Decision ID: 5de2388f-d3de-57f4-b131-4d237558a419
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A. V._,
Beschwerdeführerin,
Ehefrau
und
B. V._,
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Beschwerdeführer,
Ehemann
beide vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Monika Brenner, Paradiesstrasse 4,
9030 Abtwil SG,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenplafonierung und -rückforderung
Sachverhalt:
A.
A.a A. V._, Jahrgang 1957, bezog ab September 1997 eine halbe Invalidenrente bei
einem Invaliditätsgrad von 63% (IV-act. A 52-64 f.). Ihr Ehemann B. V._, Jahrgang
1950, bezog ab August 1999 bei einem Invaliditätsgrad von 52% ebenfalls eine halbe
Invalidenrente (IV-act. B 90-3 f.). Die Rente der Ehefrau wurde wegen der Einführung
der Dreiviertelsrente ab Januar 2004 bei einem unveränderten Invaliditätsgrad von 63%
heraufgesetzt (IV-act. B 54-5).
A.b Im Rahmen einer im November 2004 eingeleiteten Rentenrevision berechnete die
IV-Stelle den Invaliditätsgrad der Ehefrau neu und setzte die Dreiviertelsrente
schliesslich mit Verfügung vom 5. November 2007 bei einem Invaliditätsgrad von 55%
wieder auf eine halbe herab (IV-act. A 31). Gegen diese Verfügung erhob
Rechtsanwältin Dr. iur. Monika Brenner in Vertretung der Ehefrau am 17. Dezember
2007 Beschwerde beim Versicherungsgericht (IV-act. A 26). Dieser Prozess wurde
unter der Verfahrensnummer IV 2007/509 eingeschrieben.
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A.c Ein Revisionsverfahren betreffend den Ehemann ergab gemäss Verfügung vom
11. Dezember 2007 einen unveränderten halben Rentenanspruch basierend auf einem
Invaliditätsgrad von 55% (act. G 1.1 im Verfahren IV 2008/63). Auch dagegen erhob
Rechtsanwältin Dr. iur. Monika Brenner in Vertretung des Ehemanns am 30. Januar
2008 Beschwerde (act. G 1 im unter der Verfahrensnummer IV 2008/63 eröffneten
Prozess).
A.d Die Zentrale Ausgleichsstelle (ZAS) bat die Sozialversicherungsanstalt des Kantons
St. Gallen (SVA) mit Schreiben vom 28. Januar 2008, die Plafonierung der Renten des
Ehepaars inkl. Kinderrenten zu überprüfen (IV-act. B 29; 30). Daraufhin erliess die IV-
Stelle am 24. April 2008 zwei Verfügungen, in denen sie die Renten plafonierte und
rückwirkend auf den 1. Dezember 2007 neu festsetzte (IV-act. B 16). Mit zwei weiteren
Verfügungen vom 24. April 2008 forderte sie zwischen 1. Dezember 2007 und 30. April
2008 zu viel bezahlte Renten des Ehemanns im Betrag von Fr. 990.- und der Ehefrau
im Betrag von Fr. 1'055.- zurück (IV-act. B 23, 24).
B.
B.a Gegen alle vier Verfügungen richten sich die Beschwerden der Rechtsvertreterin
der Ehegatten vom 28. Mai 2008. Sie beantragt deren Aufhebung, soweit sie die
Plafonierung rückwirkend anordnen, sowie die Aufhebung der Rückforderungen.
Eventualiter seien die Verfahren bis zur rechtskräftigen Erledigung der Verfahren IV
2007/509 und IV 2008/63 zu sistieren. Subeventualiter seien die Beschwerden zu
vereinigen, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Eine Rückforderung
unrechtmässig bezogener Leistungen sei nur zulässig, wenn eine schuldhafte
Meldepflichtverletzung vorliege. Dies sei bei den Beschwerdeführern nicht der Fall,
sodass keine Rückforderungen erfolgen dürften und die Rentenherabsetzung erst auf
den der neuen Verfügung folgenden Monat hin möglich sei (jeweils act. G 1 in den
unter den Nummern IV 2008/245 und IV 2008/247 eingeschriebenen Verfahren).
B.b Mit zwei Schreiben vom 29. Mai 2008 sistierte der zuständige Abteilungspräsident
die beiden letztgenannten Verfahren bis zum rechtskräftigen Abschluss der
Rentenrevisionsstreitsachen (act. G 2 in beiden Verfahren).
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B.c Am 9. Juni 2008 liess der Ehemann seine IV-Beschwerde gegen die Verfügung vom
11. Dezember 2007 zurückziehen (act. G 9 im Verfahren IV 2008/63), woraufhin die
zuständige Abteilungspräsidentin das Verfahren mit Verfügung vom 16. Juli 2008
abschrieb.
B.d Mit Entscheid vom 28. Oktober 2008 wies das Gericht die Beschwerde der Ehefrau
im Verfahren IV 2007/509 ab, allerdings mit der Berichtigung der Revisionsverfügung
vom 5. November 2007 insofern, als die Herabsetzung des Rentenanspruchs auf den
1. Januar 2008 zu erfolgen habe.
B.e Der zuständige Abteilungspräsident teilte der Rechtsvertreterin der
Beschwerdeführerin mit zwei Schreiben vom 8. Januar 2009 mit, dass der Grund für
die Sistierung der beiden verbliebenen Plafonierungs-/Rückforderungsstreitigkeiten
dahingefallen sei, und eröffnete ihr eine Frist zur Einreichung allfälliger
Beschwerdeergänzungen (act. G 3 in beiden Verfahren).
B.f In den Beschwerdeergänzungen vom 19. März 2009 wiederholt die
Rechtsvertreterin der Beschwerdeführer die materiellen Anträge der Beschwerden. In
den Begründungen bringt sie keine neuen Argumente vor. Die Nachzahlung der
Rentendifferenz an die Beschwerdeführerin für Dezember 2007 sei nicht mit einer
allfälligen Rückforderung zu verrechnen (act. G 8 in beiden Verfahren).
B.g Am 8. April 2009 vereinigte der Verfahrensleiter die beiden Verfahren IV 2008/245
und IV 2008/247 (act. G 10 in beiden Verfahren).
B.h Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 26. Mai 2009
die teilweise Gutheissung der Beschwerden. Die Rückforderung betreffend die
Beschwerdeführerin sei auf Fr. 844.- und jene betreffend den Beschwerdeführer auf
Fr. 792.- zu reduzieren. Im Übrigen seien die Beschwerden abzuweisen. Zur
Begründung der Rückerstattungspflicht bedürfe es vorliegend keiner
Meldepflichtverletzung, sondern bereits die Unrechtmässigkeit des Bezuges an sich
begründe eine Rückerstattungspflicht. Bei der vorliegenden Konstellation (Plafonierung
der beiden halben Renten infolge Herabsetzung des Rentenanspruchs der Ehefrau)
handle es sich nicht um einen IV-spezifischen, sondern um einen AHV-analogen
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Leistungsgesichtspunkt, der in jedem Fall zu einer rückwirkenden Anpassung führe. Ob
eine Meldepflichtverletzung vorliege, werde im Rahmen eines allfälligen Verfahrens zum
Erlass der Rückerstattungsschuld zu beachten sein. Eine Rückforderung für den Monat
Dezember 2007 habe aber zu unterbleiben, nachdem das Gericht die Herabsetzung
des Rentenanspruchs der Ehefrau auf Januar 2008 korrigiert habe (act. G 11 im
Verfahren IV 2008/245; G 10 im Verfahren IV 2008/247).
B.i Die Beschwerdeführer lassen in der Replik vom 22. September 2009 an den
Anträgen festhalten. Die Begründung der Beschwerdegegnerin in Bezug auf die Frage
der Unterscheidung von IV-spezifischen und nicht-IV-spezifischen Aspekten sei für die
Beschwerdeführer nicht nachvollziehbar und grenze an überspitzten Formalismus. In
casu handle es sich um eine rückwirkende Veränderung einer Leistungszusprache, die
eben nur bei einer schuldhaften Meldepflichtverletzung rückwirkend in Kraft gesetzt
werden könne. Sollte das Gericht wider Erwarten die Rückwirkung der Plafonierung für
Januar bis April 2008 dennoch zulassen, sei die Rückforderung auszuschliessen (act. G
20 im Verfahren IV 2008/245; G 19 im Verfahren IV 2008/247).
B.j Die Beschwerdegegnerin lässt in der Duplik vom 24. September 2009 am Antrag
gemäss Beschwerdeantwort festhalten und verzichtet auf weitere Ausführungen (act.
G 22 im Verfahren IV 2008/245; G 21 im Verfahren IV 2008/247).

Erwägungen:
1.
1.1 Zum Zeitpunkt des Erlasses der "Verfügungen" vom 24. April 2008 betreffend
Plafonierung waren die Rentenrevisionsverfügungen vom 5. November 2007 betreffend
die Ehefrau und vom 11. Dezember 2007 betreffend den Ehemann gerichtshängig. Die
Beschwerdegegnerin konnte diese beiden Revisionsverfügungen folglich nicht
ordentlicherweise in Wiedererwägung ziehen bzw. widerrufen, weil die Sache aufgrund
des Devolutiveffekts der Beschwerdeerhebung ans Gericht übergegangen war.
Wiedererwägungen lite pendente im Sinn von Art. 53 Abs. 3 des Bundesgesetzes über
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) stellen die
"Verfügungen" vom 24. April 2008 nicht dar, da sie eine Schlechterstellung der
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Beschwerdeführer beinhalten und somit lediglich einem Antrag der
Beschwerdegegnerin ans Gericht gleichkommen (vgl. ZAK 1992 117; Ueli Kieser,
ATSG-Kommentar, 2. Aufl. 2009, Rz 47 zu Art. 53).
1.1.1 Im Verfahren IV 2007/509 betreffend die Ehefrau hat die Verfahrensleitung davon
abgesehen, den "Antrag" der Beschwerdegegnerin vom 24. April 2008 betreffend
Plafonierung und Rückforderung zusammen mit der IV-rechtlichen materiellen Frage
der Rentenherabsetzung infolge Reduktion des Invaliditätsgrads zu beurteilen. Dies ist
prozessökonomisch zu begründen: Die Invaliditätsbemessung geht der Frage der
Plafonierung sachlogisch insofern vor, als dass die Plafonierung hinfällig würde, wenn
nur einer der Ehegatten eine halbe Rente und der andere eine höhere, tiefere oder
keine Rente zugesprochen erhielte. Wäre der Feststellungsentscheid vom 28. Oktober
2008 über den Invaliditätsgrad beim Bundesgericht angefochten und von diesem
allenfalls aufgehoben oder abgeändert worden, so hätte sich die Frage der
Rentenplafonierung und Rückforderung unter Umständen gar nicht mehr gestellt.
Daher wurde der "Antrag" der Beschwerdegegnerin vom 24. April 2008 betreffend
Plafonierung und Rückforderung von der materiellen Frage der Invaliditätsbemessung
getrennt und in das eigenständige Verfahren IV 2008/245 verwiesen.
1.1.2 Im Verfahren IV 2008/63 betreffend den Ehemann bezieht sich die
Abschreibungsverfügung vom 16. Juli 2008 nur auf den eigentlichen
invalidenversicherungsrechtlichen Teil, die Invaliditätsbemessung. Die "Anträge" der
Beschwerdegegnerin betreffend Zeitpunkt der Rentenplafonierung und betreffend
Rückforderung wurden in jenem Verfahren nicht behandelt, sondern wie bei der
Ehefrau in ein getrenntes Verfahren (IV 2008/247) verwiesen.
1.2 Aufgrund des engen inneren Zusammenhangs wurden die beiden Verfahren IV
2008/245 und IV 2008/247 vereinigt. Vorliegend ist somit die Frage der rückwirkenden
Rentenplafonierung und der Rückforderung der allfällig zu hohen Rente zu überprüfen.
2.
2.1 Gemäss Art. 36 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) sind für die Berechnung der ordentlichen IV-Renten die Bestimmungen des
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Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG; SR 831.10)
sinngemäss anwendbar. Der Bundesrat kann ergänzende Vorschriften erlassen (vgl.
Art. 32 und Art. 32 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]).
Sind beide Ehegatten IV-rentenberechtigt, so gilt laut Art. 37 Abs. 1 IVG für die
Kürzung der beiden Renten Art. 35 AHVG sinngemäss. Nach dieser Bestimmung
beträgt die Summe der beiden Renten eines Ehepaars maximal 150% des
Höchstbetrages der Altersrente (Abs. 1). Die beiden Renten sind im Verhältnis ihrer
Anteile an der Summe der ungekürzten Renten zu kürzen (Abs. 3; vgl. auch Art. 53
der Verordnung über die Alters- und Hinterlassenenversicherung [AHVV; SR 831.101]).
Die Kürzung der beiden Renten eines Ehepaars richtet sich nach dem Anspruch des
Ehegatten, der den höheren Invaliditätsgrad aufweist (Art. 32 Abs. 2 IVV).
2.2 Gemäss Rz 5529 der vom Bundesamt für Sozialversicherung (BSV)
herausgegebenen Wegleitung über die Renten (RWL) wird nicht plafoniert, wenn die
Ehegatten Bezüger von Renten mit unterschiedlichen Bruchteilen (ganze/halbe, halbe/
Viertel, ganze/Viertel oder Dreiviertel/Viertel) sind. Weisen beide Ehegatten denselben
Bruchteil der Rente auf, so ist die Plafonierung laut Rz 5530 RWL nach den
allgemeinen Regeln vorzunehmen. Vorderhand erscheint die Gesetzmässigkeit von
Rz 5529 RWL, also der Verzicht auf eine Plafonierung bei unterschiedlichen
Rentenbruchteilen, als zweifelhaft; insbesondere aus Gleichbehandlungsüberlegungen
lässt sich ein solches Ergebnis wohl nicht rechtfertigen. Zudem steht auch die
Vereinbarkeit von Rz 5529 RWL mit Art. 32 Abs. 2 IVV in Frage. Eine diesbezügliche
nähere Prüfung kann jedoch vorliegend unterbleiben, weil die Renten der
Beschwerdeführer gestützt auf Art. 37 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 35 AHVG unterdessen
tatsächlich plafoniert werden.
2.3 Die beiden Renten der Beschwerdeführer entsprechen zusammen dem
anderthalbfachen Betrag der maximalen halben Invalidenrente, die sich im Jahr 2008
auf Fr. 1'105.- belief. Vor dem unterdessen nicht mehr bestrittenen Hintergrund, dass
beide Ehegatten einen Invaliditätsgrad aufweisen, der sie zum Bezug einer halben
Invalidenrente berechtigt, sowie unter Verweis auf die oben zitierten Gesetzes- und
Verordnungsbestimmungen ist erstellt, dass die Renten der Ehegatten grundsätzlich zu
plafonieren sind. Dies anerkennen auch die Beschwerdeführer. Gegen die konkrete
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Rentenberechnung bringen sie keine Einwände vor; diese ist denn auch nicht zu
beanstanden.
3.
3.1 Unrechtmässig bezogene Leistungen sind zurückzuerstatten (Art. 25 Abs. 1 Satz 1
ATSG). Nach der noch vor Inkrafttreten des ATSG per 2003 entstandenen
Rechtsprechung des Bundesgerichts ist bei der Rückerstattung unrechtmässig
bezogener Leistungen in der Invalidenversicherung die Frage zu stellen, ob die
fehlerhafte Leistungsausrichtung einen AHV-analogen Gesichtspunkt betrifft. Dies
wären etwa die Versicherteneigenschaft, das massgebende durchschnittliche
Jahreseinkommen oder die anwendbare Rentenskala. Nur für die Zukunft ist die
Korrektur der falschen Leistungsausrichtung demgegenüber wirksam, wenn die
Verwaltung bei Erlass der ursprünglichen Verfügung einen spezifischen IV-rechtlichen
Gesichtspunkt wie beispielsweise die Bemessung des Invaliditätsgrads falsch
beurteilte (vgl. auch Art. 85 Abs. 2 IVV). In solchen Fällen kommt u.a. bei Renten
Art. 88 Abs. 2 lit. a IVV zur Anwendung, der bestimmt, dass die Herabsetzung oder
Aufhebung der Rente frühestens vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der
Verfügung folgenden Monats an erfolgt. Es ist in jedem Einzelfall zu prüfen, ob der zur
Wiedererwägung führende Fehler einen AHV-analogen oder einen spezifischen IV-
rechtlichen Faktor betrifft (BGE 110 V 298 Erw. 2a; BGE 119 V 431 Erw. 2). Diese
Rechtsprechung behielt auch nach Inkrafttreten des ATSG ihre Gültigkeit (vgl. nicht
publ. Erw. 2.1.3 in BGE 131 V 120 [=Urteil I 439/03 vom 22. April 2005]; Urteil
9C_147/2007 vom 9. August 2007, Erw. 2.3).
3.2 Die Beschwerdegegnerin hat zu Recht festgestellt, dass es sich bei der
Plafonierung der IV-Renten um einen AHV-analogen und nicht um einen spezifischen
IV-rechtlichen Gesichtspunkt handelt. Dies ist offenkundig, erfolgt die Plafonierung
doch in analoger Anwendung der AHV-rechtlichen Bestimmungen. Entsprechend ist
die Rückforderung zulässig. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführer kann darin
kein überspitzter Formalismus gesehen werden, handelt es sich bei der Rückforderung
des Art. 25 Abs. 1 Satz 1 ATSG doch um die Grundnorm und bei Art. 85 bzw. Art. 88
Abs. 2 IVV lediglich um Ausnahmen, deren Anwendungsvoraussetzungen vorliegend
nicht erfüllt sind. Dem Aspekt des Vertrauensschutzes könnte gegebenenfalls im
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Rahmen eines Erlassgesuchs (Art. 25 Abs. 1 Satz 2 ATSG) Rechnung getragen werden.
Die allfällige Anordnung der Verrechnung der Rentennachzahlung für Dezember 2007
für die Beschwerdeführerin steht der Beschwerdegegnerin frei.
4.
4.1 Den Anträgen der Beschwerdeführer, die Plafonierung sei nicht rückwirkend
vorzunehmen und eine Rückforderung habe zu unterbleiben, ist gestützt auf die
vorstehenden Erwägungen nicht stattzugeben. Gemäss dem Antrag der
Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort ist jedoch zu korrigieren, dass die
Plafonierung erst ab 1. Januar 2008 vorzunehmen ist. Die Rente der Ehefrau beläuft
sich folglich ab 1. Januar 2008 auf Fr. 857.- und die dazugehörige Kinderrente auf
Fr. 343.-, sodass sich verglichen mit den bereits ausbezahlten Leistungen eine
Rückforderung von Fr. 844.- ergibt. Der Ehemann hat ab 1. Januar 2008 Anspruch auf
eine Rente in der Höhe von Fr. 801.- und eine Kinderrente von Fr. 320.-; bei ihm ist der
Betrag von Fr. 792.- zurückzufordern (vgl. act. G 11.1).
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- bis
Fr. 1'000.- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-
erscheint als angemessen. Die Beschwerdeführer sind mit ihren Anträgen nur in
geringem Ausmass durchgedrungen, weshalb ihnen die ganze Gerichtsgebühr
aufzuerlegen ist. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.- ist anzurechnen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG