Decision ID: a2f819ae-034a-5b8d-b147-566488be4e7c
Year: 2010
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Der Beschwerdeführer verliess eigenen Angaben zufolge am 6.  2006 den Heimatstaat auf dem Luftweg und gelangte am 7. November 2006 in die Schweiz, wo er am 21. November 2006 um Asyl nachsuchte. Nach einer Kurzbefragung im Empfangs- und  [EVZ]) Z._ vom 28. November 2006 wurde der  am 6. Dezember 2006 vom BFM direkt zu seinen  angehört. Im Wesentlichen machte er bei den Befragungen geltend, von 1993 bis 1995 bei der LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam) mitgemacht zu haben. Wegen rassistischen Problemen und den Kämpfen seien sechs seiner Geschwister getötet worden. Nach dem Tod seines letzten jüngeren Bruders sei er mit den Eltern und den anderen Geschwistern im Jahre 2001 nach Vavuniya umgezogen, wo er als Gemüsehändler gearbeitet habe. Vor einigen Monaten seien Leute von Karuna und der PLOTE (People's Liberation Organisation of Tamil Eelam) bei ihm vorbei gekommen. Anfänglich habe man seinen Beitritt in ihre Organisation verlangt, was er indes abgelehnt habe. Später sei er zu Geldzahlungen aufgefordert worden, was er vor dem Hintergrund von möglichen zusätzlichen Schwierigkeiten mit der LTTE ebenfalls nicht gewollt habe. Zur Vermeidung allfälliger Behelligungen habe er daher Wohnsitz bei seiner Ehefrau und den Schwiegereltern genommen. Man habe ihn dort aufgespürt. Eines Abends anlässlich ei - nes Ehrerweisungsbesuchs bei einem Verstorbenen in der  hätten Leute von Karuna seine Ehefrau und die Schwiegereltern aufgesucht und nach ihm gefragt. Trotz Kenntnis seines , hätten die Angehörigen diesen nicht preisgegeben, worauf die Karuna-Leute die Wohnungseinrichtung demoliert und gegenüber  Todesdrohungen ausgestossen hätten, falls er (der ) ihrer Organisation nicht beitrete oder diese mit Geld . Er habe dies erfahren, als er nach Hause gekommen sei. Vor den eben erwähnten Begebenheiten sei er bereits von der LTTE zum  in ihrer Organisation aufgefordert worden, was er aber  abgelehnt habe. Ihm sei dabei gesagt worden, dass die LTTE  Verantwortung übernehme, falls ihm etwas zustosse. Wegen seiner Probleme mit den Karuna- und PLOTE-Leuten könne er sich nicht an die LTTE wenden. Für den Inhalt der weiteren Aussagen wird auf die Akten verwiesen. Das BFM verzichtete auf weitere Abklärungen. In der Folge wurde der Beschwerdeführer für die Dauer des Verfahrens dem Kanton Y._ zugewiesen.
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B. Das BFM stellte mit Verfügung vom 4. Januar 2007 – eröffnet am  Tag – fest, der Beschwerdeführer erfülle die  nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz und ordnete den Wegweisungsvollzug an. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, die Vorbringen des Beschwerdeführers hielten weder den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Artikel 3 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) noch denjenigen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG stand. Aus seinem Kontakt zur LTTE und deren Bitte, wieder bei ihnen mitzumachen, könne der Beschwerdeführer keine Verfolgung herleiten, insbesondere seien aus seiner Ablehnung keine weiteren Massnahmen hervorgegangen.  hätte er den Süden Sri Lankas wie beispielsweise den Grossraum Colombo als Aufenthaltsalternative (recte: innerstaatliche ) auswählen können, zumal allgemein festzuhalten ist, dass das Risiko vor Massnahmen seitens der LTTE dort – im Gegensatz zum Norden und Osten des Landes – deutlich geringer beziehungsweise gar inexistent sei. Seine Vorbringen seien sodann unglaubhaft, weil sie in wesentlichen Punkten der allgemeinen Erfahrung oder der Logik des Handelns widersprechen würden (Angaben zu den  im Zusammenhang mit seinem Zufluchtsort [Wohnsitz];. Schilderungen zu den Nachstellungen durch Leute der Karuna- und der PLOTE am Wohnsitz während seiner Abwesenheit sowie zu deren Vorgehensweise überhaupt). Der Vollzug der Wegweisung sei durchführbar und zumutbar; ihm stünden keine triftigen Gründe .
C. Mit Eingabe vom 29. Januar 2007 (Poststempel) erhob der  beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur Neubeurteilung (Ziff. 1). Der vorliegenden Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zuzuerkennen und die  kantonalen Behörden seien anzuweisen, auf  einstweilen zu verzichten (Ziff. 2). Eventualiter sei die  festzustellen und Asyl zu gewähren (Ziff. 3).  sei die Unzulässigkeit beziehungsweise Unzumutbarkeit der Wegweisung festzustellen und als Folge davon, von Amtes wegen die vorläufige Aufnahme zu erteilen (Ziff. 4). Es sei ferner die  Rechtspflege zu gewähren (Ziff. 5). Auf die Begründung der Be-
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schwerde wird, soweit entscheidwesentlich, in den Erwägungen .
D. Mit Eingabe vom 2. Februar 2007 fanden diverse fremdsprachige  Eingang in die Akten. Auf diese wird in den nachstehenden Erwägungen eingegangen, soweit sie entscheidrelevant sind.
E. Mit Instruktionsverfügung vom 14. Februar 2007 wurde das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das  (VwVG, SR 172.021) abgewiesen und ein  in der Höhe von Fr. 600.– zahlbar bis zum 1. März 2007, . Ferner wurde der Beschwerdeführer aufgefordert, innert  Frist die fremdsprachigen Beweismittel (vgl. Bst. D) in eine  übersetzen zu lassen.
Der Kostenvorschuss wurde am 26. Februar 2007 geleistet und die Übersetzungen wurden gleichentags zuhanden des  der schweizerischen Post übergeben.
F. In seiner Vernehmlassung vom 9. März 2007 hielt das BFM an seiner Verfügung fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde.
G. Im Rahmen einer zusätzlichen Vernehmlassung zog das BFM mit  vom 9. April 2008 seinen Entscheid vom 4. Januar 2007 teil - weise in Wiedererwägung (hinsichtlich des Vollzugs der Wegweisung), hob die Ziff. 3 bis 5 (recte: Ziff. 4 und 5) des Dispositivs der  Verfügung auf und ordnete wegen Unzumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung die vorläufige Aufnahme des Beschwerdeführers in der Schweiz an.
H. Mit Schreiben vom 6. Mai 2008 wurde der Beschwerdeführer unter Fristansetzung angefragt, ob er bei dieser Sachlage an der  festhalten wolle oder diese allenfalls zurückzuziehen gedenke. Für den Unterlassungsfall wurde festgehalten, dass davon ausgegangen werde, er halte an seinen Rechtsbegehren vollumfänglich fest.
Der Beschwerdeführer liess die Frist unbenutzt verstreichen.
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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17.  2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26.  1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des  vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht (Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art.105 AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG). Der  ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung  Änderung; er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist unter nachstehendem Vorbehalt (E. 1.3) einzutreten.
1.3 Der Beschwerde kommt von Gesetzes wegen aufschiebende  zu (Art. 42 AsylG). Auch enthält die angefochtene Verfügung  anderslautenden Anordnungen. Auf das Rechtsbegehren (Ziff. 2 der Beschwerde; siehe oben Bst. C) ist somit nicht einzutreten.
2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person , wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zu letzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei - ner bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen  ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte
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Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder  sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG).
3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft  oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender  für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich  sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
4. 4.1 Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass die Vorbringen des  weder den Anforderungen an die  gemäss Art. 3 AsylG noch denjenigen an die Glaubhaftigkeit  Art. 7 AsylG genügen. Um Wiederholungen zu vermeiden, kann auf die nicht zu beanstandenden Ausführungen des BFM in der  Verfügung verwiesen werden. Lediglich im Sinne einer  ist im Zusammenhang mit den vom Beschwerdeführer  gemachten Behelligungen durch Angehörige der LTTE , dass am 19. Mai 2009 der seit 1983 herrschende Bürgerkrieg  tamilischen Separatisten, vor allem der LTTE auf der einen und dem srilankischen Militär sowie diversen paramilitärischen  und tamilischen Anti-LTTE-Einheiten auf der anderen Seite, nach dem endgültigen militärischen Sieg der srilankischen Armee und dem Tod Velupillai Prabhakarans sowie der gesamten Führungselite der LTTE von Mahinda Rajapaksa, dem Präsidenten Sri Lankas, offi - ziell für beendet erklärt worden ist. Vor diesem Hintergrund erweisen sich die vom Beschwerdeführer geäusserten Befürchtungen, allfälligen Verfolgungen durch Leute der LTTE zum heutigen Zeitpunkt  zu sein, als äusserst unwahrscheinlich wenn nicht gar .
4.2 Den vorinstanzlichen Erwägungen werden in der  keine stichhaltigen Gründe entgegengesetzt. Der  lässt es bei der Wiederholung des Sachverhalts bewenden. Eine Auseinandersetzung mit den ihm vom BFM vorgeworfenen  findet nicht statt. Die zentralen Beweggründe, welche ihn zum Verlassen seines Heimatlandes bewogen haben, hält
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er zusammenfassend dahingehend fest, dass das BFM in seinem  die allgemeine Lage und die verschärfte Situation in Sri Lanka in keiner Weise gewürdigt habe und deshalb eine Rückkehr aufgrund der grossen Bedrohung, der er sich nicht entziehen könne, nicht er  dürfe. Mit dieser pauschalen Argumentation vermag der  jedoch noch keine individuelle Betroffenheit im Sinne des Asylgesetzes darzutun. Was sodann die von ihm angesprochene Rückkehr ins Heimatland anbelangt, wurde diesem Umstand mit der Anordnung der vorläufigen Aufnahme in der Schweiz Rechnung  (vgl. E. 6.2) und auf die in diesem Zusammenhang mit diversen Zeitungsartikeln untermauerten Hinweise hinsichtlich der allgemeinen Situation in Sri Lanka ist daher nicht einzugehen.
4.3 Keine andere Beurteilung hinsichtlich der Frage der  bewirken die auf Beschwerdestufe eingereichten Beweismittel (vgl. Bst. D). Diesen kann beweisrechtlich keine Bedeutung  werden. Zum einen führen darin Drittpersonen in allgemeiner Art und Weise nochmals die als konstruiert und unglaubhaft erachtete  des Beschwerdeführers an, weshalb ihnen bloss der Charakter von Bestätigungs- respektive Gefälligkeitsschreiben . Zum anderen wird in verschiedenen Schreiben der Tod von sechs Geschwistern des Beschwerdeführers bestätigt, was gemäss Akten jedoch nicht in einen Zusammenhang mit dessen  gebracht werden kann, weshalb diesen Dokumenten die  abzusprechen ist.
4.4 Zusammenfassend ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer nicht darzutun vermochte, dass er einer Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt war oder begründete Furcht hat, einer solchen  werden zu können. Er kann daher nicht als Flüchtling  werden. Die Vorinstanz hat das Asylgesuch des  demnach zu Recht abgelehnt.
5. 5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der  der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).
5.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine  Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung ei - ner solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet
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(Art. 44 Abs. 1 AsylG; Entscheidungen und Mitteilungen der  Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21).
6. 6.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das  nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige  von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]).
6.2 In teilweiser Wiedererwägung der angefochtenen Verfügung wurde der Beschwerdeführer mit Verfügung des BFM vom 9. April 2008 in der Schweiz vorläufig aufgenommen (vgl. Bst. G). Da die Beschwerde vom 29. Januar 2007 dadurch hinsichtlich des Vollzugs der Wegweisung gegenstandslos geworden ist, erübrigen sich Erörterungen in diesem Zusammenhang.
7. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die  ist nach dem Gesagten abzuweisen, soweit darauf  beziehungsweise diese nicht gegenstandslos geworden ist.
8. 8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens (Obsiegen hinsichtlich des Vollzugs der Wegweisung) sind die reduzierten auf Fr. 300.–  Kosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG sowie Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem  [VGKE, SR 173.320.2]) und mit dem am 26. Februar 2007 in der Höhe von Fr. 600.– geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen. Der Restbetrag von Fr. 300.– ist zurück zu erstatten.
8.2 Es ist keine Parteientschädigung zu entrichten, da weder dargetan noch ersichtlich ist, dass dem anwaltlich nicht vertretenen  im vorliegenden Verfahren verhältnismässig hohe Kosten  sind (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG).
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