Decision ID: d94bcf1f-761f-45eb-90cc-3462e88ec430
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso Glavas, Haus zur alten Dorfbank,
9313 Muolen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
berufliche Massnahmen und Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 19. Januar 2007 zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act.
3). Er gab u. a. an, er habe 1978 bis 1981 in Bosnien eine Schlosserlehre mit Diplom
abgeschlossen. Dr. med. B._, Facharzt für Allgemeinmedizin, berichtete am 17.
Februar 2007 (IV-act. 7), er habe folgende Diagnosen erhoben: Dysthymia/suizidal-
paranoide Anpassungsproblematik auf der Grundlage einer Borderline-Persönlichkeit,
lumbovertebrales Syndrom bei mässig degenerierten Veränderungen der LWS und
Diskushernien L5/S1, leichtgradige AC-Gelenkarthrose und - ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit - Pruritus atopica, St. n. thorakaler Messerstecherei im Bereich des 7
ICR ventro-lateral links mit Durchstich des Diaphragmas, des Magens sowie des linken
Leberlappens (1992), St. n. Nierenkontusion links (1994) und St. nach Verbrennung II°
thorakal rechts. Dr. B._ gab weiter an, der Versicherte sei vom 8. bis 29. Juni 2006 zu
100% arbeitsunfähig gewesen. Seither bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 50%. Dr.
med. C._, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, von der Klinik Valens übermittelte
am 22. Februar 2007 einen an die SWICA Gesundheitsorganisation gerichteten
interdisziplinären Bericht vom 18. September 2006 (IV-act. 8) über eine
Schmerzsprechstunde vom 11. September 2006. Gemäss diesem Bericht bestand aus
rheumatologischer Sicht ein lumbovertebrales Syndrom bei Haltungsinsuffizienz,
muskulären Ungleichgewichten und MRI-mässig nachgewiesenen degenerativen
Veränderungen der unteren LWS. Hinzu kam eine deutliche Tendenz zu einer
generalisierten Hyperlaxizität. Die Beschwerden im Bereich der linken Schulter hatten
ihre Ursache in einem subacromialen Engpasssyndrom und in einer Tendinitis der
Supraspinatussehne links, wahrscheinlich bedingt durch eine leichtgradige AC-
Gelenkarthrose und eine deutliche Fehlhaltung des Schultergürtels. Aus psychiatrischer
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Sicht lag eine zwar gebesserte, aber immer noch aktive dysthym-suizidal-paranoide
Anpassungsproblematik auf der Grundlage einer vermuteten Borderline-
Persönlichkeitsstörung vor. Aus rheumatologischer Sicht wurde für eine adaptierte
Tätigkeit eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit angegeben. Ala adaptiert wurden
leichte bis mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten mit Gewichtsbelastungen bis
20 kg bezeichnet. Aus psychiatrischer Sicht war die Arbeitsfähigkeit maximal zu 50%
eingeschränkt. Bei einer erfolgreichen medikamentös flankierten
psychotherapeutischen Behandlung war nach Auffassung der Ärzte der Klinik Valens
mittelfristig mit einer deutlichen Besserung der Arbeitsfähigkeit, eventuell bis zu einer
vollumfänglichen Erwerbstätigkeit, zu rechnen. Die D._ ag in Y._ teilte am 19. März
2007 mit (IV-act. 18), der Versicherte sei bei einem Kunden als Schlosser beschäftigt
gewesen. Für 2005 gab sie ein Jahreseinkommen des Versicherten von Fr. 72'662.80
an. Dr. med. E._, Psychiatrie und Psychotherapie, berichtete am 30. Mai 2007 (IV-
act. 26), der Versicherte leide an einer schweren depressiven Störung mit paranoiden
Symptomen auf dem Boden einer emotional instabilen Persönlichkeit vom
Borderlinetyp und an einem chronischen Schmerzsyndrom mit bekannten
degenerativen Veränderungen in der lumbalen Wirbelsäule. Seit dem 28. Februar 2006
(Behandlungsbeginn) bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 50%. Die medikamentöse
und psychotherapeutische Behandlung habe keine Besserung gebracht. Der Zustand
sei chronifiziert und nehme einen invalidisierenden Verlauf. Man müsse versuchen, die
Arbeitsfähigkeit auf dem aktuellen Niveau zu halten.
A.b Dr. med. F._ vom RAD hielt am 15. August 2007 fest (IV-act. 29), die
medizinischen Voraussetzungen für eine berufliche Eingliederung seien gegeben. Sollte
die Rentenfrage geprüft werden, müsse vorgängig eine bidisziplinäre Begutachtung
(rheumatologisch und psychiatrisch) erfolgen. In einer internen Notiz vom 20. August
2007 vertrat der zuständige Sachbearbeiter die Auffassung (IV-act. 31), eine
Umschulung sei nicht angezeigt, da der Versicherte auch in einer adaptierten Tätigkeit
keine höhere Arbeitsfähigkeit aufweisen würde. Am 3. September 2007 gab der
zuständige Eingliederungsberater an (IV-act. 34-3), der Versicherte sei in einem vom
RAV vermittelten Einsatzprogramm. Am 2. November 2007 hielt er fest (IV-act. 34-1),
der Versicherte fühle sich subjektiv nicht arbeitsfähig. Am gleichen Tag beschloss die
IV-Stelle, die Eingliederungsberatung einzustellen (IV-act. 36). Die IV-Stelle beauftragte
die Thurgauer Klinik G._ mit einer rheumatologischen und psychiatrischen Abklärung
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des Gesundheitszustands des Versicherten (IV-act. 39). Im Gutachten vom 17.
Dezember 2008 (IV-act. 52) führten die medizinischen Sachverständigen aus, der
Versicherte habe über lumbale Schmerzen mit Ausstrahlungen nach rechts, weniger
nach links, und über diffuse Schmerzen im ganzen Oberschenkel rechts mehr als links
geklagt. Ausserdem habe er eine Schmerzverstärkung beim Tragen von Lasten, beim
Sitzen während mehr als 30 Min. und beim Stehen während mehr als 10 Min. geklagt.
Morgens beim Aufstehen habe er starke lumbale Schmerzen und Anlaufprobleme.
Ausserdem bestünden intermittierend Schmerzen im Schulterbereich links und im
Nackenbereich. Hinzu kämen noch okzipitale Kopfschmerzen. Die Sachverständigen
führten diese Beschwerden auf mässig aktivierte Spondylarthrosen L4-S1 und auf die
allgemeine Dekonditionierung zurück. Ausserdem bestand eine ungünstige Statik mit
einem Beckenschiefstand links von 2 cm. Radikuläre Zeichen oder Hinweise auf eine
Instabilität waren nicht erhoben worden. Radiologisch lagen eine kleine,
asymptomatische, mediane, subligamentäre Diskushernie L5/S1 und mässige
Spondylarthrosen L4/5 und L5/S1 vor. Aus rheumatologischer Sicht bestand eine volle
Arbeitsfähigkeit für eine wechselbelastende, leichte bis mittelschwere Tätigkeit. In
psychiatrischer Hinsicht hielten die Sachverständigen fest, der Versicherte habe schon
früh Verhaltensauffälligkeiten gezeigt. Es sei ihm nicht gelungen, eine stabile
Umgebung aufrecht zu erhalten. In den letzten Jahren habe sich das Scheitern in den
persönlichen Beziehungen verdeutlicht. Es sei zu einer depressiven Symptomatik und
zu einem sozialen Rückzug gekommen. Erst im weiteren Verlauf habe der Versicherte
Somatisierungssymptome im Sinn einer dysfunktionalen Anpassung entwickelt. Seine
Leistungsmotivation erscheine als eingeschränkt bzw. ambivalent. Einerseits könne er
sich vorstellen, nochmals einen Arbeitsversuch zu unternehmen, andererseits hoffe er
auf eine Operation, die seine Probleme löse. Der sekundäre Krankheitsgewinn bestehe
darin, dass er für seine Aufenthaltsbewilligung auf entsprechende Leistungen
angewiesen sei. Da bislang keine stationären Massnahmen durchgeführt worden seien,
könne nicht von einer gescheiterten Behandlung gesprochen werden. Es seien nur
wenige der Foerster'schen Kriterien erfüllt. Deshalb könne eine Unüberwindbarkeit
nicht durchwegs objektiviert werden. Im Grunde seien keine Funktionsausfälle auf der
psychischen Ebene festzustellen, welche die angestammte Tätigkeit verunmöglichen
würden. Die dysfunktionale Bewältigung sei nicht per se unüberwindlich. In einer
Einarbeitungsphase sollte der Versicherte geschont werden (beispielsweise mittels
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vermehrten Pausen oder einem stufenweisen Aufbau des Arbeitspensums).
Empfehlenswert sei ein Einzelarbeitsplatz mit der Möglichkeit zu eher selbständiger
Arbeit und Verständnis für die Eigenheiten einer emotional instabilen
Persönlichkeitsstörung. Die Diagnosen lauteten: Chronisches lumbospondylogenes
Syndrom rechts > links (Facettensyndrom L4/5 und L5/S1, insuffiziente
Rumpfmuskulatur, Beckentiefstand links), Dekonditionierung, emotional instabile
Persönlichkeitsstörung mit paranoiden Zügen, Anpassungsstörung mit längerer
depressiver Reaktion und sonstige somatoforme Störung. Aus somatischer Sicht
wurde für eine adaptierte Tätigkeit von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit
ausgegangen. Aus psychiatrischer Sicht war eine Arbeitsfähigkeit von 70% prinzipiell
vorstellbar, wobei eine Einarbeitungsphase von 4 bis 5 Std. täglich während sechs
Monaten empfohlen wurde. Dr. F._ vom RAD hielt dazu am 30. Januar 2009 fest (IV-
act. 54), falls es sich bei der Arbeit als Schlosser um eine körperlich schwere Tätigkeit
handeln sollte, sei sie nicht mehr zumutbar. Die Arbeitsunfähigkeit habe sich wie folgt
entwickelt: Ab 8. Juni 2006 100%, ab 30. Juni 2006 50%, ab 30. Januar 2008
(Zeitpunkt der Begutachtung) 30%. Die im Gutachten empfohlenen medizinischen
Massnahmen könnten keine relevante Steigerung der Arbeitsfähigkeit bewirken.
A.c Die IV-Stelle verlangte vom Versicherten eine Bestätigung, dass er bereit sei, bei
der Suche nach einer geeigneten Arbeitsstelle aktiv mitzuwirken (IV-act. 61). Der Ver
sicherte gab am 24. März 2009 an (IV-act. 62), er fühle sich fähig, zu 50% einer leichten
Arbeit nachzugehen. Mit einer Mitteilung vom 8. April 2009 gewährte die IV-Stelle dem
Versicherten eine Arbeitsvermittlung (IV-act. 65). Dr. B._ gab in einem Verlaufsbericht
vom 11. August 2009 an (IV-act. 71), der Gesundheitszustand des Versicherten sei
stationär. Die psychische Belastung stehe im Vordergrund der Beschwerden. Der
Versicherte wurde am 20. November 2009 zu einem Vorstellungsgespräch bei der
Institution H._ in Y._ eingeladen. Er sollte dort im geschützten Rahmen ein
Arbeitstraining absolvieren (IV-act. 77). Die Eingliederungsberaterin der IV-Stelle hielt
am 15. Januar 2010 fest (IV-act. 79), es handle sich um eine berufliche Abklärung und
gleichzeitig solle der Arbeitsfähigkeitsgrad von 50% auf 70% gesteigert werden. Die
entsprechende Massnahme wurde bewilligt (IV-act. 83). Die Institution H._ hielt in
ihrem Schlussbericht vom 28. April 2010 fest (IV-act. 86), man habe den Versicherten
als extrem antriebslos und absolut unmotiviert erlebt. Er habe sich um Abgrenzung
bemüht und jede Zusammenarbeit möglichst vermieden. Er habe nicht mit Kritik
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umgehen können und er habe jeden Konflikt vermieden. In jedem Gespräch habe er
aber zugesichert, dass er für jegliche Arbeit zur Verfügung stehe. Er habe weiter
angegeben, der tägliche Medikamentencocktail mache ihn müde und
konzentrationsschwach; aus seiner Sicht mache der Arbeitsversuch wenig Sinn, da
sich für ihn ohnehin nichts ändere. Abschliessend wurde im Schlussbericht
festgehalten, trotz intensiver arbeitsagogischer Begleitung könne kein Vorschlag für
eine weiterführende Anschlusslösung gemacht werden. Die Eingliederungsberaterin der
IV-Stelle notierte am 4. Juni 2010 (IV-act. 93), der Versicherte habe nicht in den
Arbeitsmarkt integriert werden können. Sie empfahl den Abschluss der beruflichen
Eingliederung. Mit einer Mitteilung vom 11. Juni 2010 schloss die IV-Stelle die
Arbeitsvermittlung ab (IV-act. 96). In einem Verlaufsbericht vom 22. Juni 2010 gab Dr.
B._ wieder einen unveränderten Gesundheitszustand des Versicherten an (IV-act.
97). Auch Dr. E._ berichtete am 31. Januar 2011 (IV-act. 102), der
Gesundheitszustand sei stationär. Der Versicherte leide an einer rezidivierenden
depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, an einer emotional instabilen
Persönlichkeit vom Borderline-Typ und an einem chronifizierten Schmerzsyndrom bei
bekannten degenerativen Veränderungen an der LWS. Nur in einem geschützten
Rahmen bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50%. Der Versicherte habe Anfang des
Jahres begonnen, in einem geschützten Rahmen zu arbeiten. Wegen der dauerhaften
Persönlichkeitsstörung sei er nur in einem geschützten Milieu arbeitsfähig. Es bestehe
eine psychische Komorbidität, nämlich einerseits der depressive Zustand und
andererseits die starke Persönlichkeitsstörung, die den Versicherten daran hindere,
sich der Umgebung anzupassen und einer normalen Tätigkeit nachzugehen. Das
psychische Leiden habe sich zum grössten Teil als therapieresistent erwiesen. Es sei
keine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten. Dr. med. I._ vom RAD hielt
dazu am 7. Februar 2011 fest (IV-act. 103), die Berichte von Dr. E._ und Dr. B._
zeigten keine grundlegende Änderung des Gesundheitszustands gegenüber dem
Gutachten vom 17. Dezember 2008. Die Arbeitsfähigkeit betrage 70%. Am 14. Februar
2011 gab er ergänzend an (IV-act. 105), die Tätigkeit als Schlosser komme für den
Versicherten nicht mehr in Frage, wenn sie als mittelschwer bis schwer einzustufen sei.
Gestützt auf die Angaben der J._ AG Schweiz, St. Gallen, vom 22. März 2011 (IV-act.
107) gab Dr. I._ am 24. März 2011 an, die Tätigkeit als Schlosser sei einer
adaptierten Tätigkeit gleichzusetzen, wenn sie maximal mittelschwer sei (IV-act. 108).
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Die IV-Stelle verglich ein Valideneinkommen als Schlosser von Fr. 74'972.-- mit einem
zumutbaren Invalideneinkommen als Schlosser von Fr. 52'480.-- und ermittelte so
einen Invaliditätsgrad von 30% (IV-act. 109 f.). Für Juni 2007 bis und mit Januar 2008
anerkannte sie einen Anspruch auf eine halbe Rente bei einem Arbeits- bzw.
Invaliditätsgrad von 50%. Mit einem Vorbescheid vom 7. April 2011 (IV-act. 118) teilte
sie dem Versicherten mit, dass sie beabsichtige, ihm für die obgenannte Periode eine
halbe Rente zuzusprechen und im Übrigen sein Rentengesuch abzuweisen. Der
Versicherte liess am 14. April 2011 einwenden (IV-act. 120), das Gutachten gebe nicht
seinen aktuellen Gesundheitszustand wieder. Selbst wenn man von einer
Arbeitsfähigkeit von 70% ausgehen müsste, wäre vorgängig eine Einarbeitungsphase
von sechs Monaten zu "initialisieren". Im Übrigen bestehe bei einem Invaliditätsgrad
von 30% ein Anspruch auf eine Umschulung. Die Berufsberatung müsse einen
geeigneten Beruf evaluieren. Aktuell sei er zu 50% angestellt. Der Rechtsvertreter legte
den entsprechenden Arbeitsvertrag bei (IV-act. 120-3 ff.). Mit einem Vorbescheid vom
28. September 2011 kündigte die IV-Stelle die Abweisung des Umschulungsbegehrens
an (IV-act. 137). Sie führte zur Begründung aus, in der angestammten Tätigkeit als
Schlosser bestehe dieselbe Arbeitsfähigkeit wie in einer anderen adaptierten
Berufstätigkeit. Deshalb lasse sich die Erwerbsfähigkeit durch eine Umschulung nicht
verbessern. Die entsprechende Abweisungsverfügung erging am 14. November 2011
(IV-act. 142). Mit einer Verfügung vom 25. November 2011 sprach die IV-Stelle dem
Versicherten eine halbe Invalidenrente für die Periode Juni 2007 bis und mit Januar
2008 zu (IV-act. 144).
B.
B.a Der Versicherte erhob am 8. Dezember 2011 Beschwerde gegen die Verfügungen
vom 14. und 25. November 2011 (act. G 1). Er stellte den Antrag, die
Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihm weiterhin die halbe Invalidenrente zu
gewähren und ihm ausserdem eine Umschulung und eine Wiedereingliederung zu
ermöglichen. Zur Begründung machte er geltend, er könne die schwere Arbeit als
Schlosser krankheitsbedingt nicht mehr ausüben. Deshalb sei er nicht mehr in der
Lage, das frühere gute Einkommen zu erzielen. Die Beschwerdegegnerin liege falsch,
wenn sie annehme, er könnte in jeder anderen Tätigkeit ein rentenausschliessendes
Einkommen erzielen. Die notwendige 20%ige Einschränkung liege vor. Während der im
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Gutachten empfohlenen Einarbeitungsphase sollten Einarbeitungszuschüsse gewährt
werden. Die Einstellung der Rente sei falsch, weil sich sein Gesundheitszustand in
jenem Zeitpunkt gar nicht verändert habe.
B.b In ihrer Beschwerdeantwort vom 7. März 2012 (act. G 11) beantragte die
Beschwerdegegnerin, es sei festzustellen, dass keine Rente geschuldet sei, und im
Übrigen sei die Beschwerde abzuweisen. Sie führte dazu aus, dass aus IV-rechtlicher
Sicht eine volle Arbeitsfähigkeit bestehe, da die gestellten Diagnosen nicht
invalidisierend seien. Die Foerster'schen Kriterien seien nämlich nicht erfüllt, weshalb
die Willensanstrengung zur Überwindung der Beschwerden zumutbar sei. Im Übrigen
bestünde auch bei einem Arbeitsunfähigkeitsgrad von 30% kein Anspruch auf eine
Rente. Zudem habe nie eine höhere als die im Gutachten angegebene
Arbeitsunfähigkeit bestanden, so dass auch kein befristeter Rentenanspruch bestehe.
Da der Beschwerdeführer in allen Tätigkeiten zu 30% eingeschränkt sein solle,
benötige er keine Umschulung, zumal er weiterhin nicht gewillt sei, aktiv an beruflichen
Massnahmen zu "partizipieren". Einarbeitungszuschüsse könne es erst geben, wenn
der Beschwerdeführer eine Festanstellung gefunden habe.
B.c Der - nun anwaltlich vertretene - Beschwerdeführer liess am 2. Mai 2012
einwenden (act. G 13), die Umschulung sei der einzige Weg, um wieder einen dem
Valideneinkommen vergleichbaren Verdienst erzielen zu können. Das Gutachten sei
dreieinhalb Jahre alt und könne deshalb nicht mehr als Basis einer aktuellen
Entscheidung dienen. Zudem sei das Gutachten nicht von einer MEDAS erstellt
worden. Es müsse eine neue medizinische Abklärung erfolgen.

Erwägungen:
1.
Ein Anspruch auf eine Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit besteht, wenn die
Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und die Erwerbsfähigkeit dadurch
voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann (Art. 17 Abs. 1 IVG). Die
Umschulung setzt also nicht nur eine leistungsspezifische Invalidität, sondern auch die
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Überwindbarkeit dieser Invalidität voraus. Eine umschulungsspezifische Invalidität liegt
rechtsprechungsgemäss vor, wenn in der erlernten bzw. bisher ausgeübten
Berufstätigkeit eine bleibende Erwerbseinbusse von wenigstens 20% vorliegt (vgl.
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz
über die Invalidenversicherung, bearbeitet von Ulrich Meyer, 2. A., S. 191). Gemäss den
Angaben im Gutachten der Klinik G._ ist der Beschwerdeführer in seinem Beruf als
Schlosser zu 30% arbeitsunfähig, so dass er eine bleibende Erwerbseinbusse von
wenigstens 30% erleidet. Es liegt also eine relevante umschulungsspezifische
Invalidität vor. Das ist von der Beschwerdegegnerin auch gar nicht in Frage gestellt
worden. Sie hat die Abweisung des Umschulungsbegehrens nämlich nur damit
begründet, dass eine Umschulung nicht geeignet sei, die bestehende Invalidität zu
beseitigen, weil der Beschwerdeführer auch in jedem anderen gleichwertigen Beruf
eine Erwerbseinbusse von wenigstens 30% erleiden würde, so dass seine
Erwerbsfähigkeit durch die Umschulung nicht verbessert werden könne. Entgegen der
Auffassung der Beschwerdegegnerin bedeutet das aber noch nicht, dass kein
Anspruch auf eine Umschulung bestehen kann. Die Erwerbsfähigkeit lässt sich nämlich
nicht nur durch das "Anheben" der Arbeitsfähigkeit (mittels der Umschulung auf einen
behinderungsadaptierten Beruf, in dem keine Arbeitsunfähigkeit besteht), sondern auch
durch das Anheben des Lohnniveaus (bei unveränderter Arbeitsunfähigkeit) verbessern.
Hierzu muss allerdings das sogenannte Gleichwertigkeitserfordernis (vgl. Ulrich Meyer,
a.a.O., S. 195 f.) aufgegeben werden. Diese Sonderform der Umschulung besteht im
Erlernen eines höherwertigen Berufs, d.h. eines Berufs, der nicht nur höhere
Anforderungen an das Wissen und Können der versicherten Person stellt als der
erlernte, sondern der auch ein höheres Lohnniveau mit sich bringt. Zwar würde auch in
einem höherwertigen Beruf eine Arbeitsunfähigkeit von 30% bestehen, aber das höhere
Lohnniveau hätte zur Folge, dass das neu erzielbare Einkommen das hypothetische
Einkommen als gesunder Schlosser erreichen würde, so dass die Erwerbsunfähigkeit
beseitigt wäre. Im vorliegenden Fall käme beispielsweise eine Ingenieursausbildung im
Bereich der Metallbearbeitung in Frage. Allerdings ist mit dem erforderlichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass dem
Beschwerdeführer die schulischen Voraussetzungen und die Fähigkeit zur erfolgreichen
Absolvierung einer Ingenieursausbildung oder einer anderen höherwertigen Ausbildung
fehlen. Hinzu kommt, dass das Verhalten des Beschwerdeführers insbesondere
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während der beruflichen Abklärung in der H._ die Schlussfolgerung nahelegt, dass
auch die notwendige Motivation für eine derartige Ausbildung fehlt. Die
Beschwerdegegnerin hat deshalb im Ergebnis zu Recht einen Anspruch des
Beschwerdeführers auf eine Umschulung verneint.
2.
2.1 Die Anmeldung zum Leistungsbezug datiert vom 19. Januar 2007. Bereits ab Juni
2006 haben die behandelnden Ärzte eine Arbeitsunfähigkeit attestiert. Der vorliegende
Sachverhalt fällt deshalb nicht unter die aktuelle, seit 1. Januar 2008 geltende
Regelung des Anspruchsbeginns für die Invalidenrente in Art. 29 Abs. 1 IVG (frühestens
sechs Monate nach dem Einreichen der Anmeldung), sondern unter die entsprechende
Übergangsbestimmung (vgl. das IV-Rundschreiben Nr. 253 vom 6. Dezember 2007 des
Bundesamtes für Sozialversicherungen). Das bedeutet, dass auf den vorliegenden Fall
weiterhin die bis 31. Dezember 2007 geltende Fassung des Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG
massgebend ist: Ein allfälliger Rentenanspruch entsteht demnach mit der Erfüllung des
sogenannten Wartejahrs. Es ist also zu prüfen, ob ab 1. Juni 2007 ein Anspruch auf
eine Invalidenrente besteht.
2.2 Der Grad der für den Rentenanspruch massgebenden Invalidität ist gemäss Art.
16 ATSG durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln, bei dem das Einkommen, das
die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Erwerbseinkommen, das sie
erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Grundlage
der Bemessung der beiden zu vergleichenden Einkommen bilden die Validen- und die
Invalidenkarriere.
2.2.1 Die Validenkarriere besteht in der (fiktiven) Tätigkeit als gesunder, voll
arbeitsfähiger Schlosser. Da auch unter dem Blickwinkel des Grundsatzes
"Eingliederung vor Rente" (vgl. U. Kieser, ATSG-Kommentar, 2. A., Vorbemerkungen N.
47) mangels der Fähigkeit des Beschwerdeführers, einen höherwertigen Beruf zu
erlernen, keine Umschulung in Frage kommt, besteht die Invalidenkarriere ebenfalls in
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der Tätigkeit als Schlosser, hier allerdings unter Berücksichtigung der effektiv
bestehenden Arbeitsunfähigkeit. Wäre diese Berufstätigkeit, wie der Beschwerdeführer
geltend macht, als nicht behinderungsadaptiert zu qualifizieren, käme als
Invalidenkarriere nur noch eine behinderungsadaptierte Hilfsarbeit in Frage. Die
Beschwerdegegnerin ist davon ausgegangen, dass die Tätigkeit als Schlosser
behinderungsadaptiert sei. Der psychiatrische Sachverständige der Klinik G._ hat
eine behinderungsadaptierte Tätigkeit aus der Sicht seines Fachgebiets so definiert,
dass sie der eingeschränkten Frustrationstoleranz und Flexibilität Rechnung tragen
müsse. Der Beschwerdeführer dürfe keiner direkten Kritik ausgesetzt sein und er
brauche verständnisvolle Vorgesetzte. Diesen Anforderungen kann eine Tätigkeit als
Schlosser ohne weiteres genügen, wenn der konkrete Arbeitsplatz entsprechend
ausgestaltet ist. Der ausgeglichene Arbeitsmarkt weist entsprechende Arbeitsplätze
auf. In psychiatrischer Hinsicht erweist sich der Beruf des Schlossers demnach als
behinderungsadaptiert. Aufgrund der Beeinträchtigung der körperlichen Gesundheit ist
der Beschwerdeführer gemäss den Angaben im Gutachten der Klinik G._ auf eine
Tätigkeit angewiesen, die körperlich höchstens mittelschwer ist und die
wechselbelastend ausgeführt werden kann. Auch hier gilt, dass die Ausübung einer
behinderungsadaptierten Tätigkeit als Schlosser nur von der Wahl des geeigneten
Arbeitsplatzes abhängt und dass der ausgeglichene Arbeitsmarkt entsprechende
Arbeitsplätze aufweist. Die Arbeit im erlernten Beruf als Schlosser ist demnach auch in
somatischer Hinsicht als behinderungsadaptiert zu betrachten. Die
Beschwerdegegnerin hat also zu Recht angenommen, dass die berufliche Betätigung
als Schlosser auch die Invalidenkarriere bilde.
2.2.2 Das Gutachten der Klinik G._ datiert vom 17. Dezember 2008, ist bei
Erlass der angefochtenen Verfügung also nahezu drei Jahre alt gewesen. Der
Beschwerdeführer will daraus ableiten, dass es keinen Beweiswert mehr aufweise. Da
eine Invalidenrente ab 2007 zur Diskussion steht, kann die Argumentation des
Beschwerdeführers zumindest für die ersten Jahre der möglichen Rentenberechtigung
nicht zutreffen, denn für diese Periode ist das Gutachten als aktuell zu qualifizieren. Ob
gegen Ende des Jahres 2011 noch gestützt auf dieses Gutachten die Prognose hat
gestellt werden können, dass sich der Gesundheitszustand und damit die Invalidität
des Beschwerdeführers in absehbarer Zukunft nicht verändern werde, hängt nicht vom
Alter des Gutachtens, sondern davon ab, ob Indizien für eine vor dem Erlass der
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angefochtenen Verfügung eingetretene Veränderung oder zumindest für eine drohende
Veränderung des Gesundheitszustands vorgelegen haben. Das ist nicht der Fall
gewesen. Dr. B._ hat am 11. August 2009 und am 22. Juni 2010 einen unveränderten
somatischen Zustand, soweit er sich auf die Arbeitsfähigkeit hätte auswirken können,
angegeben. Die Urolithiasis hat zwar eine Hospitalisierung erfordert und der
Beschwerdeführer muss zur Behandlung Medikamente einnehmen, aber wenn dies die
Arbeitsfähigkeit zusätzlich beeinträchtigt hätte, wäre das von Dr. B._ erwähnt
worden. Die beiden Berichte enthalten keinen Hinweis darauf, dass kurzfristig mit einer
erheblichen Verschlechterung des somatischen Zustands zu rechnen gewesen wäre.
Auch dem Bericht von Dr. E._ vom 31. Januar 2011 lässt sich nicht entnehmen, dass
sich der psychische Zustand des Beschwerdeführers nach der Begutachtung
wesentlich verschlimmert hätte. Dr. E._ hat vielmehr einen seither unveränderten
Gesundheitszustand abweichend beurteilt. Auch er hat keine baldige erhebliche
Verschlimmerung erwartet. Auch der Beschwerdeführer selbst hat keine solche
Veränderung angegeben. Ist nach der Begutachtung keine erhebliche Verschlechterung
eingetreten und hat auch nichts auf eine kurz bevorstehende erhebliche
Verschlimmerung hingedeutet, so kann dem Gutachten nicht mit der Begründung die
Beweiskraft abgesprochen werden, es sei veraltet. Grundsätzlich ist dieses Gutachten
also geeignet gewesen, die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht nur in der
Zeit ab dem möglichen Rentenbeginn im Jahr 2007, sondern auch für die Zeit
unmittelbar vor und nach dem Erlass der angefochtenen Verfügung mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu belegen, obwohl es bereits drei
Jahre alt gewesen ist. Zu prüfen bleibt, ob es inhaltlich zu überzeugen vermag. Die
Klinik G._ mag zwar keine vom Bundesamt für Sozialversicherungen anerkannte
MEDAS sein, aber das ändert nichts an der gerichtsnotorischen Befähigung dieser
Klinik, lege artis medizinische Gutachten zur Arbeitsfähigkeit von versicherten
Personen zu erstellen. Aus dem Fehlen der MEDAS-Eigenschaft kann also entgegen
der Auffassung des Beschwerdeführers nicht ohne weiteres auf eine unqualifizierte
Begutachtung und damit auf das Fehlen der notwendigen Beweiskraft des Gutachtens
geschlossen werden. Das Gutachten selbst belegt, dass die entsprechenden
Untersuchungen lege artis und im notwendigen Umfang durchgeführt worden sind. Das
zeigt sich beispielsweise darin, dass die Sachverständigen aktuelle bildgebende
Untersuchungen in Auftrag gegeben und in die Beurteilung einbezogen haben. Im
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Gutachten fehlt zwar eine explizite Auseinandersetzung mit den durchwegs
pessimistischeren Einschätzungen der Schwere der psychischen Erkrankung und
damit des Grades der Arbeitsunfähigkeit durch die behandelnden Ärzte. Dabei handelt
es sich aber nicht um einen zwingend notwendigen Bestandteil eines medizinischen
Gutachtens. Es genügt, wenn diese (praktisch immer vorhandenen) abweichenden
Einschätzungen den Gutachtern bekannt gewesen sind. Kommen diese nämlich
aufgrund ihrer eigenen Untersuchungen zu einem abweichenden, sehr oft
optimistischeren Ergebnis, dann handelt es sich dabei um die (nur konkludent
geäusserte) Auffassung, dass die Angaben der behandelnden Ärzte falsch lägen. Diese
Abweichung in den Arbeitsfähigkeitsschätzungen ist erfahrungsgemäss insbesondere
auf den Umstand zurückzuführen, dass behandelnde Ärzte, wohl aufgrund ihres
Behandlungsauftrags und der damit verbundenen ausgeprägt therapeutischen Sicht
auf die Zumutbarkeit der Willensanstrengung zur Überwindung der
Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung, durchwegs zu hohe Arbeitsunfähigkeiten angeben.
Diese Arbeitsfähigkeitsschätzungen weisen notwendigerweise eine erheblich geringere
Überzeugungskraft auf als diejenigen, die von unabhängigen Sachverständigen
abgegeben werden. Daran vermag auch der Umstand nichts zu ändern, dass in einigen
Fällen nicht nur der Hausarzt, sondern auch behandelnde Spezialärzte die
Arbeitsunfähigkeit höher eingeschätzt haben als die Gutachter. Die Zahl der
behandelnden Ärzte, die sich - mehr oder weniger übereinstimmend - zur
Arbeitsunfähigkeit einer versicherten Person äussern, kann keinen Einfluss auf die
Überzeugungskraft der Schätzung haben, da in jedem Fall ein Behandlungsverhältnis
vorliegt und da sich die Ärzte i.d.R. gegenseitig beeinflussen. Auch das immer wieder
vorgebrachte Argument, die Begutachtung sei eine Momentaufnahme und deshalb
notwendigerweise ungeeignet, ein vollständiges Bild des Gesundheitszustands zu
liefern, während die behandelnden Ärzte auf eine Langzeitbeobachtung abstützen
könnten, ist nicht geeignet, die Überzeugungskraft der Gutachten zu schmälern bzw.
diejenige der Arbeitsfähigkeitsschätzungen der behandelnden Ärzte zu steigern, denn
zum einen verfügen die Gutachter - wie im vorliegenden Fall - über medizinische
Vorakten, die ihnen die durch die Langzeitbeobachtung gewonnenen Erkenntnisse
vermitteln, und zum andern lässt eine Langzeitbeobachtung die Gefahr entstehen, dass
die von den Patienten oft konsequent umgesetzte, erheblich überzogene
Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung den behandelnden Arzt dazu bringt, diese
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Überzeugung seines Patienten zu teilen und damit als objektiv (bzw. auch durch eine
zumutbare Willensanstrengung nicht mehr überwindbar) zu betrachten. Für den
vorliegenden Fall folgt daraus, dass der Beschwerdeführer in einer
behinderungsadaptierten Erwerbstätigkeit zu (maximal) 30% und nicht zu 50%
arbeitsunfähig ist. Da die Arbeitsunfähigkeit von 30% keinen Invaliditätsgrad von
wenigstens 40% (Art. 28 Abs. 2 IVG) zur Folge hat, wie im Folgenden zu zeigen sein
wird, ist die Frage der Überwindbarkeit der psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit im
Zusammenhang mit der Zusprache einer zeitlich beschränkten halben Invalidenrente zu
beantworten.
2.2.3 Gemäss den Angaben im Gutachten der Klinik G._ sind die Gewöhnung
an den Arbeitsprozess und das Einüben sozialer Grundfunktionen und vorhandener
Reserven unverzichtbar, so dass die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nur durch
eine Einarbeitungszeit von sechs Monaten von 50% auf 70% gesteigert werden kann.
Der Beschwerdeführer hat gemäss dem am 17. November 2010 mit der K._ AG in St.
Gallen abgeschlossenen Arbeitsvertrag am 17. Januar 2011 mit einem
Beschäftigungsgrad von 50% zu arbeiten begonnen. Würde man davon ausgehen,
dass die sechsmonatige Einarbeitungsphase frühestens mit dieser Aufnahme einer
Erwerbstätigkeit zu laufen begonnen habe, müsste rückwirkend ab Juni 2007
(frühestmögliche Absolvierung des Wartejahrs) auf der Grundlage eines anhand einer
Arbeitsfähigkeit von lediglich 50% ermittelten Invaliditätsgrads eine Rente
zugesprochen werden. Nun kann die Wahl des Zeitpunkts, in dem mit der
sechsmonatigen Einarbeitung begonnen wird, nicht im freien Belieben des
Beschwerdeführers stehen, denn damit hätte dieser es in der Hand, die Dauer eines
Rentenanspruchs selbst zu bestimmen. Bei der sechsmonatigen Einarbeitungsphase
handelt es sich um eine medizinische Massnahme, da sie dazu dient, den
Arbeitsfähigkeitsgrad von 50% auf 70% zu steigern. Sie ist deshalb unter den
Grundsatz "Eingliederung vor Rente" zu subsumieren. Es wäre dem Beschwerdeführer
bereits ab der Wiedererlangung einer 50%igen Arbeitsfähigkeit Ende Juni 2006 möglich
gewesen, im entsprechenden Ausmass einer Erwerbstätigkeit nachzugehen und sich
so als Arbeitnehmer "fit" zu halten. Hätte er nämlich noch im Jahr 2006 wieder eine
Stelle als Schlosser angetreten, wäre keine Entwöhnung vom Arbeitsprozess
eingetreten, die sozialen Grundfähigkeiten wären nicht verloren gegangen und die
vorhandenen Ressourcen wären aktiv geblieben. Der Beschwerdeführer hätte als
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qualifizierter Facharbeiter bald wieder einen (adaptierten) Arbeitsplatz gefunden, wenn
er sich darum bemüht hätte. Im Ergebnis ist der jedenfalls bis zum Erlass der
angefochtenen Verfügung anhaltende Bedarf nach einer sechsmonatigen
Einarbeitungszeit also auf eine Verletzung der IV-spezifischen
Schadenminderungspflicht zurückzuführen. Dabei hat es sich um eine
selbstverständliche Pflicht gehandelt, d.h. sie ist nicht erst durch eine Abmahnung
gestützt auf Art. 21 Abs. 4 ATSG aktiviert worden. Wenn sich der Beschwerdeführer
nun darauf beruft, dass er zuerst eine Einarbeitungszeit von sechs Monaten mit einem
Beschäftigungsgrad von 50% müsse absolvieren können, bevor er eine Arbeitsfähigkeit
von 70% verwerten könne, womit er wenigstens bis zum Erlass der angefochtenen
Verfügung einen Anspruch auf eine Invalidenrente habe, verhält er sich also
rechtsmissbräuchlich. Im Umstand, dass er überhaupt einen Bedarf nach einer solchen
Einarbeitungszeit hat entstehen lassen, ist nämlich nach dem oben Ausgeführten eine
Verletzung der IV-spezifischen Schadenminderungspflicht zu erblicken. Aus dieser
Pflichtverletzung soll der Beschwerdeführer für sich keinen Vorteil ableiten können. Das
zumutbare Invalideneinkommen ist deshalb ausgehend von einem
Arbeitsfähigkeitsgrad von 70% zu ermitteln. Da sowohl das Validen- als auch das
Invalideneinkommen aus der Ausübung der Berufs eines Schlossers resultieren, kann
sich der Einkommensvergleich (Art. 16 ATSG) auf einen Prozentvergleich beschränken.
Allerdings weist der Beschwerdeführer aus der Sicht eines potentiellen Arbeitgebers
einen Nachteil gegenüber einem gesunden zu 70% erwerbstätigen Schlosser auf, etwa
weil mit der Gefahr überdurchschnittlich vieler Krankheitsabsenzen zu rechnen ist oder
weil aufgrund der zwingenden Beschränkung auf adaptierte Schlosserarbeiten ein
gegenüber einem gesunden Schlosser eingeschränktes Einsatzspektrum besteht.
Dieser Nachteil ist aus betriebswirtschaftlicher Sicht als zusätzlicher Lohnaufwand zu
qualifizieren. Für den Beschwerdeführer bedeutet das, dass er seine Arbeitskraft zu
einem unterdurchschnittlichen Lohn anbieten muss, wenn er gleiche Chancen auf eine
Arbeitsstelle wie ein gesunder Schlosser haben will. Der Minderlohn entspricht dem
zusätzlichen Lohnaufwand. Dieser kann nur sehr grob geschätzt werden. Er rechtfertigt
höchstens einen zusätzlichen Abzug von 10%. Das bedeutet, dass der
Prozentvergleich einen Invaliditätsgrad von maximal 37% ergibt. Es besteht also kein
Anspruch auf eine Invalidenrente.
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2.2.4 Die Gutachter der Klinik G._ haben die dem Beschwerdeführer früher von
verschiedenen Ärzten attestierte Arbeitsunfähigkeit von 50% als objektiv ausgewiesen
akzeptiert. Der psychiatrische Gutachter hat das mit der Beeinträchtigung der
psychischen Gesundheit und mit der Erfüllung einiger der Foerster'schen Kriterien
begründet. Er ist also davon ausgegangen, dass eine emotional instabile
Persönlichkeitsstörung mit paranoiden Zügen zu jenen Krankheiten gehöre, auf welche
die ursprünglich zur somatoformen Schmerzstörung entwickelte höchstrichterliche
Rechtsprechung anwendbar sei. Laut dieser Rechtsprechung ist bei allen
pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildern ohne
nachweisbare organische Grundlage (vgl. etwa BGE 136 V 279 ff., Erw. 3.2.3) davon
auszugehen, dass die Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung der versicherten vollständig
überwindbar sei, falls die Willensenergie nicht gestützt auf die (erfüllten) Foerster'schen
Kriterien als eingeschränkt betrachtet werden müsse. Bei einer emotional instabilen
Persönlichkeitsstörung mit paranoiden Zügen handelt es sich aber um eine rein
psychiatrische Diagnose und damit offensichtlich nicht um ein pathogenetisch-
ätiologisch unklares syndromales Beschwerdebild. Das schliesst die Anwendung der in
der genannten Rechtsprechung entwickelten Kriterien zur Bemessung der zur
Verfügung stehenden Willensenergie zur Überwindung der
Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung des Beschwerdeführers in der Zeit ab Juni 2006 aus.
Diese psychiatrische Diagnose ist auch nicht von den ungünstigen psychosozialen
Umständen, in denen der Beschwerdeführer lebt, beeinflusst (vgl. etwa BGE 127 V 294
ff., Erw. 5). Dasselbe gilt für die als Folge der Persönlichkeitsstörung aufgetretene
Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion. Der psychiatrische
Sachverständige hat seine Arbeitsfähigkeitsschätzung also zu Unrecht mit der nur
teilweisen Erfüllung der Foerster'schen Kriterien begründet. Das ändert aber nichts
daran, dass er gestützt auf das Ergebnis seiner lege artis durchgeführten Exploration
die Schwere der psychischen Erkrankung beurteilt und dann in Relation zu der -
ebenfalls anlässlich der Exploration ermittelten - verbliebenen Willensenergie des
Beschwerdeführers gesetzt hat. Diese Vorgehensweise ist die seit Jahrzehnten übliche
Methode der medizinischen Sachverständigen, um die ihnen gestellte Aufgabe der
Arbeitsfähigkeitsschätzung zu erfüllen. Das Kriterium der zumutbaren Willensenergie ist
also nicht erst im Rahmen der Entwicklung der Rechtsprechung zur somatoformen
Schmerzstörung (und vergleichbaren Krankheiten) "erfunden" worden und seine
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Anwendbarkeit ist selbstverständlich nicht auf die Arbeitsfähigkeitsschätzungen bei
diesen speziellen Krankheitsbildern beschränkt. Jede Arbeitsfähigkeitsschätzung ist die
Antwort auf die Frage, in welchem Ausmass es einer Person trotz Schmerzen/
Beschwerden noch zumutbar ist, zu arbeiten. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung der
Gutachter der Klinik G._ ist als überzeugend zu qualifizieren. Deshalb ist mit dem
erforderlichen Beweisgrad erstellt, dass der Beschwerdeführer auch nach der Erfüllung
des Wartejahrs im Juni 2007 noch zu 50% arbeitsunfähig gewesen ist und dass er
krankheitsbedingt noch keine Möglichkeit gehabt hat, die Arbeitsfähigkeit durch eine
50%ige, adaptierte Arbeit als Schlosser den Arbeitsfähigkeitsgrad auf 70% ansteigen
zu lassen. Damit hat ab Juni 2007 eine Arbeitsunfähigkeit vorgelegen, die eine
Invalidität in einem anspruchsbegründenden Ausmass bewirkt hat. Es ist allerdings
wenig wahrscheinlich, dass diese Situation bis unmittelbar vor dem Begutachtung
angehalten haben bzw. dass die Möglichkeit, die Arbeitsfähigkeit von 50% auf 70% zu
steigern, genau einen Tag vor der Begutachtung entstanden sein sollte. Trotzdem ist
davon auszugehen, dass bis zur Begutachtung eine unüberwindbare Arbeitsunfähigkeit
von 50% bestanden hat, denn in analoger Anwendung der Beweislastverteilung bei
einer revisionsweisen Rentenanpassung nach unten trägt die Beschwerdegegnerin den
Nachteil der Beweislosigkeit für eine längere Zeit vor dem Begutachtungszeitpunkt
eingetretene Verbesserung des Gesundheitszustands, die neu die Möglichkeit hat
entstehen lassen, durch eine Einarbeitung die Arbeitsfähigkeit von 50% auf 70% zu
steigern. Hätte nämlich bereits auf den Ablauf des Wartejahrs über den
Rentenanspruch verfügt werden können, so wäre eine Rente zugesprochen worden.
Diese Rente hätte erst mit dem Gutachten der Klinik G._ revisionsweise wieder
aufgehoben werden können. Aus Gleichbehandlungsgründen ist deshalb im
vorliegenden Fall, in dem die Verfügung über das Rentenbegehren erst nach Jahren hat
ergehen können, von einer analogen Situation auszugehen. Die Beschwerdegegnerin
hat demnach zu Recht angenommen, dass die Arbeitsunfähigkeit bis Januar 2008
bestanden habe. Das bedeutet allerdings entgegen der in der angefochtenen
Verfügung zum Ausdruck kommenden Auffassung der Beschwerdegegnerin nicht,
dass die Zusprache der Rente auf die Zeit bis 31. Januar 2008 beschränkt sein müsste.
In analoger Anwendung von Art. 88a IVV muss der Rentenanspruch bis 30. April 2008
bejaht werden. Die Höhe des Invaliditätsgrads ist auch hier durch eine Prozentvergleich
zu ermitteln, wobei ebenfalls gilt, dass den Konkurrenznachteilen des
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Beschwerdeführers gegenüber gesunden zu 50% beschäftigten Schlossern mit einem
zusätzlichen Abzug von 10% ausreichend Rechnung getragen ist. Der Invaliditätsgrad
beträgt demnach maximal 55%, so dass die Beschwerdegegnerin zu Recht eine halbe
Invalidenrente zugesprochen hat.
3.
Die Beschwerde ist demnach teilweise gutzuheissen und dem Beschwerdeführer sind
für die Zeit vom 1. Juni 2007 bis zum 30. April 2008 eine halbe Invalidenrente von Fr.
751.-- monatlich und drei Kinderrenten von je Fr. 301.-- monatlich zuzusprechen. Der
Beschwerdeführer ist gezwungen gewesen, die (Teil-) Verfügungen vom 14. und 25.
November 2011 anzufechten, um seinen Rentenanspruch durchzusetzen. Das
rechtfertigt die Zusprache einer Parteientschädigung. Die Höhe dieser Entschädigung
hängt nicht vom Ausmass ab, in dem das Gericht seinem Beschwerdebegehren Recht
gegeben hat. Massgebend ist vielmehr, in welchem Ausmass der Vertretungsaufwand
der Durchsetzung des nun korrigierten Rechtsmangels der Verfügung(en) gedient hat.
Dieser Rechtsmangel ist in der vom Rechtsvertreter als einzige Rechtsschrift erstellten
Replik gar nicht erwähnt worden. Entschädigungsberechtigt ist deshalb nur der
notwendige Aufwand, der bei jeder Beschwerde anfällt. Dazu zählen das Aktenstudium
und die Erstellung der Replik (ohne den Aufwand für die Begründung). Diesem
Vertretungsaufwand ist durch eine Parteientschädigung von Fr. 1'500.-- (inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer) ausreichend Rechnung getragen. Der
Beurteilungsaufwand hingegen ist weitgehend durch den Erlass rechtsfehlerhafter
(Teil-) Verfügungen verursacht worden. Dies rechtfertigt es, die Gerichtsgebühr, die
angesichts des durchschnittlichen Aufwands auf Fr. 600.-- festzusetzen ist,
vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP