebe
sich auch unmissverständlich klar aus der Rechtsprechung. Dass im vor-
liegenden Fall vorab über die Frage der Rechtzeitigkeit der Einsprache zu
entscheiden sei, ändere an der ständigen Praxis nichts (B-act. 5 und 6).
C.d In ihrer Vernehmlassung betreffend die beantragten vorsorglichen
Massnahmen vom 21. Dezember 2018 beantragte die Vorinstanz, der in
der Beschwerde vom 10. Dezember 2018 gestellte Antrag, wonach im
Sinne einer vorsorglichen Massnahme gerichtlich festzulegen wäre, dass
die Arbeitnehmer der Beschwerdeführerin ab 1. Januar 2019 bis zum
rechtskräftigen Abschluss des vorliegenden Beschwerdeverfahrens in Be-
zug auf die obligatorische Unfallversicherung nach UVG nicht der Suva,
sondern dem bisherigen Versicherer unterstellt seien, sei abzuweisen (B-
act. 8).
C.e Mit Zwischenverfügung vom 27. Dezember 2018 gingen ein Doppel
der unaufgefordert eingereichten Eingabe der Beschwerdeführerin vom
20. Dezember 2018 samt Beilagen an die Vorinstanz und ein Doppel der
Vernehmlassung der Vorinstanz vom 21. Dezember 2018 betreffend vor-
sorgliche Massnahmen samt Beilagen an die Beschwerdeführerin. Weiter
wurde das Gesuch um Erteilung der beantragten vorsorglichen Mass-
nahme (vorderhand keine Suva-Unterstellung bis zum rechtskräftigen Ab-
schluss des vorliegenden Verfahrens betreffend Rechtzeitigkeit der Erhe-
bung der Einsprache) abgewiesen und der Vorinstanz Gelegenheit gege-
ben, innert Frist eine Vernehmlassung in der Hauptsache einzureichen (B-
act. 9).
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C.f Nachdem der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin in seiner Ein-
gabe vom 17. Januar 2019 um Zustellung der Verfahrensakten zur kurz-
fristigen Einsichtnahme ersucht hatte (B-act. 12), teilte er dem Bundesver-
waltungsgericht mittels E-Mail vom 23. Januar 2019 mit, in der Zwischen-
zeit habe sich ergeben, dass er die Akten nicht mehr benötige; er könne
ausdrücklich bestätigen, dass sein Akteneinsichtsgesuch hinfällig gewor-
den sei (B-act. 13).
C.g In ihrer Vernehmlassung zur Hauptsache vom 31. Januar 2019 bean-
tragte die Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde vom 10. Dezember
2018 (B-act. 14).
C.h In ihrer Replik vom 14. März 2019 liess die Beschwerdeführerin wei-
terhin die Aufhebung des Einspracheentscheids und die Überweisung der
Sache an die Vorinstanz beantragen, damit diese die innert Frist erfolgte
Einsprache materiell prüfe (B-act. 16).
C.i In ihrer Duplik vom 23. April 2019 verwies die Vorinstanz auf die Be-
gründung in der Vernehmlassung vom 31. Januar 2019 und verzichtete auf
die Einreichung einer umfassenden Duplik; dennoch machte sie ergänzend
noch einige Bemerkungen (B-act. 18).
C.j Mit prozessleitender Verfügung vom 25. April 2019 wurde der Schriften-
wechsel unter dem Vorbehalt weiterer Instruktionsmassnahmen abge-
schlossen (B-act. 19).
C.k Nachdem die Beschwerdeführerin im Rahmen des unaufgefordert ein-
gereichten Schreibens vom 30. April 2019 nähere Angaben zu den bean-
tragten Zeugen übermittelt hatte (B-act. 20), ging eine Kopie dieser Ein-
gabe mit prozessleitender Verfügung vom 8. Mai 2019 zur Kenntnisnahme
an die Vorinstanz (B-act. 21).
C.l Auf den weiteren Inhalt der Akten sowie der Rechtschriften und Beweis-
mittel der Parteien ist – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Erwä-
gungen einzugehen.
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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Das Bundesverwaltungsgericht prüft von Amtes wegen und mit freier Kog-
nition, ob die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind und ob auf eine Be-
schwerde einzutreten ist (Art. 7 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. De-
zember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]; BVGE
2016/15 E. 1; 2014/4 E. 1.2).
1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden
gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG (SR 172.021), sofern keine Aus-
nahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33
VGG genannten Behörden. Die Suva ist eine Vorinstanz im Sinne von
Art. 33 Bst. e VGG. Die Zuständigkeit des Bundesverwaltungsgerichts zur
Beurteilung des vorliegend angefochtenen Nichtigkeitsentscheids ergibt
sich aus Art. 56 Abs. 1 ATSG in Verbindung mit Art. 58 Abs. 1 ATSG und
Art. 1 Abs. 1 und Art. 109 UVG.
1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach
dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (vgl. Art. 37 VGG).
Gemäss Art. 3 Bst. dbis VwVG bleiben in sozialversicherungsrechtlichen
Verfahren die besonderen Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 6. Ok-
tober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(ATSG, SR 830.1) vorbehalten. Gemäss Art. 2 ATSG sind die Bestimmun-
gen dieses Gesetzes auf die bundesgesetzlich geregelten Sozialversiche-
rungen anwendbar, wenn und soweit die einzelnen Sozialversicherungs-
gesetze es vorsehen. Nach Art. 1 Abs. 1 UVG sind die Bestimmungen des
ATSG auf die Unfallversicherung anwendbar, soweit das UVG nicht aus-
drücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht. Nach den allgemeinen in-
tertemporalrechtlichen Regeln finden diejenigen Verfahrensregeln Anwen-
dung, welche im Zeitpunkt der Beschwerdebeurteilung in Kraft stehen
(BGE 130 V 1 E. 3.2).
1.3 Als direkte Adressatin ist die Beschwerdeführerin von der angefochte-
nen Nichteintretensverfügung vom 20. November 2018 berührt und kann
sich auf ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung
berufen (Art. 59 ATSG; Art. 48 Abs. 1 VwVG). Nachdem sie den Kosten-
vorschuss fristgerecht geleistet hat (B-act. 7), ergibt sich zusammenfas-
send, dass auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 60
ATSG; Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG) einzutreten ist.
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1.4 Anfechtungsobjekt und damit Begrenzung des Streitgegenstandes des
vorliegenden Beschwerdeverfahrens (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1) bildet die
Nichteintretensverfügung vom 20. November 2018, mit welcher die Vor-
instanz zufolge Verspätung nicht auf die Einsprache der Beschwerdefüh-
rerin vom 29. Oktober 2018 eingetreten ist. Strittig und zu prüfen ist die
Rechtmässigkeit dieser Nichteintretensverfügung und in diesem Zusam-
menhang insbesondere, in welchem Zeitpunkt der angefochtene Entscheid
der Beschwerdeführerin zugestellt worden war resp. ob diese rechtzeitig
Einsprache gegen den Nichteintretensentscheid vom 20. November 2018
erhoben hat.
1.5 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht
einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens,
die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen
Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG).
2.
2.1 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen (materiell-rechtli-
chen) Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ord-
nenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben
(BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Die vorliegend angefochtene Nichteintretens-
verfügung datiert vom 20. November 2018, weshalb vorliegend das UVG
in der vom 1. September 2017 bis Ende Dezember 2019 gültig gewesenen
und die UVV in der seit dem 1. April 2018 gültigen Fassung anwendbar
sind.
2.2 Gemäss Art. 52 Abs. 1 ATSG kann gegen eine Verfügung eines Versi-
cherungsträgers innerhalb von 30 Tagen bei der verfügenden Stelle Ein-
sprache erhoben werden. Nach Art. 38 Abs. 1 ATSG beginnt die 30-tägige
Einsprachefrist am Tag nach der Mitteilung der Verfügung zu laufen und sie
gilt gemäss Art. 39 Abs. 1 ATSG als eingehalten, wenn die Einsprache spä-
testens am letzten Tag der Frist dem Versicherungsträger eingereicht oder
zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen
diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben worden ist.
Handelt es sich beim letzten Tag der Frist um einen Samstag, einen Sonn-
tag oder einen vom Bundesrecht anerkannten Feiertag, so endet sie am
nächstfolgenden Werktag (Art. 38 Abs. 3 ATSG). Gesetzliche Fristen, die
nach Tagen bestimmt sind, stehen zudem vom siebten Tag vor Ostern bis
und mit dem siebten Tag nach Ostern still (Art. 38 Abs. 3 lit. a ATSG). Als
gesetzliche Frist kann die Einsprachefrist nicht erstreckt werden (Art. 40
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Abs. 1 ATSG). Läuft die Einsprachefrist unbenutzt ab, so erwächst die Ver-
fügung in formelle Rechtskraft mit der Wirkung, dass der Versicherungsträ-
ger auf die verspätet eingereichte Einsprache nicht eintreten kann.
2.3 Gemäss Art. 49 Abs. 1 ATSG erlässt der Versicherungsträger seine
Verfügungen schriftlich. Das ATSG schreibt den Versicherungsträgern für
die Eröffnung von Verfügungen nebst der Formvorschrift der Schriftlichkeit
keine bestimmte Zustellart vor. Der Suva steht es frei, ihre Verfügungen mit
eingeschriebenem Brief, gewöhnlicher (A- oder B-) Post oder mit der Zu-
stellungsart A-Post Plus zuzustellen. Damit steht bei postalischer Übermitt-
lung insbesondere die einfache, uneingeschriebene Sendung als Zustel-
lungsart offen (vgl. FELIX UHLMANN/ALEXANDRA SCHILLING-SCHWANK, in:
Bernhard Waldmann/Philippe Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar
Verwaltungsverfahrensgesetz, 2. Aufl. 2016, Art. 34 N. 10 ff.).
2.4 Verfügungen gelten als eröffnet, sobald sie ordnungsgemäss zugestellt
sind und die betroffene Person davon Kenntnis nehmen kann. Dass sie
davon tatsächlich Kenntnis nimmt, ist nicht erforderlich (BGE 142 III 599
E. 2.4.1; 122 I 139 E. 1; Urteile des BGer 2C_875/2015 vom 2. Oktober
2015 E. 2.2.1, 2C_1126/2014 vom 20. Februar 2015 E. 2.2).
2.5 Nach Art. 38 Abs. 2bis ATSG resp. Art. 20 Abs. 2bis VwVG gilt eine Mit-
teilung, die nur gegen Unterschrift des Adressaten beziehungsweise der
Adressatin oder einer anderen berechtigten Person überbracht wird, spä-
testens am siebenten Tag nach dem ersten erfolglosen Zustellungsversuch
als erfolgt (vgl. zur Zustellfiktion auch BGE 138 III 225 E. 3.1, 134 V 49 E. 2
und 4 mit Hinweisen; Urteile des BVGer A-648/2014 vom 16. Januar 2015
E. 2.2.1 m.w.H. und B-4294/2014 vom 28. Juli 2015 E. 1.4 m.w.H.; MO-
SER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsge-
richt, 2. Aufl., Basel 2013, N. 2.115 f. m.H.). Diese Rechtsfolge gilt auch bei
Sendungen ins Ausland (vgl. Urteil des BGer 1C_236/2016 vom 15. No-
vember 2016).
2.6 Für die ordnungsgemässe Zustellung der Schriftstücke ist die Verwal-
tungsbehörde beweisbelastet; sie hat auf geeignete Art den Beweis dafür
zu erbringen, dass und wann die Zustellung erfolgt ist (vgl. BGE 129 I 8
E. 2.2) bzw. dass der erste – erfolglose – Zustellungsversuch tatsächlich
stattgefunden hat (BGE 124 V 400 E. 2a; Urteile des BGer 2C_713/2015
vom 13. Dezember 2015 E. 3.3, 9C_396/2015 vom 10. Juli 2015 E. 3.2,
2C_780/2010 vom 21. März 2011 E. 2.3 und 2.4). Entgegen dieser allge-
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-III-599%3Ade&number_of_ranks=0#page599 https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F122-I-139%3Ade&number_of_ranks=0#page139
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meinen Beweislastverteilung gilt bei eingeschriebenen Sendungen eine wi-
derlegbare Vermutung, dass der oder die Postangestellte die Abholeinla-
dung ordnungsgemäss in den Briefkasten des Empfängers oder das Post-
fach gelegt hat und das Zustellungsdatum korrekt registriert wurde. Es fin-
det also in diesem Fall hinsichtlich der Ausstellung der Abholungseinladung
insofern eine Umkehr der Beweislast in dem Sinne statt, als im Fall der
Beweislosigkeit zuungunsten des Empfängers zu entscheiden ist, der den
Erhalt der Abholungseinladung bestreitet (Urteil des BGer 2C_38/2009
vom 5. Juni 2009 E. 3.2). Diese Vermutung kann durch den Gegenbeweis
umgestossen werden (Urteil des BGer 5A_98/2011 vom 3. März 2011
E. 2.3). Sie gilt so lange, als der Empfänger nicht den Nachweis einer über-
wiegenden Wahrscheinlichkeit von Fehlern bei der Zustellung erbringt. Da
der Nichtzugang einer Abholungseinladung eine negative Tatsache ist,
kann dafür naturgemäss kaum je der volle Beweis erbracht werden (Urteile
des BGer 2C_780/2010 vom 21. März 2011 E. 2.4; 2C_38/2009 vom
5. Juni 2009 E. 3.2 und 4.1). Die immer bestehende theoretische Möglich-
keit eines Fehlers bei der Poststelle genügt aber nicht, um die Vermutung
zu widerlegen, solange nicht konkrete Anzeichen für einen derartigen Feh-
ler vorhanden sind (BGE 142 IV 201 E. 2.3; Urteile des BGer 2C_128/2012
vom 29. Mai 2012 E. 2.2; 2C_38/2009 vom 5. Juni 2009 E. 5.3).
2.7 Dieselbe Vermutung herrscht praxisgemäss auch beim Verfahren "A-
Post Plus" ("Courrier A Plus", "Posta A Plus"; BGE 142 III 599 E. 2.2; Urteil
2C_476/2018 vom 4. Juni 2018 E. 2.3.2). Die sog. A-Post Plus Sendungen
werden wie gewöhnliche uneingeschriebene Sendungen in den Briefkas-
ten oder in das Postfach des Adressaten abgelegt, ohne dass dieser den
Empfang unterschriftlich bestätigen müsste. Dementsprechend erfolgt bei
dieser Versandart im Fall der Abwesenheit des Adressaten keine Avisie-
rung durch Hinterlegung einer Abholungseinladung. Aber im Unterschied
zu herkömmlichen A-Post-Sendungen werden A-Post Plus-Sendungen mit
einer Nummer versehen, was die elektronische Sendungsverfolgung im In-
ternet («Track & Trace») und damit unter anderem den Nachweis des Zeit-
punktes der Zustellung durch die Post ermöglicht (Urteile des BGer
2C_875/2015 vom 2. Oktober 2015 E. 2.2.1, 2C_1126/2014 vom 20. Feb-
ruar 2015 E. 2.2).
2.8 Direkt bewiesen wird mit einem "Track & Trace"-Auszug allerdings
nicht, dass die Sendung tatsächlich in den Empfangsbereich des Empfän-
gers gelangt ist, sondern bloss, dass durch die Post ein entsprechender
Eintrag in ihrem Erfassungssystem gemacht wurde. Im Sinne eines Indizes
lässt sich aus diesem Eintrag darauf schliessen, dass die Sendung in den
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-III-599%3Ade&number_of_ranks=0#page599
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Briefkasten oder in das Postfach des Adressaten gelegt wurde (BGE 142
III 599 E. 2.2). Mangels Quittierung lässt sich aus dem „Track & Trace“-
Auszug sodann nicht entnehmen, ob tatsächlich jemand die Sendung be-
händigt hat und um wen es sich dabei handelt (vgl. Urteil des BGer
2C_430/2009 vom 14. Januar 2010 E. 2.3, in StR 65/2010 S. 396) und ob
die Sendung tatsächlich zur Kenntnis genommen worden ist (vgl. BGE 142
III 599 E. 2.2).
2.9 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, die sich auch auf die
Zustellungsart A-Post Plus bezieht, liegt ein Fehler bei der Postzustellung
nicht ausserhalb jeder Wahrscheinlichkeit. Eine fehlerhafte Postzustellung
ist allerdings nicht zu vermuten, sondern nur anzunehmen, wenn sie auf-
grund der Umstände plausibel erscheint. Auf die Darstellung des Adressa-
ten, dass eine fehlerhafte Postzustellung vorliegt, ist daher abzustellen,
wenn seine Darlegung der Umstände nachvollziehbar ist und einer gewis-
sen Wahrscheinlichkeit entspricht, wobei sein guter Glaube zu vermuten
ist (BGE 142 III 599 E. 2.4.1; Urteile des BGer 9C_90/2015 vom 2. Juni
2015 E. 3.2; 2C_570/2011 vom 24. Januar 2012 E. 4.3). Rein hypotheti-
sche Überlegungen des Empfängers genügen dabei nicht (Urteil
2C_165/2015 vom 21. Februar 2015 E. 2.3).
2.10 Bei einer A-Post Plus Sendung beginnt die Beschwerdefrist in Anwen-
dung von Art. 20 Abs. 1 VwVG sowie rechtsprechungsgemäss am Tag
nach Hinterlegung der Sendung zu laufen. Dies gilt auch dann, wenn die
Sendung an einem Samstag im Postfach des Rechtsvertreters des Verfü-
gungsadressaten abgelegt wird (vgl. Urteile des BGer 2C_191/2017 vom
20. Februar 2017 E. 2.2, 2C_875/2015 vom 2. Oktober 2015 E. 2.2.2.,
2C_1126/2014 vom 20. Februar 2015 E. 2.2 f, 8C_573/2014 vom 26. No-
vember 2014 E. 3.1).
3.
3.1 Die Beschwerdeführerin liess zusammengefasst vorbringen, bei der
von der Beschwerdegegnerin verwendeten Versandmethode A-Post Plus
werde der Empfang durch den Empfänger nicht quittiert. Die Zustellung
werde nur elektronisch erfasst. Nach der Rechtsprechung komme dem Ein-
trag, welchen die Post in ihrem Erfassungssystem vornehme, nicht die Ei-
genschaft einer Empfangsbestätigung zu, da sich mangels Quittierung
dem Track & Trace-Auszug nicht entnehmen lasse, ob tatsächlich jemand
die Sendung behändigt habe und um wen es sich dabei handle, ge-
schweige denn, dass sie tatsächlich zur Kenntnis genommen worden sei.
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-III-599%3Ade&number_of_ranks=0#page599 https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-III-599%3Ade&number_of_ranks=0#page599 https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-III-599%3Ade&number_of_ranks=0#page599
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Die Rechtsprechung halte fest, dass auch bei der Zustellungsart A-Post
Plus ein Fehler bei der Postzustellung nicht ausserhalb jeder Wahrschein-
lichkeit liege. Unter gewissen Voraussetzungen sei auf die Darstellung des
Adressaten abzustellen, wobei sein guter Glaube zu vermuten sei. Die Be-
schwerdegegnerin weise selber darauf hin, dass eine fehlerhafte Postzu-
stellung anzunehmen sei, wenn sie auf Grund der Umstände plausibel er-
scheine. Weshalb sie auf das elektronisch festgehaltene Datum allein ab-
stelle, bleibe unerklärt. Was die beweisrechtlichen Aspekte betreffe, seien
diese von der Vorinstanz zu erbringen. Im Zweifel müsse auf die Darstel-
lung des Adressaten abgestellt werden. Die Beschwerdegegnerin habe
trotz entsprechender Beweisanträge der Beschwerdeführerin auf die Ab-
nahme von irgendwelchen ergänzenden Beweisen verzichtet. Soweit – wie
von der Vorinstanz geltend gemacht – eine natürliche Vermutung der Zu-
stellung bestehe, gehe es um die Frage, ob die Beschwerdeführerin Um-
stände darlegen könne, welche nachvollziehbar seien und einer gewissen
Wahrscheinlichkeit entsprechen würden. Auf diesen zentralen Punkt gehe
die Beschwerdegegnerin im Einspracheentscheid überhaupt nicht ein. Sol-
che nachvollziehbaren, wahrscheinlichen Umstände bestünden im vorlie-
genden Fall zweifellos. Die Beschwerdeführerin habe in einer ausführli-
chen Darstellung aufgezeigt, dass die Zustellung der angefochtenen Ver-
fügung sicher erst am 28. September 2018 erfolgt sei. Diesbezüglich habe
die Beschwerdeführerin eine Reihe von Aspekten genannt, welche klar und
eindeutig bestätigten, dass die Sendung am 28. September 2018 einge-
gangen und umgehend bearbeitet worden sei. Die Sachverhaltsdarstellung
der Vorinstanz entspreche einer bloss hypothetischen Vermutung. Zu-
nächst sei darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdegegnerin das Urteil
des Bundesgerichts 8C_586/2018 (E. 6) unvollständig zitiere. Im genann-
ten Urteil sei einzig strittig gewesen, ob das Ablegen in die Transportbox
als Zustellung gelte. Im vorliegenden Fall sei aber gerade der Zeitpunkt der
Zustellung strittig. Aus diesem Urteil vermöge die Beschwerdegegnerin of-
fensichtlich nichts abzuleiten. Es komme hinzu, dass sie beispielsweise
nicht auf das Urteil 2C_570/2011 (E. 4.3) hinweise, wonach eine fehlerhafte
Postzustellung anzunehmen sei, wenn sie aufgrund der Umstände plausi-
bel erscheine. Die Beschwerdegegnerin gehe nicht auf die Problematik ein,
dass ein Schreiben, welches nicht an das Postfach gerichtet gewesen sei,
offenbar in das Postfach abgelegt worden sei. Die Beschwerdegegnerin
beschäftige sich ferner nicht mit dem seit Jahren tadellos funktionierenden
Postabholdienst der Beschwerdeführerin. Sie erwähne ferner nicht, dass
die Beschwerdeführerin wöchentlich verschiedentliche Fehlzustellungen
wiederum an die Poststelle zurückbringe. In einem weiteren Punkt gehe
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Seite 16
die Beschwerdegegnerin nicht auf die bereits im Einspracheverfahren an-
gebotenen Beweise (Zeugenbefragung, Einholung eines Amtsberichtes)
ein. Mit ihren Ausführungen zeige sie einzig, dass sie – offenbar im Sinne
eines Präjudizes – durchgesetzt haben wolle, dass ein elektronisch bestä-
tigter Zustelltag unwiderruflich als massgebender Zustelltag zu gelten
habe. Dies entspreche aber eben nicht der bundesgerichtlichen Rechtspre-
chung und berücksichtige den konkreten Sachverhalt nicht einmal ansatz-
weise. Weshalb die Sachverhaltsdarstellung des tadellos funktionierenden
eigenen Postdienstes der Beschwerdeführerin "zum vorherein zum Schei-
tern verurteilt" sei, sei nicht nachvollziehbar. Es habe keinerlei Veranlas-
sung für die Beschwerdeführerin bestanden, sich ergänzend zur tadellos
funktionierenden Postabholung zusätzlich mit dem Eintrag im elektroni-
schen System zu beschäftigen. Wenn die Beschwerdegegnerin festhalte,
eine sorgfältige Vorgehensweise hätte bedeutet, den Fristenlauf von vorn-
herein ab 27. September 2018 zu berechnen, schlage die Beschwerdegeg-
nerin also allen Ernstes vor, bei verzögerter Zustellung eher die Verkürzung
der Rechtsmittelfrist in Kauf zu nehmen als auf die effektiv erfolgte Zustel-
lung abzustellen. Der Vorinstanz sei einzig daran gelegen, im vorliegenden
Fall den materiellen Entscheid um jeden Preis vermeiden zu wollen. Selbst-
verständlich habe es die anwaltliche Sorgfaltspflicht geboten, im vorliegen-
den Fall innert der laufenden Frist ein Fristwiederherstellungsbegehren zu
stellen. Massgebend sei für eine sorgfältig arbeitende Arbeitgeberin – wie
es die Beschwerdeführerin sei – bei der Fristberechnung der Zugang einer
Sendung bei ihr, wobei sie aufgrund des Vertrauensgrundsatzes darauf ab-
stellen dürfe, wann ein Schreiben effektiv bei ihr eingegangen sei. Insge-
samt zeige sich, dass die Beschwerdegegnerin offenbar durchgesetzt ha-
ben wolle, dass bei elektronischer Zustellung regelmässig zwingend auf
den Zeitpunkt der elektronischen Zustellung abgestellt werde. Dies möge
ihr im Sinne eines Präjudizes wichtig sein. Das könne allerdings nicht ge-
nügen, um im vorliegenden Fall eine verspätete Einsprache anzunehmen.
Ergänzend habe sie aufgrund dieses eingetretenen Problems bei der Post-
stelle, welche für sie seit Jahren zuständig sei, Nachforschungen eingelei-
tet beziehungsweise einleiten lassen. Diese Abklärungen hätten ergeben,
dass die Poststelle einen Fehler bei der Zustellung der entsprechenden
Sendung nicht ausschliesse. Wenn eine Postsendung elektronisch erfasst
worden sei, in der Folge aber in ein falsches Postfach gelegt werde, erfolge
bei der späteren Übergabe bzw. Zustellung der Postsendung nicht in jedem
Fall eine Korrektur des entsprechenden elektronischen Eintrags. Es sei an-
gesichts der massgebenden Gesamtumstände nicht nur wahrscheinlich,
sondern sicher, dass die Postsendung zunächst in ein falsches Postfach
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Seite 17
gelangt und in der Folge vom falschen Empfänger wieder der Post zuge-
leitet worden sei, worauf sie am 28. September 2018 ins Postfach der Be-
schwerdeführerin gelegt und per Postkurier der Beschwerdeführerin über-
geben worden sei. Bereits diese postalische Bestätigung zeige klar, dass
die natürliche Vermutung, die Sendung sei am 26. September 2018 zuge-
stellt worden, nicht haltbar sei. Der Hinweis, wonach die Beschwerdefüh-
rerin auf die "Diskrepanz" zwischen dem auf der Verfügung angebrachten
Datum (24. September) und dem Zustelltag (28. September 2018) hätte
reagieren können, sei unbehelflich. Insbesondere sei vom guten Glauben
der Beschwerdeführerin auszugehen. Insgesamt sei im vorliegenden Fall
klar und eindeutig erstellt, dass die Einsprache innert Frist erfolgt sei. Damit
hätte die Beschwerdegegnerin auf die Einsprache eintreten müssen.
3.2 Die Vorinstanz machte insbesondere geltend, mit dem Track&Trace-
Auszug vom 6. November 2018 habe die Post bestätigt, dass die A-Post-
Plus-Sendung Nr. (...), welche an die A._ AG adressiert gewesen
sei und die Unterstellungs-/Einreihungsverfügung vom 24. September
2018 beinhaltet habe, von der Suva am 25. September 2018 aufgegeben
und am 26. September 2018 seitens der Post ins Postfach der A._
AG gelegt worden sei. Damit habe die Verfügung der Suva vom 24. Sep-
tember 2018 als am 26. September 2018 zugestellt zu gelten. Die Suva
stelle sich mit sachlichen und überzeugenden Argumenten auf den Stand-
punkt, dass die Einsprache verspätet erhoben worden sei. Dafür brauche
sie sich nicht weiter zu rechtfertigen oder gar zu entschuldigen. In der bun-
desgerichtlichen Rechtsprechung sei das mit dem elektronischen Suchsys-
tem "Track&Trace" der Post festgelegte Datum der Einlage einer A-Post-
Plus-Sendung in einen Briefkasten oder in ein Postfach als für die Auslö-
sung einer Rechtsmittelfrist verbindlich eingestuft worden. Diesbezüglich
sei also die in der Beschwerdeschrift beschriebene, nachgelagerte be-
triebsinterne Postverarbeitung der Beschwerdeführerin irrelevant. Der Lauf
der 30-tägigen Einsprachefrist habe am Donnerstag, den 27. September
2018, begonnen und habe am Freitag, den 26. Oktober 2018, geendet. Die
Einsprache vom 29. Oktober 2018 sei somit verspätet erfolgt, weshalb die
Suva mit Entscheid vom 20. November 2018 zu Recht nicht darauf einge-
treten sei. Die von der Beschwerdeführerin vertretene These, die Sendung
sei zunächst in ein falsches Postfach gelegt worden und erst am 28. Sep-
tember 2018 in ihr eigenes gelangt, sei nicht plausibel und beweismässig
in keiner Weise erstellt. Dies entspreche einer blossen hypothetischen Ver-
mutung, welche die seitens der Post erfolgte Bestätigung der Zustellung
am 26. September 2018 via Postfach der Beschwerdeführerin nicht zu er-
schüttern vermöge. In ihrer E-Mail vom 6. Dezember 2018 habe die Post
C-7013/2018
Seite 18
bestätigt, dass bei einer Fehlzustellung einer A-Post-Plus-Sendung das
erste Ablageereignis, die Neuerfassung der Sendung nach ihrer Rückgabe
an die Post und die erneute Ablage im Postfach des berechtigten Empfän-
gers im Sendeverfolgungssystem ersichtlich sei. All dies sei in casu nicht
der Fall, womit die von der Beschwerdeführerin vertretene These in sich
zusammenfalle. Gemäss der Sachverhaltsbehauptung der Beschwerde-
führerin müsste die Post gleich in doppelter Hinsicht Fehler begangen ha-
ben (initial falsche Zustellung sowie unvollständige Erfassung im Sende-
verfolgungssystem), was nicht plausibel und nicht wahrscheinlich sei. Der
Standpunkt der Suva werde denn auch durch die Rechtsprechung des
Bundesgerichts gestützt. Schliesslich könne der Argumentation der Be-
schwerdeführerin auch aus Gründen der Rechtssicherheit nicht gefolgt
werden. Vielmehr sei zwingend auf jenen Zeitpunkt der Zustellung via Post-
fach abzustellen, welcher mittels elektronischer Erfassung durch die
Schweizerische Post belegt sei. Da in casu keinerlei positive Beweise für
ein Fehlverhalten der Post vorlägen, wolle die Beschwerdeführerin mit ih-
ren grundsätzlichen Behauptungen die von ihr geltend gemachten Fehl-
leistungen der Post im vorliegenden Einzelfall untermauern. Dieses Ansin-
nen sei zum vornherein zum Scheitern verurteilt. Zum einen seien ihre
grundsätzlichen Behauptungen zur Qualität ihres internen Prozessablaufs
in keiner Art beweismässig erstellt. Zum andern schliesse der beschrie-
bene Prozess Fehlleistungen auf Seiten der Beschwerdeführerin nicht aus.
In Bezug auf den vorliegenden Einzelfall lägen keine konkreten beweisbil-
denden Hinweise vor, dass seitens der Beschwerdeführerin fehlerfrei ge-
arbeitet worden sei. Die Behauptung, dass eine Sendung nach einer Fehl-
zustellung lediglich ins richtige Postfach gelegt werde, habe sich aufgrund
der Angaben der Post vom 6. Dezember 2018 als falsch erwiesen. Mit ihren
Ausführungen wolle die Beschwerdeführerin von der Tatsache ablenken,
dass der Fristenlauf unsorgfältig ermittelt worden sei. Ein sorgfältiges Vor-
gehen hätte verlangt, den Fristenlauf zum Vornherein ab dem 27. Septem-
ber 2018 zu berechnen oder vorgängig weitere Abklärungen in Bezug auf
den Zeitpunkt des Eingangs der Sendung im Postfach zu veranlassen (ins-
besondere Einholung eines Track&Trace-Auszuges). Das Zustelldatum sei
beim A-Post Plus-Versand auch für die Beschwerdeführerin mittels "Track
& Trace" zweifelsfrei feststellbar. Die mangelnde Sorgfalt auf Seiten der
Beschwerdeführerin habe diese selber zu vertreten. Würde man der Argu-
mentation der Beschwerdeführerin folgen und ihre Beschwerde gutheis-
sen, würde damit ihr unsorgfältiges Vorgehen belohnt und die bundesge-
richtliche Rechtsprechung, wonach dem Zustellnachweis der Post fristaus-
lösende Wirkung zukomme, untergraben. Mit einem solchen Entscheid
würden Rechtsunsicherheiten begründet und missbräuchliches Verhalten
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Seite 19
begünstigt. Am 7. Dezember 2018 habe die Beschwerdeführerin bei der
Suva ein Wiederherstellungsgesuch in Bezug auf die 30-tägige Ein-
sprachefrist deponiert. Dies zeige, dass selbst die Beschwerdeführerin ih-
rer eigenen Beschwerde keine Chancen einräume und davon ausgehe,
dass ihre Einsprache vom 29. Oktober 2018 als verspätet zu betrachten
sei.
4.
Gemäss den Sendungsinformationen der Schweizerischen Post wurde die
an die A._ AG adressierte A-Post Plus Sendung mit der Nummer
(...) – welche die Unterstellungs-/Einreihungsverfügung vom 24. Septem-
ber 2018 beinhaltete (act. 68) – von der Vorinstanz am 25. September 2018
aufgegeben und am 26. September 2018 via Postfach der A._ AG
zugestellt (act. 78). Während sich die Vorinstanz vor diesem Hintergrund
mit Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichts 8C_198/2015 vom 30. April
2015 (E. 3.2) auf den Standpunkt stellt, die Verfügung vom 24. September
2018 habe als am 26. September 2018 zugestellt zu gelten, ist die Be-
schwerdeführerin der Auffassung, sie habe diesen Entscheid erst am 28.
September 2018 erhalten.
4.1 Gemäss Ziffer 2.5.1 der allgemeinen Geschäftsbedingungen „Post-
dienstleistungen“ gelten für Geschäftskunden die Sendungen als zuge-
stellt, wenn die Post die Sendungen dem Empfänger übergeben oder an
einen anderen dafür bestimmten Ort zugestellt hat (z. B. Brief- oder Abla-
gefach bzw. abschliessbare Paketbox oder Postfach [letzteres nur Briefe]).
Trägt eine Sendung sowohl die Domizil- als auch die Postfachadresse (so-
genannte Doppeladressierung), stellt die Post in der Regel Briefe und Zei-
tungen ins Postfach und Paket- und Expresssendungen ans Domizil zu,
wobei der Kunde die durch die Post elektronisch erfassten Zustellereig-
nisse als Nachweis für die erfolgte Zustellung anerkennt (vgl. www.post.ch
> Suchmaske mit Eingabe Postdienstleistungen > allgemeine Geschäfts-
bedingungen „Postdienstleistungen“ für Geschäftskunden; zuletzt aufgeru-
fen am 11. November 2020).
4.2 Die Vorinstanz vertrat unter Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichts
8C_198/2015 vom 30. April 2015 die Auffassung, dass das mittels des
elektronischen Suchsystems "Track & Trace" der Post festgelegte Datum
der Einlage einer A-Post-Plus-Sendung in einen Briefkasten als für die Aus-
lösung einer Rechtsmittelfrist verbindlich sei. Diese Ausführungen treffen
zu, obwohl – aber immerhin – sich der vorliegende Sachverhalt insofern
C-7013/2018
Seite 20
von demjenigen im Entscheid 8C_198/2015 vom 30. April 2015 unterschei-
det, als vorliegend nicht eine an einem Freitag versandte und mittels Track
& Trace der Post am darauffolgenden Samstag als zugestellt zu gelten ha-
bende Verfügung Prozessthema bildet (E. 3.2).
4.3 In Anwendung dieser Rechtsprechung und mit Blick auf den Umstand,
dass im elektronischen System der Post der 26. September 2018 als Zu-
stelldatum erfasst wurde, ergibt sich im vorliegenden Fall unter der Bedin-
gung, dass die Vorbringen der Beschwerdeführerin als rein hypothetische
Vermutungen zu qualifizieren wären, dass die 30-tägige Einsprachefrist ge-
mäss Art. 52 Abs. 1 ATSG am Donnerstag, den 27. September 2018, zu
laufen begonnen (vgl. Art. 38 Abs. 1 ATSG) und am Freitag, den 26. Okto-
ber 2018, geendet hätte, weshalb die Einsprache vom 29. Oktober 2018
(act. 72 und 76) verspätet erfolgt wäre.
4.4 Weiter ist in diesem Zusammenhang darauf hinzuweisen, dass sich der
Sachverhalt, wie er sich in dem der Vorinstanz zitierten Entscheid des Bun-
desgerichts 8C_586/2018 vom 6. Dezember 2018 präsentierte, vom vor-
liegenden darin unterscheidet, dass die Beschwerdeführerin nicht mit ei-
nem oder einer Dritten eine Vereinbarung über weitergehende Dienstleis-
tungen abgeschlossen und die Möglichkeit des faktischen Zugriffs zu jeder
Zeit bei ihr gelegen hatte. Schliesslich sprechen auch – wie in diesem Ent-
scheid erwogen (E. 6.) – Gründe der Rechtssicherheit dafür, dass für die
Zustellung auf den allein belegbaren Zeitpunkt der Ablage der Sendung ins
Postfach resp. die Transportbox mittels elektronischer Erfassung durch die
Schweizerische Post abgestellt wird.
5.
Nachfolgend ist deshalb zu prüfen, ob auf die Darstellung der Beschwer-
deführerin, wonach eine fehlerhafte Postzustellung vorliege, abgestellt
werden kann. Eine solche fehlerhafte Postzustellung ist nur dann anzuneh-
men, wenn sie aufgrund der Umstände plausibel erscheint. Auf die Darstel-
lung der Beschwerdeführerin ist nur unter der Bedingung, dass ihre Darle-
gung der Umstände nachvollziehbar ist und einer gewissen Wahrschein-
lichkeit entspricht, abzustellen, wobei ihr guter Glaube zu vermuten ist; rein
hypothetische Überlegungen sind jedoch unbehelflich (vgl. Urteil des BGer
9C_90/20105 vom 2. Juni 2015 E. 3.2 mit weiteren Hinweisen).
5.1 Zum konkreten Sachverhalt liess die Beschwerdeführerin insbeson-
dere vorbringen, die Verfügung vom 24. September 2018 sei erst am
C-7013/2018
Seite 21
28. September 2018 zugestellt worden. Dabei stütze sie sich auf den Stem-
pel "Eingegangen 28. Sept. 2018" des Büros "Personaladministration". Von
diesem sei der handschriftliche Vermerk des Fristablaufs am 29. Oktober
2018 abgeleitet worden (act. 88). Anlässlich der Erläuterungen betreffend
den Erhalt der Verfügung der Suva vom 24. September 2018 äusserte sich
die Beschwerdeführerin zu ihrem Standardprozess hinsichtlich der Postzu-
stellungen bei der A._ AG. Insbesondere machte sie geltend, der
Postkurier hole täglich auch die sich im Postfach bei der Poststelle
D._ befindende (A-)Post ab und übergebe um zirka 07:30 Uhr die
gesamte Post am Hauptsitz der Spedition; lediglich zwei Mitarbeiter seien
für die interne Postverteilung zuständig, wobei unter anderen die Post für
die Abteilungen Legal/Compliance und Personalmanagement nicht ma-
schinell geöffnet würde. Anschliessend werde die Post (sowohl die geöff-
nete wie auch noch die noch ungeöffnete) durch diese Mitarbeiter in die
Postfächer der jeweiligen Fachabteilungen gelegt. Dieser Prozess sei spä-
testens um 08:10 Uhr abgeschlossen, d.h. zu diesem Zeitpunkt befänden
sich alle um 07:30 Uhr eingegangenen Postsendungen in den jeweiligen
Postfächern der Fachabteilungen. Briefe mit dem Logo "Suva" würden im-
mer sofort ungeöffnet ins interne Postfach des Personalmanagements ge-
legt. Diese Abteilung hole wie alle anderen Fachabteilungen täglich nach
der Verteilung der Post, d.h. kurz nach 08:00 Uhr, die Post aus ihrem Post-
fach ab und übergebe sie intern an die verantwortlichen Personen, nach-
dem die Postsendung mit einem Eingangsstempel versehen worden sei.
Herr E._ habe das Dokument sofort gescannt (09:26 Uhr) und per
E-Mail unter anderem dem Direktor Personalmanagement sowie an die Ab-
teilung Legal weitergeleitet (act. 79).
5.2
5.2.1 In Übereinstimmung mit der Vorinstanz trifft es zwar zu, dass rein hy-
pothetische Überlegungen, wonach die Sendung einem Nachbarn in den
Briefkasten (oder sonst einer Drittperson ins Postfach) gelegt worden sein
könnte, unbehelflich sind (Urteil des BGer 9C_90/2015 vom 2. Juni 2015
E. 3.2 mit weiteren Hinweisen). Im vorliegenden Fall rechtfertigt es sich
jedoch aus den folgenden Gründen, auf die nicht bloss hypothetische Dar-
stellung der Beschwerdeführerin abzustellen.
5.2.2 Es entspricht mit Blick auf die detaillierten Ausführungen der Be-
schwerdeführerin durchaus einer gewissen Wahrscheinlichkeit, dass die
Zustellung der Verfügung vom 24. September 2018 erst mit Datum vom
28. September 2018 erfolgt war. Zwar ist keineswegs auszuschliessen,
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dass auch der Beschwerdeführerin trotz tadellos organisiertem Postdienst,
langjährigen zuverlässigen Mitarbeitern, klar strukturiertem und zeitlich fi-
xiertem Ablauf des Postverkehrs, zweimaliger Postzustellung pro Tag, kla-
rem Vorgehen der Beschwerdeführerin bei falschem Zustellen von Post-
sendungen und umgehender und vollständiger Verarbeitung der Post Feh-
ler passieren können.
5.2.3 Mit Blick auf die Vermutung des guten Glaubens (vgl. auch Urteile
des BGer 9C_90/2015 vom 2. Juni 2015 E. 3.2; 2C_570/2011 vom 24. Ja-
nuar 2012 E. 4.3, in StR 67/2012 S. 301) sowie des Umstands, dass im
Zweifel auf die Darstellung der Beschwerdeführerin abzustellen ist (vgl. Ur-
teil des BGer 2C_430/2009 vom 14. Januar 2010 E. 2.4), kann jedoch da-
von ausgegangen werden, dass die Darstellung der Beschwerdeführerin,
wonach die Sendung erst am 28. September 2018 in das Postfach gelegt
worden sei, zumindest nicht bloss rein hypothetischer Art ist. Dafür spre-
chen einerseits die Umstände, dass die fragliche Postsendung gemäss der
innerbetrieblichen Organisation bzw. weisungsentsprechend nicht maschi-
nell geöffnet wurde und tatsächlich den Eingangsstempel "Eingegangen
am 28. September 2018" trug. Andererseits liegt ein E-Mail vom 28. Sep-
tember 2018 09:32 Uhr vor, mit welchem die intern zuständige Person die
am 28. September 2018 um 09:26 Uhr gescannte Verfügung vom 24. Sep-
tember 2018 unmittelbar an den Head of Legal weiter versandte (act. 84
Beilage 4).
5.2.4 Die Auffassung des Bundesverwaltungsgerichts, wonach die Darstel-
lung der Beschwerdeführerin nicht bloss als hypothetisch zu qualifizieren
ist, wird letztlich auch gestützt durch die Ausführungen eines Account Ma-
nagers der Post vom 6. Dezember 2018 (act. 84 Beilage 9). Danach ist die
Beschwerdeführerin einerseits als zuverlässige Postbenutzerin mit einer
professionellen Logistikabteilung bekannt, und andererseits gibt diese
auch regelmässig in ihr Postfach gelegte Falschzustellungen zurück. Zwar
sind laut den postalischen Ausführungen bei der allfälligen Fehlzustellung
einer A-Post Plus Sendung normalerweise das erste Ablageereignis, die
Neuerfassung der Sendung nach ihrer Rückgabe an die Post sowie die
erneute Ablage an den berechtigten Empfänger im Sendungsverfolgungs-
system ersichtlich. Da jedoch eventuelle Pannen oder Versehen bei der
Sendungszustellung oder bei der Erfassung im Sendungsverfolgungssys-
tem aufgrund des Massenverkehrs, die die Post zu bewältigen hat, nie mit
völliger Sicherheit ausgeschlossen werden können, ist auch unter diesen
Umständen mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit und Plausibilität davon
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auszugehen, dass die Sendung vom 25. September 2018 zuerst falsch zu-
gestellt und die Rücknahme und Neuzustellung anschliessend versehent-
lich und ausnahmsweise nicht im Sendungsverfolgungssystem der Post
erfasst wurde.
6.
Nach dem Dargelegten ergibt sich zusammenfassend, dass die in der Be-
schwerdeschrift beschriebene, nachgelagerte betriebsinterne Postverar-
beitung der Beschwerdeführerin vorliegend keineswegs irrelevant ist. Auf-
grund der nachvollziehbaren Umstände ist es der Beschwerdeführerin ge-
lungen, die fehlerhafte Postzustellung im konkreten Fall als zumindest
wahrscheinlich erscheinen zu lassen, und es kann diesbezüglich auf die
Abnahme (weiterer) Beweise verzichtet werden (antizipierte Beweiswürdi-
gung, vgl. dazu BGE 141 I 60 E. 3.3). Es ist daher nicht auf die elektroni-
sche Sendungsverfolgung abzustellen, wonach die angefochtene Verfü-
gung am Dienstag, den 25. September 2018, mit A-Post Plus versandt und
am Mittwoch, den 26. September 2018, der Beschwerdeführerin „via Post-
fach zugestellt“ wurde. Vielmehr steht mit einer gewissen Wahrscheinlich-
keit fest, dass die rechtsrelevante Zustellung der Verfügung erst am Frei-
tag, den 28. September 2018, erfolgt war. Die 30-tägige Einsprachefrist
(Art. 52 Abs. 1 ATSG) begann demnach am Samstag, den 29. September
2018, zu laufen (Art. 38 Abs. 1 ATSG), und sie endete am Montag, den
29. Oktober 2018. Die an diesem Tag der Post übergebene Einsprache ge-
gen die Verfügung vom 24. September 2018 erweist sich nach dem Dar-
gelegten somit als rechtzeitig. Bei diesem Ergebnis erübrigen sich Weite-
rungen im Zusammenhang mit der von der Beschwerdeführerin beantrag-
ten Fristwiederherstellung sowie den angebotenen Beweisen (Zeugenbe-
fragung, Einholung eines Amtsberichtes).
7.
Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ergibt sich zusammenfassend,
dass die Beschwerde insofern gutzuheissen ist, als die angefochtene
Nichteintretensverfügung vom 20. November 2018 aufzuheben ist. Die Ak-
ten gehen zurück an die Vorinstanz, damit diese auf die Einsprache eintrete
und sie materiell behandle.
8.
Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige Par-
teientschädigung.
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8.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1bis IVG).
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind der Beschwerdeführerin
keine Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG e contrario).
Der von ihr geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 2'000.- ist ihr
nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückzuerstatten.
Der Vorinstanz sind ebenfalls keine Verfahrenskosten aufzuerlegen
(Art. 63 Abs. 2 VwVG).
8.2 Die obsiegende, anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin hat An-
spruch auf eine Parteientschädigung zu Lasten der Verwaltung (Art. 64
Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die
Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht ([VGKE,
SR 173.320.2]). Da keine Kostennote eingereicht wurde, ist die Entschädi-
gung aufgrund der Akten festzusetzen (Art. 14 Abs. 2 Satz 2 VGKE). Unter
Berücksichtigung des Verfahrensausgangs, des gebotenen und aktenkun-
digen Aufwands, der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des
Verfahrens sowie in Anbetracht der in vergleichbaren Fällen gesprochenen
Entschädigungen ist eine Parteientschädigung von Fr. 2‘800.– (inkl. Ausla-
gen und Mehrwertsteuer) gerechtfertigt (Art. 9 Abs. 1 in Verbindung mit
Art. 10 Abs. 2 VGKE).