Decision ID: 5a5ed0dd-a4dc-547d-b42c-52a89492ba3d
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Robert Baumann,
Waisenhausstrasse 17,Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Invalidenrente
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ war bei der B._ AG als Chauffeur tätig und dadurch bei der Suva
unfallversichert, als er sich am 25. Februar 2000 beim Verlassen des Lastwagens eine
OSG-Distorsion zuzog. Dr. med. C._ bescheinigte eine volle Arbeitsunfähigkeit (UV-
act. 1, 2). Im weiteren Verlauf erfolgten bis Ende 2005 mehrere medizinische Eingriffe
am linken Fuss (UV-act. 22, 70, 72). Die Neurologin Dr. med. D._ hatte im Bericht
vom 30. November 2004 eine Läsion des Nervus suralis links diagnostiziert (UV-act.
28). Im Jahr 2006 wurde der Versicherte im Universitätsspital Basel begutachtet (IV-
Akten). In der Beurteilung vom 19. September 2008 schätzte Kreisarzt Prof. Dr. med.
E._, FMH für Orthopädische Chirurgie, den Integritätsschaden auf 15% (UV-act.
155). Mit Verfügung vom 28. April 2009 sprach die Suva dem Versicherten eine Rente
auf der Basis eines IV-Grads von 19% und eine Integritätsentschädigung gestützt auf
eine Integritätseinbusse von 15% zu (UV-act. 175). Gegen diese Verfügung erhob der
Versicherte Einsprache (UV-act. 178). Nach Durchführung einer weiteren operativen
Revision (UV-act. 191) mit Übernahme der Behandlungskosten und
Taggeldausrichtung durch die Suva (UV-act. 201) nahm diese die Verfügung vom 28.
April 2009 zurück (UV-act. 202). Am 13. Oktober 2009 erstattete das asim, Basel, ein
interdisziplinäres Gutachten (IV-Akten). Aufgrund der kreisärztlichen
Abschlussuntersuchung vom 17. Juni 2010 wurde die zumutbare Arbeitsfähigkeit auf
75% geschätzt (UV-act. 215).
A.b Mit Verfügung vom 27. Januar 2011 gewährte die Suva dem Versicherten
aufgrund der Unfallfolgen am linken Bein mit Wirkung ab 1. Juli 2010 eine Rente auf
der Basis eines Erwerbsunfähigkeitsgrads von 20% und eines versicherten
Jahresverdienstes von Fr. 78'622.-- sowie eine Integritätsentschädigung auf der Basis
einer Integritätseinbusse von 15% (UV-act. 253). Die gegen diese Verfügung erhobene
Einsprache (UV-act. 260) wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 8. September
2011 ab (UV-act. 274).
B.
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B.a Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwalt lic. iur. R. Baumann, St. Gallen, für
den Versicherten mit Eingabe vom 10. Oktober 2011 Beschwerde mit den Anträgen,
der Entscheid sei, soweit weitergehende Leistungen verneint würden, aufzuheben.
Dem Beschwerdeführer sei gestützt auf rechtsgenügliche Abklärungen eine
Invalidenrente, zumindest eine solche basierend auf einem Erwerbsunfähigkeitsgrad
von 50%, ab wann rechtens, spätestens ab 1. Juli 2010, zuzusprechen und
auszurichten. Eventualiter sei in Aufhebung des angefochtenen Entscheids die Sache
an die Beschwerdegegnerin zur Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen
zurückzuweisen, damit nach Vorliegen der Abklärungsergebnisse neu über die
Leistungsansprüche verfügt werden könne. Subeventualiter sei dem Beschwerdeführer
zumindest für den Zeitraum vom 1. Juli bis 31. Dezember 2010 eine Invalidenrente
basierend auf einem Erwerbsunfähigkeitsgrad von 46%, und in der Zeit danach eine
solche gestützt auf einen Erwerbsunfähigkeitsgrad von 20% zuzusprechen und
auszurichten. Zur Begründung legte der Rechtsvertreter unter anderem dar, die
Feststellungen der asim-Gutachter fänden bei der Beschwerdegegnerin zu Unrecht
keine Berücksichtigung. Soweit sich das asim-Gutachten nicht explizit dazu äussere,
wie die Beschwerden und Diagnosen im Zusammenhang mit dem linken OSG
einzuschätzen seien, könne es jedenfalls nicht angehen, die Einschätzungen des asim
vollkommen ausser Acht zu lassen und eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für leichte
Arbeiten anzunehmen, anstatt weitere Abklärungen durchzuführen. Aufgrund der
Unfallfolgen am linken Fuss bestehe eine beträchtliche Arbeitsunfähigkeit auch für
leichte Arbeiten. Diese sei gestützt auf rechtsgenügliche Abklärungen (Einholung eines
ergänzenden Berichts beim asim) festzustellen. Angesichts der bei den Akten liegenden
ärztlichen Gutachten/Berichte, welche allesamt eine andere bzw. höhere Einschätzung
der Arbeitsunfähigkeit als die Beschwerdegegnerin feststellen würden, könne ohne
Vornahme weiterer Abklärungen nicht von diesen Gutachten abgewichen und eine
Arbeitsfähigkeit von 100% für adaptierte Tätigkeiten angenommen werden. Bei einem
Arbeitsunfähigkeitsgrad von 25-30% ergebe sich unter Berücksichtigung eines
Valideneinkommens von Fr. 82'150.-- und dem von der Beschwerdegegnerin
errechneten Invalideneinkommen von Fr. 59'167.-- ein Erwerbsunfähigkeitsgrad von
46-50% (act. G1)
B.b In der Beschwerdeantwort vom 10. November 2011 beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die
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Darlegungen im angefochtenen Entscheid und führte unter anderem aus, die
schlüssigen Ausführungen des Kreisarztes würden volle Beweiskraft geniessen. Aus
dem von der IV in Auftrag gegebenen asim-Gutachten vom 13. Oktober 2009 könne
nichts zu Gunsten des Beschwerdeführers abgeleitet werden, da es auf
Untersuchungen beruhe, welche noch vor der Operation vom 1. Oktober 2009
durchgeführt worden seien, die Expertise also für die im Januar 2011 verfügte
Berentung klarerweise veraltet sei und die Zumutbarkeitsbeurteilungen nebst dem
unfallkausalen Fussschaden auch unfallfremde Gesundheitsschäden
mitberücksichtigten. Wichtig sei auch, dass die asim-Gutachter die Arbeitsfähigkeit
nicht nach objektiven medizinischen Kriterien, sondern ausschliesslich anhand der
subjektiven Schmerzangaben des Beschwerdeführers beurteilt hätten. Die von der
Beschwerdegegnerin anhand der kreisärztlichen Zumutbarkeitsbeurteilung
vorgenommene Bemessung des Invalidenlohns sei korrekt. Der Validenlohn ergebe
sich aus der Lohnmeldung des letzten Arbeitgebers vom 17. Januar 2011 und betrage
Fr. 71'500.-- (Fr. 5'500.-- x 13). Kinderzulagen würden nicht zum Valideneinkommen
gehören. Bei einem IV-Grad von 17% erweise sich der verfügte IV-Grad von 20% als
überhöht, was das angerufene Gericht von Amtes wegen mit einer reformatio in peius
korrigieren könne (act. G3).
B.c Mit Replik vom 15. Dezember 2011 bestätigte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers seine Anträge und Ausführungen (act. G6) und reichte ein
Arztzeugnis von Dr. C._ vom 6. Oktober 2011 ein (act. G6.1).
B.d In der Duplik vom 23. März 2012 hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem
Standpunkt fest (act. G13).
B.e Mit Eingabe vom 16. Mai 2012 reichte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
das Gutachten des asim vom 12. April 2012 ein und nahm gleichzeitig dazu Stellung
(act. G 15). Die Beschwerdegegnerin äusserte sich dazu am 8. Juni 2012 (act. G 17).
B.f Mit Eingabe vom 11. September 2012 reichte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers
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einen Vorbescheid der IV-Stelle vom 10. August 2012 (act. G 19 Beilage 4) sowie einen
ambulanten Bericht des Universitätsspitals Basel vom 6. Juli 2012 ein (act. G 19
Beilage 5). Hierzu nahm die Beschwerdegegnerin am 24. September 2009 Stellung
(act. G 21).

Erwägungen:
1.
Streitig ist die Höhe der dem Beschwerdeführer ab 1. Juli 2010 zustehenden
Invalidenrente (IV-Grad). Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Entscheid
die rechtlichen Voraussetzungen der Bemessung von Invalidenrenten zutreffend dar
(Erwägungen 2 und 3); darauf ist zu verweisen.
2.
2.1 Im Gutachten des Universitätsspitals Basel vom 19. April 2006 bestätigten die
Gutachter als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit beim
Beschwerdeführer ein zervikobrachiales Schmerzsyndrom linksbetont, eine
Periarthropathia humeroscapularis links, ein lumbovertebrales Schmerzsyndrom
anamnestisch, einen Status nach Distorsionstrauma OSG links und eine
Anpassungsstörung mit leichter depressiver Reaktion. Für die bisherige Tätigkeit als
Chauffeur bestehe keine Arbeitsfähigkeit. Leichtere Arbeiten seien mit zeitlicher
Einschränkung durch vermehrt nötige Erholungspausen zu mindestens 70 % zumutbar
(IV-Akten). Die Neurologin Dr. med. F._ führte im Gutachten vom 10. Juli 2008 als
unfallbedingte Diagnosen ein chronisches Schmerzsyndrom (Bewegungsschmerz
funktionell, Suralisneuropathie) nach Distorsion des linken Fusses am 28. Februar 2000
(leichte Arthrose im talo-naviculär-Gelenk links, chronische Tendinopathie der
Peronaeus brevis-Sehne mit longitudinaler Faserruptur) mit mehreren operativen
Eingriffen auf. Nicht unfallbedingt sei das Zervikobrachial-Syndrom bei degenerativen
Veränderungen der HWS. Die schmerzbedingte Bewegungseinschränkung im linken
oberen Sprunggelenk rechtfertige die vollständige Arbeitsunfähigkeit im bisherigen
Beruf als Lastwagen-Chauffeur. Aufgrund der leicht eingeschränkten Beweglichkeit des
linken Fusses (Heben/Senken) sei eine leichte Arbeit ganztags bei einer Leistung von
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100% zumutbar. Dabei könnten Arbeiten ausgeführt werden, die nicht längere
Gehstrecken oder das Gehen in unebenem Gelände bedingen würden.
Ausgeschlossen seien Arbeiten mit Heben und Tragen von Lasten über 15 kg. Die
Einschränkung bestehe auch für das Bedienen von Pedalen für das linke Bein. Auch
das Besteigen von Leitern sei nicht angezeigt. Es bestehe keine Einschränkung für
Arbeiten, die im Sitzen ausgeführt werden könnten oder mit wechselbelastender
Tätigkeit verbunden seien. Wegen der N. Suralis-Neuropathie sei von einem
Integritätsschaden von 10-20% auszugehen (UV-act. 146).
2.2 Im Gutachten des asim vom 13. Oktober 2009 wurden als Diagnosen mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein zervikospondylogenes Schmerzsyndrom links,
eine Periarthropathia humeroscapularis links mehr als rechts, ein chronisches
Schmerzsyndrom des linken Fusses und ein chronisches lumbovertebrales
Schmerzsyndrom linksbetont festgehalten. Als weitere Diagnosen ohne Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit führten die Gutachter unter anderem eine Adipositas und ein Status
nach Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion an. Aus somatischer Sicht
sei der Explorand in seiner vorherigen Tätigkeit als Lastwagenchauffeur nicht mehr
arbeitsfähig. Unter Berücksichtigung der vom Exploranden glaubhaft geschilderten
Belastungsmöglichkeiten und Schmerzen, vor allem im Bereich des linken OSG, aber
auch im Bereich der linken Schulter, seien auch leichte körperliche Arbeiten heute
(anders wie im Vorgutachten 2005, wo eine 70%ige Zumutbarkeit bescheinigt worden
sei) nicht mehr zumutbar. Die Behandlungsmöglichkeiten seien nicht ausgeschöpft.
Möglicherweise könne immer noch eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit durch eine
arthroskopische subakromiale Dekompression an der linken Schulter sowie eine
eventuelle operative Dekompression und ventrale Spondylodese C5/C7 als auch durch
eine Behebung der posttraumatischen Rotationsinstabilität im Bereich des OSG links
erzielt werden. Eine Revision des OSG sei geplant. Aus der Sicht des übrigen
Bewegungsapparats seien leichte bis mittelschwere wechselbelastende Tätigkeiten mit
der Möglichkeit zur Einlegung von Pausen und ohne Zwangshaltungen/
Überkopfarbeiten theoretisch in einem 70%-Pensum zumutbar, wobei keine Lasten
von mehr als 10 kg getragen, gehoben oder geschoben werden sollten. Gesamthaft
betrage damit die Arbeitsfähigkeit im Gutachtenszeitpunkt 0%; dies mit Beginn im
Dezember 2005 (IV-Akten). Nach Durchführung einer weiteren, im Anschluss an die
asim-Begutachtung vorgenommenen operativen Revision im Universitätsspital Basel
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im September/Oktober 2009 (UV-act. 191) wurde eine volle Arbeitsunfähigkeit
bescheinigt (UV-act. 211). Aufgrund der ärztlichen Abschlussuntersuchung vom 17.
Juni 2010 diagnostizierte Prof. E._ als Kreisarzt-Stellvertreter eine posttraumatische
Arthralgie am linken OSG, einen Status nach mehreren Operationen und eine
Neuropathie des Nervus suralis linke Ferse. Ab dem 21. Juni 2010 könne rein wegen
der residuellen Fussproblematik eine Arbeitsfähigkeit von 75% angenommen werden
für eine Tätigkeit, bei welcher kaum Gehstrecken zurückzulegen seien, welche
hauptsächlich im Sitzen durchgeführt werden könne und bei welcher gelegentlich das
Bein gestreckt oder gebeugt werden könne (UV-act. 215).
2.3 Die Ärzte des Universitätsspitals Basel berichteten am 28. Oktober 2010, sie
hätten eine orthopädische Fussbettung rezeptiert. Im Moment sei nicht ersichtlich, wo
das Problem des Patienten genau sei. Das neurologische Konsilium vom 6. Oktober
2010 habe einen neuropathischen Schmerz ergeben, der keinem Nerv zugeordnet
werden könne. Eine Therapie mit Lyrica sei vom Patienten abgelehnt worden. Sie (die
Ärzte) würden die im Bericht vom 17. Juni 2010 von Prof. E._ vertretene Meinung
teilen (UV-act. 231). Prof. E._ führte am 6. Dezember 2010 aus, das Rendement
könne auf eine ganztägige zeitliche Präsenz ausgeweitet werden bei Tätigkeiten, die im
Sitzen und allenfalls auch im Stehen mit wenig Gehstrecken ausgeführt werden
könnten. Es sei nicht davon auszugehen, dass die Fussproblematik mit einer im
eigentlichen Sinn invalidisierenden Behinderung gleichzusetzen sei (UV-act. 234). Am
13. Dezember 2010 bestätigte Prof. E._ ergänzend, es könne von einer ganztägigen
Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden, die uneingeschränkt im Sitzen absolviert werden
könne. Das Gehen und Tragen von Lasten über 15 kg sei nicht mehr möglich. Im
Stehen könne allerdings eine Last von 15 kg bis maximal 20 kg manipuliert werden.
Das Besteigen von Leitern und Gerüsten sei nicht zumutbar (UV-act. 235). In einer
erneuten Stellungnahme vom 11. Januar 2011 vermerkte Prof. E._ unter anderem,
aus seiner Sicht wie auch derjenigen der Ärzte des Universitätsspitals Basel (UV-act.
231) seien medizinische Massnahmen nicht geeignet, eine weitere
Zustandsverbesserung zu bewirken. Seit der kreisärztlichen Untersuchung vom Juni
2010 sei von stabilen Verhältnissen auszugehen. Eine Erhöhung der Arbeitsfähigkeit
von 75% könne ab Januar 2011 angenommen werden (UV-act. 241). Eine weitere
asim-Begutachtung des Beschwerdeführers ergab gemäss Bericht vom 12. April 2012
als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches zervikobrachiales
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Syndrom linksbetont, ein subakromiales Impingement der linken Schulter, einen Status
nach Distorsionstrauma OSG links und ein Lumbovertebralsyndrom. Im Vordergrund
stünden aktuell die Beschwerden von Seiten der linken Schulter und der HWS nebst
dem linken Bein, wo der Beschwerdeführer nach mehreren Operationen orthopädische
Schuhe tragen müsse. Aus psychiatrischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit für angepasste
Verweistätigkeiten nicht eingeschränkt. Aufgrund seiner HWS-, Schulter- und
Fussbeschwerdensymptomatik sei der Beschwerdeführer als Lastwagenchauffeur nicht
mehr arbeitsfähig. Auch eine leichte körperliche Verweistätigkeit unter Einhaltung von
Ruhepausen, wie sie im Gutachten von 2005 noch als zu 70 % zumutbar beschrieben
worden seien, sei nicht mehr zumutbar - dies aufgrund der multiplen
muskuloskelettalen Einschränkungen. Seit 2009 habe sich keine Verbesserung der
Leistungsfähigkeit ergeben. Die Suva-Verfügung betreffend Rente und
Integritätsentschädigung beziehe sich nur auf die Problematik des OSG. Aus Sicht der
IV seien auch die HWS-Problematik und die Schulter mit Omarthrose zu
berücksichtigen (act. G 15.1).
3.
3.1 Aufgrund der geschilderten medizinischen Akten ist mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die bisherige Tätigkeit als
Lastwagenchauffeur vom Beschwerdeführer nicht mehr ausgeübt werden kann.
Während im Gutachten des Universitätsspitals Basel von 2006 leichte Tätigkeiten aus
interdisziplinärer Sicht noch als zu mindestens 70% zumutbar erachtet wurden (IV-
Akten) und die Neurologin Dr. F._ im Gutachten von 2008 unter ausschliesslicher
Berücksichtigung der Situation des linken Fusses für eine leichte Tätigkeit eine volle
Arbeitsfähigkeit (mit gewissen qualitativen Einschränkungen) bescheinigt hatte (UV-act.
146), gingen die asim-Gutachter im Jahr 2009 insgesamt von einer veränderten bzw.
verschlechterten Situation im linken Fuss aus (vgl. asim-Gutachten 2009 S. 1, 32 und
44; IV-Akten). Sie bescheinigten - aus ganzheitlicher Sicht, d.h. mit Hinweis auf
Einschränkungen im Bereich der HWS, der Schulter, des Rückens und des linken
Fusses - eine volle Arbeitsunfähigkeit auch für eine leichte Tätigkeit. Der asim-
Rheumatologe hielt fest, dass die durch das Schmerzsyndrom des linken Fusses
bedingte Arbeitsfähigkeits-Einschränkung aus rheumatologischer Sicht nicht beurteilt
werden könne und verwies hierzu auf das orthopädische und das neurologische
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Teilgutachten (vgl. asim-Gutachten 2009 S. 36f). Der asim-Neurologe kam zum
Schluss, dass der Beschwerdeführer aus Gründen der HWS, des Rückens und des
linken Fusses in einer wechselbelastenden angepassten Tätigkeit zu 70% arbeitsfähig
sei (asim-Gutachten 2009 S. 39). Im orthopädischen Teilgutachten wurde eine
zumutbare Arbeitsfähigkeit mit Hinweis auf die Einschränkungen der HWS, der Schulter
und des linken Fusses gänzlich verneint, wobei zur Begründung im Wesentlichen auf
die vom Beschwerdeführer selbst geschilderten Belastungsmöglichkeiten und
Schmerzen verwiesen, eine eigentliche orthopädische Begründung jedoch nicht
angeführt wurde (asim-Gutachten 2009 S. 42). Aus dem orthopädischen Teilgutachten
ist insbesondere nicht ersichtlich, dass dem Beschwerdeführer aus rein
orthopädischen (unfallbedingten) Gründen bezüglich des linken Fusses eine 70%ige
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten (sitzenden) Tätigkeit, wie sie vom Neurologen aus
ganzheitlicher (nicht nur unfallbedingter) Sicht bescheinigt wurde, nicht möglich sein
sollte.
Bei dieser medizinischen Ausgangslage erscheint es grundsätzlich nachvollziehbar und
plausibel, wenn der Suva-Arzt Prof. E._ im späteren Bericht vom 17. Juni 2010 rein
wegen der unfallbedingten Fussproblematik lediglich eine Teilarbeitsfähigkeit (75% ab
dem 21. Juni 2010) annahm (UV-act. 215). Bei der Schädigung im linken Fuss handelt
es sich nach Lage der Akten vorderhand um ein neurologisches (neuropathisches)
Problem. So hatte Prof. E._ festgehalten, dass ein grosser Teil der Beschwerden von
der Nervenschädigung (Nervus-suralis-Neuropathie) herrühre (UV-act. 216). Die Ärzte
des Universitätsspitals Basel stimmten im Bericht vom 28. Oktober 2010 ausdrücklich
mit der von Prof. E._ vertretenen Meinung überein (UV-act. 231). Wenn Prof. E._
jedoch in seinen späteren Berichten von einer (aus Gründen des linken Fusses)
uneingeschränkten, vollzeitlichen Arbeitsfähigkeit ausging (UV-act. 234, 235, 241), so
ist festzuhalten, dass für eine zwischenzeitliche Verbesserung mit Bezug auf den linken
Fuss keinerlei Anhaltspunkte bestehen und damit auch eine vollumfängliche
Zumutbarkeit (anstelle der bisherigen 75%igen Zumutbarkeit) nicht ausgewiesen
erscheint.
3.2 Die asim-Begutachtung 2012 ergab sodann, wie diejenige von 2009, aus einer
gesundheitlichen Gesamtsicht (HWS, Schulter, linker Fuss, lumbaler Rücken) keine
verwertbare Arbeitsfähigkeit bzw. eine im Wesentlichen gleich gebliebene
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gesundheitliche Situation (insbesondere ohne zwischenzeitliche Verbesserung). Die
Invalidenversicherung verneinte dementsprechend eine Verbesserung des
Gesundheitszustands seit Juni 2010 (act. G 19 Beilage 4). Es rechtfertigt sich daher,
die Feststellungen im asim-Gutachten 2012 für dieses Verfahren zu berücksichtigen,
auch wenn dieses Gutachten erst nach Erlass des angefochtenen Entscheids (8.
September 2011) erstellt wurde. Der asim-Orthopäde 2012 begründete seinen
Standpunkt (vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit) im Wesentlichen mit Hinweis auf die
neuropathische Schmerzsymptomatik und damit an sich mit neurologischen
Gesichtspunkten (act. G 15.1 S. 48). Anhaltspunkte dafür, dass eine vorwiegend
sitzende Tätigkeit dem Beschwerdeführer allein aufgrund einer orthopädischen
Problematik im linken Fuss nicht zumutbar wäre, lassen sich dem Bericht des asim-
Orthopäden jedoch nicht entnehmen. Im Übrigen bescheinigt auch der orthopädische
Bericht des Universitätsspitals Basel vom 6. Juli 2012 unauffällige Verhältnisse ohne
Degeneration bzw. eine unveränderte Situation am linken Fuss ohne
Behandlungsbedarf. Eine (orthopädisch bedingte) Arbeitsunfähigkeit attestierte er nicht
(act. G 19 Beilage 5). Hingegen hielt der asim-Neurologe im Jahr 2012 eine rein durch
die Situation im linken Fuss mit erhöhtem Pausenbedarf bedingte Einschränkung von
20% bzw. eine 80%ige Arbeitsfähigkeit fest (act. G 15.1 S. 47). Vor dem geschilderten
medizinischen Hintergrund erscheint die Annahme ausgewiesen, dass allein aus
(unfallbedingten) Gründen des linken Fusses jedenfalls seit 2010 - bei zwischenzeitlich
unveränderter gesundheitlicher Situation (vgl. auch act. G 19 Beilage 5 S. 2) - eine
80%ige Arbeitsfähigkeit bestand; aus orthopädischen Gründen kann (bezogen auf den
linken Fuss) keine tiefere Arbeitsfähigkeit als belegt gelten. Wie dargelegt war hiervon -
annäherungsweise - vorerst auch der Suva-Arzt Prof. E._ mit der Bescheinigung
einer (fussbedingten) 75%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen. Unter diesen Umständen
erübrigen sich weitere medizinische Abklärungen bzw. die Einholung eines
ergänzenden Berichts des asim. Vom gutachterlich-neurologisch geschätzten 80%igen
Arbeitsfähigkeitsgrad ist nachstehend für die Invaliditätsbemessung ab 2010
auszugehen. Die Prüfung der Frage einer allenfalls befristet höheren Rente
(Subeventualantrag und act. G 1 S. 11 oben) erübrigt sich dementsprechend.
4.
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4.1 Streitig sind die der Invaliditätsbemessung zugrunde liegenden
Vergleichseinkommen (Art. 16 ATSG). Für die Ermittlung des Validen-einkommens ist
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des Rentenbeginns nach dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunder tatsächlich verdient
hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, der Teuerung und der realen
Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft; dies in der Annahme,
dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (BGE
129 V 224, E. 4.3.1 mit Hinweisen). Zusätzliche Einkommensbestandteile wie
Überstundenentschädigungen sind bei der Bemessung des Valideneinkommens zu
berücksichtigen, wenn es sich um Entgelt mit Lohncharakter und nicht um
Spesenentschädigungen handelt (RKUV 1989 Nr. U 69 S. 180 E. 2c; vgl. auch RKUV
2000 Nr. U 400 S. 383 E. 2c sowie AHI 2002 S. 157 E. 3b). Da aber die
Invaliditätsbemessung der dauernd oder für längere Zeit bestehenden
Erwerbsunfähigkeit entsprechen muss, bildet Voraussetzung für die Berücksichtigung
eines derartigen Zusatzeinkommens, dass die versicherte Person aller Voraussicht
nach damit hätte rechnen können. Massgebend ist nach dem im Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit, ob die versicherte Person aufgrund ihrer konkreten
erwerblichen Situation und des tatsächlichen Arbeitseinsatzes vor dem Unfall
wahrscheinlich weiterhin ein Zusatzeinkommen hätte erzielen können; die blosse
Möglichkeit dazu genügt nicht (RKUV 1989 Nr. U 69 S. 180 f. E. 2c). Zur Festlegung
des Valideneinkommens 2010 von Fr. 73'650.-- ging die Beschwerdegegnerin von den
Angaben des früheren Arbeitgebers aus. Dieser meldete zum einen den Grundlohn pro
Monat (13x) von Fr. 5'500.-- (UV-act. 247). Hinzu kamen als Zulagen ein Winterpfad-
Geld von durchschnittlich Fr. 1'850.-- pro Jahr (Durchschnitt der Jahre 1999 und 2000)
und ein Feriengeld von Fr. 300.-- (Beilagen zu UV-act. 159; UV-act. 251 S. 2). Ein
höherer Zulagen-Betrag, wie er sinngemäss vom Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers vorerst geltend gemacht wurde (act. G 1 S. 8 mit Hinweis auf UV-
act. 260 S. 6), ist nicht ausgewiesen. Würden die Kinderzulagen (vgl. UV-act. 260 S. 6)
beim Valideneinkommen hinzugerechnet, so wäre dies auch beim Invalideneinkommen
so zu halten; die Hinzurechnung würde dadurch im Ergebnis neutralisiert. Zu Recht
liess die Beschwerdegegnerin in der Lohnabrechnung angeführte Spesen (vgl. UV-act.
159: Spesen Betrieb, Winterpfad-Spesen) ausser Betracht, da diese als
Unkostenersatz und nicht als Lohnbestandteil zu werten sind (vgl. Urteil des
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Bundesgerichts vom 20. Juli 2007, 8C_240/2007, E. 4.3). Bei einem Chauffeur dürften
solche Spesen als Aufwandentschädigung wegen der auswärtigen Verpflegung und
Pausen den Normalfall darstellen. Der ehemalige Arbeitgeber hatte denn auch Spesen
weder in der Unfallmeldung (UV-act. 1) noch bei späteren Lohn-Anfragen (UV-act. 153,
247) als Lohnbestandteil angegeben und erachtete sie somit nicht als massgebenden
Lohn im Sinn von Art. 9 Abs. 2 AHVV (SR 831.101). Es bleibt damit bei dem von der
Beschwerdegegnerin ermittelten Valideneinkommen von Fr. 73'650.--; dieses wird
nunmehr auch vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers als zutreffend erachtet
(act. G 6 S. 8).
4.2 Das Invalideneinkommen legte die Beschwerdegegnerin gestützt auf DAP-Zahlen,
d.h. die Arbeitsplätze Nr. 6894, 8483, 9246, 7469 und 9647 in UV-act. 250 und 250a,
mit Fr. 59'000.-- (abgerundeter Durchschnitt) fest. Im Hinblick auf die geforderte
Repräsentativität der DAP-Profile und der daraus abgeleiteten Lohnangaben hat die
Beschwerdegegnerin nach der Rechtsprechung, zusätzlich zur Auflage von mindestens
fünf DAP-Blättern, Angaben zu machen über die Gesamtzahl der aufgrund der
gegebenen Behinderung in Frage kommenden dokumentierten Arbeitsplätze, über den
Höchst- und den Tiefstlohn sowie über den Durchschnittslohn der dem jeweils
verwendeten Behinderungsprofil entsprechenden Gruppe. Im Beschwerdeverfahren ist
es Sache des angerufenen Gerichts, die Rechtskonformität der DAP-
Invaliditätsbemessung zu prüfen, gegebenenfalls die Sache an den Versicherer
zurückzuweisen oder an Stelle des DAP-Lohnvergleichs einen Tabellenlohnvergleich
gestützt auf die LSE vorzunehmen (Urteil des EVG vom 28. August 2003, U 35/00, E.
4.2.2). Konkret liegen die von der Rechtsprechung geforderten Angaben vor und die
von der Beschwerdegegnerin ausgewählten DAP-Arbeitsplätze sind den
behinderungsbedingten Einschränkungen des Beschwerdeführers angepasst. Bei den
erwähnten DAP-Arbeitsplätzen ist nun allerdings die Umrechnung auf ein 80%-Pensum
insofern nicht möglich, als bei der Mehrzahl eine Teilzeitarbeit nicht in Betracht fällt (vgl.
UV-act. 250a, 250c, 250d). Die Bemessung ist daher anhand statistischer Löhne
vorzunehmen. Aus der LSE 2008 TA 1 Niveau 4 ist für Männer ein durchschnittliches
Monatssalär von Fr. 4'806.-- ersichtlich. Das hieraus errechnete Jahressalär von
Fr. 57'672.-- basiert auf 40 Wochenstunden und ist auf die betriebsübliche
durchschnittliche Arbeitszeit 2010, d.h. auf 41.6 Stunden, aufzurechnen, woraus sich
ein Betrag von Fr. 59'979.-- ergibt. Im Jahr 2009 stiegen die Nominallöhne um 2.1%
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 13/13
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und 2010 um 0.8%, woraus für dieses Jahr ein Betrag von Fr. 61'728.-- resultiert. Unter
Berücksichtigung des zumutbaren 80%-Pensums und eines Leidens- und
Teilzeitabzugs von insgesamt 10% ergibt sich ein Betrag von Fr. 44'444.--. Die
Gegenüberstellung dieses Betrags mit dem Valideneinkommen von Fr. 73'650.-- ergibt
eine Erwerbsunfähigkeit von 39.7% (gerundet 40%; BGE 130 V 122 E. 3.2).
5.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
Einspracheentscheids vom 8. September 2011 in dem Sinn gutzuheissen, dass die
Beschwerdegegnerin zu verpflichten ist, dem Beschwerdeführer ab 1. Juli 2010 eine
Invalidenrente auf der Basis eines IV-Grads von 40% auszurichten. Gerichtskosten sind
keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Bei diesem Verfahrensausgang hat der
Beschwerdeführer Anspruch auf Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG). Es
rechtfertigt sich, diese - wie in vergleichbaren Fällen üblich - auf pauschal Fr. 4'000.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP