Decision ID: 270465d7-795a-4808-8c59-808260f162d7
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
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A.
A.a A._ meldete sich am 22. August 2007 zum Bezug von IV-Leistungen an. Sie gab
an, sie sei als Hausfrau tätig (IV-act. 1). Der am 30. August 2007 erstellte Auszug aus
ihrem individuellen Beitragskonto (IK) wies nur bis 1996 Einträge auf (IV-act. 6). Dr.
med. B._ berichtete der IV-Stelle am 17. Oktober 2007, die Versicherte leide an
einem systemischen Lupus erythematodes. Es sei gerade eine Therapie begonnen
worden. Der Gesundheitszustand sei besserungsfähig (IV-act. 14). Dr. med. C._, Arzt
für Allgemeine Medizin FMH, berichtete der IV-Stelle am 11. Dezember 2007 (IV-act.
19), er habe die folgenden arbeitsfähigkeitsrelevanten Diagnosen erhoben:
Systemischer Lupus erythematodes (bestehend seit August 2006) und St. n.
laparoskopischer Cholezystektomie mit Stenose des Ductus hepaticus dextra
(bestehend seit 2000). Als Mitarbeiterin im Metallhandel sei die Versicherte zu 100%
arbeitsunfähig. Sie klage über massive Gelenkbeschwerden mit ausgeprägter
Morgensteifigkeit, die mehrere Stunden andauere, und über eine ausgeprägte
Müdigkeit und Kraftlosigkeit. Gemäss ihren eigenen Angaben könne die Versicherte
nicht mehr wie früher im Metallhandel des Ehemannes mitarbeiten. Auch im Haushalt
sei sie eingeschränkt; sie könne keine belastenden Tätigkeiten mehr ausführen. Dr.
med. D._ vom RAD hielt am 4. Januar 2008 fest, der Gesundheitszustand der
Versicherten sei noch nicht stabil (IV-act. 21). Dr. med. E._ berichtete der IV-Stelle
am 7. Februar 2008 (IV-act. 22), er könne noch keine sichere Prognose betreffend die
Arbeitsfähigkeit abgeben. Bei gutem Verlauf könne ein maximal 50%iges
Arbeitspensum neben der Tätigkeit im Haushalt, also eine weitgehend normale
Arbeitsfähigkeit erwartet werden. Die episodische Natur der Erkrankung könne aber
jederzeit zu einer Verschlechterung der Arbeitsfähigkeit führen. Grundsätzlich wäre die
bisherige Tätigkeit durchaus zumutbar. Da diese jedoch vom Ehemann abhänge, könne
sie wegen der Aufgabe des Geschäfts nicht mehr ausgeübt werden. Dr. C._
berichtete am 7. April 2008 (IV-act. 24), der Gesundheitszustand habe sich
verschlechtert. Subjektiv sei es zu einer Visusabnahme und zunehmend zu
generalisierten Schmerzen gekommen. Dr. E._ teilte am 21. August 2008 mit (IV-act.
27), aufgrund der persistierenden Krankheitsaktivität sei weiterhin von einer
eingeschränkten Arbeitsfähigkeit auszugehen. Es sei fraglich, ob die Versicherte neben
der Tätigkeit als Hausfrau und Mutter noch einer Arbeitstätigkeit nachgehen könne. Die
Versicherte gebe Allgemeinsymptome wie Müdigkeit, starkes Schwitzen, einen
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intermittierenden Brechreiz und einmalig Fieber, schubartige makulöse
Hautveränderungen, Schwellungen an den Unterschenkeln rechtsbetont und
morgendliche Fingerschwellungen an. Am 29. April 2009 gab Dr. E._ an (IV-act. 33),
anlässlich der letzten Kontrolle habe die Versicherte über wechselnde
Gelenkbeschwerden, vor allem im Bereich des rechten Kniegelenks, und über
Schwellungen im Bereich der Füsse berichtet. Eine ungefähr 50%ige Arbeitsfähigkeit
scheine zur Zeit möglich zu sein. Dr. med. F._ vom RAD hielt dazu am 25. Juni 2009
fest (IV-act. 34), der Gesundheitszustand der Versicherten sei nun stabil genug zur
Klärung versicherungsmedizinischer Fragen. Durch die wechselnden
Gelenkschwellungen und die krankheitsbedingte Müdigkeit bestünden
Einschränkungen der körperlichen und der psychischen Belastbarkeit. Der Beginn der
Arbeitsunfähigkeit könne auf August 2006 datiert werden. Seit dem 11. Februar 2009
bestehe eine medizinisch zumutbare Arbeitsfähigkeit von 50%. Davor habe die
Arbeitsfähigkeit 0% betragen. Die konkreten Einschränkungen als Hausfrau würden
sich dann bei der Abklärung an Ort und Stelle zeigen. Möglich seien körperlich leichte,
wechselbelastende Tätigkeiten, die überwiegend im Sitzen ausgeübt werden könnten,
ohne Zwangshaltungen, ohne Nässe, Kälte, Zugluft oder starke
Temperaturschwankungen und ohne besondere Anforderungen an die Feinmotorik und
die Handkraft. Es seien keine weiteren medizinischen Abklärungen notwendig.
A.b Die Haushaltabklärung erfolgte am 30. Juli 2009. Die Abklärungsperson hielt in
ihrem Bericht vom 14. August 2009 fest, die Versicherte habe angegeben, ohne den
Gesundheitsschaden würde sie gelegentlich als Fahrerin im Metallhandel des
Ehemannes arbeiten. Sie würde jedoch keine ausserhäusliche Tätigkeit ausüben. Die
Abklärungsperson gab dazu an, die Versicherte habe in der Vergangenheit als Fahrerin
geholfen, ohne dabei etwas zu verdienen, weshalb auch kein AHV-pflichtiges
Einkommen abgerechnet worden sei. Die Versicherte sei als Hausfrau zu qualifizieren.
Sie habe nämlich lediglich das Auto gefahren. Die eigentliche körperliche Tätigkeit
habe immer der Ehemann ausgeführt. Wenn sie gesund wäre, würde die Versicherte
sowieso nur wieder dem Ehemann helfen. In Bezug auf einzelne Arbeiten im Haushalt
hielt die Abklärungsperson gestützt auf die Angaben der Versicherten fest, für die
Haushaltführung (3,1%) bestehe keine Invalidität. Auch für die Ernährung (61,92%) sei
keine Invalidität anzunehmen, denn nur das Heben von schweren Pfannen und das
Rüsten von Kartoffeln usw. sei der Versicherten nicht mehr zumutbar. Diese Arbeiten
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seien im Rahmen der Schadenminderungspflicht von den Familienmitgliedern zu
erledigen. Bei der Wohnungspflege (17,13%) könne die Versicherte mit Ausnahme der
Fensterreinigung und des Aufnehmens des Bodens alle Arbeiten noch selbst erledigen.
Auch hier müssten die Angehörigen im Rahmen der Schadenminderungspflicht die
entsprechenden Arbeiten übernehmen, so dass die Versicherte auch in diesem Bereich
nicht invalid sei. Dass die Versicherte angegeben hatte, sie brauche für viele Arbeiten
doppelt so viel Zeit wie ohne die Behinderung, wurde von der Abklärungsperson nicht
in eine Invalidität umgesetzt. Beim Einkauf und den weiteren Besorgungen (6,71%) war
die Versicherte nicht eingeschränkt. Bei der Wäsche und der Kleiderpflege (11,15%)
bestand zwar eine Beeinträchtigung, aber auch hier nahm die Abklärungsperson eine
Schadenminderungspflicht der Familienangehörigen an, so dass keine Invalidität
resultierte. Im Haushalt war die Versicherte also gemäss den Angaben der
Abklärungsperson nicht invalid. Die Versicherte machte am 9. August 2009 geltend, sie
müsse ihrem Ehemann bei der Arbeit helfen, er sei auf sie angewiesen. Die
Abklärungsperson hielt in ihrem Bericht abschliessend fest, die Aussagen der
Versicherten seien immer wieder "total gegensätzlich und jedes Mal wieder anders"
gewesen. Die Versicherte habe sich auf nichts festlegen können. Einmal habe sie
Einschränkungen durch den Lupus geltend gemacht, dann wieder psychische oder
rückenbedingte Einschränkungen usw. Eine eigentliche Einschränkung im Haushalt
habe aber nicht festgestellt werden können. Es scheine sich eher um ein finanzielles
Problem zu handeln. Dr. F._ vom RAD hielt am 4. September 2009 fest, die
Ausführungen im Abklärungsbericht seien medizinisch nachvollziehbar (IV-act. 41).
A.c Mit einem Vorbescheid vom 11. September 2009 teilte die IV-Stelle der
Versicherten mit, dass sie beabsichtige, das Rentenbegehren abzuweisen, da keine
Invalidität bestehe (IV-act. 44). Die Versicherte wandte am 15. September 2009 ein, sie
könne den Haushalt nicht mehr wie vorher machen und sie könne einen Teil der Arbeit
(50%) bei ihrem Ehemann nicht mehr leisten. Die Kinder hätten nicht immer Zeit, im
Haushalt zu helfen, und der Ehemann sei auch krank. Ihr Gesundheitszustand
verschlechtere sich immer mehr. Mit einer Verfügung vom 19. Oktober 2009 wies die
IV-Stelle das Rentengesuch ab (IV-act. 46).
B.
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B.a Die Versicherte erhob am 12./18. November 2009 Beschwerde gegen diese
Abweisungsverfügung (act. G1). Sie machte geltend, sie habe bei ihrem Ehemann
mitgearbeitet. Das könne sie nun nicht mehr. Finanziell müsste sie aber arbeiten.
Deshalb wolle sie nochmals eine Abklärung. Der Beschwerde lagen alte Berichte von
Dr. C._ bei.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 18. Februar 2010 die Abweisung der
Beschwerde (act. G8). Sie machte geltend, strittig sei die Qualifikation der
Beschwerdeführerin. Diese habe in der Anmeldung angegeben, sie sei als Hausfrau
tätig. Gemäss dem IK-Auszug sei fast kein Lohn für sie abgerechnet worden. Bei der
Abklärung vor Ort habe die Beschwerdeführerin angegeben, sie würde heute noch
gelegentliche Fahrten für ihren Ehemann ausführen, aber sie ginge keiner
ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit nach. Sie habe auch früher nur das Auto gefahren.
Es könne nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden,
dass die Beschwerdeführerin ohne den Gesundheitsschaden einer Erwerbstätigkeit
nachginge. Aufgrund der Akten sei eindeutig erstellt, dass die Beschwerdeführerin als
Hausfrau zu qualifizieren sei. Gegen die für den Haushalt ermittelte Einschränkung
bringe die Beschwerdeführerin nichts Konkretes vor.
B.c Die Beschwerdeführerin wandte am 8. März 2010 ein (act. G11), sie habe der
Beschwerdegegnerin gesagt, dass sie bei ihrem Ehemann mitarbeiten würde. Durch
die Krankheit sei sie im Haushalt und bei ihrem Ehemann sehr stark eingeschränkt. Ihr
Ehemann könne im Haushalt nicht helfen und sie könne die Kinder nicht für den ganzen
Haushalt verantwortlich machen. Wenn sie könnte, würde sie arbeiten gehen. Aber ihr
Gesundheitszustand werde immer schlimmer, nicht besser.
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 12. April 2010 auf eine Stellungnahme
zur Replik (act. G13).

Erwägungen:
1.
Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die im Aufgabenbereich tätig sind und denen die
Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, wird für die
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Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in
welchem Mass sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 8 Abs. 3
ATSG i.V.m. Art. 28a Abs. 2 IVG). Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind
oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten mitarbeiten, wird für diesen Teil die
Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich
tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In
diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im
Betrieb des Ehegatten und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und
der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG).
1.1 Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin in Bezug auf die Methode
zur Bemessung des Invaliditätsgrades als "Nur-Hausfrau" qualifiziert.
Dementsprechend hat sie den Invaliditätsgrad gestützt auf Art. 8 Abs. 3 ATSG i.V.m.
Art. 28a Abs. 2 IVG anhand eines reinen Betätigungsvergleichs ermittelt. Die
Beschwerdeführerin hat offenbar anlässlich der Haushaltabklärung geltend gemacht,
sie würde teilzeitlich im Betrieb ihres Ehemannes mitarbeiten, wenn sie gesund wäre.
Das würde bedeuten, dass ihr Invaliditätsgrad nach der sogenannten gemischten
Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) zu bemessen wäre. Der Abklärungsbericht enthält keine
Ausführungen zu diesem Punkt, so dass anzunehmen ist, dass die Beschwerdeführerin
weder zur Art noch zum Umfang ihrer hypothetischen Tätigkeit im Betrieb des
Ehemanns befragt worden ist. Im Bericht fehlt aber auch jeder Hinweis darauf, dass
andere Abklärungen zu diesem Punkt (z.B. eine Befragung des Ehemannes) erfolgt
wären. Warum die Abklärungsperson davon ausgegangen ist, dass es sich bei der
Mitarbeit der Beschwerdeführerin nur um Gefälligkeiten in der Form von
Chauffeurdiensten mit dem Auto handeln würde, die ökonomisch vernachlässigbar
wären, lässt sich unter diesen Umständen nicht nachvollziehen. Die Abklärungsperson
hat diese hypothetische Mitarbeit ignoriert und die Beschwerdeführerin als "Nur-
Hausfrau" qualifiziert, ohne diese Vorgehensweise zu begründen. Der Umstand, dass
der Beschwerdeführerin früher kein Lohn ausbezahlt worden ist und dass ihr wohl auch
für eine hypothetische Erwerbstätigkeit im Betrieb des Ehemannes kein Lohn
ausgerichtet würde, ist irrelevant, denn gemäss Art. 28a Abs. 3 IVG wäre trotzdem für
den Erwerbsteil ein Einkommensvergleich gemäss Art. 16 ATSG vorzunehmen. Mit
dem Fehlen einer Lohnzahlung bei einer hypothetischen Erwerbstätigkeit lässt sich die
Qualifikation der Beschwerdeführerin als "Nur-Hausfrau" also nicht begründen. In den
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Akten fehlt mit Ausnahme des Hinweises, dass der Ehemann der Beschwerdeführerin
mit Metall handle, jede Information über den Betrieb, so dass der mögliche Bedarf
nach einem Arbeitseinsatz der Beschwerdeführerin und gegebenenfalls die Art und der
Umfang einer Mitarbeit nicht beurteilt werden können. Als Folge der Verletzung der
Untersuchungspflicht in diesem Punkt ist es nicht möglich, die Behauptung der
Beschwerdeführerin, sie wäre bei guter Gesundheit zu 50% im Betrieb des Ehemannes
tätig, oder die gegenteilige (sinngemässe) Behauptung der Beschwerdegegnerin, es
würde sich nur um vernachlässigbare Chauffeurdienste handeln, auf ihre jeweilige
Überzeugungskraft zu prüfen. Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin steht
deshalb nicht mit ausreichender Wahrscheinlichkeit fest, dass die Beschwerdeführerin
nur gelegentlich gefälligkeitshalber Chauffeurdienste ausüben würde, so dass nicht von
einer (hypothetischen) relevanten Mitarbeit im Betrieb des Ehemannes auszugehen und
der Invaliditätsgrad anhand eines reinen Betätigungsvergleichs zu erheben sei.
Vielmehr besteht die Möglichkeit, dass die Beschwerdeführerin in einem durchaus
erheblichen Ausmass mitarbeiten würde, wenn sie gesund wäre, so dass für diesen Teil
ein Einkommensvergleich durchzuführen wäre. Da auch nicht bekannt ist, wie die
Mitarbeit der Beschwerdeführerin aussähe, könnte die entsprechende Arbeitsfähigkeit
nicht ermittelt werden. In Bezug auf die Frage nach einer allfälligen (hypothetischen)
Mitarbeit der Beschwerdeführerin im Betrieb des Ehemannes besteht also ein
erheblicher zusätzlicher Abklärungsbedarf, der befriedigt werden muss, bevor die
Frage nach der Bemessungsmethode beantwortet werden kann bzw. allenfalls bevor
der massgebende Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin mittels der sogenannten
gemischten Methode ermittelt werden kann.
1.2 Da die Verletzung der Untersuchungspflicht in Bezug auf die Umstände, welche
die Methode der Invaliditätsbemessung bestimmen, eine Beurteilung des
Rentenanspruchs ausschliesst und zur Rückweisung der Sache an die
Beschwerdegegnerin führt, erübrigen sich weitere Ausführungen insbesondere zu den
Grundlagen des Einkommensvergleichs (Art. 16 ATSG). Trotzdem sei auf das Folgende
hingewiesen: In seinem Bericht vom 7. Februar 2008 hat Dr. E._ angegeben, es sei
noch keine sichere Prognose in Bezug auf die gesundheitliche Entwicklung möglich, so
dass auch noch keine Arbeitsfähigkeitsschätzung abgegeben werden könne. Bei
gutem Verlauf könne eine nahezu normale Arbeitsfähigkeit erreicht werden, wobei er
als solche eine 50%ige Arbeitsfähigkeit neben der Tätigkeit im Haushalt bezeichnete;
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bei schwerem Organbefall könne aber auch eine vollständige Invalidität resultieren. Am
29. April 2009 hat Dr. E._ ausgeführt, die Prognose sei unsicher; es könnten jederzeit
Rückfälle auftreten. Zur Zeit scheine eine Arbeitsfähigkeit von 50% möglich zu sein. Ob
damit wiederum eine weitgehend normale oder aber eine um 50% eingeschränkte
Arbeitsfähigkeit gemeint war, ergibt sich aus diesem Bericht nicht. Dr. F._ vom RAD
hat am 25. Juni 2009 jedenfalls den Schluss gezogen, dass der Gesundheitszustand
nun zur Klärung versicherungsrechtlicher Fragen stabil genug sei. Für eine adaptierte
Tätigkeit sei eine Arbeitsfähigkeit von 50% anzunehmen. Die konkreten
Einschränkungen im Haushalt würden sich bei der Abklärung an Ort und Stelle
ergeben. Es ist davon auszugehen, dass sich der Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin bis zur Haushaltabklärung nicht mehr relevant verändert hat, denn
sonst wäre dies von den behandelnden Ärzten mitgeteilt worden. Deutet man die
Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. E._ so, dass die Beschwerdeführerin in einer
adaptierten Tätigkeit 50% eingeschränkt sei, wäre zu erwarten gewesen, dass die
Haushaltabklärung einen deutlich höheren Invaliditätsgrad ergeben hätte, und zwar
selbst dann, wenn die Schadenminderungspflicht in der Form der Mithilfe der
Familienangehörigen vollumfänglich ausgenützt worden wäre. Die Haushaltarbeit
umfasst nämlich viele Tätigkeiten, die nicht in der von Dr. F._ angegebenen Form
behinderungsadaptiert sind. Dr. E._ hat keine Arbeitsfähigkeitsschätzung für nicht
adaptierte Tätigkeiten angegeben. Aber es ist davon auszugehen, dass der
entsprechende Arbeitsunfähigkeitsgrad in jedem Fall über 50% liegen würde. Ein
erheblicher Teil der Arbeiten im Haushalt der Beschwerdeführerin können
erfahrungsgemäss nicht behinderungsadaptiert sein. Derartige Tätigkeiten könnten von
der Beschwerdeführerin also eigentlich nur in einem geringen Umfang ausgeübt
werden. Tatsächlich hat die Beschwerdeführerin aber nur sehr wenige Arbeiten
angegeben, die ihr nicht mehr möglich/zumutbar seien. Dementsprechend ist auch die
Mitarbeit der Familiengehörigen zur Kompensation der Arbeitsunfähigkeit der
Beschwerdeführerin nur für einige wenige Tätigkeiten als erforderlich betrachtet
worden. Also stimmt entweder die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. E._ nicht oder
die Beschwerdeführerin hat viel zu optimistische Angaben zu ihrer Arbeitsfähigkeit im
eigenen Haushalt gemacht. Den Akten, insbesondere dem Bericht über die Abklärung
an Ort und Stelle, kann nicht entnommen werden, was zutrifft, da der Inhalt des
besagten Berichts nur beweistauglich sein kann, wenn er mit der medizinischen
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Einschätzung der Arbeitsfähigkeit im Haushalt übereinstimmt. Das kann vorliegend
nicht beurteilt werden, so dass auch in diesem Zusammenhang ein Klärungsbedarf
besteht. Die Beschwerdegegnerin wird deshalb auch in Bezug auf die Invalidität der
Beschwerdeführerin im Haushalt weitere medizinische Abklärungen und allenfalls auch
einen erneuten Augenschein (Haushaltabklärung) vorzunehmen haben.
2.
Die angefochtene Abweisungsverfügung beruht auf einem in Verletzung des
Untersuchungsgrundsatzes nicht ausreichend abgeklärten massgebenden Sachverhalt.
Es steht entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin nicht mit dem Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass die Beschwerdeführerin zu weniger
als 40% (Art. 28 Abs. 2 IVG) invalid ist. Die angefochtene Verfügung ist deshalb
aufzuheben und die Sache ist zur weiteren Abklärung des Sachverhalts an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Das Beschwerdeverfahren in IV-Sachen ist
kostenpflichtig. Die Kosten sind von der unterliegenden Partei zu tragen. Die
Gerichtsgebühr bemisst sich nach dem Verfahrensaufwand. Dieser erweist sich als
leicht unterdurchschnittlich, weshalb die Gerichtsgebühr auf Fr. 500.- festgesetzt wird.
Die Rückweisung zur weiteren Abklärung des Sachverhalts ist praxisgemäss im
Hinblick auf die Verfahrenskosten als vollumfängliches Unterliegen der Verwaltung zu
betrachten, weshalb die Beschwerdegegnerin für die gesamte Gerichtsgebühr
aufzukommen hat.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39
VRP