Decision ID: 3e459446-53e0-5c96-905a-351ef2bf2f53
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1959, war ab Juli 2013 als Bauleiter bei
Y._
angestellt (
Urk.
10/91; vgl. auch
Urk.
1
0/71 u.
Urk.
1 S. 1). Am 1.
Januar 2019 trat
X._
in den vorzeitigen Ruhestand (
Urk.
10/60). Die
Pensionskasse
Z._
richtet
ab diesem Zeitpunkt bis zum Erreichen des
ordentlichen AHV-Alters im Jahr 2024
eine Altersrente sowie bis am 31. Dezember 2023
eine AHV-Ersatzrente aus
(Urk.
10/61). Für die Zeit ab dem
1.
Januar 2019 schloss
X._
mit der
A._
AG einen
bis 3
1.
Dezember 2020 befristeten
Einsatzvertrag.
Als
Einsatzbetrieb war
Y._
vereinbart
, wobei dem Versicherten die Funktion als Bauleiter zukam.
2019 hatte der Versicherte
vertragsgemäss 1000
Arbeitsstunden zu leisten und 2020 deren 500 (
Urk.
10/99 f.; vgl. auch Urk. 10/93
f.).
Im Hinblick auf die
Beendigung des
Arbeitsverhältnisses
per Ende Juni 2020
(
Urk.
10/74,
Urk.
10/86,
Urk.
10/93)
mel
det
e
sich der Versicherte am
3.
Juni 2020 beim Regionalen Arbeitsvermittlungs
zentrum (RAV) zur Arbeitsvermittlung an (
Urk.
10/101) und stellte am 1
0.
Juli
2020 Antrag auf Arbeitslosenentschädigung
per
1.
Juli
2020 (
Urk.
10/89
-92
).
Mit Verfügung vom 28.
Juli 2020 stellte die Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich fest, der Versicherte habe ab dem
1.
Juli 2020
mangels hin
reichender beitragspflichtiger Beschäftigung
keinen Anspruch auf
Arbeitslosen
ent
schädigung (Urk.
1
0/84-85
).
Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte am 2
5.
August 2020 Einsprache (
Urk.
10/77). Diese wies die Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich mit
Einspracheentscheid
vom
8.
Dezember 2020 ab (
Urk.
2
=
Urk.
10/3-6).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom
8.
Dezember 2020 erhob der Versicherte mit Eingabe vom 1
5.
Dezember 2020 Beschwerde mit dem Antrag, es sei sein An
spruch auf Arbeitslosenentschädigung ab
dem
1.
Juli bis und mit dem 31.
Oktober 2020 anzuerkennen (
Urk.
1). Die Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich beantragte in der Beschwerdeantwort vom 2
9.
Januar 2021 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
9). Die
s
wurde dem Versicherten am
3.
Februar 2021 mitgeteilt (
Urk.
12).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
9
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenver
sicherung und die Insolvenzentschädigung (
AVIG
)
gelten für den Leistungsbezug und für die Beitragszeit zweijährige Rahmenfristen. Die Rahmenfrist für den Leis
tungsbezug beginnt mit dem ersten Tag, für den sämtliche Anspruchsvoraus
setzungen erfüllt sind (
Art.
9
Abs.
2 AVIG), und die Rahmenfrist für die Bei
tragszeit beginnt zwei Jahre vor diesem Tag (
Art.
9
Abs.
3 AVIG).
Eine der gesetzlichen Voraussetzungen für den Anspruch auf Arbeitslosen
ent
schädigung besteht darin, dass die versicherte Person die Beitragszeit erfüllt hat (Art. 8 Abs. 1
lit
. e AVIG). Die Beitragszeit hat erfüllt, wer innerhalb der dafür vorgesehenen Rahmenfrist für die Beitragszeit (Art. 9 Abs. 3 AVIG) während mindestens zwölf Monaten eine beitragspflichtige Beschäftigung ausgeübt hat (Art. 13 Abs. 1 AVIG). Die Rahmenfrist für die Beitragszeit beginnt zwei Jahre vor dem Tag, an welchem die versicherte Person sämtliche Anspruchsvoraus
setzungen erfüllt (Art. 9 Abs. 3 in Verbindung mit Abs. 2 AVIG).
Um den ungerechtfertigten gleichzeitigen Bezug von Altersleistungen der beruf
lichen Vorsorge und von Arbeitslosenentschädigung zu verhindern, kann der
Bundesrat die Anrechnung von Beitragszeiten für diejenigen Personen abwei
chend
regeln, die vor Erreichen des Rentenalters nach Artikel 21 Absatz 1
des Bundes
gesetzes über die Alters- und
Hi
nterlassenenversicherung
(AHVG)
pensioniert wurden, jedoch weiterhin als Arbeitnehmer tätig sein wollen.
Von dieser Kompe
tenz hat der Bundesrat Gebrauch gemacht.
Gemäss
Art.
12 Abs.
1 der Verordnung
über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzent
schädi
gung
(AVIV) wird
Versicherten, die vor Erreichung des Rentenalters der AHV pen
sio
niert worden sind, nur jene beitragspflichtige Beschäftigung als Beitragszeit an
ge
rechnet, die sie nach der Pensionierung ausgeübt haben.
1.2
Eine der
weiteren
gesetzlichen Voraussetzungen für den Anspruch auf Arbeits
losenentschädigung ist die Vermittlungsfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
lit
. f AVIG). Gemäss
Art.
15
Abs.
1 AVIG ist die arbeitslose Person vermittlungsfähig, wenn sie bereit, in der Lage und berechtigt ist, eine zumutbare Arbeit anzuneh
men und an Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen. Zur Vermittlungsfähigkeit gehör
t demnach nicht nur die Arbeits
fähigkeit im objektiven Sinn, sondern subjektiv auch die Bereitschaft, die Arbeitskraft entsprechend den persön
liche
n Verhält
nissen währ
end der üblichen Arbeitszeit ein
zu
setzen (BGE 125 V 51 E. 6a).
Hierzu
genügt die Willenshaltung oder die bloss verbal erklärte Vermittlungsbereitschaft nicht; die versicherte Person ist vielmehr gehalten, sich der öffentlichen Arbeits
vermittlung zur Verfügung zu stellen, angebotene zumutbare Arbeit anzunehmen und sich selbst intensiv nach einer zumutbaren Stelle umzusehen (Urteil des Bun
desgerichts 8C_99/2012 vom
2.
April 2012 E. 2 mit Hinweis).
Wer auf einen bestimmten Termin anderweitig disponiert hat und demzufolge für eine neue Beschäftigung nur noch während einer relativ beschränkten Zei
t zur
Verfügung steht, ist
in
der R
egel nicht vermittlungsfähig. Steht die versicherte Person der Arbeitsvermittlung für eine Dauer von mindestens drei Monaten zur Verfügung
,
gilt sie in der Regel als vermittlungsfähig. Bei kürzerer Dauer ist die Vermittlungsfähigkeit zu prüfen. Je grösser die Nachfrage auf dem für die Stel
lensuche in Betracht fallenden allgemeinen Arbeitsmarkt
ist
, umso geringer sind in der Regel die Anforderungen an die zeitliche Verfügbarkeit. Entscheidend ist die Frage, ob mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit angenommen werden kann, dass ein Arbeitgeber die versicherte Person für die konkret zur Verfügung ste
hende Zeit noch anstellen würde (Barbara Kupfer Bucher, in: Hans-Ulrich Staufer/
Basile
Cardinaux
(Hrsg.), Rechtsprechung des Bundesgerichts zum AVIG,
5.
Aufl., Zürich 2019, S. 91 f.; Markus
Hugentobler
, in: Sabine Steiger-
Sackmann
/Hans-Jakob
Mosimann
(Hrsg.), Recht der Sozialen Sicherheit, Basel 2014, S. 1065
Rz
29.57; vgl. auch
Rz
B227 der AVIG-Praxis ALE vom Oktober 2012
).
2.
2.1
Zur Begründung ihres
Einspracheentscheid
es
führte die Beschwerdegegnerin aus, es sei aktenkundig, dass der Beschwerdeführer zuletzt seit dem
1.
Januar 2019 bis zum 3
0.
Juni 2020 für die
A._
AG als Projektleiter gearbeitet habe. Aktenkundig sei ferner, dass der Beschwerdeführer seit dem
1.
Januar 2019 eine Altersleistung der beruflichen Vorsorge in der Form einer Überbrückungsrente bis Ende Dezember 2023 ausbezahlt erhalte. Daraus ergebe sich, dass der Beschwer
deführer nach seiner per
1.
Januar 2019 erfolgten Pensionierung nachweislich eine beitragspflichtige Beschäftigung von 18 Monaten Dauer ausgeübt habe, die als Beitragszeit anzurechnen sei. Ausgehend davon hätte der Beschwerdeführer ab dem
1.
Juli 2020 grundsätzlich Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung, sofern auch die übrigen Voraussetzungen gemäss
Art.
8 AVIG erfüllt seien.
Per 3
0.
Juni
2020
habe das Arbeitsverhältnis mit der
A._
AG geendet und
der Beschwerdeführer
sei
definitiv aus dem Kreis
der
Arbeitnehmenden
ausgetreten. E
r habe sich das im Zeitraum vom
1.
Januar 2019 bis zum 3
0.
Juni 2020
ge
äufnete
BVG-Kapital auszahlen lassen. Der Beschwerdeführer habe sich somit per 3
0.
Juni 2020 erneut vorzeitig pensionieren lassen.
Als Beitragszeit könne
dem
zufolge
nur jene Beschäftigung in der Zeit nach dem 3
0.
Juni
2020 angerechnet werden. Per 1.
Juli 2020 könne der Beschwerdeführer somit die erforderliche
Beitragszeit von mindestens 12
Monaten
Dauer
nicht nachweisen (
Urk.
2 S. 3 f.).
2.2
Der Beschwerdeführer macht geltend,
nach
Beendigung des von ihm betreuten Projekts bei
Y._
und fehlender Möglichkeit
,
ihn bis zur
ordent
lichen Pensionierung
in der Abteilung Elektrizität weiter zu beschäftigen
habe zunächst
der Plan bestanden,
anderweitige Projekte bei
Y._
auf selbständiger Basis zu unterstützen. Diese
s
V
orhaben sei jedoch aus AHV-rechtlicher Sicht nicht realisierbar gewesen, weswegen er sich schliesslich bei der
A._
AG habe anstellen lassen
,
wobei er
von dieser für Projekte bei
Y._
eingesetzt worden
sei
. Ende Juni 2020 habe er bei der
A._
AG gekündigt respektive
es
sei der Vertrag abgelaufen. In der Folge habe er sich beim RAV angemeldet
, da er
noch für
vier Monate
auf ein Einkommen angewiesen ge
wesen sei
(
Urk.
1 S. 1-2).
2.3
In der Beschwerdeantwort vom 2
9.
Januar 2021 ergänzte die Beschwerde
geg
nerin,
die Ausführungen in der Beschwerde änderten nichts daran, dass sich der Beschwerdeführer per Ende Juni 2020 erneut vorzeitig habe pensionieren lassen, weswegen nur jene beitragspflichtige Beschäftigung ang
erechnet werden könne, die nach diesem Zeitpunkt
ausgeübt worden sei. Ob der Stellenverlust freiwillig oder ohne Zutun des Betroffenen erfolgt sei, spiele keine Rolle. Zu beachten sei
sodann
, dass Zweifel an der Vermittlungsfähigkeit bestünden. Nach
der Darstel
lung
des Beschwerdeführers seien ihm im Zusammenhang mit der nicht mög
lichen Projektbetreuung auf selbständiger Basis und der daraufhin erfolgten An
stellung bei der
A._
AG Mehraufwendungen in der Höhe von
Fr.
19'000.-- entstanden. Deswegen sei er der Auffassung,
er habe für die Dauer von drei
oder vier Monaten Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung. Damit entstehe der Ein
druck, dass es ihm
bei seinem Antrag auf Arbeitslosentschädigung weniger
um
eine neue Stelle
, sondern
vielmehr
um
einen finanziellen Ausgleich gegangen sei. Ferner müsste eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung geprüft werden, nachdem der Beschwerdeführer das Arbeitsverhältnis
mit der
A._
AG
vor
Ablauf der Vertragsdauer per Ende Juni 2020 selbst gekündigt habe
(
Urk.
9 S. 3 f.).
3.
3.1
Aktenkundig ist, dass das im Jahr 2013 angetretene Arbeitsverhältnis zwischen
dem Beschwerdeführer
und
Y._
per Ende Dezember 2018 endete
und der Beschwerdeführer per
1.
Januar 2019 in den vorzeitigen Ruhestand trat (
Urk.
10/60,
Urk.
10/71,
Urk.
10/77,
Urk.
10/91
).
Seit
dem
1.
Januar 2019
bezieht
der Beschwerdeführer von der Pensionskasse
Z._
eine Alters
rente sowie (bis am 3
1.
Dezember 2023)
eine AHV-Ersatzrente
(
Urk.
10/80 f.).
Gleichzeitig trat der
Beschwerdeführer per
1.
Januar 2019 eine
Stelle
als Bauleiter
bei der
A._
AG
an
, die gemäss Einsatzvertrag vom 2
8.
November 2018 bis zum 3
1.
Dezember 20
20
befristet war. Als Einsatzbetrieb war
Y._
vereinbart. Die Vertragsparteien legten
zudem
die Jahresarbeitszeit
für 2019 auf 1000 Stunden
und für 2020 auf 500 Stunden
fest, wobei
die Lage der Arbeits
zeit zwischen Arbeitnehmer und
Einsatzbetrieb festgelegt werde
(
Urk.
10/93 f.,
Urk.
10/99 f.).
Das Arbeitsverhältnis endigte in der Folge
noch vor Ablauf der Befristung
am 3
0.
Juni 202
0.
Die Arbeitgeberin wies in der Arbeitgeberbe
schei
nigung vom
8.
Juli 2020
und in einem Schreiben an die Beschwerdegegnerin vom 1
5.
September 2020
auf eine durch den Beschwerdeführer am
4.
Mai 2020 erfolgte Kündigung hin (
Urk.
10/74,
Urk.
10/93). Der Beschwerdeführer hielt im Antragsformular
betreffend Arbeitslosenentschädigung fest, der letzte effektive Arbeitstag sei der 1
8.
Juni 2020 gewesen und der Vertrag sei nach den erreichten 500 Einsatzstunden ausgelaufen (
Urk.
10/90).
Aktenkundig ist
ferner
ein
e
E-Mail
des Beschwerdeführers an seine Arbeitgeber
in vom
4.
Mai 2020, in welcher
er dieser mitteilte
,
er wolle das Arbeitsverhältnis per Ende Juni 2020 kündigen (
Urk.
10/86 f.).
3.2
Aufgrund der Akten steht fest, dass der Beschwerdeführer per
1.
Januar 2019 in den vorzeitigen Ruhestand getreten war.
Seit diesem Datum bezieht
der 1959 geborene Beschwerdeführer von seiner Pensionskasse
eine Altersrente sowie
im Sinne einer Überbrückungsleistung bis
am 3
1.
Dezember 2023
eine
AHV-
Ersatz
rente (
Urk.
10/80 f.).
Fest steht sodann, dass der
Beschwerdeführer
am
1.
Januar 2019
eine
Stelle
als Bauleiter
bei der
A._
AG antrat, wobei dieses Arbeits
verhältnis bis längstens am 3
1.
Dezember 2020 befristet war, aber nach überein
stimmender Darstellung beider Vertragsparteien bereits am 3
0.
Juni 2020 endete (
Urk.
10/86 f.,
Urk.
10/90,
Urk.
10/93,
Urk.
10/99 f.). Daraus zog die Beschwerde
geg
nerin richtigerweise den Schluss, dass der Beschwerdeführer nach seiner per
1.
Januar 2019 erfolgten
vorzeitigen
Pensionierung nachweislich eine die Min
dest
dauer von 12 Monaten übersteigende beitragspflichtige Beschäftigung von 18 Monaten nachweisen könne, weswegen unter dem Vorbehalt der übrigen Vor
aus
setzungen ab dem
1.
Juli 2020
grundsätzlich
Anspruch auf Arbeitslosen
ent
schädigung bestehe (
Urk.
2 S. 3).
3.3
Indessen stellt sich die Beschwerdegegnerin auf den Standpunkt,
m
it der Beendi
gung des
Arbeitsverhältnisses mit der
A._
AG per Ende Juni 2020 und der damit verbundenen Auszahlung des während der Dauer dieses Arbeitsver
hält
nisses
geäufneten
Freizügigkeitsk
apitals habe sich der Beschwerdeführer erneut vorzeitig pensionieren lassen, weswegen für die Anspruchsbeurteilung nur die Beitragszeit nach dem 3
0.
Juni 2020 massgebend sein könne (
Urk.
2 S. 3 f.).
Dieser Standpunkt ist nicht gerechtfertigt. Die vorzeitige Pensionierung des Be
schwerdeführers erfolgte anerkanntermassen per
1.
Januar 201
9.
Übt der Arbeitnehmer nach der vorzeitigen Pensionierung weiterhin eine Erwerbstätigkeit aus und erzielt er damit ein Jahreseinkommen von mindestens
Fr.
21'
330
.--
(im Jahr 2020)
, was beim Beschwerd
eführer der Fall war (vgl. Urk.
10/95-98), so
untersteht er dem BVG-
Obligatorium
(
Art.
2
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge;
BVG
).
Mit der Been
digung des Arbeitsverhältnisses und dem Austritt aus der Vorsorgeeinrichtung vor dem Eintritt des Vorsorgefalles
hat die versicherte Person Anspruch auf eine Austrittsleitung (
Art.
2
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Freizügigkeit in der beruflichen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge;
FZG).
Das Arbeits
verhältnis mit der
A._
AG endete vor dem Erreichen des 6
5.
Altersjahres des Beschwerdeführers und damit vor dem Eintritt des Vorsorgefalles im Sinne von
Art.
13
Abs.
1
lit
. a BVG. Seine
Austrittsleistung
beträgt
gemäss den Angaben der
Asga
Pensionskasse
Fr.
11'379.80
(Urk.
10/1
6
). In we
lcher
Weise
und wann
dieses Freizügigkeitskapital
zur Auszahlung gelangen würde
, war im Zeitpunkt der Anmeldung zum L
eistungsbezug per 1.
Juli 2020 noch offen (
vgl.
Urk.
10/59
).
Sowohl
die Art der Übertragung des Freizügigkeitskapitals
als auch der
Zeitpunkt
können allerdings offenbleiben, denn
Freizügigkeitsleistungen im Sinne von
Art.
2 ff. FZG
gelten
nicht als Altersleistungen im Sinne von
Art.
13
Abs.
3 AVIG
(
BGE 141 V 681 E. 2.2
).
3.4
R
andziffer
B172 der AVIG-Praxis ALE, wonach Austrittsleistungen nach
Art.
2 ff.
FZG nicht als Altersleistungen gelten, erweist sich m
it Blick auf die
folgende Überlegung
als angemessen
:
Würde
die
Freizügigkeit
sleistung aufgrund einer nach einer vorzeitigen Pensionierung ausgeübten Tätigkeit
zum Anlass ge
nom
men, von einer erneuten vorzeitigen Pensionierung mit der Folge auszu
gehen, dass die davor
erarbeitete
Beitragszeit keine Anrechnung finden
kann
, so würde es der versicherten Person faktisch verunmöglicht, nach einer vorzeitigen Pen
sionierung
in den Genuss von Arbeitslosenentschädigung zu kommen. Dies aber widerspräche dem Willen des Gesetzgebers. Mit
Art.
13
Abs.
3 AVIG soll ein ungerechtfertigter gleichzeitiger Bezug von Altersleistungen der beruflichen Vorsorge und von Arbeitslosenentschädigung verhindert werden, weswegen ge
mäss
Art.
12
Abs.
1 AVIV nur
jene beitragspflichtige Beschäftigung als Beitrags
zeit angerechnet
wird, die
die
versicherte Person
nach
der
vorzeitigen
Pensio
nierung ausgeübt hat.
Die n
ach dem Gesetz
vorausgesetzte
Beitragszeit hat der
Beschwerdeführer
mit der
ab dem 1.
Januar 2019 unbestrittenermassen bis zum 3
0.
Juni 2020 ausgeübte
n
Tätigkeit für die
A._
AG
im Umfang
von 18
Mona
ten Dauer
erfüllt
. Die für einen Anspruch erforderliche Mindestbeitragszeit von 12 Monaten ist damit gegeben (
Art.
13
Abs.
1 AVIG).
Damit ist die Anspruchs
voraussetzung gemäss
Art.
8
Abs.
1
lit
. e AVIG erfüllt
, wobei die Beschwer
de
geg
nerin die Anrechnung der
Altersleistungen der beruflichen Vorsorge
im Rah
men von Art. 18c AVIG zu prüfen haben wird (BGE 141 V 681 E. 4 und E. 5.3)
.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin
zog
in der Beschwerdeantwort vom 2
9.
Januar 2021
als
weitere Anspruchsvoraussetzung
die Vermittlungsfähigkeit des Beschwerde
füh
rers
(
Art.
8
Abs.
1
lit
. f AVIG)
in Zweifel
.
Sie
argumentiert mit dem vom Be
schwer
deführer
erwähnten
Ausgleich einer Einbusse, die ihm durch die nicht rea
li
sier
bare selbständige Erwerbstätigkeit im Anschluss an die vorzeitige Pen
sio
nierung entstanden sei
(
Urk.
9 S. 3 f.
; vgl. auch
Urk.
1 S. 1 f.,
Urk.
10/88
)
.
4.2
Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Recht
s
verhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen, zu denen die zustän
dige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfügung beziehungsweise eines
Einspracheentscheids
– Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung beziehungsweise der
Einspracheentscheid
den beschwer
deweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung beziehungsweise kein
Einspracheentscheid
ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts kann das verwaltungsgerichtliche Verfahren aus prozessökonomischen Gründen auf eine ausserhalb des Anfech
tungs
gegenstandes, das heisst ausserhalb des durch die Verfügung beziehungs
weise durch den
Einspracheentscheid
bestimmten Rechtsverhältnisses liegende spruchreife Frage ausgedehnt werden, wenn diese mit dem bisherigen Streitge
gen
stand derart eng zusammenhängt, dass von einer Tatbestandsgesamtheit gesprochen werden kann, und wenn sich die Verwaltung zu dieser Streitfrage mindestens in Form einer Prozesserklärung geäussert hat (BGE 130 V 501, 122 V 34 E. 2a mit Hinweisen).
4.3
In der Verfügung wie auch im
Einspracheentscheid
hat sich die Beschwerde
geg
nerin nur mit der Beitragszeit
,
nicht aber mit der Frage der Vermittlungsfähigkeit des Beschwerdeführers auseinandergesetzt.
Zwar sind sowohl die Erfüllung der Beitragszeit als auch die Vermittlungsfähigkeit Voraussetzungen des Taggeldan
spruchs in der Arbeitslosenversicherung (
Art.
8 AVIG), weshalb in dieser Hinsicht ohne Weiteres von einer Tatbestandsgesamtheit auszugehen ist.
Auf eine Aus
dehnung des Verfahrens auf die Frage de
r Vermittlungsfähigkeit
ist
aber dennoch zu verzichten. Zum einen
da
diesfalls
- nachdem bisher nur die Frage der
Bei
tragszeit
Gegenstand des Verfahrens gebildet hat - dem
Beschwerdeführer
die Möglichkeit eines doppelten Instanzenzuges (vgl. BGE 125 V 417 E. 2c) verwehrt wäre
, zum anderen da die Beschwerdegegnerin
unter den gegebenen Umständen
ohnehin die weiteren
Anspruchsvoraussetzungen
zu prüfen haben wird.
4.4
Aus prozessökonomischen Gründen ist allerdings zur Frage der Vermitt
lungs
fähigkeit Folgendes zu bemerken:
F
ür den Anspruch auf Arbeitslosenent
schädi
gung
ist es grundsätzlich
belanglos,
a
us welchen Gründen eine versicherte Person eine Stelle sucht,
solange die Anspruchsvoraussetzung
en
erfüllt sind,
die versi
cherte Person sich um Arbeit bemüht und auch
die
übrigen
ihr
obliegenden Pflichten erfüllt (
Art.
17 AVIG).
Für
die Vermittlungsfähigkeit
relevant
ist jedoch
, wenn
die
versicherte Person
von
v
ornherein nur für eine beschränkte Zeit
eine neue Stelle sucht
.
D
ie versicherte Person
gilt aber
in der Regel
als vermitt
lungs
fähig, sofern sie sich
der Arbeitsvermittlung für eine Dauer von mindestens drei Monaten zur Verfügung
stellt
(vgl. vorstehende E
. 1.2).
4.
5
Der
Beschwerdeführer beantragt
e
ab dem
1.
Juli 2020 Arbeitslosenentschädigung (
Urk.
10/89). I
n
der
Beschwerde
vom 1
5.
Dezember 2020
gab er an,
er
bean
spruche die
Taggelder bis
zum
3
1.
Oktober 2020
(
Urk.
1 S. 1
). Per Ende Dezember 2020 meldete er sich
schliesslich
von
der Arbeitsvermittlung ab (Urk.
10/2).
Zu beurteilen ist mithin eine Zeitdauer von mehr als drei Monaten, weswegen
die Vermittlungsfähigkeit
unter diesem
zeitlichen
Aspekt
grundsätzlich zu bejahen
wäre
.
Wie es sich
mit den weiteren Teilelementen der Vermittlungsfähigkeit
,
ins
besondere auch der Vermittlungsbereitschaft
(vgl. E. 1.2 hiervor)
und mit den
übrigen
noch nicht geprüften
Anspruchsvoraussetzungen verhält,
wird
die Be
schwer
degegnerin
jedoch
noch zu beurteilen
haben
.
Dies führt zur Gutheissung der Beschwerde
und zur
Aufhebung des ange
fochtenen
Einspracheentscheid
s
mit der Feststellung
, dass der Beschwerdeführer ab dem
1.
Juli 2020 die Beitragszeit erfüllt
und Anspruch auf Arbeitslosen
ent
schädigung hat, sofern die übrigen Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind.
5.
Die
Beschwerdegegnerin
vertritt den Standpunkt
,
der Beschwerdeführer
habe
die Stelle bei der
A._
AG von sich aus gekündigt,
was
eine Einstellung
nach sich ziehe
(
Urk.
8 S. 2)
.
E
ine Sanktion
im Sinne von
Art.
30 AVIG setzt voraus
, dass effektiv ein Anspruch
auf Arbeitslosenentschädigung
besteht
.
Dieser steht vor
liegen
d
noch nicht fest, weswegen der Entscheid über eine allfällige Einstellung
in der Anspruchsberechtigung wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit im Sinne
von
Art.
30
Abs.
1
lit
. a AVIG noch nicht entschieden werden
kann
. Anzumerken ist
in diesem Zusam
menhang
, dass
der Beschwerdeführer am
4.
Mai 2020
ge
genüber seiner Arbeitgeberin
erklärte, das bis Ende Dezember 2020 befristete Arbeitsverhältnis bereits per Ende Juni 2020
beenden zu wollen (
Urk.
10/86), wobei gleichzeitig aus den Akten hervorgeht
,
dass
die für 2020 vereinbarte Soll
arbeitszeit von 500 Stunden bereits
per Ende Juni 2020
offenbar beinahe
erreicht
war
(Ist-Zeit von 495.55 h;
Urk.
10/98)
.
Demgegenüber führte der Beschwer
de
führer in seinem zusammen mit dem Antrag auf Arbeitslosenentschädigung eingereichten Schreiben an die Arbeitslosenkasse aus, es würden im Jahr 2020 total nur ca. 435 Stunden werden, da er Corona bedingt die Restarbeiten seinen Nachfolgern überlassen habe (
Urk.
10/88).
Diese
n
Umst
ä
nd
en
wird die Beschwer
degegnerin
bei der allfälligen P
rüfung des
Einstellungs
grundes der selbstver
schul
deten Arbeitslosigkeit
Rechnung
zu
tragen haben
, ebenso wie der Vollzugs
frist für die Einstellung (
Art.
30
Abs.
3 AVIG)
.