Decision ID: 8ac266df-6f72-459f-8821-53749fadc840
Year: 2022
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_003
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

I. Sachverhalt:
1. Die 1973 geborene B._ wird seit dem 1. Februar 2019 auf der Basis
eines Einpersonenhaushalts von der Stadt A._ öffentlich unterstützt.
Sie wohnt an der C._ in einer Zweizimmerwohnung. Der monatliche
Mietzins liegt bei brutto CHF 1'154.--.
2. Die Sozialen Dienste der Stadt A._ (nachfolgend: Soziale Dienste)
verfügten am 17. September 2020 die Reduktion der anrechenbaren
Wohnkosten von B._ ab dem 1. Oktober 2020 auf CHF 750.--, da der
Nachweis, sich intensiv und konkret um eine günstigere Wohnmöglichkeit
bemüht zu haben, nicht erbracht worden sei.
3. Dagegen gelangte B._ mit Eingabe vom 24. September 2020 an den
Stadtrat von A._ (nachfolgend: Stadtrat), wobei sie namentlich
geltend machte, ihr sei vorgängig zum Entscheid vom 17. September 2020
das rechtliche Gehör nicht gewährt worden. Daraufhin hoben die Sozialen
Dienste mit Verfügung vom 29. September 2020 diejenige vom 17.
September 2020 auf und räumten B._ das rechtliche Gehör ein. Auch
dagegen erhob B._ am 5. Oktober 2020 Beschwerde beim Stadtrat.
Dieser vereinigte die beiden Beschwerdeverfahren und erteilte ihnen die
aufschiebende Wirkung.
4. Mit Entscheid vom 17. November 2020 hiess der Stadtrat in Aufhebung
der Verfügung vom 29. September 2020 die Beschwerde vom 5. Oktober
2020 gut (Dispositiv-Ziffer 1), zumal mit der Rechtshängigmachung der
Streitsache die Verfahrensherrschaft infolge Devolutiveffekts auf den
Stadtrat übergegangen sei, weshalb es den Sozialen Diensten nicht
zugestanden habe, die (angefochtene) Verfügung vom 17. September
2020 in Eigenregie materiell aufzuheben. Der Stadtrat wies hingegen die
Beschwerde von B._ vom 24. September 2020 gegen die Verfügung
der Sozialen Dienste vom 17. September 2020 ab und befand, dass die
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Mehrmiete von CHF 404.-- pro Monat ab dem 1. April 2021 vom
Grundbedarf abzuziehen und die anrechenbaren Wohnkosten auf CHF
750.-- pro Monat festzulegen seien (Dispositiv-Ziffer 2).
5. Mit dagegen beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden am
14. Januar 2021 erhobener Beschwerde beantragte B._ die
Aufhebung von Dispositiv-Ziffer 2 des Entscheids vom 17. November
2020. In ihrer Vernehmlassung vom 18. Februar 2021 schloss die Stadt
A._ auf Abweisung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten
werden könne.
6. Das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden hiess die Beschwerde
mit Urteil U 21 5 vom 2. Juli 2021 gut, hob den angefochtenen Entscheid
vom 17. November 2020 auf und wies die Sache an die Stadt A._
zurück, damit sie im Sinne der Erwägungen verfahre. In Erwägung 6.2
wurde insbesondere festgehalten, es sei nicht ersichtlich, dass der
anrechenbare Maximalmietzins von monatlich CHF 750.-- für einen
Einpersonenhaushalt gemäss den stadträtlichen Richtlinien für
Wohnungskosten im konkreten Fall für eine mit Lift erschlossene, über
eine Duschkabine bzw. ebenerdige Dusche verfügende und in der Nähe
einer Busstation befindliche Wohnung als ortsüblich angesehen werden
könne. Die Sache sei daher in Gutheissung der Beschwerde an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie die Beschwerdeführerin
bei der Suche nach einer Wohnung, welche den erwähnten
gesundheitsbedingten Anforderungen entspreche, unterstütze.
7. Mit Schreiben vom 8. September 2021 informierte die Abteilung
Sozialleistungen der Stadt A._ (nachfolgend: Abteilung
Sozialleistungen) B._ darüber, dass ihr die Auflage erteilt werde, in
Zusammenarbeit mit dem Regionalen Sozialdienst A._ aktiv nach
einer geeigneten Wohnung zu suchen, welche den gesundheitsbedingten
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Anforderungen entspreche. Gleichzeitig wurde B._ betreffend Erlass
einer entsprechenden Verfügung das rechtliche Gehör eingeräumt.
8. Am 15. September 2021 teilte B._ der Abteilung Sozialleistungen
insbesondere mit, aus dem Urteil des Kantonsgerichts von Graubünden
(recte: Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden) gehe klar hervor,
dass sie bei der Wohnungssuche von der Stadt A._ zu unterstützen
sei und nicht, dass sie diesbezüglich mit dem Regionalen Sozialdienst
zusammenzuarbeiten habe. Damit sich ihre Chancen bei der Suche nach
einer Wohnung verbesserten, wäre es aus ihrer Sicht sinnvoll, wenn ihr
die Mitarbeitenden der Stadt A._ dabei helfen würden, Bewerbungen
zu schreiben oder solche in ihrem Namen zu verfassen. Zudem wäre es
auch sinnvoll, wenn sie bei Besichtigungsterminen begleitet würde. Dies
seien nur einige Ideen, wie sie sinnvollerweise von der Stadt A._
unterstützt werden könnte. Die "Auflage" sei deshalb dahingehend
anzupassen, dass sie bei der Wohnungssuche von der Stadt A._ zu
unterstützen sei.
9. Am 21. Dezember 2021 reichte die Stadt A._ beim
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden ein Erläuterungsgesuch ein.
Darin beantragte sie, Ziffer 6.2 der Erwägungen auf Seite 21, viertletzte
Zeile, des Urteils U 21 5 vom 2. Juli 2021 sei wie folgt anzupassen:
"Die Sache ist daher in Gutheissung der Beschwerde an die Abteilung Sozialleistungen
der Stadt A._ zurückzuweisen, damit diese den Regionalen Sozialdienst
A._/D._ (RSD) anweisen kann, die Beschwerdeführerin bei der Suche nach
einer Wohnung, welche den erwähnten gesundheitsbedingten Anforderungen entspricht,
zu unterstützen."
Begründend wurde im Wesentlichen ausgeführt, die Erwägungen des
Verwaltungsgerichts würden die gesetzliche Zuständigkeitsordnung zur
Sozialhilfe im Kanton Graubünden verkennen, weshalb die von B._
daraus abgeleiteten Ansprüche an die Unterstützung bei der
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Wohnungssuche falsch seien. Einzig die materielle Sozialhilfe sei Sache
der Gemeinden. Demgegenüber übernehme der Kanton – abgesehen von
hier nicht weiter interessierenden Ausnahmen – die Aufgabe der
persönlichen Hilfe und damit auch die hier konkret zur Debatte stehende
Hilfe bei der Wohnungssuche. Somit sei erstellt, dass es nicht Sache der
Stadt A._ bzw. ihrer Abteilung Sozialleistungen sein könne, B._
bei der Wohnungssuche zu unterstützen, für sie Bewerbungen zu
schreiben oder gar an Besichtigungen dabei zu sein. Hierfür sei einzig der
Regionale Sozialdienst in A._ zuständig. Gleichzeitig verlangte die
Stadt A._ den Ausstand von Verwaltungsrichter Audétat.
10. B._ verzichtete am 19. Januar 2022 auf eine Stellungnahme.
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die weiteren Akten wird,
sofern erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Die Einzelrichterin zieht in Erwägung:
1.1. Die Zuständigkeit zur Erläuterung liegt bei der Behörde, die den zu
erläuternden Entscheid gefällt hat, wobei die Mitwirkung der gleichen
Personen nicht verlangt wird, im vorliegenden Fall also beim
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden (vgl. BERTSCHI, in: GRIFFEL
[Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons
Zürich [VRG], 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, Vorbemerkungen zu §§
86a-86d Rz. 25; HÄFELIN/ MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines
Verwaltungsrecht, 8. Aufl., Zürich/St. Gallen 2020, Rz. 1211).
1.2. Befugt zur Einreichung eines Erläuterungsgesuchs ist jede Person oder
Behörde, die ein schutzwürdiges Interesse an der Erläuterung hat, so
neben den Parteien etwa die für den Vollzug zuständige Behörde, bei
Rückweisungsentscheiden auch die Vorinstanz (vgl. BERTSCHI, a.a.O.,
Vorbemerkungen zu §§ 86a-86d Rz. 25; KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI,
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Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl.,
Zürich/Basel/ Genf 2013, Rz. 1320; VOGEL, in: AUER/MÜLLER/SCHINDLER
[Hrsg.], VwVG - Kommentar zum Bundesgesetz über das
Verwaltungsverfahren, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2019, Art. 69 Rz. 8). Die
Stadt A._ ist somit legitimiert, das vorliegende Erläuterungsgesuch zu
stellen.
1.3. Die weiteren formellen Anforderungen an ein Erläuterungsgesuch geben
zu keinen Bemerkungen Anlass, weshalb auf dieses einzutreten ist.
1.4. Über das vorliegende Erläuterungsgesuch entscheidet das angerufene
Gericht aufgrund eines einfachen Schriftenwechsels (Art. 66 Abs. 3 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100]).
2.1. Das Verwaltungsgericht entscheidet gemäss Art. 43 Abs. 3 VRG in
einzelrichterlicher Kompetenz, wenn der Streitwert CHF 5'000.-- nicht
überschreitet und keine Fünferbesetzung vorgeschrieben ist (lit. a) oder
wenn ein Rechtsmittel offensichtlich unzulässig oder offensichtlich
begründet oder unbegründet ist (lit. b). Da bereits über das Hauptverfahren
U 21 5 in einzelrichterlicher Kompetenz entschieden wurde (vgl. Erwägung
1.2 des Urteils), ergeht das vorliegende Urteil ebenfalls in dieser
Besetzung.
2.2. Da das angerufene Gericht somit ohne Verwaltungsrichter Audétat urteilt,
ist das ihn betreffende Ausstandsbegehren der Stadt A._ als
gegenstandslos abzuschreiben. Folglich besteht auch kein Grund, die
Rechtsschriften und Akten der zum Zeitpunkt der Einreichung des
Erläuterungsgesuchs vor Verwaltungsgericht hängigen Verfahren U 21 80
und U 21 84 – wie von der Stadt A._ beantragt – beizuziehen. Ohnehin
wurden diese Verfahren mit Verfügungen vom 12. Januar 2022 zufolge
Rückzugs als erledigt abgeschrieben.
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3.1. Eine Erläuterung nach Art. 66 Abs. 1 VRG kommt in Frage, wenn ein
Entscheid Unklarheiten oder Widersprüche im Dispositiv oder im Verhältnis
entscheidender Erwägungen zum Dispositiv enthält. Ein Entscheid bedarf
der Erläuterung, wenn das Dispositiv unklar, unvollständig oder zweideutig
ist oder wenn es Widersprüche in sich bzw. zu den Entscheidungsgründen
aufweist (vgl. BERTSCHI, a.a.O., Vorbemerkungen zu §§ 86a-86d Rz. 24).
Grundsätzlich kann nur das Dispositiv erläutert werden; allein auf die
Erwägungen kann sich die Erläuterung nur beziehen, wenn sich Sinn und
Tragweite des Dispositivs erst aus der Begründung des Entscheids
ergeben, wie dies etwa bei Rückweisungen im Sinne der Erwägungen der
Fall ist (vgl. BERTSCHI, a.a.O., Vorbemerkungen zu §§ 86a-86d Rz. 24;
KÖLZ/ HÄNER/BERTSCHI, a.a.O., Rz. 1319).
3.2. Mit Urteil U 21 5 vom 2. Juli 2021 hiess das Verwaltungsgericht die
Beschwerde von B._ gut, hob den angefochtenen Entscheid vom 17.
November 2020 auf und wies die Sache an die Stadt A._ zurück, damit
sie im Sinne der Erwägungen verfahre (Dispositiv-Ziffer 1). Sinn und
Tragweite dieser Dispositiv-Ziffer ergeben sich aus der Erwägung 6.2 des
besagten Urteils, weshalb die Erläuterung dieser Erwägung grundsätzlich
in Frage kommt.
4. Die Stadt A._ beantragte in ihrem Erläuterungsgesuch vom 21.
Dezember 2021, Ziffer 6.2 der Erwägungen auf Seite 21, viertletzte Zeile,
des Urteils U 21 5 vom 2. Juli 2021 sei wie folgt anzupassen: "Die Sache
ist daher in Gutheissung der Beschwerde an die Abteilung Sozialleistungen
der Stadt A._ zurückzuweisen, damit diese den Regionalen
Sozialdienst A._/D._ (RSD) anweisen kann, die
Beschwerdeführerin bei der Suche nach einer Wohnung, welche den
erwähnten gesundheitsbedingten Anforderungen entspricht, zu
unterstützen." Dieser Antrag wurde im Wesentlichen damit begründet, dass
die Erwägungen des Verwaltungsgerichts die gesetzliche
Zuständigkeitsordnung zur Sozialhilfe im Kanton Graubünden verkennen
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würden, weshalb die von B._ daraus abgeleiteten Ansprüche an die
Unterstützung bei der Wohnungssuche falsch seien. Aufgrund der
vorliegend massgeblichen gesetzlichen Grundlagen und des gestützt
darauf ergangenen Konzepts für die Sozialberatung im Kanton
Graubünden sei erstellt, dass es nicht Sache der Stadt A._ bzw. ihrer
Abteilung Sozialleistungen sein könne, B._ bei der Wohnungssuche
zu unterstützen, für sie Bewerbungen zu schreiben oder gar an
Besichtigungen dabei zu sein. Hierfür sei einzig der Regionale Sozialdienst
in A._ zuständig.
5.1. Zunächst ist auf die Zuständigkeitsordnung zur Sozialhilfe im Kanton
Graubünden einzugehen. Gemäss Art. 3 Abs. 1 des Gesetzes über die
öffentliche Sozialhilfe im Kanton Graubünden (Sozialhilfegesetz; BR
546.100) umfasst die Sozialhilfe die persönliche und die materielle Hilfe.
Die persönliche Sozialhilfe bzw. Sozialberatung beinhaltet die Beratung
von Menschen bei persönlichen, familiären oder finanziellen Problemen.
Das Ziel ist, die hilfesuchenden Personen bei der Suche nach Lösungen
für ihre Probleme – so z.B. auch bei der Wohnraumsuche bzw.
Wohnraumsicherung – zu unterstützen (vgl. act. 4 der Stadt A._
[Konzept Sozialberatung im Kanton Graubünden vom 19. Dezember 2017]
S. 7 f., S. 15, S. 27 und S. 36). Demgegenüber stellt die materielle bzw.
wirtschaftliche Sozialhilfe ein soziales Existenzminimum sicher. Dieses
ermöglicht die Teilhabe am gesellschaftlichen Geschehen. Sie wird
Personen in finanziellen Notlagen gewährt, sofern kein Anspruch auf
andere Leistungen besteht oder diese nicht rechtzeitig erhältlich sind (vgl.
act. 4 der Stadt A._ [Konzept Sozialberatung im Kanton Graubünden
vom 19. Dezember 2017] S. 8; vgl. auch das Gesetz über die Unterstützung
Bedürftiger [Kantonales Unterstützungsgesetz; BR 546.250], die
dazugehörigen Ausführungsbestimmungen [ABzUG; BR 546.270] und die
SKOS-Richtlinien [C. Materielle Grundsicherung]). Die materielle
Sozialhilfe ist Sache der Gemeinden (Art. 4 Abs. 2 des Sozialhilfegesetzes;
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vgl. auch act. 4 der Stadt A._ [Konzept Sozialberatung im Kanton
Graubünden vom 19. Dezember 2017] S. 7). Demgegenüber erbringen in
Graubünden – abgesehen von hier nicht weiter interessierenden
Ausnahmen – die Sozialdienste des Kantons die Aufgabe der persönlichen
Hilfe bzw. Sozialberatung und damit auch die vorliegend in Frage stehende
Hilfe bei der Wohnungssuche (vgl. act. 4 der Stadt A._ [Konzept
Sozialberatung im Kanton Graubünden vom 19. Dezember 2017] S. 7 ff.
und S. 23;
https://www.gr.ch/DE/institutionen/verwaltung/dvs/soa/beratung/soz
ialberatung/Seiten/default.aspx, zuletzt besucht am 20. Januar 2022). Aus
dem Dargelegten ergibt sich, dass der Regionale Sozialdienst
A._/D._ zuständig ist, B._ bei der Wohnungssuche zu
unterstützen.
5.2. Sodann geht die Praxis des angerufenen Gerichts dahin, dass im Falle
einer Rückweisung einer Sache im Sinne der Erwägungen diese in der
Regel an die direkte Vorinstanz bzw. den/die Beschwerdegegner/in erfolgt,
ohne dass spezifiziert würde, wer genau die Angelegenheit letztlich an die
Hand zu nehmen hat. So wies denn auch in der Vergangenheit das
Verwaltungsgericht in Sozialhilfeverfahren, in denen die Stadt A._
involviert war und ein Rückweisungsentscheid im Sinne der Erwägungen
erging, die Sache stets an die Stadt A._ und nicht etwa – wie von ihr
im Erläuterungsgesuch beantragt – an die Sozialen Dienste bzw. die
Abteilung Sozialleistungen zurück (vgl. Urteile des Verwaltungsgerichts
des Kantons Graubünden U 15 57 vom 26. Januar 2016 und U 15 59 vom
29. September 2015). Eine solche Rückweisung im Sinne der Erwägungen
schliesst indes eine Weiterverweisung an die sachlich zuständige Behörde
nicht aus. So hob das Bundesgericht mit Urteil 1C_86/2020 vom 22. April
2021 das verwaltungsgerichtliche Urteil R 18 60 vom 2. Dezember 2019
betreffend Ortsplanungsrevision in teilweiser Gutheissung der dagegen
erhobenen Beschwerde auf und wies die Sache zu neuer Beurteilung im
https://www.gr.ch/DE/institutionen/verwaltung/dvs/soa/beratung/sozialberatung/Seiten/default.aspx https://www.gr.ch/DE/institutionen/verwaltung/dvs/soa/beratung/sozialberatung/Seiten/default.aspx
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Sinne der Erwägungen an das Verwaltungsgericht zurück (Dispositiv-Ziffer
1). Zum konkreten Vorgehen, wie das Verwaltungsgericht bei der als
notwendig erachteten Sachverhaltsergänzung vorzugehen hat, äusserte
sich das Bundesgericht nicht. In der Folge hiess das Verwaltungsgericht
mit Urteil R 21 51 vom 26. Oktober 2021 die Beschwerde teilweise gut, hob
die angefochtenen Entscheide auf und wies die Angelegenheit zu
ergänzenden Abklärungen im Sinne der bundesgerichtlichen Erwägungen
an die betroffene Gemeinde zurück (Dispositiv-Ziffer 1.1) mit der
Begründung, dass die notwendigen Sachverhaltsabklärungen und die
damit untrennbar verbundenen Abwägungsentscheidungen nur durch die
zuständige Planungsbehörde vorgenommen werden könnten (vgl.
Erwägung 3.4 ff. des Urteils). Somit steht der Verzicht des Bundesgerichts
auf Vorgaben in Bezug auf das konkrete Vorgehen bei vorzunehmenden
weiteren Abklärungen bzw. auf eine direkte Rückweisung an die erste
Instanz (vgl. Art. 107 Abs. 2 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht
[Bundesgerichtsgesetz; SR 173.110]) einer Weiterverweisung der
Abklärungsaufträge seitens des Verwaltungsgerichts – im konkreten Fall
an die involvierte Gemeinde – ebenfalls nicht entgegen.
Insofern ist nicht zu beanstanden, wenn im Rahmen des
verwaltungsgerichtlichen Verfahrens U 21 5 die Sache im Sinne der
Erwägungen an die Stadt A._ zurückgewiesen wurde (vgl.
vorstehende Erwägung 3.2). Das bedeutet allerdings nicht, dass der Stadt
A._ damit die Möglichkeit genommen wird, den durch das
Verwaltungsgericht angeordneten Unterstützungsauftrag innerhalb der
massgeblichen Zuständigkeitsordnung von sich aus weiterzuverweisen.
Somit kann die Stadt A._ die vom angerufenen Gericht mit Urteil U 21
5 vom 2. Juli 2021 angeordnete Unterstützung von B._ bei der
Wohnungssuche von sich aus an den zuständigen Regionalen Sozialdienst
in A._ (vgl. vorstehende Erwägung 5.1) weiterdelegieren. In diesem
Sinne ist das vorliegende Erläuterungsgesuch (vgl. vorstehende Erwägung
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4) mithin als unbegründet abzuweisen. Der Einwand der Stadt A._,
das angerufene Gericht verkenne die gesetzliche Zuständigkeitsordnung
zur Sozialhilfe im Kanton Graubünden, erweist sich als nicht stichhaltig.
5.3. Schliesslich ist auf das Verhalten von B._ einzugehen. Im Rahmen
ihrer beim Verwaltungsgericht erhobenen Beschwerde vom 14. Januar
2021 verlangte sie Unterstützung bei der Wohnungssuche durch die
zuständige Behörde. Wie bereits dargelegt, wurde die Beschwerde mit
Urteil des Verwaltungsgerichts U 21 5 vom 2. Juli 2021 gutgeheissen, der
angefochtene Entscheid vom 17. November 2020 aufgehoben und die
Sache an die Stadt A._ zurückgewiesen, damit sie im Sinne der
Erwägungen verfahre (vgl. vorstehende Erwägung 3.2). In der Begründung
erwog das Verwaltungsgericht im Wesentlichen, die im Rahmen des
vorliegenden Beschwerdeverfahrens auf einschlägigen
Mietwohnungsportalen getätigten Recherchen zeigten, dass sich auf dem
Immobilienmarkt der Stadt A._ nur sehr wenige Wohnungen für
maximal CHF 750.-- pro Monat finden liessen, die mittels Lift erschlossen
seien, eine Duschkabine bzw. ebenerdige Dusche aufwiesen und sich in
der Nähe einer Busstation befänden. Auch ergebe sich aus der
Zusammenstellung der Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde, dass das
Angebot an Wohnungen, welche den stadträtlichen Mietzinsrichtlinien
entsprächen und gleichzeitig die dargelegten gesundheitsbedingten
Kriterien erfüllten, in A._ äusserst knapp sei. Vor diesem Hintergrund
sei nicht ersichtlich, dass der anrechenbare Maximalmietzins von monatlich
CHF 750.-- für einen Einpersonenhaushalt gemäss den stadträtlichen
Richtlinien für Wohnungskosten im konkreten Fall für eine mit Lift
erschlossene, über eine Duschkabine bzw. ebenerdige Dusche verfügende
und in der Nähe einer Busstation befindliche Wohnung als ortsüblich
angesehen werden könne. Die Sache sei daher in Gutheissung der
Beschwerde an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie die
Beschwerdeführerin bei der Suche nach einer Wohnung, welche den
- 12 -
erwähnten gesundheitsbedingten Anforderungen entspreche, unterstütze
(vgl. Erwägung 6.2 des Urteils). In der Folge informierte die Abteilung
Sozialleistungen B._ mit Schreiben vom 8. September 2021 darüber,
dass ihr die Auflage erteilt werde, in Zusammenarbeit mit dem Regionalen
Sozialdienst A._ aktiv nach einer geeigneten Wohnung zu suchen,
welche den gesundheitsbedingten Anforderungen entspreche, und
gewährte ihr betreffend Erlass einer entsprechenden Verfügung das
rechtliche Gehör (vgl. act. 2 der Stadt A._ S. 2 f.). Daraufhin machte
B._ mit Schreiben vom 15. September 2021 an die Abteilung
Sozialleistungen hauptsächlich geltend, aus dem Urteil des
Kantonsgerichts von Graubünden (recte: Verwaltungsgerichts des Kantons
Graubünden) gehe klar hervor, dass sie bei der Wohnungssuche von der
Stadt A._ unterstützt werden müsse und nicht, dass sie diesbezüglich
mit dem Regionalen Sozialdienst zusammenzuarbeiten habe, weshalb die
"Auflage" dahingehend anzupassen sei, dass sie bei der Wohnungssuche
von der Stadt A._ zu unterstützen sei (vgl. act. 3 der Stadt A._ S.
2). B._ stellt sich also – wie bereits aufgezeigt (vgl. vorstehende
Erwägung 5.1) – zu Unrecht auf den Standpunkt, dass der Regionale
Sozialdienst in A._ nicht zuständig sei, nachdem sie in ihrer
Beschwerde vom 14. Januar 2021 selbst die Unterstützung bei der
Wohnungssuche durch die zuständige Behörde verlangt und ihr das
Verwaltungsgericht diesbezüglich – wie gesehen – Recht gegeben hatte.
Dieses (widersprüchliche) Verhalten verdient keinen Rechtsschutz. Auch
erscheint es nicht plausibel und nachvollziehbar, wenn B._ behauptet,
es sei ein Unterschied, ob sie "unterstützt" werden müsse oder ob sie
"zusammenzuarbeiten" habe. Vielmehr ist sie in diesem Zusammenhang
auf ihre Mitwirkungspflichten als Sozialhilfebezügerin hinzuweisen. So
sieht Art. 4 des Kantonalen Unterstützungsgesetzes unter anderem
ausdrücklich vor, dass die unterstützte Person verpflichtet ist, den mit der
Unterstützungsleistung verbundenen Auflagen der Sozialbehörden Folge
zu leisten.
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6. Vorliegend wird aufgrund der besonderen Umstände dieses Einzelfalls, der
dem angerufenen Gericht zudem nur einen bescheidenen Aufwand
verursacht hat, auf die Auferlegung von Kosten verzichtet. Der nicht
anwaltlich vertretenen B._ steht praxisgemäss keine
Parteientschädigung zu.