Decision ID: bf7658ea-f1ec-4d91-8515-62380b745298
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
D
e
r 1958 im
Y._
geborene
X._
, verheiratet seit 1989, war nach
der Einre
ise in die Schweiz im Jahre 1987
mit Unterbrüchen
an verschie
denen Stellen tätig
, zuletzt ab 1. August 1998 bis zum 5. Oktober 2011
(letzter effektiver Arbeitstag)
als Hilfsmechaniker bei der
Z._
, wobei ihm die Arbeitgeberin aus betrieblichen Gründen kündigte (Urk. 13/4, Urk. 13/6, Urk. 13/17)
.
Am
28. Februar 2012
meldete
er
sich
wegen psychischer Probleme
bei der Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zum Leistungsbezug an (Urk. 13/6
). Die IV-Stelle klärte die erwerblichen
und medizinischen
Verhält
nisse ab und
verneinte einen Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnah
men (Mitteilung vom
25. April 2012, Urk. 13/16). Für die Zeit vom 24. Septem
ber bis zum 21. Dezember 2012 und vom 14. Januar bis zum 1
2.
April 2013 sprach sie ihm als Integrationsmassnahmen die Kosten für zwei
Belastbarkeits
trainings
gut (Urk. 13
/23, Urk. 13/40); gemäss Mitteilungen vom 17. Oktober 2012 und 2
2.
März 2013 wurden die beiden Massnahmen aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig abgeschlos
sen (Urk. 13/31/, Urk. 13/54). In
der Folge
verneinte
die IV-Stelle
nach durchgeführtem
Vorbescheidv
erfahren
(Urk. 13/61, Urk. 13/64, Urk. 13/71
)
mangels Vorliegen
s
eines relevanten Gesundheits
-
schadens
einen Anspruch auf
eine
Invaliden
rente
(Verfügung vom
27. Mai 2014
, Urk. 2).
2.
Dagegen liess der
Versicherte am
2.
Juli 2014
Beschwerde (Urk. 1) erheben mit dem Antrag, in Aufhebung der angefochtenen Verfügung sei
en ihm berufliche Massnahmen und eventualiter eine Invalidenrente zuzusprechen.
In prozessua
ler Hinsicht beantragte
er
die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsvertre
tung, wobei
er den Antrag mit Eingaben vom 14. und
21. August 2014
substantiierte
(Urk. 6-9).
In der Vernehmlassung vom
24. Septem
ber 2014 (Urk. 12
) schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechts
verhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfü
gung beziehungsweise eines
Einspracheentscheids
– Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung beziehungsweise der
Einspracheentscheid
den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung beziehungsweise kein
Einspracheentscheid
ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
In der angefochtenen Verfügung vom 27. Mai 2014 (Urk. 2) hat die
Beschwerde
gegnerin
nur den Rentenanspruch des Beschwerdeführers beurteilt, und hat nicht über berufliche Massnahmen entschieden. Dieser Leistungs
-
komplex gehört somit nicht zum Anfechtungsgegenstand, weshalb auf die Beschwerde, soweit damit die Gewährung beruflicher Massnahmen beantragt wird, nicht einzutreten ist.
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychischen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheits
-
schaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als ange
nommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versicherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist – auch bei psychischen Erkran
kungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosozi
ale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
handen sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungs
-
zuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invali
dität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokul
turellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigentli
chen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen ver
selbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend aus
wirken (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 28. Juni 2012 E. 3.2 mit Hinweisen).
2
.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2
.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
3
.
3
.1
In der angefochtenen Verfügung (Urk. 2)
stellte sich
die Beschwerdegegnerin
auf den Standpunkt
, es liege ein reaktives behandelbare
s
Geschehen und nicht ein dauerhafter Gesundheitsschaden mit einer erheblichen und bleibenden Ein
schränkung in der bisherigen Tätigkeit als Mechaniker vor. Körperliche Ein
schränkungen der Arbeitsfähigkeit würden nicht bestehen. Der Versicherte sei weiterhin zu 100
%
arbeitsfähig.
3
.2
In der Beschwerde bringt der Beschwerdeführer zusammengefasst vor, alle aktuellen Arztberichte würden von einer rezidivierenden depressiven Störung ausgehen,
wobei
gegenwärtig
eine
mittelgradige Episode
bestehe
.
Dass
bei einer Ersterkrankung ein auslösendes Lebensereignis vorliege, bedeute nicht, dass die nachfolgende rezidivierende depressive Episode durch psychosoziale
Belas
tungsfaktoren
ausgelöst beziehungsweise
unterhalten we
rde
. Der dauerhafte Charakter der depressiven Störung sei schon dadurch erstellt, dass die Arbeits
unfähigkeit mehr als ein Jahr gedauert habe.
Trotz einer Beruhigung der famili
ären Situation
im Juni 2013 habe sich die gesundheitliche
Lage
nicht verbessert.
3
.3
Streitig und zu prüfen ist, ob beim Beschwerdeführer ein
invaliden
ver
-
sicherungs
rechtlich
relevanter Gesundheitsschaden vorlieg
t
.
4
.
4
.1
Die medizinischen Akten zeigen folgendes Bild über den Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers
:
Die Ärzte der
A._
, wo der
Versicherte in der Zeit vom
3.
b
is zum 2
7.
Januar 2007 hospitalisiert war, diagnostizierten in ihrem Bericht vom
1.
Februar 2007 (Urk. 13/13)
ein psychophysisches Erschöpfungssyndrom
(ICD-10: Z73.0)
bei einer psychosozialen Belastungssituation und eine depres
sive Störung mit Angst (ICD-10: F41.2).
Bis zum 1
1.
Februar 2007 hätten sie eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert.
Danach
würden sie
einen beruflichen Wiedereinstieg zu initial 50
%
empfehlen.
4
.2
Dr.
med. B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, welcher den Versicherten seit dem 2
8.
Februar 2008 behandelt, diagnostizierte in seinem Bericht vom 1
4.
November 2011 (Urk. 13/7/14) eine Anpassungsstörung mit einer längeren depressiven Reaktion (ICD-10: F43.21). Der Beschwerdeführer sei in der Zeit vom 1
4.
Oktober bis zum 3
0.
November 2011 zu 100
%
arbeitsunfä
hig. Er werde die aktuelle berufliche Tätigkeit wieder aufnehmen können.
Ab dem
1.
Dezember 2011
bestehe v
oraussichtlich eine Arbeitsfähigkeit
von 50
%
. In seinem Bericht vom 2
5.
Januar 2012
(Urk. 13/7/9)
stellte
Dr.
B._
die Diag
nose einer rezid
ivierenden depressiven Störung bei einer
gegenwärtig
leicht- bis mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10: F33.1).
Der Versicherte sei sei
t dem 1
5.
Oktober 2011 bis auf W
eiteres zu 100
%
arbeitsunfähig.
Prognostisch könne jedoch mit einer vollständigen Remission der aktuellen depressiven Episode gerechnet werden. Nach der Remission sei die bisherige Tätigkeit wieder mög
lich.
Im folgenden Bericht
vom 2
6.
Juni 2012 (Urk. 13/18/5-11)
diagnostizierte
Dr.
B._
eine
rezidivierende depressive Störung bei einer gegenwärtig mittel
gradigen depressiven Episode (ICD-10: F33.1).
Aktuell
sei dem Versicherten d
ie a
ngestammte Tätigkeit
zu 50
%
zumutbar. In einer
leidens
angepassten Tätigkeit
sei
ihm im Anschluss an die Behandlung in der
Tages
k
linik
ein Pensum von
vier Stunden täglich
in einem geschützten Rahmen im Sinne eines
Belastungs
abbaus
möglich
.
Es könne mittel- bis langfristig mit einer vollen Wiederher
stellung der Arbeitsfähigkeit gerechnet werden.
4
.3
Die Ärzte des
C._
, wo der Versicherte in der Zeit vom 2
6.
März bis zum 2
2.
Juni 2012
teilstationär behandelt wurde
, diagnostizierten in ihrem Bericht vom 1
7.
Dezember 2012 (
Urk. 13/37) eine rezidivierende depressive
Störung bei einer gegenwärtig mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10: F33.1).
4
.4
Im
Bericht vom
8.
Januar 2013 (Urk. 13/39) diagnostizierte
Dr.
B._
eine rezidi
vierende depressive
Störung bei einer gegenwärtig noch leichten depressi
ven Episode
ohne somatisches Syndrom
(
ICD-10: F33.0).
In der angestammten Tätigkeit sei
d
er
Versicherte in der Zeit
vom 1
5.
Oktober
2011
bis zum
6.
Januar 2013 zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen.
Es könne weiterhin mit einer vollen Wiederherst
ellung der Ar
beitsfähigkeit gerechnet werden.
Ab
dem
7.
Januar 2013
sei ein Neubeginn der
berufliche
n
Integration mit einem Anfangspensum
von zwei Stunden täglich
möglich
.
Im nachfolgenden Bericht vom 3
0.
April 2013 (Urk. 13/58) diagnostiziert
e
Dr.
B._
eine rezidivierende depressive
Störung bei einer gegenwärtig mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10: F33.0) und eine Familienzerrüttung durch Trennung (
ICD-10:
Z63.5). Der Versi
cherte sei
in der angestammten Tätigkeit
in der Zeit vom 1
5.
Oktober 2011 bis heute zu 100
%
arbeitsunfähig
gewesen
. Als Folge der depressiven Episode und der psychosozialen Umstände sei
ihm
die angestammte Tätigkeit nicht mehr zumutbar
respektive bestehe dabei eine verminderte Leistungsfähigkeit
. Aktuell sei
auch aufgru
nd der psychosozialen Umstände
,
der
Betreu
u
ng der
beiden Kinder und des Scheidungsverfahrens
,
keine leidensangepasste Tätigkeit möglich.
4
.5
Die Ärzte der
C._
,
welche den Versicherten am 2
3.
Mai 2013 untersuchten,
diagnostizierten
im
Bericht vom 2
3.
Mai 2013 (Urk. 13/69/3-5) eine r
ezidivierende depressive
Störung bei
einer gegenwärtig mittelgradig
agitierten depressiven Episode (ICD-10: F33.1) sowie einen Verdacht auf akzentuierte Persönlichkeitszüge.
4
.6
In seinem Bericht vom 1
4.
August 2013 (Urk. 13/69/1-2)
diagnostizierte
Dr.
B._
eine rezidivierende depressive
Störung mit
einer gegenwärtig mittel
gradigen agitierten
depressiven Episode (ICD-F33.1)
. Der Beschwerdeführer sei in seiner angestammten Tätigkeit weiterhin nicht arbeitsfähig.
Es
müsse mit einem längeren Verlauf mit unsicherer Prognose gerechnet werden.
4
.7
Die Ärzte des
C._
, welche den Versicherten in der Zeit vom 3
0.
September bis zum 2
2.
November 2013
im Rahmen eines teilstationären Aufenthalts
behandelte
n
, diagnostizierten im Bericht vom 1
2.
Dezember 2013 (
Urk.
13/81) eine rezidivierende depressive
Störung bei einer gegenwärtig mittelgradigen Episode (ICD-10: F33.1; seit dem Jahr 2005). Die bisherige Tätig
keit seit dem Versicherten nicht mehr zumutbar. Eine angepasste Tätigkeit sei im Rahmen eines Teilzeitpensums in einem sozialen Bereich realistisch.
5
.
5
.1
In somatischer Hinsicht besteht unbestrittenermassen kein Gesundheitsschaden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers.
In psychisch
er
Hinsicht steht in den medizinischen Akten
die Diagnose
eine
r
rezidivierenden depressiven Störung
mit
mittelgradigen, teils auch leichten Episode
n
im Vor
dergrund, und zwar vor dem Hintergrund von schon seit längerer Zeit bis min
destens Frühsommer 2013 andauernden erheblichen psycho
so
zialen
Belas
tungsfaktoren
(
im Ehe- und Familienbereich sowie infolge der Kündigung der letzten Arbeitsstelle durch die Arbeitgeberin
)
,
wobei
die Ä
rzte
diese psychosozi
alen
Faktoren
bei ihren Beurteilung
en
der Arbeitsfähigkeit,
soweit
eine solche erfolgt ist,
jeweils
mitberücksichtigten. Dies gilt insbesondere für den behan
delnden Psychiater
Dr.
B._
, welche
r
– wie
dies etwa
aus seinem Bericht vom 3
0.
April 2013 ersichtlich ist (
Urk.
13/58/3)
–
aus
den
psychosozialen Faktoren wie
der
Betreuung der beiden Kinder und
dem
Scheidungsverfahren praktisch
unvermittelt
eine entsprechende Arbeitsunfähigkeit des Versicherten abgeleitet hat, was unzulässig ist. Auf diese Berichte kann daher, insbesondere hinsichtlich der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit, nicht abgestellt werd
en. Dabei ist
auch die Erfahrung
statsache zu berücksichtigen
, dass behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfäl
l
en eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4
.
5).
Was die in den medizinischen Akten vor allem dia
gnostizierte rezidivierende depressive
St
örung mit
mittelgradigen, teils auch leichten
depressiven Episode
n
betrifft
,
ist – nebst der erwähnten Problematik von deren Abgrenzung zu blossen psychosozialen Belastungsfaktoren – zudem darauf hinzuweisen, dass
solche mittelschwere psychische Störungen aus dem depressiven Formenkreis grundsätzlich als
therapeutisch
angehbar
gelten. Dies schliesst zwar
deren
inva
lidisierende Wirkung
nicht schlechthin aus
.
Jedoch
bedingt
dabei
die Annahme einer invalidisierenden Wirkung die Befolgung einer konsequenten
Depressi
onstherapie
, deren Scheitern das Leiden als resistent ausweist; fehlt es daran, ist in der Regel keine invalidisierende Wirkung des Gesundheitsschadens anzu
nehmen (Urteil des Bundesgerichtes 8C_441/2015 vom 2
1.
August 2015
E. 4.2).
Vorliegend geht aus den medizinischen Akten nicht
rechtsgenüglich
hervor, in welchem Umfang und
mit welcher
Intensität der Beschwerdeführer die thera
peutischen Möglichkeiten im massgebenden Zeitraum
– abgesehen von den teil- oder ganzstationären Behandlungen -
wa
hrgenommen und
ausge
-
schöpft hat.
Bei dieser unvollständigen und unklaren Aktenlage sind die Voraussetzungen für die Vornahme eines reinen Aktengutachtens (dazu Urteil des Bundesgerichts 9C_28/2015 vom
8.
Juni 2015 E. 3.2) nicht gegeben,
weshalb auf die
doch
eher summarischen und
knappen
Aktenb
eurteilungen durch den Regionalen Ärztli
chen Dienst (RAD) vom 2
8.
Mai 2013
und vom 1
0.
April 2014
(
Urk.
13/59/4-5,
Urk.
13/86/3) nicht abgestellt werden kann.
5
.2
Weitere Abklärungen sind daher notwendig. Die Sache ist an die Beschwerde
-
geg
nerin
zurückzuweisen, damit
sie
eine psychiatrische Begutach
tung veranlasse
. Diese wird sich für den gesamten massgebenden Zeitraum zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in der angestammten und einer
leidens
angepassten
Tätigkeit zu äussern
und darzulegen haben, welche Anforderungen eine leidensangepasste Tätigkeit zu erfüllen hat.
Hernach hat die
Beschwerde
gegnerin
über den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers neu zu verfügen.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen
, soweit auf sie einzutreten ist
.
6
.
6
.1
A
usgangsgemäss gehen die Verfahrenskosten von
Fr.
600
.-- zulasten der IV
-
Stelle
(Art. 69 Abs. 1
bis
IVG)
, der Umfang des Nichteintretens auf die Beschwerde rechtfertigt keine andere Kostenverteilung
.
6
.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die
Verwal-tung
zu weiterer Abklärung und neuem Entscheid als vollständiges Obsiegen (vgl. ZAK 1987 S. 268 f. E. 5 mit Hinweisen).
Eine Reduktion der
Prozessent
schädigung
ist trotz des teilweisen Nichteintretens nicht gerechtfertigt, da nicht ersichtlich, dass der entsprechende Antrag beim Verfassen der Beschwerde
schrift einen Mehraufwand verursachte.
Die Prozessentschädigung ist nach Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das
Sozialversi
cherungsgericht
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der
Streit
sache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den
Bar
auslagen
festzusetzen. Unter Berücksichtigung dieser Grundsätze ist dem Be
schwerdeführer eine Prozessentschädigung von Fr.
1‘300
.-- (inkl. Mehrwert
steuer und Barauslagen) zuzusprechen. Damit sind die Anträge auf Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsvertretung gegenstandslos.