Decision ID: 1d7314fd-132c-4a64-a164-ce255cae4fe2
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ J.M., von Nigeria, geboren am , reiste am 21. Oktober 2002 unter der falschen
Identität "I.O." in die Schweiz ein und stellte ein Asylgesuch. Bereits am 23. Januar
2003 wurde er vom Ausländeramt wegen Gefährdung und Störung der öffentlichen
Ordnung verwarnt, nachdem er in der Drogenszene St. Gallen angehalten worden war
und Kontakt mit namentlich bekannten Drogenabhängigen gehabt hatte. Am
12. August 2003 trat das Bundesamt für Flüchtlinge (heute: Bundesamt für Migration)
auf das Asylgesuch von "I.O." nicht ein und wies ihn aus der Schweiz weg. Am 23. Juli
2004 wies die Schweizerische Asylrekurskommission eine gegen diese Verfügung
erhobene Beschwerde ab, soweit sie darauf eintrat. Dem Entscheid kann entnommen
werden, dass "I.O." am 12. Februar 2004 wegen dringenden Verdachts der
Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über die Betäubungsmittel (SR 812.121,
abgekürzt BetmG) festgenommen worden war und sich seither in Untersuchungshaft
befand. Am 27. Juli 2004 setzte das Bundesamt für Flüchtlinge "I.O." eine Ausreisefrist
bis 25. August 2004.
Am 5. August 2004 gab "I.O." beim Ausländeramt zu Protokoll, er stamme nicht aus
Nigeria, sondern aus Sierra Leone. Am 10. August 2004 wurde er aus der
Untersuchungshaft entlassen und in Ausschaffungshaft genommen. Am 13. August
2004 bestätigte der Einzelrichter der Verwaltungsrekurskommission den Haftbefehl
vom 10. August 2004 gegen "I.O.", der nun geltend machte, "J.M." zu heissen und aus
Sierra Leone zu stammen. Zudem genehmigte er die Ausschaffungshaft bis längstens
9. November 2004. Weil die Papierbeschaffung scheiterte, wurde "I.O." am 9.
November 2004 aus der Ausschaffungshaft entlassen. Er wurde aufgefordert, die
Schweiz unverzüglich zu verlassen.
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Am 2004 erklärte das Kreisgericht Untertoggenburg-Gossau "I.O." der qualifizierten
und privilegierten Widerhandlungen gegen das BetmG, der Sachbeschädigung sowie
der Übertretung des Transportgesetzes für schuldig und verurteilte ihn zu einer
Gefängnisstrafe von 18 Monaten, unter Anrechnung von 182 Tagen Untersuchungshaft
und mit Gewährung des bedingten Strafvollzugs bei einer Probezeit von drei Jahren.
Am 2004 gebar die schweizerische Staatsangehörige E.G., geboren am , in L.
das Kind C. Am 2005 heirateten J.M. und E.G. in K. und am 2005 erfolgte in S.
die Kindesanerkennung von C.
Am 7. Oktober 2005, kurz nach der Heirat, stellte J.M. beim Migrationsamt des
Kantons K. ein Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei
seiner Schweizer Ehefrau. Er gab an, am 21. September 2005 von Nigeria in die
Schweiz eingereist zu sein. Am 20. November 2005 stellte E.G. in S. ein Gesuch um
Familiennachzug ihres Ehemannes. Am 27. Dezember 2005 erteilte das Ausländeramt
J.M. eine bis 20. September 2006 gültige Aufenthaltsbewilligung, die in der Folge
verlängert wurde.
Mit Strafbescheid vom 2. Februar 2006 wurde J.M. der Widerhandlung gegen das
Bundesgesetz über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (widerrechtlicher
Aufenthalt) für schuldig erklärt und zu einer Gefängnisstrafe von 10 Wochen verurteilt.
Der Vollzug der Gefängnisstrafe wurde bedingt aufgeschoben, unter Ansetzung einer
Probezeit von zwei Jahren. Sodann wurde die mit Urteil des Kreisgerichts
Untertoggenburg-Gossau am 10. August 2004 bestimmte Probezeit von drei Jahren
um ein Jahr verlängert.
Am 16. März 2006 sprach das Ausländeramt gegen J.M. einen Verweis aus. Er wurde
angehalten, sich künftig in jeder Beziehung klaglos zu verhalten.
Am 21. August 2006 reichte E.G. beim Kreisgericht Untertoggenburg-Gossau ein
Gesuch um Eheschutzmassnahmen ein. Sie verlangte insbesondere, bis auf weiteres
von ihrem Ehemann getrennt leben zu können. Mit Entscheid der Familienrichterin vom
14. November 2006 wurde das Getrenntleben der Eheleute genehmigt. Sodann wurde
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C. unter die alleinige Obhut der Mutter gestellt, dem Vater wurde ein Besuchsrecht
eingeräumt und für das Kind wurde eine Beistandschaft errichtet.
B./ Am 7. November 2008 lehnte es das Ausländeramt ab, die Aufenthaltsbewilligung
von J.M. zu verlängern. Er wurde aufgefordert, die Schweiz bis spätestens 18. Januar
2009 zu verlassen.
Gegen diese Verfügung erhob J.M. am 24. November 2008 Rekurs beim Sicherheits-
und Justizdepartement. Er wurde am 24. Februar 2009 abgewiesen. Der Entscheid
wird damit begründet, der Rekurrent könne aufgrund seiner Vaterschaft weder aus Art.
8 der Europäischen Menschenrechtskonvention (SR 0.101, abgekürzt EMRK) noch aus
Art. 50 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer (SR
142.20, abgekürzt AuG) einen Anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung
ableiten. Sodann überwiege das öffentliche Interesse an der Wegweisung von J.M.
gegenüber seinen privaten Interessen am Verbleib in der Schweiz.
C./ Am 12. März 2009 erhob J.M. gegen den Entscheid des Sicherheits- und
Justizdepartements vom 24. Februar 2009 Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Er
stellte die Rechtsbegehren, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben, die
Aufenthaltsbewilligung sei zu verlängern und es sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege
und Rechtsverbeiständung zu gewähren.
Mit Verfügung vom 16. März 2009 entsprach der Präsident des Verwaltungsgerichts
dem Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung und bestimmte Rechtsanwalt D., L., als unentgeltlichen
Rechtsbeistand.
Das Sicherheits- und Justizdepartement verzichtete am 16. April 2009 auf eine
Stellungnahme und beantragte, die Beschwerde sei abzuweisen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1.
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2. Der Beschwerdeführer rügt, der angefochtene Entscheid verletze Art. 8 Ziff. 1 EMRK
und Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung (SR 101, abgekürzt BV). Zudem beruft er sich
auf Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG und argumentiert, das Kindeswohl von C. erfordere, dass
er sich weiterhin in der Schweiz aufhalte, weil das Kind durch eine weitere Trennung
vom Vater traumatisiert würde.
2.1. Art. 8 Abs. 1 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV gewährleisten das Recht auf Achtung
des Privat- und Familienlebens. Darauf kann sich im Rahmen eines
ausländerrechtlichen Bewilligungsverfahrens berufen, wer nahe Verwandte mit einem
gefestigten Anwesenheitsrecht in der Schweiz hat. Dies trifft zu, wenn die verwandte
Person das Schweizer Bürgerrecht oder eine Niederlassungsbewilligung besitzt (BGE
130 II 285). Diese Voraussetzung ist vorliegend erfüllt, weil der Sohn des
Beschwerdeführers Schweizer Bürger ist. Soweit eine familiäre Beziehung tatsächlich
gelebt wird und intakt ist, wird das der zuständigen Behörde grundsätzlich eingeräumte
freie Ermessen somit beschränkt (BGE 129 II 218 f.).
2.1.1. Der Anspruch auf Achtung des Familienlebens nach Art. 8 Ziff. 1 EMRK ist nicht
absolut. Er verpflichtet die Behörden nicht in jedem Fall, eine Aufenthaltsbewilligung zu
erteilen (BGE 126 II 342). Nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK ist ein Eingriff in das in Ziff. 1
geschützte Rechtsgut dann zulässig, wenn er gesetzlich vorgesehen und in einer
demokratischen Gesellschaft notwendig ist für die nationale oder öffentliche Sicherheit,
für das wirtschaftliche Wohl des Landes, zur Aufrechterhaltung der Ordnung, zur
Verhütung von Straftaten, zum Schutz der Gesundheit oder der Moral oder zum Schutz
der Rechte und Freiheiten anderer. Die EMRK verlangt somit ein Abwägen der sich
gegenüberstehenden privaten Interessen an der Erteilung der Bewilligung und dem
öffentlichen Interesse an deren Verweigerung, wobei die öffentlichen Interessen an der
Verweigerung in dem Sinn überwiegen müssen, dass sich der Eingriff als notwendig
erweist (BGE 122 II 6 mit Hinweis). Bei der Interessenabwägung sind die gesamten
persönlichen Verhältnisse des Ausländers zu würdigen, namentlich die Dauer des
Aufenthalts, die Integration in der Schweiz, die verbleibende Beziehung zum
Heimatstaat und straf- und fremdenpolizeilich verpöntes Verhalten (Haefliger/
Schürmann, Die Europäische Menschenrechtskonvention und die Schweiz, 2. Aufl.,
Bern 1999, S. 263; vgl. auch VerwGE vom 30. November 2006 i.S. U. K. mit Hinweisen,
in: www.gerichte.sg.ch neues Fenster).
http://www.gerichte.sg.ch/
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Als zulässiges öffentliches Interesse fällt auch das Durchsetzen einer restriktiven
Einwanderungspolitik in Betracht (Urteil des Bundesgerichts 2C_353/2008 vom
27. März 2009 mit Hinweisen, und VerwGE vom 30. November 2006 i.S. U.K. mit
Hinweisen, in: www.gerichte.sg.ch neues Fenster).
2.1.2. Im Verhältnis zwischen Eltern und leiblichen Kindern ist ein eigentliches
Zusammenleben nicht unentbehrlich für das Bestehen eines Familienlebens im Sinn
von Art. 8 EMRK. Eine intakte und gelebte familiäre Beziehung wird schon dann
angenommen, wenn ein regelmässiger Kontakt besteht. Der nicht sorgeberechtigte
Ausländer kann die familiäre Beziehung zu seinem Kind nur in beschränktem Rahmen
leben, nämlich durch Ausübung des ihm eingeräumten Besuchsrechts. Dies begründet
keine Notwendigkeit, dass er dauernd im gleichen Land wie das Kind lebt und dort
über eine Anwesenheitsberechtigung verfügt. Ein Besuchsrecht gegenüber einem Kind
mit Schweizer Bürgerrecht verschafft dem ausländischen Elternteil daher im
allgemeinen noch keinen Anspruch auf dauernde Anwesenheit; den Anforderungen von
Art. 8 EMRK ist Genüge getan, wenn das Besuchsrecht im Rahmen von
Kurzaufenthalten vom Ausland her ausgeübt werden kann, wobei allerdings dessen
Modalitäten entsprechend aus- bzw. umzugestalten sind. In ausländerrechtlicher
Hinsicht hat das Bundesgericht daraus die Konsequenz gezogen, dass die
Aufenthaltsbewilligung nur dann erteilt oder erneuert werden muss, wenn einerseits
zwischen dem Ausländer und dessen in der Schweiz ansässigem Kind in
wirtschaftlicher und affektiver Beziehung eine besonders enge Beziehung besteht, die
sich wegen der Distanz zwischen der Schweiz und dem Land, in das der Ausländer bei
Verweigerung der Bewilligung auszureisen hätte, praktisch nicht aufrechterhalten
liesse, und wenn andererseits das Verhalten des Ausländers weitgehend tadellos ist
(VerwGE vom 30. November 2006 i.S. U.K. mit Hinweis auf Urteile des Bundesgerichts
2A.119/2004 vom 5. März 2004, Urteil 2A.563/2002 vom 23. Mai 2003, BGE 120 Ib 4 ff.
und 24 ff., in: www.gerichte.sg.ch). Ausländische Staatsangehörige müssen sich somit
unter gewissen Umständen damit abfinden, dass sie das Recht zum Besuch ihrer
Kinder mit Schweizer Bürgerrecht nur unter erheblichen Einschränkungen ausüben.
können. Das Verwaltungsgericht hat es als zulässig qualifiziert, dass ein Vater aus
Nigeria bzw. Mütter aus Brasilien den Kontakt mit ihren in der Schweiz lebenden
Kindern mittels Besuchen, schriftlicher und telefonischer Kontakte oder anlässlich von
Ferienaufenthalten ausüben (VerwGE B 2003/221 vom 16. März 2004 i.S. R.M.S.,
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VerwGE B 2004/42 vom 18. Mai 2004 i.S. A.D. und VerwGE B 2005/85 vom 13.
