Decision ID: 46664b1a-faf3-462d-b525-f75ebeb08ba2
Year: 2012
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Forderung
Berufung gegen ein Urteil des Arbeitsgerichtes Zürich, 2. Abteilung, vom 21. September 2011 (AH110123)
- 2 -
Rechtsbegehren: (sinngemäss)
Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger Fr. 28'627.10 brutto nebst Zins zu 5 % seit 30. April 2009 zu bezahlen; die Beklagte sei weiter zu verpflichten, dem Kläger die Lohn- und  aus- und zuzustellen; unter Entschädigungsfolge zulasten der Beklagten.
Urteil des Arbeitsgerichtes Zürich, 2. Abteilung, vom 21. September 2011 (Urk. 11):
"1. In teilweiser Gutheissung der Klage wird die Beklagte verpflichtet, dem Kläger Fr. 20'755.50 netto nebst Zins zu 5 % seit 30. April 2009 zu bezahlen.
Im Übrigen wird die Klage abgewiesen. 2. Es werden keine Kosten erhoben. 3. Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger eine reduzierte Partei-
entschädigung von Fr. 200.-- zu bezahlen. 5. ... (Mitteilungssatz) 6. ... (Rechtsmittel)"
Berufungsanträge:
der Beklagten, Berufungsklägerin und Anschlussberufungsbeklagten:
in der Berufung (Urk. 10 S. 2): "Die Klage sei abzuweisen. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Appelaten."
zur Anschlussberufung (Urk. 18 S. 1): "sowohl die Klage als auch deren berufungsweise Erweiterung sei  eventualiter sei Verzugszins erst mit Wirkung ab dem 6. April 2011 ."
des Klägers, Berufungsbeklagten und Anschlussberufungsklägers (Urk. 14 S. 2): "1. Die Berufung vom 21. Oktober 2011 sei abzuweisen.
- 3 -
2. Das Urteil des Arbeitsgerichts Zürich, 2. Abteilung vom 21.9.2011 sei aufzuheben.
3. Die Berufungsklägerin/Anschlussberufungsbeklagte/ sei zu verurteilen, dem Berufungsbeklagten//Gesuchsteller den Betrag von CHF 25'666.65 brutto zuzüglich Zins zu 5 % seit 30. April 2009 zu bezahlen.
4. Die Berufungsklägerin/Anschlussberufungsbeklagte/ sei zu verurteilen, dem Berufungsbeklagten//Gesuchsteller innert richterlich zu bestimmender Frist die Lohn- und Provisionsabrechnungen auszuhändigen.
5. ... (Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege) Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der /Anschlussberufungsbeklagten/Gesuchsgegnerin"

Erwägungen:
1. Am 17. August 2011 reichte der Kläger, Berufungsbeklagte und An-
schlussberufungskläger (nachfolgend: Kläger) unter Beilage der Klagebewilligung
vom 29. Juni 2011 (Urk. 2) bei der Vorinstanz die vorliegende arbeitsrechtliche
Klage ein (Urk. 1 und 1A). Die Parteien wurden in der Folge auf den 8. September
2011 zur Verhandlung vorgeladen (Urk. 4). Nachdem die Klage mündlich begrün-
det und beantwortet worden war und die Parteien je einen weiteren Vortrag gehal-
ten hatten (Prot. I S. 3 ff.), erliess die Vorinstanz am 21. September 2011 den
eingangs zitierten Entscheid (Urk. 8 = 11).
2. Gegen das vorinstanzliche Urteil erhob die Beklagte, Berufungsklägerin
und Anschlussberufungsbeklagte (nachfolgend: Beklagte) am 21. Oktober 2011
Berufung (Urk. 10). In der Berufungsantwort vom 21. November 2011 erhob der
Kläger Anschlussberufung und stellte überdies ein Gesuch um unentgeltliche
Rechtspflege (Urk. 14). Die Anschlussberufungsantwort datiert vom 13. Januar
2012 (Urk. 18) und wurde dem Kläger zugestellt (Urk. 19). Mit Beschluss vom
26. Juli 2012 (Urk. 21) wurde das Armenrechtsgesuch des Klägers abgewiesen
und die Beklagte in Anwendung von Art. 154 ZPO aufgefordert, dem Gericht be-
stimmte Unterlagen einzureichen. Gleichzeitig wurden die Parteien auf den 3. Ok-
tober 2012 zur Vergleichsverhandlung vorgeladen. Mit Eingabe vom 31. August
- 4 -
2012 (Urk. 23) kam die Beklagte ihrer Editionspflicht nach. Kopien der eingereich-
ten Urkunden (Urk. 25/1-5) wurden dem Kläger zugestellt. Eine weitere Eingabe
des Klägers datiert vom 26. September 2012 (Urk. 27).
3. Unter Mitwirkung des Gerichtsschreibers (§ 133 Abs. 2 GOG) schlossen
die Parteien anlässlich der Verhandlung vom 3. Oktober 2012 einen Vergleich mit
folgendem Inhalt (Urk. 29):
"1. Der Kläger reduziert die eingeklagte Forderung auf Fr. 20'800.– netto und die Beklagte anerkennt sie in diesem reduzierten Umfang.
2. Der Betrag gemäss Ziff. 1 ist zahlbar bis spätestens 13. Oktober 2012 auf Konto Nr. ... bei der ...bank.
3. Die Beklagte verpflichtet sich, dem Kläger bis spätestens 31. Januar 2013 , dass sie die auf dem gemäss Ziff. 1 zugrunde liegenden Bruttobetrag sowie den bereits 2009 ausbezahlten Beträgen von Fr. 1'350.– und Fr. 1'957.– zugrunde liegenden Bruttobeträgen geschuldeten Sozialversicherungsbeiträge an die zuständigen Behörden abgeführt hat.
4. Mit Erfüllung dieses Vergleichs erklären sich die Parteien als per saldo aller  Ansprüche aus dem ehemaligen Arbeitsverhältnis .
5. Die Parteien verzichten sowohl für das erst- als auch das zweitinstanzliche  gegenseitig auf Parteientschädigung."
4. Der Inhalt des vorstehenden Vergleichs unterliegt der Parteiautonomie. Ein
solcher Vergleich hat die Wirkung eines rechtskräftigen Entscheides (Art. 241
Abs. 2 in Verbindung mit Art. 219 ZPO). Entsprechend ist das Verfahren ohne
Weiterungen, ausser der Kostenregelung, abzuschreiben (Art. 241 Abs. 3 ZPO).
5. Wie schon das erstinstanzliche ist auch das Berufungsverfahren kostenlos
(Art. 114 lit. c. ZPO). Nach Massgabe des Vergleichs ist davon abzusehen, Par-
teientschädigungen für das Berufungsverfahren zuzusprechen (Art. 109 Abs. 1
ZPO).