Decision ID: 82e4743f-dd36-4193-90f9-b66d21bf06da
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1967 geborene
X._
, ohne abgeschlossene Berufsausbildung, reiste am 1
0.
Juli 1989 in die Schweiz ein (
Urk.
11/
2
/
4
). Zuletzt war er vom 1
5.
Januar 2001 bis am 3
0.
September 2005 als Aushilfs-Lagermitarbeiter für die
Y._
angestellt (
Urk.
11/1,
Urk.
11/64). Am 2
8.
November 2005 (Eingangsdatum) mel
dete sich der Versicherte – unter Hinweis auf einen am 2
8.
Januar 2005 erlittenen Unfall und einer daraus resultierenden Diskushernie – bei der Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von IV-Leistungen an (
Urk.
11/2). Nach der Vornahme erwerblich
er (
Urk.
11/6, Urk.
11/12) und medi
zinischer (
Urk.
11/7,
Urk.
11/13-14,
Urk.
11/16-17) Abklärungen auferlegte die IV-Stelle
X._
eine Schadenminderungspflicht (Inanspruchnahme einer intensiven, antidepressiven Psychopharmakotherapie sowie einer Psychotherapie
;
Urk.
11/19) und sprach ihm mit Verfügung
en
vom 14.
März 2007
sowie 1
6.
Juli 2007
mit Wirkung ab dem
1.
Januar 2006
eine
unbefristete
ganze Rente der Invalidenversicherung zu (
Urk.
11/29
,
Urk.
11/33).
1.2
Die IV-Stelle bestätigte den Anspruch auf eine ganze Invalidenrente mit Mittei
lungen vom
8.
Mai 2008 (
Urk.
11/45) und vom 2
8.
Juli 2009 (
Urk.
11/54) und sprach dem Versicherten am 2
6.
Mai 2010 einen Anspruch auf Arbeitsvermitt
lung zu (
Urk.
11/60).
Zwischen 1
5.
Juni 2010 und 1
4.
Juni 2011 nahm der Ver
sicherte an einem Programm der
Z._
teil (
Urk.
11/67).
1.3
Im Rahmen einer
erneuten
revisionsweisen Überprüfung des Rentenanspruchs von
X._
liess die IV-Stelle den Versicherten
bidisziplinär
begutachten (rheumatologisch-psychiatrisches Gutachten vom
1
6.
März 2016 [
Urk.
11/79, Urk.
11/81-82]). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 1
3.
Juni 2016 [
Urk.
11/89], Einwände vom 3
0.
August 2016 [
Urk.
11/98]) und
9.
November 2016 [
Urk.
11/111])
hob die IV-Stelle
mit Verfügung vom
24. November
2016 die bisherige ganze Rente
gestützt auf einen IV-Grad von 0 % mit Wirkung per 3
1.
Dezember 2016 auf und entzog einer allfällig dagegen erhobenen Beschwerde die a
ufschiebende Wirkung (Urk. 2 [=
Urk. 11/114]).
2.
Gegen diesen Entscheid erhob der Versicherte mit Eingabe vom 1
0.
Januar 2017 Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei festzustellen, dass der Beschwerdeführer
weiterhin
Anspruch auf eine ganze IV-Rente habe, eventuell sei die Angelegenheit zwecks umfassender Abklärung an die Vorinstanz zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2). Am 1
3.
März 2017 (
Urk.
7) reichte der Beschwerdeführer einen Bericht der
A._
vom
6.
März 2017 zu den Akten (
Urk.
8), welcher der Beschwer
degegnerin am 1
4.
März 2017 zur Stellungnahme
zugestellt wurde (Urk.
9). Mit Beschwerdeantwort vom 1
7.
März 2017 beantragte die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde (
Urk.
10), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 2
1.
März 2017 angezeigt wurde (
Urk.
12). Am
6.
Juni 2017 (
Urk.
13) sowie am 2
2.
März 2018 (
Urk.
15) legte der Beschwerdeführer weitere medizinische Berichte auf (
Urk.
14,
Urk.
16/1-2), welche der Beschwerdegegnerin am 2
7.
März 2018 zur Kenntnisnahme zugestellt wurden (
Urk.
17).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl
massgeblichen
(hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b mit Hinweisen; vgl. zur Publi
kation vorgesehenes Urteil des Bundesgerichts 8C_429/2017 vom 20. Dezember 2017 E. 2.2). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend ("allseitig") zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.2
1.2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach
zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen,
ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (
vgl.
BGE
139 V 547
E. 5
,
131 V 49
E. 1.2
,
130 V 352
E. 2.2.1
; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme
eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt
eine psychiatrische,
lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (
vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2,
141 V 281 E. 2.1
, 130 V 396 E. 5.3 und
E.
6
). Eine fachärztlich
einwandfrei
festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In je
dem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausge
wiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die
nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende
Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arb
eitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141
V 281 E. 3.7,
139 V 547 E. 5.2
, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG
).
1.2.2
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indika
toren,
die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder
äusserer
Belastungs
faktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesge
richts 9C_590/2017 vom 1
5.
Februar 2018 E. 5.1).
Die Anerkennung eines ren
tenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. zur Publikation in der Amtlichen Sammlung bestimmtes Urteil des Bundesgerichts 8C_409/2017 vom 2
1.
März 2018 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.2.3
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281)
hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie „funktioneller Schweregrad" (E. 4.3)
-
Komplex „Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex „Sozialer Kontext" (E. 4.3.3)
-
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich
entscheidend
ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.2.
4
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist – auch bei psychischen Erkrankungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosoziale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunfts
ängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vorder
grund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträch
tigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven
Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturel
len Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklä
rung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
1.3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis
der und gegebenenfalls in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen Entscheid, der Gesundheitszu
stand des Beschwerdeführers habe sich soweit verbessert, dass ihm die Ausübung seiner angestammten Tätigkeit als Lagermitarbeiter ab Januar 2016 wieder zu 100
%
zumutbar sei, was einem IV-Grad von 0
%
entspreche. Zwar habe sich der psychische Zustand des Beschwerdeführers
zwischenzeitlich
verschlechtert, was eine akutpsychiatrisch stationäre Behandlung nach sich gezogen habe, dies sei jedoch als Reaktion auf den negativen Vorbescheid der Beschwerdegegnerin zu werten und begründe keine Verschlechterung
, die länger wie drei Monate andau
ere
(
Urk.
2).
2.2
Der Beschwerdeführer liess in seiner Beschwerde dagegen im Wesentlichen vor
bringen, der Beschwerdeführer beziehe seit
1.
Januar 2006 eine ganze Rente der Invalidenversicherung
, welche
zweimal bestätigt worden
sei
. Die Gutachter
F._
/
H._
kämen jedoch im Rahmen einer weiteren Revision zum Schluss
,
es habe nie eine länger dauernde Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestanden. Die Berichte der behandelnden Ärzte würden allerdings belegen, dass sich der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers nicht verändert habe. Die in die Ver
gangenheit zurückgreifende Beurteilung der Gutachter lasse Zweifel an der gut
achterlichen Beurteilung aufkommen. Die neuesten stationären Einweisungen seien sodann
un
berücksichtigt
geblieben
(
Urk.
1).
3.
3.1
Die Verfügungen vom 1
4.
März 2007 (
Urk.
11/29) und 1
6.
Juli 2007 (
Urk.
11/33) basierten in medizinischer Hinsicht auf den nachfolgenden Berichten:
3.1.1
Die Ärzte des
B._
hielten im
Bericht von 6.
Dezem
ber 2005 zu Händen der Beschwerdegegnerin (
Urk.
11/7) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest (
Urk.
11/7/5):
-
lumbospondylogenes
bis radikuläres Schmerz- und sensibles Ausfallsyn
drom L5 links bei
-
ausstrahlenden lumbalen Schmerzen in
bd.
Inguinae
und Segment L5 links mit leichter Beinhebeschwäche links
-
Dekompression und dorsale
Spondylodese
L5/S1 und
Spondylodese
LWK 5 am 2
8.
Februar 2005
-
Status nach
lumboradikulärem
Schmerz- und sensible
m
Ausfallsyn
drom L5/S1 links wegen Diskushernie L5/S1
,
links mit Neurokompres
sion L5, Spondylarthrose L5/S1 (Februar 2005)
-
MRI
Lendenwirbelsäule (
LWS
)
1
9.
September 2005: regelrechte Lage des
Spondylodesenmaterials
, keine Neurokompression
Der Beschwerdeführer habe
– bis
lumboradikuläre
Schmerzen aufgetreten seien –
bis im Januar 2005 als Lagerist gearbeitet. Laut neurochirurgischer Beurteilung sei er bis am 2
6.
Oktober 2005 zu 50
%
und
vom 2
6.
Oktober 2005 bis am 7.
Dezember 2005 zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen (
Urk.
11/7/5).
3.1.2
Im Bericht des
B._
vom 2
7.
Januar 2006 zu Händen der Beschwerdegegnerin (
Urk.
11/13) wird berichtet, zusätzlich zu den be
reits genannten Diagnosen (vgl.
E. 3.1.1) bestehe ein dringender Verdacht auf Schmerzverarbeitungsstörung, unter anderem im Rahmen einer depressiven Episode; dies seit Januar 200
5.
Der Beschwerdeführer sei vom
1.
bis
8.
Mai 2005 zu
100
%
, vom
8.
bis
9.
Mai zu 50
% und vo
m
2
6.
Oktober 2005 bis 1
7.
Januar 2006 zu 100
%
arbeitsunfähig zu erachten (
Urk.
11/13/3). Aufgrund der Chronifizierung der
Rückenschmerzen
problematik
und der zusätzlich zu befü
r
chtenden Schmerzverarbeitungsstörung sei die
Prognose derzeit als eher ungünstig zu beurteilen. Trotz Fortsetzung der physiotherapeutischen Übungen werde von den Kollegen der Neurochirurgie auf absehbare Zeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Wegen der zu befürch
tenden Schmerzverarbeitungsstörung werde derzeit eine psychiatri
sche/psychotherapeutisch
e Behandlung durchgeführt (Urk.
11/13/5).
3.1.3
Dem Bericht des
B._
vom 1
5.
Februar 2006 zu Händen der Beschwerdegegnerin (
Urk.
11/14) kann entnommen werden, beim Beschwerdeführer bestünden links
seitige
Lumboischialgien
, die in der Folge eines Stosses mit einer Palette am Rücken aufgetreten seien. Am 2
6.
Januar
2006
hätten sich die Beschwerden erheblich verschlechtert nach einem Sprung aus etwa einem Meter Höhe.
Mittels
eine
r
stationäre
n
konservative
n
Therapie hätten die Beschwerden nicht
ge
besser
t
werden
können. Es seien Zeichen einer erheblichen Schmerzverarbeitungsstörung deutlich geworden, so dass eine psychiatrische Mitbetreuung erfolgt sei. Seine Arbeit als Lagerist werde der Beschwerdeführer nicht mehr aufnehmen können, es seien Umschulungsmassnahmen in Erwägung zu ziehen (
Urk.
11/14/2).
3.1.4
Die Ärzte der
C._
hielten im Bericht vom 2
8.
Juni 2006 zu Händen der Beschwerdegegnerin (
Urk.
11/16) folgende psychi
atrischen Diagnosen fest: Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion und Angst (ICD-
10 F43.22) sowie chronifizierte
Schmerzstörung (
Urk.
11/16/1). Aufgrund der raschen Ermüdbarkeit, der Antriebsstörung, der verminderten Stresstoleranz und der kognitiven Einschränkung auf die Schmerzproblematik bestehe
zurzeit
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht,
wobei jedoch eine Beurteilung der tatsächlichen Leistungsfähigkeit in einem Arbeitsversuch mit mindestens 4-5 Stunden zumutbarer Präsenz festgestellt werden müsste. Die
Leis
tungs
- und Arbeitsfähigkeit sollte aus somatischer Sicht beurteilt werden, da das depressive Zustandsbild eine Folge der missglückten Anpassung an die veränder
ten Lebensumstände
und die rheumatologische Erkrankung darstelle
(
Urk.
11/16/2)
.
3.1.5
Die Ärzte der
D._
gingen im Bericht vom 1
1.
August 2006 zu Händen der psychiatrischen Poliklinik (
Urk.
11/17) von denselben Diagnosen wie
die
C._
aus und attestierten eine Arbeitsunfähigkeit von weiterhin 100
%
(
Urk.
11/17/2).
3.1.6
Die für den Regionalen Ärztlichen Dienst
(RAD)
tätige
Dr.
med.
E._
, hielt in ihrer Stellungnahme vom 1
5.
Dezember 2006 fest (
Urk.
11/18/4-5), die vorlie
genden Berichte und die dargelegten objektiven Befunde liessen aus rheumatolo
gischer Sicht keine Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Lagermitarbei
ter als möglich erscheinen. Das vorliegende psychiatrische Krankheitsbild sei der
zeit in einem labilen Zustand, so dass aus psychiatrischer Sicht aktuell keine beruflichen Massnahmen sinnvoll erschienen (
Urk.
11/18/4-5). Am
5.
Januar 2007 hielt
Dr.
E._
fest, die Restarbeitsfähigkeit betrage 0
%
(
Urk.
11/18/5).
3.2
Im Zeitpunkt der Verfügung vom 2
4.
November 2016 (Urk. 2) präsentierte sich die medizinische Aktenlage wie folgt:
3.2.1
Der
bidisziplinären
Zusammenfassung der Gutachter
Dr.
med. Christine
H._
, FMH Allgemeine Innere Medizin, Rheumatologie, und Prof.
Dr.
med.
F._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie
und FMH Neuro
logie
, vom 1
6.
März 2016 (
Urk.
11/82) können folgende Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit entnommen werden:
-
k
eine psychiatrische Diagnose
-
v
erminderte Belastbarkeit und Beschwerden der
Halswirbelsäule (HWS)
bei
-
d
egenerativen Veränderungen mit
osteodiskalen
Forameneinengungen
C5/C6 links und C6/C7 links mit deutlichem Kontakt zu den Neben
wurzeln C6 links und C7 links mit Verdacht auf Kompression (MRI Mai 2012)
-
o
hne radikuläre Zeichen
-
v
erminderte Belastbarkeit und Beschwerden der LWS bei
-
k
ongenitaler
Spondylolyse
LWK 5;
2
8.
Februar 2005: lumbale Opera
tion mit mikrochirurgischer
Fenestration
L5/S1 mit Diskektomie L5/S1 bei medialateraler Diskushernie L5/S1 und
interkorporelle
Fusion L5/S1 mit normaler Beweglichkeit des Segments L4/L5 ohne pathologisches Gleiten (fun
k
tionelles Röntgen im Oktober 2005) und guter Lage des intakten
Spondylodese
-Materials mit gering zunehmenden
interkorpo
rellen
Durchbauungszeichen mit geringen degenerativen Veränderun
gen ohne spinale oder foraminale Stenose (CT Februar 2016),
-
ohne radikuläre Zeichen
Zur Arbeitsfähigkeit aus
bidisziplinärer
Sicht hielten die Gutachter fest, in einer HWS- und LWS-schonenden Tätigkeit sei der Beschwe
r
deführer
bezogen auf ein Pensum von 100
%
zu 100
%
arbeitsfähig. Dabe
i könne er mit Lasten bis zu 10 k
g hantieren. In einer angepassten Tätigkeit habe nie eine lang andauernde Arbeits
unfähigkeit bestanden, eine besonders rückenbelastende Tätigkeit habe er nie andauernd ausüben können, denn die
Spondylolyse
LWK 5 sei angeboren (
Urk.
11/82).
3.2.2
Prof.
Dr.
F._
hielt in seinem psychiatrischen Teilgutachten vom 2
3.
Januar 2016 (
Urk.
11/79) fest, bei der Begutachtung hätten erneut Klagen des Beschwer
deführers über chronische Schmerzen ganz im Vordergrund gestanden. Zudem beklage der Beschwerdeführer ausgeprägte Eheprobleme mit einem chronischen Ehekonflikt, weshalb er sich sehr ungern in der Häuslichkeit aufhalte. Er habe von Intrusionen und Flashbacks im Zusammenhang mit einem stationären Auf
enthalt im Jahr 2005 berichtet, wobei eine affektive Beteiligung nicht erkennbar gewesen sei. Ebenso habe kein erhöhtes
Arousal
und kein andauerndes Gefühl des
Betäubtseins
bestanden. Diagnostisch könnten diese Angaben nicht einge
ordnet werden. Affektiv habe sich ein dysphorischer Affekt im Zusammenhang mit der Eheproblematik gefunden, ansonsten hätten keine
Psychopathologika
bestanden, welche die Diagnose einer Depression auf der Grundlage eines inter
national anerkannten psychiatrischen Klassifikationsschemas
rechtfertigen würde. Der Beschwerdeführer sei in der Grundstimmung indifferent gewesen. Er sei bezüglich seiner Arbeit in der Mal-Werkstatt begeisterungsfähig und habe Freude darüber ausgestrahlt. Der Antrieb habe sich ungestört gefunden. Es könne von einer Remission einer depressiven Störung ausgegangen werden (ICD-10 F33.4). Der Beschwerdeführer beklage ein Ganzkörperschmerzsyndrom mit hoher Intensität, welche
s
unter psychosozialer Belastung aufgetreten sei. Ebenso habe der Beschwerdeführer angegeben, dass die subjektive Schmerzintensität in Abhängigkeit von psychosozialen und emotionalen Belastungsfaktoren stehe. Analgetika würden nur zu einer mässigen Reduktion des Schmerzlevels führen. Es bestehe ein somatisches Krankheitskonzept. Der Schmerzaffekt sei
dysthym
. Ein Leidensdruck sei nicht spürbar. Hingegen hätten sich Hinweise auf ein Ver
meidungsverhalten und eine Selbstlimitation gefunden. Die Diagnosen einer somatoformen Schmerzstörung sei damit zu bestätigen. Es sei eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren zu diagnostizieren (ICD-10 F45.41). Hinweise für Bewusstseinsverluste seien aktuell objektiv nicht gegeben. Es gebe keine stationären Notfalleinweisungen und keine Fremdbe
obachtungen, so dass davon auszugehen sei, dass aktuell diesbezüglich keine Stö
rung von Krankheitswert vorliege. Auch bestünden aktuell keine psychopatholo
gischen Hinweise auf eine generalisierte Angststörung. Aus psychiatrischer Sicht sei festzuhalten, dass im Abgleich mit dem
von der
C._
i
m Jahr 2009 berichteten Psychostatus ein deutlich gebesserter psychischer Gesundheitszustand vorliege. Dies sei sicherlich der guten psychotherapeutischen Arbeit von Herrn
G._
zu verdanken. Diagnostisch könne aktuell nur eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren diagnostiziert werden (ICD-10 F45.41), an welche eine gewisse Adaption bestehe. Aus versicherungsmedizinisch-psychiat
rischer Sicht liege nur ein minimer Gesundheitszustand (richtig wohl: Gesund
heitsschaden) vor, ohne wesentliche Auswirkungen auf die
mittel- und langfris
tige Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers (
Urk.
11/79/19-20). In der Abgren
zung der Funktionseinschränkungen, welche auf Gesundheitsstörungen beruhten und ebensolchen, die nicht versicherte Faktoren beträfen, seien dabei eine deut
liche Selbstlimitierung des Beschwerdeführers sowie psychosoziale und soziokul
turelle Belastungsfaktoren (unzureichende Sprachkenntnisse, unzureichende Ausbildung, wirtschaftliche Probleme [Schulden], protrahierter Ehekonflikt) zu benennen, welche im Vordergrund des psychopathologischen Bildes stünden. Diese IV-fremden Faktoren seien bei der
Rentenzusprache
nicht von krankheits
bestimmenden Fähigkeitsstörungen korrekt getrennt worden und hätten bei Berücksichtigung bereits damals zu einer anderen Beurteilung aus gutachterlicher Sicht führen müssen. Dies erkläre auch neben der objektiv feststellbaren Verbes
serung des psychopathologischen Bildes die Differenzen in der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit. Beim Beschwerdeführer seien keine vorbestehenden Störungen der Ich-Funktionen zu beschreiben, die eine persönlichkeitsbedingte Einschrän
kung der Krankheitsverarbeitung rechtfertigen würden. Es sei bei unauffälliger neurosenbiografischer Anamnese des Beschwerdeführers in der Entwicklungs
biografie, bei regelrechtem schulischem Verlauf und Ausbildung im Heimatland nicht von einer Persönlichkeitsstörung auszugehen. Psychiatrische Störungen lägen nicht vor, welche den Beschwerdeführer in der Selbstwahrnehmung, in sei
ner Affekt- und Impulssteuerung oder im Antrieb nachhaltig limitieren würden. Er habe mit seinen handwerklichen Fähigkeiten durchaus noch persönliche Res
sourcen, die er auf dem Arbeitsmarkt einbringen könnte. Aktuell könne ein sekundärer Krankheitsgewinn nicht ausgeschlossen werden (Transferleistungen statt Arbeit)
(
Urk.
11/79/21-22)
.
3.2.3
Im rheumatologischen Teilgutachten vom 1
0.
M
ärz 2016 von
Dr.
H._
(Urk.
11/81) wurde festgehalten, in der
klinischen Untersuchung seien Diskrepan
zen aufgefallen. Es bestehe ein Schmerzstöhnen,
welches
bei Ablenkung ver
schwinde. Der Beschwerdeführer zeige ein Zucken bei sanfter Berührung,
w
as bei Ablenkung nicht da sei. Die Untersuchung des Bewegungsapparates werde durch Gegenspannung erschwert. Der normale Gang sei unauffällig
,
wie auch der Zehen- und Fersengang. Die Beweglichkeit der LWS und B
eckenwirbelsäule
könne wegen Gegenspannung nicht geprüft werden. Bei der direkten Prüfung der Beweglichkeit der HWS zeige der Beschwerdeführer deutliche Einschränkungen. Bei Ablenkung bewege er die HWS normal. Radikuläre Zeichen seien nicht vor
handen. Alle grossen peripheren Gelenke seien normal beweglich, Gelenkser
güsse,
Synovitiden
oder überwärmte Gelenke seien nicht vorhanden. In der
Dolorimetrie
seien all
e
18 Tender-Points sowie alle acht Kontrollpunkte
patholo
gisch
. Dies entspreche einem pathologischen
Dolorimetrie
-Befund im Sinne einer Schmerzausweitung. Die Bioimpedanz-Analyse zeige trotz des Übergewichts eine erfre
ulich grosse Muskelmasse von 55
%, welche den Normalwert von 40
%
weit übertreffe. Eine langandauernde körperliche Schonung, wie sie der
Beschwerde
führer
berichte, könne daraus nicht abgeleitet werden. Drei der vier an beiden Beinen gemessenen Umfänge seien beidseits gleich. Der vierte Beinumfang am Oberschenkel sei links einen halben Zentimeter grösser als rechts. Ein lang andauernder Mindergebrauch des linken Beines gegenüber dem rechten Bein wegen Kraftlosigkeit vor allem links, wie es der Beschwerdeführer berichte, könne daraus nicht abgeleitet werden. Die MRI-Untersuchung der HWS vom Mai 2012 zeige
osteodiskale
Einengungen C5/C6 links und C6/C7 links mit deutlichen Kon
takten zur Nervenwurzel C6 links und C7 links mit möglicher Kompression. Diese Befunde seien nicht besonders gravierend
, hätten aber
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Die funktionelle Röntgenunters
uch
ung der LWS vom Oktober 2005 zeige stabile Befunde mit normaler Beweglichkeit des Segments L4/L5 ohne pathologisches Gleiten. Die CT-Untersuchun
g der LWS vom
Februar 2016 habe
, wie alle vorangegangenen postoperativen bildgebenden Untersuchungen, gute postoperative Befunde mit guter Lage des intakten
Osteosynthesematerials
und
nur geringe degenerative Veränderungen ohne Hinweise auf neu aufgetretene spinale oder foraminale Stenosen
ergeben
(
Urk.
11/81/53). Der Beschwerdeführer habe sodann bei der weiteren Untersuchung angegeben, seit längerem statt des Beruhigungsmittels
T
e
mesta
das muskelentspannende
Lyrica
zu verwenden. Den
noch sei kein
Lyrica
in der Haaranalyse vorhanden gewesen. Offensichtlich sei diese Angabe falsch gewesen. Aufgrund der Urinuntersuchung könne seine Angabe, dass er das Beruhigungsmittel
Temesta
oder auch andere Psychophar
maka nicht mehr verwende, stimmen. Der Beschwerdeführer berichte sodann, dass er nur 300 bis 400 Meter weit gehen könne, wegen der zunehmenden lum
balen Beschwerden. Er habe ebenso berichtet, vor der gutachterlichen Untersu
chung von seinem Wohnort zum Bahnhof innert sieben Minuten 700 Meter zu Fuss gegangen zu sein. Des Weiteren habe der Beschwerdeführer beim Ausziehen der Socken auf der Untersuchungsliege spontan den
Langsitz
eingenommen, was einem beidseits normalen Lasègue entspreche. Diskrepant dazu sei, dass er unmittelbar nach der Prüfung des Lasègue beidseits ab 30° über starke Schmerzen geklagt habe. Hier bestehe eine Verdeutlichungstendenz (
Urk.
11/81/54).
Zur Arbeitsfähigkeit hielt
Dr.
H._
fest, beim Beschwerdeführer bestünden strukturelle Veränderungen im Bereich der HWS und der LWS,
welche
seine Leis
tungsfähigkeit einschränkten. Er könne jedoch eine angepasste Tätigkeit
bezogen auf ein Pensum von 100
%
zu
100
%
ausüben
(
Urk.
11/81/54). Die angestammte Tätigkeit als Chauffeur sei angepasst, sofern er dabei keine Lasten über 10 kg tragen müsse. Dasselbe gelte für seine Tätigkeit als Lageraushilfsarbeiter (
Urk.
11/81/56).
3.2.4
Zu den Rückfragen der Beschwerdegegnerin zum
bidisziplinären
Gutachten, nahm
Dr.
F._
am
2.
April
2016 Stellung (
Urk.
11/84). Er führte auf die Frage zum Zeitpunkt der Verbesserung des Gesundheitszustands aus, es sei vom Datum der psychiatrischen Untersuchung auszugehen. Gemäss IV-Dossier sei beim Beschwerdeführer am 2
8.
Mai 2009 eine IV-Abklärung erfolgt. Dort hätten sich psychopathologisch eine Antriebsstörung, eine verminderte Stresstoleranz und kognitive Einschränkungen gefunden. Der Beschwerdeführer sei rasch ermüdbar
gewesen
und es
hätten
Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit aus psychi
a
trischer Sicht
bestanden
. Ein beruflicher Wiedereinstieg sei kaum vorstellbar
gewesen
. Es seien
aus psychiatrischer Sicht
die Diagnosen einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.11) und einer anhalten
den somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) gestellt worden. Die Diagno
sen, welche der Psychotherapeut des Beschwerdeführers im Bericht vom
7.
Juli 2014 gestellt habe, seien mangels Psychostatus nicht nachvollziehbar. Gleiches gelte für den Bericht des Hausarztes des Beschwerdeführers
med.
pract
.
I._
vom
3.
September 201
4.
Weitere psychiatrische Dokumentationen seien im IV-Dossier nicht enthalten und seien
dem Gutachter
im Rahmen der Begut
achtung nicht zur Kenntnis gelangt. Zusammenfassend könne nur ein Vergleich zur Voruntersuchung im Jahr 2009 erfolgen, da alle anderen medizinischen Dokumentationen keine
n Psychostatus enthielten (Urk.
11/84/2).
3.2.5
Im beschwerdeweise eingereichten Bericht des
J._
vom 2
2.
August 2016 zu Händen de
r
C._
(
Urk.
3/4) hielten die Klinikärzte
des
J._
folgende Diagnosen fest
(
Urk.
3/4 S. 1)
:
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.1
)
, chronische
s
lumbospondylogenes
Schmerzsydrom
bei
-
Status nach
Spondylodese
L5/S1 bei Spondylose mit Diskushernie L5/S1, chronische
Cervikobrachialgie
linksseitig bei
Foramenstenose
C6 und C7 links mit möglicher Wurzelkompression
-
vermeidende und anankastische Persönlichkeitsakzentuierung
-
Verdacht auf generalisierte Angststörung
-
b
enigne Prostatahyper
pla
sie
Dem Bericht ist zu entnehmen, der Beschwerdeführer sei am 2
6.
Juli 2016 ein- und am 1
8.
August 2016 wieder ausgetreten (
Urk.
3/4 S. 2). Beim Beschwerde
führer bestehe eine chronische Schmerzstörung seit dem Erleiden des Arbeitsun
falles 2011, entsprechend einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung, ein
hergehend mit Ängsten sowie optischen und akustischen Halluzinationen. Zudem halle ein ausgeprägtes
Hyperarousal
mit Reizbarkeit, Schwierigkeiten ein- oder durchzuschlafen, Konzentrationsschwierigkeiten, übermässige Wachsamkeit und übertriebene Schreckreaktionen auf. Zunächst habe man an eine
posttraumati
sche Belastungsstörung (
PTBS
)
gedacht, wobei formal die Kriterien nicht gänzlich erfüll
t
seien (
Urk.
3/4 S.
3). Eine berufliche Rei
ntegration im freien Arbeitsmarkt erscheine anhand der Beobachtungen im Alltag mit Limitationen durch Schreck
haftigkeit/Ängste, Schmerzexazerbationen und den Halluzinationen insgesamt wenig realistisch. Hingegen erscheine eine Tätigkeit in einer geschützten Werk
statt schon aus therapeutischen Gründen sehr empfehlenswert (
Urk.
3/4 S. 4).
3.2.6
Dr.
med.
K._
, FMH Neurologie, hielt im beschwerdeweise einge
reichten und zu Händen von
Dr.
I._
, FMH Allgemeine Innere Medizin,
erstellten Bericht vom 1
9.
September 2016 (
Urk.
3/5) fest, von neurologis
c
her Seit bestehe der dringende Verdacht auf eine psychogene/somatoforme Sprech- und Sprachstörung. In der klinisch-neurologischen Untersuchung und der zusätzlich durchgeführten EEF-Untersuchung zeigten sich keine richtungsweisenden patho
logischen Befunde (
Urk.
3/5 S. 2).
3.2.7
Dem Bericht von
Dr.
med.
L._
, FMH Psychiatrie und Psychothera
pie
,
vom
7.
November 2016 zu Händen der Rechtsvertretung des Beschwerdefüh
rers (
Urk.
11/110 =
Urk.
3/9) kann entnommen werden, der Beschwerdeführer befinde sich sei
t
Anfang September 2016 in ambulanter psychiatrisch-psycho
therapeutischer Behandlung. Die Behandlung befinde sich erst am Anfang. Als psychiatrische Diagnosen nannte
Dr.
L._
die folgenden
(
Urk.
11/110/1-2)
:
-
c
hronisch halluzinatorische Psychose (ICD-10 F28)
-
p
sychogene Sprechstörung (ICD-10 F44.4)
-
a
nhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4), Differentialdi
agnose
:
psychologische Faktoren und Verhaltensfaktoren bei andernorts klassifizierten Krankheiten (ICD-10 F54)
-
Verdacht auf generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1)
-
r
ezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradig (ICD-10 F33.1)
-
Verdacht auf Posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1), Diffe
rentialdiagnose: DESNOS
Dr.
L._
hielt
zudem
fest, d
er Beschwerdeführer gebe an, am meisten unter Hal
luzinationen zu leiden. Diese träten täglich mehrfach aus, dies seit dem Arbeits
unfall im Jahr 200
5.
Sie
würden ihn stark ängstigen und er sei dann teilweise blockiert. Seit August
2016 sei es neu zu einer Sprach- und Sprechstörung mit Wortfindungsstörungen, Gedankenabbrüchen, stockendem Sprechen und Dys
arthrie gekommen, die zu einer deutlichen Einschränkung der Kommunikation führe. Eine neurologische Untersuchung einschliesslich MRI-Schädel habe keinen Befund ergeben, so dass von einer psychogenen Störung auszugehen sei. Seit
2005 leide er unter chronischen Schmerzzuständen wechselnder Intensität und unterschiedlicher Lokalisation. Sodann sei der Beschwerdeführer seit 2005 extrem schreckhaft. Seit dem Unfall im Jahr 2005 sei er auch immer wieder traurig und verzweifelt. Seit einem Suizidversuch im Jahr
2005 seien suizidale Gedanken immer wieder hochgekommen. Das Trauma stamme von der Sekundarschulzeit, als
in seinem Land
für ein halbes bis
zu einem Jahr Bürgerkrieg geherrscht habe
(
Urk.
11/110/2)
.
Zum Befund hielt
Dr.
L._
fest, der Beschwerdeführer wirke zurückhaltend und ängstlich. Die Kommunikation sei durch mangelnde Sprachkenntnisse und eine Sprach- und Sprechstörung erschwert. Der Beschwerdeführer habe eher wenig gesprochen und nur deutlich stockend und abgehackt. Die Sprachmelodie sei dadurch monoton und
unmodelliert
wirkend mit
tic
-
artigen Bewegungsstörun
gen. Hinter diesen Auffälligkeiten bestünden deutlich spürbare Ängste und eine Verzweiflung. Es gebe akustische und optische Halluzinationen, sowie suizidale Gedanken bei fehlender akuter Suizidalität. Aktuell sei von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen (
Urk.
11/110/1-3).
3.2.8
Dr.
L._
richtete am 2
9.
November 2016 ein Schreiben an die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers, in welchem er angibt, den Beschwerdeführer notfallmäs
sig stationär eingewiesen zu haben, nachdem
Dr.
L._
eine akute Verschlechte
rung des Befindens und eine versuchte Selbstverletzung und Selbstgefährdung festgestellt habe (
Urk.
3/6).
3.2.9
Dem beschwerdeweise eingereichten Austrittsbericht des
C._
vom 1
3.
Dezember 2016 zu Händen von
med.
pract
.
I._
(
Urk.
3/8) ist zu entnehmen, dass sich der Beschwerdeführer vom 2
9.
November 2016 bis 1
2.
Dezember 2016 stationär behandeln liess (
Urk.
3/8 S. 1). Der Beschwerdeführer sei in das intensive statio
näre Setting integriert worden und habe seine Ressourcen vor allem in Kunst und Ergotherapie aktivieren können. Daneben habe er die Bewegungs- und Physio
therapie besucht und habe begleitend dazu ärztliche Einzelgespräche erhalten. I
n
diesen hätten mit dem Beschwerdeführer die Umstände für das Zustandsbild und das weitere Prozedere thematisiert werden können. Hierbei habe der Beschwerde
führer über psychosoziale Belastungsfaktoren berichtet, insbesondere bezüglich der schwierigen privaten und sozialen Situation aufgrund seiner Schmerzsymp
tomatik seit einem
Arbeitsunfall im Jahr 201
1.
Die optischen und akustischen Halluzinationen könnten diagnostisch nicht kategorisch zu Flashbacks eingeord
net werden, würden jedoch auch unter
neuroleptischer
Behandlung persistieren (
Urk.
3/8 S. 2).
4.
4.1
Streitig und zu prüfen ist vorliegend, ob eine Änderung im anspruchserheblichen Sachverhalt eingetreten ist. Zeitliche Vergleichsbasis bilden dabei die Verfügun
ge
n
vom 1
4.
März 2007 und vom 1
6.
Juli 2007, mit welchen dem Beschwerde
führer rückwirkend mit Wirkung ab
1.
Januar 2006 eine ganze Rente zugespro
chen wurde (Urk. 11/29,
Urk.
11/33). Zur Diskussion steht insbesondere, ob bezüglich des laut
Gutachten von
Dr.
F._
vom 2
3.
Januar 2016 (E.
3.2.2
)
damals bestehenden psychischen Zustandsbilds eine massgebliche Besserung ein
getreten ist.
4.2
4.2.1
Die Beschwerdegegnerin
stützte ihre Auffassung, wonach sich der Gesundheits
zustand des Beschwerdeführers seit Erlass der Rentenverfügung
en
vom
1
4.
März 2007 und vom 1
6.
Juli 2007
verbessert habe und ihm
die bisherige sowie auch
eine angepasste Tätigkeit wieder zu 100 % zumutbar sei, auf das Gutachten der
Dres
.
H._
/
F._
vom
1
6.
März 2016.
4.2.2
Das
bidisziplinäre
Gutachten der
Dres
.
F._
und
H._
vom 1
6.
März 2016
, ergänzt durch die Stellungnahme des psychiatrischen Gutachters v
om 2. April 2016 (Urk.
11/84),
ist für die Beantwortung der gestellten Fragen umfas
send, beruht auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen (rheumatologisch, psychiatrisch) und wurde in Kenntnis der und Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstattet. Die Gutachter berücksichtigten die geklagten Beschwerden und setzten sich mit diesen sowie dem Verhalten des Beschwerdeführers aus
einander. Sie legten die medizinischen Zusammenhänge und die medizinische Situation einleuchtend dar und begründeten ihre Schlussfolgerungen nachvoll
ziehbar. Das
bidisziplinäre
Gutachten erfüllt daher grundsätzlich die rechtspre
chungsgemässen Anforderungen an eine beweiskräftige ärztliche Stellungnahme (vgl. E.
1.4
).
Der psychiatrische Konsiliarius legte schlüssig dar, dass im Vergleich zum Jahr 2009 – unter Verweis auf einen Bericht de
r
C._
vom 2
8.
Mai 2009 – aus psychi
atrischer Sicht eine deutliche Verbesserung des Gesundheitszustands eingetreten ist.
Wohl wäre mit dem Zustand
im Jahr
2007 zu
vergleichen
. Da jedoch die Ärzte de
r
C._
– soweit es sich dabei um objektiv-eigene (klinische) Feststellungen und nicht bereits um eine Interpretation handelt – einen identischen Befund/Psychostatus erh
o
ben und beide Male von einer Schmerzproblematik sowie
ein
er depressiven Symptomatik ausgingen
,
muss
im Jahr 2009
auf einen
unveränderten Gesundheitszustand aus psychiatrischer
Sicht
seit 2007 geschlos
sen werden
. Dass die Diagnosen nicht gleich lauten ist nicht massgebend. Hierzu gilt es festzuhalten, dass massgebend für den Grad der Arbeitsunfähigkeit nicht die Diagnose oder die Zahl der erhobenen Diagnosen, sondern die daraus resul
tierende Leistungseinschränkung ist, welche sich auch durch eine zusätzliche Beeinträchtigung nicht zwangsläufig erhöhen muss (vgl. Urteil des Bundesgerich
tes 9C_804/2015 vom 21. Juni 2016 E. 3.2).
Laut den Feststellungen von
Dr.
F._
lag bei der Begutachtung nunmehr ein nur minim eingeschränkter Gesundheitszustand vor. Wesentliche Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit stellte der Experte nicht fest. Er schloss sodann Störungen der Ich-Funktionen aus. Sodann stellte
Dr.
F._
keine Persönlichkeitsstörung oder Störungen fest
,
welche den Beschwerdeführer in der Selbstwahrnehmung, in seiner Affekt- oder in seiner Impulssteuerung oder im Antrieb beeinträchtigen würden (
Urk.
11/79/20-21).
4.2.3
Das
Vorbringen des Beschwerdeführers,
die
Gutachter
hätten sich in nicht nach
vollziehbarer Weise
auch rückwirkend zum Verlauf und dem Beginn der Arbeits
unfähigkeit geäussert
,
vermag den Beweiswert des Gutachtens nicht in Zweifel zu ziehen. Ob die
Rentenzusprache
aus dem Jahre 2007 richtig war, kann offen
bleiben, da Streitgegenstand vorliegend die Rentenaufhebung pro
futuro
ist. In diesem Zusammenhang legte
Dr.
F._
den Unterschied der damaligen und aktuellen Befundlage nachvollziehbar dar (E. 3.2.4).
4.2.4
Aus
dem
beschwerdeweise aufgelegten
Bericht de
r
C._
vom 1
3.
Dezember 2016 (E. 3.2.9)
respektive demjenigen von
Dr.
L._
vom 2
9.
November 2016 (E. 3.2.8)
kann der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten ableiten, da die Hospitali
sierung nach Erlass der angefochtenen Verfügung vom 2
4.
November 2016 erfolgte und die angefochtene Verfügung
die zeitliche Grenze der
richterlichen Überprüfungsbefugnis bildet (BGE 134 V 392 E. 6)
.
Nicht nur die Beurteilungen der Gutachter lassen entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers auf eine deutliche Verbesserung des psychischen Zustandsbil
des schliessen: Selbst laut den Feststellungen der Ärzte de
r
C._
und der
M._
liegt zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung keine
depres
-
sive
Symptomatik und auch keine Anpassungsstörung mehr vor (
Urk.
3/3-4,
Urk.
3/7-8). Die Gutachter sowie auch die behandelnden Ärzte gehen allesamt vom Vor
liegen einer chronischen Schmerzstörung aus. Die von
Dr.
L._
aufgeführten Diagnosen einer chronischen halluzinatorischen Psychose, einer generalisierten Angststörung und einer rezidivierenden depressiven Störung sind nur schon des
halb nicht nachvollziehbar, da diese laut den Angaben von
Dr.
L._
bereits seit dem Jahr 2005 vorgelegen haben sollen, was weder den Berichten aus der Zeit der
Rentenzuspache
, noch dem
bidisziplinären
Gutachten zu entnehmen ist.
Kommt hinzu, dass das Unfallgeschehen (der Beschwerdeführer wurde von einem Gebinde am Rücken und der linken Seite getroffen und sprang anschliessend von einem Meter auf den Boden; vgl.
Urk.
11/13/4) wenig eindrücklich war.
Da
Dr.
L._
auch keinen nachvollziehbaren Psychostatus erhob und die Diagnose
stellungen ebenso wenig schlüssig begründete, vermag der Beschwerdeführer aus dem Bericht von Dr.
L._
vom
7.
November 2016 nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. Ausserdem schloss der Gutachter das Vorliegen einer Angststörung sowie die Pathologie der anamnestisch geklagten Halluzinationen ausdrücklich aus und stellte die Remission der Depressivität eindeutig fest (
Urk.
11/79/20).
Gegenüber dem Gutachter hat der Beschwerdeführer zwar von Intrusionen und Flashbacks
in Zusammenhang mit seinem Spitalaufenthalt im
Jahr 2005 berich
tet. Der psychiatrische Konsiliarius stellte beim Beschwerdeführer jedoch keine affektive Beteiligung, kein
erhöhtes
Arousal
und kein andauerndes Gefühl des
Betäubtseins
fest. Dr.
K._
stellte klinisch-neurologisch keine pathologischen Befunde fest (E. 3.2.6).
Im
Bericht der
M._
(E. 3.2.5)
werden neben der
somato
formen Schmerzstörung zusätzlich akzentuierte Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73)
genannt. Diese
vermögen als Z-Diagnosen keinen rechtserheblichen Gesundheits
schaden zu begründen (Urteil des Bundesgerichts 8C_558/2015 vom 22. Dezem
ber 2015 E. 4.2.4 mit Hinweis auf 9C_537/2011 vom 28. Juni 2012 E. 3.1)
, genauso wenig wie eine Verdachtsdiagnose (generalisierte Angststörung), welche ohnehin durch den psychiatrischen Gutachter ausdrücklich ausgeschlossen wurde.
Was die Sprech- und Sprachstörung anbelangt,
so wurde eine solche
von
Dr.
L._
und
Dr.
K._
zwar
festgestellt
und es wurde
festgehalten, diese trete seit
August 2016 auf
(E. 3.2.6-3.2.7)
. Dass die Sprach- und Sprechstörung aber neben gewissen Kommunikationsschwierigkeiten Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit des Beschwerdeführers hat, wird nicht ausgeführt und wäre auch nicht nachvollziehbar.
So machte denn auch die
M._
mit Bericht vom 2
2.
August 2016 noch keine derartigen Feststellungen (E. 3.2.5).
Anzufügen
bleibt
lediglich
, dass
auch
die Gutachter Verständigungsschwierigkeiten feststellten und diese
zu Recht –
neben weiteren Faktoren
–
als psychosozial, also IV-fremd,
ein
stuften
.
4.2.5
Da
– wie bereits erwähnt (E. 4.2.4) –
der Erlass des angefochtenen Entscheids rechtsprechungsgemäss die Grenze der richterlic
hen Überprüfungsbefugnis bildet,
sind nur diejenigen tatsächlichen Umstände zu berücksichtigen, die sich bis zu jenem Zeitpunkt ereignet haben. Der Bericht der
A._
vom
6.
März 2017 (
Urk.
8), der Bericht des
B._
vom 16.
Mai 2017 (
Urk.
14), die Stellungnahme von
Dr.
L._
vom 1
4.
März 2018 (Urk.
16/1) und ärztliches Attest von
Dr.
I._
vom 16. März 2018 (
Urk.
16/2) sind deshalb grundsätzlich unbeachtlich.
4.
3
Die
Rentenzusprache
im Jahr 2006 erfolgte laut den Berichten des
N._
vom 2
7.
Januar 2006 sowie 1
5.
Februar 2006
(E. 3.1.2-3.1.3)
nicht aus somatischen Gründen.
In d
en genannten Berichten
wird
zwar
eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit
attestiert,
es ergibt sich jedoch daraus, dass sich diese Angabe nicht auch auf eine angepasste Tätigkeit bezieht, zumal
festgehalten wird, dass beim Beschwerdeführer – sollte er seine Arbeit als Lagerist nicht mehr aufnehmen können – Umschulungsmassnahmen zu prüfen seien (
Urk.
11/14/2) und dass zur Evaluierung der Arbeitsfähigkeit beziehungsweise der Arbeitsbelastbarkeit die Durchführung einer Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit zu empfeh
len sei (
Urk.
11/13/5), was dafür spricht, dass aus somatischer Sicht die Arbeits
fähigkeit lediglich in der bisherigen Tätigkeit als aufgehoben erachtet wurde und die
Rentenzusprache
gestützt auf
psychiatrische Gründen erfol
gte (vgl.
die Berichte der
C._
und der
D._
[E. 3.1.4-3.1.5]
).
Wie bereits ausgeführt, erscheint eine Verbesserung des psychiatrischen Gesund
heitszustands aufgrund des insoweit überzeugenden psychiatrischen Teilgutach
tens von Dr.
F._
ausgewiesen.
Damit ist in
der festgestell
ten (Befund-)
ver
besserung
eine
rechtserhebliche
Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen zu erblicken. Diese ist geeignet, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Mithin ist ein Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 ATSG zu bejahen und der Invaliditätsgrad neu und ohne Bindung an frühere Invaliditäts
schätzungen zu ermitteln (BGE 140 V 9)
.
4.4
4.
4
.1
Hinsichtlich des somatischen Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers stellte die Gutachter
in
in rheumatologischer Hinsicht keine Einschränkung der Arbeits
fähigkeit fest
, sondern ging von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer HWS- und LWS-schonenden Tätigkeit mit
Hantieren von Lasten bis zu 10
kg und ohne
Rückenbelastungen aus
(E. 3.2.1)
. Diese Beurteilung erscheint aufgrund der erho
benen somatischen Befunde
nachvollziehbar und überzeugend und wurde im
Ü
brigen auch nicht bestritten.
4.
4
.2
Der psychiatrische Gutachter diagnostizierte aufgrund der aktuellen Befundlage eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F33.4) sowie eine chronische Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Fakto
ren (ICD-10 F45.41), welche
ohne Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers
seien
.
4.4.3
Die aus den gutachterlich festgestellten psychischen Beeinträchtigungen resultie
rende Arbeits- und Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers ist anhand von auf den funktionellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren zu ermitteln (vgl. E. 1.2):
Was den Komplex „Gesundheitsschädigung" respektive den Indikator der „Aus
prägung der diagnoserelevanten Befunde“ angeht, ist festzuhalten,
dass die depressive Störung remittiert ist und die somatoforme Schmerzstörung
nicht als ausgeprägt erscheint. Der psychiatrische Gutachter bezeichnete den Gesundheits
schaden als minim und kategorisierte die Diagnose als solche ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Die funktionellen Einschränkungen im Alltag wurden nicht als derart einschneidend beschrieben, dass von einer besonderen Ausprä
gung ausgegangen werden könnte. So
hat der Beschwerdeführer einen struktu
rierten Alltag,
er
führt
in einer Begegnungsstätte
Schnitzerei- oder Specksteinar
beiten aus, kümmert sich um
seine
Kinder und
unternimmt
Spaziergänge (
Urk.
11/79/12-13)
.
Bezüglich des Indikators „Behandlungs- und Eingliederungserfolgs oder –
resistenz
“ ist vorwegzuschicken, dass in Bezug auf die Therapie der Schmerzstörung respektive der depressiven Symptomatik es gesamthaft betrachtet an einer adä
quaten Ausschöpfung der
Therapiemöglichkeiten fehlt, ist der Beschwerdeführer doch erst seit Anfang September 2016 in fachärztlicher Behandlung (
Urk.
11/110/1).
Noch im Jahr 2008 nahm der
Beschwerdeführer laut den Anga
ben de
r
C._
alle zwei bis drei Wochen eine
psychiatrisch/psychotherapeutische Behandlung in Anspruch (
Urk.
11/43/5
, Urk.
11/
52/2-3
).
Zum Zeitpunkt der
bidisziplinären
Begutachtung im Jahr 2016
stand der Beschwerdeführer zweimal monatlich in psychotherapeutischer Behandlung beim Psychologen
lic
.
p
hil.
G._
. Dies ist
zwar
nicht als
konsequente
Behandlung
der Schmerzen respek
tive der depressiven Symptomatik zu erachten
(Urteil des Bundesgerichts 9C_454/2013 vom 29. Oktober 2013 E. 4.1)
. Dennoch erzielte der Beschwerde
führer durch diese Behandlung Erfolge, was zur Verbesserung des psychischen Gesundheitszustands, respektive zur Remission der depressiven Symptomatik führte.
Laut den Feststellungen des psychiatrischen Gutachters gab es keine sta
tionären Notfalleinweisungen (
Urk.
11/79/20).
Der Beschwerdeführer hat dem
nach die psychiatrischen und psychotherapeutischen Behandlungsmöglichkeiten zu keiner Zeit voll a
usgeschöpft.
Als „Komorbiditäten“ bestehen keine massgeblichen Gesundheitsschäden. Die somatischen Beeinträchtigungen aufgrund der
LWS- und
HWS-Beschwerden
wir
ken sich lediglich auf das zumutbare Belastbarkeitsprofil aus
.
Beim Komplex „Persönlichkeit“ und „sozialer Kontext“ ergibt sich Folgendes: Der Beschwerdeführer ist verheiratet und Vater von zwei Kindern. Er wohnt zu Hause
zusammen mit seiner Familie und
kümmert sich
zusammen mit seiner Frau
um seine Kinder.
Sodann stellt er
Holzs
chnitzerei
-W
aren in einer therapeutischen Mal-Werkstatt her und ist mit dem Chef dieser Stätte befreundet.
Er geht täglich dorthin und hat dort einen Ort der sozial
en Kommunikation gefunden (Urk.
11/79/8-9,
Urk.
11/79/8,
Urk.
11/79/21).
Damit ist kein sozialer Rückzug erkennbar und enthält der soziale Lebenskontext
bestätigende, sich potenziell günstig auf die Ressourcen auswirkende Faktoren
(vgl.
Urk.
11/79/22)
.
In der Kategorie „Konsistenz“ fällt auf, dass das Aktivitätsniveau
laut den Fest
stellungen des Gutachters
im Alltagsleben nicht so erheblich eingeschränkt
ist
, wie die subjektiv beklagten Beschwerden des Beschwerdeführers es erwarten lies
sen. Er hat soziale Kontakte und ein
en strukturierten Alltag
,
wo er
gut eingebun
den ist. Dies spricht gegen eine ausgeprägte Einschränkung im Alltag.
Sodann stellte der Gutachter eine deutliche Selbstlimitierung und multiple psychosoziale und soziokulturelle Faktoren fest (
Urk.
11/79/21).
Auch die rheumatologische Expertin stellte in der klinischen Untersuchung
mehrfach Diskrepanzen
zu den geklagten Beschwerden fest
(E. 3.2.3)
.
Mit Blick auf die bisherigen Behandlungs- und Eingliederungsbemühungen ist sodann nicht auf einen erheblichen psychi
schen Leidensdruck zu schliessen
(vgl. auch Urk.
11/79/20)
. Bislan
g
erfolgte
ent
sprechend der gutachterlichen Feststellung
weder eine störungsspezifische multi
modale schmerztherapeutische Behandlungsmassnahme noch eine fachärztliche psychiatrische Therapie
(Urk.
11/79/22)
.
4.
5
Insgesamt erscheinen die funktionellen Auswirkungen der laut dem Beschwerde
führer im Zeitpunkt
der Begutachtung bei den
Dres
.
F._
/
H._
beste
henden Schmerzen anhand der Standardindikatoren nicht schlüssig und wider
spruchsfrei mit zumindest überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen. Vielmehr überwiegen die Gründe, die dafür sprechen, dass die von ihm geltend gemachte Arbeitsunfähigkeit anders begründet ist als durch eine versicherte Gesundheitsbeeinträchtigung.
Abgesehen davon wies der psychiatrische Gutachter mehrfach darauf hin, dass psychosoziale Faktoren
sowohl bei der
Rentenzusprache
als
auch
bei der Begut
achtung
vor
gelegen hätten
(E. 3.2.
2
)
, was ebenfalls gegen eine invalidisierende Wirkung der Schmerzstörung spricht
.
4
.6
Für den Zeitpunkt der
bidisziplinären
Begutachtung ist daher das Vorliegen eines invalidisierenden psychischen Leidens zu v
erneinen.
4.
7
Gestützt auf die überzeugenden gutachterlichen Feststellungen ist demnach davon auszugehen, dass im Zeitpunkt der Begutachtung durch die
Dre
s
.
H._
und
F._
in einer (den somatischen Beschwerden Rechnung tragenden) angepassten Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestand. Hinweise dafür, dass sich seither bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung eine massgebliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes sowie der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ergeben hätte, liegen nicht vor.
5.
Bei 100%iger Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit – wobei die bisherige
n
Tätigkeit
en
als
Lager
mitarbeiter oder Chauffeur
laut den Experten als Verweistä
tigkeit erachtet werden kann – kann ohne weiteres angenommen werden, dass der Beschwerdeführer ein rentenausschliessendes Einkommen erzielen könnte.
6.
Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung somit nicht zu beanstanden und die Beschwerde ist abzuweisen.
7.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 800.-- festzulegen und ausgangsgemäss vom Beschwerdeführer zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).