Decision ID: 3850a675-e2a3-42c5-94eb-cebcb9e4db0c
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1970, arbeitete ab 1. April 1987 als Hausangestellte im Krankenheim
Y._
in Zürich und war im Rahmen dieses Anstellungs
verhältnisses bei der Unfallversicherung Stadt Zürich (UVZ; vormals Versiche
rungskasse der Stadt Zürich, Unfallversicherung) für die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen obligatorisch versichert
(Unfallmeldung UVG vom 3
0.
August 1988,
Urk.
12/1
)
.
Am 21. August 1988 war
X._
in Slowenien zusammen mit ihren Eltern als Mitfahrerin von einem Verkehrsunfa
ll betroffen, bei dem ein entge
genkommender Personenwagen frontal in den vom Vater gelenkten Wagen prallte und weitere Fahrzeuge in die Unfallwagen fuhren. Dabei verstarben die Lenkerin des kollisionsverursachenden Fahrzeugs und deren Ehemann (vg
l. die Unfallprotokolle in
Urk.
12/1a+b), und der Vater von
X._
, der in das nächste Spital gebracht w
urde (vgl.
Urk.
12/1a S. 5), starb dort Anfang September 1988 an einer Lungenembolie (Schreiben von Rechtsanwalt Dr. Robert
Geisseler
vom 5. Dezember 1988,
12/4; Brief
des Hausarztes
Dr.
m
ed. Z._
, Facharzt für Radio-Onkologie,
vom 24. Mai 1989, Urk.
12/M8).
X._
selbst erlitt beim Unfall
eine Kontusion des linken Unterschenkels mit Distorsion des oberen Sprunggelenks (Arztzeugnisse UVG von
Dr.
Z._
vom 1
0.
und vom 1
5.
Oktober 1988,
Urk.
1
2
/M1 und
Urk.
12
/M2). Sie nahm nach der Rückkehr in die Schweiz ihre Arbeit im Krankenheim zunächst nach Massgabe der attestierten Arbeitsunfähigkeit
teilzeitlich wieder auf,
klagte jedoch
weiterhin
über
Beschwerden (Berichte der
A._
vom 2
0.
Januar und vom 1
2.
Juli 1989,
Urk.
1
2
/M3 und Urk. 1
2
/M10)
.
In der Folge liess die UVZ durch Dr. med. B
._
, Facharzt für Innere Medizin, speziell Rheumaerkrankungen, das vertrauensärztliche Gutachten vom 2
2.
August
1989 (
Urk.
12/M19 sowie Urk. 12
/M18) und durch
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Chirurgie, das vertrauensärztliche Gutachten vom
1
0.
Juli 1991 (
Urk.
12/M28 sowie Urk. 12
/M29) erstellen. Gestützt auf diese Gutachten wurde
X._
per
Mitte September 1990 im Umfang von 25 % teilpensioniert (Beschluss des Stadtrates von Zür
ich vom 29. August 1990, Urk. 12
/20)
,
und per
Mitte September 1991 wurde ihr eine Invalidenpension aufgrund einer vollumfänglichen Arbeitsunfähigkeit im bisherigen Beruf zugesprochen (Beschluss der Versicherungskasse der Stadt Zürich vom 2
3.
Januar 1992,
Urk.
1
2
/31).
Im Mai 1990 war
X._
,
die seit 1989 in zweiter Ehe verheiratet war,
Mutter einer Tochter geworden (vgl.
Urk.
10/4/1+2) und
hatte
danach ihre Arbeit im Krankenheim nicht mehr auf
genommen
.
1.2
Im Februar 1991 hatte sich
X._
auch bei der Invalidenversicherung angemeldet (Urk. 10/4).
Das IV-Sekretariat und
ab 1995 die Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich (SVA), IV-Stelle, liessen die Gutachten von Dr. med.
D._
, Facharzt für Chirurgie, vom 10. Januar 1994 (Urk. 1
2
/M37), von Dr. med. E._
, Spezialarzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation, speziell Rheumaerkrankungen, vom 15. November 1994 (Urk.
10/22/2-7) und von Dr. med. F._
, Psychiatrie und Psychotherapie, vom 11. Januar 1995 (
Urk.
10/15/1-8) erstellen.
Mit
Verfügung
vom 31. Juli/7. August 1995 sprach die IV-Stelle
der Versicherten
mit Wirkung ab dem
1.
Februar 1990 eine
ganze
Rente aufgrund eines Invaliditätsgrades von 70
%
zu (Urk. 10/9-14; Mitteilung vom 1
7.
Februar 1995,
Urk.
10/6).
1.3
Die UVZ traf nach
Kenntnisnahme
der
rentenzusprechenden
Verfügung
der IV
Stelle
zunächst Abk
l
ärungen im Hinblick auf die
Festle
gung einer Komplementärrente
(vgl. Urk.
12/51
82).
In medizinischer Hinsicht liess sie
Ende 1991/Anfang 1992 durch Dr. med.
G._
, Spezialarzt für orthopädische
Chirurgie
, die Frage einer Operation des linken oberen Sprunggelenks beur
teilen (vgl. Urk. 12
/M31
M34) und beauftragte - Jahre später - die
A._
mit der orthopädischen und die Psychiatrische Poliklinik des
H._
mit der psychiatrischen Begutachtung der Versicherten (
Gutachten der
A._
vom 23. Juni 1998,
Urk.
12
/M41
und
Urk.
12/
103
;
Gutachten der Psychiatrischen Poliklinik des
H._
vom 14. Juli 1998
,
Urk.
12
/M42 und
Urk.
12/
10
2
).
Die Versicherte war im Januar 1997 erneut Mutter geworden (vgl. Urk.
10
/17).
Mit Verfügung vom 17. Dezember 1998 stellte die UVZ die Taggeldleistungen per Ende Jahr ein und verneinte den Anspruch der Versicherten auf eine Invali
denrente und eine Integritätsentschädigung.
Zur Begründung führte sie an, die Beschwerden an der Lendenwirbelsäule und die psychischen Störungen seien nicht unfallkausal und die unfallkausale Symptomatik am linken oberen Sprunggelenk schränke die Leistungs- und Erwerbsfähigkeit nicht wesentlich ein und beeinträchtige die Integrität nicht (Urk. 12/126). Sie bestätigte diese Verfügung mit
Einspracheentscheid
vom 12. Januar 2000 (Urk. 12/131) und erneut - nachdem sie vom Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich zur Eröffnung der Verfügung vom 1
7.
Dezember 1998 an die mitbetroffene Krankenkasse angehalten worden war (Urteil vom 3
0.
Mai 2000
,
Urk.
11/138/15
; Prozess Nr.
UV.2000.00070) - mit
Einspracheentsc
heid
vom 2
3.
Oktober 2000 (Urk.
12/137). Mit Urteil vom 2
8.
September 2001 gelangte das Sozialversicherungsgericht zum Schluss, der natürliche und adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem psychischen Beschwerdebild sei gegeben und von einer psychotherapeutischen Behandlung sei eine namhafte Besserung zu erwarten. Dementsprechend hob das Gericht den
Einspracheentscheid
vom 2
3.
Oktober 2000 auf und wies die Sache zur Erbringung weiterer Taggelder und zur Übernahme der Heilbehandlung sowie zum anschliessenden neuen Entscheid über den Anspruch auf eine Rente und eine Integritätsentschädigung an die UVZ zurück (
Urk.
11/138/8;
Prozess Nr. UV.2000.00220). Das Bundesgericht wies die Beschwerde der UVZ mit Urteil vom
9.
April 2002 ab (Urk. 12/155).
Mit Verfügung vom 21. Juni 2004
bezog sich die UVZ
auf ein Schreiben vom 11. Juni 2004, womit sich der Rechtsvertreter der Versicherten mit einem Vergleichsvorschlag vom 8. April 2004 (
Urk.
12/167)
als einverstanden
erklärt habe, und sprach der Versicherten mit Wirkung ab dem 1. Januar 2004 eine Invalidenrente auf der Basis eines Invaliditätsgrades von 100 % in Form einer Komplementärrente zur Rente der Invalidenversicherung sowie eine Integritätsentschädigung aufgrund einer Integritätseinbusse von 30 % zu. Ausserdem legte sie für die Zeit von August 1995 bis Ende 2003 den Taggeldanspruch fest (Urk. 12/169). Diese Verfügung blieb unangefochten.
1.4
Bei der Einleitung eines Rentenrevisionsverfahrens im Jahr 2002 hatte d
ie IV
Stelle festgestellt, dass ihr das Do
ssier der Versicherten abhanden
gekommen
war
, und
sie
hatte namentlich
die Gutachten von
Dr.
E._
und
Dr.
F._
der Jahre 1994 und 1995
neu
beschafft (vgl. Urk. 1
0
/15
/9-10
und
Urk. 10
/2
2/1).
Sodann hatte sie
mit Mitteilung vom 2
9.
April 2002 den Anspruch auf die bisher
ige ganze Rente bestätigt (
Urk.
10
/2
7
; Verlaufsbericht von Dr.
Z._
vom 11. April 2002,
Urk.
10/26).
Weitere Bestätigungen des unveränderten Rentenanspruchs folgten mit Mitteilu
ng vom 2
9.
Juni 2005 (
Urk.
10/39; Verlaufsbericht von
Dr.
Z._
vom 4. Juni 2005,
Urk.
10
/3
7
/
1-4) und mit Mitteilung vom 2
5.
August 2008 (Urk. 10/48
; Verlaufsbericht von Dr.
Z._
vom 15. August 2008, Urk. 1
0/46
).
1.5
Im September 2012 leitete die IV-Stelle erneut e
in Revisionsverfahren in die We
ge (Angaben im Fragebogen vom 2
4.
September 2012,
Urk.
10/59
). Sie liess hierzu den Verlaufsbericht von
Dr.
Z._
vom
8.
Dezember 2012 erstellen (Urk.
10/63/1-4 mit Beilagen
) und liess die Versicherte
anschliessend durch Dr. med. I._
, Spezialarzt für
Rheumatologie, und Dr. med.
J._
, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
bidisziplinär
begutachten (rheumatologisches und psychiatrisches Teilgutachten sowie Gesamtbeurteilung je vom 2
8.
Mai 2013,
Urk.
10/71/20-40,
Urk.
10/71/1-17 und
Urk.
10/71/41-42)
.
Nach einem Gespräch zur beruflichen Standortbestimmung
(Protokoll vom
2
1.
August 2013
,
Urk.
10/73
) eröffnete die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom
2.
Se
ptember 2013, dass ihr Invaliditätsgrad nur noch 20
%
betrage und sie deshal
b die Rente aufzuheben gedenke. Gleichzeitig gab sie der Versicherten Gelegenheit, sich für eine Abklärung ihres beruflichen Potentials zu melden. Ausserdem wies sie die Versicherte darauf hin, dass sie sich aufgrund ihrer Schadenminderungspflicht einer psychiatrisch-psychotherapeutischen und medikamentösen Behandlung zu unterziehen habe (
Urk.
10/78).
Die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Markus Bischoff, liess am
3.
Oktober 2013 Einwendungen zum Vorbescheid vorbringen
(
Urk.
10/86) und untermauerte diese mit einem
Kommentar von Dr. med. K._
, Spezial
arzt für Psychotherapie, vom
4.
Oktober 2013 zum Gutachten von
Dr.
I._
und
Dr.
J._
(Urk.
10/90
).
Ausserdem gab die
A._
am 1
0.
Januar 2014 gegenüber der IV-Stelle eine Arbeitsfähigkeitsbeurteilung ab (
Urk.
10/94).
In der Folge
nahm die
IV-Stelle
im Juli 2014 eine Abklärung im Haushalt der Versicherten vor (Bericht vom 2
8.
Juli 2014,
Urk.
10/157) und
liess im Dezember 2014
bei der
L._
die vorgesehene Potentialabklärung in Form einer einmonatigen Erprobung der Leistungsfähigkeit
durchführen
(Zielvereinbarung vom Oktober 2014,
Urk.
10
/1
11
; Bericht vom 1. Dezember
2014 über die Abklärung vom
3.
bis zum 2
8.
November 2014,
Urk.
10
/1
12
; Verlaufsprotokolle in Urk.
10/115
)
. Anschliessend
verneinte
sie
mit Verfügung vom
8.
Dezember 2014 den Anspruch der Versich
erten auf berufliche Massnahmen
, da solche aufgrund des Gesundheitszustands nicht möglich seien (Urk.
10/114).
1.6
Die UVZ,
die seit dem Erlass der Verfügung vom 21. Juni 2004 keine Rentenrevisionen mit Abklärung des medizinischen Sachverhalts vorgenommen hatte,
hatte im Jahr 2013
das Gutachten von
Dr.
I._
und
Dr.
J._
vom 2
8.
Mai 2013 bei
gezogen
und
hatte
Kenntnis vom Vorbescheid der IV-Stelle vom 2. September 2013
erhalten
. Mit Verfügung vom 3
1.
Oktober 2013 und
Einspracheentscheid
vom
8.
Januar 2014
hatte
sie daraufhin die bisherige, aufgrund eines Invaliditätsgrades von 100
% ausgerichtete Rente per 1. Juni 2013 auf eine Rente aufgrund eines Invaliditätsgrades von 26 % herab
gesetzt
(Urk. 12/198
und Urk.
12/201
).
Das Sozialversicherungsgericht hob den
Einspracheentscheid
vom
8.
Januar 2014 mit Urteil vom 2
7.
November 2015 auf
(
Urk.
12/222; Prozess Nr.
UV.2014.00035). Es gelangte zum Schluss, dass das Gutachten von
Dr.
I._
und
Dr.
J._
, auf das sich die UVZ bei der Renten
herabsetzung
gestützt hatte, nicht ausreiche, um eine gesundheit
l
iche Veränderung
rechtsgenüglich
nachzuweisen oder die Rentenzusprechung als zweifellos unrichtig erscheinen zu lassen (
Urk.
12/222 E. 2.3 und E. 2.4), und hielt fest, dass weitere medizinische Abklärungen in Form einer umfassenden Begutachtung mit Einbezug sämtlicher
Vorakten
erforderlich seien. Es sah jedoch von einer Rückweisung zur Vornahme dieser Abklärungen ab, dies mit der Begründung, dass die UVZ selbst bei Vorliegen eines Revisions- oder Wiedererwägungsgrundes vor einer allfälligen Rentenherabsetzung die Ergebnisse der beruflichen Abklärungen der IV-Stelle
, die dies
e
in Form der Potentialabklärung vorgenommen habe,
hätte abwarten müssen und diese Ergebnisse zur Zeit der Verfügung vom 3
1.
Oktober 2013 und des
Einspracheentscheid
s
vom
8.
Januar 2014 noch nicht vorgelegen hätten (
Urk.
12/222 E. 2.5).
1.
7
Die IV-Stelle hatte i
m Laufe der weiteren Abklärungen zum Rentenanspruch
den Bericht von
Dr.
K._
vom 2
1.
Januar 2015 (irrtümlich 1995) ein
geholt
(Urk. 10/118
)
und hatte die Versicherte danach
mit Mitteilung vom 1
7.
November 2015 von ihrer Absicht in Kenntnis
gesetzt
, ein
bidisziplinäres
Gutachten durch
Dr.
med. M._
(Rheumatologie) und Prof.
Dr.
N._
(Psychiatrie) in Auftrag zu geben (
Urk.
10/128).
Die Versicherte
hatte
am 1
8.
November 2015 die Ablehnung von Dr.
M._
und Prof.
N._
als befangen kundtun
lassen (Urk.
10/
129); die IV-Stelle hatte
jedoch
mit Verfügung vom 2
6.
November 2015 an der Abklärung durch
Dr.
M._
und Prof.
N._
fest
halten lassen (Urk.
10/131). Mit Urteil vom 2
3.
März 2016 wies das Sozialversicherungsgericht die Beschwerde der Versicherten gegen diese Verfügung ab (
Urk.
10/1
36; Prozess Nr. IV.2016.00043).
Aufgrund des Hinweises im Urteil vom 2
3.
März 2016, dass einiges
für die Vera
n
l
assung einer polydisziplinären anstelle einer
bidisziplinären
Begutachtung spreche (
Urk.
10/136/7),
sah die IV-Stelle
jedoch
von der
bidisziplinären
Begutachung
durch
Dr.
M._
und Prof.
N._
ab und holte stattdessen das Gutachten des
O._
vom
1
4.
November 2016 ein (
Dr.
med.
P._
, Allgemeine Innere Medizin und Rheumatol
o
gie sowie Fallführung;
Dr.
med.
Q._
, Neurologie;
Dr.
med. R._
, Psychiatrie;
Urk.
10/155
).
Mit Eingabe vom
2.
Mai 2017 liess die Versicherte zum Gutachten Stellung nehmen (
Urk.
10/160) und aktuelle medizinische Berichte einreichen, namentlich
einen Bericht der
A._
vom 2
7.
Februar 2017 (
Urk.
10/159/7-8), eine Stellungnahme von
Dr.
K._
vom 1
5.
März 2017 zum Gutachten des
O._
(
Urk.
10/159/12-17), einen Bericht von
Dr.
med.
S._
, Spezialarzt für Neurologie, vom 1
2.
April 2017
(
Urk.
10/159/9-11) und einen Bericht von
Dr.
Z._
vom 1
2.
April 2017 (
Urk.
10/159/1-3). Mit Verfügung vom 1
0.
Juli 2017
entschied die IV-Stelle im Sinne ihres Vorbescheids vom
2.
September 2013 und hob die ganze Rente der Versicherten auf Ende des der Zustellung folgenden Monats auf (
Urk.
2 =
Urk.
10/164; Feststellungsblatt in
Urk.
10/163).
2.
2.1
Gegen die Verfügung vom 1
0.
Juli 2017 liess
X._
durch Rechtsanwalt Markus Bischoff mit Eingabe vom
8.
September 2017 Beschwerde erheben (
Urk.
1) mit dem Antrag auf deren Aufhebung (
Urk.
1 S. 2). Die IV-Stelle schloss in der Beschwerdeantwort vom 2
2.
Dezember 2017
auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
9).
2.2
Die UVZ
hatte nach Kenntnisnahme des Gutachtens des
O._
vom 1
4.
November 2016 und der Verfügung der IV-Stelle vom 1
0.
Juli 2017 ihrerseits die Verfügung vom 3
0.
August 2017 erlassen und die bisherige Rente
für die Zeit ab dem 1.
September 2017
auf eine Rente aufgrund eines Invaliditätsgrades von 20
%
herabgesetzt, dies in Anlehnung an den von der IV-Stelle ermittelten Invaliditätsgrad (
Urk.
12/235). Mit
Einsprachee
ntscheid
vom
9.
November 2017 hatte sie diese Verfügung bestätigt (
Urk.
12/243), wogegen die
Versicherte mit Eingabe vom 13.
Dezember 2017 ebenfalls hatte Beschwe
rde erheben lassen (Prozess Nr.
UV.2017.00286). Über jene Beschwerde wird
gleichermassen
mit Urteil von heute entschieden.
2.3
Mit Verfügung vom 2
3.
Februar 2018 zog das Sozialversicherungsgericht aus dem Prozess Nr. UV.2017.00286 die Akten der UVZ bei (
Urk.
11/1-138 sowie Urk.
12/R1-R78,
Urk.
12/M1-M42,
Urk.
12/I1-I2 und
Urk.
12/1a-247
) und ordnete gleichzeitig einen zweiten Schriftenwechsel an (
Urk.
13). In der Replik vom 11.
April 2018 liess die Versicherte
an ihrem Antrag auf Aufhebung der angefochtenen Verfügung festhalten (
Urk.
14). Die IV-Stelle verzichtete mit Eingabe vom
8.
Mai 2018 auf die Erstattung einer Duplik (
Urk.
16), wovon die Versicherte am
5.
Juni 2018 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
17).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Am 1. Januar 2004, am 1. Januar 2008 und am 1. Januar 2012 sind die im Zuge der Revisionen 4, 5 und 6 (erstes Massnahmenpaket) geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG), der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) und des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher
Hinsicht gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zugrunde zu legen sind, die gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen).
Die angefoch
tene Verfügung ist am 1
0.
Juli
2017 ergangen. Da der zu beurteilende Sachverhalt jedoch bereits vor dem Inkrafttreten der revidierten Bestim
mungen der 4.
,
5.
und
6.
IV-Revision
begonnen
hat - zur Diskussion steht die Aufhebung einer Rente, die der Beschwerdeführerin im Jahr 1995 mit Wirkung ab dem
1.
Februar 1990 zugesprochen worden war - und es sich beim Rentenanspruch um eine Dauerleistung handelt, ist entsprechend der dargelegten intertemporalrechtlichen Regelung für die Zeit bis Ende 2003 auf die damals gültig gewesenen Bestimmungen und für die Zeiten ab dem 1. Januar 2004, ab dem 1. Januar 2008 und ab dem 1. Januar 2012 auf die jeweils neuen Normen der Revisionen 4, 5 und 6 abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision:
BGE 130 V 445
; Urteil des Bundesger
ichts I 428/04 vom 7. Juni 2006
E. 1).
Soweit jedoch die Revisionen 4, 5 und 6 keine substanziellen Änderungen gegenüber der früheren Rechtslage gebracht haben, ist die zur altrechtlichen Regelung ergangene Rechtsprechung weiterhin massgebend (Urteil des Bundesgeric
hts 8C_76/2009 vom 19. Mai 2009
E. 2).
Dies gilt auch für die Änderungen, die im Zusammenhang mit der Einführung des ATSG per 1. Januar 2003 in Kraft getreten waren (vgl. BGE 130 V 343 und 445).
Im Folgenden werden die Gesetzesbestimmungen in den aktuellsten Fassungen zitiert, soweit sich mit diesen Fassungen gegenüber den früheren Fassungen nichts geändert hat.
2.
2.1
Invalidität
ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerb
sunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit ode
r Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1 IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arb
eitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG).
Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
nach
Art.
7 Abs. 2 ATSG
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen
(Satz 1)
. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überw
indbar ist (Satz 2).
2.2
2.2.1
Im Hinblick auf das Erfordernis in Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG hatte das Bundes
gericht die Arbeitsunfähigkeit bei bestimmten Leiden seit dem Jahr 2004 nach besonderen Grundsätzen beurteilt. Es hatte diese Leiden unter dem Begriff der p
athogenetisch
-ätiologisch unklare
n
syndromale
n
Beschwerdebilder ohne nach
weisbare organische Grundlage
zusammengefasst und festgestellt, es seien dies Störungen,
die sich hinsichtlich ihrer invalidisierenden Wirkung einer objektiven Beurteilung weit
gehend entzögen
, weil sie
in erster Linie
auf den Angaben der Patienten basier
t
en
(BGE 139 V 547 E. 5.9 mit Hinweis auf BGE 130 V 352). Das Bundesgericht war weiter zum Schluss gelangt, dass solche Störungen keinen
direkten Nachweis einer anspruchsbegründen
den Arbeitsunfähigkeit erlaubten und der Nachweis daher indirekt, gestützt auf Indizien, zu erbringen sei, wobei bei Beweislosigkeit vermutet werde, dass sich der geklagte Gesundheitsschaden nicht invalidisierend auswirke (
BGE 139 V 547 E. 7.2 und E. 8.1).
Für diesen Nachweis hatte das Bundesgericht in Anlehnung
an eine bestimmte medizinisch
e Lehrmeinung
(vgl. BGE 139 V 547 E. 3.2.3 mit Hinweis auf Klaus Foerster, Begutachtung und Erwerbsfähigkeit bei Patienten mit psychogenen Störungen, SZS 1996 S. 486 ff.) besondere Kriterien aufgestellt, die in gewisser Ausprägung und Zahl erfüllt sein mussten (BGE 137 V 64 E.
4.1). Als
Haupt
krite
rium hatte das Bundesgericht eine psychische Komorbidität genannt, also die
Diagnose einer weiteren, von der
pathogenetisch
-ätiologisch
unklaren Störung
zu unterscheidenden psychischen Krankheit von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dau
er. Für den Fall des Fehlens einer
psychischen Komorbidität
hatte das Bundesgericht
weitere Faktoren
bezeichnet
, die bei entsprechender Intensität auf eine Beeinträchtigung der Arbeits
fähigkeit hinweisen können (BGE 139 V 547 E. 9.1.1, 137 V 64 E.
4.1, 131 V
49 E. 1.2, 130 V 352 E.
2.2.3).
Ursprünglich hatte das Bundesgericht diese Kriterien für die Diagnose der
an
haltenden so
matoformen Schmerzstörung (Code
F45.4 der Internationalen Klassi
fikation psychischer Störungen der Weltgesundheitsorganisation, ICD-10)
entwickelt, später hatte es sie auf alle p
athogenetisch
-ätiologisch unklare
n
Beschwerdebilder im dargelegten Sinne ausgedehnt (vgl. die Kasuistik in BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3, 139 V 547 E. 2.2). Das
Bundesgericht hatte den Kriterien normativen Charakter zugeschrieben und dazu festgehalten, der ursprüngliche Katalog fachpsychologischer Prognosekriterien habe sich zu einem rechtlichen Anforderungsprofil verselbständigt (vgl. BGE 139 V 547 E. 3.2.3 und E. 7.2).
2.2.2
Im Grundsatzurteil vom 3. Juni 2015 (BGE 141 V 281) hat das Bundesgericht entschieden, an der bisherigen Rechtsprechung zu den
pathogenetisch
-ätiolo
gisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage nicht länger festzuhalten und die sogenannte Überwindbarkeitsver
mutung aufzugeben. Stattdessen hat das Bundesgericht unter Aufstellung von Standardindikatoren ein neues Prüfungsraster entwickelt, anhand dessen die Auswirkungen solcher Beschwerdebilder zu ermitteln sind. Es präsentiert sich wie folgt (BGE 141 V 281 E. 4.1.3 und E. 6):
-
Kategorie «f
u
nktioneller Schweregrad»
-
Komplex «Gesundheitsschädigung»
-
Ausprägung der diagnos
erelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserf
olg oder –
resistenz
-
Komorbiditäten
-
Komplex
«Persönlichkeit»
(Persönlichkeitsdiagnostik, p
ersönliche Ressourcen
)
-
Kompl
ex «Sozialer Kontext»
-
Kategorie
«Konsistenz»
(Gesich
tspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivit
ätenniveaus
in allen ver
gleichbaren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewi
esener Lei
densdruck.
Dieses
Raster verzichtet insbesondere auf den Begriff des primären Krankheitsgewinnes und auf die Bedeutung der psychia
trischen Komorbidität als Haupt
kriterium (vgl. BGE 141 V 281 E. 6). Hingegen schreibt das Bundesgericht dem neuen Raster wiederum normativen Charakter zu, weist jedoch darauf hin, dass es die Aufgabe der medizinischen Fach
personen sei, innerhalb der ein
schlägigen Indikatoren das Leistungsvermögen einzuschätzen (v
gl. BGE 141 V 281 E. 5.1 und E.
5.2). Des Weiteren müssen die funktionellen Einschränkungen nach wie vor mit überwiegender
Wahrscheinl
ichkeit nachgewiesen sein - nun
mehr anhand der neuen Standardindikatoren -, und es ist die versicherte Person, welche die Beweislast dafür trägt (vgl. BGE 141 V 281 E. 6).
2.2.3
In einem weiteren Schritt hat das Bundesgericht in zwei Grundsatzurteilen vom 3
0.
November 2017 die Anwendbarkeit der neu entwickelten Standardindikatoren auf grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen ausgedehnt, indem es für alle diese Erkrankungen das strukturierte Beweisverfahren als massgebend erklärt hat (BGE 143 V 418 E. 7, 143 V 409 E. 4.4 und E. 4.5).
2.3
2.3.1
Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn sie mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 % oder auf eine
Viertelsrente
, wenn sie mindestens zu 40 % invalid sind. Bis Ende 2003 war der Anspruch auf eine ganze Rente bereits bei einem Invaliditätsgrad von 66
2
/
3
% und der Anspruch auf eine halbe Rente bei einem Invaliditätsgrad zwischen 50 % und 66
2
/
3
% gegeben, wogegen die
Dreiviertelsrente
noch nicht eingeführt gewesen war.
2.3.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG (in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG) aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sogenanntes Invalideneinkommen
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sogenanntes
Valideneinkommen
).
Bei nicht erwerbstätigen Versicherten wird gestützt auf Art. 28a Abs. 2 IVG für die Bemessung der Invalidität darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im nichterwerblichen Aufgabenbereich zu betätigen.
Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig
sind, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt (vgl. Satz 1). W
aren sie daneben auch in einem nichterwerblichen Aufgabenbereich tätig, namentlich im Haushalt, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt (vgl. Satz 2). In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgaben
bereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der
Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (vgl. Satz 3; sogenannte gemischte Methode der Invaliditäts
bemessung).
2.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).
Erheblich ist rechtsprechungsgemäss
jede Änderung
in den persönlichen Verhältnissen der versicherten Person, die zu einer Über- oder Unterschreitung eines Schwellenwertes der Rentenabstufung führt (vgl. BGE 133 V 545 E. 6.3 und E. 7, unter anderem mit Hinweis auf BGE 130 V 343). Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, so besteht nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung keine Bindung mehr an das Mass der übrigen, unverändert gebliebenen Parameter, die dem vorangegangenen rechtskräftigen Entscheid
zugrundegelegt
worden sind. Vielmehr ist der Rentenanspruch
für die Zukunft
diesfalls
in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht frei und umfassend zu prüfen (vgl. BGE 141 V 9 E. 2.3, 117 V 198 E. 4b, je mit Hinweisen)
.
Unerheblich unter revisionsrechtlichen Gesichtspunkten ist dagegen nach der Rechtsprechung die unterschiedliche Beurteilung eines im
W
esentlichen unverändert gebliebene
n Sachverhaltes (BGE 141 V 9 E.
2.3 mit Hinweisen).
Als zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob sich der Invali
di
täts
grad im Sinne von
Art.
17 Abs. 1 ATSG erheblich geändert hat, gilt die letzte rechtskräftige Verfügung - bei einer Bestätigung der bisherigen Rente auch die Mitteilung nach
Art.
74
ter
lit. f IVV und Art. 51 ATSG - welche auf einer materiellen Anspruchs
prüfung mit rechtskonformer Sachverhaltsabklä
rung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht (Urteile des Bundesgerichts 9C_52/2016 vom 23. März 2016 E. 3.1, 9C_213/2015 vom 5. November 2015 E. 4.3.2 und 8C_162/2015 vom 30. September 2015 E. 2.1, je mit Hinweis auf BGE 133 V 108).
2.5
In lit. a
Abs.
1
der
Schlussbestimmungen
zur Änderung des IVG vom 1
8.
März 2011
(
6.
IV-Revision
;
[
SchlB
IVG]), in Kraft seit dem
1.
Januar 2012,
ist vorgesehen, dass Renten, die bei
p
athogenetisch
-ätiologisch unklare
n
syndromale
n
Beschwerdebilder
n
ohne nachweisbare organische Grundlage
zugesprochen worden sind, innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten der Änderung zu überprüfen sind und dass dort, wo die Voraussetzungen nach Art. 7 ATSG nicht erfüllt sind, auch dann eine Herabsetzung oder Aufhebung zu erfolgen hat, wenn die Voraussetzungen von
Art.
17
Abs.
1 ATSG nicht erfüllt sind. Nach lit. a
Abs.
4
SchlB
IVG findet
Abs.
1 jedoch auf diejenigen
Personen keine Anwendung, die im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung das 5
5.
Altersjahr zurückgelegt haben oder im Zeitpunkt, in dem die Überprüfung eingeleitet wird, seit mehr als 15 Jahren eine Rente der Invalidenversicherung beziehen.
2.6
2.6.1
Der Grundsatz, wonach - abgesehen von den Fällen nach lit. a
Abs.
1
SchlB
IVG - eine Sachverhaltsänderung nachgewiesen sein muss, damit eine formell rechtskräftig zugesprochene Rente erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben werden kann, gilt dann nicht, wenn die Voraussetzungen für eine prozessuale Revision oder für eine Wiedererwägung erfüllt sind.
Nach
Art.
53
Abs.
1 ATSG müssen formell rechtskräftige Verfügungen und
Ein
spracheentscheide
in Revision gezogen werden, wenn die versicherte Person oder der Versicherungsträger nach deren Erlass erhebliche neue Tatsachen entdeckt oder Beweismittel auffindet, deren Beibringung zuvor nicht möglich war (sogenannte prozessuale Revision im Gegensatz zur Revision aufgrund veränderter Verhältnisse). Ferner bestimmt
Art.
53
Abs.
2 ATSG, dass der Versicherungsträger auf formell rechtskräftige Verfügungen und
Einspracheentscheide
zurückkommen kann, wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (sogenannte Wiedererwägung).
Dort, wo das Gericht bei der Überprüfung einer Revisionsverfügung feststellt, dass zwar die Voraussetzungen für eine Revision zu verneinen sind, dass hinge
gen die Wiedererwägungsvoraussetzungen gegeben sind, kann es die rentenher
absetzende oder -aufhebende Verfügung mit dieser substituierten Begründung schützen (vgl. BGE 125 V 368 E. 2 mit Hinweisen).
2.6.2
Zweifellose Unrichtigkeit im Sinne der Wiedererwägungsvoraussetzung verlangt, dass kein vernünftiger Zweifel an der Unrichtigkeit der Verfügung besteht;
massgebend
ist die Rechtslage, einschliesslich der Rechtspraxis, im Zeitpunkt des Verfügungserlasses (BGE 140 V 77 E. 3.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_566/2016 vom 1
9.
April 20
17 E. 2.2).
Kein vernünftiger Zweifel kann in der Regel dann bestehen, wenn eine
Leistungszusprache
aufgrund falscher Rechtsregeln erfolgt ist oder wenn massgebende
Bestimmungen
nicht oder unrichtig angewandt worden sind. Eine unrichtige Anwendung einer Gesetzesbestimmung liegt auch dort vor, wo der Sachverhalt in klarer Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes im Sinne von
Art.
43
Abs.
1 ATSG unvollständig abgeklärt worden ist (BGE 140 V 77 E. 3.1 mit Hinweisen; Urteile
des Bundesgerichts 8C_280/2017 vom 2
8.
Juli 2017 E. 2.3 und 9C_566/2
016 vom 1
9.
April 2017 E. 2.2).
Dort wo in materieller Hinsicht
Anspruchsvoraussetzungen zur Diskussion stehen, deren Beurteilung notwendigerweise Ermessenszüge aufweist, scheidet die Annahme zweifelloser Unrichtigkeit aus, soweit bei der Beurteilung der einzelnen Schritte das Ermessen vor dem Hintergrund der Sach- und Rechtslage im Zeitpunkt der damaligen Leistungszusprechung in vertretbarer Weise ausgeübt worden ist (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_381/2017 vom
7.
August 2017 E. 2 und 8C_280/2017 vom 2
8.
Juli 2017 E. 2.3).
Es genügt zudem nicht, dass ein einzelnes Anspruchselement rechtswidrig festgelegt worden ist, sondern die
Leistungszusprache
muss sich auch im Ergebnis als offensichtlich unrichtig erweisen (BGE 140 V 77 E. 3.1).
Bei zweifelloser Unrichtigkeit wegen Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes erübrigt sich nach der Rechtsprechung mangels Praktikabilität die Abklärung, ob die damalige, unter Umständen weit zurückliegende Verfügung auch in materieller Hinsicht zweifellos unrichtig gewesen war, sondern es geht nur darum, mittels freier und umfassender Prüfung des Sachverhalts den rechtskonformen Zustand mit Wirkung ex
nunc
und pro
futuro
herzustellen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_566/2016 vom 1
9.
April 2017 E. 3.3.3 mit Hinweisen).
3.
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die ganze Rente, die
si
e der Beschwerdeführerin mit der Verfügung
vom 3
1.
Juli/
7.
August 1995 zugesprochen (
Urk.
10/9-14) und in der Folge mehrmals be
stätigt hatte (
Urk.
10/27, Urk.
10/39 und
Urk.
10/48),
mit d
er angefochtenen Verfügung vom 1
0.
Juli
2017 (
Urk.
2) zu Recht aufgehoben hat.
4.
Vorab hat die Beschwerdegegnerin
richtigerweise
keine voraussetzungslose Überprüfung des Rentenanspruchs in Anwendung
von lit. a
Abs.
1
SchlB
IVG ins Auge gefasst. Denn als die Beschwerdegegnerin im September 2012 das Rentenrevisionsverfahren in die Wege leitete, das
schliesslich
zur strittigen Rentenaufhebung führte, hatte die Beschwerdeführerin die ganze Invalidenrente bereits seit mehr als 15 Jahren bezogen
. Sie fällt daher unter die
Ausnahmeregelung in lit. a Abs.
4
SchlB
IVG.
Damit hängt die Zulässigkeit der strittigen Rentenaufhebung davon ab, dass entweder im Sinne von 17
Abs.
1 ATSG eine Änderung im Sachverhalt eingetreten ist oder dass
im Sinne von
Art.
53 ATSG die Voraussetzungen für eine prozessuale Revision oder für eine Wiedererwägung der
Verfügung
vom 3
1.
Juli/
7.
August 1995
erfüllt sind.
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom 1
0.
Juli 2017
von einer Verbesserung des Gesundheitszustandes
seit dem Jahr 2010
aus
(
Urk.
2 S. 1)
und erachtete somit eine Veränderung im Sachverhalt im Sinne der Voraussetzung fü
r
eine Rentenrevision nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG als gegeben.
5.
2
Vorab
stellt sich die Frage nach der massgebenden Vergleichsbasis. In Verfügungsform erging lediglich die Rentenzusprechung vom 3
1.
Juli/
7.
August 1995 (
Urk.
10/9-14)
, als Vergleichsbasis fallen jedoch nach den vorstehenden rechtlichen Erwägungen auch die
rentenbestätigenden
Mitteilungen vom 2
9.
April 2002 (
Urk.
10/27), vom 2
9.
Juni 2005 (
Urk.
10/39) und
vom 2
5.
August 2008 (Urk.
10/48) in Betracht.
Das Bundesgericht hat allerdings Abklärungen, die lediglich in der Einholung von Verlaufsberichten bei den beha
ndelnden Ärzten bestanden
, ver
schiedentlich als zu oberflächlich für eine rec
htskonforme, eine taugliche Ver
gleichsbasis schaffende Sachverhaltserhebung im Sinne des Grundsatzurteils in BGE 133 V 108 beurteilt (Urteile des Bundesgericht
s
9C_52/2016 vom 23. März 2016 E. 3.2 und 9C_213/2015 vom 5. November 2015 E. 4.3.3).
Vorliegendenfalls
lag den rentenbestätigenden Mitteilungen der Jahre 2002, 2005 und 2008 jeweils
nur
ein
Verlaufsbericht von
Dr.
Z._
zugrunde, der die Beschwerdeführerin als Hausarzt behandelte
. Der Ber
icht vom 1
1.
April 2002
(Urk.
10/26)
beschränkte sich auf wenige Zeilen;
aufgrund der
Feststellung in diesem Bericht, die Beschwerdeführerin habe eine schwere Neurose entwickelt,
wäre
indessen
eine
fachärztliche psychiatrische Abklärung indiziert gewesen. Im Be
richt
vom
4.
Juni 2005 sodann (Urk.
1
0
/37/1-4) bezeichnete
Dr.
Z._
den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin als verschlechtert (
Urk.
10/37/1); abgesehen von einem Bericht über eine neurologische Abklärung
vom Juni 2004
wegen
als langjährig unverändert bezeichneter
Kopfschmerzen (
Urk.
10/37/5-6
) fehlen jedoch Angaben, welche einen Verlauf seit dem letzten Bericht des Jahres 2002 ersichtlich machten
, sondern
Dr.
Z._
begnügte sich damit, auf die wiederholte Beanspruchung der ärztlichen Notfalldienste und die
prekären finanziellen Verhältni
sse hinzuweisen und
«in Anbetracht der gesamten verworr
enen und tristen Lage
»
die Weiterführung der bish
erigen Rente zu empfehlen (Urk.
10/37/1+4). Im Bericht vom 1
5.
August 2008 schliesslich (
Urk.
10/46) konstatierte
Dr.
Z._
erneut einen sich verschlechternden
Gesundheitszustand, namentlich mit schwerer Insomnie infolge mittelschwerer bis schwerer Depressio
n mit chronischen Panikattacken; die Beschwerdegegnerin
unterliess es indessen abermals, hierzu fachärz
tliche
Abklärungen zu treffen.
Damit fehlt den drei
rentenbestätigenden
Mitteilungen der Jahre 2002, 2005 und 2008 der Charakter eine
r
tauglichen Vergleichsbasis.
Massgebende Vergleichsbasis ist
daher die ursprüngliche, rentenzusprechende Verfügung vom 3
1.
Juli/
7.
August 1995.
5.
3
Wie den Notizen vom 2
6.
Juni 2017 im Feststellungsblatt zu entnehmen ist
(Urk. 10/163/11)
, stützte sich
die Beschwerdegegnerin
für die Annahme eines Revisionsgrundes auf ihre früheren Überlegungen vom 1
1.
April 2014
(
Urk.
10/121). Sie hatte damals auf die Beurteilung von
Dr.
J._
Bezug genommen (Urk.
10/121/2), der in seinem psychiatrischen Gutachten vom Mai 2013
ausgeführt hatte
,
seit dem Jahr 2010 bestehe keine relevante Depression mehr, was zum Anstieg der Arbeitsfähigkeit auf 80
%
geführt habe (
Urk.
10/71/12).
Das Sozialversicherungsgericht
hatte
jedoch
das Gutachten von
Dr.
J._
und
Dr.
I._
im Urteil vom 2
7.
November 2015
, in welchem es den Rentenherabsetzungsentscheid der UVZ vom
8.
Januar 2014 zu beurteilen hatte
(
Urk.
12/222)
, nicht als ausreichend befunden, um eine gesundheitlich
e
Veränderung im dort massgebend gewesenen Zeitraum seit dem Erlass der Unfallrentenverfügung vom 2
1.
Juni 2004
rechtsgenüglich
nachzuweisen
.
Es hatte dies damit begründet, dass die
Beschwerdegegnerin ihre verlorengegangenen Akten
im Jahr 2002 nur teilweise wiederhergestellt
habe
und es im Vorfeld der Erteilung des Gutachtensauftrags an
Dr.
I._
und
Dr.
J._
im Jahr 2013 unterlassen
habe
, die medizinischen und administra
tiven Akten der UVZ beizuziehen, sodass
die Gutachter
ke
ine vollständige und unmittelbare Kenntnis des
Verlaufs seit dem Unfall vom August
1988
gehabt
und insb
e
sondere nicht über die Gutach
ten der
A._
vom 2
3.
Juni 1998 und der Psychiatrischen Poliklinik des
H._
vom 1
4.
Juli 1998 (
Urk.
12/M41 und
Urk.
12/M42)
verfügt hä
tten
, auf die das Sozialversicherungsgericht und das Bundesgericht in den Jahren 2001 und 2002 massgeblich abgestellt h
ä
tten (
Urk.
12/222 E. 2.3.2).
An dieser Beurteilung ist im vorliegenden Verfahren festzuhalten. Wiederum
(vgl.
Urk.
12/222 E. 2.3.3)
ist darauf hinzuweisen, dass
Dr.
J._
die Erhebungen und Überlegungen
nicht kannte
,
aufgrund
welche
r
die psychiatrischen Gutachter des
H._
im Juli 1998 zu den Diagnosen einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung und einer posttraumatischen Belastungsstörung mit Übergang in eine dauernde Persönlichkeitsveränderung im Sinne einer depressiven Ent
wicklung gelangt waren
(vgl.
Urk. 12/M42 S. 8 f.), und dass er
die damals diagnostizierte posttraumatische Belastungsstörung mit nachfolgender Persönlichkeitsveränderung deme
ntsprechend nicht erwähnte und diskutierte
, sondern
in Unkenntnis davon nur die
Diagnosen einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 Code F45.4)
sowie
einer rezidivierenden depressiven Störung
stellte
(ICD-
10 Code F33.0
; vgl.
Urk.
10/71
/8).
Nach wie vor erscheint es deshalb auch als zu wenig zuverlässig, dass
Dr.
J._
eine gesundheitliche Ver
besserung vor allem aus der Aus
sage der Beschwerdeführerin über den Rückgang der Depressionen und der Ängste seit etwa dem Jahr 2010 ableitete (vgl. Urk. 10/
71/5-6 und
Urk.
10/71/9), da e
ine Depression als eigenständige Störung schon bei der Begutachtung in der Psychiatrischen Poliklinik des
H._
im Jahr 1998 im Hintergrund gestanden hatte und die Gutachter die depressive Entwicklung vielmehr im Rahmen der Persönlichkeitsveränderung gesehen hatten (
vgl.
Urk. 1
2
/M42 S. 8 f.).
Der Rheumatologe
Dr.
I._
sodann konnte im Gutachten des Jahres 2013 wegen der ungenügenden Dokumentation keine Aussage zur Frage der Veränderung des körperlichen Zustandsbilds machen, sondern
hielt in Unkenntnis des Gutach
tens der
A._
vom Juni 1998 fest, der Verlauf könne nicht beschrieben werden, da der letzte verwertbare Bericht, nämlich das Gutachten von
Dr.
E._
von 1994, fast zwanzig Jahre zurückliege (Urk. 10/71/36). Auch dies wurde im Urteil vom 2
7.
November 2015 bereits dargetan (
Urk.
12/222 E. 2.3.3).
5.
4
Das Gutachten des
O._
vom 1
4.
November 2016
(
Urk.
10/155)
vermag diese Lücken
betreffend
den Krankheitsverlauf
im Gutachten von
Dr.
I._
und Dr.
J._
nicht zu schliessen
. Denn
die Beschwerdegegnerin nahm das Urteil vom 2
7.
November 2015 des Prozesses Nr. UV.2014.00035 zwar in der anonymisierten,
auf der Website des Sozialversicherungsgerichts abgerufenen Form zu den Akten (
Urk.
10/132) und
nahm
dabei
gemäss ihren Notizen vom
2
6.
Juni 2017 Kenntnis
von den gerichtlichen Erwägungen zur Unvollständigkeit der Beurteilungen von
Dr.
I._
und
Dr.
J._
(vgl.
Urk.
10/163/11).
Dennoch verfügten die
Gutachter des
O._
offensichtlich nicht über das vollständige Dossier der UVZ, wie es im vorliegenden Verfahren beigezogen worden war, sondern nur über die Akten im Dossier der Beschwerdegegnerin, in welchem die Gutachten der
A._
und der Psychiatrischen Poliklinik des
H._
des J
ahres 1998
nach wie vor
fehlen.
Wenn sich die Gutachter
unter diesen Umständen
in der Verlaufsbeurteilung namhaft auf das Gutachten von
Dr.
J._
des Jahres 2013 stützten, eine genaue retrospektive Datenangabe jedoch als nicht möglich erachteten und lediglich festhielten, der Zustand der Beschwerdeführerin müsse sich deshalb verbessert haben,
weil s
ie gegenwärtig weniger eingeschränkt sei
,
als dies zur Zeit der Berentung
der F
all gewesen sei (Urk.
10/155/43), so ba
siert diese Beurteilung erneut
auf einer unvollständigen Aktenkenntnis
, und es kann daraus nicht mit Zuverlässigkeit ein Revisionsgrund abgeleitet werden.
5.5
Für die Frage nach einer
rentenrelevanten
Sachverhaltsänderung bedarf es daher zusätzlicher Abklärungen.
6.
6.1
Die Prüfung der Frage nach einer Sachverhaltsänderung
würde sich dann erübrigen, wenn di
e angefochtene Verfügung mit dem
Wiedererwägungs
grund
der zweifellosen Unrichtigkeit der
ursprünglichen
Verfügung vom 3
1.
Juli/
7.
August 1995 bestätigt werden könnte.
Dies ist jedoch nicht der Fall.
Selbst wenn nämlich
die Verfügung vom 3
1.
Juli/7.
August 1995 als zweifellos unrichtig zu qualifizieren wäre, sei es aus materiellen Gründen, sei es wegen Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes
bei deren Erlass, so ist
aufgrund des Folgenden
das Gutachten des
O._
für die materielle Beurteilung des Rentenanspruchs in der massgeblichen Zeit
ab September
2017 (ex
nunc
et pro
futuro
; vgl. vorstehend E. 2.6.2) wiederum nicht ausreichend.
6.2
Auch
wenn
es
hierfür
auf den
aktuelle
n
G
esundheitszustand ankommt
, so sind die medizinischen Beurteilungen in den früheren Jahren entgegen der Sichtweise der Beschwerdegegnerin (vgl.
Urk.
2 S. 3) nicht irrelevant. Vielmehr kann zur Einschätzung des gegenwä
rtigen
Zustands die frühere Entwicklung durchaus von Bedeutung se
in. Dies gilt namentlich für das
psychische
Zustandsbild, das allein anhand eines punktuellen psychiatrischen
Explorations
gesprächs
kaum in allen seinen Facetten
erfasst werden kann
.
Wenn die Psychiaterin
Dr.
R._
des
O._
aber
ausführte, eine spezifis
che
depressive Vorerkrankung habe nicht verif
i
ziert werden können
,
Hinweise auf eine posttraumatische Belastungsstörung
sowie Anhaltspunkte für eine Persönlichkeitsveränderung
fehlten und
es seien insgesamt keine validen Hinweise auf eine psychiatrische Morbidität vorhanden
(
Urk.
10/155/23-25), so
fehlt dieser Beurteilung
gemäss dem zutreffenden Standpunkt der Beschwerdeführerin (
Urk.
1 S. 7 ff.,
Urk.
14 S. 3)
die nötige Fundiertheit
.
Denn
die Psychiaterin
verfügte
nicht über die vollständigen Unfallakten
und hatte insbesondere keine Kenntnis vom
Gutachten der Psychiatrischen Poliklinik
des
H._
des Jahres 1998 mit den dort gestellten Diagnosen einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung und
einer
posttraumatische
n
Belastungsstörung mit Übergang in eine dauernde Persönlichkeitsveränderung im Sinne einer depressiven Entwicklung (vgl.
Urk.
12
/M42 S. 8)
. Das Gleiche gilt für die Feststellung von
Dr.
R._
, es bestehe weitgehende Übereinstimmung mit dem psychiatrischen Gutachten von
Dr.
J._
(
Urk.
10/155/25), da
Dr.
J._
nach dem Gesagten
(vgl. vorstehend E. 5.1.3)
ebenfalls keine ausreichende Aktenkenntnis hatte.
Erlaubt
das Gutachten des
O._
zumindest
wegen des psychiatrischen Teils
keine zuverlässige Beurteilung des Rentenanspruchs ab
September
2017
, so lässt sich die strittige Rentenaufhebung
nicht mit
der Begründung der zweifellosen Unrichtigkeit der ursprünglichen Verfügung bestätigen.
7.
7.1
Damit ist es angezeigt, dass die Beschwerdeführerin zur Klärung der Frage
nach
einer rentenrelevanten Sachverhaltsänderung und bei deren Bejahung zur Festlegung des Rentenanspruchs aufgrund dieser Sachverhaltsänderung nochmals polydisziplinär begutachtet wird durch eine Gutach
t
enstelle, der vorgängig die gesamten Akten sowohl der Beschwerdegegnerin als auch der UVZ zur Verfügung gestellt werden. Zu diesem Zweck ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
7.2
Im Prozess Nr. UV.2017.00286, in dem mit heutigem Datum ebenfalls das Urteil ergeht, erfolgt
gleichermassen
die
Rückweisung an die UVZ zur polydisziplinären Begutachtung.
Die Fragestellung weicht dort teilweise von der vorliegenden Fragestellung ab, indem eine gesundheitliche Veränderung
(erst)
seit dem Jahr 2004 nachzuweisen ist und unfallfremde Faktoren auszuklammern sind. Dennoch ist es aus Koordinationsgründen und aus verfahren
s
ök
o
nomischen Gründen (Vermeidung medizinischer Doppel
abklärungen
) geboten, dass die Beschwerdegegnerin
, der
auch
das Urteil des Prozesses Nr. UV.2017.00286
zugestellt wird,
und die UVZ
, der
auch
das Urteil des vorliegenden Prozesses zugestellt wird,
bei der Anordnung des
Gutachtens zusammenwirken.
7.
3
Damit ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, dass die angefochtene Verfügung vom 1
0.
Juli 2017 aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, damit sie die erforderlichen Abklärungen im Sinne der Erwägungen tätige und hernach über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin ab September 2017 neu verfüge.
8.
Gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Verfahren für die unterliegende Be
schwerdegegnerin kostenpflichtig. Die Kosten sind unter Berücksichtigung des g
esetzlichen Rahmens (
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'
000.--) ermessensweise auf
Fr.
900.--
festzusetzen.
9.
Nach Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende
beschwerdeführende
Person Anspruch auf den vom Gericht festzusetzenden Ersatz der Parteikosten, die ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen sind; als weitere Bemes
sungskrite
rien nennen die ergänzenden kantonalen Vorschriften (§ 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht [
GSVGer
] sowie § 8 der Verordnung über die Ge
büh
ren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht [
GebV
SVGer]) den Zeitaufwand und die Barauslagen.
Unter Berücksichtigung dieser Kriterien recht
fertigt es sich, der Beschwerde
führe
rin eine Prozessentschädigung von
Fr.
2'6
00.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zuzusprechen.
Dabei ist dem Umstand Rechnung zu tragen, dass die Beschwerdeführerin im Prozess Nr. UV.2017.00286 ebenfalls eine Prozessentschädigung erhält und dass in beiden Prozessen die gleichen Akten und teilweise dieselben Überlegungen von Bedeutung sind.