Decision ID: 5e8a2acc-71a3-4a6b-baec-9f737654e36e
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der
19
83 geborene X._
war seit dem
1.
September 2003 als
Polier bei der Y._
AG angestellt und dadurch bei der Suva obliga
torisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen
versichert
, als er am
3.
August 2009 von einem Baustellenfahrzeug stürzte
und ein Polytrauma erlitt
(vgl. Unfallmeldung vom 1
0.
August 2009,
Urk.
7/158;
Zusammenfassung der Krankengeschichte des
Universitätsspitals Z._
vom 20.
August 2009,
Urk.
7/16/5 ff.;
vgl. auch Polizeirapport der Stadtpolizei Zürich vom 2
0.
August 2009,
Urk.
7/26).
Die Suva anerkannte den Schadenfall und erbrachte die gesetz
lichen Leistungen (Taggelder/Heilungskosten).
Das
Extremitätent
rauma
am
rech
ten
Vorderarm
(Essex-
Lopres
t
i
-Verletzung mit mehrfachfragmentärer Radius
kopfluxationsfraktur)
wurde
im
August 2009
im
Z._
mehrfach
operativ
versorgt
(
offene Reposition sowie Schraubenosteosynthese des Radiusköpfchens, Logen
-
spaltung,
Lavage
und Wundverschluss,
vgl.
Urk.
7/16/5;
Operationsbe
richte,
Urk.
7/16/8 ff
.
)
. Es folgte eine
stationäre Rehabilitation
in der Klinik A._
vom 19
.
August bis 4.
September 2009 (vgl. Austrittsbericht vom 2
1.
September 2009,
Urk.
7/24)
und
anschliessende
ambulante
Physiothera
pie
(
Urk.
7/25)
.
Bei persistierenden
Beschwerden im rechten
Ellbogen
und
H
and
gelenk
(
vgl. Urk.
7/34,
Urk.
7/40,
Urk.
7/87,
Urk.
7/89,
,
Urk.
7/110
; vgl. auch die Bildgebung,
Urk.
7/80 ff.,
Urk. 7/108/3
)
ergab sich die Indikation für
die
im
Dezember 2009
durchgeführte
offene
Ellbogenarthrolyse
mit
Radiuskopf
arthro
plastik
(vgl.
Operationsbericht vom 23.
Dezember 2009,
Urk.
7/41
/2 f.
;
vgl. auch den
Austrittsbericht
vom 12.
Januar 2010,
Urk.
7/47
)
,
die
Ulnaverkürzung
s
-Osteot
omie rechts und Plattenfixation vom April 2010
(
vgl.
Operationsbericht
vo
m
8.
April 2010, Urk.
7/62
; vgl. auch Austrittsbericht vom 2
1.
April 2010,
Urk.
7/65
) sowie
die
Bildung eines
one-bone-forearm
s
rechts
in der Universitäts
klinik
B._
(nachfolgend:
B._
)
vom
August 2011 (
vgl. Operationsbericht vom 2
5.
August 2011,
Urk.
7/125
; vgl. auch
den
Bericht vom 3
0.
August 2011,
Urk.
7/129
)
. Am
8.
Oktober 2021
führte
Dr.
med. C._
, Facharzt für ortho
pädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, eine kreisärztli
che Abschlussuntersuchung durch
. Zudem gab er eine Beurteilung des Integri
tätsschadens ab
(
Urk.
7/152
f.
)
. Gestützt darauf stellte die Suva die bisher erbrachten Leistungen mit Schreiben vom 1
0.
Oktober 2012
ein (
Urk.
7/154). M
it Verfügung vom 1
5.
Oktober 2012 sprach sie dem Versicherten eine Integritäts
entschädigung gestützt auf eine Integritätsei
nbusse von 25
%
zu (
Urk.
7/157)
.
Diese verblieb unangefochten.
1.2
Mit Formular vom 2
3.
Juni 2020
meldete die Arbeitgeberi
n des Versicherten einen „Rückfall“ zum Unfall
vom
3.
August 2009
datierend vom
1.
Juni 2020
(Urk.
7/160).
Die Suva tätigte Abklärungen zum medizinischen Sachverhalt und holte die
kreisärztliche
Stellungnahme und
Beurteilung
von
Dr.
med. D._
, Facharzt FMH für Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
v
om
7.
und 2
2.
Dezember 2020
(Urk.
7/
179,
Urk.
7/188
) ein. Gestützt darauf verneinte sie mi
t Verfügung vom
8.
Januar 2021
ihre Leistungspflicht mit der Begründung, es bestehe zwischen dem Unfall vom
3
.
August 2009
und den
nunmehr
geklagten Hüft
beschwerden
kein Kausalzusammenhang
(Urk. 7/197
).
Auf
die
Einsprache des
Versiche
rten
vom 1
1.
Januar 2021 (Urk. 7/199
)
hin
, holte
die Suva
die kreis
ärztliche
Beurteilung
von
Dr.
D._
vom 3
0.
März 2021 (
Urk.
7/215)
ein.
Gestützt darauf hielt sie m
it
Einsprachee
ntscheid
vom 2
9.
Juni 2021
an ihrem Standpunkt fest und
verneinte eine
Leistungspflicht
(Urk. 2)
.
2.
Da
gegen erhob X._
am 1
3.
Juli 2021 Beschwerde und bean
tragte (sinngemäss), es seien ihm in Aufhebung des angefochtenen
Einsprache
entscheids
für die als Rückfall zum Unfall vom
3.
August 2009 gemeldeten
Hüftbeschwerden
UV-Leistungen
zuzusprechen (
Urk.
1 S. 4 f.). Mit B
eschwerde
-
ant
wort vom 7.
September 2021 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), was dem Beschwerdeführer am
9.
September
2021 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebro
chen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Über
gangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilend
e Unfall hat sich am
3.
August 2009
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss
Art.
6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Aus
serdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Ver
unfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.3
Die Versicherungsleistungen werden auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt (
Art.
11 UVV). Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglich
erweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krankheitsbild führen können (BGE 118 V 293 E. 2c mit Hinweisen).
1.4
Rückfälle und Spätfolgen schliessen sich begrifflich an ein bestehendes Unfall
-
er
eignis an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht der Unfallversiche
rung nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 293 E. 2c in
fine
).
1.5
Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetre
ten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperli
che oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetre
tene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.6
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Den Berichten und Gutachten versicherungs
interner Ärztinnen und Ärzte kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin, gestützt auf die
beweisbildenden
Beurteilung
en
von Kreisarzt
Dr.
D._
sei es beim
Ereignis vom
3.
August 2009 zu keiner strukturellen Läsion
im Bereich des
rechten Hüft
gelenks gekommen; d
as
CT vom
3.
August
2009
habe eine
extraartikuläre
Fraktur erge
ben. Auch habe das Hüftgelenk
keine richtunggebende Verschlimmerung erfahren.
Daran ändere auch eine mögliche Prellung der Hüftgelenksregion nichts. Zudem bestehe a
ktenanamne
stisch ein Vorzustand
im Form
einer Präarth
rose sowie eines anlagebedingten
Imping
e
mentsyndroms
; a
ls Risikofaktor
zudem eine Adipositas.
Der
Endzustand der Beckenfraktur nach dem Ereignis vom
3.
Au
gust 2009
sei
spätestens sechs M
onate nach dem Unfall eingetreten
. Mithin sei d
ie
erstmals
2020
klinisch manifest gewordene
Coxarthrose
überwiegende wahr
scheinlich unfallfremd
(Urk.
2)
.
2.2
D
agegen stellte sich
der B
eschwerdeführer
auf den Standpunkt,
die Hüftbe
schwerden seien auf den Unfall vom
3.
August 2009 mit heftigem Aufprall auf die rechte Seite zurückzuführen. Vor dem Unfall habe er keine Beschwerden gehabt. Anlässlich des
Unfalls
2009 seien die Hüftbeschwerden für ihn sekundär
gewesen und mangels Dringlichkeit vernachlässigt worden.
Alsdann sei die
fach
liche K
ompetenz von
Dr.
D._
anzuzweifeln. So sei dieser gemäss
seinem
Werdegang HNO-Facharzt und erst seit einem Jahr in
der
Chirurgie tätig. Dem
gegenüber handle es sich bei
Dr.
med. E._
um eine erfahrene Fachärztin für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates. Diese habe seit Behandlungsbeginn von einem posttraumatischen Ereignis gesprochen. Schliesslich seien die Risikofaktoren (Körpergrösse und Gewicht) sehr weit her
geholt. Insbesondere habe er auf der linken Körperseite keine
Beschwerden. Der Vorunfall aus dem Jahr 1993 sei ebenfalls unbedeutend
.
Schliesslich habe ihm die Suva anfänglich Kostengutsprache für die Unfallfolgen an der Hüfte zugesi
chert. Dies sei irreführend (
Urk.
1).
2.3
In der Beschwerdeantwort hielt die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen fest, bei
Dr.
D._
handle es sich um einen Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates sowie erfahrenen Versicherungsmedizi
ner.
Bei
Dr.
med. F._
, Facharzt
FMH
für
Oto
-
Rhino
-Laryngologie, handle es sich um einen anderen Facharzt mit gleichem Namen. Die angezweifelte Fach
kompetenz des erstgenannten gehe ins Leere. Zwar habe die Suva dem Beschwer
deführer mit Schreiben vom 1
3.
Juli 2020 mitgeteilt, dass sie für die Folgen des Berufsunfalls vom
3.
August 2009 Versicherungsleistungen erbringe. Bei den geklagten Beschwerden am rechten Hüftgelenk handle es sich indes gerade nicht um
Unfallfolgen
. Dementsprechend sei das Gesuch um Kostengutsprache für
die Implantation einer Totalprothese am rechten
Hüftgelenk
vom 1
7.
November 2020 mangels Unfallkausalität abgelehnt worden. Ein widersprüchliches oder irrefüh
rendes Verhalten liege damit nicht vor (
Urk.
6).
3.
3.1
In der Zusammenfassung der Kran
kengeschichte vom 2
0.
August 2009 hielten die behandelnden Fachärzte des
Z._
folgende Diagnosen fest (
Urk.
7/16/5):
-
Sturz mit Baustellenfahrzeug
-
Schädel-Hirn-Trauma I° mit
-
Commotio cerebri
-
RQW Schädel
temporo
-frontal
-
Schmelzfraktur Zahn 46
-
Wirbelsäulentrauma mit
-
n
icht dislozierter Fraktur des
Processus
transversus
HWK7 rechts
-
Thoraxtrauma
mit
-
Rippenfraktur 5, 8+9 rechts
-
Herzkontusion mit VES
-
Beckentrauma mit
-
l
ateraler Beckenkompression
s
fraktur rechts
-
Extremitätentrauma
mit
-
m
ehrfragmentärer Radiusköpfchenluxationsfraktur rechts mit
meta
physärer
Defekt- und Trümmerzone
-
v
erschmutzte Schürfungen Vorderarm rechts und
prä
patellär
beidseits
Der Beschwerdeführer sei am
3.
August 2009 kr
eislaufstabil per Sanität in den
Schockraum des
Z._
verbracht worden, nachdem er v
on einer Baumaschine ins
Kiesbee
t
gestürzt sei
. Es habe keine initiale Bewusstlosigkeit, jedoch eine retro- und
anterograde
Amnesie bezüglich des Sturzereignisses bestanden.
Im Bereich des B
eckens habe
sich bildgebend
(CT) eine nicht dislozierte Beckenringfraktur rechts mit
extrafor
a
minaler
Längsfraktur des Os
sacrum
und
extraartikulärem
Verlauf der Frakturlinie durch den vorderen
A
cetabulumpfeiler
sowie eine nicht dislozierte Fraktur des unteren Schambeinastes nahe der Symphyse
gezeigt
(Urk.
7/16/6).
Nach der Aufn
ahme über den Schockraum
sei
die
sofortige
offene Reposition und Schrauben-/T-Plattenosteosynthese
(ORIF)
d
er Radiusköpfchen
fraktur
erfolgt
. Bei zunehmenden Schmerzen sowie klinisch gesp
annten Logen des Vorderarmes
sei
am
4.
August 2009 eine Logen- sowie Karpaltu
nnelspaltung durchgeführt
worden
, gefolgt von einer viermaligen
VAC-Verband-Anlage
mit abschliessendem
Sekundärverschluss
am 1
4.
August 200
9.
Be
züglich der Becken
fraktur habe
der Beschwerdeführer am Eulenberg resp. an Amerikanerstöcken unter Einhaltung der Teilbelastung rechts langsam mobilisiert werden
können
.
Die anschliessend durchgeführten radiologis
chen Stellungskontrollen hätten
keine Dislokation
gezeigt
. Am 1
9.
August
2009 sei
der Beschwerdeführer in die Weiterbetreuung in die
Rehaklinik G._ [recte: Klinik A._
] entlassen
worden
(
Urk.
7/16/5
f.
; vgl. der
Radiologiebericht
vom
7.
August 2009,
Urk.
7/205
).
3
.2
Dem Austrittsbericht der
Klinik A._
vom 2
1.
September 2009 zufolge sei die Beweglichkeit des rechten Ellbogengelenks postoperativ noch stark eingeschränkt und schmerzhaft gewesen. Zudem habe der Beschwerdeführer bei Eintritt noch über Schmerzen im Bereich der Rippen rechts
geklagt. Das Haupt
ziel, die Steigerung der Beweglichkeit im rechten Ellbogengelenk, habe im Rah
men eines interdisziplinären Therapieprogramms erreicht werden können (
Urk.
7/24).
3.3
Anlässlich der postoperativen Verlaufskontrolle vom 1
5.
September 2009 notierte
Dr.
med. H._
, Facharzt FMH für Chirurgie und Oberarzt,
Z._
, einen ins
gesamt sehr erfreulichen Verlauf. Der Beschwerdeführer nehme keinerlei Schmerzmittel ein. Klinisch zeige sich eine symmetrische Hüftbeweglichkeit und ein stabiles Becken ohne Kompr
essionsschmerz. Die Röntgenaufna
hme des Beckens (
Inlet
und Outlet)
[vom 1
5.
September 2009]
zeige im Vergleich zur Vor
untersuchung
vom
7.
August 2009 unv
eränderte Stellungsverhältnisse. Eine wei
tere Bildgebung der Beckenverhältnisse sei nicht indiziert (vgl. Bericht vom 1
8.
September 2009, Urk. 7/28
; vgl.
Radiologiebericht
vom
1
5.
September 2009,
Urk.
7/206
).
3.4
Im
Bericht vom 2
9.
Oktober 2009 zur Verlaufskontrolle vom 2
7.
Oktober 2009
notierte
Dr.
H._
ein normales Gangbild sowie einen unauffälligen seitenglei
chen Beckenstatus, ohne Schmerzen
. Demgegenüber habe der Beschwerdeführer einen deutlichen Funktionsverlust im Ellbogen rechts
beklagt (
Urk.
7/34,
vgl. auch
Urk.
7/40);
es folgte die am
4.
April 2010
im
Z._
durchgeführte
Ulna
ver
kürzungs-Osteotomie
(12mm) rechts und Plattenfixation
(vgl. Operationsbericht,
Urk.
7/62).
3.5
Im Arztbericht zuhanden
der
IV-Stelle
vom 1
4.
A
pril 2010
hielt
Dr.
med. I._
, Facharzt FMH für orthopädische Chirurgie, Traumatologie des Bewegungsappa
rates und Handchirurgie sowie Oberarzt,
Z._
, als körperliche Einschränkung eine verminderte Kraft und Schmerzen im rechten Handgelenk fest (
Urk.
7/63).
3.6
Anlässlich der persönlichen Besprechung mit der Case Managerin der Suva vom 2
0.
M
ai 2010
gab der Beschwerdeführer an, die Operation vom April
2010
sei sehr gut verlaufen. Die Handgelenksbeweglichkeit rechts sei viel besser. Das Prob
lem sei nun ein Kraftverlust sowie Schmerzen im Ellbogen rechts (
Urk.
7/72)
.
3.7
Die zwecks Z
w
eitmeinung konsultierte
Dr.
med.
E._
, Fachärztin
FMH
für orthopädische Chirurgie, hielt
fest, das Problem sei eine Restsymptomatik im rechten Handgelenk, Schmerzen im Ellbogen vor allem medial sowie eine Ein
schränkung der Ellbogenbeweglichkeit. Sie diagnostizierte
ei
ne Ellbogengelenks
arthrose
(
Urk.
7/89
)
und
überwies de
n Beschwerdeführer
an
die Fachärzte des
B._
(
Urk.
7/97), wo am 25.
August 2011
eine weitere Operation am rechten Vorderarm durchgeführt
wurde
(Bildung eines
one-
bone-forearm
rechts;
vgl. Operationsbericht,
Urk.
7/125).
Der postoperative Verla
uf gestaltete sich problem
los; d
er Beschwerdeführer beklagte praktisch keine Schmerzen mehr
und arbeitete ab
dem
4.
September 2011 wieder zu 100
%
(
Urk.
7/131,
Urk.
7/133,
Urk.
7/140).
3.8
Am
8.
O
ktober 2012 führte
Dr.
C._
eine kreisärztliche A
bschlussuntersu
chung durch
.
Nach Angaben des Beschwerdeführers gehe es mit
der rechten obe
ren Ext
re
mität recht gut,
die Beweglichkeit
sei noch eingeschränkt
. Bei repetierten Bewegungen des rechten Handgelenks habe er etwas Schmerzen. Medikamente brauche er nicht und in die Physiotherapie ge
he er auch nicht mehr. Zum klini
schen Beckenstatus hielt
Dr.
C._
fest,
akzessorische Gangarten, tiefes Kauern und einbeiniges Hüpfen
seien problemlos gelungen
. Im Stehen zeigte sich ein Tiefstand der linken Beckenseite; im Liegen eine Überlänge des rechten Beins. Zudem stellte
Dr.
C._
eine reizlose Narbe am rechten Be
ckenkamm nach
Fixateur externe-
Behandlung am Oberschenkel rechts (ca. 1993)
fest. Die Hüft
flexion habe
beidseits 110°
betragen
; die Aussen- und Innenrotation beidseits 30-0-10°.
Das Polytrauma vom
3.
August 2009 sei ausgeheilt. Dies gelte auch für die Beckenkompression
s
fraktur rechts. Der Zustand sei stabil und der Fall abzu
schliessen. Selbstverständlich habe der Beschwerdeführer ein Rückfallmelderecht, insbesondere betreffend das Ellbogen- und Handgelenk rechts.
Sei doch diesbe
züglich
langfristig mit Beschwerden zu rechnen (
Urk.
7/152).
4.
Im Zusammenhang mit dem geltend gemachten Rückfall stellt sich die Aktenlage wie folgt dar:
4.1
Im
Bericht zuhanden der Beschwerdegegne
rin vom 2
9.
Juni 2020 hielt Dr.
E._
eine
schwere
Ellbogenarthrose recht
s
, (2) einen Zustand nach
Ulnarverk
ürzungs
-O
steotomie (12 mm) recht
s
und Plattenfixation (
7.
April 2020) sowie (3) eine schwere
Coxa
rthrose
rechts fest
. Der Beschwerdeführer habe
einer
seits eine
Wiederaktivierung der Arthrose
im Bereich des rechten Ellbogens
berichtet. Andererseits sei
die Leistung
im Bereich der rechten Hüfte geringer geworden
. Auch verspüre er immer wieder Belastungsschmerzen in der Leiste mit Ausstrahlung in
den
Oberschenkel vorne bis ins Knie, vor allem beim Hochlaufen; beim Hin
un
terlaufen schmerze das rechte Knie. Klinisch zeige sich
eine einge
schränkte Hüftbeweglichkeit rechts.
Zudem ergebe sich eine exquisite
Druckdo
lenz
über dem Hüftgelenk und in der Leiste
rechts
. Die Beckenübersicht zeige eine fortgeschrittene
Coxarthrose
rechts; linksseitig bestünden keine
arthrotischen
Veränderungen (
Urk.
7/165).
4.2
Auf Vorhalt des vorangehend zitierten Berichts (E. 4.1)
anerkannte
Dr.
med. J._
, Fachärztin FMH für Chirurgie, mit
kreisärztlicher Stellungnahme vom 10.
Juli 2020 die Unfallkausalität der gemeldeten Beschwerden im Ellbogen rechts (
Urk.
7/168).
4.3
Die am 2
1.
Augu
st 2020 in der Klinik K._
durchgeführte MR-
Arthrographie
der rechten H
üfte brachte
eine deutliche
Coxarthrose
mit A
btra
gung der Knorpelflächen, ein diskretes
subchondrales
Knochenödem, deutliche
Sklerosezonen
, grosse
osteophytäre
Anbauten, vor allem am
Femurkopf
sowie Zeichen eines
anterioren
und
superioren
Labrumrisse
s zur Darstellung (
Urk.
7/174); es folgte
die
im Spital L._
durchgeführte
Implantation einer totalen Hüftprothese rechts
vom
1
7.
November 2020 (
Urk.
7/
176 ff.).
4.4
Kreisarzt
Dr.
D._
nahm
am
7.
Dezember 2020
zur Sache Stellung.
Er
hielt fest, beim Ereignis vom
3.
August 2009 se
i es computertomographisch
zu keinen
strukturellen Läsionen im Bereich des rechten Hüftgelenks gekommen
. Der End
zustand der Beckenfraktur 2009 sei spätestens sechs Monate nach dem Unfall eingetreten.
Als Risikofaktor wies er zudem auf eine Adipositas (198.5 cm mit 133 kg) hin. Die
Coxarthrose
sei
überwiegend wahrscheinlich unfallfrem
d
(
Urk.
7/179), welche Einschätzung
Dr.
D._
im Rahmen einer ausführlicheren Aktenbeurteilung
am 2
2.
Dezember 2020
bestätigte
(
Urk.
7/188).
4.5
Im
einspracheweise
eingereichten Schreiben vom
8.
Januar 2021 hielt
Dr.
E._
dafür,
es
handle
sich vorliegend um eine posttrauma
tische
Coxarth
rose
rechts
. Anlässlich des schweren Unfalls vom
3.
August 2009 sei der Beschwerdeführer auf die rechte Körperseite gestürzt. Über Wochen hätten Hämatome und Schürfungen a
n der oberen Extremität sowie
im
rechten Becken- und Oberschenkelbereich bestanden. Unmittelbar nach dem Unfall sowie im wei
teren Verlauf habe man sich ausschliesslich mit dem Ellbogen rechts befasst. Das Problem des Beckens sowie Hüfte rechts sei untergegangen.
Bis der Beschwerde
führer nach dem Unfall vernünftig habe gehen können seien nach eigenen Angaben ca. drei Monate vergangen. Danach habe er immer wieder etwas Beschwerden gehabt in der rechten Leis
te. Den Schmerzen mit
VA
S 1-2 habe er
aber nicht viel Gewicht beigemessen. Das CT vom
3.
August 2009 zeige im Bereich des v
orderen
Acetabulumpfeilers
rechts
eine Dislokation von 2
-3
mm. Ein Kontroll-CT bestehe nicht; konventionell-radiologisch könne gestützt auf die Aufnahmen vom
7.
August 2009 sowie 1
5.
September 2009
nicht von einer g
rös
seren Dislokation gesprochen
werden.
Als
traumatologisch
geschulte Ortho
pädin erlaube sie
es sich indes nicht, den Grad einer Dislokation der vorderen
Acetabu
lumfraktur
, welche im ersten CT bereits leicht disloziert gewesen sei, lediglich aufgrund von konventionellen Bildern zu stellen. Es sei äusserst schade, dass kein Kontroll-CT durchgeführt worden sei. Aufgrund des CT vom
3.
August 2009
, der am 2
1.
August 2020 MR-tomographisch dargestellten
deutliche
n
arthrotische
n
Veränderungen in der gelenkstragenden
Einheit des
Acetabulums
sowie
deutli
chen Seitendifferenz sei die
Acetabulumfraktur
überwiegend wahrscheinlich mit
verantwortlich für die entstandene
Coxarthrose
rechts (
Urk.
7/201).
4.6
Auf V
orhalt des vorangehend zi
tierten Schreibens (vgl. E. 4.5
)
hielt
Dr.
D._
mit kreisärztlicher
Beurteilung vo
m 3
0.
März 2021
an seiner bisherigen
Einschät
zung
fest. Der Unfall vom
3.
August 2009 habe keine richtung
s
gebende Verschlimmerung der Hüftgelenksregion gezeitigt
; weder aus der stattgehabten
ext
raartikulären
, nicht verschobenen Fraktur der
Acetabulum
-/Gelenkspfannen
-
re
gion
rechts noch aus einer möglichen Prellung der Hüftgelenksregion lasse sich eine richtung
s
gebende Verschlimmerung herleiten.
Das CT vom Unfalltag
habe
er erneut
befundet
; es
zeig
t
e
n
sich
keine Frakturausläufer, welche die Gelenks
pfanne tangiert und zu Stufenbildungen im Bereich der Gelenkspfanne geführt hätten.
Demgegenüber seien bereits am Unfalltag
Rand
zacken am
Femurkopf
rechts bildgebend dargestellt. Dies als Hinweis auf eine Präarthrose rechts. Im Beckenübersichtsröntgen vom
7.
A
ugust 2009 seien
bei dem damals 26 Jahre alten Beschwerdeführer zudem eine deutliche
subchondrale
Sklerosierung
im B
ereich des rechten
gewichtstragenden Anteils der Gelenkspfanne
dargestellt sowie
eine
osteophytäre
Anlagerung, einem
Impingementsyndrom
entsprechend
, dargestellt
. Bei alle dem handle es sich übe
rwiegend wahrscheinlich um ein
m
anifest
gewordenes, anlagebedingtes
Impingementsyndrom
des rechten Hüft
gelenks, ohne kausalen Zusammenhang mit dem Unfall 200
9.
Die angeblich bereits anlässlich der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung 2012 rappor
tierten Leistenschmerzen rechts
könnten schlüssig auf die bereits damals bestehende Präarthrose zurückgeführt werden.
Nicht ausser Acht zu lassen sei das nicht
suvaver
si
cherte
Ereignis aus dem Jahre 1993, welches zu einer Überlänge des rechten Beins geführt habe und angeblich mit einer Extensionsbehandlung am Oberschenkel behandelt worden sei. Es
sei
mö
glich, dass die im Alter von 10
Jahren stattgehabte Behandlung beim Risikofaktor Übergewicht bereits im Alter von 26 Jahren zu einer Präarthrose geführt habe (
Urk.
7/215).
5
.
5
.1
Im angefochtenen E
ntscheid stützte sich die
Beschwerdegegnerin
in medizini
scher Hinsicht
auf die fachärztlich-orthopädisch/chirurgische
n
B
eurteilungen
von Dr.
D._
vom
2
2.
Dezember 2020
und
3
0.
März 2021
(Urk
.
7/179,
Urk.
7/189,
Urk.
7/215
)
ab
, welche
dieser in Kenntnis und Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgab.
5
.2
Konkrete Indizien, die gegen
die Beweiswertigkeit der B
eurteilungen von Dr
.
D._
sprechen, sind nicht gegeben
.
Die
beschwerdeweise
erhobenen
Zwei
fel an seiner Fachkompetenz
erweisen sich als
unbehelflich
;
als
Facharzt für O
rthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates war Dr.
D._
zur Beantwortung der vorliegend strittigen Fragen fachlich hinrei
chend spezialisiert.
Alsdann kam
Dr.
D._
ü
bereinstimmend mit den Feststel
lungen der initial behandelnden Fachärzteschaft des
Z._
zum Schluss,
der Beschwerdeführer
habe
im Rahmen des
am
3.
August 2009 erlittenen
Polytrau
mas eine
nicht dislozierte Beckenringfraktur rechts mit
extrafor
a
minaler
Längs
fraktur des Os
sacrum
und
extraartikulärem
Verlauf der Frakturlinie durch den vorderen
Acetabulumpfeiler
sowie eine nicht dislozierte Fraktur des unteren
Schambeinastes nahe der Symphyse
erlitten
;
die
radiologischen
S
tellungskontrol
len vom
7.
August 2009 und 1
5.
September 2009 zeigten
ebenfalls keine Dislo
kation
, insbesondere auch keine
sekundäre Dislokation der Frakturfragmente am Schambeinast und
Acetabulum
rechts (
Urk.
7/16/6
,
Urk.
7/205 f.
).
Weiter
steht fest und ist auch unbestritten, dass d
as Beckentrauma
vom
3.
Au
gust 200
9
keine
spezialärztliche
n
Konsultationen
und/
oder
hüft
spezifische Behandlun
gen/Therapien zur Folge
hatte und
zeitnah
zum Unfall
keine
irgendwie gearteten Hüftbeschwerden dokumentiert sind;
Beschwerden am rechten Hüftgelenk
wur
den
erstmals im
Juni 2020
festgehalten
(vgl.
Urk.
7/165; vgl. auch den
Eintrag
in die Krankengeschichte von
Dr.
med. M._
, Facharzt FMH für orthopä
dische Chirurgie,
wonach
der Beschwerdeführer anlässlich der Konsultation vom 1
4.
August 2020 Schmerzen in der rechten Hüfte beim Sitzen und bei Bewegung berichtet
habe,
Urk.
7/173).
Demgegenüber
notierte
Dr.
H._
anlässlich der Verlaufskontrolle vom 1
5.
September 2009 eine symmetrische Hüft
beweglichkeit sowie
ein stabiles Becken ohne Kompressionsschmerzen
(vgl. Bericht vom 1
8.
September 2009,
Urk.
7/28); im Bericht vom 2
9.
Oktober 2009
hielt
er
zudem
ein normales G
angbild und
einen unauffälligen
,
seitengleichen Beckenstatus, ohne Schmerzen
fest
(
Urk.
7/34).
Dazu passend gab der Beschwerdeführer an, er habe drei Monate nach dem Unfall wieder «vernünftig gehen» können
(vgl. das Schreiben von
Dr.
E._
vom 8. Januar 2021 (
Urk.
7/201).
Bei alle dem
kann
Dr.
D._
ohne Weiteres
gefolgt werden, w
enn er ausführte,
das Beckentrauma
habe
späteste
ns sechs Monate nach dem Unfall den Endzustand erreicht
(
Urk.
7/179/2)
.
Selbst wenn
der Beschwerdeführer
im weiteren Verlauf
noch
immer
«
etwas Beschwerden
»
resp. S
chmerzen
der Intensivität
(
VAS
)
1-2
gehabt
und
anlässlich der kreisärztlichen Abschlussuntersu
chung vom 8.
Oktober 2012
(vgl.
Urk.
7/152, vgl. E. 3.8)
Leistenschmerzen rechts
beklagt haben sollte
(
vgl.
Urk.
7/201,
Urk.
1)
,
liesse
sich
dies
gestützt auf die Ausführungen von
Dr.
D._
nachvollziehbar
mit der b
ereits im Unfallzeitpunkt
bildgebend aus
gewiesenen Präarthrose
beim anlagebedingten
CAM-
Impingement
erklären (vgl.
Urk.
7/215/4)
.
Zudem
entspricht es einer medizinischen Erfahrungstatsache, dass selbst im Fall vorbestehender, degenerativer, das heisst abnutzungsbedingter Erkrankungen eine traumatische
Verschlimme
rung in der Regel nach sechs bis neun Monaten, spätestens aber nach einem Jahr abgeschlossen ist (Urteil des Bundesgerichtes 8C_677/2010 vom 16. Dezember
2010 E. 4.6 mit Hinweisen). Im Übrigen müsste eine allfä
llige unfallbedingte, richtungs
gebende Verschlimme
rung bildgebend ausgewiesen sein (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 8C_174/2008 vom 8. August 2008 E. 4.2
mit Hinweisen), was vorliegend
nicht
der Fall ist
.
Daran ändern auch die
anlässlich des Unfalls vom
3.
August 2009 allenfalls erlittenen
Prellungen,
Hämatome und Schürfungen im rechten Beckenbereich
nichts (
vgl.
Bericht
von
Dr.
E._
vom 2
9.
Juni 2020
,
Urk.
7/165
; vgl. auch
Urk.
7/215
).
Die einzig vom
Dr.
E._
im
Becken-
CT vom 3.
August 2009
gesehene
Di
slokation von 2
-3
mm
steht zudem
diskrepant zu den
übereinstim
menden Interpretationen der behandelnden Fachärzteschaft des
Z._
und
Dr.
D._
, wonach sich computertomographisch keine dislozierte B
eckenfrak
tur ergibt
.
Im Übrigen
räumte
Dr.
E._
selbst
ein,
gestützt auf die konventi
onell-radiologisch
e
Beckenübersicht
vom
7.
August und 15.
September
2009 könne von
eine
r
grössere
n
Dislokation
nicht die Rede sein
; es sei äussert schade, dass kein Kontroll-CT vorliege.
Tatsächlich
tragen die Parteien
im Sozialversiche
rungsrecht
insofern eine Beweislast, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sach
verhalt Rechte ableit
e
n wollte (BGE 115 V 133 E. 8a).
Schliesslich
hat
Dr.
E._
– entgegen dem Beschwerdeführer
(vgl.
Urk.
1)
– nicht von Anfang an eine posttraumatische
Coxarthrose
diagnostiziert (vgl.
Bericht vom 2
9.
Juni 2020,
Urk.
7/
165
; vgl. auch
den
Bericht vom 2
7.
September 2010, worin
Dr.
E._
keinerlei Beschwerden und/oder Befunde im Zusammenhang mit dem Beckentrauma dokument
ierte
,
Urk.
7/89
) und erscheint die erst im Bericht vom
8.
Januar
2021
als
für die Entstehung der
Coxarthrose
mitursächlich
bemühte
Acetabulumfraktur
(vgl.
Urk.
7/201)
als bewusst oder unbewusst von nachträgli
chen Überlegungen versicherungs
rechtlicher oder anderer Art beein
flusst (vgl. BGE 121 V 47
Erw
. 2a).
Wie bereits von der Beschwerdegegne
rin zu Recht festgehalten (vgl.
Urk. 2), lässt sich
auch
allein aus
dem Umstand, dass der Beschwer
deführer nach eigenen Angaben vor dem Unfall
an der Hüfte
beschwer
defrei gewesen sei, noch ke
ine Unfallkausalität herleiten.
Die Argumentation nach der Formel „
post
hoc ergo
propter
hoc", nach deren Bedeutung eine gesund
heitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, ist beweisrechtlich nicht zulässig und vermag zum Beweis natürlicher Kausal
zusammenhänge nicht zu genügen (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
., Urteil des Bundes
gerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1).
5
.3
Zusammenfassend ist die Beschwerdegegnerin nach zutreffender Würdigung der medizinischen Aktenlage zum überzeugenden Schluss gelangt, dass eine Unfall
kausalität der
im Juni 2020
klinisch manifest gewordene
n
Coxarthrose
rechts
jedenfalls nicht überwiegend wahrscheinlich ist.
Folgerichtig hat sie
diesbezüg
lich ihre
Leistungspflicht verneint.
Dass die Beschwerdegegnerin
im
Schreiben vom
1
3.
Juli 2020 die
Zusprache
von Versicherungsleistungen für die Folgen des Berufsunfalls vom
3.
August 2009 bestätigte (vgl.
Urk.
7/170)
,
steht dazu nicht im Widerspruch
(vgl. auch
Urk.
7/168
, E.
4.2)
.
6
.
Der angefochtene Entscheid erweist sich als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.