Decision ID: 6f7ddbec-417c-5af5-afbd-e4805156b260
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1961
, war
vor Eintritt der Arbeitslosigkeit
vom
1.
August 2013 bis 3
1.
Juli 2014
bei der
Y._
als Fachlehrperson
für
Französisch tätig gewe
sen (
Urk.
5/21
Ziff.
2). Am 1
6.
Juni 2014 meldete sie sich beim Re
gionalen
Ar
beitsvermitt
lungs
zentrum
Zürich
Hardturmstrasse
(RAV) zum Leistungsbezug an
und
stellte sich
ab
1.
August 2014
im Um
fang eines Arbeitspensums von 100 % der Arbeits
vermittlung zur Verfügung (Urk. 5/20).
Am 1
4.
Juni beziehungsweise
4.
August 2014 meldete sie sich bei der Arbeitslosenversicherung zum Bezug von
Arbeitslosen
ent
schädigung
ab
1.
August 2014 an (
Urk.
5/19) und bezog in der Folge innerhalt einer Rahmenfrist für den Leistungsbezug vom
1.
August 2014 bis 3
1.
Juli 2016 Arbeitslosenentschädigung (
Urk.
5/24).
Mit Verfügung vom 2
6.
Januar 2015 (
Urk.
5) stellte das Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kan
tons Zürich (AWA) die Versicherte ein erstes Mal wegen in qualitativer Hin
sicht
ungenügender Arbeitsbemühungen im Monat Dezember 2014
für vier Tage mit Beginn am
1.
Januar 2015
in der Anspruchsberechtigung ein.
1.2
Am
9.
Juni 2015
(Urk.
5/7
) überwies das RAV die Sache an das Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kan
tons Zürich (AWA) zum Entscheid über die Einstellung in der
Anspruchs
berechti
gung
wegen ungenügender
Arbeits
bemühungen
im Monat
Mai 2015
. Mit Ver
fügung vom
1
2.
Juni 2015
(Urk.
5/8
) stellte das AWA die Versicherte
ein zweites Mal
wegen
in qualitativer Hinsicht
ungenügender
Arbeits
bemühungen
im
Monat Mai 2015
für
acht
Tage mit Beginn am 1.
Juni 2015
in der
An
spruchsberechtigung
ein.
Die von der Versicherten am 20.
Juni 2015
da
gegen erhobene Einsprache (Urk.
5/9
) wies das AWA mit Entscheid vom
9.
September 2015
(Urk.
5/10
) ab.
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom
9.
September 2015
(Urk.
5/10
) erhob die Versi
cher
t
e am
3.
Oktober 2014
(Urk. 1)
Beschwerde und bean
trag
te sinngemäss dessen Aufhebung und die Ausrichtu
ng der gesetz
lichen Leistungen (S. 1) sowie eventuell eine Herabsetzung der Einstellungsdauer (S. 2).
Mit
Beschwer
deantwort
vom
2
9.
Oktober 2015
(Urk.
4
) be
an
tragte das AWA die Ab
wei
sung der Be
schwerde, wovon der Versi
cherten am
1
0.
Dezember 2015
ein
e Kopie zugestellt wurde (Urk. 8
).
Der
Einzelricht
er

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Da der Streitwert Fr. 20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der Be
schwer
de in die einzelrichterliche Zuständigkeit (§ 11 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
1.2
Nach
Art.
17
Abs.
1 AVIG muss die versicherte Person, die Versicherungs
leistungen beanspruchen will, mit Unterstützung des zuständigen Arbeit
s
amtes alles Zumutbare unterneh
men, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. Insbe
sonde
re ist sie verpflichtet, Arbeit zu suchen, nötigenfalls auch ausserhalb ihres bisherigen
Berufes. Sie muss ihre Bemühun
gen nach
weisen können. Gemäss
Art.
30
Abs.
1
lit
.
c
des Bundesgesetzes über die obli
ga
torische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG)
ist die versicherte Person i
n der Anspruchsberechtigung ein
zustellen, wenn sie sich per
sönlich nicht genügend um zumut
bare Arbeit bemüht.
Gemäss
Art.
26
Abs.
2 Satz 1
der Verordnung über die obligatorische Arbeits
losenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIV)
muss die versicherte Person den Nachweis der Arbeitsbemühungen für jede
Kontroll
periode
spätestens am fünften Tag des folgenden Monats oder am ersten auf diesen Tag folgenden Werktag einreichen. Als Kontrollperiode gilt jeder Kalendermonat (
Art.
27a AVIV). Die Arbeitsbemühungen werden nach
Art.
26
Abs.
2 Satz 2 AVIV nicht mehr berücksichtigt, wenn die versicherte Person die Frist verstreichen lässt und keinen entschuldbaren Grund geltend macht.
Die Einstellung erfolgt, ohne dass eine zusätzliche Frist gewährt werden müsste.
Unerheblich ist, dass die Nachweise später erbracht werden, zum Beispiel in einem
Einspracheverfahren
(
vgl.
BGE 139 V 164 E.
3.2).
1.3
Nach der Rechtsprechung (Urteil des Bundesgerichts C 50/06 vom 23. Mai 2006 E. 2.2) stellt die Pflicht zur Vornahme persönlicher Arbeitsbemühungen eine elementare Verhaltensregel dar, die auch ohne vorgängige Aufklärung oder - im Falle ungenügender Arbeitsbemühungen - Verwarnung seitens der Ver
waltung befolgt werden muss, was sich schon daraus ergibt, dass die versicherte Person bereits vor Eintritt der Arbeitslosigkeit ihren diesbezüglichen Obliegen
heiten nachkommen und sich schon während der Kündigungsfrist um einen neuen Ar
beitsplatz bewerben muss (Urteil des Bundesgerichts C 144/05 vom 1. Dezember
2005 E. 5.2.1 mit Hinweisen). Aus diesem Grunde vermag eine versicherte Per
son
nichts zu ihren Gunsten abzuleiten, wenn ihr der Berater oder die Beraterin des RAV nicht bereits bei der Anmeldung zur Ar
beitsvermittlung, sondern erst an
läss
lich der ersten
Besprechung bekanntgibt, wie viele Bewerbungen von ihr
monatlich erwartet werden (Urteile des Bundes
gerichts C 50/06 vom 23. Mai 2006
E. 2.1 und C 14/06 vom 6. September 2006 E. 2.2).
1.4
Grundsätzlich sanktioniert Art. 30 Abs. 1
lit
. c AVIG eine Verletzung der in Art. 17 Abs. 1 AVIG statuierten Schadenminderungspflicht, insbesondere der Pflicht, sich genügend um Arbeit zu bemühen. Diese Verknüpfung soll Arbeits
lose zur Stellensuche anspornen und eine missbräuchliche Beanspruchung der Arbeitslosenversicherung verhindern. Die Einstellung in der
Anspruchs
berechti
gung
bezweckt eine angemessene Mitbeteiligung der versicherten Person an je
nem Schaden, den sie durch ihr pflichtwidriges Verhalten der Arbeitslosen
versi
cherung natürlich und adäquat kausal verursacht hat (BGE 124 V 225 E. 2b mit weiteren Hinweisen). Kern der Pflicht, alles Zumutbare zu unter
nehmen, um Ar
beitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen, sind die persönli
chen
Arbeitsbe
mühungen
der versicherten Person selbst, die in der Regel streng beurteilt wer
den. Es gilt gewissermassen der Grundsatz, dass die
Arbeitsbemü
hungen
umso in
tensiver sein müssen, je weniger Aussicht eine versicherte Person hat, eine Stelle zu finden. Dabei stehen sowohl Tatsache als auch Inten
sität, nicht aber der Erfolg dieser Bemühungen im Vordergrund (BGE 133 V 89 E. 6.1.1).
1.5
Die Eigeninitiative der versicherten Person hat sich laut Art. 17 Abs. 1 Satz 2 AVIG wenn nötig auch auf ausserberufliche Arbeitsgelegenheiten zu erstrecken. Nach Art. 16 Abs. 1 AVIG muss die versicherte Person zur Schadenminderung grundsätzlich jede Arbeit unverzüglich annehmen. Abs. 2
dieser Bestimmung
besagt, dass eine Arbeit unzumutbar und somit von der Annahmepflicht ausgenommen ist, die nicht angemessen auf die Fähigkeiten oder auf die bisherige Tätigkeit de
r v
ersicherten
Person
Rücksicht nimmt (
lit
.
b) oder we
lche die Wiederbeschäftigung der
v
ersicherten
Person
in
ihrem
Beruf wesentlich erschwert, falls darauf in absehbarer Zeit überhaupt Aussicht besteht (
lit
. d). Daraus hat die Rechtsprechung ge
schlossen,
dass
quali
fi
zier
te
Berufsleute
ihre persönlichen Bemühungen zunächst auf ihren bisherigen Berufszweig beschränken
dürfen
, sofern dieser offene Stellen anbietet
. Dies gilt auch für
spezielle Berufe m
it einem kleinen Stellenangebot
.
Arbeitnehmenden
mit solchen Berufen
ist
bei Eintritt der Arbeitslosigkeit zunächst die Gelegenheit einzuräumen, Tätigkeiten im erlernten Beruf oder in der bishe
rigen Tätigkeit zu suchen
(
BGE 139 V 524 E. 2.1.3
)
.
Bei längerer Da
uer der Arbeitslosigkeit besteht
inner
halb der Schranken von Art. 16 Abs. 2
lit
. b und d AVIG für die Annahme einer ausserberuflichen
Tätigkeit indessen eine erhöhte Pflicht.
Der versicherten Person ist bei längerer Dauer der Arbeitslosigkeit daher auch die Annahme einer ausserberuflichen Tätigkeit zumutbar, wobei dies auch für weniger qualifizierte Arbeiten gilt, soweit der angebotenen Stelle lediglich Überbrückungscharakter zukommt (Urteil des Bundesgerichts C 244/05 vom 2
2.
November 2006 E. 2.1). D
ie
Rücksichtnahme auf
Art.
16
Abs.
2
lit
. b AVIG
nimmt
mit längerdauernder Arbeitslosigkeit ab
, wobei sich die Frage, ab
wann und in wel
chem Ausmass der Verzicht auf ausserberufliche Arbeitsbemühungen arbeitslo
sen Personen unter dem Gesichtspunkt der
Schadenminderungs
pflicht
zum Vor
wurf gemacht werden
kann
, auf Grund der konkreten Um
stände des Einzelfalls, so etwa in Berücksichtigung der auf dem Arbeitsmarkt für die bisherige Tätigkeit vorhandenen Stellenangebote
, beurteilt
(
BGE 139 V 524 E. 2.1.3
;
SVR 2007 ALV Nr. 6 S.
19, C 244/05
E. 2.1).
1.6
In einem Urteil aus dem Jahre 2006 (Urteil des Bundesgerichts C 244/05 vom 2
2.
November 2006), welches einen
Profifussballer
betraf, welcher sich
am
1
4.
Juli 2003 zur Arbeitsvermittlung an
gemeldet
und um Ausrichtung von Arbeitslosenentschädigung
ersucht hatte, erwog das Bundesgericht, dass der Versicherte
angesichts der Tatsache, dass der Arbeitsmarkt
als
Profifussballer
sehr beschränkt war, seine Arbeitssuche lediglich bis Ende September 2003 auf die Tätigkeit als
Profi
f
ussballer
habe
konzentrieren
dürfen, und dass er
sich ab Oktober 2003 auch um andere Stellen, etwa als Mitarbeiter in einem Fitness-Studio, als Assistenztrainer oder um eine ähnliche zumutbare Erwerbsmöglichkeit
hätte
bemühen müssen
(E. 2.3)
.
1.7
Bei der Beurteilung der Frage, ob sich eine Person genügend um zumutbare Ar
beit bemüht hat, ist nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität ihrer Be
werbungen von Bedeutung (BGE 124 V 225 E.
4a mit Hinweis). Was die Quan
tität der persönlichen Arbeitsbemühungen anbelangt, können keine eindeutigen Zah
lenwerte angegeben werden. Eine allgemein gültige Aussage über die erfor
derliche Mindestzahl an Bewerbungen ist nicht möglich. Das Quantitativ beur
teilt sich vielmehr nach den konkreten Umständen (BGE 124 V 225 E. 4a mit Hinweis). Die Verwaltungspraxis verlangt in der Regel 10 bis 12 Bewerbungen pro Monat, wobei es sich nicht um eine starre Grenze handelt, sondern die sub
jektiven und objektiven Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen sind (vgl.
Urteile des Bundesgerichts 8C_583/2009 v
om 22. Dezember 2009 E. 5.1 und
C 62/06 vom 7. August 2006 mit Hinweisen
). Dabei sind die persönlichen Umstände und Möglichkeiten der versicherten Person wie Al
ter, Schul- und Berufsbildung sowie die
Usanzen
des für sie in Betracht fallen
den Arbeitsmarktes zu beachten (BGE 120 V 74 E. 4a). Zudem
ist auch zu berücksichtigen
,
wie lange eine Ar
beitslo
sigkeit bereits dauert und wie die Chancen der betreffenden Person auf dem Ar
beitsmarkt
stehen
. Insgesamt gilt es bei
der Würdigung des Verhaltens der
v
er
sicherten
Person
unter dem Gesichtspunkt des Verschuldens alle Umstände des kon
kreten Einzelfalls einzubeziehen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_583/2009 vom 22. Dezember 2009 E. 5.1)
.
2.
2.1
Der Beschwerdegegner ging im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom
9.
September 2015
(Urk.
5/10
) davon aus, dass
die
Beschwerdeführer
in
,
welche im Monat Mai 2015 14 Arb
eitsbemühungen nachgewiesen hat
, in quantitativer Hinsicht den Anforderungen genüg
t
e (S. 2).
Die Beschwerde
führerin
,
welche im Monat Mai 2015 ausschliesslich Arbeitsstellen als
Französisch
lehrerin
gesucht habe, habe sich
i
n diesem Monat
jedoch
in
qualitativer Hinsicht
nicht genügend um Arbeit bemüht
. Denn es wäre
ihr zuzumuten gewesen, die Stellen
suche auf Tätigkeiten ausserhalb
des Tätigkeitsbereichs als Französischlehrerin auszuweiten
. Dies insbesondere
deshalb
,
weil
sie
anlässlich eines Beratungsgesprächs
beim RAV
vom 1
2.
März 2015
mit diesem
vereinbart
habe
,
für eine
Kontrollperiode min
destens vier bis fünf Arbeitsbemühungen ausserhalb des Tätigkeits
bereichs als Französischlehrerin nachzuweisen
.
2.2
Die Beschwerdeführerin bringt
hiegegen
vor, dass sie
auf Grund sprachlicher
Schwierigkeiten
geglaubt habe, nur während
eines
Monats Stellen ausserhalb des Tätigkeitsbereichs als Französischlehrerin suchen
zu
müssen. Zudem vertrete sie die Ansicht, dass ihr die Annahme von Arbeitsstellen in Call-Centern angesichts ihrer Ausbildung nicht zuzumuten
gewesen
wäre, weshalb sie es unterlassen habe, Arbeitsstellen in diesem Bereich zu suchen (
Urk.
1 S. 1).
3.
3.1
Dem Beratungsprotokoll des RAV (
Urk.
5/15) ist zu entnehmen, dass die
Beschwe
rdeführer
in, welche
als ausgebildete Französischlehrerin vor Eintritt der Arbeitslosigkeit bei der
Y._
als Fachlehrperson für Französisch tätig gewesen
war
(
Urk.
5/22)
,
anlässlich
eines
Beratungsgesprächs beim RAV vom
1
2.
März 2015
mit dem für sie zuständigen Berater des RAV eine breitere Stellensuche sowie den monatlichen Nachweise von vier bis fünf
Stellenbewerbungen ausserhalb des Tätigkeitsbereichs als
Französisch
lehrerin
vereinbarte
.
3.2
Die Beschwerdeführerin bestreitet nicht, mit dem für sie zuständigen Berater des RAV einen monatlichen Nachweis von vier bis fünf Stellenbewerbungen ausserhalb des Tätigkeitsbereichs als
Französisch
lehrerin
vereinbart zu haben. Sie machte indes geltend, dass sie diese Vereinbarung aus sprachli
chen Gründen dahingehend verstanden habe, dass die Erweiterung der
Stellen
suche
im Umfang von vier bis 5 Arbeitsbemühungen ausserhalb des Tätigkeitsbereich als Französischlehrerin
nur den Monat April 2015 und nicht den vorliegend streitigen Monat Mai 2015 betroffen habe
(
Urk.
1 S. 1)
.
3.3
Die Beschwerdeführerin war
ab
1.
August 2014
arbeitslos und meldete sich auf diesen Zeitpunkt bei der Arbeitslosenversicherung zur Arbeitsvermittlung an
und bezog seither Arbeitslosenentschädigung
. Am
1.
Mai 2015 war die Beschwerdeführer
in
daher schon seit einer Dauer von
neun
Monaten
arbeitslos
.
Obwohl der
Beschwerdeführerin
bei Eintritt der Arbeitslosigkeit zunächst die Gelegenheit einzuräumen
war
, Tätigkeiten in der bishe
rigen Tätigkeit
al
s Französischlehrerin zu suchen, ist in
Würdigung der gesamten Umstände
nicht zu beanstanden, dass das RAV anlässlich des
Beratungs
termins
vom 1
2.
März 2015
(
Urk.
5/15)
zu einem Zeitpunkt
von mehr als sieben Monaten seit Eintritt der Arbeitslosigkeit der Beschwerdeführerin die Annahme einer aus
serberuflichen Tätigkeit zumuten
wollte
. Der zeitliche Umfang
einer Beschränkung der Stellensuche auf den
Bereich
als
Französisch
lehrerin
von mehr als sieben Monaten,
welcher der
Beschwerdeführerin
durch das RAV gewährt wurde, erscheint als angemessen und verhältnismässig. Dies insbesondere mit Blick auf
die erwähnte Rechtsprechung
(vorstehend E.
1.6
), worin das Bundesgericht
einem Versicherten
bereits nach einer Arbeitslosigkeit von 2.5 Monaten Dauer die Annahme einer ausserberuflichen Tätigkeit zumutete.
3.4
Der Beschwerdeführerin ist sodann nicht zu folgen, wenn sie beschwerdeweise vorbringt, dass
bei der mir dem
RAV
vereinbarten
Erweiterung der
Stellen
suche
auf Arbeitsstellen ausserhalb des Tätigkeitsbereichs als
Französisch
lehrerin
lediglich Arbeitsstellen in Call Centern
in Frage kämen
(vgl.
Urk.
1 S.
1). Denn einerseits sind, wie bereits erwähnt (vorstehend E.
1.5
), nach der Rechtsprechung auch weniger qualifizierte Arbeiten zumutbar, soweit diesen lediglich Überbrückungscharakter zukommt. Andererseits umfasst
der Bereich der möglichen Arbeitsstellen ausserhalb des Tätigkeitsbereichs als
Französisch
lehrerin
, welcher der Beschwerdeführerin von ihrer Ausbildung
und Berufserfahrung zumutbar wäre,
nicht lediglich
Arbeitsstellen
in
Call Center
s
, sondern umfasst einen weiten Bereich möglicher Tätigkeiten
.
Denkbar wären beispielsweise Tätigkeiten
in der Administration von Schul
verwaltungen und Schulgemeinden, im Kundendienst von Versicherungs
gesellschaften und in der internen Weiterbildung von Unternehmen. Die Beschwer
deführerin hat denn auch im April 2015 Arbeitsbemühungen als Assist
entin bei der
Z._
, als Assistentin
bei der
A._
und als Angestellte des
B._
nachge
wiesen (
Urk.
5/16) und
in der Folge
bei der
C._
eine Zwischenverdiensttätigkeit ausgeübt (
Urk.
5/15).
3.
5
Des Weiteren lässt sich d
en Akte
n entnehmen, dass die
Kenntnisse der deutschen Sprache der
Beschwerdeführerin
gemäss
den Auswertungsbogen der Deutscheinschätzung
des Beschwerdegegners
mit dem Niveau C1 (Urk.
7/3), welches einer kompetenten Sprachverwendung entspricht, beziehungsweise mit dem Niveau B1, welches einer selbständigen Sprachverwendung entspricht (vgl.
Urk.
7/5), beurteilt wurden. Die
Formulare zum Nachweis der persönlichen Arbeitsbemühungen
hat die Beschwerde
führerin denn auch
stets in verständlicher Weise in deutscher Spr
ache handschriftlich ausgefüllt
. Sodann
vertrat
sie
ihre Standpunkte sowohl in dem sich bei den Akten befindenden Schreiben an das RAV vom
9.
Juni 2015 (Urk. 5/9/3), in
ihrer
Einsprache vom 2
0.
Juni 2015 (
Urk.
5/9/1) als auch in der Beschwerdeschrift vom
3.
Oktober 2015 (
Urk.
1) in verständlicher
und
eloquenter Weise. In
Würdigung der Akten
ist daher
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass
die
Beschwerdeführer
in
grundsätzlich befähigt war, den Inhalt der Beratungsgespräche beim RAV zu verstehen.
Unter diesen Umständen
ist daher mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführer
in
die Vereinbarung mit dem RAV, die Stel
lensuche auf Bereiche ausserhalb des Tätigkeitsbereichs als Französischlehrerin auszudehnen und ausserhalb des bisherigen Suchbereichs als
Fran
zösisch
lehrerin
monatliche vier bis fünf Arbeitsbemühungen nachzu
weisen, ver
stehen konnte und musste.
Da
die Pflicht zur Vornahme persönlicher Arbeitsbemühungen, wie
bereits erwähnt (vorstehend E.
1.3
)
, eine elementare Verhaltensregel dar
stellt
, die auch ohne vorgängige Aufklärung oder - im Falle ungenügender
Arbeits
be
mühungen
- Verwarnung seitens der Ver
waltung befolgt werden muss,
wäre die Beschwerdeführer
in
daher selbst ohne eine diesbezügliche Verein
barung mit dem RAV nach einer längerdauernden Arbeitslosigkeit
ver
pflichtet ge
wesen, ihre
Stellensuche auf ausserhalb des Tätigkeitsbereichs als
Fran
zösisch
lehrerin
zumutbare Stellen auszuweiten. Die von der Beschwerde
führerin geltend gemachten sprachlichen Schwierigkeiten sind daher nicht geeignet, die Beschwerdeführerin im Monat Mai 2015 von ihrer Obliegenheit zur Suche nach offene Stellen ausserhalb des Tätigkeitsbereichs als
Fran
zösischlehrerin
zu entbinden.
4.
4.1
Nach Gesagtem steht fest, dass die Beschwerdeführerin, welche für den Monat Mai 2015 ausschliesslich Arbeitsbemühungen für Tätigkeiten als
Fran
zösischlehrerin
nachwies (
Urk.
5/6), sich in dieser Kontrollperiode in qualitativer Hinsicht nicht in genügender Weise um Arbeit bemühte. Die Beschwerdeführerin wäre vielmehr verpflichtet gewesen, ihre Stellenbemühungen auf zumutbare offene Arbeitsstellen ausserhalb des Tätigkeitsbereichs als Französischlehrerin auszudehnen.
4.2
Demzufolge hat
die Beschwerdeführerin, welche
sich im Monat Mai 2015 in qualitativer
Hinsicht nicht genügend um Arbeit bemüht hat, für
diese Kontrollperiode
den Tatbestand der unge
nügenden
Arbeitsbe
mühungen
im Sinne von Art.
30 Abs. 1
lit
. c AVIG er
füllt. Eine
Ein
stellung in der Anspruchsberechtigung
ist daher grundsätzlich zu Recht erfolgt
.
5
.
5
.1
Zu prüfen bleibt die Dauer der Einstellung, insbesondere der Grad des dafür mass
gebenden Verschuldens.
Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach
dem Grad des Verschuldens (
Art.
30
Abs.
3 AVIG) und beträgt 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30
Tage bei mittelschwerem und 31
bis 60 Tag
e bei schwerem Verschulden (
Art.
45
Abs.
3 AVIV).
5
.2
Vorliegend gilt es im Rahmen
der Verschuldensbeurteilung insbesondere
den
Umstand
zu berücksichtigen
, dass die Beschwerdeführerin bereits mit Verfügung vom 2
6.
Januar 2015 (
Urk.
5) eine erstes Mal wegen in qualitativer Hinsicht ungenügender Arbeitsbemühungen im Monat Dezember 2014 für vier Tage in der Anspruchsberechtigung eingestellt wurde.
5
.3
Gemäss dem Einstellraster des Staatssekretariats für Wirtschaft (
seco
; AVIG-Praxis ALE Ziff. D72; www.treffpunkt-arbeit.ch) ist bei
zweitmals
unge
nügenden
Arbeits
bemühun
gen
während der
Kontrollperiode eine
leichtes
Ver
schulden anzunehmen
und
eine Einstellung in der
Anspruchsbe
rechtigung
im Umfang von
5 bis 9
Tagen
anzuordnen.
5.4
Die verfügte Einstellung von
8
Tagen befindet sich im
oberen
Bereich der vom
seco
für die hier zu beurteilende Konstellation vorgesehenen Richt
masse. In Wür
di
gung der gesamte
n Umstände ist das Verhalten der Beschwer
de
führerin, welche für den Monat Mai 2015 14 Arbeitsbemühungen nachgewiesen und sich in quantitativer Hinsicht in genügender Weise um Arbeit bemühte,
im unteren Bereich
des leichten Verschuldens einzustufen
,
und es erscheint eine im unteren Bereich
der Richtmasse des
seco
gelegene
Einstellung in der Anspruchsberechtigung im Umfang von sechs Tagen als angemessen.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
ist daher in Gutheissung der Beschwerde in diesem Sinne abzuändern.