Decision ID: 63423253-c37a-5979-88fd-35eeeba60650
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Barbara Wyler, Zürcherstrasse 191,
Postfach 1011, 8501 Frauenfeld,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision; berufliche Massnahmen (Nichteintreten)
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 28. Oktober 2000 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an und beantragte eine
Rente (IV-act. 1).
A.b Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die Medizinische Abklärungsstelle (MEDAS)
Bern am 23. Juni 2003 ein polydisziplinäres Gutachten. Darin stellten die Gutachter im
Wesentlichen folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: Erstens eine
Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.0) seit 1999 sowie zweitens ein spondylogenes,
funktionell-mechanisches Schmerzsyndrom der gesamten Wirbelsäule, besonders der
Lendenwirbelsäule, mit muskulärer Dysbalance im Nacken- und Schultergürtelbereich
sowie eine diskrete Diskusprotrusion L4/5 und Verdacht auf diskrete Osteopenie seit
1991. In einer leichten wechselbelastenden, adaptierten Tätigkeit bestehe nach einer
Einarbeitungsphase von 12 Wochen eine 50%ige Arbeitsfähigkeit, wobei eine
Steigerung auf 70% mittelfristig durchaus zumutbar erscheine (IV-act. 28).
A.c Mit Verfügung vom 17. Juni 2004 sprach die IV-Stelle dem Versicherten eine halbe
Rente ab Oktober 2000 zu (IV-act. 44).
A.d Im Fragebogen zur Revision der Invalidenrente gab der Versicherte am 29. Januar
2008 an, dass sich sein Gesundheitszustand verschlechtert habe, und er führte
sinngemäss aus, er habe Schmerzen in der linken Schulter und seit zwei Jahren im
rechten Arm sowie Bein- und Muskelschmerzen (IV-act. 57).
A.e Im ärztlichen Zwischenbericht vom 12. Februar 2008 diagnostizierte Dr. med.
B._, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin, im Wesentlichen eine
Schmerzverarbeitungsstörung, eine somatoforme Störung mit weichteilrheumatischen
Beschwerden, ein cervicobrachiales Syndrom links sowie ein therapieresistentes
thorakolumbales Schmerzsyndrom bei degenerativen Veränderungen. Der Gesund
heitszustand des Beschwerdeführers sei stationär und ergänzende medizinische
Abklärungen seien nicht angezeigt. Seit Mai 2001 bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von
50 % (IV-act. 58).
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A.f Am 27. Februar 2008 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, bei der
Überprüfung des Invaliditätsgrades habe keine Änderung festgestellt werden können
und daher bestehe weiterhin ein Anspruch auf die bisherige Invalidenrente (IV-act. 60).
B.
B.a Am 26. Dezember 2008 erlitt der Versicherte einen Autounfall mit Frontalkollision
(IV-act. 63). Im Bericht vom 27. Dezember 2008 diagnostizierten die behandelnden
Ärzte des Spitals Wil eine HWS-Distorsion, eine Commotio cerebri sowie einen
Weichteilrheumatismus (IV-act. 67).
B.b Im Schreiben vom 21. Januar 2009 teilte Dr. med. C._, Facharzt FMH für
Nuklearmedizin und Radiologie, Rodiag Diagnostic Centers Wil, mit, es läge im
Wesentlichen folgender MRT-Befund vor: "Im Segment LWK 4/5 eine links laterale
descendierte Diskushernie mit Raumbeengung des linken Recessus und Kompression
der linken L5-Wurzel" (IV-act. 66).
B.c Mit undatiertem Schreiben (Eingang IV-Stelle 27. Januar 2009) stellte der
Versicherte sinngemäss ein Revisionsgesuch (IV-act. 61).
B.d Im Arztbericht (ebenfalls undatiert, Eingang IV-Stelle 12. März 2009) stellte
Dr. med. D._, Facharzt FMH für Innere Medizin, folgende Diagnosen mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit: Eine somatoforme Schmerzstörung, eine depressive Störung
sowie eine Diskushernie LWK 4/5 links mit Kompression der Wurzel L5 links. Ohne
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bestünden eine fragliche Commotio cerebri vom
26. Dezember 2008 sowie eine Kontusion der HWS, des linken Ellbogens und des
linken Fussaussenrandes ebenfalls vom 26. Dezember 2008. Der Versicherte sei seit
jenem Datum arbeitsunfähig (IV-act. 72).
B.e Im FI-Vortriage-Protokoll vom 18. März 2009 bejahte der Regionale Ärztliche
Dienst (RAD) das Vorliegen eines Eingliederungspotentials (IV-act. 78). In einer
Aktennotiz vom 24. März 2009 stellte Dr. med. E._, Facharzt FMH für Prävention und
Gesundheitswesen, fest, eine objektivierbare arbeitsfähigkeitsrelevante
Verschlechterung des Gesundheitszustandes seit Zusprache der halben Rente sei nicht
ausgewiesen (IV-act. 79).
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B.f Mit Vorbescheid vom 24. Juni 2009 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in
Aussicht, auf das Leistungsbegehren nicht einzutreten (IV-act. 91). Dagegen erhob die
Rechtsvertreterin des Versicherten am 27. August 2009 Einwand und beantragte
weitere medizinische Abklärungen und die Erstellung eines interdisziplinären
Gutachtens sowie eventualiter die Zusprache einer ganzen IV-Rente. Sie stellte sich
dabei im Wesentlichen auf den Standpunkt, der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers habe sich durch den Verkehrsunfall vom 26. Dezember 2008
richtunggebend verschlechtert und es sei eine depressive Verstimmung
hinzugekommen. Dem Einwand war das Schreiben von Dr. D._ vom 19. März 2009
beigelegt, in welchem dieser die im Zusammenhang mit dem Unfall vom 26. Dezember
2008 gestellten Diagnosen bestätigte. Sodann merkte er an, dass der Versicherte erst
seit dem Unfall bei ihm in Behandlung sei, weshalb ihm die Vergleichsmöglichkeit zum
Zustand vor dem Unfall fehle. Aus den Akten gehe allerdings hervor, dass die
Diskushernie L4/5 die Nervenwurzel L5 links bereits 1991 komprimiert habe (IV-
act. 92-1 ff.).
B.g Im Rahmen einer internen Stellungnahme führte RAD-Arzt Dr. E._ am
22. Oktober 2009 aus, es ergäben sich objektivierbare Anhaltspunkte für eine IV-
relevante Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Versicherten, weshalb an
einer Abweisung nicht festgehalten werden könne. Die Eintretenskriterien seien aus
medizinischer Sicht gegeben. Er stützte sich dabei im Wesentlichen auf den MRT-
Befund vom 21. Januar 2009, welcher die vom Versicherten angegebenen Schmerzen
erklären könnte (IV-act. 97).
B.h Im Verlaufsbericht vom 15. November 2009 führte Dr. D._ aus, seit März 2009
hätten sich keine Änderungen ergeben und der Gesundheitszustand des Versicherten
sei stationär. An der L5-Symptomatik habe sich nichts geändert; sie entspreche seines
Erachtens dem Zustand vor dem Unfall vom 26. Dezember 2008 (IV-act. 98).
B.i Dr. E._ führte in einer erneuten Stellungnahme vom 26. November 2009 aus,
eine objektivierbare arbeitsfähigkeitsrelevante Veränderung des Gesundheitszustandes
des Versicherten seit Zusprache der halben Rente liege nicht vor. Dabei stützte er sich
im Wesentlichen auf den von Dr. D._ verfassten Verlaufsbericht. Er führte des
Weiteren aus, die depressive Verstimmung stelle keine neue Gesundheitsstörung dar.
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Ein medizinischer Revisionsgrund bestehe nicht und weitere Abklärungen seien nicht
angezeigt (IV-act. 99).
B.j Am 23. Dezember 2009 verfügte die IV-Stelle gemäss Vorbescheid, dass auf das
Gesuch nicht eingetreten werde (IV-act. 100).
C.
C.a Gegen diese Verfügung vom 23. Dezember 2009 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 1. Februar 2010. Der Beschwerdeführer beantragt, die Verfügung sei
aufzuheben und das Verfahren an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Die
Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, auf das neue Leistungsbegehren des
Beschwerdeführers einzutreten und es seien medizinische Abklärungen zu treffen.
Eventualiter beantragt er die Zusprache einer ganzen Invalidenrente und für den Fall
des Bejahens einer Erwerbsfähigkeit die Durchführung beruflicher Massnahmen. Zur
Begründung führt der Beschwerdeführer im Wesentlichen an, es könne nachgewiesen
werden, dass sich sein Gesundheitszustand zwischen 2003 und Erlass der
angefochtenen Verfügung 2009 markant verschlechtert habe. Im Gegensatz zu der im
Gutachten vom 23. Juni 2003 festgestellten Diskusprotrusion läge jetzt eine
Diskushernie vor und es sei eine depressive Verstimmung hinzugekommen (act. G 1).
C.b In der Beschwerdeergänzung vom 16. Februar 2010 reicht die Rechtsvertreterin
des Beschwerdeführers einen Bericht des Rodiag Diagnostic Centers Wil vom
9. Februar 2010 sowie einen Arztbericht von Dr. D._ vom 11. Februar 2010 nach
(act. G 4). Im Bericht des Rodiag Diagnostic Centers wird im Wesentlichen ausgeführt,
es bestehe eine breitbasige, medio-bilaterale linkslateral betonte und bis nach
intraforaminal reichende Diskushernie HWK 6/7 mit Kompression der linken C7-Wurzel
intraforaminal (act. G 4.3). Dr. D._ führt in seinem Arztbericht im Wesentlichen aus, es
ergäben sich aus den Befunden des MEDAS-Gutachtens 2003 keine Hinweise auf eine
solche Diskushernie HWK 6/7 mit Wurzelkompression C7. Ein Zusammenhang mit der
HWS-Distorsion vom 26. Dezember 2008 sei unwahrscheinlich, müsste jedoch
allenfalls durch eine fachärztliche Beurteilung abgeklärt werden. Bezüglich der erneuten
Manifestation der Diskushernie LWK 4/5 sei ebenfalls eine fachärztliche Beurteilung
angezeigt (act. G 4.2).
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C.c Mit Beschwerdeantwort vom 25. Februar 2010 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führt sie im
Wesentlichen aus, die vom Beschwerdeführer in den Vordergrund gestellten
Befundänderungen im lumbalen Bereich seien diskreter Natur und hätten keine
zusätzlichen Funktionsausfälle zur Folge. Die Commotio cerebri und die HWS-
Distorsion hätten keine nachweisbaren Schädigungen verursacht und auch die
depressive Störung stelle kein neues Leiden dar (act. G 6).
C.d Mit Replik vom 22. März 2010 lässt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen
festhalten. Zur Begründung wird im Wesentlichen angeführt, der RAD widerspreche
sich in seinen Stellungnahmen, da am 22. Oktober 2009 Anhaltspunkte für eine
relevante Verschlechterung des Gesundheitszustandes angenommen, solche aber am
26. November 2009 plötzlich wieder verneint worden seien. Zudem sei zu bestreiten,
dass bereits im Rahmen der MEDAS-Begutachtung im Jahr 2003 eine depressive
Verstimmung diagnostiziert worden sei (act. G 13).
C.e Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet
(act. G 16).

Erwägungen:
1.
Mit der angefochtenen Verfügung ist die Beschwerdegegnerin auf das
Leistungsbegehren des Beschwerdeführers nicht eingetreten. Streitig und vorliegend
zu prüfen ist daher, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht nicht auf das Gesuch des
Beschwerdeführers um Anpassung der Rente eingetreten ist. Eine materielle
Beurteilung bildet nicht Gegenstand dieses Verfahrens.
2.
2.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin
für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1
ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt nach der auch unter dem ATSG massgeblichen
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Rechtsprechung jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die
geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die
Invalidenrente ist nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des
Gesundheitszustands, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen
Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustands erheblich
verändert haben (BGE 130 V 349 f. E. 3.5). Eine bloss unterschiedliche Beurteilung
eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts stellt dagegen praxisgemäss
keine revisionsbegründende Änderung dar (BGE 112 V 372 E. 2b).
2.2 Ob eine solche Änderung eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des
Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der letzten, der versicherten Person eröffneten
rechtskräftigen Verfügung vorlag, die auf einer materiellen Prüfung des
Rentenanspruchs beruht, mit demjenigen zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung
(BGE 133 V 108 E. 5.4; BGE 130 V 351 E. 3.5.2; BGE 125 V 369 E. 2).
2.3 Wird ein Gesuch um Rentenanpassung eingereicht, ist darin glaubhaft zu
machen, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise
geändert hat (Art. 87 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]).
Durch diese Eintretensvoraussetzung soll verhindert werden, dass sich die Verwaltung
immer wieder mit gleichlautenden und nicht näher begründeten Rentengesuchen
befassen muss (vgl. Urteil des Bundesgerichtes vom 2. November 2011, 8C_624/2011,
E. 4.3.1, mit Hinweis).
2.4 Unter Glaubhaftmachen im Sinne von Art. 87 Abs. 3 IVV ist nicht der Beweis nach
dem im Sozialversicherungsrecht allgemein massgebenden Grad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit zu verstehen. Die Beweisanforderungen sind vielmehr dergestalt
herabgesetzt, als es genügt, dass für den geltend gemachten rechtserheblichen
Sachumstand wenigstens gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus noch
mit der Möglichkeit zu rechnen ist, dass sich bei eingehender Abklärung die
behauptete Sachverhaltsänderung nicht erstellen lässt. Bei der Prüfung der Frage, ob
die Vorbringen der versicherten Person glaubhaft sind, berücksichtigt die Verwaltung
u.a., ob seit der rechtskräftigen Erledigung des letzten Leistungsgesuchs lediglich
kurze oder schon längere Zeit vergangen ist. Je nachdem sind an die
Glaubhaftmachung einer Änderung des rechtserheblichen Sachverhalts höhere oder
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weniger hohe Anforderungen zu stellen (vgl. Urteil des Bundesgerichtes vom 8. Juli
2011, 9C_236/2011, E. 2.1.1, mit Hinweisen).
3.
3.1 Ausgangspunkt für die Verlaufsbeurteilung ist vorliegend die rechtskräftige
Verfügung vom 17. Juni 2004, mit welcher dem Beschwerdeführer eine halbe Rente ab
Oktober 2000 zugesprochen wurde. Sie stützt sich in medizinischer Hinsicht auf das
MEDAS-Gutachten vom 23. Juni 2003.
3.2 Als Ereignis, das Anhaltspunkt für eine wesentliche Sachverhaltsänderung
darstellen könnte, kann der Verkehrsunfall vom 26. Dezember 2008 in Betracht
gezogen werden. Im Zusammenhang mit dieser Frontalkollision wurde dem
Beschwerdeführer am 27. Dezember 2008 eine HWS-Distorsion, eine Commotio
cerebri sowie ein Weichteilrheumatismus diagnostiziert (IV-act. 67). Zudem wurde im
MRT-Befund vom 21. Januar 2009 (IV-act. 66) eine links laterale descendierte
Diskushernie im Segment LWK 4/5 mit Raumbeengung des linken Recessus und
Kompression der linken L5-Wurzel beschrieben. Der Befund der Diskushernie LWK 4/5
mit Kompression der linken L5-Wurzel wurde von Dr. D._ in der Folge bestätigt und
es wurde eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab dem 26. Dezember 2008 angenommen
(IV-act. 72).
3.3 In seiner Stellungnahme vom 22. Oktober 2009 (IV-act. 97) führte Dr. E._
sodann aus, aufgrund des MRT-Befundes vom 21. Januar 2009 ergäben sich
objektivierbare Anhaltspunkte für eine relevante Verschlechterung des
Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers und die vom Beschwerdeführer
geäusserten Beschwerden könnten einer radikulären Nervenschädigung zugeordnet
werden. Er stützte sich dabei im Wesentlichen darauf, dass eine Diskushernie LWK 4/5
zwar bereits 1991 vorgelegen habe, zum Zeitpunkt der MEDAS-Begutachtung 2003
jedoch lediglich eine diskrete Diskusprotrusion LWK 4/5 nachgewiesen worden sei. Im
Gegensatz dazu habe sich im MRT-Befund wiederum eine Diskushernie LWK 4/5 mit
Kompression der linken L5-Wurzel gezeigt.
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3.4 Gemäss dem von der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers nachgereichten
MRT-Befund des Rodiag Diagnostic Centers Wil vom 9. Februar 2010 (act. G 4.3) ist
sodann eine Diskushernie HWK 6/7 mit Kompression der linken C7-Wurzel
intraforaminal ausgewiesen. Dr. D._ führte dazu in seinem Bericht vom 11. Februar
2010 (act. G 4.2) aus, der Beschwerdeführer habe nach dem Unfall vom 26. Dezember
2008 radikuläre Schmerzen geäussert. Die daraufhin durchgeführte MRT-Untersuchung
habe eine Diskushernie LWK 4/5 gezeigt, welche gemäss dem MEDAS-Gutachten zwar
1991, jedoch nicht mehr 1999 nachgewiesen worden sei. Im MEDAS-Gutachten sei
sodann keine Diskushernie HWK 6/7 diagnostiziert worden. Sowohl die Diskushernie
LWK 4/5 als auch diejenige HWK 6/7 müssten durch eine fachärztliche Begutachtung
abgeklärt werden.
3.5 Gesamthaft ergeben sich somit unter Berücksichtigung des Autounfalls und
insbesondere der Befunde der Diskushernie LWK 4/5 und HWK 6/7 Anhaltspunkte für
eine relevante Veränderung des Sachverhalts.
3.6 Was die zweite Stellungnahme von Dr. E._ vom RAD vom 26. November 2009
(IV-act. 99) betrifft, so stützt sich dieser in seiner Beurteilung im Wesentlichen auf den
Verlaufsbericht von Dr. D._ vom 15. November 2009 (IV-act. 98), gemäss welchem
sich der Gesundheitszustand seit März 2009 nicht verändert habe. Hierzu ist
anzumerken, dass Dr. D._ in seinem Schreiben vom 19. März 2009 (IV-act. 92-5 f.)
darauf hingewiesen hat, dass der Beschwerdeführer erst seit dem Unfall bei ihm in
Behandlung sei und ihm deshalb die Vergleichsmöglichkeit zum Zustand vor dem
Unfall fehle. Wenn sich Dr. E._ somit auf die Aussagen von Dr. D._, an der L5-
Symptomatik habe sich nichts geändert und sie entspreche seines Erachtens dem
Zustand vor dem Unfall vom 26. Dezember 2008, stützt, überzeugt dies nicht und ist
nicht nachvollziehbar. Die von der Beschwerdegegnerin als ausschlaggebend
erachteten Äusserungen von Dr. E._ sind somit nicht als schlüssig zu erachten. Sie
beziehen sich im Wesentlichen auf den Verlaufsbericht von Dr. D._, welcher
einerseits die Situation des Beschwerdeführers im August 2009 (letzte Kontrolle, vgl.
IV-act. 98-1) mit derjenigen vom März 2009 vergleicht und andererseits keine
massgebenden Aussagen zum Gesundheitszustand des Beschwerdeführers vor dem
Unfall machen konnte, da er diesen damals noch nicht behandelt hatte.
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3.7 Es bestehen somit Anhaltspunkte, dass sich der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers und damit der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch
erheblichen Weise geändert haben könnte. Demnach wurde eine relevante
Veränderung des Gesundheitszustandes im Sinne von Art. 87 Abs. 3 IVV seit Erlass der
Verfügung vom 17. Juni 2004 glaubhaft gemacht. Die Beschwerdegegnerin ist
angesichts dessen zu Unrecht nicht auf das entsprechende Gesuch vom 27. Januar
2009 eingetreten.
4.
4.1 In Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung vom
23. Dezember 2009 aufzuheben und die Sache zur Durchführung des
Rentenrevisionsverfahrens an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem
Ausgang des Verfahrens entsprechend sind sie vollumfänglich der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Die obsiegende beschwerdeführende Partei hat
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen
(Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.--
bis Fr. 12'000.--. Der Bedeutung und Komplexität der Streitsache angemessen
erscheint eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen
und Mehrwertsteuer). Die am 2. März 2010 bewilligte unentgeltliche
Rechtsverbeiständung wird damit gegenstandslos.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP