Decision ID: a0acd83f-6958-4933-851d-5c8e4d1c098d
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1961,
arbeitete seit dem 7. Sept
ember 2005 bei der
Y._
als Hilfselektromonteur
und war in dieser Eigenschaft bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen Unfälle versichert. Am 14. Juni 2007 erlitt der Versicherte einen Unfall, als er
sich
beim Heben von Kabelkanälen ein
Verhebetrauma
zuzog (Urk.
9/1 Ziff. 1-6
, Urk. 9/6, Urk. 9/18 S.1
). Die SUVA erbrachte in der Folge die gesetzlichen Leistungen.
1.2
Mit Verfügung vom
11. Mai 2011 (Urk. 9/222)
s
c
h
loss die SUVA den Fall per
11. Mai 2011
ab und stellte die Versicherungsleis
tungen (Taggeld und
Heil
kosten
)
ein
.
Die am 30. Mai 2011 vom Versicherten erhobene Einsprache (Urk.
9/223) wies die SUVA mit Entscheid vom 10. April 2012 (Urk. 9/243 = Urk. 2) ab.
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 10. April 2012 (Urk. 2) erhob der Versi
cherte am 11. Mai 2012 Beschwerde (Urk. 1) mit den Anträgen, dieser sei auf
zuheben (S. 2 Ziff. 1) und es sei
en
ihm weiterhin die gesetzlichen Leistungen, insbesondere Taggeld und Heilungskosten, auszurichten (S. 2 Ziff. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 14. Juni 2012 (Urk. 7) schloss die
Beschwer
degegnerin
auf Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 21.
Juni 2012 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 11). Gleichzeitig wurde
die
Durchführung eines zwei
ten Schriftenwechsels
vom Gericht
als nicht erfor
derlich
er
achtet
.
Mit Eingabe vom 12. Juli 2012 stellte der Beschwerdeführer
ein
bereits in Auf
trag gegebene
s
interdisziplinäre
s
Gutachten per Ende August 2012 in Aussicht (Urk. 12)
, welches
er sodann am 17. September 2012
einreichte
(Urk. 14/50-52)
. G
leichzeitig
nahm er
zur Beschwer
deantwort Stellung
(Urk. 13).
Die
Beschwer
degegnerin
nahm hierzu sodann am 8. N
ovember 2012 Stellung (Urk.
19) und reichte eine Beurteilung ihres Kreisarztes zu den nachgereichten Gutachten des Beschwerdeführers ein (Urk. 20)
, was diesem am 12. November 2012 zur Kennt
nis gebracht wurde (Urk. 22)
.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 10 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer Unfall
folgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art.
6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid (Art.
8 ATSG), so hat sie An
spruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Rentenanspruch ent
steht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige Ein
gliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art.
19 Abs. 1 UVG).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusamm
enhang besteht. Ursachen im Sin
ne des natürlichen K
ausalzusammenhangs sind alle Um
stände, ohne deren Vorhandensein der eing
etretene Erfolg nicht als einge
treten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetret
en gedacht werden kann. Entspre
chend dieser Umschreibung i
st für die Bejahung des natürlichen Kau
salzusammenhangs nicht erfor
derlich, dass ein Unfall die al
lei
nige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störunge
n ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zu
sammen
mit anderen Bedingungen die kör
perliche oder geistige Integritä
t der versicherten Person beein
trächtigt hat, der Unfal
l mit andern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die e
ingetretene gesund
heitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 406 E.
4.3.1, 123 V 45 E. 2b, 119 V 335 E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädig
enden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusamm
enhang be
steht, ist eine Tatfrage, worüber die V
erwaltung beziehungsweise im Be
schwerdefall das Gericht i
m Rahmen der ihm obliegenden Beweis
würdigung nach dem i
m Sozialversicherungsrecht übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1,
118 V 286 E. 1b, je mit Hinwei
sen).
1.3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U 172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45; BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
). Da es sich hie
r
bei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzu
sammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b, 1992 Nr. U 142 S.
76).
1.4
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges
zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge
und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeiz
uführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.6
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen.
Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozialversiche
rungsrecht
zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S.
572; BGE 122 V 157 E. 1c; vgl. auch 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid (Urk. 2) davon aus, dass
gemäss
dem Gutachten des
Z._
vom 15. September 2011 zwischenzeitlich keine Unfallfolgen mehr vorlägen (S. 6 unten).
Weiter erhelle
aus den zahlrei
chen ärztlichen Berichten
, dass die medizinischen und bildgebenden
Abklärungen an der Lendenwirbelsäule (LWS) keine unfallbedingten, strukturellen Veränderungen
obj
ektivier
ten
. Damit sei erstellt, dass sich die anhaltend geklagten Beschwerden des Beschwerdeführers nicht auf einen organisch hinreichend nachgewiesenen Unfallschaden zurückführen liessen
(S. 7 Mitte)
.
D
ie Einstellung der Heilkosten und Taggelder
erweise sich daher
als rechtens (S.
7 unten).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1),
die Einstellung der Leistungen sei verfrüht erfolgt, da die Heilbehandlung nicht abgeschlossen sei respektive die Beschwerdegegnerin weiterhin für die Behand
lung und notwendigen Eingriffe im Zusammenhang mit
einem
Implantat hafte (S. 20 oben).
2.3
Strittig und zu prüfen ist somit, ob die über den 11. Mai 2011 hinaus bestehen
den Beschwerden des Beschwerdeführers in
rechtsgenüglichem
Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom
14
. Juni
2007 stehen.
3.
3.1
Gemäss Akten
hob
der B
eschwerdeführer am 14. Juni 2007 auf einer Baustelle zusammen mit einem Kollegen eine Kabeltrasse auf, als der Kollege plötzlich losliess und der Beschwerdeführer das ganze Gewicht (zirka 50 kg)
alleine
hal
ten musste
(Urk. 9/1 Ziff. 6, Urk. 9/3 S. 2)
.
Der Beschwerdeführer machte geltend, sofort einschiessende Schmerzen in den
Rücken verspürt zu haben und sodann unter immer stärkeren
Rückenschmerzen
gelitten zu haben
(Urk. 1 S. 3 oben; Urk. 9/1
Ziff. 6
, Urk. 9/3
).
3.2
Nach dem Ereignis vom 14. Juni 2007 wurde der Beschwerdeführer am
18. Juni 2007 durch den Hausarzt seiner Ehefrau,
A._
, FMH Innere Medizin, untersucht, welcher
ein posttraumatisches
lumboradikuläres
Syndrom (L
R
S) rechts diagnostizierte (Urk. 9/4 Ziff. 1 und 5).
3.3
B._
, Neurochirurgie
C._
, berichtete am 14. August 2007 (Urk. 9/15) und
am
16. Oktober 2007 (Urk. 9/29) über die Konsultation des Beschwerdeführers vom 9. August 2007.
Er nannte folgende Diagnose:
nicht mehr aktives
reizradikuläres
S1-Syndrom bei Diskushernie L5/S1 links
Er führte aus, nach der Untersuchung der Beine ergebe sich keine Parese oder
Hypoästhese
. Die Reflexe seien normal auslösbar.
Es bestehe eine leichte
Druck
dolenz
im Bereich L5/S1.
Das am 26. Juni 2007 durchgeführte MRI der
Lenden
wirbelsäule
(LWS) zeige, dass die zwei letzten Bandscheiben ein bisschen aus
getrocknet seien. Auf den Querschnitten sehe man eine L5/S1 Diskushernie paramedian links
(
vgl.
Urk. 9/31)
.
Da der Beschwerdeführer keine deutlichen Ausstrahlungen mehr verzeichne und der
Lasègue
negativ sei, sei nicht davon auszugehen, dass der Bandsch
ei
benvorfall zurzeit ein akutes
radi
kuläres
Reizsyndrom verursache.
Am
20. August 2007 führte
B._
beim Beschwerdeführer einen Sakralblock durch, um die restlichen Kreuzschmerzen nach dem
radikulären
Reizsyndrom S1 bei Diskushernie L5/S1 links zu verbessern (Urk. 9/26).
Am 13. September 200
7 berichtete
B._
über die Nachkontrolle
des Beschwer
deführers vom 6. September 2007 (Urk. 9/27) und führte aus,
der Beschwerdeführer sei nach der Durchführung des Sakralblockes eine Woche beschwerdefrei gewesen.
Aktuell beschreibe der Beschwerdeführer eine Zunahme der Kreuzschmerzen.
Mittels am 16. September 2007 durchgeführtem Röntgen der Halswirbelsäule (HWS)
konnten degenerative Veränderungen mit
Osteophyten
vor allem auf dem Niveau L4/5 und L5/6 mit Spondylose festgestellt werden (Urk. 9/28).
Das obere Segment der HWS sei auch steif und wegen der physiologischen Lord
ose weniger sichtbar. Weiter konnte
zwischen dem Niveau C4/5 eine minime Retro
listhesis von 1 mm,
welche an der Normgrenze stehe, erkannt werden
. Frakturen oder eine eindeutige Instabilität konnten
sodann
ausgeschlossen werden.
Am 30. Oktober 2007 berichtete
B._
über die Konsultation des Beschwerde
führers vom 25. Oktober 2007 (Urk. 9/36) und
nannte folgende Diagnosen:
Status nach
radikulärem
Reizsyndrom S1 bei Diskushernie L5/S1 links
aktuell ohne Schmerzausstrahlung in die Beine
Kopfschmerzen unklarer Ätiologie, Differentialdiagnose Spannungskopf
schmerzen
Er führte aus,
in den Beinen finde sich eine eher diffuse Hypästhesie des linken Beines ohne klare
radikuläre
Bahn. Es bestehe weiter eine
Druckdolenz
in der linken Gesässpartie, hingegen keine eindeutige
Druckdolenz
im Bereich der LWS. Die grobkursorische Untersuchung d
er kranialen Nerven sei normal. Bei den übrigen, lumbalen Schmerzen mit Ausstrahlung in die linke Gesässpartie, welche vor allem aufträten, wenn sich der Beschwerdeführer nach hinten beuge oder umdrehe,
handle es sich vermutlich um ein
Fazettensyndrom
. Der Band
scheibenvorfall sei sicherlich nicht mehr symptomatisch.
Am 10. November 2007 berichtete
B._
über die Konsul
tation des Beschwer
deführers vom
5. November 2007 (Urk. 9/37) und
führte aus, der Beschwerdeführer
berichte
über zunehmende Schmerzen im Bereich des hinte
ren Beins S1 links entsprechend.
Das am 1. November 2007 durchgeführte MRI des
Neurokraniums
(vgl. Urk. 9/40)
zeige keine
Raumforderung oder pathologi
sche Kontrastentnahme.
3.4
D._
, Arzt für Allgemeinmedizin, Kreisarzt der Beschwerdegegnerin, nahm am 29. November 2007 Stellung (Urk. 9/42) und führte aus,
eine
radikuläre
Symptomatik habe anlässlich der Untersuchung vom 14. August 2007 nicht mehr festgestellt werden können.
Vom Beschwerdeführer sei angegeben worden, dass die Beschwerden nach dem Unfall rechtsseitig in den Bereich des Oberschenkels ausgestrahlt hätten. Weiter habe er manchmal ein Ameisenlaufen im Bereich des seitlichen Oberschenkels rechts verspürt.
Es bestehe somit kein unfallkausaler Zusammenhang mit der im MRI festgestellten linksseitigen Diskushernie L5/S1 und den unmittelbar posttraumatisch aufgetretenen Beschwerden im rechten Bein. Die Bandscheibenoperation, welche aufgrund der degenerativen Veränderungen (
Diskusprotrusion
L5/S1 links) möglicherweise notwendig sei, gehe zu Lasten der Krankenkasse.
3.
5
B._
berichtete mit Operationsbericht vom 23. Januar 2008 (Urk. 9/55) und führte aus, beim Beschwerdeführer sei eine
Fenestration
mit
Diskushernienent
fernung
L5/S1 links durchgeführt worde
n.
Mit Austrittsbericht vom 30. Januar 2008 (Urk. 9/56) führte
B._
aus, posto
perativ habe sich eine u
nauffällige Neurologie gezeigt.
Am 6. März 2008 berichtete
B._
über die Nachkontrolle des Beschwerde
führers vom 4. März 2008 (Urk. 9/57) und führte aus,
die ausstrahlenden Schmerzen in den Beinen sei
en
gemäss Beschwerdeführer verschwunden. Aktuell seien noch die übrigen Kreuzschmerzen und ein Taubheitsgefühl im seitlichen Bereich des linken Fusses sowie beim Gehen im vorderen Anteil des
rechten Oberschenkels vorhanden.
Es zeige sich eine zufriedenstellende Situa
tion, da die ausstrahlenden Schmerzen verschwunden seien. Die übrigen Kreuzschmerzen seien normal nach einer Operation. Der Beschwerdeführer sei bis zum 21. April 2008 zu 100 %, dann ab dem 22. April 2008 zu 50 % arbeits
unfähig. Über die weitere Arbeit
sfähigkeit ab Ende April 2008 habe sodann der
Hausarzt
zu entscheiden
.
3.6
E._
, Wirbelsäulen- und Rückenmarkschirurgie,
C._
, berichtete am
1. Juli 2008 (Urk. 9/77)
und nannte folgende Diagnosen:
Status nach
Fenestration
mit Diskektomie L5/S1 links am 23. Januar 2008
aktuell Progredienz der Beschwerden sowie Symptomausweitung auf die Gegenseite nach Rehabilitation
Er führte aus,
der Beschwerdeführer
berichte
über eine Zunahme der Beschwer
den nach durchgeführter intensiver Rehabilitation. Die Motorik der unteren Extremitäten präsentiere sich seitengleich und es bestünden keine Defizite. Der Beschwerdeführer zeige ein Wiederaufflammen der präoperativ bestandenen Symptomatik auf der linken Seite, wenn auch nur teilweise. Neu hinzugekom
men sei jedoch eine Symptomausweitung auf die Gegenseite, hier sei eine
der
matomale
Zuordnung schwierig.
3.
7
Mit Austrittsbericht vom 1. Juli 2008 berichteten die Ärzte der
F._
(Urk. 9/79) über den stationären Aufenthalt des Beschwerdeführers vom 5. Mai bis 11. Juni 2008.
Sie nannten folgende Diagnosen (S. 1):
Unfall vom 14. Juni 2007: Tragen von schwerer Last mit Stauchung der Wirbelsäule
26. Juni 2007 MRI der LWS: Diskushernie L5/S1
mediolateral
links mit
Duralsackkompression
.
Spondylarthrose
L5/S1.
Breitbasige
Er
schlaffung und
Protrusion
der Bandscheibe mässigen Grades L4/5 mit
Dural
sackeindellung
mit deutlicher
Spondylarthrose
23. Januar 2
0
08
Fenestration
mit
Diskushernienentfernung
L5/S1 links
Unfall vom 7. September 2005 mit akutem
Lumbovertebralsyndrom
nach
Verhebetrauma
Status nach Hepatitis B
Sie führten aus,
infolge Selbstlimitierung im Behandlungsprogramm hätten die zu erwarte
nd
en Verbesserungen bezüglich Funktion und Belastbarkeit nicht erreicht werden können
. Das Ausmass der demonstrierten physischen Ein
schränkungen lasse sich mit den objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung und bildgebenden Abklärung sowie den Diagnosen aus somatischer Sicht nur zum Teil erklären (S. 1 unten)
.
Die angestammte
Tätigkeit als Hilfselektromonteur sei dem Beschwerd
eführer momentan nicht zumutbar, da diese wiederholtes Hantieren von zu schweren Lasten beinhalte. Dem Beschwerdeführer sei eine wechselbelastende, mindestens leichte bis mit
telschwere Arbeit ohne Tätigkeiten in länger dauernd vorgeneigter
Rumpfposi
tion
ganztags zumutbar
(S. 2 oben).
Das arbeitsbezogene relevante Problem sei eine schmerzhafte Funktionsstörung des Rückens (lumbale
Bewegungsvermin
derung
, Belastungsdefizit; S. 3 oben).
3.8
E._
berichtete am 15. Juli 2008 über die Konsultation des Beschwerdeführers vom 14. Juli 2008 (Urk. 9/83) und
führte aus,
gemäss
MR
Tomographie der
LWS vom 14. Juli 2008
tangiere das
postoper
ativ entstandene Narbengewebe die Nervenwurzel
auf Höhe L5/S1
. R
echt
sseitig zeige sich
keine nachweisbare Kompression.
3.
9
G._
, Kreisarzt-Stellvertreter der Beschwerdegegnerin, berichtete am 25. Juli 2008 über die kreisärztliche Untersuchung vom 24. Juli 2008 (Urk.
9/84) und führte aus,
inspektorisch
zeige sich ein Beckengeradstand und ein Schultertiefstand rechts. Weiter bestehe eine linkskonvexe thorakale Skoliose. Die Beweglichkeit der HWS und BWS sei in allen Ebenen frei
(S. 2 unten)
.
Aufgrund des kli
nischen Bildes und der Anamnese
zeige sich eine Verschlech
terung des
lumbovertebralen
Syndroms links mit Hyposensibilität im
Dermatom
S1, zudem zeige sich eine Ausweitung der Symptomatik auf die Gegenseite mit belastungsabhängigen Schmerzen paravertebral rechts und eine Hypo-/Dysästhesie im Bereich des lateralen Oberschenkels, Unterschenkels und
Fuss
rand
rechts. Ein anatomisches Korrelat für die Beschwerden auf der linken Seite sei im MRI der LWS vom 14. Juli 200
8 gefunden worden. Hingegen seien die Beschwerden am rechten Bein ätiologisch unklar.
Dem Beschwerdeführer werde die Durchführung einer Infiltration der Nervenwurzel L5 empfohlen. Derzeit bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für alle Tätigkeiten.
3.
10
E._
berichtet
e
am
8. (richtig: wohl 28.
)
August 2008 über die
Nervenwur
zeli
nfiltration
L5 links
vom 25. August 2008 (Urk. 9
/89) und führte aus, in der Zwischenzeit liege auch die
Befundung
des MRI der LWS vom 14.
Juli 2008 schriftlich vor. Es lasse sich keine Kompression der Nervenwurzel darstellen. Auch die rechtsseitige Beschwerdeausweitung
lasse sich nicht erklären.
Am 25. September 2008 berichtete
E._
über die Nachkontrolle des Beschwerdeführers (Urk. 9/90) und
führte aus, der Beschwerdeführer
berichte
über eine deutliche Verbesserung der Beschwerden, er sei jedoch nach wie vor nicht beschwerdefrei.
Als einen weiteren Schritt wäre die Überlegung hinsicht
lich eines Rückenmarkstimulators zu evaluieren.
Am 7. November 2008 berichtete
E._
sodann
über die erneute
Wurzelin
filtration
L5 links v
om 6. November 2008 (Urk. 9/99).
3.11
Mit Austrittsbericht vom 5. Januar 2009 berichteten die Ärzte der
F._
über den stationären Aufenthalt des Beschwerdeführers vom 12.
November bis 24. Dezember 2008 (Urk. 9/107) und
führten aus,
eine Nervenwurzelinfiltration (L5 links) lehne der Beschwerdeführer aktuell ab. Mittelfristig sollte die Implantation eines Rückenmarkstimulators nochmals evaluiert und mit dem Beschwerdeführer diskutiert werden (S. 1 unten).
Es sei davon auszugehen, dass bei gutem
Effort
eine bessere Leistung erbracht werden könnte als gezeigt worden sei
(S. 2 oben)
.
3.12
E._
berichtete
mit Operationsbericht vom
20. August 2009 über die am 18. August 2009 beim Beschwerdeführer durchgeführte
Einlage einer Rücken
markstimulation
„
Synergie
Restore
“
Unterkante
Th
10/abdominell links
(Urk.
9/136) und
führte aus,
der Beschwerdeführer gebe an, im Schmerzbereich
Parästhesien
zu verspüren, womit die korrekte Lage gegeben sei
(S. 1 unten)
.
3.13
Kreisarzt
D._
berichtete am 11. Dezember 2009 über die kreisärztliche Untersuchung des Beschwerdeführers (Urk. 9/146) und führ
te aus, anlässlich der klinischen Untersuchung zeigten sich inkonsistente Befunde, welche im Wider
spruch zu den a
ngegebenen Beschwerden stünden. D
ie LWS
sei
mit Schober-Zeichen 10/14 cm frei entfaltbar
. Zudem sei auch
das Aufrichten des Oberkör
pers aus der Rückenlage spontan ohne Mithilfe der Arme und o
hne
Schmerz
auslösung
schwer mit den geklagten Beschwerden vereinbar
(S. 3 unten)
.
Auf
fallend sei insbesondere, dass im Sitzen keinerlei Rückenbeschwerden aufträten und sich die Beschwerden ausschliesslich auf das Gehen und Stehen beschränkten. Es finde sich somit das gegenteilige Muster, welches bei
Wirbel
säulenpatienten
zu finden sei
, nämlich eine Beschwerdeauslösung im Sitzen und Erleichterung durch Bewegen. Ein organisches Substrat für die Beschwerden habe in den MRI-Kontrollen nicht objektiviert werden können
(S. 4 oben).
Auf
grund der geschilderten Beschwerden,
der objektivierbaren Befunde und Beobachtungen bestünden Zweifel, dass der geklagten Beschwerdesymptomatik ein organisches Substrat zugrunde liege. Der objektivierbare Sachverhalt deute auf eine Symptomausweitung hin (S. 4 Mitte).
Ausser Diskussion stehe, dass die degenerativen Veränderungen bereits vor dem 14. Juni 2007 bestanden hätten und es anlässlich der Gewichtsbelastung zu keiner unfallkausalen strukturellen Läsion gekommen sei. Grundsätzlich wäre von einer vorübergehenden Beschwerdeauslösung auszugehen gewesen. Nach Angaben des Beschwerde
führers habe die Implantation der Stimulationselektrode eine Verschlimmerung gebracht, was ebenfalls auf eine Symptomausweitung hindeute (S. 4 unten).
3.1
4
H._
, Facharzt FMH für Anästhesiologie,
I._
,
berichtete am 6. Januar 2010 (Urk. 9/148) und führte aus,
der Beschwerdeführer beklage weiterhin Schmerzen bei Aktivitätssteigerung
.
S
odann
verspüre er
im Stehen und
normalen
Gehen
besonders im unteren LWS-Bereich
eine
Einstrahlung
, welche
weiter bis in den Fuss links
betont im Verlauf L5 ausstrahle
.
Das implantierte SCS-System habe auf die lumbalen Beschwerden zurzeit kaum eine schmerzlindernde Wirkung. Im Gegensatz dazu sei die Austestung im April 2009 deutlich besser gewesen. Auffällig sei, dass die Elektrode im Vergleich zum damaligen Test zirka einen halben Wirbelkörper weiter distal positioniert sei. Dies könnte die unzureichende Stimulationswirkung im lumbalen Bereich erklären.
3.1
5
E._
berichtete am 29. März 2010 über die Konsultation des Beschwerdeführers vom 25. März 2010 (Urk. 9/162) und
führte aus, er habe dem Beschwerdeführer in einem ausführlichen Gespräch erklärt, dass die Lage der Elektrode aufgrund der intraoperativen Messung festgelegt worden sei, und dass zudem eine Verlagerung der Elektrode nach kranial keinesfalls beweisend zu einer Ver
besserung führe. Er denke jedoch, dass aufgrund der umfangreichen u
nd aus
führlichen Testung eine
Umplatzierung
Sinn mache.
3.16
Kreisarzt
D._
berichtete am
22. April 2010 über die kreisärztliche Untersu
chung des Beschwerdeführers vom 21. April 2010 (Urk. 9/184) und führte aus,
aufgrund der zwischenzeitlichen Abklärungen
und der zunehmenden
Symptom
ausweitung
des Beschwerdeführers sei nicht davon auszugehen, dass durch die Neupositionierung der Stimulationselektroden eine Besserung erreicht werden könne. Retrospektiv bestätige sich, dass die Indikation für die Implantation eines Rückenmarkstimulators nicht gegeben gewesen sei (S. 6 oben).
Grund
sätzlich hätte eine Terminierung der Leistungen im August 2007 nach Abklin
gen der
radikulären
Reizsymptomatik S1 erfolgen müssen, was aufgrund der damaligen Praxis nicht möglich gewesen sei (S. 6 unten).
Von einer
Um
platzierung
der Elektroden sei infolge der Symptomausweitung keine Verbes
se
rung zu erwarten (S. 6 unten).
3.17
J._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie FMH, Versicherungsmedizin der Beschwerdegegnerin, berichtete am 25. Juni 2010 (Urk. 9/179) und führte aus, der Beschwerdeführer habe am 23. Januar 2008 und am 18.
August 2009 zwei operative Eingriffe an der Lumbalwirbelsäule durchführen lassen (S. 1
oben). Im Rahmen eines
verhebeartigen
Ereignisses vom 14. Juni 2007 sei der Beschwerdeführer am 26. Juni 2007 kernspintomografisch abgeklärt worden. Es seien Degenerationen der untersten beiden Bandscheiben und
Protrusionen
mit einer linksparamedianen
breitbasigen
Protrusion
L5/S1
festgestellt worden
, welche
die
radikuläre
n
Reizsyndr
ome S1 zu erklären vermocht hätten
. Diese Symptome hätten sich allerdings bald einmal zurückgebildet und es seien lediglich lumbale Schmerzen mit Ausstrahlungen bis in den rechten Oberschenkel, also ohne
radikuläre
Symptome, geblieben. Nach erneuten Beschwerden und nicht dauerhaftem Erfolg eines Sakralblockes habe man sich zur
Diskushernienoperation
entschieden. Diese Operation sei erfolgreich ver
laufen, indem die Beinschmerzen sofort verschwunden seien. Verblieben seien hingegen lumbale Rückenschmerzen, welche aufgrund der degenerativen Bandscheibenveränderungen nicht überraschend seien (S. 4 unten). Schliesslich habe man sich
für
eine
n
Rückenmarkstimulator entschieden, dessen Erfolg lei
der ausgeblieben sei (S. 5 oben). Eine fast identische Schmerzperiode sei schon früher, nämlich am 7. Oktober 2005 ebenfalls beim Anheben eines schweren Objektes (schwere Platte) aufgetreten, damals abgeklärt und behandelt worden (S. 5 Mitte). Aus den Akten werde klar, dass längst keine Folgen einer Ver
letzung mehr behandelt würden, sondern
Diskopathien
mit einer in korrekter Ausführung operierten Diskushernie ohne eindeutige, zwingende Indikation dazu. Da der Eingriff ohne Komplikationen geblieben und in üblicher Technik durchgeführt worden sei, habe er nicht zu einer nachhaltigen oder sogar dauernden Verschlimmerung geführt (S. 5 unten).
3.18
Am 20. Januar 2011 berichteten die Ärzte des
K._
über die Untersuchung und Beurteilung des Beschwerdeführers vom 1. Oktober 2010
(Urk. 9/210) und
führten aus,
die aktuelle Elektrodenposition sei intraoperativ nach Kontrolle mit dem Beschwerdeführer eingestellt worden. Der Beschwerdeführer habe damals intraoperativ ein gutes Stimulationsmuster gezeigt. Die Testphase von einer Woche sei eventuell zu kurz gewesen, um eine definitive Aussage über eine adäquate Stimulation und Schmerzlinderung machen zu können. In Anbetracht, dass der Beschwerdeführer am heutigen Tag ein sehr instabiles, extrem positionsabhängiges Stimulationsmuster aufweise, sei es schwierig vorauszusagen, ob eine erneute chirurgische Revision dieses Muster verbessern könnte (S. 2 unten).
Das Risiko eines dritten chirurgischen Misserfolges, welches für den Beschwerdeführer ein weiteres Hindernis in seiner Genesung sein könnte, sei nicht ausgeschlossen.
Nicht auszuschliessen sei auch eine weitere sekundäre Schmerzausweitung
(S. 2 unten)
.
3.19
Kreisarzt
D._
nahm am 29. April 2011 Stellung (Urk. 9/219) und führte aus, aufgrund der vorliegenden ärztlichen Dokumentation sei davon auszugehen, dass spätestens ab Ende Juni beziehungsweise 1. Juli 2008 der Vorzustand erreicht gewesen sei
und keine unfallkausalen Beschwerden mehr vorgelegen hätten.
Aufgrund der objektivierbaren Befunde
und einer daraus resultierenden
ganztägigen Arbeitsfähigkeit
sei mit Ende Juni/Anfang Juli 2008 von einem
status
quo ante
vel
sine auszugehen.
3.20
Die Gutachter des
Z._
erstatteten ihr Gutachten
am 15. September 2011 (Urk. 9/231) gestützt auf die Akten,
die persönliche Befragung und klinische Untersuchung im Fachgebiet Orthopädie sowie die zusätzlich veranlassten gutachterlichen Untersuchungen und Beurteilungen in den Fachgebieten Neurologie und Psychiatrie. Sie nannten folgende Diag
nose
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(S.
24
lit
. E
Ziff. 1
):
anhaltendes
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom mit/bei
Status nach operativer Behandlung (
Fenestration
) einer
praesacralen
Diskushernie
am
23. Januar 2008 mit laut MRI-Befund von 2008 postoperativer
Fibrose
linksseitig mit Tangierung der Nervenwurzel, klinisch neurologisch keine
radikuläre
Reiz- oder Ausfallsymptomatik
rumpfmuskuläre
Dysbalance
mi verkürzten
Iliopsoas
Status nach Einlage eines
Rückenmarkhinterstrangstimulators
am 18.
August 2009
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie die Fol
gende (S. 25 Ziff. 2):
Schmerzverarbeitungsstörung und –
verselbständigung
, sekundäre Symp
tomausweitung und Selbstlimitierung bei psychosozialer Belastungssitu
ation mit Entwicklung körperlicher Symptome aus psychologischen Gründen (ICD-10 F68.0)
Sie führten aus,
die versicherungsmedizinisch begründbaren Beeinträchtigungen stützten sich im Wesentlichen auf orthopädisch-somatische Befunde der LWS. A
us orthopädischer Sicht sollten aus überwieg
end präventiven Gründen
Tätig
keiten, die
die LWS besonders
statisch
belasten,
dauerhaft gemieden werden
. Geeignet seien leichte und gelegentlich mittelschwere körperliche Tätigkeiten, welche rückenschonend und w
echselbelastend auszuüben seien. Weitergehende und über die vorbeschriebenen qualitativen Beeinträchtigungen hinausgehende Defizite in der körperlichen Belastbarkeit könnten orthopädisch-somatisch nicht festgestellt werden (S. 25
lit
. F).
Weder der Verlauf-MRI-Abklärungsbefund vom 14. Juli 2008 noch der aktuelle Röntgenbefund der LWS vom 29. Juli 2011 weise
pathomorphologische
Befunde aus, welche dem vorbes
c
hriebenen
Rest
belastungsp
r
ofil
entgegenstünden. Im Rahmen der neurologischen Abklärung seien Zweifel geäussert worden, ob überhaupt jemals eine
lumboradikuläre
Be
fundkonstellation vorgelegen habe
. Im Rahmen der psychiatrischen Abklä
rung sei unter anderem auf eine sekundäre Symptomausweitung bei einer psy
chosozialen Belastungssituation hingewiesen worden
(S. 26 Mitte)
.
In der bis
herigen Tätigkeit als Hilfselektromonteur seien teilweise schwere Arbeiten in
körperlichen Zwangshaltungen auszuüben gewesen, weshalb diesbezüglich eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vorliege (S. 27 unten).
Bei der kritischen retrospektiven Würdigung gelte der postoperative Verlauf nach
Diskushernienrevision
L5/S1 vom 23. Januar 2008 zweifellos als prolon
giert und protrahiert. Mehrfach sei auf eine Symptomausweitung und
Selbstli
mitierung
hingewiesen worden
(S. 28 unten)
.
Kursorisch werde festgestellt, dass das stattgehabte Verhebe-/Stauchungstrauma der LWS vom 14.
Juni 2007 als innert spätestens eines Behandlungszeitrahmens von sechs Monaten als
regre
dient
zu erwarten gewesen sei. Die Diskushernie L5/S1 sei nicht
durch eine gra
vierende körperliche Verletzung verursacht worden. Zum Unfallze
itpunkt hätten
bereits altersasso
ziierte und bildgebend hinreichend beschriebene degenerative Sc
h
äden im Bereich der LWS vorgelegen (S. 32
unten).
Keine der relevanten Diagnosen gelte als mi
t
Wahrscheinlichkeit durch das Ereignis vom 14. Juni 2007 kausal zu erklären.
Eine schwerwiegende Traumatisierung der LWS habe zu keinem Zeitpunkt stattgefunden (S. 33 Mitte).
Folgen eines Verhebe-/Verstauchungstraumas der LWS im Sinne
myoligamen
tärer
Dysfunktionen seien allenfalls für einen Zeitrahmen von sechs Monaten nach dem Ereignis nachvollziehbar.
Alle darüber hinausgehenden Diagnosen gründeten im Lebensalter beziehungsweise
seien
rein degenerativ verursacht (S.
33 unten).
Das Ereignis vom 14. Juni 2007 habe zu einer bloss vorübergehenden Verschlimmerung geführt.
Ein Status quo ante
vel
sine sei spätestens sechs Monate nach dem Ereignis vom 14. Juni 2007 wieder hergestellt gewesen (S. 34 oben).
Unfallfolgen lägen keine mehr vor (S 34 Mitte).
3.21
L._
, Facharzt FMH für Neurologie,
nahm im Auftrag des
Beschwerdeführer
s
am 26. März 2012
im Sinne einer Triage für ein neurologisches Gutachten
gestützt auf die Akten und Befunde diverser radiologischer Untersuchungen
Stellung
(Urk. 3/49)
und
führte aus,
es sei die Diagnose eines lumbalen Schmerzsyndroms mit allenfalls
initialer
und leicht ausgeprägter Wurzelirritation S1 links zu stellen. Ein eindeutiges,
radikuläres
Syndrom habe zum Zeitpunkt der Operati
on der Diskushernie am 23. Janu
ar
2008 nicht sicher vorgelegen, aufgrund der erwähnten Aktenunterlagen habe keine
Operationsin
dikation
bestanden (S. 8 unten).
Zum Zeitpunkt der Implantation des Rücken
markstimulators am 18. August 2009 habe keine eindeutiges,
radikuläres
Syn
drom vorgelegen, weshalb sich vor diesem Hintergrund vonseiten des neurolo
gischen Fachgebietes keine nachvollziehbare Indikation für die Implantierung ergebe (S. 9 oben).
3.2
2
J._
berichtete am 3. April 2012 (Urk. 9/242) und führte aus,
der Beschwer
deführer sei am 23. Januar 2008 an der
lumbosakralen
Bandscheibe operiert worden. Das
Kernspintomogramm
vom 26. Juni 2007 zeige eine erheblich degenerierte und verschmälerte Bandscheibe mit einer leicht linksparamedian gelegenen Diskushernie. Auch die darüber liegende Ban
d
scheibe L4/5 sei verschmälert und zeige eine allerdings gering ausgeprägte
Protrusion
. Das
Kernspintomogramm
sei 12 Tage nach einem
verhebeartigen
Ereignis erstellt worden. Folgen dieses Ereignisses hätten jedoch nicht festgestellt werden kön
nen. Dieses Ereignis habe keine langfristigen oder dauerhaften Folgen hinter
lassen, was von mehreren Ärzten klar dargelegt worden sei
(S. 1 oben)
.
Am 18.
August 2009 sei ohne Zusammenhang mit Folgen des Ereignisses vom 14.
Juni 2007 ein
Hinterstrangstimulator
thorakal eingesetzt worden. Wegen ungenügender Wirkung sei eine
Umplatzierung
der Elektrode diskutiert worden. Eine
Reoperation
inklusive
Umplatzierung
sei im Rahmen einer fachlichen Eva
luation am 1. Oktober 2010 als wenig erfolgversprechend eingestuft worden
(S.
1 Mitte)
.
Es gebe, auch aufgrund des SMAB-Gutachtens, keine Veranlassung an der bisherigen medizinischen Beurteilung nicht festzuhalten, respektive es gebe keine Argumente um davon abzuweichen. Die Leistungseinstellung durch die Beschwerdegegnerin sei aus medizinischer Sicht somit nach wie vor klar gerechtfertigt
(S. 2 oben)
.
3.2
3
Mittels am 16. Mai 2012 durchgeführter CT der LWS (Urk. 8)
wurde
eine
Dis
kushernie
L4/5 nach
mediolateral
links mit
Duralsackkompression
,
eine
breit
basige
Diskusprotrusion
L5/S1 nach medial linksbetont mit
Duralsack
kompression
und Obliteration der We
ichteile im
Recessus
lateralis
sowie
eine
Osteochondrose
L5/S1
festgestellt
.
3.24
L._
erstattete sein neurologisches Gutachten am 15. August 2012 (Urk.
14/50) im Auftrag des Beschwerdeführers gestützt auf die Akten, die Befunde diverser radiologischer Untersuchungen sowie auf die neurologische und neurophysiologische Untersuchung des Beschwerdeführers vom 15. Juni 2012.
Er nannte folgende Diagnosen (S. 21 Ziff. 6.1):
lumbales Schmerzsyndrom der unteren LWS ohne Hinweise für eine
flo
ride
oder stattgehabte beziehungsweise chronische,
lumborakral
radiku
läre
Funktionstörung
Status nach
Diskushernienoperation
LWK 5/SWK 1 links mit
Fenestra
tion
Status nach Implantation eines Rückenmarkstimulators am 18. August 2009 (Lage der Elektroden Unterkante Th10)
Er führte aus,
beim Beschwerdeführer bestehe ein chronisches,
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom
, welches seine Ursache i
n
den bildmorphologisch nachge
wiesenen, degenerativen Veränderungen der unteren LWS finde
(S. 22 Ziff. 6.6)
.
Die zurzeit vorhandenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Beschwer
deführers seien sowohl auf den Unfall vom 14. Juni 2007 als auch die
unfallbe
dingten
, medizinischen Behandlungen (Operation vom 23. Januar 2008, Implan
tation vom 18. August 2009) zurückzuführen. Es sei weiterhin von einer kausalen Bedeutung des Unfallereignisses beziehungsweise der unfallbedingten, medizinischen Behandlungen als ursächlich auszugehen.
Eine ausschliesslich krankheitsbedingte Ursache der Gesundheitsbeschwerden sei nicht festzuste
llen (S. 24 Ziff. 8.1 und 8.2).
3.2
5
M._
,
Facharzt für Anästhesiologie,
N._
, erstattete sein schmerztherapeutisches Gutachten am 11. September 2012 (Urk. 14/51) gestützt auf
die Akten sowie die Konsultationen des Beschwerdeführers vom 28. Juni 2012 und 7. August 2012.
Er führte aus,
zu keinem Zeitpunkt sei eine adäquate, den heutigen wissenschaftlichen Kriterien entsprechende, medikamentöse Pharmakotherapie etabliert worden. Dies habe zu einer Verstärkung der Schmerzerkrankung und zur weiteren
Chronifizierung
beigetragen (S. 28 unten).
Die Implantation und die Infiltrationen seien als Einzelmassnahmen nicht korrekt gewesen, hätten aber auf Grund einer fehlenden Einbettung in ein therapeutisches Gesamtkonzept im Sinne der Multimodalität versagt (S. 29).
Die nicht konsequente Behandlung der chronischen Schmerzerkrankung des Beschwerdeführers mit einem unimodalen Therapiekonzept habe mit Sicherheit zu einer
Chronifizierung
und Verstärkung der Schmerzerkrankung geführt (S.
30
oben).
Es müsse mit einer 100%igen Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass die chronische Schmerzerkrankung durch den wirbelsäulenchirurgischen Eingriff verursacht worden sei. In der Folge sei auf diese chronische Schmerzerkrankung nicht adäquat reagiert worden (S.
30 Mitte).
Die
Umplatzierung
der Stimulationselektrode auf höhere Segmente in der Brustwirbelsäule sollte in ein multimodales Konzept eingebunden werden. Der operative Eingriff hierzu sei minimal-invasiv.
Erschwerend komme hinzu, dass der Beschwerdeführer in den letzten Jahren den IPG Generator Typ Medtronic nicht regelmässig geladen habe. Die multiple Tiefentladung der Batterie führe zu einem Kapazitätsverlust bis hin zu einem kompletten Funktionsverl
ust des Systems (S. 34 Mitte).
3.2
6
O._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie FMH, Versicherungsmedizin der Beschwerdegegnerin, nahm am 22. Oktober 2012 Stellung zu den Gutachten von
L._
und
M._
(Urk.
20) und führte aus,
es hätten beim Beschwerdeführer nach dem Ereignis vom 14.
Juni 2007 keine strukturellen Verletzungen festgestellt werden können. Am 29.
November 2007 sei kreisärztlich ein unfallkausaler Zusammenhang mit kernspintomographisch erhobenen pathologischen Befun
den ausgeschlossen worden. Es sei festgehalten worden, dass eine Bandscheibenoperation, welche aufgrund der degenerativen Veränderungen (
Diskusprotrusion
L5/S1 links) möglicherweise notwendig sei, zulasten der Krankenkasse gehe
(S. 1 unten)
.
In einem ausführlichen Gutachten der
Z._
sei diese Einschätzung bestätigt worden.
Die von
L._
wiedergegebene Angabe einer Koinzidenz von Unfallgeschehen und Beginn von beklagten Beschwerden könne im Sinne
von „
post
hoc, ergo
propter
hoc
“
einen kausalen Zusammenhang rein temporal nicht in
überzeugender Weise begründen. So sei ausserdem bereits mit kreisärztlicher Beurteilung vom 29. November 2007,
also
vor dem operativen Eingriff, ein unfallkausaler Zusammenhang mit kernspintomographisch erhobenen patholo
gischen Befunden zwischen L5/S1 im Sinne einer
Diskusprotrusion
ausge
schlossen worden
(S. 2 unten)
.
Das zweite von
L._
angeführte Argument beziehe sich somit medizinisch beurteilt auf einen unfallunabhängigen operativen Ei
ngriff, dessen Folgen medizinisch beurteilt daher nicht in einen unfallkausalen Bezug zu bringen seien.
Das von
M._
erstellte Gutachten beschäftige sich mit Behandlungsmöglichkeiten und diskutiere nicht die Frage einer mög
lichen Unfallkausalität (S. 3).
Die Leistungseinstellung durch die Beschwerdegegnerin sei aus
medizinischer Sicht somit nach wie vor klar gerechtfertigt (S. 3 unten).
4.
4.1
Unmittelbar nach se
inem Unfall am 14. Juni 2007 st
anden beim Beschwerde
führer
Beschwerden im Bereich der LWS im Vordergrund
(Urk. 9/1 Ziff. 6, Urk.
9/3)
. Der erstbehande
lnde Arzt
A._
diagnostizierte ein posttraumatisches
lumboradikuläres
Syndrom
(LRS) rechts (
E. 3.2). Mittels eines in der Folge am 26. Juni 2007 angefertigten MRI der LWS (E. 3.3)
wurden
erheblich degenerierte und verschmälerte Bandscheiben (L4/5 und L5/S1) mit einer
Diskushernie L5/
S1 paramedian links
festgestellt
.
S
trukturelle
Verletzungen
sowie
e
in akutes
radikuläres
Reizsyndrom
konnten ausgeschlossen werden.
B._
und
E._
von der
C._
(E. 3.3, 3.
5
, 3.
6
, 3.
8
, 3.
10
, 3.1
2
,
3.1
5
),
die Kreisä
rzt
e
G._
(E. 3.9
),
D._
(E.
3.4,
3.1
3, 3.19
),
J._
(E. 3.1
7
, 3.2
2
) und
O._
(E. 3.2
6
)
sowi
e die Gutachter des
Z._
(E. 3.20
)
b
estätigten
diese Befunde
.
Gemäss den Berichten
der Kreisärzte
D._
(E. 3.13
, 3.19
) und
J._
(E.
3.17)
sowie d
er Gutachter des
Z._
(E. 3.20)
wurde
ein Teil der Symptomatik sicher durch das Ereignis
vom 14. Juni 2007
hervorgeruf
en;
in Form von
degenerativen Veränderungen bestand
beim Beschwerdeführer jedoch eine entsprechende Prädisposition.
Gestützt auf die unbestritten gebliebenen medizinischen Einschätzungen ist davon auszugehen, dass beim Beschwerdeführer
im Bereich der LWS
bereits vor dem Unfallereignis ein krankhafter Vorzustand
(vgl. vorstehend E. 1.3)
im Sinne von degenerativen Veränderungen bestand, welcher das Beschwerdebild
diesbe
züglich massgeblich
mitbestimmt
e
.
4.2
Zusammenfassend geht aus der oben erwähnten medizinischen Aktenlage her
vor, dass der Beschwerdeführer nach dem versicherten Unfallereignis vom 14. Juni 2007 an
den Beschwerden
einer linksbetonten
Diskusprotrusion
L5/S1
ohne Kompression der Nervenwurzel
litt.
Bei einer Diskushernie (Bandscheibenvorfall, Bandscheibenprolaps) handelt es sich um eine Verlagerung oder um einen Austritt von Gewebe des Nucleus
pul
posus
der Bandscheibe durch Risse im
Anulus
fibrosus
(
Psychrembel
, Klinisches Wörterbuch, 259. Auflage, S. 174).
4.3
SUVA-Kreisä
rzt
e
D._
und
J._
stellte
n
in
ihren
Bericht
en
vom 11.
Dezember 2009 (E. 3.13)
und 29. April 2011 (E. 3.19)
beziehungsweise vom 25. Juni 2010 (E. 3.17)
fest, dass der Beschwerdeführer durch das Ereignis vom 14. Juni 2007 eine
Beschwerdeexazerbation
im LWS-Bereich erlitten habe, in dessen Folge die Diskushernie L5/S1 am 23. Januar 2008 operativ saniert worden sei. Aufgrund der Vorabklärungen inklusive MRI vom Juni 2007 könne jedoch ausgeschlossen werden, dass die Diskushernie
durch das Unfallereignis verur
sacht worden sei.
Eine identische Schmerzperiode sei schon am 7. Oktober 2005, ebenfalls beim Anheben eines schweren Objekts, aufgetreten und damals abgeklärt und behandelt worden.
Anlässlich der Gewichtsbelastung
im Juni 2007
sei es zu keiner unfallkausalen strukturellen Läsion gekommen. Vielmehr hätten die degenerativen Veränderungen in der LWS in diesem Bereich und
auch die
Diskusprotrusionen
vor
bestanden. Es sei von einer vorübergehenden Verschlimmerung und Beschwerdeauslösung des bekannten degenerativen
Vor
zustandes
auszugehen
. Aktuell würden längst keine Folgen einer Verletzung mehr behandelt, sondern
Diskopathien
mit einer in korrekter Ausführung ope
rierten Diskushernie ohne eindeutige, zwingende Indikation dazu. Da der Ein
griff ohne Komplikationen geblieben und in üblicher Technik durchgeführt worden sei, habe er nicht zu einer nachhaltigen oder sogar dauernden Ver
schlimmerung geführt. D
er Status quo sine
vel
ante
sei
spätestens ab Ende Juni 2008 beziehungsweise 1. Juli 2008 erreicht gewesen
. Im aktuellen
Be
schwerde
bild
bezüglich der LWS spielten
unfallkausale Beschwerden
überwiegend wahr
scheinlich keine Rolle mehr.
4.4
Die
genannten
Beurteilung
en
durch
D._
und
J._
sind
für die Beantwortung der gestellten Frage
n
umfassend. Sie
berücksichtigen
die medizinischen
Vorak
ten
sowie
die geklagten Beschwerden des
Beschwerdeführer
s
. Die
Darlegung der medizinischen Be
funde sowie deren Beurteilung leuchten ein und die Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar begründet. So machte
D._
darauf aufmerksam,
dass sich anlässlich der klinischen Untersuchung inkonsistente Befunde zeigten, welche im Widerspruch zu den angegebenen Beschwerden stünden. Weiter bezog er ausdrücklich Stellung zu den MRI-Kontrollen, wobei diesbezüglich kein organisches Substrat für die Beschwerden habe objektiviert werden können
(E. 3.13)
.
J._
machte überdies darauf aufmerksam, dass sich die
radikulären
Reizsymptome bald einmal zurückgebildet hätten und einzig lumbale Schmerzen geblieben seien, welche aufgrund der degenerativen Bandscheibenveränderungen jedoch nicht überraschend gewesen seien (E. 3.17).
Die Beurteilung
en
der
Kreisärzte
D._
und
J._
entsprechen
ausserdem derjenigen der
Z._
-Gutachter, welche als relevante Diagnosen ein anhaltendes
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom sowie eine Schmerzverarbeitungsstörung
und
verselbständigung
und eine sekundäre Symptomausweitung und Selbstlimitierung bei psychosozialer Belastungssituation
n
a
nn
t
en und
ausführ
t
en, dass keine dieser Diagnosen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
kausal
durch das Ereignis vom 14. Juni 2007 zu erklären sei
. Weiter führten die
Z._
-Gutachter mit der Beurteilung der Kreisärzte übereinstimmend aus,
die Diskushernie L5/S1 sei nicht durch eine gravierende körperliche Verletzung verursacht worden und zum Zeitpunkt des Unfalls hätten bereits altersassoziierte und bildgebend hinreichend beschriebene degenerative Schäden im Bereich der LWS vorgelegen. D
as
Verhebetrauma
der LWS
sei
somit
spätestens innert eines Behandlungszeitrahmens von sechs Monaten als
regredient
zu erwarten gewesen
(E. 3.20).
Die ärztliche
n
Beurteilung
en
durch
D._
und
J._
(vgl. E. 3.13, E.
3.17, E. 3.19, E. 3.22)
sowie der
Z._
-Gutachter
(vgl. E. 3.20)
entspr
e
ch
en
somit den von der Recht
sprechung konkretisierten Anforderung (vgl. vorste
hend E. 1.5 und E. 1.6) voll
umfänglich, so dass zur
Entscheidfindung
darauf abgestellt w
erden kann.
4.
5
Es entspricht einer medizinischen Erfahrungstatsa
che im Bereich des Unfall
versi
cherungsrechts, dass praktisch alle
Diskushernien bei Vorliegen degene
rati
ver Bandscheibenveränderungen entstehen und e
in Unfallereignis nur aus
nahms
weise, unter besonderen Voraussetzungen, als eigentliche Ursache in Be
tracht fällt.
Als weitgehend unfallbedingt kann ein Bandscheibenvorfall betrachtet werden, wenn das Unfallereignis von besonderer Schwere und geeig
net war, eine Schädigung der Bandscheibe herbeizuführen, und die Symptome der Diskushernie (vertebrales oder
radikuläres
S
yndrom) unverzüglich und mit so
fortiger Arbeitsunfähigkeit aufgetreten sind. Wird die Diskushernie durch den Unfall lediglich ausgelöst, nicht aber (weitgehend) verursacht, übernimmt die Unfallversicherung den durch das Unfallereignis ausgelösten Beschwerdeschub,
spätere Rezidive dagegen nur,
wenn eindeutige Brückensymptome gegeben sind. Insbesondere mit dem letztgenannten Kriterium werden auch jene Fälle aufgefangen, bei denen der Unfall neben weiteren Faktoren lediglich eine
Teil
ursache
für die im Anschluss an das Ereignis aufgetretenen Rück
enbeschwerden darstellt. Voraus
gesetzt ist indessen auch dort, dass die Symp
tome einer
Dis
kushernie
(
verte
bragenes
oder
radikuläres
Syndrom) unmi
ttelbar nach dem Un
fall auftre
ten (Urteil des Bundesgerichts U 446/06 vom 4. Juli 2007 E. 4.1).
4.
6
Seit dem
Verhebetrauma
vom 14. Juni 2007 klagte der Beschwerdeführer über Rückenschmerzen (vgl. Urk. 1 S. 3, Urk. 9/1 Ziff. 6, Urk. 9/3).
Die lumbale Kernspintomographie von Juni 2007 (vgl. Urk. 9/31) zeigte eine erheblich dege
nerierte und verschmälerte Bandscheibe mit einer leicht links pa
ramedian gele
genen Diskushernie L5/S1 sowie eine verschmälerte Bandscheibe L4/5 mit gering ausgeprägter
Protrusion
.
Betreffend
das Unfallereignis vom 14. Juni 2007 existiert
en
ausser der Unfallmeldung
(vgl. Urk.
9/1) weder Zeugenaussa
gen noch sonstige Ereignisschilderungen. Aus den Aussagen des Beschwerde
führers (vgl. Urk. 9/3, Urk. 9/18) und angesichts der vom Bundesgericht entwi
ckelten Rechtsprechung ist das Ereignis vom 14. Juni 2007 als Unfall von nicht besonderer Schwere zu qualifizieren, welcher g
rund
sätzlich nicht geeignet war, Bandscheibenschädigungen zu verursachen. Es ist deshalb davon auszugehen, dass
die Diskushernie
nicht durch den Un
fall vom
14
.
Juni
200
7
verursacht worden ist. Die Angaben de
s
Be
schwerdeführers
gegenüber dem Mitarbeiter der SUVA,
wonach er
bereits
im Jahre 2005 ein ähnliches Ereignis erlitten und danach unter Rückenschmerzen gelitten habe
(vgl. Urk. 9/
18
S.
2
Mitte
) sowie die im MRI ausge
wiesenen erheblichen degenerativen Veränderungen (vgl. Urk.
9
/
31
) sprechen ebenfall
s für die Verursachung durch de
generative Verän
derungen.
Gestützt auf die medizinische Aktenlage ist mit dem vorausgesetzten
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die
Symp-tomatik
der Diskushernie durch das versicherte Unfallereignis vom
14
.
Juni
200
7
ausgelöst wurde. Für den du
rch das versicherte Unfallereig
nis ausgelösten Beschwerdeschub der Diskushernie ist eine Leistungspflicht der
Beschwerdegeg
nerin
zu bejahen.
4.
7
Nach der Rechtsprechung kann eine richtunggebe
nde, mithin dauernde,
unfall
be
dingte
Verschlimmerung einer vorbe
standenen, degenerativen Erkran
kung der Wirbelsäule nur als nachgewiesen
gelten, wenn ein plötzliches Zu
sammen
sinken der Wirbel sowie das Auftret
en und Verschlimmern von Verlet
zungen nach einem Trauma
radioskopisch
erste
llt sind (Urteil des Eidgenössi
schen Ver
sicherungsgerichtes U 248/05 vom 28. September 2005, E. 2.1 mit Hinweisen). Es entspricht einer medizinischen Erfahrungstatsache, dass selbst im Falle
vor
bestehender
degenerat
iver Erkrankungen eine traumati
sche Verschlimmerung in der Regel nach sechs bis neun Monaten, spätestens aber nach einem Jahr ab
geschlossen ist und länger dauernde Beschwerden bei einer einfachen Kontu
sion oftmals auf eine psychische Anpassungsstörung oder Fehlentwicklung zu
rückgehen (Urteil des Bu
n
desgerichts U 25
0/06 vom 17. Juli 2007 E. 4.2).
4.
8
Die Dauer des Beschwerdeschubes der Diskushernie bemisst sich
somit
nach dem Zeitpunkt, während dem ein
behandlungsbedürftiger
und/oder die Arbeits
fähig
keit beeinträchtigender Ge
sundheitsschaden bestanden hat.
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen
Einspracheentscheid
gestützt auf die Beurteilung durch
die
Z._
-Gutachter
davon aus, dass der unmittelbar durch den Unfall ausgelöste Beschwerdeschub nicht über den
11
.
Mai
201
1
hin
aus angehalten habe.
Dieser Beurteilung kann gefolgt werden. So geht – wie erw
ähnt - aus den Akten her
vor, dass bei
m Beschwerdeführer
bere
its vor dem Unfallereignis vom 14
.
Juni 2007 Beschwerden im Bereich der
LWS aktenkundig sind (vgl. vorste
hend E. 4.
6
).
Das
Verhebetrauma
hatte lediglich eine ne
gative Wirkung auf die nachweislich bere
its degenerativ veränderte Band
scheibe im Sinne einer Akti
vierung einer vorbestehenden Diskushernie.
Auch verursachte der Bandschei
benvorfall gemäss
B._
kein akutes
radikuläres
Reizsyndrom (vgl. E. 3.3).
Entsprechend ist die Versch
limmerung des de
generativen Vorzustandes nach sechs bis neun Monaten, spätestens jedoch nach einem Jahr als abgeschlossen zu betrachten
und die weiterhin geklagten Be
schwerden müssen einer anderen Ursache als dem Unfallereignis vom
14
.
Juni
200
7
zugeschrieben werden.
Dieser Schluss steht denn auch in Übereinstimmung mit den Beurteilungen d
er zugezogenen medizinischen Ex
perten.
So
äusserte sich
Kreisarzt
D._
kritisch zu den vom Beschwerdeführer
geltend gemachten Beschwerden und den erhobenen Befunden un
d führte aus, diese seien inkon
sistent und
aufgrund der geschilderten Beschwerden
, der objektivierbaren Befunde und Beobachtungen bestünden Zweifel, dass der geklagten Beschwerdesymptomatik ein organisches Substrat zugrunde liege
(vgl. E. 3.1
3
).
J._
kommt in seiner Beurteilung vom 25. Juni 2010 (vgl. E. 3.17) ausserdem zum Schluss, dass
die verbliebenen
lumbalen Rückenschmerzen aufgrund der degenerativen Veränderungen nicht überraschend s
eien und der Erfolg des -
ohne Zusammenhang mit den Folgen des Ereignisses vom 14. Juni 2007 eingesetzten
-
Rückenmarkstimulators leider ausgeblieben sei.
Im Rahmen
w
ei
t
er
er Abklärungen
und einer fachlichen Evalu
ation
sowie aufgrund der zunehmenden Symptomausweitung konnte festgestellt werden, dass auch durch eine Verlagerung des Rückenmarkstimulators nicht von einer Verbesserung der Beschwerden ausgegangen werden kann (vgl. E.
3.15, E.
3.16, E. 3.18, E. 3.22
).
Somit ist aufgrund dieser aktuellen und in ihren Schlussfolgerungen überein
stim
menden Beurteilungen davon aus
zugehen, dass der heutige physi
sche Zustand des Beschwerdeführers
demjenigen vor dem Ereignis vom
14
.
Juni
200
7
entspricht, mithin der Status quo ante, allenfalls Status quo sine
,
spätes
tens ab
Mai
20
11
erreicht worden
ist. Diese Beurteilung steht zu
dem mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
im Einklang, wonach es der medi
zinischen Erfahrung entspricht, dass der organische Zustand des Rückens nach allfällig erlittenen Verletzungen wie Prellung, Verstauchung oder Zerrung in der Regel sechs Monate beziehungsweise bei deg
enerativen Veränderungen spätes
tens ein Jahr nach dem Unfall wieder so weit hergestellt ist, wie er es auch wäre, wenn sich der Unfall nicht ereignet h
ätte (vgl. etwa Urteile des Bundesge
richts 8C_744/2008 vom 26. November 2008, und 8C_29/2009 vom 1. Mai 2009, E.
3.5, je mit Hinweisen).
4.
9
Nach dem Gesagten bleibt festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin ihre
Leis
tungspflicht
im Zusammenhang mit dem
Ereignis vom
14
.
Juni
200
7
zu Recht ab dem
1
1.
Mai
201
1
verneint ha
t, weshalb der angefochtene
Ein
spracheent
scheid
zu bestätigen und die Be
schwerde abzuweisen ist.