Decision ID: 20a0fc1a-b5bd-410c-a7bd-8d3b599947f0
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
X._,
Rekurrentin,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Veronica Hälg-Büchi, Marktgasse 14,
9004 St. Gallen,
gegen
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Politische Gemeinde Lichtensteig, Hauptstrasse 12, 9620 Lichtensteig,
Vorinstanz,
betreffend
Bevorschussung von Unterhaltsbeiträgen (Anspruchsbeginn)
Sachverhalt:
A.
A.a Am 28. Mai 2010 stellte X._ ein förmliches Gesuch um Bevorschussung und
Inkassohilfe von Unterhaltsbeiträgen. Gemäss einem vormundschaftsamtlich
genehmigten Unterhaltsvertrag vom 1. März 2010, den sie mit dem Kindsvater
abgeschlossen hatte, standen ihrer Tochter zunächst monatlich Fr. 470.-- (indexiert) zu
(act. G 6.2 und 14.1).
A.b Mit Verfügung vom 10. Juni 2010 stellte die Politische Gemeinde fest, dass der
Kindsvater nicht in der Lage sei, die vereinbarten Unterhaltsbeiträge zu leisten, obwohl
er mehrfach von der Kindsmutter dazu ermahnt worden sei. Da der Kindsvater aber bis
Ende März 2010 bei der Kindsmutter gewohnt habe, erfolge die Bevorschussung in
Höhe von Fr. 470.-- erst ab 1. April 2010 (act. G 6.3).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich der Rekurs vom 6. Juli 2010 mit dem
Rechtsbegehren, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und der Rekurrentin sei
die Alimentenbevorschussung von Fr. 470.-- pro Monat ab 1. September 2009,
eventualiter ab 1. Januar 2010 zu bewilligen. Ausserdem sei der Rekurrentin die
unentgeltliche Rechtspflege und -verbeiständung zu gewähren. Wie bereits in MB
2010/1 wird der Rekurs im Wesentlichen damit begründet, dass der Kindsvater kurz
nach der Geburt aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen sei und ihn schliesslich
die Gemeinde selber am 1. März 2010 rückwirkend auf den 1. Januar 2010
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umgemeldet habe. Es bestehe mithin kein Ausschlussgrund nach Art. 3 lit. f. GIVU (act.
G 1).
B.b Mit Stellungnahme vom 14. September 2010 beantragt die Vorinstanz, der Rekurs
sei abzuweisen und es sei festzustellen, dass die Alimentenbevorschussung ab 1. März
2010 erfolge. Die Rekurrentin habe den Antrag auf Alimentenbevorschussung am
28. Mai 2010 gestellt. Gemäss Art. 2 Abs. 2 Ziff. 1 GIVU würden die Beiträge
bevorschusst, die ab Beginn des Monats fällig würden, in dem die Anmeldung des
Anspruchs erfolge. Nach Ziff. 2 derselben Bestimmung würden auch die
Unterhaltsbeiträge bevorschusst, die in den letzten drei Monaten vor Anmeldung des
Anspruchs fällig geworden seien. Nachdem die Vorinstanz die Bevorschussung ab
April 2010 genehmigt habe, seien die Monate Februar und März 2010 genauer zu
betrachten. Eine Anspruchsgrundlage für Januar 2010 oder früher liege demgegenüber
nicht vor. Nachdem der Kindsvater noch im Februar 2010 mit der Rekurrentin
zusammengewohnt habe, sei der Anspruch ab März 2010 zu bewilligen. Die Zahlung
werde entsprechend nachgeholt (act. G 6).
B.c Mit Replik vom 19. Oktober 2010 führt die Rechtsvertreterin aus, dass die
Rekurrentin bereits im November/Dezember 2009 bei der Vorinstanz um Hilfe
nachgesucht habe. Somit sei der Vorinstanz bereits Ende 2009 bekannt gewesen, dass
sich die Rekurrentin und ihr Kleinkind in finanziellen Schwierigkeiten befunden hätten.
Auch sei der Vorinstanz bekannt gewesen, dass der Kindsvater von der Hand in den
Mund gelebt habe. Es wäre damit Pflicht der Vorinstanz gewesen, die Rekurrentin
umfassend über ihre Rechte aufzuklären. Schon beim ersten Gespräch hätte eine
Aufklärung darüber erfolgen sollen, dass allfällige Unterhaltsbeiträge durch die
Gemeinde bevorschusst werden könnten. Dies hätte der Rekurrentin ermöglicht, ihr
Gesuch um Alimentenbevorschussung früher zu stellen (act. G 9).
B.d Mit Duplik vom 18. November 2010 führt die Vorinstanz nochmals aus, dass
gemäss Art. 3 Abs. 1 lit. f GIVU ein Anspruch auf Alimentenbevorschussung
ausgeschlossen sei, wenn die Eltern zusammen leben würden. Dadurch habe sich eine
Informationspflicht über die Alimentenbevorschussung erübrigt; eine gesetzliche
Aufklärungspflicht bestehe nicht. Im Weiteren wird erneut darauf hingewiesen, dass
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einzig die drei Monate vor der Gesuchstellung zu beurteilen seien. Für die Monate
davor bestehe schon grundsätzlich kein Anspruch (act. G 11).
B.e Mit Präsidialverfügung vom 22. September 2010 wird dem Gesuch um Bewilligung
der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung entsprochen (act. G 7).

Erwägungen:
1.
1.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 des Gesetzes über Inkassohilfe und Vorschüsse für
Unterhaltsbeiträge (GIVU; sGS 911.51) hat ein Kind für die Dauer der Unterhaltspflicht
der Eltern, längstens bis zum vollendeten 25. Altersjahr, Anspruch auf Vorschüsse für
elterliche Unterhaltsbeiträge, wenn diese in einem vollstreckbaren Urteil oder in einem
Unterhaltsvertrag nach Art. 287 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB; SR 210)
festgesetzt sind (lit. a) und trotz angemessener Inkassoversuche nicht rechtzeitig
eingehen (lit. b). Der Unterhaltsbeitrag wird bis zum Betrag der höchsten Waisenrente
der eidgenössischen Alters- und Hinterlassenenversicherung bevorschusst, wenn das
anrechenbare Einkommen das Mindesteinkommen nicht übersteigt (Art. 4 Abs. 1 lit. a
GIVU). Nur teilweise werden die Unterhaltsbeiträge bevorschusst, wenn das
anrechenbare Einkommen die Bevorschussungsgrenze nicht übersteigt (Art. 4 lit. b
GIVU). Anrechenbar ist das Einkommen des obhutsberechtigten Elternteils, des
Konkubinatspartners, des Stiefelternteils und des eingetragenen Partners
(Art. 4 Abs. 1 GIVU). Das Mindesteinkommen entspricht beim alleinstehenden
obhutsberechtigten Elternteil dem doppelten Betrag des für Alleinstehende
massgebenden allgemeinen Lebensbedarfs für ordentliche Ergänzungsleistungen,
erhöht um einen Zwanzigstel (Art. 4 Abs. 1 lit. a GIVU). Beim verheirateten, in einer
eingetragenen Partnerschaft oder im Konkubinat lebenden obhutsberechtigten
Elternteil entspricht das Mindesteinkommen dem doppelten Betrag des für Ehepaare
und für eingetragene Partner massgebenden allgemeinen Lebensbedarfs für
ordentliche Ergänzungsleistungen, erhöht um einen Zwanzigstel (Art. 4 Abs. 1 lit. b
GIVU). Die Bevorschussungsgrenze entspricht gemäss Art. 4 GIVU dem
Mindesteinkommen zuzüglich des um einen Zwanzigstel erhöhten Betrags des für
Alleinstehende massgebenden Lebensbedarfs für ordentliche Ergänzungsleistungen.
bis
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1.2 Mit den Vorschriften über die Berücksichtigung der Einkommens- und
Vermögensverhältnisse und mit der Festlegung von Einkommensgrenzen bringt das
GIVU zum Ausdruck, dass die Bevorschussung durch das Gemeinwesen subsidiärer
Natur ist (vgl. BGE 112 Ia 256 f.). Die Bevorschussung soll grundsätzlich nur dort zum
Tragen kommen, wo die wirtschaftlichen Verhältnisse des Kindes bzw. des
obhutsberechtigten Elternteils dies notwendig machen.
2.
2.1 Wie im Verfahren MB 2010/1 ist zunächst streitig, wie lange der Kindsvater mit der
Rekurrentin zusammen gewohnt hat. Dazu kann auf die entsprechenden Ausführungen
im genannten Urteil abgestellt werden (E. 2.2). Demnach ist davon auszugehen, dass
der Kindsvater und die Rekurrentin bis 31. Dezember 2009 im Konkubinat gelebt
haben. Danach wohnte der Kindsvater offenbar in seinem Atelier, jedenfalls nicht mehr
bei ihr. Mithin besteht bis Ende 2009 kein Anspruch auf Alimentenbevorschussung, da
jenem der Ausschlussgrund des Zusammenlebens entgegenstand (Art. 3 lit. f GIVU).
2.2 Für die Zeit ab 2010 ist nach dem beschriebenen Wohnsitzwechsel des
Kindsvaters ein Anspruch auf Alimentenbevorschussung zumindest ab 1. Februar 2010
ausgewiesen, nachdem sich die Rekurrentin unbestrittenermassen im Mai 2010 dafür
angemeldet und ab 1. Januar 2010 der Ausschlussgrund nach Art. 3 lit. f GIVU
(Zusammenleben) nicht mehr bestanden hat (vgl. Art. 2 Abs. 2 Ziff. 2 GIVU). Zu klären
bleibt somit noch ein allfälliger Anspruch für den Januar 2010.
Diesbezüglich lässt die Rekurrentin vorbringen, die Vorinstanz habe sie nicht genügend
über ihre Rechte aufgeklärt. So habe die Rekurrentin die Vorinstanz bereits im
November/Dezember 2009 um Hilfe nachgesucht. Somit sei der Vorinstanz seit Ende
2009 bekannt gewesen, dass sich die Rekurrentin in finanziellen Schwierigkeiten
befinde. Am 18. Februar 2010 sei auch der Unterhaltsvertrag mit dem Kindsvater
geschlossen worden. Der Vorinstanz sei bekannt gewesen, dass dieser von der Hand
in den Mund lebe. Schon beim ersten Gespräch hätte eine Aufklärung darüber erfolgen
sollen, dass allfällige Unterhaltsbeiträge durch die Gemeinde bevorschusst werden
könnten. Dies hätte der Rekurrentin ermöglicht, ihr Gesuch früher zu stellen. Indem die
Vorinstanz nun einen Vorteil aus ihrer Unterlassung (mangelnde Aufklärung) ziehen
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wolle, verhalte sie sich rechtsmissbräuchlich. In ihrer Replik vom 16. August 2010 zum
Fall MB 2010/1 führte die Rechtsvertreterin zudem aus, gemäss Art. 3 Abs. 1 des
Sozialhilfegesetzes (SHG) leiste die politische Gemeinde persönliche Hilfe durch
fachlich geeignetes Personal. Art. 7 SHG gewähre sodann betreuende Sozialhilfe.
Diese werde geleistet durch Beratung und persönliche Betreuung (Art. 8 lit. a SHG).
Demgegenüber geht die Vorinstanz davon aus, dass auf Grund des Ausschlussgrundes
von Art. 3 Abs. 1 lit. f GIVU (Zusammenleben) kein Anspruch auf
Alimentenbevorschussung bestanden habe und die Rekurrentin demzufolge auch nicht
darüber habe informiert werden können.
Diese Argumentation mag aus Sicht der Vorinstanz für die Zeit bis Ende Februar 2010
Gültigkeit haben. Die Vorinstanz geht aber in ihrer Vernehmlassung vom 14. September
2010 selber davon aus, dass der Kindsvater nur bis Februar 2010 bei der Rekurrentin
gewohnt und sich am 1. März 2010 abgemeldet habe. Aus diesem Grund sei die
Alimentenbevorschussung ab März 2010 vorzunehmen (vgl. Antrag, Ziff. 1). Am selben
Tag (1. März 2010) wurde der Unterhaltsvertrag durch die Vormundschaftsbehörde
genehmigt, wobei die eine Unterschrift vom vorbefassten Ratsschreiber, diesmal in
seiner Funktion als Sekretär der Vormundschaftsbehörde, geleistet wurde (act. G 14.1).
Mithin ist davon auszugehen, dass die Vorinstanz ab dem 1. März 2010 Kenntnis
sowohl von der Trennung als auch vom Unterhaltsanspruch der Rekurrentin hatte.
Zudem musste auch der Vorinstanz klar sein, dass der Unterhaltsvertrag auf Grund der
Situation kaum eingehalten würde. Die Rekurrentin hatte sodann nach unbestritten
gebliebener Darstellung bereits Ende 2009 diverse Male bei der Gemeinde
vorgesprochen, um sich nach ihren Möglichkeiten zu erkundigen. Dies musste auch
dem Sozialamt bekannt sein (vgl. etwa Schreiben 10. Juni 2010 an A._ betreffend
Unterhaltspflicht, das den Stempel des Sozialamtes und die Unterschrift des
Ratsschreibers trägt; act. G 6.6).
Mit der Rekurrentin ist davon auszugehen, dass unter diesen Umständen eine
Aufklärung darüber, dass Alimentenbevorschussung beantragt werden könne,
angezeigt gewesen wäre. Dies unter dem Titel des Sozialhilfegesetzes, das in Art. 2
Abs. 1 i.V.m. Art. 8 lit. a vorsieht, dass zur Vorbeugung gegen Hilfsbedürftigkeit die
Beratung der Gemeinde in Anspruch genommen werden könne. Sekundär ergibt sich
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auch aus - dem vorliegend nicht direkt anwendbaren - Art. 27 Abs. 1 ATSG eine
Beratungspflicht der zuständigen Behörden im Bereich der sozialen Sicherung. Die
Alimentenbevorschussung ist ähnlich wie die Opferhilfe zwischen Sozialhilfe und
Sozialversicherung anzusiedeln. Es rechtfertigt sich von daher, auch im Bereich der
Alimentenbevorschussung von einer Aufklärungspflicht auszugehen, wie das
Bundesgericht es im Bereich Opferhilfe getan hat (Urteil vom 10. September 2010,
1C_32/2010, E. 3.6). Die Vorinstanz wäre demnach gehalten gewesen, die Rekurrentin
jedenfalls ab März 2010 auf die Möglichkeit der Alimentenbevorschussung aufmerksam
zu machen. Mithin hätte diese die Möglichkeit gehabt, bis Ende April 2010 ein Gesuch
um Alimentenbevorschussung zu stellen, und damit ab 1. Januar 2010 in den Genuss
derselben zu kommen.
2.3 Zusammenfassend ist somit festzustellen, dass die Rekurrentin bei rechtzeitiger
Aufklärung durch die Vorinstanz ihr Gesuch um Alimentenbevorschussung um
mindestens einen Monat früher hätte einreichen können und damit bereits ab 1. Januar
2010 Anspruch auf Leistungen gehabt hätte.
Rechtsprechungsgemäss wird die Unterlassung einer gebotenen Auskunft nach Art. 27
ATSG der Erteilung einer falschen Auskunft gleichgesetzt (BGE 131 V 472 E. 5). In
analoger Anwendung dazu rechtfertigt es sich demnach, den Beginn der
Anspruchsberechtigung auf den 1. Januar 2010 festzusetzen.
2.4 Selbst wenn eine Beratungs- bzw. Aufklärungspflicht verneint würde, wäre ein
Anspruch auf Alimentenbevorschussung ab Januar 2010 gegeben. Wie sich aus den
eingereichten Akten im parallelen Verfahren betreffend Mutterschaftsbeiträge (MB
2010/1) ergibt, hat sich die Mutter der Rekurrentin mit E-Mail vom 26. April 2010 beim
Ratsschreiber u.a. nochmals erkundigt, wann nun endlich die
Alimentenbevorschussung beginne und vom Ratsschreiber am 27. April 2010 u.a. die
Antwort erhalten, die Alimentenbevorschussung laufe ab sofort (MB 2010/1 act. G 7.1).
Vor diesem Hintergrund wäre von einer Anmeldung spätestens im April 2010
auszugehen.
3.
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3.1 Nach dem Gesagten ist der Rekurs teilweise gutzuheissen und die
Alimentenbevorschussung ab 1. Januar 2010 zu bewilligen.
3.2 Das Rekursverfahren ist grundsätzlich kostenpflichtig (Art. 95 Abs. 1 VRP). In
Anwendung von Art. 95 Abs. 3 resp. Art. 97 VRP ist jedoch auf die Erhebung von
Gerichtsgebühren bei der Vorinstanz resp. der Rekurrentin zu verzichten.
3.3 Die Rekurrentin obsiegt teilweise. Die Rechtsvertreterin hat keine Kostennote
eingereicht, so dass die Parteientschädigung ermessensweise festzusetzen ist.
Nachdem vorliegend teilweise die gleichen Rechtsfragen zu behandeln waren, wie im
Parallelentscheid MB 2010/1 (Frage des Wohnsitzes des Kindsvaters), und sich
hierdurch Synergien ergeben, rechtfertigt sich vorliegend die Zusprache einer
reduzierten Entschädigung (bzw. einer Zusatzentschädigung zum genannten anderen
Verfahren). Diese ist - ausgehend von einer Entschädigung von Fr. 2'000.-- - wegen
des teilweisen Obsiegens auf Fr. 1'000.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer)
festzusetzen. Auf Grund der Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung ist
überdies der Entschädigungsanspruch der unentgeltlichen Rechtsvertreterin
gegenüber dem Staat festzulegen. Die vom Staat geschuldete Entschädigung beläuft
sich auf Fr. 1'600.-- (um 20 % reduziertes Honorar nach Art. 31 Abs. 3 des
Anwaltsgesetzes [sGS 963.70]). Soweit die Gegenpartei kostenpflichtig ist, kann der
Staat auf sie Rückgriff nehmen (Art. 99 Abs. 2 VRP i.V.m. Art. 282 lit. c ZPG/SG in der
in diesem Verfahren noch anwendbaren Fassung, vgl. Art. 404 ZPO/CH). Entsprechend
ist dem Staat im Betrag von Fr. 1'000.-- das Rückgriffsrecht auf die Vorinstanz
einzuräumen.
3.4 Wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse es gestatten, kann die Rekurrentin zur
Rückzahlung der vom Staat entschädigten Parteikosten verpflichtet werden (Art. 288
Abs. 1 ZPG/SG i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP/SG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP