Decision ID: fc8c9d96-6ea7-51bc-b58e-2a26f650f8ea
Year: 2014
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der 1956 geborene, heute in seiner Heimat Bosnien und Herzegowina
wohnhafte A._ (nachfolgend: Versicherter oder Beschwerdeführer)
war in den Jahren 1978 bis 1984 in der Schweiz im Baugewerbe erwerbs-
tätig (IVSTA-act. 246) und leistete dabei Beiträge an die schweizerische
Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (AHV/IV). Nach einem
Arbeitsunfall am 23. Januar 1984, bei dem er sich Verletzungen an Kopf
und Wirbelsäule zugezogen hatte, war er – abgesehen von einem kurzen
Arbeitsversuch – nicht mehr erwerbstätig.
B.
Am 29. November 1985 meldete sich der Versicherte bei der IV-Stelle des
Kantons Waadt zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an
(IVSTA-act. 8). Nachdem ihm die SUVA mit Verfügung vom 18. Februar
1986 eine Invalidenrente von 25 % ab 1. Januar 1986 zugesprochen hat-
te (IVSTA-act. 4/2) und er in seine Heimat zurückgekehrt war, holte die
nunmehr zuständige Invalidenversicherungs-Kommission für Versicherte
im Ausland (heute: IV-Stelle für Versicherte im Ausland [nachfolgend:
IVSTA oder Vorinstanz]) ein polydisziplinäres Gutachten des Centre
C._ vom 6. Juli 1989 (IVSTA-act. 48) ein. Ausgehend von einer
«residuellen Arbeitsunfähigkeit» von 50 % (IVSTA-act. 43) sprach die
Schweizerische Ausgleichskasse (SAK) dem Versicherten mit Verfügung
vom 27. Juli 1989 bei einem Invaliditätsgrad von 50 % eine halbe Invali-
denrente samt Kinderrenten ab 1. Januar 1985 zu (IVSTA-act. 50). Der
Anspruch auf eine halbe Rente wurde mit Mitteilungen vom 17. März
1993 (IVSTA-act. 65), vom 9. November 1998 (IVSTA-act. 74) und vom
27. Februar 2003 (IVSTA-act. 98) revisionsweise bestätigt.
C.
Am 17. November 2003 liess der Versicherte ein Revisionsgesuch stellen
und machte dabei eine wesentliche Verschlechterung seines Gesund-
heitszustandes geltend (IVSTA-act. 104). Nach Prüfung der vom Versi-
cherten eingereichten medizinischen Unterlagen aus Bosnien durch den
Regionalen Ärztlichen Dienst Rhone (nachfolgend: RAD; IVSTA-act. 123)
wies die IVSTA das Revisionsgesuch mit Verfügung vom 29. Juni 2005 ab
und bestätigte den Anspruch auf eine halbe Rente bei einem Invaliditäts-
grad von 50 % (IVSTA-act. 125). Diese Verfügung wurde gestützt auf eine
Einschätzung von Dr. med. D._ vom medizinischen Dienst der
IVSTA vom 8. Juli 2006 (IVSTA-act. 135) mit Einspracheentscheid vom
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12. Juli 2006 bestätigt (IVSTA-act. 137). Eine dagegen erhobene Be-
schwerde hiess das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil C-2853/2006
vom 6. März 2009 dahingehend gut, als es die Sache zur Abklärung des
Sachverhalts im medizinischen und erwerblichen Bereich an die Vorin-
stanz zurückwies (IVSTA-act. 152). Gestützt auf das in der Folge von der
IVSTA eingeholte Gutachten der E._ vom 5. Juli 2010 (IVSTA-
act. 187) und einer Stellungnahme von Dr. med. D._ vom medizi-
nischen Dienst vom 2. August 2010 (IVSTA-act. 196) ging die IVSTA von
einer Arbeitsunfähigkeit von 100 % in der angestammten Tätigkeit und
von 30 % in einer angepassten Tätigkeit aus und ermittelte einen Invalidi-
tätsgrad von 45 %. Nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens hob
sie mit unangefochten gebliebener Verfügung vom 7. Februar 2011 die
Invalidenrente per 1. April 2011 auf (IVSTA-act. 208).
D.
Am 30. Dezember 2011 liess der Versicherte unter Hinweis auf einen ver-
schlechterten Gesundheitszustand und unter Beilage verschiedener neu-
er Arztberichte aus Bosnien ein neues Gesuch auf Leistungen der
schweizerischen Invalidenversicherung stellen (IVSTA-act. 226) und
reichte am 17. Januar 2012 das ausgefüllte Gesuchsformular YU/CH 4
ein (IVSTA-act. 245). Dr. med. D._ vom medizinischen Dienst der
IVSTA kam in seiner Stellungnahme vom 29. April 2012 zum Schluss,
dass aufgrund der eingereichten medizinischen Unterlagen keine Ände-
rung des Gesundheitszustandes seit der Begutachtung durch das
E._ im Jahr 2010 ersichtlich sei (IVSTA-act. 252), weshalb die
IVSTA dem Versicherten mit Vorbescheid vom 30. Mai 2012 die Abwei-
sung des Leistungsbegehrens in Aussicht stellte (IVSTA-act. 253). Dieser
machte daraufhin am 13. Juli 2012 unter Beilage neuer ärztlicher Berichte
geltend, dass wiedererwägungsweise der Anspruch auf eine ganze Rente
ab 1. April 2011 anerkannt werden müsse (IVSTA-act. 256). Auf Empfeh-
lung von Dr. med. D._ vom 31. August 2012 hin (IVSTA-act. 267),
zog die IVSTA beim RAD eine Stellungnahme von Dr. med. F._,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 23. November 2012
bei, der eine Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit von 100 % seit
1984 und von 50 % in einer angepassten Tätigkeit seit 1984 attestierte.
Er hielt unter anderem fest, dass im Gutachten des E._ nicht von
einer Besserung des Zustands die Rede sei, so dass die Restarbeitsfä-
higkeit von 70 % gegenüber der seit dem Gutachten der C._ aus
dem Jahr 1989 anerkannten Arbeitsfähigkeit von 50 % aus medizinsicher
Sicht eindeutig einer anderen Beurteilung der selben Situation entspreche
(IVSTA-act. 275). Mit Verfügung vom 22. Juli 2013 wies die IVSTA sodann
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das Leistungsbegehren bei einem Invaliditätsgrad von 45 % ab (IVSTA-
act. 281).
E.
Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte durch seinen Vertreter mit
Eingabe vom 26. August 2013 (Poststempel) Beschwerde beim Bundes-
verwaltungsgericht und beantragte, die angefochtene Verfügung sei auf-
zuheben und es sei ihm eine ganze Invalidenrente ab 1. April 2011 zuzu-
sprechen oder die Sache sei erneut abzuklären (BVGer-act. 1). Zur Be-
gründung führte er im Wesentlichen aus, dass seine körperlichen Leiden
nicht berücksichtigt worden seien. Zudem machte er unter Beilage eines
neuen ärztlichen Berichts vom 24. Juli 2013 eine Verschlechterung seines
psychischen Zustandes geltend.
F.
Die Vorinstanz beantragte mit Vernehmlassung vom 12. Dezember 2013
die dahingehende teilweise Gutheissung der Beschwerde, als dem Be-
schwerdeführer ab 1. August 2012 die halbe Invalidenrente wieder auszu-
richten sei (BVGer-act. 7). Zur Begründung führte sie zusammengefasst
aus, dass in medizinischer Hinsicht seit dem Gutachten des E._
ein unveränderter Sachverhalt vorliege. Zudem sei auch der medizinische
Sachverhalt seit der Rentenzusprache im Jahr 1985 unverändert, so dass
die Erhöhung der Restarbeitsfähigkeit von 50 % auf 70 % in leidensange-
passten Verweistätigkeiten lediglich als eine abweichende Beurteilung
desselben Sachverhalts zu qualifizieren sei. Die rechtskräftige Verfügung
vom 7. Februar 2011 erweise sich insofern als zweifellos unrichtig. Im vor-
liegenden Beschwerdeverfahren könne man sich daher nicht auf die
Überprüfung der angefochtenen Verfügung vom 22. Juli 2013 beschrän-
ken, sondern habe die Verfügung vom 7. Februar 2011 in Wiedererwä-
gung zu ziehen. Da der Mangel mit der Stellungnahme des IV-ärztlichen
Dienstes vom 31. August 2012 entdeckt worden sei, sei dem Beschwer-
deführer die halbe Rente ab dem 1. August 2012 weiter zu gewähren.
G.
Der Beschwerdeführer und die Vorinstanz hielten mit Replik vom 31. De-
zember 2013 (BVGer-act. 9) beziehungsweise Duplik vom 13. Januar
2014 (BVGer-act. 11) an ihren Anträgen fest, worauf der Schriftenwechsel
mit verfahrensleitender Verfügung vom 17. Januar 2014 abgeschlossen
wurde (BVGer-act. 12).
C-4769/2013
Seite 5
H.
Mit Zwischenverfügung vom 12. August 2014 hat das Bundesverwal-
tungsgericht das Beschwerdeverfahren C-4769/2013 nach Gewährung
des rechtlichen Gehörs sistiert und die Vorinstanz eingeladen, das hängi-
ge Wiedererwägungsverfahren betreffend die rechtskräftige Verfügung
vom 7. Februar 2011 abzuschliessen und eine entsprechende Verfügung
zu erlassen (BVGer-act. 16). Am 6. Oktober 2014 teilte die Vorinstanz
dem Bundesverwaltungsgericht mit, dass sie ein Wiedererwägungsver-
fahren betreffend die Verfügung vom 7. Februar 2011 angestrengt und
diesbezüglich vor Erlass der neuen Verfügung am 19. September 2014
bereits einen Beschluss verfasst habe. Zudem übermittelte sie dem Ge-
richt ein Schreiben des Beschwerdeführers vom 1. Oktober 2014, worin
dieser unter anderem um Weiterführung des Beschwerdeverfahrens er-
suchte, zur Kenntnisnahme und weiterer Veranlassung, ohne die beab-
sichtige Wiedererwägungsverfügung zu erlassen (BVGer-act. 17). Dar-
aufhin wurde die Sistierung mit Instruktionsverfügung vom 17. Oktober
2014 aufgehoben und das Beschwerdeverfahren wieder aufgenommen
(BVGer-act. 18).
I.
Auf den weiteren Inhalt der Akten sowie der Rechtsschriften ist – soweit
erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Be-
schwerde zuständig (Art. 69 Abs. 1 Bst. b IVG [SR 831.20]; Art. 31, 32
und 33 Bst. d VGG) und der Beschwerdeführer ist als Adressat der ange-
fochtenen Verfügung zur Erhebung der Beschwerde legitimiert (Art. 48
Abs. 1 VwVG; siehe auch Art. 59 ATSG [SR 830.1]). Die formgerechte
Beschwerde wurde unter Berücksichtigung des Fristenstillstandes wäh-
rend der Gerichtsferien vom 15. Juli bis und mit 15. August (Art. 22a
Abs. 1 Bst. b VwVG) rechtzeitig eingereicht (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52
Abs. 1 VwVG; siehe auch Art. 60 ATSG). Auf die Beschwerde vom
26. August 2013 ist daher einzutreten.
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Seite 6
2.
2.1 Im Beschwerdeverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht sind
grundsätzlich nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen und zu beurteilen, zu
denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in
Form einer Verfügung – Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die
Verfügung den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegens-
tand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und an einer
Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung ergangen
ist (BGE 131 V 164 E. 2.1).
2.2 Anfechtungsobjekt und damit Begrenzung des Streitgegenstandes
dieses Beschwerdeverfahrens bildet die angefochtene Verfügung vom
22. Juli 2013, mit welcher die Vorinstanz das neue Leistungsbegehren
des Beschwerdeführers mangels Veränderung des Gesundheitszustan-
des abgewiesen und einen Anspruch auf eine Invalidenrente verneint hat
(IVSTA-act. 281). Das vom Beschwerdeführer am 13. Juli 2012 gestellte
Gesuch um Wiedererwägung der rentenaufhebenden Verfügung vom
7. Februar 2011 und Gewährung des Rentenanspruchs ab 1. April 2011
(IVSTA-act. 256) wird in der angefochtenen Verfügung dagegen nicht be-
handelt. Mangels entsprechendem Anfechtungsobjekt kann die Frage, ob
die Voraussetzungen für eine Wiedererwägung der Verfügung vom
7. Februar 2011 erfüllt sind, hier also nicht Prozessthema sein. Auf das
Ersuchen der Vorinstanz, im vorliegenden Beschwerdeverfahren sei auch
die Verfügung vom 7. Februar 2011 in Wiedererwägung zu ziehen, ist da-
her nicht einzugehen. Im Übrigen wäre das Gericht auch bei Bejahung
der Wiedererwägungsvoraussetzungen gar nicht befugt, die unangefoch-
ten gebliebene Verfügung vom 7. Februar 2011 selbst aufzuheben, son-
dern hätte die Sache zur Vornahme der Wiedererwägung an die Vorin-
stanz zurückzuweisen (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsge-
richts I 610/00 vom 18. Dezember 2002 E. 5.2). Streitig und zu prüfen ist
somit einzig der im Rahmen der Neuanmeldung beziehungsweise des
Revisionsgesuchs geltend gemachte Anspruch des Beschwerdeführers
auf eine Invalidenrente.
3.
3.1 Der Beschwerdeführer ist Staatsangehöriger von Bosnien-
Herzegowina und hat dort seinen Wohnsitz, weshalb das im Verhältnis zu
Bosnien und Herzegowina bis heute gültige Abkommen vom 8. Juni 1962
zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Föderativen
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Volksrepublik Jugoslawien über Sozialversicherung (SR 0.831.109.818.1;
nachfolgend: Sozialversicherungsabkommen) zur Anwendung kommt
(vgl. Urteil des BGer 9C_385/2011 vom 8. August 2011 E. 2). Nach Art. 2
des Sozialversicherungsabkommens stehen die Staatsangehörigen der
Vertragsstaaten in ihren Rechten und Pflichten aus den in Art. 1 genann-
ten Rechtsbereichen, zu welchen auch die schweizerische Bundesge-
setzgebung über die Invalidenversicherung gehört, einander gleich, so-
weit nichts anderes bestimmt ist. Hinsichtlich der Voraussetzungen des
Anspruchs auf eine schweizerische Invalidenrente sowie der anwendba-
ren Verfahrensvorschriften sieht das Sozialversicherungsabkommen kei-
ne im vorliegenden Verfahren relevanten Abweichungen vom Grundsatz
der Gleichstellung vor. Demnach beantwortet sich die Frage, ob die Vor-
instanz den Anspruch auf eine Invalidenrente zu Recht verneint hat, allein
aufgrund der schweizerischen Rechtsvorschriften (vgl. Art. 4 des Sozial-
versicherungsabkommens).
3.2 Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung einer Streit-
sache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen
Verwaltungsverfügung (hier: 22. Juli 2013) eingetretenen Sachverhalt ab
(BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither ver-
ändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungs-
verfügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b).
3.3 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mass-
geblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechts-
folgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 132 V 215 E. 3.1.1),
weshalb jene Vorschriften Anwendung finden, die spätestens beim Erlass
der Verfügung vom 22. Juli 2013 in Kraft standen (so auch die Normen
des auf den 1. Januar 2012 in Kraft gesetzten ersten Teils der 6. IV-
Revision [IV-Revision 6a], AS 2011 5659); weiter aber auch Vorschriften,
die zu jenem Zeitpunkt bereits ausser Kraft getreten waren, die aber für
die Beurteilung allenfalls früher entstandener Leistungsansprüche von
Belang sind.
4.
4.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invali-
dität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der kör-
perlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach
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Seite 8
zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil-
weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung
des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs-
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über-
windbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
4.2 Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf
eine Viertelsrente, bei mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei min-
destens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei mindestens 70 % auf ei-
ne ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). Gemäss Art. 29 Abs. 4 IVG werden
Renten, die einem Invaliditätsgrad von weniger als 50 % entsprechen, nur
an Versicherte ausgerichtet, die ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Auf-
enthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben (so auch Art. 8 Bst. e des
Sozialversicherungsabkommens).
5.
5.1 Zeitlicher Referenzpunkt für die sowohl im Neuanmelde- wie auch im
Revisionsverfahren vorzunehmende Prüfung, ob sich der Gesundheitszu-
stand des Beschwerdeführers in anspruchsrelevanter Weise verändert
hat, bildet die Verfügung vom 7. Februar 2011, als die letzte umfassende
materielle Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachver-
haltsabklärung und Beweiswürdigung vorgenommen worden war
(vgl. BGE 133 V 108 E. 5). Diese Verfügung blieb zwar unangefochten,
der Beschwerdeführer verlangte jedoch am 13. Juli 2012, dass sie in
Wiedererwägung gezogen wird. Aufgrund der Akten ist davon auszuge-
hen ist, dass die Vorinstanz auf das Wiedererwägungsgesuch eingetreten
ist und entsprechende Abklärungen vorgenommen hat (vgl. IVSTA-
act. 277 und 279). Aus der Beschwerdevernehmlassung vom 12. Dezem-
ber 2013 (BVGer-act. 7) ergibt sich überdies, dass die Vorinstanz die
rechtskräftige Verfügung vom 7. Februar 2011 als zweifellos unrichtig be-
trachtet und bereit ist, dem Beschwerdeführer wiedererwägungsweise die
halbe Invalidenrente ab dem 1. August 2012 wieder auszurichten. So hat
die Vorinstanz auch dem Bundesverwaltungsgericht am 6. Oktober 2014
mitgeteilt, dass ein Wiedererwägungsverfahren betreffend die rechtskräf-
tige Verfügung vom 7. Februar 2011 angestrengt worden und ein entspre-
chender Beschluss vorbereitet sei. Den letzten Schritt des Wiedererwä-
gungsverfahrens, nämlich den Erlass einer Wiedererwägungsverfügung,
hat die Vorinstanz jedoch noch nicht vorgenommen.
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Seite 9
5.2 Der Rechtszustand im massgebenden Vergleichszeitpunkt ist folglich
noch ungeklärt und damit insbesondere die Frage, ob die Vorinstanz die
Verfügung vom 7. Februar 2011 wiedererwägungsweise aufhebt oder
nicht. Der Abschluss des bei der Vorinstanz hängigen Wiedererwägungs-
verfahrens hat aber entscheidenden Einfluss auf das hängige Beschwer-
deverfahren. Die angefochtene Verfügung vom 22. Juli 2013 beruht ihrer-
seits auf einer unvollständigen Sachverhaltsabklärung. Aus diesem Grund
ist die Beschwerde insoweit gutzuheissen, als die angefochtene Verfü-
gung aufzuheben und die Angelegenheit an die Vorinstanz zurückzuwei-
sen ist, damit diese zunächst das noch hängige – und offenbar spruchrei-
fe – Wiedererwägungsverfahren abschliesst und nach Durchführung ei-
nes Vorbescheidverfahrens eine entsprechende Verfügung erlässt. An-
schliessend hat sie das hier strittige Neuanmelde- beziehungsweise Re-
visionsgesuch zu behandeln und darüber neu zu verfügen.
6.
6.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1 bis
i.V.m.
Art. 69 Abs. 2 IVG), wobei das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 63
Abs. 1 VwVG die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par-
tei auferlegt. Da eine Rückweisung praxisgemäss als Obsiegen der Be-
schwerde führenden Partei gilt (BGE 132 V 215 E. 6), sind im vorliegen-
den Fall dem Beschwerdeführer keine Verfahrenskosten aufzuerlegen.
Da der Vorinstanz gestützt auf Art. 63 Abs. 2 VwVG ebenfalls keine Kos-
ten aufzuerlegen sind, werden keine Verfahrenskosten erhoben.
6.2 Der obsiegende, vertretene Beschwerdeführer hat gemäss Art. 64
Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 des Reglements vom 21. Februar
2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-
gericht (VGKE, SR 173.320.2) Anspruch auf eine Parteientschädigung für
den nichtanwaltlichen Vertreter zu Lasten der Verwaltung. Da er keine de-
taillierte Honorarnote eingereicht hat (vgl. Art. 14 Abs. 1 VGKE), ist die
Parteientschädigung nach Ermessen und unter Berücksichtigung des ge-
botenen und aktenkundigen Aufwands, der Bedeutung der Streitsache
und der Schwierigkeit des vorliegend zu beurteilenden Verfahrens auf
Fr. 800.– (inklusive Auslagen, ohne Mehrwertsteuer [vgl. dazu Urteil des
BVGer C-6173/2009 vom 29. August 2011 mit Hinweis]; Art. 9 Abs. 1
i.V.m. Art. 10 Abs. 2 VGKE) festzusetzen (vgl. Art. 14 Abs. 2 VGKE).
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