Decision ID: 25651c10-1705-5ffb-b3fb-cfeb5956f9fc
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1957
geborene
X._
,
Einzelunternehmer der
Y._
(www.zefix.ch)
, ist der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Aus
gleich
s
kasse,
als
Selbständigerwerbend
er
angeschlossen
. Am
29. April
2020 meldete er
sich bei der Ausgleichskasse für den Bezug einer Erwerbsausfallentschädigung gestützt auf die Verordnung über Massnahmen bei Erwerbsausfall im Zusam
men
hang mit dem
Coronavirus
(
Covid
-19-Verordnung Erwerbsausfall) an (Urk.
7/173
).
Mit Verfügung vom 29. April
2020 verneinte die Ausgleichskasse einen Anspruch auf Corona-Erwerbsausfallentschädigung
mit der Begründung, das abgerechnete Erwerbseinkommen für das Beitragsjahr 2019 liege
ober
halb der für Härtefä
lle geltenden
Einkommens
limite
von
Fr. 9
0'000.-- (Urk.
7/172
).
A
m
26
.
Juni
2020
ersuchte
X._
um Wiedererwägung dieses Entscheides und ersuchte erneut um Ausrichtung einer Entschädigung
(Urk. 7/181
)
. Die Ausgleichskasse nahm dieses Schreiben als Einsprache gegen die Verfügung vom 29. April 2020 entgegen und
wies sie mit Einspracheentscheid vom
2
. Oktober 2020 ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 17. Oktober
2020 (Datum Poststempel) Be
schwerde und beantragte in Aufhebung des angefochtenen Entscheids vom
2
. Okto
ber 2020 die Ausrichtung einer Corona-Erwerbsausfallentschädigung (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom
27. November 2020
schloss die Beschwer
de
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk.
6), was dem
Beschwerdeführer am
3. Dezember 2020
zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 185 Abs. 3 der Bundesverfassung (BV) kann der Bundesrat Verord
nun
gen und Verfügungen erlassen, um eingetretenen oder unmittelbar drohen
den schweren Störungen der öffentlichen Ordnung oder der inneren oder äusseren Sicherheit zu begegnen. Solche Verordnungen sind zu befristen (und zwar auf [maximal] sechs Monate, vgl. Art. 7d Abs. 2 lit. a des Regierungs- und Verwal
tungsorganisationsgesetzes, RVOG).
Gestützt auf dieses Notverordnungsrecht erliess der Bundesrat - nebst anderen Verordnungen im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie, die sich teilweise (auch) auf das Bundesgesetz über die Bekämpfung übertragbarer Krankheiten des Menschen (
Epidemiengesetz
,
EpG
) stützen - am 20. März 2020 die Verordnung
über Massnahmen bei Erwerbsausfall im Zusammenhang mit dem
Coronavirus
(
Covid
-19-Verordnung Erwerbsausfall). Die Covid-19-Verordnung Erwerbsaus
fall
wurde rückwirkend per 17. März 2020 in Kraft gesetzt und der Geltungszeit
raum bis zum 16. September 2020 befristet (Art. 11 Abs. 2). Seit Inkrafttreten hat die Verordnung mehrfach eine Änderung erfahren (namentlich am 23. April, 6. Juli, 17. September, 8. Oktober und 4. November 2020) und gilt nunmehr
in geän
der
ter Fassung
bis zum 30. Juni 2021 (Art. 11 Abs. 5). Mit dem Covid-19-Gesetz vom 25. September 2020 wurde rückwirkend per 17. September 2020 eine gesetz
liche Grundlage für die Covid-19-Verordnung geschaffen (Art. 15 in Ver
bindung mit Art. 21 Abs. 3 Covid-19-Gesetz).
1.2
1.2.1
Nach
dem bis 16. September 2020 gültig gewesenen
Art. 2 Abs. 3
bis
Satz 1 der
Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall (Stand: 6. Juli 2020) sind
Selbständiger
wer
b
ende
im Sinne von Art. 12 des Bundes
gesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialver
sicherungsrechts (ATSG) anspruchsberechtig
t, wenn sie aufgrund der
bundes
rätlichen
Massnahmen
zur Bekämpfung des
Coronavirus
, obwohl sie nicht zur
Schliessung
des Betriebs ver
pflichtet oder dir
ekt vom Veranstaltungsverbot be
troffen waren, einen Erwerb
sausfall erleiden und ihr für die Bemessung der Beiträge der AHV
massgebendes
Einkommen für das Jahr 2019 zwischen Fr. 10‘000.-- und Fr. 90‘000.-- liegt
(sogenannte Härtefallregelung)
; dabei gilt für die Berechnung des massgebenden Einkommens für das Jahr 2019 Artikel 5 Ab
satz 2 zweiter Satz sinngemäss.
1.2.2
Nach Art. 5 Abs. 2 Satz 2
der
bis 16. September 2020 gültig gewesenen
Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall (Stand: 6. Juli 2020) kann nach der Festlegung der Entschädigung eine Neuberechnung der Entschädigung nur vorgenommen werden, wenn eine aktuellere Steuerveranlagung bis zum 16. September 2020 der anspruchsberechtigten Person zugestellt wird und diese den Antrag zur Neube
rechnung bis zu diesem Datum einreicht.
Dies gilt sinngemäss auch für die
Ein
kommenslimiten
als Anspruchsvoraussetzung für die Härtefallregelung.
1.2.3
Nach Art. 11 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Erwerbsersatz für Dienstleis
tende, bei Mutterschaft und bei Vaterschaft (Erwerbsersatzgesetz,
EOG
)
bildet Grundlage für die Ermittlung des durch
schnitt
lichen vordienstlichen Erwerbsein
kommens das Einkommen, von dem die Bei
träge nach dem Bundesgesetz über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(
AHVG
) erhoben werden.
1.3
Gemäss
Rz. 1041.3 des Kreisschreibens über die Entschädigung bei
Massnahmen
zur Bekämpfung des
Coronavirus
- Corona-Erwerbsersatz (Stand: 3. Juli 2020
,
KS CE)
wird für die Ermittlung der Einkommensgrenzen (Fr. 10'000 und Fr. 90'000)
b
ei der Härtefall-Prüfung grundsätzlich auf das Erwerbseinkommen, welches als Grundlage für die Beitragsrechnungen 2019 (
Akontorechnungen
) herangezogen wurde, abgestellt. Grundlage für die Bemessung der Entschädigung für
Selbstän
digerwerbende
bildet grundsätzlich das Erwerbseinkommen, welches im Jahr 2019
erzielt wurde (Rz. 1065). Basierte die festgesetzte Entschädigung auf dem Ein
kommen, welches für die
Akontorechnungen
2019 herangezogen wurde und wurde
dieses seit der letzten definitiven Beitragsverfügung nicht an
gepasst, so ist auf Antrag auf das Einkommen der letzten definitiven Beitrags
verfügung abzustellen. Liegt zum Zeitpunkt des Antrages die definitive Steuer
veranlagung für das Jahr 2019 bereits vor, so ist diese zu berücksichtigen (Rz. 1065.1). Laut Rz. 1068 bewirkt eine nachträgliche Anpassung des Erwerbs
einkommens infolge der defi
nitiven Steuermeldung für das Beitragsjahr 2019 keine Änderung in der Ent
schädigung. Ebenso keine Änderung in der Höhe der Entschädigung bewirken nach dem 17. März 2020 erfolgte Anpassungen des den
Akontorechnungen
2019 zugrundeliegenden Erwerbseinkommens (vorbehalten bleibt Rz. 1065.1).
1.
4
Bei einem Kreisschreiben handelt es sich um eine von der Aufsichtsbehörde für richtig befundene Auslegung von Gesetz und Verordnung. Die Weisung ist ihrer Natur nach keine Rechtsnorm, sondern eine im Interesse der gleichmässigen Ge
setzesanwendung abgegebene Meinungsäusserung der sachlich zuständigen Auf
sichtsbehörde. Solche Verwaltungsweisungen sind wohl für die Durchführungs
organe, nicht aber für die Gerichtsinstanzen verbindlich (BGE 118 V 206 E. 4c, vgl. auch 123 II 16 E. 7, 119 V 255 E. 3a mit Hinweisen). Das Gericht soll sie bei seiner Entscheidung mitberücksichtigen, sofern sie eine dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen zulassen. Es weicht anderseits insoweit von den Weisungen ab, als sie mit den anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen nicht vereinbar sind (BGE 123 V 70 E. 4a mit Hinweisen).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin,
gestützt auf die KS CE bewirke eine nachträgliche Anpassung des
Erwerbseinkommens infolge defi
nitiver Steuererklärung nach dem 16. September 2020 keine Änderung in der Höhe der Entschädigung. Dasselbe gelte für eine Anpassung des beitragspflichten Einkommens nach dem 17. März 2020; vorbehalten sei einzig die letzte definitive B
eitragsverfügung. Vorliegend
sei
eine Anspruchsberechtigung
gestützt auf die letzte
definitive Beitragsverfügung
2015
, wonach das
AHV-pflichtige
Jahresein
kommen des Beschwerdeführers
Fr.
108'200.
--
betragen
habe, verneint worden
(Urk. 2).
Zudem sei
gestützt
auf die
Akontorechnung
2019
ein beitrags
pflichtiges
Einkommen von Fr. 122'100.-- abgerechnet worden
(Urk. 6).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt, gestützt auf die definitiven Beitragsverfügungen der Jahre 2017 und 2018
datierend vom 21.
September 2020 sowie
die
Steuererklärung 2019 liege das AHV-pflichtige Einkommen
unterhalb der
anspruchsbegründenden
Einkommenslimite
,
womit
ein
Anspruch auf Corona-Erwerbsersatz
entschädigung
bestehe
(Urk. 1).
3.
3.1
Gemäss Art. 24 der Verordnung über die Alters- und
Hinterlassenen
versicherung
(
AHVV
)
haben die Beitragspflichtigen im laufenden Jahr vierteljährlich (vgl. Art.
34 Abs. 1 lit. b
AHVV
)
Akontobeiträge
zu leisten aufgrund des voraus
sicht
lichen Einkommens des Beitragsjahres (Abs. 1 und 2). Zeigt sich während oder nach Ablauf des Beitragsjahres, dass das Einkommen wesentlich vom voraus
sichtlichen Einkommen abweicht, so passen die Ausgleichskassen die
Akonto
beiträge
an (Abs. 3). Gemäss Art. 24 Abs. 4
AHVV
sind
Selbständigerwerbende
verpflichtet, wesentliche Abweichungen vom vor
aus
sichtlichen Einkommen der Ausgleichskasse zu melden
(vgl. auch
Rz
.
1154 der Wegleitung über die Beiträge der
Selbstständigerwerbenden
und Nichterwerb
stätigen in der AHV, IV und EO [WSN]
)
. Gemäss Rz
.
1155 WSN gilt als wesentlich eine Abweichung des erzielten vom voraussichtlichen Jahres
einkommen von mindestens 25 Prozent.
3.2
Dem Beschwerdeführer wurde mit Brief vom 29. Januar 2019 von der Beschwer
degegnerin mitgeteilt, dass die
Akontobeiträge
für das Jahr 2019 auf der Basis eines beitragspflichtigen Einkommens von Fr.
122’1
00.-- festgesetzt würden. Gleichzeitig wurde der Beschwerdeführer gebeten, mit dem beiliegenden For
mular mitzuteilen, falls das tatsächliche beitragspflichtige Einkommen vom pro
visorischen Wert wesentlich abweicht. Aus dem beiliegenden Formular war zu entnehmen, dass bei einer wesentlichen Veränderung des Erwerbseinkommens um mehr als 25 Prozent Verzugszinsen erhoben würden und es war möglich, in diesem Formular sowohl das Erwerbseinkommen für das Jahr 2018 (sofern es um mehr als 25 Prozent vom bisherigen abweicht), sowie das voraussichtliche Erwerbseinkommen für das Jah
r 2019 anzugeben (Urk. 7/116
). Eine analoge Mitteilung für die
Akontobeiträge
für das Jahr 2020 erfolgt
e am 29. Januar 2020 (Urk. 7/157
).
In beiden Jahren unterliess es der Beschwerdeführer in der Folge, eine
Anpassung
der
Akontobeiträge
zu veranlassen
.
Demgegenüber wäre er
nach Art. 24 Abs. 4
AHVV ver
pflichtet gewesen, der Beschwerdegegnerin seinen
(voraussichtlich)
selb
ständigen
Verdienst für das Jahr 2019 in der Höhe von
Fr.
75’450
.
-- (vgl. Steuer
erklärung 2019, Urk. 3/1)
umgehend zu
melden, da dieser u
m
deutlich
mehr als
25
%
vom provisorische
n Wert abwich
.
Dies gilt ebenso für die wesentlich vom Jahr 2015 abweichenden Geschäftsergebnisse 2016, 2017 und 2018 (vgl. Steuer
meldungen vom 21. September 2020, Urk. 7/190 ff).
Mithin
hat es sich der Be
schwerdeführer selber zuzuschreiben, dass die
Akontobeiträge
für das Jahr 2019 (
Urk. 7/116
) überhaupt nicht seinem Verdienst für das Jahr 2019 entsprechen, sondern viel zu hoch
sind.
Damit
bleibt auch kein Raum
und war die Beschwerde
gegnerin weder berechtigt noch verpflichtet
, im Rahmen der Anspruchsprüfung auf
die definitiven Beitragsverfügungen
vom 21. September 2020 für die Perioden
2016
bis
2018
abzustellen
(vgl. Urk. 1,
Urk. 7/187 ff. = Urk. 3/3
)
.
3.3
Weiter
muss f
ür eine Abweichung vom Einkommen, welches Grundlage für die
Festsetzung der Beitragsrechnungen (
Akontorechnungen
) für das Jahr 2019 bild
ete,
gemäss Rz. 1065 und Rz. 1065.1 KS CE (Stand 3. Juli 2020) eine definitive Steuerveranlagung – nicht lediglich eine Steuererklärung
(vgl. 1, Urk. 3/1)
– vorliegen.
Davon abgesehen
wurde die
vom 13. Oktober 2020 datierende
Steuerer
klärung
2019
erst beschwerdeweise eingereicht (vgl. 3/1) und
be
urteilt das Sozial
versicherungs
gericht die Gesetzmässigkeit des angefochtenen Entscheids
n
ach ständiger Rechtsprechung in der Regel nach dem Sachverhalt, der zur Zeit des
Abschlusses des Verwaltungsver
fahrens gegeben war. Tatsachen, die jenen Sach
verhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 131 V 242 E. 2.1, 121 V 362 E. 1b).
Bei alle dem
erweist es sich unter allen Titeln als korrekt, dass die Beschwer
de
geg
nerin einen Härtefall im Sinne von Art. 2 Abs. 3
bis
gemäss
der
bis am 16.
Septem
ber 2020 gültig gewesenen Fassung der Covid-19-Verordnung Erwerb
s
ausfall verneinte
.
4.
4.1
Nach
Art.
2
Abs.
3
der Covid
-19-Verordnung Erwerbsausfall
(Stand: 8. Oktober 2020) sind
Selbstständigerwerbende
im Sinne von Artikel 12 ATSG und Personen nach Artikel 31 Absatz 3 Buchstaben b und c
des Bundesgesetzes über die obli
gatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) unter
der Voraussetzung von Absatz 1
bis
Buchstabe c anspruchsberechtigt, wenn sie:
a.
ihre Erwerbstätigkeit aufgrund von behördlich angeordneten Massnahmen
zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie unterbrechen müssen; und
b.
einen Erwerbs- oder Lohnausfall erleiden
.
4.2
Gemäss
Art.
2
Abs.
3
bis
der Covid-19-Verordnun
g Erwerbsausfall (
in der durch Ziff.
I der Verordnung vom 4. November 2020 eingefügten und rückwirkend ab 17. September 2020 in Kraft gesetzten Fassung
) sind
Selbständigerwerbende
im Sinne von Artikel 12 ATSG und Per
sonen nach Artikel 31 Absatz 3 Buchstaben b und c
AVIG
, die nicht unter Absatz 3 fallen, unter der Voraussetzung von Absatz 1
bis
Buchstabe c anspruchs
berechtigt, wenn:
a.
ihre Erwerbstätigkeit aufgrund von behördlich angeordneten Massnahmen
zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie massgeblich ein
ge
schränkt ist;
b.
s
ie einen Erwerbs- oder Lohnausfall erleiden; un
d
c.
sie im Jahr 2019 für diese Tätigkeit ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen
von mindestens 10’000 Franken erzielt haben; diese Voraussetzung gilt
sinn
gemäss, wenn die Tätigkeit nach dem Jahr 2019 aufgenommen wurde;
wurde die Tätigkeit nicht während eines vollen Jahres ausgeübt, so gilt diese
Voraussetzung proportional zu deren Dauer.
Die Erwerbstätigkeit gilt als massgeblich eingeschränkt, wenn pro Monat eine Umsatzeinbusse von mindestens 55 Prozent im Vergleich zum durchschnittlichen monatlichen Umsatz der Jahre 2015–2019 vorliegt. Wurde die Tätigkeit nach 2015 und vor 2020 aufgenommen, so ist der Durchschnitt der entsprechenden Erwerbsdauer massgebend. Personen, die ihre Erwerbstätigkeit nach dem Jahr 2019 aufgenommen haben, müssen nachweisen, dass pro Monat eine Umsatzein
busse von mindestens 55 Prozent im Vergleich zum durchschnittlichen Umsatz von mindestens drei Monaten vorliegt; massgebend ist der Durchschnitt der drei Monate mit den höchsten Umsätzen
(Abs. 3
ter
).
4.3
D
er Beschwerdeführer
hatte
seine
Anmeldung unter Berufung auf die Härte
fall
regelung gemäss Art. 2 Abs. 3
bis
Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall in der bis am 16. September 2020 gültig gewesenen Fassung vorgenommen (Urk.
7/173).
Der
angefochtene Einspracheentscheid
datiert
vom 2.
Oktober
2020.
Die Be
schwerdegegnerin hat entsprechend auch nur geprüft, ob gestützt auf Art. 2 Abs. 3
bis
Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall in der bis am 16. September 2020 gültig gewesenen Fassung Anspruch auf eine Corona-Erwerbsausfallent
schädi
gung
besteht
. Sie prüfte jedoch nicht bzw. konnte infolge der zeitlichen Abfolge späterer Verordnungsrevisionen nicht prüfen, ob die Anspruchsvoraussetzungen gemäss Art. 2 Abs. 3
bis
der Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall, Stand 8. Okto
ber 2020, erfüllt sind. Diese Fassung gilt aufgrund der Änderung vom 4. Novem
ber 2020 der Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall rückwirkend ab 17. Septem
ber 2020 (AS 2020 4571).
Die in E. 4.
2
ausgeführten Anspruchsvoraussetzungen,
insbesondere jene nach Art. 2 Abs. 3
ter
Covid-19- Verordnung Erwerbsausfall, sind nicht liquide. Es rechtfertigt sich daher, die Sache zur Prüfung des Anspruches unter den mit Verordnungs
änderung vom
4. November
2020 einge
füg
ten, und rückwirkend per 17. September 2020 in Kraft gesetzten Bestimmungen zurückzuweisen (vgl. § 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversiche
rungs
ge
richt, GSVGer
).
In diesem Sinne ist die Beschwerde
teilweise
gutzuheissen und der Einspracheent
scheid, soweit damit eine Erwerbsausfallentschädigung ab 17. September 2020 verneint wird, aufzuheben.
Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.