Decision ID: b108526f-77f0-5d9c-a5a8-44ce5ccfade9
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
I.
A.
A.a Der Gesuchsteller reichte am 17. Oktober 2016 in der Schweiz ein
Asylgesuch ein. Dabei gab er im Wesentlichen an, er sei (...) im Geschäft
der Familie angeschossen worden, wobei der Schuss seinem Bruder (...)
gegolten habe, welcher habe fliehen können. Die Behörden hätten (...) Ver-
bindungen zu den LTTE unterstellt. Zwischen (...) und (...) sei er vom Cri-
minal Investigation Department (CID) zu Hause befragt worden; sie hätten
nach der Ursache seiner Verletzung und nach Verbindungen zu den LTTE
gefragt sowie Fragen zu (...) gestellt. Tatsächlich hätten weder er selbst
noch (...) Verbindungen zu dieser Bewegung gehabt. (...) sei er dann ein-
mal festgenommen und es seien ihm unter Schlägen dieselben Fragen ge-
stellt worden. Nach einigen Tagen sei er freigelassen, jedoch auch danach
wieder zu Hause aufgesucht worden, bis er Sri Lanka mit seinem eigenen
Pass verlassen habe.
A.b Mit Verfügung vom 22. August 2019 verneinte das Staatssekretariat
für Migration (SEM) die Flüchtlingseigenschaft des Gesuchstellers, lehnte
sein Asylgesuch vom 17. Oktober 2016 ab, verfügte die Wegweisung aus
der Schweiz und ordnete den Wegweisungsvollzug an.
A.c Das Bundesverwaltungsgericht wies die gegen diese Verfügung erho-
bene Beschwerde vom 30. September 2019 mit Urteil E-5069/2019 vom
22. Juli 2021 ab. Es gelangte in Übereinstimmung mit dem SEM zum
Schluss, dass es dem Gesuchsteller nicht gelungen sei, eine asylrelevante
Verfolgung glaubhaft zu machen.
Es erwog insbesondere, die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Su-
che seitens der sri-lankischen Behörden sowie die einmalige Festnahme
in den Jahren nach seiner Schussverletzung ([...]) bis zu seiner Ausreise
habe er nicht glaubhaft gemacht, weil seine zeitlichen Angaben dazu wi-
dersprüchlich und seine Schilderungen auch substanzlos und nicht plausi-
bel ausgefallen seien. Er habe auch nicht glaubhaft gemacht, dass er vor
und nach der Ausreise bei seiner Mutter gesucht worden sei. Eine Verfol-
gungsfurcht sei auch nicht gegeben im Zusammenhang mit seinem Bruder
(...), zumal nicht glaubhaft sei, dass er vor der Ausreise in diesem Zusam-
menhang gesucht respektive befragt worden sei. Auch aus den Akten des
Bruders ergebe sich keine solche.
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B.
B.a Mit Eingabe vom 22. September 2021 reichte der Gesuchsteller beim
SEM ein «qualifiziertes Wiedererwägungsgesuch» ein. Er beantragte da-
rin, die Verfügung des SEM vom 22. August 2019 sei in Wiedererwägung
zu ziehen, seine Flüchtlingseigenschaft sei festzustellen und ihm sei in der
Schweiz Asyl zu gewähren. Eventualiter sei festzustellen, dass der Weg-
weisungsvollzug unzulässig beziehungsweise unzumutbar sei, und er sei
vorläufig in der Schweiz aufzunehmen.
Der Gesuchsteller beantragte in prozessualer Hinsicht weiter, sollte das
SEM seine Eingabe als Revisionsgesuch qualifizieren, sei diese zustän-
digkeitshalber an das Bundesverwaltungsgericht weiterzuleiten. Bis über
sein Gesuch rechtskräftig entschieden sei, sei zudem der Wegweisungs-
vollzug aufzuschieben.
Der Gesuchsteller reichte mit seiner Eingabe als Beweismittel zwei als
«Message Form Sri Lanka Police» betitelte, teilweise in englischer und teil-
weise in fremder Sprache verfasste Formulare im Original zu den Akten,
bei welchen es sich um Vorladungen des Terrorist Investigation Departe-
ment (TID) handle.
B.b Mit Schreiben vom 27. September 2021 stellte das SEM fest, mit den
neu eingereichten Beweismitteln führe der Gesuchsteller keine neuen Asyl-
gründe an, welche im Rahmen eines Wiedererwägungs- oder erneuten
Asylverfahrens zu beurteilen wären. Vielmehr ziele er auf eine Neubeurtei-
lung eines Sachverhalts ab, welcher bereits vom Bundesverwaltungsge-
richt materiell beurteilt worden sei. Bei den eingereichten Beweismitteln
handle es sich somit um mögliche Revisionsgründe, zu deren Beurteilung
ausschliesslich diese Instanz funktional zuständig sei. Entsprechend über-
wies das SEM die Eingabe des Gesuchstellers am 22. September 2021
zur weiteren Behandlung an das Bundesverwaltungsgericht.
II.
C.
Am 28. September 2021 ging die Eingabe des Gesuchstellers vom
22. September 2021 zusammen mit den Verfahrensakten beim Bundesver-
waltungsgericht ein.
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Seite 4
D.
Mittels vorsorglicher Massnahme vom 28. September 2021 setzte die zu-
ständige Instruktionsrichterin den Vollzug der Wegweisung des Gesuch-
stellers einstweilen aus.
E.
Mit Zwischenverfügung vom 5. Oktober 2021 forderte sie den Gesuchstel-
ler zur Leistungen eines Kostenvorschusses in der Höhe von Fr. 1'500.–
sowie zur Einreichung einer Übersetzung der fremdsprachigen Beweismit-
tel in eine Schweizerische Amtssprache auf.
F.
Der Kostenvorschuss wurde am 11. Oktober 2021 fristgerecht geleistet.
G.
Mit Eingabe vom 19. Oktober 2021 reichte der Gesuchsteller fristgerecht
Übersetzungen der genannten Beweismittel in die deutsche Sprache zu
den Akten.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet gemäss Art. 105 AsylG
(SR 142.31) auf dem Gebiet des Asyls in der Regel endgültig über Be-
schwerden gegen Verfügungen des SEM (vgl. zur Ausnahme Art. 83 Bst. d
Ziff. 1 BGG). Es ist ausserdem zuständig für die Revision von Urteilen, die
es in seiner Funktion als Beschwerdeinstanz gefällt hat (vgl.
BVGE 2007/21 E. 2.1).
1.2 Gemäss Art. 45 VGG gelten für die Revision von Urteilen des Bundes-
verwaltungsgerichts die Art. 121–128 BGG sinngemäss. Nach Art. 47 VGG
findet auf Inhalt, Form und Ergänzung des Revisionsgesuches Art. 67 Abs.
3 VwVG Anwendung.
1.3 Im Revisionsgesuch ist insbesondere der angerufene Revisionsgrund
anzugeben, wobei die in Art. 121–123 BGG enthaltene Aufzählung der Re-
visionsgründe abschliessend ist. Sodann ist die Rechtzeitigkeit des Revisi-
onsbegehrens im Sinne von Art. 124 BGG darzutun. Das Gesuch hat auch
die Begehren für den Fall eines neuen Beschwerdeentscheides zu enthal-
ten (Art. 47 VGG i.V.m. Art. 67 Abs. 3 VwVG).
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1.4 Das Revisionsgesuch ist ein ausserordentliches Rechtsmittel, das sich
gegen einen rechtskräftigen Beschwerdeentscheid richtet. Wird das Ge-
such gutgeheissen, beseitigt dies die Rechtkraft des angefochtenen Ur-
teils, und die bereits entschiedene Streitsache ist neu zu beurteilen
(vgl. MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwal-
tungsgericht, 2. Aufl. 2013, Rz. 5.36).
2.
Der Gesuchsteller ist durch das Beschwerdeurteil E-5069/2019 vom
22. Juli 2021 besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an
dessen Aufhebung oder Änderung. Er ist daher zur Einreichung des Revi-
sionsgesuchs legitimiert (Art. 89 Abs. 1 BGG analog; vgl.
MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 5.70). Das Revisionsgesuch ist
sodann als rechtzeitig im Sinne von Art. 124 BGG zu erachten. Der Ge-
suchsteller nennt in seiner Laieneingabe mindestens sinngemäss den an-
gerufenen Revisionsgrund und stellt Begehren für den Fall der Wiederauf-
nahme des Beschwerdeverfahrens. Sodann sind auch die übrigen Form-
vorschriften erfüllt.
3.
3.1 Gemäss Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG kann in öffentlich-rechtlichen An-
gelegenheiten die Revision eines Urteils verlangt werden, wenn die ersu-
chende Partei nachträglich erhebliche Tatsachen erfährt oder entschei-
dende Beweismittel auffindet, die sie im früheren Verfahren nicht beibrin-
gen konnte (sog. unechte Nova), unter Ausschluss der Tatsachen und Be-
weismittel, die erst nach dem Entscheid entstanden sind (sog. echte Nova).
Auf Revisionsgesuche, die auf echten Nova gründen ist, unabhängig von
der Frage der Erheblichkeit der neuen Tatsachen oder Beweismittel, weder
einzutreten noch sind sie von Amtes wegen der Vorinstanz zur wiederer-
wägungsweisen Prüfung zu überweisen (vgl. BVGE 2013/22 E. 13).
3.2 Der Revision nicht zugänglich sind auch diejenigen Tatsachen und Be-
weismittel im Sinne von Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG, die von der ersuchen-
den Partei bei genügender Sorgfalt bereits in das frühere Verfahren hätten
eingebracht werden können (vgl. Art. 46 VGG sowie NIKLAUS OBERHOLZER
in: Bundesgerichtsgesetz, Handkommentar, 2. Aufl. 2015, Art. 123 BGG N.
8 S. 663). Die entschuldbaren Gründe für das verspätete Vorbringen müs-
sen objektiver Natur sein; ein Verschulden schliesst die Geltendmachung
des Revisionsgrundes demnach aus. Entschuldbar heisst, dass es für den
Gesuchsteller bei aller Umsicht unmöglich gewesen sein muss, die Tatsa-
che oder das Beweismittel rechtzeitig beizubringen (vgl. DOMINIK VOCK in:
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Seite 6
Bundesgerichtsgesetz, Praxiskommentar, 2. Aufl. 2013, Art. 123 BGG N. 4
S. 640).
4.
4.1 Der Gesuchsteller beruft sich zumindest sinngemäss auf den Revisi-
onsgrund nach Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG und reicht dazu mit seinem Re-
visionsgesuch folgende Beweismittel ein, mit welchen er nun die im or-
dentlichen Asylverfahren als unglaubhaft erachtete Sachdarstellung bele-
gen will:
 ein handschriftlich ausgefülltes Formular in fremder Sprache im Origi-
nal (datiert vom 6. Februar 2020), bei dem es sich um ein Meldefor-
mular der Polizei von Sri Lanka handle und das bestätige, dass seitens
des TID ein grosses Interesse an seiner Person bestehe (Beilage 1
des Revisionsgesuchs),
 ein zweites, ebenfalls handschriftlich ausgefülltes Formular in fremder
Sprache (datiert vom 3. Januar 2021), bei dem es sich um ein weiteres
Meldeformular der Polizei von Sri Lanka handle und das bestätige,
dass seitens der Polizei in Colombo ebenfalls ein Interesse an seiner
Person bestehe (Beilage 2).
4.2 Diese Beweismittel sind vor dem Urteil E-5069/2019 vom 22. Juli 2021
entstanden und damit im Sinne von Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG der Revi-
sion grundsätzlich zugänglich. Demgegenüber fällt auf, dass beide Beweis-
mittel spät, eingereicht werden, und es stellt sich die Frage, ob sie im Sinne
von Art. 46 VGG als rechtzeitig eingereicht gelten respektive, ob die
Gründe für das verspätete Einreichen entschuldbar sind.
Der Gesuchsteller bringt diesbezüglich vor, er habe die Beweismittel, un-
mittelbar nachdem er sie am 13. September 2021 von seiner Familie aus
Sri Lanka per Post zugeschickt erhalten habe, mit Eingabe vom 28. Sep-
tember 2021 eingereicht. Seine Familie sei, wie er selbst, irrtümlicherweise
davon ausgegangen, seinem Asylgesuch werde stattgegeben. Sie habe
ihn vor weiteren Behelligungen seitens der sri-lankischen Behörden schüt-
zen wollen und es deshalb unterlassen, die Dokumente früher, bezie-
hungsweise unmittelbar nachdem sie diese erhalten hätten, an ihn weiter-
zuleiten. Zudem hätten seine Verwandten befürchtet, die sri-lankischen Be-
hörden könnten den entsprechenden Brief abfangen und es würden sich
so weitere Schwierigkeiten für den Gesuchsteller ergeben. Vor deren Ein-
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treffen in der Schweiz am 13. September 2021 habe er nichts von der Exis-
tenz dieser Dokumente gewusst. Entsprechend seien die Beweismittel als
fristgerecht beziehungsweise als entschuldbar verspätet eingereicht zu be-
trachten.
Diese Auffassung teilt das Bundesverwaltungsgericht nicht. Ausschlagge-
bend ist nicht, dass der Gesuchsteller sie am 28. September 2021 bezie-
hungsweise fünfzehn Tage nachdem er sie erhielt an die Vorinstanz wei-
terleitete. Vielmehr ist entscheidend, dass er bei der von ihm zu erwarten-
den Sorgfalt die Beweismittel vor Abschluss des ordentlichen Beschwerde-
verfahrens mit dem Urteil vom 22. Juli 2021 hätte einreichen können. Der
vorgebrachte Grund, warum er die Beweismittel nicht vor dem Urteilszeit-
punkt im Verfahren E-5069/2019 – also innert rund achtzehn Monaten be-
ziehungsweise sechs Monate nach deren Entstehung –, habe einreichen
können, überzeugt nicht. Dies umso weniger, als der Gesuchsteller sowohl
anlässlich der Anhörung vom 29. Oktober 2018 (vgl. SEM-Akten N 684
627, A12/14, F12 ff.) als auch in seinem Revisionsgesuch vom 22. Sep-
tember 2021 angab (vgl. a.a.O. S. 3 f.), er stehe in Kontakt mit seiner Fa-
milie. Es wäre, insbesondere im Rahmen der ihm obliegenden Mitwir-
kungspflicht, in seiner Verantwortung gelegen, sich über die aktuellen Ent-
wicklungen in Sri Lanka zu informieren und nach neuen Ereignissen zu
fragen. Der pauschale Hinweis, seine Familie habe ihn vor weiteren Behör-
denkontakten schützen wollen und die Beweismittel als unwichtig einge-
schätzt, rechtfertigt eine revisionsrechtliche materielle Prüfung nicht. Auch
mit dem Verweis, seine Familie habe ihn vor weiteren Schwierigkeiten mit
den sri-lankischen Behörden bewahren wollen, stellt kein entschuldbarer
Grund für eine verspätete Einreichung dar. Vielmehr ist nicht ersichtlich,
wieso sich seine Familie schliesslich doch noch dazu entschlossen habe,
das geltend gemachte Risiko doch einzugehen und die Beweismittel in die
Schweiz zu schicken.
4.3 Der Gesuchsteller bringt sodann vor, das Bundesverwaltungsgericht
habe sich in seinem Urteil E-5069/2019 vom 22. Juli 2021 offensichtlich mit
der tatsächlich stattfindenden Verfolgung seiner Person in seinem Heimat-
staat nicht auseinandergesetzt. Damit rügt er sinngemäss, dieses Urteil sei
in Verletzung des rechtlichen Gehörs ergangen. Dieser Aspekt ist jedoch
von einer revisionsweisen Überprüfung ebenso ausgeschlossen
(vgl. BVGE 2015/20) wie reine Urteilskritik. Nicht weiter einzugehen ist so-
dann auf das Argument, die Lage in Sri Lanka habe sich inzwischen zu
Ungunsten des Gesuchstellers verändert (vgl. E. 3.1 in fine).
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4.4 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die neuen Beweismittel im
Sinne von Art. 46 VGG verspätet eingereicht wurden und keine entschuld-
baren Gründe dafür vorliegen, weshalb grundsätzlich auf das Revisionsge-
such nicht einzutreten wäre.
5.
5.1 Verspätete revisionsweise Vorbringen können, dessen ungeachtet, zur
Revision eines rechtskräftigen Urteils führen, wenn aufgrund dieser Vor-
bringen offensichtlich wird, dass einem Gesuchsteller Verfolgung oder
menschenrechtswidrige Behandlung droht und damit ein völkerrechtliches
Wegweisungshindernis besteht (vgl. BVGE 2013/22 E. 5.4 in fine m.H.).
Dabei genügt es nicht, eine drohende Verletzung von Art. 3 EMRK respek-
tive Art. 33 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der
Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) lediglich zu behaupten. Der Gesuchsteller
muss die beachtliche Wahrscheinlichkeit einer aktuellen und ernsthaften
Gefahr vielmehr schlüssig nachweisen (vgl. Entscheide und Mitteilungen
der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1995 Nr. 9 E. 7).
5.2 Mit den beiden eingereichten Formularen wird die (Polizei)station
Chavakachcheri benachrichtigt, dass sich der Gesuchsteller jeweils we-
nige Tage später in der Abteilung für Terrorismusermittlung in Colombo zur
Befragung melden solle. Die Beweismittel geben zu Zweifeln Anlass. So ist
erstaunlich, dass sie keinerlei genauere Informationen enthalten. Insbe-
sondere aber ist nicht nachvollziehbar, weshalb der Gesuchsteller plötzlich
im Jahr 2020 und damit lange Zeit nach der geltend gemachten letzten
Suche plötzlich nach Colombo vorgeladen werden sollte. Hinzu kommt,
dass sein Nichterscheinen offenbar dann nahezu ein Jahr lang keine Kon-
sequenzen hatte, bevor die lokale Polizeistation wiederum benachrichtigt
worden sein soll, den Gesuchsteller einzuladen. Aber auch ungeachtet der
Frage ihrer Echtheit, wird mit diesen revisionsweise und verspätet einge-
reichten Beweismitteln – vor dem Hintergrund der als unglaubhaft erkann-
ten Asylgründe – nicht offensichtlich, dass dem Gesuchsteller mit der not-
wendigen hohen Wahrscheinlichkeit Verfolgung oder ernsthafte Gefahr
menschenrechtswidriger Behandlung droht, zumal es alleine um eine Be-
fragung gehe.
5.3 Es liegen zusammenfassend aus völkerrechtlicher Sicht keine Gründe
vor, die verspäteten revisionsweisen Vorbringen materiell zu beurteilen.
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6.
Nach dem Gesagten ist auf das Revisionsgesuch nicht einzutreten (Art. 23
Abs. 1 Bst. b VGG).
7.
Mit dem Nichteintreten auf das Revisionsgesuch ist die am 28. Septem-
ber 2020 angeordnete superprovisorische Massnahme (einstweiliges Aus-
setzen des Wegweisungsvollzugs) hinfällig.
8.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdefüh-
rer aufzuerlegen. Sie belaufen sich für das als aussichtslos zu beurteilende
Revisionsgesuch praxisgemäss auf Fr. 1‘500.– (Art. 37 VGG i.V.m. Art. 63
Abs. 1 VwVG; Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die
Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,
SR 173.320.2]) und sind durch den am 11. Oktober 2021 geleisteten Kos-
tenvorschuss gedeckt.
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