Decision ID: c52c7f36-088b-442b-a7fe-0df77ad09b02
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1987 geborene
X._
war ab dem
1. November 2019 in einem 100 %-Pensum bei der
Y._
AG
(seit der Namensänderung vom 17. März 2020:
Z._
AG
[vgl. www.zefix.ch; besucht am 12. Dezember 2021) a
ngestellt und dadurch bei der
AXA Versicherungen AG
(kurz: AXA
) obligatorisch gegen die Folgen von Unfäl
len versichert. Gemäss
Unfallmeldung vom 8. Mai 2020
verdrehte
sich die Versi
cherte am 1. Mai 2020
bei einem Sturz
zu Hause das
linke
K
nie, wobei es zu einer Verletzung desselben kam (Innenmeniskus und Innenband angerissen). Es wurde eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % ab dem
1. Mai 2020 gemeldet
(Urk. 12/A1 und
12/
A4)
.
Die AXA erbrachte
die
Versicherungsleistungen.
Die Versicherte infor
mierte die AXA
am 22. Mai 2020
telefonisch über einen weiteren Unfall mit dem linken Knie, welcher sich
bereits
am 2. November 2019 ereignet
haben soll und welchen sie nicht gemeldet
habe. Gemäss einem Ausdruck der
A._
AG
soll
sich die Versicherte am 3. November 2019 in ärztliche Behandlung
begeben haben
, da sie am 2. November 2019 plötzlich mit dem linken Knie nach aussen geknickt sei. Sie habe sich gerade noch an einem Stuhl festhalten können, um nicht zu stürzen. Seither habe sie Schm
erzen beim Gehen über dem Innenb
and
(Urk. 12/A9 und Urk. 12/M2).
Die Schmerzen seien nach zwei Wochen deutlich abgeklungen (Urk. 12/M3 unten).
Das Arbeitsverhältnis der Versicherten wurde per 27. Juni
2020 gekündigt (
12/A4),
verlängerte sich aber
zufolge
unfallbedingt
er Arbeitsunfähigkeit
bis am 27. Juli 2020 (Urk. 12/A23
).
An ebendiesem letzten Arbeitstag verdrehte sich die Versicherte das linke Knie erneut, als sie während eines Fluges an ihren Sitzplatz zurückkehren wollte. Die Versicherte meldete daher einen Rückfall
beziehungs
weise
das Vorliegen von Spätfolgen
(vgl. Urk. 12/A15, Urk. 12/A17, Urk. 12/A
21,
Urk. 12/A25
, Urk. 12/A67
und Urk. 12/M7
).
Am 25. August 2020 unterzog sich die Versicherte einer Operation am linken Knie (Rekonstruktion des medialen patellofemoralen Ligaments links sowie late
rales Release) am
B._
, wo sie bis am 27. August 2020
hospitalisiert war
(Urk. 12/M8
-9
).
Die AXA legte das medizinische Dossier dem beratenden Arzt, Dr. med.
C._
, Facharzt FMH für Chirurgie, spez. Sport
medizin (SEMS), vor. Gestützt auf dessen Stellungnahme vom 27. Oktober 2020
mit der Schlussfolge
rung,
bei einer anatomisch ungünstigen Konstellation sei der Status quo sine
per 24. Juli 2020 erreicht
worden
(Urk. 12/M15),
stellte
sie
ihre
Leistungen mit Ver
fügung vom 4. November 2020 per 24. Juli 2020 ein (Urk. 12/A55).
Die dagegen erhobene Einsprache der Versicherten vom
9. Novem
ber 2020
(Urk.
12/A58
) wies sie
nach einer Stellungnahme des beratenden Arztes Dr. med.
D._
, Spezialarzt FMH für
Chirurgie, vom 6. Februar 2021
, we
lcher sich der Beurteilung von D
r.
C._
anschloss
(Urk. 12/M17)
,
mit Entscheid vom
16. April 2021 ab (Urk. 2 [= Urk. 12
/
A89
]).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am
10. Mai 2021
Beschwerde und beantragte,
der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und der Fall sei erneut zu prüfen (Urk. 1). Da die Beschwerde
schrift
nicht unterzeichnet
war
, wurde
der Beschwerdeführerin
mit Verfügung vom 17. Mai 2021 eine Nachfrist zur eigenhändigen Unterzei
ch
nung ersterer
angesetzt
(Urk. 4)
.
Die Beschwerdeführerin holte d
as Versäumte
nach
(Eingang der unterzeichneten Beschwerdeschrift am 21. Mai 2021 [Urk. 6]).
Mit Beschwerdeantwort vom
23. Juni 2021
schloss die Beschwerdegegnerin auf
Abweisung der Beschwerde (Urk. 10
), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom
30. Juni 2021
zur
Kenntnis gebracht wurde (Urk. 13
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des Bundesgesetzes üb
er die Unfallversicherung (UVG)
werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1).
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil
weise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss
Art.
16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu.
1.2
Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG erbringt die Versicherung ihre Leistungen auch bei folgenden Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind: Knochenbrüche (
lit
. a); Verrenkungen von Gelenken (
lit
. b), Meniskusrisse (
lit
. c), Muskelrisse (
lit
. d), Muskelzerrungen (
lit
. e), Sehnenrisse (
lit
. f), Bandläsionen (
lit
. g) und Trommelfellverletzungen (
lit
. h).
Diese Aufzählung der den Unfällen gleichgestellten Körperschädigungen ist ab
schliessend (BGE
146 V 51 E. 7.1 sowie BGE
116 V 136 E. 4a, 147 E. 2b, je mit Hinweisen).
Seit dem Inkrafttreten der Revision des UVG und der dazugehörigen Verordnung
über die Unfallversicherung
(UVV) per 1. Januar 2017 ist das Bestehen einer vom Unfallversicherer zu übernehmenden unfallähnlichen Körperschädigung nicht
länger vom Vorliegen eines äusseren Ereignisses abhängig. Die Tatsache, dass eine in Art. 6 Abs. 2 UVG genannte Körperschädigung vorliegt, führt zur Vermu
tung, dass es sich hierbei um eine unfallähnliche Körperschädigung handelt, die vom Unfallversicherer übernommen werden muss. Dieser kann sich aber von der Leistungspflicht befreien, wenn er beweist, dass die Körperschädigung vorwie
gend auf Abnützung oder Krankheit zurückzuführen ist (Zusatzbotschaft zur Änderung des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [Unfallversicherung und Unfallverhütung; Organisation und Nebentätigkeiten der Suva] vom 19. Sep
tember 2014,
BBl
2014 7922 7934 f.).
Gemäss
BGE 146 V 51
ergibt sich a
us der in Art. 6 Abs.
2 UVG vorgesehenen Möglichkeit des Gegenbeweises weiterhin die Notwendigkeit der Abgrenzung der vom Unfallversicherer zu übernehmenden unfallähnlichen Körperschädigung von der abnützungs- und erkrankungsbedingten Ursache einer Listenverletzung und damit letztlich zur Leistungspflicht des Krankenversicherers. Insoweit ist die Frage nach einem initialen
erinnerl
ichen
und benennbaren Ereignis –
nicht zu
letzt auch aufgrund der Bedeutung eines zeitlichen Anknüpfungspunktes (Versicherungsdeckung; Zuständigkeit des Unfallversicherers; Berechnung des versicherten Verdienstes; intertempo
ralrechtliche Fragestellungen) –
auch nach der UVG-Revision relevant. Lässt sich dabei kein initiales Ereignis erheben oder lediglich ein solches ganz untergeordneter respektive harmloser Art, so verein
facht dies zwangsläufig in aller Regel den Entlastungsbeweis des Unfall
ver
siche
rers. Denn bei der in erster Linie von medizinischen Fachpersonen zu beur
teilen
den Abgrenzungsfrage ist das gesamte Ursachenspektrum der in Frage stehenden Körperschädigung zu berücksichtigen. Nebst dem Vorzustand sind somit auch die Umstände des erstmaligen Auftretens der Beschwerden näher zu beleuchten. Die verschiedenen Indizien, die für oder gegen Abnützung oder Erkrankung sprechen, müssen aus medizinischer Sicht gewichtet werden. Damit der Entlastungsbeweis gelingt, hat der Unfallversicherer gestützt auf beweis
krä
ftige ärztliche Einschät
zungen –
mit dem Beweisgrad der üb
erwiegenden Wahrscheinlichkeit –
nachzu
weisen, dass die fragliche Listenverletzung vorwie
gend, das heisst im gesamten Ursachenspektrum zu mehr als 50
%, auf Abnüt
zung oder Erkrankung zurückzu
führen ist. Besteht das Ursachenspektrum einzig aus Elementen, die für Abnüt
zung oder Erkrankung sprechen, so folgt daraus unweigerlich, dass der Entlas
tungsbeweis des Unfallversicherers erbracht ist und sich we
itere Abklärungen erübrigen (E.
8.6).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invali
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein
der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nach
ge
wiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des Unfallver
sicherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheits
schadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfall
fremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schick
salsmässigen Ver
lauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später einge
stellt hätte (Status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der leis
tungsbegrün
dende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialver
sicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der über
wiegenden Wahrschein
lichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatsache handelt, liegt die entsprechende Beweis
last
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausal
zusammenhang gegeben ist
nicht beim Versicherten, sondern beim Unfall
ver
sicherer. Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rück
fällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten mass
gebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_669/2019 vom 25. März 2020 E. 2.2 mit Hinwei
sen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch dieser Zustand noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG Leis
tungen zu erbringen (Urteil des Bundesgerichts 8C_589/2017 vom 21. Februar 2018 E. 3.2.3 mit Hinweisen).
1.5
Die Beweislastregel, wonach der Unfallversicherer und nicht der Versicherte die Beweislast für das überwiegend wahrscheinliche Dahinfallen der natürlichen Un
fallkausalität trägt, greift erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rah
men des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 61
lit
. c des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]) und der Beweis
würdi
gung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die überwiegende Wahr
scheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 261 E. 3b in
fine
S. 264 mit Hinweisen).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1.7
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzu
neh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen Entscheid im Wesentlichen,
gestützt auf die Beurteilungen des medizi
nischen Beratungsdienstes sei
die
natürliche Kausalität zum fraglichen Unfallereignis für höc
hstens sechs Wochen gegeben
.
Nachweislich lägen die angeborenen Risikofaktoren X-Beinachse, erhöhter Q-Winkel sowie eine leichte
Trochleadysplasie
vor, sodass mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit als erstellt gelten könne, dass
der Status quo sine
spätestens
per 24. Juli 2020
erreicht gewesen
sei. Der bestehende Schaden am linken Knie stehe über den 24. Juli 2020 hinaus nicht mehr in kausalem Zusam
menhang zum Ereignis vom 1. Mai 202
0.
Ebenso könne die Operation vom 23. August 2020 (recte: 2
5. August 2020
) nicht mit dem Beweisgrad der überwie
genden Wahrscheinlichkeit als unfallkausal beurteilt werden
(Urk. 2).
2.2
Demgegenüber brachte die Beschwerdeführerin vor, sie habe während 33 Jahren nie Probleme mit dem Knie gehabt. Des Weiteren würden Tatsachen verdreht. Sie habe sich beim zweiten Unfall hinsetzen wollen und bei dieser Drehbewegung sei ihr die Kniescheibe erneut rausgef
allen.
Auch würden die Operationsdaten mehr
mals falsch datiert. Sie frage sich, wie man urteilen könne, wenn man nicht ein
mal die Fakten kenne. Es sei nicht angemessen, dass ein Arzt, welcher sie niemals gesehen habe, urteilen könne, wie lange und wie oft sie Physiotherapie benötige. Sie verweise zudem auf die Beurteilung ihrer Ärztin in Urk. 12/M16 (Urk. 1).
3.
3.1
Dr.
C._
hielt in seiner Stellungnahme vom 27. Oktober 2020 fest, am 2. November 2019 sei es zu einer Subluxation der linken Patella nach lateral gekommen, was am 3. November 2019 zur Konsultation im
A._
am
Flughafen E._
geführt habe. Die Beschwerdeführerin sei damals bei
Hyperlaxizität
und
Valgusbeinachse
(X-Bein) mit dem linken Knie eingeknickt und habe sich gerade noch an einem Stuhl festhalten können, um nicht zu stürzen. Es sei zu einer einmaligen medizinischen Konsultation gekommen.
Vor dem neuerlichen Ereig
nis vom 1. Mai 2020 habe die Beschwerdeführerin bereits ein Instabilitätsgefühl bemerkt. Am 1. Mai 2020 sei es erneut zu einer Patellalu
xation gekommen
, wobei der Unfallhergang mit überwiegender Wahrscheinlich
keit dafür
spreche, dass beim Hosenanziehen im
Einbeinstand
die Patella luxiert und die Beschwerdefüh
rerin daraufhin gestürzt sei und nicht, dass die Patella beim Sturz luxiert sei. Das MRI vom 5. Mai 2020 zeige eindeutige Zeichen einer stattgehabten Patella
luxation mit entsprechendem
Bone
bruise
und Läsion/Partialläsion des MPFL (medialen patellofemoralen Ligaments)
. Die Beschwerdeführerin weise verschie
dene Risikofaktoren auf, welche zur Patellalu
xa
tion prädestinierten:
Hyper
laxiz
ität
der Gelenke, X-Beinachse, erhöhter Q-W
inkel und eine leichte
Trochlea
dysplasie
. Durch die Operation sei die Patella durch die MPFL-Rekonstruktion und das lateral release stabilisiert worden. Die
Indikation sei durch die
Rezidiv
gefahr
bei anlagebedingter zunehmender
Patel
lainstabilität
gegeben gewesen. Aufgrund der zunehmenden Instabilität hätten weitere Luxationen gedroht, wozu es übrigens am 27. Juli 2020 a
uch ohne äussere Einwirkung
gekommen sei. Ein Status quo sine sei 12 Wochen nach dem Ereignis vom 1. Mai 2020 und mit Abschuss der zweiten Serie Physiotherapie vom 14. Juli 2020 am 24. Juli 2020 erreicht gewesen (Urk. 12/M15).
3.2
Die behandelnde Ärztin
Dr.
med.
F._
, Fachärztin für Orthopädie und Trauma
tologie, Oberärztin am
B._
, hielt in ihrem «Versiche
rungsbericht» vom 23. November 2020 fest,
es sei richtig, dass Risikofaktoren bestünden mit der Gefahr rezidivierender Patellaluxationen. Diese bestünden aber bereits seit Kind
heit der Beschwerdeführerin, dennoch sei sie immer komplett beschwerdefrei und sportlich aktiv gewesen. Dass es am 1. Mai 2020 zuerst zu einer Patellaluxation und erst dann zu einem Sturz gekommen sei und nicht umgekehrt, sei eine reine Mutmassung und werde von der Beschwerdeführerin in der Anamnese klar widerlegt. Sie sei mit dem linken Fuss im Hosenbein
hängen geblieben, habe das Gleichgewicht verloren u
nd sei auf das linke Knie gestür
zt, wobei es zur erstma
ligen klinisch wie MR-tomographisch dokumentierten Patellaluxation gekommen sei. Dieses Unfallereignis habe eine zweite Patellalu
xation am 27. Juli 2020 nach sich gezogen. Ob es sich im November 2019 wirklich um eine
Patellaproblematik
gehandelt habe, sei eine reine Vermutung, welche weder MR-tomographisch noch mit anderen bildgebenden Abklärungen dokumentiert sei. Aus ihrer Sicht bestün
den keine Zweifel, dass der direkte Sturz auf das Kniegelenk die Beschwerden überhaupt erst ausgelöst habe. Eine über
wiegende Unfallursache deshalb zu ver
neinen, weil gewisse
Risikofaktoren bestünden, halte
sie
für
nicht korrekt (Urk. 12/M16).
3.3
Dr.
D._
führte in seiner Stellungnahme vom 6. Februar 2021 aus, Personen mit den bekannten konstitutionellen Besonderheiten würden ganz besonders zu late
ralen Luxationen der Patella neigen, wobei es zu solchen Vorkommnissen beson
ders häufig schon in der Jugendzeit, gelegentlich aber auch erst im mitt
leren Lebensalter komme.
Ob es sich anlässlich des Ereignisses vom 2. November 2019 um eine Subluxation oder eine vollständige Luxation gehandelt habe, lasse sich ex
post
nicht mehr beurteilen.
Eine Subluxation würde nicht einer Listen
verlet
zung entsprechen. Im Gegensatz dazu wäre unter Annahme einer vollstän
digen Luxation Art. 6 Abs. 2 UVG erfüllt, dies allerdings vorliegend aufgrund der zuvor genannten patho-anatomischen Besonderheiten bei dieser Versicherten. Der ärzt
liche Befundbericht anlässlich der ersten und einzigen Konsultation am 3. N
ovember 2019 lasse
nicht auf eine stattgehabte Patellaluxation schliessen. Dokumentiert sei die Angabe einer stattgehabten Luxation erst anlässlich einer Besprechung vom
24. September 2020 bei der Suva
aufgrund einer dort fälsch
li
chen Anmeldung offenbar von Seiten des
Regionalen Arbeitsvermittlungs
zent
rums (RAV).
Patellaluxationen würden sehr häufig im Stehen oder Gehen mit Hauptbelastung auf dem entsprechenden Bein und gleichzeitiger Torsion des Oberkörpers und damit des Kniegelenkes bei fixiertem Fuss geschehen. Im vor
liegenden Fall sei die Schilderung der Versicherten mit plötzlichem Weg
knicken des Kniegelenkes typisch für eine Subluxation oder Luxation der Patella aufgrund der konstitutionellen Besonderheiten. Mit überwiegender Wahrschein
lichkeit habe es sich dabei nicht um eine vollständige Luxation gehandelt, sondern um eine Subluxation, sonst wä
re nicht, wie gegenüber der Suva
behaup
tet, innert Wochenfrist eine vollständige Beschwerdefreiheit und Sportfähigkeit eingetreten. Auch das geschilderte Ereignis vom 1. Mai 2020 mit
Einbeinstand
und dadurch bedingter starker Anspannung der Quadrizeps-Muskulatur und möglicher Dreh
bewegung, um mit dem rechten Bein ins Hosenbein zu steigen, sei typisch für die Verursachung einer erneuten Patellaluxation, dies wiederum aufgrund der kon
stitutionellen Besonderheiten. Überwiegend wahrscheinlich sei es bei diesem Manöver zuerst zur Patellaluxation und erst dadurch bedingt zum Gleichge
wichtsverlust und zum Sturz gekommen. So betrachtet stehe das Sturz
ereignis in natürlichem Kausalzusammenhang zur vorgängigen Patellaluxation mit konse
kutivem Gleichgewichtsverlust. Rein sturzbedingt
hätten
Beschwerden
für einige Tage bis 2 Wochen
möglicherweise
resultieren
können
. Hauptanteil an den Beschwerden habe aber die aufgrund besonderer konstitutioneller Verhält
nisse verursachte Patellaluxation mit Ruptur des medialen
patellafemoralen
Ligaments, mit kleinem knöchernem Abriss an der
Patellaspitze
und mit
Bone
bruise
-Verlet
zung des lateralen
Femurkondylus
, wobei all diese Befunde typisch seien für eine stattgehabte Patellaluxation. Die rein sturzbedingten Beschwerden mit möglichen Kontusionen ohne fassbare strukturelle Schädigungen könnten nach wenigen Tagen als abgeheilt betrachtet werden.
Objektivierbare Unfall
folgen lägen hier nicht vor. Ursache für die Beschwerden sei der konstitutionelle Vorzustand. Auf
grund des Sturzereignisses vom 1. Mai 2020 hätten Prellungen für wenige Tage bis Wochen möglicherweise vorgelegen. Ein diesbezüglicher Status quo sine sei spätestens sechs Wochen nach dem Ereignis als erreicht zu betracht
en. Die Stellungnahme von Dr.
C._
sei vollumfänglich zu stützen. Die Stellungnahme von Dr.
F._
sei nicht überzeugend und entspreche einer Schutzbeurteilung zu
gunsten ihrer Patientin (Urk. 12/M17).
4.
4.1
Die Stellungnahme
von Dr.
D._
wurde
in Kennt
nis der
Vorakten
erstattet, ist
für die str
i
t
ti
gen Belange umfassend, enthält
eine Auseinandersetzung mit den
Befunden und den ge
klagten Beschwerden und leuchtet
in der Darlegung der medizinischen Zustände und
Z
usammenhänge ein. Damit erfüllt
sie die Anforde
rungen an eine beweiskräftige medizinische Entscheidungsgrundlage, weshalb auf sie abgestellt werden kann.
Der Beurte
ilung von Dr.
D._
schadet nicht, dass
er
die
Beschwerdefü
hrer
in
nicht selbst untersuchte
, da auch reinen Akten
gutach
ten voller Beweiswert zukommt, sofern – wie im konkreten Fall – ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht (vgl. Urteile des Bundes
gerichts
8C_46/2019 vom 10. Mai 2019 E. 3.2.1 und 8C_641/2011 vom 22. Dezember 2011 E.
3.2.2).
4.2
Zunächst ist festzuhalten, dass bei der Beschwerdeführerin
konstitutionelle Besonderheiten
des linken Kniegelenks
vorliegen
(erhöhter Q-Winkel bei
Valgus
beinachse
[X-Beinachse],
TAGT ca. 17 mm,
Trochleadysplasie
Typ A nach
Déjour
), welche
auch
von
der behandelnden Ärztin
Dr.
F._
als Risikofaktoren für
rezidivierende
Patellaluxationen bezeichnet wurden
(
E. 3.2 sowie
Bericht vom 5. August 2020 [
Urk. 12/M
7
]
; siehe auch
den
Bericht vom 20. Mai 2020, in welchem
Dr.
F._
festhielt, die Beschwerde
führerin sei darüber aufgeklärt, dass sie mit der X-Beinachse und dem erhöhten Q-Winkel sowie der leichten
Trochleadysplasie
natürliche Risikofaktoren für ein Zweitereignis habe [Urk. 12/M3 S. 3]).
Im Einklang
zu dieser Beurteilung
hielten auch die beratenden Ärzte fest,
die Beschwerdeführerin weise mehrere Faktoren auf, welche eine Luxation der Patella prädestinierten (Urk. 12/M17 Einleitung und Urk. 12/M15 Ziff. 2).
Den nachstehenden Erwägungen ist sodann vorauszuschicken, dass es am 2. November 2019 zu einem plötzlichen Wegknicken des linken Knies nach aus
sen kam (Urk. 12/M2). Zwar lässt sich gemäss Dr.
D._
ex
post
nicht mehr eruieren, ob es zu einer Subluxation oder zu einer vollständigen Luxation des Gelenks gekommen ist. Bei einer Luxation würde eine Listenverletzung vorliegen, bei einer Subluxation hingegen nicht (
vgl. das Urteil des Bundesgerichts 8C_671/2019 vom 11. März 2020 E. 5.2 mit Verweis auf 8C_909/2012 vom 4.
Februar 2013 E.
5.2
). Doch selbst wenn eine vollständige Luxation stattge
fun
den hätte und damit eine Listenverletzung vorläge, gelänge der Beschwerde
gegnerin der Entlastungsbeweis, dass die Verletzung des linken Knies mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit zu mehr als 50 % auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist (vgl. E. 1.2): Dabei steht im Vordergrund, dass es angesichts des plötzlichen Wegknickens des Kniegelenkes an einem initialen Ereignis fehlte
,
und dass das plötzliche Wegknicken des Kniegelenkes beim ausgewiesenen Vor
zustand als nicht ungewöhnlich zu beurteilen ist
(vgl. auch n
achfolgende E. 4.3)
.
4.3
Hinsichtlich des
hier in Frage stehenden
Ereignisses vom 1. Mai 2020
, welches von der B
eschwerdegegnerin als Unfallereignis anerkannt
wurde
und aufgrund dessen sie zunächst Leistungen
erbrach
t
e
,
sind den Akten folgende Angaben zu entnehmen: Im Bericht von Dr. med.
G._
vom 18. Mai 2020 über die Erstbe
handlung vom
5. Mai 2020 wurde festgehalten: «Am 1. Mai 2020 im Stehen
Gleichgewicht verloren (auf einem Bein gestanden), dabei gefallen
& Knie
ver
dreht
»
(Urk. 12/M1).
Seinem
Eintrag in der Krankenakte vom 5. Mai 2020 ist
kon
kreter
zu entnehmen, die Beschwerdeführerin
habe vor sechs Monaten schon ein
mal das Knie verdreht gehabt und den Arzt konsultiert, von welchem sie eine Bandage sowie eine Creme erhalten habe. Darauf sei die Situation eigentlich ganz gut gewesen. Aber in
den letzten zwei Wochen
habe sie
manchmal e
in «Instabi
litätsgefühl» gehabt
. B
eim Hosenanziehen am 1. Mai 2020, als sie das rechte Bein angehoben habe,
habe sie
das Gleichgewicht verloren, das linke Knie verdreht und sei auf den Rücken gefallen (Urk. 12/M9 S. 4). Im Bericht vom 20. Mai 2020 hielt Dr.
G._
sodann fest, am 1. Mai 2020 sei es zu einem erneuten Kniedis
torsionstrauma mit Sturz auf die linke Seite gekommen (Urk. 12/M3).
Die Beschwerdeführerin gab anlässlich eines Gesprächs vom 24. September 2020 bei der Suva (
dort erfolgte von Seiten des Regionalen Arbeitsv
ermittlungs
zentrums
[RAV]
fälschlicherweise eine Unfallmeldung
) an, sie sei am 1. Mai
2020
beim Anziehen
bei sich zu Hause gestürzt. Dabei habe sie sich die linke Knie
scheibe ausgerenkt (Urk. 12/A
37).
Die Schilderung, dass die Beschwerdeführerin beim Sturz vom 1. Mai 2020 mit dem
linken
Fuss im Hosenbein hängen geblieben
sei
(
was
impliziert, dass das
rechte
Bein das Standbein gewesen wäre)
und
auf das linke Knie gestürzt
sei, findet sich erstmals im «Versicherungsbericht» von Dr.
F._
vom 23. November 2020 (Urk. 12/M16).
Praxisgemäss stellen die Gerichte im Bereich des Sozialver
sicheru
ngsrechts in der Regel auf die «
Aussagen der ersten Stunde
»
ab, denen in beweismässiger Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungs
rechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis).
Angesichts der – im Vergleich zu den Schil
derungen in den echtzeitlichen Dokumenten – abweichenden Darstellung des Unfallhergangs
durch Dr.
F._
vermag
ihre Einschätzung
, «dass der direkte Sturz auf das Knie
gelenk die Beschwerden überhaupt erst ausgelöst» habe,
nicht zu überzeugen.
Kommt hinzu, dass
in
Bezug auf Berichte von Haus
ärz
tinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therap
eutinnen und Therapeuten
auf die Erfahrungstatsache hinzu
weisen
ist
, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer
Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Dr.
D._
legte dar, dass
das Ereignis vom 1. Mai 2020 mit
Einbeinstand
und dadurch bedingter starker Anspannung der
Qadrizeps
-Muskulatur und möglicher Drehbewegung, um mit dem rechten Bein in
die
Hose zu steigen, typisch sei für die Verursachung einer erneuten Patellaluxation
(Urk. 12/M17 Ziff. 4). Dies
über
zeugt
insbesondere in Anbetracht
der konstitutionellen Besonderheiten
und der von der Beschwerdeführerin bereits während zwei Wochen vor dem Ereignis ver
spürten Instabilität des linken Knies (vgl. Urk. 12/M9 S. 4)
.
Angesichts dessen leuchtet
auch
ein, dass es überwi
egend wahrscheinlich beim Anziehm
anöver zu
erst zur Patellaluxation und erst dadurch bedingt zum Gleichgewichtsverlust und zum S
turz gekommen ist
.
Folgerichtig hat die
aufgrund besonderer konsti
tu
tioneller Verhältnisse verursachte Patellaluxation
den Hauptanteil an den Beschwerden verursacht
. Damit ist der Nachweis dafür erbracht, dass die Patellaluxation
nicht auf das
Unfallereignis
vom 1. Mai 2020
zurückzuführen ist und dass
dieses
auch keine nur geringe Teilursache für die in der Folge beste
hen
den Beschwerden
aufgrund der Patellaluxation sowie
für
die am 25. August 2020 durchgeführte Operation
darstellt.
Es fehlt somit an einem natürlichen Kausalzu
sammenhang zwischen dem Ereignis vom 1. Mai 2020 und den Beschwerden am linken Knie im Zusammenhang mit der Patellaluxation. Damit ist gleichzeitig auch erstellt, dass die Listenverletzung vorwiegend, das heisst zu mehr als 50 %, auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist.
Eine weitere Prüfung der Leistungspflicht nach
Art. 6 Abs. 2 UVG
erübrigt sich
(BGE 146 V 51 E.
9.2).
B
etreffend allfällige Prellungen aufgrund des Sturzereignisses
vom 1. Mai 2020 ist
mit Dr.
D._
davon auszugehen, dass
ein Status quo sine spätestens sechs Wochen danach
erreicht
war
. Demgemäss ist nicht zu bean
standen, dass die Beschwerdegegnerin
ihre
Leistungen per 24. Juli 2020 einstellte.
4.4
Schliesslich ist mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
auch
erstellt,
dass die
–
lediglich
aufgrund einer Drehbewegung des Oberkörpers erlit
tene (Urk. 12/M7) –
Luxation vom 27. Juli 2020
einzig
infolge der zunehmenden Instabilität des linken Kniegelenks, bedingt durch die anatomisch ungünstige Konstellation, erfolgte (Urk. 12/M15 Ziff. 3.1)
. Der Entlastungsbeweis, dass die Verletzung des linken Knies mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu mehr als 50 % auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist, gelingt auch hier (vgl. zur Begründung bereits E. 4.2).
Dass die Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 27. Juli 2020 angegeben hatte, es sei lediglich bei einer Drehbewegung des Oberkörpers nach rechts zu einer erneuten Patellaluxation gekommen, ergibt sich aus dem Bericht vom 5. August 2020 von Dr.
F._
(Urk. 12/M7 S. 1). Damit erweist sich der Einwand der Beschwerde
führerin, die
Beschwerdegegnerin verdrehe die Tatsachen, wenn sie angebe, es sei bei einer Drehbewegung zu einer erneuten Luxation gekommen (Urk. 1), als ungerechtfer
tigt.
4.5
Mit der Beschwerdegegnerin ist die Beschwerdeführerin
nochmals
darauf hinzu
weisen, dass
d
ie
Argumentation nach der Formel «
post
hoc ergo
propter
hoc», nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, beweisrechtlich nicht zulässig
ist
und zum Nachweis der Unfallkausalität nicht zu genügen
ver
mag
(BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
, Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1).
Ärztliche Auskünfte, die allein auf dieser Argumentation beruhen, sind beweisrechtlich nicht zu verwerten (Urteil des Bundesgerichts 8C_241/2020 vom 29. Mai 2020 E. 3).
4
.6
Nach dem Gesagten
ist
der
Fallabschluss
unter Einstellung der Versicherungs
leis
tung
en
durch die Beschwerdegegnerin
per 24. Juli 2020
nicht zu beanstanden.
Die Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist.