Decision ID: 0b45ed42-fd19-5f49-81a2-0c33de1c5fe8
Year: 2019
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A.a A._ (nachfolgend Versicherte oder Beschwerdeführerin), gebo-
ren am (...) 1956, deutsche Staatsangehörige polnischer Herkunft, verhei-
ratet, wohnhaft in (...)/Deutschland, arbeitete seit Ende März 2005 mit
Grenzgängerstatus als Dozentin für Deutsch der Schule B._
(B._) in (...). In dieser Zeit leistete sie Beiträge an die schweizeri-
sche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (AHV/IV). Im Au-
gust 2007 diagnostizierten die Ärzte bei der Versicherten ein Mamma-Kar-
zinom rechts und eine Metastase an einem Lymphknoten. Nach der ope-
rativen Entfernung des Krebsgewebes wurde die Versicherte zur Vermin-
derung des Rückfallrisikos von Oktober 2007 bis Februar 2008 mit einer
Polychemotherapie behandelt und die rechte Brust von Februar bis April
2008 mit einer Gesamtdosis von 60 Gy bestrahlt. Nach Abschluss der
Krebstherapie diagnostizierten die behandelnden Ärzte ein schweres
Lymphödem an der rechten Brust/Arm. Die Behandlung wurde von Mai
2008 bis Mitte 2012 mit einer adjuvanten Hormontherapie mit Tamoxifen
und Exemestan fortgeführt.
A.b Mit Formular datiert vom 14. Oktober 2008 (Eingang am 3. November
2008) meldete sich die Versicherte bei der IV-Stelle des Kantons
C._ (nachfolgend IV-C._) zum Bezug einer Invalidenrente
an. Darin machte sie geltend, sie leide seit Juli 2007 an gesundheitlichen
Beeinträchtigungen und sei arbeitsunfähig (Vorakten der IV-Stelle für Ver-
sicherte im Ausland [IV] 4). Zur Reduktion des Lymphödems und späteren
Durchführung eines Arbeitsversuchs bei der bisherigen Arbeitgeberin be-
fand sich die Versicherte vom 22. August bis 19. September 2009 in stati-
onärer Behandlung in der Klinik D._ in (...)/Deutschland. Nach gu-
ter Ödemreduktion, reduzierter Schmerzsituation im Schulter-Nacken-Be-
reich und verbesserter Beweglichkeit wurde die Versicherte arbeitsunfähig
entlassen. Im Frühling 2010 nahm die Versicherte im Rahmen eines Ar-
beitsversuchs ihre bisherige Tätigkeit bei der B._ in (...) in reduzier-
tem Umfang wieder auf. Nach weiteren Abklärungen in erwerblicher und
medizinischer Hinsicht durch die IV-C._ hielt med. pract. E._
des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) am 21. März 2011 fest, dass die
Versicherte seit längerem 50% ihres früheren Pensums leiste, aber unklar
sei, weshalb die Leistung nicht auf das frühere Pensum von sieben Unter-
richtsstunden wöchentlich erhöht werden könne. Bei fehlender medizini-
scher Dokumentation sei dies nicht abschliessend beurteilbar (IV 35). Mit
Verfügung vom 11. April 2011 schloss die IV-C._ die beruflichen
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Massnahmen ab und teilte der Versicherten mit, dass für die Beurteilung
eines Rentenanspruchs noch weitere Abklärungen notwendig seien (IV
38). Nach weiteren Abklärungen zur medizinischen Situation und Durch-
führen einer Haushaltsabklärung (Bericht vom 31. Januar 2012) erachtete
med. pract. E._ des RAD mit Stellungnahme vom 21. Mai 2012 die
medizinischen Akten als vollständig, wies jedoch darauf hin, dass eine ab-
schliessende Beurteilung nicht möglich sei; es bestehe eine Diskrepanz
zwischen hoher subjektiver Beeinträchtigung des Gesundheitszustandes
und normaler (komplikationsloser) Genesung vier Jahre nach Erstdiagnose
des Mamma-Karzinoms. Es werde die Durchführung einer psychiatrischen
und rheumatologischen Begutachtung empfohlen (IV 59). Nach Klärung
der für das Gutachten notwendigen Fachdisziplinen (IV 59, 68, 73, 79, 84)
erfolgte die Begutachtung im Institut F._ GmbH (nachfolgend
F._) in den Fachdisziplinen Innere Medizin, Psychiatrie, Onkologie,
Neurologie, Rheumatologie, Angiologie und Ophthalmologie am 4., 6. und
25. Februar 2013 (Gutachten vom 17. April 2013; IV 87). In ihrem Gutach-
ten hielten die Ärzte fest, ab August 2007 habe eine volle Arbeitsunfähigkeit
bis Juli 2008 bestanden, danach sei arbiträr von einer Arbeitsfähigkeit von
50% in einer leichten, adaptierten Tätigkeit bis Ende 2010 und spätestens
ab anfangs 2011 von der aktuellen Arbeits- und Leistungsfähigkeit zu 70%
auszugehen. Im Haushalt bestehe eine Einschränkung von max. 30% (IV
89).
A.c Nachdem Dr. G._, Facharzt für Allgemeinmedizin des RAD, mit
Stellungnahme vom 5. August 2013 die Ergebnisse des Gutachtens bestä-
tigte, teilte die IV-C._ der Versicherten mit erstem Vorbescheid vom
1. Oktober 2013 mit, es bestehe kein Anspruch auf eine Invalidenrente, da
ab anspruchsrelevantem Zeitpunkt (ab Mai 2009) bei einer Arbeitsfähigkeit
von 50% in der bisherigen Tätigkeit und Einschränkungen von 30% im
Haushalt ein Invaliditätsgrad von 21% resultiere. Ab November 2011 (recte:
Januar 2011) sei eine Dozententätigkeit (gar) zu 70% zumutbar, was keine
Änderung des Invaliditätsgrades zur Folge habe (IV 97). Mit Einwand vom
4. November 2013 machte die Versicherte geltend, sie sei vor der Erkran-
kung an Krebs in wesentlichem höherem Masse erwerbstätig gewesen,
und reichte dazu verschiedene Rechnungen, Gehaltsabrechnungen, Lohn-
belege und weitere Belege ein. Zudem verwies sie auf ihre Richtigstellun-
gen und Ergänzungen zum F._-Gutachten und zum Abklärungsbe-
richt Haushalt (IV 98.1-98.4). In seiner Stellungnahme vom 17. Dezember
2013 erklärte Dr. G._ des RAD, dass die Versicherte keine neuen
somatischen oder psychopathologischen Befunde aufführe, sondern vor-
wiegend Kritik an der Arbeitsfähigkeitsschätzung der Gutachter übe. Die
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subjektive Einschätzung werde höher gewichtet als die objektiven Feststel-
lungen der Gutachter (IV 103). Am 12. August 2014 nahm die Fachperson
Abklärungsdienst der IV-C._ Stellung zur Erwerbssituation der Ver-
sicherten und zur Statusfrage. Sie schloss, dass unter Berücksichtigung
der eingereichten Unterlagen sich neu eine Berufstätigkeit zu 73% und eine
Haushaltstätigkeit zu 27% ergebe (IV 107). Mit zweitem Vorbescheid (IV
109) teilte die IV-C._ der Versicherten am 20. August 2014 mit, ge-
mäss Abklärungsdienst sei sie zu 27% im Haushalt beschäftigt und zu 73%
erwerbstätig. Der neue Einkommensvergleich ergebe ab August 2008 (bei
einem Anspruch frühestens ab Mai 2009) bei einer Arbeitsfähigkeit von
50% und ohne Leidensabzug eine Erwerbseinbusse als Dozentin von
31.51% (gewichtet zu 73%) und eine Einschränkung von 30% im Haushalt
(gewichtet zu 27%), ergebend einen rentenausschliessenden Invaliditäts-
grad von 31%. Dagegen erhob die Versicherte am 4. September 2014 ei-
nen weiteren Einwand. Darin rügte sie über 30 schwerwiegende Fehler im
Haushaltsabklärungsbericht und bestritt die Einschränkung zu 30% im
Haushalt, die 50%-ige Arbeitsfähigkeit im Berufserwerb sowie die Gewich-
tung der beiden Bereiche zu 73% und 27% (IV 110). Nachdem die Fach-
person Abklärungsdienst der IV-C._ am 10. September 2014 (IV
114) und Dr. G._ des RAD am 6. Oktober 2014 (IV 116) dazu noch-
mals Stellung genommen hatten, wies die IV-Stelle für Versicherte im Aus-
land (nachfolgend IVSTA oder Vorinstanz) am 5. November 2014 das Ren-
tenbegehren mit gleichlautender Begründung wie im zweiten Vorbescheid
ab; ergänzend führte sie aus, die rechtsgültige Anmeldung liege am 3. No-
vember 2008, zum Zeitpunkt des Eingangs bei der IV-C._, vor.
B.
B.a Am 1. Dezember 2014 erhob A._ Beschwerde gegen diese
Verfügung, beantragte sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen Ver-
fügung, die rückwirkende Gewährung einer Invalidenrente auf den bean-
tragten Rentenbeginn hin, ersuchte um Berücksichtigung jeden dargeleg-
ten Fehlers sowie jeder dargelegten Falschaussage und Korrektur der feh-
lerhaften Einschätzungen (Beschwerdeakten [B-act.] 1).
B.b Am 9. Dezember 2014 leistete sie aufforderungsgemäss einen Kos-
tenvorschuss von Fr. 400.– zur Deckung der mutmasslichen Verfahrens-
kosten (B-act. 4, 5, 9).
B.c Mit Stellungnahme vom 5. Januar 2015 beantragte die IV-C._
die Abweisung der Beschwerde. Am 8. Januar 2015 beantragte die IVSTA
ihrerseits – unter Verweis auf die Stellungnahme der IV-C._ – die
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Abweisung der Beschwerde und Bestätigung der angefochtenen Verfü-
gung (B-act. 10).
B.d In ihrer Replik vom 7. März 2015 bestritt die Beschwerdeführerin so-
wohl die Gewichtung der Bereiche Erwerbstätigkeit und Haushalt zu 73%
und 27% als auch die Annahme, sie habe vor Eintritt des Gesundheitsscha-
dens zu 7 bis 10 Stunden wöchentlich bei der B._ gearbeitet. In
ihrer Stellungnahme korrigierte sie die Angaben zum Stundenlohn, rech-
nete ihr Pensum für den Zeitraum von März 2005 bis August 2007 neu,
machte weitere Aufwände geltend (zusätzliche Unterrichtstätigkeit, um-
fangreiche Vor- und Nachbereitungszeit, Reisezeit) und rechnete Lektions-
einheiten in Stundenaufwände um. Sie machte schliesslich geltend, sie
habe 2010 ihre Tätigkeit nur aus finanziellem Druck wieder aufgenommen,
habe dabei ihren Körper überlastet und leide weiterhin an zahlreichen ge-
sundheitlichen Beschwerden (B-act. 17).
B.e Mit Stellungnahme vom 17. April 2015 hielt die IV-C._ an ihren
Anträgen fest. Zur medizinischen Situation verwies sie auf ihre einlässliche
Vernehmlassung. Bezüglich der Erwerbssituation und der Statusfrage hielt
sie nach eingehenden Ausführungen fest, die eingereichten Rechnungen
entsprächen der (Neu-)Berechnung des Abklärungsdienstes. Mit Duplik
vom 21. April 2015 schloss sich die Vorinstanz den Ausführungen der IV-
C._ an und beantragte die Abweisung der Beschwerde und Bestä-
tigung der angefochtenen Verfügung (B-act. 19).
B.f Mit Triplik vom 27. Mai 2015 kritisierte die Beschwerdeführerin, die Vo-
rinstanz nehme nur zu einigen ihrer Argumente Stellung; soweit diese nicht
bestritten seien, hätten sie als akzeptiert zu gelten. Sie habe einen ausser-
ordentlichen Aufwand zur Vor- und Nachbereitung der Einzellektionen für
Führungskräfte gehabt, was zu berücksichtigen sei. Ausserdem habe sie
wiederholt Lasten über 10 kg tragen müssen, weshalb ihre bisherige, als
mittelschwer zu betrachtende Tätigkeit gemäss den Gutachtern nicht mehr
zumutbar sei. Faktisch habe sie eine Erwerbstätigkeit zu deutlich über
100% ausgeübt (B-act. 25, 27).
B.g Mit Schreiben vom 4. Januar 2016 teilte die Beschwerdeführerin dem
Bundesverwaltungsgericht mit, sie sei krankheitsbedingt vom 10. Januar
bis 25. Februar 2016 nicht erreichbar (B-act. 28, 29). Mit weiterem Schrei-
ben vom 8. Januar 2017 teilte sie mit, sie sei krankheitsbedingt vom 13. Ja-
nuar bis 12. März 2017 nicht erreichbar (B-act. 35 f.). Am 8. Januar 2018
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teilte sie schliesslich mit, sie sei nur noch unter der angegebenen
Mailadresse und Telefonnummer erreichbar (B-act. 40).
B.h Am 5. November 2018 brachte das Bundesverwaltungsgericht der Vo-
rinstanz die Triplik vom 27. Mai 2015 zur Kenntnis und forderte die Be-
schwerdeführerin auf mitzuteilen, ob sie zur ausstehenden Urteilseröffnung
nach wie vor an der von ihr bezeichneten Privatadresse in (...) erreichbar
sei; im gegenteiligen Falle habe sie ein Zustelldomizil in der Schweiz zu
bezeichnen (B-act. 44).
B.i Mit Eingabe vom 8. November 2018 teilte der Ehemann der Beschwer-
deführerin mit, seine Frau sei zur Zeit und noch bis zum 26. November
2018 nicht zu Hause. Er bestätige in ihrem Namen, dass die beim Bundes-
verwaltungsgericht registrierte Privatadresse nach wie vor gültig sei (B-act.
45 f.).
C.
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird
– soweit erforderlich – im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen einge-
gangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005
(VGG, SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und Art. 69 Abs. 1
Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversiche-
rung (IVG, SR 831.20) sowie Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezem-
ber 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) beurteilt
das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden von Personen im Ausland
gegen Verfügungen der IVSTA. Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG
liegt nicht vor.
1.2 Nach Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverwal-
tungsgericht nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt.
Indes findet das VwVG aufgrund von Art. 3 Bst. dbis VwVG keine Anwen-
dung in Sozialversicherungssachen, soweit das Bundesgesetz vom 6. Ok-
tober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(ATSG, SR 830.1) anwendbar ist.
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1.3 Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenom-
men, ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat ein schutzwür-
diges Interesse an deren Anfechtung (Art. 59 ATSG). Sie ist daher zur Be-
schwerde legitimiert. Da die Beschwerde im Übrigen frist- und formgerecht
eingereicht und der Kostenvorschuss am 9. Dezember 2014 fristgerecht
geleistet wurde, ist auf die Beschwerde einzutreten (Art. 60 ATSG, Art. 52
und 63 Abs. 4 VwVG).
2.
2.1 Gemäss Art. 40 Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung
(IVV; SR 831.201) ist bei Grenzgängern die IV-Stelle, in deren Tätigkeits-
gebiet die Grenzgängerin eine Erwerbstätigkeit ausübt, zur Entgegen-
nahme und Prüfung der Anmeldung zuständig. Dies gilt auch für ehemalige
Grenzgänger, sofern sie bei der Anmeldung ihren ordentlichen Wohnsitz
noch in der benachbarten Grenzzone haben und der Gesundheitsschaden
auf die Zeit ihrer Tätigkeit als Grenzgänger zurückgeht. Die Verfügungen
werden von der IVSTA erlassen.
2.2 Die Beschwerdeführerin übte ihre letzte Tätigkeit bei der B._ in
(...) aus, wohnte zum Zeitpunkt ihrer Anmeldung bei der IV-C._ im
grenznahen (...)/Deutschland und der geltend gemachte Gesundheits-
schaden geht auf die Zeit ihrer Tätigkeit als Grenzgängerin zurück. Damit
hat die IV-C._ zu Recht die Abklärungen in erwerblicher und medi-
zinischer Hinsicht durchgeführt und die IVSTA die angefochtene Verfügung
erlassen.
3.
3.1 Die Beschwerdeführerin ist deutsche Staatsangehörige mit Wohnsitz in
Deutschland, weshalb das am 1. Juni 2002 in Kraft getretene Abkommen
vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft ei-
nerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihrer Mitgliedsstaaten
andererseits über die Freizügigkeit (FZA, SR 0.142.112.681) zu beachten
ist. Nach Art. 1 Abs. 1 des auf der Grundlage des Art. 8 FZA ausgearbeite-
ten und Bestandteil des Abkommens bildenden (Art. 15 FZA) Anhangs II
("Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit") des FZA in Verbin-
dung mit Abschnitt A dieses Anhangs wenden die Vertragsparteien unter-
einander insbesondere die Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 des Rates vom
14. Juni 1971 zur Anwendung der Systeme der sozialen Sicherheit auf Ar-
beitnehmer und Selbstständige sowie deren Familienangehörige, die in-
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nerhalb der Gemeinschaft zu- und abwandern (SR 0.831.109.268.1; nach-
folgend Verordnung Nr. 1408/71), und die Verordnung Nr. 574/72 oder
gleichwertige Vorschriften an. Diese sind am 1. April 2012 durch die Ver-
ordnungen (EG) Nr. 883/2004 des Europäischen Parlaments und des Ra-
tes vom 29. April 2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicher-
heit sowie (EG) Nr. 987/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates
vom 16. September 2009 zur Festlegung der Modalitäten für die Durchfüh-
rung der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 über die Koordinierung der Sys-
teme der sozialen Sicherheit abgelöst worden.
3.2 Nach Art. 4 der Verordnung (EG) Nr. 883/2004, haben Personen, für
die diese Verordnung gilt, die gleichen Rechte und Pflichten aufgrund der
Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats wie die Staatsangehörigen dieses
Staates. Dabei ist im Rahmen des FZA auch die Schweiz als "Mitglied-
staat" im Sinne dieser Koordinierungsverordnungen zu betrachten (Art. 1
Abs. 2 Anhang II des FZA).
3.3 Laut Art. 46 Abs. 3 der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 ist eine vom Trä-
ger eines Mitgliedstaats getroffene Entscheidung über den Grad der Inva-
lidität eines Antragstellers für den Träger jedes anderen in Betracht kom-
menden Mitgliedstaats verbindlich, wenn die in den Rechtsvorschriften die-
ser Mitgliedstaaten festgelegten Definitionen des Grads der Invalidität in
Anhang VII dieser Verordnung als übereinstimmend anerkannt sind. Letz-
teres ist mit Bezug auf das Verhältnis zwischen Deutschland und der
Schweiz nicht der Fall. Eine entsprechende Regelung sah bereits Art. 40
Abs. 4 und Anhang V der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 vor.
3.4 Der Träger eines Mitgliedstaats hat jedoch gemäss Art. 49 Abs. 2 der
Verordnung (EG) Nr. 987/2009 bzw. nach Art. 40 der Verordnung (EWG)
Nr. 574/72 die von den Trägern der anderen Mitgliedstaaten erhaltenen
ärztlichen Unterlagen und Berichte sowie die verwaltungsmässigen Aus-
künfte ebenso zu berücksichtigen, als wären sie in seinem eigenen Mit-
gliedstaat erstellt worden. Jeder Träger behält indessen die Möglichkeit,
die antragstellende Person durch einen Arzt oder eine Ärztin seiner Wahl
untersuchen zu lassen. Es besteht hingegen keine Pflicht zur Durchfüh-
rung einer solchen Untersuchung (vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesver-
waltungsgerichts C-3985/2012 vom 25. Februar 2013 E. 2.1-2.4).
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4.
4.1 In materiell-rechtlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechts-
sätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden
Tatbestandes Geltung haben, wobei nach ständiger Praxis auf den im Zeit-
punkt des Erlasses des angefochtenen Verwaltungsaktes (hier: 5. Novem-
ber 2014) eingetretenen Sachverhalt abgestellt wird (BGE 130 V 329, BGE
129 V 1 E. 1.2 mit Hinweisen). Ein allfälliger Leistungsanspruch ist für die
Zeit vor einem Rechtswechsel aufgrund der bisherigen und ab diesem Zeit-
punkt nach den in Kraft stehenden Normen zu prüfen (pro rata temporis;
vgl. BGE 130 V 445). Nach Verfügungserlass verfasste ärztliche Berichte
können berücksichtigt werden, wenn sie (rückwirkend) Bezug auf den –
bereits im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung vorliegen-
den – gesundheitlichen Zustand der Beschwerdeführerin nehmen, somit
mit dem Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehen und al-
lenfalls geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des Verfügungserlasses
zu beeinflussen (vgl. BGE 116 V 80 E. 6b).
4.2 Da vorliegend Leistungsansprüche ab Mai 2009 (sechs Monate nach
erfolgter Anmeldung bei der IV-C._ [Art. 29 Abs. 1 IVG]) streitig sind,
sind die Bestimmungen des IVG ab dem 1. Januar 2008 in der Fassung
vom 6. Oktober 2006 (AS 2007 5129; 5. IV-Revision) und ab dem 1. Januar
2012 in der Fassung vom 18. März 2011 (AS 2011 5659; 6. IV-Revision/1.
Massnahmenpaket), die IVV in den entsprechenden Fassungen der 5. und
6. IV-Revision anwendbar. Ferner sind das ATSG und die Verordnung vom
11. September 2002 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSV, SR 830.11) zu beachten. Die im ATSG enthaltenen Formu-
lierungen der Arbeitsunfähigkeit, Erwerbsunfähigkeit und Invalidität ent-
sprechen den bisherigen von der Rechtsprechung zur Invalidenversiche-
rung entwickelten Begriffen und Grundsätzen (vgl. BGE 130 V 343 E. 3.1
ff.). Daran hat sich auch nach Inkrafttreten der 5. und 6. Revision des IVG
und des ATSG vom 6. Oktober 2006 nichts geändert, weshalb nachfolgend
auf die dortigen Begriffsbestimmungen verwiesen wird.
4.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente,
wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad
von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente.
Laut Art. 29 Abs. 4 IVG werden Renten, die einem Invaliditätsgrad von we-
niger als 50% entsprechen, nur an Versicherte ausgerichtet, die ihren
http://www.admin.ch/ch/d/as/2011/5659.pdf
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Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz ha-
ben, was laut Rechtsprechung eine besondere Anspruchsvoraussetzung
darstellt (vgl. BGE 121 V 264 E. 6c). Eine Ausnahme von diesem Prinzip
gilt seit dem 1. Juni 2002 für Schweizer Bürger und Staatsangehörige der
EU, denen bereits ab einem Invaliditätsgrad von 40% eine Rente ausge-
richtet wird, wenn sie – wie die Beschwerdeführerin – in einem Mitglied-
staat der EU Wohnsitz haben.
4.4 Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf ei-
ne Rente, welche ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufga-
benbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnah-
men wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (Bst. a), und die
zusätzlich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durch-
schnittlich zu mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind
und auch nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8
ATSG) sind (Bst. b und c).
5.
5.1 Die Beschwerdeführenden können im Rahmen des Beschwerdever-
fahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Missbrauchs
oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder unvollstän-
dige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie die Unange-
messenheit des Entscheids rügen (Art. 49 VwVG).
5.2 Führen die von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen die Ver-
waltung oder das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Über-
zeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich
zu betrachten und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem fest-
stehenden Ergebnis nichts mehr ändern, so ist auf die Abnahme weiterer
Beweise zu verzichten (antizipierte Beweiswürdigung; UELI KIESER, Das
Verwaltungsverfahren in der Sozialversicherung, Zürich 1999, S. 212, Rz
450; vgl. auch BGE 122 V 162 E. 1d, 122 II 464 E. 4a, 120 Ib 224 E. 2b).
Diese Praxis wurde vom Bundesgericht immer wieder bestätigt (vgl. z.B.
das Urteil des Bundesgerichts 9C_108/2010 vom 15. Juni 2010 E. 4.2.2).
5.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und
im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszu-
stand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und
bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im
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Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Be-
urteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet
werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen). Die – arbeitsmedizi-
nische – Aufgabe der Ärzte und Ärztinnen besteht darin, sich dazu zu äus-
sern, inwiefern die versicherte Person in ihren körperlichen oder geistigen
Funktionen leidensbedingt eingeschränkt ist. Im Vordergrund stehen dabei
vor allem jene Funktionen, welche für die nach der Lebenserfahrung im
Vordergrund stehenden Arbeitsmöglichkeiten der versicherten Person we-
sentlich sind (so etwa, ob diese sitzend oder stehend, im Freien oder in
geheizten Räumen arbeiten kann oder muss, ob sie Lasten heben und tra-
gen kann). Die Frage, welche konkreten beruflichen Tätigkeiten auf Grund
der medizinischen Angaben und unter Berücksichtigung der übrigen Fähig-
keiten der versicherten Person in Frage kommen, ist demgegenüber nicht
von der Ärztin oder dem Arzt, sondern von der Verwaltung bzw. von der
Berufsberatung zu beantworten (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versiche-
rungsgerichts I 457/04 vom 26. Oktober 2004, in: SVR 2006 IV Nr. 10,
E. 4.1 mit Verweis auf BGE 107 V 20 E. 2b).
5.4 Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob
der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter-
suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle-
gung der Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situ-
ation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertinnen und Ex-
perten begründet sind (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a und E. 3b/cc mit Hinwei-
sen). Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder
die Herkunft des Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten
oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder als Gutachten
(vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts I 268/2005 vom 26. Januar 2006
E. 1.2, mit Hinweis auf BGE 125 V 352 E. 3a).
In Bezug auf Berichte von Hausärzten darf und soll der Richter der Erfah-
rungstatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf
ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Guns-
ten ihrer Patienten aussagen. Den Berichten und Gutachten versiche-
rungsinterner Ärzte kommt Beweiswert zu, sofern sie schlüssig erscheinen,
nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine
konkreten Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache al-
lein, dass der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Versiche-
rungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Be-
fangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche
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Seite 12
das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begrün-
det erscheinen lassen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a und 3b, 122 V 160 E. 1c,
123 V 178 E. 3.4 sowie UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 2. Auflage, Zürich
2009, Art. 43 Rz. 35).
Nicht auf eigene Untersuchungen beruhende RAD-Berichte (Art. 49 Abs. 3
IVV) können beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und
es im Wesentlichen um die Beurteilung eines an sich feststehenden medi-
zinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der
versicherten Person in den Hintergrund rückt (vgl. Art. 59 Abs. 2bis IVG;
Art. 49 Abs. 3 IVV; Urteile des BGer 9C_858/2014 vom 3. September 2015
E. 3.3.2 f. sowie 9C_25/2015 vom 1. Mai 2015 E. 4.1 je m.H.). Ein förmli-
cher Anspruch auf versicherungsexterne Begutachtung besteht nicht. Eine
solche ist indes anzuordnen, wenn auch nur geringe Zweifel an der Zuver-
lässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststel-
lungen bestehen. Ein externes, meist polydisziplinäres Gutachten ist na-
mentlich einzuholen, wenn der interdisziplinäre Charakter einer medizini-
schen Problemlage dies gebietet, wenn der RAD nicht über die nötigen
fachlichen Ressourcen verfügt, sowie wenn zwischen RAD-Bericht und
dem allgemeinen Tenor im medizinischen Dossier eine relevante Differenz
besteht (vgl. BGE 137 V 210 E. 1.2.1; 135 V 465 E. 4.6; UELI KIESER,
ATSG-Kommentar, 3. Aufl. 2015, Art. 43 N. 41 m.H.).
6.
6.1 Im vorliegenden Verfahren ist streitig und vom Bundesverwaltungsge-
richt zu prüfen, ob die medizinisch-theoretischen Beurteilungen zur Arbeits-
fähigkeit (nachfolgend E. 6.2 ff.), die Abklärungen im Haushalt (E. 7), die
Statusfrage (E. 8) und der Erwerbsvergleich (E. 9) korrekt erhoben und
gewürdigt worden sind. Die Beschwerdeführerin bestreitet unter Bezug-
nahme auf ihre bereits im Verwaltungsverfahren erhobenen Vorwürfe ge-
gen die Feststellungen im Haushaltsabklärungsbericht und im F._-
Gutachten alle vier Aspekte. Insbesondere macht sie geltend, ihr sei die
Ausübung ihrer bisherigen Tätigkeit als Dozentin für Deutsch an der
B._ nicht mehr zumutbar, zudem handle es sich um eine mittel-
schwere Tätigkeit, die gemäss den Gutachtern nicht mehr ausgeübt wer-
den könne. Der Status sei unzutreffend erhoben worden, sie übe eine Er-
werbstätigkeit zu 100% beziehungsweise zu deutlich über 100% aus, wes-
halb die Berücksichtigung einer Gewichtung von 27% für den Haushalt
falsch sei. Schliesslich seien sowohl das berücksichtigte Valideneinkom-
men als auch das festgehaltene Invalideneinkommen unzutreffend. Ihr sei
deshalb eine ganze Invalidenrente ab Anmeldungszeitpunkt zu gewähren.
C-6997/2014
Seite 13
6.2 Die IV-C._ hat in der angefochtenen Verfügung festgehalten,
dass als Anmeldungszeitpunkt der 3. November 2008 zu gelten habe; an
diesem Datum sei die Anmeldung bei ihr eingetroffen. In medizinischer Hin-
sicht sei auf die Ergebnisse der Begutachtung im F._ zu verweisen;
die Gutachter hätten nachvollziehbar und überzeugend aufgezeigt, dass
ihr die bisherige Erwerbstätigkeit als Dozentin nach abgeschlossener
Krebsbehandlung ab August 2008 wieder zu 50% zumutbar sei. Eine wei-
tere Verbesserung sei per Januar 2011 eingetreten, weshalb sie ab diesem
Zeitpunkt zu 70% als arbeitsfähig zu beurteilen sei. Gemäss neuer Beur-
teilung des Abklärungsdienstes und den eingereichten Unterlagen zu ihrer
Erwerbstätigkeit als Grenzgängerin seit Ende März 2005 sei sie zu 73%
als Dozentin tätig und zu 23% im Haushalt; ihre Eingaben und Korrekturen
im Verwaltungsverfahren seien berücksichtigt worden. Ihre Tätigkeit als
Dozentin sei nicht als mittelschwere Tätigkeit zu werten, da es ihr möglich
sei, die bisherige Arbeitsstelle an die Restbeschwerden nach Krebserkran-
kung anzupassen. Unter Berücksichtigung der Einschränkungen zu 30%
in der Haushaltstätigkeit und einer Arbeitsfähigkeit von 50% im Erwerbsbe-
reich liege ab Anspruchsbeginn im Mai 2009 ein rentenausschliessender
Invaliditätsgrad von 31% vor. Ab Januar 2011 – bei höherer Arbeitsfähigkeit
von 70% – liege der Invaliditätsgrad ebenfalls unter 40%, weshalb auch ab
diesem Zeitpunkt kein Rentenanspruch bestehe.
6.3 Nachdem die Ärztin des RAD mit Stellungnahme vom 5. Oktober 2012
eine polydisziplinäre Begutachtung in den Fachbereichen Innere Medizin,
Psychiatrie, Neurologie, Rheumatologie und Ophthalmologie empfahl
(IV 70) und die IV-C._ auf Forderung der zwischendurch rechtlich
vertretenen Beschwerdeführerin hin diese zusätzlich auf die Fachbereiche
Onkologie und Angiologie ausdehnte (IV 79, 84), hielten die Gutachter des
F._ in ihrer Expertise vom 17. April 2013 (IV 87) – als Ergebnis einer
Würdigung der Vorakten und gestützt auf eine persönliche Begutachtung
der Beschwerdeführerin am 4., 6. und 25. Februar 2013, einer eingehen-
den Anamneseerhebung, einer klinischen Untersuchung, Befundung, des
Stellens von Diagnosen mit und ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähig-
keit, der eingehenden Beurteilung der medizinischen Situation, der Ausei-
nandersetzung mit abweichenden ärztlichen Stellungnahmen und der Prü-
fung der Arbeitsfähigkeit – in polydisziplinärer Würdigung folgende Diagno-
sen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fest (S. 30): 1. Mamma-Kar-
zinom rechts (ICD-10: C50.9) bei Erstdiagnose 08/2007, Zustand nach Tu-
morektomie und Axillarevision (08/2007), Zustand nach sechs Zyklen ad-
juvanter Chemotherapie mit Cocetaxel, Doxorubicin und Cyclophosphamid
(10/2007-01/2008), Bestrahlung der rechten Brust mit einer Gesamtdosis
C-6997/2014
Seite 14
von 60 Gy (04-07/2008), adjuvante Hormontherapie mit Tamoxifen und
Exemestan (05/2008-ca. Mitte 2012), Lymphödem des rechten Arms als
Komplikation der Brustkrebstherapie; 2. sekundäres Armlymphödem
rechts und Brustlymphödem rechts Stadium II (ED 04/2008), bei Status
nach Diagnose eines Mamma-Karzinoms; 3. asymmetrische sensible Po-
lyneuropathie, wahrscheinlich residuell Chemotherapie-assoziiert (ICD-10:
G62.2) bei Status nach Diagnose eines Mamma-Karzinoms; 4. chroni-
sches tendomyotisches Nacken-Schultergürtelsyndrom (ICD-10: M53.0),
bei Differentialdiagnose im Rahmen der postoperativen Veränderungen mit
konsekutiver Fehlbelastung, bei Status nach Operation eines Mamma-Kar-
zinoms rechts (08/2007); 5. chronisches lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom ohne Hinweise für eine spezifische Wirbelsäulenerkran-
kung (ICD-10: M54.4); 6. Knieschmerzen links, klinisch Verdacht auf medi-
ale Meniskusläsion (ICD-10: M23.3); 7. leicht eingeschränkte Sehfähigkeit
beidseits, bei chronischer Benetzungsstörung beidseits (ICD-10: H04.1),
latentes Innenschielen beidseits (ICD-10: H50.5), Alterssichtigkeit beid-
seits (ICD-10: H52.5), Cataracta incipiens beidseits (ICD-10: H 25.0). Als
Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie eine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4), ein chroni-
sches Spannungstyp-Kopfweh (ICD-10: G44.2), eine substituierte Hypo-
thyreose (ICD-10: E03.9), aktuell euthyreot, anamnestisch einen Status
nach passageren Schmerzen im Bereich der Sprunggelenksregionen und
der Rückfüsse (rechts 2011, links 2012; ICD-10: M25.5), retrospektiv keine
diagnostische Zuordnung möglich, aktuell: klinisch-rheumatologische Un-
tersuchung beider Füsse unauffällig, und eine Stammveneninsuffizienz der
Vena Saphena Magna beidseits.
In interdisziplinärer Beurteilung hielten sie fest, dass das Mamma-Karzi-
nom lege artis behandelt worden sei. Es beständen Folgeprobleme wie das
Lymphödem des rechten Arms, die Polyneuropathie sowie eine allfällige
Fatigue-Symptomatik. Aus onkologischer Sicht beständen fünfeinhalb
Jahre nach Diagnosestellung keine Hinweise für ein Rezidiv oder Metasta-
sen. Üblicherweise bestehe nach Abschluss der (intensiven) Chemothera-
pie und (belastenden) Strahlentherapie während drei Monaten eine volle
Arbeitsunfähigkeit. Danach sei mit der Wiederaufnahme der Arbeit zu 50%
zu rechnen, nach weiteren drei bis sechs Monaten werde in der Regel eine
volle Arbeitsfähigkeit erreicht; gewisse Folgeprobleme könnten zu Verzö-
gerungen führen. Chemotherapie und Hormontherapie könnten auch nach
Jahren zu Einschränkungen in der kognitiven Leistungsfähigkeit führen; die
Konzentrationsstörungen könnten wenigstens teilweise damit erklärt wer-
C-6997/2014
Seite 15
den. Die beschriebene Alopezie mache weiterhin das Tragen einer Perü-
cke erforderlich und werde sich voraussichtlich nicht weiter bessern. Aus
angiologischer Sicht stehe im Vordergrund das Lymphödem rechts und das
Brustlymphödem rechts im Stadium II. Dadurch bestehe eine deutlich ver-
minderte Belastbarkeit, da keine mittelschweren und schweren Tätigkeiten
zumutbar seien. Bei körperlich leichten Tätigkeiten ohne Verletzungsgefahr
mit konsekutiver Infektionsmöglichkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von
70%. Zweimal wöchentlich sei eine manuelle Lymphdrainage erforderlich,
zudem bestehe ein leicht erhöhter Pausenbedarf. Diverse belastenden Ar-
beiten und Arbeiten über Kopf seien ungeeignet. Aus neurologischer Sicht
bestehe eine asymmetrische sensible Polyneuropathie, welche wahr-
scheinlich Chemotherapie-assoziiert sei und sich am linken Arm und am
rechten Bein vollständig zurückgebildet habe. Sie äussere sich noch in
Form einer Taubheit/verminderten Sensibilität rechts an den Fingern I bis
III und links an sämtlichen Zehen. Daneben bestehe ein chronisches Span-
nungstyp-Kopfweh. Die beklagten kognitiven Störungen seien ohne Anhalt
für eine hirnorganische Ursache. Es bestehe eine verminderte Feinmotorik
an den Händen wegen der Sensibilitätsstörung, überlappt durch das
Lymphödem. Die Arbeitsfähigkeit sei leicht, zirka zu 20% eingeschränkt, in
erster Linie in Form einer Verlangsamung beim Schreiben. Aus ophthalmo-
logischer Sicht bestehe eine leicht verminderte Sehfähigkeit, vorwiegend
auf die starke Benetzungsstörung und daneben auf eine beginnende Lin-
sentrübung zurückzuführen. Damit sei eine Leistungseinbusse von 10%
bei erhöhtem Pausenbedarf verbunden. Aus rheumatologischer Sicht lies-
sen sich das chronische tendomyotische Nacken-/Schultergürtelsyndrom
feststellen, das chronische lumbospondylogene Schmerzsyndrom und die
Knieschmerzen links mit Verdacht auf mediale Meniskusläsion. Es bestehe
eine leicht verminderte Belastbarkeit der Wirbelsäule und der linken unte-
ren Extremitäten. Dadurch seien körperlich schwere Tätigkeiten nicht zu-
mutbar und mittelschwere Arbeiten nur zu 50%. Für körperlich leichte,
wechselbelastende Tätigkeiten bestehe hingegen eine uneingeschränkte
Arbeitsfähigkeit. Aus allgemeininternistischer Sicht beständen keine weite-
ren Befunde und Diagnosen, die sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkten.
Aus psychiatrischer Sicht beständen Beschwerden, die sich somatisch
zwar miterklären liessen, das Ausmass der subjektiven Einschränkung je-
doch nicht erklärten. Es liege eine psychosoziale Belastungssituation vor.
Festzustellen sei eine somatoforme Schmerzstörung, ohne Komorbidität
aus psychiatrischer Sicht (insbesondere keine depressive Störung). Die Ar-
beitsfähigkeit sei nicht eingeschränkt. Aus interdisziplinärer Sicht bestehe
eine Arbeitsunfähigkeit für schwere Tätigkeiten und eine höchstens margi-
nale Rest-Arbeitsfähigkeit für mittelschwere Arbeiten. Für körperlich
C-6997/2014
Seite 16
leichte, adaptierte Tätigkeiten bestehe jedoch eine Arbeits- und Leistungs-
fähigkeit zu 70%. Diese könne wie folgt umgesetzt werden: vollschichtige
Tätigkeit, mit erhöhtem Pausenbedarf (10-15 Minuten pro Stunde) und zu-
sätzlicher Ausfallfrequenz wegen der Therapien. Die Leistungseinbussen
beträfen dieselbe Grundproblematik, weshalb sie nicht zu addieren seien.
Im Verlauf lägen folgende Arbeits(un)fähigkeiten vor: Ab August 2007 habe
eine volle Arbeitsunfähigkeit bis Juli 2008 bestanden. Danach sei arbiträr
(vgl. zum Begriff und dessen Würdigung Urteil des BGer 9C_48/2011 vom
17. Juni 2011 E. 3.1) von einer Arbeitsfähigkeit von 50% in einer leichten,
adaptierten Tätigkeit bis Ende 2010 auszugehen. Spätestens ab anfangs
2011 sei von der aktuellen Arbeits- und Leistungsfähigkeit auszugehen (Ar-
beits- und Leistungsfähigkeit zu 70%). Im Haushalt bestehe – in Überein-
stimmung mit der Haushaltsabklärung von anfangs 2012 – eine Einschrän-
kung von max. 30%. Da sich die Explorandin für vollständig arbeitsunfähig
halte, könnten keine beruflichen Massnahmen vorgeschlagen werden.
6.4
6.4.1 Das Gutachten erfüllt die in E. 5.4 genannten Voraussetzungen an
ein voll beweiskräftiges Gutachten: Es enthält eine umfassende Auflistung
der Vorakten, eine eingehende Anamneseerhebung in allen Fachdiszipli-
nen, eine Befunderhebung anhand der persönlichen klinischen Untersu-
chung, unter Mitberücksichtigung der Bildgebung (soweit vorhanden), eine
Diagnosenstellung unter Codierung nach ICD-10, eine nachvollziehbare
und einlässliche Beurteilung der gesundheitlichen Beschwerden, unter Be-
rücksichtigung allfälliger abweichender ärztlicher Beurteilungen, eine Wür-
digung der medizinischen Feststellungen mit Blick auf die Arbeitsfähigkeit
und schliesslich eine polydisziplinäre Würdigung der Aussagen im einzel-
nen Fachgebiet. Dr. G._ des RAD hat in seiner Stellungnahme vom
5. August 2013 (IV 91) dazu festgehalten, dass das Gutachten umfassend
sei, die verschiedenen geklagten Beschwerden fachärztlich korrekt erfasse
und beurteile. Die Schlussfolgerungen seien nachvollziehbar in einer Kon-
sensbesprechung erarbeitet worden. Als Diagnosen mit Auswirkungen auf
die Arbeitsfähigkeit nannte er ein Mamma-Karzinom rechts (ICD-10:
C50.9), ein sekundäres Armlymphödem rechts und Brustlymphödem
rechts Stadium II (ED 04/2008), eine asymmetrische sensible Polyneuro-
pathie, ein chronisches tendomyotisches Nacken-Schultergürtelsyndrom
(ICD-10: M53.0), ein chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom,
Knieschmerzen links, klinisch den Verdacht auf eine mediale Meniskuslä-
sion (ICD-10: M23.3) und eine leicht eingeschränkte Sehfähigkeit beid-
seits. Die Arbeitsunfähigkeit in angestammter Tätigkeit betrage ab August
2007 100%, ab August 2008 50% und ab Januar 2011 noch 30%. Es könne
C-6997/2014
Seite 17
keine Verweistätigkeit mit höherer zumutbarer Arbeitsfähigkeit definiert
werden; die Verweistätigkeit beginne und verlaufe analog zur bisherigen
Tätigkeit. Im Haushalt sei eine Einschränkung von 30% nachvollziehbar.
Im Haushalt seien zwar intermittierend schwerere Lasten zu heben als in
der Tätigkeit als Lehrerin, aber die Arbeit könne fraktioniert und unterbro-
chen mit selbstgewählten Pausen durchgeführt werden. Berufliche Mass-
nahmen seien nicht angezeigt, eine Schadenminderungsauflage sei nicht
gegeben.
6.4.2 Die Beschwerdeführerin rügte in der Beschwerde – unter blossem
Verweis auf ihre früheren Richtigstellungen – dass das Gutachten zirka 40
schwerwiegende und nachweisliche Fehler und Falschaussagen enthalte
und verlangte, dass ihre Rügen und auch der Umstand, dass die Versiche-
rung H._ AG ihr eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert hät-
ten, zu berücksichtigen seien (B-act. 1, 3).
6.4.3 Die IV-C._ hat zu den „Richtigstellungen und Ergänzungen“
in ihrer Stellungnahme vom 5. Januar 2015 (B-act. 10 Beilage 1) festge-
halten, dass Dr. I._ mit der Formulierung, die Beschwerdeführerin
habe sich als Deutschlehrerin durchgeschlagen, lediglich ihre damals of-
fenbar knappen wirtschaftlichen Verhältnisse zum Ausdruck bringe. Es
möge im Weiteren durchaus zutreffen, dass die (beschriebene) allgemeine
Angst, in Zukunft stärker eingeschränkt zu sein, kein Ausdruck eines psy-
chischen Krankheitsgeschehens sei und damit keine eigentliche Phobie im
psychiatrischen Sinne darstelle. Die von Frau Dr. J._ diagnosti-
zierte leichte bis mittelschwere depressive Episode bescheinige in der Re-
gel keine erhebliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, weshalb dies für
sich genommen nicht bereits gegen Dr. I._s Beurteilung spreche.
Dr. I._ habe bei seiner Untersuchung der Beschwerdeführerin keine
schwerwiegenden psychiatrischen Befunde feststellen können. So seien
der Antrieb leichtgradig gemindert und die Stimmung zwar herabgesetzt,
nicht aber depressiv gewesen. Ein vermindertes Konzentrationsvermögen
habe er nicht feststellen können; das von der Beschwerdeführerin ge-
nannte Anzeichen hierfür (Verlust der Übersicht in Einkaufszentren und an
Bahnsteigen) stehe nicht im Einklang damit, dass sie in der Lage sei, Auto
zu fahren, was die Fähigkeit verlange, die Übersicht in zum Teil schwieri-
gen Situationen zu behalten. Dr. I._ habe eine somatoforme
Schmerzstörung diagnostiziert; diese werde nach bundesgerichtlicher
Rechtsprechung im Allgemeinen als überwindbar angesehen. Zwar sei von
Dr. I._ missverständlich festgehalten worden, es liege keine chroni-
sche körperliche Begleiterkrankung vor, es sei jedoch in Anbetracht der
C-6997/2014
Seite 18
festgestellten Intensität des Ödems vertretbar, das Vorliegen dieses Prüf-
kriteriums zu verneinen. Schliesslich scheine ein eigentlicher sozialer
Rückzug nicht vorzuliegen. Insgesamt sei es daher schlüssig, wenn Dr.
I._ die Überwindbarkeit der somatoformen Schmerzstörung bejahe.
6.4.4 Festzuhalten ist, dass gegen die Beweiskraft des Gutachtens vorge-
tragene Rügen der Beschwerdeführerin (B-act. 3 Beilage 18) zum einen
offensichtliche Verschreiber des fallführenden Gutachters betreffen („Rich-
tigstellung“ Ziff. 1.1; gemeint ist bei beiden zitierten Stellen unzweifelhaft
eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit). Zum andern kann die Diskussion allfäl-
liger Ängste in der Anamnese (S. 11/43) durchaus Angstäusserungen ent-
halten, die nicht mit dem Befund (S. 12/43) und der Würdigung (S. 14/43),
die Beschwerdeführerin erwähne weder Phobien noch sonstige (patholo-
gische d.h. krankhafte) Ängste und Angstanfälle, übereinstimmen und im
jeweiligen Aussagekontext keinen Widerspruch darstellen („Richtigstel-
lung“ Ziff. 1.2). Den in Ziff. 2.1 der „Richtigstellung“ geltend gemachte mas-
sive Druck durch den Rentenberater, im April 2010 eine Arbeit aufnehmen
zu müssen, und die anschliessende Überschreitung der äussersten
Grenze der Belastbarkeit geben die rein subjektive Sicht der Beschwerde-
führerin wieder; diese steht im Übrigen zu eigenen Aussagen im Wider-
spruch, wonach sie aktuell als Dozentin zu drei bis fünf Stunden in der Wo-
che arbeite, eine Steigerung auf sieben bis zehn Stunden noch nicht mög-
lich sei, sie sich über Müdigkeit und Konzentrationsmangel beklagte und
ausführte, sie glaube nicht, dass sie das ursprüngliche Pensum wieder er-
reichen werde (Telefonnotiz vom 20. Oktober 2010 [Protokoll IV-C._
S. 10], so auch Abschlussgespräch IV-C._ vom 3. März 2011 [Pro-
tokoll IV-C._ S. 10], Schreiben der Beschwerdeführerin vom 11.
März 2011 an die IV-C._ [IV 33 f.]). Den in der „Richtigstellung“ Ziff.
2.2 gerügten Widerspruch in der gutachterlichen Wiedergabe der Aussa-
gen von Dr. J._ kann das Gericht nicht als solchen erkennen, zumal
die Aussage von Dr. J._, eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in
Prozenten sei nicht möglich, der Aussage, es bestehe eine verminderte
Leistungsfähigkeit, nicht widerspricht. Die Rügen in der „Richtigstellung“
Ziff. 2.3 und 2.10 (Berufstätigkeit zu 30% bzw. 7-10 Stunden/Woche, Stun-
denlohn von Fr. 63.50) betreffen die Statusfrage und den Einkommensver-
gleich, die von der Vorinstanz im Vorbescheidverfahren (s. IV 109) mit ein-
gehender Begründung weitgehend angepasst worden sind, weshalb hie-
rauf an dieser Stelle nicht näher einzugehen ist. Die in „Richtigstellung“ Ziff.
2.5 wiedergegebenen Aussagen von Dr. K._ und Dr. L._, es
liege eine medizinisch begründete Arbeitsunfähigkeit von 100% vor, die in
C-6997/2014
Seite 19
der bisherigen Tätigkeit zur Unzumutbarkeit führe, stehen unter dem Vor-
behalt der späteren gutachterlichen Würdigung (vgl. dazu oben E. 5.4),
dasselbe gilt für die Aussage in Ziff. 2.9. Zur in der „Richtigstellung“ Ziff. 2.7
zitierten Aufforderung wird nicht dargelegt, inwiefern dadurch das Gutach-
ten mangelhaft sei. Zu Ziff. 2.8, Ziff. 2.11, Ziff. 2.16 und Ziff. 2.19 der „Rich-
tigstellung“ (keine inhaltliche Kommentierung des Entlassungsberichts der
Klinik D._ in der Auflistung der aktenkundigen Dokumente, Arbeits-
tätigkeit ab 1985 bis und mit Tätigkeit für das Institut M._ ab 2001,
Grund für die Nichtvollendung der Doktorarbeit, Zeitpunkt des Kennenler-
nens ihres Ehemannes) ist nicht erkennbar, was die Beschwerdeführerin
hieraus betreffend ihre Restarbeitsfähigkeit zu ihren Gunsten ableiten will.
Mit ihrer Kritik in Ziff. 2.12 der „Richtigstellung“ verkennt die Beschwerde-
führerin, dass die Ärztin ihre Aussage aus rein allgemein-medizinischer
Sicht gemacht hat, die gesundheitlichen Einschränkungen ab 2007 jedoch
anderen Fachrichtungen zuzuschreiben sind. Die Rügen in Ziff. 2.13 bis
2.15 der „Richtigstellung“ betreffen Aussagen der Beschwerdeführerin, die
in der Anamnese unzutreffend festgehalten worden seien. Jedoch wird
nicht erkennbar und von der Beschwerdeführerin auch nicht konkret gel-
tend gemacht, inwiefern diese eine falsche gutachterliche Beurteilung be-
gründet hätten. Ziff. 2.20 (Benutzung Auto) enthält zwar Richtigstellungen
aus der Sicht der Beschwerdeführerin; sie setzt sich aber nicht konkret mit
der gutachterlichen Würdigung auseinander, weshalb nicht darauf einzu-
gehen ist. Zu den Ziffn. 2.21-2.26, 2.28, 2.30 und 2.31 ist auf die inhaltliche
(medizinische) Würdigung im Urteil und zur Richtigstellung in Ziff. 2.27 auf
die Ausführungen in E. 8 zu verweisen. In Ziff. 3.1 rügt die Beschwerdefüh-
rerin, das F._ habe folgende Arztberichte von Dr. K._ «un-
terdrückt»: Arztberichte vom 9. November 2009, 28. Februar 2011, 12. April
2011, 21. November 2011 und 23. Oktober 2012. Die umfangreichen
Vorakten enthalten keine Berichte von Dr. K._, die an den genann-
ten Daten ausgestellt worden wären. Jedoch sind folgende Berichte des
die Beschwerdeführerin behandelnden Onkologen aktenkundig: Arztbe-
richte vom 20. September 2007 (IV 6 S. 4), 10. Oktober 2007 (IV 6 S. 1),
23. Januar 2008 (IV 6 S. 22), 5. Juni 2008 (IV 6 S. 15), 3. September 2008
(IV 6 S. 13), 20. September 2008 (IV 6 S. 12), 7. November 2008 (IV 11),
16. Dezember 2008 (IV 22 S. 5), 26. Juli 2011 (IV 43 S. 7), 8. Oktober 2011
(IV 43) und 23. März 2012 (IV 58 S. 3). Dr. K._ hat in den aktenkun-
digen Berichten durchgehend die Diagnosen Zustand nach Mamma-Karzi-
nom rechts (08/2007), Lymphödem rechter Arm (07/2008), Fatigue und
Arthralgien (06/2008) genannt und (jeweils) aktuell eine unauffällige Tu-
mornachsorge bestätigt. Im letztgenannten Bericht vom 23. März 2012 hat
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Seite 20
er zusätzlich auf eine schmerzhafte Verminderung des Sehvermögens in-
folge Siccasyndroms hingewiesen. Inwiefern das F._ durch das
Nichtvorliegen der Berichte im Februar 2013 auf einer ungenügenden me-
dizinischen Sachlage seine Beurteilung vorgenommen habe, wird nicht
dargelegt. Die Beschwerdeführerin übt in ihrer Richtigstellung denn auch
nur Kritik an der gutachterlichen Würdigung, ohne die angeblich fehlenden
Berichte einzureichen. Sowohl die aktenkundigen Arztberichte von Dr.
K._ als auch die in seinem letztgenannten Bericht erwähnte Ver-
minderung des Sehvermögens waren Gegenstand der F._-Beurtei-
lung, letzterer war Gegenstand der ophthalmologischen Beurteilung durch
Gutachter Dr. N._. In antizipierter Beweiswürdigung (s. dazu E. 5.2)
ist deshalb davon auszugehen, dass eine allfällige Nachreichung der ge-
nannten, zeitlich vor der F._-Begutachtung ausgestellten Berichte
am Ergebnis nichts ändern würde. Dies gilt auch für die in Ziff. 2.29 geäus-
serte Kritik betreffend Symptomatik an den Füssen, zumal die Gutachter
als entsprechende Diagnose ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
einen Status nach passageren Schmerzen im Bereich der Sprunggelenks-
regionen und der Rückfüsse (rechts 2011, links 2012; ICD-10: M25.5), ak-
tuell: klinisch-rheumatologische Untersuchung beider Füsse unauffällig,
festgehalten hatten. Der in Ziff. 3.2 erwähnte Schwerbehindertenausweis
ist nicht geeignet, die gutachterliche Würdigung umzustossen (vgl. dazu E.
3.3 f. und Urteil des BVGer C-6305/2013 vom 15. Dezember 2015 E. 7.2).
Die Bestätigung in Ziff. 3.4, wonach die Beschwerdeführerin im Jahre 2011
mehrfach in der Klinik O._ gepflegt worden sei, ändert nichts an der
späteren gutachterlichen Würdigung, die auf einer zusätzlichen persönli-
chen Begutachtung und klinischen Untersuchung beruht. Schliesslich
bleibt bezüglich der in Ziff. 4 genannten Rügen festzuhalten, dass diese
eine von den Gutachtern abweichende persönliche Sichtweise wiederge-
ben und nicht geeignet sind, die volle Beweiskraft des Gutachtens zu
schmälern (vgl. E. 6.4.1).
6.4.5 Bezüglich der gutachterlich diagnostizierten anhaltenden somatofor-
men Schmerzstörung bleibt zu prüfen, ob die Feststellungen der Gutachter
den bundesgerichtlichen Prüfmassstäben gemäss BGE 141 V 281 genü-
gen. Gemäss bisheriger Rechtsprechung vermochten somatoforme
Schmerzstörungen und ähnliche ätiologisch-pathogenetisch unklare synd-
romale Leidenszustände in der Regel keine lang dauernde, zu einer In-
validität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG führende Einschränkung der Ar-
beitsfähigkeit zu bewirken (vgl. Urteil des BGer 8C_689/2014 vom 19. Ja-
nuar 2015 E. 2.1 mit Hinweisen auf BGE 136 V 279 E. 3, BGE 130 V 352
E. 2.2.2 und 2.2.3, BGE 132 V 65, BGE 131 V 49 und BGE 130 V 396).
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Die – nur in Ausnahmefällen anzunehmende – Unzumutbarkeit eines Wie-
dereinstiegs in den Arbeitsprozess setzte das Vorliegen einer mitwirken-
den, psychisch ausgewiesenen Komorbidität von erheblicher Schwere, In-
tensität, Ausprägung und Dauer oder aber das Vorhandensein anderer
qualifizierter, mit gewisser Intensität und Konstanz erfüllter Kriterien vo-
raus, wie chronische körperliche Begleiterkrankungen und mehrjähriger
Krankheitsverlauf bei unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne
längerfristige Remission, ein ausgewiesener sozialer Rückzug in allen Be-
langen des Lebens, ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr angehbarer
innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlas-
tenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn) oder schliesslich
unbefriedigende Behandlungsergebnisse trotz konsequent durchgeführter
Behandlungsbemühungen (auch mit unterschiedlichem therapeutischem
Ansatz) und gescheiterte Rehabilitationsmassnahmen bei vorhandener
Motivation und Eigenanstrengung der versicherten Person voraus
(BGE 130 V 352 E. 2.2.3). Je mehr dieser Kriterien zutrafen und je ausge-
prägter sich die entsprechenden Befunde darstellten, desto eher waren die
Voraussetzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen
(BGE 139 V 547 E. 9; BGE 137 V 64 E. 4.1; BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hin-
weisen, Urteil BGer C-1413/2013 vom 3. November 2015 E. 4.3.2).
6.4.6 Die vorstehend wiedergegebene Rechtsprechung erfuhr durch
BGE 141 V 281 eine Praxisänderung. Zusammenfassend erwog das Bun-
desgericht (E. 6), dass die Invaliditätsbemessung bei psychosomatischen
Störungen stärker als bisher den Aspekt der funktionellen Auswirkungen,
die sich aus denjenigen Befunden ergäben, welche auch für die Diagnose
der Gesundheitsbeeinträchtigung massgebend seien, zu berücksichtigen
habe, was sich schon in den diagnostischen Anforderungen niederschla-
gen müsse (E. 2). Auf der Ebene der Arbeitsunfähigkeit (E. 3) habe die
durch BGE 130 V 352 begründete Rechtsprechung die Sicherstellung ei-
nes gesetzmässigen Versicherungsvollzuges (E. 3.4.1.1) mittels der Re-
gel/Ausnahme-Vorgabe beziehungsweise der Überwindbarkeitsvermutung
(E. 3.1 und 3.2) bezweckt. Deren Rechtsnatur könne offenbleiben (E. 3.3),
denn an dieser Rechtsprechung sei nicht festzuhalten (E. 3.4 und 3.5). Das
bisherige Regel/Ausnahme-Modell werde durch ein strukturiertes Beweis-
verfahren ersetzt (E. 3.6). An der Rechtsprechung zu Art. 7 Abs. 2 ATSG –
ausschliessliche Berücksichtigung der Folgen der gesundheitlichen Beein-
trächtigung und objektivierte Zumutbarkeitsprüfung bei materieller Beweis-
last der rentenansprechenden Person (Art. 7 Abs. 2 ATSG) – ändere sich
dadurch nichts (E. 3.7). An die Stelle des bisherigen Kriterienkatalogs (bei
C-6997/2014
Seite 22
anhaltender somatoformer Schmerzstörung und vergleichbaren psychoso-
matischen Leiden) würden im Regelfall beachtliche Standardindikatoren
treten (E. 4). Diese liessen sich in die Kategorien Schweregrad (E. 4.3) und
Konsistenz der funktionellen Auswirkungen einteilen (E. 4.4). Auf den Be-
griff des primären Krankheitsgewinnes (E. 4.3.1.1) und die Präponderanz
der psychiatrischen Komorbidität (E. 4.3.1.3) sei zu verzichten. Der Prü-
fungsraster sei rechtlicher Natur (E. 5 Ingress). Recht und Medizin wirkten
sowohl bei der Formulierung der Standardindikatoren (E. 5.1) wie auch bei
deren – rechtlich gebotener – Anwendung im Einzelfall zusammen (E. 5.2).
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades sei nur zu-
lässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten
gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standar-
dindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegen-
der Wahrscheinlichkeit nachgewiesen seien. Fehle es daran, habe die Fol-
gen der Beweislosigkeit nach wie vor die materiell beweisbelastete versi-
cherte Person zu tragen (Urteil BVGer C-1413/2013 vom 3. November
2015 E. 4.3.3).
6.4.7 Das Bundesgericht hat zudem festgehalten, dass ein gemäss altem
Verfahrensstandard eingeholtes Gutachten nicht per se seinen Beweiswert
verliere. Vielmehr sei im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzel-
falls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen
entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen Be-
weisgrundlagen vor Bundesrecht standhalte. In sinngemässer Anwendung
auf die nunmehr materiell-beweisrechtlich geänderten Anforderungen sei
in jedem einzelnen Fall zu prüfen, ob die beigezogenen administrativen
und/oder gerichtlichen Sachverständigengutachten - gegebenenfalls im
Kontext mit weiteren fachärztlichen Berichten - eine schlüssige Beurteilung
im Lichte der massgeblichen Indikatoren erlaubten oder nicht. Je nach Ab-
klärungstiefe und -dichte könne zudem unter Umständen eine punktuelle
Ergänzung genügen (E. 8).
Das Bundesgericht hat folgende Prüfkriterien genannt:
1) Kategorie „funktioneller Schweregrad"
 Komplex „Gesundheitsschädigung"
 Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
 Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz
 Komorbiditäten
 Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönli-
che Ressourcen)
C-6997/2014
Seite 23
 Komplex „sozialer Kontext"
2) Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens)
 gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen ver-
gleichbaren Lebensbereichen
 behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiese-
ner Leidensdruck.
6.4.8 Vorliegend ist festzuhalten, dass die Beurteilung der Gutachter auch
unter dem Aspekt der Standardindikatoren zu bestätigen ist. Einleitend sind
die Indikatoren in der Kategorie „funktioneller Schweregrad“ zu prüfen.
6.4.8.1 Unter dem Komplex Gesundheitsschädigung (BGE 141 V 281
E. 4.3.1) kann festgehalten werden, dass keine schwere Erkrankung in
psychiatrischer Hinsicht vorliegt. Die Beschwerdeführerin ist zwar seit 2008
(IV 54) in psychotherapeutischer Behandlung (wöchentliche Gespräche bis
zum Zeitpunkt der Begutachtung), nimmt aber keine Psychopharmaka ein
und weist gemäss psychiatrischem Gutachter keine psychische Erkran-
kung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit auf: „Eine eigentliche depressive
Störung liess sich nicht feststellen“. Dieser Beurteilung ist zu folgen, auch
wenn die behandelnde Psychiaterin in ihren beiden Berichten vom
18. März und 1. August 2012 (IV 54, 67) abweichend dazu eine leichte bis
mittelgradige Depression (F32.0/F32.1) diagnostiziert hatte, denn Dr.
J._ legt nicht ansatzweise dar, worauf sie ihre Diagnosen stützt;
eine eingehende Anamneseerhebung und Befundung fehlt. Trotz langjäh-
riger Behandlung wegen Depression nehme die Beschwerdeführerin keine
Psychopharmaka ein. Es ist deshalb auf die spätere, auf einer eingehen-
den klinischen Untersuchung abstützende Beurteilung des Fachgutachters
des F._ abzustellen. In somatischer Hinsicht steht als Folge der (er-
folgreichen) Krebsbehandlung das chronische Lymphödem an rechter
Brust und rechtem Arm/Vorderarm im Vordergrund, das ständiger Behand-
lung bedürfe (Lymphdrainagen, ständige Bandagierung, Tragen eines
Kompressionsarmstrumpfes und Handschuhs), jedoch mit der Behandlung
in der Klinik D._ deutlich reduziert werden konnte (von ehemals 624
auf zuletzt 361 ml; IV 43 S. 14). Die übrigen somatischen Befunde mit Aus-
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit wie Polyneuropathie, Nacken-Schulter-
gürtelsyndrom, lumbospondylogenes Schmerzsyndrom, Knieschmerzen
links und leicht eingeschränkte Sehfähigkeit beidseits stehen der Aus-
übung einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeit zu 70%, ohne Über-
kopfarbeiten, unter Berücksichtigung eines erhöhten Pausenbedarfs, nicht
entgegen und stellen keine schwerwiegende Erkrankung dar. Dieser Indi-
kator ist daher nur als teilweise erfüllt zu erachten.
C-6997/2014
Seite 24
6.4.8.2 Zur Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde ist festzuhalten,
dass der psychiatrische Gutachter eine zwar herabgesetzte, nicht aber de-
pressive Stimmung, eine lebhafte Psychomotorik festhielt, die Beschwer-
deführerin sich nach Nachdenken immer genau an zurückliegende Ereig-
nisse habe erinnern können, der Antrieb leichtgradig herabgesetzt gewe-
sen sei, der affektive Kontakt zum Gutachter jedoch gut sei, die Beschwer-
deführerin einen wachen Eindruck hinterlassen habe und bewusstseins-
klar, zeitlich, örtlich, situativ und zur eigenen Person gut orientiert gewesen
sei, sie während der Untersuchung von 60 Minuten nie Zeichen von Kon-
zentrationsschwäche gezeigt habe, auf die gestellten Fragen habe einge-
hen können, intakte Merkfähigkeit und Gedächtnisleistungen gezeigt habe,
kein eingeengtes Denken, Gedankenabreissen, keine Neologismen, keine
Gedankenleere gezeigt habe, auch keine Hinweise auf Zwänge, überwer-
tige Ideen, wahnhaftes Denken oder Wahnvorstellungen, keine Anhalts-
punkte für illusionäre Verkennungen , akustische, optische, olfaktorische
oder taktile Halluzinationen festzustellen seien, ein klarer und guter Bezug
zur Realität und zu ihrer Person bestehe, keine Gedankenausbreitung und
Fremdbeeinflussungserlebnisse vorhanden seien und keine Hinweise auf
Veränderungen der Stimmung und des Antriebs im Tagesablauf erkennbar
würden und sie einen Lebensverleider, Suizidgedanken oder Suizidphan-
tasien explizit verneint habe (IV 87 S. 11 f.). In psychiatrischer Hinsicht ist
damit keine deutliche Ausprägung ersichtlich. In somatischer Hinsicht ha-
ben die Gutachter als Folge der Polyneuropathie Sensibilitätsstörungen an
der linken Hand und am rechten Fuss sowie einen erschwerten Gang in-
folge Kniebeschwerden festgehalten, eine schwere bis mittelschwere Tä-
tigkeit infolge chronischen tendomyotischen Nacken-/Schultergürtelsyn-
droms sowie chronischen lumbospondylogenen Schmerzsyndroms ausge-
schlossen und die bisherige Unterrichtstätigkeit – unter Berücksichtigung
der Notwendigkeit zusätzlicher Pausen und Durchführung der wöchentli-
chen Behandlungen – im Umfang von 70% als zumutbar erachtet. Das
Lymphödem wurde wiederholt als schwergradig beurteilt, konnte jedoch
nach Behandlung in der Klinik D._ und mit den heutigen Lymph-
drainagen, Bandagen und Kompressionsstrümpfen/-handschuhen in sei-
ner Intensität deutlich reduziert werden. Auch dieses Kriterium ist daher nur
als teilweise erfüllt zu erachten.
6.4.8.3 Zum Indikator Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resis-
tenz hat der psychiatrische Gutachter festgehalten, dass die Beschwerde-
führerin aufgrund der ausgeprägten subjektiven Krankheitsüberzeugung
wenig Motivation zeige, trotz Restbeschwerden sich aktiv um ihre Gene-
C-6997/2014
Seite 25
sung zu bemühen und sich den Belastungen der Arbeitswelt wieder auszu-
setzen. Obwohl dieser Beurteilung so nicht gefolgt werden kann, zumal der
Beschwerdeführerin durchwegs ein schweres Lymphödem an rechter
Brust und rechtem Arm attestiert worden ist, das eine langwierige Rehabi-
litation erforderlich machte und aktuell noch wöchentlicher Lymphdrainage
und praktisch andauernder Bandagierung des rechten Arms und der Hand
bedarf, und sie sich ab 2010 mit reduzierter Unterrichtstätigkeit auch den
Belastungen der Arbeitswelt wieder ausgesetzt hat, ist den Gutachtern in-
soweit beizupflichten, dass (zum Zeitpunkt der Begutachtung im
F._) fünfeinhalb Jahre nach erfolgter Krebsoperation mit nachfol-
gender Chemo- und Strahlentherapie bis zum heutigen Zeitpunkt keine Re-
zidive der Krebserkrankung und keine Metastasierungen bekannt gewor-
den sind, die Beschwerdeführerin inzwischen auf eine Weiterführung der
Hormontherapie verzichtet habe und von einer gesundheitlichen Erholung
der Beschwerdeführerin ausgegangen werden darf. Zwar bedarf das
Lymphödem – wie gesagt – ständiger Behandlung, jedoch ergibt sich aus
den medizinischen Akten – worauf die Gutachter zu Recht verweisen –
auch eine Diskrepanz zwischen objektiver medizinischer Einschränkungen
und Ausmass der geklagten körperlichen Beschwerden sowie der subjek-
tiven Krankheitsüberzeugung und spricht beispielsweise die rund einstün-
dige Autofahrt vom Wohnort der Beschwerdeführerin in (...) nach (...) (IV
87 S. 11 f.) gegen schwerwiegende psychische und auch somatische Ein-
schränkungen. Insgesamt besteht eine objektiv nicht zu erklärende Diskre-
panz zwischen subjektiv als grenzwertig empfundener Belastung durch
eine Dozententätigkeit zu 3-4 Stunden wöchentlich und der gutachterlich
als zumutbar erachteten Belastung am angepassten Arbeitsplatz zu 50%
ab August 2008, d.h. rund 15 Lektionen wöchentlich, beziehungsweise zu
70% ab anfangs 2011, d.h. rund 21 Lektionen.
6.4.8.4 Neben der attestierten anhaltenden somatoformen Schmerzstö-
rung (ICD-10 F45.4), die ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
bleibe, hielt der psychiatrische Gutachter fest, dass keine weitere psychi-
atrische Störung vorliege; eine eigentliche depressive Störung lasse sich
nicht feststellen (IV 87 S. 13). Eine erheblich psychiatrische Komorbidität
(weiteres, diagnostisch abgrenzbares Krankheitsbild oder Syndrom, das
zusätzlich zu einer Grunderkrankung vorliegt) sei nicht gegeben (IV 87 S.
13; vgl. auch E. 6.4.8.1).
6.4.8.5 Zum Komplex Persönlichkeit (BGE 141 V 281 E. 4.3.2) haben die
Gutachter und auch die behandelnde Psychiaterin keine Auffälligkeiten
festgehalten. Zu erwähnen ist hier, dass die Beschwerdeführerin nicht
C-6997/2014
Seite 26
mehr glaube, dass sie noch arbeiten könne. Sie sei in Deutschland bereits
berufsunfähig erklärt worden, beziehe eine Rente. Sie erwarte eigentlich
auch, dass sie in der Schweiz eine Rente bekomme, da sie nicht mehr mit
gutem Gewissen arbeiten könne (IV 87 S. 10).
6.4.8.6 Zum Indikatorenkomplex sozialer Kontext hat der psychiatrische
Gutachter in der Anamneseerhebung und Würdigung festgehalten, dass
die Beschwerdeführerin weiterhin soziale Kontakte pflege (IV 87 S. 8). Re-
gelmässig habe sie Kontakt mit Bekannten und Freundinnen, regelmässig
werde sie von ihren drei Freundinnen besucht oder sie besuche diese
(IV 87 S. 11 und 13). Seit Februar 2009 (recte: April 2010) arbeite sie re-
duziert an der B._ in (...), erteile drei Mitarbeitern der Chemischen
Industrie Privatunterricht, zurzeit zu drei Stunden pro Woche (IV 87 S. 10).
Die Beziehung zu ihrem Mann und ihrem Sohn sei gut. Ein ausgeprägter
sozialer Rückzug lasse sich nicht feststellen (IV 87 S. 13).
6.4.8.7 Nachfolgend bleibt die Kategorie „Konsistenz“ zu prüfen. Zum Indi-
kator gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen ver-
gleichbaren Lebensbereichen ist dem Gutachten zu entnehmen, dass die
Beschwerdeführerin – ihren Aussagen zufolge aus finanziellen Gründen –
in reduziertem Umfang einer Unterrichtstätigkeit in (...) nachgeht, sich
zwei- bis dreimal wöchentlich einer Lymphdrainage und regelmässig phy-
siotherapeutischen Behandlungen unterziehe, weiterhin soziale Kontakte
pflege (zuhause oder zu Besuch), sich im Haushalt um das Kochen küm-
mere, aufräume und leichtere Putzarbeiten leiste, jedoch wegen ihrer
Schmerzen nur noch selten Spaziergänge unternehme und Einkäufe in
grösseren Zentren vermeide (IV 87 S. 11). Von einer deutlichen Einschrän-
kung des Aktivitätenniveaus ist damit nicht auszugehen.
6.4.8.8 Bezüglich des behandlungs- und eingliederungsanamnestisch aus-
gewiesenen Leidensdrucks ist zu erwähnen, dass sich die Beschwerdefüh-
rerin bereits mehrfach in stationäre Behandlung insbesondere des
Lymphödems begeben hat. Zudem erfolgen zwei- bis dreimal wöchentlich
eine Lymphdrainage und regelmässig physiotherapeutische Behandlun-
gen, was für einen gewissen Leidensdruck spricht, zumal die Beschwerde-
führerin nachvollziehbar darauf hinweist, dass das Lymphödem Schmer-
zen bereite. Anderseits ist den Akten zu entnehmen, dass die psychothe-
rapeutische Behandlung nicht mehr weitergeführt werde. Zudem nehme
die Beschwerdeführerin trotz der von ihrer Ärztin diagnostizierten langjäh-
rigen Depression keine Psychopharmaka ein, was ebenfalls gegen eine
C-6997/2014
Seite 27
ernsthafte psychische Erkrankung spricht. Schliesslich hat die Beschwer-
deführerin an der B._ ein Teilpensum wieder aufgenommen. Insge-
samt ist ein grosser Leidensdruck, der jegliche Wiederaufnahme einer Tä-
tigkeit verunmögliche, zu verneinen.
6.4.8.9 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass zwar zwei der vom Bun-
desgericht genannten Indikatoren teilweise erfüllt sind. Unter Berücksichti-
gung aller genannten Indikatoren kann jedoch insgesamt nicht bestätigt
werden, dass funktionelle Auswirkungen in einer Schwere vorliegen, die es
der Beschwerdeführerin verunmöglichen, ihre Unterrichtstätigkeit im Um-
fang von 50% ab August 2008 und 70% ab Januar 2011 wieder aufzuneh-
men. Die medizinische Würdigung ist daher auch unter dem Aspekt der
Standardindikatoren zu bestätigen.
6.4.9 In der Replik listete die Beschwerdeführerin in medizinischer Hinsicht
einzig verschiedene Diagnosen und Beschwerden auf (aktuell: Muskel-
und Gelenkschmerzen, Taubheit in Armen und Beinen, Polyneuropathie in
Händen und Füssen, stark ausgeprägtes Ödem auch im Rücken und rech-
tem Bein, starke Schmerzen im Narbengewebe, Kopfschmerzen/Benom-
menheit und Gleichgewichtsstörungen sowie Fatigue, Konzentrations- und
Gedächtnisstörungen, geringe physische und vor allem psychische Belast-
barkeit, kognitive Schwierigkeiten, Schlafstörungen und Depressionen).
Sie rügte zudem, die Arbeitsfähigkeitsschätzungen der Gutachter seien
falsch, ohne sich näher mit der jeweils fachärztlich erfolgten Würdigung
auseinanderzusetzen (vgl. zum Beweiswert subjektiver Einschätzungen
bspw. Urteil des BGer 9C_1034/2012 vom 5. April 2013 E. 3.3.1), weshalb
nicht darauf abzustellen ist.
6.5
6.5.1 Die Beschwerdeführerin macht schliesslich unter Hinweis auf ihre
konkrete Arbeitssituation in Replik und Triplik geltend, es handle sich bei
ihrer Tätigkeit für die B._ um eine mittelschwere Tätigkeit, die ge-
mäss den Gutachtern nicht mehr ausgeübt werden könne. Sie habe für
jeden ihrer Schüler fachspezifisch Fachbücher sowie sonstige Unterrichts-
materialien und Arbeitsunterlagen der Schüler transportieren müssen, die
10-12 kg oder mehr gewogen hätten. Ihre Tätigkeit sei auch mental an-
strengend gewesen beziehungsweise habe einer mittelschweren Tätigkeit
entsprochen: Sie habe individuelle Stunden geplant, je nach Anforderungs-
profil, Mentalität und Kultur der Schüler, habe individuelle Aufgaben gege-
ben inkl. Analyse, Auswertung und Beurteilung, habe themenspezifische,
C-6997/2014
Seite 28
individuell angepasste Lernmodule erteilt, bei Bedarf individuelle wissen-
schaftliche Fachliteratur und deutschsprachliche Erklärungen derselben
durchgearbeitet. Sie habe damit eine „unabdingbare enorme Vorberei-
tungszeit“ gehabt und „weit mehr als 100% des regulären Arbeitspensums
erreicht“. Je Schüler habe es zu jeder Unterrichtsstunde immer andere,
ganz individuelle thematische Schwerpunkte und keinerlei Wiederholun-
gen gegeben; alle mündlichen und schriftlichen Aufgaben hätten jeweils
von ihr vorher individuell vorbereitet werden müssen. Gute Vorbereitung
und gewissenhafte Korrektur der Aufgaben seien vom Arbeitgeber gefor-
dert worden.
6.5.2 Diesbezüglich ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin – wo-
rauf sie selber hinweist – ausserordentlichen Aufwand insbesondere für die
Vorbereitung ihrer Unterrichtstätigkeit geleistet habe. Obwohl diese Grund-
haltung als Dozentin sehr lobenswert erscheint, verkennt die Beschwerde-
führerin, dass – analog zur Entschädigungssituation (vgl. dazu unten E.
8.3) – dieser über das übliche Mass hinausgehende Aufwand von der In-
validenversicherung nicht zu vergüten (E. 8.3) und unter Hinweis auf das
Schadenminderungsprinzip auch auf ein zumutbares Mass zu reduzieren
ist (BGE 130 V 97 E. 3.2; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsge-
richts [heute: Bundesgericht] I 613/03 vom 11. November 2004 E. 3.3 in
fine). Die Vorinstanz hat zu Recht darauf hingewiesen, dass aufgrund des
Stands der Technik es ohne weiteres möglich ist, Unterrichtsmaterialien
elektronisch zu erfassen oder zu verarbeiten (Erstellen von pdf-Dateien,
Scannen, Kopieren einzelner/mehrerer Seiten, Versand per E-Mail, Bereit-
stellung in einer Cloud), um das Transportieren schwerer Unterrichtsmate-
rialien zu vermeiden. Die B._ verfügt des Weiteren über eigene Un-
terrichtsmaterialien, die entsprechend nach Sprachstufe und Prüfungsein-
heit zur Verfügung gestellt werden (vgl. https://www.B._.ch/[...]; vgl.
betreffend Unterrichtsmaterialien für Firmenkurse auch B._-Bro-
schüre S. 43: https://www.B._.ch/[...].pdf, besucht am 13. Novem-
ber 2018). Es ist nicht zu erkennen, weshalb die Beschwerdeführerin ver-
pflichtet gewesen sein sollte, für jeden Schüler von jeglichem Lehrplan los-
gelöste Unterrichtseinheiten anbieten und sich jedes Mal von Grund auf
vorbereiten zu müssen. Auch wenn – wie die Schule auf ihrer Internetseite
zum Einzelunterricht anpreist (https://www.B._.ch/[...]; besucht am
13. November 2018) – der Kurs auf den Schüler ausgerichtet wird und ihm
die Möglichkeit gibt, Wissenslücken zu schliessen und sich spezifisches
Wissen anzueignen, liegen einem solchen Unterricht stufentypische Unter-
richtsthemen zugrunde, insbesondere wenn er auf den Erwerb eines Zer-
tifikats mit europäischer Anerkennung ausgerichtet ist («Deutschprüfungen
C-6997/2014
Seite 29
des Instituts M._ entsprechen den Niveaustufen des Gemeinsamen
Europäischen Referenzrahmens für Sprachen»). Spezifischer Deutschun-
terricht für fremdsprachige Schüler verpflichtet auch nicht in der von der
Beschwerdeführerin geschilderten Unterrichtssituation, dass sie Fachbü-
cher aus dem jeweiligen Arbeitsbereich der Schüler zu lesen verpflichtet
gewesen wäre, zumal trotz einer gewissen Individualität des Unterrichts die
Vermittlung der deutschen Sprache mit «Rechtschreibung, Grammatik und
Stilistik» im Vordergrund zu stehen hat. Schliesslich liegt es auch nicht im
Interesse der Schule, dass sich einzelne Dozentinnen und Dozenten von
den der jeweiligen Sprachstufe angepassten und eine einheitliche Qualität
sichernden Unterrichtsmaterialien vollständig lösen und eigenständigen
Unterricht anbieten. Daran vermag der Hinweis, die Schule habe gute Vor-
bereitung und gewissenhafte Korrektur verlangt, nichts zu ändern. Die Be-
schwerdeführerin war deshalb gehalten – worauf die IV-C._ aus
Sicht der Invalidenversicherung zu Recht hingewiesen hat –, ihren Arbeits-
platz und ihre Arbeitssituation an ihre Restbehinderungen anzupassen.
6.6 In einer Gesamtwürdigung ist damit festzuhalten, dass die von ihr auf-
gelisteten „Richtigstellungen“ in Verwaltungsverfahren und Beschwerde
sowie die unsubstantiierte Auflistung von Beschwerden in der Replik nicht
geeignet sind, die Beweiskraft des Gutachtens zu schmälern. Auf das
F._-Gutachten und seine Aussagen zur Restarbeitsfähigkeit ist da-
her ohne Einschränkungen abzustellen.
7.
7.1 Die Beschwerdeführerin bestreitet des Weiteren die Ergebnisse der
Haushaltabklärung.
7.2 Die IV-C._ liess am 31. Januar 2012 einen Abklärungsbericht
Haushalt erstellen, in welchem die Fachperson Abklärungsdienst folgende
Feststellungen anlässlich der Aufnahme der persönlichen Verhältnisse vor
Ort am 14. Dezember 2011 protokollierte: Die Versicherte weise deutlich
sichtbare Schwellungen am rechten Oberkörper/Arm auf. Gestützt auf die
Angaben der Beschwerdeführerin hielt die Fachperson fest, der Kompres-
sionshandschuh rechts könne täglich während zwei Stunden abgezogen
werden (Abwasch, kleinere Schreibarbeiten), Schreibarbeiten verstärkten
die Schmerzen am rechten Arm. Zweimal pro Woche erfolgten eine Lymph-
drainage und Krankengymnastik. Es lägen eine Fehlhaltung der Hals- und
der Lendenwirbelsäule und Gelenkschmerzen insbesondere im rechten
Knie vor. Folge der Medikation mit Tamoxifen (inzwischen Arimidex) sei
eine Verschlechterung der Sehfähigkeit (Schleier). Sie habe Panikanfälle
C-6997/2014
Seite 30
bei Entscheidungen und treffe deshalb häufig keine Entscheide. Sie be-
finde sich in psychiatrischer Behandlung bei Dr. J._. Zur Arbeitssi-
tuation sei festzuhalten, dass der erhoffte Ausbau des Pensums auf 80%
(vor Eintritt des Gesundheitsschadens) aufgrund eines von der B._
reduzierten Kursangebots schwierig bis unmöglich gewesen sei. Ein fakti-
sches Pensum von 30% von 2005-2007 sei mit häufigen Besuchen bei ih-
rer (kranken) Mutter in (...) zu erklären. Bei guter Gesundheit hätte sie zu
30% weitergearbeitet, mit der Hoffnung auf ein möglicherweise grösseres
Pensum; es hätten 2005-2007 aber keine wesentlichen Arbeitsbemühun-
gen stattgefunden. Eine finanzielle Notwendigkeit für ein 80%-Pensum be-
stehe, sie und ihr Ehemann führten getrennte Kassen, er bezahle jedoch
ihre Miete. Die von ihr erteilten Lektionen seien alles Einzel- oder Individu-
alkurse mit entsprechend grossem Vorbereitungsaufwand gewesen. Die
übrige Zeit sei in den Haushalt und die berufliche Weiterbildung investiert
worden. Gemäss Telefonanruf der Beschwerdeführerin vom 13. Januar
2012 sei der Einzelunterricht für Herrn P._ (10/2006-08/2007) ihr
einziger Kontakt zur Q._ gewesen. Eine Nachfrage bei der Firma
habe ergeben, dass keine Anstellung / Zahlungen durch Q._ erfolgt
seien. Die IK-Auszüge enthielten keine weiteren beruflichen Tätigkeiten.
Zur Erwerbstätigkeit hielt die Fachperson Abklärungsdienst für den Zeit-
raum von April 2005 bis August 2007 folgendes fest: rechnerisch lägen 229
Arbeitstage für die B._ pro Jahr vor, dies zu Fr. 2‘162.30. Dies ent-
spreche einem Pensum von ca. 9 Std./Woche, umgerechnet von 30%. Der
Status sei damit wie folgt festzulegen: 30% Erwerbstätigkeit, 70% Tätigkeit
als Hausfrau. Gemäss Dr. K._ seien 3-4 Stunden pro Tag zumutbar,
ohne schweres Heben und Tragen. Angaben über Einkünfte des Ehegatten
habe die Beschwerdeführerin nicht machen wollen. Die Fachperson be-
rechnete für die einzelnen Haushaltsbereiche folgende Einschränkungen:
Ernährung 10-50%: Einschränkung zu 20%, zur Unterstützung bestünden
für den Ehemann zumutbare Tätigkeiten. Wohnungspflege: Einschränkung
zu 20%. Einkauf/Besorgungen: Einschränkung zu 25%. Wäsche und Klei-
derpflege: Einschränkung zu 30%. Verschiedenes: 0%. Der Ehemann sei
selber mehrfach behindert (Lungenschuss, Fehlhaltung der Wirbelsäule,
Zehenverlust). Die Einschränkung im Haushalt (zu 70%) liege damit bei
total 30% (IV 52).
7.3 Die Beschwerdeführerin bestritt in ihrer Einwendung die Aussagen im
Abklärungsbericht Haushalt und rügte mit «Richtigstellungen und Ergän-
zungen» 30 Punkte (IV 98.3), worauf nachfolgend einzugehen ist:
C-6997/2014
Seite 31
Die Rügen zu den Ziffern 1 (zusätzliches Tragen eines Kompressions-Arm-
strumpfes), 2 (zusätzliche Beschwerden im Brustwirbelbereich/Brustkorb),
Ziff. 3 (starke/akute Gelenkschmerzen, auch an/in den Füssen), Ziff. 4 (Ver-
schlechterung der Sehfähigkeit), Ziff. 5 (keine nachhaltige Wirkung von
warmen Duschen), Ziff. 23 (Arbeitsfähigkeitsbeurteilung durch Dr.
K._) und Ziff. 28 (Tragen schwerer Aktentaschen) sind vordergrün-
dig in der medizinischen Begutachtung zu beurteilen (vgl. E. 6), weshalb
an dieser Stelle darauf nicht näher einzugehen ist. Auf die in der Richtig-
stellung erhobenen Rügen betreffend die Statusfrage (Ziffn. 6-22, 24-25,
30) ist an dieser Stelle nicht mehr weiter einzugehen, zumal der Abklä-
rungsdienst der IV-C._ am 12. August 2014 eine vollständig neue
Berechnung des Verhältnisses zwischen Erwerbstätigkeit und Tätigkeit im
Haushalt vorgenommen hat (vgl. E. 8). Unwesentlich für den Ausgang des
Verfahrens sind die Korrekturen in Ziff. 26 (Anzahl der zuhause eingenom-
menen Mahlzeiten), in Ziff. 29 (zumutbarer Einkauf in kleineren Läden) und
die Anmerkung in Ziff. 27.
7.4 Das Bundesgericht hat betreffend Haushaltsabklärungsbericht festge-
halten, dass für dessen Beweiswert wesentlich sei, dass er von einer qua-
lifizierten Person, die Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse
sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beeinträch-
tigungen und Behinderungen habe, verfasst worden sei. Weiter seien die
Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen. Divergierende Mei-
nungen seien im Bericht aufzuzeigen. Schliesslich müsse er plausibel, be-
gründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkun-
gen sein und mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben übereinstim-
men. Treffe dies zu, sei der Abklärungsbericht beweiskräftig. Der Bericht
der Abklärungsperson habe sich demnach im Wesentlichen mit örtlichen,
räumlichen und personellen Verhältnissen zu befassen (Wohnsituation,
Familienstruktur, Einkaufsmöglichkeiten usw.). Die sich aus den medizini-
schen Diagnosen ergebenden Beeinträchtigungen und Behinderungen
seien in jener Hinsicht zu dokumentieren und zu bewerten und der Beweis-
wert des Berichts sei grundsätzlich auf diesen Rahmen beschränkt (Urteil
des Bundesgerichts 9C_906/2011 vom 8. August 2012 E. 5.3 m.w.H.).
7.5 Vorliegend erfüllt der Abklärungsbericht Haushalt vom 31. Januar 2012
die obgenannten Anforderungen und kann daher als uneingeschränkt be-
weiskräftig gelten, soweit nicht Aussagen zum Status betroffen sind, die
infolge Neubeurteilung am 12. August 2014 vollständig revidiert wurden
(vgl. unten E. 8 und Vernehmlassung IV-C._ vom 5. Januar 2015).
C-6997/2014
Seite 32
Sowohl die F._-Gutachter als auch der RAD haben in ihren Stel-
lungnahmen die Aussagen zur Arbeitsfähigkeit im Haushalt bestätigt (IV
87, 91, 103). Die Beschwerdeführerin hat weder in ihren Richtigstellungen
noch in den Beschwerdeeingaben dargelegt, inwiefern die Einschränkun-
gen pro Haushaltsbereich unzutreffend seien. Auf das Fazit des Abklä-
rungsdienstes der IV-C._, die Beschwerdeführerin sei in ihrer Haus-
haltstätigkeit insgesamt zu 30% eingeschränkt, ist deshalb abzustellen.
8.
Die Beschwerdeführerin bestreitet mit ihren Ausführungen, dass die Er-
werbstätigkeit zu 73% und ihre Haushaltstätigkeit zu 23% ausgeübt wor-
den seien. Faktisch habe sie ihre Tätigkeit als Dozentin im relevanten Zeit-
raum von März 2005 bis zur Krebserkrankung im August 2007 zu 100%
ausgeübt beziehungsweise habe ihre Erwerbstätigkeit weit über 100% in
Anspruch genommen. Nachfolgend ist deshalb zu prüfen, ob die Statuser-
hebungen der IV-C._ zutreffen.
8.1 In ihrer Stellungnahme vom 5. Januar 2015 hielt die IV-C._ fest,
dass den Einwänden von August 2012 mit der Ermittlung eines beruflichen
Pensums von 73% bereits Rechnung getragen worden sei. Die Verfügung
vom 5. November 2014 beruhe denn auch auf dem korrigierten Anteil Be-
rufstätigkeit; zu dieser korrigierten, neuen Einschätzung des Pensums
habe sich die Beschwerdeführerin jedoch nicht mehr geäussert. Zudem
könne der Zeitaufwand für den Arbeitsweg für die Frage, in welchem Pen-
sum die Beschwerdeführerin als Gesunde hypothetisch tätig wäre, nicht
berücksichtigt werden. Die Vorbereitungszeiten seien mit Berücksichtigung
einer 30 Stundenwoche für ein 100%-Pensum berücksichtigt worden, der
Arbeitgeber habe für ein 100% Pensum eine Stundenanzahl von 28-32
Stunden angegeben (B-act. 10).
8.2 Die IV-C._ weist zutreffend darauf hin, dass den Einwänden und
dazu eingereichten Lohnunterlagen, Rechnungen und Abrechnungen im
Vorbescheidsverfahren mit einer vollständigen Neuberechnung der Ge-
wichtung von Erwerbstätigkeit und Haushaltstätigkeit bereits Rechnung ge-
tragen worden ist (vgl. Stellungnahme der Fachperson Abklärungsdienst
der IV-C._ vom 12. August 2014; IV 107). Die Fachperson hat ein-
gehend und nachvollziehbar dargelegt, dass für die Tätigkeit bei der
B._ 30 Lektionen als Mittelwert für eine Vollzeitstelle festgehalten
worden seien. Die Gehaltsabrechnungen der B._ zeigten, dass die
Beschwerdeführerin pro Lektion einen Stundenlohn von Fr. 46.- (statt der
üblichen Fr 63.-) erhalten habe, zudem eine Ferienentschädigung von Fr.
C-6997/2014
Seite 33
26.92 auf einen Teil der Lektionen. Zudem gehe aus dem Lohnausweis
2007 eine Anzahl von 357.66 Unterrichtseinheiten hervor. Insofern könne
der Beschwerdeführerin gefolgt werden, dass von April 2005 bis August
2007 von 1‘252.5 Lektionen und damit von 43.69 Lektionen pro Monat d.h.
11.45 Lektionen pro Woche auszugehen sei. Dies entspreche einem rech-
nerischen Arbeitspensum von 38.16%, wie ihn auch die Beschwerdeführe-
rin ermittelt habe. Zu den zusätzlichen Tätigkeiten für Private (Institut
M._ in [...], R._ in Italien, S._ in [...], Q._ in
[...]) sei Folgendes festzuhalten: Vom 21. März 2005 bis zum 20. August
2007 habe die Beschwerdeführerin 1‘272 Lektionen geleistet, ergebend
10.4 Lektionen pro Woche, d.h. 34.7%. Damit ergebe sich ein gesamtes
Arbeitspensum von gerundet 73%; darin seien die Zeiten für Vor- und
Nachbereitung der Lektionen bereits berücksichtigt. Entsprechend sei der
Erwerbsstatus wie folgt zu korrigieren: Haushalt: 27%, Berufstätigkeit:
73%, d.h. 8.1 Stunden von 30 Stunden für den Haushalt, 21.9 Stunden von
30 Stunden für die Berufstätigkeit.
8.3 Die Beschwerdeführerin nimmt weder in der Beschwerde noch in ihren
späteren Eingaben an das Bundesverwaltungsgericht Stellung dazu, inwie-
fern die Vorinstanz mit der eingehenden Neuberechnung ihres Status, die
vollumfänglich in den 2. Vorbescheid eingeflossen ist, nicht Rechnung ge-
tragen habe. Vielmehr verweist sie auf ihre zuvor erhobenen, gleichlauten-
den Rügen. Ihr ist daher in ihrer diesbezüglich unsubstantiierten Kritik nicht
zu folgen. Anzufügen gilt es, dass – soweit die Beschwerdeführerin im Be-
schwerdeverfahren vor Bundesverwaltungsgericht faktisch eine Erwerbs-
situation über 100% hinausgehend geltend macht, indem sie umfangreiche
Vor- und Nachbearbeitungszeiten für die von ihr gegebenen Einzelunter-
richtsstunden anführt und die Unterrichtslektionen zu 45 Minuten auf eine
Arbeitsstunde hochrechnet – es nicht Pflicht und Aufgabe der Invalidenver-
sicherung ist, eine über eine Erwerbssituation von 100% hinausgehende
Tätigkeit zu entschädigen (BGE 142 V 290 E. 7.1 in fine). Gleichzeitig ist
festzuhalten, dass den eingereichten Lohnbelegen der B._ in finan-
zieller Hinsicht keine Differenzierung zwischen (Klassen-)Unterricht und
Unterricht Privat zu entnehmen ist (IV 98.4 S. 5 ff.). Die Beschwerdeführe-
rin behauptete ursprünglich zwar, sie habe nur Einzelunterricht erteilt, den
eingereichten Lohnbelegen ist jedoch eine Differenzierung zu entnehmen,
weshalb zumindest für die Zeitspanne von Ende März 2005 bis August
2007 davon auszugehen ist, sie habe auch Klassenunterricht erteilt (vgl.
dazu auch „Richtigstellungen und Ergänzungen zum Abklärungsbericht
Haushalt“, Anmerkung zu Ziff. 9 [IV 98.3 S. 11]). Beide Unterrichtsformen
(„Unterricht SPR“, „Unterricht Priv. SPR“) wurden bis Juni 2006 mit Fr. 46.-
C-6997/2014
Seite 34
bzw. ab August 2006 mit Fr. 47.- und ab Februar 2007 mit Fr. 61.50 ent-
schädigt, was gegen die Aussage spricht, der Privatunterricht, den sie an
Kaderleute erteilt habe, habe einen ausserordentlichen, weil hochspeziali-
sierten Unterricht erfordert, der entsprechend zu entschädigen bezie-
hungsweise in höherem Vor- und Nachbereitungsaufwand zu berücksich-
tigen sei. Den Lohnbelegen von April 2005 bis Oktober 2006 (IV 98.4
S. 1-16, 18) ist im Übrigen der Vermerk „Unterricht SPR A1“ oder „Unter-
richt Priv. SPR A1“ zu entnehmen. „SPR“ dürfte für den Unterrichtsbereich
Sprache der Schule und „A1“ für das Niveau auf der 1. Stufe des
M._-Zertifikates stehen; diese Zertifikatsstufe „bestätigt ganz einfa-
che Sprachkenntnisse und entspricht der ersten Stufe (A1) auf der sechs-
stufigen Kompetenzskala des Gemeinsamen Europäischen Referenzrah-
mens für Sprachen (GER)“; vgl. https://www.B._.ch/[...], besucht
am 9. November 2018); damit ist zudem zumindest fraglich, ob die Be-
schwerdeführerin im Zeitraum von Ende März 2005 bis August 2007 für die
B._ auf einem höchsten Sprachniveau unterrichtet hat (Anmerkung
des Gerichts: einzig die auf privater Basis ausgestellten Rechnungen an
die Q._, die einen Stundenlohn von € 104.– für Einzelunterricht er-
wähnen [IV 98.4 S. 21-24], sowie die Rechnungen an die S._, die
für „Deutschunterricht/Sprachtraining“ bis Januar 2007 eine [offenbar ver-
traglich vereinbarte] Entschädigung von € 70.– pro Unterrichtseinheit bzw.
ab Februar 2007 eine solche von € 75.– pro Unterrichtseinheit vorsehen
[IV 98.4 S. 26-32 und 34-44], bestätigen teilweise die Auffassung der Be-
schwerdeführerin). Schliesslich ist festzuhalten, dass es der Unterrichtstä-
tigkeit inhärent ist, dass zum Unterricht in der Klasse/für Einzelpersonen
Vorbereitungs- und Nachbearbeitungsaufwand hinzukommt. Dass dieser
je nach gewählter Unterrichtsform und Lehrperson unterschiedlich umfang-
reich ausfällt, ist der Lehrtätigkeit immanent und wird mit der Berechnung
eines Vollzeitequivalents aufgefangen, gibt jedoch keinen Anspruch auf in-
dividuelle Entschädigung, ausser er sei vertraglich vereinbart oder in einer
öffentlich-rechtlichen Regelung vorgesehen. Entsprechendes wurde von
der Beschwerdeführerin für die Tätigkeit zulasten der B._ nicht gel-
tend gemacht. Die B._ hat im Fragebogen für Arbeitgebende ge-
genüber der IV-C._ am 26. November 2008, am 18. Oktober 2011
und am 30. August 2013 bestätigt, dass 28-32 Unterrichtseinheiten einer
Vollzeitstelle entsprechen (IV 14 S. 2; 44; 95). Nicht zu entschädigen ist –
worauf die IV-C._ in ihrer Duplik zutreffend hinweist (B-act. 19 Bei-
lage 1) – der von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Fahrtweg; die
Beschwerdeführerin hat denn auch nicht geltend gemacht, die B._
habe ihr den Fahrtweg von (...) nach (...) als Lohnbestandteil entschädigt.
Entsprechendes geht auch nicht aus den eingereichten Lohnbelegen der
C-6997/2014
Seite 35
B._ hervor. Solches ist nur den privat gestellten Rechnungen an die
Q._ und S._ (s. oben) zu entnehmen. Der Abklärungsdienst
der IV-C._ hat in seinem Bericht vom 12. August 2014 eingehend
und nachvollziehbar aufgezeigt, dass die von der Beschwerdeführerin seit
Ende März 2005 bis zur Erkrankung erbrachten Lektionen einer wöchent-
lichen Berufsausübung zu 73% entsprechen (IV 107). Darauf ist für den
Einkommensvergleich abzustellen.
8.4 Die Beschwerdeführerin erklärte mit schriftlicher Stellungnahme vom
14. Dezember 2011, ohne Gesundheitsschaden wäre sie weiterhin im an-
gestammten Pensum (Anmerkung Gericht: 30%) mit Option auf ein 80%
Pensum bei B._ erwerbstätig, restliche 20% z.B. bei Q._.
Das Pensum zwischen 2005-2007 sei der Anfang gewesen, mit Option auf
eine grössere Anzahl Wochenstunden. Ziel sei es gewesen, mittelfristig auf
ein 80%-Pensum zu gelangen (IV 49 S. 3). In der Haushaltabklärung führte
sie aus, der erhoffte Ausbau des Pensums auf 80% sei aufgrund eines von
der B._ reduzierten Kursangebots schwierig bis unmöglich gewe-
sen. Das faktische Pensum von 30% von 2005-2007 sei mit häufigen Be-
suchen bei ihrer (kranken) Mutter in (...) zu erklären. Bei guter Gesundheit
hätte sie zu 30% weitergearbeitet, mit der Hoffnung auf ein möglicherweise
grösseres Pensum; es hätten 2005-2007 keine wesentlichen Arbeitsbemü-
hungen stattgefunden. Eine finanzielle Notwendigkeit für ein 80%-Pensum
bestehe, sie und ihr Ehemann führten getrennte Kassen, er bezahle die
Miete. In der „Richtigstellung zum Haushaltsabklärungsbericht“ erklärte
sie, sie habe ursprünglich bei der B._ ein Arbeitspensum von 80%
angestrebt, die restlichen mindestens 20% habe sie bei anderen Auftrag-
gebern erreichen wollen. Sie habe der Fachperson Abklärungsdienst er-
klärt, dass sie für ihre Mutter eine Betreuerin besorgt und auch bezahlt
habe. Ihr persönlicher Kontakt durch Besuche ihrer Mutter habe sich aus-
schliesslich auf Besuche zu Weihnachten bezogen. Diese Besuche hätten
sie in keinster Weise von einer beruflichen Tätigkeit abgehalten (IV 98.3 S.
10).
Festzustellen ist über das in E. 8.3 Gesagte hinaus, dass – soweit die Be-
schwerdeführerin in ihren Eingaben Ende 2011/anfangs 2012 sinngemäss
und nicht widerspruchsfrei eine Dozententätigkeit zu 100% geltend machte
(vgl. zur Würdigung von Aussagen der ersten Stunde betreffend die Sta-
tusfrage: Urteil des Bundesgerichts 9C_926/2015 vom 17. Oktober 2016
E. 4.2) – IV-fremde Gründe zur Nichtrealisierung einer Erwerbstätigkeit im
genannten Umfang geführt haben, die nicht durch die Invalidenversiche-
rung zu übernehmen sind.
C-6997/2014
Seite 36
9.
9.1 Die Beschwerdeführerin rügt schliesslich, der Einkommensvergleich
sei mit falschen Lohnangaben vorgenommen worden. Sowohl das Validen-
einkommen (Einkommen vor Eintritt der Gesundheitsschädigung) als auch
das Invalideneinkommen (nach Eintritt der Gesundheitsschädigung erziel-
tes Einkommen) seien falsch erhoben worden. Sinngemäss rügt sie, dass
für die Berechnung der beiden Einkommen nicht auf ihre tatsächliche Er-
werbssituation zurückgegriffen worden sei.
9.2 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgelt-
lich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für die-
sen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben
auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit
nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Er-
werbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten
oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzu-
legen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a
Abs. 3 IVG; sog. gemischte Methode). Die Vorinstanz hat vorliegend einen
Einkommensvergleich nach der gemischten Methode vorgenommen. Da
der Einkommensvergleich zeitlich vor Inkrafttreten der neuen Verordnungs-
bestimmungen in Art. 27bis Abs. 2-4 IVV zur gemischten Methode (1. Januar
2018) erstellt worden ist, sind diese Bestimmungen vorliegend nicht zu be-
achten (vgl. Urteil des BGer 9C_553/2017 vom 18. Dezember 2017 E. 6.2).
9.3
9.3.1 Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung im Einkommens-
vergleich für den Zeitraum ab August 2008 bis Dezember 2010 (unter Be-
rücksichtigung des Wartejahres nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit [Art. 28
Abs. 1 IVG; vgl. E. 4.4]) ein Einkommen ohne Behinderung (Validenein-
kommen) von Fr. 57‘756.– festgehalten. Dazu erläuterte sie beziehungs-
weise die IV-C._ in der angefochtenen Verfügung (IV 119) sowie die
IV-C._ in ihrer Stellungnahme vom 5. Januar 2015 (B-act. 10 Bei-
lage 1), sie habe aufgrund stark schwankender Einkommenszahlen sowie
aufgrund dessen, dass die Beschwerdeführerin zum einen ihre bisherige
Tätigkeit nicht im ihr zumutbaren Umfang aufgenommen habe und zum
anderen ein Teil des Einkommens im Ausland erworben worden sei, zur
Erhebung beider Einkommen auf die Lohntabellen des Bundesamts für
Statistik zurückgegriffen. Die berücksichtigten Angaben seien der Schwei-
zerischen Lohnstrukturerhebung des Bundesamts für Statistik (sog. LSE)
des Jahres 2008 entnommen. Berücksichtigt habe sie die Angaben in der
C-6997/2014
Seite 37
Tabelle TA1 (Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszwei-
gen, Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes und Geschlecht, Privater Sek-
tor), Rubrik 80: Unterrichtswesen, Geschlecht: weiblich, Anforderungsni-
veau 3 (Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt), Vollzeitäquivalent ba-
sierend auf 4 1/3 Wochen à 40 Arbeitsstunden: Fr. 6‘208.–; mit zusätzlicher
Umrechnung von einer 40 Stundenwoche auf die im Bereich Unterrichts-
wesen übliche Arbeitszeit von 41.6 Wochenstunden, zuzüglich der Nomi-
nalentwicklung von 2008 bis 2009 (Zeitpunkt des frühestmöglichen An-
spruchsbeginns: + 2.12%). Damit ergebe sich ein durchschnittliches Jah-
reseinkommen (x 12) bei einer Beschäftigung zu 100% von Fr. 79‘118.–;
umgerechnet auf ein Pensum von 73% ergebe dies ein Valideneinkommen
von Fr. 57‘756.– (Fr. 79‘118.– : 100 x 73). Der Berechnung des Invaliden-
einkommens seien dieselben Lohnangaben zugrunde gelegt worden. Bei
einem Pensum von 50% ergebe dies ein Valideneinkommen von 39‘559.–
(Fr. 79‘118.– : 100 x 50%). Ein Leidensabzug sei vorliegend nicht gerecht-
fertigt, da mit der Reduktion des Arbeitspensums die leidensbedingten Ein-
schränkungen bereits berücksichtigt seien und die übrigen einkommens-
beeinflussenden Merkmale (leidensbedingte Einschränkungen, Alter,
Dienstjahre, Nationalität und Aufenthaltskategorie, Beschäftigungsgrad)
bei der Beschwerdeführerin nicht vorhanden seien. Im Haushalt bestehe
gemäss Abklärungsbericht Haushalt eine Einschränkung von 30%. Der
Einkommensvergleich nach der gemischten Methode ergebe für die Be-
schwerdeführerin einen Invaliditätsgrad von 23% in der Erwerbstätigkeit
(Einschränkung von 31.51% mit einer Gewichtung von 73%) und einen In-
validitätsgrad von 8.1% in der Haushaltführung (Einschränkung von 30%
mit einer Gewichtung von 27%) und damit einen Invaliditätsgrad von ge-
rundet 31% ([31.51 x 73%] + [30 x 27%]).
9.3.2 Für den Einkommensvergleich ab Januar 2011 ergebe sich insofern
eine Änderung, als der Beschwerdeführerin aus spezialärztlicher Sicht die
Ausübung ihrer bisherigen Tätigkeit als Dozentin, wie auch jeder anderen
alternativen Erwerbstätigkeit, wieder im Rahmen eines Arbeitspensums
von 70% zumutbar sei. Die Einschränkung von 30% bei den Haushaltsar-
beiten bleibe unverändert. Damit ergebe sich ein Invaliditätsgrad, der unter
40% liege.
9.4
9.4.1 Mit der Vorinstanz ist festzustellen, dass die eingereichten Lohnbe-
lege für die Zeitspanne vor Eintritt der Invalidität zum einen starke Schwan-
kungen sowohl in der Beschäftigung als auch in der jeweiligen Lohnhöhe
C-6997/2014
Seite 38
aufzeigen. Den eingereichten Lohnauszügen (IV 5, IV 14 S. 9 ff.) sind für
2005-2007 folgende Beschäftigungen für die B._ zu entnehmen:
 Bruttolohn 2005: Fr. 21‘843.– (Lohnbuchungen für die Monate 04-06/2005 und
08-12/2005, Bruttolöhne schwankend zwischen Fr. 498.75 und Fr. 5‘888.–).
 Bruttolohn 2006: Fr. 19‘424.– (Lohnbuchungen für die Monate 01-06/2006, 09-
10/2006 und 12/2006, Bruttolöhne schwankend zwischen Fr. 752.– und Fr.
4‘232.–).
 Bruttolohn 2007: 23‘824.– (Lohnbuchungen für die Monate 02/2007 und 04-
12/2007, Bruttolöhne schwankend zwischen Fr. 1‘443.10 und Fr. 4‘489.50).
Ausserhalb des relevanten Zeitraums sind zudem folgende Buchungen (s.
IV 14 S. 11; 44 S. 4; 44 S. 10; 95 S. 7) aktenkundig:
 Bruttolohn 2008: 01-10/2008: Fr. 14‘159.65 (Lohnbuchungen für die Monate 01-
10/2008, Bruttolöhne schwankend zwischen Fr. 1‘342.40 und Fr. 1‘443.10).
 Bruttolohn 2009: Fr. 10‘706.85 (Lohnbuchungen für die Monate 01-09/2009,
Bruttolöhne schwankend zwischen Fr. 46.55 und Fr. 1'443.10 (= Krankentag-
geld s. IV 44.5).
 Bruttolohn 2010: Fr. 7‘969.50 (Lohnbuchungen für die Monate 07/2010, 09/2010
und 11-12/2010, Bruttolöhne schwankend zwischen Fr. 412.75 und Fr.
3'181.50).
 Bruttolohn 2011: Fr. 9‘302.75 (Lohnbuchungen für die Monate 07/2011 zu Fr.
3'841.75 und 12/2011 zu Fr. 5'461.–).
 Bruttolohn 2012: Fr. 7‘429.50 (Lohnbuchungen für die Monate 04/2012, 07/2012
und 10-12/2012, Bruttolöhne liegend zwischen Fr. 666.75 und Fr. 2'794.–).
 Bruttolohn 2013: Fr. 571.50 (Lohnbuchung für 04/2013 zu Fr. 571.50).
Zum andern hat die Beschwerdeführerin im relevanten Zeitraum nicht nur
für die B._ in (...) und die Q._ in (...) gearbeitet, sondern
sind zusätzlich privat ausgestellte Rechnungen für Firmen im Ausland ak-
tenkundig: Rechnungen an das Institut M._ in (...)/Deutschland für
den Zeitraum vom 21. März bis 1. April 2015, 3. August bis 16. Dezember
2005 und 2.-12. Januar 2007 (IV 98.4 S. 45-52 und 60), Kontoauszüge der
Sparkasse T._ mit Honorarzahlungen des Instituts M._ für
die Monate Januar, März, Juli, August, Oktober-Dezember 2006 (IV 98.4
S. 53-59). Des Weiteren sind aktenkundig privat ausgestellte Rechnungen
an die R._ in (...) (Italien) im Zeitraum vom 9.-12. Mai 2005, vom
19.-22. Juli 2005, vom 28. November bis 2. Dezember 2005 sowie Konto-
auszug der Sparkasse T._ mit Honorarzahlungen der R._
C-6997/2014
Seite 39
für September-November 2005, für Kurse in Italien und ein Seminar in
(...)/Deutschland (IV 98.4 S. 61-66).
Im Zeitraum nach Eintritt der Invalidität hat die Beschwerdeführerin aus-
schliesslich für die B._ in (...) gearbeitet (s. oben: Bruttolöhne 2008-
2013).
9.4.2 Die Vorinstanz hat – um einen objektiven Vergleich der in Frage ste-
henden Einkommen vornehmen zu können – vorliegend zu Recht auf Ta-
bellenlöhne der LSE zurückgegriffen, da sich Validen- und Invalidenlohn
auf den gleichen Arbeitsmarkt beziehen müssen (BGE 110 V 276 E. 4b;
Urteil des Bundesgerichts I 817/05 vom 5. Februar 2007 E. 8.1 m.w.H.).
Die Berechnungen des Validen- und Invalideneinkommens sind grundsätz-
lich ebenfalls korrekt vorgenommen worden; hierzu kann auf die Ausfüh-
rungen in E. 9.2 verwiesen werden. Jedoch hat die Vorinstanz beim Vali-
deneinkommen fehlerhaft bereits die Gewichtung der Erwerbstätigkeit zu
73% (ein erstes Mal) mitberücksichtigt: „ [...] konnten weibliche Angestellte
mit Berufs- und Fachkenntnissen im Jahr 2009 ein durchschnittliches Ein-
kommen von Fr. 79‘118.00 erzielen bzw. ein solches von Fr. 57‘756.00 bei
dem von Ihnen ausgeübten Pensum von 73% (Fr. 79‘118.00 : 100 % x 73
%)“. Das Invalideneinkommen berücksichtigte die Vorinstanz jedoch zu
100%, ohne Gewichtung: „ [...] bzw. ein solches von Fr. 39‘559.00 bei ei-
nem Pensum von 50 % (Fr. 79‘118.00 : 100 % x 50 %)“. Die Gewichtung
des Erwerbsteils in der Höhe von 73% wurde dann unzulässigerweise noch
einmal im Einkommensvergleich nach der gemischten Methode berück-
sichtigt:
Tätigkeit Anteil in % Einschränkung in % Invaliditätsgrad in %
Dozentin
Haushalt
73
27
31.51
30.00
23.00
8.10
Invaliditätsgrad 31
9.4.3 Faktisch hat die Vorinstanz für den Zeitraum ab August 2008 einen
Prozentvergleich (vgl. dazu BGE 114 V 310 E. 3b) vorgenommen, der unter
korrekter Nichtberücksichtigung des Pensums von 73% zu einem Invalidi-
tätsgrad von 50% führt, bei welchem nach ständiger Rechtsprechung (BGE
114 V 310 E. 3a; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-1681/2009 vom
27. April 2010 E. 4.2 m.w.H.) kein Leidensabzug zu berücksichtigen ist.
C-6997/2014
Seite 40
Dies führt zu folgendem Ergebnis für den Zeitraum von August 2008 bis
Ende 2010:
Tätigkeit Anteil in % Einschränkung in % Invaliditätsgrad in %
Dozentin
Haushalt
73
27
50.00
30.00
36.50
8.10
Invaliditätsgrad 44.60
Dieser Invaliditätsgrad führt zum Anspruch auf eine Viertelsrente.
9.4.4 Für den Zeitraum ab Januar 2011 kann unter Vornahme eines Ein-
kommensvergleich im Erwerbsbereich folgender Invaliditätsgrad ermittelt
werden: Einem Valideneinkommen von Fr. 79‘118.– steht bei einer Arbeits-
fähigkeit von neu 70% ein Invalideneinkommen von Fr. 55‘382.60
(Fr. 79‘118.– : 100 x 70 %) gegenüber. Der Erwerbsverlust beträgt hier
Fr. 23‘735.40. Damit ergibt sich im Erwerbsbereich ein Invaliditätsgrad von
30% (100 : Fr. 79‘118.– x Fr. 23‘735.–). Der Einkommensvergleich nach
der gemischten Methode ergibt – unter Berücksichtigung eines Invaliditäts-
grades von 30% im Haushaltsbereich folgenden Invaliditätsgrad:
Tätigkeit Anteil in % Einschränkung in % Invaliditätsgrad in %
Dozentin
Haushalt
73
27
30.00
30.00
21.90
8.10
Invaliditätsgrad 30.00
9.4.5 Ein Invaliditätsgrad von 30% ergibt keinen Anspruch auf Rente mehr.
An diesem Ergebnis würde sich auch nichts ändern, wenn für die Berech-
nung der Tabellenlöhne das Anforderungsniveau 2 (Verrichtung selbstän-
diger und qualifizierter Arbeiten) berücksichtigt würde, da das höhere mo-
natliche Grundeinkommen (von Fr. 7‘495.–) sowohl beim Valideneinkom-
men als auch beim Invalideneinkommen zu berücksichtigen wäre und sich
damit am Ergebnis des Einkommensvergleichs im Erwerbsteil nichts än-
dern würde.
9.4.6 Zu berücksichtigen ist die anspruchsbeeinflussende Änderung für die
Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung bei einer Verbesserung der
Erwerbsfähigkeit von dem Zeitpunkt an, in dem angenommen werden
kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird; sie ist in jedem Fall
zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei
C-6997/2014
Seite 41
Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art.
88a Abs. 1 IVV). Vorliegend ist die anspruchsbeeinflussende Änderung per
1. Januar 2011 eingetreten, weshalb die Viertelsrente (s. E. 9.4.3) per
31. März 2011 einzustellen ist (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts
9C_50/2009 vom 10. Juli 2009 E. 2 und 3.3).
9.4.7 Anzufügen bleibt, dass ein hinsichtlich Invaliditätsgrad anderslauten-
der Entscheid der Pensionskasse mangels Bindungswirkung vorliegend
nicht zu berücksichtigen ist (vgl. UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl.
2015, Art. 16 N. 104 m.H.), worauf die IV-C._ in ihrer Stellungnahme
vom 5. Januar 2015 zutreffend hinweist (B-act. 10 Beilage 1).
10.
Aufgrund der obigen Ausführungen ist die Beschwerde teilweise gutzuheis-
sen und die angefochtene Verfügung vom 5. November 2014 insoweit re-
formatorisch abzuändern, als der Beschwerdeführerin ab 1. Mai 2009
(sechs Monate nach Rentenanmeldung) eine Viertelsrente zusteht. Der
Rentenanspruch entfällt, bei einem Invaliditätsgrad von 30% ab Januar
2011 und unter Berücksichtigung von Art. 88a Abs. 1 IVV, per Ende März
2011. Die Sache ist damit zur Berechnung des Rentenanspruchs ab April
2009 bis Ende März 2011 an die Vorinstanz zurückzuweisen, im Übrigen
ist sie abzuweisen.
11.
Zu befinden bleibt über die Verfahrenskosten und eine allfällige Parteient-
schädigung.
11.1 Die Verfahrenskosten von Fr. 400.– sind der teilweise unterliegenden
Beschwerdeführerin in Höhe von Fr. 200.– aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1
VwVG). Sie werden aus dem geleisteten Kostenvorschuss entnommen;
die Restanz von Fr. 200.– ist ihr nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils
auf ein von ihr zu bezeichnendes Konto zurückzuerstatten.
11.2 Der obsiegenden Partei kann von Amtes wegen oder auf Begehren
eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig
hohe Kosten zugesprochen werden (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Die Beschwer-
deführerin ist nicht anwaltlich vertreten, weshalb ihr trotz teilweisen Obsie-
gens keine Parteientschädigung zuzusprechen ist (Art. 64 VwVG und Art.
7 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]
C-6997/2014
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e contrario). Die IVSTA hat keinen Anspruch auf Parteientschädigung (Art.
7 Abs. 3 VGKE).