Decision ID: e7163a09-ddb8-45aa-8f35-f1c4c97d50a4
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 01.05.2018 Art. 6 UVG:Der Wegfall der Unfallkausalität stellt eine Sachverhaltsänderung im Sinne eines geänderten Gesundheitszustandes bzw. einer Heilung der Unfallverletzungen dar; formell-rechtliche Umsetzung bzw. Korrektur auf den Zeitpunkt des Eintritts der Sachverhaltsänderung für die Zukunft (analog der Revision gemäss Art. 17 ATSG). Rechtmässige Einstellung der vorübergehenden Leistungen (Heilkosten- und Taggeldleistungen) nach unbestrittenermassen erlittener Kontusionsverletzung im Bereich des Processus styloideus radii infolge Heilung. Verneinung eines Ausnahmefalls.Verneinung eines unfallkausalen Gesundheitsschadens in Bezug auf eine Tendovaginitis de Quervain (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom1. Mai 2018, UV 2016/46).
Entscheid vom 1. Mai 2018
Besetzung
Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz),
Versicherungsrichter Joachim Huber und Versicherungsrichterin
Miriam Lendfers; Gerichtsschreiber Markus Lorenzi
Geschäftsnr.
UV 2016/46
Parteien
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A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Fürsprecher lic. iur. Daniel Küng, Anwaltskanzlei
St. Jakob, St. Jakob Strasse 37, 9000 St. Gallen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach
4358, 6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
Gegenstand
Versicherungsleistungen
Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherte) war aufgrund ihrer Tätigkeit als
Betriebsmitarbeiterin bei der B._ ag (nachfolgend: Arbeitgeberin) bei der SUVA
unfallversichert, als sie am 5. August 2015 über eine Bodenschiene stolperte und auf
die rechte Hand fiel (Suva-act. 1, 16). Die Erstbehandlung fand am 24. August 2015
durch Dr. med. C._, Fachärztin Innere Medizin FMH, statt, die als Befunde eine
Druckdolenz über dem Processus styloideus radii, jedoch weder einen Tabatière-
Druckschmerz noch einen Achsenstauchungsschmerz erhob, eine
Handgelenksdistorsion sowie eine Epicondylitis humeri radialis rechts diagnostizierte
und der Versicherten ab 24. August 2015 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestierte
(Suva-act. 4, 12). Laut Auszug von Dr. C._ vom 16. Oktober 2015 aus der
Krankengeschichte der Versicherten hatte diese ihre Hausärztin des Weiteren am 25.
August und 7. September 2015 konsultiert. Bezüglich der letzten Konsultation hatte Dr.
C._ "subjektiv" rückläufige Beschwerden im Bereich des Ellbogens sowie anhaltende
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Schmerzen über dem 1. Strecksehnenfach rechts und "objektiv" einen positiven
Finkelsteintest notiert (Suva-act. 22). Auf ihre Zuweisung erfolgte am 11. September
2015 eine klinische Untersuchung der oberen Extremitäten sowie eine
röntgenologische Untersuchung des rechten Handgelenks der Versicherten durch Dr.
med. D._, Fachärztin FMH für Orthopädische Chirurgie, Traumatologie des
Bewegungsapparates sowie Handchirurgie. Die Fachärztin erhob als Befunde
insbesondere eine deutliche Druckdolenz bei Radialadduktion des rechten
Handgelenks im Bereich der Tabatière und des Processus styloideus radii, beidseitig
ein negatives Finkelsteinzeichen und am Ellbogen rechts eine deutliche Druckdolenz
über dem Epikondylus humeri radialis, diagnostizierte eine Epikondylitis humeri radialis
rechts mit Knochensporn im Bereich des Hauptschmerzpunktes, ein radioscaphoidales
Impingement nach Sturz vom 5. August 2015 auf das rechte Handgelenk sowie
rezidivierende Beschwerden aufgrund eines bekannten Karpaltunnelsyndroms, rechts
grösser als links (vgl. dazu Suva-act. 22-3), und bestätigte ab 11. September 2015 eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 13, 16 f.). Mit Schreiben vom 14. September
2015 kündigte die Suva der Versicherten für den Unfall vom 5. August 2015 die
Ausrichtung der gesetzlichen Leistungen (Heilkosten- und Taggeldleistungen) an (Suva-
act. 7). Am 2. Oktober 2015 stellte Dr. D._ ein weiteres Zeugnis für eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit vom 5. bis 28. Oktober 2015 aus (Suva-act. 15).
A.b In einer gestützt auf die Akten vorgenommenen Kausalitätsbeurteilung zuhanden
der Suva vom 28. Oktober 2015 bejahte deren Kreisärztin med. pract. E._, Fachärztin
Chirurgie FMH, eine weitergehende überwiegend wahrscheinliche Unfallkausalität der
vorliegenden Beschwerden, bei denen es sich um eine zeitlich limitierte
Verschlimmerung handle, und bezeichnete das Karpaltunnelsyndrom als dem
Vorzustand entsprechend (Suva-act. 25).
