Decision ID: 9d9550a4-dd49-4fd6-af2e-865c3eb3ef10
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1973 geborene
X._
arbeitete
als
Raumpflegerin
in
verschiedenen Privathaushalten (Urk.
7/6/2
, vgl.
Urk.
7/4)
.
Am 11.
April 2019
(Eingangsdatum) meldete sie sich unter Hinweis auf Herzprobleme bei der Inva
lidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/1). Die Sozialversicherungs
an
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, führte mit der Versicherten ein Standort
ge
spräch durch (Urk. 7/
6) und tätigte
erwerbliche sowie
medizinische Abklärungen (Urk.
7/4,
7/12, 7/14, 7/16
).
Am
16. Juli 2019 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass keine Eingliederungsmassnahmen möglich seien (Urk. 7/15).
Mit Vorbe
scheid
vom
10. Oktober 2019
stellte
sie
der Versicherten die Abweisung des Leis
tungsbegehrens in Aussicht (Urk. 7/19). Dagegen erhob die V
ersicherte Einwand (Urk. 7/20). Am 2. Juni 2020 verfügte die IV-Stelle im angekündigten Sinne (Urk. 2 [= Urk. 7/27]).
2.
Dagegen liess die Versicherte am 2. Juli 2020 Beschwerde erheben und bean
tragen, die Verfügung vom 2. Juni 2020 sei aufzuheben und der Fall sei an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese den rechtserheblichen Sach
ver
halt vollumfänglich abkläre (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 31. August
2020 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung
der Beschwerde (Urk. 6), worüber die Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 2. September 2020 (Urk. 8) in Kenntnis gesetzt wurde.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung
des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der
angefochtenen Verfügung
davon aus, die Beschwerdeführerin sei seit Juli 2018
(Beginn Wartejahr)
in
der Ausübung
ihrer Tätigkeit eingeschränkt. Den medizinischen Berichten sei zu entnehmen, dass sie nach Ablauf des Wartejahres als Reinigungsangestellte 50 % arbeits
fähig sei. In einer angepassten,
körperlich lei
chten bis mittelschweren
Tätigkeit an einem ruhigen Arbeitsplatz könne sie hingegen einem Pensum von 100 % nachgehen. Es liege keine Erwerbseinbusse vor, weshalb kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung bestehe (Urk. 2).
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin geltend,
die Berichte der behan
delnden Ärzte seien dem
Regionalen Ärztlichen Dienst (
RAD
)
zur Stellungnahme unterbreitet worden. RAD-Arzt
Dr.
med. Z._
habe sich der Ein
schätzung der behandelnden Ärzte angeschlossen, wonach die Beschwerde
füh
rerin als Reinigungsmitarbeiterin seit Juli 2018 100 % arbeitsunfähig sei; die Arbeitsfähigkeit für eine angepasste Tätigkeit in einem reduzierten Pensum sei hingegen mittels Arbeitserprobung zu prüfen. Es sei daher festgehalten worden, dass der RAD mang
els genügender nachvollziehbarer
Angaben die Arbeits
fähig
keit in einer angepassten Tätigkeit nicht beurteilen könne. Des Weiteren sei festgehalten worden, dass eine Arbeitserprobung wegen mangelnde
r
Deutsch
kenntnisse der Beschwerdeführerin nicht möglich sei. Ohne weitere Unterlagen einzufordern, sei erneut eine Stellungnahme des RAD eingeholt worden. Dieser sei zum Schluss gekommen, dass in einer angepassten Tätigkeit ein 100 %-Pen
sum möglich sei (Urk. 1 S. 4 f.). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit seien die Angaben ungenügend und nicht aussage
kräftig
(Urk. 1 S. 6)
.
3.
3.1
Der
behandelnde
Kardiologe
, Prof.
Dr.
med.
