Decision ID: 4560f4e6-06ca-508b-8d7c-5c417fe04af5
Year: 2014
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
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A.
A.a A._, Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe, betreibt seit _ (vgl. act. G 1.4,
S. 2, im Verfahren KSCHG 2010/2; sofern nicht anders angegeben, beziehen sich die
Aktenreferenzen im Nachfolgenden auf das Verfahren KSCHG 2010/2) eine Arztpraxis
in B._ (vgl. zum Ganzen FMH-ÄrzteIndex, eingesehen am 19. März 2014).
A.b Unter Bezugnahme auf die Rechnungsstellerstatistik 2004 wies die santésuisse
St.Gallen-Thurgau-Glarus (nachfolgend: santésuisse) A._ im Schreiben vom
6. Januar 2006 darauf hin, dass die Behandlungskosten seiner Arztpraxis verglichen
mit der Facharztgruppe Gynäkologie und Geburtshilfe überhöht ("doppelt so hoch")
seien. Da die Praxis erst im Jahr _ eröffnet worden war, war die santésuisse bereit,
die Prüfung der Wirtschaftlichkeit für das Jahr 2004 ohne weitere Massnahmen
abzuschliessen (act. G 1.4). Betreffend das Jahr 2005 wies die
Rechnungsstellerstatistik für die Praxis von A._ im Vergleich zu den
Durchschnittswerten wiederum erhöhte Werte aus. Da A._ allerdings erst aufgrund
des Briefes vom 18. Januar 2006 die Möglichkeit gehabt habe, seine Praxisführung zu
korrigieren, schloss die santésuisse die Überprüfung für das Jahr 2005 ohne weitere
Massnahmen ab (Schreiben der santésuisse vom 8. Januar 2007, act. G 1.5).
A.c Mit Schreiben vom 16. November 2007 teilte die santésuisse A._ mit, die
Behandlungskosten seiner Praxis seien im Vergleich zu den durchschnittlichen Werten
der Facharztgruppe Gynäkologie und Geburtshilfe einmal mehr überhöht. Aufgrund der
erneut überhöhten Werte stehe eine Rückforderung im Raum (act. G 1.6). Hierzu nahm
A._ am 2. Januar 2008 Stellung. Er vertrat den Standpunkt, dass er seine Patienten in
den Fachbereichen Frauenheilkunde, traditionelle Akupunktur und klassische
Homöopathie behandle. Deshalb handle es sich bei seiner Arztpraxis nicht um eine
durchschnittliche gynäkologische Praxis. Die genannten drei Fachbereiche führten zu
höheren Arztkosten, würden jedoch gleichzeitig die Krankenkassen bei
schulmedizinischer und apparativer Diagnostik, bei allen Arzneimittel, stationären
Behandlungen und Operationen entlasten (act. G 1.7). Die santésuisse antwortete
A._ am 6. März 2008, dass seine Stellungnahme die erhöhten Indexwerte nicht zu
erklären vermöge. Sie forderte ihn auf, weitere Auskünfte im Zusammenhang mit den
Behandlungskosten zu erteilen (act. G 1.8). Im Schreiben vom 25. April 2008 gab A._
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weitere Informationen zu seiner Praxis (act. G 1.10). Am 26. Juni 2008 fand ein
Gespräch zwischen der santésuisse und A._ statt, in dessen Folge die santésuisse
die Überprüfung für das Statistikjahr 2006 ohne Massnahmen abschloss. Sie wies
A._ darauf hin, dass bei einer weiteren Erhöhung der totalen Kosten je erkrankter
Person eine Rückforderung in Betracht gezogen werden müsste (Schreiben der
santésuisse vom 8. Juli 2008, act. G 1.11).
A.d Am 12. September 2008 teilte die santésuisse A._ mit, dass die Statistik 2007
einen weiteren markanten Anstieg der Durchschnittskosten pro Patient ausweise. Dies
lasse sich nicht mehr nur mit der Tätigkeit als Grundversorger erklären, weil die
Patientenzahl rückläufig und die Anzahl der erbrachten Grundleistungen steigend sei.
Durchschnittskosten, die über die des Jahres 2006 hinausgehen würden, seien nicht
akzeptabel. Es werde für das Statistikjahr 2008 eine Senkung der Durchschnittskosten
erwartet. Sollte dieses Ziel verfehlt werden, müsse eine Prüfung durch die paritätische
Vertrauenskommission (PVK) in die Wege geleitet werden (act. G 1.13). Im Schreiben
vom 9. Oktober 2009 berichtete die santésuisse A._, dass dessen totale
Durchschnittskosten pro erkrankte Person deutlich über dem Durchschnitt der
Vergleichspraxen seiner Arztgruppe lägen und gegenüber 2007 erneut angestiegen
seien. Sie erwäge eine Eingabe bei der PVK, worin sie eine
Gesamtkostenüberschreitung von Fr. 127'276.35 geltend machen würde (act. G 16.16
im Verfahren KSCHG 2011/1). Dem entgegnete A._ am 15. Dezember 2009, der
Schwerpunkt seiner Praxis bilde die Akupunktur. Sein Jahresumsatz sei halb so gross
wie der eines operierenden Gynäkologen (act. G 16.17 im Verfahren KSCHG 2011/1). In
der Folge fand ein weiterer Schriftenwechsel statt (vgl. G 16.18 ff. im Verfahren KSCHG
2011/1)
B.
B.a Mit Klage vom 14. Juli 2010 beantragt Rechtsanwalt lic. iur. Kurt Gemperli in
Vertretung von santésuisse, diese wiederum in Vertretung von 31 Krankenversicherern,
A._ sei zu verpflichten, von den von ihm gemäss Rechnungsstellerstatistik
(santésuisse-Datenpool) im Jahr 2008 verursachten Kosten (direkte Arzt- und
Medikamentenkosten sowie veranlasste Kosten) einen gerichtlich zu bestimmenden
Betrag nebst Zins zu 5% seit Klageeinleitung zurückzuerstatten, unter Kosten- und
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Entschädigungsfolge. Das Verfahren sei bis zum Abschluss des soeben eingeleiteten
Schlichtungsverfahrens vor der PVK zu sistieren. Die Klägerinnen stellen sich im
Wesentlichen auf den Standpunkt, der Beklagte habe im Jahr 2008 mehr als doppelt so
hohe Durchschnittskosten verursacht als die Referenzgruppe (act. G 1). Der damalige
Präsident des Schiedsgerichts entsprach am 15. Juli 2010 dem Sistierungsgesuch der
Klägerinnen (act. G 2).
B.b Mit Klage vom 15. Juli 2011 beantragt Rechtsanwalt Kurt Gemperli in Vertretung
von santésuisse, diese wiederum in Vertretung von 32 Krankenversicherern, A._ sei
zu verpflichten, von den von ihm gemäss Rechnungsstellerstatistik im Jahr 2009
verursachten Kosten einen gerichtlich zu bestimmenden Betrag nebst Zins zu 5% seit
Klageeinleitung zurückzuerstatten, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Das
Verfahren sei bis zum Abschluss des Schlichtungsverfahrens vor der PVK zu sistieren.
Die Klägerinnen bringen vor, die Standpunkte zum Behandlungsjahr 2009 seien
dieselben wie jene zum Behandlungsjahr 2008, weshalb zur Begründung der Klage auf
die Klageschrift vom 14. Juli 2010 verwiesen werde (act. G 1 im Verfahren KSCHG
2011/1).
B.c Am 29. Juli 2011 teilen die Klägerinnen mit, dass das Schlichtungsverfahren
betreffend die Honorarrückerstattung der Jahre 2008 und 2009 ohne Einigung
abgeschlossen worden sei (act. G 5; vgl. auch Schreiben der PVK vom 28. Juli 2011
act. G 5.1; zum Vergleichsvorschlag der PVK vom 14. Juli 2011 vgl. act. G 16.27 im
Verfahren KSCHG 2011/1). Der damalige Präsident des Schiedsgerichts hob daraufhin
am 4. August 2011 die Sistierung des Verfahrens KSCHG 2010/2 auf (act. G 6).
B.d Der Beklagte, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Marc Tomaschett, stellt in der
Klageantwort vom 24. Oktober 2011 den Antrag, die Klagen seien, sofern überhaupt
darauf eingetreten werden könne, vollumfänglich abzuweisen, unter Kosten und
Entschädigungsfolge zuzüglich 8% MWST unter solidarischer Haftung zu Lasten der
Klägerinnen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht bringt der Beklagte vor, rein formell sei
noch die PVK für den vorliegend zu beurteilenden Fall verantwortlich, da diese bislang
lediglich einen Schlichtungsvorschlag gemacht, jedoch keinen Entscheid gefällt habe.
Gegen die geltend gemachte Rückforderung führt der Beklagte aus, es könne nicht auf
den von den Klägerinnen durchgeführten statistischen Vergleich abgestellt werden, da
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es vorliegend an hinreichend ähnlich zusammengesetztem Vergleichsmaterial mangle.
Er (der Beklagte) biete nicht nur entsprechend seinem Facharzttitel Gynäkologie und
Geburtshilfe, sondern auch Dienstleistungen im Bereich Akupunktur und Homöopathie
an. Es sei davon auszugehen, dass die Ärzte und Ärztinnen der Vergleichsgruppe keine
Akupunkturleistungen erbringen. Ferner behandle er in seiner Praxis auch Männer und
Kinder, was auf eine Grundversorgertätigkeit hinweise. Zudem sei der Umstand, dass
er keine belegärztliche Tätigkeit am Spital ausübe als kompensatorische Einsparung
bzw. als kostenwirksame Praxisbesonderheit zu berücksichtigen. Sowohl die von ihm
als auch von den Apotheken bezogenen Medikamente lägen weit unter dem
Durchschnitt. Auch diesem Gesichtspunkt sei Rechnung zu tragen. Bei einer allfälligen
Bestimmung der Rückforderung sei zu beachten, dass vom Index Totale Kosten von
189 (Durchschnittskosten des Jahres 2006) ausgegangen werden müsse (act. G 10).
B.e Die Klägerinnen halten in der Replik vom 16. März 2012 unverändert an ihrer Klage
fest. Zum Verfahren vor der PVK führen sie aus, dass nach der Ablehnung des
Vergleichsvorschlags ein Entscheid durch die PVK hätte gefällt werden müssen, was
aber aufgrund eines Missverständnisses unterblieben sei. Dem Beklagten sei darin
zuzustimmen, dass dies keine weiteren Folgen habe. Die Homöopathie habe gar nicht
zu Lasten der Grundversicherung abgerechnet werden dürfen und sei in der
Rechnungsstellerstatistik schon deshalb nicht enthalten. Der Beklagte habe ferner nicht
nachgewiesen, dass die Akupunktur eine Praxisbesonderheit darstelle. Der
Männeranteil unter den Patienten des Beklagten sei verschwindend klein.
Praxisbesonderheiten seien somit nicht nachgewiesen. Behauptete kompensatorische
Kosteneinsparungen seien nicht dargetan. Schliesslich sei es nicht zutreffend, für den
Kostenvergleich auf die Kosten des Beklagten im Jahr 2006 abzustellen (act. G 16 im
Verfahren KSCHG 2011/1).
B.f In der Duplik vom 21. Mai 2012 hält der Beklagte an den gestellten Anträgen fest.
Es sei von ihm nie behauptet worden, die fehlende Entscheidung der PVK bliebe ohne
Folgen. Auch aus den replikweise eingereichten Daten-CD's SASIS AG sei der Schluss
zu ziehen, er stelle eine Ausnahme in der Vergleichsgruppe dar. Zudem beantrage er
von der santésuisse die Herausgabe der Überweisungszahlen und der Folgekosten
sämtlicher Ärzte der Vergleichsgruppe an Spitäler oder Spezialisten in den Jahren 2008
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und 2009. Im Übrigen lautet die Begründung im Wesentlichen ähnlich wie diejenige der
Klageantwort vom 24. Oktober 2011 (act. G 24).
B.g In der unaufgefordert eingereichten Eingabe vom 4. Juni 2012 bringen die Kläger
innen vor, in der Duplik werde sehr schön dargelegt, dass der Beklagte im Vergleich
zur Referenzgruppe weniger erkrankte Personen mit deutlich mehr Grund- und
Laborleistungen behandelt habe. Dies sei ein typisches Bild bei Überarztung. Ferner sei
weder dargelegt noch ersichtlich, dass bei Ärztinnen und Ärzten, die im Spital
operieren, geringere Fallkosten entstünden. Schliesslich seien die unbelegten
Behauptungen des Beklagten über angeblich vermiedene Spitaleintritte weiterhin
bestritten (act. G 26).
B.h Der damalige Präsident des Schiedsgerichts stellte den Parteien mit Schreiben
vom 8. August 2012 in Aussicht, die Klageverfahren bis zur Erledigung des Verfahrens
vor PVK zu sistieren, da lediglich die erste Phase vor der PVK (Vermittlungsverfahren),
nicht jedoch die grundsätzlich zwingende zweite Phase (vertraglich vereinbarte
Entscheidungsinstanz) durchgeführt und darauf nicht einvernehmlich verzichtet worden
sei (act. G 28). Hierzu nahmen die Parteien am 14. August 2012 (act. G 30) und am
5. September 2012 (act. G 32) Stellung. Am 12. September 2012 sistierte der damalige
Präsident des Schiedsgerichts die beiden Klageverfahren (act. G 33).
B.i Am 25. April 2013 entschied die PVK, der Beklagte habe den Klägerinnen
Fr. 215'295.-- zu bezahlen. Diese werden aufgefordert, dem Schiedsgericht innerhalb
von 30 Tagen ab Empfang vom Ausgang dieses Verfahrens Bericht zu geben. Der
Beklagte habe die Verfahrenskosten von Fr. 15'000.-- zu bezahlen. Bei ihrem Entscheid
stützte sich die PVK ausschliesslich auf die Rechnungsstellerstatistik. Gemäss den von
den Klägerinnen vorgelegten Zahlen beliefen sich die Durchschnittskosten des
Beklagten pro erkrankte Person im Jahr 2008 auf Fr. 777.66 und im Jahr 2009 auf
Fr. 797.06. Für beide Rechnungsjahre führe dies zu einem Index von jeweils 195
Punkten. Diese Zahlen seien vom Beklagten nicht substantiiert bestritten, weshalb
darauf abgestellt werden könne. Sie ergäben sich aus dem Vergleich von insgesamt
66 Leistungserbringern der Fachrichtung Gynäkologie und Geburtshilfe im Kanton
St. Gallen. Die Kompatibilität der Vergleichsgruppe bejahte die PVK. Beweise für
Kosteneinsparungen aufgrund der Behandlung des Beklagten fehlten. Die PVK
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verneinte das Bestehen der vom Beklagten geltend gemachten Praxisbesonderheiten
(Homöopathie, chinesische Medizin, Akupunktur und Behandlung vieler Männer und
Kinder). Im Gegenteil stellten die Klägerinnen fest, dass das Durchschnittsalter der vom
Beklagten behandelten Personen in den beiden massgebenden Jahren um rund zwei
Jahre unter demjenigen der Referenzgruppe liege. Schliesslich sei der Umstand zu
berücksichtigen, dass die vom Beklagten behandelte Anzahl von Erkrankten im
Zeitraum von 2005 bis 2009 jährlich um durchschnittlich 10% geschrumpft sei,
während die Anzahl der erteilten Konsultationen zumindest in den Jahren 2006 bis
2009 mit rund 10% nur unwesentlich zurückgegangen sei. Entgegen der Auffassung
des Beklagten könne nicht entsprechend der Zahlen für das Jahr 2006 der Indexstand
von 185 als Basis genommen werden, womit sich eine wesentlich kleinere Differenz zu
den Indexwerten der Jahre 2008 und 2009 ergäbe. Denn die Klägerinnen hätten im
vorliegenden Verfahren keinen höheren Referenzindex als Ausgangswert zugestanden.
Richtig sei wohl, dass sie dem Beklagten mit Schreiben vom 8. Juli 2008 mittgeteilt
hätten, die Überprüfung für das Statistikjahr 2006 werde nunmehr abgeschlossen.
Damit war indessen keine Zugabe verbunden, dass für den Beklagten zukünftig ein
höherer Basisindex als derjenige für die Vergleichsgruppe gelten solle, umso weniger
als die santésuisse dem Arzt explizit mitgeteilt habe, sie werde "auch in Zukunft die
Entwicklung Ihrer Kosten mit Aufmerksamkeit verfolgen". Es sei daher auch im
vorliegenden Fall vom Referenzindex zuzüglich den von der PVK praxisgemäss
gewährten 30 Punkten, mithin also von 130 Punkten auszugehen. Die vom Beklagten
verursachten direkten Kosten von Fr. 329'609.-- (2008) bzw. Fr. 316'272.-- (2009) seien
von 195 Punkten auf den Referenzindex von 130 Punkten zurückzuführen. Dies ergebe
Fr. 219'739.-- (2008) bzw. Fr. 210'847.-- (2009). Es verbleibe eine Differenz von
Fr. 109'870.-- (2008) bzw. Fr. 105'425.-- (2009), mithin ein Gesamtbetrag von
Fr. 215'295.--, den der Beklagte den Klägerinnen zurückzuerstatten habe. Ein
Anspruch auf Verzugszinsen bestehe nicht. Nachdem die Klägerinnen das Kantonale
Schiedsgericht bereits angerufen hätten, erübrige es sich, ihnen hiezu nochmals Frist
zu setzen. Stattdessen würden sie aufgefordert, das Kantonale Schiedsgericht
innerhalb der gleichen Zeitspanne über den Ausgang des Entscheidverfahrens vor der
PVK zu informieren (act. G 34.1). Am 7. Mai 2013 gaben die Klägerinnen dem
damaligen Präsidenten des Schiedsgerichts Kenntnis vom Entscheid der PVK (act.
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G 34; vgl. auch den entsprechenden Hinweis des Beklagten vom 4. Juni 2013, act.
G 35).
B.j Am 30. Dezember 2013 hob der neue Präsident des Schiedsgerichts die Sistierung
der Klageverfahren KSCHG 2010/2 und KSCHG 2011/1 auf (act. G 38).
B.k Der Präsident des Schiedsgerichts teilte den Parteien am 13. Juni 2014 das vom
Schiedsgericht an der Sitzung vom 12. Juni 2014 beschlossene Entscheiddispositiv mit
und ersuchte den Rechtsvertreter der Klägerinnen, die im Zeitpunkt des Entscheids
bestehenden, von ihm vertretenen Mitglieder der Klägerschaft zu benennen (act. G 39).
Hierzu nahm der Rechtsvertreter am 17. Juli 2014 Stellung (act. G 41).

Erwägungen:
1.
Da den Streitigkeiten KSCHG 2010/2 und KSCHG 2011/1 derselbe Sachverhalt
zugrunde liegt und sich die gleichen Rechtsfragen stellen, rechtfertigt es sich, die
beiden Verfahren zu vereinigen und in einem einzigen Urteil zu erledigen (vgl. etwa BGE
128 V 124 E. 1). Nicht gegen eine Verfahrensvereinigung spricht, dass die Klägerinnen
in den beiden Verfahren nicht vollständig identisch sind, zumal sie alle sowohl in
KSCHG 2010/2 als auch KSCHG 2011/1 von santésuisse vertreten werden und kein
Geheimhaltungsinteresse geltend machen, das solcher Vorkehr entgegenstünde. Im
Dispositiv ist aber bezüglich der eingeklagten Rückerstattungsjahre (2008 und 2009)
aufgrund der nicht identischen Zusammensetzung der Klägerinnen zu unterscheiden
(vgl. Urteil des Schiedsgerichts KVG vom 4. Juni 2009, KSCHG 2005/2 und 2006/2,
E. 1 mit Hinweisen).
2.
Art. 89 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG; SR 832.10)
bestimmt, dass ein Schiedsgericht Streitigkeiten zwischen Versicherern und
Leistungserbringern entscheidet. Der Kanton bezeichnet ein Schiedsgericht. Es setzt
sich zusammen aus einer neutralen Person, die den Vorsitz innehat, und aus je einer
Vertretung der Versicherer und der betroffenen Leistungserbringer in gleicher Zahl. Die
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Kantone können die Aufgaben des Schiedsgerichts dem kantonalen
Versicherungsgericht übertragen; dieses wird durch je einen Vertreter oder eine
Vertreterin der Beteiligten ergänzt (Art. 89 Abs. 4 KVG). Art. 65 Abs. 1 lit. a des
kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRP; sGS 951.1) überträgt die
Beurteilung von Streitigkeiten nach Art. 89 KVG dem Versicherungsgericht. Gemäss
Art. 89 Abs. 5 KVG regelt der Kanton das Verfahren; dieses muss einfach und rasch
sein. Das Schiedsgericht stellt unter Mitwirkung der Parteien die für den Entscheid
erheblichen Tatsachen fest; es erhebt die notwendigen Beweise und ist in der
Beweiswürdigung frei.
3.
In formeller Hinsicht rechtfertigen sich vorab Bemerkungen zur rechtlichen Natur des
"Entscheids" der PVK vom 25. April 2013.
3.1 Die vertragliche Vereinbarung eines Schlichtungsverfahrens ist bei Streitigkeiten
nach Art. 89 KVG zulässig und deren Durchführung - sofern kein gültiger Verzicht
vorliegt - Eintretensvoraussetzung für das Schiedsgericht (vgl. Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts] vom 30. April 2004, K 143/03, E. 8.5 f. mit Hinweis
auf BGE 119 V 309).
3.2 Mit Regierungsbeschluss vom 19. Dezember 2006 (Art. 1; sGS 331.501) wurde der
zwischen den Ärztegesellschaften der Kantone St. Gallen, Thurgau, Appenzell AI/AR,
Schaffhausen sowie Glarus und santésuisse - Die Schweizer Krankenversicherer
abgeschlossene regionale Anschlussvertrag zum nationalen Rahmenvertrag TARMED
vom 4. Dezember 2006 genehmigt. Gemäss Art. 18 Abs. 5 des Anschlussvertrags sind
die Parteien verpflichtet, sich dem Verfahren vor der überkantonalen paritätischen
Vertrauenskommission (PVK) zu unterziehen. Das Verfahren vor der PVK ist zweiphasig.
In einem ersten Schritt ist die PVK als Vermittlungsinstanz tätig. Kann die PVK bei
Streitigkeiten wie der vorliegenden keine Einigung der Parteien herbeiführen, amtet sie
in einer zweiten Phase als vertraglich vereinbarte Entscheidungsinstanz (Art. 18 Abs. 6
des Anschlussvertrags). Die klagende und die beklagte Partei können bei einem
Streitgegenstand, der in die Kompetenz des kantonalen Schiedsgerichts nach Art. 89
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KVG fällt, gemäss den Bestimmungen im Anhang E (Reglement über die PVK für AI,
AR, GL, SG, SH und TG) einvernehmlich auf das Verfahren vor der PVK verzichten
(Art. 18 Abs. 5 zweiter Satz des Anschlussvertrags). Vorausgesetzt ist ein schriftlicher
Verzicht beider Parteien (Ziff. 18 des Reglements).
3.3 Die Einführung des Entscheidverfahrens vor der PVK hat nicht dazu geführt, dass
die PVK anstelle des Versicherungsgerichts als Schiedsgericht im Sinn von Art. 89 KVG
und nicht mehr als Schlichtungsinstanz zu betrachten wäre, auch wenn es die
entsprechenden personellen Anforderungen von Art. 89 Abs. 4 KVG erfüllt, sieht doch
Art. 65 Abs. 1 lit. a VRP die Zuständigkeit des Versicherungsgerichts für die Beurteilung
von Streitigkeiten nach Art. 89 KVG vor.
3.4 Des Weiteren gilt es zu beachten, dass die Ausgestaltung des
Schlichtungsverfahrens nicht zu einer Umkehr der Parteirollen führen darf (Gebhard
Eugster, Bundesgesetz über die Krankenversicherung [KVG], in Erwin Murer/Hans-
Ulrich Stauffer [Hrsg.]: Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Zürich 2010, Rz 19 zu Art. 89 mit Hinweis auf BGE 132 V 18
E. 2.3).
3.5 Im Licht dieser Ausführungen ist davon auszugehen, dass es sich beim
"Entscheid" der PVK vom 25. April 2013 um einen begründeten Schlichtungsvorschlag
und nicht um einen rechtsmittelfähigen Entscheid handelt, der unter Umständen zur
Umkehr der Parteirollen führt. Der Schlichtungsvorschlag wird für die Parteien nur dann
verbindlich, wenn sie diesen nicht ablehnen. Lehnt eine Partei den
Schlichtungsvorschlag ab, fällt er dahin. Innerhalb welcher Frist die Ablehnung zu
erklären ist, regelt der Anschlussvertrag in Art. 18 Abs. 7 nur für die klagende Partei,
welche Rolle bei Rückforderungsstreitigkeiten nach Art. 56 Abs. 2 KVG lediglich einem
oder mehreren Versicherern zufallen kann. Weder aus dem Anschlussvertrag ergibt
sich noch ist naheliegend, dass unterschiedlich lange Fristen dem Willen der
Vertragsparteien entsprochen hätten, zumal eine Ungleichbehandlung mit dem Wesen
eines (paritätisch ausgestalteten) Schlichtungsverfahrens nicht zu vereinbaren wäre.
Daraus folgt, dass auch die beklagte Partei innert 30-tägiger Frist ausdrücklich ihr
Nichteinverständnis zum Schlichtungsvorschlag gegenüber dem Präsidenten der PVK
zum Ausdruck bringen muss, andernfalls wird der Schlichtungsvorschlag - sofern er
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nicht bereits wegen fristgerecht mitgeteilter Ablehnung durch den Kläger dahinfällt - für
die Parteien verbindlich.
3.6 Vorliegend haben die Klägerinnen soweit ersichtlich die 30-tägige Frist gemäss
Art. 18 Abs. 7 des Anschlussvertrags unbenützt verstreichen lassen. Der Beklagte hat
im Schreiben vom 4. Juni 2013 mitgeteilt, er sei mit dem Schlichtungsvorschlag vom
25. April 2013 nicht einverstanden (act. G 35). Diese gegenüber dem Schiedsgericht
erklärte Ablehnung erfolgte nicht innert der 30-tägigen Frist. Ob eine fristgerechte
Ablehnungserklärung beim Präsidenten der PVK eingegangen ist, geht aus den Akten
nicht vor. Dies spielt vorliegend indessen keine Rolle. Denn selbst wenn davon
ausgegangen würde, der Beklagte hätte nicht fristgerecht im Sinn von Art. 18 Abs. 7
des Anschlussvertrags gehandelt, ist zu seinen Gunsten zu berücksichtigen, dass er im
Schlichtungsvorschlag vom 25. April 2013 nicht auf die zu beachtende Frist
aufmerksam gemacht wurde und darin sogar ausgeführt wurde, es erübrige sich mit
Blick auf die bereits beim Schiedsgericht anhängig gemachten Klagen, den
Klägerinnen "nochmals Frist" im Sinn von Art. 18 Abs. 7 Satz 2 des Anschlussvertrags
zu setzen (act. G 34.1, Rz 9). In Ziffer 2 des Dispositivs des Schlichtungsvorschlags
wurden einzig die Klägerinnen aufgefordert, dem Schiedsgericht innerhalb von
30 Tagen ab Empfang vom Ausgang des Schlichtungsentscheidverfahrens Bericht zu
geben (act. G 34.1, S. 10). Dabei hat die PVK einerseits übersehen, dass die anhängig
gemachten Klagen für sich allein keinen Einfluss auf die allfällige Verbindlichkeit des
gefällten Schlichtungsvorschlags vom 25. April 2013 haben. Würden die Parteien
nämlich diesen akzeptieren, führte dies zu dessen Verbindlichkeit und zu einem
Klagerückzug bzw. zu einem Nichteintreten mangels Rechtsschutzinteresses.
Andererseits hat sie unberücksichtigt gelassen, dass die Frage nach dem Eintritt der
Verbindlichkeit auch vom Willen der beklagten Partei abhängig ist. Sie hätte deshalb
nicht bloss der klagenden, sondern auch der beklagten Partei Frist für eine allfällige
Ablehnungserklärung unter Hinweis auf die Folgen bei nicht fristgerechtem Verhalten
einräumen müssen. Indessen hat sie es gänzlich unterlassen, die Parteien auf die zu
beachtenden Fristen aufmerksam zu machen. Aufgrund der aus Sicht der Beklagten
unklaren Regelung von Art. 18 Abs. 7 des Anschlussvertrages und den im
Schlichtungsvorschlag unterbliebenen Hinweisen hinsichtlich des möglichen Eintritts
der Verbindlichkeit des Schlichtungsvorschlags gereicht es dem Beklagten vorliegend