A.c Am 21. Oktober 2015 hatte Dr. D._ bei der Versicherten eine Infiltration
radioscaphoidal rechts durchgeführt und verlängerte die
Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (Suva-act. 24, 26). Anlässlich der nächsten
Konsultation der Versicherten vom 11. November 2015 erhob sie weiterhin eine
Epicondylitis humeri radialis mit Druckdolenz über der üblichen Stelle am Epicondylus
humeri radialis, von Seiten des Handgelenks weniger Radioscaphoidalschmerzen,
dafür jedoch mehr über dem ersten Strecksehnenfach. Das Finkelsteinzeichen war im
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Vergleich zur Gegenseite positiv. Sie diagnostizierte eine chronifizierte Epicondylitis
humeri radialis, aktuell eine Tendovaginitis de Quervain rechts sowie ein Impingement
radioscaphoidal rechts und bestätigte weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
(Suva-act. 27-3, 28-2). Am 8. Dezember 2015 führte Dr. D._ bei der Versicherten
operativ eine Synovialektomie und Erweiterungsplastik bei Tendovaginitis de Quervain
rechts durch (Suva-act. 39). Am 9. Dezember 2015 stellte sie die Diagnosen
Tenosynovialitis, Synovitis am Handgelenk sowie Tendovaginitis de Quervain bei
Status nach Operation am 8. Dezember 2015 und erklärte die Versicherte für 6 Wochen
arbeitsunfähig (Suva-act. 37, vgl. auch Suva-act. 33-2 f.).
A.d Med. pract. E._ hielt am 22. Dezember 2015 bezüglich der Operation vom 8.
Dezember 2015 fest, dass die dieser zugrunde liegenden Beschwerden erst im Verlauf
aufgetreten seien und sich keine überwiegende Kausalität zum Unfall vom 5. August
2015 erkennen lasse. Die Folgen der bagatellären Handgelenkskontusion vom 5.
August 2015 schienen längstens abgeklungen zu sein. Im Vordergrund der Behandlung
würden scheinbar unfallfremde Befunde stehen (Suva-act. 40).
A.e Mit Verfügung vom 22. Dezember 2015 teilte die Suva der Versicherten mit, dass
aufgrund der medizinischen Unterlagen kein sicherer oder wahrscheinlicher
Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom 5. August 2015 und den
Handgelenksbeschwerden rechts bzw. der Operation vom 8. Dezember 2015 bestehen
würde. Die reinen Unfallfolgen seien abgeklungen und die SUVA sei demzufolge nicht
mehr leistungspflichtig. Aus diesem Grund würde sie ihre Leistungen per 7. Dezember
2015 einstellen (Suva-act. 42).
B.
B.a Gegen diese Verfügung erhob der Krankenversicherer der Versicherten, die
Concordia, am 24. Dezember 2015 vorsorglich Einsprache (Suva-act. 49). Am 29.
Dezember 2015 brachte die Versicherte gegenüber der Suva mündlich ihr
Unverständnis bezüglich der Leistungseinstellung zum Ausdruck. Sie habe vor dem
Unfall nie Probleme mit den Handgelenken gehabt. Die Beschwerden seien erst nach
dem Unfall aufgetreten und anfangs habe sie ein „Überbein“ über dem Handgelenk
(hinter dem Daumen) gehabt (Suva-act. 48).
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B.b Mit Bericht vom 5. Januar 2016 erklärte Dr. D._, dass die Versicherte nach dem
Unfall vom Sommer 2015 immer wieder über Schmerzen geklagt und sicherlich einen
Bluterguss am Handgelenk gehabt habe, der mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer
Enge im Bereich des ersten Strecksehnenfachs geführt habe. Diese Konstellation
könne mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zur Entzündung des ersten
Strecksehnenfachs geführt haben (Suva-act. 51). Die Suva ersuchte darauf med. pract.
E._ um eine ausführliche edierbare Stellungnahme (Suva-act. 52), welche diese am
19. Januar 2016 erstattete (Suva-act. 56).
B.c Nachdem die Concordia am 7. Januar 2016 ihre Einsprache zurückzogen hatte
(Suva-act. 52), erhob die Versicherte am 29. Januar 2016 schriftlich gegen die
Verfügung vom 22. Dezember 2015 Einsprache (Suva-act. 58). Am 10. Mai 2016 reichte
Rechtsanwalt lic. iur. D. Küng, St. Gallen, eine Einspracheergänzung ein (Suva-act. 67).
B.d Mit Einspracheentscheid vom 1. Juni 2016 wies die Suva die Einsprache der
Versicherten ab (Suva-act. 70).
B.e Mit Schreiben vom 1. Juni 2016 reichte der Rechtsvertreter der Versicherten einen
Bericht von Dr. D._ vom 19. Mai 2016 ein, worin diese ihre Ansicht erneuerte, dass
die Entzündung im Sinne einer Tendovaginitis de Quervain nicht vorbestehend
gewesen sei, sondern durchaus aufgrund der Verletzung nach Unfall entstanden sein
könne (Suva-act. 71).
C.
C.a Mit Eingabe vom 30. Juni 2016 reichte Rechtsanwalt Küng zusammen mit
verschiedenen Unterlagen, insbesondere einer Stellungnahme vom 14. Juni 2016 von
Dr. med. F._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, für die Versicherte
(nachfolgend: Beschwerdeführerin) Beschwerde ein mit folgenden Anträgen: Der
Einspracheentscheid der Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) vom 1. Juni 2016
sei vollumfänglich aufzuheben. Es seien der Beschwerdeführerin für die Folgen des
Unfalls vom 5. August 2015 die gesetzlichen Leistungen, d.h. die medizinischen
Leistungen, Taggelder auf der Basis einer Arbeitsunfähigkeit von 100% und, sobald der
medizinische Endzustand erreicht sei/sein werde, mindestens eine
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Integritätsentschädigung auf der Basis von 25% und mindestens eine Invalidenrente
von 25% zuzusprechen und zu entrichten. Eventualiter sei der angefochtene
Einspracheentscheid vom 1. Juni 2016 aufzuheben und es seien weitere Abklärungen

im Sinne der nachfolgenden Erwägungen zu veranlassen; der Beschwerdeführerin
seien sodann mindestens die vorgenannten Leistungen zuzusprechen und zu
entrichten, unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 1, G 1.1-1.4).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 16. August 2016 beantragte die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde (act. G 3).
C.c In der Replik vom 12. Dezember 2016 hielt der Rechtsvertreter der Beschwerde-
führerin an seinen Anträgen fest und legte eine von Dr. med. G._, FMH
Handchirurgie, FMH Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie, verfasste
Stellungnahme vom 5. Juli 2016 und einen Bericht vom 16. August 2016 betreffend
eine Konsultation der Beschwerdeführerin vom 15. August 2016 ins Recht (act. G 14,
14.1-14.2).
C.d Mit Duplik vom 13. Januar 2017 bestätigte die Beschwerdegegnerin ihren Antrag
auf Beschwerdeabweisung (act. G 16).
Erwägungen
1.
Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung
(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur
Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die
sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem
Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden
daher, nachdem ein Ereignis aus dem Jahr 2015 zur Debatte steht, die bis 31.
Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.
2.
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2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG werden Leistungen der Unfallversicherung bei
Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz
nichts anderes bestimmt. Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der
Unfallversicherung bildet die Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht besteht demnach
nur für Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat-kausal mit einem versicherten
Unfallereignis zusammenhängen (BGE 129 V 181 f. E. 3.1 f.; ALEXANDRA RUMO/
ANDRÉ PIERRE HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/
Basel/Genf 2012, S. 53 ff.). Für die Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen
natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht regelmässig
auf Angaben ärztlicher Experten und Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem
adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht
nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (BGE 129 V 181
E. 3.1, 123 III 110, 112 V 30; PVG 1984 Nr. 82, 174). Bei physischen Unfallfolgen spielt
indessen die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der aus dem natürlichen
Kausalzusammenhang sich ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine
Rolle (BGE 117 V 365 mit Hinweisen; SVR 2000 Nr. 14 S. 45). Das Vorliegen eines
natürlichen Kausalzusammenhangs muss mit dem im Sozialversicherungsrecht
üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein bzw.
verneint werden können. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (THOMAS LOCHER/THOMAS GÄCHTER,
Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. Bern 2014, § 70 N. 58 f.).
2.2 Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit
nachgewiesen, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall
nicht mehr die natürliche und adäquate Ursache der fortdauernd geklagten
Beschwerden darstellt, d.h., wenn die Beschwerden nur noch und ausschliesslich auf
unfallfremden Ursachen beruhen. Im Rahmen der Prüfung des Dahinfallens der
Leistungspflicht des Unfallversicherers genügt es mithin für die Bejahung des
fortbestehenden natürlichen Kausalzusammenhangs, wenn der Unfall für die fragliche
gesundheitliche Störung immer noch eine Teilursache darstellt. Gemäss Art. 36 Abs. 1
UVG werden die Pflegeleistungen und Kostenvergütungen sowie die Taggelder und
Hilflosenentschädigungen nicht gekürzt, wenn die Gesundheitsschädigung nur
teilweise Folge eines Unfalls ist. Diese Bestimmung beinhaltet eine Durchbrechung des
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Kausalitätsprinzips für Fälle, in denen ein Gesundheitsschaden durch das
Zusammenwirken konkurrierender, teils unfallbedingter, teils unfallfremder Ursachen
bewirkt worden ist (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1.
Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 18. Februar 2003,
U 287/02, E. 4.4). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche
Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von
unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RUMO-JUNGO/HOLZER,
a.a.O., S. 4; LOCHER/GÄCHTER, a.a.O., § 70 N. 58). Da es sich um eine
anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast - anders als bei der Frage,
ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei
der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46
E. 2 mit Hinweisen, 1994 Nr. U 206 S. 328; siehe ebenso BGE 117 V 261 E. 3b). Dieser
muss jedoch nicht den Beweis für unfallfremde Ursachen erbringen. Ebenso wenig
geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Beweis zu verlangen, dass kein
Gesundheitsschaden mehr vorliege oder dass die versicherte Person nun bei voller
Gesundheit sei (Urteil des Bundesgerichts vom 29. April 2008, 8C_465/2007, E. 3.1 mit
Hinweisen). Welche Ursachen ein nach wie vor geklagtes Leiden hat, ist unerheblich.
Entscheidend ist allein, ob die unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens
ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind.
3.
3.1 Vorliegend anerkannte die Beschwerdegegnerin anfangs ihre Leistungspflicht
bezüglich des Unfalls der Beschwerdeführerin vom 5. August 2015 bzw. einer
Handverletzung rechts und erbrachte dafür Heilkosten- und Taggeldleistungen (vgl. Art.
10 und 16 UVG). Sie stellte also weder das Vorliegen eines Unfallereignisses noch das
Geschehen einer unfallkausalen Handgelenksverletzung rechts in Frage.
Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet der Einspracheentscheid
vom 1. Juni 2016 (Suva-act. 70). Diesem liegt die Verfügung vom 22. Dezember 2015
zu Grunde (Suva-act. 47). Die Beschwerdegegnerin stellt darin fest, dass die reinen
Unfallfolgen per 7. Dezember 2015 abgeklungen seien und zwischen dem
Unfallereignis vom 5. August 2015 und den weiter andauernden
Handgelenksbeschwerden rechts und damit insbesondere der Handgelenksoperation
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vom 8. Dezember 2015 kein sicherer oder überwiegend wahrscheinlicher
Kausalzusammenhang bestehe, weshalb sie per 7. Dezember 2015 die
Versicherungsleistungen - konkret Heilkosten- und Taggeldleistungen - einstelle. Nicht
Gegenstand des angefochtenen Einspracheentscheids bzw. der diesem zugrunde
liegenden Verfügung bildete ein Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine
Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG) und eine Integritätsentschädigung (Art. 24 UVG),
was angesichts der Annahme der Beschwerdegegnerin, die Unfallrestfolgen seien per
7. Dezember 2015 weggefallen, folgerichtig ist. Eine Prüfung der vorgenannten
Dauerleistung Rente und der Integritätsentschädigung nach der Erbringung
vorübergehend ausgerichteter Heilkosten- und Taggeldleistungen hätte nur dann
erfolgen müssen, wenn weiterhin eine Unfallkausalität bestanden hätte und der
Zeitpunkt der Rentenprüfung eingetreten gewesen wäre (vgl. dazu Art. 19 Abs. 1 UVG;
RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 143 f.). Auf den Antrag des Rechtsvertreters der
Beschwerdeführerin auf Ausrichtung einer Invalidenrente sowie einer
Integritätsentschädigung ist daher nicht einzutreten.
3.2 Mit dem Wegfall der Unfallkausalität (vgl. Erwägung 2.2) tritt grundsätzlich eine
Sachverhaltsänderung im Sinne eines geänderten Gesundheitszustands bzw. einer
Heilung der Unfallverletzungen ein. Dieser Sachverhalt muss formell-rechtlich (analog
der Revision gemäss Art. 17 ATSG) auf den Zeitpunkt des Eintritts der
Sachverhaltsänderung für die Zukunft umgesetzt bzw. korrigiert werden. Die Verfügung
vom 22. Dezember 2015 stellt mithin in Bezug auf die Heilkosten- und
Taggeldleistungen eine (Einstellung)-Verfügung ex nunc wegen Veränderung des
Sachverhalts und nicht - wie vom Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin in der
Einspracheergänzung vom 10. Mai 2016 erklärt - eine Wiedererwägungsverfügung dar.
4.
Streitig und zu prüfen ist mithin, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen
(Heilkosten- und Taggeldleistungen) zu Recht per 7. Dezember 2015 und damit vor der
am 8. Dezember 2015 von Dr. D._ durchgeführten Handgelenksoperation eingestellt
hat. Sofern die operative Behandlung unfallkausale Gesundheitsschäden umfasst
hätte, wäre die Beschwerdegegnerin für die operative Behandlung und sodann bis zur
Heilung der unmittelbaren Operationsfolgen (Wundheilung, postoperative
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Schmerzphase, Einnahme von Medikamenten, Schonungsphase mit möglicher
Arbeitsunfähigkeit usw.) leistungspflichtig. Mit der Handgelenksoperation vom 8.
Dezember 2015 wurde bei der Beschwerdeführerin eine unbestrittenermassen
vorliegende Tendovaginitis de Quervain rechts behandelt (Suva-act. 28, 39). Die
Beschwerdegegnerin verneint deren Unfallkausalität gestützt auf die Beurteilung von
med. pract. E._ vom 19. Januar 2016 (Suva-act. 56), während der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin insbesondere unter Hinweis auf die Stellungnahmen von Dr. D._
vom 19. Mai 2016 (Suva-act. 71) und Dr. F._ vom 14. Juni 2016 (act. G 1.3) sowie die
von Dr. G._ dokumentierte Krankengeschichte vom 15. August 2016 (act. G 14.2)
den gegenteiligen Standpunkt vertritt.
5.
Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der Grundsatz
der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Danach haben die urteilenden
Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln sowie
umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig davon,
von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der
Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 351, E. 3a mit
Hinweis). Den Berichten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kann
rechtsprechungsgemäss gleichfalls Beweiswert beigemessen werden, sofern sie
schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind
und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (RKUV 1991 Nr. U 133 S. 311
ff.). Auch eine ärztliche Beurteilung aufgrund der Akten, wie sie vorliegend von med.
pract. E._ erstellt wurde (Suva-act. 56), ist nicht an sich unzuverlässig. Für die
Beweistauglichkeit entscheidend ist, dass genügend Unterlagen von persönlichen
Untersuchungen vorliegen (PVG 1996 Nr. 89, 265 E. 3b; RKUV 1993 Nr. U 167 S. 95).
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Angesichts der obigen Darlegungen sprechen keine formellrechtlichen Gründe gegen
den Einbezug der ärztlichen Aktenbeurteilung von med. pract. E._ vom 19. Januar
2016 (Suva-act. 56). Ob letztlich auf die Aktenbeurteilung abgestellt werden kann, ist
im Rahmen der nachfolgenden materiellrechtlichen Beurteilung bzw. Beweiswürdigung
zu prüfen.
6.
6.1 Med. pract. E._ weist in ihrer Beurteilung vom 19. Januar 2016 auf verschiedene,
für die Beurteilung traumatischer Folgeschäden zweifellos massgebende Umstände
hin, welche nach ihrer Auffassung bezogen auf den konkreten Fall gegen eine
Unfallkausalität der operativ behandelten Tendovaginitis de Quervain rechts sprechen.
Eine Tendovaginitis de Quervain stellt eine schmerzhafte entzündliche Veränderung der
Sehnenscheiden der im ersten Strecksehnenfach verlaufenden zwei Sehnen dar,
welche für die Beweglichkeit (Strecken und Abspreizen) des Daumens verantwortlich
sind (PSCHYREMBEL, Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl. Berlin 2017, S. 1782; ROCHE
LEXIKON, Medizin, 5. Aufl. München 2003, S. 1808; ALFRED M. DEBRUNNER,
Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2005, S. 751).
6.2 Als Anhaltspunkt gegen eine Unfallkausalität wertet med. pract. E._ zunächst
den zeitlichen Ablauf bzw. die Latenzzeit bis zum Auftreten der Tendovaginitis de
Quervain rechts und in diesem Zusammenhang den Unfallmechanismus mit den
unmittelbar nach dem Unfall gestellten Unfalldiagnosen und erhobenen Befunden.
6.3 Gemäss Schadenmeldung UVG vom 9. September 2015 (Suva-act. 1) ist die
Beschwerdeführerin am 5. August 2015 auf die rechte Hand gestürzt, worauf Dr. C._
anlässlich der Erstbehandlung vom 24. August 2015 eine Handgelenksdistorstion
diagnostizierte (Suva-act. 12). Med. pract. E._ spricht in ihrer Beurteilung von einer
Kontusion, was angesichts des beschriebenen Unfallmechanismus eher
nachvollziehbar erscheint. In Bezug auf die Kausalitätsbeurteilung kommt diesem
Umstand jedoch keine Bedeutung zu. Sowohl bei der Kontusion als auch bei der
Distorsion handelt es sich um eine Weichteilverletzung, deren Geschehen sich zwar
beispielsweise durch den Unfallmechanismus erklären oder anhand klinisch erhobener
Befunde - wie Hämatome, Schwellungen, Druckdolenzen,
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Bewegungseinschränkungen, Sensibilitätsstörungen, Muskelverhärtungen -
objektivieren lässt, die aber nicht von einer strukturellen Läsion begleitet sein muss
(vgl. DEBRUNNER, a.a.O., S. 412; ROCHE LEXIKON, a.a.O., S. 357). Es erscheint
offensichtlich, dass in der Regel nur der von der Kontusion oder Distorsion betroffene
Körperteil bzw. ein Bereich davon eine Verletzung mit nachfolgenden Beschwerden
zeitigen kann. Vor diesem Hintergrund weist med. pract. E._ schlüssig und
nachvollziehbar darauf hin, dass angesichts der Lokalisation der Tendovaginits de
Quervain im Handrücken bzw. im dorsalen Handgelenksbereich eine direkte
Kontusionierung im Bereich des ersten Strecksehnenfachs, d.h. ein Sturz auf den
Handrücken erwartet werde, was in der Regel nicht vorkomme. Entsprechend
schilderte auch die Beschwerdeführerin am 22. März 2016 gegenüber Dr. C._ keine
direkte Kontusionierung im Bereich des Handrückens, sondern beschrieb, sie sei über
eine Türschwelle gestürzt und habe sich mit der rechten Hand auf dem harten Boden
abgefangen (act. G 1.3). Der Reflex des Abfangens mit der Hand bei einem Sturz ist ein
bekanntes Phänomen.
6.4 Med. pract. E._ bezeichnet es weiter als auffällig, dass die Beschwerdeführerin
erst nach fast drei Wochen bei Dr. C._ vorstellig geworden sei und damals die
Beschwerden einer Tendovaginitis de Quervain nicht im Raum gestanden hätten. Dass
bei einer entzündlichen Veränderung wie der Tendovaginitis de Quervain die damit
verbundenen Beschwerden bzw. die spezifische Klinik nicht zeitgleich mit den initial
unfallbedingten Kontusionsbeschwerden auftreten müssen, lässt sich zwar damit
erklären, dass sich eine Entzündung als sekundäre Folge eines Traumas erst
entwickeln muss. Zumindest die Kontusionsverletzung wird jedoch im Regelfall im
verletzten Gebiet zu Schmerzen führen, die im Rahmen einer unfallnah durchgeführten
ärztlichen Untersuchung beschrieben und als Befund erhoben werden. Im Arztzeugnis
UVG vom 24. September 2015 vermerkte Dr. C._ allerdings bezüglich der
Erstbehandlung vom 24. August 2015 keine Schmerzangaben der Beschwerdeführerin
sowie auffälligen Befunde im Bereich des ersten Strecksehnenfachs, sondern eine
Druckdolenz über dem Processus styloideus radii (Suva-act. 12). Ebenso erhob Dr.
D._ anlässlich der Untersuchung vom 11. September 2015 eine deutliche
Druckdolenz im Bereich des Processus styloideus radii sowie im Bereich der Tabatière
bei Radialadduktion des rechten Handgelenks (Suva-act. 16). Die
Schmerzsymptomatik im vorgenannten Handgelenksbereich deckt sich mit dem von
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der Beschwerdeführerin beschriebenen Unfallmechanismus (Abfangen eines Sturzes
mit der rechten Hand) mit Kontusion oder Distorsion. Anhaltende Schmerzen über dem
ersten Strecksehnenfach rechts mit der bei einer Tendovaginitis de Quervain typischen
Klinik eines positiven Finkelsteinzeichens sind erstmalig von Dr. C._ in einem Auszug
aus der Krankengeschichte der Beschwerdeführerin über eine Konsultation vom 7.
September 2015 vermerkt (Suva-act. 22). Anlässlich der Untersuchung durch Dr. D._
vom 11. September 2015 zeigte sich das Finkelsteinzeichen jedoch beidseitig negativ
(Suva-act. 16). Die Fachärztin diagnostizierte eine Tendovaginitis de Quervain bei
Erhebung eines rechts im Vergleich zu links positiven Finkelsteinzeichens erstmals am
11. November 2015 und damit mehrere Monate nach dem Unfall (Suva-act. 28),
obwohl sie die Beschwerdeführerin auch am 2. Oktober 2015 untersucht und am 21.
Oktober 2015 zur Infiltration gesehen hatte (Suva-act. 20, 26). Die dargelegten
zeitlichen Verhältnisse bezüglich der aktenkundigen Diagnosen und Befunde weisen in
ihrer Gesamtheit nicht auf eine überwiegend wahrscheinliche Kontusions- oder
Distorsionsverletzung mit Tangierung des ersten Strecksehnenfachs rechts hin.
6.5 Die von Dr. D._ in ihrem Untersuchungsbericht vom 5. Januar 2016 (Suva-act.
51) und Schreiben vom 19. Mai 2016 (Suva-act. 71) dargelegte Kausalkette, wonach
die Beschwerdeführerin infolge der Kontusion sicherlich einen Bluterguss bzw. ein
Hämatom gehabt habe, es dadurch hochwahrscheinlich zu einer Enge im Bereich des
ersten Strecksehnenfachs gekommen sei, was wiederum mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit zur Entzündung des ersten Strecksehnenfachs geführt habe,
vermag nicht zu überzeugen und damit an obiger Beurteilung nichts zu ändern. Auch
wenn eine solche Entwicklung im Einzelfall denkbar ist, ist ein Hämatom im
vorliegenden Fall echtzeitlich nicht dokumentiert und somit nicht nachgewiesen. Die
Beschwerdegegnerin spricht in der Beschwerdeantwort vom 16. August 2016 zu Recht
von einer rein hypothetischen und spekulativen Grundlage. Dr. D._ legt nicht
nachvollziehbar dar, woraus sie das anfängliche Vorliegen eines Hämatoms ableitet.
Durch die blossen Formulierungen "sicherlich einen Bluterguss..., welcher dann
hochwahrscheinlich zu einer Enge im Bereich des ersten Strecksehnenfachs geführt
hat" (Suva-act. 51), wird ihre Hypothese jedenfalls nicht zu einem überwiegend
wahrscheinlichen Sachverhalt. Von einer unfallkausalen Tendovaginitis de Quervain, die
offensichtlich auch bei der von Dr. D._ dargelegten Kausalkette keine unmittelbare
Kontusionsfolge darstellt, kann höchstens dann gesprochen werden, wenn ein
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Hämatom als an sich typische Klinik einer Kontusion im Bereich des ersten
Strecksehnenfachs auch vorgelegen hat. Bricht jedoch bereits das erste Glied einer
Kausalkette weg, ist selbstredend auch eine unfallkausale Tendovaginitis de Quervain
als sekundäre Kontusionsfolge in Frage gestellt. Dem Umstand, dass die von Dr. D._
dargestellte Entwicklung einige Wochen dauert und es demzufolge nachvollziehbar ist,
wenn eine Tendovaginitis de Quervain nicht bereits unfallnah auftritt, kommt damit
ebenfalls keine Bedeutung mehr zu. Im Übrigen wäre - wie von med. pract. E._
überzeugend festgestellt - zu bemerken, dass die Beschwerdeführerin - wenn initial
nicht bereits einen Entzündungsschmerz infolge einer Tendovaginitis de Quervain dann
doch - einen vermehrten Druck im Bereich der Strecksehnenfächer als direkte
Beschwerden durch das Hämatom hätte verspüren müssen. Auch ein solcher
Sachverhalt ist indessen nicht aktenkundig. Mit ihrer "kann"-Formulierung im Schreiben
vom 19. Mai 2016 bringt schliesslich selbst Dr. D._ zum Ausdruck, dass sie eine
Tendovaginitis de Quervain aufgrund einer Verletzung beim Unfall vom 5. August 2015
nur vermutet. Eine Vermutung vermag jedoch den Anforderungen an den Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nicht zu genügen (vgl. LOCHER/GÄCHTER,
a.a.O., § 70 N 58 f.).
6.6 Was den Bericht von Dr. F._ vom 14. Juni 2016 (act. G 1.3) betrifft, lässt sich aus
denselben Gründen nichts zu Gunsten der Beschwerdeführerin ableiten. Auch Dr. F._
geht ohne auf den konkreten Fall bezogene Grundlage von einem Bluterguss am
Handgelenk aus, beschreibt sodann die von Dr. D._ weiter gedachte Kausalkette und
bezeichnet einen solchen Pathomechanismus nur als durchaus nachvollziehbar
"möglich", was nicht ausreicht (vgl. dazu Erwägung 2.1). Die Ausführungen von Dr.
F._ erlangen auch nicht dadurch einen genügenden Beweiswert, dass er in der
Schlussfolgerung die Kausalität zwischen dem Unfall vom 5. August 2015 und den
Beschwerden bejaht und diese ohne weitere Begründung als "resultierend" bezeichnet.
Inwiefern aus seiner Sicht der konkrete Fall der Beschwerdeführerin einen
Ausnahmefall vom Regelfall bilden soll, wird von ihm nicht dargelegt. Vielmehr räumt er
ein, dass eine posttraumatische Entwicklung einer Tendovaginitis de Quervain seines
Wissens selten sei.
6.7 Der von Dr. G._ im Auszug aus der Krankengeschichte betreffend eine
Konsultation der Beschwerdeführerin vom 15. August 2016 mit fehlenden
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Vorverletzungen begründete natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Sturz
vom 5. August 2015 und dem nachfolgenden Heilungsverlauf sowie der
zwischenzeitlichen Spaltung des ersten Strecksehnenfachs vom 8. Dezember 2015
vermag ebenfalls nicht zu überzeugen. Die Beschwerdegegnerin wendet in der Duplik
vom 13. Januar 2017 (act. G 16) zutreffend ein, dass bei der Beschwerdeführerin ein
Vorzustand in Form eines Karpaltunnelsyndroms aktenkundig (vgl. Suva-act. 16, 22,
56) und seine Annahme demnach falsch sei.
6.8 Zu berücksichtigen ist zudem der von med. pract. E._ angeführte und der
medizinischen Literatur zu entnehmende Umstand, dass eine Tendovaginitis de
Quervain zwar durch traumatische Verletzungen im Bereich des ersten
Strecksehnenfachs ausgelöst werden kann, im Regelfall jedoch degenerativer Natur ist
bzw. als Folge einer Überbeanspruchung auftritt (vgl. dazu PSCHYREMBEL, a.a.O., S.
1782; DEBRUNNER, a.a.O., S. 751; ROCHE LEXIKON, a.a.O., S. 1808). Liegen - wie im
konkreten Fall - keine ausgesprochenen Anhaltspunkte für eine traumatische Ätiologie
vor, kann demnach eine solche nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit angenommen werden. Gerade die damalige berufliche Tätigkeit der
Beschwerdeführerin, bei der sie nach ihren Angaben sehr viele schwerere Dinge tragen
musste, weist im Übrigen auf eine krankheitsbedingte Störung infolge
Überbeanspruchung hin (vgl. dazu Suva-act. 16). Zu einer degenerativen Genese passt
sodann laut med. pract. E._ die im Operationsbericht vom 8. Dezember 2015 als
recht stark verschlissen beschriebene Extensor pollicis brevis-Sehne (Suva-act. 39).
Einleuchtend erscheint schliesslich die Erklärung von med. pract. E._, bei der
Beschwerdeführerin komme erschwerend hinzu, dass laut Operationsbericht vom 8.
Dezember 2015 (Suva-act. 39) das erste Strecksehnenfach scheinbar nochmals
unterteilt sei, wodurch der Platz von vornherein zusätzlich verkleinert werde.
6.9 Anhand der in jeder Hinsicht überzeugenden Beurteilung von med. pract. E._
vom 19. Januar 2016 (Suva-act. 56) und nach dem Gesagten ist zusammenfassend
festzustellen, dass keine konkreten Hinweise für eine unfallbedingte Tendovaginitis de
Quervain vorliegen. Die Wahrscheinlichkeit einer solchen durch den Unfall vom 5.
August 2015 bedingten Gesundheitsstörung ist insgesamt betrachtet bedeutend
geringer als eine krankheits- oder degenerativ bedingte Ätiologie. Die Tendovaginitis de
Quervain stellt damit nur eine mögliche, jedoch keine überwiegend wahrscheinliche
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Folge des Unfallereignisses vom 5. August 2015 dar. Die von der Beschwerdegegnerin
vorgenommene Leistungseinstellung per 7. Dezember 2015 ist demnach insofern nicht
zu beanstanden, als damit eine Leistungspflicht für die Kosten der Operation vom 8.
Dezember 2015 und die nachfolgend entstandenen Heilkosten und
Arbeitsunfähigkeiten (vgl. Erwägung 4) verneint wird.
7.
7.1 Wie in Erwägung 6.3 festgehalten, hat die Beschwerdeführerin beim Unfall vom 5.
August 2015 unbestrittenermassen eine Kontusionsverletzung im Bereich des
Processus styloideus radii mit entsprechender Schmerzsymptomatik erlitten (Suva-act.
12, 16). Nachfolgend ist zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin bezüglich dieser
Unfallverletzung zu Recht per 7. Dezember 2015 ihre Versicherungsleistungen
eingestellt hat.
7.2 Es ist eine medizinische Erfahrungstatsache, dass Weichteilverletzungen wie
Kontusionen und Distorsionen (vgl. Erwägung 6.3) normalerweise innert kurzer Zeit
abheilen und sich die damit verbundenen Beschwerden gänzlich zurückbilden (vgl.
DEBRUNNER, a.a.O., S. 412). Diese medizinische Erfahrungstatsache darf im Rahmen
des im Sozialversicherungsrecht zur Anwendung gelangenden
Wahrscheinlichkeitsbeweises berücksichtigt werden (LOCHER/GÄCHTER, a.a.O., § 70
N. 58 f.). Dies hat insbesondere für den Nachweis des Dahinfallens natürlich kausaler
Unfallfolgen zu gelten, bei dem es sich um einen hypothetischen Zustand handelt,
welcher sich häufig nur mit Erfahrungswerten bestimmen lässt (Urteil des EVG vom 18.
September 2002, U 60/02, E. 2.2). Medizinische Erfahrungssätze beziehen sich auf den
Regelfall, d.h. auf medizinische Sachverhalte, die sich im konkreten Fall gleich
dargestellt haben. Eine Ausnahme von der Regel ist grundsätzlich nicht
ausgeschlossen, doch muss sie sich eben als solche präsentieren.
7.3 In den vorliegenden Akten finden sich keine Hinweise, welche bezüglich des
Heilungsverlaufs der von der Beschwerdeführerin beim Unfall vom 5. August 2015
erlittenen Weichteilverletzung im Bereich des Processus styloideus radii auf einen
Ausnahmefall hinweisen. Was die Schwere der Kontusion angeht, sind weder
besondere, erschwerende Tatbestandselemente hinsichtlich des Sturzes auf die rechte
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Hand belegt noch werden solche geltend gemacht. In den unfallnahen medizinischen
Akten sind sodann auch keine auf eine schwerere Kontusion hinweisende Befunde
vermerkt. Abgesehen von einer Druckdolenz konnten bei den klinischen
Untersuchungen durch Dr. C._ und Dr. D._ vom 24. August bzw. 11. September
2015 einzig normale Befunde erhoben werden (Suva-act. 12, 16). Bei der von Dr. D._
am 11. September 2015 durchgeführten röntgenologischen Untersuchung des rechten
Handgelenks der Beschwerdeführerin zeigte sich ein Impingement radioscaphoidal,
welches sie entsprechend diagnostizierte (Suva-act. 16). Am 21. Oktober 2015 führte
die Fachärztin eine Infiltration radioscaphoidal rechts durch (Suva-act. 26), worauf sie
zwar die Impingement-Diagnose auch anlässlich der Untersuchung vom 11. November
2015 stellte, jedoch festhielt, dass von Seiten des Handgelenks weniger
Radioscaphoidalschmerzen, stattdessen mehr Schmerzen über dem ersten
Strecksehnenfach bestünden, und eine aktuelle Tendovaginitis de Quervain
diagnostizierte. Selbst die Beschwerdeführerin schilderte, dass sich die Schmerzen
etwas verändert hätten (Suva-act. 28). Danach sind den medizinischen Akten in Bezug
auf den Processus styloideus radii weder Diagnosen und Befunde noch Hinweise auf
individuelle Heilbehandlungen zu entnehmen. Dr. D._ diagnostizierte fortan nur noch
die Tendovaginitis de Quervain, welche am 8. Dezember 2015 operativ behandelt
wurde (Suva-act. 37, 39, 51). Der vom Unfall betroffene Handgelenksbereich machte
offensichtlich keine Probleme mehr. Angesichts des dargelegten Sachverhalts hält
med. pract. E._ in ihren Beurteilungen vom 22. Dezember 2015 (Suva-act. 40) und
19. Januar 2016 (Suva-act. 56) nachvollziehbar und überzeugend fest, dass die Folgen
der bagatellären Handgelenkskontusion vom 5. August 2015 abgeklungen zu sein und
im Vordergrund der Behandlung unfallfremde Befunde zu stehen schienen.
7.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Folgen der von der
Beschwerdeführerin beim Unfall vom 5. August 2015 erlittenen Kontusion im Bereich
des Processus styloideus radii mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit per Datum der Leistungseinstellung vom 7. Dezember 2015
abgeheilt waren und die Leistungseinstellung auch unter diesem Gesichtspunkt nicht
zu beanstanden ist.
8.
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Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des
Einspracheentscheids vom 1. Juni 2016 (Suva-act. 70) abzuweisen, soweit darauf
einzutreten ist. Gerichtskosten sind keine zu erheben (art. 61 lit. a ATSG).