Decision ID: c2273786-672b-47f8-ba6e-f0337b963eb5
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend sexuelle Handlungen mit Kindern etc.
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Horgen, Einzelgericht, vom 14. März 2013 (GG120023)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 21. August
2012 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 20).
Urteil der Vorinstanz:
1. Der Beschuldigte ist nicht schuldig und wird freigesprochen.
2. Die Entscheidgebühr fällt ausser Ansatz; die übrigen Kosten (einschliesslich
der Untersuchungskosten) werden auf die Gerichtskasse genommen.
3. Von der Zusprechung einer Genugtuungszahlung wird abgesehen.
4. Dem Beschuldigten wird eine Entschädigung von Fr. 6'000.– (zuzüglich 8%
Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse zugesprochen.
Berufungsanträge:
a) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich:
(Urk. 52, S. 1)
1. Der Beschuldigte sei der sexuellen Handlung mit Kindern im Sinne von
Art. 187 Ziff. 1 Abs. 3 StGB schuldig zu sprechen.
2. Er sei mit einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu Fr. 100.–, entspre-
chend Fr. 6'000.– und einer Busse von Fr. 800.– zu bestrafen.
3. Es sei der bedingte Vollzug der Geldstrafe zu gewähren, unter Anset-
zung einer Probezeit von 2 Jahren.
4. Es sei eine Ersatzfreiheitsstrafe von 8 Tagen bei schuldhafter Nichtbe-
zahlung der Busse anzusetzen.
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5. Die Kosten seien dem Beschuldigten aufzuerlegen.
b) Der Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 53 S. 2)
1. Der Beschuldigte sei freizusprechen, unter Entschädigungsfolge zu
Lasten des Staates.
2. Eventualiter sei der Beschuldigte mit einer Geldstrafe von 10 Tages-
sätzen à Fr. 50.– zu bestrafen.
3. Der Vollzug der Strafe sei bedingt auszusprechen, unter Ansetzung ei-
ner Probezeit von 2 Jahren.
4. Von der Auferlegung der Untersuchungs- und Gerichtskosten sei abzu-
sehen.
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Das Gericht erwägt:
I. Prozessverlauf
Mit Urteil des Einzelgerichtes in Strafsachen des Bezirksgerichtes Horgen vom
14. März 2013 wurde der Beschuldigte vom Vorwurf der sexuellen Handlungen
mit Kindern freigesprochen. Von der Zusprechung einer Genugtuung wurde ab-
gesehen. Die Kosten wurden auf die Gerichtskasse genommen und dem Be-
schuldigten wurde eine Entschädigung von Fr. 6'000.– (zuzüglich 8% Mehrwert-
steuer) aus der Gerichtskasse zugesprochen (Urk. 42 S. 9).
Gegen dieses Urteil hat die Staatsanwaltschaft mit Eingabe vom 18. März 2013
Berufung angemeldet (Urk. 38) und mit Eingabe vom 16. Juli 2013 fristgerecht die
Berufungserklärung eingereicht (Urk. 43). Sie hat die Berufung nicht beschränkt
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und beantragt, der Beschuldigte sei der sexuellen Handlungen mit Kindern im
Sinne von Art. 187 Ziff. 1 Abs. 3 StGB schuldig zu sprechen und mit einer beding-
ten Geldstrafe von 60 Tagesätzen zu Fr. 100.– und einer Busse von Fr. 800.– zu
bestrafen.
Der Beschuldigte hat keine selbständige Berufung angemeldet und auf An-
schlussberufung verzichtet (Urk. 46).
Da die Staatsanwaltschaft ihre Berufung nicht beschränkt hat, ist keine der Dispo-
sitivziffern des vorinstanzlichen Urteils in Rechtskraft erwachsen (Art. 402 StPO).
II. Sachverhalt
1. Anklagesachverhalt
Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, er habe am 27. Oktober 2011, ca.18.40
Uhr, mit nacktem Unterkörper in seiner hell erleuchteten Wohnung im Hochpar-
terre gestanden und seinen Penis frottiert. Dies habe er bewusst so gemacht,
dass B._, geboren tt.mm.1998, die sexuelle Handlung habe beobachten
können. B._ sei dann über die Wiese in Richtung Hintereingang der von ihr
bewohnten Liegenschaft gegangen und er sei in seiner Wohnung zur Balkontür
gegangen und habe weiter masturbiert, so dass B._ dies gesehen habe, was
er gewollt und bezweckt habe (Urk. 20 S. 2).
2. Standpunkt des Beschuldigten
Der Beschuldigte bestritt im Vorverfahren, in der Befragung vor Vorinstanz und
anlässlich der Berufungsverhandlung den Anklagevorwurf vollumfänglich. Er
machte geltend, ein derartiger Vorfall habe nicht stattgefunden. Er verneinte, an
diesem Abend am Fenster oder an der Balkontür stehend masturbiert zu haben
(Urk. 11/1 S. 4; Urk. 11/2 S. 3 f.; Urk. 33 S. 2 f.; Prot. II S. 9). Nachfolgend ist da-
her zu prüfen, ob sich der Sachverhalt erstellen lässt. Dazu sind zunächst die zur
Verfügung stehenden Beweismittel darzulegen.
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3. Beweismittel
3.1. Aussagen des Beschuldigten
Der Beschuldigte wurde insgesamt viermal einvernommen, zweimal im Vorverfah-
ren (Urk. 11/1+2), einmal vor Vorinstanz (Urk. 33) und ein weiteres Mal vor Beru-
fungsgericht (Prot. II S. 3 ff.). Er hat den Anklagevorwurf konstant bestritten und
stellte in Abrede, am fraglichen Abend masturbiert zu haben. Er gab an, die Ge-
schädigte nicht zu kennen, und konnte kein Motiv für eine Falschbelastung durch
sie nennen. Er anerkannte, dass er zum fraglichen Zeitpunkt zu Hause war und
ein blau-grün-grau gestreiftes Shirt trug (Urk. 11/1 S. 3).
3.2. Aussagen der Geschädigten
In der polizeilichen Einvernahme vom 9. November 2011 sagte die Geschädigte
aus, sie sei auf dem Spielplatz gewesen und habe aufs Handy geschaut. Dann
habe sie nach vorne geschaut, der Beschuldigte habe sie angeschaut, sie habe
wieder aufs Handy geschaut, er habe sie wieder angeschaut. Dann sei er aufge-
standen und habe sich "einen heruntergeholt". Nachher habe er sich wieder hin-
gesetzt und sie angeschaut. Er sei wieder aufgestanden, sie sei auch aufgestan-
den und zur hinteren Eingangstür ihres Hauses gegangen. Er sei zur Balkontür
gegangen, habe sie angeschaut und sich nochmals "einen heruntergeholt". Als
eine Frau gekommen sei, welche auch ins Haus hinein gewollt habe, sei er sofort
zur Seite gegangen (Urk. 9/1 S. 2). Der Beschuldigte habe ein T-Shirt mit Kragen
getragen, sie glaube, es sei grün-weiss gestreift gewesen, unten habe er nichts
getragen (Urk. 9/1 S. 2). Auf die Frage, was sie damit meine, wenn sie sage, er
habe sich "einen heruntergeholt", erklärte sie, er habe seinen Penis in der Hand
gehalten und Hin-und-her-Bewegungen gemacht. In welchem Zustand sein Penis
gewesen sei, ob er schlaff gewesen sei, wisse sie nicht. Ob es zum Samenerguss
gekommen sei, wisse sie nicht, sie glaube nicht (Urk. 9/1 S. 3). Sie bestätigte,
dass der Beschuldigte sie gesehen habe, sie habe Blickkontakt mit ihm gehabt
(Urk. 9/1 S. 3/4).
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In der Videobefragung vom 21. März 2012 (Urk. 9/3) schilderte die Geschädigte,
dass sie auf der Schaukel mit ihrem Handy beschäftigt gewesen sei, dann habe
sie hinübergeschaut und den Beschuldigten gesehen, dieser habe sie angestarrt.
Sie habe auf das Handy geschaut und dies zu ignorieren versucht. Sie habe
nachher nochmals geschaut und er habe sie immer wieder angeschaut. Er sei
dann aufgestanden, sie habe gesehen, dass er nur ein T-Shirt angehabt habe und
keine Hose und dass er sich "eini abegholt" habe. Sie sei dann von der Schaukel
weggegangen, habe nach Hause gehen wollen, da sei er in der Wohnung auch
mitgegangen, sei zum Balkon gegangen, welcher nicht offen gewesen sei. Sie
habe seinen ganzen Körper gesehen, auch die Beine. Dort habe er sich immer
noch "eini abegholt", habe sie immer noch angeschaut. Als eine Frau gekommen
sei, sei er zur Seite gegangen, man habe ihn nicht mehr gesehen (Urk. 9/3 S. 3).
Als sie ihn an jenem Abend erstmals erblickt habe, sei der Beschuldigte auf dem
Stuhl gesessen und sie habe ihn vom Bauchnabel an aufwärts auf dem Stuhl sit-
zen sehen. Der Stuhl sei nur ein paar Zentimeter, vielleicht 30 cm, vom Fenster
entfernt gewesen (Urk. 9/3 S. 3 f.). Er habe ein grün-weiss gestreiftes T-Shirt ge-
tragen, welches, wie sie glaube, einen Kragen gehabt habe. Dann sei er aufge-
standen, sie habe sein Geschlechtsteil und seine Oberschenkel gesehen, nach-
her habe er sich "eini abegholt". Sie sei schockiert gewesen und habe sich wieder
ihrem Handy gewidmet. Sie habe dann hinübergeschaut, da sie sich gedacht ha-
be, vielleicht mache der Mann das ja nicht zu ihr. Er habe sie aber weiterhin an-
gestarrt und habe sich "eini abegholt". Als sie habe nach Hause gehen wollen, sei
der Mann in seiner Wohnung mitgelaufen und habe sich beim langen Fenster
dort, wo man zum Balkon raus gehe, wieder "eini abegholt" und sie wieder ange-
schaut. Nachher sei eine Frau gekommen und der Mann sei sogleich zur Seite
gegangen. Als der Beschuldigte vom Stuhl aufgestanden sei, habe er seine Hand
an seinem Geschlechtsteil gehabt. Er sei frontal zu ihr am Fenster des Wohn-
zimmers gestanden und habe mit der Hand am Geschlechtsteil eine Handbewe-
gung von vorne nach hinten gemacht. Er habe keine Hose getragen, das T-Shirt
habe nur bis ca. 10 cm unter den Bauchnabel gereicht. Sie wisse nicht, ob der
Penis des Mannes steif gewesen sei, aber er habe ihn steif machen wollen. Als
sie von der Schaukel aufgestanden und zur hinteren Eingangstür gegangen sei,
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sei der Mann in der Wohnung mitgegangen zu seiner Balkontür, und habe sich
dabei "eini abegholt". Vor der Balkontür sei er stehen geblieben und habe sich
nochmals "eini abegholt". Sie habe den Mann bis zu den Füssen gesehen. Daran
hielt die Geschädigte auch fest, nachdem sie von der Befragerin darauf hingewie-
sen worden war, dass es beim Balkon eine Mauer habe, damit man nicht direkt
hineinsehe. Sie erklärte, von der hinteren Eingangstür aus habe man den Über-
blick bis zum Fenster/Balkon. Als sie nochmals hinüber geschaut habe, habe sie
ihn bis zu seinen Füssen gesehen (Urk. 9/3 S. 4). Auf erneuten Vorhalt, wie es
möglich sei, dass sie den Mann bis zu den Fussknöcheln gesehen habe, obschon
die Balkonmauer davorstehe, erklärte die Geschädigte, sie habe keine Ahnung,
sie wisse, dass es etwas unlogisch sei, sie sei sich aber ganz sicher, das gese-
hen zu haben. Auf Vorhalt, dass man von ihrer Wohnung aus die ganze Balkontür
sehe, dies von der Schaukel aus jedoch schwierig sei, sagte die Geschädigte,
dass sie ganz sicher sei, auch die Beine gesehen zu haben. Auf Vorhalt, ob sie es
vielleicht verwechsle und den Vorfall aus der Wohnung gesehen habe, antwortete
sie, es könne sein, dass sie etwas verwechselt habe, aber sie sei ganz sicher,
dass sie von der Schaukel aus sein Geschlechtsteil gesehen habe (Urk. 9/3 S. 7).
Die Geschädigte sagte in dieser Einvernahme zudem aus, sie habe ihrer Mutter in
der Wohnung sofort von diesem Vorfall erzählt. Erst nachher habe ihre Mutter er-
zählt, dass sie diesen Mann auch schon so beobachtet habe (Urk. 9/3 S. 6).
3.3. Zeugenaussage C._ (Urk. 10)
Die Mutter der Geschädigten, C._, wurde am 21. März 2012 als Zeugin ein-
vernommen. Sie sagte aus, die Geschädigte sei am fraglichen Abend mit dem
Hund nach draussen gegangen. Als sie nach Hause gekommen sei, sei sie ganz
rot im Gesicht gewesen und ein bisschen in Panik. Sie habe rote Wangen gehabt,
wie wenn sie sich schämen würde oder gerannt wäre. Sie sei gestresst gewesen
und unruhig. Die Geschädigte habe gesagt, sie habe den Beschuldigten vor dem
Fenster gesehen, unten unbekleidet und oben mit einem farbigen T-Shirt, er habe
seinen Penis in der Hand gehabt und sie angeschaut. Als sie habe gehen wollen,
sei er zum Balkon gekommen (Urk. 10 S. 4). Die Zeugin berichtete ferner, sie ha-
be den Beschuldigten vor dem angeklagten Vorfall ein paarmal am Morgen und
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am Abend von ihrer Wohnung aus sitzend auf dem Bett oder dem Sofa gesehen
mit dem Penis in seiner Hand, dabei habe er in Richtung ihres Gebäudes ge-
schaut. Immer wenn er dies gemacht habe, sei der Rollladen seines grossen
Fensters weniger als bis zur Hälfte heruntergelassen gewesen, so dass man das
Gefühl gehabt habe, er wolle, dass man ihm dabei zusehen könne (Urk. 10 S. 8).
Sie habe diesen Mann drei- oder viermal dabei gesehen, aber nur das erste Mal
genauer hingeschaut, um zu sehen, was er genau mache (Urk. 10 S. 9).
4. Beweiswürdigung
4.1. Allgemeines
Das Gericht legt seinem Urteil denjenigen Sachverhalt zugrunde, den es nach
seiner freien, aus der Hauptverhandlung und den Untersuchungsakten geschöpf-
ten Überzeugung als verwirklicht erachtet (Art. 10 Abs. 2 StPO).
Eine strafrechtliche Verurteilung kann nur erfolgen, wenn die Schuld des Be-
schuldigten mit hinreichender Sicherheit erwiesen ist. Es darf namentlich kein
vernünftiger Zweifel darüber bestehen, dass sich der dem Beschuldigten in der
Anklageschrift vorgeworfene Tatbestand tatsächlich verwirklicht hat. Dies bedingt,
dass das Gericht eine persönliche Gewissheit erhält. Nicht ausreichend ist, wenn
die vorliegenden Beweise objektiv klar auf eine Schuld des Beschuldigten hindeu-
ten, das Gericht aber persönlich nicht zu überzeugen vermögen. Allfällige abstrak-
te theoretische Zweifel sind nicht massgebend, weil solche immer möglich sind
und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss ausreichen, wenn
vernünftige Zweifel an der Schuld des Beschuldigten ausgeschlossen werden
können.
Die blosse Wahrscheinlichkeit vermag einen Schuldspruch nicht zu begründen.
Nur wenn sich das Gericht nach Erschöpfung aller Erkenntnisquellen weder von
der Existenz noch von der Nichtexistenz der beweisbedürftigen Tatsachen zu
überzeugen vermag, kommt der den Beschuldigten begünstigende Grundsatz "in
dubio pro reo" zur Anwendung. Hat das Gericht also erhebliche und nicht zu un-
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terdrückende Zweifel (d.h. solche, die sich nach der objektiven Sachlage aufdrän-
gen), so muss es den Beschuldigten freisprechen.
Stützt sich die Beweisführung im Wesentlichen auf die Aussagen von Beteiligten,
so sind diese frei zu würdigen. Steht Aussage gegen Aussage, ist anhand sämtli-
cher Umstände, die sich aus den Akten ergeben, zu untersuchen, welche Sach-
darstellung überzeugend ist, wobei es vorwiegend auf den inneren Gehalt der
Aussagen ankommt, verbunden mit der Art und Weise, wie die Angaben erfolgen.
Es darf aber nicht einfach auf die Persönlichkeit oder die allgemeine Glaubwür-
digkeit des Aussagenden abgestellt werden, sondern auf die Glaubhaftigkeit der
konkreten, im Prozess relevanten Aussagen. Diese sind einer Analyse bzw. kriti-
schen Würdigung zu unterziehen, wobei auf das Vorhandensein von sogenannten
Realitätskriterien grosses Gewicht zu legen ist (Bender, Die häufigsten Fehler bei
der Beurteilung von Zeugenaussagen, SJZ 81, S. 53 ff.).
4.2. Glaubwürdigkeit der Befragten
Betreffend die Glaubwürdigkeit des Beschuldigten und der Geschädigten kann auf
die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4
StPO; Urk. 42 S. 5). Bei beiden Personen bestehen keine Hinweise, welche
grundsätzlich an ihrer Glaubwürdigkeit zweifeln liessen. Dies gilt auch für
C._. Als Mutter der Geschädigten dürfte es ihr zwar darum gehen, ihre Toch-
ter zu schützen. Sie hat denn auch umgehend die Polizei informiert, nachdem die
Geschädigte ihr von dem, was sie erlebt habe, erzählt hatte. Auch bei ihr beste-
hen jedoch keine Anhaltspunkte für eingeschränkte oder fehlende Glaubwürdig-
keit. Festzuhalten ist ferner, dass die Geschädigte und ihre Mutter den Beschul-
digten nicht näher kennen. Sie sind sich aufgrund der Lage ihrer Wohnungen als
Nachbarn schon begegnet. Weder bei der Geschädigten noch bei deren Mutter ist
ein Motiv für eine Falschbelastung des Beschuldigten erkennbar. Insbesondere
wurden von ihnen keine Zivilansprüche geltend gemacht, weshalb sie kein finan-
zielles Interesse am Ausgang des Verfahrens haben. Beide wurden zudem auf
die strafrechtlichen Folgen einer Falschaussage aufmerksam gemacht (Urk. 9/1
S. 1 f.; Urk. 9/3 S. 2; Urk. 10 S. 2).
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4.3. Sachverhaltserstellung
4.3.1. Der Beschuldigte hat den Anklagevorwurf konstant und widerspruchslos
bestritten. Er anerkannte, dass er sich am fraglichen Abend zum mutmasslichen
Tatzeitpunkt in seiner Wohnung aufhielt und an jenem Abend ein blau-grün-grau
gestreiftes Shirt und eine kurze Pyjamahose trug, wie sie auf den durch die Poli-
zei erstellten Fotos (Urk. 3) abgebildet sind (Urk. 11/1 S. 2, Urk. 11/2 S. 3). Er
sagte aus, es handle sich dabei um seine Abendbekleidung, wenn er von der Ar-
beit nach Hause komme (Urk. 11/1 S. 4).
4.3.2. Der Anklagesachverhalt beruht auf den Aussagen der Geschädigten. Da-
ran, dass die Geschädigte das von ihr Geschilderte subjektiv so erlebt hat, wie sie
es konsequent und in grossen Teilen widerspruchsfrei ausgesagt hat, können
schon aufgrund ihrer eigenen Ausführungen kaum Zweifel bestehen – es beste-
hen keine Anhaltspunkte dafür, dass sie das von ihr Geschilderte frei erfunden
haben könnte, wie das von der Verteidigung geltend gemacht wird (Urk. 53 S. 2).
Ihre Ausführungen sind in sich stimmig und lebensnah, und sie enthalten Details,
die bei einer erfundenen Geschichte nicht zu erwarten wären. Zudem lassen sich
die Schilderungen der Geschädigten, wie noch aufzuzeigen sein wird, praktisch
vollständig mit objektiv feststellbaren Umständen wie die Lichtverhältnisse, die
Beschaffenheit und Farbe des Shirts, das der Beschuldigte trug, oder die Einrich-
tung seiner Einzimmerwohnung in Einklang bringen. Hinzu kommt, dass die Mut-
ter der Geschädigten, der die Geschädigte unmittelbar nach den fraglichen Ereig-
nissen berichtete, was sich ereignet habe, glaubhaft schilderte, wie ihre Tochter
mit rotem Gesicht, gestresst, unruhig und ein wenig in Panik, "nicht wie normal",
in die elterliche Wohnung zurückgekehrt sei (Urk. 10 S. 4 f.). Dies lässt darauf
schliessen, dass diese in der Zeit, in der sie mit dem Hund draussen war, jeden-
falls subjektiv etwas Aussergewöhnliches erlebt hatte, das sie aus der Ruhe ge-
bracht, aufgewühlt hatte. Selbst wenn aber davon ausgegangen werden muss,
dass die Geschädigte subjektiv das von ihr Geschilderte erlebt hat, stellt sich die
Frage, ob die subjektiven Wahrnehmungen der Geschädigten tatsächlich den ob-
jektiven Gegebenheiten entsprechen. Dabei stellt sich insbesondere die Frage, ob
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der Beschuldigte hinter seinem grossen Fenster stehend onanierte und ob er da-
bei bewusst Blickkontakt mit der Geschädigten suchte und hatte.
Nach der Auffassung der Mehrheit des Gerichts ist dies der Fall, wie nachstehend
darzulegen ist.
[Hinweis: Eine Minderheit des Gerichtes und der Gerichtsschreiber vertreten eine
abweichende Meinung. Das Minderheitsvotum wurde ins Protokoll aufgenommen
(Prot. II S. 17 ff.) und wird den Parteien gleichzeitig mit diesem Entscheid zuge-
stellt (vgl. § 124 GOG und Art. 351 Abs. 2 StPO)].
4.3.3. Ein Komplott gegen den Beschuldigten kann nur schon deshalb ausge-
schlossen werden, weil die Mutter der Geschädigten gemäss ihren glaubhaften
Angaben anlässlich ihrer Zeugeneinvernahme ursprünglich gar nicht wollte, dass
sie und ihre Tochter Aussagen gegen den Beschuldigten machen, weil sie sich
vor ihm fürchteten (Urk. 10 S. 2 f.). Hinzu kommt, dass dafür kein Motiv ersichtlich
ist. Der Beschuldigte gab denn auch selber an, nicht zu wissen, was die Familie
der Geschädigten gegen ihn habe; er habe sie nur zwei oder drei Mal gesehen
und könne sich das wirklich nicht erklären (Urk. 11/2 S. 3).
4.3.4. Davon, dass die Mutter der Geschädigten sich vor dem fraglichen Abend
negativ über den Beschuldigten geäussert habe, ist, klammert man (für das vor-
liegende Verfahren unerhebliche) entsprechende Äusserungen gegenüber dem
Vater der Geschädigten aus, nicht auszugehen. Sowohl sie als auch die Geschä-
digte sagten klar und glaubhaft aus, dass die Mutter jedenfalls vor diesem Abend
nicht darüber informiert habe, dass sie den Beschuldigten mehrfach beim Onanie-
ren gesehen habe (Urk. 9/3 S. 6; Urk. 10 S. 8). Es liegen ferner keine Anhalts-
punkte dafür vor, dass die Geschädigte schon vor dem fraglichen Abend in ihrer
Familie etwas vom angeblichen Verhalten des Beschuldigten mitbekommen ha-
ben könnte und sie, sollte sie den Beschuldigten am Fenster oder in der Wohnung
bemerkt haben, dessen Tätigkeiten (lediglich) entsprechend interpretierte, wie
dies die Vorinstanz erwog (Urk. 42 S. 7 f.).
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4.3.5. Nach der Darstellung der Verteidigung und des Beschuldigten selber konn-
te die Geschädigte den Beschuldigten am fraglichen Abend gar nicht sehen, da
dessen Rollläden bis auf einen kleinen Spalt von 20 bis 30 cm heruntergelassen
gewesen seien (Urk. 53 S. 4 ff.; Prot. II S. 10). Dem kann nicht gefolgt werden.
Dass der Beschuldigte seine Rollläden vor dem 27. Oktober 2011 an den Wo-
chentagen entgegen seiner Behauptung (Prot. II S. 11) nicht permanent fast oder
ganz geschlossen hatte, ist dadurch erstellt, dass die Mutter der Geschädigten
glaubhaft aussagte, sie habe ihn auch schon auf dem Sofa beim Onanieren ge-
sehen; interessant sei, dass immer, wenn er das gemacht und sie ihn dabei ge-
sehen habe, die Rollläden seines grossen Fensters weniger als bis zur Hälfte
heruntergelassen gewesen seien, so dass man das Gefühl gehabt habe, als ob er
gewollt habe, dass man ihm dabei zusehen könne (Urk. 10 S. 8). Dass allenfalls
nach dem hier zu beurteilenden Vorfall die Rollläden permanent fast oder ganz
geschlossen waren (Prot. II S. 10), mag sein, ist indes unerheblich. Was die Posi-
tion der Rollläden im fraglichen Zeitpunkt angeht, ist entscheidend, dass die Ge-
schädigte das Shirt, das der Beschuldigte ihren Aussagen zufolge während der
eingeklagten Handlungen trug und mit dem dieser jedenfalls eine gute Stunde
nach den fraglichen Ereignissen, beim Eintreffen der Polizei in seiner Wohnung
(Urk. 11/1 S. 2), bekleidet war, recht zutreffend beschrieb. Es hatte zwar blau-
grün-graue Streifen (Urk. 3; Urk. 11/1 S. 3), die aber auf 15 Meter Distanz in der
Abenddämmerung durchaus als grün oder grünlich und weiss gewirkt haben kön-
nen, war, wie von ihr beschrieben, mit einem Kragen versehen und endete, wie
von ihr angegeben, ca. 10 cm unter dem Bauchnabel (vgl. die Fotos in Urk. 3).
Die Argumentation der Verteidigung, die Geschädigte müsse dieses Shirt schon
mehrere Male gesehen haben (Urk. 53 S. 3), verfängt nicht. Selbst wenn dies der
Fall gewesen wäre, was die Geschädigte bestreitet, ist in Erinnerung zu rufen,
dass der Beschuldigte und seine Verteidigung schlechterdings abstritten, dass die
Geschädigte ihn am fraglichen Abend gesehen haben könnte. Somit konnte die
Geschädigte nach den Angaben des Beschuldigten nicht wissen, dass er an die-
sem Abend dieses Shirt trug, zumal sie nicht davon ausgehen konnte, dass der
Beschuldigte, sollte es sich dabei – zusammen mit den auf den Fotoaufnahmen
ersichtlichen Hosen (Urk. 3) – tatsächlich um seinen (einzigen) "Pyjama" resp.
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seine (einzige) Abendbekleidung handeln, diese Kleidungsstücke schon vor 19
Uhr trug. Die Geschädigte erklärte aber ohnehin glaubhaft, dass sie dieses Shirt
an jenem Abend zum ersten Mal gesehen habe. Aufgrund der glaubhaften Aus-
sagen der Geschädigten ist davon auszugehen, dass der Rollladen des grossen
Fensters zum fraglichen Zeitpunkt nur zu einem kleinen Teil geschlossen war und
sie den Beschuldigten sehen konnte.
Die Argumentation der Verteidigung (Urk. 53 S. 4 f.), dass die Rollläden (zum
fraglichen Zeitpunkt) unten gewesen seien, zeige sich auch daran, dass die Mut-
ter der Geschädigten kein Licht in der Wohnung des Beschuldigten gesehen ha-
be, geht – klammert man aus, dass diese dies lediglich im Sinne einer Vermutung
aussagte (vgl. Urk. 10 S. 5) – im Übrigen deshalb ins Leere, weil die Verteidigung
selber davon ausgeht, dass im fraglichen Zeitpunkt in der Wohnung des Beschul-
digten Licht brannte (Urk. 53 S. 5). War dies der Fall, hätte aber durch die von der
Wohnung der Geschädigten und ihrer Mutter aus gut sichtbare Balkontür des Be-
schuldigten und durch sein von dieser Wohnung aus ebenso gut sichtbares Kü-
chenfenster (Urk. 7) Licht strömen müssen und die Mutter der Geschädigten die-
ses Licht wahrnehmen können. Der Beschuldigte sagte nämlich anlässlich der
Berufungsverhandlung aus, der Rollladen der Balkontür sei immer oben und der-
jenige der zum Wohnraum hin offenen Küche sei jeweils zur Hälfte geschlossen
(Prot. II S. 11), was hinsichtlich der Balkontür – vom Küchenfenster wurden am
fraglichen Abend offenbar keine Bilder gemacht – mit den Fotoaufnahmen, wel-
che die Polizei später am Abend von der Wohnung des Beschuldigten machte
(Urk. 3), übereinstimmt. Vielmehr kann dies, wenn die Vermutung der Mutter der
Geschädigten, als sie zur Wohnung des Beschuldigten geschaut habe, habe kein
Licht gebrannt (Urk. 10 S. 5), stimmen sollte, nur darauf zurückzuführen sein,
dass der Beschuldigte das Licht in der Wohnung, in der er sich in diesem Zeit-
punkt eingestandenermassen aufhielt, gelöscht hatte, und stellt sich zwangsläufig
die Frage, weshalb er dies hätte tun sollen. Gemäss eigenen Angaben war er
nämlich im fraglichen Zeitraum unter anderem am Duschen, Essen und Fernse-
hen (Prot. II S. 10 f.), also nicht am Schlafen. Man würde daher erwarten, dass er
nach Eintritt der Dämmerung das Licht brennen liess, wie dies seine Verteidigung
geltend machte. Hätte sich der Sachverhalt wie eingeklagt verwirklicht, ist indes
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ohne Weiteres denkbar, dass der Beschuldigte, der damit rechnen musste, dass
die Geschädigte ihre Eltern informieren würde, zwischendurch die Strategie ver-
folgte, so zu tun, als sei niemand zuhause, und deshalb das Licht in seiner Woh-
nung nach der Tat komplett löschte. Dass die Geschädigte angab, sie habe den
Beschuldigten nachher aus ihrer Wohnung in seiner beleuchteten Wohnung se-
hen können, kann dennoch der Wahrheit entsprechen – er hätte dazu bloss das
Licht wieder einschalten müssen –, ebenso, dass er die Rollläden schloss, als die
Polizeibeamten in der Wohnung der Geschädigten waren. Es versteht sich von
selbst, dass ein solcher Vorgang entgegen der entsprechenden Argumentation
der Verteidigung (Urk. 53 S. 4) nicht zwangsläufig im Polizeirapport festgehalten
worden wäre, zumal die Geschädigte nicht behauptete, dieser sei von den in ihrer
Wohnung anwesenden Polizeibeamten beobachtet worden.
4.3.6. Auch die eventualiter vorgebrachten Ausführungen des Verteidigers, wo-
nach die Geschädigte den Beschuldigten aufgrund der herrschenden Sichtver-
hältnisse nicht hätte sehen können (Urk. 53 S. 6 f.), vermögen nicht zu überzeu-
gen.
Schon aufgrund ihrer präzisen Beschreibung des vom Beschuldigten getragenen
Shirts muss davon ausgegangen werden, dass die Geschädigte diesen im fragli-
chen Zeitpunkt durch sein grosses Fenster hindurch sah. Hinzu kommt, dass die
Sonne am 27. Oktober 2011 um 18.18 Uhr unterging und die offizielle Dämme-
rung um 19.25 Uhr endete (Urk. 8). Die Dämmerungsphase war demnach zum
mutmasslichen Tatzeitpunkt um 18.40 Uhr noch nicht einmal zu einem Drittel ab-
geschlossen. Die Angabe der Geschädigten anlässlich ihrer Einvernahme vom 9.
November 2011, es sei draussen leicht Abend gewesen (Urk. 9/1 S. 4), und die
Aussagen anlässlich ihrer Einvernahme vom 21. März 2012, von den Lichtver-
hältnissen her sei es Abenddämmerung gewesen, die Sonne (gemeint: der Him-
mel) sei gelb-orange-rosarot gewesen, es sei noch nicht dunkel gewesen (Urk.
9/3 S. 3), sind daher offensichtlich korrekt; entgegen den Angaben des Beschul-
digten (Urk. 11/1 S. 4) war es noch keineswegs dunkel.
4.3.7. Die Geschädigte schilderte weiter, dass der Beschuldigte zunächst auf ei-
nem Holzstuhl gesessen sei, sie aber da seinen Genitalbereich nicht habe sehen
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können (Urk. 9/3 S. 3 f.). Dies lässt sich zwanglos mit den tatsächlichen Gege-
benheiten vereinbaren, zumal zumindest einer der beiden Stühle, die sich beim
Eintreffen der Polizei am Tisch befanden, entgegen den Ausführungen der Vo-
rinstanz (Urk. 42 S. 6) tatsächlich eine Lehne aus Holz hat, wie dies von der Ge-
schädigten beschrieben wurde, nämlich derjenige, der auf dem entsprechenden
Foto (Urk. 3 S. 3) am linken Bildrand nur zu einem kleinen Teil zu sehen ist. Dar-
über hinaus hat es, wie sich aus den genannten Fotoaufnahmen ergibt, im Zim-
mer in der Nähe des Fensters tatsächlich einen Tisch, wie dies von der Geschä-
digten angegeben wurde.
4.3.8. Das Shirt, das die Geschädigte beschrieb und auf den Fotoaufnahmen der
Polizei abgebildet ist (Urk. 3), lässt, wenn keine Unterbekleidung getragen wird,
den Blick auf den Genitalbereich des Beschuldigten frei. Das Fenster, hinter dem
die Geschädigte den Beschuldigten sah, ist tief angesetzt (Urk. 3). Es kann kein
Zweifel daran bestehen, dass der 174 cm grosse Beschuldigte (Prot. II S. 10) bis
zu den Beinen sichtbar war, wenn er relativ nahe am Fenster stand, und auch –
entgegen der Ansicht der Vorinstanz (Urk. 42 S. 6) –, dass sein Oberkörper und
sein Kopf sichtbar waren, wenn er, wie von der Geschädigten geschildert, nahe
am Fenster sass.
4.3.9. Vor dem Hintergrund, dass die Geschädigte sehen konnte, dass der Stuhl
aus Holz war und dass es (in der Nähe des Fensters) einen Tisch hatte, und dass
sie ferner das Shirt des Beschuldigten inkl. einigermassen korrekter Farbangabe
detailliert beschreiben konnte, ist nicht ersichtlich, weshalb sie aufgrund der Licht-
verhältnisse das von ihr geschilderte Onanieren am Fenster und den von ihr ge-
schilderten Blickkontakt nicht hätte wahrnehmen können. Die Geschädigte sagte
denn auch konstant und nachvollziehbar aus, dass der Beschuldigte ihr wieder-
holt in die Augen geschaut und dabei onaniert habe (vgl. Urk. 9/1 S. 2 f.; Urk. 9/3
S. 4). Eindrücklich ist insbesondere ihre lebensnahe Schilderung, wie sie mit dem
Gedanken, vielleicht mache der Mann das ja nicht zu ihr, zuerst weggeschaut,
dann aber wieder hinübergeschaut habe, wobei der Mann sie weiterhin angestarrt
und sich "eini abegholt" habe (Urk. 9/3 S. 4). Es war demnach gemäss ihren
Schilderungen nicht bloss ein kurzer Augenblick, in dem sie das Gefühl hatte,
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dass sie angeschaut würde, sondern sie vergewisserte sich dessen aktiv. Sie war
auch längere Zeit auf der Schaukel und lief nicht sofort weg, was ebenfalls dafür
spricht, dass ihre Angaben stimmen. Hinzu kommt, dass die Geschädigte schil-
derte, wie der Beschuldigte, als sie dann nach Hause gelaufen sei, in seiner
Wohnung quasi den Weg mit ihr gemeinsam gegangen sei (Urk. 9/3 S. 3). Von
einem solch authentisch wirkenden Detail kann schlechterdings nicht angenom-
men werden, dass es erfunden wurde, und dieses zeigt klar, dass der Beschuldig-
te bewusst einen Bezug zur Geschädigten suchte und herstellte. Ferner fällt die
(korrekte) Aussage der Geschädigten, das Shirt des Beschuldigten habe ca. 10
cm unterhalb des Bauchnabels geendet, auf. Es erscheint als aussergewöhnlich,
dass jemand, und erst recht eine 13-Jährige, auf einer Distanz von 15 Metern auf
ein derartiges Detail achtet, es sei denn, dessen Aufmerksamkeit habe sich aus
einem ganz bestimmten Grund genau auf diesen Bereich gerichtet. Abgerundet
wird die stimmige Darstellung der Geschädigten durch ihre Aussage, dass der
Beschuldigte sich von der Balkontür entfernt habe, nachdem eine fremde Frau
aufgetaucht sei. Zu einem solchen Verhalten hätte dieser nur dann einen Anlass
gehabt, wenn er etwas zu verbergen gehabt hätte.
4.3.10. Dass die Geschädigte nicht sagen konnte, ob der Penis des Beschuldig-
ten erigiert gewesen sei, lässt entgegen der Ansicht der Vorinstanz (Urk. 42 S. 7)
keine Zweifel an ihrer Darstellung aufkommen. Auf die fragliche Distanz von rund
15 Metern ist deutlich leichter zu erkennen, ob jemand seinen Penis in der Hand
hat, als ob der Penis, den dieser in seiner Hand hat, erigiert ist. Da die Geschä-
digte die Handbewegungen, die der Beschuldigte gemacht habe, anlässlich der
Videobefragung mit ihrer Hand demonstrierte, fehlt es entgegen der Ansicht der
Vorinstanz auch nicht an einer detailreicheren Beschreibung. Diese erfolgte bloss
nicht in verbaler Form.
4.3.11. Für die Glaubhaftigkeit der Darstellung der Geschädigten spricht weiter,
dass die Mutter der Geschädigten glaubhaft aussagte, sie habe den Beschuldig-
ten auch mehrfach onanieren gesehen, sie gehe davon aus, dass er gewollt habe,
dass man ihn sehe (Urk. 10 S. 8 f.). Dies lässt darauf schliessen, dass die be-
haupteten Handlungen ins Verhaltensmuster des Beschuldigten passen.
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4.3.12. Bereits aus den vorstehenden Ausführungen geht hervor, dass die Aussa-
gen der Geschädigten zu den örtlichen Begebenheiten nicht im Widerspruch ste-
hen. Ergänzend ist ausführen, dass es vor dem Fenster ein grosses Sofa hat.
Dies schliesst indes entgegen der Argumentation der Verteidigung (Urk. 53 S. 7)
insbesondere nicht aus, dass der von der Geschädigten beschriebene Stuhl
rechts daneben, am Fenster, stand, zumal es ein Leichtes gewesen wäre, den
schmiedeeisernen Zeitungsständer (vgl. Foto in Urk. 3 S. 2 und Prot. II S. 12), der
später am Abend daneben stand, beiseite zu schieben.
4.3.13. Entgegen den Ausführungen der Verteidigung (Urk. 53 S. 6) spricht so-
dann auch der Umstand, dass der Beschuldigte vor seinem hell erleuchteten
Fenster jederzeit von anderen hätte gesehen werden können, nicht gegen die
Darstellung der Geschädigten. Da es am Eindunkeln war, ist davon auszugehen,
dass in den Wohnungen, in denen Personen zugegen waren, Licht brannte, wes-
halb er relativ gut hätte sehen können, ob jemand ihn beobachtete, und sofort hät-
te aufhören können. Die Geschädigte schilderte denn auch eindrücklich und
glaubhaft, wie der Beschuldigte rasch vom Fenster weggegangen sei, als eine
Frau hinzu gekommen sei.
4.3.14. Die Aussagen der Geschädigten weisen allerdings eine erhebliche Un-
stimmigkeit auf: Die Geschädigte will die Füsse des Beschuldigten gesehen ha-
ben, als dieser vor der Balkontür gestanden habe (Urk. 9/3 S. 4). Sie blieb dabei,
auch als sie selber einsah, dass ihre Schilderung wenig wahrscheinlich sein konn-
te, zeigte (mit den Händen) an, dass sie den Beschuldigten bis zu den Knöcheln
gesehen habe (Urk. 9/2, ca. ab 01:13) resp. dass sie seine Beine gesehen habe;
sie sei sich ganz sicher, auch wenn das unlogisch sei. Erst auf die Frage, ob sie
dies nicht verwechselt haben könnte, schloss sie dies nicht mehr aus, war sich
aber weiterhin sicher, sein Geschlechtsteil gesehen zu haben, als sie auf der
Schaukel sass (vgl. Urk. 9/3 S. 6 f.). Dass es nicht möglich war, den Beschuldig-
ten bis zu den Fussknöcheln zu sehen, liegt, auch wenn die Balkonumrandung
sehr tief ist, auf der Hand, es sei denn, der Beschuldigte wäre in der Schlusspha-
se erhöht gestanden, wofür aber keinerlei Anhaltspunkte vorliegen. Es darf indes-
sen nicht übersehen werden, dass die Geschädigte nur einen kurzen Augenblick
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mit diesem Anblick konfrontiert gewesen sein könnte, da sie sich im dynamischen
Prozess des Hineingehens befand. Zudem war sie gemäss den glaubhaften Aus-
sagen ihrer Mutter gestresst, unruhig und ein wenig in Panik und muss auch da-
von ausgegangen werden, dass die in dieser Phase herannahende Frau, an de-
ren Erscheinen keine Zweifel bestehen, einen Teil ihrer Aufmerksamkeit bean-
spruchte. Es kann daher ohne Weiteres sein, dass es sich um eine Fehlwahr-
nehmung handelte. Diese singuläre Unstimmigkeit vermag die glaubhafte Schilde-
rung des Kerngeschehens jedenfalls nicht in Frage zu stellen.
4.3.15. Anlässlich der polizeilichen Einvernahme am 9. November 2011 sagte die
Geschädigte aus, der Beschuldigte habe sich zwischendurch wieder auf den Stuhl
gesetzt (Urk. 9/1 S. 2), anlässlich der Videobefragung vom 21. März 2012 war da-
von keine Rede mehr (vgl. insb. Urk. 9/3 S. 5 oben). Es handelt sich hier um ein
relativ unwesentliches Detail, wobei angesichts des Zeitablaufs ohne Weiteres
denkbar ist, dass die Geschädigte sich am 21. März 2012 bloss nicht mehr spon-
tan daran erinnerte, zumal sie auf die Diskrepanz nicht angesprochen wurde.
4.4. Fazit
Aufgrund der obigen Erwägungen kann kein Zweifel daran bestehen, dass die
Geschädigte den eingeklagten Sachverhalt nicht nur subjektiv erlebt hat, sondern
dass dieser sich wie eingeklagt verwirklicht hat. Der in der Anklageschrift um-
schriebene (äussere) Sachverhalt ist daher erstellt.
III. Rechtliche Würdigung
1. Die Staatsanwaltschaft würdigt das Verhalten des Beschuldigten als sexuelle
Handlung mit Kindern im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 und 3 StGB (Urk. 20 S.
2).
2. Der objektive Tatbestand der Tatbestandsvariante des Einbeziehens in sexuel-
le Handlungen (vgl. BSK StGB-Maier, Art. 187 N 17) gemäss Art. 187 StGB ist
zweifellos erfüllt. Fraglich ist indessen, ob der Beschuldigte auf die Distanz von
rund 15 Metern erkennen konnte oder musste, dass die Geschädigte unter 16
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Jahre alt war. Ein entsprechender Vorsatz oder Eventualvorsatz im Hinblick auf
das Alter der Geschädigten ist in der Anklageschrift nicht umschrieben, kann dem
Beschuldigten aber auch nicht rechtsgenügend nachgewiesen werden. Aufgrund
des Eindrucks der Person der Geschädigten aus den Videoaufnahmen ist zu
Gunsten des Beschuldigten davon auszugehen, dass diese auf Distanz und beim
Eindunkeln aufgrund ihrer Gestalt auch älter als 16 Jahre wirken konnte (vgl. auch
die entsprechende Anmerkung im Bericht der Videobefragung vom 21. März
2012, Urk. 9/4 S. 1). Da der Beschuldigte und die Geschädigte nicht näher mitei-
nander bekannt waren und auch sonst keine Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass
der Beschuldigte das Alter der Geschädigten kannte oder hätte kennen müssen,
ist zu dessen Gunsten anzunehmen, dass er weder wusste noch wissen musste,
dass die Geschädigte noch nicht 16 Jahre alt war. Eine Verurteilung gestützt auf
Art. 187 StGB ist deshalb ausgeschlossen.
3. Das Berufungsgericht ist an den in der Anklage umschriebenen Sachverhalt,
nicht aber an die darin vorgenommene rechtliche Würdigung gebunden (Art. 350
Abs. 1 i.V.m. Art. 379 StPO). Wer eine exhibitionistische Handlung vornimmt,
wird, auf Antrag, mit Geldstrafe bis zu 180 Tagessätzen bestraft (Art. 194 StGB).
Das tatbestandsmässige Verhalten besteht bei diesem Tatbestand darin, dass
jemand sein Geschlechtsteil aus sexuellen Motiven, aber ohne weitergehende de-
liktische Absichten, vor einer Zielperson zur Schau stellt. Eine psychopathologi-
sche Ursache solchen Verhaltens ist die Regel, aber nicht erforderlich (Weder,
OFK-StGB, StGB 194 N 1 f.). Subjektiv ist Absicht erforderlich; der Täter muss
wollen, dass das Opfer hinsieht. Eventualvorsatz genügt nicht (Trechsel/Bertossa,
in Trechsel/Pieth (Hrsg.), StGB PK, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2013, Art. 194 N 3).
Exhibitionistisches Verhalten gegenüber Einzelpersonen fällt, wenn es mit Onanie
verbunden ist, ausschliesslich unter Art. 194 Abs. 1 StGB (und nicht unter den
milderen Art. 198 StGB; vgl. Weder, a.a.O., Art. 198 N 7).
Erstellt ist, dass der Beschuldigte mit direktem Vorsatz seinen Penis frottierte und
dabei bewusst und gewollt, und somit absichtlich, Blickkontakt zur Geschädigten
aufnahm. Nachdem ein Vorsatz oder Eventualvorsatz des Beschuldigten in Bezug
auf das 16 Jahre unterschreitende Alter der Geschädigten nicht erstellt werden
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kann, ist sein in der Anklageschrift umschriebenes Verhalten rechtlich als Exhibi-
tionismus zu würdigen (Art. 194 Abs. 1 StGB). Ein gültiger Strafantrag der Ge-
schädigten liegt vor (Urk. 2/1).
IV. Sanktion
1. Art. 194 Abs. 1 StGB sieht einen ordentlichen Strafrahmen von Geldstrafe bis
zu 180 Tagessätzen vor. Strafschärfungs- oder Strafmilderungsgründe liegen
nicht vor.
2. Innerhalb des Strafrahmens misst das Gericht die Strafe nach dem Verschul-
den des Täters zu, unter Berücksichtigung des Vorlebens, der persönlichen Ver-
hältnisse sowie der Wirkung der Strafe auf das Leben des Beschuldigten (Art. 47
Abs. 1 StGB). Das Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Ge-
fährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den
Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter
nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder
Verletzung zu vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB).
Der Begriff des Verschuldens muss sich auf den gesamten Unrechts- und
Schuldgehalt der konkreten Straftat beziehen. Zu unterscheiden ist zwischen der
Tat- und der Täterkomponente. Bei der Tatkomponente sind das Ausmass des
verschuldeten Erfolgs, die Art und Weise der Herbeiführung des Erfolgs, die Wil-
lensrichtung, mit der der Täter gehandelt hat, und dessen Beweggründe zu be-
achten. Sodann sind für das Verschulden auch das "Mass an Entscheidungsfrei-
heit" beim Täter sowie die sogenannte Intensität des deliktischen Willens bedeut-
sam. Die Täterkomponente umfasst das Vorleben, die persönlichen Verhältnisse
sowie das Verhalten nach der Tat oder im Strafverfahren, allenfalls Reue und
Einsicht sowie die Strafempfindlichkeit (Hug, OFK-StGB, StGB 47 N 6 ff. mit wei-
teren Hinweisen; vgl. auch Schwarzenegger/Hug/Jositsch, a.a.O., S. 90; BSK
StGB-Wiprächtiger, Art. 47 N 65). Je leichter es für den Täter gewesen wäre, die
Norm zu respektieren, desto schwerer wiegt die Entscheidung gegen sie (Urteile
des Bundesgerichts 6S.43/2001 vom 19. Juni 2001 E. 2. und 6S.333/2004 vom
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23. Dezember 2004 E. 1.1.; BGE 122 IV 241 und Pra 2001 S. 832 lit. a; Straten-
werth, Schweizerisches Strafrecht AT II, 2. Auflage, Bern 2006, § 6 N 13). Das
Gericht hat in seinem Urteil die Überlegungen, die es bei der Bemessung der
Strafe angestellt hat, in den Grundzügen darzustellen. Dabei muss es in der Re-
gel die wesentlichen schuldrelevanten Tat- und Täterkomponenten so erörtern,
dass festgestellt werden kann, ob alle rechtlich massgeblichen Gesichtspunkte
Berücksichtigung fanden und wie sie gewichtet wurden. Insgesamt müssen seine
Erwägungen die ausgefällte Strafe rechtfertigen, d.h. das Strafmass muss als
plausibel erscheinen (BGE 127 IV 101 E. 2.; Urteil des Bundesgerichts
6S.83/2006 vom 5. Februar 2007 E. 3.1.; Art. 50 StGB).
3.1. Das objektive Tatverschulden des Beschuldigten kann, gemessen an der
Bandbreite möglicher exhibitionistischer Handlungen, noch als leicht qualifiziert
werden. Der Beschuldigte war durch eine Scheibe von der Geschädigten getrennt
und hat diese aus einer relativ grossen Distanz und für insgesamt eher kurze Zeit
angeschaut und vor ihr sein Geschlechtsteil frottiert, ohne sie verbal oder körper-
lich zu tangieren. Es handelte sich um ein einmaliges Verhalten. Die Geschädigte
trug zudem glücklicherweise keine schwereren Folgen davon.
3.2. Subjektiv wiegt das Verschulden etwas schwerer. Dass der Beschuldigte ab-
sichtlich handelte, ist dafür nicht entscheidend, denn dies wird für die Erfüllung
des Tatbestandes vorausgesetzt. Von Bedeutung ist aber, dass der Beschuldigte
die Situation, dass die Geschädigte sich alleine resp. nur von ihrem Hund beglei-
tet auf dem Kinderspielplatz befand (Urk. 9/3 S. 3), ausnützte, um sie gegen ihren
Willen in die Befriedigung seiner sexuellen Bedürfnisse einzubeziehen, wobei ihm
zwar nicht zur Last gelegt werden kann, dass er das Alter der Geschädigten kann-
te oder kennen musste, ihm aber aufgrund der gesamten Umstände nicht entgan-
gen sein kann, dass es sich um eine noch sehr junge Frau handelte.
4.1. Hinsichtlich des Vorlebens und der persönlichen Verhältnisse des Beschul-
digten ist festzuhalten, dass dieser aus Kroatien stammt, seit 1984 in der Schweiz
lebt und seit 1990 verheiratet ist. Seine Frau lebt mit ihren gemeinsamen drei
Kindern in Kroatien. Der Beschuldigte ist gelernter Zimmermann und arbeitet als
... bei der ... Firma D._, wobei er derzeit auf einer Baustelle in Zürich tätig ist
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und monatlich netto zwischen Fr. 4'600.– und Fr. 4'700.– (zuzüglich 13. Monats-
lohn) verdient. Von seinem Verdienst schickt er monatlich ca. Fr. 2'000.– an seine
Familie in Kroatien. Für seine Krankenkasse in der Schweiz bezahlt er Fr. 368.70
pro Monat (Prot. II S. 5 ff.; Urk. 11/2 S. 4; Urk. 33 S. 1 f.). Aus dem Vorleben und
den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten lässt sich nichts für die Straf-
zumessung Relevantes ableiten.
4.2. Der Beschuldigte ist nicht vorbestraft (Urk. 18/1; Prot. II S. 6), weshalb sich
auch dieses Strafzumessungskriterium neutral auswirkt.
4.3. Da der Beschuldigte während des gesamten Verfahrens ungeständig war,
ergibt sich aus seinem Nachtatverhalten nichts zu seinen Gunsten.
5. Unter Berücksichtigung aller massgeblichen Strafzumessungsfaktoren erweist
sich eine Geldstrafe von 20 Tagessätzen als angemessen. Der Tagessatz ist auf-
grund der bescheidenen finanziellen Verhältnisse des Beschuldigten auf Fr. 30.–
anzusetzen.
6. Der Beschuldigte hat bis anhin keine Vorstrafen erwirkt. Es ist ihm daher ge-
stützt auf die Art. 42 und 44 StGB der bedingte Strafvollzug zu gewähren und die
Probezeit auf zwei Jahre anzusetzen.
V. Kosten- und Entschädigungsfolgen
Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist für das erstinstanzliche Verfahren eine
Gerichtsgebühr von Fr. 2'000.– festzusetzen. Die zweitinstanzliche Gerichtsge-
bühr ist auf Fr. 3'000.– festzusetzen. Die Kosten der Voruntersuchung sowie bei-
der gerichtlicher Verfahren sind gestützt auf Art. 426 Abs. 1 Satz 1 und Art. 428
Abs. 1 StPO dem Beschuldigten aufzuerlegen.
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