Decision ID: 7ca5c5d9-09a4-433b-aa3c-c76ec9225b98
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. A.Y., geboren 1989, portugiesischer Staatsangehöriger, reiste nach eigenen
Angaben erstmals am 1. März 2009 in die Schweiz ein, wo ihm eine bis 31. März 2015
gültige Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA erteilt wurde. Am 25. August 2011 reichte er
ein Familiennachzugsgesuch für die dominikanischen Staatsangehörigen B.Y., geboren
1986, und K.X., geboren 2004, ein, nachdem B.Y. zuvor am 17. Mai 2011 ein
Härtefallgesuch zum Verbleib bei ihm eingereicht und das Migrationsamt am 10. Juni
2011 dessen Abweisung in Aussicht gestellt hatte. Am 2. September 2011 heiratete er
in Rorschach B.Y. Am 5. September 2011 wurde B.Y. und deren Tochter K.X. eine bis
1. September 2016 gültige Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA zum Verbleib beim
Ehemann resp. bei der Mutter und dem Stiefvater erteilt. Aus der Ehe gingen die Kinder
L.Y., geboren 2011, und M.Y., geboren 2013, dominikanische und portugiesische
Staatsangehörige, hervor, welchen eine bis 31. März 2015 gültige
Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA erteilt wurde (vgl. Vorakten Migrationsamt A.Y. [fortan:
Dossier E], S. 7 f., 13, 15, 47, 74 f., 82 f., 88, 100, 143, Vorakten Migrationsamt B.Y.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 3/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
[fortan: Dossier A], S. 31, 131, 148, 303, 312, 411-416, 446 f., 515, Vorakten
Migrationsamt K.X., S. 8, 26, 30, 253, Vorakten Migrationsamt L.Y., S. 3 f., 7, Vorakten
Migrationsamt M.Y., S. 4 f., 7, act. 9, S. 2 Ziff. II/1, siehe auch VerwGE B 2011/103 vom
11. August 2011, www.gerichte.sg.ch).
B. A.Y. arbeitete vom 1. März 2009 bis 30. September 2009 im Gemüsebau, vom 12.
April 2010 bis 14. August 2011 als Bauarbeiter und vom 25. August 2011 an als
Hilfsgipser. Vom Oktober 2011 bis Dezember 2012 bezog er offenbar Leistungen der
Arbeitslosenversicherung und ging danach keiner geregelten Arbeit mehr nach,
sondern nahm nur noch Gelegenheitsjobs an (Dossier A, S. 339-350, Dossier E, S. 4, 9,
11, 55-58, 150). In den Jahren 2012 bis 2014 wurde er wie folgt strafrechtlich verurteilt
(Dossier E, S. 89-92, 144-161):
- Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Frauenfeld vom 17. August 2012 wegen
einfacher Verletzung der Verkehrsregeln zu einer Busse von CHF 600, ersatzweise zu
einer Freiheitsstrafe von sechs Tagen.
- Mit Strafbefehl des Untersuchungsamtes St. Gallen vom 27. Mai 2013 wegen Führens
eines Motorfahrzeuges ohne Fahrzeugausweis und missbräuchlicher Verwendung von
Kontrollschildern zu einer bedingt aufgeschobenen Geldstrafe von fünf Tagessätzen zu
je CHF 50 bei einer Probezeit von zwei Jahren sowie einer Busse von CHF 600,
ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von sechs Tagen.
- Mit Entscheid des Kreisgerichts Rorschach vom 8. April 2014 in teilweisem Zusatz zu
der mit Strafbefehl des Untersuchungsamtes St. Gallen vom 27. Mai 2013
ausgesprochenen Strafe wegen qualifizierter Widerhandlung gegen das
Betäubungsmittelgesetz, mehrfacher Widerhandlung gegen das
Betäubungsmittelgesetz zum Konsum, grober Verletzung der Verkehrsregeln sowie
mehrfachen Führens eines Motorfahrzeuges trotz Entzug des Ausweises zu einer
Freiheitsstrafe von drei Jahren, im Umfang von 18 Monate bedingt unter Ansetzung
einer Probezeit von vier Jahren und unter Anrechnung der Untersuchungshaft von 55
Tagen, sowie zu einer Busse von CHF 200, ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von
zwei Tagen.
http://www.gerichte.sg.ch
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 4/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
C. Am 11. Juni 2014 musste die Kantonspolizei beim Ehepaar A.Y. und B.Y. im
häuslichen Bereich intervenieren. Am 29. September 2014 trat A.Y. in der Strafanstalt
Saxerriet die mit Entscheid des Kreisgerichts Rorschach vom 8. April 2014 ausgefällte
Freiheitsstrafe im offenen Strafvollzug an. Mit Verfügung vom 5. November 2014
widerrief das Migrationsamt die Aufenthaltsbewilligungen EU/EFTA von B.Y. und ihren
Kindern K.X. sowie L.Y. und M.Y. und ordnete deren Wegweisung unter Ansetzung
einer Ausreisefrist bis 17. Januar 2015 an. Gleichentags widerrief es die
Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA von A.Y. und ordnete dessen Wegweisung auf den
Tag der Entlassung aus dem Strafvollzug an (Dossier A, S. 563-566, 596-600,
Dossier E, S. 179-186).
D. Gegen die Verfügungen des Migrationsamtes vom 5. November 2014 rekurrierten
B.Y. und A.Y. am 18. November 2014 an das Sicherheits- und Justizdepartement (act.
14/1). Mit Entscheid vom 20. November 2015 wies das Departement den Rekurs ab
und wies das Migrationsamt an, B.Y. und ihren Kindern sowie A.Y. eine neue
Ausreisefrist anzusetzen (act. 2).
E. Gegen den Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartements (Vorinstanz) vom 20.
November 2015 erhoben A.Y. (Beschwerdeführer 1) sowie B.Y. (Beschwerdeführerin 2)
am 7. Dezember 2015 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Rechtsbegehren,
es sei der angefochtene Entscheid unter Kosten- und Entschädigungsfolge aufzuheben
(act. 1). Am 4. Februar 2016 wurde der Beschwerdeführer 1 aus der Strafanstalt
Saxerriet bedingt entlassen (act. 7 und act. 9, S. 6 Ziff. IVa/3). Am 19. Februar 2016
ergänzten die Beschwerdeführer ihre Beschwerde mit einer Begründung (act. 9). Mit
Vernehmlassung vom 3. März 2016 schloss die Vorinstanz auf Abweisung der
Beschwerde (act. 13). Mit Entscheid des Kreisgerichts Rorschach vom 19. April 2016
wurde die Ehe der Beschwerdeführer geschieden. L.Y. und M.Y. wurden in der
gemeinsamen elterlichen Sorge belassen und der Obhut der Mutter unterstellt. Dem
Vater wurde ein Besuchsrecht eingeräumt. Zudem wurde er zur Zahlung von
Unterhaltsbeiträgen an seine Kinder verpflichtet (act. 19). Im Sommer 2016 gebar die
Beschwerdeführerin 2 ein Kind, welches über die Schweizer Staatsbürgerschaft
verfügt. Am 4. April 2017 erteilte ihr das Migrationsamt im umgekehrten
Familiennachzug zu ihrem Schweizer Kind eine bis 2. April 2018 gültige
Aufenthaltsbewilligung (act. 10/1 und act. 21 und 22.1). In der Folge wurde auch ihren
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 5/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
drei ältesten Kindern im Rahmen des Familiennachzugs eine Aufenthaltsbewilligung
erteilt (vgl. act. 22.2). Mit Strafbefehl des kantonalen Untersuchungsamt vom 2. Mai
2017 wurde der Beschwerdeführer 1 wegen Verletzung von Verkehrsregeln mit einer
Busse von CHF 200, ersatzweise mit einer Freiheitsstrafe von zwei Tagen bestraft (act.
25).
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die

Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. (...).
2. Der Beschwerdeführerin 2 und ihren drei ältesten Kindern wurden vom
Migrationsamt während des Beschwerdeverfahrens Aufenthaltsbewilligungen erteilt.
Ihre Beschwerde ist daher zufolge Gegenstandslosigkeit abzuschreiben (Art. 64 in
Verbindung mit Art. 57 Abs. 1 VRP). Damit bildet vorliegend nurmehr die
Nichtverlängerung der bis 31. März 2015 befristeten Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA
des Beschwerdeführers 1 (Dossier E, S. 88) Verfahrensgegenstand (vgl. hierzu auch E.
2 des angefochtenen Entscheids, act. 2, S. 6).
3. Die Verlängerung von Aufenthaltsbewilligungen richtet sich grundsätzlich nach dem
Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer (Ausländergesetz; SR 142.20,
AuG). Für Staatsangehörige der Mitgliedstaaten der Europäischen Union und ihre
Familienangehörigen hat das Ausländergesetz nur insoweit Geltung, als das
Abkommen zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der
Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die
Freizügigkeit (SR 0.142.112.681, FZA) keine abweichende Bestimmung oder das
Ausländergesetz eine für den Ausländer vorteilhaftere Regelung enthält (Art. 2 Abs. 2
AuG). Nicht umstritten ist, dass die freizügigkeitsrechtliche Arbeitnehmereigenschaft
des Beschwerdeführers 1 (nach wie vor) gegeben ist (vgl. hierzu BGE 141 II 1 E. 2.1.2
ff. mit Hinweisen) und er als portugiesischer Staatsangehöriger gestützt auf Art. 4 FZA
und Art. 6 Abs. 1 Anhang I FZA grundsätzlich einen Anspruch auf Verlängerung seiner
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 6/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA hat (vgl. Art. 4 Abs. 1 der Verordnung über die
schrittweise Einführung des freien Personenverkehrs zwischen der Schweizerischen
Eidgenossenschaft und der Europäische Union und deren Mitgliedstaaten sowie unter
den Mitgliedstaaten der Europäischen Freihandelsassoziation, Verordnung über die
Einführung des freien Personenverkehrs; SR 142.203, VEP). Sodann stellt der
Beschwerdeführer 1 nicht in Frage, dass er durch seine Verurteilung zu einer
Freiheitsstrafe von drei Jahren einen Widerrufsgrund nach Art. 63 Abs. 1 lit. a in
Verbindung mit Art. 62 Abs. 1 lit. b AuG (Fassung vom 1. Oktober 2016, AS 2016 2329,
vgl. zum Intertemporalrecht VerwGE B 2015/167 vom 20. Januar 2017 E. 4,
www.gerichte.sg.ch) gesetzt hat. Dieser Widerrufsgrund bildet Voraussetzung für den
Widerruf bzw. die Nichtverlängerung von EU/EFTA-Aufenthaltsbewilligungen (vgl. Art. 2
Abs. 2 AuG sowie Art. 4 Abs. 1 und Art. 23 Abs. 1 VEP sowie BGer 2C_860/2016 vom
2. Dezember 2016 E. 2.3), wobei zusätzlich die Vorgaben von Art. 5 Anhang I FZA zu
beachten sind.
3.1. Art. 5 Anhang I FZA steht Massnahmen entgegen, die (allein) aus
generalpräventiven Gründen verfügt werden. Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA setzt für die
Beschränkung des Aufenthaltsrechts eine tatsächliche und hinreichend schwere
Gefährdung voraus, welche ein Grundinteresse der Gesellschaft berührt. Ohne weiteres
vermögen strafrechtliche Verurteilungen die Einschränkung von Rechten, welche das
Freizügigkeitsabkommen einräumt, demnach nicht zu rechtfertigen. Jedoch können die
einer strafrechtlichen Verurteilung zugrunde liegenden Umstände ein persönliches
Verhalten erkennen lassen, das eine gegenwärtige Gefährdung der öffentlichen
Ordnung darstellt; in diesem Sinne kann auch vergangenes Verhalten den Tatbestand
einer solchen Gefährdung der öffentlichen Ordnung erfüllen. Im Rahmen von Art. 5
Abs. 1 Anhang I FZA kommt es folglich wesentlich auf die Prognose des künftigen
Wohlverhaltens an, wobei eine nach Art und Ausmass der möglichen
Rechtsgüterverletzung zu differenzierende hinreichende Wahrscheinlichkeit, dass der
Ausländer künftig die öffentliche Sicherheit und Ordnung stören wird, verlangt ist. Ein
geringes, aber tatsächlich vorhandenes Rückfallrisiko kann für eine
aufenthaltsbeendende Massnahme im Sinne von Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA demnach
genügen, sofern dieses Risiko eine schwere Verletzung hoher Rechtsgüter wie z.B. die
körperliche Unversehrtheit beschlägt. Gerade im Bereich des
Betäubungsmittelhandels, der zur Beeinträchtigung der Gesundheit vieler Menschen
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 7/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
führen kann, ist diese Rückfallgefahr umso weniger hinzunehmen. Mit dem Erfordernis
der gegenwärtigen Gefährdung ist nicht gemeint, dass weitere Straftaten mit
Gewissheit zu erwarten sind oder umgekehrt solche mit Sicherheit auszuschliessen
sein müssen. Die Behörde, welche über die Beendigung des Aufenthalts entscheidet,
hat eine spezifische Gesamtwürdigung der Umstände unter dem Blickwinkel der
Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung vorzunehmen; diese stimmt nicht
zwingend mit der strafrechtlichen Würdigung des Verhaltens überein (vgl.
BGer 2C_108/2016 vom 7. September 2016 E. 2.3 und BGer 2C_476/2012 vom 30.
Oktober 2012 E. 3.1 und 3.3 je mit Hinweisen, siehe auch M. Spescha, Migrationsrecht,
4. Aufl. 2015, Art. 5 Anhang I FZA N 5). Massgeblich für die Beurteilung der
Rückfallgefahr ist grundsätzlich der Zeitpunkt der Verfügung der
aufenthaltsbeendenden Massnahme, es sei denn, dass zwischen ihrem Erlass und der
Überprüfung ihrer Rechtmässigkeit in einem Gerichtsverfahren ein längerer Zeitraum
liegt (vgl. BGE 137 II 233 E. 5.3 mit Hinweisen). Das Verwaltungsgericht hat im Bereich
des Ausländerrechts entgegen Art. 61 Abs. 3 VRP, wonach neue Begehren im
Beschwerdeverfahren unzulässig sind, auch nach dem Erlass des angefochtenen
Entscheides eingetretene Tatsachen (sogenannte "echte" Noven) zu berücksichtigen
(vgl. VerwGE B 2014/31 vom 14. Mai 2014 E. 3.4.2 mit Hinweisen,
www.gerichte.sg.ch).
3.2. Der Beschwerdeführer 1 macht geltend (act. 9, S. 5-7 Ziff. IVa), die Vorinstanz
habe ihm zu Unrecht eine hinreichend schwere und gegenwärtige Gefährdung der
öffentlichen Ordnung angelastet. Bei ihm könne nicht von einer nicht hinzunehmenden
Rückfallgefahr gesprochen werden. Er sei erstmals wegen Betäubungsmitteldelikten
verurteilt worden. Sämtliche vorherigen Verurteilungen seien wegen meist leichteren
Verstössen gegen das Strassenverkehrsgesetz erfolgt. Das Gericht habe eine
teilbedingt Strafe ausgesprochen. Voraussetzung dafür sei, dass eine begründete
Aussicht auf Bewährung bestehe. Das Kreisgericht habe kein erhebliches Rückfallrisiko
angenommen. In Bezug auf die SVG-Delinquenz werde er sich einer Begutachtung
durch das Strassenverkehrsamt unterziehen. Sofern diese positiv ausfalle, könne
migrationsrechtlich kein Rückfallrisiko angenommen werden. Im Übrigen sei er beim
RAV angemeldet und anspruchsberechtigt. Er sei intensiv mit der Suche nach einer
Arbeitsstelle beschäftigt.
http://www.gerichte.sg.ch
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 8/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
3.3. Der Beschwerdeführer 1 erwarb, besass und veräusserte zwischen Februar 2012
und seiner vorläufigen Festnahme am 21. Juli 2013 2010 Gramm Kokain (reine Menge
rund 620 Gramm). Durch den Verkauf dieser Menge an 62 unterschiedliche Abnehmer
hat er die Gesundheit einer Vielzahl von Menschen in Gefahr gebracht. Auch handelte
er gewerbsmässig. Daneben konsumierte er ungefähr alle drei Monate selbst Kokain.
Überdies lenkte er im Zeitraum vom 7. Juni 2013 bis 21. Juli 2013 einen
Personenwagen, obgleich ihm der Führerausweis am 7. Juni 2013 für ein Jahr
entzogen wurde. Dabei fuhr er innerorts 45 km/h zu schnell. Das Kreisgerichts
Rorschach sprach ihn deshalb der qualifizierten Widerhandlung gegen das
Bundesgesetz über die Betäubungsmittel und die psychotropen Stoffe
(Betäubungsmittelgesetz; SR 812.121, BetmG) im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c in
Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a (und c) BetmG und des mehrfachen
Betäubungsmittelkonsums (Art. 19a Ziff. 1 BetmG) sowie eines groben
Verkehrsregelverstosses im Sinne von Art. 90 Abs. 2 des Strassenverkehrsgesetzes
(SR 741.01, SVG) und des mehrfachen Führens eines Motorfahrzeuges trotz Entzug
des Ausweises (Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG) schuldig (vgl. E. III/1b, 2b, 3b und 4b des
Entscheids des Kreisgerichts Rorschach vom 8. April 2014, Dossier E, S. 148-152). Im
Rahmen der Strafzumessung stellte das Kreisgericht Rorschach fest, dass er
selbständig als Drogenhändler, allerdings auf einer tiefen Hierarchiestufe, tätig war. Er
habe nicht unter Druck gestanden und es immer wieder geschafft, neue Lieferanten
aufzutreiben. Er habe während rund eineinhalb Jahren eine intensive Tätigkeit
betrieben und damit eine erhebliche kriminelle Energie bewiesen. Wesentlich
straferhöhend fiel die grobe Verletzung der Verkehrsregeln ins Gewicht, durch welche
er eine beträchtliche Gefahr für die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer geschaffen
habe. Weiter berücksichtigte es straferhöhend das mehrfache Führen eines
Motorfahrzeuges trotz Entzug des Ausweises und den Umstand, dass er davor schon
zwei Mal wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung verurteilt wurde. Dies zeuge
von einer gewissen Unbelehrbarkeit hinsichtlich des Einhaltens von
Geschwindigkeitsvorschriften. Strafmindernd wirke sich aus, dass er früh und
umfassend ein Geständnis abgelegt und sich reuig gezeigt habe (vgl. E. IV/3 des
Entscheids des Kreisgerichts Rorschach, Dossier E, S. 153-156). Im Weiteren gewährte
ihm das Gericht den teilbedingten Strafvollzug, da ihm das erste Mal eine
Freiheitsstrafe auferlegt wurde, er geständig gewesen sei und er seine Taten bereue
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 9/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
und sich dafür entschuldigt habe. In Bezug auf den Kokainhandel sei ihm gerade auch
deshalb zu glauben, weil er nicht süchtig sei (E. 4b des Entscheid des Kreisgerichts
Rorschach, Dossier E, S. 156 f.).
3.4. Mit Blick auf die ausgesprochene Freiheitsstrafe von drei Jahren ist in
migrationsrechtlicher Hinsicht von einem erheblichen Verschulden des
Beschwerdeführers 1 ausgehen (vgl. hierzu BGer 2C_476/2012 vom 30. Oktober 2012
E. 3.2, BGer 2C_793/2015 vom 29. März 2016 E. 5.1 und BGer 2C_1071/2016 vom
30. März 2017 E. 5.1.2, allerdings in Bezug auf den Widerruf einer
Niederlassungsbewilligung EU/EFTA). Sowohl durch den Kokainhandel als auch durch
die massive Geschwindigkeitsüberschreitung hat er die Gesundheit und Sicherheit
vieler Menschen in Gefahr gebracht. Besonders verwerflich ist die Tatsache, dass er
den intensiven Kokainhandel aus rein finanziellen Interessen betrieb, ohne dass ein
Zusammenhang mit einer eigenen Drogenabhängigkeit vorgelegen hätte (vgl. BGer
2C_145/2016 vom 14. November 2016 E. 4.1 mit zahlreichen Hinweisen). Dabei handelt
es sich um eine Anlasstat, welche, wäre sie nach dem 1. Oktober 2016 begangen
worden, grundsätzlich zu einer obligatorischen strafrechtlichen Landesverweisung
geführt hätte (Art. 121 Abs. 3 lit. a der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft, SR 101, BV; Art. 66a Abs. 1 lit. o des Schweizerischen
Strafgesetzbuches, SR 311.0, StGB, Fassung vom 1. Oktober 2016, AS 2016 2329).
Dies unterstreicht die Schwere seiner Tat, selbst wenn die entsprechende Bestimmung
auf das vorliegende Verfahren nicht anwendbar ist. Vor diesem Hintergrund durfte die
Vorinstanz in Erwägung 3b/cc des angefochtenen Entscheids (act. 2, S. 8 f.) – trotz
anderslautender Auffassung des Beschwerdeführers 1 – von einer ausgeprägten
Gefährdung der öffentlichen Ordnung ausgehen.
Hinsichtlich seiner Rückfallgefahr ist zu berücksichtigen, dass ihm das Kreisgericht
Rorschach den teilbedingten Strafvollzug gewährt hat (Dossier E, S. 156 f.). Damit ist
davon auszugehen, dass seine Legalprognose in strafrechtlicher Hinsicht nicht
schlecht ausgefallen ist (vgl. BGer 6B_1079/2016 vom 21. März 2017 E. 2.1.1 mit
Hinweis auf BGE 134 IV 1 E. 5.3.1). Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer 1 die
verfahrensauslösenden Straftaten im Alter zwischen 21 und 23 Jahren und damit als
junger Erwachsener beging und Angehörige dieser Altersgruppe sich in ihrer
Entwicklung noch wesentlich beeinflussen lassen und die meisten der
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 10/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
"Frühdelinquenten" nicht mehr straffällig werden (vgl. BGer 2C_406/2014 vom
2. Juli 2015 E. 5.4 mit Hinweisen). Strafrecht und Ausländerrecht sind jedoch
unabhängig voneinander anzuwenden, da sie unterschiedliche Ziele verfolgen. Der
Straf- und Massnahmenvollzug hat nebst der Sicherheitsfunktion eine resozialisierende
bzw. therapeutische Zielsetzung; für die Fremdenpolizeibehörden steht demgegenüber
das Interesse der öffentliche Ordnung und Sicherheit im Vordergrund, woraus sich ein
im Vergleich mit den Straf- und Strafvollzugsbehörden strengerer
Beurteilungsmassstab ergibt (vgl. BGer 2C_831/2016 vom 26. Januar 2017 E. 3.2.1 mit
Hinweisen, insbesondere auf BGE 137 II 233 E. 5.2.2). In migrationsrechtlicher Hinsicht
fällt negativ ins Gewicht, dass die verfahrensauslösende Verurteilung nicht die erste
Strafe gegen den Beschwerdeführer 1 darstellt. Er liess sich von den Vorstrafen mit
warnendem Charakter in den Jahren 2012 und 2013 nicht von weiteren Straftaten
abhalten, sondern steigerte seine Delinquenz – im Gegenteil – drastisch. Selbst die
Geburt seiner Kinder hinderte ihn nicht daran, zusehends schwerer straffällig zu
werden. Erschwerend kommt hinzu, dass er während des laufenden
Beschwerdeverfahrens erneut straffällig wurde, wenngleich seine jüngste Verfehlung
(Verletzung von Verkehrsregeln, act. 25) nicht überbewertet werden darf. Bereits aus
diesen Gründen kann der Beschwerdeführer 1 aus dem Einwand, er sei erstmals zu
einer Freiheitsstrafe verurteilt worden, migrationsrechtlich nichts zu seinen Gunsten
ableiten. Darüber hinaus kann die Ausweisung selbst wegen einer einzigen
strafrechtlichen Verurteilung vor Art. 5 Anhang I FZA standhalten, wenn aus dem
während der Straftat gezeigten Verhalten des Täters hervorgeht, dass weitere schwere
Straftaten zu erwarten sind (vgl. BGer 2C_108/2016 vom 7. September 2016 E. 3.3 mit
Hinweisen). Der Beschwerdeführer 1 erfüllt diese Voraussetzung, da er ohne selbst
süchtig zu sein oder in finanziellen Nöten zu stecken, zur Finanzierung seines
aufwendigen Lebensstils delinquiert hat (vgl. hierzu die zutreffenden Ausführungen in E.
3b/cc des angefochtenen Entscheids, act. 2, S. 8). Sodann hat er in Verletzung seiner
weitreichenden Mitwirkungspflicht (Art. 90 AuG) bislang nicht nachgewiesen, dass er
nicht mehr arbeitslos ist (vgl. act. 9, S. 6 Ziff. IVa/3). Damit ist davon auszugehen, dass
er keiner Erwerbstätigkeit nachgeht und seine finanzielle Situation angespannt ist,
zumal er mit Entscheid des Kreisgerichts Rorschach vom 19. April 2016 zur Zahlung
von Unterhaltsbeiträgen an seine zwei Kinder (insgesamt mindestens CHF 1200 pro
Monat, act. 19, S. 5 Ziff. 5) verpflichtet wurde. Mit der Vorinstanz (act. 2, S. 8) ist
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 11/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
deswegen auf eine beträchtliche Gefahr zu schliessen, dass er aufgrund seines
bisherigen Verhaltens trotz der Verantwortung gegenüber seinen Kindern wiederum
versucht sein könnte, sich – aus rein finanziellen Interessen – illegal in der Drogenszene
Geld zu beschaffen, wie er dies bereits zwischen Februar 2012 und dem 21. Juli 2013
getan hat. Seit seiner vorläufigen Festnahme vor bald vier Jahren hat er, soweit
ersichtlich (vgl. Dossier E, S. 136 Frage 20), zwar keine weiteren
Betäubungsmitteldelikte mehr begangen. Allerdings befand er sich während eines
grossen Teils dieser Zeitspanne im Strafvollzug, in welchem ein tadelloses Verhalten
regelmässig erwartet werden darf (vgl. BGE 139 II 121 E. 5.5.2, in: Pra 103 [2014]
Nr. 1). Auch aus seiner bedingten Entlassung aus der Strafanstalt Saxerriet am
4. Februar 2016 (act. 9, S. 6 Ziff. IVa/3) kann nicht bereits geschlossen werden, dass
von ihm keine Gefahr (im fremdenpolizeilichen Sinne) mehr ausgeht (BGE 137 II 233
E. 5.2.2). Er befindet sich weiterhin in der (vierjährigen) Probezeit, in welcher – wie auch
während des hängigen Bewilligungsverfahrens – dem Wohlverhalten ebenfalls eine
geringere Bedeutung zukommt als einem solchen in (voller) Freiheit (vgl. ZÜND/
HUGI YAR, Aufenthaltsbeendende Massnahmen im schweizerischen Ausländerrecht,
insbesondere unter dem Aspekt des Privat- und Familienlebens, EuGRZ 2013, S. 1 ff.
Rz. 41). Im Übrigen hat er die in Aussicht gestellte Begutachtung durch das
Strassenverkehrsamt nicht nachgereicht (Art. 90 AuG), mittels welcher er beweisen
wollte, dass bei ihm in Bezug auf die SVG-Delinquenz in migrationsrechtlicher Hinsicht
keine relevante Rückfallgefahr besteht (act. 9, S. 6 Ziff. IVa/2, vgl. hierzu auch BGer
2C_406/2014 vom 2. Juli 2015 E. 5.2 bis 5.4 mit Hinweisen). Bei dieser Sachlage ist
nicht ausreichend sichergestellt, dass der Beschwerdeführer 1 die öffentliche
Sicherheit und Ordnung künftig nicht mehr stören wird, sodass die Nichtverlängerung
der Aufenthaltsbewilligung und die Wegweisung des Beschwerdeführers 1 aus der
Schweiz mit Art. 5 Anhang I FZA vereinbar ist.
4. Zu prüfen ist weiter, ob die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA
des Beschwerdeführers 1 verhältnismässig ist.
4.1. Die Behörde, die über eine Beendigung des Aufenthalts entscheidet, hat eine
umfassende Interessenabwägung und Verhältnismässigkeitsprüfung vorzunehmen (vgl.
Art. 5 Abs. 2 BV, und Art. 96 Abs. 1 AuG). Ist über die landesrechtliche
Verhältnismässigkeitsprüfung hinaus eine solche gemäss dem Konventionsrecht
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 12/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
vorzunehmen (Art. 8 Ziff. 2 der Europäischen Konvention zum Schutze der
Menschenrechte und Grundfreiheiten, SR 0.101, EMRK), entspricht die
konventionsrechtliche Verhältnismässigkeitsprüfung jener nach Art. 96 Abs. 1 AuG. Die
Prüfung kann in einem einzigen Schritt vorgenommen werden. Bei der Prüfung sind
namentlich die Schwere des Verschuldens, der Grad der Integration bzw. die Dauer der
bisherigen Anwesenheit sowie die der betroffenen Person und ihrer Familie drohenden
Nachteile zu beachten (vgl. BGer 2C_39/2016 vom 31. August 2016 E. 3.1 mit
Hinweisen).
4.2. Aufgrund der hinreichend schweren und gegenwärtigen Gefährdung der
öffentlichen Ordnung bzw. Sicherheit durch den Beschwerdeführer 1 (vgl. E. 3.4
hiervor) ist von einem gewichtigen öffentlichen Interesse an der Beendigung seines
Aufenthalts auszugehen, welchem die persönlichen Verhältnisse beim
Beschwerdeführer 1 gegenüberzustellen sind. Der Beschwerdeführer 1 reiste im Jahr
2009 im Alter von 19 Jahren in die Schweiz ein und hält sich damit mittlerweile seit 8
Jahren, davon knapp eineinhalb Jahre im Strafvollzug, vergleichsweise erst kurze Zeit
hierzulande auf. In Portugal ist er nach wie vor sozial und kulturell verwurzelt. Er ist dort
aufgewachsen, hat dort die Schule absolviert und arbeitete dort auf verschiedenen
Baustellen als Allrounder (Dossier E, S. 153 E. IV/2). Demgegenüber bestehen keine
Anhaltspunkte dafür, dass er sozial und beruflich in der Schweiz integriert ist und ihn
lediglich (noch) seine reine Staatsbürgerschaft mit seinem Heimatstaat verbindet (vgl.
BGer 2C_406/2014 vom 2. Juli 2015 E. 5.4 mit Hinweisen), zumal er seit seiner
Entlassung aus dem Strafvollzug am 4. Februar 2016 offenbar arbeitslos ist. In der
Schweiz hat er zwei Kinder aus der am 19. April 2016 (act. 19) geschiedenen Ehe mit
der Beschwerdeführerin 2, zu welchen, soweit erkennbar, eine nahe, echte und
tatsächlich gelebte Beziehung besteht. Daneben lebt sein Vater in der Schweiz (Dossier
E, S. 137 Frage 31, act. 9, S. 6 Ziff. IVa/3). Diese familiären Beziehungen vermochten
ihn jedoch nicht davon abzuhalten, hier massiv straffällig zu werden. Zwar ist das
Bedürfnis der Kinder, möglichst im Kontakt mit beiden Elternteilen aufwachsen zu
können (vgl. Art. 9 Ziff. 3 des UNO-übereinkommens über die Rechte des Kindes, SR
0.107, KRK), im Rahmen von Art. 8 Ziff. 2 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV von
grundlegender Bedeutung (vgl. BGer 2C_860/2016 vom 2. Dezember 2016 E. 3.3.2 mit
Hinweisen). Dieses Recht wird durch die aufenthaltsbeendende Massnahme indessen
nicht infrage gestellt: Mit Entscheid des Kreisgerichts Rorschach vom 19. April 2016
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 13/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
(act. 19) wurde dem Beschwerdeführer 1 die gemeinsame elterliche Sorge über seine
Kinder belassen. Die Obhut wurde jedoch der Mutter zugeteilt und ihm lediglich ein
Besuchsrecht eingeräumt. Falls die Kinder, welche sich noch in einem
anpassungsfähigen Alter befinden und (noch) kein selbständiges Anwesenheitsrecht in
der Schweiz haben (vgl. hierzu Art. 3 Abs. 6 Anhang I FZA), nicht mit dem
Beschwerdeführer 1 nach Portugal übersiedeln, können die familiären Kontakte über
die Grenze hinweg im Rahmen eines modifizierten Besuchsrechts (vgl. hierzu BGE 140
I 145 E. 3.2 f. mit Hinweisen) bzw. über die Neuen Medien gepflegt werden, zumal die
Distanz zwischen Portugal und der Schweiz der Pflege der Vater-Kind-Beziehung nicht
entgegensteht, der Beschwerdeführer 1 in der Schweiz kein tadelloses Verhalten an
den Tag gelegt hat und seine Straftaten nicht ausnahmsweise etwas weniger stark zu
gewichten sind (vgl. BGer 2C_723/2014 vom 6. August 2015 E. 2.3 mit Hinweisen und
zum Erlöschen des Anspruchs auf [umgekehrten] Familiennachzug Art. 51 Abs. 1 lit. b
und Abs. 2 lit. b AuG). Sollte sein freizügigkeitsrechtlicher Bewilligungsanspruch
(Art. 4 FZA und Art. 6 Abs. 1 Anhang I FZA) fortbestehen, wird der Beschwerdeführer 1
um die Neuerteilung eines Anwesenheitsrechts nachsuchen können, sobald davon
ausgegangen werden kann, dass er sich in seiner Heimat bewährt hat und von ihm
keine aktuelle realistische Gefahr mehr für die hiesige Sicherheit und Ordnung ausgeht
(vgl. hierzu T. HUGI YAR, Von Trennungen, Härtefällen und Delikten -
Ausländerrechtliches rund um die Ehe- und Familiengemeinschaft, in: Achermann/
Caroni/Kälin [Hrsg.], Jahrbuch für Migrationsrecht 2012/2013, S. 31 ff., S. 133 ff.),
wovon zurzeit - wie dargelegt - nicht gesprochen werden kann.
5. Zusammenfassend können der Vorinstanz keine Rechtsfehler vorgeworfen werden,
wenn sie freizügigkeitsrechtlich das Vorliegen einer gegenwärtigen und hinreichend
schweren Gefahr für die öffentliche Ordnung bejahte sowie das öffentliche Interesse an
der Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers 1 schwerer
gewichtete als die privaten Interessen des Beschwerdeführers 1 und seinen Kindern in
der Schweiz. Die Beschwerde des Beschwerdeführers 1 ist abzuweisen.
6. Dem Verfahrensausgang entsprechend und da das Gegenstandsloswerden der
Beschwerdeführerin 2 zuzuschreiben ist (vgl. hierzu VerwGE B 2015/309 vom 26. April
2017 E. 4.1 mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch), sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens den Beschwerdeführern aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Entscheidgebühr von CHF 2500 ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Sie ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss
in gleicher Höhe zu verrechnen. Entsprechend der Verlegung der amtlichen Kosten
haben die Beschwerdeführer keinen Anspruch auf Ersatz der ausseramtliche Kosten
(Art. 98 Abs. 1 und Art. 98 VRP).