Decision ID: 6daf1496-8eaf-536d-891c-b0a796e34f26
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ war als Assistenzärztin im Spital B._ tätig und dadurch bei der CSS
Versicherung AG (nachfolgend: CSS) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und
Nichtberufsunfällen versichert, als sie am 14. August 2007 am Arbeitsplatz eine Treppe
hinunterfiel und gegen die Wand prallte (UV-act. 1). Sie erlitt dabei eine proximale
Humerusschaftfraktur links mit Abriss des Tuberculum majus (UV-act. 2). Gleichentags
unterzog sich die Versicherte im Spital B._ einer geschlossenen Reposition und einer
Implantation eines T2-Humerusmarknagels (UV-act. 3). Drei Wochen später trat eine
unklare postoperative Schwellung auf, welche mit Antibiose und Lymphdrainage
behandelt wurde. Die Versicherte wurde weiterhin mit Physiotherapie mobilisiert (UV-
act. 5). Dr. med. C._, Arzt der Klinik für Chirurgie und Orthopädie des Spitals B._,
berichtete am 16. Oktober 2007, insgesamt sei der Verlauf etwas protrahierter als
ursprünglich geschätzt. Die Versicherte werde die Arbeit ab dem 17. Oktober 2007 zu
25% wiederaufnehmen (UV-act. 7). Am 30. Oktober 2007 beurteilte Dr. C._, für den
etwas schleppenden Verlauf dürfte das vorstehende Nagelende zumindest teilweise
verantwortlich sein. Ab 1. November 2007 sei die Versicherte zu 50% arbeitsfähig (UV-
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act. 8). Am 11. Dezember 2007 äusserte Dr. C._ sodann den Verdacht auf eine
Frozen Shoulder und attestierte der Versicherten weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von
50% (UV-act. 9). Per 31. Dezember 2007 endete ihr befristetes Arbeitsverhältnis (UV-
act. 10 ff.). Die CSS erbrachte Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen (vgl. UV-act.
13, 15). Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: Suva) übernahm
die Schadensabwicklung für die CSS.
A.b PD Dr. med. D._, Facharzt FMH Neurologie, listete in seinem Bericht vom 25.
Januar 2008 als Diagnosen einen Status nach proximaler Humerusschaftfraktur links
mit Abriss des Tuberculum majus, einen Verdacht auf Rotatorenmanschettenruptur
links und eine Frozen Shoulder sowie eine leichte Parese der Daumenabduktion links
auf (UV-act. 17). Dr. med. E._, Leitender Arzt Orthopädie der Klinik F._,
diagnostizierte am 7. Februar 2008 eine Delayed Union 5 1⁄2 Monate nach Humerus-
Marknagel mit proximalem Überstand links. Es zeige sich ein starkes
Bewegungsdefizit, welches durch den proximalen Überstand des Humerus-Marknagels
erklärt sei (UV-act. 19).
A.c Die Suva teilte der Versicherten mit Schreiben vom 28. März 2008 mit, ihr sei nach
Rücksprache mit dem Kreisarzt in einer angepassten Tätigkeit eine 50%ige
Arbeitsfähigkeit zumutbar (UV-act. 28). Ab 1. April 2008 war die Versicherte wieder mit
einem 50% Pensum im Spital B._ tätig (UV-act. 30, 35). Ab 1. August 2008 war sie
bei der Stiftung G._ als Assistenzärztin beschäftigt (vgl. UV-act. 50)
A.d Am 13. August 2008 unterzog sich die Versicherte einer Marknagel-Entfernung am
Humerus links (UV-act. 60). Die behandelnden Ärzte attestierten ihr eine
Arbeitsunfähigkeit von 100% (UV-act. 62). Dr. E._ befand am 20. Oktober 2008, seit
15. September 2008 bestehe eine 25%ige Arbeitsfähigkeit, ab 21. Oktober 2008 eine
solche von 50% und ab 1. Dezember 2008 voraussichtlich wieder eine volle
Arbeitsfähigkeit (UV-act. 71). Die Versicherte konnte die attestierte Arbeitsfähigkeit
entsprechend umsetzen (UV-act. 77).
A.e Dr. D._ berichtete am 6. Februar 2009 über eine Dysästhesie des linken Arms,
am ehesten im Rahmen eines komplexen regionalen Schmerzsyndroms (UV-act. 85,
vgl. auch UV-act. 83). Nachdem Dr. E._ am 21. April 2009 unter anderem über ein
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deutliches subacromiales Problem berichtet hatte (UV-act. 90), diagnostizierte er am
11. September 2009 ein persistierendes subacromiales Impingement (UV-act. 94).
A.f Mit Schreiben vom 8. September 2010 führte die Versicherte aus, seit dem Unfall
sei sie nie zu 100% arbeitsfähig gewesen und werde dies auch nie mehr sein. Sie habe
von Dr. E._ selbst verlangt, dass er ihr die Arbeitsfähigkeit attestiere, da sie ihrem
Beruf nicht länger habe fernbleiben wollen. Ihr verletzter Arm schränke sie aber auch
heute noch in der Berufsausübung ein (UV-act. 102). Dr. E._ berichtete am 14.
Oktober 2010 über zunehmende Schmerzen im gesamten Schultergürtel, zum Teil
ausstrahlend bis in die Hand mit Schwellungs- und Verfärbungstendenz des Armes. Er
führte eine Infiltration durch (UV-act. 104). Am 6. Dezember 2010 diagnostizierte Dr.
E._ ein subacromiales Impingement mit aktivierter AC-Arthrose links. Die Infiltration
habe für einige Tage eine deutliche Schmerzreduktion gebracht, über ein
arthroskopisches Débridement könne diskutiert werden (UV-act. 111).
A.g Am 14. Dezember 2010 wurde die Versicherte durch Suva-Kreisarzt Dr. med.
H._, Facharzt FMH für Chirurgie, untersucht. Dieser berichtete gleichentags, aktuell
bestünden noch belastungsabhängige Beschwerden und eine
Bewegungseinschränkung bei Verdacht auf ein subacromiales Impingement und eine
neurovegetative Veränderung am linken Arm (UV-act. 114). Dr. med. I._, FMH
Radiologie, Klinik F._, führte am 16. Dezember 2010 ein MRI durch und stellte eine
retraktile Kapsulitis sowie eine intakte Rotatorenmanschette fest (UV-act. 117). Dr.
E._ hielt am 20. Dezember 2010 fest, die Indikation für eine Arthroskopie mit
Acromioplastik und AC-Gelenksresektion ergebe sich aus den Schmerzen bzw. der
eingeschränkten Lebensqualität der Versicherten. Die Diagnose vom 6. Dezember 2010
habe sich bestätigt, eine wesentliche zusätzliche strukturelle Schädigung liege nicht
vor. Bei einem abwartenden Vorgehen müsse keine Folgeschädigung erwartet werden
(UV-act. 117).
A.h Am 29. Dezember 2011 berichtete die Versicherte über eine unveränderte
Schmerzproblematik (UV-act. 125). Am 17. September 2012 führte sie aus, ihr
Gesundheitszustand habe sich nicht verbessert, im Gegenteil nehme sie einen
Kraftabbau im linken Arm wahr (UV-act. 127). Ihr 2011 in J._ erlangter Titel
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"Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin" wurde am 24. September 2012 von der
Medizinalberufekommission anerkannt (UV-act. 182).
A.i Am 6. November 2012 wurde die Versicherte durch Suva-Kreisarzt Dr. med. K._,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
FMH, untersucht. Dieser hielt gleichentags fest, aktuell bestünden
belastungsabhängige Beschwerden und eine Bewegungseinschränkung der linken
Schulter bei subacromialem Impingement mit aktivierter
Acromioclaviculargelenkarthrose links und Einengung des Défilées bei Acromiom Typ
III. Von weiteren konservativen Therapiemassnahmen könne mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit keine namhafte Besserung des unfallbedingten
Gesundheitszustandes erwartet werden. Durch eine operative Intervention wäre eine
Verbesserung der Beweglichkeit im linken Schultergelenk und eine Reduktion der
Schmerzsymptomatik zu erwarten. In der angestammten Tätigkeit als Spitalärztin sei
die Versicherte nicht eingeschränkt (UV-act. 131). In ihrer Stellungnahme vom 26.
November 2012 brachte die Versicherte vor, sie könne ihre Tätigkeit als Spitalärztin
nicht ohne Hilfe von Dritten erledigen, da sie nur eingeschränkt belastbar sei. Ihr
Gesundheitszustand hemme ihr berufliches Fortkommen erheblich und halte sie auf der
Stufe einer Spitalärztin fest. Sie könnte auch eine Tätigkeit als Oberärztin, Leitende
Ärztin oder Chefärztin ausüben, sei aber aufgrund ihres Gesundheitszustandes
diesbezüglich zurückhaltend (UV-act. 133).
A.j Am 26. Juli 2013 führte die Versicherte aus, die jetzige Arbeitsstelle habe sie nur
aufgrund ihres Unfalls angenommen. Ohne Unfall hätte sie bessere Berufsaussichten
und würde ein höheres Gehalt erzielen. Ihren Arbeitgeber habe sie nicht über ihren
Arbeitsunfall informiert. Sie schone ihren linken Arm stark, wodurch ihr rechter Arm
erheblich überbelastet werde und sich die Schmerzen immer mehr auch in der rechten
Schulter manifestierten (UV-act. 153).
