Decision ID: 7d827699-68e2-4bd4-9d59-0309edeb72ea
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
S._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch das Sozialamt D._,
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse des Kantons St.
Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Ergänzungsleistung zur AHV
Sachverhalt:
A.
A.a Der 1944 geborene S._ meldete sich am 11. Februar /26. März 2008 zum Bezug
von Ergänzungsleistungen zur AHV-Altersrente an. Weder er noch seine 1952 geborene
Ehefrau würden ein Erwerbseinkommen erzielen. Im gleichen Haushalt lebe noch eine
1988 geborene Tochter. - Am 22. Mai 2008 sprach ihm die Sozialversicherungsanstalt
des Kantons St. Gallen ab Juni 2008 eine Altersrente zu.
A.b Am 2. September 2008 teilte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen
dem EL-Ansprecher mit, bei der Berechnung der Ergänzungsleistungen seien die
Einkommens- und Vermögensverhältnisse beider Eheleute zu berücksichtigen. Die
nicht rentenberechtigte Ehegattin habe nach der Rechtsprechung ihren Anteil zur
Existenzsicherung der ehelichen Gemeinschaft beizutragen. Sie (die Verwaltung) habe
zu prüfen, ob und in welchem Umfang von ihr eine Erwerbstätigkeit erwartet werden
könne. - Die Ehefrau bestätigte in dem zugestellten Fragebogen vom 17. September
2008, sie besitze keine berufliche Ausbildung und sei noch nie erwerbstätig gewesen.
Sie sei Hausfrau. Sie übe keine Erwerbstätigkeit aus und habe sich nicht um eine Stelle
beworben, weil sie krank sei. - Auf Ersuchen liess der EL-Ansprecher einen Bericht von
Dr. med. A._ vom 11. November 2008 einreichen, wonach bei seiner Ehefrau ein
Panvertebralsyndrom, Spannungskopfschmerzen, ein Verdacht auf Fibromyalgie,
Adipositas permagna, arterielle Hypertonie und ein metabolisches Syndrom vorlägen.
Die Arbeitsfähigkeit sei schon seit Jahren sicherlich eingeschränkt. Wie stark, lasse
sich wegen der subjektiven Komponente schwer abschätzen. Für schwere Arbeiten
fehle sicherlich die körperliche Belastbarkeit, leidensangepasste Tätigkeiten seien
möglicherweise zumutbar. Es sei eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit
zu empfehlen.
A.c Mit Verfügung vom 18. Dezember 2008 sprach die Sozialversicherungsanstalt dem
Ansprecher ab 1. Juni 2008 eine (ordentliche) Ergänzungsleistung von monatlich
Fr. 2'193.-- zu. Bei deren Berechnung berücksichtigte sie ein hypothetisches
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Erwerbseinkommen der Ehefrau von Fr. 29'114.-- brutto (davon anrechenbar
Fr. 17'234.--). Am 23. Dezember 2008 setzte sie den Anspruch ab Januar 2009 auf
Fr. 2'289.-- herauf, ohne am hypothetischen Einkommen etwas zu ändern.
A.d Am 7. Januar 2008 (recte: 2009) erhob der EL-Bezüger Einsprache gegen die
Verfügungen vom 18. und vom 23. Dezember 2008 und ersuchte darum, das
hypothetische Einkommen für seine Ehefrau aus der Berechnung zu streichen. Sie
habe seit vielen Jahren rheumatische Beschwerden und eine Arbeitsaufnahme sei ihr
deswegen nicht möglich. Sie habe, wie aus der Beilage ersichtlich sei, soeben eine IV-
Anmeldung gemacht. In der Anmeldung vom 7. Januar 2009 zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung für berufliche Integration/Rente hat die Ehefrau
angegeben, sie habe während zwölf Jahren die Grundschule besucht und von 1978 bis
1980 im E._ den Beruf einer Lehrerin erlernt. Seit ihrer Einreise 1999 sei sie als
Hausfrau tätig.
A.e Mit Entscheid vom 9. April 2009 wies die Sozialversicherungsanstalt die Einsprache
ab. Dass die Ehefrau des EL-Bezügers eine Rente werde beziehen können, erscheine
wenig wahrscheinlich, da leidensangepasste Tätigkeiten zumutbar seien und viele IV-
und EL-fremde Faktoren bewirkten, dass sie nicht erwerbstätig sei. Während
Hilfsarbeiterinnen im Jahr 2006 gemäss den Tabellenlöhnen des Bundesamtes für
Statistik Fr. 50'278.-- hätten verdienen können, habe sie für die Ehefrau des EL-
Bezügers lediglich ein Einkommen von Fr. 29'114.-- (privilegiert) angerechnet. Selbst
wenn sie gewisse gesundheitliche Einschränkungen hätte, ein unterdurchschnittliches
Einkommen in Kauf nehmen müsste oder keinem ganzen Pensum nachgehen könnte,
sollte sie mindestens ein solches Einkommen erzielen können. Der Betrag erscheine
eher zu tief als zu hoch. Sollte der Ehefrau des EL-Bezügers wider Erwarten
rückwirkend eine Rente zugesprochen werden, wäre die Ergänzungsleistung ebenfalls
rückwirkend entsprechend neu zu berechnen.
B.
Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die von Rechtsanwältin F._,
Sozialamt D._, für den Betroffenen am 15. Mai 2009 erhobene Beschwerde. Die
Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers beantragt, der angefochtene Entscheid sei
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aufzuheben und die Ergänzungsleistungen seien ohne das hypothetische Einkommen
zu berechnen, und zwar auf Fr. 3'725.-- pro Monat; ausserdem sei dem
Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. Die Ehefrau des
Beschwerdeführers sei hier nie erwerbstätig gewesen, spreche kaum Deutsch und
habe keine Ausbildung. Auch ohne ärztliches Gutachten sei auf den ersten Blick
ersichtlich, dass es praktisch unmöglich sei, sie in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Das
Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) habe denn auch im beigelegten Schreiben
vom 4. Mai 2009 bestätigt, dass sie auf dem Arbeitsmarkt keine Chance habe, die
Konkurrenz zu gross sei und sie im Übrigen arbeitsunfähig geschrieben sei. Dr. A._
habe dem Sozialamt (in dem beigelegten Mail vom 11. Mai 2009) mitgeteilt, die Ehefrau
des Beschwerdeführers leide an einem Fibromyalgie-Syndrom, das dazu führe, dass
sie überall Schmerzen habe, ohne dass anatomische Veränderungen zu finden seien,
ausserdem an starkem Übergewicht, das ihre Beweglichkeit zusätzlich verschlechtere.
Aus körperlicher Sicht könnte sie zwar zu maximal 50 % einer leichten Tätigkeit
nachgehen, sollte aber nicht längere Zeit Gewichte über 3 bis 5 kg tragen. Längeres
Gehen zu Fuss sei ebenfalls nicht gut möglich. Arbeiten als Kassiererin, Lagerauffüllerin
oder Reinigungskraft kämen nicht in Frage. Als einzige mögliche Arbeit sehe Dr. A._
allenfalls Briefeöffnen im Sitzen oder ähnliches. Auch die psychische Situation
begünstige die Arbeitssuche nicht, da sie sich als gänzlich arbeitsunfähig erlebe. Für
die Ehefrau des Beschwerdeführers kämen somit aufgrund der körperlichen Situation
sämtliche Arbeiten für ungelernte Hilfskräfte nicht in Frage. Es sei nicht erfindlich, wo
sie in der gegenwärtigen wirtschaftlichen Situation eine Anstellung als "Briefeöffnerin"
oder ähnliches finden sollte, bei welcher sie mit 50 % ein Jahreseinkommen von fast
Fr. 30'000.-- erzielen könnte. Die Einschätzung der Beschwerdegegnerin gehe gänzlich
an der Realität vorbei. Viele besser als die Ehefrau des Beschwerdeführers
ausgebildete und körperlich und seelisch gesunde Frauen könnten keinen solchen
Lohn erreichen, selbst nicht in wirtschaftlich besseren Zeiten. Sie werde überhaupt
keine Arbeit finden, die ihr einen Lohn einbringen könnte. Alle anderen Behauptungen
seien weltfremd.
C.
Die Beschwerdegegnerin beantragt am 27. Mai 2009 die Abweisung der Beschwerde.
D.
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Die Beschwerdegegnerin hat am 13. Juli 2009 die angeforderten IV-Akten der Ehefrau
des Beschwerdeführers eingereicht. - Am 14. Juli 2009 wurde das EL-Verfahren wegen
des noch hängigen Rentengesuchs sistiert und der Beschwerdeführer auf die
Bedeutung von Arbeitsbemühungen hingewiesen.
E.
Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers hat am 28. Oktober 2009 mitgeteilt,
dessen Ehefrau habe sich in den vergangenen Wochen auf diverse ausgeschriebene
Hilfsstellen im Gastgewerbe beworben und bis anhin nur Absagen erhalten, wie die
Beilagen (fünf Bewerbungen und acht Absagen) zeigten. Die Absagen seien nicht
erstaunlich, mache es der gegenwärtige Arbeitsmarkt doch für eine Bewerberin im Alter
der Ehefrau des Beschwerdeführers sehr schwierig, eine Stelle zu finden. Dazu komme,
dass sie Ausländerin sei, Sprachschwierigkeiten habe, keine Arbeitszeugnisse
vorweisen könne und aufgrund der körperlichen Einschränkungen nicht belastbar sei.
Das angerechnete hypothetische Einkommen zu erzielen, sei absolut unmöglich. - Das
Versicherungsgericht hat die Eingabe zuständigkeitshalber an die Beschwerdegegnerin
weitergeleitet.
F.
Am 3. November 2009 hat die Beschwerdegegnerin bekannt gegeben, im IV-Verfahren
habe eine Haushaltabklärung stattgefunden. Der RAD-Arzt werde noch Stellung
nehmen.
G.
Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers hat am 22. April 2010 den
Abklärungsbericht Haushalt vom 20. November 2009 und ein Gutachten von Dr. med.
B._, FMH für Innere Medizin, speziell Rheumaerkrankungen, und Dr. med. C._,
FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 12. Februar 2010 eingereicht. Gemäss
dem Gutachten wäre die Ehefrau des Beschwerdeführers in leichter
wechselbelastender Tätigkeit (mit eingeschränktem Lastenheben, teils im Sitzen, im
Gehen und im Stehen zu verrichten, mit Gewährung vermehrter Kurzpausen und
allenfalls leicht verkürzter Arbeitszeit, einschliesslich der Berücksichtigung einer
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leichten Leistungsminderung) theoretisch zu 75 % arbeitsfähig. Sie habe sich aber
ausschliesslich der Kindererziehung und dem Haushalt gewidmet. Die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle habe nun den Vorbescheid zur IV-Verfügung
eröffnet, wonach sie das Leistungsgesuch abweisen werde. Die Ehefrau des
Beschwerdeführers werde als Hausfrau betrachtet und ihre Einschränkung in dieser
Tätigkeit mit 20 % angegeben. Sie habe keinen Einwand erhoben und werde auch
gegen die IV-Verfügung keine Beschwerde einreichen, womit die Sistierung des EL-
Verfahrens aufgehoben werden könne. Es sei denn auch richtig, dass die Ehefrau des
Beschwerdeführers Hausfrau sei. Als solche sei es ihr nicht möglich, ein
Erwerbseinkommen zu erzielen, und sie verzichte nicht auf Einkommen. Ob eine
Erwerbstätigkeit zumutbar sei, sei konkret unter Berücksichtigung familienrechtlicher
Grundsätze zu prüfen. Zu berücksichtigen seien das Angebot an offenen und
geeigneten Stellen für Personen mit den persönlichen und beruflichen
Voraussetzungen der Ehefrau des EL-Ansprechers und die Zahl der Arbeit suchenden
Personen. Im Allgemeinen sei nach einer langen Abwesenheit vom Berufsleben in
einem gewissen Alter die volle Integration in den Arbeitsmarkt nicht mehr zumutbar.
Das treffe auf die Ehefrau des Beschwerdeführers zu.
H.
Die Beschwerdegegnerin legt am 10. Mai 2010 dar, medizinisch gesehen sei erstellt,
dass die Ehefrau des Beschwerdeführers eine Arbeitsleistung von 75 % der Norm
erbringen könne. Dass eine Erwerbstätigkeit aus anderen als medizinischen Gründen
nicht möglich sei, habe sie nicht nachweisen können. Die nachträglichen
Stellenbewerbungen seien qualitativ höchst ungenügend gewesen. Im Standardbrief
habe der potentielle Arbeitgeber nur erfahren, was die Bewerberin ihrer Meinung nach
nicht könne. Referenzen oder einen Lebenslauf habe sie offenbar nicht beigelegt. Die
Bewerbungen seien vorliegend nicht massgebend, zeigten aber, dass ein echter
Arbeitswille gefehlt habe und fehle. Das Risiko der Arbeitslosigkeit habe aber die
Arbeitslosenversicherung zu tragen. Massgebend sei im Übrigen die Situation auf dem
Arbeitsmarkt vom Mai 2008, welche wesentlich besser gewesen sei als die
gegenwärtige.

Erwägungen:
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1.
Im Streit liegt der Entscheid, mit welchem die Einsprache des Beschwerdeführers
gegen die Festsetzung des EL-Anspruchs ab Juni 2008 (samt der Anpassung ab
Januar 2009) unter Berücksichtigung eines hypothetischen Erwerbseinkommens
abgewiesen wurde.
2.
2.1 Die jährliche Ergänzungsleistung entspricht dem Betrag, um den die anerkannten
Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 ELG). Die
anerkannten Ausgaben sowie die anrechenbaren Einnahmen von Ehegatten werden
zusammengerechnet (Art. 9 Abs. 2 ELG). Als Einnahmen werden nach Art. 11 Abs. 1
ELG unter anderem zwei Drittel der Erwerbseinkünfte in Geld oder Naturalien, soweit
sie bei Ehepaaren 1500 Franken übersteigen (lit. a), und Einkünfte und
Vermögenswerte, auf die verzichtet worden ist (lit. g), angerechnet.
2.2 Nach Art. 25 Abs. 1 ELV ist die jährliche Ergänzungsleistung bei Eintritt einer
voraussichtlich längere Zeit dauernden Verminderung oder Erhöhung der vom ELG
anerkannten Ausgaben und anrechenbaren Einnahmen sowie des Vermögens zu
erhöhen, herabzusetzen oder aufzuheben (vgl. lit. c).
3.
3.1 Eine Verzichtshandlung liegt unter anderem vor, wenn die versicherte Person aus
von ihr zu verantwortenden Gründen von der Ausübung einer möglichen und
zumutbaren Erwerbstätigkeit absieht (Entscheid des Bundesgerichts i/S B. vom
6. Februar 2008, 8C_172/07; BGE 121 V 205 E. 4a; AHI 2001 S. 133 E. 1b). Unter dem
Titel des Verzichtseinkommens ist gemäss der Rechtsprechung auch ein
hypothetisches Einkommen der in seine EL-Berechnung einbezogenen Ehefrau eines
EL-Bezügers anzurechnen, sofern diese auf eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder auf
deren zumutbare Ausdehnung verzichtet, obwohl sie nach Art. 163 ZGB zum Ausüben
einer Erwerbstätigkeit verpflichtet ist (Entscheid des Bundesgerichts i/S T. vom
14. April 2008, 8C_589/07; BGE 117 V 287).
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3.2 Nach der höchstrichterlichen Praxis ist im Einzelfall zu prüfen, ob vom Ehegatten
eines Leistungsbezügers die Ausübung einer Erwerbstätigkeit verlangt werden kann
und es ist gegebenenfalls der Lohn festzusetzen, den dieser bei gutem Willen erzielen
könnte (ZAK 1992 S. 328 E. 3c). Dementsprechend sind das Alter, der
Gesundheitszustand, die Sprachkenntnisse, die Ausbildung, die bisherige Tätigkeit, die
konkrete Arbeitsmarktlage sowie gegebenenfalls die Dauer der Abwesenheit vom
Berufsleben zu berücksichtigen (Bundesgerichtsentscheid i/ B. vom 6. Februar 2008,
8C_172/07 E. 4.2; vgl. AHI 2001 S. 133 E. 1b).
4.
4.1 Der Beschwerdeführer bringt zunächst vor, seine Ehefrau suche keine Anstellung,
weil sie krank sei. Zu ihrem Gesundheitszustand liegt ein medizinisches Gutachten vor.
Danach ist in einer leidensangepassten Tätigkeit von einer Arbeitsfähigkeit von 75 %
auszugehen. Die bidisziplinäre Abklärung erscheint umfassend und ihr Ergebnis
überzeugend begründet, so dass darauf, was die gesundheitlichen
Rahmenbedingungen für eine zumutbare Arbeitsfähigkeit betrifft, abgestellt werden
kann.
4.2 Des Weiteren stellt sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt, die IV habe
seine Ehefrau zu Recht als Hausfrau betrachtet, weshalb sie kein Erwerbseinkommen
erzielen könne. Für die Wahl der Bemessungsmethode in der Invalidenversicherung ist
nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts massgebend, was eine versicherte
Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche
Beeinträchtigung bestünde, und nicht, was ihr zumutbar wäre. Abgestellt wird danach -
einzig - auf die hypothetischen Erwerbsverhältnisse im Gesundheitsfall, ohne die
Zumutbarkeit als zusätzliches Kriterium zu betrachten (Bundesgerichtsentscheid i/S Y.
vom 25. November 2008, 9C_650/2008), obwohl diese auszublenden im Licht von Art.
8 Abs. 3 ATSG und Art. 5 Abs. 1 IVG problematisch erscheint (vgl. Franz Schlauri, Das
Rechnen mit der Arbeitsunfähigkeit in Beruf und Haushalt in der gemischten Methode
der Invaliditätsbemessung in: Schaffhauser/Schlauri, Schmerz und Arbeitsunfähigkeit,
St. Gallen 2003, S. 343 f.). Für die Belange der Ergänzungsleistungen hingegen muss
von der nicht invaliden, im gemeinsamen ehelichen Haushalt lebenden Ehegattin mit
Blick auf die eheliche Unterhaltspflicht wie vom EL-Bezüger selber, bei welchem sich
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das von den Ergänzungsleistungen abgedeckte Risiko bereits verwirklicht hat, ohne
weiteres verlangt werden, dass sie sämtliche Möglichkeiten, Einkünfte zu erwerben,
über die sie verfügt, auch tatsächlich realisiert (8C_589/07).
4.3 Um die EL-Bedürftigkeit nach Möglichkeit zu vermindern, ist von der Ehefrau des
Beschwerdeführers, die keine Betreuungspflichten mehr hat und den Haushalt dem
(damals vorzeitig die AHV-Rente beziehenden) Beschwerdeführer überlassen kann,
grundsätzlich die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit zu erwarten. Hieran ändert ihr Alter
nichts. Sie war zum Zeitpunkt des Erlasses des Einspracheentscheids 56 Jahre alt. Das
Bundesgericht hat in mehreren zum neuen Scheidungsrecht ergangenen Urteilen die
Aufnahme bzw. den Ausbau einer Erwerbstätigkeit auch in fortgeschrittenerem Alter als
zumutbar erachtet (Bundesgerichtsentscheid i/S S. vom 9. Februar 2010,
9C_539/2009, unter Hinweis auf BGE 127 III 136, 140, und Urteil 5P.418/2001 vom 7.
März 2002 E. 5c).
5.
5.1 Der Beschwerdeführer lässt ferner einwenden, der Arbeitsmarkt lasse eine
Integration seiner Frau bei den gegebenen Voraussetzungen nicht mehr zu. Zu klären
ist diesbezüglich, ob ihre Arbeitskraft auf dem aktuellen und realen Arbeitsmarkt
verwertbar ist. Massgebend ist jener Ausschnitt aus dem Arbeitsmarkt, der für die
betreffende Person aufgrund ihrer Ausbildung, aufgrund ihrer Fähigkeiten und unter
Berücksichtigung allfälliger quantitativer und/oder qualitativer Einschränkungen der
Arbeitsfähigkeit in Betracht kommt (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons
St. Gallen i/S B. vom 20. März 2007, EL 2006/42).
5.2 Die Ehefrau des Beschwerdeführers besitzt keine hiesige Ausbildung. In ihrer
Heimat war sie nach der Aktenlage als Lehrerin tätig gewesen. Nach Angaben der
Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers spricht sie kaum Deutsch. Anlässlich der IV-
Abklärung wurde festgestellt, dass sie verhältnismässig gut Deutsch verstehe. Im
medizinischen Gutachten wurden keine Verständigungsschwierigkeiten erwähnt. In
Frage kommen für sie aber jedenfalls Hilfsarbeiten. Für solche sind grundsätzlich weder
(gute) Kenntnisse der deutschen Sprache noch eine Schul- oder andere Ausbildung
erforderlich (vgl. 9C_539/09). Für die Verwertbarkeit der Arbeitskraft einer
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Hilfsarbeiterin besteht ausserdem grundsätzlich eine natürliche Vermutung, selbst
wenn es sich um eine Ausländerin ohne Ausbildung, ohne Arbeitserfahrung und ohne
Deutschkenntnisse handelt. Diese natürliche Vermutung der Verwertbarkeit der
Arbeitskraft kann nur dadurch widerlegt werden, dass sich die betreffende
arbeitsfähige Person in einem zumutbaren Ausmass um Arbeit bewirbt und noch keine
Stelle gefunden hat. Relevant ist dabei nicht nur die Zahl, sondern auch die Qualität der
Bewerbungen. Die Erfolglosigkeit der Arbeitsbemühungen liefert den Beweis dafür,
dass eine nicht selbst verschuldete Arbeitslosigkeit vorliegt, dass also nicht auf die
Erzielung eines Erwerbseinkommens verzichtet wird (vgl. Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S B. vom 20. März 2007, EL 2006/42).
5.3 Obwohl der Beschwerdeführer offenbar vor der EL-Anmeldung arbeitslos und die
Familie schon seit 2003 sozialhilfebedürftig war, hat die Ehefrau keine Anstrengungen
unternommen, eine Anstellung zu finden. Der Einräumung einer Übergangsfrist nach
der EL-Anmeldung bedurfte sie unter diesen Umständen nicht mehr. Es kann nicht
angehen, Arbeitsbemühungen von vornherein für aussichtslos zu halten und zu
unterlassen. Die nachträglich getätigten Stellenbewerbungen erscheinen im Übrigen
mehrheitlich als ungeeignet. Denn Betätigungen als Küchengehilfin oder Pflegehelferin
beinhalten üblicherweise auch körperlich schwerere Tätigkeiten, welche für die Ehefrau
des Beschwerdeführers gesundheitlich gesehen nicht geeignet sind. Zu ernsthaften
Arbeitsbemühungen gehört es auch, ein Verhalten zu vermeiden, das eine Absage
geradezu provoziert.
5.4 In einer Bescheinigung vom 4. Mai 2009 hat das RAV angegeben, die Ehefrau des
Beschwerdeführers sei vom 6. April bis 4. Mai 2009 als stellensuchend eingetragen
gewesen. Sie könne ihre Arbeitsfähigkeit aufgrund der gegenwärtigen
Arbeitsmarktsituation in der Wohnregion nicht verwerten. Sie habe auf dem
Arbeitsmarkt keine Chance. Die Konkurrenz sei zu gross (Alter, Ausbildung, Erfahrung,
Sprachkenntnisse). Ein Zwang zu Arbeitsbemühungen sei nicht gegeben, da sie
arbeitsunfähig geschrieben sei. Diese Auskunft der Arbeitslosenversicherungsbehörde
belegt indessen nicht, dass die Ehefrau des Beschwerdeführers im EL-rechtlichen
Sinne nicht auf Erwerbseinkommen verzichtet. Dass das RAV sie als
vermittlungsunfähig erachtete, ist nicht ausschlaggebend (Entscheide des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S S. vom 17. August 2005, P 40/04, und i/S
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K. vom 5. März 2004, P 55/03). Wie erwähnt sind ihre alters- und ausbildungsmässigen
und sprachlichen Voraussetzungen nicht so geartet, dass sie das Finden einer Stelle
von vornherein ausschliessen müssten, zumal die Ehefrau des Beschwerdeführers zur
Vermeidung der EL-Bedürftigkeit alle Arten von Arbeitsbedingungen (etwa Teilzeit-,
Schicht-, Aushilfs- oder Heimarbeit) akzeptieren müsste, soweit sie nur zumutbar sind.
5.5 Bei der Ehefrau des Beschwerdeführers fällt hauptsächlich ins Gewicht, dass sie in
der Schweiz noch nie erwerbstätig war und gesundheitlich bedingt nur reduziert
arbeiten kann. Es muss angenommen werden, dass nach einer langen Abwesenheit
vom Berufsleben in einem gewissen Alter die volle Integration in den Arbeitsmarkt nicht
mehr zumutbar ist (Bundesgerichtsentscheid i/S S. vom 9. Februar 2010,
9C_539/2009). Angesichts aller erwähnten Umstände, die bei ihr zusammenkommen
und die ihr das Finden einer Anstellung erschweren, kann denn zumutbarer Weise auch
lediglich von einer Teilerwerbstätigkeit mit Berücksichtigung erheblicher lohnmässiger
Benachteiligung ausgegangen werden.
6.
6.1 Was unter diesen Umständen die Höhe des anzurechnenden Jahreseinkommens
betrifft, spricht vorliegend nichts gegen Durchschnittswerte als Ausgangspunkt, so
dass auf die Tabellenlöhne gegriffen werden kann (Entscheide des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts i/S S. vom 27. Februar 2004, P 64/03, E. 3.3.2 am Ende, und i/S
S. vom 17. August 2005, P 40/04, sowie P 6/04). Massgebend ist wie erwähnt der
Arbeitsmarkt im fraglichen Zeitraum in der Region des Wohnortes der betreffenden
Person (vgl. AHI 2001 S. 136 E. 2d; P 6/04). Damit ist zunächst von den
Durchschnittseinkommen in der Grossregion Ostschweiz auszugehen. Im statistischen
Mittel (Zentralwert; vgl. AHI 1999 S. 50) konnten Frauen im Jahr 2008 dort mit
einfachen und repetitiven Tätigkeiten im privaten Sektor Fr. 47'700.-- (12x Fr. 3'975.--)
erzielen (vgl. Tabelle T13 der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung LSE 2008 des
Bundesamtes für Statistik). Bei einer betriebsüblichen durchschnittlichen Arbeitszeit im
Jahr 2008 von 41.6 Stunden (statt 40 Stunden) pro Woche, ergibt sich ein Betrag von
Fr. 49'608.--. Wird der Ehefrau des Beschwerdeführers eine Arbeitstätigkeit im
medizinisch zumutbaren Ausmass von 75 % zugemutet, so macht das
Durchschnittseinkommen Fr. 37'206.-- aus.
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6.2 Das Alter wirkt sich bei Hilfsarbeitertätigkeiten nicht lohnsenkend aus (8C_172/07;
I 130/06 vom 9. Mai 2007, E. 11). Ferner sind die mangelnden Deutschkenntnisse und
die leidensbedingten Einschränkungen zu berücksichtigen, denen die Ehefrau des
Beschwerdeführers unterworfen ist, die lediglich noch leichte, wechselbelastende
Tätigkeiten unter den ärztlich umschriebenen Bedingungen ausüben kann. Insgesamt
rechtfertigt es sich, einen Abzug von einem Drittel vorzunehmen, wie die
Beschwerdegegnerin vorgesehen hatte (EL-act. 17), womit sich ein Jahreseinkommen
von Fr. 24'803.-- ergibt. Es kann davon ausgegangen werden, dass dieses Einkommen
dem konkreten beruflich-erwerblichen Leistungsvermögen der Ehefrau des
Beschwerdeführers bei ausreichenden Anstrengungen, eine Anstellung zu finden, im
vorliegend massgeblichen Zeitraum entspricht. Die Beschwerdegegnerin wird die EL
mit in diesem Sinne leicht reduziertem hypothetischem Einkommen neu zu berechnen
haben. - Welche Arbeitsbemühungen qualitativ und quantitativ nach den individuellen
Verhältnissen von seiner Frau erwartet werden, wird die Beschwerdegegnerin dem
Beschwerdeführer bekannt zu geben haben. Allenfalls bedarf sie dabei auch der
Unterstützung. Sinnvoll erschiene eine diesbezügliche Zusammenarbeit mit dem RAV.
7.
7.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
angefochtenen Einspracheentscheids vom 9. April 2009 teilweise zu schützen und die
Sache ist zur Neuberechnung des Ergänzungsleistungsanspruchs des
Beschwerdeführers ab 1. Juni 2008 im Sinne der Erwägungen und zu entsprechender
neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
7.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
7.3 Hingegen hat der Beschwerdeführer bei diesem Ausgang des Verfahrens Anspruch
auf Ersatz der Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach
der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen
werden (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Bedeutung
der Streitsache und dem Aufwand erscheint eine pauschale Parteientschädigung von
Fr. 2'500.-- (einschliesslich Barauslagen) angemessen.
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7.4 Der Beschwerdeführer wird durch das Sozialamt, handelnd durch eine
Rechtsanwältin, vertreten. In BGE 126 V 11 (AHI 2000 S. 288) wurde angenommen, bei
einer Vertretung durch eine öffentliche Fürsorgeeinrichtung entstünden dem
obsiegenden Sozialhilfeempfänger keine Kosten für die Vertretung seiner Interessen,
denn eine allfällige Rechtsvertretung sei ihm unentgeltlich nach der Gesetzgebung über
die öffentliche Fürsorge zu finanzieren, auch wenn Anwälte mit der Rechtsvertretung
beauftragt würden. Diese Annahme ist indessen sachlich nicht gerechtfertigt. Bereits
im BGE 117 IA 296 E. 3 hat das Bundesgericht festgestellt, dass der obsiegenden
Partei ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bewilligt worden sei, befreie die Gegenpartei
nicht von der Leistung einer Prozessentschädigung. Ebenso wenig wirke der Umstand
entlastend, dass eine Person ihr Kostenrisiko durch eine Rechtsschutzversicherung
abdecken lasse oder ihr dieses durch eine Haftpflichtversicherung, eine Gewerkschaft,
eine andere Vereinigung oder eine Drittperson abgenommen werde. In BGE 122 V 278
lehnte es das Eidgenössische Versicherungsgericht ab, dass die unterliegende
Gegenpartei davon sollte profitieren können, dass ihr Prozessgegner zufälligerweise
von einem nicht als entschädigungsberechtigt geltenden Vertreter (in casu: procap)
vertreten war. Wer einen Prozess verliere, habe grundsätzlich nach Massgabe seines
Unterliegens die Gegenpartei zu entschädigen, und zwar unabhängig davon, ob dieser
aufgrund externer Vereinbarungen mit Dritten an sich keine eigenen Kosten erwachsen
wären. Diese Lösung entspricht auch den Grundsätzen der "Vorteilsanrechnungslehre"
des Haftpflichtrechts, wonach unentgeltliche Zuwendungen Dritter nicht anzurechnen
sind, wenn der Geschädigte und nicht der Haftpflichtige begünstigt werden soll (BGE
122 V 278). Diese Ordnung muss gelten, gleichgültig, ob es eine öffentliche Sozialhilfe
oder eine private Einrichtung (die Pro Infirmis, eine Gewerkschaft, das Patronato INCA,
die Caritas, eine Arbeitsgemeinschaft, eine Rechtsschutzversicherung usw.) ist, welche
dafür verantwortlich ist, dass keine Auslagen für die Vertretung entstehen.
Vertretungsaufwand stellt eben eine Ausgaben- (bzw. Schadens-)position dar, auch
wenn ein Dritter sie unterstützungs- oder fürsorgerechtlich oder aus sonstigen Gründen
übernimmt. Aus der Sicht der Sozialhilfe (oder auch der ihr vergleichbaren
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung auf Staatskosten) sind geschuldete
Parteientschädigungen Einnahmenpositionen des Bedürftigen, auf welche dieser nicht
verzichten darf. Dabei ist kein Unterschied danach zu machen, ob die Sozialhilfe eigene
oder fremde Anwälte einsetzt. Es darf nicht argumentiert werden, dem
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Sozialhilfeempfänger entstehe bei Obsiegen kein Schadenersatzanspruch für
Vertretungsaufwand (so zum Ganzen die Entscheide des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen i/S A. vom 24. Juni 2009, IV 2008/53, i/S S. vom 11. Dezember
2007, IV 2006/147, und i/S K. vom 23. Mai 2008, IV 2008/11). Der Versicherte
seinerseits ist aufgrund des auch für die sogenannte betreuende Sozialhilfe geltenden
Subsidiaritätsprinzips (vgl. Art. 7 des st. gallischen Sozialhilfegesetzes, sGS 381.1)
verpflichtet, eine Parteientschädigung zu beanspruchen und diese dann dem Sozialamt
zur Deckung des Vertretungsaufwandes zu überlassen (vgl. Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S B. vom 11. März 2008, EL 2007/37).
7.5 Nach Art. 98 VRP wird die ausseramtliche Entschädigung den am Verfahren
Beteiligten nach Obsiegen und Unterliegen auferlegt. Der Beschwerdeführer hat zwar
lediglich in einem geringfügigen Rahmen obsiegt, drang aber mit dem Antrag auf
Aufhebung des angefochtenen Entscheids durch. Es rechtfertigt sich daher, ihm eine
Parteientschädigung von ermessensweise einem Drittel, somit von Fr. 833.35, zulasten
der Beschwerdegegnerin zuzusprechen.
7.6 Der Beschwerdeführer hat aber ferner ein Gesuch um unentgeltliche
Rechtsverbeiständung stellen lassen. Aufgrund der eingereichten Unterlagen
rechtfertigt sich die Annahme, die Voraussetzungen seien erfüllt, so dass die
Rechtsverbeiständung rückwirkend für das gesamte Verfahren zu bewilligen ist.
Rechtsanwältin F._, Sozialamt, wird zum Beistand bestimmt. Zufolge Gewährung der
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung hat demnach der Staat die Rechtsvertreterin
des Beschwerdeführers zu entschädigen, wobei das Honorar um einen Fünftel
herabgesetzt wird (vgl. Art. 31 Abs. 3 des st. gallischen Anwaltsgesetzes; sGS 963.70).
Der Staat hat somit eine Entschädigung von Fr. 1'333.30 (80 % von Fr. 1'666.65) zu
bezahlen. Wenn seine wirtschaftlichen Verhältnisse es gestatten, kann der
Beschwerdeführer allerdings zur Nachzahlung der Auslagen für die Vertretung und der
vom Staat entschädigten Parteikosten verpflichtet werden (Art. 288 Abs. 1 ZPO/SG
i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP/SG).