Decision ID: 0a14c585-a85c-50c3-8593-029016e7974c
Year: 2009
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer – ein kosovarischer Staatsangehöriger und ethnischer Ashkali aus B._ – sein Heimatland eigenen Angaben zufolge an einem ihm unbekannten Datum verliess und durch ihm unbekannte Länder am 14. Juni 2009 illegal in die Schweiz einreiste, wo er am 15. Juni 2009 im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) (...) um Asyl nachsuchte,
dass er dort am 22. Juni 2009 summarisch befragt und das BFM den Beschwerdeführer am 30. Juli 2009 gestützt auf Art. 29 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) ausführlich zu seinen Asylgründen anhörte,
dass der Beschwerdeführer anlässlich der Befragungen im  geltend machte, er leide seit zwei Jahren an Epilepsie und  regelmässig Medikamente einnehmen,
dass er seinen Heimatstaat verlassen habe, um sich in der Schweiz medizinisch behandeln zu lassen,
dass das BFM mit Verfügung vom 10. August 2009 – am gleichen Tag eröffnet – in Anwendung von Art. 32 Abs. 1 AsylG auf das Asylgesuch nicht eintrat und die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,
dass das BFM zur Begründung anführte, der Beschwerdeführer sei in die Schweiz gekommen, um sich medizinisch untersuchen zu lassen,
dass er damit in keiner Weise zu erkennen gebe, dass er um Schutz vor Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG oder Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und  (EMRK, SR 0.101) ersuche, mithin kein Asylgesuch gemäss Art. 18 AsylG vorliege,
dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 17. August 2009 gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und dabei beantragte, die vorinstanzliche Behörde sei anzuweisen,  auf Art. 32 Abs. lit. c AsylG auf das Asylgesuch einzutreten, der negative Entscheid des BFM vom 10. August 2009 sei teilweise aufzu-
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heben und es sei die Unzumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung festzustellen,
dass der Beschwerdeführer überdies in prozessualer Hinsicht die  der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das  (VwVG, SR 172.021) beantragte,
dass die vorinstanzlichen Akten per Fax am 18. August 2009 beim Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden  Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-34 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),
dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung  berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung  Änderung hat und daher zur Einreichung der  legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass somit auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte  einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG),
dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen (Art. 32-35 AsylG), die Beurteilungskompetenz der  grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,
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dass sich die Beschwerdeinstanz – sofern sie den  als unrechtmässig erachtet – einer selbständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl.  und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),
dass deshalb auf die Beschwerde, soweit die Gewährung von Asyl  wird, nicht einzutreten ist,
dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs  prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle Kognition zukommt,
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in  Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters  einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen  verzichtet wurde,
dass nach Art. 32 Abs. 1 AsylG auf Gesuche, welche die  von Art. 18 AsylG nicht erfüllen, nicht eingetreten wird,
dass jede Äusserung, mit der eine Person zu erkennen gibt, dass sie die Schweiz um Schutz vor Verfolgung nachsucht, als Asylgesuch gilt (Art. 18 AsylG),
dass das Bundesamt zu Recht zum Schluss gelangt ist, der  mache keine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG oder  im Sinne von Art. 3 EMRK geltend,
dass der Beschwerdeführer im Rahmen des vorinstanzlichen  vielmehr unmissverständlich angab, allein deshalb in die Schweiz gekommen zu sein, um sich medizinisch untersuchen zu lassen und überdies bestätigte, in seiner Heimat nicht verfolgt zu sein (A16, S. 6),
dass das Bundesamt somit zu Recht in Anwendung von Art. 32 Abs. 1 AsylG auf das Gesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist,
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dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine  erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer  besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte  im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und  vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,
dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den  Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern , wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]),
dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn  Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),
dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land  werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),
dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung dieser massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da der Beschwerdeführer keine asylrechtlich erhebliche  geltend machte, weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulements im vorliegenden  keine Anwendung findet und keine Anhaltspunkte für eine  Behandlung ersichtlich sind, die dem  im Heimat- oder Herkunftsstaat droht,
dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als  erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),
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dass weder die allgemeine Lage im Heimat- bzw. Herkunftsstaat des Beschwerdeführers noch individuelle Gründe auf eine konkrete  im Falle einer Rückkehr schliessen lassen, weshalb der  der Wegweisung vorliegend zumutbar ist,
dass das Bundesverwaltungsgericht den Vollzug der Wegweisung von albanischsprachigen Roma, Ashkali und Ägyptern in den Kosovo  auf die dort herrschende allgemeine (Sicherheits-) Lage als in der Regel zumutbar erachtet, sofern aufgrund einer Einzelfallabklärung bestimmte Reintegrationskriterien (namentlich berufliche Ausbildung, Gesundheitszustand, Alter, ausreichende wirtschaftliche  und Beziehungsnetz im Kosovo) als gegeben erachtet werden können (vgl. dazu letztmals Entscheide des Schweizerischen  [BVGE] 2007/10, mit weiteren Hinweisen),
dass die genannten Reintegrationskriterien aufgrund der Aktenlage als erfüllt zu erachten sind,
dass der Beschwerdeführer die Mittelschule für Bauarbeiten besucht hat und somit über eine überdurchschnittlich gute Ausbildung verfügt, die es ihm ermöglichen wird, ein genügendes wirtschaftliches  zu generieren,
dass er an einer Krankheit, namentlich Epilepsie, leidet, jedoch aus dem Arztbericht vom 8. Juli 2009 hervorgeht, dass diese mit  behandelt werden kann (vgl. A15) und aus den vorliegenden Akten keine Hinweise zu entnehmen sind, der Beschwerdeführer  in seiner Heimat nicht adäquat medizinisch behandelt werden, zumal er auch vor der Ausreise offenbar medizinisch betreut worden war,
dass der Beschwerdeführer keine Identitätsdokumente zu den Akten reichte und deshalb zur Bestimmung seines Alters eine  zur Altersbestimmung durchgeführt wurde,
dass das Knochenalter des Beschwerdeführers einem Alter von 18 Jahren entsprechen soll (vgl. A10),
dass sich indes gemäss EMARK 2001 Nr. 23 E. 4b S. 186 mit der  der Knochenaltersanalyse das Alter einer Person nicht genau, sondern nur innerhalb einer bestimmten Bandbreite bestimmen lässt
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und die Abweichungen je nach Rasse, Geschlecht und Alter unterschiedlich sind und bis zu drei Jahren betragen können,
dass in casu die Altersangabe des Beschwerdeführers innerhalb der oben erwähnten Bandbreite liegt, weshalb die Knochenaltersanalyse den Beweis der Volljährigkeit des Beschwerdeführers nicht zu  vermag,
dass der Grundsatz, wonach die asylsuchende Person nach Art. 8 ZGB die Beweislast für die von ihr behauptete, von den Asylbehörden jedoch in Zweifel gezogene Minderjährigkeit trägt, wirkt sich allerdings erst dann zu Ungunsten der betreffenden Person aus, wenn die  der Minderjährigkeit tatsächlich unbewiesen bleibt – das heisst weder der asylsuchenden Person der Nachweis gelingt, dass sie weniger als 18 Jahre alt ist, noch der Behörde, dass jene Person mehr als 18jährig ist, – weil sich andernfalls die Frage der  gar nicht stellt (vgl. EMARK 2004 Nr. 30 E. 5.2 S. 208 f.),
dass aufgrund der glaubhaften Aussagen von der Minderjährigkeit des Beschwerdeführers auszugehen ist, wobei festzustellen ist, dass der Beschwerdeführer am 7. Dezember 2009 die Volljährigkeit erreichen wird,
dass sich der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmitteleingabe auf Art. 3 Abs. 1 des Übereinkommens vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes (SR 0.107) stützt, welcher besage, dass bei allen Massnahmen, welche die Behörden träfen, das Wohl des Kindes zu berücksichtigen sei,
dass der Beschwerdeführer sein ganzes bisheriges Leben (vor seiner Ausreise) im Kosovo gelebt hat,
dass der Beschwerdeführer vor seiner Ausreise mit seiner Mutter bei einem Onkel väterlicherseits gelebt hat und auch noch weitere  im Kosovo leben,
dass er deshalb über ein familiäres Beziehungsnetz im Kosovo verfügt,
dass er insbesondere zu seiner im Kosovo lebenden Mutter  kann,
dass sich deshalb Abklärungen vor Ort erübrigen,
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dass somit dem Kindswohl Rechnung getragen wird, zumal es sich um einen Jugendlichen kurz vor der Schwelle des Erwachsenenalters ,
dass der Beschwerdeführer von Verwandten aus der Schweiz finanziell unterstützt wurde,
dass er überdies die Möglichkeit hat, bei der Vorinstanz eine  Rückkehrhilfe zu beantragen,
dass deshalb nicht davon auszugehen ist, er gerate nach seiner  in eine existenzbedrohende Situation,
dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den  schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse  (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG),
dass nach dem Gesagten der vom Bundesamt verfügte Vollzug der Wegweisung zu bestätigen ist,
dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde  ist,
dass die Beschwerde aufgrund vorstehender Erwägungen als  im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG zu qualifizieren ist und  das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege  ist,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.-- (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
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