Decision ID: 3a48fa1e-b2b2-5970-bae2-e91aeaa03d80
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1980, war als Parkettleger bei der Y._ AG angestellt und damit obligatorisch bei der Suva gegen die Folgen von Berufs- und Nicht
berufsunfällen versichert, als ihm am 15. Juli 2014 beim Parkettbinden ein Stein auf den Kopf fiel. Der Versicherte begab sich gleichentags ins Spital Z._, wo eine ca. 1 cm lange Rissquetschwunde am Hinterkopf diagnostiziert und versorgt wurde (Urk. 8/23). Darüber wurde die Suva mit Schadenmeldung vom 21. Juli 2014 in Kenntnis gesetzt (Urk. 8/1). Sie richtete darauf Taggelder aus und über
nahm die Heilbehandlungskosten (Urk. 8/2 ff.).
Mit Verfügung vom 16. Juni 2016
stellte die Suva die Leistungen aus der obliga
torischen Unfallversicherung per
30. Mai 2016
ein
, da der Status quo ante spä
testens zu diesem Zeitpunkt erreicht gewesen sei
(Urk.
8/156). Dagegen liess der Versicherte Einsprache erheben (Urk. 8/161). Die Suva zog ihre Verfügung mit Schreiben vom 9. November 2016 zurück und forderte den Versicherten unter Hinweis auf die Säumnisfolgen nach Art. 21 Abs. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) und Art. 61 der Verord
nung über die Unfallversicherung (UVV) auf, sich der ärztlich empfohlenen dia
gnos
tischen Lokalanästhesie des Nervus occipitalis zu unterziehen (Urk. 8/167). Dies lehnte der Rechtsvertreter des Versicherten mit Schreiben vom 7. Dezember 2016 ab (Urk. 8/168), dem er eine Stellungnahme des behandelnden Hausarztes Dr. med. A._, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, vom 6. Dezember 2016 beilegte (Urk. 8/168 S. 3). Dazu nahm der Suva-Kreisarzt Dr. med. B._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, am 3. Januar 2017 Stellung (Urk. 8/169). Unter Hinweis auf diese Beurteilung forderte die Suva den Versicherten erneut zur Mitwirkung auf (Urk. 8/170), welche er wiederum ablehnte (Urk. 8/177). Am 12. April 2017 beur
teilte der Suva-Kreisarzt Dr. med. C._, Facharzt FMH für Physika
lische Medizin und Rehabilitation, den Versicherten als zu 100 % arbeitsfähig (Urk. 8/178). Mit Verfügung vom 14. April 2017 stellte die Suva die Versiche
rungsleistungen
per
30. April 2017
ein
(Urk.
8/14). Dagegen liess der Versicherte Einsprache erheben (Urk. 8/181), welche mit Entscheid vom 6. Oktober 2017 abgewiesen wurde (Urk. 2 = 8/185).
2.
Dagegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Bernhard Zollinger, mit Eingabe vom 6. November 2017 Beschwerde und beantragte, es seien ihm weiterhin Versicherungsleistungen auszurichten, eventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Ferner sei der Beschwerde aufschiebende Wirkung zu erteilen und dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessfüh
rung und Rechtsvertretung in der Person seines Rechtsvertreters zu gewähren. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin (Urk. 1 S. 2). Die Suva schloss am 11. Dezember 2017 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7 S. 2). Mit Verfügung vom 21. Dezember 2017 wurden das Gesuch um Wiedererteilung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde und das Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Rechts
ver
tretung abgewiesen; das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung war gegenstandslos, da das vorliegende Beschwerdeverfahren kostenlos ist. Überdies wurde ein zwei
ter Schriftenwechsel angeordnet und dem Beschwerdeführer Frist zur Einreichung einer Replik angesetzt (Urk. 9). Diese wurde am 8. Februar 2018 erstattet (Urk. 11), worauf der Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 14. Februar 2018 eine Frist von 30 Tagen zur Einreichung einer Duplik angesetzt wurde (Urk. 13). Dem Beschwerdeführer wurde mit Verfügung vom 26. März 2017 zur Kenntnis gegeben, dass innert Frist keine Duplik eingegangen ist (Urk. 15).
Auf die Ausführungen der Parteien wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt
ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der
hier zu beurteilende Unfall hat sich am 1
5.
Juli 2014 ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG wer
den
soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt
die Versicherungsleistun
gen bei Berufsunfällen, Nichtberufsun
fällen und Berufskrankheiten gewährt.
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
li
dität, Tod) ein natürlicher und ein adäquater Kausalzusammenhang besteht.
1.4
Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um
stände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als ein
getreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit einge
tre
ten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Um
schrei
bung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht er
forderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesund
heit
licher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körper
liche oder geistige Integrität der versi
cher
ten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
ge
dacht werden kann, ohne dass auch die ein
getre
tene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Stö
rung ein natürli
cher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
wal
tung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm oblie
gen
den Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs
recht üblichen Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befin
de
n hat. Die blosse Möglich
keit eines Zusammenhangs genügt für die Be
grün
dung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/aa). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hie
r
bei um eine anspruchs
aufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweisgrund
sätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine vel ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine vel ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kos
tenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.5
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adä
quate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kau
salität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammen
hang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.6
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorübergehen
den Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärzt
lichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der ver
sicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmass
nahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3). In diesem Zeit
punkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits
fähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begriffes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglich
keit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durch
führung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicher
ten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beur
teilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
Für die Einstellung der vorübergehenden Leistungen braucht der Entscheid der Invalidenversicherung über Eingliederungsmassnahmen nicht abgewartet zu wer
den, wenn von weiterer ärztlicher Behandlung keine namhafte gesundheitliche Besserung mehr erwartet werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_588/2013 vom 16. Januar 2014 E. 3.3) und keine Anhaltspunkte dafür vor
liegen, dass durch allfällige Eingliederungsmassnahmen das der Invaliditäts
bemessung der Suva gestützt auf die medizinischen Abklärungen zugrunde gelegte Invalideneinkommen verbessert und so der die Invalidenrente der Unfall
versicherung bestimmende Invaliditätsgrad beeinflusst werden kann (vgl. Urteil des Bundesgericht 8C_588/2013 vom 16. Januar 2014 E. 3.5).
1.7
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psy
chischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darle
gung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann Fredenhagen, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
Es ist strittig und zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer aufgrund des Ereignisses vom 15. Juli 2014 über den 30. April 2017 hinaus Ver
sicherungsleistungen schuldet (Urk. 1, 2, 7 und 11).
3.
3.1
Im Bericht zur ambulanten Behandlung im Spital Z._ am 15. Juli 2014 wurde festgehalten, der Versicherte sei jederzeit ansprechbar gewesen und habe Schwin
del, Nausea, Erbrechen sowie Bewusstlosigkeit verneint. Er habe lediglich über Kopfschmerzen occipital im Bereich der Wunde geklagt. Die Behandler hätten eine leichte Druckdolenz im Bereich der Wunde, keinen Kalotten
kom
pressions
schmerz, einen muskulären Hartspann paravertebral rechts entlang der Halswir
belsäule, keinen Fremdkörper in der Wunde und grobkursorisch einen neurolo
gisch unauffälligen neurologischen Status erhoben und die Wunde versorgt. Die weitere Wund
kontrolle und Fadenentfernung sei in sieben Tagen in der hausärzt
lichen Sprechstunde geplant (Urk. 8/23).
3.2
Da der Versicherte in der Folge über linksseitige Kopfschmerzen und Symptome eines Halswirbelsäulentraumas klagte, wurde am 1. September 2014 im Spital D._ eine MRI-Untersuchung des Schädels und der Halswirbelsäule durchgeführt. Diese habe keine Hinweise auf traumatische Läsionen cerebral oder an der Hals
wirbelsäule ergeben. Als Zufallsbefund habe man eine fokale, nicht aggressiv wirkende Hirnläsion im frontalen Marklager direkt angrenzend an das Caput nuclei caudati sowie an das Frontalhorn des Seitenventrikels links erhoben (Urk. 8/19).
3.3
Der Hausarzt Dr. A._ führte in seinem Zwischenbericht vom 10. Oktober 2014 aus, der bisherige Verlauf sei durch die Schmerzen des Nackens mit einge
schränk
ter Beweglichkeit in allen Richtungen und schmerzhaften Triggerpunkten im
tie
fen Nacken-Schulterbereich geprägt. Diese würden physio
therapeutisch, mit Aku
punktur und mit Magnettherapie angegangen. Der Verlauf und die Arbeits
fähig
keit sei derzeit noch bestimmt durch die weitere Abklärung des Hirntumors. Prog
nostisch sei bei einer Halswirbelsäulendistorsion innerhalb von drei bis sechs Monaten eine Beschwerdearmut zu erwarten. Das Prozedere werde durch die wei
teren Abklärungen der Neurochirurgie bestimmt (Urk. 8/24 S. 1).
3.4
Diese erfolgten am 6. November 2014 durch Dr. med. E._, Facharzt FMH für Neurochirurgie und Oberarzt im Universi
täts
spital F._. Er diagnostizierte eine unklare Signalalteration lateral des linken Seiten
ventrikel
vorderhorns. Neu
rologisch sei der Versicherte unauffällig; es bestünden ausgeprägte Nackenver
spannungen, welche die Rotation des Schädels sowie das Heben der Arme ein
schränkten. Beim Arbeiten über Kopf und in gebeugter Körperhaltung sei der Versicherte aktuell noch erheblich eingeschränkt (Urk. 8/32 S. 2).
3.5
Der Behandler Dr. A._ attestierte dem Versicherten ab dem 24. November 2014 eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 8/34 S. 1).
3.6
Eine weitere MRI-Untersuchung am 16. Dezember 2014 zur Verlaufskontrolle habe eine grössen
stationäre demyelinisierende Läsion periventrikulär links, angrenzend an das Vorderhorn, ohne Kontrastmittelanreicherung, passend zu einer inflamma
torischen/immuno
logischen Ätiologie ergeben (Urk. 8/40).
Aus neurologischer Sicht erachtete Dr. E._ eine Behandlung oder eine biop
tische Sicherung des Befundes am 30. Dezember 2014 nicht als indiziert (Urk. 8/71).
3.7
Am 26. März 2015 führte der Suva-Kreisarzt Dr. B._ wegen der Nacken
beschwerden eine Untersuchung durch. Der Versicherte berichte von einem haltungsabhängigen starken Druckgefühl okzipital und subokzipital, welches vor allem beim Absenken des Kopfes auftrete und bei Reklination verschwinde (Urk. 8/58 S. 2).
Dr. B._ stellte die Verdachtsdiagnose einer unfallbedingten zervikalen Segmentinstabilität nach Anpralltrauma durch einen fallenden Gegenstand auf den Hinterkopf am 15. Juli 2014 und beurteilte den Versicherten als zu 40 % arbeitsunfähig. Überdies empfahl er radiologische Funktionsaufnahmen der Hals
wirbelsäule in Reklination und Inklination, um die Verdachtsdiagnose zu verifi
zieren bzw. zu entkräften (Urk. 8/58 S. 4).
3.8
Bei der funktionell-radiologischen Untersuchung der Halswirbelsäule am 8. Juni 2015 zeigten sich sowohl in Reklination als auch in Inklination ein erhaltenes Alignement der Wirkbelkörper, keine Wirbelkörperfrakturen und auch sonst keine Auffälligkeiten (Urk. 8/76).
3.9
Die MRI-Untersuchung vom 16. Juni 2016 habe eine grössenstationäre, am ehes
ten postentzündliche demyelinisierte Läsion periventrikulär links, angrenzend an das Vorderhorn ohne Kontrastmittelanreicherung, sowie stationäre kleinste demyelinisierende Läsionen perinsulär links ergeben (Urk. 8/81).
3.10
Am 23. Juli 2015 untersuchte der SUVA-Kreisarzt Dr. B._ den Ver
sicherten erneut. Dessen Angaben zufolge komme es jeweils nach einer Akupunk
tursitzung zu einer kurzfristigen Linderung der Beschwerden, welche nicht anhalte. Als Befunde wurden eine deutliche und eng umschriebene Druckdolenz am Irritationspunkt C3 der Liniea nuchae links, etwas weniger ausgeprägt auch über dem Irritationspunkt C5, erhoben. An beiden Schmerzorten bestehe eine umschriebene Muskelhärte, medial ausgeprägter als lateral. Anatomisch verlaufe hier der Nervus occipitalis major und weiter lateral der Nervus occipitalis minor, über denen jeweils ein Tinel’sches Zeichen positiv erhalten sei. Im Unterschied zum klinischen Vorbefund sei die Atlasebene völlig frei (Urk. 8/88 S. 3).
Dr. B._ stellte die Verdachtsdiagnose einer Zug- und Druckirritation des Nervus occipitalis major und des Nervus occipitalis minor links infolge einer mechanischen Irritation der quergestellten okzipitalen Operationsnarbe (Urk. 8/88 S. 3). Er attestierte dem Versicherten eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit, da er häufige oder anhaltende Halswirbelsäuleninklinationen vermeiden müsse. Es empfehle sich eine weitere neurochirurgische Beurteilung, um zu entscheiden, ob der Versicherte einem Chiropraktor zugewiesen werden sollte, der dann mit vorsichtigen Weichteiltechniken zu arbeiten hätte. Überdies könnte der Versuch einer therapeutischen Lokalanästhesie subokzipital links unternommen werden (Urk. 8/88 S. 4).
3.11
Am 14. Oktober 2015 erklärte der Versicherte einer Mitarbeiterin der Suva, er habe am 12. Oktober 2015 einen starken Schmerz im Nacken verspürt, der bis zur Mitte der Brust ausgestrahlt habe. Er sei zusammengesackt und habe kaum mehr atmen können, so stark sei der Schmerz gewesen. Mit dem Krankenwagen sei er ins Spital D._ gebracht worden (Urk. 8/98).
Dort wurden gemäss dem ärztlichen Bericht vom 16. Oktober 2015 der Verdacht auf muskuloskelettale Thoraxschmerzen, ein persistierender Nikotinabusus, ein chronisches zervikales Schmerzsyndrom und eine Adipositas per magna diagnos
tiziert (Urk. 8/104 S. 2). Im klinischen Untersuch lasse sich der Schmerz durch Thoraxkompression auslösen. Ein konventionelles Röntgen des Thorax sei unauf
fällig und zeige keinen Pneumothorax. Laborchemisch seien keine Auffälligkeiten objektivierbar. Die kardialen Ischämiemarker seien negativ (Urk. 8/104 S. 3).
Dr. A._ bescheinigte dem Versicherten ab dem 12. Oktober 2015 eine 100%ige und ab dem 15. Oktober 2015 eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 8/103). Fer
ner attestierte Dr. med. G._, Facharzt FMH für Allgemeinme
dizin, dem Versicherten vom 12. bis zum 14. Oktober 2015 eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit (Urk. 8/101).
3.12
Aufgrund der im Raum stehenden Verdachtsdiagnose eines Narbenneuroms des Nervus occipitalis wurde am 3. November 2015 eine weitere MRI-Untersuchung durchgeführt. Es sei ein in erster Linie thrombotisch veränderter Varixknoten okzipital rechts, differential–diagnostisch posttraumatisch, in anatomischer Beziehung zum Nervus occipitalis minor rechts ohne Hinweise auf ein Neurinom ersichtlich. Überdies bestehe eine unspezifische, etwas regrediente, demyelini
sie
rende Läsion «periventrikulär rechts links frontal» (Urk. 8/102).
3.13
Wegen der starken linksseitigen, ausstrahlenden Nackenbeschwerden untersuchte Dr. E._ den Versicherten am 5. November 2015 abermals. Er vermerkte in seinem Bericht vom 6. November 2015 (Urk. 8/106) neu die Verdachtsdiagnose eines Narbenneuroms des Nervus occipitalis major links.
Der Versicherte bestätige einen schmerzhaften Druckpunkt am äussersten latera
len Rand links der occipitalen Operationsnarbe. Ein zweiter Druckpunkt finde sich etwas weiter lateral im Verlauf des Nervus occipitalis minor. Das Hoffmann-Tinel-Zeichen sei für beide Nerven positiv. Begleitend fänden sich H
ypästh
esien cranial der Druckpunkte und Schmerzen, welche im Nervenverlauf in die Schul
termuskulatur ausstrahlten, gelegentlich auch nach thorakal.
Dr. E._ habe dem Versicherten eine Infiltration der Nerven angeboten. Dar
über hinaus habe er mit ihm die Möglichkeit einer operativen Exploration der Nerven mit möglicher Neurom-Entfernung und Einbettung der zuführenden Ner
ven in die Halsmuskulatur besprochen. Die Aussicht auf einen operativen Eingriff bereite dem Versicherten grosse Sorge, eine Infiltration würde er durchführen lassen. Sie seien so verblieben, dass der Versicherte zunächst die offensichtlich gut wirksame physiotherapeutische Behandlung bis zu deren Abschluss im Dezember 2015 fortsetze. Sollten sich die Beschwerden bis dahin nicht erheblich gebessert haben, werde er eine Infiltration der Nerven occipitalis major und minor vornehmen.
3.14
Am 27. November 2015 beurteilte der Kreisarzt Dr. B._ die beschriebe
nen Beschwerden und eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit als nachvoll
ziehbar. Zwischen der Irritation der Nerven occipitalis major und minor und der unfall
kausalen Operationsnarbe bestehe ein Kausalzusammenhang. Die Beschwerden seien daher überwiegend wahrscheinlich unfallkausal. Es sei nur dann eine Wiederein
gliederungs
problematik anzunehmen, wenn Infiltrationen und die ope
rative Nervenexploration nichts bringen sollten (Urk. 8/108).
3.15
Der Versicherte habe am 17. Februar 2016 Dr. E._ von nach wie vor inter
mittierenden linksseitigen starken Nackenbeschwerden mit gelegentlich thoraka
ler und cranialer Ausstrahlung berichtet. Dieser habe keine neuen Befunde erhoben (Urk. 8/121).
3.16
Dr. med. H._ und Dr. med. I._, Fachärzte FMH für Neurologie und Mitarbeiter des Kompetenzzentrums Versicherungsmedizin der Suva, nahmen am 30. Mai 2016 eine neurologische Beurteilung vor (Urk. 8/150).
Die Beschwerden im Kopf- und Nackenbereich mit endgradiger Bewegungsein
schränkung liessen sich durch die Kopfverletzung nicht erklären. Auch die bild
gebende Diagnostik habe keine Hinweise für eine über die Rissquetschwunde hin
ausgehende strukturelle Unfallfolge ergeben (Urk. 8/150 S. 6).
Die mit Latenz zum Unfall beschriebenen lokalen Beschwerden mit Druckdolenz der Wundränder und fraglicher Irritation des Nervus occipitalis major und des Nervus occipitalis minor seien diagnostisch weiter abzuklären und gegebenen
falls zu behandeln. Eine hierdurch bedingte Arbeitsunfähigkeit habe jedoch zu keinem Zeitpunkt vorgelegen (Urk. 8/150 S. 6 f.).
Der Unfall vom 15. Juli 2014 habe keine strukturelle Hirnschädigung verursacht. Bei der in der Kernspintomographie nachweisbaren Parenchymläsion im fronta
len Marklager links handle es sich um eine vorbestehende, am ehesten postent
zündliche Veränderung ohne aktuellen Krankheitswert. Es sei kein Zusammen
hang mit dem Unfall auszumachen (Urk. 8/150 S. 7).
Ebenso wenig habe der Unfall vom 15. Juli 2014 zu einer strukturellen Schädi
gung der Halswirbelsäule geführt. Weder die klinischen Untersuchungs
befunde mit allenfalls endgradiger Einschränkung der Halswirbelsäulen
beweglichkeit noch die radiologischen Befunde ergäben einen Hinweis auf eine strukturelle Schädigung der Halswirbelsäule.
Die vermutete Irritation des Nervus occipitalis major links könne allenfalls lokale Beschwerden im Bereich der Narbe der Rissquetschwunde, beispielsweise neuro
pathische Missempfindungen oder eine Sensibilitätsminderung im sensiblen Ver
sorgungsgebiet dieses Nerves, verursachen. Sie sei aber nicht in der Lage, eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung der Halswirbelsäule, Schmerzattacken bis in den Brustkorb (Notfall am 12. Oktober 2015) oder auch nur die beschrie
benen Kopfschmerzen zu erklären. Hierdurch sei eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit als Parkettleger nicht begründbar.
Die Druckempfindlichkeit der Ränder der Rissquetschwundennarbe sowie das positive Hoffmann-Tinel-Zeichen des Nervus occipitalis major könnten für eine lokale Nervenirritation mit der Konsequenz eines neuropathischen Schmerzes sprechen. Vor einer bereits in Erwägung gezogenen operativen Exploration sollte eine diagnostische Lokalanästhesie erfolgen und auch bei einem zunächst aus
bleibenden oder unzufriedenstellenden Effekt wiederholt werden, versuchsweise ergänzt mit einer lokalen Steroidinfiltration. Neben der lokalen Infiltrationsbe
handlung könnten oberflächlich aufgetragene Lokaltherapeutika wie Capsaicin-Salbe zur Anwendung gebracht werden. Diese Massnahmen seien zumutbar.
Für eine Neurombildung habe sich magnetresonanztomographisch kein Hinweis gefunden. Die Indikation für eine operative Exploration sollte aus diesem Grund zurückhaltend gestellt werden. Von einem mit dem Ziel einer Narbenrevision durchgeführten operativen Eingriff sei mit Wahrscheinlichkeit keine erhebliche Besserung zu erwarten, da eine neue Narbe entstehen werde (Urk. 8/150 S. 7).
Bei schwerem Übergewicht seien muskuloskelettale Beschwerden sowie eine Bewegungseinschränkung an der Wirbelsäule und an den grossen Gelenken häu
fig. Hinsichtlich der Kopfschmerzanfälligkeit werde im Aussendienstrapport berichtet, ein früherer Arbeitgeber des Versicherten habe über dessen Kopf
schmerzanfälligkeit bereits vor dem Unfall berichtet. Eine Migräne liege vor (Urk. 8/150 S. 8).
3.17
Die für den 1. Juni geplante Testinfiltration des Nervus occipitalis major und des Nervus occipitalis minor bei Verdacht auf ein Narbenneurom nahm der Ver
sicherte der Bestätigung Dr. E._s vom 15. Juni 2016 zufolge nicht wahr, da er mit diesem Vorgehen nicht einverstanden sei (Urk. 8/158).
3.18
Am 14. Juni 2016 hielt der Kreisarzt Dr. B._ fest, an der Halswirbelsäule seien keine strukturellen Läsionen festgestellt worden. Bezüglich der geklagten Nackenbeschwerden sei mit einer weiteren medizinischen Massnahme eher keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands zu erwarten; der Versicherte habe ja bereits die probatorische Lokalanästhesie abgelehnt. Aufgrund der zwischen
zeitlich erhaltenen neurologischen Beurteilung könne der Status quo spätestens für das Beurteilungsdatum (30. Mai 2016) angegeben werden (Urk. 8/154).
3.19
Der Hausarzt Dr. A._ attestierte dem Versicherten weiterhin eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 8/159) und vertrat am 12. August 2016 die Auffassung, die geklagten Restbeschwerden würden sicher noch für längere Zeit, wenn nicht für immer bestehen bleiben (Urk. 8/161 S. 6).
3.20
Dr. B._ bestätigte am 31. August 2016 seine letzten Ausführungen. Eine namhafte Besserung des Gesundheitszustands müsse mit «eher nein» beantwortet werden, weil die konsekutiv nächstfolgende Massnahme der probatorischen Ner
veninfiltration vom Versicherten abgelehnt worden sei. Hieraus resultiere zwang
los das sicherlich grosszügig bemessene Datum für den Status quo sine am 30. Mai 2016, das sich mit der Bestätigung seiner Einschätzung durch den neu
rologischen Bericht vom 30. Mai 2016 ergeben habe (Urk. 8/164).
3.21
Am 6. Dezember 2016 schloss sich Dr. A._ der Verdachtsdiagnose bezüglich eines Narbenneuroms an und erklärte, der Versicherte sei durch die Schmerzen ausgehend vom Nervus occipitalis major links beeinträchtigt. Die Suva verlange eine Lokalinfiltration an dieser Stelle, sicher mit Lokalanästhesie und Steroiden. Es sei bekannt, dass diese Infiltrationen im günstigsten Fall eine Schmerzfreiheit oder –armut für bis zu drei Monate bewirkten. Eine richtige Heilung sei aber nicht gewährleistet. Ausgehend von dieser Sachlage seien die Bedenken des Versicher
ten verständlich und man müsse versicherungstechnisch von diesem Zustand ausgehen. Damit sei eine abwartende Haltung sicher gerechtfertigt und die Suva könne vom Status quo in der Berechnung ausgehen. Physikalisch-thera
peutische Massnahmen im weitesten Sinne seien einzubeziehen (Urk. 3/1 = 8/168 S. 3).
3.22
Der Suva-Kreisarzt Dr. B._ beurteilte die Einwände Dr. A._ als ungerecht
fertigt. Die Annahme einer Schmerzfreiheit über drei Monate im besten Fall sei falsch, weil sowohl die Wirkungsstärke der Injektion als auch die Wir
kungsdauer nicht prognostiziert werden könnten. Es sei möglich, dass keine Wir
kung oder eine Wirkung bis zur völligen Schmerzfreiheit eintrete, ebenso, dass eine Wirkung für kurze Zeit bis lebenslänglich anhalte. Sollte es zu einer zeitlich begrenzten guten Schmerzlinderung kommen, könne nach wenigen Wochen die Injektion wiederholt werden.
Sollte der Versicherte wirklich an nennenswerten Schmerzen leiden, sei ihm diese Therapie sicher willkommen; andernfalls müsse das Vorhandensein nennens
wer
ter Schmerzen zu Recht bezweifelt werden. Selbst bei einer zeitlich begrenzten Wirkung seien selbstverständlich Wiederholungen der Injektion indiziert. Immer
hin gehe es langfristig um die Beseitigung von Schmerzen. Die Lokalanästhesie sei eine zumutbare Behandlung. Entweder durch eine einzige Injektion oder durch wiederholte Injektionen könne mit Sicherheit oder mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit eine völlige Heilung oder eine erhebliche und nicht nur vorüber
gehende Besserung des Leidens prognostiziert werden. Sie sollte zwingend durch
geführt werden, damit eine lokale Nervenirritation bestätigt werden könne. Im Falle einer Bestätigung wäre in einem weiteren Schritt eine operative Exploration zumutbar. Durch eine solche könnte mit Sicherheit oder mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine völlige Heilung oder eine erhebliche und nicht nur vorübergehende Besserung des Leidens prognostiziert werden (Urk. 8/159).
3.23
Der Suva-Kreisarzt Dr. C._ hielt schliesslich am 12. April 2017 fest, es werde allenfalls noch ein Narbenneurom diskutiert. Ein solches habe mit dem MRI vom 3. November 2015, welches wegen eines entsprechenden Verdachts angefertigt worden sei, nicht bestätigt werden können. Wieso weiter an dieser Verdachtsdiagnose festgehalten worden sei, könne er retrospektiv nicht nachvoll
ziehen.
Die Kopfschmerzen, welche der Versicherte noch angebe, könnten nicht mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit unfallkausal einer Folge durch die Rissquetsch
wunde zugeordnet werden. Eine Migräne sei zudem als vorbestehend festgestellt worden.
Aus dieser Sichtweise und aufgrund des Fehlens struktureller Unfallfolgen im Bereich des Gehirns und der Halswirbelsäule sah Dr. C._ beim Versicherten keinerlei unfallbedingte Folgen als Begründung für eine weitere Arbeitsunfähig
keit für jegliche Tätigkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Von weiteren Behandlungen könne nicht mit mindestens Wahrscheinlichkeit eine namhafte Besserung des unfallbedingten Gesundheitszustands erwartet werden (Urk. 3/2 = 8/179).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin erkannte insoweit zutreffend, dass der behandelnde Hausarzt Dr. A._ dem Versicherten letztmals im Juni 2016 bis zur nächsten Untersuchung am 1. Juli 2016 eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert hatte (Urk. 2 S. 10; vgl. Urk. 8/159). Der daraus gezogene Schluss, der Beschwerde
füh
rer sei seit dem 1. Juli 2016 wieder vollumfänglich arbeitsfähig (Urk. 2 S. 10), wurde von Seiten des Beschwerdeführers nicht in Frage gestellt. Insbesondere wurde nie behauptet, es sei ihm in der Zeit danach, namentlich im Jahr 2017 ärztlich eine Arbeitsunfähigkeit bescheinigt worden (Urk. 1 und 7; vgl. auch Urk. 8/161, 8/168, 8/171, 8/175, 8/177 und 8/181).
4.2
Darüber hinaus ist unbestritten und belegt, dass der hier zur Diskussion stehende Unfall keine strukturelle Hirn- oder Wirbelsäulenschädigung verursachte, welche den Beschwerdeführer in seiner Arbeitsfähigkeit einschränkten könnte (Urk. 8/19, 8/150 S. 6 f. und 8/154). Der Verdacht auf eine Neurombildung, liess sich mit der MRI-Untersuchung vom 3. November 2015 nicht bestätigen (Urk. 8/102; vgl. auch Urk. 8/150 S. 6 f. und 8/179). Insofern lässt sich eine Arbeitsunfähigkeit ebenfalls nicht begründen.
4.3
Die mit Latenz zum Unfall beschriebenen lokalen Beschwerden mit Druckdolenz der Wundränder und fraglicher Irritation des Nervus occipitalis major und des Nervus occipitalis minor führten gemäss der neurologischen Beurteilung Dr. H._s und Dr. I._s zu keiner Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/150 S. 6 f.). Es wurde weder etwas vorgebracht noch ist sonst etwas ersichtlich, was diese fachärztliche Einschätzung in Zweifel zu ziehen vermöchte. Zwar hatte Dr. B._ eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit als nachvollziehbar bezeichnet (Urk. 8/108), dieselbe jedoch mit der Notwendigkeit der Vermeidung häufiger oder anhaltender Halswirbelsäuleninklinationen, mithin aus orthopä
discher Sicht begründet (Urk. 8/88 S. 4). Diesbezüglich legten Dr. H._ und Dr. I._ schlüssig dar, dass eine allfällige Irritation des Nervus occipitalis keine schmerzhafte Bewegungseinschränkung der Halswirbelsäule erklären könne (Urk. 8/150 S. 7). Sie wiesen auch zu Recht darauf hin, dass schweres Übergewicht zu muskuloskelettalen Beschwerden sowie zu Bewegungsein
schrän
kungen an der Wirbelsäule und an den grossen Gelenken führen kann (Urk. 8/150 S. 8). Beim Beschwerdeführer wurde eine Adipositas per magna diagnostiziert (Urk. 8/104 S. 2). Schliesslich erkannten Dr. H._ und Dr. I._ auch zutreffend, dass eine vorbestehende Kopfschmerzproblematik des Beschwerde
führers aktenkundig ist (Urk. 8/150 S. 8; vgl. Urk. 8/141 S. 1 und 3).
4.4
Den angeführten Umständen trug der Kreisarzt Dr. C._ bei seiner Akten
beurteilung am 12. April 2017 Rechnung und gelangte zum nachvollziehbaren Schluss, die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers werde durch keine Folgen des Unfalls vom 15. Juli 2014 beeinträchtigt (Urk. 8/179).
4.5
Die Beschwerdegegnerin durfte folglich gestützt auf die vorhandenen medizi
nischen Unterlagen, insbesondere die Beurteilungen Dr. H._s und Dr. I._s vom 30. Mai 2016 (Urk. 8/150) sowie Dr. C._s vom 12. April 2017 (Urk. 8/179) davon auszugehen, dass keine Einschränkung der Arbeits
fähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Parkettleger mehr besteht, welche auf das Unfallereignis vom 15. Juli 2014 zurückzuführen ist. Eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit war damit nicht mehr zu erwarten. Es war deshalb korrekt, dass die Beschwerdegegnerin den Fall abschloss und ab dem 30. April 2017 – mangels einer unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit – keine Versicherungsleistungen mehr erbrachte (vgl. Art. 16 Abs. 2 und 18 Abs. 1 UVG sowie BGE 116 V 44 E. 2c). Die Beschwerde ist daher abzu
weisen, ohne dass weiter zu prüfen ist, ob sich der Beschwerdeführer einer (diagnostischen) Lokalanästhesie hätte unterziehen müssen und falls ja, welche Konsequenzen seine Weigerung hat (Urk. 1 S. 4 f., 2 S. 5 ff., 7 S. 2 f., 11 S. 2; vgl. auch Urk. 8/168, 8/177 und 8/180-181).