Decision ID: 1a8d6a59-a344-5db5-8fb4-701e755dde4c
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ flüchtete am 28. März 2011 anlässlich einer Polizeikontrolle aus einer Bar.
Bei der anschliessenden Verfolgung zu Fuss sprang er über ein Vordach auf einen
asphaltierten Parkplatz und verletzte sich am Fuss (Rapport der Kantonspolizei
St. Gallen vom 22. April 2011, fremd-act. 2-51; zur erlittenen Calcaneusfraktur links
und der am 11. April 2011 im Spital B._ durchgeführten Plattenosteosynthese siehe
fremd-act. 2-58). Am 4. Oktober 2011 meldete sich der Versicherte bei der IV-Stelle
zum Bezug von Leistungen an (IV-act. 1). Anlässlich des Frühinterventionsgesprächs
vom 14. Oktober 2011 gab der behandelnde Dr. med. C._, Facharzt für Allgemeine
Innere Medizin, der RAD-Ärztin Dr. med. D._, Fachärztin für Arbeitsmedizin, an, er
habe dem Versicherten für die zuletzt - vor der Arbeitslosigkeit während der sich der
Unfall ereignete - ausgeübten Tätigkeit als Hilfsarbeiter in einer E._ (IV-act. 19 und IV-
act. 29) seit 28. März 2011 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt. Bezogen auf
leidensangepasste Tätigkeiten verfüge der Versicherte über eine 50%ige
Arbeitsfähigkeit die auf ein Vollpensum steigerbar sei (Protokoll vom 14./19. Oktober
2011, IV-act. 13). Dr. med. F._, Leitender Arzt Chirurgie am Spital B._, berichtete
am 26. Oktober 2011, dem Versicherten sei die Wiederaufnahme einer
(leidensangepassten) Tätigkeit ab sofort zu 100% zumutbar (IV-act. 15). Anlässlich des
Assessmentgesprächs vom 1. Dezember 2011 gab der Versicherte an, er fühle sich
aufgrund seines Gesundheitszustands nicht in der Lage, einer Erwerbstätigkeit
nachzugehen (IV-act. 19).
A.a.
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Die Suva teilte der IV-Stelle am 28. November 2012 mit, dass sie dem
Versicherten seit der im September 2012 erfolgten Entfernung des
Osteosynthesematerials aus seinem linken Fuss immer noch ein Taggeld für eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit ausrichte (IV-act. 34).
A.b.
Vom 3. Januar bis 7. Februar 2013 befand sich der Versicherte zur stationären
Rehabilitation in der Rehaklinik G._. Die dort behandelnden medizinischen Fach
personen beurteilten die Prognose für einen erfolgreichen beruflichen Wiedereinstieg
als eher fraglich. Solange der Versicherte an seinem Schmerzerleben festhalte, werde
eine medizinisch erwartete Besserung des Gesamtzustands nicht so schnell erfolgen.
Als «Probleme bei Austritt» erwähnten sie erhebliche neuropathische Schmerzen am
linken Fuss, eine Minderbelastung der linken Ferse (für weite Strecken an zwei
Unterarmgehstöcken mobil, kurze Strecken stockfrei) und eine schmerzbedingte
Schlafstörung. Eine leichte bis mittelschwere Arbeit sei dem Versicherten ganztags
zumutbar. Ein möglichst baldiger beruflicher Wiedereinstieg des Versicherten solle trotz
Schmerzfixierung angestrebt werden (IV-act. 40). Am 3. Mai 2013 meldete die Suva, sie
habe die Taggeldleistungen per 1. März 2013 eingestellt und sie unterstütze den
Versicherten seit März 2013 bei der Stellenvermittlung (IV-act. 41). Auf Anfrage der IV-
Stelle berichtete die Suva am 3. Februar 2014, der private Stellenvermittler sei
abgezogen worden, da der Versicherte eine schlechte Motivation gezeigt habe. In der
Zwischenzeit habe der Versicherte eine neue Stelle gefunden und arbeite wieder zu
100% (IV-act. 44; vgl. auch die Orientierung der Suva vom 5. Juni 2014, IV-act. 45). Am
14. November 2014 informierte die Suva die IV-Stelle, der Versicherte sei weiterhin zu
100% arbeitsfähig. Er werde jedoch anfangs Dezember 2014 in der Klinik H._
operiert (Versteifung der linken Ferse sowie «Sanierung von Nerven»). Ab diesem
Zeitpunkt werde sie (die Suva) wieder Taggeldleistungen erbringen (IV-act. 48). Am
1. Dezember 2014 unterzog sich der Versicherte in der Klinik H._ einer subtalaren
Distraktionsarthrodese links und einer chirurgischen Durchtrennung (Neurektomie)
eines Nebenasts des Nervus suralis links (fremd-act. 13-50 f.). In der Folge erbrachte
die Suva Taggeldleistungen für eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (siehe etwa IV-
act. 55).
A.c.
Am 22. November 2017 nahm die Suva-Kreisärztin med. pract. I._, Fachärztin
für Chirurgie, die medizinische Abschlussuntersuchung vor. Sie diagnostizierte eine
A.d.
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schmerzhafte Funktionseinschränkung mit vor allem («v.a.») neuropathischer
Schmerzkomponente. Aus rein somatischer Sicht und unter Berücksichtigung der
erhobenen Befunde sowie der vorliegenden Bildgebung sei dem Versicherten eine
sitzende Tätigkeit sehr leicht bis leicht halbtags zumutbar. Hierbei solle eine Aufteilung
auf gut 2 Stunden am Morgen und 2 bis 3 Stunden am Nachmittag erwogen werden,
sodass der Versicherte eine längere Pause dazwischen habe. Diese zeitliche
Einschränkung sei nicht nur wegen allfällig kumulierender Beschwerden notwendig,
sondern auch um dem Versicherten eine gewisse Flexibilität bezüglich Arbeitszeit zu
ermöglichen. Zwangshaltungen jeglicher Art, das Bedienen von Pedalen mit dem linken
Fuss und Arbeiten in grosser Kälte oder Hitze seien ihm nicht zumutbar. Schläge und
Vibrationen auf die betroffene Extremität seien zu vermeiden
(Abschlussuntersuchungsbericht vom 28. November 2017, IV-act. 80). Gestützt auf
diese medizinische Einschätzung sprach die Suva dem Versicherten ab 1. Januar 2018
eine Invalidenrente entsprechend einer 40%igen Erwerbsunfähigkeit und eine 20%ige
Integritätsentschädigung zu (Verfügung vom 15. Januar 2018; fremd-act. 71; zur - ohne
Auswirkung auf die Renten- und Integritätsentschädigungshöhe gebliebenen -
vergleichsweisen Erledigung der dagegen erhobenen Einsprache siehe die Orientierung
der Suva vom 5. Juli 2018, IV-act. 77).
Im Auftrag der IV-Stelle wurde der Versicherte am 12. und 13. November sowie am
3. und 10. Dezember 2018 polydisziplinär (allgemeininternistisch, psychiatrisch,
neurologisch und orthopädisch) in der BEGAZ GmbH, Binningen, begutachtet. Die
Gutachter stellten als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit: 1. eine
einfach strukturierte, ängstlich-vermeidende Persönlichkeit (ICD-10: Z73.1); 2. eine
chronische Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Faktoren mit
Selbstlimitierung und Vermeidungstendenz (ICD-10: F41.1; ICD-10: G57.4) und 3. eine
schmerzhafte Funktionseinschränkung am linken Rückfuss bei u.a. Status nach Sturz
aus 3 bis 4 Metern Höhe am 28. März 2011. Dem Versicherten sei spätestens 2 Jahre
nach der am 1. Dezember 2014 erfolgten USG-Arthrodese links vom 1. Dezember 2014
eine 80%ige Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten zumutbar (IV-act. 115).
Der RAD-Arzt Dr. med. J._, Facharzt für Innere Medizin, hielt die gutachterliche
Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsunfähigkeit für überzeugend
(Stellungnahme vom 21. Dezember 2018, IV-act. 122).
A.e.
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B.
Auf der Grundlage einer 80%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste
Tätigkeiten ermittelte die IV-Stelle einen Invaliditätsgrad von 0% und zeigte dem
Versicherten mit Vorbescheid vom 17. Januar 2019 die Abweisung des Rentengesuchs
an (IV-act. 125). Dagegen erhob der Versicherte am 14. Februar 2019 Einwand und
machte u.a. geltend, die gutachterliche Beurteilung stehe im starken Widerspruch zur
kreisärztlichen Einschätzung. Des Weiteren rügte er die von der IV-Stelle ermittelte
Höhe des Validen- und Invalideneinkommens (IV-act. 135; zur ergänzenden Eingabe
vom 20. März 2019 samt Stellungnahmen der behandelnden Dr. med. K._, Facharzt
für Allgemeine Innere Medizin, vom 14. Februar 2019 und von med. pract. L._,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 9. März 2019 siehe IV-act. 137). Der
RAD-Arzt Dr. J._ gelangte in der Stellungnahme vom 12. April 2019 zum Schluss,
Dr. K._ und med. pract. L._ würden keine neuen, fallrelevanten Fakten nennen. Mit
ihrer - im Übrigen erheblich divergierenden - Beurteilung der Arbeitsfähigkeit würden
sie im Vergleich zum BEGAZ-Gutachten lediglich eine andere Einschätzung einer im
Wesentlichen gleichen medizinischen Sachlage vornehmen. Ergänzende medizinische
Abklärungen seien somit nicht angezeigt (IV-act. 138). Die IV-Stelle ermittelte neu einen
20%igen Invaliditätsgrad und wies das Rentengesuch mit Verfügung vom 18. April
2019 ab (IV-act. 139).
A.f.
Gegen die Verfügung vom 18. April 2019 richtet sich die vorliegende Beschwerde
vom 28. Mai 2019. Der Beschwerdeführer beantragt darin unter Kosten- und
Entschädigungsfolge deren Aufhebung und die Zusprache einer ganzen Rente mit
Wirkung ab 1. April 2012. Eventualiter sei die Streitsache zur ergänzenden
Sachverhaltsermittlung bzw. zur Einholung eines Obergutachtens an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen oder es sei ein gerichtliches Obergutachten
einzuholen. Zur Begründung bringt der Beschwerdeführer im Wesentlichen vor, dass
die gutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht beweiskräftig sei und die von der
Beschwerdegegnerin zur Berechnung des Invaliditätsgrads herangezogenen
Vergleichseinkommen fehlerhaft ermittelt worden seien. Zudem sei eine allfällige
Restarbeitsfähigkeit realistischerweise auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht mehr
wirtschaftlich verwertbar (act. G 1).
B.a.
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Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch
des Beschwerdeführers.
Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 30. August
2019 die Abweisung der Beschwerde. Sie stellt sich auf den Standpunkt, sie sei
gestützt auf das beweiskräftige BEGAZ-Gutachten zu Recht von einer verwertbaren
80%igen Restarbeitsfähigkeit ausgegangen und ihre Berechnung des Invaliditätsgrads
sei korrekt. Selbst wenn ein - höchstens - 10%iger Tabellenlohnabzug bei der
Bestimmung des Invalideneinkommens berücksichtigt würde, resultierte ein nicht
rentenbegründender Invaliditätsgrad von 30% (act. G 6).
B.b.
Am 16. September 2019 entspricht das Versicherungsgericht dem Gesuch des
Beschwerdeführers um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege für das Verfahren
vor Versicherungsgericht (act. G 7).
B.c.
In der Replik vom 15. November 2019 hält der Beschwerdeführer unverändert an
der Beschwerde fest und reicht weitere Unterlagen ein (u.a. einen Bericht der am
Ambulatorium Erwachsenenpsychiatrie der Psychiatrie M._ behandelnden
medizinischen Fachpersonen vom 4. Oktober 2019 samt dort durchgeführtem
testpsychologischem Untersuchungsbericht vom 30. Juli 2019, act. G 11.1 f.).
B.d.
Die Beschwerdegegnerin verzichtet stillschweigend auf eine Duplik (act. G 13).B.e.
Am 22. Januar 2020 reicht der Beschwerdeführer einen Bericht des O._ vom
4. Dezember 2019 sowie eine Honorarnote seines Rechtsvertreters ein (act. G 14).
B.f.
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder
die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a),
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40%
arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40%
invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
1.1.
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2.
Zunächst ist zu prüfen, ob der medizinische Sachverhalt spruchreif abgeklärt wurde.
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für
die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG).
Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Art. 16 ATSG i.V.m. Art. 28a Abs. 1 Satz 1 IVG).
1.2.
Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht
ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40%
ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.3.
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe der
medizinischen Fachpersonen ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu
Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des
Beweiswerts eines medizinischen Berichts ist entscheidend, ob er für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind
(BGE 125 V 352 E. 3a).
1.4.
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Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der verfügten Abweisung des Rentengesuchs
auf das polydisziplinäre BEGAZ-Gutachten vom 19. Dezember 2018. Der
Beschwerdeführer hält dieses aus verschiedenen Gründen für mangelhaft.
Der Beschwerdeführer rügt, die BEGAZ-Gutachter hätten sich nicht ansatzweise
mit der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Kreisärztin auseinandergesetzt. Somit sei
das BEGAZ-Gutachten unvollständig (act. G 1, IV. Rz 4 und Rz 7, und act. G 11, Rz 2).
2.1.
Zunächst ist von Bedeutung, dass sowohl der neurologische als vor allem auch
der orthopädische BEGAZ-Gutachter eingehende Kenntnis vom kreisärztlichen
Abschlussuntersuchungsbericht vom 28. November 2017 (IV-act. 80) nahmen (IV-
act. 118-8 sowie IV-act. 117-3 f. und IV-act. 117-6 f.). Im Rahmen der
Diagnoseherleitung setzte sich der orthopädische Gutachter mit der kreisärztlichen
Beurteilung auseinander und gelangte denn auch zur im Wesentlichen gleichen
Diagnose bzw. bestätigte diese ausdrücklich («An dieser aufgeführten Diagnose kann
heute festgehalten werden», IV-act. 117-16; zur Diagnosestellung durch die Kreisärztin
siehe IV-act. 80-12). Zudem legt der Beschwerdeführer weder dar noch ist erkennbar,
dass die Kreisärztin objektiv relevante Gesichtspunkte bei der
Arbeitsfähigkeitsschätzung berücksichtigte, die von den BEGAZ-Gutachtern ausser
Acht gelassen worden wären. Die relevante Differenz zwischen dem orthopädischen
BEGAZ-Gutachten und dem kreisärztlichen Abschlussbericht betrifft denn auch nicht
objektive Gesichtspunkte, sondern die Bemessung des Pausenbedarfs. Bei dessen
Beurteilung steht die subjektive ärztliche Interpretation bzw. das ärztliche Ermessen im
Vordergrund, weshalb die Höhe des Pausenbedarfs bzw. der dadurch begründeten
Arbeitsfähigkeitsschätzung für sich allein nur begrenzt einer inhaltlich-objektiven
Diskussion zugänglich ist. Daher vermag es den Beweiswert des BEGAZ-Gutachtens,
insbesondere des orthopädischen Teils, nicht zu erschüttern, wenn sich der
orthopädische BEGAZ-Gutachter nicht ausdrücklich zur abweichenden
Pausenbedarfsschätzung äusserte. Dies gilt umso mehr dann, wenn er keine objektiv
relevanten Gesichtspunkte übersehen hat und die kreisärztliche Einschätzung - wie
vorliegend (siehe nachstehende E. 2.1.2) - nicht schlüssig erscheint.
2.1.1.
Wie aus den Akten hervorgeht, klagte und klagt der Beschwerdeführer primär
über berührungsempfindliche bzw. belastungsabhängige Schmerzen («Mit meinem
linken Fuss geht es immer gleich schlecht, ich kann den Fuss praktisch nicht mehr
abstützen, sobald ich mit der Ferse etwas berühre, habe ich stärkste elektrisierende
Schmerzen», fremd-act. 45-1 am Anfang; «Anamnestisch stehen [...] Schmerzen bei
Berührung der Ferse links und damit einhergehend starke Einschränkungen der
2.1.2.
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Gehfähigkeit im Vordergrund», fremd-act. 50-2 oben; zu «Berührungsschmerzen» siehe
auch fremd-act. 31-3). In damit zu vereinbarender Weise wurde auch im BEGAZ-
Gutachten davon ausgegangen, dass die «Berührungsdolenzen» im Vordergrund
stehen würden (IV-act. 115-12; auch im Bericht des O._ vom 4. Dezember 2019
wurde erwähnt, dass die massive Berührungsempfindlichkeit die physiotherapeutische
Untersuchung dominiert habe, act. G 14.1, S. 2). Im Licht dieses belastungs- bzw.
berührungsabhängigen Schmerzcharakters leuchtet die kreisärztliche Einschätzung
nicht ein, weshalb der Beschwerdeführer bei Ausübung einer optimal
leidensangepassten Tätigkeit lediglich noch 2 Stunden pro Halbtag arbeitsfähig sein
könne (IV-act. 80-13). Dies gilt umso mehr, als sowohl die Kreisärztin als auch die
BEGAZ-Gutachter davon ausgingen, dass die vom Beschwerdeführer beklagten Leiden
im von ihm empfundenen Ausmass mit den objektivierbaren Befunden und den
Ergebnissen der klinischen Untersuchung nicht schlüssig erklärbar seien (IV-act. 80-12
unten und IV-act. 115-12). Die kreisärztliche Bemessung der zeitlichen Einschränkung
erfolgte ausserdem nicht bloss «wegen allfällig kumulierender Beschwerden», sondern
auch «um dem Versicherten eine gewisse Flexibilität bezüglich Arbeitszeit zu
ermöglichen» (IV-act. 80-13). Mangels näherer Begründung und der Vagheit der
Formulierung («allfällig», «gewisse») bleibt einerseits unklar, ob bzw. welche
kumulierend beeinträchtigenden Beschwerden im Rahmen einer leidensangepassten
Tätigkeit auftreten und andererseits inwiefern diese «allfällig» auftretenden
Beschwerden den im Vergleich mit dem Fussleiden bereits zugestandenen
Pausenbedarf noch weiter erhöhen. Nichts Anderes gilt bezüglich der von der
Kreisärztin berücksichtigten «gewissen Flexibilität». Auch hier ist weder erkennbar noch
von der Kreisärztin plausibel dargelegt worden, weshalb ein zusätzlicher
Flexibilitätsbedarf besteht und weshalb dieser zu einer hinzukommenden quantitativen
Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit bezogen auf eine leidensangepasste Tätigkeit
führt. Schliesslich scheint die Kreisärztin die «eine nicht unerhebliche Rolle» spielende
«psychosoziale Problematik» im «Gesamtkontext» (IV-act. 80-12) nicht ausgeklammert
zu haben. Im Übrigen fehlt ihrer Beurteilung eine überzeugende Konsistenz- und
Ressourcenprüfung. Insgesamt bestehen erhebliche Zweifel an der kreisärztlichen
Einschätzung, die deren Beweiswert erschüttern.
Aus der Sicht des Beschwerdeführers enthält das BEGAZ-Gutachten ausserdem
keine interdisziplinäre Beurteilung der Arbeitsfähigkeit. Insbesondere sei nicht
ersichtlich, auf welche Weise sich namentlich die psychischen, neurologischen und
orthopädischen Einschränkungen gegenseitig beeinflussen würden (act. G 1, IV. Rz 5,
und act. G 11, Rz 2). Dieser Kritik kann nicht gefolgt werden. Sowohl der neurologische
als auch der orthopädische BEGAZ-Gutachter begründete die Beeinträchtigung der
2.2.
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Arbeitsfähigkeit mit einem schmerzbedingten erhöhten Pausenbedarf von 10% (IV-
act. 118-19 Mitte) bzw. 20% (IV-act. 117-18). Auch der psychiatrische BEGAZ-
Gutachter begründete die von ihm bescheinigte 20%ige Arbeitsunfähigkeit im
Wesentlichen mit dem Schmerzerleben des Beschwerdeführers (IV-act. 119-28).
Deshalb ist es nicht zu beanstanden, dass die BEGAZ-Gutachter in ihrer
polydisziplinären Konsensschätzung den schmerzbedingten Beeinträchtigungen ab
1. Dezember 2016 mit einer Arbeitsunfähigkeit von insgesamt 20% Rechnung trugen.
Gegen die Beweiskraft des BEGAZ-Gutachtens führt der Beschwerdeführer zudem
die davon abweichende Beurteilung der behandelnden Psychologin und die Ergebnisse
einer in der Psychiatrie M._ am 9. Juli 2019 durchgeführten testpsychologischen
Untersuchung ins Feld (act. G 11, Rz 3 f.).
2.3.
Hinsichtlich der kognitiven Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers lassen sich
aus den der gutachterlichen Beurteilung zugrundeliegenden Vorakten keine
wesentlichen Beeinträchtigungen entnehmen. So vermochte der Beschwerdeführer bei
einer seiner früheren Erwerbstätigkeiten in einer E._ eine Tätigkeit zu verrichten, die
mit täglich mittleren Anforderungen an die Konzentration/Aufmerksamkeit, das
Durchhaltevermögen und die Sorgfalt verbunden war (IV-act. 29-6). Weder Dr. C._
noch Dr. F._ erwähnten Beeinträchtigungen der kognitiven Leistungsfähigkeit (IV-
act. 6, IV-act. 15-6 und IV-act. 32-6). Im Rahmen der psychosomatischen Abklärung in
der Rehaklinik G._ konnte keine psychische Störung von Krankheitswert festgestellt
werden. Der Beschwerdeführer habe lediglich eine kognitive Einengung und
Schmerzfixierung präsentiert, ohne dass sich eine emotionale Beeinträchtigung oder
ein psychisches Leiden gezeigt hätten (IV-act. 40-2 f.). Zudem war er nach dem
Unfallereignis sowohl körperlich als auch intellektuell in der Lage, den im Jahr 2003
entzogenen Führerausweis wiederzuerlangen (siehe zum Ganzen IV-act. 119-10 f.; zum
Ausweisentzug siehe den Rapport der Kantonspolizei St. Gallen vom 22. April 2011,
fremd-act. 2-52; zum «Fahrausweis auf Probe» siehe IV-act. 32-6; zum Führen eines
Autos durch den Beschwerdeführer siehe auch fremd-act. 13-114, Eintrag vom 31. Mai
2013) und vermochte im Jahr 2014 - wenn auch vorübergehend - wieder einer
Erwerbstätigkeit nachzugehen (siehe etwa IV-act. 44 und IV-act. 80-11 oben sowie
vorstehende lit. A.c). Schliesslich gab der Beschwerdeführer im Rahmen des von der
Suva finanzierten beruflichen Assessments am 19. Februar 2013 an, er wünsche sich
eine Tätigkeit, bei welcher er gefordert werde. Er sei der Meinung, dass er eine rasche
Auffassungsgabe mitbringe, die ihm zugutekomme, Neues zu erlernen (fremd-
act. 13-129 Mitte). Unter diesen Umständen leuchtet die gestützt auf eine eingehende
persönliche Untersuchung gezogene Schlussfolgerung des psychiatrischen BEGAZ-
2.3.1.
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Gutachters ein, dass der Beschwerdeführer zwar gesichert schulische Defizite im Sinn
einer kombinierten Störung schulischer Fertigkeiten zeige, indessen eine eigentlich
relevante Unterintelligenz nicht vorliege (IV-act. 119-22 und IV-act. 119-25 Mitte; zur
diagnostizierten einfach strukturierten, ängstlich-vermeidenden Persönlichkeit [ICD-10:
Z73.1] siehe IV-act. 119-21). Der Beschwerdeführer bringt denn auch weder konkret
vor noch ist ersichtlich, dass bzw. unter welchem Gesichtspunkt die vom
psychiatrischen BEGAZ-Gutachter vorgenommene Würdigung seiner Fähigkeiten,
Ressourcen und Belastungen (IV-act. 119-27 f.) unzutreffend oder unvollständig wäre.
Der Bericht der behandelnden Psychologin vom 4. Oktober 2019 geht - trotz der
in den Vorakten erwähnten Selbstlimitierung und Vermeidungstendenz (siehe etwa IV-
act. 119-26 oben) - im Wesentlichen in einer blossen unkritischen Übernahme der
Leidensangaben des Beschwerdeführers auf, ohne dass sich daraus Hinweise auf
objektiv relevante Gesichtspunkte ergeben, welche der psychiatrische BEGAZ-
Gutachter unberücksichtigt gelassen hätte. Zudem fehlt jegliche objektive Konsistenz-
und Ressourcenprüfung (act. G 11.1). Dem testpsychologischen Untersuchungsbericht
vom 30. Juli 2019 lässt sich entnehmen, dass aufgrund der Fremdsprachigkeit des
Beschwerdeführers und aufgrund fehlender Normen für den massgebenden Kultur-
und Sprachkreis lediglich eine stark reduzierte Testbatterie zum Einsatz gekommen
war. Die Fragestellung nach dem Intelligenzniveau und den neuropsychologischen
Defiziten könne deshalb nicht vollständig beantwortet werden (act. G 11.2, S. 1 und
S. 6). Allein schon deshalb vermag der testpsychologische Untersuchungsbericht keine
aussagekräftige Einschätzung darzustellen, die das psychiatrische BEGAZ-Gutachten
in Zweifel ziehen könnte, zumal nicht ersichtlich ist, ob und gegebenenfalls welche
symptomvalidierenden Tests vorgenommen wurden. Ohnehin enthält er keine
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung. Insbesondere geht daraus auch nicht schlüssig hervor,
dass das Ausmass der Intelligenzminderung bezogen auf intellektuell anspruchslose
Hilfsarbeitertätigkeiten zu einer Leistungsbeeinträchtigung führen könnte.
2.3.2.
Aus dem vom Beschwerdeführer am 22. Januar 2020 eingereichten Bericht der
medizinischen Fachpersonen des O._ vom 4. Dezember 2019 (act. G 14.1, der einige
Monate nach dem Verfügungszeitpunkt datiert) ergeben sich weder Hinweise auf eine
gesundheitliche Verschlechterung oder auf von den BEGAZ-Gutachtern ausser Acht
gebliebene objektiv relevante Aspekte. Solche benennt denn auch der
Beschwerdeführer nicht (act. G 14). Vielmehr ist der ausdrücklichen bio-psycho-
sozialen Beurteilung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers zu entnehmen,
dass krankheitsfremde psychosoziale Umstände (aktuelle Arbeitssituation mit unklaren
Zukunftsperspektiven sowie Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung)
2.4.
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schmerzpsychologisch im Vordergrund stehen (act. G 14.1, S. 2). Bezüglich der
Authentizität des Schmerzerlebens fällt auf, dass die medizinischen Fachpersonen
festhielten, «zu erwähnen ist eine ausgesprochene Allodynie auf Berührung, die
thermische Kontrolle mit der Rolle konnte jedoch problemlos durchgeführt
werden» (act. G 14, S. 6 oben). Damit wurde eine vergleichbare Inkonsistenz
beschrieben, wie sie im BEGAZ-Gutachten erwähnt wurde (siehe IV-act. 118-18 unter
Ziffer 7.5 und IV-act. 117-17 f.). Ferner gaben bereits die medizinischen Fachpersonen
der Rehaklinik G._ im Austrittsbericht vom 28. März 2013 an, dass solange der
Beschwerdeführer «an seinem Schmerzerleben festhält, wird eine medizinisch
erwartete Besserung des Gesamtzustandes nicht so schnell erfolgen und eine
berufliche Wiedereingliederung könne dadurch erschwert sein» (IV-act. 40-4 oben; zur
«Schmerzfixierung» des Beschwerdeführers siehe auch IV-act. 40-3 unten). Auch die
im Bericht vom 4. Dezember 2019 erwähnte ausgesprochene bzw. sehr starke
Bewegungsangst (act. G 14.1, S. 1) spricht für die im BEGAZ-Gutachten beschriebene
ausgeprägte ängstlich gefärbte Beeindruckbarkeit (IV-act. 119-8 oben). Ausserdem
enthält der Bericht vom 4. Dezember 2019 keine Arbeitsfähigkeitsbeurteilung.
Bei der Würdigung des BEGAZ-Gutachtens fällt weiter ins Gewicht, dass es die
von der Rechtsprechung formulierten Anforderungen an eine beweiskräftige Expertise
erfüllt (siehe vorstehende E. 1.4). Gestützt auf die gutachterliche Beurteilung ist mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer ab
1. Dezember 2016 über eine 80%ige Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten
verfügt (IV-act. 115-11). Für die Zeit vor dem 1. Dezember 2016 enthält das BEGAZ-
Gutachten keine Arbeitsfähigkeitsschätzung. Auch der RAD-Arzt Dr. J._ hielt
dementsprechend in der Stellungnahme vom 21. Dezember 2018 lediglich fest, dass
die gutachterlich bescheinigte Arbeitsfähigkeit ab Dezember 2016 besteht (IV-
act. 122-2). Aus den übrigen Akten lässt sich ebenfalls keine schlüssige Beurteilung
des Gesundheits- und Arbeitsfähigkeitsverlaufs vor Dezember 2016 entnehmen.
Vielmehr fällt auf, dass die Beschwerdegegnerin diesbezüglich keine Abklärungen
vornahm, was umso unverständlicher ist, als die IV-Anmeldung bereits am 4. Oktober
2011 eingereicht wurde (IV-act. 1) und der Beschwerdeführer im Einwand vom
20. März 2019 ausdrücklich eine Rente mit Wirkung ab April 2012 beantragte (IV-
act. 137). Die Unterlassung der erforderlichen Abklärungen liegt denn auch in der
unzutreffenden Auffassung der Beschwerdegegnerin begründet, dass eine Rente erst
bei abgeschlossenem Genesungsverlauf entstehen könne (IV-act. 139-2 oben; siehe
zum Rentenbeginn die Entscheide des Versicherungsgerichts vom 23. September
2019, IV 2016/328, E. 2.2, und vom 14. Dezember 2020, IV 2019/54, E. 3.3). Die Sache
erweist sich damit hinsichtlich des vor dem 1. Dezember 2016 liegenden
2.5.
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3.
Der Beschwerdeführer vertritt des Weiteren den Standpunkt, dass eine allfällige
Restarbeitsfähigkeit nicht mehr wirtschaftlich verwertbar sei (act. G 1, IV. Rz 9 f., und
act. G 11, III. Rz 5). Dem kann nicht gefolgt werden. Denn massgebend sind nicht seine
von Selbstlimitierung und Vermeidungstendenz mitgeprägte Selbsteinschätzung oder
primär darauf abstellende medizinische Berichte. Entscheidend ist vielmehr die
beweiskräftige gutachterliche Arbeitsfähigkeitsbeurteilung. So verfügt der
Beschwerdeführer immerhin noch über eine 80%ige Restarbeitsfähigkeit (zumindest
seit 1. Dezember 2016), steht noch im relativ jungen Erwerbsalter (Jahrgang 1982, IV-
act. 1) und die qualitativen Anforderungen an eine leidensangepasste Tätigkeit sind
nicht solcher Art, dass ihm praktisch bloss noch Nischenarbeitsplätze offenstünden.
Ergänzend kann auf die zutreffenden Ausführungen der Beschwerdegegnerin
verwiesen werden (act. G 6, II. Rz 4).
4.
Bei der Bestimmung des Invalideneinkommens rechtfertigt sich entgegen der nicht
näher begründeten Betrachtungsweise des Beschwerdeführers (act. G 1, IV. Rz 12)
jedenfalls kein 20%iger Tabellenlohnabzug. Dabei fällt ins Gewicht, dass die
leidensbedingten Einschränkungen des noch relativ jungen Beschwerdeführers bereits
im Rahmen der bescheinigten Arbeitsunfähigkeit hinreichend Berücksichtigung fanden
und sich auch die intellektuellen Defizite im Bereich der Hilfsarbeitertätigkeiten nicht
relevant lohnmindernd auswirken dürften. Selbst wenn zugunsten des
Beschwerdeführers ein Prozentvergleich vorgenommen und ein Tabellenlohnabzug von
- wenn überhaupt höchstens - 15% gewährt würde, resultierte ab dem 1. Dezember
2016 bei einer 80%igen Restarbeitsfähigkeit ein Invaliditätsgrad von höchstens 32%
(20% + [80% x 15%]) und somit kein Rentenanspruch.
5.
Was den vor dem 1. Dezember 2016 liegenden Zeitraum anbelangt, so kann mangels
abgeklärter medizinischer Situation (siehe vorstehende E. 2.5) kein
Einkommensvergleich vorgenommen werden. Angesichts dessen, dass die
Arbeitsunfähigkeitsverlaufs als noch nicht spruchreif abgeklärt. Sie ist deshalb an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie entsprechende Abklärungen
vornehme (vgl. die Entscheide des Versicherungsgerichts vom 10. August 2020,
IV 2018/282, E. 5.5, und vom 8. September 2014, IV 2012/282, E. 2.5).
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Angelegenheit in diesem Kontext an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, sie
diesbezüglich weitere Abklärungen vorzunehmen hat (vorstehende E. 2.5), das Ende
eines allfälligen rückwirkend befristeten Rentenanspruchs noch nicht feststeht und eine
rückwirkend vorgenommene befristete Rentenzusprache aus einem einheitlichen
Beschluss der IV-Stelle heraus zu erfolgen hat sowie demzufolge zeitgleich
verfügungsweise zu eröffnen ist (BGE 131 V 166 E. 2.3.3), ist die angefochtene
Verfügung vollumfänglich aufzuheben (vgl. den Entscheid des Versicherungsgerichts
vom 8. September 2014, IV 2012/282, E. 3.4).
6.
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die Verfügung vom 18. April 2019
aufzuheben. Die Sache ist im Sinn der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zur
Vornahme weiterer Abklärungen (vorstehende E. 2.5) und zu neuem Rentenentscheid
zurückzuweisen. Da der Anspruch auf berufliche Massnahmen laut Aktenlage im März
2012 mangels subjektiver Eingliederungsbereitschaft des Beschwerdeführers
abgewiesen worden war und seither keinerlei Bemühungen in dieser Hinsicht erfolgten,
wird die Beschwerdegegnerin gegebenenfalls auch solche zu prüfen haben.
6.1.
Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Da die Beschwerde lediglich teilweise betreffend einen
allenfalls rückwirkenden befristeten Rentenanspruch gutgeheissen wird, ist von einem
hälftigen Obsiegen auszugehen. Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der
vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem teilweisen Obsiegen
entsprechend ist die Gerichtsgebühr je im Betrag von Fr. 300.-- der
Beschwerdegegnerin und dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher
Rechtspflege ist er von der Bezahlung zu befreien.
6.2.
bis
6.3.
Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach
Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis
Fr. 15'000.--. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers macht in der Honorarnote
6.3.1.
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