September 2005 i.S. L.O., in: www.gerichte.sg.ch, alle vom Bundesgericht bestätigt mit
Urteilen 2A.231/2004, 2A.371/2004 und 2A.626/2005). Im weiteren bedeutet die
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Rechtsverbeiständung nicht, dass
der Ausländer nachweislich keine finanziellen Mittel hat, um den Kontakt zu in der
Schweiz lebenden Kindern besuchsweise auszuüben (VerwGE vom 30. November
2006 i.S. U.K., in: www.gerichte.sg.ch).
2.2. Nach Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG besteht der Anspruch des Ehegatten und der Kinder
auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung nach den Art. 42 und 43
nach Auflösung der Familiengemeinschaft weiter, wenn wichtige persönliche Gründe
einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen. Um Härtefälle zu
vermeiden, gelten die Aufenthaltsregelungen somit unter gewissen Bedingungen auch
nach Auflösung der Familiengemeinschaft weiter. Dies kann etwa dann der Fall sein,
wenn aufgrund der gescheiterten Ehe die familiäre und soziale Wiedereingliederung im
Herkunftsland stark erschwert ist oder wenn gemeinsame Kinder vorhanden sind, zu
denen eine enge Beziehung besteht (vgl. M. Spescha, in: Migrationsrecht, Zürich 2008,
Nr. 7 zu Art. 50 AuG und Weisungen und Kreisschreiben. des Bundesamtes für
Migration, Ausländerbereich, Version 13.2.08, Ziff. 6.15.1, in: www.bfm.admin.ch neues
Fenster).
2.3. Nach Art. 3 Ziff. 1 des Übereinkommens über die Rechte des Kindes (SR 0.107,
abgekürzt KRK) ist bei allen Massnahmen, die Kinder betreffen, gleichwohl ob sie von
Gerichten, Verwaltungsbehörden oder Gesetzgebungsorganen getroffen werden, das
Wohl des Kindes ein Gesichtspunkt, der vorrangig zu berücksichtigen ist. Das
Kindeswohl entzieht sich einer allgemein gültigen Definition und ist einzelfallbezogen
auszulegen. Allgemein gesprochen ist es der Inbegriff der Voraussetzungen, von denen
in einer gegebenen Situation die optimale Entwicklung der Persönlichkeit des Kindes
abhängt (Spescha/Thur/Zünd/Bolzli, Kommentar Migrationsrecht, Zürich 2008, N 5 zu
Nr. 18 mit Hinweisen).
2.4.
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Am 2008 fand unter Leitung des Leitenden Arztes des Ostschweizer Kinderspitals
eine Besprechung mit Familienangehörigen und Fachleuten statt, an der auch der
Beschwerdeführer teilnahm und die dazu diente, das weitere Vorgehen im
Zusammenhang mit C. und seinem Umfeld festzulegen (act. 369/370). Nach dem
Protokoll überwacht die Beiständin in Zusammenarbeit mit der Ehefrau des
Beschwerdeführers und seinen Schwiegereltern die Einhaltung der Therapien, den
Besuch der Spielgruppe und des Kindergartens der Sprachheilschule, die Einleitung
der Sozialpädagogischen Familienbegleitung der Pflege(gross)eltern und später die
Einbindung C.s in den Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst.
2.5. Die Vorinstanz geht mit Recht davon aus, dass das kurze Zusammenleben des
Beschwerdeführers mit C. sowie der Umfang des Besuchsrechts (alle 14 Tage rund 4
bis 5 Stunden in Begleitung einer Fachperson) in Anbetracht des Alters des Kindes
nicht dafür sprechen, dass eine besonders enge affektive Vater-Kind-Beziehung
besteht. Eine andere Frage ist indessen, ob der regelmässige Kontakt zum
Beschwerdeführer als Bezugsperson für eine möglichst positive Entwicklung des fast
fünfjährigen C., der gemäss Bericht des Ostschweizer Kinderspitals vom an einer
komplexen frühkindlichen posttraumatischen Störung kombiniert mit einer
Bindungsstörung leidet und der in einem schwierigen familiären Umfeld lebt, von
entscheidender Bedeutung ist. Der Beschwerdeführer beruft sich denn auch nicht in
erster Linie auf eigene Interessen am regelmässigen Kontakt mit dem Kind, sondern
darauf, C., der unter Bindungsstörungen leide, würde ein weiteres Mal traumatisiert,
wenn er auf den stabilisierenden herzlichen Kontakt zum Vater verzichten müsste. Er
nimmt in diesem Zusammenhang Bezug auf Einschätzungen der Beiständin des Kindes
in einem undatierten Schreiben, im Bericht vom 2008 an das Ausländeramt und in
einem Bericht vom 2009 an das Kreisgericht Untertoggenburg-Gossau und
beantragt, sie sei als Zeugin zu befragen.
2.5.1. Die kinderpsychiatrische Begutachtung am Ostschweizer Kinderspital hat
ergeben, dass C.s Symptomatik höchstwahrscheinlich durch eine reaktive
Bindungsstörung, inadäquate Erziehungs- und Beziehungsmuster (Erziehungsstil,
Verwöhnungsverwahrlosung, psychisch kranke Eltern) und transgenerational
weitergegebene Symptomatik (Angststörung, Depression, Traumata) hervorgerufen
wird. Das Kind wird von den in F. wohnhaften Grosseltern betreut, die damit
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weitgehend überfordert sind und zu denen es nach Einschätzung der Beiständin vom
eine symbiotische Beziehung mit massiven Trennungsängsten hat. Die Grossmutter
leidet gemäss Bericht des Ostschweizer Kinderspitals vom an Depressionen und ist
in psychiatrischer Behandlung. Die Mutter, die in L. in einer neuen Beziehung lebt und
eine IV-Lehre macht, war aufgrund ihres ängstlich scheuen Verhaltens mit elektivem
Mutismus nach diesem Bericht seit dem Kindergartenalter beim Kinder- und
Jugendpsychiatrischen Dienst in Behandlung. Heute ist sie bei einem Psychiater in
Einzeltherapie und nimmt Antidepressiva. Sie kann sich gemäss Bericht der Beiständin
vom nicht adäquat um C. kümmern. Zudem kam es zu Beziehungsabbrüchen, die
beim Kind zu massiven Verhaltensauffälligkeiten führten. Auch der Beschwerdeführer
leidet gemäss Bericht des Ostschweizer Kinderspitals an Angstattacken. Im Sommer
2007 war er aus diesem Grund während dreier Monate in der psychiatrischen Klinik Wil
hospitalisiert, was nach seinen eigenen Angaben und nach denjenigen der Beiständin
im Bericht vom dazu geführt hat, dass C. seither unter massiven
Verhaltensauffälligkeiten und Trennungsängsten gegenüber den Grosseltern leidet. Die
begleiteten Besuche des Beschwerdeführers waren nur in Anwesenheit des
Grossvaters möglich.
2.5.2. Die Beiständin hat gegenüber dem Kreisgericht Untertoggenburg-Gossau und
gegenüber dem Ausländeramt die Auffassung vertreten, aufgrund der Trennungsängste
und der instabilen Mutter-Kind-Beziehung sei ein kontinuierlicher, stabiler Kontakt zum
Beschwerdeführer für die Entwicklung von C. wichtig. Sie hält fest, der
Beschwerdeführer sei in Zusammenarbeit mit ihr und der Besuchsbegleitung im
Interesse von C. sehr kooperativ, halte am regelmässigen Kontakt mit seinem Sohn fest
und versuche, auf dessen besondere Bedürfnisse einzugehen. Auch in einem
undatierten Schreiben führt sie aus, sie halte die Vater-Sohn-Beziehung für sehr
wichtig. Hinzu komme, dass sich weitere Kontaktabbrüche auf die Entwicklung des
Kindes mit grosser Wahrscheinlichkeit ungünstig auswirken würden.
2.6. Zusammenfassend ergibt sich somit, dass gewichtige Gründe dafür sprechen,
dass regelmässige persönliche Begegnungen zwischen dem Beschwerdeführer und C.
zur Zeit wesentlich dazu beitragen können, dass sich das Kind unter den gegebenen
Umständen möglichst positiv entwickelt. Wie dargelegt, wächst C. in äusserst
schwierigen familiären Rahmenbedingungen auf. Nach fachärztlicher Einschätzung hat
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insbesondere auch eine instabile Beziehung zur Mutter, bedingt durch plötzliche
Kontaktabbrüche, dazu geführt, dass das Kind traumatisiert ist und unter einer
Bindungsstörung verbunden mit Trennungsängsten leidet. Neben einer intensiven
Begleitung durch die Beiständin und spezialisierter Institutionen wie der
Sprachheilschule ist auf lange Sicht eine kinderpsychiatrische Therapie erforderlich.
Auch wenn der Beschwerdeführer nicht die Hauptbezugsperson von C. ist, würde ein
Abbruch des von der Beiständin als kontinuierlich und stabil bezeichneten Kontakts
zwischen Vater und Sohn unter den gegeben Umständen deshalb mit dem Kindeswohl
nicht in Einklang stehen, zumal die Beiständin bestätigt hat, er halte an regelmässigen
Begegnungen fest, sei sehr kooperativ und versuche, auf die Bedürfnisse des Kindes
einzugehen. Hinzu kommt, dass sich der Beschwerdeführer nicht nur in persönlicher,
sondern auch in finanzieller Hinsicht um C. kümmert. Er ist seit dem bei der C. in O.
als Hilfsarbeiter/Hilfsschreiner tätig und leistet an den Unterhalt seines Kindes
regelmässig einen Betrag von Fr. 500.-- je Monat zuzüglich Kinderzulage. Gemäss
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung bezahlt er zudem
für die Ausübung des begleiteten Besuchsrechts einen Elternbeitrag von Fr. 300.-- je
Monat. Somit liegt zur Zeit ein wichtiger persönlicher Grund im Sinn von Art. 50 Abs. 1
lit. b AuG zum Verbleib des Beschwerdeführers in der Schweiz vor. Das Kindeswohl
überwiegt gegenüber dem öffentlichen Interesse an der Nichtverlängerung der
Aufenthaltsbewilligung, das zweifellos auch besteht. Der Beschwerdeführer reiste im
Oktober 2002 illegal in die Schweiz ein, und es ist unbestritten, dass er die Behörden
über Jahre hinweg, so auch während der Dauer des Asylverfahrens, über seine wahre
Identität und seine Staatsangehörigkeit getäuscht hat, was dazu führte, dass er nicht
ausgeschafft werden konnte. Nach Abschluss des Asylverfahrens hielt sich der
Beschwerdeführer sodann illegal in der Schweiz auf und er gab seine Identität erst im
September 2005 preis, als er heiraten wollte und Ausweispapiere benötigte. Im
weiteren hat er nur während kurzer Zeit mit seiner Ehefrau zusammengelebt, und es ist
zumindest fraglich, ob er je die Absicht hatte, mit ihr eine eheliche Gemeinschaft zu
führen. Ins Gewicht fällt auch, dass sich der Beschwerdeführer in der Drogenszene
bewegte und dass er am 10. August 2004 der qualifizierten und privilegierten
Widerhandlungen gegen das BetmG, der Sachbeschädigung sowie der Übertretung
des Transportgesetzes schuldig erklärt und zu einer auf drei Jahre bedingt erlassenen
Gefängnisstrafe von 18 Monaten verurteilt worden ist. Am 2. Februar 2006 erfolgte
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zudem eine Verurteilung zu einer Gefängnisstrafe von 10 Wochen wegen
widerrechtlichen Aufenthalts in der Schweiz.
Offen ist, ob regelmässige persönliche Begegnungen zwischen dem Beschwerdeführer
und C. auch mittel- und langfristig im Interesse des Kindeswohls liegen. Sollten sich
bezüglich der Einschätzung dieser Frage gegenüber heute wesentliche Änderungen
ergeben, würde dies eine Nichtverlängerung bzw. einen Widerruf der
Aufenthaltsbewilligung rechtfertigen, wenn die Aufenthaltsbewilligung an die
Bedingung geknüpft wird, dass die Beziehung zwischen Vater und Sohn regelmässig
gepflegt wird und dass sie im Interesse einer möglichst positiven Entwicklung des
Kindes geboten sein muss (Art. 9 Abs. 1 KRK; Art. 33 Abs. 2 AuG). eine Neubeurteilung
wäre auch dann angezeigt, wenn der Beschwerdeführer durch deliktisches Verhalten
oder anderweitig gegen die öffentliche Ordnung verstossen sollte (vgl. Art. 9 Abs. 4
KRK).
3. In Würdigung aller Umstände ist die Beschwerde gutzuheissen. Der angefochtene
Rekursentscheid vom 24. Februar 2009 und die Verfügung des Ausländeramtes vom
7. November 2008 werden aufgehoben und die Streitsache wird im Sinn der
Erwägungen zur Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung an das Ausländeramt
zurückgewiesen.
.. ..
Demnach hat das Verwaltungsgericht