Decision ID: 18f66e4b-a853-491f-b14e-fd1ae508d182
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Mit Nachtragsverfügungen vom 3
0.
Dezember 2016 setzte die Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse, die persönlichen Beiträge von
X._
aus selbständiger Erwerbstätigkeit für die Beitragsjahre 2009 bis 2012 aufgrund der in diesen Jahren erzielten Einkommen aus selbstän
d
iger Er
werbstätigkeit von
Fr.
327‘900
.-- (20
09),
Fr.
642‘900
.-- (2010), Fr.
354‘000
.-- (2011) und
Fr.
266‘000
.-- (2012) und eines im Betrieb investierten Eigenkapitals von
Fr.
3‘040‘000.-- (2009),
Fr.
3‘17
9‘00
0.
- (2010),
Fr.
4‘960‘000.-
- (2011) und
Fr.
4‘980‘000.-- (2012) auf
Fr.
31‘929.60 (2009),
Fr.
62‘296.80 (2010),
Fr.
35‘025.-- (2011) und
Fr.
26‘319.40 (2012) (ein
schliesslich Verwal
tungskosten) fest (Urk.
6/43-46). Hierbei stützte sich die Ausgleichskasse auf die Steuermel
dungen des Kantonalen Steueramtes Zü
rich vom 1
6.
Februar 2016 (Urk.
6/32-35). Gegen die Nachtragsverfügungen vom 3
0.
Dezember 2016 erhob der Beitragspflichtige mit Eingaben vom 2
0.
Januar 2017 Einsprache (
Urk.
6/58-61), welche die Ausgleichskasse mit Entscheid
vom 2
8.
Juli 2017 abwies (Urk. 6/64 =
Urk.
2
).
2.
Gegen diesen Entscheid erhob der Versicherte mit Eingabe vom 2
1.
August 2017 Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es sei festzustellen, dass er lediglich im Jahr 2009 einen Gewinn aus dem Verkauf einer Liegenschaft erzielt und ansonsten keine selbständige Erwerbstä
tigkeit bestanden habe (
Urk.
1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Be
schwerdeantwort vom 2
7.
September 2017
die
Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5, unter Beilage der Akten [
Urk.
6/1-74])
und reichte mit Eingabe vom 10.
Oktober 2017 (
Urk.
9) den Einschätzungsentscheid de
s kantonalen Steuer
am
tes vom 4.
Dezember 2015 zu den Akten (
Urk.
10). Der Beschwerdeführer er
stat
tete am 1
6.
Oktober 2017 die Replik (
Urk.
12).
I
n der Folge
zog d
as Sozial
ver
si
cherungs
gericht mit Verfügung vom 2
4.
Oktober 2017 (
Urk.
14) die Steu
er
akten bet
reffend die Steuerperioden 2005 bis
2012 bei (
Urk.
15,
Urk.
16/1-8). Die Beschwerde
gegnerin verzichtete mit Eingabe vom 1
5.
November 2017 auf das Einreichen einer Duplik (
Urk.
18, unter Beilage der aktuellsten Akten [
Urk.
19/75-76
]
), was dem Beschwer
deführer zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
20).
Mit Beschluss vom 1
2.
Februar 2019 (
Urk.
21) räumte das
hiesige
Gericht dem Beschwerdeführer eine Frist von zwanzig Tagen ein, um
geeignete Beweismittel zur Klärung der Eigentumsverhältnisse sämtlicher Liegenschaften einzureichen und
sich zu einer möglichen
reformatio
in
peius
zu äussern oder die Beschwerde zu
rück
zuziehen. Der Beschwerdeführer hielt daraufhin mit Eingabe vom
1
8.
März 2019 (
Urk.
23)
- unter Beilage diverser Kaufverträge der Liegenschaften
(Urk.
24/1-17)
- an seiner Beschwerde fest.
Am
2.
April 2019 wurde
Y._
,
die Ehefrau des Beschwerdeführers, zum Prozess beigeladen
, wobei sich diese nicht vernehmen liess, und die Beschwerdegegnerin um Einreichung sämt
licher Kassenakten betreffend die Beigeladene ersucht
(
Urk.
25).
Am 3
0.
April 2019 reichte die Beschwerdegegnerin die einge
forderten Kassenakten ein (Urk.
27
,
unter Beilage
der Akten [
Urk.
28/1-51
]
).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 22
der
Verordnung über die Alters- und
Hinterlassenen
versicherung
(AHVV)
werden die Beiträge vom Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit für jedes Beitragsjahr festgesetzt, wobei das Kalenderjahr als Beitragsjahr gilt. Die Beiträge bemessen sich aufgrund des im Beitragsjahr tatsächlich erzielten Er
werbseinkommens und des am 31. Dezember im Betrieb investierten Eigenka
pi
tals.
1.2
1.2.1
Gemäss Art. 17 AHVV gelten als Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit im Sinne von Art. 9 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Alters- und
Hinterlas
senenversicherung
(AHVG)
alle in selbständiger Stellung erzielten Einkünfte aus einem Handels-, Industrie-, Gewerbe-, Land- und Forstwirtschaftsbetrieb, aus einem freien Beruf sowie aus jeder anderen selbständigen Erwerbstätigkeit, ein
schliesslich der Kapital- und Überführungsgewinne nach Art. 18 Abs. 2 des Bun
desgesetzes über die direkte Bundessteuer (DBG) und der Gewinne aus der Veräusserung von land- und forstwirtschaftlichen Grundstücken nach Art. 18 Abs. 4 DBG, mit Ausnahme der Einkünfte aus zu Geschäftsvermögen erklärten Beteili
gungen nach Art. 18 Abs. 2 DBG.
1.2.2
Nicht unter den Begriff der selbständigen Erwerbstätigkeit im Sinne von
Art.
9
Abs.
1 AHVG und
Art.
17 AHVV fällt die blosse Verwaltung des eigenen Ver
mö
gens; der daraus resultierende reine Kapitalertrag unterliegt daher nicht der Bei
tragspflicht. Gleiches gilt in Bezug auf Gewinne aus privatem Vermögen, welche in Ausnützung einer zufällig sich bietenden Gelegenheit erzielt worden sind. An
derseits stellen Kapitalgewinne aus der Veräusserung oder Verwertung von
Gegenständen des Privatvermögens, wie Wertschriften oder Liegenschaften, auch bei nicht buchführungspflichtigen (Einzel
-
)Betrieben, Einkommen aus selb
stän
diger Erwerbstätigkeit dar, wenn und soweit sie auf gewerbsmässigem Handel beruhen (BGE 134 V 250 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.2.3
Ausgangspunkt für die auf Grund der Gesamtheit der Umstände vorzunehmende Beurteilung der Frage, ob Einkünfte aus einer selbständigen Erwerbstätigkeit im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 und
Art.
9
Abs.
1 AHVG in Verbindung mit
Art.
17 AHVV herrühren, bildet die bundesgerichtliche Rechtsprechung zur beitrags
rechtlichen Abgrenzung von blosser (privater) Vermögensverwaltung (oder Gewinnerzielung in Ausnützung einer zufällig sich bietenden Gelegenheit [BGE
134 V 250 E. 3.1 S. 253]) und betrieblicher (gewerbsmässiger) Nutzung von Liegen
schaften.
Indizien für eine beitragspflichtige Erwerbstätigkeit stellen etwa die (systema
tische oder planmässige) Art und Weise des Vorgehens (aktives, wert
ver
mehr
endes Tätigwerden durch Parzellierung, Überbauung, Werbung etc., Erwerb in der offenkundigen Absicht, die Liegenschaft möglichst rasch mit Gewinn wei
terzu
verkaufen, Ausnützung der Marktentwicklung), die Häufigkeit der Lie
gen
schafts
geschäfte, deren Finanzierung durch den Einsatz bedeutender fremder Mit
tel oder der Veräusserungserlöse, der enge Zusammenhang mit der (haupt-)be
ruflichen Tätigkeit des Pflichtigen, spezielle Fachkenntnisse und eine kurze
Be
sitzesdauer
dar.
Nicht erforderlich für die Annahme einer beitragspflich
tigen (selbständigen) Erwerbstätigkeit ist dagegen die nach aussen sichtbare Teil
nahme am Wirt
schafts
verkehr.
Jedes der genannten Indizien kann zusammen mit ande
ren, im Einzelfall aber unter Umständen auch bereits allein zur Annahme einer Erwerbstätigkeit ausreichen (SVR 2003 AHV Nr. 15 E. 4 mit Hinweis auf BGE 125 II 118 E. 3.c).
Keine selbständige Erwerbstätigkeit bzw. kein gewerbs
mässiger Im
mobilienhandel liegt demgegenüber vor, wenn lediglich das eigene Vermögen verwaltet wird, insbesondere etwa durch die Vermietung eigener Liegenschaften. Daran ändert nichts, wenn das Vermögen umfangreich ist, pro
fessionell verwaltet wird und kaufmännische Bücher geführt werden. Überdies liegt normalerweise private Vermögensverwaltung vor, wenn der Eigentümer seine Liegenschaft(en) mit Wohn- oder Geschäftsbauten überbaut, um aus deren Vermietung einen Er
trag zu erzielen. Dies gilt – ohne Hinzutreten weiterer Umstände – selbst dann, wenn zur Werterhöhung und Erleichterung des Weiter
ver
kaufs Stockwerk
eigen
tumseinheiten begründet werden. Allerdings setzt dies vo
raus, dass das Geschäft nicht ausschliesslich mit fremden Mitteln finanziert wor
den ist (Urteil des Bun
des
gerichts 9C_591/2016 vom 2
1.
März 2017, E. 3.2 mit weiteren Hinweisen).
1.2.4
Für die Abgrenzung zwischen selbständiger Erwerbstätigkeit und Vermögensver
waltung ist grundsätzlich von der steuerrechtlichen Praxis zur Unterscheidung
zwischen Privat- und Geschäftsvermögen auszugehen. Das Bundesgericht hat dazu festgehalten, die Vermietung eigener Liegenschaften gehöre ausgesprochen zur üblichen Verwaltung privaten (Anlage-)Vermögens und bei der Annahme, sie sei Gegenstand eines geschäftlichen Betriebs – mithin einer (selbständigen) Erwerbs
tätigkeit –, sei grösste Zurückhaltung geboten. Insbesondere seien in dieser Konstellation, also bei der Vermietung von Gebäuden und Räumlichkeiten ohne Tätigung von Käufen und Verkäufen, die zum Liegenschaftshandel entwickelten Kriterien nicht massgebend. Der Eigentümer, der seine Liegen
schaft(en) mit Wohn- oder Geschäftsbauten überbaut, um aus deren Vermietung einen Ertrag zu erzielen, verwaltet demnach normalerweise privates Vermögen, und das Ver
mieten von Wohnblöcken gilt als Vermögensverwaltung, auch wenn der Vermie
ter die Wohnungen
instandhalten
und nötigenfalls neue Mieter suchen muss. Diese Rechtsprechung ist mit Bezug auf die beitragsrechtliche Beurteilung zu übernehmen (Urteil des Bundesgerichts 9C
_591/2016 vom 2
1.
März 2017, E.
3.3 mit weiteren Hinweisen).
Dagegen erhält die Vermietertätigkeit dann betrieblichen Charakter, wenn sie die blosse Gebäudeverwaltung übersteigt (BGE 110
V 83 E. 5a; ZAK 1987 S. 519 E.
3a). Für die beitragsrechtliche Abgrenzung von blosser (privater) Vermögens
verwaltung und betrieblicher (gewerbsmässiger) Nutzung ist das in einer Liegen
schaft investierte Fremdkapital grundsätzlich nur massgebend, wenn der Versi
ch
erte eine Tätigkeit ausübt, die auch Kapitalinvestitionen verlangt, wie der Kauf und Verkauf von Grundstücken. Dagegen kommt diesem Kriterium keine ent
scheidende Bedeutung zu, wenn die Tätigkeit sich darauf beschränkt, aus einer eigenen Liegenschaft Mietzinseinnahmen zu erzielen. In einem solchen Fall ist die Herkunft der Mittel für den Erwerb des Vermögensobjektes – Darlehen oder eigene Gelder – von untergeordneter Bedeutung,
wenn auch der Umstand, dass jemand ohne anlagebedürftiges eigenes Vermögen beziehungsweise unter Inan
spruch
nahme fremder Gelder Häuser besitzt und bedeutendes Einkommen aus Vermietungen erzielt, gelegentlich doch ein Indiz gegen blosse Vermögens
ver
waltung sein kann (BGE 111 V 81 E. 2b; ZAK 1987 S. 202 E. 4b). Dies ist na
mentlich dann der Fall, wenn diese Einkommensquelle in einem wirt
schaftlichen Zusammenhang mit einer haupt- oder nebenberuflich ausgeübten erwerblichen Tätigkeit, wie beispielsweise Liegenschaftshandel, steht und dem Besitz von Lie
genschaften sowie deren Vermietung nicht eindeutig eine davon unabhängige Funktion zukommt. Unter solchen Umständen erscheint die Vermietertätigkeit als wirtschaftliche Folge der haupt- oder nebenberuflich gewerbsmässig ausgeübten Tätigkeit in der Bau- oder Immobilienbranche und nicht als blosse Kapitalanlage in Immobilien
(
Pra
. 1997 Nr. 80 S. 409 f. E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 9C_803/2011 vom 2
3.
August 2012 E. 3.4).
1.2.5
Nach der Rechtsprechung gehören beim gewerbsmässigen
Liegenschaftenhandel
nicht nur die erzielten Grundstückgewinne, sondern notwendigerweise auch der während der
Besitzesdauer
anfallende Mietertrag zum Einkommen aus gewerbs
mässiger Tätigkeit. Denn es kann nicht allein die Kaufs- und Verkaufstätigkeit als gewerbsmässig, der Ertrag aus dem
Liegenschaftenbesitz
aber als Ergebnis blosser Vermögensverwaltung betrachtet werden (
Pra
. 1997 Nr. 80 S. 411 E. 5b). Dabei ist zu beachten, dass der Grundsatz der parallelen
Verabgabung
von Ver
mögensgewinn und Vermögensertrag bei Annahme von Geschäftsvermögen (BGE
125 V 383) zwingend ist und dem Grundsatz vorgeht, dass der Beitrags
pflichtige sich entgegenhalten lassen muss, was er steuerrechtlich vorgekehrt hat (vgl.
Pra
. 1997 Nr. 80 S. 409 E. 5b; ZAK 1989 S. 148 f. E. 2c und S. 304 f. E. 3c; Urteile des Bundesgerichts H 210/06 vom 2
2.
Juni 2007 E. 6.3 und H 36/03 vom
7.
Juni 2004 E. 6.5; Urteil des Bundesgerichts 9C_803/2011 vom 2
3.
August 2012 E. 3.4).
1.3
1.3.1
Nach Art. 23 Abs. 1 AHVV obliegt es in der Regel den Steuerbehörden, das für die Bemessung der Beiträge
Selbständigerwerbender
massgebende Erwerbsein
kommen aufgrund der rechtskräftigen Veranlagung für die direkte Bundessteuer und das im Betrieb investierte Eigenkapital aufgrund der entsprechenden rechts
kräftigen kantonalen Veranlagung unter Berücksichtigung der interkantonalen Repartitionswerte zu ermitteln. Die Angaben der Steuerbehörden hierüber sind für die Ausgleichskassen verbindlich (Art. 23 Abs. 4 AHVV).
Nach der Rechtsprechung begründet jede rechtskräftige Steuerveranlagung die nur mit Tatsachen widerlegbare Vermutung, dass sie der Wirklichkeit entspreche. Da die Ausgleichskassen an die Angaben der Steuerbehörden gebunden sind und das Sozialversicherungsgericht grundsätzlich nur die Kassenverfügung auf ihre Gesetzmässigkeit zu überprüfen hat, darf das Gericht von rechtskräftigen Steuer
taxationen bloss dann abweichen, wenn diese klar ausgewiesene Irrtümer ent
hal
ten, die ohne weiteres richtig gestellt werden können, oder wenn sachliche Umstände gewürdigt werden müssen, die steuerrechtlich belanglos, sozial
versiche
rungs
rechtlich aber bedeutsam sind. Blosse Zweifel an der Richtigkeit einer Steu
ertaxation genügen
hiezu
nicht; denn die ordentliche Einkommens
ermittlung ob
liegt den Steuerbehörden, in deren Aufgabenkreis das Sozialver
sicherungs
ge
richt nicht mit eigenen Veranlagungsmassnahmen einzugreifen hat. Die
selb
stän
diger
werbenden
Versicherten haben demnach ihre Rechte, auch im Hinblick auf die AHV-rechtliche Beitragspflicht, in erster Linie im Steuerjustiz
verfahren zu wah
ren (BGE 110 V 83 E. 4 und 370
f., 106 V 129 E. 1, 102 V 27 E.
3a; AHI 1997 S. 25 E. 2b mit Hinweis).
1.3.2
Die absolute Verbindlichkeit der Angaben der Steuerbehörden für die Ausgleichs
kassen und die daraus abgeleitete relative Bindung des Sozialversicherungs
ge
richts an die rechtskräftigen Steuertaxationen sind auf die Bemessung des mass
gebenden Einkommens und des betrieblichen Eigenkapitals beschränkt. Diese Bindung betrifft also nicht die beitragsrechtliche Qualifikation des Einkom
mens beziehungsweise Einkommensbezügers und beschlägt daher die Frage nicht, ob überhaupt Erwerbseinkommen vorliegt und ob der Einkommensbezüger bei
trags
pflichtig ist. Somit haben die Ausgleichskassen ohne Bindung an die Steuermel
dung aufgrund des AHV-Rechts zu beurteilen, wer für ein von der Steuerbehörde gemeldetes Einkommen beitragspflichtig ist.
Auch hinsichtlich der Beurteilung, ob selbständige oder unselbständige Erwerbs
tätigkeit vorliegt, sind die Ausgleichskassen nicht an die Meldungen der kanto
nalen Steuerbehörden gebunden. Allerdings sollen sie sich bei der Qualifikation des Erwerbseinkommens in der Regel auf die Steuermeldungen verlassen und eigene nähere Abklärungen nur dann vornehmen, wenn sich ernsthafte Zweifel an der Richtigkeit der Steuermeldung ergeben (BGE 111 V 289, 110 V 83 E. 4 und 370 E. 2a, 102 V 27 E. 3b, 98 V 18 E. 2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Strittig ist vorliegend die Beitragspflicht des Beschwerdeführers als
Selb
ständig
erwerbender
der Jahre 2009 bis und mit 2012 und damit die Qualifikation von in diesen Jahren angefallenen
Liegenschaftenerträgen
als selbständiges Erwerbsein
kommen.
2.2
Im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 2
8.
Juli 2017 erwog die Beschwer
de
gegnerin, die Ermessensveranlagungen des Kantonalen Steueramtes für die Jahre 2009 bis 2012 seien rechtskräftig. Davon könne für die AHV-Beitragsfestsetzung nachträglich nicht mehr abgewichen werden (
Urk.
2). In der Beschwerdeantwort vom 2
7.
September 2017
(
Urk.
5)
präzisierte sie,
von einer rechtskräftigen Steuer
taxation dürfe laut ständiger Rechtsprechung nur dann ab
gewichen werden, wenn
diese klar ausgewiesene Irrtümer
enthalte, die ohne wei
teres richtiggestellt werden könnten, oder wenn sachliche Umstände gewürdigt werden müssten, die steuer
rechtlich belanglos, sozialversicherungsrechtlich je
doch bedeutsam seien.
Vorliegend bestehe
zu den
Liegenschafteneinkünften
ein enger Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit des Beschwerdeführers. So sei er für verschiedene Baugesellschaften tätig gewesen, wobei er jeweils direktes Organ gewesen sei. Des Weiteren nehme der Be
schwer
de
führer bedeutende Fremdmittel in Anspruch
. Beides sei
ein Hinweis für die Annahme von
gewerbs
mässigem
Liegenschaften
handel
.
2.
3
Demgegenüber brachte der Beschwerdeführer unter anderem sinngemäss vor, er sei nicht selb
ständ
ig erwerbstätig, habe lediglich im Jahr
2009 aus dem Verkauf einer Liegen
schaft an seine künftige Ehefrau einen einmaligen Gewinn erzielt und die Liegen
schaften, deren Mieterträge zur Bemessung der persönlichen Bei
träge herange
zogen worden seien, stünden im Eigentum seiner Ehefrau
(Urk.
1).
Im Rahmen der Replik vom 1
6.
Oktober 2017 (
Urk.
12) fügte er hinzu, nicht er habe die Fremdmittel beansprucht, sondern seine Ehefrau, als Eigentümerin der Liegenschaften.
3.
3.1
Die Veranlagungsverfügungen des kantonalen Steueramtes vom
4.
Dezember 2015
betreffend
direkte Bundessteuer der Jahre 2009 bis 2012 sind
rechtskräftig geworden, nachdem der Beschwerdeführer kei
ne Einsprache erhoben hat (Urk. 16/5/28f.,
Urk.
16/6/14f.,
Urk.
16/7/14f.,
Urk.
16/8/
17f.
). Auch
die
Ein
schät
zungs
entscheid
e
des kantonalen Steueramtes vom
4.
Dezember 2015
betreffend
Staats- und Gemeindesteuern der Jahre 2009 bis 2012
(
Urk.
16/5/12,
Urk.
16/6/3,
Urk.
16/7/3,
Urk.
16/8/6
)
sind
definitiv geworden.
In der Beschwerde wird die Rechtskraft der Steuereinschätzung auch nicht in Frage gestellt (
Urk.
1). Entspre
chend besteht grundsätzlich eine Bindung an die rechtskräftige Steuer
taxation.
3.2
Mit Steuermeldungen vom 1
6.
Februar 2016 (
Urk.
6/32-35) teilte das k
antonale Steueramt des Kantons Zürich der Beschwerdegegnerin mit, dass das Einkommen des verheirateten Besch
werdeführers in den Jahren 2009 bis
2012 auf
Fr.
509'000.
- (2009),
Fr.
814'795.-- (2010),
Fr.
587'913.-- (2011) und
Fr.
290'000.-- (2012) bei einem investierten Eigenkapital von
Fr.
3'040'000.-- (2009),
Fr.
3'178'700.-- (2010),
Fr.
4'960'000.-- (2011) und
Fr.
4'980'000.-- (2012) festgesetzt worden sei.
Diese gemeldeten Beträge decken sich mit den
Liegenschaftenerträgen
der je
wei
ligen Jahre. So wurde im Jahr 2009 ein
Liegenschaftenertrag
von Fr. 585'000.--
(
Urk.
16/5/20)
veranlagt.
In der Steuermeldung berücksichtigt
wurde ein Verlust aus
dem
Liegenschaftenverkauf
Z._
,
in der Höhe von
Fr.
76'000.-- (
Urk.
16/5/30)
. Im Jahr 2010 veranlagte das kantonale Steueramt des Kantons Zürich einen
Liegen
schaften
ertrag
von
Fr.
535'000.-- (
Urk.
16/6/8
f.
) zuzüglich
Gewinn aus dem
Liegenschaftenverkauf
A._
,
von
Fr.
313'889.-- (Urk. 16/6/16f.), wobei
für die Steuermeldung
die privaten Schuldzinsen in der Höhe von
Fr.
34'094.-- (Urk. 16/6/16) abgezogen wurden. Vom
Liegenschaftenertrag
im Umfang von Fr. 610'000.-- im Jahr 2011 (
Urk.
16/7/8f.) zog die Steuerbehörde
in der Meldung
private Schuldzinsen von Fr. 22'087.-- (
Urk.
16/7/15f.) ab. Schliesslich wurde im Jahr 2012 ein
Liegen
schaftenertrag
von
Fr.
290'000.-- (
Urk.
16/8/11f
.
)
veranlagt, wobei die
private
n
Schuldzinsen von
Fr.
2.-- (
Urk.
16/8/19)
in der Steuermeldung
unberücksichtigt blieben
, was infolge Geringfügigkeit ausser Acht gelassen werden kann
.
Die Steuerveranlagungen rechneten den Verlust bzw. Gewinn aus
Liegenschaftenver
käu
fen
jeweils dem Beschwerdeführer als selbständiger Haupterwerb an
.
Nachfolgend bleibt zu prüfen, ob die jeweils gemeldeten Einkommen als selb
stän
diges Erwerbseinkommen des Beschwerdeführers zu qualifizieren sind.
Hin
sichtlich dieser Qualifikationsfrage wie auch der Zuordnung der Beitragspflicht auf den Beschwerdeführer besteht keine Bindung an die Steuermeldung (vgl. E.
1.3.2).
4.
4.1
Zum Erwerb und zur Nutzung der
steuerlich erfassten
Liegenschaften ergibt sich aus den Unterlagen Folgendes:
4.2
4.2.1
Gemäss Steuerunterlagen 2008
deklarierte
der Beschwerdeführer
das
Eigent
u
m
an
zwei Lie
gen
schaften in
B._
(
C._
und
A._
,
vgl.
indes
auch
die
Handänderungs
an
zeige vom
1.
Juni 2005
betreffend den Erwerb eines Stockwerkeigentums in
D._
[
Urk.
16/1/2]
), welche einen Ver
kehrs
wert v
on total
Fr.
3'600'000.-- aufwie
sen (
Urk.
16/4/10).
Ferner war er
seit 2005
Eigentümer einer Liegenschaft in
E._
(vgl.
Urk.
16/2/4).
Im Rah
men des
Verkauf
s
dieser
Liegenschaft in
E._
am 1
5.
Juli 2009 (Urk. 16/5/1)
verzeichnete
der Beschwerdeführer einen
Verlust
in der Höhe von
Fr.
76'000.--
(Urk
.
16/5/3).
Am 1
4.
Mai 2009 verkaufte der Beschwerdeführer seine Liegen
schaft an der
A._
in
B._
an die
Beigelade
-
ne (Urk.
24/10). Dabei erwirtschaftete er einen Gewinn in de
r Höhe von
Fr.
313'889.-- (Urk.
16/6/16).
Seine Liegenschaft an der
C._
in
B._
ver
kaufte er schliesslich am 6. Mai 2010 an die Beigeladene und konnte dabei eine
n
Grundstückgewinn in der Höhe von Fr. 550'035.-- verbuchen (
Urk.
24/11 und
Urk.
16/8/77).
4.2.2
Das
Liegenschaften
verzeichnis
des mit der Beigeladenen verheirateten Be
schwer
de
führers
we
ist
in der Steuererklärung 2010
folgende Einträge aus (Urk.
16/6/41):
-
(a)
Mehrfamilienhaus an der
F._
in
B._
(ZH)
-
(b)
Mehrfamilienhaus am
G._
in
B._
(ZH)
-
(c)
Mehrfamilienhaus an der
H._
in
B._
(ZH)
-
(d)
Mehrfamilienhaus an der
A._
in
B._
(ZH)
-
(e)
Mehrfamilienhaus an der
C._
in
B._
(ZH)
-
(f)
Mehrfamilienhaus an der
I._
(AG)
-
(g)
Mehrfamilienhaus an der
J._
(AG)
-
(h)
Mehrfamilienhaus an der
K._
(AG)
-
(i)
Mehrfamilienhaus an der
L._
(BL)
-
(k)
Mehrfamilienh
äuser
an der
M._
1, 3 und 5 in
N._
(LU)
-
(l)
Mehrfamilienhaus an der
O._
(LU)
-
(m)
Mehrfamilienh
äuser
an der
P._ 2, 4, und 6
(AG)
Dabei stehen die Liegenschaften
(a
)
bis (g
) sowie (i) bis (m) im Eigentum der Bei
geladenen (vgl.
Urk.
16/8/78,
Urk.
24/
9,
Urk.
24/
7,
Urk.
24/10,
Urk.
24/11, Urk.
24/17,
Urk.
16/8/58
ff.,
Urk. 24/6,
Urk.
24/4,
Urk.
24/3 und
Urk.
24/13-15).
Zur Liegenschaft (h) ist in den Akten nichts dokumentiert.
Die Finanzierung dieser einzelnen Liegenschaften ergibt sich aus den einge
reich
ten Buchhaltungsunterlagen (vgl.
Urk.
16/6)
.
Aus diesen
geht hervor, dass
-
die Liegenschaft (a) neben der Bankhypothek von
Fr.
763'000.-- in beachtli
chem Ausmass (24
%
) durch ein Darlehen der
Q._
GmbH über
Fr.
253'350.-- finanziert wurde (erworben am 1
7.
November 2008); dem An
lagevermögen (Buchwert der Liegenschaft [
Fr.
540'000.--] einschliesslich «Wertvermehrung» [
Fr.
474'962.--] und Betriebsanlagen) von total Fr. 1'038’962.-- steht ein Fremdkapital von insgesamt
Fr.
1'023'301.-- gegen
über;
-
die Liegenschaft (b) einen Anlagewert von
Fr.
455’040.-- und ein Fremdkapital von insgesamt
Fr.
505'790.
-- a
ufweist (erworben am 1
2.
März 1998);
-
Liegenschaft (c) neben der Bankhypothek von
Fr.
1'577'500.-- in beachtlichem Ausmass (16
%
) durch einen Kredit der
Q._
GmbH über Fr. 293'000.-- finanziert wurde (erworben am 3
0.
Januar 2009); dem
Anla
-
ge
wert
von
Fr.
1'712'252.-- steht ein Fremdkapit
al von insgesamt Fr. 1'943'613.--
gegenüber;
-
Liegenschaft (d) neben der Bankhypothek von
Fr.
2'068'000.-- in beachtlichem Ausmass (22
%
) durch einen Kredit der
Q._
GmbH über Fr. 600'000.-- finanziert wurde (Verkauf an die Beigeladene am 1
4.
Mai 2009); das Fremd
kapital
von
Fr.
2'813'161.30 übersteigt den Steuerwert
von
Fr. 2'700'000.--
;
-
Liegenschaft (e) neben der Bankhypothek von
Fr.
1'936'000.-- im Ausmass von 2
%
durch einen Kredit der
R._
AG über Fr. 35'000.-- finan
ziert wurde (an Beigeladene verkauft am
6.
Mai 2010); dem An
lagevermögen von
Fr.
1'966'248.--
steht ein Fremdkapital von insgesamt Fr. 1'986'040.-- gegenüber;
-
Liegenschaft (f) neben der Bankhypothek von
Fr.
390'000.-- in beachtlichem Ausmass (58
%
) durch einen Kredit der
R._
AG über
Fr.
486'667.60 finanziert wurde (erworben am 1
3.
April 2010); bilanziert wurde ein
Liegenschaftenwert
von
Fr.
820'000.--
,
dem ein Fremdkapital von insgesamt
Fr.
903'556.-- gegenübersteht;
-
Liegenschaft (g) neben der Bankhypothek von
Fr.
1'002'500.-- im Ausmass von 7
%
durch einen Kredit der
R._
AG über Fr. 92'607.35 finan
ziert wurde (erworben am
7.
Mai 2010); das Anlagevermögen wird mit
Fr.
1'324'450.-- und das Fremdkapital mit
Fr.
1'276'743.-- verbucht;
-
Liegenschaft (h) neben der Bankhypothek von
Fr.
2'330'000.-- in beachtlichem Ausmass (19
%
) durch einen Kredit der
R._
AG über
Fr.
484'312.55 finanziert wurde (
Datum des Erwerbs aus den Akten nicht er
sichtlich
); dem Buchwert der Immobilie von
Fr.
2'450'000.-- steht ein Fremd
kapital von insgesamt
Fr.
2'948'633.-- (120
%
) gegenüber.
-
Liegenschaft (i) neben der Bankhypothek von
Fr.
840'000.-- in beachtlichem Ausmass (total 24 %) durch ein Darlehen der
Q._
GmbH über Fr. 265'000.-- sowie durch einen Kredit der
Q._
GmbH über Fr. 50'000.-- finanziert wurde (erworben durch die Beigeladene am 1
1.
August 2010); der Liegenschaftswert wird mit
Fr.
1'250'000.-- verbucht, dem ein Fremdkapital von insgesamt
Fr.
1'171'683.-- gegenübersteht;
-
die Liegenschaften (k) neben der Bankhypothek von
Fr.
3'944'000.-- in be
achtlichem Ausmass (total 12
%
) durch einen Kredit der
R._
AG über
Fr.
615'000.-- sowie einen Kredit der
Q._
GmbH über Fr. 141'000.-- finanziert wurden (erworben am 2
1.
Juli 2009); es ist ein Anla
gevermögen von
Fr.
6’121'313.-- und ein Fremdkapital von insgesamt Fr. 6'430'620.-- verbucht;
-
bei der Liegenschaft (l) einem Immobilienwert (Buchwert) von
Fr.
1'800'000.-- Fremdkapital von insgesamt
Fr.
2'028'363.-- gegenüberstehen (erworben am
9.
Mai 2008);
-
und die Liegenschaften (m) neben den Bankhypotheken von
Fr.
989'542.05 (
P._
2),
Fr.
1'172'150.-- (
P._
4) und
Fr.
1'100'000.-- (
P._
6) in beachtlichem Ausmass (zwischen 19 und 27
%
) durch einen Kredit der
R._
AG über
Fr.
250'000.-- (
P._
2), durch einen Kredit der
Q._
GmbH über Fr. 382'000.-- (
P._
4) resp. durch einen Kredit der
R._
AG
über Fr. 284'000.-- sowie einen
Kredit der
Q._
GmbH über
Fr.
64'000.-- (
P._
6) finanziert wurden (erworben am 23. Septem
ber 2009, am 2
2.
Mai 2009 resp. am 2
7.
April 2009). Die
P._
2 weist ein Anla
gevermögen von total
Fr.
1'250'148.-- und ein Fremdkapital von insgesamt
Fr.
1'510'923.-- auf, die
P._
4 ein Anlagevermögen von insgesamt
Fr.
1’283'000.-- und ein Fremdkapital von insgesamt
Fr.
1'577'153.-- und die
P._
6 ein Anlagevermögen von insgesamt Fr. 1'256'000.-- und ein Fremdkapital von insgesamt
Fr.
1'498'184.--.
Die
Q._
GmbH wurde am 2
3.
Januar 2003
in das Handelsregister des Kantons Zürich eingetragen, wobei der Beschwerdeführer bis zu seinem Austritt am 1
9.
August 2010 als Gesellschafter und Geschäftsführer mit Einzelzeich
nungs
berechtigung der Firma fungierte (vgl. Internet-Auszug aus dem Handels
registeramt des Kantons Zürich). Seit Februar 2009 ist der Beschwerdeführer ausserdem
einziges Verwaltungsratsmitglied
der
R._
AG (vgl. Internet-Auszug aus dem Handelsregisteramt des Kantons Luzern)
, deren Zweck die Aus
führung von Bauarbeiten aller Art; Beteiligungen; Erwerb, Belastung, Veräus
se
rung und Verwaltung von Grundeigentum; Vornahme von Finanzierungen; Ein
gehung von Garantien und Bürgschaften für Tochtergesellschaften und Dritte ist.
Ferner war der Beschwerdeführer seit der Gründung im Mai 2005 bis August 2010 Gesellschafter (Anteil 19/20) und Geschäftsführer der im Oktober 2011 im Han
delsregister gelöschten
S._
GmbH, welche Kreditgeberin bei der Liegenschaft (m) war. Einzig d
ie Liegenschaften (b) und (l) wurden nicht resp. in vernachlässigbarem Ausmass durch Kredite der
durch den Beschwerdeführer beherrschten Firmen
finanziert.
Gemäss Steuerunterlagen wurde die Liegenschaft (a) am
5.
März 2010
mit einem Gewinn in der Höhe von
Fr.
246'035.50
verkauft (vgl.
Urk.
16/8/78).
4.2.3
Das
Liegenschaftenverzeichnis
der eingereichten Steuererklärung für das Jahr 2011 weist folgende Liegenschaften aus:
-
(a
2
) Mehrfamilienhaus an der
T._
in
B._
(ZH)
(neu)
-
(b) Mehrfamilienhaus am
G._
in
B._
(ZH)
-
(c) Mehrfamilienhaus an der
H._
in
B._
(ZH)
-
(d) Mehrfamilienhaus an der
A._
in
B._
(ZH)
-
(e) Mehrfamilienhaus an der
C._
in
B._
(ZH)
-
(f) Mehrfamilienhaus an der
I._
(AG)
-
(g) Mehrfamilienhaus an der
J._
(AG)
-
(h) Mehrfamilienhaus an der
K._
(AG)
-
(i) Mehrfamilienhaus an der
L._
(BL)
-
(k) Mehrfamilienhäuser an der
M._
1, 3 und 5 in
N._
(LU)
-
(l) Mehrfamilienhaus an der
O._
(LU)
-
(m) Mehrfamilienhäuser an der
P._
2, 4, und 6 (AG)
-
(n) Mehrfamilienhaus an der
U._
(AG)
(neu)
-
(o) Mehrfamilienhaus am
V._
(BL)
(neu)
-
(p) Einfamilienhaus an der
W._
(ZH)
(neu)
Dabei stehen die Liegenschaften (a) bis (g) sowie (i) bis (o) im Eigentum der Bei
geladenen (vgl.
Urk.
24/8,
Urk.
24/9,
Urk.
24/7,
Urk.
24/10,
Urk.
24/11, Urk. 24/17, Urk. 16/8/5
8
ff., Urk. 24/6,
Urk.
24/4,
Urk.
24/3,
Urk.
24/13-15,
Urk. 24/12 und
Urk.
24/5).
Bei der Liegenschaft (p) handelt es sich
gemäss Ent
scheid über die Grundstückgewinnsteuer vom 1
9.
April 2013
um ein Ersatz
objekt zufolge Veräusserung der Liegenschaft an der
C._
im Mai 2010
an die Beigeladene
(Urk. 16/8/77).
Bezüglich der Finanzierung der Liegenschaften (b) bis (m) kann auf obige Auflis
tung verwiesen werden (vgl. vorstehend E. 4.2.2).
Die Liegenschaft (n
, erworben am 3
0.
Juni 2011
) wurde neben der Bankhypothek von
Fr.
991’000.-- im Ausmass von rund 9
%
durch ein Darlehen der
R._
AG
über Fr.
100’000.-- finanziert (vgl. Buchhal
tungsunterlagen Jahr 2011 [Urk.
16/7]). Die von der
R._
AG gewährten Kredite für die Finanzierung der Liegenschaften (a
, erworben am
2
6.
April
2011)
und (o
, erworben am
4.
November 2011
) sind hin
gegen vernachlässigbar. Indes gewährte der Beschwerdeführer der Beigeladenen ein Darlehen
über
Fr.
34'000.-- für die Finanzierung der Liegen
schaft (o).
Die Bilanz der Liegenschaft (a
2
) weist einen Anlagewert von
Fr.
1'202'600.-- und ein Fremdkap
ital von insgesamt
Fr.
945'945.--
aus, diejenige der Liegenschaft (n) einen Im
mobilienwert von
Fr.
1'170'000.--
und Fremdkapital von insgesamt
Fr.
1'091'000-- und die Liegenschaft (o) weist ein Anlagevermögen von
Fr.
3'520'000.-- und ein Fremdkapital von
Fr.
2'572'471.
--
auf. Das Ein
familien
haus (p) ist selbstbewohnt und wurde in der Steuermeldung auch nicht berücksichtigt.
4.2.4
Im
Liegenschaftenverzeichnis
der Steuererklärung 2012
(vgl.
Urk.
16/8)
sind ne
ben den bereits unter E. 4.2.3 aufgeführten Liegenschaften
neu
folgende Liegen
schaften ausgewiesen:
-
(q) Mehrfamilienhaus an der
Xa
._
_
(AG)
-
(r) Mehrfamilienhaus an der
Xb
._
_
(TG)
-
(s)
Mehrfamilienhaus an der
Xc
._
_
(AG)
-
(t) Mehrfamilienhaus an der
Xd
._
_
(AG)
Die Liegenschaften
(r
)
, erworben am 1
8.
November 2010
,
(s
)
, erworben am 16. August 2012
und (t
)
, erworben am 7. Juni 2012
,
stehen im Eigentum der Bei
geladenen (vgl.
Urk. 16/8/55,
Urk. 24/2 und
Urk.
24/16).
Gemäss Schuldenver
zeichnis bestehen in Bezug auf Liegenschaft (q) drei Darlehen über insgesamt
Fr.
981'537.-- (
Fr.
53'037.-- + Fr.
927'500.-- und
Fr.
1'000.--) bei einem Steuer
wert von
Fr.
660'000.--, bezüglich Liegenschaft (r) Schulden von
Fr.
340'613.-- (
Fr.
40'913 +
Fr.
1'700.-- +
Fr.
297'000.-- +
Fr.
1'000.--) bei einem Steuerwert von
Fr.
340’00
0
.--, bezüglich Liegenschaft (s) Schulden von insgesamt
Fr.
8
85'652.-- (
Fr.
286'727.-- + Fr.
20'375.-- +
Fr.
578'550.--) bei ei
nem Steuer
wert von
Fr.
880'000.--
und bezüglich Liegenschaft (t) sechs Darlehen in Höhe von insgesamt
Fr.
3'333'698.-- (
Fr.
3'977.-- +
Fr.
6'336.-- +
Fr.
630'333.-- +
Fr.
2'813.-- +
Fr.
2'682'000.-- +
Fr.
8'239.--) bei einem Steuerwert von
Fr.
3'400'000.--. Ferner zeigte das kantonale Steueramt Aargau im Januar 2012 betreffend Steuerjahr 2010 an, dass die
Xe
._
_
AG an welcher die Beigeladene seit 3
0.
November 2009 sämtliche 300 Inha
beraktien hält und einziges Mitglied des Verwaltungsrates ist (vgl. Internetauszug des Handelsregisteramtes des Kantons Aargau sowie Nach
deklara
ti
on/Selbstanzeige der Beigeladenen vom 1
5.
August 2014;
Urk.
16/8/1), über eine Darlehensforderung gegenüber der Beigeladenen und Aktionärin von
Fr.
1'319'984.-- verfügt.
4.3
Ferner ergibt sich aus dem individuellen Konto des Beschwerdeführers (
Urk.
6/42) dass 2001 Lohn von der
Xf
._
_
GmbH in
B._
abgeführt wurde. Diese von Februar 2001 bis Oktober 2003 im Handelsregister des Kantons Zürich eingetragene Firma bezweckte das Bauen, Renovieren und Isolieren von Liegen
schaften wie auch das Verwalt
en
und Handeln mit Liegenschaften innerhalb der Schweiz, wobei der Beschwerdeführer Gesellschafter mit einem Anteil von 1/20 war und (vermutlich) seine geschiedene Ehefrau als (Haupt-)Gesellschafterin und Geschäftsführerin zeichnete. Nach dem Bezug von Arbeitslosenentschädigung (2002/2003) bezog er von 2007 bis 2009 Lohn der im Januar 2003 gegründeten
Q._
GmbH, deren Gesellschafter mit einem Stammanteil von 19/20 und Geschäftsführer er bis zur Löschung im Handelsregister am 2
4.
Januar 2011 ge
wesen war. Die Gesellschaft bezweckte das Betreiben und Führen einer Baufirma und anverwandte Tätigkeiten wie auch die Verwaltung und das Handeln mit Wohnungen und Immobilien innerhalb der Schweiz. Parallel dazu war der Beschwerdeführer als Gesellschafter (Stammanteil
Fr.
19'000.--/20'000.--) und Ge
schäftsführer der im Mai 2005 gegründeten und im Oktober 2011 im Handelsre
gister des Kantons Zürich gelöschten
S._
GmbH eingetra
gen. Diese Gesellschaft bezweckte das Betreiben und Führen einer Baufirma für das Ausführen von Gebäudeisolationen und anverwandten Tätigkeiten, wie auch das Verwalt
en
und Handeln mit Wohnungen und Immobilien innerhalb der Schweiz. Seit 2010 rechnet der Beschwerdeführer Lohn der
R._
AG ab. Diese Aktiengesellschaft wurde im Februar 2009 gegründet. Auf ihren Zweck sowie die Beherrschung des Beschwerdeführers als einziges Mitglied des Verwal
tungsrates wurde bereits unter E. 4.2.2 hingewiesen. Ausserdem ist der Beschwer
deführer seit der Sitzverlegung im April 2018 in den Kanton Schwyz einziges Mitglied des Verwaltungsrates der
Xg
._
_
AG, welche die Realisierung von Immo
bilienprojekten, den Erwerb und Verkauf von Liegenschaften und Grundstücken sowie Vermietung, Verpachtung und Verwaltung von Bauten aller Art bezweckt.
Die Beigeladene war der Beschwerdegegnerin Anfangs der 2000er Jahre für kurze Zeit als
Selbständigerwerbende
angeschlossen für den Restaurationsbetrieb
Xh
._
_
(vgl.
Urk.
28/1-11). Ferner soll sie als Geschäftsführerin der
Q._
GmbH
geamtet haben, wie sich ihrer Anmeldung für Kinder
zulagen im Jahre 2009 entnehmen lässt (
Urk.
28/14), ein Eintrag im Handelsre
gister ist jedoch – wie sich aus den obigen Erwägungen ergibt – nicht verzeichnet. Mangels Einträge
n
in den individuellen Konten forderte die Ausgleichskasse als
dann für die Jahre 2007 bis 2009 sowie 2011 Beiträge als Nichterwerbstätige (vgl.
Urk.
28/20-22; jeweils Mindestbeitrag), worauf die Beigeladene geltend machte – wie ihr Ehemann – bei der Firma
R._
AG angestellt zu sein und mit der Ausgleichskasse des Kantons Luzern die Sozialversicherungsbeiträge abzu
rechnen (
Urk.
28/23). Auf Aufforderung hin reichte sie steuerliche Lohnausweise für die Jahre 2008 bis 2011 (
Urk.
28/27) und später 2007 (
Urk.
28/29) der
Xi
._
_
GmbH, der
S._
GmbH und der
R._
AG nach. Seit November 2009 ist sie einzige Aktionärin und Verwaltungsratsmitglied der
Xe
._
_
AG (vgl. E. 4.2.4). Ferner zeichnet sie als einzi
ges Mitglied der im Juni 2013 ins Handelsregister des Kantons Aargau eingetra
genen
Xj
._
_
AG. Diese Aktiengesellschaft bezweckt den An- und Verkauf, die Vermietung und Verpachtung, Bebauung und Vermittlung von Grundstücken, Finanzierung von Immobiliengeschäften sowie Projektierung und Durchführung aller Art von Bauvorhaben; kann Tochtergesellschaften errichten, sich an anderen, gleichartigen oder verwandten Unternehmungen beteiligen so
wie solche erwerben, finanzieren oder errichten. Am 1
5.
Juni 2018 meldete das kantonale Steueramt Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit (Gewinn aus
Liegenschaftenverkauf
) für das Jahr 2013 von
Fr.
246'800.-- (
Urk.
28/37).
5.
5.1
Angesichts dessen, dass die Vermietung der zahlreichen Liegenschaften an sich – soweit jedenfalls bekannt - keinen betrieblichen Charakter aufweist (vgl. zur Rechtsprechung der sogenannten
Appartementsbetriebe
: BGE 110 V 83 E. 5a; ZAK 1987 S. 519), sind die Mieteinkünfte nur dann als selbständiges Erwerbsein
kommen zu qualifizieren, soweit die Liegenschaften Teil des Handelsvermögens darstellen (vgl. E. 1.2.5), demnach gewerbsmässiger
Liegenschaftenhandel
vor
liegt. Hierfür sind die in E. 1.2.3 dargelegten Kriterien zu prüfen.
5.2
Aus den (teilweise unvollständigen
)
Steuerdeklarationen ergibt sich, dass der Be
schwerdeführer in den Jahre
n
2009 bis 2012 drei in seinem Eigentum stehende Liegenschaften verkaufte - nämlich die Liegenschaften an der
A._
am 14. Mai 2009, in
E._
am 1
5.
Juli 2009 sowie an der
C._
am
6.
Mai 2010, wobei in zwei Fällen die Beigeladene Käuferin war (vgl. E. 4.2.1). Es ist allerdings dokumentiert, dass er in den Jahren 2006 und 2007 zwei weitere Liegenschaftsgeschäfte getätigt hat (vgl.
Einspracheentscheid
der Veranlagungs
behörde vom 1
2.
Januar 2010,
Urk.
16/3/40). Eine gewisse Häufung von
Liegen
schaftenverkäufen
kann daher angenommen werden, zumal die Dauer des Besit
zes klar unter zehn Jahre
n
war. Gemäss Steuerakten erwarb der Beschwerdeführer die Liegenschaft an der
A._
im Mai 2001 (vgl. Urk.
16/3/39), diejenige an der
C._
im März 2002 (vgl.
Urk.
16/8/77) und die Liegenschaft in
E._
erwarb der Beschwerdeführer im Oktober 2005 (vgl.
Urk.
16/2/3).
Auf den
Umstand des Verkaufs an seine Ehefrau wird noch einzugehen sein (E.
5.3).
Der Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit des Beschwerdeführers ist of
fensichtlich. Sämtliche vom Beschwerdeführer massgeblich beherrschten Gesell
schaft bezwecken das Betreiben und Führen einer Baufirma und anverwandter Tätigkeiten wie auch das Verwalten und Handeln mit Wohnungen und Immobi
lien innerhalb der Schweiz (vgl. E. 4.3). Angesichts dessen, dass der
Beschwerde
führer
diese Betriebe nicht nur beherrscht, sondern – wie der Lohnbezug ausweist – auch massgeblich mitarbeitet, ist davon auszugehen, dass er für die als Privat
mann getätigten Liegenschaftsverkäufe (und Käufe im Namen seiner Ehefrau) spezielle Fachkenntnisse eingesetzt hat. Ferner dienten die in seinem Eigentum oder im Eigentum seiner Ehefrau stehenden Liegenschaften massgeblich den von ihm beherrschten Bau- und Immobilienfirmen. So sind den in den Steuerakten liegenden Erfolgsrechnungen einzelner Mehrfamilienhäuser wiederholt Unter
halts- oder wertvermehrende Umbaukosten zu entnehmen, für welche eine der Baufirmen des Beschwerdeführers die Arbeiten ausführte (vgl. beispielsweise für die Liegenschaft
im Kanton
Basel Land
, Kontoblatt 2110: «
R._
/
Renov.Wohnung
»; Liegenschaft
im Kanton Aargau, Kontoblatt 2110: «R._ AG
»; Liegenschaft
P._
, Kontoblatt 2110: «
R._
AG
» [
Urk.
16/7]). Damit dienten die Liegenschaften den diversen Baufirmen des Beschwerdeführers. Ferner war die Liegenschaft an der
A._
von Januar 2003 resp. Mai 2005 bis August 2010 Domizil der beiden dem Beschwerdeführer gehörenden Gesellschaften
Q._
GmbH resp.
S._
GmbH (vgl. Internet-Auszüge des Handelsregis
teramtes des Kantons Zürich). Kommt hinzu, dass die im Eigentum der Beigela
denen stehenden Liegen
schaften grösstenteils durch Darlehen der dem Beschwer
deführer gehörenden Firmen finanziert wurden (vgl. vorstehend E. 4.2). Zusammen mit den Bankdarlehen übersteigen die Fremdmittel beim überwiegenden Teil der Liegenschaften deren Buchwert [Liegenschaften (b), (c), (d), (e), (f), (h), (k), (m)] oder erreich
en
über 90
%
desselben [Liegenschaften (a), (g), (i), (l), (n)]. Das Kri
terium Einsatz fremder Mittel in bedeutendem Ausmass ist daher ebenfalls gege
ben. Per Ende 2012 waren der Beschwerdeführer bzw. die Beigeladene Eigentümer von mindestens 16 nicht selbstgenutzten Liegen
schaften. Dem aus der Buchhal
tung 2011 (vgl. Urk. 16/7) ersichtlichen Wert dieser Liegenschaften von rund
Fr.
28'800'000.-- standen – nebst Darlehen der
beherrschten Bau- und Immobi
lienfirmen -
Hypothekarschulden von rund Fr.
23'300'000.-- gegenüber. Die Miet
erträge beliefen sich auf rund Fr. 1'500'000.-- (2011). Eine Vermietertätigkeit dieser Grössenordnung, welche weit überwiegend fremdfinanziert betrieben wird, übersteigt auch für sich allein betrachtet den Rahmen einer blossen Vermögens
verwaltung und stellt
im Zusammenhang mit den diversen Firmen des Beschwer
deführers
eine ge
werbsmässige Geschäftstätigkeit dar. Damit stellen die
Liegen
schaftenerträge
Einkünfte aus selbständiger Erwerbs
tätigkeit dar.
5.3
Damit liegen zusammenfassend mehrheitlich Umstände vor, die auf Gewerbsmäs
sigkeit schliessen lassen. Jedoch sind die Verhältnisse insoweit verworren, als am
Liegenschaftengeschäft
sowohl der Beschwerdeführer als natürliche Person als auch die von ihm beherrschten juristischen Personen sowie die Beigeladene als formelle Eigentümerin der meisten dieser Liegenschaften beteiligt sind, wobei die Beigeladene gleichzeitig auch Angestellte dieser Firmen war und ist. Dass der Beschwerdeführer mehrheitlich nicht als Eigentümer der Liegenschaften im Grundbuch eingetragen ist, deren Einkünfte vorliegend im Streit stehen, lässt die Zuordnung gewerbsmässigen
Liegenschaftenhandels
an seine Person allein nicht zu, auch wenn er offenbar über eine Generalvollmacht seiner Ehefrau verfügt (vgl.
Urk.
16/8/75). Angesichts dessen, dass der Beschwerdeführer die Mittel sei
ner Firmen in massgebendem Um
fang in die Liegenschaften der Beigeladenen
investierte (vgl. vor
stehend E. 4.2) und die Beigeladene - ohne sichtbare Eigen
mittel in die Liegen
schaften eingeschossen zu haben - innert kurzer Zeit (zwi
schen März 2008 und August 2012) Eigentümerin von mindestens 16 Liegen
schaften wurde (vgl. E. 4.2) sowie vor dem Hintergrund, dass die hauptberufliche Tätigkeit des Beschwerde
führers wie der Beigeladenen in engem Zusammenhang mit dem
Liegenschaftenhandel
steht und ent
sprechend davon auszugehen ist, dass die im Eigentum der Beigeladenen stehen
den Liegen
schaften dem Beschwer
deführer und seinen Firmen dienen, ist zwi
schen dem Be
schwer
deführer und der Beigeladenen konkludent eine einfache Gesellschaft entstan
den mit dem Zweck des ge
werbs
mässigen
Liegenschaftenhandels
(vgl. E. 5.4)
. Die Beige
ladene, welche in den kapital
ge
benden Firmen angestellt war, leistet einen for
mellen Beitrag, indem sie sämt
liche Liegenschaften grundbuchamtlich in ihrem Eigentum hält. Auf der anderen Seite übernimmt der Beschwerdeführer die Finanzierung der Lie
gen
schaften und kann seine im Rahmen seiner hauptberuflichen Tätigkeit erwor
be
nen Fachkenntnisse dienlich bereitstellen.
5.4
Die einfache Gesellschaft ist die vertragliche Verbindung von mehreren Personen zur Verfolgung eines gemeinsamen Zwecks mit gemeinsamen Kräften oder Mit
teln (
Art.
530
Abs.
1
des Obligationenrechts [OR]
). Wesensmerkmal der einfachen Gesellschaft bildet der gemeinsame
animus
societatis
, das heisst der Wille, die
Kräfte mit Blick auf ein gemeinsames Ziel zu vereinigen (BGE 99 II 303 E. 4a;
Handschin
, Basler Kommentar,
5.
Aufl.,
N.
4 zu
Art.
530 OR). Wie im Gebiet des Vertragsrechts gilt auch im Gesellschaftsrecht das allgemeine Prinzip des Ver
trauensschutzes. Danach setzt
eine
rechtsgeschäftliche Bindung nicht einen be
stimmt gearteten inneren Willen voraus, sondern kann auch aus einem Verhalten folgen, aus dem die Gegenseite in guten Treuen auf das Vorhandensein eines bestimmten Willens schliessen durfte. Daraus und aus der Formfreiheit der Ge
sellschaftsverträge ergibt sich, dass eine einfache Gesellschaft konkludent entste
hen und sich namentlich aus dem Verhalten der Gesellschafter ergeben kann, ohne dass ihnen diese Rechtsfolge bewuss
t sein muss (BGE 124 III 363 E.
II/2a S.
365 mit Hinweisen).
Gegenstand der Einigung ist ausschliesslich die gemein
same Zweckverfolgung und die Tatsache der Beitragspflicht. Die einfache Gesell
schaft kann auch entstehen, ohne dass sich die Beteiligten bewusst mit dem Wil
len zu
sammenschliessen, eine einfache Gesellschaft zu bilden und sich den daraus re
sultierenden Normen zu unterwerfen. In vielen Fällen nehmen die Beteiligten die Bildung der einfachen Gesellschaft nicht wahr (
Handschin
,
a.a.O.
,
N.
2
zu
Art.
530 OR
).
Unabhängig davon, ob der Beschwerdeführer und die Beigeladene sich ihrer Ge
meinschaft zum Zwecke des
Liegenschaftenhandels
bewusst sind oder nicht
,
und unabhängige davon, ob die besondere Ausgestaltung des formalen Eigentums vordergründig anderen Zwecken dienen soll, ist daher vom Vorhandensein einer solchen Zweckgemeinschaft auszugehen.
5.5
Abschliessend stellt sich die Frage, wem die Erträge auf den zum Geschäfts
ver
mögen zählenden Liegenschaften beitragsrechtlich zuzuordnen
sind
. Wie ausge
führt, ist die Steuermeldung nicht nur hinsichtlich der Qualifikation des Einkom
mens, sondern auch hinsichtlich der Frage, wer dafür beitragspflichtig ist, nicht bindend (E. 1.3.2). Ausgehend vom Bestehen einer Zweckgemeinschaft
,
mangels Abrede über eine Gewinnbeteiligung sowie
aufgrund des
Umstand
es
, dass der Beschwerdeführer sowie die Beigeladene verheiratet sind und im Güterstand der
Errungenschaftsbeteiligung
stehen, ist mit Blick auf
Art.
533
Abs.
1 OR von einer je hälftigen Gewinnbeteiligung auszugehen. Gemäss dieser Bestimmung gilt, so
fern keine Regel über die Gewinnbeteiligung vereinbart wurde, die Gewinn
betei
ligung nach Kö
pfen, unabhängig von der Grösse
des geleisteten Beitrags (Art. 533
Abs.
1 OR;
Handschin
,
a.a.O.
,
N.
2 zu
Art.
533
OR
).
Demzufolge beträgt die Gewinnbeteiligung des Beschwerdeführers 50
%
, mithin hat er auf der Hälfte der veranlagten
Liegenschaftenerträge
(vgl. vorstehend E.
3.2 sowie Ausführungen im Beschluss vom 1
2.
Februar
2019,
Urk.
21, E. 3.2.2 und
E.
3.3.3 [richtig: 3.2.3]) persönliche Beiträge zu entrichten. Entsprechend der ge
troffenen Annahme, dass das Einkommen zu gleichen Teilen von den Ehegatten erwirtschaftet wurde, ist auch der Eigenkapitalabzug vorzunehmen, wobei der Abzug bzw. das Eigenkapital ebenfalls zu je 1/2 anzurechnen ist. In
masslicher
Hinsicht ist das Eigenkapital entsprechend de
n
Steuermeldungen zu übernehmen.
5.6
Die Steuermeldungen vom 1
6.
Februar 2016 (
Urk.
6/32-35) basieren auf rechts
kräftigen Veranlagungen der Direkten Bundessteuer für die Perioden 2009 bis 2012, womit ermessensweise steuerbare Einkünfte, insbesondere
Liegenschaften
erträge
, aufgerechnet wurden (vgl. die Begründung des
Steuerkommissärs
in der Berechnungsmitteilung der Veranlagungen für die Staats- und Gemeindesteuern 2009 bis 2012 vom
4.
Dezember 2015, worauf im Veranlagungsentscheid für die Direkte Bundessteuer jeweils verwiesen wird). Mit Blick auf die jeweiligen Ermes
sensveranlagungen erfassen die Meldungen folgende Faktoren, welche in
mass
licher
Hinsicht grundsätzlich verbindlich sind:
Periode 2009: Aufrechnung von
Liegenschaftenerträgen
(netto) von
Fr.
585'000.-- (Urk. 16/5/20) abzüglich Verlust aus selbständigem Haupterwerb des Beschwer
deführers im Umfang von
Fr.
76'000.-- (
Urk.
16/5/30).
Rechnet man die
Liegenschaftenerträge
dem Beschwerdeführer nur zur Hälfte an, so ergibt sich ein reines Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit von Fr. 216'500.-- (Periode 2009).
Periode 2010:
Liegenschaftenertrag
von netto Fr. 535'000.
--
(Urk. 16/6/8) sowie Fr. 313'889.-- Einkünfte aus selbständigem Haupterwerb des Beschwerdeführers (Urk. 16/6/16-17) abzüglich der privaten Schuldzinsen von Fr. 34'094.
--
(Urk. 16/6/16).
Bei hälftiger Berücksichtigung des (aufgerechneten [
Fr.
535'000.
-- .
/.
Fr.
34'094.--)
Liegenschaftenertrags
ergibt sich ein reines Einkommen aus selb
ständiger Er
werbstätigkeit für den Beschwerdeführer von Fr. 564'342.-- (Periode 2010).
Periode 2011: Fr. 610'000.
--
netto
Liegenschaftenertrag
(Urk. 16/7/8-9) abzüg
lich der privaten Schuldzinsen von Fr. 22'087.-- (Urk. 16/7/15
16).
Hieraus ergibt sich ein reines selbständiges Erwerbseinkommen des Beschwerde
führers von
Fr.
293'957.-- (Periode 2011).
Periode 2012: Fr. 290'000.
--
netto
Liegenschaftenertrag
(Urk. 16/8/11
12), abzüg
lich der privaten Schuldzinsen von Fr. 2.-- im Jahr 2012 (Urk. 16/8/19).
Hieraus ergibt sich ein reines selbständiges Erwerbseinkommen des Beschwerde
führers von
Fr.
144'999.--.
5.7
Hieraus errechnen sich unter Berücksichtigung d
es Eigenkapitalzinsabzugs (Art.
9
Abs.
2
lit
. f AHVG) sowie der Aufrechnung der per
sönlichen Beiträge (
Art.
9 Abs.
4 AHVG
i.V.m
.
Art.
21
Abs.
1 AHVV; vgl. hierzu auch
Rz
. 1170 der vom Bundesamt für Sozialversicherungen herausgegebenen Wegleitung über die Bei
träge der
Selbständigerwerbenden
und Nichterwerbstätigen in der AHV, IV und EO [WSN], gültig ab 1.1.2008, Stand 1.
1.
2019) folgende beitragspflichtige Er
werbseinkommen:
2009: reines Erwerbseinkommen
Fr.
216’500.--, abzüglich 2,5
%
Zins
(Fr.
76'000.--) des investierten Eigenkapitals (3'040'000.--), davon die Hälfte
(Fr.
38'000.--) dem Beschwerdeführer anzurechnen, ergibt
Fr.
178
'
500
.
--, zuzüg
lich aufzurechnende persönliche Beiträge von 9,5
%
, ergibt abgerundet ein bei
tragspflichtiges Einkommen von
Fr.
197'200.--.
2010: reines Erwerbseinkommen Fr. 564'342.--, abzüglich 2
%
Zins
(
Fr.
63’580.--) des investierten Eigenkapitals (3'179'000.--), davon die Hälfte (
Fr.
31'790.--) dem Beschwerdeführe
r anzurechnen, ergibt
Fr.
532’552
.--, zuzüg
lich aufzurech
nende persönliche Beiträge von 9,5
%
, ergibt abgerundet ein bei
tragspfl
ichtiges Einkommen von
Fr.
588’4
00.--.
2011:
reines Erwerbseinkommen
Fr.
293'957.--, abzüglich 2
%
Zins
(
Fr.
99’200.--) des investierten Eigenkapitals (4’960'000.--), davon die Hälfte (
Fr.
49'600.--) dem Beschwerdeführer anzurechnen, ergibt Fr 244’357.--, zuzüg
lich aufzurech
nende persönliche Beiträge von 9,7
%
, ergibt abgerundet ein bei
tragspflichtiges Einkommen von
Fr.
270'600.--.
2012:
reines Erwerbseinkommen
Fr.
144'999.-- abzüglich 1
%
Zins
(
Fr.
49'800.--) des investierten Eigenkapitals (4’980'000.--), davon die Hälfte (
Fr.
24'900.--) dem Beschwerdeführer anzurechnen, ergibt Fr 120’099.--, zuzüg
lich aufzurech
nende persönliche Beiträge von 9,7
%
, ergibt abgerundet ein bei
tragspflichtiges Einkommen von
Fr.
133'000.--.
Demgegenüber gehen die dem
Einspracheentscheid
zugrundeliegenden Nach
tragsverfügungen vom 3
0.
Dezember 2016 (
Urk.
6/43-46) von einem beitrags
pflichtigen Einkommen von
Fr.
327'900.-- (2009),
Fr.
642'900.-- (2010),
Fr.
354'000.-- (2011) und
Fr.
266'000.-- (2012) aus.
6.
Diese Erwägungen führen zur teilweisen Gutheissung der Beschwerde. Der ange
fochtene Entscheid vom 2
8.
Juli 2017 ist dahingehend abzuändern, als der Be
schwerdeführer zu verpflichten ist, für das Beitragsjahr 2009 auf einem beitrags
pflichtigen Erwerbseinkommen von
Fr.
197'200.--, für das Beitragsjahr 2010 auf
einem solchen vo
n
Fr.
588’4
00.--, für das Beitragsjahr 2011 auf einem solchen von
Fr.
270'600.-- und für das Beitragsjahr 2012 auf einem solchen von
Fr.
133’000
.-- persönliche Beiträge zu bezahlen. Es wird Sache der Beschwerde
gegnerin sein, die Beiträge zu berechnen.