Decision ID: 25526689-0ff5-5c7a-89a6-13dd6c83f1e9
Year: 2020
Language: de
Court: BE_VG
Chamber: BE_VG_001
Canton: BE
Region: Espace_Mittelland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Rechtsanwalt A._ vertrat als amtlicher Verteidiger B._ und C._ je in separaten Strafverfahren vor dem Regionalgericht  respektive der Strafkammer des Obergerichts des Kantons Bern. Am 21. August 2017 entzog das Regionalgericht A._ das amtliche Mandat betreffend B._, da seine Klienten sich im Lauf des Verfahrens gegenseitig beschuldigt hätten und eine Interessenkollision vorliege. Gestützt auf eine Meldung der obergerichtlichen Strafkammer am 1. Februar 2018 leitete die Anwaltsaufsichtsbehörde des Kantons Bern (AA) ein Disziplinarverfahren (AA 18 34) gegen Rechtsanwalt A._ ein. Mit Verfügung vom 4. März 2019 auferlegte sie ihm eine Busse von Fr. 3'000.-- wegen Verletzung von Art. 12 Bst. c des Bundesgesetzes vom 23. Juni 2000 über die Freizügigkeit der Anwältinnen und Anwälte (Anwaltsgesetz, BGFA; SR 935.61).
B.
Dagegen hat Rechtsanwalt A._ am 8. April 2019  erhoben. Er beantragt sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Einstellung des Disziplinarverfahrens. Eventuell sei die Sache an die Vorinstanz zur Neubeurteilung . Zudem sei eine mündliche Verhandlung gemäss Art. 6 Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK; SR 0.101) .
Mit Eingabe vom 26. April 2019 hat A._ ein Gesuch um  Rechtspflege gestellt.
Die Anwaltsaufsichtsbehörde hat am 2. Mai 2019 auf das Einreichen einer Beschwerdevernehmlassung verzichtet.
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.01.2020, Nr. 100.2019.125U, Seite 3

Erwägungen:
1.
1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) zuständig (vgl. auch Art. 22 des Kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 2006 [KAG; BSG 168.11]). Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, ist durch die angefochtene  besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). Die Bestimmungen über Form und Frist sind eingehalten (Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG). Auf die Beschwerde ist grundsätzlich einzutreten. Nicht einzutreten ist auf die Beschwerde, soweit damit eventuell ein Rückweisungsantrag gestellt ist (vorne Bst. B), da dieser Antrag mit keinem Wort begründet wird; insoweit genügt die Beschwerde den gesetzlichen Begründungsanforderungen von Art. 81 i.V.m. Art. 32 Abs. 2 VRPG nicht (vgl. Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 32 N. 15; zu den  vgl. auch BVR 2006 S. 470 E. 2.4).
1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung auf Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG). Der Antrag auf eine öffentliche mündliche Verhandlung wirft prozessuale Fragen von  Bedeutung auf (vgl. E. 2 hiernach); sie rechtfertigen die Beurteilung der Streitigkeit in Fünferbesetzung (Art. 56 Abs. 2 Bst. a des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der  [GSOG; BSG 161.1]).
2.
Der Beschwerdeführer beantragt, es sei im verwaltungsgerichtlichen  eine mündliche Verhandlung gemäss Art. 6 Ziff. 1 EMRK .
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.01.2020, Nr. 100.2019.125U, Seite 4
2.1 Das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht ist schriftlich, ausser dieses ordne eine Instruktionsverhandlung, eine mündliche  im Sinn von Art. 6 Ziff. 1 EMRK oder eine Urteilsberatung an (Art. 31, 36 und 37 VRPG; BVR 2014 S. 197 E. 3.1). Gemäss Art. 36 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 6 Ziff. 1 EMRK hat jede Person ein Recht darauf, dass über Streitigkeiten in Bezug auf ihre zivilrechtlichen Ansprüche und Verpflichtungen oder über eine gegen sie erhobene strafrechtliche Anklage von einem unabhängigen und unparteiischen, auf Gesetz beruhenden  in einem fairen Verfahren, öffentlich und innerhalb angemessener Frist verhandelt wird. Es fragt sich, ob Art. 6 Ziff. 1 EMRK hier anwendbar ist.
2.2 Disziplinarbussen stellen grundsätzlich keine strafrechtliche Anklage im Sinn von Art. 6 EMRK dar (BGE 135 I 313 E. 2.2 f., 128 I 346 E. 2.1 ff.; BGer 2C_507/2019 vom 14.11.2019 E. 4, 2C_344/2007 vom 22.5.2008 E. 1.3; statt vieler EGMR 6878/75 und 7238/75 vom 23.6.1981, Le Compte, Van Leuven und De Meyere gegen Belgien, Ziff. 42). Dies gilt auch : Die ausgesprochene Busse von Fr. 3'000.-- kann bei  nicht in eine Ersatzfreiheitsstrafe umgewandelt werden und ist  nicht so hoch, dass ausnahmsweise dennoch von einem  Charakter der Sanktion auszugehen ist (vgl. BGE 128 I 346 E. 2.3 mit Hinweisen; zum Ganzen EGMR 47195/06 vom 19.2.2013, Müller- gegen Österreich, Ziff. 47 f. und dessen ausführliche Besprechung mit Rechtsprechungsüberblick von Patricia Egli, in AJP 2013 S. 1685 ff.; Ruth Herzog, Art. 6 EMRK und kantonale Verwaltungsrechtspflege, Diss. Bern 1995, S. 202 und 304 f.). Eine strafrechtliche Anklage im Sinn von Art. 6 EMRK liegt nicht vor.
2.3 Zu prüfen bleibt, ob von einer zivilrechtlichen Streitigkeit nach Art. 6 Ziff. 1 EMRK auszugehen ist: Zivilrechtlicher Natur im Sinn der Konvention sind Disziplinarverfahren grundsätzlich nur dann, wenn ein  angeordnet wurde (BGE 131 I 467 E. 2.5, 126 I 228 E. 2a/aa, 125 I 417 E. 2b; BGer 2C_980/2016 vom 7.3.2017 E. 2.1.1; EGMR 47195/06 vom 19.2.2013, Müller-Hartburg gegen Österreich, Ziff. 39 f., 6878/75 und 7238/75 vom 23.6.1981, Le Compte, Van Leuven und De Meyere gegen Belgien, Ziff. 42). Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) beurteilt das Vorliegen einer zivilrechtlichen
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Streitigkeit nicht nur danach, ob im konkreten Verfahren das Recht zur  tatsächlich eingeschränkt wurde. Vielmehr kann es , wenn die Einschränkung oder der Ausschluss von der  im Katalog der möglichen Sanktionen aufgeführt ist und deshalb im Zeitpunkt der Eröffnung des Verfahrens das Recht zur Berufsausübung auf dem Spiel stand (EGMR 79821/12 vom 23.5.2017, Marušić gegen Kroatien, Ziff. 72 f., 17263/02 vom 31.8.2006, Landolt gegen Schweiz, S. 5 f., 53146/99 vom 8.7.2004, Hurter gegen Schweiz, S. 5 [Pra 95/2006 Nr. 125], 44998/98 vom 8.1.2004, A. gegen Finnland, S. 8 f., 26602/95 vom 21.12.1999, W.R. gegen Österreich, Ziff. 29 f., 38/1997/822/1025-1028 vom 20.5.1998, Gautrin und andere gegen Frankreich, Ziff. 33 mit weiteren Hinweisen). Die Anwendung von Art. 6 Ziff. 1 EMRK setzt zudem voraus, dass eine echte und ernsthafte Streitigkeit («une contéstation réelle et sérieuse») vorliegt, deren Ausgang für den zivilrechtlichen Anspruch  entscheidend ist; ein bloss vager Zusammenhang oder entfernte Konsequenzen reichen nicht aus (BGE 132 V 6 E. 2.3.2, 131 I 12 E. 1.2, 130 I 388 E. 5.1 und 5.3; EGMR 16472/04 vom 5.10.2010, Ulyanov gegen Ukraine, S. 6, 17056/06 vom 15.10.2009 [Grosse Kammer], Micallef gegen Malta, Ziff. 74, 16330/02 vom 20.5.2008, Gülmez gegen Türkei, Ziff. 28, 6878/75 und 7238/75 vom 23.6.1981, Le Compte, Van Leuven und De Meyere gegen Belgien, Ziff. 47; vgl. auch «Guide sur l’article 6 de la  européenne des droits de l’homme» des EGMR [Stand 31.8.2019; nachfolgend: Guide] Ziff. 5 ff., einsehbar unter: <www.echr.coe.int>, Rubriken «Jurisprudence/Analyse jurisprudentielle/Guides sur la »). So hat der Gerichtshof in einem jüngeren Urteil betreffend eine Universitätsprofessorin, gegen die vom «Integritätsgericht» der Fakultät wegen Verletzung des Verhaltenskodexes durch die Verwendung von Plagiaten ein Verweis ausgesprochen wurde, die Anwendbarkeit von Art. 6 Ziff. 1 EMRK verneint. Ausschlaggebend war, dass die Berufsausübung der Professorin im betreffenden Verfahren nicht unmittelbar auf dem Spiel stand, da es für eine allfällige Entlassung der Einleitung eines weiteren  bedurft hätte (EGMR 79821/12 vom 23.5.2017, Marušić gegen Kroatien, Ziff. 74 f.; Guide Ziff. 10).
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2.4 In Streitigkeiten, die in den Anwendungsbereich von Art. 6 Ziff. 1 EMRK fallen, sind die Konventionsgarantien mindestens einmal im  durch eine gerichtliche Behörde zu gewährleisten (BGE 139 I 72 E. 4.4; BVGE 2011/32 E. 5.5.1 und 5.5.6; statt vieler EGMR 4837/06 vom 7.6.2012, Segame SA gegen Frankreich, Ziff. 54 f.; Kiener/Kälin/, Grundrechte, 3. Aufl. 2018, S. 530 f.). Hätte die  als nicht gerichtliche Behörde (vgl. hinten E. 4.1) ein befristetes oder ein dauerndes Berufsausübungsverbot verfügt (Art. 17 Abs. 1 Bst. d und e BGFA), wäre das Verwaltungsgericht als einzige kantonale  Instanz auf Antrag des Beschwerdeführers verpflichtet, eine  Verhandlung gemäss Art. 6 Ziff. 1 EMRK durchzuführen. Vorliegend hat die Anwaltsaufsichtsbehörde gegen den Beschwerdeführer indes (einzig) eine Busse ausgesprochen. Mit ihrem dahingehenden Entscheid ist die Gefahr, mit einem Berufsausübungsverbot belegt zu werden, für den Beschwerdeführer definitiv gebannt: Der Streitgegenstand vor dem  ist auf die angefochtene Verfügung (Busse) begrenzt (vgl. BVR 2017 S. 514 E. 1.2). Das Verwaltungsgericht darf in seinem Urteil  nicht über die Parteibegehren hinausgehen, womit ein umfassendes Verschlechterungsverbot verbunden ist (Art. 84 Abs. 2 VRPG; sog. Verbot der reformatio in peius; vgl. BVR 2016 S. 261 E. 4.8, 2010 S. 169 E. 4.1). Dem Verwaltungsgericht ist daher untersagt, eine schärfere Sanktion als die Vorinstanz auszusprechen. Die Rechtsstellung des Beschwerdeführers kann damit im vorliegenden gerichtlichen Verfahren von vornherein nicht zu seinem Nachteil gestaltet werden; im für ihn schlechtesten Fall ist die  Verfügung zu bestätigen (vgl. BVR 2018 S. 139 E. 6.4  Disziplinarbusse). Die vorliegende Konstellation unterscheidet sich damit massgeblich von jenen Fällen, in denen die verfügende  selber das Gericht ist, welches die Verfahrensgarantien umsetzen muss (vgl. etwa EGMR 17263/02 vom 31.8.2006, Landolt gegen Schweiz), oder die gerichtliche Rechtsmittelinstanz eine schärfere Sanktion  darf (vgl. EGMR 26602/95 vom 21.12.1999, W.R. gegen ). Ist wie in vorliegender Beschwerdesache die Verhängung eines  bereits aus prozessualen Gründen gänzlich  und besteht damit im verwaltungsgerichtlichen Verfahren auch keine bloss theoretische oder abstrakte Gefahr, dass ein «civil right»  sein könnte, so liegt keine «echte und ernsthafte Streitigkeit» im
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Sinn der Rechtsprechung des EGMR vor. Anders zu entscheiden hiesse, dass künftig in jedem anwaltsrechtlichen Disziplinarstreit eine mündliche Verhandlung verlangt werden könnte, auch wenn mangels drohenden  kein echtes Schutzbedürfnis im Sinn der  des EGMR besteht. Damit würde der Grundsatz, dass  nur ausnahmsweise in den Anwendungsbereich von Art. 6 Ziff. 1 EMRK fallen, in sein Gegenteil verkehrt. Gleichzeitig würde in diesem Bereich die Rechtsprechung obsolet, wann Disziplinarmassnahmen als strafrechtliche Anklagen im Sinn von Art. 6 EMRK gelten (sog.  zurückgehend auf EGMR 5100/71 vom 8.6.1976, Engel und andere gegen Niederlande, Ziff. 80 ff.; vgl. auch Viktor Lieber,  zu EGMR 53146/99 vom 8.7.2004, Hurter gegen Schweiz, in Pra 95/2006 Nr. 125).
2.5 Art. 6 Ziff. 1 EMRK ist nach dem Gesagten nicht anwendbar. Der Verfahrensantrag auf Durchführung einer öffentlichen mündlichen  wird abgewiesen.
3.
3.1 Zunächst rügt der Beschwerdeführer in Bezug auf das  Verfahren eine Missachtung von Art. 6 Ziff. 1 EMRK. Er macht im Wesentlichen geltend, die Amtszeit der Verwaltungsrichterinnen und Verwaltungsrichter von sechs Jahren mit der Möglichkeit der Wiederwahl biete keinen genügenden Schutz gegen «eine Einflussnahme von aussen». Die aufgrund der periodischen Wiederwahl durch den Grossen Rat  «politische Kontrolle» wecke Zweifel, ob das Gericht die von Art. 6 Ziff. 1 EMRK geforderte Unabhängigkeit und Unparteilichkeit besitze. «Mangels gesetzlicher Grundlage» sei zudem die Spruchkörperbildung des Verwaltungsgerichts nicht mit Art. 6 Ziff. 1 EMRK vereinbar. Die fehlende Unabhängigkeit und Unparteilichkeit des angerufenen Gerichts zeige sich auch darin, dass sich dieses wiederholt über die Rechtsprechung des EGMR hinweggesetzt habe (vgl. Beschwerde Ziff. III/4 ff.).
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3.2 Art. 6 Ziff. 1 EMRK ist, wie dargelegt (vorne E. 2), im vorliegenden Fall nicht anwendbar. Indes werden die als verletzt gerügten Ansprüche auf ein gesetzmässiges und unabhängiges Gericht auch durch Art. 30 Abs. 1 der Bundesverfassung (BV; SR 101) garantiert (Steinmann/Leuenberger, in St. Galler Kommentar zur BV, 3. Aufl. 2014, Art. 30 N. 11 ff.). Die Rüge des Beschwerdeführers ist deshalb von Amtes wegen unter dem Blickwinkel von Art. 30 Abs. 1 BV zu prüfen.
3.3 Das Bundesgericht hat – u.a. in den Beschwerdeführer betreffenden Urteilen – wiederholt entschieden, dass ein Wahlsystem, in dem  und Richter für eine relativ kurze Amtsdauer gewählt werden und sich der Wiederwahl stellen müssen, die richterliche Unabhängigkeit nicht verletzt. Namentlich ist eine Amtsdauer von sechs Jahren mit , wie sie auch für die Richterinnen und Richter des  gilt (Art. 21a und Art. 24 Abs. 1 GSOG), mit Art. 30 Abs. 1 BV  (BGE 119 Ia 81 E. 4; BGer 1B_491/2018 vom 11.1.2019 E. 3.4, 1B_120/2018 und 1B_121/2018 vom 29.5.2018 E. 3.4; vgl. auch BGE 143 I 211 E. 3). Weiter steht es nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts mit Art. 30 Abs. 1 BV in Einklang, wenn der gerichtliche Spruchkörper nach sachlichen, im Voraus definierten Kriterien und in  Weise gebildet wird, wie dies beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern der Fall ist (vgl. Art. 12 Abs. 2 Bst. b und Art. 55 ff. GSOG i.V.m. Art. 18 Abs. 5 und 6 sowie Art. 19 Abs. 1 und 3 des  des Verwaltungsgerichts vom 22. September 2010 [OrR VG; BSG 162.621] sowie Art. 3 und 4 des Reglements vom 23. November 2010 über die Organisation der Rechtsprechung der verwaltungsrechtlichen Abteilung des Verwaltungsgerichts [OrR VRA; BSG 162.621.2]). Ein  Ermessen der Abteilungspräsidentin bzw. des  bei der Zuteilung, wie es Art. 4 OrR VRA inhärent ist, ist zulässig (BGE 144 I 70 E. 5.1, 5.6 und E. 6.2 f., 144 I 37 E. 2; BGer 1B_491/2018 vom 11.1.2019 E. 3.3).
3.4 Damit besteht eine hinreichende gesetzliche Grundlage zur  des Verwaltungsgerichts, die inhaltlich mit Art. 30 Abs. 1 BV vereinbar ist. Dass das gesetzmässig vorgesehene Verfahren vorliegend nicht eingehalten worden wäre, ist weder ersichtlich noch dargetan. Ebenso
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wenig liegen andere Gründe vor, welche die Unabhängigkeit und  des Verwaltungsgerichts in Frage stellen könnten. Im Übrigen ist nicht ersichtlich, was der Beschwerdeführer mit der vorgebrachten Kritik bezweckt. Er hat kein Ablehnungsbegehren gestellt und legt auch nicht  dar, inwieweit Ablehnungsgründe (vgl. Art. 9 Abs. 1 VRPG) gegen Richterinnen und Richter der verwaltungsrechtlichen Abteilung des Verwaltungsgerichts vorliegen könnten. Ein Verstoss gegen Art. 30 Abs. 1 BV ist weder in Bezug auf die einschlägige gesetzliche Regelung noch auf deren Anwendung im konkreten Einzelfall dargetan oder erkennbar.
4.
4.1 In der Sache beantragt der Beschwerdeführer vorab die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, weil der Spruchköper der  in einem Art. 6 Ziff. 1 EMRK nicht genügenden Verfahren gebildet worden sei. Zudem habe die Vorinstanz die beantragte mündliche  nicht durchgeführt (vgl. Beschwerde Ziff. IV/8 f.). Die Einwände sind unberechtigt: Bei der Anwaltsaufsichtsbehörde handelt es sich um eine Verwaltungsbehörde, nicht um ein Gericht im Sinn von Art. 6 Ziff. 1 EMRK, weshalb die Vorgaben aus dieser Bestimmung im vorinstanzlichen Verfahren nicht zur Anwendung kommen (vgl. bereits die den  betreffenden Urteile VGE 2018/455 vom 3.4.2019 E. 2.1, 2017/336 vom 13.12.2017; vgl. auch Vortrag des Regierungsrats betreffend das  Anwaltsgesetz, in Tagblatt des Grossen Rates 2006, Beilage 4, S. 10; BVR 2004 S. 241 E. 1.1.3-1.1.8; BGE 126 I 228 E. 2c; BGer 2C_980/2016 vom 7.3.2017 E. 2.1.2; Walter Fellmann, Anwaltsrecht, 2. Aufl. 2017, Rz. 707). Im Übrigen hat das Verwaltungsgericht mit  Urteil vom 13. Dezember 2017 (VGE 2017/336) in Bezug auf ein Parallelverfahren bereits entschieden, dass der Spruchkörper der  nach Massgabe der gesetzlichen Vorschriften korrekt  worden ist. Daran ändert das vom Beschwerdeführer zitierte Urteil des EGMR nichts (EGMR 35865/04 vom 13.12.2007, Foglia gegen Schweiz). Die Vorinstanz hat Art. 6 Ziff. 1 EMRK nicht verletzt.
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4.2 Soweit sich der Beschwerdeführer darüber hinaus auf den  Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 21 ff. VRPG; Art. 29 Abs. 2 BV; Art. 26 Abs. 2 der Verfassung des Kantons Bern [KV; BSG 101.1]) , substanziiert er die Rüge nicht. Eine Rechtsverletzung ist auch nicht ersichtlich. Damit sind die prozessualen Rügen insgesamt unbegründet.
5.
In materieller Hinsicht ist strittig, ob die Anwaltsaufsichtsbehörde gegen den Beschwerdeführer zu Recht eine Busse wegen Verletzung von Art. 12 Bst. c BGFA ausgesprochen hat.
5.1 Die Vorinstanz hat einen Verstoss gegen Art. 12 Bst. c BGFA im Wesentlichen mit der Begründung bejaht, der Beschwerdeführer habe die amtliche Pflichtverteidigung von zwei Personen wahrgenommen, die sich gegenseitig beschuldigten. Der Interessenkonflikt sei am 10. Oktober 2015 zu Tage getreten, als C._ Privatklage gegen B._ erhoben habe (vgl. zum Ganzen angefochtene Verfügung E. 24.5 ff.). – Der  bringt vor, die Vorinstanz habe bei der Auslegung und  von Art. 12 Bst. c BGFA die Berufsregeln des Rats der  Anwaltschaften (Council of Bars and Law Societies of Europe; CCBE) zu berücksichtigen, was sie zu Unrecht nicht getan habe. Nach den CCBE-Regeln sei eine gleichzeitige Verteidigung zweier Mandanten , wenn es sich – wie hier – «nicht um die gleiche Sache», sondern «unstreitig um zwei völlig unterschiedliche Sachverhalte» handle ( Ziff. IV/11 ff.).
5.2 Gemäss Art. 12 Bst. c BGFA haben Anwältinnen und Anwälte jeden Konflikt zwischen den Interessen ihrer Klientschaft und den Personen, mit denen sie geschäftlich oder privat in Beziehung stehen, zu meiden. Die  Treuepflicht gegenüber der Klientschaft ist umfassender Natur und erstreckt sich auf alle Aspekte des Mandatsverhältnisses. Die  steht im Zusammenhang mit der Generalklausel von Art. 12 Bst. a BGFA, wonach Anwältinnen und Anwälte ihren Beruf sorgfältig und  auszuüben haben, wie auch mit Art. 12 Bst. b BGFA, der sie zur
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Unabhängigkeit verpflichtet (BVR 2011 S. 306 E. 2.1; BGE 141 IV 257 E. 2.1 [Pra 105/2016 Nr. 20], 134 II 108 E. 3; Walter Fellmann, in /Zindel [Hrsg.], Kommentar zum Anwaltsgesetz, 2. Aufl. 2011, Art. 12 N. 84). Aus dieser umfassenden Treue- und Unabhängigkeitspflicht ergibt sich insbesondere auch ein Verbot von Doppelvertretungen. Anwältinnen und Anwälte dürfen nicht Parteien mit gegenläufigen Interessen vertreten, weil sie sich diesfalls weder für die eine noch für die andere Partei voll  können. Eine unzulässige Doppelvertretung muss nicht zwingend das gleiche formelle Verfahren oder allfällige mit diesem direkt  Nebenverfahren betreffen. Es genügt, wenn zwischen zwei  ein Sachzusammenhang besteht. Dabei ist grundsätzlich , ob das erste, den gleichen Sachzusammenhang betreffende Verfahren bereits beendet oder noch hängig ist, zumal die anwaltliche Treuepflicht in zeitlicher Hinsicht unbeschränkt gilt (BVR 2011 S. 306 E. 3.2; vgl. zum Ganzen BGE 134 II 108 E. 3; BGer 1B_59/2018 vom 31.5.2018 E. 2.4; VGE 2016/285 vom 1.6.2017 E. 2.1).
5.3 Ein Interessenkonflikt droht insbesondere in Strafverfahren, wenn eine Anwältin oder ein Anwalt, die bzw. der zuvor eine andere  vertreten hat, ein Verteidigungsmandat übernimmt. Von besonderen Ausnahmefällen abgesehen, dürfen Anwältinnen bzw. Anwälte keine  von Mitangeschuldigten ausüben – dies selbst dann nicht, wenn die Mandantinnen bzw. Mandanten der Doppelvertretung  oder wenn beabsichtigt ist, für beide beschuldigten Personen auf Freispruch zu plädieren (BGE 141 IV 257 E. 2.1 [Pra 105/2016 Nr. 20]).  und Anwälten ist es aufgrund ihrer Geheimhaltungs- und  zudem verboten, gegen eine ehemalige Klientin bzw. einen  Klienten zu plädieren, wenn zwischen dem damaligen und dem späteren Verfahren ein enger Sachzusammenhang besteht oder aus anderen Gründen – unabhängig von einem allfälligen Sachzusammenhang zwischen den Verfahren – die Gefahr besteht, dass gegen die ehemalige Klientin bzw. den ehemaligen Klienten Kenntnisse aus dem zuvor geführten Mandat verwendet werden (vgl. zum Ganzen das den Beschwerdeführer betreffende Urteil BGer 1B_120/2018 und 1B_121/2018 vom 29.5.2018 E. 5.3 mit Verweis auf BGE 134 II 108 E. 5.2 und 135 I 261 [BGer 1B_7/2009 vom 16.3.2009] nicht publ. E. 5.5 ff.).
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.01.2020, Nr. 100.2019.125U, Seite 12
5.4 Es ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer ab Oktober 2014 für B._ und ab Juni 2015 zudem für C._ als amtlicher  in je separaten Strafverfahren tätig war. Der zu Beginn des  gegen B._ zunächst lediglich als Zeuge beteiligte C._ konstituierte sich am 10. Oktober 2015 als Privatkläger und erhob schwere strafrechtliche Vorwürfe gegen B._. Letzterer erstattete seinerseits gleichentags Strafanzeige gegen C._ wegen Tätlichkeiten und bezichtigte diesen der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz. Dessen ungeachtet führte der Beschwerdeführer die amtliche Verteidigung von B._ weiter und vertrat diesen namentlich bei Einvernahmen und an der Hauptverhandlung vom 10. März 2016 (vgl. zum Ganzen Beschluss der Beschwerdekammer des Obergerichts vom 31.1.2018 [nachfolgend: Beschluss OGer] E. 4.2, in  AA [act. 5A] pag. 1 ff.). Am 21. August 2017 widerrief das  Bern-Mittelland das amtliche Mandat des Beschwerdeführers. Die dagegen erhobenen Beschwerden wurden sowohl vom Obergericht als auch vom Bundesgericht abgewiesen (vgl. Beschluss OGer E. 1 bzw. ; BGer 1B_120/2018 und 1B_121/2018 vom 29.5.2018). Das  führte im Wesentlichen aus, es spiele keine Rolle, dass B._ und C._ nicht in demselben Strafverfahren  gewesen seien. Spätestens ab dem Zeitpunkt, in dem sich seine beiden Mandanten strafrechtlich gegenseitig beschuldigten, habe ein  bestanden, der es dem Beschwerdeführer verunmöglichte, deren Interessen pflichtgemäss zu wahren. Der Interessenkonflikt musste dem Beschwerdeführer aufgefallen sein, zumal das Strafgericht die  Vorfälle zu beurteilen hatte und hierfür die Glaubhaftigkeit der  seiner beiden Mandanten eine zentrale Rolle spielen würde. Der Konflikt sei umso offensichtlicher geworden, nachdem C._  einer polizeilichen Einvernahme erklärt habe, er und B._ würden sich seit mehreren Jahren näher kennen. Keine Rolle spiele, dass C._ mittlerweile auf seine Stellung als Privatkläger verzichtet habe und dass beide Mandanten angeblich mit der Doppelvertretung  gewesen seien. Es habe mithin sowohl in straf- als auch standesrechtlicher Hinsicht Anlass bestanden, dem Beschwerdeführer das amtliche Mandat zu entziehen (vgl. BGer 1B_120/2018 und 1B_121/2018 vom 29.5.2018 E. 5.5).
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5.5 Den höchstrichterlichen Ausführungen ist nichts beizufügen.  ergibt sich daraus ohne weiteres, dass der Beschwerdeführer durch Weiterführung des amtlichen Strafverteidigungsmandats betreffend B._ trotz erkennbarem Interessenkonflikt gegen Art. 12 Bst. c BGFA verstossen hat. Daran ändern die angerufenen CCBE-Regeln nichts, zumal sie auf rein nationale Anwaltstätigkeiten nicht anwendbar sind, wie bereits die Vorinstanz ausgeführt hat (vgl. angefochtene Verfügung E. 19; vgl. auch BGer 1B_120/2018 und 1B_121/2018 vom 29.5.2018 E. 5.6). Im vom Beschwerdeführer zitierten Urteil des Bundesgerichts vom 9. Mai 2016 (BGE 142 II 307 [BGer 2C_586/2015] nicht publ. E. 2.1) wurde lediglich darauf hingewiesen, dass die CCBE-Regeln dem historischen Gesetzgeber nebst anderen Standesregeln als Vorbild dienten und das europäische Rechtsverständnis demzufolge bei der historischen Auslegung  werden kann. Die Vorinstanz hat mithin zu Recht auf eine  von Art. 12 Bst. c BGFA erkannt.
5.6 Weiter macht der Beschwerdeführer einen Verstoss gegen Art. 17 EMRK geltend, jedoch ohne die Rüge näher zu substanziieren (vgl.  Ziff. IV/16). Darauf ist nicht weiter einzugehen, zumal keine  des Verbots des Missbrauchs der Rechte (Art. 17 EMRK)  ist.
6.
6.1 Die möglichen Disziplinarmassnahmen bei einer Verletzung von  reichen gemäss Art. 17 Abs. 1 BGFA von einer Verwarnung als mildester Sanktion (Bst. a) bis hin zu einem dauernden  als schärfster Massnahme (Bst. e). Die Sanktion hat sich nach der Schwere des Verstosses gegen die Berufspflichten, nach dem Verschulden sowie dem beruflichen Vorleben der Anwältin oder des  zu richten, wobei insbesondere Art und Anzahl allfälliger früherer  zu berücksichtigen sind (vgl. Tomas Poledna, in Fellmann/Zindel [Hrsg.], a.a.O., Art. 17 N. 27; VGE 2015/267 vom 16.11.2016 E. 5). – Die Vorinstanz hat erwogen, objektiv sei von einem schweren Verstoss , zumal die Vermeidung von Interessenkollisionen zu den zentra-
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len Berufspflichten der Anwältinnen und Anwälte gehöre. Der  sei offensichtlich gewesen und der Beschwerdeführer habe selbst in Anbetracht des bundesgerichtlichen Urteils keine Einsicht gezeigt. Eine Busse von Fr. 3'000.-- sei daher angemessen. Diesen Ausführungen ist nichts beizufügen, zumal sich der Beschwerdeführer hiermit nicht .
6.2 Damit erweist sich die Beschwerde, soweit auf sie einzutreten ist, als unbegründet und ist abzuweisen.
7.
7.1 Bei diesem Verfahrensausgang wird der unterliegende  an sich kostenpflichtig (Art. 108 Abs. 1 VPRG). Er hat aber um  Rechtspflege ersucht.
7.2 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von den Verfahrenskosten, wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 111 Abs. 1 VRPG; vgl. auch Art. 117 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 [Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272]). Ein Prozess ist nicht aussichtslos, wenn berechtigte Hoffnung besteht, ihn zu gewinnen, das heisst wenn Gewinnaussichten und Verlustgefahren sich ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Als aussichtslos sind nach der bundesgerichtlichen Praxis demgegenüber Prozessbegehren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können. Massgebend ist dabei, ob eine Partei, die über die nötigen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen oder aber davon absehen würde; eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb  können, weil er sie nichts kostet (BVR 2016 S. 369 E. 3.1, 2015 S. 487 E. 7.1; BGE 142 III 138 E. 5.1).
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7.3 Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde muss in der Sache von  als aussichtslos bezeichnet werden: Die Vorinstanz hat einlässlich begründet, weshalb sie das Vorgehen des Beschwerdeführers als  der Berufspflichten wertete und eine Busse aussprach. Der  hat dagegen vor Verwaltungsgericht keine substanziellen Einwände erhoben. Dass der Beschwerde unter diesen Umständen kein Erfolg beschieden sein konnte, musste auch für ihn erkennbar sein. Für die Beurteilung der Aussichtslosigkeit in der Sache nicht entscheidend ist der Verfahrensantrag auf Durchführung einer öffentlichen mündlichen  (vorne E. 2), der Anlass zur Beurteilung der Streitigkeit in  gegeben hat (vorne E. 1.2). Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist daher abzuweisen, ohne dass die Prozessarmut zu prüfen wäre.
7.4 Da über das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege erst im  befunden wird und der Beschwerdeführer deshalb keine  hatte, sein Rechtsmittel nach Abweisung dieses Begehrens  und damit Kosten zu sparen, sind diese praxisgemäss bloss im Rahmen der üblichen Abschreibungsgebühren zu erheben (BVR 2014 S. 437 E. 7.9).
7.5 Ersatzfähige Parteikosten sind keine angefallen (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 2 VRPG).