Decision ID: d14c53cf-f4f6-4229-b076-7217d422ec9d
Year: 2019
Language: de
Court: BS_APG
Chamber: BS_APG_001
Canton: BS
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A_ wurde am 17. November 2019 als Passagier eines von Mailand herkommenden Flixbusses bei der Meret Oppenheim-Strasse kontrolliert und zuhanden des Migrationsamtes festgenommen, nachdem er sich nicht mit einem Reisepass, sondern bloss mit einem italienischen permesso di soggiorno für Asylsuchende ausweisen konnte. Das Migrationsamt hat am gleichen Tag Haft im Rahmen des Dublin-Verfahrens nach Art. 76a AIG für 7 Wochen bis 4. Januar 2020 verfügt. Auf Ersuchen von A_ hat der Einzelrichter für Zwangsmassnahmen im Ausländerrecht diese Verfügung mit Urteil vom 18. November 2019 überprüft und die angeordnete Haft für rechtmässig und angemessen erklärt.
Da die italienischen Behörden auf das Ersuchen des SEM um Übernahme des Ausländers innert der dafür festgelegten Frist keine Stellung genommen haben, ist die Zuständigkeit für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens auf Italien übergegangen. Am 5. Dezember 2019 ist das Staatssekretariat für Migration (SEM) deshalb auf das durch A_ anlässlich seiner Befragung durch das Migrationsamt vom 17. November 2019 eingereichte Asylgesuch nicht eingetreten und hat ihn in den für ihn zuständigen Dublin-Mitgliedstaat Italien weggewiesen. Dieser Entscheid ist durch Verzicht von A_ auf die Erhebung einer Beschwerde rechtskräftig geworden. Das Migrationsamt hat in der Folge am 6. Dezember 2019 die bestehende Vorbereitungshaft aufgehoben und neu eine Ausschaffungshaft im Dublin-Verfahren gemäss Art. 76a AIG auf die Dauer von 6 Wochen bis zum 17. Januar 2020 angeordnet. A_ hat die gerichtliche Überprüfung der Haft beantragt.

Erwägungen
1.
Gemäss Art. 80a Abs. 3 AIG wird die Rechtmässigkeit und Angemessenheit der Haft in Dublin-Fällen auf Antrag der inhaftierten Person durch eine richterliche Behörde in einem schriftlichen Verfahren überprüft. Diese Überprüfung kann jederzeit beantragt werden. Die Frist, innert welcher diese Überprüfung zu erfolgen hat, ist der Bestimmung nicht zu entnehmen. Das Bundesgericht hat indessen darauf hingewiesen, dass als Richtschnur die für die Überprüfung der ausländerrechtlichen Haft in Art. 80 Abs. 2 AIG festgelegten 96 Stunden zu gelten haben. Das Gesuch um Überprüfung der Haft wurde den Einzelrichtern am 6. Dezember 2019, 14.30 Uhr, übermittelt. Mit der heutigen Überprüfung der Haft (10. Dezember 2019, 8.45 Uhr) wird diese Frist eingehalten
2.
Das SEM hat den Beurteilten am 5. Dezember 2019 in Anwendung von Art. 64a Abs. 1 des Ausländer- und Integrationsgesetzes (AIG, SR 142.20) nach Italien weggewiesen und ist gleichzeitig auf sein Asylgesuch nicht eingetreten. Das Migrationsamt hat daraufhin am 6. Dezember 2019 gestützt auf Art. 76a Abs. 3 lit. c AIG eine sechswöchige Ausschaffungshaft zur Sicherstellung des Vollzugs zwischen der Eröffnung dieses Wegweisungsentscheids und der Überstellung des Beurteilten nach Italien angeordnet. Die Haftgründe sind die gleichen, wie sie schon bei Anordnung der Vorbereitungshaft vorgelegen haben. Diese hat der Einzelrichter in seinem Urteil vom 18. November 2019 überprüft und für rechtens befunden. In der Zwischenzeit hat sich die Situation in keiner Weise verändert, weshalb weiterhin vollumfänglich auf die Erwägungen des Einzelrichters verwiesen werden kann (vgl. AGE AUS.2019.84 vom 18. November 2019). Dies gilt auch in Bezug auf dessen Ausführungen zur Verhältnismässigkeit der Haft. Es liegen keine Anhaltspunkte vor, welche die Haft zum heutigen Zeitpunkt neu als nicht mehr verhältnismässig erscheinen lassen würden. Die Verfügung des Migrationsamtes erweist sich damit als rechtmässig und ist zu bestätigen. Das vorliegende Verfahren ist kostenlos.
Demgemäss erkennt
die Einzelrichterin
:
://: Die über A_ angeordnete Ausschaffungshaft ist für sechs Wochen, das heisst bis zum 17. Januar 2020, rechtmässig und angemessen.
Es werden keine Kosten erhoben.
Der Entscheid ist A_ in einer für ihn verständlichen Sprache durch das Migrationsamt zu eröffnen.
Mitteilung an:
-
A_
-
Migrationsamt Basel-Stadt
-
Staatssekretariat für Migration
VERWALTUNGSGERICHT BASEL-STADT
Die Einzelrichterin für Zwangsmassnahmen im Ausländerrecht
lic. iur. Saskia Schärer