Decision ID: d2324639-a078-5637-b340-7c8015819c15
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch MLaw Denise Wüst, c/o Schwager Mätzler Schneider Rechtsanwälte,
Poststrasse 23, 9001 St. Gallen,
gegen
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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A._ meldete sich am 21. November 2005 zum Bezug von IV-Leistungen an. Im
Gesuchsformular gab sie u.a. an, sie habe keinen Beruf erlernt (IV-act. 1). Die B._
teilte der IV-Stelle am 3. Januar 2006 mit, sie habe die Versicherte vom 1. November
1998 bis 31. Dezember 2005 als Betriebsmitarbeiterin in einem Personalrestaurant
beschäftigt. Der Bruttolohn habe Fr. 3800.- (x13) betragen (IV-act. 9). Dr. med. C._,
FMH Psychiatrie/Psychotherapie, berichtete am 27. Januar 2006, die Versicherte leide
an einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, in
Remission befindlich. Vom 3. Mai bis 30. November 2005 sei die Versicherte zu 100%
arbeitsunfähig gewesen. Seither bestehe bis auf weiteres eine Arbeitsunfähigkeit von
50%. Zumutbar sei aus psychiatrischer Sicht eine Tätigkeit ohne starken sozialen
Stress. Bei günstiger Entwicklung könne eine volle Arbeitsfähigkeit für eine Verweis
tätigkeit erreicht werden (IV-act. 13). Dr. med. D._, FMH Innere Medizin, hielt im
Bericht vom 1. Februar 2006 folgende Diagnosen fest: chronisch lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom rechts (St. n. Hemilaminektomie L4/5 rechts, geringgradige
Resthernie paramedian rechts mit leichter Luxation nach kaudal L4/5, breitbasige
Diskusprotrusion L4/5, V. a. Instabilität L4/5, L3/4, erhebliche Torsionsskoliose,
Spondylarthrose L1-S1), chronischer Schmerz- und Schwellungszustand Fuss rechts
multifaktoriell bedingt (im Rahmen des lumbospondylogenen Schmerzsyndroms rechts,
im Rahmen eines Tarsaltunnelsyndroms rechts, bei St. n. tiefer Venenthrombose
rechts), rez. depressive Störung, PHS Typ Supraspinatus links, Interkostal-Neuralgie
Th6/7 links, sekundäre Fibromyalgie. Seit dem 25. April 2005 bestehe eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit im bisherigen Beruf als Betriebsassistentin in einem
Betriebsrestaurant. Der Gesundheitszustand sei stationär (IV-act. 5).
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B.
Die IV-Stelle gab ein interdisziplinäres Gutachten in Auftrag. Die Sachverständigen des
ABI, Ärztliches Begutachtungsinstitut GmbH, Basel, führten in ihrem Gutachten vom
14. November 2006 (IV-act. 21) aus, die Versicherte habe über chronische
Rückenschmerzen mit Ausstrahlungen in das rechte Bein berichtet, die sich durch eine
Diskushernienoperation im Januar 2004 nicht vollständig hätten beheben lassen und
die in letzter Zeit wieder zugenommen hätten. Ausserdem bestünden rezidivierend
auftretende Fussschmerzen rechts. Die Versicherte habe zudem Konzentrations- und
Gedächtnisstörungen sowie eine intermittierend auftretende Gefühllosigkeit sämtlicher
Extremitäten angegeben. Trotz intensiver Therapie habe sich die Situation nach der
Auffassung der Versicherten verschlechtert. Der internistische Gutachter führte aus, es
bestehe eine ausgeprägte Adipositas mit Hypercholesterinämie, so dass unbedingt
eine Gewichtsreduktion erfolgen sollte. Da sich keine Hinweise auf eine Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit aus internmedizinischer Sicht gezeigt hätten, sei auf eine
spezialärztliche internistische Abklärung verzichtet worden.
B.a Der psychiatrische Gutachter berichtete, die Versicherte sei freundlich und
kooperativ gewesen. Sie habe gelegentliche Stimmungstiefs, Rückenschmerzen und
Angstträume angegeben. Sie habe lebhaft über ihren Lebensalltag berichtet und dabei
eine ausgeprägte Mimik und Gestik gezeigt. Die Stimmung sei ausgeglichen und der
affektive Kontakt sei gut gewesen. In seiner Beurteilung gab der psychiatrische
Gutachter an, es sei anzunehmen, dass die Versicherte in ihrer Kinder- und Jugendzeit
kein gesundes Selbstwertgefühl habe ausbilden können. Deshalb neige sie dazu, ihre
Bedürfnisse unterzuordnen. Aus diesem Grund habe sie sich gegenüber ihren
alkoholkranken Ehemännern während Jahren nicht zur Wehr setzen können. Die
Schwierigkeit, die eigenen Bedürfnisse gegenüber der Umgebung anzumelden,
begründe die Diagnose abhängige Persönlichkeitszüge. Gemäss den somatischen
Untersuchungsbefunden könne das Ausmass der Beschwerden bezüglich der
Krankheitsüberzeugung, nicht mehr arbeiten zu können, nicht vollständig objektiviert
werden, so dass eine psychische Überlagerung der geklagten Beschwerden
angenommen werden müsse. Diagnostisch handle es sich um eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung. Die Versicherte sei während Jahren durch ihre
Unfähigkeit, sich aggressiv gegenüber der Umgebung zur Wehr zu setzen, belastet
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gewesen. Erst mit Hilfe ihrer Beschwerden habe sie vor sich und vor der Umgebung die
Rechtfertigung dafür gefunden, sich Ruhe und Erholung gönnen zu dürfen und keiner
beruflichen Tätigkeit mehr nachgehen zu müssen. Zusätzlich liege eine leichte
depressive Episode vor. In diesem Rahmen seien auch die gelegentlich auftretenden
Ängste zu sehen. Im Alltag sei die Versicherte durch die psychopathologischen Symp
tome kaum eingeschränkt. Es bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 20%. Dies sei durch
die leichte depressive Episode bei einer rezidivierenden depressiven Störung bedingt.
Auch die anhaltende somatoforme Schmerzstörung sei in dieser Einschätzung
berücksichtigt. Hinweise auf eine schwere depressive Störung oder auf unbewusste
Konflikte fehlten. Es sei kein primärer Krankheitsgewinn vorhanden. Trotz der
Beschwerden sei es der Versicherten zumutbar, der angestammten Tätigkeit ganztags
mit einer leicht reduzierten Leistungsfähigkeit nachzugehen.
B.b Der orthopädische Gutachter hielt fest, die Versicherte habe angegeben, sie habe
lumbal betonte Rückenscherzen mit Ausstrahlungen nach ventral. Zudem habe sie
einen konstanten Schmerz im rechten Bein, der in seiner Intensität variiere, aber trotz
einer regelmässigen Analgetikaeinnahme nie vollständig verschwinde. Ausserdem
bestehe ein häufiger Schwellungszustand im Bereich des rechten Unterschenkels und
insbesondere am rechten Aussenknöchel, was schmerzverstärkend wirke. In den
Beinen und den Händen komme es gelegentlich zum Auftreten von Gefühlsstörungen.
In seiner Beurteilung führte der orthopädische Gutachter aus, zusammenfassend sei
festzustellen, dass die von der Versicherten angegebenen Beschwerden durch die
objektivierbaren Befunde nur teilweise begründet werden könnten. Mit Sicherheit
bestehe eine verminderte Belastbarkeit der unteren Wirbelsäule, einerseits durch die
degenerativen Veränderungen, andererseits durch den postoperativen Zustand, so
dass körperlich grosse Belastungen zu einer Schmerzprovokation daselbst führen
dürften. Unklar geblieben seien die chronischen und weitgehend therapieresistenten
Beinschmerzen rechts, die sich kaum mehr auf eine wesentlich spinale Pathologie
zurückführen lassen dürften. Für die übrigen in der Vergangenheit erwähnten
Diagnosen lasse sich jetzt kein klinisches Korrelat mehr finden. Für die frühere Tätigkeit
in einem Personalrestaurant bestehe eine volle Arbeitsunfähigkeit, da einzelne
(körperlich schwere) Arbeitsanteile, die integraler Bestandteil der Gesamttätigkeit seien,
nicht mehr ausgeführt werden könnten. Für körperlich leichte Tätigkeiten in
wechselnder Position mit einer Hebe- und Tragelimite von 10 kg und ohne länger
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dauernde Zwangshaltungen der unteren Wirbelsäule bestehe eine zumutbare
Arbeitsfähigkeit von 100%, denn derart adaptierte Tätigkeiten dürften kaum zu einer
wesentlichen Schmerzprovokation führen, so dass sie zumutbar seien. Von den von Dr.
D._ aufgelisteten Diagnosen spiele jetzt nur noch die lumbale Problematik eine
wichtige Rolle. Klinisch hätten sich nämlich keine Hinweise für eine wesentliche
Pathologie im Bereich der linken Schulter, für die Interkostalneuralgie oder für eine
sekundäre Fibromyalgie gefunden. Letztere könne ausgeschlossen werden. Der von Dr.
D._ angegebene chronische Schmerz- und Schwellungszustand am rechten Fuss
dürfte auf die knapp drei Monate vorher erlittene Metatarsale IV-Fraktur zurückzuführen
gewesen sein. Diese sei mittlerweile aber vollständig abgeheilt, so dass sich kaum
mehr Restbeschwerden hätten finden lassen. Die perimalleolare Weichteilschwellung
sei in erster Linie subkutan und stehe dementsprechend kaum mit dem
Bewegungsapparat in Zusammenhang.
B.c Die Diagnosen lauteten: rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte
Episode, anhaltende somatoforme Schmerzstörung, chronisches lumbovertebrales
Schmerzsyndrom ohne radikuläre Symptomatik (mittelgradige degenerative
Veränderungen der unteren LWS und St. n. Hemilaminektomie L4/5 rechts 01/2004)
sowie – ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit – akzentuierte Persönlichkeitszüge,
abhängig, Adipositas (BMI 37,5), Hypercholesterinämie und St. n. subkapitaler Fraktur
Metatarsale IV 09/05 mit konservativer Behandlung. Die Gesamtbeurteilung ergab für
die bisherige Tätigkeit eine vollständige Arbeitsunfähigkeit und für eine adaptierte
Tätigkeit "eine zumutbare Arbeitsfähigkeit von 80% bei ganztägiger Präsenz mit 20%
reduzierter Leistung" (IV-act. 21-19/23). Eine adaptierte Tätigkeit sei aus rein
somatischer Sicht bereits ab April 2005 zu 100% zumutbar gewesen. Allerdings hätten
damals noch relevante Einschränkungen von psychiatrischer Seite bestanden. Ab
Dezember 2005 habe der behandelnde Psychiater eine Arbeitsfähigkeit von 50%
attestiert. Aufgrund der Schilderungen der Versicherten könne ab April 2006 von einer
Arbeitsfähigkeit im beschriebenen Umfang ausgegangen werden. "Zusammenfassend
besteht für körperlich leichte Tätigkeiten in wechselnder Position mit einer Hebe- und
Tragelimite von 10 kg eine zumutbare Arbeitsfähigkeit von 80% bei ganztägiger
Präsenz mit um 20% reduzierter Leistung aufgrund eines etwas erhöhten
Pausenbedarfs und einer leichten Verlangsamung des Arbeitstempos" (IV-act.
21-20/23).
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C.
Die IV-Stelle verglich ein Valideneinkommen von Fr. 52'000.- mit einem zumutbaren
Invalideneinkommen von Fr. 42'000.-. Die daraus resultierende Erwerbseinbusse von
Fr. 10'000.- entsprach einem Invaliditätsgrad von 19% (IV-act. 23). Mit einem
Vorbescheid vom 1. Februar 2007 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie
beabsichtige, das Leistungsbegehren abzuweisen (IV-act. 26). Die Versicherte liess am
20. Februar 2007/16. März 2007 einwenden, das Gutachten habe keinen Beweiswert,
da weder die Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen noch die kollapsbedingten
Stürze und die Schlafstörungen Berücksichtigung gefunden hätten. Ausserdem sei
fälschlicherweise davon ausgegangen worden, dass Trimin als Antidepressivum
eingesetzt werde. Effektiv diene es aber nur der Verbesserung des Nachtschlafs. Die
Versicherte sei keineswegs eine rege Spaziergängerin. Es sei ihr gar nicht möglich, das
Tempo gesunder Spaziergänger einzuhalten. Die Abklärung der Fibromyalgie sei nicht
lege artis erfolgt. Den beiden beigelegten Arztberichten hingegen komme voller
Beweiswert zu. Deshalb sei von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen.
Selbst wenn eine Restarbeitsfähigkeit bestehen würde, fehlte es an der wirtschaftlichen
Verwertbarkeit. Im übrigen habe die IV-Stelle das Gutachten falsch interpretiert. Bei
einer Arbeitsfähigkeit von 80% bei ganztägiger Präsenz und einer um 20% reduzierten
Leistung resultiere ein Arbeitsfähigkeitsgrad von lediglich 64%. Das von der IV-Stelle
angenommene zumutbare Invalideneinkommen lasse sich nicht nachvollziehen.
Anhand der Lohnstrukturerhebung ermittelt belaufe sich das zumutbare
Invalideneinkommen bei einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 64% und einem zusätzlichen
Abzug von 25% auf Fr. 23'320.50, was einen Invaliditätsgrad von 55% ergebe (IV-act.
35). Dieser Stellungnahme lag ein Bericht von Dr. D._ vom 12. März 2007 bei. Dr.
D._ bestätigte die Diagnose, nicht aber die Arbeitsfähigkeitsschätzung. Sie machte
geltend, die Rückenprobleme führten zu einer Arbeitsunfähigkeit. Die Versicherte
befinde sich in einer physiotherapeutischen Dauertherapie, unterziehe sich der
empfohlenen medizinischen Kräftigungstherapie und nehme regelmässig Medikamente
ein. Sie sei von keiner Seite her einer körperlichen Belastung ausgesetzt und trotzdem
komme es immer wieder zu Schmerzattacken, die notfallmässige Infiltrationen
erforderten. Da die Versicherte die typischen Tenderpoints aufweise, sei nicht klar,
weshalb der orthopädische Gutachter des ABI eine Fibromyalgie verneint habe. Die
Tätigkeit im Personalrestaurant sei bereits eine adaptierte Tätigkeit gewesen. Die
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Beeinträchtigung der Konzentrationsfähigkeit und der Gedächtnisleistung sei im Alltag
nicht relevant (IV-act. 37). Der orthopädische Gutachter des ABI hielt am 11. Juli 2007
fest, Dr. D._ habe ihre Einschätzung nicht näher begründet, so dass keine direkte
vergleichende Stellungnahme möglich sei. Durch den postoperativen Zustand und die
degenerativen Veränderungen lasse sich keine generelle Arbeitsunfähigkeit begründen.
Bei einer Hebe- und Traglimite von 10 kg und der Vermeidung längerdauernder
Zwangshaltungen der unteren Wirbelsäule könne nach der allgemeinen Erfahrung keine
wesentliche Schmerzprovokation erwartet werden. Die Fibromyalgie sei von Dr. D._
als belanglos für die Beurteilung bezeichnet worden, so dass darauf nicht eingegangen
werden müsse. Die Versicherte habe die bisherige Tätigkeit als teilweise körperlich
belastend geschildert. Sie habe die erlittenen Stürze nicht auf Kollapszustände,
sondern auf eine intermittierend auftretende Beinschwäche zurückgeführt, für die sich
allerdings keine objektivierbaren Befunde hätten erheben lassen (IV-act. 41). Die
Eingliederungsberaterin der IV-Stelle hielt am 30. August 2007 fest, dass es auf dem
allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt eine genügend grosse Zahl von
Arbeitsstellen gebe, an denen die Versicherte ihre Restarbeitsfähigkeit verwerten
könnte. Sie zählte eine Reihe geeigneter Stellen auf (IV-act. 47). Die IV-Stelle verglich
ein anhand der Angaben des letzten Arbeitgebers ermitteltes Valideneinkommen von
Fr. 48'069.- mit einem zumutbaren Invalideneinkommen von Fr. 38'429.-, was einen
Invaliditätsgrad von 20% ergab. Mit einer Verfügung vom 12. September 2007 wies sie
das Leistungsbegehren ab (IV-act. 48).
D.
Die Versicherte liess am 9. Oktober 2007 Beschwerde erheben. Die Beschwerde
begründung entsprach inhaltlich der Stellungnahme zum Vorbescheid. Insbesondere
liess die Versicherte wieder geltend machen, im ABI-Gutachten sei eine
Arbeitsfähigkeit für eine adaptierte Tätigkeit von 64% (statt von 80%) angegeben
worden. In dem der Beschwerde beiliegenden Bericht hatte Dr. D._ am 3. Oktober
2007 angegeben, die Depression der Versicherten sei schlimmer geworden. Auch der
Allgemeinzustand habe sich verschlechtert (rezidivierende Infekte, mehrfach
antibiotisch behandelt, Eisenmangel unklarer Aetiologie). Von Seiten der
Rückenbeschwerden sei es immer wieder zu Schmerzexazerbationen gekommen, die
notfallmässige Infiltrationen erfordert hätten. Die Versicherte sei teilweise so blockiert
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gewesen, dass sie bewegungsunfähig gewesen sei. Diese unvorhersehbaren Attacken
träten mehrmals wöchentlich auf. Als Folge der tiefen Venenthrombose seien
schmerzhafte Schwellungen am rechten Fuss/Unterschenkel aufgetreten (IV-act. 56).
E.
Mit einem Urteil vom 17. September 2008 (IV 2007/378) hob das Versicherungsgericht
des Kantons St. Gallen die Verfügung vom 12. September 2007 auf. Es wies die Sache
zur weiteren Abklärung an die IV-Stelle zurück. Gegenstand dieser weiteren Abklärung
waren die Unklarheit in bezug auf den Gesamtarbeitsfähigkeitsgrad (80% oder 64%),
die Überwindbarkeit der vom psychiatrischen Gutachter angegebenen
Arbeitsunfähigkeit von 20% mittels einer zumutbaren Willensanstrengung und das
Vorhandensein einer Fibromyalgie (IV-act. 65).
F.
Dr. D._ berichtete am 4. November 2008, in bezug auf die geklagten Beschwerden
sei das Bild seit dem letzten Bericht vom Februar 2006 in etwa gleich geblieben. Es
hätten keine neuen Befunde objektiviert werden können. Wegen einer Absenz habe die
Versicherte einen Verkehrsunfall verursacht. Aus diesem Grund seien weitere
Abklärungen (neurologisch, kardiologisch) vorgesehen (IV-act. 71). Dr. C._ gab am
19. Dezember 2008 an, der psychische Zustand habe sich seit Januar 2006 gebessert.
Das depressive Zustandsbild habe sich zurückgebildet. Es bestünden noch Symptome
mit gedrückter Grundstimmung, eingeschränkter emotionaler Auslenkbarkeit,
Schlafstörungen, mangelnder Energie, Konzentrationsstörungen und
Insuffizienzgefühlen. Die medikamentöse Behandlung werde fortgesetzt. In längeren
Abständen erfolge eine begleitende integrierte psychiatrisch-psychotherapeutische
Behandlung. Die Prognose sei günstig (IV-act. 73). Der Neurologe PD Dr. med. E._
hatte der Hausärztin am 14. November 2008 berichtet, die Versicherte habe
angegeben, sie habe nicht wegen einer Ohnmacht, sondern als Folge einer
Unaufmerksamkeit einen Verkehrsunfall verursacht. Weiter hatte er ausgeführt, die
neurologische Untersuchung habe einen unauffälligen Befund ergeben (keine
Epileptogenese, keine Hinweise auf eine Arteriosklerose oder eine relevante Sklerose
der hirnzuführenden Gefässe). Aus neurologischer Sicht gebe es keine Hinweise auf
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eine relevante Erkrankung (IV-act. 74-4/6 bis 6/6). Dr. med. F._, FMH Innere Medizin
und Herz- und Kreislaufkrankheiten, hatte der Hausärztin am 11. November 2008
angegeben, es bestehe ein weitgehend normaler kardialer Befund (IV-act. 74-1/6 bis
3/6). Am 3. März 2009 richtete die IV-Stelle folgende Rückfrage an das ABI: "Wir
ersuchen Sie, die Leistungseinbusse bei der adaptierten Arbeitsfähigkeit zu begründen
und dabei die Kriterien der gültigen Rechtsprechung zu berücksichtigen. Sind die
Foerster-Kriterien erfüllt? Falls eine Einschränkung der adaptierten Arbeitsfähigkeit
aufgrund der gültigen Rechtsprechung begründet werden kann, wie wirkt sie sich
genau auf die adaptierte Arbeitsfähigkeit aus und welche gesamthafte Einbusse
bewirkt sie" (IV-act. 76). In ihrer Stellungnahme vom 22. April 2009 führten die
Gutachter des ABI aus, aus psychiatrischer Sicht sei es der Versicherten zumutbar,
ganztags mit einem vollen zeitlichen Pensum mit leicht vermindertem Rendement zu
arbeiten, was einer verwertbaren Arbeitsleistung von 80% entspreche. Die Versicherte
zeige eine ausgeprägte subjektive Krankheitsüberzeugung, die wesentlich dazu
beitrage, dass alle durchgeführten Therapien kaum zu einer Verbesserung der
somatisch nur teilweise objektivierbaren Beschwerden führten. Neben der anhaltenden
somatoformen Schmerzstörung liege nur eine leichte depressive Störung vor, so dass
die psychiatrische Komorbidität nur geringfügig ausgeprägt sei. Gemäss den
Foerster'schen Kriterien sei es der Versicherten zumutbar, die notwendige
Willensanstrengung aufzubringen, um ganztags mit der um 20% reduzierten
Leistungsfähigkeit zu arbeiten. Aus orthopädischer Sicht sei ein chronisches
lumbovertebrales Schmerzsyndrom bei mittelgradigen degenerativen Veränderungen
der unteren LWS und bei St. n. Hemilaminektomie L4/5 rechts von 01/04 erhoben
worden. Daraus sei eine volle Arbeitsunfähigkeit für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit
abgeleitet worden. Dazu sei bereits am 11. Juli 2007 Stellung genommen worden.
Aufgrund der während der Untersuchung objektivierten Befunde habe es sich
begründen lassen, dass Aktivitäten mit vermehrter Belastung des Rumpfs potentiell
schmerzauslösend sein könnten, nicht jedoch gut adaptierte Tätigkeiten. Die von der
Hausärztin gestellte Diagnose einer Fibromyalgie habe nicht bestätigt werden können,
da die Kriterien des ACR zumindest anlässlich der Untersuchung nicht erfüllt gewesen
seien. Allerdings sei es nicht selten so, dass auch dann eine Fibromyalgie diagnostiziert
werde, wenn ausser den definierten Tenderpoints auch verschiedene sogenannte
Kontrollpunkte als druckdolent angegeben würden oder wenn bereits leichte
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Berührungen zu einer Schmerzangabe führten. Dies müsste eine Fibromyalgie
ausschliessen und es wäre von einem multilokulären Schmerzsyndrom auszugehen,
das im Zusammenhang mit der auf der psychiatrischen Ebene diagnostizierten
anhaltenden somatoformen Schmerzstörung zu sehen wäre. Ob dies auch auf die
Versicherte zutreffe, könne nicht ganz sicher bestätigt werden, doch wiesen die
anamnestischen Angaben der Versicherten deutlich in diese Richtung. Anlässlich der
Untersuchung hätten sich die Schmerzangaben auf den Rumpf sowie in geringem
Ausmass auf den rechten Fuss beschränkt, so dass die Diagnostik des
Bewegungsapparates auf diese beiden Körperregionen beschränkt worden sei,
allerdings mit dem Hinweis, dass eine nicht adäquate Schmerzverarbeitung vorliegen
könnte (IV-act. 79).
G.
Die IV-Stelle ging davon aus, dass die Versicherte am letzten Arbeitsplatz Fr. 49'400.-,
nominallohnangepasst Fr. 49'993.-, verdienen würde. Diesem Valideneinkommen
stellte sie ausgehend von einem statistischen Durchschnittseinkommen von Fr.
50'278.- ein zumutbares Invalideneinkommen von Fr. 36'200.- (Arbeitsfähigkeit 80%,
zusätzlicher Abzug 10%) gegenüber. Es resultierte ein Invaliditätsgrad von aufgerundet
28% (IV-act. 80). Mit einem Vorbescheid vom 8. Mai 2009 teilte die IV-Stelle der
Versicherten mit, dass sie beabsichtige, das Leistungsbegehren abzuweisen (IV-act.
82). Die Versicherte liess am 4. Juni 2009 einwenden, der Bericht von Dr. D._ vom
26. Mai 2009 enthalte verschiedene neue Diagnosen. Durch den Schmerz- und
Schwellungszustand im rechten Fuss sei der Bewegungsradius eingeschränkt und das
rechte Bein sei vermindert belastbar. Dieser Einschränkung sei im ABI-Gutachten nicht
Rechnung getragen worden. Ebenfalls nicht berücksichtigt worden sei dort die von Dr.
D._ beschriebene drastische Verschlechterung der Schmerzproblematik und die seit
Anfang 2008 auftretenden sekundenartigen Absenzen, die sogar zu Stürzen geführt
hätten. Diese Umstände hätten zur Folge, dass eine allfällige Restarbeitsfähigkeit gar
nicht mehr verwertbar sei. Der Validenlohn betrage mindestens Fr. 52'500.-. Zur
Ermittlung des zumutbaren Invalideneinkommens sei vom regionalen
Durchschnittslohn auszugehen. Dieser betrage Fr. 3800.-. Bei einem
Arbeitsunfähigkeitsgrad von 20% und einem zusätzlichen Abzug von 25% resultiere ein
zumutbares Invalideneinkommen von Fr. 27'360.-. Das ergebe einen Invaliditätsgrad
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von 48% (IV-act. 84). Dr. med. G._ vom RAD hielt am 26. Juni 2009 fest, Dr. D._
habe den Schmerz- und Schwellungszustand des rechten Fusses schon im Januar
2005 beschrieben. Bei der Begutachtung habe die Versicherte über die gleichen
Beschwerden geklagt und zur Schmerzbehandlung regelmässig Analgetika und
Antidepressiva eingenommen. Schon damals habe Dr. D._ eine Arbeitsunfähigkeit
von 100% angegeben. Die unterschiedliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit habe
also schon damals bestanden. Sie sei auf eine unterschiedliche Würdigung der
gleichen Befunde durch die Behandlerin und durch die Gutachter zurückzuführen.
Bezüglich der Absenzen seien umfangreiche Abklärungen erfolgt, wobei bedrohliche
Ursachen ausgeschlossen worden seien (IV-act. 88). Mit einer Verfügung vom 2. Juli
2009 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren der Versicherten ab. Zur Begründung
führte sie insbesondere aus, die Herabsetzung des Tabellenlohns wegen regional
unterdurchschnittlicher Löhne setze voraus, dass das Einkommen mindestens 10%
unter dem nationalen statistischen Bruttolohn gemäss dem schweizerischen
Durchschnittswert liege. Das treffe für die Grossregion Ostschweiz nicht zu, weshalb
auf den schweizerischen Durchschnittswert abzustellen sei. Der zusätzliche Abzug von
10% wegen der verminderten Verdienstmöglichkeiten aufgrund der qualitativen
Einschränkungen der adaptierten Arbeitsfähigkeit sei angemessen (IV-act. 89).
H.
Die Versicherte liess am 18. August 2009 Beschwerde erheben und sinngemäss die
Zusprache einer ganzen Invalidenrente beantragen. Eventualiter sei die Sache an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen und diese sei anzuweisen, das Beweisverfahren
formgerecht durchzuführen und dabei ein neues interdisziplinäres Gutachten zur
Arbeitsfähigkeit einzuholen und anschliessend neu über den gesetzlichen
Leistungsanspruch zu befinden. Zur Begründung liess die Beschwerdeführerin -
zusammengefasst - geltend machen, die angefochtene Verfügung sei nicht
rechtsgenüglich begründet worden. Die Erwägungen in der Verfügung beschränkten
sich nämlich auf äusserst summarische Feststellungen zu den medizinischen
Abklärungen. Nicht eingegangen sei die Beschwerdegegnerin dabei auf die Einwände
zur fehlenden Verwertbarkeit einer allenfalls verbliebenen Arbeitsfähigkeit und zur Höhe
des Valideneinkommens. Der Eventualantrag wurde zusätzlich damit begründet, dass
die Beschwerdegegnerin die Verfügung erlassen habe, ohne zuvor über das Ergebnis
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der zusätzlichen Abklärungen beim RAD zu informieren. Die Verletzung des Anspruchs
auf rechtliches Gehör sei auf jeden Fall bei der Kostenverlegung zu berücksichtigen.
Der Bericht des RAD könne als Beratung und Empfehlung (Art. 49 Abs. 3 IVV) den
Bericht von Dr. D._ vom 26. Mai 2009, in welchem verschiedene neue Diagnosen
angegeben worden seien, nicht ersetzen. Der chronische Schmerz- und
Schwellungszustand im rechten Fuss entspreche nicht der Diagnose im Bericht von Dr.
D._ aus dem Jahr 2006, weshalb diese neue Beeinträchtigung im ABI-Gutachten
nicht berücksichtigt worden sei. Im Jahr 2006 seien die Beschwerden
belastungsabhängig aufgetreten, nun seien sie chronisch und unabhängig von einer
Belastung immer vorhanden. Insgesamt liege eine deutliche Verschlechterung
gegenüber 2006 vor. Hinzu kämen die von Dr. D._ im jüngsten Bericht beschriebene
drastische Verschlechterung der Schmerzproblematik im Rücken und die akute
Verschlechterung der Depression nach dem abdominalen operativen Eingriff. Die
synkopenartigen, ungeklärten Zwischenfälle seien auch nicht berücksichtigt worden.
Massgebend seien ein Valideneinkommen von Fr. 52'500.- und ein zumutbares
Invalideneinkommen von Fr. 27'360.-, was einen Invaliditätsgrad von 48% ergebe (act.
G1). Der Beschwerde lag ein Bericht von Dr. D._ vom 29. Juli 2009 bei (act. G1.3.8).
Dr. D._ hatte darin ausgeführt, es sei in den letzten Wochen zu einer akuten
Verschlechterung der Depression gekommen, so dass die Beschwerdeführerin
arbeitsunfähig sei. Zudem sei ein weiterer operativer abdominaler Eingriff erfolgt, was
die Depression zusätzlich verschlechtert habe.
I.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 5. Oktober 2009 die Abweisung der
Beschwerde. Sie machte geltend, sie habe in der Verfügung geschildert, welche
weiteren Abklärungen sie vorgenommen und zu welchen Schlüssen sie die Ergebnisse
dieser Abklärungen geführt hätten. Zu einer umfangreicheren Wahrung des rechtlichen
Gehörs wäre es nötig gewesen, der Beschwerdeführerin die neu aufgelaufenen Akten
zu einer ergänzenden Stellungnahme zu überlassen. Die Beschwerdeführerin habe aber
bereits in der "Einwandbegründung" Gelegenheit gehabt, auf wichtige Punkte
hinzuweisen. Sie habe auch jederzeit die Möglichkeit gehabt, die Akten zu bestellen.
Deshalb bestehe kein Anlass, die Sache zur Wahrung des rechtlichen Gehörs oder zur
Vornahme weiterer Abklärungen zurückzuweisen. Der RAD habe den Bericht von Dr.
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D._ vom 29. Mai 2009 geprüft und angegeben, es gebe keine Hinweise auf eine
Verschlechterung des Gesundheitszustands mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit in
einer adaptierten Erwerbstätigkeit. Adaptierte Stellen seien auf dem allgemeinen und
ausgeglichenen Arbeitsmarkt vorhanden, weshalb die Arbeitsfähigkeit verwertbar sei.
Die erste Berechnung des Valideneinkommens sei falsch gewesen, weil
irrtümlicherweise eine Aufrechnung um zwei Jahre erfolgt sei (act. G4).
J.
In ihrer Replik vom 26. Oktober 2009 liess die Beschwerdeführerin einwenden, die
Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör sei offensichtlich, wie die
Beschwerdegegnerin im Ergebnis habe eingestehen müssen. Da die
Beschwerdegegnerin die zusätzlichen Beweiserhebungen ohne ihr - der
Beschwerdeführerin - Wissen vorgenommen habe, habe zum fraglichen Zeitpunkt kein
Veranlassung bestanden, die Akten anzufordern. Die Beschwerdegegnerin habe ihre
Feststellung, dass keine neuen Gesundheitsschäden mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit vorlägen, nur mit einer selektiven Auswahl von Arztberichten aus dem
Jahr 2008 begründet. Deshalb sei die Beweiswürdigung willkürlich und aktenwidrig.
Kurz nach dem Unfall sei im Spital eine Commotio cerebri mit Amnesie diagnostiziert
worden. In Kenntnis des entsprechenden Berichts sei Dr. D._ zum Ergebnis gelangt,
dass eine sekundenlange Absenz zum Unfall geführt habe. Im übrigen habe Dr. D._
festgestellt, dass sich derartige Vorfälle in der Zwischenzeit wiederholt hätten.
Inzwischen habe das zuständige Amt einen Führerausweisentzug aus gesundheitlichen
Gründen angeordnet. Der Bericht des ABI vom 22. April 2009 habe die vom
Versicherungsgericht im Urteil vom 17. September 2008 aufgeworfene Frage nicht
ausreichend beantwortet. In bezug auf die Foerster'schen Kriterien sei zu beachten,
dass chronische körperliche Erkrankungen vorlägen, dass sich trotz der konsequent
durchgeführten Behandlung nichts geändert habe und dass sich die Depressionen
verstärkt hätten (G7). Das Institut für Rechtsmedizin am Kantonsspital St. Gallen hatte
in einer verkehrsmedizinischen Begutachtung vom 26. September 2008 ausgeführt,
unmittelbar nach dem Verkehrsunfall habe die Beschwerdeführerin angegeben, es sei
ihr Schwarz geworden und dann sei der Unfall passiert. Bei der aktuellen Untersuchung
habe die Beschwerdeführerin angegeben, das Unfallereignis sei das Ergebnis einer zu
späten Reaktion gewesen. Sie habe sowohl eine Erinnerungslücke als auch eine
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Ohnmacht verneint. Ihre Angaben seien also diskrepant. Offenbar seien der
Krankengeschichte wiederholte Ohnmachtsanfälle zu entnehmen. Möglicherweise
stünden diese im Zusammenhang mit einer vegetativen Dystonie. Vor einer
abschliessenden Beurteilung der Fahreignung sollten eine neuropsychologische
Untersuchung und eine kardiologische und neurologische Untersuchung erfolgen.
Dann könne die verkehrsmedizinische Begutachtung abgeschlossen werden (act.
G7.2.1-2).
K.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine inhaltliche Stellungnahme (act. G10).

Erwägungen:
1.
1.1 Die Beschwerdeführerin hat am 4. Juni 2009 zum Vorbescheid Stellung
genommen. Dabei hat sie zwei neue Arztzeugnisse eingereicht. Sie hat also die
medizinische Aktenlage verändert. Dr. G._ vom RAD hat am 26. Juni 2009 auf eine
Anfrage des Sachbearbeiters hin festgehalten, das lumbospondylogene
Schmerzsyndrom und der Schmerz- und Schwellungszustand des rechten Fusses
seien bereits 2005 beschrieben worden, bei der Begutachtung sei über dieselben
Beschwerden geklagt worden und Dr. D._ habe bereits damals auch für eine
adaptierte Erwerbstätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 100% angegeben.
Zusammenfassend hat Dr. G._ in seiner Notiz vom 26. Juni 2009 festgehalten, die
neuesten Arztzeugnisse ergäben keine Hinweise für eine Verschlechterung des
Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin. Die Beschwerdegegnerin hat daraufhin
die Verfügung erlassen, ohne der Beschwerdeführerin vorher diese Notiz vom 26. Juni
2009 zur Kenntnis gebracht zu haben. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
in IV-Sachen müsste darin ohne weiteres eine Verletzung des Anspruchs auf
rechtliches Gehör erblickt werden (vgl. etwa die Urteile vom 7. August 2006, I 878/05,
und vom 25. Oktober 2007, 8C_102/2007). Das Bundesamt für Sozialversicherung
(BSV) hat in einem mit dem Urteil vom 16. September 2008 (8C_424/2008)
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abgeschlossenen Beschwerdeverfahren geltend gemacht, bei der medizinischen
Stellungnahme des RAD zuhanden der Invalidenversicherung handle es sich nicht um
ein neues Beweismittel, sondern nur um eine Stellungnahme zu den von der
versicherten Person eingereichten neuen Beweismitteln (vgl. Erw. 2.1 des genannten
Urteils). Das BSV hat dabei auf die Art. 49 Abs. 2 IVV und Art. 49 Abs. 3 IVV Bezug
genommen. Das Bundesgericht hat diese Rechtsauffassung des BSV verworfen, ohne
dies aber zu begründen (vgl. Erw. 2.2 a.E. des genannten Urteils). Ob die
Unterscheidung zwischen RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV und RAD-
Stellungnahmen nach Art. 49 Abs. 3 IVV tatsächlich herangezogen werden kann, um
zwischen gehörspflichtigen und nicht gehörspflichtigen Äusserungen des RAD zu
unterscheiden, ist in der Tat fraglich. Entscheidend ist nämlich jeweils der konkrete
Inhalt der Aussagen des RAD: Ergänzen die Äusserungen des RAD den bisherigen
medizinischen Sachverhaltsstand oder sind sie nur eine Hilfe bei der Würdigung der
neuen medizinischen Akten durch den Sachbearbeiter der IV-Stelle? Das rechtliche
Gehör verschafft einen Anspruch darauf, sich zu den tatsächlichen Fragen äussern zu
können. "Anspruch auf Äusserung besteht grundsätzlich dort nicht, wo es um Fragen
rechtlicher Natur geht" (U. Kieser, ATSG-Kommentar, 2.A., N. 15 zu Art. 42, S. 535
oben). Die Sachverhalts- bzw. Beweiswürdigung gehört nicht zur
Sachverhaltsermittlung, d.h. zu den tatsächlichen Fragen, sondern zur
Rechtsanwendung. Wie der Beweiswert eines medizinischen Aktenstücks
einzuschätzen ist, stellt also eine Frage rechtlicher Natur dar. Dient die Stellungnahme
des RAD nur dazu, dem mit der Sachverhaltswürdigung betrauten Sachbearbeiter der
IV-Stelle zu helfen, indem dem Sachbearbeiter medizinisches Fachwissen zur
Verfügung gestellt wird, so findet keine Sachverhaltsergänzung statt. Eine solche
Stellungnahme des RAD bleibt vollständig im Bereich der Sachverhalts- bzw.
Beweiswürdigung und damit im Bereich einer Frage rechtlicher Natur. Enthält die
Stellungnahme des RAD aber eine neue medizinische Erkenntnis, die weder den
bisherigen Akten noch den von der versicherten Person eingereichten neuen
Arztzeugnissen entnommen werden kann, so erfolgt eine Sachverhaltsergänzung. Hier
besteht ein Anspruch auf die Gewährung des rechtlichen Gehörs in der Form einer
vorgängigen Einsicht in die Stellungnahme des RAD. Hingegen lässt die reine
Mitwirkung bei der Würdigung der medizinischen Beweismittel (zu denen natürlich auch
die von der versicherten Person eingereichten neuen Arztzeugnisse gehören) keinen
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Anspruch auf rechtliches Gehör entstehen. Würde man ausnahmslos jede
Stellungnahme des RAD dem Anspruch auf rechtliches Gehör unterstellen, müssten bei
einer konsequenten Umsetzung auch alle anderen Hilfestellungen bei der
Beweiswürdigung (z.B. durch den Rechtsdienst, durch die Berufsberatung oder durch
einen erfahreneren Sachbearbeiter) der versicherten Person vorgängig zur Kenntnis
gebracht werden. Es besteht aber keine Veranlassung, den Anspruch auf rechtliches
Gehör auf die rechtliche Frage der Sachverhalts- bzw. Beweiswürdigung auszudehnen.
Die bundesgerichtliche Rechtsprechung ist deshalb entsprechend zu präzisieren:
Stellungnahmen des RAD zu den nach dem Vorbescheid von der versicherten Person
eingereichten medizinischen Akten begründen dann keinen Anspruch auf rechtliches
Gehör, wenn sie sich darin erschöpfen, die Sachbearbeitung der IV-Stelle bei der
Würdigung der bestehenden und neuen medizinischen Beweismittel zu unterstützen.
Darauf lässt auch der Umstand schliessen, dass vom Bundesgericht im UV-Bereich -
soweit überblickbar - nie eine Gehörsverletzung angenommen worden ist, wenn mit der
Einsprache neue Arztzeugnisse eingereicht worden sind und der Einsprachedienst der
SUVA sich bei der Würdigung dieser neuen Arztzeugnisse intern medizinisch hat
beraten lassen, die entsprechende medizinische Stellungnahme dem Einsprecher aber
nicht vorgängig zur Kenntnis gebracht, sondern erst in der Einsprachebegründung
mitgeteilt (oder mit dem Einspracheentscheid vorgelegt) hat. Es gibt keine
wertungsmässige Differenz zwischen Vorbescheid- und Einspracheverfahren, die eine
solche Abweichung in bezug auf das rechtliche Gehör rechtfertigen würde. Deshalb
muss davon ausgegangen werden, dass das Bundesgericht im UV-Bereich die Hilfe bei
der Würdigung des medizinischen Sachverhalts als rechtliche Frage erkannt und
deshalb nie eine Gehörsverletzung angenommen hat. Im vorliegenden Fall hat Dr.
G._ dem Sachbearbeiter der Beschwerdegegnerin am 26. Juni 2009 nur erklärt, dass
die neuen Arztzeugnisse nichts an der bisherigen Sachverhaltswürdigung ändern
könnten. Dr. G._ hat also am 26. Juni 2009 keine neuen medizinischen Erkenntnisse
mitgeteilt, die den Sachverhalt, wie er sich nach der Einreichung der beiden neuen
Arztzeugnisse dargestellt hatte, in irgendeiner Form verändert hätten. Die
Beschwerdeführerin hat deshalb zu Recht verfügt, ohne der Beschwerdeführerin die
Stellungnahme vom 26. Juni 2009 vorher zur Kenntnis gebracht zu haben.
1.2 Der Pflicht zur Begründung von Verfügungen (Art. 49 Abs. 3 Satz 2 ATSG) ist
nicht erst dann ausreichend Rechnung getragen, wenn die Verfügungsbegründung
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denselben Umfang aufweist wie die Stellungnahme zum Vorbescheid. Es ist auch nicht
erforderlich, dass jedes in der Stellungnahme zum Vorbescheid vorgebrachte
Argument aufgegriffen und umfassend gewürdigt wird. Vielmehr genügt es, wenn der
Verfügungsadressat durch die Verfügungsbegründung in die Lage versetzt wird zu
verstehen, wie die verfügende Verwaltung seine in der Stellungnahme zum
Vorbescheid vorgebrachten Argumente gewürdigt hat. Dabei ist dem
Verfügungsadressaten ein gewisses Mass an Interpretationsleistung zumutbar,
insbesondere wenn er durch einen Rechtsanwalt vertreten ist. Die
Beschwerdegegnerin hat sich in der angefochtenen Verfügung nicht im Detail zum
neuen Arztbericht und zu den von der Beschwerdeführerin aus dem neuen Arztbericht
gezogenen Schlussfolgerungen geäussert. Sie hat nur darauf hingewiesen, dass sie
alle Vorbringen medizinischer Natur ihrem RAD vorgelegt habe und dass dieser keine
Hinweise auf die (behauptete) Verschlechterung des Gesundheitszustandes gesehen
habe. Deshalb sei sie von der gutachterlich attestierten Arbeitsfähigkeit von 80%
ausgegangen. Die Beschwerdeführerin hatte in ihrer Stellungnahme vom 4. Juni 2009
(IV-act. 84) nur behauptet, das Gutachten des ABI sei wegen später aufgetretener
neuer Diagnosen überholt. Gemeint war damit wohl, dass die Arbeitsunfähigkeit
jedenfalls unter Berücksichtigung dieser neuen Diagnosen nun sicher 100% betrage.
Mit der Aussage der Beschwerdegegnerin in der Verfügungsbegründung, dass der
RAD keine Hinweise auf diese Verschlechterung des Gesundheitszustandes gefunden
habe, war klargestellt, dass es sich aus der Sicht der Beschwerdegegnerin eben nicht
um neue Diagnosen handelte, wie die Beschwerdeführerin aus dem Gutachten des ABI
hätte ableiten können. Es war nicht nötig, im Rahmen der Verfügungsbegründung noch
zusätzlich explizit darauf hinzuweisen, dass die angeblich neuen Diagnosen bereits in
den früheren Akten angegeben worden waren. Dies gehörte vielmehr zum zumutbaren
Interpretationsaufwand der Beschwerdeführerin. Daraus folgt, dass die
Verfügungsbegründung zwar knapp, aber ausreichend ist. Auch in diesem
Zusammenhang hat die Beschwerdegegnerin also den Anspruch der
Beschwerdeführerin auf rechtliches Gehör nicht verletzt. Von daher lässt es sich auch
nicht beanstanden, dass der Bericht des RAD der Verfügung nicht in Kopieform
beigelegt wurde.
2.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 18/23
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Gemäss Art. 16 ATSG ist das Einkommen, das eine versicherte Person nach dem
Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der medizinischen Behandlung und
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung
zu setzen zum Erwerbseinkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn
sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Die Ermittlung des Validen- und
des zumutbaren Invalideneinkommens setzt die vorgängige Definition der Validen- und
der Invalidenkarriere voraus. Die Validenkarriere kann nur hypothetisch bestimmt
werden, da die versicherte Person nicht mehr "valid", sondern invalid ist. Die
höchstrichterliche Rechtsprechung betrachtet die zuletzt vor dem Eintritt der
invalidisierenden Gesundheitsbeeinträchtigung ausgeübte Erwerbstätigkeit als die
wahrscheinlichste Validenkarriere. Solle von dieser Regel abgewichen werden, müsse
das mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (vgl. etwa BGE 129 V 222 ff.,
Erw. 4.3.1 m.H.). Eine Hypothese kann nie erstellt bzw. bewiesen werden, so dass es
keinen Sinn macht, das übliche Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
anzuwenden. Massgebend ist vielmehr, welche Variante der hypothetischen
beruflichen Entwicklung die wahrscheinlichste ist.
2.1 Die Beschwerdeführerin hat keinen Beruf erlernt. Seit 1998 ist sie als Betriebsmit
arbeiterin in einem Personalrestaurant tätig gewesen. Das Arbeitsverhältnis ist aus
gesundheitlichen Gründen aufgelöst worden. Es gibt keine Indizien dafür, dass die
Beschwerdeführerin diese Stelle aufgegeben und eine qualifiziertere und damit besser
entlöhnte Erwerbstätigkeit aufgenommen hätte, wenn sie gesund geblieben wäre. Es
deutet auch nichts darauf hin, dass die Beschwerdeführerin im hypothetischen
"Gesundheitsfall" ihren Beschäftigungsgrad als Betriebsmitarbeiterin in einem
Personalrestaurant reduziert hätte. Die Beschwerdegegnerin ist deshalb zu Recht
davon ausgegangen, dass die berufliche Karriere bis zum Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung auch die Validenkarriere sei und dass die
Beschwerdeführerin weiterhin zu 100% erwerbstätig gewesen wäre.
2.2 Die zumutbare Invalidenkarriere hängt von den qualitativen Vorgaben ab, die aus
medizinischer Sicht an eine der Behinderung angepasste Erwerbstätigkeit zu stellen
sind. Die Gutachter des ABI sind davon ausgegangen, dass die Tätigkeit als Betriebs
mitarbeiterin in einem Personalrestaurant nicht behinderungsangepasst sei, weil dabei
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körperlich belastende Arbeiten zu verrichten seien, die aufgrund der Befunde in der
unteren Wirbelsäule zu einer Schmerzprovokation führen könnten (IV-act. 21-19/23).
Dabei haben die Gutachter wohl an das Tragen voller Getränkeharasse und ähnlich
schwerer Gegenstände gedacht. Die Hausärztin Dr. D._ hingegen hat behauptet, die
Beschwerdeführerin müsste an ihrem früheren Arbeitsplatz im Personalrestaurant nicht
schwer tragen, sondern nur einzelne Flaschen einräumen, weshalb die bisherige
Tätigkeit als behinderungsangepasst zu betrachten sei. Tatsächlich beschränken sich
die qualitativen Vorgaben an eine angepasste Tätigkeit nicht darauf, das Heben und
Tragen von Lasten über 10 kg als unzumutbar zu qualifizieren. Die Beschwerdeführerin
soll vielmehr zusätzlich keine Zwangshaltungen einnehmen müssen und sie soll
aufgrund ihrer Fussbeschwerden nicht längere Zeit stehen müssen. Die Arbeit in einem
Personalrestaurant beinhaltet nach der allgemeinen Lebenserfahrung Tätigkeiten, bei
denen grössere Gewichte gehoben werden müssen (z.B. volle Getränkeharasse oder
Druckflaschen), Tätigkeiten in Zwangshaltungen (z.B. vornübergebeugt am Rüsttisch
oder beim Einräumen der Geschirrwaschmaschine) und längeres Stehen (z.B. am Herd,
bei der Essensausgabe). Die bisherige Tätigkeit in einem Personalrestaurant ist deshalb
von der Beschwerdegegnerin zu Recht als nicht behinderungsangepasst qualifiziert
worden. Die zumutbare Invalidenkarriere ist deshalb abstrakter zu definieren: Es
handelt sich um eine körperlich leichte Arbeit mit der Möglichkeit, immer wieder die
Position zu wechseln, ohne Zwangshaltungen, ohne längeres Stehen und ohne Heben
und Tragen von Lasten über 10 kg. Da die Beschwerdeführerin keinen Beruf erlernt hat,
handelt es sich um eine Hilfsarbeit, die nach der allgemeinen Lebenserfahrung in
praktisch allen Branchen nachgefragt wird. Der allgemeine und ausgeglichene
Arbeitsmarkt weist praxisgemäss eine ausreichende Zahl angepasster Arbeitsplätze
auf, wobei es irrelevant ist, dass die Beschwerdeführerin auch bei energischen
Arbeitsbemühungen Schwierigkeiten hätte, eine Stelle zu finden, denn dabei handelt es
sich um das im Zusammenhang mit der Invaliditätsbemessung irrelevante soziale
Risiko der Arbeitslosigkeit, das nie eine Invalidität bewirken und damit einen
Invalidenrentenanspruch begründen kann. Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen
haben entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin nicht zur Folge, dass eine
allfällige Arbeitsfähigkeit von 80% wirtschaftlich nicht mehr verwertbar wäre, d.h. dass
es auf dem gesamten allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt keine geeigneten
Arbeitsplätze mehr gäbe. Diese Beeinträchtigungen haben nämlich nicht zur Folge,
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dass die Beschwerdeführerin als teilzeitlich zu 80% beschäftigte Hilfsarbeiterin für
einen Arbeitgeber nicht mehr tragbar wäre, denn die Beschwerdeführerin wäre im
Umfang des Arbeitsfähigkeitsgrades von 80% voll einsatzfähig, selbst wenn sie
sekundenlange synkopenartige Aussetzer hätte, denn eine angepasste Tätigkeit wäre
nicht gefahrengeneigt. Die zumutbare Invalidenkarriere besteht also in einer
behinderungsangepassten Hilfsarbeit.
2.3 Die Beschwerdeführerin ist in ihrer früheren Tätigkeit in einem Personalrestaurant
seit April 2005 arbeitsunfähig (IV-act. 15-3/7). Das Wartejahr wäre demnach im April
2006 erfüllt, so dass das Jahr 2006 das Basisjahr des Einkommensvergleichs bildet.
Die B._ hat am 3. Januar 2006 für das Jahr 2005 einen Monatslohn der
Beschwerdeführerin von Fr. 3800.- angegeben (IV-act. 9-2/3). Das entspricht einem
Jahreslohn 2005 von Fr. 49'400.-, der Nominallohnentwicklung bis 2006 angepasst
Fr. 49'998.- (vgl. die vom Bundesamt für Statistik herausgegebene Lohnentwicklung
2006, Tabelle T1.93, Branche 55 Gastgewerbe). Dem Einkommensvergleich ist also ein
Valideneinkommen von Fr. 49'998.- zugrunde zu legen. Das zumutbare
Invalideneinkommen bemisst sich bei der Versicherten, die keiner Erwerbstätigkeit
mehr nachgeht, praxisgemäss nach dem Durchschnittseinkommen (Zentralwert) der
Hilfsarbeiterinnen aller Branchen. Dieses Durchschnittseinkommen beläuft sich gemäss
der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebung 2006,
Anhang Tabelle TA1 auf Fr. 4019.- bzw. Fr. 48'228.-, umgerechnet von 40 auf den
schweizerischen Durchschnitt von 41,7 Wochenarbeitsstunden auf Fr. 50'278.-. Von
diesem Einkommen ist bei der Bemessung des zumutbaren Invalideneinkommens
auszugehen. Als nächstes ist die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer
behinderungsangepassten Erwerbstätigkeit zu ermitteln. Dr. D._ hat konsequent eine
Arbeitsunfähigkeit von 100% angegeben, wobei sie sich im Ergebnis auf
behinderungsangepasste Tätigkeiten bezogen hat, indem sie die bisherige Tätigkeit der
Beschwerdeführerin im Personalrestaurant als angepasst betrachtet hat. Dr. D._ hat
ihre Einschätzung zunächst mit dem lumbospondylogenen Schmerzsyndrom, mit dem
chronischen Schmerz- und Schwellungszustand am rechten Fuss und mit der
Depression begründet (IV-act. 15-3/7). Der behandelnde Psychiater Dr. C._ hat zwar
bereits im Januar 2006 angegeben, die Depression sei in Remission befindlich und die
Prognose sei günstig (IV-act. 13-2/4), aber Dr. D._ ist am 3. Oktober 2007 bereits
wieder von einer Verschlimmerung ausgegangen. Auch in somatischer Hinsicht hat sie
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durchwegs einen schlechten Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin oder aber
eine erneute Verschlechterung des Gesundheitszustandes angegeben. Begründet hat
sie dies mit den schmerzhaften Schwellungen am rechten Fuss und mit
Schmerzexazerbationen aufgrund des chronischen Rückenproblems, wobei letztere
immer wieder notfallmässige Infiltrationen erfordert hätten. Daraus hat Dr. D._ auf
eine fortdauernde vollständige Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin geschlossen
(IV-act. 56-1/1). Später hat Dr. D._ auch noch immer wieder auftretende "Absenzen"
genannt (IV-act. 71-3/4), obwohl diese weder neurologisch noch kardiologisch
nachgewiesen und erklärt worden sind (IV-act. 74) und obwohl die Beschwerdeführerin
persönlich eine derartige "Absenz" verneint hat. Trotzdem sind "Absenzen" als unklare
synkopenartige Zwischenfälle mit rezidivierenden Stürzen in den Berichten von Dr.
D._ als Diagnose aufgeführt (IV-act. 86). Auch bei der verkehrsmedizinischen
Begutachtung sind solche Zwischenfälle unterstellt worden, obwohl der medizinische
Nachweis nicht erbracht worden ist (G 7.2.1). Die Berichte von Dr. D._ lassen darauf
schliessen, dass die jeweils angegebene vollständige Arbeitsunfähigkeit nicht auf einer
unabhängigen und objektiven, sondern auf einer rein therapeutischen Einschätzung
beruht, dass Dr. D._ also angegeben hat, was in ihren Augen die ideale
Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung war, nämlich dass die
Beschwerdeführerin keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgehen sollte. Verstärkend dürfte
dabei gewirkt haben, dass die Beschwerdeführerin eine starke Krankheits- und
Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung gehabt hat und dass sie diese während der gesamten
Zeit, während der Dr. D._ berichtet hat, konsequent umgesetzt hat. Die
Beschwerdeführerin dürfte in dieser Zeit auch immer wieder über ihre Beschwerden
geklagt und ihre vollständige Arbeitsunfähigkeit betont haben. Erfahrungsgemäss
lassen sich behandelnde Ärzte von einer im Alltag konsequent umgesetzten
Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung erheblich in ihrer Arbeitsfähigkeitsschätzung
beeinflussen. Davon ist auch in bezug auf die von Dr. D._ abgegebene
Arbeitsfähigkeitsschätzung auszugehen. Berücksichtigt man zudem, dass Dr. D._ als
Folge des Therapieverhältnisses rein formal nicht als unbefangene medizinische
Sachverständige gelten kann, so vermag ihre Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht zu
überzeugen. Demgegenüber beruht die Arbeitsfähigkeitsschätzung der Gutachter des
ABI auf einer unabhängigen Beurteilung ohne jede therapeutische Ausrichtung. Diese
Beurteilung ist von spezialisierten, erfahrenen und fachübergreifend
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zusammenwirkenden Sachverständigen abgegeben worden. Das ABI-Gutachten (IV-
act. 21) zusammen mit der Ergänzung (IV-act. 41) erfüllt alle Voraussetzungen, die an
ein Gutachten zu stellen sind. Insbesondere ist auch die Praxis zu den Foerster'schen
Kriterien beachtet worden. Das ist im übrigen dem Grundsatz nach auch von der
Beschwerdeführerin anerkannt worden, denn deren Argumentation hat sich im Lauf
des Verwaltungs- und Beschwerdeverfahrens von der inhaltlichen Kritik am ABI-
Gutachten weg und hin zum Vorwurf der fehlenden Aktualität dieses Gutachtens
entwickelt. Dieser Vorwurf ist nicht stichhaltig, da nach der Begutachtung keine
relevante Veränderung des Gesundheitszustands mehr eingetreten ist. Die Behauptung
der Beschwerdeführerin, die Schmerz- und Schwellungszustände im rechten Fuss
seien neu, ist unhaltbar, denn diese Gesundheitsbeeinträchtigung ist von Dr. D._
bereits vor der Begutachtung angegeben worden (IV-act. 15-3/7) und der zuständige
Sachverständige des ABI hat sich eingehend damit und mit den möglichen
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit befasst (IV-act. 21-16/23). Im übrigen hätte diese
Beeinträchtigung in einer angepassten Erwerbstätigkeit wohl keine Arbeitsunfähigkeit
zur Folge, da die Beschwerdeführerin nie so lange stehen müsste, dass der Zustand
des rechten Fusses sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirken würde. Das Auftreten der
behaupteten "Absenzen" ist nicht belegt. Zudem würde eine angepasste Tätigkeit eine
Relevanz der "Absenzen" für die Arbeitsfähigkeit ausschliessen. Der abdominale
operative Eingriff ist als interkurrent und damit als irrelevant für die langfristig zu
ermittelnde Arbeitsfähigkeit zu betrachten, da selbst Dr. D._ nicht auf einen Einfluss
dieser Erkrankung auf die Arbeitsfähigkeit hingewiesen hat. Die erneut angegebene
Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes dürfte eine Reaktion auf die
Abweisung des Rentengesuchs sein, die keine längerfristige Relevanz hat. Im übrigen
ist sie nach dem Erlass der angefochtenen Verfügung eingetreten und deshalb für die
Beurteilung irrelevant. Bei einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 80% könnte die
Beschwerdeführerin Fr. 40'222.- verdienen. Die Beschwerdegegnerin ist von einem
zusätzlichen Abzug von 10% ausgegangen. Die Beschwerdeführerin weist in einer
behinderungsangepassten Erwerbstätigkeit nur bescheidene Konkurrenznachteile
gegenüber gesunden Hilfsarbeiterinnen auf. Dazu gehören etwa die Gefahr
überdurchschnittlich hoher Krankheitsabsenzen, die fehlende Flexibilität in bezug auf
den Arbeitsplatz und die Unfähigkeit, Überstunden zu leisten. Diesen
(betriebswirtschaftlich als potentielle zusätzliche Lohnkosten zu qualifizierenden)
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Nachteilen ist mit einem zusätzlichen Abzug von 10% sehr grosszügig Rechnung
getragen, zumal teilzeitbeschäftigte Frauen anders als teilzeitbeschäftigte Männer
keinen überproportionalen Lohnnachteil (vgl. etwa die Lohnstrukturerhebung 2006, S.
16 Tabelle T2*) erleiden. Trotzdem kann ein Eingriff in die Ermessensausübung der
Beschwerdegegnerin unterbleiben. Damit resultiert ein zumutbares
Invalideneinkommen von Fr. 36'200.-. Bei einem Valideneinkommen von Fr. 49'998.-
resultiert eine Einkommenseinbusse von Fr. 13'798.-. Das entspricht einem
Invaliditätsgrad von aufgerundet 28%. Die Beschwerdegegnerin hat demnach zu Recht
einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin verneint.
3.
Im Sinn der vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde abzuweisen. Die
vollumfänglich unterliegende Beschwerdeführerin hat keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung (Art. 61 lit. g Satz 1 ATSG), so dass das entsprechende Begehren
abzuweisen ist. Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Gerichtsgebühr
bemisst sich nach dem Verfahrensaufwand (Art. 69 Abs. 1 IVG). Da das vorliegende
Verfahren einen durchschnittlichen Aufwand verursacht hat, erweist sich praxisgemäss
eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- als angemessen. Diese Gerichtsgebühr ist durch den
in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht