Decision ID: 9fbfb8cb-2744-4d9b-8272-8b1c9e0fbd03
Year: 2020
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherte) war beim Kanton B._ in einem Teilzeitpensum
von 42% angestellt und dadurch bei der Concordia Schweizerische Kranken- und
Unfallversicherung AG (nachfolgend: Concordia) gegen die Folgen von Unfällen
versichert. Per 1. Januar 2019 übernahm die Solida Versicherungen AG das
Unfallversicherungsgeschäft der Concordia (act. G 11), weshalb sie als diesbezügliche
Rechtsnachfolgerin der Concordia eingangs als Beschwerdegegnerin aufgeführt ist.
A.a.
Am 10. November 2017 wurde die Concordia vom Arbeitgeber über einen
Schadenfall in Kenntnis gesetzt. Die Versicherte sei am 7. Mai 2017 beim Spazieren im
Wald über einen Ast einer Brombeerstaude gestolpert und auf einen Stein gestürzt (act.
G 5.2-15 und 48).
A.b.
Gemäss Arztzeugnis UVG vom 24. November 2017, erstellt von Dr. med. C._, in
dessen (Erst-)Behandlung sich die Versicherte seit dem 2. November 2017 befunden
hatte, war diese am 5. Juli 2017 auf die linke Schulter gestürzt und hatte seither
Schulterschmerzen links. Dr. C._ diagnostizierte eine Kontusion der linken Schulter
mit Supraspinatussehnenruptur (act. G 5.2-4). Eine MR-Arthographie war am 10.
November 2017 durchgeführt worden. Diese hatte eine schwergradige Partialruptur am
anterioren Anteil der Supraspinatussehne, ein am ehesten iatrogen signalalteriertes
Rotatorenmanschettenintervall, eine Ansatztendinose der Infraspinatussehne, kleinste
Einrisse im Bizepssehnenanker und eine ausgeprägte Bursitis subacromialis ergeben
(act. G 5.2-6). Am 15. Dezember 2017 wurde die Versicherte operativ versorgt
(Schulterarthroskopie, arthroskopische Tenodese der langen Bizepssehne sowie 3-
reihige Reinsertion links bei Supraspinatussehnenruptur links; act. G 5.2-14).
A.c.
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B.
Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Hardy Landolt,
am 14. Februar 2018 Einsprache. Es sei die Verfügung aufzuheben und festzustellen,
dass die Concordia für das Ereignis vom 7. Mai 2017 leistungspflichtig sei (act. G
5.2-71). Mit Entscheid vom 5. Juni 2018 wies die Concordia die Einsprache ab (act. G
1.2).
C.
Dr. med. D._ vom vertrauensärztlichen Dienst der Concordia hatte mit
Aktenbeurteilung vom 5. Dezember 2017 den Status quo sine nach acht Wochen als
erreicht erachtet. Die Versicherte habe am 7. Mai 2017 eine Kontusion der linken
Schulter erlitten. Ein solches Ereignis sei nicht geeignet, eine
Rotatorenmanschettenruptur zu verursachen. Die im MRI vom 10. November 2017
festgestellten Körperschädigungen an der linken Schulter seien mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit vorbestehend degenerativ. Das Ereignis habe zu keinen
strukturellen Verletzungen geführt. Es sei zu einer vorübergehenden, nicht
richtungsweisenden Verschlechterung des Vorzustands gekommen (act. G 5.2-8).
A.d.
Am 13. Dezember 2017 teilte die Concordia mit, dass sie für die Behandlungen ab
dem 2. November 2017 nicht aufkomme (act. G 5.2-23). Damit zeigte sich die
Versicherte mit Eingabe vom 20. Dezember 2017 nicht einverstanden (act. G 5.2-28).
Nach weiterer Vorlage des Falles bei Dr. D._ am 9. Januar 2018 und unveränderter
Beurteilung nach der Einsichtnahme in den Operationsbericht und die intraoperativen
Bilder (act. G 5.2-9) erliess die Concordia am 16. Januar 2018 eine ablehnende
Verfügung. Es bestehe kein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem
Unfallereignis vom 7. Mai 2017 und der Behandlungsaufnahme ab 2. November 2017
(act. G 5.2-32).
A.e.
Gegen den Einspracheentscheid liess die Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführerin) am 22. Juni 2018 durch ihren Rechtsvertreter Beschwerde
erheben und beantragen, es sei der Einspracheentscheid vom 5. Juni 2018 aufzuheben

und die Angelegenheit im Sinne der Erwägungen an die Concordia bzw. Solida
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) zurückzuweisen, alles unter gesetzlicher Kosten-
und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Abweichend davon wird
C.a.
