Decision ID: 8d413f6c-5d87-55f3-a41c-0ea8c5c4d0a1
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
H._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. August W. Stolz, Neugasse 7, 9620 Lichtensteig,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a H._ (Jahrgang 1958) meldete sich am 6. September 2004 zum Bezug von IV-
Leistungen an. Dabei gab sie unter anderem an, sie sei Mutter von vier Kindern, welche
1976, 1978, 1980 und 1997 geboren seien. Sie habe fünf Jahre lang die Schule in der
Türkei besucht und sei seit 1996 Hausfrau. Dr. med. A._ berichtete am 27.
September 2004, die Versicherte leide seit 1999 an rezidivierenden Lumboischialgien
rechts und seit Sommer 2002 an einer depressiven Entwicklung. Seit dem 1. Oktober
2002 bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Er empfahl eine Beurteilung
hinsichtlich der Prognose durch den behandelnden Psychiater, Dr. med. B._,
Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie. Dem Bericht von Dr. A._ lag ein
Arztbericht von Dr. med. C._, Medizinisches Radiologisches Zentrum der Klinik
Stephanshorn, vom 12. Februar 1999 bei. Gemäss diesem Bericht hatte die am 12.
Februar 1999 durchgeführte computertomographische Untersuchung eine
kleinvolumige mediane, geringgradig nach caudal reichende Diskushernie L5/S1 mit
Kontakt zur Nervenwurzel von S1 beidseits ohne Verlagerung mit möglicher Irritation
gezeigt. Im ebenfalls beiliegenden Bericht hatte Dr. med. D._, MD. MS., anlässlich
der Untersuchung vom 1. Juli 2002 eine larvierte depressive Entwicklung sowie eine
reaktive Angststörung diagnostiziert. Später berichtete Dr. B._ der IV-Stelle am 15.
Dezember 2004, die Versicherte sei seit Mai 2004 auf Grund der psychischen Störung
(Depression) zu 50% arbeitsunfähig.
A.b Am 23. Mai 2005 erfolgte eine Abklärung im Haushalt der Versicherten. Dabei gab
die Versicherte an, sie habe bereits 1981 an einer Depression gelitten, welche sich
jedoch nach einer Behandlung wieder gebessert habe. Sie habe während dieser Zeit
weiter gearbeitet. Seit dem Jahre 2002 leide sie wieder unter Depressionen. Zusätzlich
habe sie noch Schwindelattacken und Herzklopfen. Auch habe sie seit etwa 1999
Rückenschmerzen, weshalb sie bei den Hausarbeiten stark eingeschränkt sei. Weiter
gab die Versicherte an, sie habe vom 1. Mai 1989 bis 30. Juni 1996 vollzeitlich als
Hilfsarbeiterin in einer Weberei gearbeitet und danach zwei Jahre lang
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Arbeitslosentaggeld bei einer 100%igen Vermittlungsfähigkeit bezogen. Sie habe auch
nach dem Ausbruch der Depression im Jahr 2002 weiterhin Arbeit gesucht. Aktuell
wäre sie aus finanziellen Gründen ohne Gesundheitsschaden zu 50% als Hilfsarbeiterin
tätig. Die jüngste Tochter sei den ganzen Tag über in der Schule. Sie würde
vorwiegend morgens arbeiten, damit sie am Mittag wieder zu Hause wäre. Während
den Schulferien würde eine Tante aus Bazenheid auf ihr Kind aufpassen. Die Abklärung
der verbliebenen Leistungsfähigkeit im Haushalt, bei der die Versicherte in vielen
Bereichen angab, die schwereren Arbeiten müssten von ihrer Tochter bzw. ihrem
Ehemann übernommen werden, ergab eine Einschränkung von 34.79%. Die
Abklärungsperson hatte die Mithilfe der Familie im Sinn der Schadenminderungspflicht
bei der Wohnungspflege mit 20% berücksichtigt.
A.c Im Verlaufsbericht vom 29. Juni 2005 gab Dr. B._ an, die Versicherte leide
zusätzlich zur depressiven Störung nun auch an einer Panikstörung. Die
Arbeitsfähigkeit sei deshalb weniger als 50% (ca. 0%-20%). Die Versicherte klage über
Angst und Herzklopfen fast jeden Abend, sie habe Platzangst und leide unter Ängsten
und Panikgefühlen in engen Räumen oder unter Leuten. Sodann leide sie an
Schlafstörungen, Kopfschmerzen und Unlustgefühlen sowie Kraft- und
Energielosigkeit. Die Versicherte teilte der Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des
Kantons St. Gallen am 4. Juli 2005 mit, sie sei mit dem Haushaltsabklärungsbericht
nicht einverstanden, weil sie je nach Situation stärker eingeschränkt sei, als in der
Abklärung berücksichtigt worden sei. Sodann verwies sie auf die Verschlechterung
ihres Gesundheitszustandes. Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) Ostschweiz empfahl
am 6. Juli 2005, einen Verlaufsbericht von Dr. A._ einzuholen. Am 31. August 2005
führte Dr. A._ zu Handen der IV-Stelle aus, dass sich der Zustand der Versicherten
verschlechtert habe und dass sie auf Grund ständiger Lumboischialgien rechts sowie
der psychischen Beschwerden sehr geringgradig belastbar sei. Gemäss beigelegtem
Bericht der Klinik Stephanshorn hatte die lumbale vertebrospinale
Kernspintomographie vom 27. August 2005 eine Discopathie L5/S1 mit Chondrose und
kleinvolumiger medianer, sich leicht nach caudal vorwölbender subligamentärer
Diskushernie ins epidurale Fettgewebe, ohne Kompromittierung neuraler Strukturen
gezeigt. Sodann war eine initiale Spondylose ventral an der Bodenplatte LWK4 sowie
ein banales 13 mm grosses Wirbelkörperhämangion links lateral in LWK5 festgestellt
worden. Dr. med. E._ vom RAD Ostschweiz erachtete am 21. Oktober 2005 nach
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Vorlage dieser Berichte eine psychiatrisch/rheumatologische RAD-Untersuchung als
erforderlich. Auf Grund des komplexen Sachverhalts und des Verdachts auf eine im
Raum stehende anhaltende somatoforme Schmerzstörung sah der RAD Ostschweiz
mit Beschluss vom 9. November 2005 von einer eigenen Untersuchung ab und empfahl
eine MEDAS-Abklärung.
A.d Am 15. November 2005 beauftragte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des
Kantons St. Gallen die MEDAS Luzern mit einer polydisziplinären Begutachtung der
Versicherten. Am 23. März 2007 erstattete die MEDAS das Gutachten. Als einzige
Diagnose mit einer wesentlichen Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit gab
sie eine Dysthymie (ICD-10 F34.2) an. Dazu kamen (ohne Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit, aber mit Krankheitswert) die Diagnosen eines Quadrantensyndroms
rechts und eines St. n. rezidivierender Lumboischialgie rechts bei linksmedianem
Diskusprolaps L5/S1 (CT vom 12. Februar 1999) und medianer Diskusprotrusion L5/S1
(MRI vom 27. August 2005), einer lokalisierten Fibromyalgie im Nackenschulterbereich
sowie eines Verdachts auf eine Coxarthrose links (klinisch). Als Nebenbefunde gaben
die Gutachter eine fragliche arterielle Hypertonie sowie einen Colon irritabile an. Zur
Begründung ihrer Einschätzung führten die MEDAS-Ärzte aus, die Ursache der von der
Versicherten beklagten Rückenschmerzen könne auf Grund der fassbaren somatischen
Befunde nicht hinreichend geklärt werden. Zwar sei 1999 ein medianer Diskusprolaps
L5/S1 gefunden worden, dieser zeige allerdings auf Grund der bildgebenden
Dokumentation eine deutliche Regredienz. Kernspintomographisch habe 2005 nur
noch eine kleine mediane Protrusion nachgewiesen werden können. Trotzdem habe
sich seit Beginn der Beschwerden an der subjektiven Symptomatik der Versicherten
keine Änderung ergeben. Insbesondere seien der Dauerschmerzcharakter und die
Unbeeinflussbarkeit durch Positionsänderungen wie auch das von der Versicherten
angegebene sensible Quadrantensyndrom im Bereich der rechten unteren Extremität
aussergewöhnlich und nicht durch die somatischen Befunde erklärbar. Eine
Arbeitsunfähigkeit könne aus rheumatologischer Sicht nicht begründet werden. Der
Versicherten seien durchaus leichte körperliche Arbeiten zumutbar wie z.B. in der
Küche, einem Reinigungsdienst oder als Fabrikarbeiterin für leichtere Montage- oder
Einpackarbeiten. Generell sei allerdings das regelmässige Heben schwerer Lasten
sowie länger anhaltende Arbeiten in vornübergeneigter Haltung ungünstig. Diese
Einschränkungen gälten auch für die Tätigkeit im Haushalt. Die MEDAS-Ärzte erhoben
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die Anamnese mit Hilfe des Dolmetschers, Herr G._, weil die Versicherte ordentlich
Schriftdeutsch verstehe (passives Verständnis), sich aber schlecht in Deutsch
ausdrücken könne (aktiver Ausdruck).
A.e Die psychiatrische Untersuchung vom 30. November 2006 fand durch den
Konsiliargutachter Dr. med. F._, FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, statt,
wobei wiederum Herr G._ als Dolmetscher mitwirkte. Dr. F._ führte aus, dass er ein
gutes affektives Mitgehen beobachtet habe. Die Gesprächsinhalte seien eher einfach
gewesen, bei komplizierten Fragen oder Themen, die das unmittelbare Lebensumfeld
der Beschwerdeführerin überschritten hätten, sei sie rasch an ihre Grenzen gekommen.
Sie habe ausführlich und differenziert zur Anamnese Angaben gemacht und habe willig
zu allen aufgeworfenen Themen Kommentare abgegeben. Gemäss dem
Telefongespräch von Dr. F._ mit Dr. B._ habe sich die Versicherte in dessen Praxis
mit wenigen Symptomen präsentiert, sie sei weitgehend passiv und konsumiere
Therapie. In früheren Zeiten sei die deutlich depressiver gewesen. Dr. F._ gab weiter
an, dass auch Symptome angegeben worden seien, welche durchaus mit einer
Depression vereinbar seien. Die Versicherte habe die Beschwerden trotz fehlender
emotionaler Belastungsfaktoren eindringlich geschildert. Dabei handle es sich um
Symptome vegetativ innervierter Organe und um Schmerzsensationen. Diesem
Mischbild aus verschiedenen Beschwerden werde die Diagnose einer Dysthymie am
ehesten gerecht. Diese habe eine gewisse Einschränkung der allgemeinen
Leistungsfähigkeit, der Vitalität und der Einsatzfähigkeit zur Folge, weshalb eine
Arbeitsunfähigkeit von 20% resultiere. Die in den Akten beschriebene depressive
Entwicklung und das depressive Beschwerdebild liessen sich so nicht mehr
nachweisen. Es lasse sich zeitlich und umfangmässig nicht mehr klären, wie sich die
Symptome zurückgebildet hätten. Die in den früheren Unterlagen festgehaltene
relevante Arbeitsunfähigkeit könne er mit seinen Untersuchungsergebnissen nicht
nachvollziehen (Konsiliargutachten vom 18. Dezember 2006). Zusammenfassend
erachteten die MEDAS-Ärzte die Versicherte in der bisherigen Tätigkeit im Haushalt zu
80% als arbeitsfähig. Massgebend seien hier die psychiatrischen Befunde. Jegliche
andere vergleichbare, leichte körperliche Tätigkeit sei der Versicherten zu 100%
zumutbar, unter Berücksichtigung der bereits erwähnten qualitativen Einschränkungen.
Der Beginn dieser geschätzten Arbeitsunfähigkeit datierten die Gutachter auf den 25.
Januar 2006 (richtig 2007), den Tag ihrer Schlussbesprechung (MEDAS-Gutachten vom
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23. März 2007 S. 10). Noch in der zusammenfassenden Beurteilung gab die MEDAS
an, dass von der Versicherten ein 80%iges Pensum, das heisst volle Präsenzzeit mit
geringgradiger Einschränkung der Effizienz zu bewältigen sei, ohne dabei zwischen der
Tätigkeit im Haushalt und einer adaptierten Tätigkeit zu unterscheiden. Die
Einschätzung einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit stellt somit
ein Versehen dar, weil die Einschränkung der Leistungsfähigkeit von 20% auf Grund
der psychischen Beschwerden auch in einer adaptierten Tätigkeit zu berücksichtigen
ist. Davon ging auch der RAD-Arzt Dr. I._ in seiner Stellungnahme vom 30. März
2007 aus.
A.f Mit Vorbescheid vom 10. Mai 2007 stellte die IV-Stelle der Versicherten die
Abweisung des Leistungsgesuchs in Aussicht. Sie führte in ihrer Begründung aus, dass
die Versicherte zu 50% als Erwerbstätige und zu 50% als Hausfrau einzustufen sei.
Eine leidensadaptierte Tätigkeit wäre ihr noch zu 80% zumutbar. In der Tätigkeit als
Hausfrau bestehe eine Einschränkung von 35%. Nach dieser Einstufung ergebe sich
folgende Mischmethode für die Berechnung des Invaliditätsgrades: Das zumutbare
Erwerbseinkommen betrage mit und ohne Behinderung Fr. 23'730.--, woraus kein
Teilinvaliditätsgrad erfolge. Bei der Tätigkeit als Hausfrau resultiere ein
Teilinvaliditätsgrad von 17.5% (die Hälfte von 35%). Da der Gesamtinvaliditätsgrad also
unter 40% liege, bestehe kein Rentenanspruch. Die Versicherte wendete am 7. Juni
ein, sie könne sich mit dieser Ablehnung nicht einverstanden erklären, solange sie von
ihrem Hausarzt und ihrem Psychiater zwischen 80- und 100% arbeitsunfähig
geschrieben werde. Sie führte weiter aus, eine Sachbearbeiterin der IV, welche bei ihr
zu Hause gewesen sei, habe ihr mitgeteilt, dass sie zumindest 50% arbeiten könne, da
ihre Tochter noch zu Schule gehe. Wäre sie gesund, so würde sie 100% arbeiten, weil
ihre Tochter jetzt 10 Jahre alt und selbständig sei. Sie verlangte deshalb eine weitere
Abklärung. Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen gewährte
der Versicherten am 11. Juni 2007 eine Frist zur Einreichung weiterer ärztlicher
Unterlagen. Die Versicherte liess mit Schreiben vom 28. Juni 2007 beantragen, dass ihr
zumindest eine 50%-IV-Rente ab Datum der Gesuchstellung zuzusprechen sei und
dass eventuell ein neues medizinisches Gutachten zu erstellen sei, wobei insbesondere
die psychiatrische Begutachtung durch einen Sachverständigen zu erfolgen habe,
welcher der türkischen Sprache mächtig sei. Die Versicherte liess in der Begründung
ausführen, dass sie bis zur Entlassung aus wirtschaftlichen Gründen wegen der
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Kinderbetreuung vollzeitig in wechselnder Schicht zum Ehemann gearbeitet habe.
Ohne die gesundheitliche Beeinträchtigung würde sie weiterhin eine vollzeitige
Anstellung suchen, weshalb die Einstufung als Teilerwerbstätige fehl gehe. Sodann sei
das MEDAS-Gutachten mangelhaft. Sie habe sich mittels Dolmetscher bezüglich ihrer
gesundheitlichen Probleme, insbesondere bezüglich ihrer Depressionen, gegenüber
dem Sachverständigen nicht so ausdrücken können, wie es gegenüber einem ihre
Muttersprache sprechenden Arzt möglich gewesen wäre. Es sei deshalb noch einmal
eine medizinische Untersuchung mit türkisch sprechenden Ärzten durchzuführen.
A.g Mit Verfügung vom 3. Juli 2007 wies die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des
Kantons St. Gallen das Leistungsbegehren der Versicherten ab. Sie betrachtete die
Versicherte weiterhin zu 50% als Teilerwerbstätige und zu 50% als im Haushalt Tätige.
Sie verwies darauf, dass die Versicherte diesbezüglich keine Einwände gehabt habe,
als sie mit Schreiben vom 4. Juli 2005 erklärt habe, sie sei mit der in der
Haushaltsabklärung festgehaltenen Einschränkungen nicht einverstanden. Mangelnde
Sprachkenntnisse seien diesem Schreiben nicht zu entnehmen. Die Qualifikation sei
denn auch nicht wegen mangelnder Sprachkenntnisse angezweifelt worden. Es sei
deshalb auf die Aussage der ersten Stunde abzustellen, wonach die Versicherte ganz
klar erwähnt habe, dass sie ohne Gesundheitsschaden zu 50% arbeiten würde.
Sodann habe sie in ihrer Stellungnahme zum Vorbescheid vom 28. Juni 2007 keine
medizinischen Fakten erwähnt, die nicht schon anlässlich der Begutachtung in der
MEDAS Luzern vom 23. März 2007 bekannt gewesen wären. Deshalb würden sich
weitere Abklärungen erübrigen. Weil der Invaliditätsgrad gemäss der Berechnung nach
der Mischmethode unter 40% liege, bestehe kein Rentenanspruch.
B.
B.a Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte am 17. August 2007 Beschwerde.
Sie beantragte die Aufhebung der Verfügung vom 3. Juli 2007 und die Ausrichtung
mindestens einer halben IV-Rente. Eventuell sei eine nochmalige umfassende
medizinische Abklärung bezüglich der Arbeitsunfähigkeit anzuordnen, wobei die
Untersuchungen durch türkisch sprechende Ärzte vorzunehmen seien. Sie führte in
ihrer Begründung aus, dass sie bis zu ihrer Entlassung zu 100% ausserhäuslich tätig
gewesen sei. Daneben habe sie zusätzlich auch die Haushaltsarbeit für die Familie
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erledigt, wobei sie bereits damals drei Kinder zu betreuen gehabt habe. Weshalb sie
wegen einer "Nachzüglerin" nur noch 50% hätte tätig sein können, sei unerfindlich und
nicht nachvollziehbar. Gemäss dem Bericht von Dr. A._ vom 27. September 2004 sei
sie zu 100% arbeitsunfähig und ihr sei keine andere Tätigkeit zumutbar. Die
Unterscheidung zwischen Erwerbstätigkeit und Haushaltstätigkeit sei erstmals im
Rahmen des Abklärungsberichts aufgetaucht. Auf Grund ihrer völlig ungenügenden
Deutschkenntnisse habe sie den Sinn und die Konsequenzen dieser Unterscheidung
nicht erfassen können. Das gelte auch für ihren Dolmetscher, der ihr mit der
Stellungnahme zum Haushaltabklärungsbericht geholfen habe. Sie sei in Ermangelung
einer Arbeitsstelle im Haushalt tätig gewesen. Für die Bemessung der Invalidität sei
deshalb von einer 100%igen Erwerbstätigkeit auszugehen. Was die medizinischen
MEDAS-Untersuchungen betreffe, so sei der ganze Bericht fragwürdig, weil sie sich
gegenüber den Ärzten nicht in ihrer Muttersprache habe ausdrücken können. Dies
müsse umso mehr gelten, als die Beschwerdeführerin nur über eine bescheidene
Schulbildung und damit über einen entsprechend bescheidenen Wortschatz verfüge.
Der untersuchende Psychiater habe denn auch festgehalten, dass die
Gesprächsinhalte eher einfach gewesen seien und dass sie bei komplizierten Fragen
oder Themen, die ihr Lebensumfeld überschritten, rasch an ihre Grenzen gekommen
sei. Dass der Arzt die Ursache der Störung im jungen Erwachsenenalter sowie den
Hintergrund der Krankheitsentwicklung nicht habe eruieren können, mache deutlich,
dass dieser wegen der Sprach-Barriere auch an die Grenzen gestossen sei. Es sei
deshalb eine erneute Untersuchung mit einem türkisch sprechenden Arzt
durchzuführen. Schliesslich habe Dr. B._ bestätigt, dass ihre gesundheitlichen
Probleme glaubwürdig seien, auch wenn sie im Gespräch nicht depressiv erscheine.
B.b In ihrer Beschwerdeantwort vom 1. Oktober 2007 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Sie begründete dies unter
anderem damit, dass die Beschwerdeführerin seit September 2003 ihre
Stellenbemühungen eingestellt habe und somit seit diesem Zeitpunkt weder im
Rahmen ihrer Resterwerbsfähigkeit von 80% gearbeitet noch entsprechende
Arbeitsplätze nachgefragt habe. Der Einwand der vollen Erwerbstätigkeit im
Gesundheitsfall schlage deshalb von vornherein nicht durch. Die vorgenommene
Qualifikation von einer 50%igen Erwerbstätigkeit und einer 50%igen Beschäftigung im
Haushalt sei daher bereits ziemlich wohlwollend. Letztlich könne die Frage jedoch offen
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bleiben, weil die Beschwerdeführerin selbst bei einer hypothetisch vollen
Erwerbstätigkeit keinen Anspruch auf eine IV-Rente hätte. Gemäss Anhang 2 der IV-
Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV, die sich auf die Tabellenlöhne abstütze,
erzielten die Frauen in der Qualifikationsstufe 4 im Jahr 2004 ein durchschnittliches
Einkommen von Fr. 48'585.--. Dieser Wert entspreche somit dem Valideneinkommen.
Weil davon auszugehen sei, dass sich das Validen- und das Invalideneinkommen in
etwa gleich entwickelt hätten, könne eine Aufwertung unterbleiben. Das
Invalideneinkommen berechne sich ebenfalls auf Grund der Tabellenlöhne und betrage
entsprechend der Resterwerbsfähigkeit von 80% Fr. 38'865.--, woraus ein
Invaliditätsgrad von 20% resultiere. Damit bestehe kein Anspruch auf eine IV-Rente.
Die Untersuchungen der MEDAS-Ärzte seien in Anwesenheit eines Dolmetschers
erfolgt. Die Beschwerdeführerin verstehe gemäss dem MEDAS-Gutachten ordentlich
Schriftdeutsch, könne sich jedoch nur schlecht in Deutsch ausdrücken. Auf Grund der
umfangreichen Schilderungen der Beschwerdeführerin, namentlich im Rahmen der
psychiatrischen Begutachtung, ergäben sich keine Hinweise, dass die Begutachtung
bei der MEDAS durch Sprachprobleme beeinträchtig gewesen sei. Auf die umfassende
polydisziplinäre Untersuchung sowie die ausführlich begründeten Schlussfolgerungen
zusammen mit der Arbeitsfähigkeitsschätzung könne deshalb abgestellt werden.
B.c Die Beschwerdeführerin hielt in ihrer Replik vom 23. Oktober 2007 an ihren
Anträgen fest. Sie machte geltend, entgegen der Annahme der Beschwerdegegnerin
habe im September 2003 keine Resterwerbsfähigkeit von 80% bestanden. Sie sei
vollumfänglich arbeitsunfähig gewesen und erst ab Mai 2004 sei ihr eine 50%ige
Arbeitsfähigkeit attestiert worden. Sodann stehe durchaus eine repräsentative
Einkommensbasis zur Verfügung, indem auf das letzte Einkommen der
Beschwerdeführerin in der Spinnerei Weberei Dietfurt AG abgestellt werden könne. Auf
Grund der gesundheitlichen Situation könne sie ihrer angestammten Tätigkeit nicht
mehr nachgehen. Selbst Haushaltsarbeiten könne sie nicht mehr erledigen. Es sei
deshalb zumindest von einer 50%igen Erwerbsunfähigkeit auszugehen, weshalb die
Beschwerdeführerin Anspruch auf eine entsprechende IV-Rente habe.
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 6. November 2007 auf eine Duplik.

Erwägungen:
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1.
1.1 Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil
in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei
der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V
467 E. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses
der streitigen Verfügung vom 3. Juli 2007 eingetretenen Sachverhalts abzustellen ist
(BGE 132 V 215 E. 3.1.1; Urteil 8C_589/2007 vom 14. April 2008, E. 3), sind vorliegend
die bis zum 31. Dezember 2007 geltenden materiellen Bestimmungen anzuwenden.
1.2 Streitig ist ein allfälliger Rentenanspruch der Beschwerdeführerin. Nach Art. 28
Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) besteht
der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens
zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe
Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf eine
Viertelsrente. Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG i.V.m. Art. 16 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) ist die Invalidität
grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und
nach der Durchführung der notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre. Bei nicht erwerbstätigen Versicherten im Sinne von Art. 5 Abs. 1 IVG –
so namentlich bei im Haushalt tätigen Personen – wird hingegen für die Bemessung
der Invalidität darauf abgestellt, in welchem Mass eine Behinderung besteht, sich im
bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28 Abs. 2 IVG i.V.m. Art. 27 IVV). Als
Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Personen gilt unter anderem die übliche
Tätigkeit im Haushalt sowie die Erziehung der Kinder (Art. 27 IVV). Bei versicherten
Personen, die nur zum Teil erwerbstätig wären, wird die Invalidität diesbezüglich nach
Art. 16 ATSG festgelegt. Wären sie daneben in einem Aufgabenbereich tätig, so wird
die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28 Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall
sind die Anteile der Erwerbstätigkeit und der Tätigkeit im anderen Aufgabenbereich
bis
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festzustellen und der Invaliditätsgrad ist entsprechend der Behinderung in beiden
Bereichen zu bemessen (Art. 28 Abs. 2 Abs. 1 IVG). Diese Art der
Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss als gemischte Methode bezeichnet.
1.3 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 ATSG). Danach haben
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne
Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie unfassend und pflichtgemäss zu würdigen.
Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle
Beweismittel unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach
zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des
streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Gutachtens
ist nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung entscheidend, ob er für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben
worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des
Gutachters begründet sind (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a). Nach der Rechtsprechung des
Bundesgerichts ist bei der Beweiswürdigung der Erfahrungstatsache Rechnung zu
tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE
125 V 351 E. 3b/cc), oder dass sie deren pessimistische subjektive Einschätzung
übernehmen. Dieser Vorbehalt ist nach den Entscheiden des Bundesgerichts i/S S.
vom 20. März 2006 (I 655/05) E. 5.4 und i/S T. vom 13. April 2006 (I 645/05) E. 2.3 auch
für behandelnde Spezialärzte – namentlich Psychiater – anzubringen.
2.
2.1 Die Höhe der behinderungsbedingten Erwerbseinbusse hängt vor allem von der
ärztlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung ab, d.h. davon, in welchem Umfang für die
versicherte Person noch eine Tätigkeit in Betracht fällt (BGE 125 V 261 E. 4). Die
Beschwerdegegnerin betrachtet die Arbeitsfähigkeitschätzung der MEDAS als
überzeugend, wonach eine 80%ige Arbeitsfähigkeit bei voller Präsenzzeit sowohl in der
bisherigen Tätigkeit im Haushalt als auch in einer angepassten Tätigkeit zumutbar sei.
ter
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Die Beschwerdeführerin stellt sich andererseits hauptsächlich auf den Standpunkt,
dass nicht auf das MEDAS-Gutachten abgestellt werden könne, insbesondere weil die
psychiatrische Begutachtung unter Beizug eines Dolmetschers unzureichend sei.
2.2 Das MEDAS-Gutachten ist auf Grund der fehlenden Deutschkenntnisse der
Beschwerdeführerin unter Mithilfe eines Dolmetschers, Herrn G._, erfolgt. Aus der
Beschreibung im Konsiliargutachten von Dr. F._ vom 18. Dezember 2006 ist
ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin der psychiatrischen Begutachtung mit Hilfe
des Dolmetschers vollumfänglich hat folgen können, hat sie doch zu allen Fragen
Kommentare abgegeben. Ihre Angaben zur Anamnese sind gemäss dem Gutachter
sogar in differenzierter Art und Weise erfolgt. Daraus folgt, dass die
Beschwerdeführerin sich sprachlich durchaus genügend verständlich hat ausdrücken
können. Dass die Beschwerdeführerin bei komplizierten Fragen und Themen an ihre
Grenzen gekommen ist, weist nicht auf eine Sprachbarriere hin, welche eine
ordnungsgemässe Untersuchung verunmöglicht hätte. Vielmehr wird damit zur Geltung
gebracht, dass die Beschwerdeführerin aus ihren persönlichen Lebensumständen
heraus (so beispielsweise die fehlende Bildungsmöglichkeiten sowie der familiäre
Ursprung) diesbezüglich eingeschränkt ist. Daran hätte auch eine Abklärung in der
Muttersprache der Beschwerdeführerin nichts geändert. Daraus folgt, dass die
Begutachtung mit Hilfe eines Dolmetschers den mangelnden Deutschkenntnissen der
Beschwerdeführerin gerecht geworden ist. Im Übrigen ist zu erwähnen, dass der
Psychiater Dr. B._ die Beschwerdeführerin ebenfalls mit Hilfe der Übersetzung einer
ihrer Töchter behandelte (Arztbericht vom 15. Dezember 2004), wogegen die
Beschwerdeführerin nichts einzuwenden hatte.
2.3 Die Beschwerdeführerin rügt weiter, dass der begutachtende Psychiater die
Ursache der Störung im jungen Erwachsenenalter sowie den Hintergrund der
Krankheitsentwicklung nicht habe eruieren können, was einen weiteren Mangel der
Untersuchung darstelle. Damit ein medizinischer Sachverständiger die Arbeitsfähigkeit
beurteilen kann, ist es nicht erforderlich, den Ursprung einer psychischen Erkrankung
zu erforschen. Vielmehr sind der gesundheitliche Zustand zum Zeitpunkt der
Begutachtung und seine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu erheben. Diesbezüglich
kann dem Konsiliargutachten vom 18. Dezember 2006 entnommen werden, dass Dr.
F._ die Anamnese sorgfältig erhoben und die Summe der Beschwerden durch
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wiederholtes Nachfragen eruiert hat. Er hat dabei angegeben, dass auch Symptome
genannt worden seien, die durchaus mit einer Depression vereinbar seien. Dem
Mischbild aus verschiedenen Beschwerden werde die Diagnose einer Dysthymie am
ehesten gerecht. Diese habe eine gewisse Einschränkung der allgemeinen
Leistungsfähigkeit, der Vitalität und der Einsatzfähigkeit zur Folge, weshalb eine
Arbeitsunfähigkeit von 20% resultiere (Konsiliargutachten vom 18. Dezember 2006 S.
4). Bei der Dysthymie ICD-10 F34.1 handelt es sich gemäss der Internationalen
Klassifikation psychischer Störungen (ICD-10, Kapitel V [F]) um eine chronische
depressive Verstimmung, die nach dem Schweregrad und der Dauer der einzelnen
Episoden gegenwärtig nicht die Kriterien für eine leichte oder mittelgradige
rezidivierende depressive Störung erfüllt. Anzeichen für eine leichte oder mittelgradige
depressive Episode hat Dr. F._ nicht beobachten können. Die Beschwerdeführerin
hat in ihrer Beschwerde keine objektiven Gesichtspunkte vorgebracht, die im Rahmen
der psychiatrischen Begutachtung unerkannt geblieben und geeignet sind, zu einer
abweichenden Beurteilung zu führen (Urteil des Bundesgerichts i.S. G. vom 13. März
2006 [I676/05] E. 2.4). Die Diagnose von Dr. F._ erweist sich deshalb als sachgerecht
und wurde auch vom RAD nicht in Abrede gestellt (IV-act. 30).
2.4 Die Beschwerdeführerin macht sodann geltend, Dr. B._ habe die Beschwerden
als glaubhaft bezeichnet und sie zu 80-100% arbeitsunfähig erklärt (Verlaufsbericht
vom 29. Juni 2005). In dem im Konsiliargutachten vom 18. Dezember 2006 von Dr.
F._ erwähnten Telefongespräch hat Dr. B._ angegeben, die Beschwerdeführerin
habe sich in seiner Praxis mit wenigen Symptomen präsentiert. Sie sei weitgehend
passiv und konsumiere Therapie. In früheren Zeiten sei sie deutlich depressiver
gewesen. Damit hat auch Dr. B._ einen Zustand beschrieben, welcher der Diagnose
einer Dysthymie entspricht. Daraus folgt, dass die aktuellen Beobachtungen von Dr.
F._ mit derjenigen von Dr. B._ übereinstimmen. Die noch im Verlaufsbericht vom
29. Juni 2005 geltend gemachte Verschlechterung hat demgemäss zum Zeitpunkt der
Begutachtung übereinstimmend nicht mehr vorgelegen. Dr. F._ konnte die von Dr.
B._ attestierte Arbeitsunfähigkeit von 80-100% nicht mehr nachvollziehen. Er hat
dazu in seinem Konsiliargutachten ausgeführt, dass sich die in den Akten
beschriebenen depressive Entwicklung und das depressive Beschwerdebild so nicht
mehr nachweisen liesse. Es lasse sich zeitlich und umfangmässig nicht mehr klären,
wie sich die Symptome zurückgebildet hätten (Konsiliargutachten vom 18. Dezember
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2006 S. 4). Im Übrigen ist dazu festzuhalten, dass Hausärzte und behandelnde
Spezialärzten auf Grund ihrer auftragsrechtlichen Vertrauensstellung und auf Grund
ihrer therapeutischen Arbeit in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen
(vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Demgegenüber ist die Begutachtung durch einen
unabhängigen Facharzt erfolgt, welcher die Arbeitsfähigkeitsschätzungen nicht
bestätigten konnte und dies einleuchtend begründet hat. Auf die
Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. F._ kann deshalb abgestellt werden.
2.5 Die Beschwerdeführerin machte schliesslich geltend, dass sie Anspruch auf
mindestens eine 50%ige IV-Rente habe, weil auch der Hausarzt ihr eine volle
Arbeitsunfähigkeit attestiert hätte. Als Ergebnis der rheumatologischen Untersuchung
haben die MEDAS-Ärzte keine hinreichende Ursache für die weiterhin geklagten
Lumboischialgien gefunden. Sie haben dazu ausgeführt, dass sich in den bildgebenden
Untersuchungen gezeigt habe, dass sich der 1999 gefundene Diskusprolaps L5/S1
deutlich zurückgebildet habe. Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sei durch das
Quadrantensyndrom rechts und Status nach rezidivierender Lumboischialgie sowie der
fibromyalgieähnlichen Symptomatik im Schultergürtel-Nackenbereich nicht begründet
worden (MEDAS-Gutachten S. 8). Auch wenn diese Wertung als eher streng erscheint,
weil den beklagten Rückenbeschwerden wohl kaum jede Plausibilität abgesprochen
werden kann, ist jedenfalls nachvollziehbar, dass keine rentenerhebliche AUF (von z.B.
30 oder 40%) vorliegt. Dr. A._ hat sich in seinem Verlaufsbericht vom 31. August
2005 mit der Rückbildung des Diskusprolaps nicht auseinandergesetzt, sondern einzig
festgehalten, dass die Beschwerdeführerin psychisch und körperlich sehr geringgradig
belastbar sei und er in Anbetracht der Anamnese und des klinischen Bildes eine
100%ige IV-Rente empfehle. Diese behauptete volle Arbeitsunfähigkeit aus
somatischer Sicht erscheint nach den gutachterlichen Erhebungen nicht als zutreffend.
Auf die durch unabhängige Fachärzte der MEDAS erfolgte Arbeitsfähigkeitsschätzung
kann dagegen abgestellt werden, ist diese doch einleuchtend begründet worden.
2.6 Zusammenfassend stützt sich die Arbeitsfähigkeitsschätzung der MEDAS auf eine
umfassende Untersuchung der geklagten Gesundheitsprobleme der
Beschwerdeführerin und ist in sich schlüssig und nachvollziehbar. Dies trifft für die
Arbeitsfähigkeitsschätzung des Hausarztes und des behandelnden Psychiaters nicht
zu. Deshalb ist auf das MEDAS-Gutachten vollumfänglich abzustellen. Der
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Beschwerdeführerin ist somit unter Berücksichtigung der qualitativen Einschränkung
des wiederholten Hebens von schweren Lasten über 15 kg sowie länger anhaltende
Arbeiten in vornübergeneigter Haltung ein 80%iges Pensum (volle Präsenzzeit mit
geringgradiger Einschränkung der Effizienz auf Grund der psychischen Beschwerden)
in einer diesen Leiden angepassten Tätigkeit sowie der Tätigkeit im Haushalt zumutbar.
3.
3.1 Für die Bemessung des Invaliditätsgrades verlangte die Beschwerdeführerin die
Anwendung des Einkommensvergleichs anstelle der gemischten Methode.
3.2 Die Beschwerdegegnerin hat in der Haushaltsabklärung vom 23. Mai 2005 den
Anteil der Erwerbstätigkeit und die Tätigkeit im Haushalt auf je 50% festgesetzt. Sie hat
sodann eine Einschränkung im Haushaltsbereich von 34.79% ermittelt. In der
Bemessung des Invaliditätsgrades gemäss der gemischten Methode, wie sie nach der
nach wie vor fragwürdigen und nicht nachvollziehbaren Praxis des Bundesgerichts
auszuführen ist, wurde die Einschränkung der Leistungsfähigkeit von 20% beim
Vergleich des Erwerbseinkommens mit und ohne Behinderung bei einer 50%igen
Tätigkeit nicht berücksichtigt. Für den Erwerbsfall bestünde demgemäss keine
Invalidität. Die anlässlich der Haushaltsabklärung ermittelte Einschränkung von 35%
wurde bei einer 50%igen Tätigkeit im Haushalt lediglich zu 17.5% berücksichtigt. Nach
der gemischten Methode des Bundesgerichts resultiert aus der fehlenden Teilinvalidität
im Erwerbsfall und der Teilinvalidität von 17.5% in der Tätigkeit im Haushalt ein
Invaliditätsgrad von total 17.5%. Dieser berechtigt nicht zu einer Invalidenrente.
Angesichts der gutachterlich ermittelten Arbeitsunfähigkeit von lediglich 20% kann
offen bleiben, ob die Haushaltsabklärung korrekt durchgeführt wurde und die
Einstufung der Beschwerdeführerin als Teilerwerbstätige sachgerecht sei. Immerhin ist
anzumerken, dass die Argumentation und die Ermittlungsweise der IV-Stelle nicht als
schlüssig gelten könnten.
3.3 Bei der Bemessung des Invaliditätsgrades nach der reinen
Einkommensvergleichsmethode wird das gegenwärtige zumutbare Erwerbseinkommen
mit jenem Einkommen verglichen, das bei voller Gesundheit erzielt werden könnte. Die
Beschwerdeführerin hat bis 1996 als Hilfsarbeiterin in einer Weberei gearbeitet. Es
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kann nicht davon ausgegangen werden, dass dieses letzte Einkommen aus dem Jahr
1996 unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung einem konkreten
Einkommen für das Jahr 2004 entspräche. Das Valideneinkommen ist deshalb anhand
von statistischen Zahlen zu bestimmen. Auch für die Ermittlung des
Invalideneinkommens ist auf die Tabellenlöhne 2004 abzustellen. Damit ist – im
Ergebnis – ein Prozentvergleich zu tätigen; der Invaliditätsgrad entspricht unter solchen
Verhältnissen dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines
zuzüglichen "Leidensabzuges" vom Tabellenlohn (Entscheide des Bundesgerichts i/S
M. vom 8. Juni 2005, [I 552/04] E. 3.4 und i/S Z. vom 19. November 2003 [I 479/03]
E. 3.1). In Anbetracht der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin von 80% für
angepasste Tätigkeiten ergibt sich, selbst bei einem zuzüglichen Abzug von 10 oder
20%, kein Invaliditätsgrad, der einen Anspruch auf eine Rente begründen könnte.
3.4 Zusammenfassend ergibt sich sowohl nach der einen wie der anderen
Bemessungsmethode kein Invaliditätsgrad, der einen Anspruch auf eine IV-Rente
begründen würde. Die Beschwerdegegnerin hat einen Rentenanspruch der
Beschwerdeführerin mangels rentenbegründender Invalidität jedenfalls zu Recht
verneint.
4.
Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Das
Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Als unterliegende Partei hat die Beschwerdeführerin die
Gerichtskosten zu bezahlen (vgl. Art. 95 Abs. 1 VRP). Der von ihr geleistete
Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist anzurechnen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG