Decision ID: 36d1fa85-6848-4fae-a0db-cded905a3fad
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Fäh, Oberer Graben 26, 9000 St. Gallen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach
4358, 6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a A._ war als Kranführer bei der B._, tätig und dadurch bei der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: Suva) obligatorisch gegen die Folgen von
Unfällen versichert, als er am 25. November 2009 bei der Arbeit in einer Baugrube
durch herabfallende Geröllmassen verletzt wurde. Der Versicherte trat gleichentags ins
Spital C._ ein, wo die behandelnden Ärzte eine linksseitige Beckenkontusion
diagnostizierten (Suva-act. 1, 4). Der Hausarzt des Versicherten, Dr. med. D._,
Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin, diagnostizierte im Schreiben vom 23.
Januar 2010 eine Flankenkontusion links nach Verschüttung, residuelle Lumbago und
Trochanterschmerzen sowie residuelle Bewegungseinschränkungen und verminderte
Belastbarkeit (Suva-act. 4; vgl. auch den ärztlichen Zwischenbericht vom 8. Februar
2010, Suva-act. 5).
A.b Am 22. Februar 2010 wurde der Versicherte von Suva-Kreisarzt-Stellvertreter Prof.
Dr. med. E._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates, untersucht. Dieser stellte die Diagnosen Spondylolisthesis Höhe
L5 S1, multiple Diskosen der Lendenwirbelsäule (LWS), Coxa vara beidseits sowie
Hydrops Bursa olecrani links und führte aus, ab 1. März 2010 seien die Beschwerden
im Bereich des Rumpfes nicht mehr als Unfallfolgen anzusehen; die Symptomatik sei
geradezu lehrbuchhaft einer Spondylolisthesis zuzuordnen. Die Suva sei für
diesbezügliche rehabilitative Massnahmen nicht mehr leistungspflichtig. Im
Zusammenhang mit dem linken Ellbogen seien allfällige medizinische Massnahmen
weiterhin zu übernehmen (Suva-act. 8). Gestützt auf die kreisärztliche Untersuchung
teilte die Suva dem Versicherten am 26. Februar 2010 mit, das Taggeld werde per 1.
März 2010 eingestellt. Für die notwendige Behandlung des linken Ellbogens würden
weiterhin Versicherungsleistungen erbracht (Suva-act. 9).
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A.c Ein am 4. März 2010 durchgeführtes MRI des Beckens und der proximalen
Oberschenkel beidseits ergab im Bereich der Ala major links des Os Sacrum eine zwei
Zentimeter lange Fissur mit mässigem Knochenmarködem bis an das linke
Iliosakralgelenk (ISG) angrenzend, ein nur diskretes Ödem im Bereich des ansonsten
unauffälligen linken Iliosakralgelenks, ein diskretes Knochenmarködem im Bereich des
vorderen Pfeiles des linken Hüftgelenkes, in erster Linie Residuum einer nicht
dislozierten Fraktur, eine regelrechte Darstellung der Muskulatur des Beckengürtels
sowie der proximalen Oberschenkel ohne Hinweise auf Weichteilläsionen, eine diskrete
Reizung der Bursa trochanterica beidseits sowie eine Osteochondrose LWK 5/SWK 1
mit geringen Aktivierungszeichen (Suva-act. 13).
A.d Vom 7. April bis 6. Mai 2010 erfolgte ein stationärer Aufenthalt des Versicherten in
der Rehaklinik Bellikon. Im Austrittsbericht vom 18. Mai 2010 stellten die behandelnden
Ärzte folgende Diagnosen: Becken- und Ellbogenkontusion linksseitig, Fissur Ala ossis
majoris, nicht dislozierte Hüftgelenksfraktur links, Restbeschwerden Hüftgelenke
beidseits sowie Ellenbogen links, Hydrops bursa olecrani links, Spondylolisthesis L5/
S1, multiple Diskusprotrusionen sowie ein lumbovertebrales Schmerzsyndrom. Sie
führten aus, adaptierte leichte bis mittelschwere Tätigkeiten ohne längerdauerndes
Sitzen sowie ohne wiederholten Krafteinsatz des linken Armes seien dem Versicherten
ganztags zumutbar. Der Versicherte erachte sich aufgrund der Beschwerden derzeit für
jegliche Tätigkeiten als nicht arbeitsfähig; es bestehe eine erhebliche
Symptomausweitung (Suva-act. 26).
A.e Auf Anfrage der Suva (vgl. Suva-act. 31) nahm Prof. E._ am 17. Juni 2010
dahingehend Stellung, dass unfallbedingt ein Status nach Beckenkontusion am 25.
November 2009 mit minimer intraspongiöser Fissur im Kreuzbein und im Darmbein, ein
Knochenmarködem periarticulär linkes Hüftgelenk sowie ein Hydrops der Bursa
olecrani links zu diagnostizieren seien. Er führte aus, es liege keine eingeschränkte
Arbeitsfähigkeit vor und der Fallabschluss könne per sofort erfolgen, da keine weiteren
Abklärungen notwendig seien (Suva-act. 34). Gestützt auf die kreisärztliche Beurteilung
stellte die Suva die Versicherungsleistungen (Taggelder und Heilkosten) mit Verfügung
vom 15. Juli 2010 per 31. Juli 2010 ein (Suva-act. 39).
B.
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B.a Gegen diese Verfügung erhob Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Fäh, St. Gallen, für
den Versicherten am 13. August 2010 Einsprache. Er machte geltend, aufgrund der
Aktenlage sei davon auszugehen, dass der Heilverlauf noch nicht abgeschlossen sei,
und ersuchte um eine Nachfrist zur ergänzenden Begründung (Suva-act. 46). Nach
wiederholter Fristerstreckung (vgl. Suva-act. 44, 49, 53) beantragte der Rechtsvertreter
im Schreiben vom 1. Dezember 2010 die Einholung weiterer Unterlagen bei Dr. med.
F._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates, bei welchem der Versicherte seit August 2010 in Behandlung
sei, sowie eventualiter eine unabhängige medizinische Begutachtung (Suva-act. 54).
Die Suva holte daraufhin einen MRI-Untersuchungsbericht vom 20. August 2010 sowie
einen Bericht von Dr. F._ über die Sprechstunde vom 23. August 2010 ein (Auszug
aus der Krankengeschichte, Suva-act. 61-3 ff).
B.b Am 31. Januar 2011 wurde der Versicherte in der Klinik Valens interdisziplinär
untersucht. Die behandelnden Ärzte stellten folgende Diagnosen: Periarthropathia
coxae beidseits (ICD-10 M76.0), Status nach Berufsunfall mit Beckenkontusion
beidseits und Fissur im Bereich des Darmbeins links 25. November 2009,
zervikovertebrales bis zervikospondylogenes Syndrom beidseits (ICD-10 M50.92,
M53.1), ausgeprägte myofasziale Befunde im Bereich des Nackens und des
Schultergürtels, chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen
Faktoren (ICD-10 F45.41) sowie chronische Schwellung der Bursa olecrani links
(ICD-10 M71.8). Sie führten aus, medizintheoretisch bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit
für behinderungsadaptierte körperlich leichte Tätigkeiten mit maximalen
Gewichtsbelastungen bis 10kg. Auch eine alleinige Kranführertätigkeit sei dem
Versicherten möglich, nicht jedoch Bauhilfsarbeitertätigkeiten, wie er sie in der
bisherigen Tätigkeit auch ausgeführt habe (Suva-act. 67-8 ff.).
B.c In einer Stellungnahme vom 11. Mai 2011 hielt der Rechtsvertreter des
Versicherten an seinem Antrag auf Einholung eines medizinischen Gutachtens
betreffend Zusammenhang zwischen der Fissur und den beklagten Beschwerden fest
(Suva-act. 72).
B.d Im Auftrag der IV-Stelle der Sozialversicherungsanstalt (SVA) des Kantons
St. Gallen erstattete das Begutachtungszentrum G._ am 6. Juni 2011 ein
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polydisziplinäres Gutachten. Die Gutachter diagnostizierten mit Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit eine lumbosacrale Spondylolisthesis nach Meyerding ersten Grades
mit lumbosacraler Spondylolyse (Röntgen 22. Februar 2010), einen Status nach
Becken- und Hüftkontusion bei Verschüttungsunfall am 25. November 2009, eine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) mit beeindruckbaren,
ängstlichen Verarbeitungsmodi, eine sonstige depressive Episode, gegenwärtig leicht
ausgeprägt (ICD-10 F32.8), sowie akzentuierte, narzisstische Charakterzüge mit
psychogenen Anzeichen einer Unfallfehlverarbeitung mit Verbitterungsanteilen. Die
Gutachter kamen zum Schluss, dem Versicherten seien ab Unfalldatum vom 25.
November 2009 rückenbelastende Tätigkeiten mit häufigem Bücken und Heben von
Lasten über 5kg nicht mehr zumutbar. Dagegen könnten dem Versicherten ab
Gutachten leichte bis mittelschwere, rückenadaptiere Tätigkeiten ganztags mit einer
Verminderung des Rendements von 20% zugemutet werden (Suva-act. 81). Gestützt
darauf wies die IV-Stelle das IV-Rentenbegehren des Versicherten mit Verfügung vom
10. Januar 2012 ab (Suva-act. 81-4; angefochten beim Versicherungsgericht des
Kantons St. Gallen, IV 2012/119).
B.e Mit Einspracheentscheid vom 27. November 2012 wies die Suva die Einsprache
vom 13. August 2010 ab. Zur Begründung wurde angeführt, die relevanten Unter
suchungen bezüglich der Hüft- und Beckenbeschwerden seien mit den erstellten
Röntgenbildern und MRI-Untersuchungen bereits erfolgt. Mit der diagnostizierten
somatoformen Schmerzstörung habe eine psychische Überlagerung der bildgebend
nicht mehr nachweisbaren körperlichen Schädigung bereits früh stattgefunden. Eine
Leistungspflicht der Suva in Bezug auf die geklagten Hüft- und Beckenschmerzen
lasse sich somit nicht mehr mit dem notwendigen Beweismass über das Datum vom
31. Juli 2010 hinaus beweisen (Suva-act. 82).
C.
C.a Dagegen erhob der Rechtsvertreter des Versicherten am 14. Januar 2013
Beschwerde und beantragte, der Einspracheentscheid vom 27. November 2012 sei
aufzuheben und die Angelegenheit sei zur ergänzenden Abklärung des medizinischen
Sachverhalts, insbesondere zur Einholung eines unabhängigen medizinischen
Gutachtens zur Frage der Unfallkausalität der Beschwerden an der linken Hüfte, an die
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Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Eventualiter seien dem Beschwerdeführer auch
nach dem 31. Juli 2010 Taggelder auszurichten oder es sei ihm eine Invalidenrente und
eine Integritätsentschädigung zuzusprechen. Zur Begründung führte er im
Wesentlichen an, nach wie vor ungenügend geklärt seien die Auswirkungen der
Beckenkontusion und der Fissur auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers. Der
Rechtsvertreter ersuchte zudem um Gewährung einer Nachfrist zur ergänzenden
Beschwerdebegründung (act. G 1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 14. Februar 2013 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung wurde im
Wesentlichen angeführt, es bestehe aus physischer Sicht ab 1. August 2010 mangels
natürlicher Unfallkausalität der gesundheitlichen Beschwerden keine Leistungspflicht
mehr. Hinsichtlich der psychischen Störungen fehle es an der adäquaten
Unfallkausalität. Schliesslich sei der Sachverhalt mit den vorhandenen ärztlichen
Unterlagen restlos abgeklärt worden (act. G 3).
C.c Nach mehrfach erstreckter Frist (act. G 5, 7, 9) bestätigte der Rechtsvertreter in
der Replik vom 1. Juli 2013 seinen Standpunkt, indem er festhielt, dass hinsichtlich der
Auswirkungen der zu spät entdeckten Fissur auf die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers eine neutrale Begutachtung angezeigt sei (act. G 11).
C.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. G 13).
C.e Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der

übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen näher
eingegangen.
Erwägungen:
1.
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die Versicherungsleistungen,
welche sie im Anschluss an das Unfallereignis vom 25. November 2009 ausgerichtet
hatte, zu Recht per 31. Juli 2010 einstellte.
2.
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2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR
832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen, Nichtberufsun
fällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt.
2.2 Die Beschwerdegegnerin legt im angefochtenen Einspracheentscheid vom 27.
November 2012 die rechtlichen Voraussetzungen der Leistungspflicht des
Unfallversicherers, insbesondere jene des natürlichen Kausalzusammenhangs
zwischen Unfallereignis und gesundheitlicher Schädigung, sowie zum Dahinfallen der
Leistungspflicht des Unfallversicherers zutreffend dar (Suva-act. 82, Erwägung 1; BGE
129 V 181 f. E. 3.1). Darauf kann verwiesen werden. Die Leistungspflicht des
Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und
dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der
Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolgs zu gelten,
wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen
Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen
herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolgs also durch das Ereignis allgemein als
begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 E. 3.2). Bei physischen Unfallfolgen hat indessen
die Adäquanz gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine
selbständige Bedeutung (BGE 127 V 103 E. 5b/bb, mit Hinweisen). Während es
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist, den natürlichen Kausalzusammenhang zu
beurteilen, obliegt es dem Gericht, die Frage nach dem adäquaten
Kausalzusammenhang zu beantworten (BGE 123 III 111, E.2).
2.3 Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für
die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
beklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen des Experten oder der Expertin begründet sind.
Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich
weder dessen Herkunft noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a). Den
Berichten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kann rechtsprechungsgemäss
gleichfalls Beweiswert beigemessen werden, sofern sie schlüssig erscheinen,
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nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien
gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (RKUV 1991 Nr. U 133 S. 311 ff.).
3.
3.1 Zwischen den Parteien ist die Frage nach dem Dahinfallen des natürlichen
Kausalzusammenhangs zwischen den vom Beschwerdeführer beklagten Hüft- und
Beckenbeschwerden und dem Unfall vom 25. November 2009 umstritten. Die
Beschwerdegegnerin stützt sich bei der Leistungseinstellung auf die ärztlichen
Beurteilungen und medizinischen Abklärungsresultate (Suva-act. 61, 67, 81) sowie die
Stellungnahmen des Kreisarzt-Stellvertreters Prof. E._ (Suva-act. 34, 63, 68; vgl.
Suva-act. 82, act. G 3). Der Beschwerdeführer stellt sich demgegenüber auf den
Standpunkt, der Sachverhalt sei hinsichtlich der Beschwerden an der linken Hüfte
medizinisch noch nicht rechtsgenüglich abgeklärt und es sei eine neutrale
Begutachtung angezeigt (vgl. act. G 1, 11). Was die Beschwerden an der
Lendenwirbelsäule (insbesondere die diagnostizierte Spondylolisthesis, vgl. Suva-act.
8) betrifft, gilt es festzuhalten, dass diese in den medizinischen Akten übereinstimmend
als vorbestehende degenerative Veränderungen qualifiziert wurden (vgl. Suva-act.
26-10, 63, 67-13, 81-48) und ein kausaler Zusammenhang zwischen diesen
Beschwerden und dem Unfallereignis darüber hinaus vom Beschwerdeführer nicht
geltend gemacht wird.
3.2 Für die Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen wird im Regelfall eine
strukturelle Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als objektivierbares
Korrelat verlangt (vgl. das Urteil des Bundesgerichts vom 7. August 2008,
8C_806/2007, E. 8.2, mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer wurde im Rahmen der
medizinischen Abklärungen orthopädisch, rheumatologisch, psychiatrisch sowie
neurologisch untersucht. Bezüglich der Hüft- und Beckenbeschwerden führten die
behandelnden Ärzte der Rehaklinik Bellikon im Bericht vom 18. Mai 2010 aus, die
Schmerzproblematik der im MRI vom 14. März 2010 (richtig: 4. März 2010, Suva-act.
13) festgestellten Hüftgelenksfraktur werde durch eine mittlerweile erhebliche
Symptomausweitung überlagert. Die klinischen Beschwerden im Beckenbereich seien
aktuell atypisch und könnten keiner eigentlichen Struktur zugeordnet werden. Die
psychosomatische Exploration habe eine leichte depressive Verstimmung ergeben
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(Suva-act. 26-3 f.). Im Rahmen der interdisziplinären Untersuchung vom 31. Januar
2011 hielten die behandelnden Ärzte der Klinik Valens fest, die Beschwerden im
Bereich des Beckens und der beiden Hüften würden den Beschwerdeführer subjektiv
einschränken. Im Rahmen der klinisch-rheumatologischen Untersuchung hätten jedoch
abgesehen von deutlichen myofaszialen Befunden im Bereich des Nackens, des
Schultergürtels und des Beckens mit Druckdolenzen über der Nacken- und
Schultergürtelmuskulatur und über dem Trochanter major beidseits keine
Auffälligkeiten erhoben werden können. Gemäss psychiatrischer Beurteilung leide der
Versicherte vor allem unter einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und
psychischen Faktoren, wobei der somatische Kern bzw. die Unfallkausalität als primäre
Symptomursache ausser Frage stehe. Der Versicherte habe jedoch zwischenzeitlich ein
Krankheitskonzept/Leidensmodell entwickelt, welches ihm eine Rückkehr in die
Arbeitswelt unmöglich erscheinen lasse (Suva-act. 67-9). Sowohl die behandelnden
Ärzte der Rehaklinik Bellikon als auch diejenigen der Klinik Valens bescheinigten dem
Beschwerdeführer eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten (vgl.
Suva-act. 26-2, Suva-act. 67-10). Im Einklang zu den Feststellungen der Klinikärzte
stehen sodann die Ausführungen der von der IV-Stelle beauftragten Gutachter des
G._. Diese hielten im Gutachten vom 6. Juni 2011 (Suva-act. 81) fest, die
Schmerzangaben des Beschwerdeführers im Bereich des dorsalen Beckens und der
unteren Lendenwirbelsäule seien nur schwer objektivierbar und die Untersuchung der
Hüften sei nur bedingt möglich gewesen, da der Beschwerdeführer ohne organische
Begründung ausserordentlichen Widerstand geleistet habe. Das Ausmass der
angegebenen Schmerzen habe sich weder klinisch noch bildgebend objektivieren
lassen. Aus psychiatrischer Sicht sei von einer somatoformen Schmerzstörung
auszugehen, wobei sich keine Unzumutbarkeit der Schmerzüberwindung annehmen
lasse. Aus orthopädischer Sicht seien dem Beschwerdeführer adaptierte Tätigkeiten
vollschichtig möglich, aus psychiatrischer Sicht sei von einer Verminderung des
Rendements von 20% auszugehen.
3.3 Die im Wesentlichen übereinstimmenden Äusserungen in den medizinischen
Berichten werden zudem durch die in den MRI-Untersuchungen erhobenen Befunde
gestützt. So liegen gemäss MRI-Bericht vom 20. August 2010 (Suva-act. 61-5) im
Vergleich zur MRI-Untersuchung vom 4. März 2010, bei welcher im Wesentlichen eine
Fissur mit mässigem Knochenmarködem festgestellt wurde (Suva-act. 13), keine
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Ödeme im oberen Schambeinast links acetabulumnah sowie im Os sacrum links ISG-
nah vor, sondern es fanden sich lediglich geringe Konturunregelmässigkeiten des
linksseitigen ISG ventral und im Übrigen eine normale Darstellung des Beckens sowie
der proximalen Oberschenkel beidseits. Es wurden normalisierte Verhältnisse ohne
Nachweis eines residuellen Stressödems angegeben. Den erhobenen Befunden
entsprechend hielten auch die Gutachter des BEGAZ fest, die letzten bildgebenden
Untersuchungen des Beckens würden auf eine vollständige Abheilung der früher
beschriebenen Frakturen hindeuten (vgl. Suva-act. 81-47).
3.4 Der Einwand des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers, die Auswirkungen der
Beckenkontusion und der Fissur auf die Arbeitsfähigkeit seien nicht genügend geklärt,
geht vor dem Hintergrund der umfassenden interdisziplinären medizinischen
Abklärungen fehl. Soweit der Rechtsvertreter mit der späten Entdeckung der
Hüftfraktur argumentiert, ist darauf hinzuweisen, dass die behandelnden Ärzte
diesbezüglich festgehalten hatten, dass ein früheres Erkennen der Fraktur
therapeutisch nur eine passagere Entlastung der linken unteren Extremität, nicht aber
einen operativen Eingriff bedeutet hätte (Suva-act. 26-10). Eine über die festgestellten
Einschränkungen hinausgehende Arbeitsunfähigkeit aufgrund des späten Entdeckens
der Fraktur ist damit nicht anzunehmen und darüber hinaus in den übrigen
medizinischen Akten auch nicht belegt. Schliesslich vermag auch das Vorbringen des
Rechtsvertreters, Dr. F._ behaupte im Sprechstundenbericht vom 23. August 2010
(Suva-act. 61-3 f.) nicht, die Hüftbeschwerden seien nicht existent, nicht zu
überzeugen. Wie der Rechtsvertreter selbst anführt, hält Dr. F._ lediglich fest, dass
die beklagten Beschwerden schwierig zuzuordnen seien, wobei ein direkter
Zusammenhang mit der durchgemachten Fissur bzw. dem Ödem nicht zu bestehen
scheine. Mit Blick auf die festgestellten psychischen Beeinträchtigungen des
Beschwerdeführers beinhalten die Ausführungen Dr. F._ keine Gesichtspunkte,
welche Anlass dazu geben könnten, an der Schlüssigkeit der übrigen medizinischen
Berichte und Gutachten zu zweifeln.
3.5 Vor dem Hintergrund der umfassenden fachärztlichen Abklärungen und
übereinstimmenden Untersuchungsergebnisse ist davon auszugehen, dass hinsichtlich
der linken Hüfte bzw. der Beckenregion keine unfallkausalen Restfolgen im Sinne der
Rechtsprechung mehr vorliegen.
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4.
4.1 Zu prüfen bleibt, ob die psychischen Beschwerden des Beschwerdeführers (vgl.
vorstehende Erwägung 3.2) mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als (teilweise)
unfallkausal einzustufen sind. So fällt insbesondere die diagnostizierte somatoforme
Schmerzstörung eindeutig unter die Kategorie der psychischen Leiden und kann –
entgegen dem sinngemässen Einwand des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers
(vgl. act. G 11) – auch aufgrund ihrer Auswirkungen nicht als körperliches Leiden
qualifiziert werden (AHI 2000 S. 159 E. 4b mit Hinweisen). Das Charakteristikum der
somatoformen Schmerzstörung ist gerade die wiederholte Darbietung körperlicher
Symptome in Verbindung mit hartnäckigen Forderungen nach medizinischen Unter
suchungen trotz wiederholter negativer Ergebnisse und Beteuerung der Ärzte, dass die
Symptome nicht körperlich begründbar seien (vgl. H. Dilling/H. J. Freyberger [Hrsg.],
Taschenführer zur ICD-10-Klassifikation psychischer Störungen, Kapitel V, 5. Aufl. Bern
2010, S. 187).
4.2 Die Beschwerdegegnerin hat in der Beschwerdeantwort vom 14. Februar 2013 (act.
G 3) die zur Prüfung der Adäquanzfrage für psychische Beeinträchtigungen
massgeblichen Kriterien (so genannte "Psycho-Praxis", BGE 115 V 133) korrekt
wiedergegeben. Auch die Annahme eines mittelschweren Unfalls im Grenzbereich zu
den leichten Ereignissen ist mit Blick auf den augenfälligen Geschehensablauf mit den
sich dabei entwickelnden Kräften (vgl. SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26 E. 5.3.1) nicht zu
beanstanden. Die Beschwerdegegnerin hat in Würdigung der gesamten Aktenlage
dargelegt, dass die Kriterien nicht erfüllt seien (Erwägung 5.2). Den Akten sind keine
Anhaltspunkte zu entnehmen, die gegen die Ausführungen der Beschwerdegegnerin
zum adäquaten Kausalzusammenhang sowie zur Verneinung der einzelnen
Adäquanzkriterien sprechen. Es kann deshalb auf die Erwägungen in der
Beschwerdeantwort verwiesen werden. Der adäquate Kausalzusammenhang zwischen
dem Unfallereignis vom 25. November 2009 und den festgestellten psychischen
Beeinträchtigungen ist damit zu verneinen; das Vorliegen eines solchen wird vom
Beschwerdeführer überdies auch nicht geltend gemacht. Entsprechend kann die Frage,
ob die psychischen Beschwerden eine natürlich kausale Folge des Unfalls darstellen,
offen bleiben (Urteil des Bundesgerichts vom 3. Juni 2009, 8C_951/2008, E. 3.4.2.;
SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67).
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5.
Aufgrund der umfangreichen Untersuchungen ist dem Antrag des Beschwerdeführers,
die Angelegenheit sei zur Durchführung weiterer Abklärungen an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, nicht stattzugeben. Bei der vorliegenden
Ausgangslage sind von einem weiteren medizinischen Gutachten keine
entscheidrelevanten neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb von der Einholung eines
solchen abgesehen werden kann (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 136 I 236 E. 5.3;
BGE 134 I 148 E. 5.3 und BGE 124 V 94 E. 4b).
6.
Zusammenfassend ist vor dem Hintergrund, dass aufgrund der übereinstimmenden
Aktenlage keine somatischen Unfallfolgen mehr vorliegen und auch die festgestellten
psychischen Beeinträchtigungen nicht in einem adäquaten Kausalzusammenhang zum
Unfallgeschehen stehen, davon auszugehen, dass die Kausalität zwischen dem
Ereignis vom 25. November 2009 und den beklagten Beschwerden spätestens im
Zeitpunkt der Leistungseinstellung überwiegend wahrscheinlich dahingefallen ist. Die
Leistungseinstellung per 31. Juli 2010 erfolgte damit zu Recht.
7.
Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid vom 27. November 2012 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine
zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen
Anspruch auf eine Parteientschädigung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39