Decision ID: f61c949c-a721-5e70-9ed2-f00a66b4f1db
Year: 2012
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Bei der Eidgenössischen Schätzungskommission Kreis 10 (nachfolgend:
ESchK) sind zahlreiche Entschädigungsverfahren wegen der Enteignung
nachbarrechtlicher Abwehrbefugnisse infolge Fluglärms, ausgehend vom
Landesflughafen Zürich, hängig. In diesen Verfahren treten die Flughafen
Zürich AG und der Kanton Zürich (Baudirektion, Immobilienamt, Abteilung
Landerwerb) als Enteigner auf.
B.
Mit Entscheid vom 1. März 2010 sprach die ESchK C._ in einem
Pilotfall zu Lasten der Flughafen Zürich AG und des Kantons Zürich eine
Minderwertentschädigung in Höhe von Fr. 326'000.- nebst Zins seit dem
1. Januar 2002 zu (Ziff. 1), auferlegte der Flughafen Zürich AG und dem
Kanton Zürich als Enteigner die Verfahrenskosten für das Schätzungsver-
fahren (Ziff. 3) und gewährte C._ eine Parteientschädigung von
Fr. 4'000.- (Ziff. 4, Verfahrens-Nr. 1999-137 P/019). Bei der Festlegung
der Minderwertentschädigung stützte sich die ESchK auf ein eigens zu
diesem Zweck entwickeltes hedonisches Berechnungsmodell, das von
einem ihrer Fachmitglieder, A._, und der IAZI AG (Informations-
und Ausbildungszentrum für Immobilien) ausgearbeitet worden war
(nachfolgend: Modell ESchK).
C.
Gegen diesen Entscheid reichten sowohl die Flughafen Zürich AG und
der Kanton Zürich als auch C._ Beschwerde beim Bundesverwal-
tungsgericht ein. Die Beschwerde der Enteigneten hiess das Bundesver-
waltungsgericht mit Urteil A-2684/2010 vom 19. Januar 2011 im Kosten-
punkt gut und sprach ihr für das vorinstanzliche Verfahren eine Parteient-
schädigung von Fr. 14'325.80 zu. Im Übrigen wies es beide Beschwerden
ab. Die dagegen erhobenen Beschwerden wies das Bundesgericht mit
Urteil 1C_100/2011 und 1C_102/2011 vom 9. Dezember 2011 ab.
D.
Am 5. August 2010 stellte der damalige Präsident der ESchK, D._,
den Enteignern zwei Rechnungen betreffend die Leistungen des Fach-
mitglieds der ESchK, A._, in den Jahren 2009 und 2010 über
Fr. 74'038.- (Rechnung Nr. 026/2010) und über Fr. 32'618.30 (Rechnung
Nr. 028/2010) mit einem Begleitschreiben zu.
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E.
Mit Eingabe vom 10. September 2010 erheben die Flughafen Zürich AG
(nachfolgend: Beschwerdeführerin) und der Kanton Zürich gegen die
Rechnung 026/2010 einschliesslich des zugehörigen Begleitschreibens
Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht mit dem Antrag, die ange-
fochtene Rechnung sei aufzuheben. Eventualiter sei in Anpassung der
verrechneten Stundenansätze und der verrechneten Stunden der Rech-
nungsbetrag neu festzusetzen bzw. es sei die Angelegenheit zwecks
Neufestsetzung des Rechnungsbetrags an die Vorinstanz zurückzuwei-
sen. In prozessualer Hinsicht beantragen sie, einen zweiten Schriften-
wechsel durchzuführen und das Verfahrens bis zum Entscheid des Bun-
desverwaltungsgerichts im Verfahren A-2684/2010 bezüglich den Pilotfall
C._ zu sistieren.
F.
Mit Zwischenverfügung vom 27. Oktober 2010 sistiert der Instruktionsrich-
ter das vorliegende Beschwerdeverfahren bis zum Vorliegen eines
rechtskräftigen Entscheids betreffend den Pilotfall C._ (A-
2684/2010 bzw. 1C_100/2011 und 1C_102/2011). Auf die hiergegen er-
hobene Beschwerde tritt das Bundesgericht mit Urteil 1C_542/2010 und
1C_544/2010 vom 14. Februar 2011 mangels Legitimation der ESchK
nicht ein.
G.
Mit Zwischenverfügung vom 30. Dezember 2011 nimmt der Instruktions-
richter das vorliegende Verfahren wieder auf und lädt die Vorinstanz ein,
bis zum 25. Januar 2012 eine Vernehmlassung einzureichen. Diese Frist
erstreckt er mit prozessleitender Verfügung vom 27. Januar 2012 bis zum
24. Februar 2012. Gleichzeitig lädt er A._ (nachfolgend: Beigela-
dener) zum Verfahren bei und räumt ihm die Möglichkeit ein, bis zu dem-
selben Zeitpunkt eine Stellungnahme einzureichen.
H.
Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 23. Februar 2012
auf Abweisung der Beschwerde. Mit Eingabe vom 16. Mai 2012 nimmt
der Beigeladene zur Beschwerde Stellung, wobei er sich ausschliesslich
zur Frage äussert, ob die von ihm ausgeübte Tätigkeit einen technischen
Beruf darstellt.
I.
Die Beschwerdeführerin erneuert in ihren Schlussbemerkungen vom
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30. März 2012 ihre Anträge und vertieft ihre entsprechende Argumentati-
on.
J.
Am 22. Mai 2012 zieht der Kanton Zürich die Beschwerde gegen die
Rechnung Nr. 026/2010 zurück. Mit prozessleitender Verfügung vom
24. Mai 2012, berichtigt am 31. Mai 2012, schreibt der Instruktionsrichter
in der Folge das Beschwerdeverfahren bezüglich des Kantons Zürich als
erledigt ab.
K.
Auf die weiteren Ausführungen der Beteiligten und die sich bei den Akten
befindlichen Schriftstücke wird – soweit entscheidrelevant – im Rahmen
der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
In seiner Eigenschaft als damaliger Präsident der ESchK hat D._
(nachfolgend: Vorinstanz) der Beschwerdeführerin am 5. August 2010
Fr. 74'038.- in Rechnung gestellt unter Einräumung einer dreissigtägigen
Zahlungsfrist.
1.1. Gemäss Art. 77 Abs. 1 des Enteignungsgesetzes vom 20. Juni 1930
(EntG, SR 711) unterliegen Entscheide der Schätzungskommission der
Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht. Dass der zahlungspflichti-
gen Partei dieser Rechtsmittelweg gegenüber Verfahrenskosten of-
fensteht, sofern es sich nicht um Gebühren des Bundesrates oder des
Bundesgerichts handelt, war bis zum 31. Dezember 2006 ausdrücklich in
Art. 113 Abs. 2 aEntG vorgesehen (AS 47 689, ursprünglich Art. 108
aEntG; allerdings mit Rechtsmittel ans Bundesgericht; vgl. diesbezüglich:
BGE 118 Ib 350 E. 1). Diese Regelung wurde im Zuge der Totalrevision
der Bundesrechtspflege jedoch aufgehoben. In der dieser Reform
zugrunde liegenden Botschaft vom 28. Februar 2001 (BBl 2001 4202 ff.)
hat der Bundesrat dazu ausgeführt, der Rechtsschutz im Kostenpunkt
folge den allgemeinen Bestimmungen über die Bundesrechtspflege (BBl
2001 4447). Daraus ist zu schliessen, dass im Enteignungsgesetz für die
Anfechtung von Kostenentscheiden keine spezifische Rechtsmittelord-
nung mehr existiert. Freilich hält Art. 23 Abs. 2 der Verordnung vom
10. Juli 1968 über Gebühren und Entschädigungen im Enteignungsver-
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fahren (Kostenverordnung; SR 711.3) im Widerspruch dazu fest, die kos-
tenpflichtige Partei könne gegen die von der Schätzungskommission,
dem Gemeinderat, dem Grundbuch- sowie Verteilungsamt und dem In-
struktionsrichter des Bundesgerichts festgelegten Gebühren oder Ent-
schädigungen binnen 30 Tagen seit Empfang der Rechnung beim Bun-
desgericht Beschwerde führen. Diese Regelung hat der Bundesrat indes
bereits am 10. Juli 1968 erlassen. Sie vermag daher, selbst wenn sie ur-
sprünglich als gesetzesvertretende Verordnungsbestimmung konzipiert
wurde (vgl. zum Begriff: ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN,
Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zürich/St. Gallen 2010, , Rz. 136
f.), kein spezialgesetzliches Beschwerderecht zu begründen, da sich der
Gesetzgeber zu einem späteren Zeitpunkt explizit gegen ein solches
ausgesprochen hat (Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-3043/2011
vom 15. März 2012 E. 2.1.1 sowie A-3035/2012 vom 1. März 2012
E. 2.1.1). Ob und unter welchen Umständen gegen die Rechnung
Nr. 026/2010 einschliesslich des zugehörigen Begleitschreibens Be-
schwerde geführt werden kann, ist demzufolge nach der allgemeinen
Rechtsmittelordnung zu beurteilen (vgl. diesbezüglich auch Art. 77 Abs. 2
EntG).
1.1.1. Danach können beim Bundesverwaltungsgericht grundsätzlich nur
Rechtsverhältnisse angefochten werden, die in Art. 32 VGG nicht ausge-
schlossen sind und zu denen eine der in Art. 33 VGG aufgeführten Vorin-
stanzen des Bundesverwaltungsgerichts vorgängig in Form einer Verfü-
gung im Sinne von Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom
20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) Stellung genommen hat
(Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG,
SR 173.32]). Für einen solchen Entscheid ist bezeichnend, dass eine Be-
hörde ein Rechtsverhältnis in einem konkreten Einzelfall einseitig und
verbindlich in Anwendung von Bundesverwaltungsrecht rechtsgestaltend
oder feststellend regelt (BVGE 2009/43 E. 1.1.4; MARKUS MÜLLER, in: Au-
er/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das
Verwaltungsverfahren [nachfolgend: VwVG-Kommentar], Zürich/
St. Gallen 2008, Art. 5 N. 12 ff., ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/ LORENZ
KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, Basel
2008, Rz. 2.3). Verfahrenskosten werden der kostenpflichtigen Partei in
dieser Form im Allgemeinen in der Entscheidformel (sog. Dispositiv) auf-
erlegt, mit der ein sie betreffendes Verfahren vor der fraglichen Instanz
abgeschlossen oder zumindest im Sinne einer prozessleitenden Verfü-
gung vorangetrieben wird. Gestützt darauf ergangene Rechnungen und
allfällige Mahnschreiben sind Vollzugshandlungen, die nicht auf Rechts-
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wirkung ausgerichtet sind und der betroffenen Person keine zusätzlichen
Pflichten auferlegen. Derartige Schreiben gelten daher im Allgemeinen
nicht als Verfügungen im Sinne von Art. 5 VwVG (FELIX UHLMANN, in:
Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar zum Bundesgesetz
über das Verwaltungsverfahren [nachfolgend: Praxiskommentar], Zü-
rich/Basel/Genf 2009, Art. 5 N. 93, vgl. für in Verfügungsform gekleidete
Rechnungen: BVGE 2010/34 E. 1.1, Urteile des Bundesverwaltungsge-
richtes A-5925/2011 vom 26. April 2012 E. 1.1, A-5998/2010 vom
29. März 2012 E. 1.1, Entscheid der Rekurskommission für Infrastruktur
und Umwelt vom 2. August 2005, in: VPB 70 (2006) Nr. 17 E. 1).
1.1.2. Die Rechnung 026/2010 wurde der Beschwerdeführerin am
5. August 2010 zugestellt. Im zugehörigen Begleitschreiben hielt die Vor-
instanz erläuternd fest, die Rechnung betreffe die Aufwendungen im Zu-
sammenhang mit der Ausarbeitung des hedonischen Modells ESchK, das
dem Leitentscheid 1999-137P/019 vom 1. März 2010 zugrundegelegt
worden sei. Im Schreiben vom 13. Januar 2010 habe sie diesbezüglich
irrtümlich die Auffassung vertreten, bei den fraglichen Arbeiten handle es
sich um Drittleistungen der IAZI AG, weshalb dafür keine Staatsgebühr
geschuldet sei. Diese Einschätzung halte einer näheren Betrachtung
nicht stand, weshalb die interessierenden Arbeiten als Leistung eines
Fachmitgliedes zuzüglich Sozialversicherungsbeiträgen und Staatsge-
bühr in Rechnung gestellt würden. Die verrechneten Arbeiten seien ge-
leistet worden und von der Beschwerdeführerin als Enteignerin zu bezah-
len. Sowohl dieses Begleitschreiben als auch die Rechnung sind vom
damaligen Präsidenten der ESchK, D._, unterzeichnet, jedoch
weder als Verfügung bezeichnet noch mit einer Rechtsmittelbelehrung
versehen. Sie enthalten indessen eine unmissverständliche Zahlungsauf-
forderung, welche die Vorinstanz dadurch unterstrichen hat, dass sie der
Beschwerdeführerin auf Anfrage hin mitgeteilt hat, für die Anfechtung von
Rechnungen sei keine besondere Verfügung zu erlassen. In der Praxis
seien bis anhin nie Rechnungen mit Rechtsmittelbelehrungen versandt
worden. Jedenfalls unter diesen Umständen stellt das Begleitschreiben
vom 5. August 2010 unter Einschluss der Rechnung 026/2010 eine Ver-
fügung im Sinne von Art. 5 VwVG dar.
1.1.3. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass es die Vorinstanz in
Missachtung von Art. 35 VwVG unterlassen hat, die fragliche Verfügung
als solche zu bezeichnen und mit einer Rechtsmittelbelehrung zu verse-
hen. Denn diese Form- bzw. Eröffnungsmängel bewirken nur die Anfecht-
barkeit der interessierenden Verfügung, nicht deren Nichtigkeit (BGE 137
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I 275 f. E. 3.1, BGE 136 II 495 f. E. 3.3, BGE 133 II 367 E. 3.2; HÄFE-
LIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., N. 951, MÜLLER, VwVG-Kommentar, Art. 5
N. 10, FELIX UHLMANN, Praxiskommentar, Art. 5 N. 116). Dasselbe gilt für
die fehlende sachliche Zuständigkeit der Vorinstanz zum Erlass der ange-
fochtenen Verfügung (vgl. dazu ausführlich E. 5), weil dieser Mangel nicht
offensichtlich ist und die Annahme der Nichtigkeit der angefochtenen Ver-
fügung die Rechtssicherheit erheblich gefährden würde (HÄFELIN/ MÜL-
LER/UHLMANN, a.a.O., N. 956, 961, 964, je m.w.H.). Beim Begleitschrei-
ben vom 5. August 2010 mit der zugehörigen Rechnung 026/2010 han-
delt es sich folglich um ein taugliches Anfechtungsobjekt. Für die Beurtei-
lung der dagegen erhobenen Beschwerde ist das Bundesverwaltungsge-
richt zuständig, zumal mit dem Präsidenten der ESchK eine Vorinstanz
des Bundesverwaltungsgerichts im Sinne von Art. 33 Bst. f VGG ent-
schieden hat und eine Ausnahme, was das Sachgebiet betrifft, nicht vor-
liegt (vgl. Art. 32 VGG und Art. 77 Abs. 1 EntG).
1.2. Die Beschwerdelegitimation richtet sich nach Art. 78 Abs. 1 EntG. Im
Übrigen gelten die allgemeinen Voraussetzungen von Art. 48 Abs. 1
VwVG (Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-3043/2011 vom
15. März 2012 E. 1.3, A-2684/2010 vom 19. Januar 2011 E. 1.2; MO-
SER/BEUSCH/KNEU-BÜHLER, a.a.O., Rz. 1.5). Die Beschwerdeführerin ist
Adressatin der angefochtenen Verfügung und durch die ihr darin auferleg-
te Zahlungspflicht materiell beschwert, womit sie ein schutzwürdiges Inte-
resse an deren Überprüfung hat. Sie ist folglich zur Beschwerdeführung
berechtigt, und zwar ungeachtet dessen, ob die angefochtene Verfügung
als Zwischen- oder Endentscheid zu qualifizieren ist (vgl. dazu: Urteile
des Bundesverwaltungsgerichts A-3043/2011 vom 15. März 2012 E. 1.2,
A-3035/2010 vom 1. März 2012 E. 1.2).
1.3. Auf die im Übrigen form- und fristgerecht (Art. 50 und Art. 52 VwVG)
eingereichte Beschwerde ist damit einzutreten.
2.
Die Beschwerdeführerin ersucht das Bundesverwaltungsgericht, die
Rechnung Nr. 026/2010 aufzuheben, evtl. den Rechnungsbetrag in An-
passung der verrechneten Stundenansätze und der verrechneten Stun-
den neu festzusetzen bzw. die Angelegenheit zu diesem Zweck an die
Vorinstanz zurückzuweisen. Ob sich einer dieser Anträge ganz oder teil-
weise als begründet erweist, kann das Bundesverwaltungsgericht in vol-
lem Umfang prüfen. Gerügt werden kann nicht nur die Verletzung von
Bundesrecht (Art. 49 Bst. a VwVG) und die unrichtige oder unvollständige
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Feststellung des Sachverhalts (Art. 49 Bst. b), sondern ebenfalls die Un-
angemessenheit der angefochtenen Verfügung (Art. 49 Bst. c VwVG, Ur-
teil des Bundesverwaltungsgerichts A-2144/2011 vom 30. Juli 2012 E. 5).
Dabei hat das Bundesverwaltungsgericht die massgeblichen Rechtsnor-
men von Amtes wegen festzustellen (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Insofern ist
es gehalten, auf den festgestellten Sachverhalt die gesetzlichen Bestim-
mungen zur Anwendung zu bringen, die es als zutreffend erachtet, und
ihnen die Auslegung zu geben, von der es überzeugt ist. Das Bundes-
verwaltungsgericht kann daher eine Beschwerde auch aus anderen als
den geltend gemachten Gründen gutheissen oder den angefochtene Ent-
scheid im Ergebnis mit einer Begründung bestätigen, die von jener der
Vorinstanz abweicht (sog. Motivsubstitution, Urteil des Bundesverwal-
tungsgerichts A-2848/2011 vom 27. Oktober 2011 E. 2; THOMAS HÄBERLI,
Praxiskommentar, Art. 62 N. 40, MADELEINE CAMPRUBI, VwVG-
Kommentar, Art. 62 N. 15).
3.
In ihrer Vernehmlassung bringt die Vorinstanz vor, in der angefochtenen
Verfügung irrtümlich auf dem gesamten Rechnungsbetrag Sozialversiche-
rungsbeiträge und Staatsgebühren erhoben zu haben. Diese seien je-
doch nur auf den vom Beigeladenen erbrachten Leistungen geschuldet.
Deshalb sei der Rechnungsbetrag von Fr. 74'038.- auf Fr. 69'818.20 zu
reduzieren (S. 2 f.). Diese während laufendem Beschwerdeverfahren ge-
wonnene Erkenntnis hat die Vorinstanz indes nicht veranlasst, auf die an-
gefochtene Verfügung zurückzukommen und den darin festgelegten
Rechnungsbetrag in einer neuen Verfügung, die anstelle der angefochte-
nen tritt, zu korrigieren. Die Beschwerdeführerin hat daher nach wie vor
ein Rechtsschutzinteresse an der Überprüfung des gesamten ihr in der
angefochtenen Verfügung auferlegten Betrages, weshalb ihre Beschwer-
de nicht gestützt auf Art. 58 Abs. 3 VwVG als teilweise gegenstandslos
abgeschrieben werden kann (vgl. hierzu: ANDREA PFLEIDERER, Praxis-
kommentar, Art. 58 N. 45 und N. 52, MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O.,
Rz. 3.46). Das Begehren der Vorinstanz, die strittigen Verfahrenskosten
um Fr. 4'219.80 (Fr. 74'038.- – Fr. 69'818.20) auf Fr. 69'818.20 zu redu-
zieren, ist unter diesen Umständen als Antrag auf diesbezügliche Gut-
heissung der Beschwerde entgegenzunehmen.
4.
Die angefochtene Verfügung erweist sich – wie erwähnt (vgl. E. 1.1.3
hiervor) – insofern als formell mangelhaft, als es die Vorinstanz versäumt
hat, diese als Verfügung zu bezeichnen und mit einer Rechtsmittelbeleh-
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rung zu versehen, welche das zulässige ordentliche Rechtsmittel, die
Rechtsmittelinstanz und die Rechtsmittelfrist nennt (vgl. Art. 35 VwVG).
Diese Mängel haben die Beschwerdeführerin allerdings nicht daran ge-
hindert, sich rechtzeitig mit dem zulässigen Beschwerdemittel an das
Bundesverwaltungsgericht zu wenden. Der Beschwerdeführerin ist dem-
zufolge aus den entsprechenden Fehlern der Vorinstanz kein Nachteil
erwachsen (Art. 38 VwVG). Damit kann sie sich auf die der angefochte-
nen Verfügung anhaftenden Form- bzw. Eröffnungsmängel nicht berufen
(BGE 114 Ib 116 E. 2a; FELIX UHLMANN/ALEXANDRA SCHWANZ, Praxis-
kommentar, Art. 38 N. 7, MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 2.22),
wovon denn auch die Verfahrensparteien übereinstimmend ausgehen.
5.
In der angefochtenen Verfügung hat die Vorinstanz der Beschwerdeführe-
rin die Kosten für die Ausarbeitung des von ihr entwickelten hedonischen
Bewertungsmodells für fluglärmbelastete Renditeliegenschaften, sog.
Modell ESchK, auferlegt. Es stellt sich die Frage, ob sie hierfür sachlich
zuständig ist.
5.1. Die ESchK amtet für das Gebiet des Kantons Zürich als erstinstanzli-
ches Fachgericht für Enteignungen nach Bundesrecht. Sie sind für die
Durchführung der Einigungs- und Schätzungsverfahren zuständig (Art. 45
ff. und Art. 57 ff. EntG, Urteil des Bundesgerichts 1C_224/2010 vom
6. September 2012 E. 5). Für ihre Inanspruchnahme erhebt sie Verfah-
renskosten, welche als Kausalabgaben, genauer als (Verwaltungs-) Ge-
bühren zu qualifizieren sind (BGE 132 I 121 E. 4.2; Urteil des Bundes-
verwaltungsgerichts A-4035/2012 vom 15. März 2012 E. 3.1; HÄFE-
LIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 2628). Über diese Kosten entscheidet
im Einspracheverfahren laut Art. 114 Abs. 4 EntG das in der Sache zu-
ständige Departement (Art. 55 EntG) oder die nach Art. 46 Abs. 2 des
Bundesgesetzes vom 22. Dezember 1916 über die Nutzbarmachung der
Wasserkräfte (Wasserrechtsgesetz, WRG, SR 721.80) zuständige kanto-
nale Behörde. Wird das Verfahren mit der Einigungsverhandlung abge-
schlossen oder urteilt der Präsident allein, so entscheidet er über die Kos-
ten; in den anderen Fällen steht der Entscheid der Schätzungskommissi-
on zu.
5.2. Welche Bedeutung dieser Regelung beizumessen ist, hat bis anhin
weder das Bundesgericht noch das Bundesverwaltungsgericht entschie-
den. In der Lehre wird die Auffassung vertreten, Art. 114 Abs. 4 EntG ver-
ankere das nach der alten Fassung des Enteignungsgesetzes nicht ganz
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Seite 10
verwirklichte Prinzip, wonach die verfahrensleitende Behörde auch über
die Verfahrenskosten entscheide. Allerdings sei die Aufzählung der In-
stanzen in Art. 114 Abs. 4 EntG nicht vollständig. Nach dessen eindeuti-
gem Sinn müssten auch die kantonal zuständigen Behörden im beson-
ders geordneten Verfahren nach dem Bundesgesetz vom 8. März 1960
über die Nationalstrassen (NSG, SR 725.11) sowie die kantonalen Be-
hörden gemäss Art. 9 Abs. 2 Bst. a des Gewässerschutzgesetzes vom
24. Januar 1991 (GSchG, SR 814.20) und gemäss Art. 58 des Umwelt-
schutzgesetzes vom 7. Oktober 1983 (USG, SR 814.01) als Einsprache-
behörden die Kosten selber verlegen können. Urteile der Präsident der
Schätzungskommission, so entscheide er über die Kosten. In den ande-
ren Fällen sei dieser Entscheid grundsätzlich von der Eidgenössischen
Schätzungskommission zu treffen (HEINZ HESS/HEINRICH WEIBEL, Das
Enteignungsrecht des Bundes, Kommentar, Band I, Bern 1986, Art. 114
N. 11-14).
5.3. Ob diese Lehrmeinung Inhalt und Tragweite von Art. 114 Abs. 4 EntG
korrekt wiedergibt, ist durch Auslegung zu ermitteln. Ausgangspunkt bildet
dabei der Wortlaut von Art. 114 Abs. 4 EntG, wobei die französische und
italienische Fassung der interessierenden Regelung ebenso massgeblich
sind wie die deutsche. Lässt der Wortlaut von Art. 114 Abs. 4 EntG meh-
rere Interpretationen zu, so muss unter Berücksichtigung sämtlicher Aus-
legungselemente nach dem wahren Sinn der interessierenden Bestim-
mung gesucht werden. Abzustellen ist dabei namentlich auf die Entste-
hungsgeschichte der Norm und deren Zweck sowie auf die Bedeutung,
die dieser im Kontext mit anderen Bestimmungen zukommt. Die Geset-
zesmaterialien dienen dabei als Hilfsmittel, um die Bedeutung von
Art. 114 Abs. 4 EntG zu erkennen. Das Bundesgericht hat sich bei der
Auslegung von Erlassen stets von einem Methodenpluralismus leiten las-
sen und nur dann allein auf die grammatikalische Auslegung abgestellt,
wenn sich daraus zweifelsfrei die sachlich richtige Lösung ergab (BGE
137 V 167 E. 3.1, BGE 131 II 697 E. 4.1; Urteile des Bundesverwaltungs-
gerichts A-897/2012 vom 13. August 2012 E. 5.2, A-6038/2011 vom
30. Juli 2012 E. 3.2, A-512/2012 vom 12. Juni 2012 E. 5.1).
5.4. Die amtlichen Fassungen von Art. 114 Abs. 4 EntG stimmen inhaltlich
überein. Danach steht die interessierende Regelung unter der Marginalie
Verteilung (répartition, ripartizione) und Zuständigkeit (compétence, com-
petenza), womit zum Ausdruck gebracht wird, dass sich diese Regelung
sowohl mit der Verteilung der Verfahrenskosten (Abs. 1-3) als auch der
Zuständigkeit zur Fällung des Kostenentscheides (Abs. 4) befasst. Der
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Seite 11
Wortlaut von Art. 114 Abs. 4 EntG ist insofern klar, als danach die Schät-
zungskommission über die Höhe und Verteilung der Verfahrenskosten zu
entscheiden hat, sofern dieser Entscheid nicht einer anderen Behörde
vorbehalten ist. Dabei legt der Gesetzeswortlaut nahe, dass Art. 114
Abs. 4 EntG in Form einer abschliessenden Aufzählung die Behörden
nennt, die anstelle der Eidgenössischen Schätzungskommission sachlich
für die Fällung des Kostenentscheides zuständig sind. Nach dem Wortlaut
von Art. 114 Abs. 4 EntG darf der Präsident der Eidgenössischen Schät-
zungskommission die Verfahrenskosten nur festlegen, wenn er urteilt,
mithin einen Prozess in Form eines Prozess-, Sach- oder Abschreibungs-
urteils beendet oder dieses Verfahren durch eine Zwischenverfügung vo-
rantreibt. Mit anderen Worten ist er berechtigt, über die Verfahrenskosten
zu befinden, wenn er in der Hauptsache entscheidet (in Bezug auf Zwi-
schenverfügungen a.A. HESS/WEIBEL, a.a.O., Art. 114 N. 13). In den übri-
gen Fällen hat nach dem Wortlaut von Art. 114 Abs. 4 EntG die Eidgenös-
sische Schätzungskommission die Verfahrenskosten festzulegen, es sei
denn, es handle sich um ein Einspracheverfahren im Sinne von Art. 55
EntG oder Art. 46 Abs. 2 WRG.
5.5. Ob dieses Auslegungsergebnis dem Willen des historischen Gesetz-
gebers entspricht, kann den Materialien nicht entnommen werden. Dar-
aus geht lediglich hervor, dass Art 114 Abs. 4 EntG mit dem Bundesge-
setz vom 18. März 1971, in Kraft seit dem 1. August 1972, zugleich mit
den geänderten Marginalie eingefügt wurde (vormals Art. 109 aEntG AS
47 689). Die Gründe, welche den Gesetzgeber zu dieser Regelung be-
wogen haben, sind weder aus der bundesrätlichen Botschaft betreffend
die Revision des Bundesgesetzes über die Enteignung vom 20. Mai 1970
(BBl 1970 1016 und 1019) noch aus den diesbezüglichen parlamentari-
schen Voten ersichtlich (Amtliches Bulletin NR der Bundesversammlung
vom 16. Dezember 1970 S. 806 f., Amtliches Bulletin SR der Bundesver-
sammlung vom 8. März 1971 S. 111). Die Materialien geben somit keinen
Aufschluss über Inhalt und Tragweite von Art. 114 Abs. 4 EntG.
5.6. Ungeachtet dessen kann davon ausgegangen werden, dass der Ge-
setzgeber beabsichtigte, den Entscheid über die Verfahrenskosten in
Art. 114 Abs. 4 EntG derjenigen Behörde zuzuweisen, die ihm hierfür am
geeignetsten erschien. Diesbezüglich ist zu berücksichtigen, dass Verfah-
renskosten als Verwaltungsgebühren (vgl. E. 5.1 hiervor) zufolge ihrer
Rechtsnatur, des Grundsatzes der Verhältnismässigkeit, des Gebots der
Rechtsgleichheit und des Willkürverbots dem Kostendeckungs- und Äqui-
valenzprinzip Rechnung zu tragen haben (BGE 132 II 374 E. 2.1,
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BGE 126 I 188 E. 3a/aa; HÄFELIN/MÜLLER/HALLER, a.a.O., N. 2636). Ers-
teres besagt, dass der Gesamtertrag der Gebühren die gesamten Kosten
des betreffenden Verwaltungszweiges nicht oder nur geringfügig über-
steigen darf (BGE 132 II 374 E. 2.1, BGE 126 I 188 E. 3a/aa; HÄFE-
LIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., N. 2637, ROBERT HAUSER/ERHARD SCHWE-
RI/VIKTOR LIEBER, Kommentar zum zürcherischen Gesetz über die Ge-
richts- und Behördenorganisation im Zivil- und Strafprozess, Zü-
rich/Basel/Genf 2012, Vorbemerkungen zu §§ 199 N. 6 f.). Letzteres ver-
langt, dass die Höhe der Gebühr im Einzelfall in einem vernünftigen Ver-
hältnis stehen muss zum Wert, den die staatliche Leistung für die kosten-
pflichtige Partei hat, wobei ein gewisser Ausgleich im Hinblick auf die
wirtschaftliche Bedeutung und das Interesse der Privaten an der Leistung
zulässig ist, ebenso wie in beschränktem Ausmass eine Pauschalisierung
aus Gründen der Verwaltungsökonomie (BGE 132 II 375 E. 2.1, BGE 128
I 52 E. 4a; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-5112/2011 vom
20. August 2012 E. 5.2; HÄFELIN/MÜLLER/ UHLMANN, a.a.O., N. 2641,
HAUSER/SCHWERI/EHRHARD, a.a.O., Vorbemerkungen zu §§ 199 N. 7).
Die Prüfung der zu erhebenden Verfahrenskosten (vgl. diesbezüglich:
Art. 6-18 Kostenverordnung, Art. 56 Abs. 1 der Verordnung vom 24. April
1972 für die eidgenössischen Schätzungskommissionen [VESchK,
SR 711.1]) unter diesem Blickwinkel bedingt Kenntnis vom Verfahrensge-
genstand. Deshalb erscheint es sachgerecht, jeweils die Behörde über
die Verfahrenskosten entscheiden zu lassen, die den hiermit zusammen-
hängenden Entscheid in der Hauptsache getroffen hat. Die teleologische
Auslegung spricht somit dafür, dass diejenige Behörde, welche einen
Prozess in Form eines Prozess-, Sach- oder Abschreibungsurteils been-
det oder diesen durch eine Zwischenverfügung vorantreibt, über die hier-
durch verursachten Verfahrenskosten befindet.
5.7. Eine solche Zuständigkeitsordnung ist denn auch üblich (vgl. etwa:
Art. 37 VGG i.V.m. Art. 63 Abs. 1 VwVG, Art. 33 Abs. 2 VwVG, Art. 33 b
Abs. 1 und Abs. 5 VwVG). In enteignungsrechtlichen Einsprache-, Eini-
gungs- und Schätzungsverfahren drängt sie sich umso mehr auf, als
Art. 115 Abs. 4 EntG die für die Verfahrenskosten geltende Zuständig-
keitsordnung als für die Parteientschädigung "entsprechend anwendbar"
erklärt. Dies bedeutet, dass die Behörde, welche über die Verfahrenskos-
ten entscheidet, ebenfalls die Parteientschädigung festzulegen hat. Hin-
sichtlich der Parteientschädigung haben sowohl das Bundesgericht als
auch das Bundesverwaltungsgericht mehrfach entschieden, dass hier-
über die Behörde, welche einen das enteignungsrechtliche Einsprache-,
Einigungs- und Schätzungsverfahren abschliessenden Entscheid trifft, zu
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Seite 13
urteilen hat (vgl. jeweils in Bezug auf das Schätzungsverfahren: Urteile
des Bundesgerichts 1C_100/2011 und 1C_102/2011 vom 9. Dezember
2011 E. 14 [nicht publizierte Erwägung von BGE 138 II 77], 1E.17/2007
vom 5. Mai 2008 E. 7 [nicht publizierte Erwägung von BGE 134 II 172];
Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-2960/2011 vom 19. Juli 2012
[angefochtener Abschreibungsentscheid des Präsidenten der ESchK],
A-4751/2011 vom 21. Juni 2012 E. 14 [angefochtener Entscheid der Eid-
genössischen Schätzungskommission Kreis 10], A-5101/2011 vom
5. März 2012 E. 6 [angefochtener Entscheid der Eidgenössischen Schät-
zungskommission Kreis 4], A-1923/2008 vom 26. Mai 2008 E. 12 [ange-
fochtener Entscheid der ESchK]). Wie es sich bezüglich prozessleitender
Verfügungen des Präsidenten der Eidgenössischen Schätzungskommis-
sion verhält, hat, soweit ersichtlich, bis anhin weder das Bundesgericht
noch das Bundesverwaltungsgericht beurteilt (vgl. immerhin betreffend
Zwischenabrechnungen des Präsidenten der Eidgenössischen Schät-
zungskommission [Art. 56 Abs. 2 VSchK]: BGE 118 Ib 350 E. 1, Urteil des
Bundesgerichts 1E.3/2004/zga vom 31. März 2004 E. 1; Urteil des Bun-
desverwaltungsgerichts A-3043/2011 vom 15. März 2012 E. 2). In syste-
matischer Hinsicht ist Art. 114 Abs. 4 EntG demnach dahingehend auszu-
legen, dass jedenfalls die einen verfahrenserledigenden Entscheid fällen-
de Behörde über die hiermit verbundenen Verfahrenskosten zu befinden
hat.
5.8. Im Ergebnis kann damit festgehalten werden, dass die einzelnen
Auslegungsmethoden, soweit sie Rückschlüsse auf Inhalt und Tragweite
von Art. 114 Abs. 4 EntG zulassen, allesamt dafür sprechen, dass die
Eidgenössische Schätzungskommission über die Verfahrenskosten zu
entscheiden hat, die mit einem von ihr gefällten Einsprache-, Einigungs-
oder Schätzungsentscheid zusammenhängen. Trifft der Präsident der
Eidgenössischen Schätzungskommission einen verfahrensabschliessen-
den Entscheid, so legt er die hiermit verbundenen Verfahrenskosten fest.
Dasselbe dürfte für dessen verfahrensleitende Verfügungen gelten (a.A.
WEIBEL/HESS, a.a.O., Art. 114 N. 13). Hingegen schreibt das Enteig-
nungsgesetz nicht vor, dass über die Verfahrenskosten zugleich mit der
Hauptsache zu entscheiden ist. Diese Rechtslage lässt es zu, über die in
einem Schätzungsverfahren entstandenen Kosten nach dessen rechts-
kräftigen Abschluss in einem separaten Entscheid zu befinden. Soweit
Art. 56 Abs. 1 VESchK und Art. 20 Kostenverordnung eine davon abwei-
chende Regelung enthalten sollten, stünde diese im Widerspruch zum
Enteignungsgesetz. Der Bundesrat hätte sich in diesem Fall nicht an die
Grenzen der ihm in Art. 113 EntG eingeräumten Befugnisse gehalten,
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womit sich eine von ihm allenfalls getroffene anderslautende Regelung
der sachlichen Zuständigkeit als gesetzeswidrig erweisen würde und da-
mit nicht zu beachten wäre (vgl. zu den theoretischen Grundlagen:
BGE 133 V 570 E. 5.1, BGE 128 II 40 E. 3b; BVGE 2010/49 E. 8.3.2;
BVGE 2010/33 E. 3.1.1.).
5.9. Hinsichtlich der sachlichen Zuständigkeit ist im vorliegenden Fall zu
berücksichtigen, dass die Vorinstanz der Beschwerdeführerin in der ange-
fochtenen Verfügung die Kosten für die Ausarbeitung des Modells ESchK
auferlegt hat, das die EschK nach den in BGE 134 II 163 E. 14 festgeleg-
ten Kriterien vom Beigeladenen als einem ihrer Fachmitglieder entwickeln
liess und dem Pilotfall C._ zugrunde gelegt hat, um den fluglärm-
bedingten Minderwert der zur Beurteilung stehenden Renditeliegenschaft
bestimmen zu können. Mit der Ausarbeitung des fraglichen Modells hat
die ESchK also die tatsächlichen Grundlagen für die Beurteilung des Pi-
lotfalls C._ geschaffen. Die hierdurch verursachten Kosten stehen
folglich in Zusammenhang mit dem Verfahren C._, womit darüber
gemäss Art. 114 Abs. 4 EntG die ESchK zu befinden hat, die diesen Fall
in der Hauptsache entschieden hat (vgl. Urteil der ESchK vom 1. März
2010, Prozess Nr. 1999-137 P/019). Die angefochtene Verfügung wurde
folglich von einer sachlich unzuständigen Behörde gefällt, weshalb sie
sich als formell mangelhaft erweist.
5.10. Ein solcher Mangel hat im Beschwerdeverfahren regelmässig die
Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Rückweisung der Angele-
genheit zur Neubeurteilung an die zuständige Behörde zur Folge. Stammt
die angefochtene Verfügung indessen von einer örtlich unzuständigen IV-
Stelle, so darf nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung im
Rechtsmtitelverfahren in der Sache entschieden werden, wenn die be-
schwerdeführende Partei die Unzuständigkeit der Vorinstanz nicht gerügt
hat und sich die zu beurteilende Angelegenheit als spruchreif erweist (Ur-
teile des Bundesgerichts 9C_891/2010 vom 31. Dezember 2010 E. 2.2,
I 232/03 vom 22. Januar 2004 E. 4.2.1,I 8/02 vom 16. Juli 2002 E. 1.1,
U 152/02 vom 18. Februar 2003 E. 2.1; Urteil des Bundesverwaltungsge-
richts C-2687/2006 vom 27. August 2008 E. 3.2.2). Nach Auffassung des
Bundesverwaltungsgerichts lässt sich diese Rechtsprechung auf im eid-
genössischen Schätzungsverfahren ergangene Kostendekrete übertra-
gen, wenn ein erhebliches Interesse an der raschen Verfahrenserledi-
gung besteht und keine Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass die zuständi-
ge Behörde einen anderen Entscheid als den angefochtenen gefällt hätte,
womit die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Rückweisung an
A-6471/2010
Seite 15
die zuständige Behörde zu einem prozessualen Leerlauf verkommen
würde (ähnlich in Bezug auf die Kompetenzattraktion: Urteil des Bundes-
verwaltungsgerichts A-5588/2007 vom 10. August 2012 E. 1.1.4.7 ff.).
5.11. Die Beschwerdeführerin hat die mangelnde Zuständigkeit der Vorin-
stanz nicht gerügt. Zudem erlaubt die materielle Aktenlage eine Überprü-
fung der strittigen Angelegenheit. Im Übrigen ist zu beachten, dass die
den angefochtenen Verfahrenskosten zugrunde liegenden Arbeiten von
April bis November 2009 erbracht und bis anhin dem Beigeladenen nicht
entschädigt wurden. Dieser wartet folglich bereits mehr als zwei Jahre auf
das hierfür geschuldete Entgelt, so dass ihm ein weiteres Zuwarten nur
schwerlich zugemutet werden kann. Schliesslich deutet in den Akten
nichts darauf hin, dass die ESchK im Falle der Aufhebung der angefoch-
tenen Verfügung einen anderslautenden Entscheid als den angefochte-
nen fällen würde. Unter diesen Umständen erscheint es vorliegend aus-
nahmsweise gerechtfertigt, von einer Aufhebung der angefochtenen Ver-
fügung wegen der fehlenden Zuständigkeit der Vorinstanz abzusehen und
in der Sache selbst zu entscheiden.
6.
Anschliessend ist zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin die ihr in der an-
gefochtenen Verfügung auferlegten Verfahrenskosten zu tragen hat.
6.1. Die Vorinstanz führt diesbezüglich im Wesentlichen aus, der Beigela-
dene habe dem früheren Präsidenten der ESchK am 23. November 2009
eine Rechnung über Fr. 62'975.- zuzüglich Fr. 4'786.10 MwSt., total
Fr. 67'761.10, für die Entwicklung des Modells ESchK zugestellt. Auf der
Grundlage dieser Rechnung sei die angefochtene Verfügung erlassen
worden. Dabei seien sämtliche unter dem Titel "Modell ESchK" in Rech-
nung gestellten Kosten als persönliche Honorarsumme betrachtet und auf
dieser Sozialleistungen sowie Staatsgebühren berechnet worden. Die
Überprüfung dieser Rechnung zusammen mit dem inzwischen beigela-
denen Fachmitglied habe ergeben, dass in der beigelegten Aufstellung
zur strittigen Rechnung vom 23. November 2009 jene Leistungen, die für
die Entwicklung des Modells ESchK erbracht worden seien, von jenen
abzugrenzen seien, die nicht direkt der Modellentwicklung zuzurechnen
seien. Die Leistungen für das hedonische Bewertungsmodell für Rendite-
liegenschaften seien unter dem Titel "Modell EschK", die übrigen unter
dem Titel "Normalbetrieb ESchK" zusammengefasst worden. Strittig seien
im vorliegenden Verfahren die 238 Stunden bzw. verrechneten 237.5 un-
ter dem Titel "Modell ESchK". Die fraglichen Arbeiten hätten der Beigela-
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Seite 16
dene und sein Team erbracht, wobei der Aufstellung nicht entnommen
werden könne, wer in welchem Umfang tätig gewesen sei. Auf die Höhe
der Verfahrenskosten wirke sich dies insofern aus, als die Sozialbeiträge
und die Staatsgebühr nur auf den Arbeiten des Beigeladenen geschuldet
seien, während die übrigen Leistungen der Mehrwertsteuer unterliegen
würden. Aufgrund der Leistungsumschreibung in der Aufstellung zur ur-
sprünglichen Rechnung seien 80 Stunden, effektiv verrechnet 79.5 Stun-
den davon, dem Beigeladenen zuzuschreiben. Dies ergebe ein Honorar
von Fr. 19'975.-. Unter Berücksichtigung der gestützt darauf geschuldeten
AHV-/IV/ALV sowie Beiträge an die Familienausgleichskasse und der
Staatsgebühr seien der Beschwerdeführerin hierfür Verfahrenskosten von
Fr. 22'542.60 (Fr. 19'875.- + Fr. 1'580.10 + Fr. 1'987.50) zu belasten. Hin-
zu kämen als Auslagen (ohne Sozialgebühr und Staatsgebühr), die dem
Beigeladenen in analoger Anwendung von Art. 6 Abs. 2 bis
der Kostenver-
ordnung zu entgelten seien, der auf das Team von E._ und die
Tydac AG entfallende Aufwand im Betrag von Fr. 46'375.60 (Fr. 9'000.- +
Fr. 30'500.- + Fr. 3'600.- = Fr. 43'100.- + Fr. 3'275.60 [7.6 % MwSt.]). Ins-
gesamt habe die Beschwerdeführerin für die Entwicklung des ESchK Mo-
dells folglich Verfahrenskosten in der Höhe von total Fr. 69'818.20 zu tra-
gen.
6.2. Dieser Argumentation hält die Beschwerdeführerin entgegen, es sei
aufgrund des Urteils des Bundesgerichts im Pilotfall C._ klar, dass
die Leistungen der IAZI AG für das Modell ESchK dem Beigeladenen in
seiner Eigenschaft als Fachmitglied der ESchK zuzurechnen seien. Aller-
dings sei der geltend gemachte Aufwand im Einzelnen nicht substantiiert
bzw. ausgewiesen (vgl. z.B. die pauschale Angabe betreffend 36 Stunden
für die Berechnung der ersten Hedonischen Modelle, betreffend 40 Stun-
den für "das Erstellen eines Berichtes"). Ausserdem sei nicht klar, wer im
Team E._ mitgearbeitet habe, wer also letztlich die 158 Stunden
gearbeitet habe. Die diesbezüglichen Angaben seien nicht überprüf- und
deshalb nicht akzeptierbar. Überdies erscheine der getätigte Aufwand
nicht angemessen. Dies umso weniger, als die Daten und offenbar auch
die Grundmodelle für das Modell ESchK bei der IAZI AG bereits mehr
oder weniger vorhanden gewesen seien. Infolgedessen würden die 237.5
Stunden sowohl was deren Umfang als auch deren Ausgewiesenheit an-
belange bestritten. Im Übrigen könne vollumfänglich auf das Urteil des
Bundesverwaltungsgerichts A-3043/2011 vom 15. März 2012 verwiesen
werden. Das Bundesverwaltungsgericht sei dort der Argumentation der
Beschwerdeführerin gefolgt und habe mit ausführlicher Begründung zu
Recht festgestellt, Angehörige nicht technischer Berufe könnten kein "be-
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Seite 17
rufsübliches Honorar" verrechnen, weil dies die Kostenverordnung nicht
vorsehe. Das Bundesverwaltungsgericht habe sodann entschieden, dass
bei einem stundenweisen Einsatz der Fachmitglieder (ausserhalb der ei-
gentlichen Einigungs-, Schätzungs- und Instruktionsverhandlungen) eine
Stundenpauschale zur Anwendung gelange. Zu deren Berechnung sei
der jeweils anwendbare Taggeldansatz durch die übliche Tagessollar-
beitszeit von 8.5 Stunden zu dividieren, was bei einem Taggeld von
Fr. 400.- für unselbständige Fachmitglieder nicht technischer Berufe eine
Stundenentschädigung von Fr. 47.05, für selbständig erwerbende Fach-
mitglieder eine solche von Fr. 58.80 ergebe. Diese Stundenansätze seien
für den vorliegenden Fall massgebend. Im Sinne dieser Ausführungen
seien zunächst die behaupteten 237.5 Stunden auf ein angemessenes
Mass zu reduzieren. Anschliessend seien die verbleibenden Stunden mit
Fr. 47.05, evtl. mit Fr. 58.80 zu multiplizieren. Die verrechneten Sozialver-
sicherungs- bzw. die Mehrwertsteuerbeitrage seien entsprechend anzu-
passen.
6.3. Mit Urteil vom 1. März 2010 sprach die ESchK C._ in einem
Pilotfall zu Lasten der Flughafen Zürich AG und des Kantons Zürich eine
Minderwertentschädigung in Höhe von Fr. 326'000.- nebst Zins seit dem
1. Januar 2002 zu (Ziff. 1), auferlegte der Beschwerdeführerin die Verfah-
renskosten für das fragliche Schätzungsverfahren (Ziff. 3) und gewährte
C._ eine Parteientschädigung von Fr. 4'000.- (Ziff. 4, Verfahrens-
Nr. 1999-137 P/019). Dieser Entscheid ist in Bezug auf die Verfahrens-
kosten unangefochten in Rechtskraft erwachsen. Für die strittigen Kos-
ten, die – wie dargelegt (vgl. E. 5.9 hiervor) – durch im Pilotfall C._
vorgenommene Sachverhaltserhebungen verursacht wurden, bedeutet
dies, dass diese von der Beschwerdeführerin zu tragen sind, soweit sie
aufgrund der massgeblichen Kostenregelungen (Art. 6 ff. Kostenverord-
nung und Art. 56 VESchK) geschuldet sind und einer Überprüfung unter
dem Blickwinkel des Kostendeckungs- und Äquivalenzprinzips standhal-
ten. Wie es sich diesbezüglich verhält, ist nachfolgend zunächst für die
Verfahrenskosten zu beurteilen, welche die Vorinstanz für die Arbeiten ih-
res beigeladenen Fachmitgliedes erhoben hat (E. 7). Anschliessend ist
denselben Fragen hinsichtlich der für die Arbeit der Mitarbeiter der IAZI
AG sowie die Tydac AG belasteten Verfahrenskosten nachzugehen (E. 8).
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Seite 18
7.
7.1. In BGE 138 II 81 E. 3.1 hat das Bundesgericht entschieden, die Ent-
wicklung des hedonischen Bewertungsmodells ESchK sei unter der Ver-
antwortung des Beigeladenen, d.h. eines Fachrichters der Schätzungs-
kommission, erfolgt. Daran würden auch die von den Enteignern hervor-
gehobenen Umstände (Fakturierung, Nennung der IAZI AG im Bericht
und im Lizenzvertrag, etc.) nichts ändern. Allerdings habe der Beigelade-
ne das Modell nicht allein erarbeitet, sondern hierfür Experten der IAZI
AG beigezogen und deren Transaktionsdaten verwendet. Entscheidend
sei jedoch, dass die Leitung des Projekts beim Beigeladenen verblieben
sei, die IAZI AG also nicht als selbständige externe Sachverständige ge-
genüber der ESchK und den Parteien aufgetreten sei. Die Protokolle der
Kommissionssitzungen der ESchK vom 8. April, 14. Mai, 2. September
und 3. November 2009 würden bestätigen, dass der Beigeladene mit den
Abklärungen und der Berichterstattung beauftragt worden sei. Dieser ha-
be das Bewertungsmodell sodann den übrigen Kommissionsmitgliedern
vorgestellt. Diese Einschätzung des Bundesgerichts ist für das Bundes-
verwaltungsgericht im vorliegenden Verfahren zwar formal nicht bindend,
es besteht jedoch kein Anlass, davon abzuweichen. Der Beigeladene war
somit bei der Ausarbeitung des hedonischen Modells in seiner Eigen-
schaft als Fachmitglied der ESchK tätig, was im Übrigen von den Parteien
nicht (mehr) bestritten wird.
7.2. Hinsichtlich der angefochtenen Verfahrenskosten bedeutet dies, dass
die Beschwerdeführerin die aus der nebenrichterlichen Tätigkeit des bei-
geladenen Fachrichters resultierenden Verfahrenskosten zu tragen hat.
7.2.1. Nach Art. 7 Kostenverordnung beziehen Mitglieder der eidgenössi-
schen Schätzungskommission für die Mitwirkung bei der Verhandlung, für
die Vorbereitung dazu und für besondere Arbeiten ein Taggeld von
Fr. 400.-. Freierwerbende Angehörige technischer Berufe wie Architekten,
Ingenieure und Geometer haben Anspruch auf ein berufsübliches Hono-
rar. Diese Regelung erweist sich laut dem Urteil des Bundesverwaltungs-
gerichtes A-3043/2011 vom 15. März 2012 insoweit als verfassungswid-
rig, als der Bundesrat darin auf eine durchgängige Privilegierung von Mit-
gliedern der Eidgenössischen Schätzungskommission, die hauptberuflich
eine selbständige Erwerbstätigkeit ausüben, verzichtet hat (Urteil des
Bundesverwaltungsgerichtes A-3043/2011 vom 15. März 2012 E. 5). Die
sich daraus ergebende Lücke ist durch analoge Anwendung von Art. 7
Satz 3 Kostenverordnung zu schliessen. Demzufolge steht Mitgliedern
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der Eidgenössischen Schätzungskommission, die hauptberuflich eine
selbständige Erwerbstätigkeit ausserhalb eines technischen Berufes aus-
üben, für ihre nebenrichterliche Tätigkeit ein Taggeld von Fr. 500.- zu (Ur-
teil des Bundesverwaltungsgerichtes A-3043/2011 vom 15. März 2012
E. 6).
7.2.2. Das Taggeld ist darauf ausgerichtet, den Arbeitsaufwand eines ne-
benamtlichen Richters am Verhandlungstag abzugelten. Mit Hilfe dieses
Vergütungsmodelles lassen sich Arbeiten, welche Mitglieder der Eidge-
nössischen Schätzungskommissionen an verschiedenen Tagen während
einiger Stunden vornehmen, nur schwerlich angemessen entlöhnen.
Deshalb hat das Bundesverwaltungsgericht die Kostenverordnung im Ur-
teil A-3043/2012 vom 15. März 2012 in dieser Hinsicht als lückenhaft ein-
gestuft und diese Lücke vor dem Hintergrund der bestehenden Vergü-
tungsordnung dahingehend geschlossen, dass Arbeiten von Mitgliedern
der Eidgenössischen Schätzungskommission, die nicht am Tag einer Ei-
nigungs-, Schätzungs- und Instruktionsverhandlung erbracht werden, mit
einer Stundenpauschale zu entschädigen sind, die sich aus der Division
des massgeblichen Taggeldansatzes durch die übliche Tagessollarbeits-
zeit von 8.5 Stunden ergibt (Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes
A-3043/2011 vom 15. März 2012 E. 8.4).
7.2.3. Die nach Massgabe dieser Grundsätze zu bestimmende Entschä-
digung für die nebenrichterliche Tätigkeit der Mitglieder der Eidgenössi-
schen Schätzungskommissionen zuzüglich der darauf von den eidgenös-
sischen Schätzungskommissionen als Arbeitgeber zu entrichtenden Sozi-
alversicherungsbeiträge und der auf den Taggeldern geschuldeten
Staatsgebühr (Art. 5 Kostenverordnung) hat die Beschwerdeführerin als
kostenpflichtige Partei zu tragen (Art. 18 Kostenverordnung, Art. 20 Kos-
tenverordnung und Art. 56 Abs. 1 VESchK, vgl. zum Ganzen: Urteil des
Bundesverwaltungsgerichts A-3043/2011 vom 15. März 2012 E. 5 und
13).
7.3.
7.3.1. Die Beschwerdeführerin bestreitet, dass der Beigeladene – wie
vom Bundesverwaltungsgericht im Urteil A-3043/2011 vom 15. März 2012
angenommen – als selbständig erwerbend im Sinne von Art. 7 Kosten-
verordnung einzustufen ist. Wäre an dieser konstruierten Fiktion festzu-
halten, so habe es sich bei der von ihm für die Entwicklung des Modells
ESchK bezogenen Infrastruktur nicht um dessen eigene, sondern um ei-
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Seite 20
ne fremde Infrastruktur gehandelt. Infolgedessen hätte die IAZI AG als ex-
terne Sachverständige betrachtet werden müssen. Dies umso mehr, als
sie die Hauptarbeit bei der Entwicklung des Modells ESchK geleistet ha-
be. Aus diesen Gründen hätten die Regeln von Art. 57 ff. des Bundesge-
setzes vom 4. Dezember 1942 über den Bundeszivilprozess (BZP,
SR 273) über externe Sachverständige befolgt werden müssen. Dies ha-
be die Vorinstanz jedoch offensichtlich nicht getan, weshalb das Modell
unter schwerwiegenden und unheilbaren Mängeln leiden würde und sich
die in dieser Angelegenheit ergangenen Urteile deshalb als krass fehler-
haft erweisen würden. Dieses stossende Ergebnis könne vermieden wer-
den, wenn der Beigeladene entgegen dem Urteil des Bundesverwal-
tungsgerichts A-3043/2011 vom 15. März 2012 als Angestellter der IAZI
AG qualifiziert werde – was er ja sei und wovon zumindest implizit das
Bundesgericht im "Leitfall C._" ausgegangen sei.
7.3.2. Weder die Vorinstanz noch der Beigeladene haben zu dieser Ar-
gumentation Stellung genommen. Letzterer macht jedoch geltend, das
Bundesverwaltungsgericht habe in seinem Urteil A-3043/2011 vom
15. März 2011 der Tatsache nicht Rechnung getragen, dass er an der
Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich ein Diplom in Statistik
erworben habe. Im Übrigen entspreche seine Tätigkeit in der ESchK nicht
jener eines Dozenten, sondern er sei aufgrund seines technischen Wis-
sens im Bereich statistischer Modelle vom Regierungsrat des Kantons
Zürich in die ESchK gewählt worden. Die Entwicklung des mathematisch-
statistischen Modells setze hohe Kenntnisse in der Programmierung von
Statistiksoftware und in der Analyse von Daten voraus. Entgegen der vom
Bundesverwaltungsgericht getroffenen Annahme übe er folglich einen
technischen Beruf im Sinne von Art. 7 Kostenverordnung aus.
7.3.3. Ob ein Mitglied der Eidgenössischen Schätzungskommission im
Sinne von Art. 7 Kostenverordnung als im Haupterwerb selbständig oder
unselbständig erwerbend einzustufen ist, beurteilt sich nach dem Urteil
des Bundesverwaltungsgerichts A-3043/2011 vom 15. März 2012 nach
der im Sozialversicherungsrecht geltenden Umschreibung (Urteil des
Bundesverwaltungsgerichtes A-3043/2011 vom 15. März 2012 E. 8.1.2).
Danach ist derjenige grundsätzlich als unselbständig erwerbend zu quali-
fizieren, der von seinem Arbeitgeber in betriebswirtschaftlicher bzw. ar-
beitsorganisatorischer Hinsicht abhängig ist und kein spezifisches Unter-
nehmerrisiko trägt (BGE 122 V 171 E. 3a). Demgegenüber gilt als selb-
ständig erwerbend, wer durch Einsatz von Arbeit und Kapital in frei be-
stimmter Selbstorganisation und nach aussen hin sichtbar am wirtschaft-
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Seite 21
lichen Verkehr teilnimmt mit dem Ziel, Dienstleistungen zu erbringen oder
Produkte zu schaffen, deren Inanspruchnahme oder Erwerb durch finan-
zielle bzw. geldwerte Leistungen abgegolten wird (BGE 119 V 163 E. 3b,
115 V 170 E. 9a; UELI KIESER, Schweizerisches Sozialversicherungsrecht,
Zürich/St. Gallen 2008, § 4 Rz. 40). Ob das eine oder andere zutrifft, ist
nach der gefestigten Rechtsprechung unter Zugrundelegung des formell
rechtskräftigen AHV-Status zu entscheiden, sofern sich dieser nicht als of-
fensichtlich unrichtig erweist (BGE 119 V 158 E. 3a, BGE 115 Ib 42 E. 4b;
HANS ULRICH STAUFFER/BARBARA KUPFER BUCHER, in: Murer/Stauffer
[Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungs-
recht, Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslosenversicherung
und Insolvenzentschädigung, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2008, S. 7, je
m.w.H.).
7.3.4. Ausgehend von dieser Definition stufte das Bundesverwaltungsge-
richt den Beigeladenen im Urteil A-3043/2011 vom 15. März 2012 als im
Haupterwerb selbständig erwerbend ein. Zur Begründung führte es im
Wesentlichen aus, der Beigeladene sei seit dem 1. Februar 2002 bei der
Ausgleichskasse der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich als
Selbständigerwerbender angemeldet. Unter diesen Umständen gelte er
als selbständig erwerbend im Sinne von Art. 7 Kostenverordnung, sofern
sich diese Einschätzung nicht als offensichtlich unrichtig erweise. Diesbe-
züglich sei zu berücksichtigen, dass der Beigeladene neben seiner ne-
benrichterlichen Tätigkeit eine im Handelsregister eingetragene Unter-
nehmung führe, die Dienstleistungen aller Art im Finanz- und Immobilien-
bereich erbringe, als Dozent an der Universität Bern, Institut für Finanz-
management, tätig sei und als geschäftsführendes Vorstandsmitglied der
IAZI AG arbeite. Bei den beiden erstgenannten Tätigkeiten handle es sich
um selbständige Erwerbstätigkeiten, während die Tätigkeit als Organ ei-
ner juristischen Person nach ständiger Rechtsprechung eine unselbstän-
dige Erwerbstätigkeit darstelle. Für die Qualifikation des Beigeladenen als
im Haupterwerb unselbständig oder selbständig erwerbend sei demnach
entscheidend, welche dieser Tätigkeiten er überwiegend ausübe. In den
Akten deute nichts darauf hin, dass der Beigeladene hauptsächlich als
geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IAZI AG tätig sei. Dessen AHV-
rechtliche Qualifikation als selbständig erwerbend erweise sich somit
nicht als offensichtlich unzutreffend (Urteil des Bundesverwaltungsgerich-
tes A-3043/2011 vom 15. März 2012 E. 8.2).
7.3.5. Die Behauptung der Beschwerdeführerin, das Bundesverwaltungs-
gericht habe die Tätigkeit des Beigeladenen als geschäftsführendes Mit-
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Seite 22
glied des Verwaltungsrates der IAZI AG als selbständige Erwerbstätigkeit
eingestuft, trifft demnach nicht zu. Dessen Qualifikation als Selbständig-
erwerbender ist vielmehr darauf zurückzuführen, dass er daneben zwei
weitere Erwerbstätigkeiten ausübt, die in ihrem zeitlichen Umfang
und/oder hinsichtlich des dadurch erzielten Erwerbseinkommens insge-
samt jedenfalls nicht offensichtlich weniger stark ins Gewicht fallen als die
Tätigkeit als geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IAZI AG. Die Be-
schwerdeführerin setzt sich mit dieser Argumentation nicht auseinander
und bringt auch ansonsten nichts vor, um Zweifel an der Richtigkeit der
vorgenommenen Qualifikation des Beigeladenen als im Haupterwerb
selbständig erwerbend zu erwecken. Es besteht daher kein Anlass, von
der im Urteil A-3043/2011 vom 15. März 2012 vertretenen Auffassung ab-
zuweichen.
7.3.6. Bei diesem Ergebnis hängt die Höhe der Entschädigung, die der
Beigeladene für seine nebenrichterliche Tätigkeit beanspruchen kann,
davon ab, ob er haupterwerblich einen technischen Beruf ausübt, mithin –
wie sich Art. 7 Satz 2 Kostenverordnung ausdrückt – einem technischen
Beruf angehört. Welche Erwerbstätigkeiten hierunter fallen, ist nach dem
Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-3043/2011 vom 15. März 2012
aufgrund der Berufsnomenklatur 2000 zu entscheiden (Urteil des Bun-
desverwaltungsgerichtes A-3043/2011 vom 15. März 2012 E. 5.3.6). Die-
se unterscheidet zwischen Land- und forstwirtschaftlichen Berufen, Beru-
fen der Tierzucht (1), Produktionsberufen in der Industrie und im Gewerbe
(ohne Bau) (2), technischen Berufen sowie Informatikberufen (3), Berufen
des Bau- und Ausbaugewerbes und des Bergbaus (4), Handels- und Ver-
kehrsberufen (5), Berufen des Gastgewerbes und Berufen zur Erbringung
persönlicher Dienstleistungen (6), Berufen des Managements und der
Administration, des Banken- und Versicherungsgewerbes und des
Rechtswesens (7), Gesundheits-, Lehr- und Kulturberufe, Wissenschaftler
(8) sowie nicht klassierbaren Angaben. Den technischen Berufen werden
die Ingenieurberufe, Techniker/innen, technische Zeichenberufe, techni-
sche Fachkräfte und Maschinisten/Maschinistinnen zugeordnet.
7.3.7. Weder die Erwerbstätigkeit als Dozent an der Universität Bern
(Gruppe 8) noch jene als Einzelkaufmann (wohl Gruppe 7) oder als ge-
schäftsführendes Vorstandsmitglied der IAZI AG (wohl Gruppe 7) zählen
nach der Berufsnomenklatur 2000 zu den technischen Berufen (vgl. dazu
ausführlich: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-3043/2011 vom
15. März 2012 E. 8.3). Wie es sich hinsichtlich der vom Beigeladenen bei
der Entwicklung des ESchK Modells ausgeübten Funktion verhält, kann
A-6471/2010
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dahingestellt bleiben, sind doch für die Taggeldansätze die Erwerbstätig-
keiten bestimmend, die ein Mitglied der eidgenössischen Schätzungs-
kommissionen zusätzlich zu seiner nebenrichterlichen Tätigkeit ausübt.
Die entsprechenden Tätigkeiten des Beigeladenen gehören, ungeachtet
des von ihm im Jahr 1997 abgeschlossenen Nachdiplomkurses in ange-
wandter Statistik, nicht zu den technischen Berufen. Für seine Tätigkeit
als Fachrichter der ESchK steht dem Beigeladenen demzufolge ein Tag-
geld von Fr. 500.- bzw. eine Stundenpauschale von Fr. 58.80 (Fr. 500.- :
8.5) zu.
7.3.8. Hinsichtlich der Arbeitszeit, welche der Beigeladene in die Entwick-
lung des Modells ESchK investiert hat, gesteht die Vorinstanz ein, dass
dem eingereichten Stundenrapport nicht entnommen werden kann, wel-
cher Anteil der im Stundenrapport des Beigeladenen aufgeführten Stun-
den auf den Beigeladenen entfällt. Aufgrund der Leistungsumschreibung
schreibt sie dem Beigeladenen nach Rücksprache mit ihm 80 Stunden,
davon effektiv in Rechnung gestellt 79.5 Stunden, zu. Diese Zuordnung
erscheint dem Bundesverwaltungsgericht plausibel. Sie wird denn auch
von der Beschwerdeführerin nicht beanstandet. Da die fraglichen Tätig-
keiten keinen direkten Bezug zu einer Einigungs-, Schätzungs-, Instrukti-
onsverhandlung oder andersartigen Kommissionsitzung aufweisen, sind
sie mit einer Stundenpauschale von Fr. 58.80 zu entschädigen. Der Bei-
geladene kann demzufolge für die bei der Entwicklung des Modells
ESchK in seiner Eigenschaft als Fachmitglied der ESchK geleistete Arbeit
eine Entschädigung von Fr. 4'674.60 (79.5 x Fr. 58.80) beanspruchen.
Zuzüglich der darauf von der ESchK als Arbeitgeberin zu entrichtenden
AHV-/IV-/EO-/ALV-Beiträge von Fr. 287.50 (6.15 % x Fr. 4'674.60) und der
Arbeitgeberbeiträge an die Familienausgleichskasse Fr. 90.70 (1.94% x
Fr. 4'674.60) sowie der Staatsgebühr von Fr. 467.50 (10% x Fr. 4'674.60)
resultieren daraus – unter Ausklammerung eines allenfalls geschuldeten
Beitrags an die berufliche Vorsorge – Verfahrenskosten von total
Fr. 5'520.30 (Fr. 4'674.60 + Fr. 287.50 + Fr. 90.70 + Fr. 467.50).
7.3.9. Soweit die Beschwerdeführerin im Lichte des Äquivalenzprinzips
(vgl. zum fraglichen Begriff: E. 5.6 hiervor) die Herabsetzung dieser Ver-
fahrenskosten verlangt, ist anzumerken, dass unter der Leitung und Auf-
sicht des Beigeladenen zunächst die bei der IAZI AG vorhandenen
Transaktionsdaten effektiver Renditeliegenschaften geokodiert und in Be-
zug auf ungefähr 50 preisbeeinflussende Faktoren (wie z.B. Grundstücks-
fläche, Baujahr und –qualität, Wohnungsgrösse, Anzahl Nasszellen, La-
gequalität, Lage der Gemeinde, Art des Rechtsgeschäftes) bewertet wur-
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den, um der Heterogenität der einbezogenen Liegenschaften Rechnung
zu tragen. Anschliessend wurde die Lärmbelastung aufgrund der von der
EMPA Dübendorf im Auftrag der Beschwerdeführerin ermittelten Lärmfak-
toren hektargenau ermittelt. Auf der Grundlage dieser Daten wurde ein
hedonisches Modell entwickelt, das es nach Einschätzung der Sachver-
ständigen erlaubt, den Minderwert, den der Grundstückseigentümer einer
Ertragsliegenschaft (Mehrfamilienhaus) durch den Fluglärm erleidet, für
eine Vielzahl zukünftiger gleichgelagerter Fälle zuverlässig zu ermitteln
(vgl. zum Ganzen ausführlich: BGE 138 II 100 ff. E. 12 ff., Bericht Hedo-
nisches Bewertungsmodell fluglärmbelasteter Renditeliegenschaften vom
24. September 2009, S. 6 ff.). Die für die Aufsicht und Leitung eines sol-
chen Projektes erhobenen Verfahrenskosten von Fr. 5'099.55 stehen zum
Wert, den diese Leistung für die kostenpflichtige Beschwerdeführerin hat,
in einem vernünftigen Verhältnis, zumal dieses Modell nicht nur für den
Fall C._ genutzt werden kann, sondern bei vergleichbarer Aus-
gangslage ebenfalls als Basis für die Bemessung des fluglärmbedingten
Minderwertes anderer Renditeliegenschaften dienen kann. Die geschul-
deten Verfahrenskosten sind folglich unter dem Blickwinkel des Äquiva-
lenzprinzips nicht zu beanstanden.
7.3.10. Die Beschwerdeführerin schuldet somit für die nebenrichterliche
Tätigkeit des Beigeladenen bei der Entwicklung des Modells ESchK Ver-
fahrenskosten in der Höhe von Fr. 5'099.55. Vorbehalten bleibt ein allfälli-
ger zusätzlich geschuldeter Beitrag an die berufliche Vorsorge.
8.
Zu prüfen bleibt, ob die Vorinstanz der Beschwerdeführerin darüberhi-
nausgehend Verfahrenskosten von Fr. 46'375.60 auferlegen durfte, um
die Tätigkeit der vom Beigeladenen für die Entwicklung des Modells
ESchK beigezogenen Personen abzugelten.
8.1. In Bezug auf die Funktion, welche diese Personen, mithin die Tydac
AG sowie die Mitarbeiter der IAZI AG, im Schätzungsverfahren
C._ ausgeübt haben, hat das Bundesgericht in BGE 138 II 82
E. 3.1 entschieden, dass es sich hierbei nicht um externe selbständige
Sachverständige handelt. Das Bundesverwaltungsgericht ist in seinem
Urteil A-2684/2010 vom 19. Januar 2011 E. 5.3.6 noch einen Schritt wei-
tergegangen und hat die vom Beigeladenen beigezogenen Personen als
externe Berater eingestuft. Nach der bundesgerichtlichen Rechtspre-
chung handelt es sich hierbei um ausserhalb der zuständigen Behörde
stehende Dritte, welche über besondere Fachkenntnisse verfügen und
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unter der Leitung sowie Verantwortung der fachkundigen Behörde mit Ab-
klärungen beauftragt werden, die für die Beurteilung eines Falles nützlich,
regelmässig sogar unerlässlich sind. Deren Aufgabe ist jedoch eine rein
verwaltungsinterne, weshalb sie keine externen Sachverständigen (vgl.
zum fraglichen Beweismittel: Art. 72 Abs. 1 EntG, Art. 12 Bst. e VwVG
und Art. 57 BZP) sind (BGE 119 V 663 ff. E. 4 und 5, BGE 108 V 138 ff.
E. 4, Urteil des Bundesgerichts A.587/2001 vom 1. Oktober 2004 E. 8.3).
Die Beschwerdeführerin hat nichts vorgebracht, um Zweifel an der Rich-
tigkeit dieser – vom Bundesgericht zumindest im Ergebnis geteilten – Auf-
fassung zu wecken. Es besteht daher kein Anlass, auf diese Einschät-
zung zurückzukommen. In Bezug auf die strittigen Verfahrenskosten be-
deutet dies, dass die Tätigkeit der Tydac AG sowie jene der Mitarbeiter
der IAZI AG nicht nach Massgabe von Art. 12 Abs. 1 Kostenverordnung
zu entschädigen ist. Darüber hinaus lässt deren Qualifikation als externe
Berater keine Rückschlüsse auf die ihnen gemäss Kostenverordnung zu-
stehende und von der Beschwerdeführerin zu tragende Entschädigung
zu.
8.2. Diesbezüglich ist allerdings zu berücksichtigen, dass die Eidgenössi-
schen Schätzungskommissionen als Fachgerichte konzipiert sind, die im
Einzelfall idealerweise dergestalt zusammengesetzt sind, dass sie in der
Lage sind, ohne Beizug von Sachverständigen die sich stellenden techni-
schen, naturwissenschaftlichen und/oder wirtschaftlichen Fragen zu be-
antworten (Art. 59 EntG und Art. 49 VESchK). Insofern steht den Fach-
richtern der Eidgenössischen Schätzungskommissionen der Entscheid
über Sachfragen primär zu (BGE 138 II 80 E. 3.1, BGE 96 I 295 f.;
HESS/WEIBEL, a.a.O., Art. 60 N. 7). Sie können auch für Vorabklärungen
zum internen Gebrauch, zur Durchführung des Beweisverfahrens (Art. 48
Abs. 4 VESchK), ja selbst zur Erstellung von Berichten zuhanden der
Eidgenössischen Schätzungskommissionen beigezogen werden (HESS/
WEIBEL, a.a.O, Art. 60 N. 7). Aus dieser besonderen Ausgestaltung der
Eidgenössischen Schätzungskommissionen in Kombination mit deren mi-
nimaler Infrastruktur hat das Bundesgericht in BGE 138 II 82 E. 3.2 gefol-
gert, ein Fachmitglied sei berechtigt, Hilfspersonen für die Erledigung ihm
zugewiesener Aufgaben beizuziehen, sofern die eidgenössische Schät-
zungskommission davon Kenntnis habe und diese unter seiner Leitung
und Verantwortung tätig seien. Dass diese Voraussetzungen bezüglich
der vom Beigeladenen bei der Entwicklung des Modells ESchK herange-
zogenen Mitarbeiter der IAZI AG erfüllt waren, hat das Bundesgericht so-
dann bejaht. Hinsichtlich der Tydac AG hat es sich nicht geäussert. Es
besteht jedoch keine Veranlassung in diesem Fall anders zu entscheiden,
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Seite 26
zumal dieser Beitrag von untergeordneter Bedeutung ist und die ESchK
der Beauftragung einer externen Unternehmung für die Geokodierung der
bei der IAZI AG vorhandenen Transaktionsdaten effektiver Renditeliegen-
schaften anlässlich der Sitzung vom 4. Mai 2005 unter Bewilligung eines
Kostenrahmens von Fr. 15'000.- zugestimmt hat (Protokoll vom 4. Mai
2009 S. 1 f.). Der Beigeladene hat demnach bei der Entwicklung des Mo-
dells ESchK zu Recht auf die Mitarbeiter der IAZI AG und die Tydac AG
zurückgegriffen.
8.3. Die dem Beigeladenen dadurch entstandenen Kosten hat die ESchK
grundsätzlich zu ersetzen und der Beschwerdeführerin als kostenpflichti-
gen Partei im Verfahren C._ aufzuerlegen (im Ergebnis gleich:
Urteil des Bundesgerichts 1C_224/2012 vom 6. September 2012 E. 7).
Die Kostenverordnung, welche diesen in Art. 114 Abs. 1 EntG festgeleg-
ten Grundsatz zu konkretisieren hat, enthält indessen keine entsprechen-
de Regelung. Damit bietet sie für eine Frage, ohne deren Beantwortung
die Verfahrenskosten in solchen Fällen nicht bestimmt werden können,
keine Antwort. Nach traditioneller Auffassung weist sie damit eine echte
Lücke auf, die sich auf einen dem Bundesrat zur Regelung überlassenen
Sachbereich bezieht (Art. 113 EntG) und vom im konkreten Einzelfall an-
gerufenen Gericht zu schliessen ist, ansonsten es gegen das Rechtsver-
weigerungsverbot verstösst. Nach neuerer Terminologie, der sich das
Bundesgericht teilweise angeschlossen hat, handelt es sich hierbei um
eine planwidrige Unvollständigkeit des Gesetzes, die das Gericht zwecks
Herstellung der verfassungsmässigen Ordnung zu schliessen hat
(BGE 202 Ib 224 E. 2; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-3045/2011
vom 15. März 2012 E. 6.2, ULRICH HÄFELIN/WALTER HALLER/HELEN KEL-
LER, Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 8. Aufl., Zürich/Basel/Genf
2012, Rz. 141 f.). Im einen wie im anderen Fall ist eine richterliche Lü-
ckenfüllung somit geboten und vom Bundesverwaltungsgericht vorzu-
nehmen.
8.4. Dabei hat das Gericht jene Regelung zu schaffen, die der Bundesrat
als Verordnungsgeber nach umfassender Würdigung der generell-
abstrakten Interessenlage unter dem Gesichtspunkt der Realien, der Ge-
rechtigkeit und Rechtssicherheit hätte treffen sollen (Art. 1 Abs. 2 des
Schweizerischen Zivilgesetzbuches vom 10. Dezember 1907 [ZGB,
SR 210]). Mit anderen Worten ist die interessierende Verordnungslücke
nach jener Regel zu schliessen, die ein konsequenter Gesetzgeber auf-
gestellt hätte. Die Verpflichtung des Bundesverwaltungsgerichts auf die
Realien rückt dabei die Bedeutung der Normen in den Vordergrund, die
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bisher beachtet worden sind. Ausserdem soll sich die richterliche Rechts-
regel nach Möglichkeit in das vorgegebene System einfügen, im Bestre-
ben, gleichgelagerte Rechtsfragen nicht ohne Not unterschiedlich zu be-
antworten. Rechtssetzungslücken sind daher grundsätzlich mit Hilfe eines
Analogieschlusses zu schliessen, wenn die in Frage stehende Situation
wertungsmässig einer bestehenden Regelung entspricht (Urteil des Bun-
desverwaltungsgerichts A-3045/2011 vom 15. März 2012 E. 6.3).
8.5. Die Kostenverordnung befasst sich in Art. 6 Abs. 2 bis
und Art. 9a
Bst. b mit der Entschädigung beigezogener Hilfspersonen. Laut der erst-
genannten Regelung haben der Präsident der Schätzungskommission
und dessen Stellvertreter, soweit sie die ihnen zugewiesenen Arbeiten in
Zusammenhang mit grösseren Vorhaben nicht mehr mit den ihnen nor-
malerweise zur Verfügung stehenden Mitteln bewältigen können, An-
spruch auf Ersatz des berufsüblichen Entgelts für benötigte Hilfskräfte.
Eine ähnliche Regelung sieht Art. 9a Bst. b Kostenverordnung vor, falls
der Präsident und dessen Stellvertreter sowie Aktuar Drittpersonen für die
zweckmässige Organisation ihrer Tätigkeit Drittpersonen beiziehen. In
beiden Fällen hat der Bundesrat die von der Beschwerdeführerin postu-
lierte Lösung abgelehnt, die für den Beizug von Hilfspersonen zuzuspre-
chende Entschädigung auf den Betrag zu plafonieren, welche diese als
Richter oder Aktuar der Eidgenössischen Schätzungskommission für ihre
Tätigkeit beanspruchen können. Weshalb anders zu entscheiden sein
sollte, wenn ein Mitglied der Eidgenössischen Schätzungskommission zur
Erfüllung einer ihm zugewiesenen Aufgaben Hilfspersonen beizieht, ist
nicht ersichtlich. Die diesbezüglich in der Kostenverordnung bestehende
Lücke ist demnach in analoger Anwendung von Art. 6 Abs. 2 bis
Kosten-
verordnung bzw. Art. 9a Bst. b Kostenverordnung zu schliessen. Gestützt
darauf sind den Mitgliedern der Eidgenössischen Schätzungskommissio-
nen, die im Zusammenhang mit einer ihnen zugewiesenen Aufgabe zu
Recht Hilfspersonen beiziehen, die hieraus resultierenden Kosten, maxi-
mal jedoch das berufsübliche Entgelt für die herangezogenen Hilfsperso-
nen, als Auslagen zu ersetzen und der kostenpflichtigen Partei zu über-
binden (Art. 18 Abs. 1 Kostenverordnung).
8.6. Die Tydac AG hat für die Geokodierung von Daten am 13. Mai 2009
Fr. 3'873.60, inkl. 7.6% MwSt., in Rechnung gestellt. Die IAZI AG ist auf
ihre ursprüngliche Rechnung vom 23. November 2009 am 31. Januar
2012 insoweit zurückgekommen, als sie die von ihren Mitarbeitern bei der
Entwicklung des Modells ESchK erbrachten Leistungen separat ausge-
wiesen und dem Beigeladenen hierfür unter Zugrundelegung eines Stun-
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denansatzes von Fr. 250.- Fr. 42'502.-, inkl. 7.6% MwSt (Fr. 39'500.-
[Fr. 9'000.- + Fr. 30'500.-] + Fr. 3'002.- [Fr. 39'500.- x 7.6%], verrechnet
hat. Insgesamt sieht sich der Beigeladene infolge des zu Recht erfolgten
Beizugs von Hilfspersonen demnach mit einer Forderung von
Fr. 46'375.60 (Fr. 3'873.60 + Fr. 42'502.-) konfrontiert. Dass diese Ausla-
gen den für solche Leistungen berufsüblichen Rahmen sprengen, ist nicht
erkennbar. Freilich trifft es zu, worauf die Beschwerdeführerin zu Recht
hinweist, dass sowohl die Rechnungen der IAZI AG als auch der Stun-
denrapport des Beigeladenen lediglich eine grobe Überprüfung der für die
einzelnen Arbeitsschritte aufgewendeten Arbeitsstunden erlauben. Es fin-
den sich jedoch in den Akten keinerlei Anhaltspunkte, die auf eine über-
mässige Fakturierung hinweisen. Im Übrigen erscheinen dem Bundes-
verwaltungsgericht die fakturierten 158 Arbeitsstunden (Fr. 39'500.- :
Fr. 250.-) für die Entwicklung eines – wie dargelegt (vgl. E. 8.3.9 hiervor)
– ausgesprochen komplexen Berechnungsmodells für die Bemessung
lärmbedingter Minderwerte von Renditeliegenschaften angemessen.
Dasselbe gilt für den Stundensatz von Fr. 250.-, zu welchem die IAZI AG
die Arbeit ihrer hochqualifizierten Mitarbeiter in Rechnung gestellt hat. Der
fragliche Rechnungsbetrag von Fr. 42'502.- bewegt sich somit im Rah-
men des für solche Leistungen Üblichen und steht nicht im Missverhältnis
zum Wert der erbrachten Leistung. Dasselbe gilt für die Arbeit der Tydac
AG, was denn auch die Beschwerdeführerin, soweit ersichtlich, nicht in
Abrede stellt.
8.7. Infolgedessen hat die Beschwerdeführerin die Auslagen im Betrag
von Fr. 46'375.60 zu tragen, die durch den zu Recht erfolgten Beizug der
Tydac AG und jenen der Mitarbeiter der IAZI AG entstanden sind.
9.
Zusammenfassend kann damit festgehalten werden, dass der Vorinstanz
die sachliche Zuständigkeit gefehlt hat, um die angefochtene Verfügung
zu erlassen. Unter den gegebenen Umständen erscheint es indessen
ausnahmsweise gerechtfertigt, von der deshalb an sich anzuordnenden
Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Überweisung der Angele-
genheit an die zuständige Behörde abzusehen und in der Sache zu ent-
scheiden. Die entsprechende Prüfung ergibt, dass die Beschwerdeführe-
rin als kostenpflichtige Enteignerin für die Entwicklung des Modells
ESchK Verfahrenskosten von total Fr. 51'895.90 (Fr. 5'520.30 +
Fr. 46'375.60) zu tragen hat. Die gegen die angefochtene Kostenverfü-
gung erhobene Beschwerde ist demzufolge teilweise gutzuheissen, und
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die von der Beschwerdeführerin zu tragenden Verfahrenskosten sind auf
Fr. 51'895.90 zu reduzieren.
10.
Die Beschwerdeführerin trägt als Enteignerin ungeachtet des Verfah-
rensausgangs die Kosten des Verfahrens vor Bundesverwaltungsgericht
im Betrag von Fr. 4'500.- (Art. 116 Abs. 1 EntG). Diese werden mit dem
geleisteten Kostenvorschuss in der gleichen Höhe verrechnet. Eine Par-
teientschädigung steht der Beschwerdeführerin als kostenpflichtiger Ent-
eignerin nicht zu.