Decision ID: b30da51a-2d92-49f4-8af5-8a661ef33395
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. Das Elektrizitäts- und Wasserwerk der Politischen Gemeinde Mels hat am 6. Februar
2017 die Lieferung der Elektromechanik unter anderem für das Kraftwerk Plons (Los
3.8) im offenen Verfahren ausgeschrieben. In der Ausschreibung wurden die
Zuschlagskriterien mit ihrer Gewichtung bekannt gegeben, nämlich
„Wirtschaftlichkeit“ (40 Prozent), „Technische Lösung“ (30 Prozent), „Bewertung
Anbieter (15 Prozent) und „Bewertung Schlüsselperson“ (15 Prozent; ABl 2017 S. 549
ff.). Den Ausschreibungsunterlagen waren zur Bewertung des Zuschlagskriteriums
„Technische Lösung“ die folgenden Hinweise zu entnehmen: „Wirkungsgradgarantien
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und Funktionsgarantien der Anlagen (Turbine, Generator), Fähigkeit des Anbieters,
Qualität des Produkts, Verständlichkeit und Glaubwürdigkeit des Angebots“ (act. 2/4
und 8/1 Register 2, Seite 5). Mehrfach wurde auf die Bedeutung des Inselbetriebs
inklusive Schwarzstartfähigkeit hingewiesen (act. 2/4 und 8/1 Register 2, Ziffern 3.1.1,
4.5.6, 4.6 und 4.7.5). In der Bewertung wurde das Zuschlagskriterium „Technische
Lösung“ in die Teilaspekte „Aufgabenanalyse“ (2.1), „Technische Lösung“ (2.2),
„Technische Lösung Inselbetrieb“ (2.3) und „Plausibilität Termine“ (2.4) aufgeteilt (vgl.
act. 2/11; Evaluation Übersicht, act. 8/1 Register 12). Technische Varianten waren
zwingend zusammen mit einem Grundangebot einzureichen und wurden unter
Berücksichtigung aller Rahmenbedingungen und der vom Anbieter nachzuweisenden
Gleichwertigkeit zugelassen. Die Vergabestelle behielt sich vor, Varianten ohne
Nennung von Gründen abzulehnen (ABl 2017 S. 551).
Innert der bis 31. März 2017 offenen Frist reichten fünf Anbieter je ein Angebot ein
(vgl. Offertöffnungsprotokoll vom 5. April 2017; act. 8/1 Register 12). Angesichts
erheblicher technischer Unterschiede der Angebote bei den Generatoren präzisierte die
Vergabebehörde am 11. April 2017 die Anforderungen an den Generator insbesondere
mit Eckdaten bezüglich der Schwungmassenverhältnisse ohne (t /t ≥ 2,5) und mit
Zusatzschwungmasse (t /t ≥ 3,6) und setzte den Anbietern Frist zur Einreichung
angepasster Angebote bis 26. April 2017 (act. 2/8). Mit E-Mail vom 18. April 2017 teilte
die Vergabebehörde der Troyer Suisse AG unter Beilage einer Dokumentation
insbesondere zum transienten Verhalten eines Kleinwasserkraftwerkes die
Berechnungsgrundlagen für die Anlaufzeiten von Wasser und Maschine mit (act. 8/4).
Sämtliche Anbieter passten ihre Angebote fristgerecht an (vgl. Offertöffnungsprotokoll
vom 1. Mai 2017; act. 8/1 Register 12). Im Angebot der Troyer Suisse AG wurden die
Schwungmassenverhältnisse t /t mit 2,5 (ohne Zusatzschwungmasse) und mit 3,6
(mit Zusatzschwungmasse) angegeben (act. 2/9 Seiten 2 und 3). Die Nachberechnung
durch die Vergabebehörde ergab jedoch, dass die verlangten Werte für die
Schwungmassenverhältnisse nicht erreicht wurden (vgl. Bewertung Anbieter B; act. 8/1
Register 12).
Der Gemeinderat der Politischen Gemeinde Mels erteilte am 15. Juni 2017 den
Zuschlag zum Preis von CHF 1‘329‘620 (netto, exklusive Mehrwertsteuer) an die
Wasserkraft Volk AG, deren Angebot mit 427 von maximal möglichen 500 gewichteten
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Punkten bewertet worden war (Evaluation Übersicht; act. 2/12 und act. 8/1 Register
12).
B. Die Troyer Suisse AG (Beschwerdeführerin), deren Angebot zum Preis von
CHF 1‘304‘600 mit 409 gewichteten Punkten den dritten Rang erreicht hatte
(Evaluation Übersicht; act. 2/12 und act. 8/1 Register 12), erhob gegen die
Zuschlagsverfügung des Gemeinderates der Politischen Gemeinde Mels (Vorinstanz)
vom 15. Juni 2017 durch ihren Rechtsvertreter mit Eingabe vom 26. Juni 2017
Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit den Rechtsbegehren, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und ihr,
gegebenenfalls nach Bewertung des Zuschlagskriteriums 2.3 („Technische Lösung
Inselbetrieb“) durch einen unabhängigen Experten, der Zuschlag zu erteilen,
eventualiter die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
Der zuständige Abteilungspräsident des Verwaltungsgerichts wies mit unangefochten
rechtskräftig gewordener verfahrensleitender Verfügung vom 6. Juli 2017 das Gesuch
der Beschwerdeführerin, es sei der Beschwerde aufschiebende Wirkung zu gewähren,
ab. Am 11. Juli 2017 wurden dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin die
Vergabeakten (act. 8/1 Register 1-12) mit Ausnahme der Angebote (act. 8/2 und 3a/3b)
und der E-Mail der Vorinstanz vom 18. April 2017 samt Dokumentation an sie (act. 8/4)
zur Einsicht zugestellt.
Mit Eingabe vom 26. Juli 2017 verwies die Vorinstanz auf ihre im Zwischenverfahren
zur aufschiebenden Wirkung eingereichte Vernehmlassung vom 4. Juli 2017 und teilte
dem Gericht den Abschluss der Werkverträge mit der Wasserkraft Volk AG mit.
Letztere (Beschwerdegegnerin) verzichtete stillschweigend auf eine Vernehmlassung
zur Beschwerde. Am 7. September 2017 wurde der Beschwerdeführerin
wunschgemäss die an sie gerichtete E-Mail der Vorinstanz vom 18. April 2017 samt
Dokumentation in Kopie (act. 8/4) zugestellt. Die Beschwerdeführerin nahm am
25. September 2017 Stellung zur vorinstanzlichen Vernehmlassung vom 4. Juli 2017.
Die Vorinstanz äusserte sich dazu am 26. Oktober 2017.
Auf die Ausführungen der Beschwerdeführerin und der Vorinstanz zur Begründung ihrer
Anträge und die Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
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Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Die Beschaffung der Politischen Gemeinde Mels für ihr Elektrizitätswerk unterliegt
den Regeln des öffentlichen Beschaffungsrechts (Art. 8 Abs. 1 lit. c und Abs. 2 der
Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen, sGS 841.32,
IVöB; Art. 2 Abs. 1 lit. c des Einführungsgesetzes zur Gesetzgebung über das
öffentliche Beschaffungswesen, sGS 841.1, EGöB). Das Verwaltungsgericht ist
dementsprechend zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 5 Abs. 2 EGöB). Die
Beschwerdeführerin, deren Angebot bei einem Punktemaximum von 500 mit einem
Rückstand von 18 Punkten den dritten Rang erreichte und geltend macht, ihr Angebot
dürfe beim Teilaspekt „Technische Lösung Inselbetrieb“, bei dem 25 Punkte erzielt
werden konnten, nicht lediglich mit 5 Punkten bewertet werden, hat reelle Chancen auf
den Zuschlag, zumal die zweitplatzierte Bewerberin sich mit der Nichtberücksichtigung
ihres Angebots abgefunden hat. Sie ist dementsprechend zur Erhebung der
Beschwerde befugt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Dass die Vorinstanz
den Vertrag mit der Beschwerdegegnerin mittlerweile abgeschlossen hat, schliesst die
Beschwerdebefugnis der Beschwerdeführerin nicht aus, da ihr der Anspruch auf die
Feststellung der Rechtswidrigkeit des angefochtenen Zuschlags verbleibt, sollte sich
ihre Beschwerde als begründet erweisen (vgl. Art. 18 Abs. 2 IVöB; BGE 132 I 86 E. 3.2).
