Decision ID: f4d13c61-7d2c-4998-af29-e196bbb1ac1c
Year: 2020
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_002
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

vermögen. Der medizinische Sachverhalt zeige sich als richtig und
vollständig abgeklärt, womit sich weitere Abklärungen erübrigten.
Betreffend Valideneinkommen hielt die Beschwerdegegnerin fest, indem
sie zu dessen Ermittlung auf die Angaben des ehemaligen Arbeitgebers
abgestellt habe, stütze sie sich auf die übliche, rechtskonforme
Vorgehensweise zur Ermittlung eines möglichst genauen auf den
konkreten Einzelfall angepassten Valideneinkommens. Wieviel der Lohn
bei einem 100 %-Pensum betrage, liege in der Kompetenz des
Arbeitgebers. Die Lohnentwicklung im Betrieb könne verschiedene
betriebsinterne Gründe haben. Trotz den Einwänden des
Beschwerdeführers könne die Landesmantelvereinbarung ASTAG/Les
Routiers Suisses für die ASTAG Graubünden vom 21. April 2016, die den
Richtlohn für einen Chauffeur der Kategorie C/D im 5. bis 9. Dienstjahr mit
Fr. 4‘450.-- pro Monat angebe, zum Vergleich herangezogen werden,
weshalb es keinen Grund für eine Parallelisierung gebe. Demnach sei das
Valideneinkommen zu Recht auf Fr. 63‘600.-- festgelegt worden. Im
Weiteren sei bei der Berechnung des Invalideneinkommens gestützt auf
die LSE wie üblich auf den Durchschnittswert aller Sektoren abzustellen.
Sodann seien keine Anhaltspunkte ersichtlich, weshalb der Leidensabzug
auf 25 % erhöht werden müsste. Stelle man das Invalideneinkommen (Fr.
53'925.--) dem Valideneinkommen (Fr. 63'600.--) gegenüber, ergebe sich
ein Invaliditätsgrad von 15 %. Soweit der Beschwerdeführer vorbringe, er
könne seine allenfalls noch bestehende Restarbeitsfähigkeit auf dem
Arbeitsmarkt nicht verwerten, könne diesem Vorbringen nicht gefolgt
werden. Fehlende berufliche Ausbildung und mangelnde
Deutschkenntnisse würden Faktoren darstellen, welche bei der
Invaliditätsschätzung nicht berücksichtigt werden dürften. Zudem liessen
sich mangelnde Deutschkenntnisse auffrischen/erlernen und es seien viele
Arbeitsplätze vorhanden mit einer kurzen Einarbeitungszeit/Anlehre. Es sei
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nicht ersichtlich, weshalb der Beschwerdeführer die rechte Hand nicht voll
einsetzen könne, sei diesbezüglich nur eine Kälteempfindlichkeit
zurückgeblieben. Was die linke Hand betreffe, so habe das Bundesgericht
widerholt bestätigt, dass auch bei faktischer Einhändigkeit genügend
realistische Betätigungsmöglichkeiten zu finden seien. Die Bemessung des
Invaliditätsgrades sei damit korrekt erfolgt.
8. In seiner fakultativen Stellungnahme vom 26. August 2019 führte der
Beschwerdeführer aus, nichts in der Stellungnahme von Dr. med. H._
deute darauf hin, dass dieser bloss subjektive Angaben des
Beschwerdeführers habe festhalten wollen. Die von Dr. med. H._
geäusserten objektiven Befunde würden deutlich von den Einschätzungen
von Dr. med. G._ abweichen. Dr. med. H._ bringe deutlich zum
Ausdruck, dass er die Beurteilung von Dr. med. G._ zum
Invaliditätsgrad für unzutreffend erachte. Bezüglich den Begriffen
Integritätsschaden und Invaliditätsgrad liege denn auch keine
Verwechslung durch Dr. med. H._ vor, vielmehr habe er diese in
Relation zueinander gesetzt. Dr. med. H._ sei ein erfahrener und
renommierter Handchirurg, dem die Bedeutung der Begriffe
Integritätsschaden und Invaliditätsgrad sicher geläufig seien. Die
Ausführungen von Dr. med. H._ würden deshalb die Zuverlässigkeit
und Schlüssigkeit der kreisärztlichen Feststellungen sehr wohl in Zweifel
zu ziehen vermögen, so dass ergänzende Abklärungen vorgenommen
werden müssten. Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin hätte
diese alsdann bei der Festlegung des Valideneinkommens nicht auf die
Lohnangabe der Arbeitgeberin vom 18. Januar 2018 abstellen dürfen, da
offensichtlich sei, dass diese Angabe nicht korrekt sein könne. Wenn ein
Arbeitnehmer bei einem 50%-Pensum Fr. 2‘979.15 pro Monat erziele,
verstehe es sich von selbst, dass dieser bei Verdoppelung des Pensums
auch das Doppelte an Lohn, mithin Fr. 5‘958.30, erhalten würde.
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9. Mit Eingabe vom 6. September 2019 verzichtete die Beschwerdegegnerin
auf die Einreichung einer umfassenden Duplik, bestritt die Darlegungen
des Beschwerdeführers und verwies auf die Begründung in der
Vernehmlassung vom 18. Juli 2019.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften und auf
den angefochtenen Einspracheentscheid sowie auf die im Recht liegenden
Beweismittel wird, soweit rechtserheblich, in den nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Anfechtungsobjekt ist der Einspracheentscheid vom 15. April 2019 (Beilage
Beschwerdegegnerin (Beilagen Beschwerdegegnerin [Bg-act.] 394).
Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung
(UVG; SR 832.20) i.V.m. Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG;
SR 830.1) kann gegen Einspracheentscheide der Unfallversicherer beim
Versicherungsgericht desjenigen Kantons Beschwerde erhoben werden, in
dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz
hat. Befindet sich der Wohnsitz der versicherten Person im Ausland, so ist
das Versicherungsgericht desjenigen Kantons zuständig, in dem sich ihr
letzter schweizerischer Wohnsitz befand oder in dem ihr letzter
schweizerischer Arbeitgeber Wohnsitz hat (Art. 58 Abs. 2 ATSG). Der
Beschwerdeführer lebt im Ausland. Der Sitz seines letzten schweizerischen
Arbeitgebers, die D._ AG, befindet sich im Kanton Graubünden (vgl.
Bg-act. 1), weshalb die örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des
Kantons Graubünden gegeben ist. Dessen sachliche und funktionelle
Zuständigkeit ergibt sich alsdann aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2
lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100).
Damit ist die Zuständigkeit des angerufenen Gerichts zu bejahen. Als
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formeller und materieller Adressat des angefochtenen Entscheides ist der
Beschwerdeführer vom angefochtenen Einspracheentscheid berührt und
weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen Überprüfung auf (Art. 59
ATSG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde
ist somit einzutreten (Art. 1 UVG i.V.m. Art. 60 und Art. 61 lit. a ATSG).
2. Bezüglich des anwendbaren Rechts gilt zu beachten, dass am 1. Januar
2017 die revidierten Bestimmungen des UVG und der Verordnung über die
Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in Kraft getreten sind. Gemäss
Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September
2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem
Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem
Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend
ereignete sich der Unfall im Oktober 2014, so dass diesbezüglich
grundsätzlich die bis zum 31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen
Anwendung finden. Hinsichtlich der für das vorliegende Verfahren
anwendbaren Bestimmungen haben sich indessen mit Inkrafttreten der
neuen Rechtsbestimmungen keine Änderungen ergeben.
3.1 In formeller Hinsicht rügt der Beschwerdeführer vorab eine Verletzung
seines Anspruchs auf rechtliches Gehör. Er macht im Wesentlichen
geltend, die Beschwerdegegnerin habe nach erfolgter Einsprache einen
weiteren Bericht beim Kreisarzt Dr. med. G._ eingeholt. Ohne ihm
diesen Bericht vom 9. April 2019 zur Stellungnahme zuzustellen, habe die
Beschwerdegegnerin den Einspracheentscheid vom 15. April 2019
erlassen (vgl. Beschwerde S. 4).
3.2 Aus Inhalt und Funktion des Akteneinsichtsrechts als Teil des Anspruchs
auf rechtliches Gehör folgt nach der Rechtsprechung, dass grundsätzlich
sämtliche beweiserheblichen Akten den Beteiligten gezeigt werden
müssen, sofern in der sie unmittelbar betreffenden Verfügung darauf
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abgestellt wird. Denn es gehört zum Kerngehalt des rechtlichen Gehörs,
dass der Verfügungsadressat vor Erlass eines für ihn nachteiligen
Verwaltungsaktes zum Beweisergebnis Stellung nehmen kann. Das
Akteneinsichtsrecht ist somit eng mit dem Äusserungsrecht verbunden,
gleichsam dessen Vorbedingung. Der Versicherte kann sich nur dann
wirksam zur Sache äussern und geeignete Beweise führen oder
bezeichnen, wenn ihm die Möglichkeit eingeräumt wird, die Unterlagen
einzusehen, auf welche sich die Behörde bei ihrer Verfügung gestützt hat
(BGE 132 V 387 E.3.1).
3.3 Nach Art. 42 ATSG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör.
Sie müssen nicht angehört werden vor Verfügungen, die durch Einsprache
anfechtbar sind. Spätestens im Einspracheverfahren hat die Verwaltung
jedoch die allgemeinen Grundsätze des rechtlichen Gehörs zu wahren und
folglich der versicherten Person oder ihrem Vertreter Einsicht in die Akten
zu gewähren, auf deren Grundlage sie den Einspracheentscheid abstützt
(vgl. 132 V 387 E.4.1). Wird nach Erhebung einer Einsprache festgestellt,
dass die Entscheidungsgrundlagen unvollständig sind, so ist der
Sachverhalt unter Wahrung der Parteirechte zu vervollständigen und das
Verwaltungsverfahren mit dem Einspracheentscheid abzuschliessen (BGE
131 V 407 E.2.1.2.2).
3.4 Das Recht auf Akteneinsicht ist wie das Recht, angehört zu werden,
formeller Natur. Die Verletzung des Rechts auf Akteneinsicht führt
ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst zur
Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Vorbehalten bleiben
praxisgemäss Fälle, in denen die Verletzung des Akteneinsichtsrechts
nicht besonders schwer wiegt und dadurch geheilt wird, dass die Partei,
deren rechtliches Gehör verletzt wurde, sich vor einer Instanz äussern
kann, welche sowohl die Tat- als auch die Rechtsfragen uneingeschränkt
überprüft (BGE 115 V 305 E.2h; RKUV 1992 Nr. U 152 S. 199 E.2e). Von
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einer Rückweisung der Sache zur Gewährung des rechtlichen Gehörs an
die Verwaltung ist im Sinne einer Heilung des Mangels selbst bei einer
schwer wiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs dann abzusehen,
wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und
damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der
Anhörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer
beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE
137 I 195 E.2.3.2).
3.5 Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin aufgrund der Vorbringen des
Beschwerdeführers in seiner Einsprache vom 4. Februar 2019 (Bg-act.
387), wonach die immer wieder auftretenden neuropathischen
Reizerscheinungen in der linken Hand des Beschwerdeführers darauf
schliessen liessen, dass dieser in jedem Fall einen erhöhten Pausenbedarf
habe, ihren Kreisarzt Dr. med. G._ am 19. März 2019 zu einer
ergänzenden Beurteilung aufgefordert (vgl. Bg-act. 392). Dieser
Aufforderung kam der Kreisarzt Dr. med. I._ mit Aktenbeurteilung vom
9. April 2019 nach (Bg-act. 393). Dass diese ergänzende Beurteilung vom
9. April 2019 eine wesentliche Grundlage des Einspracheentscheids
bildete, kann nicht zweifelhaft sein. Die Beschwerdegegnerin gibt diese
Beurteilung in ihrem Einspracheentscheid wieder (vgl. Bg-act. 394 E.4a/dd)
und hat bezüglich des Einwands des Beschwerdeführers betreffend
Pausenbedarf daraus zitiert. Aus diesem Umstand kann indessen nicht
gefolgert werden, die Nichtzustellung dieses Berichts vor Erlass des
Einspracheentscheids stelle eine schwere, keiner Heilung zugängliche
Verletzung des rechtlichen Gehörs dar. Die Beurteilung von Dr. med.
I._ vom 9. April 2019 (Bg-act. 393) stellt lediglich eine Ergänzung zu
derjenigen vom 27. Dezember 2018 (Bg-act. 383) dar und enthält keine
neuen entscheidrelevanten Gesichtspunkte. Selbst wenn eine
Gehörsverletzung zu bejahen ist, muss sie mit Blick auf die
Verfahrensdauer und das Interesse des Beschwerdeführers an einem
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raschen Abschluss des Verfahrens als leicht und geheilt angesehen
werden, zumal der Beschwerdeführer sich im Rahmen eines doppelten
Schriftenwechsels vor dem Verwaltungsgericht, das sowohl den
Sachverhalt wie auch die Rechtslage frei überprüfen kann und damit volle
Kognition hat, ausführlich zur besagten Beurteilung äussern konnte.
Demzufolge ist der angefochtene Einspracheentscheid nicht (allein)
aufgrund einer Gehörsverletzung aufzuheben.
4. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihrer
Abklärungspflicht gemäss Art. 43 ATSG rechtskonform nachgekommen ist
und zu Recht eine Invaliditätsrente gemäss UVG (IV-Rente) bei einem
Invaliditätsgrad (IV-Grad) von 15 % zugesprochen hat. Unbestritten
geblieben ist hingegen das Entstehen des Rentenanspruchs gemäss Art.
19 Abs. 1 UVG mit Fallabschluss (vgl. BGE 134 V 109 E.4) wie auch die
Integritätsentschädigung gemäss Verfügung vom 3. Januar 2019 (Bg-act.
376), so dass diesbezüglich die Verfügung vom 3. Januar 2019 in
Teilrechtskraft erwachsen ist.
5.1 Gemäss Art. 18 Abs. 1 UVG hat ein Versicherter Anspruch auf eine Invali-
denrente, wenn er infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid ist. In-
validität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch die Beeinträchtigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
5.2 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen,
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
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Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in
Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn
sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Dieser
Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die
beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau
ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der
Einkommensdifferenz der IV-Grad bestimmen lässt (sog. allgemeine
Methode des Einkommensvergleichs gemäss Art. 16 ATSG; vgl. dazu:
BGE 145 V 141 E.3, 130 V 343 E.3.4.2, 128 V 30 E.1).
6.1 Im Zusammenhang mit der Beurteilung eines
unfallversicherungsrechtlichen Rentenanspruchs ist jeweils zu prüfen, in
welchem Ausmass die versicherte Person unfallbedingt arbeitsunfähig ist.
Nach Art. 6 ATSG ist Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle
oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich
zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare
Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt.
6.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung und (im
Beschwerdefall das angerufene Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die
ärztliche und gegebenenfalls andere Fachleute zur Verfügung stellen.
Aufgabe der Ärztin bzw. des Arztes ist es, den Gesundheitszustand zu
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und
bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im
Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die
Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch
zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E.4 mit weiteren Hinweisen).
http://links.weblaw.ch/de/BGE-128-V-29
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7.1 Gemäss Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 43 ATSG gilt auch im
Unfallversicherungsrecht der Untersuchungsgrundsatz. Demnach prüft der
Versicherungsträger die Begehren, nimmt die notwendigen Abklärungen
von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein (Abs. 1).
Soweit ärztliche oder fachliche Untersuchungen für die Beurteilung
notwendig und zumutbar sind, hat sich die versicherte Person diesen zu
unterziehen (Abs. 2). Das heisst, Verwaltung und im Beschwerdefall das
Gericht (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) haben von sich aus für die richtige und
vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen
(KIESER, Kommentar zum ATSG, Zürich 2020, Art. 61 Rz. 107; RUMO-
JUNGO/HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum UVG, Zürich
2012, Art. 1, S. 3 f.). Dabei sind Versicherungsträger und im Beschwerdefall
das Gericht auf verlässliche medizinische Entscheidungsgrundlagen
angewiesen.
7.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den
Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien
Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel
– frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das
Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig von wem sie
stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen,
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe
anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische
These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist
demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist,
auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
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ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die
Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE
134 V 231 E.5.1; 125 V 351 E.3a mit Hinweis).
7.3 Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien
Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen
medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung
aufzustellen (BGE 125 V 351 E.3b, 118 V 286 E.1b). In Bezug auf Berichte
von Hausärzten darf und soll der Richter auch der Erfahrungstatsache
Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre
auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten
ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E.4.4 und 4.5, 125 V 351 E.3a
sowie 3b/cc). Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte
kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar
begründet und in sich widerspruchsfrei sind sowie keine Indizien gegen ihre
Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der konsultierte Arzt in
einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht
schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es
bedarf vielmehr besonderer Umstände, die das Misstrauen in die
Unparteilichkeit der Begutachtung objektiv als begründet erscheinen
lassen. Angesichts der erheblichen Bedeutung, die den Arztberichten im
Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des
medizinischen Berichterstatters allerdings ein strenger Massstab
anzulegen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und
Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen
vorzunehmen (BGE 139 V 225 E.5.2, 135 V 465 E.4.4, Urteile des
Bundesgerichts 9C_730/2018 vom 27. März 2019 E.5.1.2, 9C_351/2017
vom 17. August 2017 E.3). Anspruch auf ein Gerichtsgutachten besteht
rechtsprechungsgemäss, wenn die Abklärungsergebnisse aus dem
Verwaltungsverfahren in rechtserheblichen Punkten nicht ausreichend
http://links.weblaw.ch/de/BGE-135-V-465 http://links.weblaw.ch/de/BGE-139-V-225 http://links.weblaw.ch/de/BGE-135-V-465 http://links.weblaw.ch/de/9C_730/2018 http://links.weblaw.ch/de/9C_351/2017
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beweiswertig sind (Urteile des Bundesgerichts 8C_187/2017 vom 11.
August 2017 E.2.4 und 8C_348/2016 vom 9. Dezember 2016 E.2.4; BGE
137 V 210 E.4.4.1.5).
8.1. Vorliegend stützt sich die Beschwerdegegnerin bei der Beurteilung der
Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit auf die kreisärztlichen Beurteilungen der
Ärzte Dres. med. F._ und G._ von 26. März 2018 (Bg-act. 300),
27. Dezember 2018 (Bg-act. 383) und 9. April 2019 (Bg-act. 393) ab. Sie
ging demzufolge im Einspracheentscheid vom 15. April 2019 davon aus,
dass der Beschwerdeführer auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt die linke
Hand als Hilfshand ganztägig einsetzen könne, sofern nur leichte
Tätigkeiten mit dieser durchgeführt würden. Bei einem höhergradigen
Anspruch an die linke Hand könnten zweimal täglich Pausen eingelegt
werden, so dass die Arbeitsbelastung auf sechs Stunden pro Tag limitiert
wäre (Bg-act. 394). Demgegenüber bestreitet der Beschwerdeführer die
von den Kreisärzten ermittelte Arbeitsfähigkeit für eine leidensangepasste
Tätigkeit. Er gibt an, die Beurteilungen des behandelnden Arztes Dr. med.
H._ begründeten Zweifel an den entsprechenden Beurteilungen der
Dres. med. F._ und G._. Der Sachverhalt sei daher aus
medizinscher Sicht ungenügend abgeklärt, weshalb die Angelegenheit zur
erneuten Abklärung und Neubeurteilung (insbesondere zwecks
Durchführung einer umfassenden medizinischen Begutachtung des
Beschwerdeführers durch einen externen Spezialarzt bzw. durch ein
ärztliches Begutachtungsinstitut) an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen sei (vgl. Beschwerde Ziff. 1).
8.2. Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung des
Untersuchungsgrundsatzes, indem die Beschwerdegegnerin kein externes
Gutachten eingeholt und lediglich auf die kreisärztlichen Beurteilungen
abgestellt hat. Dazu ist unter Verweis auf BGE 135 V 465 E.4 festzuhalten,
dass kein förmlicher Anspruch auf eine versicherungsexterne
http://links.weblaw.ch/de/8C_187/2017 http://links.weblaw.ch/de/8C_348/2016 http://links.weblaw.ch/de/BGE-137-V-210
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Begutachtung besteht. Vielmehr ist eine solche erst dann anzuordnen,
wenn auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit
der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen bestehen (vgl.
vorstehend Erwägung 7.3). Ob im vorliegenden Fall die bei den Akten
liegenden medizinischen Berichte, insbesondere die Berichte des
operierenden Arztes, Dr. med. H._, zumindest geringe Zweifel an den
versicherungsinternen Feststellungen zu begründen vermögen und
dementsprechend die Beschwerdegegnerin verpflichtet gewesen wäre, ein
versicherungsexternes Gutachten in Auftrag zu geben, ist nachstehend zu
prüfen.
9.1 Der Kreisarzt Dr. med. F._, Facharzt für orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates, hielt in seiner Beurteilung vom
26. März 2018 (Bg-act. 300) nach klinischer Untersuchung beider Hände
des Beschwerdeführers fest, dass die dystrophe Reaktion im Bereich der
linken Hand langsam rückläufig sei, nach wie vor aber bestehe eine
ausgeprägte Allodynie, vor allem im Bereich des zweiten Strahls. Diese
verunmögliche bis anhin, die linke Defekthand einzusetzen. Da bisher eine
ergotherapeutische Behandlung in C._ nicht habe realisiert werden
können, fehle ein wichtiger Teil der Rehabilitation. Der Beschwerdeführer
führe zwar etwa stündlich die Spiegeltherapie durch und nehme täglich
Schmerzmittel ein. Es werde abgeklärt, ob tatsächlich keine
ergotherapeutische Behandlungsmöglichkeit organisierbar sei. Ferner sei
dem Beschwerdeführer empfohlen worden, durch ein alltägliches Training
eine gewisse Desensibilisierung zu erreichen. Er gehe davon aus, dass die
linke Hand wieder eingesetzt werden könne, für eine Tätigkeit als Chauffeur
allerdings ohne höhere Belastungen beim Manipulieren des Ladeguts. An
der rechten Hand liege auch eine (nicht-SUVA-versicherte)
Amputationsverletzung im Bereich der Langfinger III und IV auf mittlerer
Höhe der Mittelphalanx vor. Die beiden Stümpfe rechts seien indolent und
widerstandsfähig. Der Beschwerdeführer sei daran sehr gut gewöhnt und
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habe eine freie Handfunktion mit kraftvollem Zupacken. Als einziges sei
eine Kälteempfindlichkeit zurückgeblieben. Betreffend provisorisches
Zumutbarkeitsprofil hielt Dr. med. F._ fest, es sei davon auszugehen,
dass die linke Hand für leichte Tätigkeiten ohne anspruchsvolle
feinmotorische Ansprüche und ohne kraftvolles Zupacken wieder
eingesetzt werden könne. Allerdings sei bis dahin noch von einem längeren
Zeitbedarf auszugehen (Bg-act. 300/5).
9.2 Dr. med. H._, Leitender Arzt der Klinik für Hand-, Plastische- und
Wiederherstellungschirurgie, führte in seinem Bericht vom 8. November
2018 (Bg-act. 354) nach klinischem Untersuch des Beschwerdeführers
vom 30. Oktober 2018 zuhanden der Beschwerdegegnerin aus, klinisch
bestehe weiterhin eine teigige Schwellung um Daumen-, Zeige- und
Mittelfingerstumpf. Die Allodynie am Handrücken sei nur noch gering
ausgeprägt, umso stärker palmarseitig im medianusversorgten Gebiet.
Klein- und Ringfinger könnten frei bewegt werden. Ein Haltegriff zwischen
Daumenstumpf und Ringfinger sei weder funktionell noch schmerzbedingt
möglich. Die Hand werde nur als Hilfshand eingesetzt. Alltägliche
Verrichtungen könne der Beschwerdeführer damit weitgehend selbständig
durchführen, allerdings berichte er über häufige, stark einschiessende,
plötzliche Schmerzen, welche eine kurzzeitige, vollständige
Unbrauchbarkeit der Hand zur Folge hätten. Des Weiteren reagiere der
Beschwerdeführer extrem auf Wärme- und Kälteeinwirkungen. Insgesamt
habe sich bezüglich der erhobenen Befunde keine wesentliche Änderung
gezeigt. Es bestehe immer noch ein erheblich ausgeprägtes CRPS mit
deutlicher Allodynie und weitgehender Gebrauchsunfähigkeit der Hand.
Die Diagnosen hätten sich nicht verändert. Bezüglich Therapievorschlägen
lasse sich ebenfalls nichts Neues berichten (Bg-act. 354/2).
9.3 Der Kreisarzt Dr. med. G._, Facharzt für Chirurgie, speziell Allgemein-,
Unfall- und Handchirurgie, Mitglied FMH, kam in seiner Aktenbeurteilung
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vom 27. Dezember 2018 (Bg-act. 383) zum Schluss, dass der medizinische
Endzustand erreicht sei. In der angestammten Tätigkeit als
Lastwagenchauffeur sei die Arbeitsfähigkeit nicht gegeben. Bei
leidensadaptierter Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt könne die
linke Hand als Hilfshand ganztägig eingesetzt werden. Die Restfolgen
seien dauernd und erheblich (Bg-act 383/4).
9.4 In der Aktenbeurteilung vom 9. April 2019 (Bg-act. 393) hielt Dr. med.
G._ erneut fest, dass der medizinische Endzustand erreicht sei und
wiederholte, dass in der angestammten Tätigkeit als Lastwagenchauffeur
die Arbeitsfähigkeit nicht gegeben sei. Bei einer leidensadaptierten
Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt könne die linke Hand als
Hilfshand ganztägig eingesetzt werden, sofern nur leichte Tätigkeiten mit
der linken Hand durchgeführt werden müssten. Bei höhergradigem
Anspruch an die linke Hand könnten zweimal täglich Pausen eingelegt
werden, so dass die Arbeitsbelastung auf sechs Stunden pro Tag limitiert
sei. Für eine detailliertere Stellungnahme wäre ein Arbeitsprofil notwendig
(Bg-act. 393/3).
9.5 Auf entsprechendes Ersuchen des Beschwerdeführers nahm Dr. med.
H._ im Bericht vom 9. Mai 2019 (Beilagen Beschwerdeführer [Bf-act.]
1) Stellung zur Einschätzung der Arbeitsfähigkeit. Dieser hielt fest, Stand
letzter Untersuchung am 30. Oktober 2018 habe der Beschwerdeführer
eine weiterhin annährend gebrauchsunfähige Hand demonstriert, welche
nur für kurzzeitige Verrichtungen bezüglich Essen und Körperpflege
benutzt werden könne. Auch leicht manuelle Tätigkeiten über einen
Zeitraum länger als einige Minuten seien nicht möglich gewesen. Zusätzlich
habe sich eine nun wieder ausgeprägte und tendenziell zunehmende
Allodynie in den radialen drei Strahlen gefunden, welche jegliche Art von
kräftigem Zugreifen verunmöglicht habe. Laut Integritätsschaden-Tabelle
der SUVA werde eine Einsteifung des Handgelenkes in Beugung oder
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Streckung von 45° mit 30 % und eine Amputation der Hand auf
Handgelenkshöhe mit 40 % Integritätsschaden bewertet. Selbst der Verlust
der radialen drei Strahlen werde bereits mit 35 % bewertet. Aus diesem
Grund scheine der angegebene IV-Grad deutlich zu niedrig berechnet.
Gemäss Ansicht von Dr. med. H._ könne von einem Schaden
zwischen 30 % und 35 % ausgegangen werden. In jedem Fall wäre nach
Ansicht von Dr. med. H._ eine gutachterliche Abklärung
wünschenswert und zu unterstützen.
10.1 Vorliegend ist unstreitig, dass der Beschwerdeführer in der angestammten
Tätigkeit als Lastwagenchauffeur nicht mehr arbeitsfähig ist. Fraglich ist,
inwieweit der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit arbeitsfähig
ist bzw. welche Tätigkeiten dem Beschwerdeführer noch zumutbar sind.
10.2 Der Kreisarzt Dr. med F._ ging in seiner Beurteilung vom 26. März
2018 (Bg-act. 300) bzw. im provisorischen Zumutbarkeitsprofil davon aus,
dass die linke Hand für leichte Tätigkeiten ohne anspruchsvolle
feinmotorische Ansprüche und ohne kraftvolles Zupacken wieder
eingesetzt werden könne. Gleichzeitig hielt er allerdings fest, dass bis dahin
noch von einem längeren Zeitbedarf auszugehen sei (Bg-act. 300/5). Die
Ausführungen von Dr. med. F._ sind damit bezüglich Zeithorizont und
Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers noch sehr vage, zumal der
Beschwerdeführer dannzumal noch angab, etwa stündlich während ca.
einer halben Minute eine Spiegeltherapie durchzuführen, um die
Schmerzsymptomatologie zu lindern (Bg-act. 300/3). Dr. med. F._
konnte beides offenbar noch nicht abschätzen. Knapp zwei Jahre zuvor,
am 30. Juli 2016, hatte der Kreisarzt Dr. med. F._ selbst festgehalten,
dass mit einer hochgradig verminderten Gebrauchsfähigkeit dieser Hand
zu rechnen sei (Bg-act. 196). Ebenfalls äusserte er am 28. Oktober 2017
zwar eine günstige Prognose, allerdings mit erheblichem Defektzustand
(Bg-act. 268). Ebenso hielt er am 17. Januar 2018 fest: "Sehr komplexe
Situation. Bitte besprechen. Demnächst sollte der Versicherte gem. letztem
- 22 -
Bericht KSSG sich doch nochmals dort zeigen. Sobald Endzustand
absehbar, ev. stat. EFL" (Bg-act. 279). Demzufolge ist die Beurteilung von
Kreisarzt Dr. med. F._ zu vage, um auf diese betreffend
Zumutbarkeitsprofil abstellen zu können. Hinzu kommt, dass die
Beschwerdegegnerin in ihrer Vernehmlassung vom 18. Juli 2019 selbst
ausführt, Dr. med. F._ habe am 28. März 2018 lediglich zum
provisorischen Zumutbarkeitsprofil Stellung genommen (vgl.
Vernehmlassung Ziff. 7.10) und damit selber letztlich nicht auf diese
Beurteilung abstellt, sondern vielmehr auf diejenigen des Kreisarztes Dr.
med. G._ vom 27. Dezember 2018 (Bg-act. 383) und 9. April 2019
(Bg-act. 393).
10.3 Bei den beiden Beurteilungen von Dr. med. G._ vom 27. Dezember
2018 (Bg-act. 383) und 9. April 2019 (Bg-act. 393) handelt es sich um reine
Aktenbeurteilungen. Eine Untersuchung des Beschwerdeführers fand
beide Male nicht statt. Beide Aktenbeurteilungen wiedergeben denn auch
über mehrere Seiten hinweg die bisherige medizinische Aktenlage,
wogegen die eigentliche Beurteilung sehr knapp ausfällt. In seiner
Beurteilung vom 27. Dezember 2020 kommt Dr. med. G._ zum
Schluss, dass bei leidensadaptierter Tätigkeit auf dem allgemeinen
Arbeitsmarkt die linke Hand als Hilfshand ganztätig eingesetzt werden
könne (Bg-act. 383/4). Diese Schlussfolgerung begründet er in keiner
Weise. Dies obwohl der den Beschwerdeführer seit 2015 behandelnde Arzt
Dr. med. H._ in seinem Untersuchungsbericht vom 8. November 2018
(Bg-act. 354) ausführte, dass immer noch häufig starke Schmerzen beim
Beschwerdeführer auftreten würden, die eine kurzzeitige vollständige
Unbrauchbarkeit der Hand zur Folge hätten. Diese Ausführungen lassen
(zumindest) gewisse Zweifel an der von Dr. med. G._ gemachten
Schlussfolgerung der ganztägigen Einsetzbarkeit der linken Hand
aufkommen. Dr. med. G._ setzt sich denn auch ansonsten in keiner
Weise mit dem Untersuchungsbericht von Dr. med. H._ vom 8.
- 23 -
November 2018 (Bg-act. 354) auseinander, welcher den Beschwerdeführer
letztmals am 30. Oktober 2018 untersuchte. Dies wäre allerdings
notwendig gewesen, um seine Schlussfolgerung nachvollziehbar zu
begründen, zumal Dr. med. H._ im besagten Untersuchungsbericht
tendenziell eine Neigung zur Verschlechterung bezüglich der
Schmerzsituation feststellte und nebst den bereits erwähnten
einschiessenden Schmerzen auch festhielt, dass ein Haltegriff zwischen
Daumenstumpf und Ringfinger weder funktionell noch schmerzbedingt
möglich sei und noch immer ein erheblich ausgeprägtes CRPS mit
deutlicher Allodynie und weitgehender Gebrauchsunfähigkeit der Hand
bestehe (Bg-act. 354/2).
Das Gleiche gilt auch für die Schlussfolgerung von Dr. med. G._ in
seiner Aktenbeurteilung vom 9. April 2019 (Bg-act. 393), in welcher er seine
bisherige Beurteilung betreffend ganztägige Einsetzbarkeit der linken Hand
als Hilfshand dahingehend einschränkte, wonach nur leichte Tätigkeiten
mit der linken Hand durchgeführt werden und bei höhergradigem Anspruch
an die linke Hand zweimal täglich Pausen eingelegt werden könnten, so
dass die Arbeitsbelastung auf sechs Stunden pro Tag limitiert sei (Bg-act
393/3). Auch hier fehlt es gänzlich an einer Begründung für diese neu
aufgenommene Limitierung und einer Auseinandersetzung mit den
ärztlichen Berichten von Dr. med. H._. Zwar wird mit der neuen
Limitierung, insbesondere dem Pausenbedarf, allenfalls der von Dr. med.
H._ in seinem Bericht vom 8. November 2018 (Bg-act. 354/2)
erwähnten kurzzeitigen, vollständigen Unbrauchbarkeit der Hand
Rechnung getragen. Allerdings erscheint auch diese ergänzte
Zumutbarkeitsbeurteilung äusserst fraglich, da Dr. med. H._ in seinem
Bericht vom 9. Mai 2019 (Bf-act. 1) zum Stand nach der letzten
Untersuchung vom 30. Oktober 2018 festhielt, dass selbst leichte manuelle
Tätigkeiten über einen Zeitraum länger als einige Minuten nicht möglich
gewesen seien und die Hand nur für kurzzeitige Verrichtungen bezüglich
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Essen und Körperpflege benutzt werden könne. Dieser Bericht datiert zwar
nach dem ergangenen Einspracheentscheid vom 15. April 2019 (Bg-act.
394), wiedergibt aber den medizinischen Stand nach der letzten
Untersuchung vom 30. Oktober 2018 und betrifft damit den Sachverhalt vor
Erlass des angefochtenen Einspracheentscheids, weshalb dieser zu
berücksichtigen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_564/2018 vom 23.
Januar 2019 E.5.1). Letztlich führt Dr. med. G._ in seiner
Aktenbeurteilung vom 9. April 2019 sodann sogar selber aus, dass für eine
detailliertere Stellungnahme ein Arbeitsprofil notwendig wäre (Bg-act.
393/3). Ein solches wurde allerdings nicht gemacht, weshalb auch völlig
unklar bleibt, welche Tätigkeiten dem Beschwerdeführer überhaupt noch
zumutbar sind.
10.4 In Bezug auf Dr. med. H._ ist denn auch nicht davon auszugehen,
dass seine Ausführungen eher zugunsten des Beschwerdeführers
erfolgten. Der Beschwerdeführer wird seit Sommer 2015 im Spital X._
ärztlich betreut. Die Verlaufsberichte des Spitals X._ bzw. von Dr.
med. H._ sind seit 2015 stringent und es liegen keine Anhaltspunkte
vor, dass versicherungsrechtliche Überlegungen einflossen (vgl. Bg-act.
86, 118, 119, 121, 124, 125, 140, 141, 146, 147, 153, 167, 174, 184, 214,
221, 253, 254, 257, 262, 275, 295, 299, 354). Zudem steht Dr. med.
H._ als leitender Arzt der Klinik für Hand-, Plastische- und
Wiederherstellungschirurgie am Spital X._ nicht in einer besonders
nahen Vertrauensstellung zum Beschwerdeführer.
10.5 Folglich ergibt sich, dass die Beurteilungen des Kreisarztes Dr. med.
G._ vom 27. Dezember 2018 (Bg-act. 383) und vom 9. April 2019 (Bg-
act. 393) bezüglich der medizinischen Situation bzw. der
Gebrauchsfähigkeit der linken Hand und der Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers nicht schlüssig und seine Schlussfolgerungen nicht
ausreichend und nachvollziehbar begründet sind. Hinzu kommt, dass sich
- 25 -
aus den bisherigen Untersuchungen und Akten erhebliche Diskrepanzen
ergeben und die Ausführungen von Dr. med. H._ in seinen Berichten
vom 8. November 2018 (Bg-act. 354) und 9. Mai 2019 (Bf-act. 1) geeignet
sind, zumindest geringe Zweifel an den Einschätzungen des Kreisarztes
Dr. med. G._ zu wecken. Für die Frage der Arbeitsfähigkeit kann
jedoch vorliegend mangels zuverlässiger Entscheidgrundlage auch nicht
auf die übrigen ärztlichen Beurteilungen, insbesondere diejenigen von Dr.
med. H._, abgestellt werden, da sich dieser dazu nicht explizit äussert.
Demzufolge sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen. Die
Beschwerdegegnerin hat ein versicherungsexternes fachärztliches
Gutachten zur Frage der funktionellen Leistungsfähigkeit der linken Hand
und der Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers einzuholen. Der/die
zu beauftragende Gutachter/in wird sich zur Frage über die
Gebrauchsfähigkeit der linken Hand als Hilfshand an sich wie auch über
Gebrauchsfähigkeit der linken Hand für leidensangepasste Tätigkeiten zu
äussern haben. Dabei wird der/die Gutachter/in auch den Umstand
berücksichtigen müssen, dass die dominante rechte Hand des
Beschwerdeführers ebenfalls, wenn auch nicht SUVA-versichert
teilamputierte Finger (Mittel- und Ringfinger) aufweist. Nach Vorliegen des
versicherungsexternen fachärztlichen Gutachtens wird die
Beschwerdegegnerin über den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers
neu zu verfügen haben (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_661/2019 vom
23. Januar 2020 E.4.2.f).
11. Zusammenfassend kann somit festgehalten werden, dass die medizinische
Beweislage in Bezug auf die Frage der Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers unvollständig ist und keine zuverlässige Beurteilung
erlaubt. Die Beschwerde ist folglich gutzuheissen, der angefochtene
Einspracheentscheid aufzuheben und die Angelegenheit zur ergänzenden
medizinischen Abklärung durch einen externen Spezialarzt bzw. ein
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ärztliches Begutachtungsinstitut an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen.
12.1 Gerichtskosten werden vorliegend keine erhoben, da das kantonale Be-
schwerdeverfahren in Sozialversicherungsstreitigkeiten gemäss Art. 61
lit. a ATSG grundsätzlich kostenlos ist.
12.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende
Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Rückweisung der Sache
an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuem Entscheid gilt als
vollständiges Obsiegen (Urteil des Bundesgerichts 8C_192/2017 vom
25. August 2017 E.8.1), weshalb der anwaltlich vertretene
Beschwerdeführer Anspruch auf eine Parteientschädigung hat. Diese wird
vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den
Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit
des Prozesses bemessen. Die vom Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers eingereichte Honorarnote vom 26. August 2019 beläuft
sich auf Fr. 4‘775.40 (18.85 Stunden à Fr. 250.-- gemäss Vollmacht mit
Honorarvereinbarung vom 9. Januar 2019 zuzüglich Spesen von Fr.
62.90). Der geltend gemachte Aufwand erscheint dem Gericht als
angemessen. Ein Zuschlag für die Mehrwertsteuer ist aufgrund des
ausländischen Wohnsitzes des Beschwerdeführers hierbei nicht zu
berücksichtigen. Demzufolge hat die Beschwerdegegnerin den
Beschwerdeführer im Umfang von Fr. 4‘775.40 (inkl. Spesen)
aussergerichtlich zu entschädigen.