Decision ID: b6cd4a82-07cd-4ca0-b2d2-5af2d32fd9fc
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1977, war als deren Inhaber bei der
Y._
GmbH (vgl.
Urk.
8/49 S. 1 unten)
laut Unfallmeldung
seit 2
1.
September 2015 als
Fugenabdichter
tätig und damit bei der Suva unfallversichert, als er sich am
1.
Oktober 2015 eine Schnittverletzung an der rechten Hand zuzog (
Urk.
8/1), die gleichentags im Kantonsspital
Z._
mit einer Hautnaht (vgl.
Urk.
8/69 S. 1) versorgt wurde (
Urk.
8/33/2).
Die Suva sprach dem Versicherten n
ach am 2
0.
Oktober 2016 erfolgter kreisärzt
licher Untersuchung (
Urk.
8/92)
mit Verfügung vom 1
4.
August 2017 eine Inva
lidenrente entsprechend einer Erwerbseinbusse von 11
%
und eine Integritätsent
schädigung entsprechend einer Integritätseinbusse von 5
%
zu (
Urk.
8/157). Die dagegen am 2
5.
September 2017 erhobene Einsprache (
Urk.
8/162) wies sie mit
Einspracheentscheid
vom 2
7.
Februar 2018 ab (
Urk.
8/175 =
Urk.
2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 2
7.
Februar 2018 (
Urk.
2) erhob der Versi
cherte am 1
1.
April 2018 Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte
zur Hauptsache
,
dieser sei aufzuheben, es seien ihm eine
Rente gestützt auf einen höheren Invali
ditätsgrad und eine höhere Integritätsentschädigung zuzusprechen und es sei ein Gerichtsgutachten einzuholen (S. 2
Ziff.
1-4).
Die Suva beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
7.
Mai 2018 (
Urk.
7) die Ab
weisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom 2
1.
Juni
2018
wurde antragsgemäss (vgl.
Urk.
1 S.
2
Ziff.
7) die unentgeltliche Rechtsvertretung bewilligt (
Urk.
15).
Am 1
9.
Juni 2018 erklärte der Beschwerdeführer den Verzicht auf eine öffentliche Verhandlung (
Urk.
13) und a
m
2
4.
September 2018 erstattete
er eine Replik (
Urk.
18) und am 2
9.
Oktober 2018 erstattete die Beschwerdegegnerin eine Duplik (
Urk.
24), die dem Beschwerdeführer am
1.
November 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
25).
3.
Das invalidenversicherungsrechtliche Verfahren des Beschwerdeführers Nr.
IV.2017.00918 wurde mit Urteil vom heutigen Tag abgeschlossen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgeset
zes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversi
cherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
1.
Oktober 2015
ereignet, wes
halb die bis 31. Dezember
2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10 % in
valid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (Art. 18 Abs. 1 UVG). Inva
lidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG)
.
Zur Bestimmung des Invalidi
tätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der (unfallbedingten) Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
).
1.3
Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schä
digung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie An
spruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Nach Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht; er ist erheblich, wenn die körperliche, geistige oder psychische Integrität, unabhängig von der Erwerbs
fähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs
3.
Fallen mehrere körperliche, geistige oder psychische Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der ge
samten Beeinträchtigung festgesetzt. Die Gesamtentschädigung darf den Höchst
betrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und bereits nach dem Gesetz bezogene Entschädigungen werden prozentual angerechnet (Abs. 3). Voraussehbare Verschlimmerungen des Integritätsschadens werden angemessen be
rücksichtigt. Revisionen sind nur im Ausnahmefall möglich, wenn die Ver
schlim
merung von grosser Tragweite ist und nicht voraussehbar war (Abs. 4).
Die Medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundes
rätlichen
Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Feinraster) er
arbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für das Gericht nicht verbindlich, umso weniger als Ziff. 1 Abs. 1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, der in der Skala angegebene Prozentsatz des Integritätsschadens gelte im Regelfall, welcher im Einzelfall Ab
weichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewähr
leistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) davon aus, gemäss kreisärztlicher Einschätzung - und derjenigen des behandelnden Hand
chirurgen - sei dem Beschwerdeführer
die angestammte Tätigkeit als
Fugenab
dichter
nur noch zu 50
%
zumutbar
.
Eine näher umschriebene angepasste Tätig
keit
sei ihm zu 100
%
zumutbar (S. 4
Ziff.
1b). Aufgrund des Einkommensver
gleichs resultiere ein Invaliditätsgrad
von 11
%
(S. 5
Ziff.
1d). Die Integritätsein
busse betrage gemäss kreisärztlicher Beurteilung 5
%
(S. 6
Ziff.
2b).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1), die Annahme einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit sei nicht nachvollziehbar, weshalb deren Umfang in einer versicherungsexternen Begutachtung zu ermitteln sei (S. 5
Ziff.
3). Dementsprechend werde das ange
nom
mene Invalideneinkommen als zu hoch bestritten, während das
Validen
einkom
men
als zu tief ebenfalls bestritten werde (S. 6 f.
Ziff.
6). Der Umfang der Integ
ritätseinbusse sei ebenfalls nach erfolgter Begutachtung festzulegen (S.
7
Ziff.
7).
2.3
Strittig und zu prüfen sind die Höhe des Invaliditätsgrades und der Integritäts
einbusse.
3.
3.1
Gemäss Unfallmeldung vom
6.
Oktober 2015 schnitt sich der Beschwerdeführer
am
1.
Oktober 2015
in die Innenseite der rechten Hand, als beim Abschneiden von Fugendichtungen die Messerklinge brach (
Urk.
8/
1).
Die
Verletzung
wurde gleichentags im
Z._
mit einer Wun
d
naht versorgt (
Urk.
8/33/2).
3.2
Gemäss Bericht von
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Chirurgie sowie für
Plastische,
Rekonstruktive
und Ästhetische Chirurgie
, vom 1
1.
November 2015
(
Urk.
8/13/4-5) konstatierte die behandelnde Ergotherapeutin eine Sehnenläsion (S. 1) und überwies den Beschwerdeführer zu ihm. Er diagnostizierte eine Sehnendurchtrennung (veraltet) D II Höhe MCP-Gelenk vor zirka 5 Wochen (S.
1
Mitte) und empfahl eine operative Sanierung (S. 2 Mitte).
Am 1
8.
November 2015 fand die genannte Operation statt (
Urk.
8/13/1).
3.3
In der Folge wurde der Beschwerdeführer weiter von
Dr.
A._
behandelt, der darüber am 3.,1
4.
und 1
6.
Dezember 2015, 4., 1
8.
und 2
7.
Januar, 1
1.
und 2
2.
Februar
2016
berichtete
(
Urk.
8/19-20,
Urk.
8/24,
Urk.
8/32,
Urk.
8/35,
Urk.
8/38-39,
Urk.
8/41).
Am 2
9.
Februar 2016 erfolgte eine weitere Operation (
Urk.
8/43).
Dr.
A._
berichtete weiter am 3., 8., 1
4.
und 2
9.
März, 2
7.
April, 1
8.
Mai
,
8.
u
nd
3
0.
Juni
2016
(
Urk.
8/45-47,
Urk.
8/52,
Urk.
8/57,
Urk.
8/64/2-3
,
Urk.
8/67,
Urk.
8/74/2-3
).
3.4
Am
7.
Juni 2016 berichtete
Dr.
med.
B._
, Oberärztin Handchirurgie,
Klinik
C._
, über die gleichentags erfolgte Untersuchung (
Urk.
8/69) und nannte folgende handchirurgische Diagnose (S. 1 Mitte):
-
Bow-
Stringing
FDS/FDP-Sehne
Hohlhand
bis PIP-Gelenk mit PIP
Gelenks
kontraktur Zeigefinger rechts mit / bei:
-
Status nach Schnittverletzung FDP-FDS-Sehne Zone II vom
1.
Oktober
2015
-
Status nach operativer Rekonstruktion der veralteten Sehnendurch
trennung FDP- und FDS-Sehne Zone II am 1
8.
November 2015
-
Status nach ausgedehnter
Tenolyse
vom 2
9.
Februar 2016
Nach Besprechung im Team riet sie von einer (weiteren) Operation ab (S. 2 Mitte).
3.5
Kreisarzt
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, nannte in seinem Bericht vom
2
0.
Oktober
2016 (
Urk.
8/92)
über die gleichentags erfolgte Untersuchung die eben an
geführten (vorstehend E. 3.4) Diagnosen (S. 6 oben).
Ferner führte er unter anderem aus, gemäss den Angaben des Versicherte
n
komme es unter Belastung von rechtem Daumen und Zeigfinger immer wieder zu Schmerzen. Ruheschmerzen bestünden nicht. Den Versicherten störe der inkom
plette Faustschluss, welcher ihn bei der Ausübung seiner beruflichen
Tätigkeit als
Verfuger
limitiere
. Fe
rner störe ihn die offensichtlic
he Kraftlosigkeit. Repetitive Handbewegungen seien nur mit längeren Pausen und mit Bedarfsanalgesie mög
lich (S. 6 Mitte).
Bei der kreisärztlichen Untersuchung habe sich eine deutliche Funktionsein
schränkung der rechten Hand bei Beugekontrakturen des Zeigefinger-Mittelge
lenkes gezeigt, welche zu belastungsabhängigen Schmerzen führe. Bezüglich des Befundes sei hier der medizinische Endzustand erreicht. Von einer weiteren
Arthro
-/
Tenolyse
mit aufwändiger Ringbandrekonstruktion werde von der
Klinik
C._
im
Rahmen der Konsultation vom
7.
Juni 2016 abgeraten, da der Operationsausgang sehr ungewiss sei. Der Versicherte wünsche die Operation daher nicht. Es werde empfohlen, die momentane Ergotherapie beizubehalten (S.
6).
Die angestammte Tätigkeit sei aufgrund der Schmerzsymptomatik nur in einem Pensum von 50
%
zumutbar. Bei angepassten Tätigkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
. Für die rechte Hand sollte das Tragen von Lasten über 10 kg vermieden werden. Repetitive Tätigkeiten, Stoss- und Vibrationsbelastungen sowie feinmotorische Bewegungen, die eine Zugbewegung oder einen
Pinzettengriff
des rechten Zeigefingers erforderten, sollten weitestgehend vermieden werden. Aufgrund des limitierten rechtsseitigen Faustschlusses seien Tätigkeiten, die einen festen Griff erforderten, beispielsweise
Hämmern oder das Bedienen von Maschinen, ebenfalls ausgeschlossen (S. 6 unten).
3.6
Den Integritätsschaden
betreffend führte
Kreisarzt
Dr.
D._
aus, gemäss der anwendbaren Tabelle 1 (Integritätsschaden bei Funktionsstörung an den oberen Extremitäten) werde eine Kontraktur der gesamten Hand in Beugung oder Stre
ckung von 45° mit 30
%
bewertet. Da es sich um eine Beugekontraktur des Zei
gefingermittelgelenkes handle, seien 5
%
gerechtfertigt (
Urk.
8/93).
3.7
Dr.
A._
führte in seinem Bericht vom
8.
November 2016
(
Urk.
8/98) unter an
derem aus, der Beschwerdeführer gehe seinem Beruf derzeit mit einer Arbeitsfä
higkeit von 50
%
nach (S. oben), und attestierte eine ebensolche (S. 1 unten).
Die Arbeitsfähigkeit von 50
%
bestätigte er in seinem Bericht vom
1
0.
April 2017 (
Urk.
8/136
S. 1 unten, S. 2 Mitte
)
.
Auch in seinem Bericht vom
4.
September 2018 (
Urk.
19)
bezifferte er die Ar
beitsfähigkeit im erlernten Beruf mit 50
%
und empfahl die Erstellung eines Gut
achtens zu deren Bestätigung auf Dauer (S. 1 unten).
4.
4.1
Die Annahme einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
in der angestammten Tätigkeit deckt sich mit der Beurteilung durch den behandelnden
Handchirurgen (vorste
hend E. 3.7
) und mit den Angaben des Beschwerdeführers, wonach er je nach Auftragslage etwa 15 bis 20 Stunden pro
Woche
arbeite (
vgl.
Urk.
14
S. 6 unten).
Davon ist auszugehen.
Die Einschätzung durch den Suva-Kreisarzt, wonach für näher umschriebene angepasste Tätigkeiten eine volle Arbeitsfähigkeit bestehe (vorstehend E. 3.5), ist als schlüssig und nachvollziehbar zu beurteilen, und sie erfüllt alle praxisgemässen Kriterien (vorstehend E. 1.4) vollumfänglich. Insbe
sondere
wurden darin die sich aus der Handverletzung ergebenden Beeinträchti
gungen sehr sorgfältig darg
elegt, und das im Anschluss dara
n formulierte Zumut
barkeitsprofil
trägt ebendiesen vollumfänglich Rechnung. Aufgrund der überein
stimmenden ärztlichen Beurteilungen steht der Sachverhalt in medi
zinischer Hinsicht dahingehend fest
, dass
in dem Belastungsprofil entsprechenden
Tätig
keiten eine vollständige Arbeitsfähigkeit besteht.
4.2.
Der Beschwerdeführer stellte sich auf den Standpunkt, die Annahme einer vollen Arbeitsfähigkeit in näher umschriebenen angepassten Tätigkeiten sei nicht ge
rechtfertigt, denn wenn konkrete Indizien gegen die Schlüssigkeit und Nachvoll
ziehbarkeit von verwaltungsinternen medizinischen Abklärungen bestünden, was
vorliegend der Fall sei, habe gemäss konstanter Rechtsprechung eine externe Be
gutachtung zu erfolgen, was die Beschwerdegegnerin pflichtwidrig unterlassen habe (
Urk.
1 S. 5
Ziff.
3).
4.3
Ergänzende Abklärungen sind in der Tat vorzunehmen, wenn
auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärzt
lichen Feststellungen
bestehen
(BGE 135 V 465 E. 4.4).
Im Hinblick darauf
sind die von der versicherten Person aufgelegten Berichte daraufhin zu prüfen, ob sie auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Feststel
lungen versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte wecken.
Um Z
weifel aufgrund der von der versicherten Person aufgelegten Berichte einerseits und der versiche
rungsinternen medizinischen Berichte andererseits auszuräumen,
hat
das Gericht entweder ein Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an den Versiche
rungsträger zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren nach
Art.
44 ATSG eine Beguta
chtung veranlasst (BGE 135 V 465 E. 4.6)
.
4.4
Die rechtsprechungsgemässen Voraussetzungen, um - erhebliche oder auch nur geringe - Zweifel an der Schlüssigkeit der versicherungsinternen Beur
teilung anzunehmen, sind hier offensichtlich nicht erfüllt:
Der Beschwerdeführer hat mit keinem Wort dargetan, worin die von ihm pauschal behauptete Mangel
haftigkeit der kreisärztlichen Beurteilung bestehen sollte, und es liegt auch kein einziger medizinischer Bericht vor, der dazu veranlassen würde, die kreisärztliche Beur
teilung in Frage zu stellen.
Dies gilt auch für den Bericht von Dr.
A._
vom 4. September 2018 (Urk. 19), da darin weiterhin einzig die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als
Fugenabdichter
thematisiert wird.
Vielmehr ist festzuhalten, dass
in der kreisärztlichen Beurteilung die sich aus der Handverletzung ergebenden Beeinträchtigungen sehr sorgfältig dargelegt wurden und das im Anschluss darin formulierte Zumutbarkeitsprofils ebendiesen vollum
fänglich Rechnung trägt. Dafür, dass - wenn diese qualitativen Einschränkungen beachtet werden - darüber hinaus auch noch eine quantitative Einschränkung im Sinne einer reduzierten prozentualen Arbeitsfähigkeit bestehen sollte, gibt es we
der in den Akten noch in den Ausführungen des Beschwerdeführers Anhalts
punkte.
4.5
Die pauschale Bestreitung des von der Beschwerdegegnerin angenommenen In
valideneinkommens (
Urk.
1 S. 6
Ziff.
6) als zu hoch vermag ebenfalls nicht zu überzeugen.
Die von der Beschwerdegegnerin herangezogenen Profile der Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP;
Urk.
8/154/11-30) stimmen allesamt mit dem formulierten Belastungsprofil überein. Etwas
anderes
behauptete auch der Beschwerdeführer
nicht. Auch machte er - richtigerweise - nicht geltend, die rechtsprechungsge
mässen Anforderungen an die Verwendung von DAP-Daten (vgl. BGE
129 V 472
E. 4.2.1) seien nicht eingehalten. Nachdem es nicht Aufgabe des Gerichts ist, nach möglichen Begründungen für pauschale und
unsubstantiierte
Parteibehauptun
gen zu suchen, hat es mit dem festgesetzten Invalideneinkommen sein Bewenden.
4.6
Gleiches gilt für die ebenso wenig begründete Bestreitung des
Valideneinkom
mens
(
Urk.
1 S. 7 oben). Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer ohne Unfall ein höheres Einkommen erzielen würde als von der Beschwerdegegnerin angenommen, ergeben sich weder aus den Akten noch aus seinen Ausführungen.
4.7
Schliesslich ist auch die Schätzung des Integritätsschadens (vorstehend E. 3.6) nachvollziehbar begründet. Die blosse Bestreitung dieses Umstands (vgl.
Urk.
1 S. 7
Ziff.
7) vermag das Fehlen einer anderslautenden ärztlichen Beurteilung nicht zu kompensieren, so dass darauf nicht näher einzugehen ist.
4.8
Zusammenfassend erweisen sich die beschwerdeweise geltend gemachten Kritik
punkte allesamt als unbegründet
und der angefochtene Entscheid ist nicht zu beanstanden. Dies führt zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde.
5.
Der unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdeführers machte mit Honorar
note vom 1
9.
Oktober 2018 einen Aufwand von 10.34 Stunden zuzüglich Klein
spesenpauschale von 3
%
geltend (
Urk.
23). Beim praxisgemässen Stundenansatz von
Fr.
220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) ist er somit mit
Fr.
2'523.45 (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse zu entschädigen, dies unter Hinweis auf
§
16
Abs.
4
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
.