Decision ID: 6bf575f4-7b1b-4f73-b527-46a921920a7e
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1946,
ist seit dem
4.
November 1997
(Tagebucheintrag) im Handelsregister des Kantons
Y._
als Mitglied des Verwaltungsrates mit Kollektivunterschrift zu zweien der
Z._
AG eingetragen (Internet-Handelsregister-Auszug). Seit
1.
Januar 2013
arbeitete sie für diese Gesellschaft
in einem 50%-Pensum
als Leiterin Rechnungswesen und war
in dieser Eigen
schaft bei der Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG (nach
folgend: Zürich) gegen die Folgen von Unfällen versichert (
Urk.
7/Z1
).
Am 25.
Februar 2013 ver
spürte sie bei einer Liegestütz-Übung einen plötzlichen Schmerz in der rechten Schulter (
Urk.
7/Z1).
In Abwesenheit ihres Hausarztes
Dr.
med.
A._
, Allgemeine Medizin FMH, begab sie sich direkt in die Physiotherapie (
Urk.
7/Z13,
Urk.
7/ZM1).
Am 15. März 2013 konsultierte sie erstmals Dr.
A._
, welcher am 10. April 2013 eine Infiltration durchführte (Urk. 7/ZM1). Wegen einer Zunahme der geklagten Beschwerden überwies Dr.
A._
die Versicherte an die Klinik
B._
, wo die weitere Behandlung erfolgte und bildgebend eine Totalruptur der
Supraspinatussehne
festgestellt werden konnte (Urk. 7/ZM2-4).
Die Arbeitgeberin der Ver
sicher
ten meldete der Zürich am 23.
Mai 2013, diese habe am 2
5.
Februar 2013 bei einer
Liegestütz-Übung einen Riss eines Schulterbandes erlitten (Urk.
7/Z1). Die zusätzlichen Fragen der Zürich zur Schadenmeldung beant
wor
tete
X._
am
3
1.
Mai und 1
.
Juni 2013
(Urk.
7/Z12-13
).
A
m
3.
Juli 2013
wurde die Versi
cherte in der Klinik
B._
an der rechten Schulter operiert (Urk.
7/ZM5
-6
).
Mit Verfügung vom 1
6.
August 2013
verneinte die Zürich ihre Leistungspflicht mit der Begründung, dass die Voraussetzungen eines Unfalls beziehungsweise einer unfallähnlichen Körperschädigung nicht er
füllt seien
(
Urk.
7/Z28
). Dage
gen erhob die Krankenversicherung von
X._
, die
Assura
, am
6.
September 2013 Einsprache (
Urk.
7/Z33)
. Am 1
2.
September 2013 erhob die Versicherte ebenfalls Einsprache (
Urk.
7/Z36/1
). Die Zürich wies die Einsprachen mit Entscheid vom 2
9.
November 2013 ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 1
0.
Januar 2014 Beschwerde und beantragte
sinngemäss
, in Aufhebung des angefochtenen
Einspracheentscheids
vom 2
9.
November 2013
sei
die Beschwerdegegnerin zu verpflichten,
ihre
Schulter
verletzung
als Unfall
folge
anzuerkennen und
die gesetzlichen Leistungen
zu erbringen (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
5.
Februar 2014 beantragte die
Beschwer
de
geg
nerin
Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6, unter Beilage ihrer Akten [
Urk.
7/Z1-Z44,
Urk.
7/ZM1-ZM6])
, was der Beschwerdeführerin mit Mitteilung vom 6. Fe
bruar 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden
–
soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt
–
die Versicherungs
leistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten ge
währt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2).
1.2
1.2.1
Ein Unfall ist gemäss
Art.
4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(ATSG)
die plötzliche, nicht beab
sichtigte schädi
gende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschli
chen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geis
tigen Gesund
heit oder den Tod zur Folge hat.
1.
2.2
Nach der Rechtsprechung bezieht sich das
Be
griffsmerkmal
der Ungewöhnlich
keit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwer wiegende, unerwartete Folgen nach sich zog. Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich Alltäg
lichen oder Üblichen überschreitet. Aus
schlag
gebend ist also, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an
Um
weltein
wirkungen
auf den menschlichen Körper abhebt. Ungewöhnliche Aus
wirkungen allein begrün
den keine Ungewöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.3.1 mit Hinweis).
1.2.3
Nach Lehre und Rechtsprechung kann das Merkmal des ungewöhnlichen äusse
ren Faktors in einer unkoordinierten Bewegung (RKUV 2000 Nr. U 368 S.
100 E.
2d mit Hin
weisen; Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, S.
176 f.) be
stehen. Bei Körperbewegungen gilt dabei der Grundsatz, dass das Erfor
dernis der äusseren Einwirkung lediglich dann erfüllt ist, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer
Körper
bewe
gung
gleichsam „programmwidrig" beeinflusst hat. Bei einer solchen unko
ordinierten Bewegung ist der ungewöhnliche äussere Faktor zu bejahen; denn der äussere Faktor
–
Veränderung zwischen Körper und Aussenwelt
–
ist wegen
der erwähnten
Pro
grammwidrigkeit
zugleich ein ungewöhnlicher Faktor (BGE
130 V 117 E.
2.1; RKUV 2004 Nr. U 502 S. 183 E. 4.1, Nr. U 510 S. 275, Nr. U 523 S. 541 E.
3.1).
Ohne besonderes Vorkommnis ist bei einer Sportverletzung das Merkmal der Ungewöhnlichkeit und damit das Vorliegen eines Unfalls zu verneinen (BGE
130 V 117 E. 2.2; RKUV 2004 Nr. U 523 S. 541 E. 3.2).
1.3
1.3.1
Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG kann der Bundesrat
Körperschädi
gungen
, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen. Von dieser Kompetenz hat der Bundesrat in Art. 9 Abs. 2
der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV)
Ge
brauch gemacht und folgende Körperschädigungen, sofern sie nicht eindeutig auf eine Erkrankung oder eine Degeneration zurück
zuführen sind, auch ohne ungewöhnliche äussere Einwirkung den Unfällen gleichgestellt:
a.
Knochenbrüche;
b.
Verrenkungen von Gelenken;
c.
Meniskusrisse;
d.
Muskelrisse;
e.
Muskelzerrungen;
f.
Sehnenrisse;
g.
Bandläsionen;
h.
Trommelfellverletzungen.
Diese Aufzählung der den Unfällen gleichgestellten Körperschädigungen ist ab
schliessend (BGE 116 V 136 E. 4a, 147 E. 2b, je mit Hinweisen; Maurer, Schwei
zerisches Unfall
versicherungsrecht, 2. Aufl., 1989, S. 202).
1.3.2
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung müssen b
ei unfallähnlichen
Kör
perschä
digungen
nach
Art.
9
Abs.
2 UVV
zur Begründung der
Leistungs
pflicht
des Unfallversicherers mit Ausnahme der Ungewöhnlichkeit die übrigen
Tatbe
standsmerkmale
des Unfalls erfüllt sein. Besondere Bedeutung kommt hierbei der Voraussetzung des
äusseren Ereignisses zu, das heisst
eines ausser
halb des Körpers liegenden, objektiv feststellbaren, sinnfälligen, eben
unfallähn
lichen
Vorfalles
(BGE 129 V 466 E. 2.2)
. Die schädigende äussere Ein
wir
kung kann in einer körpereigenen Bewegung bestehen
(BGE 129 V 466 E.
4.1 mit Hinweisen, vgl. auch BGE 139 V 327 E. 3.3.1).
Das Auftreten von Schmer
zen allein gilt noch nicht als äusserer Faktor im Sinne der Rechtsprechung zu
Art.
9
Abs.
2 UVV, ein solcher ist also nicht gegeben, wenn die versicherte Person einzig das (erstmalige) Auftreten von Schmerzen angibt, aber keine gleichzeitig mitwir
kende äussere Komponente zu benennen vermag
(BGE 129 V 466 E.
4.2.1)
.
Auch ist das Erfordernis eines äusseren schädigenden Faktors nicht erfüllt, wenn das Auftreten von Schmerzen bloss mit einem von der ver
sicherten Per
son beschriebenen gewöhnlichen Bewegungsablauf einhergeht. Verlangt wird vielmehr ein Geschehen, welchem ein gesteigertes
Gefährdungs
potenzial
inne
wohnt, was zutrifft, wenn die als Schmerzauslöser angegebene Betätigung im Rahmen einer allgemein gesteiger
ten Gefahrenlage vorge
nommen wird, wie dies bei vielen sportlichen Aktivitäten der Fall ist. Ein äusserer Faktor mit erhebli
chem Schädigungspotenzial liegt nach der Recht
sprechung vor, wenn die zur Diskussion stehende Betätigung mit einer mehr als physiologisch normalen und psychologisch beherrschten Beanspruchung des Körpers, insbesondere seiner Gliedmassen, verbunden ist
(BGE 139 V 327 E.
3.3.1)
. Schmerzen als Symptome einer Schädigung nach
Art.
9
Abs.
2 UVV fallen deshalb als massgebender äusserer Faktor nicht in Betracht, wenn sie bei einer alltäglichen
Lebensver
richtung
auftreten, ohne dass ein davon unter
scheidbares äusseres Moment mitspielen würde. Wer also etwa beim blossen Aufstehen, Absitzen, Abliegen, bei Bewegungen im Raum, Handreichungen usw. einen einschiessenden Schmerz verspürt, kann allein deswegen noch keine unfallähnliche
Körperschä
digung
geltend machen.
D
ie
ausschliesslich
physiologische Bean
spruchung des Skeletts, der Ge
lenke, Muskeln, Sehnen und Bänder stellt keinen äusseren Fak
tor dar, dem ein gegenüber der gewohnten, üblichen körperlichen Belastung gesteigertes Gefährdungspotenzial innewohnen würde
(BGE 129 V 466 E. 4.2.2)
. Erfüllt ist das Erfordernis des äusseren schädigenden Faktors dem
gegenüber bei Änderun
gen der Körperlage, die nach unfallmedizinischer Erfah
rung häufig zu kör
pereigenen Traumen führen können, so etwa beim plötz
lichen Aufstehen aus der Hocke, bei heftigen belastenden Bewegungen oder bei einer wegen äusserer Einflüsse un
kontrollierbar gewordenen Positionsänderung
(BGE 129 V 466 E. 4.2.3)
. Für die Bejahung eines äusseren Faktors ist demnach ein gesteigertes Schädigungspotenzial vonnöten, sei es zufolge einer allgemein gesteigerten Gefahrenlage, sei es durch Hinzutreten eines zur Unkontrollier
bar
keit einer an sich all
täg
lichen Verrichtung führenden Elementes
(BGE 139 V 327 E. 3.3.1, 129 V 466 E. 4.3;
v
gl. Urteil
e des Bundesgerichts
8C_40/2014 vom
8.
Mai 2014 E.
2.2.3
,
8C_147/2014 vom 1
6.
Juli 2014 E. 2.4,
8C_451/2014, 8C/453/2014 vom 1
0.
Oktober 2014 E. 6
und 8C_620/2014 vom 2
1.
November 2014 E. 2.2
je
mit weiteren Hinweisen
).
1.4
1.4.1
Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen über
zeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Mög
lichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht folgt vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung, die es von allen mög
lichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E.
5b mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3).
1.4.2
Die einzelnen Umstände des Unfallgeschehens sind von der versicherten Person glaubhaft zu machen. Kommt sie dieser Forderung nicht nach, indem sie un
vollständige, ungenaue oder widersprüchliche Angaben macht, die das Bestehen eines unfallmässigen Schadens als unglaubhaft erscheinen las
sen, besteht keine Leistungspflicht des Unfallversicherers. Im Streitfall obliegt es dem Gericht zu beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt sind. Der Untersuchungsmaxime entsprechend hat es von Amtes wegen die notwendigen Beweise zu erheben und kann zu diesem Zwecke auch die Parteien heranziehen. Ist aufgrund dieser Massnahmen das Vorliegen eines Unfallereignisses nicht wenigstens m
it Wahrscheinlichkeit erstellt –
die blosse Möglichkeit genügt nicht
–
, so hat dieses als unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten der versi
cherten Person aus
wirkt (BGE 116 V 136 E. 4b, 114 V 298 E. 5b, 111 V 201 E. 6b; RKUV 1990 Nr. U 86 S. 50).
1.4.3
Praxisgemäss stellen die Gerichte im Bereich des
Sozialversiche
rungs
rechts
in der Regel auf die „Aussagen der ersten Stunde“ ab, denen in
beweis
mässiger
Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen
versicherungs
recht
licher
oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 1a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis).
2.
2.1
Z
u prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin am 25. Februar 2013 einen Unfall oder eine unfallähnliche Körperschädigung erlitten hat
.
2.2
Mit angefochtenem
Einspracheentscheid
vom 2
9.
November 2013
(
Urk.
2)
wurde
dies verneint. D
ie Beschwerdegegnerin
führte
im Wesentlichen
aus,
bei der Liegestütz-Übung handle es sich um eine gewollte, repetitive Bean
spru
chung des Skeletts, der Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bänder, die das Mass
einer physiologisch n
ormalen und psychologisch be
herrsch
ten
Bean
spru
chung des Körpers nicht übersteige, weshalb eine gesteigerte Gefahrenlage zu vernei
nen sei. Auch könne bei Liegestü
t
z-Übungen, insbesondere mit Blick auf die Schultersehnen, nicht von einem gesteigerten Gefähr
d
ungspo
tential ausge
gan
gen werden. Gemäss dem Grundsatz der „Aussagen der ersten Stunde“ sei nicht auf die im Widerspruch zu den ersten
Hergangsschilderungen
stehende
Sach
verhaltsdarstellung
der Be
schwerdeführerin in der Einsprache vom 1
2.
Sep
tember 2013 – leichtes Weg
rutschen mit dem rechten Arm, weil sich auf der Matte Schweiss befand – abzustellen (
Urk.
2 S. 7).
2.3
Die Beschwerdeführerin bringt demgegenüber im Wesentlichen vor, in der Ergän
zung des Fragebogens vom 3
1.
Mai 2013 habe sie den Unfallhergang nicht bis ins letzte
Detail beschrieben, so dass die Beschwerdegegnerin daraus nicht definitiv habe erkennen können, dass es sich bei der Schulterverletzung um einen Unfall gehandelt habe (
Urk.
1 S. 1). Mit Schreiben vom 1
2.
September 2013 sei der Beschwerdegegnerin mitgeteilt worden, dass
sich
bereits Schweiss auf der Turnmatte angesammelt
gehabt
habe. Beim Ansetzen der ersten Liege
stütze sei sie mit dem rechten Arm leicht, ca. 10 bis 15 cm nach rechts gerutscht. Dieses Rutschen habe den Schmerz bezieh
ungs
weise die
Sehnen
ruptur
ausgelöst. Sie habe die Ruptur auch akustisch wahrnehmen können. Ihre Mitturnerinnen könnten den geschilderten Sachverhalt bestätigen. Normaler
weise habe sie keine Proble
me
,
Liegestützen zu absolvieren (
Urk.
1 S.
2).
3.
3.1
In der Schadenmeldung vom 2
3.
Mai 2013 wurde zum Unfallort und Sach
ver
halt ausgeführt, in einer Turnhalle habe die Beschwer
deführerin bei einer Übung (Liegestütze) einen plötzlichen Schmerz in der rech
ten Schulter verspürt (Urk. 7/Z
1).
3.2
Am 3
1.
Mai 2013 gab die Beschwerdeführerin
zum Hergang des Ereignisses vom 2
5.
Februar 2013 an, sie habe beim Turnen, bei Liegestütz-Übungen, plötz
lich einen starken Schmerz in der rechten Schulter verspürt. Der Schmerz sei dann abgeklungen. Am Abend habe sie Voltaren
®
eingesalbt. Zwei Tage später, am 2
7.
Februar 2013, habe sie Tennis spielen wollen. Sie habe plötzliche Schmerzen verspürt. Sie habe zwar weitergespielt, habe aber keine Aufschläge mehr machen können
, Sie habe „ziemlich Schmerzen“ gehabt und die Schulter nur noch eingeschränkt bewegen könne (
Urk.
7/
Z
13).
3.3
Mit Einsprache vom 1
2.
September 2013 führte die Beschwerdeführerin aus, die Liegestütze würden in der Regel auf einer Unterlage aus Kunststoff
ausgeübt. Da
die Liegestütz-Übungen nicht sofort am Anfang der Turnstunde ausgeführt wür
den, habe sich auf der Matte bereits Schweiss angesammelt. Beim Ansetzen der ersten Liegestütze sei sie mit dem rechten Arm leicht, ca. 10 bis 15 cm, nach rechts gerutscht. Diese
s Rutschen habe den Schmerz beziehungsweise die Sehnenruptur ausgelöst. Sie habe die Ruptur auch akustisch wahrnehmen kön
nen (
Urk.
7/Z36/1
S. 1
).
4.
4.1
Bezüglich des Hergangs des Ereignisses ist auf die
erste
Schilderung in der
Scha
denmeldung
vom 2
3.
Mai 2013 (Urk. 7/Z1) und diejenige der Be
schwerde
führerin vom 3
1.
Mai 2013 (
Urk.
7/
Z
13)
und nicht auf die nach
trägliche
Her
gangsschilderung
mit Einsprache vom 1
2.
September 2013 (Urk. 7/Z36/1) abzustellen
.
Die beiden ersten
Hergangsschilderung
en
vom 2
3.
und 3
1.
Mai 2013 (
Urk.
7/Z1,
Urk.
7/Z13) stimmen inhaltlich überein. Von einem
Weg
rutschen auf einer nassen Turnmatte ist dort nicht die Rede.
Auch g
egenüber Dr.
A._
erwähnte
d
ie
Beschwerdeführerin
die Liegestütze in der Turnhalle sowie einen reissenden Schmerz in der Schulter, welcher
regredient
gewesen sei (
Bericht
von
Dr.
A._
von
6.
Juni 2013
[
Urk.
7/ZM1
]
). Der Anamnese im Bericht der Klinik
B._
vom 12.
Juni 2013 ist zu ent
neh
men, dass nach einer intensiven grösseren Serie von Liegestütz-Übungen erstmals Schmerzen aufgetreten
seien
(Urk. 7/ZM2 S.
1).
Ob die Schmer
zen nun vor oder nach der Liegestütz-Übung aufgetreten sind
,
kann vorliegend aller
dings
offenbleiben, wie die nachfolgenden Er
wä
gungen zeigen.
Mit Beschwerde vom 1
0.
Januar 2014 wiederholt die Beschwer
deführer
in die
Her
gangs
schilderung
gemäss
Einsprache vom 1
2.
September 2
013
(
Urk.
7/Z36/1)
und er
gänzt, dass ihre „Mitturnerinnen“ den geschilderten der Sachverhalt be
stätig
ten könn
ten (
Urk.
1 S. 2).
Sie
führt aber nicht aus
, welche
der
übrigen Turnerinnen, die im Zeitpunkt des fraglichen Ereignisses wohl auf ihre eigenen Übungen konzentriert waren, das beschriebene, nur leichte Abrutschen des rechten Arms der Be
schwerde
führerin
gesehen haben
und darüber berichten könnte
n
.
Auch den Akten sind
hierzu
keine konkreten Angaben zu
entnehmen. Eine Befragung
der
übrigen Turne
rinnen kann
daher unterbleiben.
Die späteren Aussagen
der Beschwerdeführerin
stehen im Widerspruch zu
ihren
früheren
Hergangs
schilderungen
.
Die sponta
neren und
unbefangeren
Aussagen vor Erlass der
leistungsableh
nenden
Verfü
gung vom 16.
August 2013 (
Urk.
7/Z28) haben beweismässig höheres Gewicht als ihre Aussagen im Ein
sprache- und Beschwerdeverfahren. Auf diese nach
trägliche
Sachverhalts
schilderung
ist daher nicht abzustellen.
4.2
4.2.1
Zu prüfen
bleibt
, ob die
Totalruptur
der
Supraspinatussehne
rechts mit B
u
rsitis
subacromial
(Bericht von
Dr.
A._
von
6.
Juni 2013 [Urk. 7/ZM1])
auf einen ungewöhnlichen äusseren Faktor im Sinne des Unfallbegriffs gemäss Art. 4 ATSG (E. 1.2) oder einen schädi
gen
den äusseren Faktor im Sinne der Recht
spre
chung zur unfallähnlichen
Körper
schädigung
zurückzuführen
ist
(E. 1.3).
4.2.2
Nach
der
Rechtsprechung des Bundesgerichts
kann
bei
der
Beurteilung des beson
deren Gefährdungspotenzials nicht allein ausschlaggebend auf die Sport
art als solche abgestellt werden. Anders zu entscheiden hiesse, dass der gleiche Be
wegungsablauf beim Wandern anders als etwa beim Boxkampf beurteilt wer
den müsste. Dennoch sind die konkreten Umstände der als Schmerzauslöser ange
gebenen Betätigung
mitzuberücksichtigen
, da im Einzelfall kaum jemals restlos zu klären ist, welche effektive Bewegung die Verletzung letztlich tat
sächlich ausgelöst hat. Auch wenn eine allgemein gesteigerte Gefahrenlage bei vielen sportlichen Aktivitäten zu bejahen ist, liegt ein äusserer Faktor mit gesteigertem Schädigungspotenzial nur vor, wenn die zur Diskussion stehende Betätigung mit einer mehr als physiologisch normalen und psychologisch beherrschten Beanspruchung des Körpers, insbesondere der Gliedmassen, ver
bunden ist (
Urteil des Bundesgerichts 8C_147/2014 vom 1
6.
Juli 2014 E. 3.3
).
4.
2.3
Wie festgehalten, ist auf die
erste
Sachverhaltsschilderung der Beschwerde
führe
rin ab
zustellen (E. 4.1). Eine in der Aussen
welt be
gründete,
programm
wid
rig
beein
flusste Köperbewegung während der Liege
stütze vom 25. Februar 2013 lag gemäss dieser Sachverhaltsschilderung nicht vor. Somit fehlt es sowohl hin
sichtlich des Unfallbegriffs gemäss Art. 4 ATSG als auch in Bezug auf eine unfallähnliche
Körper
schä
digung
nach Art. 6 Abs. 2 UVG in Ver
bindung mit Art. 9 Abs. 2 UVV an dem für beide Anspruchsgrundlagen voraus
gesetzten äus
seren Faktor.
Die Betrachtungsweise der Beschwerdegegnerin, wonach es sich bei der Liege
stütze um eine gewollte, repetitive Beanspruchung des Skeletts, der Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bänder handelt, die das Mass einer physiolo
gisch normalen und psychologisch beherrschten Beanspruchung des Körpers nicht übersteige, weshalb eine gesteigerte Gefahrenlage zu verneinen sei, gibt zu keinen Beanstandungen Anlass (
Urk.
2 S. 7). Liegestütze
stellen eine
Lebens
verrichtung
dar
, welcher weder eine besondere Sinn
fälligkeit noch ein gestei
ger
tes Gefahrenpotential eigen ist.
Trotz des zwar erhöhte
n
Kraftaufwand
s
liegt ein natürlicher
Bewegungsablauf vor.
Es kommt hinzu, dass die „ausgesprochen sportliche“ Beschwerdeführerin (vgl. Bericht der Klinik
B._
vom 1
2.
Juni 2013 [
Urk.
7/ZM2]) vor dem Ereignis vom 2
5
.
Februar 2013 sportliche Aktivi
täten wie Tennisspielen, Fitness, Velofahr
en, Joggen und Schwimmen
regel
mässig ausübte (vgl.
Urk.
7/ZM2
,
Urk.
7/ZM4
) und ins
besondere einmal die Woche Turnen und zweimal die Woche Tennis spielen ging (
Urk.
7/Z11). Die Be
schwerde
führerin
führt aus, dass sie normalerweise keine Probleme habe, Liege
stütze zu absol
vieren (
Urk.
1 S. 2). Nach dem Gesagten ist davon aus
zuge
hen, dass Liegestütze zu den gewohnten
Lebens
verrichtungen
der Be
schwerde
führerin zählen.
Dass die Schulterverletzung während des
Tennis
spiels vom
27.
Februar 2013 (vgl. Urk.
7/Z13) eingetreten wäre, wird weder
von der Beschwerdeführerin
behauptet noch ist dies aufgrund der Akten erstellt.
Demnach ist die Beschwerde abzuweisen.