Decision ID: bdccab3c-2408-413a-8dd7-d95bd8b8ffb3
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1959
,
war bis Dezember 2009 als Buschauffeur tätig
(
Urk.
12/14/1)
und
meldete sich am
2
2.
Mai 2010
bei der
Invalidenversicherung
unter Hinweis auf die Folgen eines Unfalls vom 2
2.
Oktober 2009
und eine
Depression
zum Leistungsbezug an (
Urk.
12/4
). Die Sozialversicherungsanstalt
des Kantons
Zür
ich, IV-Stelle,
zog die Unfallakten bei,
tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen und
holte
beim
I
nstitut
Y._
ein polydisziplinäres Gutachten ei
n, welches am
1
7.
August 2011
erstattet wurde
(
Urk.
12/30)
.
Mi
t Verfügung vom
1
3.
Juli 2012
sprach
die IV-Stelle
dem Versicherten
bei einem Invaliditätsgrad von 50
%
eine halbe Rente
ab
1.
Dezember 2010 zu (
Urk.
12/56
,
Urk.
12/50
).
Diese Verfügung erwuchs unan
gefochten in Rechtskraft.
1.2
Die Suva sprach dem Versicherten
mit Verfügung vom 2
0.
Juni 2011
(
Urk.
12/29) und m
it
Einspracheentscheid
vom
8.
November 2011 (
Urk.
12/45)
gestützt
auf eine Erwerbseinbusse von 13
%
ab
1.
Juni 2011
eine Invalidenrente
zu
.
1.3
Im Rahmen des
Revisionsverfahrens, welches
nach Eingang des am
3.
Februar 2015
ausge
füllten Fragebogens (
Urk.
12/69
) e
ingeleitet wurde,
holte die IV-Stelle unter anderem beim
Zentrum
Z._
ein polydisziplinäres Gutachten ein, welches am
3.
Septem
ber 2016 erstattet wurde (
Urk.
12/116). Am
2.
März 2017
auferlegte die IV-Stelle dem Versicherten
gestützt auf das Gutachten
eine
Massnahme zur Verbesserung des gesundheitlichen Zustands
(
Urk.
12/128)
und holte
beim
Z._
ein psychiat
risches
Verlaufsg
utachten ein
, welches
am 1
0.
April 2018
(
Urk.
12/141)
erstattet
wurde
. Mit Vorbescheid vom 2
7.
April 2018 wurde die Einstellung der Invaliden
rente in Aussicht gestellt (
Urk.
12/143). Dagegen erhob der Versicherte am 2
4.
Mai 2018 (
Urk.
12/145) und am 2
9.
Juni 2018 (
Urk.
12/148) Einwände.
Mit Verfügung vom 1
3.
August 2018 hob
die
IV-Stelle die bisher ausgerichtete Invalidenrente auf (
Urk.
2 =
Urk.
12/152).
2.
Der Versicherte erhob am 1
0.
September 2018 Beschwerde gegen die Verfügung vom 1
3.
August 2018 (
Urk.
2) und b
eantragte, diese sei aufzuheben und
es sei ihm ab
1.
Juli 2015 eine ganze Rente zuzusprechen
. Eventuell sei ihm weiterhin eine halbe und für die Zeit von Juli 2015 bis April 2018 eine ganze Rente zuzu
sprechen
(
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom
1
1.
Oktober 2018 (
Urk.
11) beantragte die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde.
Die Beschwerde
gegneri
n verzichtete am
1
3.
November 2018 (
Urk.
14
) ausdrücklich auf eine Stellungnahme
zur Eingabe des Beschwerdeführers vom 3
0.
Oktober 2018 (
Urk.
19
),
was dem Beschwerdeführer
am
1
6.
November 2018 mitgeteilt wurde (
Urk.
15
).
Mit Gerichtsverfügung
vom
1
6.
November 2018
wurde antrags
gemäss
die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung
bewilligt (
Urk.
15).
Mit Verfügung vom 1
2.
August 2019 (
Urk.
18) wurde die
PKRück
Lebensver
sicherungsgesellschaft zum Prozess beigeladen, die am 1
5.
Oktober 2019 ihre Stellungnahme einreichte (
Urk.
23), worüber die Parteien am 2
9.
Oktober 2019 in Kenntnis gesetzt wurden (
Urk.
25).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Renten
anspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisions
rechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.5
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
vergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswir
kungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und zur prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4)
.
Dabei braucht es sich nicht um eine formelle Verfügung (Art. 49 ATSG) zu handeln. Ändert sich nach durchgeführter Rentenrevision als Ergebnis einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs nichts und eröffnet die IV-Stelle deswegen das Revisionsergebnis gestützt auf Art. 74
ter
lit
. f
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
auf dem Weg der blossen Mitteilung (Art. 51 ATSG), ist im darauffolgenden Revisionsverfahren zeitlich zu vergleichender Ausgangssachverhalt derjenige, welcher der Mitteilung zugrunde lag (Urteil des Bundesgerichts 9C_599/2016 vom 29. März 2017 E. 3.1.2 unter Hinweis auf 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E. 3.1.2).
1.6
Gemäss Art. 88a Abs. 2 IVV ist eine Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, oder eine Zunahme der Hilflosigkeit oder Erhöhung des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwandes
oder Hilfebedarfs zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat. Art. 29
bis
IVV ist sinngemäss anwendbar.
1.7
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.8
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus,
die gesundheitliche Situation habe sich
durch die psychiatrische Behandlung seit 2017
kontinuierlich verbessert. Aktuell werde eine 20%ige Erwerbsunfähig
keit attestiert, was einem Invaliditätsgrad von 20
%
entspreche. Der Anspruch auf eine IV-Rente werde somit für die Zukunft aufgehoben. Bei der eingereichten medizinischen Stellungnahme handle es sich um eine Reaktion auf den ergange
nen Vorbescheid. Diesem Bericht komme
nicht der gleiche Beweiswert zu
wie ärztlichen Berichten vor Erlass des Vorbescheids. Da keine neuen Tatsachen oder Akten vorlägen, werde am Entscheid festgehalten (S. 2).
2.2
Dagegen wandte der Beschwerdeführer im Wesentlichen ein (
Urk.
1)
, dass immer noch die gleichen Diagnosen bestünden beziehungsweise sich der Gesundheits
zustand seit der
Rentenzusprache
weiter verschlechtert habe (S. 11).
2.3
Stritt
ig ist die revisionsweise Aufhebung der bisher ausgerichteten halben Rente, weshalb zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers
im Vergleich zu
m
Verfügungszeitpunkt am
1
3.
Juli
2012
we
sentlich verbessert hat beziehungsweise sich die für die Invaliditätsbemessung massgebende Arbeits
fähigkeit verändert hat.
3.
3.1
Der erstmaligen
Zusprache einer halben Rente
mit Verfügung vom1
3.
Juli 2012 (
Urk.
12/56)
lag
en im
Wesentlichen die folgenden Berichte
zugrunde
:
3.2
Dr.
A._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte in seinem Bericht vom 1
2.
August 2010 (
Urk.
12/15/2-4) aus, dass er den Beschwer
deführer seit November 2009 ambulant behandle (
Ziff.
1.2), und nannte die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1.):
-
erhebliche Depression, seit Ende 2009
-
Schulterbeschwerden links, seit Unfall vom 2
2.
Oktober 2009
-
Kniebeschwerden links (Gonarthrose)
-
arterielle Hypertonie
-
Diabetes mellitus Typ II
Es bestehe eine eher schlechte Prognose aufgrund der Herkunft, der Ausbildung und da der Beschwerdeführer immer als Chauffeur tätig gewesen sei (
Ziff.
1.4). Seit
1.
November 2009 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Ziff.
1.6). Weitere Abklärungen zu den körperlichen, geistigen und psychischen Einschrän
kungen seien notwendig (
Ziff.
1.7).
3.3
Dr.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
,
führte in seinem Bericht vom
9.
Januar 2011 (
Urk.
12/21/2-8) aus, dass er den Beschwerdeführer seit
6.
November 2009 ambulant behandle (
Ziff.
1.2), und
nannte
die folgenden Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1
):
-
nichtorganische Insomnie im Rahmen einer längeren depressiven R
eak
tion (ICD-10 F.51.0, F43.21)
-
mehrsegmentale
Chondrose
mit
breitbasig
zirkulärer etwas median beton
ter
Duskushernie
sowie eine grosse
Schmorl’sche
Hernie in der Deckplatte (gemäss
Klinik
C._
vom
5.
Januar 2010)
-
transmurale
Supraspinatusruptur
der linken Schulter posttraumatisch bei gut erhaltener
Trophik
der
Rotator
enmanschetten
-Muskulatur
(gemäss K
lini
k
D._
vom 1
5.
März 2010)
-
Status nach anteriorer K
niekontusion links
(gemäss
Klinik
D._
vom 1
5.
März 2010)
-
Diabetes mellitus, durch Diät behandelt
(gemäss
Klinik
D._
vom 1
5.
März 2010)
-
arterielle Hypertonie sowie intermittierend Arrhythmien (gemäss
Klinik D._
vom 1
5.
März 2010)
Die Prognose sei abhängig vom weiteren Behandlungsverlauf (
Ziff.
1.4). Bezüg
lich der weiteren somatischen Diagnostik mit und ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit verwies er auf die Angaben des zuweisenden Hausarztes (
Ziff.
1.1)
3.4
Dr.
E._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumato
logie des Bewegungsapparates
, Kreisarzt der Suva, führte in seinem Bericht vom
7.
März 2011 (
Urk.
12/27/17-23)
zur kreisärztlichen Untersuchung vom
4.
März 2011
aus,
die bei der Untersuchung gezeigte Einschränkung der Schulterbeweg
lichkeit links
sei organisch nicht erklärbar. D
ie einzige mögliche Erklärung sei eine mehr oder weniger bewusstseinsnahe,
muskulärbedingte
Blockierung der Bewegung der linken Schulter in der Untersuchungssituation. Die ausgeprägte Einschränkung der Kraftausübungen der Hand sei überdies angesichts der gut entwickelten Muskeln nicht erklärbar.
Man
komme nicht umhin, ein klar dysfunktionales Verhalten des Beschwerdeführers festzuhalten. Aufgrund des Verhaltens des Beschwerdeführers sei man gezwungen, das Zumutbarkeitsprofil theoretisch zu bestimmen: Die Tätigkeit als Buschauffeur erscheine dabei vollzei
tig zumutbar, allerdings mit Ausnahme schwerer Arbeiten am Fahrzeug selber, beispielsweise wäre das Montieren
von Ketten oder der Wechsel von Rädern wohl nicht möglich. Auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ergebe sich eine normale Belastbarkeit für körpernahe Tätigkeiten (Auslenkung Unterarmlänge plus 15 cm) und bis Schulterhöhe. Körperferne Tätigkeiten seien unbelaste
t
oft zumutbar, unbelastete Tätigkeiten über Kopf nur selten. Belastete körperferne Tätigkeiten und Tätigkeiten über Kopf mit Belastungen über 2 kg seien nicht zumutbar
(S. 22).
3
.5
Die Ärzte
des
Y._
erstatteten im Auftrag der Beschwerdegegnerin am 1
7.
August 2011 ein polydisziplinäres Gutachten (
Urk.
12/30). Sie stützten sich auf die ihnen überlassenen Akten (S.
2 ff.
), die Angaben des Beschwerdeführers (S.
4 ff.
) und ihre am
1.
Juni 2011 erhobenen internistischen/allgemeinmedizin
is
chen (S.
5 ff.
), psychiatrischen (S.
6 ff.
) und rheumatologischen (S.
10 ff.
) Befunde. Sie nannten die folgenden Diagnosen mit
Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 18
Ziff.
5.1):
-
p
ersistierende schmerzhafte Funktionseinschränkung der link
en Schulter
-
Status nach arthroskopis
cher Schulteroperation links im April
2010 mit Bizeps-Tenotomie und -
Tenodese
im
Sulcus
bicipitalis
,
subakromialem
Débridement
sowie Supraspinatus-
Rekonstruktion bei posttrauma
tischer
Supraspinatusruptur
transm
ural mit instabil
er und
tendino
pathischer
Bizeps lon
gus-Sehne nach Sturzereignis im Oktober
2009
-
c
hronisches
zervikospondylogenes
Syndrom und myofasziales Nacken- Schul
tergürtelsyndrom
-
gemäss Aktenlage degenerative HWS-Veränderungen mit unter ande
rem medianer D
iskushernie C4/5 sowie S
egmentdegeneration C5/6 (MRI vom Juli
2006) sowie Status nach HWS-Distors
ionstrauma bei Auffahrunfall im April 2006
-
c
hronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsy
ndrom und myofasziales Lenden-B
ec
kengürtelsyndrom
-
mehrsegmentale
Chondrosen
der oberen LWS sowie fortgeschrittene Segmentdegeneration L4/5 und multiple
Intervertebralarthrosen
der LWS (MRI
vom Januar 2010)
-
b
elastungsabhän
gige Knieschmerzen links
-
Differentialdiagnose (DD) im Rahmen einer medialen Meniskusläsion (MRI vom September 2010)
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 18
Ziff.
5.2)
nannten sie eine leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0), eine Schmerz
verarbeitungs
störung (ICD-10 F45
) und eine Adipositas (BMI 29.5 kg/m
2
)
.
Der Beschwerdeführer habe am 2
2.
Oktober 2009 einen Unfall mit Verletzung der linken Schulter erlitten, welche im April 2010 operiert worden sei. Im Weiteren bestünden radiologisch nachgewiesene degenerative Veränderungen der Hals- und Lendenwirbelsäule.
Bei der
rheum
atologischen Untersuchung sei
eine deut
liche Bewegungseinschränkung der rechten Schulter festgestellt
worden
. Die angegebenen Beschwerden im Rücke
n und im linken Knie seien durch die radio
logischen und kl
inische
n Befunde nur teilweise erklärbar
.
Bei der Untersuchung seien
auch deutliche Diskrepanzen zwischen den S
pontanbewegungen
und den klinischen Befunden festgestellt
worden
.
Aus rheumatologischer Sicht sei der Beschwerdeführer
für eine körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit ohne Einsatz des linken Armes über Brusthöhe zu 70
%
arbeits- und leistungsfähig. Körperlich schwere un
d mittelschwere Tätigkeiten seien
ihm nicht mehr zumut
bar. Die zuletzt ausgeübt
e Tätigkeit als Buschauffeur sei
wegen der andauernden Sitzhaltung und monotonen Belastung des Schultergürtels nicht mehr geeignet
(S. 19
Ziff.
6.2)
.
Bei
der
psychiatrische
n
Untersuchu
ng sei eine leichte depressi
ve Stimmungslage festg
estellt worden. Es bestehe im Wesentlichen
eine Schmerzverarbeitungs
störung, welche die somatisch nicht vollständig obje
ktivierbaren Beschwerden erkläre. Die Depression sei
nur leichtgradig ausgeprägt. Eine Einschränk
ung der Arbeitsfähigkeit bestehe
dadurch nich
t. Aus psychiatrischer Sicht sei
der Explo
rand zu 100
%
arbeits- und leistungsfähig
(S. 19
Ziff.
6.2)
.
Die internistischen
und anderweitigen somatisc
hen Befunde und Diagnosen hätten
keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 19
Ziff.
6.2).
Z
usammengefasst sei der Beschwerdeführer
aus polydisziplinärer Sicht für
eine körperlich leichte, wechsel
belastende Tätigkeit ohne Einsatz des linken Armes über die Horizontale zu 70
%
arbeits-und leistungsfähig, in einem ganztägigen Pensum verwertbar. Körperlich schwere und mittelschwere Tätigkeiten, wie auch die zuletzt ausgeübte
Tätigkeit als Buschauffeur, seien
ihm nicht mehr zumutbar
(S. 19
Ziff.
6.2)
.
Es werde
davon aus
gegangen
, dass die Arbeitsfähigkeit seit dem Unfall vo
m Oktober 2009 eingeschränkt sei. Sicher bestehe
seither eine vollständige Arbeits
unfähigkeit für körperlich schwere und mittelschwere Tätigkeiten. F
ür die ange
passte Tätigkeit müsse
für die Zeit nach der Operation im April 2010 während einiger Wochen eine höhere Arbeitsunfähigkeit angenommen werden. D
ie
fest
ge
stellte Arbeitsfähigkeit bestehe sicher ab dem
Untersuchungsdatum im Juni 2011, wahrscheinlich bereits seit Juni 2010
(S. 19
Ziff.
6.3)
.
3
.6
Dr.
F._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
, Regional
er Ärztlicher Dienst (RAD), führte in seiner Stellungnahme vom 2
6.
August 2011 (
Urk.
12/34/5-6) aus, es sei mit den Diagnosen einer persistierenden schmerzhaften Funktionseinschränkung der linken Schulter nach dem Sturzereignis im Oktob
er 2009
, eines chronischen
cervicospondylogenen
Syndroms und myofaszialen Nacken-Schultergürtel
syndroms nach einem Auffahrunfall im April 2006 und eines chronischen
lumbospondylogenenen
Schmerzsyndroms und myofaszialen Lenden-Becke
n
gürtelsyndroms vom Januar 2010
ein Gesundheitsschaden ausgewiesen, der die Arbeitsfähigkeit beeinträchtige (S. 6 oben).
In der bisherigen Tätigkeit als Buschauffeur bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 0
%
seit Oktober 200
9.
Für wechselbelastende, leichte Tätigkeiten ohne Einsatz des linken Armes über Brusthöhe bestünden 70
%
Leistungsfähigkeit im Ganz
tagspensum seit Juni 201
0.
Eine Schadenminderungspflicht sei nicht aufzuer
legen, da mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine Verbesserung der Arbeits
fähigkeit durch medizinische Massnahmen zu erwarten sei (S. 6).
3.7
Die Beschwerdegegnerin stellte auf die von den Ärzten des
Y._
(
vorstehend
E
. 3.5
) und des RAD-Arztes
Dr.
F._
(vorstehend E.
3.6
) beurteilte Arbeitsfähig
keit
ab. Dem Beschwerdeführer sei eine behinderungsangepasste Tätigkeit zu 70
%
zumutbar. Den Invaliditätsgrad ermittelte sie anhand eines Einkommens
vergleichs. Für die Ermittlung des
Valideneinkommens
stützte sie sich auf das vom Beschwerdeführer erzielte Einkommen unter Berücksichtigung der Einkom
mensentwicklung
. Das Invalideneinkommen berechnete sie anhand des Tabellen
lohns des Bundesamtes für Statistik für Hilfsarbeiten. Da das Tätig
keits
spektrum aufgrund diverser Einschränkungen (Halswirbelsäule, Lenden
wirbelsäule, Funk
tionseinschränkung der linken Schulter) eingeschränkt und als
lohnmindender
Faktor zu berücksichtigen sei, verringere sich das Erwerbsein
kommen mit Behin
derung um 15
%
. Im Ergebnis errechnete sie einen Invalidi
täts
grad von 50
%
und sprach dem Beschwerdeführer eine halbe Rente mit Wirkung ab
1.
Dezember 2010 zu (
Urk.
12/50/2).
4.
4.1
Im Zeitpunkt des Erlasses de
r angefochtenen Verfügung vom 1
3.
August 2018
(
Urk.
2) lagen im Wesentlichen die folgenden Arztberichte vor:
4.2
Dr.
A._
(
vorstehend E
. 3.2
)
führte
in seinem Bericht vom 3
0.
April 2014 (
Urk.
12/71/1-5) aus, es sei seit 2010 keine Veränderung eingetreten (S. 1 oben). Es bestehe wie bisher eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit als Chauffeur (
Ziff.
1.6).
4.3
Dr.
G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, nannte in seinem Bericht vom 1
8.
Juni 2015 (
Urk.
12/75/2-9) die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelschwere Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10 F.33.2)
-
schizoaffektive Störung
(Differentialdiagnose)
(ICD-10 F.25)
-
schizotype Störung
(Differentialdiagnose)
(ICD-10 F.21)
-
chronisches
multilokuläres
Schmerzsyndrom mit/bei persistierender
schmerzhafter Funktionseinschränkung der linken Schulter bei trans
muraler
Supraspinatusruptur
der linken Schulter, posttraumatisch
-
chronisches
Cervico
- und
lumbospondylogenes
Syndrom
-
Status nach anteriorer Kniekontusion links
-
Diabetes mellitus
-
a
rterielle Hypertonie sowie intermittierend Arrhythmien
Für eine weitere somatische Diagnostik mit und ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit verwies er auf die Angaben des zuweisenden
Hausarztes (
Ziff.
1.1). Aufgrund des langjährigen Verlaufs mit einer schon beginnenden
Chronifizierungstendenz
, der nur bedi
ngt vorhandenen Ressourcen und C
oping-Strategien
,
aber auch aufgrund der noch anhaltenden körperlich bedingten Schmerzsymptomatik, welche die depressive Störung negativ verstärke, müsse von einer schlechten Prognose ausgegangen werden (
Ziff.
1.4).
Bei Einhaltung der empfohlenen Massnahmen könne aus rein psychiatrischer Sicht mittelfristig mit einer weiteren Stabilisierung und auch einer gewissen Verbesserung der Symptomatik gerechnet werden (
Ziff.
1.5). Der Beschwerdeführer sei aufgrund seines Zustandsbilds in den wesentlichen Funktionsbereichen der Psyche namhaft eingeschränkt. Auf die Arbeit wirke sich dies durch einen deutlich gestörten Tagesablauf
aus,
geprägt von Antriebsverminderung, Interessenverlust, beglei
tend von sozialem Rückzug, mit vegetativen und kognitiven Symptomen, welche die Arbeitsfähigkeit auch für leichte Arbeiten klar auf 0
%
reduzieren würden (
Ziff.
1.7). Die bisherige Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht nicht zumutbar (
Ziff.
1.7) und die Einschränkungen liessen sich durch medizinische Massnahmen nicht vermindern (
Ziff.
1.8). Mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit könne nicht gerechnet werden (
Ziff.
1.9).
4.4
Die Ärzte des
Z._
erstatteten
am
3.
September 2016
ein polydis
ziplinäres Gutachten
im Auftrag der Beschwerdegegnerin
(
Urk.
12/116
). Sie stützten sich auf die ih
nen überlassenen Akten (S. 2
ff.
), die Angaben
des Beschwerdeführers (S.
29 ff.
), und ihre am 4., 7.,1
3.
und 1
5.
April 2016
erhobenen allgemein-inter
nistische
n
(S. 34
ff.),
orthopädisch-chirurgische
n
(S. 37 ff.),
kardiologischen
(S. 62),
neurologischen (S. 63 ff.)
und
psychiatrischen (S. 66 ff.)
Befunde.
S
ie nannten die folgenden, hier
verkürzt aufgeführten Diagnosen
mit Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit (
S. 74):
-
v
alvuläre Kardi
opathie (Erstdiagnose Juni 2015)
-
c
hronisches
zervikozephales
Schmerzsynd
rom ohne Radikulopathie
-
c
hronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom ohne Radikulopathie
-
Bewegungseinschränkung im Bereic
h des linken Schultergelenks
-
h
ochgradige Bewegungseinschränkung im Bereich des rechten Schulter
gelenks mit knöchernem Outlet-
lmpingement
und beg
innender AC-Gelenksarthrose
-
Beckenschiefstand
-
Varusgonarthrose
links mit einer
Chondropathie Grad
Kellgren
II
-
Agoraphobie mit
Paniks
törung (ICD-10
F40.01)
-
m
ittelschwere depressive Episode mit somat
ischem Syndrom (ICD-10
F32.11)
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeiten nannten sie (S. 75):
Symptomatische Extrasystolen ohne höhergradi
ge Rhythmusstörungen in der Hol
ter-EKG-Untersuchung von 2015
(
regredient
u
nter Einnahme von Beta
blockern),
eine
c
hronische To
nsill
itis mit
Str
eptokokkenbefall
und Halitosis, anamnestisch 2 cm grosse Schil
d
drüsenzysten unklarer Dignität und einen
Status nach endoskopischer
Inguinalherni
enplastik
(TEPP) links am 2
2.
Dezember
2014
.
Aus
orthopädischer Sicht
sei der Beschwerdeführer
in der biomechanischen Funk
tion seiner Hals-und Lendenwirbelsäule, seiner Schultergelenke sowie in Bezug auf die beiden unteren Extremitäten in der Funktion seines linken Hüftgel
enks sowie seines linken Kniegelenks l
imitiert mit einer hieraus unweigerlich erwach
senden Einschränkung der Geh-
und Stehfähigkeit.
Für eine mehr als gelegentlich mittelschwere körperliche Arbeit in überwiegend stehender oder gehender K
ör
perhaltung sei er
nicht mehr arbeitsfähig.
Auch in der
überwiegend sitzend ausgeübten Tätigkeit
als Busfahrer
mit intermittierend auftretenden Belastungen beider Schultergelenke über
90° sowie intermittierend auftre
tender Rotations
bewegung des Rumpfes so
wie der HWS sei er
nicht meh
r arbeitsfähig. Hingegen bestehe
für eine behinderungsangepasste, wechselbelastende, überwiegend leichte Tätigkeit aus orthopädisch-vers
icherungsmedizinischer Sicht bezogen auf ein
volles Schichtpensum eine Restarb
eitsfähigkeit von 70
%
. Die Einschränkung von 30
%
ergebe
sich infolge der reduziert
en Belastbarkeit und Durchhalte
fähig
keit sowie vermehrten Pausen und re
duzierter Arbeitsschnelligkeit (
Ziff.
7.4
S. 85 oben)
Dies entspreche
auch der neurologischen Beurteilung der
zumutbaren Restarbeits
fähigkeit.
Die aktuel
len kardiologischen Befunde seien
kongruent zu den Vorbe
funden aus den Jahren 2015/201
6.
Die vorliegenden klinischen und apparativen Befunde
würden jedoch
keine andauernde Arbeitsunfähigkeit
rechtfertigen
, insbesondere nicht für seine anges
tammte
Arbeitstätigkeit mit geringfügiger körperlicher Belastung als
Buschauffeur. Aus rein kardiolog
ischer und internis
t
ischer Sicht bestehe
eine
100%ige Arbeitsfähigkeit für Tätigkeiten
mit bis zu leich
ter körperlicher Belastung, beziehungsweise
wechselnd
leichter belastenden Arbeitstätigkeit
. Das Heben von
schweren Lasten über 15 kg solle we
gen dem Aneurysma
verum
verm
ieden werden. Entsprechend komme eine Arbeitstä
tigkeit mit schwerer körperlicher Belastung nicht mehr in Frage
(
Ziff.
7.4
S. 85)
.
Aus versicherungspsychiatrischer Sicht habe sich der Gesundheitszustand gegen
über 2012 verschlechtert. Im
Y._
-Gutachten vom A
ugust 2011 (vgl. vorstehend E. 3.5
) sei lediglich eine leichte depressive Stimmungslage beschrieben sowie der Verdacht auf eine Schmerzverarbeitungsstörung geäussert worden. Allerdings sei dadurch keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründet worden. Im Rahmen der aktuellen Exploration
sei eine bisher nicht diagnostizierte Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-10 F40.01) sowie eine mittelschwere depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11) diagnostiziert worden (S. 101). Diese würden eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von aktuell 50
%
bedingen, wel
che sich
mit der verminderten psychische
n Belastbarkeit
und
der doch
ausgepräg
ten Selbstlimitierung
durch die Angs
terkrankung
begründe
.
Es werde empfohlen den Beschwerdeführer
zunächst in einem etwa 20%igen Arbeitspensum in e
iner sehr stressfreien Umgebung ohne körperliche Belastung
einzusetzen
.
Dann soll
e die Belastungsfähigkeit sukzessive gesteigert werden bis auf 50
%
in
etwa 2 bis 3 Monaten. Es handle
sich allerdings um einen instabilen
Gesundheitszustand. D
ie Agora
phobie mit Panikstörung sei
nämlich bisher noch nicht diagnostiziert und auch nicht behandelt
worden. Es sei davon auszugeh
en, dass unter D
urch
führung
der
vorgeschlagenen Massnahmen die Arbeitsfähigkeit in den nächsten 6 bis 8 Monaten bis auf 70
%
gesteigert werden könne, sodass eine
(rein psychi
atrische) Wiederbegutachtung in etwa 8 Monaten vor
ge
schlagen
werde (
Ziff.
7.4
S. 85 f.).
Mit den in der polydisziplinären Begutachtung durch das
Y._
erhobenen Unter
suchungsbefunden und den abgeleiteten Diagnosen seien die Gutachter nach aktuell eingehender klinischer und radiologischer Untersuchung sowie Studium der vorliegenden Akten uneingeschränkt einig.
Seit der letztmaligen polydiszip
linären Begutachtung im Jahre 2011 sei es zu einer Progredienz der Beschwerde
symptomatik am Bewegungsapparat dahingehend ge
kommen, dass
nun auch eine endgradige Bewegungseinschränkung im Bereich des rechten Schultergelenks aufgrund eines Outlet-
Impingements
bestehe. Ferner
sei
es unter vergleichender Betrachtung der vorliegenden Bildgebung zu einer Progredienz der linksseitigen medialen
Gonalgie
sowie der linksseitigen Chondropathie des Hüftgelenks
gekommen
. Aus orthopädischer Sicht ergäbe sich hieraus die Konsequenz, dass der Beschwerdeführer in seiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Fahrer eines Busses nicht mehr arbeitsfähig sei. In einer adaptierten Tätigkeit entsprechend dem positiven wie negativen Leistungsbildes bestehe jedoch weiterhin eine 70%ige Arbeitsfähigkeit
(
Ziff.
7.5
S. 86 f.)
.
Anhand der Psychopathologie des Berichts von
Dr.
G._
(
vgl
.
vorstehend E
. 4.3
)
könne der Schweregrad der depressiven Symptomatik durchaus als mittel-bis schwergradig eingestuft werden, allerdings habe sich die depressive Symptomatik seit dem Bericht gebessert. Die formulierten Konzentrations-, Aufmerksamkeits-, Gedächtnis- sowie Merkfähigkeitsprobleme seien grob orientierend nicht mehr vorhanden, ebenso die formalen Denkstörungen, die Gefühlsverarmung, das überhöhte Selbstwertgefühl und die zornige Feindseligkeit. Es gäbe keine Hin
weise für das Vorliegen einer schizoaffektiven Störung oder einer schizotypen Störung. Die beschriebenen psychotischen Symptome seien in den Hintergrund getreten (S. 87 unten). Es müsse festgehalten werden, dass die therapeutischen Möglichkeiten bei Weitem noch nicht ausgeschöpft worden seien (S. 88 oben).
In der zuletzt aus
geübten Tätigkeit als Busfahrer
(überwiegend sitzend ausgeüb
ten Tätigkeit mit intermittierend auftretenden Belastungen bei
der Schultergelenke über 90°
sowie intermittierend auftretender Rotationsbewegung des Rumpfes sowie der HWS)
sei der Beschwerdeführer aus interdisziplinärer Sicht nicht mehr arbeitsfähig (
Ziff.
7.6 S. 88). In einer dem körperlichen Leiden optimal angepass
ten Verweistätigkeit (körperlich leicht, vorwiegend sitzend, ohne Heben von Lasten, ohne Überkopfarbeiten etc.) bestehe aus interdisziplinärer Sicht nur noch eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
7.7 S. 88).
Es sei davon auszugehen, dass unter Durchführung der vorgeschlagenen Mass
nahmen die Arbeitsfähigkeit in den nächsten 6 bis 8 Monaten bis auf 70
%
gesteigert werden könne, sodass eine (rein psychiatrische) Wiederbegutachtung in etwa 8 Monaten vorgeschlagen werde (
Ziff.
7.8 S. 88).
4.5
Dr.
G._
führte in seinem Bericht vom 1
1.
Dezember 2017 (
Urk.
12/137/2-11) aus, dass er den Beschwerdeführer seit 2
0.
Mai 2011 ambulant behandle (
Ziff.
1.2)
,
und nannte die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit (
Ziff.
1.1):
-
anhaltende depressive Störung im Rahmen einer depressiven Entwick
lung, im Verlauf unterschiedlichen Schweregrads (mittel- bis schwer
gradig) ohne zwischenzeitliche Remission, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10m F.34.1, F.32.11/F.32.21)
-
Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-10 F.40.01)
-
chronische Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Anteilen (ICD-10 F.45.41)
Des Weiteren führte er die
in anderen Berichten
genannten, somatisch bedingten
Diagnosen auf (
Ziff.
1.1)
.
Derzeit gebe der Beschwerdeführer keine Ängste an. Die Ängste vor Menschenansammlungen stünden nicht mehr im Vordergrund und auch das ständige Beschäftigt sein mit dem Herzen und der Aorta scheine in den Hintergrund gerückt zu sein (
Ziff.
1.4 S. 5).
Der Beschwerdeführer sei derzeit nur eingeschränkt leistungsfähig und gering belastbar. Bereits kleinere Anforderungen würden zu einer Überforderung und einer damit verbundenen Verschlechterung der psychischen Verfassung führen. Ausgehend vom bisherigen Therapieverlauf, der geschilderten
Symptomatik sowie der Persönlichkeitsstruktur sei jedoch eher keine günstige Prognose zu erwarten (
Ziff.
1.4).
Die Arbeitsfähigkeit betrage generell für alle Arbeitstätigkeiten aus psychiat
rischer Sicht höchstens 50
%
. Die Depression an und für sich bewirke eine Einschränkung von 50
%
, durch die Angststörung erhöhe sich die Einschränkung jedoch noch relevant. Er gehe seit nunmehr 5 Jahren keiner Erwerbstätigkeit mehr nach und ist daher bezüglich einer Arbeitsaufnahme massiv
dekonditioniert
. Ins
gesamt erscheine es daher nicht realistisch, dass er künftig im normalen Erwerbs
leben tätig sein könne. Dies werde nur in einem geschützten Rahmen möglich sein, bei dem gehäufte Fehler, Konzentrationsstörungen, langsamer Arbeitsablauf und vermehrte Pause toleriert würden (
Ziff.
1.7).
4.6
Dr.
H._
, Facharzt für Psychiatri
e und Psychotherapie,
Z._
, erstattete im Auftrag der Beschwerdegegnerin am
1
0.
April 2018 ein psychiat
risches Verlaufsgutachten
(
Urk.
12/141)
. Er stützte sich auf die ihm überlassenen Akten (S. 4
ff.), die Angaben des Beschwe
rdeführers (S. 11 ff.), und die am
1
2.
März 2018
erhobenen psychiatrischen (S. 6
6 ff.) Befunde. Als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine anamnestisch
majore
(charakterisierte) depressive Störung, derzeit in Remission (ICD-10 F33.4). Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er: Dysthymie
(ICD-10 F34.1) (derzeit wenig ausgeprägt), Agoraphobie mit Panikstörung (anamnes
tisch von erheblichem Schweregrad, derzeit weitgehend in Remission) (ICD-10 F40.1).
Es lägen derzeit keinerlei Anzeichen einer schweren Krankheit aus dem Bereich der endogenen Psychosen vor (
Ziff.
6.3 S. 19
)
. Spätestens ab 2009, vermutlich schon ab 2007, habe sich eine reaktive depressive Entwicklung eingestellt mit einem wechselnd ausgeprägten depressiven Zustandsbild, das zwischen 2011 und 2015 vermutlich wiederholt einen erheblichen und eine Arbeitsunfähigkeit rechtfertigenden Schweregrad erreicht habe, sich seit 2017 aber weitgehend zurückgebildet habe. Nach der
Diagnosenstellung
einer
Aortenerweiterung
im Jahre 2015 sei die Depression von einem
stark angstbetonten, eine Arbeitsun
fähigkeit von 100
%
als Buschauffeur und eine solche von 50
%
in einer ange
passten Verweistätigkeit rechtfertigenden Zustandsbild überlagert worden, welches sich nach der letzten Begutachtung im Herbst 2016 aber weitgehend zurückgebildet habe (
Ziff.
7.2 S. 22).
Zum heutigen Zeitpunkt sei die wichtigste funktionelle Einschränkung eine Verminderung der Ausdauer, im Zusammenhang mit der Affektlabilität und einer immer noch vorhandenen, wenn auch im Vergleich zu 2016 weniger ausgepräg
ten, geschwächten Impulskontrolle (
Ziff.
7.4 S. 25).
Aus rein psychiatrischer Sicht betrage zum Zeitpunkt der Begutachtung die Arbeitsfähigkeit mindestens 80
%
(
Ziff.
8.1 S. 26). Es bestehe eine leichte Ein
schränkung von maximal 20
%
aufgrund einer immer noch bestehenden leichten Affektlabilität (
Ziff.
8.1.2 S. 26). Die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit bezogen auf ein 100%-Pensum betrage mindestens 80
%
in Form eines Vollpen
sums
(
Ziff.
8.1.3 S. 26
,
Ziff.
8.4.5 S. 141
). Anlässlich des
Z._
-Gutachtens vom
3.
September 2016 (
vorstehend
E. 4.4
) sei
eine Restarbeitsfähigkeit in einer an die psychiatrischen limitierenden Faktoren angepasste Tätigkeit von 50
%
festgestellt worden, verbesserungsfähig unter angemessener Behandlung. Diese Verbesse
rung sei eingetreten, vermutlich seit Beginn des Jahres 201
7.
Es bestehe eine mindestens 80%ige Arbeitsfähigkeit seit Beginn des Jahres 2017 (
Ziff.
8.1.4
S. 26).
Zum jetzigen Zeitpunkt könne die Arbeitsfähigkeit nicht durch medizinische Massnahmen noch weiter verbessert werden (
Ziff.
8.3.1 S. 28).
Eine der Behinderung optimal
angepasste Tätigkeit müss
e die Möglichkeit bieten, ab und zu einen Arbeitseinsatz zu verschieben, im Zusammenhang mit momentan auftretenden
Verstimmungszuständen, welche aber nicht allzu häufig auftreten dürften (
Ziff.
8.2.1 S. 27).
4.7
Dr.
I._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
, RAD, führte in seiner Stellungnahme vom 1
6.
April 2018 (
Urk.
12/142/10) aus, unter Ei
nbezug der
Z._
-
Gutachten (
vorstehend
E. 4.4 und E. 4.6
),
bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Buschauffeur und eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit. Das Belastungsprofil beinhalte somatisch bedingt, wech
selbelastende leichte bis gelegentlich mittelschwere Tätigkeiten, überwiegend sitzend ohne intermittierende Rotationsbewegungen der HWS und LWS
. Aus psychiatrischer Sicht erfordere das Belastungsprofil verminderten Zeit- und Leis
tungsstress
und
einen verständnisvollen Arbeitgeber mit der Möglichkeit den Arbeitseinsatz bei Verstimmungszuständen gelegentlich zu verschieben (S. 10 oben).
4.8
Dr.
G._
erstattete im Auftrag des Beschwerde
führers am 1
1.
Juli 2018 einen Arztbericht (
Urk.
12/150) und führte aus, d
ie Arbeitsfähigkeit betrage generell für alle Arbeitstätigkeiten aus psychiatrischer Sicht 50
%
(S. 1). Der Gesundheitszu
stand habe sich aus fachärztlicher Sicht seit der letzten Begutachtung
im 2016 eher verschlechtert. Der Beschwerdeführer
leide nach wie vor an einer rezidivie
renden mittelgradigen, an der Grenze zu einer schweren, depressiven Episode sowie einer Angststörung. Diese Störung habe sich im Rahmen seiner Persönlich
keitsstruktur (kombinierte Persönlichkeitsakzentuierung mit selbstunsicheren, emotional-instabilen und histrionischen Anteilen), mit andauernden und umfas
senden Gefühlen von ausgeprägter Besorgtheit und unter der belastenden psychosozialen Situation nach Verlust der Arbeitsfähigkeit entwickelt. Die ängst
lich-depressive Symptomatik habe sich mittlerweile von den auslösenden (reak
tiven) Faktoren entkoppelt und eine Eigendynamik entwickelt.
Aufgrund der Zustandsverschlechterung sei eine stationäre Behandlung geplant (S. 2).
4.9
Die Ärzte des
Reha-Z
entrums
J._
führten in ihrem Bericht vom 2
2.
Oktober
2018 (
Urk.
20
) aus
, sie hätten den Beschwerdeführer von 1
3.
August bis
8.
September 2018 stationär behandelt (
S. 1 o
ben)
,
und nannten die folgen
den, hier
verkürzt wiedergegebenen
,
Diagnosen:
-
r
ezidivierende depressive Störung, aktuell mittelgradige Episode
(ICD-10 F33.1)
-
Persönlichkeitsakzentuierung mit selbstunsicheren, emotional-instabilen
und histrionischen Anteilen
-
c
hronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
(ICD-10
F45.41
)
-
c
hronisches
zervikozephales
Schmerzsyndrom
-
chronisches
l
umb
ospondylogenes
Schmerzsyndrom
-
d
ilatative thorakale
Aortopathie
bei
bikuspider
Aortenklappe mit leichter Aortenstenose
-
i
ntermittierende
symptomatische Extrasystolen
-
Struma
uninodosa
et
cystica
rechts, Erstdiagnose im August 2015
-
Prostataobstruktionssyndrom Stadium 1, Erstdiagnose im August 2015
Angesichts der formalgedanklichen Rigidität bis Einengung und der limitierten Resilienz, am ehesten vor dem Hintergrund der genannten psychiatrischen Diag
nosen
,
erscheine eine berufliche Reintegration auf dem ersten Arbeitsmarkt unrealistisch
(
S.
4 unten).
5.
5.1
Die Zusprache einer halben Rente im Jahr 2012
erfolgte
im Wesentlichen gestützt auf die von den Ärzten des
Y._
im
August 2011 (
vorstehend E
. 3.5
)
genannten
Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: eine persistierende schmerz
hafte Funktionseinschränkung der linken Schulter nach einem Sturzereignis im Oktober 2009, ein chronisches
cervicospondylogenes
Syndrom und ein myofas
ziales Nacken-Schultergürtelsyndrom nach einem Auffahrunfall im April 2006, ein chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom und ein myofasziales Lenden-Beckengürtelsyndrom seit Januar 2010 und belastungsabhängige Knie
schmerzen.
Aus internistischer/allgemeinmedizinsicher und psychiatrischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit.
Körperlich
schwere bis mittel
schwere Tätigkeiten, w
ie
die
zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Buschauffeur
,
sei
en
dem Beschwerdeführer
aus rheumatologischer Sicht
nicht mehr zumutbar
. Für körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeiten ohne Einsatz des linken Armes über die Horizontale bestehe
daher insgesamt
eine 70%ige Arbeitsfähigkeit, in einem ganztägige
n Pensum verwertbar (
Urk.
12/34 S.
5
-6). Den Invaliditätsgrad ermittelte die Beschwerdegegnerin anhand eines Einkommensvergleichs.
Da das Tätigkeitsspektrum aufgrund diverser Einschränkungen (Halswirbelsäule, Lendenwirbelsäule, Funktionseinschränkung der linken Schulter) eingeschränkt sei und als
lohnmindender
Faktor zu berücksichtigen sei, verringere sich das Erwerbseinkommen mit Behinderung um 15
%
. Im Ergebnis errechnete sie
unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzugs von 15
%
einen Invaliditätsgrad von 50
%
und sprach dem Beschwerdeführer eine halbe Rente mit Wirkung ab
1.
Dezember 2010 zu (
Urk.
12/50 S.
2).
5.2
Zur Beurteilung des aktuellen Gesundheit
szustands des Beschwerdeführers
stellte die Beschwerdegegnerin - der Stellungnahme de
s RAD folgend (vorstehend E.
4.7
) - auf das polydisziplinäre
Z._
-Gutachten vom September 2016 (vorstehend E.
4.4
) und das psychiatrische
Z._
-Verlaufsgutachten vom April 2018 (vorste
hend E
. 4.6
)
ab
.
5.3
Im polydisziplinären
Z._
-Gutachten
vom
Septembe
r 2016
wurden
aus soma
tischer Sicht
die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
genannt
:
valvuläre Kardi
opathie (Erstdiagnose Juni 2015)
mit/bei:
bikuspider
Aortenkl
appe mit leichter Aortenstenose,
Ektasi
e der Aorta
ascendens
;
chroni
sches
zervikozephales
Schmerzsyndrom ohne Radikulopathie mit/bei:
generali
sierten
degenerativen
HWS-
Veränderu
ngen;
chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom ohne Radikulopathie mit/bei:
degenerativen LWS-Veränderungen, spinalen
Claudicationen
bei längerem Gehen; Bewegungsein
schränkung des linken Schultergelenks:
Distalisierung
des Musculus
bizeps
brachii nach
Tenodese
, beginnende Omarthrose; hochgradige Bewegungsein
schränkung des rechten Schultergelenks mit knöchernen Outlet
Impingement
und beginnender ACG Arthrose; Beckenschiefstand mit/bei Verkürzung des rechten Beines um 1.5 cm
, beginnende Hüftarthrose links und eine
Varusgonarthrose
links
.
Die vom Beschwerdeführer beklagten Beschwerden im Bereich der Hals- und Lendenwirbelsäule, der Schultergelenke sowie auch des linken Kniegelenks konn
ten durchweg klinisch und radiologi
sch objektiviert werden.
Es wurde im Gutachten nachvollziehbar aufgezeigt, dass die degenerativen Veränderungen zu Schmerzen im Bereich der Hals- und Lendenwirbelsäule führten
und die Limitie
rung der biomechanischen Funktionen
eine Einschränkung der Ge
h- und S
teh
fähigkeit nach sich zog. Die
attestierte
70%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit unter Bea
chtung eines den Einschränkungen Rechnung tragendes
Belastungsprofils wurden umfassend da
rgelegt und schlüssig begründet. Insge
samt sind die
allgemein-internistischen, orthopädisch
-chirurgischen, kardiolo
gischen und
neurologischen
Teilgutachten des polydisziplinären
Z._
-Gutachtens
nachvollziehbar un
d plausibel begründet, in ihren
Schlussfolgerun
gen
überzeugend und erfüllen
die praxisgemässen
Kriterien (vorstehend E. 1.8
) vollumfänglich, sodass darauf abgestellt werden kann.
Damit hat sich der soma
tische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers in dem Sinne verändert, dass nun zusätzlich zu den bereits bestehenden auch kardiologische Beschwerden und eine Einschränkung auch der rechten Schulter festgestellt wurden. Aus rein somatischer Sicht ist der Beschwerdeführer dennoch in einer behinderungsange
passten Tätigkeit unverändert zu 70
%
arbeitsfähig.
Aus psychiatrischer Sicht wurde
n
im
polydisziplinären
Z._
-Gutachten vom September 2016
neu
eine
Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-10 F40.01) und eine mittelschwere depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11)
als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit genannt.
Die psychiatrische Begutachtung ergab zum damaligen Zeitpunkt eine 50%ige Arbeitsfähigkeit, wobei davon ausgegangen wurde, dass nach Durchführung der vorgeschlagenen Massnahmen aus psychiatrischer Sicht eine Steigerung auf 70
%
erreicht werden könne, weshalb eine erneute psychiatrische Begutachtung nach 8 Monaten vor
geschlagen wurde.
5.4
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belas
tungs
faktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundes
gerichts 9C_590/2017 vom 1
5.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrund
lage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchs
frei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachge
wiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
5.5
Nach dem Gesagten ist im Folgenden zu prüfen, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen
im polydisziplinären Gutachten
vom September 2016
anhand der
neuen Rechtsprechung
nach BGE 141 V 281
zu den
rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen.
5.6
5.6.1
Zum
ersten Indikator («Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symp
tome»)
des
Komplex
es der
«Gesundheitsschädigung»
ist fest
zuhalten, dass im psychiatrischen Teilgutachten
eine Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-10 F40.01) und eine mittelschwere depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11)
diagnostiziert wurden.
Im Rahmen der psychiatrischen Explora
tion stand die Herzproblematik des Beschwerdefüh
rers deutl
ich im Vordergrund (
Urk.
12/116 S.
83
).
Der Beschwerdeführer
war
wach, bewusstseinsklar, zu allen Qualitäten orient
iert. Sein formaler Denkablauf war
unauffällig, inhaltlich auf die Herzproblematik ein
geschränkt. Es liessen sich keine Hinweise finden
für Hallu
zinationen, Wahn oder Ich-Störungen. Groborientierend
waren
keine kognitive
n oder mnestischen Defizite
eruierbar
, der Beschwerdeführer
konnte
Daten, wie zum Beispiel
Geburtstage der Kin
der, problemlos angeben, er konnte
auch seine Anamnese und Krankheits
geschichte gut strukturiert, lü
ckenlos und nachvoll
ziehbar wiede
rgeben. Die Aufmerksamkeit liess
während des ganzen Gespräches nicht nach. Die affektive Schwin
gungsfähigkeit war
leicht eingeschränkt, ins Depressiv
e verschoben.
Affektiv war
er
spürbar, i
m Affekt de
primiert wirkend, unsicher, besorgt bezüglich der
Herzerkrankung und
innerlich ange
spannt, die V
italgefühle waren herabgesetzt. Es bestand
k
ein Hinweis für Insuffizienzgefühle.
Er beschrieb
Angst vor dem Alleinsein, Angst in engen Räu
men und
Panikat
tacken.
Es bestanden
kei
ne Einschlafstörungen, aber aufgrund von Panik
attacken Durchschlafstörungen
,
jedoch
kein frühmorgendliches Erwachen.
Es bestanden
ei
n leichter sozi
aler Rückzug, ein Freudeverlust sowie
ein leichter Interessensver
l
ust
. Der
Antrieb und die Psychomotorik waren unauffällig und es bestand
kein Anhaltspunkt für akute oder
la
tente Suizidalität (
Urk.
12/116 S.
69 f.)
. Der Beschwerdeführer erreichte 22 Punkte in der Hamilton Depressionsskala, einer Fremdbeurteilungsskala, was einer mittelschweren de
pressiven
Episode entspricht (
Urk.
12/116 S.
69 oben).
Demnach bestanden
beim Beschwerdeführer im Zeit
punkt der Begutachtung gewisse psychische Beeinträchtigungen
, die
insbeson
dere im Zusammenhang mit der Herzerkrankung
die Diagnose einer
Agoraphobie mit Panikstörung
und eine
r
mittelschwere
n
depressive
n
Episode mit somatischem Syndrom
begründen konnten
.
Allerdings ist
die diagnostische Einordnung eines Gesundheitsschadens
nicht
entscheidend, sondern rechtsprechungsgemäss ist vielmehr zu prüfen, ob auf einen funktionellen Schweregrad der psychischen Störung zu schliessen ist, der sich nach dessen konkreten Auswirkungen und ins
besondere danach beurteilt, wie stark die versicherte Person in sozialen, beruf
lichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen dadurch beeinträchtigt ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_228/2013 vom 2
6.
Juni 2013 E. 4.1.4 mit Hinweis, BGE 143 V 418 E. 5.2.2 f.).
5.6.2
Z
um zweiten Indikator («Behandlungserfolg oder -resistenz»)
zeigt der psychiat
rische Gutachter
nachvollziehbar
auf, dass die therapeutischen Möglichkeiten bei Weitem nicht ausgesch
öpft worden sind, insbesondere reichte
die Dosierung der Medikation nicht aus, um die diagnostizierte mittelschwere depress
ive Sympto
matik zu behandeln (
Urk.
12/116 S.
73)
.
Im Verlaufsgutachten (vorstehend E. 4.6) zeigte sich denn auch klar, dass sich der psychische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers unter konsequenter Therapie verbessern liess.
5.6.3
In Bezug auf den
Eing
liederungserfolg respektive die
Einglied
erungsresistenz kamen
die Gutachter zum Schluss, dass aus beruflicher Sicht Wiedereingliede
rungsmassnahmen indizi
ert und zumutbar seien
, allerdings mit e
iner sukz
essiven Steigerung (
Urk.
12/116 S.
89).
5.6.4
In Bezug auf den Indikator «Komorbiditäten» ist anzumerken,
dass aus orthopä
discher und neurologischer Sicht verschiedene Beeinträchtigungen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit diagnostiziert wurden. Die neu hinzugetretene Herzprob
lematik rechtfertige jedoch keine Arbeitsunfähigkeit, insbesondere nicht in der angestammten Tätigkeit als Buschauffeur mit geringfügiger körp
erlicher Belas
tung (
Urk.
12/116 S.
81).
Die Herzproblematik stand im
Rahmen der psychiat
rischen
Untersuchung im Vordergrund und habe im Verlauf
zu
eine
r
Angst
störung
geführt (
Urk.
12/116 S.
83 unten).
5.6.5
Bezüglich Persönlichkeit hielt der Gutachter fest,
dass
im
Rahmen der Begutach
tung
das überhöhte Selbstwertgefühl sowie die zornige Feindseligkeit nicht mehr festgestellt werden
ko
nnten
. Es bestünden auch keine Hinweise für das Vorliegen einer schizoaffektiv
en oder s
chizotypen Störung (
Urk.
12/116 S.
87 unten).
5.6.6
Als persönliche Ressource kann angeführt werden, dass der Beschwerdeführer über eine abgeschlossene Berufsausbildung als Car- und LKW
-
Chauffeur verfügt. Bezüglich des sozialen Kontexts ist bekannt, dass er
mit seiner Ehef
rau zusam
menlebt.
Zum Tagesablauf führte der Beschwerdeführer anlässlich der Begutach
tung aus
, er frühstücke
morgens
und
begleite
seine Ehefrau mit dem Tram zu ihrer Arbeit. Wenn sie von der Arbeit zurück sei, gehe er oft mit ihr im Park spazieren. Hin und wieder gehe er an den Computer. Hobbys habe er keine (
Urk.
12/116
S. 93 oben).
Der Beschwerdeführer gab
bei der Begutachtung
an, nach der Anmeldung
bei der IV im Jahr 2010
nur stundenweise für das Carunternehmen seines Sohnes gear
beitet
zu haben
bis etwa Ende 201
1.
Seither habe er
keine Arbeitsversuche mehr unternommen
(vgl. S. 97
Ziff.
4 des Gutachtens)
.
Dies wird allerdings im
Bericht der Kantonspolizei Aargau vom 1
9.
Mai 2015 (
Urk.
12/76) widerlegt.
Dort wird aufgeführt, dass der Beschwerdeführer bei verschiedenen Firmen als Aushilf
schauffeur tätig war (
Urk.
12/76
S. 55 unten). Es konnte festgestellt werden, dass er in der Zeit von September bis Oktober 2014 in drei verschiedenen Firmen als Chauffeur einer Beschäftigung nachgegangen war. Aufgrund von möglicherweise fehlenden ARV-Kontrollmitteln (Fahrzeugen mit analogem Fahrtschreiber) könnten weitere Einsätze nicht ausgeschlossen werden. In beiden Monaten war er zu mehr als 50
%
als Aushilfschauffeur im Einsatz
(
Urk.
12/76
S. 58)
, insbe
sondere für lange grenzüberschreitende Strecken (
Urk.
12/76
vgl. S. 69). Im Sep
tember 2014 war er an insgesamt 20 Tagen als Chauffeur erwerbstätig. Die da
bei geleistete Arbeit entsprach
einem Pensum von zirka 100
%
(
Urk.
12/77 S. 3 unten). Im Oktober 2014 war er an insgesamt 14 Tagen erwerbstätig, was im Ergebnis einem Pensu
m von zirka 70 - 80
%
entsprach
(
Urk.
12/77 S. 4 oben).
D
ie Berichte der Kantonspolizei Aargau
sind in
der Auflistung der Akten im polydisziplinären
Z._
-Gutachten
nicht aufgeführt
,
weshalb davon auszugehen ist,
dass
diese
den Gutachtern
nicht
zur Verfügung standen. Für die Ermittlung der vorhandenen Ressourcen
stützten
sie sich vorwiegend auf die Aussage
n des Beschwerdeführers
und gingen
davon aus, dass er nur
über sehr wenige Ressour
cen verfüge,
insbesondere,
weil er kaum Deutsch spreche, schlecht integriert sei, völlig isoliert lebe und nur die Unterstützung seiner Ehefrau habe
(
Urk.
12/116
S. 94 oben)
.
I
n der polizeilichen Einvernahme
vom 2
4.
Februar 2015 (
Urk.
12/
76 S.
61
) verzichtete er
jedoch
auf eine
Übersetzung
,
konnte der Befragung folgen
un
d antwortete jeweils auf Deutsch
.
Auch angesichts
des langen Zeitraums, den
er in der Schweiz lebt
,
und
seiner Tätigkeit als Buschauffeur
der öffentlichen Verkehrs
betriebe
mit
Billetverkauf
, können seine Sprachkenntnisse nicht als ressourcen
vermindernd gewertet werden.
Da er immer wieder als Aushilfschauf
feur tätig war, in mehreren Monaten sogar in einem
hohen Pensum, kann entgegen den
Aussagen im Gutachten nicht davon ausgegangen werden, dass er völlig isoliert
und zurückgezogen
leb
t, zumal die Tätigkeit als Chauffeur vielseitige Kontakte zu verschiedenen Personengruppen beinhaltet
.
Es kann festgehalten werden, dass der Beschwerdeführer durchaus über
persönliche Ressourcen verfügt
, was ihm die
anspruchsvolle
Aushilfstätigkeit als Chauffeur überhaupt erst ermöglichte.
5.6.7
Zu prüfen ist weiter die
– beweisrechtlich entscheidende -
zweite Kategorie der «Konsistenz».
Hinsichtlich des Gesichtspunkts der gleichmässigen Einschränkun
gen des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen ist festzu
halten, dass der Beschwerdeführer
wie oben ausgeführt entgegen seine
n
Aus
sagen
bei der Begutachtung, regelmässig und zum Teil in einem Pensum bis zu 100
%
, Einsätzen als Aushilfschauffe
ur nachgegangen ist, so
dass keine gleich
mässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbare
n Lebens
bereichen vorliegt. So verfügt
e
der
Beschwerdeführer
durchaus
über eine Tages
struktur und
ist
in der Lage, eine partnerschaftliche Beziehung zu führen.
Zudem wurde von den Gutachtern eine
nach dem Gesagten fraglich
ausgeprägte Selbst
limitierung
aufgeführt, die zum Zeitpunkt der Begutachtung
nicht überwindbar
gewesen
sei und daher erstmals therapeutische Vorarbeit geleistet werden
müsste
(
Urk.
12/116 S.
101 unten), d
ies auch aufgrund der nicht ausgeschöpften Behand
lungsmöglichkeiten.
Des Weiteren wurden b
ereits
bei der
Untersuchung
bei
Dr.
E._
vom
7.
März 2011 (
vorstehend E
. 3.4
)
Inkonsistenzen festgestellt
, sodass
dies
er von
einem dysfunktionalen Krankheitsverhalten
ausging
.
Hinsichtlich des Gesichtspunkts des behandlungs- und eingliederungsanamnes
tisch ausgewiesenen Leidensdrucks ist schliesslich festzuhalten, dass
sich der Beschwerdeführer
in psychiatrischer und psychotherapeutischer Behandlung befand, diese aber nicht suffizient war
,
insbesondere
keine engmaschige thera
peutische Führung mit wöchentlichen Gesprächen statt
fand
, die
medikamentöse Behandlung
nicht ausreichend
war
und bis zu
m damaligen
Ze
itpunkt
trotz der psychischen Beeinträchtigungen keine stationäre Behandlung in
Betracht gezo
gen
wurde
(
Urk.
12/116 S.
96 f.).
5.7
Zusammenfassend ist in Anbetracht der geprüften Standardindikatoren und deren Gesamt
würdigung festzuhalten, dass
mit Blick auf das Aktivitätsniveau des Beschwerdefüh
rers, die
vorhandene
n Ressourcen und Inkonsistenzen eine Arbeitsunfähigk
eit von 50
%
aus rein psychiatrischer Sicht
nicht a
usgewiesen
ist
, womit eine Arbeitsfähigkeit von 70
% aus somatischen Gründen besteht
.
5.8
Nach Durchführung der von der IV-Stelle auferlegten therapeutischen
Mass
nahme wurde im April 20
18 ein monodisziplinäres psychiatrisches
Verlaufsgut
achten erstattet.
Dieses
(vorstehend E. 4.6)
entspricht
den praxis
gemässen Anfor
derungen an den Beweiswert eines Arztberichts.
Es erging in Kenntnis der
Vorak
ten
und der Gutachter setzte
sich mit den geklagten Beschwerden und dem Verhalten des Beschwerdeführers auseinander. Die medizinischen Zusammen
hänge wurden umfassend dargelegt und die aus der Begutachtung ergangenen Schlussfolgerungen nachvollziehbar begründet.
Dr.
H._
nannte als Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine anam
nestisch
majore
(charakterisierte) depressive Störung, die derzeit in Remission sei (ICD-10 F40.1). Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine Dysthymie, die derzeit wenig ausgeprägt sei und eine Agoraphobie mit Panikstörung, anamnestisch von erheblichem Schweregrad, die derzeit weitge
hend in Remission sei.
Er führte aus, dass sich das stark angstbetonte Zustands
bild seit der letzten Begutachtung im Herbst 2016 stark zurückg
ebildet habe (
Urk.
12/141 S.
22).
Die wichtigste funktionelle Einschränkung sei im Zeitpunkt der Verlaufsbegutachtung
eine Verminderung der Ausdauer
im Zusammenhang mit der Affektlabilität und eine immer noch vorhandene, wenn auch im Vergleich zu 2016 weniger ausgeprägte, geschwäch
te Impulskontrolle (
Urk.
12/141 S.
25 oben). Insbesondere
entsprächen die aktuell erzielten Testergebnisse
der Hamilton-Depressionsskala nicht einmal ganz dem Score
einer leichten Depres
sion
(
Urk.
12/141 S.
19 oben
und
Urk.
12/141 S.
29 oben
).
Dr.
H._
führte
in der Begutachtung
nachvollziehbar aus
, dass die Glaubwür
digkeit der Aussagen des Beschwerdeführers aufgrund sich widersprechender Angaben deutlich vermindert sei. Insgesamt wies er auf ganz erhebliche
Inkon
sistenzen hin (
Urk.
12/141 S.
24)
. So sei insbesondere die soziale Isolierung bei genauer Betrachtung deutlich weniger ausgeprägt als im Gespräch angegeben (
Urk.
12/14
S.
25 oben).
Im Ergebnis betrage die Arbeitsfähigkeit im Zeitpunkt der Begutachtu
ng mindestens 80
%
(
Urk.
12/141 S.
26). Eine leichte Einschrän
kung der Leistung von maximal 20
%
bestehe aufgrund einer immer noch beste
henden leicht
en Affektlabilität (
Urk.
12/141 S.
26). Vermutlich seit Beginn des Jahres 2017 sei unter der vorgeschriebenen Therapie eine Verbesserung eingetre
te
n. Es b
estehe daher
seit Beginn des Jahres 2017
eine mindestens 80%ig
e Arbeitsfähigkeit (
Urk.
12/141 S.
26 unten).
Dies verdeutlicht wiederum, dass es bei der durch die Herzproblematik eingetretenen psychischen Beeinträchtigung um eine bloss vorübergehende Einschränkung handelte, welche keine
rentenrele
vante
Auswirkung au
f die Arbeitsfähigkeit zeitigte.
5.9
Die Beschwerdegegnerin begründete die rentenaufhebende Verfügung damit, dass aktuell nur noch eine 20%ige Erwerbsunfähigkeit bestehe. Damit berücksichtigte sie allerdings nur die im
Z._
-Verlaufsgutachten attestierte Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht und lässt die im polydisziplinären
Z._
-Gutachten attestierte Arbeitsunfähigkeit von 30
%
aus orthopädischer und neurologischer Sicht in angepasster Tätigkeit ausser Acht. Die Gutachter des polydisziplinären
Z._
-Gutachtens führten denn auch aus, dass in somatischer Hinsicht sogar eine Progredienz der Beschwerdesymptomatik im Vergleich zu 2011 feststellbar sei, welche aber zu keiner anderen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit geführt habe. Sowohl im
Y._
-Gutachten als auch im polydisziplinären
Z._
-Gutachten wurde von einer 30%igen Arbeitsunfähigkeit in angepasster Tätigkeit ausgegangen. Die von der Beschwerdegegnerin begründete Verbesse
rung des Gesundheitszustands ist daher nicht ersichtlich.
5.10
Soweit
Dr.
G._
auch aktuell eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätig
keit attestiert (
vorstehend E
. 4.8
),
vermag
dies nicht zu überzeugen.
Es gilt zu berücksichtigen, dass das Gericht nach der Rechtsprechung Gutachten externer Spezialärzte, welche von Versicherungsträgern im Verfahren nach
Art.
44 ATSG eingeholt wurden und den einschlägigen Anforderungen entsprechen, vollen Beweiswert zuerkennt, solange - wie vorliegend - keine konkreten Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Demgegenüber stehen die behandeln
den Ärztinnen und Ärzte in einem auftragsrechtlichen Verhältnis zur versicherten Person und haben sich zudem in erster Linie auf die Behandlung zu konzentrie
ren. Ihre Berichte verfolgen daher nicht den Zweck einer den abschliessenden Entscheid über die Versicherungsansprüche erlaubenden objektiven Beurteilung des Gesundheitszustandes und erfüllen deshalb kaum je die materiellen Anforde
rungen an ein Gutachten gemäss BGE 125 V 351 E. 3a. Aus diesen Gründen und aufgrund der Erfahrungstatsache, dass Hausärzte - beziehungsweise regelmässig behandelnde Ärzte (vgl. Urteil des Bundesgerichts I 551/06 vom
2.
April 2007
E. 4.2) - mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen, kommt im Streitfall ein direktes Abstellen einzig gestützt auf die Angaben der behandelnden Ärztinnen und Ärzte nur selten in Frage (vgl. das Urteil des Bundesgerichts 8C_1055/2010 vom 1
7.
Februar 2011 E. 4.1).
Dr.
G._
waren die beruflichen Aktivitäten des Beschwerdeführers im Herbst 2014 nicht bekannt, ansonsten er wenige Monate später kaum davon ausgegangen wäre, dass der Beschwerdeführer aufgrund von Antriebsverminderung, Interessenverlust, sozialem Rückzug und vegetativen und kognitiven Symptomen auch in leichten Arbeiten zu 100
%
arbeitsunfähig sei (vgl. vorstehend E. 4.3). Dass er in seinem Bericht vom 1
1.
Dezember 2017 (vorstehend E. 4.5) weiterhin eine Agoraphobie mit Panikstörung als mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte, obwohl der Beschwerdeführer keine Ängste angab, ist nicht nachvollziehbar. Zudem ging
Dr.
G._
in diesem Bericht erneut tatsachenwidrig davon aus, dass der Beschwerdeführer seit nunmehr
5 Jahren keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgehe. Auf die Beurteilungen durch
Dr.
G._
kann deshalb nicht abgestellt werden.
Auch aus dem Klinikaustrittsbericht
(vorstehend E. 4.9)
lässt sich keine andere Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ableiten, zumal die Klinik nicht den Auftrag verfolgt, die Arbeitsfähigkeit rechtsverbindlich zu beurteilen.
5.11
Das Hinzutreten einer neuen Diagnose stellt nicht per se einen Revisionsgrund dar, weil damit das quantitative Element der (erheblichen) Gesundheits
verschlechterung nicht zwingend ausgewiesen ist (BGE 141 V 9 E. 5.2 mit Hinweisen). Massgebend ist einzig, ob bzw. in welchem Ausmass – unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie – den medizi
nischen Akten eine Verschlechterung der Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit im relevanten Zeitraum entnommen werden kann (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_664/2017 vom 25. Januar 2018 E. 9 und 9C_799/2016 vom 2
1.
März 2017
E. 5.2.1 mit weiteren Hinweisen).
Nach dem Gesagten kann festgehalten werden, dass keine – insbesondere auch keine vorübergehende - Verschlechterung oder Verbesserung des Gesundheits
zustands nachgewiesen und ein Revisionsgrund deshalb zu verneinen ist.
Der medizinische Sachverhalt ist dahingehend erstellt, dass für wechselbelastende leichte bis gelegentlich mittelschwere Tätigkeiten, überwiegend sitzend ohne intermittierende Rotationsbewegungen der HWS und LWS
weiterhin und unver
ändert
eine 70%ige Arbeitsfähigkeit besteht.
Damit erweist sich die angefochtene Verfügung als nicht rechtens. Dies führt zur teilweisen Gutheissung der Beschwerde
.
6.
6.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskos
ten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzu
legen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
900.-- anzusetzen.
Da
die Beigeladene aktiv am Verfahren teilgenommen hat, besteht keine Dispens von der Kostenpflicht (Kommentar zum Gesetz über das Sozialversicherungs
gericht des Kantons Zürich,
2.
Auflage, Zürich/Basel/Genf 2009,
§
14
Rz
33). Ent
sprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten somit der Beschwerde
gegnerin und der Beigeladenen je hälftig aufzuerlegen.
6.2
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts rechtfertigt der Umstand allein, dass einem Beschwerdeführer in einem Beschwerdeverfahren eine geringere (Teil-) Rente als beantragt zugesprochen wird, noch keine Reduktion der Parteientschä
digung, jedenfalls soweit der Aufwand nicht vom beantragten Umfang der Rente beeinflusst wird (Urteil des Bundesgerichts 9C_466/2007 vom 25. Januar 2008 E. 5). Entsprechend ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwer
deführer beziehungsweise seiner unentgeltlichen Rechtsvertreterin eine volle Prozessentschädigung zu bezahlen.
Unterliegende Beigeladene können nur bei Bejahung einer mutwilligen oder leichtsinnigen Prozessführung zur Bezahlung einer Prozessentschädigung an die obsiegende Partei verpflichtet werden, was im hier zu beurteilenden Fall nicht zutrifft (vgl. Kommentar zum Gesetz über das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich, a.a.O.,
§
14
Rz
34).
Rechtsanwältin Stéphanie Baur machte in ihren Honorarnoten vom 1
0.
Oktober 2018 (
Urk.
9) und 2
3.
November 2018 (
Urk.
17) einen Aufwand von rund 12 Stunden geltend, was als angemessen erscheint. Unter Berücksichtigung eines gerichtsüblichen Stundenansatzes von
Fr.
220.-- ist die Pr
ozessentschädigung auf
Fr.
2'773
.45 (inkl. Barausgaben und Mehrwertsteuer) festzusetzen