A._
, Facharzt Allgemeine Innere Medizin
sowie
Kardiologie
und
Chefarzt Kardiologie
des
B._
, hielt
mit Bericht vom 3. Juli 2019 eine nicht klassifizierbare Kardio
myopathie, ED 11. Juli 2018
,
bei einem Status nach out
of
hospital
Reanimation bei Kammerflimmern sowie Neueinlage eines subkutanen Defibrillators und
t
iefem Wundinfekt
als Diagnosen fest
(Urk. 7/14/3). Mittels Koronarangiographie habe eine Koronarproblematik ausgeschlossen werden können. Die initiale links
ventrikuläre Pumpfunktion sei mit 20 % schwer und aktuell
mit 48 %
noch leicht eingeschränkt
gewesen
.
Am 15. August 2018 habe eine ICD-Implantation stattge
funden. Nachdem es zu einem
fulminaten
Infekt des ICDs gekommen sei,
sei
dieser
am 2
2.
August 2018 wieder entfernt worden. Die Beschwerdeführerin
sei vom 2
0.
August bis am
4.
September 2018 hospitalisiert gewesen.
Mehrere
Opera
tionen mit
Abszessausräumung
, Wundspülung und
Redondrain
a
ge
der linken
Thoraxwand
mit Vakuumversiegelungstherapie
seien
durchgeführt worden. Bis zum kompletten Abheilen des Infektes habe die Beschwerdeführerin eine Life
-
Vest
getragen. Am 5. Dezember 2018 sei die Neueinlage des subkutanen Defi
brillators (S-ICD) erfolgt (Urk. 7/14/2).
Eine
100%ige Tätigkeit als Reinigungs
kraft
wie auch körperlich strenge Tätigkeiten erachtete er
als nicht
mehr
möglich. Leichte bis
mittelschwere
Tätigkeiten seien in reduziertem zeitlichen und körper
lichen Ausmass zu prüfen (Urk. 7/14/
3-
4). Die Beschwerdeführerin sei wegen der
eingeschränkten Herzfunktion vermindert leistungsfähig. Die kardial aktiven Medikamente könnten zu Blutdruckschwankungen führen. Des Weiteren sei die Oberkörperbewegung wegen des subkutanen Defibrillator
s
pectoral
in der linken
Thoraxwand
etwas eingeschränkt (Urk. 7/14/5).
3.2
Der behandelnde Hausarzt,
Dr.
med. C._
, Facharzt Allgemeine Innere Medizin und Gas
t
roenterologie, attestierte der Beschwerdeführerin gemäss Bericht vom 18. Juli 2019 ab 1
1.
Juli 2018 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Ab dem
1.
Januar 2019 sei die Beschwerdeführerin in der Tätigkeit als Reinigungs
mitarbeiterin
wieder zu
50 % arbeitsfähig
.
Die
Beschwerdeführerin habe
im Juli 2018
aus guter Gesundheit heraus einen Kreislaufstillstand mit Reanimations
be
dürftigkeit
erlitten
. Nach seinem Kenntnisstand sei die Auswurf
f
un
ktion des Herzens leicht vermindert, es würden ihm jedoch neuere Berichte fehlen. Im Rahmen der akut lebensbedrohlichen Ereignisse und einer relativ langen
Hospitalisation
habe sich möglichweise auch ein leichtes bis mässiges
Fatigue
syndrom
entwickelt. Ein
Refluxleiden
sei inzwischen mit Säureblockern zur Ab
hei
lung gebracht worden. Aufgrund des konsolidierten Verlaufs erachtete
Dr.
C._
die Arbeitsfähigkeit als leicht vermindert. Aus hausärztlicher Sicht sei
der
Beschwerdeführer
in
die angestammte
Tätigkeit im Pensum von 8.25 Stunden pro Tag
mit einer
Leistung von 50
%
oder
4 Stunden
pro Tag
mit 100 %
Leistung
zumutbar. In einer dem Leiden angepassten Tätigkeit sei ihr ein Pensum von täglich 8.25 Stunden zumutbar.
Bei d
e
r
Eingliederung sei eine Leistung von 100 % seiner Ansicht nach prognostisch nicht möglich (Urk. 7/16/1-3).
3.3
Mit Stellungnahme vom 28. August 2019 erachtete RAD-Arzt
Dr.
med.
Z._
, Facharzt Allgemeine Innere Medizin, die Einschätzung der behandeln
den Ärzte
– eine
Arbeitsunfähigkeit von 100 % für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit seit Juli 2018 und ab 24. Januar 2019 eine solche von 50 %
–
als nachvollziehbar. In versicherungsmedizinischer Hinsicht sei das Ausmass der Arbeitsfähigkeit für eine herzadaptierte Tätigkeit anhand der Berichte nicht abschliessend beurteilbar, da keine genügenden und nachvollziehbaren Angaben vorhanden seien. Deshalb sei eine Arbeitserprobung im Vorfeld erforderlich (Urk. 7/18/4-5).
Nachdem eine Arbeitserprobung wegen fehlender Deutschkenntnisse der Be
schwerdeführerin gescheitert war (Urk. 7/18/5), hielt
Dr.
Z._
mit
Stellung
nahme
vom 1
2.
September 2019
fest
,
d
as Belastungsprofil entspreche einer körper
lich leichten bis mittelschweren Tätigkeit an einem ruhigen Arbeitsplatz. Ge
wichte sollten keine mehr gehoben werden; Wechseltätigkeiten seien zu bevor
zugen. Gestützt auf den Hausarzt könne die Beschwerdeführerin seit 22. März
2019
in einer derart angepassten Tätigkeit
8.25 Stunden tätig sein (Urk. 7/18/5-6).
3.4
Dr.
med.
D._
, Fachärztin Neurologie, notierte im Bericht vom 11. Novem
ber 2019 chronische Kopfschmerz
en
vom Spannungstyp, ein
e
Fatigue
-Sympto
matik und unspezifisches Schwindelerlebe
n seit dem Kreislaufstillstand
als Diag
nosen
. Im neurologischen Untersuchungsbefund hätten sich keine relevanten pathologischen Befunde finden lassen
; es sei lediglich eine verspannte und
druckdolente
Schulter-/Nackenmuskulatur aufgefallen. Das EEG wie auch das Kopf-MRI vom 1
3.
September 2019 seien unauffällig gewesen. Es habe einzig eine kleine subkortikale
Gliose
im frontalen Marklager rechts sowie ein kleiner am ehesten post
i
schämischer Defekt rechts
zerebellär
festgestellt werden können; beides könne die Beschwerden jedoch nicht erklären. Aus neurologischer
Sicht
seien keine Anhaltspunkte für eine strukturelle Kopfschmerzursache gegeben, weshalb von Spannungskopfschmerzen mit überwiegend
myofaszialen
Kompo
nenten auszugehen sei. Die intermittierenden Schwindelepisoden seien sodann am ehesten im Rahmen von Überlastungssituationen einzuordnen, da keine An
haltspunkte für eine zugrundeliegende
vestibulocerebelläre
Pathologie bestehen würden
. Anhaltspunkte für relevante traumatische Ursachen der Symptomatik bei Status nach Kopfanprall hätten sich klinisch und bil
dgebend nicht finden
lassen
. In
wiefern Komponenten der
Fatigue
-Symptomatik auf die kardiale Situation zurückzuführen sei
en
oder allenfalls im Zusammenhang mit der Medikation mit Betablockern bestehen könnte
n
, müsse durch den
Haus
arzt oder den Kardiologen
beurteilt werden
(Urk. 7/23/3-4
[= Urk. 7/30]
)
.
4.
4.1
Unbestritten und aufgrund der Akten erstellt
ist
, dass die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit zunächst
zu
100
%
und ab
24. Januar
2019 zu 50 % arbeitsunfähig
war
(E.
3.1-
3.3)
.
Die Beschwerdeführerin nahm ihre angestammte Tätigkeit
denn auch am 24. Januar 2019 in reduziertem
Umfang wieder auf. Gemäss eigenen
,
wenn auch widersprüchlichen Angaben arbeitete sie ab diesem Zeitpunkt in einem Umfang von 38 Stunden pro Woche beziehungsweise täglich vier Stunden an fünf Tagen die Woche, mithin mindestens 20 Stunden pro Woche, was dem attestierten Pensum von rund 50 % entspräche (Urk. 7/6/3).
Bezüglich der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ist festzuhalten, dass sich die kardiale Symptomatik gemäss Kontrollecho am 16. April 2019 bereits gut kompensiert
zeigte, wobei
lediglich
noch eine leicht eingeschränkte Pumpfunktion (LV-EF 48 %) bestand (Urk. 7/16/4).
In Kenntnis dieses Befundes
erachtete
Dr.
C._
denn auch
eine angepasste Tätigkeit im Umfang von täglich 8.25
Stunden als zumutbar (E. 3.2), wobei er
in seiner Einschätzung
zusätzlich
berücksichtigte, dass die Beschwerdeführerin
möglicherweise
an einem
Fatigue
syndrom
litt
. Das
überdies vorliegende
Refluxleiden
konnte
gut behandelt werde
n;
Hinweise dafür, dass
sich
dieses einschränkend auf die Arbeitsfähigkeit auswirk
te, fehlen
.
Angesichts der bereits am 1
6.
April
2019 lediglich noch leicht einge
schränkten Pumpfunktion des Herzens und des Umstandes, dass sich die Be
schwer
deführerin seit
24.
Januar 2019 in der Lage zeigte, ihrer dem Leiden nicht optimal angepassten angestammten Tätigkeit in der Reinigung zu mindestens 50
% nachzugehen, rechtfertigen sich an der Einschätzung einer grundsätzlich uneingeschränkten oder zumindest hochgradigen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit von
Dr.
C._
vom 1
8.
Juli 2019 (E.
3.2) keine ernsthaften Zweifel. Dass sich der RAD-Arzt
Dr.
Z._
in seiner Stellungnahme vom 12.
September 2019 ohne weitere Abklärungen auf die Eins
chätzung von
Dr.
C._
vom 18.
Juli 2019 stützte, ist angesichts dessen nicht zu beanstanden, auch wenn er damit
von
seiner Beurteilung vom 2
8.
August 2019
abrückte
(E. 3.3). Dies gilt umso mehr, als sich
die kardiale Situation, wie Dr.
C._
mittels
EU-Formular
am
4.
Juni 2020
berichtete,
weiter verbessert ha
t und
Hinweise auf eine
relevante
psychol
o
gische
Pathologie nicht ersichtlich
waren
, weshalb
Dr.
C._
als einzig langfristig möglicherweise noch arbeitseinschränkendes Element die kardiale Situation bezeichnete (Urk. 7/33/11).
Zwar
ging
er
im genannten Bericht
davon aus, dass der Beschwerdeführerin eine angepasste Arbeit im Umfang von
lediglich
vier Stunden am Tag zumutbar sei, wobei er
aber
das Belastungsprofil nicht näher definierte (Urk.
7/33/14).
Der Aufbau
des
EU-
Formulars
zeigt denn auch
, dass es sich dabei
einzig
um Angaben betreffend
eine mittelschwere Tätigkeit handelte (Urk. 7/33/12 ff.). Dass Dr.
C._
die Beschwerdeführerin auch in einer leichten Tätigkeit an einem ruhigen Arbeitsplatz, ohne Gewichtsbelastung mit Bevorzu
gung von Wechseltätigkeiten entsprechend dem richtig interpretierten (keine Ge
wichtsbelastung erfordert leichte Tätigkeit) Zumutbarkeitsprofil von Dr.
Z._
(E. 3.3) als lediglich in diesem Umfang arbeitsfähig erachtete, ist hieraus nicht zu schliessen.
Dr.
D._
sodann
fand keine somatische Ursache für die geklagten Kopfschmerzen und den Schwindel.
Angesichts
der
guten
Behandelbarkeit der Kopfschmerzen und der geringen Häufigkeit der Schwindelattacken bestehen
auch
keine genügenden Hinweise dafür, dass diese
einen
massgeblichen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin haben könnten.
Dr.
D._
emp
fahl
denn auch
, dass die Beschwerdeführerin regelmässig körperliche Aktivitäten und zwei bis drei Mal wöchentlich leichten Ausdauersport betreibe
n solle
(E. 3.4), was
wiederum deutlich
gegen
eine massgebliche Einschränkung
der Arbeitsfähig
keit
in einer dem Leiden angepassten Tätigkeit
spricht.
4.2
Gestützt auf diese Aktenlage ist
folglich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
erstellt
, dass
die Beschwerdeführerin
zumindest
in einer
leichte
n
Tätigkeit
ohne Gewichtsbelastung in ruhiger Atmosphäre
spätestens seit dem 16.
April
2019 (Kontrollecho)
zu
100 % arbeitsfähig ist
.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
5.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
5.3
Für die Ermittlung des
Valideneinkommens
von selbständig erwerbstätig gewese
nen Personen, das der Bestimmung des Invaliditätsgrades nach Art. 16 ATSG zu
grunde zu legen ist, sollten in erster Linie die aus dem Auszug aus dem Indivi
duellen Konto (IK) ersichtlichen
Einkommen
herangezogen werden. Weist das bis Eintritt der Invalidität erzielte Einkommen starke und verhältnismässig kurzfristig in Erscheinung getretene Schwankungen auf, ist dabei auf den während einer längeren Zeitspanne erzielten Durchschnittsverdienst abzustellen (Urteil des Bun
des
gerichts 8C_626/2011 vom
29. März 2012 E. 3, E. 4.1 f.).
5.4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
5.5
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allen
falls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene
Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur
mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzel
fall
nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht über
steigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc
). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invaliden
einkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der
medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht
zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (Ur
teile des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1 und 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine ab
weichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V
71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerde
instanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
5.6
Die Beschwerdeführerin war bis
zum Eintritt des Gesundheitsschadens
im
Juli
2018
vollerwerbstätig und
als Raumpflegerin
in diversen Privathaushalten
tätig. Die Beschwerdegegnerin stützte sich zur Berechnung des
Valideneinkommens
(vgl.
Urk.
7/17) auf die Angaben aus dem individuellen Konto (IK-Auszug, Urk. 7/4) und errechnete
angesichts der erheblichen Lohnschwankungen unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2019
einen Durch
schnittsjahreslohn der Jahre
2013-2017
von Fr. 43'874.7
5.
Diesbezüglich machte die Beschwerdeführerin geltend, sie habe in den Jahren 2015 und 2016 zusätz
liche Aufträge generieren können und damit ihr Einkom
men steigern können, weshalb der Durchschnittslohn der Jahre 2016 und 2017 heranzuziehen sei (Urk. 1 S. 8)
.
Die Frage, ob die Beschwerdeführerin auch in Zukunft
dieses höhere
Einkommen generiert hätte, kann vorliegend
offen bleiben
, da
selbst unter
Be
i
zug
des von ihr postulierten
Valideneinkommens
von Fr. 46'469.30 kein rentenbe
gründender Invaliditätsgrad
resultiert
.
5.7
Zur Ermittlung des Invalideneinkommens ist gemäss bundesgerichtlicher Recht
sprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen.
Die Be
schwerdeführerin schöpfte ihre Restarbeitsfähigkeit von 100 % in einer ange
passten Tätigkeit seit Eintritt des Gesundheitsscha
dens nicht voll aus (vgl. Urk.
7/6/3
,
7/20
;
wonach sie vier bis fünf Stunden am Tag als Reinigungskraft arbeitet
), weshalb die
Löhne der LSE heranzuziehen sind
.
Bezüglich des Tabellenlohns nach LSE ist zu berücksichtigen, dass die Beschwer
de
führerin ihre beruflichen Kenntnisse in einer angepassten Tätigkeit nicht oder allenfalls nur eingeschränkt verwerten kann und über keine Ausbildung verfügt
(Urk. 7/1/5, 7/6/3)
. Es ist daher auf das standardisierte monatliche Einkommen für weibliche Hilfsarbeitskräfte aus der LSE
2018
im Kompetenzniveau 1 abzustellen. Das monatliche Einkommen von Fr.
4’371
.-- ist unter Berücksichti
gung der durchschnittlichen Arbeitszeit im Jahr 201
9
von 41.7 Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirt
schaftsabteilung [NOGA 2008], in Stunden pro Woche, 2004-201
9
, A-s 01-96) sowie der Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 201
9
(Indexstand
2’732 [2018] auf 2’759
[201
9
]); vgl. Bundesamt für Statistik, Schweizerischer Lohnindex, Lan
des
index der Konsumentenpreise, T39, Entwicklung der Nominallöhne Frauen) auf ein Jahreseinkommen hochzurechnen. Es ergibt sich d
araus ein Einkommen im Jahr 2019 von gerundet Fr. 55'222.--
(
Fr. 4'371.
--
:
40 x 41.7 x 12 :
2’732
x
2’759
).
Aus dem Einkommensvergleich ist ersichtlich, dass keine Einkommenseinbusse resultiert.
Dass die Vergleichseinkommen aufgrund eines unterdurchschnittlichen
Valideneinkommens
zu parallelisieren wären, wird von der rechtlich vertretenen
Beschwerdeführerin nicht geltend gemacht, was darauf schliessen lässt, dass sie aus freien Stücken ihrer Tätigkeit als Reinigungskraft in den diversen Privat
haushalten mit einem relativ bescheidenen Einkommen, dafür wohl grösserer Gestaltungsfreiheit, nachgeht (BGE 141 V 1 E. 5.4).
5.8
Die Beschwerdegegnerin verneinte
sodann die Gewährung eines
leidensbedingten Abzuges
(Urk. 7/17/1)
.
Die Beschwerdeführerin machte geltend,
aufgrund ihrer mangelnden Deutsch
kenntnisse sei sie auf eine Hilf
sarbeitertätigkeit angewiesen. Infolge der bestehenden Einschränkungen sei davon auszugehen, dass ihr
e
Leistungsfähigkeit auch in einer körperlich leichten Hil
f
sarbeitertätigkeit
eingeschränkt sei
(Urk. 1 S. 8).
Die fehlende Schulbildung wie auch die mangeln
den Sprachkenntnis werden in der Rechtsprechung regelmässig als nicht lohn
mindernde Kriterien eingestuft (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_687/2018 vom 18. April 2019 E. 5.4)
.
Sodann
ist
gestützt auf die medizinische Aktenlage
fest
zuhalten, dass die Beschwerdeführerin in einer angepassten leichten Tätigkeit
keine
erheblich
en
Ein
schränk
ungen aufweist
(E. 4).
Mangels weiterer Anhalts
punkte für relevante abzugsbegründende
r
Faktoren
ist mit der Beschwerde
geg
nerin übereinstimmend kein Abzug zu gewähren. Es ist jedoch darauf hinzu
weisen, dass selbst bei Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzugs von 25 %
(Invalideneinkommen von Fr. 41'416.-- = Fr. 55
'
222
.--
x 0.75)
- wofür vorlie
gend keinerlei Hinweise bestehen - ein rentenausschliessender Invalidi
tätsgrad
von
nur
rund 10 %
resultier
en würde
(
Fr. 46'469.-- -
Fr.
41'416.
--
:
Fr.
46
'469.--
x 100).
Lediglich anzufügen ist
, dass
bei Verzicht auf einen leidensbedingten Abzug
erst
bei einer Arbeitsunfähigkeit von rund 50 %
(
Valideneinkommen
von Fr. 46'469
.--
sowie Invalideneinkommen von Fr. 27'611.--)
in einer angepassten Tätigkeit ein rentenbegründender Invaliditätsgrad von rund 40 % resultieren würde.
Auch im Lichte dessen sind von
weiteren Abklärungen keine
entscheid
wesentlich
en
neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb in antizipierter Beweiswürdigung (BGE 134 I 140 E. 5.3)
davon
abgesehen werden kann.
Die Beschwerdeführerin hat damit keinen Anspruch auf eine Invalidenrente, weshalb die Beschwerde abzu
weisen ist.
6
.
Da es vorliegend um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungs
leis
tungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Die Kosten des Verfahrens si
nd auf Fr. 600.-- festzusetzen und ausgangs
gemäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen
.