Decision ID: 7e6e8d8c-c8df-5e73-bc21-aa7e5ae0a4ae
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich im August 2004 unter Hinweis auf einen im Januar 2004
erlittenen Unfall zum Bezug einer Rente der Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Die
Arbeitgeberin des Versicherten teilte im Oktober 2004 mit (IV-act. 13), sie beschäftige
diesen seit April 2000 als Bauarbeiter. Der Monatslohn belaufe sich auf 4'120 Franken;
der Versicherte erhalte einen 13. Monatslohn. Der Hausarzt Dr. med. B._ berichtete
im Oktober 2004 (IV-act. 14), der Versicherte habe am 21. Januar 2004 einen
„Bauschuttunfall“ erlitten, bei dem er sich multiple Kontusionen zugezogen habe. Er sei
stationär im Spital C._ behandelt worden. Im Mai 2004 sei eine stationäre
Rehabilitation in der Rehaklinik Bellikon erfolgt. Der Versicherte leide an einem
chronischen lumbovertebralen Schmerzsyndrom und an einer Depression. Er sei
vollständig arbeitsunfähig. Die Rehaklinik Bellikon hatte am 4. Juni 2004 berichtet
(Fremdakten), dass der Versicherte vom 28. April 2004 bis zum 2. Juni 2004 stationär
behandelt worden sei. Er habe beim Unfall multiple Kontusionen an der
Lendenwirbelsäule, am Arm und am rechten Knie erlitten und leide an einem
rechtsbetonten, lumbospondylogenen Schmerzsyndrom, an einem Schmerzsyndrom
des rechten Knies ohne eine funktionelle Einschränkung sowie an einer
Anpassungsstörung mit subsyndromalen Elementen einer posttraumatischen
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Belastungsstörung. Während der Behandlung seien gewisse Inkonsistenzen
aufgefallen. Ein tragfähiger therapeutischer Zugang habe nicht gefunden werden
können. Die Fortschritte in der Therapie seien gering gewesen. Der Versicherte limitiere
sich selbst. Seine Leistungsbereitschaft sei mangelhaft und er benutze zwei Gehstöcke
ohne eine medizinische Indikation. Angesichts der ausgeprägten Selbstlimitierung sei
eine Wiedereingliederung ins Erwerbsleben nicht realistisch. Im
Unfallversicherungsverfahren empfehle sich ein rascher Fallabschluss. Mit einer
Verfügung vom 2. Februar 2005 stellte die Suva ihre Leistungen per 13. Februar 2005
ein (Fremdakten). Eine dagegen erhobene Einsprache wurde am 9. März 2005
abgewiesen (Fremdakten). Im April 2005 gab der Versicherte telefonisch an, dass er
sich nicht in psychiatrischer Behandlung befinde (IV-act. 19). Am 10. April 2005
berichtete Dr. B._ (IV-act. 20), der Versicherte klage über Lendenwirbelsäulen- und
Kopfschmerzen seit dem Unfall. Die Beschwerden würden von einer starken reaktiven
Depression („Scheidung – Geldprobleme!!“) überlagert. Im Augenblick sei der
Versicherte in der bisherigen Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig. Die Arbeitsfähigkeit für
eine adaptierte Tätigkeit müsse abgeklärt werden. Der Versicherte sei für eine
psychiatrische Behandlung angemeldet, habe seinen Aussagen zufolge aber noch
keinen Termin erhalten. Die Prognose sei infaust. Am 20. Februar 2006 erstattete die
Zentrum für Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene (AEH) AG im Auftrag der IV-Stelle
ein rheumatologisch-psychiatrisches Gutachten (IV-act. 34). Der rheumatologische
Sachverständige hielt fest, der Versicherte habe in der Untersuchung Schmerzen im
höchsten Intensitätsbereich angegeben und äusserst begrenzte Coping-Möglichkeiten
sowie Zeichen einer Katastrophisierung gezeigt. Das Schmerz- und
Krankheitsverhalten sei dysfunktional gewesen. Klinisch hätten sich keine Zeichen einer
radiculären Reiz- oder sensomotorischen Ausfallsproblematik gezeigt. Aus
rheumatologischer Sicht bestünden von struktureller Seite her keine Gründe, die gegen
eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit für eine körperlich leichte Tätigkeit sprechen
würden. Der psychiatrische Sachverständige hatte am 2. Februar 2006 festgehalten
(IV-act. 33), der Versicherte leide an einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung
und sei deshalb nicht in der Lage, irgendeine Erwerbstätigkeit auszuüben. Obwohl
noch nicht alle denkbaren therapeutischen Möglichkeiten ausgeschöpft seien, müsse
angesichts der völligen Fixierung des Beschwerdebildes eine ungünstige Prognose
gestellt werden. Am 3. März 2006 notierte der IV-interne regionale ärztliche Dienst
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(RAD; IV-act. 38), das Gutachten der AEH AG sei schlüssig und konsistent.
Versicherungsmedizinisch sei deshalb von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit für
sämtliche Tätigkeiten ab dem 21. Januar 2004 auszugehen. Mit einer Verfügung vom 4.
August 2006 sprach die IV-Stelle dem Versicherten per 1. Januar 2005 eine ganze
Rente bei einem Invaliditätsgrad von 100 Prozent zu (IV-act. 50).
A.b Im Juni 2009 forderte die IV-Stelle den Versicherten auf, einen Fragebogen zur
Überprüfung des Rentenanspruchs auszufüllen. Dieser gab an, sein
Gesundheitszustand sei gleich geblieben (IV-act. 64). Der neue Hausarzt, Dr. med.
D._, berichtete im Juli 2009 (IV-act. 67), der Gesundheitszustand sei seit der
Rentenzusprache stationär geblieben. Nachdem der Versicherte einmal mit nur einer
(statt zwei) Krücken in der Stadt gesehen worden sei, erscheine er nun auch in der
Praxis nur noch mit einer Krücke. Den Sinn der Gehhilfe habe er, Dr. D._, noch nicht
erkennen können. Mental scheine der Versicherte auf eine Gehstörung gepolt zu sein.
Seines Erachtens seien dem Versicherten zumindest sitzende Tätigkeiten in
ansteigender Stundenzahl zumutbar. Am 16. März 2010 teilte die IV-Stelle dem
Versicherten mit, dass er weiterhin einen unveränderten Anspruch auf die bisherige
ganze Rente habe (IV-act. 74).
A.c Am 26. Juli 2013 füllte der Versicherte auf eine Aufforderung der IV-Stelle hin einen
weiteren Fragebogen zur Überprüfung des Rentenanspruchs aus (IV-act. 85). Er gab
an, sein Gesundheitszustand habe sich verschlechtert; die Rückenschmerzen hätten
zugenommen. Der neue Hausarzt Dr. med. E._ berichtete am 17. September 2013
(IV-act. 86), er behandle den Versicherten erst seit Mai 2011. Zunächst hätten die
Rückenbeschwerden bei der Behandlung keine wesentliche Rolle gespielt. Im Januar
2013 sei er vom Versicherten aber „halb notfallmässig“ wegen starker
Rückenschmerzen aufgesucht worden. Klinisch habe eine radiculäre Symptomatik
nicht sicher ausgeschlossen werden können. Ein MRI habe aber keinen auffälligen
Befund gezeigt. Zur Veränderung des Gesundheitszustandes seit dem Jahr 2006 könne
er, Dr. E._, sich nicht äussern, da er den Versicherten erst seit Mai 2011 kenne.
Allerdings falle beim Vergleich mit den früheren Berichten auf, dass der Versicherte
keine Gehstöcke mehr benutze. Es liege sicherlich eine langjährige
Schmerzsymptomatik vor. Zum Schweregrad könne er sich nicht äussern. Die knappen
finanziellen Verhältnisse des Versicherten und dessen zweiter Ehefrau, die ebenfalls
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nicht uneingeschränkt arbeitsfähig sei, erschwerten die Situation sicherlich. Im
November 2013 beauftragte die IV-Stelle die PMEDA AG mit der Erstellung eines
polydisziplinären Gutachtens (IV-act. 92). Dieses wurde am 3. April 2014 erstellt (IV-act.
97). Die Sachverständigen führten aus, in der internistischen, in der neurologischen, in
der rheumatologischen und in der psychiatrischen Untersuchung sei eine erhebliche
Diskrepanz zwischen den Beschwerdeangaben des Versicherten und dessen Verhalten
in der Untersuchungssituation aufgefallen. Der klinische Befund sei in somatischer und
in psychiatrischer Sicht unauffällig gewesen. Der ausgesprochen muskulöse Habitus
und die deutliche Beschwielung der Fusssohlen sprächen gegen eine namhafte
Beeinträchtigung der Aktivität und Mobilität. Die Beschwerdedarbietung habe
demonstrativ angemutet. Insgesamt sei von einem „bewusstseinsnahen
demonstrativen Gebaren“ auszugehen. Die Beschwerdeschilderung in der
psychiatrischen Untersuchung sei ohne emotionale Beteiligung – „wie aufgesagt“ –
erfolgt. Zusammenfassend seien dem Versicherten zumindest körperlich leichte bis
mittelschwere Tätigkeiten per sofort uneingeschränkt zumutbar. Bei der
Aktenwürdigung sei aufgefallen, dass sich durch die gesamte Akte
Widersprüchlichkeiten zögen, die bislang offenbar unzureichend berücksichtigt worden
seien. Eine retrospektive Beurteilung sei mangels ausreichend detaillierter Daten nicht
mit der gebotenen Sicherheit möglich. Allerdings sei unwahrscheinlich, dass die
Arbeitsfähigkeit des Versicherten jemals massgebend beeinträchtigt gewesen sei. Der
RAD-Arzt Dr. med. F._ erachtete das Gutachten der PMEDA AG als überzeugend (IV-
act. 98).
A.d Mit einem Vorbescheid vom 16. Mai 2014 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit
(IV-act. 102), dass sie die Aufhebung seiner Rente vorsehe. Zur Begründung führte sie
an, die Voraussetzungen für eine Aufhebung der laufenden Rente gestützt auf die
Schlussbestimmungen zum ersten Massnahmenpaket der sechsten IVG-Revision
(„IVG-Revision 6a“) seien erfüllt. Angesichts der uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit für
leidensadaptierte Tätigkeiten bestehe kein Rentenanspruch mehr. Dagegen liess der
nun anwaltlich vertretene Versicherte am 10. Juli 2014 einwenden (IV-act. 107), dem
Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon vom 4. Juni 2004 lasse sich entnehmen, dass
der Versicherte den Unfall vom Januar 2004 als lebensbedrohlich empfunden habe. Die
Sachverständigen der PMEDA AG hätten diesem Umstand keine Rechnung getragen
und seien folglich von einem falschen Sachverhalt ausgegangen. Zudem lasse sich
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schon den ersten Arztberichten entnehmen, dass der Versicherte ständig an Krücken
gegangen sei. Die Invalidenversicherung habe ihm eine Rente zugesprochen und diese
zehn Jahre lang ausgerichtet. Der Versicherte sei in seiner
Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung bestärkt worden, weshalb es nicht angehe, ihm nun
ein demonstratives Verhalten vorzuwerfen. Es wäre widersprüchlich, wenn die Rente
nun ohne jede Sachverhaltsveränderung aufgehoben würde. Mit einer Verfügung vom
19. Januar 2015 hob die IV-Stelle die laufende Rente auf das Ende des der Zustellung
der Verfügung folgenden Monats auf (IV-act. 108). Bezugnehmend auf die Einwände
des Versicherten führte sie aus, den Akten lasse sich entnehmen, dass das
Unfallereignis nicht derart gravierend gewesen sei, wie es der Versicherte dargestellt
habe. Es sei unwahrscheinlich, dass das Ereignis eine posttraumatische
Belastungsstörung ausgelöst habe. Schon die Rehaklinik Bellikon habe darauf
hingewiesen, dass der Gebrauch von Krücken medizinisch nicht indiziert sei. Eine
psychische Erkrankung liege gemäss den Akten nicht vor. Der Versicherte nehme
offenbar auch weder Antidepressiva ein noch absolviere er eine Psychotherapie. Er
fühle sich also offenkundig nicht psychisch krank.
B.
B.a Am 23. Februar 2015 liess der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer)
eine Beschwerde gegen die Verfügung vom 19. Januar 2015 erheben (act. G 1). Seine
Rechtsvertreterin beantragte die Aufhebung der Verfügung, die Feststellung, dass die
Voraussetzungen für eine Aufhebung der Invalidenrente nicht erfüllt seien, und die
Weiterausrichtung der bisherigen Rente. Zur Begründung führte sie an, die
Rentenzusprache sei nicht ausschliesslich wegen einer somatoformen Schmerzstörung
erfolgt, denn im Gutachten der AEH AG seien noch weitere Diagnosen genannt
worden, was vom RAD als überzeugend angesehen worden sei. Das Unfallereignis sei
lebensbedrohlich gewesen, weshalb die Annahme der Sachverständigen der PMEDA
AG, es habe sich um kein besonders gravierendes Ereignis gehandelt, falsch sei. Der
Beschwerdeführer habe Todesangst verspürt und seinen bis zum Kopf verschütteten
Kollegen vom Schutt befreien müssen. Die Rehaklinik Bellikon habe berichtet, dass
dieses Ereignis geeignet sei, eine posttraumatische Belastungsstörung auszulösen. Der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers habe sich seit der Rentenzusprache nicht
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verbessert, obwohl sich der Beschwerdeführer von Dr. G._ habe psychiatrisch
behandeln lassen.
B.b Die IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) beantragte am 23. März 2015
die Abweisung der Beschwerde (act. G 4). Zur Begründung führte sie aus, den
Vorakten lasse sich entnehmen, dass die Rente ursprünglich ausschliesslich wegen
einer somatoformen Schmerzstörung zugesprochen worden sei. Indizien, die gegen die
Zuverlässigkeit des Gutachtens der PMEDA AG sprechen würden, seien nicht
ersichtlich. Selbst wenn es sich beim Unfall vom Januar 2004 um ein schweres Ereignis
gehandelt hätte, würde dies nichts am Umstand ändern, dass keine Befunde hätten
erhoben werden können, die die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
beeinträchtigen würden. Im Übrigen habe der Beschwerdeführer selbst angegeben,
dass er sich nicht in einer psychiatrischen Behandlung befinde und dass er keine
Antidepressiva zu sich nehme.
B.c Am 25. März 2015 wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege
bewilligt (act. G 6).
B.d Am 11. Mai 2015 liess der Beschwerdeführer replicando an seinen Anträgen
festhalten (act. G 8). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 10).

Erwägungen
1.
Mit der angefochtenen Verfügung vom 19. Januar 2015 hat die Beschwerdegegnerin –
dem Verfügungswortlaut gemäss – eine formell rechtskräftig zugesprochene, laufende
Rente des Beschwerdeführers gestützt auf den Abs. 1 der lit. a der
Schlussbestimmungen zur IVG-Revision 6a aufgehoben. Würde man nur den Wortlaut
der Verfügung berücksichtigen, hätte die Beschwerdegegnerin damit also ein
Überprüfungsverfahren im Sinne der Schlussbestimmungen zur IVG-Revision 6a
abgeschlossen. Obwohl sich dies dem Wortlaut nicht entnehmen lässt, muss die
Verfügung zwingend auch die Prüfung einer allfälligen Sachverhaltsveränderung seit
der ursprünglichen Rentenzusprache beinhaltet haben, denn der Gesetzgeber hat für
Überprüfungsverfahren im Sinne der Schlussbestimmungen zur IVG-Revision 6a das
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folgende Standardvorgehen vorgesehen (BBl 2010 1843 ff.): Zuerst hat die IV-Stelle zu
prüfen, ob ein Revisionsgrund im Sinne des Art. 17 Abs. 1 ATSG vorliege. Ist dies der
Fall, hat sie die Rente zu revidieren, womit das Verfahren abgeschlossen wird. Nur
wenn kein Revisionsgrund vorliegt, hat sie eine Anwendung des Abs. 1 der lit. a der
Schlussbestimmungen zur IVG-Revision 6a zu prüfen. Ergibt diese Prüfung einen
Korrekturbedarf, ist die formell rechtskräftige Rentenverfügung entsprechend zu
modifizieren und das Verfahren abzuschliessen. Ergibt sich, dass kein Anwendungsfall
des Abs. 1 der lit. a der Schlussbestimmungen zur IVG-Revision 6a vorliegt, hat die IV-
Stelle zu prüfen, ob mittels geeigneter Massnahmen die Erwerbsfähigkeit der
versicherten Person verbessert werden kann. Nach dem Willen des Gesetzgebers
beinhaltet ein Verfahren zur Überprüfung einer formell rechtskräftig zugesprochenen
Rente gestützt auf den Abs. 1 der lit. a der Schlussbestimmungen zur IVG-Revision 6a
also immer zwingend ein Rentenrevisionsverfahren im Sinne des Art. 17 Abs. 1 ATSG.
Für den vorliegenden Fall bedeutet dies, dass die Beschwerdegegnerin die laufende
Rente nicht gestützt auf den Abs. 1 der lit. a der Schlussbestimmungen zur IVG-
Revision 6a hat aufheben können, ohne zuvor zu prüfen, ob die Voraussetzungen des
Art. 17 Abs. 1 ATSG erfüllt gewesen sind. Auch wenn der Wortlaut der angefochtenen
Verfügung keinen entsprechenden Hinweis enthält, gehört die Beantwortung der Frage,
ob sich der massgebende Sachverhalt seit der ursprünglichen Rentenzusprache
wesentlich verändert hat, also zwingend zum Gegenstand der angefochtenen
Verfügung und damit auch dieses Beschwerdeverfahrens.
2.
2.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente
gemäss dem Art. 17 Abs. 1 ATSG von Amtes wegen oder auf ein Gesuch hin für die
Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben. Die Beantwortung der
Frage nach der erheblichen Sachverhaltsveränderung erfordert einen Vergleich
zwischen dem Sachverhalt im Zeitpunkt der Rentenzusprache und jenem im Zeitpunkt
des Abschlusses eines Rentenrevisionsverfahrens. Idealerweise steht der reale
Sachverhalt für beide Vergleichszeitpunkte mit dem erforderlichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest. In der Praxis treten aber immer wieder Fälle
auf, die nicht diesem Idealfall entsprechen, weil der im Zeitpunkt der ursprünglichen
Rentenzusprache massgebende Sachverhalt damals nicht hinreichend abgeklärt
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worden ist und weil er sich im Rentenrevisionsverfahren retrospektiv nicht mehr mit
dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ermitteln lässt.
In einem solchen Fall liegt eine objektive Beweislosigkeit hinsichtlich des tatsächlichen
Sachverhaltes im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenzusprache vor. Diese würde an
sich den Vergleich jenes Sachverhaltes mit dem aktuellen Sachverhalt im Zeitpunkt des
Abschlusses des Rentenrevisionsverfahrens verunmöglichen. Dadurch würde eine auf
einem ungenügend ermittelten Sachverhalt basierende Rente aber „revisionsresistent“,
denn jede Rentenrevision müsste zufolge der Unmöglichkeit des
Sachverhaltsvergleichs scheitern. Dies liefe offenkundig dem Sinn und Zweck des Art.
17 Abs. 1 ATSG zuwider. Folglich muss die Revision einer Rente auch dann zulässig
sein, wenn der Sachverhalt zum Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenzusprache nicht
mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststeht. In
einem solchen Fall muss der (überwiegend wahrscheinliche) Sachverhalt im Zeitpunkt
des Abschlusses des Rentenrevisionsverfahrens mit jenem Sachverhalt verglichen
werden, der der ursprünglichen Rentenzusprache zugrunde gelegt worden ist. Ein
Revisionsgrund liegt in einem solchen Fall also dann vor, wenn der aktuelle Sachverhalt
nicht mehr jenem Sachverhalt entspricht, auf den bei der ursprünglichen
Rentenzusprache abgestellt worden ist.
2.2 Die Sachverständigen der PMEDA AG haben überzeugend begründet dargelegt,
dass der Beschwerdeführer im Untersuchungszeitpunkt nicht an einer somatoformen
Schmerzstörung oder an einer sonstigen Gesundheitsbeeinträchtigung gelitten hat, die
seine Arbeitsfähigkeit für leidensadaptierte Tätigkeiten eingeschränkt hätte. Sowohl die
Diagnose als auch die Arbeitsfähigkeitsschätzung sind von den Sachverständigen
gestützt auf die bei je einer ausführlichen persönlichen Untersuchung erhobenen
objektiven klinischen Befunde und auf eine eingehende Aktenwürdigung mit einer
überzeugenden Begründung hergeleitet worden. Die Berichte der behandelnden Ärzte
enthalten keine Indizien, die gegen die Zuverlässigkeit des Gutachtens der PMEDA AG
sprechen würden. Die Diagnose und die Arbeitsfähigkeitsschätzung gemäss dem
Gutachten der PMEDA AG sind folglich als überwiegend wahrscheinlich richtig zu
qualifizieren. Allerdings haben die Sachverständigen der PMEDA AG die Frage, ob der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers sich nach der ursprünglichen
Rentenzusprache verändert habe, nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit beantworten können. Angesichts der schon vor und
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kurz nach der ursprünglichen Rentenzusprache geäusserten Zweifel der behandelnden
Ärzte an den vom Beschwerdeführer geltend gemachten Beeinträchtigungen ist
fraglich, ob die Beschwerdegegnerin ihrer ursprünglichen rentenzusprechenden
Verfügung den überwiegend wahrscheinlich richtigen Sachverhalt zugrunde gelegt hat.
Das schadet im vorliegenden Verfahren allerdings nicht, da jener Sachverhalt
massgebend ist, auf den sich die rentenzusprechende Verfügung gestützt hat. Das ist
in medizinischer Hinsicht die Prognose gewesen, der Beschwerdeführer werde – trotz
einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit für leidensadaptierte Tätigkeiten aus
rheumatologischer Sicht – wegen einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung
auf unbestimmte Zeit keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgehen können. Im Zeitpunkt
der Begutachtung durch die PMEDA AG sind die Kriterien für die Diagnose einer
somatoformen Schmerzstörung nicht (mehr) erfüllt gewesen und es hat keine
psychische Gesundheitsbeeinträchtigung (mehr) vorgelegen, die die Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers für leidensadaptierte Tätigkeiten eingeschränkt hätte. Damit
hat sich der Sachverhalt im Zeitpunkt des Erlasses der hier angefochtenen Verfügung
wesentlich von jenem unterschieden, der der ursprünglichen rentenzusprechenden
Verfügung zugrunde gelegt worden war. Folglich sind die Voraussetzungen für eine
revisionsweise Rentenanpassung (Art. 17 Abs. 1 ATSG) erfüllt.
3.
3.1 Renten, die bei pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen
Beschwerdebildern ohne eine nachweisbare organische Grundlage („Päusbonog“)
zugesprochen worden sind, werden gemäss dem Abs. 1 der lit. a der
Schlussbestimmungen zur IVG-Revision 6a innerhalb von drei Jahren seit dem
Inkrafttreten der IVG-Revision 6a (am 1. Januar 2012) überprüft. Sind die
Voraussetzungen des Art. 7 ATSG nicht erfüllt, wird die Rente herabgesetzt oder
aufgehoben, auch wenn die Voraussetzungen des Art. 17 Abs. 1 ATSG nicht erfüllt
sind. Diese Bestimmung findet allerdings gemäss dem Abs. 4 der lit. a der
Schlussbestimmungen zur IVG-Revision 6a keine Anwendung auf Personen, die im
Zeitpunkt des Inkrafttretens der IVG-Revision 6a das 55. Altersjahr zurückgelegt haben
oder im Zeitpunkt, in dem die Überprüfung eingeleitet wird, seit mehr als 15 Jahren
eine Rente der Invalidenversicherung bezogen haben. Das „Überprüfungsverfahren“ ist
vorliegend im Jahr 2013 und damit noch vor dem Ablauf der dreijährigen
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„Überprüfungsfrist“ eröffnet worden. Der Beschwerdeführer hat im Jahr 2012 erst sein
50. Altersjahr vollendet und er hat im Zeitpunkt der Eröffnung des Verfahrens die Rente
noch nicht ganz zehn Jahre lang bezogen. Folglich sind die Voraussetzungen für eine
„Überprüfung“ seines Rentenanspruchs erfüllt gewesen.
3.2 Der Sinn und Zweck des Abs. 1 der lit. a der Schlussbestimmungen zur IVG-
Revision 6a besteht darin, formell rechtskräftig zugesprochene Renten der
Invalidenversicherung an eine Änderung der bundesgerichtlichen Praxis anzupassen.
Das Bundesgericht hat nämlich in einem Urteil aus dem Jahr 2004 (BGE 130 V 352) die
Vermutung aufgestellt, dass eine versicherte Person trotz einer somatoformen
Schmerzstörung uneingeschränkt erwerbstätig sein könne. Diese Vermutung hat nur
mit dem Nachweis widerlegt werden können, dass die sogenannten Foerster’schen
Kriterien (für eine positive Prognose) nicht erfüllt seien, was zur Folge gehabt hat, dass
bei somatoformen Schmerzstörungen oder anderen vergleichbaren Beschwerdebildern
kaum mehr Renten zugesprochen worden sind. Das Bundesgericht hat in einem
späteren Urteil festgehalten, dass diese Rechtsprechungsänderung keine
Herabsetzung oder Aufhebung von bereits formell rechtskräftig zugesprochenen
Renten rechtfertige (BGE 135 V 210). Mit dem Abs. 1 der lit. a der
Schlussbestimmungen zur IVG-Revision 6a hat der Gesetzgeber die gesetzliche
Grundlage für die Anpassung der Renten aus der „Prä-Päusbonog-Ära“ an die
„Päusbonog-Praxis“ geschaffen (vgl. den Entscheid IV 2014/278 des St. Galler
Versicherungsgerichtes vom 22. Juni 2017, E. 3). Nun hat das Bundesgericht allerdings
zwischenzeitlich seine „Päusbonog-Praxis“ wieder aufgegeben (BGE 141 V 281). Diese
Entwicklung hat der historische Gesetzgeber selbstverständlich nicht vorhersehen
können, weshalb die Überführung von Fällen aus der „Prä-Päusbonog-Ära“ direkt in
die „Post-Päusbonog-Ära“ aus historischer Sicht nicht vom Abs. 1 der lit. a der
Schlussbestimmungen zur IVG-Revision 6a gedeckt zu sein scheint. Eine sorgfältige
Interpretation des Abs. 1 der lit. a der Schlussbestimmungen zur IVG-Revision 6a kann
sich allerdings nicht mit einer bloss vordergründigen Auseinandersetzung mit dem
Willen des historischen Gesetzgebers begnügen, sondern erfordert eine vertiefte
Auseinandersetzung mit dem Sinn und Zweck der Bestimmung aus historischer (und
aus geltungszeitlicher) Sicht. Wie oben bereits dargelegt, ist die Einführung des Abs. 1
der lit. a der Schlussbestimmungen zur IVG-Revision 6a eine Reaktion auf den BGE
135 V 210 gewesen, in dem das Bundesgericht ausgeführt hatte, nur der Gesetzgeber
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könne eine ausreichende Grundlage für die „Bereinigung der Altlasten“ aus der „Prä-
Päusbonog-Ära“ schaffen. Die Absicht des historischen Gesetzgebers ist es gewesen,
eine Modifikation jener formell rechtskräftigen Verfügungen zu erlauben, die auf der
Anwendung einer mittlerweile als gesetzwidrig erachteten Praxis („Prä-Päusbonog“)
beruht haben. Auf jene Fälle hat er die aktuelle, „richtigere“ Praxis angewendet wissen
wollen. Das ist zwar im Zeitpunkt des Inkrafttretens des Abs. 1 der lit. a der
Schlussbestimmungen zur IVG-Revision 6a noch die „Päusbonog-Praxis“ gewesen.
Hätte das Bundesgericht diese aber schon vor dem Inkrafttreten der IVG-Revision 6a
durch die „noch richtigere“ Praxis gemäss dem BGE 141 V 281 ersetzt gehabt, hätte
der Gesetzgeber nicht die Überführung der „Prä-Päusbonog-Fälle“ in die „Päusbonog-
Ära“, sondern die Anwendung der „Post-Päusbonog-Praxis“ auf die „Prä-Päusbonog-
Fälle“ vorgesehen, denn seine Absicht ist es ja gewesen, auf die in Anwendung einer
zwischenzeitlich als falsch erachteten Praxis ergangenen Rentenzusprachen
nachträglich die neue, richtige Praxis anzuwenden. Es besteht kein Grund zur
Annahme, dass der Gesetzgeber die Anwendung der „Päusbonog-Praxis“
vorgeschrieben hätte, wenn damals bereits die „Post-Päusbonog-Praxis“ eingeführt
gewesen wäre. Die direkte Überführung der Fälle aus der „Prä-Päusbonog-Ära“ in die
„Post-Päusbonog-Ära“ läuft folglich nicht dem Willen des historischen Gesetzgebers
zuwider. Sie ist vom (geltungszeitlichen) Sinn und Zweck des Abs. 1 der lit. a der
Schlussbestimmungen zur IVG-Revision 6a – der „Bereinigung der Altlasten“ – und
auch vom Wortlaut der Bestimmung, der nicht explizit die Anwendung der
„Päusbonog-Praxis“ vorschreibt, gedeckt und sie drängt sich mit Blick auf den
Grundsatz, dass stets das aktuell geltende Recht auf den aktuellen Sachverhalt
angewendet werden muss (sog. Geltungsprinzip; vgl. RALPH JÖHL,
Übergangsrechtliche Probleme im Leistungsrecht der Sozialversicherung, St. Gallen
1996, S. 1 ff.), geradezu auf. Der Abs. 1 der lit. a der Schlussbestimmungen zur IVG-
Revision 6a erlaubt deshalb die Anwendung der „Post-Päusbonog-Praxis“ auf jene
formell rechtskräftigen Renten, die in Anwendung der „Prä-Päusbonog-Praxis“
zugesprochen worden sind, sofern die „Überprüfung“ rechtzeitig eingeleitet worden ist
und sofern die Voraussetzungen des Abs. 4 der lit. a der Schlussbestimmungen zur
IVG-Revision 6a erfüllt sind.
3.3 Selbst wenn die Voraussetzungen für eine revisionsweise Rentenanpassung nicht
erfüllt wären, wäre die Modifikation des Rentenanspruchs für die Zukunft gestützt auf
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den Abs. 1 der lit. a der Schlussbestimmungen zur IVG-Revision 6a rechtmässig. Die
ursprüngliche Rentenzusprache ist vorliegend nämlich gestützt auf das Gutachten der
AEH AG vom 20. Februar 2006 erfolgt, laut dem der Beschwerdeführer damals an einer
anhaltenden somatoformen Schmerzstörung gelitten hat, die ihm gemäss den
Ausführungen des psychiatrischen Sachverständigen die Ausübung jedweder
Erwerbstätigkeit verunmöglicht hat; aus rheumatologischer Sicht hätte ihm eine
leidensadaptierte Tätigkeit dagegen uneingeschränkt zugemutet werden können.
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers steht also offensichtlich fest, dass die
Rente ursprünglich ausschliesslich wegen einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung zugesprochen worden ist. Da die „Päusbonog-Praxis“ bereits im Jahr
2004 begründet worden war, hätte diese an sich schon im ursprünglichen
Rentenverfahren angewendet werden müssen. Erfahrungsgemäss dauert es aber in der
Praxis regelmässig eine gewisse Zeit, bis sich eine neue bundesgerichtliche
Rechtsprechung definitiv etabliert hat und in allen betroffenen Fällen angewendet wird.
In dieser Übergangszeit werden die alte und die neue Praxis parallel angewendet. Rein
faktisch hat die „Prä-Päusbonog-Ära“ also teilweise über das Jahr 2004 hinaus noch
eine Weile angedauert. Das zeigt der vorliegende Fall, in dem die Rentenzusprache
zwar erst rund zwei Jahre nach der Einführung der „Päusbonog-Praxis“ erfolgt ist,
ohne dass aber der psychiatrische Sachverständige oder die Beschwerdegegnerin
Bezug auf jene neue Praxis genommen hätten. In den gesamten Akten des
ursprünglichen Rentenverfahrens findet sich kein einziger Hinweis auf die „Päusbonog-
Praxis“, auf die „Überwindbarkeitsvermutung“ oder auf die Foerster’schen Kriterien.
Die Beschwerdegegnerin hat sich augenscheinlich an die „Prä-Päusbonog-Praxis“
gehalten, weshalb es sich vorliegend um eine „Altlast“ im Sinne des Abs. 1 der lit. a der
Schlussbestimmungen zur IVG-Revision 6a handelt, obwohl die ursprüngliche
Rentenzusprache erst nach der Einführung der „Päusbonog-Praxis“ erfolgt ist. Das
bedeutet, dass die Voraussetzungen für die Anpassung der Rente an die „Post-
Päusbonog-Praxis“ erfüllt sind.
4.
4.1 Sowohl gestützt auf den Art. 17 Abs. 1 ATSG als auch gestützt auf den Abs. 1 der
lit. a der Schlussbestimmungen zur IVG-Revision 6a – ob mit oder ohne Verbindung
zum Art. 17 Abs. 1 ATSG – sind die Voraussetzungen für eine Anpassung der formell
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rechtskräftig zugesprochenen Rente erfüllt. Folglich muss der Rentenanspruch für die
Zukunft gestützt auf den aktuellen Sachverhalt im Zeitpunkt der Eröffnung der
angefochtenen Verfügung und gestützt auf das aktuell geltende Recht neu festgesetzt
werden.
4.2 Die Sachverständigen der PMEDA AG haben in ihrem Gutachten vom 3. April 2014
überzeugend begründet festgehalten, dass sich nur das erhebliche Übergewicht, die
damals noch nicht ausreichend eingestellte Hypertonie und die beginnende spinale
Bandscheibendegeneration allenfalls qualitativ auf die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers auswirken, das heisst das Spektrum der zumutbaren Tätigkeiten
einschränken könnten. Abgesehen davon haben die Sachverständigen keine
Gesundheitsbeeinträchtigung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit feststellen
können, weshalb sie zumindest für körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten eine
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit attestiert haben. Das Vorliegen eines syndromalen
Leidens haben sie verneint, weshalb sie auch keinen Bezug auf die (damals noch
aktuelle) „Päusbonog-Praxis“ genommen haben. Die Ablösung der „Päusbonog-
Praxis“ durch die „Post-Päusbonog-Praxis“ hat den Inhalt des Gutachtens folglich gar
nicht tangiert. Dieses hat deshalb seinen Beweiswert durch die Praxisänderung nicht
einbüssen können. Im Lichte der nun aktuellen „Post-Päusbonog-Praxis“ enthält das
Gutachten sämtliche Angaben, die zur Beantwortung der Frage nach der zumutbaren
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erforderlich sind. Gestützt auf das Gutachten
der PMEDA AG steht folglich mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit fest, dass der Beschwerdeführer für leidensadaptierte Tätigkeiten
uneingeschränkt arbeitsfähig ist.
4.3 Der Beschwerdeführer ist vor seinem Unfall als Hilfsarbeiter tätig gewesen, da er
keine berufliche Ausbildung absolviert hatte. Die Beschwerdegegnerin hat bei der
ursprünglichen Rentenzusprache den von der damaligen Arbeitgeberin angegebenen
Jahreslohn für das Jahr 2004 von 53'560 Franken als Valideneinkommen
herangezogen. Im vorliegenden Rentenanpassungsverfahren kann nicht darauf
zurückgekommen werden, obwohl der Betrag wohl falsch gewesen sein dürfte, da der
Beschwerdeführer im Jahr 2003 bei einem leicht tieferen Monatslohn ein
Jahreseinkommen von 57'748 Franken erhalten hatte (vgl. IV-act. 13–2). Dieser Fehler
könnte nur in einem Wiedererwägungsverfahren (Art. 53 Abs. 2 ATSG) korrigiert
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werden. Jenes Einkommen ist aber an die zwischenzeitliche Nominallohnentwicklung
anzupassen. Der Indexstand (Basis 1993 = 100) hat im Jahr 2004 113.3 und im Jahr
2015 127.7 Punkte (Nominallöhne Männer) betragen. Folglich ist für den Zeitpunkt der
Eröffnung der angefochtenen Verfügung vom 19. Februar 2015 von einem
Valideneinkommen von 60'367 Franken auszugehen. Der Beschwerdeführer könnte
eine leidensadaptierte Hilfsarbeit uneingeschränkt ausüben. Gemäss den Ergebnissen
der Lohnstrukturerhebung 2012 und unter Berücksichtigung der
Nominallohnentwicklung in den Jahren 2012–2015 (Indexstand 2012: 125.5) sowie der
betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41,7 Stunden könnte er folglich ein
zumutbares Invalideneinkommen von 66'320 Franken erzielen (= 5'210 Franken ÷ 40 ×
41,7 × 12 ÷ 125.5 × 127.7). Die Voraussetzungen für einen Abzug vom Tabellenlohn
(vgl. BGE 126 V 75) sind nicht erfüllt, da der Beschwerdeführer uneingeschränkt
arbeitsfähig ist und da auch keine anderweitigen Gründe ersichtlich sind, die gegen die
Möglichkeit, einen durchschnittlichen Hilfsarbeiterlohn zu erzielen, sprechen würden.
Im Vergleich zum Valideneinkommen von 60'367 Franken ergibt sich eine
„Minusinvalidität“, die aber auf den oben erwähnten Fehler bei der ursprünglichen
Rentenzusprache zurückzuführen ist. Jedenfalls steht offensichtlich fest, dass die
Voraussetzungen für den Bezug einer Rente der Invalidenversicherung nicht mehr
erfüllt sind. Die Aufhebung der laufenden Rente respektive die angefochtene Verfügung
vom 19. Februar 2015 erweist sich damit als rechtmässig.
5.
Die Beschwerde ist folglich abzuweisen. An sich müsste der unterliegende
Beschwerdeführer die Gerichtskosten von 600 Franken bezahlen. Zufolge der
Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung wird er aber von dieser Pflicht befreit.
Da ihm auch die unentgeltliche Rechtsverbeiständung bewilligt worden ist, hat der
Staat der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers eine Entschädigung auszurichten.
Angesichts des unterdurchschnittlichen Aktenumfangs ist von einem
unterdurchschnittlichen Aufwand für das Aktenstudium und damit auch für den
gesamten erforderlichen Vertretungsaufwand auszugehen, weshalb die Entschädigung
auf 80 Prozent (vgl. Art. 31 Abs. 3 AnwG) von 2'500 Franken, also auf 2'000 Franken
festgesetzt wird. Sollten es seine wirtschaftlichen Verhältnisse dereinst gestatten, wird
der Beschwerdeführer zur Nachzahlung der Gerichtskosten und zur Rückerstattung der
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Entschädigung für die unentgeltliche Rechtsverbeiständung verpflichtet werden
können.