Decision ID: 3a865a1c-d983-49f1-ba20-12b89b79b094
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1970
,
meldete sich a
m 5.
September 2002
wegen chronischem Asthma und Weichteilrheuma bei der Invalidenversicherung zum
Leistungsbezug
an (Urk. 7
/1 Ziff. 7.2, Ziff. 7.8). Die
Soz
ialversicherungs
anstalt
des Kan
tons Zürich, IV-St
elle, holte Arztberichte (Urk. 7/7
;
Urk. 7/10), einen Arbeitgeberbericht (Urk. 7
/6) sowie einen Auszug aus dem individuel
len Konto
(IK-Auszug
)
der
Versicherten (
Urk. 7
/9) ein.
Sodann ver
neinte sie mit Verfügungen vom
4. und 5. November 2002
einen Anspruch der
Versi
cher
ten auf Rentenleistungen und be
rufliche Massnahmen
(Urk. 7/14-15
)
.
1.2
Am 17. Juni 2003 meldete sich die Versicherte e
rneut bei der Invalidenver
si
cherung an (Urk. 7/16; Urk. 7
/17/2). Die IV-Stelle holte
einen weiteren IK-Auszug (Urk. 7
/18) und
einen Arztber
icht (Urk. 7
/19) ein und sprach der Ver
sicherten mit Verfügung vom 18. Juni 2004 bei einem Invaliditätsgrad von 63 % eine vom 1. Mai bis 31. Dezember 2003 befristete halbe Rente und ab 1. Januar 2004 eine
Dreiviertelsrente
zu (
Urk. 7
/37).
Das im Dezember 2006 veranl
asste Revisionsverfahren (Urk. 7
/38) ergab einen
unveränderten Invaliditätsgrad und Rentenanspruch, was der Versicherten am 2. Apr
il 2007 mitgeteilt wurde (Urk. 7
/46). Es wurde ihr eine
Schaden
minderungspflicht
a
uferlegt (Urk. 7
/45), welche am 30. April 2007 aufgrund von gesundheitlichen Problemen der Ver
sicherten sistiert wurde (Urk. 7
/49).
1.3
Im Rahmen des im Jahr 2008 veranlas
sten Revisionsverfahrens (Urk. 7/65
) wurde eine polydisziplinäre Untersuchung der Versicherten an der Medizini
schen Abklärungsstelle (MEDAS)
Y._
veranlasst, deren Gutachten am 24. M
ärz 2009 erstattet wurde (Urk. 7/81
). Mit Schreiben vom 7. April 2009 auferlegte die IV-Stelle der Versicher
ten erneut eine
Schadenminde
rungs
pflicht
(Urk. 7/82
).
Mit Verfügung vom
1. September 2009
hob
die IV-Stelle
die Verfügung
vom 18. Juni 2004 wiedererwägungsweise auf
und setzte
bei einem
Invaliditätsgrad von ne
u 56 % die bisherige
Drei
viertelsrente
der Ver
sicherten auf eine halbe Rente
herab (
Urk. 7/9
3-94,
Urk. 7/10
0 = Urk. 7/101
)
.
1.
4
Im Jahr 2010 erfolgte eine erneute Rentenrevision (Urk.
7/103
). Die Versi
cherte erhielt Massnahmen der Arbeitsvermittlung zugesprochen (Mitteilu
ng vom 24. November 2010; Urk. 7/115
)
, welche erg
ebnislos beendet wur
den (Urk. 7/12
5/1).
Die IV-Stelle
hob mit Verfügung vom 29. Januar 2013 die Rente der Versicherten
gestützt
auf
lit
. a der
Schlussbestimmungen der
Än
derungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
vom 18. März
2011
(
lit
. a
SchlB
IVG)
auf
(Urk. 7/143
= Urk. 7/145
).
Die dagegen von der
Versicherten erhobene Beschwerde (Urk. 7/146/3-11) hiess das hiesige Geric
ht mit Urteil vom 14. Oktober 2013 gut und stellte fest, dass die Versicherte weiterhin Anspruch auf eine halbe Rente habe (IV.2013.00207, Urk. 7/160
).
1.5
In Nachachtung dieses Urteils verfügte die IV-Stelle am 12. Februar 2014 die
Weiterausrichtung der halben Rente an die Versicherte (Urk. 7/170). Im
Rahmen des im Jahr 2014 veranlassten Revisionsverfahrens
(Urk. 7/169) holte
die IV-Stelle ein psychiatrisches Gutachten ein, das am 20. November 2014 erstattet wurde (Urk. 7/195
/1-47
). Mit Vorbescheid vom 5. Mai 2015 stellte
die IV-Stelle der Versicherten die Einstellung der
Rente in Aussicht (Urk. 7/202
), woraufhin die Versicherte Einw
ä
nd
e
erhob (Urk. 7/203).
Am 26. November 2015 erliess die IV-Stelle einen neuen Vorbescheid, wobei sie der Versicherten wiederum die Einstellung der Rente in Aussicht stellte
(Urk. 7/216)
. Dagegen erhob die Versicherte wiederum Einw
ä
nd
e
(Urk. 7/
219). Mit Verfügung vom 18. August 2016 hielt die IV-Stelle an ihrem Vorbe
scheid fest und hob die bisher ausgerichtete Rente
der Versicherten
gestützt
auf
lit
. a
SchlB
IVG
auf
(Urk. 7/229 = Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am 19. September 2016 Beschwerde gegen die Verfü
gung vom 18. August 2016 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es seien ihr die gesetzlich geschuldeten Leistungen zu gewähren, insbe
sondere weiterhin eine Invalidenrente, eventuell Eingliederungsmassnahmen. Zudem sei ein zweiter Schriftenwechsel durchzuführen (Urk. 1 S. 2 Ziff. 1-2). Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 28. Oktober 2016 die
Abweisung der Beschwerde (Urk. 6). Mit Gerichtsverfügung vom 1. Novemb
er 2016 wurden antragsgemäss (vgl. Urk. 1 S. 2 Ziff. 3) die unentgeltliche
Pro
zessführung
und Rechtsvertretung bewilligt, der Beschwerdeführerin die Beschwerdeantwort zugestellt und die Anordnung eines weiteren
Schriften
wechsels
als nicht erforderlich erachtet (Urk. 8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist
der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verb
leibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem
in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für
die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliess
lich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Nach
lit
. a
Abs.
1 der am
1.
Januar 2012 in Kraft getretenen
SchlB
IVG
werden Renten, die bei
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Be
schwerdebildern
ohne nachweisbare organische Grundlage gesprochen wur
d
en, innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten dieser Änderung überprüft. Sind die Voraussetzungen nach Artikel 7 ATSG nicht erfüllt, so wird die Rente herabgesetzt oder aufgehoben, auch wenn die Voraussetzungen von
Artikel 17 Absatz 1 ATSG nicht erfüllt sind. Diese Bestimmung ist
verfass
ungs
- und EMRK-konform (BGE 139 V 547 E. 3).
Die in
lit
. a
Abs.
1
SchlB
IV
G
vorgesehene Rentenherabsetzung beziehungs
weise -aufhebung ist nicht auf vor dem
1.
Januar
2008 zugesprochene Ren
ten beschränkt. Erging die fragliche
Rentenzusprache
aber bereits in Beach
tung der jeweils relevanten Rechtsprechung zu
pathogenetisch
-ätiologisch
unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grund
lage, bleibt kein Raum für ein Rückkommen unter dem Titel der Schlussbestimmung (BGE 140 V 8 E. 2).
Da der Bestand laufender Renten wesentlich von medizinischen Aspekten abhängt, sind an die entsprechenden Abklärungen besonders hohe Anforde
rungen zu stellen. Namentlich muss verlangt werden, dass die Untersuchun
gen im Zeitpunkt der Revision aktuell sind und sich mit der massgeblichen
Fragestellung auseinandersetzen. Soweit die versicherte Person sich – auch mit
Bezug auf die Chancen, welche die Wiedereingliederungsmassnahmen bieten – der Beurteilung durch die Verwaltung und deren regionalen ärztlichen Dienst nicht anschliessen kann, dürfte sich in der Regel eine neue,
polydis
ziplinäre
Begutachtung als unumgänglich erweisen (vgl. BGE 139 V 547 E. 10.2).
1.3
In
lit
. a Abs.
4
SchlB
IVG
ist vorgesehen, dass die in Abs
atz
.
1 geregelte Rentenüberprüfung auf Personen keine Anwendung findet, die im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung das 5
5.
Altersjahr zurückgelegt haben oder im Zeitpunkt, in dem die Überprüfung eingeleitet wird, seit mehr als 15
Jahren eine Rente der Invalidenversicherung beziehen. Nach der Botschaft
des Bundesrates werden mit einer solchen Besitzstandgarantie die Gesichts
punkte der Rechtssicherheit und des Vertrauensschutzes berücksichtigt, weil eine Wiedereingliederung in diesen Fällen faktisch ausgeschlossen sein dürfte (
BBl
2010 1912).
1.4
G
emäss
der mit
BGE 130 V 352
begründeten und seither stetig weiter ent
wickelten Rechtsprechung vermochten eine fachärztlich (psychiatrisch) diag
nostizierte
somatoforme
Schmerzstörung und vergleichbare psychosomatische L
eiden (
BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3
) in der Regel keine lang dauernde, zu einer Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG führende Arbeitsunfähigkeit zu
bewirken. Vielmehr bestand die Vermutung, dass solche Beschwerdebilder oder
ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar seien und nur bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machten, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt (zur Entstehungsge
schichte dieser Praxis:
BGE 135 V 201
E.
7.1.2;
Urteil des Bundesgerichtes 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 2.1
).
Ob ein solcher Ausnahmefall vorlag, entschied sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien (so ge
nannte „Foerster-Kriterien“, vgl. BGE 130 V 352, BGE 131 V 39 E. 1.2, BGE 139 V 547 E. 3.2.3).
Mit BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht die Überwindbarkeitsvermutung
aufgegeben und das bisherige Regel-/Ausnahme-Modell durch
einen struktu
r
ierten normativen
Prüfungsraster ersetzt. In dessen Rahmen wird im Regelfall anhand von auf den funktionellen Schweregrad bezogenen
Standardindika
toren
das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen ergebnisoffen und sym
me
trisch beurteilt, indem
gleichermassen
den
äusseren
Belastungsfaktoren wie den vorhandenen Ressourcen Rechnung getragen wird (BGE 141 V 574 E. 4.2 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2 mit Hinweisen). Die Anerkennung eines rentenbegründenden
Inva
liditätsgrades
ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der
medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfal
l anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumin
dest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wie vor die materiell beweisbelastete versicherte Person zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; BGE 141 V 547 E. 2; Urteil des Bundesgerichts 8C_28/2016 vom 15. April 2016 E. 3.2).
Die Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens nach dem dargeleg
ten Prüfungsraster erübrigt sich
rechtsprechungsgemäss
, wenn
Ausschluss
gründe
vorliegen, etwa wenn die Leistungseinschränkung überwiegend auf Aggravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht, welche die Annahme einer gesundheitlichen Beeinträchtigung von vornherein
ausschliessen
(BGE 141 V 281 E. 2.2; vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_549/2015 vom 29. Janu
ar 2016 E. 4.1 und 9C_899/2014 vom 29. Juni 2015 E. 4).
1.5
Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei Vorliegen einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung oder eines damit vergleichbaren psychosoma
tischen Leidens (BGE 141 V 281 E. 4.2) sind Indikatoren beachtlich, die das Bundesgericht wie folgt systematisiert hat
(
BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
Kategorie „funktioneller Schweregrad"
Komplex „Gesundheitsschädigung"
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
Komorbiditäten
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen)
Komplex „Sozialer Kontext"
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens)
gleichmässige Einschränkung des
Aktivit
ätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen
behandlungs- und eingliederung
sanamnestisch ausgewiesener
Lei
dens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung
leistungshin
dernder
äusserer
Belastungsfaktoren einerseits und
Kompensationspotenzia
len
(Ressourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; Urteil des Bundesge
richts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2.1).
Beweisrechtlich entschei
dend
ist der Aspekt der Ko
nsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4).
1.6
In intertemporalrechtlicher Hinsicht ist sinngemäss wie in BGE 137 V 210 (betreffend die rechtsstaatlichen Anforderungen an die medizinische Begut
ach
tung) vorzugehen. Nach diesem Entscheid verlieren gemäss altem
Ver
fahrens
standard
eingeholte Gutachten nicht per se ihren Beweiswert. Vielmehr
ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Ge
gebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschl
iessendes Abstellen auf die vor
handenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält. In sinngemässer Anwendung der nunmehr materiell-beweisrechtlich geänderten Anforderungen ist in jedem einzelnen Fall zu
prü
fen, ob die beigezogenen admi
nistrativen und/oder gerichtlichen Sach
verständi
gengutachten – gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärzt
lichen Berich
ten – eine schlüssige Beurteilung im Lichte d
er massgeblichen Indikatoren er
lauben oder nicht. Je nach Abklärungstiefe
und -dichte kann zudem unter Um
ständen eine punktuelle Ergänzung genügen (
BGE 141 V 281
E. 8).
1.7
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes fallen leichte bis mittelgradige depressive Störungen, seien sie im Auftreten rezidivierend oder episodisch,
einzig dann als invalidisierende Krankheiten in Betracht, wenn sie
erwiesen
er
massen
therapieresistent sind (statt vieler:
BGE 140 V 193
E. 3.3 mit Hinwei
s). Nur in einer solchen - seltenen, da nach gesicherter psychiatrischer Erfah
rung Depressionen im Allgemeinen therapeutisch gut
angehbar
sind
–
ge
setz
lich verlangten Konstellation ist den no
rmativen Anforderungen des Art. 7 Abs.
2 zweiter Satz ATSG für eine objektivierende Betrachtungs- und Prüfungsweise Genüge getan (
BGE 141 V 281
E. 3.7.1 bis 3.7.3
). Ein solcher Sachverhalt muss überwiegend wahrscheinlich und darf nicht lediglich nicht
auszuschliessen
sein. Es kommt dazu, dass die Therapie in dem Sinne konse
quent gewesen sein muss, dass die aus fachärztlicher Sicht indizierten zu
mutbaren (ambulanten und stationären) Behandlungsmöglichkeiten in ko
ope
rativer Weise optimal und nachhaltig ausgeschöpft wurden (
BGE 140 V 193
E. 3.3
;
BGE
137 V 64
E.
5.2 mit Hinweis; vgl. Urteile des Bun
desgerichts 9C_13/2016 vom 14. April 2016 E. 4.2 und 9C_89/2016 vom 12. Mai 2016 E.
4.1).
Ist eine mittelgradige depressive Episode eine „
blosse
“ Begleiterscheinung (zum
Beispiel Urteil des Bund
esgerichts 8C_689/2014 vom 19. Januar 2015 E. 3.4; vgl. auch Rahel Sager, Die bundesgerichtliche Rechtsprechung betreffend De
pression, in: SZS 2015 308 ff., 312)
zu einer
somatoformen
Schmerzstörung oder einem vergleichbaren psychosoma
tischen Leiden (vgl. BGE 137 V 64
E. 4.2), beurteilt sich die Frage der invalidisierenden Wirkung der gesundhei
t
lichen Beeinträchtigungen nach der Schme
rzrechtsprechung (BGE 141 V 281; vgl. BGE 140 V 290 E.
3.3.2; vgl. Urteile des Bundesgeri
chts 8C_624/2015 vom 25. Januar 2015 E.
3.2.2 und 9C_125/2015 vom 18. November
2015 E.
4.4).
Eine leichte depressive Episode stellt nach der Gerichtspraxis keine Komorbidität von hinreichender Erheblichkeit im Sinne der früheren Recht
sprechung zu den unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern dar. Sie ist auch grundsätzlich nicht geeignet, eine leistungsspezifische Invalidität zu begrün
den (Urteil des Bundesgerichts 9C_337/2015 vom 7. April 2016 E. 4.4.1 mit weiteren Hinweisen).
Eine
Dysthymie
ist nach der im gebräuchlichen Klassifikationssystem ICD-10 enthaltenen Umschreibung eine chronische depressive Verstimmung, die weder schwer noch hinsichtlich einzelner Episoden anhaltend genug ist, um die Kriterien einer schweren, mittelgradigen oder leichten rezidivierenden depressiven Störung zu erfüllen. Findet sich im Psychostatus nur eine
Dys
thymie
, so kann dies
rechtsprechungsgemäss
wohl eine
Einbusse
an Leis
tungsfähigkeit mit sich bringen, kommt aber für sich allein betrachtet nicht einem Gesundheitsschaden im Sinne des Gesetzes gleich. Diese Schluss
fol
gerung, die sich auf medizinische Empirie abstützt und damit eine Rechts
frage darstellt, ist freilich nicht absolut zu setzen; eine
dysthyme
Störung kann die Arbeitsfähigkeit im Einzelfall erheblich beeinträchtigen, wenn sie zusammen mit anderen Befunden - wie etwa einer ernsthaften
Persönlich
keitsstörung
- auftritt (Urteile des Bundesgerichts 8C_623/2013 vom 11. März
2014 und 9C_146/2015 vom 19. Januar 2016 E. 3.2, je mit Hinweisen). Diese Grunds
ätze wurden durch die Rechtsprechung
gemäss
BGE 141 V 281 nicht
relati
viert (Urteil des Bundesgerichts 9C_146/2015 vom 19. Januar 2016 E 3.
2 mit Hinweis; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_162/2015 vom 30. September 2015 E. 3.3.3).
1.8
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück
sichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung vom 18. August
2016 (Urk. 2) fest, dass
das hiesige Gerichte mit Urteil vom 14. Oktober 2013 festgehalten habe, dass die laufende Rente der Beschwer
de
führerin gemäss den Schlussbestimmungen der Änderung des IVG vom 18. Mär
z
2011 zu überprüfen sei. Bei der Prüfung sei die neue Rechtspre
chung vom 3. Juni 2015 bereits berücksichtigt worden (S. 1 Mitte). D
ie Über
prüfung der Invalidenrente
habe
ergeben
, dass die vorliegenden Diagnosen, die zu einer
Rentenzusprache
geführt hätten, zu den
ätiologisch-pathogene
tisch
unklaren
syndromalen
Zustandsbildern ohne nachweisbare organi
sche
Grundlagen gehören würden (S. 2 oben).
Für die Beurteilung der Arbeits
fähigkeit
der Beschwerdeführerin könne auf das psychiatrische Gutachten abge
stellt werden, wonach bei der Beschwerdeführerin eine vorübergehende 20
%ig
e Arbeitsunfähigkeit bestehe (S. 2 unten, S. 3 unten).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1),
dass weder vom
hiesige
n
Gericht mit Urteil vom 14. Oktober 2013
noch von der Beschwerdegegnerin bisher beachtet und geprüft worden sei, dass kein Raum mehr für ein Zurückkommen unter dem Titel der
Schluss
bestimmungen
bestehe, wenn die
Rentenzusprache
schon in Beachtung der jeweils relevanten Rechtsprechung zu
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage ergangen sei. Das sei vorliegend der Fall gewesen (S. 4 Ziff. 3).
Das psychia
trische Gutachten enthalte
zudem
im Wesentlichen nur eine andere Würdi
gung bereits beurteilter Sachverhalte (S. 7 Ziff. 5). Sodann habe die
Be
schwerdegegnerin
nicht berücksichtigt, dass das psychiatrische Gutachten keine genügende beweiswertige Grundlage für die Beurteilung des Verlaufs bis heute darstelle. Es sei nicht schlüssig, leuchte nicht ein und sei auch nicht aktuell (S. 8 ff. Ziff. 6).
3.
3.1
Das hiesige Gericht hat die Beschwerde gegen die
mit Verfügung vom 29. Januar 2013
aufgehobene
Rente der Versicherten
gestützt
auf
lit
. a
SchlB
IVG
mit Urteil vom 14. Oktober 2013
(Urk. 7/160)
gutgeheissen und fest
gestellt, dass die Versicherte weiterhin Anspruch auf eine halbe Rent
e hat
.
Das hiesige Gericht hielt in
sein
em Urteil fest, dass die Beschwerdeführerin zum Zeitpunkt bei Erlass der Rentenverfügung vom 1. September 2009 unter einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung und damit unter einem
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebild ohne nach
weisbare organische Grundlage gelitten habe. Es sei daher nicht zu be
an
standen, dass die Beschwerdegegnerin gestützt auf
lit
.
a Abs. 1
SchlB
IVG
die Voraussetzungen nach Art. 7 ATSG geprüft habe (E. 7.1). Das Gericht kam zum Schluss, dass die Beschwerdegegnerin aufgrund der vorliegenden medi
zinischen Aktenlage jedoch nicht mit dem
massgebenden Beweisgrad über
wiegender Wahrschein
lichkeit darzutun
vermocht habe
, dass zum Zeitpunkt
bei Erlass der angefochtenen Verfügung vom 29.
Januar 2013
die Erwerbsun
fähigkeit der Beschwerde
füh
rerin aus
objektiver Sicht überwindbar gewesen sei. So habe
sie jegliche medizinischen Abklärungen vermissen lassen und die Gründe für eine Leistungsaufhebung nicht
rechts
genüglich
dargelegt.
Demnach habe
die Beschwerdeführerin vorderhand weiterhin Anspruch auf eine halbe Rente
(E. 7.2). Der Beschwerdegegnerin bleibe es unbenommen,
nach Durch
führung ergänzen
der Sachverhaltsabklärungen innerhalb der mass
gebenden Frist von drei Jahren ge
mäss
lit
.
a Abs. 1
SchlB
IVG
durchzuführen und
erneut die Voraussetzunge
n nach Art.
7 ATSG zu prüfen (E. 7.2).
3.2
In Nachachtung dieses Urteils verfügte die Beschwerdegegnerin am 12. Februar 2014 die Weiterausrichtung der halben Rente an die Versicherte (Urk. 7/170). Danach führte
sie
ergänzende Sachverhaltsabklärungen durch.
4.
4.1
Zu prüfen ist im Folgenden in einem ersten Schritt, ob die
Rentenverfügung
vom 1. September 2009 (Urk. 7/93-94, Urk. 7/100 = Urk. 7/101) bereits in Be
achtung der jeweils relevanten Rechtsprechung zu
pathogenetisch
-ätiologisc
h unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage ergangen ist.
Bei Verneinung diese
r
Frage wird in einem zweiten Schritt aufgrund der medizinischen Aktenlage zu prüfen sein, ob zum Zeit
punkt bei Erlass der angefochtenen Verfügung vom 18. August 2016 (Urk. 2) die Voraussetzungen nach Art. 7 ATSG erfüllt waren.
Nicht zur Anwendung kommt
die Ausnahmebestimmung von
lit
.
a
Abs.
4
SchlB
IVG
, da die
1970 geborene
Beschwerdeführerin weder im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung das 5
5.
Altersjahr zurückgelegt hat noch im Zeitpunkt, in dem die Überprüfung eingeleitet w
u
rd
e
, seit mehr als 15 Jahren eine Rente der Invalidenversicherung bezog.
4.2
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei Erlass der Verfügung vom 1. September 2009 insbesondere auf das
polydisziplinäre
MEDAS Gutachten vom
24. M
ärz 2009 (Urk. 7/81
).
Die Gutachter nannten die folgenden Diag
no
sen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 20 Ziff. 4.1):
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) mit rheumatolo
gischem Korrelat eines
Fibromyalgiesyndroms
, bestehend seit 2002
akzentuierte Persönlichkeit (ICD-10 Z73.1)
Dysthymia
(ICD-10 F34.1), bestehend seit 2002
wahrscheinlich Partialläsi
on der
Supraspinatussehne
links
, bestehend seit 2006
chronisch leichtes
intrinsisches Asthma bronchiale
, bestehend seit 1998
, mit/bei
Status nach schwerem Asthmaanfall mit Intubation 1998
Hausstaubmilbensensibilisierung
Die
affekt
iven Verstimmungen würden
den Schweregrad einer psychischen Störung
nicht
erreichen. Sie entsprächen diagnostisch einer
Dysthymie
, deren Ursache, wie die Schmerzstörung, konversionsneurotischer Natur sei. Beide Diagnosen hätten
gemäss
Rechtsprechung keine relevante Bedeutung für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit, da ihre Auswirkungen auf die Leistungs
fähigkeit als willentlich über
windbar gälten (S.
19 unten). Vorliegend habe man es mit einer
Chronifizierung
beider psychischer Störungen zu tun. Bezo
gen auf die Schmerzstörung müsse von einem verfestigten, therapeutisch nich
t mehr beeinflussbaren innerseelischen Verlauf einer an sich missglückten,
psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn,
„Flucht in die Krankheit“) ausgegangen werden, zudem manifestiert durch eine jahrelange Berentung. Deshalb sei davon auszugehen, dass beide psy
chischen Störungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit relevant seien.
Dysthymia
und chronische Schmerzzustände führten bei der Beschwerdefüh
rerin zu einer Minderung der Aufmerksamkeit, der Wachheit, der Konzen
tration und des Durchhaltevermögens, welche auf 40 % der erhaltenen
Rest
arbeitsfähigkeit
einzustufen sei (S. 20 oben
).
Auf der somatischen Ebene bestü
nden aufgrund des
Fibromyalgiesyndroms
diffuse
Weichteildolenzen
; die Beweglichkeit der peripheren G
elenke und der Wirbelsäule sei
jedoch nicht eingeschränkt. Zudem leide die Beschwerdefüh
rerin an einem chronischen leichten intrinsischen Asthma bronchiale. Wegen dieser beiden Diagnosen seien schwere körperliche Arbeiten kontraindiziert, ebenso das Arbeiten in Räumen mit erhöhter S
taubexposition oder Dämpfen (S.
27
Ziff.
2.2). Im sozialen Bereich
fänden sich
keine si
gnifikanten Beein
trächtigungen mit Auswirkung
auf
die Arbeitsfähigkeit
. Die Beschwerdefüh
rerin habe sich aus Angst vor Konflikten etwas zurückgezogen. Dies hindere sie jedoch nicht, einer geregel
ten Tätigkeit nachzugehen (S.
27
Ziff.
2.3).
Für die frühere Tätigkeit als Sortiererin in der
Z._
bestehe wegen erhöhter Staubexposition eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 27 Ziff. 3.1).
Eine Tätigkeit in staubfreien Räumen sei zu 8 Stunden täglich möglich. Aufgrund des
chronifizierten
Schmerzsyndroms und der
Dysthymie
bestehe jedoch eine Leistungsminderung von 40
% (S.
27
Ziff.
3.1
, S. 29 Ziff. 5.1-5.2
). Diese beiden Leiden seien als psychische Leiden mit Krankheitswert zu inter
pretieren (S.
28 Ziff. 3.2
). Alle Haushalttätigkeiten seien uneingeschränkt zumutbar (S. 29
Ziff.
5.1).
4.3
Dr. med.
A._
, Fachärztin für Chirurgie, Regionaler Ärztlicher
Dienst (RAD), führte in ihrer Stellungnahme vom 6. April 2009 (Urk. 7/90/4-5
)
aus, dass dem polydisziplinären Gutachten folgend von einer 60%igen Arbeits
fähigkeit in angepasster Tätigkeit auszugehen sei.
4.4
Die MEDAS-Gutachter kamen zum Schluss, dass sowohl die
Dysthymie
als auch die Schmerzstörung für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit relevant seien (vorstehend E. 4.2). Die RAD-Ärztin Dr.
A._
übernahm die von den Gutachtern festgestellte 60%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit (vor
stehend E.
4.3). Als nächstes wäre von der Beschwerdegegnerin im Rah
men der Rechtsanwendung zu prüfen gewesen, wie es um die
versicherungs
rechtliche
Erheblichkeit der attestierten Einschränkungen bestellt war, insbe
sondere wie es sich im Lichte der Foerster-Kriterien (vgl. vorstehend E.
1.4) mit der Schmerzstörung verhielt.
Nichts dergleichen ist aktenkundig, sondern die Beschwerdegegnerin über
nahm die - medizinisch begründete - Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin durch die MEDAS-Gutachter und die RAD-Ärztin Dr.
A._
ohne jegliche eigenständige Prüfung der Foerster-Kriterien. Somit erfolgte die Rentenverfügung vom 1. September 2009 – entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (vorstehend E.
2.2) – nicht in Beachtung der rele
vanten Rechtsprechung zu
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage, weshalb ein Zurückkommen unter dem Titel der Schlussbestimmungen (vgl. vorstehend E.
1.2) vorliegend möglich ist.
5.
5.1
Im Nachgang zum Urteil des hiesigen Gerichts vom 14. Oktober 2013 war es der Beschwerdegegnerin demnach unbenommen, ergänzen
de
Sachverhalts
abklärungen
innerhalb der massgeb
enden Frist von drei Jahren ge
mäss
lit
. a Abs. 1
SchlB
IVG
durchzuführen und
erneut die Voraussetzunge
n nach Art
ikel 7 ATSG zu prüfen.
Der Rentenverfügung vom 18. August 2016 (Urk. 2) lagen
sodann
im Wesentlic
hen die nachfolgenden Berichte zugrunde.
5.2
Die Beschwerdeführerin wurde vom 21. Mai bis am 3. August 2013 in der
B._
, Zentrum für Soziale Psychiatrie, Akut-Tagesklinik, teilstationär behandelt. Im Austrittsbericht vom
5. August 2013
(Urk. 7/177/9-12) nannten die Ärzte der
B._
die folgenden Diagnosen (S. 1 Mitte):
mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung mit rheumatologischem Korrelat einer Fibromyalgie (ICD-10 F45.4)
Asthma bronchiale
Hypothyreose
Status nach
Malleolar
-Subluxationsfraktur rechts
chronisch rezidivierendes
Zerviko
-Vertebral- und
Lumbo
-Vertebral-Syndrom
Periarthropathiebeschwerden
Schultern beidseits
5.3
Dr. med.
C._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation und für Rheumatologie, nannte in seinem Bericht vom
4. März 2014
(Urk. 7/174/5-8)
die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die
Arbeits
fähigkeit (Ziff. 1.1)
:
somatoforme
Schmerzstörung mit rheumatologischem Korrelat einer Fibromyalgie
Flachrücken mit rezidivierendem
Cervico
-V
ertebral- und
Lumbo
-V
ertebral-Syndrom
Periarthropathie
-Beschwerden an den Schultern mit möglichen Par
tial-Läsionen der
Supraspinatus
-Sehne links
Dr.
C._
führte aus,
dass er die Beschwerdeführerin seit September 2002
ambulant behandle
und
alle Diagnosen seit April 2002 bestünden
(Ziff. 1.1-1.
2
). Nach wie vor liege für eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit ohne Staubexposition eine 50%ige Arbeitsfähigkeit vor
(Ziff. 1.6).
Aus rheumato
logischer Sicht könne die Beschwerdeführerin keine konstant sitzende oder
stehende Tätigkeiten, keine stereotype Betätigungen in halbgebückter, rotiert
er oder
reklinierter
W
irbelsäulen
-Position sowie keine beständigen Tätigkeiten mit den Armen über der Horizontalen und kein dauerndes Heben und Tragen von Lasten über 15 kg ausführen. Die letzte bekannte Tätigkeit bei der
Z._
sei aus rheumatologischen Gründen in der oben erwähnten Arbeitsfähig
keit zumutbar, komme aber weg
en erhöhter Staub-Exposition eher nicht in Frage
. Eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei im oben erwähnten Umfang (zirka sechs Stunden pro Tag) seit 2002 möglich
(
Ziff. 1.7).
5.4
Die Ärzte der
B._
, Zentrum für Soziale Psychiatrie, Tages
klinik
D._
,
führten
in ihrem Bericht vom
17. April 2014 (Urk. 7/177/1-8)
aus, dass sich die Beschwerdeführerin seit dem 7. August 2013 bei ihnen in teilstationärer Behandlung befinde
(S. 1 unten). Sie nannten
die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depres
sive Episode (ICD-10 F33.1)
,
erste Diagnosestellung 2012, anamnes
tisch depressive Symptomatik wahrscheinlich seit zirka
12
Jahren
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
,
seit mindes
tens 2000
Asthma bronchiale
Status nach
Malleolar
-Subluxationsfraktur rechts
chronisch
rezidivierende
s
C
erviko
-
V
e
rtebral- und
L
umbo
-
V
ertebral-Syndrom
Periarthropathiebeschwerden
Schultern beidseits
Bei der Beschwerdeführerin bestehe nach wie vor zusätzlich zur depressiven Symptomatik ein
chronifiziertes
Schmerzsyndrom, welches sich trotz konser
vativen Therapien und psychiatrisch-psychotherapeutischen Massnahmen nicht gebessert habe. Angesichts des bisherigen Verlaufs sei mittel- bis lang
fristig nicht mit einer Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt zu rech
nen (Ziff. 1.4).
Die Beschwerdeführerin sei in der
zuletzt ausgeübten
Tätigkeit
bei der
Z._
seit dem 7. August 2013 zu 100 % arbeitsunfähig (S. 1 unte
n, Ziff. 1.6). Es bestünden sowohl körperliche als auch psychische Einschrän
kungen mit Schmerzen, erhöhter Ermüdbarkeit, deprimierter Stimmung, ver
mindertem Antrieb, geringer psychischer Belastbarkeit, Nervosität und
Schlaf
problemen
. In einer angepassten Tätigkeit sei eine Arbeitsfähigkeit bis 50 % in geschütztem Rahmen denkbar (Ziff. 1.7).
5.5
Dr. med.
E._
,
F._
, führte in ihrem Bericht vom 30. Mai 2014 (Urk. 7/179) aus, dass sie die Beschwerdeführerin seit Juni 2012 ambulant behandle (Ziff. 1.2)
,
und nannte die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1), Erstdiagnose Juni 2012
akzentuierte Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1), Differentialdiagnose kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F61.0)
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4),
Erstdiag
nose
2002
anamnestisch Asthma bronchiale, Erstdiagnose 1998
Aufgrund der Schwere und Komplexität der Erkrankung (unter anderem be
treffend Persönlichkeitsstruktur) sowie des bisherigen Krankheitsverlaufs sei kurz- bis mittelfristig keine relevante Verbesserung der Symptomatik zu er
warten. Insgesamt sei von einer schlechten Prognose auszugehen (Ziff. 1.4). In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Sortiererin bei der
Z._
sei die Be
schwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht seit dem 1. Juni
2012 bis auf
Weiteres
zu 100 % arbeitsunfähig.
Dies gelte sowohl auf dem ersten Arbeits
markt als auch im geschützten Rahmen (Ziff. 1.6).
5.6
Dr. med.
G._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, erstatte
te
das von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebene psychiatrische
Gutachten am 20. November 2014 (Urk. 7/195/1-47) gestützt auf die ihr über
lassenen Akten (S. 4 ff.), die Angaben der Beschwerdeführerin (S. 12 ff.) und auf ihre am 17. November 2014 durchgeführte Untersuchung (S. 2 Mitte).
Die Gutachterin
nannte die folgenden Diagnosen
(S. 38 unten):
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
leichtgradige
depressive Episode, Status nach mittelschwerer Episode, in Teilremission (ICD-10 F32.0)
Dysthymia
(ICD-10 F34.1)
anhaltende komplexe psychosoziale Belastungssituation
Probleme mit Bezug auf Berufstätigkeit oder Arbeitslosigkeit (ICD-10 Z56)
Probleme mit Bezug auf den engeren Familienkreis, einschliesslich familiäre Umstände
(ICD-10 Z63)
Probleme mit Bezug auf die soziale Umgebung (ICD-10 Z60)
Probleme mit Bezug auf die Wohnbedingungen oder wirtschaftli
chen Verhältnisse (ICD-10 Z59)
Aus psychiatrischer Sicht seien ab 2002 eine anhalte
nde
somatoforme
Sch
merzstörung –
2009 zuletzt polydisz
iplinär-gutachterlich bestätigt –
so
wie
eine
im Verlauf hiermit verbundene
Dysthymia
festzustellen. Bis März 2013 seien keine etwaigen klinisch relevanten depressiven Episoden abzugrenzen. Ab dem 14. März
2013 beziehungsweise mit Aufnahme einer (bis heute fort
gesetzten) psychiatrischen Behandlung
in der
B._
(
vgl
. S. 27 oben
) sei eine
depressive Episode maximal mittleren Grades dokumentiert. Unter der Behand
lung sei es zu einer Besserung des psychischen Zustandsbildes ge
kommen.
Spätestens ab Datum der gutachterlichen Untersuchung, mithin am 17. November
2014, sei eine nur noch
leichtgradige
depressive Symptomatik beziehungsweise
leichtgradige
depressive Episode festzustellen (S. 39 oben). Damit sei zusammenfassend für den Zeitraum vom 14. März
2013 bis
16. November 2014 eine maximal 50%ige Arbeitsunfähigkeit aus psychiatri
scher Sicht zu attestieren. Die nur noch
leichtgradige
depressive Symptoma
tik sei psychiatrisch-arbeitsmedizinisch nur marginal relevant beziehungsweise
könne höchstens eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit begründen. Die
Dysthymia
als
leichtgradige
Verstimmungsvariante habe überdauernd keine arbeitsmedi
zinische Relevanz (S. 39 Mitte).
Auch die bei einer
somatoformen
Schmerzstörung hinsichtlich ihrer arbeits
medizinischen Relevanz beziehungsweise Überwindbar
keit zu prüfenden Foe
rster
-
Kriterien seien nicht erfüllt. Weder liege, mit der (einmaligen) leicht
gradigen depressiven Episode, eine erhebliche psychische Komorbidität, noch
eine chronische körperliche Begleiterkrankung (mit somatischen Korrelat) vo
r
. Ein sozialer Rückzug in allen Lebenslagen sei nicht überzeugend ausgewie
sen, in diesem Sinne
,
dass es sich bei der
Beschwerdeführerin
um eine habi
tuelle Fokussierung auf ihre Kernfamilie (Töchter, Mutter) handle, nachdem sie in den ersten Jahren in der Schweiz aus Rücksicht auf die eifersüchtige Empfindlichkeit ihres Ehemannes auf soziale Kontakte verzichtet habe, sich damit nicht sozial eingebettet habe – zumal sie auch die Familie ihres Ehe
mannes als ihr fein
d
selig gestimmt erlebt habe – und sie nach ihrer Scheidung „froh“ gewesen sei, sich durch Verzicht auf sozialen Umgang „nicht mit den Problemen von and
e
ren belasten zu müssen“. Auch sei ange
sichts der nicht tiefgehenden therapeutischen Bemühungen
hinsichtlich der
Schmerzstörung
(keinerlei leitliniengerechte interdisziplinäre Schmerztherapie, weder ambulant
noch stationär)
nicht von einem therapeutisch nicht mehr beeinflussbaren Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlasten
den Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn) zu sprechen. Damit erscheine der Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht die Überwindung des subjektiven Schmerzerlebens hinsichtlich eines Wiedereinstiegs in den
Arbeitsprozess absolut zumutbar (S. 39 unten, S. 40 oben). Auch rückblicke
nd habe für die Jahre 2002 bis März 2013 aus heutiger gutachterlich-psy
chiatrischer Sicht
keinerlei Beeinträchtigung der Arbeitsunfähigkeit vorgele
gen. Schon 2002 bis
2013
seien die Foe
rster-
Kriterien nicht erfüllt gewesen.
Eine depressive Episode habe in diesem Zeitraum nicht vorgelegen (S. 40 oben
).
Die Beschwerdeführerin sei durch ihre psychische Störung gesamthaft gegenwärtig noch
leichtgradig
eingeschränkt (S. 40 Mitte). Die Prognose sei aufgrund der guten
Intelligenz, guten
Reflektionsfähigkeit
,
Persönlichkeits
differenzierung
, Verbind
lichkeit und des sozialen (Selbst-)Verantwortungs
gefühls der Beschwerdeführerin an sich gut. Prognostisch negativ sei die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin dazu tendiere, sich aufgrund ihres
Schmerzerlebens als für jegliche Arbeit ungeeignet einzuschätzen (S. 40 unten
).
Die Gutachterin setzte sich kritisch mit den ihr überlassenen Akten und im
Detail mit den Berichten der
Ärzte der
B._
vom 5. August 2013 und vom 17. April 2014
sowie mit dem Bericht der behandelnden Psychiaterin Dr.
E._
vom 30. Mai 2014
auseinander (S. 42 f.)
.
So kam sie zum Schluss, dass
die im Austrittsbericht der
Akut-Tagesklinik der
B._
vom 5. August 2013
(vgl. vorstehend E. 5.2)
gestellten Diagnosen einer mittelgradigen depressiven Episode sowie einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung mit rheumatologischem Korrelat einer Fibromyalgie mit ihren diagnostischen Schlussfolgerungen konkordant seien. Denn im Beobachtungszeitraum bis heute habe sich das
depressive Zustandsbild nun aufgehellt, wobei heute eine
leichtgradige
Symptomatik vorliege. Zur arbeitsmedizinischen Sachlage be
ziehungsweise Arbeits
fähigkeit der Beschwerdeführerin werde keine Stellung genommen (S. 42 oben).
Im Bericht der Tagesklinik
D._
der
B._
vom 17. April 2014 (vgl. vorstehend
E. 5.4
) werde die mittelgradige depressive
Episode dann neu im Rahmen einer rezidivierenden depressiven Störung platziert, ohne dass dem Bericht diesbezüglich zu entnehmen sei, für welchen Zeitraum allfällige frühere depressive Phasen abgegrenzt
w
ü
rde
n
. Die Diag
nose
einer
anhaltende
n
somatoforme
n
Schmerzstörung werde auch von der Tagesklinik gestellt, aller
dings unter Diagnosen mit Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit subsumiert, oh
ne dass hier eine Prüfung der Foe
rster-Kriterien beziehungsweise der
arbeitsmedizinischen Relevanz dieses
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
sy
ndromalen
Beschwerdebilds ohne nachweisbare orga
nische Grundlage vorgenommen worden sei. Die Verbindung der mittelgra
di
gen depressiven Episode und einer
somatoformen
Schmerzstörung mit 100%iger
Arbeitsunfähigkeit werde nicht begründet (S. 42 Mitte).
Das Gleiche gelte für den Bericht der behandelnden Psychiaterin Dr.
E._
vom 30. Mai 2014 (vgl. vorstehend E. 5.
5
), die ebenso eine rezidivierende depressive Störung festhalte
. Dass hierbei ein mittelgradiges depressives Zustandsbild vorgelegen habe, werde nicht bewiesen. Anamnestisch – und in Einklang mit der Vorbeurteilung im MEDAS
-
Gutachten vo
n
2009 – sei viel
mehr von
dysthymen
Verstimmungsvarianten auszugehen (S. 42 unten). Weiter werde von Dr.
E._
eine Persönlichkeitsproblematik in Betracht ge
zogen, welche jedoch heute aus gutachterlicher Sicht zu verneinen sei
. Auch wenn die Beschwerdeführerin in ihrer Hartnäckigkei
t, ihre Liebe
für ihren Ex-Mann trotz mehrheitlich frustrierenden Erlebnisse
n
und Zerrüttung der Ehe zu beteuern, nicht ganz nachvollziehbar erscheine, genüge es nicht, um
eine etwaige Persönlichkeitsstörung zu diagnostizieren, und auch hinsichtlich
ihrer durch die biographischen (vor allem Kindheits-)Erlebnisse verinnerlicht
en
Selbstunsicherheiten würden noch keineswegs die ICD-10
-
Kriterien einer
Per
sönlichkeitsstörung
erfüllt werden
. Der Lebensentwurf der Beschwerdefüh
rerin sei bis anhin an belastenden Lebensumständen und nicht an etwaigen krankhaft gestörtem Persönlichkeitsinventar gescheitert. In den (intensiven) stationären und teilstationären Beobach
tungszeiträumen 2013 bis 2014 s
e
i
auch nie auch nur eine Vermutung einer Persönlichkeitsproblematik (weder Persönlichkeitsstörung noch Persönlichkeitsakzentuierung) geäussert worden (S. 43 oben, vgl. S. 37 f.).
5.7
Dr. med.
H._
, Facharzt für Anästhesiologie, R
AD
, führte in seiner Stellungnahme vom 26. November 2014 (Urk. 7/201/4-5) aus, dass
das
psy
chiatrische Gutachten vom 20. November 2014 umfassend sei, auf allseitigen Untersuchungen beruhe, die geklagten Beschwerden und die
Vorakten
be
rücksichtige, die Beurteilung der
medizinischen Zusammenhänge
einleuchtend
sei
und die medizinischen Schlussfo
lgerungen begründet seien.
In der ange
stammten Tätigkeit als auch für angepasste Tätigkeiten habe vom 14. März
2013 bis 16. November
2014 aufgrund einer mittelgradigen depressiven Epi
sode eine Arbeitsunfähigkeit von maximal 50 % vorgelegen. Seither bestehe noch eine Arbeitsunfähigkeit von 20 %.
5.8
Dr. med.
I._
, Facharzt für Psychiatrie und P
sychotherapie, und Dr.
E._
,
F._
, nannten in ihrem Bericht vom
27. Oktober 2015
(Urk. 7/217) die folgenden Diagnosen:
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1), Erstdiagnose Juni 2012
akzentuierte Persönlichkeitszüge mit infantilen, ängstlich-vermeiden
den,
dependenten
und aggressionsgehemmten Anteilen (ICD-10 Z73.1), Erstdiagnose 2014
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4),
Erstdiag
nose
2002
Asthma bronchiale, Erstdiagnose 1998
Hypothyreose unklarer Ätiologie, Erstdiagnose unbekannt
Seit Sommer 2013 bestehe aus psychiatrischer Sicht bis auf
Weiteres
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit sowohl in angestammter (als Sortiererin bei der
Z._
) als auch in angep
asster Tätigkeit. Aufgrund eines
chronifizierten
und die Persönlichkeitsstruktur der Beschwerdeführerin be
treffenden
Krankheits
geschehens
sei in absehbarer Zeit nicht von einer relevanten Verbesserung der Arbeitsfähigkeit auszugehen.
5.9
Die Beschwerdeführerin wurde vom 22. Dezember 2015
bis 5. Januar 2016 stationär im
J._
behandelt. Im Austrittsbericht vom 5. Januar 2016 (Urk. 7/218) wurde eine emotional instabile Persönlichkeitsstör
ung vom
Borderline
-Typ (ICD-10 F60.31) diagnostiziert.
5.1
0
Dr.
E._
,
F._
, nannte in ihrem Bericht vom 9. März 2016 (Urk. 7/226
= Urk. 3/5
) die folgenden Diagnosen (S. 1 Mitte):
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1), Erstdiagnose Juni 2012
Hamilton-Depressions-Skala vom 7. März 2016: 23 Punkte
akzentuierte Persönlichkeitszüge mit selbstunsicheren, zwanghaften, paranoiden und emotional-instabilen Anteilen (ICD-10 Z73.1),
Erst
diagnose
2014
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4),
Erstdiag
nose
2002
Asthma bronchiale, Erstdiagnose 1998
Hypothyreose unklarer Ätiologie, Erstdiagnose unbekannt
Unter der intensiven Behandlung sei es zwischenzeitlich zu einer
Regredienz
der depressiven Symptomatik von mittelgradig auf
leichtgradig
gekommen. Im weiteren Verlauf sei es zu einer erneuten Verschlechterung der depressi
ven Symptomatik gekommen, welche eine
stationäre Krisenintervention im
J._
vom 22. Dezember 2015 bis 5. Januar 2016 notwendig gemacht habe (S. 2 oben).
Als entscheidend ungünstigen Faktor für eine dauerhafte affektive Stabilisie
rung sei das schlechte Ansprechen der Beschwerdeführerin auf psychothera
peutische Interventionen zu nenne
n
. Die Beschwerdeführerin sei zwar durch
aus intelligent, allerdings habe sich im Verlauf der Therapie gezeigt, dass ihre Introspektions- und Selbstreflexionsfähigkeit deutlich eingeschränkt seien und die Kränkbarkeit erhöht sei, so dass die Beschwerdeführerin im Rahmen
von Konfliktsituationen mit (unreifen) Abwehrmechanismen wie beispielsweise
starker Externalisierung reagiere. Auch während der Behandlung seien klar akzentuierte Persönlichkeitsanteile mit selbstunsicheren, zwanghaften, para
noiden und emotional-instabilen Anteilen zu Tage getreten
.
Die Beschwerde
führerin sei bis anhin nicht in der Lage gewesen, ihre Denk- und Verhal
tensmuster zu reflektieren, was eine therapeutische Bearbeitung im engeren Sinne verunmöglicht habe. Eine im Verlauf der Behandlung progrediente Adipositas sei als Folge einer dysfunktionalen Emotionsregelung über über
mässige Nahrungsaufnahme zu interpretieren (S. 2 Mitte).
Aus psychiatrischer Sicht bestehe seit Sommer 2013 und bis auf
Weiteres
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit sowohl in angestammter (als Sortiererin bei der
Z._
) als auch in angepasster Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt. Aufgrund eines
chronifizierten
und die Persönlichkeitsstruktur der Beschwerde
f
ührerin be
treffenden Krankheitsgeschehens
sei in absehbarer Zeit nicht von einer relevanten Verbesserung der Arbeitsfähigkeit auszugehen (S. 3 unten).
5.11
Dr.
G._
nahm in ihrem Bericht vom
22. März
2016
(Urk. 7/222) Stellung zu den beiden von der Beschwerdeführerin eingereichten Arztberichten (vgl.
vorstehend
E. 5.8-5.9
).
K
onkret würden im Arztbericht von Dr.
E._
der
F._
vom 27. Oktober 2015
(vorstehend
E. 5.8
)
eine
gegenwärtig mittel
gradige Episode einer rezidivierenden depressiven Störung, akzentuierte
Per
sönlichkeitszüge
und eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung mit
einer
100%iger Arbeitsunfähigkeit verbunden. Zum Zeitpunkt ihrer gutachterlich
en Untersuchung im November 2014 habe nur eine
leichtgradige
depressive Symptomatik vorgelegen. Hinweise auf einen rezidivierenden Charakter der Störungen hätten nicht vorgelegen. Möglicherweise habe sich die Beschwer
deführerin im Oktober 2015 unter den psychosozialen Belastungen zwischen
zeitlich mit mittelgradigen depressiven Symptomen präsentiert. Ein
Psycho
status
oder
eine
Psychometrie, die dies belegen würde, fehle aber im Bericht der
F._
. Es erscheine auch ansonsten kaum nachvollziehbar, dass eine
rela
tiv milde (mittelgradige) depressive Episode, bei ansonsten nicht nachweisbar relevanten Nebendiagnosen (akzentuierte Persönlichkeitszüge,
somatoform
e
Schmerzstörung)
,
so drastisch mit anhaltend 100%iger A
rbeitsun
fähigkeit verbunden werde. Der Bericht sei auch sehr
summarisch
, die arbeits
medizini
sche Einschätzung werde nicht fundiert begründet (S. 1 unten, S. 2 oben).
Auch beim Austrittsbericht de
s
J._
vom 5. Januar 2016 (vorstehend
E. 5.9
),
worin auf einen Kurzaufenthalt über die Festtage vom 22. Dezember 2015 bis 5. Januar 2016 zur Kriseninterventio
n Bezug genommen werde, handle es sich um einen sehr
summarischen
Bericht, worin nun, und diesmal als einzige Diagnose, eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom
Borderline
-Typ festgehalten werde. Die Diagnose werde aber nicht begründet, insbesondere nicht an den ICD-10-Kriterien geprüft. Eine depressive Störung werde von den Behandlern nicht (mehr) festgestellt (S. 2
oben).
In ihrem Gutachten werde sehr ausführlich auf die diagnostische Diffe
renzierung eingegangen und auch genügend dargelegt, dass die ICD-10-Kriterien einer Persönlichkeitsstörung nicht erfüllt seien.
Nach Durchsicht der Berichte sei ersichtlich, dass keine begründeten neuen medizinischen Fakten vorlägen, die Anlass geben könnten, ihre gutachter
liche Beurteilung vom 20. November 2014 (
vorstehend E. 5.6) zu
revidieren (S. 1 Mitte).
5.12
RAD-Arzt Dr.
H._
führte in seiner Stellungnahme vom 30. Mai
2016 (Urk. 7/228/3-4) aus, dass im Bericht
von Dr.
E._
des
F._
vom 9. März 2016 (vorstehend
E. 5.10) die gleichen Diagnosen wie in ihrem
Bericht vom 27. Oktober 2015 (vorstehend
E. 5.8
) wieder aufgenommen worden seien. Neue Befunde seien nicht präsentiert worden. Die psychiatrische Gutachterin
Dr.
G._
habe am 22. März 2016 (vorstehend
E. 5.11
) plausibel ausgeführt
, weshalb sich aus den nachgereichten Berichten keine andere Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ergebe. Deshalb bestehe kein Anlass von seiner Stellungnahme vom 26. November 2014 (vorstehend
E. 5.7
) abzuweichen, als eine medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit von 80 % festgehalten worden sei.
5.13
Aus dem Operationsbericht des
K._
vom
16. Juni
2016 (Urk. 3/6) geht hervor, dass bei der Beschwerdeführerin am 15. Juni
2016 eine Knie-Arthroskopie links mit medialer
Teilmeniskektomie
durchgeführt wurde. Anfang April 2016 seien spontan mediale Kniebeschwerden links auf
getreten. Bei anhaltenden Beschwerde
n
habe sich klinisch und MR-tomogra
phisch eine
mediale
Meniskushinterhornläsion
gezeigt, weshalb die Indikation
für eine
arthroskopische
Teilmeniskektomie
gestellt
worden sei
(S. 1 Mitte).
6.
6.1
Die psychiatrische Gutachterin Dr.
G._
ist Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, so dass sie zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Be
schwerdeführerin grundsätzlich befähigt ist.
Das psychiatrische Gutachten (vorstehend E. 5.
6
) erscheint denn auch für die streitigen Belange umfassend und berücksichtigte die g
eklagten Beschwerden
der Beschwerdeführerin. Zudem wurde es in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) erstellt und leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge
und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und die Schlussfolgerungen wurden nach
vollziehbar begründet. Damit erfüllt das psychiatrische Gutachten die
praxis
gemässen
Kriterien an ein beweiskräftiges Gutachten (vgl. vorstehend E. 1.
8
)
.
Die Gutachterin
diagnostizierte
sodann
eine seit 2002 anhaltende
somato
forme
Schmerzstörung
, eine
leichtgradige
depressive Episode, eine
Dysthymia
sowie eine anhaltende komplexe psychosoziale Belast
ungssituation (vorsteh
end E. 5.6
).
Sie
legte
in nachvollziehbarer Weise
dar, dass
bis März 2013 keine klinisch relevante
n
depressive
n
Episoden abzugrenzen seien. Ab dem 14. März
2013, mithin mit Aufnahme einer (bis heute fortgesetzten) psychia
trischen Behandlung, sei eine depressive Epi
sode maximal mittleren Grades
dokumentiert
. Unter der Behandlung sei es zu einer Besserung des psychis
chen Zustandsbildes gekommen, so leide
die Beschwerdeführerin
gegenwärtig nur noch an einer
leichtgradigen
depressiven Episode
(vorstehend
E. 5.6,
vgl. S. 35 unten
und
S. 36 unten des Gutachtens).
Die Gutachterin
legte zudem in nachvollziehbarer Weise dar, weshalb ent
gegen der Ansicht der behandelnden Psychiaterin
Dr.
E._
keine
Persönlich
keitsproblematik
vorliege. So sei in den (intensiven) stationären und
teilstati
onären
Beobachtungszeiträumen 2013 bis 2014 auch nie nur eine Vermu
tung einer Persönlichkeitsproblematik (weder Persönlichkeitsstörung noch Persönlichkeitsakzentuierung) geäussert worden (
vorstehend
E. 5.6
).
Es wäre
schliesslich – der Gutachterin folgend (
vgl.
S. 43 oben
des Gutachtens
) – auch
verwunderlich, wenn eine relevante Persönlichkeitsproblematik den stationä
ren und teilstationären Behandlern von 2013 bis 2014 entgangen wäre.
Die Gutachterin attestierte der Beschwerdeführerin für den Zeitraum vom 14. März 2013 bis 16. November 2014, mithin bis zur gutachterlichen Unter
suchung, eine maximale Arbeitsunfähigkeit von 50 % aus psychiatrischer Sicht. Die nur noch
leichtgradige
depressive Symptomatik begründe ab dem
17. November
2014 höchstens noch eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit. Die G
ut
achterin legte zudem schlüssig dar, dass die diagnostizierte
Dysthymia
als
leichtgradige
Verstimmungsvariante arbeitsmedizinisch nicht von Relevanz se
i (vorstehend
E. 5.6, vgl. vorstehend E. 1.7
).
6.2
Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der vorliegenden
leichtgradigen
depressiven Episode ist die bundesgerichtliche Rechtsprechung zu beachten, wonach eine leichte depressive Episode grundsätzlich nicht geeignet ist, eine leistungsspezifische Invalidität zu begründen (vgl. vorstehend E. 1.
7
). Ferner geht aus dem psychiatrischen Gutachten nicht hervor, dass die aus fachärzt
licher Sicht indizierten zumutbaren Behandlungsmöglichkeiten in kooperativer
Weise optimal und nachhaltig ausgeschöpft worden sind (vorstehend
E. 5.6
)
,
weshalb keine Therapieresistenz vorliegt (vgl. vorstehend E. 1.
7
). Daraus folgt
, dass die
leichtgradige
depressive Episode nicht invalidisierend ist und daher
aus rechtlicher Sicht keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit de
r Beschwer
deführerin
hat.
6.3
Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei Vorliegen einer anhaltenden
so
matoformen
Schmerzstörung ist die neue
Schmerzrechtsprechung
anwendbar (vgl. vorstehend
E. 1.
4
). Das psychiatrische Gutachten wurde jedoch noch vor der neuen Rechtsprechung
erstellt.
Es
ist nun zu prüfen, ob die medizinische Beurteilung den nunmehr zu beachtenden Indikatoren (vorstehend E. 1.
5
) im Erge
bnis hinreichend Rechnung trägt
(vorstehend E. 1.
6
).
Die psychiatrische Gutachterin hat sich – wenn auch, da noch in Unkenntnis der
zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht eingeführten
bundesgerichtlichen
Terminologie, nur sinngemäss – mit dem funktionellen Schweregrad der Beein
trächtigung auseinandergesetzt:
Die Gesundheitsschädigung betreffend wurde die Ausprägung der relevanten Befunde thematisiert, ebenso der
The
rapieverlauf
und die Frage von begleitenden Erkrankungen (Komorbidität). Der Komplex der Persönlichkeit ist direkt in die Diagnostik eingeflossen und der soziale Kontext wurde im psychiatrischen Gutachten ebenfalls ange
sprochen und berücksichtigt.
Unter dem Aspekt der Konsistenz
wurden
so
wohl der Umfang der bestehenden Aktivitätsein
schränkungen wie auch
die Nichtinanspruchnahme von therapeutischen Optionen berücksichtigt.
Die Schlussfolgerungen sind denn auch nachvol
lzieh
bar und plausibel. So ver
mochte
die
psychiatrische
Gutachter
in
überzeugend darzulegen, weshalb das gesamte Ersche
inungsbild und das Verhalten der Beschwerdeführerin
mit dem geltend gemachten Gesundheitszustand
nicht
übereinstimmen
und der Beschwerdeführerin der Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess zumutbar
ist
. Demnach hat die
somatoforme
Schmerzstörung dem Gutachten folgend keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(vgl.
vorstehend
E. 5.6
).
6.4
Insgesamt erscheinen demnach die von der psychiatrischen Gutachterin ge
stellten Diagnosen als nachvollziehbar und schlüssig. De
m
Gutachten folgend haben die
Dysthymia
sowie die
somatoforme
Schmerzstörung keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit.
Die gegenwärtige
leichtgradige
depressive Sympto
matik hat nach dem oben
A
usgeführten ebenfalls keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (vorstehend E. 6.2)
, weshalb diesbezüglich von der Beurtei
lung im psychiatrischen Gutachten abzuweichen ist. Es kann festgehalten werden, dass in psychiatrischer Hinsicht keine Einschränkung der Arbeits
fähigkeit besteht.
6.5
Dr.
G._
nahm in ihrem Bericht vom 22. März 2016
(vorstehend E. 5.11)
sodann Stellung zu den von der Beschwerdeführerin ein
gereichten Berichten der behandelnden Psychiaterin
Dr.
E._
des
F._
vom 27. Oktober
2015
(vor
stehend E. 5.8)
und des Austrittsberichts des
J._
vom Januar 2016
(vorstehend E. 5.9)
und legte in nachvollziehbarer und schlüssiger Weise dar, dass keine begründeten neuen medizinischen Fakten vorlägen, weshalb
an ihrer gutachterlichen Beurteilung festzuh
alten sei.
Dr.
E._
nannte in ihrem Bericht vom 9. März 2016 (vorstehend
E. 5.10
) sodann die gleichen Diagnosen wie in ihrem Bericht vom 27. Oktober 2015 (
vor
stehend
E. 5.8
), zu welchem Dr.
G._
am 22. März
2016 Stellung na
hm
(vorstehend E. 5.11)
. Es wurden
keine neuen Befunde vorgebracht
.
Ausser
dem ist di
e Beurteilung
durch
Dr.
E._
mit einer gewissen Zurückhaltung zu würdigen, denn in Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise
Thera
piekräften
ist auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc). Zudem ist darauf hinzuweisen, dass sich eine
depressive Symptomatik im Verlauf verändern kann. Auch wenn sich, wie vo
n Dr.
E._
geltend gemacht, die depressive Symptomatik der Beschwerdefüh
rerin in der Zwischenzeit verschlechtert haben soll
te
und gegenwärtig mittel
gradig wäre, ist darauf hinzuweisen, dass einer mittelschwere
n
depressive
n
Störung erst invalidisierende Wirkung zukommt, wenn eine konsequente Depressionstherapie befolgt wird, deren Scheitern das Leiden als resistent aus
weist (vgl. vorstehend E. 1.
7
), was vorliegend nicht der Fall ist. Der Bericht
von Dr.
E._
vermag
demnach
das psychiatrische Gutachten von Dr.
G._
nicht zu entkräften.
6.6
Die Beschwerdeführerin machte geltend, das psychiatrische Gutachten von Dr.
G._
enthalte im Wesentlichen nur eine andere Würdigung bereits beurteilter Sachverhalte (vorstehend E. 2.2). An dieser Stelle ist darauf hin
zuweisen, dass bei einer Anspruchsprüfung nach
lit
. a Abs. 1
SchlB
IVG
kein
e revisionsrelevante Prüfung nach Art. 17 Abs. 1 ATSG
erfolgt
. Die Tatsache
allein, dass eine Rente bei Vorliegen
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweise organische Grund
lage ge
sprochen
wurde, rechtfertigt eine Überprüfung (vgl. vorstehend E. 1.2)
, deren Besonderheit gerade darin besteht, dass ein möglicherweise unverändert ge
bliebene
r
Sachverhalt erneut beurteilt wird.
6.7
Die Beschwerdeführerin unterzog sich
im Juni 2016
einer
Meniskusoperation
(
vorstehend
E. 5.13
).
Es liegen keine Anzeichen für eine anhaltende Verän
derung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin vor. Falls sich der
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin dennoch lä
ngerfristig verschlech
t
ern sollte
,
hätte sie der Beschwerdegegnerin neue Berichte einzureichen, die dann im Rahmen einer neuer Neuanmeldung zu prüfen wären.
6.8
Nach dem Gesagten
erscheint es gestützt auf das psychiatrische Gutachten von Dr.
G._
als überwiegend wahrscheinlich, dass die Erwerbsunfähig
keit der Beschwerdeführerin infolge der
somatoformen
Schmerzstörung
zum Zeitpunkt bei Erlass der angefochtenen Verfügung v
om 18. August 2016 (Urk. 2) aus
objektiver Sicht überwindbar war im Sinne von Art. 7 ATSG. Die Aufhebung der bisher ausgerichteten halben Rente gestützt auf
lit
. a
Abs. 1
SchlB
IVG ist somit nicht zu beanstanden.
Dementsprechend ist die angefochtene Verfügung zu bestätigen und die da
gegen erhobene Beschwerde abzuweisen.
7.
Die Beschwerdeführerin hat Anspruch auf Massnahmen zur Wiedereingliede
rung nach Art. 8a IVG (
lit
. a Abs. 2
SchlB
IVG). Die Beschwerdegegnerin
machte die Beschwerdeführerin in der angefochtenen Verfügung vom 18. August
2016 darauf aufmerksam, dass sie sich bei ihr melden könne sofern sie Eingliederungsmassnahmen wünsche (Urk. 2 S. 3 oben). Diese Möglichkeit besteht nach wie vor.
8.
8
.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Ge
richtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) u
nd auf Fr.
9
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der
unterliegenden Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen, infolge Gewährung der
unentgeltlichen
Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen, dies unter Hinweis auf § 16 Abs. 4
GSVGer
.
8
.2
Die Entschädigung der
unentgeltlichen
Rechtsvertretung wird gestützt auf § 8 in Verbindung mit § 7 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht (
GebV
SVGer
) nach dem Zeitaufwand und den Barauslagen bemessen. Der unentgeltliche
Rechts
vertreter
reicht dem Gericht hierzu vor dem Endentscheid eine detaillierte Zusammenstellung über seinen Zeitaufwand und seine Barauslagen ein. Im Unterlassungsfall setzt das Gericht die Entschädigung nach Ermessen fest.
Nachdem der zum unentgeltlichen Rechtsvertreter bestellte Rechtsanwalt
Kaspar Gehring
trotz des Hinweises
durch das Gericht (vgl. Urk. 8
) keine
Kos
tennote
eingereicht hat, ist die Entschädigung nach Ermessen auf Fr.
2‘
4
00
.-- festzusetzen.