Die Beschwerde gegen die Zuschlagsverfügung vom 15. Juni 2017 wurde mit Eingabe
vom 26. Juni 2017 rechtzeitig erhoben und erfüllt die formellen und inhaltlichen
Voraussetzungen (Art. 15 Abs. 3 IVöB).
2. Die Beschwerdeführerin beanstandet einzig die Berücksichtigung des Teilaspektes
„Technische Lösung Inselbetrieb“ (dazu nachfolgend Erwägung 2.1) und die Bewertung
ihres Angebotes unter diesem Gesichtspunkt (dazu nachfolgend Erwägung 2.2).
2.1.
2.1.1. Die Beschwerdeführerin verweist auf die Umschreibung des Zuschlagskriteriums
„Technische Lösung“ in den Ausschreibungsunterlagen und bezeichnet die einzelnen
Teilaspekte – Wirkungsgrad- und Funktionsgradgarantien (Turbine, Generator),
Fähigkeit des Anbieters, Qualität des Produkts, Verständlichkeit und Glaubwürdigkeit
des Angebots“ – als Unterkriterien. Dass einzelne Aspekte der technischen Lösung –
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das heisst vorliegend der als Inselbetrieb bezeichnete Betrieb der Turbine ohne
Netzwerkanschluss – separat bewertet würden, habe den Ausschreibungsunterlagen
nicht entnommen werden können. Sie hätten lediglich den Hinweis enthalten, „dass der
Turbinenregler für die Drehzahlregelung sowohl im Verbund- wie auch im Inselbetrieb
auszulegen sei“. Sie habe in ihrem Angebot einen problemlosen Inselbetrieb garantiert,
weil sich unter Berücksichtigung der Stellzeiten sowie der Trägheitsmomente von
Turbine und Generator ein Lastsprungverhalten von 0,04 Hz/MW ergebe und reichlich
Reserven vorhanden seien, wenn laut Ausschreibung von maximal zu erwartenden
Lastsprüngen von rund 200 kW ausgegangen werden könne. Die im Inselbetrieb zu
bewältigenden Lastsprünge würden durch ein sehr leichtes Einschwenken des
Ablenkers ausgeglichen. Für das von ihr eingereichte Angebot seien deshalb die
Schwungmassenverhältnisse „irrelevant“ beziehungsweise müsse keine „zusätzliche
Schwungmasse verwendet“ werden (Beschwerde vom 26. Juni 2017, Rz. 13)
beziehungsweise habe die „Schwungmasse lediglich untergeordnete Bedeutung“, weil
ein Lastsprung von ± 200 kW auch ohne zusätzliche Schwungmasse ohne
irgendwelche Probleme abgefangen werden könne (act. 2/7).
2.1.2. Art. 1 Abs. 3 lit. c IVöB verlangt, die Transparenz der Vergabeverfahren
sicherzustellen. Gemäss Art. 19 Abs. 1 lit. f VöB muss die Ausschreibung die
Zuschlagskriterien enthalten, wenn keine Ausschreibungsunterlagen abgegeben
werden. Werden Ausschreibungsunterlagen abgegeben, enthalten sie gemäss Art. 20
lit. h VöB die Zuschlagskriterien. Das Transparenzgebot verlangt keine vorgängige
Bekanntgabe von Teilaspekten oder Kategorien, welche bloss der Konkretisierung der
publizierten Zuschlagskriterien dienen (vgl. BGer 2C_549/2011 vom 27. März 2012
E. 2.4 mit Hinweisen). Inwieweit Art. 34 Abs. 3 VöB, wonach allfällige Unterkriterien im
Rahmen der Ausschreibung bekannt zu geben sind, strengere Voraussetzungen schafft
(vgl. VerwGE B 2015/114 vom 28. Juni 2016 E. 3.1, B 2014/248 vom 28. Juli 2015
E. 3.1, B 2011/191 vom 14. Februar 2012 E. 2.3, www.gerichte.sg.ch), kann vorliegend
offen bleiben.
2.1.3. Die Beschwerdeführerin macht nicht geltend, die Vorinstanz habe die in den
Ausschreibungsunterlagen zum Zuschlagskriterium „Technische Lösung“ bekannt
gegebenen Aspekte – Wirkungsgradgarantien und Funktionsgarantien der Anlagen
(Turbine, Generator), Fähigkeit des Anbieters, Qualität des Produkts, Verständlichkeit
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und Glaubwürdigkeit des Angebots – bei der Bewertung nicht berücksichtigt. Dass das
Verhalten der Anlage im Inselbetrieb einen Teilaspekt der Wirkungsgrad- und
Funktionsgarantien von Turbine und Generator darstellt, erscheint nachvollziehbar.
Dies gilt auch für die in diesem Zusammenhang von der Vorinstanz am 11. April 2017
den Anbietern gegenüber bekanntgegebenen Eckdaten des Generators. Die Vorinstanz
hat – entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin (Stellungnahme vom
25. September 2017, Rz. 10) – das Verhältnis zwischen Wasseranlaufzeit und
Maschinenanlaufzeit nicht nur als „Empfehlung“ formuliert, sondern vielmehr in der
Präzisierung der Anforderungen vom 11. April 2017 ausdrücklich einen Generator mit
einem Schwungmassenverhältnis von t /t ≥ 2,5 (ohne) und t /t ≥ 3,6 (mit
Zusatzschwungmasse) verlangt (act. 2/8). Den Anbietern war aufgrund der
Ausschreibung und der Ausschreibungsunterlagen sowie insbesondere aufgrund der
nachträglichen Präzisierung der Anforderungen an den Generator vom 11. April 2017
deshalb bekannt, dass die Vorinstanz den Inselbetrieb mit der von ihr umschriebenen
technischen Lösung garantieren wollte. Die Vorinstanz hat die Angebote also durchaus
anhand eines bekanntgegebenen Gesichtspunktes und unter Einhaltung der in den
Ausschreibungsunterlagen zum Zuschlagskriterium „Technische Lösung“ angeführten
Teilaspekte beurteilt.
Angesichts der Freiheit der Vergabebehörde bei der Umschreibung des
Beschaffungsgegenstandes (vgl. BGE 137 II 313 E. 3.3.1) und des Umstands, dass sich
die Beschwerdeführerin insbesondere nicht gegen die am 11. April 2017 für den
Generator festgesetzten Eckwerte zum Schwungmassenverhältnis zur Wehr gesetzt
hat, war die Vorinstanz vergaberechtlich nicht gehalten, auch eine andere als die von
ihr für den Inselbetrieb in Betracht gezogene technische Lösung zuzulassen. Die
Vorinstanz hat sich sodann in der unangefochten gebliebenen Ausschreibung
ausdrücklich nicht verpflichtet, technisch gleichwertige Lösungen gleichermassen zu
berücksichtigen, sondern sich vielmehr vorbehalten, Varianten ohne Nennung von
Gründen abzulehnen (ABl 2017 S. 551). Die Beschwerdeführerin anerkannt nun aber,
dass ihrem Angebot eine „völlig unterschiedliche Sicherstellung des Inselbetriebs“
zugrunde liegt (Stellungnahme vom 25. September 2017, insbesondere Rz. 11 und 35).
Beim Angebot der Beschwerdeführerin handelt es sich dementsprechend um eine
Variante, die indessen entsprechend der – unangefochten gebliebenen –
Ausschreibung (vgl. ABl 2017 S. 551) die Einreichung eines den vorinstanzlichen
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technischen Anforderungen genügenden Angebots vorausgesetzt hätte. Dass die
Beschwerdeführerin – neben ihrer eigenen technischen Lösung – auch ein auf dem
technischen Konzept der Vorinstanz beruhendes Angebot einreichte, macht sie selbst
nicht geltend. Schliesslich ist auch nicht ersichtlich und wird von der
Beschwerdeführerin auch nicht behauptet und dargetan, dass die Vorinstanz die
technischen Bedingungen derart formulierte, dass lediglich die Beschwerdegegnerin
die verlangten Anforderungen zu erfüllen in der Lage war.
Im Übrigen kann auf die Begründung in der verfahrensleitenden Verfügung vom 6. Juli
2017 (E. 2.2.1) verwiesen werden. Die Beschwerde erweist sich deshalb, soweit damit
gerügt wird, bei der „Technischen Lösung Inselbetrieb“ handle es sich um einen
unzulässigen Aspekt der Bewertung der Angebote, als unbegründet.
2.2. Die Beschwerdeführerin erachtet einerseits die Gewichtung der „Technischen
Lösung Inselbetrieb“ als zu hoch (dazu nachfolgend Erwägung 2.2.1) und anderseits
die Bewertung ihres Angebots unter diesem Gesichtspunkt als zu tief (dazu
nachfolgend Erwägung 2.2.2). In diesem Zusammenhang beantragt die
Beschwerdeführerin zudem Einsicht in die Datenblätter des Angebots der
Beschwerdegegnerin (dazu nachfolgend Erwägung 2.2.3).
2.2.1. Im Zusammenhang mit der Bewertung der Angebote beanstandet die
Beschwerdeführerin die Gewichtung des Teilaspektes der „Technischen Lösung
Inselbetrieb“ als zu hoch. Die Vorinstanz hat sich indessen bei der Bewertung der
Angebote an die in der Ausschreibung bekannt gegebene Gewichtung der
Zuschlagskriterien gehalten. Innerhalb des mit 30 Prozent gewichteten
Zuschlagskriteriums der „Technischen Lösung“ hat sie dem Teilaspekt der
„Technischen Lösung Inselbetrieb“ ein Gewicht von einem Sechstel zugemessen. Bei
der Gesamtbewertung schlägt dieser Teilaspekt deshalb lediglich mit 5 Prozent zu
Buch (vgl. Übersicht Evaluation; act. 8/1 Register 12). Weil die Vorinstanz bei der
Festlegung der Zuschlagskriterien und beim Zuschlag selber über eine relativ
erhebliche Entscheidungsfreiheit verfügt und dem Teilaspekt des Inselbetriebs ein
direkter, sachlicher Bezug zur nachgesuchten Leistung nicht abgesprochen werden
kann, erscheint die Rüge der Beschwerdeführerin als unbegründet (vgl. dazu BGE 143
II 553 E. 6.3.2 mit zahlreichen Hinweisen).
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2.2.2. Die Beschwerdeführerin macht geltend, die von ihr angebotene Anlage
gewährleiste den Inselbetrieb in gleichem Mass wie eine der von der Vorinstanz
bevorzugten technischen Lösung und sei deshalb nicht bloss mit der Note 1,
entsprechend fünf gewichteten Punkten zu bewerten. Damit die Beschwerdeführerin
den Rückstand von 18 gewichteten Punkten gegenüber dem Angebot der
Beschwerdegegnerin aufholen würde, müsste auch ihr Angebot mit der Note 5
bewertet werden.
Bei der Bewertung der Angebote hinsichtlich der Qualität kommt der Vergabebehörde
aufgrund ihrer – dem Gericht selber abgehenden – technischen Kenntnisse ein
erheblicher Ermessensspielraum zu, in welchen das Verwaltungsgericht nicht
einzugreifen befugt ist (vgl. BGE 141 II 14 E. 8.4.4; 139 II 185 E. 9.3 mit Hinweisen auf
BGE 135 II 356 E. 3.1, 135 II 384 E. 2.2.2, 133 II 35 E. 3, 130 II 449 E. 4.1).
Die Vorinstanz hat – wie dargelegt – am 11. April 2017 allen Anbietern gegenüber die
Eckwerte des Generators präzisiert und die mindestens einzuhaltenden
Schwungmassenverhältnisse t /t definiert (vgl. act. 8/1 Register 7). In einer
Nachberechnung anlässlich der Auswertung der Angebote hat sie festgestellt, dass das
Angebot der Beschwerdeführerin diese Mindestanforderungen nicht erreicht (vgl.
Bewertung Anbieter B; act. 8/1 Register 12). Die Beschwerdeführerin macht geltend,
ihre Lösung erreiche das verlangte Schwungmassenverhältnis, weil nicht lediglich das
Trägheitsmoment des Generators, sondern auch jenes des Laufrades berücksichtigt
werden müsse. Insoweit sei die Nachberechnung durch die Vorinstanz falsch
(vgl. Stellungnahme vom 25. September 2017, Rz. 24). Die Beschwerdeführerin legt
allerdings selbst dar, das Trägheitsmoment des Laufrades sei im technischen
Beschrieb nicht ausdrücklich nachgefragt worden (vgl. Stellungnahme vom
25. September 2017, Rz. 26). Sie legt zudem auch keine klare eigene Berechnung vor,
sondern macht einzig geltend, die Differenz zum geforderten
Schwungmassenverhältnis bewege sich „im Bereich des Trägheitsmoments eines
Peltonlaufrades“, das „mit ca. 14 Prozent in das Gesamtträgheitsmoment“ eingehe. Es
sei „mehr als ausreichend“, „das Trägheitsmoment des Laufrades in einer
Grössenordnung von ± 25 Prozent zu kennen“ (vgl. Stellungnahme vom 25. September
2017, Rz. 26).
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Zwischen den Verfahrensbeteiligten ist unbestritten, dass sie insbesondere für den
Inselbetrieb der Anlage von unterschiedlichen technischen Konzepten ausgehen.
Insbesondere anerkennt die Beschwerdeführerin, ihrem Angebot liege eine „völlig
unterschiedliche Sicherstellung des Inselbetriebs“ zugrunde (Stellungnahme vom
25. September 2017, insbesondere Rz. 11 und 35). Wenn die Vorinstanz die von der
Beschwerdeführerin offerierte technische Variante mit der Note 1 bewertet hat, hat sie
sich an die Vorgaben ihrer Ausschreibung gehalten. Insbesondere kann ihr keine
rechtsfehlerhafte Handhabung des ihr zustehenden Ermessens vorgeworfen werden.
Sie wäre schliesslich vergaberechtlich jedenfalls nicht verpflichtet gewesen, dem von
ihren technischen Vorstellungen abweichenden Angebot der Beschwerdeführerin unter
dem Teilaspekt „Technische Lösung Inselbetrieb“ die Maximalnote zu vergeben.
2.2.3. Die Beschwerdeführerin beantragt Einsicht in das Angebot der
Beschwerdegegnerin, um abzuklären, ob das bei ihr eingesetzte Trägheitsmoment das
Laufrad mitberücksichtigt oder nicht. Die Beschwerdegegnerin hat zwar lediglich
gegenüber einzelnen Teilen der eingereichten Ausschreibungsunterlagen ein
Geschäftsgeheimnis geltend gemacht, nämlich für die „Beschreibung der angebotenen
Technik unter der Angebotsnummer 17AP1040“ (vgl. act. 8/3a Teil 2, auch enthalten in
act. 8/3b) und ein „Single Line Diagramm Mechanisch Nr. TP-Los_3.8 Plons“ (act. 8/3a
Teil 8). Für die Datenblätter hat die Beschwerdegegnerin kein solches
Geschäftsgeheimnis geltend gemacht. Die sich aus den Datenblättern ergebenden
Berechnungsgrundlagen wurden der Beschwerdeführerin mit der Zustellung der
Vergabeakten am 11. Juli 2017 offengelegt (vgl. Bewertung Anbieter A und Anbieter B;
act. 8/1 Register 12). Ob aus diesen Unterlagen die Fragen der Beschwerdeführerin
geklärt würden, kann angesichts des Umstandes, dass sie selbst anerkennt, von einer
abweichenden technischen Lösung auszugehen, offen bleiben. Der Antrag, der
Beschwerdeführerin Einsicht in die Datenblätter des Angebots der
Beschwerdegegnerin zu geben, ist deshalb abzuweisen.
3. Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde dementsprechend als unbegründet.
Sie ist deshalb abzuweisen.
4. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens von der Beschwerdeführerin zu tragen (Art. 95 Abs. 1 VRP).
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Eine Entscheidgebühr von CHF 6‘000 erscheint angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Sie ist mit dem bei der Hauptsache
verbliebenen Rest von CHF 6‘000 ihres Kostenvorschusses zu verrechnen.
Ausseramtliche Kosten sind für das Beschwerdeverfahren nicht zu entschädigen. Die
Beschwerdeführerin ist unterlegen (vgl. Art. 98 Abs. 1 und 98 VRP). Die
Beschwerdegegnerin hat sich am Verfahren nicht beteiligt. Die obsiegende Vorinstanz
hat ihre Anträge zwar unter Entschädigungsfolge gestellt, jedoch als verfügende
Vergabebehörde keinen Anspruch auf die Entschädigung ausseramtlicher Kosten (vgl.
Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 829;
R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz,
Lachen SZ/St. Gallen, S. 176 f.).