Decision ID: ec6871bb-91ba-59cb-bd3d-121d87a8e60f
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A.a Die Beschwerdeführenden suchten am (...) (Beschwerdeführer) sowie
am (...) (Beschwerdeführerin) in der Schweiz um Asyl nach. Am 15. No-
vember 2016 sowie am 21. August 2017 fanden die Befragungen zur Per-
son (BzP) statt. Am 14. März 2018 wurden der Beschwerdeführer und die
Beschwerdeführerin vom SEM zu ihren Asylgründen angehört.
A.b Dabei führte der Beschwerdeführer kurdischer Volkszugehörigkeit aus,
er stamme aus D._ (Distrikt E._, Provinz F._), wo er
die Schule bis zur (Nennung Stufe) besucht, dann aber abgebrochen habe.
In der Folge habe er in G._ während einiger Jahre (Nennung Tätig-
keit) gearbeitet. In seinem damaligen Quartier (...) sei es zu Demonstratio-
nen und später auch zu Gefechten gekommen. Zudem habe er während
seines Aufenthalts in G._ sein Dienstbüchlein erhalten, sei ab die-
sem Zeitpunkt militärdienstpflichtig gewesen und habe in der Folge zwei
Aufgebote für den Militärdienst bekommen. Das erste Aufgebot sei seiner
Familie ausgehändigt worden, das zweite habe jedoch sein (Nennung Ver-
wandter) für ihn in H._ abholen müssen, da er sich zu diesem Zeit-
punkt bereits im I._ aufgehalten habe. Da er diesen Aufforderungen
nicht nachgekommen sei, fürchte er von den syrischen Behörden festge-
nommen und hingerichtet zu werden. Wegen den Unruhen und Demonst-
rationen in G._ sei er vor seiner Ausreise in den I._ in die
Region H._ zurückgekehrt, wo er sich (Nennung Dauer) aufgehal-
ten habe. Dort seien nämlich die "Apojis" (auch Begriff für: Volksverteidi-
gungseinheiten, YPG; Anmerkung Bundesverwaltungsgericht) dominant
gewesen und hätten Männer in seinem Alter zum Militärdienst gezwungen.
Diese hätten ein Gesetz erlassen, welches jede Familie verpflichte, ihnen
eine bis zwei Personen zur Verfügung zu stellen. Er habe deshalb im Jahr
(...) sein Dorf verlassen und sich illegal in den J._ nach K._
begeben.
Die Beschwerdeführerin kurdischer Ethnie ihrerseits gab zur Begründung
ihres Gesuchs an, sie stamme aus L._ (Distrikt H._, Provinz
M._). In der Nähe Ihres Dorfes hätten Kämpfe zwischen (Nennung
Parteien) stattgefunden und auf dem Weg nach N._ habe es Kon-
trollen durch vermummte Leute in schwarzen Kleidern gegeben. Zudem
hätten ihre Brüder den Militärdienst leisten müssen. Damals hätten
Zwangsmobilisierungen und –rekrutierungen stattgefunden. Dann habe ihr
(Nennung Verwandter) entschieden, dass die Familie aufgrund der unsi-
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cheren Lage Syrien verlassen sollte, worauf sie (Nennung Zeitpunkt) aus-
gereist seien. Unterwegs sei ihr (Nennung Verwandter) bei einem Vorfall
verletzt worden, dann seien Sie jedoch alle wie geplant nach Kurdistan ge-
langt.
Die Beschwerdeführenden führten im Weiteren an, sich im Jahr (...) in
K._ kennengelernt und am (...) geheiratet zu haben. Der (Nennung
Verwandter) des Beschwerdeführers habe einen (Nennung Person) orga-
nisiert, um ihre Ehe registrieren zu lassen. Nachdem der O._ das
in der Nähe von K._ liegende P._ eingenommen habe, hät-
ten sie etwa im (...) den I._ verlassen und seien durch Q._
nach R._ gelangt. Dort seien Sie vom Schlepper getrennt worden,
weshalb sie letztlich auf unterschiedlichen Wegen in die Schweiz gelangt
seien.
A.c Zum Beleg ihrer Vorbringen reichten die Beschwerdeführenden (Auf-
zählung Beweismittel) ein.
A.d Am (...) brachte die Beschwerdeführerin das gemeinsame Kind
C._ zur Welt.
B.
Mit Verfügung vom 3. Oktober 2019 stellte das SEM fest, die Beschwerde-
führenden erfüllten die Flüchtlingseigenschaft nicht und lehnte ihre Asylge-
suche ab. Gleichzeitig ordnete es die Wegweisung der Beschwerdeführen-
den aus der Schweiz an, schob den Vollzug derselben jedoch wegen Un-
zumutbarkeit zugunsten einer vorläufigen Aufnahme in der Schweiz auf.
C.
Mit Eingabe vom 4. November 2019 erhoben die Beschwerdeführenden
beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und beantragten, es sei die
angefochtene Verfügung des SEM vom 3. Oktober 2019 aufzuheben und
die Sache sei zur rechtsgenüglichen Sachverhaltsabklärung sowie zur
neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Eventualiter sei
der vorinstanzliche Entscheid aufzuheben und ihre Flüchtlingseigenschaft
festzustellen und es sei ihnen Asyl zu gewähren, eventualiter seien sie als
Flüchtlinge anzuerkennen. Weiter ersuchten sie in prozessualer Hinsicht,
es sei ihnen Einsicht in die Akten A8/1, A9/1 sowie B25/1 und in die Über-
setzung des (Nennung Beweismittel) und eventualiter dazu das rechtliche
Gehör zu gewähren; es sei zudem nach der Gewährung der Akteneinsicht
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eine angemessene Frist zur Einreichung einer Beschwerdeergänzung an-
zusetzen. Weiter sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu ver-
zichten und die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren. Eventualiter
sei ihnen eine angemessene Frist zur Bezahlung des Gerichtskostenvor-
schusses anzusetzen.
Der Beschwerde lagen (Aufzählung Beweismittel) bei.
D.
Mit Verfügung vom 3. November 2019 stellte die Instruktionsrichterin den
Beschwerdeführenden eine Kopie der Übersetzung des (Nennung Beweis-
mittel) des Beschwerdeführers sowie eine Kopie des Beweismittelkuverts
des SEM zu und räumte ihnen Gelegenheit ein, innert 7 Tagen ab Erhalt
dieser Verfügung eine ergänzende Beschwerdebegründung einzureichen,
wobei bei ungenutzter Frist auf Grundlage der Akten entschieden werde.
Sodann hiess sie die Gesuche um Erlass der Verfahrenskosten im Sinne
von Art. 65 Abs. 1 VwVG sowie um Verzicht auf die Erhebung eines Kos-
tenvorschusses gut.
E.
Mit Eingabe vom 20. November 2019 reichten die Beschwerdeführenden
ihre Beschwerdeergänzung zu den Akten.
F.
Das SEM hielt in seiner Vernehmlassung vom 3. Dezember 2019 nach ei-
nigen ergänzenden Bemerkungen an seinen Erwägungen in der angefoch-
tenen Verfügung vollumfänglich fest.
G.
Die Beschwerdeführenden replizierten mit Eingabe vom 19. Dezember
2019.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung
von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und
entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend
– endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]).
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1.2 Am 1. März 2019 ist die Teilrevision (AS 2016 3101) des AsylG in Kraft
getreten. Für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl.
Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom
25. September 2015).
1.3 Die Beschwerdeführenden sind als Verfügungsadressaten zur Be-
schwerdeführung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und form-
gerecht eingereichte Beschwerde (aArt. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52
Abs. 1 VwVG) ist einzutreten.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG.
3.
3.1 Die Beschwerdeführenden rügen in formeller Hinsicht, das SEM habe
den Anspruch auf Akteneinsicht und auf rechtliches Gehör schwerwiegend
verletzt. Zudem habe es den Sachverhalt nicht richtig respektive unvoll-
ständig festgestellt und Gesetzesbestimmungen, insbesondere die Art. 3
und 7 AsylG und Art. 9 BV, verletzt. Diese Rügen sind vorab zu beurteilen,
zumal sie allenfalls geeignet sind, die Kassation der angefochtenen Verfü-
gung zu bewirken.
3.2
3.2.1 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches
Gehör. Dieses umfasst insbesondere das Recht des Betroffenen, sich vor
Erlass eines solchen Entscheides zur Sache zu äussern, erhebliche Be-
weise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Be-
weisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Be-
weise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu
äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen. Der An-
spruch auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht somit alle Be-
fugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren
ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 135 II 286
E. 5.1; BVGE 2009/35 E. 6.4.1 m.H.).
3.2.2 Aus dem Akteneinsichtsrecht als Teilgehalt des rechtlichen Gehörs
folgt, dass grundsätzlich sämtliche beweiserheblichen Akten den Beteilig-
ten offenzulegen sind, sofern in der sie unmittelbar betreffenden Verfügung
darauf abgestellt wird (BGE 132 V 387 E. 3.1 f.). Die Wahrnehmung des
Akteneinsichts- und Beweisführungsrechts durch die von einer Verfügung
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betroffenen Person setzt die Einhaltung der Aktenführungspflicht der Ver-
waltung voraus, gemäss welcher die Behörden alles in den Akten festzu-
halten haben, was zur Sache gehört und für den Entscheid wesentlich sein
kann (BGE 130 II 473 E. 4.1 m.w.H.).
Der Anspruch auf Akteneinsicht setzt sodann eine geordnete, übersichtli-
che und vollständige Aktenführung (Ablage, Paginierung und Registrierung
der vollständigen Akten im Aktenverzeichnis) voraus (vgl. BVGE 2012/24
E. 3.2, 2011/37 E. 5.4.1 je m.H.).
3.2.3 Die Begründungspflicht, welche ebenfalls auf dem Anspruch auf
rechtliches Gehör fusst, gebietet, dass die betroffene Person den Ent-
scheid gestützt auf die Begründung sachgerecht anfechten kann und sich
sowohl die betroffene Person als auch die Rechtsmittelinstanz über die
Tragweite des Entscheides ein Bild machen können (vgl. KNEUBÜH-
LER/PEDRETTI, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundes-
gesetz über das VwVG, 2. Aufl. 2019, Rz. 5 ff. zu Art. 35 VwVG;
BVGE 2007/30 E. 5.6). Dabei kann sich die verfügende Behörde auf die
wesentlichen Gesichtspunkte beschränken, sie hat aber zumindest die
Überlegungen kurz anzuführen, von denen sie sich leiten liess und auf wel-
che sie ihren Entscheid stützt (BVGE 2008/47 E. 3.2).
3.2.4 Des Weiteren gilt im Asylverfahren – wie in anderen Verwaltungsver-
fahren auch – der Untersuchungsgrundsatz (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12
VwVG). Danach muss die entscheidende Behörde den Sachverhalt von
sich aus abklären. Sie ist verantwortlich für die Beschaffung der für den
Entscheid notwendigen Unterlagen und das Abklären sämtlicher rechtsre-
levanter Tatsachen (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und
Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 142; KRAUS-
KOPF/EMMENEGGER/BABEY, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Praxis-
kommentar Verwaltungsverfahrensgesetz, 2. Aufl. 2016, Rz. 20 ff. zu
Art. 12 VwVG).
3.3
3.3.1 Zur Rüge der Verletzung des Akteneinsichtsrechts führten die Be-
schwerdeführenden zunächst an, aus den Bezeichnungen des SEM im Ak-
tenverzeichnis hinsichtlich der Aktenstücke A8/1 und A9/1 gehe nicht her-
vor, worum es bei diesen als "Aktennotiz" und "Mail" gekennzeichneten
Dokumenten gehe. Das SEM habe auch nicht geltend gemacht, es handle
sich um interne Unterlagen. Weiter sei die Einsicht in die Akte A25/1 ver-
http://links.weblaw.ch/BVGE-2012/24
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weigert worden. Diese angeblich „interne Aktennotiz" sei zwischen der Ver-
fahrensstandanfrage und dem Asylentscheid erstellt worden, weshalb sie
Auskunft über die Hintergründe der jahrelangen Verschleppung des Asyl-
verfahrens durch das SEM geben dürfte. Weiter sei die Einsicht in die Über-
setzung des (Nennung Beweismittel) verweigert worden, da ihnen trotz ei-
ner offensichtlich vorhandenen Übersetzung des (Nennung Beweismittel)
keine solche Übersetzung zu gestellt worden sei. Der Beweismittelum-
schlag enthalte sodann einen weissen Rand, welcher es verunmögliche,
die Bemerkung unterhalb des Vermerks "mit Übersetzung" zu lesen. Es sei
eindeutig erkennbar, dass an jener Stelle eine weitere Notiz enthalten sei.
Unklar bleibe jedoch, ob diesbezüglich ein Vermerk betreffend die nicht zu-
gestellte Übersetzung des (Nennung Beweismittel) erfasst worden sei. Vor-
liegend ist eine Verletzung des Akteneinsichtsrechts zu verneinen. In der
Verfügung der Instruktionsrichterin vom 13. November 2019 wurde festge-
halten, dass es sich bei den Aktenstücken A8, A9 und A25 um interne Akten
ohne Beweischarakter handelt, weshalb das SEM die Einsicht in diese zu
Recht verweigerte. Weiter wurde erkannt, dass die geltend gemachte
Nichtzustellung der Übersetzung des (Nennung Beweismittel) ein blosses
Versehen darstellt, da den Akten zufolge den Beschwerdeführenden Ein-
sicht in die im Beweismittelkuvert enthaltenen Unterlagen gewährt wurde.
Den Beschwerdeführenden wurde in der Folge eine Kopie dieser Überset-
zung sowie zusätzlich eine vollständige Kopie des Beweismittelkuverts, auf
welcher sämtliche handschriftlich angebrachten Vermerke lesbar sind, zu-
gestellt, und es wurde ihnen die Möglichkeit zur Einreichung einer Be-
schwerdeergänzung eingeräumt. Von dieser Möglichkeit machten die Be-
schwerdeführenden mit Eingabe vom 20. November 2019 Gebrauch. So-
weit sie darin pauschal anführen, es sei selten, dass das SEM die Akten
richtig und korrekt führe beziehungsweise vollständig und richtig Aktenein-
sicht gewähre, weshalb feststehe, dass das SEM auch vorliegend den An-
spruch auf Akteneinsicht und somit auf rechtliches Gehör schwerwiegend
verletzt habe, vermögen sie den Feststellungen in der erwähnten Verfü-
gung vom 13. November 2019 nichts Substanzielles entgegenzusetzen.
Weiter beantragen die Beschwerdeführenden für den Fall, dass die ange-
fochtene Verfügung nicht aufgehoben werden sollte, die Zustellung des
Originals des (Nennung Beweismittel) zwecks Einsichtnahme. Das SEM
habe im Rahmen seiner Vernehmlassung den Antrag auf Einsichtnahme in
das Original des (Nennung Beweismittel) zu Unrecht abgelehnt. An diesem
Antrag werde aber ausdrücklich festgehalten. In der erwähnten Instrukti-
onsverfügung vom 13. November 2019 wurde explizit festgehalten, dass
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aus dem Schreiben des SEM vom 24. Oktober 2019 betreffend Aktenein-
sicht und den Ausführungen in der Beschwerdeschrift zu ersehen sei, dass
den Beschwerdeführenden Einsicht in die im Beweismittelkuvert enthalte-
nen Unterlagen, und somit auch in das fragliche (Nennung Beweismittel),
gewährt wurde. Da die Beschwerdeführenden folglich bereits Einsicht in
das fragliche Dokument erhielten, ist der (neuerliche) Antrag um Edition
abzuweisen.
3.3.2 Soweit die Beschwerdeführenden monieren, das SEM habe das
rechtliche Gehör verletzt, weil es ihnen keine Gelegenheit zur Stellung-
nahme betreffend die vorinstanzliche Würdigung von Seite 6 des (Nennung
Beweismittel) des Beschwerdeführers (Nennung Würdigung) gewährt
habe, vermengen sie die Frage der Feststellung des Sachverhalts mit der
Frage der rechtlichen Würdigung der Sache. Zum gleichen Schluss gelangt
das Gericht auch bezüglich der Rüge, das SEM hätte ohne die Durchfüh-
rung einer Dokumentenanalyse die militärische Vorladung und das (Nen-
nung Beweismittel) nicht als Fälschungen bezeichnen respektive diesen
keinen Beweiswert beimessen dürfen. Vorweg ist zu bemerken, dass die
Vorinstanz die fraglichen Dokumente nicht als Fälschungen qualifizierte.
Sodann hat das SEM nachvollziehbar und hinreichend differenziert aufge-
zeigt, von welchen Überlegungen es sich vorliegend leiten liess und sich
auch mit sämtlichen zentralen Vorbringen der Beschwerdeführenden und
den eingereichten Beweismitteln auseinandergesetzt. Dabei musste sich
das SEM nicht ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und je-
dem rechtlichen Einwand auseinandersetzen, sondern durfte sich auf die
wesentlichen Gesichtspunkte beschränken. Der blosse Umstand, dass die
Beschwerdeführenden die Auffassung und Schlussfolgerungen des SEM
nicht teilen, ist keine Verletzung des rechtlichen Gehörs respektive der Ab-
klärungs- und Begründungspflicht, sondern eine materielle Frage. Sodann
zeigt die ausführliche Beschwerdeeingabe deutlich auf, dass eine sachge-
rechte Anfechtung ohne weiteres möglich war. Daher erweist sich auch der
Einwand, das SEM habe es unterlassen zu erwähnen, dass der Beschwer-
deführer von den syrischen Behörden ein paar Monate nach seiner Aus-
reise bei seinem (Nennung Verwandter) gesucht worden sei, als unbegrün-
det.
3.3.3 Ebenso unbegründet erweist sich die Rüge, das (Nennung Beweis-
mittel) sei nicht vollständig übersetzt worden, was einen Vergleich des
(Nennung Beweismittel) mit der Vorladung verunmögliche. Das SEM hat
die wesentlichen Punkte des dem Beschwerdeführer bekannten (...) Doku-
ments übersetzt. Alleine der Umstand, dass eine Nummer nicht übersetzt
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worden sein soll, stellt noch keine Verletzung des Untersuchungsgrundsat-
zes dar; eine solche könnte problemlos auch von den Beschwerdeführen-
den selbst vorgenommen werden, zumal ihnen eine Mitwirkungspflicht zu-
kommt (vgl. Art. 8 AsylG). In der Beschwerde wird denn auch nicht sub-
stanziiert dargelegt, inwiefern sich dadurch das (Nennung Beweismittel)
mit der Vorladung nicht vergleichen lassen sollte. Ohnehin nahm das SEM
bei der Würdigung der fraglichen Dokumente keinen Bezug zu Dokumen-
tennummern.
