Decision ID: 06bd0385-2a24-448f-ade0-3f906274d5b7
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Robert Baumann, Waisenhausstrasse 17,
Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a A._ war seit 1. Juni 2002 beim Verein B._ als Betreuer des landwirtschaftlichen
Bereichs tätig und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva)
gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 30. Oktober 2007 meldete der
Arbeitgeber der Suva einen Unfall. Der Versicherte sei am 10. Oktober 2007 von einem
Auto angefahren worden, sei daraufhin mit dem "Töff" gestürzt und habe sich eine
Prellung am linken Oberschenkel und an der Hand zugezogen (Suva-act. 1). Der
Hausarzt des Versicherten, Dr. med. C._, Arzt für Allgemeine Medizin FMH, teilte der
Suva in einem ärztlichen Zeugnis vom 23. April 2008 mit, der Versicherte habe nach
dem Unfall über Sensibilitätsstörungen Dig 3/4 links geklagt. Im November 2006 sei
dort ein Carpaltunnelsyndrom (CTS) operiert worden. Nach der EMG (Elektromyografie)
- der Versicherte war auf Zuweisung von Dr. C._ am 7. Februar 2008 in der Klinik für
Neurologie des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) auf ein CTS sowie ein Sulcus Nervus
ulnaris Syndrom hin elektromyographisch bzw. -neurographisch untersucht worden
(Suva-act. 3) - handle es sich jetzt wiederum um ein CTS links. Er denke, dass dieses
posttraumatisch sei. Die Beschwerden seien nicht sehr stark, weshalb die Behandlung
vorläufig mit Vorbehalt abgeschlossen werde (Suva-act. 4).
A.b Am 22. Mai 2008 erfolgte durch den Arbeitgeber eine als Rückfall bezeichnete
Schadenmeldung (Suva-act. 2). Am 3. Juni 2008 liess die Suva die Frage der
Rückfallkausalität kreisärztlich beurteilen (Suva-act. 5). In einem ärztlichen
Zwischenbericht vom 13. August 2008 stellte Dr. C._ die Diagnose einer
Sensibilitätsstörung im Bereich der linken Hand und hielt des Weiteren fest, dass bis
jetzt nichts habe erreicht werden können. Therapeutisch sehe er keine Möglichkeiten
mehr, etwas zu verändern. Der Versicherte sei mit dem Befund soweit zufrieden und
nicht sehr stark belästigt, so dass die Heilbehandlung vorläufig abgeschlossen werden
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könne (Suva-act. 6). Am 6. Oktober 2008 wurde auf Zuweisung von Dr. C._ in der
Klinik für Neurologie des KSSG eine konsiliarische Untersuchung (Suva-act. 8) mit einer
weiteren elektroneuro-/myografischen Untersuchung (Suva-.act. 7) durchgeführt. Die
Ärzte diagnostizierten im Untersuchungsbericht vom 7. Oktober 2008 (Suva-act. 8) ein
Sulcus ulnaris Syndrom beidseits, ein klinisch sensomotorisches CTS beidseits,
elektroneuro-/myografisch aktuell allenfalls ein leichtes sensibles CTS rechts, eine
arterielle Hypertonie, einen Status nach Operation eines CTS links vom November
2006, einen Status nach Töffunfall vom Oktober 2007, seither Beschwerden in der
linken Hand, sowie einen Status nach Schleudertrauma im Jahr 2000. Am 17. Februar
2009 erfolgte in der Klinik für Neurologie des KSSG erneut eine ambulante
Verlaufskontrolle mit zusätzlicher elektroneuro-/myografischer Diagnostik. Im
gleichentags erstellten Bericht wurden ein unveränderter klinisch-neurologischer Status
sowie unveränderte elektrophysiologische Befunde mit einem leichten
sensomotorischen CTS rechtsseitig und einem Sulcus ulnaris Syndrom linksseitig
festgestellt (Suva-act. 13). Am 28. April 2009 teilte der Versicherte der Suva telefonisch
mit, es sei kein Termin im KSSG oder beim Hausarzt mehr vorgesehen (Suva-act. 14)
und bestätigte dies mit Schreiben vom 7. Januar 2010, wobei er hinzufügte, dass sich
Klein- und Ringfinger nach wie vor beinahe immer wie eingeschlafen anfühlen würden
(Suva-act. 15).
A.c Am 15. Juni 2011 wurde der Suva ein weiterer Rückfall zum Unfall vom
10. Oktober 2007 gemeldet (Suva-act. 16), nachdem anlässlich einer Untersuchung im
Spital D._ vom 10. Mai 2011 ein Kubitalsyndrom links bei Zustand nach
Karpaldachspaltung links diagnostiziert worden war (Suva-act. 17). Am 16. Juni 2011
wurde beim Versicherten im Spital D._ eine endoskopische Dekompression des
Nervus ulnaris links durchgeführt. Die Hospitalisation dauerte bis zum folgenden Tag
(Suva-act. 19).
A.d Gestützt auf eine kreisärztliche Beurteilung der Rückfallkausalität vom 22. Juli
2011 (Suva-act. 21) eröffnete die Suva dem Versicherten mit Verfügung vom 29. Juli
2011, dass die Kausalität zwischen den Ellbogenbeschwerden links und dem Unfall
vom 10. Oktober 2007 nicht sicher oder mindestens mit Wahrscheinlichkeit gegeben
sei. Die Suva sei demzufolge nicht leistungspflichtig (Suva-act. 23).
B.
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Die gegen diese Verfügung vom Rechtsvertreter des Versicherten, Rechtsanwalt lic. iur.
HSG R. Baumann, St. Gallen, am 26. August 2011 erhobene (Suva-act. 30) und am
16. November 2011 ausführlich begründete Einsprache (Suva-act. 35) wies die Suva
nach Einholung einer ärztlichen Beurteilung von Dr. med. E._, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparats FMH (Suva-act.
38.1), mit Einspracheentscheid vom 24. Januar 2012 ab (Suva-act. 39). Der
Krankenversicherer (Progrès Versicherungen AG) zog die vorsorglich erhobene
Einsprache (Suva-act. 24) nach Einsicht in die Akten zurück (Suva-act. 29).
C.
C.a Gegen den Einspracheentscheid vom 24. Januar 2012 liess der Versicherte durch
seinen Rechtsvertreter mit Eingabe vom 20. Februar 2012 (act. G 1) Beschwerde
erheben. Darin wird beantragt, der angefochtene Einspracheentscheid und damit auch
die Verfügung vom 29. Juli 2011 seien vollumfänglich aufzuheben und es sei
festzustellen, dass für den vom Beschwerdeführer am 15. Juni 2011 gemeldeten
Schadenfall/Rückfall bzw. die entsprechenden Beschwerden eine Leistungspflicht der
Beschwerdegegnerin bestehe, bzw. die Beschwerdegegnerin zu verpflichten sei, dem
Beschwerdeführer die gesetzlichen Leistungen (Behandlungskosten, Wegkosten,
Taggelder, Rente, Integritätsentschädigung etc.), ab wann rechtens, zuzusprechen und
auszurichten. Eventualiter sei in Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids
die Streitsache an die Beschwerdegegnerin zur Vornahme weiterer medizinischer
Abklärungen im Sinn der nachstehenden Ausführungen zurückzuweisen, damit nach
Vorliegen der Abklärungsergebnisse neu über die Leistungsansprüche des
Beschwerdeführers verfügt werden könne, unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
C.b In der Beschwerdeantwort vom 14. März 2012 (act. G 3) beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde.
C.c Mit Replik vom 11. Juli 2012 bestätigte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers seine Anträge. Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung
einer Duplik verzichtet.
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C.d Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die Ausführungen in
den medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden

Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.
1.1 Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Einspracheentscheid die auch
bei Rückfällen und Spätfolgen (Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung
[UVV; SR 832.202]) geltende rechtliche Voraussetzung des für eine Leistungspflicht des
Unfallversicherers erforderlichen natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs
zwischen einem Unfall und in dessen Folge eingetretener Gesundheitsschädigungen
(Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]; BGE
129 V 181 E. 3.1) zutreffend dar. Darauf ist zu verweisen. Die Beurteilung des
natürlichen Kausalzusammenhangs erfolgt aufgrund der Feststellungen bei den
medizinischen Untersuchungen und ist Aufgabe des Arztes oder der Ärztin.
Demgegenüber obliegt es dem Gericht, die Frage nach dem adäquaten
Kausalzusammenhang zu beantworten (BGE 123 III 110 und 112 V 30; PVG 1984 Nr.
82, 174). Bei physischen Unfallfolgen hat allerdings die Adäquanz gegenüber dem
natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 118 V
291 f. E. 3a).
1.2 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach haben die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für
die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen.
Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den
Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a je mit
Hinweisen; vgl. BGE 130 I 183 f. E. 3.2). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die
Beweislast im Sinn der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im
Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien die Beweislast nur insofern, als
im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus
dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Bei der hinsichtlich
Rückfällen zu erfüllenden Anspruchsvoraussetzung eines erneuten natürlichen
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Kausalzusammenhangs handelt es sich um eine anspruchsbegründende Tatsache. Die
diesbezüglichen Konsequenzen bei Beweislosigkeit trägt damit die versicherte Person
(RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b; Alexandra Rumo-Jungo, Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, 3. Aufl. Zürich 2003, S. 71 f.). Die Verwaltung als verfügende
Instanz und - im Beschwerdefall - das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als
bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialver
sicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nichts
Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt für die
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 117 V 360 E. 4a mit Hinweisen).
2.
2.1 Die Beschwerdegegnerin hat im Rahmen des Grundfalls, d.h. bezüglich der
Schadenmeldung vom 30. Oktober 2007 (Svua-act. 1), die Leistungspflicht für das
Unfallereignis vom 10. Oktober 2007 anerkannt und ist für die Heilbehandlung
aufgekommen. Am 7. Februar 2008 fand in der Klinik für Neurologie des KSSG die
erste elektroneuro-/myografische Untersuchung des Beschwerdeführers statt (Suva-
act. 3), worauf Dr. C._ im ärztlichen Zeugnis vom 23. April 2008 festhielt, der
Beschwerdeführer klage seit dem Unfall über Sensibilitätsstörungen Dig 3/4. Im
November 2006 sei dort ein CTS operiert worden. Nach der EMG handle es sich jetzt
wiederum um ein CTS links, welches posttraumatisch sei. Die Beschwerden des
Patienten seien nicht sehr stark, weshalb ein vorläufiger Behandlungsabschluss mit
Vorbehalt erfolge (Suva-act. 4). Laut Einspracheentscheid vom 24. Januar 2012 schloss
die Beschwerdegegnerin den Grundfall gestützt auf diese Aussage von Dr. C._ ab
(Suva-act. 39: Bst. A, 1. Absatz). Am 22. Mai 2008 erfolgte eine weitere
Schadenmeldung unter Hinweis auf das Unfallereignis vom 10. Oktober 2007, welche
als Rückfall bezeichnet wurde (Suva-act. 2), und wofür die Beschwerdegegnerin ihre
Leistungspflicht offensichtlich ebenfalls anerkannte. In einem ärztlichen
Zwischenbericht vom 13. August 2008 diagnostizierte Dr. C._ eine
Sensibilitätsstörung im Bereich der linken Hand, hielt jedoch fest, er sehe therapeutisch
keine Möglichkeiten, etwas zu verändern. Der Beschwerdeführer sei eigentlich mit dem
Befund soweit zufrieden. Er sei nicht sehr stark belastet, sodass vorläufig ein
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Behandlungsabschluss stattfinde (Suva-act. 6). Am 6. Oktober 2008 und 17. Februar
2009 fanden jedoch bereits wieder elektroneuro-/myografische Untersuchungen in der
Klinik für Neurologie des KSSG statt (Suva-act. 7, 13). Ein formloser Fallabschluss
durch die Beschwerdegegnerin erfolgte denn offenbar auch erst gestützt auf die
telefonische Mitteilung des Beschwerdeführers vom 28. April 2009 (Suva-act. 14) sowie
dessen Aussage im Schreiben vom 7. Januar 2010 (Suva-act. 15), es sei kein Termin
im KSSG oder beim Hausarzt mehr vorgesehen (vgl. Suva-act. 39: Bstb. A, 2. Absatz).
Am 15. Juni 2011 erfolgte sodann die Meldung des hier streitigen Rückfalls zum Unfall
vom 10. Oktober 2007 (Suva-act. 16).
2.2 Aus den Akten ist zunächst nicht ersichtlich, dass bezüglich des Fallabschlusses
im Grundfall sowie des ersten sogenannten Rückfalls eine schriftliche Mitteilung im
Sinn von Art. 51 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) oder eine schriftliche Verfügung ergangen
ist (Art. 49 Abs. 1 ATSG). Grundsätzlich wurden damit beide Male keine
rechtskonformen Fallabschlüsse vorgenommen (vgl. BGE 132 V 412 und 134 V 145).
Die eben dargelegte Sachlage spricht für einen fortdauernden Grundfall. Im weiteren ist
zu beachten, dass von der ersten Schadenmeldung weg bis zur sogenannten
Rückfallmeldung rund sieben Monate, vom angenommenen Abschluss des Grundfalls
(23. April 2008) bis zur Durchführung der nächsten ärztlichen Untersuchung (6. Oktober
2008) sogar nur rund fünfeinhalb Monate vergingen, und Dr. C._ beim Beschwerde
führer auch zwischendurch (13. August 2008) eine Sensibilitätsstörung im Bereich der
linken Hand diagnostiziert hat. Dieser zeitliche Ablauf lässt es als gerechtfertigt
erscheinen, von einem fortdauernden Grundfall auszugehen (vgl. dazu Franz Schlauri,
Verfahrensfragen in der Sozialversicherung, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri
[Hrsg.], Veröffentlichungen des Schweizerischen Instituts für Verwaltungskurse,
Band 40, S. 57). Von der zweiten Schadenmeldung und des diesbezüglichen (wenn
auch nicht rechtskonform vollzogenen) Fallabschlusses weg bis zur hier streitigen
Schadenmeldung vom 15. Juni 2011 vergingen hingegen rund drei bzw. eineinhalb
Jahre. Dieser zeitliche Ablauf lässt es als gerechtfertigt erscheinen, von einem Rückfall
auszugehen. Gemäss Verfügungswortlaut vom 29. Juli 2011 (Suva-act. 23) ging auch
die Beschwerdegegnerin bei der Schadenmeldung vom 15. Juni 2011 von einem
Rückfall aus. Ein Rückfall liegt praxisgemäss vor, wenn ein vermeintlich geheiltes
Leiden wieder aufflackert, so dass es erneut zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise
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zu einer Arbeitsunfähigkeit kommt (vgl. BGE 118 V 296 f. E. 2c). Bei Auftreten eines
anders gearteten Krankheitsbilds vermag grundsätzlich kein Rückfall vorzuliegen. Beim
Beschwerdeführer wurde ein Sulcus ulnaris Syndrom bereits anlässlich der
elektroneuro-/myografischen Untersuchungen vom 6. Oktober 2008 und 17. Februar
2009 und damit vor dem Fallabschluss bezüglich der zweiten Schadenmeldung
erhoben. Auch diese Sachlage lässt es als gerechtfertigt erscheinen, von einem
Rückfall auszugehen. Wie es sich letztlich mit der Beweislastverteilung bzw. der Frage,
ob im vorliegenden Fall von einem Rückfall oder einem fortdauernden Grundfall
auszugehen ist, verhält, kann jedoch im Hinblick auf die nachfolgenden Erwägungen
offen bleiben. Denn die Frage, wer die Folgen einer allfälligen Beweislosigkeit zu tragen
hat, stellt sich erst, wenn es sich tatsächlich als unmöglich erweisen sollte, im Rahmen
des Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt
zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu
entsprechen, was vorliegend - wie zu zeigen sein wird - nicht zutrifft.
3.
3.1 Streitig und zu prüfen ist, ob zwischen den am 15. Juni 2011 gemeldeten
Beschwerden im linken Ellbogen (Suva-act. 16) bzw. dem vom Spital D._ im
Untersuchungsbericht vom 12. Mai 2011 diagnostizierten Kubitaltunnelsyndrom links,
welches am 16. Juni 2011 im gleichen Spital mit einer endoskopischen Dekompression
des Nervus ulnaris operativ behandelt wurde (Suva-act. 19), und dem Ereignis vom
10. Oktober 2007 ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, so dass ein Rückfall
bejaht werden kann. Während die Beschwerdegegnerin gestützt auf die Beurteilungen
ihres Kreisarztes Dr. E._ vom 22. Juli und 28. Dezember 2011 (Suva-act. 21, 38.1)
davon ausgeht, die fraglichen Ellbogenbeschwerden seien nicht auf den Unfall vom
10. Oktober 2007 zurückzuführen - und seien damit wohl als krankheits- bzw.
degenerativ bedingt zu betrachten -, stellt sich der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers auf den Standpunkt, die kreisärztliche Beurteilung könne nicht als
massgebend angesehen werden. Als blosse Aktenbeurteilung ohne Untersuchung und
spezialärztliche Abklärung des Beschwerdeführers hinsichtlich Unfallfolgen sei sie
weder vollständig noch umfassend. Sie sei aber auch nicht nachvollziehbar und
schlüssig sowie nicht ausreichend unabhängig und objektiv. Entgegen der
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kreisärztlichen Beurteilung spiele der Unfall für die fragliche Ellbogenproblematik mit
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit eine kausale Rolle.
3.2 Das Kubitaltunnelsyndrom stellt eine gesundheitliche Störung dar, bei welcher
grundsätzlich beide von den Verfahrensparteien vertretenen Kausalitäten denkbar sind.
So kann das fragliche Syndrom sowohl im Rahmen eines degenerativen Prozesses,
d.h. infolge einer Arthrose, durch eine Subluxationstendenz des Nervs oder
Druckschädigung, beispielsweise infolge falscher Lagerung des Ellenbogens bei lang
dauernder Operation, oder andere mechanische Belastung entstehen, aber auch als
unfallkausaler Gesundheitsschaden infolge Druckschädigung des Nervus ulnaris durch
Frakturen (allenfalls mit posttraumatischer Fehlstellung des Ellbogens) oder Luxationen
am Ellenbogengelenk auftreten (vgl. dazu Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 262.
Aufl. Berlin 2011, S. 2005 unter "Sulcus-nervi-ulnaris-Syndrom"; Roche Lexikon
Medizin, 5. Aufl. München 2003, S. 1781 unter "Sulcus-ulnaris-Syndrom"; Alfred M.
Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2002, S. 741; <http://
www.neurochirurgie-dossenheim.de/k_kubitaltunnel.htm> und <http://www.gutachten-
hand-arm.de/Ulnaris/Druckschaden.htm>, abgerufen am 12. November 2012).
Nachfolgend ist damit zu entscheiden, von welcher Kausalität (Krankheits- oder
Unfallkausalität) mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
auszugehen ist.
4.
4.1 Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
des Experten oder der Expertin begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert
eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels
noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als
Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). Den Berichten
versicherungsinterner Ärzte kann rechtsprechungsgemäss gleichfalls Beweiswert
beigemessen werden, sofern sie schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet
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sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit
bestehen (BGE 135 V 469 f. E. 4.4 mit Hinweisen; RKUV 1991 Nr. U 133 S. 311). Der
Umstand, dass Dr. E._ seine Beurteilungen vom 22. Juli und 28. Dezember 2011
(Suva-act. 21, 38.1) aufgrund der Akten abgegeben und den Beschwerdeführer nicht
selbst untersucht hat, steht dem Beweiswert seiner Beurteilungen nicht entgegen. Für
die Beweistauglichkeit entscheidend ist, dass genügend Unterlagen von persönlichen
Untersuchungen vorliegen (RKUV 1988 Nr. U 56 S. 366 E. 5b). Den Ausführungen in
der Beurteilung vom 28. Dezember 2011 unter der Rubrik "Aktenmässiger Verlauf" (Ziff.
2) ist zu entnehmen, dass Dr. E._ seine Einschätzung in Kenntnis der vorliegenden
Vorakten abgegeben hat. Die Argumentation des Rechtsvertreters des
Beschwerdeführers, in der ergänzenden kreisärztlichen Beurteilung vom 28. Dezember
2011 sei kein anderes Ergebnis zu erwarten gewesen, nachdem der Kreisarzt bereits in
seiner Kurzbeurteilung vom 22. Juli 2011 eine Kausalität verneint habe, ist gerade
dahingehend zu werten, dass der Kreisarzt seine Kurzbeurteilung bzw. die Verneinung
einer Kausalität im Rahmen einer ausführlichen Beurteilung nur zu festigen vermochte.
Es ist nicht nachvollziehbar, inwiefern einem solchen Umstand mangelnde Objektivität
zukommen sollte. Selbstverständlich gilt es nun aber im Folgenden, die kreisärztliche
Beurteilung auf ihren überwiegend wahrscheinlichen Beweiswert hin zu prüfen.
4.2 In der Kurzbeurteilung vom 22. Juli 2011 verneinte Dr. E._ eine
Rückfallkausalität mit der Begründung, dass der Grundfall die linke Hand betroffen
habe. Vom Ellbogen sei seinerzeit keine Rede gewesen (Suva-act. 21). In der ärztlichen
Beurteilung vom 28. Dezember 2011 ergänzte der Kreisarzt, aus den
Echtzeitdokumenten sei eine direkte Verletzung im Bereich des linken Ellbogens nicht
zu entnehmen. Gemäss Schilderung des Patienten habe ein direktes Trauma auf das
linke Ellbogengelenk nicht stattgefunden. In der ersten neurographischen
Untersuchung der oberen Extremitäten vom 7. Februar 2008 seien Läsionen betreffend
den linken Nervus ulnaris objektiv nicht nachgewiesen worden. Von einer Affektion des
linksseitigen Nervus ulnaris sei erstmals in der neurographischen Kontrolluntersuchung
vom 6. Oktober 2008 berichtet worden. Im Übrigen sei darauf zu verweisen, dass eine
solche Veränderung auch auf der rechten Seite nachgewiesen worden sei.
Zusammengefasst sei aufgrund der vorliegenden medizinischen Datenlage das
linksseitige Nervus ulnaris Syndrom nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf
den Unfall vom 10. Oktober 2007 zurückzuführen (Suva-act. 38.1).
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4.3 Massgebende Beurteilungskriterien für die Ursächlichkeit einer
Gesundheitsschädigung bilden zunächst - wie auch von Dr. E._ für seine Verneinung
der Unfallkausalität als richtungweisend betrachtet - der Unfallmechanismus
zusammen mit den ursprünglich gestellten Unfalldiagnosen sowie der zeitliche Ablauf.
In den ereignisnahen Akten, d.h. in der Unfallmeldung vom 30. Oktober 2007 (Suva-act.
1), ist von einer Prellung an Oberschenkel und Hand die Rede. Am 13. November 2008
berichtete der Beschwerdeführer gegenüber der Beschwerdegegnerin, er sei am
10. Oktober 2007 als Motorradfahrer von einem Auto angefahren und nach vorne über
das Motorrad katapultiert worden. Beim Aufprall habe er sich mit der linken Hand innen
abgestützt. Er habe auch Schürfungen am linken Bein erlitten (Suva-act. 10). Aus den
angeführten Unfallschilderungen geht explizit keine Mitbeteiligung des linken Ellbogens
hervor. Wiederholt wurde nur ein Abfangen des Sturzes mit der linken Hand erwähnt.
Eine Mitbeteiligung des linken Ellbogens bzw. Unterarms wurde erst beschwerdeweise
formuliert. Entscheidend ist jedoch letztlich, dass in den medizinischen Akten keinerlei
Anhaltspunkte für das Geschehen einer Fraktur oder Luxation des Ellbogengelenks und
damit - wie bereits erwähnt - einer, zu einer Schädigung des Nervus ulnaris führenden
Verletzung (vgl. Erwägung 3.2), vorhanden sind. Ein bei Unfällen üblicherweise in den
Akten zu findendes, von der Beschwerdegegnerin standardisiertes, insbesondere über
die echtzeitliche Unfalldiagnose Auskunft gebendes, Arztzeugnis des
erstbehandelnden Arztes Dr. C._ liegt zwar keines bei den Akten. In seinem
ärztlichen Zeugnis vom 23. April 2008 (Suva-act. 4) zieht jedoch Dr. C._ ein solches
Geschehen nicht einmal in Erwägung. Im Regelfall führen massgebende Verletzungen
zu Schmerzen und werden unmittelbar im Anschluss an den Unfall oder zumindest
unfallnah auch im entsprechenden Umfang wahrgenommen und im Rahmen einer
ärztlichen Untersuchung diagnostiziert. Im konkreten Fall wurde jedoch die Frage nach
einer solchen Verletzung auch nicht zu einem späteren Zeitpunkt gestellt. Ohne
Ellbogengelenksverletzung erscheint jedoch ein unfallkausales Kubitaltunnelsyndrom
unwahrscheinlich. Damit übereinstimmend stellt sich der Entwicklungsverlauf der
Diagnosestellung des Sulcus ulnaris Syndroms dar, angesichts dessen die Annahme
einer Unfallverursachung ebenfalls nicht als überwiegend wahrscheinlich ausgewiesen
gelten kann. In der ersten, rund vier Monate nach dem Unfall, am 7. Februar 2008 auf
Zuweisung von Dr. C._ durchgeführten elektroneuro-/
myografischen Untersuchung in der Klinik für Neurologie des KSSG wurde der
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Beschwerdeführer auf ein CTS sowie ein Sulcus Nervus ulnaris Syndrom hin
untersucht. Elektroneurographisch zeigte sich rechts ein leichtes sensibles CTS.
Ansonsten konnten jedoch keine Hinweise für eine Neuropathie an den oberen
Extremitäten oder für eine Radikulopathie C8 links erhoben werden (Suva-act. 3).
Neben dem sensiblen rechtsseitigen CTS wurde erstmals im Rahmen der ein Jahr nach
dem Unfall in der Klinik für Neurologie des KSSG durchgeführten elektroneuro-/
myografischen Untersuchung vom 6. Oktober 2008 ein beidseitiges Sulcus ulnaris
Syndrom diagnostiziert, wobei im Untersuchungsbericht vom 7. Oktober 2008 darauf
hingewiesen wurde, dass die erhobenen elektroneurographischen Befunde nicht mit
der Klinik korrelieren würden (Suva-act. 7, 8). In der nachfolgenden elektroneuro-/
myografischen Untersuchung der Klinik für Neurologie des KSSG vom 17. Februar
2009 (Suva-act. 13) konnte im Inching des Nervus ulnaris linksseitig ein deutlicher
Hinweis auf ein Sulcus ulnaris Syndrom bestätigt werden. Die untersuchenden
Klinikärzte hielten jedoch auch im gleichentags erstellten Untersuchungsbericht über
die ambulante Verlaufskontrolle einschränkend fest, dass die vom Patienten
beschriebenen Symptome durch das leichte sensomotorische CTS rechts und das
Sulcus ulnaris Syndrom linksseitig nach wie vor nicht erklärbar seien. Insbesondere
fände sich keine vernünftige Erklärung für die in der klinischen Untersuchung
auffallenden Paresen der kleinen Handmuskeln bei kräftig beschwielten
Handinnenflächen mit gut ausgebildeten Muskelbäuchen im Bereich beider Hände.
Trotz des Hinweises auf ein linksseitiges Sulcus ulnaris Syndrom zogen die Ärzte
zudem eine andere Ursache - eine funktionelle Genese der Schwäche im Bereich
beider Hände - in Betracht (Suva-act. 13). Nach dem Gesagten scheint also das
Vorliegen einer linksseitigen Ellbogenproblematik auch über ein Jahr nach dem Unfall
noch nicht gefestigt gewesen zu sein. Eine uneingeschränkte Diagnose eines
linksseitigen Sulcus ulnaris Syndroms bzw. Kubitalsyndroms, welche am 16. Juni 2011
zu einer entsprechenden Operation führte (Suva-act. 19), liegt erst mit dem
Untersuchungsbericht des Spitals D._ vom 10. Mai 2011, und damit rund dreieinhalb
Jahre nach dem Unfall, vor (Suva-act. 17).
4.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich aufgrund des Unfallhergangs, der
ursprünglich gestellten Unfalldiagnosen sowie des zeitlichen Ablaufs keinerlei
Anhaltspunkte für eine Unfalleinwirkung auf den linken Ellbogen am 10. Oktober 2007
ergeben. Die Beurteilung von Dr. E._ vom 28. Dezember 2011 (Suva-act. 38.1)
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umfasst diese im Rahmen der Kausalitätsbeurteilung massgebenden
Beurteilungskriterien und erscheint damit in der Schlussfolgerung einer Verneinung der
Unfallkausalität des Kubitaltunnelsyndroms - welches vor allem auch ohne weiteres
degenerativ bzw. krankheitsbedingt sein kann - durchaus schlüssig und überzeugend.
4.5
4.5.1 Das ärztliche Zeugnis von Dr. C._ vom 23. April 2008 (Suva-act. 4) vermag
der kreisärztlichen Beurteilung nichts Überzeugendes entgegen zu setzen. So stehen
die darin enthaltenden Ausführungen in Widerspruch zum Untersuchungsergebnis der
Klinik für Neurologie des KSSG. Während Dr. C._ festhält, der Beschwerdeführer
habe nach dem Unfall über Sensibilitätsstörungen Dig 3/4 geklagt und dort (links: vgl.
dazu Suva-act. 8, 10) sei im November 2006 ein CTS operiert worden, zeigte die
elektroneuro-/myografische Untersuchung der Klinik für Neurologie des KSSG vom
7. Februar 2008 (Suva-act. 3) rechts ein leichtes sensibles CTS. Links lagen die
erhobenen Werte im Normbereich. Seiner Aussage, nach dem EMG handle es sich jetzt
wiederum um ein CTS und er denke, dass dies posttraumatisch sei, kommt damit kein
Beweiswert zu. Dies zumal im vorliegenden Fall eine Ellbogen- und keine Handge
lenksproblematik zur Diskussion steht. Die Aussage, eine Gesundheitsschädigung sei
posttraumatisch, vermag sodann juristisch gesehen ohnehin nichts über eine Kausalität
in Bezug auf ein Unfallereignis auszusagen (vgl. Alfred Maurer, Schweizerisches
Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl., Bern 1989, S. 460 N 1205; BGE 119 V 341 f. E. 2b/
bb in fine), sondern drückt lediglich aus, dass gewisse Beschwerden nach einem Unfall
aufgetreten sind.
4.5.2 Auch die vom Beschwerdeführer nach dem Unfall geschilderte
Beschwerdesymptomatik lässt für sich nicht von einer überwiegend wahrscheinlichen
Unfallkausalität ausgehen. Während Sensibilitätsstörungen in der ulnaren Unterarm-
und Handhälfte bzw. am Kleinfinger, am kleinfingerseitigen Ringfinger und an der
kleinfingerseitigen Handkante sowie eine motorische Schwäche oder Lähmung auf ein
Kubitaltunnelsyndrom bzw. Sulcus ulnaris Syndrom hinweisen können (vgl. dazu
Pschyrembel, a.a.O., S. 2005; <http://www.neurochirurgie-dossenheim.de/
k_kubitaltunnel.htm>, abgerufen am 25. Oktober 2012), bilden Kraftverlust sowie
Sensibilitätsstörungen an Hohlhand und Fingern 1-3 einschliesslich der radialen Seite
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vom 4. Finger Symptome eines CTS (vgl. Pschyrembel, a.a.O., S. 1038; Roche Lexikon
Medizin, a.a.O., S. 978; Das MSD Manual, 6. Aufl. München 2000, S. 1807). Laut
ärztlichem Zeugnis von Dr. C._ vom 23. April 2008 (Suva-act. 4) klagte der
Beschwerdeführer nach dem Unfall über Sensibilitätsstörungen im Bereich des Dig 3
und 4. In der Schadenmeldung vom 22. Mai 2008 (Suva-act. 2) werden Probleme mit
den Fingern bzw. ein Einschlafgefühl vermerkt. Im ärztlichen Zwischenbericht vom
13. August 2008 (Suva-act. 6) diagnostizierte Dr. C._ eine Sensibilitätsstörung im
Bereich der linken Hand. Gegenüber der Klinik für Neurologie des KSSG berichtete der
Beschwerdeführer am 6. Oktober 2008 (Suva-act. 8) in Bezug auf die linke Hand über
Missempfindungen und Taubheitsgefühle im Daumen, im Zeigfinger sowie dem 4. und
5. Finger. Hinzu käme ein Kraftverlust, insbesondere bei längerem Arbeiten auf einem
Bauernhof als Landwirt. Auch nähmen hierbei die Missempfindungen zu. Der
Beschwerdeführer erklärte, nach der CTS-Operation in der linken Hand im November
2006 beschwerdefrei gewesen zu sein. Seit dem Verkehrsunfall vom 10. Oktober 2007
habe er wieder die gleichen Beschwerden in der linken Hand wie vor der operativen
Sanierung des linken CTS. Dies bestätigte er auch am 13. November 2008 gegenüber
der Beschwerdegegnerin. Betroffen seien der linke Daumen, Zeig- und Ringfinger
sowie neu der Kleinfinger. Es sei wieder ein ständiges Kribbeln und teils ein
Taubheitsgefühl am Daumen vorhanden. Die Gefühlsstörungen an der linken Hand
seien seither nie mehr weg gegangen (Suva-act. 10). Laut Untersuchungsbericht des
Spitals D._ vom 12. Mai 2011 (Suva-act. 17) bestand sodann seit Jahren eine
Einschlafsymptomatik am Ring- und Kleinfinger linksseitig. - Grundsätzlich würden die
geschilderten Beschwerden der Symptomatik eines Kubitaltunnelsyndroms entspre
chen. Dieser Umstand ändert jedoch nichts an den Ausführungen in Erwägung 4.3,
wonach im konkreten Fall eine Unfallursächlichkeit angesichts der hierfür
massgebenden Beurteilungskriterien nicht überwiegend wahrscheinlich erwiesen ist.
Die geschilderten Beschwerden müssen damit zunächst als ein rein subjektiv
wahrgenommenes Beschwerdebild eingestuft werden. Von einer Objektvierung eines
Sulcus ulnaris Syndrom könnte allerfrühestens mit Vorliegen des
Untersuchungsergebnisses der Klinik für Neurologie des KSSG vom 6. Oktober 2008
(Suva-act. 7) und damit ein Jahr nach dem Unfall ausgegangen werden. Auch nach
dessen Diagnostizierung bestanden jedoch keinerlei Anhaltspunkte für dessen
traumatische Verursachung. Der Hinweis des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers,
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es sei als erwiesen anzusehen, dass der Beschwerdeführer vor dem Unfallereignis vom
10. Oktober 2007 vollkommen beschwerdefrei gewesen sei, nachdem er im November
2006 im Spital D._ erfolgreich wegen einem CTS links operiert worden sei, reicht
nicht aus, um von einer Unfallkausalität auszugehen (vgl. dazu die beweisrechtlich
untaugliche Formel "post hoc ergo propter hoc" z.B. in: Maurer, a.a.O., S. 460 N 1205;
BGE 119 V 341 f. E. 2b/bb; SVR 2008 UV Nr. 11 [U 290/06] S. 34 E. 4.2.3).
5.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass aufgrund der medizinischen Akten nicht mit
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als erstellt gelten kann, dass
es sich bei der Ellbogenproblematik links um eine natürlich-kausale Folge des
Unfallereignisses vom 10. Oktober 2007 handelt. Demgemäss ist ein Anspruch des
Beschwerdeführers auf diesbezügliche Leistungen der Beschwerdegegnerin
abzuweisen. Die Frage der Adäquanz des Kausalzusammenhangs braucht in dieser
Situation nicht geprüft zu werden.
6.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten
sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP