Decision ID: f608c9a2-0ca3-42af-a745-27f3cf4d411a
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Eheschutz
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Zürich, 5. Abteilung, vom 6. November 2020 (EE200153-L)
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Rechtsbegehren:
1. Des Gesuchstellers (Urk. 16 S. 1 ff.)
" 1. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass die Parteien (seit dem 28. März 2020; eventualiter seit dem 2. Mai 2020) getrennt leben.
2. Der Sohn C._, geb. tt.mm. 2018, sei für die Dauer des  unter der alternierenden Obhut beider Parteien zu belassen.
Eventualiter sei der Sohn C._, geb. tt.mm. 2018, für die Dauer des Getrenntlebens unter die alleinige Obhut des  zu stellen.
3. Die persönliche Betreuung des Sohnes C._ sei –  anderer vorgängiger Abreden – während der Dauer des Getrenntlebens wie folgt zu regeln:
- Der Gesuchsteller betreut den Sohn jeden Dienstag, 8:30 Uhr, bis Donnerstag, 8:30 Uhr, sowie jeden (eventualiter jeden zweiten) Freitag, 18:00 Uhr, bis Sonntag, 18:00 Uhr.
- In Jahren mit gerader Jahreszahl betreut der Gesuchsteller den Sohn an Pfingsten (von Freitag vor Pfingsten, 18:00 Uhr, bis Pfingstmontag, 18:00 Uhr), über Weihnachten am 25. Dezember (vom 25. Dezember, 8:30 Uhr, bis 26. , 8:30 Uhr) und über Neujahr am 1. Januar (vom 1. Januar, 8:30 Uhr, bis 2. Januar, 8:30 Uhr).
- In Jahren mit ungerader Jahreszahl betreut der  den Sohn an Ostern (Gründonnerstag, 18:00 Uhr, bis Ostermontag, 18:00 Uhr), über die Auffahrtstage (Mittwoch vor Auffahrt, 18:00 Uhr, bis zum darauffolgenden Sonntag, 18:00 Uhr), über Weihnachten am 26. Dezember (vom 26. Dezember, 8:30 Uhr, bis 27. Dezember, 8:30 Uhr) und über Neujahr am 2. Januar (vom 2. Januar, 8:30 Uhr, bis 3. Januar, 8:30 Uhr).
- Die Parteien verbringen jährlich je fünf Wochen Ferien mit dem Sohn, wobei das Vorwahlrecht in ungeraden Jahren dem Gesuchsteller und in geraden Jahren der  zusteht, alles unter einer Voranmeldefrist von drei .
- In der übrigen Zeit betreut die Gesuchsgegnerin den Sohn. 4. Der Gesuchsgegnerin sei die Weisung zu erteilen, sich konse-
quent an die gerichtlich verfügte Betreuungsregelung zu halten und alles zu unterlassen, was diese gefährdet oder , unter Androhung einer Ordnungsbusse gemäss Art. 343 Abs. 1 lit. b ZPO von CHF 5'000.00, eventualiter unter  nach Art. 292 StGB, für jeden Fall der Widerhandlung.
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5. Der Gesuchsteller sei zu verpflichten, der Gesuchsgegnerin an die Kosten des Unterhalts und der Erziehung des Sohnes  jeweils auf den Ersten eines jeden Monats im Voraus  Unterhaltsbeiträge, zuzüglich gesetzlich oder vertraglich  Kinder- und Ausbildungszulagen, zu bezahlen:
- Für den Zeitraum ab der Trennung bis zum 30. Juni 2020 o ein Barunterhalt von CHF 450.00 sowie o ein Betreuungsunterhalt von CHF 1'997.00.
- Für Juli 2020 o ein Barunterhalt von CHF 450.00 sowie o ein Betreuungsunterhalt von CHF 24.00.
- Für den Zeitraum ab 1. August 2020 bis zur Rückgabe bzw. bis zum Ablauf der Kündigungsfrist der vormals ehelichen Wohnung sei davon Vormerk zu nehmen, dass der  mangels Leistungsfähigkeit zu keinen  in der Lage ist.
- Für den Zeitraum ab der Rückgabe bzw. ab Ablauf der  der vormals ehelichen Wohnung und für die  Dauer des Getrenntlebens o ein Barunterhalt von CHF 117.00.
Eventualiter (für den Fall, dass C._ unter die alleinige Obhut des Gesuchstellers gestellt wird) sei die Gesuchsgegnerin zu , dem Gesuchsteller an die Kosten des Unterhalts und der Erziehung des Sohnes folgende jeweils auf den Ersten eines jeden Monats im Voraus zahlbaren Unterhaltsbeiträge, zuzüglich gesetzlich oder vertraglich geschuldete Kinder- und , zu bezahlen:
- Für den Zeitraum ab 1. August 2020 bis zur Rückgabe bzw. bis zum Ablauf der Kündigungsfrist der vormals ehelichen Wohnung o ein Barunterhalt von CHF 1'183.00.
- Für den Zeitraum ab der Rückgabe bzw. ab Ablauf der  der vormals ehelichen Wohnung bis zum Bezug einer eigenen Wohnung durch die Gesuchsgegnerin o ein Barunterhalt von CHF 1'647.00.
- Für den Zeitraum ab dem Bezug einer eigenen Wohnung durch die Gesuchsgegnerin und für die weitere Dauer des Getrenntlebens o ein Barunterhalt von CHF 1'442.00.
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6. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass der Gesuchsteller nicht dazu in der Lage ist, der Gesuchsgegnerin für sich persönlich  Unterhaltsbeitrag zu bezahlen.
7. Die definitive Bezifferung der Unterhaltsbeiträge gemäss Ziffer 5 und 6 bleibt bis zum Abschluss des Beweisverfahrens und  sämtlicher Unterlagen der Gesuchsgegnerin ausdrücklich vorbehalten (Art. 85 ZPO).
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich ) zulasten der Gesuchsgegnerin."
2. Der Gesuchsgegnerin (Urk. 18 S. 1 ff.)
" 1. Es sei der gemeinsame Haushalt der Parteien aufzuheben und es sei davon Vermerk zu nehmen, dass sie bereits getrennt leben.
2. Es sei der Sohn der Parteien, C._ geb. tt.mm. 2018, unter die alleinige Obhut der Gesuchsgegnerin zu stellen.
3. Es sei der Gesuchsteller zu verpflichten, in jeglicher Weise , damit die Gesuchsgegnerin die Abmeldung des Sohnes in Zürich und die Anmeldung in der Gemeinde D._ (E._) vornehmen kann, namentlich notwendige Erklärungen gegenüber der Wegzugs- und der Zuzugsgemeinde zu unterschreiben.  sei die Gesuchsgegnerin zu berechtigen, den Sohn , d.h. auch ohne Zustimmung des Gesuchstellers an der  Meldeadresse in der Stadt Zürich abzumelden und in der Gemeinde D._ (E._) anzumelden. Insoweit sei die  Sorge des Gesuchstellers zu beschränken.
4. Es sei der Gesuchsteller zu berechtigen, den Sohn C._ an einem Tag pro Wochenende (Samstag oder Sonntag) von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr zu sich bzw. mit sich zu Besuch zu nehmen. Es sei der Gesuchsteller zu verpflichten, mindestens drei Tage im Voraus per E-Mail oder Textnachricht anzukündigen, an welchem Tag des jeweils bevorstehenden Wochenendes er den Sohn zu sich nehmen möchte, das alles unter Übernahme der Kosten.
5. Es sei der Gesuchsteller zu verpflichten, der Gesuchsgegnerin für den Sohn C._ monatliche Unterhaltsbeiträge (zzgl.  und vertragliche Kinder- und Familienzulagen) wie folgt zu bezahlen, zahlbar jeweils auf den Ersten eines jeden Monats, rückwirkend per 1. April 2020:
- Barunterhalt von CHF 730.00, eventualiter CHF 980.00 pro Monat;
- Betreuungsunterhalt von CHF 3'320.00 pro Monat. 6. Es sei der Gesuchsteller zu verpflichten, der Gesuchsgegnerin für
sie persönlich Unterhaltsbeiträge von CHF 1'520.00, eventualiter
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CHF 800.00 pro Monat zu bezahlen, zahlbar jeweils im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats, rückwirkend per 1. April 2020.
7. Es sei das Fahrzeug Hyundai Tucson ix35 der Gesuchsgegnerin für die Dauer des Getrenntlebens zur ausschliesslichen  zuzuweisen.
8. Es sei der Gesuchsteller zu verpflichten, der Gesuchsgegnerin die folgenden Gegenstände auf erstes Verlangen herauszugeben:
- Gesundheitsbüchlein bzw. Gesundheitsheft für den Sohn C._;
- Reisepass und ID des Sohnes. 9. Anderslautende bzw. weitergehende Anträge des Gesuchstellers,
namentlich auch sein Gesuch um Anordnung vorsorglicher , seien abzuweisen.
10. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWSt.) zulasten des Gesuchstellers."
Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Zürich, 5. Abteilung, vom 6. November 2020:
(Urk. 28 S. 69 ff. = Urk. 31 S. 69 ff.)
1. Es wird festgehalten, dass die Parteien getrennt leben.
2. Das Gesuch des Gesuchstellers, es sei davon Vormerk zu nehmen, dass
die Parteien seit dem 28. März 2020, eventualiter seit dem 2. Mai 2020 ge-
trennt leben, wird abgewiesen.
3. Der Sohn der Parteien, C._, geboren am tt.mm. 2018, wird für die Dau-
er des Getrenntlebens unter der alternierenden Obhut beider Parteien be-
lassen.
Der zivilrechtliche Wohnsitz des Sohnes befindet sich bei der Gesuchgegne-
rin.
4. Der Gesuchsteller wird für berechtigt und verpflichtet erklärt, die Betreu-
ungsverantwortung für den Sohn C._ wie folgt zu übernehmen:
- nach Absprache sowie entsprechend dem Arbeitspensum der Ge-
suchsgegnerin an einem Tag unter der Woche, jeweils von 8:00 Uhr
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bis 18:00 Uhr;
ab März 2021 von 18:00 Uhr bis 18:00 Uhr des folgenden Tages;
- in geraden Kalenderwochen (d.h. jedes zweite Wochenende) von
Samstagmorgen, 10:00 Uhr bis Sonntagabend, 18:00 Uhr;
ab Januar 2021 von Samstagmorgen, 10:00 Uhr bis Montagmorgen,
08:00 Uhr;
ab März 2021 von Freitagabend, 18:00 Uhr bis Montagmorgen, Kin-
dergarten-/Schulbeginn bzw. 08:00 Uhr;
- in ungeraden Jahren am ersten Tag der Weihnachtsfeiertage, das
heisst am 25. Dezember, und in geraden Jahren am zweiten Tag der
Weihnachtsfeiertage, das heisst am 26. Dezember, jeweils von 10:00
Uhr bis am anderen Tag, 10:00 Uhr;
- in geraden Jahren über die Neujahrsfeiertage vom 31. Dezember bis
am 1. Januar und in ungeraden Jahren am zweiten Neujahrsfeiertag,
das heisst am 2. Januar, jeweils von 10:00 Uhr bis am anderen Tag,
10:00 Uhr.
Fällt das Betreuungswochenende auf Ostern, so wird der Gesuchsteller zu-
sätzlich für berechtigt erklärt, den Sohn bereits ab Karfreitag bis und mit Os-
termontag zu betreuen. Fällt das Betreuungswochenende auf Pfingsten, so
wird der Gesuchsteller für berechtigt erklärt, den Sohn bis und mit Pfingst-
montag zu betreuen.
Zudem wird der Gesuchsteller für berechtigt erklärt, den Sohn ab den Sport-
ferien 2021 während der Schulferien für die Dauer von fünf Wochen pro Jahr
zu betreuen bzw. mit sich in die Ferien zu nehmen, jeweils für maximal eine
Woche am Stück. Über die Aufteilung der Ferien haben sich die Parteien
mindestens drei Monate im Voraus abzusprechen, wobei das Vorwahlrecht
in ungeraden Jahren dem Gesuchsteller und in geraden Jahren der Ge-
suchsgegnerin zusteht.
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In der übrigen Zeit wird die Gesuchsgegnerin für berechtigt und verpflichtet
erklärt, die Betreuungsverantwortung für den Sohn C._ zu übernehmen.
5. Das Begehren der Gesuchsgegnerin, es sei der Gesuchsteller zu verpflich-
ten, in jeglicher Weise mitzuwirken, damit die Gesuchsgegnerin die Abmel-
dung des Sohnes in Zürich und die Anmeldung in der Gemeinde D._
(E._) vornehmen könne, sowie das Eventualbegehren, es sei die Ge-
suchsgegnerin zu berechtigen, den Sohn alleine, d.h. auch ohne Zustim-
mung des Gesuchstellers an der bisherigen Meldeadresse in der Stadt Zü-
rich abzumelden und in der Gemeinde D._ (E._) anzumelden und
die elterliche Sorge des Gesuchstellers sei insoweit zu beschränken, wird
abgewiesen.
6. Das Begehren des Gesuchstellers, es sei der Gesuchsgegnerin die Weisung
zu erteilen, sich konsequent an die gerichtlich verfügte Betreuungsregelung
zu halten und alles zu unterlassen, was diese gefährdet oder verunmöglicht,
unter Androhung einer Ordnungsbusse gemäss Art. 343 Abs. 1 lit. b ZPO
von CHF 5'000.00, eventualiter unter Strafandrohung nach Art. 292 StGB,
für jeden Fall der Widerhandlung, wird abgewiesen.
7. Das Fahrzeug Hyundai Tucson ix35 wird der Gesuchsgegnerin für die Dauer
des Getrenntlebens zur ausschliesslichen Benutzung zugewiesen.
8. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchsgegnerin das Gesundheits-
büchlein bzw. Gesundheitsheft für den Sohn C._ sowie dessen Reise-
pass und ID auf erstes Verlangen herauszugeben.
9. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchsgegnerin für das Kind die
folgenden monatlichen Unterhaltsbeiträge zu bezahlen:
- Fr. 3'935.– zuzüglich der Kinder- und Familienzulagen von Fr. 450.– (davon Fr. 3'215.– als Betreuungsunterhalt) ab 1. April 2020 bis 31. Mai 2020;
- Fr. 4'130.– zuzüglich der Kinder- und Familienzulagen von Fr. 450.– (davon Fr. 3'450.– als Betreuungsunterhalt) ab 1. Juni 2020 bis 30. Juni 2020;
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- Fr. 4'095.– zuzüglich der Kinder- und Familienzulagen von Fr. 450.– (davon Fr. 3'450.– als Betreuungsunterhalt) ab 1. Juli 2020 bis 31. Juli 2020;
- Fr. 4'220.– zuzüglich der Kinder- und Familienzulagen von Fr. 375.– (davon Fr. 3'500.– als Betreuungsunterhalt) ab 1. August 2020 bis zum Erlass des vorliegenden Urteils;
- Fr. 4'040.– zuzüglich der Kinder- und Familienzulagen (davon Fr. 3'450.– als Betreuungsunterhalt) ab Erlass des vorliegenden Urteils bis zum Bezug einer Wohnung durch die Gesuchsgegnerin;
- Fr. 4'455.– zuzüglich der Kinder- und Familienzulagen (davon Fr. 3'700.– als Betreuungsunterhalt) ab Bezug einer Wohnung durch die Gesuchsgegnerin bis 30. November 2020;
- Fr. 5'070.– zuzüglich der Kinder- und Familienzulagen (davon Fr. 3'700.– als Betreuungsunterhalt) ab 1. Dezember 2020 bis 31. Dezember 2020;
- Fr. 1'965.– zuzüglich der Kinder- und Familienzulagen (davon Fr. 480.– als Betreuungsunterhalt) ab 1. Januar 2021 für die weitere Dauer des Getrenntlebens.
Diese Unterhaltsbeiträge sind zahlbar monatlich im Voraus, jeweils auf den
Ersten eines jeden Monats.
10. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchsgegnerin monatliche Ehe-
gattenunterhaltsbeiträge zu bezahlen:
- Fr. 185.– ab 1. April 2020 bis 31. Mai 2020; - Fr. 115.– ab 1. Juni 2020 bis 30. Juni 2020; - Fr. 40.– ab 1. Juli 2020 bis 31. Juli 2020; - Fr. 45.– ab 1. August 2020 bis zum Erlass des vorliegenden Urteils; - Fr. 30.– ab Erlass des vorliegenden Urteils bis zum Bezug einer
Wohnung durch die Gesuchsgegnerin; - Fr. 70.– ab Bezug einer Wohnung durch die Gesuchsgegnerin bis
30. November 2020; - Fr. 80.– ab 1. Dezember 2020 bis 31. Dezember 2020; - Fr. 735.– ab 1. Januar 2021 für die weitere Dauer des Getrenntlebens.
Diese Unterhaltsbeiträge sind zahlbar monatlich im Voraus, jeweils auf den
Ersten eines jeden Monats.
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11. Das Gesuch der Gesuchsgegnerin, der Gesuchsteller sei zu verpflichten,
der Gesuchsgegnerin einen Prozesskostenbeitrag von Fr. 12'000.– zuzüg-
lich Mehrwertsteuer zu bezahlen, wird abgewiesen.
12. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf Fr. 6'000.–.
13. Die Kosten werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt.
14. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.
15. (Schriftliche Mitteilung)
16. (Rechtsmittel)
Berufungsanträge:
1. Der Gesuchsgegnerin und Berufungsklägerin (Urk. 30 S. 2 ff.; Urk. 48 S. 2 ff.; Urk. 61 S. 3 sinngemäss und Urk. 71 S. 4 f.):
1. Es sei Dispositivziffer 3 des angefochtenen Urteils des Bezirksgerichts
Zürich vom 6. November 2020, G-Nr. EE200153-L, aufzuheben und es sei der Sohn der Parteien, C._, geboren am tt.mm. 2018, für die Dauer des Getrenntlebens unter die alleinige Obhut der  zu stellen.
Es sei festzustellen, dass sich der zivilrechtliche Wohnsitz des Sohnes bei der Berufungsklägerin befindet.
2. Es sei Dispositivziffer 4 des angefochtenen Urteils aufzuheben und es sei der Berufungsbeklagte für berechtigt und verpflichtet zu erklären, die Betreuungsverantwortung für den Sohn wie folgt zu übernehmen, wobei er jeweils für das Holen und Bringen des Sohnes, namentlich an Betreuungstagen während der Arbeitswoche, besorgt sein soll:
– In geraden Kalenderwochen (d.h. jedes zweite Wochenende) von Samstagmorgen, 10:00 Uhr, bis Sonntagabend, 18:00 Uhr;
– ab 1. Januar 2021 in geraden Kalenderwochen (d.h. jedes zweite Wochenende) von Samstagmorgen, 10:00 Uhr, bis Montagabend nach dem Wochenende, 18:00 Uhr, sowie jeweils in ungeraden , von Sonntagabend 18:00 Uhr, bis zum unmittelbar folgenden Montagabend, 18:00 Uhr;
– ab 1. August 2021 in geraden Kalenderwochen (d.h. jedes zweite Wochenende) von Samstagmorgen, 10:00 Uhr, bis Sonntagabend, 18:00 Uhr, sowie nach Absprache und entsprechend dem  bzw. den Arbeitszeiten der Berufungsklägerin an einem
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Tag unter der Woche, jeweils von 08:00 Uhr bis 18:00 Uhr (sofern der Betreuungstag unter der Woche an die Wochenendbetreuung anschliesst, zusätzlich mit entsprechender Übernachtung, d.h. entweder von Sonntag auf Montag oder von Freitag auf Samstag);
– [Formulierung bezüglich Betreuung Weihnachtsfeiertage  gemäss angefochtenem Urteil.]
– In geraden Jahren über die Neujahrsfeiertage vom 31. Dezember bis 1. Januar und für die ungeraden Jahre am zweiten , d.h. am 2. Januar des Folgejahres, jeweils von 10:00 Uhr bis am anderen Tag 10:00 Uhr.
– Fällt das Betreuungswochenende auf Ostern, so wird der  zusätzlich für berechtigt erklärt, den Sohn bereits ab Karfreitag bis und mit Ostermontag zu betreuen. Fällt das ganze Wochenende auf Pfingsten, so wird der Berufungsbeklagte für  erklärt, den Sohn bis und mit Pfingstmontag zu betreuen. Fällt das Betreuungswochenende des Berufungsbeklagten nicht auf einen dieser Feiertage, betreut die Berufungsklägerin während der gesamten Feiertage, d.h. insbesondere auch an Karfreitag,  und Pfingstmontag.
Zudem wird der Berufungsbeklagte für berechtigt erklärt, den Sohn nach vollendetem 3. Altersjahr, d.h. ab Oktober 2021, während der Schulferien für die Dauer von fünf Wochen pro Jahr zu betreuen bzw. mit sich in die Ferien zu nehmen, jeweils für maximal eine Woche am Stück. Über die Aufteilung der Ferien haben sich die Parteien  drei Monate im Voraus abzusprechen, wobei das Vorwahlrecht in den ungeraden Jahren dem Berufungsbeklagten und in den geraden Jahren der Berufungsklägerin zusteht.
In der übrigen Zeit steht die Betreuungsverantwortung für den Sohn C._ der Berufungsklägerin zu.
3. Es sei Dispositivziffer 9 des angefochtenen Urteils aufzuheben und es sei der Berufungsbeklagte zu verpflichten, der Berufungsklägerin für den Sohn C._ für die Dauer des Getrenntlebens die folgenden monatlichen Unterhaltsbeiträge zu bezahlen, zahlbar monatlich im  jeweils auf den Ersten eines jeden Monats:
– [Formulierung Unterhaltsbeiträge für den Zeitraum vom 1. April 2020 bis 31. Juli 2020 unverändert gemäss  Urteil.]
– CHF 4'220.00 (davon CHF 3'500.00 als Betreuungsunterhalt) zzgl. Kinder- und Familienzulagen (CHF 375.00), ab 1. August 2020 bis 30. November 2020;
– CHF 4'985.00 (davon CHF 3'650.00 als Betreuungsunterhalt) zzgl. Kinder- und Familienzulagen (CHF 375.00), ab 1. Dezember 2020 bis 31. Dezember 2020;
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– CHF 2'190.00 (davon CHF 430.00 als Betreuungsunterhalt) ab 1. Januar 2021 bis 28. Februar 2021, zzgl. Kinderzulagen sowie die Hälfte, eventualiter zzgl. die gesamten vertraglichen ;
– CHF 2'815.00 (davon CHF 690.00 als Betreuungsunterhalt), ab 1. März 2021, zzgl. Kinderzulagen sowie die Hälfte, eventualiter zzgl. die gesamten vertraglichen Familienzulagen;
– CHF 3'730.00 (davon CHF 1'787.00 als Betreuungsunterhalt) ab 1. August 2021 für die weitere Dauer des Getrenntlebens, zzgl. der Kinder- und Familienzulagen.
4. Es sei Dispositivziffer 10 des angefochtenen Urteils aufzuheben und es sei der Berufungsbeklagte zu verpflichten, der Berufungsklägerin für die Dauer des Getrenntlebens die folgenden monatlichen  zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats:
– [Formulierung Unterhaltsbeiträge für den Zeitraum vom 1. April 2020 bis 31. Juli 2020 unverändert gemäss  Urteil.]
– CHF 45.00 ab 1. August 2020 bis 30. November 2020; – CHF 80.00 ab 1. Dezember 2020 bis 31. Dezember 2020 – CHF 750.00 ab 1. Januar 2021 bis 28. Februar 2021; – CHF 885.00 ab 1. März 2021; – CHF 1'307.00 ab 1. August 2021, eventualiter CHF 765.00, für die
weitere Dauer des Getrenntlebens. Soweit die Betreuungsunterhaltsbeiträge reduziert werden sollten,
seien diese eventualiter im entsprechenden Umfang dem  zuzuschlagen.
5. Es sei Dispositivziffer 11 des angefochtenen Urteils aufzuheben und es sei der Berufungsbeklagte zu verpflichten, der Berufungsklägerin  Prozesskostenbeitrag von CHF 12'000.00 zzgl. Mehrwertsteuer für das erstinstanzliche Verfahren zu bezahlen. Eventualiter sei das  Urteil in diesem Punkt zu bestätigen.
6. Der Berufung sei bezüglich Dispositivziffer 3-4 des angefochtenen Urteils die aufschiebende Wirkung vollumfänglich zu erteilen,  in jenem Umfang, in dem diese Dispositivziffern von den  der Berufungsklägerin bezüglich Obhut und  abweichen.
7. Es seien die Anträge gemäss Berufungsantwort abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.
8. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWSt.) zulasten des Berufungsbeklagten.
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2. Des Gesuchstellers und Berufungsbeklagten (Urk. 42 S. 2 ff.):
"1. Es seien der erste, zweite und vierte Spiegelstrich von Dispositivziffer 4 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 6. November 2020 (-Nr. EE200153-L) aufzuheben und der Berufungsbeklagte für berechtigt und verpflichtet zu erklären, die Betreuungsverantwortung für den Sohn C._, geb. tt.mm. 2018, wie folgt zu übernehmen:
Ab Januar 2021: - In jeder Woche von Sonntag, 18:00 Uhr, bis Mittwoch, 18:00 Uhr,
sowie in jeder geraden Kalenderwoche von Samstag, 10:00 Uhr, bis Sonntag, 18:00 Uhr.
- Eventualiter in jeder Woche von Sonntag, 18:00 Uhr, bis Montag, 18:00 Uhr, und von Dienstag, 18:00 Uhr, bis Mittwoch, 18:00 Uhr, sowie in jeder geraden Kalenderwoche von Samstag, 10:00 Uhr, bis Sonntag, 18:00 Uhr.
- Subeventualiter (für den Fall, dass der Sohn C._ unter die  Obhut der Berufungsklägerin gestellt würde) in jeder Woche von Dienstag, 18:00 Uhr, bis Mittwoch, 18:00 Uhr, sowie in jeder geraden Kalenderwoche von Samstag, 10:00 Uhr, bis Montag, 8:00 Uhr bzw. Kitabeginn.
Ab März 2021: - In jeder Woche von Sonntag, 18:00 Uhr, bis Mittwoch, 18:00 Uhr,
sowie in jeder geraden Kalenderwoche von Samstag, 10:00 Uhr, bis Sonntag, 18:00 Uhr.
- Eventualiter in jeder Woche von Sonntag, 18:00 Uhr, bis Montag, 18:00 Uhr, und von Dienstag, 18:00 Uhr, bis Mittwoch, 18:00 Uhr, sowie in jeder geraden Kalenderwoche von Freitag, 18:00 Uhr, bis Sonntag, 18:00 Uhr.
- Subeventualiter (für den Fall, dass der Sohn C._ unter die  Obhut der Berufungsklägerin gestellt würde) in jeder Woche von Dienstag, 18:00 Uhr, bis Mittwoch, 18:00 Uhr, sowie in jeder  Kalenderwoche von Freitag, 18:00 Uhr, bis Montag, 8:00 Uhr bzw. Kitabeginn.
Ab August 2021: - In jeder ungeraden Kalenderwoche von Dienstag, 18:00 Uhr, bis
Freitag, 18:00 Uhr, sowie in jeder geraden Kalenderwoche von Mittwoch, 18:00 Uhr, bis Sonntag, 18:00 Uhr.
- Eventualiter in jeder Woche nach Absprache und entsprechend den Arbeitszeiten der Berufungsklägerin (d.h. ohne Erwerbstätigkeit der Berufungsklägerin nach Wahl des Berufungsbeklagten) an zwei  unter der Woche, jeweils von 18:00 Uhr des Vortages bis 18:00 Uhr des folgenden Tages, sowie in jeder geraden Kalender-
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woche von Freitag, 18:00 Uhr, bis Montag, 8:00 Uhr bzw. Kita- /Kindergarten-/Schulbeginn.
- Subeventualiter (für den Fall, dass der Sohn C._ unter die  Obhut der Berufungsklägerin gestellt würde) in jeder Woche nach Absprache und entsprechend den Arbeitszeiten der  (d.h. ohne Erwerbstätigkeit der Berufungsklägerin nach Wahl des Berufungsbeklagten) an einem Tag unter der  (ausgenommen montags), von 18:00 Uhr des Vortags bis 18:00 Uhr des folgenden Tages, sowie in jeder geraden Kalenderwoche von Freitag, 18:00 Uhr, bis Montag, 8:00 Uhr bzw. Kita- /Kindergarten-/Schulbeginn.
[Weihnachtsregelung unverändert] In geraden Jahren über die Neujahrsfeiertage vom 31. Dezember bis
zum 1. Januar und in ungeraden Jahren am zweiten Neujahrsfeiertag, d.h. am 2. Januar des Folgejahres, jeweils von 10:00 Uhr bis am  Tag 10:00 Uhr.
[Oster- und Pfingstregelung unverändert] [Ferienregelung unverändert]
2. Es sei für den Sohn C._, geb. tt.mm. 2018, eine Erziehungs- und Besuchsrechtsbeistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 1 und Abs. 2 ZGB zu errichten und die Beistandsperson mit folgenden Aufgaben zu betrauen:
- Regelung der Übergabemodalitäten sowie Sicherstellen und  des Besuchsrechtes;
- Förderung der Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit der Parteien in Bezug auf die Kinderbelange, z.B. durch Moderation von gemeinsamen Gesprächen zwischen den Eltern;
- Vermittlung zwischen den Parteien bei Konflikten die Kinderbelange betreffend;
- Überwachen der Einhaltung der Weisungen gemäss den Anträgen Ziffer 3 und Ziffer 4;
- Ansprechperson für beide Eltern bei weiteren Angelegenheiten  den Sohn zu sein.
3. Es sei der Berufungsklägerin die Weisungen zu erteilen, sich  an die gerichtlich verfügte Betreuungsregelung zu halten und  zu unterlassen, was diese gefährdet oder verunmöglicht, unter Strafandrohung nach Art. 292 StGB für jeden Fall der Widerhandlung.
4. Es sei beiden Parteien die Weisung zu erteilen, sobald als möglich eine KET-Beratung (Kinder und Eltern in Trennung) beim F._ Institut zu beginnen und diese wahrzunehmen, solange dies die Beistandsperson als notwendig erachtet.
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5. Es seien die Spiegelstriche vier bis acht von Dispositivziffer 9 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 6. November 2020 (. EE200153-L) aufzuheben und der Berufungsbeklagte zu , der Berufungsklägerin für den Sohn C._ die folgenden  Unterhaltsbeiträge zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus, jeweils auf den Ersten eines jeden Monats:
- CHF 4'220.00 (davon CHF 3'550.00 als Betreuungsunterhalt) zzgl. Kinder- und Familienzulagen (CHF 375.00) ab 1. August 2020 bis 31. Dezember 2020;
- CHF 1'135.00 (davon CHF 200.00 als Betreuungsunterhalt) zzgl. Kinder- und Familienzulagen (CHF 425.00) ab 1. Januar 2021 bis 31. März 2021 oder, falls die Berufungsklägerin vorher eine eigene Wohnung bezieht, bis zu diesem früheren Zeitpunkt;
Eventualiter (für den Fall, dass der Sohn C._ unter die alleinige Obhut der Berufungsklägerin gestellt würde) CHF 2'075.00 (davon CHF 200.00 als Betreuungsunterhalt) zzgl. Kinder- und  (CHF 425.00);
- CHF 1'505.00 (davon CHF 450.00 als Betreuungsunterhalt) zzgl. Kinder- und Familienzulagen (CHF 425.00) ab 1. April 2021 oder, falls die Berufungsklägerin vorher eine eigene Wohnung bezieht, ab diesem früheren Zeitpunkt, und für die weitere Dauer des ;
Eventualiter (für den Fall, dass der Sohn C._ unter die alleinige Obhut der Berufungsklägerin gestellt würde) CHF 2'405.00 (davon CHF 450.00 als Betreuungsunterhalt) zzgl. Kinder- und  (CHF 425.00).
6. Es seien die Spiegelstriche vier bis acht von Dispositivziffer 10 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 6. November 2020 (. EE200153-L) aufzuheben und die Ehegattenunterhaltsbeiträge wie folgt festzusetzen:
- CHF 45.00 ab 1. August 2020 bis 30. November 2020; - CHF 80.00 ab 1. Dezember 2020 bis 31. Dezember 2020;
- CHF 750.00 ab 1. Januar 2021 bis 31. März 2021 oder, falls die Berufungsklägerin vorher eine eigene Wohnung bezieht, bis zu diesem früheren Zeitpunkt;
Eventualtier (für den Fall, dass der Ehegattenunterhalt gemäss Berufungsantrag 4 Abs. 2 erhöht würde) CHF 875.00;
- CHF 645.00 ab 1. April 2021 oder, falls die Berufungsklägerin vorher eine eigene Wohnung bezieht, ab diesem früheren , und für die weitere Dauer des Getrenntlebens;
Eventualiter (für den Fall, dass der Ehegattenunterhalt gemäss Berufungsantrag 4 Abs. 2 erhöht würde) CHF 710.00.
- 15 -
7. Im Übrigen sei die Berufung abzuweisen, unter vollumfänglicher  des vorinstanzlichen Entscheids.
8. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich Mehrwertsteuer) zulasten der Berufungsklägerin."

Erwägungen:
1. Ausgangslage und Prozessgeschichte
1.1 Die Parteien haben am tt. Juli 2012 geheiratet und sind die Eltern ihres ge-
meinsamen Sohnes C._, geboren am tt.mm. 2018. Mit Eingabe vom 5. Juni
2020 machte der Gesuchsteller und Berufungsbeklagte (nachfolgend: Gesuch-
steller) bei der Vorinstanz das vorliegende Eheschutzverfahren mit den obge-
nannten Rechtsbegehren anhängig (Urk. 1 S. 2 ff.). Der weitere Prozessverlauf
vor erster Instanz kann den Erwägungen des angefochtenen und eingangs wie-
dergegebenen Urteils vom 6. November 2020 entnommen werden (Urk. 31 S. 7
f.).
1.2 Mit Eingabe vom 19. November 2020 erhob die Gesuchsgegnerin und Beru-
fungsklägerin (nachfolgend: Gesuchsgegnerin) fristgerecht (vgl. Urk. 29/1) Beru-
fung und stellte die vorstehend aufgeführten Berufungsanträge (Urk. 30). Nach-
dem der Gesuchsteller innert der ihm mit Verfügung vom 25. November 2020 an-
gesetzten Frist (Urk. 34) zum Gesuch um Erteilung der aufschiebende Wirkung
mit Eingabe vom 8. Dezember 2020 Stellung genommen hatte (Urk. 37) und die
Gesuchsgegnerin den ihr mit vorerwähnter Verfügung auferlegten Kostenvor-
schuss per Valuta 27. November 2020 geleistet hatte (Urk. 35), wurde das Ge-
such um Erteilung der aufschiebenden Wirkung mit Verfügung vom 11. Januar
2021 abgewiesen (Urk. 39).
1.3 Die Berufungsantwort vom 26. Februar 2021 (Urk. 42) wurde innert der mit
Verfügung vom 15. Februar 2021 angesetzten Frist (Urk. 40) erstattet und der
Gesuchsgegnerin in der Folge mit Verfügung vom 9. März 2021 eine Frist zur
Stellungnahme angesetzt (Urk. 45). Die Stellungnahme der Gesuchsgegnerin
vom 6. April 2021 (Urk. 48) wurde dem Gesuchsteller zur Kenntnis gebracht (Urk.
51), worauf ihm auf entsprechendes Ersuchen hin (Urk. 52) mit Verfügung vom 3.
- 16 -
Mai 2021 eine Frist zur Ausübung seines Replikrechts angesetzt wurde (Urk. 53),
welches er mit Eingabe vom 12. Mai 2021 wahrnahm (Urk. 54). Auch der Ge-
suchsgegnerin wurde entsprechend ihrem Antrag (Urk. 58) mit Verfügung vom
10. Juni 2021 Frist zur Wahrung ihres Replikrechts in Bezug auf die ihr zur
Kenntnisnahme zugestellte Eingabe des Gesuchstellers vom 12. Mai 2021 ange-
setzt (Urk. 59). Nachdem die Eingabe der Gesuchsgegnerin vom 29. Juni 2021
(Urk. 61) dem Gesuchsteller zur Kenntnisnahme zugestellt worden war (Urk. 64),
dieser dazu mit Eingabe vom 23. Juli 2021 Stellung genommen hatte (Urk. 65)
und der Gesuchsgegnerin nach entsprechendem Antrag (Urk. 69) mit Verfügung
vom 30. August 2021 Frist zur Wahrung ihres Replikrechts angesetzt worden war
(Urk. 70), nahm die Gesuchsgegnerin mit den Eingaben vom 9. und 10. Septem-
ber 2021 Stellung (Urk. 71 und Urk. 74). Der Gesuchsteller liess sich innert der
ihm mit Verfügung vom 14. September 2021 angesetzten Frist mit Eingabe vom
24. September 2021 erneut vernehmen (Urk. 78) und diese Eingabe wurde der
Gesuchsgegnerin zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 79).
1.4 Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1-29). Das Verfahren
erweist sich als spruchreif.
2. Prozessuales
2.1 Gegenstand des vorliegenden Berufungsverfahrens sind die Dispositivzif-
fern 3-4 und 9-11 des angefochtenen Urteils (Urk. 30 S. 2 ff.). Die Dispositivzif-
fern 1-2 und 5-8 blieben demnach unangefochten, weshalb sie in Rechtskraft er-
wachsen sind (Art. 315 Abs. 1 ZPO). Dies ist vorzumerken. Gestützt auf Art. 318
Abs. 3 ZPO gilt dies nicht für die erstinstanzliche Regelung der Kosten- und Ent-
schädigungsfolgen (Dispositiv-Ziffern 12-14).
2.2 Mit der Berufung kann die unrichtige Rechtsanwendung und die unrichtige
Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Beru-
fungsinstanz verfügt über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfra-
gen, einschliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung (Angemessenheits-
prüfung; BGer 5A_184/2013 vom 26. April 2013, E. 3.1).
- 17 -
2.3 In der schriftlichen Berufungsbegründung (Art. 311 ZPO) ist hinreichend ge-
nau aufzuzeigen, inwiefern der erstinstanzliche Entscheid in den angefochtenen
Punkten als fehlerhaft zu betrachten ist bzw. an einem der genannten Mängel lei-
det. Dies setzt die genügende Bezeichnung der angefochtenen vorinstanzlichen
Erwägungen sowie eine argumentative Auseinandersetzung mit diesen voraus
(vgl. BGE 138 III 374 E. 4.3.1; BGer 5A_247/2013 vom 15. Oktober 2013, E. 3.2;
BGer 5A_751/2014 vom 28. Mai 2015, E. 2.1). Was nicht oder nicht in einer den
gesetzlichen Begründungsanforderungen entsprechenden Weise beanstandet
wird, braucht von der Rechtsmittelinstanz nicht überprüft zu werden; diese hat
sich – abgesehen von offensichtlichen Mängeln – grundsätzlich auf die Beurtei-
lung der Beanstandungen zu beschränken, die in der schriftlichen Begründung
formgerecht gegen den erstinstanzlichen Entscheid erhoben werden (vgl.
BGer 5A_111/2016 vom 6. September 2016, E. 5.3). Insofern erfährt der Grund-
satz "iura novit curia" (Art. 57 ZPO) im Berufungsverfahren eine Relativierung (BK
ZPO-Hurni, Art. 57 N 21 und N 39 ff.; Glasl, DIKE-Komm-ZPO, Art. 57 N 22). Un-
geachtet dessen ist die Berufungsinstanz bei der Rechtsanwendung weder an die
in den Parteieingaben geltend gemachten Argumente noch an die Erwägungen
der Vorinstanz gebunden (BGer 2C_124/2013 vom 25. November 2013, E. 2.2.2;
Reetz/Hilber, in: Sutter-Somm et al., ZPO-Komm., Art. 318 N 21; Seiler, Die Beru-
fung nach ZPO, 2013, § 17 N 1507). Die dargelegten Anforderungen an die Be-
gründung einer Berufung gelten sinngemäss auch für die Berufungsantwort (BGer
4A_580/2015 vom 11. April 2016, E. 2.2, nicht publiziert in BGE 142 III 271).
2.4 Der Gesuchsteller stellte in seiner Berufungsantwort die eingangs genann-
ten Berufungsanträge (Urk. 42 S. 2). Da er keine eigenständige Berufung erhoben
hat und eine Anschlussberufung im summarischen Verfahren unzulässig ist
(Art. 314 Abs. 2 ZPO), verliert er als berufungsbeklagte Partei sein Recht, vor der
Rechtsmittelinstanz Rechtsbegehren zu stellen, welche über den blossen Antrag
auf Abweisung der von der Gesuchsgegnerin erhobenen Hauptberufung hinaus-
gehen (Reetz/Theiler, in: Sutter-Somm et al., ZPO-Komm., Art. 312 N 13). Ent-
sprechend ist auf die Anschlussberufung des Gesuchstellers nicht einzutreten
(Reetz/Hilber, in: Sutter-Somm et al., ZPO-Komm., Art. 314 N 24). Als Teil der
Begründung für die sinngemäss beantragte Abweisung der Berufung finden die
- 18 -
Berufungsanträge des Gesuchstellers gleichwohl Eingang in das Berufungsver-
fahren.
2.5 Betreffend Kinderbelange gelten die Offizial- und Untersuchungsmaxime
(Art. 55 Abs. 2 ZPO; Art. 58 Abs. 2 ZPO; Art. 296 Abs. 1 und 3 ZPO). Das Gericht
ist demgemäss nicht an die Anträge und tatsächlichen Vorbringen der Parteien
gebunden (BGE 128 III 411 E. 3.2.1 und BGE 137 III 617 E. 4.5.2) und auch das
Verbot der reformatio in peius greift nicht (BSK ZPO-Mazan/Steck, Art. 296 N 30b
mit Verweis auf die Rechtsprechung). Diese Maximen wirken umfassend, d.h. zu-
gunsten sämtlicher Parteien (BGer 5A_745/2014 vom 16. März 2015, E. 2.3 mit
weiteren Hinweisen). Trotz Untersuchungs- und Offizialmaxime haben die Partei-
en das Tatsächliche vorzutragen und bei der Sammlung des massgebenden Pro-
zessstoffs mitzuwirken. Insbesondere obliegt es ihnen, dem Gericht das Tatsa-
chenmaterial mit vollständigen und bestimmten Behauptungen zu unterbreiten
und die Beweismittel zu bezeichnen (Mitwirkungspflicht; BGer 5A_357/2015 vom
19. August 2015, E. 4.2). Dies gilt verstärkt bei anwaltlicher Vertretung beider Par-
teien (OGer ZH LE190027 vom 18. Dezember 2019, E. B/3 mit weiteren Hinwei-
sen). Bezüglich der Unterhaltsbeiträge der Ehegatten gilt dagegen einerseits der
Dispositionsgrundsatz (Art. 58 Abs. 1 ZPO) und das Verbot der reformatio in pei-
us, andererseits aber auch die beschränkte Untersuchungsmaxime gemäss
Art. 272 ZPO (OGer ZH LY150052 vom 21. Januar 2016, E. B/2, OGer ZH
LY110022 vom 29. November 2011, E II/2). Sind – wie vorliegend – sowohl Kin-
der- als auch Ehegattenunterhaltsbeiträge festzulegen, ist eine gemeinsame Be-
rechnung durchzuführen (Six, Eheschutz, Ein Handbuch für die Praxis, 2. A., Bern
2014, S. 104 N 2.61). Somit schlägt die uneingeschränkte Untersuchungsmaxime
auch hinsichtlich der Ermittlung der (möglichen) Ehegattenunterhaltsbeiträge
durch (OGer ZH LE190019 vom 3. Oktober 2019, E. II/3.1).
2.6 Schliesslich können die Parteien bei Verfahren betreffend Kinderbelange im
Berufungsverfahren auch dann neue Tatsachen und Beweismittel vorbringen,
wenn die Voraussetzungen nach Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht erfüllt sind (BGE 144
III 349 E. 4.2.1). Die von den Parteien erstmals im Berufungsverfahren einge-
- 19 -
reichten Urkunden sowie die daraus abgeleiteten Vorbringen können somit
grundsätzlich berücksichtigt werden.
3. Obhut und Betreuung
3.1 Nebst dem Umstand, dass sich die Gesuchsgegnerin daran stört, dass die
von der Vorinstanz angeordnete Betreuungsregelung als alternierende Obhut be-
zeichnet wurde, verlangt sie abweichend von dieser, dass der Gesuchsteller
C._ in geraden Kalenderwochen nicht bereits ab Freitagabend, sondern ab
Samstagmorgen bis am Sonntagabend und nicht bis am Montagmorgen betreuen
soll. Zusätzlich sieht sie eine Betreuung durch den Gesuchsteller an einem Tag
unter der Woche vor, wobei eine zusätzliche Übernachtung nur vorgesehen ist,
sofern die Betreuung unter der Woche am Montag oder am Freitag stattfinden
sollte (Urk. 30 S. 3). Letztlich ist sie mithin mit zwei bzw. drei Übernachtungen in
den geraden Kalenderwochen und mit einer Übernachtung in den ungeraden Ka-
lenderwochen nicht einverstanden. Der Gesuchsteller betreut C._ seit An-
fang des Jahres 2021 in ungeraden Kalenderwochen von Sonntagabend,
18.00 Uhr, bis Montagabend, 18.00 Uhr, und in geraden Kalenderwochen von
Samstagmorgen, 10.00 Uhr, bis Montagabend, 18.00 Uhr, bzw. seit März 2021
jeweils bereits von Freitagabend, 18.00 Uhr (vgl. Urk. 56/19; Urk. 61 S. 3).
3.2 Die Vorinstanz schloss aus den Ausführungen der Parteien, dass es keine
massgeblichen Einwendungen gegen die jeweilige Erziehungsfähigkeit gebe. Die
der Gesuchsgegnerin vorgehaltene Entfremdung spreche nicht gegen ihre Erzie-
hungsfähigkeit, zumal sie nachvollziehbare Gründe angebe, welche sie zu einem
eingeschränkten Kontakt zwischen C._ und dem Gesuchsteller veranlasst
hätten (Urk. 31 S. 17 f.). Hinsichtlich des Wohnsitzes der Gesuchsgegnerin hält
die Vorinstanz fest, dass der Wunsch der Gesuchsgegnerin, in Zukunft allenfalls
in E._ zu wohnen, in der Not geboren worden sei. Das Interesse des Kindes
an einem regelmässigen Kontakt zu beiden Elternteilen und damit verbundenen
überschaubaren Reisen zwischen den Wohnorten überwiege dem Interesse am
Aufwachsen in einer naturbelassenen, nicht verbauten Gegend. Es sei deshalb
davon auszugehen, dass die Gesuchsgegnerin ihre Zukunft in Zürich aufbaue. Im
Übrigen dürfte es nach Ansicht der Vorinstanz für die Gesuchsgegnerin einfacher
- 20 -
sein, als Primarlehrerin im Raum Zürich eine Stelle zu finden, zumal sie dort auch
Berufserfahrung habe (Urk. 31 S. 18 f.). Vorliegend sei von Relevanz, dass die
Parteien übereinstimmend davon ausgegangen seien, dass die Gesuchsgegnerin
eine Erwerbstätigkeit im Umfang von 40 % aufnehme und der Gesuchsteller sein
Arbeitspensum reduziere. Angesichts der Mehrauslagen mit einem zweiten Haus-
halt erscheine allerdings eine Reduktion des Arbeitspensums des Gesuchstellers
auf 70 % als zu einschneidend. Da der Gesuchsteller bei seinem Arbeitgeber die
Möglichkeit erhalten habe, seinen Arbeitsaufwand von 70 % in drei Arbeitstagen
zu verrichten, müsse es ihm auch möglich sein, den Arbeitsaufwand eines 90 %-
Pensums in vier Tagen zu erledigen. Der Gesuchsteller solle den Sohn daher an
einem Tag unter der Woche, an jedem zweiten Wochenende sowie anteilsmässig
an den Feiertagen betreuen. Den Bedenken der Gesuchsgegnerin betreffend
Übernachtungen sei mit einem steten Ausbau der Dauer der Kontakte zu begeg-
nen. Antragsgemäss seien dem Gesuchsteller fünf Ferienwochen und der Ge-
suchsgegnerin acht Ferienwochen zuzuteilen, bis zur Einschulung des Sohnes
jeweils maximal eine Woche am Stück (Urk. 31 S. 19). Angesichts des Umstands,
dass der Gesuchsteller den Sohn regelmässig an einem Tag unter der Woche
und zusätzlich an jedem zweiten Wochenende betreue und der Kontakt daher
über ein gerichtsübliches Wochenendbesuchsrecht hinausgehe, sei C._ un-
ter der geteilten Obhut der Parteien zu belassen. Hinsichtlich der Bedenken der
Gesuchsgegnerin betreffend die mangelhafte Kommunikation und Kooperation
bemerkt die Vorinstanz, dass ein derartiges Verhalten in einer ersten Phase der
Trennung leider oft beobachtet würde. Klare Regelungen würden jedoch oft Ent-
spannung bringen. Die Parteien müssten sowohl bei einer alleinigen als auch bei
einer geteilten Obhut lernen, im Interesse des Kindes ihre Konflikte angemessen
auszutragen (Urk. 31 S. 21). Die elterliche Sorge sei beiden Eltern zu belassen
und der zivilrechtliche Wohnsitz bei der Gesuchsgegnerin festzulegen (Urk. 31
S. 22).
3.3 Nach Ansicht der Gesuchsgegnerin hat die Vorinstanz zu Recht nicht in
Frage gestellt, dass sie vor der Aufnahme des Getrenntlebens die Hauptverant-
wortung für die Betreuung von C._ übernommen habe. Mit dessen Geburt
habe ihre Erwerbstätigkeit geendet und sie habe diese bis heute nicht wieder auf-
- 21 -
genommen. Abgesehen von einer kurzen Ausnahme sei der Gesuchsteller vor
seiner freiwilligen, nicht einvernehmlichen Reduktion des Arbeitspensums per Au-
gust 2020 immer zu 100% erwerbstätig gewesen. Es habe während des Zusam-
menlebens eine eindeutige Rollenverteilung gegeben, indem der Gesuchsteller
für die Erzielung des Familieneinkommens und sie für die Kinderbetreuung und
Haushaltsführung zuständig gewesen sei. Es sei daher unzutreffend, wenn die
Vorinstanz von einer Fortführung der alternierenden Obhut ausgehe. Sie habe die
Behauptung des Gesuchstellers widerlegt, wonach die Parteien gleichermassen
für die Betreuung zuständig gewesen seien, was von der Vorinstanz nicht in Zwei-
fel gezogen worden sei. Dass sie die Hauptbezugsperson von C._ gewesen
sei, ergebe sich bereits aus der gegebenen Rollenverteilung. Der Gesuchsteller
sei aufgrund seiner vollen Erwerbstätigkeit nicht vergleichbar in die Betreuung in-
volviert gewesen. Die Vorinstanz habe bei ihrem Entscheid bezüglich der Obhut
und den Betreuungsanteilen diesen Aspekt völlig ausser Acht gelassen. Statt auf
die effektiven Betreuungsverhältnisse vor Aufnahme des Getrenntlebens setze
die Vorinstanz zu Unrecht auf eine vermeintliche Vereinbarung der Parteien im
Hinblick auf eine zukünftige, jedoch nie umgesetzte Betreuung. Bei der Obhutszu-
teilung sei insbesondere die Stabilität zu berücksichtigen, welche die Weiterfüh-
rung der bisherigen Regelung für das Kind mit sich bringe, nicht ein gar nie um-
gesetzter Betreuungsplan, den es zudem vorliegend nie gegeben habe. Die Vo-
rinstanz habe allerdings ausschliesslich darauf abgestellt, dass die Parteien wäh-
rend des Zusammenlebens zuweilen darüber diskutiert hätten, wie die Betreuung
in Zukunft gestaltet werden könnte, wobei unter anderem auch ein Teilzeitpensum
des Gesuchstellers und ein beruflicher Wiedereinstig von ihr Thema gewesen
seien. Hierzu habe es allerdings nie eine Vereinbarung gegeben. Zu Unrecht sei
unberücksichtigt geblieben, dass die Aussagen der Parteien zu dieser Frage völlig
unterschiedlich gewesen seien. Der Umstand, dass dem Gesuchsteller die aktuel-
le Arbeit nicht mehr gefallen habe, sei das Motiv für eine eventuelle Wiederauf-
nahme ihrer Erwerbstätigkeit gewesen. Der Plan habe allerdings in der ursprüng-
lich angedachten Form nicht umgesetzt werden können, da der Gesuchsteller be-
hauptet habe, sein Arbeitspensum bei der UBS nicht reduzieren zu können. Dass
nie vorgesehen gewesen sei, dass der Gesuchsteller an ihrer Stelle betreuen
- 22 -
würde, wenn sie eine Erwerbstätigkeit aufgenommen hätte, zeige sich daran,
dass für diesen Fall eine Krippenbetreuung gesucht worden sei. Aufgrund des Al-
ters und der speziellen Bedürfnisse von C._ sei sie einer solchen allerdings
stets kritisch gegenübergestanden. Im Übrigen habe ein während des Zusam-
menlebens besprochenes Vorgehen betreffend die Kinderbelange nicht automa-
tisch Gültigkeit auch für die Zeit nach der Trennung. Selbst wenn eine Vereinba-
rung im Sinne von Art. 163 Abs. 2 ZGB vorgelegen hätte, hätte diese die Situation
des Zusammenlebens betroffen. Abgesehen davon, dass die Vereinbarung vor-
liegend gar nie gelebt worden sei, seien mit der Trennung nicht voraussehbare
objektive Veränderungen eingetreten, die zu einer Anpassung hätten führen müs-
sen. Mit der Trennung hätten sich die Parteien neu organisieren müssen. Es sei
daher nicht sinnvoll, im Hinblick auf die Regelung des Getrenntlebens auf eine
Diskussion der Parteien zurückzukommen, welche für die Zeit des Zusammenle-
bens gedacht gewesen sei. Vielmehr sei auf die effektiv gelebte Betreuung abzu-
stellen, um die für das Kind wichtige Stabilität und Kontinuität zu gewährleisten.
Dass sie vor Aufnahme des Getrenntlebens ausschliesslich für die Betreuung zu-
ständig gewesen sei, lege nahe, dass diese Lösung auch während des Getrennt-
lebens Stabilität und Kontinuität bringe (Urk. 30 S. 6 ff.).
Weiter habe die Vorinstanz die Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit der
Parteien nicht geprüft. Kooperation sei praktisch keine vorhanden gewesen. Aus
den Ausführungen beider Parteien gehe hervor, dass deren Kommunikation von
Konflikten und gegenseitigen Vorwürfen geprägt gewesen sei, soweit es um die
Betreuung von C._ gegangen sei. Die Parteien hätten auch sehr unter-
schiedliche Anträge betreffend die Betreuung gestellt. Der Gesuchsteller habe
während des laufenden Eheschutzverfahrens sogar versucht, die Betreuung mit-
hilfe der Polizei durchzusetzen. Sie sei durch dieses aggressive Vorgehen sehr
eingeschüchtert gewesen und habe den Eindruck gehabt, dass er ihren Sohn
wegnehmen wolle. Die alternierende Obhut sei dann nicht angezeigt, wenn das
Kind dadurch kontinuierlich dem Konflikt der Eltern ausgesetzt werde, was vorlie-
gend der Fall sei. Die Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit sei vorliegend
nicht gegeben. Die regelmässigen Konflikte und die hohe Streitintensität seien
von der Vorinstanz zu Unrecht nicht berücksichtigt worden. Es sei eine Rechtsver-
- 23 -
letzung, wenn diese Aspekte nicht geprüft und zudem entgegen der starken Kon-
flikthaftigkeit der Beziehung der Parteien eine alternierende Obhut angeordnet
werde (Urk. 30 S. 7 f.).
Die Vorinstanz habe zudem die praktische Umsetzbarkeit der alternierenden Ob-
hut nicht geprüft. Hinsichtlich des Wohnsitzes gehe die Vorinstanz davon aus, sie
werde ihre Zukunft in Zürich aufbauen, worum sie sich grundsätzlich bemühe,
was jedoch nicht alleine von ihr abhängig sei. Sie könne ab dem 4. Januar 2021
bis zum 31. Juli 2021 eine befristete Stelle in G._ antreten. Danach sei es
möglich, dass sie ihre Arbeitstätigkeit an einem anderen Ort im Kanton Zürich
weiterführen müsse und sie ihre Wohnsituation entsprechend werde anpassen
müssen. Dementsprechend könne nicht davon ausgegangen werde, dass die
Wohnorte der Parteien in Zukunft derart nahe beieinander liegen würden, dass
die Ausübung einer alternierenden Betreuung aus praktischen Gründen möglich
sein werde. Angesichts ihrer noch weitgehend unklaren Arbeits- und Wohnsituati-
on rechtfertige sich die Anordnung einer alternierenden Betreuung nicht. Auch sei
die von der
Vorinstanz angeordnete Betreuungsregelung keine gleichteilige Betreuung und
auch daher sei keine alternierende Obhut angezeigt. Es sei nicht im Kindeswohl,
dem Gesuchsteller schrittweise weitere Betreuungsanteile zuzusichern, nachdem
dies während des Zusammenlebens so nicht gegeben gewesen sei und zudem
ihre Lebens- und Arbeitssituation in der unmittelbaren Zukunft weitgehend unge-
klärt sei. Die Vorinstanz habe nicht berücksichtigt, dass es zu Reibungen und
Konflikten führen müsse, wenn sich ihre Arbeitssituation nicht so entwickle, wie
dies im angefochtenen Entscheid angenommen werde. Die Vorinstanz habe an
ihre Flexibilität sehr hohe Anforderungen gestellt und sei ohne weiteres davon
ausgegangen, dass sie im November 2020 eine neue Wohnung in der Nähe des
Gesuchstellers und per 1. Januar 2021 eine Arbeitsstelle in der Stadt Zürich be-
komme. Diese Anforderungen habe sie trotz intensiver Bemühungen kurzfristig
nicht umsetzen können. Eine Arbeitsstelle habe sie gefunden, jedoch nicht in der
Stadt Zürich und nur befristet bis 31. Juli 2021. Eine Wohnung habe sie bislang
nicht finden können, wobei eine zusätzliche Unsicherheit darin bestehe, dass sie
diese zu einem gewissen Grad auch auf den Arbeitsort abstimmen müsse. Ihre
- 24 -
Arbeitszeiten bis 31. Juli 2020 (Montag und Mittwoch) seien zu berücksichtigen.
Um unnötige Wechsel zu vermeiden, sei es sinnvoll, bis zum 31. Juli 2020 den
Montag als Betreuungstag des Gesuchstellers festzulegen und dies nicht den Ab-
sprachen der Parteien zu überlassen. Danach müsse die Regelung mangels
Kenntnis der Arbeitszeiten offen formuliert werden (Urk. 30 S. 9 ff.).
Die Vorinstanz habe zu Unrecht nicht berücksichtigt, dass Kleinkinder noch sehr
stark an die Hauptbezugsperson gebunden seien, was nicht zuletzt bei den Über-
nachtungen zum Tragen komme. C._ schlafe in der Regel bei ihr und rufe
nachts nach ihr. Sie habe zudem beobachtet, dass C._ noch einige Zeit nach
den Übernachtungen beim Gesuchsteller stark übermüdet, aggressiv und weiner-
lich gewesen sei. Auf diese von der Vorinstanz erkannten Auffälligkeiten sei keine
Rücksicht genommen worden. Nachdem hinsichtlich ihrer Lebens- und Arbeitssi-
tuation noch weitgehende Unsicherheiten bestehen würden, sei es nicht nachvoll-
ziehbar, weshalb es im Kindeswohl wäre, die unbestrittenermassen aufgetretenen
Probleme im Zusammenhang mit dem Wechsel von C._ zwischen den Eltern
komplett unberücksichtigt zu lassen. Häufige Wechsel und lange Trennungen von
der Hauptbezugsperson sowie unmotivierte Übernachtungen seien zu vermeiden.
Es sei nicht nachvollziehbar, dass dem Gesuchsteller, welcher nicht die Hauptbe-
zugsperson von C._ sei, während des Getrenntlebens möglichst viele Be-
treuungsanteile und auch problematische Übernachtungen zugestanden würden.
Der Gesuchsteller habe zugegeben, dass er über längere Zeit nicht mehr zu-
sammen mit ihr und C._ im Ehebett geschlafen habe, da er Ruhe gebraucht
habe. Damit habe er implizit zugestanden, dass C._ auch nachts betreu-
ungsintensiv und auf sie bezogen sei. Es entspreche nicht dem Kindeswohl, eine
Regelung zu forcieren, welche bisher nie gelebt worden sei. Es sei deshalb eine
Betreuungsregelung einzurichten, die insbesondere im Hinblick auf die Unsicher-
heiten bezüglich ihrer Lebens-, Wohn- und Arbeitssituation die stabilste Variante
bilde und auch die Betreuung durch den Gesuchsteller angemessen berücksichti-
ge. Durch die beantragte Betreuungsregelung werde dies gewährleistet und
dadurch problematische zusätzliche Übernachtungen, welche für den Gesuchstel-
ler nicht unbedingt eine wichtige Betreuungszeit darstellen würden, vermieden. Im
Übrigen sei ein Wechsel zurück zu ihr am Abend leichter zu bewerkstelligen als
- 25 -
frühmorgens, zumal beide Parteien ab dem Jahr 2021 erwerbstätig sein würden.
Zur Vermeidung von unnötigen zusätzlichen Wechseln sollten zudem nicht ein-
zelne isolierte Besuche unter der Woche stattfinden. Solche seien sicherlich mit
Stress verbunden, der sich letztlich wieder auf C._ auswirke. Bezüglich der
Betreuung an Feiertagen sei nur eine leichte Modifikation hinsichtlich der Neu-
jahrstage angebracht. Entgegen der Vor-instanz sei es aktuell jedoch noch zu früh
für Ferien. Solche seien erst nach Konsolidierung der Verhältnisse im Oktober
2021 vorzusehen (Urk. 30 S. 14 ff.).
In ihrer Stellungnahme zur Berufungsantwortschrift vom 6. April 2021 erklärt die
Gesuchsgegnerin, sie beobachte bei C._ nach dem Einsetzen der Betreu-
ungsregelung der Vorinstanz wieder eine zunehmende Anhänglichkeit. Sie müsse
davon ausgehen, dass ihm die Trennung von ihr Schwierigkeiten bereite (Urk. 48
S. 24).
Gemäss den Angaben der Gesuchsgegnerin in ihrer Stellungnahme vom 29. Juni
2021 hat sich die Situation und auch die Betreuung zwischenzeitlich etwas beru-
higt. Das Vorwahlrecht hinsichtlich der Ferien sei neu entsprechend dem vor-
instanzlichen Entscheid zu regeln. C._ liebe die Betreuung durch die Gross-
mutter am Mittwochnachmittag sehr, weshalb ihm nicht wieder Neues zugemutet
werden könne. Er komme jeweils völlig übermüdet, aggressiv und neuerdings
auch weinerlich vom Gesuchsteller zu ihr nach Hause. Zu Hause habe er einen
klaren Alltag, beim Vater entweder keinen klaren oder einen völlig anderen. An-
dernfalls würde er zumindest ausgeschlafen nach Hause kommen. Wie der Ge-
suchsteller die Betreuung handhabe, erfahre sie nicht. Im Gegensatz zum Ge-
suchsteller sorge sie für viel Abwechslung und Kontakt zu anderen Kindern (Urk.
61 S. 3 ff.). Die Übergaben würden in einer sehr angespannten Atmosphäre statt-
finden und C._ äussere sich dahingehend, dass er nicht zum Gesuchsteller
wolle und froh sei, wenn er wieder bei ihr sei. Zudem würden sich die Parteien
hinsichtlich der Betreuung nicht austauschen, da der Gesuchsteller dies verweige-
re (Urk. 61 S. 14). Schliesslich bemerkt sie, dass der Gesuchsteller vor dem 30.
August 2019 mit der Vorbereitung auf seine Fahrprüfung beschäftigt gewesen sei
(Urk. 61 S. 16).
- 26 -
In ihrer Stellungnahme vom 9. September 2021 informiert die Gesuchsgegnerin
über ihre neuen unbefristeten Anstellungen bei der Schulgemeinde Zürich
(I._ und Stadt Zürich) in einem Beschäftigungsgrad von insgesamt 30 %
(Urk. 71 S. 2). Weiter erklärt sie, die Sommerferien von C._ beim Gesuch-
steller seien eine Katastrophe gewesen. Er habe nach seiner Rückkehr vier Stun-
den geweint und ihr gesagt, dass sie nicht mehr seine Freundin sei. Der Gesuch-
steller habe sie zudem nicht über den Verlauf einer Krankheit von C._ infor-
miert (Urk. 71 S. 6 f.)
3.4 Zuteilung der Obhut
3.4.1 Bei gemeinsamer elterlicher Sorge ist auf Begehren eines Elternteils oder
des Kindes die Anordnung einer alternierenden Obhut zu prüfen (Art. 298 Abs. 2ter
ZGB; BGE 142 III 612 E. 4.2 mit weiteren Hinweis). Das Gesetz definiert nicht, bei
welchen Betreuungsverhältnissen von einer alternierenden Obhut auszugehen ist.
Das Bundesgericht hält in diesem Zusammenhang fest, dass die Bedeutung der
"Obhut" sich auf die "faktische Obhut" reduziere, daher auf die Befugnis zur tägli-
chen Betreuung des Kindes und auf die Ausübung der Rechte und Pflichten in
Zusammenhang mit seiner Pflege und laufenden Erziehung (BGer 5A_418/2019
vom 29. August 2019, E. 3.5.2). In diesem Sinne wurde festgehalten, dass eine
alternierende Obhut nicht zwingend eine hälftige Betreuung durch beide Elterntei-
le voraussetze, sondern auch dann zum Tragen komme, wenn ein Elternteil sein
Kind auch unter der Woche betreuen wolle, anstatt es nur über das Wochenende
zu sich auf Besuch zu nehmen (BGer 5A_373/2018 vom 8. April 2019, E. 3.1;
BGer 5A_722/2020 vom 13. Juli 2021, E. 3.1.2; BGer 5A_67/2021 vom 31. Au-
gust 2021, E. 3.1.2). In der Lehre wird die Ansicht vertreten, dass bei einer alter-
nierenden Obhut der Betreuungsanteil beider Eltern mehr als einen Viertel betra-
gen soll, wobei Ferien zu berücksichtigen seien (Maier/Waldner-Vontobel, Ge-
danken zur neuen Praxis des Bundesgerichtes zum Unterhaltsrecht aus der Per-
spektive des erstinstanzlichen Gerichts, in: FamPra.ch 2021, S. 886), oder aber
es wird bei einem Anteil von rund 30 % von einer alternierenden Obhut ausge-
gangen (Aeschlimann/Bähler/Schweighauser/Stoll, Berechnung des Kinderunter-
haltes – Einige Überlegungen zum Urteil des Bundesgerichtes vom 11. November
- 27 -
2020 i.S. A. gegen B 5A_311/2019; FamPra.ch 2021, S. 277 mit weiteren Hinwei-
sen). In Übereinstimmung mit Lehre und Rechtsprechung ist demnach eine Be-
treuungsregelung zumindest dann als alternierende Obhut zu qualifizieren, wenn
neben einer Wochenendbetreuung die Kinder von beiden Elternteilen mindestens
auch einen Tag unter der Woche und während rund vier Ferienwochen betreut
werden. In Abgrenzung zu einem Besuchsrecht sind unter diesen Umständen
beide Eltern in die Alltagsbetreuung des Kindes involviert und nehmen auch unter
der Woche Betreuungsaufgaben wahr.
Die Erziehungsfähigkeit beider Eltern vorausgesetzt, ist beim Entscheid über eine
alternierende Obhut der dem Kindeswohl am ehesten entsprechenden Lösung
der Vorzug zu geben. Die Bedeutsamkeit der weiter in Betracht kommenden Be-
urteilungskriterien ist anhand der konkreten Umstände zu bestimmen, wobei ge-
meinhin die Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit der Eltern, die geografi-
schen Gegebenheiten, die bisherige Betreuungssituation, das Alter des Kindes
und die von ihm geäusserten Wünsche, seine Beziehungen zu Geschwistern und
seine Einbettung in das weitere soziale Umfeld sowie die Möglichkeit der persön-
lichen Betreuung durch die Eltern genannt werden (BGer 5A_312/2019 vom 17.
Oktober 2019, E. 2.1.2). Das Zerwürfnis der Eltern bzw. ihre allfällige Unfähigkeit,
miteinander zu kommunizieren, steht einer alternierenden Obhut nur dort entge-
gen, wo die Eltern nicht nur betreffend die Betreuungsregelung, sondern auch in
anderen Kinderbelangen in gravierender Weise entzweit sind und nicht miteinan-
der kooperieren können, sodass das Kind im Falle einer alternierenden Obhut Ge-
fahr läuft, in seinem Wohlbefinden beeinträchtigt zu werden (BGer 5A_191/2016
vom 23. Dezember 2016, E. 4.5 f.; BGE 142 III 617 E. 3.2.3).
3.4.2 Die Vorinstanz erachtete beide Parteien als erziehungsfähig, was von die-
sen im Berufungsverfahren nicht beanstandet wird. Gegenteiliges ist auch nicht
ersichtlich. Im Weiteren ist der Gesuchsgegnerin zuzustimmen, soweit sie fest-
hält, dass die Kriterien der Stabilität und Kontinuität für die Zuteilung der alleinigen
Obhut an sie sprechen würden. Die von den Parteien vor der Trennung bespro-
chene Betreuungslösung ändert daran nichts, da sie nie umgesetzt und C._
während des Zusammenlebens überwiegend durch die Gesuchsgegnerin betreut
- 28 -
wurde. Es kann im vorliegenden Zusammenhang mithin offengelassen werden,
was die Parteien während des Zusammenlebens im Hinblick auf C._s Be-
treuung besprochen haben und aus welchen Gründen eine Umgestaltung ins Au-
ge gefasst wurde (vgl. u.a. Urk. 42 S. 6). Auch kann dem Gesuchsteller nicht ge-
folgt werden, soweit er der Ansicht ist, sich gleich viel wie die Gesuchsgegnerin
um C._ gekümmert zu haben. Selbst wenn er ihn nach seiner Arbeit und am
Wochenende mehrheitlich betreut haben sollte (vgl. Urk. 42 S. 6 und S. 8 f.) –
was von der Gesuchsgegnerin bestritten wird (Urk. 48 S. 10) –, übersteigt die Be-
treuungszeit der damals nicht berufstätigen Gesuchsgegnerin jene des Gesuch-
stellers deutlich, zumal Letzterer stets in einem Pensum von 100 % bzw. 80 % be-
rufstätig war (Urk. 42 S. 8). Etwas anderes lässt sich auch nicht aus den vom Ge-
suchsteller eingereichten Textnachrichten (Urk. 54 S. 7; Urk. 59/7-14) oder dem
Tagebuch des Gesuchstellers ableiten, wobei die im Tagebuch abgefassten
Wahrnehmungen naturgemäss stark subjektiv gefärbt sind und ihnen somit
höchstens ein sehr geringer Beweiswert zukommt (vgl. Urk. 44/5). Die Gesuchs-
gegnerin war daher während des Zusammenlebens die Hauptbezugsperson von
C._. Allerdings ist auch seine Beziehung zum Gesuchsteller als derart gefes-
tigt und intensiv zu beurteilen, dass das Kriterium der persönlichen Beziehung
neutral zu gewichten ist bzw. nicht dagegen spricht, dass C._ auch längere
Abschnitte vom Gesuchsteller betreut wird, wenngleich die Gesuchsgegnerin als
seine Hauptbezugsperson ausgemacht wurde. Dass solche längeren Betreu-
ungsabschnitte beim Gesuchsteller möglich sind, hat auch das vergangene Jahr
bewiesen, zumal C._ seit März 2021 jeweils jede zweite Woche von Freitag-
abend bis Montagabend durch den Gesuchsteller betreut wird. Die Gesuchsgeg-
nerin weist zwar auf Verhaltensauffälligkeiten (Übermüdung, Aggressionen, Wei-
nerlichkeit, Anhänglichkeit) hin, welche in Zusammenhang mit den Übernachtun-
gen von C._ beim Gesuchsteller stehen sollen (vgl. Urk. 30 S. 14; Urk. 48 S.
24; Urk. 61 S. 5; Urk. 71 S. 7). Einzig gestützt auf diese bestrittenen Schilderun-
gen erscheint indes nicht glaubhaft, dass C._ mit diesen längeren Betreu-
ungszeiten des Gesuchstellers überfordert wäre, zumal diese bestrittenen subjek-
tiven Wahrnehmungen nicht derart gravierend erscheinen, dass auf eine Gefähr-
dung des Kindeswohls geschlossen werden müsste. Vielmehr handelt es sich da-
- 29 -
bei zumindest teilweise um übliche Alterserscheinungen, welche nur bei extremer
Ausprägung Einfluss auf die Ausgestaltung der Betreuung haben sollten.
3.4.3 Die Gesuchsgegnerin vermag nicht darzulegen, dass die Kommunikations-
und Kooperationsfähigkeit der Parteien derart mangelhaft wäre, dass sie einer al-
ternierenden Obhut entgegenstehen würde. Die in diesem Zusammenhang vorge-
tragenen Ausführungen und vorgelegten Unterlagen lassen einen derartigen
Schluss nicht zu. Ebenso vermag die Gesuchsgegnerin nicht konkret aufzuzei-
gen, inwiefern das Wohl von C._ aufgrund des Elternkonflikts beeinträchtigt
wäre, wenn eine alternierende Obhut angeordnet würde bzw. dass C._ im
Falle einer alternierenden Obhut dem Elternkonflikt in einer Weise ausgesetzt wä-
re, die seinen Interessen offensichtlich zuwider liefe. Augenscheinlich konnten
sich die Parteien im vergangenen Jahr auch immer soweit absprechen, dass die
Betreuung von C._ jederzeit gewährleistet war, ohne dass von schwerwie-
genden Vorfällen berichtet wurde, welche sich unmittelbar auf das Wohl von
C._ ausgewirkt hätten. Soweit die Gesuchsgegnerin auf die Kommunikati-
ons- und Kooperationsfähigkeit nicht nur in allgemeiner Weise eingeht, betrifft
dies vorwiegend die Zeit unmittelbar nach der Trennung (Urk. 30 S. 7 f. mit Ver-
weis auf Urk. 1 S. 13 ff. und Urk. 18 S. 17 f.) oder aber Diskussionen über den
Trennungszeitpunkt (Urk. 30 S. 7 f. mit Verweis auf Urk. 18 S. 5 ff.). Aus dem
Verweis auf die persönliche Befragung des Gesuchstellers vor Vorinstanz (Urk.
48 S. 13) ergibt sich lediglich, dass eine Übergabe im Juni 2020 aus seiner Sicht
nicht gut verlief, dass es darüber hinaus zu weiteren Eskalationen gekommen wä-
re, ergibt sich daraus jedoch gerade nicht (Prot. VI S. 33). Erst rund ein Jahr spä-
ter erwähnt die Gesuchsgegnerin in ihrer Eingabe vom 29. Juni 2021 eine ange-
spannte Atmosphäre bei den Übergaben, wobei die zitierten Äusserungen von
C._ nicht als aussergewöhnlich zu beurteilen sind und einzig daraus keine
Probleme bei den Übergaben abgeleitet werden können (vgl. Urk. 61 S. 14; vgl.
auch Urk. 65 S. 10). Die angeblich angespannte Atmosphäre bei den Übergaben
bleibt folglich nebulös. Die Behauptung, wonach der Gesuchsteller die Gesuchs-
gegnerin nicht über den Verlauf einer Krankheit von C._ informiert haben soll
(Urk. 71 S. 7), wird vom Gesuchsteller bestritten (Urk. 78 S. 6), wobei sich aus der
entsprechenden E-Mail-Korrespondenz ergibt, dass der Gesundheitszustand von
- 30 -
C._ offenbar unterschiedlich wahrgenommen wurde (Urk. 73/7). Ungeachtet
des Umstands, dass es sich hierbei um einen singulären Vorwurf handelt, be-
hauptete die Gesuchsgegnerin nicht, dass es sich um eine ernstliche Erkrankung
von C._ handelte, und es ist auch nicht ersichtlich, dass sie von sich aus
beim Gesuchsteller diesbezüglich nachgefragt hätte. Der Vorwurf taugt folglich
nicht als Indiz für eine Kommunikations- oder Kooperationsschwäche der Partei-
en. Gleiches gilt für die in einer E-Mail-Korrespondenz ausgetragene Diskussion
betreffend verschiedene Spielsachen, welche gegenseitig zurückgegeben werden
sollten (Urk. 44/18; vgl. auch Urk. 48 S. 33). Offensichtlich konnte die Angelegen-
heit derart geklärt werden, dass es nicht mehr zu solchen Problemen kam, was im
Grunde für und nicht gegen die Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit der
Parteien spricht. In Zusammenhang mit den Osterfeiertagen kam es offenbar zu
einer unterschiedlichen Interpretation des angefochtenen Entscheids (vgl. Urk. 48
S. 15 f.), wobei die in diesem Zusammenhang vorgelegte E-Mail-Korrespondenz
zwar die unterschiedlichen Standpunkte wiedergibt, in keiner Weise jedoch ver-
muten lässt, dass C._ diesen sachlich geführten Konflikt in irgendeiner Wei-
se mitbekommen hätte (Urk. 50/6). Auch betreffend den Betreuungstag des Ge-
suchstellers unter der Woche, welcher von der Vorinstanz explizit der Absprache
zwischen den Parteien überlassen wurde (Urk. 31 Dispositiv-Ziffer 4
1. Spiegelstrich), kam es offenbar zu Diskussionen zwischen den Parteien
(Urk. 42 S. 26 f. und Urk. 48 S. 33), wobei diesbezüglich letztlich entscheidend ist,
dass sich die Parteien zeitnah und bilateral auf den Montag als Betreuungstag ei-
nigen konnten. Angesichts des mit einer solchen Regelung miteinhergehenden
Konfliktpotentials erweist sich diese Auseinandersetzung der Parteien – von wel-
cher C._ scheinbar nichts mitbekam – nicht als gravierend. Auch die bei der
Umsetzung der vorinstanzlich angeordneten Ferienregelung aufgetretenen Diffe-
renzen erweisen sich nicht als derart schwerwiegend, dass sie einer alternieren-
den Obhut entgegenstehen würden, zumal die Parteien sich letztlich einigen
konnten und die Ferienregelung zumindest seit Herbst 2021 offenbar keinen An-
lass für Diskussionen mehr gab (vgl. Urk. 42 S. 27 f. und Urk. 65 S. 12). Im Übri-
gen wird nachfolgend das Verhältnis zwischen Ferien, Feiertagen und ordentli-
cher Betreuung zu klären sein, sodass es fortan nicht mehr zu entsprechenden
- 31 -
Diskussionen kommen dürfte. Auch hinsichtlich der Uneinigkeit betreffend das
Holen und Bringen von C._ (Urk. 42 S. 29 und Urk. 48 S. 34) genügt der
Hinweis, dass sich entsprechender Konflikt mit der in diesem Urteil anzuordnen-
den Regelung (vgl. E. 3.7) erledigt haben wird. Schliesslich gilt es zu bemerken,
dass die Darstellungen der Parteien zu den im Polizeirapport vom 13. September
2020 festgehaltenen Geschehnissen stark divergieren (u.a. Urk. 30 S. 8; Urk. 42
S. 13; Urk. 44/6; Urk. 48 S. 14 f.), die konkreten Umstände diesbezüglich aller-
dings nicht einer eingehenden Erörterung bedürfen, zumal sich zwischenzeitlich
gezeigt hat, dass bei einer gerichtlich festgelegten klaren Regelung Konflikte die-
ses Ausmasses nicht aufkommen und insoweit auch künftig damit nicht zu rech-
nen ist. Auch auf den von der Gesuchsgegnerin angeführten Umstand, wonach
sich die Kommunikations- und Kooperationsunfähigkeit anhand der unterschiedli-
chen Anträge offenbare (Urk. 30 S. 8), ist nicht weiter einzugehen, da dies in einer
gerichtlich geführten Auseinandersetzung, bei der es um die Obhut geht, in keiner
Weise aussergewöhnlich ist. Auch alleine der Umstand, dass der Gesuchsteller
Kinderschutzmassnahmen beantragen liess (vgl. Urk. 48 S. 13), lässt keinen
Schluss auf die Kommunikations- und Kooperationsbereitschaft zu, wobei diesbe-
züglich im Weiteren auf die nachfolgenden Erwägungen verwiesen sei (E. 4).
3.4.4 Schliesslich führt die Gesuchsgegnerin mehrfach ihre unklare Arbeits- und
Wohnsituation als gegen eine alternierende Obhut sprechenden Faktor an. Zwi-
schenzeitlich hat sie jedoch gemäss ihren eigenen Angaben eine neue Wohnung
gefunden und steht in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis. Ungewissheiten
diesbezüglich bestehen demnach nun nicht mehr. Die geographischen Gegeben-
heiten stehen einer alternierenden Obhut sodann nicht entgegen, zumal der aktu-
elle Wohnort der Gesuchsgegnerin mit dem Auto rund 25 Minuten und mit den öf-
fentlichen Verkehrsmitteln rund 40 Minuten und der künftige Wohnort mit dem Au-
to rund 20 Minuten und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln rund 30 Minuten vom
Wohnort des Gesuchstellers entfernt liegt.
3.4.5 Zusammenfassend ergibt sich, dass einzig die Kriterien der Stabilität und
Kontinuität für die Zuteilung der alleinigen Obhut an die Gesuchsgegnerin spre-
chen. In diesem Zusammenhang kann allerdings nicht darüber hinweggesehen
- 32 -
werden, dass mit der Aufhebung des gemeinsamen Haushalts neue Lebensver-
hältnisse einhergehen, die zwangsläufig von denjenigen abweichen, die dem Kind
bislang bekannt waren und unter denen sich die Eltern auf eine bestimmte Aufga-
benteilung verständigt haben (BGer 5A_373/2018 vom 8. April 2019, E. 3.1).
Auch der Umstand, dass nach einer Trennung der eine Elternteil während den
Betreuungszeiten des anderen Elternteils auch in Randzeiten im Normalfall nicht
mehr zur Verfügung steht, bedeutet eine grundlegende Veränderung der bisheri-
gen Verhältnisse, was die Bedeutung des Kontinuitätsprinzips relativiert (OGer ZH
LE200014 vom 3. Dezember 2020, E. C/5.4.2). Gleiches gilt für die zwischenzeit-
lich etablierte ausgedehnte Betreuung durch den Gesuchsteller, namentlich da die
nunmehr vergangene Zeit für den noch jungen C._ eine verhältnismässig
lange Zeitspanne darstellt (vgl. BGer 5A_629/2019 vom 13. November 2020, E.
8.4.2). Zusätzlich gilt es zu beachten, dass die Gesuchsgegnerin, anders als der
Gesuchsteller, nach dem Auszug aus der ehelichen Wohnung ein weiteres Mal
umgezogen ist und Ende März 2022 nochmals umziehen wird und C._ inso-
weit auch von einer gewissen Stabilität auf Seiten des Gesuchstellers profitieren
kann. Zumal sämtliche weiteren Kriterien einer alternierenden Obhut nicht entge-
gen stehen, namentlich die Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit der Par-
teien in genügendem Masse vorhanden ist, und mangels anderweitiger Angaben
glaubhaft ist, dass sich C._ im gegenwärtig praktizierten Betreuungsmodell
gut entwickelt, ist davon auszugehen, dass er auch künftig davon profitieren wird,
massgeblich von beiden Eltern betreut zu werden. Die Stabilität und Kontinuität
der Verhältnisse kann unter diesen Umständen bei der Zuteilung der Obhut nicht
entscheidend sein, sondern diesen Kriterien ist bei der Ausgestaltung der jeweili-
gen Betreuungsanteile Rechnung zu tragen. Die vorinstanzlich angeordnete alter-
nierende Obhut ist demnach zu bestätigen. Hierfür spricht letztlich auch der Um-
stand, dass selbst die von der Gesuchsgegnerin beantragte Betreuungsregelung
als alternierende Obhut im erörterten Sinne zu qualifizieren wäre, zumal eine Be-
treuung von C._ durch den Gesuchsteller auch unter der Woche und wäh-
rend fünf Ferienwochen beantragt wird. Unter Hinweis auf die Erwägungen zu den
für eine alternierende Obhut erforderlichen Betreuungsanteilen (E. 3.4.1) erweist
sich der Standpunkt der Gesuchsgegnerin als unzutreffend, gemäss welchem die
- 33 -
vorinstanzlich angeordnete Regelung nicht als alternierende Obhut zu qualifizie-
ren sei.
3.5 Betreuungsanteile
3.5.1 Es ist eine Betreuungsregelung festzulegen, die für alle Beteiligten faktisch
und im Grundsatz über längere Zeit gleichbleibend gelebt werden kann und im
Rahmen welcher das Kind von den wertvollen Ressourcen beider Eltern gleich-
ermassen profitieren kann. Dabei ist grundsätzlich unerheblich, ob C._ ne-
ben der persönlichen Betreuung durch die Eltern teilweise auch fremdbetreut
wird. Wichtig ist dagegen eine verlässliche Regelmässigkeit zur Gewährleistung
der nötigen Stabilität.
3.5.2 Wie bereits erwähnt, wird die vorinstanzlich angeordnete Betreuungsrege-
lung dergestalt umgesetzt, dass der Gesuchsteller C._ seit Anfang des Jah-
res 2021 in ungeraden Kalenderwochen von Sonntagabend, 18.00 Uhr, bis Mon-
tagabend, 18.00 Uhr, und in geraden Kalenderwochen von Samstagmorgen,
10.00 Uhr, bis Montagabend, 18.00 Uhr, bzw. seit März 2021 jeweils bereits von
Freitagabend, 18.00 Uhr, betreut (vgl. Urk. 56/19; Urk. 61 S. 3 f.). Die Gesuchs-
gegnerin arbeitete bis Ende Juli 2021 jeweils am Montag sowie am Mittwoch bis
vor 14.00 Uhr (Urk. 61 S. 16), während der Gesuchsteller einem Arbeitspensum
von 70 % nachgeht und dieses flexibel an drei Wochentagen erledigen kann (Urk.
65 S. 2). Dass die Gesuchsgegnerin bei ihrer neuen Stelle, welche sie per 1. Au-
gust 2021 antreten konnte (vgl. Urk. 73/1), andere Arbeitstage hätte, wurde nicht
behauptet (vgl. Urk. 71 S. 2 f.), weshalb davon ausgegangen werden kann, dass
sie weiterhin jeweils am Montag den ganzen Tag und am Mittwochmorgen bzw.
bis nach dem Mittag arbeiten muss.
3.5.3 Bei der Umsetzung der gegenwärtig gelebten Betreuungslösung wurde von
keinen grundsätzlichen Probleme berichtet, nachdem sich diese etabliert hatte.
Die Gesuchsgegnerin beschreibt C._ nach den Betreuungszeiten des Ge-
suchstellers als weinerlich, aggressiv, anhänglich und übermüdet und gibt an,
dass er nach den Sommerferien mit dem Gesuchsteller geweint und sich ihr ge-
genüber negativ geäussert habe. Solche Verhaltensweisen sind nicht nur in Zu-
- 34 -
sammenhang mit der Umstellung der Betreuungszeiten als normal zu erachten,
sondern können bei Kindern im Alter von C._ auch unabhängig von konkre-
ten Auslösern vorkommen. Sicherlich ist dies jedoch kein Anlass, darauf zu
schliessen, dass das Kindeswohl durch die gelebte Betreuungsregelung gefährdet
wäre. Die vom Gesuchsteller vorgebrachten Probleme betreffen vorwiegend das
Verhältnis zwischen regulärer Betreuung und Betreuung in den Ferien, welches
nachfolgend zu klären sein wird. Insgesamt ist folglich festzuhalten, dass sich die
gegenwärtigen Betreuungszeiten der Parteien bewährt haben.
3.5.4 Weshalb diese funktionierenden Betreuungszeiten im Sinne der Anträge der
Gesuchsgegnerin zuungunsten des Gesuchstellers zu reduzieren wären, wurde
nicht schlüssig dargelegt und ist auch nicht ersichtlich. Abgesehen von den all-
gemein formulierten Bedenken in Zusammenhang mit zusätzlichen Übernachtun-
gen erklärt die Gesuchsgegnerin nicht, aus welchem konkreten Grund die gegen-
wärtig praktizierte Übernachtung vor dem jeweiligen Betreuungswochenende je-
weils von Freitag auf Samstag für C._ ein Problem sein soll. Ganz im Gegen-
teil ist davon auszugehen, dass ihm der so geschaffene längere Betreuungsab-
schnitt beim Gesuchsteller zugutekommt, weil er dadurch zwei vollständige Tage
ohne Wechsel bei ihm verbringen kann. Auch die Ferien, welche C._ bislang
beim Gesuchsteller verbringen konnte, haben gezeigt, dass mehrere Übernach-
tungen am Stück nicht weiter problematisch erscheinen. Die Übernachtung von
Sonntag auf Montag deckt sich mit den Berufungsanträgen der Gesuchsgegnerin,
weshalb darauf nicht weiter eingegangen werden muss und diese beizubehalten
ist. Die vom Gesuchsteller beantragte Ausdehnung und Umgestaltung der Be-
treuungszeiten wird von ihm nicht weiter begründet. Einzig der Umstand, dass er
dazu bereit und in der Lage sein will, die Betreuung von C._ zur Hälfte zu
übernehmen (Urk. 42 S. 26), vermag als Begründung nicht zu genügen. Gleiches
gilt für den weiter angeführten Umstand, dass die Gesuchsgegnerin jeweils einen
halben Tag arbeite und er C._ dann betreuen könne bzw. C._ mehr von
einer Betreuung durch ihn als durch Dritte profitieren würde (Urk. 65 S. 4). Ganz
im Gegenteil ist davon auszugehen, dass ein weiterer (singulärer) Betreuungstag
des Gesuchstellers zu Unruhe in C._s Alltag führen und dem Kindeswohl
folglich zuwider laufen würde.
- 35 -
3.5.5 Grundsätzlich stünde dem Gesuchsteller gemäss der vorinstanzlichen Re-
gelung alle zwei Wochen eine zusätzliche Übernachtung zu, da der von der
Vorinstanz vorgesehene Betreuungstag unter der Woche von den Parteien auf
den Montag festgelegt wurde und die ebenfalls vorgesehene Übernachtung nach
der Wochenendbetreuung durch den Gesuchsteller sich mit der Übernachtung vor
dem Betreuungstag unter der Woche deckt. Allerdings ist im Lichte des Kindes-
wohls von einer weiteren Übernachtung von C._ beim Gesuchsteller abzu-
sehen. Zum einen ist die Betreuung durch den Gesuchsteller jeweils am Montag
nicht nur deshalb optimal, da die Gesuchsgegnerin dann arbeitet, sondern diese
kommt auch C._ zugute, da sich dadurch sein Wochenende beim Gesuch-
steller jeweils verlängert und er im Übrigen konstant die Nacht von Sonntag auf
Montag und den anschliessenden Tag beim Gesuchsteller verbringen kann. Zum
anderen würde sich die Betreuungszeit des Gesuchstellers mit einer zusätzlichen
Übernachtung von Montag auf Dienstag alle zwei Wochen auf insgesamt vier
Übernachtungen verlängern, was zumindest im Rahmen des vorliegenden Ehe-
schutzverfahrens und in Anbetracht der bislang (auch während des Zusammenle-
bens) gelebten Betreuungszeiten (vgl. E. 3.4.2) als zu viel erscheint. Die gegen-
wärtige Lösung entspricht dem Kindeswohl besser. Eine zusätzliche Übernach-
tung von Montag auf Dienstag nur jeweils dann, wenn der Gesuchsteller C._
nicht am Wochenende betreut, würde schliesslich zu einer unerwünschten Unre-
gelmässigkeit und Unruhe in C._s Alltag führen und ist deshalb abzulehnen.
Gleiches gilt für einen (gegebenenfalls von den Parteien einvernehmlich zu be-
stimmenden) zusätzlichen Betreuungstag oder auch nur eine zusätzliche Über-
nachtung. Dem Gesagten zufolge wird dem Kindeswohl am besten entsprochen,
wenn der Gesuchsteller C._ wie bislang in den ungeraden Kalenderwochen
jeweils von Sonntagabend, 18.00 Uhr, bis Montagabend, 18.00 Uhr, und in gera-
den Kalenderwochen von Freitagabend, 18.00 Uhr, bis Montag, 18.00 Uhr, be-
treut. Damit kommt es zu keinen Übergaben am Morgen, sodass auf den entspre-
chenden Einwand der Gesuchsgegnerin nicht weiter eingegangen werden muss.
- 36 -
3.6 Ferien und Feiertage
3.6.1 Hinsichtlich der Neujahrsfeiertage erweist sich der Einwand der Gesuchs-
gegnerin als zutreffend, wonach es zu präzisieren gilt, dass C._ in geraden
Jahren den 31. Dezember bis zum 1. Januar und in ungeraden Jahren den 2. bis
3. Januar des Folgejahrs, jeweils von 10.00 Uhr bis 10.00 Uhr beim Gesuchsteller
verbringt (Urk. 30 S. 16). Tatsächlich würde eine wörtliche Auslegung der vo-
rinstanzlichen Regelung nämlich dazu führen, dass C._ im gleichen Jahr drei
Neujahrsfeiertage mit dem Gesuchsteller verbringen würde. Entsprechende Re-
gelung wird im Übrigen auch vom Gesuchsteller beantragt (Urk. 42 S. 3).
3.6.2 Auch die von der Gesuchsgegnerin beantragte Ergänzung, wonach sie an
den Oster- und Pfingstfeiertagen C._ betreuen soll, sofern diese nicht auf ein
Betreuungswochenende des Gesuchstellers fallen (Urk. 48 S. 3 und S. 15) ist
zweckmässig. Damit wird sichergestellt, dass C._ sowohl die gesamten Os-
ter- als auch Pfingstfeiertage mit beiden Eltern erleben kann. Zwar nicht bean-
tragt, aber zur Klarstellung sinnvoll erscheint in diesem Zusammenhang die weite-
re Präzisierung, dass das Osterbetreuungswochenende des jeweiligen Elternteils
jeweils am Karfreitag, 10.00 Uhr, beginnt.
3.6.3 Soweit die Gesuchsgegnerin dem Gesuchsteller die Betreuung in den
Schulferien erst ab Oktober 2021 zugestehen möchte (Urk. 30 S. 16), muss da-
rauf aufgrund der zwischenzeitlich verstrichenen Zeit nicht mehr eingegangen
werden. Der Gesuchsteller verlangt seinerseits, dass klargestellt werde, dass die
Ferienregelung der regulären Betreuung vorgehe, sofern ein Elternteil das Vor-
wahlrecht rechtzeitig geltend gemacht habe (Urk. 54 S. 9 f.). Dass die Ferienrege-
lung der regulären Betreuungsregelung vorgeht, ergibt sich bereits aus dem Um-
stand, dass ansonsten das Recht, in den Ferien zu betreuen, ausgehöhlt würde.
Dies gilt ganz unabhängig von der Ausübung des Wahlrechts, da letzteres einzig
mit der Aufteilung der Ferien zu tun hat. Mit anderen Worten findet während der
acht Ferienwochen, während welcher die Gesuchsgegnerin für die Betreuung zu-
ständig ist, keine Betreuung von C._ durch den Gesuchsteller statt, ausser
die Parteien sollten einvernehmlich hiervon abweichen. Der Vollständigkeit halber
ist weiter festzuhalten, dass auch die Betreuung an den Feiertagen der regulären
- 37 -
Betreuungsregelung und auch der Ferienregelung vorgeht, was sich ebenso aus
dem Zweck dieser Regelungen ergibt.
3.7 Schliesslich beantragt die Gesuchsgegnerin, dass der Gesuchsteller
C._ jeweils holen und bringen solle (Urk. 48 S. 2) und begründet dies damit,
dass dies grundsätzlich die Aufgabe des nicht hauptbetreuenden Elternteils sei
(Urk. 48 S. 34). Der Gesuchsteller dagegen möchte an der seiner Ansicht nach
bewährten Regelung festhalten, wonach C._ von der jeweils betreuenden
Person gebracht wird (Urk. 54 S. 12). Eine derartige Regelung vermittelt dem
Kind die wichtige Botschaft, wonach die jeweils betreuende Person es unterstützt,
dass es zum anderen Elternteil geht, und ist deshalb im Lichte des Kindeswohls
zu begrüssen. Grundsätzlich ist daher eine entsprechende Regelung anzuordnen,
wobei diese auch für die Ferien und Feiertage Geltung haben soll. Aufgrund der
überwiegenden Betreuungsleistung der Gesuchsgegnerin ist für die reguläre Be-
treuung in den Wochen mit ungerader Wochenzahl allerdings eine davon abwei-
chende Ausgestaltung vorzusehen und der Gesuchsteller zu verpflichten,
C._ jeweils am Sonntagabend um 18.00 Uhr abzuholen und am Montag-
abend um 18.00 Uhr zur Gesuchsgegnerin zurückzubringen.
3.8 Zusammenfassend ist der Gesuchsteller für berechtigt und verpflichtet zu
erklären, die Betreuungsverantwortung für den Sohn C._ wie folgt zu über-
nehmen:
- in geraden Kalenderwochen (d.h. jedes zweite Wochenende) von Freitag-
abend, 18:00 Uhr, bis Montagabend, 18:00 Uhr;
- in ungeraden Kalenderwochen von Sonntagabend, 18:00 Uhr, bis Montag-
abend, 18:00 Uhr;
- in ungeraden Jahren am ersten Tag der Weihnachtsfeiertage, das heisst am
25. Dezember, und in geraden Jahren am zweiten Tag der Weihnachtsfeier-
tage, das heisst am 26. Dezember, jeweils von 10:00 Uhr bis am anderen
Tag, 10:00 Uhr;
- 38 -
- in geraden Jahren über die Neujahrsfeiertage vom 31. Dezember bis am
1. Januar und in ungeraden Jahren am zweiten Neujahrsfeiertag, das heisst
am 2. Januar des Folgejahres, jeweils von 10:00 Uhr bis am folgenden Tag,
10:00 Uhr.
Fällt das Betreuungswochenende auf Ostern, so wird der Gesuchsteller zusätzlich
für berechtigt erklärt, den Sohn bereits ab Karfreitag, 10.00 Uhr, bis und mit Os-
termontag zu betreuen. Fällt das Betreuungswochenende auf Pfingsten, so wird
der Gesuchsteller für berechtigt erklärt, den Sohn bis und mit Pfingstmontag zu
betreuen. Fällt das Betreuungswochenende des Gesuchstellers nicht auf einen
dieser Feiertage, betreut die Gesuchsgegnerin C._ während der gesamten
Feiertage, d.h. insbesondere auch am Karfreitag, am Ostermontag und am
Pfingstmontag.
Zudem wird der Gesuchsteller für berechtigt erklärt, den Sohn während der Schul-
ferien für die Dauer von fünf Wochen pro Jahr zu betreuen bzw. mit sich in die Fe-
rien zu nehmen, jeweils für maximal eine Woche am Stück. Über die Aufteilung
der Ferien haben sich die Parteien mindestens drei Monate im Voraus abzuspre-
chen, wobei das Vorwahlrecht in ungeraden Jahren dem Gesuchsteller und in ge-
raden Jahren der Gesuchsgegnerin zusteht.
In der übrigen Zeit wird die Gesuchsgegnerin für berechtigt und verpflichtet er-
klärt, die Betreuungsverantwortung für den Sohn C._ zu übernehmen.
Der Gesuchsteller ist verpflichtet, C._ in Wochen mit ungerader Wochenzahl
jeweils am Sonntagabend, 18.00 Uhr bei der Gesuchsgegnerin abzuholen und ihn
ihr am darauffolgenden Montag, 18.00 Uhr wieder zurückzubringen. Darüber hin-
aus ist der jeweils betreuende Elternteil verpflichtet, C._ am Ende seiner Be-
treuungsverantwortung am Wohnort des anderen Elternteils in dessen Betreu-
ungsverantwortung zu übergeben.
- 39 -
4. Kindesschutzmassnahmen
Abgesehen davon, dass auf die unzulässige Anschlussberufung des Gesuchstel-
lers nicht einzutreten ist, sind die Voraussetzungen zur Anordnung von Kindes-
schutzmassnahmen vorliegend nicht erfüllt, zumal das Wohl von C._ nicht
als gefährdet zu erachten ist (vgl. Art. 307 Abs. 1 ZGB) und derartiges sich klar-
erweise auch nicht aus den zur Begründung der Kindesschutzmassnahmen ange-
fügten Geschehnissen schliessen lässt (vgl. Urk. 42 S. 26 ff.). Damit fehlt es an
einer Grundlage zur Anordnung von Kindesschutzmassnahmen, wobei diese un-
ter den gegebenen Umständen ohnehin nicht verhältnismässig erscheinen wür-
den. Von der Anordnung einer Beistandschaft ist demnach genauso abzusehen
wie von den beantragten Weisungen.
5. Einkommen und Bedarfszahlen
5.1 Die Gesuchsgegnerin beanstandet die Aufteilung des Grundbetrags von
C._ zwischen den Parteien und beansprucht diesen vollumfänglich für den
bei ihr anfallenden Barbedarf (Urk. 30 S. 17). Ebenso moniert sie, dass ihr ab
dem Zeitpunkt des Erlasses des Urteils nicht ein Grundbetrag von Fr. 1'350.– und
dem Gesuchsteller ein solcher von Fr. 1'200.– angerechnet worden sei (Urk. 30
S. 17) sowie dass beim Gesuchsteller Wohnkosten für C._ ausgeschieden
und ein Überschussanteil von einem Drittel für C._ berücksichtigt worden
seien (Urk. 30 S. 18). Ihr seien sodann die Kosten für ein Generalabonnement so-
lange zuzugestehen, als sie keine eigene Wohnung bezogen und keine Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen habe (Urk. 30 S. 18). Weiter weist sie darauf hin, dass die
vertraglichen Familienzulagen des Gesuchstellers mit der Aufnahme einer Er-
werbstätigkeit durch sie wegfallen würden (Urk. 30 S. 19 f.). Zudem sei bei der
Berechnung des Einkommens des Gesuchstellers zu Unrecht kein
13. Monatslohn berücksichtigt worden (Urk. 30 S. 20 f.). Abhängig vom Zeitpunkt
des Bezugs einer neuen Wohnung durch sie seien die vorinstanzlich vorgesehe-
nen Phasen umzugestalten (Urk. 30 S. 21 ff.). In ihrer Eingabe vom 6. April 2021
informiert sie über den am 1. März 2021 erfolgten Umzug in eine 4-
Zimmerwohnung an der H._-strasse ..., ... Zürich, für welche ein monatlicher
Mietzins von Fr. 2'245.– anfalle (Urk. 50/7), wobei zusätzlich ein Parkplatz für
- 40 -
Fr. 240.– pro Monat gemietet worden sei. Ihr Bedarf sowie der Barbedarf von
C._ würde sich entsprechend erhöhen (Urk. 48 S. 16 und S. 37; Urk. 50/7-8).
Sodann erklärt die Gesuchsgegnerin mit Eingabe vom 9. September 2021, dass
sie per 1. August 2021 eine neue unbefristete Anstellung mit einem Arbeitspen-
sum von 28 % als Primarlehrerin bei der Schulgemeinde I._ und einem Ar-
beitspensum von 2 % bei der Stadt Zürich als Betreuerin gefunden habe. Im Au-
gust 2021 habe sie insgesamt Fr. 2'288.– verdient (Urk. 71 S. 2 f.), ab September
2021 verdiene sie insgesamt Fr. 2'591.05 (Urk. 74 S. 1). Weiter teilt sie unter
Verweis auf einen Mietvertrag mit, dass sie per 1. April 2022 eine neue Wohnung
an der J._-strasse ..., K._ beziehen könne (Urk. 74 S. 2; Urk. 76/1).
5.2 Der Gesuchsteller bestreitet mit Verweis auf seinen Arbeitsvertrag
(Urk. 20/2), einen 13. Monatslohn zu erhalten. Bei der Gesuchsgegnerin geht er
abweichend von den vorinstanzlichen Erwägungen von einem Einkommen von
Fr. 3'393.– aus und hält hinsichtlich der vertraglichen Kinderzulagen fest, dass
ihm diese weiterhin ausbezahlt würden. Ihm sei ab Januar 2021 ein Drittel von
C._s Grundbetrag und ein Wohnkostenanteil sowie ein hälftiger Überschus-
santeil für diesen anzurechnen. Zudem sei bei beiden Parteien ein Grundbetrag
von Fr. 1'350.– zu berücksichtigen. Für C._ sei ein Steueranteil von Fr. 245.–
und für die Gesuchsgegnerin ein solcher von Fr. 100.– einzurechnen. Schliesslich
sei der Barbedarf von C._ um die nicht angefallenen Fremdbetreuungskos-
ten von Fr. 615.– zu reduzieren (Urk. 42 S. 31 ff.). Die Wohnung an der H._-
strasse ... sei zu teuer, weshalb die Gesuchsgegnerin den Fr. 2'000.– überstei-
genden Betrag aus ihrem Überschussanteil zu finanzieren habe. Gleiches gelte
für den Parkplatz, welcher ihr nicht angerechnet werden könne, da das Auto kein
Kompetenzstück sei (Urk. 54 S. 14). Schliesslich macht der Gesuchsteller für den
Fall, dass die Einkommensreduktion der Gesuchgegnerin akzeptiert würde, redu-
zierte Mobilitäts- und Verpflegungskosten sowie den Wegfall der Fremdbetreu-
ungskosten geltend (Urk. 78 S. 4 f.).
5.3 Einkommen der Parteien
5.3.1 Aus dem Arbeitsvertrag des Gesuchstellers vom 28. April 2014 ergibt sich,
dass ihm kein 13. Monatslohn zusteht (Urk. 20/2), was auch mit Art. 37 Abs. 1 des
- 41 -
Personalreglements übereinstimmt (Urk. 44/29 S. 14). Ebenso lässt sich auch aus
den Lohnabrechnungen und Lohnausweisen schliessen, dass nebst dem Bonus
keine weiteren Lohnbestandteile ausbezahlt werden (vgl. Urk. 17/11-13 und
Urk. 44/30-31). Einzig mit dem Hinweis, dass der Arbeitsvertrag aus dem Jahr
2014 stamme (Urk. 48 S. 36), vermag die Gesuchsgegnerin den behaupteten
13. Monatslohn nicht glaubhaft zu machen, zumal unwahrscheinlich ist, dass ein
allenfalls neuer Arbeitsvertrag vom Personalreglement abweichen würde. Damit
erweisen sich die vorinstanzlich ermittelten Monatseinkommen des Gesuchstel-
lers (vgl. Urk. 31 S. 38) als korrekt. Soweit sich die Gesuchsgegnerin daran stört,
dass der Gesuchsteller nicht wie vorinstanzlich angenommen einem 90 %-
Pensum nachgeht (Urk. 48 S. 35 und Urk. 61 S. 17), muss dies nicht weiter abge-
handelt werden, da einzig entscheidend ist, dass ab dem 1. Januar 2021 mit ei-
nem Einkommen zu rechnen ist, welches bei einem 90 %-Pensum erzielt werden
kann. Anzumerken bleibt, dass auch die vertraglichen Kinderzulagen gestützt auf
dieses Pensum zu errechnen sind und ab Januar 2021 – wie bereits vorinstanz-
lich angenommen (vgl. Urk. 31 S. 43) – auf Fr. 225.– zu liegen kommen, unge-
achtet des Umstands, dass dem Gesuchsteller aufgrund des kleineren Arbeits-
pensums tatsächlich tiefere vertragliche Kinderzulagen ausbezahlt werden. Der
Gesuchsteller ist deshalb explizit zu verpflichten, nebst den gesetzlichen auch die
vertraglichen Kinderzulagen in der Höhe von (hypothetisch) Fr. 225.– an die Ge-
suchsgegnerin zu bezahlen.
5.3.2 Es ist ausgewiesen, dass der Gesuchsgegnerin für ihre Anstellung in
G._ monatlich Fr. 3'106.20 ausbezahlt wurden (Urk. 50/28). Allerdings ergibt
sich aus der Anstellungsverfügung vom 19. November 2020, dass zusätzlich ein
13. Monatslohn entschädigt wurde (Urk. 33/3), weshalb der Gesuchsgegnerin für
die Zeit vom 1. Januar bis 31. Juli 2021 monatlich gerundet Fr. 3'362.–
(Fr. 3'106.20 + Fr. 255.43 [(Fr. 3'106.20 - Fr. 41.– [Verpflegungszulage]) / 12]) an-
zurechnen sind.
5.3.3 Der Gesuchsgegnerin wurde von der Vorinstanz ab Januar 2021 ein hypo-
thetisches Einkommen von Fr. 3'310.– bei einem Pensum von 40 % angerechnet
(Urk. 31 S. 42). Mit den entsprechenden Erwägungen setzt sich die Gesuchsgeg-
- 42 -
nerin nicht auseinander, sondern sie informiert in ihrer Eingabe vom 9. September
2021 lediglich über ihre neue Anstellung in einem Pensum von 30 % mit einem
Monatslohn von netto Fr. 2'288.– (Urk. 71 S. 2 f.) bzw. Fr. 2'591.05 (Urk. 74 S. 1).
Damit ist sie den eingangs erörterten Begründungsanforderungen nicht nachge-
kommen, zumal sie nicht einmal behauptet hat, es sei ihr nicht zumutbar oder
möglich, das ihr von der Vorinstanz angerechnete hypothetische Einkommen zu
erwirtschaften. Ohnehin ist jedoch die Zumutbarkeit aufgrund der bisherigen Ar-
beitstätigkeit und der Betreuungssituation offensichtlich gegeben und die Ge-
suchsgegnerin hat auch bewiesen, dass sie das ihr hypothetisch angerechnete
Einkommen auch tatsächlich erzielen kann. Die Gesuchsgegnerin macht schliess-
lich auch nicht geltend, dass keine andere Anstellung mit dem von ihr geforderten
Pensum verfügbar gewesen sei, wovon mit Blick auf die derzeit in der Region Zü-
rich offenen Stellen für Lehrpersonen auch nicht auszugehen ist
(https://www.zh.ch/de/bildung/jobs-ausbildungen-im-schulfeld/stellenboerse-im-
schulfeld/volksschule-stellenboerse-regelschulen.html; zuletzt besucht am 17.
Dezember 2021). Es ist in diesem Sinne bei der Gesuchsgegnerin ab dem 1. Au-
gust 2021 von einem hypothetischen Einkommen von Fr. 3'310.– auszugehen.
5.3.4 Hinsichtlich der vertraglichen Kinderzulagen von C._ ist durch die Vor-
lage der Lohnabrechnungen ausgewiesen, dass diese dem Gesuchsteller weiter-
hin zukommen (Urk. 44/30-31) und folglich zu berücksichtigen sind, wobei im Wei-
teren auf die diesbezüglich bereits gemachten Ausführungen verwiesen sei (E.
5.3.1).
5.4 Grundbetrag
5.4.1 C._s Grundbetrag von Fr. 400.– wurde von der Vorinstanz ab dem Er-
lass des angefochtenen Entscheids zu rund einem Drittel dem beim Gesuchsteller
anfallenden Barbedarf und zu rund zwei Dritteln dem bei der Gesuchsgegnerin
anfallenden Barbedarf angerechnet (Urk. 31 S. 48). Dies ist in Anbetracht des auf
den Gesuchsteller entfallenden Betreuungsanteils von rund 30 % (4 von 14 Tagen
während der Schulwochen und 5 von 13 Wochen während der Ferien) korrekt.
Bei diesem Betreuungsanteil fallen nämlich auch etwa 30 % der vom Grundbetrag
abgedeckten Kosten beim Gesuchsteller an, nebst der Nahrung namentlich auch
- 43 -
für gewisse Kleider, Körper- und Gesundheitspflege, Kulturelles und Strom (Richt-
linien der Konferenz der Betreibungs- und Konkursbeamten der Schweiz für die
Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums [Notbedarf] nach Art.
93 SchKG [nachfolgend: Richtlinie Existenzminimum], Ziffer I). Zumal die Kosten
für das Kind da anzurechnen sind, wo sie auch tatsächlich anfallen (vgl. Meyer,
Unterhaltsberechnung: Ist jetzt alles klar?, in: FamPra.ch 2021, S. 911), erweist
sich die Aufteilung des Grundbetrags im Sinne der Vorinstanz ab der Vollstreck-
barkeit des vorinstanzlichen Urteils, das heisst ab Januar 2021 (vgl. Urk. 39), als
zutreffend. Der Einwand der Gesuchsgegnerin ist demnach unbegründet.
5.4.2 Zutreffenderweise beanstanden beide Parteien das Vorgehen der Vor-
instanz, soweit diese die Differenz zwischen den Grundbeträgen für alleinstehen-
de und für alleinerziehende Personen auf die Parteien aufteilt (vgl. Urk. 31
S. 47 f.). Beide Parteien nehmen vorliegend seit Januar 2021 substantielle Be-
treuungsaufgaben wahr, sodass sie ab dann auch beide als alleinerziehende Per-
sonen gelten und ihnen je ein Grundbetrag von Fr. 1'350.– zukommt. Eine Reduk-
tion des Grundbetrags der Gesuchsgegnerin für die Zeit, in welcher sie in Haus-
haltsgemeinschaft mit ihren Eltern lebte, d.h. ab ihrem Stellenantritt in G._
(1. Januar 2021) bis zum Bezug einer eigenen Wohnung am 1. März 2021, ist
zum einen durch die Richtlinie Existenzminimum nicht vorgesehen und wurde
vom Gesuchsteller auch nicht geltend gemacht, weshalb bei der Gesuchsgegne-
rin bereits ab Dezember 2020 mit einem Grundbetrag von Fr. 1'350.– zu rechnen
ist.
5.5 Wohnkosten
5.5.1 Entsprechend den übereinstimmenden Ausführungen der Parteien sind der
Gesuchsgegnerin die Wohnkosten von Fr. 1'500.–, welche für das Wohnen bei
den Eltern angefallen sind, über den 1. Oktober 2020 hinaus bis zum Bezug der
Wohnung an der H._-strasse ..., ... Zürich, am 1. März 2021 zu zwei Dritteln
anzurechnen. Ab dem 1. März 2021 bis zum Bezug der Wohnung an der J._-
strasse ..., K._, per 1. April 2022 ist vom effektiv bezahlten Mietzins von Fr.
2'245.– (Urk. 50/7) auszugehen. Richtig bemerkt der Gesuchsteller, dass dieser
Betrag über den von der Vorinstanz angenommenen hypothetischen Wohnkosten
- 44 -
von Fr. 2'000.– (vgl. Urk. 31 S. 48) liegt. Allerdings erscheint dieser höhere Miet-
zins für eine Wohnung in der Stadt Zürich weiterhin angemessen und rechtfertigt
sich im Übrigen auch aufgrund der beschränkten Dauer des Mietverhältnisses
und des Umstands, dass die Gesuchsgegnerin in den Monaten zuvor bei den El-
tern bzw. im Haus der Eltern wohnte und deshalb ein tiefer Mietzins anfiel, wovon
auch der Gesuchsteller profitierte. Zudem wurde dem Gesuchsteller von der Vo-
rinstanz während sechs Monaten ein Mietzins von Fr. 2'345.– bzw. Fr. 4'320.–
angerechnet (vgl. Urk. 31 S. 45 und S. 49), was den höheren Mietzins der Ge-
suchsgegnerin während rund eines Jahres zusätzlich als gerechtfertigt erscheinen
lässt. Als zutreffend erweist sich der Hinweis des Gesuchstellers, wonach das Au-
to der Gesuchsgegnerin kein Kompetenzstück sei und deshalb keine Kosten für
einen Parkplatz berücksichtigt werden könnten. Daran ändert auch der Umstand
nichts, dass der Gesuchsteller damit einverstanden war, dass die Gesuchsgegne-
rin über das Auto verfügen solle (vgl. Urk. 61 S. 19). Vom 1. März 2021 bis 31.
März 2022 sind der Gesuchsgegnerin folglich zwei Drittel des Mietzinses von Fr.
2'245.–, das heisst gerundet Fr. 1'497.–, als Wohnkosten anzurechnen. Dement-
sprechend fallen für C._ in diesem Zeitraum bei der Gesuchsgegnerin
Wohnkosten von Fr. 748.– an. Ab dem 1. April 2022 ist bei der Gesuchsgegnerin
und bei C._ von den im entsprechenden Mietvertrag ausgewiesenen Wohn-
kosten von Fr. 1'904.– auszugehen (Urk. 76/1), wovon der Anteil der Gesuchs-
gegnerin zwei Drittel bzw. Fr. 1'269.– und jener von C._ ein Drittel bzw. Fr.
635.– beträgt.
5.5 Mobilitätskosten
Der Gesuchsteller anerkennt bei der Gesuchsgegnerin entsprechend ihren Aus-
führungen bis zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit d.h. bis zum 31. Dezember
2020 die Kosten für ein Generalabonnement von monatlich Fr. 320.– (Urk. 42
S. 35), was in Anlehnung an die Erwägungen der Vorinstanz (Urk. 31 S. 54 f.) als
angemessen erscheint. Vom 1. Januar 2021 bis 31. Juli 2021 sind ihr die Kosten
für ein ZVV-Monatsabonnement für drei Zonen von Fr. 125.– anzurechnen, da sie
in dieser Zeit jeweils von Zürich nach G._ reisen musste. Ab dem 1. August
2021 bis zum 31. März 2022 benötigt die Gesuchsgegnerin zur Bestreitung ihres
- 45 -
Arbeitswegs einzig ein ZVV-Abonnement für die Stadt Zürich von Fr. 85.– monat-
lich und ab dem 1. April 2022 erneut ein ZVV-Monatsabonnement für drei Zonen,
da sie ab dann jeweils von K._ nach Zürich reisen wird, sodass ihr ab dann
Fr. 125.– als Kosten für den Arbeitsweg anzurechnen sind.
5.6 Kommunikations- und Versicherungskosten
Zu Recht weist der Gesuchsteller darauf hin, dass bei der Gesuchsgegnerin erst
ab Bezug einer eigenen Wohnung mit den gerichtsüblichen Kommunikationskos-
ten zu rechnen sei (Urk. 42 S. 36). Vorher ist von den nicht eigens beanstandeten
Kosten für das Handyabonnement von Fr. 23.– auszugehen (Urk. 31 S. 52). Glei-
ches gilt für die Versicherungskosten von Fr. 25.–, welche der Gesuchsgegnerin
erst ab Bezug der eigenen Wohnung anzurechnen sind (vgl. Urk. 31 S. 53), zumal
diese Erwägungen von ihr nicht beanstandet wurden.
5.7 Fremdbetreuungskosten
Der Gesuchsteller macht geltend, der Barbedarf von C._ sei um die nicht an-
gefallenen Fremdbetreuungskosten von Fr. 615.– zu reduzieren (Urk. 42
S. 31 ff.), was von der Gesuchsgegnerin nicht substantiiert bestritten wird (Urk. 48
S. 38). In ihrer Eingabe vom 29. Juni 2021 erklärt sie, C._ werde künftig je-
weils am Mittwochmorgen eine Spielgruppe besuchen (Urk. 61 S. 16). Dies wurde
vom Gesuchsteller mit Nichtwissen bestritten (Urk. 65 S. 11). Da von der Ge-
suchsgegnerin keine weiteren Ausführungen gemacht wurden, ob C._ nun
tatsächlich die Spielgruppe besucht, ist davon auszugehen, dass er am Mitt-
wochmorgen nicht in die Spielgruppe geht, sondern von seiner Grossmutter be-
treut wird (vgl. Urk. 61 S. 16). Die diesbezüglich geltend gemachten Kosten von
Fr. 100.– pro Betreuung können durch die vorgängig vom Gesuchsteller aufge-
stellte Behauptung, wonach keine Fremdbetreuungskosten zu berücksichtigen
seien (Urk. 42 S. 36), als mitbestritten gelten, wobei nicht glaubhaft ist, dass die
Gesuchsgegnerin ihre Mutter für die Betreuung von C._ mit Fr. 100.– pro
Halbtag zu entschädigen hätte. Gemeinhin erfolgt die Betreuung der Enkelkinder
durch die Grosseltern unentgeltlich, wobei das Gegenteil nicht bereits aufgrund
eines gemeinsam unterzeichneten Schreibens (vgl. Urk. 50/23) glaubhaft er-
- 46 -
scheint, sondern diesbezüglich tatsächliche Zahlungsbelege vorzulegen wären.
Es ist folglich den Vorbringen des Gesuchstellers zu folgen und bei C._ sind
keine Fremdbetreuungskosten zu berücksichtigen, was eine Reduktion seines bei
der Gesuchsgegnerin anfallenden Barbedarfs um Fr. 615.– ergibt. Sollte die Ge-
suchsgegenerin künftig ihr Arbeitspensum auf die von ihr geforderten 40 % aus-
dehnen, ist nicht davon auszugehen, dass für C._ Fremdbetreuungskosten
anfallen werden, zumal dies offenbar auch nicht der Fall war, als die Gesuchs-
gegnerin in einem solchen Pensum in G._ gearbeitet hat, und für die Betreu-
ung durch die Grossmutter keine Fremdbetreuungskosten im Barbedarf zu be-
rücksichtigen sind.
5.8 Steuern
5.8.1 Die ausführliche Steuerberechnung der Vorinstanz (Urk. 31 S. 56 ff.) wird
von den Parteien zu Recht nicht in Zweifel gezogen. Die vorstehend abgehandel-
ten Veränderungen bleiben im Weiteren ohne relevanten Einfluss auf den anzu-
rechnenden Steuerbetrag, weshalb eine Korrektur unterbleiben kann. Erwähnt
sei, dass die von der Vorinstanz beim Gesuchsteller ermittelten Steuern ab Janu-
ar 2021 von Fr. 470.– pro Monat in dieser Grössenordnung mutmasslich auch be-
reits im Dezember 2020 angefallen sind. Hinsichtlich der auf Seiten der Gesuchs-
gegnerin berücksichtigten Steuern weist der Gesuchsteller allerdings zu Recht da-
rauf hin, dass gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung auch für C._ ein
Steueranteil auszuscheiden sei (Urk. 42 S. 35 f.). In Anwendung der vom Bun-
desgericht festgelegten Methode, gemäss welcher die dem Kind zuzurechnenden,
aber vom Empfängerelternteil zu versteuernden Einkünfte in das Verhältnis zu
den vom Empfängerelternteil insgesamt zu versteuernden Einkünften zu setzen
sind und der daraus ermittelte Anteil an der gesamten Steuerschuld im erweiter-
ten Bedarf des Kindes zu berücksichtigen ist (BGE 147 III 457 E. 4.2.3.5), resul-
tiert ab 1. Januar 2021 ein Steuerbetrag für C._ von gerundet Fr. 80.– (Fr.
345.– x [Fr. 1'358.– Barunterhalt und Überschussanteil, vgl. unten E. 6.3, +
Fr. 425.– Familienzulagen] / Fr. 5'805.– steuerrechtlich relevantes Monatsein-
kommen bestehend aus Kinder- und Ehegattenunterhalt, Familienzulagen und
hypothetischem Einkommen]) und für die Gesuchsgegnerin ein solcher von
- 47 -
Fr. 265.– (Fr. 345.– x [Fr. 3'310.– hypothetisches Einkommen der Gesuchsgegne-
rin + Fr. 939.– Ehegattenunterhalt + Fr. 198.– Betreuungsunterhalt, vgl. unten
E. 6.3] / Fr. 5'805.– steuerrechtlich relevantes Monatseinkommen bestehend aus
Kinder- und Ehegattenunterhalt, Familienzulagen und hypothetischem Einkom-
men]). Im Dezember 2020 ist der von der Vorinstanz bei der Gesuchsgegnerin
ermittelte Steuerbetrag von Fr. 180.– im Verhältnis des Barunterhalts inklusive
Kinderzulagen bzw. des Betreuungsunterhalts zum gesamten Unterhaltsbeitrag
aufzuteilen und folglich im Umfang von gerundet Fr. 50.– (Fr. 180.– x [Fr. 770.– +
Fr. 375.–] / [3'530.– + Fr. 375.–]) bei C._ und rund Fr. 130.– (Fr. 180.– x Fr.
3'530.– / [4'300 + Fr. 375.–]) bei der Gesuchsgegnerin anzurechnen.
5.8.2 Grundsätzlich geht die Vorinstanz richtig in der Annahme, dass bei den Le-
benshaltungskosten nur die darauf entfallenden Steuern zu berücksichtigen sind
(Urk. 31 S. 59). Allerdings kann nicht allgemein gültig auf einen Pauschalbetrag
von Fr. 100.– abgestellt werden. Da vorliegend der Überschussanteil, welcher der
Gesuchsgegnerin als Ehegattenunterhalt zusteht, insgesamt für die Steuerbe-
rechnung vernachlässigbar erscheint, kann bei den Lebenshaltungskosten vom
gleichen Steuerbetrag ausgegangen werden, wie er der Gesuchsgegnerin in ih-
rem familienrechtlichen Existenzminimum angerechnet wird.
6. Unterhaltsberechnung
6.1 Die Berechnung des Unterhaltsbeitrags bis November 2020 wurde von den Parteien nicht beanstandet, weshalb die entsprechenden Zahlen beizubehalten
sind (Urk. 31 S. 59 ff.).
6.2 Im Dezember 2020 reicht das Einkommen des Gesuchstellers (Fr. 5'911.– netto, vgl. Urk. 31 S. 38) nicht aus, um sowohl den eigenen Bedarf als auch den
Bar- und Betreuungsunterhalt von C._ zu decken. Die Vorinstanz wies indes
darauf hin, dass der Gesuchsteller vorab bereits mit einem vorübergehenden
Vermögensverzehr gerechnet hatte, weshalb sie ihn zur Deckung des Mankos auf
sein Vermögen verwies (Urk. 31 S. 44). Der Gesuchsteller hat im Berufungsver-
fahren gegen dieses Vorgehen nichts einzuwenden, weshalb für Dezember 2020
ein Kinderunterhaltsbeitrag gestützt auf das familienrechtliche Existenzminimum
- 48 -
und ungeachtet der tatsächlichen Einkünfte des Gesuchstellers zu ermitteln ist.
Die Bedarfszahlen gestalten sich wie folgt:
Gesuchsgegnerin C._ Gesuchsteller
Grundbetrag Fr. 1'350.– Fr. 400.– Fr. 1'200.– Wohnkosten Fr. 1'000.– Fr. 500.– Fr. 2'000.– Krankenkasse KVG Fr. 400.– Fr. 105.– Fr. 295.– Krankenkasse VVG Fr. 80.– Fr. 20.– Fr. 0.– Gesundheitskosten Fr. 225.– Fr. 70.– Fr. 0.– Tel./TV/Intern. Fr. 25.– Fr. 120.– Serafe Fr. 0.– Fr. 30.– Versicherungen Fr. 0.– Fr. 25.– Mobilität Fr. 320.– Fr. 85.– Steuern Fr. 130.– Fr. 50.– Fr. 470.– Total Fr. 3'530.– Fr. 1'145.– Fr. 4'225.–
Der Gesuchsteller ist zu verpflichten, im Dezember 2020 für den Barunterhalt von
C._ von Fr. 770.– (Fr. 1'145.– - Fr. 375.– [Kinder- und Familienzulagen]) und
für den ihm zustehenden Betreuungsunterhalt von Fr. 3'530.– aufzukommen, was
insgesamt einen Kinderunterhaltsbeitrag von Fr. 4'300.– ergibt. Beim Ehegatten-
unterhalt bleibt es aufgrund des Verschlechterungsverbots (vgl. E. 2.5) bei den
von der Vorinstanz für Dezember 2020 zugesprochenen Fr. 80.–.
6.3 Ab 1. Januar 2021 bis 28. Februar 2021 sind die geschuldeten  gestützt auf die nachfolgenden Bedarfs- und Einkommenszahlen zu er-
rechnen:
Bedarfszahlen Gesuchsgegnerin C._ bei der Gesuchsgegnerin
Gesuchsteller C._ beim 
Grundbetrag Fr. 1'350.– Fr. 270.– Fr. 1'350.– Fr. 130.– Wohnkosten Fr. 1'000.– Fr. 500.– Fr. 1'335.– Fr. 665.– Krankenkasse KVG Fr. 400.– Fr. 105.– Fr. 295.– Krankenkasse VVG Fr. 80.– Fr. 20.– Fr. 15.– Gesundheitskosten Fr. 225.– Fr. 70.– Fr. 0.– Tel./TV/Intern. Fr. 25.– Fr. 120.– Serafe Fr. 0.– Fr. 30.– Versicherungen Fr. 0.– Fr. 25.– Mobilität Fr. 125.– Fr. 85.– Auswärtige 
Fr. 90.– Fr. 175.–
- 49 -
Steuern Fr. 265.– Fr. 80.– Fr. 470.– Total Fr. 3'560.– Fr. 1'045.– Fr. 3'900.– Fr. 795.–
Die Leistungsfähigkeit des Gesuchstellers beträgt Fr. 3'962.– (Fr. 7'862.– [vgl.
Urk. 31 S. 38 und S. 44] - Fr. 3'900.–), womit er sowohl den bei ihm als auch den
bei der Gesuchsgegnerin anfallenden Barbedarf von C._ decken kann und
der Gesuchsgegnerin für C._ folglich monatlich Fr. 620.– (Fr. 1'045.– - Fr.
425.– [Kinder- und Familienzulagen, vgl. Urk. 31 S. 43 sowie oben E. 5.3.1]) als
Barunterhaltsbeitrag zu bezahlen hat. Weiter hat er für den Betreuungsunterhalt
von Fr. 198.– (Fr. 3'560.– - Fr. 3'362.–) aufzukommen. Danach verbleibt ein
Überschuss von Fr. 2'349.– (Fr. 3'962.– - Fr. 795.– - Fr. 620.– - Fr. 198.–). Diesen
Überschuss hat die Vorinstanz im Umfang von je 40% den Parteien und im Um-
fang von 20% C._ zugewiesen, alsdann jedoch den 20%-Überschussanteil
von C._ zufolge der geteilten Obhut im Umfang 2/3 dem Haushalt der Ge-
suchsgegnerin und im Umfang von 1/3 dem Haushalt des Gesuchstellers zuge-
wiesen (vgl. Urk. 31 S. 58). Diese Überschussverteilung überzeugt, zumal die
verbleibenden Mittel nach grossen und kleinen Köpfen aufgeteilt und zudem die
Betreuungsverhältnisse gebührend berücksichtigt wurden (Urk. 31 S. 58). Da sich
C._ zu rund 30 % beim Gesuchsteller aufhält, partizipiert er auch in entspre-
chendem Umfang tatsächlich am Überschuss, weshalb entgegen der Ansicht der
Parteien (Urk. 30 S. 24 und Urk. 42 S. 39) die vorinstanzliche Vorgehensweise
zutreffend ist. Der für die Unterhaltsberechnung massgebende Überschussanteil
von C._ beträgt demnach 13.3% (1/5 x 2/3) und damit rund Fr. 313.– (13.3%
von Fr. 2'349.–), sodass sich der Unterhaltsbeitrag gesamthaft auf monatlich Fr.
1'131.– (Fr. 620.– + Fr. 198.– + Fr. 313.–) beläuft. Der geschuldete Ehegattenun-
terhalt entspricht dem der Gesuchsgegnerin zustehenden Überschussanteil von
40% und beträgt folglich Fr. 939.– (40% von Fr. 2'349.–). Da der Betreuungsun-
terhalt gegenüber dem von der Gesuchsgegnerin beantragten Betrag um Fr.
232.– reduziert wurde, beträgt der von der Gesuchsgegnerin beantragte Ehegat-
tenunterhalt nicht Fr. 750.–, sondern Fr. 982.– (vgl. Berufungsantrag Ziffer 4 Abs.
2), sodass mit dem ihr zuzusprechenden Ehegattenunterhalt die Dispositionsma-
xime nicht verletzt wird.
- 50 -
6.4 Mit dem Bezug der Wohnung an der H._-strasse ... per 1. März 2021 erhöht sich der bei der Gesuchsgegnerin anfallende Barbedarf von C._ um
Fr. 248.– auf Fr. 1'293.– (Fr. 1'045.– + Fr. 248.– Erhöhung Wohnkostenanteil) und
der Bedarf der Gesuchsgegnerin um Fr. 649.– auf Fr. 4'209.– (Fr. 3'560.– +
Fr. 497.– Erhöhung Wohnkostenanteil + Fr. 97.– Erhöhung Kommunikationskos-
ten + Fr. 30.– Serafe + Fr. 25.– Versicherungskosten). Der vom Gesuchsteller zu
leistende Barunterhaltsbeitrag beträgt daher Fr. 868.– (Fr. 1'293.– - Fr. 425.–
[Kinder- und Familienzulagen]), der Betreuungsunterhalt Fr. 847.– (Fr. 4'209.– -
Fr. 3'362.–). Nach Deckung von Bar- und Betreuungsunterhalt verbleibt ein Ge-
samtüberschuss von Fr. 1'452.– (Fr. 3'962.– - Fr. 795.– - Fr. 868.– - Fr. 847.–),
welcher nach denselben Grundsätzen auf die Parteien und C._ zu verteilen
ist (vgl. oben E. 6.3). Entsprechend beträgt der Überschussanteil von C._
rund Fr. 194.– (13.3% von Fr. 1'452.–) und jener der Gesuchsgegnerin Fr. 581.–
(40% von Fr. 1'452.–). Der Gesuchsteller schuldet der Gesuchsgegnerin für
C._ in dieser Phase folglich einen Unterhaltsbeitrag von monatlich insgesamt
Fr. 1'909.– (Fr. 868.– + Fr. 847.– + Fr. 194.–). Beim Ehegattenunterhalt bleibt es
trotz eines Überschussanteils der Gesuchsgegnerin von Fr. 581.– aufgrund des
Verschlechterungsverbots (vgl. E. 2.5) bei den von der Vorinstanz ab 1. Januar
2021 zugesprochenen Fr. 735.–.
Der Stellenwechsel der Gesuchsgegnerin per 1. August 2021 führt zu einer Re-
duktion ihres (hypothetischen) Einkommens um Fr. 52.– (Fr. 3'362.– - Fr. 3'310.–
), wobei sich auch ihr Bedarf aufgrund der tieferen Mobilitätskosten um Fr. 40.–
(Fr. 125.– - Fr. 85.–) auf Fr. 4'169.– reduziert. Grundsätzlich wäre der Betreu-
ungsunterhalt demnach um Fr. 12.– zu erhöhen. Da sich die Überschussanteile
dadurch anteilsmässig verringern, kann jedoch von einer Anpassung der Unter-
haltsbeiträge zufolge Geringfügigkeit abgesehen werden.
6.5 Mit dem Umzug der Gesuchsgegnerin nach K._ per 1. April 2022 redu-
ziert sich der bei ihr anfallende Wohnkostenanteil von C._ um Fr. 113.–
(Fr. 748.– - Fr. 635.–), womit ein Barbedarf von Fr. 1'180.– (Fr. 1'293.– -
Fr. 113.–) resultiert. Bei der Gesuchsgegnerin führt der Umzug zu einer Reduktion
ihres Wohnkostenanteils um Fr. 228.– (Fr. 1'497.– - Fr. 1'269.–) und einer Erhö-
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hung der Mobilitätskosten um Fr. 40.– (Fr. 125.– - Fr. 85.–), weshalb ihr Bedarf ab
diesem Zeitpunkt Fr. 3'981.– (Fr. 4'169.– - Fr. 228.– + Fr. 40.–) beträgt.
Ab 1. April 2022 ist der Gesuchsteller demnach zu verpflichten, der  für C._ monatlich einen Barunterhaltsbeitrag von Fr. 755.– (Fr.
1'180.– - Fr. 425.–), einen Betreuungsunterhalt von Fr. 671.– (Fr. 3'981.– - Fr.
3'310.–) sowie einen Überschussanteil von rund Fr. 232.– (13.3% vom Gesamt-
überschuss von 1'741.– [Fr. 3'962.– - Fr. 795.– - Fr. 755.– - Fr. 671.–]) zu bezah-
len, was insgesamt einen Kinderunterhaltsbeitrag von Fr. 1'658.– (Fr. 755.– + Fr.
671.– + Fr. 232.–) ergibt. Der Überschussanteil der Gesuchgegnerin beträgt Fr.
696.– (40% von Fr. 1'741.–), weshalb es aufgrund des Verschlechterungsverbots
(vgl. E. 2.5) ab 1. April 2022 bei dem von der Vorinstanz ab 1. Januar 2021 zuge-
sprochenen Unterhaltsbeitrag von Fr. 735.– bleibt.
6.6 Zusammenfassend ist der Gesuchsteller zu verpflichten, der Gesuchsgegne-
rin an die Kosten des Unterhalts und der Erziehung von C._ monatlich fol-
gende Unterhaltsbeiträge zu bezahlen:
- Fr. 3'935.– zuzüglich der Kinder- und Familienzulagen von Fr. 450.–
(davon Fr. 3'215.– als Betreuungsunterhalt)
ab 1. April 2020 bis 31. Mai 2020;
- Fr. 4'130.– zuzüglich der Kinder- und Familienzulagen von Fr. 450.–
(davon Fr. 3'450.– als Betreuungsunterhalt)
ab 1. Juni 2020 bis 30. Juni 2020;
- Fr. 4'095.– zuzüglich der Kinder- und Familienzulagen von Fr. 450.–
(davon Fr. 3'450.– als Betreuungsunterhalt)
ab 1. Juli 2020 bis 31. Juli 2020;
- Fr. 4'220.– zuzüglich der Kinder- und Familienzulagen von Fr. 375.–
(davon Fr. 3'500.– als Betreuungsunterhalt)
ab 1. August 2020 bis 30. November 2020;
- Fr. 4'300.– zuzüglich der Kinder- und Familienzulagen von Fr. 375.–
(davon Fr. 3'530.– als Betreuungsunterhalt)
ab 1. Dezember 2020 bis 31. Dezember 2020;
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- Fr. 1'131.– zuzüglich vertraglicher Kinder- und Familienzulagen von
Fr. 225.– sowie allfälliger gesetzlicher Familienzulagen (da-
von Fr. 198.– als Betreuungsunterhalt)
ab 1. Januar 2021 bis 28. Februar 2021;
- Fr. 1'909.– zuzüglich vertraglicher Kinder- und Familienzulagen von
Fr. 225.– sowie allfälliger gesetzlicher Familienzulagen (da-
von Fr. 847.– als Betreuungsunterhalt)
ab 1. März 2021 bis 31. März 2022;
- Fr. 1'658.– zuzüglich vertraglicher Kinder- und Familienzulagen von
Fr. 225.– sowie allfälliger gesetzlicher Familienzulagen (da-
von Fr. 671.– als Betreuungsunterhalt)
ab 1. April 2022 für die weitere Dauer des Getrenntlebens.
Weiter ist der Gesuchsteller zu verpflichten, der Gesuchsgegnerin monatlich fol-
gende Ehegattenunterhaltsbeiträge zu bezahlen:
- Fr. 185.– ab 1. April 2020 bis 31. Mai 2020;
- Fr. 115.– ab 1. Juni 2020 bis 30. Juni 2020;
- Fr. 40.– ab 1. Juli 2020 bis 31. Juli 2020;
- Fr. 45.– ab 1. August 2020 bis 30. November 2020;
- Fr. 80.– für Dezember 2020;
- Fr. 939.– ab 1. Januar 2021 bis 28. Februar 2021;
- Fr. 735.– ab 1. März 2021 für die weitere Dauer des Getrenntlebens.
Diese Unterhaltsbeiträge sind zahlbar monatlich im Voraus, jeweils auf den Ersten
eines jeden Monats.
7. Kosten- und Entschädigungsfolgen
7.1 Kosten- und Entschädigungsfolgen des erstinstanzlichen Verfahrens
Da mit vorliegendem Entscheid neu über die Sache befunden wird, ist gemäss
Art. 318 Abs. 3 ZPO auch über die erstinstanzlichen Prozesskosten zu entschei-
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den. Hinsichtlich der nichtvermögensrechtlichen Kinderbelange rechtfertigt sich
unabhängig vom Verfahrensausgang praxisgemäss eine hälftige Kostenauflage
(Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO; ZR 84 Nr. 41). Wenngleich die Unterhaltsregelung
massgeblich von der Zuteilung der Obhut abhängt, sind die Kosten im Zusam-
menhang mit dem Unterhaltsstreit demgegenüber nach dem Ausgang des Verfah-
rens zu verteilen (Art. 106 Abs. 1 und 2 ZPO). Da der Gesuchsteller hinsichtlich
des Kinderunterhalts nach vorliegendem Erkenntnis in einer ersten Phase fast
vollumfänglich unterliegt, in einer deutlich längeren zweiten Phase indes zu rund
60 % obsiegt und auch beim Ehegattenunterhalt als klar obsiegend zu erachten
ist, erweist sich eine hälftige Kostenauflage auch im Unterhaltspunkt als ange-
messen, weshalb das erstinstanzliche Kostendispositiv zu bestätigen ist.
7.2 Kosten- und Entschädigungsfolgen des zweitinstanzlichen Verfahrens
Die Höhe der Entscheidgebühr richtet sich für das Berufungsverfahren nach § 12
Abs. 1 und 2 in Verbindung mit § 5 Abs. 1 und § 6 Abs. 1 und Abs. 2 lit. b der Ge-
bührenverordnung des Obergerichts vom 8. September 2010 (GebV OG). Unter
Berücksichtigung des tatsächlichen Streitinteresses, des Zeitaufwands des Ge-
richts und der Schwierigkeit des Falles erscheint eine Entscheidgebühr von
Fr. 7'000.– als angemessen.
Gegenstand des Berufungsverfahrens sind im Wesentlichen Kinderbelange und
Unterhaltsfragen. Entsprechend vorerwähnter Praxis rechtfertigt sich hinsichtlich
der nicht vermögensrechtlichen Kinderbelange unabhängig vom Verfahrensaus-
gang eine hälftige Kostenauflage. Da der Gesuchsteller im Unterhaltsstreit mit
seiner unzulässigen Anschlussberufung unterliegt, er hinsichtlich der übrigen un-
terhaltsrechtlichen Angelegenheiten demgegenüber nahezu vollumfänglich ob-
siegt, erscheint auch hinsichtlich der Unterhaltsfragen eine hälftige Kostenauflage
angemessen. Die Kosten des Berufungsverfahren sind den Parteien demnach je
zur Hälfte aufzuerlegen und die Parteientschädigungen wettzuschlagen.
7.3 Prozesskostenbeitrag
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Die Gesuchsgegnerin verlangt in ihrem Berufungsantrag Ziffer 5 einen Prozess-
kostenbeitrag für das vorinstanzliche Verfahren. Sollte der Gesuchsteller aller-
dings seinerseits keine Berufung erheben, wird eventualiter die Bestätigung von
Dispositiv-Ziffer 11 des angefochtenen Entscheids beantragt (Urk. 30 S. 4 und S.
30). Da der Gesuchsteller keine eigenständige Berufung erhoben hat, ist Beru-
fungsantrag Ziffer 5 abzuweisen und Dispositiv-Ziffer 11 entsprechend dem Even-
tualantrag zu bestätigen.