Decision ID: 2196d887-d778-5acf-9320-7b02c0c8f6d3
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
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A.- X besitzt den Führerausweis der Kategorien B, D1, BE und D1E seit 23. September
1985 und denjenigen für die Kategorie A seit 5. Juli 1988. Im
Administrativmassnahmen-Register ist er nicht verzeichnet. Am Mittwoch, 12. März
2014, 18.14 Uhr, fuhr er mit seinem Motorrad auf der Oberwaldstrasse von Waldkirch
in Richtung Engelburg. Auf Höhe Locherhof wurde er anlässlich einer
Geschwindigkeitskontrolle bei einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h mit
einer rechtlich relevanten Geschwindigkeit von 149 km/h gemessen. X anerkannte das
Messergebnis nicht. Das parallel laufende Strafverfahren ist noch hängig.
B.- Das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons St. Gallen bestätigte am
24. März 2014 die vorläufige Abnahme des Führerausweises durch die Polizei. Es
eröffnete am 25. März 2014 ein Verfahren zur Abklärung der Fahreignung, kündigte die
Anordnung einer verkehrspsychologischen Untersuchung an und verbot X das Führen
von Motorfahrzeugen aller Kategorien vorsorglich ab sofort. Einem Gesuch, das
Verfahren wegen der laufenden Strafuntersuchung zu sistieren, wurde mit Schreiben
vom 21. Oktober 2014 nicht entsprochen. Die am 7. November 2014 angeordnete
Fahreignungsabklärung wurde am 12. Dezember 2014 durchgeführt. Im Gutachten
vom 15. Dezember 2014 wird festgestellt, dass die Fahreignung gegenwärtig aus
verkehrspsychologischer Sicht zu verneinen sei.
C.- Mit Verfügung vom 8. Januar 2015 (eröffnet am 12. Januar 2015) entzog das
Strassenverkehrsamt X den Führerausweis wegen mangelnder Fahreignung aus
charakterlichen Gründen auf unbestimmte Zeit. Als Bedingungen für die Aufhebung des
Entzugs wurden klagloses Verhalten (namentlich kein Fahren trotz Entzug),
Absolvierung einer Verkehrstherapie von mindestens zehn Sitzungen (max. eine
Sitzung pro Woche) und eine positiv lautende verkehrspsychologische
Kontrolluntersuchung genannt. Einem allfälligen Rekurs wurde die aufschiebende
Wirkung entzogen. Auf die Festsetzung einer Sperrfrist wurde vorläufig zufolge noch
ausstehenden Strafentscheids verzichtet.
D.- Gegen diese Verfügung erhob X mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom
26. Januar 2015 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag, unter
Kosten- und Entschädigungsfolge sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die
Sache zur Einholung eines neuen psychiatrischen Gutachtens an die Vorinstanz
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zurückzuweisen. Die Vorinstanz verzichtete am 10. Februar 2015 auf eine
Vernehmlassung.
Auf die Ausführungen des Rekurrenten wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen
eingegangen.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 26. Januar 2015 ist rechtzeitig
eingereicht worden und erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- Im Rekurs ist umstritten, ob die Vorinstanz gestützt auf das Gutachten vom
15. Dezember 2014 die Fahreignung zu Recht verneint und dem Rekurrenten den
Führerausweis aus charakterlichen Gründen auf unbestimmte Zeit entzogen hat.
a) Ausweise und Bewilligungen sind zu entziehen, wenn festgestellt wird, dass die
gesetzlichen Voraussetzungen zur Erteilung nicht oder nicht mehr bestehen (Art. 16
Abs. 1 des Strassenverkehrsgesetzes, SR 741.01, abgekürzt: SVG). Art. 16d SVG regelt
den Führerausweisentzug wegen fehlender Fahreignung. Danach werden der Lernfahr-
oder Führerausweis einer Person unter anderem dann auf unbestimmte Zeit entzogen,
wenn sie aufgrund ihres bisherigen Verhaltens nicht Gewähr bietet, dass sie künftig
beim Führen eines Motorfahrzeuges die Vorschriften beachten und auf die
Mitmenschen Rücksicht nehmen wird (Abs. 1 lit. c). Ein solcher Sicherungsentzug
bezweckt, die zu befürchtende Gefährdung der Verkehrssicherheit durch einen
ungeeigneten Fahrzeugführer in Zukunft zu verhindern. Es geht nicht darum, den
Betroffenen wegen einer begangenen Verkehrsregelverletzung zu bestrafen;
entsprechend setzt der Sicherungsentzug keine schuldhafte Widerhandlung im
Strassenverkehr voraus (Urteil des Bundesgerichts [BGer] 1C_74/2011 vom 17. Mai
2011 E. 2.2). Tritt der Sicherungsentzug indessen an die Stelle eines Warnungsentzugs
gemäss Art. 16a-c SVG, wird damit eine Sperrfrist verbunden, die bis zum Ablauf der
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für die begangene Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften
vorgesehenen Mindestentzugsdauer läuft (Art. 16d Abs. 2 SVG). Mit dieser Regelung
soll sichergestellt werden, dass ein Sicherungsentzug nicht weniger lang dauert als ein
Warnungsentzug nach einer begangenen Verkehrsregelverletzung und bei fehlender
Fahreignung.
Aus charakterlichen Gründen sind jene Personen zum Führen von Motorfahrzeugen
nicht geeignet, die nicht über ein Minimum an Verantwortungsbewusstsein,
Beständigkeit und Selbstbeherrschung verfügen, die gleichzeitig ungeschickt,
unbeholfen und ohne Entscheidungssinn sind, die übertrieben optimistisch und ganz
ohne Bewusstsein für Gefahren sind oder die dazu neigen, sich immer im Recht zu
glauben und völlig hemmungslos sind (vgl. M. Perrin, Délivrance et retrait du permis de
conduire, Fribourg 1982, S. 49). Bezugspunkt der Beurteilung ist einzig die
Verkehrssicherheit. Diejenigen Personen sollen nicht zugelassen werden, von denen
anzunehmen ist, dass sie aufgrund ihrer Persönlichkeitsstruktur eine besondere Gefahr
für die anderen Verkehrsteilnehmer darstellen. Eine solche Gefahr liegt etwa nahe bei
sehr starker emotionaler Unausgeglichenheit, unbeherrschter Impulsivität oder
dauernder affektiver Gespanntheit. Positiv wird eine einigermassen angepasste
charakterliche Reife vorausgesetzt. Nicht jede Person mit ungünstigen
Charakteranlagen ist zum Führen von Motorfahrzeugen nicht geeignet (vgl.
R. Schaffhauser, Grundriss des schweizerischen Strassenverkehrsrechts, Band I:
Grundlagen, Verkehrszulassung und Verkehrsregeln, 2. Aufl. 2002, Rz. 332 ff.).
Fahrzeuglenker müssen über eine Reihe von charakterlichen Eigenschaften verfügen,
die mindestens minimal vorliegen: Risikobewusstsein, Tendenz zu Vermeidung hoher
Risiken, geringe Impulsivität, geringe Aggressionsneigung, reife Konfliktbearbeitung,
Stressresistenz, soziales Verantwortungsbewusstsein, soziale Anpassungsbereitschaft,
Flexibilität im Denken und psychische Ausgeglichenheit (vgl. Leitfaden der
Expertengruppe Verkehrssicherheit, Verdachtsgründe fehlender Fahreignung,
Massnahmen, Wiederherstellung der Fahreignung, 26. April 2000, nachfolgend:
Leitfaden, S. 6).
b) Dem Gutachten vom 15. Dezember 2014 liegen das Ereignis vom 12. März 2014 und
die Untersuchungsergebnisse zugrunde. Letztere umfassen ein
verkehrspsychologisches Interview, verschiedene Fragen aus dem Act & React
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Testsystem ART 2020 sowie – in Form eines Fragebogens – einen verkehrsbezogenen
Persönlichkeitstest (VPT.2) und einen verkehrsspezifischen Itempool (VIP). Die zur
Abklärung der verkehrsrelevanten Persönlichkeitsmerkmale eingesetzten
Fragebogentests entsprechen dem aktuellen Stand der verkehrspsychologischen
Diagnostik (vgl. J. Bächli-Biétry, Was kann die Verkehrspsychologie im Bereich
Fahreignungsdiagnostik leisten?, in: Jahrbuch zum Strassenverkehrsrecht 2003,
St. Gallen 2003, S. 74 ff.).
aa) In der Befragung gab der Rekurrent zum Vorfall vom 12. März 2014 an, es sei ein
schöner Tag im Frühling gewesen. Er habe einfach alleine mit dem Motorrad etwa eine
bis eineinhalb Stunden in der Region herumfahren wollen. Bei der fraglichen Stelle in
Engelburg sei er aus einer Kurve auf eine lange Gerade mit freier Sicht gekommen. Es
sei eine normale Landstrasse gewesen und er habe sich alleine auf der Strasse
befunden. Links und rechts von der Strasse sei eine Wiese gewesen. Die Sicht sei sehr
gut gewesen und da alles frei gewesen sei, habe er Lust gehabt, die Maschine zu
beschleunigen. Es sei irgendeine Unvernunft gewesen, spontan aus der Situation
heraus. Er habe ausprobieren wollen, wie die Maschine beschleunige. Er fahre aber
nicht länger mit überhöhter Geschwindigkeit, da dies viel zu laut und unangenehm sei.
Ihm sei nicht bewusst gewesen, dass er bis auf 150 km/h beschleunigt haben soll. Er
sei von maximal 120 km/h ausgegangen. Er meine zu wissen, wie sich 120 km/h
anfühlen würden und er habe grosse Mühe, sich vorzustellen, tatsächlich 150 km/h
gefahren zu sein. Er habe sich unverhältnismässig verhalten; er habe nicht überlegt. Es
sei vielleicht noch etwas jugendlicher Leichtsinn gewesen und jeder habe wohl schon
einmal einen Fehler gemacht. Auf die Frage, ob sein Verhalten gefährlich gewesen sei,
meinte der Rekurrent, es sei eine übertriebene Geschwindigkeit gewesen und somit
auch das Risiko erhöht, auch wenn niemand anders da gewesen sei. Als seine Kinder
klein gewesen seien, sei er wegen des erhöhten Risikos, welches das Motorradfahren
in sich berge, nicht Motorrad gefahren. Beim Autofahren verhalte er sich defensiv, da
es ihm ums Spritsparen gehe. Das Auto sei für ihn Mittel zum Zweck. Das
Motorradfahren sei dagegen ein Hobby und die Motivation eine andere. Er wolle nicht
noch einmal so eine Situation wie am 12. März 2014 erleben. Er sei Trainer und wolle
ein Vorbild für die Jugendlichen sein. Es sei sehr unangenehm und beschämend.
Zudem sei er durch den Ausweisentzug sehr eingeschränkt und habe beispielsweise
einen erheblich längeren Arbeitsweg. Er wisse nicht, ob er in Zukunft weiter
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Motorradfahren wolle. Momentan habe er keine Lust dazu. Falls doch, dann wolle er
sich vielleicht einen Oldtimer kaufen, bei dem das Basteln und nicht die
Beschleunigung im Vordergrund stehe. Abschliessend meinte der Rekurrent, er habe
seinen Fehler eingesehen (act. 10/67 ff.).
bb) Mit dem Q1 wird die Konzentrations- und Aufmerksamkeitsleistung unter
Monotonie überprüft. Durch das sehr einfach strukturierte, gleichartige und dadurch
monotone Reizmaterial entsteht ein Gewöhnungseffekt, der eine bewusste
Aufmerksamkeitszuwendung erfordert. Der Rekurrent erreichte bei der Anzahl der
bearbeiteten Aufgaben (Quantität) einen Prozentrang von 91 und liegt damit im
Normbereich. Dagegen beläuft sich die Leistungsgenauigkeit auf einen Prozentrang
von 12 und liegt damit ausserhalb des Normbereichs (act. 10/70).
Der LL5 erfasst die visuelle Strukturierungsfähigkeit, das heisst die rasche und sichere
Auffassungsleistung bei visuellen Orientierungsaufgaben. Fünf Bilder mit je neun
ineinander verschlungenen Linien werden nacheinander dargeboten. Die Bilder sind in
ansteigender Schwierigkeit angeordnet. Die Aufgabe besteht darin, mit den Augen den
Verlauf der Linie zu verfolgen und an den Anfang der Linie dem jeweiligen Endpunkt
zuzuordnen. Der Prozentrang bei der Anzahl der bearbeiteten Aufgaben liegt bei 74
(unauffälliges Ergebnis) und derjenige bei der Qualität bei 17 (unauffälliges bis leicht
negativ auffälliges Ergebnis; act. 10/70).
Beim DR2 handelt es sich um ein Testverfahren, welches das Entscheidungs- und
Reaktionsverhalten in einem dem realen Verkehrsgeschehen nachgebildeten,
dynamischen Umfeld erfasst. Der Test wird in zwei Phasen (Instruktions- und
Übungsphase sowie der eigentlichen Testphase) durchgeführt. Während der
Testdurchführung ist kontinuierlich ein (Gas-)Pedal niederzudrücken, wodurch ein
Weiterlaufen der Filmsequenz gewährleistet wird. Beim Erscheinen vorher festgelegter
Symbole ist das Pedal zu wechseln (Bremspedal), wodurch die Videosequenz gestoppt
wird. Die Ergebnisse des Rekurrenten bewegen sich in sämtlichen Bereichen innerhalb
des Normbereichs (act. 10/70).
Der VIP deckt mit 49 Fragen die Bereiche der unkritischen Selbstwahrnehmung, der
aggressiven Interaktion mit anderen Verkehrsteilnehmern und des emotionalen
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Autofahrens ab. Als Kontrollskala dient der Grad der Orientierung der Antworten an der
sozialen Erwünschbarkeit. In sämtlichen Bereichen (Orientierung an sozialer
Erwünschbarkeit 47, Unkritische Selbstwahrnehmung 50, Aggressive Interaktion mit
anderen Verkehrsteilnehmern 70, Emotionales Autofahren 50) bewegen sich die
Ergebnisse innerhalb des Normbereichs (act. 10/70).
Der VPT.2 klärt anhand von siebzig Fragen die Expressivität-Selbstsicherheit, die
soziale Anpassung, die emotionale Ansprechbarkeit, die Selbstkontrolle und die
Selbstreflexion ab. Als Kontrollskala für die Beurteilung der Verwertbarkeit der Angaben
in den übrigen Bereichen dient die Offenheit der Selbstbeschreibung. In dieser Skala
erzielte der Rekurrent einen Prozentrang von 67 (Normbereich 25-75). Mit einem
Prozentrang von 86 liegt das Ergebnis für die soziale Anpassung (Beeinflussbarkeit)
ausserhalb des Normbereichs. Dasselbe gilt für die emotionale Ansprechbarkeit mit
einem Prozentrang von 23. In den anderen Bereichen (Soziale Expressivität 41,
Selbstkontrolle 39, Selbstreflexion 90) bewegen sich die Ergebnisse innerhalb des
Normbereichs (act. 10/71).
cc) Die ungünstige Prognose der charakterlichen Eignung begründet der Gutachter
zusammengefasst damit, dass die geringe Leistungsgenauigkeit bzw. Sorgfaltsleistung
auffällig sei. Der Rekurrent neige zu einer Überschätzung des eigenen
Aufmerksamkeitsniveaus; er überfordere sich, indem er die
Bearbeitungsgeschwindigkeit forciere. Dadurch arbeite er ungenau und oberflächlich.
Die Befunde verwiesen auf eine erhöhte Impulsivität, die zu einer Vernachlässigung der
erforderlichen Sorgfaltsleistung führen könne. Beim VIP erreiche der Rekurrent für alle
vier getesteten Dimensionen unauffällige Werte. Der emotionale Bezug zum Motorrad
werde jedoch mit dem Fragebogen nicht erfasst, denn hier bestehe sehr wohl ein
erhöhter emotionaler Bezug. Es ergebe sich eine Neigung zu unüberlegtem Verhalten
sowie zum Fahren mit überhöhten Geschwindigkeiten. Im verkehrsbezogenen
Persönlichkeitstest falle eine überdurchschnittliche Beeinflussbarkeit auf. Soziale
Konflikte würden eher vermieden. Als Gefährdungsmomente im Strassenverkehr
könnten sich daraus eine verminderte soziale Eigenständigkeit und Selbstbehauptung
sowie ein leichtes Nachgeben gegenüber sozialem Druck ergeben. Weiter sei eine
Neigung zu Gefühlsverdrängung und Selbstüberschätzung feststellbar, die einer
kritischen Selbstreflexion entgegenstehe. Der Rekurrent meine, dass jeder Mensch
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einmal einen Fehler mache; damit relativiere er sein Verhalten. Er scheine
auszublenden, dass es sich um eine massive Geschwindigkeitsübertretung handle.
Weiter habe er erst nach Erklärung durch den Gutachter eine erhöhte
Risikobereitschaft durch das Motorradfahren bestätigt. Auch habe er zunächst nicht
sagen können, welche psychischen Bedürfnisse er über das Beschleunigen auslebe.
Die personenbezogenen Hintergründe seines Fehlverhaltens seien ihm noch nicht
bewusst. Eine tiefgründige Auseinandersetzung mit dem Eigenanteil seiner Person
habe noch nicht im notwendigen Masse stattgefunden. Seine Verhaltensänderungen
und Kompensationsstrategien für die Zukunft seien eher pauschal gehalten. Zu den
Gefahren einer überhöhten Geschwindigkeit könne er Angaben machen, doch der
Zusammenhang zwischen Geschwindigkeit und Bremsweg sei ihm nicht ausreichend
bekannt. Da ihm hauptsächlich die Folgen des Führerausweisentzuges und nicht die
Einsicht in sein Fehlverhalten beschäftigten, müsse primär von einer extrinsischen
Änderungsmotivation ausgegangen werden. Das Konzept der Verkehrssicherheit sei für
ihn noch nicht im nötigen Masse als Motivator für eine Verhaltensänderung ausgeprägt.
Aufgrund der Ausführungen des Rekurrenten in der verkehrspsychologischen
Exploration müsse zum jetzigen Zeitpunkt davon ausgegangen werden, dass er aktuell
über keine ausreichende Reflexions- und Kritikfähigkeit in seine Problematik im
Zusammenhang mit dem begangenen Delikt im Strassenverkehr verfüge (act. 10/71 f.).
c) Der Rekurrent macht zur Hauptsache geltend, dass die Schlussfolgerungen im
Gutachten für den psychologischen Laien nicht nachvollziehbar seien. Diese schienen
konsequent unausgewogen zu seinen Lasten gezogen worden zu sein. Es sei auffällig,
dass die Ergebnisse des DR2 mit keinem Wort erwähnt würden. Weshalb gerade die
Testergebnisse "Konzentration unter Monotonie" besonders einschlägig auf den Vorfall
vom 12. März 2014 zutreffen sollen, leuchte nicht ein. Der VIP-Test sei unauffällig
verlaufen. Es werde nicht begründet, weshalb der Wert der emotionalen Beziehung
nicht für Motorradfahrer, sondern nur für Autofahrer gelte. Er habe im Interview
immerhin angegeben, nicht zu wissen, ob er weiterhin Motorrad fahren wolle,
momentan habe er keine Lust dazu. Wenn doch, dann werde er sich einen Oldtimer
zulegen, wo es mehr ums Basteln als Beschleunigen gehe. Eine besonders
ausgeprägte Affinität zum Motorradfahren könnte sich einzig aus dem Umstand
ergeben, dass es sich um ein Hobby von ihm handle. Der VPT.2-Test zeige sodann
einen unauffälligen Wert in der Skala Selbstkontrolle, soziale Expressivität sowie die
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ausgeprägte Fähigkeit zur Selbstreflexion. Dies lasse der Gutachter unberücksichtigt
und hebe vielmehr den negativ auffälligen Wert in der Skala Beeinflussbarkeit hervor.
Die Selbstreflexion werde trotz überragendem Wert in der entsprechenden Testskala
sehr bemüht über den leicht auffälligen Wert der Skala "Emotionale Ansprechbarkeit" in
Zweifel gezogen. Auch im explorativen Gespräch argumentiere der Gutachter
konsequent zu seinen Lasten. So lasse der Gutachter unberücksichtigt, dass er sein
Verhalten im Gesprächskontext als unverhältnismässig und unüberlegt qualifiziert und
die Geschwindigkeit als übertrieben und risikoreich taxiert habe. Weshalb der
Gutachter behaupte, er sei in die Gefährlichkeit des Motorradfahrens wenig einsichtig,
könne dem Bericht nicht entnommen werden. Er habe vielmehr ausgeführt, dass
Motorradfahrer schnell übersehen werden könnten und er wegen der Risiken kein
Motorrad gefahren sei, als die Kinder noch klein gewesen seien. Weiter müsse es für
die Beurteilung der Fahreignung unerheblich sein, ob das Bestreben, die Regeln
einzuhalten, aus innerer Überzeugung oder aus Angst vor Bestrafung motiviert sei,
solange die Motivation derart ausgeprägt erscheine, dass die Regeln eingehalten
würden. Inwiefern die erhöhte Beeinflussbarkeit im konkreten Fall die Legalprognose
negativ beeinflusse, sei nicht nachvollziehbar. Schliesslich unterschlage der Gutachter
die Feststellung, wonach er in Bezug auf das Führen von Personenwagen absolut und
eingeschränkt fahrgeeignet erscheine. Immerhin habe er nach längerer Pause fünf
Jahre lang Motorräder gelenkt, ohne dass sich die fehlende Fahreignung – impulsiv,
risikobereit, unsorgfältig, selbstüberschätzend – in irgendeiner Weise manifestiert habe
(act. 1 N 22 ff.).
d) aa) Das verkehrspsychologische Gutachten unterliegt der freien richterlichen
Beweiswürdigung (Art. 21 Abs. 3 i.V.m. Art. 58 Abs. 1 VRP). Nach der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann ärztlichen Gutachten Beweiswert
beigemessen werden, sofern sie schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit
bestehen (BGE 123 V 331 E. 1c). In Sachfragen weicht der Richter aber nur aus triftigen
Gründen von einer gerichtlichen Expertise ab. Er prüft, ob sich aufgrund der übrigen
Beweismittel und der Vorbringen der Parteien ernsthafte Einwände gegen die
Schlüssigkeit eines Gutachtens in wesentlichen Punkten aufdrängen. In diesem Fall hat
er nötigenfalls ergänzende Beweise zur Klärung der Zweifel zu erheben (BGE 133 II 384
E. 4.2.3 mit weiteren Hinweisen). Das verkehrspsychologische Gutachten soll in der
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Gesamtbeurteilung die erhobenen Befunde hinsichtlich der Fragestellung würdigen und
so gewichten, dass die Schlussfolgerungen und die Beantwortung der Fragestellung
auch für einen psychologischen Laien nachvollziehbar sind (J. Bächli-Biétry, Inhalt des
Gutachtens, Würdigung, Folgefragen aus verkehrspsychologischer Sicht, in: Jahrbuch
zum Strassenverkehrsrecht 2009, St. Gallen 2009, S. 58).
bb) Der Gutachter leitet die mangelnde charakterliche Eignung des Rekurrenten im
Wesentlichen daraus ab, dass Letzterer aktuell über keine ausreichende Reflexions-
und Kritikfähigkeit in seine Problematik im Zusammenhang mit dem begangenen Delikt
im Strassenverkehr habe. Als negative Punkte fielen die unzureichende
Bewältigungsstrategie, die externale Änderungsmotivation, die unzureichende
Reflexion des Fehlverhaltens, die Defizite bezüglich gefahrenrelevanten Wissens, der
erhöht emotionale Bezug zum Motorrad, die erhöhte Beeinflussbarkeit (VPT.2), die
erhöhte Impulsivität, die erhöhte Risikobereitschaft und die reduzierte Sorgfaltsleistung
(Q1, LL5) ins Gewicht. Als positiv zu werten sei dagegen das emotional stabile und
situationsadäquate Verhalten in der Untersuchungssituation, der bisher unbelastete
fahrerische Leumund und die prinzipiell gute Selbstreflexion (VPT.2; act. 10/ 72 f.).
cc) Die Testergebnisse werden in Prozentrangwerten mitgeteilt. Der Prozentrang (PR)
gibt an, wie viel Prozent einer vergleichbaren Gruppe von Personen schlechtere bzw.
gleiche Leistungen erzielt haben. Maximal erreichbar ist ein Prozentrang von 100, und
die schlechteste Leistung erhält den Prozentrang 0. Der Mittelwert spiegelt die
durchschnittlich zu erwartende Leistung wider. Der Normbereich erstreckt sich von 16
bis 84. Leistungen unter 16 müssen als leicht negativ auffällig bzw. kritisch bezeichnet
werden. Der Rekurrent erreichte bei der Qualität der visuellen Strukturierungsfähigkeit
einen Prozentrang von 17. Der Wert liegt damit noch im Normbereich. Dennoch stellte
der Gutachter in diesem Bereich Mängel fest. Er scheint diese insbesondere im
Zusammenhang mit der Auswertung des Tests Q1 zu sehen, in welchem der Rekurrent
bei der Leistungsgenauigkeit einen Prozentrang von 12 erreicht. Zwar neigen Personen
mit Problemen im Bereich der Kontrolle und Steuerung von Handlungsimpulsen in
hohem Mass dazu, in diesem Test zu schnell und zu unsorgfältig zu arbeiten. Dieser
Befund weist in der Regel darauf hin, dass eine massive Selbststeuerungsproblematik
besteht (vgl. Bächli-Biétry, Inhalt des Gutachtens, Würdigung, Folgefragen aus
verkehrspsychologischer Sicht, a.a.O., S. 63). Dennoch ist zu berücksichtigen, dass der
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Prozentrang nur minimal unter dem Normbereich liegt und damit lediglich leicht negativ
auffällig ist. Die übrigen Ergebnisse beim ART 2020 sind dagegen durchwegs
unauffällig. Alleine aus dem kritischen Wert bei der Konzentrationsleistung Q1 kann
daher noch nicht auf eine mangelnde Fahreignung geschlossen werden.
Im VIP-Test schneidet der Rekurrent in allen Skalen positiv ab. Entsprechend hält der
Gutachter in seiner Untersuchung fest, dass er über eine durchschnittlich kritische
Selbstwahrnehmung verfüge, nicht zu einem übermässig aggressiven Fahrstil neige
und keinen erhöhten emotionalen Bezug zum Autofahren und zu Motorfahrzeugen
habe. Der Gutachter schliesst jedoch auf einen erhöhten emotionalen Bezug zum
Motorrad, der aber vom Fragebogen nicht erfasst werde. Richtig ist zwar, dass der
Fragebogen für Autofahrer konzipiert und die Prognosequalität für das Fahrverhalten
mit anderen Fahrzeugen noch nicht untersucht worden ist (vgl. Schuhfried, Manual
Verkehrsspezifischer Itempool, S. 23, in: www.schuhfried.at). Eine Begründung,
weshalb trotz der unauffälligen Ergebnisse des Rekurrenten als Autofahrer auf einen
erhöhten emotionalen Bezug zum Motorrad geschlossen werden kann, liefert das
Gutachten nicht. Die diesbezüglichen Schlussfolgerungen sind folglich nicht
nachvollziehbar. Im Übrigen erscheint es widersprüchlich, die Fahreignung anhand des
VIP abzuklären, wenn dieser Test für Motorradfahrer nicht aussagekräftig sein soll.
Weshalb der Gutachter keinen weiteren Test – beispielsweise das Inventar
verkehrsrelevanter Persönlichkeitseigenschaften (IVPE) – durchführte, geht aus dem
Gutachten nicht hervor.
Aus der Kontrollskala des VPT.2 ergibt sich eine unauffällige Offenheit der
Selbstbeschreibung (PR 67). Damit liegt der Rekurrent über dem Durchschnitt (PR 50).
Personen mit einer hohen Ausprägung des Offenheitswerts neigen zu Selbstkritik und
Toleranz gegenüber den eigenen Schwächen. Negativ auffällig ist dagegen der Wert
bei der sozialen Anpassung (PR 86). Dies lässt auf ein konfliktvermeidendes Verhalten
des Rekurrenten schliessen. Weshalb dadurch besondere Gefährdungsmomente im
Strassenverkehr entstehen sollen, ist nicht nachvollziehbar. Im Gegenteil muss davon
ausgegangen werden, dass sich der Rekurrent in Zukunft vielmehr an die
Verkehrsregeln halten wird, um einem Konflikt aus dem Weg zu gehen. Dies deckt sich
auch mit seiner Aussage, dass er nicht noch einmal eine solche Situation erleben wolle;
es sei sehr unangenehm und beschämend (act. 10/69). Die emotionale Ansprechbarkeit
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liegt mit zwei Punkten leicht unter der Norm von 25. Gemäss dem Gutachten ergebe
sich als Gefährdungsmoment im Strassenverkehr eine gewisse Indifferenz,
insbesondere gegenüber negativen Verhaltenskonsequenzen. Zudem bestehe eine
Neigung zu Gefühlsverdrängung und Selbstüberschätzung, die einer kritischen
Selbstreflexion entgegenstehen. Zu berücksichtigen ist jedoch, dass der Rekurrent im
Bereich der Selbstreflexion eine sehr hohe Ausprägung erreicht (PR 90), welche für eine
Differenziertheit und Informiertheit, intellektuelle Flexibilität und hohe Lernbereitschaft
spricht. Entsprechend wird die gute Selbstreflexion im Gutachten als positiv gewertet.
Für verkehrspsychologische Laien erscheint dies widersprüchlich. Im Gutachten wird
darauf indessen nicht eingegangen (vgl. zum Ganzen auch Bächli-Biétry, Inhalt des
Gutachtens, Würdigung, Folgefragen aus verkehrspsychologischer Sicht, a.a.O., S. 65).
dd) Entgegen den Ausführungen des Gutachters anerkennt der Rekurrent sein
Fehlverhalten in dem Sinne, dass er gemäss eigenen Angaben eine übertriebene
Geschwindigkeit gefahren sei und sich unverhältnismässig verhalten habe. Damit kann
nicht gesagt werden, er rücke in den Hintergrund, dass auch schon 120 km/h zu
schnell sei. Fraglich erscheint weiter, ob alleine aus dem Umstand, dass der Rekurrent
zunächst die Frage, welche psychischen Bedürfnisse er über das Beschleunigen
auslebe, nicht beantworten kann, auf eine mangelnde charakterliche Fahreignung
geschlossen werden darf. Er erklärte nach weiteren Erklärungen durch den Gutachter
immerhin, wohl eine gewisse Freiheit damit auszuleben und im Manne lebe das Kind
immer noch weiter. Schliesslich trifft die Feststellung "Es habe wohl ja auch schon
jeder einmal einen Fehler gemacht" zu. Alleine daraus ergibt sich noch keine
Bagatellisierung der Geschwindigkeitsüberschreitung. Der Rekurrent anerkennt denn
auch, einen Fehler begangen zu haben. Von welchem Ausmass die
Geschwindigkeitsüberschreitung war, wird im parallel laufenden Strafverfahren
festzulegen sein. Der Gutachter erachtet es sodann als widersprüchlich, dass der
Rekurrent als Bewährungsstrategie angibt, in Zukunft beim Beschleunigen mehr auf
den Tacho zu achten, zuvor aber angegeben habe, zur Fehleinschätzung sei es
gekommen, weil er beim Beschleunigen auf die Strasse habe schauen müssen.
Inwiefern diese Aussage widersprüchlich sein soll, ist nicht nachvollziehbar. Bei der
Frage nach der Fehleinschätzung ging es darum, weshalb er zu schnell gefahren ist –
er habe auf die Strasse geschaut – und bei derjenigen nach der Bewährungsstrategie,
was er in Zukunft unternehmen könne, um eine solche Fehleinschätzung zu vermeiden.
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Die Antwort, dass er mehr auf den Tacho achten müsse, um sich in Zukunft die
Verkehrsvorschriften einzuhalten, erscheint durchaus nachvollziehbar. Schliesslich hält
der Rekurrent zu Recht fest, dass es für die Beurteilung der Fahreignung unerheblich
sein muss, ob das Bestreben, die Regeln zu befolgen, aus innerer Überzeugung oder
aber aus Angst vor Bestrafung motiviert ist, solange die Motivation derart ausgeprägt
ist, dass die Regeln eingehalten werden. Aus den Ausführungen des Rekurrenten
anlässlich der Begutachtung ist zu schliessen, dass er die aufgrund der
Geschwindigkeitsüberschreitung gemachten Erfahrungen nicht noch einmal machen
möchte. Einerseits hatte er gemäss eigenen Angaben im Anschluss daran wegen
Existenzängsten schlaflose Nächte, weshalb er eine Psychologin aufsuchte. Weiter sei
der Vorfall für ihn sehr unangenehm und beschämend, da er als Trainer mit
Jugendlichen zu tun habe und zudem politisch engagiert sei. Der Rekurrent scheint
damit aus seinem Fehler gelernt zu haben. Insbesondere vermag er auch Strategien zu
benennen, wie er in Zukunft nicht mehr in eine solche Situation gerät. Einerseits liess er
sein Motorrad durch die Staatsanwaltschaft verkaufen und hat zurzeit kein Interesse
mehr am Motorradfahren. Andererseits überlegt er sich, sollte er wieder
Motorradfahren wollen, einen Oldtimer anzuschaffen, bei der die Beschleunigung eine
untergeordnete Rolle spiele.
e) Zusammenfassend erweist sich das psychologische Gutachten vom 15. Dezember
2014 und insbesondere der Schluss auf die mangelnde Fahreignung des Rekurrenten
für einen psychologischen Laien als nicht nachvollziehbar, weshalb gestützt darauf kein
Sicherungsentzug verfügt werden kann. Hinzu kommt, dass in der Literatur umstritten
ist, ob ein erstmaliges, auf Rücksichtslosigkeit hindeutendes Delikt den Tatbestand von
Art. 15d Abs. 1 lit. c SVG zu erfüllen vermag. Namentlich ist zu beachten, dass Art. 16c
Abs. 2 lit. a SVG für erstmalige Raserdelikte einen Warnungsentzug von mindestens
zwei Jahren vorsieht. Der Gesetzgeber geht demnach nicht davon aus, dass nach
einem Raserdelikt zwingend auch ernsthafte Bedenken an der Fahreignung bestehen.
Dafür sprechen einerseits die systematische Einordnung der Rasernorm bei den
Warnungsentzügen und der Wortlaut von Art. 16 Abs. 2 lit. a SVG; denn anders als
bei Art. 16b Abs. 2 lit. e und Art. 16c Abs. 2 lit. d SVG wird nicht ein
Führerausweisentzug auf unbestimmte Dauer angedroht. Auf der anderen Seite muss
mit Blick auf die Verkehrssicherheit ein einmaliges Delikt eine
Fahreignungsuntersuchung rechtfertigen können, wenn dadurch – unter Würdigung
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sämtlicher Umstände des Einzelfalls – begründete Zweifel an der Fahreignung der
betreffenden Person hervorgerufen werden (BSK SVG-Bickel, Basel 2014, Art. 15d
N 24 ff.). Der Leumund des Rekurrenten, der seit 1985 den Führerausweis der
Kategorie B und seit 1988 denjenigen der Kategorie A besitzt und nach längerem
Unterbruch seit fünf Jahren wieder als Motorradfahrer unterwegs ist, ist im
Strassenverkehr ungetrübt. Der Vorfall vom 12. März 2014 erscheint damit angesichts
der langjährigen unauffälligen Fahrpraxis eher als ein einmaliges Fehlverhalten (vgl.
BGer 1C_70/2014 vom 27. Mai 2014 E. 2.4). Schliesslich ist zu berücksichtigen, dass
sich der Rekurrent nach eigenen Angaben alleine auf der gerade verlaufenden und
übersichtlichen Strasse befand. Auf beiden Strassenseiten ist Wiesland. Andere
Verkehrsteilnehmer wurden durch die massive Geschwindigkeitsübertretung folglich
nicht gefährdet. Unter diesen Umständen ist auf eine Rückweisung der Angelegenheit
an die Vorinstanz zur Einholung eines neuen verkehrspsychologischen Gutachtens zu
verzichten. Vielmehr ist nunmehr der rechtskräftige Abschluss des Strafverfahrens
abzuwarten und alsdann auf gesicherter tatsächlicher Grundlage ein Warnungsentzug
zu verfügen. Der Sicherungsentzug vom 8. Januar 2015 ist entsprechend aufzuheben
und die Angelegenheit zu neuer Verfügung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
3.- a) Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten dem Staat
aufzuerlegen. Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'500.– erscheint angemessen (vgl. Art. 7
Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Dem Rekurrenten ist der
Kostenvorschuss von Fr. 1'500.– zurückzuerstatten.
b) Zufolge Obsiegens hat der Rekurrent Anspruch auf volle Entschädigung der
ausseramtlichen Kosten (Art. 98 VRP und Art. 98 VRP), soweit diese aufgrund der
Rechts- und Sachlage als notwendig und angemessen erscheinen (Art. 98 Abs. 2 VRP).
Im Rekursverfahren war der Beizug eines Rechtsbeistandes geboten. Der
Rechtsvertreter reichte keine Kostennote ein, weshalb die Entschädigung für die
Anwaltskosten ermessensweise festzulegen ist. Im Verfahren vor der
Verwaltungsrekurskommission wird das Honorar als Pauschale ausgerichtet; der
Rahmen liegt zwischen Fr. 1'000.– und Fr. 12'000.– (Art. 22 Abs. 1 lit. b der
Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS 963.75; abgekürzt:
HonO). Innerhalb dieses Rahmens wird das Grundhonorar nach den besonderen
Umständen, namentlich nach Art und Umfang der Bemühungen, der Schwierigkeit des
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Falles und den wirtschaftlichen Verhältnissen der Beteiligten, bemessen (Art. 19 HonO).
Umstritten war die Frage, ob die Anordnung eines Sicherungsentzugs zulässig war, in
dem auch ein verkehrspsychologisches Gutachten zu würdigen war. Angesichts des
bescheidenen Aktenumfangs sowie des eingeschränkten Prozessthemas erscheint ein
Honorar von Fr. 1'900.– (Barauslagen und Mehrwertsteuer inbegriffen, Art. 28 Abs. 1
und Art. 29 HonO) als angemessen; entschädigungspflichtig ist der Staat
(Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt).