Decision ID: 91bda27b-00a8-488c-820c-3e09f4b2cbd4
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
G._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. D._, Marktgasse 20, 9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision
Sachverhalt:
A.
A.a G._, Jahrgang 1958, meldete sich im Februar 2002 zum Bezug von Leistungen
der Invalidenversicherung (IV) an und beantragte die Ausrichtung einer Rente. Sie habe
sich bei einem Unfall am 22. Januar 2001 den Fuss gebrochen und leide nun an
Morbus Sudeck (IV-act. 1). Ihr Hausarzt Dr. med. A._, Facharzt FMH für Innere
Medizin, nannte im Arztbericht vom 8. Mai 2002 die Diagnose Status nach Pilon tibiale
Fraktur mit Morbus Sudeck, Arthrofibrose und Knorpeldefekten am Talus sowie
Muskeldysbalance nach langer Stockentlastung. Die Versicherte sei in der
angestammten Tätigkeit als kaufmännische Angestellte mit EDV-Ausbildung seit
22. Januar 2001 bis auf weiteres voll arbeitsunfähig. Voraussichtlich könne eine
sitzende Bürotätigkeit im Ausmass von vier Stunden täglich wieder realisiert werden
(IV-act. 9). In seinem Bericht vom 12. Juli 2002 berichtete Dr. med. B._, Facharzt
FMH für Orthopädische Chirurgie, unter den gegebenen Umständen sei auch eine
sitzende Tätigkeit als Büroangestellte völlig unmöglich wegen der Schwellungstendenz,
der damit verbundenen progredienten Schmerzsituation bei immer noch nicht
beruhigter Algodystrophie (IV-act. 15-5). Im Verlaufsbericht vom 23. September 2002
attestierte Dr. B._ eine Verbesserung des Gesundheitszustands. Auf Anfrage teilte er
der IV-Stelle in einer undatierten Notiz, bei der IV-Stelle eingegangen am 29. November
2002, mit, die Arbeitsunfähigkeit der Versicherten als Büroangestellte betrage ab
1. Oktober 2002 50%, ab 1. November 2002 0% (IV-act. 19).
A.b Am 7. Januar 2003 wurde eine Abklärung im Haushalt der Versicherten
durchgeführt. Die Abklärungsperson ermittelte bei einer Gewichtung des Haushalts von
30% (gegenüber 70% Erwerb) eine Einschränkung von 23%, was einem
Behinderungsgrad in diesem Tätigkeitsbereich von 7% entsprach. Im Erwerbsbereich
ging die Abklärungsperson von einer Einschränkung von 70% aus und berechnete
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einen Behinderungsgrad von 49%. Der Invaliditätsgrad belief sich somit insgesamt auf
56%. In ihrer Stellungnahme hielt die Abklärungsperson fest, die Versicherte glaube,
noch maximal zwei Stunden täglich im Büro tätig sein zu können (IV-act. 24-8; 24-15).
Gestützt auf die Invaliditätsberechnung im Abklärungsbericht verfügte die IV-Stelle am
26. Juni 2003 für den Zeitraum 1. Januar 2002 bis 30. September 2002 bei einem
Invaliditätsgrad von 85% eine ganze und ab 1. Oktober 2002 bei einem Invaliditätsgrad
von 56% eine halbe Invalidenrente zuzüglich Zusatzrenten für den Ehemann und den
Sohn der Versicherten (IV-act. 38).
B.
B.a Im April 2004 leitete die IV-Stelle ein Rentenrevisionsverfahren ein. Im Fragebogen
vom 7. April 2004 machte die Versicherte eine Verschlechterung ihres
Gesundheitszustands geltend. Seit einer Operation vom 20. November 2003 könne sie
viel weniger gut gehen und habe dauerhaft Schmerzen (IV-act. 39-1). Auch Dr. A._
attestierte im Arztbericht vom 3. Mai 2004 eine Verschlechterung des
Gesundheitszustands. Die Versicherte sei vom 21. November 2003 bis 29. Februar
2004 voll arbeitsunfähig gewesen. Seit 1. März 2004 könnte sie in ihrem Beruf als
kaufmännische Angestellte zu maximal 50% tätig sein (IV-act. 46). Im Verlaufsbericht
vom 3. Dezember 2004 wies Dr. A._ auf eine weitere Verschlechterung des
Gesundheitszustands hin. Am 19. November 2004 sei eine zervikale Diskushernie
diagnostiziert worden (IV-act. 55-1). Eine HWS-Operation fand am 9. Dezember 2004,
eine weitere Fuss-Operation am 7. April 2005 statt (IV-act. 66-1; 67-1). Dr. med. C._,
leitender Arzt der Klinik für Orthopädie am Kantonsspital St. Gallen, bezeichnete im
Beiblatt zum Arztbericht vom 28. Juli 2005 eine rein sitzende Arbeitstätigkeit während
vier Stunden täglich als zumutbar (IV-act. 72-3).
B.b Im Auftrag der IV-Stelle begutachtete die MEDAS Ostschweiz die Versicherte am 8.
und 9. Mai 2006. Im polydisziplinären Gutachten vom 21. Juli 2006 werden
insbesondere folgende Hauptdiagnosen genannt: chronisch persistierendes
Schmerzsyndrom Rückfuss rechts, sekundäres lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom, anteriore Diskektomie C5/6, Segmententfernung und Fusion C5/6
wegen zervikoradikulärem Reizsyndrom rechts bei subligamentärer, medio-
rechtslateral betonter Diskushernie C5/6, Agoraphobie mit Panikstörung, anhaltende
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neurotische Depression und psychische Überlagerung von somatisch bedingten
Schmerzen (IV-act. 92-23). Eine überwiegend oder ausschliesslich sitzende, körperlich
leichte Tätigkeit wäre der Versicherten zu 50% zumutbar (75%-iges Arbeitspensum,
um 25% verminderte Leistungsfähigkeit). Vom 22. Januar 2001 bis September 2002
sowie vom 17. Oktober 2004 bis spätestens Ende März 2005 sei eine
Arbeitsunfähigkeit von 100% vorgelegen (IV-act. 92-27). Der zuständige Arzt des IV-
internen regionalen ärztlichen Diensts (RAD) bezeichnete das MEDAS-Gutachten am
11. September 2006 unter anderem als schlüssig und widerspruchsfrei. Eine klare
Verbesserung des Gesundheitsschadens scheine aber nicht ausgewiesen zu sein. Also
handle es sich um eine unterschiedliche Bewertung eines im Wesentlichen gleichen
Sachverhalts, wenn angenommen werde, dass die Versicherte nun vier Stunden einer
vorwiegend sitzenden Tätigkeit nachgehen könne (IV-act. 94-1).
B.c Mit Vorbescheid vom 4. Dezember 2006 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, sie
gedenke, ab 1. Januar 2005 bei einem Invaliditätsgrad von 77% eine ganze und ab
1. April 2005 bei einem Invaliditätsgrad von 56% eine halbe Rente zuzusprechen (IV-
act. 108). Im Einwand vom 15. Januar 2007 beantragte Rechtsanwalt Dr. iur. D._ die
Zusprache einer ganzen Rente (IV-act. 111). Die IV-Stelle verfügte am 20. September
2007 gemäss Vorbescheid (act. G 1.1.1).
C.
C.a Mit Beschwerde vom 16. Oktober 2007 lässt die Versicherte die Aufhebung der
Verfügung vom 20. September 2007 beantragen. Ihr sei ab gesetzlichem Zeitpunkt eine
ganze Invalidenrente zuzusprechen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zudem
sei ihr die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen, eventuell sei sie von der
Leistung von Kostenvorschüssen zu befreien. Die Beschwerdegegnerin verkenne
betreffend den erwerblichen Teil, dass eine Versicherte, die in ihrer funktionalen
Leistungsfähigkeit aus physischen und psychischen Gründen eingeschränkt sei
(vorliegend 50% psychisch und ca. 40% physisch bedingt), die aber überhaupt keine
Tätigkeit im Stehen oder Gehen ausüben könne und in keiner Weise stressresistent sei,
nicht einfach alle Tätigkeiten ausführen könne mit der gleichen Marktchance wie eine
gesunde Person. Daher sei zusätzlich ein Leidensabzug von 25% bei der erwerblichen
Beeinträchtigungsbemessung zu berücksichtigen. Ebenfalls unzutreffend sei die
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Einschätzung der funktionalen Einschränkung der Versicherten im Haushaltsbereich.
Die Auffassung der Beschwerdegegnerin, dass die Beschwerdeführerin im Haushalt
lediglich eine Einschränkung von 23% aufweise, sei offensichtlich unhaltbar. Diese
Bemessung beruhe auf einer Haushaltsschätzung aus dem Jahr 2003, die aber in
keiner Weise mit den effektiven und fachärztlichen Einschränkungen der
Beschwerdeführerin korrespondiere. In der Haushaltführung seien offensichtlich
sämtliche typischen Tätigkeiten stehend oder gehend auszuführen, ausser die Planung
und Organisation des Haushalts. Die übrigen Tätigkeiten seien durchwegs stehende
bzw. gehende und auch überwiegend körperlich anstrengende Arbeiten, die die
Beschwerdeführerin offensichtlich schon rein physisch überhaupt nicht mehr erledigen
könne (act. G 1).
C.b Die Beschwerdegegnerin lässt in der Beschwerdeantwort vom 21. Dezember 2007
die Abweisung der Beschwerde beantragen. Bei einem Pensum von 75% könnte die
Beschwerdeführerin gemäss MEDAS eine Leistung von 50% erbringen. Beim als
Gesunde ausgeführten Pensum von 70% liege die Leistung somit bei 46%. Unter
Berücksichtigung eines Leidensabzugs von 25% belaufe sich das Invalideneinkommen
gestützt auf die Tabellenlöhne für Hilfsarbeiterinnen auf Fr. 17'304.-. Die erwerbliche
Einschränkung belaufe sich somit unter Beizug eines Valideneinkommens von
Fr. 47'265.- auf 63%, was gewichtet bei 70% einem Invaliditätsgrad von 44%
entspreche. Zuzüglich 7% aus dem Bereich Haushalt belaufe sich der
Gesamtinvaliditätsgrad auf 51% (act. G 5).
C.c Der zuständige Abteilungspräsident des Versicherungsgerichts bewilligte am
7. Januar 2008 das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung (Befreiung von den
Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung; act. G 7).
C.d Die Beschwerdeführerin lässt in der Replik vom 26. Februar 2008 an ihren
Anträgen festhalten. Seit Erstellung des Haushaltsberichts aus dem Jahr 2003 habe
sich das Beschwerdebild verschlechtert bzw. sei erfolglos weiterbehandelt worden,
sodass sich eine Chronifizierung eingestellt habe. Die Invalidität einer
Beschwerdeführerin im Haushalt könne nicht einfach so manipuliert werden, dass sie
unter Berufung auf eine angebliche Mitwirkung von Familienangehörigen derart
"gestaltet" werde, dass nur noch Arbeiten übrig blieben, die die Beschwerdeführerin
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trotz der Gesundheitsbeeinträchtigung weitgehend besorgen könne. Die von der
Beschwerdegegnerin angenommene Mitwirkung von Angehörigen sei nicht gegeben.
Der Ehemann der Beschwerdeführerin sei selber in einem Vollpensum arbeitstätig als
selbstständiger Coiffeur, wobei er ab Juli 2007 selbst krankheitsbedingt arbeitsunfähig
gewesen sei. Es liege auf der Hand, dass der vollzeiterwerbstätige bzw. erkrankte
Ehemann nicht einfach für die Haushaltsführung, die die Beschwerdeführerin nicht
mehr leisten könne, als voller "Ersatz" eingesetzt werden könne. Vielmehr bedürfe es
einer neuerlichen ärztlichen (arbeitsmedizinischen) Haushaltsabklärung, die sowohl die
aktenkundige gesundheitliche Verschlechterung bei der Beschwerdeführerin seit 2003
als auch die effektiven Bedürfnisse in der konkreten Haushaltführung und die
Gestaltung der Haushalttätigkeit sowie die Möglichkeiten der Beschwerdeführerin
korrekt berücksichtige. Betreffend Invaliditätsbemessung lässt die Beschwerdeführerin
darauf hinweisen, unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung für Frauen sei
von einem Valideneinkommen von Fr. 49'232.- auszugehen. Der Invaliditätsgrad im
Erwerbsbereich belaufe sich auf 74%. Wenn die Versicherte im Haushaltsbereich zu
64% gesundheitlich eingeschränkt sei, ergebe sich insgesamt eine Vollinvalidität. Dass
die Beschwerdeführerin im Haushalt zu mindestens zwei Dritteln leistungsunfähig sei,
sei aufgrund ihrer gesundheitlichen Beschwerden offensichtlich (act. G 10).
C.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 4. März 2008 auf eine weitere
Stellungnahme (act. G 12).

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil
in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei
der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben, und weil bei
der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung
vom 20. September 2007 eingetretenen Sachverhalt abzustellen ist (BGE 132 V 215
Erw. 3.1.1; Urteil 8C_589/2007 vom 14. April 2008, Erw. 3), sind vorliegend die bis zum
31. Dezember 2007 geltenden materiellen Bestimmungen anzuwenden.
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2.
2.1 Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit, es sei denn, eine versicherte Person sei vor dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung nicht erwerbstätig gewesen und es habe ihr auch nicht
zugemutet werden können, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. In diesem Fall gilt
gemäss Art. 8 Abs. 3 ATSG die Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
als Invalidität. Die Invalidität gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG wird durch einen
Einkommensvergleich ermittelt (Art. 16 ATSG). Die Methode zur Bemessung der
konkreten Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wird vom ATSG nicht
geregelt. Diese Lücke füllt aArt. 28 Abs. 2 IVG (Fassung bis 31. Dezember 2007): Es
ist darauf abzustellen, in welchem Mass die betreffende Person behindert ist, sich im
Aufgabenbereich zu betätigen. Als Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Person
gelten insbesondere die übliche Tätigkeit im Haushalt, die Erziehung der Kinder sowie
gemeinnützige und künstlerische Tätigkeiten (Art. 27 der Verordnung über die
Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). aArt. 28 Abs. 2 IVG regelt die so genannte
gemischte Methode der Invaliditätsbemessung bei Personen, die zum Teil erwerbstätig
und zum Teil im Aufgabenbereich tätig sind. In einem solchen "gemischten" Fall sind
der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich
festzulegen und der Invaliditätsgrad ist entsprechend der Behinderung in beiden
Bereichen zu bemessen. Ist bei einer Person, die nur zum Teil erwerbstätig ist,
anzunehmen, dass sie im Zeitpunkt der Prüfung des Rentenanspruchs ohne den
Gesundheitsschaden vollzeitlich erwerbstätig wäre, so ist die Invaliditätsbemessung
ausschliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstätige zu bemessen (Art. 27 IVV).
Nach aArt. 28 Abs. 1 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40% auf eine Viertelsrente (aArt. 28 Abs. 1 IVG). Ob eine versicherte Person als
ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, ergibt
sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn
keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 125 V 150 Erw. 2c).
bis
ter
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2.2 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur
Rentenrevision gibt nach der auch unter dem ATSG massgeblichen Rechtsprechung
jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die IV-Rente ist nicht
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustands, sondern auch dann
revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen
Gesundheitszustands erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 f. Erw. 3.5).
3.
Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin bereits bei der
erstmaligen Rentenzusprache zu 70% als Erwerbstätige und zu 30% als Hausfrau
klassifiziert. Sie hat also anerkannt, dass die vor Eintritt des Gesundheitsschadens zu
50% erwerbstätige Beschwerdeführerin dieses Pensum auf 70% erhöht hätte, wenn
sie nicht invalid geworden wäre. Sie berücksichtigte dabei die zum Zeitpunkt der
Haushaltabklärung (Januar 2003) eher angespannten finanziellen Verhältnisse der
Beschwerdeführerin sowie die Tatsache, dass ihr Sohn nun grösser und
selbstständiger geworden sei (IV-act. 24-2). Für die Zeit der erstmaligen
Rentenzusprache im Jahr 2003 ist die Beurteilung plausibel, und die von der
Beschwerdeführerin vorgenommene Einteilung 70% Erwerb und 30% Haushalt
erscheint als angemessen. Im Rahmen der mit der angefochtenen Verfügung vom
20. September 2007 zum Abschluss gebrachten Rentenrevision hat die
Beschwerdegegnerin an der ursprünglichen Einteilung festgehalten, ohne die
tatsächlichen Verhältnisse diesbezüglich erneut zu überprüfen. Damit hat sie die ihr
obliegende Untersuchungspflicht (Art. 43 Abs. 1 ATSG) verletzt. Zum Zeitpunkt der
Haushaltsabklärung im Januar 2003 war der im November 1988 geborene Sohn der
Beschwerdeführerin 14 Jahre alt gewesen und hatte noch die Schule besucht. Im
Herbst 2007 (Zeitpunkt des Verfügungserlasses) dürfte er hingegen nicht nur die
Schule, sondern auch die schliesslich aufgenommene Lehre bereits abgeschlossen
haben. Möglicherweise wohnte er gar nicht mehr bei den Eltern. Der
Betreuungsaufwand der Beschwerdeführerin gegenüber ihrem Sohn dürfte sich also
seit 2003 nochmals deutlich reduziert haben, sodass sie als Gesunde ihr
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Erwerbspensum möglicherweise weiter ausgebaut hätte. Hinzu kommt, dass der
Ehemann der Beschwerdeführerin seit 1. Juli 2007 aus gesundheitlichen Gründen
während längerer Zeit ganz oder teilweise arbeitsunfähig war (act. G 1.3). Ob er sich
wieder hinreichend erholte, um seine Erwerbstätigkeit vollständig wiederaufzunehmen,
ist nicht aktenkundig. Ohne weitere Abklärungen kann also nicht ausgeschlossen
werden, dass sich die finanzielle Situation des Ehepaars dermassen verschlechterte,
dass die Beschwerdeführerin als Gesunde ihr Arbeitspensum auf über 70%
aufgestockt, allenfalls sogar eine vollzeitige Erwerbstätigkeit aufgenommen hätte. Die
Sache ist folglich bereits wegen mangelhafter Abklärungen im Zusammenhang mit der
Methodenwahl und der prozentualen Einstufung der Beschwerdeführerin an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.
4.1 Bei der ursprünglichen Rentenzusprache stellte die Beschwerdegegnerin auf eine
Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin von 70% ab; die entsprechende
Rentenverfügung erwuchs in Rechtskraft. Im MEDAS-Gutachten vom 21. Juli 2006
wurde die Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin polydisziplinär auf 50%
festgelegt. Der Hinweis des psychiatrischen Teilgutachters Dr. med. Christian Kälin,
wonach eine "allenfalls heute noch vorhandene unfallbedingte körperliche
Arbeitsunfähigkeit" zur psychiatrisch bedingten Arbeitsunfähigkeit von 50%
hinzuaddiert werden müsste (IV-act. 92-43), vermag entgegen der Ansicht der
Beschwerdeführerin zu keiner anderen Beurteilung zu führen. Der begutachtende
Psychiater dürfte diese etwas missverständliche, im Zusammenhang mit
unfallversicherungsrechtlich relevanten Fragestellungen geäusserte Formulierung
gewählt haben, um zu betonen, dass die psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit zwar
nicht als unfallkausal zu betrachten sei, er aber eine allfällig verbleibende unfallkausale
körperliche Beeinträchtigung explizit nicht ausschliessen wollte. Die MEDAS-
Gesamtbeurteilung macht jedenfalls deutlich, dass interdisziplinär von einer
Arbeitsfähigkeit von 50% in einer optimal adaptierten Tätigkeit (ausschliesslich oder
überwiegend sitzend, körperlich leicht) ausgegangen wurde, wobei ein Arbeitspensum
von 75% bei einer um 25% verminderten Leistungsfähigkeit als zumutbar erachtet
wurde (IV-act. 92-27).
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4.2 Selbst wenn diese Einschätzung der MEDAS-Gutachter grundsätzlich als plausibel
erscheint, so wies der zuständige RAD-Arzt in seiner Stellungnahme vom
11. September 2006 doch zu Recht darauf hin, dass eine klare Verbesserung des
Gesundheitsschadens seit dem massgeblichen Vergleichszeitpunkt (Juni 2003) nicht
ausgewiesen ist. Ihm ist zuzustimmen, dass es sich um eine unterschiedliche
Bewertung eines im Wesentlichen gleichen Sachverhalts handelt (IV-act. 94), die
revisionsrechtlich nicht relevant sein kann. Ein weiterer RAD-Arzt präzisierte am
28. Februar 2007, dass in Bezug auf die Einschränkung im Erwerbsbereich weiterhin
die Grundlagen der Verfügung vom 17. Februar 2003 massgebend seien (IV-
act. 113-2). Mangels nachweisbarer erheblicher Verbesserung des
Gesundheitszustands seit 2003 gingen die RAD-Ärzte zu Recht davon aus, dass im
Revisionsverfahren für die Invaliditätsbemessung im Erwerbsbereich weiterhin von
einer Arbeitsunfähigkeit von 70% auszugehen ist. Soweit die angefochtene Verfügung
für den Erwerbsbereich weiterhin auf eine Einschränkung von 70% abstellt, ist sie nicht
zu beanstanden.
4.3 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin macht geltend, deren körperliche
Beeinträchtigungen hätten sich in einer Weise verschlechtert, die ihr die
Haushalttätigkeit weitestgehend verunmögliche. Dies ist nicht ohne weiteres von der
Hand zu weisen. Während sich die Problematik im Jahr 2003 weitgehend auf das Knie
beschränkte, erlitt die Beschwerdeführerin im Herbst 2004 einen Bandscheibenvorfall,
der eine Rückenoperation nach sich zog. Bereits vom 21. November 2003 bis zum
29. Februar 2004 hatte Dr. A._ der Beschwerdeführerin zudem eine volle
Arbeitsunfähigkeit attestiert, nachdem am 21. November 2003 eine Arthroskopie des
rechten oberen Sprunggelenks und eine Arthrolyse und Synovialektomie sowie am
22. Dezember 2003 eine Steroidinfiltration beim betroffenen Knie durchgeführt worden
waren (IV-act. 92-15). Erst ab 1. März 2004 lag für ausschliesslich sitzende Tätigkeiten
wieder eine Arbeitsfähigkeit von 50% vor (vgl. IV-act. 46-2). Die MEDAS-Gutachter
bezeichneten nur noch körperlich leichte, überwiegend oder ausschliesslich sitzende
Tätigkeit als teilzeitlich zumutbar. Im Haushalt erfüllt eine Vielzahl von Tätigkeiten diese
Anforderungen nicht. Sollten die von der Beschwerdegegnerin vorzunehmenden
Abklärungen ergeben, dass der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin nach wie vor
nach der gemischten Methode zu bemessen ist, so hat sie eine Haushaltabklärung
vorzunehmen. Dabei hat sie die Möglichkeiten der Familienangehörigen, im Haushalt zu
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helfen, sorgfältig zu evaluieren und darf die Zumutbarkeit der Hilfeleistung nicht
überstrapazieren. Damit den subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin kein
überhöhtes Gewicht zugemessen wird, hat die Beschwerdegegnerin vorgängig die
MEDAS Ostschweiz anzufragen, in welchem Ausmass die Beschwerdeführerin die
einzelnen Haushalttätigkeiten medizinisch-theoretisch noch ausführen kann. Die
Beurteilung der MEDAS Ostschweiz ist bei der anschliessend vorzunehmenden
Haushaltabklärung zu berücksichtigen. Das Ergebnis der Haushaltabklärung ist der
MEDAS Ostschweiz nötigenfalls zur erneuten Beurteilung und Bewertung der
Plausibilität vorzulegen. Erst nach Vornahme dieser Abklärungen kann der
Rentenanspruch der Beschwerdeführerin verfügt werden.
5.
5.1 Unabhängig vom Ergebnis der noch vorzunehmenden Abklärungen ist folgendes
zu beachten: Bei einer Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich
im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeeinflussende Änderung zu
berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert
hat (Art. 88a Abs. 2 Satz 1 IVV). Gemäss Art. 88a Abs. 2 Satz 2 IVV ist Art. 29 IVV
sinngemäss anwendbar. Dieser anerkennt bei der Berechnung der Wartezeit nach
Art. 29 Abs. 1 IVG die Anrechnung von früher zurückgelegten Zeiten, wenn die Rente
nach Verminderung des Invaliditätsgrads aufgehoben wurde, dieser jedoch in den
folgenden drei Jahren wegen einer auf dasselbe Leiden zurückzuführenden
Arbeitsunfähigkeit erneut ein rentenbegründendes Ausmass erreicht. Gemäss den
Erläuterungen des Bundesrats zur entsprechenden IVV-Revision (in Kraft seit 1. Januar
1977) hat es sich als stossend erwiesen, dass eine versicherte Person erneut die 360-
tägige Wartezeit zurücklegen muss, wenn ihre Invalidität nach Aufhebung der Rente
wieder auflebt. Nach der neuen Regelung entstehe der Rentenanspruch im Augenblick
des teilweisen oder völligen Arbeitsunterbruchs wieder, wenn der gleiche
Gesundheitsschaden innert drei Jahren erneut zur Arbeitsunfähigkeit und damit zur
Erwerbsunfähigkeit führe (vgl. ZAK 1977 S. 18). Die Wartezeit muss in solchen Fällen
also nicht ein zweites Mal erfüllt werden.
5.2 Vor Einführung des Art. 88a IVV per 1977 galt in Fällen, in denen wegen
veränderter Verhältnisse eine Änderung des Anspruchs in Frage kam, entsprechend
bis
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der Praxis des Eidgenössischen Versicherungsgerichts (EVG) in zeitlicher Hinsicht
sinngemäss die Wartezeit-Regelung des Art. 29 IVG (sofortiger Anspruchsbeginn bei
bleibenden Änderungen, in den übrigen Fällen nach Massgabe der durchschnittlichen
Arbeitsunfähigkeit während 360 Tagen). Dies wurde mit Art. 88a IVV geändert. Gemäss
den Erläuterungen des Bundesrats zu Art. 88a IVV sollte dieser Artikel klar zum
Ausdruck bringen, dass Änderungen, die voraussichtlich von Dauer sind, sofort, in
jedem Fall aber nach drei Monaten, zu berücksichtigen sind (ZAK 1977 S. 23). Zudem
ist Art. 29 IVV sinngemäss anzuwenden.
5.3 Dem Erfordernis einer dauernden Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit nach
Art. 88a Abs. 2 IVV ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts Genüge getan,
wenn die für den höheren Rentenanspruch erforderliche durchschnittliche
Arbeitsunfähigkeit bereits bei der (erstmaligen) Rentenzusprache nach Massgabe des
Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG erfüllt gewesen war, die Zusprache der höheren Rente aber
daran scheiterte, dass bei Ablauf des Wartejahrs eine im Vergleich zum
Durchschnittswert während des Wartejahrs verbesserte Arbeitsfähigkeit bestand
(Entscheid I 11/00 vom 22. August 2001, Erw. 3d, publ. in SVR-IV 4-5/2002, Nr. 8,
S. 21). Diese Spezifizierung hat das Bundesamt für Sozialversicherung (BSV) in einem
Beispiel in Rz. 4010 des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der
Invalidenversicherung (KSIH) veranschaulicht. Bei einer derartigen Konstellation handelt
es sich um einen Spezialfall. Der Grundfall liegt folgendermassen: Die versicherte
Person erhielt eine höhere Rente, die nach einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit auf
eine tiefere herabgesetzt wurde. Verschlechtert sich nun die Arbeitsfähigkeit wieder, so
ist die Rente erneut heraufzusetzen, wobei analog Art. 29 IVV keine zweite Wartezeit
zu erfüllen ist, sofern die erneute Verschlechterung auf das ursprüngliche Leiden
zurückzuführen ist und innert dreier Jahre einsetzt (vgl. ZAK 1990 S. 51, Erw. 2).
5.4 Nachdem im vorliegenden Fall die ganze Rente per 1. Oktober 2002 auf eine halbe
herabgesetzt worden war, wurden schliesslich weitere operative Eingriffe am rechten
Knie der Beschwerdeführerin notwendig, sodass es in der Zeit zwischen 21. November
2003 und 29. Februar 2004 wie erläutert zu einer erneuten vollen Arbeitsunfähigkeit
kam. Die nach der vorübergehenden Verbesserung der Arbeitsfähigkeit eingesetzte
Verschlechterung ab 21. November 2003 ist also auf denselben Gesundheitsschaden
zurückzuführen wie die ursprüngliche höhere Arbeitsunfähigkeit, die in der Zeit vom
bis
bis
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1. Februar 2002 bis 30. September 2002 den Anspruch auf eine ganze Rente ausgelöst
hatte. Somit wäre gemäss Art. 88a Abs. 2 Satz 2 IVV Art. 29 IVV sinngemäss
anzuwenden, sodass die Beschwerdeführerin ab 21. November 2003 (bzw. ab
1. November 2003) wieder Anspruch auf eine ganze Rente hätte. Die Verbesserung des
Gesundheitszustands und die Erhöhung der Arbeitsfähigkeit auf 50% stellte sich
gemäss Dr. A._ per 1. März 2004 ein, weshalb die Rente unter Beachtung der
Verzögerung von drei Monaten gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV per 1. Juni 2004 wieder auf
eine halbe herabzusetzen gewesen wäre (vgl. ZAK 1986 S. 346, Erw. 2c; Rz. 4008
KSIH). Die Beschwerdeführerin hat der Beschwerdegegnerin die Verschlechterung per
November 2003 jedoch nicht gemeldet. Die IV-Stelle leitete im April 2004 von Amtes
wegen das – im vorliegenden Verfahren zu beurteilende – Revisionsverfahren ein. Nach
Art. 88 Abs. 1 lit. b IVV erfolgt die Erhöhung der Rente bei einer Revision von Amtes
wegen frühestens von dem für diese vorgesehenen Monat an. Somit besteht nur für die
Monate April und Mai 2004 Anspruch auf eine ganze Rente. Vorbehalten bleibt ein über
Mai 2004 hinausgehender Anspruch auf eine höhere als eine halbe Rente je nach
Ergebnis der vorzunehmenden Abklärungen (vgl. Erw. 3 und 4).
5.5 Im Weiteren war die Beschwerdeführerin unbestrittenermassen zwischen
17. Oktober 2004 und Ende März 2005 nicht arbeitsfähig. Diese Verschlechterung des
Gesundheitszustands lag jedoch primär in der Diskushernie C5/6 begründet, die im
Dezember 2004 operativ angegangen wurde. Ein direkter Zusammenhang mit der
Fussproblematik lässt sich mit den vorhandenen medizinischen Akten nicht belegen.
Da somit nicht von einer Verschlechterung desselben Gesundheitsschadens
ausgegangen werden kann, bleibt für die sinngemässe Anwendung von Art. 29 IVV
im Rahmen von Art. 88a Abs. 2 Satz 2 IVV kein Raum. Die drei Wartemonate des
Art. 88a Abs. 2 Satz 1 IVV wären folglich anzurechnen, sodass die
Beschwerdegegnerin die Rentenerhöhung grundsätzlich zu Recht auf den 1. Januar
2005 festgesetzt hat. Hingegen ginge es nicht an, die Rente bereits wieder ab 1. April
2005 herabzusetzen, sondern es wäre auch hier die dreimonatige Verzögerung des
Art. 88a Abs. 1 Satz 2 IVV zu berücksichtigen. Die ganze Rente wäre somit per 1. Juli
2005 auf eine halbe herabzusetzen (vgl. ZAK 1986 S. 346, Erw. 2c; Rz. 4008 KSIH).
Auch hier bleiben die Erkenntnisse der weiteren Abklärungen vorbehalten.
6.
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© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/15
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6.1 Zusammenfassend ist die Beschwerde unter Aufhebung der angefochtenen
Verfügung im Sinn der Erwägungen teilweise gutzuheissen. Die Sache ist an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese wie erläutert in Bezug auf die
Methodenwahl und im Anschluss daran nötigenfalls in Bezug auf die Einschränkung
der Beschwerdeführerin im Haushalt weitere Abklärungen vornehme und schliesslich
über den Rentenanspruch neu verfüge. Dabei hat sie auch die Ausführungen in Erw. 5
zu beachten.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- bis
Fr. 1000.- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- erscheint
als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als volles
Obsiegen (ZAK 1987 S. 268 Erw. 5a). Somit unterliegt die Beschwerdegegnerin
vollumfänglich, sodass ihr als nicht von der Pflicht zur Übernahme amtlicher Kosten
befreiter selbstständiger öffentlich-rechtlicher Anstalt die ganze Gerichtsgebühr
aufzuerlegen ist.
6.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine
ungekürzte Parteientschädigung, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert
nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses
bemessen wird (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1).
Angemessen erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.- (einschliesslich
Barauslagen und Mehrwertsteuer). Die am 7. Januar 2008 bewilligte unentgeltliche
Prozessführung wird bei diesem Verfahrensausgang gegenstandslos.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG