Decision ID: f7b68fce-7aea-4173-9234-0945c306b67a
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Feststellung / Erstreckung
Berufung gegen die Beschlüsse des Mietgerichtes Zürich vom 2. und 4.  2014 (MD140016)
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Rechtsbegehren:
"1. Es sei festzustellen, dass die Optionsausübung zur Verlängerung des  betreffend die Mietobjekte im EG, UG und Hof der  D._-Strasse ..., ... Zürich vom 3. Juli 2013 verbindlich und somit das Mietverhältnis frühestens auf 30. September 2019 kündbar ist.
2. Eventuell sei das Mietverhältnis ab 30. September 2014 längstmöglich zu erstrecken.
3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklagten."
(act. 1 S. 2)
Zirkulations-Beschlüsse Mietgerichtes Zürich (Kollegialgericht) des  des Bezirksgerichtes Zürich vom 2. + 4. Dezember 2014:
"1. Auf die Klage wird nicht eingetreten.
2. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 4'000.00 ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 0.00 Barauslagen
Fr. 4'000.00 Kosten total
3. Die Kosten werden der Klägerin auferlegt und von dieser unter Verrechnung ihres Kostenvorschusses von Fr. 12'000.– bezogen. Der Restbetrag wird der Klägerin herausgegeben.
4. Die Klägerin wird verpflichtet, der Beklagten eine Parteientschädigung von Fr. 6'000.– (zuzüglich 8% MwSt.) zu bezahlen.
5./6. Schriftliche Mitteilung / Rechtsmittelbelehrung" (act. 29/1 S. 7 f. und act. 29/2 S. 3)
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Berufungsanträge:
der Klägerin (act. 30 S. 2):
"1. In Aufhebung von Dispositiv-Ziff. 1 des angefochtenen Beschlusses vom 2. Dezember 2014 sei auf die Klage einzutreten und entsprechend die  zur Behandlung des Prozesses an die Vorinstanz zurückzuweisen;
2. Dispositiv-Ziff. 3 und 4 des angefochtenen Beschlusses vom 2.  2014 i.V.m. Dispositiv-Ziff. 1 des Beschlusses vom 4. Dezember 2014 seien aufzuheben;
3. die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens betreffend Zuständigkeit seien der Beklagten und Berufungsbeklagten aufzuerlegen, und es sei diese zu verpflichten, der Klägerin und Berufungsklägerin dafür eine angemessene Prozessentschädigung zu bezahlen;
4. unter Kosten und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklagten und  hinsichtlich des Berufungsverfahrens."

Erwägungen:
1.
1.1. Die B._ AG (Beklagte und Berufungsbeklagte, nachfolgend Beklagte)
vermietete mit Vertrag vom 16. Juni 2004 ein Verkaufslokal/...-Bar, einen Lager-
raum und einen Parkplatz in der Liegenschaft an der D._-Strasse ... in ... Zü-
rich an zwei Privatpersonen (act. 3/1). Mit Nachtrag vom 21. Dezember 2004
wurde der Mietvertrag auf eine neue Mieterin, die A._ AG (Klägerin und Be-
rufungsklägerin, nachfolgend Klägerin), übertragen (act. 3/2). Mit einem weiteren
Nachtrag vom 4./28. April 2011 wurde das Mietverhältnis auf weitere Räumlichkei-
ten ausgedehnt und der Mietzins entsprechend angepasst (act. 3/3). Gemäss die-
sem Mietvertrag ist das Mietverhältnis jeweils sechsmonatlich zum Voraus auf
Ende März und Ende September kündbar, frühestens auf den
30. September 2014. Zudem wurde der Klägerin "eine Option zur Verlängerung
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des Mietverhältnisses um fünf Jahre, das heisst vom 1. Oktober 2014 bis
30. September 2019, eingeräumt" (act. 3/1).
1.2. Am 2. Juni 2014 gelangte die Klägerin an die Schlichtungsbehörde Zürich
und verlangte, es sei festzustellen, dass die Optionsausübung zur Verlängerung
des Mietverhältnisses betreffend die Mietobjekte im EG, UG und Hof der Liegen-
schaft D._-Strasse ..., ... Zürich vom 3. Juli 2013 verbindlich und somit das
Mietverhältnis frühestens auf 30. September 2019 kündbar ist, eventuell sei das
Mietverhältnis ab 30. September 2014 längstmöglich zu erstrecken (act. 4).
Nachdem der Klägerin mit Beschluss vom 22. August 2014 die Klagebewilligung
erteilt worden war, machte die Klägerin mit Eingabe vom 25. September 2014 ei-
ne Klage mit dem vorerwähnten Rechtsbegehren beim Mietgericht Zürich anhän-
gig (act. 1). Dieses trat auf die Klage mit Beschlüssen vom 2. und 4. Dezem-
ber 2014 nicht ein (act. 22 und act. 25 = act. 29/1-2).
1.3. Gegen diese Beschlüsse führt die Klägerin mit Eingabe vom 8. Januar 2015
rechtzeitig Berufung mit den eingangs genannten Anträgen (act. 30). Den ihr mit
Verfügung vom 13. Januar 2015 (act. 33) auferlegten Kostenvorschuss in Höhe
von Fr. 4'000.-- leistete sie fristgerecht (act. 34 und act. 35). Die vorinstanzlichen
Akten wurden beigezogen (act. 1-27). Auf weitere prozessleitende Anordnungen
wurde verzichtet. Das Verfahren erweist sich als spruchreif.
2.
2.1. Das Berufungsverfahren richtet sich nach den Art. 308 ff. ZPO. Die Berufung
ist bei der Rechtsmittelinstanz innert der Rechtsmittelfrist schriftlich und begründet
einzureichen (Art. 311 Abs. 1 ZPO). Aus der Begründungspflicht ergibt sich fer-
ner, dass die Berufung zudem (zu begründende) Rechtsmittelanträge zu enthal-
ten hat. Mit der Berufung kann die unrichtige Rechtsanwendung und die unrichti-
ge Feststellung des Sachverhaltes geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Neue
Tatsachen und Beweismittel sind im Berufungsverfahren zugelassen, wenn sie (a)
ohne Verzug vorgebracht werden und (b) trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon
vor erster Instanz vorgebracht werden konnten (Art. 317 ZPO).
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2.2. Die vorliegende Berufung vom 8. Januar 2015 wurde innert der Rechtsmit-
telfrist schriftlich, mit Anträgen versehen und begründet bei der Kammer als der
zuständigen Rechtsmittelinstanz eingereicht. Die Klägerin ist durch den angefoch-
tenen Entscheid beschwert und zur Berufung legitimiert. Es ist daher auf die Beru-
fung einzutreten.
3.
3.1. Die Vorinstanz trat auf die Klage mangels sachlicher Zuständigkeit nicht ein
mit der Begründung, der vorliegende Prozess sei im ordentlichen Verfahren zwin-
gend vor dem Handelsgericht zu führen. Sie erwog im Einzelnen, dass die Vo-
raussetzungen für eine handelsgerichtliche Zuständigkeit nach Art. 6 ZPO grund-
sätzlich gegeben seien und das Mietgericht nur dann zuständig wäre, wenn es
sich vorliegend um eine nach Art. 243 Abs. 2 lit. c ZPO zwingend dem vereinfach-
ten Verfahren zugewiesene Streitigkeit handeln würde, namentlich, wenn die Hin-
terlegung von Mietzinsen, der Schutz vor missbräuchlichen Mietzinsen, der Kün-
digungsschutz oder die Erstreckung des Mietverhältnisses betroffen wäre
(act. 29/1 S. 3 f. und S. 6). Dabei sei von einer engen Zuständigkeit des Mietge-
richtes auszugehen und die in Art. 243 Abs. 2 lit. c ZPO verwendeten Begriffe
seien formell und nicht materiell zu verstehen (act. 29/1 S. 4 f.). Die von der Klä-
gerin im Hauptstandpunkt verlangte Feststellung der Optionsausübung und der
Unkündbarkeit des Mietvertrages bis zum 30. September 2019 seien nicht darun-
ter subsumierbar. Dies gelte umso mehr, als eine eigentliche Kündigung ausge-
blieben sei und der Kündigungsschutz im Sinne von Art. 243 Abs. 2 lit. c ZPO be-
griffsnotwendigerweise eine Kündigung voraussetze (act. 29/1 S. 5). Dabei handle
es sich auch nicht bloss um eine Vorfrage, weil die Klägerin diesbezüglich einen
Entscheid mit Rechtskraft erwartet habe. Eine Vorfrage könne bei einem begehr-
ten Entscheid mit Rechtskraft nicht mehr vorliegen (act. 29/1 S. 5). Demgegen-
über wäre auf die eventualiter verlangte Erstreckung das vereinfachte Verfahren
anwendbar. Da es sich aber um einen Rechtsstandpunkt von untergeordneter
Bedeutung handle, vermöge das nichts an der Beurteilung zu ändern (act. 29/1
S. 6). Zudem seien die zwei Rechtsbegehren in verschiedenen Verfahren von
verschiedenen Gerichten zu beurteilen, weshalb die Voraussetzungen für eine zu-
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lässige Klagenhäufung beziehungsweise Klagentrennung nicht vorliegen würden
und auf die Klage insgesamt nicht einzutreten sei (act. 29/1 S. 6 f.).
3.2. Dagegen bringt die Klägerin in der Berufungsschrift unter Hinweis auf BGE
139 III 457 zusammengefasst vor, auch im vorliegenden Fall habe sich die Kläge-
rin zur Rechtswahrung veranlasst gesehen, die Schlichtungsbehörde anzurufen,
weil die Beklagte den Mietvertrag als bis 30. September 2014 befristet oder ge-
kündigt erachtet habe. Aus diesem Grund habe sie sich in ihrem Hauptantrag auf
die dem Mietende einer allfälligen Kündigung entgegenstehende Optionsaus-
übung und eventualiter auf die maximale Erstreckung des Mietverhältnisses beru-
fen (act. 30 S. 7 ff.). Dadurch, dass die Erstreckung ausser Betracht falle, wenn
die Option gültig ausgeübt worden sei, verliere der Prozess nicht den Charakter
eines Kündigungsschutz- bzw. Erstreckungsverfahrens. Darüber hinaus könne
auch ein Hauptantrag, der in Rechtskraft erwachsen solle, eine Vorfrage bilden.
Werde im Rahmen eines Anfechtungs- oder Erstreckungsverfahrens vorfragewei-
se die Nichtigkeit bzw. Ungültigkeit geprüft, bilde diese Rechtsfrage in aller Regel
genauso den Hauptantrag und es ergehe darüber ein der materiellen Rechtskraft
zugänglicher Entscheid, welcher die Prüfung eines eventualiter gestellten Erstre-
ckungsbegehrens gegenstandslos mache. Für die Geltung von Art. 243 Abs. 2
lit. c ZPO sei nur entscheidend, dass die Gültigkeit, die Wirksamkeit oder die
Nichtigkeit einer Kündigung nebst der Anfechtung wegen Missbräuchlichkeit oder
Erstreckung das Verhandlungs- bzw. Prozessthema in der Schlichtungsverhand-
lung gebildet hätten, unabhängig davon, ob der Vermieter oder der Mieter als
Kläger aufgetreten sei (act. 30 S. 8 ff.). Das habe in jedem Falle zu gelten, unab-
hängig davon, ob als Vorfrage der Erstreckung die Beendigung des Mietverhält-
nisses wegen einer Befristung, einer streitigen Kündigung oder einer umstrittenen
Optionsausübung zu prüfen sei (act. 30 S. 9 f.). Der eingeklagte Anspruch sei
insgesamt unter Art. 243 Abs. 2 lit. c ZPO zu subsumieren, weshalb auch eine
Trennung der Klagebegehren Ziff. 1 und 2 gestützt auf Art. 125 lit. b ZPO ausser
Betracht falle (act. 30 S. 10).
3.3. Von der Klägerin nicht beanstandet wird die von der Vorinstanz festgestellte
Tatsache, dass die Voraussetzungen für eine handelsgerichtliche Zuständigkeit
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gemäss Art. 6 Abs. 2 ZPO grundsätzlich gegeben sind. Ebenfalls unangefochten
blieb die vorinstanzliche Feststellung, dass die Regelung der Verfahrensart jener
über die sachliche Zuständigkeit vorgeht und vorliegend eine mietgerichtliche Zu-
ständigkeit nur dann gegeben ist, wenn der Prozess gemäss Art. 243 Abs. 2
lit. c ZPO zwingend im vereinfachten Verfahren zu führen wäre. Somit bleibt im
Folgenden zu überprüfen, ob die vorliegende Klage einen Anwendungsfall von
Art. 243 Abs. 2 lit. c ZPO darstellt.
4.
4.1. Im BGE 139 III 457 hatte das Bundesgericht zu prüfen, ob eine Klage der
Vermieterin auf Feststellung der Gültigkeit zweier Kündigungen des Mietverhält-
nisses als Anwendungsfall des Kündigungsschutzes in den Anwendungsbereich
von Art. 243 Abs. 2 lit. c ZPO fällt. Dieser Klage ging ein Schlichtungsverfahren
voraus, welches durch den Mieter mit dem Begehren auf Feststellung der Unwirk-
samkeit, Ungültigkeit und Nichtigkeit der Kündigungen, eventualiter auf Feststel-
lung der Missbräuchlichkeit der Kündigung eingeleitet worden war. Die Schlich-
tungsbehörde unterbreitete den Parteien einen Urteilsvorschlag mit der Feststel-
lung der Unwirksamkeit der Kündigungen, welchen die Vermieterin ablehnte. In
der Folge war die unterliegende Vermieterin – wollte sie das Urteil nicht "stehen
lassen" – gezwungen, eingangs genannte Klage zu erheben. Das Bundesgericht
sah darin ebenfalls einen Fall von "Kündigungsschutz" gemäss Art. 243 Abs. 2
lit. c ZPO im Wesentlichen mit dem Argument und unter Hinweis auf einen unter
altem Recht ergangenen Entscheid; bereits unter altem Recht sei der Vermieter
berechtigt gewesen, im Kündigungsschutzverfahren auf Feststellung der Gültig-
keit der Kündigung zu klagen. Gemeint war damit Art. 273 aOR (BGE 132 III 65
E. 3.2 ff.). Dabei liess das Bundesgericht ausdrücklich offen, ob auch eine auf
Feststellung der Nichtigkeit bzw. Unwirksamkeit einer Kündigung gerichtete Klage
ein Fall von Kündigungsschutz gemäss Art. 243 Abs. 2 lit. c ZPO darstellt
(BGE 139 III 457 E. 5.3; BGer 4A_1/2014 vom 26.3.2014).
4.2. Die Vorinstanz hat zutreffend festgehalten, dass das Bundesgericht im Ent-
scheid BGE 139 III 457 über die vorliegend zu beurteilende Frage nicht entschie-
den hat. Es hat unter neuem Recht an seiner Rechtsprechung zum alten Recht
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festgehalten und entschieden, dass die vorfrageweise Überprüfung der Nichtigkeit
bzw. Ungültigkeit einer Kündigung im Rahmen einer Anfechtungsklage oder eines
Erstreckungsbegehrens unter den Begriff des "Kündigungsschutzes" gemäss Art.
243 Abs. 2 lit. c ZPO falle (E. 5.2). Sodann hat es weiterhin offen gelassen, ob ein
Fall von "Kündigungsschutz" vorliege, wenn einzig über die Feststellung der Nich-
tigkeit bzw. Unwirksamkeit einer Kündigung zu befinden sei (E. 5.3 a.E.).
Vorliegend verlangt die Berufungsklägerin nun aber weder im Hauptbegehren
noch im Eventualbegehren die Feststellung der Ungültigkeit einer Kündigung. Die
Frage der Gültigkeit oder Nichtigkeit einer Kündigung steht nicht im Raum. Die
Schlichtungsbehörde hatte hierüber nicht zu entscheiden und hat entsprechend
auch keinen Urteilsvorschlag gemäss Art. 210 Abs. 1 lit. b ZPO unterbreitet, son-
dern die Klagebewilligung ausgestellt (act. 4).
4.3. Die Berufungsklägerin verlangt mit ihrem Hauptbegehren die Feststellung
der gültigen Optionsausübung. Es handelt sich dabei um einen selbständigen An-
spruch gestützt auf das ihr vertraglich eingeräumte Optionsrecht, welcher eine
Kündigung nicht zum Thema hat und im ordentlichen Verfahren durchzusetzen
ist. Ebenfalls selbständig ist der im materiellen Recht (Art. 272 OR) begründete
Anspruch auf Erstreckung des Mietverhältnisses für den Fall, dass das Mietver-
hältnis entgegen der Auffassung der Berufungsklägerin als beendet betrachtet
wird. Dieser Anspruch ist im vereinfachten Verfahren innert bestimmter Frist gel-
tend zu machen (Art. 273 OR). Die Frage, ob das Mietverhältnis beendet ist oder
nicht, ist zwar eine Vorfrage bei der Frage der Erstreckung, hat indes mit "Kündi-
gungsschutz" oder mit der Frage der Gültigkeit der Kündigung nichts zu tun, wes-
halb aus dem bundesgerichtlichen Entscheid BGE 139 III 457 für das vorliegende
Verfahren nichts Zwingendes abgeleitet werden kann. Insbesondere kann daraus
nicht abgeleitet werden, dass auch andere sich stellende Vorfragen als die Kündi-
gung ohne weiteres in den Anwendungsbereich von Art. 243 Abs. 2 lit. c ZPO fal-
len, weil im Eventualbegehren die Erstreckung verlangt wurde. Dies erscheint
weder geboten noch notwendig. Weil sie in verschiedenen Verfahrensarten
durchzusetzen sind, konnten die beiden selbständigen Klageansprüche der Beru-
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fungsklägerin nicht miteinander verbunden werden. Sie hätten – was zumutbar
gewesen wäre – in separaten Verfahren erhoben werden müssen.
4.4. Vor dem Hintergrund, dass lediglich die im Evenutalbegehren verlangte Er-
streckung die Anwendung des vereinfachten Verfahrens zu begründen vermöchte
und die grundsätzliche Zuständigkeit des Handelsgerichtes nicht bestritten wird,
kam die Vorinstanz zu Recht zum Schluss, es sei auf die Klage insgesamt nicht
einzutreten, weil das Feststellungsbegehren der Berufungsklägerin im ordentli-
chen Verfahren und damit auf Grund der zwingenden sachlichen Zuständigkeit
vom Handelsgericht zu behandeln sei, während die Erstreckung grundsätzlich
vom Mietgericht im vereinfachten Verfahren zu beurteilen sei und eine Klagetren-
nung auf Grund der unterschiedlichen Verfahrensarten und sachlichen Zuständig-
keiten bzw. eine separate Beurteilung der bloss eventuell begehrten Erstreckung
durch das Mietgericht nicht möglich sei (vgl. act. 29/1 S. 6 f.).
4.5. Die Berufung ist abzuweisen.
5.
5.1. Die Prozesskosten, bestehend aus den Gerichtskosten und der Parteient-
schädigung, sind gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO grundsätzlich der unterliegenden
Partei aufzuerlegen.
5.2. Ausgangsgemäss wird die Berufungsklägerin für das Berufungsverfahren
kosten- und entschädigungspflichtig. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr ist
unter Berücksichtigung des Streitwertes von Fr. 358'060.-- (vgl. act. 33) und in
Anwendung von § 4 Abs. 1 und 3 und § 10 Abs. 1 sowie § 12 Abs. 1 und 2 GebV
OG auf Fr. 4'000.-- festzulegen, der Berufungsklägerin aufzuerlegen und aus dem
von ihr geleisteten Kostenvorschuss zu beziehen (Art. 111 Abs. 1 ZPO). Eine Par-
teientschädigung an die Berufungsbeklagte ist mangels ihr entstandener Umtriebe
nicht zuzusprechen.
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