A.k Mit Verfügung vom 11. Dezember 2013 sprach die CSS der Versicherten eine
Integritätsentschädigung basierend auf einer Integritätseinbusse von 5% zu. Sie
begründete, durch den zumutbaren operativen Eingriff könnte ihr Gesundheitszustand
wesentlich verbessert werden. Nach erfolgter Operation sei von einer Arbeitsfähigkeit
von 100% als Assistenzärztin auszugehen (UV-act. 155, vgl. die Beurteilung von
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Kreisarzt Dr. K._; UV-act. 154). Dagegen erhob die Versicherte am 20. Januar 2014
Einsprache (UV-act. 156). Die CSS zog darauf die angefochtene Verfügung zurück,
schrieb das Einspracheverfahren als gegenstandslos geworden ab und kündigte
weitere Abklärungen an (UV-act. 157 f.).
A.l Im Auftrag der Suva (vgl. UV-act. 169) wurde die Versicherte am 2. Dezember 2014
durch Dr. med. L._, Oberarzt Orthopädie und Traumatologie, und Dr. med. M._,
Oberassistenzärztin, Klinik für Orthopädie und Traumatologie des
Bewegungsapparates des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG), begutachtet. Diese
diagnostizierten in ihrem Gutachten vom 23. Februar 2015 eine eingeschränkte
Schulterbeweglichkeit, parascapuläre Myogelosen, eine beginnende Omarthrose und
eine AC-Gelenksarthrose. Die AC-Gelenksarthrose und die Omarthrose seien am
ehesten als unfallfremd anzusehen, die restliche Problematik sei mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis zurückzuführen. In geistigen Tätigkeiten sei
die Versicherte nicht eingeschränkt. Körperlich bestehe eine geringe Leistungseinbusse
für die ganzheitliche Ausübung der ärztlichen Tätigkeit. Da sie insbesondere
Punktionen nicht mehr vollständig durchführen könne, bestehe eine
Leistungseinschränkung von 10%. Den Integritätsschaden schätzten sie auf 15% (UV-
act. 171). In ihrer Stellungnahme vom 7. Juli 2015 brachte die Versicherte Vorbehalte
gegen das Gutachten vor (UV-act. 173).
A.m Mit Verfügung vom 23. Februar 2016 sprach die CSS der Versicherten eine
Integritätsentschädigung basierend auf einer Integritätseinbusse von 15% zu (UV-act.
180). Mit Verfügung vom 16. August 2016 verneinte die CSS einen Rentenanspruch
(UV-act. 187).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 16. August 2016 erhob die Versicherte am 16.
September 2016 Einsprache (UV-act. 188). Sie reichte Berichte ihrer Vorgesetzten ein.
Dr. med. N._, Ärztlicher Leiter der Z._ AG, Spital O._, hatte am 12. Juli 2016
berichtet, aufgrund der gesundheitlichen Defizite der Versicherten werde bei der
Zuteilung von einigen Eingriffen, wie z.B. Punktionen, auf sie Rücksicht genommen. Die
Einschränkungen beträfen nur gewisse manuelle Tätigkeiten und umfassten ca. 20%
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ihrer Gesamttätigkeit (UV-act. 189). Dr. med. P._, Medizinisches Zentrum Q._,
hatte am 5. September 2016 festgehalten, die Unfallfolgen schränkten die Versicherte
in der Ausführung gewisser medizinischer Eingriffe, welche die Ausübung von
physischer Kraft voraussetzten, ein. Sie sei in einem Rahmen von 15-20% in ihrer
Tätigkeit limitiert (UV-act. 190).
B.b Mit Entscheid vom 21. Dezember 2016 wies die Suva die Einsprache ab (UV-act.
191).
C.
C.a Gegen den Einspracheentscheid vom 21. Dezember 2016 richtet sich die
vorliegende Beschwerde vom 1. Februar 2017. Die Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführerin) beantragte darin dessen Aufhebung und die Zusprache einer
Invalidenrente von mindestens 25% mit Wirkung spätestens ab 1. Dezember 2008.
Eventualiter sei unter Aufhebung des angefochtenen Entscheids eine unabhängige,
polydisziplinäre Begutachtung anzuordnen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
Sie machte geltend, sie sei aufgrund ihrer Beschwerden in der Auswahl von
Arbeitsstellen eingeschränkt. Ohne Unfall hätte sie eine Stelle als Leitende Ärztin oder
Oberärztin angetreten. Sie erziele im Vergleich zu anderen Ärzten in der gleichen
Position mindestens 20 bis 25% weniger Einkommen und habe keine
Aufstiegsmöglichkeiten mehr. Die kontinuierliche Schonhaltung/Fehlbelastung seit bald
zehn Jahren manifestiere sich in zunehmenden Beschwerden der Lendenwirbelsäule
(LWS) sowie Kniebeschwerden rechts. Es dränge sich deshalb eine polydisziplinäre
Begutachtung auf. Die von den Suva-Kreisärzten festgehaltenen Einschränkungen von
10 bis 20% seien zu gering ausgefallen (act. G1). Die Beschwerdeführerin reichte
Berichte vom 30. Dezember 2016 und 18. Januar 2017 über ein MRI der LWS/ISG
(Iliosakralgelenk) bzw. des Knies rechts ein (act. G1.4 f.).
C.b Die CSS (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragte am 9. März 2017 die
vollumfängliche Abweisung der Beschwerde; unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
Sie brachte vor, das Gutachten des KSSG sei beweiskräftig. Von weiteren Abklärungen
seien keine neuen Erkenntnisse zu erwarten. Die vorgebrachte Validenkarriere sei
gestützt auf den bis zum Unfallzeitpunkt erfolgten beruflichen Werdegang nicht
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überwiegend wahrscheinlich. Es sei im Gegenteil höchst unwahrscheinlich, dass sie
ohne Unfall Oberärztin geworden wäre. Die nun von der Beschwerdeführerin zu 100%
und ohne Auswirkung auf das Einkommen ausgeübte Tätigkeit als Spitalärztin
entspreche dem auch ohne Unfall zu erwartenden Verlauf angesichts der bis zum
Unfallzeitpunkt vollzogenen Karriere (act. G3).
C.c Mit Replik vom 14. Juli 2017 hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen fest.
Sie führte aus, die beginnende AC-Gelenksarthrose und Omarthrose seien als
unfallkausal einzustufen. Im Gutachten des KSSG gar nicht erwähnt seien die
Drittfolgen, welche durch die jahrelange Fehl- und Überbelastung der rechten Seite
entstanden seien. Als Oberärztin müsste sie Assistenzärzte ausbilden sowie die
notwendigen Handgriffe präsentieren und anlernen können, was ihr aber nicht möglich
sei. Sie dürfe daher eine (vollwertige) Stelle als Oberärztin nicht (mehr) antreten. Sie
hätte mit grösster Wahrscheinlichkeit die nachweisbar begonnene Validenkarriere
fortgeführt und wäre heute eine erheblich besser bezahlte Oberärztin (act. G13).
C.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. G15).

Erwägungen
1.
Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung
(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur
Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die
sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem
Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden
daher, nachdem ein Ereignis aus dem Jahr 2007 zur Diskussion steht, die bis 31.
Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.
2.
Zwischen den Parteien umstritten und vorliegend zu prüfen ist der Anspruch der
Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente der Beschwerdegegnerin. Über den
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Anspruch auf eine Integritätsentschädigung wurde hingegen bereits rechtskräftig
verfügt (vgl. UV-act. 180).
2.1 Ist die versicherte Person infolge des Unfalls mindestens zu 10% invalid, so hat sie
Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Grad der für den
Rentenanspruch massgebenden Invalidität ist gemäss Art. 16 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) durch
einen Einkommensvergleich zu ermitteln, bei dem das Einkommen, das die versicherte
Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen
Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare
Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in
Beziehung gesetzt wird zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Grundlage der Bemessung des
Invalideneinkommens bilden die Arbeitsfähigkeitsgradschätzung und die
Umschreibung der trotz der Gesundheitsbeeinträchtigung noch möglichen und
zumutbaren Tätigkeiten. Um das Ausmass der Arbeitsfähigkeit beurteilen zu können, ist
die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die
ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben.
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und
dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4).
2.2 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach hat die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für
die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen.
Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den
Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 122 V 158 E. 1a, BGE 121 V 210 E. 6c). Der
Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinn einer Beweisführungslast
begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsrecht tragen mithin die Parteien in der
Regel eine Beweislast nur insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu
Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt
Rechte ableiten wollte; bei einer leistungsaufhebenden Tatfrage liegt die Beweislast
somit beim Unfallversicherer, bei einer leistungsbegründenden Tatfrage bei der
versicherten Person. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als
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unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer
Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit
für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen).
2.3 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die
urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln
sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig
davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten (vgl. UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2015, N 52
ff. zu Art. 43). Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die beklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen des Experten oder der Expertin begründet sind (BGE 125 V
352 E. 3a).
3.
Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung
keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands des Versicherten mehr erwartet
werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung
abgeschlossen sind (“Fallabschluss“; Art. 19 Abs. 1 UVG). Vorliegend verfügte die
Beschwerdegegnerin erstmals am 11. Dezember 2013 über den Rentenanspruch der
Beschwerdeführerin (UV-act. 155, Verfügung später zurückgezogen; vgl. UV-act. 157).
Darin erachtete sie die Behandlung als abgeschlossen. Sie stützte sich dabei auf die
Einschätzung von Kreisarzt Dr. K._ vom 6. November 2012, welcher festgehalten
hatte, von weiteren konservativen Therapiemassnahmen könne mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit keine namhafte Besserung des unfallbedingten
Gesundheitszustandes mehr erwartet werden (vgl. UV-act. 131). Damals war noch eine
operative Intervention im Raum gestanden, welche die Beschwerdeführerin in der
Folge aber nicht durchführen liess (vgl. UV-act. 131, 140). Der Fallabschluss per Ende
2013 ist aufgrund der Aktenlage nicht zu beanstanden und wird von der
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Beschwerdeführerin auch nicht substantiiert bestritten. Ein allfälliger Rentenanspruch
entstand damit frühestens Anfang 2014. Für den Zeitraum davor fiele lediglich ein
Anspruch auf Taggelder in Betracht, über welchen die Beschwerdegegnerin jedoch
nicht verfügt hat. Ein solcher ist damit vorliegend nicht Streitgegenstand.
4.
Vorab ist die Frage zu klären, ob die medizinische Situation und die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin rechtsgenüglich abgeklärt wurden. Der angefochtene
Einspracheentscheid beruht in medizinischer Hinsicht vorwiegend auf dem Gutachten
des KSSG vom 23. Februar 2015 (vgl. UV-act. 171), wobei die Beschwerdegegnerin
sich auf den Standpunkt stellt, die darin ausgewiesene Leistungseinschränkung wirke
sich nicht auf den Lohn aus (vgl. UV-act. 191, act. G3). Die Beschwerdeführerin spricht
dem Gutachten die Beweiskraft mindestens teilweise ab und stellt diesem
insbesondere Beurteilungen ihrer Vorgesetzten entgegen (vgl. act. G1, G13).
4.1 Die Gutachter des KSSG hielten als Diagnosen eine eingeschränkte
Schulterbeweglichkeit bei Status nach proximaler Humerusfraktur, parascapuläre
Myogelosen, eine beginnende Omarthrose und eine AC-Gelenksarthrose fest. Die
postoperative Schultersteife mit konsekutiven Myogelosen der parascapulären
Muskulatur sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis
zurückzuführen. Die AC-Gelenksarthrose und die Omarthrose seien am ehesten als
unfallfremd anzusehen (UV-act. 171). Die Beschwerdeführerin brachte vor, es sei davon
auszugehen, dass die AC-Gelenksarthrose und Omarthrose unfallbedingt seien. Sie
begründete, es gebe keine Anhaltspunkte, dass eine Arthrose auch in anderen
Gelenken gegeben sei. Da nur ihre linke Schulter betroffen sei, handle es sich um eine
Einschränkung, die auf den Unfall zurückzuführen sei (UV-act. 173, act. G13).
Abgesehen von der Beschwerdeführerin bejahte keine ärztliche Fachperson die
Unfallkausalität der Arthrose. Diese erscheint somit möglich, jedoch nicht überwiegend
wahrscheinlich. Die Frage kann jedoch insofern offenbleiben, als selbst bei Bejahung
einer unfallbedingten Arthrose nicht von weitergehenden Auswirkungen auf die Arbeits-
bzw. Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin auszugehen wäre, als sie aufgrund der
als unfallkausal anerkannten Beschwerden der Schulter ohnehin bestehen.
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4.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, die kontinuierliche Schonhaltung bzw.
Fehlbelastung seit dem Unfall manifestiere sich in zunehmenden Beschwerden im Arm
rechts, LWS-Beschwerden sowie Kniebeschwerden rechts und einer
Schmerzsymptomatik. Die Gutachter des KSSG hätten hingegen im Wesentlichen nur
den Schulterstatus links erhoben. Bezüglich der weiteren Beschwerden dränge sich
eine polydisziplinäre Begutachtung auf (act. G1, G13, UV-act. 156, 173). Die
Beschwerdeführerin erwähnte gegenüber den Gutachtern, nach dem Unfall seien im
Verlauf auch noch ein Schädelhirntrauma und ein Knieanprall durch das Trauma
aufgefallen (UV-act. 171, S. 6). Die Gutachter hatten damit Kenntnis davon und
berücksichtigten die diesbezüglichen Beschwerden bei ihrer Beurteilung mindestens
implizit. Am 30. Dezember 2016 wurde ein MRI der LWS und des ISG durchgeführt. Dr.
med. R._, FMH Radiologie, beurteilte, es lägen eine Osteochondrose Typ Modic II
LWK 4/5, eine kleine, rechts paramediane Diskushernie LWK 5/SWK 1, ein flaches
Diskusbulging LWK 2/3 und LWK 3/4 sowie Zeichen einer leichtgradigen Fehl-
respektive Überlastung der ISG vor (act. G1.4). Diesem Bericht lässt sich kein Hinweis
auf eine unfallbedingte Genese der Beschwerden entnehmen. Im Gegenteil befand Dr.
R._, zusammenfassend bestünden degenerative Veränderungen (vgl. act. G1.4). Die
erwähnten Zeichen einer leichtgradigen Fehlbelastung respektive Überlastung des ISG
sind sodann nur möglicherweise auf den Unfall zurückzuführen und eine relevante
Auswirkung derselben auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin ist nicht
ausgewiesen. Am 18. Januar 2017 führte Dr. med. S._, Facharzt für Radiologie, ein
MRI des Knies rechts durch. Gleichentags berichtete er über Chondropathien und eine
periligamentäre Ödematisierung entlang des medialen Kollateralbandes, vermutlich im
Sinne einer Überlastungsreaktion oder stattgehabten leichten Zerrung. Gleichzeitig hielt
er "kein Trauma" fest (act. G1.5). Es erscheint unwahrscheinlich, dass die
Kniebeschwerden in kausalem Zusammenhang zum rund zehn Jahre vor der
Untersuchung erlittenen Unfall stehen. Die Beschwerdeführerin erwähnte zwar, beim
Sturz sei auch ihr Knie verletzt worden, machte dazu jedoch keine genaueren Angaben
(UV-act. 171, 173). Weder der Unfallmeldung (UV-act. 1) noch den in zeitlicher Nähe
zum Unfall entstandenen ärztlichen Beurteilungen lassen sich Hinweise auf eine
Knieverletzung entnehmen. Inwiefern eine Schulterverletzung links sodann zu einer
Überlastung des Knies rechts geführt haben soll, ist nicht nachvollziehbar und ergibt
sich aus den medizinischen Akten nicht. Die von der Beschwerdeführerin geltend
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gemachten schmerzbedingten Schlafstörungen und die dadurch bedingte Müdigkeit
(vgl. UV-act. 173) berücksichtigten die Gutachter insofern, als sie in der Anamnese
festhielten, aufgrund der starken Schmerzen erwache die Beschwerdeführerin oft in der
Nacht (UV-act. 171, S. 6). Bezüglich der vorgebrachten Beschwerden im Arm rechts
sind keine ärztlichen Berichte aktenkundig, so dass eine allfällige Unfallkausalität
derselben beweislos bleibt.
4.3
4.3.1 Die Gutachter des KSSG befanden, bei geistigen Tätigkeiten sei die
Beschwerdeführerin nicht eingeschränkt. Körperlich bestehe eine geringe
Leistungseinbusse für die ganzheitliche Ausübung der ärztlichen Tätigkeit.
Insbesondere die Durchführung von Punktionen, speziell Pleura- und
Knochenmarkspunktionen, könnten von der Beschwerdeführerin nicht mehr vollständig
bewältigt werden. Wenn diese Tätigkeiten jedoch weggelassen würden, bestehe für die
restliche Tätigkeit als Allgemeinmedizinerin keine Leistungseinbusse. Punktionen
würden laut der Beschwerdeführerin in ihrer Institution einmal pro Woche durchgeführt,
weshalb eine Leistungseinschränkung von 10% bestehe (UV-act. 171). Die Gutachter
stützten sich somit bei ihrer Einschätzung weitgehend auf die Angaben der
Beschwerdeführerin und erachteten sie lediglich aufgrund der nicht vollständig
durchführbaren Punktionen als eingeschränkt. Diese Tätigkeiten müssen jedoch kaum
bei jeder Anstellung als Fachärztin für Innere Medizin durchgeführt werden, jedenfalls
nicht in diesem Ausmass. Es ist daher mit der Beschwerdegegnerin (UV-act. 191, act.
G3) von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit als Fachärztin bzw. Spitalärztin auszugehen.
Dies stimmt mit der Einschätzung von Kreisarzt Dr. K._ überein, welcher die
Beschwerdeführerin am 6. November 2012 in der angestammten Tätigkeit für nicht
eingeschränkt hielt (UV-act. 131).
4.3.2 Auch die tatsächlich ausgeübte Berufstätigkeit der Beschwerdeführerin spricht
gegen eine relevante Arbeitsunfähigkeit. So war sie seit 1. Dezember 2008 wieder zu
100% arbeitstätig (vgl. UV-act. 71, 77). Die Beschwerdeführerin brachte zwar am 8.
September 2010 vor, sie sei seit dem Unfall nicht mehr voll arbeitsfähig. Sie habe Dr.
E._ aber gebeten, ihr trotz bestehender Einschränkungen eine volle Arbeitsfähigkeit
zu attestieren, weil sie ihrem Beruf nicht länger habe fernbleiben wollen (UV-act. 102).
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Die Beschwerdeführerin gab weiter an, bei ihrer Anstellung bei der E._ Stiftung
hätten ihre Kollegen gewisse Tätigkeiten, insbesondere Punktionen, für sie
übernehmen müssen, da sie dazu nicht in der Lage sei (UV-act. 177, vgl. UV-act. 102,
133, 171). Ihre späteren Arbeitsstellen habe sie so ausgewählt, dass sie ihre Aufgaben
trotz der unfallbedingten Einschränkungen vollumfänglich erfüllen könne (UV-act. 132,
153, 177, 188). Am 26. Juli 2013 und 29. August 2015 teilte die Beschwerdeführerin der
Suva mit, sie habe ihre Arbeitgeber nicht über ihren Arbeitsunfall bzw. ihre
Einschränkungen informiert, da sie die Arbeitsstellen entsprechend ihrem
eingeschränkten Profil ausgesucht habe (UV-act. 153, 177, 179). Offenbar war es ihr
also möglich, ihre Tätigkeit auszuführen, ohne dass die Beschwerden der linken
Schulter dabei aufgefallen wären bzw. ihre Einsatz- und Leistungsfähigkeit objektiv
eingeschränkt hätten. Den aktenkundigen Arbeitszeugnissen und Protokollen der
ehemaligen Arbeitgeber lassen sich auch keine Hinweise auf relevante gesundheitliche
Einschränkungen entnehmen (UV-act. 182). Dr. N._ gab am 12. Juli 2016 an, die
Beschwerdeführerin habe ihn bereits im Rahmen des Bewerbungsgespräches im
Frühling 2012 darüber informiert, dass sie unfallbedingt an verschiedenen
Einschränkungen leide. Sie sei im Wissen um diese Einschränkungen eingestellt
worden. Aufgrund ihrer gesundheitlichen Defizite werde bei der Zuteilung von gewissen
Eingriffen, wie zum Beispiel Punktionen, auf sie Rücksicht genommen, da sie diese
kaum ausführen könne. Die Einschränkungen beträfen nur gewisse manuelle
Tätigkeiten, bei der sie einen voll funktionsfähigen linken Arm benötige, und umfassten
ca. 20% ihrer Gesamttätigkeit (UV-act. 189). Dr. P._ berichtete am 5. September
2016 über eine Limitierung der Beweglichkeit des linken Armes, eine Kraftreduktion im
linken Arm und in der linken Hand sowie eine Schmerzsymptomatik. Diese Unfallfolgen
schränkten die Beschwerdeführerin in der Ausführung von Punktionen und anderen
Eingriffen, welche die Ausübung von physischer Kraft voraussetzten, ein. Sämtliche
anderen Tätigkeiten könne sie erfüllen, da sie lediglich in einem Rahmen von 15 bis
20% in ihrer Tätigkeit limitiert sei. Während ihrer Zusammenarbeit habe die
Beschwerdeführerin ihn über ihren gesundheitlichen Zustand informiert (UV-act. 190).
Diese Beurteilung ist insofern nicht nachvollziehbar, als eine HR-Mitarbeiterin des
Spitals O._ in einer E-Mail vom 8. April 2016 der Beschwerdegegnerin mitteilte, Dr.
P._ sei (offenbar über die von einer Suva-Sachbearbeiterin mitgeteilten
gesundheitlichen Probleme der Beschwerdeführerin) "sehr erstaunt" gewesen.
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Einschränkungen habe er bisher bei ihr nicht feststellen können (UV-act. 182). Selbst
wenn es sich dabei - wie die Beschwerdeführerin geltend macht (UV-act. 188, act.
G13) - um ein Missverständnis gehandelt haben sollte, sind die Einschätzungen von Dr.
P._ und Dr. N._ jedoch als nur beschränkt beweiskräftig zu erachten. Aufgrund des
besonderen Vertrauensverhältnisses als Vorgesetzte ist nicht auszuschliessen, dass sie
die Arbeitsunfähigkeit bzw. die Einschränkungen der Beschwerdeführerin grosszügig
beurteilten. Weshalb die zu belastenden manuellen Tätigkeiten entgegen den
anamnestischen Angaben gegenüber den Gutachtern des KSSG 15-20% betragen
sollten, begründeten sie nicht. Zudem sind ihre Angaben insofern widersprüchlich, als
die Beschwerdeführerin selbst angab, sie habe die Stelle so gewählt, dass sie keine
Aufgaben ausführen müsse, welche ihr unfallbedingt nicht möglich seien. Insofern
sollte an diesem Arbeitsplatz auch keine Einschränkung resultieren.
4.3.3 Die Beschwerdeführerin vertrat im Verwaltungs- und Beschwerdeverfahren
den Standpunkt, sie könne aufgrund ihrer Einschränkungen nicht als Oberärztin,
Leitende Ärztin oder Chefärztin tätig sein. Für eine derartige Position müsste sie
Punktionen und andere Tätigkeiten vornehmen können, zu denen sie nicht in der Lage
sei (vgl. UV-act. 133, 173, 177, 188, act. G1). Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht
geltend macht (act. G3), sind jedoch keine wesentlichen physischen Unterschiede der
Leistungsprofile von Assistenz-, Spital- oder Oberärztinnen bzw. Leitenden Ärztinnen
erkennbar, so dass die Arbeitsfähigkeit im Wesentlichen gleich sein dürfte. Die
Beschwerdeführerin brachte diesbezüglich vor, als Oberärztin müsste sie
Assistenzärzte ausbilden und dabei die notwendigen Handgriffe präsentieren sowie
anlernen können. Sie müsste zudem jederzeit in eine Behandlung eingreifen können
(act. G13). Es erscheint jedoch fraglich, ob sie die entsprechenden Untersuchungen
bzw. Behandlungen tatsächlich selbst manuell müsste verrichten können oder ob nicht
eine verbale Instruktion bzw. nötigenfalls Intervention genügen würde. Inzwischen hat
die Beschwerdeführerin offenbar entgegen ihren geäusserten Zweifeln eine Tätigkeit
als Oberärztin beim Spital O._ angetreten. Die geltend gemachten Einschränkungen
sind damit zusätzlich in Zweifel zu ziehen, jedenfalls aber nicht mit dem erforderlichen
Beweisgrad ausgewiesen.
4.4 Bei der Würdigung der medizinischen Situation fällt weiter ins Gewicht, dass das
Gutachten des KSSG vom 23. Februar 2015 (vgl. IV-act. 171) auf umfassender
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Aktenkenntnis sowie eigenen Untersuchungen beruht, das gesamte Leidensbild der
Beschwerdeführerin berücksichtigt und die auf dieser Grundlage gezogenen Schlüsse
mit Ausnahme der Arbeitsfähigkeitsschätzung nachvollziehbar sind. Aus den von der
Beschwerdeführerin vorgebrachten medizinischen Einschätzungen ergeben sich
zudem keine wesentlichen objektiven Gesichtspunkte, welche im Gutachten ausser
Acht gelassen worden wären. Schliesslich wurden auch keine zwischen dem
Gutachten vom 23. Februar 2015 und dem umstrittenen Einspracheentscheid vom 21.
Dezember 2016 (UV-act. 191) eingetretenen massgeblichen Veränderungen mit
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit geltend gemacht und solche ergeben sich auch
nicht aus den Akten. Weitere medizinische Abklärungen erübrigen sich.
5.
Angesichts dieser Ausführungen ist mit der Beschwerdegegnerin davon auszugehen,
dass die Beschwerdeführerin in einer Tätigkeit als Assistenz-, Spital- oder Oberärztin
zu 100% arbeitsfähig ist. Eine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mit
Auswirkung auf das erzielbare Einkommen bleibt beweislos. Ebenfalls nicht bewiesen
ist, dass die Beschwerdeführerin in ihrer derzeitigen Anstellung als Oberärztin bei der
Klinik O._weniger verdient als der Durchschnittslohn der in der Schweiz tätigen
Oberärzte mit vergleichbaren Qualifikationen. Die Beschwerdeführerin beendete 2011
ihre Weiterbildung zur Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und war bis dahin als
Assistenzärztin, danach als Spitalärztin tätig. Nach Beschwerdeeingang wurde sie
sodann als Oberärztin angestellt. Es stellt sich die Frage, ob es bei der
Beschwerdeführerin unfallbedingt zu einer Verzögerung ihrer beruflichen Karriere kam,
in dem Sinne, als sie ohne den erlittenen Unfall allenfalls früher eine Stelle als
Oberärztin hätte antreten können. Dies ist aufgrund der Akten zwar möglich, jedoch
nicht überwiegend wahrscheinlich nachgewiesen. Das gilt auch unter der
Berücksichtigung ihres Werdegangs, insbesondere des späten Wiedereinstiegs in den
Beruf und der Tatsache, dass sie vor dem Unfall - im Alter von 50 Jahren - noch als
Assistenzärztin tätig war (vgl. act. G1, G13). Eine Lohneinbusse bleibt damit zu Lasten
der Beschwerdeführerin beweislos. Es resultiert kein rentenbegründender
Invaliditätsgrad und ein konkreter Einkommensvergleich erübrigt sich.
6.
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6.1 Nach dem Gesagten ist der angefochtene Einspracheentscheid nicht zu
beanstanden und die Beschwerde abzuweisen.
6.2 Gerichtskosten sind gemäss Art. 61 lit. a ATSG keine zu erheben.
6.3 Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Als Versicherungsträger hat die obsiegende Beschwerdegegnerin
praxisgemäss keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung, da vorliegend die
Prozessführung der Gegenpartei nicht als mutwillig oder leichtsinnig zu bezeichnen ist
(vgl. KIESER, a.a.O., N 199 zu Art. 61). Ihr Antrag (act. G3) ist daher abzuweisen.