Decision ID: a5e28feb-5c44-4119-868b-d04a0a7835e7
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1987, meldete sich am 22. Mai 2015 (Eingangsdatum IV-Stelle)
mit Hinweis auf eine psychische Erkrankung
bei der
Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zum Leistungsbezug an
(Urk. 12/3). Vom 18. August bis am 18. September 2015
und vom 2
3.
Oktober bis 26
.
November 2015
absolvierte die Versicherte einen stationären Aufenthalt in der Klinik
Z._
der Integrierten Psychiatrie
A._ (
Urk. 12/23/9-10
, 12/47/2
)
.
Mit Mitteilung vom 1. Dezember 2015
zeigte
die IV-Stelle der Versi
cherten
an
, dass berufliche Eingliederungsmassnahmen aufgrund ihres Gesund
heitszustandes zurzeit nicht möglich seien und ihr Anspruch auf eine Invaliden
rente geprüft werde (Urk. 12/21).
Vom 2. Dezember 2015 bis am 2. Februar 2016
durchlief
die Versicherte
eine stationäre störungsspezifische und
ätiologieorien
tierte
Traumatherapie
in der Privatklinik
B._
AG
(Urk. 12/33
).
Am 8. Juni 2016 trat die Versicherte eine akutpsychiatrische
Behandlung
in der
Klinik
Z._
der
Integrierten Psychiatrie A._
an (Urk. 12/47). Im Rahmen ihrer Abklärungen des medizini
schen und erwerblichen Sachverhaltes informierte die IV-Stelle die Versicherte am 19. Oktober 2016 darüber, dass sie zur Klärung der Leistungsansprüche eine medizinische Untersuchung im Bereich der Psychiatrie als notwendig erachte (Urk. 12/50).
Dr. med.
C._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, erstattete am 23. Januar 2017 ein
psychiatrische
s
Gutachten (Urk. 12/59). Auf die von der IV-Stelle gestellten Rückfragen antwortete Dr.
C._
mit Schreiben vom 24. Februar 2017 (Urk. 12/62).
Vom 21. Februar bis am 30. März 2017 wurde die Versicherte in der Klinik
Z._
der
Integrierten Psychiatrie A._
stationär psychiatrisch behandelt (Urk. 12/89/5-7).
Da der regionale ärztliche Dienst (RAD) das Gutachten von Dr.
C._
vom 23. Januar 2017 nicht als verwertbar erachtete (Stellungnahme Dr. med.
D._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 3. März 2017 [Urk. 12/152/6]), gab die IV-Stelle
bei Dr. med.
E._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychothe
rapie,
ein weiteres psychiatrisches Gutachten in Auftrag (Urk. 12/66)
.
Nachdem die Versicherte vom
21. Mai bis am 19. Juni 2017 in der Akutpsychiatrie für Erwachsene im Zentrum
F._
der
Integrierten Psychiatrie A._
stationär behandelt
worden
(Urk. 12/84)
und
vom 14. August bis am 1. November 2017 in der
Psychiatrischen Universi
tätsklinik G._
zur Durchführung einer Elektrokonvulsionstherapie hospitalisiert war (Urk. 12/109/3-6), erstattete Dr.
E._
am 27. Februar 2018 ein psychiatrisches Gutachten (Urk. 12/115).
Am 11. Juni 2018 erschien die Ver
si
cherte bei der IV-Stelle
zwecks Standortbestimmung
zu einem Gespräch (Urk. 12/
130/3
). Mit Schreiben vom
15. Juni 2018 forderte die IV-Stelle die Ver
sicherte zur Wahrnehmung ihrer Mitwirkungspflicht im Rahmen der Teilnahme an Wiedereingliederungsmassnahmen auf (Urk. 12/123). Mit Schreiben vom 27. Juni 2018
informierte die Versicherte die IV-Stelle darüber, dass sie bereit sei, die
Eingliederungsmassnahmen bei
H._
in Angriff zu nehmen (Urk. 12/127) und
reichte eine Stellungnahme der behandelnden Psychiaterin zum Gutachten von Dr.
E._
ein
(Urk. 12/126
, Bericht
von
Dr. med.
I._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 21. Juni 2018 [Urk. 12/128]
).
Am
5. Juli 2018 wurden die Eingliederungsmassnahmen einstwei
len abgeschlossen
(Urk. 12/129)
, um den
B
ericht
von Dr.
I._
vom 21. Juni 2018
Dr.
E._
vorzulegen und
hernach
Eingliederungsmassnahmen prüfen zu können (Urk. 12/152/8,
vgl.
Urk. 12/134).
Dr.
E._
erstatte
te
am 20. August 2018 eine
ergänzende
Stellungnahme
zu seinem Gutachten vom 27. Februar 2018
(Urk. 12/135).
Am 19. Dezember 2018 trat die Versicherte
in die Spezialstation für
Traumafolgestörungen
der
Klinik
Z._
der
Integrierten Psychiatrie A._
ein. Der Austritt erfolgte am 14. Februar 2019 (Urk. 12/148).
Mit Mitteilung vom 21. Februar 2019 wurden die Einglied
erungsmassnahmen abgeschlossen
(Urk. 12/145).
Nach Vorlage des Dossiers an ihren RAD (Stellungnahme Dr.
D._
vom 29. Juni 2019 [Urk. 12/152/10]) stellte die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 7. Oktober 2019 die Abweisung ihres Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk. 12/154). Dagegen erhob die Versicherte am 4. November 2019 Einwand (Urk. 12/158) und begründete diesen mit Schreiben vom 10. Dezember 2019 (Urk. 12/161).
Vom 2
4.
bis am 26. Dezember 2019 wurde die Versicherte im Kri
seninterventionszentrum der
Integrierten Psychiatrie
A._
stationär behandelt (Urk. 12/166).
Am 29. Januar 2020 reichte Dr. med.
J._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, welche
die
Versicherte seit Februar 2019
trauma
therapeutisch
behandelte, diverse Arztberichte ein (Urk. 12/163).
Nach erneuter Vorlage an ihren RAD (Stellungnahme Dr.
D._
vom 25. Mai 2020 [Urk. 12/167/3-6]) und nachdem die Versicherte m
it Schreiben vom
15. Juni 2020 (Urk. 12/165)
–
aufforderungsgemäss (Urk. 12/164
) – zur aktualisierten Aktenlage Stellung
genommen hatte, wies die IV-Stelle
ihr
Leistungsbegehren mit Verfü
gung vom 28. Juli 2020 ab (Urk. 2 = Urk. 12/168)
.
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 14. September 2020 Beschwerde u
nd bean
tragte, die
Verfügung sei aufzuheben und es seien ihr Leistungen der Invaliden
versicherung zuzusprechen. Eventuell sei ein Obergutachten in Auftrag zu geben.
In prozessualer Hinsicht beantragte die
Beschwerdeführerin
– für den Fall
ihres
Unterliegens
–
die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 11. November 2020 schloss die IV-Stelle auf Ab
weisung der Beschwerde (Urk. 11), was der
Beschwerdeführerin
mit Verfügung vom 13. November 2020 mitgeteilt wurde (Urk. 13).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
1.3.1
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestimmun
gen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a
IVV) analog anzuwenden (BGE 133 V
263 E. 6.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_
122/2020 vom 26
.
Februar 2021 E. 2
). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten und damit der für die Ab
stufung oder Befristung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt des Rentenbeginns mit demjeni
gen im – nach Massgabe des ana
log anwendbaren Art. 88a Abs. 1
IVV festzuset
zenden – Zeitpunkt der Anspruchsänderung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hin
weisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis
).
1.3
.
2
Gemäss Art. 88a Abs. 1
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
ist eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbe
reich zu betätigen für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussic
htlich weiterhin andauern wird.
B
ei anal
o
g
er Anwendung von
Art. 88a Abs. 1 IVV bei rückwirkender Zuspre
chung einer abgestuften oder befristeten Rente
wendet das
Bundesgericht in der Regel den zweiten Satz dieser Bestimmung an und gewährt oder bestätigt eine höhere Rente drei Monate über die Veränderung des Gesundheitszustandes hinaus (Urteil des Bundesgerichts 8C_670/2011 vom 10. Februar 2012 E. 5.1 mit Hin
weisen; vgl. statt vieler auch Urteil des Bundesgerichts 8C_626/2017 vom 9. Mai 2018 E. 4).
1.
4
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtge
mäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Un
terlagen eine zuverläs
sige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht er
ledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge
ben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizi
nische Th
ese abstellen (BGE 125 V 351 E.
3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die
Beschwerdegegnerin
führte zur Begründung ihres Entscheides aus,
da
sich
die
Beschwerdeführerin
gesundheitlich nicht in der Lage
gesehen habe
, das geplante Belastbarkeitstraining per März 2019 zu beginnen
,
sei eine Eingliederung zurzeit nicht möglich. Im Rahmen der anschliessend durchgeführten Rentenprüfung habe keine gesundheitliche Einschränkung festgestellt werden können, die sich länger
fristig auf die Arbeitsfähigkeit auswirke.
Dementsprechend
bestehe kein Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung. Es sei von einem starken Verdacht auf Aggravation/Simulation bei sekundärem K
rankheitsgewinn auszugehen (Urk. 2).
2.2
Die
Beschwerdeführer
in brachte dagegen
vor, abgesehen von der IV-Stelle wür
den sämtliche Stellen davon ausgehen, dass sie
an
eine
r
schwere
n
medizinische
n
Beeinträchtigung
leide
, welche sich gravierend auf ihre Arbeitsfähigkeit auswirke.
An einer grundsätzlichen Invalidisierung ändere auch der Umstand nichts, dass aktuell scheinbar noch nicht wirklich klar sei, welche Diagnose nun die Richtige sei. Sofern für die IV-Stelle die Invalidisierung beziehungsweise deren Grad auf
grund der divergierenden Diagnosen noch nicht abschliessend feststehe, obliege es ihr von Gesetzes wegen, weitergehende Abklärungen vorzunehmen. Anderen
falls sei
ihr
eine (ganze) R
ente zuzusprechen (Urk. 1).
2.3
Strittig und zu klären ist der Anspruch der
Beschwerdeführerin
auf eine
Rente der Invalidenversicherung und dabei insbesondere die Frage, ob die
Beschwerde
gegnerin
einen invalidisierenden Gesundheit
sschaden zu Recht verneint hat.
3.
3.1
Dr.
E._
stellte in seinem
Gutachten vom 27.
Februar 2018
folgende Diagno
sen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 12/115/16):
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F33.4)
-
Akzentuierte paranoid-ängstlich-depressive Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1)
Als
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 12/115/16)
erachtet
e
er eine a
namnestisch nicht näher bezeichnete Essstörung (ICD-10 F50.9)
.
Er führte aus, w
ährend der psychiatrischen Untersuchungen vom 16. Januar und vom 15. Februar 2018 habe die
Beschwerdeführerin
abgesehen von einer allge
meinen Ängstlichkeit und Unsicherheit sowie einer Affektlabilität am 16. Januar 2018 keine weiteren psychopathologischen Auffälligkeiten
gezeigt
.
Ergänzend
z
u den anamnestischen Angaben über eine trotz leichter Durchschlafstörungen voll
ständig
erhaltene Tagesstruktur könne in Bezug auf die postulierten depressiven Episoden gegenwärtig von keiner depressiven Symptomatik mit Krankheitswert ausgegangen werden (Urk. 12/115/16).
Anamnestisch und aktenmässig seien bei der
Beschwerdeführerin
keine genauen schwerwiegenden traumatischen Ereignisse in der K
indheit ersichtlich
. Während der Schulzeit habe sie eine überdurchschnittliche Leistung
erbracht
. Bis zur Pubertät
hätten
bei ihr keine psychischen Probleme mit Krankheitswert oder Ver
haltensauffälligkeiten im Störungsbereich festgestellt werden
können
.
Weil die Symptome einer komplexen posttraumatischen Belastungsstörung bis spätestens sechs Jahre nach der
Traumaexposition
auftreten könnten,
könne
damit
nicht von der Entstehung einer
solchen
in der Kindheit ausgegangen
werden
. Ohne schwere
Retrau
matisierung
im Erwachsenenalter (anamnestisch und aktenmässig)
könne bei der
Beschwerdeführerin
nicht vom Ausbruch einer komplexen
post
traumatischen Belastungsstörung im Erwachsenenalter ausgegangen werden (Urk. 12/115/16-17).
A
nlässlich der psychiatrischen Explorationen vom 16. Januar und vom 15. Februar 2018
hätten
immer noch stark akzentuierte paranoid-ängstlich-depressive Persönlichkeitszüge festgestellt werden können. Obwohl die
se
testpsy
chologisch im grenzwertigen Störungsbereich liegen würden, könne
bei
der Beschwerdefüh
rerin keine Persönlichkeitsstörung diagnostiziert werden
. Eine Persönlichkeitsstö
rung entstehe aufgrund von gravierenden traumatischen Ereig
nissen in der frü
hen Kindheit
; solche seien
bei der
Beschwerdeführerin
abgesehen von ihren B
ehauptungen nicht festzustellen
. Eine Persönlichkeitsstörung werde während der Pubertät geformt und manifestiere sich mit Verhaltensauffällig
keiten
sowie
einem schwankenden Leistungsniveau, was bei der
Beschwerdefüh
rerin
nicht festzustellen sei (
Wirtschaftsgymnasiumsabschluss
und einjähriges KV-Praktikum). Im Erwachsenenalter habe die
Beschwerdeführerin
während sechs Jahren ein unauffälliges Leistungsniveau aufgewiesen. Ihre psychischen Dekom
pensationen seien auf längere Auslandreisen und eine damit verbundene körper
liche Erschöpfung sowie auf Beziehungsprobleme und nicht auf schwer
wiegende Persönlichkeitsdefizite zurückzuführen. Nach dem protrahierten Ver
lauf der depressiven Störung und bei
mehreren
bereits seit Dezember 2014 auf
getretenen depressiven Episoden in unterschiedlichem Ausmass könne in diagnostischer Hinsicht gegenwärtig von einer rezidivierenden depressiven Störung und von einer immer noch störungsbedingten reduzierten psychischen Belastbarkeit aus
gegangen werden, weshalb ihr trotz einer weitgehend remittierten depressiven Symptomatik immer noch keine verwertbare Arbeitsfähigkeit auf dem freien Wirtschaftsmarkt attestiert werden könne
. Die
Beschwerdeführerin
benötige auch nach jahrelang fehlenden beruflichen Herausforderungen zwecks Gewöhnung an eine regelmässige berufliche Tätigkeit sowie zwecks Verbesserung ihrer allgemei
nen Ausdauer berufliche Massnahmen in geschütztem Rahmen, initial mit einem Belastbarkeitstraining mit
einer zeitlichen Präsenz von zwei bis drei Stunden täg
lich mit einem
anschliessenden Arbeitstraining
und Job Coaching
. Unter den vor
geschlagenen beruflichen Massnahmen
sowie
konsequenter Weiterführung der bereits etablierten ambulanten psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung sei von der Wiederherstellung einer vollen Arbeitsfähigkeit für die angestammte Tätigkeit im KV-Bereich auszugehen. Obwohl sie sich ganz klar gegen irgendwel
che berufliche Massnahmen
ausgesprochen
habe, seien bei
der
Beschwerdeführe
rin
objektiv keine Tatbestände festzustellen, welche gegen eine medizinische Zumutbarkeit
für eine berufliche Wiedereingliederung in geschütztem Rahmen sprächen.
Es
könne von deutlichen Diskrepanzen zwischen ihrem subjektiven Krankheitsgefühl und den objektiven Ressourcen ausgegangen werden, weshalb bei einer allfällig fehlenden Mitwirkung bei den beruflichen Massnahmen eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im Längsschnitt vorgenommen werden müsse und ihr in der Längsschnittbeurteilung zukünftig eine volle Arbeitsfähigkeit für die angestammte Tä
tigkeit attestiert werden könne.
Zusammengefasst bestehe i
n der bisherigen Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit Dezember 201
4.
In einer adaptierten Tätigkeit beziehungsweise für sämtliche Tätigkeiten auf dem freien Wirtschaftsmarkt bestehe ebenfalls eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Nach Abschluss der beruflichen Massnahmen könne die
Beschwerdeführerin
sämtliche Tätigkeiten ihrem Bildungsniveau entsprechend, unter anderem auch im KV-Bereich
,
ohne Einschränkungen ausüben (Urk. 12/115/
18-20
)
.
3.2
Dr.
I._
führte
in ihrem Bericht
vom 21. Juni 2018
aus, das Gutachten
von Dr.
E._
gebe Einblick in den typischen Krankheitsverlauf einer Patientin mit einer dissoziativen Identitätsstörung (oder strukturellen Dissoziation der Persön
lichkeit) in Folge einer komplexen posttraumatischen Belastungsstörung
. Es entspreche dem Wesen der vorliegenden Störung, dass die traumatischen Erinnerun
gen abgespalten und schwer zugänglich seien. Bis sie auftauchen und aufgear
beitet werden könnten, dauere es oft Jahre. In manchen Fällen sei das nie mög
lich. Der Dissoziationsprozess geschehe aber nicht, ohne dass schwere Traumati
sierungen passiert seien. Ohne sie gebe es keinen Grund dafür, das heisse es müsse auf sie rückgeschlossen werden. Die 6-Jahres-Grenze für das Auftreten von Symptomen nach der
Traumaexposition
werde bereits im ICD-10 relativiert. Mittlerweile zeige die klinische Erfahrung und weise die Fachliteratur eindeutig darauf hin, dass
sich
die
Symptome auch nach Jahren und Jahrzehnten manifes
tieren könnten. Das sei mit der Existenz des im Alltag funktionierenden Persön
lichkeitsanteils zu erklären und damit, dass das traumatische Erleben mit aller Kraft verdrängt bleiben soll
e
. Im vorliegenden Fall könne zusätzlich darauf hin
gewiesen werden, dass Symptome wie Anorexie, Angst und Depression relativ früh aufgetreten seien. Es liege hier eine
Störung der Persönlichkeit vor, was
das zentrale Problem
bilde
. Die gängigen Klassifikationssysteme würden die disso
ziativen Störungen allerdings nicht bei den Persönlichkeitsstörungen einordnen. Die hier vorliegende strukturelle Dissoziation der Persönlichkeit werde vermutlich auch in Zukunft formell nicht unter die Persönlichkeitsstörungen fallen.
Über die Belastbarkeit habe Dr.
E._
ein Urteil gefällt, das im diametralen Gegensatz zum Verlauf, den Vorbefunden und zum gegenwärtigen Zustand der
Beschwer
deführerin
stehe.
Generell sei allerdings anzumerken, dass eine Begutachtungs
situation für eine klinische Untersuchung bezüglich
traumaspezifischer
Sympto
matik denkbar ungeeignet sei. Voraussetzungen dafür seien viel Zeit und ein gewachsenes Ve
rtrauensverhältnis (Urk. 12/128
).
3.3
Am 20. August 2018 erstattete Dr.
E._
eine ergänzende
Stellungnahme
. Darin hielt er fest,
zur diagnostischen
Beurteilung habe er sich auf die
ICD-10 gestützt, was vom Rechtsanwender so gefordert werde. Im Bericht von Dr.
I._
vom 21. Juni 2018 seien keine neuen Fakten aufgeführt worden, welche bei der
Beschwerdeführerin
auf die Entstehung einer PTBS in der Kindheit hindeuteten.
Zur Beurteilung der Leistungsfähigkeit habe er
sich vordergründig auf die erho
benen anamnestischen Angaben über das Aktivitätsniveau der
Beschwerdeführe
rin
und auf die objektiven psychiatrischen Befunde anlässlich der psychiatrischen Explorationen und durchgeführten Testuntersuchungen gestützt, wobei sich die
Beschwerdeführerin
in psychopathologischer Hinsicht ganz unauffällig präsen
tiert habe. Dabei, dass der
Beschwerdeführerin
trotzdem weiterhin keine verwert
bare
Arbeitsfähigkeit attestiert
worden sei
,
habe
er
sich auf das Mini ICF-APP
gestützt
, was sozial- beziehungsweise versicherungsmedizinisch erforderlich sei. Im Bericht von Dr.
I._
vom 21. Juni 2018 seien keine Tatbestände enthalten, welche gegen
eine berufliche Eingliederung in geschütztem
Rahmen im Sinne eines initialen Belastbarkeitstrainings sprechen würden. Ein Belastbarkeits
training in einer geschützten Umgebung mit Respekt gegenüber
der erhöhten Vulnerabilität der
Beschwerdeführerin
sei ihr absolut zuzumuten
(Urk. 12/135).
3.4
Dr.
J._
führte in ihrem Bericht vom 29
. Januar 2020 aus,
gestützt auf den
Befund im Verlauf liege mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit eine kombinierte Persönlich
keitsstörung vor, konkret eine s
elbstunsicher-vermeidende Pers
önlich
keitsstörung (ICD-10 F61)
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit.
Ferner gebe es viele Hinweise für das gleichzeitige Vorliegen einer
Traumafolgestörung
,
die
Beschwerdeführerin
werde auch dementsprechend behandelt. Anfängliche Zwei
fel der Referentin an dieser Diagnose
liessen eher nach.
Erst i
m Verlauf werde sich zeigen, inwiefern
diese
aber wirklich zu stellen sei. Es bestehe ein Verdacht auf eine komplexe Posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 und DSM-5: F43.1).
Zentral seien massive Schwierigkeiten in der Affektwahrnehmung und -regulierung sowie deutliche Schwierigkeiten, ein sicheres Gefühl von selbst zu erleben. Aufgrund der Schwierigkeiten in der Affektverarbeitung bei anzuneh
mend fehlender Validierung in der Kindheit in schwierigen bis traumatisierenden Situationen sei es vor Jahren zu einer Dekompensation gekommen nach zuneh
menden Verlusterlebnissen sozialer und beruflicher Natur und zwar so, dass die
Beschwerdeführerin
noch nicht den
Weg dazu finde, wieder ins Leben zurück zu finden.
Die Prognose zur Arbeitsfähigkeit sei eher ungünstig.
Angesichts des Befundes
sei eine Wiedereingliederung
aktuell
nicht denkbar. Die Beschwerde
führerin verfüge an sich über gute intellektuelle und sprachliche
Ressourcen und habe ein gutes Verständnis für manche Zusammenhänge, insbesondere, solange sie selbst nicht betroffen sei.
Ihr Zustand sei sehr wechselhaft und sie bewältige ihren Alltag nur mit Unterstützung der Betreuer im betreuten Wohnen. Es sei nicht anzunehmen, dass sie
derzeit
längere Zeit selbständig einen Haushalt führen könnte, wobei das angestrebt werden sollte, insbesondere
ehe
an eine berufliche
Wiedereingliederung zu denken wäre. Für diesen Schritt
wäre
sie aktuell aber noch nicht stabil genug (Urk. 12/163/6-9).
4.
4.1
In medizinischer
Hins
icht stützte sich die
Beschwerdegegnerin
bei ihrem Entscheid auf das Gutachten von Dr.
E._
vom 27. Februar 2018 (Urk. 2, Urk. 12/115), wonach bei der
Beschwerdeführerin
seit Dezember 2014 eine 10
0%ige Arbeitsunfähigkeit besteht
, nach der Absolvierung von beruflichen Mass
nahmen sowie unter
konsequenter Weiterführung der bereits etablierten am
bulanten psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung
aber zukünftig
von der Wiederherstellung einer vollen Arbeitsfähigkeit für die angestammte Tätigkeit
auszugehen
ist
(E. 3.1). Dr.
E._
hat neben den
notwendigen
psychi
atrischen auch test- und neuropsychologische
Untersuchungen
durchgeführt
(Urk. 12/115/
12-16), womit sich
sein Gutachten
als
für die streitigen Belange umfassend erweist.
Er
setzte sich detailliert mit den von der
Beschwerdeführerin
geklagten Beschwerden auseinander (Urk. 12/115/
11, Urk. 12/115/16-19), erstellte seine Beurteilung in Kenntnis der wesentlichen
Vorakten
(Urk. 12/115/2-8) und die daraus unter Nennung der medizinischen Zusammenhänge gezogenen Schlussfolgerungen leuchten grundsätzlich ein (Urk. 12/115/16-22).
Die in seinem Gutachten gezogenen Schlussfolgerungen bestätigte
Dr.
E._
sodann auch in seiner
ergänzenden Stellungnahme vom 20. August 2018
(E. 3.3).
4.2
Unter
einlässlicher
Würdigung der Vorberichte begründete Dr.
E._
– trotz diagnostischer Diskrepanzen – in schlüssiger Weise, weshalb bei der
Beschwer
deführerin
infolge einer seit Dezember 2014 anhaltenden depressiven Störung mit protrahiertem Verlauf auf dem Boden von depressionsfördernden stark akzentu
ierten Persönlichkeitszügen
bis zum Zeitpunkt seiner psychiatrischen Explora
tionen im Januar und Februar 2018 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestand. Dr.
E._
erhob
indessen
sowohl am 16. Januar als auch am 15. Februar 2018 einen unauffälligen
psychiatrischen
Befund
(Urk. 12/115/
12-13).
Auch gestützt auf die
test- und neuropsychologischen Untersuchungsbefunde
konnten – bis auf eine eingeschränkte verbale und phonematische Sprachflüssigkeit, welche Dr.
E._
nachvollziehbar mit den paranoid-ängstlich-depressiven Persönlich
keitszügen erklärte –,
keine Einschränkungen im Defizitbereich festgestellt werden (Urk. 12/115/12-16). Vor diesem Hintergrund erweist es sich als nach
voll
ziehbar, dass Dr.
E._
die
depressiven Symptome bei immer noch stark akzen
tuierten paranoid-ängstlich-depressiven Persönlichkeitszügen als im Unter
su
chungszeitpunkt remittiert erachtete (Urk. 12/115/18-19). Dass er der
Beschwer
deführerin
im Begutachtungszeitpunkt dennoch eine Arbeitsunfähigkeit attestierte, begründete Dr.
E._
mit einer immer noch bestehenden störungs
beding
ten reduzierten allgemeinen psychischen Belastbarkeit.
Dieser schrieb er indessen keinen langandauernden Charakter zu,
attestierte
er
doch
nach Absol
vierung von
beruflichen Massnahmen und konsequenter Weiterführung der bereits etablierten ambulanten psychiatrisch-psycho-therapeutischen Behand
lung
eine
volle Arbeitsfähigkeit
für die angestammte Tätigkeit im KV-Bereich
(Urk. 12/115/19).
4.3
4.3.1
Vorweg ist darauf hinzuweisen, dass es invalidenversicherungsrechtlich grund
sätzlich
nicht auf die Diagnose,
sondern
einzig darauf an
kommt
, welche Auswir
kungen eine Erkrankung auf die Arbeitsfähigkeit hat (BGE
136 V 279 E. 3.2.1). Massgebend sind
in erster Linie der lege
artis
erhobene psychopathologische Befund und der Schweregrad der Symptomatik sowie die damit verbun
denen Funktionseinschränkungen.
Die Expertise von Dr.
E._
erfüllt die an eine beweiskräftige Grundlage gestellten Anforderungen (E 4.1)
, wobei
daran zu erin
nern ist, dass
die
psychiatrische Exploration von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen kann. Dem oder der medizinischen Sachverständigen ist deshalb praktisch immer ein gewisser Spielraum eröffnet, innerhalb welchem ver
schiedene Interpretationen möglich, zulässig und im Rahmen einer Exploration lege
artis
zu respektieren sind
(Urteil des Bundesgerichts 8C_138/2021 vom 7. Ju
ni 2021 E. 4.2 mit Hinweis). Den
diagnostischen Divergenzen
zwischen Dr.
E._
und den Behandlern
kommt demnach von vornherein bloss unterge
ordnete Bedeutung zu.
Dr.
E._
setzte sich sodann im Einzelnen mit den
abweichenden
Diagnosen auseinander und erklärte nachvollziehbar, weshalb er diese nicht als zutreffend erachte (Urk. 12/115/16-19, Urk. 12/115/21, Urk. 12/135).
4.3.2
Soweit sich die
Beschwerdeführerin
zur Begründung ihres Standpunktes auf das Gutachten von Dr.
C._
vom 23. Januar 2017 stützt (Urk. 1 S. 3-4)
,
vermag sie die gutachterliche Einschätzung von Dr.
E._
nur schon deshalb nicht in Frage zu stellen,
weil
Dr.
C._
die
– für die Beurteilung des Rentenanspruchs zentrale –
funktionelle Leistungsfähigkeit im Wesentlichen übereinstimmend beurteilte. So ging
Dr.
C._
ebenfalls
von einer
seit Dezember 2014 beste
henden
100%igen Arbeitsunfähigkeit aus
und
erachtete
eine stufenweise Wieder
eingliederung – abhängig vom Genesungsprozess – in einem Jahr, das heisst ab Januar 2018, als vorstellbar (Urk. 12/59/19).
4.3.3
Der Bericht von Dr.
I._
vom 21. Juni 2018 erschöpft sich zum grossen Teil in diagnostischen Überlegungen
.
Ein psychiatrischer Befund wurde
darin
nicht dokumentiert.
Konkrete Anhaltspunkte, welche für die Fehlerhaftigkeit des von Dr.
E._
erhobenen Psychostatus und seiner gestützt darauf abgegeben
en
Beurteilung der funktionellen Leistungsfähigkeit sprechen, lassen sich
dem Bericht von Dr.
I._
nicht entnehmen (Urk. 12/128). Sodann ist mit Blick auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung
(
vgl. Urteil
e
des Bundesgerichts 9C_634/2015, 9C_665/2015 vom 15. März 2016 E. 6.1 bzw.
9C_157/20
19 vom 28. Oktober 2019 E. 4.3) nicht zu beanstanden, dass
sich Dr.
E._
an den
diagnostischen Kriterien
des ICD-10 (International
Classification
of
Diseases
, 10. Auflage) orientierte und im
Rahmen
der Beurteilung der
Auswirkungen der
diagnostizierten Krankheiten auf die Arbeitsfähigkeit
ergänzend auch
das Mini-ICF-APP Rating verwendete
(Urk. 12/115/
13-14,
vgl. Urk. 12/135)
.
Der Bericht von Dr.
I._
vom 21. Juni 2018 vermag das Gutachten von Dr.
E._
vom 27. Februar 2018 dementsprechend nicht in
Zweifel zu ziehen
.
4.3.4
Dr.
J._
hielt
in ihrem Bericht vom 29. Januar 2020
fest, sie erachte die Prog
nose der Arbeitsfähigkeit als «eher ungünstig» (Urk. 12/163/7). Dies genügt in
dessen nicht, um die Einschätzung von Dr.
E._
in Frage zu stellen, zumal sich dem von Dr.
J._
erhobenen ausführlichen Psychostatus keine objektiven Befunde entnehmen lassen, welche eine andauernde Einschränkung der funktio
nellen Leistungsfähigkeit zu plausibilisieren verm
ögen
(Urk. 12/163/16-17). Hinsichtlich den von Dr.
J._
festgehaltenen Funktionseinschränkungen (
massive Schwierigkeiten in der Affekt- und Alltagsregulierung sowie im Umgang mit zwischenmenschlichen Beziehungen schon im geschützten Umfeld des betreuten Wohnens
; Urk. 12/163/8
) ist
– mangels objektiv nachvollziehbarer Befunde und mangels Bestätigung derartiger Auffälligkeiten in der von Dr.
J._
eingeholten Fremdanamnese (Urk. 12/163/18
, vgl. auch Bericht der
Integrierten Psychiatrie A._
vom 2
5.
Februar 2019,
Urk.
12/163/68, wonach das von der Patientin ver
tretene Störungsmodell während des fast zweimonatigen stationären Aufenthalts nicht bestätigt werden konnte und der Aufenthalt wegen des Widerstands der Beschwerdeführerin gegen den Behandlungsplan vorzeitig beendet wurde
) –
an
zunehmen, dass sie sich massgeblich auf die Angaben der
Beschwerdeführerin
stützte.
Psychopathologische Auffälligkeit
en
in Form einer allgemeinen Ängst
lichkeit und Unsicherheit sowie einer Affektlabilität
(Urk. 12/115/12
, Urk. 12/115/16
)
,
waren
sodann
bereits
von Dr.
E._
im Rahmen einer redu
zierten allgemeinen psychischen Belastbarkeit
berücksichtigt
worden
, welcher er nach Gewöhnung der
Beschwerdeführerin
an eine regelmässige berufliche Tätig
keit und Verbesserung ihrer allgemeinen Ausdauer indessen
nachvollziehbar
er
weise
keine andauernde Einschränkung der funktionellen Leistungsfähigkeit
beigemessen hat
(Urk. 12/115/19). Unter weiterer Berücksichtigung der
Erfah
rungs
tatsache
, wonach behandelnde
Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre
auf
tragsrecht
liche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc),
vermag auch der Bericht von Dr.
J._
vom 29. Januar 2020
das Gutachten von Dr.
E._
nicht zu entkräften.
Dies hat ebenso für den Bericht der
Integrierten Psychiatrie A._
vom 1. März 2019 zu gelten, worin
sich die Ärzte ausser Stande sahen, die Arbeitsfä
higkeit der
Beschwerdeführerin
in der bisherigen Tätigkeit einzuschätzen (Urk. 12/148/4).
4.3.5
Zusammengefasst vermögen weder
die Vorbringen
der
Beschwerdeführerin
noch die anderen medizinischen Bericht
e
das psychiatrische Gutachten von Dr.
E._
vom 27. Februar 2018 in
Zweifel
zu ziehen.
4.4
Handelt es sich um psychische Erkrankungen wie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung, ein damit vergleichbares psychosomatisches Leiden oder um eine depressive Störung, so sind für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit grund
sätzlich systematisierte Indikatoren beachtlich,
die es – unter Berücksichtigung
von leistungshindernden äusseren Belastungsfaktoren wie auch von Kompen
sa
tionspotentialen (Ressourcen) – erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungs
vermögen einzuschätzen (BGE 145 V 361 E. 3.1
, Urteil des Bundesgerichts 8C_214/2021 vom 31. August 2021 E. 3.2, je mit Hinweisen
).
Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann dort von einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist. Ein Beweisverfahren bleibt daher entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte (vgl. BGE 125 V 351) eine Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird und all
fälligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemesse
n werden kann (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. BGE 143 V 418 E.
7.1). Insbesondere in Fällen, in welchen nach der Aktenlage überwiegend wahrscheinlich von einer bloss leichtgradigen depressi
ven Störung auszugehen ist, die nicht schon als
chronifiziert
gelten kann und auch nicht mit Komorbiditäten einhergeht, bedarf es in aller Regel keines struk
turierten Bew
eisverfahrens (BGE 143 V 409 E.
4.5.3; vgl. Urteil des Bundesge
richts 9C_580/20
17 vom 16. Januar 2018 E. 3.1).
Vorliegend begründete der psychiatrische Gutachter seine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
der
Beschwer
deführerin
unter Beachtung der Indikatoren hinrei
chend und nachvollziehbar; er hielt die Fähigkeiten, Ressourcen und Belastungen
der
Beschwerdeführerin
fest, äusserte sich zur Konsi
stenz und zum Behandlungs
erfolg
ebenso wie zur Persön
lichkeitsdiagnostik und schlug den Bogen zum vorausgehenden Gutachten
steil (Urk. 12/115/16-22). Angesichts dieser Umstände
kann aus Gründen der Verhält
nismässigkeit von
weiteren Ausführungen zum
strukturierten Beweis
verfahren abgesehen werden.
4.5
Nach dem Gesagten
ist festzuhalten, dass für d
ie Beurteilung des Anspruchs der
Beschwerdeführer
in
auf eine Invalidenrente auf das beweiskräftige Gutachten
von Dr.
E._
vom
27. Februar
2018 abzustellen ist, wonach ab Dezember
20
14 für alle Tätigkeiten eine volle Arbeitsunfähigkeit
vorlag
.
Ebenfalls zu folgen ist sodann der gutachterlichen Einschätzung, wonach die
Beschwerdeführerin
nach Abschluss
von beruflichen Massnahmen
eine volle Arbeitsfähigkeit in der ange
stammten Tätigkeit erreichen kann (E. 3.1).
Von weiteren
medizinischen Abklä
rungen – insbesondere auch der Einholung eines Obergutachtens (Urk. 1 S. 2) – sind
keine
entscheidrelevanten
Ergebnisse
zum Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin bis zum Erlass des hier angefochtenen Entscheids, welcher rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbe
fugnis bildet (
BGE 132 V 215
E. 3.1.1 mit Hinweisen),
zu erwarten, weshalb darauf verzichtet werden kann (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 144 V 361 E.
6.5, 136 I 229 E. 5.3).
5.
5.1
Die Beschwerdeführerin war somit ab
Dezember 2014
zu 100 % arbeitsunfähig in sämtlichen Tätigkeiten und das damit beginnende Wartejahr ist
im Dezember 2015
abgelaufen. Ein Fall einer verspäteten Anmeldung zum Leistungsbezug (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG) liegt nicht vor (
Urk. 12/3
). Bei
Vorliegen einer vollen Arbeits
unfähigkeit kann auf einen Einkommensvergleich verzichtet
werden
und
beträgt der
Invaliditätsgrad 100 %
. Dementsprechend steht der
Beschwerdeführerin
ab dem 1.
November
2015 eine ganze Rente der Invalidenversicherung zu (E. 1.2, Art. 29 Abs. 3 IVG).
5.2
5.2.1
Die versicherte Person muss gemäss
Art.
7 IVG alles ihr Zumutbare unternehmen, um die Dauer und das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit (
Art.
6 ATSG) zu verrin
gern und den Eintritt einer Invalidität (
Art.
8 ATSG) zu verhindern (
Abs.
1). Die versicherte Person muss
gemäss Art. 7 Abs. 2 IVG
an allen zumutbaren Massnah
men, die zur Erhaltung des bestehenden Arbeitsplatzes oder zu ihrer Eingliede
rung ins Erwerbsleben oder in einen dem Erwerbsleben gleichgestellten Aufga
benbereich (Aufgabenber
eich) dienen, aktiv teilnehmen.
Fehlt der Eingliederungswille beziehungsweise die subjektive Eingliederungs
fä
higkeit, d.h. ist die Eingliederungsbereitschaft aus invaliditätsfremden Gründen nicht gegeben, darf die Rente ohne vorgängige Prüfung von Massnahmen der (Wieder-)Eingliederung und ohne Durchführung des Mahn- und
Bedenkzeitver
fahrens
nach Art. 21 Abs. 4 ATSG herabgesetzt oder aufgehoben werden. Beruf
liche Massnahmen können zwar unter anderem dazu dienen, subjektive Einglie
derungshindernisse im Sinne einer Krankheitsüberzeugung der versicherten Person zu beseitigen. Es bedarf indessen auch eines Eingliederungswillens bezie
hungsweise einer entsprechenden Motivation der versicherten Person. Es sind insbesondere die gegenüber der Verwaltung und den medizinischen Experten gemachten Aussagen betreffend Krankheitsüberzeugung beziehungsweise Arbeitsmotivation zu berücksichtigen. Ebenfalls von Belang sein können die im
Vorbescheidverfahren
und vor kantonalem Versicherungsgericht gemachten Aus
führungen respektive gestellten Anträge (Urteil des Bundesgerichts
9C_84/2021 vom 2. August
2021 E.
3.2.2
mit Hinweisen).
5.2.2
Vorliegend ist
grundsätzlich davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführerin
eine Selbsteingliederung zumutbar ist, zumal
kein
langjähriger
Rentenbezug im Sinne der Rechtsprechung gegeben
ist
und auch das Alter der
Beschwerdeführerin
nicht gegen die Zumutbarkeit der Selbsteingliederung
spricht
(vgl.
BGE 145 V 209 E. 5
, Urteil des Bundesgerichts 8C_26/2021 vom 5. Mai 2021 E. 5.1 mit Hinweisen).
Daran vermag auch der medizinische
Vorbehalt, das medizinisch-theoretische Leistungsvermögen sei erst nach Durchführung von aufbauenden Massnahmen realisierbar
, nichts zu ändern
. So empfahl Dr.
E._
vor der Eingliederung der
Beschwerdeführerin
in den ersten Arbeitsmarkt
zwar ein Belastbarkeitstraining mit einer zeitlichen Präsenz von zwei bis drei Stunden täglich mit einem anschliessenden Arbeitstraining und Job Coaching (E. 3.1). Diese Hinweise beziehen sich indes auf einen allgemeinen Eingliederungsbedarf, wie er bei Rentenaufhebungen regelmässig gegeben ist
(Urteil des Bundesgerichts 9C_275/2014 vom 21. August 2014 E. 4.3 mit weiteren Hinweisen)
.
Dies zeigt sich vorliegend auch
dari
n
, dass Dr.
E._
die Notwendigkeit von beruflichen Massnahmen
insbesondere
mit einer
Dekonditionierung
begründete
(E. 3.1, vgl. auch Urk. 12/167/4)
,
was
rechtsprechungemäss
kein in der Invalidenversicherung versichertes Risiko
darstellt (
Urteil des Bundesgerichts
9C_755/2020 vom 8. März 2021 E. 5.1 mit Hinweisen
)
.
Ein
solcher
allgemeiner Eingliederungsbedarf
ist
nur dann von Bedeutung, wenn die von der Rechtsprechung stipulierten besonderen Voraussetzungen (Vollendung des 55. Altersjahres oder Rentenbezugsdauer von mindestens 15 Jahren) gegeben sind
(Urteil des Bundesgerichts 9C_275/2014 vom 21. August 2014 E. 4.3 mit weiteren Hinweisen)
, was vorliegend nicht zutrifft
.
Einem Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung steht vorliegend auch der fehlende subjektive Eingliederungswille der
Beschwerdefüh
rerin
entgegen: Anlässlich der Begutachtung bei
Dr.
E._
sprach sich die
Beschwerdeführerin
klar gegen berufliche Massnahmen sowie die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit aus (Urk. 12/115/19, «Sie wünsche sich keine Rente, könne sich wegen ihres Zustandes jedoch keine Arbeitsaufnahme vorstellen» [Urk. 12/115/11], «man könne davon ausgehen, dass für sie Eingliederungsmass
nahmen nicht in Frage kämen» [Urk. 12/115/21]).
Dass für diese ablehnende Hal
tung krankheitswertige Gründe vorlägen, verneinte der Gutachter
Dr.
E._
ausdrücklich, liessen sich anlässlich der Exploration doch keine Tatbestände erheben, welche medizinisch gegen eine berufliche Wiedereingliederung sprächen (
Urk.
12/115/19).
Auch
nachdem der
Beschwerdeführerin
anlässlich des Standort
gespräches vom 11. Juni 2018
mitgeteilt
worden war
, dass medizinisch-theoretisch von einer vollumfänglichen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werde und
ihr das erforderliche
Belastbarkeits- und Aufbautraining
erläutert worden war,
erachtete sie sich stets noch als
nicht arbeitsfähig (Urk. 12/130/3
).
A
m 19. Dezember 2018
trat die
Beschwerdeführerin
nach Selbstanmeldung freiwillig (
Urk.
12/163/66-67)
auf die Spezialstation für
Traumafolgestörungen
der
Integrierten Psychiatrie A._
ein, wo die Ärzte ihre negative Prognose zur Arbeitsfähigkeit insbesondere mit dem während des Aufenthaltes gezeigten mangelnden therapeutischen Basisver
halten (aktive Mitwirkung, Erproben neuer Verhaltensweisen, Selbstöffnung)
–
trotz
grundsätzlich vorhandener Ressourcen wie Intell
igenz, Kreativität und Bildung –
begründeten (Urk. 12/148/3)
,
was wie bereits erwähnt (E. 4.3.4) infolge Widerstands der Beschwerdeführerin gegen das Behandlungskonzept zum vorzei
tigen Abbruch des stationären Aufenthalts führte (Urk. 12/163/68).
Am 13. Februar 2019 teilte Frau
K._
(
Sozialdienst der
Integrierten Psychiatrie A._
)
der
Beschwerde
gegnerin
mit, dass sich die
Beschwerdeführerin
nach wie vor nicht als eingliede
rungsfähig sehe (Urk. 12/146/4). Die von Dr.
J._
bei Frau
L._
(Betreuerin in der Wohngruppe der
Beschwerdeführerin
) erhobene Fremdanamnese, wonach die
Beschwerdeführerin
oft denke
, dass sie müsse aber nicht könne (Urk. 12/163/18),
spricht
–
mangels objek
tivierbarer medizinischer Gründe gegen
eine berufliche Eingliederung –
unverändert
gegen einen subjektiven Eingliede
rungswillen. Anzufügen bleibt, dass die (bereits im
Vorbescheidverfahren
fach
kundig
vertretene)
Beschwerdeführerin
weder im Vorbescheid- noch im vorlie
genden Beschwerdeverfahren vorbrachte, dass sie auf Eingliederungsmassnah
men angewiesen sei (Urk. 12/161, Urk. 2), und solche im Beschwerdeverfahren auch nicht konkret beantragte, was ebenfalls
als
Ausdruck ihrer fehlenden Ein
gliederungsbereitschaft
zu werten ist
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_59/
2017 vom 21. Juni 2017 E. 3.2).
5.2.3
Aufgrund des bei der
Beschwerdeführerin
nach dem Gesagten fehlenden subjek
tiven Eingliederungswillens und unter Berücksichtigung des Alters und der Aus
bildung der
Beschwerdeführerin
sowie mit Blick auf die ihr durchwegs attestierten hohe
n
intellektuellen
Ressourcen (
Urk. 12/115/21,
Urk. 12/148/3, Urk. 12/163/8) ist davon auszugehen, dass sich die
Beschwerdeführerin
ohne weitere Hilfeleis
tungen der
Beschwerdegegnerin
in eine ihr zumutbare Erwerbstätigkeit einzu
gliedern vermag.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen entfällt folglich, ohne dass zunächst ein Mahn- und
Bedenkzeitverfahren
im Sinne von Art. 21 Abs. 4 ATGS durchgeführt werden müsste (Urteil des Bundesgerichts
8C_233/2021 vom 7. Juni 2021
E. 2.3 mit Hinweisen
).
Dementsprechend ist im
Gutachtenszeitpunkt (Gutachten von Dr.
E._
vom 27. Februar 2018 [
Urk. 12/115])
von einer Verbesserung des Gesundheitszustandes auszugehen, welche es der Beschwerdeführerin ermöglicht, ihrer bisherigen Tätigkeit zu 100 % nachzugehen.
I
n Anwendung von Art. 88a Abs. 1
Satz 2
IVV
(E.
1.3
)
besteht folg
lich ab dem
1. Juni
2018
(bei einer ausgewiesenen Veränderung des Gesundheits
zustandes im Februar 2018) keine
Erwerbseinbusse und kein
Anspruch auf eine Invalidenrente
mehr.
5.3
Zusammengefasst besteh
t vom 1.
November
2015 bis am 31
.
Mai
2018 Anspruch auf eine befristete ganze Rente der Invalidenversicherung. Mithin ist die Beschwerde in Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom
28. Juli 2020 teil
weise gutzuheissen. Im Übrigen (Rentenanspruch ab dem 1.
Juni
2018) ist die Beschwerde abzuweisen.
6.
6.1
Die
Beschwerdeführerin
beantragte für den Fall ihres Unterliegens die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Urk. 1 S. 2).
Die Voraussetzungen zur Bewil
ligung der unentgeltlichen Prozessführung gemäss § 16 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgeric
ht (
GSVGer
) sind erfüllt, da die
Beschwerdeführer
in Sozialhilfe bezieht
(
Urk. 9
)
und der Prozess nicht aussichtslos
ist.
6.2
Die Kosten des Verfahrens sind auf
Fr.
800.-- festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und ausgangsgemäss den Parte
ien je zur Hälfte aufzuerlegen.
Infolge der bewil
ligten
unentgeltlichen Prozessführung sind die der
Beschwerdeführer
in auferleg
ten Gerichtskosten
einstweilen a
uf die Gerichtskasse zu nehmen. Sie
ist auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hinzuweisen.
Die
Zusprache
einer
(reduzierten)
Prozessentschädigung (Art. 61
lit
. g ATSG) ent
fällt, da die Beschwerdeführerin durch das Departement Soziales der Stadt Winterthur und somit durch eine Institution der öffentlichen Sozialhi
lfe vertreten ist (vgl. BGE
126 V 11). Die Beschwerdeführerin hat zu Recht keinen entspre
chenden Antrag gestellt (vgl. Urk. 1 S. 2).
Das Gericht
beschliesst
:
In Bewilligung des Gesuches vom 14. September 2020 wird der Beschwerdeführerin
die un
ent
geltliche Prozessführung
gewährt
,