Decision ID: 8b5d8114-dc98-5b2b-a494-07583512a97d
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ war vom 5. Mai 2008 bis 31. März 2009 bei der F._ AG tätig und dadurch
ab 1. August 2008 berufsvorsorgerechtlich bei deren Personalvorsorgestiftung
(inzwischen liquidiert, Nachfolgerin C._ PK) versichert (act. G1.9). Von Januar 2009
bis April 2010 bezog sie Taggelder der Arbeitslosenversicherung (act. G15, G15.1 f.)
und war dadurch bei der Stiftung E._ versichert (vgl. act. G1.14). Die Swica
Versicherungen AG (nachfolgend: Swica) als Kollektivkrankentaggeldversicherung der
F._ AG (vgl. act. G26.31-1) leistete vom 3. August bis 28. September 2009 sowie
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vom 22. April bis 31. August 2010 Krankentaggelder für eine Arbeitsunfähigkeit von
100% (act. G26.3, G26.12, G26.27 f.).
A.b Im Auftrag der Swica (vgl. act. G26.8) war die Versicherte im Juni 2010 durch Dr.
med. G._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Klinik H._, abgeklärt worden. In
seinem Gutachten vom 15. Juni 2010 hatte er eine leichte bis mittelgradige depressive
Episode mit somatischen Symptomen einhergehend mit ausgeprägter
psychophysischer Erschöpfung (ICD-10: F32.01/11, Z73.0) diagnostiziert. Er führte aus,
die Versicherte leide seit 2003 unter massiven psychischen Belastungen im
Zusammenhang mit der Erkrankung ihrer Tochter. Die eigene Krebsdiagnose im
Oktober 2008 habe vordergründig die Ängste und Sorgen um die Tochter verstärkt. Die
zunehmenden psychischen Probleme hätten im Dezember 2008 zur ersten
psychiatrischen Behandlung geführt. Vor einem Jahr habe sie zu Dr. med. I._,
Psychiatrie/Psychotherapie, gewechselt und ihr Zustand habe sich eine Zeit lang
zunehmend gebessert, jedoch in den letzten Monaten erneut verschlechtert. Dr. G._
befand, er könne den Zustand in der Vergangenheit nicht objektiv beurteilen, da ihm
die medizinischen Berichte nicht zur Verfügung stünden. Im aktuellen Zustand sei die
Versicherte für jegliche Tätigkeiten zu 100% arbeitsunfähig. Unter einer stationären
psychosomatischen Rehabilitation oder einem ergänzenden Körperaufbauprogramm
im ambulanten Rahmen sei mit der weiteren Rückbildung der depressiven Symptome
und der psychophysischen Erschöpfung zu rechnen, so dass unter korrekter
Behandlung ab 1. September 2010 von einer 100%igen Arbeits¬fähigkeit in einer
adaptierten Tätigkeit ausgegangen werden könne (act. G26.14).
A.c Dr. I._ wies die Versicherte mit Schreiben vom 6. September 2010 der Klinik
J._ zur stationären Rehabilitation zu. Sie führte als Diagnosen unter anderem eine
Anpassungsstörung, eine längere depressive Reaktion (ICD-10: F43.1) und ein invasiv
duktales Mammakarzinom rechts auf. Die Versicherte sei seit Dezember 2008
arbeitsunfähig. Während der Chemotherapie sei sie beim RAV angemeldet gewesen,
habe jedoch keine Arbeitsstelle finden können. Sie erachte die Versicherte aus rein
psychiatrischer Sicht als zu 50% arbeitsunfähig (act. G26.13-2). Die Versicherte
verzichtete in der Folge auf die stationäre Behandlung (vgl. act. G26.4) und Dr. I._
attestierte ihr bis zum 14. Oktober 2010 eine Arbeitsunfähigkeit von 100% (vgl. act.
G26.18).
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A.d Vom 15. November 2010 bis 3. Februar 2011 war die Versicherte bei der K._
GmbH & Co KG als Maschinenbedienerin tätig und dadurch bei der
Personalvorsorgestiftung B._ berufsvorsorgerechtlich versichert (act. G1.3, G1.5 f.,
G15.12).
A.e Mit Zeugnis vom 21. Februar 2011 und Bericht vom 24. März 2011 diagnostizierte
Dr. I._ eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode
(ICD-10: F33.1) sowie einen Status nach invasivem duktalen Mammakarzinom
(Erstdiagnose September 2008) rechts. Sie führte aus, 2003 sei eine Tochter der
Versicherten schwer erkrankt und rollstuhlabhängig geworden. Darauf habe die
Versicherte im Rahmen einer Anpassungsproblematik die erste depressive Episode
durchgemacht. Nach der Diagnose des Mammakarzinoms im September 2008 und der
Brustoperation habe die Versicherte erneut eine längere depressive Episode erlitten.
Am 6. September 2010 sei die Versicherte wegen extremer Müdigkeit, Ängstlichkeit
bezüglich ihrer Grunderkrankung und Erschöpfungserscheinungen in die Klinik J._
überwiesen worden. Die Versicherte habe aufgrund einer Besserung der Antriebs- und
Stimmungslage diese Behandlung nicht in Anspruch genommen und im weiteren
Verlauf eine Arbeitsstelle in einem 100% Pensum angetreten. Die Schmerzen im
Narbenbereich rechts axillar, vermehrte Nervosität und Schlafprobleme sowie
verminderte Stresstoleranz hätten zu einer verminderten Leistungsfähigkeit geführt,
worauf der Versicherten gekündigt worden sei. Die aktuelle depressive Episode
bestehe seit Januar 2011 im Rahmen der Überforderung an der neuen Arbeitsstelle. Dr.
I._ erachtete die Versicherte seit 17. Januar 2011 als zu 100% arbeitsunfähig (act.
G1.4, vgl. act. G27.13).
A.f Mit Bericht vom 27. März 2014 schilderte Dr. I._ den Verlauf der psychischen
Erkrankung gegenüber der IV-Stelle und hielt dabei unter anderem fest, die Versicherte
habe, nachdem sie sich von einer depressiven Episode, die von April bis September
2010 gedauert habe (Arbeitsunfähigkeit 100%), langsam erholt gehabt habe, eine
äusserst anstrengende Stelle bei der Stihl angenommen. Sie habe sich, nachdem ihr
Dr. G._ eine 100%ige Arbeitsfähigkeit attestiert gehabt habe, erneut in die Arbeit
gestürzt. Leider habe sie diese schwere körperliche Arbeit wegen einer erneuten
depressiven Episode nicht ausüben können. Die Kränkung durch die Kündigung habe
sie in eine tiefe Depression geworfen. Sie sei vom 17. Januar bis 22. August 2011 zu
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100%, danach zu 50% arbeitsunfähig gewesen. Seit 7. Februar 2014 bestehe wieder
eine Arbeitsunfähigkeit von 100% (IV-act. 64).
A.g Die behandelnden Ärzte des Brustzentrums des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG)
berichteten dem Hausarzt am 17. September 2014, es bestehe aktuell kein Hinweis für
ein Rezidiv des invasiv duktalen Mammakarzinoms oder ein kontralaterales
Zweitkarzinom, die additive endokrine Therapie werde gestoppt (act. G15.14). Am 6.
Mai 2015 beurteilten sie, aus onkologischer Sicht bestehe keine begründete
Arbeitsunfähigkeit. Sie hätten seit der Diagnose nie Stellung genommen zur
Arbeitsfähigkeit bzw. hätten keine Arbeitsunfähigkeit nach Abschluss der
Erstbehandlung attestiert. Die körperliche Belastbarkeit sei nach brusterhaltender
Operation und Radiotherapie für schwer und mittelschwer belastende Tätigkeiten
eingeschränkt (act. G15.15).
A.h Dr. med. L._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, untersuchte
die Versicherte im Auftrag der IV-Stelle (vgl. IV-act. 89) im August 2015. Mit Gutachten
vom 13. Oktober 2015 diagnostizierte diese eine rezidivierende depressive Episode,
gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F33.11). Sie
befand, es habe bei Behandlungsbeginn bei Dr. I._ im Jahr 2009 eine leichte
depressive Symptomatik im Sinne einer Anpassungsstörung bestanden.
Dementsprechend sei es nachvollziehbar, dass eine psychopharmakologische
Behandlung nicht durchgeführt und auch keine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden sei.
Die Anpassungsstörung habe sich anamnestisch mit hoher Wahrscheinlichkeit im
Zusammenhang mit der Erkrankung der Tochter 2003 entwickelt und sei klinisch mit
einer stützenden psychotherapeutischen Behandlung ausreichend kompensiert
gewesen. Erst mit der Diagnose der Karzinomerkrankung habe sich eine Exazerbation
des klinischen Bildes eingestellt. Eine gesicherte psychiatrische Arbeitsunfähigkeit
bestehe seit 24. Januar 2011. In der angestammten Tätigkeit sei die Versicherte zu 50
bis 60% arbeitsfähig. Für adaptierte Tätigkeiten bestehe eine Gesamtarbeitsfähigkeit
von mindestens 50% mit geschätzter Steigerbarkeit auf 60% seit November 2013 (act.
G1.16).
A.i Gestützt auf das Gutachten von Dr. L._ sprach die IV-Stelle der Versicherten mit
Verfügung vom 14. Juni 2016 ab 1. Juli 2012 (6 Monate nach Anmeldung vom 11.
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Januar 2012) eine halbe Invalidenrente zu. Sie begründete, die Versicherte sei seit 24.
Januar 2011 in ihrer Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt. Die angestammte sowie
eine angepasste Tätigkeit seien ihr im Rahmen von 50% zumutbar, es resultiere ein
Invaliditätsgrad von 50% (act. G1.7, vgl. IV-act. 114).
A.j Nachdem die Versicherte entsprechende Anträge auf Invalidenleistungen der
beruflichen Vorsorge gestellt hatte, verneinten die PVST B._, die C._ PK und die
Stiftung E._ ihre Leistungspflicht mit Schreiben vom 11. August 2016, 12. September
2016 bzw. 7. Februar 2017 (act. G1.2, G1.12, G1.14).
B.
B.a Am 16. März 2017 erhob die Versicherte (nachfolgend: Klägerin) Klage gegen die
PVST B._ (nachfolgend: Beklagte) und beantragte, diese sei zu verpflichten, ihr Fr.
5‘090.50 pro Jahr inkl. Prämienbefreiung, nach Ablauf der Krankentaggeldleistungen
durch die M._, spätestens ab Februar 2013, samt 5% Zins ab 29. August 2016 zu
bezahlen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Sie machte geltend, sie sei wegen
ihrer psychischen Beschwerden seit Februar 2011, als sie bei der K._ tätig gewesen
sei, arbeitsunfähig. Dies bestätige das Gutachten von Dr. L._, gestützt auf welches
ihr die IV-Stelle eine halbe IV-Rente zugesprochen habe. Es sei erstellt, dass sowohl
der zeitliche als auch der sachliche Zusammenhang zwischen der Erkrankung während
des Versicherungsverhältnisses bei der Beklagten und den Leiden, die zur IV-Rente
geführt hätten, fortbestünden. Sollte das Gericht der Meinung sein, dass die
Initialerkrankung Mammakarzinom zur psychischen Problematik geführt habe und
demzufolge die C._ PK oder gar die Stiftung E._ für die Ausrichtung der Leistungen
zuständig sei, sei dies im Urteil festzuhalten (act. G1).
B.b Mit Klageantwort vom 2. Juni 2017 beantragte die Beklagte die vollumfängliche
Abweisung der Klage, insofern sich diese gegen sie richte; unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. Sie brachte vor, der Verfügung der IV-Stelle vom 16. Juni (richtig:
14. Juni) 2016 komme aufgrund der verspäteten Anmeldung keine Bindungswirkung
bezüglich der Festlegung der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit zu. Der Auslöser der
depressiven Symptomatik, welche schliesslich einen invalidisierenden Charakter
angenommen habe, liege in der seit September 2008 diagnostizierten
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Krebserkrankung. Seit 2009 habe die depressive Symptomatik in wechselndem
Ausprägungsgrad persistiert. Es liege auf der Hand, dass der Schwellenwert einer
20%igen Arbeitsunfähigkeit bereits vor Eintritt in den Vorsorgeschutz bei der Beklagten
per Mitte November 2010 überstiegen gewesen sei. Dr. I._ habe das Vorliegen einer
vollständigen Arbeitsunfähigkeit von April bis September 2010 bestätigt. Damit sei mit
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die
massgebliche und schliesslich invalidisierende Arbeitsunfähigkeit vor Eintritt in das
Vorsorgewerk der Beklagten bestanden habe und ihre Leistungspflicht entfalle. Da die
Klägerin bei der K._ lediglich rund zwei Monate tätig gewesen sei, könne diesem
gescheiterten Arbeitsversuch keine Unterbrechung des zeitlichen Konnexes
beigemessen werden (act. G5).
B.c Die Verfahrensleitung lud die C._ PK (bzw. die D._ AG, nachfolgend:
Beigeladene 1) und die Stiftung E._ (nachfolgend: Beigeladene 2) am 12. Juni 2017
zum Verfahren bei (act. G6).
B.d In ihrer “Zwischen-Replik“ vom 16. August 2017 hielt die Klägerin an ihren
Rechtsbegehren fest und stellte ergänzend den Antrag, die Beklagte sei zu
verpflichten, die vorsorglichen Leistungen gemäss BVG zu entrichten, da sie die letzte
Pensionskasse der Klägerin gewesen sei. Ebenso beantragte sie, in Abänderung der
Rechtsbegehren gemäss Klageschrift den Zins erst ab Klageerhebung zu bezahlen
(act. G10).
B.e Die Beigeladene 1 teilte mit Eingabe vom 1. September 2017 mit, während des
Anstellungsverhältnisses bei ihr sei die Depression nicht aufgetreten. Sie sei daher
nicht leistungspflichtig (act. G13).
B.f Mit Duplik vom 6. September 2017 hielt die Beklagte an ihren Rechtsbegehren fest.
Sie brachte vor, die Sache sei spruchreif und der Entscheid über eine
Vorleistungspflicht setze ohnehin die materielle Prüfung des Bestehens eines
Anspruchs auf Invalidenleistungen der beruflichen Vorsorge voraus, so dass das Fällen
eines Zwischenentscheids das Verfahren unnötig verlängern würde. Die Klägerin trage
die Beweislast für den Eintritt der Arbeitsunfähigkeit während der Dauer des
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Vorsorgeschutzes. Für den Fall des Erlassens eines Zwischenentscheids stellte die
Beklagte ergänzende Anträge (act. G14).
B.g Die Beigeladene 2 stellte in ihrer Stellungnahme vom 12. September 2017 den
Antrag, die Klage sei vollumfänglich abzuweisen, soweit sie gegen sie gerichtet sei;
unter Kostenfolge für die Klägerin. Sie führte aus, gestützt auf die Beurteilungen von
Dr. I._ und Dr. L._ sei die Arbeitsunfähigkeit per 24. Januar 2011 eingetreten. Die in
den Jahren 2008 und 2009 vorliegenden Arbeitsunfähigkeiten seien auf das
Mammakarzinom und nicht auf die psychische Krankheit zurückzuführen gewesen. Wie
dem Bericht des Brustzentrums St. Gallen vom 17. September 2014 zu entnehmen sei,
bestehe aus onkologischer Sicht keine Arbeitsunfähigkeit mehr. Damit fehle der
sachliche Zusammenhang zwischen der damals vorliegenden Krebserkrankung und
der psychischen Störung, welche zur Invalidität geführt habe. Es sei nicht
nachgewiesen, dass das Mammakarzinom als Initialerkrankung für die psychisch
begründete Invalidität angesehen werden könne. Zu Beginn der relevanten
Arbeitsunfähigkeit per 24. Januar 2011 sei die Klägerin nicht bei der Beigeladenen 2
versichert gewesen, weshalb keine Leistungspflicht bestehe (act. G15). Die
Beigeladene 1 schloss sich vollumfänglich der Meinung der Beigeladenen 2 an und
verneinte ihre Leistungspflicht (vgl. Eingabe vom 3. Oktober 2017; act. G21).
B.h Nach Beizug der IV-Akten teilte die Verfahrensleitung der Klägerin mit Schreiben
vom 22. September 2017 mit, da auch betreffend Vorleistung eine materielle Prüfung
des Leistungsanspruchs zu erfolgen hätte, erscheine es aus verfahrensökonomischer
Sicht sinnvoller, das vorliegende Verfahren gleich in der Hauptsache vorzuziehen und
materiell zu entscheiden (act. G18).
B.i Mit Eingabe vom 25. September 2017 hielt die Klägerin an ihren Rechtsbegehren
fest, nahm aber davon Abstand, die Frage der Vorleistungspflicht vorweg zu prüfen. Sie
führte aus, die Beklagte habe Kenntnis vom Vorbescheid und der nachfolgenden
Verfügung der IV-Stelle gehabt, weshalb diese grundsätzlich Bindungswirkung entfalte.
Zudem sei die Klägerin ohne Vorbehalt in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis bei der
Beklagten aufgenommen worden, weshalb sie zumindest für die obligatorischen
Leistungen definitiv leistungspflichtig geworden sei (act. G19).
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B.j Nach Beizug der Behandlungsakten von Dr. I._ (vgl. act. G22, G27) und der
Swica (act. G23, G26, vgl. act. G28 f.) sowie entsprechender Einsicht (act. G31 ff., G44)
reichten die Beigeladenen 1 und 2 am 17. bzw. 18. Januar 2018 eine Eingabe ein (act.
G42 f.). Nach Zustellung derselben an die Parteien (act. G47) reichte die Beklagte am 8.
Februar 2018 eine Stellungnahme zu den beigezogenen Akten ein (act. G50). Die
Beigeladenen 1 und 2 sowie die Klägerin verzichteten auf eine weitere Stellungnahme
(act. G48 f., G51).

Erwägungen
1.
1.1 Gemäss Art. 73 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-,
Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG; SR 831.40) bezeichnet jeder Kanton ein
Gericht, das als letzte kantonale Instanz über Streitigkeiten unter anderem zwischen
Vorsorgeeinrichtungen und Anspruchsberechtigten entscheidet. Im Kanton St. Gallen
ist nach Art. 65 Abs. 1 lit. ebis des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRP;
sGS 951.1) das Versicherungsgericht zuständig für Streitigkeiten nach Art. 73 BVG.
1.2 Gerichtsstand ist nach Art. 73 Abs. 3 BVG der Sitz oder Wohnsitz des Beklagten
oder der Ort des Betriebes, bei dem der Versicherte angestellt wurde. Vorliegend ist die
örtliche Zuständigkeit des Versicherungsgerichts zu bejahen, weil sich der Sitz der
Zweigniederlassung der Beklagten in N._ befindet und die Klägerin die Tätigkeit,
aufgrund derer sie bei der Beklagten versichert war, dort ausgeführt hat (act. G5.1).
1.3 Da auch sämtliche übrigen prozessualen Voraussetzungen erfüllt sind, ist auf die
Klage einzutreten.
2.
Mit Verfügung vom 12. Juni 2017 lud die Verfahrensleitung die Beigeladenen 1 und 2
zum Prozess bei. Das Institut der Beiladung ist gemäss Rechtsprechung (BGE 134 V
306, 132 V 166, E. 3, 130 V 501, 125 V 80, E. 8b sowie RKUV 2003, Nr. U 485, S.
253ff.) und Literatur (UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. Bern/St. Gallen/Zürich
2015, N 125 ff. zu Art. 61 ATSG) im Sozialversicherungsprozess etabliert.
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Bindungswirkung entfaltet der zu fällende Entscheid gegenüber den Beigeladenen
insofern, als sie diesen in einem allfälligen Verfahren gegen sie selbst gelten zu lassen
haben. In materieller Hinsicht können die Beigeladenen im Endentscheid grundsätzlich
zu nichts verpflichtet werden (vgl. Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des
Kantons Zürich vom 28. Februar 2013, BV.2012.00056, E. 1.1.2, abrufbar unter
www.sozialversicherungsgericht.zh.ch, Rechtsprechung). Gemäss BGE 130 V 501 wird
allein die Rechtskraft des Urteils auch auf die Beigeladenen ausgedehnt.
Weitergehende Wirkungen kommen der Beiladung nicht zu (E. 1.2).
3.
Die Klägerin hat an ihrem Begehren, vorab über die Vorleistungspflicht zu entscheiden,
nicht festgehalten (act. G19). Zwischen den Parteien umstritten und vorliegend zu
prüfen ist damit der Anspruch der Klägerin auf eine Invalidenrente gegenüber der
Beklagten.
3.1 Gemäss Art. 23 Abs. 1 lit. a BVG haben Personen, die im Sinn der
Invalidenversicherung zu mindestens 40% invalid sind und bei Eintritt der
Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert waren,
Anspruch auf Invalidenleistungen. Nach Art. 24 Abs. 1 BVG setzt der Anspruch auf eine
volle Invalidenrente eine mindestens 70%-ige Invalidität im Sinn der IV voraus (lit. a).
Eine Dreiviertelsrente kommt zur Ausrichtung bei mindestens 60%-iger Invalidität (lit.
b). Eine halbe Rente wird bei mindestens hälftiger Invalidität (lit. c) und eine
Viertelsrente bei mindestens 40%-iger Invalidität ausgerichtet (lit. d).
3.2 Die Invalidenleistungen nach BVG werden von derjenigen Vorsorgeeinrichtung
geschuldet, bei der die ansprechende Person bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren
Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert war. Der Anspruch setzt einen engen
zeitlichen und sachlichen Zusammenhang zwischen der Arbeitsunfähigkeit, die
während des Vorsorgeverhältnisses (einschliesslich Nachdeckungsfrist nach Art. 10
Abs. 3 BVG) bestanden hat, und der allenfalls erst später eingetretenen Invalidität
voraus (BGE 134 V 20 E. 3.2). Der sachliche Konnex ist gegeben, wenn der
Gesundheitsschaden, der zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat, im Wesentlichen derselbe
ist, wie er der Erwerbsunfähigkeit zugrunde liegt (BGE 138 V 409 E. 6.2). Er kann auch
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gegeben sein, wenn die bei noch bestehender Versicherungsdeckung eingetretene
Arbeitsunfähigkeit somatisch, die Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung
begründende, allenfalls auch berufsvorsorgerechtliche Leistungen auslösende
Invalidität jedoch psychisch bedingt ist. Notwendige, aber nicht hinreichende
Bedingung hierfür ist, dass das psychische Leiden sich schon während des
Vorsorgeverhältnisses manifestierte und das Krankheitsgeschehen erkennbar mitprägte
(vgl. etwa Urteile des Bundesgerichts vom 12. November 2015, 9C_115/2015, E. 2.2;
vom 11. August 2015, 9C_58/2015, E. 2.2; vom 26. März 2013, 9C_484/2012, E. 4.4, je
mit Hinweisen). Die zeitliche Konnexität setzt voraus, dass zwischen der früheren
Arbeitsunfähigkeit und der späteren Invalidität bzw. deren Verschlimmerung keine
längere Periode der Arbeitsfähigkeit liegt. Dabei sind die gesamten Umstände des
Einzelfalls zu würdigen, namentlich die Art des Gesundheitsschadens, dessen
prognostische ärztliche Beurteilung und die Beweggründe, welche die versicherte
Person zur Wiederaufnahme der Arbeit veranlassten (BGE 123 V 264 f. E. 1c, 120 V 117
ff. E. 2c/aa f. mit Hinweisen). Zu den für die Beurteilung des zeitlichen Konnexes
relevanten Umständen zählen auch die in der Arbeitswelt nach aussen in Erscheinung
tretenden Verhältnisse, wie etwa die Tatsache, dass ein Versicherter über längere Zeit
hinweg als voll vermittlungsfähiger Stellensuchender Taggelder der
Arbeitslosenversicherung bezieht (Urteile des Eidgenössischen Versicherungsgerichts
[EVG; ab 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 26.
Mai 2003, B 100/02, E. 4.1, und vom 18. Oktober 2006 B 18/06, E. 4.2.1 in fine mit
Hinweisen). Für Zeiträume ohne formal ausgewiesene Arbeitsunfähigkeit darf eine
solche nur angenommen werden, wenn besondere Umstände vorliegen. Hierbei ist
auch die Eigenart des gesundheitlichen Geschehens massgebend (Urteil des
Bundesgerichts vom 9. November 2016, 9C_142/2016, E. 7.1). Der zeitliche
Zusammenhang kann auch bei einer länger als drei Monate dauernden Tätigkeit
gewahrt sein, wenn eine dauerhafte berufliche Wiedereingliederung unwahrscheinlich
war, etwa weil die Tätigkeit (allenfalls auch erst im Rückblick) als
Eingliederungsversuch zu werten ist (BGE 134 V 20, E. 3.2.1; Urteil des Bundesgerichts
vom 9. November 2016, 9C_142/2016, E. 3.2).
4.
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Vorsorgeeinrichtungen, die ausdrücklich oder unter Hinweis auf das Gesetz vom
gleichen Invaliditätsbegriff wie die IV ausgehen, sind im Bereich der gesetzlichen
Mindestvorsorge (Art. 6 BVG) an die Invaliditätsbemessung der IV-Stelle gebunden,
sofern die Vorsorgeeinrichtung spätestens im Vorbescheidverfahren in das IV-
rechtliche Verfahren einbezogen worden war und sich die Invaliditätsbemessung der IV
aufgrund einer gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar
erweist (Art. 73bis ff. der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201];
BGE 132 V 1, 130 V 270 E. 3.1, 129 V 73 und 126 V 308 E. 1). Für den Beginn des
Anspruchs auf Invalidenleistungen gelten gemäss Art. 26 Abs. 1 BVG sinngemäss die
entsprechenden Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
(IVG; SR 831.20). Der Eintritt des Versicherungsfalles fällt somit in der Regel mit der
Eröffnung der einjährigen Wartezeit nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG zusammen (BGE 134
V 20 E. 3.1.2, 118 V 239 E. 3c). Die Verbindlichkeitswirkung für die berufliche Vorsorge
erstreckt sich jedoch nur auf diejenigen Feststellungen und Beurteilungen im IV-
Verfahren, welche dort für die Rentenausrichtung entscheidend waren und über die
demnach effektiv zu befinden war; andernfalls haben die Organe der beruflichen
Vorsorge - und im Klagefall das zuständige Vorsorgegericht - die
Anspruchsvoraussetzungen ihrerseits frei zu prüfen (vgl. Urteil des EVG vom 14.
August 2000, B 50/99, E. 2). Vorliegend stellte die IV-Stelle der Beklagten, nicht aber
den Beigeladenen, den Vorbescheid und die Rentenverfügung zu (vgl. IV-act. 107, act.
G1.7). Der Entscheid der IV-Stelle ist jedoch insofern auch für die Beklagte nicht
bindend, als für die Festlegung des Beginns der Arbeitsunfähigkeit für die IV-Stelle nur
die invalidisierende psychiatrische Problematik entscheidend war und sie den
Sachverhalt vor Beginn der Wartezeit nicht umfassend hat abklären müssen.
5.
Vorliegend ist insbesondere der Zeitpunkt des Eintritts der invalidisierenden
Arbeitsunfähigkeit umstritten und mithin die Frage, ob und gegebenenfalls bei welcher
Vorsorgeeinrichtung die Klägerin zu diesem Zeitpunkt im Rahmen der beruflichen
Vorsorge versichert gewesen ist.
5.1 Die Klägerin litt anamnestisch erstmals im Jahr 2003 infolge der Erkrankung ihrer
Tochter an einer depressiven Episode bzw. einer Anpassungsstörung, begab sich aber
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nicht in psychiatrische Behandlung und war in der Folge wieder arbeitstätig (vgl. act.
G1.15 f., G26.14). Im September 2008, während sie bei der Beigeladenen 1
vorsorgeversichert war, wurde bei der Klägerin sodann ein invasiv duktales
Mammakarzinom rechts festgestellt. Von November 2008 bis September 2009 musste
sie sich diversen somatischen Behandlungen unterziehen und danach erfolgte eine
adjuvante endokrine Therapie mit Tamoxifen (bis September 2014; G15.14).
Echtzeitliche Beurteilungen der Arbeitsfähigkeit für 2008/2009 sind kaum aktenkundig.
Dr. I._ hielt im Überweisungsschreiben vom 6. September 2010 fest, die Klägerin sei
seit “Dezember 2008“ arbeitsunfähig (act. G26.13-2). Die behandelnden Ärzte des
KSSG attestierten vom 3. August bis 28. September 2009 eine Arbeitsunfähigkeit von
100% (act. G26.28). Sie gaben in ihrem Bericht vom 6. Mai 2015 an, sie hätten nach
Abschluss der Erstbehandlung keine Arbeitsunfähigkeit attestiert (act. G15.15, vgl. act.
G15.14). Es ist jedoch gesamthaft betrachtet davon auszugehen, dass die Klägerin
aufgrund der Therapien spätestens ab November 2008 (als eine Sentinel
Lymphonodektomie rechts durchgeführt worden war) aus somatischer Sicht für ihre
angestammte Tätigkeit zu mindestens 20% (Erheblichkeitsgrenze; vgl. Bundesamt für
Sozialversicherung, Mitteilungen über die berufliche Vorsorge, Nr. 44, Rz 258 mit
Hinweis auf das Urteil des EVG vom 7. Oktober 1998, B 48/97) arbeitsunfähig war. So
werden auch in einem Schreiben der F._ AG an die Klägerin vom 21. Januar 2009
krankheitsbedingte Abwesenheiten erwähnt sowie eine baldige und vollständige
Genesung gewünscht (act. G26.39). Die Swica erbrachte vom 3. August bis 28.
September 2009 zudem Taggeldleistungen (act. G26.27). Schliesslich bestreitet die
Beigeladene 1 eine während ihrer Vorsorge eingetretene somatische Arbeitsunfähigkeit
auch nicht substantiiert (vgl. act. G13, G21). Ab Dezember 2008, mithin nur wenige
Monate nach der Diagnose des Mammakarzinoms, wurde die Klägerin von Dr. med.
O._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, psychotherapeutisch betreut
(act. G26.14-5). Ab April 2009 wurde sie sodann durch Dr. I._ psychiatrisch
behandelt. Entgegen den Angaben von Dr. L._, welche lediglich beruhigende
Medikamente auf pflanzlicher Basis erwähnt (vgl. act. G1.16, S. 11), hielt Dr. I._ fest,
sie habe von Anfang an eine antidepressive Medikamentation eingeführt (IV-act. 64-2,
act. G27.1, S. 13). Gemäss Dr. I._ hatten die behandelnden Onkologen immer über
die depressive Antriebs- und Stimmungslage berichtet und der Klägerin nahegelegt,
sich mit dem Sozialdienst des KSSG in Verbindung zu setzen (vgl. IV-act. 64-2).
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Sowohl Dr. L._ als auch Dr. I._ und (anamnestisch) Dr. G._ brachten die
psychische Erkrankung sodann in einen Zusammenhang mit der Diagnose und der
Behandlung des Mammakarzinoms, im Sinne einer damals aufgetretenen Exazerbation
der psychischen Beschwerden (act. G1.16, S. 11, 15; IV-act. 64, act. G26.14).
Schliesslich lässt sich auch dem von Dr. I._ erstellten Auszug aus der
Krankengeschichte entnehmen, dass die Krebserkrankung neben den Sorgen um die
behinderte Tochter als Ursache für die psychischen Beschwerden im Vordergrund
steht (vgl. act. G27.1). Es ist somit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon
auszugehen, dass das psychische Leiden sich schon während des
Vorsorgeverhältnisses mit der Beigeladenen 1 manifestierte und das
Krankheitsgeschehen erkennbar mitprägte, auch wenn in einer ersten Phase lediglich
eine somatisch bedingte Arbeitsunfähigkeit bestand. Die damals aufgetretene
Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion entwickelte sich zu einer
mittelgradigen Depression, welche schliesslich die Invalidität begründete (vgl. act.
G1.16, IV-act. 64-2).
6. Weiter zu prüfen ist der zeitliche Zusammenhang.
6.1 Aufgrund der vorliegenden Akten lässt sich nicht abschliessend beurteilen, wie
lange die Klägerin aus somatischen Gründen arbeitsunfähig war. Gegenüber Dr. L._
erwähnte sie eine einjährige Arbeitsunfähigkeit (act. G1.16, S. 5). Dies ist insofern
nachvollziehbar, als die behandelnden Ärzte des KSSG am 6. Mai 2015 festhielten, sie
hätten seit der Diagnosestellung 2008 nie Stellung genommen zur Arbeitsfähigkeit
respektive keine Arbeitsunfähigkeit nach Abschluss der Erstbehandlung attestiert.
Letztere dauerte bis September 2009 (act. G15.15). Vom 3. August bis 28. September
2009 erhielt die Klägerin zudem Krankentaggelder der Swica (act. G26.12, G26.27, vgl.
auch Arztzeugnis des KSSG für diesen Zeitraum; act. G26.28). Von Januar 2009 bis
April 2010 war die Klägerin bei der Arbeitslosenversicherung gemeldet bzw. bezog sie
Arbeitslosenentschädigung (vgl. act. G15.1 f.). Nachdem sie aber bereits bis Ende
September 2009 trotz Bezug von Arbeitslosentaggeldern nachweislich mindestens
teilweise arbeitsunfähig war, schliesst dies nicht aus, dass sie auch bis Ende April 2010
weiterhin aus psychischen Gründen in erheblichem Ausmasse arbeitsunfähig gewesen
war, auch wenn keine ärztlichen Atteste für Oktober 2009 bis und mit 21. April 2010
vorliegen. Dafür spricht die Aussage von Dr. I._ gegenüber Dr. L._, wonach die
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Phasen der Remission der depressiven Erkrankung jeweils nur kurzdauernd gewesen
seien (vgl. act. G1.16, S. 11). Am 6. September 2010 führte Dr. I._ gar aus, die
Klägerin sei seit Dezember 2008 arbeitsunfähig (act. G26.13-2). Auch die Klägerin gab
bei ihrer IV-Anmeldung vom 11. Januar 2012 an, seit September 2008 bis auf weiteres
arbeitsunfähig zu sein (act. G15.13). Dr. G._ attestierte der Klägerin zwar erst ab 22.
April 2010 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit, hatte aber nicht Kenntnis aller Vorakten
und hielt selbst fest, er könne den Zustand der Klägerin und ihre Arbeitsfähigkeit in der
Vergangenheit nicht objektiv beurteilen (act. G26.14-5). Im Zeitraum vom 22. April 2010
bis 31. August 2010 war die Klägerin sodann unbestritten sowie aktenmässig
ausgewiesen zu 100% arbeitsunfähig und erhielt Krankentaggelder der Swica (vgl. act.
G26.3, G26.14, G26.18). Dr. G._ beurteilte in seinem Gutachten vom 15. Juni 2010,
die Klägerin brauche dringend entweder eine stationäre psychosomatische
Rehabilitation über vier Wochen oder ergänzend zur gegenwärtigen ambulanten
psychiatrischen Behandlung ein Körperaufbauprogramm. Unter diesen therapeutischen
Massnahmen sei mit der Wiederherstellung der vollen Arbeitsfähigkeit in einer
adaptierten Tätigkeit ab 1. September 2010 zu rechnen (act. G26.14-5). Da die Klägerin
in der Folge trotz Zuweisung durch Dr. I._ keine stationäre Therapie durchführte (act.
G1.4, G26.4, G26.13), kann nicht davon ausgegangen werden, die durch Dr. G._
prognostizierte 100%ige Arbeitsfähigkeit per 1. September 2010 sei eingetreten. Wie
die Beklagte zu Recht geltend macht, handelte es sich bei der Tätigkeit bei der K._
auch nicht um eine adaptierte Tätigkeit (act. G50). Dr. I._ attestierte der Klägerin bis
zum 14. Oktober 2010 weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 50 bzw. 100% (act.
G26.18, G27.2). Dr. L._ ging zwar erst ab Januar 2011 von einer gesicherten
Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht aus, merkte aber an, das damals
ausgeübte 100% Pensum bei der K._ wäre ihr rein theoretisch nicht mehr zumutbar
gewesen (act. G1.16, S. 17). Zudem hatte sie sich entsprechend dem Auftrag der IV-
Stelle auf die Beurteilung des Zeitraumes nach der IV-Anmeldung konzentriert und
hatte keine umfassende Aktenkenntnis (insbesondere betreffend Arbeitsunfähigkeit im
Jahr 2010; vgl. act. G1.16, S. 2 f.). Dies ist insbesondere deshalb relevant, als Dr. L._
sich aufgrund nur spärlicher und ungenauer Information der Klägerin stark auf die
Aktenlage hat stützen müssen (vgl. IV-act. 95).
6.2 Bei den drei je nur ein- bis zweimonatigen erwerblichen Tätigkeiten der Klägerin
zwischen Mai und Dezember 2010 ist sodann von Arbeitsversuchen auszugehen (vgl.
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act. G1.15). Dasselbe gilt für die Tätigkeit bei der K._ vom 15. November 2010 bis 3.
Februar 2011, wobei der letzte Arbeitstag bereits am 21. Januar 2011 war (act. G1.3,
G1.5, G5). Die Klägerin war befristet angestellt worden (act. G1.3). Nachdem sie
mangels Erbringens der geforderten Leistungen in eine andere Abteilung versetzt
worden und auch dort die gestellten Anforderungen nicht hatte erfüllen können, wurde
ihr noch innerhalb der Probezeit gekündigt (act. G1.5). Dr. I._ berichtete am 14. März
2011, die Klägerin habe sich nach der depressiven Episode vom April bis September
2010 kaum erholt gehabt und eine über das Zumutbare anstrengende Arbeit
angenommen, was erneut zur psychischen und physischen Erschöpfung geführt habe.
Die Kündigung der Arbeitsstelle habe sie gekränkt und noch mehr deprimiert (act.
G1.4). Am 27. März 2014 hielt Dr. I._ fest, die Klägerin habe nach der depressiven
Episode im Jahr 2010 eine äusserst anstrengende Stelle bei der K._ angenommen.
Sie habe die von ihr empfohlene psychosomatische Rehabilitation nicht annehmen
wollen und habe sich, nachdem ihr Dr. G._ eine 100%ige Arbeitsfähigkeit attestiert
habe, erneut in die Arbeit gestürzt. Leider habe sie diese schwere körperliche Arbeit
trotz Einnahme von Antidepressiva und ressourcenorientierten Gesprächen wegen
einer erneuten depressiven Episode nicht ausüben können. Die Kündigung der K._
habe sie wieder in eine tiefe Depression geworfen (IV-act. 64). Die Klägerin gab am 14.
Februar 2011 gegenüber Dr. I._ an, sie sei erleichtert über die Kündigung der K._.
Es habe sich bestätigt, dass sie für Fabrikarbeit unfähig sei (act. G27.1). Auch Dr. L._
bezeichnete die Tätigkeit bei der K._ als Arbeitsversuch (act. G1.16, S. 3). Diese war
damit nicht geeignet, um den zeitlichen Konnex zwischen der im September 2008
eingetretenen Arbeitsunfähigkeit und der späteren Invalidität zu unterbrechen. Ab 17.
Januar 2011 war die Klägerin sodann unbestritten durchgehend (teil)arbeitsunfähig (act.
G1.4, G1.16, IV-act. 64, 71, 77) und erhielt ab 1. Juli 2012 eine halbe Rente der
Invalidenversicherung (act. G1.7).
6.3 Zusammenfassend ist die massgebliche Arbeitsunfähigkeit erstmals während des
Vorsorgeverhältnisses mit der Beigeladenen 1 eingetreten und der zeitliche
Zusammenhang wurde bis zum Eintritt der Invalidität nicht unterbrochen. Eine
Leistungspflicht der Beklagten ist damit zu verneinen.
7.
7.1 Nach dem Gesagten ist die Klage abzuweisen.
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7.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 73 Abs. 2 BVG).
7.3 Entsprechend dem Verfahrensausgang hat die Klägerin keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Der Antrag der Beklagten auf eine Parteientschädigung (act. G5)
ist abzuweisen, da sie als mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben betraute Versicherung
keinen Anspruch auf eine solche hat (vgl. BGE 118 V 169, E. 7).