Decision ID: 3a9b25da-fa14-4836-8bba-db6bfcffbd62
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._ ist 1956 geboren und hat den Beruf des Plattenlegers erlernt. Er war seither in diesem Beruf erwerbstätig, zuletzt bei der Y._ AG, welches Arbeitsverhältnis aus betrieblichen Gründen per 30. November 2009 durch die Arbeitgeberin aufgelöst wurde (Urk. 8/9). Unter Hinweis auf Rückenschmerzen meldete sich X._ im November 2009 erstmals bei der Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 8/1). Nach getätigten Abklärungen der erwerblichen und medizinischen Verhältnisse verneinte die Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, mit Verfügung vom 6. September 2010 gestützt auf einen errechneten Invaliditätsgrad von 33 % erstmals den Anspruch auf eine Invalidenrente (Urk. 8/30). Eine gegen diese Verfügung erho
bene Beschwerde wies das hiesige Gericht mit Urteil vom 20. Februar 2012 ab (Urk. 8/40; Prozess IV.2010.00950). Dieses Urteil erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
Mit Gesuch vom 3. Februar 2015 meldete sich X._ – diesmal unter Hinweis auf ein Rückenleiden, eine Alkoholproblematik sowie eine Persönlich
keitsstörung - erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (Urk. 8/43 sowie zur Untermauerung der Neuanmeldung nachgereichte Berichte; Urk. 8/48-49). Die IV-Stelle veranlasste in der Folge eine polydisziplinäre Begutachtung des Versicherten, welche durch das Z._ durchgeführt wurde (Gutachten vom 28. September 2015; Urk. 8/61). Gestützt auf die so getätigten Abklärungen stellte die IV-Stelle dem Versicher
ten mit Vorbescheid vom 19. Oktober 2015 (Urk. 8/67) gestützt auf einen er
rechneten Invaliditätsgrad von 7 % die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht und hielt daran mit Verfügung vom 15. Dezember 2015 fest (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob die den Versicherten mittels Sozialhilfe unterstützende Ge
meinde
Q._
hierorts Beschwerde mit den Anträgen, es sei die Verfügung vom 15. Dezember 2015 aufzuheben (1.) und es seien dem Versicherten die ge
setzlichen Leistungen, namentlich eine ganze Invalidenrente, auszurichten (2.), unter Kosten- und Entschädigungsfolge (3.); in verfahrensrechtlicher Hinsicht liess sie die Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels beantragen (Urk. 1 S. 2).
Mit Vernehmlassung vom 11. März 2016 beantragte die IV-Stelle die Abwei
sung der Beschwerde (Urk. 7). Mit Verfügung vom 23. März 2016 wurde X._ zum vorliegenden Prozess beigeladen und ihm Gelegenheit zur Stel
lungnahme eingeräumt (Urk. 9). Die ihm hierzu angesetzte Frist verlief in der Folge unbenutzt, was den übrigen Prozessbeteiligten mit Verfügung vom 10. Mai 2016 zur Kenntnis gebracht wurde, unter gleichzeitigem Verzicht auf Durchführung eines förmlichen zweiten Schriftenwechsels (Urk. 11).

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Legitimation, einen bestimmten Anspruch auf dem Rechtsmittelweg geltend zu machen, steht in einem engen Zusammenhang mit der Befugnis, die versi
cherte Person bei der Verwaltung zum Bezug der entsprechenden Leistung an
zumelden. Ist eine Person berechtigt, die Anmeldung vorzunehmen, kommt ihr regelmässig auch die Legitimation zu, den streitigen Anspruch im Verwaltungs
prozess selbständig zu verfolgen (BGE 130 V 560 E. 4.3). Gemäss Art. 66 Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) sind zur Geltendmachung des Anspruchs befugt: Der Versicherte, sein gesetzlicher Vertreter sowie Behör
den oder Dritte, die den Versicherten regelmässig unterstützen oder dauernd betreuen. Behörden und Dritte, welche diese Voraussetzungen erfüllen, können auch die entsprechenden
Entscheide auf dem Rechtsmittelweg weiterziehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_338/2013 vom 12. August 2013 E. 3.2 mit weite
rem Hinweis; siehe auch Urteil des Bundesgerichts I 113/05 vom 8. Juni 2005
E. 2.1 und 2.3).
1.2
Die Sozialen Dienste
Q._
unterstützen den Beigeladenen regelmässig (vgl. Urk.
3) und sind deshalb nach
Art.
66
Abs.
1 IVV befugt, seinen Leistungsan
spruch geltend zu machen. Somit kommt ihnen nach ständiger Rechtsprechung auch die Legitimation zu, den streitigen Anspruch mittels Beschwerde gegen die Verfügung vom 1
5.
Dezember 2015 zu verfolgen.
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Ge
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit Krank
heitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen gu
ten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu er
zielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130
V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezem
-
ber
2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems
abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesgerichts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invali
dität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Er
werbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versi
cherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141
V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundes
gerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
2.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom
men), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkom
mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ein
ander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensver
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
2.3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.4
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3 IVV), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von
Art.
17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
2.5
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisi
onsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die
Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
Liegt ein Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17 ATSG vor, ist der Rentenan
spruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend (
„
allseitig") zu prü
fen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
2.6
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These ab
stellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin
nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversiche
rung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gut
achten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.)
.
3.
3.1
Die Verwaltung begründete den angefochtenen Entscheid im Wesentlichen da
mit, dass dem Beigeladenen die Ausübung der ursprünglichen Tätigkeit als Plattenleger gesundheitsbedingt nicht mehr möglich sei. Doch sei ihm die Aus
übung einer leidensangepassten Tätigkeit zu 100 % zumutbar. Seit dem letzten Entscheid habe sich der (wohl: somatische) Gesundheitszustand nicht verändert, es sei lediglich von psychiatrischer Seite eine leichte Verschlechterung der emotionalen Belastbarkeit eingetreten. Selbst wenn der Einschränkung Rech
nung getragen und ein leidensbedingter Abzug von 10 % vorgenommen würde, ergäbe dies keinen IV-Grad von 40 % (Urk. 2).
3.2
Dagegen lässt die Beschwerdeführerin zur Hauptsache geltend machen, dass die vom Z._ vorgenommene Einschätzung, wonach der Versicherte für leidens
angepasste Arbeiten zu 100 % arbeitsfähig sei, nicht nachvollziehbar sei. Ange
sichts der quantitativen und qualitativen Einschränkungen hätten die Gutachter eine Arbeitsfähigkeit lediglich im geschützten Rahmen attestieren dürfen. So
wohl aufgrund des zumutbaren Tätigkeitsprofils wie auch des Alters des Versi
cherten sei die Resterwerbsfähigkeit realistischerweise nicht mehr verwertbar. Schliesslich sei der zur Bestimmung des Invalideneinkommens herangezogene Tabellenlohn nicht korrekt (Urk. 1).
4.
4.1
Die Verwaltung ist auf die Neuanmeldung des Beigeladenen vom 3. Februar 2015 eingetreten. Zu prüfen ist daher, ob seit der letzten leistungsverneinenden Verfügung vom 6. September 2010, bestätigt mit Urteil des hiesigen Gerichts vom 20. Februar 2012, eine Änderung in den massgeblichen Verhältnissen ein
getreten ist, welche gegebenenfalls nunmehr Anspruch auf eine Rente ergibt.
4.2
Der Verfügung vom 6. September 2010 lag im Wesentlichen der Bericht des behandelnden Arztes Dr. med. A._, stellvertretender Oberarzt am B._, Neurochirurgie, vom 15. März 2010, zugrunde. Darin hatte dieser mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit die Diagnose
Spondyloly
sis
vera
mit
Spondylolisthese
und foraminaler Kompression der Wurzel L5 beidseits linksbetont bei schwerer multisegmentaler degenerativer LWS-Verän
derung von L1 bis S2 gestellt, als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit nannte er einen Verdacht auf Polyneuropathie. Zur Arbeitsfähigkeit hatte er im Wesentlichen ausgeführt, die angestammte Tätigkeit als Plattenleger sei nicht mehr zumutbar, hingegen sei grundsätzlich – unter Beachtung ver
schiedener Einschränkungen (nicht vorwiegend im Gehen, ohne Bücken, Über
kopf-Arbeiten, Kauern, Knien, Rotation im Sitzen/Stehen, Heben/Tragen über 5 kg, auf Leitern/Gerüste steigen, Treppen steigen) - eine wechselbelastende leichte körperliche Tätigkeit zu 100 % denkbar (Urk. 8/14 S. 1 bis 4; vgl. dazu auch Urteil des hiesigen Gerichts vom 12. Februar 2012, E. 4.1; Urk. 8/40).
Aus den weiteren Akten ist ersichtlich, dass der Beigeladene (bereits) damals auch an Schulterbeschwerden litt (rezidivierende
Periarthropia
humeroscapula
ris
rechts, vgl. Berichte von Dr. C._ vom 7. Januar 2010, Urk. 8/11 und von Dr. D._ vom 26. Januar 2010, Urk. 8/12).
4.3
Im Rahmen der vorliegenden Neuanmeldung fanden folgende Unterlagen Ein
gang in die Akten:
4.3.1
Hausarzt Dr. C._, Facharzt für Allgemeine Medizin FMH, führte in sei
nem Schreiben vom 28. Mai 2013 zuhanden der
Dres
. E._ und F._, Fach
ärzte für Neurologie, aus, der Versicherte leide seit vielen Jahren an Rücken- und Schulterbeschwerden, welche ihn in die Arbeitsunfähigkeit getrieben hät
ten. Es sei eine IV-Anmeldung gemacht worden, seines Wissens sei der Renten
anspruch abgeschmettert worden mit der Begründung, dass der Patient in einer behindertengerechten Umgebung für leichte Tätigkeiten voll arbeitsfähig sei. Dies sei durchaus vertretbar, wenn auch der Patient aufgrund seiner schulischen Bildung kaum für nicht körperliche Tätigkeiten einsetzbar sei. Parallel habe seit vielen Jahren ein Alkoholproblem bestanden, welches seit mindestens einem Jahr mit
Antabus
im Griff zu sein scheine. Der Patient gebe an, seit längerem an Konzentrationsstörungen zu leiden und dass seine Ausdauer beim Lesen vermindert sei, sein Namensgedächtnis sei eingeschränkt und es bestehe schnelle Ablenkbarkeit. Zudem bestünden psychische Probleme. Es stelle sich die Frage von hirnorganischen Schädigungen, welche eine Wiederanmeldung bei der IV begründen könnten, ebenfalls, ob allenfalls eine neuropsychologische Abklärung Sinn machen würde (Urk. 8/48 S. 2 f.).
4.3.2
Dr. F._, Facharzt für Neurologie, diagnostizierte nach erfolgter Abklärung des Versicherten in seinem Bericht vom 18. Juni 2013 an Dr. C._ ein Alkoholabhängigkeitssyndrom sowie ein chronisches
Lumbovertebralsyndrom
. Er gab in seiner Beurteilung im Wesentlichen an, aufgrund der aktuellen neu
rologischen Untersuchung ergäben sich keine Anhaltspunkte für eine relevante hirnorganische Schädigung oder Erkrankung. Auffallend seien lediglich leichte mnestische Defizite, welche jedoch noch knapp im altersüblichen Normbereich lägen. Zusammenfassend ergebe sich aus neurologischer Sicht keine neue Diag
nose, welche allenfalls bei der IV geltend gemacht werden könnte. Möglicher
weise müsste die
Alkohol- (und Benzodiazepin-?) Abhängigkeit stärker ge
wichtet werden (Urk. 8/48 S. 4-5).
4.3.3
Gestützt auf eine von der Beschwerdeführerin veranlasste Abklärung des Versi
cherten in der G._ stellten die verantwort
lich zeichnenden Fachpersonen Dr. med. univ. H._ sowie
lic
. phil. I._, Psy
chologin, in ihrem Bericht vom 19. März 2015 folgende Diagnosen: 1. Rezidivierende depressive Störung,
ggw
. leichtgradige Episode (ICD-10 F33.0), 2. Einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10 F90.0), 3. Ängstlich (vermeidende) Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.6), Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol: Abhängigkeitssyndrom aber in Be
handlung mit aversiven oder hemmenden Medikamenten (
Antabus
) (ICD-10 F.10.2). Psychische und Verhaltensstörungen durch Sedativa (Benzodiazepine), schädlicher Gebrauch (ICD-10 F13.0); für die somatischen Diagnosen verwiesen sie auf den Hausarzt. Sie gaben im Wesentlichen an, es sei eine ausführliche Anamnese erhoben worden, bei der sich bereits Hinweise auf ein ADHS im Kin
des- und Jugendalter gezeigt hätten. Eine Abklärung mit dem HASE habe ein leichtes ADHS im Erwachsenenalter bestätigen können. Weiter hätten sich auf
grund der Abklärungen eine Persönlichkeitsstörung mit ängstlich-vermeidenden Zügen sowie kognitive Defizite ergeben. Die Arbeitsfähigkeit werde aufgrund der körperlichen und psychischen Einschränkungen auf max. 20 – 40 % ge
schätzt (Urk. 8/49).
4.3.4
In dem von der IV-Stelle im Rahmen der vorliegenden Neuanmeldung veranlass
ten polydisziplinären (psychiatrischen, orthopädischen, internistischen, neuropsychologischen und neurologischen) Gutachten des Z._ vom 28. September 2015 stellten die verantwortlich zeichnenden Fachärzte folgende Diagnosen (Urk. 8/61 S. 9):
1.
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit („letzte Tätigkeit“) (Urk. 8/61 S. 9):
-
Leichte kognitive Störungen (F06.7) bei langjähriger Alkoholabhängig
keit (F10.2) und einer grenzwertigen Minderbega
bung (F70.0)
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (F33.4)
-
Spondylolysis
vera
mit
Spondyloslisthese
und foraminaler Kompres
sion der Wurzel L5 beidseits (linksbetont) mit/bei schweren multiseg
mentalen LWS-Veränderungen von L1-S1,
punctum
maximum L4/5 und L5/S1, klinisch chronisch rezidivierenden Lumbalgien mit Ischi
algien entlang L5 links, Status nach
interkorporeller
Spondylodese
L4 bis S1 mit dorsaler Instrumentation am 9. November 2009, persistie
rendes, sensibles L5/S1 Syndrom rechts
-
Schulterteilsteife rechts bei Läsion der Supraspinatus-Sehne, Luxation und Reizung der Bizeps
longus
-Sehne, Bursitis
scubacromialis
und Einengung des
Subacromialraumes
-
Verdacht auf äthyltoxischen Leberschaden bei chronischer Alkohol
krankheit
-
Chronische Bronchitis bei Verdacht auf COPD
2.
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (letzte Tätigkeit)
-
Benzodiazepinabhängigkeit
(F13.2)
-
Axiale Hiatushernie mit Refluxkrankheit
-
Zustand nach
Antrumgastritis
2010
-
Sinustachykardie
-
Zustand nach
Cholezystektomie
2009
-
Zustand nach TE im Kindesalter
In ihrer versicherungsmedizinischen Beurteilung führten die verantwortlich zeich
nenden Ärzte aus, der Versicherte leide seit vielen Jahren unter einem chronischen Schmerzsyndrom der Lendenwirbelsäule, welches am 9. November 2009 eine operative Versteifung der Segmente L4 bis S1 aufgrund therapie- re
sistenter
lumboischialgieformer
Beschwerden erforderlich gemacht habe. Bei anhaltenden chronischen Schmerzen sei der Versicherte auch danach nicht mehr in der Lage gewesen, seiner ursprünglichen Tätigkeit als Plattenleger nachzugehen, so dass bis heute durchgängig eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % für diesen Arbeitsbereich bestehe. Von neurologischer und orthopädischer Seite werde angesichts der aktuell erhobenen Befunde und der beschriebenen Vorge
schichte
die zitierte Arbeitsunfähigkeit in der Grössenordnung von 100 % be
stätigt, nachdem weiterhin ein anhaltendes schweres Schmerzsyndrom der Len
denwirbelsäule bei Status nach
interkorporeller
Spondylodese
L4 bis S1 vor
liege. Ausserdem würden von orthopädischer Seite eine Schultersteife rechts bei Läsion der Supraspinatussehne mit Luxation und Reizung der
Biceps
longus
-Sehne, einer Bursitis
subacromialis
und einer Einengung des
Subacromialrau
mes
formuliert.
Auf psychiatrischem Fachgebiet sei aufgrund einer leichten kognitiven Störung im Rahmen einer langjährigen Alkoholabhängigkeit und einer primär grenz
wertigen intellektuellen Begabung sowie rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig remittiert, eine anhaltende Beeinträchtigung der emotionalen Be
lastbarkeit beschrieben. Diese bedinge eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der letzten Tätigkeit von 50 %, während in einer leidensadaptierten Tätigkeit unter Berücksichtigung des Belastungsprofils seit der jetzigen Untersuchung eine 100%ige Arbeitsfähigkeit angenommen werde.
Aus internistischer Sicht liege mit grosser Wahrscheinlichkeit eine COPD bei jahrelangem Nikotinabusus und chronischer Bronchitis vor. Aufgrund dieser Er
krankung, die bisher weder diagnostisch entsprechend abgeklärt noch therapiert worden sei und dem Vorliegen einer
Hepathopathie
, die sicherlich im Rahmen der Alkoholkrankheit zu sehen und ebenfalls weiter abklärungsbedürftig sei, sei dem Versicherten eine schwere körperliche Arbeit nicht zumutbar.
Polydisziplinär könne abschliessend Folgendes festgehalten werden: Bei dem Versicherten sei von einer Arbeitsfähigkeit von 0 % in seiner letzten Tätigkeit als Plattenleger seit 3. September 2009 auszugehen, in einer leidensangepassten Tätigkeit sei ab der aktuellen Untersuchung von einer 100%igen Arbeitsfähig
keit auszugehen.
Dabei vermöge der Versicherte nur noch ganz einfache, klar vorgegebene, struktu
rierte Handlungsabläufe zu bewältigen, ohne jedwede zusätzliche nervli
che Belastung, d.h. ohne Arbeiten unter einem besonderen Zeitdruck, mit einem besonderen Verantwortungsbereich, mit regelmässigem Publikumsverkehr und mit einem besonderen Anspruch an die kognitive Umstellungsfähigkeit. Zu be
rücksichtigen seien auch eine Reduktion des Arbeitstempos und die Möglichkeit, wiederholt Pausen einlegen zu können aufgrund des zweifellos verminderten
konzentrativen
Durchhaltevermögens (S. 10). Von somatischer Seite her sei der Versicherte noch in der Lage, leichte bis höchstens mittelschwere körperliche Arbeiten mit regelmässigem Wechsel von Gehen, Stehen und Sitzen ohne Zwangshaltung der Wirbelsäule, ohne häufiges Bücken und unter Vermeidung sämtlicher kniender Tätigkeiten und ohne regelmässiges Heben des rechten Ar
mes über Brusthöhe zu 100 % zu bewältigen. Die so beschriebene Arbeitsfähig
keit von 100 % bestehe seit der aktuellen Untersuchung (S. 11).
Abschliessend gaben sie an, der Gesundheitszustand habe sich seit 2010 bezüg
lich der somatischen Erkrankungen nicht verändert, mit Bezug auf die Erkran
kungen im psychiatrischen Fachgebiet sei dagegen eine weitere Progredienz der Einschränkung der emotionalen Belastbarkeit anzunehmen. Diese sei seinerzeit in der Beschreibung des Belastungsprofils nicht berücksichtigt worden, retro
spektiv sei eine exakte Beurteilung nicht möglich. Aktuell sei in jedem Fall eine relevante Störung der affektiven Belastbarkeit gegeben, die sich auch auf die Bewältigung einer leidensangepassten Tätigkeit auswirke (S. 12).
5.
5.1
Mit Blick auf die im Verfahren der Neuanmeldung zu den Akten genommenen Unterlagen, namentlich gestützt auf das Gutachten des Z._ ergibt sich, dass im Vergleich zum
Gesundheitszustand, wie er der Verfügung vom 6. September 2010 zugrunde lag, zwar in somatischer Hinsicht ein weitgehend unveränderter Gesundheitszustand vorliegt. Jedoch sind in psychiatrischer bzw. neuropsycho
logischer Hinsicht zusätzliche Befunde und Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hinzugetreten. Somit liegt ein Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 ATSG vor, weshalb der Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend neu zu prüfen ist (vgl. E. 2.5
hievor
).
5.2
Im Rahmen der Begutachtung durch das Z._ wurde der Beigeladene einer umfassenden polydisziplinären Abklärung unterzogen. Dabei wurden die vom Beigeladenen geklagten Beschwerden umfassend berücksichtigt und beurteilt. Dabei erfolgte das Gutachten in Kenntnis und Auseinandersetzung mit den
Vorakten
und es trägt der konkreten medizinischen Situation Rechnung. Es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ein und die gezo
genen Schlussfolgerungen zu Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit werden ausführlich und für den rechtsanwendenden medizinischen Laien nachvollzieh
bar begründet. Es ist daher für die Beantwortung der Fragen umfassend und erfüllt die praxisgemässen Kriterien (vgl. E. 2.6
hievor
) vollumfänglich, sodass darauf abgestellt werden kann.
Zwischen den Parteien sind denn auch weder die im Gutachten erhobenen Be
funde oder gestellten Diagnosen streitig noch dass vor deren Hintergrund der Beigeladene - entsprechend der gutachterlichen Beurteilung - in seiner ange
stammten Tätigkeit als Plattenleger (weiterhin) nicht mehr arbeitsfähig ist. Un
eins sind sich die Parteien hingegen bezüglich der Arbeitsfähigkeit in einer lei
densangepassten Tätigkeit. Entgegen den
beschwerdeführerischen
Ausführun
gen, wonach darin eine 100%ige Arbeitsfähigkeit nicht nachvollziehbar sei, kann aber auch insoweit auf die gutachterliche Beurteilung abgestellt werden. Zwar lässt die Beschwerdeführerin zu Recht auf die verschiedenen Einschrän
kungen namentlich aus psychiatrischer/
neuropsychologischer Hinsicht hin
weisen. Jedoch stellt ein (vor dem Hintergrund der
gesundheitlichen
Einschrän
kungen formuliertes) medizinisches Anforderungs- und Belastungsprofil eine zum zeitlich zumutbaren Arbeitspensum tretende qualitative oder quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit dar, wodurch in erster Linie das Spektr
um der erwerblichen Tätigkeiten,
welche unter Berücksichtigung der Fähigkeiten, Ausbildung und Berufserfahrung der versicherten Person realistischerweise noch in Frage kommen
,
(weiter)
eingegrenzt wird (vgl. etwa Urteil des Bundes
gerichts 8C_146/2017 vom 7. Juli 2017 E. 5.2.2).
Vorliegend weist das aus me
dizinischer Sicht noch zumutbare Tätigkeitsprofil in einer angepassten Tätigkeit zwar verschiedene, dem Gesundheitszustand des Beigeladenen Rechnung tra
gende Einschränkungen aus, womit das Spektrum der noch in Betracht fallen
den erwerblichen Tätigkeiten eingeschränkt wird. Da das vorliegend für eine Verweistätigkeit formulierte medizinische Tätigkeitsprofil – im Vergleich zur angestammten Tätigkeit – auch in psychischer Hinsicht niedrige Anforderungen statuiert (so etwa bezüglich kognitiver Anforderungen, besonderem Zeitdruck oder besonderem Verantwortungsbereich), erscheint darin eine vollschichtige Arbeitsfähigkeit indes durchaus nachvollziehbar.
5.3
Ist aber das Gutachten des Z._ als beweiskräftig zu qualifizieren, ist gestützt darauf davon auszugehen, dass der Beigeladene in seiner angestammten Tätig
keit als Plattenleger nach wie vor nicht mehr arbeitsfähig, er jedoch unter Be
rücksichtigung der in der Expertise formulierten (nunmehr weitergehenden) Einschränkungen ab dem Gutachtenszeitpunkt (28. September 2015) in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig ist. Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der so festgestellten Arbeitsfähigkeit.
6.
6.1
Die Beschwerdeführerin bestreitet unter Hinweis auf die gutachterlich attestier
ten Einschränkungen und das Alter des Versicherten zunächst in grundsätzli
cher Hinsicht die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit.
6
.2
Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erzielbare Einkommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln, wobei an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussich
ten keine übermässigen Anforderungen zu stellen sind. Das fortgeschrittene Al
ter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und be
ruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realis
tischerweise nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungslast nicht mehr zumutbar ist. Fehlt es an einer wirtschaftlich verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, die einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente be
gründet
(vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 9C_954/2012 vom 10. Mai 2013 E. 2).
Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsver
mögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesund
heitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbei
tungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vor
handene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (
BGE 138 V 457
E. 3.1; Urteile
des Bundesgerichts
9C_153/2011 vom 2
2.
März 2012 E. 3.1; 9C_918/2008 vom 2
8.
Mai 2009 E. 4.2.2 mit Hinweisen). Somit hängt die Verwertbarkeit nicht zuletzt davon ab, welcher Zeitraum der versicherten Per
son für eine
berufliche Tätigkeit und vor allem auch für einen allfälligen Be
rufswechsel noch zur Verfügung steht (
BGE 138 V 457
E. 3.2
). Dabei ist für den Zeitpunkt, in welchem die Frage nach der Verwertbarkeit der (Rest-) Arbeitsfä
higkeit bei vorgerücktem Alter beantwortet wird, auf das Feststehen der medizi
nischen Zumutbarkeit einer (Teil-) Erwerbstätigkeit abzustellen (
BGE 138 V 457
E. 3.3).
6
.3
Vorliegend stand die medizinische Restarbeitsfähigkeit mit
Erstattung des
Gutach
ten
s
des
Z._
am
28. September 2015 fest. D
a der Beigeladene 1956 geboren ist, ist d
ie Frage nach
der
Verwertbarkeit
seiner Restarbeitsfähigkeit
auf dem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt
somit
bezogen den
Zeitpunkt zu beurteilen, in welchem
er knapp
59 Jahre alt war.
Im Alter von 59 Jahren war der Beigeladene zwar nicht mehr leicht vermittel
bar. Indessen
verblieben
ihm
für die Ausübung einer leidensangepassten Tätig
keit immerhin sechs Jahre bis zu seiner Pensionierung.
Da der Beigeladene seine erlernte Tätigkeit als Plattenleger nicht mehr ausüben kann, fallen als leidens
angepasste
Tätigkeit
nur noch Hilfsarbeiten in Betracht. Jedoch werden Hilfsar
beiten altersunabhängig nachgefragt und ist bei Hilfsarbeiten regelmässig nicht von einer
zeitlich aufwändige
n
Einarbeitung
auszugehen. Das
Alter
allein steht einer
Verwertbarkeit der Restar
beitsfähigkeit daher nicht entgegen
.
Aber auch unter zusätzlicher Berücksichtigung, dass
bezüglich einer
leidensange
passten Hilfstätigkeit verschiedene E
inschränkungen
bestehen, ist keine Unverwertbarkeit anzunehmen. So sind weder die somatischen noch die psychischen bzw. neuropsychologischen
Einschränkungen
derart erheblich, dass ausgeschlossen erscheint, dass der Beigeladene die ihm verbleibende Arbeits
kraft im Bereich der noch möglichen Hilfsarbeiten auf dem allgemeinen Ar
beitsmarkt noch wirtschaftlich nutzen kann. Dies gilt namentlich auch mit Blick auf die intellektuellen Begabungen des
Beigeladenen, da
die
noch
infrage kom
menden Hilfstätigkeiten
diesbezüglich kaum je hohe Anforderungen stellen. Alsdann umfasst der als ausgeglichen unterstellte Arbeitsmarkt einen Fächer verschiedenartiger Stellen, insbesondere auch sog. Nischenarbeitsplätze, also Stellen und Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entge
genkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können, was namentlich auch mit Blick auf einige psychisch/neuropsychologisch bedingten Limitierungen des Beigeladenen gilt (verlangsamtes Arbeitstempo [erhöhter Zeitbedarf] und Empfind
lichkeit gegenüber Leistungs- bzw. Zeitdruck; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_82/2009 vom 9. Oktober 2009 E. 5.5). Da alsdann aus den Ausführungen des Beigeladenen anlässlich der Begutachtung durch das Z._ hervorgeht, dass er viele Menschen kennt und regelmässige Kontakte pflegt und für eine Bekannte auch immer wieder verschiedene Arbeiten handwerklicher Art (na
mentlich im Garten; vgl. Urk. 8/61 S. 16) ausübt, sind auch weder von Seiten der Persönlichkeit noch dem handwerklichen Geschick des Beigeladenen An
haltspunkte ersichtlich, die gegen die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit sprechen würden.
Angesichts dessen und der relativ hohen Hürden, welche von der Rechtsprechung für eine Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit älterer Menschen gestellt werden (vgl. statt vieler Urteil des Bundesgerichts 9C_918/2008 vom 2
8.
Mai 2009 E. 4.3), ist nicht davon auszugehen, dass dem Beigeladenen der Zugang zu dem als ausgeglichen unterstellten Arbeitsmarkt gänzlich unmöglich ist.
7.
7.1
Die Beschwerdegegnerin ermittelte per 2015 (Feststehen der zumutbaren Arbeits
fähigkeit) anknüpfend an das zuletzt als Plattenleger erwirtschaftete Ein
kommen ein
Valideneinkommen
von Fr. 73‘358.85, was unbeanstandet blieb. Zu bemerken ist allerdings, dass das
Valideneinkommen
per 2010 auf Fr. 71‘314.-- festgelegt
worden ist (vgl. Urteil des hiesigen Gerichts vom 20. Februar 2012 E. 5.1; Urk. 8/40), was angepasst an die betriebsübliche wö
chentliche Arbeitszeit von 41.7 im Jahr 2015 (statt 41.6 im Jahr 2010) sowie an die Lohnentwicklung per 2015 Fr. 74‘095.25 ergibt (Fr. 71‘314.-- : 41.6 x 41.7 x 1.01 [2011] x 1.008 [2012], x 1.008 [2013] x 1.007 [2014] x 1.003 [2015]; vgl. Bundesamt für Statistik, Schweizerischer Nominallohnindex Männer, 2011-2016, Tabelle T1.1.10, sowie Statistik der betriebsüblichen Arbeitszeit).
7.2
Da der Beschwerdeführer keine neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, be
mass die Verwaltung das Invalideneinkommen anhand von statistischen Durchschnittswerten (Tabellenlöhne der Schweizerische Lohnstrukturerhebung, LSE), was im Grundsatz nicht zu beanstanden ist. Dabei ist vorliegend
für das hier massgebliche Jahr 2015 von der (seit 2012 in revidierter Form durchge
führten) LSE 2012, TA1
-tirage_skill
level
, Privater Sektor
,
auszugehen, wobei – wie die Beschwerdeführerin zu Recht geltend machen lässt - mit Blick auf die in Frage kommenden Hilfstätigkeiten
in allen Bereichen
auf das Kompetenzniveau 1, Total Männer
,
abzustellen ist
. Der diesbezügliche monatliche Bruttolohn
be
trug im Jahr 2012 Fr. 5‘210.
--
, was aufgerechnet auf ein Jahr
und unter Be
rücksichtigung der massgebenden betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stun
den
sowie wiederum angepasst an die Lohnentwicklung p
er 2015 Fr. 66‘356.90
ergibt (Fr. 5‘210.
--
x 12
: 40 x 41.7 x 1.008 [2013] x 1.007 [2014] x 1.003 [2015]; vgl. wiederum Bundesamt für Statistik, Schweizerischer Nominallohnin
dex Männer, 2011-2016, Tabelle T1.1.10).
Dieser Betrag ist rechtsprechungsgemäss zu kürzen, wenn persönliche und berufli
che Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Ausw
irkungen auf die Lohnhöhe haben
. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die
versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeits
markt nur mit unterdurchschnittlichem Einkomm
en verwerten kann
. Der Abzug ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermes
sen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75)
.
Vorliegend ist unter dem Aspekt des leidensbedingten Abzugs zu berücksichti
gen, dass dem Beigeladenen zeitlicher Druck nicht zugemutet werden kann (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E. 3.4). Demgegenüber rechtfertigt der Umstand, dass eine versicherte Person zwar ganztags arbeitsfähig, hierbei aber nur reduziert leistungsfähig ist, im Gegensatz zu gesundheitlich bedingter Teilzeitarbeit grundsätzlich keinen Abzug vom Ta
bellenlohn (vgl. wiederum Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E. 3.1.2 mit Hinweisen); ebenso wenig stellt das
Angewie
sensein
auf das Entgegenkommen eines verständnisvollen Arbeitgebers praxis
gemäss ein anerkanntes eigenständiges Abzugskriterium dar (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_176/2012 vom 3. September 2012 E. 8 in
fine
).
7.3
In welcher Höhe genau ein Abzug vorzunehmen ist, um den Einschränkungen des Beigeladenen angemessen Rechnung zu tragen, kann jedoch offen bleiben. Denn selbst ein maximal zulässiger Abzug vom Invalideneinkommen von 25 %, was ein Invalideneinkommen von Fr. 49‘767.70 ergäbe, führte zu einem Invali
ditätsgrad von 33 % und mithin nicht zum Anspruch auf eine Invalidenrente.
8.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.--
anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.