Decision ID: 12baa81d-2b1c-4fc4-91c6-428e4cf5cac4
Year: 2014
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Roger Brändli, Breitenstrasse 16, 8852 Altendorf,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._, geboren 195_, erlitt am 13. Mai 1996 einen Autounfall. Dabei zog er sich
eine bicondyläre Tibiakopffraktur mit Impression des lateralen Plateaus links zu. Mitte
1997 wurde der Versicherungsfall vom zuständigen Unfallversicherer abgeschlossen.
Am 15. Juni 2006 machte der Versicherte gegenüber dem Unfallversicherer Ansprüche
unter dem Titel Rückfall bzw. Spätfolgen geltend. Im Auftrag des Unfallversicherers
wurde der Versicherte im Juni 2006 von Dr. B._ begutachtet. Der Gutachter
diagnostizierte eine leichte laterale Gonarthrose, eine mittelgradige
Femoropatellararthrose des linken Knies, unklare Rückfussschmerzen links, eine
mögliche beginnende Femoropatellararthrose rechts und ein mögliches somatoformes
Schmerzsyndrom. Das Beschwerdebild sei teilweise unfallbedingt. Die aktuelle
Tätigkeit des Versicherten im _betrieb sei aufgrund der objektivierbaren Unfallfolgen
ideal und geeignet, einen nachhaltigen Erhalt der Arbeitsfähigkeit zu gewährleisten.
Allerdings seien kurzzeitige Arbeitsunfähigkeiten auch durch die objektivierbaren
Befunde erklärbar und müssten fallweise beurteilt werden (vgl. zum Ganzen Urteil des
Versicherungsgerichts vom 29. Januar 2010, IV 2008/342, lit. A.a f., act. G 5.80-2).
A.b Der Versicherte meldete sich am 22. Februar 2007 zum Bezug von IV-Leistungen
an (act. G 5.4). Der behandelnde Dr. med. C._, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin,
diagnostizierte im Bericht vom 30. März 2007 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
einen Status nach Arthroskopie des linken Knies mit Teilresektion der Pars intermedia
lat. Meniskus, einen Status nach Shaving und Glätten der Gleitflächen des linken Knies
bei Chondropathia patellae und einen Status nach schwerem Autounfall 1996. Der
Gesundheitszustand wurde als sich verschlechternd beschrieben (act. G 5.14). RAD-
Arzt Dr. med. D._ kam in der Stellungnahme vom 31. August 2007 gestützt auf das
Gutachten von Dr. B._ zum Schluss, dass der Versicherte für eine dem körperlichen
Leiden adaptierte Tätigkeit über eine volle Arbeitsfähigkeit verfüge (act. G 5.32). Am
6. November 2007 führte die IV-Stelle im _betrieb des Versicherten eine Abklärung
zur Ermittlung der Leistungseinschränkung durch. Im Abklärungsbericht
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Selbstständigerwerbende vom 14. Dezember 2007 ermittelte die Abklärungsperson im
Rahmen eines Betätigungsvergleichs einen Invaliditätsgrad von 55% und im Rahmen
der - als massgebend betrachteten - Methode des Einkommensvergleichs einen
Invaliditätsgrad von 10% (act. G 5.39).
A.c Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (vgl. zum Vorbescheid vom
24. Januar 2008, act. G 5.41, und zum Einwand vom 21. Februar 2008, act. G 5.46)
verfügte die IV-Stelle am 23. Juni 2008 die Abweisung des Leistungsbegehrens (act.
G 5.62). Das Versicherungsgericht hiess die dagegen gerichtete Beschwerde vom
18. August 2008 (act. G 5.66-2 ff.) im Entscheid vom 29. Januar 2010, IV 2008/342,
teilweise gut und wies die Sache zu ergänzenden medizinischen und erwerblichen

Abklärungen im Sinn der Erwägungen an die IV-Stelle zurück (act. G 5.80-12).
A.d Im Auftrag der IV-Stelle wurde der Versicherte am 20. und 21. September 2010 in
der MEDAS Ostschweiz polydisziplinär (internistisch, rheumatologisch und
psychiatrisch) begutachtet. Die MEDAS-Experten diagnostizierten im Gutachten vom
20. Dezember 2010 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine mittelschwere bis
schwere depressive Episode mit somatischem Syndrom / ohne psychotische
Symptome, eine posttraumatische Pangonarthrose links nach bicondylärer und mit
Spongiosa sowie Spanplastik versehener Tibiafraktur links 1996, eine Femoro-Patellar-
Arthrose rechts, ein chronisches lumbospondylogenes Syndrom bei mässigen
degenerativen Veränderungen der unteren LWS sowie ein chronisches cerviko-
spondylogenes Syndrom links. Aus psychiatrischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten ab dem Untersuchungszeitpunkt um 50%
eingeschränkt. Aus somatischer Sicht bestehe für körperlich leichte leidensangepasste
Tätigkeiten eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit (act. G 5.109). Der RAD-Arzt Dr. med. E._,
Facharzt für Innere Medizin, Rheumatologie, Physikalische Medizin und Rehabilitation
FMH, hielt das MEDAS-Gutachten sowohl aus somatischer wie auch psychiatrischer
Sicht für nicht schlüssig (Stellungnahme vom 2. Februar 2011, act. G 5.112). Er
empfahl die Vornahme einer Oberbegutachtung des Versicherten (Stellungnahme vom
17. Mai 2011, act. G 5.123).
A.e Am 21. September 2011 wurde der Versicherte in der ABI Aerztliches
Begutachtungsinstitut GmbH untersucht. Im ABI-Gutachten vom 29. November 2011
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diagnostizierten die Experten mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: chronische
Kniebeschwerden links (ICD-10: M17.3/Z98.8) und rechts (ICD-10: M79.66), ein
chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom ohne radikuläre Symptomatik (ICD-10:
M54.5) und chronische Nacken-Schulterschmerzen der dominanten rechten Seite ohne
radikuläre Symptomatik (ICD-10: M54.2/M79.61). Sie hielten den Versicherten aus
polydisziplinärer Sicht für die angestammte Tätigkeit als _ sowie für andere
leidensangepasste Tätigkeiten für uneingeschränkt arbeits- und leistungsfähig (act.
G 5.126). Der RAD hielt die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung der ABI für beweiskräftig
(Stellungnahme vom 16. Dezember 2011, act. G 5.127).
A.f Gestützt auf die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung durch die ABI stellte die IV-Stelle dem
Versicherten in Aussicht, sein Leistungsbegehren abzuweisen (act. G 5.129). Dagegen
erhob der Versicherte am 2. Februar 2012 Einwand. Er rügte zunächst die Höhe der
Vergleichseinkommen. RAD-Arzt Dr. E._ hielt er für befangen. Das ABI-Gutachten sei
mangelhaft und nicht beweiskräftig. Vielmehr sei auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung der
MEDAS-Gutachter abzustellen (act. G 5.131). Am 10. Februar 2012 wies die IV-Stelle
das Leistungsbegehren des Versicherten ab (act. G 5.132).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 10. Februar 2012 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 12. März 2012. Der Beschwerdeführer beantragt darin unter Kosten-
und Entschädigungsfolge deren Aufhebung und die Zusprache einer ganzen Rente.
Eventualiter sei die Sache zur Vervollständigung der Entscheidgrundlagen und zur
anschliessenden Neubeurteilung des Rentenanspruchs an die Vorinstanz
zurückzuweisen. Der Beschwerdeführer wiederholt, dass RAD-Arzt Dr. E._ in dieser
Angelegenheit befangen, das ABI-Gutachten nicht beweiskräftig und als medizinische
Grundlage auf das MEDAS-Gutachten abzustellen sei. Die Beschwerdegegnerin habe
bei der Bestimmung des Valideneinkommens zu Recht auf das damalige Einkommen
der F._ abgestellt. Allerdings könne es nicht angehen, einfach den zuletzt verdienten
Lohn der Nominalentwicklung anzupassen. Massgebend sei, was er im massgebenden
Zeitpunkt effektiv bei der F._ verdient hätte. Insoweit seien keine Abklärungen
getätigt worden. Es sei mindestens von einem Valideneinkommen von Fr. 80'000.--
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auszugehen. Bei der Bestimmung des Invalideneinkommens sei ein Leidensabzug von
25% vorzunehmen (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 4. Mai 2012
die Abweisung der Beschwerde. Vorab weist sie darauf hin, dass keine Gründe
ersichtlich seien, weshalb RAD-Arzt Dr. E._ befangen sei. Das ABI-Gutachten sei
beweiskräftig und gestützt darauf sei von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten auszugehen. Unter Berücksichtigung eines 10%igen
Abzugs vom Tabellenlohn resultiere ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad,
selbst wenn dem Valideneinkommen ein Betrag von Fr. 80'000.-- zugrunde gelegt
würde. Die gestützt darauf erlassene leistungsabweisende Verfügung sei daher
rechtmässig (act. G 5).
B.c Mit Präsidialentscheid vom 9. Mai 2012 wird dem Gesuch des Beschwerdeführers
um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten
und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) entsprochen (act. G 6).
B.d In der Replik vom 22. Oktober 2012 hält der Beschwerdeführer unverändert an
seinen Anträgen fest. Zusätzlich beantragt er, es sei von den MEDAS-Gutachtern eine
Stellungnahme zu den von der Beschwerdegegnerin vorgeworfenen Mängeln am
MEDAS-Gutachten einzuholen. Eventualiter sei ein Gerichtsgutachten zu erstellen
(act. G 14).
B.e Die Beschwerdegegnerin hält in der Duplik vom 9. November 2012 an der
beantragten Beschwerdeabweisung fest. Eine Konfrontation der MEDAS-Gutachter mit
den festgestellten Mängeln hätte die medizinische Abklärung nicht weiter
vorangetrieben (act. G 16).
B.f Die Verfahrensleitung teilt den Parteien am 19. November 2012 mit, dass das
Versicherungsgericht die MEDAS Ostschweiz gebeten habe, zum Bericht des RAD vom
2. Februar 2011 Stellung zu nehmen (act. G 18; zur Rückfrage an die MEDAS
Ostschweiz vom 19. November 2012 siehe act. G 17).
B.g Der Geschäftsführer der MEDAS Ostschweiz teilte dem Versicherungsgericht am
5. Dezember 2012 mit, es sei nach dieser langen Zeit nicht mehr möglich, zur RAD-
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Stellungnahme vom 2. Februar 2011 Stellung zu beziehen. Insbesondere weil der
damalige Chefarzt seit Mitte 2011 in Pension sei und der psychiatrische Gutachter seit
2011 keine Gutachten mehr für die MEDAS Ostschweiz erstelle (act. G 19). Mit diesem
Schreiben reicht die MEDAS Ostschweiz die Stellungnahme des somatischen Experten
vom 5. Dezember 2012 ein. Dieser führt darin aus, nachträglich könne nur gesagt
werden, dass für ideale, körperlich leichte und idealerweise häufig sitzende Tätigkeiten
keine wesentliche Einschränkung somatischerseits bestanden habe. Er vermute nach
der langen Zeit, dass eine Unterscheidung auch zu solcher ideal erscheinenden
Tätigkeit deshalb nicht erfolgt sei, weil die psychiatrische Limitierung der
Arbeitsfähigkeit deutlich höher ausgefallen sei (act. G 19.1).
B.h In der Stellungnahme vom 7. Januar 2013 weist die Beschwerdegegnerin darauf
hin, dass der damalige rheumatologische MEDAS-Gutachter heute einräume, in einer
adaptierten Tätigkeit bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Er bestätige
demnach die bereits aktenkundigen Stellungnahmen des RAD (act. G 21). Der
Beschwerdeführer bringt am 15. Januar 2013 vor, der Umstand, dass die MEDAS
Ostschweiz nach mehr als zwei Jahren zum Fall nicht mehr im Detail Stellung nehmen
könne, dürfe sich nicht zu seinen Lasten auswirken, zumal dies die
Beschwerdegegnerin zu vertreten habe (act. G 22).
B.i Mit Schreiben vom 2. Juli 2013 haben die Parteien Gelegenheit erhalten, zur vom
Gericht beschlossenen Anordnung eines polydisziplinären Gerichtsgutachtens Stellung
zu nehmen (act. G 25). Am 24. Juli 2013 wurde die MEDAS Zentralschweiz mit der
Anfertigung eines polydisziplinären Gerichtsgutachtens beauftragt (act. G 28). Der
Beschwerdeführer wurde am 8., 9. und 17. Oktober 2013 in der MEDAS Zentralschweiz
polydisziplinär (allgemein-internistisch, rheumatologisch, pneumologisch und
psychiatrisch) untersucht. Im Gesamtgutachten vom 29. Januar 2014 diagnostizierten
die Experten mit wesentlicher Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit:
Knieschmerzen links; ein chronisches intermittierendes lumbovertebrales bis
lumbospondylogenes Syndrom links, teils auch zervikales Schmerzsyndrom; eine
chronische depressive Störung, gegenwärtig leichte depressive Episode ohne
somatisches Syndrom (ICD-10: F32.00) und eine chronische Schmerzstörung mit
somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41). In der angestammten
Tätigkeit als F._-Mitarbeiter bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. In einer
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optimal angepassten Tätigkeit bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in
Berücksichtigung der aktuellen bundesgerichtlichen Rechtsprechung, ansonsten
aufgrund der diesbezüglich limitierenden klinisch-psychiatrischen Einschätzung eine
20%ige Arbeitsunfähigkeit. Betreffend den Beginn der reduzierten Arbeitsfähigkeit
führten die Gerichtsgutachter aus, aus somatischer Sicht gelte die vorgenommene
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ab dem Jahr 2000. In psychiatrischer Hinsicht gaben
sie an, die bescheinigte 20%ige Arbeitsunfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten
gelte ab Zeitpunkt der Begutachtung. Der vom psychiatrischen Gutachter der MEDAS
Ostschweiz (Dr. med. G._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH)
erhobene Psychostatus passe nicht ganz zu einer mittelgradigen bis schweren
Depression. Eher sei davon auszugehen, dass damals eine mittelgradige Depression
vorgelegen habe. Somit erscheine die Einschätzung von Dr. G._ (50%ige
Arbeitsunfähigkeit) angesichts der psychopathologischen Befunde als etwas hoch. Die
Arbeitsunfähigkeit dürfte damals bei etwa 40% gelegen haben. Die psychiatrische
Einschätzung des psychiatrischen ABI-Gutachters lasse sich nicht überprüfen - die
Qualitätskriterien eines psychiatrischen Obergutachtens seien nicht erfüllt. Aufgrund
der vorliegenden Akten, anamnestischen Angaben sowie erhobener Befunde seien
retrospektiv präzisere Angaben zum Verlauf der Arbeitsfähigkeit (aus psychiatrischer
Sicht) nicht möglich (act. G 31).
B.j Die Beschwerdegegnerin teilte am 25. Februar 2014 unter Hinweis auf die RAD-
Stellungnahme vom 24. Februar 2014 mit, sie halte das Gerichtsgutachten für
beweiskräftig. Die darin bescheinigte 20%ige Arbeitsunfähigkeit für leidensangepasste
Tätigkeiten sei indessen nicht von invalidenversicherungsrechtlicher Relevanz (act.
G 37 und G 37.1).
B.k Innert mehrmals erstreckter Frist nahm der Beschwerdeführer am 2. Juni 2014
Stellung zum Gerichtsgutachten. Er bringt gegen die Beweiskraft der darin für
leidensangepasste Tätigkeiten vorgenommenen Arbeitsfähigkeitsschätzung
verschiedene Einwände vor. Des Weiteren macht er geltend, für die Bestimmung des
Invalideneinkommens sei auf die aktuelle Tätigkeit als _ abzustellen und das
Gerichtsgutachten bestätige die Rechtfertigung eines 25%igen Tabellenlohnabzugs
(act. G 42).
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B.l Am 12. Juni 2014 reicht der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers eine
Honorarnote im Betrag von Fr. 8'127.25 (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer) ein (act. G 45).
Erwägungen:
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu beurteilen ist der
Rentenanspruch des Beschwerdeführers.
2.
2.1 Hinsichtlich der intertemporalrechtlichen Lage sowie den Voraussetzungen für
einen Rentenanspruch kann auf die Erwägungen des Entscheids des Versicherungs
gerichts vom 29. Januar 2010, IV 2008/342, verwiesen werden (E. 1 und 2, act.
G 5.80-5 ff.).
2.2 Bezüglich der Beweiskraft von Gerichtsgutachten hat die Rechtsprechung
ausgeführt, das Gericht weiche "nicht ohne zwingende Gründe" von den
Einschätzungen des medizinischen Experten ab. Auch der Europäische Gerichtshof für
Menschenrechte hat diesbezüglich erwogen, der Meinung eines von einem Gericht
ernannten Experten komme bei der Beweiswürdigung vermutungsweise hohes
Gewicht zu (BGE 135 V 469 f. E. 4.4 mit Hinweisen).
2.3 Grundsätzlich bedarf es nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung für die
Annahme eines invalidisierenden Gesundheitsschadens einer fachärztlichen, lege artis
auf die Vorgaben eines Klassifikationssystems abgestützten Diagnose. Im Rahmen der
freien Beweiswürdigung dürfe sich dabei die Verwaltung - und im Streitfall das Gericht
- weder über die den beweisrechtlichen Anforderungen genügenden medizinischen
Tatsachenfeststellungen hinwegsetzen noch sich die ärztlichen Einschätzungen und
Schlussfolgerungen zur (Rest-)Arbeitsfähigkeit unbesehen ihrer konkreten
sozialversicherungsrechtlichen Relevanz und Tragweite zu eigen machen. Die
rechtsanwendenden Behörden hätten mit besonderer Sorgfalt zu prüfen, ob die
ärztliche Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit auch invaliditätsfremde Gesichtspunkte
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(insbesondere psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren)
mitberücksichtige, die vom sozialversicherungsrechtlichen Standpunkt aus
unbeachtlich seien. Wo psychosoziale Einflüsse das Bild prägen würden, sei bei der
Annahme einer rentenbegründenden Invalidität Zurückhaltung geboten (Urteil des
Bundesgerichts vom 30. März 2011, 9C_1041/2010, E. 5.1 mit Hinweisen).
3.
Zu prüfen ist vorab, ob das Gerichtsgutachten der MEDAS Zentralschweiz vom
29. Januar 2014 eine rechtsgenügliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers erlaubt. Die Beschwerdegegnerin hält dieses für beweiskräftig (act.
G 37), währenddem der Beschwerdeführer verschiedene Einwände gegen die darin
vorgenommene Arbeitsfähigkeitsbeurteilung für leidensangepasste Tätigkeiten erhebt.
3.1 Der Beschwerdeführer wendet gegen die gerichtsgutachterliche Beurteilung ein,
gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung habe die medizinische Begutachtung
vordergründig die neurologische und orthopädische Disziplin zu beinhalten. Im
Gerichtsgutachten werde nicht dargelegt, warum auf die vom Bundesgericht als
vordergründig notwendig erachteten fachmedizinischen Abklärungen verzichtet worden
sei. Das Gerichtsgutachten sei insoweit unvollständig (act. G 42, S. 2).
3.1.1 Zur Frage, wer für die Auswahl der Fachdisziplinen bei polydisziplinären
Gutachten zuständig ist, hält das Handbuch für Gutachter- und IV-Stellen (= Anhang V
des Kreisschreibens über das Verfahren in der Invalidenversicherung [KSVI], Stand 21.
August 2012; vgl. http://www.suissemedap.ch) fest, dass die Gutachterstelle
abschliessend darüber entscheidet, welche Fachdisziplinen - neben den von der IV-
Stelle gewünschten - im Einzelfall zu begutachten sind. Jedoch sollen die von der IV-
Stelle gewählten Fachdisziplinen für die Gutachterstelle bindend sein. In BGE 139 V
353 E. 3.3 hat das Bundesgericht festgehalten, dass eine derartige Bindung zwar
angezeigt sein kann, wenn die Auswahl spezifisch versicherungsrechtlich oder -
medizinisch begründet wird, letztlich aber dennoch zu absolut ist und es den
Gutachtern freistehen muss, die von der IV-Stelle bzw. dem RAD (oder im
Beschwerdefall durch ein Gericht) bezeichneten Disziplinen gegenüber der
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Auftraggeberin zur Diskussion zu stellen, wenn ihnen die Vorgaben nicht einsichtig sind
(Urteil des Bundesgerichts vom 20. Februar 2014, 9C_474/2013, E. 5.2.1).
3.1.2 Bei seiner Argumentation verweist der Beschwerdeführer auf BGE 134 V
109. Daraus vermag er indessen für den vorliegenden Fall nichts zu seinen Gunsten
abzuleiten, da sich die Ausführungen des Bundesgerichts einzig auf die sich im
unfallversicherungsrechtlichen Verfahren stellende Frage nach der
Kausalitätsbeurteilung bei HWS-Schleudertraumata bezogen haben (BGE 134 V 124 f.
E. 9.4 f.).
3.1.3 Das Gerichtsgutachten wird in seiner Beweiskraft auch nicht allein durch den
Umstand erschüttert, dass das Versicherungsgericht im Auftrag vom 24. Juli 2013
angab, für die Begutachtung seien Teilgutachter aus den Bereichen Psychiatrie und
Orthopädie sowie aus allenfalls weiteren Bereichen beizuziehen (act. G 28) und die
MEDAS Zentralschweiz anstelle einer orthopädischen eine rheumatologische
Teilbegutachtung durchgeführt hat, ohne zu begründen, weshalb sie auf
fachorthopädische Untersuchungen verzichtet hat. Entscheidend ist dabei, dass sich
die Einschätzung des rheumatologischen Gerichtsgutachters mit derjenigen des
orthopädischen ABI-Gutachters im Wesentlichen gedeckt hat (S. 8, unten, des
rheumatologischen Teilgutachtens vom 23. Oktober 2013, act. G 31). Ferner bestehen
vorliegend aufgrund des schlüssigen rheumatologischen Gerichtsgutachtensteils, das
in Würdigung des orthopädischen ABI-Teilgutachtens erfolgte, keine Gesichtspunkte,
die eine zusätzliche orthopädische Begutachtung als zwingend notwendig erscheinen
liessen. Des Weiteren wurde im Rahmen der früheren Begutachtung der MEDAS
Ostschweiz ebenfalls keine orthopädische, sondern eine rheumatologische
Teilbegutachtung durchgeführt, ohne dass dies zu einer Beanstandung geführt hat.
Schliesslich fällt ins Gewicht, dass sowohl der orthopädische ABI-Gutachter (act.
G 5.126-21) wie auch - wenn auch erst nachträglich - der rheumatologische Gutachter
der MEDAS Ostschweiz (siehe Antwort auf die Rückfrage zum Gutachten vom
5. Dezember 2012, act. G 19.1) im Einklang mit dem rheumatologischen
Gerichtsgutachter die Auffassung vertraten, die somatischen Leiden des
Beschwerdeführers begründeten keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten. Vor diesem Hintergrund stellt der Verzicht auf eine
orthopädische Begutachtung keinen derart gravierenden Mangel dar, der für sich allein
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den Beweiswert des Gerichtsgutachtens erschüttert, zumal weder dargetan noch
ersichtlich ist, dass der rheumatologische Gerichtsgutachter - der ausdrücklich auch
die orthopädischen Probleme diskutierte ("Im Folgenden sind die rheumatologisch/
orthopädischen Probleme aber loko regionale diskutiert", rheumatologisches
Teilgutachten, S. 6, act. G 31) - relevante Aspekte des am Bewegungsapparat
geklagten Leidensbilds vernachlässigt hätte.
3.2 Des Weiteren macht der Beschwerdeführer geltend, der rheumatologische
Gerichtsgutachter habe sich nur teilweise und ungenügend mit der Stellungnahme des
rheumatologischen Gutachters der MEDAS Ostschweiz (Dr. med. H._, Facharzt für
Innere Medizin/Rheumatologie FMH) auseinandergesetzt. Der rheumatologische
Gerichtsgutachter habe in seinem Gutachten nur auf die Röntgenbefunde abgestellt.
Die gemäss Dr. H._ aussagekräftigere Untersuchung der Gelenkspiegelung (bei der
sich eine ausgedehnte Chondropathie/beginnende Arthrose gezeigt habe) sei nicht
thematisiert worden (act. G 42, S. 2).
3.2.1 Dr. H._ führte in der Antwort zur Rückfrage zum Gutachten der MEDAS
Ostschweiz vom 5. Dezember 2012 aus, "in einer Gelenkspiegelung (Arthroskopie
Spital Linth 13.11.2006) ist eine ausgedehnte Chondropathie/beginnende Arthrose
dokumentiert. Diese Untersuchung ist aussagekräftiger als konventionelle
Röntgenbilder. Im Röntgen 2010 kam die Arthrose kaum zum Ausdruck" (act. G 19.1).
Demgegenüber wird die Arthroskopie im Gutachten der MEDAS Ostschweiz zwar im
Rahmen des Aktenauszugs erwähnt (act. G 5.109-5), ohne dass sich Dr. H._ in der
Beurteilung ausdrücklich auf diese bezieht.
3.2.2 In diesem Kontext ist wesentlich, dass der entsprechende Bericht betreffend
die Arthroskopie vom 13. November 2006 wie auch die Stellungnahme von Dr. H._
vom 5. Dezember 2012 im Gerichtsgutachten erwähnt werden (act. G 31, S. 4 und
S. 20) und eine im Vergleich zum Gutachten der MEDAS Ostschweiz vom 20.
Dezember 2010 unveränderte Kniegelenksfunktion ("praktisch gleich") festgestellt
wurde (rheumatologisches Teilgerichtsgutachten, S. 6, act. G 31). Die Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit erfolgte "auf der Basis sämtlicher arthrotischer
Veränderungen" (rheumatologisches Teilgerichtsgutachten, S. 6, act. G 31). Das
Bestehen von Zeichen einer aktivierten Arthrose (Erguss) oder eine Instabilität
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betreffend das linke Knie wurden verneint. Der rheumatologische Gerichtsgutachter
kam ferner nachvollziehbar aufgrund umfassender Untersuchungen zum Schluss,
klinisch seien die Befunde heute unverändert wie in den Vorgutachten
(rheumatologisches Teilgerichtsgutachten, S. 6, act. G 31). Im Licht dieser Umstände
gereicht es der gerichtsgutachterlichen Beurteilung nicht zum Nachteil, dass die
Ergebnisse der mehrere Jahre zurückliegenden Arthroskopie nicht einlässlich diskutiert
wurden, zumal auch Dr. H._ trotz des vom Beschwerdeführer ins Feld geführten
Hinweises auf die Arthroskopie vom 13. November 2006 aus somatischer Sicht eine
wesentliche Einschränkung für leidensangepasste Tätigkeiten nachträglich verneint hat
(act. G 19.1).
3.3 Sodann rügt der Beschwerdeführer, der psychiatrische Gerichtsgutachter habe zu
Unrecht die Bedeutung des Autounfalls und/oder von dessen Folgen im Kontext der
Anamnese nicht ausgeleuchtet. Gleiches gelte für die Frage nach dem Verhältnis der
psychischen Beschwerden zum übrigen Beschwerdekomplex. Der psychiatrische Teil
des Gerichtsgutachtens weise nur pauschal auf psychosoziale und soziokulturelle
Konfliktkonstellationen hin, ohne die festgestellten Konflikte zu benennen und die
darauf zurückgeführten psychodynamischen Prozesse aufzuzeigen (act. G 4, S. 2 f.).
3.3.1 Bei seiner Argumentation verweist der Beschwerdeführer erneut auf BGE
134 V 109. Daraus vermag er indessen, wie bereits erwähnt (vgl. vorstehende E. 3.1.2),
für den vorliegenden Fall nichts zu seinen Gunsten abzuleiten, da sich die
Ausführungen des Bundesgerichts einzig auf die sich im unfallversicherungsrechtlichen
Verfahren stellende Frage nach der Kausalitätsbeurteilung bei HWS-Schleudertraumata
bezogen haben (BGE 134 V 124 f. E. 9.4 f.).
3.3.2 Des Weiteren ist von Bedeutung, dass dem Beschwerdeführer anlässlich der
psychiatrischen Gerichtsbegutachtung die Gelegenheit geboten wurde, sich ausführlich
zum Autounfall vom 13. Mai 1996 zu äussern (psychiatrisches Teilgerichtsgutachten,
S. 2 f., act. G 31). Der psychiatrische Gerichtsgutachter hielt bei der Erhebung des
Psychostatus' fest, "beim Erzählen über den Unfall, den Unfallverursacher und seine
Folgen und auch das Hin und Her bei den bisherigen Abklärungen der IV werden
Enttäuschung, Frustration, Ärger aber auch im Wechsel Resignation spürbar. [...] Beim
Gespräch über den Unfall und den Unfallverursacher werden Ärger und Enttäuschung
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spürbar" (psychiatrisches Teilgerichtsgutachten, S. 3, act. G 31). Auch anlässlich der
diagnostischen Beurteilung diskutierte der psychiatrische Gerichtsgutachter den
Stellenwert des Autounfalls im Zusammenhang mit weiteren belastenden biografischen
Ereignissen: "Plötzlich auf der Fahrerseite gerammt ohne Einflussmöglichkeiten gegen
einen Baum getrieben zu werden und sich anschliessend nicht selber aus dem Auto
befreien zu können, entspricht geradezu prototypisch einem Ausgeliefertsein. Das
würde die inzwischen doch immer wieder spürbare Resignation und Hoffnungslosigkeit
verständlich machen. Wenn jemand immer wieder erlebt, dass er dem Schicksal
machtlos ausgeliefert ist, verliert er bei erneuten Rückschlägen irgendwann die
Motivation immer wieder aufzustehen und es nochmals neu zu versuchen. [...] Er
verletzte sich vor allem am linken Knie [...] und musste mehrmals operiert werden.
Diesen Unfall erlebte er als sehr gefährlich und belastend und auch der
Unfallverursacher entschuldigte sich nie bei ihm" (psychiatrisches
Teilgerichtsgutachten, S. 4 f., act. G 31; vgl. ferner zur "Verbitterung" wegen des
unverschuldeten Unfalls psychiatrisches Teilgerichtsgutachten, S. 6, act. G 31).
Angesichts dieser einlässlichen Würdigung kann keine Rede davon sein, dem Unfall
und dessen Folgen sei nicht genügend Rechnung getragen worden. Gleiches gilt auch
für das Verhältnis der psychischen Beschwerden zum übrigen Beschwerdekomplex
(siehe die entsprechende unter Einbezug der Schmerz- und Körpersymptomatik
vorgenommene eingehende Würdigung im psychiatrischen Teilgerichtsgutachten, S. 7,
act. G 31; zur psychischen Überlagerung der Schmerzsymptomatik siehe
psychiatrisches Teilgerichtsgutachten, S. 9, act. G 31).
3.3.3 Das Vorbringen des Beschwerdeführers, der psychiatrische Teil des
Gerichtsgutachtens weise nur pauschal auf psychosoziale und soziokulturelle
Konfliktkonstellationen hin, ohne die festgestellten Konflikte zu benennen und die
darauf zurückgeführten psychodynamischen Prozesse aufzuzeigen, erweist sich
insoweit als aktenwidrig, als der psychiatrische Gutachter im Rahmen der ausführlichen
diagnostischen Beurteilung berichtete: "Im Verlauf kommen weitere Belastungen hinzu,
wie Verlust der Arbeit, des Einkommens und der Anerkennung und finanzielle Sorgen,
welche er als starken Druck erlebt" (psychiatrischen Teilgerichtsgutachten, S. 7, act.
G 31), weshalb sich Weiterungen hierzu erübrigen
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3.4 Im psychiatrischen Teil des Gerichtsgutachtens sind nach der Auffassung des
Beschwerdeführers keine genügenden Abklärungen hinsichtlich der Frage
vorgenommen worden, ob er über Ressourcen zur willentlichen Schmerzüberwindung
verfüge. Es fehle eine zureichende Prüfung, ob eine psychische Komorbidität oder
weitere Umstände gegeben seien, welche die Schmerzbewältigung im konkreten Fall
behindern würden. Die diesbezüglichen Angaben seien darüber hinaus
widersprüchlich. Vorliegend sei von einer ausnahmsweisen Unüberwindbarkeit der
Schmerzen auszugehen (act. G 42, S. 3). Auch dieser Einwand erweist sich als nicht
haltbar, nahm doch der psychiatrische Gerichtsgutachter ausführlich Stellung zu den
verbliebenen Ressourcen des Beschwerdeführers (psychiatrisches
Teilgerichtsgutachten, S. 9 f., act. G 31) und den Försterkriterien (psychiatrisches
Teilgerichtsgutachten, S. 10, act. G 31). Er gelangte zum Schluss, dass die Kriterien
des Bundesgerichts nicht in einem Ausmass erfüllt seien, dass die Einschränkung als
Invalidität anerkannt wäre (psychiatrisches Teilgerichtsgutachten, S. 10, act. G 31).
Entgegen der nicht näher begründeten Auffassung des Beschwerdeführers steht dies
nicht im Widerspruch mit dem Gesamtgutachten, worin die Rede davon ist, die von der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung geschaffenen Kriterien für die Anerkennung
chronischer Schmerzkrankheiten ohne adäquates somatisches Korrelat als
invalidisierendes Leiden seien "vorliegend vermutlich jedoch nicht in einem Ausmass
erfüllt, als dass das Leiden als Invalidität versichert wäre (Rechtsfrage)" (act. G 31,
S. 33). Die vergleichsweise leicht zurückhaltender ("vermutlich") formulierte Antwort
vermag keine Zweifel zu begründen, zumal sich die Zurückhaltung im Hinweis
"Rechtsfrage" erklärt.
3.5 Bei der Würdigung der gerichtsgutachterlichen Beurteilung fällt weiter ins
Gewicht, dass sie auf eigenständigen Abklärungen beruht. Die medizinischen Vorakten
wurden verwertet und die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden
berücksichtigt und gewürdigt. Die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit leuchtet in der
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation ein. Weiter bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass objektiv
wesentliche Tatsachen nicht berücksichtigt worden wären. Gestützt auf die
gerichtsgutachterliche Einschätzung ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon
auszugehen, dass der Beschwerdeführer für die früher ausgeübte Tätigkeit als
Mitarbeiter im _ aus somatischer Sicht zu 100% arbeitsunfähig ist. Die gegenwärtig
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ausgeübte Tätigkeit _ ist dem Beschwerdeführer aus somatischer Sicht
uneingeschränkt zumutbar. Aus klinisch-psychiatrischer Sicht besteht lediglich noch
eine 70%ige Arbeitsfähigkeit. Für eine leidensangepasste Verweistätigkeit besteht
allein aus psychiatrischer Sicht eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit (act. G 31, S. 35).
Hinsichtlich der psychiatrischerseits bescheinigten Arbeitsunfähigkeit ist indessen zu
beachten, dass der psychiatrische Gerichtsgutachter zum Schluss gelangte, die
depressive Verstimmung sei eine Folge der Schmerzen (psychiatrisches
Teilgerichtsgutachten, S. 5, act. G 31; die Schmerzen seien ferner der Depression
zeitlich vorangegangen [psychiatrisches Teilgerichtsgutachten, S. 7, act. G 31] und es
bestehe eine psychische Überlagerung [psychiatrisches Teilgerichtsgutachten, S. 8,
act. G 31]), das "Bild" sei weniger von einer depressiven, als von einer Verbitterung
geprägt (psychiatrisches Teilgerichtsgutachten, S. 6, act. G 31), es bestehe keine
psychische Komorbidität von erheblicher Schwere und die vom Bundesgericht
definierten, im Rahmen der Überwindbarkeitsprüfung zu beurteilenden Kriterien, seien
nicht in einem Ausmass erfüllt, dass die psychische Einschränkung als Invalidität
anerkannt wäre (psychiatrisches Teilgerichtsgutachten, S. 10, act. G 31). Hinzu kommt,
dass der Beschwerdeführer über relevante Ressourcen verfügt (siehe hierzu
psychiatrisches Teilgerichtsgutachten, S. 9, act. G 31) und "die Problematik vor allem
eine "soziale" sei (psychiatrisches Teilgerichtsgutachten, S. 14, act. G 31). Angesichts
dieser Verhältnisse ist davon auszugehen, dass die diagnostizierte chronische
depressive Störung, gegenwärtig leichte depressive Episode ohne somatisches
Syndrom (ICD-10: F32.00), kein invalidenversicherungsrechtlich relevantes
eigenständiges depressives Leiden darstellt und dem Beschwerdeführer in
Nachachtung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (BGE 130 V 352) sowie der
diesbezüglichen Beurteilung durch den psychiatrischen Gerichtsgutachter eine
Überwindung des Schmerzsyndroms (chronische Schmerzstörung mit somatischen
und psychischen Faktoren [ICD-10: F45.41]) bzw. von dessen Folgen zumutbar ist.
Damit ist aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht entsprechend der Vermutung im
Gerichtsgutachten von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit für die aktuell ausgeübte
Tätigkeit als _ und für Verweistätigkeiten auszugehen (act. G 31, S. 35).
3.6 Was den zeitlichen Geltungsbereich der gerichtsgutachterlichen
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung anbelangt, so ist festzustellen, dass die somatische
Einschätzung (100%ige Arbeitsfähigkeit für die aktuell ausgeübte sowie für
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leidensangepasste Tätigkeiten) seit dem Jahr 2000 gilt. Die vom psychiatrischen
Gerichtsgutachter vorgenommene Beurteilung gilt ausdrücklich (erst) ab Zeitpunkt der
Begutachtung. "Präzisere Angaben zum Verlauf der Arbeitsfähigkeit" seien "(leider)
nicht möglich" (act. G 31, S. 36). Mit Blick darauf, dass der psychiatrische
Gerichtsgutachter plausibel festhielt, bei der von Dr. G._ vorgenommenen
Einschätzung (50%ige Arbeitsunfähigkeit) handle es sich - trotz einer seither
eingetretenen "gewissen" Verbesserung - im Wesentlichen um eine abweichende
Beurteilung des wahrscheinlich gleichen Sachverhalts und nicht um eine wesentliche
Veränderung des Gesundheitszustands (psychiatrisches Teilgerichtsgutachten, S. 6,
und S. 8, act. G 31), besteht keine Veranlassung, rückwirkend vom Bestehen einer
invalidenversicherungsrechtlich relevanten Arbeitsunfähigkeit auszugehen, zumal
Dr. G._ keine Ressourcenprüfung vorgenommen hatte (psychiatrisches Teil
gerichtsgutachten, S. 13, act. G 31). Daran ändert die (klinisch-psychiatrische) unter
Vorbehalt gemachte ("Sie kann allerdings retrospektiv nicht genauer abgeschätzt
werden") Ausführung des psychiatrischen Gerichtsgutachters nichts, wonach die
Arbeitsfähigkeit im Zeitpunkt der Begutachtung durch Dr. G._ bei etwa 40% "gelegen
haben dürfte" (psychiatrisches Teilgerichtsgutachten, S. 13, act. G 31). Denn es
besteht kein Anlass für die Vermutung, die vom psychiatrischen Gerichtsgutachter
verneinte invalidisierende Wirkung des psychischen Beschwerdebilds gelte nicht auch
rückwirkend für den von Dr. G._ beurteilten - damals lediglich hinsichtlich des
Schweregrads der (nicht eigenständigen) Depression geringgradig schlechteren -
Gesundheitszustand. Es ist demnach nicht bloss für die Zeit nach der vom Gericht in
Auftrag gegebenen Begutachtung, sondern auch für die Zeit davor, von einer
100%igen Arbeitsfähigkeit für die aktuell ausgeübte Tätigkeit sowie für
leidensangepasste Tätigkeiten auszugehen.
4.
Ausgehend von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten
verbleibt damit die Ermittlung des Invaliditätsgrads.
4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird gemäss Art. 16 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG;
SR 830.1) das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der
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Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sogenanntes Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (sogenanntes Valideneinkommen). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt ist
ein theoretischer und abstrakter Begriff. Er berücksichtigt die konkrete
Arbeitsmarktlage nicht, umfasst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten auch tatsächlich
nicht vorhandene Stellenangebote und sieht von den fehlenden oder verringerten
Chancen Teilinvalider, eine zumutbare und geeignete Arbeitsstelle zu finden, ab (BGE
134 V 71 E. 4.2.1 mit Hinweis). Die wirtschaftliche Verwertbarkeit der noch zumutbaren
Restarbeitsfähigkeit auf dem als ausgeglichen gedachten
Arbeitsmarkt bedeutet eine Einschätzung der Chancen der versicherten Person, trotz
der im Einzelfall einzuhaltenden Restriktionen bezüglich Arbeitsplatz, Arbeitshaltung,
Arbeitszeit und Art der Tätigkeit von einem durchschnittlichen Arbeitgeber noch
angestellt zu werden. Es geht dabei um die konkrete Beurteilung der für die versicherte
Person realistischerweise noch vorhandenen oder nicht mehr vorhandenen
Arbeitsmarktchancen (Urteil des Bundesgerichts vom 17. Dezember 2008,
9C_854/2008, E. 3.2).
4.2 Die genaue Ermittlung des Valideneinkommens kann vorliegend offen bleiben.
Denn auch wenn zugunsten des Beschwerdeführers auf das von ihm für die bei der
F._ ausgeübte Tätigkeit geltend gemachte, von der Beschwerdegegnerin entgegen
dem Urteil vom 29. Januar 2010 nicht abgeklärte Jahreseinkommen für das Jahr 2006
von Fr. 83'656.-- (act. G 1, S. 8) abgestellt würde, resultierte bei einer 100%igen
Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten kein rentenbegründender
Invaliditätsgrad (vgl. nachstehende E. 4.4), weshalb sich weitere Abklärungen
erübrigen.
4.3 Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in der die versicherte Person konkret steht. Ist kein
solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die
versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine
an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so ist auf
Erwerbstätigkeiten abzustellen, die der versicherten Person angesichts ihrer
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Ausbildung und ihrer physischen sowie intellektuellen Eignung zugänglich wären.
Rechtsprechungsgemäss werden hierzu die Tabellenlöhne gemäss den vom
Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE)
herangezogen (BGE 129 V 475 f. E. 4.2.1).
4.3.1 Währenddem der Beschwerdeführer in der Beschwerde vom 12. März 2012
das Heranziehen des einschlägigen LSE-Tabellenlohns für Hilfsarbeiter ausdrücklich
bestätigte (act. G 1, Rz 17), stellt er sich in der Stellungnahme vom 2. Juni 2014 ohne
Begründung auf den Standpunkt, beim Invalideneinkommen sei auf die aktuelle
Tätigkeit als Bistroinhaber abzustellen (act. G 42, Rz 8).
4.3.2 Bezüglich der wirtschaftlichen Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ist auf
den im Gebiet der Invalidenversicherung allgemein geltenden Grundsatz der
Schadenminderungspflicht hinzuweisen, wonach die versicherte Person, bevor sie
Leistungen verlangt, alles ihr Zumutbare selber vorzukehren hat, um die Folgen der
Invalidität bestmöglich zu mindern. Ein Rentenanspruch ist zu verneinen, wenn die
Person selbst ohne Eingliederungsmassnahmen, nötigenfalls mit einem Berufswechsel,
zumutbarerweise in der Lage ist, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu
erzielen. Von der versicherten Person dürfen dabei aber nur Vorkehren verlangt
werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven
Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind. Der Begriff der zumutbaren Tätigkeit im
Rahmen der Invaliditätsbemessung nach Art. 16 ATSG bezweckt, die
Schadenminderungspflicht zu begrenzen oder - positiv formuliert - deren Mass zu
bestimmen. Eine versicherte Person ist daher unter Umständen
invalidenversicherungsrechtlich so zu behandeln, wie wenn sie ihre Tätigkeit als
Selbstständigerwerbende aufgibt, d.h. sich im Rahmen der Invaliditätsbemessung jene
Einkünfte anrechnen lassen muss, welche sie bei Aufnahme einer leidensangepassten
unselbstständigen Erwerbstätigkeit zumutbarerweise verdienen könnte. Für die
Auslegung des unbestimmten Rechtsbegriffs der zumutbaren Tätigkeit im Allgemeinen,
wie bei der Aufgabe der selbstständigen Erwerbstätigkeit im Besonderen, sind die
gesamten subjektiven und objektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zu
berücksichtigen. Im Vordergrund stehen bei den subjektiven Umständen die
verbliebene Leistungsfähigkeit sowie die weiteren persönlichen Verhältnisse, wie Alter,
berufliche Stellung, Verwurzelung am Wohnort etc. Bei den objektiven Umständen sind
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insbesondere der ausgeglichene Arbeitsmarkt und die noch zu erwartende
Aktivitätsdauer massgeblich (Urteil des Bundesgerichts vom 11. Juni 2012,
8C_748/2011, E. 6.3 mit Hinweisen).
4.3.3 Unter Berücksichtigung der Umstände, dass der 195_ geborene (act. G 5.4)
Beschwerdeführer die _ätigkeit (erst) seit April 2005 ausübt, zuvor nach seiner
Einreise in die Schweiz im Jahr 1984 bis zum Jahr 2000 unselbstständig erwerbstätig
gewesen ist und den im Jahr 2000 aufgenommenen _betrieb Ende März 2005
aufgegeben hatte (act. G 5.39-3; vgl. zur Berufsanamnese auch act. G 31, S. 22 f.), er
im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 10. Februar 2012 (act. G 5.132) noch
eine Aktivitätsdauer von mehr als 10 Jahren vor sich hatte und die im Rahmen des
_betriebs erzielten Beträge eher bescheiden ausfallen ("am Schluss bleibe davon
nichts übrig", act. G 31, S. 23), ist im Rahmen der Schadenminderungspflicht die
Zumutbarkeit der Aufgabe der selbstständigen _tätigkeit zu bejahen. Ergänzend ist
darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer die Kündigung des Pachtvertrags für
die Räumlichkeiten des _betriebs per Ende Januar 2014 erhalten hat (act. G 31,
S. 23). Damit ist zur Bestimmung des Invalideneinkommens der LSE-Hilfsarbeiterlohn
heranzuziehen. Dieser beträgt für das Jahr 2006 Fr. 59'197.-- (Anhang 2:
Lohnentwicklung, IVG-Gesetzesausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe
2012).
4.3.4 Angesichts der im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung verbliebenen
Aktivitätsdauer von etwas mehr als 10 Jahren (vgl. vorstehende E. 4.3.3), einer
100%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten (vgl. vorstehende E. 3.6),
der nicht übermässig engen Umschreibung des zumutbaren Spektrums an
Verweistätigkeiten (act. G 31, S. 35) besteht kein Anlass, den von der
Beschwerdegegnerin gewährten Tabellenlohnabzug (act. G 5.132-2) von 10% zu
erhöhen. Demnach beträgt das Invalideneinkommen Fr. 53'277.-- (Fr. 59'197.-- x 0,9).
4.4 Bei einem (zugunsten des Beschwerdeführers angenommenen)
Valideneinkommen von Fr. 83'656.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 53'277.--
resultieren eine Erwerbseinbusse von Fr. 30'379.-- (Fr. 83'656.-- - Fr. 53'277.--) und ein
nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von 36% ([Fr. 30'379.-- / Fr. 83'656.--]
x 100).
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5.
5.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde vom 12. März 2012 abzuweisen.
5.2 Dem Beschwerdeführer wurde die unentgeltliche Rechtspflege am 9. Mai 2012
bewilligt (act. G 6). Wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse des Beschwerdeführers es
gestatten, kann er jedoch zur Nachzahlung verpflichtet werden (Art. 99 Abs. 2 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1] i.V.m. Art. 123 Abs. 1 der
Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO/CH; SR 272]).
5.3 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Aufgrund der Einholung eines
Gerichtsgutachtens und des damit verbundenen Zusatzaufwands erscheint eine
Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.-- in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als
angemessen. Dem unterliegenden Beschwerdeführer sind die Gerichtskosten in der
Höhe von Fr. 1'000.-- aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist er von der
Bezahlung zu befreien.
5.4 In Nachachtung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung hat die
Beschwerdegegnerin die für das Gerichtsgutachten angefallenen Kosten von
Fr. 11'563.65 (act. G 31.1) zu tragen (BGE 137 V 265 f. E. 4.4.2).
5.5 Der Staat ist zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung zu verpflichten, für die
Kosten der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers aufzukommen. Die
Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht
auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des
Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das
Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.--
bis Fr. 12'000.--. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers macht in der Kostennote
vom 12. Juni 2014 bei einem Stundenaufwand von 32.89 Stunden und einem
Stundenhonorar von Fr. 220.-- ein Honorar von Total Fr. 8'127.25 (einschliesslich
Barauslagen und Mehrwertsteuer) geltend (act. G 45), was angemessen erscheint.
bis
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Allerdings ist zu berücksichtigen, dass das Honorar um einen Fünftel zu kürzen ist
(Art. 31 Abs. 3 des kantonalen Anwaltsgesetzes [AnwG; sGS 963.70]). Der
Rechtsvertreter hat - verglichen mit dem mittleren Stundenhonorar von Fr. 250.--
(Art. 24 Abs. 1 der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten
[sGS 963.75]) - bereits ein gekürztes Stundenhonorar von Fr. 220.-- berücksichtigt.
Allerdings hat er damit - verglichen mit dem mittleren Stundenhonorar - nicht
vollumfänglich der Fünftelskürzung gemäss Art. 31. Abs. 3 AnwG Rechnung getragen,
weshalb sein Stundenhonorar auf Fr. 200.-- (Fr. 250.-- x 0.8) zu kürzen ist. Bei 32.89
Stunden resultiert damit ein Honorar von Fr. 6'578.-- (32.89 x Fr. 200.--). Unter
Einbezug der Auslagenpauschale von 4% im Betrag von (abgerundet) Fr. 263.10
(Fr. 6'578.-- x 0.04) und der Mehrwertsteuer von 8% im Betrag von (aufgerundet)
Fr. 547.30 ([Fr. 6'578.-- + Fr. 263.10] x 0.08) ergibt sich ein zu entschädigendes Total
von Fr. 7'388.40 (Fr. 6'578.-- + Fr. 263.10 + Fr. 547.30).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP