Decision ID: f5ebbacc-b33e-431c-a2fb-74a04a38a56b
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._, geboren am 1. April 2013, wurde wegen verschiede
nen Geburtsgebrechen bei der Invalidenversicherung angemeldet (Urk. 6/2; Urk. 6/5), wobei das Anmeldeformular am 6. Juni 2013 unterzeichnet wurde (Urk. 6/2/7), jedoch erst am 22. Mai 2014 einging (vgl. Urk. 6/4). Die Sozialver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte die notwendigen Abklä
rungen und erteilte am 20. Juni 2014 Kostengutsprache für medizinische Mass
nahmen, welche sie jedoch wegen verspäteter Anmeldung erst ab dem 22. Mai 2013 gewährte (Urk. 6/6-10).
Am 7. April 2017 ersuchte der zuständige Krankenversicherer Easy Sana Kran
kenversicherung AG (nachfolgend: Easy Sana) um Wiedererwägung der gewähr
ten Kostengutsprache und Übernahme der Leistungen bereits ab 1. April 2013 (Urk. 6/16). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 6/20; Urk. 6/23) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 18. Oktober 2017 eine Kostengutspra
che für die stationäre Behandlung der Versicherten ab Geburt sowie eine Wieder
erwägung der Kostengutsprache in diesem Sinne (Urk. 6/26 = Urk. 2).
2.
Am 20. November 2017 erhob die Easy Sana Beschwerde gegen die Verfügung vom 18. Oktober 2017 und beantragte, es sei die IV-Stelle zu verpflichten, die Kosten für die stationäre Behandlung der Versicherten im Zeitraum vom 1. April bis 21. Mai 2013 in Höhe von Fr. 72'154.35 zu übernehmen (Urk. 1 S. 7). Mit Beschwerdeantwort vom 17. Januar 2018 (Urk. 5) beantragte die Beschwerdegeg
nerin die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 29. Januar 2018 mitgeteilt wurde (Urk. 7). Am 4. Juni 2018 wurde die Versicherte zum Ver
fahren beigeladen (Urk. 8), liess sich jedoch innert Frist nicht vernehmen, wovon die Parteien am 17. Juli 2018 in Kenntnis gesetzt wurden (Urk. 10).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Versicherte haben bis zum vollendeten 20. Altersjahr Anspruch auf die zur Be
handlung von Geburtsgebrechen (
Art.
3
Abs.
2
des
Bundesgesetz
es
über den All
gemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG)
notwendigen medizinischen Massnahmen (
Art.
13
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung,
IVG)
.
Als Geburtsgebrechen gelten diejenigen Krankheiten, die bei vollendeter Geburt bestehen (
Art.
3
Abs.
2 ATSG in Verbindung mit
Art.
1
Abs.
1 Satz 1
der
V
erord
nung über Geburtsgebrechen,
GgV)
.
Die blosse Veranlagung zu einem Leiden gilt nicht als Geburtsgebrechen. Der Zeitpunkt, in dem ein Geburtsgebrechen als sol
ches erkannt wird, ist unerheblich (
Art.
1
Abs.
1 GgV). Als medizinische Mass
nahmen, die für die Behandlung eines Geburtsgebrechens notwendig sind, gelten sämtliche Vorkehren, die nach bewährter Erkenntnis der medizinischen Wissen
schaft angezeigt sind und den therapeutischen Erfolg in einfacher und zweck
mässiger Weise anstreben (
Art.
2
Abs.
3 GgV).
1.2
Über Leistungen, Forderungen und Anordnungen, die erheblich sind oder mit de
nen die betroffene Person nicht einverstanden ist, hat der Versicherungsträger gemäss Art. 49 Abs. 1 ATSG schriftlich Verfügungen zu erlassen. Die Verfügun
gen werden mit einer Rechtsmittelbelehrung versehen und sind zu begründen, wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll entsprechen (Art. 49 Abs. 3 ATSG). Leistungen, Forderungen und Anordnungen, die nicht unter Art. 49 Abs. 1 ATSG fallen, können in Anwendung von Art. 51 Abs. 1 ATSG in einem formlosen Ver
fahren behandelt werden. Die betroffene Person kann nach Art. 51 Abs. 2 ATSG den Erlass einer Verfügung verlangen.
Wird ein – gemäss Art. 51 Abs. 1 ATSG oder einer betreffenden spezialgesetzli
chen Bestimmung – zulässigerweise formlos ergangener Verwaltungsakt von der betroffenen Person innert angemessener Frist (vgl. dazu BGE 134 V 145 E. 5.3.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_673/2008 vom 19. Juli 2009 E. 3.1) nicht gerügt, wird er rechtsbeständig (BGE 132 V 412 E. 5, 129 V 110 E. 1.2.2; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_14/2011 vom 13. April 2011 E. 5 und 8C_554/2015 vom 19. Oktober 2015 E. 3.4, je mit Hinweisen).
Die Frist für eine Intervention der betroffenen Person gegen einen unzulässiger
weise formlos mitgeteilten Entscheid beträgt nach der Rechtsprechung des Bun
desgerichts im Regelfall ein Jahr seit der Mitteilung. Eine längere Frist kommt allenfalls dann in Frage, wenn die betroffene Person – insbesondere, wenn sie rechtsunkundig und nicht anwaltlich vertreten ist – in guten Treuen annehmen durfte, der Versicherer habe noch keinen abschliessenden Entscheid fällen wollen und sei mit weiteren Abklärungen befasst. Ohne fristgerechte Intervention erlangt der Entscheid rechtliche Wirksamkeit, wie wenn er zulässigerweise im Rahmen von Art. 51 Abs. 1 ATSG ergangen wäre (BGE 134 V 145 Regeste, E. 5.3.2 und E. 5.4; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_536/2017 vom 5. März 2018 E. 3.4 mit Hinweisen).
1.3
Die Rechtsbeständigkeit gilt bei zulässigerweise formlos ergangenen Entscheiden (vgl. Art. 51 Abs. 1 ATSG und betreffende spezialgesetzliche Bestimmungen) als eingetreten, wenn anzunehmen ist, die betroffene Person habe sich mit einer ge
troffenen Regelung abgefunden. Dies ist dann der Fall, wenn die nach den Um
ständen zu bemessende Überlegungs- und Prüfungsfrist abgelaufen ist, welche der betroffenen Person zusteht, um sich gegen den formlosen oder faktischen Verwaltungsentscheid zu verwahren (vgl. Art. 51 Abs. 2 ATSG; BGE 134 V 145 E. 5.3.1, 132 V 412 E. 5, 129 V 110 E. 1.2.2, je mit Hinweisen).
Nach Ablauf einer Zeitspanne, die der Rechtsmittelfrist bei formellen Verfügun
gen entspricht, darf hingegen der Versicherungsträger in einer unbeanstandet ge
bliebenen
«
formlosen Verfügung
»
oder
«
faktischen Verfügung
»
zugesprochene Leistungen nur unter den Voraussetzungen der Wiedererwägung oder prozessu
alen Revision (Art. 53 ATSG) zurückfordern (BGE 129 V 110 Regeste; vgl. zu den Rückerstattungsvoraussetzungen auch BGE 142 V 259 E. 3.2 mit Hinweisen).
1.4
Der Versicherungsträger kann auf formell rechtskräftige Verfügungen, welche nicht Gegenstand materieller richterlicher Überprüfung gebildet haben, zurück
kommen, wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (sogenannte Wiedererwägung; Art. 53 Abs. 2 und 3 ATSG; BGE 144 I 103 E. 2.2, 141 V 405 E. 5.2, 138 V 147 E. 2.1 mit Hinweis).
Gemäss Art. 53 Abs. 2 ATSG
«kann»
der Versicherungsträger wiedererwägen, muss aber nicht. Ob er eine Verfügung in Wiedererwägung zieht, liegt in seinem Ermessen. Er kann hierzu weder von der betroffenen Person noch vom Gericht verhalten werden. Es besteht mithin kein gerichtlich durchsetzbarer Anspruch auf Wiedererwägung. Auf eine Beschwerde gegen ein Nichteintreten auf ein Wieder
erwägungsgesuch oder allenfalls gegen einen das Nichteintreten bestätigenden Einspracheentscheid (vgl. aber BGE 133 V 50 E. 4.2.2) kann das Gericht nicht eintreten (BGE 133 V 50 E. 4.2.1, 119 V 475 E. 1b/cc mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_210/2017 vom 22. August 2017 E. 8.2 mit weiteren Hinwei
sen).
Wenn der Versicherungsträger hingegen auf ein Wiedererwägungsgesuch eintritt, die Wiedererwägungsvoraussetzungen prüft und hernach einen Sachentscheid fällt, der gegebenenfalls auch bloss in der Bestätigung der früheren Verfügung bzw. in der Abweisung des Wiedererwägungsgesuchs bestehen kann (BGE 117 V 8 E. 2b/cc), ist dieser Sachentscheid allenfalls mit Einsprache und hernach beschwerdeweise anfechtbar. Die entsprechende Überprüfung hat sich in einem solchen Fall auf die Frage zu beschränken, ob die Voraussetzungen für eine Wiedererwägung der bestätigten Verfügung gegeben sind. Thema des Ein
sprache- und des Beschwerdeverfahrens bildet also einzig die Prüfung, ob der Versicherungsträger zu Recht die ursprüngliche, formell rechtskräftige Verfügung nicht als zweifellos unrichtig und/oder ihre Korrektur als von unerheblicher Be
deutung qualifiziert hat (BGE 119 V 475 1b/cc mit Hinweisen BGE 117 V 8 E. 2a, 116 V 63 E. 3a; Urteile des Bundesgerichts 8C_89/2014 vom 24. Juli 2014 E 2.3 und 9C_908/2011 vom 2. März 2012 E. 2.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Entscheid (Urk. 2) wie folgt: Die Beschwerdeführerin habe mit Schreiben vom 7. April 2017 um Wieder
erwägung der Mitteilungen vom 20. Juni 2014 und um Kostenübernahme ab Ge
burt gebeten. Die genannten Mitteilungen seien in formelle Rechtskraft erwach
sen. Selbst wenn die Voraussetzungen einer zweifellosen Unrichtigkeit und er
heblicher Bedeutung der Berichtigung gegeben seien, bestehe keine Pflicht der verfügenden Behörde, ihren Entscheid in Wiedererwägung zu ziehen. Zudem sei keine zweifellose Unrichtigkeit gegeben, da das behandelnde Spital nicht zur An
meldung der Versicherten befugt gewesen sei und es sich deshalb bei seiner Rech
nung nicht um eine Anmeldung habe handeln können, die an eine unzuständige Behörde gerichtet worden wäre. Die Beschwerdeführerin wäre zur Anmeldung befugt gewesen, habe diese aber nicht vorgenommen. Es sei geradezu treuwidrig, dass sie Jahre, nachdem sie ihrer Vorleistungspflicht nachgekommen sei, um Kos
tenübernahme durch die Invalidenversicherung ersuche. Dass die Leistungen in
folge verspäteter Anmeldung erst ab dem 22. Mai 2013 übernommen worden seien, sei rechtens (S. 1-2).
2.2
Dem hielt die Beschwerdeführerin entgegen (Urk. 1), die Rechnung des behan
delnden Spitals sei erst am 18. März 2014 bei ihr eingegangen. Da es sich um die Behandlung von Geburtsgebrechen handle, sei die Beschwerdegegnerin ab Geburt leistungspflichtig. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb das Spital die Rechnung nicht direkt der Invalidenversicherung zugestellt habe. Weiter sei unerklärlich, weshalb die am 6. Juni 2013 unterzeichnete Anmeldung erst am 22. Mai 2014 bei der Beschwerdegegnerin eingegangen sei. Sodann seien die Verfügungen der Beschwerdegegnerin vom 20. Juni 2014, welche fälschlicherweise nicht als solche bezeichnet worden seien, irrtümlicherweise nicht angefochten worden, da sie ir
reführenderweise als Kostengutsprache und nicht als Leistungsablehnung be
zeichnet worden seien. Weiter seien sie nicht als Einschreiben, sondern mit nor
maler Post und in Kopie an sie verschickt worden. Auch die Beigeladene habe die Mitteilungen nicht angefochten. Selbst wenn die Anmeldung als zu spät erfolgt gelten müsste, könne dies nicht dem Krankenversicherer zur Last gelegt werden (S. 2 ff.).
2.3
Streitig und zu prüfen ist die Leistungspflicht für die Kosten der stationären Be
handlung der Versicherten im Zeitraum vom 1. April bis 29. (beziehungsweise 21.) Mai 2013.
3.
3.1
Die Mitteilungen vom 20. Juni 2014 (Urk. 6/7-10) wurden als solche bezeichnet und stellen keine Verfügungen im Rechtssinne dar. Sie enthielten dementspre
chend den Hinweis, dass schriftlich eine beschwerdefähige Verfügung verlangt werden könne (S. 2). Alle Mitteilungen ergingen in Kopie an die Beschwerdefüh
rerin, welche denn auch nicht substantiiert bestreitet, diese erhalten zu haben. Bei ihrer Argumentation verkennt sie deshalb, dass selbst wenn die Beschwerde
gegnerin nicht befugt gewesen wäre, die Leistungsentscheide in Form einer Mit
teilung zu erlassen (vgl. dazu vorstehend E. 1.2), es ihr möglich gewesen wäre, eine anfechtbare Verfügung zu verlangen und diese sodann anzufechten. Dies hat sie zu keinem Zeitpunkt getan. Da sie innerhalb der angemessenen Frist von ei
nem Jahr nicht intervenierte,
erlangt
en die Mitteilungen
rechtliche Wirksamkeit, wie wenn
sie
- sofern dies überhaupt zur Debatte steht -
zulässigerweise im Rah
men von Art. 51 Abs. 1 ATSG ergangen wäre
n. Eine längere Frist wäre angesichts des Umstands, dass es sich um einen Krankenversicherer mit eigener Rechtsab
teilung handelt, nicht angemessen und wird auch nicht geltend gemacht (vgl. vorstehend E. 1.2). Somit sind die Mitteilungen vom 20. Juni 2014 im Juni 2015 in Rechtskraft erwachsen. Daran vermögen die Vorbringen der Beschwerdeführe
rin nichts zu ändern.
3.2
Die Beschwerdegegnerin trat in der Folge auf das Wiedererwägungsgesuch der Beschwerdeführerin vom 7. April 2017 ein und wies dieses mittels der vorliegend angefochtenen Verfügung ab, indem sie an ihrem ursprünglichen Entscheid fest
hielt.
Thema des Beschwerdeverfahrens bildet also einzig die Prüfung, ob
sie
die ursprüngliche
n
, formell rechtskräftige
n
Verfügung
en
zu Recht nicht
in Wieder
erwägung zog (vgl. vorstehend E. 1.4).
3.3
Wer eine Versicherungsleistung beansprucht, hat sich beim zuständigen Versi
cherungsträger in der für die jeweilige Sozialversicherung gültigen Form anzu
melden (
Art.
29
Abs.
1 ATSG).
Begründet ein Versicherungsfall einen Anspruch auf Sozialversicherungsleistungen und ist zunächst unklar, welche Sozialversi
cherung leistungspflichtig ist, so hat sich die berechtigte Person bei den in Frage kommenden Versicherungen anzumelden (Art. 70 Abs. 3 ATSG).
Macht eine versicherte Person ihren Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung,
auf medizinische Massnahmen oder auf Hilfsmittel mehr als zwölf Monate nach
dessen Entstehung geltend, so wird die Leistung in Abweichung von Artikel 24
Absatz 1 ATSG nur für die zwölf Monate nachgezahlt, die der Geltendmachung
vorangehen (Art. 48 Abs. 1 IVG).
3.4
Die Anmeldung der am
1.
April 2013 geborenen Versicherten
bei der Invaliden
versicherung
erfolgte erst am 2
2.
Mai 2014
(vgl. Urk. 6/4) und somit nach mehr als zwölf Monaten seit Entstehung des Anspruchs. Zu einem früheren Zeitpunkt ist keine Anmeldung erfolgt: Die blosse Rechnungsstellung durch das Spital stellte keine rechtsgenügliche Anmeldung dar, denn es handelt sich beim Spital nicht um eine zur Anmeldung befugte Institution im Sinne von Art. 66 Abs. 1 der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
. Eine Anmeldung durch die Beschwerdeführerin selbst, die bei dieser Sachlage zur Anmeldung befugt gewe
sen wäre (vgl. BGE 135 V 106), erfolgte nicht. Damit war die Anmeldung der Versicherten verspätet,
weshalb die Beschwerdegegnerin die Kosten für die me
dizinischen Massnahmen
rückwirkend
erst ab 2
2.
Mai 2013
zu übernehmen hatte
.
Eine zweifellose Unrichtigkeit dieser Entscheidung ist nicht ersichtlich.
3.5
Gemäss Art. 48 Abs. 2 IVG
wird
d
ie Leistung
jedoch trotz verspäteter Anmeldung
für einen längeren Zeitraum nachgezahlt, wenn die versicherte
Person:
a. den anspruchsbegründenden Sachverhalt nicht kennen konnte; und
b. den Anspruch spätestens zwölf Monate, nachdem sie davon Kenntnis erhalten
hat, geltend macht.
Mit BGE 143 V 312 hat das Bundesgericht entschieden, dass Art. 48 Abs. 2 IVG nicht nur für die Versicherten, sondern analog auch für den Krankenversicherer gilt. Mithin kann auch dieser die Nachzahlung seiner Leistung verlangen, wenn der anspruchsbegründende Sachverhalt mehr als zwölf Monate seit der Geltend
machung des Anspruchs zurückliegt und die Kasse an der verspäteten Kenntnis
nahme kein Verschulden trifft. Massgeblich für den Beginn der zwölfmonatigen Frist nach Art. 48 Abs. 2 lit. b IVG ist allein der Zeitpunkt der Kenntnisnahme durch die betroffene Krankenkasse selbst.
3.6
Vorliegend kann sich die Beschwerdeführerin allerdings nicht auf Art. 48 Abs. 2 IVG stützen: Ginge man von ihrer Darstellung aus, wonach sie erstmals am 18. März 2014 Kenntnis von der Rechnung des behandelnden Spitals und damit vom relevanten Sachverhalt erhielt, so wäre zwar das Kriterium von Art. 48 Abs. 2 lit. a IVG erfüllt. Die Beschwerdeführerin versäumte es jedoch, den An
spruch innert zwölf Monaten nach Kenntnisnahme bei der Beschwerdegegnerin geltend zu machen, blieb sie doch sowohl nach Erhalt der Spitalrechnung als auch nach Erhalt der Mitteilungen vom 20. Juni 2014 gegenüber der Beschwer
degegnerin untätig. Die kumulativ zu Art. 28 Abs. 2 lit. a vorausgesetzte zwölf
monatige Frist gemäss Art. 48 Abs. 2 lit. b IVG wurde somit nicht eingehalten. Die Beschwerdeführerin gelangte vielmehr erstmals mit ihrem Wiedererwägungs
gesuch vom April 2017 an die Beschwerdegegnerin. Eine zweifellose Unrichtig
keit der Mitteilungen vom 20. Juni 2014 ist somit auch unter Berücksichtigung von Art. 48 Abs. 2 IVG zu verneinen. Damit ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin diese nicht in Wiedererwägung zog.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
4.
Die Gerichtskosten
nach Art. 69 Abs. 1
bis
IVG
sind auf Fr. 4
00.-- anzusetzen und ausgangsgemäss der unte
rliegenden Beschwerdeführerin
aufzuerlegen.
Von einer Kostenauflage an die Beigeladene ist abzusehen, da diese keinen Antrag gestellt hat.