Decision ID: 16af2f95-249d-4b2f-8e96-cdea8c3fc5bf
Year: 2012
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Ehescheidung
Berufung gegen ein Urteil der Einzelrichterin im ordentlichen Verfahren des Bezirkes Bülach vom 29. Dezember 2010; Proz. FE040172
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Rechtsbegehren:
Es sei die Ehe der Parteien auf gemeinsames Begehren hin gemäss Art. 112 ZGB zu scheiden unter gerichtlicher Regelung der ; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des .
(act. 1 S. 2)
Urteil der Einzelrichterin im ordentlichen Verfahren des Bezirks Bülach vom 29. Dezember 2010:
1. Die Ehe der Parteien wird gestützt auf Art. 112 ZGB geschieden.
2. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchstellerin in Abgeltung ihres
Anspruchs auf persönliche Unterhaltsbeiträge im Sinne von Art. 125 ZGB
eine Abfindung von Fr. 214'860.– zu bezahlen.
3. Die C._ AG in Liquidation wird unter Androhung der doppelten Zah-
lungspflicht im Widerhandlungsfall angewiesen, vom dem Gesuchsteller
nach Abschluss der Liquidation zustehenden Liquidationserlös den Betrag
von Fr. 214'860.– der Gesuchstellerin auf ein von dieser zu bezeichnendes
Konto zu überweisen, soweit der dem Gesuchsteller zustehende Liquida-
tionserlös diesen Betrag erreicht.
Im Übrigen wird der Antrag der Gesuchstellerin auf Anweisung an die
Schuldner abgewiesen.
4. Der Berechnung der Unterhaltsbeiträge liegen folgende finanziellen Verhält-
nisse der Parteien zugrunde:
Gesuchstellerin: Gesuchsteller:
Einkommen Fr. 0.–
bis September 2014
Fr. 7'976.50
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Fr. 4'224.–
ab Oktober 2014
Vermögen
(nach der güterrechtli-
chen Auseinanderset-
zung)
Fr. 462'712.22
plus 1⁄2 des Liquida-
tionserlöses der
C._ AG
plus 1⁄2 des Nettoerlö-
ses aus dem Verkauf
der Rustici im Tessin
Fr. 206'110.75
plus 1⁄2 des Liquida-
tionserlöses der
C._ AG
plus 1⁄2 des Nettoerlö-
ses aus dem Verkauf
der Rustici im Tessin
Bedarf Fr. 3'193.80 Fr. 3'619.60
5. Die Gesuchstellerin wird verpflichtet, dem Gesuchsteller unter güterrechtli-
chen Titeln als Ausgleichszahlung Fr. 76'255.– zu bezahlen.
6. Die heute auf den Namen des Gesuchstellers als Alleineigentümer im
Grundbuch eingetragene Liegenschaft an der Adresse ...strasse ... in
D._, Grundregister Blatt ..., Kataster Nr. ..., Plan Nr. ..., geht mit
Rechtskraft des Scheidungsurteils ins Alleineigentum der Gesuchstellerin
über.
Die Gesuchstellerin übernimmt per Antrittstag die nachstehend aufgeführten
Grundpfandschulden zur alleinigen Verzinsung und Bezahlung, mit Zins-
pflicht gegenüber den Gläubigern soweit ausstehend, unter gänzlicher Ent-
lastung des Gesuchstellers von jeder Schuldpflicht:
Fr. 500'000.– Namenschuldbrief, dat. 12.7.1985, 1. Pfandstelle, Beleg
1985/102, Maximalzinsfuss 8%
Fr. 300'000.– Namenschuldbrief, dat. 2.9.1991, 2. Pfandstelle, Be-
leg 1991/56, Maximalzinsfuss 10%, Vormerkung:
Nachrückungsrecht
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Fr. 240'000.– Namenschuldbrief, dat. 23.6.1993, 3. Pfandstelle, Be-
leg 1993/100, Maximalzinsfuss 10%, Vormerkung:
Nachrückungsrecht
Die Gesuchstellerin übernimmt die bei der E._ bestehende Festhypo-
thek von insgesamt Fr. 800'000.– (Konto-Nr. ...). Gegenüber dem Nominal-
betrag beläuft sich die tatsächliche Kapitalschuld noch auf insgesamt
Fr. 746'000.–.
Die Gesuchstellerin wird verpflichtet, für die Entlassung des Gesuchstellers
aus der Schuldpflicht besorgt zu sein.
Das Grundbuchamt F._ wird angewiesen, B._, geboren
tt.mm.1950, von G._ und D._, wohnhaft ...strasse ..., D._, als
Alleineigentümerin des erwähnten Grundstückes im Grundbuch einzutragen.
7. Es wird festgestellt, dass der Liquidationserlös der C._ AG in Liquidati-
on je hälftig zwischen den Parteien zu teilen ist.
8. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchstellerin die Hälfte des Net-
toerlöses (nach Abzug allfälliger Steuern und Gebühren) aus dem Verkauf
der Rustici im Tessin zu bezahlen.
9. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchstellerin in Abgeltung ihres
Anspruchs aus der beruflichen Vorsorge eine angemessene Entschädigung
im Betrag von Fr. 264'853.– zu bezahlen.
10. Die H._ Personalvorsorgestiftung wird angewiesen, mit Rechtskraft des
Scheidungsurteils vom Freizügigkeitskonto des Gesuchstellers A._,
AHV-Nr. ..., geb. tt.mm.1952, wohnhaft ... [Adresse], Fr. 264'853.– auf ein
von der Gesuchstellerin B._, geb. tt.mm.1950, wohnhaft ...strasse ...,
D._, noch zu bezeichnendes Freizügigkeitskonto zu überweisen.
11. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
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Fr. 24'000.00 ; die weiteren Auslagen betragen:
Fr. 2'690.00 Gutachten / Expertise
Fr. 44.00 Grundbuchkosten
Fr. 86.65 Diverse Kosten
Fr. 26'820.65
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
12. Die Kosten werden der Gesuchstellerin zu 35% und dem Gesuchsteller zu
65% auferlegt.
13. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchstellerin eine reduzierte Pro-
zessentschädigung von Fr. 9'000.– plus Fr. 684.– Mehrwertsteuer zu bezah-
len.
14./15. Mitteilungen / Rechtsmittel
(act. 250 S. 58 ff.)
Berufungsanträge:
des Gesuchstellers und Berufungsklägers (act. 245 S. 2 f.):
1. In Gutheissung der Berufung sei die Verfügung und das Urteil des Bezirks-
gerichts Bülach vom 29. Dezember 2010; Geschäfts-Nr.: FE040172/U  bezüglich der folgenden Ziffern des Dispositivs:
- Ziffer 3 lit. a); (Verfügung und das Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom 29. Dezember 2010, S. 56); es sei das Verbot gegenüber dem Kläger aufzuheben, ohne notariell beglaubigte schriftliche Zustimmung der  Bezüge aus seiner beruflichen Vorsorge zu tätigen, soweit damit in den der Beklagten zustehenden Betrag von Fr. 264'853.- eingegriffen wird;
- Ziffer 3 lit. b); (Verfügung und das Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom 29. Dezember 2010, S. 56); es sei das Verbot gegenüber der  H._ AG, ... [Adresse], aufzuheben, welches ihr unter Androhung der doppelten Zahlungspflicht im Widerhandlungsfall verbietet, ohne notariell beglaubigte schriftliche Zustimmung der  Kapitalauszahlungen und/oder Rentenzahlungen an den  vorzunehmen, soweit damit in den der Klägerin zustehenden Betrag von Fr. 264'853.- eingegriffen wird.
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- Ziffer 3 lit. b); (Verfügung und das Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom 29. Dezember 2010, S. 56);
- Ziffer 2; (Verfügung und das Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom 29. Dezember 2010, S. 58); die Unterhaltsbeiträge an die Beklagte seien aufzuheben;
- Ziffer 3; (Verfügung und das Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom 29. Dezember 2010, S. 58); Es sei die Zahlungsanweisung an die C._ AG in Liquidation gemäss Ziffer 3 des Dispositivs (Verfügung und das Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom 29. Dezember 2010, S. 58); aufzuheben;
- Ziffer 4; (Verfügung und das Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom 29. Dezember 2010, S. 58/59); es seinen [recte: seien] die  zu berichtigen;
- Ziffer 5; (Verfügung und das Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom 29. Dezember 2010, S. 58/59); es sei die güterrechtliche  durchzuführen;
2. Alles unter Kosten und Entschädigungsfolgen zulasten der .
der Gesuchstellerin und Berufungsbeklagten (act. 258 S. 2):
Es sei die Berufung unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Gesuchstellers und Berufungsklägers abzuweisen.

Erwägungen:
I.
1.
Die Parteien heirateten am tt.mm.1982. Die aus der Ehe der Parteien hervorge-
gangenen Söhne I._ und J._ sind mündig; sie haben ihre Ausbildung
abgeschlossen.
Der Gesuchsteller und Berufungskläger (fortan nur: der Berufungskläger) ist Apo-
theker. Die Gesuchstellerin und Berufungsbeklagte (fortan nur: die Berufungsbe-
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klagte) hat eine kaufmännische Ausbildung; nach der Heirat bis zu Beginn der
Neunzigerjahre führte sie den gemeinsamen Haushalt der Parteien und betreute
die Kinder.
Im Jahre 1991 gründeten die Parteien gemeinsam die Firma C._ AG,
welche die ...-Apotheke an der ...strasse in F._ und die ...-Apotheke in
K._ betrieb. Diese Gesellschaft befindet sich seit Juli 2010 in Liquidation (act.
259/2). Die Berufungsbeklagte war Geschäftsführerin der ...-Apotheke, der Beru-
fungskläger leitete die ...-Apotheke.
Die Parteien leben seit März 2002 – mithin seit mehr als zehn Jahren – getrennt.
Mit Verfügung vom 9. Oktober 2002 (act. 24/6/24) regelte der Eheschutzrichter
des Bezirks Bülach das Getrenntleben der Parteien. Diese Regelung wurde
mit Verfügung der Eheschutzrichterin des Bezirks Bülach vom 28. Juni 2004
(act. 24/45) abgeändert.
2.
2.1 Mit Eingabe vom 28. Mai 2004 (act. 1) leitete der Gesuchsteller bei der Vo-
rinstanz das Scheidungsverfahren ein mit dem eingangs genannten Rechtsbe-
gehren. Nach Durchführung des Haupt- und Beweisverfahrens, in welcher Zeit die
Parteien 13 Begehren um Erlass vorsorglicher Massnahmen stellten, sieben
Noveneingaben einreichten und zwei Mal im Hinblick auf Konventionsverhandlun-
gen den Prozess sistieren liessen, fällte die Einzelrichterin am 29. Dezember
2010 das oben aufgeführte Urteil und entschied über diverse Begehren der Par-
teien betreffend den Erlass vorsorglicher Massnahmen (act. 250 S. 58 ff.). Zum
Verlauf des erstinstanzlichen Verfahrens im Einzelnen wird auf die Darstellung
der Prozessgeschichte im angefochtenen Urteil verwiesen (act. 250 S. 2 f.).
2.2.1 Der Berufungskläger ficht dieses Urteil mit seiner Berufung vom 4. März
2011 (act. 245) an, wobei er die eingangs zitierten Anträge stellt (act. 245 S. 2).
Mit der Berufungsantwort vom 11. Mai 2011 beantragt die Berufungsbeklagte, es
sei die Berufung unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Beru-
fungsklägers abzuweisen (act. 258 S. 2). Am 7. Juli 2011 reichte der Berufungs-
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kläger eine Noveneingabe ein, mit welcher er erneut beantragt, seine Verpflich-
tung, der Berufungsbeklagten Unterhaltsbeiträge zu leisten bzw. eine Abfindung
im Betrag von Fr. 214'860.-- zu bezahlen, sei aufzuheben (act. 270 S. 2). Die
Berufungsbeklagte nahm hierzu schriftlich am 9. September 2011 Stellung; sie
beantragt die Berufung diesbezüglich abzuweisen (act. 278 S. 2). Eine weitere
Noveneingabe des Berufungsklägers datiert vom 1. März 2012 (act. 297). Damit
beantragt er wiederum, seine Verpflichtung zur Bezahlung von Unterhaltsbeiträ-
gen aufzuheben. Neu stellt er den Eventualantrag, die Unterhaltsbeiträge ange-
messen zu reduzieren (act. 297 S. 1). Die Berufungsbeklagte stellt in ihrer Einga-
be vom 27. März 2012 den Antrag, auf diese Noven nicht einzutreten und die Be-
rufung vollumfänglich abzuweisen (act. 301 S. 2). Zwei weitere Noveneingaben
des Berufungsklägers, mit welchen er ärztliche Zeugnisse einreichte, datieren
vom 26. Juni 2012 (act. 304) bzw. 28. August 2012 (act. 309). In ihrer Stellung-
nahme vom 3. Juli 2012 (act. 308) beantragt die Berufungsbeklagte, auf die
Noven nicht einzutreten bzw. die Berufung abzuweisen.
2.2.2 Mit der Berufungsantwort stellte die Berufungsbeklagte ein Gesuch um Er-
lass vorsorglicher Massnahmen (act. 258 S. 2 f.). Das Gesuch betreffend Verbot
von Auszahlungen der C._ AG in Liquidation an den Berufungskläger hiess
die Kammer mit Beschluss vom 23. Mai 2011 antragsgemäss ohne Anhörung des
Berufungsklägers gut (act. 260 S. 6 f.). Dieser verzichtete in der Folge auf eine
Stellungnahme zur Anordnung dieser Massnahme (act. 269). Auf die weiteren An-
träge zur Weitergeltung der Verfügungsbeschränkungen betreffend die Ansprüche
des Berufungsklägers gegenüber seiner Personalvorsorgeeinrichtung und der
Grundstücke in L._ wurde mit dem gleichen Beschluss nicht eingetreten (act.
260 S. 7).
Mit Eingabe vom 29. Juli 2011 beantragte der Berufungskläger im Sinne einer
vorsorglichen Massnahme, seine Verpflichtung zur Leistung von Unterhaltsbeiträ-
gen an die Berufungsbeklagte mit sofortiger Wirkung aufzuheben und diese zu
verpflichten, ihm angemessene Unterhaltsbeiträge zu bezahlen (act. 272 S. 2).
Die Berufungsbeklagte stellte in ihrer Stellungnahme vom 9. September 2011
den Antrag, diese Begehren abzuweisen (act. 278). Die Kammer beschloss am
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30. September 2011 beide Massnahmebegehren des Berufungsklägers abzuwei-
sen (act. 281 S. 6).
Am 7. November 2011 folgte das nächste Begehren um Erlass vorsorglicher
Massnahmen; die Berufungsbeklagte beantragte, es sei das Einfamilienhaus
...strasse ... in D._ ihr zur alleinigen Benützung zuzuweisen (unter Über-
nahme der Hypothekarzinsen und der weiteren Liegenschaftskosten) und es sei
dem Berufungskläger zu verbieten, diese Liegenschaft ohne ihre Zustimmung zu
veräussern und zu belasten, wobei eine entsprechende Verfügungssperre im
Grundbuch einzutragen sei (act. 283 S. 2). Mit Beschluss der Kammer vom
8. November 2011 wurde auf den Antrag betreffend Zuweisung des Benutzungs-
rechts nicht eingetreten, die beiden andern Anträge wurden jedoch – als super-
provisorische Massnahme – gutgeheissen (act. 285 S. 5). Nach Eingang der Stel-
lungnahme des Berufungsklägers vom 2. Januar 2012 bestätigte die Kammer
entgegen dessen Antrag mit Beschluss vom 24. Januar 2012 die Verfügungsbe-
schränkung bezüglich des genannten Einfamilienhauses (act. 293 S. 5).
3.
Der Berufungskläger ficht das vorinstanzliche Urteil nur in einzelnen Punkten an.
Soweit das Urteil in den Dispositivziffern 1 (Scheidungspunkt), 3 Absatz 2 (teil-
weise Abweisung der Anweisung an die Schuldner), 9 (Abgeltungszahlung an die
Berufungsbeklagte aus der beruflichen Vorsorge), 10 (Anweisung an die Perso-
nalvorsorgestiftung betreffend Freizügigkeitsleistung) unangefochten blieb, wurde
die entsprechende Rechtskraft des angefochtenen Entscheids mit Beschluss vom
23. Mai 2011 bereits vorgemerkt (act. 260 S. 6). Soweit sich die Berufung gegen
die Ziffern 3 lit. a und b der Verfügung der Einzelrichterin vom 29. Dezember 2010
richtete (act. 245 S. 2), wurde darauf mit Beschluss vom 24. März 2011 nicht ein-
getreten (act. 251 S. 4).
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Strittig sind somit im Berufungsverfahren noch die folgenden Punkte: Verpflich-
tung des Berufungsklägers zur Bezahlung von Unterhaltsbeiträgen an die Beru-
fungsbeklagte (Dispositivziffern 2 und 4), Anweisung betreffend Liquidationserlös
an die C._ AG in Liquidation (Dispositivziffer 3 Absatz 1), die güterrechtliche
Ausgleichszahlung (Dispositivziffer 5) sowie die güterrechtliche Auseinanderset-
zung allgemein und damit die Übertragung der Liegenschaft ...strasse ...,
D._ ins Alleineigentum der Berufungsbeklagten (Dispositivziffer 6), die Auftei-
lung des Liquidationserlöses der C._ AG in Liquidation (Dispositivziffer 7)
sowie die Zahlung des Erlöses aus dem Verkauf der Rustici im Tessin (Dispositiv-
ziffer 8).
II.
A. Unterhaltsbeiträge
1.
Die Vorinstanz verpflichtete gestützt auf Art. 125 ZGB den Berufungskläger, der
Berufungsbeklagten ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis September 2014
einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von Fr. 3'685.-- sowie ab Oktober 2014 bis
zum Erreichen seines ordentlichen Pensionsalters im Mai 2017 einen solchen
Beitrag von Fr. 1'660.-- zu bezahlen (act. 250 S. 21). Auf Antrag der Berufungs-
beklagten verpflichtete sie sodann den Berufungskläger in Anwendung von
Art. 126 Abs. 2 ZGB, diesen Unterhaltsbeitrag als Kapitalabfindung in der Höhe
von Fr. 214'860.-- zu bezahlen (act. 250 S. 23 und S. 58). Um diese Zahlung
sicherzustellen, wurde die C._ AG in Liquidation gemäss Art. 132 Abs. 1
ZGB angewiesen, von dem dem Berufungskläger nach Abschluss der Liquidation
zustehenden Liquidationserlös den Betrag von Fr. 214'860.-- auf ein von der Be-
rufungsbeklagten zu bezeichnendes Konto zu überweisen (act. 250 S. 23 f. und
S. 58).
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Der vorinstanzlichen Berechnung der Unterhaltsbeiträge lagen folgende finanziel-
len Verhältnisse der Parteien zugrunde (act. 250 S. 7 ff. und S. 58 f.):
Gesuchstellerin: Gesuchsteller:
Einkommen Fr. 0.–
bis September 2014
Fr. 4'224.–
ab Oktober 2014
Fr. 7'976.50
Vermögen
(nach der güterrechtli-
chen Auseinanderset-
zung)
Fr. 462'712.22
plus 1⁄2 des Liquida-
tionserlöses der
C._ AG
plus 1⁄2 des Nettoerlö-
ses aus dem Verkauf
der Rustici im Tessin
Fr. 206'110.75
plus 1⁄2 des Liquida-
tionserlöses der
C._ AG
plus 1⁄2 des Nettoerlö-
ses aus dem Verkauf
der Rustici im Tessin
Bedarf Fr. 3'193.80 Fr. 3'619.60
2.
2.1 Der Berufungskläger verlangt mit seiner Berufung die Aufhebung dieser Un-
terhaltsverpflichtung gegenüber der Berufungsbeklagten und der entsprechenden
Zahlungsanweisung an die C._ (act. 245 S. 2, act. 270 S. 2); eventualiter be-
antragt er, seine Verpflichtung, an die Berufungsbeklagte Unterhaltsbeiträge zu
leisten bzw. eine Abfindung von Fr. 214'860.-- zu bezahlen, angemessen zu re-
duzieren (act. 297 S. 2).
Er begründet dies im Wesentlichen damit, dass die Berufungsbeklagte jahrelang
als Geschäftsführerin von zwei Apotheken tätig gewesen sei, weshalb von einer
klassischen Rollenteilung keine Rede sein könne. Beide Ehegatten seien für den
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finanziellen Aufwand der Familie gemeinsam aufgekommen. Die Berufungsbe-
klagte habe seit 2005 keine Anstrengungen unternommen, wirtschaftlich selb-
ständig zu werden bzw. ihre Lebenshaltungskosten zu senken. Seit Februar 2005
habe sie sich nicht mehr um eine Stelle beworben. Sie habe es aus bösem Willen
sowie aus Bequemlichkeit unterlassen, ein für den Lebensunterhalt ausreichen-
des Einkommen zu erzielen. Aus diesem Grunde sei ihr ein hypothetisches Ein-
kommen in der Höhe ihres Bedarfs anzurechnen. Denn es wäre ihr problemlos
möglich, eine adäquate Anstellung – beispielsweise im Pflege- oder Gastrobe-
reich – zu finden. Da die Berufungsbeklagte während Jahren keine Betreuungs-
pflichten gegenüber Kindern wahrzunehmen gehabt habe, sie rüstig sei und keine
gesundheitlichen Probleme habe, könne sie ohne weiteres ihren eigenen, gebüh-
renden Bedarf selber decken. Somit sei er nicht zur Leistung von nachehelichen
Unterhaltsbeiträgen zu verpflichten (act. 245 S. 8 f.).
Des Weiteren macht der Berufungskläger geltend, dass sein Gesundheitszustand
eine Erwerbstätigkeit nicht zulasse. Er sei wegen eines fortgeschrittenen, unheil-
baren Prostatakarzinoms seit Ende 2010 vollständig arbeitsunfähig. Es sei ihm
daher weder möglich noch zumutbar, ein Einkommen zu erzielen, noch sei ihm
ein hypothetisches Einkommen anzurechnen. Er beziehe zur Zeit nur eine Pen-
sionsrente von rund Fr. 2'000.--, mit welcher er sein aktuelles Existenzminimum
von rund Fr. 3'000.-- nicht decken könne (act. 245 S. 9, act. 270, act. 297,
act. 304).
Aus all diesen Gründen sei seine Verpflichtung, der Berufungsbeklagten eine
Abfindung von Fr. 214'860.-- für Unterhaltsbeiträge zu bezahlen, aufzuheben.
2.2 Diesen Ausführungen hält die Berufungsbeklagte zur Hauptsache entgegen,
dass sie nicht leistungsfähig sei, um ihren eigenen Bedarf zu decken. Sie sei
heute 61-jährig und habe angesichts ihres Alters und der gesamten Umstände
keine Chance, noch eine Stelle zu finden. Sie sei seit 1983 nicht mehr im freien
Arbeitsmarkt tätig gewesen, sondern seit Beginn der 90er-Jahre nur teilzeitlich in
einer besonderen, d.h. geschützten Stellung im vom Berufungskläger geführten
Geschäft. Nach der Entlassung aus dieser Stelle im Jahre 2003 durch den Kläger
habe sie (damals im Alter von 53 Jahren) sehr intensiv, aber ohne Erfolg eine
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neue Stelle gesucht. Sie habe daher höhere Unterhaltsbeiträge beantragt, was ihr
von der Vorinstanz bewilligt worden sei, da diese anerkannt habe, dass die Beru-
fungsbeklagte kein Erwerbseinkommen erzielen könne. Der Berufungskläger ha-
be diesen Entscheid vom 14. Juli 2005 wie auch denjenigen vom 17. Mai 2010,
mit welchem ihr wiederum kein hypothetisches Einkommen angerechnet worden
sei, nicht angefochten. Der Vorwurf, sie habe sein Angebot, die ...-Apotheke zu
übernehmen, nicht gewürdigt, sei absurd. Es sei er selber gewesen, welcher die
Verhandlungen abgebrochen habe. Im Übrigen wirke sich die Tatsache, dass sie
noch immer im ehelichen Haus wohne, auf den nachehelichen Bedarf nicht aus,
da ihr im Bedarf nur bescheidene Wohnkosten von Fr. 1'400.-- eingesetzt worden
seien.
Die Vorbringen bezüglich der behaupteten krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit
seien verspätet erfolgt. So habe er seine Erkrankung erst im März 2011 geltend
gemacht, obwohl sie ihm spätestens im November 2010 bekannt gewesen sei.
Zudem habe er nicht begründet, weshalb er das Novum erst im März 2011 gel-
tend gemacht habe. Dasselbe gelte für die Eingabe vom 7. Juli 2011 (act. 270)
und die Eingabe vom 26. Juni 2012 (act. 304), worin er zum dritten Mal seine Er-
krankung geltend mache, was überhaupt nicht neu sei. Wenn er nun behaupte, er
sei auf Grund von Nebenwirkungen eines Medikaments arbeitsunfähig, so seien
diese Angaben verspätet, da sie ihm bereits im Juni 2011 bekannt gewesen sei-
en. Der Bericht der Hausärztin (act. 298/1) basiere im Wesentlichen auf der Dar-
stellung des Berufungsklägers und nicht auf objektivierbaren Merkmalen und kön-
ne daher nicht eine länger dauernde Arbeitsunfähigkeit beweisen. Im Übrigen
seien die Nebenwirkungen der Hormonbehandlung des Berufungsklägers nicht
geeignet, eine Arbeitsunfähigkeit als Apotheker zu verursachen. Die vom Beru-
fungskläger eventualiter beantragte Reduktion der Unterhaltsbeiträge sei zum
Vorneherein abzuweisen, da dieser Antrag nicht beziffert sei. Schliesslich sei
festzuhalten, dass der Berufungskläger, sollte er sich tatsächlich in finanzieller
Not befinden, diese allein herbei geführt hätte. Hätte er nicht ohne zwingende
Gründe auf eine volle Anstellung als Apotheker verzichtet und sich vollständig aus
dem Erwerbsleben zurückgezogen, so käme er – wäre er tatsächlich arbeitsunfä-
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hig – in den Genuss von Sozialversicherungsleistungen, welche 80% seines Brut-
tolohnes decken würden (act. 301).
3.
3.1 Der Berufungskläger verlangt mit seinem Hauptantrag die vollständige Aufhe-
bung der nachehelichen Unterhaltsverpflichtung gegenüber der Berufungsbeklag-
ten. Dies ist nachfolgend zu prüfen. Hingegen ist auf die Berufung insofern nicht
einzutreten, als er damit eventualiter eine angemessene Reduktion der Unter-
haltsbeiträge verlangt (act. 297 S. 2). Denn er stellt damit keinen bezifferten An-
trag und ein solcher ergibt sich auch nicht etwa aus der Begründung. Somit ge-
nügt die Berufungsschrift in dieser Beziehung nicht den Anforderungen von
Art. 311 Abs. 1 ZPO, weshalb diesbezüglich auf die Berufung nicht einzutreten ist
(BGE 137 III 617). Abgesehen davon hätte er diesen Antrag bereits in der Beru-
fungsbegründungsschrift stellen müssen (Art. 311 Abs. 1 ZPO).
3.2 Der Berufungskläger verlangt die Aufhebung seiner Unterhaltsverpflichtung
zunächst mit der Begründung, dass die Berufungsbeklagte ihren Bedarf durch ein
eigenes Einkommen decken könne (act. 245 S. 8 f.), was von dieser bestritten
wird (act. 258 S. 7 f.).
Die Vorinstanz ist im angefochtenen Entscheid davon ausgegangen, dass die Be-
rufungsbeklagte bis zum September 2014 über kein Einkommen verfüge (act. 250
S. 12). Dies lässt der Berufungskläger unbestritten, er macht jedoch geltend, die
Berufungsbeklagte habe es aus bösem Willen sowie aus Bequemlichkeit unter-
lassen, ein für den Lebensunterhalt ausreichendes Einkommen zu erzielen, wes-
halb ihr ein hypothetisches Einkommen anzurechnen sei (act. 245 S. 8).
Die Vorinstanz hat der Berufungsbeklagten kein hypothetisches Einkommen an-
gerechnet, da sie es als nachgewiesen erachtete, dass es dieser angesichts der
grossen Zahl von erfolglosen Bewerbungen, ihres Alters von 60 Jahren und der
achtjährigen Nicht-Erwerbstätigkeit nicht möglich sei, auf dem freien Arbeitsmarkt
eine Stelle zu finden. Diese Beurteilung ist nicht zu beanstanden und sie gilt auch
noch heute, zumal die Berufungsbeklagte zwischenzeitlich bereits das Alter von
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fast 62 Jahren erreicht hat und sie seit rund zehn Jahren erwerbslos ist. Entgegen
der Auffassung des Berufungsklägers (act. 245 S. 8) kann der Berufungsbeklag-
ten nicht vorgeworfen werden, dass sie seit 2005 keine Stelle mehr gesucht hat.
Denn bereits mit der vorinstanzlichen Verfügung vom 14. Juli 2005 betreffend
vorsorgliche Massnahmen wurde anerkannt, dass sie kein Erwerbseinkommen
erzielen könne (act. 25 S.9). Auch im Massnahme-Entscheid vom 17. Mai 2010
wurde ihr kein hypothetisches Einkommen angerechnet (act. 197 S. 12 f.). Der
Berufungskläger hat diese beiden Entscheide akzeptiert. Die Berufungsbeklagte
durfte damit in guten Treuen annehmen, dass sie – nachdem sie nachgewiesen
hatte, dass sie trotz intensiver Suche keine neue Stelle finden konnte – nicht mehr
erneute Anstrengungen zur Erzielung eines Erwerbseinkommens unternehmen
musste. Nicht angelastet werden kann der Berufungsbeklagten sodann, dass sie
das Angebot des Berufungsklägers, ihr die ...-Apotheke zu übertragen, damit sie
ein Einkommen generieren könne, abgelehnt habe (act. 245 S. 8), war es doch
nach der unbestrittenen Darstellung der Berufungsbeklagten (act. 258 S. 9) der
Berufungskläger selber, welcher die entsprechenden Übernahmeverhandlungen
abbrach.
Zusammengefasst ergibt sich aus diesen Erwägungen, dass nicht davon auszu-
gehen ist, dass die Berufungsbeklagte für ihren Lebensbedarf auf Grund eines
(hypothetischen) Erwerbseinkommens selber aufkommen könnte. Somit besteht
kein Anlass, aus diesem Grund den Berufungskläger von der vorinstanzlich fest-
gelegten Unterhaltsverpflichtung gegenüber der Berufungsbeklagten zu entbin-
den.
3.3 Der Berufungskläger macht geltend, er leide an einer fortschreitenden, chroni-
schen Krebserkrankung (metastasierendes Prostatakarzinom), welche nicht mehr
gestoppt, sondern nur mit einer Hormonbehandlung verlangsamt werden könne.
Deshalb sei er zu 100% arbeitsunfähig. Unter diesen Voraussetzungen sei es ihm
weder möglich noch zumutbar, ein Einkommen bzw. ein hypothetisches Einkom-
men zu erzielen. Dieser Gesundheitszustand lasse eine Erwerbstätigkeit nicht zu,
weshalb seine Verpflichtung, der Berufungsbeklagten Unterhaltsbeiträge zahlen
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zu müssen bzw. eine Abfindung zu bezahlen, aufzuheben sei (act. 245 S. 9,
act. 270 S. 2 f., act. 297 S. 5, act. 304, act. 309 S. 2).
Zunächst ist zu prüfen, ob es sich bei dieser Sachdarstellung um neue Tatsachen
handelt und diese gegebenenfalls nicht zulässig sind, wie dies die Berufungsbe-
klagte behauptet (act. 258 S. 10, act. 278 S. 2, act. 278 S. 2 ff.).
Es ist unbestritten, dass der Berufungskläger diese Erkrankung und die daraus
folgende Arbeitsunfähigkeit im vorinstanzlichen Verfahren noch nicht erwähnt hat.
Diese Frage der auf Grund des gesundheitlichen Zustands des Berufungsklägers
aufgehobenen Erwerbsfähigkeit war demzufolge auch kein Thema bei der Fest-
setzung der Unterhaltsbeiträge (vgl. act. 250 S. 13 ff., "3.3.2 Einkommen des Ge-
suchstellers").
Gemäss Art. 317 Abs. 1 ZPO werden neue Tatsachen und Beweismittel nur noch
berücksichtigt, wenn sie (a) ohne Verzug vorgebracht werden und (b) trotz zu-
mutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten.
Der Berufungskläger belegt die krankheitsbedingte Arbeitunfähigkeit mit einem
Arztzeugnis vom 27. November 2010, worin ein Prostatakarzinom diagnostiziert
und eine Arbeitsunfähigkeit festgestellt wird (act. 247/3). Der fragliche Sachverhalt
stand damit bereits vor dem am 29. Dezember 2010 ergangenen erstinstanzli-
chen Urteil fest. Es handelt sich somit um ein sogenanntes unechtes Novum. Dies
könnte nur berücksichtigt werden, wenn er dieses trotz zumutbarer Sorgfalt nicht
schon vor der ersten Instanz hätte vorbringen können. Die Partei, welche unechte
Noven einreicht, trägt die Beweislast für die Zulässigkeit der Noven. Sie muss al-
so Behauptungen und Beweismittel benennen, aus welchen sich ergibt, dass sie
umsichtig und sorgfältig gehandelt hat, sie aber dennoch keine frühere Kenntnis
von den neu vorgebrachten Tatsachen und Behauptungen hatte (DIKE-
Kommentar ZPO, Peter Volkart, N. 15 zu Art. 317, Gasser/Rickli, ZPO Kurzkom-
mentar, Art. 317 N. 3). Der Berufungskläger macht dazu keine Ausführungen. Nur
schon aus diesem Grunde kann dieser neue Sachverhalt nicht berücksichtigt
werden. Im Übrigen ist festzuhalten, dass es bei zumutbarer Sorgfalt für den Be-
rufungskläger durchaus möglich gewesen wäre, diesen Sachverhalt der erstin-
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stanzlichen Richterin noch vor der Urteilsfällung zu unterbreiten. So erfolgte diese
erst einen Monat nach Erhalt dieses Arztzeugnisses, in welchem zudem erwähnt
wird, dass die ersten Krankheitssymptome erstmals im Juli 2010 aufgetreten sei-
en. Im Arztzeugnis vom 9. Januar 2011 wird für das Auftreten der ersten Anzei-
chen der Krankheit als Zeitpunkt sogar bereits "nearly 1 year before", also an-
fangs 2010, angegeben (act. 247/3). Ein Vorbringen in jenem Zeitpunkt wäre ge-
mäss § 115 Ziff. 3 ZPO/ZH ohne weiteres zulässig gewesen und hätte von der
Vorinstanz auch noch berücksichtigt werden müssen (§ 188 Abs. 1 ZPO/ZH). Die
Vorinstanz hätte sogar auf diese Noven noch vor der Eröffnung des schriftlichen
Urteils am 26. Januar 2011 (act. 250 S. 62) eintreten können (Frank/ Sträuli/
Messmer, N. 3 zu § 190 ZPO/ZH). Somit hätte der Berufungskläger diesen neuen
Sachverhalt der Vorinstanz auch noch im Januar 2011 unterbreiten können. Wa-
rum er dies unterlassen hat, tut er – wie erwähnt – nicht dar. Mit den weiteren
Eingaben (act. 270, act. 297, act. 304, act. 309) macht der Berufungskläger keine
echten Noven geltend, sondern wiederholt nur seine ursprüngliche Darstellung,
dass er an einer fortschreitenden Krebserkrankung leide, welche nicht mehr ge-
stoppt werden könne und welche seine Arbeitunfähigkeit zur Folge habe. Zwar
reicht er dazu neue ärztliche Berichte als Beweise für seine Sachdarstellung ein.
Das Vorliegen solcher neuer Beweismittel für einen verspätet vorgebrachten
Sachverhalt kann aber nicht dazu führen, dass dieser trotz dieser Verspätung
noch zu berücksichtigen wäre.
Somit ist davon auszugehen, dass der vom Berufungskläger erstmals im Beru-
fungsverfahren geltend gemachte Sachverhalt, wonach er auf Grund seiner Er-
krankung an Krebs nicht mehr arbeitsfähig sei, infolge verspätetem Vorbringen
nicht berücksichtigt werden kann. Demzufolge ist im Sinne der vorinstanzlichen
Erwägungen (act. 250 S. 13 ff. E. 3.2.2) dem Berufungskläger weiterhin ein hypo-
thetisches Einkommen von Fr. 7'976.50 anzurechnen. Unter diesen Umständen
besteht kein Grund, die Unterhaltsverpflichtung des Berufungsklägers, wie von
diesem beantragt, aufzuheben. Andere Gründe für eine Befreiung von seiner Zah-
lungspflicht für Unterhaltsbeiträge gegenüber seiner Ehefrau als der fragliche
Sachverhalt seiner Arbeitsunfähigkeit bzw. der Eigenversorgungskapazität der
Berufungsbeklagten macht der Berufungskläger nicht geltend. Die Berufung ist
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somit in diesem Punkt abzuweisen und die Dispositivziffern 2 und 3 des ange-
fochtenen Urteils sind zu bestätigen.
Ergänzend ist zu bemerken, dass selbst wenn das geltend gemachte Novum zu
berücksichtigen wäre, dies nicht dazu führen könnte, dass dem Berufungskläger
kein hypothetisches Einkommen anzurechnen wäre. Er hätte es nämlich selber zu
vertreten, dass er über kein Ersatzeinkommen für den Fall einer krankheitsbe-
dingten Arbeitsunfähigkeit verfügt. Denn hätte er sich nicht bereits mit 58 Jahren
freiwillig und ohne zwingende Gründe vorzeitig pensionieren lassen und auf eine
volle Anstellung im angestammten Beruf als Apotheker verzichtet, so könnte er
heute mit Sozialversicherungsleistungen (Pensionskasse und IV) rechnen, die
zumindest einen erheblichen Teil seines bisherigen Einkommens decken würden.
B. Güterrecht
1.
Der Berufungskläger beantragt, es sei Dispositivziffer 5 des angefochtenen Urteils
aufzuheben und es sei die güterrechtliche Auseinandersetzung durchzuführen
(act. 245 S. 3).
Er begründet diesen Antrag damit, dass seine Mutter ihm ein Darlehen von
Fr. 550'000.-- gewährt habe. Davon seien Fr. 400'000.-- in das Einfamilienhaus in
D._ investiert und Fr. 150'000.-- für die Gründung der Firma C._ AG
verwendet worden. Diese Investitionen hätten das wirtschaftliche und private
Fundament der Familie A._/B._ dargestellt. In der Duplik vom 3. Okto-
ber 2005 habe er sich bereit erklärt, dieses Darlehen, das mit einer Rückzah-
lungspflicht belegt gewesen sei, güterrechtlich nicht als Passivum zu berücksich-
tigen. Mehr als zwei Jahre später sei das Darlehen von seiner Mutter in einen
Erbvorbezug umgewandelt worden und seinem Sondergut zugewiesen worden.
Der Erbvorbezug von Fr. 550'000.-- sei seinem Sondergut zuzurechnen. Somit sei
ein Ersatzanspruch zwischen den beiden Gütermassen entstanden, welcher aus-
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gleichspflichtig und in der güterrechtlichen Auseinandersetzung zwingend zu be-
rücksichtigen sei.
2.
2.1 Gemäss Art. 311 Abs. 1 ZPO ist die Berufung bei der Rechtsmittelinstanz
schriftlich und begründet einzureichen. Wie bereits die Eingabe an die erste In-
stanz muss auch die Berufungseingabe Rechtsbegehren enthalten. Ein Rechts-
begehren muss demnach so bestimmt sein, dass es im Falle der Gutheissung der
Klage unverändert zum Urteil erhoben werden kann. Im Falle von Geldforderun-
gen sind die Anträge zu beziffern. Genügt eine Berufungsschrift diesen Anforde-
rungen nicht, ist auf die Berufung ohne Ansetzung einer Nachfrist nicht einzutre-
ten (BGE 137 III 617).
Der obgenannte Berufungsantrag genügt diesen Anforderungen offensichtlich
nicht. Der Berufungskläger ficht damit Urteilsdispositiv-Ziffer 5 an, womit die Beru-
fungsbeklagte zur Zahlung des bestimmten Geldbetrages von Fr. 76'255.-- ver-
pflichtet wird, ohne zu beantragen, wie diese Bestimmung abzuändern ist bzw.
welche Leistung in welcher Höhe die Berufungsbeklagte zu erbringen habe. Er
beantragt einfach ganz allgemein, "es sei die güterrechtliche Auseinandersetzung
vorzunehmen". Somit ist auf die Berufung in diesem Punkt wegen Fehlens eines
genügenden Antrags nicht einzutreten.
Die Rechtsfolge des Nichteintretens auf unbezifferte Begehren steht jedoch unter
dem Vorbehalt des überspitzten Formalismus (Art. 29 Abs. 1 BV). Daraus folgt,
dass auf eine Berufung mit formell mangelhaften Rechtsbegehren ausnahmswei-
se einzutreten ist, wenn sich aus der Begründung, allenfalls mit dem angefochte-
nen Entscheid ergibt, was der Berufungskläger in der Sache verlangt oder – im
Falle zu beziffernder Rechtsbegehren – welcher Geldbetrag zuzusprechen ist.
Rechtsbegehren sind im Lichte der Begründung auszulegen (BGE 137 III 617
E. 6.2).
Aus der oben dargestellten Berufungsbegründung lässt sich zwar ersehen, dass
der Berufungskläger den ihm ursprünglich als Darlehen gewährten Betrag von
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Fr. 550'000.-- als Sondergut berücksichtigt haben will. Er erwähnt aber nicht, wie
die güterrechtliche Auseinandersetzung demzufolge konkret vorzunehmen sei
bzw. welche konkrete Ausgleichszahlung unter dem Titel Güterrecht die Beru-
fungsbeklagte unter Berücksichtigung dieses Sonderguts zu leisten hätte. Unter
diesen Umständen ist ein Nichteintreten auf diesen unbezifferten Berufungsantrag
nicht überspitzt formalistisch. Damit kann auf die Berufung auch unter Berücksich-
tigung der entsprechenden Begründung des Antrags betreffend Dispositivziffer 5
des erstinstanzlichen Urteils nicht eingetreten werden. Dieses Nichteintreten gilt
auch für die Berufung gegen die Dispositivziffern 6 - 8, die sich auch auf die güter-
rechtliche Auseinandersetzung beziehen, da diese Entscheidpunkte – obwohl in
den Anträgen nicht ausdrücklich erwähnt (act. 250 S. 3) – durch den Antrag "es
sei die güterrechtliche Auseinandersetzung vorzunehmen" sinngemäss mitange-
fochten wurden.
2.2 Wäre auf die Berufung in diesem Punkt einzutreten, so wäre diese abzuwei-
sen. Es ist auf die diesbezüglichen zutreffenden Erwägungen im vorinstanzlichen
Urteil zu verweisen (act. 250 S. 39 E. III / 4.2.5.5). Zutreffend hat die Einzelrich-
terin dort festgehalten, dass der Berufungskläger in der Duplik vom 3. Oktober
2005 vorbehaltlos auf die Berücksichtigung des Darlehens seiner Mutter von
Fr. 550'000.-- in der güterrechtlichen Auseinandersetzung verzichtet hat (act. 33
S. 24, Prot. I S. 52). Auf diesen Verzicht könne er nicht mehr zurückkommen. Er
habe denn auch nicht ausgeführt, weshalb dies zulässig sein soll. Dies unterlässt
er auch in der Berufungsschrift. Die Vorinstanz ist daher zu Recht zum Schluss
gekommen, dass der Erbvorbezug von Fr. 550'000.-- bei der güterrechtlichen
Auseinandersetzung der Parteien nicht als Sondergutsforderung berücksichtigt
werden könne.
III.
1.
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Der Berufungskläger unterliegt mit seiner Berufung vollständig. Somit bleibt es
beim vorinstanzlichen Entscheid. Demzufolge sind auch dessen Kosten- und Ent-
schädigungsfolgen gemäss den Dispositivziffern 11 bis 13 (act. 250 S. 61), die als
solche nicht angefochten wurden, zu bestätigen.
2.
2.1 Auf Grund seines Unterliegens im Berufungsverfahren sind diese Prozesskos-
ten vollständig dem Berufungskläger aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO).
Bei der Bemessung der Entscheidgebühr und der Parteientschädigung ist von ei-
nem Streitwert von rund Fr. 765'000.-- (Fr. 214'860.-- strittige Unterhaltsbeiträge,
Fr. 550'000.-- strittiger Sondergutsanspruch) auszugehen.
2.2 In Anwendung von § 12 Abs. 1 und 2, § 5 Abs. 2, § 4 Abs. 1 und 2, § 10
Abs. 1 GebV OG erscheint eine Entscheidgebühr von Fr. 16'000.-- als angemes-
sen.
2.3 Die Parteientschädigung ist gestützt auf Art. 105 Abs. 2 ZPO sowie § 13
Abs. 1 und 2, § 5 Abs. 2, § 4 Abs. 1 und 2 AnwGeb V auf Fr. 15'000.-- festzuset-
zen. Ein Zuschlag für die Mehrwertsteuer wurde nicht beantragt.