Decision ID: 0d7cc069-586e-5f85-b4ee-e0f23ff08282
Year: 2012
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der serbische Staatsangehörige A._ (nachfolgend: Versicherter
oder Beschwerdeführer) ist am (...) 1955 geboren und lebt in Serbien. Er
hatte in den Jahren 1980 bis 1995 mit Unterbrüchen in der Schweiz gear-
beitet und Beiträge an die Schweizerische Alters-, Hinterlassenen- und
Invalidenversicherung entrichtet.
B.
B.a Im Oktober 1996 meldete er sich, da er in seiner früheren Tätigkeit
als Bauarbeiter arbeitsunfähig geworden war, bei der Invalidenversiche-
rung zum Leistungsbezug an (act. IV1/1). Mit Verfügung vom 6. März
2000 sprach ihm die IV-Stelle X._ ab 1. Oktober 1996 eine halbe
und ab 1. Juli 1998 eine ganze Invalidenrente zu (act. IV1/70).
B.b Nachdem der Versicherte Ende 1999 nach Serbien zurückgekehrt
war (vgl. act. IV1/72 ff.), führte die nunmehr zuständige IV-Stelle für Ver-
sicherte im Ausland IVSTA (Vorinstanz) ab Juni 2002 ein Revisionsverfah-
ren durch (act. IV1/80 – 111). Mit Entscheid vom 28. August 2006 bestä-
tigte die Eidgenössische AHV/IV-Rekurskommission für die im Ausland
wohnenden Personen (nachfolgend: Rekurskommission AHV/IV) den Ein-
spracheentscheid der IVSTA vom 16. November 2004, wonach der Versi-
cherte ab 1. Juli 2004 noch einen Anspruch auf eine halbe Invalidenrente
habe (act. IV1/123 und 1/143).
C.
C.a Am 15. September 2006 stellte der Versicherte ein Revisionsgesuch
und machte eine Verschlechterung seines Gesundheitszustands geltend
(act. IV1/144). Die Vorinstanz prüfte das Anliegen und stellte mit Verfü-
gung vom 3. Juli 2007 fest, es bestehe weiterhin Anspruch auf eine halbe
Rente (act. IV1/173).
C.b Der Versicherte führte gegen diesen Bescheid beim nunmehr zu-
ständigen Bundesverwaltungsgericht am 19. Juli 2007 Beschwerde (Ver-
fahren C-4954/2007).
C.c Mit Urteil vom 17. März 2009 hiess das Bundesverwaltungsgericht
die Beschwerde in dem Sinne gut, als dass es die Verfügung vom 3. Juli
2007 aufhob und die Sache an die Vorinstanz zurückwies, damit diese
C-411/2010
Seite 3
nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen neu über den Ren-
tenanspruch verfüge (act. IV2/183).
C.d Die Vorinstanz führte in der Folge weitere Abklärungen durch (act.
IV2/189-211). Mit Vorbescheid vom 21. Oktober 2009 teilte sie dem Versi-
cherten mit, sie habe festgestellt, dass ihm seit dem 1. Juli 2008 keine
Tätigkeit mehr zumutbar sei, weshalb ihm per 1. Oktober 2008 eine gan-
ze Rente zustehe (act. IV2/212).
Der Versicherte reichte am 4. November 2009 einen Einwand ein, nach-
dem er Einsicht in die Akten genommen hatte (act. IV2/215).
Mit Verfügung vom 11. Januar 2010 ersetzte die Vorinstanz die Verfügung
vom 5. November 2004 und sprach dem Versicherten eine ganze Invali-
denrente mit Wirkung ab 1. Oktober 2008 zu (act. IV2/216 f.).
D.
D.a Mit Eingabe vom 22. Januar 2010 reichte der Beschwerdeführer ge-
gen diesen Bescheid Beschwerde ein und beantragte die Aufhebung der
Verfügung, die Zusprache der ganzen Rente ab 20. September 2006 oder
die erneute Abklärung der Sache, unter Kosten- und Entschädigungsfolge
(act. 1).
D.b Mit Vernehmlassung vom 26. Mai 2010 beantragte die Vorinstanz die
Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung der angefochtenen Ver-
fügung (act. 5) und begründete dies mit den Ausführungen des regional-
ärztlichen Dienstes (RAD; act. IV2/210 f.).
D.c In seiner Replik vom 15. Juni 2010 hielt der Beschwerdeführer an
seiner Beschwerde fest. Gleichzeitig reichte er neue medizinische Akten
aus Serbien vom März 2010 und Juni 2010 ein (act. 9).
Am 9. Juni 2010 ging beim Bundesverwaltungsgericht ein Kostenvor-
schuss von Fr. 300.- ein (act. 8).
D.d In ihrer Duplik vom 17. September 2010 hielt die Vorinstanz an ihren
Anträgen fest (act. 12).
D.e Mit Verfügung vom 29. September 2010 schloss der Instruktionsrich-
ter den Schriftenwechsel ab (act. 13).
C-411/2010
Seite 4
D.f Mit Verfügung vom 24. September 2012 – eröffnet am 1. Oktober
2012 – teilte das Bundesverwaltungsgericht dem Beschwerdeführer mit,
im gegenwärtigem Verfahrensstand sei beabsichtigt, die angefochtene
Verfügung vom 10. Januar 2010, mit welcher dem Beschwerdeführer eine
ganze IV-Rente ab 1. Oktober 2008 zugesprochen wurde, in teilweiser
Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und die Sache an die IVSTA
zurückzuweisen, damit diese den Sachverhalt weiter abkläre und eine
neue Verfügung erlasse. Da sich bei dieser Sachlage die neuen Abklä-
rungsergebnisse nicht bloss zu Gunsten, sondern auch zu Ungunsten
des Beschwerdeführers auswirken könnten, wurde dem Beschwerdefüh-
rer eine Frist eingeräumt, zur beabsichtigten Rückweisung an die Vorins-
tanz Stellung zu nehmen oder seine Beschwerde allenfalls zurückzuzie-
hen.
D.g Der Beschwerdeführer liess sich innert der angeordneten Frist nicht
vernehmen.
E.
Auf weitere Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird –
soweit erforderlich – im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen einge-
gangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 Verwaltungsgerichtsgesetz vom 17. Juni 2005 (VGG,
SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und Art. 69 Abs. 1 Bst. b
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung vom 19. Juni 1959
(IVG, SR 831.20) sowie Art. 5 des Bundesgesetzes über das Verwal-
tungsverfahren vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) beurteilt
das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden von Personen im Ausland
gegen Verfügungen der IV-Stelle für Versicherte im Ausland. Eine Aus-
nahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor.
1.2 Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenom-
men; er ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat ein
schutzwürdiges Interesse an deren Anfechtung (Art. 59 des Bundesge-
setzes über den allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom
6. Oktober 2000 [ATSG, SR 830.1]; entsprechend: Art. 48 Abs. 1 VwVG).
Er ist daher zur Beschwerde legitimiert.
C-411/2010
Seite 5
1.3 Da die Beschwerde im Übrigen frist- und formgerecht eingereicht (Art.
60 ATSG und Art. 52 VwVG) und der Kostenvorschuss fristgerecht geleis-
tet wurde, ist darauf einzutreten.
2.
2.1 Nach Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverwal-
tungsgericht nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt.
Indes findet das Verwaltungsverfahrensgesetz aufgrund von Art. 3
Bst. d bis
VwVG keine Anwendung in Sozialversicherungssachen, soweit
das Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG) anwendbar ist. Nach Art. 1 Abs. 1 IVG sind die Bestim-
mungen des ATSG auf die Invalidenversicherung (Art. 1a – 26 bis
und 28 –
70) anwendbar, soweit das IVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vom
ATSG vorsieht.
2.2 Die Beschwerdeführenden können im Rahmen des Beschwerde-
verfahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Miss-
brauchs oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder un-
vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie die
Unangemessenheit des Entscheids rügen (Art. 49 VwVG).
2.3
2.3.1 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz
beherrscht. Danach hat das Gericht von Amtes wegen für die richtige und
vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen.
Dieser Grundsatz gilt indessen nicht unbeschränkt; er findet sein Korrelat
in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, BGE 122
V 158 E. 1a, je mit weiteren Hinweisen).
2.3.2 Im Sozialversicherungsprozess hat das Gericht seinen Entscheid,
sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweis-
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglich-
keit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen
nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen,
die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrschein-
lichste würdigt (BGE 126 V 360 E. 5b, 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen).
3.
Im vorliegenden Verfahren ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer
seit Oktober 2008 einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat.
http://links.weblaw.ch/BGE-126-V-353 http://links.weblaw.ch/BGE-125-V-193
C-411/2010
Seite 6
Streitig ist einzig der Beginn des Anspruchs auf eine ganze Rente.
Zunächst sind die für die Beurteilung des Anspruchsbeginns massgeben-
den gesetzlichen Grundlagen und die von der Rechtsprechung entwickel-
ten Grundsätze dazulegen.
3.1 Nach der Rechtsprechung stellt das Sozialversicherungsgericht bei
der Beurteilung einer Streitsache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt
des Erlasses der streitigen Verwaltungsverfügung (hier: 11. Januar 2010)
eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 129 V 1 E. 1.2 mit Hinweis). Tatsa-
chen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall
Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 121 V 362
E. 1b). Demnach sind die im Rahmen des Beschwerdeverfahrens einge-
reichten medizinischen Akten (Spitalaufenthalt im Institut für kardiovasku-
läre Krankheiten, Belgrad, vom 15. - 30. März 2010, Überweisungsbericht
vom 7. Juni 2010 und psychiatrischer Bericht vom 8. Juni 2010; act. 9.1-
3) – soweit sie nicht den medizinischen Sachverhalt vor dem 11. Januar
2010 betreffen – allenfalls in einem neuen Revisionsverfahren zu beurtei-
len.
3.2 Der Beschwerdeführer ist Staatsangehöriger von Serbien, wo er heu-
te lebt. Da die Schweiz mit diesem Nachfolgestaat des ehemaligen Ju-
goslawiens kein entsprechendes neues Abkommen abgeschlossen hat –
ein solches wurde zwar vereinbart, aber noch nicht ratifiziert – bleiben die
Bestimmungen des Abkommens zwischen der Schweizerischen Eidge-
nossenschaft und der Föderativen Volksrepublik Jugoslawien über Sozi-
alversicherung vom 8. Juni 1962 (SR 0.831.109.818.1; im Folgenden:
Abkommen) auf den vorliegenden Fall anwendbar (vgl. BGE 126 V 203
E. 2b, BGE 122 V 382 E. 1, BGE 119 V 101 E. 3). Nach Art. 2 dieses Ab-
kommens stehen die Staatsangehörigen der Vertragsstaaten in ihren
Rechten und Pflichten aus den in Art. 1 genannten Rechtsvorschriften, zu
welchen die schweizerische Bundesgesetzgebung über die Invalidenver-
sicherung gehört, einander gleich, soweit nichts anderes bestimmt ist.
Bestimmungen, die hinsichtlich der Voraussetzungen des Anspruchs auf
eine schweizerische Invalidenrente und der anwendbaren Verfahrensbe-
stimmungen von dem in Art. 2 des Abkommens aufgestellten Grundsatz
der Gleichbehandlung abweichen, finden sich weder im Abkommen selbst
noch in der seitherigen schweizerisch-jugoslawischen Vereinbarung. Die
hier zu beurteilende Frage, ab wann ein Anspruch auf eine volle Invali-
denrente besteht, bestimmt sich demnach ausschliesslich nach den in-
nerstaatlichen schweizerischen Rechtsvorschriften, insbesondere nach
C-411/2010
Seite 7
dem IVG sowie der Verordnung über die Invalidenversicherung vom
17. Januar 1961 (IVV, SR 831.201) und dem ATSG.
3.3 Am 1. Januar 2008 sind im Rahmen der 5. IV-Revision Änderungen
des IVG und anderer Erlasse wie des ATSG in Kraft getreten. Weil in zeit-
licher Hinsicht – vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege-
lungen – grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich sind, die bei
der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden
Tatbestandes Geltung haben (BGE 132 V 220 E. 3.1.1, Urteil des Bun-
desgerichts 8C_419/2009 vom 3. November 2009), ist der Leistungsan-
spruch für die Zeit bis zum 31. Dezember 2007 aufgrund der bisherigen
und ab diesem Zeitpunkt nach den neuen Normen zu prüfen (BGE 130 V
445).
3.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und
im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand
zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-
züglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist
(BGE 125 V 256 E. 4, BGE 115 V 133 E. 2; AHI-Praxis 2002 S. 62
E. 4b/cc). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entschei-
dend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseiti-
gen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück-
sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in
der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurtei-
lung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerun-
gen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 125 V 351
E. 3a, BGE 122 V 157 E. 1c).
3.5 Die IV-Stelle prüft die Begehren, nimmt die notwendigen Abklärungen
von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein (Art. 43
Abs. 1 ATSG, Art. 57 Abs. 3 IVG). Zur Beurteilung der medizinischen Vor-
aussetzungen des Leistungsanspruchs stehen den IV-Stellen regionale
ärztliche Dienste (RAD) zur Verfügung (Art. 59 Abs. 2 bis
Satz 1 IVG). Die
RAD setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massge-
bende funktionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumut-
bare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie
sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig
(Art. 59 Abs. 2 bis
Satz 2 und 3 IVG).
http://links.weblaw.ch/BGE-132-V-215 http://links.weblaw.ch/8C_419/2009 http://links.weblaw.ch/BGE-130-V-445 http://links.weblaw.ch/BGE-130-V-445
C-411/2010
Seite 8
Nach der Rechtsprechung kann auf Stellungnahmen der RAD abgestellt
werden, wenn sie den allgemeinen beweisrechtlichen Anforderungen an
einen ärztlichen Bericht genügen. Die Stellungnahmen müssen insbe-
sondere in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden sein
und in der Beschreibung der medizinischen Situation und Zusammenhän-
ge einleuchten; die Schlussfolgerungen sind zu begründen. Die Ärzte und
Ärztinnen des RAD müssen sodann über die im Einzelfall gefragten per-
sönlichen und fachlichen Qualifikationen verfügen. Bezüglich dieser ma-
teriellen und formellen Anforderungen sind die RAD-Berichte im Be-
schwerdefall gerichtlich überprüfbar (zum Ganzen: Urteile des Bundesge-
richts 9C_323/2009 vom 14. Juli 2009 [publiziert in SVR 2009 IV Nr. 56]
E. 4.3.1 mit Hinweisen, 9C_1059/2009 vom 4. August 2010 E. 1.2).
3.6 Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu
würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Beschwerdeverfahren
gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versiche-
rungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, das heisst
ohne förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu
würdigen.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob
der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Un-
tersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Dar-
legung der Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Si-
tuation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertinnen und
Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund-
sätzlich somit weder die Herkunft des Beweismittels noch die Bezeich-
nung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Be-
richt oder als Gutachten. Den Berichten und Gutachten versicherungsin-
terner Ärzte kommt Beweiswert zu, sofern sie schlüssig erscheinen,
nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine
konkreten Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (vgl. BGE 125 V
351 E. 3a und 3b, 122 V 160 E. 1c, 123 V 178 E. 3.4 sowie U. KIESER,
ATSG-Kommentar, Art. 43 Rz. 35).
3.7 Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so
wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft ent-
sprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).
Bei einer Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit ist die anspruchsbeein-
http://links.weblaw.ch/BGE-125-V-351 http://links.weblaw.ch/BGE-125-V-351 http://links.weblaw.ch/BGE-122-V-157 http://links.weblaw.ch/BGE-123-V-175
C-411/2010
Seite 9
flussende Änderung zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Un-
terbrechung drei Monate angedauert hat (Art. 88a Abs. 2 IVV).
3.7.1 Ein Revisionsgrund ergibt sich aus jeder wesentlichen Änderung
der tatsächlichen Verhältnisse, die geeignet sind, den Invaliditätsgrad und
damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 130 V 343 E. 3.5, mit
weiteren Hinweisen, SVR 2004 IV Nr. 5 S. 13 E. 2). Keine Veränderung
der tatsächlichen Verhältnisse bedeuten eine unterschiedliche Beurtei-
lung eines im Wesentlichen unveränderten Sachverhalts (vgl. SVR 2004
IV 5, E. 3.3; 1996 IV Nr. 70 E. 3a).
3.7.2 Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserhebli-
chen Änderung bildet die letzte der versicherten Person eröffnete rechts-
kräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenan-
spruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung
und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten
einer Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszu-
standes) beruht (BGE 133 V 108 E. 5.4).
Die letzte rechtskräftige materielle Abklärung findet sich vorliegend an-
lässlich der 1. Rentenrevision, in welcher dem Beschwerdeführer mit Ein-
spracheentscheid vom 16. November 2004, in welchem die bisherige
ganze Invalidenrente revisionsweise auf eine halbe Invalidenrente per
1. Juli 2004 herabgesetzt wurde. Es ist somit als Vergleichszeitpunkt auf
den Sachverhalt zwischen November 2004 und Januar 2010 (angefoch-
tene Verfügung) abzustellen.
3.8 Gemäss Art. 57a Abs. 1 IVG hat die IV-Stelle der versicherten Person
den vorgesehenen Endentscheid über ein Leistungsbegehren mittels
Vorbescheid mitzuteilen und ihr das rechtliche Gehör zu gewähren. Wei-
ter hat sie sich in ihrer Verfügung mit den im Vorbescheidverfahren vor-
gebrachten, relevanten Einwänden auseinanderzusetzen (Art. 74 Abs. 2
IVV).
4.
Vorliegend ist umstritten und vom Bundesverwaltungsgericht zu prüfen,
ob der Beschwerdeführer – entgegen der Auffassung des Vorinstanz, wel-
che einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente ab 1. Oktober 2008
(statt einer halben Rente) feststellte – bereits vor dem 1. Oktober 2008
einen Anspruch auf eine erhöhte Invalidenrente hat.
C-411/2010
Seite 10
4.1 Das Bundesverwaltungsgericht stellte in seinem Urteil C-4954/2007
vom 17. März 2009 fest, die Vorinstanz habe sich, gestützt auf die ihr vor-
liegenden Akten, im Rahmen der Abklärung des Revisionsantrags vom
15. September 2006 ungenügend mit der Frage auseinandergesetzt, ob
beim Beschwerdeführer (wieder) eine psychische Störung vorliegen
könnte, welche sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirke. Es stellte fest, in
der Beurteilung der Rekurskommission AHV/IV (Urteil vom 28. August
2006) sei wesentlich gewesen, dass in den verschiedenen Berichten we-
der die Diagnose einer psychischen Störung (mit Krankheitswert) aufge-
führt worden sei, sondern nur ein depressives Syndrom, noch – aufgrund
der Medikation – ersichtlich war, dass der Versicherte antidepressiv be-
handelt worden sei, weshalb zum damaligen Zeitpunkt (2004) aus psy-
chiatrischer Sicht keine Arbeitsunfähigkeit mehr bestanden habe (E. 4.1).
In seiner Begründung stellte das Bundesverwaltungsgericht in der Folge
auf die Berichte des behandelnden Psychiaters vom 10. Oktober 2005
(oder 2004, identische Akte mit Datum vom 10. Oktober 2004 und 2005,
vgl. act. SAK1/163.41 und SAK1/163.59 und SAK1/163.15 f.) und vom
22. März 2007 (act. SAK1/163.3 = 163.23) ab, wonach der Beschwerde-
führer wieder mit Antidepressiva behandelt werde, und die Symptomatik
sich gemäss dem Bericht vom 22. März 2007 nicht gebessert habe, ob-
wohl der Patient die verschriebenen Medikamente nehme und die Medi-
kation mehrfach geändert worden sei. Die Arbeitsfähigkeit sei aus psychi-
scher Sicht stark eingeschränkt (E. 4.2.1). Weiter führte das Bundesver-
waltungsgericht aus, es sei aufgrund der Rechtsprechung nicht gerecht-
fertigt, beim Zusammenwirken von psychischen und physischen Beein-
trächtigungen – wie vorliegend – die somatischen und die psychischen
Befunde isoliert zu betrachten (E. 4.2.2). Im Ergebnis hob es die Verfü-
gung vom 3. Juli 2007 auf und wies die Angelegenheit zu ergänzenden
Abklärungen hinsichtlich des Gesundheitszustandes und neuer Verfü-
gung zurück an die Vorinstanz, wobei es die Frage aufwarf, ob aufgrund
der multiplen Beschwerden des Versicherten und des Umstands, dass die
diagnostizierte psychische Störung mit den somatischen Leiden zusam-
menhänge, nicht eine polydisziplinäre Begutachtung angezeigt gewesen
wäre (E. 4.2.-4.5).
4.2
4.2.1 Im Rahmen der neuerlichen Beurteilung der Angelegenheit durch
den RAD stellte der Psychiater des RAD, Dr. B._, am 25. Sep-
tember 2009 aufgrund der Akten im Wesentlichen fest, dass sich aus
psychischer Sicht zwischen dem 5. November 2004 und dem 2. Juli 2007
keine signifikative Veränderung des Gesundheitszustands ergeben habe.
C-411/2010
Seite 11
Er stellte weiter fest, es ergebe sich nunmehr aus den neuen Akten eine
leichte kognitive Störung (ICD-10 F06.7), eine organische Persönlich-
keitsstörung (organisches Psychosyndrom, F07.0) und eine organische
depressive Störung (F6.32), aber keine mittelgradige depressive Episode
(F32.1). Diese Verschlechterung sei am 29. Juli 2009 (vgl. act. IV2/210)
gut dokumentiert. Gemäss seiner klinischen Erfahrung brauche ein im
Arztbericht vom 3. (recte: 29.) Juli 2009 beschriebener Zustand mindes-
tens ein Jahr, um sich zu manifestieren, weshalb der Beginn der Arbeits-
unfähigkeit auf den 1. Juli 2008 festgelegt werden könne. Seit diesem
Zeitpunkt könne der Beschwerdeführer allein aus psychischer Sicht nicht
mehr arbeiten (act. IV2/211a.4).
4.2.2 Der Generalist Dr. C._ vom RAD stellte zu Handen der Vor-
instanz am 29. September 2009 fest, es habe keine Veränderung des
Gesundheitszustandes zwischen dem 5. November 2004 und dem 2. Juli
2007 gegeben, weder aus physischer noch aus psychischer Sicht. Seit
dem 1. Juli 2008 bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in jeglicher
Tätigkeit gestützt auf die psychiatrische Diagnostik. Weiter äusserte er
sich zur somatischen Situation seit dem 4. April 2009 (act. IV2/211).
4.3 Somit bleibt die Würdigung der medizinischen Akten bezüglich der
Frage, ob der von der Vorinstanz festgestellte Anspruch des Beschwerde-
führers auf eine ganze Invalidenrente zutreffend ab 1. Oktober 2008 fest-
gelegt wurde (siehe oben E. 2.3.2).
4.3.1 Aus den Akten geht zwar hervor, dass die Vorinstanz die Angele-
genheit dem RAD am 18. August 2009 zur Beurteilung überwies und die-
sen beauftragte, das Revisionsgesuch vom 20. September 2006 sei
nochmals zu prüfen, und zwar dahingehend, ob sich der Gesundheitszu-
stand und die Arbeitsfähigkeit des Versicherten seit der Verfügung vom
5. November 2004 massgeblich verändert habe. Sie verwies dabei auf
die Erwägungen 4.2.2. und 4.4 des Urteils C-4954/2007 (act. IV2/203).
4.3.2 Der Psychiater des RAD hat in der Folge gestützt auf die neuen Ak-
ten eine wesentliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes aus
psychischer Sicht festgestellt und diese auf den 1. Juli 2008 festgelegt
(act. IV2/211a S. 4). Mit dem Umstand, dass die Rekurskommission
AHV/IV eine Verbesserung des Gesundheitszustands aus psychiatrischer
Sicht bis ins Jahr 2004 festgestellt hatte, und – wie das Bundesverwal-
tungsgericht im März 2009 darlegte – der Beschwerdeführer danach wie-
der psychiatrisch behandelt wurde und diesbezüglich Berichte von Fach-
C-411/2010
Seite 12
ärzten vorlagen – hat sich der RAD indes nicht nachvollziehbar ausei-
nandergesetzt. Zudem erweist sich die Beurteilung von Dr. B._,
es ergebe keine signifikative Veränderung zwischen dem 5. November
2004 – 2. Juli 2007 (oben E. 3.7.2), aus den nachfolgend dargelegten
Gründen als unzutreffend. Er führt zum Arztbericht von Dr. D._
vom 22. März 2007 aus, die Arbeitsfähigkeit sei beachtlich herabgesetzt
("considérablement diminué" S. 3; vgl. Angabe Dr. D._: "forte-
ment diminué", act. IV1/ 163.3 = IV1/163.23). In welchen Umfang die Ar-
beitsfähigkeit im März 2007 herabgesetzt war, wird vom RAD jedoch nicht
quantifiziert. Zum gleichen Bericht führt Dr. B._ aus, es werde ein
wirksames Mittel gegen eine leichte bis mittelschwere Depression einge-
setzt. Er verneint indes unter Bezugnahme auf den Bericht vom Juli 2009,
dass eine mittelschwere depressive Episode (ICD-10 F32.1) vorliege.
Weshalb er von der von Dr. D._ diagnostizierten schweren de-
pressiven Episode mit und ohne psychotische Symptome (F32.2-3) ab-
weicht und weshalb aus seiner Sicht auch keine mittelschwere depressi-
ve Episode vorliegt, führt er nicht weiter aus (S. 4). Ausserdem wird be-
reits im Arztbericht von Dr. D._ vom 10. Oktober 2005 (oder
2004) die Diagnose F 32.11 (mittelgradige depressive Episode mit soma-
tischem Syndrom) und eine Behandlung mit den Antidepressiva Anafranil
und Zoloft und dem Benzodiazepin Rivotril erwähnt. Die Behandlung mit
dem Antidepressivum Anafranil – wiederum in Kombination mit weiteren
Psychopharmaka – findet sich auch im späteren Bericht vom 29. Juli
2009. Eine Würdigung der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit per Okto-
ber 2005 (oder 2004) erfolgt im Bericht von Dr. B._ aber nicht; es
wird nur auf die Einschätzung des Psychiaters des medizinischen Diens-
tes der IVSTA, Dr. E._, vom 28. April 2005 verwiesen (act.
IV1/132, welcher gestützt auf die Aktennummerierung bzw. die Datierung
ev. nicht über den Bericht vom 10. Oktober 2005 [oder 2004] verfügte),
wonach keine psychiatrische Diagnose gestellt werde und keine Antide-
pressiva erwähnt worden seien (IV2/211a S. 2). Anzumerken bleibt, dass
Dr. B._ in seinem Bericht vom 25. September 2009 zwar fest-
stellt, der Beschwerdeführer sei – gestützt auf den beschriebenen Ge-
sundheitszustand und die Diagnostik im Arztbericht von Dr. D._
vom 29. Juli 2009 – seit Juli 2008 zu 100% arbeitsunfähig. Er würdigt
aber die ebenfalls in diesem Bericht enthaltene Aussage, der Beschwer-
deführer befinde sich seit dem Jahr 2000 in regelmässiger Behandlung
und leide in den letzten Jahren vermehrt an den – für die 100%-ige Ar-
beitsunfähigkeit ausschlaggebenden Beschwerden – nicht bezüglich Ein-
schränkungen vor Juli 2008.
C-411/2010
Seite 13
4.3.3 Aufgrund der dargelegten Feststellungen erweist sich somit die Be-
urteilung von Dr. B._ bezüglich der psychischen Situation und
der damit verbundenen Arbeits(-un)fähigkeit seit November 2004 als
mangelhaft. Ergänzend ist zu vermerken, dass eine fachärztliche Beurtei-
lung zum Zusammenwirken zwischen somatischen und psychischen Lei-
den und deren Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit im fraglichen Zeitraum
ebenso fehlt. Es ist somit nicht nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit erstellt, dass sich der Gesundheitszustand des Be-
schwerdeführers erst per Juli 2008 invaliditätsrelevant verändert hat.
4.4 Anzumerken bleibt, dass die Vorinstanz, nachdem der Beschwerde-
führer im Rahmen des Vorbescheidverfahrens erneut einen Einwand ein-
gereicht hatte (act. IV2/212, 215), – ohne aktenkundige weitere Prüfung –
im Sinne des Vorbescheids verfügte und nicht begründete, weshalb sie
nicht auf die Einwendung eingehe (act. IV2/216a, siehe oben E. 3.8).
Bei diesem Ergebnis kann offen gelassen werden, ob die Vorinstanz
durch Unterlassen einer nachvollziehbaren Begründung das rechtliche
Gehör des Beschwerdeführers verletzt hat und wenn ja, in welchem Mass
(siehe hiezu auch Urteil C-4954/2007 E. 4.5). Es ist indessen nicht Auf-
gabe des Bundesverwaltungsgerichts, die Versäumnisse der Vorinstanz
im Beschwerdeverfahren nachzuholen, ginge dem Beschwerdeführer
doch eine Instanz verlustig. Zudem verfügt das Bundesverwaltungsge-
richt nicht über die notwendige Fachkenntnis, um die weiterhin ungeklärte
Frage nach der verbleibenden Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
seit November 2004 in Berücksichtigung der vom Bundesverwaltungsge-
richt am 17. März 2009 festgestellten Hinweise auf eine erneute Ver-
schlimmerung der psychischen Störung und dem Zusammenwirken die-
ser Störung mit den unbestrittenen somatischen Befunden zu beantwor-
ten (Urteil C-4954/2007 E. 4.4). Da die entscheidwesentliche Frage un-
geklärt blieb, fällt die Anordnung eines Gerichtsgutachtens ausser Be-
tracht (BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4). Die Sache ist deshalb erneut an die
Vorinstanz zurückzuweisen, damit diese den Rentenanspruch des Be-
schwerdeführers seit November 2004 bis 1. Oktober 2008 im Sinne der
vorhergehenden Erwägungen prüft.
5.
Zu befinden bleibt über die Verfahrenskosten und eine allfällige Partei-
entschädigung.
C-411/2010
Seite 14
5.1 Weder der unterliegenden Vorinstanz noch dem obsiegenden Be-
schwerdeführer sind Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 2
VwVG). Der am 9. Juni 2010 geleistete Kostenvorschuss von Fr. 300.- ist
dem Beschwerdeführer deshalb nach Rechtskraft des vorliegenden Ur-
teils zurückzuerstatten.
5.2 Der nicht-anwaltlich vertretene Beschwerdeführer hat gemäss Art. 64
Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 ff. des Reglements vom 21. Febru-
ar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-
tungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) Anspruch auf eine Parteientschädi-
gung zu Lasten der Vorinstanz für die ihm erwachsenen notwendigen
Kosten. Da keine Kostennote eingereicht wurde, ist die Entschädigung
aufgrund der Akten festzusetzen (vgl. Art. 14 Abs. 2 VGKE).
Unter Berücksichtigung des aktenkundigen Aufwands erscheint eine Ent-
schädigung von pauschal Fr. 500.- als angemessen. Nicht zu entschädi-
gen ist die Mehrwertsteuer (vgl. Art. 1 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 8 und
18 Abs. 1 des Mehrwertsteuergesetzes vom 12. Juni 2009 [MWSTG, SR
641.20]). Diese Entschädigung geht zu Lasten der Vorinstanz.