Decision ID: db8a7286-8705-51be-b8af-6bc4acaa7371
Year: 2007
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Die in der Republik Serbien wohnhafte Schweizer Bürgerin D._ wurde am 1. Mai 1997 in die freiwillige Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (nachfolgend: freiwillige Versicherung) aufgenommen (act. 1-2).
Mit Verfügung vom 2. Juli 2004 setzte die Schweizerische  (SAK) die Beiträge für die Beitragsperiode 2004/2005 mittels amtlicher Taxation auf Fr. 848.70 pro Jahr fest, wobei von einem  von Fr. 119'200.-- ausgegangen wurde (act. 41).
B. Am 14. Oktober 2004 ermahnte die SAK die Versicherte, dass per 30. Juni 2004 ein Betrag in der Höhe von Fr. 244.20 fällig geblieben sei, und forderte sie auf, diesen Betrag innert einer 30-tägigen Frist zu überweisen (act. 42). Mit einer zweiten, per Einschreiben versandten Mahnung vom 12. Januar 2005 wies die SAK die Versicherte darauf hin, dass die am 30. September 2004 (recte: 14. Oktober 2004)  verfallenen Beiträge nicht eingegangen seien, und machte diese gleichzeitig auf die gesetzlichen Bestimmungen aufmerksam, wonach die nicht fristgerechte Bezahlung von Beiträgen den  aus der freiwilligen Versicherung nach sich ziehe (act. 43). Am 31. Januar 2006 ging die Erklärung der Versicherten über Einkommen und Vermögen zwecks Festsetzung der Beiträge für die  2006/2007 bei der SAK ein (act. 44). Mit Schreiben vom 3. Februar 2006 forderte die SAK die Versicherte auf, weitere Unterlagen für die Beitragsberechnung 2006/2007 einzureichen (act. 44).
C. Mit Verfügung vom 6. Februar 2006 (versandt am 22. Februar 2006) schloss die SAK D._ aus der freiwilligen Versicherung aus, weil sie trotz zweimaliger Mahnung ihren Jahresbeitrag (2004) nicht vollständig bezahlt habe (act. 45).
Mit Eingabe vom 10. März 2006 bezog sich die Versicherte auf das Schreiben der SAK vom 3. Februar 2006 und übersandte weitere  zur Beitragsberechnung 2006/2007. Dieses Schreiben wurde von der SAK als sinngemässe Einsprache der Versicherten gegen die Ausschlussverfügung vom 6. Februar 2006 betrachtet (act. 46). Mit
Seite 2
C-2913/2006
Verfügung vom 18. August 2006 wies die SAK die Einsprache ab mit der Begründung, dass die Versicherte ihre Beiträge für das Jahr 2004 nicht fristgerecht bezahlt habe; persönliche und finanzielle Gründe könnten einen Ausschluss nicht verhindern (act. 51).
D. Gegen die Einspracheverfügung vom 18. August 2006 erhob D._ (im Folgenden: Beschwerdeführerin) fristgerecht  bei der Eidgenössischen AHV/IV-Rekurskommission für die im Ausland wohnenden Personen und beantragte sinngemäss die  der Ausschlussverfügung. Zur Begründung brachte sie im  vor, dass sie die Beiträge für die Jahre 2004 und 2005 aus gesundheitlichen Gründen (stationäre Behandlung) nicht habe  können; sie habe die Beiträge jeweils während ihrer Aufenthalte in der Schweiz überwiesen, sei aber krankheitsbedingt nicht mehr in die Schweiz gereist.
E. Mit Vernehmlassung vom 3. November 2006 beantragte die SAK (nachfolgend: Vorinstanz) die Abweisung der Beschwerde mit der , dass seit der letzten Überweisung vom 24. Mai 2004 keine Zahlung mehr erfolgt sei. Die erste Mahnung sei am 14. Oktober 2004 verschickt worden; gleichtzeitig sei mit einer Kontostandsmeldung auf einen Zahlungsausstand von Fr. 668.55 per 14. Oktober 2004  worden. Die zweite (mit eingeschriebener Post verschickte) Mahnung sei am 27. Januar 2005 übermittelt worden.
F. Die Beschwerdeführerin liess sich nicht mehr vernehmen.
G. Am 1. Januar 2007 ging das Beschwerdeverfahren auf das  über. Mit Verfügung vom 29. März 2007 wurde der  die Zusammensetzung des Spruchkörpers bekannt gegeben; Ausstandsbegehren sind keine eingegangen.
Seite 3
C-2913/2006

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Das Bundesverwaltungsgericht übernimmt, sofern es zuständig ist, die Beurteilung der am 1. Januar 2007 bei den Eidgenössischen Rekurs- oder Schiedskommissionen oder bei den Beschwerdediensten der  hängigen Rechtsmittel. Die Beurteilung erfolgt nach neuem Verfahrensrecht (vgl. Art. 53 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungsgericht [VGG, SR 173.32]).
1.2 Gemäss Art. 31 VGG in Verbindung mit Art. 85bis Abs. 1 des  über die Alters- und Hinterlassenenversicherung vom 20. Dezember 1946 (AHVG, SR 831.10) beurteilt das  Beschwerden von Personen im Ausland gegen Verfügungen der Schweizerischen Ausgleichskasse. Es liegt keine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vor.
1.3 Aufgrund von Art. 3 Bst. dbis des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) findet das VwVG keine Anwendung in Sozialversicherungssachen, soweit das Bundesgesetz vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) anwendbar ist. Gemäss Art. 1 Abs. 1 AHVG sind die Bestimmungen des ATSG auf die im  Teil geregelte Alters- und Hinterlassenenversicherung anwendbar, soweit das AHVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG .
1.4 Die Beschwerdeführerin ist durch den angefochtenen  berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung, so dass sie im Sinne von Art. 59 ATSG  ist.
1.5 Da die Beschwerde im Übrigen frist- und formgerecht (Art. 60 ATSG und Art. 52 VwVG) eingereicht wurde, ist auf die Beschwerde einzutreten.
Seite 4
C-2913/2006
2.
2.1 Vorliegend ist strittig und vom Bundesverwaltungsgericht zu prüfen, ob die SAK die Beschwerdeführerin zu Recht aus der freiwilligen  ausgeschlossen hat. Diese Frage beurteilt sich aufgrund  Rechtssätze, die bei Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung hatten (BGE 126 V 136 Erw. 4b, 124 V 227 Erw. 1), somit nach den im Jahre 2006 geltenden Bestimmungen des AHVG, der Verordnung über die Alters- und  vom 31. Oktober 1947 (AHVV, SR 831.10) sowie der Verordnung über die freiwillige Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung vom 26. Mai 1961 (VFV, SR 831.111).
2.2 Gemäss Art. 2 Abs. 3 AHVG in Verbindung mit Art. 13 Abs. 1 VFV werden Versicherte aus der freiwilligen Versicherung ausgeschlossen, wenn sie ihren Jahresbeitrag nicht bis zum 31. Dezember des folgenden Kalenderjahres vollständig bezahlen.
2.3 Vor Ablauf der Frist hat die Ausgleichskasse den Versicherten eine eingeschriebene Mahnung mit Androhung des Ausschlusses ; diese Androhung kann mit der zweiten Mahnung gemäss Art. 17 Abs. 2 Satz 2 VFV erfolgen, das heisst mit der letzten  (Art. 13 Abs. 2 VFV).
2.4 Nach der Rechtsprechung des EVG stellt der Ausschluss aus der  Versicherung einen äusserst schwerwiegenden Eingriff in die Rechtsstellung des Betroffenen dar. Es ist deshalb unabdingbar, dass der vom Ausschluss bedrohte Versicherte genau weiss, welchen  er zu bezahlen hat und bis zu welchem Datum dieser Betrag bei der SAK einzugehen hat, damit der Ausschluss abgewendet werden kann. Aus diesem Grund wurde in Art. 13 Abs. 2 VFV auch festgelegt, dass eine Mahnung vor Ablauf der in Art. 13 Abs. 1 VFV vorgesehenen Frist ergehen muss (BGE 117 V 103 Erw. 2c, bestätigt mit Urteil des EVG vom 28. April 2005 i. Sa. P. V. S., Erw. 4.3 [H 224/04]).
Seite 5
C-2913/2006
3.
3.1 Die Beschwerdeführerin ist am 1. Mai 1997 in die freiwillige  aufgenommen worden (act. 1-2). Mit Beitragsverfügung vom 2. Juli 2004 setzte die Vorinstanz die Beiträge für die Jahre 2004 und 2005 auf Fr. 848.70 pro Jahr fest (act. 41). Diese Beitragsverfügung ist - unangefochten - in Rechtskraft erwachsen. Vorliegend ist , dass die Beschwerdeführerin bis Ende 2005 für das Jahr 2004 noch Fr. 668.55 schuldig blieb. Damit ist die in Art. 2 Abs. 3 AHVG in Verbindung mit Art. 13 Abs. 1 VFV statuierte Voraussetzung für den Ausschluss aus der freiwilligen Versicherung erfüllt.
3.2 Mit erster Mahnung vom 14. Oktober 2004 teilte die Vorinstanz der Beschwerdeführerin mit, dass ihr Beitragskonto per 30. Juni 2004  fälligen Betrag von Fr. 244.20 aufweise und bezifferte in der  Kontostandsmeldung das Guthaben der SAK per 14. Oktober 2004 auf Fr. 668.55 (act. 42). Mit einer zweiten, per Einschreiben  Mahnung vom 12. Januar 2005 wies die SAK die Versicherte darauf hin, dass der am 30. September 2004 (recte: 14. Oktober 2004) eingemahnte verfallene Beitrag nicht eingegangen sei; sie machte die Beschwerdeführerin gleichzeitig auf die gesetzlichen Bestimmungen aufmerksam, wonach die nicht fristgerechte Bezahlung von Beiträgen den Ausschluss aus der freiwilligen Versicherung nach sich ziehe (act. 38). Aus dem Gesagten erhellt, dass die Beschwerdeführerin  in rechtskonformer Weise gemahnt worden ist (Art. 13 Abs. 2 VFV). Als unerheblich erachtet das Bundesverwaltungsgericht in diesem  den Umstand, dass die Vorinstanz in ihrer zweiten  versehentlich angab, die erste Mahnung sei vom 30. September 2005 anstatt vom 14. Oktober 2005 datiert gewesen.
3.3 Art. 13 Abs. 4 VFV sieht vor, dass der Ausschluss aus der  nicht eintritt, wenn der Versicherte die Beiträge infolge höherer Gewalt nicht rechtzeitig entrichten kann oder die Überweisung der  in die Schweiz unmöglich ist. Persönliche Gründe  und finanzieller Natur, wie Sie von der Beschwerdeführerin  gemacht werden, vermögen indes aufgrund dieser Bestimmung den Ausschluss nicht zu verhindern, und die Versicherte trägt die  Verantwortung für die fristgerechte Bezahlung der geschuldeten
Seite 6
C-2913/2006
Beiträge. Somit ist der Ausschluss der Beschwerdeführerin aus der freiwilligen Versicherung auch aus diesem Blickwinkel nicht zu . Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
4. Das Verfahren ist für die Parteien kostenlos (Art. 85bis Abs. 2 AHVG). Die unterliegende Beschwerdeführerin hat keinen Anspruch auf  (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario).
Das Bundesverwaltungsgericht erkennt:
1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.
3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.
4. Dieses Urteil wird eröffnet:
- der Beschwerdeführerin (mit Gerichtsurkunde an die Zustelladresse in der Schweiz)
- der Vorinstanz - dem Bundesamt für Sozialversicherungen
Der vorsitzender Richter: Die Gerichtsschreiberin:
Michael Peterli Isabelle Pittet