Decision ID: fdd24b03-a957-4fbb-9a5e-c043a1ffe966
Year: 2020
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
Am 18. Dezember 2015 meldete das Altersheim F._ der
Sozialversicherungsanstalt St. Gallen (nachfolgend: SVA) den Heimeintritt von A._,
Jahrgang 19_ (act. G 3.3.29; hinsichtlich Name und Jahrgang vgl. act. G 3.3.6). Am
21. Dezember 2015 teilte das Altersheim F._ der SVA mit, dass A._ per 16.
Dezember 2015 in das Altersheim G._ gewechselt habe (act. G 3.3.28). Mit an die
ehemalige Wohnadresse von A._ adressiertem Schreiben vom 21. Dezember 2015
bat die SVA um Einreichung der Heimabrechnungen von Dezember 2015 und Januar
2016 zur Prüfung eines allfälligen Anspruchs auf Pflegefinanzierung (act. G 3.3.27). Am
8. Januar 2016 meldete das Altersheim G._ der SVA den per 16. Dezember 2015
erfolgten Eintritt von A._ und deren Einstufung in die Pflegestufe 2 (act. G 3.3.26). Mit
A.a.
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Schreiben vom 4. März 2016 wies E._ die SVA darauf hin, dass ab dem 16.
Dezember 2015 als gültige Adresse für seine Schwiegermutter A._ diejenige des
Altersheims G._ zu betrachten sei. Weiter reichte er die Heimrechnungen für den
Zeitraum von November 2015 bis Januar 2016 ein (act. G 3.3.24). Mit an das
Altersheim G._ adressiertem Schreiben vom 10. März 2016 informierte die SVA A._
darüber, dass sie in die Pflegestufe 2 eingeteilt worden sei und somit kein Anspruch
auf Restfinanzierung aus der Pflegefinanzierung entstehe (act. G 3.3.23).
Am 13. Dezember 2016 meldete das Altersheim G._ der SVA den Eintritt von
A._ in die Pflegestufe 5 per 16. November 2016 (act. G 3.3.22).
A.b.
Mit an das Altersheim G._ adressiertem Schreiben vom 21. Dezember 2016
teilte die SVA A._ mit, dass sie mutmasslich einen Anspruch auf Pflegefinanzierung
hätte. Personen, die vor dem Heimeintritt in einer Gemeinde des Kantons St. Gallen
gelebt hätten, könnten sich über die AHV-Zweigstelle dieser Gemeinde für die
Pflegefinanzierung anmelden. Falls der Anspruch auf Finanzierung der Pflegekosten
geltend gemacht werden wolle, sei das entsprechende Anmeldeformular zusammen
mit allen Heimrechnungen seit Heimeintritt bei der AHV-Zweigstelle der Wohngemeinde
einzureichen. Zudem wies die SVA darauf hin, dass die Restfinanzierung rückwirkend
für längstens sechs Monate seit Antragsstellung ausgerichtet werden könne. Unter
Angabe einer Telefonnummer hiess es in dem Schreiben weiter, dass die SVA für
Auskünfte gerne zur Verfügung stehe (act. G 3.3.21).
A.c.
Am 22. Dezember 2016 teilte das Altersheim G._ der SVA den Eintritt von A._
in die Pflegestufe 7 per 3. Dezember 2016 mit (act. G 3.3.20).
A.d.
Mit Schreiben vom 5. Januar 2017 informierte die SVA A._ nochmals in der
gleichen Weise wie mit Schreiben vom 21. Dezember 2016 (act. G 3.3.19).
A.e.
Am 22. März 2017 wollte die SVA A._ nochmals die gleichen Informationen wie
bereits in den Schreiben vom 21. Dezember 2016 und 5. Januar 2017 zukommen
lassen, adressierte die Sendung jedoch an deren frühere Wohnadresse, sodass sie zur
SVA zurückgeschickt wurde (act. G 3.3.16 f.). Aus diesem Grund erstellte die SVA am
12. Juni 2017 ein erneutes Informationsschreiben, welches an das Altersheim G._
adressiert wurde (act. G 3.3.15).
