Decision ID: 67c005e1-080d-4d32-930e-c9e08417aa54
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1966 gebor
e
ne
X._
war seit
199
8
als Mitarbeiterin
Briefsortierung
bei der
Y._
in einem Pensum von 100 %
angestellt und
für die berufliche Vor
sorge bei der Pensionskasse
Z._
versichert
(Urk. 14/17 Ziff. 1 und Ziff. 5
und Urk. 8 S. 2
)
.
Die IV-Stelle Zürich
sprach der Versicherten mit Wirkung ab 1. Mai 2004 bei
einem Invaliditätsgrad von 50 % eine halbe Rente zu
(Verfügung vom 24.
Novem
ber
2004; Urk. 9/2)
.
Die Pensionskasse
Z._
richtete ihr ab 1. September 2004 eine Invalidenrente der beruflichen Vorsorge aus
(Urk. 24/20)
.
In Anwendung der Schlussbestimmungen
zur
6. IV
G-Revision
hob die IV-Stelle die Rente per 1. Juni 2013 auf
(Verfügung vom 5. April 2013; Urk.
9/5
)
. Dies wurde mit Urteil des hiesigen Gerichts vom 15. August 2014 im Verfahren Nr.
IV.2013.00427
bestätigt
(Urk.
2
/2
Dispositiv Ziff. 1)
.
Die
Pensionskasse Z._
stellte
ihre Invalidenrente
auf den gleichen Zeitpunkt
ebenfalls ein
(Schreiben vom
25. April 2013
; Urk.
9/6
).
1.
2
Am
1
. Dezember 2015 meldete sich die Versicherte erneut bei der Invaliden
ver
sicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
14/85
). Nach erfolgten Abklärungen sprach die IV-Stelle der Versicherten
ab 1. Juni 2016
eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 40 % zu (
Verfügung vom
16. Mai 2018
;
Urk.
2/4
)
.
Mit Schreiben vom 24. April 2018 stellte sich die
Pensionskasse Z._
gegenüber
der Versicherten auf den Standpunkt,
dass
sie
nicht leistungsberechtig sei, da einerseits das Einkommen mit gesundheitlicher Einschränkung gemäss IV in der Höhe von
Fr. 44'942.40 im Vergleich zum
mit einem Pensum von 50 %
bei der
Y._
erzielten Einkommen
in der Höhe von Fr. 39'354.70
keinen Rentenanspruch begründe
,
und andererseits der aktuelle Gesundheitsschaden nicht identisch sei mit demjenigen aus dem Jahr 2004, welcher zur ersten Invalidenrente geführt habe
und entsprechen
d
die 40 % (IV-Grad) nicht bei ihr versichert seien
(Urk.
2/5
).
2.
Am
26. März 2020 erhob die Versicherte Klage gegen die
Pensionskasse Z._
und beantragte, es sei
ihr
zu Lasten der Beklagte
n
eine Rente ab spätestens Juni 2016 im Umfang von mindestens Fr. 13'875.40 pro Jahr zuzusprechen, zuzüglich Zins vo
n
5
% ab Klageerhebung. Weiter sei ihr im Rahmen eines zweiten Schriften
wech
sels Gelegenheit zu geben, nach Edition der gesamten Akten zu den Berech
nungen und Begründungen zum Beginn und der Höhe der geschuldeten
Rente nochmals Stellung zu nehmen. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklagten (Urk. 1 S. 2).
Mit Klageantwort vom
19. Mai 2020
schloss die Beklagte auf Abweisung der Klage
(Urk. 8)
.
Mit Gerichtsverfügung vom 27. Mai 2020 (Urk. 10) wurden die Akten der Invalidenversicherung (Urk. 14) beigezogen.
Mit Replik vom
14. August 2020
(Urk.
17
) und Duplik vom
28. September 2020
(Urk.
22
) hielten die Parteien an ihren Rechtsbegehren fest.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 24 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinter
lassenen- und Invalidenvorsorge (BVG)
hat der Versicherte Anspruch auf eine volle Invalidenrente, wenn er im Sinne der Invalidenversicherung mindestens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn er mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn er mindestens zur Hälfte und auf eine
Viertelsrente
, wenn er min
destens zu 40 % invalid ist. Gemäss Abs. 1 von Art. 26 BVG gelten für den Beginn des Anspruchs auf Invalidenleistungen sinngemäss die entsprechenden Bestim
mungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (Art. 29
des Bundes
gesetzes
über die Invalidenversicherung; IVG
). Die Invalidenleistungen nach BVG
werden von derjenigen Vorsorgeeinrichtung geschuldet, welcher die den An
spruch
erhebende Person bei Eintritt des versicherten Ereignisses angeschlossen war. Im Bereich der obligatorischen beruflichen Vorsorge fällt dieser Zeitpunkt nicht mit dem Eintritt der Invalidität nach IVG, sondern mit dem Eintritt der Arbeitsun
fähigkeit zusammen, deren Ursache zur Invalidität geführt hat (vgl. Art. 23 BVG). Auf diese Weise wird dem Umstand Rechnung getragen, dass die versicherte Person meistens erst nach einer längeren Zeit der Arbeitsunfähigkeit (nach einer Wartezeit von einem Jahr gemäss Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG in Verbindung mit Art.
26 BVG) invalid wird. Damit nämlich der durch die zweite Säule bezweckte Schutz zum Tragen kommt, muss das Invaliditätsrisiko auch dann gedeckt sein, wenn es rechtlich gesehen erst nach einer langen Krankheit eintritt, während welcher die Person unter Umständen aus dem Arbeitsverhältnis ausgeschieden ist und daher nicht mehr dem
Obligatorium
unterstanden hat (BGE 123 V 262 E. 1b, 121 V 97 E. 2a, 120 V 112 E. 2b, je mit Hinweisen).
1.2
Anspruch auf Invalidenleistungen haben gemäss Art. 23 BVG Personen, die im Sinne der Invalidenversicherung zu mindestens 40 % invalid sind und bei Eintritt
der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert wa
ren.
Nach Art. 23 BVG versichertes Ereignis ist einzig der Eintritt der rele
van
ten Arbeitsunfähigkeit, unabhängig davon, in welchem Zeitpunkt und in welchem Masse daraus ein Anspruch auf Invalidenleistungen entsteht.
Die Versicherten
eigenschaft muss nur bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit gegeben sein, dagegen nicht notwendigerweise auch im Zeitpunkt des Eintritts oder der Verschlim
me
rung der Invalidität.
Diese wörtliche Auslegung steht in Einklang mit Sinn und Zweck der Bestimmung, nämlich denjenigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitneh
mern Versicherungsschutz angedeihen zu lassen, welche nach einer längeren Krankheit aus dem Arbeitsverhältnis ausscheiden und erst später invalid werden.
Für eine einmal aus
während der Versicherungsdauer aufgetre
tene
-
Arbeits
unfähigkeit geschuldete Invalidenleistung bleibt die Vorsorgeeinrichtung somit leistungspflichtig, selbst wenn sich nach Beendigung des Vorsorgeverhältnisses der Invaliditätsgrad ändert. Entsprechend bildet denn auch der Wegfall der Versicherteneigenschaft kein Erlöschungsgrund (Art. 26 Abs. 3 BVG e
contrario
; BGE 123 V 262 E. 1a, 118 V 35 E. 5).
1.3
Damit eine Vorsorgeeinrichtung, der eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitnehmer beim Eintritt der Arbeitsunfähigkeit angeschlossen war, für das erst nach Been
digung des Vorsorgeverhältnisses eingetretene Invaliditätsrisiko aufzukommen hat, ist indes erforderlich, dass zwischen Arbeitsunfähigkeit und Invalidität ein enger sachlicher und zeitlicher Zusammenhang besteht (BGE 130 V 270 E. 4.1).
In sachlicher Hinsicht liegt ein solcher Zusammenhang vor, wenn der der In
validität zu Grunde liegende Gesundheitsschaden im Wesentlichen derselbe ist, der zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat.
Sodann setzt die Annahme eines engen
zeitlichen Zusammenhangs
voraus,
dass die versicherte Person nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit nicht während längerer Zeit wieder arbeitsfähig wurde.
Die frühere Vorsorgeeinrichtung
hat nicht für Rückfälle oder Spätfolgen einer Krank
heit einzustehen, die erst Jahre nach Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit eintreten.
Demnach darf nicht bereits eine Unterbrechung des zeitlichen Zusam
menhangs angenommen werden, wenn die Person bloss für kurze Zeit wieder an die Arbeit zurückgekehrt ist. Ebenso wenig darf die Frage des zeitlichen Zusam
menhangs zwischen Arbeitsunfähigkeit und Invalidität in schematischer (analo
ger) Anwendung der Regeln von Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Invali
den
versicherung (IVV) beurteilt werden, wonach eine anspruchsbeeinflussende Verbesserung der Erwerbsfähigkeit in jedem Fall zu berücksichtigen ist, wenn sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich
andauern wird. Zu berücksichtigen sind vielmehr die gesamten Umstände des konkreten Einzelfalles, namentlich die Art des Gesundheitsschadens, dessen pro
gnostische ärztliche Beurteilung und die Beweggründe, die die versicherte Person zur Wiederaufnahme der Arbeit veranlasst haben (BGE 123 V 262 E.
lc
, 120 V 112 E. 2c/
aa
und 2c/
bb
mit Hinweisen).
1.
4
Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der Invali
den
versicherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG ergibt sich, dass der
Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich
der beruflichen Vorsorge und in der Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist (BGE 123 V 269 E. 2a, 120 V 106 E. 3c, je mit Hinweisen).
Praxisgemäss sind daher die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzlichen Mindestvorsorge (Art. 6 BVG) an die Feststellungen der IV-Organe (
Eintritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit, Eröffnung der Wartezeit, Festsetzung des
Invaliditätsgrades) gebunden, soweit die IV-rechtliche Betrachtung aufgrund einer
gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar erscheint (BGE 126 V 309 E. 1 in
fine
). Diese Konzeption fusst auf der Überlegung, die Organe der (obligatorischen) beruflichen Vorsorge von eigenen aufwändigen Abklä
run
gen freizustellen, und gilt nur bezüglich Feststellungen und Beurteilungen der IV-Organe, welche im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren für die Fest
legung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend waren (BGE 132 V 1 E. 3.2). So hat beispielsweise eine verspätete Anmeldung zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung rechtsprechungsgemäss die freie Überprüfbarkeit des
leistungserheblichen Sachverhaltes durch die Vorsorgeeinrichtung beziehungs
weise
das Berufsvorsorgegericht zur Folge (Urteil des Bundesgerichts 9C_49/2010 vom 23. Februar 2010 E. 2.1).
Diese Bindungswirkung setzt voraus, dass die Vorsorgeeinrichtung (spätestens) ins
Vorbescheidverfahren
(Art. 73
ter
IVV) einbezogen und ihr die Rentenver
fü
gung formgültig eröffnet wurde (Urteil des Bundesgerichts 9C_81/2010 vom 16.
Juni 2010 E. 3.1, mit Hinweisen). Dem BVG-Versicherer steht ein selbstän
diges Beschwerderecht im Verfahren nach IVG zu. Unterbleibt ein solches Ein
beziehen der Vorsorgeeinrichtungen, ist die IV-rechtliche Festsetzung des Invali
di
tätsgrades (grundsätzlich,
masslich
und zeitlich) berufsvorsorgerechtlich nicht verbindlich (BGE 130 V 270 E. 3.1).
Stellt die Vorsorgeeinrichtung auf die invalidenversicherungsrechtliche Betrach
tungsweise ab, muss sich die versicherte Person diese entgegenhalten lassen, soweit diese für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente ent
schei
dend war, und zwar ungeachtet dessen, ob der Vorsorgeversicherer im Verfahren der Invalidenversicherung beteiligt war oder nicht. Vorbehalten sind jene Fälle, in denen eine gesamthafte Prüfung der Aktenlage ergibt, dass die Invalidi
täts
be
messung der Invalidenversicherung offensichtlich unhaltbar war (BGE 130 V 270 E. 3.1).
2.
2.1
Die Klägerin führte zur Klagebegründung im Wesentlichen aus, dass
eine Bin
dungswirkung der Beklagten
aufgrund der verspäteten Anmeldung bei der Inva
lidenversicherung
an den IV-Entscheid zu vernein
en sei, weshalb die Zustän
digkeit und Leistungspflicht der Beklagten gemäss Art. 23 BVG frei und mit voller Kognition beurteilt werden könne. Die Beklagte gehe fehl in der Annahme, dass es sich beim ursprünglichen Gesundheitsschaden, welcher im Jahr 2004 zum Rentenanspruch geführt habe
,
nicht um einen mit dem im Jahr 2015 aufge
tre
tenen
identischen
Gesundheitsschaden handle.
So sei vorliegend die Rente gestützt auf ein unklares Beschwerdebild zugesprochen, im Rahmen der IV-Revision 6a wieder aufgehoben und im Rahmen von BGE 141 V 281 wieder zugesprochen
worden
, wobei die rechtlichen Überlegungen für die
Zusprache
die gleichen seien. Es handle sich um das gleiche Krankheitsbild ohne wesentlich unterscheidbare andersgeartete Gesundheitsbeeinträchtigung. Mangels wiederer
langter Arbeitsfähigkeit sei es zu keiner Unterbrechung de
s zeitlichen Kontexts gekommen
(Urk. 1).
In ihrer Replik hielt die Klägerin an ihren Standpunkten fest (Urk.
17
).
2.2
Die Beklagte brachte demgegenüber vor,
dass vorliegend
die Voraussetzungen
des Anspruchs auf Invalidenleistungen der (obligatorischen) beruflichen Vor
sorge
, der enge sachliche und
z
eitliche Zusammenhang
zwischen der während des Vor
sorgeverhältnisses eingetretenen Arbeitsunfähigkeit und der allenfalls erst später eingetretenen Invalidität
,
nicht erfüllt
seien
.
Es
bestehe kein sachlicher Konnex zur Teilinvalidität von 2004.
Da es sich um eine verspätete Anmeldung gehandelt habe, sei der Eintritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit frei zu prüfen.
Die
Klägerin
habe
als Teilerwerbstätige im bisheri
gen Umfang weiterarbeiten können. Damit habe sich
das Risiko der Invalidität lediglich in dem berufsvor
sorgerechtlich nicht versicherten Anteil einer Vol
lzeitbeschäftigung verwirklicht. Da der
Einkommensvergleich keine Erwerbseinbusse ergebe,
bestehe keine Leis
tungspflicht (Urk. 8).
In ihrer Duplik hielt sie an ihren Standpunkten fest (Urk.
22
).
3.
3.1
Was den Zeitpunkt des Eintritts der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit anbe
langt, stellt sich vorab die Frage der Bindungswirkung des Entscheids der IV-Stelle
(
vorstehend E. 1.4).
Gemäss
Art.
50
des
Vorsorgereglementes
der Beklagten
ist der Invaliditätsbegriff mit demjenigen der Eidgenössischen Invalidenversicherung identisch (
«im Sinne
der eidgenössischen Invalidenversicherung», abgesehen von der tieferen An
spruchs
schwelle von 25 %;
Urk.
12/3
)
.
3.2
Der Beklagten wurden sowohl der Vorbescheid als auch die rentenzusprechende Verfügung der IV-Stelle vom
16. Mai 2018
zugestellt (
Urk.
9
/9-10
). Die formellen Voraussetzungen f
ür eine Bindungswirkung des Ent
scheides der Invalid
enver
sicherung für die Beklagte
sind somit erfüllt.
3.3
Die IV-Stelle
setzte
in ihrer Verfügung vom 16. Mai 2018
den Beginn der Arbeitsunfähigkeit auf den
26. Februar 2015
fest
(Urk. 2/4, Begründung S. 1)
. Die erst
am
1
.
Dezember
20
15
vorgenommene Neuanmeldung der Klägerin
bei der I
nvalidenversicherung
zum Leistungsbezug
(
Urk.
14/85
)
erweist sich demnach als verspätet,
da
so
trotz bereits abgelaufenem Wartejahr
ein
Anspruch auf eine Invalidenrente frühestens a
b
1.
Juni
20
16
entstehen k
onnte (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG). Damit
bestand im verwaltungsrechtlichen Verfahren keine Notwendigkeit dafür, abzuklären, ob bereits vor
Juni
20
16
eine Arbeitsunfähig
keit bestanden
hatte.
Eine
Bindungswirkung für die
Beklagte
bezüglich des Eintritts der Arbeits
unfähigkeit
ist daher zu verneinen und die Anspruchsvor
aussetzungen für Leis
tungen der beruflichen Vorsorge sind frei
überprüfbar
.
4.
4.1
Wie ausgeführt (vorstehend E.
1.3)
,
ist für eine allfällige Leistungspflicht der Beklagten grundsätzlich erforderlich, dass zwischen der Arbeitsunfähigkeit und der Invalidität ein enger sachlicher und zeitlicher Zusammenhang
besteht
.
Vorliegend ist der Klägerin dahingehend beizupflichten, dass zwischen dem ursprün
glichen Beschwerdebild, welches zur
Zusprache
einer halben Rente ab 1. Mai 2004 mit Verfügung vom 24. November 2004 (Urk. 9/2) geführt hat
te
,
und
jenem, welches insbesondere im Gutachten der MEDAS-
A._
vom 24. November 2016 (Urk. 14/119)
beschrieben wurde
und zur erneuten
Rentenzu
sprache
mit Verfügung vom 16. Mai 2018
(Urk. 2/4)
führte
,
mindestens teilweise ein
sachlicher
Zusammenhang besteht.
So geht aus dem Urteil des hiesigen Gerichts vom 15. August 2014 ausdrücklich hervor,
dass die
Zusprache
der halben Rente mit Verfügung der IV-Stelle vom 24. November 2004 (Urk.
9/2
) bei einem Invaliditätsgrad von 50 % ab Mai 2004 ausschliesslich aufgrund
einer
Fibro
myal
gie
erfolgt
e
und sich infolgedessen die Aufhebung der Rente in Anwendung der Schlussbestimmungen
zur 6. IVG-Revision
mit Verfügun
g vom 5. April 2013
als
rechtens
erw
i
es
und keine anspruchsrelevante Beeinträchtigung der Arbeitsfähig
keit ausgewiesen
war
(Urk. 2/2 E.
5.1-4
)
.
Damit basierte die erstmalige
Rentenzusprache
auf einem Beschwerdebild, welches
sich organisch nic
ht hinreichend nachweisen liess. Ein solches, nicht hinreichend erklärbares Beschwerdebild
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
geht auch aus dem Gutachten der MEDAS
A._
vom 24. November 2016 hervor
, nun in Form einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41
;
vgl. Urk. 14/119 S. 24 Ziff. 4.1
, Urk. 9/17
).
Indessen ist der zeitliche Zusammenhang klarerweise nicht gegeben. Mit der Ren
tenaufhebung per 1. Juni 2013 galt die Beschwerdeführerin als vollumfänglich
arbeitsfähig und bis zum Beginn des Eintritts der nunmehr massgebenden Arbeits
unfähigkeit am 25. Februar 2015 (E. 3.3) verstrichen über eineinhalb Jahre. Damit wurde der zeitliche Zusammenhang durchbrochen.
4.
2
Sodann ist anzufügen, dass
das Bundesgericht
in seiner neusten
Rechtspechung
fest
hält
, dass wenn eine Invalidenrente der beruflichen Vorsorge - wie im vor
lie
genden Fall -
aufgrund der Schlussbestimmungen
der Änderungen des BVG
vom 18. März 2011 aufgehoben wurde, der
Anspruch mit demjenigen der Invaliden
versicherung endet. Art. 26a BVG findet
diesfalls
keine Anwendung, das heiss
t
es bleib
t
weder der Versic
herungsschutz noch der Leistung
san
s
pruch gegenüber der Vorsorgeeinrichtung im Sinne dieser Bestimmung aufrechterhalten (
Urteil des Bundesgerichts 9C_708/2020 vom 8. März 2021
E. 5.3).
Gemäss Art. 26a Abs. 1 BVG bleibt die versicherte Person während drei Jahren versichert, wenn die Rente der Invalidenversicherung nach Verminderung des Invaliditätsgrades herabgesetzt oder aufgehoben wird, sofern sie vor der Herab
setzung oder Aufhebung der Rente an Massnahmen zur
Wiedereingliederung
teil
genommen hat oder die Rente wegen der Wiederaufnahme einer Erwerbs
tätigkeit oder Erhöhung des Beschäftigungsgrades herabgesetzt oder aufgehoben wurde.
Diese Bestimmung findet folglich nicht nur aufgrund der neusten Rechtsprechung keine Anwendung, sondern auch deshalb, weil die Klägerin weder an Mass
nah
men zur Wiedereingliederung teilgenommen hat noch die Rente aufgrund einer Erhöhung des Beschäftigungsgrades herabgesetzt wurde.
4.3
Dem
zufolge
galt die Klägerin aufgrund der Renteneinstellung
ab 1. Juni 2013
wieder als voll arbeitsfähig.
Da die
Klägerin
nach Einstellung der Invalidenrente mit Verfügung der IV-Stelle vom
5. April 2013 (Urk. 9/5)
respektive
nach der
Einstellung der Rente der Pensionskasse
per
31. Mai 2013
(Urk. 9/6)
weiterhin lediglich ein
50%-Pensum
bei der
Y._
absolvierte
(Urk.
14/91 Ziff. 2.9
)
,
war sie in der Folge ab Einstellung der Invalidenrente nur noch in diesem Teilzeitpensum bei der Beklagten für
das Risiko Invalidität
versichert
(vgl. Urk. 2/3)
.
Im Hinblick auf den erwähnten Bundesgerichtsentscheid fällt auch eine Weiterversicherung und Aufrechterhaltung des Leistungsanspruches bei der Beklagten gestützt auf Art. 26a Abs. 1 BVG ausser Betracht
(vgl.
erwähntes
Urteil des Bundesgericht 9C_708/2020 vom 8. März 2021 E. 5.3).
5.
5.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung bemisst sich der vorsorgerechtlich relevante Invaliditätsgrad aufgrund eines
Valideneinkommens
entsprechend dem Grad der Teilerwerbstätigkeit und nicht im Verhältnis zu einer (hypothetischen) Vollzeiterwerbstätigkeit (BGE 144 V 63 E. 6.2). F
ür den Fall, dass die Inva
liden
versicherung den Invaliditätsgrad bezogen auf ein Vollzeitpensum ermittelt hat, bietet sich als klarster und einfachster Berechnungsv
organg an, dass die Vor
sorgeeinrichtung das von der Invalidenversi
cherung festgesetzte
Validenein
kom
men
, an das sie grundsätzlich gebunden ist, auf das ausgeübte Teilzeitpensum herunterrechnet und gestützt darauf (sowie au
f die übrigen grundsätzlich bin
den
den Parameter) einen neuerlichen Einkommensvergleich durchführt (E. 6.3.2).
5.
2
Wie ausgeführt (vorstehend E. 4.
2
) ist aufgrund der per 31. Mai 2013 erfolgten Einstellungen der Leistungen lediglich noch der hernach bei einem 50%-Pensum bei der
Y._
erzielte und versicherte Jahreslohn von Fr
. 39'354.70
(Urk. 9/12) für die Beklagte als
Valideneinkommen
massgebend. Da das von der Invaliden
ver
sicherung
mit einem Pensum von 6
0 % erzielbare Invalideneinkommen auf Fr.
44'942.-- festgesetzt wurde (Urk.
2/4
; Urk. 14/138
) und
dieses
damit über dem bei der Beklagten versicherten Verdienst liegt, resultiert kein leistungsan
spruchs
begründender Invaliditätsgrad (vorstehend E.
1.1
).
5.3
Aufgrund des Gesagten ist die Klage damit vollumfänglich abzuweisen.
6.
Der Beklagten steht in ihrer Funktion als Trägerin
der beruflichen Vorsorge trotz Obsiegens keine Prozessentschädigung zu (BGE 126 V 143 E. 4a mit Hinweis).