Decision ID: ffc46be4-4ab8-4f22-b629-ab964bd386d8
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1974
,
meldete sich u
nter Hinweis auf
psy
chische B
eschwerden
am
2
5.
August 2014
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/1
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons
Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab, zog Akten der
Krankentaggeldversicherung bei (
Urk.
7/8
) und holte bei
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
ein Gutachten ein, das am
2
2.
Juni 2016
erstattet wurde (
Urk.
7/52
).
Die IV-Stelle auferlegte der Versi
cherten eine Schadenminderungspflicht und hielt sie an, sich
während sechs Monaten einer
integrativen psychiatrisch-psychotherapeutischen
Therapie
einschliesslich
einer Alkoholabstinenz
zu un
terzie
hen (
Urk.
7/29, vgl. auch
Urk. 7/
57
).
Nach
durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(
Urk.
7/
59-76
)
sprach die IV-Stelle
der Versicherten
mit Verfügung vom 1
5.
Mai 2017
bei einem Invaliditätsgrad vo
n 100
%
eine
befristete ganze
Rente
von
1.
Mai
2015 bis 3
1.
März 2016 zu (
Urk.
7/78 und
Urk.
7/83
=
Urk.
2).
2.
Die Versicherte erhob am
1
2.
Juni 2017
Beschwerde (
Urk.
1)
gegen die Verfü
gung vom
1
5.
Mai 2017
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben (S. 2
Ziff.
1
) und es sei ihr
eine ganze Rente
von
Mai 2015 bis April 2016 und ab
1.
April 2016 eine halbe Rente zuzusprechen (S. 2
Ziff.
2), eventuell seien ihr Massnahmen beruflicher Art zu gewähren (S. 2
Ziff.
3).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
1
7.
August 2017
(
Urk.
6
) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom
3
1.
August 2017 wurde
antragsgemäss (vgl.
Urk.
1
S. 2
Ziff.
4
) di
e unentgeltliche Prozessführung
bewilligt und der Beschwerde
führerin die Beschwerdeantwort zugestellt (
Urk.
8
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwind
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Im Hinblick auf ihre Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind alle psychischen Erkrankungen den somatoformen Schmerzstörungen und ver
gleichbaren psychosomatischen Leiden gleich zu stellen (zur amtlichen Publi
kation als BGE vorgesehenes Urteil des Bundesgerichts 8C_841/2016 vom 30. Novem
ber 2017 E. 4.5.1). Mithin sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen. Diese Abklärungen enden stets mit der Rechtsfrage, ob und in wel
chem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen (
zur
amt
l
ichen
Publikation als BGE vorgesehenes Urteil des Bundesgerichts 8C_130/201
7 vom 30. November 2017 E. 7.2).
1.3
Im Rahmen eines strukturierten Beweisverfahrens wird im Regelfall anhand von
auf den funktionellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren (
nach
-
stehend
E. 1.4) das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen ergebnisoffen und symmetrisch beurteilt, indem gleichermassen den äusseren Belastungsfaktoren wie den vorhandenen Ressourcen Rechnung getragen wird (BGE 141 V 574 E. 4.2).
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten ge
sundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindi
katoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender
Wahr-
scheinlichkeit
nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweis
losigkeit nach wie vor die materiell beweisbelastete versicherte Person zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; BGE 141 V 547 E. 2).
Im Einzelfall ist
es Aufgabe der medizinischen Sachverständigen, nachvoll
zieh
bar aufzuzeigen, weshalb trotz lediglich leichter bis mittelschwerer Depression
und an sich guter Therapierbarkeit der Störung funktionelle Leistungsein
schränkungen resultieren, die sich auf di
e Arbeitsfähigkeit auswirken (zur amt
lichen Publikation als BGE vorgesehenes Urteil des Bundesgerichts 8C_841/2016 vom 30. November 2017
E. 4.5.2).
Nicht mehr anwendbar ist die frühere
bundesgerichtliche
Praxis, wonach leichte bis höchstens mittelschwere Störungen aus dem depressiven Formenkreis in der Regel therapierbar
seien
und invalidenversicherungsrechtlich zu keiner Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führ
t
en (
zur amtlichen Publikation als BGE vorgesehenes Urteil des Bundes
gerichts 8C_841/2016 vom 30. November 2017 E. 4.4
)
.
1.4
Im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens sind als Standardindikatoren die folgenden
Aspekte
massgebend
(BGE 141 V 281 E. 4.1.3
):
funktioneller Schweregrad
-
Gesundheitsschädigung
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz
-
Komorbiditäten
-
Persönlichkeit: Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen
-
sozialer Kontext
Konsistenz (Gesichtspunkte des Verhaltens):
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134
V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der Begründung der angefochtenen Verfügung davon aus (Urk. 2 Verfügungsteil 2),
dass die Beschwerdeführerin seit Mai 2014 in ihrer bisherigen Tätigkeit als
Logistikerin
erheblich eingeschränkt sei.
Aus dem Gutachten von Juni 2016 gehe hervor, dass die Beschwerdeführerin
von
Mai 2014 bis Dezember 2015 zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen sei. Bei der Be
gutachtung habe die Beschwerdeführerin ihre Lohnvorstellungen erläutert, wel
che nicht unter
Fr.
5'000.-- betragen dürften.
Ihre Lohnvorstellungen könnten bei der Beurteilung nicht berücksichtigt werden, da diese nicht
IV
-relevant seien. Laut Gutachten habe sich der Gesundheitszustand ab Januar 2016 ver
bessert. Der Beschwerdeführerin sei ihre angestammte Tätigkeit, wie auch eine zeitlich flexible Tätigkeit ohne permanenten Zeit- und Termindruck, bei gerin
gem Publikumsverkehr, ohne besondere Anforderungen an das Umstellungs- und Anpassungsvermögen
,
zu 100
%
zumutbar
(S. 1)
.
Zusammenfassend werde festgehalten, dass ab April 2016 (Verbesserung im Januar 2016 plus drei Mona
te) kein Anspruch mehr auf Leistungen der Invalidenversicherung bestehe (S. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt, es sei auf die Ausführungen im eingeholten Gut
achten abzustellen, wonach auch nach dem Januar 2016 lediglich eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
bestehe (
Urk.
1 S. 5)
. Obwohl der Gutachter und der
Regionale Ärztliche Dienst
(RAD)
überein
stimmend der
Meinung seien, dass eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe, sei der Rechtsdienst der Beschwerdegegnerin der Meinung, sie sei zu 100
%
arbeits
fähig
(S. 6 f.).
Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb sich der Rechtsdienst über die Beurteilung des Gutachters sowie einer RAD-Fachärztin hinwegsetze und
diesen
Entscheid zudem kaum begründe. Demgegenüber seien die Schluss
folgerungen des Gutachters und der RAD-Ärztin nachvollziehbar und begründet
(S. 7)
.
Sie habe auch nach April 2016 Anspruch auf eine halbe Rente der Invali
denversicherung (S. 11).
2.3
Strittig und zu prüfen ist somit, wie es sich mit dem Gesundheitszustand, der Arbeitsfähigkeit und einem allfälligen Rentenanspruch verhält.
3.
3.1
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, berichtete am
4.
November 2014 (
Urk.
7/12) und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1):
-
mittelgradige depressive Episoden
-
C2-Abusus
-
posttraumatische Belastungsstörungen (sexuelle Übergriffe)
Er führte aus, dass die Beschwerdeführerin nach belastenden Erlebnissen am Arbeitsplatz die Problematik mit Bier am Abend zu
coupieren
versucht habe. Schliesslich habe sie deswegen im Mai Hilfe gesucht. Es sei ein stationärer Alkoholentzug geplant.
Gestützt auf Psychotherapie und Antidepressiva sei die Prognose grundsätzlich als günstig zu beurteilen
(S. 1 f.
Ziff.
1.4)
.
Es bestehe
eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
seit dem 1
0.
Mai 2014 (S. 2
Ziff.
1.6).
Stark schulter- und wirbelsäulenbelastende Tätigkeiten seien ungünstig. Bei Arbeiten mit Gewichten bestünden Schulter- und Rückenschmerzen (S. 2
Ziff.
1.7).
3.2
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, berichte
te am 2
6.
November 2014 (
Urk.
7/13) und nannte folgende Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1):
-
mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1), Symptombeginn Früh
jahr 2014
-
schädlicher Gebrauch von Alkohol (ICD-10 F10.1), Symptombeginn Frühjahr 2014
-
Verdacht auf posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
Er führte aus, dass
sich psychodiagnostisch die Kriterien für eine mittelgradige depressive Episode erfüllt zeig
t
en. Gegenwärtig erscheine unklar, inwieweit die begleitende depressive Symptomatik suchtbedingt verstärkt werde.
Labor
diagnostisch weise die Beschwerdeführerin derzeit noch keine alkoholtypischen Veränderungen auf.
Eine
traumaspezifische
Psychotherapie sei gegenwärtig an
gesichts der unzureichenden emotionalen Stabilität nicht möglich. Es bestünden mittelgradige Konzentrations- und Gedächtnisstörungen. Der Affekt sei deutlich niedergestimmt bei eingeschränkter Modulationsfähigkeit. Der Antrieb und die Psychomotorik seien reduziert. Die Prognose hänge im Wesentlichen davon ab, ob die Beschwerdeführerin eine ausreichende Stabilität erreichen könne. Dies stelle die Voraussetzung für eine störungsspezifische, erfolgsversprechende Psychotherapie dar (S. 2
Ziff.
1.4).
Es bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 3
Ziff.
1.6). Es lägen mittelgradige Beeinträchtigungen vor in den
Fähigkeits
dimensionen Anpassung an Regeln und Routinen, Fähigkeit zur Planung und Strukturierung von Aufgaben, Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit. Leichte Beeinträchtigungen lägen in den Dimensionen Flexibilität und Umstellungsfähig
keit
sowie Selbstbehauptungsfähigkeit vor
. Aus diesen erwähnten Beeinträchti
gungen ergebe sich insgesamt aktuell ein reduziertes Belastungsprofil
(S.
3
Ziff.
1.7).
Aktuell sei die Beschwerdeführerin angesichts der unzureichenden psychischen Stabilität als 100%ig arbeitsunfähig anzusehen. Auf längere Sicht könne prinzipiell mit einer schrittweisen Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit gerechnet werden, eine Substanzabstinenz und störungsspezifische Psycho
therapie vorausgesetzt (S. 4
Ziff.
1.11).
3.3
Die Ärzte der
B._
berichteten am
5.
März 2015 (
Urk.
7/28) über die stationären Behandlungen der Beschwerde
führerin vom
7.
bis 1
6.
Januar 2015 und vom 2
7.
Januar bis 1
2.
Februar 201
5.
Sie nannten folgende Diagnosen (S. 1):
-
psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol, Abhängigkeits
syndrom (ICD-10 F10.2)
-
mittelgradig depressive Episode (ICD-10 F32.1)
-
Status nach psychischer und Verhaltensstörung durch Opioide, Abhän
gigkeitssyndrom
(ICD-10 F11.2)
-
laut
Zuweiser
Verdacht auf posttraumatische Belastungsstörung (ICD
-10 F43.1)
-
Asthma bronchiale
-
Hypothyreose
-
Acne
vulgaris
-
Status nach chronischer Virus
hepatitis C, Status nach Interf
e
r
on-Therapie
Sie führten aus,
dass die Beschwerdeführerin beim Eintrittsgespräch von dauer
haftem Alkoholkonsum seit ihrer Jugend
berichte
,
mit aktuell zwei bis fünf Liter Bier über den Tag verteilt
. Sie trinke Alkohol,
um sich zu entspannen, gleichzei
tig ihre Stimmung zu verbessern und da sie keine Tagesstruktur habe.
Nun wolle sie wegen körperlichen Beschwerden den Konsum beenden. Zusätzlich konsumiere sie etwa quartalsweise Kokain und Speed. Bis vor fünfzehn Jahren sei sie heroinabhängig gewesen
, aktuell seit längerem kein Konsum. Zudem berichte die Beschwerdeführerin von wiederkehrenden Episoden von Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit, Adynamie und Grübeln, aktuell mittelgradig ausgeprägt
(S. 2).
Das Gedächtnis und die Konzentration seien subjektiv sowie in grob orien
tierender Testung reduziert.
Die Beschwerdeführerin sei affektiv
nieder
-
gestimmt
. Beim Eintritt befinde
sich die Beschwerdeführerin in
leicht
redu
-
ziertem
Allge
meinzustand
. Es bestünden keine Hinweise auf akute kardio
-
pulmonale oder neurologische Pathologien
(S. 3)
.
Psychopathologisch hätten sich bei Eintritt ein depressives Syndrom mit
dysphorem
und niedergestimmtem Affekt und eine deutliche Ambivalenz bezüglich Abstinenz versus kontrollierten Konsum ge
zeigt.
Gegen Ende der Behandlung habe die Beschwerdeführerin über gelegent
liches psychotisches Erleben (ohne Zusammenhang zu Substanz
-
konsum) mit Beobachtungs- und Beeinträchtigungsideen
und optischen und akustischen Halluzinationen berichtet.
Der
Benzodiazepinentzug
habe wegen vorzeitigem
Austritt nicht abgeschlossen werden können
(S. 3)
.
Im stationären Verlauf habe die Beschwerdeführerin ein grenzwertig tragbares Verhalten mit teils kooperati
ver, teils offen-feindseliger Haltung gegenüber einzelnen Mitarbeitern gezeigt. Bei Ablehnung der stationären Behandlungsbedingungen sei sie auf eigenen Wunsch in die bestehenden Verhältnisse ausgetreten
. Die Beschwerdeführerin erfülle die Abhängigkeitskriterien nach ICD-10 für Alkohol. Zusätzlich habe eine mittelgradige depressive Episode bestanden, welche bei
Verdacht auf eine kombinierte Persönlichkeitsstörung im Rahmen von maladaptiven Verhaltens
strategien und hierbei bedingten Konflikten mit ihrer Umwelt sowie dem Alko
holkonsum moduliert sein könnten. Aufgrund des problematischen Inter
aktionsverhaltens und konstant vorhandenen
psychosenahen
Erlebens sei der klinische Verdacht auf eine kombinierte Persönlichkeitsstörung
geäussert wor
den. Eine entsprechende Testung und Differentialdiagnostik habe bei vorzeiti
gem Behandlungsabbruch nicht durchgeführt werden können
(S. 4)
.
3.4
Dr.
med.
C._, praktische Ärztin
, berichtete am 3
0.
Januar 2016 (
Urk.
7/37) und
nannte
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1):
-
psychische und Verhaltensstörung durch Alkohol: Abhängigkeitssyn
drom (ICD-10 F10.2)
-
kombinierte Persönlichkeitsstörung mit
Borderline
- und
schizotypen
An
teilen (ICD-10 F61.0)
-
rezidivierend depressive Episode, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F32.0)
-
psychische und Verhaltensstörung durch Opioide, Abhängigkeitssyn
drom (ICD-10 11.2)
-
Asthma bronchiale, nicht näher bezeichnet
-
Hypothyreose
-
Status nach chronischer Virushepatitis C, Status nach Interferon-Therapie
Sie
führte aus,
dass aufgrund der Schulterschmerzen links eine Arbeit mit kör
perlicher Belastung nicht möglich scheine. Ein Arbeitseinsatz im Umfang von wenigen Stunden täglich (zirka 40
%
) ohne körperliche Anstrengung sei indes denkbar
(S. 1
Ziff.
2.1)
.
Die psychiatrische Behandlung erfolge derzeit im tages
klinischen Setting seit dem 1
8.
März 201
5.
Die Beschwerdeführerin besuche drei verschiedene Therapiegruppen an drei verschiedenen Tagen pro Woche. Die ver
einbarten Therapiegruppen besuche die Beschwerdeführerin trotz bestehender Schlafstörung mit guter Verbindlichkeit. Der A
l
koholkonsum habe im Verlauf der Behandlung von zweieinhalb bis drei Liter Bier täglich auf gegenwärtig zir
ka einen Liter Bier täglich reduziert werden können. Eine Schlafstörung mit Ein- und Durchschlafstörungen sei weiterhin persistent (S. 2
Ziff.
3.1).
Die ak
zentuierten Persönlichkeitsmerkmale seien in der sozialen Interaktion auch im Gruppenrahmen der Tagesklinik sichtbar. Dies führe teilweise zu problemati
schem/auffälligem Sozialverhalten. Diese Persönlichkeitsmerkmale könnten im Falle einer beruflichen Tätigkeit auch einen Einfluss auf eine erfolgreiche In
tegration im Arbeitsumfeld haben. Der derzeit bestehende Alkoholkonsum von
etwa einem Liter Bier täglich habe indes mit hoher Wahrscheinlichkeit keinen massgebenden Einfluss auf die Frage der weiteren beruflichen Integration (S. 3
Ziff.
3.3).
3.5
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, er
stattete sein Gutachten am 2
2.
Juni 2016 (
Urk.
7/52) gestützt auf die Akten so
wie die ambulante psychiatrische Untersuchung der Beschwerdeführerin vom
7.
Juni 201
6.
Er nannte folgende Diagnosen (S. 14):
-
kombinierte Persönlichkeitsstörung mit dissozialer und emotional insta
biler Färbung
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichtgradige Episode (ICD-10 F33.0)
-
Störung durch multiplen Substanzgebrauch und Konsu
m anderer
psychotropher
Substanz
en (ICD-10 F19)
, remittiert (ausser Alkohol
abhängigkeitssyndrom)
Er führte aus, dass
die Beschwerdeführerin laut eigenen Angaben unter Schlaf
losigkeit, Depressionen, Antriebslosigkeit und Müdigkeit leide. Sie sei oft „kaputt", sei auch geistig müde. Weiterhin habe sie täglich Schulterschmerzen und Schmerzen im unteren Rücken (S. 5).
Ihre 22-jährige Tochter wohne in der Ostschweiz. Sie sehe sie
zirk
a zweimal im Jahr. Das Verhältnis zu
ihr sei jedoch nicht schlecht.
Seit vier Jahren habe sie einen 50-jährigen Freund, welcher in
D._
wohne und als Logistiker arbeite. Finanziell lebe sie im Moment von der Fürsorge
. S
ie habe auch eine na
he Freundin, welche sie alle zwei bis drei Tage sehe. Ihre
Adoptivschwester
sehe sie
z
ir
k
a einmal in der Woche.
S
ie stehe um
z
ir
ka
7.30
Uhr
auf und nehme einen Kaffee. Oft telefoniere sie mit ihrer Freundin, sei am PC oder schaue Fernsehen. Der Fernseher laufe meist im Hintergrund. Manchmal telefoniere sie auch mit ihrem Freund. Sie bastle sehr gerne. Sie esse immer nur, wenn sie Hunger habe. Es gebe keine regelmässigen Mahlzeiten. Am Montag, Mittwoch und Freitag sei sie während ein paar
Stun
den in der Tagesklinik. Um z
ir
k
a 23.00 Uhr gehe sie zu Bett
(S. 8)
.
Sie
gebe an, dass sie
mit Bestimmtheit keine Arbeiten mehr im unteren „Niveau" ausführen
werde
, so zum Beispiel im Service, in der Fabrik oder einen anderen blöden Job wie Coiffeur oder im Verkauf. Sie wolle die Hande
lsschule absolvieren.
Später wolle sie in einem Büro arbeiten zu einem
anständigen Lohn. Unter
Fr.
5'000
.-
-
sei sie nicht mehr bereit zu arbeiten. Dabei
habe die Beschwerdeführerin
aggres
siv
gewirkt (S. 8 f.)
.
Die ganz in schwarz gekleidete, hohe Absätze tragende
Beschwerdeführerin
mit indischem Hautteint,
habe
ein wenig kokett und sexualisierend
gewirkt
. Nach
dem sie ihren Mund
ge
öffnet
habe
,
hätten
sich zwei „Dracula-Zähne"
gezeigt
, welche sie sich angeblich extra habe anfertigen lassen
.
Sie
habe
dabei exzent
risch, aber auch bedrohlich
gewirkt
. Schon bei der ersten Frage
sei
sie paranoid
gewesen
,
habe
an
gegeben
, man müsse vorsichtig sein mit dem, was man sage. Ihre
Befürchtungen habe
sie nicht exakt formulieren
können
, jedoch das Gefühl „beschissen", betrogen und sexuell belästigt zu werden. Sogleich
sei
sie durch ständiges Provozieren auf
gefallen
, indem sie auf Fragen Gegenfragen
ge
stell
t
, dem Untersucher deutlich
ge
macht
habe
, dass gewisse Sachen ihn nichts ange
hen würden, indem sie
ge
fragt
habe
, wozu er gewisse Angaben brauche. Als ihr eine kurze Pause vorgeschlagen w
o
rde
n
sei
,
habe
sie ihn beim Zurückkommen
gefragt
, was er denn wohl in dieser Pause angestellt habe. Sie
habe
dabei stark misstrauisch
gewirkt
und es
sei
die Frage nach dem Realitätsbezug
entstand
en
. Es
sei
ein auffälliges Sozialverhalten mit Provokation und Tendenz zu Streit
süchtigkeit auch in der
Untersuchungssituation festzustellen. Des Weiteren bestünden querulatorische Tendenzen.
Anamnestisch bestehe
Ratlosigkeit, depri
mierter, hoffnungsloser Affekt, Verzweiflung, Lustlosigkeit, Äng
stlichkeit, Über
forderungsgefühl
e, Instabilität, Freudlosigkeit, Interesseverlust, negativ pessi
mistische Zukunftsgedanken, Antriebsarmut, Müdigkeit, Kraftlosigkeit, sozialer Rückzug, Ein- und Durchschlafstörungen.
Die Symptomatik imponiere
heute
l
eichtgradig. Es
sei
jedoch davon auszuge
h
en, dass vorbestehend mitte
l
- bis
schwergradige
depressive Episoden bestanden
hätten
. Des Weiteren sei
Deperso
nalisat
ion auszumachen. Die Beschwerdeführerin
ha
be
das Gefühl, wie hinter einer Glasscheibe die Welt zu betrachten, sowie
Derealisation
, indem
die Be
schwerdeführerin
den Eindruck ha
be
, dass das Leben wie ein Film vor ihr ablau
fe
(S. 9 f.)
.
Des Weiteren bestünden anamnestisch akustische und optische Halluzinationen seit der Kindheit. Die Beschwerdeführerin habe einen Menschen gehört, der im Gang ihrer Wohnung herumgeschlurft sei, Klopfgeräusche und verschiedene Stimmen, die ihr zum Beispiel gesagt hätten: „Bring dich um" oder „bring den Sauhund um". Eine Stimme rufe auch immer wieder „Sarah". Diese würde sie auch heute gelegentlich hören. Die psychotische Symptomatik bestehe unabhängig vom Substanzgebrauch. In der Drogenanamnese sei Heroin- und
Kokainabusus
seit dem 1
4.
Lebensjahr festzustellen, welchen die Beschwerde
führerin vor einigen Jahren habe sistieren können. Die Alkoholanamnese gehe ebenfalls auf das 1
4.
Lebensjahr zurück. Bis heute habe sie den Konsum nicht
sis
-
tieren
können, konsumiere nach ihren Angaben jeweils an den Wochenenden bis zu zwei Liter Bier. Es bestehe weder Bewusstseinsveränderung, noch -einengung oder -verschiebung. Die Orientierung sei in sämtlichen Dimensionen ohne Befund. Zwangsimpulse und –
gedanken
hätten nicht ausgemacht werden können (S. 10).
Nach der Geburt ihrer Tochter
sei
die
Beschwerdeführerin
während sechs Jahren nicht arbeitstätig
gewesen
. Ihr Berufsleben
sei
geprägt durch kurzzeitige Anstel
lungen, wobei es immer wieder zu sexueller Aufladung (sexualisierendes Ver
halten)
ge
k
ommen sei
mit Anzüglichkeiten von Mitarbeitern, durch Konflikte zum Teil mit massiven verbalen Auseinandersetzungen, Aggressionen, aber auch durch das Gefühl der
Beschwerdeführerin
, dass sie zu wenig verdiene und dass die Arbeit ihr zu anstrengend sei. Wiederholt
habe
sie auch das Gefühl
ge
habt
, dass das männliche Geschlecht bevorzugt w
e
rd
e. Dies stehe
eventuell im Zusammenhang mit ihrem Bruder, dem einzigen leiblichen Kind ihrer Adoptiv
eltern. Ihm gegenüber ha
be
sie wahrscheinlich starke Neidgefühle
(S.
11).
Es sei
davon auszugeben, dass die
Bes
c
h
werdeführerin
schon in ihrer Kindheit gelegentlich psychotisch
gewesen sei
und halluziniert
habe
. Es
hätten
Derealisa
tions
- und Depersonalisationsphänomene bestanden.
Es besteh
e
deutliche Unausgeglichenheit in der Einstellung, im Verhalten, in der Affektivität, im Antrieb und in der Impulskontrolle, im Wahrnehmen und im Denken sowie in den Beziehungen zu
a
ndern. Das auffällige Verhaltensmuster
sei
andauernd, gleichförmig, tiefgreifend und in vielen persönlichen und sozia
len Situationen eindeutig unpassend
.
Die Störung
habe
in der Kindheit
begon
nen
, zu deutlichem subjektivem Leiden mit deutlichen Einschränkungen der beruflichen und sozialen Leistungsfähigkeit
geführt.
Es besteh
e
eine grosse Dis
krepanz zwischen
dem
Verhalten und den geltenden sozialen Normen
,
mit Missachtung sozialer Regeln und Verpflic
htungen, geringe Frustrationstol
eranz und niedrige Schwelle für aggressives Verhalten, Unfähigkeit zum Erleben von Schuldbewusstsein oder zum Lernen aus Erfahrung, besonders aus Bestrafung, Neigung andere zu beschuldigen bis hin zu querulatorischen
Tendenzen. Des Weiteren bestehe
eine emotional instabile Färbung mit deutlicher Tendenz emotionaler Instabilität, unklarem eigene
n
Selbstbild und wiederholten emotio
nalen Krisen
(S. 14 oben)
.
Es sei sodann davon auszugeben, dass die Beschwer
deführerin mittel- bis
schwergradige
depressive Episoden durchgemacht habe.
Bei der diagnostizierten
Störung durch multiplen Substanzgebrauch und Kon
sum anderer psychotroper Substanzen
handle es sich um eine primäre Sucht
.
Die Beschwerdeführerin betreibe den Substanzkonsum im
Sinne eines Selbsthei
lungsversuchs zur inneren Stabilisierung (S. 14 unten).
Aufgrund der Beschwerden von Seiten der Persönlichkeitsstörung und der
rezi
-
divierenden
depressiven Störung, insbesondere der subjektiv geklagten und als unerträglich erlebten Anzüglichkeiten von Seiten der Männer und dem Gefühl, eine minderwertige Arbeit auszuführen und insbesondere bezüglich Lohn unge
recht behandelt zu werden, lasse sich, unter Berücksichtigung der aktuellen
Untersuchungsbefunde, aus psychiatrischer Sicht eine Einschränkung der
Ar
-
beits
fähigkeit
von 50
%
begründen. Eine zusätzliche Verminderung der
Leis
-
tungs
fähigkeit
bestehe nicht. Die Coping-Strategien seien als unzureichend zu beur
teilen. Die Beschwerdeführerin sei keineswegs bereit, irgendeine andere Tätig
keit als eine im kaufmännischen Bereich auszuführen, was im Moment bedeute, dass sie gar nicht arbeiten wolle, da sie in jedem Fall zuerst die Handelsschule absolvieren wolle
.
Die Fähigkeit zu familiären und intimen Beziehungen, zu Spontanaktivitäten, zur Selbstpflege und zur Teilnahme am Verkehr
sei
nicht eingeschränkt.
Es be
stehe
eine leichte Einschränkung bezüglich Entscheidung
s
- und Urteilsfindung sowie zur Anwendung fachlicher Kompetenzen und in der Selbstbehauptung. Eine mittelschwere Beeinträchtigung besteh
e
in der Flexibilitäts- und in der Umstellungsfähigkeit, in der Kontaktfähigkeit zu Dritten. Eine schwere Beein
trächtigung besteh
e
in der Fähigkeit zur Anpassung an Regeln und in der Gruppenfähigkeit
. Auf die verbleibenden Ressourcen könne sich die Beschwer
deführerin bei der Ausübung beruflicher Tätigkeiten stützen (S. 16).
Der Zustand ha
be
sich subjektiv seit 2016 verbessert. Seit Januar 2016 besteh
e
eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
für einfache Arbeiten im ersten Arbeitsmarkt bei
einer Leistungsfähigkeit von 100
%
(S. 17 oben).
Die Beschwerdeführerin
geh
e
davon aus, dass ihr k
eine Arbeit zugemutet wer
den könne
.
Z
uerst w
olle
sie eine kaufmännische Lehre durchlaufen, finanziert durch die IV-Stelle,
sei
sich aber gleichzeitig nicht sicher, ob sie dazu fähig
sei
. Sie g
ebe
deutlich zu verstehen, dass sie nicht bereit
sei
, eine Arbeit „auf niedri
gem Niveau" zu bestreiten. Ihre Verweigerungshaltung
sei
auch während der Untersuchung mit wiederholtem Provozieren
auf
gefallen
. Auch im klinischen Alltag,
während der
Hospitalisation
in der
B._
,
seien
diese Verhaltensauffällig
keiten der
Beschwerdeführerin
deutlich
geworden
mit grenzwertig tragbarem
Verhalten.
Die Verweigerungshaltung der
Beschwerdeführerin
k
önne
jedoch nur zum Teil mit der Persönlichkeitsstörung erklärt werden. De facto deklarier
e sie eine Arbeitsunfähigkei
t von 100
%
, solange sie eine KV-
Lehre nicht abge
schlossen ha
be. Sie wolle
ihren Kopf durchsetzen, setz
e
die Umgebung (inklusi
ve den Gutachter) mit überhöhten Lohnvorstellungen und-
forderungen
un
ter Druck. Aus diesem Grund müsse
, soweit die Arbeitsfähigkeit nicht durch soma
tische
Faktoren begründet werden k
ö
nn
e
, von einer subjektiven Krankheits- und Behinderungsüberzeugung sowie einer dadurch bedingten Selbstlimitierung ausgegangen werden (die Überzeugung
,
einen Lohn unter
Fr.
5'
000
.
--
nicht er
tragen zu können). Eine Ar
beitsfähigkeit von 100
%
bestehe
jedoch nicht. Mit einem Arbeitspensum von
100
%
wäre die
Beschwerdeführerin
überfordert. Jederzeit könnte sie
dekompensieren
im Sinne von mittel- bis
schwergradigen
de
pressiven Episoden, Exazerbation der Suchtproblematik oder der Verhaltens
auffälligkeiten auf dem Boden der Persönlichkeitsstörung
(S. 17 f.)
.
Es
hätten
keinerlei Inkonsistenzen oder Aggravationstendenzen ausgemacht werden
können
. Die Überzeugung, dass ihr ein Lohn unter
Fr.
5'000.--
nicht zu
gemutet werden k
önne, entspreche
weder einer Inkonsistenz noch einer
Aggra
vation
(S. 18 Mitte)
.
Aus therapeutischer Sicht w
erde
die Weiterfü
hrung der bestehenden
Gesprächs
therapie befürwortet. Da die
Beschwerdeführerin
offenbar immer
wieder psy
chotisch funktioniere, sei eine
neuroleptische
Therapie dringend indiziert. Es wäre insbesondere zu wünschen, dass die paranoiden und psychotischen Ten
denzen sowie die Arbeitsfähigkeit günstig beeinflusst werden könnten, jedoch auch die Neigung zu halluzinieren. Der Erfolg der bisherigen therapeutischen Massnahmen müsse zurückhaltend beurteilt werden. Die Compliance sei gut
(S. 18)
.
Die Arbeitsunfähigkeit von 50
%
begründe sich lediglich auf Leiden mit Krank
heitswert. Invaliditätsfremde Faktoren könnten nicht ausgemacht werden (S. 19).
Das Abhängigkeitssyndrom ha
be
nicht zu einer irreversib
len Gesundheits
störung geführt.
Es best
ünd
en mobilisierbare Ressourcen: Die
Beschwerdeführe
rin sei
mindestens bezüglich beruf
licher Umschulung motiviert, habe eine gute Therapie
adhärenz und ein einigermassen tragbares soziales Netzwerk.
Es beste
he
eine Wechselwirkung zwischen der depressiven Entwicklung der Persönlich
keitsstörung und der Alkoholproblematik. Unerträgliche
innere Spannungen in Konfl
iktsituationen (Persönlichkeitsstörung) und in der Folge depressive Ver
stimmungen (rezid
ivierende depressive Störung) wü
rden mit Alkohol (Alkohol
abhängigkeit) bekämpft
(S. 19 unten)
.
D
ie bisherige Therapie
sei
in der Art, im Umfang und der notwendigen Intensität
lege
artis
durchgeführt
worden.
Einzig ein weiterer Versuch einer
neuroleptischen
Behandlung
sei
eventuell unterlassen
worden
. Ansonsten
würden
keine weiteren Therapieoptionen
verbleiben. Eine Persönlichkeitsstörung dieses Ausmasses
sei
nur schwierig zu behandeln. Auch wenn die Psychose erfolgreich angegangen werd
en könne
, verbleib
e
die Persön
lichkeitsstörung eben doch.
Die Kooperation sei
einwandfrei. Eingliederungs
massnahmen
seien
grundsätzlich zumutbar, die
Beschwerdeführerin
sei
dazu gut motiviert. Ob diese wirklich einen Sinn machen
würden, müsse
durch die Berufsberatung geklärt werden. Es
seien
keine Therapieoptionen vernachlässigt
worden
. Die Therapieadhärenz
sei
gut. Auch in angepasster Tätigkeit besteh
e
eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
. Die
Beschwerdeführerin sei
dazu jedoch nicht motiviert
(S. 20)
.
3.6
Dr.
med.
E._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin, nahm am 2
2.
Juni 2016 Stellung (
Urk.
7/56 S. 7 f.) und führte aus, dass das erstellte Gutachten die gestellten Fragen umfassend beantworte
und in der Darlegung der medizini
schen Zusammenhänge einleuchtend sei. Ebenso würden die gezogenen Schlussfolgerungen in nachvollziehbarer Weise
hergeleitet. Es werde empfohlen,
auf die Beurteilung des Gutachtens vollumfänglich abzustellen.
3.7
Im
Feststellungsblatt vom 29. November 2016 (Urk. 7/56
) ist unter anderem auch eine Stellungnahme der Kundenberatung (KB) der Beschwerdegegnerin vom 1
1.
Oktober 2016 (S. 9) aufgeführt, wonach gestützt auf das Gutachten von einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
seit Januar 2016
auszugehen sei.
Weiter enthält das Feststellungsblatt eine Stellungnahme des Rechtsdienstes (RD) der Beschwerdegegnerin vom 1
3.
Oktober 2016 (S. 10 oben), wonach die Lohnvorstellung
der Beschwerdeführerin nicht IV
-relevant und die Arbeits
fähigkeit von 50
%
demnach nicht begründet sei.
4
.
4.1
Im Gutachten von
Dr.
Y._
wurde aus psychiatrischer Sicht
eine Verbesse
rung des Gesundheitszustandes und damit einhergehend
eine Arbeitsfähigkeit sowohl in angestammter wie auch in angepasster Tätigkeit von 50 % seit Januar 2016 attestiert (vorstehend E. 3.5)
.
Die Beschwerdegegnerin
hat der Invaliditätsbemessung
ab Januar 2016
eine Arbeitsfähigkeit von
10
0 % zugrunde
gelegt. Die Begrün
dung dafür lautete,
dass die Beschwerdeführerin bei der Begutachtung Lohnvorstellungen erläutert habe, welche nicht unter
Fr.
5'000.-- betragen dürften. Diese Lohnvorstellungen könnten bei der Beurteilung nicht berücksichtigt werden, da diese nicht
IV
-relevant seien (vorstehend E. 2.1).
4.2
Dem Standpunkt und insbesondere der Argumentation der Beschwerdegegnerin kann nicht gefolgt werden.
So hat sie – trotz vorherige
n
Einbezug
s
des seitens des RAD verfüg
ba
r
en medizinischen Sachverstandes -
befunden,
die im psychi
atrischen
Gutachten
gemachte Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei
„nicht
be
gründet
“.
Zu diesem Schluss gelangte sie, weil die Lohnvorstellungen der Beschwerdeführerin nicht
IV
-relevant seien und somit nicht berücksichtigt werden könnten.
Inwiefern eine solche von medizinischen Laien getroffene Feststellung die gutachterlichen
und durch den
eigenen
RAD bestätig
te
Beurteilung i
n Frage stellen und zum Schluss veranlassen sollen könn
t
e, es
bestehe in psychischer Hinsicht gar kein invalidisierender Gesundh
eits
schaden
,
ist nicht nachvollzieh
bar
.
So machte der psychiatrische Gutachter ausdrücklich darauf aufmerksam, dass d
ie Verweigerungshaltung der
Beschwerdeführerin
nur zum Teil mit der Persön
lichkeitsstörung erklärt werden
könne und führte in nachvollziehbarer Weise aus, dass aus diesem Grund -
soweit die Arbeitsfähigkeit nicht durch somatische
Faktoren begründet werden k
ö
nn
e -
von einer subjektiven Krankheits- und Behinderungsüberzeugung sowie einer dadurch bedingten Selbstlimitierung aus
gegangen werden
müsse. Als Beispiel nannte der Gutachter
gar
die Überzeu
gung
der Beschwerdeführerin
,
einen Lohn unter
Fr.
5'
000
.
-- nicht ertragen zu können, und beurteilte sie in der Folge als zu 50
%
arbeitsfähig, da sie mit
einem Arbeitspensum von 100
%
überfordert
wäre. Schliesslich
ging
der Gut
achter
davon aus
, dass d
ie Überzeugung, ein Lohn unter
Fr.
5'000.-- könne ihr
nicht zugemutet werden
,
weder einer Inkonsistenz noch einer
Aggravation
ent
spreche
(vgl. vorstehend E. 3.5)
.
Das psychiatrische Gutachten beantwortet die gestellten Fragen umfassend, berücksichtigt die beklagten Beschwerden, wurde in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstellt und ist in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge einleuchtend. Ebenso werden die gezogenen Schlussfolgerungen in nachvollziehbarer Weise hergeleitet
, wes
halb für die
Entscheidfindung
darauf abgestellt werden kann.
Dieser Beurteilung folgten denn auch RAD-Ärztin
Dr.
E._
(vgl. vorstehend E. 3.6) sowie die Kundenberatung der Beschwerdegegnerin (vgl. vorstehend E. 3.7) und gingen ebenfalls von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
ab Januar 2016
aus.
4.3
Zu prüfen ist nunmehr anhand der Standardindikatoren (vorstehend E. 1.4), ob ausgehend von den im Gutachten dargelegten Befunden und den dort gestellten Diagnosen deren funktionelle Auswirkungen - näml
ich die vom Gutachter mit 5
0 % bezifferte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit - mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit nachgewiesen sind (vorstehend E. 1.3).
4
.4
Hinsichtlich der
Gesundheitsschädigung
ergibt sich aus den Akten, dass die diagnoserelevanten Befunde auf eine
kombinierte Persönlichkeitsstörung mit dissozialer und emotional instabiler Färbung
,
auf
eine gegenwärtig leichtgradig ausgeprägte Depressivität
sowie
auf
eine remittierte Störung durch multiplen Substanzgebrauch und Konsum anderer
psychotropher
Substanzen schliessen lassen.
In Bezug auf den funktionellen Schweregrad erweist sich der Komplex Gesundheitsschädigung als mittelgradig ausgeprägt.
So wurde insbesondere eine Müdigkeit, Kraftlosigkeit, sozialer Rückzug, Ein- und
Durchschlafstörugnen
er
hoben, welche sich in der Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung
zuordnen liessen
(
Urk.
7/52 S. 14
).
Laut Gutachter ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin mittel- bis
schwergradige
depressive Episoden
durch
machte, die Ausprägung der depressiven Episoden demnach schwankt. Die Beschwerdeführerin macht
e
eine Gesprächstherapie in der Tagesklinik und unter
zog sich im Januar 2015 einer stationären Behandlung in der
B._
(vgl. vorste
hend E. 3.3),
wobei sie jedoch aufgrund Ablehnung der stationären Behand
lungsbedingungen auf eigenen Wunsch ausgetreten ist. Gemäss Gutachter ist die bisherige Therapie lege
artis
durchgeführt worden sowohl in der Art, Um
fang und der notwendigen Intensität. Abgesehen von einem Versuch einer
neuroleptischen
Behandlung verbleiben keine weiteren Therapieoptionen. Eine Persönlichkeitsstörung dieses Ausmasses ist gemäss Gutachter nur schwierig zu behandeln. Die Kooperation der Beschwerdeführerin wird als einwandfrei beur
teilt (
Urk.
7/52 S. 20).
Hinsichtlich der
Persönlichkeitsdiagnostik
erscheint erwähnenswert, dass
an
lässlich der Begutachtung eine Depersonalisation sowie
Derealisation
wie auch seit der Kindheit bestehende akustische und optische Halluzinationen
auszu
machen
waren
,
welche
laut Gutachter
unabhängig vom Substanzgebrauch be
st
ehen
(
Urk.
7/52
S. 10).
Die
deutliche Unausgeglichenheit in der Einstellung, im
Verhalten, in der Affektivität, im Antrieb und in der Impulskontrolle, im Wahr
nehmen und im Denken sowie in den Beziehungen zu andern
wird als
auffälli
ge
s
Verhaltensmuster
beschrieben, welches andauernd, gleichförmig, tief
greifend und in vielen persönlichen und sozialen Situation
en
eindeutig un
passend ist
.
Zudem besteht eine T
endenz zu Provokation und Streits
ü
chtigkeit
. D
iese Symptomatik fällt
als r
essourcenhemmende Komorbidität
in Betracht (vgl. hierzu Präzisierung von E. 4.3.1.3 von BGE 141 V 281 durch das zur Publika
tion vorgesehene Urteil des Bundesgerichts 8C_130/2017 vom 3
0.
November 2017 E. 8.1)
.
Hinsichtlich des sozialen Kontextes zeigt sich ein gemischtes Bild: So ist das
Berufsleben der Beschwerdeführerin
zwar aber immerhin
durch kurzzeitige An
s
tellungen geprägt
, wobei es immer wieder zu sexueller Aufladung (
sexualisie
rendes Verhalten) kam (
Urk.
7/52 S. 11).
Bezüglich Eingliederungsmassnahmen ist die Beschwerdeführerin motiviert und sie hat ein einigermassen tragbares soziales Netzwerk. Es bestehen laut Gutachter mobilisierbare Ressourcen.
Die Fähigkeit zu familiären und intimen Beziehungen, zu Spontanaktivitäten, zur Selbstpflege und zur Teilnahme am Verkehr ist laut Gutachter nicht einge
schränkt
. Hingegen besteht eine leichte Einschränkung bezüglich
Entschei
dungs
- und Urteilsfindung sowie zur Anwendung fachlicher Kompetenzen und in der Selbstbehauptung und eine mittelschwere Beeinträchtigung in der
Flexi
bilitäts
- und in der Umstellungsfähigkeit sowie in der Kontaktfähigkeit zu
Dritten. In der Fähigkeit zur Anpassung an Regeln und in der Gruppenfähigkeit besteht eine schwere Be
ei
n
t
rächtigung (
Urk.
7/52 S. 16).
4.5
Hinsichtlich der
Konsistenz
im Sinne von
Gesichtspunkte
n
des Verhaltens
ist von Belang, ob eine gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen festzustellen ist. Massstab dafür ist hier die gutachterliche Feststellung, die - erwerbliche - Leistungsfähigkeit sei um 50 % eingeschränkt, betrage mithin 50 % (vorstehend E. 3.5).
Dass d
ie
Beschwer
deführer
in
bemüht ist, die vorhandenen Ressourcen zu nutzen und damit
zu einer beruflichen Umschulung motiviert ist und den Haushalt be
sorg
t
,
ist ein Akti
vitätsniveau,
das
mit der attestierten Restarbeitsfähigkeit von
5
0 % durchaus vereinbar ist, so dass die gutachterliche Feststellung dadurch nicht in Frage gestellt wird (vgl. Urteil des Bundesgerichts
9C_354/2015 vom 2
9.
Februar 2016
E. 6.3).
Was - ebenfalls hinsichtlich der Konsistenz - den behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesenen Leidensdruck
betrifft, kann die Verwei
gerungshaltung der Beschwerdeführerin nur zum Teil mit der Persönlichkeits
störung erklärt werden, weshalb von einer subjektiven Krankheits- und Behinde
rungsüberzeugung sowie einer dadurch bedingten Selbstlimitierung auszugehen ist (
Urk.
7/52 S. 17 f.).
Schliesslich ist die Beschwerdeführerin seit rund vier Jah
ren in regelmässiger psychotherapeutischer Behandlung, wobei gemäss Gutachter keine Therapieoptionen vernachlässigt wurden und die Therapieadhärenz gut ist (
Urk.
7/52 S. 7, S. 20).
Dass es sich dabei unverändert um eine tagesklinische Be
handlung in Form einer Gesprächstherapie handelt, kann nicht als Hinweise auf einen fraglichen Leidensdruck gewertet werden, zumal die Therapieform offen
sichtlich vom behandelnden Arzt so gewählt wurde. Der Gutachter konnte keiner
lei Inkonsistenzen oder Aggravationstendenzen ausmachen (
Urk.
7/52 S. 18).
4.6
Zusammenfassend führt die Prüfung der einzelnen Indikatoren zum Schluss, dass der gutachterlichen Beurteilung, wonach das diagnostizierte psychische Leiden eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50
%
bewirkt, schlüssig und widerspruchsfrei gefolgt werden kann und somit mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit feststeht, dass sowohl in der angestammten wie auch in einer an
gepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
besteht.
Von diesem Sachverhalt ist auszugehen.
5.
5.1
D
ie Beschwerdegegnerin ist von einem
Valideneinkommen
im Jahr 201
6
von
rund
Fr.
51
‘
668
.
--
ausgegangen (
Urk.
7/55,
Urk.
7/56 S. 10,
Urk.
7/78),
was
un
bestritten (Urk. 1 S.
11
oben) und nicht zu beanstanden ist.
5.2
Bei der Invaliditätsbemessung kommt der allgemeinen Methode des Einkom
mens
vergleichs gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 16 ATSG grund
sätzlich Vorrang zu. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffern
mässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie indes nach Massgabe der im Ein
zel
fall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annä
he
rungs
werte miteinander zu vergleichen. Wird eine Schätzung vorgenommen, so muss diese nicht unbedingt in einer ziffernmässigen Festlegung von Annä
herungs
wer
ten bestehen. Vielmehr kann auch eine Gegenüberstellung blosser Prozent
zahlen genügen. Das ohne eine Invalidität erzielbare hypothetische Er
werbsein
kommen ist alsdann mit 100 % zu bewerten, während das Invaliden
einkommen
auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, so dass sich aus
der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt (
sogenannter Pro
zentvergleich;
Urteil des Bundesgerichts 8C_131/2011 vom 5. Juli 2011 E. 10.2.1 mit Hinweis auf BGE 114 V 310 E. 3a).
Der Invaliditätsgrad ist
namentlich dann
durch Prozentvergleich zu ermitteln, wenn Validen- und Invalideneinkommen sich nicht hinreichend genau oder nur
mit
unverhältnismässig
grossem
Aufwand bestimmen lassen und in letzterem Fall
zudem angenommen werden kann, die Gegenüberstellung der nach
Mass
gabe
der im Einzelfall bekannten Umstände geschätzten, mit Prozentzahlen be
wer
te
ten hypothetischen Einkommen ergebe ein ausreichend zuverlässiges Re
sultat. Diese Berechnungsweise ist insbesondere anwendbar, wenn die konkreten Ver
hält
nisse so liegen, dass die Differenz zwischen Validen- und Invalidenein
kommen die für den Umfang des Rentenanspruchs
massgebenden
Grenzwerte von 70, 60, 50 und 40
%
(
Art.
28
Abs.
2 IVG) eindeutig über- oder unterscheitet
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_333/2013 vom 1
1.
Dezember 2013
E. 5.3 mit Hin
weisen)
.
5.3
Da die Beschwerdeführerin sowohl für die angestammte wie auch für eine angepasste Tätigkeit zu 50
%
arbeitsfähig ist (vgl. vorstehend E. 4.6)
kann vorlie
gend von der ärztlich ge
schätzten
Ar
beits
(
un
)
fähigkeit
ohne Weiteres - unter Berücksichtigung eines allfälligen Ab
zugs vom Tabel
len
lohn - auf einen entsprechenden Invaliditäts
grad geschlossen und damit ein Prozentvergleich vor
genommen werden
(BGE 134 V 322 E. 4.1;
BGE 114 V 31
0 E. 3a mit Hin
weisen,
Urteile des Bun
desgerichts 9C_192/2014 vom 23. September 2014 E. 3.2 und 8C_450/2014 vom
24. Juli 2014 E. 7.3). F
ür die Ermittlung des Invaliditäts
grades
genügt demnach
die
Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen (BGE 114
V 31
0 E. 3a mit Hin
weisen).
Mithin resultiert ein
eine
halbe
Rente begründender Inva
liditätsgrad
von
5
0
%
.
5.4
Die Beschwerdegegnerin gewährte de
r
Beschwerdeführer
in
keinen be
hinderungs
bedingten Abzug
vom Invalideneinkommen
(Urk. 2
Verfügungsteil 2 S. 1
unten, vgl. auch Urk.
7
/
56 S. 10
).
Angesichts der Zumutbarkeit einer
5
0%igen behinderungsangepassten
Tätig
keit
, wobei unter das Belastungsprofil gemäss Gutachten auch die angestammte Tätigkeit fällt,
steht de
r
Beschwerdeführer
in
eine breite Palette von Tätigkeiten
of
fen
(vgl.
Urk.
7/52 S. 17)
.
Der
Beschwerdeführer
in sind
sämtliche
einfachen
Tä
tigkeiten möglich. Die
vom Gutachter
genannten Einschränkungen dürften bei den üblichen einfachen und repetitiven Tätigkeiten n
icht ins Gewicht fallen. Mithin
schrän
ken diese Behin
derungen die
Beschwerdeführer
in
nicht wesentlich in der Wahl der Tätigkeit ein.
Es ist d
aher nicht zu erwarten, dass d
ie
Beschwerdeführer
in
ihre
verblei
bende Ar
beitsfähigkeit nur zu einem unter
durchschnittlichen Lohn
verwerten kann.
Es sind somit keine gesundheitlichen Umstände vorhanden, welche sich l
ohnmin
dernd
aus
wirk
en. Auch
die weiteren persönlichen und beruflichen Um
stä
nde sind nicht geeignet, einen
Ab
zug zu rechtfertigen.
Dass die Beschwerdegegnerin der
Beschwerdeführer
in
angesichts
ihrer
Rest
arbeitsfähigkeit
von 50
%
in ihrer angestammten Tätigkeit
keinen Abzug ge
währte, erscheint vorliegend als angemessen.
5.5
Nach dem Gesagten erweist sich die mit Verfügung vom 1
5.
Mai 2017 (
Urk.
2) erfolgte Befristung der Rente bis März 2016 als unge
rechtfertigt.
Unter Berücksichtigung von
Art.
88a
Abs.
1
IVV (vorstehend E. 6.1) hat die Be
schwerdeführerin ab 1. April 2016 Anspruch auf eine halbe Rente, was zur
Ab
änderung
der angefochtenen Verfügung und zur Gut
heissung der Beschwerde führt.
6.
6.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
9
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.2
Der
durch eine Person der öffentlichen Sozialhil
fe vertretenen Beschwerde
führerin
steht keine Prozessentschädigung zu (BGE 126 V 11).