Decision ID: 1dca9e54-4e27-428a-b6d4-c651c2cd260b
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
R._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Kurt Gemperli, advokatur am brühl,
Scheffelstrasse 2, 9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a R._ meldete sich am 12. März 2004 zum Bezug von IV-Leistungen an. Er gab an,
über keine Berufsausbildung zu verfügen. Seit 1998 arbeite er bei der A._ als Kurier/
Briefspedition/Sachbearbeiter. Davor habe er diverse Tätigkeiten ausgeübt. In den
Jahren 1983 und 2004 habe er sich einer Hornhautverpflanzung unterziehen müssen.
Er sei auf eine Brille angewiesen (act. G 10.1.1). Im Arztbericht vom 22./24. März 2004
gab Dr. med. B._, Augenarzt FMH, an, der Versicherte sei am 12. Februar 2004
operiert worden (perforierende Keratoplastik [Rekeratoplastik nach Keratoplastik
1983]). Seit 11. Februar 2004 sei er in der angestammten Tätigkeit zu 100%
arbeitsunfähig. Ob eine bleibende Einschränkung (auch für adaptierte Tätigkeiten)
bestehe, könne erst nach Abschluss der Behandlung beurteilt werden (act. G 10.1.10).
Die Augenklinik am Kantonsspital St. Gallen (nachfolgend: Augenklinik) attestierte dem
Versicherten am 10. August 2004 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (halbe Arbeitszeit). Eine
abschliessende Beurteilung sei noch nicht möglich (act. G 10.1.13).
A.b Im Fragebogen vom 30. Juni 2005 gab die Arbeitgeberin an, seit Eintritt des
Gesundheitsschadens arbeite der Versicherte 4.2 Stunden pro Tag, vorher habe er
täglich 8.4 Stunden gearbeitet (act. G 10.1.53).
A.c Im Bericht vom 5. Juli 2005 machte die Augenklinik folgende Angaben über die
Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit: 100% vom 11. Februar bis 7. Mai
2004, 50% vom 10. Mai bis 2. November 2004, 100% vom 3. bis 12. November 2004
sowie 50% seit 12. November 2004 bis auf weiteres. Der Versicherte arbeite in der
A._ in der Postverteilung und Postverlesung. Aufgrund des stark reduzierten Visus
auf der operierten Seite und einem auch eingeschränkten Visus auf der linken Seite
gestalte sich die Verlesung wegen der eingeschränkten Lesefähigkeit schwer. Ob dem
Versicherten diese Tätigkeit noch zumutbar sei, hänge davon ab, inwieweit der Visus
durch eine allfällige Kontaktlinsenanpassung oder durch refraktive Massnahmen
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verbessert werden könne. Im Zusammenhang mit der Frage nach möglichen
Eingliederungsmassnahmen am bisherigen Arbeitsplatz führte die Augenklinik weiter
aus, zum Aufgabenbereich des Versicherten gehöre auch die Kuriertätigkeit, bei der die
Visusanforderungen geringer seien. Mit dem aktuellen Visus könne er diese Tätigkeit
gut verrichten. Nach Möglichkeit müsste der Versicherte am Arbeitsplatz von der
bisherigen Verlese- in die Kuriertätigkeit umgeteilt werden. Dort wäre allenfalls eine
100%-Tätigkeit möglich. Für Tätigkeiten, bei denen kein Stereosehen erforderlich sei
und die auch mit eingeschränktem Visus verrichtet werden könnten, bestehe eine
100%ige Arbeitsfähigkeit (act. G 10.1.55).
A.d Im Schlussbericht vom 13./15. Dezember 2005 hielt die Eingliederungsberaterin
fest, der Versicherte werde seit 28. November 2005 in vollem Pensum und mit 100%
Leistungsfähigkeit adaptiert bei der bisherigen Arbeitgeberin weiterbeschäftigt.
Weggefallen seien sämtliche Tätigkeiten mit dem Anspruch beidäugigen Sehens. Der
Versicherte sei rentenausschliessend eingegliedert (act. G 10.1.60).
A.e Da der Gesundheitszustand des Versicherten bislang nicht als stabil bezeichnet
worden war, holte die IV-Stelle am 21. Dezember 2005 einen Verlaufsbericht bei der
Augenklinik ein. Diese gab am 24/26. Januar 2006 an, der Gesundheitszustand des
Versicherten sei stationär. Die Hornhautverkrümmung sei stabilisiert. Für adaptierte
Tätigkeiten, beispielsweise als Kurier oder Frankierer, wie dies zur Zeit der Fall sei,
bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Der Versicherte könne ganztags arbeiten, mit
Vermeiden von längerer Naharbeit. Ab Woche fünf erhalte er eine Brillenkorrektur. Nach
einer Gewöhnungsphase sollte sich sein Zustand auf die Situation vor der Operation
einpendeln. Ab März 2006 werde der Versicherte wieder von Dr. B._ behandelt (act.
G 10.1.62).
A.f Mit Vorbescheid vom 6. September 2006 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Ablehnung seines Rentengesuchs in Aussicht (act. G 10.1.70). Hiergegen erhob dieser,
vertreten durch Rechtsanwalt Kurt Gemperli, am 9. Oktober 2006 Einwand und
beantragte weitere Abklärungen in medizinischer Hinsicht und am Arbeitsplatz. Er sei
psychisch verstimmt und leide unter Rückenbeschwerden. Seit 13. September 2006
bestehe bei ganztägiger Präsenz nur noch die Fähigkeit zu leichter Arbeit
(entsprechend einer Arbeitsfähigkeit von 50%). Eine solche leichte Arbeit gebe es an
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seiner Arbeitsstelle jedoch nicht. Momentan lasse ihn seine Arbeitgeberin vorerst
einmal zu 50% präsent sein (act. G 10.1.74). In der Folge nahm die IV-Stelle weitere
Abklärungen vor.
B.
B.a Im Arztbericht vom 23. Oktober 2006 gab Dr. med. C._, FMH Allgemeine
Medizin, unter Beilage eines Berichts von Dr. med. D._, Rheumatologie FMH, vom 3.
März 2005, an, der Versicherte sei seit 13. September 2006 bis auf weiteres zu 50%
arbeitsunfähig. Ergänzend fügte er an, der Versicherte habe nach eigenen Angaben bis
anhin lediglich zu 50% gearbeitet, so dass die effektive Arbeitsleistung nur noch 25%
betrage. Grundsätzlich wären diesem andere Tätigkeiten zumutbar, wobei die genaue
Leistungsfähigkeit nicht beurteilbar sei (act. G 10.1.75). Dr. med. E._, Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, hielt in seinem Bericht vom 14. Dezember 2006 fest, der
Versicherte befinde sich seit vielen Monaten in einer depressiven Stimmung. Eine
medikamentöse Therapie mit AD (wohl: Antidepressiva) könne nur lindernd helfen. Für
ihn (Dr. E._) sei es daher fraglich, ob die psychische Verfassung überhaupt einen
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe. Die Einschränkung sei wohl gesamthaft auf die
körperlichen Leiden (in erster Linie Augenleiden, seit mehreren Monaten auch Rücken-
und Fussschmerzen) zurückzuführen (act. G 10.1.79).
B.b In der Folge erteilte die IV-Stelle einen Abklärungsauftrag an die
Eingliederungsberaterin (act. G 10.1.92). Diese teilte mit Schlussbericht vom 28.
Februar/3. März 2007 mit, am 13. Februar 2007 sei ein Gespräch am Arbeitsplatz
erfolgt. Seitens der Arbeitgeberin sei kommuniziert worden, vom Versicherten werde
erwartet, dass er seine Tätigkeit nach Ablauf der 50%igen Krankschreibung (1. April
2007) in vollem Umfang und mit Erbringen der Frühschicht wieder aufnehme. Der
Versicherte sei darüber informiert worden, dass eine Weiterbeschäftigung in Teilzeit
keine Möglichkeit darstelle. Sollte es ihm nicht mehr möglich sein, ein volles Pensum in
der bereits adaptierten Tätigkeit zu erbringen, müsse er mit einer Kündigung nach
Ablauf der krankheitsbedingten Sperrfrist rechnen. Der Versicherte habe sich im
Gespräch mit den von der Arbeitgeberin geforderten Bedingungen anfangs
einverstanden erklärt, habe dann aber im Anschluss an das Gespräch in Anwesenheit
aller Beteiligten Drohungen ausgestossen, welche zu einer sofortigen Freistellung mit
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Verlust der Arbeitsstelle geführt hätten (act. G 10.1.99). Die Kündigung erfolgte am 16.
April 2007 per 31. Juli 2007 (act. G 10.1.102).
B.c In seiner Stellungnahme vom 8. März 2007 hielt der Regionale Ärztliche Dienst der
Invalidenversicherung (RAD) eine MEDAS-Begutachtung für angezeigt (act. G
10.1.100). Diese erfolgte am 3. und 5. Dezember 2007 durch die MEDAS Ostschweiz
(nachfolgend: MEDAS). Im Gutachten vom 29. Januar 2008 wurden folgende
Diagnosen mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit gestellt: 1. eine
funktionelle Einäugigkeit rechts bei Status nach Hornhautverpflanzung 1983 und 2004
wegen eines Keratokonus; 2. ein chronisches Cervical- und Lumbalsyndrom bei
mässigen degenerativen Veränderungen sowie 3. eine psychogene Überlagerung
multipler körperlicher Beschwerden bei einer zugrundeliegenden
Persönlichkeitsstruktur mit narzisstischen und hypochondrischen Zügen. Für leichte bis
mittelschwere Tätigkeiten ohne besondere Stressbelastung oder gute binokulare
Sehfähigkeit schätzten die Gutachter die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit des
Versicherten auf 30% (act. G 10.1.115).
B.d Am 31. März 2008 erteilte die IV-Stelle erneut einen Abklärungsauftrag an die
Eingliederungsberatung (act. G 10.1.117). In der Zwischenzeit hatte sich der
Versicherte auch bei der Arbeitslosenversicherung angemeldet. In diesem
Zusammenhang hatte er vom 24. September bis 16. November 2007 ein Praktikum im
Restaurant F._ absolviert (Mitarbeiter in der Küche und im Restaurant; act. G
10.1.121). Am 8. Juli 2008 teilte der Vertreter des Versicherten der IV-Stelle mit, dieser
habe das Restaurant (geöffnet Freitag bis Sonntag) zusammen mit seiner Ehefrau
übernommen. Die Ehefrau, die zusätzlich noch halbtags arbeite, habe dies ihrem Mann
zuliebe gemacht. Sie sei aber überfordert, u.a. weil der Versicherte nur leichte Arbeiten
ausführen könne. Ausserdem sei der Umsatz bescheiden. Es könne daher leider nicht
von einer geglückten Eingliederung gesprochen werden (act. G 10.1.122). Im
Schlussbericht der Eingliederungsberatung vom 26. September/27. Oktober 2008
wurde festgehalten, obwohl das Restaurant finanziell kaum rentiere, wolle es der
Versicherte vorläufig weiterführen. Er könne sich die Arbeit einteilen und Pausen
einschalten. Beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum habe er sich abgemeldet, da
er nicht mehr auf Stellensuche sei. In Übereinstimmung mit dem Versicherten würden
die Eingliederungsbemühungen eingestellt und das Dossier zur Rentenprüfung
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weitergeleitet (act. G 10.1.125). Mit Mitteilung vom 12. Dezember 2008 schloss die IV-
Stelle die Arbeitsvermittlung ab (act. G 10.1.130).
B.e Mit Vorbescheid vom 12. Dezember 2008 stellte die IV-Stelle dem Versicherten
erneut in Aussicht, dass er keinen Anspruch auf eine Invalidenrente habe (act. G
10.1.132). Hiergegen erhob der Vertreter des Versicherten am 22. Januar 2009
Einwand und beantragte, diesem seien die gesetzlichen Leistungen, namentlich
Eingliederungsmassnahmen und eine Invalidenrente, zu gewähren. Mittlerweile sei klar,
dass der Versuch mit dem Restaurant F._ zum Scheitern verurteilt sei. Es sei dem
Versicherten nicht gelungen, den Betrieb zusammen mit seiner Ehefrau und
angestellten Aushilfen wirtschaftlich zu betreiben. Am 9. Dezember 2008 sei das
Pachtverhältnis deshalb (per Ende Juni 2009) gekündigt worden. Seien die
Verpflichtungen im Restaurant einmal weggefallen, sei der Versicherte willens und
bereit, von Anfang an in einer passenden Tätigkeit 50% Leistung zu erbringen, mit bis
zu ganztägiger Präsenz. Hierfür benötige er die Hilfe der Invalidenversicherung, und
zwar nicht nur blosse Arbeitsvermittlung. In medizinischer Hinsicht drängten sich
weitere Abklärungen auf (act. G 10.1.135).
B.f Mit Verfügung vom 28. Januar 2009 entschied die IV-Stelle gemäss Vorbescheid
und lehnte einen Rentenanspruch des Versicherten ausgehend von einem
Invaliditätsgrad von 30% ab (act. G 10.1.136). Gleichentags erteilte sie einen (erneuten)
Auftrag an die Eingliederungsberatung (act. G 10.1.138).
C.
C.a Mit Eingabe vom 2. März 2009 erhebt der Vertreter des Versicherten Beschwerde
und beantragt, die Verfügung vom 28. Januar 2009 sei aufzuheben, und es seien dem
Beschwerdeführer die gesetzlichen Massnahmen, namentlich
Eingliederungsmassnahmen sowie eine Invalidenrente, zuzusprechen. Zur Begründung
bringt er im Wesentlichen vor, das MEDAS-Gutachten erfasse die multiplen
Beschwerden des Beschwerdeführers nicht zutreffend bzw. nicht vollständig. Die
rechtlichen Voraussetzungen für einen Abschluss des Verfahrens vor durchgeführter
Eingliederung lägen nicht vor. Der Beschwerdeführer habe bewiesen, dass er
eingliederungswillig sei. Auch stehe fest, dass angesichts des medizinischen
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Sachverhalts nicht davon habe ausgegangen werden dürfen, dass er sein
verbleibendes Leistungsvermögen sogleich in zumutbarer und rentenausschliessender
Weise erwerblich verwerten könne (act. G 1). Der Beschwerde beigelegt ist ein
Arztbericht von Dr. med. G._, FMH Physikalische Medizin, vom 6. Februar 2009, in
dem dieser dem Beschwerdeführer aus rheumatologischer Sicht eine 70%ige
Arbeitsfähigkeit attestiert (act. G 1.2)
C.b Am 16. März 2009 reicht der Vertreter des Versicherten einen Bericht von Dr. med.
H._, Ophthalmologie FMH und F.E.B.O., vom 10. März 2009 (act. G 4.1) ein. Danach
habe sich seit dem Kenntnisstand gemäss MEDAS-Gutachten eine Verschlechterung
der Sehfähigkeit ergeben, und es seien zusätzliche Einschränkungen bei der
Arbeitsfähigkeit zu beachten (act. G 4). Am 7. Mai 2009 reicht der Vertreter des
Beschwerdeführers ein (nicht direkt mit dem vorliegenden Verfahren
zusammenhängendes) Schreiben von sich selbst an Dr. C._ (act. G 6.2) sowie
dessen Antwortschreiben an ihn vom 1. Mai 2009 (act. G 6.1) ein und macht geltend,
im September 2008 habe eine Exazerbation der vorher schon festgestellten, aber nicht
invalidisierend gewesenen Hüftbeschwerden festgestellt werden müssen, was im
vorliegenden Verfahren zu berücksichtigen sei (act. G 6).
C.c Mit Beschwerdeantwort vom 8. Juni 2009 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führt sie im Wesentlichen aus, dem
Antrag auf berufliche Massnahmen sei entsprochen worden. Strittig bleibe demnach
der Rentenanspruch des Beschwerdeführers. Für die Würdigung der im
Beschwerdeverfahren eingereichten medizinischen Berichte verweist sie auf die
Stellungnahme des RAD vom 3. Juni 2009 (act. G 10.2). Das MEDAS-Gutachten erfülle
die Anforderungen der Rechtsprechung. Demgegenüber vermöchten die im
Beschwerdeverfahren eingereichten Berichte nicht zu überzeugen (act. G 10).
C.d Mit Replik vom 10. Dezember 2009 beantragt der Vertreter des
Beschwerdeführers, diesem sei eine Dreiviertelsrente zuzusprechen. Eventuell sei die
Sache zwecks Vornahme weiterer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Zur Begründung bringt er im Wesentlichen vor, es sei zutreffend, dass
dem Beschwerdeantrag auf Eingliederungsmassnahmen entsprochen und das
Begehren demnach anerkannt worden sei. Die Eingliederungsmassnahmen seien
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allerdings noch nicht abgeschlossen. Aufgrund des Berichts von Dr. G._ vom 6.
Februar 2009 (act. G 1.2) stehe fest, dass nicht nur eine psychiatrisch begründete
Arbeitsfähigkeit von 30% bestehe, sondern unabhängig davon schon eine
rheumatologisch begründete von ebenfalls 30%. Bezüglich der Hüftbeschwerden
bestehe eine klare Diskrepanz zwischen dem MEDAS-Gutachten und den späteren
medizinischen Erhebungen. Dr. C._ weise im Übrigen darauf hin, dass beim
Beschwerdeführer zusätzlich (von der MEDAS nicht berücksichtigt) ein Schlafapnoe-
Syndrom mässigen Grads bestehe, welches die Arbeitsfähigkeit naturgemäss aufgrund
von Konzentrationsstörungen und chronischer Müdigkeit deutlich beeinträchtigen
dürfte. Ausserdem sehe der Beschwerdeführer immer schlechter. In der Zwischenzeit
habe eine Eingliederungsmassnahme beim Ostschweizer Blindenfürsorgeverein (OBV)
stattgefunden. Gemäss Rechtsprechung seien entsprechende Erkenntnisse aus
beruflichen Massnahmen in die Entscheidfindung über eine Rentenzusprache
einfliessen zu lassen; sie hätten neben den medizinischen Berichten durchaus Gewicht.
Auch aus dieser Sicht gehe es nicht an, dass die Verwaltung ein Verfahren im
Rentenpunkt abschliesse, obwohl berufliche Massnahmen erforderlich seien.
Schliesslich bemängelt der Vertreter des Beschwerdeführers den in der angefochtenen
Verfügung angestellten Einkommensvergleich (act. G 21).
C.e Mit Duplik vom 5. Januar 2010 hält die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag fest
und verzichtet auf weitere Ausführungen (act. G 23).
C.f Am 8. Januar 2010 reicht der Vertreter des Beschwerdeführers zwei neue
Arztberichte ein (act. G 24 bis 24.2).

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung über
die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz,
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dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids respektive im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den
materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467 E.
1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung erging am 28.
Januar 2009, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der
revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 begonnen hat. Daher
und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über welche
noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den allgemeinen
intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals
geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der 5. IV-
Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des
Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1).
2.
Gegenstand der angefochtenen Verfügung und damit auch Gegenstand des
vorliegenden Verfahrens ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers.
Diesbezüglich gilt es vorliegend zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin den
Rentenanspruch des Beschwerdeführers zu Recht abgelehnt hat bzw. ob sie im
betreffenden Zeitpunkt überhaupt befugt war, über den Rentenanspruch zu verfügen.
Nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet demgegenüber der Anspruch
des Beschwerdeführers auf berufliche Massnahmen, hat die Beschwerdegegnerin
diesbezüglich doch ein separates Verfahren eröffnet.
3.
3.1 Die Prüfung eines Rentenanspruchs kann gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG grundsätzlich
erst dann vorgenommen werden, wenn allfällige Eingliederungsmassnahmen
durchgeführt worden sind. Nach dem Grundsatz "Eingliederung vor Rente" kann der
Invaliditätsgrad erst ermittelt werden, wenn Eingliederungsmassnahmen zumindest
geprüft wurden. Die Arbeitsvermittlung fällt nicht unter den Grundsatz "Eingliederung
vor Rente" (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; ab 1. Januar
2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 7. Juni 2000, E. 5); sie hat
keinen Einfluss auf einen allfälligen Rentenanspruch. Das Invalideneinkommen kann
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durch eine Arbeitsvermittlung nicht erhöht werden, da dieses unter dem Gesichtspunkt
der Zumutbarkeit bestimmt wird.
3.2 Der Grundsatz "Eingliederung vor Rente" ist in jedem Fall dann zu beachten, wenn
man von einer versicherten Person erwarten kann, dass sie sich
Eingliederungsmassnahmen unterzieht, nach deren Durchführung sie vermutlich ein
Einkommen erzielen könnte, das einen Rentenanspruch ausschliessen würde (ZAK
1970, S. 416). Solange also noch die Möglichkeit der beruflichen Eingliederung besteht,
ist es der Beschwerdegegnerin nicht gestattet, über einen Rentenanspruch zu
befinden. Wenn allerdings von vornherein klar ist, dass kein Rentenanspruch besteht,
kann vor der Prüfung der Eingliederungsmassnahmen eine rentenabweisende
Verfügung erlassen werden, da eine berufliche Massnahme in diesem Fall keinen
rentenbegründenden Effekt haben kann. Eine frühe Klärung der Rentenfrage kann
allenfalls sogar förderlich für eine Eingliederung sein, da sich die versicherte Person voll
darauf konzentrieren kann.
3.3 Nachfolgend ist zu prüfen, ob vorliegend ein Rentenanspruch von vornherein, ohne
genauere Berechnungen, verneint werden kann. Falls dies nicht der Fall ist, hat die
Beschwerdegegnerin den Grundsatz "Eingliederung vor Rente" verletzt.
4.
4.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 ATSG). Erwerbsunfähigkeit
ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Nach Art. 28
Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60%
invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf
eine halbe Rente und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
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4.2 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4).
5.
In medizinischer Hinsicht stützt sich die angefochtene Verfügung auf das MEDAS-
Gutachten vom 29. Januar 2008 (act. G 10.1.115). Darin haben die Ärzte dem
Beschwerdeführer aus psychiatrischen Gründen eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit
attestiert. Dieser hält das Gutachten nicht für beweistauglich und macht eine höhere
Arbeitsunfähigkeit geltend. Wie es sich damit verhält, braucht in diesem Verfahren nicht
abschliessend geklärt zu werden. Allerdings erscheinen die vom Beschwerdeführer
gegen das MEDAS-Gutachten vorgebrachten Rügen auf den ersten Blick als nicht
stichhaltig. Für die Beurteilung der Frage, ob die Beschwerdegegnerin den Grundsatz
"Eingliederung vor Rente" verletzt hat, braucht vorliegend jedoch einzig geprüft zu
werden, ob ein Rentenanspruch des Beschwerdeführers von vornherein, also ohne
genaue Berechnung des Invaliditätsgrads, verneint werden kann oder nicht. Diese
Frage kann aufgrund der vorliegenden Akten beantwortet werden, wie nachfolgend
dargelegt wird.
6.
6.1 Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird
gemäss Art. 16 ATSG durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das
Einkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in
Beziehung gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte,
wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
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6.2 Bei der Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte
Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde. Die
Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen. Es ist in der Regel vom
letzten Lohn, welchen die versicherte Person vor Eintritt der Gesundheitsschädigung
erzielt hat, auszugehen (Urteil des EVG vom 16. Mai 2001, I 42/01, mit Hinweisen).
Diese Praxis wird mit der empirischen Feststellung begründet, dass die bisherige
Tätigkeit im Gesundheitsfall in der Regel weitergeführt worden wäre (Urteil des EVG
vom 29. August 2002, I 97/00). Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist
primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte
Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen
gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des
Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue
Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung
Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 76 f. E. 3b/aa und
bb, mit Hinweisen).
6.3 Nach der Rechtsprechung können die statistischen Löhne um bis zu 25% gekürzt
werden, um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass versicherte Personen mit einer
gesundheitlichen Beeinträchtigung in der Regel das durchschnittliche Lohnniveau nicht
erreichen (RKUV 1999 Nr. U242 S. 412 E. 4b/bb) bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem
allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg zu
verwerten in der Lage sind. Dabei handelt es sich um einen allgemeinen
behinderungsbedingten Abzug (BGE 126 V 78 E. 5a/bb). Nach der Rechtsprechung
hängt die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von
sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen – auch von invaliditätsfremden
Faktoren – des konkreten Einzelfalls ab (namentlich leidensbedingte Einschränkung,
Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad (BGE 129
V 481 E. 4.2.3, mit Hinweisen).
7.
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7.1 Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin gestützt auf das MEDAS-Gutachten,
wonach der Beschwerdeführer zu 30% arbeitsunfähig ist, einen Invaliditätsgrad von
30% ermittelt. Faktisch hat sie einen Prozentvergleich vorgenommen, indem sie als
Valideneinkommen vom Einkommen des Beschwerdeführers als Postverteiler bei der
A._ ausgegangen ist und den entsprechenden Betrag für die Bemessung des
Invalideneinkommens offenbar auf ein 70%-Pensum umgerechnet hat (vgl. act. G
10.1.128-2).
7.2 Dieser Einkommensvergleich erscheint fragwürdig. Abgesehen davon, dass der
Beschwerdeführer im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung nicht mehr bei der A._
beschäftigt war, sondern bereits das Pachtverhältnis betreffend das nicht rentierende
Restaurant F._ gekündigt hatte, fällt auf, dass das von der Beschwerdegegnerin für
das Jahr 2008 ermittelte Valideneinkommen von Fr. 63'028.-- unter dem vom
Beschwerdeführer im Jahr 2003 als Gesunder erzielten Verdienst von Fr. 64'304.-- liegt
(vgl. act. G 10.1.119). Im "Fragebogen für den Arbeitgeber" hatte die A._ am 22. Juli
2004 angegeben, der Beschwerdeführer würde im Gesundheitsfall ein Einkommen von
Fr. 64'197.-- verdienen (act. G 10.1.11). Aus den Akten ergeben sich keine
Anhaltspunkte dafür, dass diese Angaben unzutreffend sind.
Das Invalideneinkommen des Beschwerdeführers wäre im Zeitpunkt der
angefochtenen Verfügung gestützt auf Tabellenlöhne zu ermitteln gewesen, da dieser
damals nicht in einem stabilen Arbeitsverhältnis stand. Im Jahr 2004 betrug der
Tabellenlohn für männliche Hilfsarbeiter unter Berücksichtigung der damals üblichen
Wochenarbeitszeit von 41.6 Stunden umgerechnet auf ein 70%-Pensum Fr. 40'081.--.
Dieser Betrag liegt deutlich unter dem von der Beschwerdegegnerin ermittelten
Invalideneinkommen von Fr. 44'120.--. Zudem wäre die Vornahme eines Leidenszugs
vom Invalideneinkommen zu prüfen gewesen.
Ausgehend von den korrigierten Vergleichseinkommen (Valideneinkommen Fr.
64'197.-, Invalideneinkommen Fr. 40'081.--) hätte bereits bei einem Leidensabzug von
5% ein rentenbegründender Invaliditätsgrad resultiert. Ein Leidensabzug in
(mindestens) diesem Umfang wäre vorliegend allein schon aufgrund des Umstands,
dass der Beschwerdeführer nur noch einer Teilzeittätigkeit nachgehen konnte,
vorzunehmen gewesen. Aufgrund der Einschränkungen des Beschwerdeführers, die
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nicht alle in die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung Eingange gefunden haben (vgl. act. G
10.1.115-10), hätte sich noch ein zusätzlicher Abzug aufgedrängt, wobei die Höhe
dieses Abzugs vorliegend nicht beurteilt werden muss.
7.3 Nach dem Gesagten steht fest, dass die angefochtene Verfügung den Grundsatz
"Eingliederung vor Rente" verletzt. Die Beschwerdegegnerin hat zu früh, d.h. vor
Abschluss der beruflichen Massnahmen, über den Rentenanspruch des
Beschwerdeführers befunden. Die angefochtene Verfügung ist daher aufzuheben. Die
Beschwerdegegnerin wird zuerst das (bereits eingeleitete) Verfahren betreffend die
berufliche Eingliederung zu Ende führen müssen. Diesbezüglich stellt sich auch die
Frage nach der sozialpraktischen Verwertbarkeit des verbliebenen Leistungsvermögens
des Beschwerdeführers, nachdem dieser durch seine krankheitsbedingten "Ausraster"
das Verbleiben an einer Arbeitsstelle wiederholt verunmöglicht hat. In medizinischer
Hinsicht wird sie den Verlauf der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers abzuklären
haben, macht dieser doch eine Verschlechterung seines Gesundheitszustands geltend.
Es erscheint daher sinnvoll, bei der MEDAS ein Verlaufsgutachten einzuholen, wobei
sich die Ärztinnen und Ärzte auch mit den Ergebnissen der beruflichen Abklärung
auseinandersetzen werden müssen. Im Anschluss daran wird die Beschwerdegegnerin
unter Einbezug und Würdigung der Ergebnisse der beruflichen und der medizinischen
Abklärungen erneut über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers zu befinden
haben.
8.
8.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen,
und die angefochtene Verfügung vom 28. Januar 2009 ist aufzuheben. Die Sache ist zu
weiteren Abklärungen und neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen.
8.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von insgesamt Fr. 600.--
erscheint vorliegend als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt
praxisgemäss als volles Obsiegen (BGE 132 V 235 E. 6.2). Die Beschwerdegegnerin hat
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deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Dementsprechend ist
der vom Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.--
zurückzuerstatten.
8.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer Anspruch auf Ersatz
der Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen
werden (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Vertreter des
Beschwerdeführers hat am 10. Dezember 2009 eine Kostennote über Fr. 4'259.15 (inkl.
Barauslagen und Mehrwertsteuer; act. G 21.2) eingereicht. Eine Entschädigung in
dieser Höhe erscheint der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht