Decision ID: e94131a4-237e-4c43-863b-4ffe08522dbf
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1957 geborene
X._
war vom
1.
April 2000 bis
am
3
1.
August 2007 bei der
Y._
als Küchenhilfe angestellt, wobei sie bis am 3
1.
August 2000 in einem 40%- und hernach
in einem 50%-Pensum tätig war
(
Urk.
9/
12). In der Folge bezog
X._
Tag
gelder der Arbeitslosenversicherung (
Urk.
9/
7). Am
7.
März
2008
(Eingangsdatum gemäss Aktenverzeichnis)
meldete sie sich bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungs
be
zug an (
Urk.
9/
3).
Die IV-Stelle
nahm erwerbliche und medizinische Abklärungen
vor,
wobei sie
bei
m
Z
entrum
Z._
ein rheumatologisch-psychiatrisches Gutachten
einholte
(Urk.
9/21
,
Urk.
9
/25,
Urk.
9/
28).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
9/
3
2
,
Urk.
9/
33
,
Urk.
9/
35),
in
deren
Rahmen die IV-Stelle
ergänzende Stellungnahme
n
der
Z._
-Gutachter einholte
(
Urk.
9/
40
,
Urk.
9/
45)
, verneinte die IV-Stelle m
it Verfügung vom 1
3.
Januar 2011 einen Rentenanspruch
(
Urk.
9/47
) und mit Ver
fügung vom 1
4.
Januar 2011 einen Anspruch auf Arbeitsvermittlung (
Urk.
9/
4
8
).
Gegen die Abweisung des Rentenbegehrens liess
X._
am 1
6.
Februar 2011 Beschwerde erheben
und
die Zusprache einer ganzen Rente beantragen
(
Urk.
9/49
/3-5
). Das hiesige Gericht wies die Beschwerde mit Urteil vom 3
1.
Janu
ar
2012 ab (
Urk.
9/52). Auf die von
X._
dagegen eingereichte Beschwerde (
Urk.
9/53) trat das B
undesgericht mit Urteil vom 26.
April 2012 nicht ein (
Urk.
9/54).
1.2
Im August 2016 liess
X._
bei der IV-Stelle eine Verschlechterung ihres
Gesundheitszustandes geltend
machen
(
Urk.
9/61
,
Urk.
9/64
). Die
IV-Stelle holte
daraufhin
ärztliche Berichte ein
(
Urk.
9/65
,
Urk.
9/68
)
und stellte mit
Vorbescheid vom 23.
Mai 2017 in Aussicht, einen Anspruch auf eine Invalidenrente zu vernei
nen (
Urk.
9/74).
Dagegen
liess
X._
am 2
3.
Juni 2017 Einwand
erheben (
Urk.
9/78). In der Folge gab die IV-Stelle beim Zentrum
A._
ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag (
Urk.
9/107), welches
am 2
6.
November 2018 erstattet wurde (
Urk.
9/120).
Nachdem die IV-Stelle a
m
19.
Februar 2019 bei
X._
eine
Haushaltsabklärung durchge
führt hatte (Urk. 9/125), stellte sie mi
t Vorbescheid vom 1
4.
März 2019 erneut die Abweisung des Re
ntenbegehrens in Aussicht (Urk.
9/127). Dagegen liess
X._
am 1
9.
April 2019 wiederum Ei
n
wand erheben (
Urk.
9/132). Mit Verfügung vom 1
4.
Juni 2019 verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch
von
X._
(
Urk.
2).
2.
Dagegen liess
X._
mit Eingabe vom 1
7.
Juli 2019 (
Urk.
1) Beschwerde erheben und beantragen, es sei ihr eine ganze
Invalidenr
ente zuzusprechen. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie
um
Gewährung der unentgeltlichen Prozess
führung. Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 3
0.
A
ugust 2019 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
8), was der Beschwerde
führerin mit Verfügung vom
1.
Oktober 2019 (
Urk.
13) angezeigt wurde. Mit Eingabe vom 1
1.
Dezember 2019
(
Urk.
14)
reichte die Beschwerdeführerin zwei Arztberichte ein (
Urk.
15/1-2), welche der Beschwerdegegnerin am 1
6.
Dezember 2019 zur Kenntnis gebracht wurden (
Urk.
16).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das
tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Inva
liditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizi
nisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
1.
3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
4
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über die Invalidenversicherung
,
IVV
), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hin
weis).
1.
5
1.
5
.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
).
1.
5
.2
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG); dies ist die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung (vgl. BGE 141 V 15 E. 3.2 mit Hinweisen).
Nach der bis 3
1.
Dezember 2017 gültigen Gerichts- und Verwaltungspraxis zur Invaliditätsbemessung nach der gemischten Methode (grundlegend BGE 125 V 146)
wurde
zunächst der Anteil der Erwerbstätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (vgl. Art. 27 IVV) ermittelt. Die Invalidität
bestimmte
sich in der Folge dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufga
ben
bereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen
wurde
, wobei im Erwerbsbereich praxisgemäss berücksichtigt
wurde
, was die versicherte Person im Gesundheitsfall aus ihrer Teilerwerbstätigkeit erzielen würde. Die Gesamtinvalidität
ergab
sich aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten
Teilin
va
liditäten
(BGE 131 V 51 E. 5.5.1, 130 V 393 E
. 3.3, 125 V 146 E. 2b und 5c).
Gemäss dem in Art. 27
bis
Abs. 2–4 IVV per 1. Januar 2018 eingeführten neuen Berechnungsmodell für die Festlegung des Invaliditätsgrads von teilerwerbs
täti
gen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) werden der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich – weiterhin – summiert (
Art.
27
bis
Abs. 2 IVV). Die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbs
tätig
keit richtet sich nach
Art.
16 ATSG, wobei das Erwerbseinkommen, das die ver
si
cherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet wird (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. a IVV) und die prozentuale Erwerbseinbusse anhand des Beschäfti
gungsgrads, den die versicherte Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wä
re, gewichtet wird (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. b IVV). Für die Berechnung des Inva
liditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird der pro
zen
tuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im
Vergleich zur Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden wä
re, ermittelt. Der Anteil wird anhand der Differenz zwischen dem Beschäftigungsgrad nach Absatz 3
lit
. b und einer Vollerwerbstätigkeit gewichtet (
Art.
27
bis
Abs. 4 IVV).
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die galten, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 130 V 445 E. 1.2.1, 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der
angefochtenen Verfügung vom 1
4.
Juni 2019
(
Urk.
2) davon aus, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin im Vergleich zu
r
rentenablehnenden Verfügung vom
13.
Januar 2011 (
Urk.
9/47) in relevanter Weise verschlechtert hat
. Die
angestammte Tätigkeit als Küchenhilfe
sei der Beschwerdeführerin nicht mehr
zumutba
r
. In einer angepassten Tätigkeit bestehe hingeg
en eine 70%ige Arbeitsfäh
igkeit. Die Beschwerdegegnerin berief
sich dabei im Wesentlichen auf das
A._
-Gutachten vom 2
6.
November 2018 (
Urk.
9/120; Urk.
9/136).
Sie
qualifizierte die Beschwerdeführerin als im Gesund
heitsfall zu 70
%
erwerbstätig und zu 30
%
im Aufgabenbereich Haushalt
tätig
.
Sie errechnete für den Erwerbsbereich eine Einschränkung von 30
%
bzw. ge
wichtet von 21
%
und für den Haushaltsbereich von 28
%
bzw. gewichtet 8
%
, woraus
sich
ein Invaliditätsgrad von 29
%
ergab
.
2.2
Die Beschwerdeführerin liess dagegen im Wesentlichen einwenden
(
Urk.
1
und
Urk.
14
)
,
die psychiatrische Untersuchung im
A._
habe maximal eine Stunde gedauert, was ungenügend sei, um einen solch komplexen Fall abzuklären. Im Bericht des
Zentrums
B._
vom 1
8.
Januar 20
19
werde dargelegt, weshalb auf die psychiatrische Beurteilung des
A._
nicht abge
stellt werden könne. Auch der behandelnde
Neurochirurge
,
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Neurochirurgie,
habe festgestellt, dass sie nicht in der Lage sei zu arbeiten. Inzwischen sei sie an Krebs erkrankt und werde von einer täg
lichen Angst geplagt, bald sterben zu müssen. Die Beschwerdegegnerin habe auch keine
Verlaufsberichte der behandelnden Ärzte eingeholt, obwohl zwischen Er
stattung des Gutachtens und der angefochtenen Verfügung mehr als ein halbes Jahr verstrichen sei.
A
ufgrund ihrer Einschränkungen und angesichts ihres Alters sei davon auszu
gehen, dass sie die verbliebene Arbeitsfähigkeit nicht verwerten könne, weshalb von einer vollständigen Erwerbsunfähigkeit auszugehen sei. Falls von einer Ver
wertbarkeit der verbliebenen Arbeitsfähigkeit ausgegangen
würde
, sei bei der Be
rechnung des Invalideneinkommens ein Leidensabzug von 25
%
vorzunehmen.
3.
3.1
Im Rahmen der
rentenablehnenden
Verfügung vom
1
3.
Januar 2011 (
Urk.
9/47
), welche vom hiesigen Gericht mit Urteil vom 3
1.
Januar 2012 (
Urk.
9/52) bestätigt wurde,
war
die Beschwerdegegnerin davon aus
gegangen
, dass die Beschwerde
führerin ohne Gesun
dheitsschaden zu 50
%
als Küche
nhilfe arbeiten würde und zu 50
%
im Aufgabenbereich Haushalt tätig wäre. Die Beschwerdegegnerin erach
tete die Beschwerdeführerin als in der angestammten Tätigkeit zu 50
%
und in einer behinderungsangepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig. Aus medizini
scher Sicht stützte sich die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen auf die Beur
teilung
des
Z._
.
Das
Z._
hatte
im Gutachten vom 19.
Juni 2009
(
Urk.
9/2
8
) die folgenden Diagnosen gestellt:
(1) chronisches
lumbo
- und
th
orakovertebrales
Schmerzsyndrom,
(2) Gonarthrosen beidseits,
medialbetont
und
femoropatellär
(3)
Periarthropathia
humeroscapularis
beidseits linksbetont, wahrscheinlich im Rahmen von
Tendomyosen
(4) Unterschenkelschmerzen bei verminderter Kraft
ausdauer der Beinmuskulatur (5)
Missempfindungen der Zunge (Zun
genbren
nen) bei bisher unklarer Genese
und (6) Anpassungsstörung mit Sorgen, Anspan
nung
en, Ängsten und
phasenweise Stimmungsschwankun
gen (ICD-10 F43.23). Die ange
stammte Tätigkeit als Küchenhilfe sei halbtags (50
%
) zumutbar. Eine höhergra
dige Arbei
tsfähigkeit werde durch die Ein
schränkungen bei vorgeneigter Rumpf
haltu
ng und beim Gehen/Stehen verhin
dert. Eine körperlich leichte bis knapp mittels
chwere Tätigkeit sei bei mindes
tens vierstündigem Sitzen ganztags zumutbar.
3.2
3.2.1
Im
A._
-Gutachten
vom
2
6.
November 2018 (
Urk.
9/120
) werden
– unter ande
rem – die zwischen dem Erlass
der
Verfügung vom
1
3.
Januar 2011
(
Urk.
9/47
)
und der
Begutachtung ergangenen, aktenku
ndigen Berichte
zusammengefasst (Urk.
9/120/14 ff.)
, weshalb sie an dieser Stelle nicht noch einmal wiedergegeben werden. Soweit erforderlich wird in den nachfolgenden Erwägungen aber darauf Bezug genommen.
3.2.2
Die
A._
-Gutachter stellten die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
9/120/7
-8):
-
hochgradige
Varusgonarthrose
beidseits
-
Röntgen 1
2.
September 2018: Aufhebung des Gelenkspaltes
medial
seitig
beidseits, ausgeprägte
Femoropatellararthrose
-
c
hronisches
zervikovertebrogenes
Syndrom mit eingeschränkter Beweg
lichkeit der HWS ohne radikuläre Reiz- oder Ausfallsymptomatik an den oberen Extremitäten bzw. Zeichen einer spinalen Läsion bei
-
Röntgen 1
2.
September 2018: oligosegmentale geringe Spondylosen und
Osteochondrosen
sowie Spondylarthrosen
-
c
hronische
s
lumbovertebrogenes
Syndrom mit symptomatischer lumbo
sakraler Facettenarthrose, ohne radikuläre Reiz- und Ausfallsymptome an den unteren Extremitäten bei
-
Röntgen 1
2.
September 2018: Spondylarthrose der unteren lumbalen Segmente
-
MRI 1
1.
Oktober 2017: relative degenerative
diskoligamentäre
Enge des lateralen
Rezessus
L3 und L5 beidseits, kleine Hernie auf Höhe L5/S1 von zentral bis
mediolateral
links
-
Troch
anterdy
nie
links deutlicher rechts mit eingeschränkter Beweglichkeit bei
-
Röntgen 1
2.
September 2018: initiale
Coxarthrosezeichen
links zentral
-
Adipositas BMI 42 und muskulärer Dysbalance
-
c
hronisches Schultersyndrom rechts mit
Impingement
- und ACG-Sympto
matik bei
-
Röntgen 1
2.
September 2018: ACG-
Arthrosezeichen
-
Angst und depressive Störung gemischt
Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Gutach
ter
(
Urk.
9/120/8)
:
-
l
angjährige schmerzhafte Missempfindungen brennenden Charakters im Bereiche der Zu
n
genspitze unklarer Ätiologie ohne hirnfokale Symptome, ohne Hinweise auf eine Läsion der Nervi
lingualis
, glossopharyngeus bzw.
vagus
-
Status nach metastierendem malignem Melanom Unterarm rechts 1997
-
Status nach axillärer Lymphadenektomie rechts Mai 2000 bei Lymph
kno
tenmetastasen
-
Status nach laparoskopischer
Cholezystektomie
September 2008
-
Struma nodosa et
zystica
(laut Akten),
Euthyreose
-
a
rterielle Hypertonie
Die Tätigkeit als Küchenhilfe mit vorwiegend stehender Position könne nicht mehr durchgeführt werden (
Urk.
9/120/10).
Durchgeführt werden könnten leichte Tätigkeiten, überwiegend im Sitzen unter Vermeidung von häufigem Bücken, Heben und Tragen von Lasten über 5 Kilogramm, häufigem Arbeiten über Schul
terhöhe,
Arbeiten
in kniender oder kauernder Position sowie häufigem Gehen auf unebenen Böden und Treppensteigen.
Die Arbeitsfähigkeit in einer
adaptierten Tätigkeit
betrage 70
%
. Es handle sich bei der Entwicklung der Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit um einen kontinuierlichen Prozess während der letzten Jahre
. Die aktuelle Einschätzung gel
t
e ab Gutachtenszeitpunkt (Urk.
9/120/10).
3.2.3
Dr.
med. D._
, Fachärztin für
Psychiatrie und Psychotherapie
, und
Dr.
phil.
E._
, Psychotherapeut, vom
B._
berichteten am 1
8.
Januar 2019 dem Rechts
vertreter der Beschwerdeführerin (
Urk.
9/134). Sie nannten dabei als Diag
nosen
:
-
r
ezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
-
metastasierende
s
malignes Melanom, initial vom SSM-Typ Unterarm rechts (
Universitätsspital
F._
,
1
9.
März 2008
)
-
Inzidentalom
der Neben
niere links 2005 (
F._
1
9.
März 2008)
-
s
chmerzhafte brennende
Dysaesthesien
im Bereiche der Zungenspitze, teil
weise leichte periorale Taubheit, nichtgeklärter Ursache (
Dr.
G._
12.
März 2008)
-
Cephalea
vom Spannungskopfschmerz (
Dr.
G._
1
2.
März 2008)
-
s
ymptomatische Cholezystolithiasis (
Dr.
H._
2
5.
April 2008)
-
e
rstgradige
Hämorrhoiden (
F._
2
1.
Mai 2008)
-
z
ervikozephales
Syndrom
-
Schmerzen Schulter links
-
l
umbovertebrales
Syndrom
-
h
ochgradige
Varusgonarthrose
beidseits (
F._
4.
September 2008)
-
Schmerzen Hüfte links
-
Adipositas per magna (
ICD-10 E66;
BMI=38)
Eine Arbeitsfähigkeit von 30
%
sei in Zusammenhang mit der Depression sowie den Ängsten betreffend Krankheitsrezidiven sowie den Schmerzen in Zusammen
hang mit der Arthrose unrealistisch. Die Beschwerdeführerin könne den Haushalt nicht erledigen
.
Sie sei auf Hilfe angewiesen und daher nicht selber in der Lage, gerichtete Tätigkeiten mit einem gewissen Durchhaltevermögen zu verrichten.
Sie
sei auch für angepasste Tätigkeiten zu 100
%
arbeitsunfähig. Das Gutachten de
s
A._
sei oberflächlich, ungenau und ziele an den klinischen Realitäten vorbei (Kriegserfahrung)
und sei damit in den Schlussfolgerungen betreffend Arbeits
fähig
keit (30%ige Arbeitsunfähigkeit) falsch.
3.2.4
Dr.
med. I._
, Facharzt FMH für Endokrinologie, Oberarzt in der
Klinik für Nuklearmedizin
des
F._
, nannte mit Beri
cht vom 1
4.
November 2019 (Urk.
15/1) als Diagnosen:
-
Struma nodos
a
et
cystica
-
m
etastasierendes malignes Melanom Stadium
IIIc
(
pTx
,
N3, MO) C43.992
-
Fibroma
Pendulans
su
b
mammär
r
echts, Axilla rechts und zweimal Nacken/Hals rechts
-
Verdacht auf seborrh
oische Keratose Differentialdia
gnose
Porokeratose
dis
taler Unterschenkel rechts (etwa ein Zentimeter grosse runde bräun
liche Plaques)
Angaben zur Arbeitsfähigkeit machte
Dr.
I._
nicht.
3.2.5
Dr.
med.
J._
, Assistenzärz
t
in, und
Dr.
med.
G._
, Leitender Arzt Orthopädie,
von der
Klinik K._
,
erklärten mit Sprechstundenbericht vom 2
9.
Oktober 2019 (
Urk.
15/2), eine Indikation zur Knietotalprothese beidseits sei bei schwerer Gonarthrose beidseits, medial betont, gegeben. Jedoch werde der Beschwerdeführerin empfohlen, ihr Gewicht zu reduzieren, um das Risiko eines Infektes oder einer Lun
g
enembolie möglichst gering zu halten.
4.
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Ren
ten
revision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invaliditätsbe
messung (
Art.
28a IVG) zu bestimmen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b).
Die Beschwerdegegnerin qualifizierte die Beschwerdeführerin – wie dargelegt
(E.
2.1) – als im Gesundheitsfall zu 70
%
erwerbstätig und zu 30
%
im Auf
gabenbereich Haushalt tätig (
Urk.
2).
Diese Beurteilung erweist sich als rechtens (vgl.
Urk.
9/125/4) und
wird von der Beschwerdeführerin
auch
nicht infrage gestellt (E.
2.2). Es ist daher davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall zu 70
%
erwerbstätig und zu 30
%
im Aufgabenbereich Haushalt tätig wäre.
Da die Beschwerdeführerin im Rahmen der mit Verfügung
vom 1
3.
Januar 2011 (
Urk.
9/47
)
bzw. Urteil vom 3
1.
Januar 2012 (
Urk.
9/52) erfolgten Verneinung eines Rentenanspruchs noch als im Gesundheitsfall zu 50
%
erwerbstätig und zu 50
%
im Aufgabenbereich Haushalt tätig qualifiziert worden war, liegt ein Revi
sions
grund vor (
BGE 144 I 28 E. 2; vgl. E. 1.4). Der
Rentenanspruch
ist deshalb
in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurte
ilungen besteht (BGE 141 V 9 E.
2.3 mit Hin
weisen)
.
5.
5.1
Den von Versicherung
strägern im Verfahren nach Art.
44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten externer Spezial
ärzte (sogenannte Administrativgutachten) ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper
tise sprechen (BGE 135 V 465 E.
4.4; Urteil des Bundesgerichts 9C_823/2018 vom
11. Juni 2019 E.
2 mit Hinweisen).
Vorliegend bestehen keine Indizien, welche gegen die
Beweis
kraft
des
A._
-Gutachtens vom 2
6.
November 2018 (
Urk.
9/120) sprechen wür
den. Vielmehr erfüllt das Gutachten die rechtsprechungsgemässen Anforderungen, welche an
beweis
kräftige
medizinische Gutachten gestellt werden: Das Gutachten ist für die streitigen Belange umfassend, es beruht auf allseitigen Unter
su
chung
en, es berücksichtigt die geklagten Beschwerden, es ist in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden, es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und die darin enthaltenen Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar begründet (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a).
Soweit die Beschwerdeführerin einwenden lässt, die psychiatrische Begutachtung habe lediglich eine Stunde gedauert, weshalb nicht darauf abgestellt werden könne (vgl. E. 2.2
), ist festzuhalten, dass gemäss
A._
-Gutachten die psychiatri
sche Untersuchung nicht eine, sondern
eindreiviertel
Stunden gedauert hat (
Urk.
9/120/54). Es kann vorliegend
jedoch
offenbleiben, wie lange die Untersuchung tatsächlich gedauert hat, zeigt doch
rechtspre
chungs
gemäss selbst eine lediglich zwanzig Minuten dauernde psychiatrische Explora
tion nicht von Vornherein eine Sorgfaltswidrigkeit des Gutachters an. Es
kommt
für den Aussagegehalt eines Arztberichts nicht allein auf die Dauer der Unter
suchung
an
. Massgeblich ist vielmehr, ob der Bericht inhaltlich vollständig
und im Ergebnis schlüssig ist
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_86/2015 vom
6.
Mai 2015 E. 5.2 mit Hinweisen
).
Dies ist vorliegend der Fall und wird von der Beschwerde
führerin auch nicht konkret infrage g
estellt.
Aus dem
A._
-
Gutachten
ergibt sich denn
aus psychiatrischer Sicht
auch, dass die Ressourcen der Beschwerdeführerin zwar eingeschränkt s
ind
, sie jedoch wei
ter
hin über
gewisse
Ressourcen verfügt
(vgl. E. 1.2)
. So ist sie in der Lage, sich
um ihre Gesundheit zu kümmern. Sie betreibt dabei nicht nur eine Reihe von Mas
s
nahmen in Eigenregie, sondern besucht auch aktive Physiotherapie und Wasser
therapie.
Mit ihrem Ehemann geht die Beschwerdeführerin
zudem
täglich spa
zieren.
Weiter war die Beschwerdeführerin in der Lage
,
ihr Körpergewicht zu reduzieren, was
laut Gutachten
auf eine gewisse Selbstdisziplin schliessen lässt
(
Urk.
9/120/9).
Die Beschwerdeführerin lebt zudem mit ihrem Ehemann und ihrem
Sohn zusammen, was als potenziell günstig auf die Ressourcen auswirkender Faktor zu berücksichtigen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_354/2015 vom 2
9.
Februar 2016 E. 6.2).
Die Gutachter wiesen zudem auch
auf
gewisse Inkon
sistenzen hin, so war es der Beschwerdeführerin – wie eben dargelegt – möglich, ihre Therapien weiterzuführen, sie erachtete sich aber für die Haushaltstätigkeit – und auch für eine Erwerbstätigkeit – als stark eingeschränkt (
Urk.
9/120/9).
5.2
5.2.1
Bei der Würdigung des Berichts
des
B._
vom 1
8.
Januar 2019
(vgl. E. 3.2.3; Urk.
9/134)
gilt es
die
Erfahrungs
tatsache zu berücksichtigen
, dass Hausärzte und behandelnde Spezialärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc)
. Zudem gilt es
der Verschiedenheit von Behandlungs- und Begutachtungsauftrag
Rechnung zu tragen (vgl. dazu BGE 124 I 170 E. 4
). Es
fällt denn auch auf, dass die Fachpersonen des
B._
Behauptungen aufstellen, welche in den Akten keinerlei Stützen finden. So führen
sie
aus, die Übersetzerin sei anlässlich der psychiatrischen Begutachtung nach 15 Minuten aus dem Raum geschickt worden und die gesamte Untersuchung habe lediglich 60 Minuten ge
dauert (S. 2). Gemäss
A._
-Gutachten dauerte die Untersuchung jedoch
eindrei
viertel
Stunden
(
Urk.
9/120/54)
.
Hinweise, dass die Übersetzerin
nur während eines Teils der Begutachtung
anwesend
gewesen wäre
,
ergeben sich aus den Akten
nicht
(
Urk.
9/120/30,
Urk.
9/120/35,
Urk.
9/120/47, 9/120/60-61)
.
Zudem
wird dies auch von der Beschwerdeführerin selber
nicht
geltend gemacht. Der Bericht des
B._
vom 1
8.
Januar 2019
enthält
zudem
Unstimmigkeiten. So geht die Kritik, im
A._
-Gutachten werde zu Unr
echt festgehalten, der Erstkont
akt mit der Psychiatrie sei nicht wie im
A._
-Gutachten festgehalten anlässlich der
Z._
-Begutachtung im Juni 2009, sondern bereits i
m März 2009 im
B._
erfolgt (
Urk.
9/134/2;
Urk.
9/120/62
), fehl, fand d
ie Untersuchung durch
Dr.
med.
L._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
im Rahmen der
Z._
-Begutachtung
doch
bereits
am 1
0.
Februar 2009 statt (Urk.
9/25/1)
.
Nach dem Gesagten vermag d
er Bericht des
B._
vom 1
8.
Januar 2019 das
A._
-Gutachten nicht infrage zu stellen
.
5.2.2
Dr.
I._
machte
in seinem Bericht vom 1
4.
November 2019 (
E. 3.2.
4
)
keine Angaben zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin. Aus seinem Bericht erge
ben sich auch ansonsten keine Hinweise, welche die Einschätzung des
A._
in
frage stellen würde
n
. So handelt es sich beim erwähnten metastasierenden malig
nen Melanom um eine vorbekannte Diagnose. Nachdem im Mai
2000
, das heisst 18 Jahre vor der
A._
-Begutachtung
,
eine
Lymphadenektomie stattgefunden hat
te
, ist die Beschwerdeführerin gemäss
Dr.
I._
tumorfrei.
Dr.
I._
hielt in seinem Bericht denn auch fest, dass der
Fall
aufgrund des stabilen Ver
laufs abgeschlossen werde.
5.2.3
Aus dem Bericht der
Dres
.
J._
und
G._
von der
Klinik K._
vom 29.
Oktober 2019 (E. 3.2.
5
) ergibt sich die Indikation zur Knietotalprothese
beidseits
. Diese Einschätzung weicht nicht relevant von derjenig
en der
A._
-Gutachter ab, welche
eine hochgradige
Varusgo
narthrose
beidseits erhoben (E.
3.2.
2
) und eine endoprothetische Versorgung der Kniegelenke zur Diskussion stellten
(
Urk.
9/120/41). Die Gonarthrose wurde von den
A._
-Gutachtern auch bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt, erachteten sie doch nur noch überwiegend
sitzende Tätigkeiten mit nur k
urzen Gehstrecken für zumutbar (E. 3.2.
2
). Der Bericht der
D
r
e
s
.
J._
und
G._
enthält daher keine Angaben, welche im Widerspruch zum
A._
-Gutachten stehen würden.
5.3
Nach dem Gesagten
und unter Berücksichtigung, dass auch die übrigen akten
kundigen ärztlichen Berichte (vgl. insbesondere auch
den Bericht von
Dr.
C._
,
Urk.
9/98/1-3) das
A._
-Gutachten nicht infrage zu stellen vermögen,
erweist es sich als rechtens, dass die Beschwerdegegnerin in Übereinstimmung mit dem
A._
-Gutachten von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten und einer 70%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ausgegangen ist.
6.
6.1
Zur Ermittlung der erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlich bedingten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ist ein Einkommensvergleich vorzunehmen.
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3, 129 V 222 E. 4.1 und E. 4.2, 128 V 174).
Nachdem die Beschwerdeführerin seit mehreren Jahren in der Arbeitsfähigkeit in ihrer angestammten Tätigkeit eingeschränkt ist
(E. 3)
, die Verschlechterung des Gesundheitszustand gemäss Gutachter ab Gutachtenszeitpunkt, das heisst ab Mitte September 2018 (
Urk.
9/120/2-3), gilt (
Urk.
9/120/10)
und die Anmeldung im August 2016 erfolgte (
Urk.
9/61; vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG)
, ist der hypothetische Rentenbeginn im
September
2018 (
vgl. Urteil des Bundesgerichts
9C_878/2017 vom 1
9.
Februar 2018 E. 5.3
).
6.2
Die Beschwerdegegnerin setzte das
Valideneinkommen
gestützt auf die Tabellen
löhne gemäss de
r
vom Bundesamt für Statistik periodisch herau
sgegebenen Lohn
strukturerhebung
(LSE) fest. Dies erweist sich als rechtens und wird auch von der Beschwerdeführerin nicht infrage gestellt.
Gemäss der Tabelle
TA1_skill-level
der LSE 201
8
betrug für Frauen, die im Jahr 201
8
im Bereich Gastgewerbe/
Beher
ber
gung
und Gastronomie (Ziffern 55-56)
Tätigkeiten des
Kompetenzniveau
s
1 (ein
fache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art)
ausübten, im Median Fr.
4'019.--
. Unter Berücksichtigung einer durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr 2018 im Gastgewerbe von 42,3 Stunden (v
gl. Bundesamt für
Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilunge
n, Ziffer 56)
entspricht dies
im Jahr 2018
bei einem 100%-Pensum
eine
m
Einkommen von Fr.
51'001.10
(12 x Fr.
4’019
.-- : 40 x 42,
3)
und bei einem 70%-Pensum einem Einkommen von Fr.
35'700.80
.
6.3
6.3.1
Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung zumutbarerweise erzielbare Einkommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln (Art. 16 ATSG; BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hinweis). Dabei ist nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten auszugehen. Es können nur Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind. An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind jedoch rechtsprechungsgemäss keine übermässigen Anforderungen zu stellen (Urteil des Bundesgerichts 9C_910/2011 vom 30. März 2012 E. 3.1 mit Hinweis; vgl. BGE 138 V 457 E. 3.1). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei denen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können. Von einer Arbeitsgelegenheit kann nicht mehr gesprochen werden, wenn die zumutbare Tätigkeit nur noch in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichtes 8C_434/2017 vom 3. Januar 2018 E. 7.2.1 und 9C_253/2017 vom 6. Juli 2017 E. 2.2.1, je mit weiteren Hinweisen).
Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren
persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer ve
r
sicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeits
markt realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumut
bar ist. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leis
tungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den Umständen des Einzelfalles ab. Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesund
heitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungs
aufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhan
den
e Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwend
barkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (BGE 138
V
457 E. 3.1 mit Hinweisen). Die Möglichkeit,
die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt davon ab, welcher Zeitraum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht (BGE 138 V 457 E. 3.2 mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_645/2017 vom 23. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
Gemäss BGE 138 V 457 richtet sich der Zeitpunkt, in welchem die Frage nach der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter beantwortet wird,
nach dem Feststehen der medizinischen Zumutbarkeit einer (Teil-)Er
werbstätig
k
eit (E. 3.3). Als ausgewiesen gilt die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-)Er
werbs
tätigkeit, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuverlässige Sachverhaltsfeststellung erlauben (BGE 143 V 431 E. 4.5.1; vgl. BGE 138 V 457 E. 3.4).
6.3.2
Die medizinischen Unterlagen erlaubten im Zeitpunkt der Erstattung des
A._
-Gutachtens am 2
6.
November 2018 (
Urk.
9/120) eine zuverlässige Sachverhalts
feststellung. Zu diesem Zeitpunkt war die Beschwerdeführerin rund
61 Jahre und
10 Monate alt
. Es blieben ihr daher bis zur ordentlichen Pensionierung
(vgl.
Art.
21 des Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung, A
HVG)
noch rund 27 Monate.
Die Beschwerdeführerin
hat
relativ gute Deutsch
kenntnisse (
Urk.
9/120/60
-61
). Sie verfügt über eine im ehemaligen Jugoslawien absolvierte Lehre als Köchin. Nach Abschluss der Ausbi
ldung arbeitete sie
kurzzeitig im ehemaligen Jugoslawien
als Köchin
. Später
war
sie als Verkäuferin für Delikatessen
tätig
(
Urk.
9/120/57). Nachdem sie 1992 in die Schweiz eingereist war
(
Urk.
9/3/1)
, ging sie zunächst keiner Erwerbstätigkeit nach, bzw. erzielt
e
1993 ein geringfügiges Einkommen. Ab Oktober 1997 ging
die Beschwerde
füh
rerin
regelmässig einer Erwerbstätigkeit nach bzw. bezog Arbeitslosenent
schädi
gung (
Urk.
9/137).
V
om
1.
April 2000 bis
am
3
1.
August 2007
arbeitete die Be
schwerdeführerin
bei der
Y._
als Küchenhilfe, wobei sie bis am 3
1.
August 2000 in einem 40%- und hernach in einem 50%-Pensum tätig war
(
Urk.
9/12)
.
Seither übt sie
, obwohl ihr
die angestammte Tätigkeit in einem Pen
sum von 50
%
bzw. eine angepasste Tätigkeit vollzeitlich
zumutbar gewesen wäre (vgl. E. 3.1), keine Erwerbstätigkeit mehr aus
(
Urk.
9/137
). Wie dargelegt (E. 5)
ist der Beschwerdeführerin
ab September 2018
die Verrichtung der angestammten Tätigkeit nicht mehr zumutbar und kann sie lediglich noch leichte Tätigkeiten, überwiegend im Sitzen unter Vermeidung von Tätigkeiten mit häufigem Bücken, Heben und Tragen von Lasten über 5 Kilogramm,
ohne häufiges
Arbeiten über Schulterhöhe, ohne Tätigkeiten in kniender oder kauernder Position sowie
ohne
häufige
s
Gehen auf unebenen Böden und Treppensteigen verrichten
. In einer solchen Tätigkeit besteht eine 70%ige Arbeitsfähigkeit
.
Angesichts
der genannten
persönlichen und beruflichen Gegebenheiten ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keinen Arbeitgeber mehr gefunden hätte, der sie für eine geeignete Verwei
sungs
tätigkeit eingestellt hätte.
Insbesondere dass die Beschwerdeführerin im
massge
benden Zeitpunkt nur noch zwei Jahre und
drei
Monat
e vor ihrer Pensionierung stand und
einen Berufswechsel hätte
vornehmen
müssen
, hätten einen durch
schnittlichen Arbeitgeber realistischerweise davon abgehalten, die mit ihrer Be
schäftigung verbundenen Risiken wie krankheitsbedingte Ausfälle, beruflic
he Un
er
fahrenheit sowie alters-,
bildungs
- und gesundheits
bedingt
(vgl.
Urk.
9/120/
8
)
geringe Anpassungsfähigkeit einzugehen, zumal behindertengerechte Arbeits
plätze von Behinderten in jungem und mittlerem Alter ebenfalls stark nachgefragt werden (Urteil des Bundesgerichts 9C_9
54/2012 vom 1
0.
Mai 2013 E. 3.2
).
Die Restarbeitsfähigkeit der Be
schwerdeführer
in
ist
damit nicht mehr verwertbar, weshalb für den Erwerbsbereich von einer vollständigen Invalidität auszugehen ist.
6.4
Da der hypothetische Rentenbeginn im
September
2018
ist
, ist der Invaliditäts
gr
ad
gemäss der gemischten Methode für im Gesundheitsfall teilerwerbstätige
– ledig
lich -
g
emäss dem in Art. 27
bis
Abs. 2–4 IVV per 1. Januar 2018 eingeführten neuen Berechnungsmodell
zu
ermitteln
(vgl. E.
1.5)
. Nachdem
die Beschwerde
führerin
im Gesundheitsfall zu 70
%
erwerbstätig und zu 30
%
im Aufgaben
be
reich Haushalt tätig
wäre
(E.
4
)
und im Erwerbsbereich ein Invaliditätsgrad von 100
%
bzw. gewichtet 70
%
vorliegt, kann offenbleiben, inwieweit die Beschwer
deführerin im Aufgabenbereich Haushalt eingeschränkt ist,
da
bereits bei einem Invaliditätsgrad von 70 %
Anspruch auf eine ganze Rente
besteht
.
Vorliegend gilt es jedoch
die Rechtsprechung
zu berücksichtigen,
wonach
die
Rentenhöhe sowohl vom Ausmass der nach Ablauf der Wartezeit weiterhin be
stehenden Erwerbsunfähigkeit als auch von einem entsprechend hohen Grad der durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeit während des vorangegangenen Jahres abhängig
ist
.
Daher
fällt
eine ganze Re
nte erst in Betracht, wenn die v
ersicherte
Person
während eines Jahres durchschnittlich mindestens zu 70
%
arbeitsunfähig gewesen und weiterhin wenigstens im gleichen Umfang invalid
ist (Urteile des Bundesgerichts
9C_659/2015 vom 2
2.
Februar 2016
E.
3.1 und
9C_942/2015 vom 1
8.
Februar 2016 E. 3.1
mit Hinweisen).
Da die Beschwerdeführerin vor der Ent
stehung des Rentenanspruchs
stets
zu 50 % arbeitsunfähig war, besteht ab Septem
ber 2018
zunächst Anspruch auf eine halbe Rente und nach Ablauf von drei Monaten (Art. 88a Abs. 2 IVV) auf eine ganze Rente.
7.
Nach dem Gesagten hat die Beschwerdeführerin
vom 1. September bis 30. Novem
ber 2018 Anspruch auf eine halbe Rente und ab dem
1.
Dezember 2018 Anspruch auf eine ganze Rente. Die Beschwerde ist dementsprechend gutzu
heissen.
8.
8.1
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von
Art.
61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.-- festgesetzt. Vorlie
gend erweist sich eine Kostenpauschale von
Fr.
800.-- als angemessen. Aus
gangs
gemäss sind die Kosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Bei diesem Ausgang erweist sich das von der Beschwerdeführerin gestellte Gesuch um unent
geltliche Prozessführung als gegenstandslos.
8.2
Ausgangsgemäss hat die vertretene Beschwerdeführerin gestützt auf
Art.
61
lit
. g
ATSG Anspruch auf eine Prozessentschädigung. Diese ist gemäss
§
34
Abs.
1 und 3
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) unter Berück
sich
tigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses festzu
setzen. Unter Berücksichtigung der genannten Aspekte erweist sich eine Entschä
digung von
Fr.
800
.-- als angemessen (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen).