Decision ID: 4c9b3d98-2b65-4fb7-b415-28c8faadaf9e
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
G._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Piergiorgio Giuliani, Ebni 3, Postfach,
9053 Teufen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente (Wiederanmeldung, Nichteintreten)
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St.Galler Gerichte
Sachverhalt:
A.
A.a Im Dezember 2003 (Posteingang bei IV-Stelle) meldete sich G._, geboren 1964,
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (act. G 4.1/1). Die Versicherte
gab an, am 10. Oktober 1999 als Beifahrerin bei einer Auffahrkollision verletzt worden
zu sein. Seither könne sie ihre bislang ausgeübte Hauswarttätigkeit nicht mehr
wahrnehmen und sei auch bei der Haushaltführung auf die Unterstützung Dritter
angewiesen (act. G 4.1/2). Mit Arztbericht vom 21. Dezember 2003 berichtete Dr. med.
A._ der IV-Stelle, dass die Versicherte an einem cervicovertebralen, cervicocephalen
und cervicobrachialen Schmerzsyndrom nach HWS-Hyperextensionstrauma am 10.
Oktober 1999, an einer somatoformen Schmerzstörung und an einer Depression leide.
Bis 31. Juli 2003 sei die Versicherte zu 50% arbeitsunfähig gewesen, seither sei sie
vollständig arbeitsunfähig. Ihr Gesundheitszustand verschlechtere sich weiter (act.
G 4.1/6.1, 6.2).
A.b Am 24. August 2004 erfolgte eine Haushaltsabklärung. Diese ergab eine
behinderungsbedingte Einschränkung bei der Haushaltarbeit von 44%. Da die
Stunden, während denen die Versicherte früher als Hauswartin tätig war, einem
Arbeitspensum von 12% entsprachen, verblieb für den Haushalt 88%, was bei einer
Einschränkung von 44% einen anteiligen Invaliditätsgrad von 39% ergab. Zusammen
mit der Invalidität von 12% in der Hauswarttätigkeit (Arbeitsunfähigkeit 100%) hätte ein
Invaliditätsgrad von 51% resultiert (act. G 4.1/20).
A.c Am 4. Januar 2005 beauftragte die IV-Stelle das ABI Basel mit einer
interdisziplinären Abklärung (act. G 4.1/24). Die im Rahmen eines multidisziplinären
Konsensus erarbeitete Gesamtdiagnose des ABI-Gutachtens vom 12. Mai 2005
lautete: mässiges linksseitiges mittleres bis unteres Zervikalsyndrom mit leichter bis
mässiger schmerzhafter Funktionseinschränkung bei St.n. Auffahrunfall am 10. Oktober
1999 sowie – ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit – Entwicklung körperlicher
Symptome aus psychischen Gründen und anamnestisch rezidivierende
Lumboischialgie rechts. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit wurde ausgeführt, es bestehe
eine subjektiv monosymptomatische Situation, nämlich ein Zervikalsyndrom ohne
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spinale oder radikuläre Ausfälle mit einer recht lokalisierten Schmerzangabe ohne
wesentliche Ausbreitungstendenz. Die Wirbelsäule der Versicherten sei vermindert
belastbar. Körperlich schwere Tätigkeiten seien deshalb nicht mehr zumutbar.
Körperlich leichte bis gelegentlich mittelschwere wechselbelastende Tätigkeiten ohne
relevante Überkopfarbeiten und ohne Zwangshaltungen seien aus somatisch-
neurologischer Sicht ganztägig zumutbar mit einer Leistungseinbusse von maximal
20% aufgrund des erhöhten Pausenbedarfs. Im Haushalt bestehe eine maximal 30%
betragende Einschränkung betreffend schwere Putzarbeiten und betreffend das Tragen
schwerer Lasten. Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit. Die ausgeprägte subjektive Krankheits- und
Behinderungsüberzeugung der Versicherten lasse sich aufgrund der objektivierbaren
Befunde aus somatischer und aus psychiatrischer Sicht nicht nachvollziehen. Bei
Schmerzverarbeitungsstörungen sei es jedoch problemimmanent, dass immer eine
deutlich bis massiv höhere Selbstlimitierung bestehe, die sich medizinisch nicht
begründen lasse. Der Versicherten sei die Willensanstrengung zur Überwindung ihrer
Selbstlimitierung zumutbar. Eine Arbeitsfähigkeitsschätzung für die Hauswarttätigkeit
sei schwierig, da ein konkretes Belastungsprofil fehle. Die Einschränkung im Haushalt
von maximal 30% resultiere aus der Nichtzumutbarkeit verschiedener Tätigkeiten.
Zudem sei zu beachten, dass bei der Besorgung des eigenen Haushalts eine
selbständige Zeiteinteilung möglich sei. Die Verminderung der Arbeitsfähigkeit bestehe
seit Oktober 1999. Der Bericht von Dr. A._ vom 21. Dezember 2003 sei zwar in
Bezug auf die Diagnosen, aber in keiner Weise in Bezug auf die
Arbeitsfähigkeitsschätzung nachvollziehbar. Auch die hohe Einschränkung der
Versicherten gemäss dem Bericht über die Haushaltsabklärung sei nicht
nachvollziehbar. Das Ergebnis dieser Abklärung beruhe weitgehend auf den von der
Selbstlimitierung beeinflussten Selbstangaben der Versicherten, womit sich das
Zustandekommen der Abweichung erklären lasse (act. G 4.1/25).
A.d Mit Verfügung vom 28. September 2005 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren
der Versicherten ab. Sie begründete dies mit einem Invaliditätsgrad von 26%, nämlich
einer Einschränkung im Haushalt (88%) von 30% und einer uneingeschränkt
zumutbaren der Behinderung angepassten Tätigkeit (12%, act. G 4.1/31). Die von der
Versicherten dagegen erhobene Einsprache wies die IV-Stelle am 24. Februar 2006 ab
(act. G 4.1/36). Sie führte aus, die Annahme der Gutachter des ABI, wonach der
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Versicherten eine Willensanstrengung zur Überwindung ihrer Selbstlimitierung
zumutbar sei, decke sich mit der höchstrichterlichen Rechtsprechung. Deshalb sei von
einer Arbeitsunfähigkeit von maximal 20% in einer adaptierten Tätigkeit auszugehen,
wobei zu beachten sei, dass der zusätzliche Pausenbedarf erst ab einem Pensum von
80% entstehe. Bei einem Pensum von 12% bestehe also keine Einschränkung in der
Arbeitsfähigkeit. In Bezug auf die Arbeitsunfähigkeit im Haushalt gebe es keinen Grund,
von der Einschätzung der Gutachter des ABI abzuweichen, denn die anlässlich der
Haushaltsabklärung ermittelte Einschränkung beruhe auf den von der Selbstlimitierung
geprägten Angaben der Versicherten.
A.e Die dagegen erhobene Beschwerde hiess das Versicherungsgericht des Kantons
St. Gallen mit Entscheid vom 22. Januar 2007 teilweise gut, wies die IV-Stelle an, der
gemischten Methode der Invaliditätsbemessung ab 1. Januar 2006 einen Erwerbsanteil
von mindestens 50% zugrunde zu legen und bei der Berechnung der Einschränkungen
im Haushalt keine hypothetische Mitarbeit der Familienangehörigen zu berücksichtigen.
Darüber hinaus forderte das Gericht die IV-Stelle auf, erneut eine Haushaltsabklärung
vorzunehmen und zudem zu überprüfen, ob ein Beschäftigungsgrad von 12% für eine
leichte, wechselbelastete Hilfsarbeit wirtschaftlich überhaupt verwertbar sei (act.
G 4.1/46). Die dagegen geführte Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten
hiess das Bundesgericht mit Entscheid vom 6. August 2007 gut, soweit es darauf
eintrat, und hob den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen
soweit auf, als darin die IV-Stelle des Kantons St. Gallen angewiesen wurde, der
gemischten Methode der Invaliditätsbemessung ab 1. Januar 2006 einen Erwerbsanteil
von mindestens 50% zugrunde zu legen (act. G 4.1/52).
A.f Am 12. November 2007 holte die IV-Stelle beim behandelnden Arzt einen
Verlaufsbericht ein. Dr. A._ hielt im Arztbericht vom 19. November 2007 fest, der
Gesundheitszustand sei stationär. Der Versicherten gehe es unverändert schlecht.
Wegen der eingetretenen Chronizität finde nur noch eine manuelle Behandlung zur
Symptomlinderung in grösseren Abständen statt (act. G 4.1/55).
A.g Am 22. Februar 2008 ermittelte der Abklärungsbeauftragte aufgrund der Angaben
der Versicherten bei der ursprünglichen Haushaltsabklärung und dem Ergebnis des
ABI-Gutachtens die Einschränkung im Haushaltbereich neu. Er kam zum Schluss, dass
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die Einschränkung im Haushalt (88%) ohne Berücksichtigung der
Schadenminderungspflicht der Angehörigen 15,80% und der anteilige Invaliditätsgrad
demnach 13,90% betrage. Da die Abklärungen beim Berufsberater ergeben hatten,
dass sich ein 12%-Pensum in der freien Wirtschaft höchstens im Bereich Reinigung
realisieren lasse, legte die IV-Stelle die Einschränkungen der Versicherten für eine
Erwerbstätigkeit (12%) – analog zur vom ABI ermittelten Einschränkung der
Versicherten als Hauswartin – auf 50% fest. Der anteilige Invaliditätsgrad betrug
demnach 6%. Insgesamt resultierte aus dieser Berechnung ein Invaliditätsgrad von
19,90% (act. G 4.1/57).
A.h Mit Vorbescheid vom 5. März 2008 kündigte die IV-Stelle der Versicherten unter
Hinweis auf die erläuterte Invaliditätsberechnung den Erlass einer
leistungsablehnenden Verfügung an (act. G 4.1/59). Am 17. April 2008 liess die
Versicherte beantragen, dass der Vorbescheid dahingehend abzuändern sei, dass ihr
eine Dreiviertels-Rente zugesprochen werde (act. G 4.1/60). Die IV-Stelle hielt an ihrer
Auffassung fest und lehnte den Anspruch der Versicherten auf eine Invalidenrente mit
Verfügung vom 14. Mai 2008 ab (act. G 4.1/61). Diese Verfügung erwuchs in
Rechtskraft.
B.
B.a Am 21. August 2008 meldete sich die Versicherte erneut zum Leistungsbezug bei
der Invalidenversicherung an (act. G 4.1/66). Zur Begründung führte der
Rechtsvertreter der Versicherten an, dass sich der Gesundheitszustand der
Versicherten seit Erlass der Verfügung vom 28. September 2005 massiv verschlechtert
habe, was aus dem beiliegenden Arztbericht von Dr. A._ ersichtlich sei (act.
G 4.1/66). Am 25. August 2008 forderte die IV-Stelle den Rechtsvertreter der
Versicherten auf, weitere Beweismittel bis 25. September 2008 einzureichen,
ansonsten die Versicherte mit einem Nichteintretensentscheid rechnen müsse (act.
G 4.1/69). Innert erstreckter Frist reichte die Versicherte am 10. Februar 2009 eine
zusätzliche Stellungnahme von Dr. A._ vom 27. Oktober 2008 ein (act. G 4.1/70).
B.b Mit Verfügung vom 31. März 2009 trat die IV-Stelle auf das Leistungsbegehren
nicht ein, weil nicht glaubhaft dargelegt sei, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse
seit der letzten Verfügung wesentlich verändert hätten (act. G 4.1/74).
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C.
C.a Gegen diese Verfügung der Beschwerdegegnerin richtet sich die am 18. Mai 2009
ans Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen erhobene Beschwerde mit dem
Antrag auf Zusprechung einer ganzen Invalidenrente. Zur Begründung bringt die
Beschwerdeführerin vor, ihr Gesundheitszustand habe sich seit der ablehnenden
Leistungsverfügung vom 14. Mai 2008 resp. seit dem 12. Mai 2005, dem Tag also, an
dem das für den Entscheid vom 14. Mai 2008 massgebliche Gutachten durch das ABI
erstellt worden sei, massgeblich verschlechtert. Dies bestätige auch ihr langjähriger
Vertrauensarzt, Dr. A._, in den beiden Arztberichten vom 26. Mai 2008 und 12. Mai
2009. Seit dem Autounfall im Jahr 1999 leide sie unter starken chronifizierten
Schmerzen, die in den letzten Jahren immer stärker geworden seien. Aufgrund der
Schmerzen habe sie sich immer mehr zurückgezogen und nehme wegen
Schlafstörungen regelmässig Schlafmittel. Sie könne weder einer Erwerbstätigkeit
nachgehen noch den Haushalt führen (act. G 1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 7. August 2009 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führt sie an, dass mit den
eingereichten Unterlagen keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes
ausgewiesen sei, was auch Dr. B._ vom Regionalen Ärztlichen Dienst der
Invalidenversicherung (RAD) in einer Stellungnahme vom 13. März 2009 bestätige.
Weder im Schreiben vom 26. Mai 2008 noch in demjenigen vom 27. Oktober 2008
habe Dr. A._ Indizien für eine objektivierbare Verschlechterung des
Gesundheitszustandes vorbringen können. Vielmehr habe er schon im Jahr 2003 eine
somatoforme Schmerzstörung nach HWS-Hyperextensionstrauma diagnostiziert. Auch
sei das ABI-Gutachten in Abweichung von Dr. A._ zum Schluss gekommen, dass
keine psychiatrische Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gestellt
werden könne. Die Konsensbeurteilung habe im Unterschied zum Hausarzt eine
30%ige Einschränkung im Haushalt ergeben. Auch habe Dr. A._ im Verlaufsbericht
vom 19. November 2007 noch einen stationär gebliebenen Gesundheitszustand
attestiert, während er in seinen jüngsten Schreiben davon spreche, dass die
Schmerzen in den letzten Jahren zugenommen hätten. Eine Verschlechterung des
Gesundheitszustandes bei unveränderter Diagnose und ohne Angabe eines Befundes,
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der von früheren Befunden abweiche, sei vor diesem Hintergrund nicht glaubhaft (act.
G 4).
C.c Mit Replik vom 14. Oktober 2009 hält die Beschwerdeführerin an ihrem
Rechtsbegehren fest und stellt sich auf den Standpunkt, dass sich zwar die bereits
früher gestellte Diagnose nicht verändert habe, dass ihre Beschwerden aber aufgrund
einer Verselbständigungstendenz der Schmerzen stark zugenommen hätten. Die
Glaubhaftmachung einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes bedinge keine
neue Diagnose. Vielmehr reiche es, dass die bereits gestellten Befunde zu einer
Zustandsverschlechterung in der massgebenden Zeitspanne geführt hätten. Dr. A._
habe glaubhaft dargelegt, dass ihre Schmerzen in den letzten Jahren immer schlimmer
geworden seien, was sich auch auf ihre psychische Verfassung ausgewirkt habe.
Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin sei für die Verschlechterung des
Gesundheitszustandes nicht der Zeitraum zwischen der Verfügung vom 14. Mai 2008
und der Wiederanmeldung massgeblich. Da sich die besagte Verfügung nämlich zur
Hauptsache auf eine im Jahr 2004 durchgeführte Haushaltsabklärung und ein
interdisziplinäres Gutachten des ABI aus dem Jahr 2005 stütze, sei für die
Verschlechterung des Gesundheitszustandes vielmehr auf den Zeitraum zwischen der
Erhebung dieser Daten und der Wiederanmeldung abzustellen (act. G 9).
C.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf die Einreichung einer Duplik (act. G 11).

Erwägungen:
1.
1.1 Die Beschwerdegegnerin hat die angefochtene Verfügung erlassen, ohne zuvor
das gesetzlich vorgesehene Vorbescheidsverfahren durchgeführt zu haben. Gemäss
Art. 57a Abs. 1 IVG hat die IV-Stelle der versicherten Person den vorgesehenen
Endentscheid über ein Leistungsbegehren mittels eines Vorbescheids mitzuteilen. Als
Endentscheid gilt ein Entscheid, der das Verfahren prozessual abschliesst, sei dies mit
einem materiellen Entscheid oder durch Nichteintreten. Gegenstand eines
Vorbescheides sind laut Art. 73 Abs. 1 IVV aber nur jene Fragen, die in den
Aufgabenbereich der IV-Stellen gemäss Art. 57 Abs. 1 lit. a bis d IVG fallen. Gemeint ist
bis
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damit die frühere, bis zur 5. IV-Revision geltende Fassung des Art. 57 Abs. 1 IVG.
Somit ist ein Vorbescheid zu erlassen, wenn die vorgesehene Verfügung die Abklärung
der versicherungsmässigen Voraussetzungen (lit. a), die Abklärung der
Eingliederungsfähigkeit, die Berufsberatung und die Arbeitsvermittlung (lit. b), die
Bestimmung und Überwachung der Eingliederungsmassnahmen (lit. c) oder die
Bemessung des Invaliditätsgrades (lit. d) voraussetzt. Wäre die Beschwerdegegnerin
auf die Neuanmeldung des Beschwerdeführers eingetreten, hätte sie eine
Invaliditätsbemessung vornehmen müssen. Die anschliessend zu erlassende Verfügung
wäre also "vorbescheidspflichtig" gewesen. Dies rechtfertigt es – über den allzu engen
Gesetzeswortlaut hinausgehend und dem Sinn und Zweck des Vorbescheides
Rechnung tragend – auch für das Nichteintreten auf eine Neuanmeldung von einer
"Vorbescheidspflicht" auszugehen (vgl. die Urteile des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen vom 24. April 2009, IV 2008/167, und 19. Juni 2009, IV 2008/417). In
diesem Vorbescheid hätte nicht nur das Nichteintreten auf die Neuanmeldung
angekündigt, sondern auch der Grund für den vorgesehenen Nichteintretensentscheid
genannt werden müssen. Die Beschwerdeführerin wäre also darüber zu informieren
gewesen, dass die von ihr bis dahin eingereichten medizinischen Unterlagen nicht
genügten, eine rentenbegründende Arbeitsunfähigkeit glaubhaft darzulegen.
1.2 Indem die Beschwerdegegnerin die angefochtene Verfügung erlassen hat, ohne
das Vorbescheidsverfahren durchgeführt zu haben, wurde der Anspruch der
Beschwerdeführerin auf rechtliches Gehör verletzt (vgl. für viele BGE 125 V 401; SVR-IV
1999 Nr. 29, 87). Von einer Rückweisung der Sache zur Gewährung des rechtlichen
Gehörs kann dann abgewichen werden, wenn dieses Vorgehen zu einem
formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen im Verfahren führen
würde, die mit dem (gleichlaufenden und der Anhörung gleichgestellten) Interessen des
Versicherten an einer möglichst beförderlichen Beurteilung seines Anspruchs nicht zu
vereinbaren sind (BGE 116 V 187 E. 3d; nicht veröffentlichtes Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 7. August 2000, I 184/00). Diese
verfahrensökonomischen Gründe rechtfertigen es, den an sich nicht gering zu
schätzenden Verfahrensmangel mit dem vorliegenden Verfahren, in welchem das
Gericht mit voller Kognition ausgestattet ist, zu heilen, nachdem die
Beschwerdeführerin selber ein Urteil des Gerichts erwartet. Der Verfahrensmangel wird
aber bei der Kostenverlegung zu berücksichtigen sein.
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2.
Da eine materielle Überprüfung des Anspruchs der Beschwerdeführerin auf Leistungen
der Invalidenversicherung nicht stattgefunden hat und der Anspruch demnach nicht
Streitgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet, kann auf den
materiellen Antrag der Beschwerdeführerin, die Zusprechung einer ganzen
Invalidenrente, nicht eingetreten werden. Ein materieller Antrag beinhaltet aber immer
auch das Begehren, die Verwaltung möge auf eine Wiederanmeldung eintreten (vgl.
BGE 109 V 119 E. 1). Nachfolgend bleibt daher zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin
zu Recht auf die Neuanmeldung nicht eingetreten ist.
3.
3.1 Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades rechtskräftig
verweigert, wird eine erneute Anmeldung materiell nur geprüft, wenn die
gesuchstellende Person glaubhaft macht, dass sich der Grad der Invalidität in einer für
den Anspruch erheblichen Weise geändert hat (Art. 87 Abs. 3 und 4 der Verordnung
über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Die gesuchstellende Person muss
also jene Indizien beschaffen und der IV-Stelle vorlegen, mit denen sie ihre Behauptung
einer anspruchserheblichen Gesundheitsverschlechterung glaubhaft machen will. Sie
kann sich nicht darauf beschränken, eine solche Veränderung zu behaupten. In diesem
Verfahrensstadium gilt demnach der Untersuchungsgrundsatz nicht (vgl. BGE 130 V 64
E. 5.2.5.; Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. Juni 2009,
IV 2008/417, E. 1.3). Diese Beweislastregel soll verhindern, dass sich die Verwaltung
immer wieder mit gleichlautenden und nicht näher begründeten – d.h. keine
Veränderung des Sachverhalts darlegenden – Rentengesuchen befassen muss (vgl.
BGE 130 V 76 E. 3.2.3). Im Rahmen der Eintretensprüfung muss sich die versicherte
Person deshalb das Ergebnis der letztmaligen materiellen Überprüfung des
Rentenanspruchs – mit rechtsgenüglicher Abklärung des Gesundheitszustands und
gesetzeskonformer Ermittlung des Invaliditätsgrades – entgegenhalten lassen.
Zeitlicher Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des
Invaliditätsgrades ist bei der Wiederanmeldung daher – entgegen der Ansicht der
Beschwerdeführerin – die letzte rechtskräftige Verfügung, die auf einer materiellen
Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung,
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Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht (BGE 133 V
108 ff.) und nicht etwa das letzte Gutachten, auf das sich besagte Verfügung unter
anderem stützt. Hätte sich der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin – wie
vorgebracht – im Zeitraum zwischen Begutachtung und Erlass der
Ablehnungsverfügung anspruchserheblich verändert, hätte es ihr offen gestanden, die
Ablehnungsverfügung der Beschwerdegegnerin vom 14. Mai 2008 anzufechten und die
veränderten Verhältnisse spätestens im Rechtsmittelverfahren anzuführen.
3.2 Unter Glaubhaftmachung im Sinn von Art. 87 Abs. 3 IVV ist nach der
Rechtsprechung kein Beweis nach dem im Sozialversicherungsrecht allgemein
massgebenden Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu verstehen. Dem Zweck
der Eintretenshürde von Art. 87 Abs. 3 IVV entsprechend muss es sich bei der
Glaubhaftmachung um eine deutlich reduzierte Beweisanforderung handeln. Es genügt,
dass für den geltend gemachten rechtserheblichen Sachumstand wenigstens gewisse
Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist,
dass eine eingehende Sachverhaltsabklärung die behauptete Veränderung nicht
bestätigen wird. Bei der Prüfung der Eintretensvoraussetzung der glaubhaft gemachten
Sachverhaltsänderung berücksichtigt die Verwaltung – oder im Beschwerdefall das
Gericht –, ob die frühere Verfügung nur kürzere oder schon längere Zeit zurückliegt. Je
nachdem sind an die Glaubhaftmachung höhere oder weniger hohe Anforderungen zu
stellen (SVR 2003 IV Nr. 25 E. 2.2 mit Hinweisen, Urteil des Bundesgerichtes
9C_688/2007 vom 22. Januar 2008).
4.
4.1
4.1.1 Zur Glaubhaftmachung einer anspruchsrelevanten Veränderung des
Invaliditätsgrades beruft sich die Beschwerdeführerin zunächst auf den Arztbericht von
Dr. A._ vom 26. Mai 2008 (act. G 4.1/67). Darin äussert sich letzterer dahingehend,
dass sich der Zustand der Beschwerdeführerin "in den letzten Jahren" verschlechtert
habe. Aufgrund der chronifizierten Schmerzen habe sich die Beschwerdeführerin
"immer mehr" zurückgezogen. Bereits "seit Jahren" habe sich ein somatoformes
Schmerzsyndrom eingestellt, das nicht behandelbar sei. Die Beschwerden seien "seit
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Jahren" zunehmend, was auf eine Verselbständigungstendenz der Schmerzen bei
entsprechender zentraler Verarbeitung zurückzuführen sei. Die Beschwerdeführerin
nehme wegen Schlafstörungen regelmässig Schlafmittel. Die Tochter müsse den
Haushalt fast vollumfänglich führen, da die Beschwerdeführerin dazu nicht mehr in der
Lage sei (act. G 1.1/2).
4.1.2 Bereits aus dem Datum dieses Arztberichts, dem 26. Mai 2008, aber auch aus
den verwendeten Formulierungen wird klar, dass Dr. A._ in diesem Dokument keine
Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin seit Erlass der
Ablehnungsverfügung am 14. Mai 2008 attestiert. Vielmehr äussert er sich in
allgemeiner Weise zum Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin und zu dessen
Veränderungen in den letzten Jahren vor Erlass der Ablehnungsverfügung. Der
Arztbericht vom 26. Mai 2008 ist damit nicht geeignet, eine rentenrelevante
Veränderung des Invaliditätsgrades im massgeblichen Zeitraum glaubhaft zu machen.
4.2 Im Verwaltungsverfahren legte die Beschwerdeführerin eine weitere Stellungnahme
von Dr. A._ vom 27. Oktober 2008 ins Recht (act. G 4.1/70.2). Darin verweist
Dr. A._ auf seinen Bericht vom 26. Mai 2008, in dem der Zustand der
Beschwerdeführerin klar beschrieben sei. Dieser gehe es schlecht und sie könne den
Haushalt zum grossen Teil nicht alleine machen (act. G 4.1/70). Auch diese
Stellungnahme weist nicht auf eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes im
massgeblichen Zeitraum hin.
4.3
4.3.1 Schliesslich beruft sich die Beschwerdeführerin auf ein Arztzeugnis von Dr. A._
vom 12. Mai 2009 (act. G 1.6). Darin attestiert ihr Dr. A._ ein chronisches
posttraumatisches zervikothorakales Schmerzsyndrom mit anhaltender somatoformer
Störung. Den Gesundheitszustand der Patientin in den letzten Jahren beschreibt er als
chronisch mit Verschlechterungstendenz. Ferner erachtet er die Beschwerdeführerin im
Erwerbs- und im Haushaltbereich für voll arbeitsunfähig.
4.3.2 Der Arztbericht vom 12. Mai 2009 enthält weder eine neue Diagnose noch neue
Befunde. Vielmehr attestierte Dr. A._ der Beschwerdeführerin bereits im ersten IV-
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Verfahren ein cervicocephales und myofasciales Schmerzsyndrom mit
Verschlechterungstendenz (act. G 4.1/6). Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den
Standpunkt, dass eine anspruchsrelevante Verschlechterung ihres
Gesundheitszustandes allein schon im Hinblick auf die von Dr. A._ angeführte
Verschlechterungstendenz des Schmerzes glaubhaft gemacht sei (act. G 9).
4.3.3 Dem Arztzeugnis vom 12. Mai 2009 liegen Fragestellungen zugrunde, die der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 7. Mai 2009 an Dr. A._
gerichtet hatte (act. G 1.5). Die von letzterem vorgenommene Einschätzung des
Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin als "Chronisch mit
Verschlechterungstendenz" stand dabei im Zusammenhang mit der Frage 5: "Wie hat
sich der Gesundheitszustand Ihrer Patientin in den letzten Jahren entwickelt?". Auch
der angeführten Verschlechterungstendenz liegt demnach eine längerfristige
Betrachtungsweise zugrunde. Darauf wies schon der Arztbericht von Dr. A._ vom
21. Dezember 2003 hin (act. G 4.1/6). Konkrete Anhaltspunkte dafür, dass sich der
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin zwischen Erlass der
Ablehnungsverfügung am 12. Mai 2008 und dem Nichteintretensentscheid vom
31. März 2009 anspruchsrelevant verändert hat, bestehen nicht.
4.4 Da eine anspruchsrelevante Veränderung des Invaliditätsgrades demnach nicht
glaubhaft gemacht wurde, ist die Beschwerdegegnerin zu Recht auf die
Wiederanmeldung nicht eingetreten. Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen, soweit
darauf einzutreten ist.
4.5 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Als unterliegende Partei hat
grundsätzlich die Beschwerdeführerin die Gerichtskosten zu bezahlen. Die Kosten
werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr.
600.-- erscheint als angemessen. Die Gehörsverletzung und deren Heilung können
jedoch nicht vollständig ohne Folgen für die Verfahrenskostenauferlegung bleiben,
zumal grundsätzlich auch eine Rückweisung an die Beschwerdegegnerin in Betracht zu
ziehen wäre. Es rechtfertigt sich deshalb, der Beschwerdegegnerin 1/3 der
Gerichtsgebühr und damit Fr. 200.-- aufzuerlegen. Zudem hat sie die
Beschwerdeführerin mit 1/3 der bei vollem Obsiegen geschuldeten
bis
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Parteientschädigung von Fr. 3'000.-- und somit mit Fr. 1000.-- (einschliesslich
Barauslagen und Mehrwertsteuer) für das vorliegende Beschwerdeverfahren zu
entschädigen. Der von der Beschwerdeführerin zu tragende Anteil von 2/3 der
Gerichtskosten resp. Fr. 400.-- wird in diesem Umfang mit dem von ihr geleisteten
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- verrechnet. Der nach Verrechnung verbleibende Betrag
von Fr. 200.-- ist der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG