Decision ID: f209f826-9aff-4d2f-bd9a-e6d590c4964f
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1964 geborene und als Maschinenführer
in der Produktion von
Kunststoff
kabeln
erwerbstätig gewesene
X._
meldete sich
am
17. März 2014
unter Hinweis auf
eine chronische
Urtikaria bei der
Sozialversicherungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 7/2). Nach Durch
führung von Abklärungen in medizinischer und erwerblicher Hinsicht stellte die
IV-Stelle
mit
Vorbescheid vom 11
. September 2014 (Urk. 7/19) die Abweisung des
Leistungsbegehrens in Aussicht
und bestätigte dies mit Verfü
gung vom 13. Oktober 2014 (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 13. November 2014 Beschwerde mit dem
Rechtsbegehren um Zusprechung einer Invalidenrente ab 1. November 2014, even
tualiter um Rückweisung der Sache an die Verwaltung zwecks Durchfüh
rung weiterer Abklärungen (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 8. Dezem
ber 2014 schloss die Verwaltung auf Abweisung der Beschwerde
(Urk. 6)
. Mit
Ver
fügung vom
13. Januar 2015 holte das
hiesige Gericht eine er
gänzende
Stell
ungnahme der behandelnden Ärzte des
Y._
, Dermatolo
gi
sche Klinik
,
ein (Urk. 9)
, welche
am
29.
Januar 2015 ein
ging
(Urk. 10).
Während
die Beschwerdegegnerin auf eine Stellungnahme dazu ver
zichtete (Urk. 15), hiel
t
der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 5. März 2015 am gestellten
Gutheiss
ungs
antrag
fest (Urk. 16)
. Darüber wurde
die
Beschwerdegeg
nerin
am 16. März 2015 orientiert (Urk. 18).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
ge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1
.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1
.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
be
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1
.4
Die behördliche und richterliche Abklärungspflicht umfasst nicht unbesehen alles, was von einer Partei behauptet wird. Vielmehr bezieht sie sich auf den im Rahmen des streitigen Rechtsverhältnisses (Streitgegenstand) rechtserheblichen
Sachverhalt. Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es ab
hängt, ob über den streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem
Rahmen haben Verwaltungsbehörden und
Sozialversicherungs
gerichte
zusätzliche Abklärungen stets vorzunehmen, wenn
hiezu
aufgrund der
Partei
vor
bringen
oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte hin
rei
chender Anlass besteht (BGE 110 V 48 E. 4a).
1
.5
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vor
instanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die
Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26
Abs. 1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung ab
gelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
entscheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. SVR 1995 ALV Nr. 27 S. 69).
Bei ungenügenden Abklärungen durch den Versicherungsträger holt die Be
schwer
deinstanz im Regelfall ein Gerichtsgutachten ein, wenn sie einen (im
Ver
waltungs
verfahren
anderweitig erhobenen) medizinischen Sachverhalt über
haupt
für gut
achtlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine
Administrativ
expertise
in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Die betref
fende Be
weiserhebung erfolgt alsdann vor der - anschliessend refor
matorisch entschei
den
den - Beschwerdeinstanz selber statt über eine Rückweisung an die Verwal
tung. Eine Rückweisung an den Versicherungsträger bleibt hingegen möglich, wenn
sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten Frage
begründet ist. Ausserdem bleibt es dem kantonalen Gericht (unter dem
Aspekt der Verfahrensgarantien) unbenommen, eine Sache zurück
zuweisen, wenn
lediglich eine Klarstel
lung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen
Aus
führungen erforderlich ist (B
GE 137 V 210
E. 4.4.1.4 mit Hin
weisen; Urteil des
Bundesgerichts 8C_815/2012 vom 21. Oktober 2013 E. 3.4, publiziert in SVR 1/2014 UV Nr. 2 S. 3)
.
2
.
Während die Beschwerdegegnerin ein
en
invalidenversicherungsrechtlich relevan
ten
Gesundheitsschaden mangels einer fachärztlich bescheinigten Arbeitsunfä
higkeit verneint (Urk. 2 S. 1), macht der Beschwerdeführer geltend, mit den täg
lich auftretenden Schüben
,
begleitet von unerträglichem Juckreiz, Atemnot, Öde
men und Schlafstörungen
,
nicht mehr arbeitsfähig zu sein (Urk. 1 S. 4 f.
, Urk. 16
)
.
3
.
3
.1
Seit dem 18. April 2014 befindet sich der Beschwerdeführer in neuro-psychiatri
scher Behandlung
bei
Dr. med.
Z._
, Facharzt für Neurologie. I
m Bericht vom
17/
21. Mai 2014 (Urk. 7/14)
diagnostizierte Dr.
Z._
eine chronische
therapiere
sistente
stark beeinträchtigende diffuse allergische Reaktion an der Haut mit Juckreizen unklarer Ursache un
d vor allem dadurch entstandene
psych
ische
Be
schwerden (Resignation, Antrieb-Motivationsverlust und Zukunftsangst) im Rah
men
einer depressiven Entwicklung.
Dadurch habe sich der psychische Ge
sund
heitszustand des Beschwerdeführers erheblich
verschlechtert. Die chroni
sche
Aller
gie beeinträchtige den Beschwerdeführer erheblich. Im aktuellen Zu
stand sei er bis auf weiteres zu 100 % arbeitsunfähig. Würde die chronische Al
lergie gelindert werden, best
ünd
e die Möglichkeit, dass der Beschwerdeführer wieder zu 50 % bi
s 100 % arbeitsfähig wäre
.
3
.2
Im
Bericht
des
Y._
, Dermatologische Klinik, vom 4. Juni 2014
(Urk. 7/15
/1-2
)
wurden folgende Diagnosen gestellt:
1.
Chronisch rezidivierende Urtikaria mit
Angioödemkomponente
und Dyspnoe
-
unerträglicher Juckreiz, Schlaflosigkeit und häufig Gesichtsödem/
Quincke
-Ödem
-
Atopiescore
nach Diepgen: 8 (wahrscheinlich)
-
Tryptase
unauffällig
-
ANA 1:40, C1-Inhibitor, C4, Anti-SSA/B unauffällig
-
Anti-TPO, -
Thyreoglobulin
, TRAK: negativ
-
Funktion C1-Inhibitor > 125 %
-
HIV/HCV/HBV-Screening: unauffällig
-
Parasitologie (Stuhl und Serum): unauffällig
-
Biopsie lumbal rechts vom 17. Dezember 2013:
eosinophilen
-reic
h
e
urtikarielle
Reaktion mit sehr diskreten Veränderungen der Kleingefässe, nicht
ganz ausrei
chend für die Diagn
o
s
e einer Urtikaria-
Vaskulitis
-
aktuell täglich rezidivierende
urtikarielle
Läsionen trotz Therapie mit
Bilaxten
,
Atarax
,
Spiricort
-
Helicobacter
-Infektion siehe unten
2.
Atopische
Diathese
-
Heuschnupfen (Frühling), Asthma saisonal
-
Orales Allergiesyndrom auf Kiwi
-
Gesamt-
IgE
83
kU
/l; Sx1 und Fx5 negativ
3.
Helicobacter
pylori
Infektion
-
H.
pylori
Atemtest vom 17. Dezember 20
13: 30.7 ‰
-
Eradikationstherapie
mit
Amoxicillin
,
Clarithromycin
und PPI
Dezember
2013
-
Helicob
acter
pylori
Atemtest vom 17. Februar
2014: 12.4 ‰
Weiter führten sie aus,
die Urtikaria trete regelmässig am gesamten Körper auf, seit zirka drei Jahren auch im Gesicht mit Schwellung von Lidern, Lippen und Zunge sowie mit Dyspnoe. Unter Kortison habe sich eine leichte Besserung der
Beschwerden gezeigt. Ein Beschwerdetagebuch habe keine weiteren Informatio
nen
betreffend auslösende
Faktoren gebracht. Der Beschwerdeführer sei im Schlaf massiv gestört
, was sich auf die Konzentrationsfähigkeit auswirke
.
Ih
rer
seits sei keine Krankschreibung erfolgt
.
3
.3
Der langjährige Hausarzt des Beschwerdeführers,
Dr. med.
A._
, Facharzt für Allgemeinm
edizin,
diagnostizierte
im Bericht
vom 24. Juni 2014 (Urk. 7/16
/1-7
)
eine
Allergie vom Soforttyp auf unbekannte Agens mit
Quinke
-Ödem, Haut
aus
schlägen und Asthma
.
Keine
Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit mass er da
gegen folgenden weiteren Diagnosen
bei
:
-
Status nach
Eradikation
Capylobakter
2005/2014
-
Familiäre Gastritiden
-
Psoriasis der Kopfhaut
-
Sacrum
akutum
t
eilweise LWS Syndrome
-
Adipo
s
i
tas (nach Kortison Zunahme des Gewichts)
Laut Bericht leidet der Beschwerdeführer seit 2002 unter den
urtikariellen
Exan
themen. Initial
seien diese nur monatlich, später immer ausgedehnter und häu
figer aufgetreten. Seit 2012 trete mindestens jede Woche ein generalisiertes
urtikarielles
Exanthem auf, seit Herbst 2013 praktisch täglich
mit zusätzlich
en
Asthmaanfällen,
Angioödemen
sowie oft akuten Zungenschwellungen. Der Be
schwerdeführer könne damit nachts kaum mehr als zwei bis drei Stunden schlafen.
Auch könne er sich nicht konzentrieren und sei sehr nervös. Dies führe zu einer Konzentrationsstörung.
Wenn die Allergie behandelt werden könnte,
würde der Beschwerdeführer sicher wieder arbeitsfähig, bis jetzt sei dies aber nicht gelungen. Gestützt darauf attestiert
e
Dr.
A._
eine Arbeitsunfähig
keit von
100 % vom 17. Oktober 2013 bis 29. Oktober 2013 und wiederum ab 14. Novem
ber 2013.
3
.4
Namens des Regionalen Ärztlichen Dienstes führte
Dr. med.
B._
, Facharzt für Allgemeinmedizin
und zertifizierter Gutachter SIM, in seiner Stellungnahme vom 9. Septembe
r 2014 (Urk. 7/26 S. 3 f.)
aus, es liege keine fachärztlich-psy
chiatrisch ausgewiesene Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vor. Die chronisch rezidivierende Urtikaria
wirke sich
nicht
auf die Arbeitsfähigkeit
a
us
. Fachärztlich-dermatologisch sei keine Arbeit
sunfähigkeit bescheinigt worden. Dies wiederholte er in seiner
Stellungnahme vom 13. Oktober 2014
(
Urk. 7/27
S. 2).
3
.5
Gemäss
der
vom hiesigen Gericht eingeholten
ergänzenden Stellungnahme des
Y._
, Dermatologische Klinik, vom 29. Januar 2015
(Urk. 10)
leide
t
der Beschwerdeführer seit nun etwa zwei Jahren unter täglichen Be
schwe
rden mit Urtikaria und Schwellungen im Bereich des gesamten Körpers. Es träten Spontanschwellungen
auf
, insbesondere im Bereich des Gesichts mit Schwell
ung
von
Lider
n
, Lippen und Zunge. Unregelmässig trete ebenfalls Atem
not mit einer Frequenz von zwei- bis dreimal täglich
auf
, gefolgt von län
geren Intervallen ohne Atembeschwerden. Die Beschwerden beinh
a
lte
te
n
ausser
dem
einen a
usgeprägten Juckreiz
. Sie träten spontan und unvorhersehbar auf. Es gebe
keine klaren auslösenden Faktoren. Wenn die Beschwerden nachts auf
träten,
leide der Beschwerdeführer unter Schlaflosigkei
t und
nach
folgender
Tages
müdig
keit
.
Anlässlich der
Hospitalisation
vom Dezember 201
3
sei der Beschwer
deführer unter hochdosierter
Cortic
osteroid
-Therapie eingetreten, so dass die
Hautbe
funde
mit Urtikaria und Schwellungen im Gesichtsbereich nur in be
schränktem Aus
mass vorhanden gewesen seien. Der Beschwerdeführer habe in der Zwischenzeit
immer wieder
Cortic
osteroide
in hoher Dosierung eingenom
men, womit eine
Be
schwerdekontrolle
erreicht werden könne. Die längerfristige Therapie mit hoch
dosierten
C
ortic
osteroiden
sei
jedoch
aufgrund der typischen Nebenwirkungen möglichst zu vermeiden. Unter einer empfohlenen
Cortikoste
roid-Dosierung
von
höchstens
5
mg
Prednisonäquivalent
pro Tag könne der Beschwerdeführer
aller
dings
anamnestisch keine genügende
Beschwerdekon
trolle
erreichen.
Aufgrund der b
eschriebenen Beschwerden sei der Beschwerdeführer anamnes
tisch
seit Oktober 2013 zu 100 % arbeitsunfähig. Die
angegebenen
Beschwerden hätten
keinen klaren Auslöser und schränkten die Arbeitsfähigkeit jeglicher Art ein,
wobei die Einschränkung
stark
von der Intensität der Beschwerden ab
hänge.
Um
eine eingehende Abklärung der Arbeitsfähigkeit vorzunehmen, empfehle sich
eine
erneute Vor
stellung auf der Allergiestation
. Insbesondere bleibe die aktu
elle In
ten
sität
der Urtikaria zu klären.
4
.
4
.1
Es ist unbestritten und aufgrund der Akten ausgewiesen, dass beim Beschwerde
führer in erster Linie eine chronisch rezidivierende Urtikaria mit
Angioödem
komponente
und Dyspnoe vorliegt. Inwieweit sich dieses Leiden auf die Ar
beits
fähigkeit auswirkt
,
ist
allerdings unklar.
4
.2
D
er auch im psychiatrisch-psychotherape
utischen Bereich praktizierende
Neu
rologe Dr.
Z._
stellt
e
eine Verschlechterung der psychischen Verfassung des
Be
schwerdeführers im Sinne einer (reaktiven) depressiven Entwicklung fest. Nach
lediglich zwei Sitzungen
war er verständlicherweise noch nicht in der Lage
,
eine klare psychiatrische Diagnose mit entsprechender ICD-10-Kodierung zu stellen
und dementsprechend auch
eine
allfällige,
a
uf dem
psychischen Ge
sund
heits
zustand
beruhende
Arbeitsunfähigkeit zu attestieren
.
Die von ihm at
testierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit
gründet
somit
ausschliesslich auf
den
An
gaben des Beschwerdeführers
zu einem Leiden ausserhalb
seiner
medizinischen
Fachg
e
biete
.
4
.3
A
uch die Arbeitsfähigkeitseinschätzung des Allgemeinmediziners Dr.
A._
scheint
hauptsächlich auf de
r
vom Beschwerdeführer geschilderte
n
Sympto
matik (Juckreiz und
Schlafstörungen
)
zu gründe
n
.
Dem einzigen ihm zur Ver
fü
gung gestandenen
Bericht
des
Y._
(Austrittsbericht
der Der
ma
tologischen Klinik
vom 18. Dezember 2013
;
Urk. 7/16/9-12) konnte je
doch
ent
nommen werden, dass
beim Beschwerdeführer
bei Spitaleintritt am 16. Dezem
b
er 2013
wegen Einnahme
eines hochdosierten
Corticosteroids
und
Antihistaminika
am Tag zuvor keine Ausschläge
mehr
sichtbar war
en. Dr.
A._
unterliess es jedoch
,
diese
Besserung
der Symptomatik unter hoch
dosierter
Cor
ti
costeroid-Therapie
im Rahmen
seiner
Arbeitsfähigkeitseinschät
zung
mitein
zu
beziehen
, weshalb seine Attestierung einer
andauernden
100%igen Arbeitsun
fähig
keit nicht zu überzeugen vermag.
4
.4
Andererseits sehen sich
die behandelnden Dermatologen
des
Y._
ohne eine genauere Evaluation auf der Allergiestation ausserstande
, zur
Frage der
Arbeitsfähigkeit in angestammter und in angepasster Tätigkeit Stel
lun
g zu nehmen. Ihren Ausführungen
kann
lediglich
entnommen werden, dass sich die Schlafstörung auf die Konzentrationsfähigkeit auswirkt
, weshalb eine
Ein
schränkung der
Arbeitsfähigkeit nicht von vornherein auszuschliessen ist
.
Unter diesen Umstän
den liefern
die
Berichte
des
Y._
trotz ge
zielter Nachfrage des hiesigen Gerichts
keine hinreichende medizinische Grund
lage zur Festlegung eines Zumutbarkeitsprofils
.
4
.
5
Bei der Würdigung der beiden Stellungnahmen von Dr.
B._
ist schliesslich zu
berücksichtigen, dass interne Berichte des RAD eine andere Funktion als medi
zi
nische Gutachten (Art. 44 ATSG) oder Untersuchungsberichte des RAD im Sinne von Art. 49 Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) haben. Zu deren Verfassung erheben die RAD-Ärzte nicht selber medizinische Befunde, sondern setzen sich mit den vorhandenen auseinander. Die Funktion dieser Be
richte besteht darin, aus medizinischer Sicht
gewissermassen als Hil
fe
stellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben
den medizini
schen Sach
ver
halt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine
zusätzliche Untersuchung vorzunehmen
ist
(Bundesgerichtsurteil 9C_692/2014 vom
22. Januar 2015 E. 3.3 mit Hinweisen).
Im vorliegenden Fall lagen
Dr.
B._
lediglich die
Stellungnahmen des Neuro
logen Dr.
Z._
und des Allgemeinmediziners Dr.
A._
vor
.
Ohne sich über die Gründe für die ausgebliebene Arbeitsfähigkeitseinschätzung der Dermatologen des
Y._
zu äussern, verneinte
der RAD-Arzt
eine fachärzt
lich-dermatologisch bescheinigte Arbeitsunfähigkeit.
Seine Stellungnahmen be
ruhen weder auf der Würdigung eines umfassend abgeklärten Sachverhaltes noch
auf den Befunden einer persönlichen Untersuchung des Beschwerdefüh
rers, wes
halb
auch
darauf nicht abgestellt werden darf.
Angesichts der noch un
klaren
Situation
und der
in
sämtlichen
medizinischen
Berichten
mehrfach er
wähnten
Auswirkungen der Schlafstörung auf die Konzentrationsfähigkeit ist die Urtika
ria
allerdings grundsätzlich geeignet,
eine Einschränkung der Ar
beitsfähigkeit in der
angestammten
und/oder in einer angepassten
Tätigkeit
zu begründen.
Unter
diesen Umständen wäre
der RAD-Arzt
gehalten gewesen, zu
sätzliche
fachärzt
li
che
Abklärungen zu
veranlassen
.
4
.6
Aus dem Gesagten folgt, dass die vorliegenden Akten ke
ine hinrei
chende Grund
lage zur Klärung der streitentscheidenden medizinischen Fragen bzw. der Frage nach dem Restleistun
gsvermögen
des Beschwerdeführers
in angestammter und
allenfalls in
angepasster Tätig
keit darstellen. Die Sache erweist sich dem
zufolge als nicht spruchreif.
4
.7
Angesichts dessen, dass die Beschwerdegegneri
n
entscheidrelevante
Fragen bis
her gar nicht beziehungsweise lediglich aufgr
und wenig aussagekräftiger
Arzt
berichte
beantwortete, rechtfertigt es sich nicht, bereits zu diesem Zeitpunkt der Abklärungen ein Gerichtsgutachten einzuholen. Vielmehr ist die Sache unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom
13. Oktober 2014
(Urk. 2) an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, da
mit diese die notwendigen Abklä
run
gen
veranlasse und her
nach über den Anspruch des Beschwerdeführers
auf Leis
tung
en der Invalidenversicherung
neu verfüge. Diese Vorgehensweise s
teht im Ein
klang mit der höchst
richterlichen Praxis (BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4), da es sich um
eine notwendige Erhebung einer bisher gutachterlich ungeklärten Frage han
delt (vgl. etwa auch Urteil des Sozialversicherungsgerichts IV.2013.
00633 vom 17. September 2014 E.
4.3).
Im Rahmen der medizinischen Abklärungen wird die Beschwerdegegnerin
der
Frage nachzugehen
haben
, dass allenfalls nicht nur ein
e
dermatologische Erkran
kung
, sondern
darüber hinaus ein
psychische
s
Leiden vorliegen könnte.
5
.
5
.1
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr.
8
00
.-- festzulegen und ausgangsgemäss von der Beschwerdegegnerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).
5.2
Ausgangsgemäss
ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerde
führer eine angemessene Prozessentschädigung auszurichten. Diese bemisst sich
nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass
des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert (§ 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das
Sozialversicherungsge
richt
;
GSVGer
).
Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers machte mit Kostennote vom 5. Mär
z 2015 (Urk. 17) Aufwendungen von (richtigerweise) 5.91 Stunden sowie
Baraus
lagen
von Fr. 35.-- geltend. Bei Anwendung der praxisgemässen Stundensätze von Fr. 200.-- (bis 31. Dezember 2014) beziehungsweise Fr. 220.-- (ab1. Januar
2015) steht der Beschwerdeführerin eine Prozessentschädigung von Fr. 1‘336.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu.