Decision ID: f858b129-ba49-4b15-a8ec-f40613227f0c
Year: 2017
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_001
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Sachverhaltsabklärungen treffen müssen. Sie habe beim
Zuschlagsempfänger die üblichen Kontrollen durchgeführt und etwa die
Richtigkeit der Angaben in der Selbstdeklaration stichprobenweise
kontrolliert, alles im Rahmen ihrer personellen Kapazitäten. Insgesamt
seien keine Rechtsverletzungen ausgewiesen, welche die Aufhebung des
Vergabeentscheids rechtfertigen würden.
7. In ihrer Replik vom 22. Mai 2017 wirft die Beschwerdeführerin der
Beschwerdegegnerin vor, zu Unrecht keine genauere Überprüfung der
Leistungsfähigkeit des Zuschlagsempfängers vorgenommen zu haben,
und dies, obschon starke Indizien dafür sprechen würden, dass diese
beim Zuschlagsempfänger nicht gegeben sei. Aus den eingeholten
Steuerunterlagen gehe hervor, dass der berücksichtigte Anbieter über
keinerlei Betriebsstruktur verfüge. Ausserdem werde er quellenbesteuert,
woraus zu schliessen sei, dass es sich um einen ausländischen
Arbeitnehmer ohne fremdenpolizeiliche Niederlassungsbewilligung
handle.
8. Die Beschwerdegegnerin verteidigt in ihrer Duplik vom 31. Mai 2017 ihre
Vergabe. Es sei ausreichend, wenn der Zuschlagsempfänger bei Beginn
des Auftrags über die zugesicherte Infrastruktur verfüge. Ein Eintrag im
Handelsregister sei für einen Auftrag wie den hier strittigen nicht relevant.
Bei Vorliegen wichtiger Gründe wie z.B. mangelhafter Auftragsausführung
könne die Beschwerdegegnerin den Auftrag jederzeit kündigen und neu
vergeben. Dadurch sei der Kanton als Auftraggeber abgesichert, sollte
der Zuschlagsempfänger wider Erwarten seinen vertraglichen
Verpflichtungen nicht nachkommen.
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9. Die Beschwerdeführerin reichte trotz Aufforderung keine Honorarnote ein.
Auf die weiteren Vorbringen und Beweismittel der Parteien wird, soweit
erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Anfechtungsobjekt ist vorliegend die Vergabeverfügung vom 14. März
2017, mit welcher die Beschwerdegegnerin die öffentlich
ausgeschriebenen Winterdienstarbeiten von 2017/2018 bis 2026/2027 an
den Anbieter zum Preis von Fr. 33'257.90 (inkl. MwSt.) vergab und somit
das Angebot der Beschwerdeführerin nicht berücksichtigte.
Beschwerdethema ist hier die Rechtmässigkeit des Arbeitszuschlags Nr.
31 an den Zuschlagsempfänger.
2. Auf das vorliegende Verfahren gelangen die interkantonale Vereinbarung
über das öffentliche Beschaffungswesen (IVöB; SR 172.056 [BR
803.510]), das kantonale Submissionsgesetz (SubG; BR 803.300) sowie
die kantonale Submissionsverordnung (SubV; BR 803.310) zur
Anwendung. Die Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons
Graubünden zur Behandlung der Beschwerde ist unbestritten; sie ergibt
sich aus Art. 15 Abs. 1 IVöB i.V.m. Art. 25 Abs. 1 SubG. Als durch
Beschwerde selbständig anfechtbare Verfügung gilt unter anderem der
Zuschlag durch die Vergabebehörde (Art. 15 Abs. 1bis lit. e IVöB, Art. 25
Abs. 2 lit. c SubG). Beschwerden sind schriftlich und begründet innert
zehn Tagen seit der Eröffnung der Verfügung einzureichen (Art. 15 Abs. 2
IVöB, Art. 26 Abs. 1 SubG). Gemäss Art. 50 Abs. 1 des Gesetzes über
die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) ist zur Beschwerde
legitimiert, wer durch den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein
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schutzwürdiges Interesse an seiner Aufhebung oder Änderung hat [...].
Vorliegend ist die Beschwerdeführerin als unterlegene Anbieterin, die bei
einem Obsiegen mit ihren Anträgen reelle Chancen auf den Zuschlag
hätte, zur Beschwerde an das Verwaltungsgericht legitimiert. Die
Beschwerdeschrift ist zudem frist- und formgerecht eingereicht worden,
weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist.
3. In verfahrensrechtlicher Hinsicht gilt es festzuhalten, dass mit dem
vorliegenden Entscheid in der Sache selbst die Beurteilung des
prozessualen Antrags der Beschwerdeführerin um Gewährung der
aufschiebenden Wirkung obsolet wird.
4. Die Überprüfung von Vergabeverfügungen beschränkt sich gemäss Art.
27 Abs. 1 SubG auf Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung
oder Missbrauch des Ermessens sowie auf unvollständige oder unrichtige
Sachverhaltsfeststellungen. Dagegen kann das Verwaltungsgericht nicht
sein Ermessen an die Stelle jenes der Vorinstanz setzen, sondern hat
Lösungen der Verwaltung zu akzeptieren, die mit sachlichen Gründen
vertretbar sind, auch wenn eine andere Lösung als zweckmässiger
erschiene. Bei Fragen technischer, technologischer, (bau)physikalischer
und methodologischer Art oder bei Eignungs- und Angebotsbewertungen
ist die Kognition – wie bei Examina – praktisch auf Willkür begrenzt
(Urteile des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden U 08 36 vom
20. Mai 2008 E. 1, U 10 65 vom 17. August 2010 E. 2). Aber auch bei der
Bewertung der einzelnen Angebote aufgrund der ausgewählten
Zuschlagskriterien kommt der Vergabebehörde praxisgemäss ein weiter
Ermessensspielraum zu (Urteile des Verwaltungsgerichts des Kantons
Graubünden U 08 36 vom 20. Mai 2008 E. 1, U 10 35 vom 14. April 2010
E. 1, U 10 84 vom 19. Oktober 2010 E. 2). Bei reinen Fragen der
Bewertung der in einem Vergabeverfahren eingereichten Offerten nach
den jeweils massgebenden Zuschlagskriterien tritt das Gericht aus
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diesem Grund nicht als Obernotengeber auf. Es kann nur dort eingreifen,
wo eine Bewertung erwiesenermassen falsch und sachlich nicht haltbar
ist. Rein appellatorische Kritik an der Notengebung kann das Gericht nicht
zum Eingreifen und zur Korrektur veranlassen. Voraussetzung für ein
Eingreifen und eine Korrektur ist vielmehr der Nachweis einer
willkürlichen, sachlich nicht zu rechtfertigenden Bewertung eines
Kriteriums. Die umschriebene Kognitionsbeschränkung gilt auch
hinsichtlich der Eignungskriterien. Diese sind dazu bestimmt, die
finanziellen, wirtschaftlichen, technischen und organisatorischen
Fähigkeiten der Bewerber zu ermitteln. Obschon sich die
Eignungskriterien auf die Person des Anbieters beziehen, müssen sie
dessen ungeachtet in einem direkten und konkreten Bezug stehen zur
Leistung, die zu erbringen ist, und zwar in dem Sinn, dass sie sich auf die
zur erfolgreichen Erbringung dieser Leistung notwendigen Qualifikationen
beziehen müssen. Auch dabei steht der Vergabebehörde ein weiter
Ermessensspielraum zu (Urteile des Verwaltungsgerichts des Kantons
Graubünden U 09 41 vom 19. Juni 2009 E. 3a, U 10 65 vom 17. August
2010 E. 2, U 11 19 vom 28. Juni 2011 E. 2).
5. a) In materieller Hinsicht ist unter anderem strittig, ob die
Beschwerdegegnerin die Eignungskriterien "organisatorische und
finanzielle Leistungsfähigkeit" im Fall des Zuschlagsempfängers zu Recht
als erbracht angesehen hat. Eignungskriterien umschreiben die
Anforderungen, welche an die Anbieter gestellt werden, um hinreichend
zu gewährleisten, dass sie insbesondere in fachlicher, wirtschaftlicher,
technischer und organisatorischer Hinsicht zur Ausführung des geplanten
Auftrags in der Lage sind und dass es im Rahmen einer allfälligen
Auftragserfüllung nicht zu Problemen kommt, die letztlich auf eine
irgendwie geartete Unfähigkeit des Leistungserbringers zurückzuführen
sind (Urteil des Kantonsgerichts Basel-Landschaft vom 29. Mai 2013 [810
13 44] E. 4.1). Der Auftraggeber legt objektive und überprüfbare
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Eignungskriterien in den Ausschreibungsunterlagen fest (Art. 20 Abs. 1
SubG i.V.m. Art. 12 Abs. 1 lit. g SubV). Gemäss Art. 22 Abs. 1 lit. d SubG
wird ein Angebot von der Berücksichtigung insbesondere dann
ausgeschlossen, wenn der Anbieter die geforderten Eignungskriterien
nicht oder nicht mehr erfüllt. Eignungskriterien sind im Normalfall
Ausschlusskriterien, die entweder erfüllt sind oder nicht. Das Vorliegen
der verlangten Eignung führt zur Zulassung, deren Fehlen zum
Ausschluss vom Submissionsverfahren. Die Eignungskriterien sind von
den Zuschlagskriterien abzugrenzen, anhand derer unter den geeigneten
Anbietern das wirtschaftlich günstigste Angebot ermittelt wird (vgl.
Handbuch des öffentlichen Beschaffungswesens im Kanton Graubünden,
hrsg. vom Bau-, Verkehrs- und Forstdepartement Graubünden, Stand 1.
Januar 2014, Ziff. 8.9).
b) Die Beschwerdeführerin macht geltend, der Zuschlagsempfänger erfülle
die Eignungskriterien "organisatorische und finanzielle Leistungsfähigkeit"
nicht, weshalb sein Angebot vom Verfahren hätte ausgeschlossen werden
müssen. Die organisatorische Leistungsfähigkeit setze eine
Betriebsstruktur voraus. Diese sei beim Zuschlagsempfänger nicht
vorhanden. So sei er z.B. nicht als Einzelfirma im Handelsregister
eingetragen. Auch habe der Zuschlagsempfänger weder eine
Geschäftsadresse, einen Telefonbucheintrag noch einen Interneteintrag.
Aus den eingereichten Steuerunterlagen gehe hervor, dass er
quellenbesteuert werde, woraus zu schliessen sei, dass es sich um einen
ausländischen Arbeitnehmer ohne fremdenpolizeiliche
Niederlassungsbewilligung handle. Im Weiteren sei der
Zuschlagsempfänger bis anhin während der Bausaison bei der Firma
C._, und während des Winters bei den Bergbahnen D._ als
Chauffeur angestellt gewesen. Es stelle sich deshalb die Frage, ob sich
die Schneeräumung mit seiner Tätigkeit als angestellter Chauffeur
vereinbaren lasse. Zudem sei fraglich, ob und wenn ja in welcher Form
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der Ersatzchauffeur, welcher ebenfalls bei der Firma C._, als
Chauffeur arbeite, tatsächlich zur Verfügung stehe. Ein weiteres Indiz für
die fehlende Betriebsstruktur sei die Angabe im Angebot, wonach das
Kontrollschild für das einzusetzende Fahrzeug erst mit der
Auftragserteilung eingelöst werde. Auch würden beim
Zuschlagsempfänger jegliche Referenzangaben für Winterdienstarbeiten
fehlen. Schliesslich sei nicht bekannt, wie der Zuschlagsempfänger die
Anschaffung des Räumungsfahrzeugs finanziere. Die Kosten für die
Anschaffung des von ihm aufgeführten Räumungsfahrzeugs würden sich
auf etwa Fr. 150'000.00 belaufen. Sollte er das Fahrzeug geleast haben,
würden die Leasingkosten in schneeärmeren Wintern höher sein als die
Räumungsentschädigung. Dies vor allem deshalb, weil der
Zuschlagsempfänger einen Preis offeriert habe, welcher 30 % bis 40 %
unter den üblichen Ansätzen der ASTAG liege. Dem Zuschlagsempfänger
werde es aufgrund des tiefen Offertpreises kaum möglich sein, die
finanzielle Leistungsfähigkeit während der vorgesehenen Vertragsdauer
von zehn Jahren aufrechtzuerhalten.
c) Nach Auffassung des streitberufenen Verwaltungsgerichts erweisen sich
die Rügen der Beschwerdeführerin unter Berücksichtigung der
überzeugenden Ausführungen der Beschwerdegegnerin in der
Vernehmlassung und der Duplik als unbegründet. Wie die
Beschwerdegegnerin überzeugend dargelegt hat, ist es für die Erfüllung
des strittigen Auftrags nicht erforderlich, ob ein Anbieter im
Handelsregister eingetragen ist, einen Telefonbucheintrag, eine
Geschäftsadresse und/oder einen Interneteintrag hat. Bei
Winterdienstarbeiten mit einer jährlichen Auftragssumme bis rund Fr.
50'000.00 seien im Kanton Graubünden etliche Anbieter für die
Beschwerdegegnerin tätig, welche organisatorisch ähnlich aufgestellt
seien und über keinen Eintrag im Handelsregister verfügen würden. Bei
der hier interessierenden Strasse handle es sich zudem um eine
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gewöhnliche Neben- bzw. Verbindungsstrasse, und nicht etwa um eine
kantonale Hauptstrasse, bei welcher grundsätzlich höhere Anforderungen
an den Winterdienst gestellt würden. Ferner ist es für die Erfüllung des
strittigen Auftrags auch nicht relevant, dass der quellenbesteuerte
Zuschlagsempfänger nicht im Besitz einer Niederlassungsbewilligung ist.
Zutreffend ist an den Einwänden der Beschwerdeführerin, dass der
Zuschlagsempfänger bei der Angebotseinreichung tatsächlich das
einzusetzende Trägerfahrzeug noch nicht eingelöst hatte. Darin kann
indessen – falls überhaupt – allenfalls ein untergeordneter Mangel im
Sinne der neueren Rechtsprechung erblickt werden. Gemäss Praxis des
Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden kann bei Ausschreibungen
wie der vorliegenden nicht von jedem Anbieter verlangt werden, dass er
bereits bei Einreichung seines Angebots definitiv die für die
Auftragserfüllung notwendigen Dispositionen wie z.B.
Fahrzeuganschaffung, Garagierung, Arbeitsverträge mit einzusetzendem
Personal vorgenommen hat. Denn dann wären die Anbieter gezwungen,
unter Umständen erhebliche Investitionen zu tätigen, die sich dann als
nutzlos erweisen würden, wenn sie den Auftrag nicht erhielten. Es muss
daher genügen, wenn auf die geplanten Dispositionen verwiesen wird
(Urteile des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden U 07 44 vom
6. Juli 2007 E. 2, U 07 50 und U 07 52 vom 16. Juli 2007 E. 3a).
Vorliegend hat der Zuschlagsempfänger auf seiner Offerteingabe
schriftlich festgehalten, dass das Kontrollschild bei Erhalt des Auftrags
eingelöst werde (vgl. dazu Beilagen zur Offertvorlage des
Zuschlagsempfängers vom 21. Dezember 2016 [Bg-act. 11 S. 3]). Das ist
als ausreichend zu qualifizieren, zumal der Auftraggeber gemäss der in
Ziff. 4.23 der Offertvorlage vorgesehenen Auflösungsklausel
insbesondere bei Nichterfüllung oder ungenügender Erfüllung der
vertraglichen Hauptpflichten den Vertrag jederzeit unter Einhaltung einer
angemessenen Frist kündigen kann (vgl. dazu die Offertvorlage des
Zuschlagsempfängers vom 21. Dezember 2016 [Bg-act. 11 S. 19]). Vor
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diesem Hintergrund stellt auch eine allfällige Bindung des
Zuschlagsempfängers bzw. seines Ersatzchauffeurs an einen Arbeitgeber
keinen Grund dar, den Zuschlagsempfänger vom Submissionsverfahren
auszuschliessen. Zudem ist es allein Sache des Zuschlagsempfängers
und Ersatzchauffeurs, sich so zu organisieren, dass sie für die Erfüllung
des strittigen Auftrags zur Verfügung stehen. Im Weiteren führt auch die
bis dato mangelnde Erfahrung des Zuschlagsempfängers in
Winterdienstarbeiten nicht zum Ausschluss desselben, da lediglich für die
Ausführung der Winterdienstarbeiten der Pässe und Pass-Strecken
gemäss Art. 3 der Strassenverordnung des Kantons Graubünden (StrV;
BR 807.110) minimale Erfahrungen im Fachbereich Winterdienst
vorausgesetzt werden (vgl. dazu die Offertvorlage des
Zuschlagsempfängers vom 21. Dezember 2016 [Bg-act. 11 S. 5]) und die
hier interessierende Strasse nicht unter diese Bestimmung fällt. Die
mangelnde Erfahrung des Zuschlagsempfängers wurde allerdings im
Rahmen des Zuschlagskriteriums "Referenzen/Erfahrung" berücksichtigt
und mit der Note 1 bewertet, womit er sich in genügendem Masse
gegenüber der Beschwerdeführerin differenzierte, welche hierfür die Note
2 erhielt (vgl. dazu die Offertbeurteilung auf Grund der Zuschlagskriterien
gemäss Ausschreibungsunterlagen [Bg-act. 4]). Aufgrund seiner Tätigkeit
als Chauffeur ist aber davon auszugehen, dass sich der
Zuschlagsempfänger zumindest mit winterlichen Strassenverhältnissen
auskennt. Was die Zweifel der Beschwerdeführerin an der
Aufrechterhaltung der finanziellen Leistungsfähigkeit des
Zuschlagsempfängers während der insgesamt zehnjährigen
Vertragsdauer betreffen, ist auch die oben dargelegte Überlegung
wesentlich, wonach die Beschwerdegegnerin den Vertrag aus wichtigen
Gründen jederzeit unter Einhaltung einer angemessenen Frist kündigen
kann. Der Zuschlagsempfänger hat vorliegend einen Mercedes Benz, Typ
Unimog U400, mit Jahrgang 2002 und einem Kilometerstand von 125'000
km offeriert (vgl. dazu Beilagen zur Offertvorlage des
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Zuschlagsempfängers vom 21. Dezember 2016 [Bg-act. 11 S. 3]). Die
Überlegung der Beschwerdegegnerin, wonach der vom
Zuschlagsempfänger offerierte, 14-jährige Unimog einen Restwert von
rund Fr. 30'000.00 aufweise und dieser Betrag als realistisch einzustufen
sei, ist nach Auffassung des streitberufenen Gerichts schlüssig und
nachvollziehbar, zumal sich zu diesem Preis vergleichbare Angebote auf
dem Gebrauchtwagenmarkt finden (vgl. dazu das Inserat für einen
gebrauchten Unimog U400, Jahrgang 2002 mit 128'000 km [Bg-act. 13 S.
1]). Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass der Zuschlagsempfänger
gemäss den Ausführungen der Beschwerdegegnerin nicht 40 % Rabatt
auf die ASTAG-Tarife gewährt hat. Vielmehr beläuft sich der von ihm
offerierte Gesamtrabatt über alle Positionen auf rund 24 %. Dieser Wert
bewegt sich angesichts des Durchschnittsrabatts von rund 27 % aller 128
Anbieter absolut im Rahmen. Folglich sind auch die von der
Beschwerdeführerin aufgeführten Bedenken betreffend die finanzielle
Leistungsfähigkeit des Zuschlagsempfängers unbegründet.
d) Nach dem Gesagten kann als Zwischenergebnis festgehalten werden,
dass die Beschwerdegegnerin vorliegend bei der Bewertung der
Eignungskriterien im Rahmen des ihr zustehenden breiten Ermessens
gehandelt hat. Ihre Schlussfolgerung, dass der Zuschlagsempfänger die
in den Ausschreibungsunterlagen vorgegebenen Eignungskriterien erfüllt
und mithin zur Ausführung des geplanten Auftrags geeignet erscheint, ist
nicht zu beanstanden.
6. a) Die Beschwerdeführerin rügt weiter, die Beschwerdegegnerin habe die
Eignung des Zuschlagsempfängers nicht genügend geprüft und damit die
in Art. 24 Abs. 2 SubG verankerte Pflicht, die Eignungskriterien zu prüfen,
verletzt, welche zudem noch durch die in Art. 25 SubV statuierte
Untersuchungsmaxime verstärkt werde. Zwar könne die
Beschwerdegegnerin im Grundsatz auf die Angaben des Anbieters im
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Angebot abstellen, habe aber Hinweise zu prüfen, welche auf eine
Einschränkung der Leistungsfähigkeit eines Anbieters hindeuten würden.
Dabei sei unerheblich, ob sie hierzu über personelle Kapazitäten verfüge
oder nicht. Die Rechtmässigkeit des Zuschlags könne nicht von der
Personalsituation der Beschwerdegegnerin abhängig sein. Insbesondere
seien bei jenen Anbietern allenfalls vertiefte Abklärungen erforderlich, bei
welchen aus den Angebotsunterlagen keine geeignete Betriebsstruktur
erkennbar sei.
Die Beschwerdegegnerin entgegnet dem, gemäss Art. 24 Abs. 2 SubV
habe die Prüfung der Eignungs- und Zuschlagskriterien auf der Basis der
eingereichten Angebote zu erfolgen. Sie habe deshalb bei diesem relativ
einfachen Auftrag auf die eingereichten Offertangaben abstellen dürfen
und keine weitergehenden Sachverhaltsabklärungen treffen müssen.
Immerhin habe sie vorgängig zur Vergabe vom Zuschlagsempfänger eine
Bestätigung fristgerecht bezahlter Steuern sowie einen Auszug aus dem
Betreibungsregister einverlangt. Die eingereichten Dokumente würden
sich mit den Angaben auf der Selbstdeklaration decken.
b) Es ist korrekt, dass im Rahmen eines Submissionsverfahrens die Eignung
jedes einzelnen Anbieters zur Ausführung des Auftrags zu prüfen ist (Art.
24 Abs. 2 SubV). Dementsprechend bestimmt Art. 25 Abs. 1 SubV, dass
der Auftraggeber von den Anbietern Erläuterungen bezüglich ihrer
Eignung und ihres Angebots verlangen kann. In Würdigung der
gegensätzlich vorgebrachten Argumente und Gesichtspunkte der Parteien
ist das Verwaltungsgericht zur Überzeugung gelangt, dass es sich beim
von der Beschwerdegegnerin gewählten Vorgehen, vom
Zuschlagsempfänger eine Bestätigung fristgerecht bezahlter Steuern
sowie einen Auszug aus dem Betreibungsregister einzufordern (vgl. dazu
Schreiben des Tiefbauamts Graubünden vom 14. Februar 2017 [Bg-act.
9]) und diese Dokumente mit den Angaben auf der Selbstdeklaration zu
vergleichen, um eine taugliche und zulässige Methode handelt, um die
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Eignung für die Auftragserfüllung zu kontrollieren. Die Vergabebehörde
kann grundsätzlich auf die eingereichten Unterlagen abstellen (BGE 139
II 489 E. 3.2). Sie ist berechtigt, aber nicht verpflichtet, die Angaben
nachzuprüfen. Ob sie dies tut, liegt in ihrem Ermessen, welches nicht
überschritten ist, solange nicht konkrete Hinweise bestehen, dass die
eingereichten Unterlagen nicht wahr sind (Urteil des Bundesgerichts
2C_346/2013 vom 20. Januar 2014 E. 1.3.3). Solche konkreten Hinweise
sind allerdings vorliegend nicht ausgewiesen, zumal es sich hier um einen
relativ einfachen Auftrag handelt, welcher sich lediglich auf eine Neben-
bzw. Verbindungsstrasse bezieht, und nicht etwa auf eine kantonale
Hauptstrasse. Nach Auffassung des Verwaltungsgerichts kann sich die
Beschwerdegegnerin somit zu Recht darauf berufen, dass gemäss ihren
eigenen Erfahrungen auch eine Einzelperson ohne Betriebsstruktur
diesen Auftrag in der verlangten Form erfüllen könne, so dass nicht etwa
per se ein Anfangsverdacht auf mangelnde Eignung des
Zuschlagsempfängers gegeben wäre, welcher zu vertieften Abklärungen
Anlass gegeben hätte. Entsprechend erweist sich auch die zweite Rüge
der Beschwerdeführerin als unbegründet.
7. Zusammenfassend ergibt sich damit, dass die beiden Rügen der
Beschwerdeführerin (mangelnde organisatorische und finanzielle
Leistungsfähigkeit des Zuschlagsempfängers [vgl. E. 5a-d] sowie
mangelhafte Prüfung der Eignung des Zuschlagsempfängers [vgl. E. 6a-
b]) materiell ins Leere stossen.
8. a) Die angefochtene Vergabeverfügung vom 14. März 2017 ist somit in jeder
Beziehung rechtens, was zur Bestätigung des Auftragszuschlags und zur
Abweisung der Beschwerde vom 28. März 2017 führt.
b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf
Art. 73 Abs. 1 VRG der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Die
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Beschwerdeführerin beantragte in ihrer Beschwerde, es sei ihr der
Zuschlag für die Winterdienstarbeiten zum Preis von jährlich Fr. 51'620.20
zu erteilen. Angesichts der zehnjährigen Laufzeit des Vertrags ergibt sich
damit ein Zuschlagswert von insgesamt über Fr. 500'000.--. Aufgrund der
Höhe des Beschaffungswerts erscheint eine Staatsgebühr von Fr. 3'500.--
als angemessen (vgl. etwa Urteile des Verwaltungsgerichts des Kantons
Graubünden U 07 44, U 07 50, U 07 52, in welchen für die
Schneeräumungsvergaben 2007-2017 Staatsgebühren im Bereich von Fr.
3'000.- bis Fr. 6'000.-- gesprochen wurden). Der Beschwerdegegnerin
steht nach Art. 78 Abs. 2 VRG keine Parteientschädigung zu, da sie
lediglich in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegte.