Decision ID: 8db51944-15ed-4695-95ef-765d5d85bd50
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich im Februar 2006 bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen zum
Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-act. 2). Er gab an, er habe keine
berufliche Ausbildung absolviert. Seit dem Jahr 1999 sei er als Spannrahmenhelfer
tätig. Die Orthopädin Dr. med. B._ hatte in einem Gutachten zuhanden einer
obligatorischen Unfallversicherung im Januar 2006 festgehalten (IV-act. 17–4 ff.), der
Versicherte leide an einer chronischen Cervico-Brachialgie bei einem Status nach
Distorsionen und Kontusionen der Halswirbelsäule anlässlich von zwei Unfällen in den
Jahren 1995 und 2005, an einer chronischen Thoracalgie sowie an einer chronischen
Lumbalgie respektive Lumboischialgie. Gemäss den Akten und der anamnestischen
Angaben bestünden zusätzliche nicht orthopädische Beschwerden, nämlich eine
depressive Verstimmung sowie ein Exanthem am rechten Unterschenkel. In der
klinischen Untersuchung habe sich der Wirbelsäulenstatus pathologisch mit deutlichen
Palpationsdolenzen, einer eingeschränkten und schmerzhaften Beweglichkeit mit
teilweisen Ausstrahlungen in die Extremitäten, einer deutlich schmerzhaften
Muskulatur, deutlich schmerzhaften Insertionsstellen und einer mässig verkrampften
Muskulatur im Nackenbereich sowie einer schlaffen und kraftlosen Muskulatur im
lumbalen Bereich gezeigt. Die beklagten Beschwerden seien nachvollziehbar und
erklärbar. Der Versicherte sei vollständig arbeitsunfähig. Die Klinik C._ berichtete am
6. März 2006 (IV-act. 23), der Versicherte habe sich vom 23. Januar 2006 bis zum 26.
Februar 2006 in einer stationären Behandlung befunden. Er leide an einem chronischen
cervico-spondylogenen und lumbo-spondylogenen Schmerzsyndrom sowie an einer
chronischen Gastritis. Das „Hauptproblem“ sei eine „mangelnde
Situationsbewältigung“. Der Versicherte sei beim Eintritt in die stationäre Behandlung
vollständig arbeitsunfähig gewesen. Auch nach der stationären Behandlung sei er nicht
A.a.
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arbeitsfähig gewesen. Im Auftrag der liechtensteinischen Invalidenversicherung, bei der
sich der Versicherte ebenfalls zum Leistungsbezug angemeldet hatte, erstattete die
medizinische Abklärungsstelle (MEDAS) Ostschweiz am 30. September 2008 ein
polydisziplinäres Gutachten (IV-act. 72). Die Sachverständigen hielten fest, der
Versicherte leide an einer längeren depressiven Reaktion im Rahmen einer
Anpassungsstörung, an einem maladaptiven Überzeugungs- und Bewältigungsmuster
im Zusammenhang mit den Schmerzen, an einem diffusen chronischen
Schmerzsyndrom sowie an einem Status nach einem Frontalunfall im Jahr 1995 mit
Kontusionen und nach einem Sturz auf dem Eis im Januar 2005. Zudem bestehe der
Verdacht auf eine sensible, wenig belastbare und frustrationsintolerante Persönlichkeit.
Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 70 Prozent.
Mit einer Verfügung vom 26. Januar 2009 sprach die liechtensteinische
Invalidenversicherung dem Versicherten mit Wirkung ab dem 1. Januar 2006 eine
ganze Rente bei einem Invaliditätsgrad von 100 Prozent zu (IV-act. 50 ff.).
Im April 2009 notierten zwei Ärzte des IV-internen regionalen ärztlichen Dienstes
(RAD), bei einer Anpassungsstörung handle es sich grundsätzlich um eine temporäre
und gut behandelbare Erkrankung, weshalb davon auszugehen sei, dass sich der
Gesundheitszustand des Versicherten wesentlich verbessern würde, wenn dieser sich
in eine fachärztliche Behandlung begeben würde (IV-act. 78). Mit einem Schreiben vom
6. April 2009 hielt die IV-Stelle den Versicherten an (IV-act. 80), sich im Sinne der
Erfüllung seiner Schadenminderungspflicht in eine fachärztliche Behandlung zu
begeben und sich ausreichend intensiv behandeln zu lassen. Sie führte aus, die
Auflage gelte als erfüllt, wenn ein Facharzt für Psychiatrie eine ausreichend intensive
Behandlung sowie die notwendige Behandlungsbereitschaft und Mitwirkung bestätigen
könne. Der Versicherte habe der IV-Stelle den Namen und die Adresse des für die
psychiatrische Behandlung zuständigen Arztes bis spätestens am 30. April 2009
mitzuteilen. Sollte der Versicherte seine Schadenminderungspflicht nicht erfüllen,
werde die IV-Stelle allfällige Leistungen kürzen oder verweigern. Am 29. April 2009
teilte der Versicherte der IV-Stelle mit, dass er sich zu Dr. med. D._ in eine
psychiatrische Behandlung begeben werde (IV-act. 84). Im September 2009 berichtete
Dr. D._ (IV-act. 89), der Versicherte leide an einer mittelgradigen depressiven Episode
mit einem somatischen Syndrom sowie an einer anhaltenden somatoformen
A.b.
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Schmerzstörung. Zudem bestehe der Verdacht auf eine posttraumatische
Belastungsstörung. Der Versicherte sei vollständig arbeitsunfähig. Die Prognose sei
schlecht.
Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die E._ am 12. Mai 2010 einen Bericht über
eine verdeckte Observation des Versicherten (IV-act. 97). Sie hielt fest, der Versicherte
habe sich während der ersten Observationsphase im Januar 2010 an zwei Gehstöcken
fortbewegt. Während der zweiten Observationsphase im April 2010 sei er ohne
Gehhilfen unterwegs gewesen, aber er habe den Eindruck einer physischen
Beeinträchtigung hinterlassen. Sämtliche Bewegungen seien verlangsamt gewesen. Im
Auftrag der IV-Stelle erstattete die F._ am 13. Dezember 2010 einen zweiten
Observationsbericht (IV-act. 108). Sie führte aus, während der Observation seien
abgesehen von einem leichten Hinken keine körperlichen Einschränkungen des
Versicherten aufgefallen. Eine klare Tagesstruktur sei nicht zu erkennen gewesen.
Einmal sei der Versicherte dabei beobachtet worden, wie er mit mehreren Helfern
Occasionsmöbel transportiert habe. Ein RAD-Arzt notierte im Januar 2011 (IV-act. 109),
das Observationsmaterial belege, dass der Versicherte seine
Gesundheitsbeeinträchtigung gegenüber den medizinischen Sachverständigen massiv
übertrieben habe. Durch sein Verhalten habe er die Sachverständigen in die Irre
geführt. Im Frühjahr 2010 habe er den Verdacht gehegt, dass er observiert werde,
weshalb er sich „demonstrativ behindert“ verhalten habe. Die zweite Observation habe
die Täuschung dann entlarvt. Aus medizinischer Sicht könne keine relevante
Arbeitsunfähigkeit attestiert werden. Mit einem Vorbescheid vom 21. April 2011 teilte
die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie die Abweisung seines Rentenbegehrens
vorsehe (IV-act. 114). Dagegen liess der Versicherte am 3. Juni 2011 einwenden, die
IV-Stelle habe das Observationsmaterial einseitig gewürdigt; er habe seine
Gesundheitsbeeinträchtigung gegenüber den Sachverständigen nicht übertrieben
dargestellt (IV-act. 115). Mit einer Verfügung vom 12. März 2012 wies die IV-Stelle das
Rentenbegehren des Versicherten ab (IV-act. 120).
A.c.
Nachdem der Versicherte eine Beschwerde erhoben hatte, widerrief die IV-Stelle
die Verfügung vom 12. März 2012 am 18. Juni 2012, um weitere Abklärungen zu
tätigen (IV-act. 137). Das Beschwerdeverfahren wurde in der Folge als gegenstandslos
abgeschrieben (vgl. IV-act. 148). Am 25. November 2013 erstattete die MEDAS Bern im
A.d.
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Auftrag der IV-Stelle ein bidisziplinäres psychiatrisches und orthopädisches Gutachten
(IV-act. 181). Der psychiatrische Sachverständige hielt fest, dass er keine
Gesundheitsbeeinträchtigung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizieren
könne. Folglich sei aus psychiatrischer Sicht eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit zu
attestieren. Der orthopädische Sachverständige führte aus, der Versicherte leide an
Genua vara, an einem Spreizfuss beidseits, an chronisch wiederkehrenden Cervico-
Dorso-Lumbalgien, Cervico-Cephalgien und Cervico-Brachialgien sowie an
wiederkehrenden Schulterarthralgien. Keine dieser Diagnosen wirke sich auf die
Arbeitsfähigkeit des Versicherten aus, weshalb diesem auch aus orthopädischer Sicht
eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit zu attestieren sei. Die RAD-Ärztin Dr. med.
G._ qualifizierte das Gutachten als überzeugend (IV-act. 188).
Am 26. März 2014 liess der Versicherte unter Hinweis auf eine Stellungnahme des
behandelnden Orthopäden Dr. med. H._ vom 18. März 2014 geltend machen (IV-act.
190), das Gutachten der MEDAS Bern überzeuge nicht. Die Sachverständigen hätten
auf ein fast drei Jahre altes MRI abgestellt. Ein im Auftrag von Dr. H._ erstelltes
neues MRI zeige eine Progredienz der bildgebenden Befunde. Mit seiner geschädigten
Wirbelsäule sei der Versicherte ein sehr unzuverlässiger Arbeitnehmer. Seine
Leistungsfähigkeit betrage lediglich 50–60 Prozent. Die Umschreibung eines ideal
leidensadaptierten Arbeitsplatzes im Gutachten der MEDAS Bern beziehe sich
offensichtlich auf reine Utopie- beziehungsweise Phantasie-Jobs. Die RAD-Ärztin Dr.
G._ notierte im April 2014, das von Dr. H._ zwischenzeitlich zugesendete aktuelle
MRI zeige keine wesentliche Veränderung, weshalb von einem unverändert
gebliebenen Gesundheitszustand auszugehen und auf das Gutachten der MEDAS Bern
abzustellen sei (IV-act. 202). Mit einem Vorbescheid vom 15. August 2014 kündigte die
IV-Stelle dem Versicherten an, dass sie die Abweisung seines Rentenbegehrens
vorsehe (IV-act. 210). Dagegen liess der Versicherte am 30. September 2014
einwenden (IV-act. 215), das Gutachten der MEDAS Bern überzeuge nicht. Die
behandelnde Psychiaterin Dr. D._ habe in einer Stellungnahme vom 9. April 2014
festgehalten, sie sei erstaunt, dass der psychiatrische Sachverständige keine Diagnose
habe stellen können. Schon im Jahr 2005 sei eine anhaltende somatoforme
Schmerzstörung diagnostiziert worden. Der psychiatrische Sachverständige der
MEDAS Ostschweiz habe eine längere depressive Reaktion im Rahmen einer
A.e.
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Anpassungsstörung diagnostiziert. Im Jahr 2009 sei der Versicherte von der IV-Stelle
angehalten worden, sich in eine intensive psychiatrische Behandlung zu begeben.
Auch die Tagesklinik I._ habe eine mittelgradige depressive Episode und eine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert. Die Schmerzstörung habe
sich mittlerweile chronifiziert und verselbständigt. Die sogenannten Foerster’schen
Kriterien seien erfüllt. Der Versicherte sei vollständig arbeitsunfähig. Der behandelnde
Neurochirurg Dr. med. J._ habe im Mai 2014 eine mikrochirurgische Fensterung L4/5
rechts und eine Sequesterektomie durchgeführt, was bestätige, dass der Versicherte
auch in orthopädischer Hinsicht an einer relevanten Gesundheitsbeeinträchtigung leide.
Die RAD-Ärztin Dr. G._ sah nach einer Würdigung der mit der Eingabe des
Versicherten vom 30. September 2014 eingereichten medizinischen Berichte keinen
Anlass für weitere medizinische Abklärungen; sie erachtete das Gutachten der MEDAS
Bern nach wie vor als überzeugend, empfahl aber die Einholung eines Verlaufsberichts
bezüglich des im Mai 2014 durchgeführten Eingriffs (IV-act. 220). Der Neurochirurg Dr.
J._ teilte im Januar 2015 mit (IV-act. 222), der Gesundheitszustand des Versicherten
habe sich verschlechtert. Aus medizinischer Sicht sei eine Operation an der
Halswirbelsäule indiziert. Aus rein somatischer Sicht sei dem Versicherten eine leichte
Arbeit im Umfang von 50 Prozent zumutbar. Die Psychiaterin Dr. D._ berichtete im
Januar 2015 über einen psychisch unveränderten Gesundheitszustand des
Versicherten (IV-act. 225). Im Januar 2016 empfahl die RAD-Ärztin Dr. G._ eine
Verlaufsbegutachtung (IV-act. 245).
Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die Zentrum für interdisziplinäre medizinische
Begutachtungen (ZIMB) AG am 10. April 2017 ein polydisziplinäres Gutachten (IV-act.
274). Der chirurgisch-orthopädische Sachverständige hielt fest, bei den
kooperationsabhängigen Untersuchungen habe der Versicherte seinen
„vollumfänglichen Bewegungsumfang“ nicht ausgeschöpft. Das Gangbild des
Versicherten sei frei und sicher gewesen. Auch die Positionswechsel seien frei und
zügig erfolgt. Das Entkleiden sei flüssig und routiniert erfolgt. Einschränkungen hätten
nicht beobachtet werden können. Die Abnutzung der Sohlen der handelsüblichen
Halbschuhe des Versicherten sei seitengleich normal gewesen. Bei der expliziten
Prüfung des Gangbildes hätten sich dann aber eine deutliche Verlangsamung und ein
deutlich rechtsbetontes Hinken gezeigt. Auf einer Wegstrecke von fünf Metern habe
A.f.
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sich der Versicherte mit einem schmerzverzerrten Gesicht laut stöhnend an
verschiedenen Gegenständen abgestützt. Auf die Aufforderung hin, den Fersenstand
und den Zehenstand zu demonstrieren, habe der Versicherte unwillkürlich begonnen,
mit beiden Beinen zu zittern. Die Wirbelsäule sei inspektorisch unauffällig gewesen. Im
Bereich der Halswirbelsäule habe kein verstärkter Muskeltonus festgestellt werden
können. Die vom Versicherten geklagten Beschwerden hätten keinem Dermatom
zugeordnet werden können. Die einzelnen Segmente seien durchgehend stabil
gewesen. Die Beweglichkeit der Halswirbelsäule sei bei der expliziten Untersuchung
eingeschränkt, im normalen Verhalten dagegen uneingeschränkt gewesen. Aufgrund
der bei der mehrmaligen klinischen Untersuchung der Halswirbelsäule inkonsistenten
Beschwerdeangaben sei zur Beurteilung einer nicht auszuschliessenden Aggravation
die klinische Untersuchung der Wirbelsäule sowie der Schultergelenke mittels eines
handelsüblichen Laserpointers erfolgt, dessen Strahl auf die fraglichen Regionen
gerichtet worden sei. Der Versicherte habe daraufhin angegeben, dass er während der
Untersuchung einen schneidenden, starken Schmerz im Bereich der Halswirbelsäule
mit einer Schmerzfortleitung in sein rechtes Schultergelenk verspürt habe. Trotz dieser
nachträglichen Schmerzangabe habe der Versicherte aber während der Untersuchung
keine Ausweichbewegungen durchgeführt. Auch habe er während der Untersuchung
selbst keine Schmerzen angegeben. Der klinische Befund sei bezüglich der
Brustwirbelsäule völlig unauffällig gewesen. Auch hinsichtlich der Lendenwirbelsäule
sei der klinische Befund weitgehend unauffällig gewesen. Es habe sich nur eine diffuse,
beidseits paravertebrale Druckdolenz gezeigt, die vom thoraco-lumbalen Übergang bis
zum Sacrum gereicht habe. Die Muskulatur sei aber nicht erhöht tonisiert gewesen. Die
Beschwerden hätten keinem Dermatom zugeordnet werden können. Unter ablenkender
Gesprächsführung sei nochmals die gesamte Wirbelsäule palpiert worden. Dabei habe
der Versicherte keine Beschwerden im Bereich des thoraco-lumbalen Übergangs
angegeben. Der ausgiebig erhobene klinische Befund bezüglich der Schultergelenke
sei abgesehen von den kooperationsabhängigen Tests völlig unauffällig gewesen. Auch
hinsichtlich der übrigen Gelenke an den Extremitäten sei der (ausgiebig erhobene)
klinische Befund unauffällig gewesen. Die orthopädisch-neurologische Prüfung habe
ebenfalls keine Auffälligkeiten gezeigt. Zusammenfassend seien ein chronisches
Thoraco-Lumbovertebralsyndrom ohne eine Radiculopathie sowie – ohne Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit – ein chronisches cervico-cephales Schmerzsyndrom und ein
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Status nach einer Arthroskopie des rechten Schultergelenks zu diagnostizieren. Eine
leidensadaptierte Tätigkeit sei dem Versicherten uneingeschränkt zumutbar. Zu
vermeiden seien repetitive, stereotype Bewegungsabläufe, das mehr als gelegentliche
Arbeiten in Zwangshaltungen, Tätigkeiten mit einer vermehrten Vibrationsbelastung,
das mehr als gelegentliche Anheben von Lasten über die Horizontale, das körperferne
Heben und Tragen von Lasten über fünf Kilogramm und das körpernahe Heben und
Tragen von Lasten über zehn Kilogramm sowie Tätigkeiten ohne Schutz vor Kälte,
Zugluft, Nässe und Tätigkeiten auf regen- oder eisglattem Untergrund. Der
neurologische Sachverständige führte aus, bei der klinischen Untersuchung seien keine
höhergradigen objektivierbaren fokal-neurologischen Defizite aufgefallen. Insbesondere
habe sich keine persistierende Ausfallsymptomatik in Bezug auf die von radiologischer
Seite beschriebene mögliche Nervenwurzelirritationen im Rahmen der degenerativen
Wirbelsäulenveränderungen feststellen lassen. Die vom Versicherten beschriebenen
intermittierend ausstrahlenden Schmerzen liessen sich am ehesten dem Dermatom S1
zuordnen, sodass diesbezüglich ein Zusammenhang mit der von radiologischer Seite
beschriebenen Tangierung der Wurzel S1 hergestellt werden könne. Diagnostisch lägen
degenerative Wirbelsäulenveränderungen sowie – ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
– ein chronischer Kopfschmerz vor. Für eine leidensadaptierte Tätigkeit bestehe eine
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Die psychiatrische Sachverständige hielt fest, der
objektive klinische Befund sei weitgehend unauffällig gewesen. In der Untersuchung
hätten sich keine Anzeichen für eine Auffassungsstörung, für eine Einschränkung der
Aufmerksamkeit oder der Konzentration, für eine Beeinträchtigung der Merkfähigkeit
oder des Gedächtnisses oder für Einschränkungen des Antriebs oder der
Psychomotorik gezeigt. Der formale Gedankengang sei geordnet und kohärent
gewesen. Inhaltliche Denkstörungen seien nicht aufgefallen. Der Versicherte sei
dysphorisch verstimmt und weinerlich gewesen. Die Grundstimmung sei negativ
gewesen. Die affektive Schwingungsfähigkeit sei herabgemindert gewesen. Der
Rapport habe nur schwer hergestellt werden können. Der Versicherte habe über
Ganzkörperschmerzen, über Ein- und Durchschlafstörungen, über ein Einschlafen der
Finger, über einen Druck auf der Brust mit Atembeschwerden sowie über einen
Libidoverlust geklagt. Unter Berücksichtigung des klinischen Befundes und der
Angaben in den Vorakten seien eine Entwicklung von körperlichen Symptomen aus
psychischen Gründen (Rentenneurose), Kontaktanlässe mit Bezug auf das Berufsleben
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bei einem Verlust des Arbeitsplatzes sowie Kontaktanlässe mit Bezug auf die
wirtschaftliche Lage bei einer enormen Schuldenlast und einer Abhängigkeit vom
Sozialamt zu diagnostizieren. Keine dieser Diagnosen wirke sich auf die
Arbeitsfähigkeit des Versicherten aus. Aus psychiatrischer Sicht seien weder das
psychiatrische Teilgutachten der MEDAS Ostschweiz noch die Berichte der
behandelnden Psychiaterin Dr. D._ überzeugend. Im Gutachten der MEDAS
Ostschweiz vom September 2008 sei eine Anpassungsstörung diagnostiziert worden.
Deren Symptome bildeten sich definitionsgemäss innerhalb von zwei Jahren zurück,
weshalb die Anpassungsstörung eine seit dem Unfall im Jahr 2005 bestehende
Arbeitsunfähigkeit nicht erklären könne. Die von Dr. D._ gestellte Diagnose einer
Persönlichkeitsstörung überzeuge nicht, weil der Versicherte nach dem ersten Unfall im
Jahr 1995 über zehn Jahre lang ein beruflich unauffälliges Leben geführt, eine Familie
gegründet und einen ordentlichen Kollegenkreis gepflegt habe. Er sei in jener Zeit
nahezu durchgehend arbeits- und leistungsfähig gewesen und er sei verschiedenen
Freizeitbeschäftigungen und sportlichen Aktivitäten nachgegangen. Obwohl sich der
Versicherte ab dem Jahr 2009 in der Behandlung bei Dr. D._ befunden habe, habe
diese erst im Jahr 2012 eine Persönlichkeitsstörung diagnostiziert. Auch die Diagnose
einer somatoformen Schmerzstörung überzeuge nicht, da kein schwerwiegender
unbewusster innerpsychischer Konflikt habe identifiziert werden können. Nach der
Konsensbesprechung hielten die Sachverständigen fest, aus interdisziplinärer Sicht sei
dem Versicherten für eine leidensadaptierte Tätigkeit eine uneingeschränkte
Arbeitsfähigkeit zu attestieren. Retrospektiv könne mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit angenommen werden, dass diese Arbeitsfähigkeitsschätzung seit
dem erstmaligen Antrag zum Leistungsbezug am 7. Februar 2006 gültig sei. Die RAD-
Ärztin Dr. G._ qualifizierte das Gutachten als überzeugend (IV-act. 275). Bezüglich
der im Raum stehenden posttraumatischen Belastungsstörung hielt sie fest, weder im
aktuellen noch im letzten Gutachten aus dem Jahr 2007 habe eine entsprechende
Symptomatik gemäss den diagnostischen Leitlinien festgestellt werden können. Die
psychiatrische Sachverständige habe betont, dass sich bereits in den frühen Akten
Hinweise auf Inkonsistenzen, auf Widersprüche und auf ein dysfunktionales,
maladaptives Verhalten finden liessen.
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B.
Mit einem Vorbescheid vom 18. August 2017 teilte die IV-Stelle dem Versicherten
mit, dass sie die Abweisung des Rentenbegehrens vorsehe (IV-act. 276). Dagegen liess
dieser am 18. und am 26. September 2017 einwenden, das Gutachten der ZIMB AG sei
nicht überzeugend (IV-act. 281 f.). Der behandelnde Orthopäde Dr. H._ hatte bereits
am 18. September 2017 geltend gemacht, dass er den Versicherten angesichts der
vielfältigen Diagnosen als vollständig arbeitsunfähig qualifiziere (IV-act. 283). Der
behandelnde Neurochirurg Dr. J._ erachtete den Versicherten wegen der
degenerativen Veränderungen an der Hals- und an der Lendenwirbelsäule ebenfalls als
vollständig arbeitsunfähig (IV-act. 284). Am 2. Oktober 2017 führte Dr. J._ ergänzend
an (IV-act. 288), die Sachverständigen der ZIMB AG hätten den Veränderungen an der
Halswirbelsäule nicht hinreichend Rechnung getragen, weshalb ihre Teilgutachten
insuffizient seien. Die Psychiaterin Dr. D._ hielt am 3. Oktober 2017 fest (IV-act. 289),
es wundere sie sehr, dass von der psychiatrischen Sachverständigen der ZIMB AG
keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt worden sei. Sie staune,
dass eine Rentenneurose diagnostiziert worden sei. Der Versicherte habe sich ja sehr
lange gegen eine psychiatrische Behandlung und gegen operative Eingriffe gewehrt.
Die Kriterien für eine posttraumatische Belastungsstörung seien erfüllt. Der Versicherte
sei vollständig arbeitsunfähig. Während der ganzen Dauer der Behandlung habe der
Versicherte nie Aggravations- oder Simulationstendenzen gezeigt. Die RAD-Ärztin Dr.
G._ empfahl nach einer Würdigung der eingereichten medizinischen Akten weiterhin,
auf das Gutachten der ZIMB AG abzustellen (IV-act. 290). Mit einer Verfügung vom 24.
November 2017 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren des Versicherten ab (IV-act.
291).
A.g.
Am 9. Januar 2018 liess der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer) eine
Beschwerde gegen die Verfügung vom 24. November 2017 erheben (act. G 1). Sein
Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die
Zusprache einer vollen (recte: ganzen) Rente der Invalidenversicherung mit Wirkung ab
dem 1. Februar 2006 (vgl. act. G 2) sowie eventualiter die Einholung eines „neutralen
Zusatzgutachtens“. Zur Begründung führte er aus, die MEDAS Ostschweiz habe in
ihrem Gutachten von Ende 2008 eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 70 Prozent
attestiert, weshalb der Beschwerdeführer bis heute eine Rente der
B.a.
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Invalidenversicherung des Fürstentums Liechtenstein erhalte. Die behandelnden Ärzte
bescheinigten ebenfalls eine hochgradige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Das
anderslautende Gutachten der ZIMB AG überzeuge nicht. So leuchte namentlich nicht
ein, weshalb die Sachverständigen für die zuletzt ausgeübte, körperlich leichte
Tätigkeit eine vollständige Arbeitsunfähigkeit, für eine leidensadaptierte Tätigkeit aber
eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit attestiert hätten. Der psychiatrische
Sachverständige habe die Auffassung von Dr. D._ bestätigt, wonach die dauernden
Schmerzen zu einem Identitätsmerkmal des Beschwerdeführers geworden seien,
weshalb nicht einleuchte, dass er dann eine konträre Arbeitsfähigkeitsschätzung
abgegeben habe. Der Vorwurf der Sachverständigen, der Beschwerdeführer habe
„klare Aggravationstendenzen“ gezeigt, sei sachverhaltswidrig.
Die IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) beantragte am 21. Februar
2018 die Abweisung der Beschwerde (act. G 4). Zur Begründung führte sie an, die
Sachverständigen der ZIMB AG seien davon ausgegangen, dass der Beschwerdeführer
seine letzte Erwerbstätigkeit überwiegend stehend und mit der intermittierenden
Notwendigkeit, Zwangshaltungen einzunehmen, habe verrichten müssen, weshalb sie
diese Tätigkeit als ungeeignet qualifiziert hätten. Darin sei kein Widerspruch zum Attest
einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit für ideal leidensadaptierte Tätigkeiten zu
erblicken. In medizinischer Hinsicht sei auf die Aktenwürdigung der RAD-Ärztin Dr.
G._ zum Gutachten der ZIMB AG zu verweisen.
B.b.
Am 23. Februar 2018 wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche
Rechtspflege bewilligt (act. G 5).
B.c.
Der Beschwerdeführer liess am 9. April 2018 an seinen Anträgen festhalten (act. G
7). Die Beschwerdegegnerin hielt am 20. April 2018 ebenfalls an ihrem Antrag fest (act.
G 9).
B.d.
Am 15. Mai 2018 liess der Beschwerdeführer einen Austrittsbericht der Klinik
K._ vom 17. April 2018 einreichen, in dem ihm nach einer vom 11. Februar 2018 bis
zum 11. April 2018 erfolgten stationären Behandlung eine mittelgradige depressive
Episode mit einem somatischen Syndrom, eine subsyndromale posttraumatische
Belastungsstörung, eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und
B.e.
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Erwägungen
1.
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin das Rentenbegehren des
Beschwerdeführers vom Februar 2006 zu Recht abgewiesen hat. Den Streitgegenstand
in diesem Beschwerdeverfahren bildet also die Frage nach einem allfälligen
Rentenanspruch des Beschwerdeführers für die Zeit nach der Anmeldung zum
Leistungsbezug im Februar 2006.
2.
psychischen Faktoren sowie eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit vor allem
negativistischen Zügen diagnostiziert und prognostiziert worden war, dass eine
Reintegration in den freien Arbeitsmarkt nicht mehr möglich sein werde (act. G 11.1.1).
Die Beschwerdegegnerin machte am 4. Juni 2018 geltend, die gesundheitliche
Entwicklung nach der Eröffnung der angefochtenen Verfügung sei für dieses
Beschwerdeverfahren irrelevant (act. G 13). Der Beschwerdeführer liess am 13. Juli
2018 einwenden, dass im Austrittsbericht vom 7. April 2018 auf ein stark chronifiziertes
Zustandsbild hingewiesen worden sei (act. G 17).
Am 28. August 2018 reichte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers eine
Honorarnote über 3’844.15 Franken bei einem um 20 Prozent gekürzten Stundensatz
von 200 Franken ein (act. G 18.1).
B.f.
Laut dem Art. 28 Abs. 1 IVG besteht ein Anspruch auf eine Rente der
Invalidenversicherung, wenn die versicherte Person ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch
zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern
kann, wenn sie während eines Jahres ohne einen wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen ist und wenn sie nach
dem Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid ist. Für die Bemessung der
Invalidität wird gemäss dem Art. 28a Abs. 1 IVG in Verbindung mit dem Art. 16 ATSG
das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung und nach der Durchführung der medizinischen
Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare
Tätigkeit bei einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung zu
2.1.
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jenem Erwerbseinkommen gesetzt, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn
sie gesund geblieben wäre.
Der Beschwerdeführer hat keine Berufsausbildung absolviert. Nach seiner Einreise
in die Schweiz hat er typische Hilfsarbeiten verrichtet. Seine Validenkarriere besteht
folglich in der Verrichtung einer typischen, durchschnittlich entlöhnten
Hilfsarbeitertätigkeit, weshalb das Valideneinkommen dem statistischen Zentralwert
der Hilfsarbeiterlöhne in der Schweiz entspricht.
2.2.
Die Sachverständigen der ZIMB AG haben die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als
unzumutbar qualifiziert. Der Beschwerdeführer hat zu Recht geltend gemacht, dass
diese Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht überzeuge, weil es sich bei der zuletzt
ausgeübten Tätigkeit um eine körperlich leichte und weitgehend leidensadaptierte
Arbeit gehandelt habe. Dem Gutachten der ZIMB AG lässt sich entnehmen (vgl. IV-act.
274–118), dass dieser Arbeitsfähigkeitsschätzung eine falsche Vorstellung der
Sachverständigen bezüglich der körperlichen Anforderungen der zuletzt ausgeübten
Tätigkeit zugrunde gelegen hat. Die Sachverständigen sind nämlich davon
ausgegangen, dass der Beschwerdeführer die Arbeit überwiegend stehend und
notwendigerweise intermittierend in Zwangshaltungen habe ausführen müssen, was
die Sachverständigen angesichts der ausgewiesenen Beeinträchtigungen an der
Wirbelsäule überzeugend als unzumutbar qualifiziert haben. Tatsächlich sind die
Belastungen am letzten Arbeitsplatz aber nicht so schwer gewesen, wie die
Sachverständigen der ZIMB AG angenommen haben. Die Sachverständigen haben
also nicht den medizinischen, sondern den beruflichen Sachverhalt falsch beurteilt. Das
schadet aber nicht, da sie nur jene medizinischen Angaben haben liefern müssen, die
es dem Rechtsanwender – nötigenfalls unter Beizug eines Berufsberaters – erlaubt
haben, die Frage nach der Zumutbarkeit der zuletzt ausgeübten Tätigkeit zu
beantworten. Nur wenn die Beschwerdegegnerin den Sachverständigen der ZIMB AG
ein detailliertes Anforderungsprofil für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit zur Verfügung
gestellt hätte, hätten diese sich direkt zur Frage äussern können, ob jene Tätigkeit aus
medizinischer Sicht noch zumutbar gewesen sei. Dieser Frage kommt aber vorliegend
keine Bedeutung zu, weil es sich bei der zuletzt ausgeübten Tätigkeit um eine
Hilfsarbeit gehandelt hat und weil es dem Beschwerdeführer jedenfalls aus den in der
nachfolgenden E. 2.4 dargelegten Gründen überwiegend wahrscheinlich zumutbar
gewesen ist, eine ideal leidensadaptierte Hilfsarbeit auszuüben, sodass es letztlich
irrelevant ist, inwiefern die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als ideal leidensadaptiert zu
qualifizieren ist respektive wie hoch der Arbeitsfähigkeitsgrad für jene Tätigkeit
gewesen ist.
2.3.
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Die Sachverständigen der ZIMB AG haben den Beschwerdeführer umfassend
persönlich untersucht und sie haben die medizinischen Vorakten eingehend gewürdigt,
sodass sie mit dem massgebenden medizinischen Sachverhalt bestens vertraut
gewesen sind. Sie haben die subjektiven Klagen des Beschwerdeführers ausführlich
wiedergegeben und sie haben auch detailliert festgehalten, welche objektiven
klinischen Befunde sie erhoben und welche bildgebenden Befunde ihnen vorgelegen
haben. Nichts deutet darauf hin, dass die Sachverständigen ein wesentliches
Sachverhaltselement übersehen haben könnten. Der orthopädische Sachverständige
hat den Beschwerdeführer akribisch untersucht und ausführlich dargestellt, welche
objektiven klinischen Befunde er in seiner umfassenden Untersuchung des
Bewegungsapparates hat erheben können. Dabei hat er auch sehr anschaulich
aufgezeigt, dass das gesamte präsentierte Beschwerdebild praktisch ausschliesslich
von Diskrepanzen und Widersprüchlichkeiten geprägt gewesen ist. Der
Beschwerdeführer hat sich ausserhalb der eigentlichen Untersuchungssituation und –
unter Ablenkung – auch während der Untersuchung völlig unauffällig verhalten. Zudem
ist der objektive klinische Befund weitestgehend altersgerecht normal gewesen. Ohne
Ablenkung hat der Beschwerdeführer aber in der Untersuchung ein geradezu grotesk
anmutendes Beschwerdebild gezeigt, für das der objektive klinische Befund nicht
einmal ansatzweise eine Erklärung hat bieten können. Der Beschwerdeführer hat sogar
behauptet, das Bestrahlen der Wirbelsäule und der Schultergelenke mit einem
handelsüblichen Laserpointer habe einen schneidenden, starken Schmerz ausgelöst,
was offensichtlich absurd ist, zumal der Beschwerdeführer während der Untersuchung
keinerlei Ausweichbewegungen oder Schmerzempfindungen gezeigt hat. Völlig
überzeugend hat der orthopädische Sachverständige gestützt auf die wenigen
fassbaren objektiven klinischen Befunde festgehalten, dass die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers nur für körperlich schwer belastende Tätigkeiten eingeschränkt sei.
Der behandelnde Orthopäde Dr. H._ hat in seiner Stellungnahme zum Gutachten
keine objektiven klinischen Befunde nennen können, die Zweifel an der Zuverlässigkeit
des orthopädischen Teilgutachtens hätten wecken können. Er hat lediglich Diagnosen
aufgelistet und geltend gemacht, dass eine Wiedereingliederung des
Beschwerdeführers auf dem – invalidenversicherungsrechtlich irrelevanten –
tatsächlichen Arbeitsmarkt unter Berücksichtigung der subjektiven Angaben und
Beschwerdepräsentationen des Beschwerdeführers, auf die er unkritisch abgestellt hat,
unwahrscheinlich sei. Die Stellungnahme von Dr. H._ enthält keine überzeugende
Arbeitsfähigkeitsschätzung und sie ist angesichts der vom Beschwerdeführer bei der
Begutachtung gezeigten offensichtlichen Aggravation nicht geeignet, Zweifel am
orthopädischen Teilgutachten der ZIMB AG zu wecken. Auch der neurologische
Sachverständige der ZIMB AG hat sich ausführlich mit den objektiven klinischen
2.4.
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Befunden auseinandergesetzt, aber auch er hat nur wenig fassbare Auffälligkeiten
feststellen können, obwohl er den Beschwerdeführer eingehend persönlich untersucht
hat. Der Neurochirurg Dr. J._ hat das neurologische Teilgutachten der ZIMB AG zwar
bemängelt, aber er hat ebenfalls keine objektiven klinischen Befunde nennen können,
die eine wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus neurologischer oder aus
neurochirurgischer Sicht hätten begründen können. Seine Argumentation hat sich
weitgehend auf die subjektiven Angaben und auf bildgebende Befunde gestützt, wobei
letztere aber weit weniger auffällig gewesen sind, als Dr. J._ es dargestellt hat,
worauf der neurologische Sachverständige der ZIMB AG überzeugend hingewiesen
hat. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. J._ hat also weitgehend auf den
subjektiven Angaben des Beschwerdeführers beruht. Diese sind aber angesichts der
offensichtlichen Verdeutlichungstendenz respektive des augenscheinlichen Hangs des
Beschwerdeführers zur Aggravation nicht aussagekräftig gewesen, weshalb die
Arbeitsfähigkeitsschätzung des Neurochirurgs Dr. J._ zum Vorneherein nicht
überzeugt und weshalb seine Stellungnahmen keinen wesentlichen Zweifel an der
Überzeugungskraft des Gutachtens der ZIMB AG wecken. Der psychiatrische
Sachverständige hat seine Diagnosestellung und seine Arbeitsfähigkeitsschätzung
ebenfalls überzeugend anhand der von ihm erhobenen objektiven klinischen Befunde
begründet. Die behandelnde Psychiaterin Dr. D._ hat ihre Kritik an diesen
Schlussfolgerungen weitgehend nur anhand der subjektiven Angaben des
Beschwerdeführers begründet, die dieser ihr gegenüber und gegenüber den
behandelnden Ärzten gemacht hatte, auf deren Berichte sich Dr. D._ gestützt hat.
Diese Angaben sind aber angesichts der auch in der psychiatrischen Begutachtung –
vor allem in Bezug auf die Gedächtnisleistung und die Schmerzschilderung –
festgestellten deutlichen Aggravationstendenz des Beschwerdeführers nicht
überzeugend gewesen. Auffällig ist auch, dass die Behandlungsfrequenz niedrig (eine
Konsultation pro Monat) gewesen ist und dass sich der Beschwerdeführer ständig
gegen eine intensive psychopharmakologische Behandlung gesträubt hat. In den Akten
findet sich kein Hinweis dazu, ob der Beschwerdeführer die niedrig dosierten
verschriebenen Psychopharmaka überhaupt zuverlässig eingenommen hat. Auch der
im Beschwerdeverfahren eingereichte Bericht der Klinik K._ belegt, dass der
Beschwerdeführer kaum motiviert gewesen ist, sich intensiv psychiatrisch behandeln
zu lassen. Die behandelnden Ärzte haben weitgehend unkritisch auf die unzutreffenden
Angaben des Beschwerdeführers abgestellt. Ihre Arbeitsfähigkeitsschätzung haben sie
nur als eine vage Prognose in Bezug auf den invalidenversicherungsrechtlich
irrelevanten tatsächlichen Arbeitsmarkt formuliert, was für die Bemessung des
Invalideneinkommens irrelevant ist. Die RAD-Ärztin Dr. G._ hat in ihrer
Aktenwürdigung gestützt auf die Gutachten der MEDAS Bern und der ZIMB AG
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3.
Die angesichts des durchschnittlichen Verfahrensaufwandes auf 600 Franken
festzusetzenden Gerichtskosten wären an sich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.
Zufolge der Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung ist dieser aber von der
Pflicht zur Bezahlung der Gerichtskosten befreit. Da ihm auch die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung bewilligt worden ist, hat der Staat seinem Rechtsvertreter eine
Entschädigung auszurichten, die 80 Prozent des erforderlichen Vertretungsaufwandes
abdeckt (vgl. Art. 31 Abs. 3 AnwG). Der bis zum Widerruf der Verfügung vom 12. März
überzeugend dargelegt, dass sich die von den behandelnden Ärzten behauptete
posttraumatische Belastungsstörung nicht nachweisen lasse. Diesbezüglich ist auch
darauf hinzuweisen, dass der Unfall mit angeblich drei Todesopfern durch nichts
belegt, sondern nur vom Beschwerdeführer behauptet worden ist und dass
wesentliche Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Angaben des Beschwerdeführers zu
den Unfallfolgen (angeblich drei Todesopfer) bestehen. Es liesse sich denn auch nicht
erklären, weshalb der Beschwerdeführer nach jenem Unfall zunächst jahrelang ein
völlig unauffälliges Leben geführt und dann erst mit einer zehnjährigen Verzögerung
plötzlich an einer posttraumatischen Belastungsstörung gelitten haben soll, die so
schwerwiegend gewesen sein soll, dass sie die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers erheblich eingeschränkt haben soll. Die Berichte der behandelnden
Psychiater wecken ebenso wenig wie das keine vollständige Begründung für die
Arbeitsfähigkeitsschätzung enthaltende psychiatrische Teilgutachten der MEDAS
Ostschweiz einen nennenswerten Zweifel an der Zuverlässigkeit des psychiatrischen
Teilgutachtens der ZIMB AG. Zusammenfassend steht gestützt auf das überzeugende
Gutachten der ZIMB AG mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit fest, dass der Beschwerdeführer im hier massgebenden Zeitraum
nach der Anmeldung zum Leistungsbezug im Februar 2006 für wenig rückenbelastende
Tätigkeiten uneingeschränkt arbeitsfähig gewesen ist.
Da der Beschwerdeführer vor dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung als
Hilfsarbeiter tätig gewesen ist und da ihm trotz der Gesundheitsbeeinträchtigung eine
ideal leidensadaptierte Hilfsarbeit uneingeschränkt zugemutet werden kann, entspricht
der Ausgangswert des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens dem
Valideneinkommen. Ein zusätzlicher Lohnabzug ist angesichts der uneingeschränkten
Arbeitsfähigkeit nicht zu berücksichtigen. In einem sogenannten Prozentvergleich
resultiert deshalb ein Invaliditätsgrad von null Prozent, weshalb der Beschwerdeführer
nicht rentenbegründend invalid ist. Die angefochtene Verfügung erweist sich damit als
rechtmässig, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
2.5.
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2012 angefallene Vertretungsaufwand ist bereits mit dem entsprechenden
Abschreibungsbeschluss des Versicherungsgerichtes vom 17. Juli 2012 abgegolten
worden. Der ab jenem Zeitpunkt angefallene erforderliche Vertretungsaufwand ist
trotzdem als überdurchschnittlich zu qualifizieren, weil für das Studium des
umfangreichen Aktendossiers ein besonders hoher Aufwand erforderlich gewesen ist.
Deshalb ist auf die Honorarnote vom 28. August 2018 (Stundenansatz 200 Franken)
abzustellen. Die Entschädigung ist folglich auf 3’844.15 Franken festzusetzen. Sollten
es seine wirtschaftlichen Verhältnisse dereinst gestatten, wird der Beschwerdeführer
zur Nachzahlung der Gerichtskosten und zur Rückerstattung der Entschädigung für die
unentgeltliche Rechtsverbeiständung verpflichtet werden können (Art. 99 Abs. 2 VRP
i.V.m. Art. 123 ZPO).