Decision ID: 25d18837-4699-4b46-84b2-2d45bf6cbec3
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1966
, arbeitete seit dem 1. Mai 199
7
bei der
Schule Y._
als Betriebsmitarbeiterin, zuletzt mit einem Pensum von
30 Stunden pro Woche
(Urk. 7/34/1 f.).
Im
Herbst
2011 wurde bei ihr ein Ovarialkarzinom diagnostiziert
(Urk. 7/13/2 f.). Ab dem 7. November 2011 wurde sie zu 100 % krankgeschrieben (
Urk
. 7/13/5)
und musste
am 24. November 2011
operiert werden und sich anschliessend
einer
adjuvanten
Chemotherapie unterziehen
(Urk. 7/13/3
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle gewährte ihr in diesem Zusammenhang am 24. Januar 2012 Kosten
gut
sprache für eine Perücke (Urk. 7/2).
Ab dem 19. August 2012 nahm sie ihre Tätig
keit zu 50 % und ab November 2012
wieder in
ihrem angestammten Pensum auf (Urk.
7/4/2, Urk.
7/13/5, Urk. 7/21/3).
1.2
Ab dem 22. April 2015 wurde sie wegen rheumatologische
r
Beschwerden und eine
s
handchirurgischen
Eingriff
s
erneut krankgeschrieben, zuerst zu 100 % bis 18. August 2015, dann zu 50 % vom 19. August 2015 bis 12. Januar 2016.
Ab
dem 13. Januar 2016 und seither anhaltend wurde ihr eine vollständige Arbeits
unfähigkeit attestiert und sie war nicht mehr erwerbstätig (Urk. 7/21/3, Urk. 7/4
/2).
Am 29. Oktober 2015 hatte sich die Versicherte unter Hinweis auf Beeinträch
ti
gungen an beiden Armen und Händen seit zirka 15 Jahren bei der Invaliden
ver
sicherung zum Leistungsbezug angemeldet (Urk. 7/5/6 und 8).
Die IV-Stelle klärte die medizinische Situation ab und zog wiederholt Akten der
Vorsorgeeinrichtung
der Versicherten bei (Urk. 7/1
3, Urk. 7/21, Urk. 7/27).
Mit Verfügung vom 28. Februar 2017 löste der Arbeitgeber der Versicherten das Arbeitsverhältnis invaliditätshalber auf (Urk. 7/34/7 f.). Am 23. März 2017 wurde
die
Versicherte durch den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD)
orthopä
disch/
hand
chirurgisch
untersuch
t
(Untersuchungsbericht vom 19. April 2017, Urk. 7/33
).
Mit Vorbescheid vom 26. Juni 2017 stellte
die IV-Stelle
der Versicherten die Abwei
sung des Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk. 7/37). Dagegen erhob
diese
am 25. Juli, ergänzt am 9. November 2017, Einwand (Urk. 7/39, Urk. 7/45). Darauf
hin führte die IV-Stelle weitere medizinische Abklärungen durch und liess die Versicherte durch die
Z._
poly
disziplinär (internistisch
, neurologisch, rheumatologisch, neuropsychologisch
so
wie psychiatrisch) begutachten (Gutachten vom 18. Juni 2019, Urk. 7/95). Am
5. Juli 2019 erfolgten Rückfragen seitens der IV-Stelle an die Gutachter (Urk. 7/96
), welche diese am 29. Juli 2019 beantworteten (Urk. 7/98).
Die Versicherte reichte am 24. Oktober 2019 weitere Berichte zu den Akten
(Urk. 7/104
f.
)
und nahm am 28. November und 4. Dezember 2019 unter Beilage weiterer medizinischer Unter
lagen Stellung zu den erfolgten Beweiserhebungen (Urk. 7/106-
109).
Mit Ver
fü
gung vom
3. Februar 2020 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab (Urk. 7/11
5 = Urk. 2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 26. Februar 2020 Beschwerde und beantragte, es sei die Verfügung vom 3. Februar 2020 aufzuheben und es sei die Beschwer
degegnerin zu verpflichten, ihr die gesetzlichen Leistungen auszurichten, insbe
sondere sei sie zu verpflichten, ihr eine Invalidenrente auszurichten. Eventualiter sei ein Gerichtsgutachten anzuordnen. Zudem stellte sie ein Gesuch um unent
geltliche Prozessführung sowie Rechtsverbeiständung (Urk. 1 S. 2). Die Beschwer
degegnerin schloss am 26. März 2020 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6).
Am 4. Juni 2020 zog die Beschwerdeführerin ihr Gesuch um unentgeltliche Pro
zessführung sowie Rechtsverbeiständung zurück (Urk. 9). Mit Replik vom 11. August
2020 hielt sie an ihren Anträgen fest und reichte eine Stellungnahme von Dr. med.
A._
, Facharzt für Chirurgie sowie Allgemeinchirurgie und Traumatologie, vom 23. Juni 2020 ein (Urk. 12
-13
). Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 14. September 2020 auf das Einreichen einer Duplik (Urk. 16). Dies
wurde der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 18. September 2020
zur Kennt
nis gebracht
(Urk. 17).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG)
. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in
ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend obje
k
tivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1
IVG
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) ab
gegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung, die Beschwer
de
führerin würde ohne gesundheitliche Beeinträchtigung heute weiterhin einer Erwerbstätigkeit mit einem Pensum von 75 % nachgehen. Die restlichen 25 % entfielen in den Haushaltsbereich (Urk. 2 S. 1).
Gemäss der medizinischen Beur
teilung sei der Beschwerdeführerin eine körperlich sehr leichte Tätigkeit mit Wechselbelastung und mit geringsten Anforderungen an die Kraft und Halte
funktion der Hände zu 100 % zumutbar
. Im Erwerbsbereich resultiere eine Ein
schränkung von 6 %. Erfahrungsgemäss sei die Einschränkung im Haushalts
bereich nicht grösser als im Erwerbsbereich, weshalb auf eine Abklärung vor Ort verzichtet worden sei. Ein Gesamtinvaliditätsgrad von 40 % werde nicht erreicht.
Es
resultiere eine Einschränkung im Erwerbsbereich von 30 %. Aufgrund des Belastungsprofils könne davon ausgegangen werden, dass die Einschränkung im
Haushaltsbereich weiterhin keinen Invaliditätsgrad von mindestens 40 % be
grü
nde (Urk. 2 S. 2 f.).
Auf das polydisziplinäre Gutachten könne abgestellt werden. Die
nachgereichten Unterlagen würden keine neuen medizinischen Tatsachen begrün
den (Urk. 2 S.
2).
Es bestehe kein Anspruch auf Leistungen der Invaliden
ver
siche
rung (Urk. 2 S. 3).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt, das Gut
achten der
Z._
sei – aus näher dargelegten Gründen (vgl. Urk. 1 S. 8 ff.) – nicht rechtsgenügend. Sie habe vor der Krebserkrankung stets
zu
100 % gear
beitet, jeweils bei mehreren verschiedenen Arbeitgebern. Seither sei sie jedoch nie mehr voll arbeitsfähig geworden. Ihre Kinder seien erwachsen und wohnten nicht mehr zu Hause. Sie würde heute zweifellos 100 % arbeiten (Urk. 1 S. 18).
Die
Beschwerdegegnerin habe keine Haushaltsabklärung durchgeführt, obwohl sie seit
2011 gesundheitlich wesentlich eingeschränkt sei. Sie sei deshalb als voll erwerbs
tätige Person zu qualifizieren (Urk. 1 S. 18 f.).
In der Replik
bemängelte sie erneut
, zur Hauptsache unter Verweis auf die Aus
führungen des behandelnden Dr.
A._
, den Beweiswert des
Z._
-Gut
achten
s
(Urk. 12).
2.3
In ihrer Beschwerdeantwort ergänzte die Beschwerdegegnerin, aufgrund der Akte
nlage sei nicht nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführerin im Gesund
heitsfall zu einem Pensum von 100 % erwerbstätig wäre. Aus dem Gutachten der
Vorsorgeeinrichtung
vom 13. Januar 2017 gehe hervor, dass der Beschäftigungs
grad vor der gesundheitsbedingten Reduktion 71.43 % betragen habe (Urk. 6 S. 1). Selbst wenn die Beschwerdeführerin zu 100 %
als
im Erwerbsbereich
tätig
zu qualifizieren wäre, resultierte lediglich ein Invaliditätsgrad von 30 % (Urk. 6 S. 2).
2.4
Strittig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin.
3.
Die Beschwerdeführerin bringt in formeller Hinsicht vor, die Beschwerdegegnerin gehe mit keinem Wort auch nur auf einen einzigen, von ihr vorgebrachten Kritik
punkt am Gutachten ein (Urk. 1 S. 8). Die
Beschwerdegegnerin hat
massgebliche
Abklärungen im
Vorbescheidverfahren
vorgenommen und insbesondere ein Gut
achten eingeholt.
Zu Recht
hat sie der Beschwerdeführerin
vor Verfügungserlass
die Möglichkeit zur Stellungnahme
zu den Aktenergänzungen
eingeräumt
(Urk.
7/
99
, Urk. 7/
106
; vgl. auch
Urteil des Bundesgerichts
9C_606/2014
vom
9. Dezember 2014 E. 2.1 und 2.3). I
n
der
angefochtenen
Verfügung
hat sie die Grundlagen dargelegt, auf welchen ihr Entscheid beruht
(Urk. 2).
Rechtsprechungsgemäss ist keine Verletzung des rechtlichen Gehörs gegeben,
nur
weil die Beschwerdegegnerin allenfalls nicht auf alle vorgebrachten Argumente eingegangen ist. Es reicht, wenn wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf welche sie ihren Entscheid stützt, so dass dieser
- wie hier -
sachgerecht angefochten werden kann (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_25/2017 vom 11. Mai 2017 E. 2.4 mit Hinweisen).
Eine Verletzung
des rechtlichen Gehörs wäre
zudem
– da nicht besonders schwerwiegend – als geheilt zu betrachten, da das Gericht den Sach
verhalt und die Rechtslage frei überprüfen kann
(BGE 127 V 431 E
.
3d/
aa
).
4
.
4
.1
Dr. med.
B._
, Facharzt für Allgemeine Medizin,
hielt in seinem Gut
ach
ten
vom 12. März 2016
zuhanden der
Vorsorgeeinrichtung
folgende Diag
nosen fest (Urk. 7/21/14):
-
Periarthropathie
humeroscapularis
beidseits bei
Impingement
und dege
ne
rativen Veränderungen der
Rotatorenmanschettensehnen
-
Epic
ondylitis
humeri
ulnaris
links
-
M
ultiple Tendovaginitiden der Hände beidseits mit/bei anhaltenden Schmer
zen im ersten Strecksehnenfach links bei Status nach Erwei
te
rungsplastik und Synovektomie am 22. April 2015, Status nach multi
plen Steroid-Infiltrationen beidseits und Status nach Karpaltun
nelsyn
drom-Operation beidseits
-
Diabetes mellitus Typ
2
-
Adipositas
-
Ovarialkarzinom mit Status nach ausgedehnter operativer
und chemo
the
rapeutischer Behandlung (Erstdiagnose 2011), aktuell ohne Anhaltspunkte für ein Rezidiv
-
Anamnestisch Panikstörung
Dazu ergänzte Dr.
B._
, bereits seit mehr als 10 Jahren bestünden Gesund
heitsstörungen, welche sich durch Schulterschmerzen beidseits, Ellbogenschmer
zen links und Hand-Finger-Schmerzen beidseits äusserten (Urk. 7/21/11).
Seine
Untersuchung vom 9. Februar 2016 habe eine beruflich motivierte, in ihren An
gaben glaubhafte Beschwerdeführerin gezeigt. Die starke Belastung durch die ein
schränkenden Schmerzen sei gut spürbar. Hinweise für eine relevante
Somatisie
rung
sstörung
seien wenig vorhanden. Die selbst durchgeführte Differenzierung der Beschwerdeführerin bezüglich Schmerzen mit Bedeutung für die berufliche Einsatzfähigkeit und anderen Schmerzen, welche weniger einschneidend seien, spreche gegen eine Pauschalisierungs- und Generalisierungstendenz. Im Bereich
der Schultern bestünden beidseits klare schmerzhafte Bewegungseinschrän
kungen
. Der linke Ellbogen zeige typische Zeichen einer persistierenden
Epicondylitis
ul
n
aris
links. Das linke Handgelenk sei in allen Bewegungseinrichtungen deutlich schmerzhaft eingeschränkt und im Bereich des ersten Strecksehnenfaches bestehe eine sehr druckdolente
Auftreibung
der Weichteile. Diese Befunde würden gut zu de
n
durch die Spezialisten gestellten rheumatologischen und handchirurgischen Diagnosen passen. Eine leichte Symptomausweitung könne als im Rahmen der vorliegenden Anpassungsstörung mit Angst und
depressiven Elementen inter
pre
tiert werden (Urk. 7/21/12 f.). Die Beschwerdeführerin leide unter den Einschrän
kungen in Alltag und Beruf und reagiere psychisch
auf
diesen negativen Umstand (Urk. 7/21/13).
Ohne Zweifel könne die Beschwerdeführerin aktuell nicht als Reinigungsan
ge
stellte tätig sein.
Es solle mit allen Mitteln versucht werden, die Schmerzen ganzheitlich anzugehen.
Die Entscheidung des Handchirurgen, die Beschwerde
führerin für mehrere Monate weiter krank zu schreiben, sei nachvollziehbar und erscheine medizinisch sinnvoll. Die Beschwerdeführerin werde voraussichtlich während vier bis sechs Monaten
zu
100 % arbeitsunfähig sein. Eine Nachunter
suchung in sechs bis acht Monaten sei sinnvoll. Die Beschwerdeführerin leide primär unter ihren Schmerzen und wirke sonst psychisch nicht relevant krank (Urk. 7/21/13).
4
.2
Am 13. Januar 2017 erstattete Dr.
B._
sein Verlaufsgutachten. Darin ergänzte er
-
im Vergleich zu seinem Gutachten vom 12. März 2016
-
folgende Diagnosen (Urk. 7/27/10):
-
Epicondylitis
humeri
radialis
rechts
-
Multiple Tendovaginitiden der Hände beidseits mit/bei Sehnen
scheiden
ganglion proximal A1-Ringband
Dig
IV links, schnellender Finger
Dig
II rechts, unklare Polyarthralgien der Hände und Finger beidseits
-
Chronisches
thorakovertebrales
Schmerzsyndrom
Dr.
B._
führte aus, die Beschwerdeführerin habe s
eit der ersten Begutachtung nicht mehr regulär gearbeitet. Ein Arbeitsversuch von rund zwei Wochen im Juni 2016 sei wegen
exazerbierenden
Schmerzen vor allem in den Händen missglückt. Die Beschwerdeführerin habe langandauernd Physiotherapie sowie während Monaten Ergotherapie
absolviert
und habe sich auf der Schmerzabteilung des Spitals
C._
spezifisch
analgetisch behandeln lassen. Durch die genannten Massnahmen habe keine relevante Reduktion
der Schmerzen des
Schulter-Arm-Handbereichs beidseits erzielt werden können. Im Sommer sei die Beschwerde
führerin einer interdisziplinären Beurteilung unterzogen worden. Dabei habe eine rheumatisch-entzündliche Grundkrankheit als Ursache der mannigfaltigen Be
schwerden ausgeschlossen werden können (Urk. 7/27/12
; vgl. dazu Bericht des Spitals
C._
vom 28. September 2016, Urk. 7/32/1-2
).
Anlässlich der erneuten Untersuchung vom 13. Dezember 2016 hätten sich Zeichen einer psychischen Stabilisierung der Beschwerdeführerin gezeigt. Sie könne heute besser mit den multiformen Schmerzen umgehen als noch vor sechs Monaten.
Die Schulterbeweglichkeit beidseits habe sich aber trotz Therapie ver
schlechtert. In beiden Ellbogen bestünden klinische Zeichen einer
Epicondylitis
humeri
und im Bereich beider Hände zeigten sich einschränkende Folgen der rezidivierenden
Tendovaginitiden
und deren Therapie. Die telefonisch kontak
tierte fallführende Ärztin vom Schmerzzentrum des Spitals
C._
zeige sich ernüchtert, sehe kaum weiterführende therapeutische Optionen und erachte einen
Einsatz als Reinigungsangestellte langfristig als nicht mehr möglich (Urk. 7/27
/12). In der Tat sei es nicht vorstellbar, dass sich die chronifizierten Beschwerden im Bereich Schultern, Ellbogen und Hände beidseits in Zukunft so bessern würden, dass wieder eine Reinigungstätigkeit möglich sei (Urk. 7/27/12 f.). Eine sekundäre Schmerzausweitung könne diskutiert werden. Im Zentrum stünden
aber
hand
feste, chronifizierte und weitgehend austherapierte Sehnenprobleme auf den Etagen Schulter, Ellbogen und Hände beidseits, welche die angestammte Tätigkeit nicht mehr zuliessen (Urk. 7/27/13).
Aus diesem Grund müsse eine anhaltende Berufsunfähigkeit für die Arbeit als Reinigungsangestellte attestiert werden (Urk. 7/27/13).
4
.3
Am 23. März 2017 wurde die Beschwerdeführerin durch die RAD-Ärzte Dr.
med.
D._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, sowie Dr. med.
E._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie sowie Handchirurgie, untersucht. In ihrem Untersuchungsbericht vom 19. April 2017 nannten sie als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit schmerzhafte Bewegungs- und Belastungseinschränkungen beider Schultern, Bewegungs- und
Belastungseinschränkung der Beuge- und der Strecksehnen der rechten Hand bei Tendovaginitiden und Status nach Karpaltunnel-Operation 2013, Bewegungs- und Belastungseinschränkungen der Beuge- und Strecksehen der linken Hand bei Tendovaginitiden und Status nach Karpaltunnel-Operation 2014 und Status nach Spaltung des ersten Strecksehnenfaches links 2015. Ohne leistungsmindernde Wirkung sei demgegenüber der Status nach Ovarialkarzinom 2011 (Operation und Chemotherapie, Urk. 7/33/9).
In Bezug auf die bisherigen Tätigkeiten in der Reinigung und in der Produktion könne die von den behandelnden Ärzten festgestellte Arbeitsunfähigkeit nach
vollzogen werden und werde anhand der erhobenen Befunde bestätigt. Es sei ein
somatischer Gesundheitsschaden ausgewiesen, welcher die Arbeitsfähigkeit beein
trächtige. In der bisherigen Tätigkeit als Reinigerin bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 0 % von April 2015 bis August 2015,
von
50 % von August 2015 bis Februar 2016 und von 0 % seit Februar 2016 und auf Dauer (Urk. 7/33/9).
Angepasst seien körperlich leichte Tätigkeiten mit Wechselbelastung, geringster Anforderung an die Kraft und Haltefunktion der Hände, ohne Besteigen von Leitern und Gerüsten, ohne Arbeiten mit ungünstigen Hebelwirkungen am Hand
gelenk (Stielwerkzeuge, Arbeiten mit ausgestreckten Armen), ohne repetitive Bean
spruchung der Hände und ohne Anforderungen an das feinmotorische Geschick der Hände. In diesen Tätigkeiten sei eine Arbeitsfähigkeit von 100 % seit August 2015 gegeben, mit Ausnahme der kürzeren perioperativen Rehabilitationszeiten (Urk. 7/33/9).
4
.4
Am 8. September 2017 wurde im Spital
C._
bei fortgeschrittener Tendo
va
ginitis
stenosans
an einzelnen Fingern beider Hände (vgl. Bericht vom 24. Mai 2017, Urk. 7/44) eine Ringspaltung rechts vorgenommen (Urk. 7/56/3).
Mit Bericht vom 22. November 2017
nannte Dr. med.
F._
, Fach
ärztin für Anästhesiologie, Oberärztin Schmerz- und Komplementärmedizin in der Multidisziplinären Schmerzklinik des Spitals
C._
,
die Diagnose einer
sekundären Schmerzausweitung bei chronifizierter,
multilokulärer
Schmerzsymp
tomatik im Bereich der oberen Extremitäten beidseits, insbesondere mit rezidi
vierenden Tendovaginitiden, einer
Periarthropathia
humeroscapularis
tendopa
thica
beidseits und Polyarthralgien unklarer Genese. Dazu ergänzte sie,
die Beschwerdeführerin sei
im Januar 2016
vom Handchirurgen wegen zunehmender Schmerzausweitung trotz medikamentöser und operativer Massnahmen
in
die
interdisziplinäre Schmerzsprechstunde
überwiesen worden. E
ine rheumatisch-entzündliche Erkrankung
sei
eigentlich ausgeschlossen worden. Aus psychia
trischer Sicht sei
en
jedoch eine Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion und
A
ngst sowie eine
Schmerzverarbeitungsstörung postuliert worden. Die lange Krankheitsdauer und die anhaltenden Schmerzen hätten mittlerweile zu einer Chronifizierung des Schmerzzustandes und einem eigenständigen Krankheitsbild geführt (Urk. 7/47/1). Aus ihrer Sicht sei die Beschwerdeführerin in ihrer ange
stammten Tätigkeit als Reinigungsfrau nicht mehr arbeitsfähig. Allenfalls sei eine angepasste Tätigkeit (Wechselbelastung ohne repetitiven Einsatz der Hände und ohne Überkopfarbeiten oder Tragen von Lasten) teilweise möglich (maximal 40 %
). Die maximale Arbeitsfähigkeit müsse nochmals angesprochen werden, damit neben Reintegrationsmassnahmen auch eine Teilrente diskutiert werden könne
(
Urk. 7/47/2).
I
n
ihrem Überweisungsschreiben an den Orthopäden vom 20. Juni 2018 zur Infiltration der Schulterschmerzen rechts erwähnte sie eine unklare
Aetiologie
der
multilokulären
Schmerzen sowie eine Schmerzausweitung und psychische De
kompensation (Urk. 7/65).
4
.
5
Dr. med.
G._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie
,
behandelte
die Beschwerdeführerin vom 16. März 2016 bis 2. Oktober 2017 und
erneut
seit dem 13. Juni 2018 (Urk. 7/72/2). Mit Bericht vom 13. November 2018 nannte sie als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine rezidi
vierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
,
sowie den Verdacht auf eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und
psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41). Demgegenüber begründe die Panikstö
rung
(ICD-10 F41.0) keine Arbeitsunfähigkeit (Urk. 7/72/4).
Weiter
führte sie aus, theoretisch und isoliert betrachte
t
führe die depressive Erkrankung zu intermittierenden (in Abhängigkeit der jeweiligen Episode), jedoch nicht
zu
dauerhaften Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit. Die bestehende
Schmerzproblematik
dagegen schränke die Arbeitsfähigkeit relevant und kon
stant ein. Aktuell sei aufgrund der mittelgradigen depressiven Episode von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen (Urk. 7/72/4).
Die Beschwerdeführerin verfüge über zahlreiche Ressourcen wie Sprachkenntnisse, einen strukturierten
Tagesablauf (ohne äussere Struktur), angemessene körperliche Aktivität (schwim
men
, spazieren) und ein unterstützendes familiäres Umfeld (Urk. 7/72/5
; vgl. auch Urk. 7/72/14
).
Um den funktionellen Schweregrad der Beeinträchtigung zu quantifizieren
,
sei eine polydisziplinäre Beurteilung sinnvoll und notwendig (Urk. 7/72/6).
4
.
6
4
.
6
.1
Am 21. Juni 2019 erstattete
n
die
Sachverständigen der
Z._
ihr polydiszi
pli
näres Gutachten in den Disziplinen
Innere Medizin, Neurologi
e, Rheumatologie, Psychiatrie sowie Neuropsychologie (Urk. 7/95).
Darin nannten sie keine Diag
nosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Als Diagnosen ohne leistungs
mindernde Wirkung bezeichneten sie die folgenden (Urk. 7/95/11 f.):
-
metabolisches Syndrom (arterielle Hypertonie, Nikotinkonsum, Diabetes mellitus Typ II, Adipositas Grad II nach WHO, Dyslipidämie)
-
Obstipationsneigung unter Opiattherapie
-
Status nach Operation eines Ovarial-Karzinoms 2011 mit sechs Zyklen Chemotherapie
-
NIDDM (nicht-insulinpflichtiger Diabetes mellitus Typ II) mit allenfalls diskreten Hinweisen auf eine distal-symmetrische sensible Polyneuro
pathie
-
Haltungsinsuffizienz, mit myofaszialem Schmerz gluteal links, Diffe
ren
tialdiagnose (DD)
Entrapment
der Nervi
cluneales
mediales und superiores links, ohne Auswirkung auf die körperliche Leistungsfähigkeit
-
Anpassungsstörung mit leichter, längerer depressiv ängstlicher Reaktion (ICD-10 F43.21)
-
Panikstörung (ICD-10 F41.0)
4
.
6
.2
Dr. med.
H._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabili
tation, untersuchte die Beschwerdeführerin rheumatologisch.
Die Beschwerde
führerin habe Beschwerden im Bereich des Schulterblattes rechts, das Schulter
blatt umrandend, an der Schulter rechts mit Ausstrahlung
in den
gesamten rechten Arm und d
ie
Hand und de
n
Finger rechts, am Unterarm links radialseitig bis zum Daumen, an den Fingergelenken am Mittelfinger und Ringfinger links und am Beckenkamm links
sowie
ein Einschlafgefühl auf Seite des Oberschenkels dorsalseitig links
angegeben
(Urk. 7/95/106).
Während der Untersuchung sei eine zögerliche Bewegungsdurchführung und eine deutliche Schmerzäusserung mit häufigem Stöhnen und Jammer
n
sowie Aus
weichbewegungen und Demonstration von Unfähigkeit einer Bewegung aufge
fallen (Urk. 7/95/109 f.). Vergleichbare Bewegungsdurchführungen seien dann in der Beobachtung und in abgelenkter Untersuchungsdurchführung nicht geäussert
worden (Urk. 7/95/110).
Vier von fünf
Waddel
-Zeichen seien positiv (Urk.
7/95/117
).
Es hätten sich keine Zeichen einer relevanten strukturellen funktions
limi
tie
ren
den Erkrankung im rheumatologischen Gebiet gezeigt. Führend sei hier eine leichtgradige
Enthesiopathie
der muskelführenden, stark dynamisch belasteten Gewebestrukturen (Beckenregion), links (Urk. 7/95/120 f.). Diese erklärten sich
aufgrund der erheblichen Adipositas mit
statodynamischer
Fehlbelastung im Sinne
der Hyperlordose, ventralen Instabilisierung bei ausgeprägter Beckenschürze und
sternosymphysaler
Belastung und im Rahmen der zunehmenden Dekonditio
nie
rung der Beschwerdeführerin bei weiter zunehmender Gewichtsentwicklung in der Anamnese.
Hierbei handle es sich um funktionelle, durch das Übergewicht
begründbare und leichtgradig ausgeprägte Belastungszeichen der in der
ortho
graphen
Rumpfausrichtung tätigen Muskelgruppe. Darüber hinaus bestünden keine Zeichen einer wesentlichen rheumatologischen Erkrankung, keine Erkran
kung im Sinne einer autoimmun-vermittelten Pathologie oder einer anderen ossären, arthrogenen, myogenen oder
ligamentären
Erkrankung. Somatisch erklärende Befunde, welche die beklagten und berichteten Beschwerden in der reklamierten Ausprägung stützten, seien nicht zu erheben. Hinzuweisen bleibe auf die deutliche Diskrepanz zwischen der reklamierten aktuellen Schmerzin
tensität und dem weitgehend unbeeinträchtigten klinischen Eindruck sowie der freien spontanen Mobilität der Beschwerdeführerin. Die bildgebenden Befunde (MRI der HWS und BWS sowie der Sonographie und Duplexuntersuchung beider Schultern und Hände) zeigten keine wesentlichen degenerativen Veränderungen, keine Anzeichen einer entzündlichen Genese (Urk. 7/95/121
, Urk. 7/95/123
). Für die zuletzt ausgeübte sowie jedwede vergleichbare Tätigkeit bestehe somit aus rheumatologischer Sicht eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/95/122).
4
.
6
.
3
Aus psychiatrischer Sicht
hielt
Dr. med.
