Decision ID: 584fc557-a758-595a-a151-a732f65f3763
Year: 2018
Language: de
Court: AR_OG
Chamber: AR_OG_003
Canton: AR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

Sachverhalt
A. Das Obergericht war bereits zweimal mit dem am 15. Januar 1961 geborenen Versicherten
befasst:
Mit Urteil vom 18. Februar 2009 (Verfahren I 08 42) schützte das damalige
Verwaltungsgericht den Einspracheentscheid der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt (Suva) vom 16. Mai 2008, mit dem diese wiederum ihre
Verfügung vom 30. November 2005, derzufolge dem Versicherten nach einem Unfall von
Anfang Dezember 2001 rückwirkend ab Februar 2005 eine Rente von 28% oder Fr. 1'362.--
/Monat und eine 15%ige Integritätsentschädigung von Fr. 16'020.-- zuzusprechen seien,
bestätigt hatte.
Mit Urteil vom 11. November 2010 (Verfahren I 10 17) wies es die Beschwerde gegen zwei
Verfügungen der IV-Stelle Appenzell Ausserrhoden vom 4. und 22. Februar 2010, womit
ihm nach seiner Anmeldung zum Leistungsbezug vom 30. September 2004 ab September
2008 eine Viertelrente zugesprochen worden war, ab. Auf den Sachverhalt in den beiden
erwähnten Verfahren kann verwiesen werden.
B. Mit Verfügung vom 10. Februar 2017 (IV-act. 257), betreffend die monatliche
Rentenzahlung ab März 2017, und vom 21. März 2017 (IV-act. 260), betreffend die
monatliche Rentenzahlung von April 2013 bis Februar 2017 sowie Nachzahlungs- und
Rückforderungsbeträge, erhöhte die IV-Stelle zufolge Verschlechterung des
Gesundheitszustands die bisherige Viertelrente mit Wirkung ab Anfang April 2013 auf eine
halbe Rente.
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C. Dagegen liess der Versicherte mit Schreiben vom 13. und vom 23. März 2017 Beschwerde
mit den eingangs erwähnten Anträgen erheben.
D. Mit Vernehmlassung vom 20. April 2017 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der
Beschwerde.
E. Mit Replik vom 26. Juni 2017 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest. Auf die
einzelnen Vorbringen in den erwähnten Rechtsschriften wird - soweit erforderlich - in den
nachstehenden Erwägungen eingegangen.
F. Nach Ergehen des Urteils am 13. Februar 2018 ersuchte der Beschwerdeführer mit
Schreiben vom 20. Februar 2018 um dessen Begründung, mit Schreiben vom 26. Februar
2018 auch noch die IV-Stelle.

Erwägungen
1. Gegen die erste Verfügung vom 10. Februar 2017 wurde mit Schreiben vom 13. März 2017
und damit fristgerecht Beschwerde erhoben, ebenso gegen die zweite Verfügung vom
21. März 2017 mit Schreiben vom 23. März 2017. Da auch die übrigen Formerfordernisse
erfüllt sind, ist auf die Beschwerden einzutreten. Diese betreffen die gleichen Parteien und
die gleiche Fragestellung, weshalb sie vereinigt werden.
2. Als Invalidität gilt gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung vom
19. Juni 1959 (IVG; SR 831.20) in Verbindung mit Art. 8 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG; SR 830.1)
die durch einen körperlichen oder geistigen Gesundheitsschaden als Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall verursachte, voraussichtlich bleibende oder
längere Zeit andauernde Erwerbsunfähigkeit. Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG haben versicherte
Personen Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu siebzig Prozent, auf
eine Dreiviertelrente, wenn sie mindestens zu sechzig Prozent, auf eine halbe Rente, wenn
sie mindestens zu fünfzig Prozent und auf eine Viertelrente, wenn sie mindestens zu vierzig
Prozent invalid sind.
3. 3.1
Im Hinblick auf die Bemessung der Invalidität ist die Arbeitsunfähigkeit von der
Erwerbsunfähigkeit zu unterscheiden. Unter letzterer ist der durch Beeinträchtigung der
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körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu
verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG), wobei für die Beurteilung, ob eine Erwerbsunfähigkeit
vorliegt, nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen
Beeinträchtigung zu berücksichtigen sind. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird
bei Versicherten, die wie der Beschwerdeführer vor Eintritt des Gesundheitsschadens
vollzeitlich erwerbstätig gewesen sind, im Rahmen eines Einkommensvergleiches das
Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung sowie allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnten, in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das erzielbar wäre, wenn sie nicht invalid geworden
wären (Art. 16 ATSG).
3.2
Bei der Ermittlung des trotz Gesundheitsschädigung zumutbarerweise noch realisierbaren
Einkommens (Invalideneinkommen) ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation
auszugehen, in welcher die versicherte Person steht. Ist - wie vorliegend - kein solches
tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil nach Eintritt des
Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit
aufgenommen wurde, können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne, beispielsweise die
vom Bundesamt für Statistik in zweijährlichem Abstand herausgegebene
Lohnstrukturerhebung (LSE), herangezogen werden (BGE 126 V 76 E. 3b/bb).
Beim Einkommensvergleich unter Verwendung statistischer Tabellenlöhne ist zu
berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Versicherte, die selbst bei leichten
Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen sowie
entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in
der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Sodann ist dem
Umstand Rechnung zu tragen, dass weitere persönliche und berufliche Merkmale einer
versicherten Person, wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität,
Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben
können. Das Bundesgericht hat die bisherige Praxis dahingehend präzisiert, dass die
Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen
persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles (leidensbedingte
Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und
Beschäftigungsgrad) abhängig ist. Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das
Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei
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der Abzug höchstens 25% betragen darf (Urteil des Bundesgerichts 8C_358/2017 vom
4. August 2017 E. 2.2).
3.3
Das Valideneinkommen ist dasjenige Einkommen, das die versicherte Person erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG, Art. 28a Abs. 1 IVG). Für die
Ermittlung des Valideneinkommens ist rechtsprechungsgemäss entscheidend, was die
versicherte Person nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als
Gesunde tatsächlich verdienen würde, und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte
(BGE 131 V 51 E. 5.1.2). Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der
Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da
erfahrungsgemäss die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden
wäre. Ausnahmen von diesem Erfahrungssatz müssen mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 135 V 58 E. 3.1; Urteil des Bundesgerichts
9C_802/2016 vom 30. März 2017 E. 3.1).
3.4
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (frühestmöglichen)
Beginns eines allfälligen Rentenanspruches massgebend, wobei die beiden
Vergleichseinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu ermitteln und allfällige
rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu
berücksichtigen sind (BGE 129 V 233 E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts 8C_228/2017 vom
14. Juni 2017 E. 4.1.3).
4. Die IV-Stelle berechnete den Invaliditätsgrad in der ersten der beiden vorliegend
angefochtenen Verfügungen, also jener vom 10. Februar 2017. Ausgehend von einer
unbestrittenen 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit bezifferte sie
das Invalideneinkommen mit Fr. 33'558.-- (Lohnstrukturerhebung [LSE] 2014, Liste T17,
Wirtschaftszweig 9 Hilfsarbeitskräfte, Total Männer, 41.7 Wochenstunden; kein
Leidensabzug, da lohnmindernde Faktoren bereits berücksichtigt seien) und das
Valideneinkommen mit Fr. 75'175.--, entsprechend dem vom Versicherten vor Eintritt der
gesundheitlichen Einschränkung bei der C_ AG letztmals erzielten und an die
Nominallohnentwicklung bis 2014 angepassten Einkommen, woraus sich ein
Invaliditätsgrad von 55% errechnete.
5. 5.1
Betreffend Valideneinkommen machte der Versicherte in der Beschwerde geltend, bei der
erwähnten Firma habe er letztmals im Jahr 2004 ein Einkommen in Höhe von Fr. 72‘150.--
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(13 x Fr. 5‘550.--) erzielt. Eine Hochrechnung mittels Nominallohnindex, der nur bei Fehlen
besserer Alternativen anzuwenden sei, ergebe einen höheren Wert als den von der IV-
Stelle verwendeten, zumal massgebend sei, welcher Lohn dort hätte erzielt werden
können. Im Jahr 2010 seien dies nach Angaben der C_ AG bereits Fr. 79'950.-- (13 x
Fr. 6'150.--) gewesen, welchen Wert auch das damalige Verwaltungsgericht im Urteil vom
11. November 2010 verwendet habe. Nach aktueller Auskunft der Firma hätte der Lohn
2013 Fr. 85'150.-- betragen, wovon auch die SUVA in ihrer neuen Verfügung ausgegangen
sei.
Dem hielt die Vorinstanz in der Beschwerdeantwort entgegen, nach dem gewöhnlichen
Lauf der Dinge sei es unwahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer jemals ein
Valideneinkommen von Fr. 85‘150.-- erreicht hätte.
5.2
Bei der Zusprache der Viertelrente ab September 2008 war die IV-Stelle gestützt auf die
Angaben der C_ AG vom 5. Mai 2009 (IV-act. 143) für das Jahr 2009 von einem
Valideneinkommen von Fr. 79'950.-- (13 x Fr. 6'150.--) ausgegangen (IV-act. 162, 8/10),
was das damalige Verwaltungsgericht im Urteil vom 11. November 2010 als angemessen
bezeichnete.
Die Suva ihrerseits erhöhte die seit Februar 2005 ausgerichtete Rente von 28% mit
Verfügung vom 30. Mai 2014 (IV-act. 254, 3/8) wegen eines (weiteren) Unfalls vom
15. Februar 2012 mit Wirkung ab November 2013 auf 41%. Dabei ging sie, gestützt auf die
Angaben der C_ AG vom 27. Februar 2014 (IV-act. 254, 7/8), wonach der Lohn 2013
Fr. 85'150.-- (13 x Fr. 6'550.--) und 2014 Fr. 86'450.-- (13 x Fr. 6'650.--) betragen hätte, von
ersterem Wert aus.
5.3
Nach dem Gesagten erscheint es auch vorliegend als angezeigt, bei der Bemessung des
Invalideneinkommens auf die Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin und damit auf das
hypothetische Invalideneinkommen 2013, dem Jahr des Beginns der von einer Viertel- auf
eine halbe erhöhten Rente von Fr. 85'150.-- abzustellen. Nur am Rande sei noch darauf
hingewiesen, dass die Nominallohnindexierung des Invalideneinkommens 2009 von
Fr. 79'950.-- auf das erwähnte Jahr mit Fr. 82'495.20 ebenfalls einen höheren als den von
der IV-Stelle verwendeten Wert von Fr. 75'175.-- ergäbe.
6. 6.1
Betreffend Invalideneinkommen machte der Beschwerdeführer geltend, auszugehen sei
von einem Tabellenwert im Jahr 2013 von Fr. 65‘654.--. Die Suva, die nur unfallbedingte
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Einschränkungen berücksichtigt habe, habe einen Leidensabzug von 20% vorgenommen.
In Anbetracht der zahlreichen Einschränkungen des ehemaligen Schwerarbeiters, der
gesundheitsbedingt nur noch leichte Tätigkeiten ausführen könne, sei vorliegend der
maximal mögliche Abzug von 25% gerechtfertigt, zumal im Tabellenlohn entgegen der IV-
Stelle lohnmindernde Faktoren noch nicht berücksichtigt seien. Damit resultiere ein
Invalideneinkommen von Fr. 24‘620.--.
6.2
Bei der Zusprache der Viertelrente ab September 2008 war die IV-Stelle von einem
Invalideneinkommen von Fr. 46'761.-- ausgegangen (LSE 2006, TA1, Totalwert von auf
Anforderungsniveau 4 tätigen Männern, Arbeitsfähigkeit von 80%, Abzug von 5% wegen
Zumutbarkeit nur noch leichter Tätigkeiten [IV-act. 162, 9/10]). Auf Beschwerde hin
verwendete das damalige Verwaltungsgericht im Urteil vom 11. November 2010 die LSE
2008, berücksichtigte zusätzlich noch die im fraglichen Zeitpunkt durchschnittlich
betriebsübliche Arbeitszeit und nahm einen angemesseneren Leidensabzug von 10% vor,
sodass sich ein Invalideneinkommen von Fr. 44'344.-- errechnete.
Die Suva ging in der Verfügung vom 30. Mai 2014 - u.a. nach Vornahme eines
Leidensabzuges von 20% von einem Invalideneinkommen von Fr. 50'286.-- gemäss LSE
2010 aus.
6.3
In Anbetracht des frühestmöglichen Beginns der von einer Viertel- auf eine halbe erhöhten
Rente im April 2013 ist auch das Invalideneinkommen auf dieses Jahr hin zu berechnen.
Anzuwenden ist deshalb die LSE 2012, TA 1, Totalwert von auf dem niedrigsten
Kompetenzniveau 1 tätigen Männern. Nach Anpassung an die Nominallohnentwicklung bis
2013 und an die in diesem Jahr durchschnittlich betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7h/Wo
sowie nach Berücksichtigung der Arbeitsfähigkeit von 50% resultiert ein
Invalideneinkommen von Fr. 32'826.85. Es fragt sich nun noch, wie hoch der Leidensabzug
sein soll. Zu berücksichtigen sind dabei zunächst die medizinischen Einschränkungen
gemäss Gutachten vom 23. März 2014 (IV-act. 218), wonach der Beschwerdeführer nur
noch Gewichte bis 5 kg heben und tragen könne, allerdings nicht über der Horizontalen,
und dass er in gut temperierten Räumen arbeiten, längere Mittagspausen und
betriebsunübliche Pausen sowie ohne Zeitdruck arbeiten können sollte. Wenn ein
Hilfsarbeiter nur noch leichte Tätigkeiten ausführen kann, ist dies im Tabellenwert mit dem
tiefsten Anforderungsprofil, der eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten
umfasst, bereits enthalten (Urteil des Bundesgerichts 8C_97/2014 vom 16. Juli 2014 E.
4.2). Da Hilfsarbeiten auf dem hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt altersunabhängig
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nachgefragt werden, spielt auch das Alter des 1961 geborenen Beschwerdeführers
vorliegend keine Rolle (Urteile des Bundesgerichts 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016
E. 3.4.2), zumal dieses bezüglich einer beruflichen Wiedereingliederung nicht als
fortgeschritten bezeichnet werden kann.
Auch der Umstand, dass er die um etwa 50% verminderte Arbeitsleistung über einen
ganzen Arbeitstag verteilt und nicht beispielsweise vormittags oder nachmittags erbringen
sollte (s. das Gutachten vom 23. März 2014 S. 56f. [IV-act. 218] und die Beurteilung des
regionalärztlichen Dienstes der Invalidenversicherung vom 16. April 2014 [IV-act. 219]) ist
nicht mittels eines Abzuges zu berücksichtigen (Urteile des Bundesgerichts 9C_582/2011
vom 3. November 2011 E. 3.1, 8C_939/2011 vom 13. Februar 2012 E. 5.2.3; vgl.
demgegenüber noch Urteil des Bundesgerichts 9C_603/07 vom 8. Januar 2008 E. 4.2.3,
wonach dies aus betriebswirtschaftlicher Sicht mit Blick auf die Auslastung des
Arbeitsplatzes als lohnmässig relevante Erschwernis für die erwerbliche Verwertung der
verbliebenen Arbeitsfähigkeit anzuerkennen sei). Hingegen erscheint für den Umstand,
dass der Beschwerdeführer nur noch teilzeitlich arbeiten kann, ein Abzug von 10% als
angemessen (BGE 126 V 75; Urteil des Bundesgerichts 8C_482/2016 vom 15. September
2016 E. 5.4.3), wenngleich auch diesbezüglich ein gewisses Umdenken stattgefunden hat
und neuerdings die Ansicht vertreten wird, dass ein solcher Abzug nicht mehr automatisch
vorzunehmen sei (Urteile des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.2,
8C_255/2017 vom 18. Dezember 2017 E. 5.2). Wenn zugunsten des Beschwerdeführers
noch die bisherige Praxis angewendet wird, resultiert nach Vornahme des Abzugs von 10%
ein Invalideneinkommen von Fr. 29'544.15.
6.4
Aus diesem Wert und dem Valideneinkommen von Fr. 85'150.-- errechnet sich ein
Invaliditätsgrad von gerundet (BGE 130 V 121 E. 3.2, 142 V 178 E. 2.5.8.2) 65%, der zum
Bezug einer Dreiviertelrente ab April 2013 berechtigt. In Aufhebung der angefochtenen
Verfügungen vom 10. Februar und 21. März 2017 und in Anbetracht des Antrags auf eine
ganze Rente ist die Beschwerde mithin zur Hälfte gutzuheissen.
7. 7.1
Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG sind Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung
oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung kostenpflichtig. Dem zur
Hälfte obsiegenden Beschwerdeführer ist eine Entscheidgebühr von Fr. 400.--
aufzuerlegen, sodass ihm vom einbezahlten Kostenvorschuss Fr. 400.-- zurückzuerstatten
sind.
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7.2
Die Vorinstanz hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung auszurichten, die vom
Versicherungsgericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der
Streitsache sowie nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen ist (Art. 61 lit. g
ATSG). Im Übrigen ist die Bemessung der Parteientschädigung dem kantonalen Recht
überlassen (Urteil des Bundesgerichts 8C_11/2016 vom 22. Februar 2016 E. 3.1).
Im Verfahren vor Obergericht in Sozialversicherungssachen wird die Entschädigung
pauschal bemessen (Art. 13 Abs. 1 lit. c der Verordnung über den Anwaltstarif vom 14.
März 1995 [bGS 145.53]). In Fällen wie dem vorliegenden mit wenig bis durchschnittlich
aufwendigem Aktenstudium und ohne schwierige Sachverhalts- und Rechtsfragen ist bei
vollständigem Obsiegen ein Honorar von Fr. 2‘000.-- üblich, zuzüglich Barauslagen von 4%
und die bis Ende 2017 geltende Mehrwertsteuer von 8%, total also eine
Parteientschädigung von Fr. 2'246.40. Dem teilweise obsiegenden Beschwerdeführer ist
zulasten der Vorinstanz mithin eine Parteientschädigung von Fr. 1'123.20 zuzusprechen.
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