3.3.4 Die Beschwerdeführenden bringen weiter vor, die Vorinstanz habe
die Bearbeitung ihrer Asylverfahren während (Nennung Dauer) ver-
schleppt. So seien ihre Anhörungen erst (...) Jahre nach Einreichung des
Asylgesuchs durchgeführt worden. Diesbezüglich ist anzuführen, dass die
Beschwerdeführerin rund (Nennung Dauer) nach dem Beschwerdeführer
in der Schweiz um Asyl ersuchte, weshalb sich die Anhörung des Be-
schwerdeführers deshalb hinausgezögert haben dürfte und unter den ge-
gebenen Umständen mit Blick auf eine koordinierte Bearbeitung der Asyl-
gesuche ohne Weiteres vertretbar erscheint. Es liegt denn auch lediglich
bezüglich des Beschwerdeführers eine Dauer von (...) zwischen der Ein-
reichung seines Asylgesuchs und der Anhörung vor. Sodann ist zwar eine
zeitnahe Anhörung durchaus wünschenswert. Gemäss konstanter Recht-
sprechung ist daraus jedoch nicht auf eine Verletzung des rechtlichen Ge-
hörs zu schliessen, zumal es sich dabei nicht um eine justiziable Verfah-
renspflicht handelt (vgl. Urteil des BVGer E-1277/2018 vom 3. April 2018
E. 4.3). Es besteht keine zwingende, mit Rechtsfolgen versehene gesetz-
liche Verpflichtung des SEM, die Anhörung innerhalb eines gewissen Zeit-
raums nach der BzP respektive nach Einreichung eines Asylgesuchs
durchzuführen. Jedoch ist ein zwischen der BzP und der Anhörung verstri-
chener längerer Zeitraum bei der Beurteilung der Glaubhaftigkeit der Vor-
bringen angemessen zu berücksichtigen. Eine Verletzung der Abklärungs-
pflicht liegt nicht vor. Gleiches gilt auch hinsichtlich der Rüge, das SEM
habe nach den Anhörungen weitere (Nennung Dauer) bis zu ihrem Asyl-
entscheid verstreichen lassen. Als Grundlage für den Entscheid dienten
dem Sachbearbeiter des SEM die schriftlichen Protokolle der BzP und der
Anhörung. Aktuelle Ergänzungen zum Sachverhalt im Nachgang zu den
Anhörungen hätten die Beschwerdeführenden im Rahmen ihrer Mitwir-
kungspflicht von sich aus einbringen müssen. Bis heute brachten sie je-
doch keine weiteren Ergänzungen an.
3.3.5 Schliesslich gehen sowohl der Hinweis auf eine Verletzung des
Grundsatzes von Treu und Glauben als auch des Willkürverbots fehl. Beim
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Grundsatz von Treu und Glauben geht es einerseits um die Frage, wie weit
sich Private auf eine im Widerspruch zum geltenden Recht stehende be-
hördliche Auskunft verlassen können. Andererseits verbietet es dieser
Grundsatz, dass die Behörden einen einmal in einer Sache eingenomme-
nen Standpunkt ohne sachlichen Grund wechseln (vgl. BGE 138 I 49
E. 8.3.1; TSCHANNEN/ZIMMERLI/MÜLLER, Allgemeines Verwaltungsrecht,
4. Aufl. 2014, § 22 Rz. 1 ff. und 21 f.). Das vorliegend gerügte Verhalten
des SEM liegt offensichtlich nicht im Anwendungsbereich dieses Grundsat-
zes. Sodann liegt Willkür nicht schon dann vor, wenn eine andere Lösung
in Betracht zu ziehen oder sogar vorzuziehen wäre, sondern nur, wenn ein
Entscheid offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in kla-
rem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechts-
grundsatz klar verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsge-
danken zuwiderläuft (vgl. MÜLLER/SCHEFER, Grundrechte in der Schweiz,
4. Aufl., 2008, S.11; BGE 133 I 149 E. 3.1, m.w.H.). Hier wird jedoch weder
näher ausgeführt noch ist ersichtlich, dass und inwiefern die Erwägungen
des SEM darunter zu subsumieren sind. Die Rüge, wonach die Vorinstanz
das Gebot von Treu und Glauben sowie das Willkürverbot verletzt habe,
ist daher als unbegründet zu qualifizieren.
3.4 Zusammenfassend erweisen sich die formellen Rügen als unbegrün-
det. Der Antrag, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die
Sache zur vollständigen und richtigen Abklärung und Feststellung des
rechtserheblichen Sachverhalts sowie zur Neubeurteilung zurückzuwei-
sen, ist abzuweisen.
4.
4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen
Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Das Bundesverwaltungsgericht hat die
Anforderungen an das Glaubhaftmachen der Vorbringen in verschiedenen
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Entscheiden dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier
verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1 m. Verw.)
5.
5.1 Die Vorinstanz kommt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss,
die Vorbringen der Beschwerdeführenden hielten weder den Vorausset-
zungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG noch denjenigen an die
Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG stand.
Im Einzelnen hielt sie fest, der Beschwerdeführer habe sich in seinen Schil-
derungen bezüglich der militärischen Aushebung und des anschliessenden
Aufgebots zum Grundwehrdienst in wesentliche Widersprüche verstrickt.
So habe er gemäss Angaben in der BzP nur eine Vorladung erhalten, sei
ein paar Tage danach ausgereist und habe auch bestätigt, bei der Zustel-
lung der Vorladung zu Hause gewesen zu sein. Demgegenüber habe er
anlässlich der Anhörung vorgebracht, erst nach seinem Weggang aus Sy-
rien, respektive als er bereits im I._ gewesen sei, aufgeboten wor-
den zu sein. Ferner habe er zwei Vorladungen bekommen. Auf Vorhalt
habe er diese Widersprüche nicht zu erklären vermocht. Weiter habe der
Beschwerdeführer den Erhalt der angeblichen Aufgebote auch nur knapp
und unsubstantiiert geschildert. Auf spätere Nachfrage habe er angeführt,
die erwähnten Details seien ihm wegen des von ihm miterlebten Einzugs
seines (Nennung Verwandter) in den Militärdienst bekannt. Dies lasse die
Vermutung zu, dass er lediglich dieses Aufgebot seines (Nennung Ver-
wandter) mit entsprechenden Anpassungen wiedergegeben habe. Ferner
erstaune, dass er den verstrichenen Zeitraum zwischen den beiden angeb-
lichen Aufgeboten nicht habe angeben können. Ebenso habe er den Vor-
gang der Aushebung, in deren Rahmen er sein Dienstbüchlein erhalten
habe, nur kurz und stereotyp geschildert. Auf die Frage, warum er sich
beim Aushebungsamt gemeldet habe, habe er in allgemeiner Weise und
ohne jeden persönlichen Bezug geantwortet. Es entstehe nicht der Ein-
druck, dass er diese Ereignisse selber erlebt habe. Ausserdem widerspre-
che die Schilderung des Aushebungsprozesses den Informationen des
SEM zu dessen Verlauf. Er habe explizit verneint, dass es ausser der Er-
mittlung der Blutgruppe noch weitere Tests gegeben habe. Nach den Er-
kenntnissen des SEM finde jedoch im Rahmen der Aushebung ein medizi-
nischer Test statt. Ein solcher Test werde im Übrigen auch auf Seite 9 des
ins Recht gelegten Dienstbüchleins erwähnt. Die geltend gemachte militä-
rische Aushebung und das Aufgebot für den Grundwehrdienst seien des-
halb nicht glaubhaft. An dieser Einschätzung vermöchten die eingereichten
Beweismittel nichts zu ändern. Sowohl das Dienstbüchlein als auch das
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Aufgebot würden keine fälschungssicheren Merkmale aufweisen und
könnten käuflich erworben werden, weshalb sie kaum einen Beweiswert
aufweisen würden. Auffallend sei überdies, dass das im Dienstbüchlein
enthaltene Foto auf Seite 6 offensichtlich nachträglich angebracht worden
sei und der Stempel rechts davon ursprünglich teilweise etwas anderes,
vermutlich ein anderes Foto, bedeckt habe. Beim Aufgebot werde sodann
der (...) als sein Meldetermin beim Aushebungsamt genannt. Dagegen
habe der Beschwerdeführer vorgebracht, das Schreiben sei am (...) ge-
kommen. Erstaunlich sei zudem, dass im angeblichen zweiten Aufgebot
keinerlei Verweis auf ein früher ergangenes erstes Aufgebot zu finden sei.
Zum weiteren Vorbringen des Beschwerdeführers, wonach die Gefahr be-
standen habe, durch die S._ beziehungsweise die T._
zwangsrekrutiert zu werden, habe er sich ebenfalls widersprüchlich geäus-
sert. In der BzP habe er angegeben, während seines Aufenthalts in Syrien
sei nichts passiert und die S._ habe es damals dort noch nicht ge-
geben. Im Falle einer Rückkehr hätte ihn die S._ jedoch rekrutieren
wollen. In der Anhörung habe er dagegen vorgebracht, während seines
Aufenthalts in der Region H._ seien die T._ dort dominant
gewesen und hätten Krieg gegen den O._ geführt. Er hätte jederzeit
in diesen Krieg eingezogen werden können. Er sei sowohl von der Regie-
rung als auch den T._ gesucht worden. Doch selbst bei unterstellter
Glaubhaftigkeit wären die Asylvorbringen des Beschwerdeführers nicht
asylrelevant, da er zum einen keine konkreten Rekrutierungsversuche ihm
gegenüber erwähnt habe und zum andern Rekrutierungsbemühungen der
S._/T._ gemäss der Rechtsprechung des Bundesverwal-
tungsgerichts weder ein Verfolgungsmotiv nach Art. 3 AsylG darstellten
noch eine genügende Verfolgungsintensität für Asylrelevanz besitzen wür-
den.
Zwar könne nicht ausgeschlossen werden, dass der Beschwerdeführer bei
einem Verbleib in Syrien militärisch ausgehoben worden wäre. Er habe je-
doch nicht glaubhaft machen können, von der syrischen Armee ausgeho-
ben und als diensttauglich erklärt worden zu sein. Er gelte demnach bis
zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht als ausgehoben. Da er vor seiner Aus-
reise noch kein Dienstbüchlein erhalten und sich noch nicht dem obligato-
rischen medizinischen Test unterzogen habe, sei auch nicht gesichert, ob
er überhaupt als militärdiensttauglich befunden worden wäre. Durch seine
Ausreise aus Syrien haben er sich zunächst einmal der wehrdienstlichen
Musterung entzogen, nicht jedoch der eigentlichen Dienstpflicht. Er könne
somit nicht als Wehrdienstverweigerer oder Deserteur betrachtet werden.
Allein der Umstand, dass er sich vor dem Einzug in den Militärdienst in
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Zukunft fürchte, vermöge gemäss ständiger Praxis keine Furcht vor asyl-
relevanter Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG zu begründen. Im Weiteren
mache die Beschwerdeführerin keine persönlich erlebte Verfolgung gel-
tend. Bei den geschilderten Vorfällen handle es sich ausserdem um Folgen
der allgemeinen Kriegslage in Syrien. Das Vorbringen sei deshalb nicht
asylrelevant.
5.2 Demgegenüber wenden die Beschwerdeführenden ein, zum Vorhalt,
wonach der Beschwerdeführer die ihn betreffenden Ereignisse mit denje-
nigen seines (Nennung Verwandter) vermischt habe, sei anzuführen, dass
der Beschwerdeführer ein Militärfahrzeug deshalb gut habe beschreiben
können, da ein solches bei der Suche nach seinem (Nennung Verwandter)
zum Einsatz gekommen sei. Die Skepsis der Vorinstanz wegen fehlender
Aussagen zum Zeitraum zwischen den beiden Aufgeboten sei unberech-
tigt, da er bei diesen Ereignissen nicht persönlich anwesend gewesen sei.
Sodann habe der Beschwerdeführer derart detaillierte und substantiierte
Ausführungen gemacht, wie es von ihm angesichts der gesamten Um-
stände habe erwartet werden können. Seine Ausführungen seien in Anbe-
tracht der damaligen Fragestellungen detailliert und glaubhaft. Das SEM
habe bezüglich seiner Rekrutierung keine offenen Fragen gestellt. Zum
Vorhalt widersprüchlicher Angaben zur Anzahl der Vorladungen ergebe
sich aus den Schilderungen des Beschwerdeführers eindeutig, dass er so-
wohl in der BzP als auch anlässlich der Anhörung immer von einer einzigen
Vorladung gesprochen habe, in deren Besitz er heute sei. Diese Vorladung
habe er als Beweismittel Nr. 9 eingereicht. Das erste Aufgebot habe seine
Familie nicht mehr ausfindig machen können, weshalb somit diesbezüglich
kein Widerspruch bestehe. Weiter sei absurd, dass das SEM gestützt auf
einen Bericht der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) behaupte, die
Rekrutierung des Beschwerdeführers könne sich nicht wie von ihm geschil-
dert abgespielt haben: Damit verkenne das SEM, dass sich Syrien seit Jah-
ren im Krieg befinde und deshalb zeitlich und örtlich gewisse kleinere Ab-
weichungen im Rekrutierungsverfahren stattfänden. Der vom SEM er-
wähnte Bericht nehme sodann nicht Bezug auf das beim damaligen Aus-
hebungszentrum im damaligen Zeitpunkt konkret angewendete Verfahren.
Der Beschwerdeführer habe sodann glaubhaft und übereinstimmend ge-
schildert, dass er von der S._ gesucht worden sei. Es bestehe auch
diesbezüglich kein Widerspruch. Da der Beschwerdeführer dem Aufgebot
zum Militärdienst keine Folge geleistet habe, gelte er als Militärdienstver-
weigerer. Er werde deshalb von den syrischen Behörden als Staatsfeind
und Landesverräter betrachtet und gezielt asylrelevant verfolgt. Die Vo-
raussetzungen der begründeten Furcht vor asylrelevanter Verfolgung seien
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erfüllt. Sie würden insgesamt die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Ferner
seien die neuesten politischen Entwicklungen in ihrem Heimatland, so ins-
besondere nach der Invasion im Norden durch die türkischen Truppen,
beim Entscheid zu berücksichtigen.
5.3 Die Vorinstanz brachte in ihrer Vernehmlassung zu den materiellen Rü-
gen vor, gemäss den Erkenntnissen der Gedächtnispsychologie könnten
neuartige, folgenreiche und emotional bedeutsame Erfahrungen verhält-
nismässig gut im Gedächtnis abgespeichert werden. Das Kerngeschehen
von wichtigen autobiographischen Ereignissen sei längerfristig im Ge-
dächtnis abrufbar, so dass in der Regel Angaben dazu möglich seien, auch
wenn diese Ereignisse schon einige Zeit zurückliegen würden. Die feh-
lende Substantiierung der geltend gemachten Asylgründe könne demnach
nicht mit der seit den angeblichen Ereignissen vergangenen Zeitspanne
erklärt werden. Die in der BzP erwähnte angebliche Suche der Behörden
nach dem Beschwerdeführer einige Monate nach Erhalt der Vorladung und
Ausreise sei in der Anhörung nicht mehr geltend gemacht worden. Viel-
mehr habe sein (Nennung Verwandter) nach Erhalt des ersten und Abho-
lung des zweiten Aufgebots nichts mehr von den Behörden gehört. Weiter
sei der Beschwerdeführer in der Anhörung in Form einer offenen Frage
aufgefordert worden, detailliert von seiner Rekrutierung zu erzählen. Dabei
habe er in der BzP explizit angegeben, es sei nur eine Vorladung gekom-
men; er habe keine Einschränkung der Art gemacht, dass er nur Vorladun-
gen meine, in deren Besitz er noch sei. Sodann sei der Beschwerdeführer
in der BzP gefragt worden, was er mit dem – in der Beschwerdeschrift zi-
tierten – Satz bezüglich S._-Suche gemeint habe; er habe darauf-
hin verneint, dass eine solche Suche bereits stattgefunden habe. Ergän-
zend sei anzuführen, dass im syrischen Kontext eine Bestrafung wegen
Wehrdienstverweigerung oder Desertion nur dann aus Gründen im Sinne
von Art. 3 AsylG geschehe, wenn zusätzliche einzelfallspezifische Risiko-
faktoren vorlägen, die jedoch vorliegend nicht gegeben seien. Das Vorbrin-
gen der Wehrdienstverweigerung wäre deshalb auch bei unterstellter
Glaubhaftigkeit nicht asylrelevant.
5.4 In ihrer Replik verwiesen die Beschwerdeführenden punktuell auf ihre
Ausführungen in der Rechtsmitteleingabe und entgegneten ferner, dass die
vom SEM zitierten Ausführungen betreffend die Gedächtnispsychologie le-
diglich die Frage betreffe, ob sich eine Person überhaupt an gewisse Er-
eignisse erinnern könne. Der Beschwerdeführer habe jedoch die fluchtaus-
lösenden Ereignisse keineswegs vergessen, sondern sich sehr gut daran
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erinnern und ausführliche Schilderungen darüber abgeben können. Aus-
serdem beziehe sich der angeführte Baustein betreffend die Gedächtnis-
psychologie nicht auf den Umfang der Substantiierung. Es sei offensicht-
lich, dass eine vergangene Zeitspanne den Umfang der Substantiierung
beeinflusse. Das SEM stelle somit Behauptungen auf, welche der gelten-
den Glaubhaftigkeitslehre widersprechen würden. Aus Frage 91 der Akte
B12 sei ersichtlich, dass der Beschwerdeführer auch diesbezüglich derart
ausführliche Angaben gemacht habe, wie es von ihm habe erwartet werden
können. Zum Argument des SEM betreffend die Suche durch die
S._ sei festzuhalten, dass der Beschwerdeführer sein Dorf im Jahr
(...) verlassen habe. Weiter habe er insbesondere geschildert, dass die
Macht der S._ damals noch nicht derart gross wie im heutigen Zeit-
punkt gewesen sei. Aus diesem Grund habe der Beschwerdeführer ange-
führt, dass ihm heute eine gezielte asylrelevante Verfolgung durch die
S._ drohe. Es bestehe somit diesbezüglich kein Widerspruch. Wei-
ter werde die Frage der Militärdienstverweigerung nach der Aufhebung der
angefochtenen Verfügung und nach der Rückweisung an das SEM detail-
liert zu prüfen sein. Jedoch sei bereits an dieser Stelle festzuhalten, dass
entgegen der vorinstanzlichen Behauptung die Militärdienstverweigerung
in Syrien in der Tat als Landesverrat und Staatsfeindlichkeit betrachtet und
der Beschwerdeführer deshalb gezielt asylrelevant verfolgt würde, dies ins-
besondere aufgrund der konkreten einzelnen Risikofaktoren.
6.
6.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Durchsicht der Akten zum
Schluss, dass die Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerde-
führenden im Ergebnis zu Recht verneint und deren Asylgesuche abge-
lehnt hat.
6.1.1 Vorliegend sind zentrale Teile der Asylvorbringen – so die geltend ge-
machte militärische Aushebung und das darauffolgende Aufgebot zum Mi-
litärdienst – als nachgeschoben, widersprüchlich und realitätsfremd zu
qualifizieren. Betreffend der als nachgeschoben zu erachtenden Sachver-
haltselemente ist insbesondere anzuführen, dass der Beschwerdeführer in
der BzP lediglich vorbrachte, er habe nur eine Vorladung erhalten, sei bei
deren Zustellung auch zuhause gewesen und habe ein paar Tage danach
das Land in Richtung I._ verlassen. Hingegen führte er in der An-
hörung in diesem Zusammenhang an, er habe sich bereits im I._
aufgehalten, als er insgesamt zwei Mal für den Militärdienst aufgeboten
worden sei. Weiter erwähnte der Beschwerdeführer die in der BzP noch
geltend gemachte behördliche Suche nach seiner Person einige Monate
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nach Erhalt der Vorladung und nach seiner Ausreise in der Anhörung nicht
mehr. So gab er im Rahmen Letzterer an, dass sein (Nennung Verwandter)
nach dem Erhalt des ersten und nach der Abholung des zweiten Aufgebots
nichts mehr von den Behörden gehört habe (vgl. act. A7/14, S. 8 f., Ziff.
7.01; B12/17, F70 ff.). Gemäss ständiger Rechtsprechung ist es zulässig,
Widersprüche für die Beurteilung der Glaubhaftigkeit heranzuziehen, wenn
klare Aussagen im Empfangszentrum – respektive in der BzP – in wesent-
lichen Punkten der Asylbegründung von den späteren Aussagen in der An-
hörung bei der Vorinstanz diametral abweichen, oder wenn bestimmte Er-
eignisse oder Befürchtungen, welche später als zentrale Asylgründe ge-
nannt werden, nicht bereits anlässlich der Erstbefragung zumindest an-
satzweise erwähnt werden (vgl. statt vieler: Urteil des BVGer D-3114/2018
vom 28. Juni 2019 E. 5.1 m.w.H; EMARK 1993 Nr. 3). In der angefochtenen
Verfügung hat sich das SEM nicht in unzulässiger Weise auf das Protokoll
der BzP abgestützt und zu Recht angeführt, dass sich der Beschwerdefüh-
rer im Gegensatz zu der späteren Anhörung zu den Umständen des Erhalts
der militärischen Vorladung, der Anzahl derselben sowie zur anschliessen-
den behördlichen Suche nach seiner Person in gegensätzlicher Weise ge-
äussert hat (vgl. act. B28/9, S. 3 f.). Der Beschwerdeführer vermag auch in
seiner Rechtsmitteleingabe mit Blick auf dieses Aussageverhalten keine
einleuchtenden Erklärungen zu seiner Entlastung vorzubringen. Sein Ein-
wand, er habe sowohl in der BzP als auch im Rahmen der Anhörung immer
von einer einzigen Vorladung gesprochen, in deren Besitz er heute sei,
vermag nicht zu überzeugen, da dieser durch seine Aussagen in den von
ihm jeweils unterschriftlich bestätigten Befragungsprotokollen in keiner
Weise gestützt wird. In der Erstbefragung gab der Beschwerdeführer auf
ausdrückliche Nachfrage denn auch an, es sei eine Vorladung gekommen,
ohne eine Einschränkung bezüglich deren heutigen Besitzes zu machen
(vgl. act. A7/14, S. 8, Ziff. 7.01, 5. Frage). Der weitere Hinweis, seine Fa-
milie habe das erste Aufgebot nicht mehr ausfindig machen können, er-
weist sich unter diesen Umständen als unbelegte Parteibehauptung.
6.1.2 Ferner vermochte der Beschwerdeführer seinen Schilderungen zum
Erhalt der militärischen Aufgebote in der Tat nur wenig Substanz zu verlei-
hen und diese blieben grösstenteils oberflächlich und wenig detailliert. In
der BzP war er weder in der Lage, ein ungefähres Datum oder auch nur
das Jahr zu benennen, in welchem das (einzige) Aufgebot gekommen sei,
obwohl er während (Nennung Dauer) die Schule besuchte und ihn die Zu-
stellung dieses Aufgebots offenbar derart verängstigte, dass er sich ein
paar Tage später zur Ausreise aus seiner Heimat veranlasst sah (vgl. act.
A7/14, S. 8, Ziff. 7.01). Im Rahmen der Anhörung brachte er – nebst einer
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lediglich pauschalen Beschreibung des zweiten Aufgebots – hinsichtlich
des ersten Aufgebots zwar einige Details vor (vgl. act. B28/9, F77-87).
Seine diesbezüglichen Aussagen wirken jedoch stereotyp und könnten auf-
grund ihrer Schlichtheit auch von einer am Ereignis gänzlich unbeteiligten
Drittperson problemlos nacherzählt werden. Bezeichnenderweise ver-
mochte er nicht anzugeben, wie viel Zeit zwischen den beiden angeblichen
Aufgeboten verstrich (vgl. act. B28/9, F75). Sein Einwand, er sei bei diesen
Ereignissen nicht persönlich anwesend gewesen, ist als unbehelflich zu
erachten. So habe ihn sein (Nennung Verwandter) telefonisch über das
zweite Aufgebot und die Umstände seines Erhalts informiert (vgl. act.
B28/9, F85), weshalb von ihm entsprechende Details über die Vorgänge
hätten erwartet werden dürfen. Auch der weitere Hinweis des Beschwer-
deführers, er habe derart detaillierte und substantiierte Ausführungen ge-
macht, wie es von ihm angesichts der gesamten Umstände habe erwartet
werden können, vermag die fehlende Substanz seiner Schilderungen nicht
zu erklären.
6.1.3 Sein Vorbringen, er habe das Militärfahrzeug deshalb beschreiben
können, weil ein solches bei der Suche nach seinem (Nennung Verwand-
ter) zum Einsatz gekommen sei, ist als nicht stichhaltig zu erachten. Da er
zu diesem Zeitpunkt bereits im I._ gewesen sein will, hätte er sich
keinesfalls sicher sein können, ob die Militärbehörden nun mit einem glei-
chen oder einem ganz anderen Fahrzeug bei seinen Eltern erschienen
sind. Die entsprechende Aussage lässt aber nicht darauf schliessen, dass
der Beschwerdeführer diesbezügliche Zweifel gehabt hätte, zumal er kei-
nerlei Vorbehalte äusserte (vgl. act. B12/17, F77).
6.1.4 Weiter wendet der Beschwerdeführer auf den Vorhalt, er habe den
Vorgang der Aushebung nur kurz und stereotyp geschildert und lediglich in
sehr allgemeiner Weise auf die Frage nach dem Grund seiner Meldung
beim Aushebungsamt geantwortet, ein, das SEM habe bezüglich seiner
Rekrutierung keine offenen Fragen gestellt. Dieser Einwand überzeugt
nicht. Nachdem der Beschwerdeführer wiederholt lapidar darauf hinwies,
er habe sein Dienstbüchlein erhalten (vgl. act. B12/17, F67 und F69) be-
ziehungsweise er habe dieses dem SEM abgegeben (vgl. act. B12/17, F55
und 61), wurde er im Verlauf der Anhörung explizit gefragt, er solle detail-
liert schildern, was er habe machen müssen, um zu diesem Dienstbüchlein
zu kommen (vgl. act. B12/17, F91). Anschliessend wurden ihm dazu noch
einige ergänzende Fragen gestellt (vgl. act. B12/17, F92-95). Der Be-
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schwerdeführer muss es sich deshalb zu seinen Ungunsten anrechnen las-
sen, wenn er auf die ihm gestellten Fragen nur mit wenigen Details zu ant-
worten und kaum auf seine Person bezogene Auskünfte zu geben vermag.
6.1.5 Soweit der Beschwerdeführer zum Vorhalt einer unkorrekten Schil-
derung des Aushebungsprozesses einwendet, der vom SEM zitierte Be-
richt nehme keinen Bezug auf das einst beim damaligen Aushebungszent-
rum konkret angewendete Verfahren, vermag diese Entgegnung nicht zu
einer anderen Betrachtungsweise zu führen. Einerseits vermag der Be-
schwerdeführer damit nicht zu begründen, inwiefern das Prozedere gerade
bei seiner Aushebung von der allgemein bekannten Vorgehensweise ab-
gewichen sein soll. Andererseits hat die Vorinstanz zu Recht auf den Um-
stand hingewiesen, dass gemäss dem eingereichten Dienstbüchlein – ent-
gegen seinen eigenen Ausführungen – ein medizinischer Test durchgeführt
wurde.
6.1.6 Die zum Beleg seiner Vorbringen ins Recht gelegten Dokumente
(Nennung Beweismittel) sind als nicht beweiskräftig zu qualifizieren. In ge-
nereller Hinsicht ist zunächst anzuführen, dass in Syrien praktisch jegliche
Art von Dokumenten käuflich erworben werden kann, was den Beweiswert
von syrischen Dokumenten generell als gering erscheinen lässt (vgl. Urteile
des BVGer D-149/2014 vom 28. Dezember 2015 E. 6.3.1 sowie
E-1695/2017 vom 14. Juli 2017 E. 7.3.1 mit Quellenangaben zum elektro-
nischen Abruf von Unterlagen des syrischen Verteidigungsministeriums).
Weiter lassen sich – wie in E. 6.1.5 erwähnt – einesteils die im (Nennung
Beweismittel) enthaltenen Angaben nicht mit den Schilderungen des Be-
schwerdeführers in Übereinstimmung bringen. Zum anderen stimmen auch
beim Aufgebot die darauf vermerkten Daten nicht mit den Vorbringen des
Beschwerdeführers überein. Laut dem Aufgebot hätte er sich am (...) beim
Aushebungsamt melden sollen, um danach am (...) einzurücken, während-
dem er anführte, seine Familie habe das Dokument am (...) erhalten und
er hätte am (...) einrücken sollen (vgl. act. B12/17, F6 inkl. summ. Überset-
zung Beweismittel Nr. 9). Nach dem Gesagten vermag der Beschwerde-
führer aus diesen Beweismitteln nichts zu seinen Gunsten abzuleiten.
6.2 Der Beschwerdeführer vermag demnach weder nachzuweisen noch
glaubhaft zu machen, dass er in seiner Heimat effektiv militärisch ausge-
hoben, für diensttauglich erklärt und mittels Aufgebot zur Leistung des Mi-
litärdienstes aufgefordert wurde. Demnach hätte er sich durch seine Aus-
reise aus Syrien allenfalls der wehrdienstlichen Musterung, nicht jedoch
der eigentlichen Dienstpflicht in der staatlichen syrischen Armee entzogen.
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Im heutigen Zeitpunkt steht also noch gar nicht fest, ob er überhaupt als
diensttauglich erachtet werden könnte und dementsprechend der Wehr-
pflicht unterstehen würde. Daher kann er auch nicht als Dienstverweigerer
oder als Deserteur betrachtet werden. Zwar gehört er der kurdischen Eth-
nie an, konnte aber nicht glaubhaft machen, dass er deswegen oder wegen
regierungskritischer Aktivitäten bisher die Aufmerksamkeit der staatlichen
syrischen Sicherheitskräfte respektive der Armee auf sich gezogen hat. Für
den Beschwerdeführer besteht vorliegend keine überwiegende Wahr-
scheinlichkeit, dass das Nichterscheinen beim Rekrutierungsbüro durch
die syrischen Behörden als Ausdruck der Regimefeindlichkeit aufgefasst
würde. Es ist somit nicht davon auszugehen, dass er im Falle einer Fest-
nahme durch die syrischen Behörden mit einer politisch motivierten Bestra-
fung oder einer Behandlung rechnen müsste, die einer flüchtlingsrechtlich
relevanten Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG gleichzusetzen wäre
(vgl. auch Urteil des BVGer D-783/2018 vom 14. März 2018 E. 5.1).
6.3 Auch die von der Beschwerdeführerin angeführten Gründe (unsichere
Lage in ihrer Heimat aufgrund von Kämpfen, ständigen Kontrollen, u.ä.)
vermögen keine Furcht vor einer asylrelevanten Verfolgung zu begründen.
Die geltend gemachten, aufgrund der Bürgerkriegssituation erlittenen
Nachteile stellen keine gezielte Verfolgung dar und sind daher nicht geeig-
net, die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführenden zu begründen.
6.4 Festzuhalten ist schliesslich, dass die blosse Tatsache der Asylgesuch-
stellung in der Schweiz nicht zur Annahme führt, dass die Beschwerdefüh-
renden bei der (hypothetischen) Rückkehr in ihr Heimatland mit beachtli-
cher Wahrscheinlichkeit eine menschenrechtswidrige Behandlung zu be-
fürchten hätten. Zwar ist aufgrund ihrer längeren Landesabwesenheit da-
von auszugehen, dass sie bei einer Wiedereinreise nach Syrien einer Be-
fragung durch die heimatlichen Behörden unterzogen würden. Da in ihrem
Fall nicht von einer Vorverfolgung ausgegangen und somit nicht mit der
notwendigen hohen Wahrscheinlichkeit davon auszugehen ist, dass sie vor
dem Verlassen Syriens als regimefeindliche Person ins Blickfeld der syri-
schen Behörden geraten sind, ist nicht davon auszugehen, dass diese sie
als staatsgefährdend einstufen würden, weshalb nicht damit zu rechnen
wäre, sie hätten bei einer Rückkehr asylrelevante Massnahmen zu be-
fürchten.
6.5 Zusammenfassend ist auch in Berücksichtigung der eingereichten Un-
terlagen festzustellen, dass die Beschwerdeführenden nichts vorgebracht
haben, was geeignet wäre, ihre Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder
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zumindest glaubhaft zu machen. Die Vorinstanz hat ihre Asylgesuche da-
her zu Recht abgelehnt.
7.
Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt
es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug
an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44
AsylG). Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer
solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (vgl.
BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
8.
Präzisierend ist festzuhalten, dass sich aus den vorstehenden Erwägun-
gen nicht der Schluss ergibt, die Beschwerdeführenden seien zum heuti-
gen Zeitpunkt in ihrem Heimatstaat nicht gefährdet. Eine solche Gefähr-
dungslage ist jedoch auf die in Syrien herrschende Bürgerkriegssituation
zurückzuführen. Das SEM hat dieser generellen Gefährdung Rechnung
getragen und die Beschwerdeführenden gestützt auf Art. 83 Abs. 1 und 4
AIG wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs vorläufig aufge-
nommen.
9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.
10.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten den Beschwerde-
führenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Mit Verfügung der Instruk-
tionsrichterin vom 13. November 2019 wurde unter anderem das Gesuch
um Erlass der Verfahrenskosten gutgeheissen. Es ist daher auf die Erhe-
bung von Verfahrenskosten zu verzichten.
(Dispositiv nächste Seite)
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