Decision ID: 3dd90d31-102f-4a08-805e-add3592922d6
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Werner Kupferschmid, Waltersbachstrasse 5,
8021 Zürich 1,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Versicherungsleistungen
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ war bei der B._ AG als Mitarbeiterin im Service Center und bei der C._
AG in je einem 50%-Arbeitspensum tätig und dadurch bei der Suva unfallversichert
(UV-act. 1 und 4), als sie am 12. November 2006 als Lenkerin eines Personenwagens in
eine Frontalkollision verwickelt wurde. Die Versicherte fuhr auf einer Autobahnausfahrt
und bremste ihren Wagen infolge eines auf Rot stehenden Lichtsignals ab, als eine
weitere Verkehrsteilnehmerin auf die Autobahn einfahren wollte, bei der Einmündung
die Beherrschung über ihr Fahrzeug verlor, zwei Schutzinseln überfuhr und
anschliessend frontal mit dem Fahrzeug der Versicherten kollidierte (UV-act. 1, 27 und
36). Bei der Erstuntersuchung am Unfalltag im Kreisspital I._ wurden eine HWS-
Distorsion und eine Sternumkontusion diagnostiziert. Als Befunde wurden unter
anderem Muskelverspannungen im gesamten Hals- und Schulterbereich erhoben. Der
Röntgenbefund ergab eine regelrechte ossäre Struktur (UV-act. 7). Nach Durchführung
von weiteren Behandlungen und Abklärungen eröffnete die Suva der Versicherten mit
Verfügung vom 10. September 2008, dass die Versicherungsleistungen per 31. Oktober
2008 eingestellt würden. Aufgrund fehlender adäquater Unfallfolgen bestehe auch kein
Anspruch auf weitere Geldleistungen in Form einer Invalidenrente und/oder einer
Integritätsentschädigung (UV-act. 108). Die gegen diese Verfügung erhobene
Einsprache (UV-act. 113) wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 31. Oktober
2008 (UV-act. 117) ab. Die dagegen erhobene Beschwerde hiess das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 26. August 2009 (UV
2008/133) teilweise gut und wies die Sache zur ergänzenden medizinischen Abklärung
und zu neuer Verfügung an die Suva zurück.
A.b Die Suva veranlasste in der Folge eine interdisziplinäre Begutachtung der Ver
sicherten bei der MEDAS Interlaken GmbH (Gutachten vom 19. Mai 2010; UV-act. 143).
Nach Durchführung von weiteren Behandlungen und Abklärungen eröffnete sie dem
Rechtsvertreter der Versicherten, Rechtsanwalt lic. iur. W. Kupferschmid, Zürich, mit
Verfügung vom 4. Januar 2012 die Leistungseinstellung auf den 31. Januar 2012. Sie
wies darauf hin, dass der Endzustand erreicht sei und die heute noch geklagten
Beschwerden organisch nicht hinreichend nachweisbar seien. Auch sei die adäquate
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Unfallkausalität zu verneinen (UV-act. 184). Die hiergegen von Rechtsanwalt
Kupferschmid erhobene Einsprache (UV-act. 191) wies die Suva mit
Einspracheentscheid vom 2. März 2012 ab (UV-act. 194).
B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid erhob Rechtsanwalt Kupferschmid für die
Versicherte am 2. April 2012 Beschwerde mit dem Antrag, der Entscheid und die
Verfügung vom 4. Januar 2012 seien aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu
verpflichten, der Beschwerdeführerin die gesetzlich geschuldeten Leistungen
(Heilungskosten, Rente, Integritätsentschädigung) zu erbringen. Zur Begründung legte
der er unter anderem dar, die von der Beschwerdegegnerin vertretene These, wonach
der Harmlosigkeitsbereich für nicht unerhebliche HWS-Beschwerden nach
Frontalkollisionen in einem Bereich der kollisionsbedingten Geschwindigkeitsänderung
(Delta-v) von 20-30 km/h liege, sei unter Biomechanikern nicht unbestritten. Zweifellos
sei die Beschwerdeführerin bei der Kollision einem schweren "Stoss" ausgesetzt
gewesen. Zudem sei zu beachten, dass die Drehung des Kopfes während des
Unfallereignisses, wie sie die Beschwerdeführerin wohl mitgemacht habe, ein enorm
verletzungsfördernder Faktor sei. Der Unfall sei unter den mittelschweren Ereignissen
einzuordnen. Es habe keine reine Frontalkollision vorgelegen, weshalb eine Halbierung
der hohen Delta-v-Werte nicht statthaft sei. Die vorbestehenden degenerativen
Veränderungen der HWS zusammen mit dem feingliedrigen Körperbau der
Beschwerdeführerin würden eine erhöhte Vulnerabilität begründen. Die permanenten
zermürbenden Schmerzen und die stetige Konfrontation mit dem (mehr oder weniger
latenten) Vorwurf der Aggravation hätten die psychische Stabilität der sehr
leistungsorientierten Beschwerdeführerin erodieren lassen. Seit dem Unfall sei sie auch
nicht mehr in der Lage, ihren Haushalt selbständig und ohne Fremdhilfe zu führen. Sie
stehe seit dem Unfall in stetiger Behandlung (Aufstellung der Arzt- und
Therapiebesuche; act. G 1.4). Unter der von den Medas-Gutachtern verordneten
Trainingstherapie sei es zwar zu einer zeitweiligen Verbesserung der Beschwerden
gekommen, jedoch ohne die erwünschte Nachhaltigkeit. Die Beschwerdeführerin sei in
ihrem Alltag ganz erheblich eingeschränkt. Hinreichend nachgewiesen seien sodann
einerseits eine seit mehreren Jahren andauernde Arbeitsunfähigkeit in zunächst
wechselndem, jetzt aber konstantem erheblichen Ausmass und anderseits ernsthafte
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Bemühungen, wieder auf das Arbeits-Karussell aufzuspringen, von dem sie durch den
Unfall abgeworfen worden sei. Sicher drei der geforderten Kriterien seien erfüllt -
teilweise sogar in ausgeprägter Form.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 16. August 2012 beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des angefochtenen
Entscheids. Zur Begründung verwies sie auf die Darlegungen im angefochtenen
Entscheid. Sie hielt unter anderem fest, aufgrund der dokumentierten Unfallumstände
(UV-act. 5, 36) sei die Einteilung des Unfalls als mittelschwer im Grenzbereich zu den
leichten Ereignissen nicht zu beanstanden. Für die Bejahung der Adäquanz müssten
mindestens vier Kriterien gegeben sein. Es sei jedoch keines der Adäquanzkriterien
erfüllt.

Erwägungen:
1.
Streitig ist vorliegend, ob die Beschwerdegegnerin die im Nachgang zum Unfall vom
12. November 2006 erbrachten Leistungen auf den 31. Januar 2012 zu Recht einstellte
oder nicht. Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Entscheid (E. 1, 2 und 5)
die rechtlichen Voraussetzungen des Vorliegens eines natürlichen und adäquaten
Kausalzusammenhangs zwischen Unfall und Gesundheitsschädigung sowie die
Beweisanforderungen zutreffend dar; darauf ist zu verweisen.
2.
2.1 Vom 19. Februar bis 17. März 2007 hielt sich die Beschwerdeführerin stationär im
Rehabilitationszentrum der Klinik Valens auf. Im Austrittsbericht vom 22. März 2007
wurde unter anderem die Diagnose einer HWS-Distorsion QTF II (Quebec Task Force)
mit/bei zervikozephalem myofaszialem Syndrom mit okzipito-frontalen Zephalgien,
zerviko-brachio-thorakalem myofaszialem Syndrom, subjektiv Gedächtnis- und
Konzentrationsstörungen und schneller Ermüdbarkeit sowie Sorge, Anspannung und
persistierenden Schlafstörungen erhoben. Eine psychiatrische Austrittsdiagnose wurde
nicht gestellt (UV-act. 34, 44). Dr. med. D._, Facharzt Innere Medizin FMH und
Akupunktur TCM, berichtete am 11. September 2007 über die durchgeführte
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komplementärmedizinische Behandlung (UV-act. 53). Am 13. September 2007 erfolgte
eine kreisärztliche Untersuchung. Dr. med. E._, Facharzt FMH für Physikalische
Medizin und Rehabilitation, stellte persistierende Schmerzen dorsal sowie eine
gegenwärtig rückläufige Zervikalgie und Zephalgie nach HWS-Distorsion und
vermutlicher Thoraxkontusion fest. Der Arzt vermerkte, dass die Palpation der HWS
allenfalls eine sehr diskrete Druckempfindlichkeit paravertebral ergebe und die
occipitalen Muskelansätze unauffällig seien. Es bestehe kein axialer Stauchschmerz
der HWS. Im Bereich der BWS beständen von Th1-Th4 eine deutliche Druckdolenz
über den Dornfortsätzen sowie rechts paravertebral Muskelverspannungen zirka Th3-
Th7 mit Schmerzmaximum Th6 rechts. Seitneigungen der Rumpfwirbelsäule würden
diesen paravertebralen Schmerz verstärken, Rotationsbewegungen würden die
Beschwerden allenfalls leicht auslösen. Es beständen kein
Thoraxkompressionsschmerz, keine Aufrichteinsuffizienz und keine neurologischen
Defizite im Bereich der oberen Extremitäten. Die obere BWS bilde die Hauptlokalisation
der fortbestehenden Beschwerden. Die Zephalgien und die Zervikalgie zeigten sich
unter der Akupunktur- und Osteopathiebehandlung deutlich rückläufig. Die anfänglich
bestehenden Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen seien bereits vollständig
zurückgegangen. Eine von Dr. E._ veranlasste MRI-Untersuchung ergab keinen
pathologischen Befund im Bereich der BWS (Suva-act. 61). Dr. D._ hielt im Bericht
vom 21. November 2007 fest, dass durch die Akupunktur und Phytotherapie eine
deutliche Besserung der chronischen Kopfschmerzen erreicht worden sei. Bezüglich
der persistierenden, punktuell von der mittleren BWS ausstrahlenden Schmerzen mit
Bewegungseinschränkung habe nur eine mässige Besserung erreicht werden können.
Die Beschwerdeführerin arbeite seit dem 7. September 2007 mit einem Pensum von
50% (UV-act. 90). Am 18. Januar 2008 führte Suva-Arzt Dr. E._ aus, dass die
diskreten Diskusprotrusionen im Bereich der HWS nicht unfallbedingt seien. Die MRI-
Untersuchung von HWS und BWS vom 19. September 2007 zeige eine harmonische
Krümmung und Lordose der HWS, eine Kyphose der BWS, eine normale Abbildung der
Wirbelbogen und keinen engen Wirbelkanal. Lediglich die Bodenplatte Th11 zeige im
Sinn eines ablaufenden Morbus Scheuermann eine wellige Konturierung. Im Bereich
der BWS sei kein einziger auffälliger pathologischer Befund erhoben worden, der als
nachweisbare strukturelle Veränderung gewertet werden könne. Als eher gering
ausgeprägte Zeichen einer klinischen Fassbarkeit seien die Druckdolenz über den
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Dornfortsätzen Th1 bis Th4 und die leicht verspannte paravertebrale Muskulatur im
Bereich der oberen BWS zu werten (UV-act. 80). Dr. med. F._, Spezialarzt FMH für
Orthopädische Chirurgie, teilte im Bericht vom 10. März 2008 mit, dass die
Beschwerdeführerin durch die heftigen Schmerzen in der BWS sowie in der HWS und
die daraus resultierenden Kopfschmerzen bzw. Migräne gestört sei. Sie sei auf einen
erheblichen Tramal-Konsum angewiesen und arbeite 50% (UV-act. 89). Im ärztlichen
Zwischenbericht vom 11. Juni 2008 bestätigte Dr. D._ chronische BWS-Schmerzen
und rezidivierende Zephalgien (UV-act. 98). Im Bericht vom 11. August 2008 stellte er
unter Therapie einen relativ stabilen Zustand fest. Die Beschwerdeführerin sei 50%
arbeitsfähig, im Alltag allerdings durch die belastungsabhängigen Schmerzen deutlich
eingeschränkt (UV-act. 104).
2.2 Eine interdisziplinäre RAD-Untersuchung der Beschwerdeführerin ergab gemäss
Bericht vom 26. Juni 2009 als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein
myofasziales Schmerzsyndrom im Bereich des Schultergürtels rechts. Die
Arbeitsfähigkeit sei aus rheumatologischer Sicht in einem adaptierten Bürobereich um
25% eingeschränkt. Aus psychiatrischer Sicht bestehe mangels eines relevanten
psychischen Gesundheitsschadens keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (UV-act.
122 Beilage). Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen kam im Entscheid vom
26. August 2009 (UV 2008/133) zum Schluss, die von Kreisarzt Dr. E._ festgestellten
Beschwerden im Bereich der oberen BWS stellten grundsätzlich keine typischen
Beschwerden im Nachgang zu einem erlittenen Schleudertrauma dar. Solche typischen
Beschwerden seien den Akten ab dem Zeitpunkt der kreisärztlichen Untersuchung
kaum mehr zu entnehmen. Trotzdem habe die Beschwerdegegnerin noch über ein Jahr
nach der Untersuchung Leistungen erbracht. Wenn sie nun geltend machen wolle, die
jetzigen Beschwerden seien nicht mehr auf das Unfallereignis zurückzuführen, so
könne sie die Leistungseinstellung nicht auf die gleichen medizinischen Berichte
abstützen, aufgrund derer sie zuvor noch Leistungen ausgerichtet habe. Insgesamt sei
der medizinischen Aktenlage kein Bericht zu entnehmen, welcher sich zur
Unfallkausalität der noch geklagten Beschwerden äussere. Aus dem blossen Umstand,
dass keine organischen Unfallfolgen vorliegen würden, könne bei einer HWS-Distorsion
nicht auf eine Leistungseinstellung geschlossen werden. Entscheidend sei, dass die
BWS-Beschwerden bereits im Zeitpunkt der kreisärztlichen Untersuchung vom 13.
September 2007 festgestellt, daraufhin weiter Versicherungsleistungen erbracht
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worden seien und diese Beschwerden auch über den Einstellungszeitpunkt hinaus
persistieren würden. Das RAD-Gutachten vom 26. Juni 2009 belege, dass die
Beschwerdegegnerin den Sachverhalt im Zeitpunkt der Leistungseinstellung nicht
hinreichend abgeklärt habe. Die Einholung eines polydisziplinären Gutachtens mit
Einschätzung der Unfallkausalität wäre notwendig gewesen. Ohne ein solches
Gutachten lasse sich auch die Adäquanzbeurteilung nicht abschliessend vornehmen
(Entscheid, a.a.O., E. 5.3).
2.3 Im interdisziplinären Gutachten der MEDAS Interlaken GmbH vom 19. Mai 2010
wurde als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches
Schmerzsyndrom cervicothoracal und cervicocephal festgehalten. Ohne Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit bestünden ein Status nach Frontalkollision mit HWS-Distorsion
und Thoraxkontusion/Sternumkontusion, eine undifferenzierte Somatisierungsstörung
und akzentuierte Persönlichkeitszüge. Das chronische Schmerzsyndrom habe sich aus
dem unfallbedingten HWS- und Nackenschmerz entwickelt. Initial habe ein natürlicher
Kausalzusammenhang zum Unfall vom 12. November 2006 bestanden. Die
Chronifizierungsfaktoren seien unfallunabhängig (unfallfremd) und lägen im
psychischen, sozialen und möglicherweise iatrogenen Bereich. Das jetzige subjektive
Beschwerdebild und die subjektiven Beeinträchtigungen könnten nicht mehr als
unfallkausal bewertet werden. Das chronische Schmerzsyndrom bzw. die
undifferenzierte Somatisierungsstörung seien als (unfallfremder) pathologischer
Zustand zu werten. Der bisherige Verlauf mit fast ausschliesslich passiven und zum
guten Teil komplementärmedizinischen Behandlungsmassnahmen, Problemen der
Beschwerdeführerin in der Schmerzbewältigung und teilweise ungünstigen Coping-
Strategien ("undifferenzierte Somatisierungsstörung") könne teilweise die noch
bestehenden krankheitsbedingten Beeinträchtigungen erklären. Sie würden eine
Verminderung der Arbeitsfähigkeit um 20% begründen. Dies habe sich seit 1.
November 2008 nicht verändert. Eine dauerhafte Beeinträchtigung der körperlichen
Integrität sei nicht gegeben (UV-act. 143 S. 39-57). Dr. D._ berichtete am 21. März
2011, unter der seit August 2010 stattfindenden Physiotherapie könne seit Januar 2011
eine deutliche und kontinuierliche Besserung konstatiert werden. Diese äussere sich in
einer signifikanten Verkürzung der immer noch täglich auftretenden paravertebralen
Muskelschmerzen. Vom Erreichen eines stabilen Endzustands könne weiterhin nicht
gesprochen werden. Es bestehe bezüglich Muskelschmerzen noch deutliches
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Verbesserungspotential (UV-act. 163). Im Bericht der Schulthess Klinik vom 14. April
2011 wurde festgehalten, durch die Infiltration und die zusätzlichen Physiotherapien
habe sich eine Regredienz der Schmerzen ergeben (UV-act. 168).
3.
3.1 Den medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass die von der Beschwerdeführerin
über den 31. Januar 2012 hinaus geklagten Beschwerden nicht mit klar ausgewiesenen
organischen Befunden im Sinn nachweisbarer struktureller Veränderungen erklärbar
sind. Eine am Unfalltag durchgeführte röntgenologische Untersuchung ergab eine
regelrechte ossäre Struktur (UV-act. 7). Die ursprünglich festgestellte
Sternumkontusion wurde in späteren Diagnoseerhebungen nicht mehr erwähnt. Bei
einem MRI der HWS vom 4. Januar 2007 wurde eine geringgradige (unfallfremde bzw.
degenerative) Diskusprotrusion HWK 4 bis 7 ohne Wurzelkompression festgestellt.
Ansonsten sei von einer altersentsprechend unauffälligen Darstellung der HWS
auszugehen (UV-act. 50). Bei einer MR-Untersuchung am 19. September 2007 war im
Bereich der BWS kein pathologischer Befund fassbar. Die sensible Nervus Ulnaris-
Reizung stellt keinen organischen Befund im Sinn einer nachweisbaren strukturellen
Veränderung dar. Wie aus der Beurteilung durch Dr. G._ vom 27. Oktober 2008
hervorgeht, ergab die elektroneurografische Untersuchung nämlich einen
Normalbefund. Die im RAD-Bericht vom 26. Juni 2009 (UV-act. 122 Beilage)
festgehaltenen muskulären Veränderungen (Verkürzungen und Triggerpunkte) im
Schulterbereich stellen ebenfalls keine objektivierbaren Befunde im Sinn einer
nachweisbaren strukturellen Veränderung dar. Klinisch erhobene Druckdolenzen,
Muskelhartspann sowie Bewegungseinschränkungen im Bereich der HWS stellen
praxisgemäss kein klar fassbares organisches Substrat dar (vgl. Urteil des EVG vom 3.
August 2005, U 9/05, E. 4 und vom 23. November 2004, U 109/04, E. 2.2). Auch die
Medas-Gutachter verneinten im Jahr 2010 aus rheumatologischer und neurologischer
Sicht eine strukturelle Pathologie der muskulären Befunde (UV-act. 143 S. 33-35 und
45). Diese Feststellung erscheint begründet und blieb auch unbestritten. In diesem
Zusammenhang ist sodann festzuhalten, dass gemäss der einschlägigen Literatur (Bär/
Kiener, Prellung, Verstauchung oder Zerrung der Wirbelsäule, Medizinische
Mitteilungen Nr. 67 der Suva, S. 45ff) nach einem Unfall mit fehlenden strukturellen
Schädigungen der Wirbelsäule eine vorübergehende Verschlimmerung eines
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degenerativen Vorzustands nach spätestens einem Jahr als abgeschlossen zu
betrachten ist. - Eine eigentliche Verursachung bzw. eine richtunggebende (dauernde)
Verschlimmerung einer Wirbelsäulenpathologie durch das in Frage stehende
Unfallereignis fällt angesichts der geschilderten medizinischen Gegebenheiten sowie
des Unfallsachverhalts ausser Betracht. Eine allfällige vorübergehende unfallbedingte
Verschlimmerung wäre längst als abgeheilt anzusehen.
3.2 Ist ein Schleudertrauma oder eine äquivalente Verletzung der HWS diagnostiziert
und liegt - wie vorliegend - kein fassbarer organischer (unfallbedingter) Befund an der
HWS vor, muss für die Bejahung der natürlichen Kausalität ein typisches
Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen,
Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit
und Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw.
gegeben sein (BGE 117 V 359 E. 4b; vgl. auch BGE 117 V 369 E. 3e; Bestätigung in
BGE 134 V 109 E. 9; Urteile des Bundesgerichts vom 30. Januar 2007, U 215/05, und
vom 15. März 2007, U 258/06; RKUV 2000 Nr. 359 S. 29 E. 5e). - Konkret lagen die
zum typischen Beschwerdebild nach einem erlittenen Schleudertrauma gehörenden
Beeinträchtigungen in der Zeit nach dem Unfall unbestrittenermassen vor (vgl. UV-act.
5, 6, 7, 18, 26, 34, 57 und 143 S. 56). Entsprechend hat die Beschwerdegegnerin den
diesbezüglichen Anspruch auf die gesetzlichen Versicherungsleistungen bis zum
31. Januar 2012 anerkannt.
3.3 Sind Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar, ist eine eigenständige
Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie folgt zu differenzieren ist: Hat die
versicherte Person beim Unfall kein Schleudertrauma bzw. keine
schleudertraumaähnliche Verletzung erlitten, gelangt die Rechtsprechung gemäss BGE
115 V 140 E. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen indessen das Vorliegen
eines Schleudertraumas oder diesen ähnlichen Verletzung, muss geprüft werden, ob
die zum typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden
Beeinträchtigungen zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik
aber ganz in den Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung
ebenfalls die in BGE 115 V 140 E. 6c/aa für Unfälle mit psychischen Unfallfolgen
aufgestellten Grundsätze massgebend (BGE 123 V 99 E. 2a). Andernfalls erfolgt die
Beurteilung der Adäquanz gemäss den in BGE 117 V 359 festgelegten und in BGE 134
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V 109 präzisierten Kriterien. Die Anwendung der Rechtsprechung zum adäquaten
Kausalzusammenhang bei Schleudertraumen der HWS sowie bei äquivalenten
Verletzungen setzt voraus, dass die psychischen Beschwerden aus dem Unfall
hervorgehen und zusammen mit den organischen Beschwerden, die ebenfalls auf das
Unfallereignis zurückzuführen sind, ein komplexes Gesamtbild ergeben (RKUV 2000
Nr. U 397 S. 328 E. 3b).
4.
4.1 Die MEDAS-Gutachter kamen im Mai 2010 unter anderem zum Schluss, dass
theoretisch noch ein erhebliches medizinisches Rehabilitationspotential in Form von
Trainingstherapie und Kreislauftherapie bestehe. Der medizinische Endzustand könne
ein halbes Jahr nach Beginn einer solchen Massnahme beurteilt werden (UV-act. 143
S. 48 und 60). Am 8. November 2011 berichtete Dr. D._ unter anderem, neben einem
Abbau des Analgetikakonsums sei es zwischenzeitlich auch wiederholt zu erheblichen
Verschlechterungen gekommen. Ein Unterbruch oder gar ein Abbau der chronifizierten
Schmerzen könne nicht erreicht werden (UV-act. 180). Im Bericht der H._ Klinik vom
30. November 2011 wurde unter anderem bestätigt, dass es durch die
Schmerzbehandlung zu einer deutlichen Reduktion des Beschwerdebildes gekommen
sei (UV-act. 181). - Gestützt auf diese Aktenlage ist überwiegend wahrscheinlich davon
auszugehen, dass jedenfalls im Januar 2012 keine unfallbedingte
Behandlungsbedürftigkeit mit der Aussicht auf eine namhafte Verbesserung des
Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit mehr vorlag und allfällige später
durchgeführte Behandlungsmassnahmen (bei unsicherem Behandlungserfolg) lediglich
der Schmerzlinderung und Aufrechterhaltung des erreichten Zustands dienten. Der
Abschluss des Falls durch den Unfallversicherer im Sinn von Art. 19 Abs. 1 UVG
bedingt lediglich, dass von weiteren medizinischen Massnahmen keine namhafte
Besserung des Gesundheitszustands mehr erwartet werden kann, nicht aber, dass eine
ärztliche Behandlung nicht länger erforderlich ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 4.
November 2008, 8C_467/2008, E. 5.2.2.2.). Es genügt für eine weiterdauernde
Übernahme der Behandlungskosten nicht, dass eine Therapie lediglich eine
unbedeutende Besserung erhoffen lässt oder dass für eine namhafte Besserung nur
eine weit entfernte Möglichkeit besteht (A. Maurer, Unfallversicherungsrecht, 2. A.,
Bern 1989, 274). Von einer namhaften Besserung des Gesundheitszustands kann auch
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dann nicht gesprochen werden, wenn eine therapeutische Massnahme mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit nur die sich aus einem stationären
Gesundheitsschaden ergebenden Beschwerden für eine begrenzte Zeit zu lindern
vermag (RKUV 2005, Nr. U 557, S. 388). Für die Bejahung des medizinischen
Endzustands wird keine vollständige Schmerzfreiheit vorausgesetzt (vgl. Rumo-Jungo,
Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 3. A., S. 145). Die Beschwerdegegnerin
nahm somit zu Recht den Fallabschluss im Sinn von Art. 19 Abs. 1 UVG - als
Voraussetzung für die Adäquanzprüfung (BGE 134 V 109) - auf Ende Januar 2012 an.
4.2 Beim Ereignis vom 12. November 2006 mit frontaler Kollision ist in Anbetracht der
Unfallumstände sowie der dokumentierten Fahrzeugschäden (UV-act. 27, 31) nicht von
einem ausserordentlich schweren, lebensbedrohlichen Geschehen im Sinn der Praxis
(dargestellt in RKUV 1995, Nr. U 215, S. 91; vgl. auch Urteile des EVG vom 20. Juli
2005, U 338/04, und vom 13. Juni 2005, U 276/04, E. 2.3), sondern von einem
mittelschweren Unfall auszugehen. Die Unterscheidung zwischen mittelschweren
Unfällen im Grenzbereich zu den schweren Unfällen und solchen im mittleren Bereich
ist insofern von Bedeutung, als bei Unfällen im mittelschweren Bereich nach der Praxis
mehrere Kriterien erfüllt sein müssen, um die Adäquanz bejahen zu können, wobei die
Zahl um so geringer sein kann, je näher das Ereignis bei den schweren Unfällen liegt
(vgl. dazu BGE 115 V 133 E. 6c/bb). Eine biomechanische Kurzbeurteilung ergab
gemäss Bericht vom 26. April 2007, dass aufgrund der gegebenen technischen
Informationen die kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung (delta-v) für das
Fahrzeug der Beschwerdeführerin unterhalb oder innerhalb eines Bereiches von 20-30
km/h gelegen habe. Der Harmlosigkeitsbereich für nicht unerhebliche HWS-
Beschwerden nach frontalen Kollisionen liege in einem Bereich der kollisionsbedingten
Geschwindigkeitsänderung von 20-30 km/h. Es sei schwierig zu entscheiden, ob die
anschliessend an das Ereignis festgestellten, von der HWS ausgehenden Beschwerden
und Befunde im Normalfall isoliert durch die Kollisionseinwirkung erklärbar seien. Eine
technische Unfallanalyse könnte die Grundlage für eine biomechanische Beurteilung
verbessern (UV-act. 36). Unabhängig vom Vorliegen einer detaillierten technischen
Unfallanalyse ist mit Blick auf die bisherige Praxis davon auszugehen, dass der in
Frage stehende mittelschwere Unfall nicht im Grenzbereich zu den schweren
Ereignissen liegt (vgl. dazu etwa die Sachverhalte in den Urteilen des EVG vom 14.
April 2000, U 257/99, und vom 24. August 2007, U 497/06, E. 4.2, sowie vom 22.
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August 2008, 8C_609/2007, E. 4.1.3). Festzuhalten ist, dass die Fahrzeuge gemäss
biomechanischer Beurteilung "mit einer Überdeckung von ca. 90% links, in einem
Winkel von ca. 40°, schräg vorne links, frontal..." (UV-act. 36 S. 1) kollidierten und
somit nahezu von einer Frontalkollision auszugehen ist. Bei Frontalkollisionen -
einschliesslich Nahezu-Frontalkollisionen, d.h. solchen, die eine Fahrzeug-Seite etwas
stärker betrafen als die andere - liegt die sog. Harmlosigkeitsgrenze für HWS-
Beschwerden bei einem Delta-v-Wert von 20-30 km/h und demnach deutlich höher als
bei den klassischen Heckauffahrunfällen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 22. Juli
2010, 8C_327/2010, E. 5.2.1, mit Hinweis auf Urteile vom 4. Januar 2010,
8C_786/2009, E. 4.6.1, vom 29. April 2008, 8C_582/2007, E. 4.1 mit Hinweisen).
Sodann ist zu beachten, dass die Beschwerdeführerin den Sitz-Gurt trug und der
Airbag auf ihrer Seite durch den Aufprall aktiviert wurde (UV-act. 5 und 36), wodurch
sich eine erhebliche Verminderung der aufprallbedingten Krafteinwirkung ergab (vgl.
Urteil des Bundesgerichts vom 7. August 2008, 8C_239/2007, E. 6.3). Weitere
Abklärungen zum Unfallereignis bzw. zur Unfallursache vermöchten an der Einstufung
als mittelschweres Ereignis im eigentlichen Sinn nichts zu ändern.
4.2.1 Eine gewisse Eindrücklichkeit für die Beschwerdeführerin kann dem Ereignis nicht
abgesprochen werden. Eine besondere Eindrücklichkeit oder dramatische
Begleitumstände sind allerdings nicht belegt, zumal das objektive Unfallgeschehen
massgebend ist (vgl. die Kasuistik zu diesem Kriterium in Rumo-Jungo,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz
über die Unfallversicherung, 3. A., S. 58-64, sowie Urteile des EVG vom 23. November
2004, U 109/04, E. 2.3 und vom 2. März 2005, U 309/03, E. 5.1; Urteile des
Bundesgerichts vom 25. Januar 2008, U 56/07, E. 6.1, und vom 22. August 2008,
8C_623/2007, E. 8.1 [Massenkollision auf der Autobahn]). Beim erlittenen Trauma
handelt es sich nicht um eine Gesundheitsschädigung, die durch ihre Schwere oder
besondere Art charakterisiert ist (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 17. August 2007,
8C_101/2007, E. 5.2 und 5.3, und vom 21. Dezember 2007, U 558/06, E. 4.2.2, sowie
Urteil des EVG vom 9. August 2004, U 116/04). Das Trauma traf konkret auch keine im
Zervikal-Bereich erheblich vorgeschädigte, die Leistungsfähigkeit einschränkende
Wirbelsäule (vgl. UV-act. 46). Unmittelbar nach dem Unfall bestätigte die
Beschwerdeführerin sodann eine gerade Kopfhaltung beim Aufprall (UV-act. 5, 6). Eine
Verletzung besonderer Art (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts vom 11. Juni 2008,
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8C_785/2007, E. 4.4) ist damit nicht ersichtlich, zumal hierfür das Vorliegen von
(vorbestehenden) degenerativen Veränderungen an der Wirbelsäule (vgl. UV-act. 50
und 80) allein nicht genügt (Urteil des Bundesgerichts vom 19. November 2010,
8C_726/2010, E. 4.1.2.2). Auch die Sternumkontusion vermag dieses Kriterium nicht zu
erfüllen.
4.2.2 Was das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen
Behandlung (vgl. BGE 134 V 109 E. 10.2.3) betrifft, ist festzuhalten, dass die
Beschwerdeführerin nach dem Unfall vom 12. November 2006 mit initialer Behandlung
im Kreisspital I._ und anschliessender konservativer Therapie einen einmonatigen
Rehabilitationsaufenthalt in der Klinik Valens absolvierte (UV-act. 34). Die daran
anschliessend in den Jahren 2006 bis 2011 durchgeführten Behandlungen umfassten
physiotherapeutische, osteopathische und komplementärmedizinische Massnahmen
sowie eine pharmakologische Schmerztherapie (UV-act. 53, 69, 75; Aufstellung
Therapiebesuche in act. G 1.3). Reine Abklärungsmassnahmen bei diversen
Spezialärzten sowie Verlaufskontrollen fallen in diesem Zusammenhang ausser
Betracht (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 16. Mai 2008, 8C_57/2008, E. 9.3.3, und
vom 26. August 2008, 8C_687/2007, E. 5.3). Spätestens Ende Januar 2012 war von
weiteren Behandlungsmassnahmen keine namhafte Besserung mehr zu erwarten (vgl.
vorstehende E. 4.1). In Anbetracht dieser Aktenlage kann eine fortgesetzt spezifische,
die Beschwerdeführerin belastende ärztliche Behandlung im Sinn der Rechtsprechung
(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 13. Juni 2008, 8C_331/2007, E. 4.2.3) zwar nicht
mit Blick auf die Art der Behandlungen, jedoch in Anbetracht der langen Dauer der
Behandlung bejaht werden, jedoch nicht in ausgeprägtem Umfang.
4.2.3 Adäquanzrelevant können im Weiteren in der Zeit zwischen dem Unfall und dem
Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG ohne wesentlichen Unterbruch bestehende
erhebliche Beschwerden sein. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach den glaubhaften
Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch die
Beschwerden im Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 109 E. 10.2.4). Gemäss RAD-Bericht
vom 26. Juni 2009 klagte die Beschwerdeführerin über belastungsabhängige
Schmerzen zwischen den Schulterblättern. Von dort aus würden die Kopfschmerzen
und Muskelverspannungen ausgelöst. Bei geringer Belastung seien die Schmerzen
erträglich (UV-act. 122 Beilage S. 2f). Gegenüber den Medas-Gutachtern gab die
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Beschwerdeführerin das Bestehen von Schmerzen im Schultergürtel, Kopfschmerzen
(fünf bis sechsmal pro Woche) sowie Schwindel (fünf bis sechsmal pro Monat) an. Die
Schulter- und Nackenschmerzen bestünden jeden Tag, seien aber vormittags besser.
Folge der Schmerzen sei, dass sie ihren Alltag nicht bewältige. Sie könne keinen Sport
mehr betreiben und traue sich keinen Urlaub mehr zu (UV-act. 14 S. 28f). Die Gutachter
bejahten hinsichtlich der chronifizierten Beschwerden die natürliche Kausalität initial
(für die Zeit nach dem Unfall), verneinten sie hingegen im Begutachtungszeitpunkt (UV-
act. 143 S. 48). Dr. D._ bestätigte am 8. November 2011 unverändert bestehende
chronische Schmerzen (UV-act. 180). Angesichts dieser Aktenlage kann das Kriterium
von ohne wesentlichen Unterbruch bestehenden erheblichen Beschwerden allenfalls in
geringem Umfang als erfüllt gelten. Demgegenüber können ein schwieriger
Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen angesichts der medizinischen
Aktenlage (E. 2) nicht als gegeben erachtet werden. Dieses Kriterium ist deshalb nicht
erfüllt. Ebenso wenig steht eine die Unfallfolgen erheblich verschlimmernde ärztliche
Fehlbehandlung zur Diskussion.
4.2.4 Was schliesslich das Kriterium der Arbeitsfähigkeit anbelangt, ist gemäss BGE
134 V 109 E. 10.2.7 dem Umstand Rechnung zu tragen, dass bei leichten bis
mittelschweren Schleudertraumen der HWS und leichten Schädelhirntraumen ein
längerer oder gar dauernder Ausstieg aus dem Arbeitsprozess vom medizinischen
Standpunkt aus eher ungewöhnlich erscheint. Nicht die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist
daher massgebend, sondern eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu
überwinden die versicherte Person ernsthafte Anstrengungen unternimmt. Konkret
muss ihr Wille erkennbar sein, sich durch aktive Mitwirkung raschmöglichst wieder in
den Arbeitsprozess einzugliedern. Solche Anstrengungen der versicherten Person
können sich insbesondere in ernsthaften Arbeitsversuchen trotz allfälliger persönlicher
Unannehmlichkeiten manifestieren. Sodann können Bemühungen um alternative, der
gesundheitlichen Einschränkung besser Rechnung tragende Tätigkeiten ins Gewicht
fallen. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG in
erheblichem Masse arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen vermag,
kann das Kriterium erfüllen (BGE 134 V 109 E. 10.2.7). - In der Zeit nach dem Unfall
wurde der Beschwerdeführerin eine volle Arbeitsunfähigkeit und ab 5. Dezember 2006
sowie, nach zwischenzeitlicher 75%iger bzw. 70%iger Arbeitsunfähigkeit, ab 7.
September 2007 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit attestiert (vgl. Unfallscheine; UV-act. 122
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Beilagen). Ab November 2007 war die Beschwerdeführerin entsprechend mit Pensen
von 20% und 30% bei ihren Arbeitgebern tätig (UV-act. 70). Die Medas-Gutachter
bescheinigten im Mai 2010 eine (unfallunabhängige) Arbeitsunfähigkeit von 20%. Sie
erachteten die Annahme einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit als nicht nachvollziehbar
(UV-act. 143 S. 46). Die Sozialversicherungsanstalt wies im Januar 2011 berufliche
Massnahmen ab, nachdem die Beschwerdeführerin mitgeteilt hatte, dass sie sich
maximal 50% arbeitsfähig fühle, von zu Hause aus in einer leidensadaptierten Tätigkeit
mit einem 50%-Pensum arbeite und keine beruflichen Massnahmen, sondern die
Rentenprüfung wünsche (UV-act. 158). Das Kriterium der erheblichen (unfallbedingten)
Arbeitsunfähigkeit trotz Anstrengungen kann bei diesem Sachverhalt ebenfalls nicht als
erfüllt betrachtet werden. Bei der gegebenen Unfallschwere müssten mindestens drei
Adäquanzkriterien in der einfachen Form oder aber eines in besonders ausgeprägter
Weise erfüllt sein, damit der adäquate Kausalzusammenhang bejaht werden könnte
(SVR 2010 UV Nr. 25, 100 [8C_897/2009 E. 4.5]; Urteil des Bundesgerichts vom 7.
September 2011, 8C_465/2011, E. 8.2). Bei Erfüllung von zwei Adäquanz-Kriterien in
nicht sehr ausgeprägtem Umfang kommt dem Unfall keine adäquanzrechtlich
massgebende Bedeutung für die andauernden gesundheitlichen Beschwerden zu.
4.3 Bei fehlendem bzw. mit Erreichen des medizinischen Endzustands weggefallenem
adäquatem Unfallkausalzusammenhang ist auch ein Anspruch auf Rente und
Integritätsentschädigung nicht weiter zu prüfen. Aus dem Umstand, dass die
Invalidenversicherung den Rentenanspruch bei einem Invaliditätsgrad von 20%
ablehnte, lässt sich nicht ein Unfallrentenanspruch ableiten, zumal sich der 20%ige
Invaliditätsgrad aufgrund der von den Medas-Gutachtern als unfallfremd
eingeschätzten Arbeitsunfähigkeit von 20% ergab (vgl. UV-act. 172 und 143 S. 49).
5.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des
Einspracheentscheids vom 2. März 2012 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39