Decision ID: 72ef8d7b-f1f6-476f-95b6-94637d1d2b8e
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1962, arbeitete zu 100
%
als Landwirtin und Hausfrau, und meldete sich am
5.
Oktober 2012 unter Hinweis auf Rücken
beschwerden
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/1). Die Sozialversi
cherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab und veranlasste eine Abklärung der beeinträchtigten Ar
beitsfähigkeit in Beruf und Haushalt, über welche am 2
3.
August 2013 berichtet wurde (
Urk.
7/10).
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (
Urk.
7/12-24) verneinte die IV
Stelle mit Verfügung vom 2
6.
Mai 2014 einen Rentenanspruch (
Urk.
7/25).
1.2
Die am 2
6.
Juni 2014 erhobene Beschwerde (
Urk.
7/28/3-6
)
gegen die Verfü
gung vom 2
6.
Mai 2014 (
Urk.
7/25) hiess das hiesige Gericht mir Urteil vom
3.
Okto
ber 2014 (
Urk.
7/30
) in dem Sinne gut, dass die angefochtene Verfügung aufgehoben, und die Sache an die IV
-Stelle zurückgewiesen wi
rd, damit sie nach erfolgter Abklärung neu verfüge.
1.3
Die IV-Stelle
klärte daraufhin die medizinische und erwerbliche Situation erneut ab und holte beim
Zentrum Y._
ein
polydis
ziplinäres
Gutachten ein, das am 1
0.
August 2015 erstattet wurde (
Urk.
7/50).
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (
Urk.
7/53-56) verneinte die IV
Stelle mit Verfügung vom 1
0.
November 2015 einen Rentenanspruch (
Urk.
7/57 =
Urk.
2).
2.
Die Versicherte erhob am 1
4.
Dezember 2015
Beschwerde (
Urk.
1)
gegen die Verfü
gung vom 1
0.
November 2015 (
Urk.
2) und beantragte, hinsichtlich der Berechnung der Invalidenrente sei eine neue Abklärung vor Ort vorzunehmen, gestützt darauf das Verhältnis Erwerbsbereich/Haushaltsbereich festzustellen und alsdann der In
validitätsgrad gesamthaft aktuell auf mindestens 40
%
fest
zusetzen. Zu diesem Zweck sei der Fall an die Vo
rinstanz zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
1).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
1.
Januar 2016 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am 1
1.
Februar 2016 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun
fä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unent
geltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter anderem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozi
alen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittel
ten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hin
weisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in ihrer Verfügung vom 10. November 2015 (Urk. 2) gestützt auf ihre Abklärungen davon aus, dass die Beschwerdeführerin ohne Gesundheitsschaden weiterhin ihrer Tätigkeit als Bäuerin zu einem Pen
sum von 45
%
nachginge und die restlichen 55
%
in den Aufga
benbereich ent
fielen.
Unter Berücksichtigung des Gesundheitsschadens seien der Beschwerde
führerin schwere und mittelschwere Tätigkeiten ihrer bäuerlichen Aufgaben nicht mehr zumutbar. Leichte körperliche Tätigkeiten könne sie weiterhin aus
führen. Dabei könnte sie in einem selbst gewählten Pensum von 45
%
noch
Fr.
23‘311.-- pro Jahr verdienen (LSE TA 1
skill
level
, Kompetenzniveau 1, Total Frauen). Es sei nicht davon auszugehen, dass sie als Bäuerin ein höheres Ein
kommen erzielt habe, weshalb keine Einschränkung im Erwerbsbereich resul
tiere.
Im Haushalt sei sie gemäss
Abklärungen zu 27
%
eingeschränkt. Die Ein
schränkung im Haushalt müsste über 90
%
betragen, dass eine Viertelsrente resultieren würde. Davon sei bei einer 100%igen Arbeitsfähigkeit für angepasste Tätigkeiten nicht auszugehen. Es sei deshalb auf eine neue Abklärung vor Ort verzichtet worden
(S. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüb
er auf den Standpunkt (Urk. 1), das
Y._
-Gutachten habe bestätigt, dass ihr Arbeiten im
Landwirt
schaftsbereich
– abgesehen von
etwelchen
Kontrollfunktionen – nicht mehr möglich seien. Folglich sei die Qualifikation (45
%
Erwerb / 55
%
Haushalt) nicht zutreffend (S.
3).
Es sei offensichtlich, dass es für die Feststellung des aktuellen Anspruchs auf eine Invalidenrente einer erneuten Abklärung vor Ort bedürfe. Die medizi
nischen Abklärungen allein würden nicht ausreichen (S. 6).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob und in welchem Ausmass die Beschwerdeführerin in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist beziehungsweise ob ein Anspruch auf eine Invalidenrente besteht.
3.
3.1
Di
e
Ärzte des Zentrum
s
Y._
erstatteten ihr polydisziplinäres Gutachten am 1
0.
August 2015 (
Urk.
7/50) gestützt auf die Akten sowie die Untersuchungen der Beschwerdeführerin vom
8.
bis 1
2.
Juni 201
5.
Sie nannten folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 37
Ziff.
7):
chronisch rezidivierendes, rechtsseitiges
lumbospondylogenes
Schmerz
syn
drom
mit/bei
aktuell ohne objektiv fassbare Befunde im Sinne eines
radikulären
Aus
fallsyndroms
anamnestisch motorisches
radikuläres
Ausfallsyndrom L5 rechts gerin
gen Grades 2012
klinisch Hinweise für Facettengelenkssyndrom rechts
verspannte
r
und verkürzte
r
Glutealmuskulatur
rechts, insuffiziente
r
Rumpfstabilisation,
Chondrosen
der gesamten Lendenwirbelsäule,
breitbasige
Diskushernie
mediolateral
rechts LWK4/5 mit
Dorsalverla
gerung
der Wurzel L5 im rechten
Rezessus
.
Deutliche
breitbasige
Dis
kusprotrusion
mit
intraforaminaler
Komponente beidseits, leichter
osteodicärer
Foraminalstenose
L5 sowie dynamischer
Rezessus
-Ste
nose LWK4/5 rechtsbetont und
Foraminalstenose
L5/S1 linksbetont
Status nach CT-gesteuerter Infiltration Facettengelenk L4/5 rechts am
6.
Juni 2012, Status nach
periradikulärer
Steroid-Infiltration
forami
nal
L5/S1 rechts am
5.
Oktober 2012 und in der Folge gemäss Unter
lagen Normalisierung einer L5-Parese rechts
Coxarthrose
beidseits sowie degenerative Veränderungen und
Fehlform
zervikal (Kyphose, ventrale Spondylose, HWK5-7,
Spondylarthrosen
HWK5-BWK1, leichte
Pseudolithesis
HWK
3/4
, 4/5 und HWK 6/7) beide bis anhin asymptomatisch
Der internistische
G
utachter führte aus,
dass bei der Beschwerdeführerin im Jahre 2013 eine
Magenbypassoperation
wegen einer Adipositas durchgeführt worden sei, wobei sie postoperativ zirka 25 kg abgenommen habe. Von Seiten
der
Magenbypassoperation
gehe es der Beschwerdeführerin gut. Eine Arbeits
unfähigkeit bestehe dadurch nicht
(S. 14 unten).
Der rheumatologische
G
utachter führte aus,
dass erstmals in den 90er Jahren rezidivierende lumbale Schmerzen aufgetreten seien, welche infolge ihrer Schmerzintensität immer wieder zu einer vorübergehenden Immobilisierung der Beschwerdeführerin geführt hätten.
Seit 2010 bestünden
Schmerzausstrahlun
gen
in das rechte Bein. Die radiologischen Abklärungen hätten das Vorliegen von degenerativen Veränderungen und eine
Fehlform
der lumbalen Wirbelsäule ergeben, wobei aufgrund der radiomorphologischen Befunde durchaus eine Irritation der Wurzel L5 rechts möglich gewesen sei, die klinischen Untersu
chungen diesbezüglich seien variabel gewesen.
In der aktuellen klinischen Untersuchung fänden sich fragliche Hinweise für eine
radikuläre
Reizung L5 rechts, diesbezüglich
sei aber auf das neurologische Teilgutachten verwiesen.
Ansonsten spreche die aktuelle klinische Untersuchung für eine Reizung der
Intervertebralgelenke
LWK4/5 und LWK5/SWK1 rechts.
Des Weiteren fänden sich eine
Fehlform
der Wirbelsäule (Flachrücken mit lumbal rechtskonvexer Skoliose) und ein ausgeprägter muskulärer Hartspann paravertebral-lumbal sowie des
Musculus
quadratus
lumborum
rechts und der
Glutealmuskulatur
rechts.
Insbesondere die muskulären Pathologien, wie auch die klinisch vermu
tete Überlastung der
Intervertebralgelenke
könn
t
e
n
die lumbalen, in das rechte Bein ausstrahlenden Schmerzen erklären
(S. 20)
.
Aufgrund der klinischen Untersuchungen bestehe zudem der Verdacht auf eine beginnende
Coxarthrose
links und auch degenerative Veränderungen der Halswirbelsäule
(HWS)
, wobei diese vermuteten Veränderungen
bis anhin asymptomatisch seien
.
Radiologisch habe der Verdacht bestätigt werden können. Es lägen sogar eine beidseitige
Coxarthrose
vor sowie rechts ausgeprägte degenerative Veränderungen betont der unteren HWS und zugleich auch eine
Fehlform
(Kyphose
; S. 21
).
Aus rheu
matologischer Sicht seien der Beschwerdeführerin leichte bis maximal inter
mittierend mittelschwere, wechselbelastende und rückenadaptierte Tätigkeiten unter Vermeidung repetitiver Rotationsbelastungen mit dem Oberkörper, repeti
tiver Dreh-Hebebewegungen sowie Exposition zu Vibration und Kälte und aller Arbeiten in der Höhe oder verbunden mit häufigem Steigen auf Leitern oder Gehen auf unebenem Grund vollschichtig zumutbar (S. 22 unten).
Diese Ein
schränkungen betreffend Belastung des Achsenskeletts gälten sicher seit April 2013, diej
enigen betreffend die
Hüftgelenke ab der aktuellen
B
egutachtung
(S.
23)
.
Insbesondere die aktuell von der Beschwerdeführerin ausgeübten Arbeiten (Kontrollarbeiten) könnten ihr vollumfänglich zugemutet werden, da sie die genannten Kriteri
en berücksichtigen würden und die Beschwerdeführerin
die Ar
b
eiten zudem frei einteilen könne.
Der neurologische
G
utachter führte aus, dass die untersuchte Beinmuskulatur rechts wechselhaft, teils schmerzbedingt vermindert innerviert werde. Dagegen finde sich in keinem der Muskeln pathologische Spontanaktivität. Die Potentiale motorischer Einheiten seien unauffällig konfiguriert, von normaler durch
schnittlicher Dauer.
Insgesamt ergäben sich elektromyografisch in den
Myoto
men
L4-S1 rechts Hinweise weder auf einen aktuellen
Denervationsprozess
noch auf eine ältere neurogene Läsion von Relevanz, womit aktuell ein motori
sches
radikuläres
Ausfallsyndrom
nicht nachweisbar sei (S. 27).
Klinisch ergä
ben sich unauffällige neurologische Befunde an beiden oberen Extremitäten. Bei intakter
Trophik
der Beinmuskulatur
, symmetrisch mittellebhaften PSR und ASR sei der TPR beidseits nicht auslösbar. Hüftbeuger und Kniestrecker würden schmerzbedingt, wie die Hebemuskulatur rechts wechselhaft innerviert, während bei negativem Trendelenburg auch der Fersengang symmetrisch gut möglich sei
.
Ataxiezeichen
seien nicht nachweisbar (S. 28 f.).
Dennoch seien die geklagten Beschwerden durchaus glaubwürdig und auf der Grundlage der durch die Bild
gebung dokumentierten erheblichen degenerativen Veränderungen der
Lenden
wirbelsäule
zu verstehen (S. 29).
Der psychiatrische
G
utachter führte aus,
dass auf die Erkundigung nach dem affektiven Befinde
n
bei der Beschwerdeführerin eine merkwürdig gemischte Reaktion erfolgt sei. Sie lache und bekomme gleichzeitig Tränen in den Augen. Die Beschwerdeführerin gebe an, dass sie unter Stress stehe, weil sie nicht alles machen könne, was sie machen sollte. Es gebe sehr viel Arbeit auf dem Bauern
hof und trotz aller Reduktion der Aufgaben bleibe immer noch viel zu tun, was sie selbst nicht mehr tun könne. Sie müsse immer alles kontrollieren, ob ihre Anweisungen auch richtig ausgeführt worden seien und dies erzeuge einen äusseren Druck
(S. 33)
.
Objektiv sei die Beschwerdeführerin auch, abgesehen davon, dass sie bei Ansprechen des Themas der Affektivitätseinschränkungen die oben genannten Tränen in den Augen bekomme, in ihrer Affektivität adä
quat, das heisse sie berichte normal-psychologisch nachvollziehbare Belas
tungsmomente, die auch auf ihrer Persönlichkeitsstruktur basieren würden, die neben ihrer positiven Seite mit ihrer Leistungsbereitschaft und –
fähigkeit
auch eine negative Komponente im Sinne eines gewissen Anankasmus habe, der die Beschwerdeführerin in einen entsprechenden Stress bringe
(S. 33 f.)
.
Im kli
nisch-psychiatrischen Status fänden sich keinerlei Hinweise auf das Vorliegen einer organisch-bedingten kognitiven Leistungseinbusse. Die Beschwerdeführe
rin sei
vigilant
, erfragte Daten würden ohne Probleme erfasst und
ekphoriert
(S.
34)
.
Es finde sich also eine
anankastisch
-strukturierte Persönlichkeit, ohne dass eine eigentliche, bezüglich der Arbeitsfähigkeit relevante psychiatrische Patho
logie zu konstatieren wäre (S. 38).
Die Gutachter hielten anlässlich der interdisziplinären Konsenskonferenz fest,
dass aufgrund der objektivierbaren rheumatol
ogischen Befunde im Achsenorgan der Beschwerdeführerin schwere und insbesondere rückenbelastende Tätigkeiten nicht mehr zumutbar seien. Die Beschwerdeführerin sollte repetitive Rotations
b
ewegungen mit dem Oberkörper, repetitive Dreh- und Hebebewegungen sowie Exposition gegenüber Vibrationen und Kälte vermeiden können, des Weiteren auch Arbeiten
die
mit wiederholtem Steigen auf Leitern oder Arbeiten in der Höhe sowie Gehen auf unebenem Grund verbunden seien.
Solche Tätigkeiten seien ihr nicht mehr zumutbar. Hingegen seien alle Aufsichtstätigkeiten und alle Arbeiten sowohl im Haushalt wie auf dem Landwirtschaftsbetrieb, die diese Bedingungen einhalten würden, uneingeschränkt zumutbar
. Eine durchschnittli
che Tätigkeit als Landwirtin mit Vollbelastung sei ihr nicht mehr zumutbar (S.
39).
Für alle Tätigkeiten, in der alle oben genannten Einschränkungen einge
halten werden könnten, bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Die Beschwerdeführerin könne rein administrative Tätigkeiten sowie
Aufsichtstätig
keiten
uneingeschränkt ausüben
(S. 40)
.
Die Prognose müsse als durchschnitt
lich bezeichnet werden. Die degenerativen Veränderungen würden bei der aktuell 53 Jahre alten Beschwerdeführerin naturgemäss progressiv sein (S. 41).
3.2
Med.
pract
.
Z._
, Fachärztin für orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates,
nahm am 1
7.
August 2015 Stellung (
Urk.
7/51/2-3) und führte aus, dass auf das
Y._
-Gutachten abgestellt werden könne.
4.
4.1
Unbestritten und aufgrund der Aktenlage (
Y._
-Gutachten) ausgewiesen ist, dass die Beschwerde
führerin aufgrund der bestehenden multiplen Beschwerden in ihrer ange
stammten Tätigkeit als Landwirtin
-
abgesehen von Kontrollfunk
tionen -
nicht mehr arbeitsfähig ist. Strittig ist hin
gegen, wie es sich mit ihrer Arbeitsfähigkeit in einer
leidensange
passten
Tätig
keit verhält.
Die Beschwerdegeg
nerin stellte diesbezüglich auf das
Y._
-Gutachten
(vorste
hen
d E. 3.1
) sowie auf die Stellung
nahme des RAD
(vorstehend E. 3.2) von August 2015
ab und ging von einer
Rest
arbeitsfähigkeit
von 100 % aus.
4.2
D
ie
Y._
-Gutachter
kamen gestützt auf die medi
zinische Aktenlage und insbeson
dere gestützt auf
ihre eigenen Untersuchungen der Beschwerdeführerin zum Schluss,
dass
für eine angepasste Tätigkeit
seit
April
20
13
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit mit gewissen Einschränkungen
bestehe
(
vgl.
vorste
hend E. 3.
1
).
Leichte bis maximal intermittierend mittelschwere, wechselbelastende und rückenadaptierte Tätigkeiten unter Vermeidung repetitiver Rotationsbelastungen
mit dem Oberkörper, repetitiver Dreh-Hebebewegungen sowie Exposition zu Vibration und Kälte und aller Arbeiten in der Höhe oder verbunden mit häufi
gem Steigen auf Leitern oder Gehen auf unebenem Grund wurden von den
Y._
-Gutachtern als vollschichtig möglich und zumutbar erachtet.
Diesbezüg
lich erwähnten die
Y._
-Gutachter in ihrer Beurteilung zudem weder Ein
schränkungen in Bezug auf den zeitlichen Rahmen noch hinsichtlich der Leis
tungsfähigkeit
.
Das
Y._
-Gutachten
erweis
t
sich für die streitigen Be
lange als umfassend, basiert
auf den notwendigen Untersuchungen, berück
sichtigt
sämt
liche von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden und se
tzt
sich mit diesen sowie dem Verhalten der Beschwerdeführerin auseinan
der. Die medizi
nischen Zusammenhänge sowie die medizinische Situation wer
den eingehend erörtert und die Schlussfolgerungen sind
begründet. Es
erfüll
t
dem
nach die
pra
xisgemässen
Kriterien (vgl. vorstehend E. 1
.
4
) und weis
t
keine Mängel auf, wes
halb darauf abgestellt werden kann.
Da die Diagnosen grundsätzlich unbestritten sind und keine ärztlichen Stellung
nahmen vorliegen, welche eine (Teil-)Arbeitsunfähigkeit der Beschwerde
führerin in einer angepassten Tätigkeit attestieren, hat die Beschwerdegegnerin zu Recht auf die Einschätzungen
der
Y._
-Gutachter sowie
ihres RAD
abgestellt und ist von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit in einer ang
epassten Tätigkeit ausge
gangen.
4.
3
Weiter wandte die Beschwerdeführerin
sinngemäss
ein, die Annahme der Beschwerdegegne
rin, ihr sei eine angepasste Tätigkeit zuzumuten, erweise sich auch deshalb als will
kürlich, weil
auf dem freien Arbeitsmarkt eine derartige Stelle für sie
nicht existiere
(
Urk.
1 S. 4)
.
Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der me
dizinischen Behandlungen und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch ei
ne ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (vgl. vorstehend E. 1.1).
Der Begriff des ausgegliche
nen Arbeitsmarktes ist ein theoretischer und abstrakter Begriff, wel
cher dazu dient, den Leistungsbereich der Invalidenversicherung von jenem der Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Er umschliesst einerseits ein bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt
sich im Einzelfall, ob die invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten, und ob sie ein rentenausschliessendes Einkom
men zu erzielen vermag oder nicht (BGE 110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S.
321 E.
3b und 1985 S. 462 E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.2). An die Konkreti
sierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind praxisgemäss nicht übermässige Anforderungen zu stellen; diese hat vielmehr nur so weit zu gehen, als im Einzelfall eine zuverlässige Ermittlung des Invaliditätsgrades gewährleistet ist. Für die Invaliditätsbemessung ist nicht darauf abzustellen, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nützen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (AHI 1998 S. 290 f. E. 3b; Urteile des Bundesgerichts I 273/04 vom 29. März 2005, I 591/02 vom 5. Mai 2004, I 285/99 vom 1
3.
März 2000 und U 176/98 vom 1
7.
April 2000). Der aus
geglichene Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Ent
gegenkommen vonseiten des Arbeitgebers rechnen können (Urteile des Bundes
gerichts 9C_95/2007 vom 2
9.
August 2007 E. 4.3 und 9C_98/2014 vom 2
2.
April 2014 E. 3.1, je mit Hinweisen).
Auch
der
Einwand der Beschwerdeführerin
, es existierten keine Arbeitsplätze für ihr Profil,
vermag demnach nicht zu über
zeugen.
4.4
Die Ausführungen der Beschwerdegegnerin zur Invaliditätsbemessung wurden von der Beschwerdeführerin nicht in Frage gestellt
.
Zumutbar ist insbesondere
bei vollständiger Arbeitsunfähigkeit
die Aufgabe der selbständigen Erwerbs
tätigkeit
auf dem Bauernhof
und die Verwertung der Restarbeitsfähigkeit in einer angepassten (unselbständigen) Arbeit. Aufgrund der Akten
geben sie zu keinen Beanstandungen Anlass, so dass sich weitere Darlegungen erübrigen.
Die festgestellte volle Arbeitsfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit ergibt vor
liegend einen Invaliditätsgrad von 0
%
im erwerblichen Bereich.
Damit erübrigt es sich auch, die aufgeworfene
Statusfrage erneut
näher abzuklären.
So müsste im mit 55
%
angegebenen Aufgabenbereich eine Einschränkung von über 70
%
bestehen, damit ein anspruchsbegründender Invaliditätsgrad resultieren würde. Bei der festgestellten 100%igen Arbeitsfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit ist jedoch mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auch im Haushaltsbereich lediglich eine nicht ausschlaggebende Einschränkung anzunehmen.
Ausserdem
ist anzumerken, dass es dem
Ehemann sowie den Kindern der Beschwerde
führerin im Rahmen der Schadenminderungspflicht durchaus zumutbar
ist
, bei
schwereren Arbeiten im Haushalt
mitzuhelfen.
Eine
solche
Mithilfe im
Haushalt
kann vom Ehemann der Beschwerdeführerin sowie den Kindern erwartet werden
und bedeutet keine
unverhältnismässige
Belastung. Dabei ist auch die
b
undege
richtliche
Rechtsprechung
zu berücksichtigen, wonach die im Rahmen der
Inva
liditätsbemessung
bei einer Hausfrau zu berücksichtigende Mithilfe von Fami
lienangehörigen weiter geht als die ohne Gesundheitsschädigung üblicherweise zu erwartende Unterstützung
(
BGE 133 V 504 E. 4.2 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_729/2009 vom 3
0.
November 2009 E. 4.1-3
).
Die
Mitwir
kungspflicht
der Familienmitglieder im Rahmen der S
chadenminderungspflicht ist
nicht zu beanstanden.
Des Weiteren ist festzuhalten, dass bei der Führung des eigenen
Haushaltes
die Möglichkeit besteht, sich die Zeit frei einzuteilen und nach Bedarf Pausen einzuschalten. Somit ist es der Beschwerdeführerin zumutbar, die
Haushaltsarbeiten
etappenweise zu erledigen respektiv
e die schwereren Tätigkeiten an
Tagen auszuführen, an welchen sie weniger
Schmer
zen
hat.
4.5
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich der Sachverhalt als hinreichend klar erweist und weitere Abklärungen nicht notwendig sind. Die Beschwerde
führerin ist in einer Verweistätigkeit zu 100 % arbeitsfähig.
Die angefochtene Verfügung vom
10
.
November
201
5
(Urk. 2) erweist sich somit als rechtens, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
5.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzu
erlegen.