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Erwägungen
1.
in der Beschwerdebegründung eine neutrale medizinische Begutachtung durch das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen und nur eventuell durch die
Beschwerdegegnerin beantragt. Einstweilen wurde eine Parteientschädigung von Fr.
2'500.-- geltend gemacht (act. G 1).
Mit Beschwerdeantwort vom 25. September 2018 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Bestätigung des Einspracheentscheids vom 5. Juni 2018 und
die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde vom 22. Juni 2018. Alles unter Kosten-
und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdeführerin (act. G 5). Mit der
Beschwerdeantwort reichte die Beschwerdegegnerin unter anderem eine weitere
Stellungnahme von Dr. D._ vom 17. September 2018 ein (act. G 5.1-6).
C.b.
Mit Replik vom 17. Dezember 2018 liess die Beschwerdeführerin unverändert an
ihren Rechtsbegehren und deren Begründungen festhalten (act. G 7). Die
Beschwerdegegnerin hielt ihrerseits in der Duplik vom 14. Januar 2019 an ihren
Anträgen und deren Begründungen fest (act. G 9).
C.c.
Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der
übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.
C.d.
Vorliegend ist unbestritten, dass es sich anlässlich des Ereignisses vom 7. Mai
2017 um einen Unfall im Rechtsinne nach Art. 4 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) handelt und dabei
die linke Schulter tangiert war. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin
zu Recht per Behandlungsbeginn am 2. November 2017 von keinen unfallkausalen
Beschwerden mehr ausgegangen ist und damit auch für die Schulterarthroskopie bei
Supraspinatussehnenruptur links vom 15. Dezember 2017 und sodann bis zur Heilung
der unmittelbaren Unfallfolgen nicht leistungspflichtig war. Während eine
entsprechende Unfallkausalität von der Beschwerdegegnerin vor allem gestützt auf die
Beurteilungen von Dr. D._ vom 5. Dezember 2017 (act. G 5.2-8), 9. Januar 2018 (act.
G 5.2-9) und 17. September 2018 (act. G 5.6) verneint wird, vertritt der Rechtsvertreter
der Beschwerdeführerin insbesondere unter Hinweis auf ein E-Mail des Operateurs Dr.
1.1.
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med. E._, Chirurgie FMH, Belegarzt an der Klinik für Chirurgie des Spitals F._, vom
27. Februar 2018 (act. G 1.3) den Standpunkt, dass bezüglich Unfallkausalität
zumindest ein neutrales Gutachten vonnöten sei.
Ist die versicherte Person infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art.
6 ATSG), so hat sie Anspruch auf ein Taggeld (Art. 16 Abs. 1 UVG). Sie hat zudem
Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Art. 10 UVG). Angesichts
dieser gesetzlichen Bestimmungen bildet die Unfallkausalität Anspruchsvoraussetzung
für Heilkosten- und Taggeldleistungen der Unfallversicherung. Eine Leistungspflicht
besteht demnach nur für Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat kausal mit
einem versicherten Unfallereignis zusammenhängen (vgl. Art. 6 Abs. 1 UVG; André
Nabold in: Kommentar zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz
über die Unfallversicherung [UVG], Bern 2018, N 48 ff. zu Art. 6; BSK UVG-Irene Hofer,
Basel 2019, N 63 ff. zu Art. 6; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz
über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 53 ff.). Für die
Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im
Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf Angaben ärztlicher Experten und
Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist
demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis
entwickelten Regeln zu beurteilen ist (UVG Kommentar-Nabold, a.a.O., N 53 zu Art. 6;
BSK UVG-Hofer, a.a.O., N 66 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55, 88). Die
Adäquanz spielt im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen indessen
praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen
Kausalität deckt (BGE 134 V 111 f. E. 2). Ob ein natürlicher Kausalzusammenhang
gegeben ist bzw. ein solcher allenfalls dahingefallen ist, beurteilt sich nach dem im
Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit;
die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen; Thomas Locher/
Thomas Gächter, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. Bern 2014, § 70 N.
58).
1.2.
Die Beschwerdeführerin geht davon aus, dass die Unfallversicherung die
Schädigung der linken Schulter als unfallkausal anerkannt habe und nun den Wegfall
des natürlichen Kausalzusammenhangs beweisen müsse (dies mit dem Beweisgrad
der an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit; act. G 1 S. 4 Ziff. 8 ff.). Dies ist
unzutreffend. Die Unfallversicherung nahm nach Erhalt der Unfallmeldung weitere
Abklärungen vor (Schreiben vom 10. November 2017 [act. G 5.2-16]; vgl. auch act. G
1.3.
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2.
Die Beschwerdeführerin bemängelt zunächst formell-rechtlich, dass ihr die
vertrauensärztlichen Berichte von Dr. D._ vom 5. Dezember 2017 und 9. Januar 2018
nicht zur Einsicht vorgelegen hätten. Dies sei mit dem Anspruch auf rechtliches Gehör
5.2-8 f. und G 5.2-12) und verneinte am 13. Dezember 2017 ihre Leistungspflicht (act.
G 5.2-23). Nach Lage der Akten erbrachte sie keinerlei Leistungen. Folglich obliegt es
nicht der Unfallversicherung, den Nachweis des Wegfalls des natürlichen
Kausalzusammenhangs der Schulterproblematik links zum Ereignis vom 7. Mai 2017 zu
beweisen. Vielmehr muss die Beschwerdeführerin die Folgen der Beweislosigkeit
tragen, falls der Nachweis, dass die Schulterschädigung auf den Unfall zurückzuführen
ist, nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit gelingt.
Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die
urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln
sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig
davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten. Bezüglich Beweiswert eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für
die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
der medizinischen Fachperson begründet und nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 E.
3a mit Hinweisen). Berichte und Gutachten, welche die Versicherungen während des
Administrativverfahrens von ihren eigenen Ärzten und Ärztinnen einholen, können
beweistauglich sein. An deren Beweiswürdigung sind indes strenge Anforderungen zu
stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der
versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen
vorzunehmen (BGE 135 V 470 f. E. 4.4 mit Hinweis; bestätigt in Urteil des
Bundesgerichts vom 23. November 2012, 8C_592/2012, E. 5.3). Die Rechtsprechung
erachtet sodann Aktengutachten als zulässig, wenn die Akten ein vollständiges Bild
über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben und diese Daten
unbestritten sind. Voraussetzung ist ein lückenloser Untersuchungsbefund, damit der
Experte bzw. die Expertin imstande ist, sich aufgrund der vorhandenen Unterlagen ein
lückenloses Bild zu verschaffen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 24. März 2017,
8C_780/2016, E. 6.1).
1.4.
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nicht zu vereinbaren (act. G 1 S. 3). Diese Rüge ist unbegründet. Bereits aus der
Mitteilung der Beschwerdegegnerin vom 13. Dezember 2017 geht hervor, dass eine
Leistungspflicht gestützt auf die Beurteilung von Dr. D._ zu verneinen sei (act. G
5.2-23). Auch aus der Verfügung vom 16. Januar 2018 geht unmissverständlich hervor,
dass sich die Beschwerdegegnerin bei ihrer Leistungsablehnung auf die Beurteilungen
von Dr. D._ stützt (act. G 5.2-32). Es wäre der Beschwerdeführerin offen gestanden,
zur Prüfung der Rechtsmittelerhebung bzw. für die Ausarbeitung der Einsprache
Einsicht in diese Stellungnahmen zu beantragen. Dies hat sie jedoch unterlassen.
Unabhängig davon ist im Übrigen auch nicht ersichtlich, inwiefern es der
Beschwerdeführerin später nicht möglich gewesen sein soll, den Einspracheentscheid,
in dem erneut auf die Stellungnahmen von Dr. D._ verwiesen wird (act. G 1.2),
sachgerecht anzufechten. Selbst wenn man eine Gehörsverletzung annehmen wollte,
wöge diese jedenfalls nicht besonders schwer, sodass sie als geheilt betrachtet
werden könnte, da das hiesige Gericht im vorliegenden Verfahren Sachverhalt und
Rechtslage frei überprüft und eine Rückweisung zu einer unnötigen
Verfahrensverzögerung führen würde (vgl. BGE 133 I 204 f. E. 2.2; Urteil des
Bundesgerichts vom 16. September 2008, 8C_424/2008, E. 2.3, je mit Hinweisen).
3.
Zu würdigen sind im Folgenden die im Recht liegenden medizinischen Berichte
und Beurteilungen. Insbesondere ist zu prüfen, ob diese einen rechtsgenüglichen
Schluss bezüglich Unfallkausalität der bildgebend ausgewiesenen
Supraspinatussehnenruptur links (act. G 5.2-6) zulassen, welche letztlich zur operativen
Versorgung geführt hat.
3.1.
Mit Aktenbeurteilung vom 5. Dezember 2017 führte Dr. D._ aus, dass die
Beschwerdeführerin am 7. Mai 2017 eine Kontusion der linken Schulter erlitten habe.
Ein solches Ereignis sei nicht geeignet, eine Rotatorenmanschettenruptur zu
verursachen. Die im MRI vom 10. November 2017 festgestellten Körperschädigungen
an der linken Schulter seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit vorbestehend
degenerativ und nicht unfallkausal. Durch das Ereignis sei es zu einer
vorübergehenden, nicht richtungsweisenden Verschlechterung des
Gesundheitszustands gekommen, wobei der Status quo sine acht Wochen nach dem
Ereignis erreicht gewesen sei. Es könne davon ausgegangen werden, dass Unfallfolgen
im Beschwerdebild der Beschwerdeführerin mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
keine Rolle mehr spielten (act. G 5.2-8). Auch nach Einsicht in den Operationsbericht
und deren Bilder hielt Dr. D._ mit Beurteilung vom 9. Januar 2018 an seiner
Einschätzung unverändert fest (act. G 5.2-9). Letztlich führte der Vertrauensarzt mit
3.2.
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Stellungnahme vom 17. September 2018 aus, dass zwar eine Listenverletzung nach
Art. 6 Abs. 2 lit. f UVG vorliege, aufgrund des MRI-Berichtes vom 10. November 2017
und den Angaben im Operationsbericht vom 15. Dezember 2017 die Läsion der
Supraspinatussehne vorwiegend (über 50%) vorbestehend und degenerativ bedingt,
dass heisse auf Abnützung zurückzuführen sei (act. G 5.1-6).
Dr. D._ hat zur streitigen Frage (Unfallkausalität der Supraspinatussehnenruptur
links), wenn auch knapp, so doch noch genügend umfassend Stellung genommen und
die vorhandenen medizinischen Unterlagen zweifelsohne berücksichtigt. Seine
Ausführungen zur Verletzungsfolge (Kontusion) beim beschriebenen Unfallhergang
bzw. die Nichteignung einer Verursachung einer Ruptur der Supraspinatussehne bei
einem direkten Anpralltrauma der Schulter leuchten in Anlehnung an die Fachliteratur
ein. Gemäss dieser ist ein Anprallereignis des Schultergelenks nicht geeignet, eine
Verletzung der Rotatorenmanschette zu bewirken (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
17. Mai 2016, 8C_100/2016, E. 5 mit Hinweis; vgl. ferner Urteil des Bundesgerichts
vom 22. Oktober 2019, 8C_446/2019, E. 5.2.2). Dass ein geeigneter
Verletzungsmechanismus für eine Ruptur der Supraspinatussehne vorgelegen hätte,
beispielsweise ein Abstütztrauma, lässt sich aus den Akten auf jeden Fall nicht
schliessen. Gemäss Unfallmeldung ist die Beschwerdeführerin beim Spazieren im Wald
über einen Ast einer Brombeerstaude gestolpert und auf einen Stein gestürzt (act. G
5.2-48). Nach dem Arztzeugnis UVG vom 24. November 2017 von Dr. C._ ist sie auf
die linke Schulter gestürzt und hat eine Kontusion erlitten (act. G 5.2-4). Auch Dr. E._
geht davon aus, dass die Beschwerdeführerin direkt auf die linke Schulter gestürzt sei
(act. G 5.2-7). Die Beurteilungen von Dr. D._ erfüllen, wenn auch eine etwas
ausführlichere Würdigung wünschenswert gewesen wäre, die Anforderungen an
beweiskräftige Arztberichte. Daran ändert der Umstand nichts, dass es sich dabei um
Aktenbeurteilungen handelt, zumal vorliegend bei an sich feststehendem
medizinischem Sachverhalt die direkte fachärztliche Befassung mit der versicherten
Person in den Hintergrund rückt (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 4. November
2016, 9C_558/2016, E. 6.1 mit Hinweis). Es bestehen keine auch nur geringen Zweifel
an den versicherungsinternen Beurteilungen. Solche ergeben sich auch nicht aus dem
Schreiben/E-Mail von Dr. E._ vom 27. Februar 2018 (vgl. act. G 1.3). Substantiierte
Beanstandungen an der Beurteilung von Dr. D._ trägt der Operateur nicht vor.
Insbesondere macht er keinerlei Ausführungen zum Unfallhergang und den dabei zu
erwartenden Verletzungsfolgen. Auch verkennt er, dass ein Unfallgeschehen nach Art.
4 ATSG seitens der Beschwerdegegnerin anerkannt ist und nur dessen Folgen anders
beurteilt werden. Im Weiteren laufen die Ausführungen des Operateurs auf eine
unzulässige "post hoc ergo propter hoc"-Argumentation hinaus.
3.3.
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4.
Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist der Einspracheentscheid vom 5. Juni 2018
nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Ausgangsgemäss hat die
Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.