Decision ID: b72ff5c5-5603-49c0-89f6-2935bcf4b9e6
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1971, hat den Beruf des Zimmermanns erlernt. Er arbeitete seit Mai 2000 bei
Y._
(
Z._
) als Abteilungsleiter Rayon Lampen, als er ab dem 25.
Juli 2016 vom Hausarzt teilweise bzw. vollständig arbeitsunfähig geschrieben wurde (vgl. Urk.
7/1). Im Januar 2017 meldete sich
X._
unter Hinweis auf brennende Schmer
zen an der rechten Schulter/Arm bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk.
7/2). Die IV-Stelle führte mit dem Versicherten ein Standortgespräch durch (Urk.
7/7) und tätigte Abklärungen in medizinischer (vgl. etwa Urk.
7/9 und Urk.
7/14, Urk.
7/24, Urk.
7/26) und in erwerblicher (Urk.
7/12) Hinsicht. Auch zog sie die Akten der zuständigen Krankentaggeldversicherung bei (Urk.
7/15 und Urk.
7/18-19). Am 17.
August 2018 erliess die IV-Stelle einen Vorbescheid, mit welchem sie einen Leistungs
anspruch verneinte (Urk.
7/37). Dagegen erhob der Versicherte am 4.
September 2018 Einwand (Urk.
7/39; vgl. auch Urk.
7/46), worauf die IV-Stelle weitere medi
zinische Berichte zu den Akten nahm (Urk.
7/51) und eine polydisziplinäre Be
gutachtung veranlasste, womit das
A._
(
A._
) beauftragt wurde (Urk.
7/73). Gestützt auf die ent
sprechende Expertise vom 10.
Januar 2020 (Urk.
7/79) erliess die IV-Stelle am 13.
Februar 2020 einen neuen Vorbescheid, mit welchem sie dem Versicherten erneut die Ablehnung des Rentenbegehrens in Aussicht stellte (Urk.
7/83). Dage
gen erhob dieser mit Eingaben vom 16.
März 2020 (Urk.
7/84) und vom 6.
April 2020 (Urk.
7/87) Einwand. Nach erfolgten Rückfragen beim
A._
(Urk.
7/89) und Gewährung des rechtlichen Gehörs zur entsprechenden Stellungnahme vom 14.
Juli 2020 (Urk.
7/92-98) hielt die IV-Stelle mit Verfügung vom 5.
November 2020 daran fest, dass kein Rentenanspruch bestehe (Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
, vertreten durch Rechtsanwalt Ivo Baumann, hierorts am 3.
Dezember 2020 Beschwerde (Urk.
1) mit den Anträgen, es sei die Verfügung vom 5.
November 2020 aufzuheben (1.) und es seien dem Beschwerdeführer die gesetzlichen Rentenleistungen a
usz
urichten (2.), unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. Mehrwertsteuer und Auslagen zu Lasten der Beschwerdegegnerin (Urk.
1 S.
2).
Die IV-Stelle stellte mit Vernehmlassung vom 27.
Januar 2021 Antrag auf Ab
weisung der Beschwerde (Urk.
6), was
X._
mit Verfü
gung vom 4.
Februar 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk.
8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art.
8 Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art.
7 Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art.
7 Abs.
2 ATSG).
1.2
1.2.1
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art.
4 Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
sowie Art.
3 Abs.
1 und Art.
6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE
145 V 215 E.
5.1, 143 V 409 E.
4.5.2, 141 V 281 E.
2.1, 130 V 396
E.
5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit
ist jedoch nicht ohne W
eiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend ob
jektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zu
mutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE
145 V 215 E.
5.3.2,
1
43 V 409 E.
4.2.1, 141 V 281 E.
3.7, 13
9 V 547 E.
5.2, 127 V 294 E.
4c; vgl. Art.
7 Abs.
2 ATSG).
1.2.2
Mit BGE
143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E.
6 und
7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, da
s tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE
141 V 281 E.
2, E.
3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15
.
Februar 2018 E.
5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invalidi
täts
grades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch
festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegen
der Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE
141 V 281 E.
6; vgl. BGE
144 V 50 E.
4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_
580/2017 vom 16.
Janu
ar 2018 E.
3.1 mit Hinweisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40
% arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40
% invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40
% besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50
% auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60
% auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70
% auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE
134 V 231 E.
5.1, 125 V 351 E.
3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die IV-Stelle begründete die angefochtene Verfügung im Wesentlichen damit, dass der Versicherte aufgrund der
Frozen
Shoulder
rechts in der angestammten Tätigkeit als Abteilungsleiter
seit dem 25.
Juli 2016
dauerhaft eingeschränkt sei. Auch in angepasster Tätigkeit habe vorgängig eine volle Arbeitsunfähigkeit be
standen.
Nach der vom 27.
Juni 2017 bis zum 15.
Juli 2017 durchgeführten medi
zinischen Rehabilitation
könne jedoch medizinisch-theoretisch von einer vollen
Arbeitsfähigkeit in angepasster schulterschonender Tätigkeit ausgegangen werde
n. Weitere fachärztliche Abklärungen hätten keine organischen bzw. objektivier
baren
Ursachen für die ausgeprägte Schmerzsymptomatik ergeben. Der Einkom
mens
vergleich ergebe keine Erwerbseinbusse, weshalb ein Leistungsanspruch weiterhin verneint werde (Urk.
2 = Urk.
7/100).
2.2
Der Beschwerdeführer lässt dagegen im Wesentlichen geltend machen, dass das Gutachten des
A._
, auf welches sich die IV-Stelle abstütze, in verschiedener Hinsicht ungenügend sei und nicht akzeptiert werde. Aufgrund der in den Akten liegenden medizinischen Unterlagen sei erstellt, dass seit dem 25.
Juli 2016 eine
relevante Arbeitsunfähigkeit selbst in einer angepassten leichten Tätigkeit be
stan
den habe und bestehe. Insbesondere werde bestritten, dass die
Frozen
Shoulder
die einzige Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei. Vielmehr be
stünden verschiedene weitere Leiden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk.
1).
3.
3.1
Dr.
med.
B._
, Oberarzt Orthopädie obere Extremitäten an der
C._
-Klinik,
Zürich, diagnostizierte in seinem Bericht vom 31.
Januar 2017 eine
Frozen
Shoulder
rechts sowie als Nebendiagnose ein
lumboradikuläres
Schmerzsyndrom L3/4 bei
Osteochondrose
L3/4.
Er führte im Wesentlichen aus, einerseits habe sich ein gutes Ansprechen auf die durchgeführte Infiltration gezeigt, andererseits per
sistiere weiterhin eine deutlich eingeschränkte aktive wie passive Schulterge
lenks
beweglichkeit. Angaben zur Arbeitsfähigkeit machte er nicht (vgl. Urk.
7/9/12).
3.2
Hausarzt Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, diagnostizierte mit Formularbericht vom 4.
Februar 2017 an die IV-Stelle mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein komplexes Schmerzgeschehen, repetitiv-
strain
-
injury
-artig an Rücken, Nacken, rechter Schulter, Arm und Hand mit
Frozen
Shoulder
rechts und
lumboradikulärem
Schmerzsyndrom (LRS) L3/4 bei
Osteochondrose
L3/4, sowie ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit multiple Allergien sowie Pleu
ritis/Pneumonie (2010). Bezüglich
Arbeits
(
un
)
fähigkeit
als Verkäufer im Möbel
bereich verwies er auf die beiliegenden Arztzeugnisse (Urk.
7/9/1-11).
3.3
Anfang 2017 wurde der Versicherte im Auftrag seiner Arbeitgeberin
bidisziplinär
abgeklärt (Urk.
7/15):
Dr.
med.
E._
, Fachärztin für Orthopädie und Traumatologie des Bewegungs
apparates FMH, diagnostizierte in ihrem orthopädischen (Teil-) Gutachten vom 22.
März 2017 (Urk.
7/15/3 ff.) eine schmerzhafte Funktionseinschränkung der rechten Schulter bei Kalkdepot und degenerativen Veränderungen sowie einen Status nach zwei Infiltrationen, zuletzt Anfang Januar 2017, auch mit Infiltration des AC-Gelenks. Eine MRT-Abklärung der linken Schulter zeige eine intakte
Rotatorenmanschette
links mit beginnenden degenerativen Veränderungen. Weiter
diagnostizierte Dr.
E._
chronisch rezidivierende Beschwerden der Wirbel
säule bei Fehlstatik, Haltungsinsuffizienz, muskulärem Hartspann und deutlich ver
schmächtigter Rumpfmuskulatur sowie - gemäss MRT-Abklärungen von HWS und LWS - moderate degenerative Veränderungen, jedoch kein nervenwurzelbe
zogenes neurologisches Defizit. Ferner zeigten sich unklare neurologische Sensa
tionen an Armen und Beinen (subjektiv) sowie ein funktionell ungünstiges stammbetontes Übergewicht bei einem Übergewicht von inzwischen mehr als 40 kg. Weiter gab sie an, im Vordergrund der Beschwerden mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit stünden die Beschwerden an der rechten Schulter und der Wirb
el
säule. Die Prognose sei von vielen Faktoren abhängig, so auch von einer deutlichen Gewichtsreduktion und Steigerung der Belastung der Therapie; die Therapie gehöre intensiviert, idealerweise im Rahmen einer stationären Rehabili
tation. Die Arbeitsfähigkeit für die Tätigkeit als
Rayonleiter
bei
Y._
sei vorerst nicht ausgewiesen. Einschränkungen würden sich derzeit für das Heben und Tragen mittelschwerer Lasten sowie für Tätigkeiten über Kopf ergeben. Momen
tan ergebe sich auch noch eine Arbeitsunfähigkeit für angepasste Tätig
keiten, d.h. körperlich leichte Tätigkeiten, bevorzugt aus wechselnder Ausgangs
lage. In 6-8 Wochen sollten neue Arztberichte oder ggf. der Entlassungsbrief einer Rehabilitation vorgelegt werden (Urk.
7/15/11 f.).
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, stellte in seinem
psychiatrischen (Teil-)Gutachten vom 21.
März 2017 keine Diagnose mit Aus
wir
kung auf die Arbeitsfähigkeit. Es hätten sich keinerlei psychische Sympto
me von Krankheitswert gezeigt; in der psychiatrischen Exploration und in der Hamilton-Depressionsskala hätten keine psychischen Beeinträchtigungen und Symptome objektiviert werden können. Der Explorand zeige sehr aktive Coping-Strategien und eine grundsätzlich starke Persönlichkeit mit guten Ressourcen. Aus psychia
trischer Sicht sei dem Versicherten sowohl die bisherige wie auch jegliche Ver
weistätigkeit zu 100
% zumutbar (Urk.
7/15/14 ff.).
3.4
Vom 27.
Juni bis zum 15.
Juli 2017 hielt sich der Versicherte zur stationären medizinischen Rehabilitation in der
G._
auf. Die für den Aus
trittsbericht
vom 18.
Juli 2017 verantwortlich zeichnenden Ärzte diagnostizierten (als Hauptdiagnosen)
eine hartnäckige
Frozen
Shoulder
rechts sowie ein
Pan
vertebralsyndrom
, einen BMI 40kg/m
2
, leichte Krampfadern beidseits sowie eine Multiallergie. Die Zuweisung sei durch Hausarzt Dr.
D._
bei hartnäckiger
Frozen
Shoulder
sowie
Panvertebralsyndrom
erfolgt. Eine wesentliche Schmerzlinderung habe während der ganzen Rehabilitation nicht erreicht werden können. Angaben zur Arbeitsfähigkeit machten sie nicht (Urk.
7/17).
3.5
Am 21.
September 2017 ergänzte Dr.
E._
nach Vorlage des Austrittsberichts der
G._
sowie weiterer ärztlicher Berichte, dass die attestierte vollständige Arbeitsunfähigkeit in bisheriger Tätigkeit nachvollziehbar sei. In einer leidensangepassten Tätigkeit werde die Arbeitsfähigkeit anhand der Funk
tionsangaben der rechten Schulter im Entlassungsbrief aus der Rehabilitation auf ca. 30
% geschätzt. Dabei handle es sich um körperlich leichte Tätigkeiten, die auf Tischhöhe verrichtet werden können (Urk.
7/19/3-4).
3.6
Im IV-Arztbericht vom 1.
Februar 2018 stellten die verantwortlichen Ärzte des
H._
sspitals
(
H._
), Klinik für Rheumatologie, unter Hinweis auf ihren Bericht vom 30.
November 2017 (Urk.
7/24) die folgenden (Haupt-)Diagno
sen: Generalisiertes Schmerzsyndrom, EM 6/16, chronifiziertes
Panvertebralsyn
drom
, Adhäsive
Capsulitis
Schulter rechts, Adipositas, mögliche Paresen beider Beine, DD: schmerzbedingt, Vitamin D-Mangel (Urk.
7/24/3 f.). Aktuell erfolge eine multidisziplinäre Abklärung und Therapieeinleitung im Rahmen der multi
modalen Schmerztherapie. In der bisherigen Tätigkeit bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit, welche durch den Hausarzt attestiert werde.
Der Patient sei durch die generalisierten Schmerzen in seiner körperlichen und psychischen Funktion stark beeinträchtigt. Durch die Opiattherapie (wenn bereits auf 20mg/d reduziert) bestehe eine Beeinträchtigung der Konzentration.
Durch die Schmerzen und die dadurch einhergehende Schonung sei eine starke Dekonditionierung ein
getreten. Aktuell bestehe eine sehr stark verminderte Leistungsfähigkeit, die Wiedereingliederung müsse mit sehr tiefer Belastung, vielen Pausen, ohne Druck und mit Wechselbelastung erfolgen (Urk.
7/25/6 ff.).
3.7
Dr.
med.
I._
, Assistenzarzt am Schmerzambulatorium, Institut für Anäs
thesiologie des
H._
, diagnostizierte im IV-Bericht vom 6.
Februar 2018 ein gene
ralisiertes Schmerzsyndrom, ein chronifiziertes
Panvertebralsyndrom
, einen Ver
dacht auf eine Anpassungsstörung sowie einen Verdacht auf ein radikuläres Reiz-/
Ausfallsyndrom L3/4 linksbetont. Seit ca. 2015 bestehe in der ursprün
glichen Tätigkeit eine vollständige Arbeitsunfähigkeit, welche jeweils durch den Hausarzt
attestiert worden sei. In welchem Rahmen die bisherige Tätigkeit noch zumutbar sei, lasse sich aktuell nicht beurteilen (Urk.
7/26). Am 3.
Juli 2018 dia
gnostizierte Dr.
I._
ein generalisiertes Schmerzsyndrom, formal verein
bar mit Fibromyalgie. Leider sei bislang keine Schmerzverbesserung eingetreten. Allerdings sei zu berücksichtigen, dass der Versicherte die
Opioidmedikation
habe vollständig absetzen können und
so gut als möglich versuche, einer leichten Tätigkeit im Sinne von Ausdauersport nachzugehen, hierunter sei zumindest keine Verschlechterung des Zustandes aufgetreten. Eine Beurteilung der Arbeits
fähigkeit könne nicht abgegeben werden. Eine entzündliche, rheumatologische und neurologische Erkrankung habe ausgeschlossen werden können (Urk.
7/32).
3.8
Die für den Bericht des Instituts für komplementäre und integrative Medizin des
H._
vom 28.
Februar 2019 verantwortlich zeichnende Oberärztin diagnostizierte (als Hauptdiagnosen) ein generalisiertes Schmerzsyndrom, EM 05/2016, eine aus
geprägte Müdigkeit und Einschlafneigung tagsüber, ein unklares schulter- und armbetontes Exanthem sowie diverse Allergien. Angaben zur Arbeitsfähigkeit machte sie nicht (Urk.
7/51).
3.9
3.9.1
Am 18.
und 23.
September 2019 wurde der Beschwerdeführer im Auftrag der IV-Stelle durch das
A._
polydisziplinär (internistisch, rheumatologisch, psychia
trisch) untersucht. Im interdisziplinären Gutachten vom 10.
Januar 2020 stellten die verantwortlich zeichnenden Fachärzte die folgenden Diagnosen (Urk.
7/79/7):
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
1.
Frozen
Shoulder
rechts (adhäsive Kapsulitis)
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
2.
Chronifiziertes, generalisiertes Ganzkörper-Schmerzsyndrom ohne ana
to
misches Korrelat, im Sinne einer anhaltenden somatoformen Schmerz
störung (ICD-10: F45.40).
3.
Obstruktives Schlafapnoesyndrom mit/bei:
-
Erstdiagnose im November 2018 (AHI [Apnoe-Hypopnoe-Index] von 98/Std. ODI 102/Std, durchschnittliche Sauerstoffsättigung 87
%)
-
Risikofaktoren: enge Rachenverhältnisse, morbide Adipositas Grad III nach WHO (BMI von 42.3 kg/m
2
)
-
unter CPAP–Therapie seit Februar 2019 Normalisierung der schlafasso
zi
ierten Atemstörung (AHI 6.9/Std)
4.
Unklares
nummuläres
Bein-und
Arm-betontes Hautexanthem (DD: fixiertes Arzneimittelexanthem)
5.
Allergische Diathese mit/bei:
-
Bekannter Penicillin- und Bienengiftallergie (Anaphylaxie)
-
anamnestisch
Pollinosis
und Asthma bronchiale in der Jugend
6.
Status nach antibiotischer Behandlung eines Erysipels im Bereich des rechten Unterschenkels im Juli 2017
3.9.2
Der internistische Gutachter führte im Wesentlichen aus, es zeige sich ein deutlich übergewichtiger Versicherter mit einem aktuellen BMI von 42.3 kg/m
2
, was einer morbiden Adipositas entspreche. Bis auf leicht hypertone Blutdruckwerte und ein
grenzwertig erhöhtes Gesamt-Cholesterin fänden sich keine Hinweise für das Vorliegen eines metabolischen Syndroms. Kardiovaskuläre Komplikationen seien bisher nicht zu beklagen gewesen, aufgrund der Abklärungen könne von einer normalen kardiopulmonalen Leistungsfähigkeit ausgegangen werden. Auch die
sonstigen Laboruntersuchungen seien unauffällig gewesen, ohne Hinweise für ein
e
internistische Ursache der beklagten Müdigkeit. Betreffend das obstruktive Schlaf
apnoesyndrom zeige sich unter der eingeleiteten Therapie ein normaler und nicht erhöhter
residueller
AHI von 6.9/Std. Die Hautproblematik habe keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 7).
3.9.3
In rheumatologischer Hinsicht wurde ausgeführt, bei der Untersuchung des Bewegungsapparates hätten beim Versicherten pathologische Befunde lediglich im Bereich der rechten Schulter erhoben werden können. Die rechte Schulter sei im Sinne einer
Frozen
Shoulder
in der Bewegung schmerzhaft eingeschränkt und Bewegungen über der 90°-Ebene seien nicht möglich. Die Wirbelsäule zeige hin
gegen klinisch und radiologisch keine gröberen Auffälligkeiten und man finde weder
spondylogene
noch radikuläre Zeichen, dies übrigens auch im Bereich der Halswirbelsäule. Ein entzündliches Geschehen sei ausgeschlossen, die
multilo
kulären
Schmerzen im Bereich der oberen und unteren Extremitäten wie auch im Bereich der Wirbelsäule entbehrten jeglichen radiologischen und klinischen Kor
relats und seien rheumatologisch nicht erklärbar. Eine Fibromyalgie im enge
ren Sinne liege nicht vor (S. 8).
3.9.4
Aus psychiatrischer Sicht wurde zusammenfassend ausgeführt, es präsentiere sich ein psychisch nur leicht beeinträchtigter Versicherter. Dem psychopathologischen Befund könne kein relevanter depressiver Zustand von grösserem Ausmass ent
nommen werden, eine Störung der Affektivität habe nicht ausgemacht werden können
bzw. werde vom Versicherten negiert. Der Versicherte habe nur geringe Einschränkungen, seinen häuslichen und sozialen Tätigkeiten nachzugehen; das psychosoziale Funktionsniveau bei der Alltagsbewältigung erweise sich als weit
gehend intakt. Beim Versicherten könne eine anhaltende somatoforme Schmerz
störung diagnostiziert werden: Es liege kein ausschlaggebender somatischer Be
fund vor, jedoch lägen mehrere psychosoziale Belastungsfaktoren vor, wobei der Versicherte die vorhandenen emotionalen Konflikte negiere. Der Versicherte sehe sich selber nicht psychiatrisch eingeschränkt (S. 8 f.).
3.9.5
Zu den funktionellen Auswirkungen hielten die Experten aus interdisziplinärer Sicht zusammenfassend fest, Funktions- und Fähigkeitsstörungen seien lediglich im Bereich der rechten Schulter zu objektivieren. Aufgrund der schmerzhaft ein
geschränkten Beweglichkeit und Belastbarkeit dieser «
Frozen
Shoulder
» sei der Versicherte vor allem bei körperlich schweren Arbeiten mit dem rechten domi
nanten Arm und bei Überkopfarbeiten eingeschränkt. Dementsprechend sei dem Versicherten in seiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Lampenmonteur und
Lampenverkäufer eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit zu attestieren. In einem dem Leiden angepassten Tätigkeit bestehe aus rheumatologischer Sicht eine volle Arbeitsfähigkeit. Die gestellten internistischen Diagnosen seien alle ohne limi
tie
renden Einfluss auf die zumutbare Arbeitsfähigkeit. Die aktuell aus psychia
tri
sche
r Sicht diagnostizierte anhaltende somatoforme Schmerzstörung führe zu keinen psychischen Funktionsstörungen, welche die Arbeitsfähigkeit des Versi
cherten für körperlich angepasste Tätigkeiten dauerhaft einschränken würden (S. 9 f.)
Zur Arbeitsfähigkeit hielten sie schlussfolgernd fest, als Berater und Verkäufer von Lampen in einem Möbelgeschäft sei der Versicherte aufgrund der Schulter
problematik rechts nicht mehr einsetzbar. Für diesen und ähnliche körperlich belastende Berufe mit Arbeiten über die Horizontale bestehe seit Mai 2016 eine dauerhafte 100%ige Arbeitsunfähigkeit. In einer optimal angepassten Tätigkeit (leicht bis gelegentlich mittelschwer, vorwiegend in sitzender und gehender Position, nicht arbeitend über der Schulterebene [90°], nicht in Zwangshaltung) sei er auf dem ersten Arbeitsmarkt zu 100
% arbeits- und leistungsfähig (S. 10).
3.10
Nach erfolgten Rückfragen durch die IV-Stelle präzisierten die Gutachter mit Schreiben vom 14.
Juli 2020 (Urk.
7/92), die volle Arbeitsunfähigkeit als
Rayon
leiter
bei
Y._
bestehe nicht wie fälschlicherweise angegeben seit Mai 2016, sondern effektiv seit dem 25.
Juli 2016, dies aufgrund der Notwendigkeit, im Rahmen dieser Tätigkeit regelmässig mittelschwere bis schwere Lasten heben und tragen und regelmässig auch Überkopfarbeiten durchführen zu müssen, was mit der aktuell noch eingeschränkten Schulterfunktion dem Versicherten auf die Dauer nicht mehr zuzumuten sei (S. 1).
Zur Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit hielten sie ergänzend fest, es könne retrospektiv angenommen werden, dass der Versicherte aufgrund seiner starken Schulterschmerzen auch darin ab dem 25.
Juli 2016 zu 100
% arbeitsun
fähig gewesen sei. Es seien diverse therapeutische Massnahmen erfolgt, unter anderem auch eine stationäre Rehabilitation in der
G._
, wo der Versicherte von 27.
Juni bis 15.
Juli 2017 geweilt habe. Während dieser Periode könne von einem instabilen Gesundheitszustand ausgegangen werden, der auch
in einer behinderungsangepassten Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit legi
timierte. Danach müsse aber davon ausgegangen werden, dass der Versicherte in einer behinderungsangepassten schulterschonenden Tätigkeit wieder zu 100
% arbeitsfähig war, unverändert bis heute (S. 2).
In psychiatrischer Hinsicht wurde zur Hauptsache ergänzt, der Umstand, dass emotionale Konflikte vom Versicherten negiert würden, heisse nicht unbedingt, dass solche nicht vorhanden seien; diese könnten unbewusst verdrängt werden, was gerade typisch für Somatisierungsstörungen sei. Der Beschwerdeführer habe über verschiedene emotionale Konflikte berichtet (unter anderem «unschöne»
Kindheit, Nichtergreifen des Traumberufs, stressreiche Erwerbstätigkeit, Kündi
gung des letzten Arbeitsplatzes durch den Arbeitgeber, finanziell schwierige Lage). Im Rahmen der psychiatrischen Exploration habe sich ein emotional sehr kontrollierter Versicherter präsentiert mit sehr leistungsorientierten und perfek
tionistischen Persönlichkeitszügen. Zusammen mit den möglichen Folgen einer emotionalen Deprivation bzw. psychischen Traumatisierungen in der Kindheit seien alle Faktoren vereint, um eine sogenannte stressinduzierte Hyperalgesie zu diagnostizieren. Der Versicherte erfülle praktisch alle hierfür erforderlichen Krite
rien. Da dieses Syndrom noch nicht in die ICD-10 Klassifikation aufgenommen worden sei, sei aus nosologischen Gründen entschieden worden, die Diagnose einer anhaltend somatoformen Schmerzstörung zu stellen, welche unter Berück
sichtigung der Standard-Indikatoren vor allem wegen der exzellenten Resso
urcen
lage des Versicherten jedoch nicht geeignet sei, eine dauerhafte Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit zu legitimieren (Urk.
7/92).
4.
4.1
Das Gutachten des
A._
(einschliesslich der ergänzenden Stellungnahme vom 14.
Juli 2020)
entspricht den
praxisgemässen
Anforderungen an den Beweiswert einer Expertise. So ist es für die streitigen Belange umfassend, gibt es doch Ant
wort auf die Frage nach dem Gesundheitszustand und der verbleibenden Arbeits
fähigkeit des Beschwerdeführers. Es beruht sodann auf den notwendigen internis
tischen, rheumatologischen und psychiatrischen Untersuchungen sowie auf den erforderlichen ergänzenden Abklärungen (Laboruntersuchungen, Ruhe-EKG, Spi
ro
metrie, konventionelles Röntgen; vgl. Urk.
7/79/2). Die Gutachter berücksich
tigten die geklagten Beschwerden und setzten sich damit auseinander. Auch wurde die Expertise in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) erstellt, wobei sich die Gutachter zur Krankheitsentwicklung
äusserten
und Bezug auf die medizinischen
Vorakten
nahmen. Die Expertise leuchtet
schliesslich
in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein; die Schlussfolgerungen im Gutachten sind begründet.
In internistischer Hinsicht wurde vor dem Hintergrund der Ergebnisse der durch
geführten Zusatzabklärungen insbesondere nachvollziehbar ausgeführt, dass keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit besteht, nachdem zwar ein erhebliches Übergewicht, jedoch bei im Wesentlichen unauffälligen Laborbefunden kein Hin
weis auf ein metabolisches Syndrom vorliegt und eine normale kardiopulmonale Leistungsfähigkeit gegeben ist.
Ebenso plausibel legte der rheumatologische Gutachter dar, dass relevante rheu
matologisch-pathologische Befunde lediglich im Bereich der rechten Schulter
vorliegen, wohingegen – nachdem die Wirbelsäule klinisch und radiologisch keine
gravierenden («gröberen») Auffälligkeiten zeigte und namentlich
spondylogene
und radikuläre Zeichen fehlten – die erheblichen multilokalen Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule ohne medizinisches Korrelat bleiben. In diesem Sinne legte er auch nachvollziehbar dar, dass (zwar) die schmerzhafte Bewegungs
einschränkung der rechten Schulter (
Frozen
Shoulder
) Auswirkung auf die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als
Rayonleiter
hat, in einer leidensangepassten Tätigkeit aus rheumatologischer Sicht jedoch keine Arbeitsunfähigkeit besteht.
Ferner ist auch die psychiatrische Beurteilung ohne weiteres nachvollziehbar. So leuchtet mit Blick auf die anlässlich der Untersuchung erhobenen unauffälligen
psychopathologischen Befunde (Urk.
7/79/70) wie auch den vom Beschwerde
füh
re
r beschriebenen - weitestgehend normalen – Tagesablauf (als Hausmann) ein, dass kein depressives Leiden gegeben ist und die vom Beschwerdeführer be
klag
ten - körperlich nicht hinreichend begründbaren - Schmerzen zwar im Rahmen einer somatoformen Schmerzstörung zu erklären sind, daraus jedoch keine Arbeits
unfähigkeit resultiert.
4.2
Soweit der Beschwerdeführer in rheumatologischer Hinsicht geltend macht, dass die
Frozen
Shoulder
nicht die einzige relevante Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei und in diesem Zusammenhang auf zwei im Jahr 2016 durchgeführte Bildgebungen (MRI der HWS vom 26.
Juli 2016 und der LWS vom 3.
November 2016; vgl. Urk.
7/16/13 und15) sowie den Bericht der
C._
-Klinik vom 31.
Januar 2017 verweist (Urk.
1 S. 5), ist Folgendes festzuhalten: Zwar trifft zu, dass in den fraglichen Bildgebungen degenerative Befunde erhoben wurden und im Bericht der
C._
-Klinik vom 31.
Januar 2017 als Neben
diagnose ein
lumboradikuläres
Schmerzsyndrom L3/4 sowie
Osteochondrose
L3/4 aufgeführt worden sind (E.
3.1). Jedoch erhob der rheumatologische Gutachter, welchem die genannten Bildgebungen (MRI) – neben aktuellen Röntgenbildern (Urk.
7/79/55) – vorgelegen hatten (vgl. Urk.
7/79/54 f.), anlässlich der klinischen Untersuchung bis auf eine schmerzhafte, um einen Drittel eingeschränkte Seit
neigung der LWS und eine extrem druckdolente Muskulatur keinen patholo
gischen Befund. So hielt er daneben fest, die Wirbelsäulenkonfiguration sei phy
siologisch, HWS und BWS würden sich frei und ohne Schmerzen bewegen, die Rückenmuskulatur sei weich, Myogelosen und
Tendoperiostosen
fehlten, das
Mennell
-Zeichen sei beidseits negativ (Urk.
7/79/53). Wenn der rheumatologische Experte daher im Lichte der bildgebend ausgewiesenen Veränderungen – welche im Übrigen bereits von Dr.
E._
als «moderat» beschrieben wurden (Urk.
7/15/10) - gestützt auf die im klinischen Untersuch (einschliesslich einer neurologischen Prüfung; vgl. Urk.
7/79/54) erhobenen Befunde festhielt, dass kein anatomisches Korrelat für die massiven Schmerzen bestehe und schluss
folgerte, dass jedenfalls in einer leidensangepassten Verweistätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit gegeben sei, erscheint dies nachvollziehbar. An der Plausibilität dieser Einschätzung ändert
entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (Urk.
1 S. 6 f.) auch nichts, dass der rheumatologische Experte die in den medizinischen
Vorakten
gestellte Diagnose einer Fibromyalgie ohne ausführliche Begründung verworfen hat. Denn zum einen gingen auch die behandelnden Ärzte in erster Linie von einem Schmerzsyndrom aus bzw. bezeichneten sie die Befunde (ledig
lich) als mit einer Fibromyalgie formal «vereinbar» (vgl. Bericht von Dr.
I._
vom 3.
Juli 2018; E. 3.7). Zum andern ist anzumerken, dass die konkrete diagnostische Einordnung eines Leidens nicht von ausschlaggebender Bedeutung ist, sondern vielmehr grundsätzlich
unabhängig von der Diagnose und unbesehen der Ätiologie einzig massgebend
ist
, ob und in welchem Ausmass eine Beein
trächtigung der Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit vorliegt
(vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_29/2018 vom 6.
Juli 2018 E. 3.2.2).
Der Beschwerdeführer macht in somatischer Hinsicht weiter geltend, die Gut
achter hätten seine Angaben bezüglich seiner Vorerkrankungen (namentlich extreme Multiallergie) und der von ihm erlittenen Unfälle einfach kommentarlos zur Kenntnis genommen (Urk.
1 S. 7 f.). Dem ist zu entgegnen, dass die Allergien – welchen auch Hausarzt Dr.
D._
keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit beimass (E. 3.2) - durchaus berücksichtigt wurden (vgl. Diagnoseliste). Alsdann ist nicht ersichtlich und wird auch vom Beschwerdeführer nicht aufgezeigt, in
wiefern die rund 20 Jahre und mehr (bis in die Jugend) zurückgehenden Unfälle (vgl. Urk.
7/79/38) sich noch auf die Arbeitsfähigkeit auswirken.
Soweit der Beschwerdeführer
schliesslich in somatischer Hinsicht
unter Hinweis auf die Berichte von
Dr.
E._
wie auch den Bericht des
H._
,
Klinik für Rheu
matologie, vom 1.
Februar 2018 geltend
machen lässt, es sei
erstellt, dass retro
spektiv seit dem 2
5.
Juli 2016 eine Arbeitsunfähigkeit relevanten Grades selbst in einer leichten Tätigkeit bestanden habe (und bestehe
; Urk.
1 S. 3
) ist
F
olgendes festzuhalten: Zwar trifft zu
,
dass
Dr.
E._
im
Gutachten vom
22.
März 2017 auch in angepasster Tätigkeit von einer vollständig
e
n Arbeitsunfähigkeit ausging
(E.
3.3 hiervor)
und
auch
nach
Abschluss der vom Beschwerdeführer in der
G._
absolvierten Rehabilitation
mit Stellungnahme vom
21.
September 2017 weiterhin
eine
70%ige Arbeitsunfähigkeit (30%i
ge Arbeits
fähigkeit) attest
ierte. Jedoch führte Dr.
E._
dazu lediglich aus
, dass
die Arbeitsfähigkeit «anhand der Funktionsangaben der rechten Schulter im Ent
lassungsbrief aus der Rehabilitation» auf ca. 30
% zu schätzen sei (vgl. Urk.
7/19 bzw. E. 3.5). Gestützt auf diese Ausführungen ist jedoch nicht nachvollziehbar, dass bzw. inwiefern selbst in einer - dem Schulterleiden angepassten – Verweis
tätigkeit eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit besteht. Zu den Ausführungen der verantwortlich
zeichnenden Ärzte im Bericht
des
H._
, Klinik für Rheuma
tologie
vom 1.
Februar 2018 (Urk.
7/
25/7) ist demgegenüber festzustellen, dass sich die
Angabe einer «vom Hausarzt attestierten» vollständigen Arbeitsun
fähigk
eit auf die bisherige Tätigkeit bezieht. Auch wenn die weiteren Angaben (etwa wonach der Patient in seinen psychischen und physischen
Funktionen stark eingeschränkt sei und aufgrund der [damaligen] Opiattherapie eine Beein
träch
tigung der Konzentration gegeben sei) eine Einschränkung des Leistungsver
mö
gens auch in angepasster Tätigkeit als möglich erscheinen lassen, wird eine
solche
weder konkret
attestiert
noch
quantifiziert
(vgl. leergelassene Frage in Urk.
7/25/8). Gestützt auf die genannten Berichte von Dr.
E._
und des
H._
lässt sich eine Arbeitsunfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit damit nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachweisen; insbesondere vermögen diese Be
richte die retrospektive Einschätzung der
A._
-Gutachter nicht in Frage zu stellen.
4.3
Soweit der Beschwerdeführer
in psychiatrischer Hinsicht geltend macht, es
sei nicht nachvollziehbar
,
wie
der psychiatrische Experte
sein Fazit einer anhalten
den somatoformen Schmerzstörung begründen wolle, da anhand der Befragung des Beschwerdeführers letztlich keine Begleitsymptome hätten dingfest gemacht werden können, die auf emotionale Konflikte und psychosoziale Belastungen hindeuten würden
(Urk.
1 S.
8)
,
verfängt dies nicht. Zwar
trifft zu
, dass im Gut
achten
vom 10.
Januar 2020 die vom psychiatrischen Experten erwähnten
emo
tionale
n
Konflikte und psychosoziale
n
Belastungen
(noch)
nicht
konkret benannt wurden (Urk.
7/79/74)
. Jedoch ging
der psychiatrische Experte
in
der
ergänzen
den Stellungnahme vom
14.
Juli 2020,
darauf ausführlich
und nachvollziehbar
ein
(Urk.
7/92/3 ff. E.
3.10 hiervor). Soweit der Beschwerdeführer weiter geltend macht, d
ass
sowohl
der rheumatologische wie auch der psychiatrische Experte eine Simulation oder Aggravation
verneint hätten, was im Kontext der diagnos
tizierten Schmerzstörung befremdend sei (Urk.
1 S.
9),
ist nicht ersichtlich, inwie
weit
damit
die Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung
in Frage gestellt wird. So ist eine
Schmerzstörung gerade dadurch gekennzeichnet
,
dass ein
(glaubhafter)
andauernder schwerer und quälender
S
chmerz vorliegt, ohne dass dieser durch einen p
h
y
s
iologis
c
hen Prozess oder eine körperliche Störung voll
ständig
erklärt werden kann (vgl.
Dilling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.], Weltgesund
heitsorganisation,
Internationale
Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V
[
F
]
,
Klinisch-diagnostische Leitlinien, 1
0.
Aufl., Bern et al. 2019,
F.45.4
S.
233)
. Die Annahme einer Aggravation
oder eine
r
ähnliche
n
Konstellati
on schlösse die Diagnose damit
aus
.
Zum Einwand des
Beschwerdeführer
s,
wonach
unter Annahme einer somato
for
men Schmerzstörung
die von den Gutachtern vorgenommene Diskussion der Ressourcen sowie die Konsistenzprüfung
jedenfalls nicht
den Anforderungen einer strukturierten normativen Prüfung im Sinne von BGE 141 V 281 entspreche
(Urk.
1 S.
11) ist Folgendes zu sagen: Es
ist zwar richtig, dass sich eine psy
chia
trische Expertise idealerweise am
Indikatorenkatalog
(BGE 141 V 2
81 E. 4.1.3) zu orientieren hat; j
edoch bedeutet dies nicht, dass die einzelnen Indikatoren im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung
quasi
schematisch
abzuarbeiten sind
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_184/2019
vom 23.
April 2019 E. 4.2.2
)
.
Vorlie
gend
machte
der psychiatrische Gutachter
– auch wenn er nicht streng der durch BGE 141
V281 vorgegebenen Prüfungsstruktur folgte -
durchaus
genügend
Aus
füh
rungen
zu den massgebenden Indikatoren (
vgl. Urk.
7/79/79 ff.). Insbesondere mit Blick auf ihre Angaben zu den Kompensationspotentialen bzw. Ressourcen (vgl. Urk.
7/79/80) sowie den bis auf die Schmerzbelastung
weitgehend normalen
Tagesablauf (vgl. dazu Urk.
7/79/67 und Urk.
7/79/80 als beweisrechtlich [mit
]
entscheidender verhaltensbezogener Aspekt der Konsistenz ; vgl. BGE 141 V 281 E.
4.4) ist es ohne Weiteres plausibel, dass die Gutachter
trotz der diagnostizierten Schmerzstörung
aus psychiatrischer Sicht
von einem unein
geschränkten
Leis
tungs
vermögen
ausgegangen sind
.
4.4
Zusammengefasst ergibt sich daher, dass die
Vorbringen in der Beschwerde die Zuverlässigkeit der Expertise des
A._
vom 10.
Januar 2020 nicht in Frage zu stellen vermögen. Gestützt auf das
A._
-Gutachten ist damit mit dem im Sozial
versicherungsrecht erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lich
keit erstellt, dass der Beschwerdeführer seit dem 25.
Juli 2016 zwar in seiner angestammten bzw. zuletzt ausgeübten Tätigkeit als
Rayonleiter
im Bereich Lampen nicht mehr arbeitsfähig ist, in einer Verweistätigkeit aber jedenfalls seit dem 15.
Juli 2017 eine vollständige Arbeitsfähigkeit besteht.
5
.
Für die wirtschaftlichen Auswirkungen der so festgestellten Arbeitsfähigkeit ist auf den nicht zu beanstandenden
Einkommensvergleich
der Beschwerdegegnerin zu verweisen (Urk.
7/100 S. 2), welche dem zuletzt (bei
Z._
) erzielten Ein
kommen (
Valideneinkommen
) ein gestützt auf Tabellenlöhne
gemäss
der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) ermitteltes Invalideneinkommen (für Hilfsarbeiter) gegenübergestellt hat, was keine
Einkommenseinbusse
ergab (vgl. auch Urk.
7/81).
6.
Zusammengefasst hat die Beschwerdegegnerin demnach einen Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente zu Recht verneint. Die Verfügung vom 5.
November 2020 erweist sich damit als rechtens, weshalb die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.
7.
Gestützt auf Art.
69 Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kan
to
na
l
en Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver
wei
ge
rung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfah
rens
aufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des ge
setzli
chen
Rahmens (Fr.
200.-- bis Fr.
1’000.--) auf Fr.
800.-- festzusetzen und
ausgangs
gemäss
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.