Decision ID: f604f557-e43f-5a0c-ade5-2dd3be529709
Year: 2019
Language: de
Court: BE_VG
Chamber: BE_VG_001
Canton: BE
Region: Espace_Mittelland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A._ (ehemals ...) wurde am 7. Mai 2012 in Hamburg, Deutschland, gestützt auf einen Auslieferungshaftbefehl verhaftet und am 28. Juni 2012 an die Schweiz ausgeliefert. Ab diesem Zeitpunkt befand er sich in verschiedenen Anstalten im Kanton Zürich in Haft, unter anderem ab dem 10. März 2016 in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Pöschwies. Diese stellte der B._ der Einwohnergemeinde (EG) C._ (BE) als zuständige Stelle für die EG ... (BE) am 4. Mai 2016 ein Gesuch um Übernahme der Krankenkassenprämien von A._, da sich dessen letzter gemeldeter Wohnsitz in der Schweiz in ... (EG ...) befunden habe. Die B._ der EG C._ kam darauf unpräjudiziell für die Krankenkassenprämien der Grundversicherung, die AHV-Mindestbeiträge, Arzt- und Medikamentenkosten sowie weitere situationsbedingte Leistungen von A._ auf. Am 8. Februar 2018 wurde A._ in die JVA Lenzburg (AG) verlegt. Mit Schreiben vom 18. Mai 2018 zeigte das Sozialamt (SOA) der Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern (GEF) dem Kanton Zürich die von der EG C._ geleistete wirtschaftliche Sozialhilfe von insgesamt Fr. 7'543.-- für die Zeit von Mai 2016 bis Februar 2018 zur Vergütung an.
B.
Dagegen hat der Kanton Zürich am 12. Juni 2018 Einsprache erhoben. Mit «Abweisungsbeschluss» vom 3. Oktober 2018 wies der Kanton Bern diese ab, verpflichtete den Kanton Zürich zur Vergütung der zwischen dem 1. Mai 2016 und dem 8. Februar 2018 aufgelaufenen Kosten für wirtschaftliche Hilfe in der Höhe von Fr. 7'333.70 und auferlegte ihm die Verfahrenskosten. Am 8. Oktober 2018 ersuchte der Kanton Zürich den Kanton Bern um Wiedererwägung des «Abweisungsbeschlusses». Mit Schreiben vom 25. Oktober 2018 kam der Kanton Bern (SOA) diesem Ansinnen teilweise nach, indem er festhielt, der vom Kanton Zürich zu vergütende Betrag reduziere sich auf Fr. 5'861.-- (E. 3). Ein weiteres Ersuchen des Kantons
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22.11.2019, Nr. 100.2018.377U, Seite 3
Zürich vom 26. Oktober 2018 um erneute Überprüfung wies der Kanton Bern mit E-Mail vom 30. Oktober 2018 ab.
C.
Am 2. November 2018 hat der Kanton Zürich  erhoben mit den sinngemässen Anträgen, der «» vom 3. Oktober 2018 und Erwägung 3 des «» vom 25. Oktober 2018 seien aufzuheben.
Auf Aufforderung des (damaligen) Abteilungspräsidenten hin hat die  Stelle des Kantons Zürich ihre Prozessführungsbefugnis .
Der Kanton Bern schliesst mit Beschwerdeantwort vom 17. Dezember 2018 auf Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei.
Mit Eingabe vom 8. Januar 2019 hat sich der Kanton Zürich erneut zur Sache geäussert. Er hält an seinen Anträgen fest.

Erwägungen:
1.
1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) zuständig. Das Bundesrecht schreibt für  unter Kantonen den direkten Zugang zu einer richterlichen Behörde vor (Art. 34 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 24. Juni 1977 über die  für die Unterstützung Bedürftiger [Zuständigkeitsgesetz, ZUG; SR 851.1]), weshalb eine vorgängige Beschwerde gegen den «» des SOA an die GEF, wie sie das kantonale Recht
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22.11.2019, Nr. 100.2018.377U, Seite 4
eigentlich vorsehen würde (Art. 62 Abs. 1 Bst. a VRPG), entfällt (vgl. VGE 2018/340 vom 18.7.2019 E. 1.1). Der Beschwerdeführer hat am  Verfahren teilgenommen, ist durch den angefochtenen «» besonders berührt und hat ein schutzwürdiges  an dessen Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG; vgl. auch BGE 136 V 351 E. 2.3).
1.2 Der Entscheid in der Sache ist ebenso wie das Verfahren  auf den Streitgegenstand begrenzt. Dieser wird einerseits durch die angefochtene Verfügung, das sog. Anfechtungsobjekt, und andererseits durch die Vorbringen der beschwerdeführenden Partei bestimmt (vgl. statt vieler BVR 2017 S. 514 E. 1.2, 2011 S. 391 E. 2.1). Mit als «» betiteltem Schreiben vom 25. Oktober 2018 ist das SOA auf seinen «Abweisungsbeschluss» vom 3. Oktober 2018 zurückgekommen, indem es die vom Kanton Zürich gemäss Ziffer 2 des Dispositivs zu  Kosten von Fr. 7'333.70 auf Fr. 5'861.-- herabsetzte (vgl. E. 3 des Schreibens des SOA vom 25.10.2018, Vorakten SOA [act. 5A] pag. 88 ff.). Der Beschwerdeführer beantragt die Aufhebung des «» sowie von «Ziff. 3 des Wiedererwägungsbeschlusses»,  er mit dem Schreiben vom 25. Oktober 2018, das formell nicht den  an eine Verfügung genüge, zur Vergütung von wirtschaftlicher Hilfe angehalten worden sei (vgl. Antrag vorne Bst. C; Beschwerde Rz. 23 bzw. Stellungnahme des Kantons Zürich vom 8.1.2019 Rz. 2 f.). Es fragt sich daher zunächst, was Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet.
1.2.1 Das Zurückkommen auf eine (noch) nicht angefochtene Verfügung oder einen (noch) nicht angefochtenen Entscheid vor Eintritt der  wird im bernischen Recht als Rücknahme bezeichnet (Markus Müller, Bernische Verwaltungsrechtspflege, 2. Aufl. 2011, S. 126 und 226 Fn. 468; Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 56 N. 4 und N. 26 auch zum Folgenden). Die Rücknahme wurde durch die Praxis entwickelt und ist zulässig, wenn die Behörde Anlass zur  hat und nicht (ausnahmsweise) bereits Gesichtspunkte des  oder der Rechtssicherheit überwiegen. Interventionen der  Verwaltungsbehörde zugunsten oder zuungunsten der be-
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troffenen Person vor Ablauf der Rechtsmittelfrist sind weniger strengen Voraussetzungen unterworfen als solche nach Eintritt der formellen  (vgl. die Wiederaufnahmeschranken bei formell rechtskräftigen  gemäss Art. 56 Abs. 1 VRPG). Massgebend für die tiefere  bei der Rücknahme ist die Überlegung, dass das Gebot der Rechtssicherheit und der Vertrauensgrundsatz bis zum Eintritt der formellen Rechtskraft der Verfügung nicht die gleiche Bedeutung haben können wie danach. Sofern die betroffene Person nicht bereits in guten Treuen Dispositionen getroffen hat, die nur mit Verlust wieder rückgängig zu machen sind, erlauben schon verhältnismässig geringfügige Fehler die Rücknahme einer Verfügung (zum Ganzen BVR 2008 S. 309 E. 4.1 mit Hinweisen).
1.2.2 Vorliegend stehen weder Gründe des Vertrauensschutzes noch der Rechtssicherheit einer Rücknahme des «Abweisungsbeschlusses» vom 3. Oktober 2018 entgegen, zumal das SOA auf Ersuchen und zugunsten des Beschwerdeführers auf seine Anordnung zurückgekommen ist (vgl. auch Werner Thomet, Kommentar zum ZUG, 2. Aufl. 1994, N. 313).  im vorliegenden Verfahren ist demnach der «» vom 3. Oktober 2018, wobei dessen Ziffer 2 durch die  vom 25. Oktober 2018 angepasst und der zur Vergütung  Betrag von Fr. 7'333.70 auf Fr. 5'861.-- herabgesetzt wurde. Der Antrag des Beschwerdeführers ist folglich dahingehend zu verstehen, dass die Aufhebung des mit Rücknahme abgeänderten «» beantragt wird, so dass er nicht zur Vergütung eines Betrags von Fr. 5'861.-- verpflichtet ist (vgl. Beschwerde Rz. 23).