Decision ID: 14d1a30d-5b42-4165-a330-fb2f5068b0ba
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1979, war seit dem
1.
Juni 2011 als Leiter EDV bei der
Y._ AG
angestellt und über diese bei der Helsana Unfall AG
(nachfolgend: Helsana)
gegen die Folgen von Unfällen ver
sichert, als er sich a
m 2
8.
November 2016 beim Squashs
pielen am rechten Fuss
gelenk verletzte (
Urk.
3/1;
Urk.
7/K1
Ziff.
1-6 und 9).
Das Ereignis wurde der Helsana am
8.
Dezember 2016 gemeldet (
Urk.
3/1).
Mit Verfügung vom 1
8.
Juli 2017 (
Urk.
7/K15) verneinte die Helsana eine Leis
tungs
pflicht für die Folgen des Ereignisses vom 2
8.
November 201
6.
Die
vom Ver
sicherten
am
9.
August 2017 (
Urk.
7/K18) dagegen erhobene Einsprache wies
die Helsana
mit Entscheid vom 1
9.
Oktober 2017 (
Urk.
7/K22 =
Urk.
2) ab.
2.
Der Versicherte erhob am 2
2.
November 2017 Beschwerde gegen den
Einspra
che
entscheid
vom 1
9.
Oktober 2017 (
Urk.
2). Sinngemäss beantragte er
die Aner
kennung des Ereignisses vom 2
8.
November 2016 als Unfall und die Übernahme
der entstandenen Kosten
durch die Helsana
(
Urk.
1 S. 1).
Die Helsana beantragte mit Beschwerdeantwort vom
8.
Januar 2018 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 1
2.
Februar 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. Novem
ber
2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den mate
riellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirk
licht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
ent
sprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Das hier zu beurteilende Ereignis hat sich vor dem
1.
Januar 2017
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorlie
genden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss
Art.
6
Abs.
1 UVG werden - soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt - die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krank
heiten gewährt.
1.3
Nach
Art.
10
Abs.
1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss
Art.
16
Abs.
1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10
%
invalid (
Art.
8
des Bundes
gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG), hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (
Art.
18
Abs.
1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine
dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (
Art.
24
Abs.
1 UVG).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte
im angefochtenen Entscheid
, dass das Ereignis
vom 2
8.
November 2016
die Voraussetzungen
eines Unfalles
erfülle (
Urk.
2
S. 4
f.
E.
5-8
). Ebenso verneinte sie
das Vorliegen einer unfallähnlichen Körperschädi
gung
(S.
5
E. 9-10). Sie lehnte daher eine
Leistungspflicht für die Folgen des Ereig
nisses ab.
2.2
Der Beschwerdeführer
brachte unter anderem vor, er könne nicht nachvollziehen, weshalb
kein Unfall vorliegen solle
(
Urk.
1 S. 1 unten).
Er müsse davon ausgehen, dass
nach seiner Einsprache keine erneute medizi
nische Beurteilung stattgefunden habe und die Beschwerdegegnerin
die Stellung
nahme von
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
nicht berücksichtigt habe.
Vor dem Unfall sei er absolut beschwerdefrei gewesen.
Den letzten Vorfall am rechten Fuss, an den er sich erinnern könne, sei zirka elf Jahre her.
Zwischen dem 2
8.
November 2016 und der Operation vom
2.
Mai 2016 (richtig: 2017) sei es zu keinen äusseren Einwirkungen durch sportliche Aktivitäten oder dergleichen ge
kommen, die den Zustand des Sprunggelenkes negativ hätten beeinflussen können
(S. 2 oben).
Es sei offensichtlich, dass bei dem Ereignis eine Situation eingetreten sei, die die Spannweite des Üblichen überschritten habe (S. 2 unten).
2.3
Strittig ist, ob die Beschwerdegegnerin eine Leistungspflicht für die Folgen des Ereignisses vom 2
8.
November 2016 zu Recht verneint hat.
Zunächst ist zu
prüfen
, ob das Ereignis die Voraussetzungen eines Unfalles
erfüllt oder ob eine unfallähnliche Körperverletzung vorliegt.
3.
3.1
Mit Unfallmeldung vom
8.
Dezember 2016 wurde der Beschwerdegegnerin ge
meldet, dass sich der Beschwerdeführer am 2
8.
November 2016 am rechten Fuss
gelenk verletzt habe (
Urk.
7/K1
Ziff.
8 und 9).
Zum Sachverhalt wurde angegeben
(
Ziff.
6)
: «Beim Squash spielen habe ich mich bei einer ungünstigen Bewe
gung am Fussgelenk verletzt. Die Art der Verletzung ist aktuell noch nicht genau bekannt, vermutlich Verstauchung. Zuerst hatte ich moderate Schmerzen, gegen Abend schwoll dann der Fuss so stark an, dass ich nicht mehr gehen konnte. Die Schwellung klang jedoch schnell ab und gehen konnte ich bereits zwei Tage später auch wieder gut, doch gewisse Bewegungen schmerzen bis heute, weshalb ich das Fussgelenk nun genauer untersuchen lassen werde».
3.2
Auf
dem Fragebogen vom 1
6.
Mai 2017 (
Urk.
7/K11)
schilderte der Beschwerde
führer den Unfallhergang wie folgt
: «Bei einem schnellen Richtungswechsel im Rahmen eines Squash Matches kam es zu einem Fehltritt,
bei welchem sich mein rechter Fuss verdrehte und umknickte» (S. 1
Ziff.
1). Der Beschwerdeführer bejahte
die Frage
, dass der Unfall bei einer gewohnten Tätigkeit
und
unter nor
malen äusseren Bedingungen
abgelaufen
sei (S. 1
Ziff.
2). Weiter bejahte er
die Frage
, dass etwas Besonderes,
Unvorhergesehenes passiert
sei
, eben ein Fehltritt (S. 1
Ziff.
3). Direkt nach dem
Vorfall
habe das Gelenk leicht geschmerzt. Danach hätten
di
e Schmerzen kontinuierlich zugenommen. Zirka gegen 22 Uhr habe er
kaum
mehr gehen können (S. 2
Ziff.
6).
4.
4.1
Am 2
3.
Dezember 2016 wurde ein MRI des rechten oberen Sprunggelenkes nativ erstellt. Im Bericht vom 2
3.
Dezember 2016 (
Urk.
7/M1) wurde
als Befund
unter anderem
ein deutlicher Erguss im oberen Sprunggelenk sowie im
posterioren
Talo
kalkaneargelenk
beschrieben. Weiter wurde ausgeführt,
die Kongruenz im oberen Sprunggelenk sei intakt. D
ie
Talusrolle
zeige im lateralen Randbereich e
in lokalisiertes leichtes Ödem und a
n allen Gelenksflächen des oberen Sprung
gelenkes zeige sich eine
Chondropathie
. Der Gelenks
knorpel sei an der gesamten
Tal
usrolle
unregelmässig verschmälert. Im lateralen Randbereich
der
Talusrolle
gleich angrenzend an
das
subchondrale
Ödem zeige sich eine Fissur, die bis zur
subchondralen
Lamelle reiche.
Tibiaseitig
zentral
bestehe
ein 3 mm breiter Knor
peldefekt
. Das hintere
Syndesmoseband
sei intakt. Das vordere
Syndesmoseband
zeige sich bei erhaltener Kontinuität narbig verändert
(S. 1).
Zur Beurteilung wurde ausgeführt, das
Ligamentum
f
ibulot
alare
anterius
sei nur fein abgrenzbar
bei einem Status nach subtotalem
Riss. Ebenso bestünden am L
igamentum
fibulotalare
post
.
s
owie
fibulokalkaneare
Zeichen der chronischen T
raumatisierung/Zerrung. Das Ligamentum
deltoideum
zeige einen allgemeinen Reizzustand
mit
einem chronischen und leich
t ausgeprägten
osteoligamentären
Partialriss im ventralen Randbereich (S. 1 f.). In Anbetracht des Alters des Patienten zeige sich im oberen Sprunggelenk eine deutliche
Chondropathie
. Zu
dem bestehe ein leichter
sub
chondraler
Reizzustand i
m lateralen Randbereich der
Tal
usrolle
sowie im ventralen Randbereich der
tibialen
Gelenksfläche bei einer schnabelförmigen Ausziehung des Vorderrandes der Tibia.
D
ies
passe im Sinne einer Differentialdiagnose
zu einem
anterioren
Impingementsyndrom
. Weiter bestünden ein deutlicher Erguss im oberen Sprungg
elenk sowie im
posterioren
Talo
kalkaneargelenk
und eine allgemei
ne
Synovitis
in beiden Gelenken sowie
sklerosierte
Ossikel
ventrokaudal
von der distalen Fibula sowie ventral vom oberen Sprunggelenk.
Insgesamt passten die genannten Veränderungen zu chro
ni
schen rezidivierenden Trau
matisierungen/
Supinationstraumata
des oberen Sprung
gelenkes. Eine frische Fraktur bestehe nicht (S. 2).
4.2
Dr.
Z._
, Spital
A._
, stellte im Bericht vom 3
0.
Januar 2017 (
Urk.
7/M2)
die Diagnose
einer
chronische
n
Instabilität des oberen Sprunggelenkes rechts nach
Fast-
Umknick
-E
reignis vom 2
8.
November
2016 und früher ausgeübtem
Basket
ballsport (S. 1).
Dr.
Z._
führte zur Anamnese aus, die Zuweisung sei erfolgt zur weiteren Beurteilung bei anhaltenden Beschwerden im Bereich des rechten Sprunggelenkes nach dem Unfallereignis vom 2
8.
November 201
6.
Der Patient habe
bis vor zehn Jahren Basketball gespielt. Dabei habe er
am oberen Sprunggelenk
rezidivierende Distorsionstraumata erlitten, jedoch immer ohne grössere Ausfälle und länger
fristige Beschwerden.
Insbesondere habe
nicht das Gefühl der Instabilität bestan
den. Aktuell habe er über
ein Unfallereignis beim Squash
spielen berichtet, wobei es zu einem Fast-Umknicken gekommen sei. Die initiale Schwellung und die Schmerzen hätten rasch abgenommen, jedoch nicht komplett. Es bestünden anhaltende Beschwerden beim Abrollverhalten und bei
Umwend
-Bewegungen
des Fusses
im Bett (S. 1 oben).
Klinisch zeige sich ein soweit flüssiges, harmonisches Gangbild und eine gerade Beinachse.
Der Zehenspitzenstand sei regelrecht mit regelrechter
Varisierung
.
Ü
ber dem
fibularen
Bandapparat der vorderen
Syndesmose
bestehe eine
Druck
dolenz
. Weiter zeige sich eine vermehrte Inversion bei fixiertem oberen Sprung
gelenk als Hinweis auf eine
fibulare
Bandinstabilität.
Hinweise auf eine Instabi
lität im Bereich der vorderen
Syndesmose
bestünden nicht. Weiter bestünden eine vermehrte laterale Aufklappbarkeit und ein etwas vermehrter
Talus
vorschub
.
Nach den MRI-Aufnahmen vom 2
3.
Dezember 2016 bestünden Zeichen einer chronischen Instabilität des oberen Sprunggelenkes mit einer narbig veränderten
vorderen
Syndesmose
, die in der Kontinuität jedoch erhalten sei.
Das Ligamentum
fibulotalare
anterior
sei chronisch traumatisiert
,
ebenso wie das Ligamentum
fibulotalare
posterior
und
fibulotalare
calcaneare
. Auch das Ligamentum
deltoi
deum
zeige einen Reizzustand
. Weiter zeige sich im oberen Sprunggelenk
eine deutliche
Chondropathie
,
der G
elenksknorpel sei verschmälert
und es
zeige sich eine
Tibianase
, welche auch ein traumatisches Ödem aufweise und eine kleine knöcherne Absprengung
(S. 1 unten).
Wahrscheinlich bestehe eine leichtgradige chronische Instabilität,
die durch das akute Unfallereignis noch verschlechtert worden sei. Es bestehe eine gewisse laterale
Aufklappbarkeit und ein diskreter
Talusvorschub
. Eine hochgradige Instabilität des oberen Sprunggelenkes liege nicht vor. Aufgrund der anhaltenden Beschwerden werde eine Arthroskopie empfohlen und die Evaluierung der Knor
pelstrukturen und eine Knorpelglättung beziehungsweise Abtragung des ventra
len
Tibiasporns
und die Entfernung des hier abgebrochenen freien Knochenfrag
mentes. Dies werde zu einer Verbesserung des etwas eingeschränkten Bewegungs
umfanges des oberen Sprunggelenkes beitragen
. In der gleichen Sitzung solle die Rekonstruktion des lateralen Kapsel-Band-Apparates erfolgen
(S. 2).
4.3
Dr.
Z._
führte im Bericht vom 1
0.
März 2017 (
Urk.
7/M3)
nach einer erneuten Konsultation des Beschwerdeführers
aus, es bestünden mehrere ältere
degenerative Veränderungen und eine leichtgradige Instabilität des oberen Sprung
gelenkes aufgrund rezidivierender
Umknick
-E
reignisse in der Vorgeschichte.
Dies
e
hätten
den Patienten bis dato jedoch in keiner Weise beeinträchtigt. Erst seit dem Unfallereignis vom 2
8.
November 2016, bei dem sich nachweislich ein Knochenödem im Bereich der ventralen Tibia mit mehreren k
leineren Abspren
gungen ereignet habe
, sei es zu Beschwerden gekommen. Diese seien hauptsäch
lich über dem ventralen oberen Sprunggelenk lokalisiert.
Eine mögliche Therapieoption sei die alleinige Arthroskopie des oberen Spr
ung
gelenkes mit Entfernung
der
freien Gelenkskörper, Glättung des
Tibiaspornes
und die Entfernung der entzündeten Kapselanteile. Alternativ sei das Verfahren zu kombinieren mit einer
Broström
-Operation, um gleichzeitig die leichtgradige
Insta
bilität des obere
n Sprunggelenkes zu adressieren. Der Beschwerdeführer h
abe sich für die Arthroskopie des oberen Sprunggelenkes entschieden (S. 1 unten).
4.4
Der Beschwerdeführer wurde am
2.
Mai 2017 durch
Dr.
Z._
operiert. Ge
mäss
dem
Operationsbericht
von
Dr.
Z._
vom
3.
Mai 2017 (
Urk.
7/M5)
wurde eine Arthroskopie des rechten oberen Sprunggelenkes durchgeführt mit Ent
fernung freier Gelenkskörper, Abtragung beim ventralen
Tibiasporn
und einer
Synovektomie
und
Mikrofrakturierung
im Bereich der lateralen
Taluswange
(S. 1 unten).
Dr.
Z._
stellte im Bericht die Diagnose
einer
beginnende
n
posttraumatische Arthrose
des rechten oberen Sprunggelenkes nach mehrfachen
Umknick
-E
reignissen, zuletzt vom 2
8.
November 2016 mit Absprengung eines
Osteophyten
im Bereich der ventralen
Tibiakante
mit freiem Gelen
kskörper sowie grossem
Osteophy
ten
ventrale
Tibiakante
mit Schleifspuren und Knorpelschaden im Bereich der lateralen
Taluswange
(S. 1).
4.5
Die Beschwerdegegnerin unterbreitete
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, mehrere
Fragen
zur Beantwortung
.
Dr.
B._
gab im Bericht vom
6.
Juli 2017 (
Urk.
7/
M7) auf die Frage nach dem Vorliegen einer unfallähnlichen Körperschädigung an, es handl
e
sich um eine
Verletzung
nach
Art.
9
Abs.
2
lit
. b UVV und um
einen Hauptbefund. Als frische Verletzungen
bestünden
ein Gelenkserguss und ein
Knochenödem. Als Vorzustand bestünden rezidivierende frühere
Supinations
trau
mata
(S. 1 f.
Ziff.
1).
Dr.
B._
bezeichnete einen natürlichen
Kausalzusam
men
hang zwischen den erhobenen Diagnosen und dem Ereignis als möglich. Zur Begründung gab sie an, im MRI vom 2
3.
Dezember 2016
zeige sich an frischen Verletzungen lediglich ein Knochenödem im Talus sowie ein deutlicher Erguss im rechten oberen Sprunggelenk. Hingegen fänden sich in der Bildgebung mehrere alte vorbestehende Befunde, die eine laterale chronische Instabilität zur Folge hätten (S. 2
Ziff.
2).
Als unfallfremden Faktor gab
Dr.
B._
eine vorbestehende Aussenbandläsion
an, wobei es sich um eine vorübergehende Verschlimmerung handle (S.
2
Ziff.
3 a).
Der Status quo sine sei mit der Konsultation vom 1
0.
März 2017 erreicht worden bei
einem abgeschwollenen und frei
beweglichen Sprunggelenk ohne sub
jektive Instabilität (S. 3
Ziff.
3 b).
4.6
Die Beschwerdegegnerin ersuchte zudem Prof.
Dr.
med.
C._
, Fach
arzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, um die Beantwortung
von
Fragen
bezüglich einer
unfallähnlichen Körperschädigung.
Prof.
C._
verneinte im Bericht vom 1
3.
Juli 2017 (
Urk.
7/M8), dass eine unfallähnliche
Körperschädigung vorliege
(S. 1 f.)
. Er gab dazu an, im Bericht vom 2
3.
Dezember 2016 seien vier Wochen nach dem Ereignis
im oberen Sprung
gelenk keine frischen Bandläsionen beschrieben worden. Es bestünden lediglich Zeichen chronischer Traumatisierungen mit entsprechend
ausgedünnten
Band
strukturen. Ferner sei ein Knorpelschaden beschrieben worden, der ebenfalls nicht akut entstanden sein könne. Dies gehe auch aus dem Operationsbericht vom
2.
Mai 2017 hervor.
Darin
seien
Osteophyten
, Schleifspur
en usw. beschrieben worden, die auf eine mässige Arthrose des oberen Sprunggelenkes hinweisen würden. Dies sei im Bericht zutreffend
als beginnende posttraumatische Arthrose
des oberen Sprunggelenks nach mehrfachen
Umknick
-Ereignissen qualifiziert worden
. Weite
r sei notiert worden,
dass
das obere
Sprunggelenk in der Unter
suchung nicht als erheblich bandinstabil beschrieben worden
sei
. Aufgrund des Berichtes vom 2
3.
Dezember 2016 über ein MRI und des anlässlich der Operation vom
2.
Mai 2017 beschriebenen Schadensbildes könne keine Diagnose einer unfallähnlichen Körperschädigung identifiziert werden (S. 2).
4.7
Dr.
Z._
nahm am 2
6.
Juli 2017 (
Urk.
7/M9) Stellung zum Entscheid der
Beschwerdegegnerin.
Sie führte aus, der Patient habe sich am 3
0.
Januar 2017 mi
t anhaltenden Beschwerden im Bereich des rechten Sprunggelenks vorgestellt. Er habe in der Vorgeschichte zwar mehrere Unfallereignisse geschildert mit kleine
ren
Umknick
-Ereignissen, aufgrund des früher ausgeübten Basketball
sports. Er habe jedoch jeweils rasch wieder den vorherigen Gesundheitszustand erreicht. Nach dem Unfallereignis vom 2
8.
November 2016 hätten jedoch anhaltende Be
schwerden mit belastungsabhängigen Schmerzen und einem Einklemmgefühl bestanden (S. 1 Mitte).
Der Patient habe über eine
Supinations
-Inversionsbewegung beim Squashspielen mit einem fast kompletten Umknicken berichtet. Somit bestehe ein klarer zeit
licher und kausaler Zusammenhang zwischen dem geschilderten Umfallereignis (
Spinations
-Inversionsbewegung) und den anschliessend geschilderten Beschwer
den. In der am 2
3.
Dezember 2016 durchgeführten MRI-Diagnostik lasse sich dementsprechend auch ein Knochenmarködem im ventralen Talus
und im Sinus
tarsi
feststellen. In der durchgeführten operativen Ma
ssnahme
hätten sich zudem multiple knöcherne Absprengungen sowie
frisch
losgelöste
Knorpeldelamina
tio
nen
bei vorbestehender degenerativer Schädigung de
s oberen Sprunggelenkes gezeigt. Es sei nicht davon auszugehen, dass sich ohne den Unfall früher oder später dasselbe Krankheitsbild eingestellt hätt
e
(S. 1 unten).
5.
5.1
Ein Unfall ist gemäss
Art.
4 ATSG die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende
Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen K
örper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.
5.2
Nach Lehre und Rechtsprechung kann das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors in einer unkoordinierten Bewegung (RKUV 2000 Nr. U 368 S. 100 E. 2d mit Hinweisen; Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, S. 176 f.) be
stehen. Bei Körperbewegungen gilt dabei der Grundsatz, dass das Erfordernis der äusseren Einwirkung lediglich dann erfüllt ist, wenn ein in der Aussenwelt be
gründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam «programmwidrig» beeinflusst hat. Bei einer solchen unkoordinierten Bewegung ist der ungewöhnliche äussere Faktor zu bejahen; denn der äussere Faktor – Ver
änderung zwischen Körper und Aussenwelt – ist wegen der erwähnten Pro
gramm
widrigkeit zugleich ein ungewöhnlicher Faktor (BGE 130 V 117 E. 2.1; RKUV 2004 Nr. U 502 S. 183 E. 4.1, Nr. U 510 S. 275, Nr. U 523 S. 541 E. 3.1).
Ohne besonderes Vorkommnis ist bei einer Sportverletzung das Merkmal der Unge
wöhnlichkeit und damit das Vorliegen eines Unfalls zu verneinen (BGE 130 V 117 E. 2.2; RKUV 2004 Nr. U 523 S. 541 E. 3.2).
5.3
Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG kann der Bundesrat Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen. Von dieser Kompetenz hat der Bundesrat in Art. 9 Abs. 2 UVV Gebrauch gemacht und folgende Körperschädigungen, sofern sie nicht eindeutig auf eine Erkrankung oder eine Degeneration zurückzuführen sind, auch ohne ungewöhnliche äussere Einwirkung den Unfällen gleichgestellt:
a.
Knochenbrüche;
b.
Verrenkungen von Gelenken;
c.
Meniskusrisse;
d.
Muskelrisse;
e.
Muskelzerrungen;
f.
Sehnenrisse;
g.
Bandläsion
en;
h.
Trommelfellverletzungen.
Diese Aufzählung der den Unfällen gleichgestellten Körperschädigungen ist abschliessend (BGE 116 V 136 E. 4a, 147 E. 2b, je mit Hinweisen; Maurer, Schweizerisches Unfall
versicherungsrecht, 2. Aufl., 1989, S. 202).
5.
4
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
den
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
6.
6.1
Zunächst is
t zu prüfen, ob es sich beim Ereignis
vom 2
8.
November 2016 um einen Unfall im Rechtssinne handelt.
Die Voraussetzung der Ungewöhnlichkeit bezieht sich auf den Faktor selber und nicht auf dessen Wirkungen auf den menschlichen Körper. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, ob der äussere Faktor allenfalls schwer
wiegende, unerwartete Folgen nach sich zieht. Der äussere Faktor ist ungewöhn
lich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet (BGE 134 V 72 E. 4.3.1).
Keine Ungewöhnlichkeit liegt nach der Rechtsprechung bei einer sportlichen Betätigung vor, wenn es sich um eine gewöhnliche, in der betreffenden Sportart übliche und unter vertrauten Um
stän
den ausgeführte Bewegung handelt (
Rumo-Jungo
/Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum UVG,
4.
Aufl., S. 43
lit
. a).
6.2
In der Unfallmeldung vom
8.
Dezember 2016 wurde angegeben, dass sich der Beschwerdeführer am 2
8.
November 2016 beim Squashspielen bei einer ungüns
tigen Bewegung am
rechten
Fussgelenk verletzt habe. Am 1
6.
Mai 2017 gab er an, dass es im Rahmen
des
Squash Matches bei einem schnellen Richtungswechsel zu einem Fehltritt gekommen sei. Dabei habe er sich den rechten Fu
ss verdreht
und sei umgeknickt
(
vorstehend E. 3.1 und
E. 3.2).
Bei dem angegebenen schnellen
Richtungswechsel beim Squashspielen fehlt es
nach
der Rechtsprechung des Bundesgerichts an einem ungewöhnlichen äusseren Faktor. Ein schneller Rich
tungswechsel und
auch
ein
sich dabei ereignender
Fehltritt
erweisen sich bei einem Squashspiel
gleichsam
als typische Bewegungsabläufe.
Auch
anhand der
medizinischen Akten
kann nicht auf einen Unfall geschlossen werden
.
Dr.
Z._
wies im Bericht vom 3
0.
Januar 2017 darauf hin, dass der Beschwerdeführer bei dem früher ausgeübten Basketballsport wiederholt Distor
sionstraumata
am
rechten oberen Sprunggelenkes erlitten habe (vorstehend E.
4.2).
In diesem Sinne vermögen die
erwähnten
älteren Verletzungen
am rechten Sprunggelenk
die
im Bericht vom 2
3.
Dezember 2016 über ein MRI erho
benen Befund
e
weitgehend zu erklären.
Da es an einem ungewöhnlichen äusseren Fakt
or fehlt, ist ein Unfall
nach
Art.
4 ATSG zu verneinen.
Soweit der Beschwerdeführer geltend machte, dass er vor dem Ereignis beschwer
defrei gewesen sei (
Urk.
1 S. 2 oben),
vermag er entsprechend der Formel «
post
hoc, ergo
propter
hoc», nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung
nicht
schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, wenn sie nach diesem aufgetreten ist (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
), nichts zu seinen Gunsten herzuleiten.
6.3
Zu prüfen bleibt, ob eine Listenverletzung nach
Art.
9
Abs.
2 UVV vorliegt.
Im
Bericht
vom 2
3.
Dezember 2016
über ein MRI
werden im Wesentlichen ältere Verletzung beschrieben
.
Dr.
B._
gab
in der Stellungnahme vom
6.
Juli 2017 zwar eine Verletzung
nach
Art.
9
Abs.
2
lit
. b UVV
an
(vorstehend E. 4.5).
Sie lieferte jedoch keine Begründung für ihre Einschätzung
.
Dr.
Z._
gab
in der Stellungnahme vom 2
6.
Juli 2017
an
, dass es
beim
Ereignis
vom 2
8.
November 2016
zu multiplen knöchernen Absprengungen und
Knorpeldelaminationen
ge
kommen sei (E. 4.7).
Dabei handelt es sich jedoch nicht um Verletzungen
nach
Art.
9
Abs.
2 UVV.
Eine Verrenkung
nach
Art.
9
Abs.
2
lit
. b UVV
wird
in den übrigen
medizinischen Berichten
zudem
nicht erwähnt
.
Prof.
C._
ver
neinte
in der Stellungnahme vom 1
3.
Juli 2017 eine unfallähnliche Körper
schä
digung
mit der Begründung, dass im Bericht vom 2
3.
Dezember 2016 keine frischen
Bandläsionen beschrieben worden seien
(vorstehend E. 4.6).
Nach
der
Stel
lungnahme von Prof.
C._
ist
eine unfallähnliche Körperschädigung
nicht mit
dem Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als erstellt zu erachten.
Auf die abweichenden
Angaben von
Dr.
B._
kann dagegen nicht abgestellt werden. Damit fehlt es auch an einer unfallähnlichen Körperschädi
gung.
6.4
Da weder ein Unfall noch eine unfallähnliche Körperschädigung nach
Art.
9
Abs.
2 UVV vorliegen, besteht kein Anspruch auf Leistungen der Beschwerde
geg
nerin für die Folgen des Ereignisses vom 2
8.
November 201
6.
Die Beschwerdegegnerin hat einen Leistungsanspruch demzufolge zu Recht ver
neint und der angefochtene Entscheid erweist sich als rechtens. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.