Decision ID: 04284699-543a-5bad-88d5-794161ec7ff0
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A.a Der Beschwerdeführer, ein aus B._ in der gleichnamigen Pro-
vinz stammender Kurde, ersuchte unter den Personalien C._, ge-
boren (...), Irak, am (...) erstmals um Asyl in der Schweiz. Als Grund gab er
im Wesentlichen an, er sei nach Abschluss des Gymnasiums in B._
für den Geheimdienst der D._ tätig gewesen. Im Jahr 2012 habe
ihn die D._ beschuldigt, im Zusammenhang mit der Ermordung des
Gouverneurs geheime Informationen an die Presse weitergegeben zu ha-
ben. Da er deswegen Verfolgungsmassnahmen der D._ befürchtet
habe, sei er aus dem Irak geflüchtet.
A.b Mit Beschluss vom 13. Januar 2014 schrieb die Vorinstanz das Asyl-
gesuch des Beschwerdeführers als Folge seiner Auslieferung nach
E._ im (...) ab.
B.
B.a Am (...) ersuchte der Beschwerdeführer unter den Personalien
A._, geboren (...), Irak, erneut um Asyl in der Schweiz. Am 11. Juli
2017 fand die Befragung zur Person (BzP) statt, in deren Rahmen er zu
seiner Person, dem Reiseweg sowie summarisch zu den Fluchtgründen
befragt wurde. Eine eingehende Anhörung zu den Asylgründen fand am
13. Februar 2018 statt.
Dabei brachte der Beschwerdeführer vor, es habe sich bei seiner Asylbe-
gründung anlässlich des ersten Asylgesuchs um einen erfundenen Sach-
verhalt gehandelt.
Als Grund für sein zweites Asylgesuch gab er im Wesentlichen an, er habe
B._ bereits im Jahr (...) verlassen und sei mit einer Gruppe von
Flüchtlingen nach E._ gelangt, wo er bis im Jahr (...) in F._
gelebt habe. Nachdem sich G._ bereit erklärt habe, die Flüchtlings-
gruppe aufzunehmen, habe er sich offiziell bis im Jahr (...) in G._
aufgehalten, wo er über eine Aufenthaltsbewilligung verfügt habe. Im Jahr
(...) habe er sich in H._ (E._) mit einer (Nennung Staatsan-
gehörigkeit Ehefrau) verheiratet, im Jahr (...) sei die gemeinsame (Nen-
nung Verwandte) I._ zur Welt gekommen. Die Ehe sei im Jahr (...)
vom Gericht geschieden worden. Bis im Jahr (...), als er G._ end-
gültig verlassen habe, sei er regelmässig zwischen G._ und
E._ hin- und hergependelt. Die letzte Aufenthaltsbewilligung von
E._ sei bis zum (...) gültig gewesen. Im Jahr (...) habe er seinen
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Namen im Irak offiziell ändern und sich am (...) in B._ einen Pass
auf seinen geänderten Namen (A._) ausstellen lassen. Nachdem
er im (...) nach E._ zurückgeschafft worden sei, hätten ihn die Be-
hörden von E._ zu Unrecht wegen (Nennung Grund) während
(Nennung Dauer) inhaftiert. Aufgrund von entlastenden Videoaufnahmen
sei er schliesslich im (...) wieder freigelassen worden. Der ganze Prozess
habe jedoch in seinem privaten Umfeld viel Schaden angerichtet. Ferner
habe er sich in den Jahren (...), (...) und (...) jeweils aus familiären Gründen
besuchsweise im Irak aufgehalten.
Im Jahr (...) habe er als anonymer Zeuge in einem Gerichtsverfahren in
E._ gegen eine (Nennung Personen) ausgesagt. Einer der Ange-
klagten, welcher die Schuld auf sich genommen habe, sei zu einer (Nen-
nung Strafe) und die beiden anderen Angeschuldigten seien – nach Einle-
gung von Rechtsmitteln – schliesslich (Nennung Strafe) verurteilt worden.
Die zwei letzteren Verurteilten habe man nach ihrer Haftentlassung in den
Irak ausgeschafft. Im Jahr (...) habe die Polizei von E._ dem zu
(Nennung Strafe) verurteilten Mann – obwohl ihm (Beschwerdeführer) Ano-
nymität zugesichert worden sei – seine wahre Identität und seinen damali-
gen Aufenthaltsort (Irak) bekannt gegeben. Er werde nun von den beiden,
damals in den Irak ausgeschafften Verurteilten bedroht, was der Grund für
seine Namensänderung gewesen sei und weshalb er sich bis heute nur
verdeckt im Irak bewegen könne. Die beiden Männer hätten (...) seinen
(Nennung Verwandter) im Irak ausfindig gemacht und diesen aufgefordert,
sie zu informieren, wenn er (Beschwerdeführer) wieder in die Heimat zu-
rückkehre oder zu Besuch komme. Sodann habe auch der (Nennung
Strafe) verurteilte Mann Rachepläne geäussert und wolle ihn umbringen,
sobald er aus der Haft entlassen werde. Sodann habe er in der Schweiz
zwei weitere Probleme: Einerseits habe er im Jahr (...) ein Verhältnis mit
(Nennung Person) gehabt. (...). Es bestehe die Gefahr, dass deren Ex-
Mann eines Tages an ihm Rache nehmen werde. Andererseits sei er (Nen-
nung Ort und Zeitpunkt) von (Nennung Person) angegriffen worden, weil
er anlässlich seiner Haft in E._ auf polizeiliche Nachfragen dessen
Identität preisgegeben habe. Erst später habe er erfahren, dass sich dieser
in der Schweiz unter einer falschen Identität als Asylbewerber aufgehalten
habe.
B.b Der Beschwerdeführer reichte (Aufzählung Beweismittel) zu den vor-
instanzlichen Akten.
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Seite 4
C.
Mit Verfügung vom 7. August 2018 stellte das SEM fest, der Beschwerde-
führer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte sein Asylgesuch ab,
verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete deren Vollzug an.
D.
Der Beschwerdeführer erhob gegen diesen Entscheid mit Eingabe vom
12. September 2018 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Er be-
antragte, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben, er sei als Flücht-
ling anzuerkennen und es sei ihm Asyl zu gewähren, eventualiter sei die
vorläufige Aufnahme anzuordnen.
E.
Mit Zwischenverfügung vom 14. September 2018 forderte die Instruktions-
richterin den Beschwerdeführer auf, bis zum 2. Oktober 2018 einen Kos-
tenvorschuss von Fr. 750.– zu bezahlen, unter Androhung des Nichteintre-
tens im Unterlassungsfall. Der Kostenvorschuss wurde am 25. September
2018 bezahlt.
F.
Das SEM hielt in seiner Vernehmlassung vom 16. Oktober 2018 – diese
wurde dem Beschwerdeführer am 18. Oktober 2018 zur Kenntnisnahme
zugestellt – an seinen Erwägungen im angefochtenen Entscheid vollum-
fänglich fest.
G.
Mit Zwischenverfügung vom 2. September 2019 stellte die Instruktionsrich-
terin fest, dass der Beschwerdeführer am (...) eine (Nennung Person) ge-
heiratet habe. Er besitze gestützt auf das Abkommen zwischen der Schwei-
zerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemein-
schaft (EG) und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit
vom 21. Juni 1993 (Freizügigkeitsabkommen, SR 0.142.112.681) grund-
sätzlich einen Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung. Mithin
sei die Kompetenz für die Wegweisung auf den zuständigen Kanton über-
gegangen. Gleichzeitig forderte sie den Beschwerdeführer auf, bis zum 17.
September 2019 Belege über das Einreichen eines Gesuchs um Erteilung
einer Aufenthaltsbewilligung bei der zuständigen kantonalen Ausländerbe-
hörde respektive über die allenfalls bereits erfolgte Erteilung einer Aufent-
haltsbewilligung zu den Akten zu reichen. Im Unterlassungsfall werde da-
von ausgegangen, dass er auf das Geltendmachen eines allfälligen, aus
der Eheschliessung resultierenden Wegweisungshindernisses verzichte.
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Sodann habe er innert gleicher Frist mitzuteilen, ob er die Beschwerde vom
12. September 2018 zurückziehe, wobei bei ungenutzter Frist davon aus-
gegangen werde, dass er an seinen Rechtsbegehren vollumfänglich fest-
halte.
H.
Mit Eingabe vom 13. September 2019 teilte der Beschwerdeführer mit, er
habe einen Antrag zwecks Erhalt einer Aufenthaltsbewilligung gestellt, bis-
her aber noch keine Bewilligung ausgestellt erhalten. Weiter erklärte er, er
ziehe seine Beschwerde nicht zurück.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung
von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und
entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend –
endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]).
1.2 Am 1. März 2019 ist die Teilrevision (AS 2016 3101) des AsylG in Kraft
getreten. Für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl.
Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom
25. September 2015).
1.3 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdefüh-
rung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht einge-
reichte Beschwerde (aArt. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist
einzutreten.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
3.1 Der Beschwerdeführer rügt in formeller Hinsicht, die Vorinstanz habe
den Grundsatz des rechtlichen Gehörs verletzt und den Sachverhalt unge-
nügend abgeklärt. Diese verfahrensrechtlichen Rügen sind vorab zu prü-
fen, da sie allenfalls geeignet wären, eine Kassation der vorinstanzlichen
Verfügung zu bewirken.
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3.2 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches
Gehör, welcher als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer
Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt
wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3; BVGE
2009/35 E. 6.4.1). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Be-
hörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer
Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Nicht erforderlich ist,
dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich ausei-
nandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl.
BGE 143 III 65 E. 5.2).
Das Verwaltungs- respektive Asylverfahren wird vom Untersuchungs-
grundsatz beherrscht (Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG), wonach die Be-
hörde von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des
rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen, die für das Verfahren notwen-
digen Unterlagen zu beschaffen, die rechtlich relevanten Umstände abzu-
klären und ordnungsgemäss darüber Beweis zu führen hat (BVGE 2015/10
E. 3.2 m.w.H.). Die Behörde ist dabei jedoch nicht verpflichtet, zu jedem
Sachverhaltselement umfangreiche Nachforschungen anzustellen. Zu-
sätzliche Abklärungen sind vielmehr nur dann vorzunehmen, wenn sie auf-
grund der Aktenlage als angezeigt erscheinen (vgl. dazu AUER/BINDER, in:
Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das
Verwaltungsverfahren [VwVG], 2. Aufl. 2019, Rz. 16 zu Art. 12).
3.3
3.3.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe bei den Befragungen
wiederholt vorgebracht, dass er sich durch (Nennung Person) einer (Nen-
nung Person) als auch durch einen Angreifer – der ihm vorgeworfen habe,
sein Leben zerstört zu haben – bedroht fühle. Diese Angaben habe die
Vorinstanz nicht ernst genommen, sondern pauschal behauptet, diese
stellten blosse Hypothesen dar. Dadurch werde er nicht als Subjekt des
Verfahrens wahrgenommen, was das rechtliche Gehör verletze. Weiter sei
er in ärztlich-therapeutischer Behandlung. Die Vorinstanz behaupte, wei-
tere Abklärungen seien nicht nötig, obwohl diesbezüglich der Sachverhalt
unzureichend erstellt gewesen sei. Es sei nicht auszuschliessen, dass er
eine Medikation benötige, welche im Irak nicht erhältlich oder nicht er-
schwinglich sei.
3.3.2 Die Vorinstanz kam hinsichtlich der Vorfluchtgründe des Beschwer-
deführers zum Schluss, diese seien nicht geeignet, die Flüchtlingseigen-
http://links.weblaw.ch/BVGE-2015/10
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Seite 7
schaft zu begründen beziehungsweise die dargelegten Verfolgungsszena-
rien seien entweder nicht glaubhaft oder dann als nicht asylrelevant zu wer-
ten. Das SEM prüfte insbesondere auch die angeführte Bedrohung durch
(Nennung Person) und würdigte seine Ausführungen in einlässlicher
Weise. Dabei kam es zum Schluss, dass sich die befürchtete Verfolgungs-
situation nicht anhand von tatsächlichen Anhaltspunkten konkretisieren
lasse. Dass seine Befürchtungen von der Vorinstanz in ihrer Argumentation
nicht ernst genommen worden wären, ist unter diesen Umständen als un-
zutreffend zu erachten. Das Gleiche gilt auch für die Schilderungen bezüg-
lich eines (Nennung Person), der ihn in der Schweiz bei einem zufälligen
Aufeinandertreffen angegriffen habe. Das SEM legte in nachvollziehbarer
Weise dar, dass aus diesem Ereignis keine Hinweise für eine begründete
Furcht vor künftiger Verfolgung im Irak ersichtlich seien. Eine Verletzung
des rechtlichen Gehörs ist darin nicht zu erkennen. Sodann hat sie sich
ebenfalls mit den geltend gemachten gesundheitlichen Beeinträchtigun-
gen, insbesondere auch den in den Akten liegenden medizinischen Unter-
lagen, den darin gestellten Diagnosen und Therapien (vgl. angefochtene
Verfügung, S. 8) angemessen auseinandergesetzt. Diesbezüglich führte
das SEM an, (Ausführungen zu Diagnose und Therapie). Angesichts dieser
Informationen erachtete das SEM die Einholung weiterer ärztlicher Beur-
teilungen als nicht erforderlich, zumal auch begünstigende Faktoren vorlä-
gen, welche den Malus der vorgebrachten gesundheitlichen Schwierigkei-
ten aufzuwiegen vermöchten. Ausserdem verwies die Vorinstanz auf die im
Herkunftsort des Beschwerdeführers vorhandene medizinische Grundver-
sorgung, welche als gewährleistet zu erachten sei, auch wenn diese nicht
dem schweizerischen Standard entspreche. Angesichts dieser Erkennt-
nisse wären aus weiteren ärztlichen Beurteilungen des Beschwerdeführers
in der Tat als Ergebnis keine (erheblich) veränderte Diagnose und/oder
Therapie(ansätze) zu erwarten gewesen. Aus diesem Vorgehen der Vor-
instanz ist somit nicht auf eine unrichtige oder unvollständige Feststellung
des Sachverhalts zu schliessen. Insgesamt hat das SEM in Berücksichti-
gung der diesbezüglich eingereichten Beweismittel nachvollziehbar und in
genügend differenzierter Weise aufgezeigt, von welchen Überlegungen es
sich vorliegend leiten liess und sich mit sämtlichen wesentlichen Vorbrin-
gen des Beschwerdeführers auseinandergesetzt (vgl. angefochtener Ent-
scheid, S. 4 ff.).
3.4 Soweit in der Beschwerde im Zusammenhang mit der Beweiswürdi-
gung eine Verletzung des Willkürverbots gerügt wird (vgl. Rechtsmittelein-
gabe S. 6, Ziff. 18), ist Folgendes festzustellen: Gemäss Lehre und Recht-
sprechung liegt Willkür nicht schon dann vor, wenn eine andere Lösung in
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Seite 8
Betracht zu ziehen oder sogar vorzuziehen wäre, sondern nur dann, wenn
ein Entscheid offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in
klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechts-
grundsatz klar verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsge-
danken zuwiderläuft (vgl. JÖRG PAUL MÜLLER/MARKUS SCHÄFER, Grund-
rechte in der Schweiz, 4. Aufl., 2008, S.11; ULRICH HÄFELI/WALTER HAL-
LER/HELEN KELLER/DANIELA THURNHERR, Allgemeines Verwaltungsrecht,
9. Auflage 2016, N 811 f.; BGE 133 I 149 E. 3.1). Dabei muss die angeblich
willkürliche Begründung rechtsgenüglich dargelegt werden (BGE 116 Ia
426 S. 428).
Vorliegend ist indes keine Willkür feststellbar. Der Beschwerdeführer mo-
niert pauschal, indem die Vorinstanz ihm seine Glaubwürdigkeit abspre-
che, weil seine Fluchtvorbringen im vorangehenden Verfahren nicht wahr
gewesen seien, habe sie willkürliche Beweiswürdigung vorgenommen.
Dieser Einwand vermag nicht zu überzeugen. Das SEM hat im Zusammen-
hang mit einem als unglaubhaft erachteten Sachverhaltselement ausge-
führt, die persönliche Glaubwürdigkeit des Beschwerdeführers sei ohnehin
bereits deshalb als vermindert anzusehen, weil seine Fluchtvorbringen im
vorangehenden Verfahren – wie er selber erklärt habe – frei erfunden ge-
wesen seien (vgl. angefochtene Verfügung, S. 4, 3. Abschnitt). Das SEM
hat seine Erwägungen somit durchaus nachvollziehbar dargelegt und dem
Beschwerdeführer dadurch auch nicht seine Glaubwürdigkeit pauschal ab-
gesprochen. Die Rüge, wonach das SEM das Willkürverbot verletzt habe,
ist daher als offenkundig unbegründet zu bezeichnen.
3.5 Zusammenfassend erweisen sich die formellen Rügen als unbegrün-
det.
4.
4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als
ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Le-
bens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psy-
chischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 1 und 2 AsylG).
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Seite 9
4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Das Bundesverwaltungsgericht hat die
Anforderungen an das Glaubhaftmachen der Vorbringen in verschiedenen
Entscheiden dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier
verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1 mit Verweisen).
5.
5.1 Das SEM kam in der angefochtenen Verfügung in materieller Hinsicht
zum Schluss, die Vorbringen des Beschwerdeführers hielten weder den
Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG noch denjeni-
gen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG stand.
Zur Begründung führte es an, der Beschwerdeführer habe die Verfolgungs-
massnahmen seitens strafrechtlich verurteilter Personen in der BzP noch
mit keinem Wort erwähnt und eine plausible Erklärung für die verspätete
Geltendmachung auch auf Vorhalt nicht liefern können, weshalb erhebliche
Zweifel am Wahrheitsgehalt dieser Aussagen bestünden. Ohnehin sei
seine persönliche Glaubwürdigkeit bereits deshalb als vermindert anzuse-
hen, weil er seine Fluchtvorbringen im vorangehenden Verfahren als frei
erfunden erklärt habe. Zudem seien die Schilderungen zur geltend ge-
machten Verfolgungssituation ausgesprochen vage und oberflächlich aus-
gefallen. Es sei dem Beschwerdeführer trotz diverser Vertiefungsfragen
nicht gelungen, die Bedrohungslage hinreichend zu konkretisieren. Sowohl
die Angaben zu den angeblichen Kontakten der Verfolger zu seinem (Nen-
nung Verwandter) als auch zu seinen Vorkehrungen, wenn er jeweils in
seine Heimat zurückgekehrt sei, wirkten schemenhaft und pauschal. Auf-
grund der – bloss exemplarisch – dargelegten Unglaubhaftigkeitselemente
entstehe der Eindruck, dass es sich bei der vorgebrachten Verfolgungssi-
tuation lediglich um ein Konstrukt handle. Seine Angaben, wonach er we-
gen dieser Angelegenheit im Irak eine Namensänderung beantragt habe,
vermöchten an dieser Einschätzung nichts zu ändern, zumal diese vorge-
brachten Gründe in den verschiedenen Befragungen jeweils unterschied-
lich vorgebracht worden seien.
Weiter seien die vom Beschwerdeführer aufgezeigten Verfolgungsszena-
rien wegen eines früheren Verhältnisses mit einer (Nennung Person) rein
hypothetischer Natur. Er habe selber erklärt, dass der (Nennung Person)
ihn gar nicht kenne. Ausserdem sei es nach Bekanntwerden dieser Lieb-
schaft im Jahr (...) nie zu irgendwelchen Zwischenfällen gekommen. Er
habe seine Befürchtungen, in seiner Heimat wegen dieses Problems getö-
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Seite 10
tet zu werden, nicht zu konkretisieren vermocht, sondern lediglich pau-
schale Angaben zu Ehrbeschmutzungen in seiner Heimat gemacht. Auch
die Aussage, wonach er vom (Nennung Person) sicherlich gefunden
würde, falls ihn dieser suchen würde, handle es sich um eine blosse Mut-
massung. Vor dem Hintergrund seiner übrigen Schilderungen sei ferner
nicht nachvollziehbar, weshalb der (Nennung Person) gegenüber ihm ein
plötzliches Verfolgungsinteresse entwickeln sollte. Auf Vorhalt habe er
auch dazu keine plausible Erklärung abgeben können. Ähnliches sei zum
angeführten Angriff durch einen ehemaligen Kindheitsfreund anzuführen.
Auch diesbezüglich würden keine Anhaltspunkte vorgebracht, die den
Schluss nahelegten, er habe im Irak asylrelevante Nachteile zu befürchten.
Der Angriff habe sich aus einem zufälligen Aufeinandertreffen ergeben und
seither sei nichts mehr geschehen, weshalb dementsprechend kein be-
gründeter Anlass zur Annahme bestehe, dass der Beschwerdeführer in die-
sem Zusammenhang in naher Zukunft Verfolgungsmassnahmen befürch-
ten müsste. Allfällige Verfolgungsszenarien seien schon deshalb hypothe-
tisch, zumal sich der Betreffende in der Schweiz und nicht im Heimatstaat
aufhalte. Ohnehin handle es sich dabei um eine Streitigkeit rein pri(Nen-
nung Verwandter) Natur, welche zum Vornherein keine asylrelevante Ver-
folgung darstelle. Schliesslich könne im Fall des Beschwerdeführers eine
asylrechtliche Verfolgungssituation allein in Bezug auf seinen Heimatstaat,
vorliegend den Irak, bestehen. Die geltend gemachten Nachteile in
E._, somit in einem Drittstaat, könnten daher asylrechtlich nicht in
Betracht gezogen werden.
5.2 Der Beschwerdeführer entgegnete in seiner Rechtsmitteleingabe im
Wesentlichen, es treffe nicht zu, dass er sich weder konkret noch detailliert
oder differenziert geäussert habe. Er habe die Bedrohungslage konkret
darlegen und ausführlich über die Problematik mit den zu mehrjährigen
Gefängnisstrafen verurteilten Personen berichten können. Er sei den Fra-
gen gerade nicht ausgewichen. Die Ausführungen der Vorinstanz seien da-
her aktenwidrig. Eben so wenig habe er nur schemenhaft zu den Kontakten
von (Nennung Verwandter) und Verfolgern berichtet, sondern in nachvoll-
ziehbarer und glaubhafter Weise. Weiter habe er begründen können, wes-
halb er die Verfolgung durch die (...) Verurteilten anlässlich eines Prozes-
ses in E._ verspätet geltend gemacht habe, denn er habe dabei
Angst um seine (Nennung Verwandte) gehabt. Dass seine Fluchtvorbrin-
gen im vorherigen Asylverfahren nicht wahr gewesen seien, könne nicht
dazu dienen, ihm im vorliegenden Verfahren – wo er neue Asylgründe vor-
bringe – die Glaubwürdigkeit abzusprechen. Sodann habe er seine Vor-
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Seite 11
kehrungen, um den Verfolgern nicht zu begegnen, konkret dargelegt. Ent-
gegen der vorinstanzlichen Auffassung stelle es ein vernünftiges Verhalten
dar, wenn er sich angesichts dieser Bedrohung an Leib und Leben nicht
draussen, sondern bei seinem (Nennung Verwandter) aufgehalten habe.
Dass die vom SEM aufgezeigten Unglaubhaftigkeitselemente blosse
exemplarischen Charakter hätten, sei eine blosse Behauptung und werde
bestritten. Er habe substanziierte, konzise, nachvollziehbare, logische, wi-
derspruchsfreie, differenzierte und klare Angaben gemacht. Im Weiteren
sei bekannt, dass die Schutzstrukturen in Kurdistan nur oberflächlich funk-
tionierten und die Stämme das Sagen hätten. Infolge fehlender Lohnzah-
lungen herrsche Vetternwirtschaft sowie Korruption und es erstaune nicht,
dass die Bürger in den Polizeiapparat kein Vertrauen hätten, da er weder
effizient noch effektiv sei. Die von ihm dargelegten Verfolgungsszenarien
durch den (Nennung Person) seien entgegen der vorinstanzlichen Vermu-
tung aufgrund der konservativen, patriarchalen Strukturen im Irak nicht von
der Hand zu weisen. Es sei ihm daher die Flüchtlingseigenschaft zuzuer-
kennen und Asyl zu gewähren.
6.
6.1 Die Ausführungen der Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung sind
nicht zu beanstanden, weshalb zunächst auf diese zu verweisen ist. Auch
das Gericht erachtet die Asylvorbringen des Beschwerdeführers bezüglich
der befürchteten Verfolgungsmassnahmen von in E._ strafrechtlich
verurteilten Personen aufgrund nachgeschobener und unsubstanziierter
Aussagen als unglaubhaft (E. 6.1.1 – 6.1.2) und seine übrigen Vorbringen
als asylirrelevant (E. 6.1.3 – 6.1.5).
6.1.1 Gemäss ständiger Rechtsprechung ist es zulässig, Widersprüche für
die Beurteilung der Glaubhaftigkeit heranzuziehen, wenn klare Aussagen
im Empfangszentrum – respektive in der BzP – in wesentlichen Punkten
der Asylbegründung von den späteren Aussagen in der Anhörung bei der
Vorinstanz diametral abweichen, oder wenn bestimmte Ereignisse oder
Befürchtungen, welche später als zentrale Asylgründe genannt werden,
nicht bereits anlässlich der Erstbefragung zumindest ansatzweise erwähnt
werden (vgl. statt vieler: Urteil des BVGer D-3114/2018 vom 28. Juni 2019
E. 5.1 m.w.H; EMARK 1993 Nr. 3). In der angefochtenen Verfügung hat
sich das SEM nicht in unzulässiger Weise auf das Protokoll der BzP abge-
stützt und zu Recht angeführt, dass sich der Beschwerdeführer im Gegen-
satz zu den späteren Anhörungen zur im Irak befürchteten Verfolgung
durch in E._ verurteilte Personen auch nicht ansatzweise geäussert
hat (vgl. act. B7/12, S. 8; B28/28, S. 8, 15 und 20). Der Beschwerdeführer
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Seite 12
vermag in der Rechtsmitteleingabe mit Blick auf dieses Aussageverhalten
keine plausiblen Erklärungen zu seiner Entlastung vorzubringen. Sein Hin-
weis, er habe dabei Angst um seine (Nennung Verwandte) gehabt, vermag
angesichts der ihm zu Beginn der BzP erläuterten Verschwiegenheitspflicht
aller am Verfahren Beteiligten nicht zu überzeugen. Zudem führte er – wie
die Vorinstanz zu Recht erörterte – im Gegensatz zu seiner in der Anhörung
gegebenen Begründung anlässlich der BzP einen gänzlich anderen Grund
für seine Namensänderung an (vgl. act. B7/12, S. 2 unten).
6.1.2 Sodann vermochte er – entgegen der in der Beschwerde vertretenen
Ansicht – die angebliche Bedrohungslage durch die (...) Männer, welche in
Kurdistan auf ihn warten würden, bis er in den Irak zurückkehre, auch auf
wiederholtes Nachfragen nicht weiter zu konkretisieren. Auch sah sich der
Beschwerdeführer selber deswegen offenbar nicht veranlasst, von Besu-
chen in seiner Heimatregion abzusehen (vgl. act. B28/28, S. 17 ff., F120
ff.). Die dabei getroffenen Vorsichtsmassnahmen (nur selten nach
draussen gehen beziehungsweise die ganze Zeit beim (Nennung Ver-
wandter) zuhause bleiben [F125]), wirken stereotyp und erweisen sich an-
gesichts des Umstands, dass die beiden Männer – nachdem sie seinen
(Nennung Verwandter) hätten ausfindig machen können – auch in der Lage
sein dürften, den Wohnort seines in der gleichen Stadt wohnhaften (Nen-
nung Verwandter) herauszufinden, als wenig bis kaum wirksam (vgl. act.
B7/12, S. 5, Ziff. 2.01 und S. 6, Ziff. 3.01). Ohnehin ist der geltend gemach-
ten Bedrohung respektive Verfolgung auch bei Wahrunterstellung keine
Asylrelevanz beizumessen, da es ihr an einem Verfolgungsmotiv gemäss
Art. 3 AsylG – d.h. einer gezielten Verfolgung aufgrund der Rasse, Reli-
gion, Nationalität, politische Anschauung oder Zugehörigkeit zu einer sozi-
alen Gruppe – mangelt. Sodann sind – entgegen der Darstellung des Be-
schwerdeführers – auch der Wille und die Fähigkeit der kurdischen Behör-
den in der Autonomen Region Kurdistan, den Beschwerdeführer vor sol-
chen Bedrohungen zu schützen heute nach wie vor gegeben (vgl. statt vie-
ler: Urteil des BVGer D-1927/2019 vom 23. Mai 2019 E. 6.2).
6.1.3 Weiter bezieht sich die Formulierung in Art. 3 Abs. 1 AsylG „im Land,
in dem sie zuletzt wohnten“ gemäss der Rechtsprechung des Bundesver-
waltungsgerichts (vgl. bspw. Urteil D-7938/2009 vom 1. Juli 2011 E. 4.3)
nur auf staatenlose Personen. Demnach kann eine asylrechtliche Verfol-
gungssituation allein in Bezug auf den Heimatstaat des Beschwerdefüh-
rers, vorliegend den Irak, bestehen. Soweit der Beschwerdeführer eine un-
gerechtfertigte Inhaftierung in E._ sowie Drohungen gegen seine
Person – insofern diese als glaubhaft angesehen würden – seitens des in
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Seite 13
E._ zu (Nennung Strafe) verurteilten Mannes anführt, haben sich
diese Probleme seinen Ausführungen zufolge in E._ und somit in
einem Drittstaat, nicht aber in seinem Heimatstaat verwirklicht. Aus den
geltend gemachten Vorfällen in E._ sind auch keine Anhaltspunkte
ersichtlich, welche auf eine asylrelevante Verfolgung des Beschwerdefüh-
rers bei einer allfälligen Rückkehr in den Irak hindeuteten.
6.1.4 Weiter vermag der Beschwerdeführer seine Befürchtung, wegen ei-
nes früheren Verhältnisses mit einer (Nennung Person) in der Schweiz
künftig asylrelevante Nachteile zu erleiden, in keiner Weise zu objektivie-
ren. Weder ist er dem (Nennung Person) bekannt, noch ist es eigenen An-
gaben zufolge zu irgendeinem Zeitpunkt nach Bekanntwerden dieser Lieb-
schaft im Jahr (...) zu Problemen gekommen noch vermag er konkrete An-
haltspunkte zu liefern, weshalb er deswegen in seiner Heimat bei einer all-
fälligen Rückkehr irgendeiner Gefahr ausgesetzt sein sollte.
6.1.5 Im Weiteren kann der geltend gemachte Angriff durch (Nennung Per-
son) bei einem zufälligen Aufeinandertreffen in der Schweiz – so unange-
nehm er für den Beschwerdeführer auch gewesen sein mag – weder als
genügend intensiv in seiner Art und Dauer erachtet werden, um einen
ernsthaften Nachteil im Sinne von Art. 3 AsylG darzustellen noch war die-
ser Übergriff aufgrund eines im Gesetz genannten Verfolgungsmotivs
(Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen
Gruppe, politische Anschauungen) gegen ihn gerichtet. Es ist vielmehr da-
von auszugehen, dass dem dargelegten Vorfall das Motiv der Rache auf-
grund bereits gemachter Aussagen des Beschwerdeführers zur Identifika-
tion von Personen im Zusammenhang mit einem Strafverfahren in
E._ zugrunde lag.
6.2 Zusammenfassend ergibt sich, dass es dem Beschwerdeführer nicht
gelungen ist, seine Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder zumindest
glaubhaft zu machen, weshalb das SEM zu Recht die Flüchtlingseigen-
schaft verneint und das Asylgesuch abgelehnt hat.
7.
7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den
Vollzug an; dabei ist der Grundsatz der Einheit der Familie zu berücksich-
tigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG).
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7.2 Der Beschwerdeführer verfügt gemäss Eintrag im Zentralen Migrati-
onsinformationssystem (ZEMIS) über eine gültige fremdenpolizeiliche Auf-
enthaltsbewilligung. Die Anordnung der Wegweisung durch die Vorinstanz
ist daher gegenstandslos geworden (vgl. EMARK 2001 Nr. 21). Die Be-
schwerde ist somit hinsichtlich der Anordnung der Wegweisung als gegen-
standslos geworden abzuschreiben. Demzufolge ist auch der Eventualan-
trag um Anordnung der vorläufigen Aufnahme gegenstandslos geworden.
8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.
9.
9.1 Der Beschwerdeführer ist im vorliegenden Verfahren unterlegen, so-
weit er im Hauptbegehren beantragt, es sei die Verfügung des SEM vom
7. August 2018 aufzuheben und ihm Asyl zu gewähren sowie die Flücht-
lingseigenschaft zuzuerkennen, weshalb er insoweit kostenpflichtig wird
(vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG).
9.2 Wird das Verfahren ohne Zutun der Parteien gegenstandslos, sind die
Kosten auf Grund der Sachlage vor Eintritt des Erledigungsgrundes fest-
zulegen (Art. 5 zweiter Satz des Reglements vom 21. Februar 2008 über
die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht
[VGKE, SR 173.320.2]). Vorliegend ist aufgrund der Aktenlage vor Eintritt
der Gegenstandslosigkeit davon auszugehen, dass – als Folge des nega-
tiven Asylentscheides (vgl. Art. 44 Abs. 1 AsylG) – auch die verfügte Weg-
weisung und deren Vollzug zu bestätigen gewesen wären. Dem Beschwer-
deführer sind demnach die vollen Kosten des Verfahrens aufzuerlegen.
Diese sind auf Fr. 750.-- festzusetzen (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m.
Art. 1-3 VGKE). Der am 25. September 2018 in der gleichen Höhe geleis-
tete Kostenvorschuss ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwen-
den.
9.3 Aus den in E. 9.2 angeführten Gründen ist auch in Bezug auf die ge-
genstandslos gewordene Wegweisung und deren Vollzug keine Parteient-
schädigung zu entrichten (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 5 und 15 VGKE).
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