Decision ID: 8dc76e16-6947-5f84-a6c3-94ca65d4543e
Year: 2018
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A.a Der Beschwerdeführer (A._) suchte am (...) im Empfangs- und
Verfahrenszentrum (EVZ) in F._ um Asyl nach. Gleichentags teilte
das SEM ihm mit, er sei per Zufallsprinzip dem Verfahrenszentrum
G._ (VZ G._) zugewiesen worden, wo sein Asylgesuch ge-
mäss Art. 4 Abs. 3 der Verordnung vom 4. September 2013 über die Durch-
führung von Testphasen zu den Beschleunigungsmassnahmen im Asylbe-
reich (TestV, SR 142.318.1) behandelt werde.
A.b Am 20. Mai 2015 nahm das SEM die Personalien des Beschwerdefüh-
rers auf und befragte ihn zum Reiseweg.
A.c Am 27. Mai 2015 führte das SEM ein beratendes Vorgespräch durch.
A.d Mit Eingabe vom 3. Juni 2015 reichte der Beschwerdeführer mehrere
Beweismittel zu den Akten (vgl. SEM act. A19, Dokumente 1-54).
A.e Der Beschwerdeführer teilte mit Eingabe vom 19. Juni 2015 unter Bei-
lage von Fotos und einem Polizeirapport (vgl. SEM act. A20) mit, sein (Nen-
nung Verwandter) sei in Mazedonien von Unbekannten brutal zusammen-
geschlagen worden, wobei sie den (Nennung Verwandter) nach ihm (Be-
schwerdeführer) gefragt hätten. Der (Nennung Verwandter) sei lebensbe-
drohlich verletzt worden und habe operiert werden müssen.
A.f Der Beschwerdeführer wurde am 24. Juni 2015 zu seinen Asylgründen
angehört. Dabei machte er im Wesentlichen geltend, er sei albanischer
Ethnie und stamme aus H._. Er habe (Darlegung berufliche Ausbil-
dung und Erwerbstätigkeit). In der Kriegszeit habe man versucht, ihn um-
zubringen, und es sei auf ihn geschossen worden. Er sei auch (Nennung
Vorwurf) beschuldigt worden und deswegen vom (...) bis (...) in Untersu-
chungshaft gewesen und dabei gefoltert worden. Ausserdem habe es eine
gross angelegte Hausdurchsuchung gegeben. Während jener Zeit habe er
viele Stellen kontaktiert, unter anderem (Auflistung Stellen). Schliesslich
sei er am (...) von allen Anschuldigungen freigesprochen worden. In den
Jahren (...) und (...) habe er als (Nennung Funktion) in verschiedenen
(Nennung Firmen) gearbeitet. Während seiner Zeit als Manager bei einer
(Nennung Firma) habe es einen bewaffneten Übergriff auf die (...)mitarbei-
tenden gegeben. In der Folge sei in einem Gerichtsverfahren versucht wor-
den, ihm die Schuld dafür unterzuschieben. Er sei aber freigesprochen
worden. Von (...) bis (...) habe er beim (Nennung Institution) als (Nennung
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Funktion) gearbeitet. Im Jahr (...) habe er (...) einen (Nennung Vorfall) ver-
ursacht. Das Verfahren sei nicht rechtskonform abgelaufen, da die Geschä-
digten ethnische Mazedonier seien. Schliesslich habe man ihn zu einer
Strafe von (Nennung Strafe) verurteilt. Im (...) habe er seine Arbeit verloren.
Auf Geheiss des Direktors habe er – angesichts seines grossen Leistungs-
ausweises – weitergearbeitet, sei jedoch schliesslich auf Druck (Nennung
Institution) im (...) entlassen worden.
Im Jahr (...) sei ein Strafverfahren gegen (Nennung Anzahl) Personen
(Nennung Funktion der Angeklagten), welche die fingierte Anklage wegen
(Nennung Vorwurf) gegen ihn eingereicht hätten, erhoben worden. Jenes
Verfahren laufe immer noch, die Anklage des (Nennung Behörde) sei nur
erhoben worden, um sich vor Europa zu profilieren und den Anschein eines
funktionierenden Rechtsstaates in Mazedonien zu erwecken. Die Ange-
klagten hätten ihn als Zeugen und Geschädigten bis zu seiner Ausreise
immer wieder bedroht. Ausserdem hätten sie im Jahr (...) seinen (Nennung
Verwandter) umgebracht. Er befinde sich wegen den Erinnerungen an
seine Untersuchungshaft permanent in einer Stresssituation.
Während seiner (...) Karriere habe er sehr gefährliche (Nennung Personen)
einsperren lassen und zudem immer wieder beobachtet, wie (Nennung
Personen) mit den Behörden zusammengearbeitet hätten. Deshalb sei er
zum Angriffsziel geworden; man habe ihn eliminieren wollen. Dies habe
sich etwa dadurch gezeigt, dass anlässlich des von ihm verursachten Un-
falles Personen dem Gericht telefoniert hätten, um Einfluss auf das Urteil
zu nehmen. Und es sei versucht worden, die (Nennung Strafe) entgegen
den Richtlinien in eine (Nennung andere Strafe) umzuwandeln. Zudem
habe ihn der Direktor unter Einfluss des (Nennung Institution) entlassen
müssen. Er sei beim (Nennung Institution) eine unerwünschte Person. Die-
ser habe ihn bei jeder Gelegenheit in irgendwelche Fälle verwickeln wollen,
um ihn ins Gefängnis zu bringen. Er befürchte deshalb, bei einer Rückkehr
umgebracht zu werden.
Es sei schliesslich die Kumulation von allem Druck und Stress gewesen,
die ihn am (...) zur Ausreise bewogen habe. Er leide an (Nennung Leiden).
Nach seiner Ausreise sei sein (Nennung Verwandter) von einer kriminellen
Gruppe einer Regierungspartei nach ihm (dem Beschwerdeführer) befragt
und zusammengeschlagen worden. Diese Männer hätten darauf die Poli-
zei informiert und den (Nennung Verwandter) als Täter dargestellt, worauf
dieser trotz lebensgefährlicher Verletzungen mehrere Stunden ohne medi-
zinische Versorgung auf dem Polizeiposten festgehalten worden sei.
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A.g Das SEM teilte dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 29. Juni
2015 mit, sein Asylgesuch werde gemäss Art. 19 TestV in das erweiterte
Verfahren zugewiesen.
B.
B.a Die Beschwerdeführerin (B._) und die Kinder gelangten eige-
nen Angaben nach am (...) in die Schweiz, wo sie am (...) um Asyl nach-
suchten. Gleichentags teilte das SEM der Beschwerdeführerin mit, sie sei
per Zufallsprinzip dem VZ G._ zugewiesen worden, wo ihr Asylge-
such gemäss Art. 4 Abs. 3 TestV behandelt werde.
B.b Am 11. Februar 2016 nahm das SEM die Personalien der Beschwer-
deführerin auf und befragte sie zum Reiseweg.
B.c Die Beschwerdeführerin wurde am 17. Februar 2016 zu den Asylgrün-
den angehört. Sie schloss sich dabei im Wesentlichen den Ausführungen
ihres Ehemannes an. Ausserdem machte sie geltend, sie habe in Mazedo-
nien die (Nennung Ausbildung und berufliche Tätigkeit). Nach der Ausreise
ihres Ehemannes sei sein (Nennung Verwandter) am (...) zusammenge-
schlagen worden; er habe das Land zwischenzeitlich ebenfalls verlassen.
Als (Nennung Funktion) habe sie Zugriff auf die Daten gehabt und gese-
hen, dass es eine Anzeige gegen ihren (Nennung Verwandter) gegeben
habe. Gegen die Angreifer mit Beziehungen zur Regierung habe es auch
eine Anzeige gegeben, allerdings habe das Gericht nichts unternommen.
Der untersuchende Inspektor sei unter Druck gesetzt worden, in eine be-
stimmte Richtung zu ermitteln, dass der (Nennung Verwandter) schuldig
gesprochen werde. Sie habe verbotenerweise (Nennung Aktenstücke) des
Verfahrens ihres (Nennung Verwandter) zu ihrem Ehemann in die Schweiz
geschickt. Sie befürchte nun, dass sie aufgrund der Aktenherausgabe an
Dritte bei einer Rückkehr nach Mazedonien zu einer Freiheitsstrafe verur-
teilt werde. Ausserdem sei sie von ihrer Vorgesetzten, einer ethnischen
Mazedonierin, gemobbt worden. Sie leide an (Aufzählung Leiden).
B.d Das SEM wies das Asylgesuch der Beschwerdeführerin und der Kin-
der am 19. Februar 2016 in das erweiterte Verfahren zu.
C.
Mit Eingabe vom 7. Juli 2016 reichten die Beschwerdeführenden weitere
Beweismittel zu den Akten (Auflistung Beweismittel).
D.
Am (...) kam das Kind E._ zur Welt.
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E.
Mit Verfügung vom 28. März 2018 stellte das SEM fest, die Beschwerde-
führenden würden die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllen, lehnte ihre
Asylgesuche ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete
den Wegweisungsvollzug an.
F.
Die Beschwerdeführenden fochten diese Verfügung mit Beschwerde vom
9. April 2018 beim Bundesverwaltungsgericht an. Sie beantragten, unter
Aufhebung der angefochtenen Verfügung, sie seien als Flüchtlinge anzu-
erkennen und ihnen sei Asyl zu gewähren, eventualiter sei wegen Unzu-
lässigkeit und Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs die vorläufige
Aufnahme anzuordnen, subeventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung
an die Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht ersuchten sie
um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung samt Verzicht auf die
Erhebung eines Kostenvorschusses und um Beiordnung eines amtlichen
Rechtsbeistands in der Person des rubrizierten Rechtsvertreters.
G.
Das (Nennung Behörde) bestätigte mit Schreiben vom (...) die Fürsorge-
abhängigkeit der Beschwerdeführenden.
H.
Mit Verfügung vom 20. April 2018 wies die Instruktionsrichterin die Gesu-
che um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und unentgeltli-
chen Rechtsverbeiständung ab und forderte die Beschwerdeführenden zur
Leistung eines Kostenvorschusses bis zum 7. Mai 2018 auf.
I.
Der Kostenvorschuss wurde am 25. April 2018 einbezahlt.
J.
Mit Eingabe vom 7. Mai 2018 ersuchten die Beschwerdeführenden um wie-
dererwägungsweise Aufhebung der Ziffern 2 und 3 der Zwischenverfügung
vom 20. April 2018 und Gutheissung der Gesuche um Gewährung der un-
entgeltlichen Prozessführung und unentgeltlichen Rechtsverbeiständung.
Der Eingabe waren (Auflistung Beweismittel) beigelegt.
K.
Am 2. Juli 2018 reichte der Beschwerdeführer eine als (...) zur Beschwerde
bezeichnete Eingabe zu den Akten und machte geltend, es handle sich bei
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den beigelegten Beweismitteln um „offizielle Dokumente, Zeitungsberichte
und Schreiben“, welche aufzeigen würden, dass er in Mazedonien gefähr-
det sei. Viele der Fakten und Beilagen habe er bereits im vorinstanzlichen
Verfahren dargelegt. Er bezweifle allerdings, dass seine Dokumente vom
SEM beim Entscheid berücksichtigt worden seien, namentlich jene, welche
in mazedonischer Sprache eingereicht worden seien.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-
lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig
und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorlie-
gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]).
Die Beschwerdeführenden sind als Verfügungsadressaten zur Beschwer-
deführung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht einge-
reichte Beschwerde (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist
einzutreten.
1.2 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü-
gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des
Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
1.3 Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist im
Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung einer zweiten
Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG) ohne Weiterungen und mit summarischer
Begründung zu behandeln (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG).
2.
Die formellen Rügen der Beschwerdeführenden, wonach das SEM ihren
Anspruch auf rechtliches Gehör verletze und den Sachverhalt unrichtig und
unvollständig abgeklärt habe, erweisen sich aus den in der Zwischenver-
fügung vom 20. April 2018 festgehaltenen Gründen als nicht stichhaltig.
Unter diesen Umständen ist der entsprechende Eventualantrag um Rück-
weisung der Sache an die Vorinstanz zur Neubeurteilung abzuweisen.
3.
3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
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Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen
Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die
Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
4.
4.1 Die Vorinstanz gelangte in der angefochtenen Verfügung zum Schluss,
die im Asylgesuch genannten Fluchtgründe würden weder den Anforderun-
gen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG noch denjenigen an
die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG standhalten. Einerseits entbehrten
die Ausführungen der Substanz, gründeten auf blossen Vermutungen und
seien logisch nicht nachvollziehbar. Andererseits würden den dokumentier-
ten strafrechtlichen Verfahren rein gemeinrechtliche Gründe zugrunde lie-
gen und es lägen keine Anzeichen für einen Politmalus vor. Sodann ent-
behrten die im Jahre (...) datierenden Übergriffe der zeitlichen Kausalität
zwischen Ereignis und Flucht und der mazedonische Staat sei als schutz-
willig und schutzfähig zu erachten. Die Ereignisse um den (Nennung Ver-
wandter) des Beschwerdeführers sowie die Probleme am Arbeitsplatz der
Beschwerdeführerin seien als nicht asylrelevant einzustufen. Die einge-
reichten Beweismittel vermöchten nicht zu einer anderen Einschätzung zu
führen.
4.2 In der Beschwerdeschrift hielten die Beschwerdeführenden – abgese-
hen von den formellen Rügen – im Wesentlichen an den bisherigen Grün-
den für ihre Asylgesuche fest. Ergänzend reichten sie mit Eingaben vom
7. Mai 2018 und 2. Juli 2018 (Nennung Beweismittel) nach (vgl. Bst. J und
K).
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5.
5.1 Vorliegend erweisen sich nach Ansicht des Bundesverwaltungsgerichts
die Ausführungen in der angefochtenen Verfügung aufgrund der Akten als
zutreffend. Die Vorbringen in der Beschwerdeschrift und den weiteren Ein-
gaben sowie die eingereichten Beweismittel sind nicht geeignet, an der vor-
instanzlichen Einschätzung etwas zu ändern. Es kann in diesem Zusam-
menhang auf die zu bestätigenden Ausführungen der Vorinstanz im ange-
fochtenen Entscheid und auf die Zwischenverfügung vom 20. April 2018,
worin einlässlich dargelegt wurde, dass die in der Rechtsmitteleingabe vor-
gebrachten Einwände sowie die diesbezüglich eingereichten relevanten
Dokumente die vom SEM getroffenen Schlussfolgerungen nicht umzustos-
sen vermöchten, verwiesen werden. Sodann ist festzuhalten, dass gemäss
Schutztheorie zudem Schutz vor nichtstaatlicher Verfolgung erhältlich sein
muss (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.2 m.w.H.). Dies ist in Mazedonien, welches
vom Bundesrat angesichts der innenpolitischen Situation als verfolgungs-
sicherer Staat (safe country) im Sinne von Art. 6a Abs. 2 lit. a AsylG be-
zeichnet wurde und wo Schutz vor nichtstaatlicher Verfolgung gewährleis-
tet ist, gegeben. Den Beschwerdeführenden gelingt es nicht, diese gesetz-
liche Regelvermutung umzustossen. Des Weiteren ist hinzuzufügen, dass
die Beziehungen zwischen den beiden grössten Bevölkerungsgruppen Ma-
zedoniens, den ethnischen Mazedoniern und Albanern, zwar als ange-
spannt zu bezeichnen sind, dass aber nicht von einer staatlichen oder gar
systematischen Diskriminierung der albanischen Bevölkerungsgruppe von
staatlicher Seite respektive von einem ungenügenden Schutzwille oder
Schutzfähigkeit der staatlichen Behörden gesprochen werden kann (vgl.
Urteil des BVGer D-4061/2014 vom 23. Juli 2015). An dieser Einschätzung
vermögen auch die nach Erlass der erwähnten Zwischenverfügung einge-
reichten weiteren Dokumente nichts zu ändern, wurden diese doch gröss-
tenteils bereits im vorinstanzlichen Verfahren ins Recht gelegt, betreffen
einen überwiegend unbestrittenen Sachverhalt, nehmen teilweise – so die
Zeitungsausschnitte zur allgemeinen Situation in Mazedonien – gar keinen
persönlichen Bezug zu den Beschwerdeführenden und sind nicht geeignet,
zu einer anderen als der bisherigen Schlussfolgerung zu führen.
5.2 Das SEM hat somit die Asylgesuche der Beschwerdeführenden zu
Recht abgewiesen.
6.
6.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet
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den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa-
milie (Art. 44 AsylG). Die Beschwerdeführenden verfügen weder über eine
ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf
Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht ange-
ordnet (Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
7.
7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis
nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme
(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]).
7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen
der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den
Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3
AuG).
So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-
gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund
nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-
reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl.
ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-
stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).
7.2.1 Der Vollzug der Wegweisung ist vorliegend in Beachtung dieser
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig , da
es den Beschwerdeführenden nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erheb-
liche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, weshalb das
in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoule-
ment im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet und sodann keine
Anhaltspunkte für eine im Heimat- oder Herkunftsstaat drohende men-
schenrechtswidrige Behandlung im Sinne von Art. 25 Abs. 3 BV, von Art. 3
des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere
grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe
(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK ersichtlich sind.
7.2.2 Mit Blick auf den in den ärztlichen Unterlagen enthaltenen passiven
Todeswunsch des Beschwerdeführers ist anzumerken, dass der wegwei-
sende Staat gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofs für Menschen-
rechte (EGMR) nicht verpflichtet ist, vom Vollzug der Ausweisung Abstand
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zu nehmen, falls Ausländer für den Fall des Vollzugs des Wegweisungs-
entscheids mit Suizid drohen. Ergreift der wegweisende Staat Massnah-
men, um die Umsetzung einer Suiziddrohung zu verhindern, vermag die
Ausschaffung nicht gegen Art. 3 EMRK zu verstossen (vgl. die Entscheide
des EGMR vom 30. Juni 2015 i.S. A.S. gegen die Schweiz, Nr. 39350/13,
und vom 7. Oktober 2004 i.S. Dragan und andere gegen Deutschland,
Nr. 33743/03, letzteres angeführt in EMARK 2005 Nr. 23 E. 5.1 S. 212,
Urteil des BGer 2C_856/2015 vom 10. Oktober 2015 E. 3.2.1). Im konkre-
ten Fall besteht Gewähr dafür, dass nötigenfalls geeignete Massnahmen
ergriffen werden könnten mit dem Ziel, allfällige suizidale Tendenzen beim
Beschwerdeführer im Zusammenhang mit der Ausschaffung zu verhindern.
7.2.3 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im
Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.
7.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-
grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-
dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung
festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige
Aufnahme zu gewähren.
7.3.1 Nachdem Mazedonien als verfolgungssicherer Staat gemäss Art. 6a
Abs. 2 AsylG gilt, in welchem weder eine Situation von Krieg, Bürgerkrieg
oder allgemeiner Gewalt herrscht, ist in konstanter Praxis von der generel-
len Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs auszugehen. Auch in individu-
eller Hinsicht sind keine Gründe ersichtlich, welche eine Wegweisung als
unzumutbar erscheinen liessen. So kommen den Beschwerdeführenden
ihre Ausbildung und die entsprechend langjährige Berufserfahrung beim
Aufbau einer neuen wirtschaftlichen Existenz entgegen. Überdies leben im
Heimatort noch verschiedene Verwandte, die ihnen bei der Reintegration
behilflich sein können. Im Weiteren steht es den Beschwerdeführenden an-
gesichts der in Mazedonien bestehenden medizinischen Infrastruktur und
dem Umstand, dass für rückkehrende Asylsuchende der Zugang zur kos-
tenfreien Gesundheitsfürsorge gewährleistet ist, offen, sich in ihrer Heimat
weiterbehandeln zu lassen (vgl. bspw. Urteil des BVGer D-5796/2017 vom
23. Februar 2018).
7.3.2 Sind von einem Wegweisungsvollzug auch Kinder betroffen, so bildet
im Rahmen der Zumutbarkeitsprüfung das Kindeswohl gemäss Art. 3 des
Übereinkommens vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes
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Seite 11
(KRK, SR 0.107) einen Gesichtspunkt von gewichtiger Bedeutung. Vorlie-
gend kann mit Blick auf den Aufenthalt und eine damit verbundene Integra-
tion der Kinder in der Schweiz kein Verstoss gegen das Kindeswohl erblickt
werden. Die Kinder sind (...), knapp (...) und (...) Jahre alt. Alle Kinder sind
somit aufgrund ihres Alters noch in erster Linie an ihren Eltern orientiert.
Die beiden älteren Kinder halten sich seit (...) Jahren in der Schweiz auf
und besuchen hier die Schule beziehungsweise den Kindergarten, wäh-
rend das jüngste in der Schweiz geboren ist. Damit dürften sie eine ge-
wisse Integration in der Schweiz erfahren haben, doch lassen sich den Ak-
ten keine Anhaltpunkte für eine derart fortgeschrittene Verwurzelung in der
Schweiz entnehmen, dass zu schliessen wäre, eine Rückkehr nach Maze-
donien sei unter dem Aspekt des Kindeswohls unzumutbar. Aufgrund der
ursprünglichen Sozialisierung der beiden älteren Kinder in Mazedonien
sind sie mit der Kultur ihrer Eltern und auch mit der albanischen Sprache
vertraut, so dass ihnen eine Reintegration in der Heimat problemlos gelin-
gen dürfte.
7.3.3 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch
als zumutbar.
7.4 Schliesslich obliegt es den Beschwerdeführenden, sich – soweit erfor-
derlich – bei der zuständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine
Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4
AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Weg-
weisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG).
7.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu
Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der
vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG).
8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzu-
weisen.
9.
9.1 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen erweisen sich die gestellten
Begehren als aussichtslos, weshalb das mit Eingabe vom 7. Mai 2018 wie-
dererwägungsweise gestellte Gesuch um unentgeltliche Prozessführung
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und um Beiordnung eines amtlichen Rechtsbeistands abzuweisen ist
(Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG).
9.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den Beschwer-
deführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt
Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht
[VGKE, SR 173.320.2]). Der am 25. April 2018 in gleicher Höhe geleistete
Kostenvorschuss ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden.
(Dispositiv nächste Seite)
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