Decision ID: 2fb10275-bb87-4208-8124-b30b0301e2e5
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1961 und Mutter zweier erwachsener Söhne, war seit 1. November 1999 als Pflegefachfrau
HF
im
Spital Y._
in
Z._
angestellt (Urk. 7/9 Ziff. 1.3, Ziff. 3.1, Ziff. 5.4). Am 11. April 2011 meldete sie sich unter Hinweis auf eine chronische
myeloische
Leukämie sowie ein chroni
sches, therapie
re
fra
ktär
verlaufendes, belastungsabhängiges,
zervikozephales
- und
thorakospondylogenes
Syndrom bei der Invalidenversicherung zum
Leis
tungsbezug
an (Urk. 7/9 Ziff. 6.2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die erwerbliche und medizinische Situation der Versi
cherten ab und
errichtete ein Case Management am Arbeitsplatz.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 7/58, Urk. 7/61, Urk. 7/67, Urk. 7/79) sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügungen vom 27.
Fe
-
bruar
2015 (Urk. 7/83, Urk. 7/89-90 = Urk. 2/1-3)
ab dem 1. Januar 2014 eine
Viertelsrente
zu.
2.
Die Versicherte erhob am 13. April 2015 Beschwerde gegen die Verfügungen vom 27. Februar 2015 (Urk. 2/1-3) und beantragte, diese seien aufzuheben und es sei ihr eine halbe Rente zuzusprechen (Urk. 1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 11. Mai 2015 (Urk. 6) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom 3. September 2015 wurde die Beschwerdeantwort der Beschwerdeführerin zugestellt und die Pensionskasse Stadt Zürich zum Pro
zess beigeladen (Urk. 8), welche am 11. September 2015 auf
die Einreichung ei
ner
Vernehmlassung verzichtete (Urk. 10).
Dies wurde
den anderen Parteien mit Gerichtsverfügung vom 14. September 2015 zur Kenntnis gebracht (Urk. 11).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
min
-
des
tens
40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unent
geltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter an
derem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozi
alen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode be
stimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittel
ten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hin
weisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.4
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Ge
sichtspunkt des
Art.
28a
Abs.
3 IVG in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs.
2 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Me
thode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, Betätigungsvergleich, gemischte Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Üb
rigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchti
gung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch, das heisst ohne Gesundheitsschaden, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung,
IVV). Die gemischte Methode bezweckt damit eine möglichst wirklichkeitsgerechte Bemessung des Invaliditätsgrades (BGE 133 V 504 E. 3.3 mit Hinweisen).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die kon
krete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme ei
ner im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit ist der im
Sozialversi
cherungsrecht
übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erfor
derlich (
BGE 137 V 334
E. 3.2,
130 V 393
E. 3.3,
125 V 146
E. 2c, je mit Hin
weisen).
Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl.
Art.
27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen
Nei
-
gun
gen
und Begabungen zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_915/2012 vom 15. Mai 2013 mit Hinweisen auf BGE 133 V 504 E. 3.3).
Die gemischte Methode findet auch Anwendung, wenn der (in einem Aufgaben
bereich tätigen) versicherten Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung eine vollzeitliche Erwerbstätigkeit zumutbar wäre, sie aber trotzdem eine solche nicht ausüben würde (vgl. BGE 133 V 504 E. 3.3 in
fine
). Ist jedoch anzuneh
men, die versicherte Person wäre ohne gesundheitliche Beeinträchtigung teiler
werbstätig oder sie arbeitete unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mit, ohne daneben in einem andern Aufgabenbereich nach
Art.
5
Abs.
1 IVG
tätig zu sein, ist die Invalidität ausschliesslich nach den Grundsät
zen für Erwerbstätige, somit nach
Art.
16 ATSG zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 e
contrario
). Die gemischte Methode gelangt hier ebenso wenig zur Anwendung wie bei ohne Gesundheitsschaden voll Erwerbstätigen (
Art.
27
bis
IVV). Das
Vali
deneinkommen
ist nach Massgabe der ohne Gesundheitsschaden ausgeübten Teilerwerbstätigkeit festzulegen. Entscheidend ist, was die versicherte Person als Gesunde tatsächlich an Einkommen erzielen würde, und nicht, was sie besten
falls verdienen könnte. Wäre sie gesundheitlich in der Lage, voll erwerbstätig zu sein, reduziert sie aber das Arbeitspensum aus freien Stücken, insbesondere um mehr Freizeit zu haben, oder ist die Ausübung einer Ganztagestätigkeit aus Gründen des Arbeitsmarktes nicht möglich, hat dafür nicht die Invalidenversi
cherung einzustehen (
BGE 125 V 157
E. 5c/
bb
mit Hinweisen; ZAK 1992 S. 92 E. 4a). Das Invalideneinkommen bestimmt sich entsprechend den gesetzlichen Vorgaben danach, was die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zu
mutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte. Dabei kann das – vom Arzt festzulegende – Arbeitspensum unter Umständen grösser sein als das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung geleistete (vgl. BGE 131 V 51 E. 5.1.2).
Bei der Bestimmung der im konkreten Fall anwendbaren
Invaliditätsbe
-
messungs
methode
und damit der Beantwortung der entscheiden
den Statusfrage handelt es sich um eine hypothetische Beurteilung, die auch hypothetische Willensentscheidungen der versicherten Person berücksichtigen muss. Dies gilt auch für die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre. Diese inneren Tatsa
chen sind indessen einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in aller Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden. Die Beurteilung hypo
thetischer Geschehensabläufe ist eine Tatfrage, soweit sie auf Beweiswürdigung beruht, selbst wenn darin auch Schlussfolgerungen aus der allgemeinen Le
benserfahrung mitberücksichtigt werden. Rechtsfragen sind hingegen Folgerun
gen, die ausschliesslich – losgelöst vom konkreten Sachverhalt – auf die allge
meine Lebenserfahrung gestützt werden oder die Frage, ob aus festgestellten In
dizien mit Recht auf bestimmte Rechtsfolgen geschlossen worden ist (vgl. Ur
teile des Bundesgerichts 9C_287/2013 vom 8. November 2013 E.
3.5
und 8C_511/2013 vom 30. Dezember 2013, je
mit Hinweisen).
1.5
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den
Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. Au
-
gust
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.6
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen)
Art.
88a IVV fest
zusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Ren
tenanspruch erhebliche Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der
Rentenzuspre
chung
oder des Rentenbeginns mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung bezie
hungsweise Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5). Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert bleiben (BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten
verfü
gungsweise
geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch
die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.7
Gemäss
Art.
88a
Abs.
2 IVV ist bei einer Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen oder bei einer Zu
nahme der Hilflosigkeit oder Erhöhung des invaliditätsbedingten
Betreuungs
aufwandes
oder Hilfebedarfs die anspruchsbeeinflussende Änderung zu berück
sichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat.
Art.
29
bis
IVV ist sinngemäss anwendbar.
1.8
Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (nach Mass
gabe des
Art.
69
Abs.
2 IVV; vgl. auch
Rz
. 3084 ff. des Kreisschreibens des BSV über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH]) stellt für gewöhnlich die geeignete und genügende Vorkehr zur Bestimmung der gesundheitlichen Einschränkung im Haushalt dar (Urteil
des Bundesgerichts
9C_201/2011 vom 5. September 2011 E. 2, in: SVR 2012 IV Nr. 19 S. 86). Einer ärztlichen Fachperson, die sich zu den einzelnen Positionen der Haushaltfüh
rung unter dem Gesichtswinkel der Zumutbarkeit zu äussern hat, bedarf es nur in Ausnahmefällen, namentlich bei unglaubwürdigen Angaben der versicherten Person, die im Widerspruch zu den ärztlichen Befunden stehen (Urteil des Bun
desgerichts
8C_817/2013 vom 2
8.
Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen
).
Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer versi
cherten Person sind – analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweiskraft von Arztberichten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis) – verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhält
nissen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beein
trächtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicher
ten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, be
gründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig (AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; Urteil des Bundesgerichts I 733/03 vom
6.
April 2004 E. 5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61
E. 6.2 und 128 V 93 E. 4 betreffend Abklärungsberichte im Zusammenhang mit der Hauspflege und Hilflosigkeit). Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haushalt massgebend, sondern gelten analog für jenen Teil ei
nes Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tä
tigkeit von teilerwerbstätigen Versicherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen
).
Der Abklärungsbericht ist seiner Natur nach in erster Linie auf die Ermittlung des Ausmasses physisch bedingter Beeinträchtigungen zugeschnitten, weshalb seine grundsätzliche Massgeblichkeit unter Umständen Einschränkungen erfah
ren kann, wenn die versicherte Person an psychischen Beschwerden leidet. Grundsätzlich jedoch stellt er auch dann eine beweistaugliche Grundlage dar, wenn es um die Bemessung einer psychisch bedingten Invalidität geht, das heisst wenn die Beurteilung psychischer Erkrankungen im Vordergrund steht (AHI 2004 S. 137 E. 5.3). Widersprechen sich die Ergebnisse der Abklärung vor Ort und die fachmedizinischen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu erfüllen, ist aber in der Regel den ärztli
chen Stellungnahmen mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die Haushaltsabklärung, weil es der Abklärungsperson regelmässig nur beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit verbundenen Einschränkungen zu erkennen (Urteile des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1,
9C_986/2009 vom 11. November 2010 E. 7.2 und 9C_631/2009 vom 2. Dezember 2009 E. 5.1.2, je mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in den angefochtenen Verfügungen (U
rk. 2/1-3) davon aus, dass die Versicherte
ohne Gesundheitsschaden zu
90
% erwerbstätig wäre
sowie
,
dass die Einschränkung (angepasste Tätigkeit) ab Oktober 2013 im Erwerbsbereich 50 % und im Haushaltbereich 10 % betrage (Urk. 2/1 S. 4).
Sie begründete dies damit, dass die Beschwerd
eführerin bis zur Erkrankung
in ei
nem Pensum von 90 % erwerbstätig gewesen sei und anlässlich der Abklärung vor Ort bestätigt habe, sie hätte das Pensum nicht verändert (S. 5).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber geltend (Urk. 1), a
us näher dar
-
ge
legten Gründen (S. 4 ff
.
Ziff.
2
) sei von einer vollen Erwerbstätigkei
t im Gesundheitsfall auszugehen. Ferner beanstandete sie das von der
Beschwerde
gegnerin
ermittelte
Valideneinkommen
, da die krankheitsbedingt weggefallenen Sonntags- und Schichtarbeitszulagen nicht miteinberechnet worden seien (S. 8 ff. Ziff. 4 ff.).
2.3
Strittig ist, in welchem Umfang die Versicherte im Ge
sundheitsfall erwerbstätig wäre, mithin die Qualifikation sowie die Höhe des
Valideneinkommens
.
Unstrittig ist,
dass die Beschwerdeführerin ab Oktober 2012 in ihrer Arbeits
-
fähig
keit
eingeschränkt ist, sie jedoch bis zur ausgewiesenen Ver
schlechterung
im
Oktober 2013
ein
rentenausschliessendes
Einkommen
in ei
nem 90%-Pensum
erzielen konnte. Unstrittig ist ferner ihre daraus
-
das
heisst
ab Oktober 2013
-
hervorgehende
Restarbeitsfähigkeit von 50 % in angepasster Tätigkeit, entsprechend einem Invalideneinkommen von
Fr. 48‘100.
-- ab Januar 2014
beziehungsweise
von Fr. 43‘444.-- ab Juni 2014
(
Urk.
1 S. 9 f.;
Urk. 2
/1 S. 4
;
vgl.
auch
nachstehend E. 3)
.
3.
In medizinischer Hinsicht stützte sich die Beschwerdegegnerin in ihren Verfügun
gen
auf die Einschätzungen ihres Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD), welcher in Würdigung der einge
gangenen medizinischen Berichte
am 11. April 2012 als Diagnose eine chronische
myeloische
Leukämie in chroni
scher Phase seit März 2011, ein chronisches
zervikospondyloge
nes
/
zer
-
vikozephales
und
lumbospondylogenes
Syndrom
, einen Verdacht auf Weich
-
teilrheumatismus
(Differentialdiagnose: Fibromyalgie), eine Epilepsie, ein bi
-
laterales rechtsbetontes
subakromiales
Impingement
-Syndrom bei intakter
Rota
-
torenmannschette
beidseits
sowie eine leichte Fingerpoly- und
Retropatel
lararthrose
nannte
. Dabei wurde eine dauerhafte 10-20%ige
Arbeitsunfähigkeit
für alle Tätigkeiten seit November 2011 attestiert (vgl. Bericht Dr. med.
A._
, Fachärztin für Innere Medizin, vom 11. April 2012; Urk. 7/63 S. 4 f.).
Am 30. Januar 2014
nannte die RAD-Ärztin Dr. med.
B._
,
Fachärz
tin
für Allgemeinmedizin und Arbeitsmedizin, als Diagnose mit dauer
hafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
die vorgenannte
Leukämi
e sowie das
zervikospondylogene
und
lumbospondylogene
Syndrom sowie
ein
Weicht
eil
-
rheuma
und erachtete wandernde Schmerzen und Konzentrationsstörungen
sowie die Nebenwirkungen
der Dauertherapie mit Therapeutika
für die Leukämie
(
u
.a.
Muskel und Gelenkschmerzen) als Einschränkungen
in Bezug
auf die bis
herige Tätigkeit.
Verweisend
auf den vertrauensärztlichen Bericht der Pensions
kasse der Beschwerdeführerin vom 9. Oktober 2013 (Urk. 7/
40
) attestierte sie
der Beschwerdeführerin
eine Arbeitsunfähigkeit in bisheriger Tätigkeit als
Pflege
fachfrau
von 100 % seit Oktober 2012 und in einer angepassten Tätigkeit (nach temporärer vollständiger Arbeitsunfähigkeit vo
n
Juli bis August 2013) von 55 %
ab Oktober 2012
(Urk. 7/63 S. 7), wel
che dann
von der
Beschwerdegegne
rin
am 4. April 2014 auf 50 % angepasst geändert wurde (Urk. 7/63 S. 10).
Diese attestierte Restarbeitsfähigkeit wurde von der Beschwerdeführerin mit Stellenantritt per 1. Juni 2014 in einem 50%igen Beschäftigungsgrad im Spital
C._
vollständig verwertet (
Urk. 7/51) und ist vorliegend auch nicht be
stritten, weshalb darauf abgestellt werden kann.
4.
4.1
Hinsichtlich der sozialversicherungsrechtlichen Qualifikation der Versicherten stützte sich die Beschwerdegegnerin auf den Haush
altabklärungsbericht vom 25
. Juli 2014 (Urk. 7/54). Darin wurde die Beschwerdeführerin als zu 90 % Er
werbstätige und zu 10 % im Aufgabenbereich Tätige qualifiziert (S. 4 Ziff. 2.6).
Dem setzte die Beschwerdeführerin entgegen, sie
sei
als zu 100 % Erwerbstätige zu qualifizieren, da sie
bereits im Sommer 2008
krankheitsbedingt das
Arbeits
pensum
auf 90 % habe reduzier
en müssen (Urk. 1 S. 5 ff.)
.
4.2
Massgebend für die Qualifikation der Beschwerdeführerin als Vollzeit- oder Teil
erwerbstätige ist die Frage, in welchem Umfang
sie
eine Erwerbstätigkeit ausüben würde, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Dabei sind im Besond
e
ren ihre persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persön
lichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen (vgl. vorstehend E. 1.4).
Die Verwaltung als verfügende Instanz und - im Beschwerdefall - das Gericht
dürfen
eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem
Be
weisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglich
keit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht folgt vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3).
4.3
Die
Beschwerdegegnerin machte geltend,
anlässlich der Haushaltabklärung vor Ort habe die Beschwerdeführerin angegeben, dass sie gerne im
Y._
auf der Medizin weitergearbeitet hätte. Sie hätte auch das Pensum nicht verändert und weiterhin 90
%
erfüllt. Dabei handle es sich um Aussagen der ersten Stunde, auf welc
he abzustellen sei (Urk. 2/1 S.
5).
4.4
Dem
Haushaltabklärungsbericht
vom 2
5.
Juli 2014 (Urk. 7/54) lässt sich
entneh
men
, dass die
Beschwerdeführerin zuletzt vom 1. November 1999 bis 31. März 2014 als Dipl. Pflegefachfra
u
Höfa
I in einem Pensum von 90
% gearbeitet hat und seit dem 1. Juni 2014 in einem Pensum von 50
%
im Spital
C._
ar
beitet (Ziff.
2.2 f.).
Ferner geht hervor, dass sie mit einem 68-jährigen Lebens
partner zusammenlebt, der zwar einen Herzinfarkt und eine kleine Hirnblutung
gehabt
hat, ansonsten aber in guter Verfassung und sehr hilfsbereit ist (Ziff. 2.3.1).
Die Abklärungsperson hielt hinsichtlich der beruflichen Situation ohne Gesundheitsschaden fest, dass die Beschwerdeführerin traurig erzählt habe, dass sie gerne im
Y._
auf der Medizin weitergearbeitet hätte. Sie hätte auch das Pensum nicht verändert und weiterhin 90
%
erfüllt. Der Abschied von der Abteilung sei ihr sehr schwer gefallen und sie habe zu Beginn auch die Re
duktion des Pensums kaum akzeptieren können.
Nun habe sie gemerkt, dass
es
einfach nicht mehr gehe (
Ziff.
2.5). Gestützt auf diese Informationen qualifi
zierte die Abklärungsperson die Beschwerdeführerin als
zu
90
%
Erwerbstätige und
zu
10
%
im Aufgabenbereich (Haushalt) Tätige
(
Ziff.
2.6) und begründete dies damit, dass die Beschwerdeführerin bis zur Erkrankung im Rahmen
eines
90%igen Pensum
s
gearbeitet habe und bei guter Gesundheit
im gleichen
Pen
sum wie vor der Erkrankung
weiterarbeiten würde
(
Ziff.
2.6.1).
4.5
Die Beschwerdeführerin ihrerseits verwies auf die
eingeholte Stellungnahme von Dr.
med.
D._
, Facharzt für Neurologie, vom 12. Januar 2015 (Urk. 7/78)
. Die
Pensumsredukti
on
im
August
2008 von 100
%
auf 90
%
sei nicht aus freien Stücken, sondern aus gesundheitlic
hen Gründen erfolgt.
Dr.
D._
habe
dies in seinem Bericht bestätigt.
Er erinnere sich daran, dass die Beschwerdeführerin ihn vo
n
der Reduktion in Kenntnis gesetzt und dass er wegen ihren gesundheit
lichen Problemen diese
Pensumsreduktion
auf 90
% begrüsst
habe
(
Urk. 7/67 S.
2, Urk. 7/78, Urk.
1 S.
5 f.)
.
4.6
Die eingeholte Stellungnahme
von Dr.
D._
, bei welchem die Beschwerdeführe
rin seit 7. Februar 1996 in regelmässiger Behandlung
steht
,
spricht
gegen die Annahme, die Beschwerdeführerin würde im Gesundheitsfall einem Pensum von 90 % nachgehen. In seiner Stellungnahme vom 12. Januar 2015 führte der Arzt überzeugend aus, dass die
Pensumsreduktion
im Jahre 2008 aufgrund der ver
mehrten gesun
dheitlichen Probleme
(vermehrte fokal-sensorisch epileptische Anfälle und Migräne mit intensivierter medikamentöser Therapie) erfolgte (Urk. 7/78; vgl. vorstehend E. 4.5).
Nicht abgestellt werden kann demzufolge auf den Arbeitgeberbericht vom 22. März 2012 (Urk. 7/29), welcher ein Arbeitspensum der Beschwerdeführerin im Umfang von 90 % seit 1. November 1999
angibt
,
weist
doch
die
Änderungs
verfügung
der Stadt
F._
vom 22. Mai 2008 (Urk. 3/3) die
Pensumsreduktion
von 100 %
auf 90 % per 1. August 2008 klar aus
. Damit ist auch erstellt, dass die Beschwerdeführerin zuvor ihre Tätigkeit im Spital im Vollzeitpensum ver
richtet hat, weshalb andere Gründe - ausser aus den geltend gemachten ge
sundheitlichen - nicht überwiegend wahrscheinlich sind, zumal sich
in den Ak
ten
auch keine Anhaltspunkte für eine auf die Lebensqualität hin orientierte Re
duktion im vorliegenden Stadium finden lassen. Im Gegenteil übte die Be
schwerdeführerin bereits als ihre Kinder noch zu Hause wohnten ein 100%-
Er
werbspensum
aus.
Der Umstand, dass die Beschwerdeführerin gegenüber der Abklärungsperson sponta
n angegeben hat
, sie würde bei gute
r Gesundheit einer Erwerbstä
tigkeit von 90
%
nachgehen (vgl. Urk. 7/54
Ziff.
2.5)
,
darf nicht überbewertet werden. Denn aus ihrer Antwort geht nicht
eindeutig
hervor, dass
sie bei Gesundheit dieses Pensum beibehalten hätte, zumal die
Pensumsreduktion
(Vollzeit auf 90%-Pensum) im Sommer 2008 stattgefunden hat, mithin sechs Jahre zuvor, womit aufgrund dieser doch eher längeren Zeitspanne nicht
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
geschlossen werden kann, die Beschwerdeführerin hätte die von der Abklärungsperson gestellte Frage auch tatsächlich
in
ihrer Tragweite verstanden
. Ihre Antwort
nahm wohl viel eher Bezug
auf das
kürzlich zuvor
per 1. Juni 2014 auf 50 % reduzierte Arbeitspensum im Spital
C._
(vgl. Urk. 7/51)
und
ist demzufolge
nicht im Kontext der per August 2008 erfolgten
Pensumsreduktion
zu sehen, zumal die
Anmeldung zum Leistungsbezug im Ap
ril 2011
(drei Jahre nach der hier strittigen Beschäftigungsreduktion)
und
pri
mär aufgrund der diagnostizier
ten Leukämie-Erkrankung erfolgte
(vgl. Urk. 7/9).
Schliesslich kann mit Blick auf die von der Beschwerdeführerin anlässlich der Haushaltabklärung geschilderten W
ohn- und Beziehungsverhältnisse
(vgl. vor
stehend E. 4.4)
und der Tatsache, dass ihre Söhne bereits erwachsen sind und nicht mehr zu Hause wohnen,
nicht von einem relevanten Aufgabenbereich, der eine Reduktion des Erwerbspensums zu begründen vermöchte, gesprochen wer
den
.
4.7
In Anbetracht der vorliegenden Erwerbsbiographie und insbesondere der Bestäti
gung von Dr.
D._
, wonach die Beschwerdeführerin ihr Pensum aus ge
sundheitlichen Gründen reduziert hat, rechtfertigt es sich, die Beschwerdeführe
rin als zu 100
%
Erwerbstätige zu qualifizieren.
5.
5.1
In Anbetracht dessen, dass die Beschwerdeführerin als zu 100
%
Erwerbstätige zu qualifizieren ist, ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 AT
SG in Verbindung mit
§
28a Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen (vgl. vorstehend E. 1.4).
5.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Validen
-
ein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkom
mensentwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfah
rung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortge
setzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen).
5
.3
Für den Einkommensvergleich ist grundsätzlich auf die Gegebenheiten im Zeit
punkt des (hypothetischen) Rentenbeginns abzustellen (BGE 128 V 174, BGE 129 V 222).
Nachdem der Einkommensvergleich im Oktober 2012 zu einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad geführt hat, dieser von der Beschwer
deführerin nicht beanstandet wurde und auch nach Lage der Akten zu
keinen Weiterungen Anlass gibt, ist auf den von der Beschwerdegegnerin
aufgrund der ausgewiesenen gesundheitlichen Verschlechterung (vgl. vorstehend E. 3)
fest
gesetzten und
unbestritten gebliebene
n
hypothetische
n
Rentenbeginn
per 1. Januar
2014
abzustellen sowie auf die
(
zu
berücksichtigende)
erwerbliche Änderung (Arbeitsaufnahme Spital
C._
im 50%-Pensum, vgl. Urk. 7/51)
per 1. Juni 2014.
Die Beschwerdegegnerin ermittelte das
Valideneinkommen
gestützt auf die Tatsa
che, dass bei Gesundheit die Beschwerdeführerin weiterhin in ihrer ange
stammten Stelle im Spital
Y._
arbeiten würde. Gemäss den Lohnangaben
der Stadt
F._
hat
die Beschwerdeführerin im angestammten 90%-Pensum als Diplompflegefachfrau
im Jahr 2012
ein Einkommen von Fr. 90‘769.70 erzielt
(Urk. 7/43
S. 1
)
. Nominallohnbereinigt hätte sie demnach
im Jahr 2013 ein
hy
pothetisches Einkommen
von Fr. 91‘
405.09 (Urk. 7/56 S. 1) und ab
Januar
2014
ein Einkommen
im Betrag von Fr. 92‘044.92
erzielt
(S. 2).
Da
,
wie ausgeführt, vorliegend von einer 100%igen Erwerbstätigkeit im
Gesund
heitsfalle
auszugehen ist
, ist d
ieses hypothetische Einkommen auf ein 100%-Pensum aufzurechnen, was einen Betrag
im Jahr 2012
von Fr.
100‘855.25 (Fr. 90‘769.70
:
90 x 100)
beziehungsweise
von Fr. 101‘561.20 für das Jahr 2013 und
Fr. 102‘272.15
(Fr. 92‘044.92
:
90 x 100)
für das Jahr 2014
ergibt.
5.4
Die Beschwerdeführerin machte diesbezüglich geltend, die Zuschläge für Sonn
tags- und Schichtzulagen seien bei der Ermittlung des hypothetischen
Validen
einkommens
mit
zu
berücksichtigen (Urk. 1).
Bei der Ermittlung des hypothetischen
Valideneinkommens
im Rahmen
des
Ein
kommensvergleichs
(Art.
16 ATSG) ist relevant, was grundsätzlich zum
massge
blichen
Lohn
gemäss
dem Bundesgesetz über die Alters- und
Hinterlassenen
versicherung
(AHVG) zu zählen ist (A
rt. 25 Abs.
1 IVV).
Nach Art. 5 Abs.
2 AHVG gilt als
massgebender
Lohn jedes Entgelt für in unselbständiger Stellung auf bestimmte oder unbestimmte Zeit geleistete Arbeit. Der
massgebende
Lohn umfasst auch Teuerungs- und andere Lohnzulagen, Provisionen, Gratifikatio
nen, Naturalleistungen, Ferien- und Feiertagsentschädigungen und ähnliche Be
züge, ferner Trinkgelder, soweit diese einen wesentlichen Bestandteil des
Ar
beitsentgeltes
darstellen.
Art. 7
lit
. a der Verordnung über die Alters- und
Hin
terlassenenversicherung
(AHVV) hält fest, dass zum
massgebenden
Lohn auch Entschädigungen für Überzeitarbeit, Nachtarbeit und Stellvertreterdienst gehö
ren
.
Folglich hat die Beschwerdegegnerin zu Unrecht die Zuschläge für Sonntags- und Schichtzulagen unberücksichtigt gelassen.
Diese belaufen sich im Jahr 2010 auf
total
Fr. 2‘719.10 (Urk. 7/66/24-35) und von Janu
ar bis Juli 2011 auf Fr. 452.20 (Urk. 7/66/37-42)
, wobei
diesfalls
zu berücksichtigen gilt, dass die Sonntags- und Nachtarbeit
aus gesundheitlichen Gründen
im Frühjahr 2011 re
duziert
wurde
und später ganz wegfiel (Urk. 7/69, Urk. 7/
70)
, womit eine ge
naue Bezifferung unmöglich ist
.
Nimmt man
aber
den Durchschnitt
,
so ergibt
sich
ein zusätzliches
anrechenbares
hypothetisches Einkommen von Fr. 1‘747.15,
mithin
ein hypothetisches
Valideneinkommen
für
201
3
von total Fr. 103‘308.35 (Fr. 101‘561.20 + Fr. 1‘747.15) und von Fr.
104‘019.30
(Fr. 102‘272.15 + Fr. 1‘747.15)
für die Zeit ab
Januar
2014
.
5.5
Das Invalideneinkommen wurde
von der Beschwerdegegnerin für die Zeit ab Oktober 2013 mit
Fr. 48‘100.--
beziehungsweise Fr. 43‘444.05
ab Juni 2014 be
ziffert
, was von der Beschwerdeführerin nicht bestritten wurde (Urk. 1 S. 9 f.) und nach Lage der Akten
auch
nicht zu beanstanden ist (vgl. vorstehend E. 2.3).
Die Einkommenseinbusse beträgt somit
für die Zeit ab Oktober 2013
Fr. 55‘
208.35
und
für die Zeitperiode ab Juni 2014
Fr. 60‘575.25, was eine
n
In
validitätsgrad
von
rund 5
3
%
beziehungsweise von
rund 58
%
ergibt.
Dementsprechend hat die Beschwerdeführerin
ab 1. Januar 2014
Anspruch auf eine halbe Rent
e (Art. 28 Abs. 2 IVG in Verbindung mit Art. 88a Abs. 2 IVV).
Mit dieser Feststellung und in Gutheissung der Beschwerde
sind
somit die ange
fochtene
n
Verfügung
en
aufzuheben.
6.
6.1
Die Verfahrenskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr. 800.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerle
gen.
6.2
Der obsiegenden Beschwerdeführerin steht eine Prozessentschädigung zu, die beim praxisgemässen Ansatz von Fr.
185.--
(zuzüglich Mehrwertsteuer) für den angefallenen Aufwand ermessensweise auf Fr.
2
‘
000.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.