Decision ID: d0ee48d3-2611-4ecf-baf5-c73d249174e1
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren 1960,
zog sich am 24. Februar 2009 bei einem Sturz eine
Trimalleolarfraktur
am
recht
en Fuss
zu (Urk. 12/1/3+9). Am
21. August 2009
meldete sich die Versicherte
zum Leistungsbezug bei der Inva
lidenversicherung an (Urk. 12/2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zog Akten des Unfallversicherers (Urk. 12/9, Urk. 12/18-20
, Urk. 12/24, Urk. 12/31
) sowie der Pensionskasse (Urk. 12/15
, Urk. 12/28, Urk. 12/35
)
bei und
holte Arztberichte (Urk. 12/10, Urk. 12/14
, Urk. 12/33, Urk. 12/40
) sowie einen Arbeitgeberbericht (Urk. 12/11) ein.
Am 30. Januar 2012
erstatteten
Dr.
med.
Y._
,
FMH Innere Medizin und
Rheumaer
krankungen
, und
Dr.
med.
Z._
,
Psychiatrie Psychotherapie
FMH
, im Auftrag der IV-Stelle ein interdisziplinäres Gutachten (Urk. 12/45, Urk. 12/47-48). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 12/54, Urk. 12/60) wies d
ie IV-Stelle mit Verfügung vom 3
0. August 2012
das Leistungsbegehren ab (Urk. 12/64 = Urk. 2).
Mit
Einspracheentscheid
vom 12. September 2012 verneinte der
Unfallversiche
rer
der Versicherten einen Rentenanspruch gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 8 % und sprach der Versicherten gleichzeitig eine Integritätsentschädigung zu (Urk. 12/
66
; vgl. auch Verfügung vom 17. April 2012, Urk. 12/59/2-4).
2.
Gegen die Verfügung
der IV-Stelle
vom 30. August 2012 erhob die Versicherte am
1. Oktober 2012 Beschwerde und beantragte, die Verfügung sei aufzuheben und ihr sei eine ganze Invalidenrente auszurichten, eventuell sei die Sache zur Neuabklärung an die Vorinstanz zurückzuweisen (Urk. 1 S. 2). Mit Eingabe vom 20. November 2012 zog die Beschwerdeführerin das Gesuch um unentgeltliche
Verbeiständung
und Prozessführung zurück (Urk. 9). Mit Beschwerdeantwort vom 22. November 2012 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 11), was der Beschwerdeführerin am 16. Januar 2013 zur Kenntnis ge
bracht wurde (Urk. 13).
3.
Gegen den im unfallversicherungsrechtlichen Verfahren ergangenen
Ein
sprache
ent
scheid
vom 12. September 2012 erhob die Beschwerdeführer
in
am
15
.
Oktober
2012 ebenfalls Beschwerde beim hiesigen Gericht. Das Verfahren ist unter der Nummer UV.2012.00
240
angelegt. Über die Beschwerde wurde mit Urteil vom heutigen Tag entschieden.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die den Invaliditätsgrad und dessen Bemessung betreffenden rechtlichen Grund
lagen (Art. 28 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG; Art. 16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungs
rechts
, ATSG) sind im angefochtenen Entscheid z
utreffend wiedergegeben (Urk. 2
S. 1). Darauf kann, mit den nachfolgenden Ergänzungen, verwiesen werden.
1.2
Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Artikel 29
Abs.
1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahres folgt (
Abs.
1). Die Rente wird vom Beginn des Monats an aus
bezahlt, in dem der Rentenanspruch entsteht (
Abs.
3).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) davon aus,
die Beschwerdeführerin sei seit Beginn der einjährigen Wartezeit im Feb
ruar 2009 in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Gestützt auf das Gutachten von
Dr.
Y._
und
Dr
.
Z._
sei davon auszugehen, dass ihr seit Oktober 2009 eine leidensangepasste Tätigkeit jedoch wieder in einem vollen Pensum zumut
bar sei. Seit Februar 2010 sei ihr sodann auch ihre bisherige Tätigkeit in einem Pensum von 80 % zumutbar (S. 2). Aufgrund des durchgeführten
Einkommens
vergleiches
und unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzuges von 15 % ergebe sich ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 19 % (S. 3).
Daran hielt sie mit Beschwerdeantwort vom 22. November 2012 fest (Urk. 11).
2.2
Demgegenüber stellte sich die
Beschwerdeführerin
auf den Standpunkt (Urk. 1),
auf das Gutachten von
Dr.
Y._
und
Dr.
Z._
sei
-
aus
im Einzelnen
näher dargelegten Gründen
-
nicht abzustellen (S. 4 Ziff. 2 und S. 5 Ziff. 4). Hingegen sei gestützt auf den Bericht vom 8. September 2009 von
Dr.
med.
A._
,
FMH Physikalische Medizin
,
aus somatischer Sicht eine Arbeitsun
fähigkeit von 50 % ausgewiesen (S. 4 Ziff. 3). Hinsichtlich der
Invaliditäts
bemessung
beanstandete die Beschwerdeführerin die Höhe des leidensbedingten Abzuges und forderte einen solchen von 25 % (S. 5 Ziff. 5).
Überdies machte sie geltend, e
ventuell sei die Sache
zur Neuabklärung
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, da das Gutachten nicht beweiskräftig sei (S. 6 Ziff. 6). Sodann seien die Feststellungen der Beschwerdegegnerin in der angefochtenen
Verfü
gung teilweise willkürlich
, weshalb die Sache schon allein deswegen an diese zurückzuweisen sei
, sofern dem Hauptantrag nicht gefolgt werde
(S. 3 f.).
2.3
Streitig und zu prüfen ist
, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht einen Rentenan
spruch der Beschwerdeführerin verneinte.
3.
3.1
3.1.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung auf das Gutachten von
Dr.
Y._
und
Dr.
Z._
(Urk. 12/45, Urk. 12/47-48).
Aus somatischer Sicht führte
Dr.
Y._
in seiner
rheumatologischen
Beurteilung
vom 30. Januar 2012
(Urk. 12/45)
Folgendes aus:
Gesamthaft imponiere in der klinischen Untersuchung eine schmerzvermittelnde Mimik und Gestik,
Bewe
gungseinschränkungen
im Bereich des rechten oberen Sprunggelenkes, eine Adipositas und darüber hinaus, abgestützt auf objektivierbare Befunde, ein weit
gehend normaler Habitus. Die Beschwerdeführerin habe sich bis zum Unfall vom 24. Februar 2009 als beschwerdefrei beschrieben.
Sie habe berichtet, dass i
m Anschluss an das Unfallereignis zunächst belastungsabhängige Schmerzen bestanden
hätten
, die sich in den folgenden Wochen zurückgebildet hätten. Im Juni 2009 habe sich das Beschwerdebild nach Aussage der Beschwerdeführerin geändert und es
bestünden
seither permanent anhaltende brennende Schmerzen im Bereich des rec
hten Fusses
. Die medikamentöse und physiotherapeutische Therapie hätte keine Linderung gebracht
(S. 8 f.)
.
An den Füssen beschreibe die Beschwerdeführerin eine
nicht-dermatombezo
gene
Hyposensibilität des ganzen rechten Fusses für ausschliesslich taktile Reize von 1 % im Vergleich zur linken Seite. Bereits diese Beschreibung lasse an vor
dergründig nicht-somatisch abstützbare Beschwerden denken. Weil die sensib
len Qualitäten für den Vibrationssinn und für den
Lagesinn
allseits als normal geschildert würden, werde der Aspekt von somatisch abstützbaren Beschwerden zudem
entkräftet
. Ferner seien als Kriterien für vordergründig nicht-somatisch abstützbare partielle Sensibilitätsstörungen die allseits normal getesteten Mus
keleigenreflexe hinweisend.
Klinisch könn
t
e
n
sodann bezüglich Beweglichkeit jeweils beidseits - ausser für das
rechte
obere Sprunggelenk - freie Beweglichkeitsamplituden im Bereich des Vor-, des Mittel- und des Rückfusses objektiviert werden. Die
Bewegungsein
schränkung
rechts führe nicht zu einem Schon- respektive Entlastungshinken. Zehen- und Fersenstand seien beidseits möglich. Klinisch bestehe zudem kein Hinweis auf ein Residuum eines
chronic
regional
pain
syndrom
(CRPS) respek
tive einer
Algodystrophie
. Eine solche soll
e
gemäss der vorliegenden Doku
mentation vorübergehend bestanden haben.
Die ergänzend durchgeführten Röntgenaufnahmen der Füsse
würden
entspre
chend dem klinischen Eindruck beidseits eine
leichtgradige
Spreizfusskom
ponen
te
und beidseits normale Gelenksstrukturen
belegen
mit Ausnahme des rechten oberen Sprunggelenkes, welches
leichtgradige
degenerative Verände
rungen aufweise. Diese
leichtgradige
Arthrose könne die
leichtgradige
Bewe
gungseinschränkung
im oberen Sprunggelenk rechts
,
nicht hingegen die ge
schilderte Schmerzintensität begründen. Eine derartige Arthrose könne, müsse aber nicht, symptomatisch werden. Wenn davon Beschwerden ausgehen
wür
den
, seien Beschwerden zu erwarten, die mit eindeutigen schmerzverstärkenden respektive schmerzlindernden Mechanismen einhergehen würden. Derartige Beschwerden würden von der Beschwerdeführerin nicht geschildert (S. 10 f.).
Die Fingerpolyarthrose und die chronisch venöse Insuffizienz, die anlässlich der aktuellen Begutachtung
haben
objektiviert werden k
ö
nne
n
, würden gemäss der Beschwerdeführerin nicht mit Beschwerden einhergehen (S. 12 Mitte).
Gestützt auf die aktuelle Untersuchung sowie auf die medizinische Aktenlage sei die Beschwerdeführerin für die bisher in der Schweiz ausgeübten beruflichen Tätigkeiten und für die derzeit ausgeübte Tätigkeit nach dem Unfall vom 24. Februar 2009 zunächst vollständig eingeschränkt gewesen. Für die bisher ausgeübte Tätigkeit könne die Arbeitsunfähigkeit von 80 %
ab
dem 30. Juni 2009, von 50 %
ab
dem 15. Juli 2009, von 30 %
ab
Oktober 2009 und von 20 % seit Februar 2010 bestätigt werden. Eine angepasste leicht- bis mittelgra
dig körperlich belastende Tätigkeit
in temperiertem Raum
mit der Möglichkeit zwischen sitzender, stehender und gehender
Körperhaltung zu wechseln,
ohne repetitives Einnehmen von kauernden und hockenden Körperpositionen und ohne repetitives Gehen auf unebenem Untergrund sei der Beschwerdeführerin
ab
dem 30. Juni 2009 zu 50 % und seit Oktober 2009 zu 100 % zumutbar. Eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten für den Monat März 2010 im Zusammenhang mit der Metallentfernung
habe
nur vorübergehend
bestanden
(S. 15 f.).
3.
1.
2
Dr.
Z._
führte
im
psychiatrischen
Teilgutachten
(Urk. 12/48)
aus, soweit die Schmerzen der Beschwerdeführerin nicht somatisch erklärt werden könn
t
en, sei an eine psychosomatische Überlagerung zu denken. Es gebe diesbezüglich Hinweise, allerdings sei das Vollbild einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung nicht vorhanden. Gemäss ICD-10 seien hartnäckige körperliche Beschwerden, welche sich somatisch nicht voll erklären liessen, als undifferen
zierte
Somatisierungsstörung
zu diagnostizieren.
Bei der Beschwerdeführerin würden jedoch keine Umstände vorliegen, die die Schmerzbewältigung behin
der
te
n: So sei keine psychische
Komorbidität
vorhanden,
die Beschwerdeführe
rin habe eine regelmässige Tagesgestaltung und pflege
ihre sozialen Kontakte und schliesslich sei die prämorbide Persönlichkeitsstruktur nicht auffällig gewesen
(S. 6 f.)
.
Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit und
eine solche
habe auch rückblickend zu keiner Zeit bestan
den (S. 8
Ziff. 2 ff.
).
3.
1.
3
Zusammenfassend stellten die Gutachter
Dr
.
Y._
und
Dr.
Z._
aus interdis
ziplinärer Sicht die folgenden Diagnosen (Urk. 12/45/8 Ziff. III; vgl. auch Urk. 12/48/7 unten):
Diagnose mit langdauernder Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
Arthrose im oberen Sprunggelenk rechts nach
Trimalleolarfraktur
rechts
Diagnosen ohne langdauernde Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
undifferenzierte
Somatisierungsstörung
(ICD-10 F45.1) und kranker Ehe
mann (ICD-10 Z63)
chronisches Schmerzsyndrom im Bereich des rechten Fusses
Adipositas
laborchemische Hepatopathie
Fingerpolyarthrose
chronisch venöse Insuffizienz der Beine
fremdanamnestisch Verdacht auf hyperaktive Blase
Aus interdisziplinärer Sicht sei vollumfänglich auf die somatisch-rheumatolo
gische Sicht abzustellen und gestützt darauf sei der Beschwerdeführerin eine angepasste Verweistätigkeit ohne Einschränkung auf die Arbeitsfähigkeit zu
mut
bar (Urk. 12/47).
3.2
Die Beschwerdeführerin macht demgegenüber geltend (vgl. E. 2.2), es sei auf den Bericht vom 8. September 2009 von
Dr.
A._
abzustellen (Urk. 12/14).
Darin hielt
Dr.
A._
als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine
Trimalleolarfraktur
rechts vom 24. Februar 2009, einen Status nach Plat
ten- und Schraubenosteosynthese, einen postoperativen Morbus
Sudeck
und eine Fingerpolyarthrose
fest
(S. 1 Ziff. 1.1).
Dr.
A._
führte aus, seit dem Unfall im Februar 2009 be
stünden permanente Schmerzen im
rechten Fuss mit Schwellungsneigung und starken belastungsabhängigen Schmerzen, wobei die Beschwerdeführerin immer noch auf Stockhilfe angewiesen sei. Die postopera
tive R
ehabilitation sei durch einen Mo
rbus
Sudeck
erschwert und verlängert worden, wobei
immer noch
ein gewisses Rehabilitationspotential bestehe (S. 2 Ziff. 1.4). In der bisherigen Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin vom 24. Februar bis 14. Juli 2009 zu 100 % und danach bis zum 18. August 2009 zu 80 % arbeitsunfähig gewesen. Danach bestehe bis auf weiteres eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 2 Ziff. 1.6).
4.
4.1
Gesamthaft entsprechen die Gutachten von
Dr.
Y._
und
Dr
.
Z._
(vgl. E. 3.1
.1
ff.) den erforderlichen Kriterien (vgl. E. 1.4):
Die Beschwerdeführerin wurde ihren geltend gemachten Beschwerden entsprechend umfassend abge
klärt, das Gutachten beruht auf allseitigen Untersuchungen (
Urk. 12/45/3-5
, Urk. 12/48/5
), berücksichtigt die geklagten Beschwerden (
Urk. 12/45/2
; Urk. 12/48/3-4
) und wurde in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben (
Urk. 12/45/5-7
, Urk. 12/48/2-3
). Sodann sind die Darlegungen der medizini
schen Zusammenhänge und die Beurteilung der medizinischen Situation ein
leuchtend und die Schlussfolgerungen in der Expertise sind begründet (
Urk. 12/45/8-16, Urk. 12/47
, Urk. 12/48/5-9
).
4.2
Insbesondere wi
dersprechen sich
die von den Gu
tachtern einerseits und von Dr.
A._
am 8. September 2009 andererseits attestierten
Arbeitsunfähigkeits
grade
während des Wartejahres
zwischen Februar und September 2009 nicht
wesentlich
(vgl. E. 3.1.1 und E. 3.2).
Weiter attestierte
Dr.
A._
der Beschwer
deführerin mit Bericht vom 19. Februar 2010 (Urk. 12/24/3 Ziff. 5) seit dem 19. Oktober 2009 eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit, was wiederum im Einklang steht mit der retrospektiven Beurteilung durch die Gutachter.
Den Gutachtern lagen die Berichte von
Dr
.
A._
sodann vor und
diese wurden in ihre Beurteilung miteinbezogen (vgl. Urk. 12/45/5-6) und es wurde dazu
Stellung genommen
(vgl. Urk. 12
/
45
/13-14).
Soweit
Dr.
A._
der Beschwerdeführerin ab März 2010 eine 50-100%ige Ar
beitsunfähigkeit attestierte und ihre Beurteilung damit von jener der Gutachter abweicht, vermag dies die Einschätzung der Gutachter jedoch nicht in Frage zu stellen:
Dr.
A._
untermauerte ihre Einschätzung in keinem ihrer Berichte mit medizinisch objektiven Gesichtspunkten, sondern begründete diese - wenn überhaupt - mit
einer Schwellungsneigung und
den durch die Beschwerdefüh
rerin beklagten Schmerzen (vgl. Bericht
e vom 19. Februar 2010, Urk. 12/24/3; vom 16. April 2010, Urk. 12/24/7;
vom 24. September 2010, Urk. 12/24/12
)
.
In Bezug auf Schmerzen mit den sich dabei naturgemäss ergebenden
Beweis
schwierigkeiten
gilt es
aber
zu beachten, dass die subjektiven Schmerzangaben
der
versicherten Person für die Begründung einer (teilweisen) Arbeitsunfähigkeit allein nicht genügen; vielmehr muss verlangt werden, dass die Schmerzangaben durch damit korrelierende, fachärztlich schlüssig feststellbare Befunde hinrei
chend erklärbar sind. Die Schmerzangaben müssen also zuverlässiger medizini
scher Feststellung und Überprüfung zugänglich sein
(BGE 130 V 39
6
E
. 5.3.2).
Dr.
Y._
nahm dazu ausführlich Stellung und führte aus, dass sich für die geklag
ten Schmerzen gerade keine Befunde fänden, welche diese hinreichend erklären könnten. Die erhobenen Befunde vermögen zwar die
Bewegungsein
schränkung
im rechten Fuss zu erklären, nicht jedoch die Schmerzen (vgl. E. 3.1.1).
Im Weiteren nahm
Dr.
A._
nie Stellung zur Arbeitsfähigkeit in einer
leidens
angepassten
Tätigkeit.
Schliesslich
ist bei Berichten von behandelnden Ärzten
der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3a/cc S. 353 mit weiteren Hinweisen).
Die Berücksichtigung all dieser Gesichtspunkte mindert den Beweiswert der Stel
lungnahmen von
Dr.
A._
erheblich
, so dass diese
die
gutachterlichen Feststellungen
nicht umzustossen
vermögen
.
4.3
Die übrigen
ärtzlichen
Berichte stehen im Einklang mit dem Gutachten von
Dr.
Y._
und
Dr.
Z._
:
Dr.
med.
B._
,
Innere Medizin
FMH
,
und
Dr.
med.
C._
,
Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, erachtete
n
in der bisherigen Tätig
keit eine Arbeitsunfähigkeit von
30 % ab Oktober 2009 (
Bericht vom 27. Oktober 2009 von
Dr.
B._
,
Urk. 12/15) beziehungsweise von
20 %
ab Februar 2010
als ausgewiesen (Bericht
e
vom 14. Februar 2010
von
Dr.
C._
,
Urk. 12/31/2
sowie Urk. 12/31/5-7
).
Sodann führte
Dr.
med.
D._
,
Facharzt FMH für Orthopädi
sche Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
übereinstimmend mit den Gutachtern
aus, eine leidensangepasste Tätigkeit (mehrheitlich sitzend mit kurzen Wechseln zum Stehen und Gehen) sei der Beschwerdeführerin zu 100 % zumutbar (
Bericht vom 6. Juni 2011,
Urk. 12/33/6-7 Ziff. 1.7).
Dass er die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit höher einschätzt als die Gutach
ter, ist insofern nicht relevant, als dass die der Beschwerdeführerin zumutbare Arbeitsfähigkeit in einer optimal leidensangepassten Tätigkeit ausschlaggebend ist.
4.4
Soweit die Beschwerdeführerin geltend machte, die
D
auer anlässlich der psychi
atrischen Untersuchung sei mit zirka zwei Stunden zu kurz gewesen und der Gutachter habe sich nicht mit den anderen Arztberichten und ihrer Vorge
schichte auseinandergesetzt
(vgl. Urk. 1 S. 4 Ziff. 2), ist
ihr
nicht zu folgen.
F
ür den Aussagegehalt eines medizinischen Gutachtens
kommt es
in erster Linie darauf an, ob die Expertise inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist. Trifft dies - wie hier - zu, ist die Untersuchungsdauer grundsätzlich nicht ent
scheidend und damit auch nicht zu beanstanden.
Dr.
Z._
berücksichtigte die vorhandenen Akten und führte aus, in den Akten werde nicht über eine psychische Krankheit berichtet. Damit erübrigt sich eine Auseinandersetzung mit früheren Arztberichten.
Abgesehen davon
sind im Gutachten rund zwei Seiten zur Vorgeschichte der Beschwerdeführerin enthalten, mit welcher sich
Dr.
Z._
in seiner Beurteilung auseinandersetzte (vgl. Urk. 12/48 S. 3 ff. und S. 5 f.).
4.5
Nach dem Gesagten ist der medizinische Sachverhalt dahingehend erstellt, dass der Beschwerdeführerin
seit Ablauf des Wartejahres im Februar 2010
leidensan
gepasste
Tätigkeiten zu 100 % zumutbar sind.
Soweit die Beschwerdeführerin verlangt, es seien weitere Abklärungen durchzu
führen, kann darauf in antizipierter Beweiswürdigung verzichtet werden (BGE 127 V 491 E. 1b S. 494 mit Hinweisen). Der
Gesundheitszustand und die medi
zinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit sind aufgrund der medizinischen Akten hinreichend abgeklärt. Von weiteren Untersuchungen wären keine neuen Er
kenntnisse zu erwarten.
5.
5.1
Es bleibt die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen dieser Einschränkungen vorzunehmen, wobei hinsichtlich des von der Beschwerdegegnerin durchge
führten Einkommensvergleichs im Wesentlichen lediglich die Höhe des
leidens
bedingten
Abzuges strittig ist.
5.2
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür
zen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ur
sprüng
lich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Aus
wirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punk
te dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allge
meinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Be
tracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen
und insgesamt auf höchstens 25
% des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
5.3
Die Beschwerdegegnerin gewährte einen Abzug von 15 %
, da der Beschwerde
führerin
durch Einschränkungen beim Laufen und Heben von Lasten über 5 kg
nur ein
leicht
eing
eschränktes Tätigkeitsspektrum
offen stehe (vgl. Urk. 12/52/10, Urk. 12/63/3)
.
Die Beschwerdeführerin fordert einen maximalen Abzug von 25 % wegen ihrer ausländischen Herkunft, ihrer schlechten Deutschkenntnisse sowie ihres Alters (
52 Jahre;
vgl. Urk. 1 S. 5 Ziff. 5).
L
aut Gutachter
ist
der Beschwerdeführerin eine angepasste leicht- bis mittelgra
dig körperlich belastende Tätigkeit in temperiertem Raum mit der Möglichkeit zwischen sitzender, stehender und gehender Körperhaltung zu wechseln, ohne repetitives Einnehmen von kauernden und hockenden Körperpositionen und ohne repetitives Gehen auf unebenem Untergrund zumutbar. Eine leicht- bis mittelgradig
körperlich belastend
e Tätigkeit kann das Heben von Lasten zwi
schen 10 und 15 kg beinhalten
(vgl. Urk. 12/45/15-16)
.
Die von der
Beschwer
degegnerin
herangezogene Limitierung
hinsichtlich des Hebens von Gewichten
bis maximal
5 kg
,
lässt sich mit dem Gutachten und dem dort definierten Belastungsprofil nicht vereinbaren. Auch dem
von
Dr.
D._
erstellten
Belastungsprofil kann keine
derartige
Einschränkung
entnommen
werden, erachtete er
es
doch
bezüglich
eine
r
angepasste
n
Tätigkeit vorwiegend als wichtig, dass diese wechselbelastend (mehrheitlich sitzend mit kurzen Wechseln zum Stehen und Gehen) ausgeübt wird (vgl. E. 4.3).
Gesamthaft
ist festzuhalten, dass die an die leidensangepasste Tätigkeit zu stellen
den Anforderungen nicht ungew
öhnlich hoch und umfassend sind und
das der Beschwerdeführe
rin zumutbare Tätigkeitsprofil lediglich
leicht
ein
schränkt
. A
ufgrund der fehlenden
Anhaltspunkte, dass eines der übrigen
Krite
rien
(vgl. E. 5.2)
zu bejahen wäre -
s
o wirkt sich ihre
Nationalität (Schweizerin; vgl. Grafik G5 LSE 2
008 S. 7
sowie T12 LSE 2010 S. 32 f.
) sogar leicht erhö
hend, d
as Alter
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_657/2010 vom 1
9.
November 2010 E. 5.2.3 mit Hinweisen)
sowie die fehlenden Dienstjahre wirken sich nur wenig auf Arbeitsstellen des niedrigsten Anforderungsniveaus aus
-
rechtfertigt sich
lediglich
ein minimaler Abzug von
5 %.
5.4
Im Übrigen geht der Vorwurf der Beschwerdeführerin, die Beschwerdegegnerin habe die angefochtene Verfügung willkürlich begründet, indem sie fest
ge
stellt
habe
, dass sie (die Beschwerdeführerin) in der bisherigen Tätigkeit zu 80 % ar
beitsfähig sei und gleichzeitig einen leidensbedingten Abzug gewährte, weil ihr nur noch leichte angepasste Tätigkeiten zumutbar seien (vgl. Urk. 1 S. 3 f. unten), fehl: Der Beschwerdeführerin wird ein leidensbedingter Abzug gewährt, weil ihr ein 100 %-Pensum nur noch in einer leidensangepassten und nicht mehr
in ihrer bisherigen Tätigkeit
zumutbar ist. Die Ausführungen der
Be
schwer
degegnerin
sind weder widersprüchlich noch willkürlich.
5.5
Die von der Beschwerdegegnerin herangezogenen Werte des Validen- und
Inva
lideneinkommens
blieben beschwerdeweise unbestritten und sind im Ergebnis nicht zu beanstanden
.
Unter Berücksichtigung eines
Valideneinkommens
von
rund
Fr.
55‘856.--
sowie eines gestützt auf die Tabelle A1 der
Lohnstrukturerhe
bungen
(LSE) 2010 errechneten Invalideneinkommens von rund Fr.
53‘308.-- (vgl. Urk. 12/52/10)
, das sich aufgrund des leidensbedingten Abzuges von 5 % auf
rund
Fr.
50‘643.--
reduziert, ergibt si
ch eine Erwerbseinbusse von Fr. 5
‘
213
.--, was einen Invaliditätsgrad von gerundet
9
% ergibt.
Damit erweist sich die angefochtene Verfügung im Ergebnis als rechtens.
Die Beschwerde ist dementsprechend abzuweisen.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
7
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie
der Beschwerdeführerin
aufzuerlegen.