Decision ID: 4b1b2a80-08bb-53e3-a1c8-57ae76231b14
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Y._
, geboren 1958,
war zuletzt vom 2
3.
August 201
0
bis 3
0.
Juni 2011 bei der
A._
als Kassier
er
mit einem Pensum von 60
%
tätig, wobei der letzte Arbeitstag am 2
8.
Juni
2011 war (
Urk.
10/13)
.
Unter Hinweis auf diverse körperliche B
eschwerden
(Ellbogen, Arm, Gelenke, Rücken- und Nackenbereich, linker Fuss)
meldete sich
der
Versicherte
am
1
6.
Mai 2011
bei der Invalidenversicher
ung zum Leistungsbezug an (
Urk.
10/2
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab,
und
stellte mit Vorbescheid vom
1.
Dezember 2011 die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
10/32-33).
Im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
holte die IV-Stelle bei der
Medas
B._
ein
polydisziplinäres Gutachten ein
, das am 2
8.
Mai 2014 erstattet wurde (
Urk.
10/200
).
Mit erneutem Vorbescheid vom
3.
September 2014
(
Urk.
10/209) wurde dem Versicherten eine halbe Rente ab
1.
November 2011 in Aussicht gestellt.
Der Versicherte erhob dagegen Einw
ä
nd
e, worauf
ihm mit erneutem Vorbescheid vom 2
2.
Mai 2015 (
Urk.
10/283) eine ganze Rente ab
1.
November 2011 in Aussicht gestellt
wurde.
Gegen diesen Vorbescheid erhob die
X._
-Pensionskasse
am 2
9.
Mai
2015, ergänz
t
am
7.
Juli 2015 Einw
ä
nd
e
(
Urk.
10/284,
Urk.
10/292). Die IV-Stelle hielt an ihrem Vorbescheid fest und
sprach dem Versicherten mit
Ver
fügung vom
4.
November 2015 bei einem Invaliditätsgrad von 100
%
eine ganze Rente ab
1.
November 2011 zu
(
Urk.
10/314 =
Urk.
2)
.
2.
Die
X._
-Pensionskasse
erhob am
3.
Dezember 2015
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
4.
November 2015
(
Urk.
2) und beantragte, diese
sei aufzu
heben
und es sei
ein Invalidenrentenanspruch von
Y._
zu
verneinen
, eventuell sei eine halbe Invalidenrente zu gewähren und die Warte
frist auf frühestens
1.
Oktober 2011 anzusetzen (
Urk. 1
S. 2
Ziff.
1).
Die IV-Stelle
verzichtete mit Schreiben vom 1
7.
Februar 2016 auf das Einrei
chen einer Beschwerdeantwort (
Urk.
9).
Dies wurde der Beschwerdeführerin
mit Verfü
gung vom 1. März
2016 (Urk. 11) zur Kenntnis gebracht und gleich
zeitig
Y._
zum Prozess beigeladen.
Dessen Gesuch um
Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsvertretung (
Urk
.
6,
Urk.
13) wurde mit Gerichtsverfügung vom
3.
Mai 2016 (
Urk.
21) abgewiesen.
Mit Sc
hreiben vom 2
9.
Juni
2016 (
Urk.
24) beantragte
der Beigeladene
, die Beschwerde sei vollumfänglich abzuweisen und ihm sei eine
ganze
Invalidenrente ab dem
1.
November 2010 zuzuspre
chen (S.
1
Ziff.
1). Mit Schreiben vom
8.
Juli 2016 verzichtete die IV-Stelle auf das Einreichen einer Vernehmlassung (
Urk.
29). Die Beschwerdeführerin hielt mit Schreiben vom 1
4.
September 2016 an ihren Anträgen fest (
Urk.
31
).
Je eine Kopie der Eingaben vom
8.
Juli 2016 und vom 1
4.
September 2016 wurden den anderen Parteien am
9.
Januar
2017 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
33).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksich
tigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unt
erbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
telsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und ge
gebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätig
keiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Be
urteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.
4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) ge
stützt auf die medizinischen Abklärungen davon aus, dass der Beigeladene seit dem
1.
November 2010 in seiner Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt sei. Gemäss dem Gutachten könne er seine angestammte Tätigkeit als Schlosser sowie auch die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Kassenaushilfe nicht mehr ausüben
(Verfügungsteil 2 S. 1)
.
Aufgrund der medizinischen Unterla
gen und des Gutachtens sei es nachvollziehbar, dass von einer
Vollerwerbs
tätigkeit
ausgegangen werden könne. Aufgrund des häufigen Berufswechsels, des Alters und der Tatsache, dass die letzte Erwerbstätigkeit mit einem hö
heren Arbeitspensum bereits länger zurückliege
, werde davon ausgegangen, dass die Restarbeitsfähigkeit von 50
%
nicht verwertet werden könne, womit ein Invaliditätsgrad von 100
%
resultiere (Verfügungsteil 2 S. 2).
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt (
Urk.
1),
die IV-Stelle habe anlässlich des Ressourcengesprächs vom
1.
Juni 20
11 festgehalten, dass zurzeit noch keine Arbeitsunfähigkeit bestehe.
Dr.
C._
habe sodann am 1
4.
Oktober 2011 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab dem
1.
Oktober 2011 festgestellt (S. 6). Im Gutachten sei schliesslich in der Gesamtbeurteilung festgehalten worden, dass eine krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit von 100
%
für die Tätigkeit als Schlosser ab dem
1.
Novem
ber 2011 bestehe. Der Beginn der Arbeitsunfähigkeit
in der
ange
stammt
en Tätigkeit
sei dann – wobei es sich offensichtlich um einen Ver
schreiber handle, zumal dieses Datum aufgrund der Akten nicht indiziert sei –
aus neurologischer Sicht ab dem
1.
November 2010, spätestens ab der
Diag
nosestellung
der zervikalen Wurzelreizung beziehungsweise
Frozen
Shoulder
rechts am 1
9.
Januar 2012 festgestellt worden
(S.
8)
.
Richtigerweise hätte somit die Wartezeit frühestens am
1.
Oktober 2011 eröffnet werden dürfen (S. 9). Weiter sei auch die Feststellung einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen ab Mai 2011 als falsch anzusehen. So sei das psychia
trische Teilgutachten in sich selbst widersprüchlich. So werde einerseits eine Arbeitsunfähigkeit spätestens seit Mai 2011 angenommen, an anderer Stelle
dann aber erklärt, der Beginn der Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer S
icht bestehe ab sofort.
Der Beigeladene sei noch nie in psychiatrischer Behand
lung gewesen. Vor diesem Hintergrund sei die retrospektive Bestätigung ein
er Arbeitsunfähigkeit
drei Jahre später
schlicht haltlos
. Die Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen sei damit nicht ausreichend belegt (S. 10)
.
Selbst wenn eine Einschränkung aus psychischen Gründen zu bejahen sei, sei bei
der Festlegung des Invalideneinkommens lediglich von einer 50%igen Arbeit
s
unfähigkeit auszugehen. Damit würden vorliegend höchstens ein
Invaliditäts
grad
von 50
%
und eine halbe Rente resultieren (ausgehend von denselben Grundlagen wie die IV-Stelle).
Weshalb angesichts des inkonstanten beruf
lichen Lebenslaufs sowie der übrigen Faktoren von einer nicht mehr verwert
baren Arbeitsfähigkeit ausgegangen werde, sei nicht nachvollziehbar (S. 11). Wenn aufgrund der Teilzeit eine lohnmässige Benachteiligung zu bejahen und damit ein Abzug zu gewähren wäre, dann würde sich höchstens ein 1
0%iger Leidensabzug aufgrund des
Beschäftigungsgrades rechtfertigen, was immer noch zu einer halben Rente führen würde (IV-Grad von 55
%
).
Schliesslich sei darauf hinzuweisen, dass nicht erstellt sei, dass der Beige
ladene
tatsächlich seit vielen Jahren aus gesundheitlichen Gründen in Teil
zeit gearbeitet habe. Es sei vielmehr davon auszugehen, dass er aus freien Stücken entsch
ie
den habe, nur in Teilzeit zu arbeiten. 2006 sei lediglich eine
Umschulung empfohlen und noch keine Arbeitsunfähigkeit attestiert und im Juni 2011 in angepasster Tätigkeit gar noch eine 100%ige Arbeitsfähigkeit festgestellt worden
(S. 12)
.
Inkonsistent und nicht nachvollziehbar sei die Feststellung der IV-Stelle, wonach die Wartezeit nicht vorher zu eröffnen sei, aber nachvollziehbar sei, dass der Beigeladene sein Arbeitspensum aufgrund der gesundheitlichen Problematik so gewählt habe und von einer Voller
werbstätigkeit ausgegangen werden könne.
Zusammenfassend sei von einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 20
%
auszugehen (S. 13).
2.3
Der Beigeladene vertrat den Standpunkt (
Urk.
24),
die Beschwerdeführerin verkenne, dass er seit langem rezidivierende Rückenschmerzen habe. Dass die intensivierten Schmerzen aufgrund der langjährigen Krankheit nicht erst am
1.
Oktober 2011 eingetreten seien, sondern noch während seiner Anstellung bei der
A._
, sei diversen Akten zu entnehmen
(S. 3)
.
Zu
sammenfassend sei festzuhalten, dass es sicherlich keinen Arzt gegeben hätte,
der ihn zum Zeitpunkt der Anmeldung nicht krankgeschrieben hätte, hätte er einen solchen bereits damals aufgesucht. Die Argumentation der Beschwerde
führerin, die Arbeitsunfähigkeit sei erst am
1.
Oktober 2011 eingetreten, sei unter den gegebenen Umständen und der vorhandenen A
ktenlage nicht nachvollziehbar
.
Die 50%ige Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen sei durchaus nachvollziehbar, da zu dieser Zeit das Arbeitsverhältnis durch ihn aufgelöst worden sei. Die psychische Belastung aufgrund der Entwicklung
des Krankheitsbildes habe sich zu diesem Zeitpunkt verdichtet, was mitunter zur Kündigung geführt habe
(S. 5)
.
Aufgrund dessen, dass es sich bei den
handicapierenden
Schmerzen um Dauerschmerzen handle, müsse er auch im Rahmen der ihm noch verbleibenden Arbeitsfähigkeit von 50
%
vermehrt Pausen einlegen, so dass die verbleibende Arbeitsfähigkeit von 50
%
zusätz
lich mit einer 20%igen Reduktion der Leistungsfähigkeit belastet sei, woraus eine medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit von 60
%
resultiere
(S. 6)
.
Die Restarbeitsfähigkeit lasse sich nicht mehr im ausgeglichenen Arbeits
mar
k
t verwerten (S. 7).
Er sei immer zu 100
%
erwerbstätig gewesen. Bis 1989
habe er immer zu 100
%
gearbeitet, danach habe er aus gesundheitlichen Gründen teilweise sein Pensum reduzieren beziehungsweise schlechter be
zahlte Stellen annehmen müssen
(S. 8)
.
2.4
Strittig und zu prüfen ist der Rentenanspruch des Beigeladenen. Dabei sind insbesondere die verbliebene Arbeitsfähigkeit, die Statusfrage sowie der vor
genommene Einkommensvergleich umstritten.
3.
3.1
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation und Facharzt für Rheumatologie, berichtete am
6.
April
2006
(
Urk.
10/1/1)
und führte aus, dass der Versicherte s
eit dem 2
5.
Mai 2005 bei ihm
in ärzt
licher Be
handlung
sei
. Infolge einer Erkrankung der Wirbelsäule, der Hüft- und Schultergelenke und des linken Fusses sei der Versicherte in seiner körperlichen Leistungsfähigkeit seit mehreren Jahren eingeschränkt.
Er be
nötige diesbezüglich eine medikamentöse sowie eine physiotherapeutische Behandlung. Er werde angehalten, richtige ergonomische Massnahmen zu respektieren und wirbelsäulenbelastende Arbeiten zu vermeiden.
Aus rheu
mato
log
ischer Sicht sei es angebracht, dass der Versicherte eine berufliche Umschu
lung durchführe. Die Arbeit eines Konstruktionsschlossers sei aus medizinischen
Gründen grösstenteils kontraindiziert.
3.2
Dr.
D._
berichtete am 2
0.
Juni 2011 (
Urk.
10/10) und nannte folgende Diag
nosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
c
hronisches
lumbo
-vertebral Syndrom bei
Chondrose
L4/5
beginnende
Coxarthrose
, linksbetont
Fehlstatik der Füsse bei Status nach
Tarsalgien
links
Er führte aus,
dass der Versicherte seit 20 Jahren an Wirbelsäulenschmerzen leide. Bezüglich der Prognose führte er aus, dass gelegentliche
Wirbelsäu
lenschmerzen
möglich und Hüftschmerzen künftig wahrscheinlich seien (
Ziff.
1.4). Ein Berufswechsel sei von ihm im Jahre 2005 empfohlen worden. Eine ergonomisch adäquate Aktivität mit wechselnden Arbeitspositionen und Wirbelsäulenentlastung könne zu 100
%
weitergeführt werden (
Ziff.
1.11).
3.3
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation, berichtete am 1
4.
Oktober 2011 (
Urk.
10/27) und nannte folgende Diagnosen (S. 1
Ziff.
1.1):
chronisches zervikal betontes
Panvertebralsyndrom
bei Fehlstellung und Fehlbelastung der Wirbelsäule
chronische
Periarthropathia
humeroscapularis
calcarea
rechts mit chronischer Bursitis
subacromialis
,
chronischer
Epicondylopathia
hu
m
eri
radialis
rechts
Sie führte aus, dass der Versicherte seit dem
9.
September 2011 bei ihr in Be
handlung stehe (
Ziff.
1.2). Seit
L
angem würden beim Versicherten rezidi
vierende Rückenschmerzen mit zervikaler Betonung und Ausstrahlungen in
den rechten Arm bestehen, verbunden mit
Dysästhesien
und
Parästhesien
in alle Finger vor allem nachts. Periodisch bestünden beträchtliche Ruhe- und Belastungsschmerzen im Bereich der rechten Schulter mit immer wieder stark eingeschränkter Beweglichkeit. Zudem bestehe eine
skoliotische
Fehlhaltung der Wirbelsäule mit ausgedehnten muskulären Verspannungen zervikal. Die Beweglichkeit der Halswirbelsäule (HWS) sei in alle Richtungen um 2/3, der Lendenwirbelsäule (LWS) um 1/3 eingeschränkt.
Neurologisch könnten keine sensomotorischen Defizite nachgewiesen werden. Die Prognose sei offen (
Ziff.
1.4).
Seit dem
1.
Oktober 2011 bestehe eine medizinisch begründete Arbeitsun
fähigkeit von 100
%
(
Ziff.
1.6). Als Schlosser könne der Versicherte seine Arbeit sicherlich nicht mehr weiter ausüben. Eine Umschulung
beim
sehr motivierten Versicherten sei sicherlich angebracht (
Ziff.
1.7). Es könne mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit zu 100
%
gerechnet werden (
Ziff.
1.9).
3.4
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Neurologie, berichtete am 1
9.
Januar 2012 (
Urk.
10/43-45) und nannte folgende Diagnosen:
chronische
Zervikalgie
mit
radikulären
Reizsymptomen im Schulter-Armbereich rechts und Ausfällen in den Segment
en C7 und C8 rechts, mit im EMG-
Nachweis von Wurzelschädigungen auf diesen Etagen
neuroradiologisch nachgewiesene Diskushernie C6/7
medio-rechts
lateral
mit nach
caudal
sequestriertem Diskusprolaps
Er führte aus, dass
die neurologische Untersuchung
bei seit mehr als 20 Jah
ren anhaltenden
Zervikalgien
mit zunehmenden
radikulären
Reizerscheinun
gen
im Schulter-Armbereich rechts Zeichen von Wurzelschädigungen auf den Etagen C7 und C8 rechts ergeben habe. Es hätten sich teilweise
Dener
vationszeichen
gefunden, so dass von
axonalen
Schädigungen auszugehen sei.
Dann seien aber auch chronisch neurogen alterierte Einheitspotentiale als
Hinweis auf bereits früher abgelaufene Wurzelschädigungen vorhanden (S. 2)
.
Neuroradiologisch sei der Befund recht eindrücklich und man werde hier ein aktives Vorgehen in Erwägung ziehen müssen. Es werde empfohlen, den Ver
sicherten orthopädisch weiter abklären zu lassen (S. 3).
3.5
Dr.
C._
berichtete am 2
0.
Februar 2012 (
Urk.
10/49)
und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1):
chronisches
zervikoradikuläres
Reiz- und Ausfallsyndrom C7 und C8 rechts bei grosser nach
caudal
luxierter Diskushernie C6/7 mit
diska
ler
Duralsackimpression
und Nervenwurzelkompression C7 und C8 rechts
multivektorielle
Protrusion
C5/6
Osteochondrosen
C5/6 und C6/7,
Unkovertebralarthrosen
C5/6 beidseits mit
Neuroforamenstenosen
beidseits
chronische
Periarthropathia
humeroscapularis
calcarea
rechts mit Bursitis
subacromialis
beginnende
Coxarthrose
bei
d
seits
Sie führte aus, dass
es
während der letzten Monate zu einer massiven Zunahme der
Zervikalgien
,
Zervikobrachialgien
und Ausstrahlungen vom Nacken her in den rechten Arm gekommen sei (
Ziff.
1.4). Es bestehe weiter
hin seit dem
1.
Oktober 2011 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Dem Ver
sicherten könn
t
e
n
zurzeit keine körperlich beziehungsweise
rückenbelas
tende
n
Arbeiten mehr zugemutet werden (
Ziff.
1.7).
3.6
Die Ärzte der Klinik
F._
, Wirbelsäulenzentrum, berichteten
am 1
2.
Juni 2012 (
Urk.
10/64/5
) und führten aus, dass
der Versicherte
rein sitzende und
rein stehende
Tätigkeiten
, Arbeiten über Kopf, kauernde oder kniende Arbeiten, Arbeiten mit Heben und Tragen, Arbeiten auf Leitern oder Gerüsten
nicht mehr ausüben könne,
Tätigkeiten mit Rotation im Sitzen noch
bedingt und wechselbelastende Tätigkeiten ohne Einschränkung ausüben könne
. Vorwiegend im Gehen ausgeübte Tätigkeiten seien ihm prozentual noch
zu
40
%
zumutbar.
Das Konzentrationsvermögen, die Anpassungsfähigkeit wie auch das Fassungsvermögen seien uneingeschränkt. Die Belastbarkeit sei eingeschränkt.
3.7
Die Ärzte der
medas
B._
erstatteten ihr polydisziplinäres Gutachten am 2
8.
Mai 2014 (
Urk.
10/200/1-61) gestützt auf die Akten sowie die Unter
suchungen des Versicherten. Sie nannten folgende Diagnosen mit Einschrän
kung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit (S. 51
Ziff.
8.1.1):
chronische
spondylogene
Zervikobrachialgie
mit sensibler
Radikulo
pathie
C6 und C8 rechts
radikuläres
sensibles Schmerzsyndrom C6 und C8 rechts
bei
mediolateral
nach kaudal sequestriertem Bandscheibenprolaps mit Nervenwurzelkompression C8 und neurophysiologischen Zeichen ei
ner moderat subakuten bis chronischen
Radikulopathie
und Zeichen einer älteren neurogenen Schädigung C6 rechts
Coxarthrose
links mit
endgradigem
Funktionsdefizit
chronische
lumbospondylogene
Schmerzen bei Facettenarthrose
Impingement
-Syndrom Schulter links ohne Funktionsdefizit bei mus
kulärer
Dysbalance
des Schultergürtels
rezidivierende depressive Störung mittelgradiger Ausprägung, Beginn
chronifiziert
(ICD-10 F33.8)
kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen
anankas
tischen
und schizoiden Zügen (ICD-10 F61)
Sie nannten zudem folgende Nebendiagnosen ohne wesentliche Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit (S. 51
Ziff.
8.1.2):
Cubitus
valgus
rechts mehr als links
Status nach dreimaliger Ellbogen-Operation
Fussfehlstatik bei Senk-/Spreizfuss beidseits
Diabetes mellitus, diätetisch eingestellt
Hypertriglyzeridämie
Unterschenkelvarikosis
beidseits
anamnestisch Verdacht auf PPI-
Hemmerunverträglichkeit
psychische und Verhaltensstörung durch schädlichen Gebrauch von Nikotin (ICD-10 F17.1)
Die orthopädische Gutachterin
führte aus, dass
degenerative Veränderungen im Bereich der Symphyse sowie eine beidseitige Gelenkspaltverschmälerung und
eine
verstärkte
subchondrale
Sklerose
sowie eine linksseitig betonte Zystenbildung im Bereich des Pfannenkerns und des Pfannendoms als Zeichen der
Coxarthrose
links mehr als rechts bestünden (S. 21).
Weiter be
stünden
eine diskrete linkskonvexe Skoliose der Lendenwirbelsäule (LWS) mit
einem
Skoliosewinkel
von 5 Grad
sowie eine bilaterale
Foramenstenose
und mögliche Irritation der entsprechenden Nervenwurzel bei Halswirbelkörper (HWK) 4/5 und HWK 5/6 bei Typ
Modic
2
Osteochondrose
mit zum Teil
ero
siven
Veränderungen der angrenzenden Endplatten (S. 22).
Der psychiatrische Gutachter führte aus, dass
sich klinisch keine Hinweise auf relevante, objektivierende Gedächtnisstörungen gefunden hätten. Die kognitive Begabung liege nach dem klinischen Eindruck im Normbereich. Die
Grundstimmung sei bedrückt, die affektive Modulationsfähigkeit eingeschränk
t und der Antrieb leicht vermindert gewesen. Psychomotorisch habe der Ver
sicherte leicht angespannt gewirkt (S.
26). Im klinischen Gespräch seien leichte
Einschränkungen der Ausdauer und der Konzentrationsfähigkeit feststellbar gewesen. Die Aufmerksamkeit und die Auffassungsgabe seien unauffällig gewesen. Es habe eine verminderte emotionale Belastbarkeit und auch eine verminderte Stress- und Frustrationstoleranz bestanden. Bei einem deutlich
verminderten Selbstwerterleben habe ein ausgeprägter sozialer Rückzug statt
gefunden.
Der Versicherte habe in Bezug auf eine adäquate psychiatrisch-
psychotherapeutische Behandlung und auch für eine adäquate
Psychophar
makotherapie
bei einem somatisch orientierten Krankheitskonzept und einer eingeschränkten Krankheitseinsicht eine deutlich ambivalente Motivation gezeigt (S. 27).
In den Akten befänden sich keine psychiatrischen Vorberichte, da sich der Versicherte noch nie in psychiatrischer Behandlung befunden habe. Somit könne keine Stellungnahme zu psychiatrischen Berichten gegeben werden.
Bei der aktuellen Untersuchung habe eine mittelgradige depressive Sympto
matik mit Herabgestimmtheit, Antriebsminderung, Stimmungsschwankungen,
vermehrter Ermüdbarkeit, Schlafstörungen,
Grübelneigung
, deutlicher
Selbst
wertminderung
und auch Konzentrations- und Ausdauerstörungen festgestellt
werden können. Zudem habe der Versicherte starke Schmerzen in verschie
denen Gelenken und auch in der Wirbelsäule angegeben. Nach den Angaben der somatischen Kollegen seien die Schmerzen im Wesentlichen aus soma
tischer und physiologischer Sicht erklärbar. Es hätten sich somit keine An
haltspunkte für eine physiologisch nicht erklärbare Schmerzsymptomatik gefunden.
Eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung liege somit nicht vor.
Zusätzlich seien beim Versicherten deutlich akzentuierte
Persönlichkeits
züge
aufgefallen, die sich spätestens in der Jugendzeit oder Adoleszenz ent
wickelt hätten. Der Versicherte sei stets ein Einzelgänger gewesen und habe wenige Kontakte gepflegt. Er beschreibe sich auch als einen melancholischen Menschen, wobei jedoch in Bezug auf die psychischen Störungen bei einem vorrangig somatischen Krankheitsmodell eine deutlich eingeschränkte
Krank
heitseinsicht
bestehe.
Aufgrund der persönlichkeitsstrukturellen Besonderhei
ten sei der Versicherte in den letzten Jahren wiederholt in berufliche Kon
fliktsituationen geraten, die
er
nicht konstruktiv habe lösen können. Er habe somatische Beschwerden entwickelt. So sei es zu häufigen Stellenwechseln gekommen (S. 28).
Die depressive Symptomatik bestehe seit der Jugendzeit. Aufgrund der ein
geschränkten Krankheit
seinsicht beim Versicherten sei es nie zu einer adä
quaten Behandlung gekommen.
Inzwischen sei von einer
Chronifizierung
der
depressiven Symptomatik in mittelgradiger Ausprägung auszugehen.
Die
Ein
leitung einer psychiatrischen Behandlung sei grundsätzlich zu empfehlen. Allerdings er
s
cheine die Prognose insgesamt eher ungünstig. Auch bei einer adäquaten und intensivierten psychiatrisch-psychotherapeutischen Behand
lung inklusive einer Psychopharmakotherapie scheine anhand der aktuellen Untersuchungsbefunde eine wesentliche Verbesserung der aktuellen psychi
schen Einschränkungen eher nicht zu erwarten (S. 29 oben).
Der Versicherte habe gewisse ausbaufähige Ressourcen gezeigt. Aufgrund der doch relativ guten kognitiven Fähigkeiten sei er in der Lage, stundenweise Nachhilfe in Mathematik zu geben. Er sei auch in der Lage, seinen Haushalt selbst zu besorgen. In Bezug auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit hätten sich in etwa mittelgradige Einschränkungen bei Konzentrationsstörungen, verminderter Ausdauer, verminderter Stress- und Frustrationstoleranz und
verminderter emotionaler Belastbarkeit
sowie auch verminderter Umstellun
gs- und Anpassungsfähigkeit gezeigt. Anhand der geschilderten Untersuchungs
befunde sei aus psychiatrischer Sicht festzustellen, dass dem Versicherten die Aufwendung der zumutbaren Willensanstrengung möglich erscheine, zumin
dest teilweise wieder in den Arbeitsprozess einzusteigen (S. 29).
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Kassierer bei der
A._
oder als Schlosser bestehe aus rein psychiatrischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von zirka 50
%
, soweit dies retrospektiv eingeschätzt werden könne, seit spätestens Mai 201
1.
In adaptierten Tätigkeiten bestehe aus rein psychiatrischer Sicht eine Arbeits
unfähigkeit von 50
%
.
Als adaptierte Tätigkeiten seien Tätigkeiten zu nenne
n
, die keine speziell erhöhten Anforderungen an die Konzentrations
fähigkeit
, die Ausdauer oder die sozialen Kompetenzen, die Teamfähigkeit
sowie die emotionale Belastbarkeit oder Stress- und Frustrationstoleranz stellen
würden
(S. 30)
.
Der neurologische
Gutachter
führte aus, der Versicherte beschreibe aktuell Gefühlsstörungen im Daumen sowie dem
4.
und
5.
Finger der rechten Hand. Die Schmerzsymptomatik habe nach den Infiltrationsbehandlungen weitge
hend sistiert, jedoch träten Krämpfe der Unterarmmuskulatur auf, wenn er falsche Bewegungen ausführe oder schwere Lasten heben müsse. In der klinisch neurologischen Untersuchung hätten sich weiterhin leicht abge
schwächte Muskeleigenreflexe des rechten Arms gefunden. Muskuläre De
fizite hätten nicht bestanden. Im C6- und C8-Dermatom habe sich eine Sensibilitätsstörung nachweisen lassen. Die Symptomatik sei im Vergleich zu der Vorbeschreibung durch
Dr.
E._
weiterhin im
Dermatom
C8 sowie im C6-Dermatom rechts klinisch evident. In der neurophysiologischen Unter
suchung sei der elektrophysiologische Befund vereinbar mit einer moderat subakut bis chronischen
Radikulopathie
C
8.
Zudem bestünden mögliche dis
krete Zeichen einer älteren neurogenen Schädigung C6 rechts (S. 44).
Aus rein
neurologischer Sicht seien die zuletzt ausgeübten Tätigkeiten als Kassierer und zuvor als Schlosser dem Versicherten nicht mehr zumutbar
, dies
auf
grund der bestehenden
radikulären
Läsionen C6 und C8, welche Tätigkeiten mit repetitiven Inklinations- und Translationsbewegungen verbieten würden.
Die neurologische Erstdiagnose datiere mit einem Untersuchungsbericht von
Dr.
E._
vom 1
9.
Januar 201
2.
Ab diesem Zeitpunkt sei von einer Ar
beitsunfähigkeit von 100
%
in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit auszugehen. In adaptierten Tätigkeiten seien aufgrund der
handicapierenden
Schmerzen vermehrte Pausen anzunehmen, welche ein eingeschränktes Rendement von zirka 20
%
(in Bezug auf ein 100
%
Pensum)
annehmen liessen. Der Beginn der Einschränkung entspreche der vorherigen Angabe (S. 45).
In der polydisziplinären Zusammenfassung führten die Gutachter aus,
dass zusammenfassend alle vorliegenden Störungen von Seiten des Bewegungs
apparates orthopädisch verifizierbar und die Einschränkungen objektivierbar seien. Der Versicherte könne leichte wechselbelastende Tätigkeiten ausüben ohne schwere Lasten heben und tragen, ohne Zwangshaltungen der Wirbel
säule und ohne das Besteigen von Leitern und Gerüsten.
Er könne keine Überkopfarbeiten und keine Tätigkeiten mit ständigem Knien/Kauern aus
üben.
Es lägen keine Zeichen für eine Aggravation vor. Der Versicherte sei nach den vorliegenden Untersuchungsergebnissen aufgrund der psychiatri
schen, der neurologischen und der orthopädischen Gesund
heitsstörungen in seiner Arbeits-
und Leistungsfähigkeit mittelgradig eingeschränkt (S. 54 f.).
Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit sei die eines Kassierers mit letztem effektivem Arbeitstag am 2
8.
Juni 2011 gewesen. Eine krankheitsbedingte Arbeitsun
fähigkeit von 100
%
für die Tätigkeit als Schlosser bestehe seit dem
1.
November 2011 (S.
56 oben).
Aus orthopädischer sowie neurologischer Sicht könne der Versicherte wegen seiner multiplen Störungen des Bewe
gungsapparates sowie
der bestehenden
radikulären
Läsion C6/8 weder als Konstruktionsschlosser noch als Kassierer mittel- bi
s
langfristig arbeiten. Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit als Kassierer oder als Schlosser. Polydisziplinär führend sei die orthopädische und neu
rologische Beurteilung mit einer Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bezogen auf ein 100%iges Arbeitspensum bezogen auf die angestammt
e Tätigkeit
.
Aus neu
rologischer Sicht sei von der genannten Arbeitsunfähigkeit ab dem
1.
November 2010, spätestens jedoch ab Diagnosestellung der zervikalen Wurzelreizung beziehungsweise
Frozen
S
houlder
rechts per 1
9.
Janu
a
r 2012 au
s
zugehen
(S. 56).
Aus rein orthopädischer Sicht sei der Versicherte in einer voll adaptierten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig. Aus neurologischer Sicht seien
in
adaptier
te
n
Tätigkeiten aufgrund der
handicapierenden
Schmerzen
vermehrt Pausen notwendig, die ein eingeschränktes Rendement von 20
%
annehmen liessen.
Aus psychiatrischer Sicht bestehe in ad
aptiert
en Tätigkeiten eine Arbeits
fähigkeit von 50
%
. Der Beginn der Arbeitsfähigkeit sei ab sofort anzu
nehmen. Die psychiatrische Einschätzung der Arbeitsfähigkeit für eine adaptierte Tätigkeit sei polydisziplinär führend und werde wie im
Teilgut
achten
ausführlich dargestellt
angenommen
(S. 57).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung auf das
medas
-Gutachten vom 2
8.
Mai 2014 (
Urk.
10/200/1-61) und ging dement
sprechend von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit
auch
für
angepasste
Tätig
keiten seit
Mai 2011
aus
, wobei
sie
diese
Restarbeitsfähigkeit als
nicht mehr verwertbar
erachtete
(Urk.
10/280
S.
4
).
4.2
Die Würdigung der medizinischen Akten ergibt, dass das polydisziplinäre Gutachten der
medas
(vorstehend E. 3.7) die vom Beschwerdeführer geklag
ten Beschwerden in angemessener Weise berücksichtigt, in Kenntnis und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstattet wurde sowie der konkreten medizinischen Situation Rechnung trägt. Die Beurteilung leuchtet in der Dar
legung der medizinischen Zusammenhänge ein und die vorgenommenen Schlussfolgerungen zu Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit werden aus
führlich begründet. Die Beurteilung durch die Gutachter der
medas
ist nach dem Gesagten für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend. Das Gutachten erfüllt damit die praxisgemässen Kriterien für beweiskräftige
ärztliche Entscheidungsgr
undlagen (vorstehend E. 1.4
) vollumfänglich, so d
ass für die
Entscheidfindung
darauf abgestellt werden kann.
4.3
Aus somatischer Sicht kamen die Gutachter der
medas
nach ausführlicher
orthopädischer
, internistischer
und
neurologischer Befundaufnahme
(vgl.
Urk.
10/200
S. 20 ff., S. 35 f., S. 42 f.) zum Schluss, dass der
Versicherte
im Wesentlichen an einer chronischen
spondylogenen
Zervikobrachialgie
mit sensibler
Radikulopathie
C6 und C8 rechts
bei einem
mediolateral
nach kaudal sequestriertem Bandscheibenprolaps mit Nervenwurzelkompression C8
, einer
Coxarthrose
links, chronischen
lumbospondylogenen
Schmerzen bei Facettenarthrose sowie einem
Impingem
ent
-Syndrom der linken Schulter
als mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit leidet
(S. 51
Ziff.
8.1.1)
. A
ls ohne Auswirkung auf die Arbeitsfäh
igkeit erachteten die Gutachter einen Status nach dreimaliger Ellbogen-Operation, die Fussfehlstatik bei Senk-/Spreizfuss beidseits, einen Diabetes mellitus, eine
Hypertriglyzeridämie
sowie eine
Unterschenkelvarikosis
beidseits (S. 51
Ziff.
8.1.2).
Hinsichtlich der für die Beurteilung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit als relevant erachteten Schmerzsymptomatik zeigte sich nebst einer
Sensibili
tätsstörung
im C6- und C8-Dermatom im Sinne einer moderat subakut bis chronischen
Radikulopathie
C8 auch diskrete Zeichen einer älteren neuro
genen Schädigung C6 rechts. Diese
radikulären
Läsionen seien
vor allem
ausschlaggebend
für die zuletzt ausgeübten Tätigkeiten als Schlosser und Kassierer, zumal sie
repetitive Inklinations- und Translationsbewegungen verbieten
würden.
Sodann gingen die Gutachter
davon aus, dass aufgrund der
handicapierenden
Schmerzen
auch in angepassten Tätigkeiten
vermehr
t
e Pausen anzunehmen seien.
4.4
Die aufgrund der somatischen Beschwerden für die bisherige Tätigkeit als
Schlosser
a
ttestierte
10
0%ige
Arbeitsunfähigkeit aufgrund der im Vordergrund
stehenden orthopädischen und neurologischen Erkrankung erscheint nach
vollziehbar und plausibel
(vgl.
Urk.
10/200 S.
45, S. 56)
.
Bezüglich des Beginns dieser attestierten 100%igen Arbeitsunfähigkeit bleib
t
Folgendes anzumerken:
D
er neurologische Gutachter führte zunächst aus, dass die neurologische Erstdiagnose mit einem Untersuchungsbericht von
Dr.
E._
vom 1
9.
Januar 2012 datiere und ab diesem Zeitpunkt von einer
Arbeitsunfähigkeit von 100
%
in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit auszugeh
en sei (S.
45
Ziff.
7.6.2).
In der polydisziplinären Beurteilung wird die
krank
heitsbedingte
Arbeitsunfähigkeit für die Tätigkeit als Schlosser sodann
zunächst
ab dem
1.
November 2011 attestiert (S. 56 oben)
, und dann ausge
führt, dass die Arbeitsunfähigkeit
in der
angestammt
en Tätigkeit
ab dem
1.
November 2010, spätestens jedoch ab der Diagnosestellung der zervikalen Wurzelreizung beziehungsweise
Frozen
Shoulder
rechts am 1
9.
Januar 2012
bestehe
(S. 56 unten)
.
4.5
Soweit die Beschwerdegegnerin die 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab dem
1.
November 2010 als gegeben erachtete (vgl.
Urk.
10/280 S. 4)
, stützten sie sich hierfür zwar ebenfalls auf das Gutachten der
medas
. Aus dem zitierten Abschnitt geht allerdings - auch aufgrund der übrigen medizinischen Be
richte – klar hervor
, dass
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ein Ver
schr
ie
b vorliegt und der Beginn der Arbeitsunfähigkeit
in
angestammt
er Tätigkeit
ab dem
1.
November 2011 (und nicht 2010) zu gelten hat. Dies
wurde denn zunächst von der Beschwerdegegnerin auch so festgehalten
, in
dem sie
im Feststellungsblatt vom
3.
September 2014 (vgl.
Urk.
10/206 S. 4 f.)
ausführte,
dass sich das in der polydisziplinären Konsensbeurteilung ange
gebene Datum nicht mit dem Datum aus dem neurologischen Teilgutachten
decke und es „2011“ heissen sollte.
Bei der weiteren Beurteilung durch die Besc
hwerdegeg
n
e
rin
wurde
dann
jedoch fälschlicherweise das Datum „2010“ als Beginn der Arbeitsunf
ä
higkeit angenommen.
D
iesem
Vorgehen
kann
nicht gefolgt werden und es ist daher festzustellen, dass der Beginn der Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit
gemäss Gutachten der
medas
nach dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
auf
de
n
1.
November 2011 festzulegen ist.
Dasselbe Datum hat denn auch für den Beginn der Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit aus somatischer Sicht zu gelten (vgl. hierzu
Urk.
10/200 S. 45
Ziff.
7.6.2-3).
4.
6
In psychischer Hinsicht wurde sodann eine rezidivierende depressive Störung mittelgradiger Ausprägung (ICD-10 F33.8) und eine kombinierte
Persönlich
keitsstörung
mit emotional instabilen
anankastischen
und schizoiden Zügen (ICD-10 F61) als mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostiziert
(
Urk.
10/200
S. 51
Ziff.
8.1.1)
.
Der psychiatrische Gutachter der
medas
hat nach psychopathologischer Befundaufn
ahme (S. 26
f.) festgestellt, dass
eine depressive Symptomatik mit
Herabgestimmtheit, Antriebsminderung, Stimmungsschwankungen, vermeh
rter Ermüdbarkeit, Schlafstörungen,
Grübelneigung
, deutlicher
Selbstwert
min
derung
und auch Konzentrations- und Ausdauerstörungen
sowie deutlich akzentuierte Persönlichkeitszüge
, welche sich spätestens in der Jugendzeit oder Adoleszenz entwickelt hätten,
vorlä
ge
n
.
Weiter führte der psychiatrische Gutachter aus, dass d
ie depressive Symptom
a
tik
seit der Jugendzeit bestehe, es aufgrund der eingeschränkten Krankheitseinsicht beim Beigeladenen
jedoch
nie zu einer adäquaten Behandlung gekommen sei.
Gestützt auf die dargestellten Befunde hätten sich in Bezug auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit in etwa mittelgradige Einschränkungen gezeigt, wobei auch die deutlich eingeschränkte sozialen Kompetenzen des Beigeladenen zu erwähnen seien, die sich in seinem Lebenslauf im beruflichen und auch deutlich im privaten und persönlichen Bereich gezeigt hätten (S. 29).
Es be
stehe sowohl in der angestammten wie auch in einer angepassten Tätigkeit eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit seit
spätestens
Mai 2011 (S. 30).
Diese retrospektive Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit seit
spätestens
Mai 2011 überzeugt aufgrund der Akten nicht. Eine solche Beurteilung für die
Vergangenheit ist rechtsprechungsgemäss grundsätzlich problematisch
,
wob
ei im vorliegenden Fall hinzukommt, dass
es keine
echtzeitlichen
psychiat
rischen Vorberichte gibt, zumal der
Versichert
e noch nie in psychiatrischer
Behandlung war.
Der psychiatrischen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ist denn auch nichts zum Zustandekommen dieses Beginns (Mai 2011)
zu ent
nehmen, e
s fehlt
dafür
jegliche Begründung. Aus den Akten geht
sodann
hervor, dass der Arbeitgeber mit dem
Versichert
en im Mai 2011 wie auch am Ende des Arbeitsverhältnisses Ende Juni 2011 zufrieden war, wobei in den entsprechenden Dokumenten gar
seine
Bereitschaft zur Mehrarbeit und
seine
Ausdauer hervorgehoben werden (vgl.
Zwischenzeugnis vom 1
8.
Mai 2011 und Zeugnis vom 2
8.
Juni 2011;
Urk.
25/1).
Auch wenn es sich hierbei um wohlwollende Aussagen des ehemaligen Arbeitgebers handeln sollte, vermag die retrospektive Einschätzung
des Gutachters
nicht zu überzeugen.
So wurden seitens des Arbeitgebers keine Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit festgestellt und der
Versicherte
absolvierte
während seiner Anstellung bei der
A._
zusätzlich ein rechtswissenschaftliches Weiterbildu
ngsmodul (vgl.
Urk.
24 S. 8
Ziff. 5
,
Urk.
10/1/15)
.
Nach dem Gesagten
kann die
durch den Gutachter angegebene Arbeitsunfähigkeit
von 50
%
nach dem mass
gebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
erst ab dem Untersuchungszeitpunkt, also ab 1
6.
April 2014
(vgl.
Urk.
10/200
S. 23)
, angenommen werden
.
Ein solches Vorgehen, indem einem Gutachten vollen Beweiswert zuerk
a
nnt wird, jedoch von der medizinischen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit abge
wichen wird, ist im Übrigen mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung vereinbar (vgl. BGE 140 V 193 E.
3.1 f. mit Hinweisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_3/2015 vom 2
0.
Mai
2015 und 9C_651/2014 vom 2
3.
Dezember 2014 E. 5.1 mit Hinweisen).
4.7
Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass der
Versichert
e aufgrund der
somatischen Beschwerden in der angestammten
Tätigkeit seit dem
1.
Novem
ber 2011 zu 100
%
arbeitsunfähig ist. In einer behinderungsangepassten Tätigkeit gemäss beschriebenem Zumutbarkeitsprofil ist er
seit dem
1.
November 2011 zu 20
%
und
seit dem 1
6.
April 2014 zu 50
%
arbeitsun
fähig.
Die Ausführungen des Versichert
en, wonach die in den Einzelgutachten fest
gehaltenen A
rbeitsunfähi
gkeiten hätten kumuliert werden müssen (vgl.
Urk.
24 S. 6),
geh
en fehl. Der
B
eigeladene
wurde von
Prof.
Dr.
med.
G._
neurologisch (
Urk.
10/200 S. 41 ff.) und von
Dr.
med.
H._
psychiatrisch (
Urk.
10/200 S. 23 ff.) untersucht. Die Ergebnisse haben die Gutachter jeweils in ihren Einzelgutachten festgehalten und anschliessend eine Gesamtbeurteilung vorgenommen (
Urk.
10/200 S. 56 ff.).
Unter
schiedlich
attestierte Arbeitsunfähigkeiten werden nicht kumuliert. Obwohl die Gutachter dem
Versichert
en
in ihren Einzelgutachten eine unterschiedlich hohe Arbeitsunfähig
keit
attestiert haben, wurde in der Gesamt
beurteilung richtig
erweise auf die höhere Arbeitsunfähigkeit abgestellt.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt
, ob
der
Versichert
e
angesichts
seines
Alters nach allge
meiner Lebenserfahrung in ei
nem als ausgeglichen unterstell
ten Arbeitsmarkt noch als vermittelbar gelten kann.
Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Fak
tor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
realistischerweise
nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertbarkeit auch gestützt auf die
Selbsteingliede
rungspflicht
nicht mehr zumutbar ist (vgl. BGE 107 V 17 E. 2c). Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Ar
beits
markt zu verwerten, lässt sich nicht nac
h einer allgemeinen Regel bemes
sen,
sondern hängt ab von den Umständen, die mit Blick auf die Anforderungen der Verweistätigkeiten massgebend sind (vgl. Urteile des Bundesgerichts
9C_124/2010 E. 5.1 vom 21. September 2010,
9C_427/2010 E. 2.4.1 vom 14. Juli 2010, I617/02 E. 3.2.3 vom 10. März 2003
).
5.2
Zur Beantwortung der Frage nach dem Zeitpunkt, in welchem die Frage nach der Verwertbarkeit der (Rest)Arbeitsfähigkeit
bei vorgerücktem Alter zu beant
worten ist, hat das Bundesgericht im Jahr 2012 die Rechtsprechung da
hinge
hend präzisiert, dass auf das Feststehen der medizinischen Zumutbar
keit einer (Teil)Erwerbstätigkeit abzustellen sei (vgl. BGE 138 V 457 E. 3.3). Demnach gilt die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil)Erwer
bstätigkeit als ausgewiesen, so
bald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuver
lässige Sachverhalts
feststellung erlauben.
Vorliegend geht aus dem
medas
-Gutachten vom
2
8.
Mai 2014
(vgl. vor
ste
hend E. 3.
7) hervor, dass dem
Versicherte
n
Tä
tigkeiten gemäss beschriebe
nem Zumutbarkeitsprofil zumutbar sind. Somit kann da
von ausge
gangen werden, dass spätestens das
medas
-Gutach
ten Klarheit über die Arbeitsfä
hig
keit
des
Versicherten
verschaffte. Sie
bildet demnach die – den Anfor
de
rungen an die Beweiskraft genügende – medizinische Grundlage für den Rentenentscheid. Für die Rentenberechtigung ist somit die Verwertbarkeit der (Rest)Arbeitsfähigkeit zum Zeitpunkt des
medas
-Gutachtens entscheidend.
5.3
Der
im
Oktober
195
8
geborene
Versicherte
war in dem für die Beurtei
lung der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit massgebenden Zeitpunkt der Erstattung des
medas
-Gutachtens (
Mai
201
4
)
55
Jahre alt, was für sich allein die Verwertbarkeit noch nicht ausschliesst.
So hat das Bundesgericht einen 60-jährigen
Versicherten
, welcher mehrheit
lich als Wirker in der Textilindustrie tätig gewesen
war, als zwar nicht leicht ver
mittelbar erachtet. Es sah jedoch mit Bezug
auf den hypothetischen ausgegli
chenen Arbeitsmarkt gleichwohl Betätigungsmöglichkeiten, da der Versicherte zwar sachlich eingeschränkt (nur noch leichte bis mittelschwere Arbeiten im Gehen, Stehen und Sitzen in geschlossenen Räumen zumutbar), aber immer noch im Rahmen eines Vollpensums arbeit
sfähig war (Urteil des Bundesge
richts I 376/05 vom 5. August
2005
E. 4.2
). Unter anderem mit Blick auf eine Aktivitätsdauer von immerhin noch sieben Ja
hren war eine erwerbliche Umset
zung der Leistungsfähigkeit auch einem 58-jährigen, kauf
männisch ausgebilde
ten Versicherten möglich und zumutbar, der auf
grund hochgradiger Innenohr
schwerhörigkeit auf einen besonderen Anforderungen genügenden Arbeits
platz angewiesen war (Urteil des Bundesgericht I 819/04 vom 27. Mai 2005
E. 2.2
). Als arbeitsmarkttauglich angesehen wurde auch die Restarbeitsfähigkeit eines 60-jährigen Versicherten mit einer unter ande
rem wegen rheumatologi
scher und kardialer Problematik um 30 Prozent ein
geschränkten Leistungsfä
higkeit (Urteil des Bundesgerichts I 304/06 vom 22. Januar
2007
E.
4.2
), gleichviel wie diejenige eines gleichaltrigen Ver
sicherten, dem trotz verschiede
ner Rückenschäden ein vergleichsweise weites Spektrum zumutbarer Hilfstätig
keiten offen stand (Urteil des Bundesgerichts 9C_918/2008 vom 28. Mai 2009
E.
4.3
). Verneint hat das Bundesgericht dem
gegenüber die Verwertbar
keit der Restarbeitsfähigkeit eines über 61-jäh
rigen Versicherten, der über keine Berufsausbildung verfügte, bezüglich der aus medizinischer Sicht im Umfang von 50 % zumutbaren feinmotorischen Tätigkeiten keinerlei Vorkenntnisse
besass, dessen Teilarbeitsfähigkeit weite
ren krankheitsbedingten Ein
schrän
kungen unterlag und dem von den Fach
leuten der Beru
fsberatung die für einen Berufs
wechsel erforderliche Anpas
sungsfähigkeit abg
esprochen wurde (Urteil des Bun
desgerichts I 392/02 vom 23. Oktober 2003
E. 3
). Als unverwert
bar erachtet wurde auch die 50%ige,
durch verschiedene Auflagen zusätzlich limitierte Arbeitsfähigkeit eines knapp
64-jährigen Versicherten mit multiplen, die Ar
beits
fähigkeit einschränkenden Beschwerden (Urteil des Bundes
ge
richts I 401/01vom 4. April 2002
E. 4cd
).
5.4
Im Lichte der dargelegten Grundsätze und der relativ hohen Hürden für die Annahme einer unverwertbaren Restarbeitsfähigkeit älterer Menschen ist fest
zu
halten, dass die gesundheitliche Beeinträchtigung de
s
im massgeben
den Zeit
punkt knapp
55
-jährigen
Versicherte
n
nicht der
art beschaffen oder gehäuft auf
tretend sind, dass sich der Schluss rechtfertigt, eine Anstellung sei nicht mehr realistisch.
Dies hat insbesondere auch vor dem Hintergrund zu gelten, dass dem
Versicherte
n lediglich noch eine 50%ige Tätigkeit zumutbar ist. So hatte der Beigeladene in der Vergangenheit immer wieder Anstel
lungen, welche das nun zumutbare Pensum ni
cht überstiegen
(vgl. sogleich E. 6.4).
6
.
6
.1
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als au
ch anlässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem
Gesichtspunkt des
Art.
28a
Abs.
3 IVG in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs.
2 ATSG die Frage nach der anwendbaren
Invaliditätsbemessungsme
t
hode.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich,
Betätigungsver
gleich
, gemischte Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Er
werbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch, das heisst ohne Gesundheitsschaden, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV
). Die ge
mischte Methode bezweckt damit eine möglichst wirklichkeitsgerechte Be
messung des Invaliditätsgrades (BGE 1
33 V 504 E. 3.3 mit Hinweisen).
Die gemischte Methode findet auch Anwendung, wenn der (in einem Aufga
benbereich tätigen) versicherten Person ohne gesundheitliche Beeinträchti
gung eine vollzeitliche Erwerbstätigkeit zumutbar wäre, sie aber trotzdem eine solche nicht ausüben würde (vgl. BGE 133 V 504 E.
3.3 in
fine
). Ist je
doch anzunehmen, die versicherte Person wäre ohne gesundheitliche Beein
trächtigung teilerwerbstätig
, ohne daneben in einem andern Aufgaben
bereich
nach
Art.
5
Abs.
1 IVG
tätig zu sein, ist die Invalidität ausschliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstätige, somit nach
Art.
16 ATSG zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 e
contrario
IVG).
Die gemischte Methode gelangt hier ebenso wenig zur Anwendung wie bei ohne Gesundheitsschaden voll Erwerbstätigen (
Art.
27
bis
IVV). Das
Valideneinkommen
ist nach Massgabe der ohne
Gesund
heitsschaden
ausgeübten Teilerwerbstätigkeit festzulegen. Entscheidend ist, was die versicherte Person als Gesunde tatsächlich an Einkommen erzielen würde, und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte. Wäre sie gesund
heit
lich in der Lage, voll erwerbstätig zu sein, reduziert sie aber das
Arbeitspen
sum
aus freien Stücken, insbesondere um mehr Freizeit zu haben, oder ist die Ausübung einer Ganztagestätigkeit aus Gründen des Arbeitsmarktes nicht möglich, hat dafür nicht die Invalidenversicherung einzustehen (
BGE 125 V 157
E. 5c/
bb
mit Hinweisen; ZAK 1992 S. 92 E. 4a).
6
.2
Zu prüfen ist vorab die Qualifikation des Beigeladenen und in diesem Zusam
menhang, ob
er aus gesundheitlichen Gründen seit mehreren Jahren lediglich
eine Teilzeittätigkeit ausgeübt hatte. Sollte dies verneint werden, ist weiter zu prüfen, ob er im Gesundheitsfalle über einen
invalidenversiche
run
gs
rechtlich
relevanten Aufgabenbereich verfüg
en würde oder die nicht zum aus
serhäuslichen Erwerb genutzte restliche Zeit al
s Freizeit und damit als invali
denversicherungsrechtlich
nicht versichert zu werten ist.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig einzu
stufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unver
änder
ten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde
. Diese Frage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wo
bei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist
(BGE 141 V 15 E. 3.1).
6
.3
Für
den Rentenanspruch
finden
einzig die Einschränkungen in der Erwerbs
-
fähigkeit und im sogenannten Aufgabenbereich Berücksich
tigung
, nicht je
doch Freizeitaktivitäten oder alltägliche Lebensverrichtungen. Als Aufgaben
bereich der im Haushalt tätigen Versicherten gelten insbesondere die übliche Tätigkeit im Haushalt, die Erziehung der Kinder sowie gemeinnützige und
künstlerische Tätigkeiten (Art. 27 IVV). Darunter fallen praxisgemäss auch die
unentgeltliche Betreuung und Pflege von Familienangehörigen oder ehren
amtli
che Engagements (vgl. BGE 130 V 360 E. 3.3), nicht jedoch sportliche Aktivitä
ten oder Hobbys. Besteht kein Aufgabenbereich, spielt ein erhöhter
Zeitbedarf für Alltagsverrichtungen keine Rolle. Solche Einschränkungen wären allenfalls im Rahmen der
Hilflosenentschädigung
zu prüfen. Anderer
seits ist im Erwerbsbereich nicht massgebend, was die
v
ersicherte Person, wäre sie gesund geblieben, im besten Fall zu erzielen im Stande wäre. Ist aufgrund der gesamten Umstände des Einzelfalls anzunehmen, dass sie sich als Gesunde voraussichtlich dauernd mit einer bescheidenen Erwerbstätigkeit aus freien Stücken begnügen würde, so ist darauf abzustellen (Meyer/
Reich
muth
, Rechtsprechung des Bun
desgerichts zum IVG, Zürich
/Basel/Genf
2014,
3. Aufl., Art.
28a N 71 mit Hin
weisen).
6
.4
Der
Versicherte
absolvierte
zunächst eine
Anlehre
im Stahlwerk, bevor er eine Lehre als Konstruktionsschlosser machte (
Urk.
10/1/3,
Urk.
10/2 S. 4).
In
den Jahren 1984 bis 1986 arbeitete er
zu
100
%
im Institut
I._
(
Urk
.
10/231).
Von 1986 bis 1989 war e
r
bei der
J._
AG tätig (
Urk.
10/233), wobei nicht hervorgeht, in welchem Pensum.
Von 1998 bis 2001 war er sodann in Teilzeit bei der
K._
tätig und von 2002 bis 2006 arbeitete er als Teilzeitkassier
er
bei
L._
und beim
M._
(
Urk.
10/7)
.
Von 1999 bis 2003 besuchte er zudem ein Abendgymnasium
(
Urk.
10/1/7-9)
. Von 2007 bis 2009 arbeitete er in der Beratung und im Kundendienst bei
N._
, ebenfalls in Teilzeit (
Urk.
10/25/6)
.
Im Jahre 2009 abso
lvierte er eine Ausbildung zum Zugchef der
O._
und arbeitete dort zirka Jahr
(
Urk.
10/1/13)
. Von 2009 bis 2010 war er Sicherheitsangestellter
(
Urk.
10/25/3)
.
In der Zeit zwischen 2005 und 2011 besuchte der
Versicherte
sodann diverse Module zur Erlangung des Bachelor
of
Law (
Urk.
10/1/15-22).
Ab dem 2
3.
August 2010 war er in einem Pensum von 60
%
als Kassier
er
bei der
A._
angestellt. Das Ar
beitsverhältnis wurde von
ihm
auf den 3
0.
Juni
2011 gekündigt
(
Urk.
10/25/2
).
6
.5
Aus dieser Erwerbsbiografie geht hervor, dass der
Versicherte
seit einigen Jahren ein Teilzeit-Erwerbspensum ausübte. Er machte geltend, dass er sein Pensum aufgrund seiner gesundheitlichen Probleme habe reduzieren müssen (
Urk.
10/212
,
Urk.
10/232).
Den medizinischen Berichten ist diesbezüglich
zwar
übereinstimmend zu entnehmen, dass
er
infolge einer Erkrankung der Wirbelsäule, der Hüft- und Schultergelenke und des linken Fusses in seiner körperlichen Leistungsfähigkeit seit mehreren Jahren eingeschränkt sei (vgl. vorstehend E. 3.1
-3.2
), eine längerdauernde Arbeitsunfähigkeit wurde
ihm
a
us ärztlicher Sicht jedoch nie
attestiert. Vielmehr wurde
auch im Jahre 2006
lediglich
eine benötigte medikamentöse und physiotherapeutische Therapie erwähnt und empfohlen, ergonomische Massnahmen zu respektieren und wirbelsäulenbelastende Arbeiten zu vermeiden. Eine berufliche Umschulung
wurde als indiziert betrachtet, da die Arbeit eines Konstruktionsschlossers a
us
medizinischen Gründen grösstenteils kontraindiziert sei (vorstehend E. 3.1). Die
von ihm
geltend gemachten
körperlichen
Einschränkungen wurden dem
nach aus ärztlicher Sicht
eingehend
gewürdigt und
im Jahre 2006 - auch in Bezug auf die angestammte Tätigkeit als Schlosser -
noch
nicht als absolut einschränkend
beurteilt
.
Eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestamm
ten Tätigkeit als Schlosser wurde
erstmals per
1.
Oktober 2011 attestiert (vgl. E.
3.3).
Eine angepasste Tätigkeit wurde ihm sodann auch im Jahre 2011 noch von mehreren Ärzte
n
als zu 100
%
zumutbar attestiert (vgl. vorstehend E. 3.2-3.3).
Dass
er
somit seit Jahren aus gesundheitlichen Gründen lediglich einer Tätigkeit in einem Teilzeitpensum
habe
nach
gehen k
önn
e
n
, erscheint nach dem Gesagte
n nicht nachvollziehbar
, zumal diesbezüglich nicht auf die subjektive Wahrnehmung des
Versicherte
n, sondern auf
die
objektive
n
Beur
teilungen abzustellen ist.
Die
von der Beschwerdegegnerin erwähnte
Qualifikation des
1958 geborenen, ledigen und kinderlosen
Versicherte
n,
als zu 100
%
Erwerbstätiger steht somit nicht im Einklang mit der Akten- und Rechtslage.
Vielmehr kann
gestützt auf die Erwerbsbiographie des
Versicherte
n mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass er bei guter Gesundheit keiner 100%igen Erwerbstätigkeit nachgehen würde. Ein Pensum von 60 %
entsprechend des letzten Anstellungsverhältnisses
erscheint wahrscheinlich, weshalb er als Teilerwerbstätiger, jedoch ohne anerkannten Aufgabenbereich, zu qualifizieren ist
, zumal den Akten nicht zu entnehmen ist, dass
er
in der nach der Reduktion seines Arbeitspensums frei gewor
denen Zeit in einem Aufga
benbereich nach
Art.
5
Abs.
1 IVG tätig (gewesen) wäre.
7
.
7
.1
Aufgrund der Qualifikation
des
Versicherte
n
als Teilzeiterwerbstätige
r
ohne Betätigung im Aufgabenbereich
ist
vorliegend
nicht
die gemischte Methode
, sondern allein die Methode des Ei
nkommensvergleichs anwendbar
, um den Invaliditätsgrad zu ermitteln (BGE 142 V 290 E. 5, BGE 131 V 51, E. 5.1.2).
7
.2
Das Bundesgericht hat mit Urteil vom 4. Mai 2016 (BGE 142 V 290) seine Rechtsprechung zur Invaliditätsbemessung bei Teiler
werbstäti
gen dahingeh
end geändert,
dass bei teilerwerbstätigen Versicherten ohne Aufgabenbereich die anhand der Einkommensvergleichsmethode (
Art.
16 ATSG
) zu ermittelnde Einschränkung im allein versicherten erwerblichen Bereich proportional
–
im Umfang der hypot
hetischen Teilerwerbstätigkeit –
zu berücksichti
gen ist. Der Invaliditätsgrad entspricht der proportionalen Einschränkung im erwerbli
chen Bereich und kann damit den versicherten Bereich, welcher durch das hypothetische Teilzeitpensum definiert wird, nicht übersteigen. Denn andern
falls könnte ein das hypothetische erwerbliche Pensum übersteigender
Inva
liditätsgrad
resultieren, womit indirekt
unzulässigerweise
eine Einschränkung in den weder Erwerbs- noch Aufga
benbereich darstellenden, nicht versicher
ten Freizeit
aktivitäten mitabgegolten würde (E. 7.3).
7
.3
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Vali
deneinkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Ein
kommensentwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit erstellt sein (BG
E 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis
).
Der bei der Bemessung des Invalideneinkommens zu berücksichtigenden au
s
geglichenen Arbeitsmarktlage (Art. 16 ATSG) ist grundsätzlich auch bei der Festsetzung des
Validenlohnes
Rechnung zu tragen, wobei auf die Ergebnisse der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen
Lohn
strukturerhebung
(LSE) abgestellt werden kann (Urteil des Bundesge
richts 9C_192/2014 vom 23. September 2014 E. 3.2 mit Hinweisen).
7
.4
Der
Versicherte
war vor Eintritt des
Gesundheitsschadens
mehrheitlich kurz
zeitig
in diversen Tätigkeiten
tätig (
vgl. vorstehend E. 5.4
). Seither geht
er
keiner Erwerbstätigkeit mehr nach. Somit ist zu berücksichtigen, dass ein
stabiles Arbeitsverhältnis
bereits
Jahrzehnte zurückliegt.
Der
Versicherte
kann
auch nicht ohne we
iteres auf frühere Tätigkeiten
zurückgreifen, da diese ebenfalls Jahre zurückliegen, zudem
oft
als
kurzzeitige Anstellungen
zu werten sind und nicht auf einer entsprechenden Ausbildung basieren. U
nter diesen Umständen rechtfertigt es sich,
sowohl für die Bemessung des Vali
den- als auch des Invalideneinkommens auf die statistischen Werte der
LSE
abzu
stellen, wobei beide Vergleichseinko
mmen ausgehend vom selben Tabel
len
lohn zu er
mitteln sind. Angesichts der Z
umutbarkeit einer
behinde
rungs
angepassten
Tätigkeit von lediglich
5
0 % in einer angepassten Tätigkeit ge
mäss Belastungs
profil
rechtfertigt es sich, für die Bemessung auf den
standardisierten Durchsch
nittslohn für einfache und repe
titive Tätigkeiten in sämtlichen Wirtschaftszw
eigen des privaten Sektors abzu
stellen
(
LSE 201
2
,
S.
35
, Tabellengruppe TA1, Total,
Männer
,
Kompetenzniveau 1
). Die Be
stimmung der Einkommen anhand des Lohne
s eines einzelnen Sektors be
zie
hungsweise einer bestimmten Branche ist vorliegend nicht angezeigt.
Das im Jahr 2012 von
Männern
im Durchschnitt fü
r einfache Tätigkeiten körperli
cher oder handwerklicher Art in sämtlichen
Wirtschaftszweigen erzielte Ein
kommen betrug pro Monat Fr.
5
‘
210.--,
mithin Fr.
62
‘
520
.-
- pro Jahr
(Fr. 5
‘
210
.-- x 12) bei einem Pensum von 100 %.
Ohne gesundheitliche Ein
schränkungen würde
der
Versicherte
– wie bereits dargelegt wurde (vorstehend E.
6
.
5
) – einer 6
0%igen Erwerbstätigkeit nach
gehen, weshalb das
Valideneinkommen
auf ein
6
0%iges Pensum zu reduzie
ren ist. Das
Validenein
kommen
beträgt demnach
rund Fr.
37
‘
512
.--.
7
.5
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit auf
genommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstruktur
erhebungen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E.
4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird
praxis
gemäss
auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E.
4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40
Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksich
tigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug ent
wickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten
Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder
Aufenthaltskate
gorie
sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben
können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest
)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unter
durchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall ge
samthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der Vergleichseinkommen mitver
antwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des sogenannten
Lei
densabzuges
nicht nochmals berücksichtigt werden
dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
7
.6
Für die Ermittlung des Invalideneinkommens rechtfertigt es sich ebenfalls auf den standardisierten Durch
schnittslohn für einfache Tätig
keiten körperlicher oder handwerklicher Art in sämtlichen Wirtschaftszweigen des privaten Sektors gemäss LSE abzustellen. Das Invalideneinkommen beträgt demnach ebenfalls
Fr.
62
‘
520.-- im Jahr 2012
bei einem Pensum von 100 % (
vorste
hend E.
7
.4).
Dem
Versicherte
n war von
1.
November 2011 bis 1
6.
April 2014 eine ange
passte Tätigkeit im Umfang vo
n 80
%
zumutbar (vorstehend E. 5
.7). Dies ergibt ein Invalideneinkommen von rund
Fr.
50‘016.-- (
Fr.
62‘520.-- x 0.8).
Ab dem 1
6.
April 2014 war dem Beigeladenen eine angepasste Tätigkeit im Umfang von 50
%
zumutbar (vorstehend E. 5
.7). Unter Berücksichtig
ung der allgemeinen Lohnentwicklung
in den Jahren 2013 und 2014 in der Höhe
von
0.7
%
und 0.8 %
(Schweizerischer
Lohnindex, Nominallohnindex 2011-2015, Total,
www.bfs.admin.ch
) sowie der durchschnittlichen wöchentlichen
Ar
beits
zeit
im Jahr 2014
von
41.7
Stunden (Betriebsübliche Arbeitszeit nach
Wirtschaftsabteilungen, Total, www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Erwerbs
tätigkeit und Arbeitszeit,
Arbeitszeit, Arbeitsstunden
)
angepasst, ergibt dies ein Invaliden
einkommen
von rund
Fr.
33‘079.-- (
Fr.
62‘520.-- : 40 x 41.7 x 1.007 x 1.008 x 0.5).
7
.7
Zu prüfen bleibt, inwieweit vom Invalideneinkommen ein leidensbedingter Abzug vorzunehmen ist.
Der
Versicherte
ist aufgrund seiner gesundheitlichen Einschränkungen ledig
lich noch in
leichten
und wechselbelastenden Tätigkeiten
in verständnis
voller Arbeitsumgebung
einsatzfähig.
In Würdigung sämtlicher Um
stände erscheint vorliegend ein Abzug von 1
5
%
als angemessen.
Das Invalideneinkommen
vom
1.
November 2011 bis 1
6.
April 2014 reduziert sich demnach auf
Fr.
42‘514.-- (
Fr.
50‘016.-- x 0.85) und
ab 1
6.
April 2014
auf
rund
Fr. 28
‘
117
.-- (
Fr. 33
‘
079
.-- x 0.
85
)
.
7
.8
Für den Zeitraum vom
1.
November
2011 bis 1
6.
April
2014 ergibt der Ver
gleich des
Valideneinkommens
von
Fr.
37‘512.-- mit dem
Invalideneinkom
men
von
Fr.
42‘514.-- keine Einkommenseinbusse und damit einen
Invalidi
tätsgrad
von 0
%
.
A
b 1
6.
April
2016 ergibt
der Vergleich des
Valideneinkommens
von
Fr.
37‘512.--
mit dem Invalideneinkommen von
Fr.
28
‘117.-- eine
Ein
kommenseinbusse
von
Fr.
9‘395.-- und damit einen Invaliditätsgrad von
25
%
.
Da
der
Versicherte
Teilerwerbstätige
r in einem Pensum von 6
0 % ohne Aufgabenbereich ist, ist der ermittelte Invaliditätsgrad proportional um den Faktor des Pensums zu gewichten
(vorstehend E. 7
.2)
, was einen nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad von
1
5 % (
25
% x 0.
6
) ergibt.
Folglich hat
der
Versicherte
kein
en
Anspruch auf eine Rente
der Invaliden
versicherung
.
Dementsprechend ist die angefochtene Verfügung
aufzuheben mit der Fest
stellung, dass der
Versicherte
kein
en
Anspruch auf eine Invalidenrente hat.
8
.
8.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf Fr.
1
‘
0
00.
--
anzu
setzen.
Soweit der Beigeladene aktiv am Verfahren teilgenommen hat, beste
ht keine Dispens von der Kosten
pflicht (Kommentar zum Gesetz über das
Sozialversi
cherungsgericht
des Kan
tons Zürich, 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2009,
§ 14
Rz
33). Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten somit der Beschwerdegegnerin und dem Beigeladenen je hälftig aufzuerlegen.
8.2
Der obsiegenden Beschwerdeführerin als Sozialversicherungsträgerin steht keine Parteientschädigung zu, die Voraussetzunge
n für eine ausnahmsweise Zuspre
chung einer Entschädigung
(BGE 128 V 133 E
. 5b)
sind nicht gegeben
.