Decision ID: a0a9eb3a-5b80-5c60-a0cc-1341cb39f919
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Marcel Aebischer, c/o Küng Rechtsanwälte,
Haldenstrasse 6/10, 9200 Gossau SG,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a Der 1957 geborene A._ meldete sich am 11. Oktober 2006 (Eingangsdatum)
unter Hinweis auf einen am 4. November 2005 erlittenen Herzinfarkt bei der
Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an und beantragte die Zusprache einer
Rente (IV-act. 4). Nachdem heftige Thoraxschmerzen mit Ausstrahlung in beide Arme
am 5. November 2005 abends aufgetreten waren, war der Versicherte zwecks
Koronarangiographie ins Kantonsspital St. Gallen eingewiesen worden. Dabei hatte
sich ein proximaler RIVA-Verschluss gezeigt, der dilatiert und durch Stentimplantation
versorgt worden war. Dr. med. B._, Departement Innere Medizin, Kardiologie, hatte
eine Arbeitsunfähigkeit von 100% vom 5. November 2005 bis 11. November 2005
attestiert (IV-act. 45/21-25). Am Tag der Entlassung aus dem Kantonsspital St. Gallen
hatte der Vater des Versicherten einen tödlich verlaufenden Herzstillstand erlitten. Dies
hatte beim Versicherten zu Panikreaktionen und einer reaktiven Depression geführt, so
der Bericht des Hausarztes Dr. med. C._, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, vom
8. November 2006 (IV-act. 23/1-9). Vom 28. November 2005 bis zum 9. Dezember
2005 hatte die Klinik Gais den Versicherten zur stationären Rehabilitation
aufgenommen. Im entsprechenden Bericht vom 23. Dezember 2005 war eine volle
Arbeitsunfähigkeit bis zur Abklärung durch die Myokardszintigraphie ausgewiesen
worden (IV-act. 23/13f.). Die Myokardszintigraphie war am 27. Dezember 2005
durchgeführt worden (IV-act. 23/18).
A.b In der Folge hatte der Versicherte unter anderem über seltsame diffuse
Beschwerden, Druckschmerzen vor allem beim Bücken, schnelle Erschöpfung bei
Gehen, Leistungsminderung, Atemnot, nächtliche Dyspnoe, Unsicherheitsgefühl und
Angst vor dem Tod durch Herzstillstand geklagt. Aus den Berichten der Kardiologen
Dr. med. D._, Kardiologische Praxis, vom 23. Mai 2006 (IV-act. 45/16f.), Dr. med.
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E._, Departement für Innere Medizin des Kantonspitals St. Gallen, vom 8. Juni 2006
(IV-act. 45/9-11; vgl. IV-act. 17/4f.), und Dr. med. F._, Kardiologische Praxis, vom 26.
Februar 2007 (IV-act. 45/1f.) geht hervor, dass sich die geklagten Beschwerden nicht
auf kardiale, pulmonale und vasospastische Befunde, sondern differentialdiagnostisch
auf psychogene Ursachen zurückführen liessen. Vom 6. bis 7. Juni 2006 war der
Versicherte erneut wegen einer Koronarangiographie im Kantonspital St. Gallen
hospitalisiert worden, die aus kardiologischer Sicht keinen Behandlungsbedarf ergeben
hatte. Am 21. Juni 2006 war eine ambulante psychiatrische Behandlung begonnen
worden. Dr. med. Dipl.-Psych. G._, Oberärztin des Sozialpsychiatrischen Dienstes,
hatte am 7. August 2006 die Diagnose Angst und depressive Störung gemischt (ICD
10: F41.2) angeführt, ohne die Arbeitsfähigkeit zu beurteilen (act. G 1.1.8, act. G 6.2).
A.c Im Bericht zuhanden der IV-Stelle vom 8. November 2006 ging der Hausarzt Dr.
med. C._ unter Hinweis auf die Diagnosen einer koronaren Dreigefässerkrankung,
einer depressiven Entwicklung und einer posttraumatischen Störung von einer
Arbeitsunfähigkeit von 100% seit dem Infarktereignis aus (IV-act. 23/1-9). Er attestierte
im Laufe der medizinischen Betreuung wiederholt eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
(vgl. act. G 6.2; IV-act. 45/14f.; IV-act. 1; IV-act. 23/16f.) und vorübergehend aufgrund
einiger Arbeitsversuche eine Arbeitsunfähigkeit von 75% bzw. 50% (vgl. insbesondere
das Schreiben vom 10. Juli 2006 an die Mobiliar Versicherung und die Krankenkarte
Kollektiv-Krankentaggeld-Versicherung, act. G 6.2). In einem Verlaufsbericht vom 8.
Januar 2007 bestätigten Dr. med. H._, Oberärztin, und Herr I._, Assistenzarzt des
Sozialpsychiatrischen Dienstes, die Annahme des Hausarztes, dass die
Spitaleinweisung eine posttraumatische Belastungsstörung ausgelöst habe, und
stellten eine weitere Behandlung des Versicherten in der Klinik Gais in Aussicht (IV-act.
45/7f.).
B.
B.a Bei der Beurteilung der eingegangenen medizinischen Unterlagen stellte der
Regionale Ärztliche Dienst der Invalidenversicherung (RAD) Ostschweiz am 16. April
2007 fest, dass die Einschätzungen der behandelnden Ärzte betreffend Arbeitsfähigkeit
bzw. deren Umsetzbarkeit stark divergieren würden, die im Vordergrund stehende
Luftnot nicht vollständig abgeklärt worden und der Verlauf der psychischen
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Beeinträchtigung nicht bekannt sei. Deshalb empfahl der RAD eine interdisziplinäre
Begutachtung (IV-act. 29).
B.b Am 16. und 17. Januar 2008 erfolgte eine internistisch-psychiatrische
Untersuchung durch den RAD. Dabei erhob einerseits Dr. med. J._, Facharzt für
Innere Medizin/Pneumologie/Arbeits- und Sozialmedizin, die Diagnose einer koronaren
Herzerkrankung (ICD 10 Ziff. I25.9), November 2005 Vorderwand-Myokardinfarkt,
PTCA und Stenting des RIVA, residuelle Stenosen an RCA und RCX. Er schätzte aus
internistischer Sicht sowohl im angestammten beruflichen Bereich als auch in allen
übrigen Tätigkeiten eine Arbeitsunfähigkeit von 30% (IV-act. 47/9-11). Andererseits
stellte Dr. med. K._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, die Diagnosen
generalisierte Angststörung (ICD 10 Ziff. F41.1), spezifische Phobien (ICD 10 Ziff. F40.2)
und Tranquilizer-Abhängigkeit (ICD 10 Ziff. F13.2) bei Zustand nach Vorderwandinfarkt
vom November 2005. In diesem Zusammenhang sei hinsichtlich der angestammten
Tätigkeit als selbstständiger Wirt auf die vom Hausarzt bestätigte Arbeitsunfähigkeit
von 75% abzustellen. Das Vorliegen dieser Arbeitsunfähigkeit sei ab April 2007
anzunehmen, als der Versicherte wegen seiner psychischen Schwierigkeiten ein
psychosomatisches Heilverfahren habe aufnehmen wollen. Aus rein psychiatrischer
Sicht sollte eine angepasste Tätigkeit (körperlich leicht, ohne Stress und Zeitdruck, in
eher ruhiger Umgebung, ohne Lärmbelästigung und ohne Notwendigkeit zu enger
Zusammenarbeit mit anderen, aber auch nicht ganz allein, sowie mit der Möglichkeit zu
unüblichen und zusätzlichen Pausen bei Panikattacken) zu 2 mal 2 Stunden pro Tag
möglich sein (IV-act. 47/17 und 19f.). Abschliessend ergab sich aus dem Konsilium der
Teilgutachter gestützt auf die psychiatrischen Befunde bezogen auf die angestammte
Tätigkeit eine 75%ige Arbeitsunfähigkeit seit April 2007 und eine auf internistisch-
psychiatrischer Grundlage beruhende Arbeitsfähigkeit von 2 mal 2 Stunden pro Tag für
adaptierte Tätigkeiten seit dem Datum der RAD-Untersuchung vom 16./17. Januar
2008. Für die früheren zeitlichen Verhältnisse gelte eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in
der angestammten Tätigkeit seit 5. November 2005 bis zur Abklärung durch eine
Myokardszintigraphie. Im internistischen RAD-Untersuchungsbericht wird eine
Arbeitsunfähigkeit von 30% in der angestammten Tätigkeit seit dem 27. Dezember
2005 (Myokardszintigraphie) bestätigt (IV-act. 47/21).
C.
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Aus der Anamneseerhebung durch die RAD-Gutachter geht hervor, dass der
Versicherte seit 2004 eine Tätigkeit im Service, bei der Getränkezubereitung und bei
der Entgegennahme von Bestellungen im Restaurant seiner Frau übernommen hatte.
Parallel dazu habe er seit dem 1. November 2004 bis zur Erkrankung als
Selbstständigerwerbender mit seinem Sohn das Restaurant L._ betrieben,
namentlich die Aufgaben der Küchenhilfe und des Servierens sowie Reinigungs- und
Büroarbeiten erfüllt. Rückblickend betrachtet sei er überfordert gewesen (IV-act. 47/5
und 13). Im Zusammenhang mit der Erwerbstätigkeit des Versicherten holte die IV-
Stelle einen Auszug aus seinem individuellen Konto (IV-act. 52), bei seiner Ehefrau
Arbeitgeberauskünfte (IV-act. 28) sowie Erfolgsrechnungen und Bilanzen der Jahre
2005, 2006 und 2007 betreffend das Restaurant L._ (IV-act. 22 und 32) ein. Am 30.
August 2007 führte eine Abklärungsperson der IV-Stelle eine Abklärung im Restaurant
L._ durch (IV-act. 35).
D.
D.a Mit Vorbescheid vom 1. September 2008 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit,
nach den Akten bestehe für die bisherige Tätigkeit als Wirt von Dezember 2005 bis
März 2007 eine 70%ige und seit April 2007 noch eine 25%ige Arbeitsfähigkeit. In einer
körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeit bestehe noch eine Arbeitsfähigkeit von
zweimal zwei Stunden pro Tag. Eine durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit von 40%
habe erst ab August 2007 vorgelegen. Somit stehe dem Versicherten zunächst ab 1.
August 2007 eine Viertelsrente zu. Nach Ablauf einer dreimonatigen Übergangszeit sei
gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 61% die Zusprache einer Dreiviertelsrente ab 1.
November 2007 vorgesehen (IV-act. 59). Die DAS-Rechtsschutz-Versicherung brachte
in Vertretung des Versicherten am 3. November 2008 Einwände zum Vorbescheid vor
(IV-act. 68).
D.b In einer von der Rechtsvertretung des Versicherten veranlassten Stellungnahme
vom 19. November 2008 teilte Dr. med. F._, Kardiologie FMH, Kardiologische Praxis,
die Einschätzung des RAD, wonach der Versicherte ab Dezember 2005 bis März 2007
aus kardialer Sicht in seiner bisherigen Tätigkeit als Wirt zu 30% arbeitsunfähig
gewesen sei, und dass eine körperlich adaptierte, leichte bis intermittierend
mittelschwere Arbeit ohne Zeitdruck und ohne regelmässige Stressexposition zu 70%
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möglich wäre. Dabei sei allerdings die hier massgebende psychische Komponente
nicht mitberücksichtigt worden (IV-act. 71).
D.c Ebenfalls auf Anfrage der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers hatte Dr.
med. M._, Psychiatrie/Psychotherapie FMH, Chefarzt Psychosomatik, Klinik Gais, am
28. Oktober 2008 berichtet, dass der Beschwerdeführer seit 14. März 2007 in
ambulanter psychotherapeutisch/psychiatrischer Behandlung in der Klinik gewesen sei.
Ein erster Kontakt sei am 22. Februar 2007 erfolgt; ein damals geplanter
psychosomatischer Rehabilitationsaufenthalt sei aber aufgrund der Schwere der
psychischen Störung nicht zustande gekommen. Der Einschätzung des RAD, dass eine
Arbeitsunfähigkeit von 75% aus psychiatrischer Sicht ab 2007 vorliege, sei
zuzustimmen. In Bezug auf den Zeitraum vor März 2007 sei die Expertise des
Sozialpsychiatrischen Dienstes Herisau einzuholen. Es erscheine jedoch nicht sehr
wahrscheinlich, dass der Versicherte zuvor wesentlich arbeitsfähiger gewesen sei (IV-
act. 68/7f.).
D.d Auf Aufforderung der IV-Stelle hin gab Dr. med. H._, Oberärztin des
Sozialpsychiatrischen Dienstes Herisau, im Schreiben vom 16. Dezember 2008 an, eine
Berichterstattung könne ausschliesslich gestützt auf die Akten erfolgen, weil die
seinerzeit behandelnde Therapeutin nicht mehr in ihrer Institution arbeite. Aufgrund der
beschriebenen Symptome und Einschränkungen sei von einer Arbeitsunfähigkeit von
75% bis 100% für den Behandlungszeitraum vom 21. Juni 2006 bis 14. Februar 2007
auszugehen (IV-act. 76).
D.e Konfrontiert mit den neuen medizinischen Beurteilungen hielt der RAD am 7.
Januar 2009 an seiner Einschätzung fest, dass im Vordergrund der
Leistungseinschränkung eine Angststörung stehe, deren Symptomatik und Einfluss auf
die Arbeitsfähigkeit aber rückblickend medizinisch zweifelsfrei erst ab April 2007 belegt
sei (IV-act. 77/2). Gestützt auf diese Stellungnahme verfügte die IV-Stelle am 6. März
2009 im Sinn des Vorbescheids (IV-act. 78, 81-83). Gemäss Schreiben der IV-Stelle
vom 19. März 2009 zuhanden der Ausgleichskasse war die Rentenverfügung vom 6.
März 2009 versehentlich nicht der Rechtsvertretung des Versicherten zugestellt
worden, sodass eine nochmalige Eröffnung nötig wurde (IV-act. 88).
E.
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E.a Gegen die Verfügung vom 6. März 2009 erhob der Versicherte, nun vertreten
durch Rechtsanwalt lic.iur. Marcel Aebischer, Gossau, am 21. April 2009 Beschwerde,
unter Hinweis darauf, dass die erneute, formrichtige Zustellung der Verfügung an die
vormalige Rechtsvertretung des Beschwerdeführers am 26. März 2009 erfolgt sei. Der
Beschwerdeführer lässt – unter Kosten- und Entschädigungsfolgen – die Aufhebung
der Verfügung und die Zusprache einer Dreiviertelsrente mit Beginn ab 1. November
2006 beantragen. Eventualiter seien ergänzende medizinische Abklärungen betreffend
die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers im Zeitraum vom 5. November 2005 bis
Juli 2007 vorzunehmen. Zur Begründung wird im Wesentlichen ausgeführt, eine
durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit von mindestens 40% sei vom 6. November 2005
bis 5. November 2006 ausgewiesen. Der RAD habe eine psychiatrisch begründete
75%ige Arbeitsunfähigkeit erst seit April 2007 mit dem Argument festgestellt, dass der
behandelnde Psychiater keine vorherige Arbeitsunfähigkeit bestätige. Dieser habe sich
zwar zur früheren Zeitspanne, als der Beschwerdeführer noch nicht von ihm behandelt
worden sei, nicht äussern können, aber eine tiefere Arbeitsunfähigkeit vor April 2007
als unwahrscheinlich betrachtet und auf den sozialpsychiatrischen Dienst Herisau
verwiesen. Letzterer sei seinerseits von einer Arbeitsunfähigkeit von 75-100%
(nachträglich) für den Behandlungszeitraum vom 21. Juni 2006 bis 14. Dezember 2007
(richtig: 14. Februar 2007) ausgegangen (act. G 1).
E.b Der RAD bezog am 2. Juni 2009 verwaltungsintern Stellung zu medizinisch
relevanten Aspekten im Hinblick auf die vorliegende Beschwerde und empfahl die
Ergänzung der Akten mit allen erstellten schriftlichen Aufzeichnungen hinsichtlich der
psychiatrischen Behandlung in Herisau und dem Einbezug der
Hausarztaufzeichnungen, welche die Feststellung einer depressiven Entwicklung und
einer posttraumatischen Störung untermauern könnten (IV-act. 102). Nach Durchsicht
der eingeforderten Unterlagen (IV-act. 105, 109 und 110) hielt der RAD an seiner
früheren Auffassung fest (IV-act. 111). Die Beschwerdegegnerin beantragt in der
Beschwerdeantwort vom 10. August 2009 die Abweisung der Beschwerde. Sie
argumentiert, eine psychische Gesundheitsschädigung von Anfang an sei nicht – wie
erforderlich – fachärztlich festgestellt worden. Auf die im Bericht der Klinik Gais
enthaltene Aussage, es sei unwahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer vor März
2007 eine wesentlich höhere Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht aufgewiesen
habe, könne nicht abgestellt werden, weil sie spekulativ und nicht durch
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entsprechende Befunde und Diagnosen untermauert sei. Es bleibe somit einzig die
Beurteilung des Sozialpsychiatrischen Dienstes Herisau betreffend eine
Arbeitsunfähigkeit von 75 bis 100% vom 21. Juni 2006 bis 14. Februar 2007 übrig.
Diese nachträgliche Beurteilung widerspreche der echtzeitlichen Diagnose "Angst und
depressive Störung gemischt", die keine invalidisierende Auswirkung habe. Einziger
Ausgangspunkt für die invalidisierende psychische Erkrankung sei die ambulante
psychotherapeutische Behandlung in der Klinik Gais ab April 2007. Aus kardiologischer
Sicht sei der vom RAD festgesetzte Beginn der 70%igen Arbeitsfähigkeit schlüssig,
weil die Myokardszintigraphie im Dezember 2005 keine kardialen Auffälligkeiten
ergeben habe. Weitere medizinische Abklärungen seien unnötig (act. G 6).
E.c Der Beschwerdeführer hat am 7. September 2009 auf eine Replik verzichtet (act.
G 8).

Erwägungen:
1.
Zunächst ist festzuhalten, dass die Beschwerdefrist eingehalten worden ist, nachdem
die formrichtige Zustellung der angefochtenen Verfügung an die damalige
Rechtsvertretung des Beschwerdeführers unbestrittenermassen am 26. März 2009
erfolgt ist.
2.
Im Rahmen der Zusprache einer Invalidenrente steht vorliegend der Zeitpunkt des
Eintritts des Versicherungsfalles zur Diskussion. Diesbezüglich beantragt der
Beschwerdeführer, den Beginn des Wartejahres auf den 6. November 2005 und
denjenigen der Rente auf den 1. November 2006 festzulegen (act. G 1, Ziffer 18). Die
angefochtene Verfügung ist hingegen von einem Beginn des Wartejahres erst im
August 2006 ausgegangen und legt den Rentenbeginn auf den 1. August 2007 fest (IV-
act. 78). Der Beschwerdeführer rügt weder die Rentenhöhe noch die damit
zusammenhängenden Berechnungsgrundlagen (act. G 1, Ziffer 18). Das
Versicherungsgericht beurteilt alle Tatsachen und Rechtsfragen, die für die Klärung der
Rechtslage notwendig sind, unter anderem die Invaliditätsbemessung, und beschränkt
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sich dabei nicht auf die zwischen den Parteien strittigen Punkte (vgl. Art. 61 lit. d des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR
830.1]).
3.
Am 1. Januar 2008 ist die 5. Revision der Invalidenversicherung in Kraft getreten. Die
Bestimmung des vorliegend anwendbaren Rechts hängt davon ab, wie sich der
Sachverhalt bis zum Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung vom 6. März
2009 entwickelt hat. Ein Antragsteller richtet sein Verhalten bzw. nimmt eine
Rechtshandlung vor im Vertrauen auf das zu jener Zeit geltende Recht. Die IV-
Anmeldung ist am 11. Oktober 2006 erfolgt und der Rentenbeginn ist auf August 2007
festgelegt worden. Es handelt sich dabei um einen unter dem alten Recht
abgeschlossenen Sachverhalt. Deshalb sind hinsichtlich der Wartezeit und dem mit ihr
zusammenhängenden Rentenbeginn die bis zum 31. Dezember 2007 gültig gewesenen
Rechtssätze anzuwenden. Anders verhält es sich mit der Entwicklung der
Arbeitsunfähigkeit nach Rentenbeginn und die darauf gestützte Bemessung der
Invalidität, denn dieser Sachverhalt entfaltet sich über den zeitlichen Geltungsbereich
der 5. IV-Revision hinaus. Die massgebenden Grundlagen der Invaliditätsbemessung
haben sich aber nicht geändert. Diesbezüglich werden nachfolgend die seit 1. Januar
2008 geltenden Bestimmungen wiedergegeben.
4.
4.1 Der Eintritt des Versicherungsfalles setzt (in der Regel) kumulativ eine Wartezeit
und danach einen rentenbegründenden Invaliditätsgrad voraus. Der Rentenanspruch
entsteht - gemäss aArt. 29 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20, in der bis zum 31. Dezember 2007 gültig
gewesenen Fassung) - frühestens in dem Zeitpunkt (abgesehen von der hier nicht
relevanten lit. a), in dem die versicherte Person während eines Jahres ohne
wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40% arbeitsunfähig gewesen
war. Ein wesentlicher Unterbruch der Arbeitsfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte
Person an mindestens 30 aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeitsfähig war (Art. 29
IVV; Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S K. vom 26. März 2004,
ter
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I 19/04). Nach dem Ablauf dieses Wartejahres muss ein Invaliditätsgrad in der für die
betreffende Rentenabstufung erforderlichen Mindesthöhe erreicht werden. Anspruch
auf eine ganze Invalidenrente besteht gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG (in der ab der 5. IV-
Revision gültigen Fassung), wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige
auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein
Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, wird eine halbe Rente zugesprochen und bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% eine Viertelsrente. Eine Invalidität von
weniger als 40% wird von der Invalidenversicherung rentenmässig nicht entschädigt.
Unter Invalidität versteht Art. 8 Abs. 1 ATSG die ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit. Der Invaliditätsgrad bei Erwerbstätigen ist der in Prozenten
ausgedrückte Fehlbetrag, der aus dem Vergleich zwischen den möglichen
Erwerbseinkommen ohne und mit Gesundheitsschaden resultiert (Art. 16 ATSG).
4.2 Während die Invaliditätsbemessung auf die gesundheitsbedingte (ganze oder
teilweise) Unmöglichkeit der Erwerbstätigkeit nach erfolgter oder erfolgloser
Eingliederung auf dem gesamten in Frage kommenden Arbeitsmarkt abstellt (siehe
Definition von Erwerbsunfähigkeit in Art. 7 ATSG), bezieht sich die Arbeitsunfähigkeit im
Zusammenhang mit der Wartezeit auf die durch Gesundheitsschäden bedingte
qualitative und/oder quantitative Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen in der
bisherigen Tätigkeit (vgl. zum Ganzen BGE 130 V 99 E. 3.2; Entscheid IV 2006/271 des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i.S. J. vom 18. April 2008, E. 3.1). Für die
Eröffnung der einjährigen Wartezeit muss die Arbeitsunfähigkeit ein gewisses Mass
erreichen, sie muss erheblich sein. Nach der Gerichtspraxis ist eine Verminderung des
funktionellen Leistungsvermögens im bisherigen Beruf von mindestens 20%
vorausgesetzt (Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i.S. I. vom
12. September 2006, Erw. 1.4, I 892/05).
5.
Ausgangspunkt für Beginn des Wartejahres ist somit die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers in seiner angestammten Tätigkeit als Wirt. Diese ist auf der
Grundlage der medizinischen Stellungnahmen zu beurteilen.
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5.1 Der Beschwerdeführer hat am 5. November 2005 einen Herzinfarkt erlitten. Bis
10. November 2005 befand er sich in stationärer Behandlung im Kantonsspital St.
Gallen (IV-act. 45-21-25). Vom 28. November bis 9. Dezember 2005 war der
Beschwerdeführer zur stationären Rehabilitation in der Klinik Gais. Die Ärzte der Klinik
attestierten ihm im Austrittsbericht vom 23. Dezember 2005 eine 100%-ige
Arbeitsunfähigkeit bis auf Weiteres bzw. bis zur Abklärung durch die
Myokardszintigraphie (IV-act. 23/13f.). Diese wurde am 27. Dezember 2005
durchgeführt (IV-act. 23/18). Bis zu diesem Zeitpunkt ist eine 100%-ige
Arbeitsunfähigkeit auf Grund der Aktenlage sowie auch nach Einschätzung der RAD-
Ärzte ausgewiesen.
5.2 Für die Zeit nach dem 27. Dezember 2005 erscheint die gemäss RAD-Gutachten
aus rein internistischer Sicht geschätzte Arbeitsunfähigkeit von 30% in der
angestammten Tätigkeit als aktenkonform, klar und plausibel, obwohl sie nicht näher
erklärt worden ist. Die Myokardszintigraphie vom 27. Dezember 2005 hat zwar keine
Arbeitsfähigkeitsschätzung beinhaltet, aber auch keine weiteren kardialen
Komplikationen gezeigt. Die Klinik Gais hat eine Arbeitsunfähigkeit von 100% bis zur
"Abklärung durch die Myokardszintigraphie" attestiert. Der behandelnde Kardiologe Dr.
med. F._ hat sein Einverständnis mit einer Arbeitsunfähigkeit von 30% ab Ende
Dezember 2005 geäussert (IV-act. 71). Dies stimmt auch mit den Feststellungen der
anderen mit dem Beschwerdeführer befassten Kardiologen überein, wonach die
kardiale Problematik nicht im Vordergrund der geklagten Beschwerden gestanden ist
(IV-act. 45/16f.; IV-act. 45/9-11). Die rückwirkende Festlegung der kardial begründeten
Arbeitsunfähigkeit von 30% ab 27. Dezember 2005 ist gestützt auf die
Krankengeschichte gerechtfertigt.
5.3 In psychiatrischer Hinsicht steht fest und wird vom RAD erkannt, dass der
Beschwerdeführer im Anschluss an den Herzinfarkt eine allmähliche Verschlechterung
seines psychischen Gesundheitszustands durchlebt und dass dies die Arbeitsfähigkeit
zunehmend beeinträchtigt hat (IV-act. 102/2). Anlässlich der Begutachtung vom 16.
Januar 2008 hat die RAD-Psychiaterin eine Arbeitsunfähigkeit von 75% sowohl in der
angestammten Tätigkeit als Wirt als auch in einer adaptierten Tätigkeit attestiert (IV-act.
47-19). Fraglich und zu prüfen ist, ab wann rückwirkend eine psychiatrisch bedingte
Arbeitsunfähigkeit in diesem Ausmass anzunehmen ist. Dass die 75%ige
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Arbeitsunfähigkeit spätestens seit April 2007 gelten soll, ergibt sich aus den
übereinstimmenden Auffassungen der RAD-Gutachter und des seit 14. März 2007
behandelnden Psychiaters Dr. med. M._ (IV-act. 68/7f.). Dr. med. M._ hat
allerdings darauf hingewiesen, dass die Schwere der psychischen Störung bereits im
Februar 2007 die erforderliche stationäre Behandlung verhindert habe und es nicht
sehr wahrscheinlich erscheine, dass der Beschwerdeführer zuvor wesentlich
arbeitsfähiger gewesen sei (IV-act. 68/7f.). Auf einen früheren Zeitpunkt abzustellen, ist
jedoch nach Ansicht des RAD spekulativ (IV-act. 102/2). Allerdings könnten die
behandelnden Ärzte, die sich früher mit dem psychischen Leiden des
Beschwerdeführers befasst haben, die Frage nach der Arbeitsfähigkeit für den
Zeitraum vor April 2007 möglicherweise beantworten. Die sogenannte
Erfahrungstatsache, behandelnde Ärzte neigten aufgrund ihrer auftragsrechtlichen
Vertrauensstellung dazu, ihre Beurteilung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer
Patienten ausfallen zu lassen, was den Beweiswert ihrer Stellungnahmen entkräfte
(BGE 125 V 353 E. 3a/cc), dispensiert das Gericht nicht davon, diese in die
Gesamtwürdigung einzubeziehen. Es darf bei einander widersprechenden
medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne zu begründen, warum eine
bestimmte Einschätzung den Vorzug verdient (BGE 134 V 232 E. 5.1; BGE 125 V 352 E.
3a). Auf die bei den Akten liegenden anderslautenden medizinischen Einschätzungen
ist deshalb im Folgenden einzugehen.
5.4 Seit dem 10. November 2005 hat Dr. med. C._ den Beschwerdeführer
behandelt (IV-act. 99/1). Er musste gerade beim ersten Kontakt, am Tag der Entlassung
aus dem Spital, den Beschwerdeführer vom Tod seines Vaters infolge Herzstillstands
benachrichtigen (IV-act. 47/2). Dr. C._ hat als erster Arzt die psychischen
Beeinträchtigungen im Zusammenhang mit dem Herzinfarkt und mit der
Todesnachricht aufgezeichnet. Er stellte unter anderem eine depressiven Entwicklung
und eine posttraumatische Störung fest, derentwegen er dem Beschwerdeführer
offenbar bereits im Dezember 2005 Psychopharmaka abgegeben hatte (IV-act.
105/1-4). Durch die weitere Betreuung hat er sich zwar wertvolle Einsichten in die
Entwicklung des Gesundheitszustandes verschaffen können. Seine Einträge zur
Arbeitsunfähigkeit, die in der Krankenkarte der Kollektiv-Krankentaggeld-Versicherung
enthalten sind (act. G 6.2), liefern jedoch keine detaillierten Anhaltspunkte für eine
inhaltliche Auseinandersetzung bzw. für eine Plausibilitätsprüfung. Auch die
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Berichterstattung des Hausarztes zuhanden der Beschwerdegegnerin enthält keine
genaue und nach den gängigen Regeln der gutachterlichen Befunderhebung
überprüfbare Stellungnahme (IV-act. 45/14f.; IV-act. 1; IV-act. 23/16f.; IV-act. 23/1-9).
Ersichtlich ist, dass der Hausarzt in erster Linie dafür gesorgt hat, dass die
kardiologische Behandlung und Rehabilitation durch die Spezialisten übernommen
wurden (IV-act. 45/19f.), und dass er erst etwa gegen Ende Mai 2006 einen Bedarf
nach einer allfälligen fachpsychiatrischen Behandlung erkannt hat (IV-act. 99/6f.). Für
die Diagnose einer psychischen Erkrankung fehlt ihm als Allgemeinmediziner die
erforderliche fachärztliche Qualifikation. Der psychiatrischen Gutachterin des RAD ist
jedenfalls insoweit beizupflichten, als sie in der unmittelbaren psychischen Reaktion
des Beschwerdeführers auf den Tod seines Vaters noch keinen
invalidenversicherungsrechtlich relevanten Krankheitswert gesehen hat. Es sei von
einer ganz normalen, in der Regel bis zu einem halbem Jahr anhaltenden
Trauerreaktion auszugehen (IV-act. 102/2f.). Aber selbst wenn die Aufgabe des
Hausarztes nicht die gutachtensähnliche Beurteilung des Gesundheitszustands ist und
ihm als Generalist nicht immer gefolgt werden kann, bleibt seine Einschätzung im zu
beurteilenden Fall eine für das IV-Verfahren beachtenswerte medizinische Quelle.
Ausser ihm hat vorliegend kein Arzt von echtzeitlichen Wahrnehmungen berichten
können, die sich nicht auf die Momentaufnahme der Spezialisten und der Gutachter
beschränken, sondern den Verlauf unmittelbar nach der ersten Entlassung aus dem
Spital bis zur psychischen Erkrankung glaubwürdig aufzeichnen.
5.5 Eine fachpsychiatrische Behandlung des Beschwerdeführers hat am 21. Juni
2006 begonnen. Für den Zeitraum bis zum 14. Februar 2007 hat Dr. med. H._,
Oberärztin des Sozialpsychiatrischen Dienstes Herisau, nachträglich eine
Arbeitsunfähigkeit von 75% bis 100% geschätzt. Sie hat gestützt auf die medizinischen
Akten eine klare Aussage gemacht. Beim Beschwerdeführer sei ein schweres
ängstlich-depressives Syndrom mit deutlichen herzphobischen Zügen, aber auch mit
Hinweisen auf eine posttraumatische Belastungsstörung festgestellt worden. Daneben
habe er unter deutlich eingeschränkter Belastbarkeit, Affektlabilität sowie unter
schweren Schlafstörungen gelitten. Aufgrund der Komplexität des Zustandsbildes sei
eine pharmakologische Kombinationstherapie eingesetzt worden. Angesicht der
Schwere der Erkrankung und des bis dahin unbefriedigenden Behandlungsverlaufs
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habe das Psychiatrische Zentrum den Versicherten im Februar 2007 zur stationären
Therapie in die Klinik Gais überwiesen (IV-act. 76).
5.5.1 Dazu gibt der RAD nach der Einreichung der Beschwerde zu bedenken,
dass Dr. med. H._ den Beschwerdeführer offensichtlich nicht behandelt habe. Da die
Oberärztin Frau Dr. G._ am 7. August 2006 Angst und depressive Störung gemischt
(ICD 10 F41.2) diagnostiziert habe, könne auch zu diesem Zeitpunkt keine
invalidisierende psychische Erkrankung angenommen werden. Denn es habe sich
damals um eine Störung gehandelt, die gemäss ICD 10 nicht so stark ausgeprägt
gewesen sei, dass die Diagnose einer Angsterkrankung oder einer leichten depressiven
Episode zu rechtfertigen gewesen wären. Deshalb könne die nachträgliche
Einschätzung durch Dr. med. H._ nicht übernommen werden (IV-act. 102/2). Gestützt
darauf verneint die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort jegliche
fachärztlich ausgewiesene Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zum damaligen
Zeitpunkt und fügt hinzu, selbst wenn eine leichte depressive Störung vorliege, sei
diese nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts nicht invalidisierend (act. G 6).
Zudem weist der RAD darauf hin, dass der Sozialpsychiatrische Dienst Herisau in
einem weiteren Verlaufsbericht vom 8. Januar 2007 unter der neuen diagnostischen
Einordnung einer posttraumatischen Belastungsstörung eine langsame, stetige
Besserung des Zustandes des Beschwerdeführers erwähnt hätte, aber gleichwohl eine
psychosomatische stationäre Behandlung für erforderlich gehalten habe. Dies
erscheine unklar (IV-act. 102/2).
5.5.2 Dem ist allerdings entgegenzuhalten, dass die Annahme einer psychischen
Störung zwar zunächst eine fachärztlich gestellte Diagnose nach einem
wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystem voraussetzt. Die Diagnose stellt ein
Instrument für die – standardisierte – Zuordnung von Symptomen zu Krankheiten und
anderen medizinischen Befunden und für das Verständlichmachen der zwischen diesen
bestehenden Zusammenhänge dar. Entscheidend ist aber nicht die Diagnose, sondern
die Beurteilung der sozial-praktischen Auswirkung einer Erkrankung bzw. der
Zumutbarkeit der Arbeitsleistung (BGE 130 V 401f. E. 6.2.2 und 6.2.3). Dass die
höchstrichterliche Rechtsprechung die Diagnosen einer leichten depressiven Episode
oder einer posttraumatischen Belastungsstörung an sich als nicht invalidisierend
betrachtet (Urteile des Bundesgerichtes 9C_6/2007 vom 22. Juni 2007 und I 696/05
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vom 20. April 2006 E. 3.2.2), bedeutet, dass eine leistungsspezifische Invalidität in
solchen Fällen nur vorliegt, wenn die von der psychischen Störung betroffene Person
auch bei zumutbarer Willensanstrengung ihr Leiden nicht überwinden kann, um einer
Arbeitstätigkeit nachzugehen.
5.5.3 Somit hätten aus versicherungsrechtlicher Sicht in erster Linie die
behandelnden Fachärzte (Psychiater) über die Ressourcen des Beschwerdeführers zur
Überwindbarkeit seines Leidens im fraglichen Zeitraum Auskunft geben müssen. Frau
Dr. G._ hat am 7. August 2006 eine "gemischte" Diagnose gestellt, bei der nach den
ICD 10-Kriterien keine der beiden Störungen eindeutig vorherrscht und keine für sich
genommen eine eigenständige Diagnose rechtfertigt. Diese Diagnostizierung ist als
vorübergehende Einordnung der geklagten Beschwerden zu verstehen. Dafür spricht
die Tatsache, dass die Psychiaterin zu jenem Zeitpunkt noch keine Arbeitsunfähigkeit
festgelegt hat, weil sie die Behandlung erst begonnen hatte (act. G 6.2). Indem der
Sozialpsychiatrische Dienst Herisau im Verlaufsbericht vom 8. Januar 2007 die Befunde
unter einer posttraumatischen Belastungsstörung neu eingeordnet und damit die
Diagnose des Hausarztes bestätigt hat, erkannte er den Zeitpunkt nach der
Hospitalisierung zwecks Koronarangiographie vom 6. bis 7. Juni 2006 im Kantonspital
St. Gallen als den Wendepunkt von einer normalen Trauerreaktion zu einer
krankheitswertigen psychischen Störung (IV-act. 45/7f.). Im Zusammenhang mit
diesem Wendepunkt fällt nach den anamnestischen Erhebungen im RAD-Gutachten ins
Gewicht, dass eine bedeutsame Verschlechterung des psychischen
Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers gerade im Sommer 2006 stattgefunden
hat, als er das Grab seines Vaters besucht hatte (IV-act. 47). Auch wenn im
Verlaufsbericht vom 8. Januar 2007 von einer langsamen Verbesserung des
Gesundheitszustandes die Rede ist (IV-act. 45/7f.), weist die Anmeldung vom
Dezember 2006 für eine indizierte stationäre Behandlung in der Klinik Gais auf die
Schwere der Erkrankung und auf den bis dahin unbefriedigenden Behandlungsverlauf
im Sozialpsychiatrischen Dienst Herisau hin (vgl. IV-act. 76/1).
5.5.4 Die von Dr. med. H._, Oberärztin des Sozialpsychiatrischen Dienstes
Herisau, attestierte Arbeitsunfähigkeit von 75% bis 100% stimmt mit den
Einschätzungen des Hausarztes in der fraglichen Zeitspanne überein. Das Attest füllt
die Lücke, die sich aus der Tatsache ergibt, dass die behandelnden Psychiater des
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Sozialpsychiatrischen Dienstes Herisau damals die Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
nicht beziffert haben.
5.6 Das Gericht hat gestützt auf die medizinischen Feststellungen und
Stellungnahmen zu entscheiden, ob zuverlässige Anhaltspunkte für die Festlegung der
ab April 2007 geschätzten Arbeitsunfähigkeit von 75% in der angestammten Tätigkeit
bereits zu einem früheren Zeitpunkt, nämlich ab Beginn der psychiatrischen
Behandlung im Psychiatrischen Zentrum Herisau im Juli 2006, bestehen. Dabei ist zu
beachten, dass das RAD-Gutachten diese Annahme nicht ausgeschlossen, sondern
auf das Fehlen von echtzeitlichen Zeugnissen, welche dies fachärztlich ausweisen
würden, und auf die unterschiedlichen Diagnosen hingewiesen hat. Zentral ist aber
nicht, wie die psychische Erkrankung diagnostisch einzuordnen ist. Wenn die RAD-
Gutachter das in Aussicht gestellte psychosomatische Heilverfahren in der Klinik Gais
(ab April 2007) als zeitlichen Ausgangspunkt der erhöhten Arbeitsunfähigkeit betrachtet
haben, ist nicht ausser Acht zu lassen, dass die entsprechende Anmeldung schon im
Dezember 2006 erfolgte. Diese war wiederum die Folge eines unbefriedigenden
Behandlungsverlaufs. Es ist nicht einzusehen, weshalb der Anfang der psychiatrischen
Behandlung in Herisau nicht für die rückwirkende Festlegung der Arbeitsunfähigkeit
relevant sein soll. Eine umfassende, sorgfältige und inhaltsbezogene Würdigung der
medizinischen Unterlagen führt zur Überzeugung, dass sich die krankheitswertige
Beeinträchtigung des psychischen Zustandes des Beschwerdeführers überwiegend
wahrscheinlich wie folgt entwickelt hat: Von der Erfahrung des selbst erlittenen
Herzinfarkts ausgehend konnte der Beschwerdeführer die Trauer über den Tod seines
Vaters nicht verarbeiten und hat phobische Anfälle hinsichtlich Herz-Kreislauf-Leiden
entwickelt. Der Spitalaufenthalt vom 6. bis 7. Juni 2006 hat eine posttraumatische
Belastungsstörung ausgelöst. Zu jenem Zeitpunkt haben der Hausarzt und der
behandelnde Kardiologe am Kantonspital St. Gallen bereits die Notwendigkeit einer
psychiatrischen Behandlung angesprochen. Noch in jenem Sommer hat der Besuch
des Grabes des Vaters beim Beschwerdeführer zu einer Verschlechterung des
psychischen Zustands geführt. All diese Umstände, die im Zusammenhang mit der
psychiatrischen Behandlung in Herisau stehen, stellen sachliche Anhaltspunkte für die
Festlegung einer 75%igen Arbeitsunfähigkeit ab Juli 2006 im Sinn der rückwirkenden
Einschätzung durch Dr. med. H._ dar.
6.
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Damit hat eine Arbeitsunfähigkeit von 100% vom 5. November 2005 bis zum 27.
Dezember 2005, danach eine von 30% bis Ende Juni 2006 und dann eine von 75% ab
Juli 2006 bestanden. Die einjährige Wartezeit ist mit einer relevanten Arbeitsunfähigkeit
(über 20%) am 5. November 2005 eröffnet worden. Der Beschwerdeführer hat im
Zeitraum vom 5. November 2005 bis zum 4. November 2006 das Kriterium der
einjährigen durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeit von mindestens 40% bzw. der
Wartezeit erfüllt (knapp 2 Monate x 100% = 200%; 6 Monate x 30% = 180%; 4 Monate
x 75%= 300%; 200% + 180% + 300% = 680%, geteilt durch 12 Monate = 56.6%). Der
Anspruch auf eine IV-Rente ist somit gemäss aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG am 1. November
2006 entstanden. Die Rente wird gemäss aArt. 29 Abs. 2 IVG vom Beginn des Monats
an ausgerichtet, in dem der Anspruch entsteht. Vorliegend ist deshalb der
Rentenbeginn auf den 1. November 2006 festzulegen.
7.
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der eingeschränkten Arbeitsfähigkeit.
Wie oben dargelegt (E. 3.2), beschränkt sich die verbleibende Erwerbsfähigkeit nicht
auf die bisherige Tätigkeit, sondern umfasst den gesamten Arbeitsmarkt. Deshalb geht
die Bemessung des Invaliditätsgrads von der Arbeitsfähigkeit in einer dem Leiden des
Beschwerdeführers adaptierten Tätigkeit aus. Im zu beurteilenden Fall beträgt diese
Arbeitsfähigkeit gemäss RAD-Gutachten vom 11. April 2008 „schätzungsweise 2 mal 2
Stunden pro Tag“ bzw. 50%. Obwohl die Sachverständigen als Zeitpunkt für den
Beginn der 50%-igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit das Datum ihrer
Untersuchungen vom 16./17. Januar 2008 festgelegt haben, ist angesichts des
Verlaufes der psychischen Erkrankung davon auszugehen, dass eine solche
verminderte Arbeitsfähigkeit bereits zum Zeitpunkt des Rentenbeginns (November
2006) vorgelegen hat.
7.1 Die Bemessung der Invalidität von Personen, die im Gesundheitsfall eine volle
Erwerbstätigkeit weiter ausgeübt hätten, hat durch die allgemeine Methode des
Einkommensvergleichs zu erfolgen. Bei dieser Methode berechnet die Verwaltung
zuerst das sogenannte Valideneinkommen. Erfasst wird damit das Erwerbseinkommen,
das ohne den Gesundheitsschaden erzielt werden könnte. Davon zieht sie das
Invalideneinkommen ab. Darunter ist das Erwerbseinkommen zu verstehen, das nach
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Eintritt des Gesundheitsschadens und nach Durchführung von
Eingliederungsmassnahmen auf zumutbare Weise erreicht werden könnte. Aus der
Differenz zwischen dem Valideneinkommen und dem Invalideneinkommen resultiert
eine Einkommenseinbusse. Dieser Fehlbetrag wird in Prozenten ausgedrückt, welche
dem Invaliditätsgrad entsprechen.
7.2 Wenn eine zuverlässige Ermittlung der beiden Vergleichseinkommen direkt nicht
möglich ist, wird der Invaliditätsgrad nach dem ausserordentlichen
Bemessungsverfahren ermittelt (BGE 128 V 29; AHI-Praxis 1998 S. 119 und 251; ZAK
1980 S. 341, 1979 S. 224). Dies ist in der Regel der Fall bei Selbstständigerwerbenden.
Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer allerdings zu Recht als
unselbstständigen Arbeitnehmer eingestuft und einen ordentlichen
Einkommensvergleich durchgeführt, weil die Gesundheitsbeeinträchtigung kurz nach
dem Beginn der selbstständigen Erwerbstätigkeit aufgetreten sei. Diese letzte Tätigkeit
wurde nach vorbestandener Arbeitslosigkeit und Erwerbstätigkeit bei der Ehefrau
aufgenommen. Der Versicherte war als Selbstständigerwerbender noch nicht etabliert
(vgl. IV-act. 53/2). Ein erneuter Wechsel in eine unselbstständige Tätigkeit ist ihm
zumutbar.
7.3 Beim Einkommensvergleich hat die Beschwerdegegnerin sowohl für das
Valideneinkommen, welches der Beschwerdeführer ohne Gesundheitsschädigung
erzielen könnte, als auch für das Invalideneinkommen auf die vom Bundesamt für
Statistik periodisch herausgegebene Lohnstrukturerhebung (LSE, so genannte
Tabellenlöhne) abgestellt. Dies erscheint sachgerecht, denn der Beschwerdeführer hat
vor Eintritt des Gesundheitsschadens keine Erwerbstätigkeit ausgeübt, welche als
Grundlage für die Bestimmung seines Valideneinkommens herangezogen werden
könnte, und seit Eintritt des Gesundheitsschadens war er nicht mehr erwerbstätig. Für
das Valideneinkommen und als Ausgangspunkt zur Bestimmung des
Invalideneinkommens ist dabei vom selben Wert auszugehen. Der Invaliditätsgrad
entspricht bei solchen Verhältnissen dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter
Berücksichtigung des Abzuges vom Tabellenlohn (Bundesgerichtsentscheid i/S H. vom
10. Juli 2009, 9C_360/09; Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S M.
vom 8. Juni 2005, I 552/04, E. 3.4).
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7.4 In der Praxis werden die zur Bestimmung des Invalideneinkommens
herangezogenen Tabellenlöhne gekürzt, wenn Versicherte, die in ihrer letzten Tätigkeit
körperliche Schwerarbeit verrichteten, nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für
leichtere Arbeiten nur beschränkt einsatzfähig sind, wenn sie - unabhängig von der
früher ausgeübten Tätigkeit - als gesundheitlich Beeinträchtigte im Rahmen leichter
Hilfsarbeitertätigkeiten nicht mehr voll leistungsfähig sind oder wenn weitere
persönliche und berufliche Merkmale wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit,
Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die
Lohnhöhe haben. Der Abzug ist nicht schematisch vorzunehmen. Vielmehr ist der
Einfluss aller Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im
Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen. Letztlich ist der
Abzug vom statistischen Lohn unter Berücksichtigung aller jeweils in Betracht fallenden
Merkmale auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen (vgl. BGE 126 V 75). Der
Beschwerdeführer ist gesundheitsbedingt wenig belastbar. Zumutbar ist ihm nur eine
leichte bis intermittierend mittelschwere Arbeit ohne Stress und Zeitdruck, in eher
ruhiger Umgebung, ohne Lärmbelästigung und ohne Notwendigkeit zu enger
Zusammenarbeit mit anderen, aber auch nicht ganz alleine, sowie mit der Möglichkeit
zu unüblichen und zusätzlichen Pausen bei Panikattacken. Hinzu kommt, dass er seine
Restarbeitsfähigkeit in zwei Einsätzen von je 2 Stunden pro Tag sollte verwerten
können (IV-act. 47/21). Daraus folgt, dass er gegenüber einem gesunden Konkurrenten
wenig flexibel ist und für Überstundentätigkeit praktisch nicht verfügbar sein dürfte. Er
weist überdies ein höheres Krankheitsrisiko auf und bedarf besonderer
Rücksichtnahme seitens der Vorgesetzten und Arbeitskollegen. Diese Umstände
rechtfertigen einen Abzug von 20% von den Tabellenlöhnen. Zusammen mit der
Arbeitsunfähigkeit von 50% ergibt sich auf diese Weise ein Invaliditätsgrad von 60%
und damit ein Anspruch auf eine Dreiviertelsrente. Die Zusprache einer Dreiviertelsrente
durch die Beschwerdegegnerin erweist sich somit als richtig. Invaliditätsgrad und
Rentenhöhe werden vom Beschwerdeführer denn auch nicht bestritten.
7.5 Zum Streitgegenstand bei einer unbestritten zugesprochenen Rente gehört
notwendigerweise auch die Frage, ob die Verwaltung nach dem Grundsatz
"Eingliederung vor Rente" eine allfällige Pflicht des Beschwerdeführers zu
Massnahmen korrekt in Anspruch genommen hat. Dass die Beschwerdegegnerin
implizit von Eingliederungsmassnahmen abgesehen hat, lässt sich vorliegend nicht
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beanstanden, ist doch nicht ersichtlich, dass eine zumutbare Massnahme zur
Verfügung stünde, mit der sich eine Senkung des Invaliditätsgrades erreichen liesse.
Insbesondere wäre von einer stationären Behandlung (zum Erlernen
verhaltenstherapeutischer Techniken und zur medikamentösen Neueinstellung) keine
rentenrelevante Verbesserung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten (vgl. IV-act. 47/20).
8.
Entsprechend den vorstehenden Ausführungen (vgl. E. 4) ist der Rentenbeginn auf den
1. November 2006 festzusetzen. Auf Grund der durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeit
während des Wartejahrs (56,6%, vgl. E. 5) und der daran anschliessenden
Erwerbsunfähigkeit bzw. Invalidität von 60% hat der Beschwerdeführer mit Wirkung ab
1. November 2006 zunächst Anspruch auf eine halbe Invalidenrente. Gestützt auf Art.
88a Abs. 2 IVV erhöht sich der Anspruch ab 1. Februar 2007 auf eine Dreiviertelsrente;
die sinngemässe Anwendung von Art. 29bis IVV fällt ausser Betracht, weil dies nicht
früher zum Anspruch auf eine höhere Rente führen würde (vgl. Kreisschreiben über
Invalidität und Hilflosigkeit in der IV [KSIH], Rz 4001 ff., 4011).
9.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der
angefochtenen Verfügung vom 6. März 2009 gutzuheissen und dem Beschwerdeführer
ist mit Wirkung ab 1. November 2006 eine halbe Rente sowie ab 1. Februar 2007 eine
Dreiviertelsrente zuzusprechen. Dieser Verfahrensausgang kommt einem vollen
Obsiegen gleich, wird doch eine Rente wie beantragt ab 1. November 2006
zugesprochen, wobei sich der Anspruch auf eine Dreiviertelsrente lediglich wegen der
Wartezeitberechnung erst ab 1. Februar 2007 ergibt.
10.
Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- erscheint
als angemessen. Die Beschwerdegegnerin unterliegt, sodass ihr die gesamte
bis
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Gerichtsgebühr aufzuerlegen ist. Dem Beschwerdeführer ist der geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- zurückzuerstatten.
Der Beschwerdeführer hat bei Obsiegen Anspruch auf Ersatz der Parteikosten, die vom
Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und
nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch
Art. 98 ff. VRP). Der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand angemessen
erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP