Decision ID: 3a2f4e9d-a451-4cab-b8f3-26a63e8ec830
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1959, ist gelernte Verkäuferin und Mutter von drei inzwischen erwachsenen Kindern. Am 30. Juni 2011
(Eingang IV-Stelle:
4.
Juli 2011)
meldete sie sich unter Hinweis auf eine seit dem Jahr 2006 bestehende
Polya
rthritis bei der Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-
Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 11/3). Die IV-Stelle
holte beim Hausarzt sowie beim behandelnden Rheumatologen m
edizinische
Berichte ein
und tätigte Abklärungen in erwerblicher Hinsicht
. Ebenfalls führte die IV-Stelle
eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt durch
,
welch
e
ergab, dass die Versicherte als
v
oll
e
rwerbstätig zu gelten hat
(
Bericht vom 5. Januar 2012;
Urk. 11/24)
.
Gestützt auf die so getätigten Abklärungen stellte die IV
Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 13. Januar 2012 die
Zusprache
einer halben Invalidenrente ab 1. Januar 2012 in Aussicht (Urk. 11/29).
D
ie Versicherte
erhob
am 26.
Januar 2012 dagegen Einwand und macht
e
geltend
, dass sie
-
da die medikamentöse Behandlung noch keine posi
tiven Auswirkungen
zeige
- sehr viel Mühe und Schmerzen habe und
auch in
„
einfachen
“
Tätigkeiten eingeschränkt sei
,
weshalb eine 50%ige Arbeitsfähigkeit nicht möglich sei,
und sie
stellte
d
ie Einreichung eines ärztlichen Berichtes des behandelnden Rheumatologen in Aussicht (Urk. 11/3
2
34)
.
Nachdem
die IV
Stelle
den behandelnden Rheumatologen
auf Ansuchen der Versicherten (Urk. 11/35) für den Fall einer
wesentlichen
Verschlechterung des Gesundheits
zustandes seit
dessen Bericht vom
Oktober 2011
telefonisch
um entsprechend
e
Bericht
erstattung gebeten hatte (Urk.
11/36
37), reichte
dieser
am 11.
März 2012
ein ärztliches Schr
eiben
zu den Akten
(Urk.
11/38). Daraufhi
n verfügte die IV-Stelle am 25.
Mai 2012 wie angekündigt
mit Wirkung ab 1. Januar 2012
die
Zusprache
einer halben I
nvalidenrente
nach Massgabe eines errechneten
Invali
ditätsgrades
von 57 %
(Urk. 2)
.
2.
Gegen diese Verfügung
liess
die Versicherte hierorts mit Eingabe vom 21. Juni 2012 Beschwerde erheben mit den Anträgen, es sei ihr mit Wirkung ab 1. Januar 2012 eine höhere als eine halbe Invalidenrente zuzusprechen (1.), unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin (2.). In ver
fahrensmässiger Hinsicht stellt
e
sie die Anträge auf Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels (3.) sowie Gewährung der unentgeltlichen Rechts
pflege (4.). Mit Vernehmlassung vom 17. August 2012 beantragt
e
die Verwal
tung die Abweisung der Beschwerde (Urk. 10). Mit Gerichtsverfügung vom 12. September 2012 wurde der Antrag auf Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege
mangels Bedürftigkeit
abgewiesen und der Versicherten die Ver
nehmlassung zur Kenntnisnahme zugestellt
(Urk.
12). Mit Eingabe vom 12.
Oktober 2012
liess die Versicherte ergänzende Ausführungen tätigen und einen Bericht des be
handelnden Rheumatologen vom 1.
Oktober
2012 zu den Akten reichen (Urk. 14-15), was der Gegenseite zur Kenntnis gebracht wurde (Urk.
16). Mit Gerichtsverfügung vom
11.
Januar 2013
wurde der Versicherten
nachdem das Bundesgericht eine
von der Versicherten
gegen die Verweige
rung der unentgeltlichen Rechtspflege geführte Beschwerde
mit Urteil vom 5.
Dezember 2012 gutgeheissen hatte (Urk.
18)
-
die unentgeltliche Rechtspflege gewähr
t (Urk.
19). Mit Eingabe vom 6.
März 2013 liess die Versicherte
erneut
einen Bericht des behandelnden Rheumatologen vom 14.
Februar 2013
an die IV-Stelle
zu den Akten reichen und die Anord
n
ung einer medizinischen Begut
achtung dur
ch das Gericht beantragen (Urk.
20
-21
)
, was der Gegenseite am 8.
April 2013 zur Stellungnahme zugestellt wurde
;
gleichzeitig
gab das Gericht der IV-Stelle auf
anzugeben
, inwieweit ein Revisionsverfahren
bereits
anhand genommen
worden sei
(Urk. 22). Mit Eingabe vom 12.
April 2013 liess die Ver
sicherte das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege zurückzie
hen (Urk. 24).
Mit Eingabe vom 17.
April 2013 führte
die IV-Stelle
im Wesentli
chen aus, neben der Einholung des
von der Versicherten ausgefüllten
Revisi
onsfragebogens
und dem
von
ihr
eingereichten
Bericht
des behandelnden Rheumatologen
keine weiteren Abklärungshandlungen getätigt
zu haben
;
das Revisionsverfahren bleibe bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen Urteil
s
sistiert
(Urk.
25).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
be
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 f. E. 1c, je mit Hin
weisen).
2.
2.1
Die Verwaltung hatte die angefochtene Verfügung im Wesentlichen damit begrün
det, dass der Versicherten die angestammte Tätigkeit als Verkäuferin
seit 1.
Januar 2011 nicht mehr zumutbar sei
.
Gemäss der
medizinischen Beurteilung
sei jedoch eine
behinderungsangepasste Tätigkeit zu 50 % zumutbar. Der
Ein
kommensvergleich
ergebe unter Berücksichtigung eines Abzugs von 15
% beim Invalideneinkommen einen Invaliditätsgrad von
57
%
, womit ab 1.
Januar 2012 Anspruch auf eine halbe Invalidenrente bestehe (
Urk.
2).
2.2
Dagegen lässt die Versicherte zur Hauptsache geltend machen,
dass von einer tieferen Arbeitsfähigkeit als 50 % auszugehen sei
, der Gesundheitszustand habe sich noch vor Verfügungserlass verschlechtert
. Alsdann
lägen
der angefochte
nen Verfügung
unzutreffende
Vergleichseinkommen zugrunde
,
sei doch
von einem höheren
Valideneinkommen
auszugehen und
beim Invalideneinkommen ein
maximaler
leidensbedingter
Abzug
von 25 %
vorzunehmen
(
Urk.
1
; vgl. auch
Urk.
14).
Der medizinische Sachverhalt sei durch das Gericht abzuklären (
Urk.
20).
3.
3.1
In medizinischer Hinsicht liegen dem angefochtenen Entscheid die folgenden ärztlichen Berichte zugrunde
:
3.2
Dr.
med.
Y._
, Fach
arzt FMH für Allgemeine Medizin
und Hausarzt der Versicherten,
diagnostiz
ierte in seinem Bericht vom 29.
August 2011 zuhanden der IV-Stelle mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine destruierende Poly
arthritis, MCP Gelenke
,
Beginn 200
6.
Er führte im Wesentlichen aus, bislang sei keine Arbeitsfähigkeit festgelegt worden,
d
ie Patientin
habe sich
auch nicht um ein entsprechendes
Zeugnis bemüht
. Rückblickend müsste
aber
eine solche fest
g
elegt werden, da die
fortgeschrittene rheumatologische Krankheit eindeutig eine Arbeitsunfähigkeit begründe. Die Patie
ntin sei mindestens seit Anfang
2011 für eine
„
manuelle
“
Tätigkeit zu 100
% arbeitsunfähig. Bezüglich des
weiteren Verlauf
s
und allfällige
r
Tätigkeiten, welche aus medizinischer Sicht noch zumutbar wären, seien
die
Auskünfte beim behandelnden Rheumatologen
Dr.
med.
Z._
einzuholen (Urk.
11/14)
.
3.3
In seinem Bericht vom 6.
Oktober 2011 stellte
Dr.
med.
Z._
, Spezialarzt
FMH für Rheumatologie und Physikalische Medizin, unter Hinweis auf einen beigelegten Bericht vom 3
0.
Juni 2011
folgende Diagnosen
(
Urk.
11/16 S. 6)
:
destruierende Polyarthritis MCP-Gelenke, Beginn 2006 mit/bei
DD: atypisch verlaufende rheumatoide Arthritis
Sicca
-
Symptomatik
Akrozyanose
bei
DD:
extraarikulärer
Befall mit
Vaskulitis
bei rheumatoider Arthritis
Osteopenie
DD: sekundär bei rheumatoider Arthritis
Ichthiose
Hypothyreose, medikamentös substi
t
uiert
Dr
.
Z._
führte zur Hauptsache aus, es handle sich um eine destruierende Polyarthritis. Die Patientin sei für schwere körperliche Tätigkeiten mit Heben und häufigem Hantieren arbeitsunfähig. Zum aktuellen Zeitpunkt denkbar sei eine leichte Tätigkeit zu 50 %. Je nach Ansprechen der medikamentösen Thera
pie wäre für eine leichte Tätigkeit eventuell eine Steigerung möglich. Der Ver
lauf sei noch ungewiss, die Langzeitprognose leider schlecht, da bereits deutli
che Destruktionen im Bereich der MCP
-
Gelenke bestünden (
Urk.
11/16 S.
5).
3.
4
In seinem Bericht vom 11.
März 2012 stellte
Dr
.
Z._
die
gleichen
Diagnosen und führte aus, die Versicherte leide an einer destruierenden Polyarthritis der
MCP-
Gelenke. Klinisch und radiologisch sei ein Grossteil der MCP
-
Gelenke weitgehend zerstört mit
Ulnardeviationsfehlstellung
. Im Rahmen dieser Behin
derung sei die Versicherte für manuelle Tätigkeiten deutlich eingeschränkt. Leider sei es bis anhin nicht gelungen, die Krankheit
therapeutisch
in den Griff zu bekommen. Es sei mit einer weiteren Verschlechterung zu rechnen. Manuelle Tätigkeiten, wie zuletzt als Küchenhilfe
,
seien nicht mehr zumutbar. Auch Tätigkeiten in der Grundausbildung Detailhandel seien nur sehr bedingt zumut
bar. Die Versicherte bitte um Neubeurteilung des IV-Entscheides
(Urk.
11/38).
3.
5
In seinem
Bericht vom 1.
Oktober 2012
an die Rechtsvertreterin der Versicher
ten stellte
Dr.
Z._
in
Beantwortung der
ihm gestellten Fragen im Wesentli
chen die nämlichen Diagnosen
und gab ergänzend an
, die Basistherapien MTX
und mit
Humira
seien wegen Unverträglichkeit bzw. wegen Nebenwirkungen mit schwerer
Aphtosis
gestoppt worden; aktuell werde eine Basistherapie mit
Orenc
i
a
durchgeführt. Gegenü
b
er dem Bericht vom
6.
Oktober 2011 habe sich die Arbeitsfähigkeit verschlechtert. Eine genaue Angabe der Arbeitsfähigkeit bzw
.
-unfähigkeit sei jedoch nicht möglich;
hiefür
wäre eine EFL notwendig. Bei diesem destruierenden Verlauf der MCP
-
Gelenke sei jedoch von einer rele
vanten Einschränkung auch für leichte Tätigkeiten auszugehen (Urk. 15).
3.
6
In dem von der IV-Stelle eingeholten und von der Beschwerdeführerin am
6.
März 2013
ins Recht gelegten Bericht vom 1
4.
Februar 2013 stellte
Dr.
Z._
im Wesentlichen die
selben
Diagnosen
wie in seinen
Vorberichten
. Er führte
aus, die Basistherapie mit
Orenc
i
a
werde nun seit acht Monaten ein
gesetzt, zeige
aber
weder subjektiv noch
objektiv ein messbares Ansprechen. Leider zeige sich auch radiologisch im Vergleich zu den Aufnahmen vom Juni 2011 ein Fortschreiten des destruierenden Prozesses im Bereich der MCP
Ge
lenke mit zunehmender Subluxation und
Ulnardeviationsstellung
. Der Pro
zess scheine nach wie vor auf
die MCP-
Gelenke beschränkt zu sein. Im Rahmen der weitgehenden Zerstörung der MCP
-
Gelenke sei die Versicherte für manuelle Tätigkeiten nur noch sehr eingeschränkt arbeitsfähig. Medizinisch-t
he
oretisch wären sehr leichte Tätigkeiten wenige Stunden am Tag denkbar, doch dürfte es sich auch nicht um koordinativ anspruchsvolle Tätigkeiten handeln. Auf dem freien Arbeitsmarkt sei die Versicherte kaum einsatzfähig. Für ein genaues Belastungsprofil sei eine EFL erforderlich. Die Prognose sei schlecht, es zeige sich fortlaufend eine zunehmende
Destruierung
der MCP
Gelenke mit entspre
chen
d zunehmender Behinderung (Urk.
21).
4.
4.1
Z
wischen den Parteien
ist
nicht strittig
und
gestützt auf die
medizinischen
Akten
auch
ausgewiesen, dass die Versicherte an einer destruktiven Polyarth
ri
tis leidet
,
aufgrund welcher sie in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist. Streit
ig
sind
hingegen der Umfang der
Arbeits
fähigkeit und dabei
insbesondere
die Frag
e
, ob
sich der Gesundheitszustand der Versicherten
vor
Erlass
der ange
fochtenen
V
erfügung
noch weiter
verschlechtert hat
.
4.2
Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit hatte der zuständige Arzt des
Regiona
len Ärztlichen Dienstes der IV-Stelle (
RAD
)
massgeblich auf die
Einschätzung
des behandelnden Rheumatologen
Dr.
Z._
vom 6.
Oktober 2011
abgestellt
und ausgeführt, dass
die
Versicherte
(
unter Einhaltung
des umschriebenen Belastungsprofils
)
in einer leidensangepassten Tätigkeit
zu 50 %
arbeit
sfähig sei
.
Der RAD
-
Arzt erachtete d
as
ergänzende
Schreiben von Dr.
Z._
vom
11. März 2012 zwar
als
plausibel,
hielt
jedoch
dafür, dass
damit
keine neuen medizinischen Befunde
mitgeteilt würden, weshalb an der früheren Stellung
nahme festgehalten werden könne
(vgl. Feststellungsblatt
vom 9.
Mai 2012, Urk.
11/27).
4.3
Die
regionalärztliche
Stellungnahme
vom
9.
Mai 2012
vermag
indes schon daher nicht zu überzeugen
,
weil
eine
Veränderung der Arbeitsfähigkeit
nicht
notwendigerweise
neue
Befunde
voraussetzt
.
S
o
wie eine
Steigerung des Leis
tungsvermögens selbst bei identisch gebliebene
n
Diagnosen
nicht ausgeschlos
sen ist
(
beispielsweise
zufolge
Verringerung des Schweregrades des
Gesund
heitsschadens
oder wenn es der versicherten Person gelungen ist, sich besser an das Leiden anzupassen
; vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts
9C_889/2011
vom
8.
Februar 2012
, E. 4.2.1
)
,
erscheint
es
umgekehrt auch
denkbar
,
dass
d
ie
Arbeitsfähigkeit
(
infolge Fortschreiten
s
einer Erkrankung
b
eziehungsweise
Abnahme der Belastbarkeit
)
selbst
bei
unveränderten
Diagnosen
oder Befunden
abnimmt. Dies
wäre
mit Blick auf die
vorliegend
diagnostizierte
destruktive
Polyarthritis
um
so mehr zu berücksichtigen
und
das
Vorbringen im Einwand, wonach auch eine 50%ige
Arbeitsfähigkeit nicht (mehr) möglich sei, ums
o genauer zu prüfen gewesen
, als
Dr.
Z._
den
Verlauf
bereits
anlässlich der
ersten
Beurteilung
vom Oktober 2011
als ungewiss und die
(
Langzei
t
-)P
rognose
aufgrund der bereits vorhandenen d
e
u
tlichen Destr
ukt
ionen
/
D
eformationen
im Bereich der MCP
-
Gelenke
als schlecht
bezeichnet
hatte
(Urk.
11/16)
.
Seine
Prognose
(
Verschlecht
erung)
ist
mit Blick auf die
von ihm erstatteten
Berichte vom
1.
Oktober 2012
(Urk. 15)
und 14.
Februar 2013
(Urk.
21)
nach Lage der Akten offenbar
auch
ein
getreten
.
Wenn
Dr.
Z._
zudem
in seinem Bericht vom 11
.
März 2012
festgehalten
hatte, dass es bis anhin nicht gelungen sei, die Krankheit therapeutisch in den Griff zu bekommen
,
und
ausführte, dass „
mit einer weiteren Verschlechterung zu rechnen
“
sei
(
Urk.
11/38
)
, stellt sich
auch
aufgrund
seiner
Ausführungen
die Frage
- welche
mangels konkreter (prozentu
aler) Angaben zur Arbeitsfähigkeit
zumindest
einer
entsprechend
e
n
Rückfrage
bed
u
rft
hätte -
inwieweit
seine
Beurteilung
vom
6.
Oktober 2011
(
Arbeitsfähig
keit von 50
%
in einer leidensangepassten Tätigkeit
)
unter diesen Um
ständen
im März 2011
überhaupt
noch
als
Entscheidgrundlage
Geltung beanspruch
en konnte
beziehungsweise
inwieweit
er selber
mit
Blick auf das
fehlende Anspre
chen der Therapie
an seiner früheren Einschätzung
fest
halten wollte
oder
ob
diese allenfalls zu optimistisch ausgefallen war.
Dies gilt
umso
mehr,
als
die Versicherte
im Zeitpunkt der ersten
Stellungnahme
von
Dr.
Z._
vom 6. Oktober 2011
erst seit
relativ
kurzer Zeit (seit Juni 2011)
bei
ihm
in
spezial
ärztlicher
Behandlung stand
und zudem
nach Lage der Akten
dazu neigt, ihre gesundheitsbedingten Einschränkungen zu
unterschätzen bzw.
zu
dissimulier
en
(vgl.
dazu
Urk.
11/25
sowie
Urk.
11/19/1, Urk. 11/20/1, Urk. 11/34, Urk. 11/38
)
,
was
eine
(zu)
optimisti
sche
Einschätzung
ebenfalls
begünstigt haben könnte.
4.4
Zusammenfassend
ergibt sich demnach, dass
aufgrund der vorhandenen medizi
nischen Unter
lagen
nicht
rechtsgenüglich
beurteilt
werden
kann
, wie es sich
mit der Arbeitsfähigkeit der Versicherten im hier massgebenden Zeitraum bis
zum Er
lass
der angefochtenen
Verfügung
im Mai 2012
verhielt
.
Somit erweisen sich
ergänzende
medizinische Abklärungen
,
welche
im Hinblick auf die Festlegung des leidensbedingten Abzugs
auch detailliert zu den
vorhandenen
Einschrän
kungen und den
noch zumutbaren Tätigkeiten
Auskunft zu geben
haben
-
wel
che Angaben vorliegend
ebenfalls nur
un
genügend vorhanden sind
-
,
als unum
gänglich.
Diese Abklärungen sind -
da die rechtskonforme
Erstellung
des Sachverhalts in erster Linie
Sache der
Verwaltung ist –
durch die IV-Stelle vor
zunehmen, weshalb
dem Antrag auf
Anordnung eines gerichtlichen Gutachtens
nicht zu entsprechen
und
die Sache an
die
IV-Stelle
zurückzuweisen ist.
Anzumerken ist
,
dass
– da es im vorliegenden Zusammenhang um eine
erstma
lige
Rentenz
usprache
g
eh
t –
der
Sachverhalt
für die Zeit
bis zum
Erlass
der angefochtenen V
er
fügung vollständig
und genau
abzuklären
ist
. Entgegen dem Vorgehen der Verwaltung, welche
Dr.
Z._
insoweit
unzutreffend
lediglich
nach
„
wesentlichen
“
Veränderungen
gegenüber der ersten Beurteilung
gefragt hatte (
vgl.
telefonische
Anfrage der IV-Stelle vom 20. Februar 2012,
Urk. 11/36) und den
-
wie die Beschwerdeführerin zu Recht geltend machen lässt
-
gleich
ermassen unzutreffenden
Ausführungen in der Vernehmlassung, wonach die
für den
Zeitraum des
Vorbescheidverfahrens
geltend gemachte Verschlechterung im Rahmen eines Revisionsverfahrens zu prüfen sei
(Urk. 10)
, sind
im vorliegenden Zusammenhang
nicht
rev
isionsrechtliche Grundsätze
anwendbar
.
5.
5.1
Abweichend von
Art.
61
lit
. a ATSG ist das Beschwerdeverfahren um die Bewilli
gung oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Gericht kostenpflichtig. Die Gerichtskosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.-- festgelegt (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Die Kosten sind auf
Fr.
700.-- anzusetzen und entsprechend dem Verfahrensausgang der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat d
ie
Beschwerdeführer
in
Anspruch auf eine Parteientschädigung. Diese ist nach
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht ohne Rücksicht auf den
Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen. In Anwendung dieser Grundsätze rechtfertigt sich die Zusprechung einer Prozessentschädigung von
Fr.
2‘900.
-- (inkl.
Bar
auslagen
und Mehrwertsteuer).