Decision ID: 27a52f5d-323b-5858-be59-4f6f8be55bca
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
G._,
Beschwerdeführer,
gegen
RAV St. Gallen, Unterstrasse 4, Postfach, 9001 St. Gallen,
Beschwerdegegner,
vertreten durch Amt für Arbeit, Unterstrasse 22, 9001 St. Gallen,
betreffend
Ausbildungszuschüsse
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Sachverhalt:
A.
A.a G._, meldete sich am 28. Dezember 2005 per 1. Februar 2006 zur
Arbeitsvermittlung an (act. G 5.A74). Am 29. Januar 2007 konnte er eine Festanstellung
bei der A._ AG als Produktionsmitarbeiter in der Abteilung Glasverformung antreten
und wurde demgemäss vom RAV abgemeldet (act.G 5. A81 und A82).
A.b Am 13. Juli 2007 teilte G._ dem RAV telefonisch mit, dass er die Stelle kündigen
werde, um eine Lehre zu beginnen, und er bat um einen Termin betreffend
Mitfinanzierung der Lehre. Der Versicherte wurde darauf hingewiesen, dass die
Gewährung von Ausbildungszuschüssen nicht in Betracht falle, da die Anstellung bei
der A._ AG aufgegeben werden müsste; der Versicherte wurde an das Stipendienamt
verwiesen (act. G 5. A 92). Am 31. Juli 2007 reichte der Versicherte ein schriftliches
Gesuch um Ausbildungszuschüsse ein. Er werde bei der SEHATE ISELI GmbH ab
August 2007 eine vierjährige Ausbildung zum Kältemonteur anfangen. Seine Stelle bei
der A._ AG müsse er Ende August verlassen, um die Lehrstelle antreten zu können.
Gemäss Protokoll des am gleichen Tag stattgefundenen Beratungsgesprächs mit der
RAV-Beraterin sei die Stelle bei der A._ AG nicht befristet gewesen und auch keine
Kündigung in Aussicht gestanden. Der Versicherte wurde beim Beratungsgespräch
über die Praxis bei Gewährung von Ausbildungszuschüssen informiert und auf die
Möglichkeit von Stipendien aufmerksam gemacht (act. G 5.A85 und A92).
A.c Mit Verfügung vom 3. August 2007 wurde das Gesuch vom RAV abgelehnt. G._
stehe zur Zeit in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis, sei nicht arbeitslos oder von
Arbeitslosigkeit bedroht. Die Kündigung der Anstellung, um eine Grundausbildung zu
absolvieren, entspreche seinem persönlichen Wunsch und nicht einer unabdingbaren
Notwendigkeit. Die Voraussetzungen von Art. 59 AVIG seien damit nicht erfüllt. Die
Ausbildungszuschüsse der Arbeitslosenversicherung gehörten zu den
arbeitsmarktlichen Massnahmen, welche ausschliesslich dazu dienten, arbeitslose oder
von Arbeitslosigkeit bedrohte Personen wieder in den Arbeitsprozess zu integrieren
(act. G 5. A87).
B.
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Die dagegen erhobene Einsprache vom 9. August 2007 wies das RAV mit Entscheid
vom 31. August 2007 ab. Zwischen dem 1. Februar 2006 und 31. Januar 2007 habe
der Versicherte Taggelder bezogen und arbeitsmarktliche Massnahmen (PC-
Grundkurs, Lagerbewirtschaftung sowie Lebensmittelhygiene und Suchtprävention)
besucht. Aus den Gesprächsprotokollen des Personalberaters gehe hervor, dass er in
jener Zeit unter anderem eine selbstständige Erwerbstätigkeit im Gastgewerbe in
Erwägung gezogen sowie sich Gedanken darüber gemacht habe, eine Berufslehre
nachzuholen. In diesem Zusammenhang seien auch die Ausbildungszuschüsse
erwähnt worden. Diese seien ihm aber nicht vom RAV zugesichert worden. Auch seine
gesundheitlichen Bedenken bei der Fortführung der Tätigkeit als Maschinenführer seien
nicht ausreichend, um die arbeitsmarktliche Notwendigkeit für diese Ausbildung zu
begründen. Er habe in den vergangenen Jahren immer wieder eine Arbeitsstelle
antreten können, obwohl er mehrmals von Arbeitslosigkeit betroffen gewesen sei (act.
G 5.A91).
C.
C.a Mit Beschwerde vom 17. September 2007 (Postaufgabe: 18. September 2007)
beantragt der Beschwerdeführer die Aufhebung des Einspracheentscheids vom 31.
August 2007 und die Gutheissung seines Antrags auf Ausbildungszuschüsse für die
Dauer der Ausbildung bzw. für mindestens drei Jahre. Er sei sicher kein hoffnungsloser
Fall von Dauerarbeitslosigkeit, aber wegen fehlender Grundausbildung sei er bei der
Arbeitsvermittlung "disqualifiziert" und dauernd von Arbeitslosigkeit bzw.
Teilarbeitslosigkeit bedroht. Er habe nun die Chance erhalten, eine Grundausbildung zu
erwerben. Es sei richtig, dass ihm die Ausbildungszuschüsse vom RAV nie zugesichert
worden seien, aber es seien durch all die verschiedenen arbeitsmarktlichen
Massnahmen laufend Hoffnungen geweckt worden. Dass er in der Vergangenheit
immer wieder Arbeitsstellen gefunden habe, liege einzig darin begründet, dass er
entschlossen und, weil es im Irak bis heute keine Form der Sozialhilfe gebe, gewohnt
sei, jede erdenkliche Arbeit (u.U. auch gesundheitsschädigende) anzunehmen, nur um
nicht untätig zu sein (act. G 1).
C.b Die Beschwerdegegnerin beantragt mit Beschwerdeantwort vom 20. November
2007 die Abweisung der Beschwerde und verweist für die Begründung auf den
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Einspracheentscheid und die Verfügung (act. G 5). Das Gericht räumte dem
Beschwerdeführer Gelegenheit zur Akteneinsicht und Stellungnahme ein, auf die jener
verzichtet hat (act. G 6 und 7).

Erwägungen:
1.
1.1 Die Arbeitslosenversicherung erbringt finanzielle Leistungen für arbeitsmarktliche
Massnahmen zu Gunsten von versicherten Personen und von Personen, die von
Arbeitslosigkeit bedroht sind, und deren Vermittlung aus Gründen des Arbeitsmarktes
erschwert ist (Art. 59 Abs. 1 und Abs. 2 Satz 1 AVIG). Nach Art. 66a Abs. 1 AVIG kann
die Versicherung Zuschüsse an eine höchstens dreijährige Ausbildung von Versicherten
gewähren, welche mindestens 30 Jahre alt sind (lit. b) und über keine abgeschlossene
berufliche Ausbildung verfügen oder in ihrem erlernten Beruf erhebliche
Schwierigkeiten haben, eine Stelle zu finden (lit. c). Im Zeitpunkt der Gesuchsstellung
müssen die Erfordernisse von Art. 8 und 59 AVIG bereits erfüllt sein (Thomas
Nussbaumer, Arbeitslosenversicherung, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht,
Band XIV, Soziale Sicherheit, 2. Auflage, Rz 747).
1.2 Ein Anspruch auf arbeitsmarktliche Massnahmen besteht nur, wenn die um
Leistung ersuchende Person arbeitslos oder unmittelbar von Arbeitslosigkeit bedroht
ist. Unter Arbeitslosigkeit ist grundsätzlich die Arbeitslosigkeit i.S. von Art. 10 AVIG zu
verstehen, was voraussetzt, dass sich die versicherte Person bei der zuständigen
Amtsstelle zur Arbeitsvermittlung gemeldet hat (Nussbaumer, a.a.O. Rz 657). Im
vorliegenden Fall ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer die Voraussetzung der
Arbeitslosigkeit nicht erfüllt. Streitig und zu prüfen ist jedoch, ob der Beschwerdeführer
gemäss Art. 59 AVIG von Arbeitslosigkeit bedroht ist.
1.3 Unmittelbar von Arbeitslosigkeit bedroht ist, wer in absehbarer Zeit voraussichtlich
arbeitslos wird. Dies setzt in der Regel voraus, dass die versicherte Person in einem
gekündigten oder befristeten Arbeitsverhältnis steht. Unmittelbar drohende
Arbeitslosigkeit liegt beispielsweise auch vor, wenn der Arbeitgeber sich in finanziellen
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Schwierigkeiten befindet, den Abbau von Stellen angekündigt oder Arbeitnehmenden
die Kündigung in Aussicht gestellt hat (Nussbaumer, a.a.O. Rz 657).
1.4 Der Beschwerdeführer hatte im Zeitpunkt des Gesuchs eine Anstellung bei der
A._ AG als Produktionsmitarbeiter in der Abteilung Glasverformung. Der
Beschwerdeführer selber gab an, dass seine Stelle nicht befristet war und auch keine
Kündigung in Aussicht stand. Somit war er nicht von Arbeitslosigkeit bedroht. Die
beabsichtigte Lehre entsprach vielmehr einem persönlichen Wunsch des
Beschwerdeführers, das berufliche Fortkommen zu erleichtern. Die Beweggründe des
im Irak aufgewachsenen Beschwerdeführers, eine Berufsausbildung nachzuholen, sind
zwar durchaus nachvollziehbar und im Hinblick auf eine gute Integration achtenswert.
Die Arbeitslosenversicherung unterstützt Bildungsmassnahmen aber nur in engen
Grenzen, wenn eine versicherte Person arbeitslos oder konkret von Arbeitslosigkeit
bedroht und wenn die Vermittlung aus Gründen des Arbeitsmarktes erschwert ist.
Damit erfüllt der Beschwerdeführer die Voraussetzungen zur Gewährung von
Ausbildungszuschüssen nicht. Die Beschwerde ist demgemäss abzuweisen.
2.
Gerichtskosten sind gemäss Art. 61 lit. a ATSG keine zu erheben.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG