Decision ID: 3a9c38ef-b125-447d-b225-c40c51a2c9d6
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1965 geborene X._
arbeitete zuletzt bis am
31. Mai 1999 bei der
Y._
als Montagemitarbeiterin
(
Urk.
8/3)
. A
m 4. Oktober 2000
meldete sie sich
unter H
inweis auf einen eingeklemmten N
erv
und eine Operation
an beiden Händen bei der Eidgenössischen Invaliden
ver
si
cherung (IV) zum Rentenbezug an (
Urk.
8/2).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte daraufhin Abklärungen in erwerblicher sowie medizinischer Hinsicht. Nach
der
Erstattung eines orthopädischen Gutachtens (
Urk.
8/10) wurde das Leistungsbegehren
der Versicherten
mit Verfügung vom
6. April 2001 (
Urk.
8/17) abgewiesen.
Die hiergegen erhobene Beschwerde (
Urk.
8/20
S. 3
-7
) hiess da
s hiesige Gericht mit Urteil IV
.2001.00283 vom 5. Juni 2002 (
Urk.
8/21) teilweise gut, hob die Verfügung vom 6. April 2001 auf und wies die Sache zwecks Durchführung weiterer Abklärungen an die IV-Stelle zurück.
Daraufhin erstattete das
Begutachtungsinstitut Z._
, am 14. April 2003 ein polydisziplinäres Gutachten (
Urk.
8/34). Mit Verfügung vom 11. Juli 2003 (
Urk.
8/44) wies die IV-Stelle den Anspruch der Versicherten auf eine Invalidenrente ab.
Dies wurde mit
Einspracheentscheid
vom 17. November 2003 (
Urk.
8/52) bestätigt. Die hiergegen erhobene Beschwerde (
Urk.
8/55
S. 3-9
) wies das hiesige Gericht mit Urteil IV.2004.00008 vom 28. Mai 2004 (
Urk.
8/
60) ab, was
auf Beschwerde hin
höchstrichterlich mit Urteil I 447/04 vom 2. März 2005 (
Urk.
8/64) bestätigt wurde.
1.2
Am 3. März 2006 (
Urk.
8/66) meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf eine
Fibromyalgie erneut zum Leistungsbezug (Berufsberatung, besondere medizi
ni
sch
e Eingliederungsmassnahmen, Rente) an. Mit Verfügung vom 15. Januar 2007 (
Urk.
8/83)
trat die IV-Stelle
auf das Leistungsbegehren betreffend
den Anspruch auf eine Invalidenrente
nicht ein.
Tags
darauf
wies
sie
sodann
das Gesuch um
Gewährung medizinischer Massnahmen ab (
Urk.
8/82). Am 1. März 2007 (
Urk.
8/89
) wurde schliesslich
auch
das Gesuch um
Gewährung beruflicher Mass
nahmen abgewiesen.
Di
e gegen die Verfügungen vom 1
5.
u
nd 1
6.
Januar 2007
(
Urk.
8/82 f.)
erhobene
Beschwerde wurde mit Urteil des hiesigen Gerichts IV.2007.00231 vom 21. Juni 2007 (
Urk.
8/92) abgewiesen
. Auf eine Beschwerde hiergegen trat das Bundesgericht mit Urt
ei
l 9C_641/2007 vom 5. Oktober 2007 (
Urk.
8/97) nicht ein.
1.3
Am 1
3.
September 2015
(
Urk.
8/103)
meldete sich die Versicherte
unter Verweis auf die Angaben ihrer behandelnden Ärzte abermals zum Leistungsbezug
bei der IV
an.
Nach der Einreichung ärztlicher Berichte
trat die IV-Stelle auf die Neu
anmeldung ein
(
Urk.
8/118)
und tätigte weitere Abklärungen
.
Am 6. Juni 2017 (
Urk.
8/140) erstattete die
A._
ein polydisziplinäres Gutachten.
Nach Rückfragen an die Gutachter (
Urk.
8/141 f.) stellte die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 13
.
November 2017 (
Urk.
8/144) die Abweisung des Anspruchs auf
Leistungen der IV in Aussicht. Dies wurde mit Verfügung vom 3. August 2018 (
Urk.
8/156 =
Urk.
2) bestätigt.
2.
2.1
Dagegen
erhob die Versicherte mit Eingabe vom 13. September 2018 (
Urk.
1) Beschwerde und stellte folgende Anträge (S. 2):
«
1.
Die angefochtene Verfügung sei aufzuheben.
2.
Der Versicherten seien die ihr von Gesetzes wegen zustehenden Leis
tungen auszurichten; insbesondere eine Rente für die Zeit vom 1. Oktober 2016 bis 31. Mai 2017.
3.
Für die Zeit ab
1. Juni 2017 sei die Angelegenh
e
i
t an die Beschwerde
gegnerin zurückzuweisen zu weiteren medizinischen Abkläru
ngen und erneutem Rentenentsch
eid.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerde
geg
nerin (inkl. 7.7 % MwSt.
)
.
»
2.2
In ihrer Beschwerdeantwort vom 16. Oktober 2018 (
Urk.
7) beantragte die Be
schwer
degegnerin die Abweisung der Beschwerde.
Dies wurde der Beschwerde
führerin am 18. Oktober 2018 zur Kenntnis gebracht (Urk. 9).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
1.1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
des
Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen.
Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich geblie
benem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachver
halts bestehen (
BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen
). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächli
cher Hinsicht umfassend («
allseitig
»
) zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.1.2
Als Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum Abschluss des aktuellen Verwaltungsverfahrens eine anspruchserhebliche Änderung des Invali
di
tätsgrades eingetreten ist, dient die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachver
haltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensver
gleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkun
gen des Gesundheitszustands) beruht (BGE 133 V 108; vgl. Urteil des Bundesge
richts 9C_297/2016 vom 7. April 2017 E. 2.2, nicht publiziert in: BGE 143 V 77, aber in SVR 2017 IV Nr. 51 S. 152).
1.
2
Wurde eine Rente
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den An
spruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuan
mel
dung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invalidi
täts
grades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbe
grün
dende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im
Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117
V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.3
Das Verwaltungsverfahren ist vom
Untersuchungsgrundsatz
beherrscht (Ar
t
. 43 Abs. 1
ATSG
). Danach hat die Verwaltung den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen. Diese Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinrei
chende Klarheit besteht. Führen die im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen den Versicherungsträger bei um
fassender, sorgfältiger, objektiver und inhaltsbezogener Beweiswürdigung zur Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten, und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, so liegt im Verzicht auf die Abnahme weiterer Beweise keine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör (antizipierende
Be
weiswürdigung). Bleiben jedoch erhebliche Zweifel an Vollständigkeit und/
oder Richtigkeit der bisher getroffenen Tatsachenfeststellung bestehen, ist weiter zu ermitteln, soweit von zusätzlichen Abklärungsmassnahmen noch neue wesentli
che Erkenntnisse zu erwarten sind (Urteil des Bundesgerichts 9C_662/2016 vom 15. März 2017 E. 2.2 mit weiteren Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegner
i
n begründete ihre Verfügung vom 3. August 2018 (
Urk.
2) damit, dass seit Eingang des aktuellen Ges
uchs im September 2015 diverse A
kten und Berichte eingefordert worden seien, um die gesundheitliche Situat
ion
der Beschwerdeführerin
b
e
urt
e
i
len zu können. Aktuelle Arbeitsunfähigkeitszeugnisse hätten zu jenem Zeitpunkt nicht vorgelegen. Einzig im Arztbericht von
Dr.
med.
B._
, Facharzt
für Allgemeine Innere Medizin,
sei ab dem 1. April 2016 eine volle Arbeitsunfähigkeit für die angestammte Tätigkeit als Montagemitarbeiterin ausgewiesen gewesen. Gemäss dem ärztlichen Gutachten der
A._
sei spätestens ab Februar 2017 (Zeitpunkt der Begutachtung)
nicht mehr auf eine
Arbeitsunfähigkeit
zu schliessen
. Damit sei das gesetzliche Wartejahr ab Eintritt einer deutlichen Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkei
t
nicht erfüllt. Es liege keine erhebliche und langandauernd
e Verschlechterung des Gesundhei
tszustandes vor. In einer angepassten Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin weiterhin voll arbeits
fähig
. Deshalb bestehe kein
Anspruch auf IV-Leistungen.
Betreffend das Carpal
tunnelsyndrom
(CTS)
werde nicht in Frage gestellt, dass ein solches vorliege. Diesbezüglich
gebe
jedoch
einzig der fachärztliche klinische Befund Auskunft über funktionale Einschränkungen
.
Aus dem Bericht der behandelnden Psychia
terin vom
28.
Januar 2016 lasse sich
sodann
retrospektiv nicht mit der gebotenen Sicherheit beurteilen, in welchem Ausmass eine
Einschränkung
der Arbeitsfähig
keit
abzuleiten sei.
Ein eigenständiges Schulterleiden sei schliesslich nicht be
kannt. Eine Schmerzverstärkung bei schweren körperlichen Belastungen sei aus neurologischer Sicht eingeräumt und im adaptierten Belastbarkeitsprofil berück
sichtigt worden
(S. 2 f.).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte dagegen im W
esentlichen geltend (
Urk.
1
S. 5 ff.
), aus dem Bericht der behandelnden Psychiaterin vom 28. Januar 2016 gehe hervor, dass
sie
seit Krankheitsbeginn zu 100 % arbeits- respektive erwerbs
unfähig sei. Die Behandlung habe am 13. Oktober 2015 begonnen. Daraus folge, dass sicherlich per Oktober 2015 von einer aus psychischen Gründen vollstän
digen Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei. Das Wartejahr sei damit
ab
Oktober 2015 zu eröffnen. Die Gutachter hätten
sodann
keine retrospektive Beurteilung abgeben können. Es rechtfertige sich daher, diesbezüglich bis zur Begutachtung auf die
Einschätzung
der behandelnden Psychiaterin abzustellen. Damit bestehe für die Zeit vom 1. Oktober 2016 bis 31. Mai 2017 Anspruch auf eine befristete ganze Rente.
Sollte nicht auf die Angaben der behandelnden Psychiaterin ab
gestellt werden, seien
zur Klärung der Frage nach der Arbeitsunfähigkeit für die Zeit ab 1. Oktober 2015
weitere Abklärungen vorzunehmen.
Weiter beanstandete die Beschwerdeführerin die Beweistauglichkeit des
A._
-Gutachtens
. Diesbe
züglich brachte sie
unter anderem
vor,
es fände sich im Gutachten keine Erklä
rung für die geklagten Schulterbeschwerden. Z
wischenzeitlich
würden
sich an der rechten Schulter
strukturelle Läsionen
zeigen. Inwiefern sich diese auf die Arbeits
fähigkeit auswirkten, sei unklar
(S. 8 f.)
.
2.3
Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung der Beschwerdeführerin vom
13. September 2015 (
Urk.
8/103)
eingetreten und hat den Rentenanspruch mate
riell geprüft. Strittig ist, ob
der Anspruch
mit Verfügung vom 3. August 2018
(
Urk.
2) zu Recht
verneint wurde
.
Massgeblicher Vergleichszeitpunkt
(E. 1.1.2)
bildet
vo
rliegend die mit Verfügung vom 11. Juli
200
3
(
Urk.
8/44) erfolgte Abwei
sung des Anspru
chs auf eine Invalidenrente
,
da
dieser die letzte um
fassende
materielle Prüfung des
Rentenanspruchs
zugrunde lag
.
Zu prüfen ist, ob es seither zu einer relevanten Veränderung des Gesundheitszustandes der Be
schwerdeführerin
gekommen ist
-
und
wenn ja -
wie es sich mit einem allfälligen Anspruch
auf ei
ne Invalidenrente verhält (E. 1
).
3.
3.1
Der Abweisung des Rentenanspruchs mit Verfügung vom
11. Juli 2003
(
Urk.
8/44
) lag das
Z._
-Gutachten vom
14. April 2003 (
Urk.
8/34
/2-19
)
zugr
unde. Darin wurden als Diagnose
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
Handbeschwerden rechts mehr als links (ICD-10 M79.6) bei Status nach CTS-Operation
beidseits
(
bei
Verdacht auf CTS-Rezidiv, rechts mehr als links
)
sowie bei Hinweisen auf eine Schmerzverarbeitungsstörung,
Somatisierungstendenz
festgehalten
(S. 15
)
.
I
n ange
stammter Tätigkeit erachteten die Gutachter die Beschwerdeführerin seit Juni 1999
als
zu 50 % arbeitsfähig. Jegliche nicht ausgeprägt handgelenksbelastende Tätigkeit wurde für vollumf
änglich zumutbar erachtet (S. 17
).
3.2
Die
mit Verfügung vom 3. August 2018 (
Urk.
2)
erfolgte Abweisung des Renten
anspruchs stützte sich auf
das am 6. Juni 2017 erstattete
A._
-Gutachten
(
Urk.
8/140
/3-54
)
und die ergänzende Stellungnahme vom 5. Juli 2017 (Urk. 8/142)
. Darin wurde
n
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
degenerative zervikale Wirbelsäulenveränderungen mit
geringgradigem
klinischem Korrelat diagnostiziert (S.
48
).
Sowohl in der angestammten als auch in einer angepassten Tätigkeit wurde die Beschwerdeführerin spätestens ab
dem Zeitpunkt der
Begut
achtung
als zu
100 % arbeitsfähig beurteilt
(S. 51
).
3.3
Mit Blick auf die Aktenlage fällt auf, dass bei der Beschwerdeführerin am 9. Juli 2018
aufgrund der
MRI
Arth
r
ografie
der rechten Schulter eine Partialruptur der
Supraspinatussehne
auf dem Boden einer
Tendinopathie
mit deutliche
r Verdick
ung der Sehnenstruktur und
begleitend eine Bursitis
subacromialis
bei
hypertro
pher AC-Gelenksarthrose
bei
Acromeon
Typ III nach
Bigliani
prädisponierend für ein
subakromiales
Impingement
festgestellt
wurden
. Des
W
eiteren stellte sich der Verdacht auf eine
Kapsulitis
adhäsiva
bei
synovialer
Hypertrophie (
Urk.
3/3).
Diese Bildgebung datiert über ein Jahr nach der Begutachtung der Beschwerde
führerin
durch die
A._
vom Februar 2017 (
Urk.
8/140/
3)
. Anlässlich dieser hatte die Beschwerdeführerin zwar
gegenüber dem Internisten (S. 17 unten), gegenüber dem Neurologen (S. 24 oben) und dem Psychiater (S. 31), gemäss Gut
achten jedoch
nicht gegenüber dem Orthopäden
(
S. 31
)
,
bereits über Schmerzen im Bereich der Schultern geklagt (S. 24 ff.).
Schulterschmerzen als geklagte Be
schwerden gehen sodann auch aus den
Vorakten
hervor (S. 12 ff.)
Im Rahmen
der klinischen Untersuchung zeigten sich jed
och keine Auffälligkeiten (S. 34
)
, so dass die geklagten Schulterbeschwerden in diagnostischer Hinsicht
unberück
sichtigt blieben (S. 48
).
Da der
neue
bildgebende Befund an der rechten Schulter geeignet ist, die Arbeits
fähigkeit der Beschwerdeführerin zu beeinflussen, und
sich
noch vor Erlass der Verfügung vom 3. August 2018
(
Urk.
2) manifestiert hat
, muss er im vorliegenden Verfahren berücksichtigt werden. Die Sache ist daher an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen
. Diese hat ergänzende Abklärungen betreffend
die
Problematik an der Schulter
zu treffen
.
3.4
In Bezug auf das psychiatrische Teilgutachten fällt auf, dass das Vorliegen einer somatoformen Schmerzstörung einzig mit dem Hinweis auf das Fehlen eines
erheb
lichen unbewältigten seelischen oder psychosozialen Konflikts verneint wurde
(Urk. 8/140 S. 41). Weitere Ausführungen zu den von der Beschwer
de
führerin geklagten Schmerzen finden sich nicht, obschon in früheren Arztbe
richten eine Schmerzerkrankung diagnostiziert oder zumindest als Verdachts
diagnose genannt worden war (Urk. 8/140 S. 4 ff.), so unter anderem eine Schmerzverarbeitungsstörung (
Z._
-Gutachten, Urk. 8/34; vorstehend E. 3.1), eine Tendenz zur Entwicklung einer Fibromyalgie (Dr.
med.
C._
, Urk. 8/65/5), ein generalisiertes beziehungsweise ein chronisches Schmerzsyndrom (Dr.
med.
D._
, Urk. 8/
120
; Dr.
med.
E._
, Urk.
8/126/2) und eine chronische Schmerzstö
rung mit somatischen und psychischen Faktoren (Dr.
med.
F._
; Urk.
8/117/1). Angesichts dessen wäre eine vertiefte gutachterliche Auseinan
der
setzung mit den geklagten Schmerzen und den in diesem Zusammenhang erho
benen - oder allenfalls noch zu erhebenden – Befunden
angezeigt gewesen.
Da
her erweist sich die gutachterliche Feststellung, welche sich im Wesentlichen im Verneinen eines Diagnosekriteriums erschöpft, als zu pauschal. Eine nachvoll
ziehbare und schlüssige Begründung fehlt, weshalb die Sache an die Be
schwerdegegnerin zurückzuweisen ist, damit diese in einem strukturierten, ergeb
nis
offenen Beweisverfahren (BGE 143 V 418,
BGE 141 V 281)
den psychischen Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin abkläre.
3.5
Zusammenfassend erweist sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin als ungenügend abgeklärt, weshalb die Sache zur Abklärung der Problematik an der Schulter und des psychischen Gesundheitszustands an die Beschwerde
geg
nerin zurückzuweisen ist. Diese wird
alsdann
insgesamt
neu über den Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente zu
befinden
haben
.
Der Entscheid darüber, o
b
sich
eine
umfassende
neue polydisziplinäre Begutachtung der Be
schwer
deführerin
aufdrängt
,
liegt im Ermessen der Beschwerdegegnerin
.
Das
Augenmerk wird dabei insbesondere auf eine nachvollziehbare
gesamt
medizi
nische
, auch
retrospektive Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerde
füh
rerin in
angestammter sowie angepasster Tätigkeit
sowie
auf
eine fundierte Aus
einandersetzung mit den echtzeitlichen aktenkundigen Berichten
zu legen sein.
4
.
4
.1
Da es um die Bewilligung
o
der
Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie
der
unterliegenden Beschwer
degegnerin aufzuerlegen.
4
.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung
der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen, weshalb
die
vertretene Beschwerdeführer
in
Anspruch auf eine Prozessentschädi
gung hat. Diese ist unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses
auf Fr. 2’300.-- (inklusive
Barauslagen und Mehr
wertsteuer) festzulegen.
Das Gericht
erkennt
:
1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung vom
3. August 2018
aufgehoben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird, damit diese, nach erfolgter Ab
klärung im Sinne der Erwägungen, über den L
eis
tungsanspruch der Beschwerdeführerin
neu verfüge.
2.
Die Gerichtskosten von Fr.
800
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rech
nung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts
kraft zu
gestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
der
Beschwerdeführer
in
ei
ne
Prozessent
schä
digung von Fr
. 2’300.-- (inkl
. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein
an:
-
Rechtsanwältin Susanne von Aesch
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Di
spositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.