Decision ID: f709d7c6-2ee1-420f-af46-973cbcd52af1
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1953
,
besuchte
in
O._
die Grundschule und die dreijährige Berufsschule für Schweisser
(
Urk.
6/16/4
).
Zuletzt war er ab November 1999 bis zur Betriebsschliessung
Ende
Dezember 2010 bei der
Y._
AG
als Lagerist und Maschi
nist angestellt (
vgl.
Urk. 6/6/1
, 6/7 und 6/11
). Anschliessend bezog er Arbeitslos
en
entschädigung
und erzielte
2011
bei der
Z._
AG einen Zwischen
verdienst
von insgesamt
Fr.
2‘125.--
(
Urk.
6/7/4
und 6/28/1
).
Ab dem 11.
Dezember 2012 attestierte
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin,
dem Versicherten
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (vgl.
Urk.
6/5
und 6/20/19
)
.
Am
5
.
April
2013
meldete sich der Versicherte
nach erfolgter Früherfassung
(vgl.
Urk.
6/6)
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kan
tons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an
, da er an einer schweren Gonarthrose leide
(Urk.
6
/
16
). Die IV-Stelle
zog die Akten
des Krankentaggeldversicherers bei (
vgl.
Urk.
6/
20 und 6/32
). Überdies tätigte sie weitere erwerbliche (Urk.
6
/
27
bis
6/29
) und medizi
nische (Urk.
6/30
) Abklärungen. Mit Vorbescheid vom
15
. Ju
l
i 201
3
stellte
sie
dem Versicherten die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (
vgl.
Urk.
6
/
39
und 6/40
). Dagegen
liess er Einwand erheben (Urk.
6
/
48
) und densel
ben
nach
dem
Eingang
weiterer medizinischer Unterlagen
bei der IV-Stelle
(vgl.
Urk.
6/4 und
6
/
51
) ergänzend begründen (Urk.
6
/
52
).
In der Folge wurde ein Bericht von
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psy
chotherapie, vom 2
1.
September 2013 eingereicht, in dessen Behandlung sich der Versicherte ab
dem
2
0.
Juni
2013 befu
nd
en hatte
,
ohne dass Dr.
B._
eine psychische Erkrankung
,
die eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit in höherem Masse zu begründen
vermocht hätte
,
diagnostizierte
(vgl. Urk.
6/54 und 6/55).
Die IV-Stelle
holte darauf einen
Bericht von
Dr.
med.
C._
, Fachärztin FMH für
Psychiatrie und
Psychotherapie
,
vom
2.
Februar 2014 (
Urk.
6/58)
ein, welche den Versicherten
im Anschluss an
Dr.
B._
behandelte. Sie diagnos
tizierte eine schwere depressive Episode mit Agitiertheit ohne psychotische
Symp
tome (ICD-10: F32.2) und stellte im Hin
blick auf die Dauer der Symp
tomatik schon eine Chronifizierung fest
(Urk.
6/58/6). Überdies attestierte sie dem Versicherten aus psychiatrischer Sicht eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
6/58/7).
Die
IV-Stelle
nahm
weitere me
dizinische Unterlagen zu den Akten (vgl.
Urk.
6/62)
und gab
ein polydiszipli
näres Gutachten
, umfassend die Fach
bereiche Allgemeine Innere Medizin, Psy
chiatrie- und Psychotherapie, Rheuma
tologie und Pneumologie,
in Auftrag
(vgl.
Urk.
6/69)
, das am
18.
Dezember 2014
von der Medizinischen Abklärungsstelle (MEDAS) erstattet wurde
(
Urk.
6
/
73
). Dazu nahm
die
Rechtsver
treter
in
des Versicherten am
8
.
April 2015
schriftlich Stellung
(
Urk.
6
/
75
)
.
Mit Verfügung vom
2
2.
April
2015 verneinte die IV-Stelle einen
Renten
anspruch (
Urk.
2 =
6
/
78
).
2.
Gegen die Verfügung vom
2
2.
April 2015
liess d
er
Versicherte mit Eingabe vom
2
7
.
Mai
2015 Beschwerde erheben (Urk. 1). Sein
e
Rechtsvertreter
in, Rechtsan
wä
lt
in
Noëlle Cerletti
, bean
tragte,
es sei dem Beschwerdeführer eine halbe In
v
a
lidenrente zuzusprechen;
unter Kosten- und Entschädi
gungs
folgen
(zuzüglich Mehrwertsteuer)
zulasten der Beschwerdegegnerin (Urk. 1 S.
2). Die IV-Stelle schloss am
2
.
Juli
2015 auf Abweisung der Beschwerde (Urk.
5
).
Davon wurde der Gegenpartei mit Verfügung vom
6.
Juli 2015 Kenntnis gegeben (
Urk.
7)
.
Auf die Ausführungen der Parteien in de
n Rechtsschriften
wird, soweit erforder
lich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Ge
sundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend
objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist – auch bei psychischen Erkrankungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosozi
ale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
handen sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren her
rühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Be
funde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungszu
ständen klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der sozio
kul
turellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne ver
selbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Ar
beits- und Er
werbs
fähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentli
chen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein inva
lidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E.
5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigentli
chen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen ver
selbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seine
r – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend aus
wirken (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012 E.
3.2 mit Hinweisen).
1.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
5
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das
heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflicht
gemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arzt
berichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätz
lich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
In der angefochtenen Verfügung
zog
die Beschwerdegegnerin
in Betracht
, dass
der Beschwerdeführer seit dem 1
1.
Dezember 2012 in seiner Arbeitsfähigkeit ein
geschränkt sei.
Aus rheumatologischer Sicht bestehe
lediglich
noch
für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten eine
80%ige
Arbeitsfähigkeit. Die aus psychia
trischer Sicht attestierte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sei nicht zu berück
sichtigen, da sie das Erfordernis der Dauerhaftigkeit nicht erfülle
und als über
windbar zu betrachten sei
. Die Beschwerdegegnerin führte dement
spre
chend
lediglich
unter Berücksichtigung der somatisch begründeten Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit
einen Einkommensvergleich durch, bei dem sie einen Invalidi
tätsgrad von 28
%
ermittelte, der keinen Rentenanspruch zu begründen ver
möge (vgl.
Urk.
2).
Demgegenüber lässt der Beschwerdeführer im Wesentlichen den Standpunkt ver
treten,
für die Invaliditätsbemessung sei
die im Gutachten der MEDAS aus polydisziplinärer Sicht attestierte Einschränkung der Arbeits
fä
hig
keit
massgebend
.
Dem
Valideneinkommen von Fr. 62‘394.
--
sei u
nter Berück
sichtigung eines
leidensbedingten Abzuges von 25
%
ein hypothetisches Invali
deneinkommen von
Fr.
28‘527.30 gegenüberzu
stellen
. Aus dem Ein
kom
mens
vergleich resultiere ein Invaliditätsgrad von 54
%
, der einen Anspruch auf eine halbe Invalidenrente begründe.
3.
3.1
Zu Recht wird von keiner Partei in Frage gestellt, dass das polydisziplinäre Gutachten der MEDAS
vom 1
8.
Dezember
2014
(
Urk.
6/73)
sämt
li
che von der Rechtsprechung statuierten Kriterien eines beweiskräftigen Gut
achtens erfüllt (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a)
, so dass zur Ermittlung des massgebenden Sachverhalts darauf abgestellt werden kann
.
Es ist somit von den
folgenden Diagnosen mit
wesentlicher Einschränkung der zumutbaren
Arbeitsfähigkeit
auszugehen
(Urk. 6/73/20 f.)
:
Mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1) bei
u
nmessbar tiefem Serumspiegel von Fluoxetin/Norfluoxetin
Verdacht auf Panikstörung (ICD-10: F41.0)
Verdacht auf generalisierte Angststörung (ICD-10: F41.1)
Aktivierte schwere Varusgonarthrose und Femoropatellararthrose links
Leichtgradige Varusgonarthrose und Femoropatellararthrose rechts
Coxarthrose links
Chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom bei,
Fixierter hochthorakaler Hyperkyphose, thorakolumbaler Übergangskyphose und lumbaler leichter rechtskonvexer Torsionsskoliose mit muskulärer Dys
balance, Dekonditionierung und Dauerüberlastung infolge Adipositas
Segmentdegenerationen vom
1.
Lenden- bis
zum
1.
Sakralwirbel mit Haupt
befund zwischen dem
5.
Lumbal- und
dem
1.
Sakralwirbelkörper, mit
-
Osteochondrosen, Spondylarthrosen und degenerativ bedingter segmen
taler Gefügelockerung zwischen dem
2.
und
3.
sowie dem
3.
und
4.
Len
den
wirbel
Status nach thorakolumbalem Morbus Scheuermann (differentialdiagnos
t
isch Keildeformierung des 1
2.
Brust- und
des
1.
Lendenwirbels durch patho
logische Fraktur)
Status nach Halswirbelsäulendistorsionstrauma (anamnestisch 1987 in Ex-Jugoslawien)
g
rosse Inguinalhernie links
.
Aus psychiatrischer Sicht
beträgt
die Arbeitsfähigkeit als Lagerist 50
%
und in anderen Tätigkeiten
,
ohne alleinige Verantwortung für den Arbeitsbereich und ohne Arbeit an Maschinen
, beträgt sie
60
%
(
Urk.
6/73/17).
Diese Angaben gelten ab dem Zeitpunkt der Begutachtung (
Urk.
6/73/51).
In
Ermangelung eines detaillierten Arbeitsprofils
k
o
nnten aus rheumatologisch
er Sicht
keine klaren Angaben zur Arbeitsfähigkeit in
der
angestammte
n
Tätig
keit gemacht werden. Für körperliche Schwerarbeiten betr
ä
g
t
die Arbeitsfähig
keit 0
%
und für körperlich leichte und mittelschwere Tätigkeiten ohne Arbeiten in knie- und rückenbelastenden Arbeitspositionen (längere Tätigkeiten mit vor
geneigtem oder abgedrehtem
Oberkörper
, langdauernde im Sitzen und Stehen, solche mit häufigem Gehen, insbesondere auf unebenem Gelände, solche im Knien und Kauern und solche au
f
Gerüsten oder Dächern sowie solche mit langdauernder Kälte-/Feuchtigkeitsexposition)
ist
von einer
80%
Arbeitsfähig
keit auszugehen
(Urk. 6/73/17
, 6/73/40 und 6/73/50
)
.
A
us pneumologischer Sicht besteht
eine volle Arbeitsfähigkeit (
Urk.
6/73/18
und 6/73/56
).
Aus polydisziplinärer Sicht wird
die Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Maschinenüberwacher (grob, weil kein Arbeitsbeschrieb vorhanden
ist
) auf 50
%
geschätzt, vermutlich etwas mehr limitiert durch die psychischen als durch die rheumatologischen Befunde.
Die Arbeitsfähigkeit in einer körper
lich leichten und mittelschweren Verweistätigkeit
,
ohne alleinige Verantwor
tung im Arbeitsbereich, ohne Arbeit an Maschinen, ohne knie- und rücken
belastende Positionen wie solche mit längerdauernd vorgeneigtem oder abge
drehtem Oberkörper, langdauerndem ausschliesslichem Sitzen und Stehen, häufi
gem Gehen, speziell auf unebenem Gelände, Knien und Kauern, Arbeiten auf Gerüsten oder Dächern oder in langdauernder Kälte-/Feuchtigkeits
expo
sition, betr
ägt
60
%
, wobei die psychiatrischen deutlich mehr als die rheu
ma
tologi
schen Gegebenheiten die Grenzen setzen (
Urk.
6/73/22).
3.2
3.2.1
Strittig und zu prüfen ist, ob mit der mittelgradigen depressiven Episode
, welche
dem Gutachten der MEDAS
zufolge
seit dem 2
4.
September 2014
besteht (vgl.
Urk.
6/73/43 und 6/73/51),
ein invalidisierender Gesund
heits
scha
den vorliegt.
3.2.2
Gemäss ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist eine invalidisierende Wirkung einer mittelschweren depressiven Störung nicht schlechthin auszu
schliessen, indessen bedingt deren Annahme, dass es sich nicht bloss um eine Begleiterscheinung einer Schmerzkrankheit, sondern um ein selbständiges, vom psychogenen Schmerzsyndrom losgelöstes depressives Leiden handelt und im Weiteren, dass eine konsequente Depressionstherapie befolgt wird, deren Schei
tern das Leiden als resistent ausweist. Zumindest bei mittelschweren depressiven Episoden verneint dies das Bundesgericht regelmässig (vgl. das Urteil des Bun
desgerichts 8C_774/2013 vom
3.
April 2014 E. 4.2 mit zahlreichen Hinweisen).
3.
2.
3
Bei der zur Diskussion stehenden mittelgradigen depressiven Episode handelt es sich
gemäss der gutachterlichen Beurteilung
um
ein
selbständiges depressives
Leiden.
Dem
psychiatrisch-psychothera
peutische
n
Teilgutachten vom 17.
Novem
ber
2014
ist darüber hinaus zu entnehmen, dass
der Beschwerdefüh
rer bei der Exploration am 2
4.
September 2014 (vgl. Urk. 6/73/43) –
b
efragt zur psy
chia
trischen Therapie
–
erklärt
e
,
er führe Gespräche, nach welchen
er sich jeweils für kurze Zeit besser fühle, bis ihn die Realität wieder eingeholt habe. Er werde von seiner Therapeutin dazu angehalten, Kontakte zu anderen Personen zu suchen und die Geduld nicht zu verlieren. Besondere Techniken habe er bei ihr nicht gelernt (Urk. 6/73/44 f.). Die verordneten Medikamente Fluanxol und Mitra
zapin würden ihn beruhigen. Er wisse nicht genau, wofür das ebenfalls verschriebene Nozinan sei, vielleicht zum Schlafen. Surmontil nehme er ein,
wenn die anderen Medikamente nicht helfen würden und er depressiv sei, also nur
bei Bedarf. Dieser Bedarf bestehe sic
her etwa einmal pro Woche (Urk.
6/73/45).
Erstmals in psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung begeben habe
er
sich im Juni 2013
zu
Dr.
B._
. Dieser habe ihn während etwa vier oder fünf Sitzungen zu behandeln versucht. Aufgrund sprachlicher Ver
ständigungs
schwie
rigkeiten mit
Dr.
B._
habe er im November oder Dezem
ber 2013 neu in die Behandlung von
Dr.
C._
gewechselt
, die er etwa einmal im Monat, wenn es ihm schlecht gehe auch zweimal pro Monat
,
aufsuche (Urk.
6/73/13
und 6/73/45
).
Bereits aufgrund der Schilderungen des Beschwerdeführers
erscheint es als frag
lich, ob er sich einer konsequenten Depressionstherapie unterzieht
beziehungs
weise unterzogen hat
. Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, dass gemäss den gutachterlichen Feststellungen
am 2
3.
September 2014 zumindest
der Fluoxe
tin
spiegel nicht nachweisbar
war;
die Einnahme dieses Medikaments
finde ge
mäss gutachterlicher Einschätzung daher
überwiegend wahrscheinlich nicht statt
, womit
auch Zweifel an der korrekten Einnahme der Medikation überhaupt auf
kämen
(
Urk.
6/73/49).
Von einer konsequenten medikamentösen Depressi
ons
therapie, deren Scheitern das Leiden als resistent erweist, kann vor diesem Hintergrund
, insbesondere aber auch unter Berücksichtigung der weiteren medi
zinischen Aktenlage (vgl.
insbesondere
Urk.
6/54, 6/55 und 6/58),
keine
Rede sein.
Die Prognose wurde im
psychiatrischen Teilg
utachten
denn
auch aus
drücklich als offen bezeichnet
und die Arbeitslosigkeit des Beschwerdeführers, mithin ein soziokultureller Faktor, als ein
ziges
Hemmnis für dessen Gesundung erwähnt
(
Urk.
6/73/51).
3.2.4
Aus dem Gesagten folgt, dass zumindest bis zum Zeitpunkt der psychiatrischen Begutachtung kein psychisches Leiden vorlag, dem rechtlich eine invalidisie
rende Wirkung
zugemessen werden könnte
.
Entgegen der in der Beschwerde
schrift vertretenen Auffassung (vgl.
Urk.
1 S. 8) vermag daran auch nichts zu ändern, dass der psychiatrische Gutachter festhielt,
die Ängste des Exploranden
seien
in den Vorberichten nicht beachtet
worden
. Er berichte von
solchen
und es ergäben sich daraus Hinweise auf eine generalisierte Angststörung und
eine Panikstörung,
j
edoch liessen sich die Symptome zu wenig klar herauskristalli
sieren, so dass aktuell nur von einem Verdacht auf diese Störungen gesprochen werden könne. Ängste könnten auch im Rahmen einer Depression auftreten, so dass es überwiegend wahrscheinlich sei, dass diese zur Depression z
ugehörig seien (
Urk.
6/73/49). Eine Angst- oder Panikstörung hat der Gutachter somit gerade nicht diagnostiziert. Ebenso wenig hatte einer der beiden den Beschwer
deführer behandelnden psychiatrischen Fachärzte eine entsprechende Diagnose gestellt (vgl.
Urk.
6/54, 6/55 und 6/58). Schliesslich versucht der Beschwerde
führer auch zu Unrecht, etwas aus den gutachterlichen Ausführungen zur Überwindbarkeit der
im Gutachten
diskutierten somatoformen Schmerzstörung (vgl.
Urk.
6/73/50) zu seinen Gunsten abzuleiten (vgl.
Urk.
1 S. 9 f.)
, geht daraus doch ebenfalls nicht hervor, dass eine konsequent durchgeführte Depressions
therapie gescheitert ist. Ebenso wenig ergeben sich aus den Akten Hinweise für das Eintreten entsprechender Umstände bis zum Erlass der angefochtenen Ver
fügung vom 2
2.
April 2015.
3.
3
Es ist folglich nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin zum Schluss gelangte, die
beim Beschwerdeführer diagnostizierte
mitt
elgradige
depressive Episode sei
kein
invalidisierendes Leiden
im Sinne de
r Rechtsprechung
.
Dem
entsprechend war es auch korrekt, dass sie die Invaliditätsbemessung lediglich unter Berücksichtigung der aus somatischer Sicht attestierten Arbeitsunfähigkeit vorgenommen hat. Das von der Beschwerdegegnerin als massgebend erachtete
hypothetische
Validenein
kommen
von
Fr.
62‘394.--
wurde zu Recht nicht in Frag
e gestellt
(vgl.
Urk.
1 S.
10
und 6/76
).
Angesichts
der gutachterlich um
schriebenen 80%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit
des nicht mehr erwerbstätigen Beschwerdeführers
ist es auch nicht zu beanstanden, dass die
Be
schwerdegegnerin das
hypothetische
Invalideneinkommen
anhand
der Schwei
ze
rischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2010 (Zentralwert für Männer, Anfor
de
rungsniveau 4) ermittelt
hat. Der
gewährte leidensbedingte Abzug von 10
%
(vgl.
Urk.
2 S.
3)
erscheint nicht als unangemessen
, so dass das dem Ein
kom
mensvergleich zu Grunde gelegte hypothetische Invalideneinkommen von
Fr.
44‘923
.
60 zu bestätigen ist.
Der ermittelte Invaliditätsgrad von
28
%
und dementsprechend die Verneinung eines Rentenanspruches erweisen sich folglich als korrekt. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
4.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 1‘000.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- festzusetzen. Entspre
chend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem unterliegenden Beschwerde
führer aufzuerlegen.