Decision ID: 6178f383-54a9-446f-b76a-91af6c401124
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
S._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. E. Ronald Pedergnana, Rorschacher Strasse 21,
9000 St. Gallen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Versicherungsleistungen
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St.Galler Gerichte
Sachverhalt:
A.
A.a S._ war bei der A._ angestellt und dadurch bei der Suva unfallversichert, als
am 27. Oktober 2006 ein Lastwagen auf den von ihm gelenkten Personenwagen
auffuhr (UV-act. 1, 10, 22). Im Bericht des Kantonsspitals St. Gallen vom 31. Oktober
2006 wurde beim Versicherten eine HWS-Distorsion diagnostiziert (UV-act. 3/1). Nach
Durchführung von ärztlichen Behandlungen und weiteren Abklärungen gab die Suva
dem Rechtsvertreter des Versicherten bekannt, dass bis Oktober 2007 ein volles
Unfalltaggeld und ab 1. Februar 2008 ein solches von 50% ausgerichtet werde. Ab 1.
April 2008 würden die Taggeldleistungen eingestellt (UV-act. 61, 81, 84). In der Folge
eröffnete die Suva dem Rechtsvertreter des Versicherten mit Verfügung vom 19.
Februar 2008, aufgrund einer stationären Abklärung vom 24. Oktober 2007 bis 22.
Januar 2008 in der Rehaklinik Bellikon lägen keine behandlungsbedürftigen
Unfallfolgen mehr vor. Die jetzt noch geklagten Beschwerden seien organisch als Folge
des erlittenen Unfalls nicht mehr erklärbar. Psychische Gründe seien dafür
verantwortlich. Eine Leistungspflicht der Suva für die psychischen Beschwerden sei
nicht gegeben. Der geltend gemachte Tinnitus sei mehr als ein Jahr nach dem Unfall
aufgetreten und stehe somit in keinem natürlichen Kausalzusammenhang zum Ereignis
vom 27. Oktober 2006. Die Leistungen würden daher auf den 31. März 2008 eingestellt
(UV-act. 87).
A.b Die gegen diese Verfügung erhobene Einsprache (UV-act. 89) wies die Suva mit
Einspracheentscheid vom 23. Dezember 2008 ab. Der Krankenversicherer hatte eine
vorsorglich erhobene Einsprache wieder zurückgezogen (UV-act. 91, 96).
B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid liess der Versicherte durch Rechtsanwalt Dr.
E. Ronald Pedergnana, St. Gallen, mit Eingabe vom 3. Februar 2009 Beschwerde
erheben. Der Rechtsvertreter beantragte eine Wiederherstellung der Beschwerdefrist
und legte in materieller Hinsicht unter anderem dar, das Unfallereignis habe sich im
Sinn einer Teilkausalität schlecht auf den Hormonhaushalt des Beschwerdeführers
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ausgewirkt, so dass sein Hormonspiegel nach dem Unfall etwa dem eines 90Jährigen
entsprochen habe. Für die Rehabilitation, insbesondere für den Muskelaufbau, brauche
der Beschwerdeführer Testosteron. Dauerschmerzen und tiefer Testosteronspiegel
gemeinsam würden vermutlich eine psychische Verbesserung verhindern. Eine
wesentliche Verbesserung im HWS-Bereich sei erst möglich, wenn der
Hypogonadismus (Hormonmangel) erfolgreich behandelt sei, was einige Monate
dauere; begonnen habe die aktuelle Behandlung am 23. Januar 2008. Da das
invalidisierende Ereignis immer noch die Schmerzen im HWS-Bereich seien, sei
vorläufig das volle Taggeld weiter zu zahlen, eventualiter das halbe, je nachdem, was
die Evaluation im Arbeitsprogramm ergebe. Die Teilkausalität des Unfalls für die
gesundheitlichen Probleme sei zweifellos gegeben.
B.b Mit Stellungnahme vom 13. Februar 2009 beantragte die Beschwerdegegnerin
Abweisung des Gesuchs um Wiederherstellung der Rechtsmittelfrist und entsprechend
Nichteintreten auf die Beschwerde.
B.c Mit Zwischenentscheid vom 6. März 2009 verfügte der Präsident des
Versicherungsgerichts, die Beschwerde werde unter Wiederherstellung der am 2.
Februar 2009 abgelaufenen Beschwerdefrist als rechtzeitig entgegengenommen und
auf die Beschwerde werde eingetreten (act. G 6). Auf eine gegen diesen
Zwischenentscheid der Suva erhobene Beschwerde (act. G 8.1) trat das Bundesgericht
mit Urteil vom 24. April 2009 nicht ein (act. G 10).
B.d In der Beschwerdeantwort vom 13. Mai 2009 bestätigte die Beschwerdegegnerin
ihren Standpunkt, dass auf die Beschwerde nicht eingetreten werden dürfe, weshalb
sich eine materielle Stellungnahme ihrerseits erübrige. Dies gelte im Übrigen nicht nur
aus formeller, sondern auch aus materieller Sicht, da in der Beschwerdeschrift, welche
nur das Rechtsverhältnis betreffend Taggeld als Streitgegenstand erwähne, keine

Auseinandersetzung mit den zutreffenden Erwägungen des Einspracheentscheids
erfolgt sei. Die medizinischen Behauptungen auf S. 3 der Beschwerdeschrift seien in
keiner Art beweismässig erstellt worden.
B.e Mit Beschwerdeergänzung vom 27. Mai 2009 reichte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers weitere medizinische Akten (act. G 15.1/1-4) ein und hielt fest, die
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unfallbedingten HWS-Beschwerden des Beschwerdeführers hätten sich nach
Anschlagen der Testosteron-Kur insoweit verbessert, dass er seit 1. April 2009
versuchsweise ganz arbeitstätig sei. Der von ihm behauptete Sachverhalt werde durch
die nunmehr eingereichten medizinischen Unterlagen bestätigt.
Erwägungen:
1.
Bezüglich Eintreten auf die Beschwerde hat der Präsident mit Zwischenentscheid vom
6. März 2009 verfügt. Diesem Zwischenentscheid ist Vorliegend nichts mehr
beizufügen. Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2.
2.1 Streitig ist, ob beim Beschwerdeführer auch für die Zeit nach dem 31. März 2008
gesundheitliche Folgen des Unfalls vom 27. Oktober 2006 vorliegen. Die
Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Entscheid die rechtlichen
Voraussetzungen des Bestehens eines natürlichen und adäquaten
Kausalzusammenhangs zwischen physischen und psychischen
Gesundheitsschädigungen (einschliesslich Schleudertrauma der Halswirbelsäule und
diesem äquivalenten Verletzungen) und einem Unfall (Erwägungen 1, 2, 4) zutreffend
dar; darauf ist zu verweisen.
2.2 Im Bericht vom 16. Oktober 2006 zuhanden des Krankenversicherers
diagnostizierte Dr. med. B._, Allgemeine Medizin FMH, eine initiale Dehydratation
L4/5 und ein LWS-Schmerzsyndrom. Es bestehe seit 30. August 2006 eine volle
Arbeitsunfähigkeit (UV-act. 16/3). Die Ärzte der Kantonsspitals St. Gallen berichteten im
Nachgang zum streitigen Unfall am 31. Oktober 2006 von einer geringgradigen
schmerzbedingten Bewegungseinschränkung der HWS, ohne Ausfälle der Motorik oder
Sensibilität (UV-act. 3/1). Dr. B._ bestätigte am 15. November 2006 eine HWS-
Distorsion mit Schmerzen im Nacken und verspannter Nackenmuskulatur (UV-act. 4).
Im Zwischenbericht vom 16. November 2006 kam die (vom Krankenversicherer
beauftragte) Casemanagerin zum Schluss, der Beschwerdeführer sei bereits jetzt für
eine leichtere Arbeit zumindest teilarbeitsfähig (UV-act. 16; vgl. dazu UV-act. 31). Am 4.
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Dezember 2006 gab der Beschwerdeführer gegenüber dem Suva-
Aussendienstmitarbeiter an, die Schmerzen im Halsbereich seien nach wie vor stark
vorhanden. Im Vordergrund seiner Beschwerden stehe seine Rückenerkrankung. Er
habe seit mehreren Jahren grosse Beschwerden im Bereich des vierten und fünften
Lendenwirbels und stehe diesbezüglich bei Dr. B._ in Behandlung. Wegen
psychischer Probleme, insbesondere Schlafstörungen und Verarbeitungsstörungen,
stehe er seit geraumer Zeit bei Dr. med. C._, in Behandlung. Die Prostataerkrankung,
die psychischen Probleme sowie die lumbalen Rückenprobleme hätten dazu geführt,
dass er per 30. August 2006 die Arbeit habe niederlegen müssen. Jetzt sei der Unfall
vom Oktober 2006 dazugekommen, und die Situation habe sich dadurch noch
zusätzlich verschlimmert. Er wäre auch ohne die Nackenbeschwerden heute nicht
arbeitsfähig, da die Situation betreffend Rücken und Psyche praktisch unverändert
geblieben sei (UV-act. 13). Zuhanden der Beschwerdegegnerin bestätigte Dr. B._ am
5. Januar 2007 die Diagnose einer HWS-Distorsion und wies darauf hin, dass der
Patient an ständigen Nackenschmerzen und Parästhesien in beiden Händen leide. Er
mache weiterhin Physiotherapie und sei auf ärztliche Betreuung angewiesen. Aufgrund
des Unfalls vom 27. Oktober 2006 sei er zu 100% arbeitsunfähig (UV-act. 17). Eine
Abklärung der Arbeitsgruppe für Unfallmechanik ergab gemäss Bericht vom 20.
Februar 2007 eine kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung für das Fahrzeug des
Beschwerdeführers innerhalb oder oberhalb eines Bereichs von 10-15 km/h; durch die
dabei wirksamen Beschleunigungskräfte habe sich der Beschwerdeführer relativ zum
Fahrzeug gerade nach hinten bewegt. Biomechanisch relevante Besonderheiten seien
nicht aktenkundig; es liege somit keine Abweichung vom Normalfall vor. Das
vorbestehende LWS-Syndrom werde hier nicht gewertet. Die anschliessend an das
Ereignis beim Beschwerdeführer festgestellten, von der HWS ausgehenden
Beschwerden und Befunde seien durch die Kollisionseinwirkung im Normalfall erklärbar
(UV-act. 23).
2.3 Am 21. Mai 2007 berichtete der Beschwerdeführer über eine Besserung der
Krankheitsfolgen (Rücken, Prostata). Die grössten Probleme habe er im Bereich des
Nackens. Grundsätzlich sei der Zustand ein ständiges Auf und Ab. Seine Arbeitgeberin
habe ihm mitgeteilt, dass es keine Einsatzmöglichkeiten für ihn gebe; ein teilweiser
Einsatz (50%) sei nicht möglich. Er habe die Arbeit seit dem Unfall nicht mehr
aufgenommen. Das Arbeitsverhältnis sei per Ende Juli 2007 gekündigt worden (UV-act.
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39). Eine interdisziplinäre arbeitsspezifische Abklärung in der Klinik Valens ergab
gemäss Gutachten vom 8. Juni 2007 unter anderem, im Vordergrund der vom
Patienten geklagten Beschwerden stünden Nacken- und Schultergürtelschmerzen
rechts. Es sei diesbezüglich die Diagnose eines chronischen kraniozervikalen
Beschleunigungstraumas zu stellen. Die im Rahmen der internistischen und
rheumatologischen Untersuchung auffälligen Befunde würden ergonomisch mit einer
schmerzbedingt verminderten Belastbarkeit der Halswirbelsäule und des rechten Arms
korrelieren. Die psychiatrische Exploration habe die Diagnose einer leichtgradigen
depressiven Verstimmung mit somatischem Syndrom, am ehesten (ätiologisch) im Sinn
einer Anpassungsstörung mit vorwiegender Beeinträchtigung anderer Gefühle ergeben.
Die im Schreiben des behandelnden Psychiaters Dr. C._ von Anfang Juni 2007
attestierte posttraumatische Belastungsstörung nach dem Suizid des Vaters im
Dezember 2002 habe aktuell nicht mehr objektiviert werden können. Ebenso habe sich
die mittel- bis schwerwiegende depressive Störung während der aktuellen
Untersuchung nicht mehr objektivieren lassen. Im Weiteren bestehe ein
Lumbovertebralsyndrom. Aus interdisziplinärer Sicht werde dem Beschwerdeführer
eine anhaltende 100%ige Arbeitsunfähigkeit für die zuletzt ausgeübte mittelschwere
Arbeit mit maximalen Gewichtsbelastungen bis 30kg attestiert. Eine leichte bis
mittelschwere Arbeit mit maximalen Gewichten bis 17.5kg (einhändiges Tragen
beidseits) sei dem Patienten jedoch in einem Pensum von 50% ab sofort möglich.
Dabei sollte es sich um eine wechselbelastende Arbeit ohne Arbeiten auf Schulterhöhe
oder über Kopf handeln. Auch Tätigkeiten, bei welchen der Patient den Kopf längere
Zeit in Flexionsstellung halten müsse, seien ungünstig und zu vermeiden. Berufliche
Massnahmen durch die IV im Sinn der Abklärung der
Wiedereingliederungsmöglichkeiten seien sinnvoll. Auch unfallbedingt bestehe aktuell
eine volle Arbeitsunfähigkeit für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit. Für eine
behinderungsgeeignete Verweistätigkeit betrage die Arbeitsfähigkeit 50% (UV-act. 47).
Im Untersuchungsbericht Innere Medizin/Rheumatologie der Klinik Valens vom 7. Juni
2007 (UV-act. 47 Beilage, S. 5) war unter anderem zusätzlich festgehalten worden,
durch den Verkehrsunfall sei ein krankhafter, klinisch stummer Vorzustand
richtungsweisend aktiviert und verschlechtert worden. Der Basistest der körperlichen
Leistungsfähigkeit in der Klinik Valens hatte gemäss Bericht vom 7. Juni 2007 eine
fragliche Leistungsbereitschaft des Beschwerdeführers sowie eine Tendenz zur
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Selbstlimitierung und ein mässig konsistentes Verhalten ergeben (Beilage zu UV-act.
47). Kreisarzt Dr. med. D._ hielt in der Stellungnahme vom 13. Juli 2007 fest, das
Gutachten der Klinik Valens überzeuge ihn nicht. Strukturelle Läsionen nach HWS-
Distorsion seien vorliegend ausgeschlossen worden. Auch sei der primäre Befund nach
dem Auffahrunfall wenig eindrücklich gewesen. Es lägen auffallend viele krankhafte
Befunde vor, welche die chronischen Verspannungen im Nacken mit Nacken- und
Kopfschmerzen wesentlich besser erklären könnten. Das HWS-MRI vom März 2007
zeige dezidiert keine strukturellen posttraumatischen Läsionen (UV-act. 49). Suva-Arzt
Dr. med. F. Speck, Facharzt FMH für Chirurgie, kam im Bericht vom 28. August 2007
zum Schluss, der Beschwerdeführer sei schon vor dem Unfall wegen Lumbalgien
arbeitsunfähig geschrieben gewesen und stehe seit Jahren in psychiatrischer
Behandlung bei Dr. C._. Mangels objektivierbarer struktureller Unfallfolgen bestehe
weder eine Arbeitsunfähigkeit noch ein Integritätsschaden. Weitere körperliche
Behandlungen seien weder nötig noch sinnvoll. Die im Vordergrund stehenden
psychosomatischen Beschwerden seien ein juristisches Adäquanz-Problem (UV-act.
65).
2.4 Dr. B._ berichtete am 5. Oktober 2007, der Patient leide weiterhin an
Nackenbeschwerden und Parästhesien an beiden Händen. Er besuche regelmässig
Physiotherapie-Sitzungen (UV-act. 72). Im Nachgang zu einem stationären Aufenthalt
vom 24. Oktober 2007 bis 22. Januar 2008 diagnostizierten die Ärzte der Rehaklinik
Bellikon am 22. bzw. 31. Januar 2008 eine HWS-Distorsion, ein persistierendes
zervikovertebrales Schmerzsyndrom und einen anhaltenden Tinnitus, eine aktuell
schwere, protrahierte Anpassungsstörung mit vorwiegender Beeinträchtigung anderer
Gefühle, ein chronisches lumbovertebragenes Schmerzsyndrom und ein chronic pelvic
pain-Syndrom/ chronische Prostatitis. Als aktuelle Probleme lägen persistierende
Nacken- und Schultergürtelschmerzen rechts sowie eine psychosoziale
Belastungssituation vor. Durch die psychische Problematik sei die
Leistungsbereitschaft in den Tests und im Trainingsprogramm beeinträchtigt gewesen.
Die Konsistenz bei den Tests und im Training sei im Wesentlichen schlecht gewesen.
Demzufolge seien die Resultate der ergonomischen Tests für die Beurteilung der
zumutbaren Belastbarkeit nur teilweise verwertbar. Das Ausmass der demonstrierten
physischen Einschränkungen lasse sich mit den objektivierbaren pathologischen
Befunden der klinischen Untersuchung sowie den Diagnosen aus rein somatisch-
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funktioneller Sicht nur zum Teil erklären. Die Beurteilung der Zumutbarkeit (ganztägig
für leichte bis mittelschwere Arbeit) stütze sich im Wesentlichen auf medizinisch-
theoretische Überlegungen, ergänzt durch die Beobachtungen bei den Leistungstests
und im Trainingsprogramm. Eine weitergehende Einschränkung der Belastbarkeit lasse
sich medizinisch-theoretisch nicht begründen. Zusätzlich zu den muskuloskelettal
bedingten Einschränkungen bestehe derzeit eine mittelschwere Leistungsminderung
infolge einer psychischen Störung mit Krankheitswert. Die ganztägige Zumutbarkeit
einer leichten bis mittelschweren Arbeit bestehe aus rein somatisch-funktioneller Sicht.
Unter zusätzlicher Berücksichtigung der psychischen Problematik werde ein
erleichterter Einstieg in eine geeignete Tätigkeit zu Beginn halbtags mit sukzessiver
Ausdehnung des Arbeitspensums bis ganztags innerhalb von zwei bis drei Monaten
empfohlen. Aus rein unfallkausaler, somatisch-funktioneller Sichtweise könne aktuell
mehr als ein Jahr nach dem Unfallereignis von einem Endzustand ausgegangen werden
(UV-act. 80, 83). Eine Standortbestimmung vom 8. Februar 2008 ergab, dass der
Beschwerdeführer sich eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit von 50% mit Steigerung
bis 100% gut vorstellen könne. Er benötige eine Tagesstruktur bzw. eine Tätigkeit. Für
die Stabilisierung müsse die Steigerung von 50 auf 100% im vorgeschlagenen
Rhythmus ablaufen (UV-act. 85). Dr. B._ legte im Bericht vom 28. März 2008 dar, der
in Bellikon festgestellte Hypogonadismus (Testosteronmangel) spiele eine Rolle bei der
Frage nach der Steigerung der Arbeitsfähigkeit. Erst wenn die Hormontherapie greife,
sei der Patient in der Lage, seine Nackenbeschwerden therapeutisch besser angehen
zu können und eine grössere Arbeitsleistung zu erbringen (UV-act. 95). In der Folge
berichtete Dr. B._ am 24. April 2009, der Beschwerdeführer sei aus der Mischung
von Krankheit und Unfall bis 31. März (2009) zu 50% arbeitsunfähig gewesen. Die
koordinierte Behandlung durch Dr. med. E._, Urologie, durch Dr. C._ und durch ihn
habe nun insofern Erfolg gezeigt, dass die Arbeitsfähigkeit auf den 1. April 2009
versuchsweise gesteigert werden konnte. Ab diesem Datum sei er wieder 100%
arbeitsfähig (act. G 15.1/1). Dr. E._ hatte im Bericht vom 22. April 2009 unter
anderem ausgeführt, zwischen Unfall und Hormonproduktion sei ein Zusammenhang
bekannt. Ein erniedrigter Testosteronspiegel beeinflusse neben anderen Hormonen die
Serotonin-Produktion, was zu einer Depression führe (act. G 15.1/2). Der Osteopath
F._, hielt im Bericht vom 18. September 2008 fest, beim Beschwerdeführer, welchen
er am 21. April 2008 zum letzten Mal gesehen und behandelt habe, habe eine
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osteoarticuläre und myofasciale Dysbalance mit neuromenigialer und neurovegetativer
Hypersensibilität nach Verkehrsunfall vom 27. Oktober 2006 bestanden (act. G 15.1/4).
3.
3.1 Beim Beschwerdeführer lagen unbestrittenermassen bereits lange vor dem
streitigen Unfall Gesundheitsschäden im lumbalen Rücken und psychische Probleme
vor, aufgrund welcher er auch bei Dr. B._ und Dr. C._ in ärztlicher Behandlung
stand. Bereits vor dem Unfall lag deswegen auch eine volle Arbeitsunfähigkeit vor (vgl.
UV-act. 13, 16/3; act. G 1 S. 2 unten). Sodann bestanden bereits vor dem Unfall
krankheitsbedingte Degenerationen im HWS-Bereich (UV-act. 83 S. 3). Die vom
Beschwerdeführer im Nachgang zum Unfall angegebenen Beschwerden liessen sich
nach Lage der medizinischen Akten (UV-act. 3, 47, 83) nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit auf eine objektivierbare organische Schädigung bzw. strukturelle
Veränderung an der HWS zurückführen, die mit dem Unfall vom 27. Oktober 2006 in
Zusammenhang zu bringen wäre. Eine manuelle ärztliche Untersuchung der
versicherten Person fördert klinische, nicht aber organisch-strukturell sichtbare
Ergebnisse zu Tage. Solche sind Ergebnisse, die reproduzierbar sind und von der
Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten unabhängig sind. Von
organisch-strukturell sichtbaren Unfallfolgen kann erst dann gesprochen werden, wenn
die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt werden
(vgl. BGE 134 V 109 Erw. 9, 117 V 359 Erw. 5d/aa; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81 Erw. 5.4
mit Hinweisen [U 479/05]). Diese Untersuchungsmethoden müssen zudem
wissenschaftlich anerkannt sein (BGE 134 V 231 Erw. 5.1 mit Hinweisen).
Beispielsweise sind ein Thoracic outlet Syndrom (TOS), myofasziale und tendinotische
bzw. myotendinotische Befunde für sich allein nicht als organisch hinreichend
nachweisbare Unfallfolgen zu betrachten. Auch Verhärtungen und Verspannungen der
Muskulatur, Druckdolenzen im Nacken sowie Einschränkungen der HWS-Beweglichkeit
können für sich allein nicht als klar ausgewiesenes organisches Substrat der
Beschwerden qualifiziert werden. Gleiches gilt für Nackenverspannungen bei
Streckhaltung der HWS mit Retrohaltung (Urteil des Bundesgerichts vom 17. Oktober
2008 i/S H.B.-G. [8C_124/2008] mit vielen Hinweisen, sowie vom 7. Februar 2008 i/S D.
[U13/07] Erw. 3.2 und 3.3). Der Einwand von Kreisarzt Dr. D._, wonach keine
strukturellen posttraumatischen Läsionen ausgewiesen seien und auch
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krankheitsbedingte Befunde an der HWS vorlägen (UV-act. 49), trifft zwar zu, vermag
jedoch - wie im Gutachten der Klinik Valens dargelegt wurde (Untersuchungsbericht
Innere Medizin/Rheumatologie vom 7. Juni 2007; UV-act. 47 S. 5) - eine
Unfalleinwirkung auf die HWS im Sinn eines Auslösungs- oder
Verschlimmerungsfaktors und damit eine teilweise Unfallkausalität nicht
auszuschliessen. Dies umso weniger, als HWS-Distorsionen gerade dadurch
charakterisiert sind, dass sich - bei gegebenem klinischem Befund - organische/
strukturelle Veränderungen nicht nachweisen lassen.
3.2 Ausgehend von einer HWS-Distorsion und damit im konkreten Fall einer
schleudertraumaähnlichen Verletzung muss nach der Rechtsprechung (vgl. z.B. Urteil
des EVG vom 4. November 2005 i/S K. [U 312/05]) nicht der gesamte
Beschwerdekatalog vorliegen, um von einer Unfallkausalität ausgehen zu können.
Innerhalb der Latenzzeit von drei Tagen nach dem Unfall müssen sich sodann lediglich
Nacken- bzw. HWS-Beschwerden manifestieren, und nicht auch jene, die
typischerweise im Rahmen einer schleudertraumaähnlichen Verletzung auftreten
können (vgl. Urteil des EVG vom 30. Januar 2007 i/S T. [U 215/05], Erw. 5.3 mit
Hinweisen). Gemäss Erhebungsblatt für die Abklärung von HWS-Fällen hatte der
Beschwerdeführer am 4. Dezember 2006 angegeben, es habe anlässlich des streitigen
Unfalls ein Anprall des Hinterkopfs an der Kopfstütze stattgefunden. Es seien sofort
Nackenverspannungen und innert Stunden Schmerzen im Schultergürtel sowie
Schwindel und Dunkelheit vor den Augen aufgetreten. Als Vorzustände hätten Schulter-
und Rückenbeschwerden sowie psychische Beschwerden bestanden (UV-act. 12). Ein
Beschwerdebild, wie es typischerweise nach schleudertraumaähnlicher Verletzung
auftreten kann, lässt sich vorliegend somit nicht ohne weiteres in Abrede stellen. Die
Beschwerdegegnerin anerkannte denn auch vorerst ihre Leistungspflicht und erachtet
nunmehr die Voraussetzungen für die Leistungseinstellung als erfüllt. Dazu ist
festzuhalten, dass das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten
Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein muss. Da es
sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, trägt - anders als bei der
Frage, ob ein leistungsbegründender Kausalzusammenhang gegeben ist - der
Unfallversicherer insofern eine Beweislast, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid
zu seinen Ungunsten ausfällt (RKUV 1992 S. 75 Erw. 4b). Im Rahmen der Prüfung des
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Dahinfallens der Leistungspflicht des Unfallversicherers genügt es mithin für die
Bejahung des fortbestehenden Kausalzusammenhangs, wenn der Unfall für die
fragliche gesundheitliche Störung immer noch eine Teilursache darstellt. Gemäss Art.
36 Abs. 1 UVG werden die Pflegeleistungen und Kostenvergütungen sowie die
Taggelder und Hilflosenentschädigungen nicht gekürzt, wenn die
Gesundheitsschädigung nur teilweise Folge eines Unfalls ist. Diese Bestimmung
beinhaltet eine Durchbrechung des Kausalitätsprinzips für Fälle, in denen ein
Gesundheitsschaden durch das Zusammenwirken konkurrierender, teils
unfallbedingter, teils unfallfremder Ursachen bewirkt worden ist (Urteil des EVG vom
18. Februar 2003 i/S. S. [U 287/02] Erw. 4.4). Erachtet das Sozialversicherungsgericht
die rechtserheblichen tatsächlichen Entscheidgrundlagen bei pflichtgemässer
Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den Prozess ohne Weiterungen - insbesondere
ohne Anordnung eines Gerichtsgutachtens - abschliessen. In solchen Fällen sind an die
Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe
Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen, sind
ergänzende Abklärungen vorzunehmen (RKUV 1997Nr. U 281 S. 281).
3.3 Nachdem von Seiten der Klinik Valens eine unfallbedingte Verschlimmerung des
Vorzustandes in der HWS im Juni 2007 noch bejaht worden war, kamen die Ärzte der
Rehaklinik Bellikon im Januar 2008 wie erwähnt zum Schluss, dass aus rein
unfallkausaler, somatisch-funktioneller Sichtweise von einem Endzustand auszugehen
sei. Die anhaltende Symptomatik werde einerseits durch die psychische Problematik in
einem erheblichen Ausmass unterhalten. Anderseits seien im Bereich der HWS
vorbestehende, degenerative Veränderungen zu erwähnen. Von weiteren
physiotherapeutischen Massnahmen sei derzeit keine namhafte Verbesserung des
Zustandes zu erwarten. Im Sinn der Erhaltung des jetzigen Zustandes werde die
Durchführung eines MTT als sinnvoll erachtet. Der vom Patienten beklagte Tinnitus
lasse sich durch die erhobenen klinischen Befunde nicht erklären. Zur
Aufrechterhaltung der bis anhin erzielten Fortschritte werde die psychologisch-
psychiatrische Weiterbetreuung des Patienten als unabdingbar erachtet (UV-act. 83).
Mit Blick auf die Tatsache, dass der Beschwerdeführer wie erwähnt bereits seit
Dezember 2004 in psychiatrischer Behandlung bei Dr. C._ stand (vgl. UV-act. 13 und
Bericht Psychosomatik der Klinik Valens vom 6. Juni 2007 S. 2, UV-act. 47), kann ein
diesbezüglicher, nach der Abklärung in der Rehaklinik Bellikon bestehender
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Behandlungsbedarf nicht ohne weiteres als (teilweise) unfallkausal gelten. Eine
Unfallkausalität der psychischen Beschwerden lässt sich insbesondere aus dem
psychosomatischen Bericht der Klinik Valens (UV-act. 47 Beilage) nicht ableiten und
wird auch vom Beschwerdeführer nicht behauptet. Ausschlaggebend erscheint jedoch,
dass die psychologische Weiterbetreuung lediglich zur Aufrechterhaltung des
Erreichten empfohlen wurde. Eine Zustandsverbesserung stand damit auch in
psychiatrischer Hinsicht nicht zur Diskussion. Wenn die Beschwerdegegnerin auf Ende
März 2008 von einem Behandlungsabschluss (im Sinn von Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE
134 V 109 Erw. 4) ausging, so lässt sich dies nach Lage der Akten nicht beanstanden.
Ausgehend von der Annahme, dass gestützt auf die medizinischen Akten die Frage, ob
es sich bei den auch nach dem streitigen Einstellungszeitpunkt bestehenden
Beschwerden um eine natürliche (Teil-)Folge des versicherten Unfalls handelt, nicht mit
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit beantwortet werden kann,
erübrigt sich dennoch eine Rückweisung der Sache zwecks weiterer Abklärung des
natürlichen Zusammenhangs, wenn es an der Adäquanz des Kausalzusammenhangs
fehlt. Die Adäquanz ist daher vorweg zu prüfen. Dabei erscheint es sachgerecht, nach
Massgabe der in BGE 117 V 359 Erw. 6 entwickelten und in BGE 134 V 109 Erw. 10
präzisierten Kriterien vorzunehmen. Dabei ist auf eine Differenzierung zwischen
psychischen und physischen Komponenten zu verzichten, nachdem nach Lage der
Akten eine eindeutige Dominanz psychischer Probleme nicht als erstellt gelten kann
(vgl. BGE 123 V 98 Erw. 2a).
4.
4.1 Beim Ereignis vom 27. Oktober 2006 ist bei einer kollisionsbedingten
Geschwindigkeitsänderung des Fahrzeugs des Beschwerdeführers von innerhalb oder
oberhalb eines Bereichs von 10-15 km/h von einem mittelschweren Unfall im
Grenzbereich zu den leichten Ereignissen auszugehen (RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236).
Eine besondere Eindrücklichkeit oder dramatische Begleitumstände (vgl. die Kasuistik
zu diesem Kriterium in Rumo-Jungo, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 3. A., S. 58-64,
sowie Urteile des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007:
sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 23. November 2004 i/S B.,
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Erw. 2.3 [U 109/04] und vom 2. März 2005 i/S S., Erw. 5.1 [U 309/03]) können nicht als
belegt gelten. Bei der erlittenen HWS-Distorsion als solche handelt es sich nicht um
eine Verletzung, die durch ihre Schwere oder besondere Art charakterisiert wäre (vgl.
Urteil des EVG vom 9. August 2004 i/S J. [U 116/04]), zumal die anschliessend an das
Ereignis beim Beschwerdeführer festgestellten Beschwerden und Befunde auch
vorbestehende Veränderungen an der HWS berücksichtigten. Ein Kopfanprall an harten
Strukturen - die Kopfstütze des Fahrzeugs fällt nicht darunter - fand mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit nicht statt.
4.2 Die versicherte Person hat Anspruch auf die zweckmässige Behandlung (Art. 10
Abs. 1 UVG) der Unfallfolgen für solange, als von ihrer Fortsetzung eine namhafte
Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann (Art. 19 Abs. 1 UVG e
contrario). Das Bundesgericht erachtete das Kriterium der fortgesetzt spezifischen,
belastenden ärztlichen Behandlung (Urteil des Bundesgerichts U 394/06 vom 19.
Februar 2008, Erw. 10.2.3) in einem Fall nicht erfüllt, in welchem nach der ambulanten
Erstbehandlung zwei Tage nach dem Unfall die Versicherte durch den Hausarzt
medikamentös und in der Folge mit ambulanter und stationärer Physiotherapie
behandelt wurde, die keine namhafte Besserung brachte. Das Gericht kam zum
Schluss, auch wenn später erneut physiotherapeutische Massnahmen angeordnet
worden seien, handle es sich nicht um eine fortgesetzt spezifische, die Versicherte
belastende ärztliche Behandlung (Urteil des Bundesgerichts vom 17. April 2008 i/S
H.B. [8C_181/2007]). Vorliegend empfahlen die Ärzte der Klinik Valens im Juni 2007
aufgrund des bisher ambulant eher unbefriedigenden Therapie- und Heilungsverlaufs
eine intensive stationäre Rehabilitation (UV-act. 47). Diese erfolgte von Oktober 2007
bis Januar 2008 in der Rehaklinik Bellikon und ergab wie erwähnt, dass weitere
Massnahmen (MTT, psychiatrische Behandlung) für die Aufrechterhaltung des
erreichten Zustandes als sinnvoll erachtet wurden, jedoch keine namhafte
Verbesserung des Zustandes zu erwarten waren (UV-act. 83). Insgesamt war somit im
Einstellungszeitpunkt jedenfalls keine fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche
Behandlung mehr nachgewiesen. Bei der psychotherapeutischen Behandlung - soweit
überhaupt natürlich unfallkausal - dürfte es sich zudem überwiegend wahrscheinlich
um sporadische ambulante Arztkonsultationen handeln, welchen nicht ein eigentlich
belastender Charakter beigemessen werden kann. Bei diesem Sachverhalt kann
offenbleiben, ob der von Dr. E._ im Bericht vom 22. April 2009 statuierte
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Zusammenhang zwischen Unfall und Hormonspiegel und die daraus abgeleitete
Konnexität zwischen tiefem Hormonspiegel und Depression (act. G 15.1/2) mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als erwiesen zu betrachten sind.
Immerhin ist festzuhalten, dass eine überwiegende Wahrscheinlichkeit im erwähnten
Sinn aus dem Bericht von Dr. E._ für sich allein nicht abgeleitet werden kann,
nachdem beim Beschwerdeführer eine Mehrzahl von (krankheitsbedingten)
Gesundheitsschäden das Beschwerdebild prägt und damit eine Vielfalt möglicher
Ursachen vorliegt.
4.3 Sodann lassen sich für das Bestehen eines schwierigen Heilverlaufs und von
erheblichen Komplikationen den Akten konkret keine Anhaltspunkte entnehmen. Auch
von einer ärztlichen Fehlbehandlung kann somit nicht ausgegangen werden.
4.4 Beim Beschwerdeführer bestand bereits vor dem streitigen Unfall eine
krankheitsbedingte volle Arbeitsunfähigkeit (UV-act. 16/3). Nach dem Unfall wurde eine
Arbeitsunfähigkeit auch mit Hinweis auf die Unfallfolgen bestätigt (UV-act. 17). Die
Abklärung in der Klinik Valens vom Juni 2007 ergab in der Folge eine 50%ige
unfallbedingte Arbeitsfähigkeit für eine adaptierte Tätigkeit (UV-act. 47). Die Ärzte der
Rehaklinik Bellikon bestätigten im Januar 2008 die ganztägige Zumutbarkeit einer
leichten bis mittelschweren Arbeit aus rein somatisch-funktioneller Sicht. Unter
zusätzlicher Berücksichtigung der psychischen Problematik empfahlen sie einen
erleichterter Einstieg in eine geeignete Tätigkeit zu Beginn halbtags mit sukzessiver
Ausdehnung des Arbeitspensums bis ganztags innerhalb von zwei bis drei Monaten
(UV-act. 83). Bei der letztgenannten Feststellung der Gutachter handelte es sich nicht
um eine Arbeitsfähigkeits-Prognose, sondern um eine Empfehlung zur Einräumung
einer Übergangsfrist mit Hinweis auf die psychische Situation des Beschwerdeführers.
Auch der Beschwerdeführer selbst räumte am 8. Februar 2008 ein, dass er sich eine
leichte bis mittelschwere Tätigkeit von 50% mit Steigerung bis 100% gut vorstellen
könne (UV-act. 85). Die Frage, ob der Beschwerdeführer sich ausserhalb seiner
angestammten Tätigkeit um eine Wiedereingliederung bemühte, kann offenbleiben,
nachdem im Einstellungszeitpunkt (31. März 2008) eine erhebliche (unfallbedingte)
Arbeitsunfähigkeit nicht vorlag. Selbst wenn somit erhebliche Beschwerden zu bejahen
wären, liesse sich nicht beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die adäquate
Unfallkausalität der HWS-Beschwerden für die Zeit ab 31. März 2008 verneinte.
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5.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des
Einspracheentscheids vom 23. Dezember 2008 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine
zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG