Decision ID: 2e0a327f-1245-5e30-90f3-87ceb7bc7a97
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren 1956, arbeitete
seit dem
1.
Juni 1993 als
Baumaschi
nist
bei
der
Y._
,
als er am 2
1.
Oktober 2009 mit seinem Bagger bei einem Manöver mit einer Ladung am Schwenkarm auf die Seite kippte
und eingeklemmt wurde (
Urk.
9/11/53)
. Die behandelnden
Ärzte
der Chirurgischen Klinik und Poliklinik des
Z._
, wo der Versiche
rte vom 2
1.
Oktober bis zum 10.
November 2009 hospitalisiert war, diagnostizierten im Austrittsb
ericht vom
1
7.
November 2009 ei
n stumpfes
Thoraxtrauma
mit (1)
Rippenserienfrakturen 5-8 links, (2) einer Rippenfraktur 12 dorsal rechts, (3) einem kleinen ventralen
Mantel
pneu
mothorax
rechts und (4) einem
Hämatothorax
beidseits links grösser als rechts, nicht Drainage bedürftig, sowie eine Rissquetschwunde frontal mit
offener Nasenbeinfraktur (
Urk.
9/10
).
A
m
8.
März 2010 (Eingangsdatum) meldete sich der V
ersicherte unter Hin
weis auf die Folgen dieses am 2
1.
Oktober 2009 erlittenen Arbeitsunfalls
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum
Leistungs
bezug
an (
Urk.
9/2).
Die
IV-Stelle
zog daraufhin
insbesonder
e
die Akten de
s
zuständigen
Unfallversicher
ers
(damals
Schweizerische
Unfallversic
he
rungs
ans
talt
[
SUVA
]
,
heute Suva,
Urk.
9/11
)
bei
. Am
4.
Mai 2010 teilte sie dem
Versicherten mit, dass aufgrund seines Gesundheitszustands zurzeit keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien (
Urk.
9/16).
In der Folge nahm d
ie IV-Stelle
weitere
beruflich-erwerbliche und medizinische Abklärungen vor und zog
weitere
Akten der SUVA (
Urk.
9/17,
Urk.
9/29
,
Urk.
9/39,
Urk.
9/42,
Urk.
9/47 und
Urk.
9/50
) bei.
Nachdem die SUVA
die Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen
m
it Verfügung vom
8.
März 2012
rückwirkend per 17. Mai 2010 eingestellt hatte
(
Urk.
9/50/14-15)
,
hiess
sie die
dagegen
vom Versicherten
und der
Sanita
s
Grundversicherungen AG
erhobenen Einsprachen
mit Entscheid vom 1
0.
Mai 2012
in dem Sinne teil
weise gut,
dass sie dem Versicherten noch bis zum 13.
Juni 2010 Taggelder zusprach. Dagegen erhob der Versicherte am 11.
Juni 2012 beim
Sozialversi
cherungsgericht
Beschwerde (
vgl. Prozess Nr. UV.2012.00134).
Am 1
2.
Juli 2012 teilt
e
die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie beabsichtige, bei
Dr.
med.
A._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, ein Guta
ch
ten in Auftrag zu geben (Urk.
9/58).
Mit
Schreiben vom 1
8.
Juli 2012
bean
standete der Versicherte
die Fach- und Sozialkompetenz des Gutach
ters
Dr.
A._
(
Urk.
9/60),
woraufhin
die
IV
Stelle mit
Zwischenverfügung vom 2
8.
August 2012 an der Abklärung durch
Dr.
A._
fest
hielt
(
Urk.
9/61).
Am 1
4.
März
2013 erstattete
Dr.
A._
sein
psychiatrische
s
Gutachten (
Urk.
9/70). Mit Vorbescheid vom 2
2.
Oktober 2013 stellte die IV
Stelle dem Versicherten die Abweisung seines
Rentenbegehrens
in Aus
s
icht (
Urk.
9/83), wogegen dieser
am 1
3.
Dezember 2013 Einwand
erhob
(
Urk.
9/89;
vgl. auch
Einwandergänzung
vom 1
4.
Juli 2014,
Urk.
9/110).
Mit Urteil v
om 16.
Dezember 2013 wies das Sozialversicherungsgericht die Beschwerde des Versicherten gegen den
Einspracheentscheid
der SUVA vom 1
0.
Mai 2012 ab (vgl. Prozess Nr. UV.2012.00134
; bestätigt mit Urteil des Bundesgerichtes 8C_132/2014
in Sachen der Parteien vom 2.
Mai 2014). Aufgrund des Einwandes des Versicherten
gab die IV-Stelle bei Prof. Dr.
med.
B._
,
FMH
Oto
-
Rhino
-Laryngologie
(ORL)
,
Direktor der Klinik für Ohren-, Nasen-, Hals- und Gesichtschirurgie
des
C._
,
ein Gutachten in Auftrag, das dieser am
6.
November 2014 erstattete (Urk.
9/124).
Der Versicherte nahm am 1
3.
Januar 2015 dazu Stellung (
Urk.
9/135).
Sodann
folgte eine polydisziplinäre Begutachtung des Versicherten im
D._
(Expertise vom
22.
September 2015,
Urk.
9/154). Hierzu liess sich der Versicherte am 26.
November 2015 vernehmen (
Urk.
9/160). Schliesslich verneinte die IV
Stelle mit Verfügung vom
3.
Dezember 2015 bei einem ermittelten
Inva
liditätsgrad
von 33
%
einen Anspruch des Versicherten auf eine Invaliden
rente (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 1
9.
Januar 2016 Beschwerde und bean
tragte, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es seien ihm die gesetzlichen Leistungen, insbesondere Eingliederungsmassnahmen und eine Rente, zuzusprechen. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgelt
l
ichen Prozessführung und Rechtsvertretung
sowie um die Einho
lung eines medizinischen Gerichtsgutachtens
(
Urk.
1). Die
Beschwerdegegne
rin
schloss mit Beschwerdeantwort vom 1
0.
Februar 2016 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
8),
was dem Beschwerdeführer am 12.
Februar 2016 ange
zeigt wurde (
Urk.
10).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesge
setzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsge
mäss
ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit Krankheitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Auf
bietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. No
vember 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesge
richts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbese
hen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer
Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. De
zember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.3
Mit BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht von seiner bisherigen Rechtspre
chung, wonach eine
somatoforme
Schmerzstörung oder ähnliche Störungen und ihre Folgen vermutungsweise mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind (BGE 130 V 352, 131 V 49 E. 1.2, 139 V 547 E. 3), Abstand genommen und eine neue Basis für die
Anspruchsklärung bei sol
chen Leiden
begründet (E. 6): An der Rechtsprechung zu Art. 7 Abs. 2 ATSG -
ausschliessli
che
Berücksichtigung der Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung und objektivierte Zumutbarkeitsprüfung bei materieller Beweis
last der
rentenanspre
chenden
Person - ändert sich dadurch nichts (E.
3.7). An die Stelle des bisheri
gen Kriterienkatalogs (bei anhaltender
somatoformer
Schmerzstörung und ver
gleichbaren psychosomatischen Leiden) treten im Regelfall beachtliche
Stan
dardindikatoren
(E. 4). Diese lassen sich in die Kategorien Schweregrad (E. 4.3) und Konsistenz der funktionellen Auswir
kungen einteilen (E. 4.4). Die
Standar
dindikatoren
umschreibt das Bundes
gericht im genannten Urteil wie folgt:
Kategorie „funktioneller Schweregrad" (E. 4.3)
Komplex „Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1)
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
(E. 4.3.1.2)
Komorbiditäten
(E. 4.3.1.3)
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen; E. 4.3.2)
Komplex „Sozialer Kontext" (E. 4.3.3)
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens; E. 4.4)
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener
Lei
dens
druck
(E. 4.4.2)
Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 Ingress). Recht und Medizin wir
ken sowohl bei der Formulierung der Standardindikatoren (E. 5.1) wie auch bei deren - rechtlich gebotenen - Anwendung im Einzelfall zusammen (E. 5.2). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festge
stellten gesund
heitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der
Standardindi
katoren
schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) über
wiegender Wahr
scheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der
Beweislo
sigkeit
nach wie vor die materiell beweisbelastete versi
cherte Person zu tragen (E. 6).
1.4
In intertemporalrechtlicher Hinsicht ist sinngemäss wie in BGE 137 V 210 (betreffend die rechtsstaatlichen Anforderungen an die medizinische Begut
ach
tung) vorzugehen. Nach diesem Entscheid verlieren gemäss altem
Ver
fahrens
standard
eingeholte Gutachten nicht per se ihren Beweiswert. Viel
mehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Ge
gebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vor
handenen Beweisgrundlagen vor Bun
desrecht standhält (BGE a.a.O. E. 6 in
initio
). In sinngemässer Anwendung der nunmehr materiell-beweisrechtlich geänderten Anforderungen ist in jedem einzelnen Fall zu prü
fen, ob die beigezogenen admi
nistrativen und/oder gerichtlichen Sachverständi
gengutachten
gegebenenfalls im Kon
text mit weiteren fachärztlichen Berich
ten
eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren er
lauben oder nicht. Je nach
Abklä
rungs
tiefe
und -dichte kann zudem unter Um
ständen eine punktuelle Ergänzung genügen (
BGE 141 V 281
E. 8).
1.5
Der Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes ist ein theoretischer und abstrakter Begriff, welcher dazu dient, den Leistungsbereich der Invaliden
versicherung von jenem der Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Er umschliesst einerseits ein bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeits
markt, der von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Ein
satzes. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob die invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu ver
werten, und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen ver
mag oder nicht (BGE 110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S. 321 E. 3b und 1985 S. 462 E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.2). An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind praxisgemäss nicht übermässige Anforderungen zu stellen; diese hat vielmehr nur so weit zu gehen, als im Einzelfall eine zuverlässige Ermittlung des Invaliditätsgrades gewährleistet ist. Für die Invaliditätsbemessung ist nicht darauf abzustellen, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen ver
mittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr verbliebene
Arbeitskraft noch wirtschaftlich nützen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (AHI 1998 S. 290 f. E. 3b; Urteile des Bundesgericht
s I 273/04 vom 29. März 2005, I
591/02 vom 5. Mai 2004, I 285/99 vom 1
3.
März 2000 und U 176/98 vom 1
7.
April 2000). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen Behin
derte mit einem sozialen Entgegenkommen vonseiten des Arbeitgebers rech
nen können (Urteile des Bundesgerichts 9C_95/2007 vom 2
9.
August 2007 E.
4.3 und 9C_98/2014 vom 2
2.
April 2014 E. 3.1, je mit Hinweisen).
Für den Zeitpunkt, in welchem die Frage nach der Verwertbarkeit der (Rest-)
Arbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter zu beantworten ist, ist auf das Fest
stehen der medizinischen Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbsfähigkeit abzu
stellen (BGE 138 V 457).
1.6
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines
Einkommensver
gleichs
zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizini
schen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Validen
einkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.7
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe
Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
telsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.8
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen fest
zu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des
Beweis
wertes
eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehl
entwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinan
dersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schluss
folgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verun
möglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztli
che Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Rente der Invalidenversicherung.
2.2
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung damit, dass
auf den
Einwand des Beschwerdeführers hin, der Sachverhalt sei
in somati
scher Hinsicht
un
genügend abgeklärt worden,
ein Gutachten der Fachrich
tung ORL und ein polydisziplinäres Gutachten im
D._
erfolgt
seien
. Die Prüfung des
D._
-Gutachtens habe ergeben, dass der
orthopädische
Gutachter zu den geschilderten Beschwerden detailliert Stellung genommen
habe. Der Vorwurf der fehlenden Objektivität des orthopädischen Gutachters sei
in der Expertise
nicht erkennbar. Auf das Gutachten des
D._
könne
abgestellt wer
den. Bei einem hypothetischen Einkommen von
Fr.
82‘940.-- ohne Behin
derung und einem
hypothetischen
Einkommen von
Fr.
55‘180.35 mit Behin
derung (unter Berücksichtigung eines
Abzugs von 10
%
)
ergebe sich eine Erwerbseinbusse bzw. ein Invaliditätsgrad von 33
%
. Ein Anspruch auf eine Invalidenrente sei d
aher
zu verneinen (
Urk.
2).
2.3
Der Beschwerdeführer
brachte dagegen insbesondere vor
,
dass der
wohl ser
bisch stämmige
o
rthopädische
D._
-
Gutachter ihm
gegenüber, der albanischer Herkunft sei, offensichtlich voreingenommen gewesen sei und sich
über
ih
n
schon vor dem Explorationsgespräch ein Bild gemacht habe.
Zudem sei das orthopäd
ische Teilgutachten des
D._
unvollständig
, d
a keine gründliche Abklärung der im Rahmen des Traumas vom
2
1.
Oktober 2009
erlittenen Verletzungen
mit Narbenbildung am linken Knie erfolgt sei. Die Ausführun
gen des psychiatrischen
D._
-Gutachters
zu den im
E._
unter Zuhilfenahme diverser anerkannter Testungen festgestellten neuropsychologischen Einschränkungen würden sodann erhebliche Zweifel an
dessen
Fachkompetenz
aufkommen lassen
.
Im Weit
eren sei s
eine
Restar
beitsfähigkeit
angesichts
des
fortgeschrittenen Alters und
der
diversen
somatischen und psychiatrischen Beschwerden
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht mehr verwertbar
, weshalb er ab dem
1.
Januar 2014 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente habe. Sollte die
Restarbeitsfähigkeit
noch als verwertbar erachtet werden, wäre ihm
im Rahmen des
Ein
kommensvergleichs
aufseiten des Inva
lideneinkommens aber
zumindest ein leidensbedingter Abzug in der Höhe von 25
%
an
statt
von 10
% zu gewähren (
Urk.
1 S. 8 ff.
).
3.
3.1
Die sich in den von der Beschwerdegegnerin beigezogenen Unfallakten
(vgl. Sachverhalt Ziffer 1)
befindlichen Arztberichte wurden im Urteil UV.2012.00134 E. 2.1 bis E.
2.
14 zusammengefasst (vgl. auch Gutachten des
D._
v
om 2
2.
September 2015,
Urk.
9/154/3-9
), weshalb sie vorliegend nicht noch einmal wiedergegeben werden. Soweit erforderlich, wird in den
nach
folgenden Erwägungen jedoch darauf Bezug genommen.
3.2
Prof.
Dr.
med.
F._
,
FMH Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten, Gesichtschirurgie,
stellte
im an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers gerichteten
Bericht vom 1
2.
Februar 2013
in
otologischer
Hinsicht die Diag
nose
eine
r
zentral
en Gleichgewichtsstörung.
Prof.
F._
erklärte, dass
die
kalorische Prüfung eine grenzwertige beidseitige Übererregbarkeit
zeige
, rechts mehr als links. Dies spreche für eine zentrale Gleichgewichtsstörung. Der Untersuchungsbefund einer beidseitigen Abweichung bei der Haptischen Vertikalen sei nicht spezifisch genug, um eine
Utriculusfunktionsstörung
zu beweisen, die üblicherweise einseitig auftrete. Bei der Untersuchung sei auffallend gewesen, das
s
die Lagerungsprüfung infolge starker
Halswirbel
säule
- (
HWS-
)
Beschwerden nicht möglich gewesen sei. Insofern bestehe der drin
gende Verdacht, dass die vom Beschwerdeführer angege
benen Gleichge
wichtsstörungen auf HWS-Be
schwerden zurückzu
führen seien
. Die erhebli
che Gleichgewichtsstörung habe Auswirkungen auf die Verrichtung alltägli
cher Aufgaben und trete den ganzen Tag unvermeidbar auf. Das erlittene Trauma sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit geeignet gewesen, die aktuell vorhandene zentrale Gleichgewichtserkrankung auszulösen
(
Urk.
9/109/1-2).
3.
3
Dr.
A._
diagnostizierte im
psychiatrischen
Gutachten vom 1
4.
März 2013 (1) eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) und (2) eine depressive Reaktion von August 20
10 bis Oktober 201
1.
Er führte aus
,
dass
der Unfall von 2009
gravierend gewesen
sei
. Der Beschwerdeführer sei in der Baggerkabine eingeklemmt worden und habe
schwere Ver
letzungen
erlitten
. Eine posttraumatische Belast
ungsstörung sei
nicht ent
standen. Innerlich
habe er
sich vom Unfallgeschehen distanzieren
können
. Es
habe sich aber
ein chronisches Schmerzbild
entwickelt
, welches durch die Abgabe von
Morphiumpflaster
n
habe gebessert werden können
. Nach dem Absetzen der Pflaster
sei
es erneut zu starken Schmerzen
gekommen
, unter anderem
sei
dies beim Aufenthalt in der
G._
festgestellt
wor
den
.
D
er
Beschwerdeführer habe
das Bild
einer psychosomatischen Ü
berla
gerung der Schmerzen
entwickelt
. Für diese Beurteilung
würden
folgende Beobachtungen
sprechen
:
Der Beschwerdeführer sei
auf d
ie Schmerzen fixiert, er äussere
hypo
chondrische Befürchtungen und
zeige
eine
Schmer
zausdehnung
. Es falle
auf, dass Lebensprobleme zu einer Verstärkung der Schmerzen führen
würden. Diese würden
den Hauptfokus seines Interesses
bilden. Es könne
somit eine anhalt
ende
somatoforme
Schmerzstörung
diagnostiziert
werden. Es sei
nachvollziehbar, dass der
Beschwerdeführer
wegen der
Folgen des Unfallge
schehens in Verstimmungen geraten sei
. Gemäss seinen Angaben
habe
er sich diesbezüglich zu Beginn noch gut hal
ten
können
, in der
G._
sei
keine Depressivität festgestellt
worden
. Dies
habe sich ab Sommer 2010 geändert. Der Beschwerdeführer sei
damals in
einer Tagesklinik hospitalisiert
gewesen, wo er zwei
Monate
geblieben
sei
. In der Tagesklinik
sei
beobachtet
worden
, dass der Unfall von 2009 dessen Lebenssituation
komplett verändert habe
.
Der Beschwerdeführer habe
an
Selbstwertgefühl verloren und
an existenziellen Ängsten
gelitten
. Die Ärzte des
E._
hätten
die Diagnose einer mittelgradigen depressiven
Episode gestellt. Diese Diagnose sei je
doch nicht nachvollziehbar, da
die Tagesklinik selber darauf hingewiesen habe, dass bestimmte Ursachen zur Depression geführt hätten. Es sei demgemäss eine depressive Reaktion vorhanden gewesen. Diese habe von August 2010 bis ca.
August 2011
(richtig wohl: Oktober 2011)
gedauert. Unterdessen habe
sich die depressive Symptomatik weiter abgeschwächt. Der
Beschwerdeführer
gehe
nur noch in lockere
n Abständen in
die
psychiatrische Be
handlung
. De
r Medikamentenspiegel vom 2
2.
Februar 2013 (
Paroxetin
)
liege
zudem weit unter de
m Referenzbereich. Klinisch seien
keine Symptome einer bedeuten
den D
epressivität vorhanden. So zeige der Beschwerdeführer eine regel
mäs
sige Tagesgestaltung, unternehme Ferien ins Heimatland und fahre Auto. Er habe
die Kontakte zu seinen ehemaligen Arbeitsko
llegen behalten können. Zwar sei
er heute
im Gespräch
anfänglich etwas reservier
t, mit der Zeit taue
er
aber auf und zeige
auch Hum
or. Die Affekte seien stabil. Es könne
davon ausgegangen werden, dass die leichten Verstimmungen, welche
der Beschwer
deführer
weiterhin gelegentlich
wahrnehme
, eng mit dem psycho
somatischen Leiden in Zusammenhang stehen
würden
.
Eine
eigens
tändige psychische Komorbidität
liege nicht vor
. Hinweise für eine bedeutende chro
nische
körperliche
Begleiterkrankung seien den Akten nicht zu entnehmen. Die soziale Integration sei nicht verloren gegangen. Die prämorbide Persön
lichkeitsstruktur sei nicht auffällig gewesen. Die Schmerzproblematik sei progredient und
chronifiziert
. Damit
sei zwar eines
der Kriterien gegeben, das bei Vorliegen einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung zu prü
fen sei,
dies jedoch nicht in einem derartigen Ausmass, dass die Arbeitsfä
higkeit eingeschränkt wäre. Von
August 2010 bis Oktober 2011
habe
eine Arbeitsunfähig
keit von ca. 30
%
bestanden
. Seither bestehe keine Einschrän
kung mehr (
Urk.
9/70/6-10).
3.
4
Prof.
B._
hielt im
ORL-
Gutachten vom
6.
November 2014 als Diagnose mit möglicher Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen Verdacht auf ein obstruktives Schlaf-Apnoe-Syndrom fest. Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er folgende (
Urk.
9/124/8):
(1)
Status nach
Thoraxtrauma
und Nasenbeinfraktur bei Arbeitsunfall 2009
(2)
eine anhalt
ende
somatoforme
Schmerzstörung
(3)
ein Diabetes mellitus Typ II
(4)
eine Hypertonie
(5)
eine Lärm-bedingte Schwerh
örigkeit
leichten Grades mit Hörv
erlus
t von 16
%
rechts und 20
%
links
bei sonst normaler
cochleo-vestibulärer
Funktion
ohne Anhalt
s
punkte für
zentrale Gleichgewichtsstörung
Prof.
B._
erklärte
,
dass d
ie Schwindelbeschwerden
des Beschwerdeführers
unspezifisch
seien und
nicht primär auf eine funktionelle Beeinträchtigung der Gleichgewichtsorgane hin
deuten würden
.
Die
Untersuchungen
hätten
denn auch eine normale Funktion beider peripheren Gleichgewichtsorgane
belegt
. Es
hätten
sich keine spezifischen Zeichen wie Nystagmus
gefunden
und die objektiven Funktionsprüfungen
seien
seitengleich
gewesen
. Auch die Befunde von Prof.
F._
seien
seitengleich
gewesen. Er habe
die Reaktion auf die kalorische Prüfung
aber
als Überreaktion
beurteilt
, wenn auch nur
grenzwertig. Aus dieser
habe
Prof.
F._
eine zentrale Gleichgewichts
störung ab
geleitet
, was aus mehreren G
ründen nicht nachvollziehbar sei. Die Übererregbarkeit sei
aufgrund der beigelegten „
CNG-Analyzer"-
Ableitung nic
ht vorhanden. Im Gegenteil lasse
sich darin auf die Stimulation mit war
mem Wasser links kaum eine Reaktion
erkennen,
und die Reaktion auf eine Stimul
ati
on mit kaltem Wasser rechts sei schwach gewesen
. Diese beiden Stimulationen
hätten
gemeinsam einen Nystagmus nach links
erzeugt
, der offensichtlich schwach
induziert geworden sei
. Der Nystagmus nach rechts
sei
aber kräftig induziert
worden
, so dass allenfalls ein Ungleichgewicht in der
Nystagmusreaktion
hätte vorliegen können und somit trotz der
nicht vorhandenen Ü
bererregbarkeit ein Zeichen für eine zentrale Gleichgewichts
störung.
In den
Untersuchungen
sei
aber kein solches Ungleichgewicht
gefunden
worden
, das ganz allgemein unspezifisch
sei
und nur mit anderen Befunden zusammen g
ewertet werden könne
. Alle anderen Befunde von
Prof.
F._
seien
allerdings
normal
gewesen
,
und es bleibe
unklar, wie er die Diagnose einer zentralen Gleichgewichtsstörung
hergeleitet habe. Auch die aktuelle
Untersuchung
habe
gewisse Hinweise auf eine unspezifische Störung der zentralen Gleichgewichtsfunktionen
ergeben
, wie sie durch ver
minderte Aufmerksamkeit, Müdigkeit, kognitive Einschränkungen oder zentral wirksame Medik
ame
nte hervorgerufen werden könne
. Solche Hin
weise seien
die schwache Fixationssuppression bei der thermischen Prüfung und Unregelmässigkeiten bei der Blickfolge sowie bei der
Nystagmus- und
Sakkadenprüfung
. Aus diesen Befunden lasse
sich jedoch nicht eine klare Störung der zentralen Gleichgewichtsfunktion diagnostizieren, insbesondere
beim Fehlen anderer neurologischer Zeichen und beim Vorliegen von psychiatrisch diagnostizierten
Somatisierungsstörungen
. Sie müss
t
en viel
mehr als unspezifisch klassifiziert
werden. Dafür spreche
weiter eine bedeu
tende Diskrepanz zwischen den objektivierbaren Befunden und den subje
kti
ven Schwindelbeschwerden
des Beschwerdeführers. Prof.
F._
habe denn auch den dringenden Verdacht geäussert, dass die
Gleichgewichtsbeschwer
den
auf HWS-Beschwerden zurückzuführen sein könnten. Dieser Verdacht widerspreche in gewissem Sinne der Diagnose einer zentralen Gleichge
wichtsstörung, indem in diesem Fall eine Störung der peripheren Muskel- und Gelenkrezeptoren der HWS anzunehmen sein müsste
.
Prof.
B._
kam zum Schluss,
dass im Bereich der Otologie oder Neuro-Otologie
keine rele
vante Störung bestehe und auch nie
bestand
en habe
. Eine solche Störung habe deshalb auch nicht zu einer Arbeitsunfähigkeit beitragen
können (
Urk.
9/124/
9-
12).
3.
5
Die
medizinischen Fachpersonen des
E._
diagnostizierten
in der Stellungnahme
vom
7.
Januar 2015 zuhanden des Rechts
vertreters des Beschwerdeführers (1)
eine mittelgradige depressive
Episode (ICD-10 F32.1), (2) eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4), (3) eine Adipos
itas (ICD-10 E66, BMI = 30),
(4) ein
stumpfes
Thoraxtrauma
, (5) eine
sensorineur
ale
Schwerhörigkeit beidseits von maxi
mal 20
%
(
C._
6.
November 2014) und (6) ein
Diabetes mellitus Typ II (
Erst
diagnose
2008).
Sie gaben an
, dass der Beschwerdeführer aufgrund des
posi
tiven und negativen Leis
tungsbildes als
100
%
arbeitsunfähig einzuschätzen sei (
Urk.
9/136/4).
3
.
6
Die Ärzte des
D._
stellten im poly
disziplinären Gutachten vom 22.
Sep
tember 2015 folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
9/154/26):
(1)
eine symptomatisch
e mediale Gonarthrose links (ICD
-10 M
17.1)
radiologisch m
ediale Gonarthrose (Röntgen
1.
September
2015)
(2)
ein c
hronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.5)
radiologisch alt
ersentsprechende Ve
rhältnisse an der Lendenwirbelsä
ule
(Rönt
gen
1.
September 2015)
Als Diagnosen ohne
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
hielten sie fest
(Urk.
9/154/26)
:
(1)
eine le
ichte depressive Episode (ICD-10 F32.0)
(2)
eine c
hronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
(ICD-10 F45.41)
chronisches unspezifisches
multilokuläres
S
chmerzsyndrom (ICD-10 R52.9) (3)
ein m
etabolisches Syndrom
Diabetes mellitus Typ II (ICD-1
0 E11.9)
unter
oralen Antidiabetika nicht optimal einge
stellt (HbA1c 7,8
%
;
Norm < 6,3
%
)
Adipositas (BMI 38 kg/m
2
;
ICD-
10 E66.0)
arterielle Hypertonie (ICD-10 I
10)
medikamentöse Behandlung unregelmässig
Dyslipidämie
(ICD-10 E78.0)
bisher keine medikamentöse Behandlung
(4)
einen fortgesetzten Nikotinkonsum, schädlicher Gebrauch (ca. 40
py
; ICD-10
F17.1)
Die Ärzte des
D._
erklärten, dass
der Beschwerdeführer für eine körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit mit regelmässig sitzenden Anteilen zu 100
%
arbeits- und leistungsfähig sei. Körperlich schwere und andauernd mittelschwere Tätigkeiten seien ihm nicht mehr
zumutbar.
Zwischen August und Oktober 2011 habe eine Arbe
itsunfähigkeit von zumindest 30 % bestan
den
. Dies gemäss dem
psychiatrischen
Gutachten von D
r.
A._
(Urk.
9/154/28-29).
4.
4.1
Der Beschwerdeführer wurde
vorliegend
in allgemeininternistischer, orthopä
discher, neurologischer,
oto
-
rhino
-
laryngologischer
und psychiatrischer Hin
sicht für die streitigen Belange umfassend abgeklärt. Die involvierten Gut
achter
Dr.
A._
, Prof.
B._
und die Ärzte des
D._
haben ihre Expertise
n
dabei
in Kenntnis der und Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben. Sie haben detaillierte Befunde erhoben, die geklagten Beschwer
den berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten des Beschwer
deführers auseinandergesetzt. Zudem haben sie die medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtend dargelegt. Die drei von der
Beschwerde
gegnerin
in Auftrag gegebenen Expertisen
von Dr.
A._
, Prof.
B._
und der Ärzte des
D._
erfüllen demnach
grundsätzlich
die
rechtsprechungs
gemässen
Anforderungen an beweis
kräftige ärztliche
Entscheidun
gsgrundla
gen
(vgl. E. 1.8
).
4.2
Was den Gesundheitszustand in somatischer Hinsicht betrifft, legten die Ärzte des
D._
im Rahmen der interdisziplinären Beurteilung
zusammen
fassend
dar
,
dass beim Beschwerdeführer
in der
orthopädischen Unter
su
chung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine symptomatische mediale Gonarthrose links und ein chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom diagnostiziert
worden seien. Radiologisch sei
die Gonarthrose bestätigt. An
der Lendenwirbelsäule bestünden
degenerative Veränderungen, welche nicht über das altersmässige Ausmass hinausgehen
würden
. Die übrigen vom
Beschwerdeführer angegebenen Beschwerden würden
in einem chronischen unspezifischen
multilokulären
Schmerzsyndrom zusammengefasst
.
Objektive pathologische Be
funde am Bewegungsapparat fänden
sich zu
diesen Beschwerden nicht. Bei der
ne
urologischen Untersuchung sei
keine Patholo
gie
am peripheren Nervensystem
oder zentrale Auswirkungen der anamnes
tisch bestehenden Schäd
elprellung beim Unfall 2009
festgestellt
worden
. Die vom
Beschwerdeführer
angegebene
n Schwindelerscheinungen seien
unspe
zifisch. Im vorgängigen
HNO-ärztlichen Gutachten seien
ebenfalls keine
vestibulären
Ursachen des Schwindels festgestellt
worden
. Bei
der
allge
meininternistischen
Untersuchung
sei
ein metabolisches Syndrom diagnosti
ziert
worden
. Vor
allem der Diabetes mellitus sei
nicht optimal eingeste
llt. Die klinischen Befunde seien
allerd
ings kompensiert (U
rk.
9/154/27
).
Die Ärzte des
D._
kamen zum Schluss, dass de
r
Beschwerdeführer
aus
somati
scher
Sicht
für
eine k
örperlich leicht
e, wechselbelastende Tätigkeit mit regelmässig sitzenden Anteilen zu 100
%
ar
beits- und leistungsfähig
sei
.
Körperlich schwere und andauernd mittelschwere Tätigkeiten, wie der Beschwerdeführer gemäss seinen Angaben auf dem Bau ausgeführt habe, seien nicht mehr zumutbar. Seit wann dies der Fall sei, sei schwierig anzu
geben. Sicher bestätigt werden könne diese Einschätzung erst ab dem
Unter
suchungsdatum
im
D._
(August 2015). Wahrscheinlich sei sie aber ab
Oktober 2011 (Abklärung in der
H._
) anzunehmen
(Urk. 9/154/28).
4.3
Diese Beurteilung der Ärzte des
D._
ist angesichts der genannten Befunde sowie der dazugehörigen Erläuterungen
einleuchtend
u
nd plausibel.
4.4
Entgegen den
Vorbringen
in der Beschwerde
(
Urk.
1 S. 8 ff.)
wurde der Beschwerdeführer
, w
ie
aus den ausführlichen
Darlegungen
unter
Ziffer
4.2
des
D._
-Gutachtens
hervorgeht
(vgl.
Urk.
9/154/17-23)
,
auch in orthopädi
scher Hinsicht
-
insbesondere
auch hinsichtlich der Knie
- und
Hand
funk
tionen
links
- eingehend
untersucht
.
Der orthopädische
D._
-
Gutachter,
Dr.
med.
I._
, FMH Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie des Bewegungsapparates,
hat seine
Schlussfolgerungen g
estützt auf die
detailliert
erhobenen Befunde
sodann
nachvollziehbar begründet
und namentlich im Bereich der linken Hand offensichtlich keine erheblichen
Funktionseinschränkungen festgestellt
.
Selbstverständ
lich ist es einem Gutachter
dabei
auch erlaubt
, darauf hinzuweisen
- wie
Dr.
I._
dies vorliegend getan hat -,
dass der anamnestisch seit dem Unfall
vom Oktober 2009
eingesetzte Stock nur am P
f
ropf deutliche
Gebrauchsspuren aufweise (
Urk.
9/154/
1
9).
Anhaltspunkte
dafür, dass sich
Dr.
I._
, der
gemäss
seinen
eigenen Angaben aus Österreich
stammt
(
Urk.
9/152
)
und dort 1993
auch
nachweislich
sein
Arztdiplom, das
im September
2003 in der Schweiz aner
kannt wurde, erlangt hat (vgl. www.medregom.admin.ch)
, gegenüber dem ma
zedonischen Beschwerdeführer
unkorrekt verhalten und sich bereits vor dem Explorationsgespräch ein Bild gemacht habe, sind u
nter diesen
Umstän
den nicht ersichtlich.
Auf die vom Beschwerdeführer beantragte Zeugenbe
fragung des im Rahmen der
D._
-Begutachtung anwesenden Dolmetschers kann daher verzichtet werden (
Urk.
1 S. 12).
Ferner ist auch nicht ersichtlich, inwiefern die neurologische
Begutachtung
im
D._
(vgl.
Urk.
9/154/23-26)
mangelhaft bzw.
un
vollständig
gewesen sein soll (
Urk.
1 S. 13).
Was die vom Beschwerdeführer angegebene
Berührungs
empfindlichkeit
im Gesicht anbelangt, konnte
bereits Dr. med.
J._
, FMH Neurologie, anlässlich der neurolo
gischen Untersuchung vom 14. April 2010 weder eine Läsion des ersten
Trige
minusastes
noch eine Läsion des
Nervus
facialis
beidseits feststellen (
Urk.
9/25/17-18;
vgl. Urteil des Soz
ialversicherungsgerichts UV.2012
.0013
4
vom 1
6.
Dezember 2013
E.
3.3
und Urteil des Bundesgerichtes 8C_132/2014 vom
2.
Mai 2014
in Sachen der Parteien
E. 4.2
).
Die von Prof.
B._
verdachtsweise gestellte Diagnose eines obstruktiven Schlaf-Apnoe-Syndrom
s
(
Urk.
9/124/8
)
, das
im Übrigen
behandelbar und daher grundsätzlich nicht invalidisierend ist,
hat sich im Rahmen der
D._
Begut
achtung schliesslich nicht erhärtet.
5.
5.1
Was den Gesundheitszustand in psychiatrischer Hinsicht anbelangt,
erklärte der
psychiatrische
D._
-Gutachter
, dass beim Beschwerdeführer
diagnostisch eine leichte depressive Episode
bestehe
, gekennzeichnet durch verminderte Freudeempfindungsfähigkeit, erhöhte Ermüdbarkeit, leichte Appetitstörung, leichte Konzentrationsstörungen und Schlafstörungen.
Es
bestehe vor
a
llem auch eine ausgeweitete
, diffuse Schmerzsymptomatik im Bewegungsappa
rat, die deutlich ausgeprägt sei und sich auch
auf di
e affektive Symptomatik auswirke mit vor all
em auch verstärkten
Schlafstörungen und Müdigkeit am Tag. Die s
omatische Symptomatik könne
mit den somatischen Befunden nicht objektiviert werden.
Es müsse
deshalb eine psychische Überlagerung angenommen werden, die nicht nur mit einer Somatisierung im Rahmen der affektiven
Symptomatik erklärt werden könne. Es bestünden
psychosoziale und emotionale Belastungsfaktore
n, die eine Rolle spielen könnten
mit einem Migrationshintergrund, einer früheren körperlich anstrengenden Arbeit, vor allem auch als Hilfsarbeiter auf dem Bau, einer nun schon längeren Arbeitsunfähigkeit und einem für eine Erwerbstätig
keit deutlich fort
geschrittenen
Alter, aber a
uch mit einer nicht einfachen
finanziellen Situation durch die Abhängigkeit vom Sozialamt. Die
Ehefrau sei ebenfalls krank. Bei
der ältesten Tochter sei eine Epilepsie bekannt. Das Unfallereignis, die erwartete und bisher nicht eingetroffene Beschwerdefreiheit
hätten
psychisch zur Verunsicherung und Enttäuschung
geführt
.
Vor diesem Hin
tergrund komme
es zu den vorliegenden psychischen Störungen. Im
Längs
verlauf
habe der
Beschwerdeführer
eine normale Persönlichkeitsentwicklung mit normaler Sozialisation und vor der Erkrankung voller Leistungsfähigkeit
gezeigt. Dies spreche gegen die Achse-2-
Diagnose einer
Persönlichkeitsstö
rung
. Die depressive Symptomatik sei
hi
er leicht ausgeprägt und erfülle
nur knapp die Kriterien einer leichten dep
ressiven Episode. Eine schwere
Soma
tisierungsstörung
best
ehe nicht. Aus
somatischer Sicht sei
der
Beschwerde
führer uneingeschränkt
arbeitsfähig. Er
habe
sich auch im
Untersuchungs
gespräch
gut
bewegt
und keine Zeichen einer Schmerzwah
rnehmung gezeigt.
Er hab
e
gute
Kontakte innerhalb der
Familie und besuche
jeweils auch den albanischen Club. Auch Reisen in die Heimat
Mazedonien mit dem Flugzeug seien
ihm trotz subjektiv starker Beschwerden
mit Schmerzen möglich. Er sei
aber während des Tages unausgefüllt und l
eide
auch darunter, dass er als Familienoberhaupt keine Arbeit mehr
habe und kein Geld mehr verdiene
. Es bestünden ein chronischer Verlauf und eine deutlich ausgeprägte Krankheits- und Behinderungsüberzeugung
(
Urk.
9/
154/15-16
).
Die im Bericht des
E._
vom
7.
Januar 2015
vorgenommene Einschätzung der Arbeitsfähigkeit mit 100
%
könne nicht nach
vollzogen werden.
Zur Expertise
von
Dr.
A._
bemerkte der psychia
trische
D._
-
G
utachter, dass dieser bis
Oktober 2011 eine 30%ige Arbeits
unfähigkeit an
gegeben habe
. Seither
habe
er auch eine volle Arbeits- und Leistungsfähigkeit
attestiert. Dies scheine
nachvollziehbar. Die Diagnose einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung könne
indes
aufgrund der heutigen Untersuchung nicht bestätigt werden, da deutlich schwere psycho
soziale oder emotionale
Belastungsfaktoren, die derart ausgeprägt
seien
, um als hauptsächlich ursächliche Einflüsse der Schmerzen in Betracht zu kommen, fehlen
würden. Dazu müssten
deutliche Konflikte o
der schwere Belastungen wie Gewa
lterfahrung vorliegen. Die Diagnose einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung werde
nach wie vor zu häufig gestellt. Es
bestünden beim Beschwerdeführer
zwar die erwähnten psychosozialen und emotionalen Belastungsfaktoren. Damit
sei aber
eine chronische
Schmerz
störung
mit somatischen und psychi
schen Faktoren begründet. Es sei mög
lich, dass damals 2010 bis
2011 die affektive Symptomatik noch nicht derart stark ausg
eprägt gewesen sei
für die Diagnose einer depressiven Episode, wie dies nun im Rahmen der zunehmenden
psychosozialen
Belastungen der Fall sei. Ansonsten
könne
auf das damalige Gutachten auch für den
Verlauf davor abgestützt werden (
Urk.
9/154/17).
Der psychiatrische Gutachter des
D._
kam zum Schluss, dass aus psychiatri
scher Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe. Lediglich auf
grund einer leichten depressiven Episode und einer chronischen
Schmerz
störung
, wie sie hier bestehe, aber auch aufgrund der täglichen Aktivitäten, die dem Beschwerdeführer möglich seien, könne hier eine Arbeitsunfähigkeit nicht attestiert werden. Eine psychiatrisch begründete Arbeitsunfähigkeit könne auch seit Oktober 2011 nicht bestätigt werden. Seit diesem Zeitpunkt bestehe gemäss Gutachten von
Dr.
A._
keine Arbeitsunfähigkeit mehr. Für den Verlauf davor könne auf das damalige Gutachten auch aus heutiger Sicht abgestützt werden (
Urk.
9/154/16).
Diese Beurteilung wurde im Rahmen der Ges
amtbeurteilung übernommen (Urk. 9/154/28
).
5.2
Zu dieser Beurteilung ist zu bemerken, dass sich i
m Rahmen der freien
Beweis
würdigung
(
Art.
61
lit
. c ATSG) die Verwaltung - und im Streitfall das Gericht - weder über die (den beweisrechtlichen Anforderungen genügenden) medi
zinischen Tatsachenfeststellungen hinwegsetzen noch sich die ärztlichen Einschätzungen und Schlussfolgerungen zur (Rest-) Arbeitsfähigkeit unbese
hen ihrer konkreten sozialversicherungsrechtlichen Relevanz und Tragweite zu eigen machen darf. Die medizinischen Fachpersonen und die Organe der Rechtsanwendung prüfen die Arbeitsfähigkeit je aus ihrer Sicht (BGE 141 V 281 E. 5.2.1; BGE 140 V 193 E. 3; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_342/2015 vom 1
0.
November 2015 E. 1.2). Aus rechtlicher Sicht kann von einer medizinischen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit abgewichen wer
den, ohne dass sie ihren Beweiswert verliert (vgl. statt vieler: BGE 142 V 342
E. 6.1 mit Hinweisen).
Die rechtsanwendenden Behörden haben mit beson
derer Sorgfalt zu prüfen, ob die ärztliche Einschätzung der Arbeitsunfähig
keit auch invaliditätsfremde Gesichtspunkte (insbesondere psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren) mitberücksichtigt, die vom
invaliditäts
rechtlichen
Standpunkt aus unbeachtlich sind (vgl. BGE 140 V 193 und BGE 130 V 352 E. 2.2.5). Wo psychosoziale Einflüsse das Bild prägen, ist bei der Annahme einer rentenbegründenden Invalidität Zurückhaltung geboten (BGE
127 V 294 E. 5a; Urteile 8C_746/2015 vom
3.
Februar 2016 E. 2.2 und 9C_146/2015 vom 1
9.
Januar 2016 E. 3.1 mit Hinweisen).
5.3
5.3.1
Vorab ist festzuhalten, dass
im Austrittsbericht der
G._
vom 14. April 2010 (
Urk.
9/29/48-55), wo sich der Beschwerdeführer vom
4.
bis 31. März 2010 stationär aufgehalten hatte, bemerkt wurde, dass anlässlich des psychiatrischen Konsiliums vom 1
2.
März 2010 aus psychiatrischer Sicht keine psychische Störung von Krankheitswert habe festgestellt werden können (Urk. 9/29/50). Psychiatrische Diagnosen (mittelgradige depressive Episode [ICD-10 F32.1] und anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung [ICD
10 F45.4]), wurden erstmals im Bericht des
E._
vom
1.
Juli 2010 gestellt (Urk. 9/29/26-28). In der Folge unterzog sich der Beschwerdeführer dort vom 16. August bis
8.
Oktober 2010 einer tagesklinischen Behandlung. Im betreffenden Bericht vom 8. November 2010 hielten die Ärzte des
E._
-
bei gleichen psycho
pathologischen Befunden und Diagnosen wie im Vorbericht - fest, dass der Unfall und die darauf folgende Arbeitsunfähigkeit die
Lebenssitua
tion
des Beschwerdeführers komplett verändert hätten. Mit dem Verlust der Arbeit habe der Beschwerdeführer eine
grosse
Ressource und wichtige Quelle des Selbstwertgefühls verloren. Die andauernden Schmerzen, gesundheitli
chen Probleme und existentiellen Ängste und Sorgen hätten zunehmend in eine Depression geführt. Der Beschwerdeführer sei am 8.
Oktober 2010 mit
telgradig gebessert aus der tagesklinischen Rehabilitationsbehandlung ent
lassen worden. Die Depression habe leicht reduziert werden können und sei gegenwärtig noch mittelgradig ausgeprägt (
Urk.
9/39/26-28).
Dr.
med.
K._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, welcher den Beschwerdeführer am 23. November 2010 im Auftrag des Krankenversicherers untersucht hatte, diagno
stizierte im betreffenden Bericht vom 3
1.
Dezember 2010 eine anhal
tende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD
10 F45.4). Hinweise für eine klinisch relevante Depression ergaben sich laut seinen Angaben nicht (
Urk.
9/30/14-18). Die Ärzte des
E._
hielten im Bericht vom 17. August 2011
-
bei gleichlautenden Diagnosen und psy
chopathologischen Befunden wie in den Vorberichten
-
wiederum fest, dass sich die anhaltenden körperlichen Beschwerden negativ auf das psychische Wohlbefinden und die sozialen Kontakte auswirkten. Sodann bemerkten sie erneut, dass sich insgesamt der Zustand des Beschwerdeführers durch die Behandlung
mittelmässig
gebessert habe; die Depression habe leicht reduziert
werden können, sei aber immer noch mittelgradig ausgeprägt (Urk. 9/42/10
13).
Dr.
A._
diagnostizierte, wie erwähnt, eine
somato
forme
Schmerz
störung
(ICD-10 F45.4) und eine depressive Reaktion von August 2010 bis Oktober 201
1.
Eine Depressivität stellte er anlässlich der von ihm durchge
führten Untersuchung nicht mehr fest (vgl. E. 3.3). Der psychiatri
sche Gut
achter des
D._
erhob
schliesslich
nebst einer im Vordergrund stehenden, ausgeweiteten diffusen Schmerzsymptomatik
eine leichte depressive Epi
sode, wobei er diese auf das Unfallereignis, die erwartete und bisher nicht eingetretene Beschwerdeverbesserung sowie auf die zunehmenden psychoso
zialen Belastungsfaktoren zurückführte (vgl. E.
5.1).
In den psychiatrischen Vorberichten sowie im psychiatrischen Teilgutachten des
D._
wurde demnach einhellig davon ausgegangen, dass es sich bei der depressiven Symptomatik um eine (
blosse
) Reaktion auf die persistierende Schmerzsymptomatik handelt(e). Anlässlich der Begutachtung durch Dr.
A._
im Februar 2013 hatte der Beschwerdeführer sodann selbst erklärt, psychisch gehe es ihm in der Regel ordentlich. Nur bei heftigen Schmerzkrisen sei er vermehrt verstimmt (Urk. 9/70/5).
Was die Ausprägung der depressiven Symptomatik betrifft, so stehen die Fest
stellungen von
Dr.
K._
und
Dr.
A._
, wonach im Zeitpunkt der von ihnen durchgeführten Untersuchungen (November 2010 und Februar 2013) keine Depression bestanden habe, mit den von ihnen erhobenen Befunden überein (
Urk.
9/30/16 und
Urk.
9/70/5-6). Gleiches gilt für die vom psychiatrischen Gutachter des
D._
diagnostizierte leichte depressive Episode (
Urk.
9/154/14). Dass die Ärzte des
E._
in den genannten Berichten wie auch in ihrer Stellungnahme vom 7. Januar 2015 (
Urk.
9/136) die depressive Symptomatik stets als mittelgradig einstuften, erscheint nicht nachvollziehbar, zumal sie nach dem Gesagten in den genannten Berichten jeweils ausdrücklich darauf hingewiesen hatten, dass die Depression habe reduziert werden können.
Zudem darf und soll das Gericht in Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten
bzw. medizinischen Fachpersonen
auch der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mit
unter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zwei
felsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten und Patientinnen aussagen (vgl. BGE 125 V 353 E. 3b/cc).
5.3.2
Der psychiatrische Gutachter des
D._
hat
–
im Wesentlichen unter Hinweis darauf, dass schwere psychosoziale oder emotionale Belastungsfaktoren, die derart ausgeprägt seien, um als hauptsächlich ursächliche Einflüsse der Schmerzen in Betracht zu kommen, fehlen würden (
Urk.
9/154/17) – schlüs
sig dargetan, weshalb beim Beschwerdeführer nicht – wie in den psychiatri
schen Vorberichten postuliert – eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstö
rung
(ICD-10 F45.0), sondern eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) bestand resp. besteht.
5.4
5.4.1
Eine leichte depressive Episode stellt nach der Gerichtspraxis keine Komor
bidi
tät von hinreichender Erheblichkeit im Sinne der früheren Recht
sprechung zu den unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern dar. Sie ist auch grundsätzlich nicht geeignet, eine leistungsspezifische Invalidität zu begrün
den (Urteil des Bundesgerichts 9C_337/2015 vom 7. April 2016 E. 4.4.1 mit weiteren Hinweisen).
Ist eine mittelgradige depressive Episode eine „
blosse
“ Begleiterscheinung (zum Beispiel Urteil des Bundesgerichts 8C_689/2014 vom 19. Januar 2015 E. 3.4; vgl. auch Rahel Sager, Die bundesgerichtliche Rechtsprechung betreffend Depression, in: SZS 2015 308 ff., 312) zu einer
somatoformen
Schmerzstörung oder einem vergleichbaren psychosomati
schen Leiden (vgl. BGE 137 V 64 E. 4.2), beurteilt sich die Frage der invali
disierenden Wirkung der gesundheitlichen Beeinträchtigungen nach der Schmerzrechtsprechung (BGE 141 V 281; vgl. BGE 140 V 290 E. 3.3.2; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_624/2015 vom 25. Januar 2015 E. 3.2.2 und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 4.4).
Die invalidisierende Wirkung des beim Beschwerdeführer bestehenden psychi
schen Beschwerdebildes ist demnach nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes zu den
somatoformen
Schmerzstörungen und vergleichba
ren psychosomatischen Leiden zu beurteilen (vgl. E. 1.3).
5.4.2
Das psychiatrische Gutachten von
Dr.
A._
vom 1
4.
März 2013 und das psychiatrische Teilgutachten des
D._
vom
1.
September 2015 wurden noch vor der mit BGE 141 V 281 vorgenommenen Änderung der
Schmerzrecht
sprechung
erstattet.
Wie die nachfolgenden Ausführungen zeigen, lassen die Feststellungen
von
Dr.
A._
sowie
des psychiatrischen
D._
-Gutachters
auch eine schlüssige Beurteilung gestützt auf die
gemäss
der geänderten Schmerzrechtsprechung des Bundesgerichtes
massgeben
den
Indikatoren zu (vgl. E.
1.3
und E. 1.4
).
Sowohl
Dr.
A._
als auch der psychiatrische Gutachter des
D._
haben der Schmerzstörung keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers beigemessen. Bei dieser Ausgangslage bestehen gewich
tige Indizien dafür, dass der für eine invalidisierende Gesundheitsschädigung erforderliche Schweregrad der Schmerzstörung nicht erreicht wurde resp. wird (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 9C_154/2016 vom 1
9.
Oktober 2016 E.
4.1 mit Hinweis).
Auch die Behandlungsbemühungen sprechen nicht für einen hohen Schweregrad der Störung, da
sich der Beschwerdeführer
im
Zeitpunkt der Begutachtung im
D._
im August/September 2015
gemäss
eigenen Angaben lediglich a
lle zwei Wochen
(
Urk.
9/154/13) und zuvor im Zeitpunkt der Begutachtung bei
Dr.
A._
im Februar 2013
nur
„knapp“ einmal pro Monat
(
Urk.
9/70/5) in Behandlung ins
E._
begab.
Eine stationäre Behandlung fand lediglich einmalig bei Behandlungsbeginn statt (vgl. E. 5.3.1). Die verordneten Psychopharmaka nahm der Beschwerdeführer zu Beginn der Behandlung offenbar nicht regel
mässig (
Urk.
9/39/27) und im Zeitpunkt der Begutachtung durch
Dr.
A._
gar nicht ein (
Urk.
9/70/14). Im Zeitpunkt der Begutachtung lag der Medikamentenspiegel (unter anderem) bezüglich des
Paracetamols
unter der Nachweisgrenze (Urk. 9/154/11). Bezüglich Psychopharmaka bestand offenbar nur noch eine Verordnung bei Bedarf (Urk. 9/154/12). Was das Vorliegen einer psychischen Komorbidität betrifft, so ist eine andauernde mittelgradige depressive Symptomatik nach dem Gesagten nicht ausge
wiesen. Ausserdem wurde vom psychiatrischen Gutachter des
D._
nachvoll
ziehbar dargelegt, dass (invaliditätsfremde) psychosoziale Belastungsfaktoren (unter anderem schwierige finanzielle Situation und Krankheit der Ehefrau) das depressive Zustandsbild massgeblich beeinflussen (
Urk.
9/154/15 und
Urk.
9/154/17). Schliesslich wurde die depressive Symptomatik von den behandelnden Ärzten des Beschwerdeführers stets als besserungsfähig ein
gestuft. Recht
sprechungsgemäss sind aber
selbst
leichte bis höchstens mit
telschwere
„
Störungen
“
aus dem depressiven Formenkreis
in der Regel
thera
pierbar
und
führen
invalidenversicherungsrechtlich zu keiner Einschränk
ung der Arbeits
fähigkeit. BGE 141 V 281 hat daran nichts geändert
(vgl.
statt vieler:
Urteile des Bundesgerichtes 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 7.2.1 und 9C_168/2015 vom 13. April 2016 E. 4.2 mit Hinweis).
Eine kör
perliche Komorbidität ist
mit der symptomatischen medialen Gonarthrose links
und
dem
chronischen
lumbovertebralen
Schmerzsyndrom
gegeben
(Urk.
9/154/26)
. Diese steht aber der vollzeitlichen Ausübung von ange
pass
ten Tätigke
iten nich
t entgegen (
Urk.
9/154/29)
. Anhaltspunkte dafür, dass
die Persönlichkeit des Beschwerdeführers ein Leistungsvermögen
aus
schliessen
könnte, bestehen nicht. Ressourcen sind sodann durchaus vorhan
den (
zu erwähnen sind diesbezüglich
insbesondere
die guten Kontakte zu seiner Ehefrau und seinen Kindern
, vgl.
Urk.
9/70/3 und Urk. 9/154/14
). Im Weiteren wies der psychiatrische
D._
-
Gutachter
zwar
darauf hin,
dass sich der Beschwerdeführer
nic
ht mehr arbeitsfähig
fühle. Im Alltag unternimmt er aber einige Aktivitäten,
hat gute Kontakte innerhalb der Familie,
besucht jeweils den albanischen Club, reist mit dem Flugzeug in seine Heimat
Maze
donien und fährt auch (kurze Strecken) noch mit dem Auto (
Urk.
9/154/15
16).
Ebenso verhielt es sich im Zeitpunkt der Begutachtung durch
Dr.
A._
(Urk. 9/70/8). Eine gleichmässige Einschränkung des
Aktivi
tätsniveaus
in allen vergleichbaren Lebensbereichen war resp. ist somit nicht ausgewiesen. Die aktenkundigen Behandlungsbemühungen des Beschwer
de
führers deuten sodann zwar auf einen gewissen (im Verlauf abnehmen
den), nicht jedoch auf einen ausgeprägten psychischen
Leidens
druck
hin. Was schliesslich das Verhalten des Beschwerdeführers im Rahmen der (Selbst-)Eingliederung betrifft, so sind lediglich drei Arbeitsversuche (von maximal einem halben Tag [vgl. Urk. 9/30/14 und
Urk.
9/30/23]) im Mai sowie Juni 2010 und im Januar 2011 dokumentiert (vgl. E. 1.3 und Urteil des Bundesgerichtes 9C_296/2016 vom 1
9.
Juni 2016 E. 4.1.2;
vgl
.
auch die Stellungnahme von
Dr.
med.
L._
, FMH Anästhesiologie, des Regiona
len Ärztlichen Dienstes vom 30.
Oktober 2015,
Urk.
9/162/8
).
5.4.3
Gesamthaft betrachtet kann demzufolge in Anwendung der geänderten Recht
sprechung
zu keiner Zeit
auf eine invalidisierende Wirkung der chro
nischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
sowie des (reaktiven) depressiven Leidens
geschlossen werden.
5.
5
Zusammenfassend kann demnach
davon ausgegangen werden,
dass
der Beschwerdeführer aus somatischer Sicht jedenfalls spätestens im Zeitpunkt des Ablaufs des Wartejahres (2
0.
Oktober 2010 [Unfall vom 2
1.
Oktober 2009 plus ein Jahr, vgl. E. 1.7]) in einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit mit regelmässig sitzenden Anteilen zu 100
%
arbeits- und leistungs
fähig war und ist. Den aktenkundigen psychischen Leiden des Beschwerdeführers ist nach dem Gesagten zu keiner Zeit eine invalidi
sierende Wirkung beizumessen.
5.
6
Unter diesen Umständen erübrigen sich die vom
Beschwerdeführer beantrag
ten weiteren medizinischen Abklärungen (
Urk.
1 S. 2;
antizipierte
Beweis
würdigung
; BGE 124 V 94 E. 4b, 122 V 157 E. 1d).
6.
6.1
Im Weiteren ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer seine
Restarbeitsfähig
keit
durch eine ihm zumutbare Tätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeits
markt noch wirtschaftlich verwerten kann.
6.2
6.2.1
Im Zusammenhang mit der Frage, ob eine Restarbeitsfähigkeit auf dem ausge
glichenen Arbeitsmarkt noch verwertbar ist, hat das Bundesgericht etwa einen 60-jährigen Versicherten, welcher mehrheitlich als Wirker in der Textilindustrie tätig gewesen war, als zwar nicht leicht vermittelbar erachtet. Es sah aber mit Bezug auf den hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt gleichwohl Möglichkeiten, eine Stelle zu finden, zumal Hilfsarbeiten auf dem hypothetischen, ausgeglichenen Arbeitsmarkt grundsätzlich
altersunabhän
gig
nachgefragt werden, und der Versicherte zwar eingeschränkt (weiterhin zumutbar waren leichte und mittelschwere Arbeiten im Gehen, Stehen und Sitzen in geschlossenen Räumen), aber immer noch im Rahmen eines
Voll
pensums
arbeitsfähig war (Urteil I 376/05 vom 5. August 2005 insbesondere E. 4.2). Bejaht hat das Bundesgericht auch die Verwertbarkeit der
Restar
beitsfähigkeit
eines (ebenfalls) 60-jährigen Versicherten mit einer aufgrund verschiedener psychischer und physischer Limitierungen (es bestanden u.a. rheumatologische und kardiale Probleme) um 30 % eingeschränkten Leistungs
fähigkeit (Urteil I 304/06 vom 22. Januar 2007 E. 4.1 und 4.2).
Schliesslich
erachtete das Bundesgericht die Chancen eines 60 Jahre alten Versicherten, der für körperlich leichte Arbeiten, die abwechslungsweise sitzend oder stehend ausgeführt werden können, ohne
regelmässiges
Heben oder Tragen von Gewichten über 10 kg, ohne häufige Arbeiten über der Horizontalen und ohne
regelmässige
Kraftanwendung des linken Arms bei voller Stundenpräsenz im Umfang von 80 % arbeitsfähig
war
, auf eine Anstellung für intakt (Urteil 9C_918/2008 vom 28. Mai 2009 E.
4.3).
Verneint wurde die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit eines über 61
jährigen Versicherten, der über keine Berufsausbildung verfügte, bezüg
lich der aus medizinischer Sicht im Umfang von 50 % zumutbaren
feinmo
torischen
Tätigkeiten keinerlei Vorkenntnisse
besass
, dessen
Teilarbeitsfähig
keit
weiteren krankheitsbedingten Einschränkungen unterlag und dem von den Fachleuten der Berufsberatung die für einen Berufswechsel erforderliche Anpassungsfähigkeit abgesprochen wurde (Urteil I 392/02 vom 23. Oktober 2003 E. 3.2 und 3.3). Als unverwertbar erachtet wurde auch die 50%ige,
durch verschiedene Auflagen zusätzlich limitierte Arbeitsfähigkeit eines knapp 64-jährigen Versicherten mit multiplen, die Arbeitsfähigkeit ein
schränkenden Beschwerden (Urteil I 401/01 vom 4. April 2002 E. 4c und d), ebenso eine 50%ige Arbeitsfähigkeit einer 61 Jahre und einen Monat alten Versicherten, die bezüglich der für sie in Frage kommenden Tätigkeiten einer Umschulung bedurft hätte (Urteil 9C_437/2008 vom 19. März 2009 E. 4 mit weiteren Hinweisen). Auch hat das Bundesgericht bei einem 60 Jahre alten Versicherten, welcher in seiner über 20 Jahre dauernden Tätigkeit als Hotel
portier meist mittelschwere bis schwere Arbeiten ausgeführt hatte und behinderungsbedingt nur noch teils stehend, teils sitzend tätig sein kann, wobei nur noch Gewichte bis 5 kg zumutbar und ihm wegen seiner Krank
heit sowohl Schichtdienste als auch das Führen von Fahrzeugen und Maschinen nicht mehr möglich sind, erkannt, er würde mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt keinen Arbeitgeber mehr finden (Urteil 9C_918/2012 vom 10. Mai 2013 E. 3.2; vgl. auch Urteil 8C_345/2013 vom 10. September 2013 E. 4.3.2).
6.2.2
Männliche Hilfsarbeiter und gelernte Arbeiter, die wegen der Behinderung ihre angestammte manuelle Tätigkeit nicht mehr ausüben können, werden in der Regel für Handlanger- und andere körperliche Tätigkeit eingestellt. Der diesen Versicherten offenstehende Arbeitsmarkt ist allerdings nicht
aus
schliesslich
auf solche Tätigkeiten beschränkt. In Industrie und Gewerbe werden Arbeiten, welche physische Kraft erfordern, in zunehmendem Masse durch Maschinen verrichtet, während den körperlich weniger belastenden Bedienungs- und Überwachungsfunktionen eine stetig wachsende Bedeutung zukommt; auch in diesen Bereichen stehen somit männlichen Hilfsarbeitern Stellen offen, ebenso im Dienstleistungssektor (ZAK 1991 318 E. 3b; Urteil des Bundesgerichts I 251/95 vom 3. Mai 1996; Meyer/
Reichmuth
, Rechtspre
chung des Bundesgerichts zum IVG, 3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2014, N
142 zu Art. 28a).
6.3
Der Beschwerdeführer
besuchte
in Mazedonien während acht
Jahren die Grund
schule.
Eine berufliche Ausbildung
absolvierte er nicht
. Seit dem 15.
Lebensjahr arbeitete er auf dem Bau. 1985 reiste er in die Schweiz ein. Von 1985 bis 1993 arbeitete er
bei der Firma
M._
(
später
N._
bzw.
O._
) in
P._
. Von
Juni
1993 bis zum Unfallereignis vom Oktober 2009 war er vorwiegend als Maschinist und Baggerfahrer bei der
Y._
tätig
(Urk.
9/154/10 und
Urk.
9/8
)
.
Im
massgebenden
Zeitpunkt, in welchem über die Verwertbarkeit seiner verbliebenen Arbeitsfähigkeit entschieden werden konnte, das
heisst
am
2
2.
September 2015
(Gutachten
serstellung des
D._
,
Urk.
9/154; vgl. E. 1.5
) war der im Oktober
1956 ge
borene Beschwerdeführer knapp 59
Jahre alt. Seither (resp.
spätestens
seit Oktober
201
0
) sind ihm sämtliche leichten, wechselbelastenden körperlichen Tätigkeiten
mit
regel
mässig
sitzenden Anteilen
in einem 100%-Pensum zumutbar (Urk.
9/154/29
). Insbesondere körperlich leichte Tätigkeiten im Bereich von Bedienungs- und
Überwachungsarbeiten stehen dem Beschwerdeführer
daher
grundsätzlich noch offen. Dasselbe gilt auch für Kontrollarbeiten. Angesichts der darge
legten Grundsätze und der relativ hohen Hürden, welche das Bundesgericht für die Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit älterer Menschen entwi
ckelt hat (vgl. E.
6.2
), ist die wirtschaftliche Verwertbarkeit der
Restarbeitsfä
higkeit
des Beschwerdeführers
bei objektiver Betrachtung
zu bejahen.
7.
7.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die eingeschränkte Leistungsfähigkeit des Beschwer
deführers in wirt
schaftlicher Hinsicht auswirkt.
7.2
Aufseiten des
Valideneinkommens
ging die Beschwerdegegneri
n gestützt auf die Angaben im Arbeitgeberfragebogen der
Y._
vom
8.
April 2010 (
Urk.
9/12)
davon aus, dass der Beschwerdeführer
als Maschinist
im Jahr 2010 ein Einkommen von
Fr.
82‘940.-- erzielt hätte
(Urk. 2 S. 2).
Aufseiten des Invalideneinkommens
ermittelte
die Beschwerdegegnerin
gestützt auf die Tabellenlöhne
der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 2010 des Bundesamtes für Statistik
(
Tabelle TA1, Bruttolohn "Total" für Männer im Anforderungsniveau 4, einfache und repetitive Tätigkeiten)
und
unter Berücksichtigung
der betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41,7 Stunden im Jahr 2010
ein hypothetis
ches
Jahreseinkommen des Beschwerdeführers von
Fr.
61‘
311.50 (
Fr.
4‘901.-- : 40 x 41,7 x 12
;
Urk.
2 S.
2).
Diese
Grundlagen
des Validen- und Invalideneinkommens wurden vom Beschwerdeführer nicht in Zweifel gezogen
(
Urk.
1)
. Für eine nähere Über
prüfung von Amtes wegen besteht kein Anlass (BGE 125 V 413 E. 1b und E.
2c).
7.3
Dem Einwand des Beschwerdeführers, dass ihm im Rahmen der Bemessung des Invalideneinkommens
an
statt des von der Beschwerdegegnerin berück
sichtigten leidensbeding
ten Abzugs in der Höhe von 10
%
ein
Leidensabzug in der Höhe von
25
%
hätte
gewährt we
rden müssen (
Urk.
1 S.
17 f.
),
kann
nicht beigepflichtet werden.
Dem Umstand, dass
der Beschwerdeführer
lang
jährig
in derselben Tätigkeit gearbeitet hat
, trug die Beschwerdegegnerin
mit dem 10%igen Abzug Rechnung
(
Urk.
2 S. 2)
.
Dem Aspekt der Dienstjahre kommt
indessen
gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung im
Anforde
rungsniveau
4 keine entscheidende Bedeutung zu (Urteil des Bundesgerichtes 8C_361/2011 vom 2
0.
Juli 2011, E. 6.6 mit Hinweisen).
In einer
k
örperlich leicht
en, wechselbelastenden Tätigkeit mit regelmässig sitzenden
Anteilen
bestehen für den Beschwerdeführer
sodann
keine zusätzlichen Einschränkun
gen.
Im Weiteren muss als invaliditätsfremder Faktor grundsätzlich unbe
rücksichtigt bleiben, d
ass das Alter die Stellensuche fakt
isch negativ beein
flussen kann
(Urteil des Bundesgerichts 8C_594/2
011
vom 2
0.
Oktober 2011 E. 5).
Hilfsarbeiten werden auf dem
massgebenden
hypothetischen Arbeits
markt (
Art.
16 ATSG) grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt
(Urteil des Bundesgerichts 8C_328/2011 vom
7.
Dezember 2011 E. 10.2).
Da der Beschwerdeführer über die Niederlassungsbewilligung C verfügt (
Urk.
9/4), rechtfertigt
schliesslich
auch seine Aufenthaltskategorie
keinen
Abzug (Urteil des Bundesgerichts 8C_594/2011 vom 2
0.
Oktober 2011 E. 5 mit Hinweisen).
Unter diesen Umständen ist der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene 10%ige
Abzug sogar als grosszügig zu erachten. Der von der
Beschwerde
gegnerin
ermittelte Invaliditätsgrad von 33
%
erweist sich deshalb als korrekt.
8.
Demnach hat die Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch des Beschwer
de
führers zu Recht verneint. Soweit in der Beschwerde beantragt wurde, es seien dem Beschwerdeführer Eingliederungsmassnahmen zuzuspre
chen (
Urk.
1 S. 2), ist zu bemerken, dass die Beschwerdegegnerin dem Beschwerde
führer am
4.
Mai 2010 mitgeteilt hatte, aufgrund seines Gesund
heits
zustandes seien zurzeit keine Eingliederungsmassnahmen möglich. Sobald gesundheitsbedingt möglich, werde der Arbeitsversuch durch die Suva begleitet. Sollte er zu einem späteren Zeitpunkt Unterstützung benöti
gen, bitte sie um schriftliche Mitteilung (
Urk.
9/16). Es ist nicht aktenkundig, dass in der Folge je eine solche Mitteilung erfolgte. Auch mit dem Einwand vom 1
3.
Dezember 2013 (
Urk.
89) gegen den Vorbescheid vom 22. Oktober 2013 (Urk. 9/83) wurden keine Eingliederungsmassnahmen beantragt. Von daher bestand für die Beschwerdegegnerin kein Anlass für eine neuerliche Prüfung von Eingliederungsmassnahmen. Dies gilt umso mehr, als im
D._
-Gutachten bemerkt wurde, dass berufliche Massnahmen angesichts der sub
jektiven Leistungseinschränkung des Beschwerdeführers kaum erfolgreich durchführ
bar seien (
Urk.
9/154/29). In den Erwägungen der angefochtenen
Verfügung hat die Beschwerdegegnerin zwar die gesetzlichen
Anspruchs
voraus
setzungen
für Eingliederungsmassnahmen wiedergegeben und im Dispositiv einen „Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung“ (gänzlich) ver
neint. Einleitend hat sie jedoch festgehalten, dass ein „Anspruch auf Rentenleistungen“ geprüft worden sei, und in den weiteren Erwägungen machte sie keinerlei Angaben zu einem allfälligen Anspruch des Beschwerde
führers auf Eingliederungsmassnahmen. Es ist daher davon aus
zugehen, dass ein Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen nicht Gegen
stand der ange
fochtenen Verfügung bildete resp. hätte bilden müssen. Im Übrigen wurde der in der Beschwerdeschrift gestellte Antrag auf
Zusprache
von Eingliede
rungs
massnahmen mit keinem Wort begründet. Insoweit ist daher auf die Beschwerde nicht einzutreten.
Die Beschwerde ist daher abzuweisen, soweit auf sie einzutreten ist.
9.
9.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwe
rt festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.
Der vorliegende Prozess kann nicht als von vornherein aussichtslos bezeich
net werden. Des Weiteren ist der Beschwerdeführe
r bedürftig (Urk. 7
).
Antragsgemäss
(Urk. 1) ist ihm deshalb die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen. Die dem Beschwerdeführer auferlegten Gerichtskosten sind dem
nach einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
9.2
Da zudem die anwaltliche Vertretung des Beschwerdeführers geboten war, ist ihm Rechtsanwalt
Thomas Wyss
als unentgeltlicher Rechtsvertreter zu bestellen.
Da
Rechtsanwalt Thomas Wyss trotz Aufforderung (
Urk.
11) keine Honorarnote eingereicht hat, ist dessen Entschädigung ermessensweise ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses festzulegen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Rechtsanwalt Thomas Wyss den Beschwerdeführer bereits im
Verwaltungs
verfahren
vertreten und seine Ausführungen in der Beschwerdeschrift zum Teil wörtlich denjenigen im Einwand (
Urk.
9/89) und in der Stellungnahme zum
D._
-Gutachten (
Urk.
9/160) entsprechen. Im Hinblick darauf sowie mit
Blick auf vergleichbare Fälle ist die Prozessentschädigung auf
Fr.
2‘500.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen.
9.3
Kommt der Beschwerdeführer künftig in günstige wirtschaftliche Verhält
nisse, so kann ihn das Gericht zur Nachzahlung der Auslagen für die unent
geltliche Rechtspflege verpflichten (§ 16 Abs. 4 des Gesetzes über das Sozial
versicherungsgericht,
GSVGer
).
Das Gericht
beschliesst
:
In Bewilligung des Gesuchs vom
1
9.
Januar 2016
wird dem Beschwerdeführer Rechtsanwalt
Thomas Wyss
, Zürich, als unentgeltlicher Rechtsvertreter für das vorliegende Verfahren bestellt, und es wird ihm die unentgeltliche Prozessführung gewährt,
und erkennt:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen
, soweit auf sie einzutreten ist.
2.
Die Gerichtskosten von Fr. 600.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt, jedoch zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Der Beschwerdeführer wird auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hin
gewiesen.
3.
Der unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt
Thomas Wyss
, Zürich, wird mit Fr.
2‘
5
00.--
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) aus der Gerichts
kasse entschädigt. Der Beschwerdeführer wird auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hinge
wiesen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
Rechtsanwalt Thomas Wyss
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
Gerichtskasse
5.