Decision ID: bbce31d6-66d2-5f68-8611-37f032d7ca0b
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
H._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Simon Kehl, Poststrasse 22, Postfach 118,
9410 Heiden,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
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vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Reto Bachmann, Schwanenplatz 4, 6004 Luzern,
betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a Der 1968 geborene H._ war seit 1995 als Gruppenleiter/Lackierer bei der A._
tätig und dadurch bei der Suva gegen die Folgen von Unfällen versichert (Suva-act. 1),
als er sich am 31. Mai 2005 bei der Arbeit mit einer elektrischen Lackierpistole unter
Hochdruck silberne Rostschutzfarbe in die linke Hand schoss (Suva-act. 4).
Gleichentags erfolgte im Kantonsspital Münsterlingen eine ausgiebige Wundrevision
mit Weichteildébridement, Jet-Lavage und Drainage (Suva-act. 4). Im Austrittsbericht
über die Hospitalisation bis 6. Juni 2005 wurde ein Injektionstrauma palmar MP-Gelenk
Dig. III links diagnostiziert (Suva-act. 5). Auf Grund eines nekrotisierenden und
abszedierenden Infekts wurde am 22. Juni 2005 erneut ein ausgedehntes Débridement
und eine Nekrosektomie nötig. Dabei zeigte sich, dass bereits die ganze
Beugesehnenscheide nekrotisch zerfallen und die Beugesehne selbst ebenfalls
involviert war und nicht mehr die normale Konsistenz aufwies (Suva-act. 6). Am
Folgetag wurde die geplante zweite Revision durchgeführt. Auf Grund der
weitreichenden Gewebedestruktion wurde auch die Möglichkeit einer Strahlamputation
diskutiert (Suva-act. 7, 8). Die Ärzte attestierten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit und
die Suva erbrachte die gesetzlichen Leistungen.
A.b Am 15. August 2005 untersuchte Kreisarzt Dr. med. B._ den Versicherten
(Suva-act. 11). Eine ambulante Beurteilung im Kantonsspital Münsterlingen zeigte
weitgehend reizlose Wundverhältnisse und eine nur noch minimale Schwellung des
linken Mittelfingers, jedoch eine deutliche Einschränkung der Beweglichkeit in den
distalen Gelenken (Suva-act. 20). Vom 7. November bis 21. Dezember 2005 fand eine
Hospitalisation in der Rehaklinik Bellikon statt, wo nebst strukturellen
Funktionsbeeinträchtigungen eine starke Limitation durch eine bereits bei geringer
Belastung auftretende dystrophe Reaktion mit Hypersudation und Schmerzzunahme
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festgehalten wurde. Die Ärzte empfahlen die Arbeitsaufnahme ab 9. Januar 2006 zur
Anpassung und Angewöhnung (Suva-act. 36, 40). Gemäss Dr. med. C._, Oberarzt
Handchirurgie des Kantonsspitals Münsterlingen, war der vermeintliche Sudeck am 1.
Februar 2006 kein Thema mehr (Suva-act. 54).
A.c Am 15. Mai 2006 wurde der Versicherte im Kantonsspital St. Gallen operativ
durch Prof. Dr. med. D._, Chefarzt, Hand-, Plastische und
Wiederherstellungschirurgie, durch lokal weites Débridement und Tenolyse behandelt
(Suva-act. 86, 90). Während der Hospitalisation vom 3. bis 6. Oktober 2006 wurde im
KSSG eine Beuge- und Strecksehnentenolyse durchgeführt (Suva-act. 105).
A.d Der Versicherte leistete ab 1. Dezember 2006 einen teilweisen Arbeitsversuch,
den er jedoch Mitte Dezember 2006 wegen vermehrter Schmerzen in der linken
Hohlhand wieder abbrach. Darauf kündigte ihm die Arbeitgeberin per Ende April 2007
(Suva-act. 121, 125, 165). Am 1. März 2007 konnte der Versicherte bei der E._ einen
neuen Arbeitsversuch als Springer beginnen (Suva-act. 135).
A.e Nach ambulanter Untersuchung vom 7. Juni 2007 schloss Prof. D._ den Fall von
handchirurgischer Seite her ab (Suva-act. 182). Am 16. und 17. Januar 2008 fand am
KSSG eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit EFL statt (Suva-act. 236).
Eine Anstellung bei der F._, Rüthi, lehnte der Versicherte mit der Begründung ab,
dass er lediglich einen Lohn von Fr. 3'650.-- x 12 (ohne Ferien und
Feiertagsentschädigung) verdienen würde und keine Aufstiegsmöglichkeiten hätte
(Suva-act. 259).
A.f Am 1. September 2008 trat der Versicherte einen Arbeitsversuch bei der G._ an,
während dem ihm sechs Monate lang ein IV-Taggeld geleistet wurde (Suva-act. 268,
272, 276, 277). Ab März 2009 wurde das Arbeitsverhältnis in eine unbefristete
Anstellung als Lager-Mitarbeiter zu einem Monatslohn von Fr. 3'375.-- (plus 13.
Monatslohn ab Ende Probezeit) umgewandelt, was 75% des Normallohns ohne
Einschränkungen entspreche (Suva-act. 288). Die IV-Stelle St. Gallen schloss darauf
laut Mitteilung vom 30. März 2009 die Arbeitsvermittlung erfolgreich ab (Suva-act. 290).
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A.g Am 22. April 2009 fand eine kreisärztliche Abschlussuntersuchung durch Prof.
Dr. med. I._, FMH Orthopädischer Chirurg, statt (Suva-act. 293). Gestützt auf die
Suva-Tabelle 4 (1) schätzte dieser den Integritätsschaden auf 6% (Suva-act. 294).
Zudem gab er im Ergänzungsbericht vom 9. Mai 2009 eine Zumutbarkeitsbeurteilung
ab (Suva-act. 296). Die IV-Stelle St. Gallen verfügte am 18. Juni 2009 eine
Rentenabweisung gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 29% (Suva-act. 301).
A.h Mit Verfügung vom 2. Juli 2009 sprach die Suva dem Versicherten eine
Integritätsentschädigung gestützt auf einen Integritätsschaden von 6% zu. Gleichzeitig
wies sie sein Begehren um Invalidenrente ab (Suva-act. 303).
B.
Die gegen diese Verfügung am 3. August 2009 erhobene Einsprache (Suva-act. 308)
wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 12. April 2010 ab (Suva-act. 321).
C.
C.a Gegen diesen Entscheid richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Simon Kehl,
Heiden, für den Versicherten am 14. Mai 2010 erhobene Beschwerde mit den
Anträgen, die Verfügung vom 2. Juli 2009 sowie der Einspracheentscheid vom 12. April
2010 seien aufzuheben und dem Beschwerdeführer sei eine UVG-Rente auszurichten;
eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, mit dem Beschwerdeführer im
Rahmen von Stellenvermittlung weitere Eingliederungsbemühungen durchzuführen.
Zudem sei dem Beschwerdeführer eine höhere Integritätsentschädigung zuzusprechen;
unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Der Rechtsvertreter legte u.a. gestützt auf
Berechnungen des Individuellen Lohnrechners Salarium dar, dass die
Beschwerdegegnerin von einem falschen Valideneinkommen ausgegangen sei, indem
sie die hierarchische Stellung des Beschwerdeführers in der angestammten Tätigkeit
nicht berücksichtigt habe. Zudem gehe sie fälschlicherweise anstelle eines 100%-
Pensums lediglich von einem 75%-Pensum aus. Im Weiteren müsse der
Integritätsschaden auf Grund der funktionellen Einschränkungen insgesamt zwischen
dem Verlust der ganzen Hand (50%) und dem gleichzeitigen Verlust des 3., 4. und 5.
Fingers (17.5%) angesiedelt werden.
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C.b In der Beschwerdeantwort vom 16. Juni 2010 beantragte die durch Rechtsanwalt
lic. iur. Reto Bachmann vertretene Beschwerdegegnerin die Abweisung der
Beschwerde und die Bestätigung ihres Einspracheentscheids.
C.c Mit Replik vom 6. September 2010 hielt der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers an seinen Anträgen fest. Zusätzlich beantragte er das Ausmass der
Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers in adaptierter Tätigkeit durch ein
gerichtliches Gutachten abklären zu lassen.
C.d Die Beschwerdegegnerin hielt mit Duplik vom 17. September 2010 an ihren
Anträgen fest.
C.e Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften wird, soweit erforderlich,
in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.
1.1 Vorliegende Streitigkeit dreht sich im Wesentlichen um die Fragen der Höhe des
massgebenden Validen- und Invalideneinkommens und damit des Invaliditätsgrads des
Beschwerdeführers sowie der Höhe der ihm zustehenden Integritätsentschädigung.
Soweit der Beschwerdeführer im Eventualbegehren allerdings weitere
Eingliederungsbemühungen im Rahmen einer Stellenvermittlung geltend macht, kann
auf dieses Begehren nicht eingetreten werden. Gemäss Art. 18 des Bundesgesetzes
über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) ist es Sache der IV-Stelle,
Massnahmen zur Arbeitsvermittlung zu veranlassen. Demgegenüber sieht das
Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) keine solchen Leistungen
vor.
1.2 Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Einspracheentscheid die
rechtlichen Voraussetzungen für die Bemessung von Rentenleistungen zutreffend dar
(Erwägung 2a, 3a, 3b); darauf kann verwiesen werden. Anzufügen bleibt, dass die
Invaliditätsschätzung der Invalidenversicherung gegenüber dem Unfallversicherer
mangels rechtserheblichen "Berührtseins" im Sinn von Art. 49 Abs. 4 des
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Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG;
SR 830.1) keinerlei Bindungswirkung entfaltet, auch nicht im Sinn einer
Richtigkeitsvermutung (BGE 131 V 366 f. E. 2.2 mit Verweis auf AHI 2004 S. 181 E. 4.3
und 4.4).
1.3 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach hat die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Dieser
Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den
Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 122 V 158 E. 1a und 121 V 210 E. 6c, je mit
Hinweisen). Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben
worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des
Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
2.
In seinem Bericht vom 30. August 2007 hielt Kreisarzt Dr. K._, Facharzt FMH für
Chirurgie, speziell Allgemein- und Unfallchirurgie, fest, dass gestützt auf die
Röntgenbilder vom 28. August 2007 (vgl. Suva-act. 194) auf Grund der Verletzung mit
der Hochdrucklackierpistole und nach multiplen Weichteilinterventionen mit
Débridement, Nekrosektomien bei Nekrose und Infekt (sechsmalig) mit auch Beuge-
und Strecksehnentenolyse und Arthrolyse sowie der Ausbildung eines chronifizierten
Schmerzsyndroms eine Belastungs- und Bewegungseinschränkung verblieben sei.
Nachdem die Evaluation in der Schmerzklinik noch offen war und weil der
Beschwerdeführer sich nicht in der Lage sah, die Tätigkeit über sechs Stunden
auszuweiten, empfahl Dr. K._ die Vornahme einer Evaluation der funktionellen
Leistungsfähigkeit EFL im KSSG (Suva-act. 193). Während der am 16. und 17. Januar
2008 durchgeführten Tests gab der Beschwerdeführer an, im Alltag würden keine
Einschränkungen auftreten. Sobald er jedoch Gewichte von mehr als 10kg oder
Tätigkeiten mit der linken Hand erledigen müsse, würden die Schmerzen zunehmen.
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Gemäss den Schlussfolgerungen der Experten war die aktuelle Tätigkeit des
Beschwerdeführers wegen zu hoher Anforderungen, insbesondere eines häufigen
Krafteinsatzes des linken Arms und zu hoher Gewichte, nicht zumutbar. Die
Zumutbarkeit für andere berufliche Tätigkeiten (gemäss DOT-Kategorien) sei jedoch bei
leichter bis mittelschwerer Arbeit ganztags gegeben. Für solche Arbeiten reiche die
Hand- und Greiffunktion aus, zumal der Beschwerdeführer in der Lage sei, gute Greif
varianten einzusetzen. Auch die feinmotorischen Fähigkeiten seien ausreichend, da er
als Rechtshänder die linke Hand auch nur zur Unterstützung einsetzen könnte. Speziell
eingeschränkt sei der Beschwerdeführer bei wiederholtem Greifen mit der linken Hand
und längerdauernder Tätigkeit mit wiederholtem Krafteinsatz mit der linken Hand.
Sinnvoll sei daher eine Steigerung der Belastbarkeit im Sinn einer Trainingstherapie zur
Verbesserung der allgemeinen körperlichen Verfassung sowie zur Kräftigung der linken
oberen Extremität (Suva-act. 236). Nach ärztlicher Abschlussuntersuchung vom 22.
April 2009 hielt Prof. I._ fest, dass nun ein praktisch stabiler Zustand eingekehrt sei.
Die funktionellen Defizite am 3. Finger seien bleibend und dürften nicht mehr gross in
die eine oder andere Richtung beeinflussbar sein. Verschiedene therapeutische
Optionen, so eine Amputation des Fingers und eine Neuromentfernung aus der
Hohlhand des 3. Strahls links seien immer mal wieder diskutiert worden, würden
jedoch vom Beschwerdeführer regelmässig verworfen (Suva-act. 293). Laut der
Zumutbarkeitsbeurteilung im Ergänzungsbericht vom 9. Mai 2009 bestanden nach Prof.
I._ funktionelle Defizite im Bereich der Langfinger der linken Hand bei vollständig
intakter Daumenfunktion. Insgesamt scheine die linke obere Extremität etwas aus dem
Körperschema desintegriert zu sein, was aber nicht zwingend ausserhalb der
kreisärztlichen Untersuchung praktiziert werden müsse. Auf Grund der mangelnden
Beweglichkeit des 3. Fingers und der Neurombeschwerden im Bereich der Mittelhand
seien kräftig zupackende Funktionen mit dieser Hand nicht mehr möglich. Auch seien
feinmotorische Arbeiten nur noch eingeschränkt ausführbar, d.h. es werde vermutlich
längere Zeit bis zur Erledigung solcher Aufgaben benötigt. Zumutbar seien somit alle
auch manuellen Tätigkeiten, die mit einem etwas eingeschränkten Gebrauch der einen
Hand (grobmotorisch/feinmotorisch) einhergingen. Arbeiten, bei denen die Sicherheit
des Beschwerdeführers ein Thema sei, zum Beispiel solche, bei denen er sich auf einer
Leiter beidhändig festhalten müsse, könnten nicht mehr ausgeübt werden (Suva-
act. 296). Der Beschwerdeführer arbeitet - zählt man den sechsmonatigen
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Arbeitsversuch dazu - ab September 2008 als Lager-Mitarbeiter für die G._. Gemäss
Stellenbeschreibung gehören zu seinem Aufgabenbereich selbständiges Einlagern der
Komponenten und Bedienung der EDV, Materialvorbereitung und Rüstung nach
Aufträgen und Vorgaben der Vorgesetzten, Kontrolle des Materials und der Unterlagen
auf Vollständigkeit und Richtigkeit, Stellvertretung aller Mitarbeiter der betreffenden
Abteilung und Aushilfe in anderen Abteilungen nach Vorgabe des Vorgesetzten (Suva-
act. 288). Die arbeitsvertragliche Klausel, wonach die Höhe des Monatssalärs von Fr.
3'375.-- 75% eines Normallohns ohne Einschränkungen entspreche, sagt jedoch nichts
über die genaue Präsenzzeit aus, sondern ist äusserst wage verfasst. Damit ebenfalls
nicht konkludent ist die kreisärztlich festgehaltene Äusserung des Beschwerdeführers,
eine Art Frauenarbeit auszuführen und dafür bei voller Präsenz nur 70% des Lohnes zu
erhalten (vgl. Suva-act. 293 S. 3, vgl. auch E-Mail einer SVA-Mitarbeiterin vom 17. März
2009, welche von unbekannter Quelle - allenfalls dem Beschwerdeführer - informiert
worden sei, dass die Entlöhnung auf einer Leistungsfähigkeit von 75% bei einem
Ganztagespensum basiere). Ob der Beschwerdeführer, der während seiner
Arbeitsversuche nie eine 100%ige Präsenzzeit erreichte (vgl. Suva-act. 187, 207, 271)
und Arbeitswege von einer halben Stunde bereits als unzumutbar lange befand (Suva-
act. 257), aktuell nun wie behauptet, seinen Lohn bei einem Arbeitspensum von 100%
generiert oder lediglich mit einer 75%igen Präsenzzeit, kann vorliegend jedoch offen
bleiben. Auf Grund der EFL sowie der nachvollziehbaren und in sich schlüssigen
ärztlichen Beurteilungen wäre ihm schliesslich ein ganztägiges Arbeitspensum in
angepasster Tätigkeit ohne Leistungseinschränkungen zumutbar, was er gegenwärtig
jedoch aus ungeklärten Gründen nicht vollständig ausschöpft.
3.
3.1 Bei der Ermittlung des ohne Gesundheitsschaden mutmasslich erzielten
Verdienstes (Valideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts (bis
31. Dezember 2006 Eidgenössisches Versicherungsgericht, EVG) entscheidend, was
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen
würde. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und
Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer
Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden
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fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
erstellt sein (Urteil des Bundesgerichts vom 23. April 2010 i/S E. [8C_201/2010] E.
4.1; BGE 134 V 325 E. 4.1 S. 325 mit Hinweisen). Schliesslich sind neben dem
Grundlohn auch weitere Lohnbestandteile wie Vergütungen z.B. für regelmässig
geleistete Überstunden zu berücksichtigen (vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl.
Zürich 2009, Art. 16 Rz. 12 f.). Hat eine versicherte Person aus invaliditätsfremden
Gründen wie geringe Schulbildung, fehlende berufliche Ausbildung, mangelnde
Deutschkenntnisse oder beschränkte Anstellungsmöglichkeiten zufolge
Saisonnierstatus ein deutlich unterdurchschnittliches Einkommen bezogen, ist diesem
Umstand bei der Invaliditätsbemessung nach Art. 16 ATSG Rechnung zu tragen, sofern
keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie sich aus freien Stücken mit einem
bescheideneren Einkommen begnügen wollte. Nur dadurch ist der Grundsatz gewahrt,
dass auf invaliditätsfremde Gesichtspunkte zurückzuführende Lohneinbussen entweder
überhaupt nicht oder aber bei beiden Vergleichseinkommen gleichmässig zu
berücksichtigen sind. Praxisgemäss wird diese so genannte Parallelisierung der
Vergleichseinkommen entweder auf Seiten des Valideneinkommens durch eine
entsprechende Heraufsetzung des effektiv erzielten Lohnes oder durch Abstellen auf
statistische Werte oder aber auf Seiten des trotz Invalidität realisierbaren Verdienstes
durch eine entsprechende Herabsetzung des statistischen Werts vorgenommen.
Grundüberlegung davon ist, dass bei einer versicherten Person, welche in derjenigen
Tätigkeit, die sie als Gesunde ausgeübt hat, einen deutlich unterdurchschnittlichen
Lohn erzielte, weil persönliche Eigenschaften (namentlich fehlende Ausbildung oder
Sprachkenntnisse, ausländerrechtlicher Status) die Erzielung eines
Durchschnittslohnes verunmöglichten, nicht anzunehmen ist, dass sie mit
gesundheitlicher Beeinträchtigung einen durchschnittlichen Lohn erreichen könnte
(BGE 135 V 297 E. 5.1 S. 300 f. mit Hinweisen). Den Erheblichkeitsgrenzwert der
Abweichung des ohne Gesundheitsschaden effektiv erzielten Verdienstes vom
branchenüblichen LSE-Tabellenlohn, ab welchem sich eine Parallelisierung der
Vergleichseinkommen rechtfertigen kann, setzte das Bundesgericht auf 5% fest (BGE
135 V 297 E. 6.1.2). Zur Vermeidung eines willkürlich erscheinenden, erheblichen
sprunghaften Anstiegs des Invaliditätsgrades gleich um mehrere Prozentpunkte bei im
Grenzbereich des 5%igen Erheblichkeitswerts liegenden Abweichungen befand es - in
Änderung der Rechtsprechung -, dass jeweils nur in dem Umfang zu parallelisieren sei,
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in welchem die prozentuale Abweichung den Erheblichkeitswert von 5% übersteige.
Weil die Parallelisierung nur den Ausgleich einer deutlichen - also nicht jeder kleinsten -
Abweichung des tatsächlich erzielten Verdienstes vom tabellarisch bestimmten
branchenüblichen Referenzlohn bezwecke, sei an der bisherigen Praxis, welche bei
gegebenen Voraussetzungen - insbesondere einer ausreichend deutlichen Abweichung
des Valideneinkommens vom branchenüblichen LSE-Tabellenlohn - die Parallelisierung
jeweils im vollen Ausmass der ganzen prozentualen Unterdurchschnittlichkeit vornahm,
nicht länger festzuhalten (BGE 135 V 297 E. 6.1.3).
3.2 Gemäss den Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin des Beschwerdeführers
erfolgten in den Jahren 2005 bis 2009 keine Lohnerhöhungen, weshalb für das Jahr
2009 von einem Valideneinkommen von Fr. 59'800.-- (13 x Fr. 4'600.--; vgl. Suva-act.
291) auszugehen ist. Demgegenüber fielen im Vorfeld zum Unfallereignis lediglich im
Dezember 2004 ausnahmsweise vergütete Überstunden an und es bestehen
angesichts der erwerblichen Situation und des tatsächlichen Arbeitseinsatzes auch
sonst keine Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer ohne Unfall weiterhin
regelmässig Überstunden geleistet hätte (vgl. dazu Urteil vom 18. April 2008 i/S S.
[8C_520/2007] E. 3.1; RKUV 2000 Nr. U 400 S. 381 [= U 297/99] und AHI 2002 S. 155
E. 3b [= I 357/01]). Nichts daran zu ändern vermag die vom Rechtsvertreter
vorgebrachte Tatsache, dass einer der ehemaligen Arbeitskollegen des
Beschwerdeführers im Zeitpunkt der Rentenberechnung auf Grund eines
Stellenwechsels ein höheres Jahreseinkommen erzielen konnte (vgl. act. G 1 S. 8 i.V.m.
Suva-act. 319 Beilage 4), da nicht darauf abzustellen ist, was die versicherte Person als
Gesunde bestenfalls verdienen könnte, sondern was sie bei sonst gleich bleibender
Situation tatsächlich erzielen würde (EVG-Urteil vom 22. Februar 2006 i/S T. [I 505/05]
E. 2 mit Hinweisen). Vorliegend gibt es keine Indizien dafür, dass der Beschwerdeführer
bei seiner ehemaligen Arbeitgeberin eine Aussicht auf eine qualifiziertere Stelle oder
eine Beförderung gehabt hätte (vgl. diesbezüglich auch die Aussage des ehemaligen
Arbeitgebers des Beschwerdeführers in Suva-act. 65 S. 2, wonach ein Einsatz des
Beschwerdeführers im administrativen Bereich selbst bei einer Zusatzausbildung
ausgeschlossen sei, da dies dann auch vielen anderen Mitarbeitern ermöglicht werden
müsste, was nicht gehe). Dasselbe gilt für einen allfälligen Wechsel in eine
qualifiziertere Tätigkeit bei einem anderen Arbeitgeber.
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3.3 Streitig ist schliesslich, ob eine Parallelisierung durchzuführen ist. Während der
Rechtsvertreter der Beschwerdegegnerin geltend macht, dass sich der
Beschwerdeführer gestützt auf mehrere Anhaltspunkte wie gute Deutschkenntnisse,
das Schweizer Bürgerrecht, die langjährige Tätigkeit beim ehemaligen Arbeitgeber und
die Kenntnis über höhere Verdienstmöglichkeiten in seiner Branche aus freien Stücken
mit einem leicht unterdurchschnittlichen Valideneinkommen begnügt habe, verlangt der
Beschwerdeführer eine Herabsetzung des Invalideneinkommens. Der aus dem Libanon
stammende Beschwerdeführer, der gemäss Akten über ordentliche Deutschkenntnisse
und das Schweizer Bürgerrecht verfügt (vgl. Suva-act. 11 S. 2), war im Zeitpunkt des
Unfalls seit fünfzehn Jahren in der Schweiz und seit zehn Jahren bei derselben
Arbeitgeberin, einem Korrosionsschutzunternehmen (Suva-act. 1, 11 S. 2), angestellt.
Seine Tätigkeit bestand darin, als Spritzlackierer Industrieteile von 20 - 25kg mit dem
Kranen auf die Maschine zu legen und manuell anzuspritzen (Suva-act. 10). Dabei
fielen Gewichte bis zu 50kg häufig an (Suva-act. 37). Ob er für seine Tätigkeit
tatsächlich nur unterdurchschnittlich entlöhnt wurde, ist auf Grund einer
Vergleichsrechnung anhand der Durchschnittslöhne gemäss der
gesamtschweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamts für Statistik zu
eruieren.
3.4 Auf Grund seiner bisherigen Tätigkeit ist folglich anhand der LSE von der Position
Metallbe- und -verarbeitung (Ziff. 27, 28), Anforderungsniveau 4, auszugehen. Obgleich
der Beschwerdeführer als Gruppenleiter betitelt wurde, fallen bei dieser Funktion
keinerlei administrative Tätigkeiten an (vgl. Suva-act. 65 S. 2) und kann auch nicht von
einer "Kaderfunktion" im eigentlichen Sinn gesprochen werden, wie es der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers geltend macht. Aus der LSE 2008 TA 1
Position 27, 28 (Anforderungsniveau 4) ist für Männer ein Monatssalär von Fr. 4'949.--
ersichtlich. Das hieraus errechnete Jahressalär von Fr. 59'388.-- basiert auf 40
Wochenstunden und ist auf die betriebsübliche durchschnittliche branchenspezifische
Arbeitszeit 2009, d.h. auf 41.0 Stunden (Ziff. 27: Erzeugung und Bearbeitung von
Metall) aufzurechnen, woraus sich ein Betrag von Fr. 60'872.70 ergibt. Für das Jahr
2009 resultiert unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung von 2.1% ein
Betrag von Fr. 62'151.--. Das bei der bisherigen Arbeitgeberin effektiv im
Gesundheitsfall erzielte Einkommen von Fr. 59'800.-- liegt 3.8% unter dem erwähnten
Tabellenwert. Da damit der Erheblichkeitswert von 5% nicht erreicht wird und folglich
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ohnehin auf eine Parallelisierung zu verzichten ist, kann offen gelassen werden, ob von
einer freiwillig in Kauf genommenen leicht unterdurchschnittlichen Entlöhnung
auszugehen ist oder ob dafür invaliditätsfremde Gründe vorliegen. Somit ist vorliegend
auf ein Valideneinkommen von Fr. 59'800.-- abzustellen.
4.
4.1 Für die Festsetzung des trotz unfallbedingter Behinderung realisierbaren
Verdiensts (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret
steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ -
besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die
ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint
zudem das Einkommen angesichts der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als
Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein
solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen vorhanden, namentlich weil die
versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit angenommen hat, können nach der
Rechtsprechung entweder die Tabellenlöhne gemäss der vom Bundesamt für Statistik
periodisch durchgeführten Lohnstrukturerhebung (LSE-Tabellenlöhne) oder die von der
Suva geführte Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP-Zahlen) herangezogen werden.
4.2 Die Beschwerdegegnerin legte das Invalideneinkommen gestützt auf DAP-Zahlen,
d.h. die Arbeitsplätze Nr. 6481, 5162, 7469, 5469 und 9949 fest. Wie bereits in
Erwägung 2 dargelegt, schöpft der Beschwerdeführer in seiner aktuellen
Erwerbstätigkeit das ihm zumutbare Tätigkeitspotential nicht in vollem Masse aus. Da
auch nicht auf das ihm während der Eingliederungsphase von der F._ angebotene
Einkommen (vgl. Suva-act. 259) abgestellt werden kann, da er sich zu jenem Zeitpunkt
noch in einer Abklärungsphase befand und dabei v.a. auch nicht von einem stabilen
Arbeitsverhältnis ausgegangen werden könnte, sind vorliegend zu Recht
Durchschnittslöhne beigezogen worden. Im Hinblick auf die geforderte
Repräsentativität der DAP-Profile und der daraus abgeleiteten Lohnangaben hat die
Beschwerdegegnerin nach der Rechtsprechung, zusätzlich zur Auflage von mindestens
fünf DAP-Blättern, Angaben zu machen über die Gesamtzahl der auf Grund der
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gegebenen Behinderung in Frage kommenden dokumentierten Arbeitsplätze, über den
Höchst- und den Tiefstlohn sowie über den Durchschnittslohn der dem jeweils
verwendeten Behinderungsprofil entsprechenden Gruppe. Im Beschwerdeverfahren ist
es Sache des angerufenen Gerichts, die Rechtskonformität der DAP-
Invaliditätsbemessung zu prüfen, gegebenenfalls die Sache an den Versicherer
zurückzuweisen oder an Stelle des DAP-Lohnvergleichs einen Tabellenlohnvergleich
gestützt auf die LSE vorzunehmen (EVG-Urteil vom 28. August 2003 i/S C. [U 35/00]
E. 4.2.2). Ausgehend vom dargelegten Zumutbarkeitsprofil (Erwägung 2) sind die von
der Beschwerdegegnerin ausgewählten DAP-Arbeitsplätze den behinderungsbedingten
Einschränkungen des Beschwerdeführers angepasst, weshalb für die Bemessung des
Invalideneinkommens auf sie abgestellt werden kann. Im Rahmen des DAP-Systems
sind leidensbedingte Abzüge grundsätzlich nicht sachgerecht und damit nicht zulässig
(BGE 129 V 472 E. 4.2.3; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgericht vom
26. Februar 2004 i/S H.M. [U 208/02]. Die von der Beschwerdegegnerin beigezogenen
fünf DAP-Arbeitsplätze wiesen im Jahr 2008 einen Durchschnittslohn von Fr. 56'554.20
auf. Nach Anpassung an die Nominallohnentwicklung 2009 von 2.1% resultiert damit
ein Invalideneinkommen von Fr. 57'741.80. Bei der Gegenüberstellung von Validen-
(Fr. 59'800.--) und Invalideneinkommen (Fr. 57'741.80) ergibt sich folglich ein unter die
Schwelle zum Rentenanspruch fallender Erwerbsunfähigkeitsgrad von 3.4%.
4.3 Zu keinem anderen Resultat würde die Berechnung des Invalideneinkommens
gestützt auf die Löhne nach LSE führen. Ausgehend von einem durchschnittlichen
Monatslohn gemäss LSE 2008 von Fr. 4'806.-- (Anforderungsniveau 4) ergibt sich ein
Jahreslohn von Fr. 57'672.-- (Fr. 4'806.-- x 12) bzw. umgerechnet auf die
durchschnittliche Arbeitszeit im Jahr 2009 von 41.7 Stunden/Woche und angepasst an
die Nominallohnentwicklung 2009 von 2.1% ein Betrag von Fr. 61'385.65.
Praxisgemäss (BGE 126 V 78 ff. E. 5) können persönliche und berufliche Merkmale der
versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder
Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad einen auf höchstens 25% begrenzten,
so genannten Leidensabzug von dem nach LSE-Tabellenlöhnen ermittelten
Invalideneinkommen rechtfertigen, soweit anzunehmen ist, dass die trotz
Gesundheitsschaden verbliebene Leistungsfähigkeit infolge eines oder mehrerer dieser
Merkmale auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem
erwerblichem Erfolg verwertet werden kann (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301 mit
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Hinweisen). Beim heute 42-jährigen Beschwerdeführer ist davon auszugehen, dass er
seine Erwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt infolge der
unfallbedingten Einschränkungen in der linken Hand insofern eingeschränkt verwerten
kann, als für ihn lediglich Tätigkeiten in Betracht fallen, die mit der linken Hand kein
Tragen schwerer Gewichte oder feinmotorisches Arbeiten verlangen. Was die übrigen
Merkmale betrifft, fallen diese wie im Einspracheentscheid vom 12. April 2010
zutreffend ausgeführt wurde (vgl. Erwägung 5c Abs. 4), ausser Betracht. Dabei ist die
Höhe des von der Beschwerdegegnerin vorgenommenen leidensbedingten Abzugs von
10% mit Blick auf die Rechtsprechung (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 12. Juni
2009 i/S. M. [8C_142/2009], wo derselbe Leidensabzug nach Abtrennung von Zeige-,
Mittel- und Ringfinger der linken adominanten Hand durch eine
Holzbearbeitungsmaschine zugesprochen wurde sowie EVG-Urteil vom 12. Januar
2004 i/S. T. [U 134/03 ̈], wonach eine Abtrennung der Endglieder des Zeige- und
Mittelfingers jedoch der dominanten rechten Hand höchstens einen Abzug von 15%
rechtfertige) nicht zu beanstanden. Damit resultiert nach Vornahme eines
leidensbedingten Abzugs von 10% ein Invalideneinkommen von Fr. 55'247.10 (Fr.
61'385.65 - Fr. 6'138.55) und aus der Gegenüberstellung von Validen- und
Invalideneinkommen ein Invaliditätsgrad von aufgerundet 8%, wodurch ebenfalls kein
Anspruch auf Invalidenrente begründet wird.
4.4 Unter diesen Gegebenheiten lässt sich die von der Beschwerdegegnerin im
Einspracheentscheid vom 12. April 2010 festgehaltene Rentenabweisung nicht
beanstanden.
5.
5.1 Erleidet eine versicherte Person durch einen Unfall eine dauernde erhebliche
Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Integrität, so hat sie Anspruch auf
eine angemessene Entschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Als dauernd gilt ein
Integritätsschaden, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in
gleichem Umfang bestehen wird, und als erheblich, wenn die körperliche oder geistige
Integrität unabhängig von der Erwerbsfähigkeit augenfällig oder stark beeinträchtigt ist
(Art. 36 der Verordnung über die Unfallversicherung [UVV; SR 832.202]; vgl. RKUV
1998 Nr. U 303 S. 354).
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5.2 Die Entschädigung ist nach der Schwere des Integritätsschadens abzustufen
(Art. 25 Abs. 1 UVG). Für ihre Bemessung gelten die Richtlinien des Anhangs 3 zur UVV
(Art. 36 Abs. 2 UVV). Der Anhang 3 zur UVV enthält eine Skala der Integritätsschäden.
Dadurch, dass ein Integritätsschaden in der Liste steht, ist dessen Erheblichkeit bejaht,
nicht dagegen in jedem Fall die Dauer, d.h. der voraussichtlich lebenslange Charakter
(Gilg/Zollinger, Die Integritätsentschädigung, Bern 1984, S. 49 f.). Die Skala ist
verbindlich, als Grobraster indessen nicht abschliessend. Sie enthält lediglich
richtunggebende, in der Praxis häufig vorkommende Schäden mit den entsprechenden
Werten. Teilschäden, andere Schäden oder Kombinationen derartiger Ganz- oder
Teilschäden müssen mit den Listenfällen verglichen und nach der Schwere der
durchschnittlichen Auswirkungen taxiert werden (Art. 36 Abs. 3 UVV; Ziff. 1 Abs. 2 der
Richtlinien im Anhang 3 zur UVV). Die Schätzung des Integritätsschadens ist eine
ausschliesslich ärztliche Angelegenheit. Die Skala der Integritätsschäden im Anhang 3
zur UVV erlaubt es dem Arzt oder der Ärztin, grundsätzlich jeden Integritätsschaden
annähernd vergleichbaren Integritätsschäden in dieser Skala zuzuordnen. Trotzdem hat
sich in der Praxis ein Bedürfnis zur differenzierten listenmässigen Erfassung der
Integritätsschäden manifestiert. Die Suva hat in der Folge, basierend auf der erwähnten
Skala und unter Berücksichtigung dieser verbindlichen Werte, weitere
Schätzungsgrundlagen in tabellarischer Form erarbeitet (Mitteilungen der
Medizinischen Abteilung der Suva Nr. 57 bis 59, Tabellen 1 bis 16). Diese von der
Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für
die Parteien nicht verbindlich, umso mehr als Ziffer 1 der Richtlinien im Anhang 3 zur
UVV bestimmt, dass der in der Skala angegebene Prozentsatz des Integritätsschadens
für den Regelfall gilt, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben
ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich als Richtwerte angesehen werden, mit denen
die Gleichbehandlung aller versicherten Personen gewährleistet werden soll, sind sie
mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 113 V 218; RKUV 1987 Nr. U 21 S. 328 und
Nr. U 31 S. 438).
5.3 Bei der Schätzung der Beeinträchtigung der Integrität hat der Arzt oder die Ärztin
festzustellen, in welcher Hinsicht die versicherte Person durch den Unfall noch
körperlich oder geistig/psychisch geschädigt ist. Sie haben sich im Weiteren dazu zu
äussern, welche dieser Schäden als dauernd zu betrachten sind, d.h. voraussichtlich
während des ganzen Lebens mindestens im gleichen Umfang bestehen bleiben. Bei
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geringfügigen Verletzungsfolgen hat sich der Arzt oder die Ärztin zur Frage zu äussern,
ob die Schädigung im Hinblick auf die im Anhang 3 zur UVV enthaltenen
Listenpositionen als erheblich, d.h. augenfällig oder stark zu gelten hat. Gegebenenfalls
haben sie zudem auf voraussehbare Verschlimmerungen aufmerksam zu machen.
Anschliessend ist es Sache der Verwaltung bzw. des Sozialversicherungsgerichts, die
ärztlichen Schlussfolgerungen daraufhin zu prüfen, ob sie den gesetzlichen
Anforderungen gerecht werden.
5.4 Gemäss Bericht von Prof. I._ vom 22. April 2009 liegt beim Beschwerdeführer
ein Erhalt des linken Mittelfingers vor, der im Wesentlichen eine
Bewegungseinschränkung mit Neurombeschwerden in der Hohlhand aufweist.
Nennenswerte Zirkulationsstörungen würden allerdings nicht vorliegen. Der Finger
schmerze im Winter, bei warmer Temperatur sei die Störung geringer. Bei der Arbeit
werde die Hand zwar eingesetzt, der Mittelfinger sei jedoch dysfunktional. Zu einer im
Prinzip möglichen, jedoch nicht unbedingt notwendigen Amputation habe sich der
Beschwerdeführer nicht entschliessen können. Dabei finde er Verständnis bei den
behandelnden bzw. konsiliarisch hinzugezogenen Handchirurgen. Prof. I._ hielt mit
Verweis auf die Suva-Tabelle 4 (1) (richtig: Tabelle 3) einen Integritätsschaden von 6%
bei Exartikulation im MP-Gelenk fest. Er begründete dies damit, dass trotz erhaltenem
Finger dieser so dysfunktional sei, wie es einer Amputation / Exartikulation auf Höhe
des MP-Gelenks entsprechen würde. Auch hier wäre eine gewisse Empfindlichkeit der
Amputationsnarbe zu
erwarten, was der Neuromproblematik beim Beschwerdeführer entspreche, bei dem
der 3. Strahl erhalten sei. Angesichts dieser gestützt auf die Suva-Tabelle klar
nachvollziehbaren Integritätsschadensbeurteilung besteht somit kein Grund für ein
Abweichen. Damit ist die von der Beschwerdegegnerin im Einspracheentscheid vom
12. April 2010 zugesprochene Integritätsentschädigung von 6% nicht zu beanstanden.
6.
Dem Eventualantrag zur Einholung eines gerichtlichen Gutachtens zur
Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers in adaptierter Tätigkeit ist nicht zu
entsprechen, da nicht anzunehmen ist, dass weitere medizinische Abklärungen für die
Beurteilung des vorliegend relevanten Sachverhalts neue Erkenntnisse bringen,
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sondern auf den schlüssigen und nachvollziehbaren EFL-Bericht vom 15. Februar 2008
sowie die Zumutbarkeitsbeurteilung von Prof. I._ vom 9. Mai 2009 abgestellt werden
kann (vgl. dazu BGE 125 V 351 E. 3a, RKUV 1991 Nr. U 133 S. 311 mit Hinweisen;
antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 124 V 94 E. 4b; Pra 88 Nr. 117; SVR-UV 1996
Nr. 62.211).
7.
Der angefochtene Einspracheentscheid vom 12. April 2010 lässt sich somit nicht
beanstanden. Die dagegen erhobene Beschwerde ist im Sinn der vorstehenden
Erwägungen abzuweisen soweit darauf eingetreten werden kann. Gerichtskosten sind
keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG