Decision ID: 043a510f-29d2-4ec4-a7f9-d83bdada6f19
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
D
er
19
59
geborene
X._
war
ab
1.
September 1987 als Bauführer bei der
A._
AG in einem 100%-Pensum tätig
(Urk. 8/13
)
.
Im August 2009 verschlimmerten sich
bei ihm die
seit mehreren Jahren
bestehenden
Nacken
be
schwerden
und lösten
vorübergehend eine Arbeitsunfähigkeit
aus
(Urk. 8/10/32). In dieser Zeit
und auch danach
war
der Versicherte
wegen Schmerzen
im Nacken
,
die Depressionen ausgelöst hatten,
auch
in psychiatrischer Behandlung
(Urk
. 8/18/1)
.
Ab de
m 8. August 2011 war er wegen den Nackenbeschwerden zu unterschiedlichen Graden arbeitsunfähig geschrieben (vgl. Urk. 8/74/7).
Am 18. Januar 2012 wurde
er
zufolge
Osteochondrose
an den Hals
wirbel
n
C5/6 und
C6/
7
in der
Klinik B._
operiert
und
es wurde
eine ventrale Titanplatte ein
gesetzt (Urk. 8/10/
2; Urk. 8/10/
10)
.
Nach vorübergehender Wiederaufnahme eine
s 100%-Pensums
als Bauführer
arbeitete er ab
Juni 2012
aufgrund von Schmerzen
nur noch
zu
50 %
(
Urk. 8/10/2,
Urk. 8/18). Am
17
.
Oktober 2012
meldete er sich unter Hinweis auf eine Arthrose
an der Halswirbelsäule
zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung an (Urk.
8/2
).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die beruf
lichen und medizinischen Verhältnisse ab.
Am 2. April 2013 teilte
sie
mit, dass der Arbeitsplatzerhalt abgeschlossen sei
und betreffend Rente später eine separate Verfügung erlassen werde
(Urk. 8/17).
Nach weiteren Abklärung
en ging die IV-Stelle wegen einer geringeren Belastbarkeit der Halswirbelsäule
von
einer
80%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit
als Bauführer
und
mittels
eines Prozentvergleichs
von
einem Invaliditätsgrad von 20 %
aus
(vgl. Feststel
lungsblatt für den Beschluss vom 16. Mai 2013; Urk. 8/22)
.
Nach durch
geführtem
Vorbescheidverfahren
verneinte die IV-Stelle m
it Verfügung vom
1
7
.
September
2013
(Urk.
8
/
36
) den Anspruch auf eine Invalidenrente
.
1.2
Am 25. November 2014 liess sich der Versicherte, vertreten durch
Rechtsanwältin
lic
.
iur
. Christina Ammann, unter Hinweis auf eine Verschlechterung des Gesund
heitszustands
physischer und psychischer Natur
erneut bei der Invaliden
versiche
rung zum Leistungsbezug an
melden
(Urk. 8/39).
Zusammen mit der Anmeldung wurde
n zwei
Arztbericht
e
eingereicht (Urk. 8/
38/1-2, Urk. 8/38/3-4
)
, in welchen aufgrund einer Depression ab dem 12. August 2014 eine zeitweise 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde und nach welcher der Beschwerdeführer per 12. September 2014 lediglich noch zu 30 % arbeitete
.
Die IV-Stelle holte
einen Bericht des Zentrums
C._
ein
(Urk. 8/48
) und
zog die Akten der Krankentaggeldversicherung
Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG b
ei (Urk. 8/46,
Urk. 8/53-54
). Diese hatte bei Dr.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie für Pharmazeutische
Medizin
, ein psychiatrisches Gut
achten in Auftrag gegeben (Gutachten vom 2. Mai 2015 [Urk. 8/54/2-6]). Die IV-Stelle liess den Versicherten durch das Begutachtungsinstitut
E._
in
F._
in den Fachbereichen Allgemeine Innere Medizin, Neurologie, Psychiatrie
und Rheumatologie polydisziplinär begutachten
(
E._
-
Gutachten vom 3. Juni 2016
[Urk. 8/74])
und den RAD
Stellung nehmen (Urk. 8/80/6).
Gestützt auf ihre Abklärungen
stellte die IV-Stelle dem Versicherten mit Vorbe
scheid vom
8
.
September
201
6
(Urk. 8/
81
)
erneut die
Verneinung des Anspruchs auf eine Invalidenrente in Aussicht. Dagegen liess
dieser
am
12. Oktober 2016 (Urk. 8/85) Einwand erheben und
am 6. Januar 2017
eine
Einwand
ergänzung
(Urk. 8/
94
)
einreichen
. Mit Verfügung vom
4
.
Mai
201
7
(Urk. 2 = Urk. 8/
96
) ver
neinte die IV-Stelle den Anspruch auf eine Invalidenrente.
2.
Dagegen liess
X._
am
7
. Juni 2017 Beschwerde erheben
mi
t den Rechts
begehren, es sei ihm
ab dem 1. November 2015 eine Invalidenrente auf der Basis eines Invaliditätsgrades von mindestens 50 % zuzusprechen (Urk. 1)
.
Zusammen
mit der Beschwerdeschrift wurde ein
Arbeitsvertrag der
A._
AG
vom 30. August
2016
über ein Pensum von 30 %
ein
gereicht
(Urk. 3).
Die IV-Stelle schloss in der
Beschwerdeantwort
vom
3. August
2017 auf Abweisung der Be
schwerde (Urk.
7
).
Mit Replik vom 1. November 2017
(Urk. 13)
liess der Ver
sicherte die Gutheissung der Beschwerde beantragen
und
einen Arztbericht vom beh
and
elnden Psychiater, Dr.
G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
the
rapie, vom 21. Oktober 2017
(Urk. 14/1
) und eine Stellungnahme
von Dr.
H._
, Fachärz
tin für Neurologie, und Dr.
I._
, Neuropsychologin, vom 29. Juni 2017 einreichen (Urk. 14/
2)
.
Am 4. Dezember 2017 verzichtete die IV-Stelle auf eine Duplik (Urk. 16), was dem Versicherten am 5. Dezember 2017
zur Kenntnis gebracht
wurde (Urk. 17
).
Am 3. Mai 2018 forderte das Gericht die Parteien auf unter dem Gesichtspunkt der geänderten bundesgerichtlichen Praxis (BGE 143 V 409 und 143 V 418) zur Beurteilung des Anspruchs auf eine Rente der Invalidenversicherung bei psy
chischen Leiden Stellung zu nehmen (Urk. 18). Am 28. Mai 2018 reichte die
IV-Stelle
ihre Stellungnahme ein (Urk. 21). Der Versicherte liess
am 18. Juni 2018
Stellung nehmen (Urk. 22)
.
Er liess
neue
ärztliche Arbeitsunfähigkeits
beschei
ni
gungen (Urk. 23/1) einreichen und die per 31. August 2018 durch die Arbeitge
berin erfolgte begründete Kündigung seines Arbeitsverhältnisses (Urk. 23/2-3) mitteilen
.
Am 21. Juni 2018 wurde die IV-Stelle zur Stellungnahme zu den neu eingereichten
Unterlagen aufgefordert und gleichzeitig
wurde
dem Versicherten die Eingabe der IV-Stelle vom 28. Mai 2018 (Urk. 21) zugestellt (Urk. 24).
Am 2. Juli 2018 verzichtete die IV-Stelle auf
weitere
Äusserungen
(Urk. 26)
.
Mit Eingabe vom 18. Juli 2018
(Urk. 28)
liess
sich
der Versicherte zur Stellungnahme der IV-Stelle
vom 28. Mai 2018 (Urk. 21)
vernehmen
, was der IV-Stelle am 2. August 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 29).
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, nachfolgend eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Ver
lust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen,
ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (
vgl.
BGE
139 V 547
E. 5
,
131 V 49
E. 1.2
,
130 V 352
E. 2.2.1
; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
1.3
Gemäss der für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosoma
tische Leiden entwickelten Rechtsprechung des Bundesgerichts ist die tatsächliche Arbeits- und Leistungsfähigkeit der versicherten Person in einem strukturierten,
ergebnisoffenen Beweisverfahren anhand von auf den funktionellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren zu ermitteln (BGE 141 V 281). Mit BGE 143 V 418 hat das Bundesgericht erkannt, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Leiden einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen seien, wobei es je nach Krankheitsbild allenfalls gewisser Anpassungen hinsicht
lich der Wertung einzelner Indikatoren bedürfe. Diese Abklärungen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärzt
lichen Fest
stellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indika
toren
auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen (E. 7).
1.
4
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
5
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3 der Ver
ordnung über die Invalidenversiche
rung [IVV]), so ist im Beschwerde
ver
fah
ren zu prüfen, ob im Sinne von Art
. 17 ATSG eine für den Rentenan
spruch rele
vante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis
).
Liegt ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend ("allseitig") zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (
vgl.
BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweis auf BGE 117 V 198 4b und mit weiteren Hinweisen).
1.
6
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unab
hängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbeson
dere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen,
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum
es auf die eine und nicht auf die andere medizi
nische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforder
lichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berück
sichtigt und sich mit diesen sowie dem Ver
halten der untersuchten Person aus
einander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Aus
ein
andersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der
medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
ge
rungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräu
mende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte in der Verfügung vom
4
.
Mai
2017 einen Rentenanspruch im Wesentlichen mit der Begründung, dass
das
E._
-Gutachten d
en
Anforderungen der Rechtsprechung
an ein beweistaugliches Gutachten
ge
nüge
und
d
er
Beschwerdeführer
gestützt darauf
seit Januar 2013 in der bisherigen Tätigkeit als Bauführer und in einer angepassten Tätigkeit zu 80 %
arbeitsfähig
sei
.
Ihm sei einerseits die angestammte Tätigkeit als Bauführer weiterhin i
m
genannte
n
Pensum zumutbar, solange keine schweren und mittelschweren Arbeiten anfallen würden. Andererseits sei ihm auch in einer leichten wechselbelastenden Tätigkeit ohne Überkopfarbeiten und mit zusätzlichen Pausen ein 80%-Pensum zumutbar.
Eine
Veränderung des Gesundheitszustandes
seit der letzten Verfügung vom 17. September 2013 habe hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit nicht stattge
funden. Es bestehe
nach wie vor
ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 20 %
(Urk. 2).
2.2
D
er
Beschwerdeführer lässt in
seiner
Beschwerde vom
7. Juni
2017 demgegen
über im Wesentlichen geltend machen,
auf das psychiatrische Teilgutachten der
E._
mit der
darin diagnostizierte
n
leichte
n
depressive
n
Episode (ICD-10 F32.0) könne nicht abgestellt werden. Vielmehr sei gestützt auf den Bericht der behan
delnden Psychiaterin Dr
.
J._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psy
chotherapie,
vom 28. Oktober 2014 von einer schweren depressiven Störung aus
zu
gehen.
Zudem s
ei gestützt auf
das Gutachten
von
Dr.
D._
, un
d
die Berichte
der behandelnden Psychiaterin
Dr.
J._
eine kombinierte Persönlich
keits
störung anzunehmen.
Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit sei basierend auf
den Angaben
durch Dr.
H._
, Fachärztin für Neurologie,
und Dr.
I._
, Neu
r
opsychologin,
in der bisherigen Tätigkeit als Bauführer aufgrund der
hohen
kognitiven An
forderungen
von keiner Arbeitsfähigkeit mehr auszugehen. Es bestehe lediglich noch für leichte kognitive Tätigkeiten
eine Arbeitsfähigkeit von
50-70
%, was nach einem Einkommensvergleich in einem Invaliditätsgrad von rund 70 % resultiere
(Urk. 1).
Replicando
lässt der Beschwerdeführer den Entscheid der Beschwerdegegnerin auch darin kritisieren, dass nicht beachtet worden sei, dass er ein somatisch bedingtes Schmerzsyndrom habe, das durch die Ärzte des
Z
entrums
C._
objektiviert worden und invalidisierend sei (Urk. 13 S. 3). Weiter lässt er auf Einschätzungen der behandelnden Ärzte hinweisen, so auf den
neuen behan
delnden
Psychiater Dr.
G._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
der ihn seit 21. November 2016 behandelt.
Dieser
Arzt diagnostizierte eine de
pressive Störung schweren Grades (ICD-10 F33.2) und ein chronifiziertes Schmer
z
syndrom (ICD-10 F45.4) (Urk. 13).
3.
Die IV-Stelle ist auf die Neuanmeldung des Beschwerdeführers vom 25. Novem
ber 2014 (Urk. 8/39) materiell eingetreten.
Zeitliche Vergleichsbasis bildet die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Renten
anspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Inva
liditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.1 mit Hinweisen).
Es gilt somit zu prüfen, ob sich die tatsächlichen Verhältnisse im massgeblichen Zeitraum zwischen der Verfügung vom
17. September 2013
(Urk. 8/36) und der Verfügung vom 4. Mai 2017 (Urk. 2), welche die zeitliche Grenze für den zu beurteilenden Sachverhalt bildet, insofern verändert haben, dass nunmehr ein Anspruch auf eine Invalidenrente besteht.
4.
4
.1
Der
rentenverneinenden
Verfügung vom
17. September 2013
(Urk.
8
/36)
lag
en
im Wesentlichen die
Bericht
e
von
Dr
.
K._
,
Chef
arzt für
Neuro
chi
rurgie
der
K
linik
B._
, vom
20. August (Urk. 8/10/2) und
4. September 201
2
(vgl. Urk.
8/10/1
)
, von Dr
.
L._
, Facharzt für Innere Medizin, vom 4. April 201
3
(Urk. 8/
19
)
, und
die Stellungnahme der RAD-Ärztin
M._
, Fachärztin für orthopädische Chirurgie und Traumatologie, vom
1
1.
und
13. Mai 2013 (Urk. 8/22/
3-
4)
zug
runde
(vgl. das Feststellungsblatt für den Beschluss vom 16. Mai 2013; Urk. 8/22)
.
4.2
Dr.
K._
hielt am
20. August 2012
fest, dass am 18. Januar 201
2
eine
v
e
ntrale
Dekompression und
eine
St
abi
lisationsoperation bei
Osteochondrose
C5/6 und C6/7 stattgefunden habe
. Die
zervikale Narbe
sei
gut verheilt.
Die Titanplatte C5 nach C7 sei in unveränderter Position, ventral leicht abgehoben auf Höhe C5, aber soweit ersichtlich in stabiler Konsolidation.
Der Beschwer
deführer
könne den Kopf wieder deutlich besser als vor der Operation flektieren. Es sei jedoch bei der Extension des
K
opfes zunehmend
eine Schmerzsituation
aufgetreten.
Auch bei PC-Arbeiten verspüre der Beschwerdeführer
nach 2 Stunden
Arbeit
zunehmend Nackenschmerzen
.
Vorübergehend habe er die Arbeit
nach der Operation wieder
zu 100 % aufgenommen. Aktuell arbeite er
noch zu
50 %. Dieses Pensum entspreche auch mindestens seiner derzeitigen Arbeitsfähigkeit
(Urk. 8/10/2)
. Zur Kontrolle der Dekompression und der Nachbarsegmente wurde
im Nachgang
eine Magnetresonanztomographie
(MRI)
durchgeführt
(Urk. 8/10
/2). Am
4. Septem
ber 2012 erklärte Dr.
K._
,
dass
das durchgeführte MRI eine gute Dekompression auf den operierten Höhen C5/6 und C6/7
zeige
. Es bestehe somit kein Risiko einer neurologischen Verschlechterung zum aktuellen Zeit
punkt.
In den darüber liegenden Segmenten bestehe noch eine gewisse Arthrose, welche aber nicht signifikant sei. Es seien regelmässige Übungen durchzuführen und die Arbeitsfähigkeit sollte weiterhin progredient gesteigert werden können (Urk. 8/10/1).
4.3
Am 4. April 2013
diagnostizierte
Dr.
L._
ein
chronisches
z
ervikospon
dy
logenes
Syndrom und
zusätzlich
ein passage
r
radikuläres Syndrom bei Status nach ventraler Dekompression und Stabilisationsoperation bei
Osteochondrose
C5/6 und C6/7 im Januar 201
2.
Zeitweise sei ein radikuläres Reizsyndrom beid
seits mit muskulärem Hartspann festzustellen.
Der Beschwerdeführer leide bei der körperli
chen Arbeit unter Schmerzen im B
ereich der Halswirbelsäule und er habe
Schmerzen bei längerer PC-Arbeit.
Ausserdem sei er psychisch wenig belastbar.
Die Arbeitsunfähigkeit habe vom 1. Dezember 2011 bis zum 29. April 2012 100 % betragen und sei vom 30. April 2012 bis auf Weiteres –
k
rankheitsver
lauf
sabhängig
– auf 50 % festzusetzen
(Urk. 8/19/
5-
6)
.
4.4
M._
vom R
AD
erklärte
am
11. Mai 2013, der klinische Unter
suchungsbefund von
Dr.
K._
(Bericht vom 20. August 2012
; Urk. 8/10/2
) dokumentiere eine Einschränkung der Beweglichkeit der Halswirbelsäule (HWS). Gestützt auf den Bericht von
Dr.
K._
betreffend MRI vom 4. September 2012
(vgl. Urk. 8/10/1)
könne die Arbeitsfähigkeit gesteigert werden. Aus versi
cherungsmedizinischer Sicht bestehe
nach
der
Operation der Halswirbelsäule eine verminderte Belastbarkeit für regelmässiges mittelschweres und schweres Heben
, Tragen und Transportieren von Lasten, für Arbeiten über Kopf- und Schulterhöhe, auf Leitern und Gerüsten, mit Schlag- und Vibrationsbelastungen des Schulter
gürtels, für häufiges Bücken s
owie für Tätigkeiten in körperlichen
Zwangshal
tungen.
Leichte (angepasste) Tätigkeiten in Wechselbelastung ohne dauerhaftes Heben, Tragen und Tr
ansportieren von Lasten über 10
kg, ohne Verharren in Zwangshaltungen,
ohne dauerhafte Armvorhaltebelastungen
und Überkopfar
beiten seien dem Versicherten
medizinisch theoretisch ab April 2012 (Zeitpunkt des Erreichens der Arbeitsfähigkeit von mindestens 50 % in der angestammten Tätigkeit) zu 100 % zumutbar (Urk. 8/22/3-4). Am
13. Mai 2013
ergänzte M._
,
dem Arbeitgeberfragebogen (vgl. Urk. 8/13/14) sei zu ent
neh
men, dass die angestammte Tätigkeit als Bauführer mit häufigen monotonen Sitz
haltungen einhergehe. Die Hebe- und Tragebelastungen würden 10 kg nicht überschreiten. Damit könne aus medizinischer Sicht davon ausgegangen werden, dass die angestammte Tätigkeit zu einem grossen Anteil zugleich eine angepasste Tätigkeit sei.
Vor diesem Hintergrund und gestützt auf den
Bericht von Dr.
K._
vom 4. September 2012
(vgl. Urk. 8/10/1)
erklärte sie, dass
seit Januar 2013
eine Arbeitsfähigkeit von 80 % bei vermehrtem Pausenbedarf plausibel
sei
(Urk. 8/22/4).
5
.
5.1
5.1.1
Zur Beurteilung der Entwicklung der medizinischen Verhältnisse wurde das poly
disziplinäre Gutachten der
E._
vom 3. Juni 2016 (Urk. 8/74) in den Bereichen Allgemeine Innere Medizin, Psychiatrie, Rheumatologie und Neurologie einge
holt. Darin wurden die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähig
keit gestellt (Urk. 8/74/23).
-
Chron
isches
zervik
ospondylogenes
Schmerzsyndrom rechts
betont
(ICD-10
M53.1)
-
Status nach ventraler Dekompression und
Spondylodese
C5 bis C7 am
18. Januar 2012
-
Dysbalancen der Schultergürtelmuskulatur
-
klinisch keine Hinweise für radikuläre Symptomatik
-
radiologisch regelrechter postoperativer Befund
- Leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0)
Als Diagnosen o
hne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
wurden festgehalten
(Urk. 8/7
4
/23
-24
):
- Störung durch multiplen Substanzkonsum (Cannabis, Alkohol), schädlicher
Gebrauch (ICD-10 F19.1)
- Beginnendes metabolisches Syndrom
-
Übergewicht (BMI 26kg/m2)
-
leichte
Dyslipidämie
(ICD-10 E78.2)
-
leichte Hyperurikämie (ICD-10 E79.0)
- Rezidivierende
gastritische
Beschwerden (ICD-10 K29.7)
-
Dauerbehandlung mit PPI
-
anamnestisch Hiatushernie
5
.
1
.
2
Im rheumatologischen Fachgutachten vom 3. Mai 2
015 (Urk. 8/74/16-21) hielt Dr
.
N._
, Fachärztin für Rheumatologie sowie für Physikalische Medizin und Rehabilitation,
fest, der Beschwerdeführer habe von Dauerschmerzen im
Zerv
i
kalbereich
berichtet. Wenn er länger als eine halbe Stunde am PC arbeite, komme es zu zunehmenden Schmerzen im rechten Arm. Bei Tätigkeiten, die mit vermehrten Augenbewegungen verbunden seien, wie zum Beispiel Einkaufen oder Gespräche in grösserer Runde, komme es ebenfalls zu einer deutlichen Zunahme der Beschwerdesymptomatik.
Längeres Stehen sei ihm weitestgehend problemlos möglich. Gehen führe zu einer Linderung der Beschwerde
sympto
matik. Aufgrund dessen mache er täglich Nordic Walking. Zusätzlich gehe er Schwimmen, trainiere auf dem Spinning Bike und mache eigenständig die erlernten krankengymnastischen Übungen.
Hiermit verbringe er täglich mehrere Stunden. Schmerzmedikamente nehme er nicht. Sämtlich
e
Schmerzmedikamente, die er ausprobiert habe, hätten nicht zu einer Linderung der Beschwerde
symp
to
matik geführt
. Er arbeite derzeit in
einem 30%-Pensum als Bauführer
und zwar überwiegend von zu Hause aus
. Es handle sich zu 70 % um eine reine Compu
ter
arbeit. Gelegentlich müsse er auch auf Baustellen gehen, was jedoch eher selten sei
(Urk. 8/74/18).
Unter dem Titel rheumatologischer Befund hielt die begutachtende Rheumato
login fest, dass das Einnehmen der tiefen Hocke zu einer Zunahme der permanent vorhandenen Schmerzen im
Zervikalbereich
führe
. Bei sämtlichen Funktionsprü
fungen der Wirbelsäule komme es zu einer Zunahme der Schmerzen im
Zervi
kalbereich
. Es seien
Triggerpunkte
im Bereich des
Musculus
trapezius und am Ansatz des
Musculus
levator
scapuale
rechts vorhanden.
Weder bei den Hals
wirbelsäulen- noch Lendenwirbelsäulenprüfungen seien Provokationen von radi
ku
lärer oder pseudoradikulärer Symptomatik festzustellen gewesen.
Bei der Über
prüfung der Hüftgelenksfunktionen habe der Beschwerdeführer wi
e
der vermehrte Schmerzen im
Zervikalbereich
angegeben.
Das Röntgenbild der Halswirbelsäule der Praxis
O._
vom 3. Mai 2015 hab
e
einen Status nach ventraler
Sp
o
ndy
lodese
C5-C7 mit vollständiger knöcherner
Durchbauung
gezeigt.
Es bestehe eine regelrechte Lage des
Spondylodesematerials
mit im Vergleich zur Vorunter
su
chung vom August 2012 unverändert ventral leicht abgehobener Titanplatte auf
der
Höhe C5 (Urk. 8/
74
/19).
Im Rahmen der rheumatologischen Beurteilung konstatierte Dr.
N._
, dass seit etlichen Jahren ein chronisches
zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom rechts
be
tont bestehe. Die aufgrund der therapieresistenten Beschwerden bei degene
rativen
Veränderungen C5 und C7 durchgeführte ventrale Dekompression und
Spondy
lodese
C5 bis C7 hätten nur vorübergehend zu einer Besserung der Be
schwerdesymptomatik geführt.
Bei der aktuellen klinischen Untersuchung sei die Beweglichkeit der HWS in sämtlichen Ebenen eingeschränkt. Es würden sich Dysbalancen der Schultergürtelmuskulatur feststellen lassen. Hierbei würden vor allem
Triggerpunkte
im Bereich des
Musculus
trapezius und am Ansatz des
Musculus
levator
scapulae
rechts
imponieren
, die für die Beschwerdesymp
tomatik mitverantwortlich seien. Klinische Hinweise für eine radikuläre oder Wurzel
kom
pressionssymptomatik wie Reflexausfälle oder Abschwächung von Kennmuskeln würden sich nicht finden.
Dies korreliere gut mit dem Befund der Kernspinto
mografie vom September 2012, bei der keine Diskushernie
habe
nachgewiesen werden können
(Urk. 8/74/20)
.
Die im Rahmen des
Arbeitsass
essments
an der Rheumaklinik des Univer
s
i
täts
s
pitals
P._
am 20. Oktober 2010
(vgl. Urk. 8/10/31-34)
gestellte Diagnose eines rechtsbetonten
zervikospondylogenen
Syndroms bei d
egenerativen Verän
derungen C5 bi
s C7 sei zum damaligen Zeitpunkt korrekt gewesen. Die dort fest
gestellte ganztätige Arbeitsfähigkeit mit vermehrten Pausen für schwere Arbeiten sei jedoch etwas zu hoch. Da zum damaligen Zeitpunkt bereits deutliche degene
rative Veränderungen im
Zervikalbereich
bestanden hätten, seien schon damals körperlich schwere Tätigkeit
en nicht mehr zumutbar gewesen.
Bedingt durch die
Spondylodeseoperation
seien nun auch mittelschwere Tätigkeiten nicht mehr zumutbar (Urk. 8/74/20).
Zur Arbeitsfähigkeit
führte
die
E._
-
Rheumatologin
Dr.
N._
aus,
f
ür leichte, wechselbelastende Tätigkeiten, ohne Arbeiten mit den Armen über der Horizontalen
bestehe
aus rheumatologischer Sicht
noch
eine
volle Arbeitsfähigkeit
.
Die angestammte Tätigkeit des Bauleiters
(recte: Bau
führers)
entspreche laut Arbeitsplatzbeschreibung des Beschwerdeführers dem zumut
baren Leistungsprofil und sei ihm demnach vollschichtig zumutbar (Urk. 8/74/20
,
vgl.
Urk. 9/74/24-25)
.
5
.
1
.
3
Im psychiatrischen Fachgutachten vom 2. Mai 2016 (Urk. 8/74/9-16)
stellte
Dr
.
Q._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
fest,
dass die Stimmung leicht depressiv gewesen sei. Der Beschwerdeführer habe erhöhte Ermüdbarkeit und Schlafstörungen angegeben. Er habe auch
über
Ängste vor einer erneuten Verschlechterung der Schmerzsymptomatik
berichtet
. Der Selbst
wert sei etwas vermindert gewesen mit negativen Zukunftsperspektiven bezüglich seiner gesundheitlichen und beruflichen Situation. Es hätten keine Hinweise auf Suizidalität bestanden
(Urk. 8/74/12).
Der
Beschwerdeführer
konsumiere
regel
mässig einmal in der Woche eine grössere Alkoholmenge und rauche auch regel
mässig zum Schlafen Cannabis. Es bestehe auch ein Nikotinkonsum. Durch den Substanzkonsum könne es zu einer Verschlechterung der depressiven Sympto
matik, die erst nach der Schmerzsymptomatik entstanden sei,
kommen. Eine Ent
zugssymptomatik sei nicht erwiesen. Das alkoholspezifische
Carbohydratede
ficient
-(
Kohlenhydratdefizientes
)-Transferrin (
CDT
)
sei nicht pathologisch erhöht gewesen
, was gegen einen chronischen Alkoholismus im Sinne eines Abhängig
keitssyndroms spreche. Diagnostisch handle es sich um einen schädlichen Ge
brauch. Ein irreversibler Gesundheitsschaden bestehe nicht (Urk. 8/74/12-13).
Im Weiteren sei
es dem Beschwerdeführer trotz starker Schmerzen möglich, selber Auto zu fahren. Dies spreche gegen deutliche Konzentrationsstörungen. Auch im Untersuchungsgespräch habe er sich eigentlich gut konzentrieren können. Er sei vor allem stets gleich konzentriert gewesen, auch wenn er einmalig seinen mitge
brachten Lebenslauf zu Hilfe genommen habe (Urk. 8/74/14). Insgesamt sei es so, dass von einer Somatisierung im Rahmen der Depression ausgegangen werden müsse, soweit die Symptomatik nicht aus somatischer Sicht begründet werden könne.
Es liesse sich auch eine deutliche ausgeprägte Krankheits- und Behinde
rungsüberzeugung feststellen, indem sich der Beschwerdeführer nur noch, wie bis
her, zu 30 % in seinem Beruf als Bauführer arbeitsfähig fühle (Urk. 8/74/14-15).
Zur Arbeitsfähigkeit führte der
E._
-Psychiater Dr.
Q._
aus,
es bestehe
aus
gehend von einer
leicht
en
depressiven Störung
(ICD-10 F32.0)
bei der Arbeit
eine erhöhte Ermüdbarkeit, was einen
vermehrte
n
Pausenbedarf
erfordere (vgl. Urk. 8/74/15, Urk. 8/74/16)
. Aus psychiatrischer Sicht sei die somatische Arbeits
fähigkeit realisierbar. Der multiple Substanzkonsum von Cannabis und Alkohol könne die Depression zwar negativ beeinflussen.
Es sei dadurch aber keine ein
schränkende Wirkung auf die Arbeitsfähigkeit anzuerkennen, weil es
dem Be
schwerdeführer
jederzeit zugemutet werden könne, abstinent zu sein oder dazu fachliche Hilfe in Anspruch zu nehmen
. Deutliche Konzentrationsstörungen auf
grund des Substanzkonsums bestünden nicht
(Urk. 8/74/
15
). Es bestehe in der an
ge
stammten Tätigkeit und in allen seinen Fähigkeiten entsprechenden und aus somatischer Sicht angepassten Tätigkeiten eine 80%ige Arbeitsfähigkeit, die auch in einem ganztätigen Pensum mit der Möglichkeit zu vermehrten Pausen reali
sierbar sei
. Von dieser Arbeitsfähigkeit könne rückwirkend gemittelt über den Verlauf seit 2014 ausgegangen werden, seitdem eine Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen bestanden habe
(Urk. 8/74/16)
.
Zur anamnestisch durch d
ie behandelnde Psychiaterin Dr.
J._
diagnos
tizierten schweren Depression (vgl. Urk. 8/38/3-4, Urk. 8/44) erklärte Dr.
Q._
, dass eine
schwerer ausgeprägte depressive Episode punktuell bestanden haben möge. Eine Depression bleibe aber nie gleich, sondern verbessere sich, auch im natürlichen Verlauf, wie sie sich auch wieder verschlechtern könne. Es sei dann eine rezidivierende depressive Störung in Betracht zu ziehen. Ein deutlich
pha
sischer
Verlauf mit Verschlechterung, Verbesserung und symptomfreien Inter
vallen bestehe aber nicht. Gegenwärtig bestehe eine leichte depressive Episode, unter Berücksichtigung der diagnostischen Kriterien nach ICD-1
0.
Eine höher
gradige Arbeits
un
fähigkeit sei rein aus psychiatrischer Sicht nicht gerechtfertigt, auch aufgrund der täglichen Aktivitäten, die dem Beschwerdeführer zumutbar seien (Urk. 8/74/16).
5.
1
.
4
Im neurologischen Fachgutachten vom 3. Mai 2016 (
Urk. 8/74/21-23) berichtete Dr
.
R._
, Facharzt für Neurologie, über keine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
.
Gleiches
meldete
Dr
.
S._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
aus
seinem
Fachgebiet im
internistischen Teilgutachten vom 3. Mai 2016 (Urk. 8/74/6
-
9).
5.
1
.
5
In der Gesamtbeurteilung hielten die
E._
-Gutachter fest, dass beim Beschwerde
führer die Beschwerdesituation im Bereich der oberen Wirbelsäule im Vorder
grund stehe. Dies sei rheumatologisch und neurologisch validiert worden. Diag
nostisch sei das chronische
zervikospondylogene
Schmerzsyndrom festzustellen, bei Status nach ventraler Dekompression und
Spondylodese
C5-C7 am 18. Januar 201
2.
Radikuläre Befunde liessen sich derzeit nicht nachweisen. Im Vordergrund stünden die Dysbalancen der Schultergürtelmuskulatur. Radiologisch bestehe ein regelrechter Befund.
Ausserdem bestehe aus psychiatrischer Sicht auf affektiver Ebene eine leichte depressive Störung, die rezidivierend und persistierend sei. Im Hintergrund bestehe noch ein multipler moderater Substanzkonsum per se ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Zusammenfassend könne der Beschwerdeführer
die
angestammte Tätigkeit
als Bauführer
beziehungsweise
eine
allgemein
leichte, adaptierte Tätigkeit
spätestens seit Januar 2013
mit einer
Arbeits- und Leistungs
fähigkeit von 80 %
vollschichtig und mit erhöhtem Pausendarf
ausüben
. Die Ein
schätzung des
Versicherten
selber, nur zu 30 % arbeitsfähig zu sein, sei aufgrund der Befunde weder somatisch noch psychiatrisch nachvollziehbar, und es stünden auch die effektiven Möglichkeiten
und Alltagsaktivitäten des versicherten dieser Einschätzung entgegen
(Urk. 8/74/24-25).
5.
2
Am 29. Juni 2016 äu
sserte sich der RAD-Arzt
T._
, Facharzt für Neurologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie,
dahingehend, dass
das Gutach
ten der
E._
die Qualitätskriterien
erfülle
, nachvollziehbar und in seinen medizi
nischen Schlussfolgerungen plausibel
sei
. Eine Veränderung des Gesundheitszu
standes seit
der letzten Verfügung im Jahr 2013 habe hinsichtlich der zumutbaren Arbeitsfähigkeit nicht stattgefunden (Urk. 8/80/6).
6
.
6
.1
Vorweg ist festzuhalten, dass betreffend psychischer Seite einhellig von allen Fach
ärzten
im Vergleich zur erstmaligen Beurteilung
neu mindestens eine Diag
nose mit Krankheitswert gestellt wird, welche sich auf die Arbeitsfähigkeit aus
wirkt
, indem entweder eine schwere Depression, eine leichte Depression, eine kombinierte Persönlichkeitsstörung
und/
oder eine somatoforme Schmerzstörung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit diagnostiziert wurde
(vgl.
Urk. 8/38/3-4
,
Urk. 8/46,
Urk. 8/54/5-6, Urk. 8/74/15
-16
, Urk. 8/93/3, Urk. 14/1)
. Dadurch liegt
nach derzeitigem Aktenstand
eine erhebliche Veränderung der tatsächlichen Ver
hält
nisse vor.
Die überwiegend wahrscheinliche
Verschlechterung
des psychi
schen Gesundheitszustands gibt
Anlass für eine umfassende Überprüfung der Leistungsberechtigung (vgl. vorne E. 1.
5
), und zwar unabhängig davon,
ob
aus rheumatologischer Sicht
gegebenenfalls
seit Jahren im Wesentlichen ein unver
änderter Gesundheitszustand vorliegt.
6.2
Die Auffassung des RAD-Arztes
T._
, welche die Grundlage für die Ver
fügung der IV-Stelle vom 4. Mai 2017 war, dass nämlich das
E._
-Gutachten nachvollziehbar
,
schlüssig und mit Blick auf die Arbeitsfähigkeit keine Verände
rung des Gesundheitszustandes erstellt sei
(vgl. Urk. 8/80/6)
, lässt sich mit der gegenwärtigen Aktenlage nicht
überzeugend
be
stätigen
.
Es trifft zwar in somatischer Hi
nsicht zu, dass gestützt auf das rheumatologische
E._
-Gutachten
ein
iges für einen im Wesentlichen unveränderten
somatische
n
Gesundheitszustand
spricht
,
indem das seit Januar 2013 bestehende chronische
zervikospondylogene
Schmerzsyndrom (ICD-10 M53.1) nach der Stabilisations
operation an der Halswirbelsäule mit Einsetzung einer ventralen Titanplatte am 18. Januar 2012
, das schon Dr.
L._
am 4. April 2013 festgestellt hatte (Urk. 8/19/5-6),
bestätigt wurde.
Dabei
wäre es
vernachlässigbar, dass im aktu
elleren rheumatologischen
E._
-Gutachten im Vergleich zu früher
keine radik
uläre Symptomatik mehr festgestellt werden konnte (
vgl. Urk. 8/19/5-6,
vgl. Urk. 8/74/20).
Denn d
ie 2013 gestellte Diagnose eines
radikulären Syndroms war passager (vgl. Urk. 8/22), das heisst vorübergehend auftretend, so dass durch das momentane Fehlen von klinischen Hinweisen auf eine radikuläre Symptomatik nicht auf eine wesentliche Veränderung des somatischen Gesundheitszustandes zu schliessen
wäre
.
Es
wird
aber
im Vergleich zu den Berichten im Jahr 2012 und 2013
deutlich, dass in den Berichten, die der angefochtenen Verfügung zugrunde liegen, nicht mehr nur von Einschränkungen der Beweglichkeit in der HWS und von Nackenschmerzen
(vgl. Urk. 8/10/2, Urk. 8/22/4)
die Rede ist, sondern auch von Schmerzen, die in die Arme ausstrahlen. So sind in den Berichten von Dr.
L._
vom 4. April
2013 (Urk. 8/19/5-6) und 8. September
2014 (Urk. 8/38/1-2) Schmerzen erwähnt, die bei längerer Computerarbeit entstehen und die erheblich in die Arme ausstrahlen würden. Dies steht im Einklan
g mit dem Bericht des
Zentrums
C._
vom 20. November 2014 (Urk. 8/48), in dem von
Triggerpunkten
im
Musculus
infraspinatus und
Musculus
deltoideus rechts mit
reffered
pain
in den rechten Arm berichtet wurden. Auch das rheumatologische
E._
-Gutachten hielt
eine verkürzte und
tonuserhöhte Schulter Gürtelmuskulatur und
Triggerpunkte
im Schultermuskel
bereich fest,
welche
die
Ärztin als
für die Beschwerdesymptomatik mitverant
wortlich
erachtete
(vgl. Urk. 8/74/19-20).
Mit diesen
vo
n mehreren Ärzten fest
gestelltem
chronischem
zervikospondylogenem
Schmerzsyndrom (ICD-10 M53.1)
wurde
eine somatische Diagnose
erstellt, welche
objektivierbare
Einschränkungen
in
der Beweglichkeit
der Halswirbelsäule
zur Folge hat
(
vgl. Urk. 8/10/2,
Urk. 8/19/5-6, Urk. 8/22/4, Urk. 8/38/1-2, Urk. 8/48,
Urk. 8/74/19
-20
)
.
Zusammen
mit der
Tatsache
,
dass der Beschwerdeführer seine 100%ige Tätigkeit als Bau
führer nach der Operation
im Januar 2012
nur kurzzeitig wieder aufnehmen konnte, bevor er dieses Pensum
schmerzbedingt wieder reduzier
en musste
(vgl. Urk. 8/
10/2
)
,
ist es
nicht schlüssig,
wenn im rheumatologischen
E._
-Gutachten
nun
für die angestammte
(leichte)
Tätigkeit aus somatischer Sicht kein
e Ein
schränkung
anerkannt und eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert
w
ird
(vgl. Urk. 8/74/20),
ohne dass dieser Umstand im Gutachten diskutiert und erklärt wird. Dies vor allem auch vor dem Hintergrund, dass zuvor seitens der IV-Stelle mittels der Beurteilung von
M._
am 11. Mai 2013 leichte (angepasste) Tätigkeiten in Wechselbelastung ohne dauerhaftes Heben, Tragen und Transpor
tieren von Lasten über 10 kg, ohne Verharren in Zwangshaltungen, ohne dauer
hafte Armvorhaltebelastungen und Überkopfarbeiten
nur im Umfang von 80 % als zumutbar erachtet wurden
(vgl. Urk. 8/22/4).
Ohne dass eine Verbesserung der somatischen Situation dargelegt wurde
,
überzeugt die Einschätzung der Arbeits
fähigkeit
durch den rheumatologischen Gutachter, der in somatischer Hinsicht
nunmehr
von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit ohne somatische Leistungsein
bussen ausgeht (vgl. Urk. 8/74/20),
nicht.
Was im psychiatrischen
E._
-Gutachten
vom 2. Mai 2016 (Urk. 8/74/9-16)
auffällt
,
ist die Tatsache,
dass der begutachtende Psychiater Dr.
Q._
erklärte, ein deutlich
phasischer
Verlauf einer Depression mit Verschlechterung, Verbesserung und
symptomfreien Intervallen bestehe vorliegend nicht, obwohl er zuvor ein
räumt
e
, dass punktuell eine schwer ausgeprägte depressive Episode bestanden haben möge und er aktuell nur eine leichte depressive Episode diagnostiziert
e
(vgl. Urk. 8/74/16).
Dies erscheint insbesondere vor dem Hintergrund,
dass der
Beschwerdeführer gemäss Verlaufsprotokoll zur Eingliederungsberatung vom 2. April
2013 (Urk. 8/18/1) schon von 2009 bis 2012 bei einem Psychiater in Behandlung war und dass er gemäss Bericht von Dr.
J._
vom 27. Okto
ber 2014 (Urk. 8/38/3-4, Urk. 8/44) an eine
r reaktiv
auf die chronischen Schmer
zen entstandene
n
schweren Depression mit Suizidalität (ICD-10 F
32.2) litt, die sich gemäss Dr.
J._
im Verlauf bis Dezember 2014 mit einer Distan
zierung von der Bilanz-Suizidalität verbesserte (vgl. Bericht vom 19. Dezember 2014 [Urk. 8/46/5]), nicht plausibel.
Denn dies zeigt gerade einen
phasischen
Verlauf der Depression auf.
Hinzu kommt, dass auch der psychiatrische Begut
achter der Krankentaggeldversicherung Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG, Dr.
D._
, in seinem Gutachten vom 2. Mai 2015 (Urk. 8/54/2-6) eine schwere depressive Episode anamnestisch für sehr gut nachvollziehbar hielt, auch wenn er diese letztlich gegenüber einer Charakterneurose als hintergründig erachtete (vgl. Urk. 8/54/5).
Auch der neue behandelnde Psychiater
Dr.
G._
ging am 21. Oktober 2017 in seinem Bericht (Urk. 14/1) nach rund 11-monatiger ambu
lanter Behandlung von einer chronischen depressiven Störung schweren Grades aus (ICD-10 F33.2).
Die Verhaltensneurologin Dr.
H._
und die Neuropsycho
login Dr.
U._
erklärten in ihrem Bericht vom 8. Dezember 2016 (Urk. 8/93), dass der Beschwerdeführer über depressive Phasen mit Suizidgedanken im Jahr 2014 berichtet habe, es ihm aber durch Medikamenteneinnahme und einem geringeren Arbeitspen
s
um stimmungsmässig deutlich besser gehe (Urk. 8/93/1).
Unter diesen Umständen leuchtet die unbegründete Äusserung von
Dr.
Q._
, ein deutlich
phasischer
Verlauf einer Depression bestehe nicht
(vgl. Urk. 8/74/
16)
, nicht ein.
Ferner ist in Anbetracht der von allen Psychiatern zumindest vorübergehend für möglich erachteten schweren Depression nicht plausibel, dass von einer über den Verlauf rückwirkend
„gemitte
l
te
n
”
Arbeitsfähigkeit von 80 % seit 2014 ausge
gangen werden könnte
, wie dies
der begutachtende
E._
-Psychiater
tut (vgl. Urk. 8/74/16)
. Die Arbeitsfähigkeit muss nicht gemittelt über den Verlauf darge
stellt werden. Vielmehr muss plausibel sein, weshalb sie in einer Phase einer schweren Depression trotzdem 80 % betragen haben soll.
Insgesamt erfüllen die
relevanten beiden
E._
-Gutachten aufgrund des Gesagten die Anforderungen der Rechtsprechung an beweistaugliche Gutachten nicht. Es fehlt an schlüssigen Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit und hinsichtlich dem
psychiatrischen
E._
-Gutachten auch an einer
überzeugenden
Diagnose.
6.3
Auch
auf
das psychiatrische Gutachten von Dr.
D._
vom 2. Mai 2015
(Urk. 8/54/2-6)
, d
as
eine kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F61.0) mit
deutlicher Merkmalausprägung
und vor allem narzisstisch
,
histronisch
und zw
ang
haft wirkende Wesen
s
züge festhielt
(vgl. Urk. 8/54/5)
, kann nicht abgestellt werd
en
.
Dr.
Q._
erklärte in dieser Hinsicht nachvollziehbar, dass sich eine Persönlichkeitsstörung im frühen Erwachsenenalter auf Dauer manifestiere, im Verlauf im Schweregrad mehr oder weniger gleichbleibend sei, und sich
aber
eine solche Störung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit früher nicht gezeigt habe. Der Beschwerdeführer habe während mehrere
n
Jahre mit voller Leistung gearbeitet (Urk. 8/74/16). Mit Blick auf die klinisch-diagnostischen Leitlinien zu Persönlichkeitsstörungen
(
vgl. Horst
Dilling
/Werner
Mombour
/Martin H. Schmidt
[Hrsg.],
Internationale
Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10, Kapitel V (F),
10. Auflage 2015, F60-F61, S. 274-285
)
, nach denen Persönlichkeitsstörungen in der Regel in der Kindheit oder Adoleszenz beginnen und bis ins Erwachsenenalter dauern (a.a.O., S. 274),
ist in der Tat fraglich, womit sich
eine Persönlich
keits
störung
begründen würde. I
n den
Vorakten
(vgl. Urk. 8/10/1-35; Urk. 8/12/4; Urk. 8/38/2; Urk. 8/44) und der Vorgeschichte (vgl. Urk. 8/4/6-7)
finden sich nicht hinreichende
Anhaltpunkte für eine früher bestehende Persönlichkeits
stö
rung und solche
wurden auch nicht vorgebracht
. Auch der seit dem 21. November 2016 behandelnde Psychiater Dr.
G._
diagnostizierte keine Persönlichkeitsstö
rung (Urk. 14/1).
6.
4
Nach dem Gesagten
kann
a
ufgrund
mit der gegenwärtigen Aktenlage nicht ent
schie
den werden. Der
medizinische
Sachverhalt
erweist
als nicht genügend
abge
klärt
und die Streitsache als nicht spruchrei
f
. Die Angelegenheit ist an die
Verwal
tung
zurückzuweisen, damit diese ein externes polydisziplinäres
(internistisches,
rheu
matologisches, neurologisches, neuropsychologisches und psychiatrisches)
Gut
ach
ten einhole, das die gegebenenfalls festgestellten psychischen Gesund
heits
störungen im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens (vgl. BGE 143 V 418 und 409 mit Hinweis auf BGE 141 V 281)
würdigt, und sich insbesondere auch
da
zu zu äussern hat, welche Rolle der
Substanzkonsum
des Versicherten
(Cannabis
,
Alkohol) spielt.
Bei der Festlegung der Arbeitsfähigkeit wird dabei auch zu berücksichtigen sein, dass der Beschwerdeführer per 1. September 2018 seine lang
jährige Anstellung als Bauführer verloren hat (Urk. 23/3), die er zu einem grossen Teil auch von zu Hause aus hatte ausüben können. Es sind somit bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit ab diesem Zeitpunkt Arbeitsprofile des allge
meinen Arbeitsmarktes zu hinterlegen und es kann nicht mehr auf den konkreten Arbeitsplatz abgestellt werden.
Anschliessend wird die IV-Stelle über den Renten
anspruch des Beschwerdeführers
neu zu befinden haben. In diesem Sinne
ist
die Beschwerde gutzuheissen und die angefochtene Verfügung
aufzuheben
.
7.
Gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festgelegt.
Sie
sind auf Fr. 700.-- anzusetzen. Da die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zu weiterer Abklärung und neuem Entscheid nach ständiger Rechtsprechung als vollständiges Obsiegen gilt (vgl. ZAK 1987 S. 268 f. E. 5 mit Hinweisen), sind
sie
ausgangsgemäss
der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Die Prozessentschädigung nach Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht ist ohne Rücksicht auf den Streit
wert nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen festzusetzen. Diese ist
unter Berücksich
tigung des Stundenansatzes für freiberufliche Anwälte (Fr. 220.-- exklusive Mehr
wertsteuer), der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Pro
zesses auf Fr.
2
‘
6
00.--
(inklusive Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen
.