Decision ID: 2eacbcb5-c24b-5d48-b108-c8c09271e1fa
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. X.Y., geboren 1972, ist Staatsangehöriger von Bosnien und Herzegowina. Am 29.
Oktober 1995 reiste er illegal in die Schweiz ein, wo er am 30. Oktober 1995 um Asyl
ersuchte. Am 11. November 1996 wies das damalige Bundesamt für Flüchtlinge (heute:
Staatssekretariat für Migration SEM) sein Asylgesuch ab und verfügte seine
Wegweisung aus der Schweiz. Auf eine dagegen am 6. Mai 1997 erhobene
Beschwerde trat die damalige Schweizerische Asylrekurskommission (heute:
Bundesverwaltungsgericht) mit Entscheid vom 14. Mai 1997 nicht ein. Am 28. Januar
1998 reiste er offenbar aus der Schweiz aus, woraufhin die Bezirksanwaltschaft Zürich
mit Verfügung vom 6. Januar 1999 ein Strafverfahren gegen ihn wegen Verbrechen
gegen das Betäubungsmittelgesetz sistierte (Vorakten Migrationsamt X.Y. [fortan:
Dossier A], S. 9, 36-68).
B. Seit Mai 2000 lebte X.Y. zusammen mit A.K. (ehemals: B.K.), geboren 1981,
Staatsangehörige von Bosnien und Herzegowina, in Bosnien und Herzegowina. Am
23. Februar 2002 wurde ihr gemeinsamer Sohn, C.Y., ebenfalls Staatsangehöriger von
Bosnien und Herzegowina, in R., Serbien, geboren. Am 21. September 2003 heirateten
X.Y. und A.K. in S., Bosnien und Herzegowina. Mit Urteil des Amtsgerichts S. vom 19.
Oktober 2007 wurde die Ehe geschieden, C.Y. unter die alleinige elterliche Sorge und
Obhut von A.K. gestellt und X.Y. zur Leistung von Unterhaltsbeiträgen verpflichtet
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(Dossier A, S. 27-30, 118, 124 f., 326, 401, Vorakten Migrationsamt A.K. [fortan:
Dossier B], S. 3).
C. Am 11. Juni 2009 heiratete X.Y. in T. die damals in der Schweiz
niederlassungsberechtigte, geschiedene D.L., geboren 1973, Staatsangehörige von
Bosnien und Herzegowina, welche mittlerweile auch über das Schweizer Bürgerrecht
verfügt. Ihre zwei Söhne aus erster Ehe, O. und P.M., stehen offenbar unter ihrer
alleinigen Obhut. Am 29. Dezember 2009 reiste X.Y. in die Schweiz ein, wo ihm eine
Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei seiner Ehefrau in T. erteilt wurde (Dossier A, S.
24-26, 35, 189, 191, 195, 227, www.waedenswil.ch).
D. Am 29. Oktober 2014 verlangten X.Y. und D.L. beim Amtsgericht S. gemeinsam die
Scheidung. Tags darauf ersuchte X.Y. beim Migrationsamt Zürich um Verlängerung
seiner Aufenthaltsbewilligung und um deren Umwandlung in eine
Niederlassungsbewilligung. Dabei informierte er die Zürcher Migrationsbehörden nicht
über das gemeinsame Scheidungsbegehren, sondern gab vorbehaltlos an, verheiratet
zu sein. Mit Urteil des Amtsgerichts S. vom 14. November 2014 wurde die Ehe von X.Y.
und D.L. geschieden. Am 24. November 2014 erteilte das Migrationsamt des Kantons
Zürich X.Y. in Unkenntnis der Ehescheidung vom 14. November 2014 eine
Niederlassungsbewilligung. Am 2. Dezember 2014 meldeten die Einwohnerdienste T.,
dass er sich am 2. Dezember 2014 von D.L. getrennt habe und nach W. gezogen sei
(Dossier A, S. 12-14, 17, 22 f., 81-83).
E. Am 4. Dezember 2014 reichte X.Y. beim Migrationsamt des Kantons St. Gallen ein
Gesuch um Kantonswechsel ein. Am 2. Mai 2015 heiratete er in S. zum zweiten Mal
A.K. Mit Schreiben vom 15. Mai 2015 verzichtete er auf die Niederlassungsbewilligung.
Am 26. Mai 2015 erteilte ihm das Migrationsamt des Kantons St. Gallen mit
Zustimmung des SEM eine bis 2. Dezember 2015 befristete Aufenthaltsbewilligung
(Dossier A, S. 6 f., 97, 99, 122).
F. Am 19. Juni 2015 ersuchte X.Y. um Familiennachzug für A.K. und C.Y. Am 3.
September 2015 wurden er und D.L. gleichzeitig in Q. resp. in T. wegen Verdachts auf
Scheinehe durch die Kantonspolizei St. Gallen bzw. Zürich befragt. Am 28. Januar
2016 wurde D.L. durch das Migrationsamt zu ihrer Ehe mit X.Y. befragt. Am 4. März
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2016 ersuchte X.Y. um Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung. Am 18. März 2016
reichte A.K. für sich und ihren Sohn bei der Schweizer Vertretung in Sarajevo ein
persönliches Einreisegesuch ein. Am 8. Juni 2016 stellte die Schweizer Botschaft in
Wien dem Migrationsamt ein undatiertes Protokoll der Befragung von A.K. zu. Mit
Verfügung vom 9. Juni 2016 verweigerte das Migrationsamt X.Y. die Verlängerung
seiner Aufenthaltsbewilligung und wies sein Familiennachzugsgesuch für A.K. und C.Y.
ab. Gleichzeitig ordnete es die Wegweisung von X.Y. aus der Schweiz unter Ansetzung
einer Ausreisefrist von 60 Tagen ab Rechtskraft der Verfügung an (Dossier A,
S. 126-129, 187-200, 204-219, 232-236, 239 f., 251-260, 377-391, 401-404).
G. Dagegen rekurrierte X.Y. am 23. Juni 2016 durch seine Rechtsvertreterin beim
Sicherheits- und Justizdepartement (act. 7/1). Mit Entscheid vom 26. Oktober 2016
wies das Departement den Rekurs ab und forderte das Migrationsamt auf, X.Y. eine
neue Ausreisefrist anzusetzen (act. 2/2). Zur Begründung führte es im Wesentlichen
aus, dass zahlreiche Indizien für eine Scheinehe vorlägen. X.Y. habe erst durch die
Heirat mit der damals niederlassungsberechtigten D.L. die Möglichkeit erlangt, in der
Schweiz zu leben, was ihm sonst praktisch verwehrt gewesen wäre. Weiter habe er es
unterlassen, die Migrationsbehörden des Kantons Zürich über das gemeinsame
Scheidungsbegehren zu unterrichten. Sodann würden seine Schilderungen über den
Beginn der Beziehung zu D.L. von den ihren abweichen. Auch hätten weder er noch
D.L. gewusst, wann sie geheiratet hätten. Zudem hätten sie widersprüchliche Angaben
zum Heiratsantrag, zur Trauung und zum Kinderwunsch gemacht. Sie hätten knapp
fünf Jahre in der Schweiz gelebt und wüssten trotzdem sehr wenig voneinander. Das
Paar habe kaum Zeit miteinander verbracht, da sich X.Y. ab 1. September 2011 in W.
als Wochenaufenthalter zur Erwerbstätigkeit aufgehalten habe und D.L. in T. meistens
samstags gearbeitet habe. Es erscheine unglaubwürdig, dass die zum Teil wesentlich
voneinander abweichenden Schilderungen auf Erinnerungslücken basiert hätten. Das
Migrationsamt sei zu Recht davon ausgegangen, dass X.Y. die Ehe mit D.L. nur
eingegangen sei, um in Umgehung der fremdenpolizeilichen Vorschriften eine
Aufenthaltsbewilligung zu erhalten. Das öffentliche Interesse an der Wegweisung
überwiege die privaten Interessen am Verbleib in der Schweiz.
H. Gegen den Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartements (Vorinstanz) vom 26.
Oktober 2016 erhob X.Y. (Beschwerdeführer) am 10. November 2016 durch seine
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Rechtsvertreterin Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Rechtsbegehren, es
sei der angefochtene Entscheid unter Kosten- und Entschädigungsfolgen aufzuheben,
seine Aufenthaltsbewilligung zu verlängern und der Kantonswechsel sowie der
Familiennachzug zu bewilligen. Eventualiter sei der angefochtene Entscheid
aufzuheben und seine Aufenthaltsbewilligung zu verlängern (act. 1). Mit
Vernehmlassung vom 19. Dezember 2016 schloss die Vorinstanz auf Abweisung der
Beschwerde (act. 6).
Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge
und die Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Der
Beschwerdeführer als Adressat des angefochtenen Entscheides ist zur Ergreifung des
Rechtsmittels befugt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerde
wurde mit Eingabe vom 10. November 2016 (act. 1) rechtzeitig erhoben und erfüllt
formell und inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47
Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist somit grundsätzlich einzutreten.
Nicht einzutreten ist auf die Beschwerde, soweit der Beschwerdeführer beantragt, es
sei ihm der Kantonswechsel zu bewilligen. Das Migrationsamt des Kantons St. Gallen
hat ihm am 26. Mai 2015 eine bis 2. Dezember 2015 befristete Aufenthaltsbewilligung
erteilt (Dossier A, S. 99) und ihm damit den Kantonswechsel bewilligt (vgl. Art. 37 Abs.
2 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer, Ausländergesetz; SR
142.20, AuG, in Verbindung mit Art. 67 der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und
Erwerbstätigkeit, SR 142.201, VZAE), obschon er mit Schreiben vom 15. Mai 2015
(Dossier A, S. 97) dem Sinn nach anerkannt hatte, die ihm im Kanton Zürich am
24. November 2014 erteilte Niederlassungsbewilligung (Dossier A, S. 13) erschlichen zu
haben und in seiner Täuschung der Zürcher Behörden ein Verstoss gegen die
öffentliche Sicherheit und Ordnung zu erblicken ist (vgl. Art. 33 Abs. 3 resp. Art. 51
bis
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Abs. 2 lit. b in Verbindung mit Art. 62 Abs. 1 lit. c AuG), wenngleich er dafür nicht
strafrechtlich verurteilt wurde (vgl. hierzu Art. 118 Abs. 1 AuG und BBl 2002, S. 3709 ff.,
S. 3809). Dies wertete das Migrationsamt St. Gallen bei der Erteilung der
Aufenthaltsbewilligung am 26. Mai 2015 offenbar nicht zuungunsten des
Beschwerdeführers (vgl. hierzu VerwGE B 2014/189 vom 17. Dezember 2015 E. 4.1.1,
www.gerichte.sg.ch).
Ebenfalls nicht einzutreten ist auf die Beschwerde, soweit sich der Beschwerdeführer
gegen den Widerruf der Aufenthaltsbewilligung vom 26. Mai 2015 wehrt (act. 1, S. 22 in
fine). Diese Bewilligung ist am 2. Dezember 2015 erloschen (vgl. Art. 61 Abs. 1 lit. c
AuG). Verfahrensgegenstand bildet vorliegend einzig die Nichtverlängerung der
Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers sowie die Verweigerung seines
Familiennachzugsgesuchs für seine Ehefrau und seinen Sohn. Das
Verlängerungsgesuch reichte der Beschwerdeführer erst am 4. März 2016 (Dossier A,
S. 239 f.) und damit verspätet beim Einwohneramt W. ein (vgl. Art. 33 Abs. 3 AuG in
Verbindung mit Art. 59 Abs. 1 Satz 1 VZAE). Anders als beim absoluten
Erlöschensgrund nach Art. 61 Abs. 2 AuG (unangemeldeter Auslandaufenthalt) geht ein
allfälliger Bewilligungsanspruch nicht definitiv unter, wenn die Bewilligung abgelaufen
ist und das Verlängerungsgesuch verspätet gestellt wurde. Bei fahrlässig verspäteter
Gesuchseinreichung ist die Bewilligung – zwecks Vermeidung überspitzten
Formalismus und zur Wahrung der Verhältnismässigkeit – wiederzuerteilen, wenn der
weitere Verbleib auch bei rechtzeitiger Gesuchstellung zu bewilligen gewesen wäre und
keine Widerrufsgründe vorliegen (vgl. M. Spescha, Migrationsrecht, 4. Aufl. 2015, Art.
61 N 2, mit Hinweis auf BGer 2C_1050/2012 vom 6. Dezember 2013 E. 2.3). Dieser
Grundsatz darf allerdings nicht dazu führen, dass der Ausländer, der einmal über eine
Aufenthaltsbewilligung verfügt hat, noch unbeschränkte Zeit nach deren Ablauf wieder
ein Verlängerungsgesuch stellen kann, und zwar auch dann nicht, wenn ursprünglich
auf deren Erteilung ein Anspruch gemäss Art. 50 AuG bestanden hätte, da dieser an
die bisher bestehende Berechtigung anknüpft und keinen Anspruch auf
Wiedererteilung einer erloschenen Bewilligung verschafft (BGer 2C_906/2015 vom 22.
Januar 2016 E. 3.1 mit Hinweisen). Ob das Migrationsamt das Verlängerungsgesuch
vom 4. März 2016 bereits wegen verspäteter Einreichung hätte abweisen müssen, kann
im konkreten Fall jedoch offen gelassen werden, da die Beschwerde ohnehin
abzuweisen ist.
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2. Das Migrationsamt hat dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 9. Juni 2016 und
damit vor Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen des AuG am 1. Oktober 2016 die
Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung und den beantragten Familiennachzug
verweigert. Wie es sich damit intertemporalrechtlich verhält (vgl. hierzu Art. 126 Abs. 1
AuG, Botschaft des Bundesrates zur Änderung des Strafgesetzbuches und des
Militärstrafgesetzes vom 26. Juni 2013, BBl 5975 ff., 6011), kann offen bleiben, da die
Verweigerung nicht mit einer längerfristigen Freiheitsstrafe begründet wurde (vgl. Art.
62 Abs. 1 lit. b sowie Abs. 2 AuG in der Fassung vom 1. Oktober 2016).
3. Der Beschwerdeführer beantragt (act. 1, S. 19 f.), er und D.L. seien in Bezug auf die
Hochzeitsringe nochmals zu befragen. Darauf kann verzichtet werden, da sich die
vorliegend entscheidenden tatsächlichen Verhältnisse aus den Verfahrensakten,
insbesondere den Befragungen des Beschwerdeführers bzw. von D.L. vom 3.
September 2015 (Dossier A, S. 187-200, 204-219) und 28. Januar 2016 (Dossier A, S.
232-236) ergeben (vgl. BGer 1C_281/2015 vom 28. Juni 2016 E. 2 mit Hinweisen).
4. Soweit der Beschwerdeführer der Vorinstanz eine mangelnde Begründungsdichte
vorwirft (act. 1, S. 6 Ziff. 2.1.9), ist festzuhalten, dass diese nicht verpflichtet war, sich
mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinanderzusetzen und jedes einzelne
Vorbringen ausdrücklich zu widerlegen. Aufgrund der Ausführungen der Vorinstanz
wurde er in die Lage versetzt, sich über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft zu
geben und ihn in voller Kenntnis der Sache weiterzuziehen (vgl. Art. 29 Abs. 2 der
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, SR 101, BV, Art. 58 Abs. 1
in Verbindung mit Art. 24 Abs. 1 lit. a VRP, BGE 140 II 262 E. 6.2 mit Hinweis und
VerwGE B 2008/129 vom 14. Oktober 2008 E. 3.2, www.gerichte.sg.ch).
5. Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung steht die Frage, ob die dem
Beschwerdeführer am 26. Mai 2015 erteilte und bis am 2. Dezember 2015 befristete
Aufenthaltsbewilligung (Dossier A, S. 99) wegen des Eingehens einer Umgehungsehe
zu Recht nicht verlängert und dadurch dem Familiennachzug des Beschwerdeführers
(vgl. Art. 44 AuG) die Grundlage entzogen wurde. Nicht umstritten ist in diesem
Zusammenhang, dass dem Verlängerungsgesuch des Beschwerdeführers vom 4. März
2016 (Dossier A, S. 239 f.) – mit Zustimmung des SEM – eine Aufenthaltsbewilligung
nach Auflösung der Ehe mit der niederlassungsberechtigten Ausländerin oder
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Schweizer Bürgerin D.L. im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG in Verbindung mit Art. 77
Abs. 4 VZAE, Art. 99 AuG und Art. 4 lit. d der Verordnung des EJPD über die dem
Zustimmungsverfahren unterliegenden ausländerrechtlichen Bewilligungen und
Vorentscheide (SR 142.201.1) zugrunde lag (vgl. hierzu Verfügung des Migrationsamtes
vom 9. Juni 2016 E. 4, act. 7/1/2, S. 5).
5.1. Nach Art. 51 Abs. 2 AuG erlöschen die Ansprüche nach Art. 50 AuG, wenn sie
rechtsmissbräuchlich geltend gemacht werden, namentlich um Vorschriften dieses
Gesetzes und seiner Ausführungsbestimmungen über die Zulassung und den
Aufenthalt zu umgehen (lit. a), oder Widerrufsgründe nach Art. 62 AuG vorliegen (lit. b).
Durch das Gesetz nicht geschützt sind fiktive Beziehungen (Art. 51 Abs. 2 lit. a AuG).
Für die Annahme, es liege eine Umgehungsehe vor, bedarf es konkreter Hinweise
darauf, dass zumindest einer der Ehegatten nicht eine eigentliche Lebensgemeinschaft
führen will, sondern die Ehe ausschliesslich aus zuwanderungsrechtlichen
Überlegungen eingegangen ist. Indizien hierfür können unter anderem darin liegen,
dass der ausländischen Person die Wegweisung drohte, weil sie ohne Heirat keine
Aufenthaltsbewilligung erhielte oder ihr diese nicht verlängert würde. Für das Vorliegen
einer Ausländerrechtsehe können sodann die Umstände des Kennenlernens und die
kurze Dauer der Bekanntschaft sprechen sowie die Tatsache, dass die Ehegatten nie
eine Wohngemeinschaft aufgenommen haben. Dasselbe gilt, wenn für die Heirat etwa
eine Bezahlung vereinbart wurde oder wenn ein erheblicher Altersunterschied zwischen
den Ehepartnern besteht. Dass die Begründung einer wirklichen Lebensgemeinschaft
gewollt war, ergibt sich nach der Rechtsprechung nicht notwendigerweise schon
daraus, dass die Ehegatten während einer gewissen Zeit zusammengelebt und
(angeblich) intime Beziehungen unterhalten haben; ein derartiges Verhalten kann auch
nur dazu dienen, den wahren Aufenthaltszweck den Behörden gegenüber zu
vertuschen. Eine Umgehungsehe liegt umgekehrt jedoch nicht bereits dann vor, wenn
ausländerrechtliche Motive für den Eheschluss auch eine Rolle gespielt haben.
Erforderlich ist, dass der Wille zur Führung einer gemeinsamen Lebensgemeinschaft im
Sinne einer auf Dauer angelegten wirtschaftlichen, körperlichen und spirituellen
Verbindung bei einem der Ehepartner fehlt. Grundsätzlich ist es an der
Migrationsbehörde, die Umgehungsehe nachzuweisen. Dass eine solche vorliegt, darf
wegen des damit verbundenen Eingriffs in die Ehefreiheit nicht leichthin angenommen
werden. Die Behörden müssen den Sachverhalt von Amtes wegen möglichst
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zuverlässig abklären; indessen wird der Untersuchungsgrundsatz durch die
Mitwirkungspflichten der Parteien relativiert (vgl. Art. 90 AuG). Diese kommen
naturgemäss insbesondere bei Tatsachen zum Tragen, die eine Partei besser kennt als
die Behörden und die ohne ihre Mitwirkung gar nicht oder nicht mit einem vernünftigen
Aufwand erstellt werden können. Im vorliegenden Zusammenhang gelten die
entsprechenden Pflichten umso strenger, je mehr Indizien vorliegen, welche gemeinhin
darauf schliessen lassen, dass in erster Linie die ausländerrechtliche Gesetzgebung
umgangen werden soll. In diesem Fall darf und muss von den Eheleuten erwartet
werden, dass sie von sich aus Umstände vorbringen und klar belegen, dass den
allgemeinen Hinweisen zum Trotz der Beziehung ein echter Ehewille zugrunde liegt (vgl.
BGer 2C_1008/2015 vom 20. Juni 2016 E. 3.1-3.3 mit zahlreichen Hinweisen).
Lässt die Indizienlage bei erstmaliger Erteilung der Anwesenheitsberechtigung keinen
klaren und unzweideutigen Schluss zu, ist das Vorliegen einer Scheinehe nicht erstellt.
In diesem Fall ist dem ausländischen Ehegatten trotz allenfalls bestehender Zweifel die
Aufenthaltsbewilligung zu erteilen. Aus dem Umstand, dass die Migrationsbehörde
zunächst – allenfalls trotz gewisser Zweifel – die Bewilligung verlängert oder erteilt hat,
lässt sich nicht ableiten, damit sei das Vorliegen einer Scheinehe bis zum Ablauf der
Bewilligung rechtskräftig verneint worden. Eine nachträgliche Prüfung bleibt weiterhin
möglich. Geht es um den Widerruf einer bereits bestehenden Bewilligung, ist dazu
erforderlich, dass neue Tatsachen vorliegen, die der Behörde im Zeitpunkt der Erteilung
noch nicht bekannt waren. Handelt es sich hingegen – wie vorliegend – um die
Verlängerung einer abgelaufenen Bewilligung, so gelangen nicht die Regeln über den
Widerruf rechtskräftiger Bewilligungen zur Anwendung, sondern die Behörde kann
aufgrund einer Gesamtwürdigung – unter Einbezug bereits früher bekannter und
zusätzlicher neuer Erkenntnisse – das Vorliegen einer Scheinehe bejahen (vgl. VerwGE
B 2015/45 vom 19. Juli 2016 E. 3.4 mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch).
5.2. Der Beschwerdeführer reiste am 29. Oktober 1995 illegal in die Schweiz ein.
Obschon sein Asylgrund („Deserteur“) angeblich zwischenzeitlich weggefallen war (act.
1, S. 10 Ziff. 2.1.14), hielt er an seinem Asylgesuch vom 30. Oktober 1995 fest, sodass
dieses am 11. November 1996/14. Mai 1997 abgewiesen werden musste (Dossier A, S.
62). Offenbar am 28. Januar 1998 reiste er unter dem Druck eines laufenden
Strafverfahrens gegen ihn (vgl. Sistierungsverfügung vom 6. Januar 1999 betreffend
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Verbrechen gegen das Bundesgesetz über die Betäubungsmittel und die psychotropen
Stoffe, Betäubungsmittelgesetz; SR 812.121, BetmG, Dossier A, S. 67 f.) aus der
Schweiz aus. Vom Mai 2000 bis zur Scheidung am 19. Oktober 2007 lebte er mit A.K.
und dem am 23. Februar 2002 geborenen Sohn C.Y. in Bosnien und Herzegowina
(Dossier A, S. 401 Ziff. 5). Selbst wenn er nach eigenen Angaben vorübergehend über
ein in Italien ausgestelltes Visum verfügte, welches ihn zur Ausübung einer Tätigkeit als
Chauffeur in ganz Europa ermächtigte (act. 1, S. 10 Ziff. 2.1.14), erhielt er erstmals
durch seine Heirat mit D.L. am 11. Juni 2009 (Dossier A, S. 25) ein ordnungsgemässes
Bleiberecht in der Schweiz. Darüber hinaus geht aus der Befragung von A.K. hervor
(Dossier A, S. 401-403, Ziff. 10), dass er A.K. und C.Y. erst drei bis vier Jahre nach der
Scheidung im Jahr 2007 finanziell unterstützen konnte, d.h. nachdem er D.L. im Jahr
2009 geheiratet hatte und dadurch in der Schweiz einer Erwerbstätigkeit nachgehen
konnte. Entgegen seiner Darstellung (act. 1, S. 10 Ziff. 2.1.14) war er insofern
wirtschaftlich darauf angewiesen, in die Schweiz zu kommen, was für ein
berechnendes Verhalten des Beschwerdeführers spricht, zumal die Scheidung von A.K.
im Jahr 2007 offenbar in erster Linie wegen der schlechten finanziellen Lage erfolgte
(Dossier A, S. 210 Frage 65).
Weiter erteilten ihm die Zürcher Behörden am 24. November 2014 eine
Niederlassungsbewilligung, nachdem er über fünf Jahre mit D.L. verheiratet war (vgl.
Art. 34 Abs. 4 AuG). Dabei unterliess er es, die Zürcher Behörden über das
Scheidungsbegehren vom 29. Oktober 2014 beim Amtsgericht S. und die Scheidung
vom 14. November 2014 zu informieren. Wie er dem Sinn nach selbst eingestanden hat
(Dossier A, S. 97), täuschte er dadurch die Zürcher Behörden. Seine im
Beschwerdeverfahren vorgebrachten Behauptungen (act. 1, S. 7 Ziff. 2.1.11 und S. 11
Ziff. 2.1.15), er habe nie irgendwelche Tatsachen falsch angegeben oder verschwiegen
und die Niederlassungsbewilligung nicht absichtlich resp. ohne unlautere Absichten
erschlichen, erweisen sich vor diesem Hintergrund als unzutreffend bzw. als wenig
glaubhaft. Soweit er sein Vorgehen damit zu rechtfertigen versucht (act. 1, S. 4 Ziff.
2.1.4, S. 11 Ziff. 2.1.15), dass der Anstoss zur Scheidung ausschliesslich von D.L.
gekommen sei, werden seine Beteuerungen dadurch widerlegt, als im Scheidungsurteil
vom 14. November 2014 (Dossier A, S. 81-83) festgehalten wird, dass er gemeinsam
mit D.L. am 29. Oktober 2014 einen Antrag auf Ehescheidung gestellt und während des
Verfahrens daran festgehalten habe. Überdies begründet das Amtsgericht S. sein Urteil
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damit, dass die Ehegemeinschaft von Anfang an nicht harmonisch gewesen sei und die
Eheleute seit längerer Zeit nicht mehr in der ehelichen Gemeinschaft gelebt hätten.
Zudem räumte der Beschwerdeführer an der Befragung vom 3. September 2015 selbst
ein, die Scheidung gewollt zu haben (vgl. Dossier A, S. 2005 Frage 4). Im Weiteren
heiratete der Beschwerdeführer am 2. Mai 2015 und damit lediglich ein halbes Jahr
nach seiner Scheidung von D.L. in Bosnien und Herzegowina seine erste Ehefrau A.K.
Überdies reichte er kurz darauf am 19. Juni 2015 ein Familiennachzugsgesuch für A.K.
und C.Y. ein. Ein solches Vorgehen ist angesichts der zeitlichen Abfolge –
gleichzeitiges Umwandlungsgesuch und Scheidungsbegehren, erneute Heirat mit A.K.
ein halbes Jahr nach der Scheidung – und mit Blick auf die Täuschung der Zürcher
Behörden ein gewichtiges Indiz für das Vorliegen einer Umgehungsehe. Daraus lässt
sich ableiten, dass der Beschwerdeführer die Ehe mit D.L. ausschliesslich aus
zuwanderungsrechtlichen Überlegungen eingegangen ist. Daran ändert nichts, dass es
sich aus Sicht von D.L. nicht um eine Scheinehe gehandelt hat (vgl. act. 1, S. 13
Ziff. 2.1.17, Dossier A, S. 235 f.). Dasselbe gilt, soweit der Beschwerdeführer geltend
macht, er habe das Familienleben mit A.K. zeitweise nicht mehr gelebt und es sei nicht
ungewöhnlich, wenn sich Ex-Partner wiederfänden, wobei der gemeinsame Sohn C.Y.
ein Grund für die erneute Eheschliessung gewesen sei (act. 1, S. 4 f. Ziff. 2.1.5, S.
11-13 Ziff. 2.1.16). Gegen eine Umgehungsehe spricht im Übrigen auch nicht, dass die
Zivilstandsbehörde in T., wo der Beschwerdeführer und D.L. am 11. Juni 2009
heirateten (Dossier A, S. 25 f.), offenbar auf das entsprechende Gesuch um
Durchführung des Vorbereitungsverfahrens eintrat. Die Zivilstandsbehörde nimmt
gestützt auf Art. 97a des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (SR 210, ZGB) die
Prüfung durch die Migrationsbehörde nicht vorweg. Diese entscheidet frei über die
Erteilung oder Verweigerung der Aufenthaltsbewilligung an einen ausländischen
Ehegatten (vgl. VerwGE B 2013/168 vom 16. April 2014 E. 2.1 mit Hinweis auf BGer
2C_75/2013 vom 29. August 2013 E. 3.5, www.gerichte.sg.ch).
Die weiteren von der Vorinstanz und dem Migrationsamt aufgeführten Indizien sind
zwar für sich alleine weniger gewichtig, lassen aber in ihrer Gesamtheit (vgl. hierzu
VerwGE B 2010/186 vom 26. Januar 2011 E. 4.1 mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch)
dennoch Zweifel am Ehewillen des Beschwerdeführers aufkommen, selbst wenn für die
Heirat, soweit ersichtlich, keine Bezahlung vereinbart wurde sowie kein erheblicher
Altersunterschied zwischen dem Beschwerdeführer und D.L. vorliegt und die Eheleute
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angeben, "normale intime Kontakte" gehabt zu haben (act. 1, S. 21 Ziff. 2.1.25).
Zunächst hat es der Beschwerdeführer unterlassen, genauere Angaben zur
mutmasslichen Heiratsvermittlerin „E.“ zu machen, obwohl ihm dies ohne Weiteres
möglich gewesen wäre, da es sich dabei nach seinen Angaben um eine Bekannte der
Mutter seiner Exfrau gehandelt hat (act. 1, S. 16 f. Ziff. 2.1.20). Damit hat er es in
Verletzung seiner Mitwirkungspflicht (Art. 90 AuG) von vornherein verunmöglicht, die
Umstände des Kennenlernens, etwa durch eine Befragung von „E.“, zu klären. Die
Bedenken des Migrationsamtes (act. 7/1/2, S. 6 f.) hinsichtlich der „Heiratsvermittlung“
durch „E.“ und der kurzen Dauer der Bekanntschaft werden durch die Ausführungen
des Beschwerdeführers nicht widerlegt. Auch bleibt der zeitliche Ablauf des
„Kennenlernens“, wie von der Vorinstanz in Erwägung 2b/cc des angefochtenen
Entscheids zutreffend ausgeführt (act. 1/2, S. 6) unklar, was ebenfalls als Indiz für eine
Umgehungsehe zu werten ist. Sodann bestehen widersprüchliche Aussagen zum
Heiratsantrag. Auch konnten die Eheleute das Hochzeitsdatum nicht korrekt benennen
(vgl. E. 2b/dd f. des angefochtenen Entscheids, act. 1/2, S. 6 f.). Entgegen der Meinung
des Beschwerdeführers (act. 1, S. 17 f. Ziff. 2.1.21 f.) ist dies nicht nachvollziehbar.
Sodann konnte der Beschwerdeführer anlässlich der Befragung vom 3. September
2015 den Nachnamen des Trauzeugen benennen. Hingegen wusste er nicht, wie die
Trauzeugin zum Nachnamen hiess (vgl. Dossier A, S. 208 Frage 39), was eher
ungewöhnlich ist. Überdies waren die Söhne von D.L. an der Trauung nicht zugegen,
obschon der Beschwerdeführer eine gute Bezugsperson für sie sein sollte (Dossier A,
S. 193 Frage 18) und sie nach der Heirat mit ihm zusammen im gleichen Haushalt
lebten. Zudem vermag der Beschwerdeführer die übrigen von der Vorinstanz (vgl. E.
2b/ff des angefochtenen Entscheids, act. 2/1, S. 7) festgestellten Widersprüche
hinsichtlich der Trauung nicht zu entkräften (act. 1, S. 18 ff. Ziff. 2.1.23). Gleiches gilt
für die widersprüchlichen Aussagen betreffend Kinderwunsch (vgl. E. 2b/ii des
angefochtenen Entscheids, S. 9, und act. 1, S. 21 Ziff. 2.1.25). Des Weiteren stellt der
Beschwerdeführer nicht in Abrede (act. 1, S. 20 f. Ziff. 2.1.24), dass er und D.L. auch
nach fünf Ehejahren sehr wenig voneinander gewusst hätten. Wie die Vorinstanz in
Erwägung 2b/gg (act. 2/1, S. 7 f.) nachvollziehbar erwogen hat, erscheint es jedoch
unglaubwürdig, dass die beiden Ehegatten nicht zumindest die berufliche Ausbildung
und den bisherigen Werdegang des Partners voneinander wissen wollten, wenngleich
der Beschwerdeführer seine Ausbildung offenbar nie abschliessen konnte und D.L. nur
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kurz auf ihrem erlernten Beruf gearbeitet hat. Ein echtes Interesse an der
Vergangenheit des Lebenspartners ist nicht ersichtlich, was ebenfalls ein Indiz für eine
Umgehungsehe darstellt. Ferner ist nicht ersichtlich und wird vom Beschwerdeführer
auch nicht weiter dargetan (act. 1, S. 15 f. Ziff. 2.1.19), wieso er sich ab 1. September
2011 in W. als Wochenaufenthalter aufhielt, obschon er zuvor ebenfalls nicht in der
Nähe des ehelichen Wohnorts (T.) in G. und H. als Chauffeur tätig gewesen war. Auch
darin ist ein Indiz für eine Umgehungsehe zu erblicken, da die Eheleute dadurch kaum
Zeit miteinander verbringen und namentlich – entgegen der Darstellung des
Beschwerdeführers (act. 1, S. 4 Ziff. 2.1.3, S. 14 Ziff. 2.1.18) – kein gemeinsames
Alltagsleben mit den Söhnen von D.L. pflegen konnten.
Bei einer Gesamtsicht der Umstände durfte die Vorinstanz annehmen, der
Beschwerdeführer habe mit der Heirat keine Lebensgemeinschaft begründen, sondern
ausschliesslich eine Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz erlangen wollen. Die sich
aufgrund der belastenden Indizienlage ergebende tatsächliche Vermutung für das
Vorliegen einer Umgehungsehe konnte der Beschwerdeführer mit seinen Vorbringen
nicht rechtsgenüglich widerlegen. Damit ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf
Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG ohne
weitere Interessenabwägung erloschen (Art. 51 Abs. 2 lit. a AuG). Ebenso kann er
keinen Aufenthaltsanspruch aus Art. 13 Abs. 1 BV bzw. Art. 8 Ziff. 1 der Europäischen
Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR 0.101, EMRK)
ableiten. Unter dem Gesichtspunkt des Schutzes des Privatlebens wären besonders
intensive, über eine normale Integration hinausgehende private Bindungen
gesellschaftlicher oder beruflicher Natur bzw. entsprechend vertiefte soziale
Beziehungen zum ausserfamiliären oder ausserhäuslichen Bereich erforderlich (vgl.
BGE 130 II 281 E. 3.2.1 mit Hinweisen), was hier nicht ersichtlich ist und auch nicht
geltend gemacht wird.
5.3. Soweit kein gesetzlicher oder völkerrechtlicher Bewilligungsanspruch besteht, liegt
die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung im Ermessen der Behörde (vgl. P. Bolzli,
Migrationsrecht, 4. Aufl. 2015, Art. 33 AuG N 4, und T. Nüssle, in: Caroni/Gächter/
Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer, Bern 2010,
Art. 33 N 33). Die zuständigen Behörden haben bei der Ermessensausübung die
öffentlichen Interessen und die persönlichen Verhältnisse sowie den Grad der
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Integration der Ausländerinnen und Ausländer zu berücksichtigen (Art. 96 Abs. 1 AuG).
In die Ermessensausübung der Vorinstanzen wird vom Verwaltungsgericht nicht
eingegriffen, solange diese nicht mit Rechtsfehlern behaftet ist (vgl. Art. 61 Abs. 1 VRP
und VerwGE B 2015/45 vom 19. Juli 2016 E. 6.1, a.a.O.).
Es bestehen keine Hinweise dafür, dass die Vorinstanz ihr Ermessen in
rechtsverletzender Weise ausgeübt haben soll. Vielmehr hat sie in Anwendung von Art.
96 Abs. 1 AuG alle rechtserheblichen Kriterien in Erwägung 3b des angefochtenen
Entscheids (act. 1/2, S. 10) berücksichtigt und die Nichtverlängerung der
Aufenthaltsbewilligung einlässlich begründet. Es besteht ein gewichtiges öffentliches
Interesse, die Aufenthaltsbewilligung von Ausländern, die ihre Aufenthaltsberechtigung
aufgrund einer Umgehungsehe erhalten haben, nicht zu verlängern. Hinzu kommt im
vorliegenden Fall, dass in der Täuschung der Zürcher Behörden auch ein Verstoss
gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung und damit ein Widerrufsgrund zu
erblicken ist (vgl. Art. 33 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 62 Abs. 1 lit. c AuG). Weiter ist
der gesunde Beschwerdeführer am 29. Dezember 2009 im Alter von rund 38 Jahren in
die Schweiz eingereist und lebt mittlerweile seit über sieben Jahren hier. Davor hatte er
sich bereits zwischen dem 29. Oktober 1995 und 28. Januar 1998 in der
Deutschschweiz aufgehalten. Eine vertiefte Integration in beruflicher, sprachlicher oder
sozialer Sicht liegt jedoch nicht vor, selbst wenn ihm vom Migrationsamt am
26. Mai 2015 offenbar gestützt auf Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG eine Aufenthaltsbewilligung
erteilt wurde. Soweit der Beschwerdeführer geltend macht (act. 1, S. 22 f. Ziff. 2.1.26),
er sei hier hervorragend integriert, da er stets einer Erwerbstätigkeit nachgegangen sei,
ist festzuhalten, dass die eigenständige Bestreitung des Lebensunterhalts üblichen
Integrationserwartungen entspricht. Als Chauffeur übt der Beschwerdeführer sodann
keine besonders qualifizierte Tätigkeit aus. Gemäss dem Protokoll der Kantonspolizei
St. Gallen zur Befragung vom 3. September 2015 betreffend Scheinehe benötigte er
bei seiner Einvernahme zudem einen Dolmetscher (Dossier A, S. 204). Dies legt bei
einer Aufenthaltsdauer von insgesamt über neun Jahren eine eher schleppend
verlaufende sprachliche Integration und nur geringe Kontakte zur deutschsprachigen
Bevölkerung nahe. Den überwiegenden Teil seines Lebens hat der Beschwerdeführer
im Herkunftsland verbracht, weshalb er mit der dortigen Sprache und Kultur vertraut
ist. Zudem leben seine Eltern, seine Brüder, seine Frau und sein Sohn in Bosnien und
Herzegowina (Dossier A, S. 210 Fragen 67-69), weshalb er seiner Heimat auch sozial
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verbunden ist. Überdies reiste er regelmässig in den Ferien in sein Herkunftsland. Seine
Rückkehr und Wiedereingliederung in die dortige Gesellschaft ist nicht mit
übermässigen Schwierigkeiten verbunden, selbst wenn ihm sein Heimatland nicht die
gleichen beruflichen Perspektiven bieten kann wie die Schweiz. Gesamthaft betrachtet
überwiegt das öffentliche Interesse an der Wegweisung das private Interesse des
Beschwerdeführers am Verbleib in der Schweiz. Die Nichtverlängerung der
Aufenthaltsbewilligung ist verhältnismässig.
5.4. Wie die Vorinstanz in Erwägung 3d des angefochtenen Entscheids (act. 1/2, S. 10)
im Ergebnis zutreffend ausgeführt hat, besteht mangels der Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers keine Grundlage für einen
Familiennachzug seiner Ehefrau und seines Sohnes (vgl. Art. 44 AuG in Verbindung mit
Art. 73 VZAE).
6. (...).