Decision ID: 357b44e4-2d8c-5768-aa3b-bede387c50a6
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X ist geschieden und lebt zusammen mit seiner Lebenspartnerin und deren Kind in
einer 5-Zimmerwohnung in A. Er bezog bis zur Aussteuerung im September 2010 ein
Taggeld der Arbeitslosenkasse. Seit September 2010 ist er unselbständig erwerbstätig.
Im Jahr 2009 wurde er mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 18'800.-- für die
Staats- und Gemeindesteuern, Fr. 20'500.-- für die direkte Bundessteuer und ohne
steuerbares Vermögen veranlagt. Dies führte für die Staats- und Gemeindesteuern zu
einem Steuerbetrag von Fr. 1'060.75 sowie zu direkten Bundessteuern in der Höhe von
Fr. 53.10.
B.- Am 27. August 2010 stellte X ein Erlassgesuch für die ausstehenden Steuern 2009.
Das kantonale Steueramt lehnte den Erlass der Staats- und Gemeindesteuern 2009
sowie der direkten Bundessteuer 2009 mit Entscheiden vom 21. September 2010 ab.
C.- Mit Eingabe vom 20. Oktober 2010 erhob X gegen diese Erlassentscheide Rekurs
bzw. Beschwerde bei der Verwaltungsrekurskommission mit dem sinngemässen
Antrag, die Steuern für das Jahr 2009 sei ihm zu erlassen.
Am 15. November 2010 reichte er das Formular zur Darstellung der wirtschaftlichen
Verhältnisse ein. Die Vorinstanz reichte die Vorakten am 16. Dezember 2010 ein.
Mit verfahrensleitender Verfügung vom 20. Dezember 2010 wurde der Rekurrent und
Beschwerdeführer aufgefordert, einen Kostenvorschuss von Fr. 500.-- zu leisten. Am
28. Januar 2011 nahm dieser Einsicht in die Akten und reichte einen Tag danach eine
zusätzliche Stellungnahme ein. Der Kostenvorschuss wurde innert erstreckter Frist am
31. Januar 2011 bezahlt.
Die Vorinstanz beantragte mit Vernehmlassung vom 7. März 2011 die Abweisung des
Rekurses und der Beschwerde. Die Beschwerdebeteiligte hat stillschweigend auf eine
Vernehmlassung verzichtet. Am 29. März 2011 reichte der Rekurrent und
Beschwerdeführer nochmals eine Stellungnahme ein.
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Auf die von Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge gemachten
Ausführungen und die Akten wird, soweit notwendig, in den nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurs- und Beschwerdeerhebung ist gegeben. Der Rekurs bzw. die Beschwerde vom
20. Oktober 2010 ist rechtzeitig eingereicht worden. Er bzw. sie erfüllt in formeller und
inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 194 Abs. 1 und Art. 224 Abs.
4 des Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt: StG, bzw. Art. 6 der Verordnung des
Eidgenössischen Finanzdepartements über die Behandlung von Erlassgesuchen für die
direkte Bundessteuer, SR 642.121, abgekürzt: Steuererlassverordnung, in Verbindung
mit Art. 2 lit. f und Art. 7 Abs. 1 der Verordnung zum Bundesgesetz über die direkte
Bundessteuer, sGS 815.1, abgekürzt: Verordnung zum DBG; zur 30-tägigen Frist vgl.
VRKE I/2-2009/22 + 53 vom 30. März 2010, E. 1). Auf den Rekurs und die Beschwerde
ist einzutreten.
2.- a) Gemäss kantonalem Steuergesetz kann Steuerpflichtigen, die in Not geraten sind
oder für welche die Bezahlung der Steuern, der Zinsen, der Bussen oder der Kosten
eine grosse Härte bedeutet, der geschuldete Betrag gestundet oder ganz oder
teilweise erlassen werden (Art. 224 Abs. 1 StG). Auch das Bundesgesetz über die
direkte Bundessteuer (SR 642.11, abgekürzt: DBG) kennt den Steuererlass. Dem
Steuerpflichtigen, für den infolge einer Notlage die Bezahlung der Steuer eines Zinses
oder einer Busse wegen Übertretung eine grosse Härte bedeuten würde, können die
geschuldeten Beträge ganz oder teilweise erlassen werden (Art. 167 Abs. 1 DBG). Dem
Wesen nach handelt es sich beim Steuererlass um den nachträglichen Verzicht des
Gemeinwesens auf einen ihm zustehenden steuerrechtlichen Anspruch. Anlass dazu
geben vor allem Rücksichten auf die Person des Schuldners. Dieser soll aus
humanitären, sozialpolitischen oder volkswirtschaftlichen Gründen nicht in seiner
wirtschaftlichen Existenz gefährdet werden. Die Grundsätze einer gesetzmässigen
Verwaltung und der Rechtsgleichheit legen es allerdings nahe, dass der Gesetzgeber
klare Vorgaben schafft. Die Tendenz, den Steuererlass nicht mehr bloss dem freien
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Ermessen der zuständigen Behörde anheim zu stellen, sondern von näher
umschriebenen Voraussetzungen abhängig zu machen und dann auch einen
eigentlichen, durchsetzbaren Rechtsanspruch zu begründen, setzt sich immer mehr
durch. Aus Gründen der rechtsgleichen Behandlung der Steuerpflichtigen muss der
Steuererlass jedoch eine seltene Ausnahme bleiben, welche nur unter bestimmten
Voraussetzungen gewährt wird (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 11. Juni
2009, A-3663/2007, E. 2.2, publiziert in StR 2009 S. 672 ff.).
Während im Kanton St. Gallen keine näheren Vollzugsvorschriften auf Gesetzes- oder
Verordnungsstufe existieren, wird die Behandlung der Erlassgesuche auf Bundesebene
in der Steuererlassverordnung geregelt. Im Kanton St. Gallen sind weitere
Erläuterungen dem St. Galler Steuerbuch zu entnehmen (StB 224 Nr. 1).
Ziel und Zweck des Erlassverfahrens ist gemäss Art. 1 Steuererlassverordnung eine
langfristige und dauernde Sanierung der wirtschaftlichen Lage der steuerpflichtigen
Person. Der Erlass hat der steuerpflichtigen Person und nicht ihren Gläubigern zugute
zu kommen. Der Steuererlass ist ausschliesslich im Zusammenhang mit der
Steuervollstreckung zu verstehen. Es kann nicht darum gehen, die Begründetheit einer
Steuerforderung zu prüfen und allenfalls die Veranlagung zu korrigieren. Das
Erlassverfahren ersetzt weder das Rechtsmittel-, noch das Revisionsverfahren (Art. 1
Abs. 2 Steuererlassverordnung). Falls die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind,
besteht ein Anspruch auf Erlass der Steuerforderung (Art. 2 Abs. 1
Steuererlassverordnung). Dabei ist unerheblich, aus welchem Grund die
steuerpflichtige Person in die geltend gemachte Notlage geraten ist (Art. 2 Abs. 2
Steuererlassverordnung, vorbehältlich Art. 10 Abs. 2 Steuererlassverordnung). Die
Erlassbehörde berücksichtigt bei ihrem Entscheid die gesamten wirtschaftlichen
Verhältnisse der steuerpflichtigen Person. Massgebend ist dabei in erster Linie die
Situation im Zeitpunkt des Entscheides, daneben auch die Entwicklung seit der
Veranlagung, auf die sich das Erlassbegehren bezieht, sowie die Aussichten für die
Zukunft (Art. 3 Abs. 1 Steuererlassverordnung). Übliche Schwankungen in den
Einkommensverhältnissen der steuerpflichtigen Person werden in der Veranlagung
periodisch erfasst und bilden keinen Erlassgrund. Hat sich die steuerpflichtige Person
freiwillig ihrer Einkommensquellen oder Vermögenswerte entäussert, so wird ein
solcher Einkommens- oder Vermögensrückgang bei der Beurteilung des Erlassgesuchs
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nicht berücksichtigt (Art. 12 Steuererlassverordnung). Die Behörde überprüft, ob für die
steuerpflichtige Person Einschränkungen in der Lebenshaltung geboten und zumutbar
sind oder gewesen wären. Solche gelten grundsätzlich als zumutbar, wenn die
Auslagen die nach den Ansätzen für die Berechnung des betreibungsrechtlichen
Existenzminimums (Art. 93 des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs,
SR 281.1, abgekürzt: SchKG) sich ergebenden Lebenshaltungskosten übersteigen.
Wäre eine fristgerechte Zahlung im Zeitpunkt der Fälligkeit möglich gewesen, so ist
dies im Erlassentscheid zu berücksichtigen (Art. 3 Abs. 2 und 3
Steuererlassverordnung).
Eine Notlage liegt vor, wenn der ganze geschuldete Betrag in einem Missverhältnis zur
finanziellen Leistungsfähigkeit der steuerpflichtigen Person steht. Bei natürlichen
Personen ist ein Missverhältnis insbesondere dann gegeben, wenn die Steuerschuld
trotz Einschränkung der Lebenshaltungskosten auf das Existenzminimum in
absehbarer Zeit nicht vollumfänglich beglichen werden kann. In jedem Fall liegt eine
Notlage vor bei Einkommens- und Vermögenslosigkeit oder wenn die öffentliche Hand
für die Lebenshaltungskosten der steuerpflichtigen Person und deren Familie
aufkommen muss (Art. 9 Steuererlassverordnung).
Ist eine steuerpflichtige Person überschuldet, so befindet sie sich zwar in besonders
schwierigen Verhältnissen. Weil ihre Mittel aber nicht zur Befriedigung aller Gläubiger
ausreichen, würde nicht sie selbst von einem Verzicht der Steuerbehörden profitieren,
sondern primär ihre übrigen Gläubiger, welche beim Zugriff auf das pfändbare
Einkommen und Vermögen einen Konkurrenten verlieren. Es ist daher sachlich haltbar,
wenn unter diesen Umständen von einem Steuererlass abgesehen wird. Wenn jedoch
sämtliche Gläubiger in gleichem Mass wie die Steuerbehörden auf ihre Forderung
verzichten, kommt ein Steuererlass trotz Überschuldung in Frage (StR 2009 S. 674;
BGE 2P.307/2004). Vorhandenes Vermögen schliesst den Steuererlass nicht von
Vornherein aus. Massgebend ist vielmehr, ob die Belastung oder Verwertung dieses
Vermögens als zumutbar erscheint. Dabei ist das Vermögen zum Verkehrswert
einzusetzen (Art. 11 Steuererlassverordnung).
Der Begriff der grossen Härte wird in der Verordnung nicht näher definiert. Er lässt sich
indessen von der Notlage nicht scharf abgrenzen. Art. 9 Steuererlassverordnung
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erwähnt unter dem Titel der Notlage auch Punkte, welche gleichzeitig als Element der
grossen Härte bezeichnet werden könnten, etwa das Missverhältnis zwischen dem
geschuldeten Betrag und der finanziellen Leistungsfähigkeit der steuerpflichtigen
Person (Zweifel/Athanas, Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bd. I/2b, 2.
Aufl. 2008, N 18 zu Art. 167 DBG). Im Unterschied zum DBG nennt Art. 224 Abs. 1 StG
die grosse Härte als selbständige Erlassvoraussetzung. Während das Kriterium der
Notlage einzig die wirtschaftliche Lage der steuerpflichtigen Person berücksichtigt,
können unter dem Aspekt der grossen Härte auch andere Umstände massgebend sein,
namentlich die Unbilligkeit (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG,
2. Auflage, Zürich 2009, N 30 zu Art. 167 DBG).
b) Die Vorinstanz bringt zur Hauptsache vor, der Erlass solle bestimmungsgemäss den
Steuerschuldnern und nicht ihren Gläubigern zugute kommen. Das steuerberechtigte
Gemeinwesen könne nicht zugunsten anderer Gläubiger auf seine gesetzlichen
Ansprüche verzichten. Vielmehr müsse ein Erlass vom Entgegenkommen der anderen
Gläubiger abhängig gemacht werden. Es gebe keine Anhaltspunkte für einen Verzicht
der anderen Gläubiger. Gemäss Auszügen aus dem Betreibungsregister A und B vom
28. Februar 2011 bestünden gesamthaft über Fr. 76'000.-- an Forderungen der 3.
Klasse. Die Rückzahlung dieser Drittschulden dürfe den Forderungen der
Steuerbehörden nicht vorangestellt werden.
Der Rekurrent bzw. Beschwerdeführer macht im Wesentlichen geltend, er sei vor
Jahren in finanzielle Nöte geraten, so dass er seine Steuern nicht mehr habe bezahlen
können. Das habe Lohnpfändungen zur Folge gehabt. Somit habe ihm jeweils das Geld
für die laufenden Steuern gefehlt. Er habe Schulden bei der C AG. Diese habe aber
aufgrund seiner Situation auf eine Betreibung verzichtet. Das Bussgeld an die
Staatsanwaltschaft zahle er in minimalen Raten ab, da ihm bei Nichtzahlung Gefängnis
drohe. In der zusätzlichen Stellungnahme vom 29. März 2011 führt der Rekurrent und
Beschwerdeführer zudem aus, er habe 1995 einen Konkurs gehabt. Aktuell habe er
lediglich noch Steuerschulden.
c) Der Rekurrent und Beschwerdeführer ist offensichtlich überschuldet und befriedigt
nur einzelne Gläubiger. Er hat Drittschulden in der Gesamthöhe von Fr. 61'282.05. Aus
dem Auszug aus dem Betreibungsregister der Gemeinde B vom 28. Februar 2011 ist
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ersichtlich, dass er aktuell Schulden bei der Krankenkasse in der Höhe von Fr. 3'767.70
und beim Sozialamt B in der Höhe von Fr. 26'010.-- hat, für welche die Betreibungen
jeweils mit einem Verlustschein endeten. Bei einer Privatperson hat er eine Schuld in
der Höhe von Fr. 28'500.--, für welche das Betreibungsverfahren läuft. Der Rekurrent
und Beschwerdeführer hat Rechtsvorschlag erhoben. Im Weiteren wurde für eine
Schuld bei der C AG in der Höhe von Fr. 810.-- der Zahlungsbefehl ausgestellt. Im
Betreibungsregisterauszug der Gemeinde A ist eine Forderung der D AG,
Liegenschaftsverwaltung, von Fr. 1'317.35 festgehalten, für welche das
Betreibungsverfahren ebenfalls mit einem Verlustschein endete. Zudem hat die C AG
für eine Forderung von Fr. 877.-- das Fortsetzungsbegehren gestellt. Daneben sind in
den Betreibungsregisterauszügen diverse Forderungen aufgeführt, welche vom
Rekurrenten und Beschwerdeführer durch Zahlung an das Betreibungsamt erfüllt
wurden oder erloschen sind. Die Schulden bei der Staatsanwaltschaft des Kantons St.
Gallen aufgrund eines Urteils vom 9. Dezember 2008 bezahlt er in monatlichen Raten à
Fr. 150.-- ab. Ob diese Schuld bereits vollständig beglichen ist, ist aus den Akten nicht
ersichtlich. Insgesamt befriedigt der Rekurrent und Beschwerdeführer damit
verschiedene Gläubiger mit unterschiedlichen Ratenzahlungen. Bemühungen für eine
gleichmässige Befriedigung aller Gläubiger im Rahmen einer Gesamtsanierung sind
nicht nachgewiesen. Es ist davon auszugehen, dass die Schulden beim Sozialamt B
aufgrund persönlicher Verhältnisse entstanden sind, für die der Rekurrent und
Beschwerdeführer nicht einzustehen hat. Diese könnten deshalb als Ursache, welche
zu einer Notlage führen anerkannt werden (vgl. Art. 10 Abs. 1 lit. b
Steuererlassverordnung). Für die Schulden bei der Versicherung, bei der Privatperson,
beim Inkassounternehmen sowie bei der Liegenschaftsverwaltung macht der Rekurrent
aber nicht geltend, diese seien zufolge ausserordentlicher Aufwendungen, die in den
persönlichen Verhältnissen begründet seien und für die er nicht einzustehen hätte, oder
zufolge hoher Krankheits- oder Pflegekosten entstanden (Art. 10 Abs. 1
Steuererlassverordnung). Vielmehr ist davon auszugehen, dass sie durch einen - dem
Einkommen nicht angepassten - überhöhten Lebensstandard begründet wurden.
In solchen Fällen kann der Fiskus nicht zugunsten anderer Gläubiger auf die
gesetzlichen Ansprüche verzichten (Art. 10 Abs. 2 Steuererlassverordnung). Die
Voraussetzungen für einen Erlass sind nur dann erfüllt, wenn die Begleichung der
Steuerforderung zu einer Gefährdung der wirtschaftlichen Existenz des
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Steuerpflichtigen führt und für diesen ein Opfer bedeuten würde (Weidmann/
Grossmann/Zigerlig, Wegweiser durch das st. gallische Steuerrecht, 6. Aufl. 1999, S.
411). Darauf kann sich der Rekurrent und Beschwerdeführer nicht berufen, denn er
befindet sich aufgrund von Schulden gegenüber Dritten bereits in einer wirtschaftlich
schwierigen Lage, welche durch den Steuererlass nicht entscheidend zu verbessern
ist. Eine langfristige und dauernde Sanierung der wirtschaftlichen Situation als
grundlegendes Ziel eines Steuererlasses (Art. 1 Abs. 2 Steuererlassverordnung) könnte
nicht erreicht werden. Vom Steuererlass profitieren würden die übrigen Gläubiger,
welche im Falle einer Verbesserung der Schuldenlage des Rekurrenten und
Beschwerdeführers erhöhte Chancen auf Rückzahlung ihrer Forderungen hätten. Der
Zweck des Steuererlasses würde damit verfehlt, weil er gerade darin liegt, dem
Steuerpflichtigen und nicht Dritten zugute zu kommen (Urteil des Bundesgerichts 2P.
307/2004 vom 9. Dezember 2004, E. 3.2.). Dem Steuerpflichtigen wird zugemutet, dass
er seinen Zahlungspflichten gegenüber dem Fiskus in gleichem Umfang wie gegenüber
privaten Gläubigern nachkommt (Weidmann/Grossmann/Zigerlig, a.a.O., S. 411). Eine
nachhaltige Entlastung der angespannten finanziellen Situation könnte nur im Rahmen
einer Gesamtsanierung, bei der alle Gläubiger ganz oder teilweise auf ihre Forderungen
verzichten müssten, erzielt werden. In diesem Fall könnte ein Steuererlass im selben
prozentualen Umfang geprüft werden. Unter den aktuellen Umständen ist es aber nicht
sachgerecht, dass der Fiskus vorauseilend auf seine Forderungen verzichtet (vgl. VRKE
I/2-2010/14 vom 25. November 2010, E. 2c).
Deshalb ist ungeachtet des Vorliegens eines monatlichen Überschusses oder Defizits
von einem Erlass der Steuerschuld von insgesamt Fr. 1'113.85 abzusehen und der
Rekurs und die Beschwerde sind abzuweisen.
3.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten dem Rekurrenten
bzw. Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Angemessen ist eine
Entscheidgebühr von Fr. 500.-- (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS
941.12). Der Kostenvorschuss von Fr. 500.-- ist zu verrechnen.