A.f.
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Am 14. Februar und 27. Juni 2018 meldete das Altersheim G._ der SVA erneut
die Einteilung von A._ in die Pflegestufe 7 (act. G 3.3.13 f.).
A.g.
Mit Schreiben vom 30. Juli 2018 (bei der SVA eingegangen am 31. Juli 2018) teilte
E._ der SVA mit, seine Schwiegermutter A._ sei vom Altersheim G._ am 27. Juni
2018 darüber informiert worden, dass sie ab dem 15. Mai 2018 der Pflegestufe 7
zugeteilt worden sei, die Stufeneinteilung der SVA bereits online mitgeteilt worden sei,
ab Pflegestufe 3 ein Anrecht auf eine Pflegefinanzierung durch die Krankenkassen,
Kantone und Gemeinden bestehe und durch die SVA ein Antragsformular versendet
werde, wenn ein Anspruch auf Pflegefinanzierung geltend gemacht werde. Leider habe
seine Schwiegermutter nie ein solches Formular erhalten. Deshalb mache er im Namen
seiner Schwiegermutter rückwirkend per 1. Januar 2016 einen Anspruch auf
Pflegefinanzierung geltend. Gleichzeitig ersuche er die SVA darum, die Ausrichtung
einer Hilflosenentschädigung zu prüfen. Weiter merkte er an, dass seine
Schwiegermutter praktisch nichts mehr sehe und keine Dokumente mehr
unterschreiben könne. Daher könne er der SVA leider keine Vollmacht zustellen (act. G
3.12).
A.h.
In einem Telefonat vom 7. August 2018 informierte eine Mitarbeiterin der SVA E._
darüber, dass A._ bereits mehrfach aufgefordert worden sei, der SVA die Anmeldung
für die Pflegekostenfinanzierung einzureichen. In der entsprechenden Telefonnotiz hielt
die Mitarbeiterin der SVA sodann fest, sie sei mit E._ so verblieben, dass dieser die
Anmeldung, eine Vollmacht und die Heimabrechnungen einreichen werde. Betreffend
der beantragten Hilflosenentschädigung wurde E._ mit der IV-Stelle des Kantons St.
Gallen verbunden (act. G 3.3.11).
A.i.
Mit Schreiben vom 17. August 2018 machte die SVA E._ bezugnehmend auf das
Telefongespräch vom 7. August 2018 darauf aufmerksam, dass noch immer keine
Anmeldung für die Pflegefinanzierung eingegangen sei und dass die Pflegefinanzierung
nur rückwirkend für sechs Monate seit Eingang der Anmeldung ausgerichtet werden
könne. Weiter bat sie E._, ihr umgehend eine unterzeichnete Vollmacht zuzustellen,
da ihm ansonsten keine Auskünfte erteilt und keine Korrespondenz mehr zugestellt
werden könne (act. G 3.3.10).
A.j.
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Mit Schreiben vom 18. August 2018 (bei der AHV-Zweigstelle H._ eingegangen
am 20. August 2018) führte E._ aus, dass ihn das Schreiben der SVA vom 17. August
2018 erstaunt habe. Wie bereits anlässlich des Telefonats vom 7. August 2018
erwähnt, könne seine Schwiegermutter keine Dokumente mehr unterschreiben. Da der
SVA die Bestätigung der Heimleitung, dass A._ keine Dokumente mehr
unterzeichnen könne, nicht gereicht habe, habe er eine ärztliche Bestätigung
beibringen müssen. Auch habe er ein offizielles Formular ausfüllen und Kopien der
Heimrechnungen erstellen müssen. Dies alles habe Zeit benötigt. Übrigens habe er die
Pflegefinanzierung bereits am 4. März 2016 beantragt, jedoch habe die SVA ignoriert,
dass er geschrieben habe. Insbesondere habe er von der SVA nie ein Schreiben
erhalten, dass für die Vertretung der Schwiegermutter eine Vollmacht notwendig sei. Er
stelle somit das Begehren, dass die SVA die Pflegefinanzierung rückwirkend auf den
1. Dezember 2016 übernehme. Ausserdem bat er darum, weitere Korrespondenz direkt
an ihn zu richten mit Kopie an C._ (act. G 3.3.7). E._ legte dem Schreiben das von
ihm ausgefüllte Anmeldeformular für die Pflegefinanzierung (act. G 3.3.6), Kopien der
Heimrechnungen für die Periode von Dezember 2016 bis Juni 2018 (act. G 3.3.8) und
eine ärztliche Bestätigung von Dr. med. I._, Innere Medizin FMH, vom 10. August
2018, wonach es A._ nicht mehr möglich sei, Dokumente zu unterschreiben und sie
durch ihre nächsten Angehörigen vertreten werde (act. G 3.3.9), bei.
A.k.
Mit Verfügung vom 30. August 2018 sprach die SVA A._ ab dem 20. Februar
2018 eine Pflegefinanzierung durch die Stadt J._ für die Pflegestufe 7 in der Höhe
von Fr. 61.90 pro Tag zu und stellte einen Nachzahlungsanspruch für die Zeit vom 20.
Februar bis 31. Juli 2018 in der Höhe von Fr. 10'027.80 fest (act. G 3.3.5). Mit
Schreiben vom 31. August 2018 teilte die SVA E._ bezugnehmend auf dessen
Schreiben vom 18. August 2018 mit, dass sie C._ keine Kopie der Verfügung
zustellen könne. Zum einen sei dies systembedingt nicht möglich, da er als
Korrespondenzempfänger erfasst worden sei, zum anderen sei auch keine
entsprechende Vollmacht vorhanden. Sie legte ihm eine Kopie der Verfügung zur
Weiterleitung an C._ bei (act. G 3.3.4).
A.l.
Gegen die Verfügung vom 30. August 2018 wandte E._ am 28. September 2018
ein, dass er bereits am 4. März 2016 den Anspruch auf Pflegefinanzierung geltend
gemacht habe. Die SVA habe jedoch ignoriert, dass er ihr geschrieben habe. Auch sei
A.m.
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sie ihrer Informations- und Beratungspflicht nicht nachgekommen. Insbesondere habe
sie nicht darüber informiert, dass für die Vertretung von A._ eine Vollmacht
notwendig sei. Ausserdem werde das Gleichbehandlungsgebot und
Diskriminierungsverbot verletzt, wenn in gewissen Kantonen die Pflegeheime den
Gemeinde- bzw. Kantonsanteil an den Pflegekosten direkt mit dem Kanton abrechnen
könnten, während der Anspruch im Kanton St. Gallen durch ein kompliziertes
Anmeldeverfahren geltend gemacht werden müsse. Die betagten und
pflegebedürftigen Heimbewohner im Kanton St. Gallen würden dadurch schlechter
gestellt und diskriminiert. Er beantrage aus den dargelegten Gründen, den Erlass einer
neuen Verfügung und die Ausrichtung der Pflegefinanzierung rückwirkend per 1.
Dezember 2016. In formeller Hinsicht machte er geltend, dass in der Verfügung vom
30. August 2018 die Möglichkeit zur Akteneinsichtnahme unerwähnt geblieben sei,
weshalb diese aufgrund einer Verletzung des rechtlichen Gehörs ohnehin aufzuheben
sei (act. G 3.3.1).
Am 10. Oktober 2018 erhielt die SVA die Meldung, dass A._ am _ Oktober
2018 verstorben sei (act. G 3.2.12). Mit Mitteilung vom 11. Oktober 2018 informierte die
SVA C._ darüber, dass der Anspruch auf Restfinanzierung der Pflegekosten per 10.
Oktober 2018 entfalle. Die Berechnung habe ergeben, dass für die Zeit vom 1. bis 9.
Oktober 2018 ein Nachzahlungsanspruch in der Höhe von Fr. 557.10 bestehe (act. G
3.2.11). Mit Schreiben vom 27. März 2019 erkundigte sich E._ nach dem Stand des
Einspracheverfahrens (act. G 3.2.9). Mit einem gleichentags verfassten Schreiben teilte
die SVA C._ mit, bei der Überprüfung der Unterlagen sei festgestellt worden, dass
die Korrespondenz mittlerweile an sie und nicht mehr an E._ erfolgen sollte. Weiter
ersuchte die SVA C._ um Zustellung einer Kopie der Erbbescheinigung und um
Mitteilung, ob sie die durch E._ getätigte Einsprache noch ergänzen möchte (act. G
3.2.10). In einem Telefonat vom 29. März 2019 erklärte C._, dass die Korrespondenz
betreffend Einsprache weiterhin an E._, andere Korrespondenz jedoch an sie
zugestellt werden solle. Eine Erbbescheinigung habe sie nicht (act. G 3.2.8). Mit
Schreiben vom 6. April 2019 schilderte E._ den Ablauf der Geschehnisse seit dem
27. März 2019 aus seiner Sicht und reichte eine von den Erben C._, B._ und D._
unterzeichnete Vollmacht ein, die ihn ermächtigte, die Rechtsvertretung im
Einspracheverfahren sowie in einem allfälligen Beschwerdeverfahren zu übernehmen
A.n.
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B.
(act. G 3.2.7). In einer E-Mail vom 9. April 2019 bestätigte eine Mitarbeiterin des
Amtsnotariats K._ der SVA, dass hinsichtlich des Nachlasses von A._ C._
(Tochter der Erblasserin), B._ (Enkel der Erblasserin) und D._ (Enkel der
Erblasserin) die einzigen erbberechtigten Personen seien (act. G 3.2.6).
Mit Einspracheentscheid vom 6. Mai 2019 hiess die SVA die Einsprache
dahingehend gut, dass ein Anspruch auf Restfinanzierung der Pflegekosten für den
Zeitraum 30. Juli bis 30. Januar 2018 bestehe, sodass für den Zeitraum 30. Januar bis
19. Februar 2018 ein Nachzahlungsanspruch in der Höhe von Fr. 1'299.90 (21 Tage à
Fr. 61.90) resultiere. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, dass E._ am 30.
Juli 2018 nicht sämtliche notwendigen Unterlagen zur Bearbeitung der Anmeldung
eingereicht habe, dies jedoch mit Schreiben vom 18. August 2018 nachgeholt habe.
Das mangelhafte, nachträglich jedoch verbesserte Gesuch habe er am 30. Juli 2018
der Post übergeben. Demzufolge sei das massgebende Datum für die Anmeldung der
30. Juli 2018 und nicht, wie in der Verfügung vom 30. August 2018 festgehalten, der
20. August 2018. Da die Restpflegefinanzierung rückwirkend längstens für sechs
Monate seit Antragsstellung ausgerichtet werde, bestehe vom 30. Juli 2018
rückwirkend bis zum 30. Januar 2018 ein Anspruch auf Restpflegefinanzierung, was für
die Zeit vom 30. Januar 2018 bis 19. Februar 2018 zu einem Nachzahlungsanspruch in
der Höhe von Fr. 1'299.90 führe (act. G 3.2.3).
A.o.
Gegen diese Verfügung erhob die Erbengemeinschaft A._ (nachfolgend:
Beschwerdeführerin), vertreten durch E._ am 5. Juni 2019 Beschwerde (act. G 1). Sie
beantragte sinngemäss, die SVA (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) sei zu
verpflichten, die Restfinanzierung der Pflegekosten nicht nur rückwirkend bis zum 30.
Januar 2018, sondern rückwirkend bis zum 1. Dezember 2016 zuzusprechen (act. G 1
S. 5).
B.a.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 24. Juni 2019 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde und verwies zur Begründung auf

die Erwägungen im Einspracheentscheid (act. G 3).
B.b.
Am 20. August 2019 reichte die Beschwerdeführerin die amtliche
Erbbescheinigung ein (act. G 7 f.).
B.c.
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Erwägungen
1.
Unstrittig ist, dass für den Heimaufenthalt von A._ vom 30. Januar bis 9. Oktober
2018 ein Anspruch auf Pflegekostenbeiträge besteht. Vorliegend strittig und zu prüfen
ist, ob die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin auch für den Heimaufenthalt
von A._ vom 1. Dezember 2016 bis 29. Januar 2018 Pflegekostenbeiträge
auszurichten hat. Nachdem A._ am _ Oktober 2018 verstorben ist (act. G 3.2.12),
führt E._ stellvertretend für die Beschwerdeführerin diesen Prozess (vgl. act. G 1.2
i.V.m. 7.1).
2.
Gemäss Art. 10 Abs. 2 des Gesetzes über die Pflegefinanzierung (PFG; sGS 331.2)
erstattet die SVA der versicherten Person die Pflegekosten zurück, soweit sie nicht von
dieser und der obligatorischen Krankenpflegeversicherung zu übernehmen sind. Nach
Art. 5 der Verordnung über die Pflegefinanzierung (PFV; sGS 331.21) hat die versicherte
Person den Antrag auf Rückerstattung der Pflegekosten nach Art. 10 Abs. 2 PFG
einzureichen. Sodann wird der Pflegekostenbeitrag rückwirkend für längstens sechs
Monate seit Antragsstellung ausgerichtet (Art. 10a Abs. 2 PFG).
3.
Mit Schreiben vom 25. August 2019 wies die Beschwerdeführerin darauf hin, dass
sie den Verzicht der Beschwerdegegnerin auf die Einreichung einer ausführlichen
Beschwerdeantwort als befremdend empfinde. Weiter führte sie aus, dass die
Anmeldung für die Pflegekostenfinanzierung rechtzeitig eingereicht worden wäre, wenn
die Beschwerdegegnerin von Anfang an adressatengerecht kommuniziert hätte.
Stossend sei vor allem, dass es gemäss der Beschwerdegegnerin systembedingt nicht
möglich sein soll, Orientierungskopien zu versenden (act. G 8).
B.d.
Die Beschwerdegegnerin macht geltend, die Anmeldung für die
Pflegekostenfinanzierung sei erst am 30. Juli 2018 der Post übergeben worden, sodass
rückwirkend lediglich bis zum 30. Januar 2018 Anspruch auf Pflegekostenbeiträge
bestehe (vgl. act. G 3.2.3). Demgegenüber ist die Beschwerdeführerin der Ansicht,
dass ihr auch für den Heimaufenthalt vor dem 30. Januar 2018 die
Pflegekostenbeiträge rückvergütet werden müssten. Zum einen stellt sie sich auf den
3.1.
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Standpunkt, E._ habe bereits mit Schreiben vom 4. März 2016 einen Antrag um
Finanzierung der Pflegekosten gestellt. Ausserdem sei auch durch das Altersheim
G._ eine Anmeldung erfolgt. Zum anderen rügt sie eine Verletzung der Informations-
und Beratungspflicht durch die Beschwerdegegnerin, die es ihr verunmöglicht habe,
die formgerechte Anmeldung rechtzeitig einzureichen. Sie stellt sich auf den
Standpunkt, dass die Beschwerdegegnerin E._ Orientierungskopien der an A._
adressierten Schreiben hätte zukommen lassen müssen, nachdem er mit Schreiben
vom 4. März 2016 die Heimrechnungen eingereicht habe. Besonders stossend sei
auch, dass es der Beschwerdegegnerin systembedingt nicht möglich sein soll,
Orientierungskopien zu versenden. Nachdem E._ die Rechnungen eingereicht habe,
habe er darauf vertrauen dürfen, dass alles Notwendige erledigt sei und die
Beschwerdegegnerin andernfalls Bescheid geben würde. Überdies hätte die
Beschwerdegegnerin erkennen müssen, dass es A._ aufgrund ihres Alters nicht mehr
möglich gewesen sei, einen schriftlichen Antrag zu stellen (act. G 1 S. 3 f.).
3.2.
Im Schreiben vom 4. März 2016 hat E._ keinen Antrag auf Rückerstattung von
Pflegekosten gestellt (act. G 3.3.24 S. 7). Er hat einzig Kopien der Heimrechnungen
eingereicht und auf die aktuelle Adresse von A._ aufmerksam gemacht (act. G
3.3.24). Als konkludenten Antrag um Ausrichtung von Pflegekostenbeiträgen hat die
Beschwerdegegnerin das Zusenden der Unterlagen nicht verstehen müssen, zumal die
Rechnungen auch nicht von der Anspruchsberechtigten, sondern einer Drittperson
eingereicht worden sind (vgl. act. G 3.3.24). Auch aus den Mutationsmeldungen durch
das Altersheim hat die Beschwerdegegnerin nicht erkennen können, dass A._ eine
Anmeldung vornehmen möchte, da das Heim nach Art. 6 PFV ohnehin zu gewissen
Meldungen verpflichtet ist. Ein Heim hat also unabhängig davon, ob
Pflegekostenbeiträge geltend gemacht werden wollen oder nicht, der
Beschwerdegegnerin gewisse Informationen zuzustellen. Dass solche
Pflichtmitteilungen möglicherweise gerade auch in der Meinung erfolgen, dass sie für
eine allfällige Anmeldung zur Pflegekostenfinanzierung benötigt werden, heisst noch
nicht, dass die anspruchsberechtigte Person dann tatsächlich eine Anmeldung
vornehmen muss bzw. will.
3.2.1.
Allerdings hat die Beschwerdegegnerin durch die eingereichten Heimrechnungen
erkennen können, dass A._ möglicherweise ein Interesse an einer
Pflegekostenfinanzierung haben könnte. Aus diesem Grund ist sie gestützt auf Art. 27
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG;
3.2.2.
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SR 830.1) i.V.m. Art. 4a PFG verpflichtet gewesen, ihre Beratungspflicht dahingehend
auszuüben, dass A._ in geeigneter Weise über die für den Anspruch erforderliche
Antragsstellung informiert wird. Dieser Verpflichtung ist die Beschwerdegegnerin,
nachdem sie von der Einstufung von A._ in eine höhere Pflegestufe erfahren hatte
(act. G 3.3.22 und 3.3.20), nachgekommen, indem sie diese mit Schreiben vom
21. Dezember 2016 (act. G 3.3.21), 5. Januar 2017 (act. G 3.3.19) und 12. Juni 2017
(act. G 3.3.15) über den potentiellen Anspruch und das Vorgehen zur Geltendmachung
des Anspruchs informiert hat. Aus dem Umstand, dass ein zusätzliches Schreiben vom
22. März 2017 zunächst versehentlich an die falsche Adresse geschickt worden ist
(vgl. act. G 3.3.16 f.), kann die Beschwerdeführerin nichts zu ihren Gunsten ableiten.
Zum einen hat die Beschwerdegegnerin das Informationsschreiben umgehend an die
korrekte Adresse zugestellt, nachdem sie von der Fehlzustellung erfahren hatte
(vgl. act. G 3.3.15 i.V.m. 16). Zum anderen hatte sie die Informationen zuvor, wie
bereits erwähnt, auch schon an die richtige Adresse gesandt (vgl. act. G 3.3.21 und
3.3.19). Durch das Absenden der Informationsschreiben ist die Beschwerdegegnerin
ihrer Auskunftspflicht grundsätzlich hinreichend nachgekommen. Dass keines dieser
drei Schreiben bei A._ eingetroffen sein sollte, wie es E._ in einem Schreiben vom
30. Juli 2018 angetönt hat (vgl. act. G 3.3.12), ist äusserst unwahrscheinlich und wird
von der Beschwerdeführerin in der Beschwerde auch nicht mehr geltend gemacht
(vgl. act. G 1). Vielmehr gesteht sie sinngemäss ein, dass die Schreiben A._ wohl
zugestellt worden sein mögen, jedoch ohne Orientierungskopie an E._, was sie
bemängelt (vgl. act. G 1 S. 3, unten).
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin kann es der Beschwerdegegnerin
jedoch nicht zum Vorwurf gemacht werden, dass sie die Informationsschreiben A._
direkt zugestellt hat und keine Orientierungskopien an E._ gesandt hat. Allein aus
dem Schreiben vom 4. März 2016 hat sie nämlich nicht erkennen können, dass E._
als Vertreter von A._ agieren will oder zukünftige Korrespondenz an ihn erfolgen
sollte. E._ hat in dem Schreiben nichts in dieser Art erwähnt. Er hat im Gegenteil den
Eindruck erweckt, dass Postsendungen weiterhin an A._ gehen sollten, indem er der
Beschwerdegegnerin deren korrekte Adresse mitgeteilt hat (vgl. act. G 3.3.24 S. 7). Auf
ein Vertretungsverhältnis hat die Beschwerdegegnerin aus dem Schreiben vom 4. März
2016 somit nicht schliessen können. Ein solches hätte ihr entsprechend angezeigt
werden müssen, wenigstens solange für sie keine Anhaltspunkte für eine
Unzurechnungsfähigkeit von A._ erkennbar gewesen sind. Denn aus der Zustellung
der Heimrechnungen durch eine andere Person, kann nicht ohne weiteres gefolgert
werden, dass auch Korrespondenzen mit der Beschwerdegegnerin über diese Person
3.2.3.
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laufen sollen. Es liegt grundsätzlich auch nicht im Aufgabenbereich der
Beschwerdegegnerin, eingehende Nachforschungen darüber anzustellen, ob eine
anspruchsberechtigte Person allenfalls vertreten sein will, solange eine
Vertretungsabsicht nicht genügend deutlich zum Ausdruck gebracht wird und keine
Anhaltspunkte für eine Unzurechnungsfähigkeit vorliegen.
Die Akten liefern keine Anhaltspunkte dafür, dass für A._ eine Beistandschaft
errichtet oder ihre Handlungsfähigkeit eingeschränkt worden wäre. Hinweise auf
Unzurechnungsfähigkeit von A._ haben der Beschwerdegegnerin nicht vorgelegen.
Dass es ihr nicht mehr möglich sei, Dokumente zu unterschreiben, ist der
Beschwerdegegnerin erstmals mit Schreiben von E._ vom 30. Juli 2018 mitgeteilt
worden (vgl. act. G 3.3.12). Ab diesem Datum ist die Korrespondenz nicht mehr direkt
A._, sondern neu E._ zugestellt worden. Alleine aufgrund des fortgeschrittenen
Alters, der Unterbringung im Heim oder des Umstandes, dass keine Anmeldung für die
Pflegefinanzierung eingereicht worden ist, hat die Beschwerdegegnerin jedenfalls nicht
auf Unzurechnungsfähigkeit oder Unbeholfenheit von A._ schliessen müssen.
Vielmehr hat sie in guten Treuen davon ausgehen können, dass diese die Post erhält
und versteht oder dass sich zumindest jemand anderes ihrer Post annimmt. Demnach
ist davon auszugehen, dass die Anmeldung für die Pflegekostenfinanzierung nicht
aufgrund ungenügender Informationen seitens der Beschwerdegegnerin oder
fehlerhafter Zustellung der Informationen, sondern aus andern, hier nicht näher zu
beleuchtenden Gründen verspätet erfolgt ist. Deshalb spielt es vorliegend auch keine
Rolle, ob es der Beschwerdegegnerin systembedingt möglich ist, an bestimmte
Personen Orientierungskopien zu senden. Nach dem Gesagten hat die
Beschwerdegegnerin die Rückwirkungsdauer des Anspruchs auf
Pflegekostenfinanzierung in Anwendung der dargelegten rechtlichen Grundlagen
korrekt berechnet.
3.2.4.
Soweit die Beschwerdeführerin sinngemäss weiter geltend macht, die
dargelegten Bestimmungen dürften keine Anwendung finden, da sie den Grundsatz der
Gleichbehandlung bzw. das Diskriminierungsverbot verletzten (act. G 1 S. 5), kann ihr
ebenfalls nicht gefolgt werden. Die Beschwerdegegnerin hat im angefochtenen
Einspracheentscheid zutreffend dargelegt, dass Art. 25a Abs. 5 des Bundesgesetzes
über die Krankenversicherung (KVG; SR 832.10) die Regelung der Restfinanzierung der
Pflegekosten den Kantonen übertragen hat, sodass die Abwicklung der
Pflegekostenbeitragszahlungen aufgrund des föderalistischen Systems der Schweiz
von Kanton zu Kanton variieren kann (vgl. act. G 3.1.1). Auch wenn es in gewisser
Weise nachvollziehbar ist, dass die Beschwerdeführerin diese unterschiedliche
3.2.5.
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4.
Handhabung als ungerecht empfindet, sind die kantonalen Regelungen vorliegend
anzuwenden.
Schliesslich rügt die Beschwerdeführerin eine Verletzung des rechtlichen Gehörs.
Einerseits sei die Beschwerdegegnerin in ihrem Einspracheentscheid nicht auf
sämtliche in der Einsprache vorgebrachten Rügen eingegangen. Zum anderen sei die
Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 30. August 2018 aufzuheben, weil darin die
Möglichkeit der Akteneinsicht verschwiegen worden sei (vgl. act. G 1).
4.1.
Die Parteien haben gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der
Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) Anspruch auf rechtliches Gehör.
Wichtiger Bestandteil dieses Anspruchs ist die Pflicht der Behörden, einen Entscheid
zu begründen. Überdies statuiert Art. 52 Abs. 2 ATSG die Begründungspflicht
ausdrücklich auch für Einspracheentscheide. Die Begründungspflicht soll verhindern,
dass sich eine Behörde von unsachlichen Motiven leiten lässt, und den Betroffenen soll
durch die Begründung ermöglicht werden, den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht
anfechten zu können. In diesem Sinn müssen in der Begründung wenigstens kurz die
Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde leiten lassen hat und auf
die sich der Entscheid stützt, wobei sich die Begründung aber auf die für den
Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken darf (zum Ganzen BGE 112 Ia
110 E. 2b mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 17. Dezember 2015,
8C_608/2015, E. 3.2.2 mit Hinweis). Das Recht auf Akteneinsicht ist ebenfalls
Bestandteil des rechtlichen Gehörs (BGE 132 V 388 E. 3.1) und wird überdies in Art. 47
ATSG gewährleistet. Grundsätzlich hat eine Partei ein Gesuch um Akteneinsicht zu
stellen, damit die Einsichtnahme gewährt oder verweigert werden kann (BGE 132 V 391
E. 6.2 mit Hinweisen).
4.2.
Soweit die Beschwerdeführerin die dem Einspracheentscheid zu Grunde liegende
Verfügung rügt, ist darauf hinzuweisen, dass der Einspracheentscheid die Verfügung
ersetzt hat und somit nur der Einspracheentscheid Anfechtungsgegenstand des
vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet (vgl. BGE 131 V 412 E. 2.1.2.1). Im Übrigen
ist aber auch nicht ersichtlich, inwiefern das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin
verletzt worden sein soll. Nachdem die Einsprache von E._, in welcher er den
Wunsch nach Akteneinsicht geäussert hatte, am 1. Oktober 2018 bei der
Beschwerdegegnerin eingetroffen war (act. G 3.3.1), hat diese die Akten mit Schreiben
vom 3. Oktober 2018 unverzüglich zugestellt (act. G 3.2.14). Die Beschwerdeführerin
bzw. deren Vertreter hätten im Einspracheverfahren in Kenntnis der gesamten
4.3.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 13/13
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St.Galler Gerichte
5.
Nach den vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten
sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Ausgangsgemäss hat die
Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.