Decision ID: 5fc3adce-745c-4074-b311-4dcae4037c1f
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 2001, wurde am 2
3.
Februar 2007
(Eingangsdatum)
unter Hinweis auf einen «Verdacht auf POS im Sinne der IV» von seiner Mutter
bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung
zum Leistungs
bezug angemeldet (
Urk.
7/1).
Die Sozialversicherungsanstalt St. Gallen, IV-Stelle, erteilte am 2
3.
Februar 2007 Kostengutsprache für medizinische Massnahmen für die Behandlung des Geburtsgebrechens Nr. 404 (
Störungen des Verhaltens bei Kindern mit normaler Intelligenz, im Sinne
krankhafter Beeinträchtigung der Affektivität oder Kontaktfähigkeit, bei Störungen
des Antriebes, des Erfassens,
der perzeptiven Funktionen, der Wahrnehmung, der Konzentrationsfähigkeit sowie
der Merkfähigkeit, sofern sie
mit bereits gestellter Diagnose als solche vor der Vollendung des
9.
Altersjahres auch behandelt worden sind
; Anhang der Verord
nung über Geburt
s
gebrechen [
GgV
]) vom 2
9.
Januar 2007 bis zum 3
1.
Januar 201
2 (
Urk.
7/14). Mit Schreiben vom 2
4.
Januar
2008 teilte die IV-Stelle St.
Gallen mit, dass der Versicherte Anspruch auf Sondersc
hulmassnahmen habe (
Urk.
7/20). In der Folge wurde jeweils Kostengutsprache für ambulante Psychotherapie erteilt (Mitteilung vom 1
3.
Oktober
2008,
Urk.
7/28; Mitteilung vom 2
7.
Juli 2010,
Urk.
7/32).
Mit Schreiben vom 2
8.
Februar 2018 stellte der Vater des Versicherten bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, den Antrag auf Mass
nahmen für die berufl
iche Eingliederung (
Urk.
7/38-39). Die IV-Stelle tätigte medi
zinische
Abklärungen und erteilte am 1
6.
Mai 2018 Kostengutsprache für medizinische Massnahmen für die Behandlung des Geburtsgebrechens Ziffer 387 (
a
ngeborene Epilepsie
)
vom
1.
Februar 2018 bis zum 3
0.
Juni 2021
sowie
für
eine neuropsychologische Untersuchung (
Urk.
7/55).
Nach durchgeführtem
Vorbe
scheid
verfahren
(Vorbescheid vom 1
5.
August 2018,
Urk.
7/65) verfügte die IV-Stelle am 2
6.
September 2018, dass kein Anspruch auf berufliche Massnahmen bestehe (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob der Vater des Versicherten am
8.
Oktober 2018 Beschwerde und beantragte, es sei die Verfügung aufzuheben und es seien dem Versicherten beru
f
liche Massnahmen zuzusprechen (
Urk.
1). Mit Beschwerdeantwort vom 2
7.
Novem
ber 2018 (
Urk.
6 unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
7/1-68) schloss die Beschwerde
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde. Mit Verfügung vom
3.
Dezember 2018 wurde dem Vater des Versicherten eine Frist zur Stellungnahme von 20 Tagen angesetzt (
Urk.
8). Der Vater des Versicherten verzichtete auf eine Stellungnahme, worüber die Beschwerdegegnerin am 2
2.
Januar 2019 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
10).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Die Beschwerdegegnerin hielt dafür, dass beim Versicherten kein Gesundheits
schaden bestehe, der für die Berufsausbildung Bedeutung habe (
Urk.
2). Ergän
zend führte sie
in der Beschwerdeantwort
aus, dass psychosoziale Belastungs
faktoren das Beschwerdebild des ADHS mitgeprägt hätten. Könne der Versicherte auf wohlwollende und konsequente Bezugspersonen zurückgreifen, sei bezüglich ADHS nicht von einer drohenden Invalidität auszugehen. Dieses stehe aktuell auch nicht mehr im Vordergrund, sondern die
Meningoencephalitis
mit Bewusst
seinseinschränkung, an der der Versicherte im März 2017 erkrankt sei. In der neuropsychologischen Testung sei eine minimale bis leichte kognitive Störung festgestellt worden. Das heisse, bei Aufgaben und Tätigkeiten mit sehr hohen Anforderungen könne die Funktionsfähigkeit leicht eingeschränkt sein. Von der Encephalitis habe sich der Versicherte gut erholt und bezüglich der juvenilen
Myklonus
-Epilepsie seien unter Medikation seit Beginn der Therapie keine An
fälle mehr beobachtet worden. Entsprechend lägen keine schwerwiegenden kog
nitiven Einschränkungen vor, die ihm eine berufliche Ausbildung erschwer
ten. Es sei allerdings fraglich, ob die Wahl der kaufmännischen Ausbildung für den Versicherten die richtige sei. Zusammenfassend liege kein invalidisierender Ge
sund
heitsschaden vor, welcher den Anspruch auf Leistungen nach
Art.
16 des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) rechtfertigen könnte (
Urk.
6
).
Der Vater des Versicherten brachte demgegenüber vor,
dass der Versicherte durch Eigeninitiative eine Möglichkeit zur kaufmännischen Ausbildung bei der
A._
gefunden habe. Die behandelnden Ärzte und er seien der Ansicht, dass diese Möglichkeit zur Ausbildung durch die IV zu unterstützen sei – hier sei es ihm möglich, nach einem und nach 1.5 Jahren Teilabschlüsse zu machen und im dritten Schuljahr wäre er in einem Praktikum. Die
A._
sei informie
rt über die Krankheit
. Es sei aber wichtig, dass
d
er
Versicherte
bei der Ausbildung unterstützt und begleitet werde, so habe er gute Chancen
,
auf sein eigenes Ziel hin arbeiten zu können und einen Lehrabschluss zu erreichen, so dass er normal ins Erwerbsleben einsteigen könnte. Falls aber zusätzliche Schwierigkeiten auftreten
würden und Anpassungen oder Änderungen nötig wären, hätten sie die Möglich
keit, dies in kurzer Zeit mit professioneller Begleitung zu machen und somit den Lehrabschluss weiterhin zu verfolgen (
Urk.
1).
2.
2.1
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte haben gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (Abs. 1
bis
). Nach Massgabe der Art. 13 und 21 IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich (Abs. 2). Nach Massgabe von Art. 16 Abs. 2 lit. c IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbs
fähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu erhalten oder zu verbessern (Abs. 2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 in medizinischen Mass
nahmen (
lit
. a), Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Ein
gliederung (
lit
.
a
bis
), Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe; lit. b) und in der Abgabe von Hilfsmitteln (lit. d).
2.2
Nach Art. 16 Abs. 1 IVG haben Versicherte, die noch nicht erwerbstätig waren und denen infolge Invalidität bei der erstmaligen beruflichen Ausbildung in wes
entlichem Umfange zusätzliche Kosten entstehen, Anspruch auf Ersatz dieser Kosten, sofern die Ausbildung den Fähigkeiten der versicherten Person entspricht. Als erstmalige berufliche Ausbildung gilt gemäss Art. 5 Abs. 1
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
die berufliche Grundbildung nach dem Be
rufs
bildungsgesetz (BBG) sowie, nach Abschluss der Volks- oder Sonderschule, der Besuch einer Mittel-, Fach- oder Hochschule und die berufliche Vorbereitung auf eine Hilfsarbeit oder auf die Tätigkeit in einer geschützten Werkstätte.
2.3
Als invalid im Sinne von
Art.
16 IVG gilt, wer aufgrund der Art und Schwere seines Gesundheitsschadens (vgl.
Art.
4
Abs.
2 IVG, wobei
Art.
10
Abs.
1 IVG zu beachten ist) bei der erstmaligen beruflichen Ausbildung erheblich behindert ist. Das ist dann der Fall, wenn ihm dort wegen der Behinderung in wesentlichem
Umfang zusätzliche Kosten entstehen. Bezugspunkt bildet dabei nicht die Erwerb
s
tätigkeit, sondern der beabsichtigte Ausbildungsgang mit seinen spezifischen Anforderungen (vgl. Meyer, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 3. Auflage 2014, S. 188 f. mit weiteren Hinweisen).
3.
3.1
Die Ärzte der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienste
B._
hielten in ihrem Bericht vom 3
1.
Juli 2017 fest, dass der Versicherte als Notfall durch seinen Lehrer am 1
0.
Januar 2017 angemeldet worden sei (
Urk.
7/50/11). Anfänglich sei die psychische Stabilisi
erung im Vordergrund gestanden.
Im Abschlussgespräch am
7.
Juli 2017 habe sich der Versicherte emotional deut
lich stabiler und gefestigter als beim Erstkontakt im Januar 2017 gezeigt. Es seien zwischenzeitlich keine weiteren suizidalen Krisen zu beobachten gewesen. Er sei zuverlässig und stets kooperativ und freundlich gestimmt zu den Therapie
sitz
ungen erschienen. Phasenweise sei die Tendenz zu selbstbestimmtem Verhalten und eine Regel-/Grenz-Problematik zu be
ob
achten gewesen. Auch die Tendenz zu
risikohaftem
Verhalten habe sich bis zuletzt erheben lassen, wobei die Selbstfürsorge des Versicherten deutlich besser ausgeprägt gewesen sei.
Die Ärzte diagnostizierten bei Abschluss eine Anpassungsstörung mit depressiver Symptomatik und vorübergehender Aggravierung mit Entwicklung von Selbst
mordgedanken in psychosozial belastender Situation bei bereits vorbekannter einfacher Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung.
3.2
Dr.
med.
C._
, Leitende Ärztin der Neurologie des Universitäts
kinderspitals
D._
, notierte in ihrem Bericht vom 2
9.
Januar 2018 folgende Diagnosen (
Urk.
7/50):
-
Verdacht auf juvenile
Myoklonus
-Epilepsie, differentialdiagnostisch symp
tomatische Epilepsie
-
Status nach akuter, wahrscheinlich viraler
Meningoencephalitis
mit
Zerebellitis
im März 2017
-
Status nach akutem präpsychotischem Zustand mit
Derealisation
und Perseveration sowie Angstzuständen Anfang April 2017, Therapie im Kinderspital
E._
-
MRI vom 2
8.
Juni 2017: Rückbildung der vormaligen Läsionen supra- und
infratentoriell
, bandförmige
gliotische
Veränderungen
paratrigonal
links
-
Cannabis-Abusus
Der Versicherte sei infolge Schlafproblemen sowie unwillkürlichen Zuckungen vorgestellt worden. Er bezeichne das als «Kurzschlüsse im Kopf». Die Auffällig
keiten bestünden seit mehreren Monaten, nicht tageszeitlich gebunden. Die Zuckungen würden überwiegend den Schultergürtel und die Arme betreffen. Es seien ihm schon zwei Handys herunter gefallen. Gestürzt sei er noch nicht. Er könne aufgrund der Schwierigkeiten auch nicht mehr einschlafen. Nach den Sommerferien habe er begonnen, regelmässig Cannabis zu konsumieren, er rauche einen Joint pro Tag in mehreren Portionen. Er habe sich auch legal
Cannabidiol
gekauft, dieses führe auch zu weniger Ereignissen, jedoch nicht zu der gewünschten Entspannung. Von der Encephalitis habe er sich gut erholt und bemerke keine weiteren Defizite. Aktuell habe er immer wieder Erbrechen und dünne Stühle, seit zwei Wochen habe er ausgeprägte Kopfschmerzen. Er besuche die 1
0.
Klasse der BWS
. Die psychiatrische Therapie sei im Sommer beendet worden. Er sei auch überzeugt, dass er diese nicht mehr brauche.
Die Eltern hätten sich getrennt, er lebe mit seiner Mutter zusammen, zuerst im Wallis, seit diesem Herbst in
F._
. In der Schule komme er leistungsmässig recht gut zurecht. Die vormals geplante Anlehre als Dachdecker habe er im letzten Moment abgesagt, da er mit dem Lehrmeister nicht mehr einverstanden gewesen sei.
Die vom Versicherten geschilderten
Kloni
lenkten den Verdacht auf das Vorliegen einer Epilepsie mit
myoklonischen
Anfällen, z.B. einer juvenilen
Myoklonus
-Epilepsie. Bei letzterer wäre aber ein vermehrtes Auftreten der Myoklonien am
Morgen zu erwarten. Im EEG habe ein fragliches Ereignis registriert werden können
. Zur Diagnosesicherung empfehle sie die Ableitung eines 24-Stunden-
EEG’s. Der regelmässige Cannabis-Konsum sei ungünstig und sollte beendet werden
.
3.3
Am
5.
und
9.
Mai 2017,
5.
Juli 2017 und 1
4.
März 2018 fanden neuropsy
cho
logische Untersuchungen am Universitätskinderspital
D._
statt (
Urk.
7/51). An
lässlich der neuropsychologischen Untersuchung vom 1
4.
März 2018 wurde folgendes festgehalten:
-
Durchschnittliche kognitive Leistungsfähigkeit (WISC-V) mit/bei
-
leicht reduzierter Verarbeitungsgeschwindigkeit
-
leichter Schwäche in der auditiv-verbalen Lern- und Merkfähigkeit
-
reduzierten Leistungen bei der semantischen Wortgeneration
Im Vergleich zur Voruntersuchung von 2017 sei der Beschwerdeführer klinisch unauffällig, test-/neuropsychologisch liege eine teilweise Besserung der Befunde vor.
Eine leichte Verschlechterung beim unmittelbaren und verzögerten Abruf
von auditiv-verbalem Material und bei semantischer Wortgeneration sei feststell
bar. 2017 seien keine weiteren therapeutischen Massnahmen angezeigt gewesen. Aktuell ebenfalls nicht. E
s
wäre
sinnvoll, zu prüfen, ob der Versicherte für die bevorstehende Ausbildung durch die IV unterstützt werden könnte.
3.4
3.4.1
Im Bericht vom 2
0.
März 2018 führte
Dr.
C._
aus, dass der Versicherte seit Beginn der medikamentösen Therapie mit
Valproat
anfallsfrei sei und sich auch im EEG eine Normalisierung zeige (
Urk.
7/56/8 f.).
3.4.2
Dr.
C._
hielt im von der Beschwerdegegnerin eingeholten Arztbericht vom 2
6.
April 2018 fest (
Urk.
7/56
/5 ff.
), dass der Beschwerdeführer aufgrund der Diagnose einige Berufe wie z.B. die des Dachdeckers oder Chauffeurs nicht erlernen könne und der Gesundheitszustand diesbezüglich die berufliche Aus
bildung beeinflusse.
Der Verdacht auf das Vorliegen einer juvenilen
Myoklonusepilepsie
sei mittels Langzeit EEG vom 5.-
6.
Februar 2018 bestätigt worden. Im Langzeit-EEG seien häufige Myoklonien der oberen Extremitäten bilateral registriert worden bei im EEG nachweisbaren generalisierten
Polyspikewaves
, typisch für eine juvenile
Myoklonusepilepsie
.
Durch die medikamentöse Therapie mit
Valproat
, welche Anfang Februar 2018 begonnen worden sei, könne der Gesundheitszustand bzw. die Möglichkeit einer späteren Eingliederung ins Erwerbsleben wesentlich verbessert werden. Die The
rapie sei mit bisher gutem Erfolg begonnen worden. Die Epilepsie spreche in der Mehrzahl der Fälle auf eine antikonvulsive Behandlung an.
3.5
Med. pract.
G._
, Praktische Ärztin, hielt in ihrem von der Beschwer
degegnerin eingeholten Bericht vom 2
4.
Juli
2018 folgende Diagnosen fest (
Urk.
7/63):
-
Juvenile
Myoklonus
Epilepsie, Erstdiagnose Februar 2018
-
Status nach
Meningoencephalitis
mit
Zerebellitis
, März 2017
-
Status nach präpsychotischem Zustand April 2017
Der Gesundheitszustand wirke sich durch die leicht reduzierte Verarbeitungs
geschwindigkeit, eine leichte Schwäche in der auditiven-verbalen Lern- und Merkfähigkeit sowie durch reduzierte Leistungen in der semantischen Wortgene
ration auf die Ausbildung aus.
3.6
Med. pract.
H._
, Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst, nahm am 2
7.
Juli 2018 Stellung (
Urk.
7/64). Sie führte aus, dass im neuropsychologischen Bericht des
Kinderspitals vom
9.
Mai 2017 der klinische Befund unauffällig sei. Der testpsy
chologische Befund habe sich gegenüber dem Vorbefund von 2017 verbessert, im Bereich der Lern- und Merkfähigkeit
sei es zu einer leichten Verschlechterung gekommen. Zusammenfassend könne von einer minimalen bis leichten kogni
tiven Störung ausgegangen werden, d.h. bei Aufgaben und Tätigkeiten mit sehr hohen Anforderungen könne die Funktionsfähigkeit leicht eingeschränkt sein. Inwieweit eine schnellere Ermüdung die Leistungsfähigkeit beeinträchtige, sei unklar. Der weitere Schulbesuch erscheine angepasst. Sollten sich im Verlauf des Schulbesuchs Schwierigkeiten ergeben, wäre die Sachlage erneut zu prüfen.
Es sei der neuropsychologische Bericht von 2017 einzuholen, um den Verlauf der Besserung dokumentiert zu haben.
4.
4.1
Die
M
eningoencephalitis
mit
Zerebel
itis
ist den Ausführungen von
Dr.
C._
folgend gut ausgeheilt und der Versicherte merke keine weiteren Defizite (vgl. E. 3.2).
Aus psychiatrisch-psychotherapeutischer Sicht erfolgt
zur Zeit
– soweit aus den Akten ersichtlich – keine Behandlung und der Versicherte gab auch gegenüber
Dr.
C._
an, dass er überzeugt sei, diese aktuell nicht zu benötigen (vgl. E.
3.2).
Hinweise darauf, dass die einfache
Aktivitäts- und Auf
merksamkeitsstörung den Versicherten nach wie vor erheblich beeinträchtigen würde, gehen aus den vorlie
genden Arztberichten keine hervor.
Die juvenile
Myoklonusepilepsie
habe gut auf die medikamentöse Therapie mit
Valproat
angesprochen (vgl. E. 3.4). Dass er infolge dieser Epilepsie erheblich ein
geschränkt wäre, geht aus den Berichten nicht hervor.
4.2
In der neuropsychologischen Untersuchung vom 1
4.
März 2018 wurde eine durch
schnittliche
kognitive Leistungsfähigkeit (WISC-V) mit/bei
leicht reduzier
ter Verarbeitungsgeschwindigkeit
,
leichter Schwäche in der auditiv-verbalen Lern- und Merkfähigkeit
und reduzierten
Leistungen bei der semantischen Wort
generation
diagnostiziert.
Dies habe – nach Angaben von med. pract.
G._
– Auswirkungen auf die Ausbildung des Versicherten (vgl. E. 3.3 und E.
3.5). Med. pract.
H._
konstatierte diesbezüglich, dass zusammen
fassend von einer minimalen bis leichten kognitiven Störung ausgegangen werden könne – der weitere Schulbesuch erscheine angepasst (E. 3.6).
Dass der Versicherte durch diese minimale bis leichte kognitive Störung erheblich behindert wäre bei der
vom Beschwerdeführer aufgenommenen
erstmaligen be
ruf
lichen Ausbildung,
und
diese Störung in wesentlichem Umfang zusätzliche
Kosten entstehen l
iesse
, geht weder aus den Arztberichten noch den weiteren im Recht liegenden Unterlagen hervor (vgl. E. 2.3
und
Urk.
3/2-7
). Damit liegt kein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von
Art.
16 IVG vor, womit sich die Verfügung als rechtens erweist und die Beschwerde abzuweisen ist.
Offen bleiben
kann
, ob
die angestrebte kaufmännische Ausbildung
ideal
den Fähig
keiten der versicherten Person
angepasst ist
.
5.
Gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Besc
hwerdeverfahren vor dem kanto
na
len Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver
wei
gerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetzlichen Rahmens (
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.--) auf
Fr.
5
00.-- festzusetzen und dem
unterliegenden gesetzlichen Vertreter des Versicherten
aufzuerlegen.