Decision ID: 93ab15ba-9d9a-495d-b626-ba92c7601b30
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
S._,
Beschwerdeführer,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
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A.
A.a Der 1958 geborene S._ meldete sich am 8./9. Oktober 2007 zum Bezug von
Leistungen (aller Art) der Invalidenversicherung an. Er habe den Beruf des
Büroangestellten erlernt und sei zuletzt im Jahr 2001 als Mitarbeiter RW/Controlling in
einer Bank angestellt gewesen. Seit September 2001 sei er arbeitslos, inzwischen
ausgesteuert. Er leide an einem Bandscheibenvorfall und an einer Osteochondrosis
dissecans am Knie 1996/2005/2006. Das Rückenleiden sei erstmals 1979 aufgetreten
und nun wieder seit dem 30. Juli 2007.
A.b Einer Arbeitgeberbescheinigung vom 24. Oktober 2007 (act. 14) war zu entnehmen,
dass der Versicherte vom 1. Januar bis 31. Dezember 2007 in einem Arbeitsprogramm
stehe (Büropool, Buchhaltung).
A.c Die Wirbelsäulen- und Schmerz-Clinic Zürich (Dr. med. A._, Neurochirurgie FMH)
gab in ihrem Arztbericht vom 19. November 2007 (act. 19) als Diagnose bekannt, es
liege ein Status nach Spondylodese L4-S1 wegen Diskushernie und Instabilität L4/5
sowie Pseudarthrose bei Spondylolyse L5/S1 vor. Der Versicherte sei als Buchhalter
seit dem 15. August 2007 und noch bis zum 31. Dezember 2007 voll arbeitsunfähig.
Anschliessend werde die Tätigkeit zu schätzungsweise 50 % wieder zumutbar sein,
ohne dass dabei eine verminderte Leistungsfähigkeit bestehe. Die Frage, ob dem
Versicherten andere Tätigkeiten zumutbar seien, erübrige sich.
A.d Dr. med. B._, FMH Allgemeine Medizin, benannte in seinem Arztbericht vom
6. Dezember 2007 (act. 20) folgende Diagnosen:
"- Diskushernie L4/5 re
- Laterolisthesis von L4 nach re
- Pseudarthrose nach ventraler Spondylodese L5/S1 wegen Spondylolyse L5
bds 1979
- Status nach PLIF L4/L5/S1 mit Pedikelverschraubung bds 16.08.07
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- Status nach DH-Entfernung L4/5 re, Neurolyse L4 und L5 re 16.08.07
- Osteochondrosis dissecans Femurkondylus re (Kniearthroskopie re/Knorpel-
débridement 8/06)
- instabiles Sprunggelenk re (Bandplastik mit Fibularis brevis-Sehne re 2/06)
- Benzodiazepinabusus"
Der Versicherte sei seit dem 11. Juli 2007 zu 100 % arbeitsunfähig. Eine körperliche
Tätigkeit sei wegen der orthopädisch-chirurgischen Probleme (Rücken, Knie re,
Sprunggelenk) nicht möglich, eine kaufmännisch-administrative, wenn überhaupt, nur
sehr begrenzt. Ob eine Wiedereingliederung in den früheren beruflichen Bereich
(Bankfach) möglich sei, erscheine in Anbetracht des Alters, der langen Arbeitslosigkeit
und der psychosozial und familiär problematischen Situation sehr fraglich. Es sei aber
auch im kaufmännisch-administrativen Bereich mit einer zeitlich limitierten
Einsetzbarkeit (mit reduzierter Leistung) zu rechnen, da eine dauernd im Sitzen zu
verrichtende Tätigkeit für den Versicherten angesichts der Rückenproblematik
ungünstig bzw. kaum realisierbar sein dürfte. Eine medizinische Abklärung sei
angezeigt. Beigelegt waren Austritts- und Operationsberichte.
A.e Auf Vorschlag des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) der Invalidenversicherung
wurde eine bidisziplinäre Begutachtung veranlasst. Dr. med. C._, Spezialarzt
Orthopädische Chirurgie FMH, gab in seinem Gutachten vom 22. August 2008 (act. 36)
folgende (Haupt-)Diagnosen an: Schmerzpersistenz bei Status nach PLIF L4 bis S1 mit
Pedikelverschraubung beidseits und Diskushernienentfernung L4/5 rechts sowie
Neurolyse L4/5 rechts 08/07 und postoperative Veränderungen im Musculus erector
spinae sowie leichte Einengung der Foramina L5/S1 beidseits und L4/5 rechts und
Status nach Spondylodese L5/S1 1979. Als Nebendiagnosen lägen vor ein Status nach
Pridiebohrungen 07/96 und Mikrofrakturierungen des medialen Femurcondylus 08/06
bei Osteochondrosis dissecans des medialen Femurcondylus rechts und Verdacht auf
femoropatelläre Chondropathie, Senk-/Spreizfüsse beidseits, Nikotinabusus,
psychische Belastungssituation, chronische Medikamentenabhängigkeit. Dem
Versicherten könnten körperlich schwere Arbeiten in kalter und feuchter Umgebung,
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die vorwiegend sitzend und stehend ausgeübt werden müssten, die mit häufigen
inklinierten und reklinierten sowie rotierten Körperhaltungen einhergingen, bei denen
regelmässig Gegenstände über 5 bis 10 kg gehoben oder getragen werden müssten
und bei denen regelmässig kniende Positionen notwendig seien, nicht mehr
vollumfänglich zugemutet werden. Die Arbeitsfähigkeit als Bankangestellter betrage bei
voller Stundenpräsenz ca. 65 %. Körperlich leichte Tätigkeiten in temperierten
Räumen, die abwechslungsweise sitzend und stehend ausgeübt werden könnten, ohne
dass dabei regelmässig inklinierte, reklinierte oder rotierte Körperhaltungen
eingenommen und Gegenstände über 5 kg gehoben oder getragen werden müssten,
seien dem Versicherten bei voller Stundenpräsenz zu ca. 90 % zumutbar. Das
entspreche dem Ergebnis der gemeinsam mit Dr. med. D._, Facharzt für Psychiatrie
und Neurologie, vorgenommenen orthopädisch-psychiatrischen Beurteilung vom
22. August 2008. Dr. D._ hatte in seinem psychiatrischen Teilgutachten vom
14. August 2008 erklärt, eine psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit bestehe nicht. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien eine
chronische Schmerzstörung (orthopädisch zu beurteilen) ohne gleichzeitige
psychiatrische Komorbidität (keine psychiatrische Begleiterkrankung), eine psychische
Belastungssituation im Zusammenhang mit geschilderten Belastungen in privat-
familiärer und beruflicher Hinsicht und eine chronische Medikamentenabhängigkeit (vor
allem bezogen auf das Beruhigungsmedikament Temesta), bisher ohne daraus
resultierende spezifische psychische und/oder neurologische Störungen. Aus
psychiatrischer Sicht bestehe volle Arbeitsfähigkeit.
A.f Der RAD hielt am 7. Dezember 2008 (act. 40) dafür, die Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit für eine adaptierte Tätigkeit sei nachvollziehbar, hingegen nicht jene für
die angestammte Tätigkeit. Das Tätigkeitsprofil eines Bankangestellten decke sich
nämlich genau mit dem für eine adaptierte Tätigkeit umschriebenen. Es sei daher auch
für die angestammte Tätigkeit von einer Arbeitsfähigkeit von 90 % auszugehen.
A.g Am 18. Dezember 2008 teilte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons
St. Gallen dem Versicherten mit, sein Leistungsgesuch um berufliche Massnahmen
werde abgelehnt. Solche seien nicht notwendig; er sei angemessen eingegliedert. Mit
Vorbescheid vom gleichen Tag stellte sie ihm in Aussicht, auch seinen Rentenanspruch
abzuweisen. Bei einem Valideneinkommen von Fr. 60'263.-- (Tabellenlohn, privater
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Sektor, Niveau 4, Hilfsarbeiter) und einem Invalideneinkommen von Fr. 54'237.--
betrage der Invaliditätsgrad 10 %.
A.h Der Versicherte wandte am 29. Januar 2009 (act. 49) ein, selbst gut eineinhalb
Jahre nach der Operation noch seien seine Schmerzen so stark, dass er nach etwa
zwei Stunden in sitzender Haltung aufstehen und sich bewegen müsse. Nur schon das
Tragen eines Gürtels verursache durch den Druck auf die operierte Stelle Schmerzen.
Er sei immer noch auf Schmerzmittel und muskelentspannende Medikamente
angewiesen. Zwei- bis dreimal pro Woche sei er in physiotherapeutischer Behandlung.
Er könne seinen Haushalt nicht selbständig führen, sondern sei bei der
Wohnungsreinigung und bei der Wäschepflege auf Hilfe angewiesen, wie sich aus dem
beigelegten Schreiben von Dr. med. E._, Allgemeinmedizin, vom 8. Januar 2009
ergebe. In diesem Schreiben an die Krankenkasse hatte der Arzt angegeben, der
Versicherte sei aus gesundheitlichen Gründen auf eine Haushalthilfe angewiesen.
A.i Mit Verfügung vom 5. Februar 2009 (act. 46) wies die Sozialversicherungsanstalt/IV-
Stelle einen Rentenanspruch ab. Der Versicherte habe keine neuen medizinisch
objektivierbaren Änderungen von Befunden oder Symptomen mitgeteilt. Es könne
weiterhin an der gutachterlichen Beurteilung festgehalten werden.
B.
Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde vom 24. Februar 2009
(Poststempel: 25. Februar 2009). Der Beschwerdeführer beantragt eine Überprüfung
der Sache durch die Beschwerdegegnerin und sinngemäss Zusprechung von
Leistungen. Nach einem ersten Bandscheibenvorfall im Alter von 19 Jahren sei im Juli
2007 der zweite geschehen. Es habe erneut operiert werden müssen. Nun seien vier
Wirbel der LWS versteift. Seine Schmerzen seien nach wie vor erheblich und es sei ihm
nicht möglich, länger als zwei Stunden einigermassen schmerzfrei zu sitzen. Auf diese
Weise sei eine normale Arbeitstätigkeit nicht möglich. Er benötige auch für den
Haushalt Unterstützung. Die Untersuchungen der Beschwerdegegnerin lägen mehr als
ein Jahr zurück und seine gesundheitliche Situation habe sich seither nicht verbessert.
Im Gegenteil seien die Schmerzen stärker geworden. Sein psychischer
Gesundheitszustand leide sehr unter der Situation.
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C.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 7. Mai 2009 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Sie habe zu Recht auf das nachvollziehbare Gutachten
abgestellt.
D.
Am 8. Mai 2009 hat die Gerichtsleitung das Gesuch des Beschwerdeführers um
unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten) bewilligt.
E.
Mit Replik vom 26. Mai 2009 bringt der Beschwerdeführer vor, tags zuvor habe eine
Kontrolluntersuchung bei Dr. A._ stattgefunden und nun habe er Dr. E._ noch über
die Besprechung informiert. Beide Ärzte würden gern einen Schmerztherapeuten
beiziehen, um den Schmerzen auf den Grund zu gehen. Zurzeit könne er nachts keine
zwei Stunden schlafen, ohne wegen der Schmerzen zu erwachen. Schmerzmittel
würden nur ca. eine bis zwei Stunden helfen und Schlafmittel gar nicht. Deshalb bleibe
er möglichst lange wach, um nachher wenigstens drei bis vier Stunden schlafen zu
können. Durch den Schlafmangel sei er sehr nervös und unruhig, könne sich kaum auf
das Nötigste konzentrieren und verliere immer mehr den Boden unter den Füssen. Er
könne gegenwärtig nicht einmal mehr eine bis zwei Stunden am PC sitzen oder an
einem Stehpult stehen. Unter diesen Umständen könne er den Lebensunterhalt nicht
verdienen. Er ersuche dringend um weitere Abklärungen und die Zusprechung einer
angemessenen Rente.
F.
Die Beschwerdegegnerin hält am 18. Juni 2009 an ihrem Antrag fest.

Erwägungen:
1.
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1.1 Am 1. Januar 2008 ist die 5. IV-Revision in Kraft getreten. Die Beschwerdegegnerin
hat die angefochtene Verfügung am 5. Februar 2009, also unter der Geltung des
Rechts dieser Revision, erlassen. Zu beurteilen ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum
Zeitpunkt des Erlasses dieser Verfügung entwickelt hat. Dieser Sachverhalt reicht in
eine Zeit vor Inkrafttreten der 5. IV-Revision zurück. Für die Invaliditätsbemessung hat
sich indessen keine Änderung der Rechtslage ergeben. Im Folgenden werden die bis
zum 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Bestimmungen zitiert.
1.2 Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin einen
Rentenanspruch des Beschwerdeführers abgelehnt. Eine Ablehnung von beruflichen
Massnahmen hat sie ihm durch Mitteilung angezeigt. Im Gegensatz zum
Verwaltungsverfahren hat der Beschwerdeführer im gerichtlichen Verfahren lediglich
noch Rentenleistungen beantragt. Strittig ist demnach zunächst ein allfälliger Anspruch
auf eine Rente. Ergäbe sich, dass ohne Eingliederungsmassnahmen ein
Rentenanspruch in Frage steht, so gehörte zum Streitgegenstand notwendigerweise
auch die Frage, ob die Verwaltung den Grundsatz "Eingliederung vor Rente" beachtet
und eine allfällige Pflicht des Beschwerdeführers zu Massnahmen korrekt in Anspruch
genommen habe.
2.
Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
3.
3.1 Für die Invaliditätsbemessung sind zunächst die medizinischen Vorbedingungen
von Bedeutung. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu
beschreiben und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher
Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind in
der Folge eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
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Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 E. 4; ZAK 1982 S. 34). Ob die versicherte Person eine ihr zumutbare Tätigkeit auch
tatsächlich ausübt, ist für die Invaliditätsbemessung hingegen unerheblich (Rz 3046
des vom Bundesamt für Sozialversicherungen erlassenen Kreisschreibens über die
Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung = KSIH).
3.2 Die Beschwerdegegnerin geht in der angefochtenen Verfügung davon aus, dass
der Beschwerdeführer in seiner ursprünglichen Tätigkeit als Sachbearbeiter (wie in
einer adaptierten Tätigkeit) zu 10 % in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei. Das
Invalideneinkommen bestimmt sie ohne weiteres durch Anwendung des Faktors der
Arbeitsfähigkeit von 0.9 auf das als Valideneinkommen verwendete statistische
Durchschnittseinkommen von Hilfsarbeitern. Die Beschwerdegegnerin beruft sich dabei
auf das als nachvollziehbar bezeichnete Gutachten vom 22. August 2008.
3.3 Dr. C._ hatte im Gutachten allerdings als bidisziplinären Konsens festgehalten,
dass der Beschwerdeführer in der bisherigen Tätigkeit als Bankangestellter lediglich
noch zu 65 % arbeitsfähig sei. Diesen Arbeitsfähigkeitsgrad von 65 % hatte er für
körperlich schwere Arbeiten in kalter und feuchter Umgebung angegeben, die
vorwiegend im Sitzen und Stehen, mit häufigen inklinierten und reklinierten sowie
rotierten Körperhaltungen und mit regelmässigem Heben oder Tragen von Gegen
ständen über 5 bis 10 kg ausgeübt werden müssten und wo regelmässig kniende
Positionen nötig seien. In einer beschriebenen angepassten Tätigkeit hingegen mache
die Arbeitsfähigkeit 90 % aus. Wenn die Beschwerdegegnerin von einer
Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit von 90 % ausgeht, stützt sie sich vielmehr
auf die Stellungnahme des RAD vom 7. Dezember 2008, welcher die
Arbeitsfähigkeitsschätzung für die bisherige Tätigkeit als nicht nachvollziehbar
bezeichnet und dafürgehalten hatte, die Tätigkeit als Bankangestellter entspreche dem
Profil des Beschriebs für eine angepasste Tätigkeit.
3.4 Dr. C._ erklärte das erwähnte Ergebnis der gemeinsamen Beurteilung
ausdrücklich damit, dass dem Beschwerdeführer vorwiegend im Sitzen und Stehen
auszuübende Tätigkeiten wie die bisherige, die mit häufigen inklinierten
Körperhaltungen einhergingen, nicht mehr vollumfänglich zugemutet werden könnten.
Ob sich damit die gutachterlich attestierte Differenz (im Vergleich zur adaptierten
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Tätigkeit) von nicht weniger als 25 % Arbeitsfähigkeit begründen lasse, erscheint zwar
fraglich, ist doch anzunehmen, dass auch die Tätigkeit als Bankangestellter es erlaubt,
gelegentlich zwischen Sitzen und Stehen abzuwechseln und die inklinierte
Körperhaltung wenigstens zwischendurch zu lösen, wenn sie auch häufig bleibt. Um so
vieles besser angepasste erwerbliche Betätigungsmöglichkeiten sind (auch auf einem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt) schwerlich vorstellbar. Wenn die Beurteilung des RAD
aber auch einiges für sich hat, handelt es sich dabei doch nicht um die blosse Wertung,
ob auf die eine oder die andere in den Akten vertretene medizinische Ansicht
abzustellen sei, wie es die Funktion eines RAD-Berichts gemäss Art. 49 Abs. 3 IVV ist
(Bundesgerichtsentscheid i/S R. vom 14. September 2007, I 143/07), sondern der RAD
hat damit eine eigene, von der übrigen medizinischen Aktenlage abweichende
Einschätzung abgegeben, ohne dass er sich hierfür auf eine eigene Untersuchung (vgl.
Art. 49 Abs. 2 IVV) stützen könnte. Die allein auf einer Würdigung der Akten basierende
Beurteilung des RAD vermag in der Beweiswürdigung nicht gegen eine abweichende
gutachterliche Einschätzung anzukommen. Bei Zweifeln am Ergebnis des Gutachtens
wären somit weitere Abklärungen erforderlich gewesen.
3.5 Von solchen ergänzenden Abklärungen ist allerdings vorliegend abzusehen, weil
nach dem Dargelegten in antizipierender Beweiswürdigung davon ausgegangen
werden kann, dass sie jedenfalls nicht zum Ergebnis einer 35 % noch überschreitenden
Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit führen würden.
3.6 Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, vermag hieran nichts zu ändern.
Seine Angaben sowohl zum somatischen (etwa, die Fähigkeit zum Ausharren im Sitzen
sei auf 45 Minuten beschränkt) wie zum psychischen Gesundheitszustand sind bei der
Begutachtung aufgenommen und berücksichtigt worden. Die Gutachter haben
Anamnese und Befunde erhoben. Auf die bidisziplinäre Beurteilung des
Gesundheitszustands in Kenntnis der Aktenlage und nach den erforderlichen
Untersuchungen kann (im oben erwähnten Sinn) abgestellt werden, während die
abweichende Einschätzung des behandelnden Arztes dagegen im Beweiswert nicht
anzukommen vermag. Von einer Verschlechterung zwischen Begutachtungs- und
Verfügungszeitpunkt braucht nach dem Dargelegten nicht ausgegangen zu werden.
4.
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Es kann in erwerblicher Hinsicht angenommen werden, dass der Beschwerdeführer
(bei der hier massgeblichen ausgeglichenen Arbeitsmarktlage) in der Lage ist, mit einer
Arbeitsfähigkeit von (mindestens) 65 % in seiner bisherigen Tätigkeit ein Einkommen zu
erzielen, das 65 % des Valideneinkommens entspricht. Mit der attestierten
Arbeitsunfähigkeit von 35 % bzw. der entsprechenden Pensenreduktion in der
bisherigen Tätigkeit wird der gesundheitlichen Einschränkung Rechnung getragen; ein
zusätzlicher Abzug rechtfertigt sich nicht (vgl. Bundesgerichtsentscheid i/S R. vom
7. April 2009, 9C_895/2008). Da das Valideneinkommen des Beschwerdeführers als
Bankangestellter mit Lehrabschluss (trotz seiner Arbeitslosigkeit, vgl. Rz 3024 KSIH),
wie der IK-Auszug zeigt, bei über Fr. 100'000.--- pro Jahr liegt, erreicht er mit einer
Verwertung seiner Restarbeitsfähigkeit auf seinem Beruf ein höheres
Invalideneinkommen als es ihm mit einer 90-prozentigen Arbeitsfähigkeit in einer
anderweitigen Tätigkeit gelänge, für welche er keine Ausbildung besitzt. Ein
rentenbegründender Invaliditätsgrad besteht somit nicht. Im Ergebnis erweist sich die
angefochtene Verfügung als rechtmässig.
5.
5.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
5.2 Nach Art. 69 Abs. 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen
Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200 bis 1000 Franken festgelegt. Dem
Beschwerdeführer wurde am 8. Mai 2009 die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt. Als
unterliegender Partei sind ihm deshalb zwar die Gerichtskosten in der Höhe von
Fr. 600.-- aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist er jedoch von der
Bezahlung zu befreien. Wenn seine wirtschaftlichen Verhältnisse es ihm gestatten,
kann er allerdings zur Nachzahlung der Gerichtskosten verpflichtet werden (Art. 288
Abs. 1 ZPO/SG i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP/SG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG
bis
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