Decision ID: 807da679-6560-415c-a6fb-2e8744651c57
Year: 2021
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_001
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

I. Sachverhalt:
1. Die Gemeinde B._ schrieb am 29. April 2021 die Vergabe von
Elektroinstallationen BKP 23 für die Überbauung D._, Etappe 2 in
B._ im offenen Verfahren nach GATT/WTO im Kantonsamtsblatt und
auf der Ausschreibungsplattform simap.ch aus. Dabei wurden als
Zuschlagskriterien der Preis und die Qualität/Referenzen mit einem
Gewicht von je 50% festgelegt.
2. Innert der bis zum 10. Juni 2021 angesetzten Eingabefrist gingen zwei
Angebote ein. Die Angebote präsentierten sich bei der Offertöffnung am
15. Juni 2021 wie folgt: 1. C._ AG Fr. 519'603.60
2. A._ AG Fr. 555'014.15
3. Nach Bereinigung und Bewertung der Angebote vergab die Gemeinde
B._ (Vergabebehörde) mit Entscheid vom 18. Juni 2020 den Auftrag
an die C._ AG (nachfolgend Zuschlagsempfängerin) zum Betrag von
Fr. 540'368.45 (inkl. MWST).
4. Dagegen erhob die A._ AG (nachfolgend: Beschwerdeführerin) mit
Eingabe vom 29. Juni 2021 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des
Kantons Graubünden. Darin beantragte sie, dass die Verfügung vom
18. Juni 2020 zu kassieren sei und ihr die betreffenden Arbeiten zum Preis
von Fr. 555'014.15 zu vergeben seien. Eventualiter sei die betreffende
Verfügung zu kassieren und zur Neuvergabe der Arbeiten an die Gemeinde
zurückzuweisen. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten
und unter solidarischer Haftung der Gemeinde und der
Zuschlagsempfängerin. In prozessualer Hinsicht beantragte die
Beschwerdeführerin, dass der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu
erteilen sei und der Gemeinde zu verbieten sei, den Vertrag mit der
Zuschlagsempfängerin abzuschliessen. Diese aufschiebende Wirkung sei
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superprovisorisch anzuordnen. Ihre Anträge begründete die
Beschwerdeführerin im Wesentlichen damit, dass das Angebot der
Zuschlagsempfängerin beim Preis, insbesondere hinsichtlich der Rabatte
und Skonti an unlösbaren Widersprüchen leide, welche von der Gemeinde
rechtswidrig korrigiert und damit massgeblich verändert worden seien, und
dass die Offerte der Zuschlagsofferte somit unvollständig sei. Weiter habe
die Zuschlagsempfängerin in der Ausschreibung verlangte Angaben zu
Lieferanten und Produkten nicht gemacht, weshalb ihre Offerte
unvollständig sei und vom Verfahren ausgeschlossen werden müsse.
Entsprechend sei der Zuschlag für die ausgeschriebenen Arbeiten der
Beschwerdeführerin zuzusprechen.
5. Mit Schreiben vom 29. Juni 2021 teilte der Instruktionsrichter den Parteien
mit, dass bis zum Entscheid über die aufschiebende Wirkung der
Verfügung jegliche Vollzugshandlungen zu unterbleiben haben,
insbesondere der Vertragsabschluss.
6. In ihrer Vernehmlassung vom 12. Juli 2021 beantragte die Gemeinde
(nachfolgend Beschwerdegegnerin), die Beschwerde sei abzuweisen,
unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdeführerin.
Gegen die Gewährung der aufschiebenden Wirkung habe sie nichts
einzuwenden. Im Wesentlichen machte die Beschwerdegegnerin geltend,
dass in der strittigen Offerte in Bezug auf die Angebotssumme sowie die
Rabatte und Skonti keine widersprüchlichen Angaben vorlägen. Der von ihr
beigezogene Fachplaner hätte ohne Rechtsverletzung die Titelseite des
Angebots mit den Details gemäss Angebot Seite 299 ergänzen dürfen. Die
von der Beschwerdeführerin eingenommene Sichtweise sei überspitzt
formalistisch. Die Korrektur sei ausserdem nicht zu Gunsten, sondern zu
Ungunsten der Zuschlagsempfängerin erfolgt. Hinzu komme, dass die
Beschwerdeführerin beim Angebot der Zuschlagsempfängerin mit einem
Rabatt von 10% rechne anstatt des offerierten Rabatts von 15%. Die von
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der Beschwerdeführerin weiter gerügten fehlenden Unterlagen und
Angaben erwiesen sich ebenfalls als unbegründet, lägen diese doch
ausschreibungskonform vor.
7. Ebenfalls am 12. Juli 2021 beantragte die Zuschlagsempfängerin (hiernach
prozessual: Beigeladene) die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf
einzutreten sei, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Sie argumentiert,
dass sie in der von ihr eingereichten Offerte immer jeweils mit 15% Rabatt
und zusätzlich 5% Skonto kalkuliert habe; wenn sie auf dem Titelblatt den
Rabatt mit 10% angegeben habe, ohne aber je mit 10% gerechnet zu
haben, habe dies die Beschwerdegegnerin zu Recht als offensichtliches
Versehen behandelt. Im Übrigen habe sie eine vollständige Offerte
eingereicht.
8. Mit Replik vom 11. August 2021 und Dupliken vom 20. und 25. August 2021
hielten die Beschwerdeführerin, die Beschwerdegegnerin und die
Beigeladene an ihren Rechtsbegehren fest und vertieften ihre jeweiligen
Argumente.
9. Die Honorarnoten der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin und der
Beigeladenen datieren vom 31. August 2021 bzw. vom 13. September
2021 und wurden den anderen Parteien jeweils zur Kenntnis gebracht.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1.1. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet der
Entscheid der Beschwerdegegnerin, welcher mit Verfügung vom 18. Juni
2021 mitgeteilt wurde, mit welchem diese den Zuschlag für die
ausgeschriebene Installation von Elektroanlagen nicht an die
Beschwerdeführerin, sondern an die Zuschlagsempfängerin (Beigeladene)
erteilt hat. Beschwerdethema bildet die Frage, ob der angefochtene
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Entscheid rechtlich haltbar ist, ob die Einwände der Beschwerdeführerin
berechtigt sind und/oder ob folglich eine Neuvergabe geboten ist.
1.2. Im vorliegenden Fall sind unbestrittenermassen die Regeln des öffentlichen
Beschaffungsrechts anwendbar. Konkret kommen die Normen des
GATT/WTO-Abkommens, der Interkantonalen Vereinbarung über das
öffentliche Beschaffungswesen vom 25. November 1992/15. März 2001
(IVöB; SR 172.056.5 [BR 803.510]), des Submissionsgesetzes (SubG; BR
803.300) einschliesslich der zugehörigen Submissionsverordnung (SubV;
BR 803.310) zur Anwendung. Weiter ist das Gesetz über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) für das Beschwerdeverfahren
vor Verwaltungsgericht von Bedeutung.
1.3. Nach Art. 15 Abs. 1 IVöB bzw. Art. 25 Abs. 1 lit. c SubG kann gegen den
Zuschlag und den Ausschluss vom Verfahren Beschwerde erhoben
werden. Die örtliche und sachliche Zuständigkeit des angerufenen
Verwaltungsgerichts ist damit gegeben. Zur Beschwerde ans
Verwaltungsgericht ist legitimiert, wer durch den angefochtenen Entscheid
berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder
Änderung hat (Art. 50 VRG). Hier beantragt die Beschwerdeführerin den
Ausschluss der mit der höchsten Punktezahl bewerteten
Zuschlagsempfängerin, die direkte Vergabe an sich selber, eventualiter die
Aufhebung der angefochtenen Verfügung und subeventualiter die
Rückweisung der Streitsache an die Beschwerdegegnerin zur Neuvergabe
an die Beschwerdeführerin. Die Beschwerdeführerin ist mit ihrem Angebot
mit der zweithöchsten Gesamtbewertung legitimiert, den Zuschlag
anzufechten, könnte sie doch grundsätzlich im Falle der Aufhebung des
Vergabeentscheides und des Ausschlusses der Zuschlagsempfängerin an
deren Stelle den Zuschlag für ihr Angebot erhalten (vgl. Akten der
Beschwerdeführerin [Bf-act.] 4 mit Punktzahl Total: Zuschlagsempfängerin
300 Punkte [1. Rang], bereinigte Offert-summe CHF 540'368.45;
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Beschwerdeführerin 283.05 Punkte [2. Rang], bereinigte Offertsumme CHF
555'104.15 bzw. Preisdifferenz plus 2.71%).
1.4. An der eingereichten Beschwerde vom 29. Juni 2021 gegen den
missliebigen Entscheid vom 18. Juni 2021 (Bf-act. 3) gibt es weder
bezüglich dessen Form (vgl. Art. 38 VRG) noch hinsichtlich der Wahrung
der 10-tägigen Beschwerdefrist nach Art. 15 Abs. 2 IVöB und Art. 26 Abs.
1 SubG etwas auszusetzen, weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist.
1.5. Die Überprüfung von Vergabeentscheiden beschränkt sich gemäss Art. 16
Abs. 1 IVöB i.V.m. Art. 27 Abs. 1 SubG auf Rechtsverletzungen
einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie auf
unvollständige oder unrichtige Sachverhaltsfeststellungen. Dabei kann das
Verwaltungsgericht sein Ermessen nicht an die Stelle desjenigen der
Vorinstanz setzen (Art. 16 Abs. 2 IVöB i.V.m. Art. 27 Abs. 2 SubG).
Vielmehr hat es Lösungen der Vergabebehörde zu akzeptieren, die mit
sachlichen Gründen vertretbar sind, auch wenn eine andere Lösung als
zweckmässiger erschiene (vgl. Urteile des Verwaltungsgerichts [VGU]
U 19 14 vom 19. März 2019 E.2.2.3.1, U 19 7 vom 19. März 2019 E.7,
U 18 52 vom 30. Oktober 2018 E.5.2). Gerade bei Fragen der Bewertung
der einzelnen Angebote anhand der ausgewählten Zuschlagskriterien
kommt der Vergabebehörde praxisgemäss ein weiter Ermessensspielraum
zu und auch bei Fragen technischer, technologischer, (bau)physikalischer
und methodologischer Art oder bei Eignungs- und Angebotsbewertungen
ist die Kognition praktisch auf Willkür begrenzt (vgl. VGU U 17 106 vom
20. Februar 2018 E.3b, U 17 30 vom 4. Juli 2017 E.4 und U 17 31 vom
4. Juli 2017 E.3, je mit weiteren Hinweisen). Das Gericht kann lediglich dort
eingreifen, wo eine Bewertung erwiesenermassen falsch und sachlich nicht
haltbar ist; Voraussetzung für ein Eingreifen und eine Korrektur ist der
Nachweis einer willkürlichen, sachlich nicht zu rechtfertigenden Bewertung
eines Kriteriums (vgl. erneut VGU U 19 14 vom 19. März 2019 E.2.2.3.1,
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U 17 30 vom 4. Juli 2017 E.4 und U 17 31 vom 4. Juli 2017 E.3, jeweils
m.w.H.).
2. In materieller Hinsicht gilt es zuerst über die Zulässigkeit der von der
Vergabebehörde (Beschwerdegegnerin) vorgenommenen Berichtigungen
– unter dem Titel 'Revidiert' am 16. Juni 2021 auf dem Rubrum des
Angebots der Zuschlagsempfängerin – hinsichtlich Rabatt und Skonto (Bf-
act. 10) zu befinden (E. 2.1. ff.). Anschliessend wird die Vollständigkeit des
Angebots – sowohl unter dem Aspekt der (angeblich) fehlenden
Lieferantenangaben (E.3.1. ff.) als auch des (angeblich) fehlenden
Firmenportraits (E.4.1. ff.) – und werden die entsprechenden Einwände der
Beschwerdeführerin auf deren Berechtigung und Auswirkungen auf die
Arbeitsvergabe zu prüfen sein.
2.1. Die Zuschlagsempfängerin hat ihr Angebot (vgl. Bf-act. 10 Titelblatt;
Übertrag auf Devis S. 1 sowie Devis S. 299) folgendermassen eingereicht
(einschliesslich Revision/Korrektur durch Elektrofachplaner am 16. Juni
2021 bzw. durch Beschwerdegegnerin in ihrer Funktion als
Vergabebehörde).
Titelblatt Angebot:
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Devis Seite 1:
- 10 -
Devis Seite 299:
2.2. Aus den soeben zitierten Angebots-, Rabatt- und Skontotabellen ergibt sich,
dass die Zuschlagsempfängerin zuerst im Devis auf Seite 299 und im
Übertrag auf Seite 1 einen Rechenfehler gemacht hat: So hat sie es
unterlassen, vor der Rabattierung die Richtpreise von der Ausgangssumme
abzuziehen und der Summe mit Rabatt wieder zuzuschlagen, bevor ein
Skonto abgezogen und die Mehrwertsteuer (MWST) aufgerechnet wird. Mit
diesem Vorgehen hat die Zuschlagsempfängerin ihren Rabatt auch auf die
Richtpreise gewährt, was aber in der Ausschreibung nicht vorgesehen war
(vgl. Bf-act. 8 S. 431). Der zweite Fehler der Zuschlagsempfängerin war,
dass sie auf der Titelseite ihres Angebots nur das Ergebnis vom Devis
übertrug und im Weiteren auf dieses verwies; allerdings – und im
Widerspruch zum Devis – notierte sie auf dem Titelblatt einen Rabatt von
10% (anstatt 15% im Devis).
2.3. Die Vergabebehörde (Beschwerdegegnerin) behandelte die Aufstellung der
Zuschlagsempfängerin als offensichtlichen Rechenfehler und korrigierte
diesen, um die Vergleichbarkeit der beiden Angebote herzustellen. Sie ging
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dabei von einem Rabatt von 15% aus, weil die Zuschlagsempfängerin
tatsächlich mit diesem Rabatt rechnete.
2.4. Die Beschwerdeführerin behaftet nun die Zuschlagsempfängerin auf den
Angaben zu Rabatt und Skonto auf dem Titelblatt/Zusammenfassung des
Angebots. Die dort vermerkte Rabatthöhe von 10% sei verbindlich. Rechne
man aber den Angebotspreis korrekt mit Rabatt und Skonto wie auf dem
Titelblatt der Zuschlagsempfängerin vom Ausgangspreis Fr. 597'467.00 her,
wäre die Angebotssumme der Zuschlagsempfängerin CHF 593'696.57 und
somit deutlich über demjenigen der Beschwerdeführerin. Entsprechend
müsse die Beschwerdegegnerin deshalb den Zuschlag der
Beschwerdeführerin erteilen zum Preis von CHF 555'014.15.
2.5. Das Verwaltungsgericht hat zur Problematik der 'Bereinigung von Angeboten'
bereits im Urteil U 14 64 vom 21. Oktober 2014 E.3b folgendes festgehalten: Ausgangspunkt der Beurteilung der beschwerdeführerischen Anträge und Argumentation ist der hier einschlägige Art. 24 SubV, welcher wie folgt lautet:
Art. 24 SubV Prüfung und Bereinigung 1 Die Angebote sind auf die Einhaltung der Formvorschriften zu überprüfen. 2 Danach werden die Angebote technisch und rechnerisch bereinigt sowie aufgrund der
Eignungs- und Zuschlagskriterien geprüft. Im Bedarfsfall können Dritte als Sachverständige beigezogen werden.
3 Offensichtliche Rechnungsfehler, das heisst fehlerhafte arithmetische Operationen mit im Angebot richtig aufgeführten Grössen, sind zu korrigieren. Unzulässig ist hingegen die Korrektur von Kalkulationsfehlern und Fehlern in der Preiserklärung.
4 Nach der Prüfung und Bereinigung wird eine Vergleichstabelle über die Angebote erstellt.
Aus dem Verhandlungsverbot (Art. 19 SubG) ergibt sich das Prinzip der grundsätzlichen
Unveränderbarkeit der Angebote nach deren Einreichung bei der Vergabebehörde (Art. 18
SubG und Art. 25 SubV). Im Rahmen der Offertbereinigung kann die Vergabehörde zwar
offensichtliche Rechnungsfehler korrigieren. Die Korrektur von Kalkulationsfehlern und
Fehlern in der Preiserklärung kommt allerdings nicht in Frage (Art. 24 SubV). Ausserdem
kann die Vergabebehörde von den Anbietern Erläuterungen bezüglich ihrer Eignung und
ihres Angebotes verlangen. Diese nachträglichen Auskünfte dürfen aber keine Änderung der
Angebotsgrundlagen oder der offerierten Preise zur Folge haben. Es dürfen nur vorhandene
Offertinhalte im Rahmen der Offertbereinigung klargestellt oder präzisiert werden (Art. 25
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SubV; vgl. zum Ganzen: GALLI/MOSER/LANG/STEINER, Praxis des öffentlichen
Beschaffungsrechts, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2013, N 710-712). Auf jeden Fall ist die
Gleichbehandlung der Anbietenden im Offertbereinigungsprozess zu gewährleisten. Bei den
nachträglichen Erläuterungen ist zu vermeiden, dass auf diese Art und Weise verdeckte
Angebote eingebracht werden können oder dass Leistungsinhalte absichtlich offengelassen
werden, um das Angebot nachträglich in Kenntnis der Konkurrenzofferten anzupassen. Bei
der Bereinigung der Angebote ist zu beachten, dass diese nicht nur hinsichtlich des Preises
sondern auch in Bezug auf die offerierte Leistung nach Ablauf der Eingabefrist nicht mehr
geändert werden dürfen. Insbesondere Offertbereinigungen technischer Natur, die über die
Berichtigung von Rechnungsfehlern oder anderen offensichtlichen Irrtümern oder Fehlern
hinausgehen, sind zurückhaltend zu handhaben und dürfen nicht zu einer Änderung des
Leistungsinhaltes führen. Neben offensichtlichen Rechnungsfehlern dürfen u.U. auch
andere eindeutig als solche erkennbare Versehen und Irrtümer korrigiert werden. In Frage
kommen z.B. offensichtliche Schreibfehler (vgl. GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., N 713-
724). Rechnungsfehler sind fehlerhaft durchgeführte Operationen mit im Angebot
aufgeführten Grössen. Rechnungsfehler müssen offensichtlich sein, damit sie noch korrigiert
werden dürfen und es muss eine unlautere Absicht der Anbieterin ausgeschlossen sein.
Zudem muss der tatsächliche Wille der Anbieterin feststehen, um einen Rechnungsfehler
korrigieren zu können (vgl. PVG 1990 Nr. 7; GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., N 725-
739). Auch Übertragungsfehler können im Gegensatz zu Rechenfehler nicht nachträglich
korrigiert werden. Wenn die Vergabebehörde im Rahmen der Offertbereinigung feststellt,
dass eine Position in der Offerte nicht der Summe der angeführten Beträge entspricht, so
darf sie die Position nicht entsprechend korrigieren. Vielmehr ist ein Additionsfehler
anzunehmen, der entsprechend zu korrigieren ist und nicht ein in der Angebotssumme nicht
zu korrigierender Übertragungsfehler (vgl. GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., N 731 mit
Hinweis auf das Urteil des Kantonsgericht Freiburg FR 602 2008-21 vom 5. Juni 2008). Von
den Rechnungsfehlern sind sodann die Kalkulationsfehler abzugrenzen, welche nicht
korrigiert werden dürfen. Ein Kalkulationsfehler liegt etwa vor, wenn die Anbieterin bei der
Berechnung des Einheitspreises versehentlich gewisse Fixkosten und dergleichen nicht
beachtet und damit einen zu tiefen Einheitspreis offeriert. Dieser interne Kalkulationsfehler
ist für die Vergabebehörde unter dem Blickwinkel der Korrekturen grundsätzlich unbeachtlich
und die Anbieterin bleibt gebunden (Art. 24 Abs. 3 SubV; vgl. PVG 1990 Nr. 7;
GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., N 730). Weiter können Fehler in der Preiserklärung –
sogenannte Erklärungsirrtümer – nicht korrigiert werden. Bei Fehlern in der Preiserklärung
wird der Wille der Offerierenden mängelfrei gebildet. Die Anbietende erklärt aber in ihrem
Angebot einen anderen Preis, als sie will. Sie will bspw. Fr. 900.-- schreiben, schreibt aber
stattdessen Fr. 90.--. Die Vergabebehörde darf Erklärungsirrtümer nicht zu Gunsten der
Irrenden korrigieren. Submissionsrechtlich betrachtet muss die Anbieterin demnach eine mit
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einem Erklärungsirrtum behaftete Offerte grundsätzlich gegen sich gelten lassen. Mit dieser
Bestimmung sollen Manipulationen an den Angeboten nach Offertöffnung möglichst
ausgeschlossen werden, um die Chancengleichheit zu wahren. Ausserdem soll im Sinne der
Klarheit und Transparenz verhindert werden, dass die Vergabebehörde jeweils zu prüfen
hätte, ob tatsächlich ein Erklärungs- oder ein Kalkulationsirrtum vorliegt. Den Offerierenden
wird somit bei der Ausfüllung ihrer Offertunterlagen die zumutbare Sorgfaltspflicht auferlegt,
dafür zu sorgen, dass sie den Preis eintragen, welcher auch ihrem klaren Erklärungswillen
entspricht (Art. 24 Abs. 3 SubV; vgl. PVG 1990 Nr. 7; VGU U 14 79 vom 25. November 2014
E.3b, U 13 8 vom 6. März 2014 E.9c, U 12 40 vom 12. Juli 2012 E.5a, U 11 90 vom
24. Januar 2012 E.4, U 07 71 vom 12. Oktober 2007 E.1). Diese gesetzliche Regelung
(Art. 24 und Art. 25 SubV) entspricht der Praxis des Verwaltungsgerichtes zum alten
Vergaberecht. Die vom Verwaltungsgericht entwickelte Rechtsprechung beansprucht daher
auch unter der Herrschaft des SubG und der SubV nach wie vor Geltung und ist demnach
auf den vorliegenden Fall anwendbar. Nach herrschender Rechtsprechung des
Verwaltungsgerichtes wird ein strenger Massstab an das Erfordernis der Übereinstimmung
zwischen den Grundlagen in der Ausschreibung und den dargebotenen Offerten gelegt,
wollen die besagten Bestimmungen doch sicherstellen, dass nur ein solches Angebot einer
Berücksichtigung zugänglich ist, welches vollständig und den Anforderungen genügend
eingereicht wurde. Entsprechend dürfen die Angebote nach der Offertöffnung materiell auch
nicht mehr verändert werden. Irgendwelche Korrekturen der Offerte sind nur bei
„offensichtlichen Rechenfehlern“ zulässig. Gegenüber den Anbietern soll damit
gewährleistet werden, dass keiner der Wettbewerbsteilnehmer bevorteilt wird bzw. alle mit
„gleich langen Spiessen kämpfen“, während für die Vergabebehörden andererseits damit
eine klare, übersichtliche und zu keinen Diskussionen Anlass gebende Ausgangslage
geschaffen wird. Die Bestimmung ist wohl streng auszulegen, freilich aber nicht so absolut
zu verstehen, dass seitens der Vergabebehörde nachträglich nicht Auskünfte bei den
Wettbewerbsteilnehmern eingeholt werden dürften. Schranke der „nachträglichen
Auskünfte“ bildet indessen stets das Gebot, dass sich durch sie an der Offertgrundlage nichts
ändert (vgl. PVG 1990 Nr. 7; VGU U 12 40 vom 12. Juli 2012 E.5a, U 07 71 vom 12. Oktober
2007 E.1).
2.6. Im konkreten Fall handelt es sich bei der Rechenoperation (Rabatt auf
Richtpreise) nicht um einen Kalkulationsfehler bzw. Erklärungsirrtum seitens
der Zuschlagsempfängerin, sondern um einen offensichtlichen Rechenfehler
im Sinne der oben dargestellten Praxis. Aus dem Devis ergibt sich
zweifelsfrei, dass die Zuschlagsempfängerin der Bauherrschaft auf der
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Angebotssumme von CHF 597'467.-- einen Rabatt von 15% sowie ein
Skonto von 5% gewähren wollte. Wenn die Beschwerdegegnerin die
Berechnung der Zuschlagsempfängerin in diesem Sinne revidiert (zu
Ungunsten der Zuschlagsempfängerin, weil sich dadurch der Angebotspreis
erhöht!) und neu den Betrag von CHF 540'368.45 einsetzt, um so die beiden
eingegangenen Angebote vergleichbar zu machen, begeht sie keine
Rechtsverletzung. Das Vorgehen der Beschwerdegegnerin ist nicht nur
zulässig, sondern geradezu geboten.
2.7. Bei der abweichenden Prozentzahl beim Rabatt auf der Titelseite des
Angebots (10% anstatt 15%) liegt ebenfalls kein Erklärungsirrtum vor,
sondern ein offensichtlicher Schreibfehler, verweist die
Zuschlagsempfängerin doch auf ihre Berechnung im Devis mit dem Rabatt
von 15% und weist immerhin auf dem Titelblatt noch den mit diesem Rabatt
gerechneten Totalbetrag von CHF 519'603.60 aus. Dass die
Beschwerdegegnerin hier von den im Devis gerechneten bzw. korrigierten
Zahlen ausgeht, ist somit ebenfalls nicht zu beanstanden. Entgegen der
Betrachtungsweise der Beschwerdeführerin nimmt die Beschwerdegegnerin
keine unzulässige Veränderung der Offerte vor und leidet das Angebote der
Zuschlagsempfängerin auch nicht an "unlösbaren Widersprüchen". Die
Sichtweise und Angebotsinterpretation der Beschwerdeführerin wäre auf
jeden Fall überspitzt formalistisch, was im Resultat zur Abweisung dieser
Rüge führen muss.
3.1. Zur Rüge der Unvollständigkeit des Angebots der Zuschlagsempfängerin
macht die Beschwerdeführerin vorab das Fehlen von Unterlagen und
Angaben zu Lieferanten und Produkten geltend. In den
Ausschreibungsunterlagen seien zu diversen Positionen Angaben zu
Lieferanten und speziellen Produkten erfragt gewesen; diese Angaben
fehlten in der Offerte der Zuschlagsempfängerin vielerorts (beispielhafte Liste
in Beschwerde S. 15 u. 16). Die Ziffern 250.R900 und 250.R901 der
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besonderen Bestimmungen (S. 5 und 6 der Ausschreibungsunterlagen [Bf-
act. 8]) würden vorschreiben, dass bei Textleerstellen Angaben über
Lieferanten und spezielle Produkte zu machen seien; diese fehlten im
Angebot der Zuschlagsempfängerin bei zahlreichen Positionen vollständig
(Beispiele in der Replik S. 7 u. 8). Deren Angebot erweise sich somit als
unvollständig und sei gestützt auf Art. 17 SubG i.V.m. Art. 22 Abs. 1 lit. c
SubG vom Verfahren auszuschliessen; sollte die Zuschlagsempfängerin
nicht ausgeschlossen werden, müsste ihr zumindest der eine
Bewertungspunkt aberkannt werden, den sie für ihre (unvollständigen)
Angaben erhalten habe (vgl. Bf-act. 4 Bewertungstabelle S. 3 [zuunterst]
Lieferanten).
3.2. Die Beschwerdegegnerin hält dem entgegen, dass in den Zuschlagskriterien
(allgemeine Bedingungen, S. 3, Position 224.200 [siehe Bf-act. 8]) keine
Einreichung von Lieferantenangaben verlangt wurden. Anlässlich der
Offertkontrolle sei lediglich geprüft worden, ob die paar wenigen verlangten
Lieferanten-/Materialvorgaben eingehalten seien und nicht etwa angepasst
wurden: - Lieferung Gang- und Treppenbeleuchtung durch die Firma E._ - Wandleuchten Treppe DG, Firma F._ - Lieferung Schalter G._ (kundenspezifische Wünsche in einzelnen Wohnungen) - Garage Brandschutztorsteuerung / Brandmeldeanlage (FSA20 der Firma H._)
Die verlangten Komponenten seien bei beiden Offerten als korrekt bewertet
worden, weshalb auch beide Anbieterinnen je einen Punkt dafür erhalten
hätten. Diese paar wenigen Materialvorgaben seien gemacht worden, damit
das Erscheinungsbild sowie die Sicherheitstechnik der Häuser der ersten und
der zweiten Etappe der Überbauung D._ bezüglich Unterhalt und
Störungseingrenzung ähnlich seien. Im Übrigen sei es jedoch Pflicht der
Beschwerdegegnerin, bei Submissionen wenn immer möglich
produkteneutral zu bleiben. Die strittige Submission sei durch den
beigezogenen Fachplaner gemäss den Empfehlungen und Vorgaben des
Verbandes Schweizerischer Elektroinstallationsfirmen (VSEI) und des
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Normpositionen Katalogs (NPK) erstellt worden und entspreche dem Stand
der Technik. Der Vorwurf der Beschwerdeführerin, die Lieferanten- und
Produkteangaben seien unvollständig, erweise sich somit als offensichtlich
unbegründet.
3.3. Die Zuschlagsempfängerin bestreitet, mit ihrem Angebot unvollständige
Angaben und Dokumente eingereicht zu haben.
3.4. Nach Art. 17 Abs. 1 SubG sind die Angebote vollständig ausgefüllt
einzureichen. Ein Ausschlussgrund nach Art. 22 Abs. 1 lit. c SubG liegt
insbesondere vor, wenn der Anbieter ein Angebot einreicht, das unvollständig
ist oder den Anforderungen der Ausschreibung nicht entspricht. Nach lit. c
wird ein Angebot von der Berücksichtigung ausgeschlossen, wenn der
Anbieter ein Angebot einreicht, welches unvollständig ist oder den
Anforderungen der Ausschreibung nicht entspricht. Der Vergabebehörde ist
zuzustimmen, wenn sie auf die Zuschlagskriterien verweist, in welchen
allgemein keine Einreichung von Lieferantenangaben verlangt wurde,
sondern lediglich für die in der Vernehmlassung aufgeführten Positionen. Der
Verweis der Beschwerdeführerin etwa auf die Formulierung in NPK R250.910
ist unbehelflich, denn dort heisst es (vgl. Bf-act. 8 S. 5):
"Textleerstellen / Produkte und Lieferantenangaben. Im Positionstext der Leistungsverzeichnisse sind verschiedentlich Angaben über Lieferanten und spezielle Produkte zu machen. Wo diese bereits namentlich genannt werden, ..."
Wenn die Vergabebehörde nur die Angaben weniger, ganz bestimmter
Produkte und Lieferanten macht und im weiteren keine Angaben zu
Produkten und/oder Lieferanten macht (NPK 224.200), greift eben die
Beschwerdeführerin aufgeführte Stelle in NPK R250.910 gerade nicht. Die
Passage ["... sind verschiedentlich Angaben über Lieferanten und spezielle Produkte zu
machen ..."] kommt vielmehr nur zum Tragen, wo solche Angaben explizit
teilweise oder generell gefordert werden, nicht aber, wenn eine solche
Vorgabe fehlt.
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4.1. Zur Unvollständigkeit des Angebots der Zuschlagsempfängerin bringt die
Beschwerdeführer weiter vor, dass in deren Offerte überdies ein
Organigramm bzw. ein Firmenportrait fehle. In den Zuschlagskriterien NPK
224.200 (Bf-act. 8 S. 3) sei dies aber verlangt. In der Bewertungstabelle
werde das Zuschlagskriterium "Qualität" unter "b) Technische
Leistungsfähigkeit" auch noch wie folgt konkretisiert: "Organigramm,
Mitarbeiterbestand, Inventarliste, aussagekräftiges Firmenportrait
(Erfahrung), Schlüsselpersonen" (Bf-act. 4 Bewertungstabelle S. 3). Zwar
gebe es in den Offertunterlagen der Zuschlagsempfängerin ein Dokument mit
dem Titel "Organigramm", doch halte dieses einzig die
Baustellenorganisation fest und keinerlei weiterführende Informationen,
welche für die Bewertung notwendig gewesen wären. Dennoch habe die
Beschwerdegegnerin der Zuschlagsempfängerin die volle Punktezahl von 10
Punkte zugesprochen. Das Angebot der Zuschlagsempfängerin hätte jedoch,
wenn es nicht ausgeschlossen wird, eine Bewertung von maximal 8 bzw. 7
Punkten zu Gute.
4.2. Auch zu dieser Rüge weist die Beschwerdegegnerin auf NPK 224.200 hin
und argumentiert, dass ein Firmenportrait dort nicht verlangt worden sei. Der
Vorwurf eines fehlenden Organigramms sein schon deshalb haltlos. Mit
Bezug auf das angeblich fehlende Organigramm verweist die
Beschwerdegegnerin auf das Dokument "Ressourcen Erfahrung und
Schlüsselpersonen für _ Etappe 2" der Zuschlagsempfängerin (vgl. Bf-
act. 10 mit Anhängen). Dort seien sämtliche Angaben für die vorgenommene
Bewertung enthalten; in den Unterlagen folgten noch ein Dokument
"Organigramm" und "Schema", in welchem die Aufstellung der
Unternehmung und die technische Infrastruktur für die Bewältigung der
ausgeschriebenen Arbeiten dargestellt werden. Diese Angaben genügten
den Vorgaben der Ausschreibung bei Weitem. Die Bewertung durch die
Beschwerdegegnerin sei in jeder Hinsicht korrekt.
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4.3. Das Gericht vermag sich dieser zutreffenden Argumentation der
Beschwerdegegnerin anzuschliessen. Dem ist hier nichts beizufügen, zumal
die Fakten und Schlussfolgerungen der Vorinstanz absolut korrekt und richtig
sind.
5.1. Der angefochtene Entscheid vom 18. Juni 2021 ist demzufolge rechtmässig,
was zur vollständigen Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.
5.2. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf Art.
73 Abs. 1 VRG der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Neben
der Berücksichtigung des Auftragsvolumens von rund CHF 540'000.-- ist zu
beachten, dass die Beschwerdeführerin ein umfangreiches Rügeprogramm
vorbrachte. Unter Bezugnahme auf die bisherige Gerichtspraxis (vgl. Urteile
des Verwaltungsgerichts U 20 19 vom 5. Mai 2020: Arbeiten Lawinengalerie,
Auftragswert CHF 697'813.--, Staatsgebühr CHF 5'000.--; U 20 34 vom 16.
Juni 2020: Installation Lüftungsanlage, Auftragswert CHF 504'425.--,
Staatsgebühr CHF 5'000.--; U 21 1 vom 13. April 2021: Einbau
Schwimmbadtechnik, Auftragswert CHF 343'246.--, Staatsgebühr CHF
3'000.--) erachtet das Gericht ermessenweise eine Staatsgebühr von CHF
5'000.-- (zzgl. Kanzleiauslagen) vorliegend als angemessen und
gerechtfertigt.
5.3. Aussergerichtlich hat die unterliegende Beschwerdeführerin überdies der
Zuschlagsempfängerin (Beigeladenen) die durch den Rechtsstreit
verursachten notwendigen Kosten zu ersetzen (Art. 78 Abs. 1 VRG). Es ist
dabei im Grundsatz auf die Honorarnote des Anwalts der Beigeladenen vom
13. September 2021 in der Gesamthöhe von CHF 6'191.50 (bestehend aus:
Arbeits-/Zeitaufwand 18.25 Std. à CHF 300.--/Std. [= CHF 5'475.--] plus
Spesen 5% [CHF 273.80] zzgl. MWST 7.7% [442.70]) abzustellen. Gemäss
Art. 3 Abs. 1 der Verordnung über die Bemessung des Honorars der
Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte (Honorarverordnung [HV]; BR
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310.250) gilt im Kanton Graubünden üblicherweise ein Stundenansatz von
(im Durchschnitt) CHF 240.--. Laut Art. 4 Abs. 1 HV kann bei Vorliegen einer
Honorarvereinbarung davon abgewichen werden, wobei der maximale
Stundenansatz in diesem Fall praxisgemäss bei CHF 270.-- liegt. Vorliegend
wurde eine entsprechende Honorarvereinbarung zusammen mit der
Vollmacht vom 6. Juli 2021 mit einem Stundenansatz von CHF 300.-- zzgl.
separatem Interessenswertzuschlag bei Gericht eingereicht. Die in
Rechnung gestellte Honorarnote (mit Honorarvereinbarung) ist bezüglich des
Stundenansatzes allerdings auf CHF 270.-- zu kürzen. Zudem sind die
geltend gemachten Spesen von pauschal 5% auf die im Kanton Graubünden
üblichen 3% herabzusetzen. Weiter kann auch keine Mehrwertsteuer
erhoben werden, da die obsiegende Beigeladene vorsteuerabzugsberechtigt
ist (vgl. UID-Registernummer _) und deshalb keine Mehrwertsteuer
geschuldet ist (Leiturteil: PVG 2015 Nr. 19). Die entsprechend korrigierte
Parteientschädigung beläuft sich demnach auf insgesamt CHF 5'075.35
(zusammengesetzt aus: 18.25 Std. à 270.--/Std. [CHF 4'927.50] zzgl. Spesen
3% [CHF 147.85], ohne MWST). In seiner Duplik verlangt der Anwalt der
Beigeladenen ferner ausdrücklich einen Interessenwertzuschlag, ohne
diesen aber in seiner Honorarnote ziffernmässig aufzuführen.
5.4. Der Beschwerdegegnerin steht keine Parteientschädigung zu, weil sie
lediglich in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegt hat (Art. 78 Abs. 2 VRG).
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