Decision ID: b5050ff0-1bd0-5204-8a1e-065a9418ba34
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1962, war seit Februar 2001 bei der Y._ als Akkordschaler angestellt und damit bei der Suva versi
chert, als
er
am 2. April 2001 beim Deckenausschalen einen Unfall erlitt und sich einen Bruch des rechten Fussgelenks zuzog (Urk. 11/1).
Nach
getätigten
Abklärungen
sprach die Suva dem Versicherten
mit Verfügung vom
27. August 2004 eine Invalidenrente entsprechend einer Erwerbseinbusse von 100 % ab 1. September 2004 sowie eine Integritätsentschädigung basierend auf einer Integritätseinbusse von 30 % zu (Urk. 11/100).
1.2
Mit Verfügung vom 5. Juni 2015 setzte die Suva – ausgehend von einem von den Ärzten des Z._ erstatteten Gutachten (Urk. 11/199) – die Rente mit Wirkung ab 1. Juni 2013 auf 27 % herab (Urk. 11/228). Die dage
gen am 8. Juli 2015 erhobene Einsprache (Urk. 11/241) hiess die Suva am 14. Juli 2016 teilweise gut (Urk. 11/273 = Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am 13. September 2016 Beschwerde gegen den Ein
spra
che
ent
scheid vom 14. Juli 2016 und beantragte, dieser sei aufzuheben und ihm seien weiterhin die gesetzlich geschuldeten Leistungen, namentlich seine Rente vollumfänglich weiter zu entrichten (Urk. 1 S. 2 lit. B Ziff. 1), eventuell sei die Sache an die Suva zurückzuweisen, um den aktuellen medizinischen Stand der Beschwerden sowie deren erwerbliche Auswirkungen multidisziplinär abzu
klä
ren, um danach neu zu verfügen (Urk. 1 S. 2 lit. B Ziff. 2).
Die Suva beantragte mit Beschwerdeantwort vom 22. Dezember 2016 (Urk. 10) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Eingabe vom 19. April 2017 (Urk. 16) reichte der Beschwerdeführer medizi
ni
sche Berichte zu den Akten (Urk. 17/1-3).
Mit Gerichtsverfügung vom 18. Mai 2017 (Urk. 18) wurde das Gesuch um un
ent
gelt
liche Rechts
vertretung (vgl. Urk. 1 S. 2 lit. A Ziff. 1) bewilligt.
Mit Eingabe vom 1. Juni 2017 hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag fest (Urk. 20), was dem Beschwerdeführer am 7. Juni 2017 zur Kenntnis ge
bracht wurde (Urk. 21).
3.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, hob die bisher aus
gerichtete ganze Invalidenrente mit Verfügung vom
24. April 2013
bei ei
nem In
validitätsgrad von nunmehr 28 % auf (Urk. 11/197). Die dagegen erho
bene Be
schwerde wies das hiesige Gericht im Verfahren Nr. IV.2013.00493 mit Urteil vom 5. August 2014 ab (Urk. 11/215). Die dagegen erho
bene Be
schwerde wies das Bundesgericht mit Urteil vom 29. Oktober 2014 ab (Urk. 11/213).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbe
zügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG).
Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenan
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentli
chen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Ge
sundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hin
weisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Aus
wirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heits
zu
stan
des auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revi
si
ons
grund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar.
Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurtei
lung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Ein
sprache
ent
scheid, welche oder welcher auf einer materi
ellen Prüfung des Ren
tenan
spruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsab
klärung, Beweiswürdigung und Inva
liditäts
bemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Renten
bezü
gerin oder eines Rentenbe
zü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die
Zu
kunft entsprechend erhöht, herab
gesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).
In Abweichung zu dieser Bestimmung des ATSG kann die Invalidenrente der Un
fallversicherung nach dem Monat, in dem Männer das 65. und Frauen das 62. Altersjahr vollendet haben, nicht mehr revidiert werden (Art. 22 UVG, BGE 134 V 131).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a,
122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid (Urk. 2) davon aus, den Gesundheitszustand betreffend sei auf das Z._-Gutachten von Mai 2012 abzustellen. Aus polydisziplinärer Sicht sei davon auszugehen, dass beim Be
schwerdeführer für körperlich mittelschwer bis schwer belastende berufliche Tä
tig
keiten sowie für die angestammte Tätigkeit im Baugewerbe eine bleibende vollständige Arbeitsunfähigkeit bestehe. Für körperlich leichte, angepasste Tä
tigkeiten bestehe eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 100 %. Dies gelte seit spätestens April 2012. Aus somatischer Sicht bestehe seit 2003 eine unverän
derte Situation mit seither voller Arbeitsfähigkeit für leichte, angepasste Tätig
keiten. Psychiatrisch habe sich die Situation gegenüber 2003 verändert, da keine Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung und einer durch
gemachten depressiven Episode mehr feststellbar seien und sich die unfallbe
ding
te psychosoziale Belastung nicht mehr auswirke (S. 6 f.). Hinsichtlich der verfügten Rückforderung von Fr. 84‘492.50 fehle es an den erforderlichen Vo
raussetzungen, weshalb die Rückerstattung entfalle.
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber in seiner Beschwerde (Urk. 1) auf den Standpunkt, dass d
ie Bezugnahme durch die Suva auf das vierjährige
Z._
-Gutachten sowie die Übernahme des IV-Entscheids bezüglich der Festle
gung des IV-Grades unrechtmässig
seien (S. 5 ff.).
Gestützt auf den Bericht der Psychotherapeutin
A._ sei ausgewiesen, dass sich bei
ihm
in psychischer Hinsicht keine Verbesserung des Gesundheitszustandes ergeben habe und er mithin weiterhin selbst in einer leichten wechselbelastenden Tätigkeit zu 100
%
arbeits
un
fähig bleibe
(S. 7 unten)
. Weder aus psychiatrischer noch aus orthopä
discher Sicht ha
be sich der Gesundheitszustand
im Vergleich zur Rentenzuspra
che
bis zum Verfügungszeitpunkt erheblich verändert. Mithin könne im Zeit
punkt der Verfügung nicht von einer vollen Arbeits- und Leistungsfähigkeit für körperlich leichte, angepasste Tätigkeiten ausgegangen werden. Vielmehr be
stehe aufgrund der somatischen Beschwerdelage, verstärkt durch die ausgewie
se
nen depressiven Beschwerden, nach wie vor eine vollständige Arbeitsunfähig
keit
(S. 9 f.)
.
2.3
Strittig und zu prüfen ist somit, ob die bisher ausgerichtete Rente zu Recht revisi
onsweise per 1. Juni 2013 herabgesetzt wurde.
3.
3.1
Die Rentenzusprache im August 2004 basierte im Wesentlichen auf den folgen
den medizinischen Berichten:
3.2
Dr. B._, Kreisarzt der Suva, berichtete am 2. Mai 2003 über seine Untersu
chung des Beschwerdeführers vom gleichen Tag (Urk. 11/46) und führte aus, der Beschwerdeführer werde voraus
sichtlich in einem körperlich fordernden Beruf wie bisher auf dem Bau nicht mehr arbeitsfähig werden. Zurzeit bestehe keine Arbeitsfähigkeit (S. 3).
Dr. B._ berichtete sodann am 28. Januar 2004 über die gleichentags durch
geführte kreisärztliche Untersuchung des Beschwerdeführers (Urk. 11/70) und
führte aus, es bestünden weiterhin erhebliche posttraumatische Probleme, wel
che teils organisch und teils psychisch seien. Von Seiten der Wirbelsäule be
ste
he zurzeit ein leichtes bis mässiges lumbovertebrales Syndrom bei leichter Be
weg
lichkeitseinschränkung im Bereich des thorakolumbalen Übergangs. Wei
ter bestünden belastungsabhängige Beschwerden ausgehend vom OSG bei trau
ma
ti
schen Veränderungen
im OSG-Bereich sowie belastungsabhängige Hand
gelenks
beschwerden links und ein Bewegungsdefizit im Handgelenk bei ver
zögerter Konsolidation des Scaphoides. In psychischer Hinsicht
bestünden eine Angst
störung mit Symptomen einer posttraumatischen Belastungsstörung und eine durchgemachte depressive Episode (S. 4 Mitte). Der Beschwerdeführer sei mo
mentan global gesehen nicht als wiedereingliederungsfähig zu erachten. Rein von Seiten der körperlichen Unfallfolgen wäre dem Beschwerdeführer eine leichte, vor allem wechselbelastende Tätigkeit ohne längere Zwangshaltung der Wirbelsäule, ohne regelmässiges Gehen, vor allem nicht auf unebenem Terrain, ohne Heben und Tragen von schweren Lasten, ohne Leiternsteigen und ohne re
gelmässige stressrepetitive Einwirkung auf das Handgelenk zumutbar. Die psy
chischen Probleme seien grundsätzlich als besserungsfähig zu erachten (S. 5 oben).
3.3
Die Ärzte der Rehaklinik C._ berichteten am 10. Oktober 2003 (Urk. 11/62) über den stationären Aufenthalt des Beschwerdeführers vom 3. September bis 1. Oktober 2003. Sie nannten folgende Diagnosen (S. 1):
-
Sturz aus zirka 5 m Höhe vom Gerüst am 2. April 2001
-
Pilon tibiale Fraktur recht
-
inkomplette LWK-1-Berstungsfraktur ohne neurologische Reiz- oder Ausfallzeichen
-
Sakrumfraktur
-
Scaphoidfraktur links (später diagnostiziert)
-
Angststörung mit Symptomen einer posttraumatischen Belastungsstö
rung sowie durchgemachte depressive Episode
-
bewegungsabhängige Schulterschmerzen links, osteocartilaginäre Exostose am proximalen Humerus
Zum Basistest zur Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit führten sie aus, beim Heben vom Boden zu Taillenhöhe sei keine funktionelle Limite er
sicht
lich. Der Beschwerdeführer gebe Schmerzen an und hebe deshalb nicht mehr als 10 kg. Ebenfalls sei das Tragen mit der linken Hand wegen Schmerzangabe bei 5 kg limitiert. Die übrigen Werte seien ebenfalls unter der Norm, allerdings wegen funktioneller Limiten wie zum Beispiel der geringen muskulären Stabilisierung im Schultergürtel beziehungsweise im Rücken. Der Handkoordinationstest rechts sei knapp in der Norm, links knapp unter der Norm (S. 2 f.).
Deutlich im Vordergrund stehe die psychiatrische Diagnose der Angststörung bei durchgemachter depressiver Episode infolge starker psychosozialer Belas
tung. Der Beschwerdeführer sei so stark auf seine Schmerzen fixiert gewesen, dass ein Arbeiten an der Schmerz- beziehungsweise Leistungsgrenze nicht zu etablieren gewesen sei.
Auf körperlicher Ebene seien die vorwiegend bewegungs- und belastungsabhän
gi
gen Schmerzen im OSG rechts erklärt durch eine Stufe in der Tibiagelenks
flä
che und beginnende degenerative Veränderungen im Sinne eines Osteophy
ten an der Tibiavorderkante, die auch für Einschränkung der Dorsalextension ver
antwortlich seien. Am Rücken bestünden nach der gut gelungenen Versor
gung der LWK-1-Fraktur noch myofasciale Schmerzen. Am linken Handgelenk be
stünden bei bekannter Scaphoidpseudoarthrose ebenfalls bewegungs- und be
lastungsabhängige Schmerzen. Insgesamt könnten die vom Beschwerdeführer angegebenen Beschwerden wohl in der Art, nicht jedoch unbedingt in ihrem Ausmass nachvollzogen werden (S. 3 unten).
Aus globaler Sicht bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Auf die körperli
chen Unfallfolgen bezogen bestehe eine ganztägige Arbeitsfähigkeit für leichte, wechselbelastende Arbeiten ohne Zwangshaltung, ohne repetitive Handgelenks
bewegungen links, ohne Schläge und Vibrationen auf das linke Handgelenk, ohne Arbeiten auf der Leiter, auf dem Gerüst oder auf unebenem Terrain, mit lediglich seltenem Treppensteigen. Die psychische Störung sei grundsätzlich besserungsfähig, aktuell sei der Beschwerdeführer jedoch nicht eingliederbar (S. 2 oben).
4.
4.1
Die Ärzte des Z._ erstatteten ihr polydis
ziplinäres Gutachten am 24. Mai 2012 (Urk. 11/199) gestützt auf die Unter
suchung des Beschwerdeführers vom 23. April 2012 sowie die Akten. Sie nannten folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 22 Ziff. 5.1):
-
chronische panvertebrale Schmerzstörung ohne radikuläre Symptomatik
-
Status nach Teilkorporektomie LWK 1, Teildiskektomie BWK12/LWK1 und ventraler Stabilisation BWK 12 auf LWK 1
-
Status nach inkompletter LWK1-Berstungsfraktur nach Sturz aus meh
reren Metern am 2. April 2001
-
leichte degenerative Veränderungen der übrigen Wirbelkörper
-
Status nach konservativ behandelter undislozierter Sakrumfraktur
-
chronische Rückfussschmerzen rechts
-
Status nach offener Reposition, Talus-Débridement, Spongiosaunter
füt
terung vom rechten Beckenkamm und Plattenosteosynthese am 17. April 2001
-
Status nach Pilon tibiale-Fraktur nach Sturz aus mehreren Metern am 2. April 2001 mit primärer Stabilisation mittels gelenküberbrücken
dem Fixateur externe
-
chronische belastungsabhängige Handgelenksschmerzen links
-
beginnende radiokarpale und STT-Arthrose
-
Status nach Spongiosaplastik nach Matti-Russe mit Knochenspan vom linken Beckenkamm am 21. November 2001, Status nach Abs
zess
sanierung und Metallentfernung sowie Débridement am 3. April 2002 sowie Status nach erneuter Scaphoidrekonstruktion mit Be
ckenspan am 26. Juli 2002
Weiter nannten sie folgende Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 23 Ziff. 5.2):
-
unspezifische Angstreaktion ohne Nachweis einer psychiatrischen Mor
bi
dität gemäss ICD-10
-
Übergewicht
-
Nikotinabusus
-
Leberwerterhöhung unklarer Ätiologie
-
Medikamenten-Malcompliance
Sie führten aus, bei der orthopädischen Untersuchung habe sich im Bereich des Rumpfes eine leichte Selbstlimitation mit Inkonsistenzen im Verlauf der Unter
suchung gezeigt. An den unteren Extremitäten sei die Beweglichkeit im OSG rechts, vor allem bei der Dorsalextension eingeschränkt gewesen. Die übrigen Gelenke seien frei und ohne erkennbare Schmerzäusserung beweglich bei guter Kraftentfaltung. An den oberen Extremitäten habe eine freie Beweglichkeit bei
der Schultern und Ellbogen festgestellt werden können und auch das rechte Handgelenk habe keine Einschränkung bei übermässig guter Kraftentfaltung der rechten Hand gezeigt. Das linke Handgelenk sei global höchstens geringgradig in seinem Bewegungsumfang eingeschränkt. Es habe sich an der linken Hand eine nach wie vor gut erhaltene Funktionalität gezeigt. Eine spinale Kompressi
onsproblematik oder die Läsion eines grösseren peripheren Nervs hätten klinisch weitestgehend ausgeschlossen werden können. Die Röntgenbilder der Wirbel
säule hätten eine stabile Situation im thorakolumbalen Übergangsbereich ge
zeigt. Wesentliche degenerative Veränderungen seien nicht erkennbar gewesen. Im Bereich des rechten Rückfusses habe sich eine höhergradige OSG-Arthrose gezeigt. Am rechten Handgelenk sei nach wie vor nicht zweifelsfrei zu bestim
men, ob es mittlerweile zu einer ossären Konsolidation gekommen sei. Die pe
riscaphoidalen Gelenke zeigten leichtgradige degenerative Veränderungen. Aus orthopädischer Sicht bestehe für die angestammte Tätigkeit im Baugewerbe eine bleibende volle Arbeitsunfähigkeit.
Für körperlich leichte Tätigkeiten in wech
selnder Position, mit einem etwa hälftigen Anteil im Sitzen, mit einer Hebe- und Tragelimite von 10 kg, ohne Zwangshaltungen des Rumpfes und des rech
ten Beines und ohne monotone Bewegungen der linken Hand bestehe eine zeit
lich und leistungsmässig uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit (S. 23 f.).
Bei der psychiatrischen Untersuchung hätten bis auf unspezifische Angstreakti
onen keine psychopathologischen Befunde erhoben werden können. Es habe keine psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden können. Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine 100%ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit (S. 24 oben).
Auch aus allgemein-internistischer Sicht habe keine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden können.
Insgesamt sei aus polydisziplinärer Sicht davon auszugehen, dass beim Be
schwer
deführer für körperlich mittelschwer bis schwer belastende berufliche Tätigkeiten sowie für die angestammte Tätigkeit im Baugewerbe eine bleibende vollständige Arbeitsunfähigkeit bestehe. Für körperlich leichte, angepasste Tä
tigkeiten bestehe eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 100 % (S. 24 Mitte).
Die festgestellte Arbeitsfähigkeit für angepasste Tätigkeiten gelte mit Sicherheit seit spätestens April 2012. Aus somatischer Sicht bestehe seit 2003 eine unver
änderte Situation mit seither voller Arbeitsfähigkeit für leichte, angepasste Tä
tigkeiten. Psychiatrisch habe sich die Situation gegenüber 2003 verändert, da keine Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung und einer durch
gemachten depressiven Episode mehr feststellbar seien und sich die unfall
be
dingte psychosoziale Belastung nicht mehr auswirke. Der Beschwerdeführer sei nicht in psychiatrischer Behandlung und auch nicht gewesen, so dass die Ar
beitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht wahrscheinlich schon längere Zeit nicht mehr relevant eingeschränkt gewesen sei (S. 24 Mitte).
Die vom Beschwerdeführer angegebenen Medikamente, welche er regelmässig und auch am Morgen vor der Untersuchung eingenommen habe, hätten bei den Serumspiegelmessungen nicht beziehungsweise kaum nachgewiesen werden können (S. 24 unten).
4.2
Die Psychotherapeutin A._ berichtete am 17. Dezember 2012
(
Urk.
11/187)
und nannte als Diagnose eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1). Sie führte aus, der Beschwerdeführer könne sich von der Tatsa
che, dass er von seiner zweiten Ehefrau verlassen worden sei, nicht erholen. Im Jahre 2010 sei sie ohne Vorwarnung mit ihrer Tochter zurück nach Brasilien geflüchtet. Von diesem Schock habe er sich bis heute nicht erholen können. Seine damalige Familie habe ihm sehr geholfen, über die Verluste, die er mit dem Unfall erlitten habe, hinweg zu kommen. Als diese Stütze weggefallen sei, habe sich der Beschwerdeführer erneut in die Depression gestürzt und diesmal tiefer, da es sich um eine Wiederholung gehandelt habe. Als er den Unfall 2001 erlitten habe, sei er von seiner ersten Ehefrau verlassen worden und die Kinder hätten sich lange auf die Seite der Mutter gestellt. Wegen seiner körperlichen Beschwerden sehe der Beschwerdeführer keine Möglichkeit, eine körperliche berufliche Tätigkeit auszuüben, und eine andere Tätigkeit komme für ihn nicht in Frage, schon wegen der Sprache, die er nicht beherrsche (S. 1). Die Therapie bleibe für ihn unabdingbar, weil sie für ihn die einzige Möglichkeit darstelle, seine Probleme zu besprechen und zu verarbeiten (S. 2).
4.3
Die Psychotherapeutin Frau A._ berichtete erneut am 11. April 2013
(
Urk.
11/196)
und führte aus, dass sich der Beschwerdeführer in einer tiefen De
pression befinde, von der er sich nicht erholen könne. In seinem jetzigen Zu
stand sei eine zweistündige Sitzungsfrequenz notwendig, um ihm Halt zu bie
ten, den er sonst von niemandem erhalte. Gleichzeitig sei die Sitzungsfrequenz notwendig, um Themen zu bearbeiten, die ihm weiterhelfen könnten. Zudem erlaube sie, dass andere Folgen des Unfalls, die mit der Depression in Zusam
menhang stünden, ans Tageslicht kämen und so verarbeitet werden könnten. Die psychischen Schmerzen würden beim Beschwerdeführer schnell somatisiert und würden somit die Schmerzen, die er durch den Unfall erlitten habe, verstär
ken.
4.4
Am 1. Juni 2015 führte die Psychotherapeutin Frau
A._
aus (Urk. 11/229), dass sich der Beschwerdeführer über starke Kopf- und sonstige Körperschmer
zen, Schlafstörungen, Gefühle von Leere, Sinn- und Wertlosigkeit, Freudlosig
keit, Angstgefühle, gedrückte Stimmung, negative und pessimistische Zukunfts
perspektiven, verminderte Konzentration sowie Aufmerksamkeit und Vermin
derung des Antriebs beschwere. Nach wie vor leide der Beschwerdeführer unter einer depressiven Stimmung. Im Moment finde die Therapie einmal in der Wo
che statt.
4.5
Die Ärzte der Universitätsklinik D._, Orthopädie, berichteten am
1
3. Oktober 2015 (Urk. 11/255) über die ambulante Fuss-Sprechstunde und führten aus, dass der Beschwerdeführer über eine zunehmende Schmerzsymptomatik im Bereich des oberen Sprunggelenks (OSG) ventralseitig berichte. Beim Beschwerdeführer bestehe klinisch sowie radiologisch ein ventrales Impingement am OSG. Bei persistierender Schmerzsymptomatik sowie zunehmendem Leidensdruck werde der Beschwerdeführer über die Möglichkeit einer operativen Sanierung im Sinne einer OSG-Arthroskopie aufgeklärt.
4.6
Die Ärzte der Universitätsklinik D._ berichteten sodann mit Austrittsbericht vom
1
0. November
2015 (
Urk.
11/257)
über die Hospitalisation des Beschwer
deführers vom 6. bis 9. November 2015 und nannten folgende Diagnosen:
-
posttraumatische OSG-Arthrose rechts
-
ORIF distale Tibia rechts bei Pilon-tibiale-Fraktur rechts 2002
-
Status nach Osteosynthese-Materialentfernung (OSME) distale Tibia und Resektion Osteophyt ventrale Tibia Fuss rechts vom 24. Juni 2015
Sie führten aus, dass eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit vom
6. November bis zum
1
7. Dezember
2015
bestehe.
4.7
Dr.
med.
E._
,
Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation und für Rheumatologie, berichtete am 9. Mai
2016 (
Urk.
11/270 S. 3)
und führte aus, e
r würde die Arbeitsunfähigkeit deutlich höher als 30
%
einschätzen
. F
ür eine Wiedererwägung stelle sich die Frage, ob damals wirklich genügend ge
würdigt geworden sei, dass ein massives Fussproblem bestehe
,
begleitet von einer Wirbelsäulenproblematik mit erheblicher Läsion und Wirbelkörperbruch
,
sowie auch eine Handproblematik mit verzögert diagnostizierter Fraktur und von diesem Beschwerdekomplex keine nennenswerte Besserung in Zukunft zu erwarten sei
.
4.8
Am
2
6. Juni
2016
berichtete die Psychotherapeutin Frau A._ erneut
(
Urk.
11/272)
und führte aus, der Beschwerdeführer leide weiterhin unter einer mittelgradigen Depression. Sein Alltag sei von starken körperlichen Schmerzen bestimmt. Nach wie vor habe der Beschwerdeführer grosse Mühe, die Depression zu überwinden. Die Operation am Fuss sei für ihn eine Riesenenttäuschung, da die erhoffte Verbesserung der Fussschmerzen nicht stattgefunden habe. Der Be
schwerdeführer könne den Verlust seiner Ex-Frau noch nicht verkraften und hege immer noch die Hoffnung, dass sie zurückkommen könnte. Weil er sich dafür schäme, könne er mit niemandem ausser in der Therapie darüber reden. Die Therapie finde einmal pro Woche statt.
4.9
Die Ärzte der Universitätsklinik D._ berichteten am 18. August 2016
(
Urk.
11/276/3/Viii)
und führten aus, dass der Beschwerdeführer über eine ten
denzielle Zunahme der Beschwerden nach der Operation vom 6. November 2015 berichte. Es habe durch die Operation keinerlei Besserung der Schmerzen ge
spürt. Weiterhin sei er gestört durch deutliche Anlaufschmerzen und sei limitiert im Gehen, selbst auf ebenem Boden. Es zeigten sich weiterhin deutliche Be
schwerden im Bereich des anteriolateralen OSG. Ebenfalls zeige sich radiolo
gisch eine Arthrose des OSG mit jedoch noch gut sichtbarem Gelenkspalt. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit als Bauarbeiter sei im Rahmen der aktuellen Be
schwerdesymptomatik im Bereich des OSG von einer
100%ige
n
Arbeitsunfähig
keit
auszugehen.
5.
5.1
Die Rentenzusprache im Jahr 2004 erfolgte im Wesentlichen gestützt auf die Berichte des Suva-Kreisarztes Dr. B._ (vgl. vorstehend E. 3.2) sowie der Ärzte der
Rehaklinik
C._
(vgl. vorstehend E. 3.3). Damals standen neben den so
matischen Diagnosen vor allem psychische Faktoren im Vorder
grund, und ge
stützt darauf wurde eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit auch für angepasste Tätig
keiten attestiert.
Gestützt auf das Z._-Gutachten vom 24. März 2012 (vgl. vorstehend E. 4.1) ging die Beschwerdegegnerin davon aus, dass beim Beschwerdeführer insbeson
dere durch die Rückbildung der psychischen Beschwerden diesbezüglich nun
mehr keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit mehr festgestellt werden könnten, womit eine Verbesserung des Gesundheitszu
standes ausge
wiesen sei und der Beschwerdeführer in einer leichten bis mittelschweren wechselbelastenden Tä
tigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei.
Der Beschwerdeführer machte jedoch geltend, es würden keine Anhaltspunkte für eine Verbesserung seines Gesundheitszustandes bestehen. Zudem bemän
gelte er das Z._-Gutachten (Urk. 1. S. 5 ff.).
5.2
In somatischer Hinsicht hat sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers nicht wesentlich verändert. So stimmen die somatischen Diagnosen im Be
richt des Suva-Kreisarztes Dr. B._ (vgl. vorstehend E. 3.2) sowie der Ärzte der Rehaklinik C._ (vgl. vorste
hend E. 3.3) mit denjenigen im Z._-Gutachten vom 24. Mai 2012 (vgl. vorste
hend E. 4.1) im Wesentlichen überein. Bereits im Jahre 2003 führten die Ärzte aus, der Beschwerdeführer leide auf Ebene des Bewegungs
apparates vor allem an einem lumbovertebralen Syndrom bei leich
ter Bewegungseinschränkung im Bereich des thorakolumbalen Übergangs sowie an belastungsabhängigen Beschwerden im Bereich des OSG und des linken Handgelenks als Folgen des Unfalls vom April 2001 (E. 3.2). Die vom Beschwer
deführer angegebenen Be
schwerden könnten zwar in der Art, nicht jedoch un
bedingt in ihrem Ausmass nachvollzogen werden (E. 3.3). Aus globaler Sicht bestehe eine 100%ige
Arbeitsunfä
higkeit,
bezogen auf die körperlichen Unfall
folgen
hingegen eine ganztägige Arbeitsfähigkeit für leichte, wechselbelas
ten
de Arbeiten ohne Zwangshaltung, ohne repetitive Handgelenksbewegungen links, ohne Schläge und Vibrationen auf das linke Handgelenk, ohne Arbeiten auf Leitern, Gerüsten oder unebenem Terrain und mit lediglich seltenem Trep
pensteigen (E. 3.3).
Damit besteht eine wesentliche Übereinstimmung mit der Beurteilung der Z._-
Gutachter (E. 4.2), wonach aus orthopädischer Sicht für die angestammte Tätig
keit im Baugewerbe eine bleibende volle Arbeitsunfähigkeit bestehe, der Be
schwer
deführer hingegen in körperlich leichten Tätigkeiten in wechselnder Po
si
tion mit einem etwa hälftigen Anteil im Sitzen, mit einer Hebe- und Trage
li
mite von 10 kg,
ohne Zwangshaltungen des Rumpfes und des rechten Beines und ohne monotone Bewegungen der linken Hand zeitlich und leistungsmässig uneingeschränkt arbeitsfähig sei. Diese festgestellte Arbeitsfähigkeit für ange
passte Tätigkeiten gelte seit 2003, zumal aus somatischer Sicht eine unverän
derte Situation vorliege.
5.3
Was die psychischen Beschwerden betrifft, ist seit den Beurteilungen im Jahr 2003 (vgl. vorstehend E. 3.2, E. 3.3) eine we
sentliche Besserung eingetreten. Die Ärzte der Rehaklinik C._ (vgl. vorste
hend E. 3.3) diagnostizierten eine Angststörung mit Symptomen einer post
traumatischen Belastungsstörung sowie durchgemachter depressiver Episode (ICD-10 F43.1). SUVA-Kreisarzt Dr. B._ nannte die selbe Diagnose und führte aus (vgl. vorstehend E. 3.2), dass der Be
schwerdeführer aus psychiatrischer Sicht momentan als nicht wiedereingliede
rungsfähig zu erachten sei, wobei die psy
chischen Probleme grundsätzlich als besserungsfähig einzustufen seien.
Im Z._-Gutachten von 2012 (Urk. 11/199) wurde lediglich noch eine unspezifi
sche Angstreaktion ohne Nachweis einer psychiatrischen Morbidität gemäss ICD-10 als Diagnose ohne Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit festgestellt. Dass beim Beschwerdeführer keine psychopathologischen leistungsbeeinträchtigen
den Befunde mehr hätten erhoben werden können und demnach eine Verbes
serung eingetreten sei, begründeten die
Z._
-Gutachter damit, dass sich die un
fall
beding
te psychosoziale Belastung nun nicht
mehr auswirke. Die soziale Situ
a
tion des Beschwerdeführers habe sich stabilisiert. Er wohne nun zusammen mit seinem Bruder und seiner Schwägerin und betätige sich regelmässig sportlich. Der Alltag sei soweit ausgeglichen. Nebst den unspezifischen Angstreaktionen seien ansonsten keine störungsspezifischen psychischen Symptome erfragbar. Der psychische Befund sei bis auf eine leicht erhöhte vegetative Anspannung während der Untersuchungssituation unauffällig. Aus psychiatrisch-objektiver Sicht bestünden keine psychopathologischen Funktionseinschränkungen mehr, womit im Vergleich zur diagnostischen Einordnung der Rehaklinik C._ eine veränderte Situation vorliege (S. 12 f.). Der Beschwerdeführer befinde sich zu
dem nicht in psychiatrischer Behandlung. Dies lasse den Schluss zu, dass die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht nicht mehr relevant eingeschränkt sei (S. 24 Mitte).
5.4
Das hiesige Gericht hat mit Urteil vom 5. August 2014 im Verfahren IV.2013.00493 (Urk. 11/215) betreffend das Revisionsverfahren der Invaliden
versicherung, welches mit Urteil des Bundesgerichts 8C_677/2014 vom 29. Oktober 2014 (Urk. 11/213) bestätigt wurde, die medizinischen Akten bereits einlässlich gewürdigt und aufgezeigt, dass das Z._-Gutachten vom 24. Mai 2012 (vorstehend E. 4.2) auf den für die strittigen Belange umfassenden Unter
suchungen beruht und die vom Beschwerdeführer geklagten Be
schwerden in angemessener Weise berücksichtigt, es sodann in Kenntnis der und in Ausei
nandersetzung mit den Vorakten erstattet wurde und der konkreten medizi
ni
schen Situation Rechnung trägt.
Die Gutachter machten demnach darauf aufmerksam, dass die festgestellte Ar
beitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit in somati
scher Hinsicht seit 2003 bestehe und in psychischer Hinsicht eine seit April 2012 bestehende, veränderte Situation vorliege (S. 24 Mitte). Sie zeigten sodann auf, dass sich für das Vor
liegen von Symptomen einer posttraumatischen Be
lastungsstörung und einer durchgemachten depressiven Episode keine Anhalts
punkte mehr ergäben und sich die unfallbedingte psychosoziale Belastung nicht mehr auswirke (S. 24 Mitte).
Das hiesige Gericht kam zum Schluss, dass das Gutachten in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge einleuchtet und die vor
genommenen Schluss
folgerungen zu Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit ausführlich begründet werden. Die Gutachter zeigten in nachvollziehbarer Weise auf, dass beim Be
schwerdeführer aufgrund der erhobe
nen, objektiven somatischen Befunde und der fehlenden klinisch relevan
ten, leistungsbeeinträchtigenden psychischen Störung keine Einschränkung der Ar
beitsfähigkeit für angepasste Tätigkeiten mehr vorliege.
Nach dem Gesagten, insbesondere mit Blick auf das Urteil des Bundesgerichts 8C_677/2014 vom 29. Oktober 2014 (Urk. 11/213), welches letztinstanzlich so
wohl die beweisrechtliche Validität des Z._-Gutachtens als auch die erfüllten Revisionsvoraussetzungen bestätigt hat, kann auch im vorliegenden Verfahren für die Entscheidfindung auf das Z._-Gutachten abgestellt wer
den. Zumal es sich vorliegend um eine rückwirkende Rentenreduktion per Juni 2013 handelt, vermag auch der Einwand des Beschwerdeführers, es würde auf mehr als vier Jahre alte medizinischen Abklärungen abgestellt, nicht zu einem anderen Er
gebnis beitragen.
5.5
Soweit der Beschwerdeführer geltend macht (Urk. 1 S. 6), die Revisions
vorausset
zungen würden durch die Beschwerdegegnerin nicht rechts
genügend nachgewiesen, verkennt er, dass gemäss Art. 34 Abs. 1 der Verord
nung über die Unfallversicherung (UVV) auch eine Revision der Rente oder Komple
men
tär
rente der Unfallversicherung erfolgt, wenn eine IV-Rente als Folge der Revision geändert wird. Da die seit 1. April 2002 ausgerichtete ganze IV-Rente (vgl. Urk. 11/115, Urk. 11/117) infolge Revision mit Verfügung vom 24. April 2013 (Urk. 11/197) eingestellt wurde, ist vorliegend ein Revisions
grund klar gegeben. Wie
tere Ausführungen hierzu erübrigen sich.
5.6
Aus den Berichten der behandelnden Psychotherapeutin Frau A._ (vgl. vor
stehend E. 4.2-4.4, E. 4.8) lässt sich sodann entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers nichts ableiten, was das Z._-Gutachten umzustossen ver
möchte. So nahm die Psychotherapeutin im psychopathologischen Befund eine Vermischung der objektiv erhobe
nen Symptome mit den subjektiven Angaben des Beschwerdeführers vor, weshalb ihre Diagnose einer depressiven Episode nicht nach
vollzogen werden kann. Sie führte in ihren Beurteilungen in erster Linie die vom Beschwerdeführer
angegebenen Beschwerden auf, und er
wähnte zwar
die erhobenen Befunde, gab jedoch keine nachvoll
ziehbar begrün
dete und durch diese Befunde untermauerte medizinisch-theo
re
tische Beurtei
lung der Ar
beitsfähigkeit ab. Vielmehr umschrieb sie in sämtlichen Berichten die schwieri
gen psychosozialen Belastungssituationen des Beschwerdeführers und machte darauf aufmerksam, dass die Therapie für den Beschwerdeführer unabdingbar sei, weil sie für ihn die einzige Möglichkeit darstelle, seine Probleme zu bespre
chen und zu verarbeiten. Die Ausführungen der Psychotherapeutin
beruhen
nach dem Gesagten
im Wesentlichen auf den subjektiven Angaben des Be
schwerdeführers und
beziehen sich
vor allem
auf
psychosoziale Komponenten, welche jedoch für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
nicht massgebend sind.
Aus ihrer Beurteilung geht somit nicht klar her
vor, wie und in welchem Aus
mass die beschriebenen Befunde die Arbeitsfähig
keit ein
schrän
ken sollen. Als
dann ist bei Berichten von behandelnden Ärzten der Erfahrungs
tat
sache Rech
nung zu tragen, dass diese mitunter im Hin
blick auf ihre auf
tragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifel eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3a/cc S. 353 mit weiteren Hinwei
sen).
Zwar kann die einen län
ge
ren Zeitraum ab
deckende und umfassende Betreuung durch be
han
delnde Ärzte
oft wertvolle Erkenntnisse hervorbringen. Jedoch lässt es die
unterschied
liche Natur von Behandlungsauftrag des thera
peutisch tätigen (Fach-)
Arztes ei
ner
seits und Begutachtungsauftrag des bestell
ten fachmedizinischen Experten an
de
rer
seits nicht zu, eine medizinische Administrativ- oder Gerichtsexpertise stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behan
delnden Ärzte zu anderslau
tenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten blei
ben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung auf
drängt, da die be
han
delnden Ärzte wichtige - und nicht rein subjektiver ärztli
cher Interpre
tation entspringende - Aspekte benen
nen, welche im Rahmen der Begutachtung
uner
kannt oder ungewürdigt geblie
ben sind (Urteil des Bundes
gerichts 8C_278/2011
vom 26.
Juli 2011 E. 5.3; SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43, I 514/06 E. 2.2.1).
Dies ist vorliegend nicht der Fall.
5.7
Auch die verschiedenen Sprechstunden-Berichte der Universitätsklinik D._ (vgl. vorstehend E. 4.5-4.6, E. 4.9) bezüglich der OSG-Arthrose sowie der OSME sowie der Bericht von Dr. E._ (vgl. E. 4.7) vermögen die höchstrichterlich
bestätigte Verbesserung des Gesundheitszustandes in psychischer Hinsicht und die gestützt darauf ergangene Rentenrevision nicht in Frage zu stellen. Es wur
den sämtliche geltend gemachten körperlichen Einschränkungen bereits im von den
Z._
-Gutachtern ausformulierten Zumutbarkeitsprofil berücksichtigt. Entge
gen den Ausführungen des Beschwerdeführers ist von einer 100%igen Arbeits
fä
higkeit in angepassten Tätigkeiten auszugehen. Entsprechend den Ausführun
gen der Beschwerdegegnerin bleibt anzumerken, dass eine allfällige Ver
schlech
terung des somatischen
Gesundheitszustandes mit Auswirkungen auf das Zumut
bar
keitsprofil sodann
gegebenenfalls im Rahmen eines erneuten Revisi
onsver
fahrens geprüft werden könnte
.
Es wurden demnach keine neuen objektiven Erkenntnisse vorgebracht, wel
che die ausführlich begründete Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Ar
beitsfähigkeit im Z._-Gutachten von 2012 umstossen könnten.
5.8
Zusammenfassend ist aufgrund des polydisziplinären Z._-Gutachtens mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit insbesondere in psychiatrischer Hinsicht eine Verbesserung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers ausgewiesen.
So bestehen im Vergleich zur Rentenzusprache im Jahr 2004 keine psychiatrischen Diagnosen mit Auswirkung auf die Ar
beits
fähigkeit mehr. So konnte ein unauffälliger psychischer Befundstatus fest
ge
stellt werden und der erhobene klinische orthopädische Befund steht einer an
gepassten Tätigkeit gemäss beschriebenem Zumutbarkeitsprofil nicht entge
gen.
Somit ist gestützt auf das Z._-Gutachten von Mai 2012 davon auszu
gehen, dass eine
Verbesserung des Gesundheitszustandes ausgewiesen und der Beschwer
de
führer nunmehr in einer leichten wechselbelastenden Tätigkeit zu 100 % ar
beits
fähig ist
.
5.9
Die Invaliditätsbemessung im engeren Sinn wurde vom Beschwerdeführer nicht in Frage gestellt. Es bestehen weder Anhaltspunkte, die auf eine Fehlerhaftigkeit der Invaliditätsbemessung schliessen lassen würden, noch gibt sie aufgrund der Akten (Urk. 11/228) zu Beanstandungen Anlass, so dass sich weitere Aus
führun
gen erübrigen.
5.10
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin zu Recht eine revisionsrelevante Sachverhaltsänderung angenommen und beim neu be
stimm
ten Invaliditätsgrad von 27 % eine Rentenherabsetzung verfügt hat.
Der angefochtene Einspracheentscheid vom 14. Juli 2016 (Urk. 2) erweist sich deshalb als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
6.1
Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist der unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt Christoph Frey, Zürich aus der Gerichtskasse zu entschädigen.
6.2
Nach § 34 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert. Gemäss § 8 in Verbindung mit § 7 Abs. 1 der seit 1. Juli 2011 in Kraft stehenden Verordnung über die Ge
bühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht (GebV SVGer) wird - auch im Rahmen der unentgeltlichen Rechtsvertretung - namentlich für unnötigen Aufwand kein Ersatz gewährt.
6.3
Der von Rechtsanwalt Christoph Frey mit Eingabe vom 20. Juni 2017 geltend gemachte Aufwand von 14.05 Stunden (Urk. 22) ist der Bedeutung der Streitsa
che und der Schwierigkeit des Prozesses nicht mehr angemessen, insbesondere aufgrund der Tatsache, dass er den Beschwerdeführer schon im invalidenversi
cherungsrechtlichen Verfahren ver
trat und ihm die Akten somit bekannt waren. Sodann entspricht die Beschwerde
schrift in weiten Teilen der Einsprache vom 8. Juli 2015 (Urk. 11/241). Zudem macht Rechtsanwalt Frey einen Honoraran
satz von Fr. 350.-- geltend, was nicht dem gerichtsüblichen Ansatz von Fr. 220.-- entspricht.
Angesichts der zu studierenden gut 300 Aktenstücke der Beschwerdegegnerin, der elfseitigen Rechtsschrift und den Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung erscheint ein Gesamt
auf
wand von 6 Stunden als angemessen. Mit Blick auf die in ähnlichen Fällen zu
gesprochenen Beträge ist die Entschädigung von Rechtsanwalt Christoph Frey bei Anwendung des gerichtsüblichen Stundenansatzes von Fr. 220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) somit auf Fr. 1‘900.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwert
steuer) festzusetzen.
6.4
Der Beschwerdeführer ist auf § 16 Abs. 4 GSVGer hinzuweisen, wonach er zur Nachzahlung der Auslagen für die Vertretung verpflichtet werden kann, sofern er dazu in der Lage ist.