Decision ID: 452bdd5f-f4d0-45d2-b6d0-0ca07498eff2
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1964, war vom
1.
November 2002 bis 3
0.
September 2010
bei der
Y._
AG in leitender Position tätig (
Urk.
7/13/9 und 7/13/14). Am
6.
Dezember 2010 (
Urk.
7/2) meldete er sich we
gen einer Erschöpfungsdepression (Burnout) bei der Invalidenversicherung zum
Leistungs
bezug
an. Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte
erwerbliche und medizinische Abklärungen
und sprach dem Ver
sicherten mit Ver
fügung vom
9.
Januar 2012 bei einem Invaliditätsgrad von 85
%
eine ganze Rente ab
1.
Juli 2011 zu (
Urk.
7/34;
Urk.
7/31).
Ab
1.
April 2011 war
d
er
Versicherte
zunächst zu 50
%
bei der
Z._
AG als Consultant und Projekt Manager tätig (
Urk.
7/35/3-5). Ab
2012 betrug sein Pensum 70
%
(vgl.
Urk.
7/35/2).
Mit Mitteilung vom 2
6.
März
2012 (
Urk.
7/42) bestätigte die IV-Stelle die unveränderte Invalidenrente, eben
so
mit Mitteilung vom 1
3.
März 2013 (
Urk.
7/50).
Im September 2014 wurde eine
weiter
e Revision vorgenommen (
Urk.
7/55
). Die IV-Stelle tätigte erneut
Abklärungen (
Urk.
7/57-59) und stellte mit Vorbescheid
vom
9.
März 2015 die Einstellung der Rente in Aussicht (
Urk.
7/63). Dagegen er
hob der Versicherte am 2
6.
März 2015 (
Urk.
7/64) und
2
9.
April 2015 (
Urk.
7/67
)
Einwände.
Mit Verfügung vom 2
0.
Mai 2015 (
Urk.
7/70) hob die IV-Stelle die bis
herige ganze Rente auf das Ende des der Zustellung folgenden Mo
nats auf und entzog einer Beschwerde gegen diese Verfügung die aufschiebende Wirkung (
Urk.
7/70 =
Urk.
2).
2.
Am 2
8.
Mai 2015 erhob der Versicherte Beschwerde gegen die Verfügung vom 2
0.
Mai 2015 (
Urk.
2) und beantragte deren Aufhebung sowie die
Weiteraus
richtung
der ganzen Rente. In prozessualer Hinsicht beantragte er die Wieder
herstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde und die Gelegenheit zur Einreichung einer Replik (
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 2
6.
Juni
2015 (
Urk.
6) beantragte die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Be
schwerd
e. Mit Verfügung vom
2.
Juli 2015 (
Urk.
8) wurde das Gesuch um Wie
derher
stellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde abgewiesen und dem Be
schwerdeführer die Beschwerdeantwort zugestellt. Dieser äusserte sich mit Repli
k vom
9.
Juli 2015 (
Urk.
10) und reichte weitere Urkunden ein (
Urk.
11/1-2), wovon die Beschwerdegegnerin am
4.
August 2014 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
12).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
)
. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenan
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesent
lichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn
sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesund
heits
zustandes erheblich verändert haben
(BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hinweisen).
Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich geblie
bener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts
9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E.
1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3).
Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswir
kung
en eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechts
kräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit
rechts
kon
former
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung be
ruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundes
ge
richts
9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
(
IVG
)
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines
psychischen Ge
sundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkung
en der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen
guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte;
das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbs
tä
tigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
träch
ti
gung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die
Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist – auch bei psychischen Er
krankungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unab
dingbar, das (fach-)
ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiese
nermassen die Arbeits-
und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stär
ker psychosoziale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunfts
ängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Ein
zelfall in den Vorder
grund
treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss
eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhan
den
sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beein
träch
tigungen, welche von den belastenden soziokulturel
len Faktoren herrühren, be
steh
en darf, sondern davon psychiatrisch zu unter
scheidende Befunde zu um
fassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Ver
stimmungszuständen klar unter
scheidbare andauernde Depression im
fachmedi
zinischen
Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokultu
rellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselb
stän
digte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invali
dität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im We
sentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokultu
rellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen auf
gehen, ist kein inval
i
di
sierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E.
5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigentli
chen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen ver
selbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad
seiner – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Folgen
verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend aus
wirken (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012 E. 3.2 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a,
122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Streitig und zu prüfen ist, ob seit dem Erlass der Rentenverfügung vom
9.
Januar 2012, dem Datum der letzten umfassenden Sachverhaltsprüfung
(vgl. vorstehend E. 1.1)
, bis zum Zeitpunkt der vorliegend
angefochtenen Verfügung vom 2
0.
Mai 2015 eine anspruchsrelevante Änderung eingetreten ist.
2.2
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Entscheid damit, dass
sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers kontinuierlich verbessert habe
und er sein Pensum auf 80
%
habe steigern können. Als Elektroingenieur könne er im Gesundheitsfall ein Jahreseinkommen von
Fr.
130‘048.40 erzielen. Die angestammte Tätigkeit sei ihm im Umfang von 80
%
zumutbar, womit er
Fr.
104‘038.70 erzielen könne. Auf das effektiv erzielte Einkommen könne nicht abgestellt werden, da es nicht marktüblich sei. Damit ergebe sich ein
Invalidi
tätsgrad
von 20
%
. Es bestehe bei einer Revision keine Bindung an frühere Be
urteilungen. Der Beschwerdeführer habe sein früheres Arbeitsverhältnis aus per
sönlichen Gründen gekündigt, weshalb bereits in der ersten Rentenverfügung nicht auf das dabei erzielte Einkommen hätte abgestellt werden dürfen (
Urk.
2 S. 2 f.;
Urk.
6).
2.3
Dem hielt der Beschwerdeführer entgegen, es sei weiterhin vom letztmals erziel
ten und in der ursprünglichen Rentenberechnung verwendeten
Valideneinkom
men
von
Fr.
305‘440.65 auszugehen. Seine konkret verwertete
Restarbeitsfähig
keit
erlaube ihm ein Jahreseinkommen von
Fr.
75‘720.--
. Weiter habe die
Be
schwerdegegnerin
sein rechtliches Gehör verletzt, indem sie erst in der ange
fochtenen Verfügung von einer Kündigung aus persönlichen Gründen - was nicht zutreffe - ausgegangen sei. Er erziele keinen Soziallohn. Heute würde er ein
Valideneinkommen
von
Fr.
335‘983.-- erzielen. Ein Revisionsgrund sei nicht gegeben
(
Urk.
1 S. 3 ff.
;
Urk.
10 S. 2 ff.
).
3.
3.1
Die rentenzusprechende
Verfügung vom
9.
Januar 2012 (
Urk.
7/34) erging ge
stützt
auf das Gutachten von
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 2
0.
Juni 2011 (
Urk.
7/22; vgl.
Urk.
7/31).
Dr.
A._
stellte
folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 17):
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelschwere depressive Episode mit somatischem Syndrom und multipler
Psychosomatisierung
(ICD-10: F33.11, F45.37), ausgelöst durch psychosoziale
Belastungsfak
toren
mit und bei
Burn-out durch jahrelange Ausschöpfung der Ressourcen im Rahmen einer schweren Belastungssituation im Arbeitsbereich (ICD-10: Z73.0),
aktuell in neuer Anstellung mit ungenügender Honorierung konfron
tiert, anhaltende Verunsicherung und Frustration (ICD-10: Z56)
Probleme in der Beziehung zur Ehefrau, mit ehelicher Zerrüttung, Ab
weisung durch Ehefrau und Verlust der Definition als Familienvater und Ehemann, aktuell Ablösungsprozess, Neudefinierung, Konflikte bezüglich Trennungsvereinbarung (ICD-10: Z63.5, Z63.0)
Der Beschwerdeführer scheine sich aus psychiatrischer Sicht zwar soweit erholt zu haben, dass er (bei flexibler Arbeitseinteilung) die Motivation, Konzentration
und den
Durchhaltewillen mobilisieren könne,
er
sei aber weiterhin verunsi
chert
, ängstlich-unsicher, vermindert belastbar und leide unvermindert an
Ap
pe
tit
stö
rungen
sowie den bekannten psychosomatischen Leiden. Es sei auf die schwer ins Gewicht fallende erneut zunehmende Frustration und Verunsiche
rung des Beschwerdeführers hinzuweisen, der sich für seine Arbeit auf hohem Niveau mit einem Hilfsarbeiterlohn als auf längere Sicht ungenügend entschä
digt wisse, und auch Zeichen des Goodwills seines Arbeitgebers
vermisse (S. 16 unten). Ak
tu
ell rücke diese Konfliktsituation bei noch ungenügender
Belas
tungsfähigkeit
des Beschwerdeführers, der sich gegenwärtig offenbar auch dem
Erwartungs
druck
seines Arbeitgebers, baldmöglichst auf 80 bis 100
%
aufzusto
cken, ausge
liefert sehe, in den Vordergrund, dies nicht zuletzt auch im Hinblick auf die Erschöpfung der finanziellen Ressourcen. Es persistiere damit unverän
dert eine psychosoziale Belastungssituation, die das depressive Geschehen un
terhalte, und die Stagnation des Zustandsbildes, gegenwärtig weiterhin im mit
telgradig-de
pres
siven Bereich trotz konsequenter psychiatrischer und
psycho
pharma
kolo
gischer
Behandlung, erklären dürfte (S. 17).
In seinem aktuellen Aufgabenbereich als EDV-Projektleiter sei er aufgrund der aktuellen mittelgradigen stagnierenden depressiven Episode zu 50
%
arbeitsun
fähig. Sein Zustand sei allerdings nicht mit einer Kaderfunktion mit Verant
wortung für ein grosses Team und grosse Budgets vereinbar. Prognostisch sei von einem Wiedererlangen
einer vollen Arbeitsfähigkeit per Ende 2011 auszu
gehen, vorausgesetzt, die anhaltende psychosoziale Belastungssituation (unge
nü
gende Honorierung des aktuellen Arbeitswiedereinstiegs, anhaltende Kon
flik
te be
züglich Trennung von der Ehefrau) könne ausgelotet und geklärt wer
den (S.
18).
Wenn nicht, drohten die Depressivität und die begleitenden psy
choso
ma
tischen Reaktionen zu
chronifizieren
(S. 19).
Gestützt auf dieses Gutachten sprach die Beschwerdegegnerin dem Beschwer
de
führer bei einem Invaliditätsgrad von 85
%
eine ganze Rente ab
1.
Juli 2011 zu.
3.2
Im Rahmen der erstmaligen Revision berichtete
Dr.
med.
B._
, Psy
chia
trie und Psychotherapie,
C._
AG, am
1
6.
März 2012 (
Urk.
7/40/7-10)
und
führte aus, der Beschwerdeführer sei als Projektmitarbeiter und gelernter Elektroingenieur
seit
1.
Januar 2012 zu 30
%
arbeitsunfähig (
Ziff.
1.6).
Er leide unter belastungsabhängiger Stimmungslabilität,
Konzentrati
onsschwierigkeiten
,
Denkeinengung, Insuffizienzgefühlen, Schlafstörungen, so
matischen Beschwer
den
wie Frequenzzunahme der chronischen Diarrhoe und
restless
leg
–
Sympto
ma
tik sowie Verlangsamung und rascher Erschöpfbarkeit. Die bisherige Tätig
keit sei noch zumutbar, zu 70
%
, mit schrittweiser Erhöhung über die nächsten Monate (
Ziff.
1.7). Die Einschränkungen liessen sich durch Fortsetzung der bis
herigen Massnahmen verbessern, zusätzlich sei die Medika
tion erhöht worden
(
Ziff.
1.8).
Konzentrationsvermögen, Anpassungsfähigkeit und Belastbarkeit seien
leicht eingeschränkt (
Urk.
7/40/10).
Aufgrund dieses Berichts teilte die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer
am 2
6.
März 2012 mit, dass sein Rentenanspruch unverändert sei (
Urk.
7/42; vgl.
Urk.
7/41/2).
3.3
Im Rahmen der zweiten Rentenrevision berichtete
Dr.
B._
am
6.
Dezember 2012 (
Urk.
7/45/3) und diagnostizierte eine mittelgradige depressive Störung, differentialdiagnostisch rezidivierend, aktuelle Symptomverschlechterung unter
psychosozialer Belastung. Der Beschwerdeführer sei aktuell zu 70
%
arbeitsfä
hig
. Ergänzend führte er am 2
1.
Februar 2013 (
Urk.
7/48) aus, dass der Be
schwer
de
führer seit dem letzten Bericht vom März 2012 bis auf wenige kurze Zeit de
pressiv gestimmt, erschöpft, müde, teils grüblerisch mit
Versagensgefüh
len
ge
we
sen sei und wenig Freudgefühle bei seinen Interessen gehabt habe. Aufgrund der zeitlichen und inhaltlichen Anforderungen mit Pendeln nach
D._
seien Schwierigkeiten in der Berufsausübung als Projektleiter die Folge gewe
sen. In der Konsequenz seien wiederkehrende spannungsgeladene Konflikte mit seinem Vorgesetzten aufgetreten. Eine vorzeitige Aufgabe der beruflichen Tä
tigkeit sei in der Behandlung thematisiert worden. Der hohe Leistungsanspruch des Be
schwer
deführers, die damit verbundene Scham und sein Wunsch, seine getrennt von ihm lebende Ehefrau und die beiden halbwüchsigen Kinder finan
ziell zu versorgen, hätten ihn die Belastung auf sich nehmen lassen, was zu Er
schöp
fungszuständen und einer Zunahme körperlicher Beschwerden geführt habe. In nahezu wöchentlichen Konsultationen seien die zahlreichen
Belas
tungsfaktoren
aufgegriffen und wo möglich vertieft worden. Ein zwischenzeitli
cher
Behand
lungsversuch
mit
Mirtazapin
habe wegen Tagessedierung aufgege
ben werden müssen.
Eine prozentuale Steigerung der aktuell ausgeübten
lei
densangepassten
Tätigkeit über die aktuellen 70
%
sei aus therapeutischer Sicht nicht angezeigt und würde letztlich das Risiko einer Dekompensation erhöhen.
3.4
Dazu hielt
Dr.
med.
E._
, Facharzt Allgemeinmedizin, Regionaler Ärztli
cher Dienst (RAD), am
4.
März 2013 fest, es könne keine relevante Verbesserung des
Gesundheitsschadens mehr ausgewiesen werden. Das Krankheitsgeschehen habe sich stabilisiert bei einer Restarbeitsfähigkeit von 70
%
in
leidensange
passter
Tätigkeit und anhaltender Unzumutbarkeit der ehemals angestammten Tätigkeit (
Urk.
7/49/3).
Gestützt auf diese medizinische Aktenlage erging die Mitteilung des unverän
derten Rentenanspruchs vom 1
3.
März 2013 (
Urk.
7/50).
3.5
Ab Januar 2014 erhöhte der Beschwerdeführer sein Pensum auf 80
%
(vgl.
Urk.
7/52
;
Urk.
7/55/6-7
). Daraufhin leitete die Beschwerdegegnerin ein erneu
tes
Revisionsverfahren ein (
Urk.
7/53).
Dr.
B._
führte mit Bericht vom 1
6.
Dezember 2014 (
Urk.
7/59) aus, die Diag
nosen seien im Vergleich zum Vorbericht 2012 unverändert. Beim letzten Kon
takt mit dem Beschwerdeführer vom
7.
Mai 2014
seien der psychopathologische Befund und die damit verbundenen funktionellen Einschränkungen nahezu un
verändert gewesen. Diese hätten insbesondere aus einer fluktuierenden Symp
to
matik, vor allem einer starken
Grübelneigung
, depressiver Niedergeschlagen
heit, teils starken Insuffizienz- und Schuldgefühlen mit Selbstabwertung bei sehr hohem Leistungsanspruch
bestanden
. Damit verbunden
gewesen
seien wie
der
keh
rende und teilweise den Alltag und die Berufsausübung beeinträchti
gende
An
spannungszustände
mit Schlaflosigkeit und funktionellen körperlichen Be
schwer
den (S. 1).
Hinsichtlich der Fähigkeiten hielt
Dr.
B._
fest, die Anpassung an Regeln und Routinen, die Planung und Strukturierung von Aufgaben, die Anwendung fach
licher Kompetenz und die Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit seien nicht ein
ge
schränkt, ebenso die Selbstpflege, die Benutzung öffentlicher Verkehrs
mittel, die Fahrtauglichkeit und die Auffassung. Leicht eingeschränkt seien die
Durch
haltefähigkeit
, die Konzentrations- und die Merkfähigkeit. Mittel einge
schränkt seien die Flexibilität und Umstellung, die Selbstbehauptungsfähigkeit sowie die Belastbarkeit im Alltag und im Beruf (S. 1 unten f.).
Die Behandlung sei in beidseitigem Einverständnis am
7.
Mai 2014 beendet wor
den, nachdem es zwischenzeitlich zu einer längeren Therapiepause gekom
men sei.
Bis zum 1
7.
Januar 2014 hätten über einen längeren Zeitraum monat
liche Sitzungen stattgefunden. Unverändert zu den Vorberichten
bis zur letzten Konsultation sei von ausreichender Stabilität auszugehen, die jedoch recht fragil sei und sich situativ schnell ändern könne. Die Arbeitsfähigkeit könne eventuell durch Optimierung der medikamentösen Behandlung verbessert werden, obwohl einschränkend zu sagen sei, dass aufgrund der chronischen Diarrhoe therapeu
tische Wirkspiegel bei gleichzeitiger Freiheit von Nebenwirkungen schwer zu erreichen seien (S. 2).
3.6
Dr.
sc.
F._
, Fachpsychologie für Psychotherapie FSP, führ
t
e mit Schreiben vom
2.
Juni 2015 (
Urk.
11/1) zuhanden des Rechtsvertreters aus, er
habe den Beschwerdeführer erstmals am
1.
Februar 2010 gesehen. Dieser habe von
depressiven sowie körperlichen Symptomen im Zusammenhang mit der schwie
rigen beruflichen Situation berichtet. Hinzu seien Belastungsfaktoren aus dem privaten Umfeld gekommen. Am 1
5.
Juli 2010 sei der Beschwerdeführer in die
C._
eingewiesen worden und habe sich dort bis zum 2
6.
Okto
ber 2010 aufgehalten. Danach sei er ambulant durch
Dr.
B._
weiter
betreut
worden (S.
1). Er sei am 2
5.
März 2015
zwecks weiterer Begleitung
er
neut zu
ihm
(
Dr.
F._
) gekommen. Zuerst sei die Situation relativ stabil gewe
sen. Aufgrund der Androhung der Rentenkürzung sei der Gesundheitszu
stand des Beschwerdeführers nun erneut sehr instabil, mit latenter Suizidalität, jedoch mit Non-Suizid-Versprechen (S. 2).
4.
4.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
),
in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen
Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE
130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
4.2
Die angefochtene Rentenaufhebung wurde im Wesentlichen mittels eines neuen Einkommensvergleiches begründet (
Urk.
2 S.
2): Die Beschwerdegegnerin ging im Gegensatz zu den bisherigen
Berechnungen
nicht mehr vom
angestammten
, sehr hohen
Valideneinkommen
in leitender Stellung bei der
Y._
AG
aus, sondern von statistischen Lohndaten für Elektroingenieure
im (gemäss LSE 2012) höchsten Kompetenzniveau
4.
Dies, da die Kündigung aus
persönlichen Gründen erfolgt sei.
Als Invalideneinkommen setzte sie nicht das aktuell
bei der
i2B
erziel
te Einkommen, sondern 80
%
des hypothetischen
Vali
deneinkommens
ein, da es sich beim aktuellen Einkommen nicht um einen markt
üblichen Lohn handle.
Ob d
ies
e Vorgehensweise korrekt ist,
erscheint aus mehreren Gründen als frag
lich:
So kann e
ine Kündigung „aus persön
lichen Gründen“
etwa
erfolgen, um bei
einer nächsten Anstellung keine Aus
kunft über eine (möglicherweise vor
über
gehende) Erkrankung geben zu müssen. Angesichts der Beurteilung durch
Dr.
A._
ist
zudem
davon auszugehen, dass die Kündigung aus Krank
heits
gründen erfolgte. Davon ging im Übrigen auch die Beschwerdegegnerin anläss
lich der ersten
Rentenzusprache
aus, was nicht offensichtlich unrichtig war. Weiter ist gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung (Urteil 8C_671/2010 vom 2
5.
Februar 2011)
nicht ausgeschlos
sen, dass ein überdurchschnittlich hohes
Va
lideneinkommen
heranzuziehen ist. Für die Ermittlung des
Validenein
kom
mens
ist entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des
Renten
be
ginns
nach dem Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Ausnahmen müssen ebenfalls mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein. Ist der zuletzt erzielte Lohn überdurchschnitt
lich hoch, ist er nur dann als
Validenein
kommen
heranzuziehen, wenn mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit feststeht, dass er weiterhin erzielt worden wäre (E. 4.5.1-3). Weder das
Invalidenversi
cherungsgesetz
noch das ATSG sehen eine obere Grenze für das massgebende
Valideneinkommen
vor (E. 4.5.5.). Ob die versicherte Person im
Validenfall
ei
ner bestimmten Tätigkeit nachgehen würde, ist eine Tatfrage, soweit sie in Würdigung der konkreten Lage beantwortet wird (E. 4.6).
Die Beschwerdegegnerin hat diese Frage
für den aktuell vorzunehmenden
Ein
kommensvergleich
nicht genügend abgeklärt
, sondern einzig - und im Wider
spruch zu ihrer bisherigen, nicht offensichtlich unrichtigen Annahme - auf die vorhandenen Akten abgestellt. Dies kommt einer revisionsrechtlich unbeachtli
chen anderen Beurteilung des unveränderten Sachverhalts gleich. Gleichzeitig liegen
hinsichtlich des Invalideneinkommens
keine genügenden medizinischen Angaben zur Frage, was dem Beschwerdeführer tatsächlich noch zumutbar ist, vor. Somit kann auch nicht
beurteilt werden, ob er mit der
aktuellen Tätigkeit
im Pensum von 80
%
seine Restarbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise aus
schöpft.
Zudem fehlen Angaben des aktuellen Arbeitgebers, ob der Lohn der Leistung ent
spricht.
Somit ist auch nicht
beantwortbar
, ob für das
Invalidenein
kommen
der
aktuelle
Lohn oder statistische Werte beizuziehen sind.
Damit fehlt es in dieser Hinsicht an der Grundlage für einen Entscheid.
4.3
Dies gilt aus folgenden Gründen auch für den medizinischen Sachverhalt:
Dr.
A._
legte in ihrem Gutachten vom 2
0.
Juni 2011 nachvollziehbar dar,
dass die rezidivierende depressive Störung durch psychosoziale
Belastungsfak
to
ren
ausgelöst und unterhalten wurde (vgl. vorstehend E. 3.1). Es lag damit ei
ner
jener eher seltenen Fälle vor, bei denen eine fachärztlich schlüssig begrün
dete,
von der soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verse
lbständigte psychische Störung
mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit
bestand. Die angestammte Tätigkeit in leitender Position mit hoher Verantwortung war damals nicht mehr zumutbar und eine angepasste Tätigkeit war zu 50
%
zumutbar.
Dr.
A._
wies zudem darauf hin, dass die
psychiatrische und medikamentöse Behandlung konsequent er
folge, und dass ohne
Klärung der anhaltenden psychosozialen Belastungssitua
tion eine
Chroni
fizierung
drohe (vgl. vorstehend E.
3.1). In der Folge vermochte der Beschwer
de
führer sein Pensum
jedoch
auf 70 und 80
%
zu steigern. Anga
ben zur Frage, ob dem Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit noch
oder wieder zumut
bar ist
, wurden
jedoch
nicht eingeholt, sondern es wurde soweit ersichtlich vom RAD stillschweigend davon ausgegangen, dass diese nicht mehr zumutbar sei (vgl. vorstehend E.
3.4).
Dr.
B._
wies zudem darauf hin
, dass eine Dekompen
sa
tion weiterhin möglich sei (vorstehend E.
3.3). Ob dies jedoch im Zeitpunkt der aktuell zu prüfenden Revision immer noch der Fall ist, ist nicht genügend belegt und fraglich.
Denn
Dr.
B._
hielt im Bericht vom 1
6.
Dezember 2014
- welcher soweit ersichtlich dem RAD nicht vorgelegt wurde -
fest, dass der Be
schwerdeführer seit
7.
Mai 2014 nicht mehr in Behandlung stehe, nachdem bereits zuvor eine längere Therapiepause bestand
en habe
und zuletzt lediglich monatliche Sitzungen statt
gefu
nden
hätten
. Dies wirft die Frage auf, ob dies auf fehlenden Leidensdruck
- möglicherweise im Zusammenhang mit weggefallenen psychosozialen Faktoren -
oder den Umstand, dass keine Verbesserung mehr möglich ist, zurückzuführen ist. Mit anderen Worten ist
unklar
, ob das Leiden auf
grund des Scheiterns einer konsequenten Behandlung als therapieresistent und damit invalidisierend betrachtet werden muss, was angesichts des nach Lage der Akten aktuellen Arbeitspensums von 80
%
fraglich ist. Auch erachtete
Dr.
B._
die psychischen Fähigkeiten nicht als wesentlich eingeschränkt, wes
halb fraglich ist, ob die angestammte Tätigkeit weiterhin unzumutbar ist. Gleich
zeitig beschrieb
Dr.
B._
eine zwar ausreichende Stabilität, die jedoch recht fragil sei und sich schnell ändern könne.
Insgesamt ist der Bericht von
Dr.
B._
zu unklar und darüber hinaus angesichts der im Zeitpunkt der Erstattung ein halbes Jahr
zurückliegenden letzten Kon
sultation
nicht genügend aussagekräftig, als dass darauf abgestellt werden könnte.
Dies gilt auch für den Bericht von
Dr.
sc.
F._
, der im Wesent
lichen die vergangene, von der bisherigen ganzen Rente abgedeckte
Krankheits
zeit
beschr
ie
b und keine Stellung zur aktuellen Arbeitsfähigkeit nahm.
4.4
Insgesamt fehlen somit verlässliche, aktuelle
fachärztliche
Angaben zur Arbeits
fähigkeit des Beschwerdeführers in der angestammten und einer angepassten
Tätigkeit
wie auch Abklärungen zur Tätigkeit im Gesundheitsfall und zum mass
geblichen Invalideneinkommen. Ein Vergleich mit der ursprünglichen
Renten
zusprache
vom
9.
Januar 2012 ist nicht möglich. Es fehlt mithin an der Grund
lage für einen Entscheid.
5.
5.1
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26
Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). In erster Li
nie
kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Be
gehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung ab
ge
lehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bun
des
gerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
Be
i
ungenügenden Ab
klä
rungen
durch den Versicherungsträger holt
die Be
schwerdeinstanz im Re
gelfall ein Gerichtsgutachten ein
, wenn sie einen (im Verwaltungsverfahren an
der
weitig erhobenen) medizinischen Sachverhalt über
haupt für gutachtlich
ab
klä
rungsbedürftig
hält oder wenn eine Administrativexpertise in einem rechts
er
heblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Die betref
fende Beweiserhebung er
folgt alsdann vor der
–
anschliessend
reformatorisch entscheidenden
–
Be
schwerde
in
stanz selber statt über eine Rückweisung an die Verwaltung. E
ine
Rück
wei
sung
an den Versicherungsträger
bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in
der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten Frage begrün
det
ist.
Ausserdem
bleibt es dem kantonalen Gericht (unter dem Aspekt der
Ver
fah
rensgarantien
) unbenommen, eine Sache zurück
zuweisen, wenn le
diglich eine
Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen Aus
führungen er
for
derlich ist (B
GE
137 V 210
E.
4.4.1.
4 mit Hin
weisen; Urteil des Bundesge
richts
8C_815/2012 vom 21.
Oktober 2013 E.
3.4
,
publi
ziert in SVR 1/2014 UV Nr. 2 S.
3)
.
5.2
Mindestens die Frage nach der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit wurde im Revisionsverfahren bislang nicht abge
klärt.
Nachdem der Beschwer
deführer selbst aus Gründen einer von ihm be
haupteten Verletzung des recht
lichen Gehörs eine Rückweisung der Sache wünscht (vgl. Urk.
10 S.
5
Ziff.
6.7),
steht dieser nichts entgegen
. Die
Beschwer
degegnerin
wird in geeigneter Weise die massgeblichen Vergleichseinkommen und mittels psychiatrischer Begutach
tung die Frage der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in angestammter und
angepasster Tätigkeit abklären und hernach über den Rentenanspruch erneut verfügen.
Dies führt zur
Aufhebung des angefochtenen Entscheides und zur
Gutheissung der
Beschwerde.
6.
6.1
Nach der Rechtsprechung dauert - unter Vorbehalt einer allfällig missbräuchli
chen Provozierung eines möglichst frühen Revisionszeitpunktes durch die Ver
waltung - der mit der revisionsweise verfügten Herabsetzung oder Aufhebung einer Rente oder
Hilflosenentschädigung
verbundene Entzug der aufschieben
den Wirkung einer Beschwerde bei Rückweisung der Sache an die Verwaltung auch noch für den Zeitraum dieses Abklärungsverfahrens bis zum Erlass der neuen Verwaltungsverfügung an (
BGE 106 V 18
); diese Rechtsprechung hat das damalige Eidgenössische Versicherungsgericht mit einlässlicher Begründung im Jahr 2003 (
BGE 129
V
370
) und das Bundesgericht im Jahr 2010 (SVR 2011 IV Nr. 33 S. 96 mit Hinweisen, 8C_451/2010) bestätigt. Eine Aufhebung des von der Verwaltung angeordneten Entzugs der aufschiebenden Wirkung ist dem
nach in Ausnahmefällen zulässig. Ob eine solche Ausnahme vorliegt, hat das erstinstanzliche Gericht zu prüfen und gestützt auf
Art.
29
Abs.
2
der Bundes
verfassung
(
BV
)
und
Art.
61
lit
. h ATSG wenigstens in den Grundzügen zu begründen (
BGE 136 I 184
E. 2.2.1 S. 188, 229 E. 5.2 S. 236).
6.2
Vorliegend hat das hiesige Geri
cht bereits mit Verfügung vom
2.
Juli 2015 (
Urk.
8)
festgestellt, dass kein
Anlass
für eine Aufhebung des von
der Verwal
tung angeordneten Entzugs der aufschiebenden Wirkung
besteht
, und dies in
den
Grundzügen begründet
; darauf wird verwiesen, zumal nicht gesagt werden kann, die IV-Stelle habe in offensichtlich rechtsmissbräuchlicher Weise den Sachverhalt ungenügend abgeklärt.
7.
7.1
Die Gerichtskosten nach Art. 69 Abs. 1
bis
IVG
sind auf Fr. 7
00.-- anzusetzen und
ausgangsgemäss
der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
7.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
der
vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Diese wird ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
und ist beim
praxisgemäs
sen
Stundenansatz von
Fr.
220.-- (exkl.
MWSt
)
auf Fr. 1‘900
.-- (inkl.
MWSt
und Auslagenersatz) f
est
zusetzen.