Decision ID: fb55623b-7467-4e33-9537-10cab1eba981
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1995, absolvierte eine Lehre als
Coiffeuse
EFZ
(
Urk.
6/1), als sie am 1
2.
September 2015 eine
Subarachnoidalblutung
bei
ruptu
riertem
Aneurysma der PICA rechts erlitt. Gleichentags erfolgte die Einlage einer externen
Ventrikeldrainage
sowie ein
Aneurysmacoiling
.
In der Folge entwickelte sich eine Wundinfektion, welche mittels Wundrevision sowie Antibiose therapiert wurde (
Urk.
6/3/7).
Vom
2.
Oktober bis
6.
November 2015 (
Urk.
6
/16/2-15) weilte sie
zur Rehabilitation
in der Rehaklinik
Y._
, wo leichte neuropsychologische Störungen festgestellt
wurden
und sie in gutem Allgemeinzustand als selbständige Fussgängerin entlassen wurde (S. 3 f.)
.
1.2
Am 1
7.
Februar 2016 (
Urk.
6/2) meldete sich die Versicherte bei der Eidgenös
sischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Die Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
gewährte in der Folge
mit Mitteilung vom 1
4.
Juni 2016 (
Urk.
6/24)
berufliche Massnahmen im Sinne
der Übernahme der Mehrkosten der erstmaligen beruflichen Ausbildung zur
Coiffeuse
EFZ vom
1.
Juni 2016 bis 1
8.
August 201
7.
Am 2
2.
Februar 2017 (
Urk.
6/34) erfolgte eine Ermahnung der Versicherten zur Wahrnehmung der Mitwirkungspflicht
im Sinne einer Anpassung des Verhaltens
, nachdem
infolge Schwierigkeiten am Arbeitsplatz - so etwa vermehrte Absenzen und Verhaltensauffälligkeiten (
Urk.
1 S. 4)
-
am 3
1.
August und
7.
Dezember 2016 (
Urk.
6/27 und
Urk.
6/32) «Verein
barungen» über das Verhalten kommuniziert worden waren.
Die Versicherte bestand die Lehrabschlussprüfung
im
Sommer 2017 nicht (
Urk.
6/48)
.
Hierauf holte
die IV-Stelle eine neuropsychologische Verlaufsbeurteilung bei der Rehaklinik
Y._
ein (datierend vom 1
3.
September 2017,
Urk.
6/51), wobei eine leichte bis mittelgradige neuropsychologische Störung mit im Vordergrund stehenden Aufmerksamkeitsdefiziten diagnostiziert und eine leichte Einschränkung der Funktionsfähigkeit in den meisten beruflichen Anforderungen bestätigt wurde (S. 7). Mit Mitteilung vom
3.
Oktober 2017 (
Urk.
6/52) schloss die IV-Stelle die beruflichen Massnahmen ab. Am
7.
November 2018 (
Urk.
6/76) verlangte die IV-Stelle die Durchführung einer psychotherapeutischen Behandlung über mindestens sechs Monate
, worauf die Versicherte am 1
4.
Februar 2019 im
Rehazentrum
Z._
die Behandlung aufnahm (
Urk.
6/86/3).
Am
5.
September 2019 (
Urk.
6/89) erlangte die Versicherte - auf eigene Initiative hin - das Fähigkeitszeugnis
Coiffeuse
EFZ.
In der Folge gewährte die IV-Stelle am 3
1.
Januar 2020 (
Urk.
6/98) Kostengut
sprache für eine Potentialabklärung vom
6.
Februar bis
4.
März 2020 bei der
A._
. Bei einer Präsenzzeit zwischen zwei und drei Stunden pro Tag und
Abwesenheiten von acht Tagen (von insgesamt 20 Tagen) gingen die Fachleute von einer deutlichen
Einschränkung
der Arbeits- und Leistungsfähigkeit aus (
Urk.
6/109/5). Die IV-Stelle veranlasste hierauf die polydisziplinäre Begut
achtung der Versicherten bei der
B._
(Expertise vom 2
2.
Januar 2021,
Urk.
6/126-127).
1.3
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/134 und
Urk.
6/138) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
2.
August 2021 (
Urk.
2) den Anspruch der Versicherten auf eine Rente der Invalidenversicherung.
2.
Hiergegen erhob die Versicherte am 1
3.
September 2021 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren um Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Einholung eines polydisziplinären Gerichtsgutachtens sowie
Zusprache
der gesetzlichen Leistungen nach dem Beweisverfahren (
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle ersuchte am 1
8.
Oktober 2021 (
Urk.
5) um Abweisung der Beschwerde, was der Versicherten am 2
0.
Oktober 2021 (
Urk.
7) zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da die angefochtene Verfügung vor dem
1.
Januar 2022 erging, sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden (vgl. statt vieler: Urteile des Bundes
gerichts 8C_251/2022 vom 11. Juli 2022 E. 3.1 und 8C_804/2021 vom 1. Juni 2022 E. 2.2).
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte zur Begründung ihres Entscheides aus, aus den Unterlagen gehe hervor, dass die Beschwerdeführerin in einer - näher umschriebenen - einfachen Hilfsarbeitertätigkeit in einem Pensum von 80
%
arbeiten könnte
. Damit resultiere ein Invaliditätsgrad unter 40
%
. Die im Gutachten thematisierte Aggravation sei klar beschr
ie
ben worden und sei nach
vollziehbar (
Urk.
2).
2.2
Die Beschwerdeführerin bemängelte in ihrer Beschwerde das eingeholte polydis
ziplinäre Gutachten in verschiedener Hinsicht (
Urk.
2
Ziff.
12 ff.). Ins Zentrum der Kritik stellte sie die von den Gutachtern beschriebene Aggravation
im Rah
men der psychiatrischen und neuropsychologischen Untersuchung
, wobei sie auf die Nachwirkungen der Hirnschädigung
samt Einschränkungen
der exekutiven Funktionen verwies (
Ziff.
15 ff.).
3.
3.1
Die Fachleute der
B._
diagnostizierten im polydisziplinären Gutachten (in den Fachrichtungen Neurologie, Innere Medizin, Neuropsychologie, Psychiat
rie und Psychotherapie) vom 2
2.
Januar 2021 (
Urk.
6/127) eine minime neurokognitive Einschränkung nach
Subarachnoidalblutung
aus einem PICA-Aneurysma, eine
chronifizierte
Migräne mit Aura, einen Verdacht auf Medika
menten Übergebrauchs-Kopfschmerz sowie eine Dystonie rechte Hand, vermut
lich nach
postinterventioneller
z
erebellärer
Ischämie. Als ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie einen Zustand nach
Coiling
des PICA-Aneurysmas sowie eine geringe Rumpfataxie (S. 20).
3.2
In internistischer Hinsicht diagnostizierte der zuständige Facharzt ohne Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit ergänzend eine
Adipositas
(
BMI 32.1 kg/m
2
)
,
eine
r
ezidivierende
Helicobacter
pylori
positive Gastritis
, f
unktionelle Magen-Darm-Störungen bei Dyspepsie
, eine a
rterielle Hypertonie
(
unter
Coversum
und
Amlodipin
5 mg an der oberen Normgrenze eingestellt
), eine a
utosomal dominante polyzystische Nierenerkrankung bei negativen urologischen Befunden und normaler Nierenfunktion
sowie einen mässigen
Nikotinkonsum
(
aktuell ein
Paket in drei bis vier Tagen
). Er verwies auf eine etabliert
e
Ernährungsberatung (S. 32).
3.3
3.3.1
Im Rahmen der neurologischen Berichterstattung wurde festgehalten,
p
ostinter
ventionell
hätten sich
bildmorphologisch Zeichen einer rechts
zerebellären
Ischämie
gefunden,
wobei eine weitere Gefässanomalie
habe
ausgeschlossen wer
den
können
. Hinweise auf eine Ataxie der rechten Extremitäten als Folge dieser ischäm
i
schen Kleinhirnschädigung
lägen
nicht vor. Die MRI-Kontrolle vom
2.
Juli
2018
habe
einen verbliebenen kleinen Defekt im Bereich der rechten Kleinhirn
hemisphäre
ge
zeigt. Aktuell
sei
eine diskrete Unsicherheit bei den erschwerten Standproben auf
gefallen
. Insofern sollte keine Tätigkeit mit Über
winden von Höhendifferenzen ausgeübt werden, wobei Treppengehen in normalem Umfang problemlos möglich
sei
. Allerdings k
ö
nn
e
die von der
Beschwerdeführerin
angegebene
dyston-tremorartige
Bewegungsstörung der rechten Hand bei bestimmten Aktivitäten durchaus durch die Kleinhirnläsion rechts bedingt sein. Minderfunktionen des Kleinhirns könn
t
en nach der wissen
schaftlichen Literatur zu aufgabenspezifischer Dystonie führen. Insofern sollte diesbezüglich
eine
weitere Diagnostik durchgeführt werden mit Klärung der The
rapie (medizinische Trainingstherapie, gegebenenfalls
Botulinumtoxin
). Dadurch erg
ä
ben sich qualitative Leistungseinschränkungen, insbesondere in bisheriger Tätigkeit einer
Coiffeuse
(S. 19)
.
3.3.2
Hinsichtlich der neurokognitiven Einschränkungen k
ö
nn
e
festgehalten werden, dass nach
Subarachnoidalblutungen
neurokognitive Einschränkungen vor
kommen könn
t
en. Bei der
Beschwerdeführerin
s
e
i
e
n leichte neurokognitive Funktions
einschränkungen in der rasch nach dem Ereignis durchgeführten neuropsycho
logischen Untersuchung festgestellt
worden
. Neurologisch nicht
erklärlich
sei
jedoch die spätere Zunahme im Verlauf. In der aktuellen Unter
suchung
seien
zwei
Beschwerdevalidierungsverfahren eingesetzt
worden
, die beide Resultate erg
e
ben
hätten
, die weit unter denen
gelegen hätten
, die bei moti
vierter Mitarbeit erreicht w
ü
rden. Da die Zusammenstellung der Befunde der Leis
tungstests auf ein Aggravationsverhalten
der Beschwerdeführerin
schliessen l
ies
sen
, könn
t
en die Ergebnisse inhaltlich nicht interpretiert werden und auch nicht mit denen von 2015, 2017 und 2019 verglichen werden.
Im November 2015
habe
in
der
Rehaklinik
Y._
eine neuropsychologische Untersuchung statt
gefunden
, die eine leichte neuropsychologische Störung mit kognitiven Defiziten
attentionaler
und exekutiver
Teilfunktionen (selektive und geteilte Aufmerksamkeit, planerisches Denken, Impulskontrolle), einer leichten Benennstörung sowie Verhaltensauffälligkeiten (leichte Impulsivität und forsches Auftreten)
ge
zeigt
habe (vgl.
Urk.
6/16/10-15)
. Die erneut im S
eptember 2017 durchgeführte neu
ropsychologische Untersuchung in der Rehaklinik
Y._
- genau zwei Jahre nach erlittener Hirnverletzung -
habe
leicht
e
bis mittelschwere kognitive Defizite
ergeben (vgl.
Urk.
6/51)
. Die durchgeführte
Beschwerden
validierung
habe
aber keine Hinweise auf eine reduzierte
Testcompliance
oder eine übertriebene Darstellung von psychischen Beschwerden
erbracht
. Diagnos
tiziert
sei
eine leichte bis mittelgradige neuropsychologis
c
he Störung
worden
mit im Vordergrund stehenden Aufmerksamkeitsdefiziten und einer erhöhten Erschöpfbarkeit nach erlittener
Subarachnoidalblutung
infolge eines
rupturierten
Aneurysmas in der PICA rechts und eine
s
Parenchymdefekt
s
rechts
z
erebellär
und bei damals leichter depressiver Symptomatik sowie chronischen Kopfschmerzen bei Verdacht auf arzneimittelinduzierte Schmerzen. Urs
ä
chlich für den sekun
d
ären kognitiven Leistungsabfall
sei
am ehesten eine psychische Ver
schlechterung
angenommen worden
mit aktuell leichter depressiver Symptomatik sowie chr
onische
n
Kopfschmerzen, (mit-)be
dingt durch ständigen Schmerzmit
telgebrauch, jedoch keine hirnbedingte organische Ursache
(vgl. auch
Urk.
6/126/13)
. Klinisch-neurologisch
hätten
sich nur geringe neurokognitive Funktionseinschränkungen nach Hirnsubstanzschädigung
gezeigt
.
Es
seien
Gedächtnisdefizite berichtet
worden
, die allerdings sehr selektiv
gewesen seien
. Die
Beschwerdeführerin
habe
nach dem Blutungsereignis auch die Abschlussprüfung in der Ausbildung im zweiten
Anlauf bestehen können. Sie
habe
auch den Fahrausweis erwerben
können
, könne sich jedoch nicht mehr daran erinnern, ob sie die theoretische Prüfung vor oder nach der
Subarachnoi
dalblutung
abgelegt habe.
Nach der Schilderung der neurokognitiven Defizite mit Schwankungen im Verlauf und Abhängigkeit von der Kopfschmerzsymptomatik
sei
davon auszu
ge
h
en, dass es sich teils um Epiphänomene der Schmerzsymptomatik mit schmerzbedingter Einschränkung der kognitiven Leistungsfähigkeit handl
e
. Inso
fern erg
ä
ben sich auch hierdurch qualitative Leistungseinschränkungen, die allerdings durch die Behandlung der Kopfschmerzsymptomatik, die medizinisch gut möglich
sei
, zu beheben s
e
i
e
n. Eine hirnbedingte, überdauernde neuro
kognitive Einschränkung dürfte nur in minimer Ausprägung
vorhanden
sein. Es
sei
auch ohne Schädigung
corticaler
/
subcorticaler
Strukturen bei Blutung bzw.
periinte
r
ventionell
durchau
s
mit einer
zumindest
partiellen Remission der anfänglichen leichten neurokognitiven Einschränkung nach SAB gemäss neuropsy
chologischer Testung 2015 zu rechnen, auch unter Berücksichtigung
des beruflichen Leistungsniveaus
nach
subarachnoidaler
Blutung.
3.3.3
Bei der berichteten Kopfschmerzsymptomatik handl
e
es sich um einen Mischkopf
schmerz. Allerdings
sei
im Zeitverlauf eine
Chronifizierung
der Migräne eingetreten, wobei nach der Anamnese des Kopfschmerzmittelkonsums der dringende Verd
acht auf einen Medikamentenüber
gebrauchs-Kopfschmerz als Ursache besteh
e
. Eine intensivere Kopfschmerztherapie, insbesondere eine Akut
therapie und Prophylaxe der Migräne,
sei
bis anhin noch nicht durchgeführt
worden.
3.3.4
Weiter
seien
auch rezidivierende Nacken- und Rückenschmerzen angegeben
worden
mit Schmerzausstrahlungen zum linken Oberarm und Parästhesien im Bereich beider Bein
e. Bei schwieriger
lokalisatori
scher
Zuordnung und fehlenden neurologischen Ausfällen dürften überwiegend wahrscheinlich
pseudoradikuläre
Irritationen bei beginnender degenerativer Lockerung der HWS und LWS vor
liegen. Eine Abklärung der
Wirbelsäule mit Bildmorphologie mit konventionellem Röntgen und MRI
sei
zu empfehlen, auch um weitere therapeutisc
he Empfehlun
gen geben zu können (S. 19 f.).
3.4
Die zuständige Neuropsychologin verwies ebenfalls zur Hauptsache auf nicht valide Testergebnisse und konstatierte ein
aggravierendes
Verhalten. Zu den Testresultaten führte sie aus, die allgemeine Intelligenz liege mit einem IQ von 69 im unterdurchschnittlichen Bereich. Zum Komplex Lernen und Gedächtnis schilderte sie ebenfalls unterdurchschnittliche Leistungen, bei einem im Durch
schnitt liegenden visuellen Gedächtnis. Die Sprache imponierte als unauffällig. Bei den
attentionalen
Funktionen hätten sich unterschiedlich gute Aufmerksamkeits
leistungen gezeigt (
Alterness
durchschnittlich, auditive Reize durchschnittlich, visuelle Reize unterdurchschnittlich, selektive Aufmerksamkeit
durchschnittlich). Auch die exekutiven Funktionen seien unterschiedlich gut gewesen
(
Urk.
6/126 S. 6 f.).
Den Schluss auf eine Aggravation begründete die Neuropsychologin mit dem externen Anreiz (Bezüge
bei
der Beschwerdegegnerin), den weit unter dem
(bei motivierter Mitarbeit)
zu Erwartenden liegenden Resultaten,
Inkonsistenzen (eklatante mnestische Funktionsverluste hätten nicht dem im Gespräch gewonne
nen Eindruck entsprochen, IQ von 69 sei nur schwer vereinbar mit dem Bestehen der Lehrabschluss- oder Fahrprüfung) sowie dem Fehlen erklärender Diagnosen (S. 10 f.).
Die Arbeitsfähigkeit konnte die die Neuropsychologin wegen
aggravierendem
Verhalten nicht beurteilen (S. 15).
3.
5
3.5.1
In der psychiatrischen Einschätzung
wurde über eine wache und bewusst
seinsklare Beschwerdeführer
in
berichtet, welche leicht träge wirke und leichte Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen sowie eine leichte Störung des Kurzzeitgedächtnisses ohne Anhalt für eine Störung des Langzeitgedächtnisses zeige. Die affektive Schwingungsfähigkeit sei leicht reduziert und es seien eine leichte
Energielosigkeit
, eine leichte Reduktion der Freude sowie ein leichtes Gefühl von Hoffnungslosigkeit erkennbar (S. 40).
Die Beschwerdeführerin schildere, dass ihre Fähigkeit, Freude zu empfinden, leicht reduziert sei. Seit der
Hirnblutung
sei die Konzentration nicht mehr so vorhanden, die Beschwerden seien non
stop
vorhanden, sie könne einen sozialen Rückzug feststellen. Sie ziehe sich mehr zurück, fühle sich lustlos und sehe Prob
leme im Antrieb. Ein Arbeitsversuch letztes Jahr im Geschäft des Vaters habe aufgrund der
Beschwerden
nicht durchgeführt werden können. Die Planung und das Gedächtnis seien die Probleme gewesen. Ein Vorfall sei etwa gewesen, dass sie die falsche Farbe für eine Kundin angerührt habe und von einer Kollegin darauf aufmerksam gemacht worden sei (S. 36).
3.5.2
Der Gutachter
führte
weiter
aus, i
m Oktober 2015
werde
im Austrittsbericht des
Spitals C._
eine
Subarachnoidalblutung
bei
ru
pturiertem
Aneurysma in der Diagnose
liste erwähnt und im September 2019 w
ü
rden
mittelschwere
neuropsychologische Funktionsstörungen in der Diagnoseliste erwähnt. Unterstützende Massnahmen durch die IV
hätten
sich in der Vergangenheit als nicht erfolgreich
gezeigt
. Die
Beschwerdeführerin sei
trotz beschriebener neurokognitiver Störung dennoch in der Lage
gewesen,
eine Berufsausbildung abzuschliessen. Im Weiteren fahre die
Beschwerdeführerin
, bei beschriebenen Einbussen im Rahmen des Auffassungs
vermögens, mnestischer,
attentionaler
sowie exekutiver Funktionen, weiterhin selbständig Auto. In der heute durchgeführten neuropsychologischen Unter
suchung
hätten
sich deutliche Hinweise für das Vorhandensein einer nicht authentischen Beschwerdeschilderung
gezeigt
, sodass diesbezüglich
auf den
ermittel
t
e
n
IQ
(69,
Urk.
6/126/6)
sowie die neurokognitiven
Funktion
en
, welche einem Demenzpatienten entsprächen, nicht abgestellt werde
(S. 40)
.
3.5.3
In der durchgeführten psychiat
ris
chen Untersuchung
hätten sich Inkonsistenzen gezeigt, sodass ein hoher Verdacht auf Aggravation bestehe
(S. 40)
.
«Zwischen
den subjektiven, häufig massiven Beschwerdeschilderungen und dem Verhalten des Betroffenen in der Untersuchungssituation
besteht
eine auffällige
Diskrepanz.
»
Die
Beschwerdeführerin
präsentier
e
eine Vielzahl psychiatrischer Symptome in ungeordneter Reihenfolge (motivationslos, affektive Dysregulation, depressive Symptome in Form von sozialem Rückzug
, Antriebslosigkeit, leichte En
ergielosigkeit, Freudverlust), welche sich nicht in der Tagesstruktur wider
spiegel
te
n. Sie geh
e
regelm
ä
ssig mit dem Hund spazieren, soziale Kontakte s
e
i
e
n dahingehend möglich, dass sie derzeit bei einer Freundin im Wohnzimmer über
nachte
.
«
Die subjektiv geschilderte Intensität der Beschwerden steh
e
n
in einem Missverhältnis zur
Vagheit der Schilderung der einzelnen
Symptome.
»
Insgesamt w
ürden
die Symptome sehr ungeordnet präsentiert, teils additiv am Ende eines Abschnitts noch ergänzt, bei vertiefendem Nachfragen könn
t
en Namen von Therapeuten oder medizinischen Interventionen nicht genannt werden. Auf Nachfrage, wann
die Beschwerdeführerin
den Führerschein erworben habe,
habe
sie dies anfänglich zeitlich nicht eingrenzen
können.
«
Angaben zum Krankheitsverlauf
sind
wenig oder gar nicht
präzisierbar
.
»
Die
Beschwerdeführerin
imponier
e
in der Schilderung des Verlaufs und der Lebensgeschichte knapp und kurz angebunden und
es lie
ssen sich auch auf Nachfrage viele Details nicht weiter präzisieren.
«
Das Ausmass der geschilderten Beschwerden steh
t
nicht in Übereinstimmung mit einer entsprechenden Inanspruchnahme therapeutischer
Hilfe.
»
Die
Beschwerde
führerin
befinde sich nicht in psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung. Eine
Spitexhilfe
/Betreuung bestehe, wie diese aber in einer fremden Wohnung ohne psychiatrischen Auftrag lege
artis
durchgeführt w
e
rd
e
, k
ö
nn
e
während des Gesprächs nicht erarbeitet werden. Auf die Frage, weshalb keine psychiatrische Behandlung erfolge
,
beschreib
e
die
Beschwerdeführerin
, dass die Spitex derzeit auf der Suche nach einer solchen sei. Eine Eigeninitiative z
ur therapeutischen Behandlung kö
nn
e
nicht abgeleitet werden.
«
Ungeachtet der Angabe schwerer subjektiver Beeinträchtigungen
erweis
t
sich das psychosoziale Funktionsniveau
der
Betroffenen bei der Alltagsbewältigung als weitgehend
intakt.
»
Die
Beschwerdeführerin
beschreib
e
einen bestehenden Freundeskreis. Sie
sei
in der Lage bei einer Freundin zu übernachten, auf der Couch unterzukommen, welche Rücksicht auf die angegebenen Beeinträchtigungen der
Beschwerdeführerin
zeig
e
. Das Ausmass des sozialen Rückzuges w
e
rd
e
in dieser Form nicht nach
vollzogen. Zusätzlich sei angefügt, dass eine grosse Diskrepanz zwischen
dem Abbruch berufseingliedernder
Mass
nahmen zu finden
sei
, welche den Abschluss der Lehre für unmöglich einstuf
e
und dem anschliessenden Erfolg beim Abschliessen der Lehrausbildung auf EFZ Niveau.
«
Das Vorbringen der Klagen
ist
theatralisch.»
Beim Eintreten
habe
die
Beschwerde
führerin
teils erschlagen, sehr leidend
gewirkt
.
Der Gutachter konstatierte, a
us der gutachterlichen Zusammenschau erg
ä
ben sich somit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zahlreiche Aspekte, die zumindest für eine Aggravation bei der
Beschwerdeführerin
spr
ä
chen
(S. 41)
.
3.
5.
4
Eine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit konnte der Experte unter Hinweis auf nicht-authentische Beschwerdeschilderungen nicht vornehmen (S. 43).
3.6
Die Gutachter
attestierten in der bisherigen Tätigkeit als
Coiffeuse
eine 70%ige
Arbeitsfähigkeit
und in angepasster Tätigkeit eine solche von 80
%
. In einer angepassten Tätigkeit werde verzichtet auf schwere manuelle Belastungen, lang
dauernde repetitive manuelle Belastungen und langdauernde Haltungskonstanz der rechten Hand. Es seien abwechslungsreiche Tätigkeiten anzuraten. Zu verzich
ten sei weiter auf Tätigkeiten mit Anforderungen an das Gleichgewicht wie auch Überwindung von Höhendiffer
e
nzen; Treppensteigen im normalen Umfang sei möglich. Bis zur Besserung der Kopfschmerzen sei auch zu verzicht
e
n auf Tätigkeiten unter engem Zeitlimit mit verdichteten Arbeitsprozessen, erhöhter nervlicher Beanspruchung, Überwachungsfunktion und solchen, die nicht eigen
bestimmt für kurze Erholungspausen unterbrechbar seien.
Die Gesamt-Arbeitsunfähigkeit könne nicht sicher festgestellt werden, da sich psychiatrisch die Situation aufgrund der Aggravation nicht verlässlich erfassen lasse. Allerdings liege psychiatrisch kein sicherer Hinweis für eine Erkrankung vor. Insofern könne man mit einer hohen Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass die Gesamt-Arbeitsfähigkeit durch die neurologischen Einschränkungen bestimmt sei (S. 9).
4.
4.1
Der Beschwerdeführerin ist in ihrer Kritik am Gutachten insoweit zu folgen, als die Aggravation von den Gutachtern unter anderem damit begründet wurde, dass
sie eine
Vielzahl von Symptomen in ungeordneter Reihenfolge präsentiert habe, welche sich nicht in der Tagesstruktur spiegelten (
Urk.
1 S. 9 und E. 3.5.3)
, und dass eine detaillierte Auseinandersetzung mit möglichen Folgen der Hirnblutung nicht stattfand. In der Tat war bereits bei den früheren neuropsychologischen Berichten die Rede von Einschränkungen d
er
attentionalen
und exek
u
ti
ven Teilfunktionen (Aufmerksamkeit, planerisches Denken, Impulskontrolle), Benenn
störungen sowie Verhaltensauffälligkeiten (
Urk.
6/16/15)
respektive im Vorder
grund stehenden Aufmerksamkeitsdefiziten, welche sich auch negativ auf die verba
len Gedächtnisfunktionen auswirkten, und einer erhöhten Erschöpfbarkeit (
Urk.
6/51/6-7). Im Rahmen der gutachterlichen Untersuchungen
zeigte sich
mit Minderleistungen beim Lernen und dem Gedächtnis (E. 3.4) ein ähnliches Bild. Dass die
unstrukturiert vorgetragenen und übertriebenen
Schilderungen der Beschwerdeführerin
ihre
Ursache nicht in den Folgen der Hirnblutung
haben
, wurde von den Gutachtern nicht dargelegt.
Eine solche Diskussion einer doch naheliegenden Thematik lässt sich der Expertise nicht entnehmen.
Eine Bezugnahme auf die somatische Situation erfolgte indes insoweit, als die Gutachter die postoperativ gefundenen Zeichen
einer rechts
zerebellären
Ischämie
schilderten und darauf hinwiesen, dass
eine weitere Gefässanomalie ausgeschlossen
wurde sowie keine
Hinweise auf eine Ataxie der rechten Extre
mitäten als Folge dieser ischäm
i
schen Kleinhirnschädigung
beschrieben wurden. D
ie MRI-Kontrolle vom
2.
Juli
2018
zeigte
einen verbliebenen kleinen Defekt im Bereich der rechten Kleinhirnhemisphäre
(E. 3.3.1).
4.2
Wie es sich damit verhält, kann indes
offenbleiben
. Die neuropsychologischen Einschränkungen sind jedenfalls nicht derart, als dass die Ausübung einer ange
passten Tätigkeit nicht mehr möglich wäre. So wurde bereits anlässlich der Berichterstattung vom
3.
November 2015 festgehalten, dass in der Alltagsführung keine Einschränkungen zu erwarten seien und im Beruf lediglich eine gewisse Leistungsreduktion im Sinne einer verminderten Sorgfalt insbesondere in Situa
tionen, welche Multitasking oder das gleichzeitige Verarbeiten mehrerer Informationen erforderten, aufträte. Von einer Arbeitsunfähigkeit war nicht die Rede, empfohlen wurde einzig ein reduzierter Einstieg (
Urk.
7/16/5). Im Bericht vom 1
3.
September 2017 wurde
eine ähnliche Situation
beschrieben mit einer lediglich leichten Einschränkung wegen der Minderleistungen im Bereich der Aufmerksamkeitsfunktionen mit erhöhter Erschöpfbarkeit (
Urk.
7/51/7)
. Eine Arbeitsunfähigkeit wurde nicht
attestiert
.
In diesem Sinne wiesen die Gutachter denn auch darauf hin, dass die Beschwerde
führerin die Lehrabschlussprüfung als
Coiffeuse
EFZ mit Erfolg abgeschlossen hat. Dass sie hieraus auf Ressourcen schlossen und eine Arbeitsfähigkeit als grundsätzlich gegeben erachteten, ist nicht zu beanstanden. Allerdings ergibt sich, dass mit Noten in den Fächern zwischen 3.
3
und 4.5 kein brillanter Abschluss erfolgte und namentlich die praktischen Arbeiten
nur rundungsbedingt als genügend ausgewiesen wurden (
Urk.
6/89/1). Die Beschwerdeführerin hatte also offensichtlich grosse Mühe, das Fähigkeitszeugnis zu erlangen.
Dass dies einzig gesundheitlich bedingt war, ergibt sich indes nicht aus den Akten. So gestaltete sich die Zusammenarbeit am Arbeitsplatz im Rahmen der zugesprochenen beruflichen Massnahmen als schwierig. Die Arbeitgeberin konnte sich
- nach eigenen Aussagen -
nicht auf die Beschwerdeführerin verlassen, sie kam und ging, wann sie wollte und hatte viele Absenzen (
Urk.
6/50/4).
In diesem Sinne wurde die Beschwerdeführerin mehrfach ermahnt, etwa sich bei Fernbleiben vom Berufsschulunterricht bei der Vorgesetzten zu melden (
Urk.
6/27), Konflikte mit vorgesetzten Personen nicht hinter deren Rücken zu kommunizieren, Mittagspausen ausserhalb der Geschäftsräumlich
keiten zu verbringen (
Urk.
6/34).
Dass diese Schwierigkeiten gesundheitsbedingt aufgetreten wären, wurde nicht vorgebracht und ergibt sich nicht aus den Akten.
4.3
In Bezug auf die psychische Gesundheitssituation
steht fest, dass sich die Beschwerdeführerin - jedenfalls im Zeitpunkt der Begutachtung - in keiner ärztlichen oder
psycho
therapeutischen Behandlung befand. Auch wenn eine Aggravation ohne Diskussion des Einflusses der Hirnblutung nicht ohne weiteres anzunehmen ist,
schilderte der Gutachter keine erheblichen Befunde respektive relativierte diese anhand des von der Beschwerdeführerin geschilderten Aktivitäts
niveaus.
4.
4
Die von der Beschwerdeführer
in
erwähnte Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren sowie Kopfschmerzen (
Urk.
1 S. 8)
wurden von den Fachleuten der Klink
Z._
explizit diagnostiziert (
Urk.
6/86/6).
Die
B._
-Gutachter ihrerseits fassten die Kopfschmerzen als
chronifizierte
Migräne
sowie Verdacht auf Medikamenten Übergebrauchs-Kopfschmerz (
Urk.
6/127
/
6)
und
berücksichtigten
diese bei der Einschätzung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit.
In Bezug auf die thematisierte Schmerzstörung ergibt sich, dass die Beschwerde
führerin anlässlich der Begutachtung lediglich über Kopfschmerzen (
Urk.
6/127/
14 Mitte) sowie belastungsabhängige Nacken-Rückenschmerzen (
Urk.
6/127/15 oben und
Urk.
6/127/17 oben) klagte.
Die Kopfschmerzen
floss
en
in dem Sinne ins Stellenprofil ein, dass keine Tätigkeiten mit engem Zeitlimit mit verdichteten Arbeitsprozessen wie auch solche mit erhöhter nervlicher Beanspruchung und daneben eigenbestimmt kurze Erholungspausen möglich sind (
Urk.
6/127/9). Die Rückenproblematik fand keinen Eingang ins Stellenprofil. Hierzu ist indes festzuhalten, dass die Beschwer
den nicht spezifisch geschildert wurden und die Beschwerdeführerin
deswegen
bislang - soweit ersichtlich - keine medizinische Hilfe in Anspruch gen
ommen hat. Angesichts der Belastungsabhängigkeit der Beschwerden ist auch erstellt, dass dies
e
nicht konstant vorhanden sind, sondern nur bei entsprechender Belastung. Wird darauf verzichtet, stellen sich auch keine Beschwerden ein.
Schliesslich sahen die Ärzte der Klinik
Z._
einen Zusammenhang zwischen kognitivem Überforderungserleben und der Schmerz
s
ymptomatik (
Urk.
6/86/6 unten), weshalb eine Tätigkeit, welche keine hohen kognitiven Anforderungen mit sich bringt, durchaus zumutbar ist.
4.5
Der Beschwerdeführerin ist weiter zuzustimmen, dass die Resultate der Potential
erhebung in der
A._
vom
6.
Februar bis
4.
März 2020 von den Gutachtern nicht diskutiert wurden. Indessen konnten die Fachleute der
A._
nur bedingt über die Arbeitsleistung der Beschwerdeführerin Auskunft geben
(
Urk.
6/109 S. 3)
. An acht von 20 Arbeitstagen fehlte die Beschwerdeführerin (
S.
1) wegen vorübergehenden Problemen, welche offensichtlich
nicht invalidisierend sind, namentlich eine
r
Magendarmgrippe. Auch sonst entwickelte sich die Zusammen
arbeit offenkundig nicht zur Zufriedenheit. So verliess die Beschwerdeführerin das Programm einmal bereits nach einer Stunde, kam an vier Tagen wenig verspätet und an zwei Tagen telefonisch angekündigt über eine Stunde verspätet (S. 2 oben). Damit war sie lediglich an fünf Tagen wie geplant von 09.00 Uhr bis 12.00 Uhr
anwesend und leistete lediglich an neun Tagen die normale Präsenzzeit von drei Stunden (S. 5 oben).
Die Fachleute hielten fest, ein zuverlässiges und beharrliches Arbeitsverhalten erscheine wenig etabliert (S. 3 unten). Sodann erkannten sie wenig
Leistungs
motivation
und -bereitschaft. Bei Herausforderungen beschrieben sie wenig eigenverantwortliches Handeln (S. 4). Dass dies etwas mit der gesundheitlichen Situation zu tun hätte, wurde nicht dargelegt und erscheint auch nicht als
nahe
liegend
. Festgestellt
wurden
die reduzierte Konzentrationsfähigkeit und das verminderte kognitive Leistungsvermögen (S. 3 unten). Dieses ist ausgewiesen und wurde von den Gutachtern berücksichtigt.
Damit finden sich im Abschlussbericht keine medizinischen Aspekte, welche von den Gutachtern zu
berücksichtigen
gewesen wären. Dass die motivationalen
Defizite und die nicht immer konstruktiven Verhaltensweisen gesundheitsbedingt wären, wurde von keinem Arzt erwähnt und liegt auch nicht auf der Hand.
4.6
Damit ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit im Umfang von 80
%
arbeitsfähig ist. Die von den Gutachtern attestierte Arbeitsfähigkeit von 70
%
im angestammten Beru
f wurde von
dipl.
med. D._
, Facharzt für Neurologie, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, am 1
0.
Februar 2021 (
Urk.
6/133/7
-8
)
nicht bestätigt
aufgrund der ausgewiesenen Handbeschwerden. Dem ist ohne weiteres zu folgen. Relevant ist vorliegend indes einzig die Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit, weshalb diese Diskrepanz
letztlich
folgenlos bleibt (vgl. zum Vorhalt:
Urk.
1
Ziff.
13). Die Beschwerde
gegnerin stellte schliesslich auf diesen Wert ab und ging nicht von einer Arbeits
fähigkeit von 70
%
in angestammter Tätigkeit aus (vgl.
Urk.
1
Ziff.
14).
Die Gutachter berücksichtigten die kognitiven Einschränkungen wie auch die Handbeschwerden und verneinten eine psychische Störung. Auch wenn ein
aggravierendes
Verhalten der Beschwerdeführerin nicht ohne weiteres ausge
wiesen ist, lassen die geschilderten Befunde
nach zutreffender Meinung der Experten
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf eine relevante, über das attestierte Mass hinausgehende Arbeitsunfähigkeit schliessen.
5.
Der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Einkommensvergleich
(
Urk.
2 und
Urk.
6/132)
blieb unbestritten.
Weder das
Valideneinkommen
(LSE 2018 Tabelle T17, Berufe im Bereich personenbezogener Dienstleistungen, Total Frauen) von hochgerechnet
Fr.
55'836.-- noch die B
asis des
Inv
a
liden
einkommens (LSE 2018 Tabelle TA1, Kompetenzniveau1) von
Fr.
55'229.-- sind zu beanstanden.
Inwieweit die Verweigerung eines Abzuges vom Tabellenlohn rechtens ist, kann bei den vorliegenden Grössenverhältnissen dahingestellt bleiben. Immerhin ist zu bemerken, dass
neben
den neurokognitiven Einschränkungen
eine
chronifizierte
Migräne
sowie eine
Dystonie
der
rechte
n
Hand
vorlieg
en
, welche das Stelle
nprofil erheblich einschränken und auch überdurchschnittliche krankheitsbedingte Fehlzeiten erwarten lassen. Indes resultiert bei Abzug des
höchsten
allenfalls denkbaren Wertes von 15
%
ein Invaliditätsgrad von
33
%
, was unter der anspruchsbegründenden Schwelle von 40
%
liegt.
Die Beschwerdeführerin hat demgemäss kein Anrecht auf eine Rente der Invaliden
versicherung, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
6.
Die Verfahrenskosten
gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind auf Fr. 600.-- festzusetzen und entsprechend dem Verfahrensausgang der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.