Decision ID: 462df96d-6643-4bd8-b930-c638eb416a13
Year: 2016
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ bezog seit dem 1. Februar 2007 Ergänzungsleistungen (nachfolgend EL) zu
seiner ganzen Invalidenrente (EL-act. 106, 112, 114). Am 4. Januar 2010 erhielt die EL-
Durchführungsstelle Kenntnis darüber, dass dem Versicherten und seiner Ehefrau am
21. Dezember 2009 ein Sohn geboren worden war (EL-act. 80 f.).Daraufhin setzte sie
den EL-Anspruch des Versicherten am 11. Februar 2010 unter Berücksichtigung einer
zusätzlichen IPV-Pauschale für das Kind sowie einer IV-Kinderrente rückwirkend für
Dezember 2009 auf Fr. 1'652.-- und ab dem 1. Januar 2010 auf monatlich Fr. 1'717.--
fest (EL-act. 75 f., 78).
A.b Im Rahmen der am 14. April 2011 eingeleiteten periodischen Überprüfung der
Ergänzungsleistungen gab der Versicherte am 5. Juli 2011 u.a. an, dass er für seinen
Sohn eine BVG-Kinderrente in Höhe von monatlich Fr. 130.-- erhalte; er reichte eine
entsprechende Bestätigung der AXA Winterthur vom 19. November 2010 ein, gemäss
welcher er im Jahr 2010 für seinen Sohn Fr. 1'563.-- bezogen hatte (EL-act. 63 S. 3,
64). Dabei hatte die AXA Winterthur am 16. Februar 2010 den Kinderrentenanspruch ab
dem 21. Dezember 2009 abgerechnet und für Dezember 2009 Fr. 42.25 ausbezahlt
(act. G 7). Mit einer Verfügung vom 28. Februar 2012 passte die EL-
Durchführungsstelle die Ergänzungsleistungen aufgrund der aus der periodischen
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Überprüfung der Ergänzungsleistungen gewonnenen Erkenntnisse an. Dabei
berücksichtigte sie rückwirkend ab dem 1. Januar 2011 insbesondere die Erhöhung der
BVG-Rente des Versicherten von - wie seit 2007 aufgrund der Leistungsabrechnung
der AXA Winterthur vom 23. Januar 2007 angenommen - Fr. 10'541.-- auf Fr. 10'769.--,
liess jedoch die BVG-Kinderrente in dieser und auch in den darauffolgenden
Anspruchsberechnungen versehentlich unberücksichtigt (EL-act. 53 ff., 75 f., 106 S. 4
ff., 111).
A.c Im Rahmen einer erneuten periodischen Überprüfung der Ergänzungsleistungen im
Jahr 2014 gab der Versicherte am 6. Juni 2014 u.a. wieder an, dass er für seinen Sohn
eine BVG-Kinderrente in Höhe von monatlich Fr. 130.-- erhalte, was auch den
eingereichten Veranlagungsberechnungen für die Jahre 2012 und 2013 zu entnehmen
war (EL-act. 31, 34, 35). In einem am 12. November 2014 von der EL-
Durchführungsstelle erstellten internen Feststellungsblatt wurden die aus der
periodischen Überprüfung der Ergänzungsleistungen gewonnenen Erkenntnisse
betreffend die bevorstehende EL-Revision festgehalten (EL-act. 30). Die EL-
Durchführungsstelle nahm daraufhin rückwirkend ab dem 1. Januar 2010 eine
Neuberechnung vor, bei der sie die BVG-Rente des Versicherten für das Jahr 2010 auf
Fr. 10'746.-- anpasste und erstmalig die BVG-Kinderrente anrechnete. Sie setzte die
monatlichen Ergänzungsleistungen ab dem 1. Januar 2010 auf Fr. 1'570.--, ab dem 1.
Januar 2011 auf Fr. 1'624.--, vom 1. Januar bis 31. März 2012 auf Fr. 1'652.--, vom 1.
April bis 31. Dezember 2012 auf Fr. 2'111.--, ab dem 1. Januar 2013 auf Fr. 2'127.--
und ab dem 1. Januar 2014 auf Fr. 2'154.-- fest. Daraus resultierte eine Rückforderung
der ordentlichen Ergänzungsleistungen in Höhe von Fr. 8'052.--. Die entsprechende
Verfügung erging am 10. Dezember 2014 (EL-act. 21).
A.d Am 5. Januar 2015 erhob der Versicherte sinngemäss Einsprache gegen die
Verfügung vom 10. Dezember 2014, indem er festhielt, die Rückforderung für den 1.
Januar 2010 bis 31. Dezember 2013 sei verwirkt, da die einjährige Verwirkungsfrist
spätestens zwei Monate nach Eingang der ersten Indizien für die Rückforderung zu
laufen begonnen habe. Weiter ersuche er um den Erlass der Rückforderung, da er stets
alle Änderungen ordnungsgemäss angegeben und somit die Melde- und Kontrollpflicht
nicht verletzt habe. Zudem stelle der zurückgeforderte Betrag eine grosse Härte für ihn
dar (EL-act. 17). Die EL-Durchführungsstelle bestätigte am 13. Januar 2015 den
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Eingang des Schreibens, welches sie lediglich als Erlassgesuch betrachtete und
kündigte an, dieses zu behandeln, sobald die Rückforderungsverfügung in Rechtskraft
erwachsen sei (EL-act. 16). Am 18. Juni 2015 trat die EL-Durchführungsstelle
schliesslich auf das Erlassgesuch des Versicherten ein und wies dieses ab (EL-act. 15).
Auch dagegen erhob der Versicherte am 20. Juli 2015 Einsprache (EL-act. 11).
A.e Im Einspracheentscheid vom 29. September 2015 hielt die EL-Durchführungsstelle
zunächst fest, dass der Versicherte sowohl gegen die Verfügung vom 10. Dezember
2014 betreffend die Rückforderung zu viel ausbezahlter Ergänzungsleistungen als auch
gegen die Verfügung vom 18. Juni 2015 über die Ablehnung des Erlasses der
Rückerstattungsschuld in der Höhe von Fr. 8'052.-- Einsprache erhoben habe. Zum
jetzigen Zeitpunkt sei auf die Verfügung vom 10. Dezember 2014 zur Rückerstattung
der zu viel ausbezahlten Ergänzungsleistungen zurückzukommen, da der Versicherte
innerhalb der laufenden Rechtsmittelfrist den materiellen Einwand der Verjährung
geltend gemacht und demnach sinngemäss Einsprache erhoben habe. Da diese
bislang nicht behandelt worden sei, sei die Rückforderungsverfügung noch nicht in
formelle Rechtskraft erwachsen, weshalb das Einspracheverfahren gegen die
Verfügung vom 18. Juni 2015 bis nach Rechtskraft des vorliegenden
Einspracheentscheids betreffend die Rechtmässigkeit der Rückforderungsverfügung
vom 10. Dezember 2014 zu sistieren sei. Der Versicherte habe die EL-
Durchführungsstelle erstmals am 5. Juli 2011 über einen Bezug einer Kinderrente aus
der beruflichen Vorsorge informiert, was aufgrund eines Fehlers der EL-
Durchführungsstelle weder im Rahmen der Neuberechnung der Ergänzungsleistungen
noch rückwirkend auf den Zeitpunkt der erstmaligen Ausrichtung durch die AXA
Winterthur berücksichtigt worden sei. Am 28. Dezember 2011 und 28. Februar 2012
habe der Versicherte EL-Verfügungen für die Jahre 2011 und 2012 erhalten, in denen
die BVG-Kinderrente versehentlich nicht berücksichtigt worden sei. Aufgrund der dem
Versicherten obliegenden und einen Bestandteil der Meldepflicht bildenden
Kontrollpflicht hätte der Versicherte die EL-Durchführungsstelle auf ihren
Berechnungsfehler aufmerksam machen müssen. Da er jedoch untätig geblieben sei,
habe bis zur folgenden periodischen Überprüfung von 2014 kein Hinweis auf die
fehlerhafte Berechnung bestanden. Die fehlende Berücksichtigung der BVG-
Kinderrente sei daher erst im Rahmen der periodischen Überprüfung 2014 bemerkt
worden, sodass die einjährige relative Verwirkungsfrist frühestens ab diesem Zeitpunkt
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zu laufen begonnen habe. Der Lauf dieser Verwirkungsfrist gelte auch für den Zeitraum
vor der ersten Mitteilung über den Bezug einer Kinderrente im Juli 2011, weil der
Versicherte den Bezug der BVG-Kinderrente nicht unverzüglich nach deren Zusprache
im Dezember 2009 mitgeteilt habe und der unterlaufene Fehler daher auch
diesbezüglich erst mit der periodischen Überprüfung 2014 erkennbar gewesen sei. Die
Rückforderungsverfügung vom 10. Dezember 2014 sei demnach rechtzeitig innerhalb
der einjährigen Verwirkungsfrist ab der Kenntnisnahme des Rückforderungsanspruches
ergangen. Zudem sei die Nichtanrechnung der BVG-Kinderrente als Einnahme
offensichtlich unrichtig und eine Berichtigung von erheblicher Bedeutung gewesen,
weshalb der Rückkommenstitel der Wiedererwägung zu bejahen sei. Unerheblich sei
dabei die vom Versicherten implizit geltend gemachte Frist von 90 Tagen zur
Durchführung einer Revision. Die Einsprache gegen die Rückforderungsverfügung vom
10. Dezember 2014 werde somit abgewiesen und das Einspracheverfahren gegen die
Verfügung vom 18. Juni 2015 betreffend den Erlass der Rückerstattung bis zur
Rechtskraft des vorliegenden Einspracheentscheides sistiert (EL-act. 7).
B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtete sich die vom Versicherten
(nachfolgend Beschwerdeführer) am 27. Oktober 2015 erhobene und durch die EL-
Durchführungsstelle (nachfolgend Beschwerdegegnerin) zuständigkeitshalber
weitergeleitete Beschwerde. Der Beschwerdeführer machte darin geltend, dass er mit
der Verfügung (gemeint ist wohl auch der Einspracheentscheid) nicht einverstanden
sei, da er die BVG-Kinderrente im Jahr 2011 gemeldet, die AXA Winterthur über die
Geburt seines Sohnes informiert und daher keinen Fehler gemacht habe (act. G 1.1).
B.b Am 11. November 2015 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der

Beschwerde und verwies zur Begründung auf die Erwägungen im Einspracheentscheid
(act. G 3).
Erwägungen
1.
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Mit seinem Schreiben vom 5. Januar 2015 hat der Beschwerdeführer die "Verfügung
EL zur IV vom 8. und 10. Dezember 2014" angefochten, indem er geltend gemacht hat,
dass die Rückforderung bereits verwirkt sei (EL-act. 17). Neben der
Rückforderungsverfügung vom 10. Dezember 2014 lässt sich in den Akten einzig eine
auf den 8. Dezember 2014 datierte Abrechnung zu ebendieser finden (EL-act. 30). Bei
dieser Abrechnung handelt es sich jedoch nicht um eine anfechtbare Verfügung,
weswegen der Beschwerdeführer mit seinem Schreiben vom 5. Juni 2015
ausschliesslich die Verfügung vom 10. Dezember 2014 angefochten und um den Erlass
der mit dieser Verfügung einhergehenden Rückforderung ersucht hat.
Fälschlicherweise ist die Beschwerdegegnerin zunächst davon ausgegangen, dass der
Beschwerdeführer einzig ein Erlassgesuch gestellt habe, sodass sie die
Rückforderungsverfügung vermeintlich in Rechtskraft hat erwachsen lassen, um
anschliessend auf das Erlassgesuch einzutreten und dieses abzuweisen (EL-act. 15,
18). In ihrem Einspracheentscheid vom 29. September 2015 hat sich die
Beschwerdegegnerin doch noch mit der am 5. Januar 2015 gegen die
Rückforderungsverfügung vom 10. Dezember 2014 erhobenen Einsprache befasst und
das Einspracheverfahren betreffend das Erlassgesuch sistiert. Dieses Vorgehen ist
nicht zu beanstanden, wäre doch das Erlassgesuch gar nicht mehr zu behandeln, wenn
sich herausstellen würde, dass die Rückforderung gar nie bestanden hätte oder bereits
verwirkt wäre. Aus diesem Grund wird die Beschwerde des Beschwerdeführers auch
dahingehend interpretiert, dass er den Einspracheentscheid in Bezug auf die
Rückforderung, nicht jedoch in Bezug auf die Sistierung des Einspracheverfahrens
betreffend den Erlass eben dieser Rückforderung angefochten hat. Im Rahmen dieses
Verfahrens ist demnach lediglich die Frage zu beantworten, ob die Verfügung vom 10.
Dezember 2014 und die daraus resultierende Rückforderung rechtmässig sind.
2.
2.1 Den vorliegenden Akten ist zu entnehmen, dass dem Beschwerdeführer mit der
Rentenabrechnung der AXA Winterthur vom 16. Februar 2010 rückwirkend ab dem 21.
Dezember 2009 eine Kinderrente der beruflichen Vorsorge ausgerichtet worden ist. Für
Dezember 2009 hat er demnach Fr. 42.25 erhalten. Ab Januar 2010 hat die jährliche
BVG-Kinderrente Fr. 1'563.--, ab Januar 2011 Fr. 1'568.-- betragen (act. G 7). Er selbst
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hatte im Jahr 2010 einen BVG-Rentenanspruch von Fr. 10'746.-- und im Jahr 2011 von
Fr. 10'769.-- jährlich (EL-act. 63 S. 3).
2.2 Die Beschwerdegegnerin muss mit ihrer Verfügung vom 10. Dezember 2014 die
Verfügungen vom 11. Februar 2010 und vom 28. Februar 2012 in Wiedererwägung
gezogen haben. Bei der Verfügung vom 11. Februar 2010 handelte es sich um eine
Revision per 1. Januar 2010, die jedoch fehlerhaft gewesen war, da sie den BVG-
Kinderrentenanspruch sowie die Erhöhung des BVG-Rentenanspruchs des
Versicherten nicht berücksichtigt hatte. Auch die Verfügung vom 28. Februar 2012, mit
der die Beschwerdegegnerin die Ergänzungsleistungen per 1. Januar 2011 gestützt auf
den Fragebogen der periodischen Überprüfung revisionsweise angepasst, dabei
jedoch erneut die BVG-Kinderrente nicht angerechnet und deren Erhöhung von jährlich
Fr. 1'563.-- auf Fr. 1'568.-- denn auch nicht berücksichtigt hatte, war nicht korrekt. Im
Rahmen der Verfügung vom 10. Dezember 2014 hat die Beschwerdegegnerin also die
Revisionen per 1. Januar 2010 und 1. Januar 2011 korrigiert, indem sie für die Zeit vom
1. Januar bis 31. Dezember 2010 die Höhe der BVG-Rente des Beschwerdeführers von
monatlich Fr. 878.40 auf Fr. 895.50 erhöht sowie neu eine BVG-Kinderrente von jährlich
Fr. 1'563.-- bzw. ab dem 1. Januar 2011 jährlich Fr. 1'568.-- angerechnet hat (EL-act.
23, 53 ff., 75 ff.). Gegenstand dieses Wiedererwägungsverfahrens hat also die die
Korrektur der Revisionen per 1. Januar 2010 und per 1. Januar 2011 gebildet. Bei
dieser Wiedererwägungsverfügung handelt es sich inhaltlich also um zwei - nun jedoch
korrigierte - Revisionen per 1. Januar 2010 und per 1. Januar 2011.
2.3 Gemäss Art. 53 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (SR 830.1; ATSG) kann der Versicherungsträger auf formell
rechtskräftige Verfügungen zurückkommen, wenn diese zweifellos unrichtig sind und
wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist. Da die Beschwerdegegnerin
dem Beschwerdeführer in den Verfügungen vom 11. Februar 2010 und 28. Februar
2012 von Januar 2010 bis Dezember 2014 keine BVG-Kinderrente sowie im Jahr 2010
fälschlicherweise eine zu tiefe BVG-Rente des Beschwerdeführers selbst angerechnet
hat, sind die betreffenden formell rechtskräftigen Revisionsverfügungen zweifellos
unrichtig gewesen (vgl. UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Auflage 2015, Art. 53 Rz
44). Zudem muss die Berichtigung mit Blick auf die sich aus der
Wiedererwägungsverfügung vom 10. Dezember 2014 ergebenden
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Rückforderungssumme in Höhe von Fr. 8'052.-- als von erheblicher Bedeutung
qualifiziert werden (vgl. KIESER, a.a.O., Art. 53 Rz 57 und Art. 49 Abs. 1 ATSG). Eine
Änderung der jährlichen Ergänzungsleistung kann nach Art. 25 Abs. 1 lit. c der
Verordnung über die Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und
Invalidenversicherung (SR 831.301; ELV) bei Eintritt einer voraussichtlich längere Zeit
dauernden Verminderung oder Erhöhung der vom Bundesgesetz über
Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (SR
831.30; ELG) anerkannten Ausgaben und anrechenbaren Einnahmen sowie des
Vermögens erfolgen. Die neue Verfügung hat dabei spätestens ab dem Beginn des
Monats zu wirken, der auf die neue Verfügung folgt, wobei bei einer Verletzung der
Meldepflicht die Rückforderung vorbehalten bleibt (Art. 25 Abs. 2 lit. c ELV). Gemäss
Art. 24 ELV ist der kantonalen Durchführungsstelle unverzüglich von jeder Änderung
der persönlichen Verhältnisse und von jeder ins Gewicht fallenden Änderung der
wirtschaftlichen Verhältnisse des Anspruchsberechtigten durch diesen, seinen
gesetzlichen Vertreter oder gegebenenfalls einer Drittperson oder Behörde
unverzüglich Mitteilung zu machen. Diese Meldepflicht erstreckt sich auch auf
Veränderungen, welche bei an der Ergänzungsleistung beteiligten Familienmitgliedern
des Anspruchsberechtigten eintreten. Der Beschwerdeführer hat die
Beschwerdegegnerin am 4. Januar 2010 über die Geburt seines Sohnes in Kenntnis
gesetzt. Spätestens mit dem Erhalt der Leistungsabrechnung der AXA Winterthur vom
16. Februar 2010 wusste er, dass er für seinen Sohn einen Anspruch auf eine BVG-
Kinderrente hatte. Er hätte dies unverzüglich der Beschwerdegegnerin melden müssen,
was er jedoch erst im Rahmen der periodischen Überprüfung der
Ergänzungsleistungen am 5. Juli 2011 getan hat. Damit hat er bis zu diesem Zeitpunkt
seine Meldepflicht gemäss Art. 24 ELV verletzt. Ebenso hat er es bis zur periodischen
Überprüfung der Ergänzungsleistungen im Jahr 2011 unterlassen, die
Beschwerdegegnerin darüber in Kenntnis zu setzten, dass sich sein BVG-
Rentenanspruch im Jahr 2010 von jährlich Fr. 10'541.-- auf Fr. 10'746.-- erhöht hatte.
Da der Beschwerdeführer die Orientierung der AXA Winterthur über die Anpassung an
die Preisentwicklung per 1. Januar 2011 bereits am 19. November 2010 erhalten hatte,
kann davon ausgegangen werden, dass er die entsprechende Orientierung über die
Anpassung per 1. Januar 2010 ebenfalls bereits im November 2009 erhalten hatte,
sodass er der Beschwerdegegnerin die bevorstehende Änderung seiner BVG-Rente
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rechtzeitig vor dem Erlass der Revisionsverfügung per 1. Januar 2010 hätte mitteilen
können. Dies hat er jedoch unterlassen und somit diesbezüglich ebenfalls bis zum 5.
Juli 2011 seine Meldepflicht verletzt (EL-act. 63, 64, 81, 85). Unter Berücksichtigung
von Art. 25 Abs. 2 lit. c ELV hat die Anpassung der Ergänzungsleistungen ab dem 1.
Januar 2010 an die Erhöhung der BVG-Kinderrente und der BVG-Rente des
Beschwerdeführers rückwirkend erfolgen müssen. Ergänzend ist festzuhalten, dass die
BVG-Kinderrente von Gesetzes wegen ab dem 1. Januar 2010 und nicht bereits ab
dem 1. Dezember 2009 anzurechnen ist, da der Rentenbezug erst am 21. Dezember
2009 (pro rata) begonnen hat und die BVG-Kinderrente daher erst ab dem Folgemonat
anzurechnen ist (act. G 7, vgl. EL-act. 30).
2.4 In ihrer Revisionsverfügung vom 28. Februar 2012 hatte die Beschwerdegegnerin
die Ergänzungsleistungen den durch den Beschwerdeführer am 5. Juli 2011
gemachten Angaben rückwirkend ab dem 1. Januar 2011 angepasst. Dabei hatte sie
jedoch die Angaben des Beschwerdeführers betreffend die Erhöhung seines BVG-
Rentenanspruchs im Jahr 2010 von Fr. 10'541.-- auf Fr. 10'746.-- sowie betreffend den
BVG-Kinderrentenanspruch in Höhe von jährlich Fr. 1'563.-- (2010) bzw. Fr. 1'568.--
(2011) versehentlich nicht berücksichtigt (EL-act. 26, 53, 63 S. 3, 64, 76). Dieser Fehler
hätte dem Beschwerdeführer bei Erhalt der Verfügung vom 28. Februar 2012 auffallen
müssen; dennoch hat er die Beschwerdegegnerin nicht darauf aufmerksam gemacht,
sondern erst im Rahmen der darauffolgenden periodischen Überprüfung der
Ergänzungsleistungen im Jahr 2014 erneut die BVG-Kinderrente seines Sohnes
angegeben (EL-act. 35). Im Rahmen der allgemeinen Sorgfaltspflicht ist ein EL-Bezüger
dazu verpflichtet, die ihm zugestellten Verfügungen und insbesondere die jeweils
beigelegten EL-Berechnungsblätter sorgfältig zu kontrollieren und auf deren Richtigkeit
zu überprüfen (Urteil des Bundesgerichts 9C_53/ 2014 vom 20. August 2014 E. 4.2.1).
Der Beschwerdeführer hat dies unterlassen und die Beschwerdegegnerin nicht auf ihre
Fehler hingewiesen, womit er seine Kontroll- und Hinweispflicht verletzt hat. Die
Möglichkeit einer rückwirkenden Herabsetzung der Ergänzungsleistung und damit
verbundenen Rückforderung wird durch den Wortlaut des Art. 25 Abs. 2 lit. c ELV auf
den Fall des Vorliegens einer Meldepflichtverletzung beschränkt. Eine Verletzung der
Kontroll- und Hinweispflicht ist jedoch einer Meldepflichtverletzung wertungsmässig
gleichzusetzen, weshalb die Möglichkeit der rückwirkenden Herabsetzung und
Rückforderung der Ergänzungsleistungen gemäss Art. 25 Abs. 2 lit. c ELV über den
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Wortlaut der Norm hinaus auch auf den Fall des Vorliegens einer Kontroll- und
Hinweispflichtverletzung auszudehnen ist. Da der Beschwerdeführer die
Beschwerdegegnerin nicht auf deren Fehler aufmerksam gemacht und somit die ihm
als Leistungsbezüger obliegende Kontroll- und Hinweispflicht verletzt hat, hat die
Beschwerdegegnerin ihre Revisionsverfügung vom 28. Februar 2011 gemäss Art. 25
Abs. 2 lit. c ELV in Wiedererwägung ziehen und per 1. Januar 2010 und 1. Januar 2011
revidieren müssen. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin
die BVG- und die BVG-Kinderrente in den zur Verfügung vom 10. Dezember 2014
gehörenden EL-Berechnungsblättern für die Jahre 2010 bis 2014 zeitlich und betraglich
korrekt berücksichtigt hat. Aufgrund des Gesagten erweist sich die
Wiedererwägungsverfügung vom 10. Dezember 2014 als rechtmässig.
3.
3.1 Der Beschwerdeführer hat infolge des in der Vergangenheit fehlerhaft berechneten
EL-Anspruchs Fr. 8'052.-- mehr Ergänzungsleistungen erhalten, als ihm von Gesetzes
wegen zugestanden hätten. Da dadurch das Legalitätsprinzip und das
Gleichbehandlungsgebot verletzt worden sind, verlangt der Art. 25 Abs. 1 Satz 1 ATSG,
dass diese unrechtmässig bezogenen Leistungen zurückerstattet werden, um den
gesetzmässigen Zustand wieder herzustellen und die Rechtsungleichheit zu beseitigen.
Die Rückerstattung der unrechtmässig bezogenen Leistungen stellt also weder eine
Strafe noch einen Schadenersatz dar. Sie dient allein der faktischen Beseitigung eines
früheren Fehlers respektive der Wiederherstellung eines gesetzmässigen und
rechtsgleichen Zustandes.
3.2 Der Beschwerdeführer hat geltend gemacht, dass die Rückforderung bei Erlass
der Verfügung vom 10. Dezember 2014 bereits verwirkt gewesen sei, da die
Beschwerdegegnerin seit dem 5. Juli 2011 von der BVG-Kinderrente (und der Höhe
seiner eigenen BVG-Rente im Jahr 2010) Kenntnis gehabt habe, wie die Akten zeigen
(EL-act. 63 S. 3, 64). Der Anspruch auf die Rückerstattung unrechtmässig bezogener
Leistungen erlischt mit dem Ablauf eines Jahres, nachdem die
Versicherungseinrichtung davon Kenntnis erhalten hat, spätestens aber mit dem Ablauf
von fünf Jahren nach der Entrichtung der einzelnen Leistung (Art. 25 Abs. 1 und 2
ATSG). Die Rechtsprechung bezeichnet es dabei als ausreichend, dass der
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Versicherungsträger bei der Beachtung der zumutbaren Aufmerksamkeit das Bestehen
der Voraussetzungen für eine Rückerstattung hätte erkennen müssen (vgl. KIESER,
a.a.O., Art. 25 Rz 57). Der Beschwerdeführer hat seit der Geburt seines Sohnes eine
BVG-Kinderrente für diesen bezogen und hat dies, sowie die Höhe seiner eigenen
BVG-Rente für die Jahre 2010 und 2011, der Beschwerdegegnerin am 5. Juli 2011 im
Rahmen der periodischen Überprüfung der Ergänzungsleistungen mitgeteilt (EL-act.
63, 64). Die Beschwerdegegnerin hat diese Änderungen in den wirtschaftlichen
Verhältnissen des Beschwerdeführers unbeabsichtigt übersehen (EL-act. 7). Geht die
unrechtmässige Leistungsausrichtung auf einen Fehler des Versicherungsträgers
zurück, ist in Bezug auf den Beginn der einjährigen relativen Verwirkungsfrist nicht die
tatsächliche, sondern die zumutbare Kenntnis des zur Rückerstattung Anlass
gebenden Sachverhalts massgebend, wobei das damalige Eidgenössische
Versicherungsgericht im Zusammenhang mit aArt. 47 Abs. 2 des Bundesgesetzes über
die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG; SR 831.10) nicht das erstmalige
unrichtige Handeln der Verwaltung als fristauslösend genügen liess. Vielmehr stellte es
auf jenen Tag ab, an dem sich die Verwaltung später - beispielsweise anlässlich einer
Rechnungskontrolle - unter Anwendung der ihr zumutbaren Aufmerksamkeit über ihren
Fehler hätte Rechenschaft geben müssen (BGE 110 V 304 E. 2b in fine S. 306; 124 V
383 E. 1; SVR 2002 IV Nr. 2 S. 5, I 678/00 E. 3b). Dieser Grundsatz, wonach nicht der
ursprüngliche Irrtum, sondern erst ein „zweiter Anlass“ die relative einjährige
Verwirkungsfrist auslöst, ist auch in Anwendung von Art. 25 Abs. 2 ATSG zu beachten
(Urteil des Bundesgerichts 9C_428/2009 vom 19. Februar 2010 E. 3.3.2). Der erste
Fehler des Versicherungsträgers kann somit den Lauf der Verwirkungsfrist nicht
auslösen, da diese erst ab dem Zeitpunkt zu laufen beginnt, in dem der Fehler bei
ausreichender Sorgfalt hätte erkannt werden können. Praxisgemäss werden die
wirtschaftlichen Verhältnisse der versicherten Person nur im Rahmen der periodischen
Überprüfung der Ergänzungsleistungen gesamthaft kontrolliert (vgl. Art. 30 ELV). In der
Zwischenzeit müssen die EL-Durchführungsstellen sich darauf verlassen, dass die EL-
Bezüger Änderungen melden oder Unstimmigkeiten in den Verfügungen in Erfüllung
ihrer Kontroll- und Hinweispflicht mitteilen. Im konkreten Fall hat der Beschwerdeführer
bis zum 5. Juli 2011 seine Meldepflicht und ab dem 28. Februar 2012 zusätzlich seine
Kontroll- und Hinweispflicht verletzt und erst im Rahmen der periodischen Überprüfung
der Ergänzungsleistungen im Jahr 2014 erneut angegeben, welche BVG-Renten er ab
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wann in welcher Höhe bezogen hat (EL-act. 31, 34, 35; vgl. auch E 3.1, 3.2). Die
Beschwerdegegnerin hat diese Angaben überprüft und mit den vergangenen
Berechnungsposten verglichen. Dadurch ist sie sich ihrer Fehler bewusst geworden
und hat die Anspruchsberechnungen entsprechend korrigiert (EL-act. 21 f., 30). Daher
ist die periodische Überprüfung der Ergänzungsleistungen im Jahr 2014 bzw. der
Eingang des entsprechenden Formulars der "zweite Anlass" gewesen. Die
Beschwerdegegnerin hat somit erst ab diesem Zeitpunkt eine zumutbare Kenntnis über
ihren Irrtum haben können. Die einjährige Verwirkungsfrist hat somit erst mit Eingang
des ausgefüllten Fragebogens betreffend die periodische Überprüfung der
Ergänzungsleistungen des Beschwerdeführers am 6. Juni 2014 zu laufen begonnen,
weshalb die Beschwerdegegnerin ihren Rückforderungsanspruch mit der Verfügung
vom 10. Dezember 2014 innerhalb der einjährigen Verwirkungsfrist und damit
rechtzeitig geltend gemacht hat. Auch die fünfjährige absolute Verwirkungsfrist gemäss
Art. 25 Abs. 2 ATSG, die frühestens am 11. Februar 2010 zu laufen begonnen hat, ist
mit der Verfügung vom 10. Dezember 2014 für den gesamten den
Rückforderungsanspruch betreffenden Zeitraum von 2010 bis 2014 gewahrt worden
(EL-act. 75 f.).
4.
Zusammenfassend ist die am 10. Dezember 2014 verfügte Rückforderung nicht zu
beanstanden; insbesondere ist der Rückforderungsanspruch der Beschwerdegegnerin
nicht verwirkt gewesen. Die Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 29.
September 2015 ist daher abzuweisen. Es sind keine Gerichtskosten zu erheben.