Decision ID: ff8d6895-a2c9-4482-bb8e-223751595b82
Year: 2007
Language: de
Court: VS_TC
Chamber: VS_TC_001
Canton: VS
Region: Région lémanique
Law Area: 

Gekürzter Sachverhalt
A. bezog von der Gemeinde X. Sozialhilfe. Dabei ging die Gemeinde von effektiven monatlichen Mietkosten von Fr. 1’800.– aus. Am 25. Januar 2007 verfügte der Gemeinderat, der Sozialhilfebezüger habe sich nach einer günstigeren Wohnung umzusehen. Der  sei der Ansicht, es sollte ihm auf Ende der Wintersaison 2006/2007 möglich sein, eine kleinere Wohnung zu finden. Es würden deshalb monatlich nur noch Fr. 1’250.– an Mietkosten angerechnet.
Dagegen beschwerte sich der Sozialhilfebezüger beim Staatsrat, der u.a. die Reduktion des anrechenbaren Mietzinses als richtig erkannte. Deshalb reichte der Sozialhilfebezüger beim Kantonsgericht am 2. Juli 2007 eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde u.a. wegen der Höhe des anrechenbaren Mietzinses ein. Dieses führte dazu in seinem Entscheid vom 26. Oktober 2007 aus :

Erwägungen
(...)
4. Zu prüfen ist somit vorliegend, ob die Gemeinde ihren  für die Mietkosten des Beschwerdeführers und seiner Gattin von den tatsächlich im Verfügungszeitpunkt angefallenen monatlichen Kosten von Fr. 1’800.– für die gemietete 31/2- auf einen maximalen Betrag von Fr. 15’000.– pro Jahr bzw. Fr. 1’250.– pro Monat reduzieren kann.
4.1 Art. 12 der Bundesverfassung der Schweizerischen  vom 18. April 1999 (BV ; SR 101) gibt demjenigen, der in Not gerät und nicht in der Lage ist, für sich zu sorgen, Anspruch auf Hilfe und Betreuung und auf die Mittel, die für ein menschenwürdiges Dasein
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unerlässlich sind; dieses Grundrecht auf Hilfe in Notlagen beschränkt sich auf ein Minimum im Sinne einer Überlebenshilfe. Es versteht sich von selbst, dass die sich in einer Notlage befindende und Sozialhilfe beanspruchende Person unmittelbar gestützt auf das so verstandene Grundrecht keinen Anspruch auf Übernahme der Mietkosten einer beliebigen Wohnung durch das Gemeinwesen hat. Vielmehr darf , immerhin unter Berücksichtigung ausserordentlicher  Verhältnisse des Einzelfalls, seinen Beitrag an die  auf das beschränken, was für eine elementaren  genügende Wohnung aufgewendet werden muss. Für die Festlegung dieses Betrags ist grundsätzlich kantonales Recht  (Urteile [des Bundesgerichts] 2P.143/2005 vom 3. Juni 2005 E. 2.2.1 und 8C_95/2007 vom 13. August 2007 E. 3.3 mit weiteren Hinweisen).
4.2 Nach Massgabe von Art. 5 Abs. 3 des kantonalen  zum Gesetz über die Eingliederung und die Sozialhilfe vom 9. Oktober 1996 (RGES ; SGS/VS 850.100) sind die Empfehlungen der Schweizerischen Konferenz für Sozialfürsorge (SKOS) für die  der Sozialhilfe wegweisend. Laut diesen Richtlinien ist der  anzurechnen, soweit dieser im ortsüblichen Rahmen liegt.  anzurechnen sind die vertraglich vereinbarten Nebenkosten. Überhöhte Wohnkosten sind so lange zu übernehmen, bis eine  günstigere Lösung zur Verfügung steht. Übliche  sind in der Regel zu berücksichtigen. Bevor allerdings der Umzug in eine günstigere Wohnung verlangt werden kann, ist die  im Einzelfall genau zu prüfen. Insbesondere sind die  Punkte bei einem Entscheid zu berücksichtigen: die Grösse und Zusammensetzung der Familie, eine allfällige Verwurzelung an einem bestimmten Ort, das Alter und die Gesundheit der betroffenen  sowie der Grad ihrer sozialen Integration. Weigern sich  Personen, eine günstigere Wohnung zu suchen, wobei sie die Sozialhilfeorgane aktiv zu unterstützen haben, oder in eine effektiv  und zumutbare günstigere Wohnung umzuziehen, dann  die anrechenbaren Wohnkosten auf jenen Betrag reduziert werden, der durch die günstigere Wohnung entstanden wäre (vgl. Richtlinien für die Ausgestaltung und Bemessung der Sozialhilfe, 4. Ausgabe, Bern 2005, [SKOS-Richtlinien], B.3).
4.3 Die Gemeinde stellte sich im Zeitpunkt des  im Januar 2007 auf den Standpunkt, es werde dem  auf Ende der Wintersaison 2006/2007 möglich sein, eine klei-
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nere Wohnung zu finden. Bei der Berechnung der  würden pro Jahr maximal Fr. 15’000.– Wohnungskosten berücksichtigt.
4.4 Damit hat die Gemeinde wohl einen genauen Betrag beziffert, der als solcher - zumindest bei einer allgemeinen Betrachtung - nicht grundsätzlich zu beanstanden ist, zumal der Beschwerdeführer und seine Ehegattin keinen Anspruch auf eine 3 1/2- bzw. 3-Zimmerwohnung haben, sondern lediglich auf eine den elementaren  genügende Wohnung, die gegebenenfalls auch kleiner sein kann. Indessen ergibt sich aus der Verfügung der Gemeinde nicht, ob sich  Mietzins im ortsüblichen Rahmen bewegt, ob dem  und seiner Gattin tatsächlich eine Wohnung in dieser  zur Verfügung steht und ob ihnen ein Umzug zumutbar ist. Ferner ist nicht ersichtlich, ob der Beschwerdeführer sich geweigert hat, in das allenfalls verfügbare Objekt einzuziehen. Weiter ist nicht klar, ob und inwiefern der Beschwerdeführer durch sein bisheriges  vertraglich gebunden ist. Schliesslich ist aus der Verfügung nicht ersichtlich, ab welchem genauen, kalendarischen Zeitpunkt dem Beschwerdeführer die anrechenbaren Wohnkosten reduziert werden. Damit steht fest, dass die Gemeinde den rechtserheblichen  ungenügend abgeklärt hat, und die Verfügung darüber hinaus in dem Sinne mangelhaft ist, als dass sie nicht ohne Weiteres  ist (Ulrich Häfelin/Georg Müller, Grundriss des Allgemeinen , 3. Aufl., Zürich 1998, S. 177 N. 639). Aus diesem Grunde ist die Beschwerde in diesem Punkt gutzuheissen und zur Vornahme  Abklärungen sowie allfälliger neuen Verfügung an die Gemeinde zurückzuweisen.
(....)