Decision ID: 4770cbf3-cb93-4e13-9b6f-ca9edd4ae59b
Year: 2016
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich im Dezember 1997 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 9). Er gab an, er habe eine Berufslehre zum Schreiner
absolviert und sei zuletzt als selbständiger Schreiner erwerbstätig gewesen. Der
Hausarzt Dr. med. B._ berichtete im März 1998 (IV-act. 15), der Versicherte habe bei
einem Sturz ein Schleudertrauma erlitten. Er sei bereits mehrfach gestürzt; die Ursache
sei unbekannt. Das Beschwerdebild mit muskulo-skelettalen Schmerzen und
intermittierenden vegetativen Beschwerden, einer chronischen Müdigkeit und einer
Adynamie sei somatisch nicht mehr klassifizierbar. Die Persönlichkeit des Versicherten
sei auffällig. Der Psychiater med. pract. C._ teilte im Juli 1998 mit (IV-act. 21), der
Versicherte habe im Januar 1997 einen Treppensturz erlitten und seither nicht mehr
gearbeitet. Er klage über ein Pfeifen in den Ohren, über einen Druck im Schädel, über
einen Schwindel beim Gehen, über Schmerzen und über eine eingeschränkte
Beweglichkeit im Hals-Nackenbereich, über anfallsartige Brust- und Bauchschmerzen,
über eine Übelkeit, über Einschlafschwierigkeiten sowie über eine schlechte Stimmung.
In der Untersuchung sei punktuell ein bizarres Bild zu beobachten gewesen. Das
Auffassungsvermögen des Versicherten für Fragen im Zusammenhang mit der
subjektiven Wahrnehmung von seelischen, emotionalen, innerpsychischen und
zwischenmenschlichen Regungen sei vermindert und mit einer weitgehenden Wort-
und Sprachlosigkeit verbunden. Da subjektive körperliche Symptome ohne eine
adäquate somatische Pathologie vorlägen und da der Versicherte über eine stark
leistungsorientierte Persönlichkeit mit der Tendenz zu einer autoaggressiven
Grundeinstellung verfüge, sei aus psychiatrischer Sicht von einer somatoformen
Schmerzstörung auszugehen. Erfahrungsgemäss sei die Arbeitsfähigkeit solcher
Patienten massiv eingeschränkt und zeige das Krankheitsbild eine
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Chronifizierungstendenz. Berufliche Massnahmen seien möglich und aus
therapeutischer Sicht empfehlenswert. Als Schreiner sei der Versicherte zu etwa
70-100 Prozent arbeitsunfähig. Der Berufsberater der IV-Stelle berichtete im
September 1998 (IV-act. 27), die Abklärungen im Rahmen der Berufsberatung hätten
sich äusserst schwierig gestaltet, da der Versicherte rasch gekränkt gewesen sei.
Obwohl eine durchschnittliche Intelligenz zu erwarten gewesen wäre, habe der
Versicherte in den Tests nur eine unterdurchschnittliche Leistung gezeigt. Die
Durchführung von Persönlichkeitstests habe er verweigert, wenn er diese als solche
erkannt habe. Bei der Neigungsabklärung hätten sich hochneurotische Symptome
gezeigt, die eine konstruktive Berufswahl verunmöglicht hätten. Der Wunsch des
Versicherten sei derart übersteigert gewesen, dass er nur das Exklusivste an
beruflichen Tätigkeiten akzeptiert hätte. Die geltend gemachten körperlichen
Symptome stünden aber einer Realisierung im Weg. Der Versicherte habe den
Anschein vermittelt, Hilfe zu fordern, diese dann aber abzulehnen und sich dann an der
Hilflosigkeit der Helfer zu weiden. Gleichzeitig sei er nie müde geworden, von seinen
übermenschlichen Leistungen als Baufachmann zu erzählen, die in jeder Hinsicht
exklusiv und nicht zu überbieten gewesen seien. So wie er sich präsentiert habe, sei es
ausgeschlossen, dass er in einem Anstellungsverhältnis tragbar wäre. Er sei weder
einem Arbeitgeber noch einem Arbeitsumfeld zumutbar. Eine berufliche Eingliederung
sei jedenfalls nicht möglich. Es bleibe nichts anderes übrig, als die Rentenfrage zu
prüfen. Als gut qualifizierter Schreiner mit einem hohen Selbständigkeitsgrad könnte
der Versicherten statistisch einen Lohn von 66'864 Franken erzielen. Aufgrund der
Gesundheitsbeeinträchtigung bestehe keine verwertbare Erwerbsfähigkeit mehr. Ein
Arzt des IV-internen regionalen ärztlichen Dienstes (RAD) empfahl im September 1998
zunächst eine Abklärung durch die medizinische Abklärungsstelle (MEDAS) St. Gallen
(IV-act. 28). Nach einer Besprechung mit dem Psychiater C._ hielt er dann aber fest,
das psychische Leiden sei derart ausgeprägt, dass zur Zeit effektiv eine
Arbeitsunfähigkeit von 100 Prozent vorliege. Der Grund liege in der erheblichen
Persönlichkeitsstörung. Berufliche Massnahmen seien nicht möglich. Dem Versicherten
solle eine ganze Rente ab Januar 1998 zugesprochen werden. Im Oktober 1999 solle
eine Revision durchgeführt werden. Der Psychiater C._ werde sich melden, falls eine
Besserung eintreten sollte. Mit einer Verfügung vom 19. November 1998 wurde dem
Versicherten rückwirkend ab dem 1. Januar 1998 eine ganze Rente der
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Invalidenversicherung zugesprochen (IV-act. 32). Mit einer Verfügung vom 12. Mai 1999
wurde die Verfügung vom 19. November 1998 ersetzt, nachdem zusätzliche
Einkommen gemeldet worden waren (IV-act. 37).
A.b Im November 1999 forderte die IV-Stelle den Versicherten auf, einen Fragebogen
zur Überprüfung des Rentenanspruchs auszufüllen; dieser gab an, sein
Gesundheitszustand habe sich nicht verändert (IV-act. 4). Im Januar 2000 berichtete
der Psychiater C._ über einen unveränderten Gesundheitszustand (IV-act. 38). Er
hielt fest, die Arbeitsunfähigkeit liege seit Ende Juli 1998 bei ungefähr 90 Prozent. Seit
dem letzten Bericht vom 27. Juli 1998 seien keine Veränderungen bezüglich der
Symptome oder der Alltagsgestaltung eingetreten. Prognostisch sei mit einer
langdauernden Arbeitsunfähigkeit zu rechnen. Ende Januar 2000 teilte die IV-Stelle
dem Versicherten mit, dass er weiterhin einen Anspruch auf eine ganze Rente der
Invalidenversicherung habe (IV-act. 6). Im Januar 2003 forderte die IV-Stelle den
Versicherten wiederum auf, einen Fragebogen zur Rentenrevision auszufüllen; wieder
gab dieser an, sein Gesundheitszustand habe sich nicht verändert (IV-act. 2-3 f.). Auch
der Psychiater C._ berichtete im Februar 2003 über einen unveränderten Zustand (IV-
act. 2-1 f.). Im März 2003 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass er weiterhin
einen Anspruch auf eine ganze Rente habe (IV-act. 41). Im März 2006 gab der
Versicherte im Rahmen der dritten Überprüfung des Rentenanspruchs erneut an, sein
Gesundheitszustand habe sich nicht verändert (IV-act. 42). Der Psychiater C._
bestätigte diese Angabe im April 2006 (IV-act. 46). Im Mai 2006 wurde festgestellt,
dass auch die Elvia Versicherung - als Unfall-Zusatzversicherung - in den Fall involviert
gewesen war, weshalb deren Akten angefordert wurden (IV-act. 48). Bei diesen Akten
befand sich ein Bericht des Allgemeinmediziners Dr. med. D._ über eine
vertrauensärztliche Untersuchung vom 27. Juni 1997 (act. G 6.3). Dieser hatte
ausgeführt, der Versicherte habe ein buntes Beschwerdebild geschildert. Die
anamnestischen Angaben seien wechselhaft, unpräzise und undifferenziert gewesen.
Die umfassende klinische Untersuchung und eine gezielte kardiologische und
neurologische Abklärung hätten zu keiner Objektivierung und Erklärung der
Beschwerden geführt. Auf alle Untersucher habe die Persönlichkeit des Versicherten
etwas auffällig gewirkt. Seit dem Treppensturz am 21. Januar 1997 könne eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit bestätigt werden. Die Unfallfolgen seien am 5. März
1997 entfallen; anschliessend sei der Versicherte krankheitsbedingt arbeitsunfähig
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gewesen. Spätestens per Ende Juli 1997 sollte zumindest wieder eine
Teilarbeitsfähigkeit bestehen. Im August 2006 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit,
dass er nach wie vor einen Anspruch auf eine ganze Rente habe (IV-act. 54). Im Mai
2009 füllte der Versicherte den vierten Fragebogen zur Überprüfung des
Rentenanspruchs aus; er gab wiederum an, sein Gesundheitszustand habe sich nicht
verändert (IV-act. 55). Im Juni 2009 berichtete der Hausarzt Dr. med. E._ (IV-act. 58-1
f.), der Gesundheitszustand sei stationär. Der Versicherte gebe vielfältige Schmerzen
an. Er suche ihn auch immer wieder mit der Klage auf, dass er überhaupt nichts mehr
sehe; in der Praxis laufe er aber nicht in die Wände. Eine normale Frage werde
weitschweifig mit einer philosophisch-abgründigen Antwort beantwortet; man müsse
sich echt anstrengen, um den Sinn der Antwort ergründen zu können. Der Versicherte
komme vom Hundertsten ins Tausendste und mache aus einer Mücke einen Elefanten.
Auf die Frage nach seiner Zukunftsperspektive antworte er, dass er mit allem
mitmache, bis in den Tod. Die Klinik für Neurologie des Kantonsspitals St. Gallen habe
nach einer Untersuchung im Mai 2009 ähnliches berichtet (vgl. IV-act. 58-3 f.). Im Juli
2009 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass er nach wie vor einen Anspruch auf
eine ganze Rente habe (IV-act. 60).
A.c Im Dezember 2010 erhielt die IV-Stelle einen anonymen Hinweis (IV-act. 62). Die
Person gab an, dass der Versicherte überall herum erzähle, dass er schon seit knapp
20 Jahren eine Rente der Invalidenversicherung erhalte. Er arbeite aber jeden Tag an
seinem Haus. Selbst heute - bei diesem Schnee - sei er mit Kränen am Arbeiten. Unter
anderem habe er eine Treppe aus Metall mit etwa 200 Stufen selbst renoviert. In einem
Fragebogen zur Überprüfung des Rentenanspruchs gab der Versicherte an, sein
Gesundheitszustand habe sich nicht verändert (IV-act. 63). Auch Dr. E._ berichtete
über einen unveränderten Gesundheitszustand (IV-act. 67). Im April 2011 führte die IV-
Stelle ein Standortgespräch mit dem Versicherten (IV-act. 70). Auf die entsprechenden
Fragen gab der Versicherte an, es treffe zu, dass er ein Haus baue. Sein Grundstück
wäre in die Landwirtschaftszone umgezont worden, wenn er nicht zu bauen begonnen
hätte. Er halte sich jeden Tag auf der Baustelle auf, verrichte Handlangerarbeiten und
übernehme die Organisation der Handwerker. Die Treppe, die zum Haus hochführe,
habe hundert Stufen. Das Haus sei nicht mit einem Fahrzeug erreichbar. Er habe in
Bezug auf die Nutzung des Hauses nichts geplant; das sei eine "reine Landrettung".
Der Bau habe im November/ Dezember begonnen. Er erledige auch schwere Arbeiten,
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weil er nicht aufgebe und über seinen Schmerzen stehe. Er werde alles machen, bis
zum Tod. Dennoch sei er überzeugt davon, dass er zu Recht als vollständig
arbeitsunfähig angesehen werde. Die IV-Stelle forderte ihn am 12. Mai 2011 auf, das
Baugesuch, die Baubewilligung, ein Verzeichnis der Handwerker, Abrechnungen der
Handwerker, Rechnungen des Architekten respektive Bauleiters sowie ein Verzeichnis
der Eigenleistungen einzureichen (IV-act. 71). Am 30. Mai 2011 liess der nun anwaltlich
vertretene Versicherte darauf hinweisen (IV-act. 77), dass sich die Gartenlaube noch im
Rohbau befinde. Er übe keine anrechenbaren Eigenleistungen aus. Bei den
Geländeaufnahmen und beim Erstellen des Baugespanns sei er mit dem Architekten
auf der Baustelle gewesen. Da er viele der auf der Baustelle tätigen Handwerker noch
von früher her kenne und da er neben der Baustelle wohne, sei er auch aus
persönlichen Gründen auf der Baustelle anwesend. Gelegentlich übernehme er kleinere
Handreichungen. Dem Schreiben lagen die einverlangten Unterlagen bei (IV-act. 78 f.).
Am 23. Juni 2011 forderte die IV-Stelle den Versicherten auf, detaillierter aufzuzeigen,
wer welche Tätigkeiten ausführe (IV-act. 80). Der Rechtsvertreter des Versicherten
antwortete am 7. Juli 2011, dass er die Vorbehalte der IV-Stelle gegenüber den
umfassenden Unterlagen nicht nachvollziehen könne; der Versicherte habe keine
geldwerten Eigenleistungen erbracht (IV-act. 81). Am 4. August 2011 teilte die IV-Stelle
dem Versicherten mit, dass er nach wie vor einen Anspruch auf eine ganze Rente habe
(IV-act. 83).
A.d Im Mai 2013 füllte der Versicherten einen weiteren Fragebogen zur Überprüfung
des Rentenanspruchs aus; erneut gab er an, sein Gesundheitszustand sei unverändert
geblieben (IV-act. 87). Im Juni 2013 berichtete Dr. E._ über einen unveränderten
Gesundheitszustand (IV-act. 90). Er führte aus, seines Erachtens sei der Versicherte
"verbogen"; er könnte im Arbeitsleben nicht bestehen, weil er nicht adäquat reagieren
würde. Eine Abklärung durch eine MEDAS sei empfehlenswert. Eine solche dürfe aber
nur im Beisein der Ehefrau erfolgen, weil sich der Versicherte ansonsten voll auf die
Wünsche des Gegenübers einstellen und bis zur Selbstaufgabe kooperieren werde. Der
Psychiater C._ teilte im Juli 2013 mit (IV-act. 95), der Gesundheitszustand des
Versicherten habe sich nicht verändert. Der Versicherte weise eine einfach strukturierte
Persönlichkeit bei einer mehrfach traumatisierten Lebensentwicklung als Basis einer
chronifizierten Schmerzstörung und Züge einer kombinierten Persönlichkeitsstörung
auf. Er sei den eigenen, von der Ehefrau bestätigten Angaben zufolge kaum mehr in der
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Lage, sein Leben selbst zu strukturieren, lehne aber jede Form von fremder Hilfe strikt
ab. In einer stationären Behandlung müsste das rigid-eigenlogische Störungskonzept
des Versicherten begriffen und adäquat in die Rehabilitation integriert werden. Die IV-
Stelle holte die Akten der Lebensversicherung des Versicherten, der Zürich
Lebensversicherungs-Gesellschaft ein (act. G 6.2). Diesen liess sich entnehmen, dass
im Dezember 2011 ein Gespräch zwischen dem Versicherten und einem
Schadeninspektor stattgefunden hatte. Der Schadeninspektor hatte ausgeführt, dass
die Angaben des Versicherten plausibel gewirkt und mit seinem Verhalten während der
Abklärung überein gestimmt hätten, dass der Versicherte aber sehr verschlossen
gewesen und somit der Eindruck entstanden sei, er habe etwas zu verbergen. Der
Schadeninspektor hatte eine polydisziplinäre Begutachtung und die Vorlage des
Dossiers an die Betrugsabteilung empfohlen. Die Lebensversicherung hatte in der
Folge die Investigation Services mit einer verdeckten Überwachung des Versicherten
beauftragt, die dann im Zeitraum von Ende April bis Mitte Mai 2012 durchgeführt
worden war. Im Ermittlungsbericht war festgehalten worden, der Versicherte habe sich
mehrheitlich in seinem Haus aufgehalten und dieses nur für kleinere private
Besorgungen verlassen. Die Überwachung sei allerdings mutmasslich bereits in einem
frühen Stadium vom Versicherten oder dessen Ehefrau bemerkt worden. An sämtlichen
Tagen habe sich der Versicherte wiederholt längere Zeit im Bereich der Gartenlaube
aufgehalten, wobei er verschiedene Unterhaltsarbeiten oder dergleichen verrichtet
habe. Körperliche Einschränkungen seien nicht aufgefallen. Die Lebensversicherung
hatte daraufhin den Psychiater Dr. med. F._ mit einer Begutachtung des Versicherten
beauftragt. Dieser hatte in seinem Gutachten vom 20. November 2012 ausgeführt, es
liege ein Ganser-Syndrom vor. Differentialdiagnostisch sei an eine Anpassungsstörung
mit einem abnormen Krankheitsverhalten nach einem Unfall, an eine artifizielle Störung
oder an eine Simulation zu denken. Zusätzlich weise der Versicherte akzentuierte
hypochondrische und schizoide Persönlichkeitszüge auf. In der Untersuchung habe ein
demonstratives Auftreten mit der Vorgabe einer allgemeinen Hirnleistungsschwäche,
mit einem nicht nachvollziehbaren Verhalten, mit einer Verdeutlichung und mit einer
Aggravation imponiert. Es handle sich dabei um eine psychogene
Symptomverstärkung nach dem Unfall vom 21. Januar 1997 mit der Entwicklung eines
abnormen Krankheitsverhaltens gemäss einem eigenen Krankheitskonzept. Damit
seien die Kriterien für die Diagnose eines Ganser-Syndroms erfüllt, das einen
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Symptomenkomplex aus Danebenreden und dem Vortäuschen einer allgemeinen
Hilflosigkeit gegenüber der eigenen entwickelten Symptomatik beschreibe. Das
Ganser-Syndrom werde auch als pseudodementielles Syndrom oder als
Pseudodebilität bezeichnet. Die Kriterien einer somatoformen Schmerzstörung seien
nicht erfüllt. Auch liege keine kombinierte Persönlichkeitsstörung vor. Das Ganser-
Syndrom beziehungsweise die Simulation eines pseudodementiellen Verhaltens
bewirke keine relevante Arbeitsunfähigkeit. Der RAD-Arzt Dr. med. G._ notierte am
29. November 2013 (IV-act. 101), mit der neuen Diagnose eines Ganser-Syndroms
liege eine relevante Sachverhaltsveränderung vor. Die Frage, ob das Ganser-Syndrom
tatsächlich nicht invalidisierend sei, wie Dr. F._ ausgeführt habe, müsse aus
juristischer Sicht beantwortet werden. Werde sie bejaht, liege eine vollständige
Arbeitsfähigkeit vor. Ein Mitarbeiter des Rechtsdienstes führte am 13. Dezember 2013
aus (IV-act. 102), die rentenzusprechende Verfügung sei als zweifellos unrichtig im
Sinne des Art. 53 Abs. 2 ATSG zu qualifizieren, weil die IV-Stelle in medizinischer
Hinsicht auf die Angaben des behandelnden Psychiaters abgestellt habe, obwohl
dieser sich nicht zur Zumutbarkeit einer Erwerbstätigkeit trotz der von ihm
diagnostizierten somatoformen Schmerzstörung geäussert habe. Die
leistungszusprechende Verfügung müsse deshalb wiedererwogen werden, was
bedeute, dass pro futuro neu über den Rentenanspruch zu entscheiden sei. Dabei
könne auf das Gutachten von Dr. F._ abgestellt werden. Es sei also von einer
uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit auszugehen. Da der Versicherte die Rente seit
mehr als 15 Jahren beziehe, müssten zuerst aber berufliche
Eingliederungsmassnahmen geprüft werden.
A.e Am 6. Februar 2014 liess der Versicherte einwenden (IV-act. 110), das Gutachten
von Dr. F._ sei nicht beweiskräftig. Es handle sich um ein Parteigutachten der
Lebensversicherung. Dr. F._ habe ergebnisorientiert argumentiert. Die Begründung
überzeuge nicht. Für die Beurteilung des Rentenanspruchs müsse ein polydisziplinäres
Gutachten eingeholt werden. Die Mitarbeiter der IV-Stelle hätten sich aber gemäss den
Akten bereits festgelegt, weshalb sie befangen seien. Die Sache sei an andere
Behördenmitglieder zu übertragen. Der Rechtsvertreter des Versicherten teilte der
Eingliederungsverantwortlichen anlässlich eines Telefongesprächs am 18. März 2014
mit (IV-act. 111), dass berufliche Eingliederungsmassnahmen aktuell nicht sinnvoll
seien. Zuerst müsse die Rentenfrage beantwortet werden. Der Versicherte fühle sich
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nicht in der Lage, sich eine Arbeit zu suchen. Die Eingliederungsverantwortliche
schloss den Fall in der Folge ab. Der RAD-Arzt Dr. G._ empfahl am 19. Mai 2014 (IV-
act. 115), Dr. F._ zur Stellungnahme zur Eingabe des Versicherten vom 6. Februar
2014 aufzufordern und die neusten Akten der Lebensversicherung einzuholen. Am 15.
September 2014 teilte Dr. F._ mit (IV-act. 123), er habe sein Gutachten
leitlinienkonform erstellt. Das Gutachten enthalte auch eine Auseinandersetzung mit
den übrigen fachärztlichen Berichten. Die Schlussfolgerungen seien ausführlich
begründet worden. Er weise die Kritik und die Vorwürfe des Rechtsvertreters des
Versicherten entschieden zurück. Der RAD-Arzt Dr. G._ hielt am 8. Oktober 2014
fest, dass auf das Gutachten abzustellen sei, nachdem Dr. F._ die Einwände des
Rechtsvertreters des Versicherten widerlegt habe (IV-act. 124). Am 21. Oktober 2014
teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie die rentenzusprechende Verfügung
vom 19. November 1998 beziehungsweise vom 12. Mai 1999 wiedererwägungsweise
aufheben werde; die Rente werde auf das Ende des der Zustellung der Verfügung
folgenden Monats aufgehoben (IV-act. 127). Dagegen liess der Versicherte am 26.
November 2014 einwenden (IV-act. 130-1 ff.), die Voraussetzungen für eine
Wiedererwägung seien nicht erfüllt. Das Gutachten von Dr. F._ sei mangelhaft. Der
behandelnde Psychiater Dr. med. H._ habe den Versicherten für eine stationäre
Behandlung bei der Klinik I._ angemeldet. Diese habe im Bericht über die
Voruntersuchung ein schwergradig depressives Zustandsbild erwähnt. Im Sommer
2014 sei dem Versicherten vom Strassenverkehrsamt die Fahreignung für die
Kategorien 1 und 2 aberkannt worden. Der Eingabe lag der Bericht der Klinik I._
betreffend das Vorgespräch vom 19. November 2014 bei (IV-act. 130-4 ff.). Die Ärzte
hatten ausgeführt, der Versicherte habe im Gespräch mittel- bis schwergradig
vorbeigeredet. Immer wieder sei auch ein Gedankenabreissen zu beobachten
gewesen. Die Antwortlatenz sei sehr hoch gewesen. Der Versicherte habe sehr leise
und manchmal unverständlich gesprochen. Die Bitte um Wiederholung habe ihn oft
nicht erreicht. Darunter hätten die Kohärenz und der Rapport gelitten. Der
Leidensdruck sei zweifellos sehr hoch gewesen. Es habe sich ein Gefühl der Ohnmacht
eingestellt, da der Rapport immer wieder abgebrochen sei und man das Gefühl gehabt
habe, den Versicherten nicht wirklich erreichen zu können. Aufgrund der Schwere des
Krankheitsbildes sei ein stationärer Aufenthalt momentan nicht zielführend. Der
Versicherte wäre mit der Betriebsamkeit in der Klinik überfordert. Der Amtsarzt Dr.
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med. J._ hatte dem Strassenverkehrsamt am 8. Juli 2014 berichtet (IV-act. 130-7 f.),
der Versicherte erfülle die medizinischen Mindestanforderungen für die Gruppe 3. Für
die Gruppen 1 und 2 liege aber keine Fahrtauglichkeit vor. Er empfehle eine
verkehrsmedizinische Untersuchung für den Fall, dass der Versicherte den
Führerausweis für diese Gruppen behalten wolle. Der Neurologe Dr. med. K._ hatte
am 12. Februar 2014 berichtet (IV-act. 130-9 ff.), er habe den Versicherten im Beisein
der Ehefrau untersucht, da es sichtlich schwierig gewesen sei, mit ihm allein eine
strukturierte Anamnese zu erheben. Phasenweise habe er logisch erscheinende
Gesprächsinhalte beobachten können, die jedoch immer wieder teilweise sprunghaft
zu inhaltlich nicht in den Zusammenhang passenden Themen gewechselt hätten, die
sich meistens um sehr reduzierte philosophische Gedankengänge gekreist hätten. Die
Ehefrau habe angegeben, dass sich der Versicherte selbst auf einfache Tätigkeiten
lange vorbereiten müsse. Er sei sehr reizempfindlich, habe kaum mehr einen Antrieb
und lebe sehr zurückgezogen. Der Neurologe Dr. K._ hatte festgehalten, dass er in
der Zusammenschau der Vorgeschichte und der massiv auffälligen Psychopathologie
von einer primär zwanghaften Persönlichkeitsstörung ausgehe, die im Jahr 1997
dekompensiert sei und in der aktuell schwergradigen psychischen Störung fixiert und
chronifiziert erscheine. Differentialdiagnostisch erscheine auch eine blande Psychose
als möglich. An eine Arbeitstätigkeit sei nicht zu denken. Der RAD-Arzt Dr. G._
notierte am 5. Januar 2015 (IV-act. 131), der im Bericht der Klinik I._ beschriebene
Psychostatus entspreche jenem im Gutachten von Dr. F._. Die Ärzte der Klinik I._
hätten also lediglich denselben Sachverhalt anders beurteilt. Der Bericht von Dr. J._
enthalte keine Befunde. Dr. K._ sei ein Neurologe und kein Psychiater. Seine
Ausführungen seien daher nicht geeignet, Zweifel am Gutachten von Dr. F._ zu
wecken. Mit einer Verfügung vom 22. Januar 2015 hob die IV-Stelle die Rente
wiedererwägungsweise auf das Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden
Monats auf (IV-act. 132).
B.
B.a Am 21. Februar 2015 liess der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer)
eine Beschwerde erheben (act. G 1). Sein Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung
der Verfügung vom 22. Januar 2015, die Weiterausrichtung der Rente und die
Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde. Zur Begründung
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führte er aus, die IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) habe bereits zu
Beginn des Jahres 2014 die feste Absicht gehabt, die Rente "aufzuheben". Sie sei also
voreingenommen und befangen gewesen. Auf das Ausstandsbegehren vom 6. Februar
2014 sei sie nicht eingegangen. Da dieselbe Sachbearbeiterin später die angefochtene
Verfügung verfasst habe, müsse die Beschwerdegegnerin das Ausstandsbegehren
implizit abgewiesen haben. Sie habe dadurch den Anspruch auf rechtliches Gehör
verletzt, eine Rechtsverweigerung begangen und die Ausstandsregeln verletzt. Nur
schon aus diesem Grund müsse die angefochtene Verfügung aufgehoben werden. Das
Gutachten von Dr. F._ erfülle die bundesgerichtlichen Anforderungen in keiner Weise.
Die Privatversicherung, die das Gutachten in Auftrag gegeben habe, habe dem
Beschwerdeführer die in den BGE 137 V 210 und 138 V 275 postulierten
Teilnahmerechte nicht gewährt. Der Sachverständige sei nicht unabhängig gewesen.
Das Gutachten überzeuge inhaltlich nicht. Die ursprüngliche rentenzusprechende
Verfügung sei nicht zweifellos unrichtig. Der Sachverhalt sei hinreichend abgeklärt
worden. Im Jahr 1998 seien weder die Rechtsprechung zur Überwindbarkeit von
somatoformen Schmerzstörungen noch zum herabgesetzten Beweiswert von Berichten
der Hausärzte etabliert gewesen. Die zwischenzeitlich geänderte Rechtspraxis stelle
keinen Wiedererwägungsgrund dar. Der Beschwerdeführer befinde sich aktuell schon
seit drei Wochen, seit dem 29. Januar 2015, in einer stationären Behandlung in der
psychiatrischen Klinik L._. Am 19. März 2015 liess der Beschwerdeführer einen
Kurzaustrittsbericht der psychiatrischen Klinik L._ nachreichen (act. G 4). In diesem
war ausgeführt worden (act. G 4.1), der Beschwerdeführer leide an einer dissoziativen
Sensibilitäts- und Empfindlichkeitsstörung und an einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung. Es bestehe der Verdacht auf eine kombinierte Persönlichkeitsstörung
mit histrionischen und narzisstischen Zügen. Der Beschwerdeführer sei nicht
arbeitsfähig.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 20. März 2015 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 6). Zur Begründung führte sie aus, angesichts der eindeutigen
Prozessaussichten dürfe die aufschiebende Wirkung der Beschwerde nicht
wiederhergestellt werden. Eine Verletzung der Begründungspflicht liege entgegen der
Behauptung des Beschwerdeführers nicht vor. Von einer Voreingenommenheit der
Sachbearbeiterin könne nicht gesprochen werden. Das Bundesgericht habe bereits im
Jahr 1976 (BGE 102 V 165) festgehalten, dass qualifizierte Kriterien erfüllt sein
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müssten, damit aufgrund einer psychischen Gesundheitsbeeinträchtigung eine Rente
zugesprochen werden könne. Die wenig differenzierte Begründung des behandelnden
Psychiaters habe das Vorliegen dieser Kriterien nicht beweisen können. Die
Invaliditätsbemessung in der rentenzusprechenden Verfügung sei daher nicht
rechtmässig gewesen. Am Gutachten von Dr. F._ gebe es nichts auszusetzen.
B.c Der Beschwerdeführer liess am 12. Mai 2015 an seinen Anträgen festhalten (act. G
8). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 10).
B.d Mit einem Zwischenentscheid vom 2. Juli 2015 stellte die Verfahrensleitung des
Ver-sicherungsgerichts die aufschiebende Wirkung der Beschwerde wieder her (IV
2015/56 Z; act. G 11).

Erwägungen
1.
Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen eine Verfügung, mit der eine formell
rechtskräftig zugesprochene, laufende Rente wiedererwägungsweise aufgehoben
worden ist. Bei den Akten befindet sich allerdings ein Ausstandsbegehren vom 6.
Februar 2014. Darin hat der Beschwerdeführer den Ausstand einer Mitarbeiterin der
Beschwerdegegnerin beantragt, nachdem diese in einem Schreiben vom 15. Januar
2014 ausgeführt hatte, aufgrund der Akten sei davon auszugehen, dass kein
Rentenanspruch mehr bestehe, weshalb nun berufliche Eingliederungsmassnahmen
durchgeführt würden (IV-act. 103). Den internen Notizen lässt sich zwar entnehmen,
dass der RAD-Arzt Dr. G._ das Gutachten von Dr. F._ bereits als überzeugend
qualifiziert hatte (IV-act. 101) und dass ein Mitarbeiter des Rechtsdienstes die
Voraussetzungen für eine wiedererwägungsweise Aufhebung der Rente als gegeben
erachtet hatte (IV-act. 102). Das Schreiben vom 15. Januar 2014 ist folglich die
Reaktion auf eine Würdigung der vorliegenden Akten gewesen, nämlich die Beachtung
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, wonach die wiedererwägungsweise
Aufhebung einer mehr als 15 Jahre lang bezogenen Rente vorgängig berufliche
Eingliederungsmassnahmen voraussetze. Allerdings ändert dies nichts daran, dass der
Beschwerdeführer darin zumindest den Anschein einer Voreingenommenheit erblickt
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und deshalb ein Ausstandsbegehren gegen die Verfasserin des Schreibens gestellt hat.
Die Beschwerdegegnerin ist mit keinem Wort auf das Ausstandsbegehren
eingegangen; sie hat es komplett ignoriert. Gemäss dem Art. 36 Abs. 2 ATSG hätte sie
es aber zur Behandlung an die zuständige Aufsichtsbehörde überweisen müssen.
Indem sie dies nicht getan hat, hat sie ein Verwaltungsverfahren fortgesetzt, das nicht
hätte fortgesetzt werden dürfen. Die angefochtene Verfügung, die bezeichnenderweise
just von der Sachbearbeiterin unterschrieben worden ist, deren Ausstand beantragt
worden war, hätte folglich ebenfalls nicht erlassen werden dürfen, solange das
Ausstandsbegehren noch hängig gewesen ist. Sie erweist sich damit ohne weiteres als
rechtswidrig, weshalb sie aufzuheben ist. Die Sache ist zur Fortsetzung des
Verwaltungsverfahrens an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, wobei diese
zuerst das Ausstandsbegehren an die zuständige Aufsichtsbehörde zur Beurteilung
überweisen wird. Danach wird sie den Sachverhalt weiter abklären und das Verfahren
dann mit einer neuen materiellen Verfügung abschliessen.
1.1 Damit erweist sich die Sache in materieller Hinsicht wie auch in Bezug auf die -
offenkundig unbegründete - Rüge, der Anspruch auf rechtliches Gehör sei verletzt
worden, als nicht spruchreif. Die nachfolgenden Ausführungen können daher nur den
Charakter eines obiter dictum haben.
1.2 Der behandelnde Psychiater C._ hat vor der Rentenzusprache zwar eine
somatoforme Schmerzstörung als hauptsächliche Gesundheitsbeeinträchtigung
angegeben, was sich auf die nicht objektivierbaren Schmerzschilderungen des
Beschwerdeführers bezogen haben dürfte. Der nach einer Besprechung mit Herrn
C._ erstellten Notiz des RAD-Arztes vom 29. September 1998 (IV-act. 28) lässt sich
allerdings entnehmen, dass nicht die angebliche somatoforme Schmerzstörung,
sondern die Persönlichkeitsstörung den Grund für das Attest einer vollständigen
Arbeitsunfähigkeit gebildet hatte (vgl. auch den Bericht von C._ vom 28. November
2012; act. G 6.2). Dabei dürfte eine wesentliche Rolle gespielt haben, dass die Ärzte
den Beschwerdeführer als einem Arbeitgeber oder einem Arbeitsumfeld nicht mehr
zumutbar qualifiziert hatten. Das Gutachten von Dr. F._ enthält diesbezüglich nichts
Neues. Seine Befundschilderung fügt sich nahtlos ins Bild ein, das die übrigen Akten
vermitteln. Allerdings hat er von den übrigen Berichten abweichende Diagnosen
gestellt. Er hat nämlich nebst akzentuierten hypochondrischen und schizoiden
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Persönlichkeitszügen ein Ganser-Syndrom (auch als Pseudodemenz oder
Pseudodebilität bezeichnet) und als Differentialdiagnosen eine Anpassungsstörung mit
einem abnormen Krankheitsverhalten, eine artifizielle Störung oder eine Simulation
diagnostiziert. Seine Ausführungen zu diesen Diagnosen und Differentialdiagnosen sind
jedoch nur theoretisch-abstrakter Natur und weisen keine Bezüge zum konkreten Fall
auf, weshalb nicht nachvollzogen werden kann, wie Dr. F._ zu seinen
Schlussfolgerungen gelangt ist. Insbesondere lässt sich seiner Beurteilung nicht
entnehmen, ob er eher von einer Konversionsstörung oder eher von einer Simulation
ausgegangen ist. Nur der Gliederung der Diagnosen kann entnommen werden, dass er
das Vorliegen einer Konversionsstörung wohl als wahrscheinlicher erachtet haben
dürfte. Diesbezüglich fehlt in seinem Gutachten aber eine überzeugende Begründung
für das Attest einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit. Dies dürfte wohl darauf
zurückzuführen sein, dass Dr. F._ die - nicht mehr aktuelle - bundesgerichtliche
Rechtsprechung zu den so genannten syndromalen Leiden dahingehend verstanden
hat, eine Konversionsstörung könne eigentlich gar nie eine Arbeitsunfähigkeit
begründen. Jedenfalls sind die Diagnose und die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr.
F._ unzureichend begründet, weshalb sie nicht überzeugen können. Das Gutachten
von Dr. F._ beweist deshalb nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit, dass der Beschwerdeführer vollständig arbeitsfähig
wäre.
1.3 Aber auch die übrigen medizinischen Berichte enthalten aber keine überzeugend
begründete Arbeitsfähigkeitsschätzung. Der Psychiater C._ hat sich seit der
Rentenzusprache im Wesentlichen darauf beschränkt, auf einen unveränderten
Gesundheitszustand hinzuweisen. Der Hausarzt Dr. E._ hat sich nicht zur
medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit geäussert, sondern geltend gemacht, der
Beschwerdeführer sei einem Arbeitgeber oder einem Arbeitsumfeld jedenfalls nicht
mehr zumutbar. Die Klinik I._ hat sich nur zur Frage der Indikation einer stationären
Behandlung geäussert. Der Bericht von Dr. J._ enthält weder Befunde noch eine
Diagnose oder eine Arbeitsfähigkeitsschätzung. Der Neurologe Dr. M._ hat nur
Mutmassungen über die psychische Gesundheitsbeeinträchtigungen anstellen können,
da er kein Facharzt für Psychiatrie ist. Auch der Bericht der psychiatrischen Klinik L._
enthält keine überzeugende Begründung für das Attest einer vollständigen
Arbeitsunfähigkeit.
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1.4 Die Beantwortung der Frage, ob die rentenzusprechende Verfügung vom 12. Mai
1999 (die die Verfügung vom 19. November 1998 ersetzt hat) zweifellos unrichtig
gewesen ist oder ob sich der relevante Sachverhalt seit der Rentenzusprache
wesentlich verändert hat, ist ohne eine mit dem erforderlichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit belegte Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht möglich.
Der für die Wiedererwägung massgebende Sachverhalt "damals und heute" erweist
sich also in einem entscheidenden Punkt als ungenügend abgeklärt. Die
Beschwerdegegnerin wird nach der Beurteilung des Ausstandsbegehrens vom 6.
Februar 2014 durch die zuständige Aufsichtsbehörde das Wiedererwägungsverfahren
weiterführen, weitere Abklärungen tätigen und anschliessend neu verfügen.
2.
Die Aufhebung einer Verfügung und die Rückweisung der Sache gilt
rechtsprechungsgemäss als vollständiges Obsiegen der Beschwerde führenden Partei.
Die gemäss dem Art. 69 Abs. 1bis IVG zu erhebenden und angesichts des
durchschnittlichen Verfahrensaufwandes auf 600 Franken festzusetzenden
Gerichtskosten sind deshalb der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Dem
Beschwerdeführer wird der von ihm geleistete Kostenvorschuss von 600 Franken
zurückerstattet. Die Beschwerdegegnerin hat dem obsiegenden Beschwerdeführer eine
Parteientschädigung auszurichten. Diese ist angesichts des durchschnittlichen
Vertretungsaufwandes praxisgemäss auf 3'500 Franken (einschliesslich Barauslagen
und Mehrwertsteuer) festzusetzen.