Decision ID: 6692dfc3-db66-5a9f-bea7-3abbd2d09d7f
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich im August 2015 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Er gab an, dass er eine Berufslehre zum
Strassenbauer mit einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis absolviert und später den
eidgenössischen Fachausweis als Personalberater erlangt habe. Die frühere
Arbeitgeberin des Versicherten berichtete im Februar 2016 (IV-act. 25), sie habe diesen
vom 27. März 2013 bis zum 30. September 2014 als Qualitätskontrolleur beschäftigt.
Das Arbeitsverhältnis sei von der Arbeitgeberin aufgelöst worden, weil die
Arbeitsleistung des Versicherten nicht den gestellten Anforderungen entsprochen habe.
Das Jahreslohn habe sich auf 63'700 Franken belaufen. Eine andere Arbeitgeberin
hatte bereits im November 2015 angegeben (IV-act. 14), dass der Versicherte in der
Zeit vom 8. September 2012 bis zum 30. September 2013 als Taxichauffeur für sie tätig
gewesen sei. Dieser Tätigkeit sei er ab März 2013 nur noch teilweise nachgegangen.
Ab Oktober 2013 sei er nicht mehr zur Arbeit erschienen. Er sei auch telefonisch nicht
mehr erreichbar gewesen. Der im Jahr 2013 ausbezahlte Lohn habe sich auf 16'181.65
Franken belaufen. Der Handchirurg Dr. med. B._ teilte im Mai 2016 mit (IV-act. 28),
der Versicherte leide an einem chronifizierten Schmerzsyndrom, an beidseitigen
Schulterschmerzen (bei einer Arthrose des AC-Gelenks, einem subacromialen
Impingement und einer Bursitis subacromialis), an Schmerzen in den Händen und in
den Handgelenken bei aktivierten Arthrosen im Carpalbereich, an einer beidseitigen,
rechtsbetonten Rhizarthrose sowie an einer psychosozialen Konfliktsituation. Im
Vordergrund stünden die Schmerzen in den Händen bei objektivierten Arthrosen. Diese
verunmöglichten die Weiterführung der Tätigkeit als aktiv mitarbeitender Teamleiter in
einem Reinigungsunternehmen. Eine der Behinderung angepasste Tätigkeit wäre dem
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Versicherten uneingeschränkt zumutbar. Als mögliche und realisierbare Umschulung
wäre der Einsatz als Car- oder Bus-Chauffeur sinnvoll. Im Juni 2016 notierte Dr. med.
C._ vom IV-internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD), angesichts des chronischen
Schmerzsyndroms in den Händen und Schultergelenken sowie der bisher nicht näher
bekannten psychiatrischen Problematik müsse der Wunsch des Versicherten um eine
Umschulung zum Car- oder Bus-Chauffeur kritisch gesehen werden (IV-act. 30). Im
September 2016 wies Dr. B._ darauf hin, dass der Versicherte oft im Freiwilligen-
Dienst längere Strecken für Personentransporte fahre und dabei keine Probleme mit
den Armen und Händen bekunde (IV-act. 38). Die psychiatrische Klinik D._ hatte im
August 2014 über eine stationäre Behandlung im Zeitraum vom 7. Mai 2014 bis zum
26. Juni 2014 berichtet (IV-act. 52). Die Ärzte hatten festgehalten, dass der Versicherte
an Anpassungsstörungen in Form einer kurzen depressiven Reaktion, an Störungen
durch Kokain bei einem schädlichen Gebrauch sowie (verdachtsweise) an einer
kombinierten Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen und emotional instabilen
Anteilen leide. Er habe in den vergangenen Jahren ein viel zu hohes Arbeitspensum
bewältigt. Aufgrund der Dauerbelastung sei er in eine depressive Entwicklung
gerutscht. Etwa einmal pro Monat habe er mit Kollegen exzessiv Kokain konsumiert.
Ursprünglich habe er Strassenbauer gelernt. Er habe aber nur drei Jahre in diesem
Beruf gearbeitet. Danach sei er in einem Informatikbetrieb angelernt worden. Später sei
er als Bauleiter im Tiefbau und anschliessend als Service-Techniker tätig gewesen.
Nach einem Stellenverlust habe er eine Technikerschule besucht. Er habe sich als
arbeitslos melden müssen, sei dann aber selbst vom regionalen
Arbeitsvermittlungszentrum als Personalberater angestellt worden. Etwa ab dem Jahr
2008 sei er im Bereich Produktmanagement einer Bauabteilung tätig gewesen. An
jenem Arbeitsplatz sei er ausgegrenzt geworden. Zu Weihnachten 2008 habe er die
Kündigung erhalten. Seit April 2013 sei er als „Chef Unterhalt“ für eine
Reinigungsunternehmung tätig. Die Klinik E._ hatte im August 2014 über eine knapp
einmonatige stationäre Behandlung im Juli 2014 berichtet und angegeben (IV-act. 55),
der Versicherte leide an einer Anpassungsstörung (mit Angst und depressiver Reaktion
gemischt), an einer generalisierten Angststörung sowie an einer psychophysischen
Erschöpfung. Bis Ende September 2014 werde er noch vollständig arbeitsunfähig sein.
Sein psychischer Gesundheitszustand sei aber besserungsfähig. Im Dezember 2016
gab die Klinik E._ an (IV-act. 54), der psychische Zustand des Versicherten habe sich
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im Laufe der Jahre 2015 und 2016 deutlich gebessert. Die letzte Konsultation sei im
April 2016 erfolgt.
A.b Mit einer Mitteilung vom 16. März 2017 wies die IV-Stelle das Begehren des
Versicherten um berufliche Massnahmen ab (IV-act. 60). Zur Begründung führte sie an,
es liege keine gesundheitliche Beeinträchtigung vor, die zu anhaltenden
Funktionseinschränkungen führen und eine Arbeitsunfähigkeit begründen könnte.
Deshalb bestehe kein Anspruch auf berufliche Massnahmen. Betreffend sein
Rentenbegehren werde der Versicherte später eine separate Verfügung erhalten. Mit
einem Vorbescheid vom 29. März 2017 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass
sie die Abweisung seines Rentenbegehrens vorsehe (IV-act. 62). Zur Begründung
führte sie aus, der Versicherte sei zwar ab April 2014 nur noch reduziert arbeitsfähig
gewesen. Die Gesundheitsbeeinträchtigung sei aber nur vorübergehend gewesen; ab
April 2016 sei wieder von einer stabilen uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit
auszugehen. Am 10. April 2017 wandte der Versicherte ein, die Annahme einer
uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit sei tatsachenwidrig (IV-act. 64). Am selben Tag
beantragte er mit derselben Begründung den Erlass einer anfechtbaren Verfügung
betreffend seinen Anspruch auf berufliche Massnahmen (IV-act. 65). Mit einem
Vorbescheid vom 18. April 2017 teilte die IV-Stelle ihm mit, dass sie nach wie vor die
Abweisung des Begehrens um berufliche Massnahmen vorsehe (IV-act. 66). Dagegen
wandte der Versicherte am 11. Mai 2017 ein (IV-act. 67), aufgrund seiner heftigen
Schmerzen in den Fingern sei er nach wie vor vollständig arbeitsunfähig. Die Annahme
der IV-Stelle, er sei seit April 2016 wieder uneingeschränkt arbeitsfähig, decke sich
folglich nicht mit der Realität. Am 8. Juni 2017 notierte die RAD-Ärztin Dr. C._ (IV-act.
70), Dr. B._ habe telefonisch angegeben, dass sich nur noch die Handbeschwerden
auf die Arbeitsfähigkeit des Versicherten auswirkten. Für leidensadaptierte Tätigkeiten
sei eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit zu attestieren. Die Umschulung zum
Buschauffeur habe er ebenfalls als problematisch erachtet. Angesichts der
Schilderungen des Versicherten gehe er aber davon aus, dass diese machbar wäre. Mit
einer Verfügung vom 26. Juni 2017 wies die IV-Stelle das Begehren des Versicherten
um berufliche Massnahmen ab (IV-act. 72).
B.
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B.a Am 8. August 2017 liess der nun anwaltlich vertretene Versicherte (nachfolgend:
der Beschwerdeführer) eine Beschwerde gegen die Verfügung vom 26. Juni 2017
erheben (act. G 1). Seine Rechtsvertreterin beantragte die Aufhebung der
angefochtenen Verfügung, die Gewährung von beruflichen Massnahmen, die
Vereinigung des Beschwerdeverfahrens mit jenem betreffend die am 29. Juni 2017
verfügte Abweisung des Rentenbegehrens und eventualiter die Einholung eines
unabhängigen, interdisziplinären Gutachtens. Zur Begründung führte sie an, dem
Beschwerdeführer sei die angestammte Tätigkeit als Personalberater nicht mehr
zumutbar. Er könne kaum noch einen Bleistift halten. Auch das „Töggelen“ auf einer
Tastatur sei ihm nicht zumutbar, da dieses Schmerzen in den Fingern verursache. Er
müsse sich folglich umschulen lassen. Als ideal erachte der Beschwerdeführer eine
Tätigkeit als Chauffeur. Auch diese Tätigkeit belaste zwar die Hände und die Finger,
aber diese Belastungen seien nicht mit jenen bei der Arbeit mit einer Tastatur
vergleichbar. Die Erfahrungen im Zusammenhang mit Personentransporten im
Freiwilligen-Dienst belegten die Zumutbarkeit einer Chauffeurtätigkeit. Auch der
Handchirurg Dr. B._ erachte eine Chauffeurtätigkeit als uneingeschränkt zumutbar.
B.b Die IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) beantragte am 31. August
2017 die Abweisung der Beschwerde (act. G 5). Zur Begründung führte sie aus, der
medizinische Sachverhalt sei umfassend abgeklärt worden. Dem Beschwerdeführer sei
es problemlos möglich, in einer leidensadaptierten Tätigkeit ein annähernd so hohes
Einkommen wie vor dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung zu erzielen. Er habe
folglich weder einen Anspruch auf eine Rente noch einen Anspruch auf berufliche
Massnahmen. Im Übrigen fehle jeder Nachweis betreffend die Weiterbildung zum
Personalberater. Den erlernten Beruf als Strassenbauer habe der Beschwerdeführer
schon seit Jahren nicht mehr ausgeübt. Vor diesem Hintergrund könne er keinen
Anspruch auf eine Umschulung haben. Auch ein Anspruch auf eine Arbeitsvermittlung
sei zu verneinen, da der Beschwerdeführer in einer leidensadaptierten Tätigkeit
uneingeschränkt arbeitsfähig sei.
B.c Am 6. November 2017 liess der Beschwerdeführer die Sistierung des Verfahrens
bis zum Abschluss eines zivilrechtlichen Verfahrens gegen seine frühere Arbeitgeberin
beantragen (act. G 10). Zur Begründung liess er anführen, dass der Ausgang jenes
Verfahrens bezüglich der Höhe des Valideneinkommens massgebend sein könnte. Der
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verfahrensleitende Richter wies die Rechtsvertreterin am 7. November 2017 darauf hin
(act. G 11), dass das Valideneinkommen an sich mit dem Anspruch auf berufliche
Massnahmen nichts zu tun habe, dass kein begründeter Anlass für eine Vereinigung
des vorliegenden Beschwerdeverfahrens mit jenem betreffend den Rentenanspruch
bestehe und dass dieses Verfahren eigentlich vorgezogen werden müsste, um einen
allfälligen Eingliederungserfolg nicht zu gefährden. Daraufhin liess der
Beschwerdeführer die rasche Behandlung des Verfahrens betreffend berufliche
Massnahmen beantragen (act. G 12).
B.d Am 18. Dezember 2017 liess er – abgesehen vom Antrag auf eine
Verfahrensvereinigung – an seinen Anträgen festhalten (act. G 15). Zusammen mit der
Replik liess er eine Bestätigung betreffend die Erlangung des eidgenössischen
Fachausweises als Personalberater einreichen (act. G 15.1.2). Der Replik lag zudem
eine Stellungnahme von Dr. B._ vom 8. November 2017 bei (act. G 15.1.1). Dieser
hatte darauf hingewiesen, dass der Beschwerdeführer feinmotorische Arbeiten nur sehr
kurzzeitig und nur unter Beschwerden ausführen könne. Schreibarbeiten und Arbeiten
am Computer seien ihm kaum zumutbar. In mehrfachen Tests sei festgestellt worden,
dass ihm das Führen von Fahrzeugen dagegen problemlos möglich sei.
B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (vgl. act. G 16 f.).
B.f Am 6. April 2018 liess der Beschwerdeführer eine Honorarnote einreichen (act. G
18).

Erwägungen
1.
Eine invalide oder von einer Invalidität bedrohte versicherte Person hat laut dem Art. 8
Abs. 1 IVG einen Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig
und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit wieder herzustellen, zu erhalten und zu
verbessern, und soweit die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen
Massnahmen erfüllt sind. Zu den Eingliederungsmassnahmen gehören gemäss dem
Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG unter anderem die Massnahmen beruflicher Art, von denen
vorliegend die Umschulung (Art. 17 IVG) und die Arbeitsvermittlung (Art. 18 IVG) von
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Interesse sind. Ein Umschulungsanspruch setzt eine Invalidität voraus (Art. 17 Abs. 1
IVG). Darunter ist nicht eine rentenspezifische Invalidität im Sinne des Art. 28 Abs. 1
IVG, sondern eine umschulungsspezifische Invalidität zu verstehen (vgl. Art. 4 Abs. 2
IVG). Rechtsprechungsgemäss liegt eine solche vor, wenn die versicherte Person im
erlernten Beruf längerdauernd zu etwa 20 Prozent arbeitsunfähig ist (vgl. ULRICH
MEYER/MARCO REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichtes zum IVG, 3. Aufl.
2014, Art. 17 N 3, mit Hinweisen). Ein Anspruch auf eine Arbeitsvermittlung setzt eine
Arbeitsunfähigkeit und gleichzeitig eine Eingliederungsfähigkeit voraus (Art. 18 Abs. 1
IVG). Die Beantwortung sowohl der Frage nach der umschulungsspezifischen
Invalidität als auch jener nach der Arbeitsunfähigkeit und der Eingliederungsfähigkeit
setzt einen mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
feststehenden Sachverhalt voraus. Die entsprechenden Sachverhaltsabklärungen sind
vom Sozialversicherungsträger zu tätigen (Untersuchungspflicht; Art. 43 Abs. 1 ATSG).
2.
2.1 Eine wesentliche Schwierigkeit bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung liegt im
Umstand begründet, dass für diese sowohl medizinische als auch berufliche
beziehungsweise berufsberaterische Aspekte von Bedeutung sein können. Ein
medizinischer Sachverständiger kann sich nur dazu äussern, welche Belastungen einer
versicherten Person in welchem Umfang trotz einer Gesundheitsbeeinträchtigung noch
zumutbar sind respektive welche Belastungen einer versicherten Person wegen der
Gesundheitsbeeinträchtigungen nicht mehr zugemutet werden können. In aller Regel
verfügt ein medizinischer Sachverständiger aber über keine hinreichend genaue
Kenntnis bezüglich der Belastungen in konkreten Berufen oder an konkreten
Arbeitsplätzen. Er kann folglich nicht mit der nötigen Fachkompetenz angeben, welche
Tätigkeiten als ideal leidensadaptiert qualifiziert werden können. Einem Berufsberater
ist es dagegen problemlos möglich, sich sachkundig zur Frage zu äussern, welche
Tätigkeiten einem bestimmten medizinischen Anforderungsprofil möglichst optimal
gerecht werden. Schon vor bald 20 Jahren ist deshalb in der Lehre das folgende
Vorgehen zur Bestimmung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person für
leidensadaptierte Tätigkeiten vorgeschlagen worden: Eine erste Anfrage an einen Arzt
ergibt in einer provisorischen Annäherung erste ungefähre Angaben zur
Arbeitsunfähigkeit im bisherigen Beruf und liefert in groben Umrissen die Information
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über eine mögliche beschwerdegerechte Tätigkeit; ein Berufsberater formuliert auf
diesem Boden zusätzliche erwerblich-praktische Vorgaben respektive ein präziseres
Belastungsprofil im bisherigen Beruf oder verschiedene konkret umrissene
Belastungsprofile für neue Verweisungsberufe; mittels einer zweiten, vertiefenden
Anfrage an den Arzt wird die Arbeitsfähigkeit für die konkret umschriebenen Tätigkeiten
genau eingeschätzt (FRANZ SCHLAURI, Medizinische Arbeitsfähigkeitsschätzung, in:
René Schaffhauser/Franz Schlauri, Rechtsfragen der Eingliederung Behinderter, 2000,
S. 180 f.).
2.2 Ein solches Vorgehen wäre im vorliegenden Fall angezeigt gewesen. Der
Handchirurg Dr. B._ hat nämlich nur überzeugend darlegen können, welche
Beschwerden im Bereich der Finger, Hände und Handgelenke vorliegen und wie sich
diese auf die Fähigkeit des Beschwerdeführers, bestimmte Tätigkeiten zu verrichten,
auswirken können. Hingegen ist es ihm nicht möglich gewesen, ein überwiegend
wahrscheinlich richtiges konkretes Anforderungsprofil für ideal leidensadaptierte
Tätigkeiten zu umschreiben, da ihm die dafür erforderliche berufsberaterische
Sachkenntnis gefehlt hat. Weder seine Arbeitsfähigkeitsschätzung in Bezug auf den
angestammten Beruf des Beschwerdeführers als Personalberater noch die
Arbeitsfähigkeitsschätzung bezüglich einer Tätigkeit als Chauffeur sind überzeugend.
Die Tätigkeit als Personalberater dürfte nämlich zu einem wesentlichen Anteil
persönliche und telefonische Gespräche beinhalten, bei denen der Beschwerdeführer
seine Hände und Finger entlasten könnte. Aus der Sicht des Versicherungsgerichtes
bestehen deshalb ernsthafte Zweifel am Attest einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit
für den erlernten Beruf als Personalberater. Umgekehrt erfordert eine Tätigkeit als
Chauffeur einen intensiven Einsatz der Hände. Selbst Dr. B._ hat deshalb gewisse
Zweifel an der subjektiven Überzeugung des Beschwerdeführers geäussert, er könne
eine entsprechende Tätigkeit uneingeschränkt verrichten. Die geltend gemachten
Erfahrungen anlässlich von Personentransporten vermögen die erheblichen Zweifel an
einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit als Chauffeur nicht auszuräumen.
Möglicherweise hätte Dr. B._ je eine überzeugende Arbeitsfähigkeitsschätzung für
die Tätigkeit als Personalberater, für die Tätigkeit als Chauffeur und für konkrete, aus
berufsberaterischer Sicht als ideal leidensadaptiert zu qualifizierende Tätigkeiten
abgeben können, wenn ein Berufsberater für jede dieser Tätigkeiten ein spezifisches
Belastungsprofil betreffend den Einsatz der Hände definiert hätte. Das hätte es Dr.
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B._ nämlich erlaubt, die Auswirkungen der von ihm erhobenen objektiven klinischen
Befunde mit den konkreten Anforderungen der entsprechenden Tätigkeiten
„abzugleichen“ und anzugeben, in welchem Ausmass diese dem Beschwerdeführer
hätten zugemutet werden können. Da die Beschwerdegegnerin keine solche
berufsberaterische Abklärung durchgeführt hat und da auch kein anderer Facharzt eine
zuverlässigere Arbeitsfähigkeitsschätzung als Dr. B._ abgegeben hat, erweist sich die
Frage nach der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers für die angestammte und für
allfällig besser leidensadaptierte Tätigkeiten als ungenügend abgeklärt. Der
massgebende Sachverhalt steht folglich nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, weshalb die angefochtene Verfügung in
Verletzung der Untersuchungspflicht (Art. 43 Abs. 1 ATSG) ergangen ist und als
rechtswidrig aufgehoben werden muss. Die Sache ist zur Vervollständigung der
Sachverhaltsabklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Diese wird
zunächst einen Berufsberater auffordern, für die Tätigkeit als Personalberater ein
konkretes Anforderungsprofil zu erstellen. Anschliessend wird die Beschwerdegegnerin
mittels einer medizinischen Abklärung, die durchaus auch vom RAD durchgeführt
werden kann, ermitteln, wie hoch der Arbeitsfähigkeitsgrad des Beschwerdeführers im
erlernten Beruf ist. Falls dieser als Personalberater nicht zu mindestens 20 Prozent
arbeitsunfähig sein sollte, wäre er nicht umschulungsspezifisch invalid, das heisst er
hätte keinen Anspruch auf eine Umschulung. Sollte aber eine Arbeitsunfähigkeit von
mindestens 20 Prozent im erlernten Beruf vorliegen, müsste die Beschwerdegegnerin
von einem Berufsberater ein konkretes Anforderungsprofil für die Tätigkeit als Bus-
beziehungsweise Car-Chauffeur erstellen und anschliessend medizinisch ermitteln, wie
hoch der Arbeitsfähigkeitsgrad für jene Tätigkeit wäre. Nur wenn der Beschwerdeführer
als Bus- oder Car-Chauffeur uneingeschränkt arbeitsfähig wäre, könnte eine
entsprechende Umschulung in Frage kommen. Im Sinne eines obiter dictum ist darauf
hinzuweisen, dass wohl berufsberaterisch herausgefunden werden müsste, welche
konkrete leidensadaptierte Tätigkeit in Betracht fiele, falls eine umschulungsspezifische
Invalidität zu bejahen wäre, die Tätigkeit als Bus- oder Car-Chauffeur aber als nicht
ideal leidensadaptiert qualifiziert werden müsste.
3.
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Die Rückweisung einer Sache zur weiteren Abklärung gilt rechtsprechungsgemäss als
ein vollständiges Obsiegen der beschwerdeführenden Partei. Die Gerichtskosten von
600 Franken sind deshalb der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der
Beschwerdeführer hat einen Anspruch auf eine Parteientschädigung. Angesichts des
geringen Aktenumfangs ist der erforderliche Vertretungsaufwand als deutlich
unterdurchschnittlich zu qualifizieren, weshalb die eingereichte Kostennote (6'202.90
Franken) als übersetzt qualifiziert werden muss. Praxisgemäss ist die Entschädigung
für den erforderlichen Vertretungsaufwand angesichts des deutlich
unterdurchschnittlichen Vertretungsaufwandes auf 2'000 Franken (einschliesslich
Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.