I._
, Facharzt für Psy
chiatrie und Psychotherapie,
fest, im aktuellen psychiatrischen Untersuchungs
befund präsentiere sich eine freundliche und offene, mitteilungsbereite und koope
rative Beschwerdeführerin, die ohne Zeichen mnestischer oder konzen
trativer Defizite über ihren Werdegang und ihre Beschwerden berichte (Urk. 7/95/159). Es bestehe ein leichtes
,
depressives Syndrom im Sinne einer Anpassungsstörung im Kontext der körperlichen Grunderkrankung, der weiterbestehenden Sorgen hin
sichtlich eines möglichen Wiederauflebens der Krebserkrankung und der Sorgen
um
den herzkranken Ehemann. Die klinischen Kriterien einer depressiven Episode beziehungsweise einer rezidivierenden depressiven Störung seien aus heutiger Sicht nicht erfüllt (Urk. 7/95/160).
Im Vergleich zu dem zuletzt von der behandelnden Therapeutin kommunizierten Befundbericht vom November 20
1
8
(vgl. vorstehend E.
4.5
)
sei heute eine deut
liche Besserung festzustellen, also von einer durchaus erfolgreichen Behandlung auszugehen. Die aktenkundig gestellte Diagnose einer psychogenen Schmerz
störung sei nicht ICD-konform zu bestätigen, da derartige Störungen (F45.4 Diag
nosen) bei Bestehen/Diagnose einer affektiven Erkrankung (hier seinerzeit einer depressiven Episode, jetzt Anpassungsstörung) nicht zu stellen seien. Die psycho
gene Schmerzstörung gehe mithin in der depressiven Diagnose auf (Urk. 7/95/160)
.
Aus psychiatrischer Sicht sei eine namhafte Minderung der Arbeitsfähigkeit somit nicht zu attestieren, da eine leichtgradige depressive Störung keine namhafte Limitation impliziere und zudem weiter besserbar sei. Sinngemäss treffe dies auch
auf die Panikstörung zu. Das Labor weise zudem auf nicht suffiziente
Pharma
kaspiegel
hin, was zumindest auf nicht ausgeschöpfte Therapieoptionen hinweise. Die Beschwerdeführerin könne ihre zuletzt ausgeübte Tätigkeit zu 100 % ver
richten (Urk. 7/95/161).
4
.
6
.
4
Im interdisziplinären Konsens hielten die Gutachter fest, die objektiven Befunde hätten vorrangig eine leichte depressive Störung sowie eine Haltungsinsuffizienz im Rahmen der Adipositas gezeigt. Im Rahmen der klinischen Untersuchung hätten sich erhebliche Inkonsistenzen ergeben. Die Konsistenzprüfung habe eine Diskrepanz zwischen der reklamierten Bewegungseinschränkung und der nicht konsistent eingeschränkten spontanen Mobilität sowie eine Diskrepanz zwischen der reklamierten Bewegungseinschränkung (vor allem des rechten Armes) und des fehlenden objektiven Befundkorrelates (keine namhafte Inaktivitäts
hypo
trophie) ergeben (Urk. 7/95/6). Es bestehe kein ausreichender Anhalt für eine die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit oder einer vergleichbaren Tätig
keit mindernde Gesundheitsstörung (Urk. 7/95/11).
4
.
7
Am 5. Juli 2019 wandte sich die Beschwerdegegnerin
auf Veranlassung des RAD-Arztes (Urk. 7/114/4)
mit Rückfragen an die Gutachter. Konkret wollte sie wissen, ob es möglich sei, dass bei der Beschwerdeführerin eine entzündliche Beteiligung der oberen Extremitäten vorgelegen habe und
ob
es zwischen 2017 und 2019 zu einer Besserung des Gesundheitszustandes gekommen sei (Urk. 7/96/1).
Weiter
erfragte sie, ob eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit als
Reinigungsmitarbeiterin bei mehreren Operationen an beiden Händen medizi
nisch
zumutbar sei (Urk. 7/96/2).
Die Gutachter der
Z._
beantworteten die Fragen
am 29. Juli 2019
dahin
gehend, dass sich kein überwiegend wahrscheinlicher Anhalt für eine voran
gehend stattgehabte und diabetisch verursachte Erkrankungsmanifestation an den oberen Extremitäten ergeben habe (Urk. 7/98/1). Im Fall der Beschwerde
führerin habe überdies kein Anhalt für eine in Bezug auf die angestammte oder eine angepasste Tätigkeit invalidisierende
residuelle
Schädigung auf dem Boden eines Karpaltunnelsyndroms bestanden (Urk. 7/96/2).
Der RAD-Arzt Dr.
E._
wies in der Aktenbeurteilung vom 9. September 2019 darauf hin, die vom Ergebnis der RAD-Untersuchung abweichende Beurteilung im
Z._
-Gutachten sei ausführlich diskutiert worden; dieses sei einleuchtend. Gleichwohl bestätigte er die nach der RAD-Untersuchung (vgl. vorstehend E. 4.3) genannten Diagnosen und die dort festgehaltene vollständige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Reinigerin und die vollständige Arbeits
fähig
keit in einer Verweistätigkeit (Urk. 7/114/6-7).
4.8
Am 13. November 2019 nahm Dr.
G._
gegenüber der Rechtsver
treterin der Beschwerdeführerin Stellung zum psychiatrischen Gutachten.
Sie erachtete die
diagnostische Einordnung der seit Jahren bestehenden Problematik durch den psychiatrischen Gutachter insofern
als
nicht nachvollziehbar, als die von ihm gestellte Diagnose einer Anpassungsstörung im Kontext der körperli
chen Grunderkrankung gemäss ICD-
10 lediglich
bei
eine
r
maximal zwei Jahre dauern
de
n
Symptomatik zu stellen sei, was in diesem Fall nicht dem Krankheitsverlauf entspreche. Die Diagnose einer Anpassungsstörung sei bereits im Jahr 2016 ge
stellt
worden
(Urk. 7/104/1).
Auf die Schmerzsymptomatik werde psychodynamisch nicht ausreichend einge
gangen. Eine Subsumierung als Teil der Anpassungsstörung sei nicht haltbar. Im Gutachten finde zudem keine ausreichende Auseinandersetzung mit den Vor
akten statt (Urk. 7/104/1).
Die Laborresultate vom 3. April 2019 würden zeigen, dass keine zum Zeitpunkt der Laboruntersuchung aktuelle psychiatrische Medikation bestimmt worden sei. Es fehle die Bestimmung von Venlafaxin (Urk. 7/104/1).
Diagnostisch sei bei der Beschwerdeführerin weiterhin von einer komorbiden psy
c
hischen Erkrankung auszugehen: E
ine chronische Schmerzstörung mit komor
bider depressiver Symptomatik (Urk. 7/104/2).
4
.
9
Mit Schreiben vom 29. November 2019 zuhanden der Rechtsvertreterin der Be
schwerdeführerin
äusserte sich
Dr. med. J._
, Facharzt für Rheu
matologie und Innere Medizin, zum Gutachten der
Z._
.
Dr.
J._
bemerkte, er
sei nicht in der Lage, eine profunde versicherungsmedizinische Stellungnahme entsprechend einem Gegengutachten abzugeben. Die adäquate Einschätzung der Belastbarkeit respektive der zumutbaren Arbeitsfähigkeit bleibe in solchen Situa
tionen sehr schwierig, weil eine relevante Schmerzerkrankung (Schmerzverarbei
tungsstörung) bestehe, mit ausgesprochen chronifizierendem Verlauf und durch die gleichzeitige Depression ungünstig mitbeeinflusst. Ebenso klar sei aber auch, dass er sich der gutachterlichen Schlussfolgerung, wonach «fassbare klinische Befunde und strukturell nachweisbare bildgebende Pathologien nicht zu erheben seien» nicht anschliessen könne. Im Bereich der Lendenwirbelsäule seien dege
nerative Veränderungen ausgewiesen. Davon könne zugegebenermassen nicht zwangsläufig auf die Beschwerden geschlossen werden. Im Bereich der Schultern bestehe nicht nur eine Arthrose der AC-Gelenke, sondern zum Beispiel auch eine
degenerative transmurale
S
u
praspinatussehnenruptur
rechts. Im Bereich der Hä
nde bestünden Fingerpolyarthrosen und es würden rezidivierende, wahrscheinlich mechanisch-degenerativ bedingte
Beugesehnenten
d
ovaginitiden
auftreten. Eben
so klar sei, dass
eine volle Arbeitsfähigkeit hier unter Berücksichtigung sämtlicher Probleme nicht adäquat sei (Urk. 7/109).
4
.
10
Mit Stellungnahme vom 20. Januar 2020 erklärte RAD-Arzt Dr.
E._
, im Bericht von Dr.
J._
vom 29. November 2019 werde die Beurteilung der RAD-Untersuchung vom 23. März 2017 bestätigt. Die 100%ige Arbeitsunfähigkeit in angestammter Tätigkeit werde geteilt. Die Laborwerte vom 7. November 2019 bewiesen die Einnahme von Venlafaxin. Amitriptylin und Pregabalin würden nicht eingenommen (Urk. 7/114/9).
4
.
11
Mit
Bericht
vom 23. Juni 2020 zuhanden der Rechtsvertreterin der Beschwerde
führerin führte
der seit 17.
Oktober
2019 schmerzmedizinisch behandelnde
Dr.
A._
folgende schmerzrelevanten Diagnosen
an
(Urk. 13 S. 1):
-
Chronische Schmerzstörung mi
t
somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.8)
-
Chronische
multilokuläre
Schmerzproblematik im Schulter-Arm-Bereich rechts mehr als links mit hauptsächlich myofaszialer Komponente
,
jedoch auch sekundärer neurogener Schmerzverstärkung
-
Chronischer unbeeinflussbarer Schmerz
-
Anpassungsstörung mit depressiver Stimmungslage (ICD-10 F43.21)
-
Panikstörung (ICD-10 F41.0)
Unter Verweis auf Aspekte aus der schmerzmedizinischen Literatur erachtete er a
ufgrund der pathophysiologischen Vorgänge in der
Schmerzchronifizierung
das fehlende Eingehen auf die schmerzmedizinische Diagnose durch die Gutachter
für
nicht nachvollziehbar. Eine strukturelle Kausalität werde abgelehnt, auf der struk
turellen Pathologie für eine Schmerzentstehung
werde
beharrt und die neuro
genen
Chronifizierungsfaktoren
würden nicht berücksichtigt. Ein ungenügender Medikamentenspiegel sei nicht ein schlüssiges Indiz
dafür
, dass die Beschwer
de
führerin keine starken Schmerzen habe (Urk. 13 S.
3
).
Die beobachteten Inkonsistenzen bei der Untersuchung seien subjektiv.
Eine
Inaktivitätsathropie
sei nur bei vollständige
m
Nichtgebrauch zu erwarten. Ein redu
zierter Einsatz einer Extremität sei bei chronischen Schmerzen üblich.
Die Be
schwerdeführerin gebe seit Jahren die gleiche Symptomatik an, eine
Aggravie
rung
sei dementsprechend nicht anzunehmen (Urk. 13 S. 4).
Die schmerzmedizinische Diagnose werde im Gutachten nicht erwähnt, was erstaune, da dies doch das
Hauptproblem
der Beschwerdeführerin sei. Aufgrund der Schulbildung und der beruflichen Qualifikation sei eine Stelle mit leichter Belastung der oberen Extremitäten nicht zu finden. Dass die Beschwerdeführerin in dieser
Richtung
keine
grosse
n
Anstrengungen unternommen habe, sei ver
ständlich (Urk. 13 S. 4).
Hinsichtlich des psychiatrischen Gutachtens führte Dr.
A._
aus, bei der Beschwerdeführerin liege keine rein
psychogene Ursache vor. Die
Schmerzen hätten durchaus eine körperliche Ursache, so dass die Diagnose der chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren zu stellen sei (Urk. 13 S. 5).
Im Gutachten seien wesentliche Faktoren nicht beachtet worden, insbesondere die schmerzmedizinischen pathophysiologischen Grundlagen. Es sei ein struktu
riertes Beweisverfahren durchzuführen. Zur Arbeitsfähigkeit wolle er – Dr.
A._
– in diesem Rahmen nicht Stellung nehmen. Er verweise auf seinen Artikel «Chronische Schmerzen und Arbeitsfähigkeit in der Schweizerischen Ärztezeitung 2018» (Urk. 13 S. 6).
5
.
5
.1
Nachfolgend ist zu prüfen, ob zur Beurteilung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin auf das Gutachten der
Z._
abgestellt werden kann.
5
.2
Die Beschwerdeführerin bringt Einwendungen gegen das rheumatologische Teil
gutachten
vor
. Sie
macht geltend, die Feststellung, es lägen keine fassbaren klinischen Befunde oder strukturell bildgebende Pathologien vor, widerspreche den Berichten der Behandler (Urk. 1 S. 11).
Es trifft zu, dass
laut Bericht von Dr.
B._
Dr.
J._
am 12. November 2015
unter anderem
eine chronisch rezidi
vie
rende
Impingementsymptomatik
sowie eine
Epicondylopathie
humeri
ulnaris
links
als Ursache der Schulterschmerzen festhielt (Urk.
7/21/7
). Auch
der Internist
Dr.
B._
nannte
in seinen Gutachten aus den Jahren 2016 und 2017 jeweils die
Diagnosen einer
Periarthropathie
humer
o
scapularis
beidseits bei
Impingement
und degenerativen Veränderungen der
Rotatorenmanschettensehnen
, eine
Epi
condylitis
humeri
ul
n
aris
links sowie multiple Tendovaginitiden der Hände beidseits (Urk. 7/21/14, Urk. 7/27/13)
. Diese Diagnosen
fanden
Eingang weder
ins
Z._
-Gutachten
noch in den o
rthopädisch-chirurgischen RAD-Bericht
, wo zur Hauptsache von Bewegungseinschränkungen der Schultern, Hände und Finger die Rede war, denen indes trotz der verschiedenen operativen Eingriffe kein
eigentlich
medizinisches
Substrat zugeordnet wurde
(Urk. 7/33/9).
Nichts anderes ist dem Bericht von
Dr.
J._
vom
12. November 2015
zu entnehmen, worin
er von
einer gewissen
«
Fibrom
y
algietenden
z
» sprach (Urk. 7/21/7-8), weshalb sein
Hinweis am
29.
November 2019 auf somatische Pathologie
n
(Urk. 7/109) nicht zu überzeugen vermag.
Der rheumatologische
Z._
-
Gutachter würdigte die Beschwerden der Beschwe
r
deführerin im Rahmen einer leichtgradigen
Enthesiopathie
der muskelführenden, stark dynamisch belasteten Gewebestrukturen der Beckenregion
linksseitig, be
dingt durch die Adipositas
(Urk. 7/95/120 f.).
Er führte nachvollziehbar aus, dass es sich dabei um funktionelle, durch das Übergewicht begründbare und leicht
gradig ausgeprägte Belastungszeichen der in der orthograden Rumpfausrichtung tätigen Muskelgruppe handelt und darüber hinaus keine Zeichen einer wesent
lichen rheumatischen Erkrankung bestehen.
Gegen eine namhafte somatische Einschränkung sprechen ferner die
anlässlich der Untersuchung gesehenen,
deut
lich
beschwielten
Hände und Fusssohlen
der Beschwerdeführerin
(Urk. 7/95/121). Zudem
wies die Beschwerdeführerin anlässlich der Anamneseerhebung darauf hin, dass sie Beschwerden am linken Beckenkamm habe (Urk. 7/95/106). Dies steht jedoch im Widerspruch dazu, dass sie anschliessend die Sitzbelastung während 40 Minuten beschwerdefrei tolerierte (Urk. 7/95/110).
Das
fehlende somatische
Korrelat
untermauerten die Gutachter mit den
rheuma
tologische
n
Untersuchungsbefund
en
.
So
war bei der
Bewegungsprüfung von Hals und Rumpf unbeobachtet – wie beim Blick zur Dolmetscherin – ein erheblich höheres Mass möglich, als passiv erreicht wurde (Urk. 7/95/112).
Ferner waren vier von fünf
Waddell
-Zeichen positiv. Die Beschwerdeführerin gab beispiels
weise an, sie könne die rechte Hand nicht einsetzen, konnte im
Widerspruch
dazu aber
anlässlich der Untersuchung
fest zugreifen. Schliesslich konnte
sie
den rechten Arm
im Rahmen
der internistischen
Begutachtung
bis
zu einer Höhe von
140 Grad ohne
Angabe von Schmerzen
heben, obwohl sie dort im Rahmen der
rheumatologischen Untersuchung Schmerzen angab (Urk. 7/95/114, Urk. 7/95
/117)
. Auch als sie sich mit der rechten Hand sehr deutlich auf der Liege abstützte, äusserte sie keine Schmerz
en
(Urk. 7/95/117).
In der Konsensbeurtei
lung wiesen die Gutachter
im Weiteren
zu Recht darauf hin, dass die RAD-Ärzte
die im Rahmen der Beg
u
tachtung beobachtete spontane Mobilität und die fehlen
de Inaktivitätshypotrophie ausser Acht gelassen hätten (Urk. 7/95/9).
Im Übrigen erkannten auch die Behandler des Spitals
C._
, dass die
Aetiologie
der
multilokulären
Beschwerden unklar sei (Urk. 7/65/1
, Urk. 7/47/1
).
Schliesslich konnten in der
durch die Gutachter veranlasste
Duplex-Sonographie beider Schultern und Hände vom 1. März 2019
keine höhergradigen degenerativen
Veränderungen sowie keine Hinweise auf entzündliche Veränderungen im Schulter
-, im AC-Gelenk sowie in den Händen beidseits gefunden werden (Urk. 7/95/44). Vor
diesem Hintergrund erweist sich auch die Feststellung des RAD, wonach bei der Beschwerdeführerin Tendovaginitiden an beiden Händen bestünden (Urk. 7/33/9), als nicht nachvollziehbar, weshalb darauf nicht abge
stellt werden kann.
Dr.
J._
erklärte in seinem Schreiben vom 29. November 2019 zwar, es bestünden degenerative Veränderungen im Bereich der Lenden
wirbel
säule, der Schultern und Hände. Gleichzeitig räumte er jedoch ein, dass aufgrund dieser Veränderungen nicht zwangsläufig auf die Beschwerden ge
schlossen werden könne und er nicht in der Lage sei, eine profunde, versi
che
rungsmedizinische Stellungnahme
abzugeben (Urk. 7/109). Damit ist seine Ein
schätzung nicht geeignet, die Beweiskraft des
G
utachtens zu mindern.
Des Weiteren kann die Beschwerdeführerin aus der Tatsache, dass sie in den Jahren 2015-2017 mehrfach operiert wurde
(Urk. 1 S. 11 f.)
, nichts zu ihren Gunsten ableiten. Vielmehr spricht der Umstand, dass sie trotz zahlreicher ope
rativer Eingriffe nach wie vor Beschwerden hat und auch die Steroidinfiltrationen
sowie langandauernde Physio- und Ergotherapie
keine anhaltende Besserung
brachten
,
gegen eine somatisch
bedingte
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
(
Urk. 7/12/15,
Urk. 7/95/106 f.).
5.3
Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend
, der rheumatologische Gutachter habe sich nicht mit den
Vorakten
auseinandergesetzt (Urk. 1 S. 11). Aus dem Gutachten geht jedoch hervor, dass sich die Gutachter anlässlich des interdis
ziplinären Konsenses mit den für die Frage, ob vorliegend fassbare klinische Befunde oder strukturell bildgebende Pathologien vorliegen, relevanten Akten auseinandergesetzt haben (Urk. 7/95/7 ff.). Es trifft zwar zu, dass die von der Beschwerdeführerin erwähnten Berichte von Dr.
J._
vom 12. November 2015,
von
Dr.
B._
vom 12. März 2016 sowie die Berichte des Spitals
C._
vom 12. Juli 2017 und 20. Juni 2018 keine
ausdrückliche
Erwähnung im rheumato
logische
n
Teilg
utachten fanden
. Allerdings
setzten sich
die
Z._
-Sachver
ständigen
mit
dem
Gutachten von Dr.
B._
vom 13. Januar 2017 – welches an das Gutachten vom 12. März 2016 anknüpft (Urk. 7/
21, Urk. 7/27) – auseinander. Sie erwähnten insbesondere, dass darauf nicht abgestellt werden könne, weil
dieser
beispielsweise die spontane Mobilität der Beschwerdeführerin nicht be
rücksichtigt habe (Urk. 7/95/8). Mit Bezug auf die Berichte des Spitals
C._
ist festzuhalten, dass
Dr.
F._
keine Ursachen für die geschilderten
multilo
kulären
Beschwerden zu bezeichnen vermochte
(Urk. 7/
65/1).
Vor diesem Hinter
grund ist
– wie bereits erwähnt – nachvollziehbar, dass
die Gutachter
bei der
Beschwerdeführerin
kein
en
Anhalt für eine rheumatologische Erkrankung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
ausmachten
(Urk. 7/95/119)
.
Nach dem Gesagten erweisen sich die Einwendungen der Beschwerdeführerin gegen das rheumatologische Teilgutachten als nicht stichhaltig.
5
.
4
Der psychiatrische
Z._
-
Gutachter stellte die Diagnose
n
einer Anpassungs
störung mit leichter, längerer depressiv ängstlicher Reaktion (ICD-10 F43.21) sowie einer Panikstörung (ICD-10 F41.0), welche die Arbeitsfähigkeit
nicht ein
schränken
(Urk. 7/95/156).
Die Beschwerdeführerin bringt dagegen
insbesondere
vor, er habe sich nicht mit ihrer Schmerzproblematik auseinandergesetzt
. Es sei an verschiedenen Stellen eine Schmerzverarbeitungsstörung festgehalten worden
(Urk. 1 S. 14).
In diesem Zusammenhang ist zunächst
darauf hinzuweisen, dass nicht die diag
nostische Einordnung eines Gesundheitsschadens entscheidend ist, sondern die
zugrundeliegenden psychiatrischen Befunde (vgl. BGE 130 V 352 E. 2.2.3 mit Hin
weisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_782/2012 vom 22. Oktober 2013 E. 4.3.3).
Die psychiatrische Exploration kann
sodann
von der Natur der Sache her nicht
ermessensfrei erfolgen und dem begutachtenden Psychiater bleibt praktisch im
mer ein gewisser Spielraum, innerhalb dessen verschiedene medizinisch-psychia
trische Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte lege
artis
vorgegangen ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_629/2017 vom
28. November 2017 E. 4.3 mit Hinweis auf das Urteil des Bundesge
richts
urteil
8C_839/2013 vom 13. März 2014 E. 4.2.2.1).
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin befasste sich der psychiatrische Gutachter sehr wohl mit ihrer Schmerzproblematik. So bemerkte er beispielsweise, es bestehe eine leichte Grübelneigung sowie ein auf die körperlichen Beschwerden eingeengtes
Denken (Urk. 7/95/155). Ferner ordnete
er die Anpassungsstörung im Rahmen der körperlichen Grunderkrankung
ein
(Urk. 7/95/157).
Angesichts der anlässlich der rheumatologischen Begutachtung festgestellten Inkonsistenzen so
wie des
im Übrigen
weitgehend unauffälligen psychi
atri
schen Befundes
leuchtet
darüber hinaus
ein
, dass der
begutachtende Psychiater
die Diagnose einer psycho
genen Schmerzstörung verneinte
und der Anpassungsstörung sowie der Panik
störung keine leistungsmindernde Wirkung beimass
(Urk. 7/95/158).
Dr.
F._
erwähnte in ihrem Bericht vom 22. November
2017 zwar eine sekundäre Schmerz
ausweitung und eine Schmerzverarbeitungsstörung (Urk. 7/47/1), wobei es sich hierbei
aber
nicht um eine
fachärztlich
gestellte Diagnose handelt. So
weit
Dr. med.
K._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
der die Beschwerdeführerin im Rahmen der interdisziplinären Schmerzsprechstunde am Spital
C._
untersucht hatte (Urk. 7/72/9),
in seinem Bericht vom 8. September 2016 auf eine Schmerzverarbeitungsstörung hinwies (Urk. 7/72/16), kann darauf
ebenfalls nicht abgestellt werden,
zumal
die neu behandelnde
Dr.
G._
in ihrem aktuelleren Bericht vom
13. November 2018 eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren lediglich im Sinne einer Verdachtsdiagnose festhielt (Urk. 7/72/4).
Wie bereits erwähnt, ist
ohnehin
in erster Linie
nicht die Diagnostik, sondern
die Auswirkung des Gesundheitsschadens auf das Leistungsvermögen relevant.
Die behandelnde
Dr.
G._
attestierte der Beschwerdeführerin zwar eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit, bemerkte jedoch gleichzeitig, dass die depressive Erkrankung isoliert betrachtet nicht zu einer dauerhaften Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit führe. An anderer Stelle befand sie in Abweichung dazu,
es sei
eine polydisziplinäre Begutachtung durchzuführen, um den funktionellen Schwere
grad der Beeinträchtigung zu quantifizieren (Urk. 7/72/4 und 6). Damit
entbehrt ihr Bericht einer
klare
n und zuverlässigen
E
inschätzung zur Arbeits
fähigkeit
, weshalb
er
die
gutachterlichen
Schlussfolgerung
en
nicht umzustossen vermag
.
Dr.
F._
schätzte die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
mit 40 % in einer adaptierten Tätigkeit
ebenfalls als eingeschränkt
ein
, sprach sich dann aber
dafür aus, dass die maximale Arbeitsfähigkeit nochmals abzuklären sei
(Urk
. 7/47/2)
, womit auch ihrem Bericht letztlich keine
gesicherten
Aussagen zur Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin zu entnehmen
sind
.
Dr.
A._
wollte sich in seiner Stellungnahme ebenfalls nicht zur Arbeitsfähigkeit der Be
schwerdeführerin äussern (Urk. 13 S. 6).
Zusammenfassend vermögen die Berichte der Behandler damit
das interdis
zi
plinäre G
utachten nicht zu entkräften
. Dies gilt umso mehr, als
die Quantifi
zie
rung schmerzbedingter Funktionsbeeinträchtigungen praxisgemäss kaum einer eigenständigen Beurteilung zugänglich sind, sondern vorzugsweise im Rahmen einer fachübergreifenden Einschätzung erfolgt.
5
.
5
Aus dem Gesagten ergibt sich, dass das polydisziplinäre Gutachten der
Z._
die Anforderungen an eine beweiskräftige ärztliche Expertise (vgl. E.
1.4
) erfüllt, weshalb darauf abgestellt werden kann. Gestützt darauf ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit weiterhin voll arbeitsfähig und ein Rentenanspruch dementsprechend zu verneinen ist.
Unter diesen Umständen kann auf ein struk
turiertes Beweisverfahren verzichtet werden.
6
.
Am Ergebnis würde sich auch nichts ändern, wenn gestützt auf die Beurteilung des RAD angenommen würde, die Beschwerdeführerin sei in ihrer bisherigen Tätigkeit
nicht mehr arbeitsfähig
, in einer Verweistätigkeit jedoch zu 100 % (Urk. 7/33/9)
und
wenn sie
– wie sie vorbringt (Urk. 1 S. 18 f.) – als vollerwerbs
tätig
zu qualifizieren
wäre
. Das Wartejahr war Ende April 2016 abgelaufen bei einer mindestens 40%igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit seit dem 22. April 2015 (Urk. 7/21/3, Urk. 7/4/2) und der Anmeldung bei der Beschwerdegegnerin am 29. Oktober 2015 (Urk. 7/5/8).
Gestützt auf den Arbeitgeberfragebogen ergibt sich
diesfalls
ein
Valideneinkommen
für
das Jahr
2016 von Fr. 61'720.20 in einem 100 %-Pensum (Fr. 43'088.--
/
71.42 x 100
/
2648 [Nominallohn
ent
wick
lung 2013] x 2709 [Nominallohnentwicklung 2016, vgl. Bundesamt für Statistik, Tabelle T 39, Frauen]).
Betreffend das Invalideneinkommen ist auf die vom Bundesamt für Statistik herausgegebene Schweizerische Lohnstrukturerhebung (LSE) 2016 abzustellen (
TA1, monatlicher Bruttolohn
[Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, Kompe
tenz
niveau und Geschlecht, Privater
Sektor, Total, Kompetenzniveau 1).
Für das Jahr 2016 ergibt sich
für Frauen
ein Invalideneinkommen von Fr. 54'581.15 (Fr. 4'363.--
/
40 x 41.7
[
vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen)
]
x 12
). Daraus ergibt sich eine
invaliditätsbedingte
Einkommenseinbusse von Fr. 7'138.85
(= Fr.
61'720.20
./. Fr.
54'581.15)
und damit ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von 12 %.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
7
.
Die Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert zu bemessen
sind (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG), sind auf Fr.
8
00.
--
anzusetzen und ausgangsgemäss der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.