Decision ID: 8c28be98-8fa8-417f-b07e-2b790bf02d69
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1969, meldete sich am 21. Februar 2000 bei der Invali
denversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 9/6, vgl. auch Urk. 9/15). Das damals zuständige Amt für
AHV und IV des Kantons Thurgau (nachfolgend
IV-Stelle
des Kantons
Thurgau
)
klärte die medizinische und erwerbliche Situ
ation ab und veranlasste ein polydisziplinäres Gutachten bei der Medizini
schen Abklärungsstelle (MEDAS)
Y._
, welches am 18. Mai 2001 erstattet wurde (Urk. 9/32). Mit Verfügungen vom 12. Dezember 2001 (Urk. 9/38) sowie vom 9. Januar 2002 (Urk. 9/39-40) sprach die IV-Stelle
des Kantons
Thurgau dem Versicherten ab 1. September 2000 eine halbe Rente zu.
1.2
Im Februar 2004 leitete die IV-Stelle
des Kantons
Thurgau ein Revisionsver
fahren ein (vgl. Urk. 9/46) und erhöhte die bisherige Rente des Versicherten mit Verfügungen vom 26. Januar 2005 mit Wirkung ab 1. Mai 2004 auf eine ganze Rente (Urk. 9/60-61).
Am 22. Juni 2006 und am 6. August 2008 teilte die nun zuständige Sozialversi
cherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, dem Versicherten mit, der Rentenanspruch sei unverändert (Urk. 9/69, Urk. 9/76).
1.3
Im Rahmen einer im August 2011 eingeleiteten Rentenrevision
(vgl.
Urk. 9/82) holte die IV-Stelle unter anderem ein polydisziplinäres Gut
achten beim
Z._
ein, welches am 20. Juni 2012 erstattet wurde (Urk. 9/99)
,
und zog ein psychiatrisches Gutachten vom 20. Juni 2012 (Urk. 9/100/3-18) bei, das im Auftrag der Pensionskasse erstellt wurde. Mit Vorbescheid vom 26. Juli 2012 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die Aufhebung der bisherigen Rente in Aussicht (Urk. 9/104). Nachdem der Versicherte dagegen Einwände erhob (Urk. 9/113, Urk. 9/117), einen neuropsychologischen Untersuchungsbericht (Urk. 9/122
= Urk. 3/3
) und das
Z._
eine Stellungnahme einreichte (Urk. 9/123), gab die IV-Stelle bei der
A._
in den Fachrichtungen Neurologie und Neuropsychologie ein weiteres Gutachten in Auftrag (Urk. 9/128). Damit erklärte sich der Versi
cherte einverstanden, teilte der IV-Stelle aber gleichzeitig mit, sein Beschwerdebild umfasse auch die Fachbereiche Psychiatrie und Endokrinolo
gie (Schreiben vom 15. Februar 2013, Urk. 9/129). Infolge Personalknappheit konnte das Gutachten von der
A._
nicht durchgeführt werden (Schreiben vom 21. März 2013, Urk. 9/130). Mit Mitteilung vom 19. Juli 2013 informierte die IV-Stelle den Versicherten, dass eine polydisziplinäre Begutachtung in den Disziplinen Allgemeine Innere Medizin, Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, Neuropsychologie und Endokrinologie durch das
Z._
erfolgen werde
,
und teilte ihm die Namen der Gutachter mit (Urk. 9/139). Der Versicherte erklärte sich mit einer Begutachtung durch die Ärzte des
Z._
nicht einverstanden (Urk. 9/141), woraufhin die IV-Stelle m
it Zwischenverfügung vom 6. August 2013 an einer Abklärung durch das
Z._
festhielt (Urk. 9/142). Die dagegen erhobene Beschwerde (Urk. 9/144/3-15) wies das hiesige Gericht mit Urteil vom 20. November 2013 ab (Urk. 9/146, Prozess Nr. IV.2013.00830). Das Bundesgericht
bestätigte diesen Entscheid
mit Urteil 8C_35/201
4 vom 16. Juni 2014
(Urk. 9/155).
In Nachachtung dieses Urteils beauftragte die IV-Stelle das
Z._
mit der polydis
ziplinären Begutachtung des Versicherten (vgl. Urk. 9/157), wobei das polydisziplinäre Gutachten am 26. November 2014 erstattet wurde (Urk. 9/168). Mit Verfügung vom 25. Januar 2016 (Urk. 9/223 = Urk. 2) hielt die IV-Stelle an ihrem Vorbescheid fest und hob die bisher ausgerichtete Rente auf.
2.
Der Versicherte erhob am 26. Februar 2016 Beschwerde gegen die Verfügung vom 25. Januar 2016 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihm weiterhin eine ganze Invalidenrente auszurichten. Eventuell sei die polydisziplinäre Abklärung zu wiederholen, indem das Gericht die Gutachter bestimme. Zudem sei festzustellen, dass die IV-Stelle im Einwandverfahren das Recht auf Akteneinsicht und das rechtliche Gehör verletzt habe. Ferner beantragte er unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung (Urk. 1 S. 2 Ziff. 1-4). Am 24. März 2013 zog der Versicherte den Antrag auf unent
geltliche Prozessführung und Rechtsvertretung zurück (Urk. 7). Die IV
Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 12. April 2016 (Urk. 8) die Abwei
sung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am 18. April 2016 zur Kenntnis gebracht (Urk. 10).

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück
sich
tigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objek
tiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreivier
telsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Renten
bezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähig
keit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeits
fähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchser
heblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Einspracheentscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskon
former Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditäts
be
messung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundes
gerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.1 mit Hinweisen).
1.4
Gemäss
Art.
88a
Abs.
1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) ist bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen oder bei einer Verminderung der Hilflosigkeit, des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwandes oder des Hilfebedarfs die an
spruchs
beeinflussende Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Die hierzu notwendige Prognose unterliegt dabei dem im Sozialversiche
rungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 119 V 7 E. 3c/aa mit Hinweisen).
Nach der bundesgerichtlichen Praxis zu
Art.
88a
Abs.
1 IVV ist eine Rente bei Wegfall der Invalidität im Normalfall erst nach Ablauf von drei Monaten seit dem Eintritt der anspruchserheblichen Veränderung aufzuheben (BGE
119 V 98 E. 4a, Urteil des Bundesgerichts I 569/06 vom 20. November 2006 E. 3.3).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) davon aus, dass aufgrund des nun vorliegenden Z._-Gutachtens vom 20. Juni 2012 aus versicherungsmedizinischer Sicht seit Untersuchungsdatum am 2. Mai 2012 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in der bisherigen wie auch in anderen Verweistätigkeiten ausgewiesen sei (S. 2 oben). Aufgrund der Ein
wände des Beschwerdeführers sei eine erneute Begutachtung im Z._ in Auf
trag gegeben und am 26. November 2014 erstellt worden. Es bestünden heute keine Diagnosen mit einer Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit mehr. Der Beschwerdeführer sei mit Massnahmen zur Arbeitsvermittlung unterstützt worden. Er habe seine selbständige Tätigkeit ausgebaut und könne sich keine Tätigkeit im Anstellungsverhältnis vorstellen. Sie würden somit an ihrer Beurteilung festhalten (S. 2 unten).
2.2
Demgegenüber vertrat der Beschwerdeführer den Standpunkt (Urk. 1), dass mit der unvollständigen Herausgabe der medizinischen Akten durch das Z._ der Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt worden sei. Er sei nicht in die Lage versetzt worden, prüfen zu können beziehungsweise prüfen lassen zu können, ob die neuropsychologischen Tests tatsächlich korrekt in das geschriebene Gutachten eingeflossen seien. Deshalb seien ihm die gesamten edierbaren medizinischen Akten von den im Z._ durchgeführten medizini
schen Untersuchungen zur Stellungnahme zur Verfügung zu stellen (S. 11 Ziff. 3.1). Zudem liege – aus näher genannten Gründen – kein beweiskräfti
ges Gutachten vor, welches eine erhebliche und andauernde gesundheitliche Verbesserung nachweisen würde (S. 21 Mitte).
2.3
Strittig ist die revisionsweise Aufhebung der bisher ausgerichteten ganzen Rente, wobei namentlich zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers wesentlich verbessert respektive sich die für die Invalidi
tätsbemessung massgebende Arbeitsfähigkeit verändert hat, und ob zur Beantwortung dieser Frage auf das von der Beschwerdegegnerin eingeholte
Z._
-Gutachten vom
26.
November 2014 abgestellt werden kann.
Zu vergleichen ist dabei der Sachverhalt im Zeitpunkt der
Rentenerhöhung im Januar 2005
– da im Rahmen der Rentenbestäti
gung
en im Juni 2006
und August 2008
nur eine rudimentäre Prüfung erfolgte
– mit demjenigen, wel
cher der hier
angefochtenen Verfügung vom 26. März 2015 zugrunde lag.
3.
3.1
Der Rentenerhöhung vom 26. Januar 2005 (Urk. 9/60-61) lagen im Wesentli
chen die folgenden Berichte zugrunde:
3.1.1
Dr. med. B._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Hausarzt des Beschwerdeführers, nannte in seinem Bericht vom 9. März 2004 (Urk. 9/48/5-
6) die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit (Ziff. A):
-
Status
nach Thyreoidektomie
bei Schilddrüsenkarzinom
-
Status nach Radiotherapie
-
Status nach Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) 2000
-
dekompensierte vegetative Dystonie im Zusammenhang mit beiden obi
gen Diagnosen
Der Beschwerdeführer sei seit Dezember 2000 zu 75 % arbeitsunfähig (Ziff. B).
3.1.2
Dr.
B._
diagnostizierte in seinem Bericht vom 21. Mai 2004
(Urk. 9/
50/3) neu eine seit Februar/März 2004 best
e
hende schwere depressive Episode.
3.1.3
Dr. med. C._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, nannte in
seinem Bericht vom 20. Juli 2004 (Urk. 9/51/1-2) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. A):
-
Anpassungsstörung (ICD-10 F43.22) mit Übergang zu Angstreaktion (ICD
10 F41.1) nach körperlichen Erkrankungen (Schilddrüsenkarzinom 1998 und FSME 2000) seit 1998/2000
-
Verdacht auf Residualsyndrom nach FSME-Infektion
Der Beschwerdeführer sei in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Koch/Wirt seit 2004 zu 100 % arbeitsunfähig (Ziff. B).
3.
2
Die damals zuständige IV-Stelle des Kantons Thurgau erhöhte die bisherige halbe Rente des Beschwerdeführers gestützt auf die eingeholten Berichte ab Mai 2004 auf eine ganze Rente bei einem Invaliditätsgrad von 83 % (Urk. 9/60-61).
3.3
Der Rentenbestätigung vom 22. Juni 2006 (Urk. 9/69) lag das Schreiben von Dr. B._ vom 13. Juni 2006 (Urk. 9/68/3) zugrunde. Darin diagnosti
zierte er eine Anpassungsstörung im Rahmen/bei Status nach einer FSME
Infektion, einer Persönlichkeitsstörung und einem Status nach Schild
drüsen
karzinom. Am Invaliditätsgrad habe sich in der Zwischenzeit kaum etwas verändert; es gehe dem Beschwerdeführer nach wie vor, vor allem psychisch, nicht gut mit depressiven Krisen, Angststörung und Ausbrüchen von Aggression.
3.4
Der Rentenbestätigung vom 6. August 2008 (Urk. 9/76) lag der Bericht von Dr. B._ vom 29. Juli 2008 (Urk. 9/74) zugrunde. Darin nannte er
fol
gende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 7 Ziff. A):
-
residueller Zustand nach FSME
-
Status nach Schilddrüsenkarzinom mit Hypothyreose
-
Status nach Radiotherapie
-
psycho-vegetative Dystonie
Der Beschwerdeführer sei in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Koch seit Dezember 2000 und bis auf Weiteres zu 75 % arbeitsunfähig (S. 7 Ziff. B).
4.
Beim Erlass der angefochtenen Verfügung vom 25. Januar 2016 (Urk. 2) stützte sich die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen auf die nachfolgenden Berichte:
4.1
Die Ärzte des Z._ erstatteten das von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebene polydisziplinäre Gutachten am 20. Juni 2012 (Urk. 9/99) gestützt auf die ihnen überlassenen Akten (S. 3 ff. Ziff. 2), die Angaben des Beschwer
deführers (S. 6 f. Ziff. 3.2) und die am 2. Mai 2012 (S. 1 Mitte) durchgeführten allgemeininternistischen (S. 7 f. Ziff. 3.3), psychiatrischen (S. 8 ff. Ziff. 4.1) und neurologischen (S. 13 ff. Ziff. 4.2) Untersuchungen.
Die Gutachter nannten keine Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 16 Ziff. 5.1). Sie nannten jedoch folgende Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 16 Ziff. 5.2):
-
funktionelle Störung mit Belastungsintoleranz und Vergesslichkeit (ICD
10 F44.6)
-
Status nach FSME 2000
-
Substanzabusus mit Cannabis, Benzodiazepine und wahrscheinlich Alko
hol (ICD-10 F13)
-
Status nach undifferenziertem minimal invasivem follikulärem Schilddrü
senkarzinom, Erstdiagnose 1998
-
Verdacht auf arterielle Hypertonie
-
anamnestisch Testosteron-Mangel
-
Übergewicht, BMI 29 kg/m
2
Die Gutachter hielten fest, dass aus psychiatrischer Sicht aufgrund der anam
nestischen Angaben, der Aktenlage sowie der erhobenen Untersuchungsbe
funde keine Diagnosen gestellt würden, so dass aus psychiatrischer Sicht eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert werden könne. Aus neurologischer Sicht könnten aufgrund der anamnestischen Angaben, der Aktenlage sowie der erhobenen Untersuchungsbefunde
ebenfalls
keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden. Es könne eine funktionelle Störung mit subjektiver Belastungsintoleranz und Vergesslichkeit sowie ein Zustand nach FSME im Jahr 2000 als auch ein Substanzabusus mit Cannabis, Ben
zodiazepinen und wahrscheinlich Alkohol festgehalten werden. Dass die angegebene Belastungsintoleranz sowie die vom
Beschwerdeführer
beschriebe
nen kognitiven Störungen einen Zusammenhang mit der FSME vom Sommer 2000 haben sollen, sei nicht nachvollziehbar. So sei das sekun
däre Auftreten von kognitiven Defiziten im Anschluss an eine FSME in einem Abstand von mehreren Jahren als unwahrscheinlich anzusehen. Falls tatsächlich residuelle neurokognitive Defizite vorliegen würden, wäre mit einem stark enzephalopathischen Zustand bis in der Akutphase zu rechnen. Dies habe jedoch nicht vorgelegen. Dafür spreche auch, dass der Beschwer
deführer auf eigenen Wunsch nach wenigen Tagen das
D._
verlassen und selbständig eine Reise nach Thailand unternommen habe. Der fortgesetzte Substanzabusus mit Benzodiazepinen und Cannabis sowie der Alkoholkonsum hätten möglicherweise auch einen Einfluss auf die kognitive Leistungsfähigkeit. Aus neurologischer Sicher bestehe
deshalb
eine volle Arbeitsfähigkeit.
Auch a
us allgemein-internistischer Sicht könnten keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden. Bei Status nach erfolgreich behandeltem follikulärem Schilddrüsenkarzinom sei der Beschwerdeführer unter Eltroxin adäquat substituiert. Zusammenfas
send bestehe für jegliche vom Beschwerdeführer früher ausgeübte Tätigkeit, allgemein für jegliche Tätigkeiten eine 100%ige Arbeits- und Leistungsfähig
keit (S. 17 Ziff. 6.2).
Es sei davon auszugehen, dass eine volle Arbeitsfähigkeit seit mehreren Jahren anzunehmen sei, was mit Sicherheit jedoch ab der aktuellen Untersu
chung bestätigt werden könne. Die früher mit einer hohen Arbeits
unfähigkeit vergesellschaftete Anpassungsstörung beziehungsweise affektive Störung sei aus psychiatrischer Sicht nicht mehr nachweisbar (S. 17 Ziff. 6.3).
Der Beschwerdeführer erachte sich lediglich als wenige Stunden pro Tag arbeitsfähig, was in deutlichem Gegensatz zu ihrer Beurteilung stehe, wonach jede vom Beschwerdeführer früher ausgeübte Tätigkeit uneingeschränkt zumutbar wäre. Diese Diskrepanz lasse sich durch die von ihnen erhobenen Befunde und gestellten Diagnosen nicht begründen. Durch die frühe Renten
zusprechung fühle sich der Beschwerdeführer in seiner Wahrnehmung bestä
tigt, wonach keine Arbeitstätigkeit mehr möglich sein soll. Hierbei handle es sich allerdings um einen invaliditätsfremden Faktor, welcher keine höhere Arbeitsunfähigkeit rechtfertige (S. 18 Ziff. 6.4).
4.2
Dr. med. E._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, erstattete das von der Pensionskasse in Auftrag gegebene psychiatrische Gut
achten
am
20. Juni 2012 (Urk
. 9/100/3-18)
gestützt auf die ihm überlassenen Akten (S. 6 ff. Ziff. II), die Angaben des Beschwerdeführers (S. 4 f. Ziff. I) und auf die am 30. Mai 2012 (S. 3 oben) durchgeführte psychiatrische Untersuchung (S. 9 f. Ziff. III).
Der Gutachter nannte keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähig
keit. Er diagnostizierte jedoch einen Status nach Anpassungsstörung (bei Status nach Schilddrüsenkarzinom; FSME-Infektion) ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 12 Ziff. VII). Er führte aus, dass er in seiner Untersu
chung weder die vom psychiatrischen MEDAS-Gutachter diagnostizierte Anpassungsstörung noch die vom den Beschwerdeführer während kurzer Zeit behandelnden Psychiater diagnostizierte Persönlichkeitsstörung habe fest
stellen können. Im Gegenteil, der Beschwerdeführer mache einen recht stabi
len, gesunden Eindruck.
Er
beschreibe einen normalen, aktiven Alltag, sei wiederum verheiratet, habe drei Buben, die Beziehung zu seiner thailändi
schen Ehefrau sei gut, er sei ein guter Vater, präsent zu Hause, helfe den älteren Buben bei den Aufgaben und liebe auch den jüngsten, an sich uner
wünschten, Sohn (S. 13 Ziff. VIII). Die Restarbeitsfähigkeit betrage in ange
passter Tätigkeit, als Koch im Servicebetrieb als auch als Küchenhilfe aus psychiatrischer Sicht 100 %. Dem Beschwerdeführer seien jegliche Ver
weistätigkeit
en
zumutbar
,
j
edoch benötige er vorgängig ein Arbeitstraining (S. 15 f. Ziff. IV Fragen 19-24).
4.3
Dr. med. F._, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, Regiona
ler Ärztlicher Dienst (RAD) führte in ihrer Stellungnahme vom 19. Juli 2012 (Urk. 9/103/4-5) aus, dass in der von der Beschwerdegegnerin ver
anlassten polydisziplinären Begutachtung als auch in der praktisch zeitgleich durch die Pensionskasse veranlassten psychiatrischen Begut
achtung eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in bisherigen und anderen Verweis
tätigkeiten resultiere. Aus ihrer Sicht sei eine 100%ige Arbeitsfähigkeit ab dem Z._-Gutachten respek
tive dem Untersuchungsdatum vom 2. Mai 2012 zur Übernahme zu empfehlen.
4.
4
Dr. phil. G._
, Fachpsychologin für Neuropsychologie FSP,
H._
, legte in ihrem Bericht vom 2. November 2012 (Urk. 9/122 = Urk. 3/3) dar, dass der Beschwerdeführer bei problemloser Kooperation und guter Anspruchshaltung die mehrstündige Untersuchung mit nur einer kur
zen Pause gut durchgehalten habe, obwohl er sich anschliessend sehr müde gefühlt habe (S.
3
oben). Die Fachpsychologin kam zum Schluss, dass sich im Bereich Mnestik/Lernen deutliche Minderleistungen manifestieren würden (S. 3 Mitte). Die objektivierten mittelschweren Beeinträchtigungen im Bereich Mn
e
stik/Lernen ergäben ein sehr konsistentes Störungsprofil, welches mate
rialunabhängig sei. Zur formal erfassten anterograden Gedächtnisstörung komme die anamnestisch erhobene leichte retrograde Gedächtnisstörung mit teilweisem Verlust von erworbenem Wissen. Diagnostisch entsprächen die Gedächtnisdefizite einem eigentlichen amnestischen Syndrom. Die Defizite seien als cerebral bedingt zu interpretieren und als persistierende Folge der vor zwölf Jahren durchgemachten schweren FSME-Erkrankung zu sehen. Sie seien alltagsrelevant und mit den anamnestisch erhobenen Beschwerden auf kognitiver Ebene gut zu vereinbaren, das heisst sie würden dem Beschwer
deführer das zuverlässige Speichern neuer Ereignisse wie auch das Lernen neuer Inhalte erschweren (S. 3 unten).
4.5
Die Z._-Gutachter führten in ihrer Stellungnahme vom 19. November 2012 (Urk. 9/123) aus, dass sie an ihrem Gutachten vollumfänglich festhalten wür
den. Aus medizinischer Sicht bestehe keine Indikation, eine ergänzende endokrinologische oder neuropsychologische Untersuchung durchzuführen (S. 1 unten).
4.6
Die Ärzte des Z._ erstatteten das von der Beschwerdegegnerin erneut in
Auf
trag gegebene polydisziplinäre Gutachten am 26. November 2014
(Urk. 9/168) gestützt auf die ihnen überlassenen Akten (S. 4 ff. Ziff. 2), die Angaben des Beschwerdeführers (S. 9 ff. Ziff. 3.1) und die am 21. und 22. Oktober 2014 (S. 1 Mitte) durchgeführten allgemeininternistischen (S. 11 f. Ziff. 3.2), psych
iatri
schen (S. 12 ff. Ziff. 4.1), neurologischen (S. 17 ff. Ziff. 4.2), neuro
psychologischen (S. 20 ff. Ziff. 4.3) und endokrino
logischen (S. 25 f. Ziff. 4.4) Untersuchungen.
Dr. med. I._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte die allgemeininternistisch
e (S. 9 ff. Ziff. 3), Dr. med. J._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, die psychiatrische (S. 12 ff. Ziff. 4.1)
, Dr. med.
E._
, Facharzt für Neurologie, die neurologische (S.
17 ff. Ziff. 4.2), lic. phil. K._
, Psychologe/Neuropsychologe und Kon
si
liar
arzt Neuropsychologie, die neuropsychologische (S. 20 ff. Ziff. 4.3) und
PD Dr. med. L._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Endokrinologie/Diabetologie, die endokrinologische Untersuchung (S. 25 f. Ziff. 4.4) durch.
Die Gutachter
nannten keine Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 27 Ziff. 5.1). Sie nannten jedoch folgende Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 27 Ziff. 5.2):
-
Zustand nach FSME 1999 mit subjektiver Belastungsintoleranz und Ver
gesslichkeit (ICD-10 F44.6)
-
Zustand nach Substanzabusus (Benzodiazepine und wahrscheinlich Alko
hol, ICD-10 F13.1/F10.1)
-
minimal invasives follikuläres Schilddrüsenkarzinom, Erstdiagnose 1998
-
normogonadotroper Hypogonadismus (Erstdiagnose 2012)
-
Differentialdiagnose Adipositas, Depression
-
Testosteronsubstitution, intermittierend
-
arterielle Hypertonie
-
Adipositas (BMI 30 kg/m
2
)
Die Gutachter führten aus, dass, wie bei ihrer letzten Untersuchung im Mai 2012, der Beschwerdeführer vor allem Gedächtnisprobleme angegeben habe. Er sei auch rasch erschöpft und habe Schlafprobleme. Bei ihrer neuro
logi
schen Untersuchung sei ein Zustand nach FSME mit subjektiver Belastungs
intoleranz und Vergesslichkeit diagnostiziert worden. Weiter bestehe ein Zustand nach Substanzabusus, aktuell noch Benzodiazepine. Die Befunde im neurologischen Status seien unauffällig gewesen. Hinweise für eine Gedächt
nisstörung hätten nicht bestanden. Die Schwindelbeschwerden hätten eben
falls nicht objektiviert werden können. Aus neurologischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Bei ihrer neuropsycho
logischen Unter
suchung seien weitgehend unauffällige Befunde erhoben worden. Es bestehe eine leichte kognitive Beeinträchtigung unklarer Genese. Die schlechten Werte bei den Aufmerksamkeitsfunktionen liessen sich durch moti
vationale Faktoren auf Normalwerte bringen. Insbesondere habe ein amnestisches Syndrom ebenfalls nicht festgestellt werden können. Die Arbeits
fähigkeit des Beschwerdeführers sei demnach aus neuropsycho
logi
scher Sicht ebenfalls nicht eingeschränkt. Bei ihrer endokrinologischen Unter
suchung sei ein Status nach minimal invasivem follikulärem Schild
drüsen
karzinom und ein normogonadotroper Hypogonadismus diagnostiziert worden. Die endokrine Funktion mit Eltroxin-Substitution sei normal. Die Testosteronsubstitution sei ebenfalls genügend. Aus endokrinologischer Sicht bestehe deshalb auch keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Bei ihrer all
gemeininternistischen Untersuchung sei eine Adipositas und eine arterielle Hypertonie diagnostiziert worden, letztere sei medikamentös gut eingestellt. Die pathologischen Laborwerte mit erhöhtem Kreatinin hätten keinen Krank
heitswert. Folglich bestehe aus allgemeininternistischer Sicht ebenfalls keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Schliesslich seien bei ihrer psychiatri
schen Untersuchung unauffällige Befunde erhoben worden. Eine psychiatri
sche Diagnose könne nicht gestellt werden. Im Gespräch seien keine Hin
weise für Gedächtnisstörungen oder rasche Ermüdbarkeit festgestellt worden. Aus psychiatrischer Sicht bestehe somit auch keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Zusammenfassend bestehe weder somatisch noch psych
iatrisch eine objektivierbare Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (S. 28 Ziff. 6.2).
Wie sie in ihrem letzten Gutachten (vorstehend E. 4.2) festgehalten hätten, bestehe wahrscheinlich schon seit mehreren Jahren eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Im Verlauf seit ihrer letzten Untersuchung habe sich daran nichts geändert. Die von ihnen festgestellte Arbeitsfähigkeit gelte sicher ab ihrem Untersuchungsdatum im Mai 2012 (S. 28 Ziff. 6.3). Der Beschwerde
führer fühle sich nur eingeschränkt für wenige Stunden täglich arbeitsfähig. Diese Einschätzung könne mit objektiven medizinischen Befunden nicht bestätigt werden. Der Beschwerdeführer sei in seinen Alltagsaktivitäten nicht wesentlich eingeschränkt. Es sei ihm möglich, in verschiedene Restaurants zu fahren und Spielautomaten zu betreuen. Die von ihm angegebene Ermüdbar
keit und Gedächtnisstörungen hätten bei
der
Unter
suchungen nicht objekti
viert werden können. Ein sekundärer Krank
heitsgewinn sei bei der bestehen
den Berentung anzunehmen. Da kein psychisches Leiden festgestellt worden sei, könne es dem Beschwerdeführer zugemutet werden, die notwendige Willensanstrengung aufzubringen, um wieder ganztags einer vollen Erwerbstätigkeit nachzugehen (S. 28 f. Ziff. 6.4).
Zusammenfassend sei der Beschwerdeführer für die angestammte Tätigkeit in der Gastronomie wie auch für jede andere körperlich leichte bis schwere Tätigkeit zu 100 % arbeits- und leistungsfähig. Medizinische Massnahmen würden zur Erhaltung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit vorgeschlagen. Berufliche Massnahmen seien aufgrund der subjektiven Leistungseinschränkung des Beschwerdeführers schwierig durchzuführen, könnten dem Beschwerdeführer aber bei guter Motivation angeboten werden. Die Prognose für einen vollen Wiedereinstieg ins Erwerbsleben sei allerdings ungünstig (S. 29 Ziff. 6.8).
4.
7
Dr.
B._
nahm in seinem Schreiben vom 17. Januar 2015 (Urk. 9/174) Bezug auf das
Z._
-Gutachten vom November 2014 (vorstehend E. 4.7) und führte hierzu aus, dass sich darin ein wesentlicher Fehler befinde. So stehe bei der neuropsychologischen Beurteilung „Diagnostisch entsprechen die Gedächtnisdefizite einem eigentlichen amnestischen Syndrom“ und weiter unten, dies sei „alltagsrelevant“. Bei der Gesamtbeurteilung der Arbeitsunfä
higkeit stehe dann „Hinweise für eine Gedächtnisstörung bestanden nicht“. Dieser Widerspruch zeige eindeutig, dass die wirkliche Beurteilung des Beschwerdeführers gar nicht ernst genommen worden sei.
5.
5.1
Der Rentenerhöhung vom 26. Januar 2005 (Urk. 9/60-61) lagen im Wesentli
chen drei Arztberichte zugrunde. Dr.
B._
diagnostizierte im März 2004 einen Status nach Thyreoidektomie bei Schilddrüsenkarzinom, einen Status nach Radiotherapie, einen Status nach FSME 2000 sowie eine dekompen
sierte vegetative Dystonie im Zusammenhang mit den beiden genannten Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (vorstehend E. 3.
1.1
). Im Mai 2004 diagnostizierte Dr.
B._
zusätzlich eine seit Februar/März 2004 bestehende schwere depressive Episode (vorstehend E. 3.
1.2
). Schliess
lich diagnostizierte Dr.
C._
im Juli 2004 eine Anpassungs
störung mit Übergang zu Angstreaktion nach körperlichen Erkrankungen (Schild
drüsen
karzinom 1998 und FSME 2000) seit 1998/2000 sowie einen Verdacht auf Residual
syndrom nach FSME-Infektion mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit (vorstehend E.
3.1.3
).
Der Rentenbestätigung vom 22. Juni 2006 (Urk. 9/69) lag sodann das Schrei
ben vom Dr.
B._
vom Juni 2006 zugrunde, in welchem er eine Anpassungsstörung im Rahmen/bei Status nach einer FSME-Infektion, einer Persönlich
keitsstörung und einen Status nach Schilddrüsenkarzinom diagnostizierte (vorstehend E. 3.
3
). Der Rentenbestätigung vom 6. August 2008 (Urk. 9/76) lag schliesslich der Bericht von Dr.
B._
vom Juli 2008 zugrunde, in welchem er einen residuellen Zustand nach FSME, einen Status nach Schilddrüsenkarzinom mit Hypothyreose, einen Status nach Radiotherapie sowie eine psycho-vegetative Dystonie mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte (vorstehend E. 3.
4
).
Beim Erlass der angefochtenen Verfügung vom 25. Januar 2016 (Urk. 2) stützte sich die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen auf das polydiszipli
näre
Z._
-Gutachten vom November 2014 (vorstehend E. 4.
6
), wonach keine für die Arbeitsfähigkeit relevanten Diagnosen vorliegen. Die Gutachter diagno
sti
zierten jedoch einen Zustand nach FSME 1999 mit subjektiver Belastungsintoleranz und Vergesslichkeit, einen Zustand nach Substanz
abu
sus (Benzodiazepine und wahrscheinlich Alkohol), ein minimal invasives fol
likuläres Schilddrüsenkarzinom, ein normogonadotroper Hypogonadismus, eine arterielle Hypertonie und eine Adipositas ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit.
5.2
Das polydisziplinäre
Z._
-Gutachten vom November 2014 umfasst die Fach
richtungen Allgemeine Innere Medizin, Psychiatrie, Neurologie, Neuro
psycho
logie und Endokrinologie. Die Gutachter Dr.
I._
, Dr.
J._
, Dr.
E._
und PD Dr.
L._
verfügen über den ent
sprechenden Facharzttitel und waren somit in ihren Fachgebieten grund
sätzlich zur Beur
teilung des Gesundheitszustandes und der Arbeits
fähigkeit des Beschwer
de
führers befähigt. Der Psychologe/Neuro
psychologe lic. phil.
K._
ist Konsi
liar
arzt in der Neuropsychologie des
Z._
und deshalb in seinem Fachgebiet ebenfalls grundsätzlich zur Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers befähigt.
Die Gutachter berücksichtigten die geklagten Beschwerden und das Verhalten des Beschwerdeführers und erstellten ihren jeweiligen Teil des Gutachtens in Kenntnis der Vorakten (vorstehend E. 4.
6
). Die gestellten Diagnosen als auch die Schlussfolgerungen zur Arbeitsfähigkeit werden im Gutachten ausführ
lich begründet und sind nachvollziehbar. Damit erfüllt das
Z._
-Gutachten die bundesgerichtlichen Anforderungen an ein medizinisches Gutachten (vorstehend E. 1.5) vollumfänglich, so dass für die Entscheidfindung darauf abzustellen ist.
5.3
Gemäss dem
Z._
-Gutachten vom November 2014 liegen keine für die Arbeits
fähigkeit relevanten Diagnosen vor (vorstehend E. 4.7). Die Gutachter begründeten den neurologisch unauffälligen Status des Beschwerdeführers (vorstehend E. 4.
6
) damit, dass sich während der neurologischen Untersu
chung in objektiver Hinsicht ein völlig unauffälliger neurologischer Befund (vgl. Urk. 9/168 S. 18 f. Ziff. 4.2.2) ergeben habe und auch keine Zeichen einer vorzeitigen Ermüdung, auch wenn der Beschwerdeführer Schwindelbe
schwerden und Kopfschmerzen beklagt habe. Für die Schwindelbeschwerden finde sich indes unter der Frenzelbrille kein Korrelat. Dem neurologischen Teilgutachten ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer bezüglich eines vormaligen Benzodiazepin- und möglicherweise auch Alkohol-Überkonsums glaubhaft angegeben habe, diesen reduziert zu haben. Allerdings reiche die angegebene verbliebene Menge an psychoaktiven Substanzen aus, um eine vermehrte Tagesmüdigkeit hinreichend zu erklären. Zudem habe ein rele
vanter Defektzustand als Folge der anamnestischen FSME vor 15 Jahren nicht festgestellt werden können. So sei bereits im Rahmen der ersten
Z._
Begut
achtung im Juni 2012 dargelegt worden, dass das sekundäre Auftreten kognitiver Defizite in einem Abstand von mehreren Jahren als unwahr
scheinlich anzusehen sei (Urk. 9/168 S. 19 f. Ziff. 4.2.4, vgl. vor
stehend E. 4.
1
). Der neurologische Teilgutachter nahm auch zur neuro
psycho
logi
schen Untersuchung vom November 2012 in der
H._
(vgl. vorstehend E. 4.
4
) Stellung und führte hierzu in nach
vol
l
ziehbarer Weise aus, dass insbesondere die Schlussfolgerung eines amnesti
schen Syn
droms von den beschriebenen Befunden her nicht nachvollziehbar sei. So sei mehrfach ausgeführt worden, dass der Beschwer
de
führer die mehr
stündige Untersuchung mit nur einer kurzen Pause gut durchgehalten habe. Ein Nachlass der Aufmerksamkeit sei nicht beschrieben worden. Dies decke sich mit der aktuellen Untersuchung (Urk. 9/168 S. 20 Ziff. 4.2.7).
Die Gutachter stützten sich für die neuropsychologische Beurteilung des Gesund
heitszustandes auf die diesbezügliche Untersuchung, wonach weitge
hend unauffällige Befunde erhoben worden seien und lediglich eine leichte kognitive Beeinträchtigung unklarer Genese vorliege (
vorstehend E. 4.
6
).
Dabei stützten sie sich auf die im Rahmen des neuropsychologischen Teilgut
achtens erhobenen Befunde, welche mit diversen Tests und Untersuchungen (namentlich Untersuchungsverfahren, Hamburg-Wechsler-Intelligenztest, Corsi-Würfel, Aufmerksamkeits-Belastungs-Test, TAP: Geteilte Aufmerksam
keit, Farbe-Wort-Interferenz-Test, komplexe Figur von Rey, Benton-Test, Verbal-Learning-Test, Textgedächtnis Form A, LGT 3 Gegenstände, Word Fluency phonetisch, Word Fluency semantisch, Design Fluency, Diktat und Hand
schriftprobe und Verhaltensbeobachtung) erhoben worden sind (Urk. 9/168 S. 21 ff. Ziff. 4.3.2). Der neuropsychologische Gutachter legte in seinem Teilgutachten nachvollziehbar dar, dass der Beschwerdeführer im Bereich der Intelligenz eine durchschnittliche Leistungsfähigkeit gezeigt habe. Die Merkfähigkeit sei für Zahlen, Bewegungsabläufe, Texte, Figuren und Gegenstände nicht beeinträchtigt. Lediglich für Sinn unverbundene Wörter finde sich eine sehr deutlich unterdurchschnittliche Leistung. Die Aufmerksamkeitsfunktionen seien nach motivationalen Hinweisen des Ver
suchsleiters durchschnittlich. Ohne diese motivationalen Hinweise seien die Leistungen sehr deutlich unterdurchschnittlich. Da im Bereich der geteilten Aufmerksamkeit eine gut durchschnittliche Leistung gezeigt werde, müsse von einer erhaltenen Konzentration auch unter vorgegebenem Tempo von aussen ausgegangen werden. Die Frontalhirnfunktionen seien lediglich im Sinne einer leicht reduzierten Grundgeschwindigkeit unter Interferenzbe
dingungen auffällig. In sämtlichen übrigen Verfahren zeigten sich durch
schnittliche Resultate. Es fänden sich keine aphasischen, apraxischen oder agnostischen Phänomene im neuropsychologischen Testprotokoll (Urk. 9/168 S. 24 Ziff. 4.3.4). Der neuropsychologische Teilgutachter nahm ebenfalls zur neurologischen Untersuchung vom November 2012 in der H._ (vgl. vorstehend E. 4.4) Stellung und führte hierzu aus, dass keine Übereinstimmung bestehe. Er legte in schlüssiger und nachvollziehbarer Weise dar, dass sich fast zwei Jahre nach der Untersuchung von 2012 ledig
lich im Bereich der reduzierten Merkfähigkeit für Sinn unverbundene Wörter Übereinstimmung finde. Im Gegensatz zur damaligen Untersuchung seien in der aktuellen neuropsychologischen Testung die Merkfähigkeitsfunktionen in den anderen Bereichen nicht beeinträchtigt gewesen. Damals seien die Auf
merksamkeitsfunktionen nicht beeinträchtigt gewesen; heute seien sie anfänglich beeinträchtigt gewesen, nach motivationalen Hinweisen des Ver
suchsleiters seien sie jedoch durchschnittlich. Ein amnestisches Syndrom, wie es damals aus neuropsychologischer Sicht postuliert worden sei, könne heute auch in Absprache mit dem Neurologen nicht mehr postuliert werden (Urk. 9/168 S. 24 f. Ziff. 4.3.7).
Der Schluss der Gutachter, aus allgemeininternistischer Sicht liege keine Ein
schränkung vor (vorstehend E. 4.6), erweist sich gestützt auf die allgemein
internistischen Befunde als nachvollziehbar. So stellte der allgemeininter
nistische Gutachter fest, dass der Beschwerdeführer angegeben habe, seit der letzten Untersuchung im Z._ hätte er eine Blutdruckbehandlung beginnen müssen. Im Übrigen hätten keine internistischen Beschwerden bestanden. Die Befunde im allgemeininternistischen Status seien ausser einer Adipositas mit einem BMI von 30 kg/m
2
unauffällig gewesen. Die Blutdruckwerte hätten im Normbereich gelegen. Bei den Laboruntersuchungen sei eine Erhöhung des Kreatinins festgestellt worden. Eine manifeste Niereninsuffizienz habe mit dem etwas erniedrigten Harnstoffwert ausgeschlossen werden können, denn ein wesentlicher Krankheitswert könne aus diesem Laborbefund nicht abge
leitet werden (Urk. 7/168 S. 11 f. Ziff. 3.4).
Der Schluss der Gutachter, aus endokrinologischer
Sicht
bestehe ebenfalls keine Einschränkung (vorstehend E. 4.
6
), erweist sich gestützt auf die endo
krinologischen Befunde als nachvollziehbar. Der endokrinologische Teilgut
achter hielt fest, dass sich bei 1998 diagnostiziertem minimal invasivem fol
likulärem Schilddrüsenkarzinom nach totaler Thyreoidektomie und Radiojodelimination ein günstiger, rezidivfreier Verlauf gezeigt habe. Die suppressive Schilddrüsenhormonbehandlung sei adäquat eingestellt, bedürfe jedoch einer aussergewöhnlich hohen Dosierung von Eltroxin. Eine kürzlich durchgeführte endokrinologische Beurteilung habe eine adäquate Schilddrü
senhormontherapie bestätigt. Die Langzeitprognose bei hochdiffe
ren
z
ier
tem Schilddrüsenkarzinom sei günstig. Im Jahre 2012 habe zudem bei abneh
mender Libido und erektiler Dysfunktion erstmalig ein normo
gonadotroper Hypogonadismus diagnostiziert werden können. Eine kürzlich durchgeführte endokrinologische Abklärung habe keine Hinweise für eine hypophysär hypothalamische Störung ergeben, so dass der Hypogonadismus differenzial
diagnostisch im Rahmen der Adipositas beziehungsweise im Rahmen der Komorbidität bei Depression zu interpretieren sei. Nach einem ersten gescheiterten Testosteronsubstitutionsversuch im Jahre 2012 erfolge aktuell ein erneuter Behandlungsversuch (Urk. 9/168 S. 26 Ziff. 4.4.4).
Schliesslich stützten sich die Gutachter für die psychiatrische Beurteilung des Gesundheitszustandes (vorstehend E. 4.
6
) auf das psychologische Teilgut
achten, in welchem keine psychiatrische Diagnose gestellt wurde. Der psychiatrische Teilgutachter führte aus, dass sich die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Symptomatik nicht erklären lasse, es müsse von einer Symptomausweitung ausgegangen werden. Es bestehe ein chronischer Ver
lauf. So beziehe der Beschwerdeführer seit 1999 eine Rente und sei nach eigenen Angaben seit 2013 stundenweise zu 10 bis 12 Stunden in der Woche selbständig tätig. Zu mehr fühle er sich nicht arbeitsfähig, was er mit seinen Beschwerden und den Kopfschmerzen, dem Tinnitus und konsekutiv erhöhter Ermüdbarkeit und Konzentrations- beziehungsweise Gedächtnisstörungen begründe (Urk. 9/168 S. 16 Ziff. 4.1.4). Der psychologische Gutachter stellte in schlüssiger und nachvollziehbarer Weise dar, dass die Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers durch die psychiatrischen Befunde nicht objektiviert werden könne. So sei die Anamneseerhebung gut möglich gewesen, obschon leichte Konzentrations- und Merkfähigkeitsstörungen aufgefallen seien. Der Beschwerdeführer fahre aber auch selber Auto, was gegen das Vorliegen von deutlichen Konzentrationsstörungen spreche. Ferienreisen mit Langzeitflügen zusammen mit der Ehefrau und den Kindern nach Thailand in die Heimat der Ehefrau seien ihm trotz subjektiv starker Beschwerden mit Kopfschmerzen und Tinnitus möglich. Auch gehe er seiner Arbeit als selbständiger Unter
nehmer nach. Der Medikamentenspiegel des verordneten und eingenomme
nen Antidepressivums liege unter dem therapeutischen Bereich. Eine psychia
trisch-psychotherapeutische Behandlung bestehe sonst nicht. Auch fühle er sich eigentlich nicht depressiv. Schliesslich seien die Angaben bezüglich des Konsums von Alkohol und anderen psychotropen Substanzen nachvollziehbar, auch aufgrund der durchgeführten Urintoxikologie und des nicht pathogenetisch erhöhten CDT-Werten (Urk. 9/168 S. 16 Ziff. 4.1.7).
5.4
Nach
dem Gesagten wurde im
Z._
-Gutachten vom November 2014 schlüssig begründet, dass weder aus somatischer noch psychiatrischer Sicht eine objektivierbare Einschränkung der Arbeitsfähigkeit besteht (vorstehend E. 4.
6
). Diese Schlussfolgerung stimmt sodann mit dem ersten
Z._
-Gutachten vom Juni 2012 (vorstehend E. 4.2) überein, in welchem die Gutachter eben
falls keine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit genannt haben. Die Gutachter gingen damals davon aus, dass eine volle Arbeitsfähigkeit seit mehreren Jahren anzunehmen sei, was mit Sicherheit jedoch ab der damali
gen Untersuchung im Mai 201
2
bestätigt werden könne. Vor diesem Hinter
grund ist dem aktuellen
Z._
-Gutachten vom November 2014 folgend von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers seit der Untersuchung anlässlich der ersten Begutachtung im Mai 2012 auszugehen (vorstehend E. 4.
6
).
Die
Z._
-Begutachtung vom November 2014 stimmt ebenfalls mit dem psych
iatrischen Gutachten von Dr.
E._
vom Juni 2012 überein, nach welchem keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorliegt (vorstehend E. 4.
2
).
5.5
Der dem Z._-Gutachten vom November 2014 entgegenstehenden Bericht der H._ vom November
2012 (vorstehend E. 4.
4
) vermag sodann keine Zweifel an der schlüssigen und nachvollziehbaren gutachterli
chen Beurteilung aufkommen zu lassen, setzten sich doch der neurologische und der neuropsychologische
Z._
-Teilgutachter mit dem Bericht der
H._
auseinander und legten dar, weshalb nicht darauf abzustellen sei (vorstehend E. 5.3).
5.6
Der im Schreiben von Dr.
B._
vom Januar 2015 genannte Wider
spruch in der neuropsychologischen Beurteilung (vorstehend E. 4.
7
) erweist sich als unbegründet, denn die von Dr.
B._
zitierten Passagen beziehen sich auf die neuropsychologische Anamnese und geben den Inhalt des Berichts der
H._
vom November 2012 wieder (Urk. 9/168 S. 20 f. Ziff. 4.3.1, vgl. vorstehend E. 4.
4
). Die Ausführungen der
Z._
-Gutachter in der Gesamtbeurteilung sind
,
wie bereits erwähnt
,
schlüssig und nachvollziehbar (vorstehend E. 5.3-5.4) und stehen in keinem Wider
spruch.
5.7
Die Ärztliche Leitung des
Z._
teilte dem Beschwerdeführer am 28. Januar 2015 (Urk. 9/179/1 = Urk. 9/182 = Urk. 3/5) mit, dass alle ihre Untersu
chungsbefunde und anamnestischen Angaben, also die gesamte „Kranken
geschichte“ im Gutachten in den Teilgutachten abgebildet worden seien. Dementsprechend lägen keine weiteren Unterlagen vor und alles sei offen
gelegt. Zudem wurden dem Beschwerdeführer die originalen Laboruntersu
chungen zugestellt (Urk. 9/179/2-4). Demzufolge wurde dem Beschwerde
führer Einsicht in alle vorhandenen Unterlagen, die der
Z._
Begutachtung zugrunde lagen, gewährt. Ein weitergehender Anspruch, namentlich auf die Herausgabe allfälliger Rohdaten, besteht nicht. Der Einwand des Beschwerde
führers, mit der unvollständigen Herausgabe der medizinischen Akten durch das
Z._
sei sein Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt worden (vorstehend E. 2.2, Urk. 1 S. 10 f. Ziff. 3.1), erweist sich demnach als unbegründet.
5.8
Die vom Beschwerdeführer genannten Leitlinien für eine regelkonforme Begut
achtung der Schweizerischen Vereinigung der Neuropsychologinnen und Neuropsyc
hologen (SVNP), wonach die SVNP
Neuropsychologen als qualifiziert erachtet, neuropsychologische Gutachten zu erstellen, wenn sie unter anderem über einen Fachtitel in Neuropsychologie verfügen (Ziff. 2 der genannten Leitlinie)
,
sowie die darin genannten formalen Kriterien zur Beurteilung des Beweiswerts eines Gutachtens (Ziff. 5 des genannten Leitli
nie, Urk. 1 S. 12 f. Ziff. 3.2.1), verstehen sich als Empfehlung und sind für das Gericht nicht verbindlich. Denn gemäss bundesgerichtlicher Rechtspre
chung ist hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes entschei
dend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizini
schen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (vorstehend E. 1.5). Das
Z._
-Gutachten erfüllt, wie bereits erwähnt, die bundesgerichtlichen Anforderungen an ein medizinisches Gut
achten vollumfänglich (vorstehend E. 5.2). Ausserdem wurde bereits darge
legt, dass der Psychologe/Neuropsychologe lic. phil.
K._
zur Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers befähigt war (vorstehend E. 5.2). Die diesbezüglichen Einwände des Beschwerdeführers (Urk. 1 S. 12 ff. Ziff. 3.2.1) erweisen sich demnach als unbegründet.
5.9
Des Weiteren lässt die vom Beschwerdeführer gerügte Untersuchungsdauer der psychiatrischen Begutachtung von 50 Minuten (Urk. 1 S. 16 Ziff. 3.2.2.1) ebenfalls keine Zweifel am Gutachten aufkommen.
Der zeitliche Aufwand muss zwar der Fragestellung und der zu beurteilenden Psychopathologie angemessen sein.
In erster Linie
hängt der Aussagegehalt einer Expertise aber davon ab, ob sie inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist. Trifft dies – wie hier – zu, ist die Untersuchungsdauer grundsätzlich nicht ent
scheidend (Urteil des Bundesgerichts 9C_352/2013 vom 3. Juli 2013 E.
4).
5.10
Zusammenfassend ist somit der medizinische Sachverhalt dahingehend erstellt, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der Rentenerhöhung im Januar 2005 wesentlich verbessert hat. Gestützt auf das Z._-Gutachten vom November 2014 ist von einer Verbesserung des Gesund
heitszustands ab Mai 2012 auszugehen, indem der Beschwerdeführer ab diesem Datum in jeglicher Tätigkeit wieder zu 100 % arbeitsfähig ist.
6.
6.1
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist vor einer Erhöhung, Herab
setzung oder Aufhebung der Rente abzuklären, ob ein
Eingliederungsbedarf
besteht. Dabei ist vom Grundsatz der erwerblichen Verwertbarkeit einer ver
besserten oder wiedergewonnenen Arbeitsfähigkeit auf dem Weg der Selbst
eingliederung auszugehen. In ganz besonderen Ausnahmefällen hat die Rechtsprechung dennoch nach langjährigem Rentenbezug trotz medizinisch (wieder) ausgewiesener Leistungsfähigkeit vorderhand weiterhin eine Rente zugesprochen, bis mit Hilfe von medizinisch-rehabilitativen und/oder beruf
lich-erwerblichen Massnahmen das theoretische Leistungspotential ausge
schöpft werden kann. Es können im Einzelfall Erfordernisse des Arbeits
marktes der Anrechnung einer medizinisch vorhandenen Leistungsfähigkeit und medizinisch zumutbaren Leistungsentfaltung entgegen stehen, wenn aus den Akten einwandfrei hervorgeht, dass die Verwertung eines bestimmten Leistungspotentials ohne vorgängige Durchführung befähigender Mass
nahmen allein vermittels Eigenanstrengung der versicherten Person nicht möglich ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_163/2009 vom 10. September 2010 E. 4.2.2).
6.2
Diese Rechtsprechung hat das Bundesgericht im Urteil 9C_228/2010 vom 26. April 2011 dahin gehend präzisiert, dass die
revision
s- oder wiedererwä
gungsweise Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente bei versicher
ten Personen, die das 55. Altersjahr zurückgelegt oder die Rente seit mehr als 15 Jahren bezogen haben, nur zulässig ist, wenn die Beschwerdegegnerin zuvor Eingliederungsmassnahmen durchgeführt hat (E. 3.3). Damit wird dem Umstand Rechnung getragen, dass solche versicherte Personen aufgrund des fortgeschrittenen Alters oder der langen Rentendauer und der daraus folgen
den langjährigen Arbeitsabstinenz in der Regel nicht selber in der Lage sind, sich dem Arbeitsmarkt zu stellen und sich dort selber wieder einzugliedern. Dies führt zwar für die Betroffenen nicht zu einer Art Besitzstandsgarantie. Es wird ihnen lediglich, aber immerhin zugestanden, dass die Rente grund
sätzlich erst nach geleisteter Eingliederungshilfe eingestellt werden darf. Ausnahmsweise kann eine Selbsteingliederung allerdings auch trotz fortge
schrittenem Alter ohne vorgängige Durchführung von Eingliederungsmass
nahmen zumutbar sein (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_680/2014 vom 15. Mai 2015 E. 6.2.4, 9C_68/2011 vom 16. Mai 2011 E. 3.3 und 9C_228/2010 vom 26. April 2011 E. 3.5). Zur Feststellung der zumutbaren Selbst
eingliederung ist auf den Zeitpunkt der rentenaufhebenden Verfügung oder auf den darin verfügten Zeitpunkt der Rentenaufhebung abzustellen. In diesem Zeitpunkt ist für die versicherte Person ohne Zweifel klar, dass ihr Rentenanspruch unsicher ist und sie sich neu orientieren muss (BGE 141 V 5 E. 4.2.1).
6.3
Die Beschwerdegegnerin hob die bisherige ganze Rente des Beschwerde
führers mit Verfügung vom 25. Januar 2016 (Urk. 2) unter Berücksichtigung von Art. 88
bis
Abs. 2 lit. a IVV auf das Ende des folgenden Monats nach Zustellung der Verfügung auf (S. 3), mithin per Ende Februar 2016, da die Verfügung am 28. Januar 2016 beim Beschwerdeführer eingegangen ist (Urk. 1 S. 2 Ziff. 1.2). Der Beschwerdeführer bezog im Zeitpunkt der Renten
aufhebung seit September 2000 eine Rente, mithin seit 15 1/2 Jahren, wes
halb er unter den vom Bundesgericht besonders geschützten Personenkreis fällt.
6.4
Im Rahmen der Abklärung der beruflichen Situation des Beschwerdeführers fand am 4. Mai 2015 eine erste Eingliederungsberatung statt (Urk. 9/197). Der Beschwerdeführer berichtete, dass er nie auf dem erlernten Beruf als Koch, sondern als Wirt tätig gewesen sei. Seit 2013 übe er eine selbständige Tätigkeit aus, dies zirka ein bis zwei Stunden pro Tag. Er stelle in Restaurants Automaten (Billard, Flipper, Darts usw.) zur Verfügung und führe die War
tungen, Reparaturen und Abrechnungen durch. Aktuell habe er in zirka sieben Betrieben solche Automaten bereitgestellt (S. 2 oben, S. 3 Ziff. 2). Die Parteien vereinbarten, dass in einem ersten Schritt die Möglichkeiten für einen Ausbau der selbständigen Tätigkeit geprüft werden (S. 4 Ziff. 3). In der Folge sprach die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer am 6. Mai 2015 Arbeitsvermittlung für sechs Monate zu (Urk. 9/196, vgl. Urk. 9/198). Am 16. Juni 2015, 2. September 2015 und 28. Oktober 2015 fanden weitere Ein
gliederungsberatungen statt. Aus den Gesprächen geht hervor, dass der Beschwerdeführer seine Tätigkeit als Selbständigerwerbender ausbauen und zusätzliche Automaten bei bereits bestehenden und neu akquirierten Betrieben aufstellen konnte. Die Aufnahme einer Tätigkeit im Anstellungs
verhältnis könne er sich jedoch nicht vorstellen. Während des Gesprächs am 28. Oktober 2015 teilte der Beschwerdeführer mit, dass er mit seiner Frau eventuell ein Café übernehmen werde. Er sah zudem keine konkreten Unter
stützungsmöglichkeiten von Seiten der Beschwerdegegnerin (Urk. 9/216 S. 3 f. Ziff. 2). In der Folge teilte die Beschwerdegegnerin dem Beschwerde
führer am 4. November 2015 mit, die Arbeitsvermittlung werde abgeschlos
sen (Urk. 9/215).
6.5
Aus dem Gesagten folgt, dass die Beschwerdegegnerin Eingliederungs
massnahmen durchgeführt hat, bevor sie die Rente des Beschwerdeführers aufhob. Dem Beschwerdeführer ist es somit nach Durchführung von Ein
gliede
rungs
massnahmen zumutbar, seine Restarbeitsfähigkeit im Rahmen der Selbst
eingliederung zu verwerten.
Dementsprechend erweist sich die angefochtene Verfügung als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensauf
wand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ermessensweise auf Fr.
9
00.
--
anzusetzen
.