Decision ID: 548ff065-6479-4a12-b90b-6da536f41fef
Year: 2014
Language: de
Court: BL_SG
Chamber: BL_SG_001
Canton: BL
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: public_law

Sachverhalt:
1. Mit Veranlagungsverfügung vom 23. Januar 2014 wurde der Pflichtige mit einem
Einkommen von Fr. 79‘443.-- und einem steuerbaren Vermögen von Fr. 0.-- veranlagt.
2. Gegen diese Veranlagungsverfügung erhob die damalige Vertreterin des Pflichtigen mit
Schreiben vom 14. Februar 2014 Einsprache und begehrte, das im Ausland erarbeitete
Erwerbseinkommen sei von der Steuer zu befreien. Eventualiter sei das steuerbare
Erwerbseinkommen unter Anerkennung der geltend gemachten Gewinnungskosten zu
veranlagen. Zur Begründung machte sie geltend, gemäss dem Urteil des Bundesgerichts vom
25. März 2011 stelle sich bei der vorliegenden Konstellation die Frage, ob das in Lagos erzielte
Einkommen in der Schweiz besteuert werden dürfe, was auf Grund dieses neuen Urteils
verneint werden müsse. Das Bundesgericht stelle klar, dass Arbeitseinkommen aus
unselbständiger Erwerbstätigkeit einer im Ausland arbeitenden Person nur dann in der Schweiz
besteuert werden könne, wenn die Arbeit auch in der Schweiz physisch ausgeübt werde. Dass
der Lohn von einem Schweizer Arbeitgeber bezahlt werde, genüge nicht mehr. Der Pflichtige
sei gemäss beiliegender Bescheinigung des C. Hotel an 209 Tagen im 2012 in Lagos gewesen.
Die restlichen Tage habe er grösstenteils ebenfalls im Ausland verbracht und sei nur wenige
Tage in der Schweiz gewesen.
3. Mit Einsprache-Entscheid vom 5. August 2014 wies die Steuerverwaltung die
Einsprache hinsichtlich der bestrittenen Steuerpflicht in der Schweiz ab. Zur Begründung führte
sie u.a. aus, zwischen der Schweiz und Nigeria gebe es kein Doppelbesteuerungsabkommen.
Entsprechend sei die steuerliche Beurteilung betreffend die Lohneinkünfte nach
innerstaatlichem Steuergesetz zu beurteilen. Der Pflichtige habe gemäss der
Einwohnerkontrolle im Jahre 2012 ausschliesslich Wohnsitz in D. gehabt. Laut nachgereichtem
Lohnausweis sei von der Schweizerischen Arbeitgeberin keine Quellensteuer abgeführt
worden, was ebenfalls für einen hiesigen Wohnsitz und für eine schweizerische
Einkommenssteuerpflicht spreche. Demnach sei die veranlagende Stelle im Entscheid zu
bestätigen und das Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit im Kanton Basel-
Landschaft resp. in der Schweiz zu besteuern.
Seite 3
4. Mit Schreiben vom 1. September 2014 erhob der Vertreter des Pflichtigen gegen diesen
Einsprache-Entscheid Rekurs und begehrte, 1. Die Verfahren betr. Staatssteuer 2012 sowie
direkte Bundessteuer 2012 seien zu vereinen. 2. Das steuerbare Einkommen, das steuerbare
Vermögen und die Verrechnungssteuer 2012 seien mit Fr. 0.-- (null) festzusetzten. 3. Die
subjektive Steuerpflicht sei zu verneinen und auf eine Besteuerung mangels Steuerpflicht im
Jahre 2012 zu verzichten. 4. Dem Pflichtigen sei eine Parteientschädigung auszusprechen.
Zur Begründung führte er u.a. aus, der Pflichtige sei deutscher Staatsangehöriger und
habe unbestrittenerweise im Vorjahr 2011 in D. seinen steuerrechtlichen Wohnsitz gehabt. lm
September 2011 habe er sodann eine Anstellung durch die X. GmbH in Lagos Nigeria
angetreten. Die Wohnungsabgabe und somit die Aufgabe seines Domizils habe am 10.
Dezember 2011 stattgefunden. Der Rekurrent habe im Jahre 2012 in Lagos, Nigeria gearbeitet
und dort gelebt. Eine Rückkehr nach der Auflösung des Haushalts im Dezember 2011 in die
Schweiz sei im Jahre 2012 nicht mehr erfolgt.
5. Mit Vernehmlassung vom 7. Oktober 2014 beantragte die Steuerverwaltung die
Abweisung des Rekurses. Zur Begründung brachte sie vor, der Rekurrent habe im Jahre 2012
unbestrittenermassen Lohneinkommen aus einer schweizerischen Gesellschaft mit Sitz in E.
(Schweiz) realisiert. Aufgrund bundesgerichtlicher Rechtsprechung bleibe der bisherige
Wohnsitz bis zur Begründung eines neuen erhalten, weswegen der bisherige Wohnort in D. im
Jahre 2012 als steuerlicher Anknüpfungspunkt stehen geblieben sei. Ferner bestehe mit Nigeria
kein Doppelbesteuerungsabkommen, welches Arbeitseinkommen grundsätzlich dem Ort der
tatsächlich ausgeübten Arbeitstätigkeit zuweise. Es bleibe deshalb bei der
basellandschaftlichen Steuerhoheit für das im Jahre 2012 erzielte Erwerbseinkommen. Die
entstandenen berufsbedingten Auslagen seien im Einsprache-Entscheid korrekt gewährt
worden.

Das Steuergericht zieht in Erwägung:
1. Das Steuergericht ist gemäss § 124 des Gesetzes über die Staats- und
Gemeindesteuern (Steuergesetz) vom 7. Februar 1974 (StG) zur Beurteilung des vorliegenden
Rekurses zuständig.
Seite 4
Gemäss § 129 Abs. 2 StG werden Rekurse, deren umstrittener Steuerbetrag wie im
vorliegenden Fall Fr. 8'000.-- pro Steuerjahr nicht übersteigt, vom Präsidenten und zwei
Richterinnen und Richtern des Steuergerichts beurteilt.
Aufgrund der grundsätzlichen Bedeutung der sich vorliegend stellenden Rechtsfragen
wurde der vorliegende Fall nach § 129 Abs. 5 StG dem Fünfergremium zur Beurteilung
übertragen.
Da die in formeller Hinsicht an einen Rekurs zu stellenden Anforderungen erfüllt sind, ist
ohne weiteres darauf einzutreten.
2. Zunächst beantragt der Vertreter des Pflichtigen, die Vereinigung der Verfahren
betreffend die Staats- sowie die direkte Bundessteuer 2012.
a) Betreffen nach § 7a des Gesetzes über die Verfassungs- und
Verwaltungsprozessordnung (Verwaltungsprozessordnung, VPO) vom 16.12.1993 getrennt
eingereichte Beschwerden und Klagen den gleichen Gegenstand, so kann die präsidierende
Person die Verfahren vereinigen.
b) Vorliegend stehen zwei unterschiedliche Anfechtungsobjekte zur Diskussion,
nämlich der Einsprache-Entscheid vom 5. August 2014 betr. die Staatssteuer 2012 sowie der
Einsprache-Entscheid vom 5. August 2014 betr. die direkte Bundessteuer 2012 mit jeweils
eigenem Rechtsmittel. Insofern handelt es sich nicht um den gleichen Gegenstand auch wenn
es sich in der Sache um die gleiche Tat- resp. Rechtsfrage handelt, die es zu beurteilen gilt.
Daraus folgend ist der Antrag auf Vereinigung der Verfahren abzuweisen.
3. Strittig ist vorliegend die subjektive Steuerpflicht aufgrund persönlicher Zugehörigkeit im
Kanton Basel-Landschaft für das Steuerjahr 2012.
a) Gemäss Art. 3 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten
Steuern der Kantone und Gemeinden (StHG) vom 14. Dezember 1990 sowie § 4 Abs. 1 StG
sind natürliche Personen kraft persönlicher Zugehörigkeit steuerpflichtig, wenn sie im Kanton
ihren steuerrechtlichen Wohnsitz oder Aufenthalt haben. Einen steuerrechtlichen Wohnsitz in
der Schweiz bzw. im Kanton hat eine natürliche Person namentlich, wenn sie sich hier mit der
Absicht dauernden Verbleibens aufhält oder wenn ihr das Bundesrecht hier einen besonderen
Seite 5
gesetzlichen Wohnsitz zuweist (Art. 3 Abs. 2 StHG). Der Begriff des steuerrechtlichen
Wohnsitzes setzt sich damit aus einem objektiven, äusseren (Aufenthalt) und einen subjektiven,
inneren Element (Absicht) zusammen (vgl. Entscheid des Bundesgerichts, 2C_1267/2012 vom
1. Juli 2013, E. 3.1; 2C_678/2013 vom 28.04.2014, E. 2.1, www.bger.ch).
Ein Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Schweiz und Lagos d.h.
Nigeria besteht derzeit noch nicht, weshalb innerstaatliches Recht massgebend ist.
b) Nach Art. 24 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB) vom 10.
Dezember 1907 bleibt der einmal begründete Wohnsitz einer Person bis zum Erwerb eines
neuen Wohnsitzes bestehen.
Jede natürliche Person hat einen Wohnsitz. Dieser kann nur dadurch
aufgegeben werden, indem ein neuer, an einem anderen Ort im In- oder Ausland begründet
wird. Hat eine Person den Ort ihres bisherigen Wohnsitzes verlassen und noch keinen neuen
Wohnsitz begründet so besteht der bisherige Wohnsitz als fiktiver fort (vgl. BSK ZGB I -
Staehelin, Art. 24 N 1).
c) Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zum Steuerrecht befindet sich
der steuerrechtliche Wohnsitz einer Person dort, wo faktisch der Mittelpunkt ihrer
Lebensinteressen liegt (BGE 138 II 300 E. 3.2 S. 305 f.; 132 I 29 E. 4.1 S. 36; 125 I 54 E. 2 S.
56; 123 I 289 E. 2a S. 293 f.). Die "Absicht dauernden Verbleibens" (Art. 3 Abs. 2 DBG; Art. 3
Abs. 2 StHG; § 7 Abs. 2 StG/TG) setzt nicht voraus, dass die steuerpflichtige Person an einem
Ort für immer oder doch für unbestimmte Zeit verbleibt. Es genügt, den Aufenthaltsort bis auf
Weiteres zum Mittelpunkt der Lebensverhältnisse zu machen und ihm dadurch eine gewisse
Stabilität zu verleihen, selbst wenn mit der Möglichkeit des Wechsels aus bestimmten Gründen
zu rechnen ist oder sogar feststeht, dass der Aufenthalt nach einiger Zeit wieder aufhört.
Dagegen ist ein bloss vorübergehender (Ausland-) Aufenthalt mit fortdauerndem Willen, den
bisherigen Wohnort als Mittelpunkt der Lebensverhältnisse aufrechtzuerhalten, nicht geeignet,
einen neuen Wohnsitz zu begründen (vgl. BGE 2C_678/2013 vom 28.04.2014, E. 2.2 mit
weiteren Hinweisen, www.bger.ch; Martin Zweifel/Silvia Hunziker in: Zweifel/Beusch/Mäusli-
Allenspach (Hrsg.) Kommentar zum Interkantonalen Steuerrecht, § 6 N 8). Auf die bloss
geäusserten Wünsche der steuerpflichtigen Person oder die gefühlsmässige Bevorzugung
eines Ortes kommt es nicht an. Der steuerrechtliche Wohnsitz ist insofern nicht frei wählbar.
Gleichermassen spielt das polizeiliche Domizil, an welchem die Schriften hinterlegt sind oder
wo die politischen Rechte ausgeübt werden keine entscheidende Rolle: Als äussere Merkmale
http://www.bger.ch/index.htm http://www.bger.ch/index.htm
Seite 6
können sie ein Indiz für den steuerrechtlichen Wohnsitz bilden, falls auch das übrige Verhalten
der Person dafür spricht (vgl. BGE 2C_793/2013 vom 7. Mai 2014, E. 4.2, www.bger.ch).
d) Nach Auffassung der Lehre ist umstritten, ob Art. 24 Abs. 1 ZGB vom 10.
Dezember 1907 auch im internationalen Verhältnis gilt. Gemäss der Ansicht der Autoren des
Kommentars zum Interkantonalen Steuerrecht gelten dieselben Grundsätze wie für die
Verlegung des Wohnsitzes in einen anderen Kanton. Die Aufgabe des schweizerischen
Wohnsitzes setzt weder die Begründung eines neuen Wohnsitzes im Ausland noch den
Abbruch sämtlicher Bande zum bisherigen Lebensmittelpunkt voraus. Vielmehr ist
entscheidend, ob sich die äusserlich wahrnehmbaren Umstände derart verändert haben, dass
angenommen werden kann, die steuerpflichtige Person habe ihren Lebensmittelpunkt in der
Schweiz aufgegeben. Weder die blosse Abmeldung am bisherigen Wohnort noch die
Registrierung am neuen ausländischen Aufenthaltsort genügen zur Begründung eines neuen
Wohnsitzes. In diesem Sinn ist der bisherige Wohnsitz einer steuerpflichtigen Person, welche
die Schweiz verlassen und sich ins Ausland begeben hat - wie bei Verlegung des Wohnsitzes in
einen anderen Kanton - als fortbestehend zu betrachten, bis sie ihren Lebensmittelpunkt
nachweisbar ins Ausland verlegt und dort einen neuen Wohnsitz begründet hat (vgl. Martin
Zweifel/Silvia Hunziker, a.a.O., § 6 N 97).
e) Im Entscheid vom 1. Juli 2013 führte das Bundesgericht hinsichtlich des
Wohnsitzes im internationalen Verhältnis aus, Art. 24 Abs.1 ZGB ist darüber hinaus analog
anwendbar: Der einmal begründete Wohnsitz in der Schweiz bleibt grundsätzlich bis zum
Erwerb eines neuen Wohnsitzes im Ausland bestehen (sog. "rémanence du domicile"; BGE 138
II 300 E. 3.3 S. 306; Urteil 2C_452/2012, 2C_453/2012 vom 7. November 2012 E. 4, in: StE
2013 A 32 Nr. 19; 2C_111/2012 vom 25. Juli 2012 E. 4.3, www.bger.ch).
Im interkantonalen Verhältnis greift die Regelung des Art. 24 Abs. 1 ZGB
dagegen nicht (Vgl. BGE 2C_1267/2012 vom 1. Juli 2013, E. 3.3 mit zahlreichen weiteren
Hinweisen; ebenso BGE 2C_793/2013 vom 7. Mai 2014, E. 4.3, www.bger.ch).
4. a) Der Steuerwohnsitz ist als steuerbegründende Tatsache grundsätzlich von den
Steuerbehörden nachzuweisen. Der steuerpflichtigen Person kann jedoch der Beweis für die
von ihr behauptete Verlagerung des Lebensmittelpunktes an einen neuen Ort auferlegt werden,
sofern die von der Steuerbehörde angenommene bisherige subjektive Steuerpflicht als sehr
wahrscheinlich erscheint. Diesfalls ist vom Steuerpflichtigen darzulegen, dass eine
http://www.bger.ch/index.htm http://www.bger.ch/index.htm http://www.bger.ch/index.htm
Seite 7
Wohnsitzverlegung stattgefunden hat. Dazu gehört nicht nur die endgültige Lösung der
Verbindungen zum bisherigen Wohnsitz, sondern auch die Darstellung der Umstände, welche
zur Begründung des neuen Wohnsitzes geführt haben. Wird der Nachweis der
Wohnsitzverlegung nicht erbracht, besteht das bisherige Domizil gemäss dem Gesagten fort
(vgl. BGE 2C_793/2013 vom 7. Mai 2014, E. 4.4; BGE 138 II 300 E. 3.3 S. 306, www.bger.ch).
b) Der Vertreter des Pflichtigen bringt hauptsächlich vor, der Rekurrent, welcher
deutscher Staatsangehöriger sei, habe seinen Wohnsitz in der Schweiz bereits im November
resp. Dezember des Jahres 2011 aufgelöst, indem seine Möbel resp. persönlichen
Gegenstände im November/Dezember 2011 nach F., Deutschland in einen gemieteten
Lagerraum verbracht worden seien. Im Jahre 2012 habe er in Lagos, Nigeria gearbeitet und
auch dort gelebt. Zudem habe er seine Freizeit auf den Philippinen bei der damaligen Verlobten
und heutigen Ehefrau verbracht. Heute lebe das Ehepaar gemeinsam in den Vereinigten
Arabischen Emiraten in G.. Eine Rückkehr in die Schweiz sei seither nicht erfolgt. Eine
fortdauernde schweizerische Steuerpflicht sei daher zu verneinen.
c) Die Steuerverwaltung stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt, dass der
Pflichtige bislang nicht nachgewiesen habe, dass er auch tatsächlich einen neuen Wohnsitz in
Lagos begründet habe und verwies dabei auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung vom 4.
Mai 2012.
d) Zunächst ist festzustellen, dass der vorliegende Fall mit dem von der
Steuerverwaltung zitierten Entscheid des Bundesgerichts BGE 138 II 300 vom 4. Mai 2012,
welcher als leading case auch unter dem Begriff des „Weltenbummlers“ bekannt geworden ist,
nicht vergleichbar ist. Im Unterschied zur vorliegenden Konstellation konnte der Ehemann in
dortigem Fall jederzeit in die eheliche Wohnung zurück und hatte in verschiedener Hinsicht
einen Bezug zur Schweiz behalten. An einem derartigen Bezug fehlt es vorliegendenfalls klar.
Auch ist hier eher davon auszugehen, dass der Rekurrent aufgrund seiner neuen veränderten
familiären Situation (Heirat) und seiner beruflichen Situation, zumindest für die Zukunft
gesehen, nicht wieder in die Schweiz zurückkehren wird.
e) Das Bundesgericht hat nun aber in seiner neueren Rechtsprechung konstant
bekräftigt, dass an sich die Lösung der Verbindungen zum bisherigen Wohnsitz für einen
Nachweis der Wohnsitzverlegung nicht genügt. Vielmehr ist entscheidend, dass der Nachweis
über die Begründung des neuen Wohnsitzes erbracht wird, massgebend. Fehlt dieser Nachweis
http://www.bger.ch/index.htm
Seite 8
der Begründung des neuen Wohnsitzes, bleibt der bisherige Wohnsitz im Sinne der "rémanence
du domicile" bestehen.
5. a) Die in den Akten liegenden Hotelrechnungen (C. Hotel) belegen lediglich, dass
sich der Pflichtige während einer bestimmten Zeit dort aufgehalten hat, nicht aber, dass er auch
dort Wohnsitz hatte. Auch die Passkopien vermögen die tatsächliche Wohnsitzverlegung nicht
zu beweisen. Es ist sodann nicht in Frage gestellt, dass der Rekurrent sich überhaupt in Lagos
befunden hat. Auch die in den Akten liegende E-Mail-Korrespondenz, welche der Rekurrent mit
seinem damaligen Vermieter oder der Gemeinde D. geführt hat, belegt nur, dass er seinerzeit
im Begriff war seinen Wohnsitz in der Schweiz aufzulösen, nicht aber einen neuen in Lagos zu
begründen. Die Bestätigung von Herrn Y. ändert die Sachlage somit ebenfalls nicht.
b) Demnach ist festzustellen, dass der Rekurrent nachgewiesen hat, dass er aus
der Schweiz weggezogen ist und damit die Verbindungen zu seinem bisherigen Wohnsitz zwar
gelöst hat. Hingegen hat er den Nachweis, dass er in Lagos auch tatsächlich einen neuen
Wohnsitz begründet hat, nicht erbracht. Daraus folgend bleibt der Wohnsitz in der Schweiz und
somit im Kanton Basel-Landschaft bestehen.
c) Hinsichtlich der im Einsprache-Entscheid gewährten Abzüge ist festzuhalten,
dass diese korrekt gewährt worden und somit nicht weiter zu beanstanden sind.
Aufgrund all dieser Erwägungen ist festzustellen, dass sich der Rekurs als unbegründet erweist
und abzuweisen ist.
6. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind dem Rekurrenten Verfahrenskosten in
Höhe von Fr. 800.-- aufzuerlegen (§ 130 StG i.V.m. § 20 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über die
Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung [VPO] vom 16. Dezember 1993) und es ist ihm
keine Parteientschädigung zuzusprechen (§ 130 StG i.V.m. § 21 VPO).
Seite 9