Decision ID: 9ac307ec-89da-47b3-84ff-483f8e429f62
Year: 2004
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ M.G., geboren 19. Januar 1944, stammt aus der ehemaligen Bundesrepublik
Jugoslawien (Kosovo). Sie reiste am 26. Juli 1999 mit ihrem Sohn A., geboren 1984, im
Rahmen des Familiennachzugs zu ihrem in St. Gallen niedergelassenen Ehemann L. G.,
geboren 6. Oktober 1944. M.G. wurde in der Folge eine Aufenthaltsbewilligung erteilt,
welche bis 5. Dezember 2002 verlängert wurde. A. G. ist im Besitz einer
Niederlassungsbewilligung, ebenso ihr seit 1994 in St. Gallen wohnhafter Sohn E.G.,
geboren 1968. Ihre Tochter L. P.-G., geboren 1973, und ihr Sohn B.G., geboren 1978,
sind im Besitz von Aufenthaltsbewilligungen. Drei weitere Kinder von M.G. leben im
Heimatland, ebenso ihre Mutter.
L. G. verstarb am 16. Juni 2002. In der Folge wies das Ausländeramt das Gesuch von
M.G. um Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung mit Verfügung vom 11. Juli 2003 ab.
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Zur Begründung wurde ausgeführt, die Gesuchstellerin lebe erst seit vier Jahren in der
Schweiz. Vier ihrer Kinder lebten in der Schweiz und drei weitere im Heimatland. Die
Beziehungen, die sie zu ihren im Kosovo lebenden Nachkommen aufgebaut habe,
seien somit intensiver als jene zu den in der Schweiz lebenden Verwandten.
B./ Mit Eingaben ihres Rechtsvertreters vom 25. Juli und 27. August 2003 erhob M.G.
Rekurs, der vom Justiz- und Polizeidepartement mit Entscheid vom 4. November 2003
abgewiesen wurde.
C./ Mit Eingaben vom 20. November 2003 und 8. Januar 2004 erhob M.G. durch ihren
Rechtsvertreter Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der
Rekursentscheid vom 4. November 2003 und die Verfügung des Ausländeramts vom
11. Juli 2003 seien vollumfänglich aufzuheben und das Ausländeramt sei anzuweisen,
ihr die Aufenthaltsbewilligung ordentlicherweise zu verlängern, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. Die zur Begründung vorgebrachten Ausführungen werden,

soweit wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen dargelegt und gewürdigt.
Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 22. Januar 2004 unter Hinweis
auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheides auf Abweisung der Beschwerde.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1./ Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Die
Beschwerdeführerin ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingaben vom 20. November 2003
und 8. Januar 2004 entsprechen zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen
Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2
VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2./ Nach Art. 17 Abs. 2 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlassung der
Ausländer (SR 142.20, abgekürzt ANAG) hat der Ehegatte eines Ausländers, der im
Besitz der Niederlassungsbewilligung ist, Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung, so lange die Ehegatten zusammen wohnen. Nach einem
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ordnungsgemässen und ununterbrochenen Aufenthalt von fünf Jahren hat der Ehegatte
nach Satz 2 dieser Vorschrift ebenfalls Anspruch auf die Niederlassungsbewilligung.
a) Nach Ziff. 654 der Weisungen des Bundesamts für Zuwanderung, Integration und
Auswanderung vom Februar 2003 kann die Aufenthaltsbewilligung eines Ehegatten
eines Ausländers nach Auflösung der ehelichen Gemeinschaft verlängert werden,
namentlich um Härtefälle zu vermeiden. Massgebend sind die Dauer der Anwesenheit,
persönliche Beziehungen zur Schweiz, insbesondere wenn Kinder vorhanden sind, die
berufliche Situation, die Wirtschafts- und Arbeitsmarktlage, das persönliche Verhalten
und der Integrationsgrad. Zu berücksichtigen sind sodann die Umstände, die zur
Auflösung der ehelichen Gemeinschaft geführt haben.
b) Die Beschwerdeführerin reiste am 26. Juli 1999 im Rahmen des Familiennachzugs in
die Schweiz ein. Ihr Ehemann verstarb am 16. Juni 2002. Somit liegt kein
ununterbrochener Aufenthalt von fünf Jahren im Sinne von Art. 17 Abs. 2 ANAG vor.
Die Beschwerdeführerin hat daher gestützt auf diese Bestimmung keinen
Rechtsanspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung.
Die Beschwerdeführerin beruft sich auf Art. 8 der Europäischen
Menschenrechtskonvention (SR 0.101, abgekürzt EMRK). Auf diese Bestimmung kann
sich ein Ausländer berufen, der nahe Verwandte mit einem gefestigten
Anwesenheitsrecht (Schweizer Bürgerrecht oder Niederlassungsbewilligung) in der
Schweiz hat. Wird ihm selbst die Anwesenheit in der Schweiz untersagt, kann dies Art.
8 EMRK verletzen. Auch bei der gestützt auf Art. 17 Abs. 2 Satz 3 ANAG erworbenen
Niederlassungsbewilligung eines Kindes handelt es sich um ein gefestigtes
Anwesenheitsrecht, welches an sich geeignet ist, einem Elternteil gestützt auf Art. 8
EMRK einen bedingten Bewilligungsanspruch zu verschaffen (vgl. dazu BGE 127 II 66).
Soweit eine familiäre Beziehung im beschriebenen Sinn tatsächlich gelebt wird und
intakt ist, wird das der zuständigen Behörde durch Art. 4 ANAG grundsätzlich
eingeräumte freie Ermessen deshalb eingeschränkt. Das Bundesgericht hat als
familiäre Beziehung, welche gestützt auf Art. 8 EMRK einen Anspruch auf eine
ausländerrechtliche Bewilligung verschaffen kann, vor allem die Beziehung zwischen
Ehegatten sowie zwischen Eltern und ihren minderjährigen Kindern anerkannt, welche
im gemeinsamen Haushalt leben. Zwar ist der Schutzbereich von Art. 8 EMRK nicht auf
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die Kernfamilie beschränkt. Das heisst indessen nicht, dass Angehörige immer einen
Rechtsanspruch auf Einreise und Aufenthalt in der Schweiz haben (vgl. dazu BGE 120
Ib 259 f.). Geht es um Personen, die nicht der eigentlichen Kernfamilie zuzurechnen
sind, setzt eine schützenswerte familiäre Beziehung voraus, dass der um die
fremdenpolizeiliche Bewilligung ersuchende Ausländer vom hier
Anwesenheitsberechtigten abhängig ist, wobei eine finanzielle Abhängigkeit nicht
genügt. Eine solche Abhängigkeit ist beispielsweise bei behinderten erwachsenen
Kindern gegeben. Allein das Fehlen von Verwandten in der Heimat oder der Wunsch
nach familiären Beziehungen vermögen eine besondere Abhängigkeit nicht zu
begründen (vgl. VerwGE vom 6. Mai 2003 i.S. A.B. und vom 19. März 2002 i.S. H.M.;
vgl. auch BGE 120 Ib 262 mit Hinweis auf ein unveröffentlichtes Urteil vom 31. Mai
1991 i.S. O.).
Nach der Rechtsprechung genügen somit das Alter oder die Mittellosigkeit sowie das
Fehlen von Verwandten in der Heimat oder der Wunsch nach Pflege familiärer
Beziehungen nicht, um eine besondere Abhängigkeit im Sinne der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung zu begründen (vgl. VerwGE vom 19. März 2002 i.S. H.M. und vom 6.
Mai 2002 i.S. N.I.). Im vorliegenden Fall ist eine Abhängigkeit im Sinne der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht gegeben. Die Beschwerdeführerin ist rund
60 Jahre alt und lebte bis 1999 in ihrem Heimatland. Den Akten sind keine
Anhaltspunkte zu entnehmen, und es wird in der Beschwerde auch nicht behauptet,
dass die Beschwerdeführerin aus gesundheitlichen Gründen auf eine intensive
Betreuung oder Pflege durch ihre in der Schweiz lebenden Familienangehörigen
angewiesen oder anderweitig pflegebedürftig oder gesundheitlich schwerwiegend
beeinträchtigt ist. Der Umstand, dass die Beschwerdeführerin nach dem Tod ihres
Ehemannes mit ihren beiden Söhnen A. und E. im selben Haushalt lebt, begründet
jedenfalls keine besondere Abhängigkeit im Sinne der dargelegten Rechtsprechung.
Auch aus dem Umstand, dass die Beschwerdeführerin im Sommer 2003 ihre Mutter
und ihre drei anderen Kinder in Kosovo besuchte und dabei von ihrer Schwiegertochter
begleitet wurde, lässt nicht auf eine besondere Abhängigkeit schliessen.
Aufgrund der vorstehenden Ausführungen hat die Beschwerdeführerin gestützt auf Art.
8 EMRK keinen Rechtsanspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung.
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c) Der Entscheid über die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung liegt nach dem
Gesagten im pflichtgemässen Ermessen der Verwaltung. Dem Verwaltungsgericht ist
es verwehrt, Entscheide der Verwaltungsbehörden im Bereich der Ermessensausübung
zu überprüfen. Es kann nur prüfen, ob die Vorinstanz ihr Ermessen über- bzw.
unterschritten oder missbraucht hat, als sie die Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung verweigerte. Im Streitfall bedeutet dies, dass das
Verwaltungsgericht den Entscheidungsspielraum der Verwaltung zu respektieren hat,
wenn diese bei ihrem Entscheid von sachlichen und vernünftigen Ueberlegungen
ausging, die im Einklang mit Sinn und Zweck des Gesetzes stehen. Es kann nur
überprüfen, ob ein Entscheid oder eine Verfügung auf einer Ueberschreitung bzw.
einem Missbrauch des Ermessens beruht (vgl. GVP 1998 Nr. 22 und 1996 Nr. 9 mit
Hinweisen).
Wie erwähnt, gelangte die Beschwerdeführerin im Jahr 1999 im Alter von rund 55
Jahren erstmals in die Schweiz. Sie verbrachte somit den weitaus überwiegenden Teil
ihres Lebens im Heimatstaat. Die eheliche Gemeinschaft in der Schweiz dauerte
weniger als drei Jahre. Die Umstände, die zur Auflösung der ehelichen Gemeinschaft
führen, sind bei der Ermessensausübung zu berücksichtigen. Allein der Umstand des
Todes des Ehegatten begründet aber keinen Anspruch auf Erteilung bzw. Verlängerung
der Aufenthaltsbewilligung nach kurzem Aufenthalt bzw. kurzer Dauer der ehelichen
Gemeinschaft (GVP 1998 Nr. 22). Im vorliegenden Fall kommt hinzu, dass zwar vier
Kinder der Beschwerdeführerin in der Schweiz leben. Drei weitere Kinder leben
allerdings im Heimatstaat. Zudem lebt auch die Mutter der Beschwerdeführerin dort.
Eine weitgehende Integration der Beschwerdeführerin erfolgte aufgrund des relativ
kurzen Aufenthalts in der Schweiz noch nicht. Hinzu kommt, dass auch im Hinblick auf
die Wirtschafts- und Arbeitsmarktlage keine Gründe bestehen, welche eine
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung nahelegen.
Die Beschwerdeführerin lebt seit dem Tod ihres Ehemannes zusammen mit ihren
Söhnen A. und E. im selben Haushalt. Im selben Haus wohnt auch ihr Sohn B. Es ist
glaubhaft, dass sie seit dem Tod ihres Ehegatten enge Beziehungen zu ihren Söhnen
unterhält und diese die nächsten Bezugspersonen der Beschwerdeführerin sind.
Zweifelsohne würde es der Beschwerdeführerin in subjektiver Hinsicht schwer fallen,
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ihre Angehörigen, mit denen sie nach dem Tod ihres Ehemannes zusammenwohnt, zu
verlassen und in ihren Herkunftsstaat zurückzukehren. Hinzu kommt, dass aufgrund
des gemeinsamen Haushalts die Beschwerdeführerin ihren Lebensunterhalt mit ihrer
Rente von rund Fr. 1'200.-- sowie einer Unterstützung durch ihre Söhne selbständig
bestreiten kann. Unter diesen Umständen ist eine Rückkehr in den Herkunftsstaat
fraglos als einschneidende Massnahme zu qualifizieren, doch kann nicht von einem
aussergewöhnlichen Härtefall gesprochen werden, der bereits nach einer Dauer der
ehelichen Gemeinschaft bzw. einem Aufenthalt in der Schweiz von weniger als fünf
Jahren eine Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung rechtfertigt.
Nicht stichhaltig ist insbesondere das Argument der Beschwerdeführerin, es verbinde
sie vor allem zu ihrem Sohn A. eine langjährige lebensprägende und sehr intensive
Beziehung. Ihr Sohn war bei der Einreise in die Schweiz rund fünfzehn Jahre alt. Als
sein Vater starb, war er bereits volljährig. Während seiner Jugendzeit hat er sich von
den Eltern, wie dies üblich ist, bis zu einem gewissen Grade gelöst. Dies relativiert die
enge Beziehung in gewisser Hinsicht. Naheliegend ist allerdings, dass er als jüngster
Sohn nach dem Tod des Ehemannes eine wichtige Bezugsperson für die
Beschwerdeführerin geworden ist.
Wie erwähnt, leben drei weitere Kinder der Beschwerdeführerin im Heimatstaat. Ihr
Einwand, ihre beiden in Kosovo lebenden Töchter wohnten zusammen mit ihren
Ehegatten und ihren drei bzw. zwei Kindern bei den jeweiligen Schwiegereltern,
weshalb es ausgeschlossen sei, dass sie zu ihren Töchtern ziehen könnte, erscheint
insoweit nachvollziehbar, dass ein Umzug bzw. eine Aufnahme in die Familie der
Schwiegersöhne nicht ohne weiteres bewerkstelligt werden kann. Allerdings lebt auch
ein Sohn der Beschwerdeführerin in Kosovo, nämlich M. Ihr Einwand, zu diesem könne
sie sich nicht begeben, da er mit Frau und Kind zusammen in einer äusserst kleinen
Wohnung in Plancewo lebe, erscheint nicht überzeugend. Die Beschwerdeführerin
verfügt nach eigenen Angaben über eine monatliche Rente von rund Fr. 1'200.--. Damit
wäre es ihr grundsätzlich möglich, im Heimatstaat zusammen mit ihrem Sohn und
dessen Familie eine grössere Wohnung zu mieten. Hinzu kommt, dass auch die Mutter
der Beschwerdeführerin in Kosovo lebt. In der Beschwerde hält sie fest, sie habe ihre
Mutter im Sommer 2003 besucht. Ueber die konkreten Lebensverhältnisse der Mutter
macht sie keine näheren Angaben. Es ist daher auch als Alternative in Betracht zu
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ziehen, zusammen mit der Mutter zu wohnen. Schliesslich ist nicht ohne weiteres
ersichtlich, weshalb es der Beschwerdeführerin nicht auch möglich sein sollte, im
Herkunftsstaat allein zu wohnen, zumal sie erst rund 60 Jahre alt und wie erwähnt
gesundheitlich nicht beeinträchtigt ist.
Unbegründet ist weiter der Einwand, gemäss kantonaler Praxis sei bis ins Jahr 2000
der überlebenden Ehefrau eines Niedergelassenen bereits nach drei Jahren
Zusammenlebens die Aufenthaltsbewilligung regelmässig verlängert worden, und diese
Praxisänderung habe vor allem das Ziel gehabt, Ausländerrechtsehen bzw. einem
Rechtsmissbrauch entgegenzuwirken. Im vorliegenden Fall dauerte nämlich die
eheliche Gemeinschaft der Beschwerdeführerin mit ihrem Ehemann in der Schweiz
weniger als drei Jahre, weshalb auch aus der früheren Praxis des Ausländeramts nichts
zu Gunsten der Beschwerdeführerin abgeleitet werden könnte.
Beim Entscheid über die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung sind die
Umstände, die zur Auflösung der ehelichen Gemeinschaft geführt haben, zu
berücksichtigen. Dies bedeutet aber nicht, dass beim Tod eines Ehegatten eine
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung generell zu gewähren ist (GVP 1998 Nr. 22;
VerwGE vom 19. Februar 2004 i.S. E.K.). Der genannte Grundsatz kommt im
wesentlichen dann zur Anwendung, wenn ein Ehegatte gegen den andern Gewalt
ausübt und die eheliche Gemeinschaft aus diesem Grund beendet wird.
Es besteht ein gewichtiges öffentliches Interesse, dass Ausländer, bei denen nach
kurzem Aufenthalt in der Schweiz die familienrechtlichen Voraussetzungen für die
Erteilung der Aufenthaltsbewilligung wegfallen, die Schweiz wieder verlassen (VerwGE
vom 22. Januar 2002 i.S. N.O. und vom 20. August 2002 i.S. D.S.). Bei der
Ermessensausübung ist dem Grundsatz Rechnung zu tragen, dass ein ausgewogenes
Verhältnis zwischen dem Bestand der schweizerischen und dem der ausländischen
Wohnbevölkerung angestrebt werden soll (vgl. Art. 1 lit. a der Verordnung über die
Begrenzung der Zahl der Ausländer, SR 823.21). Aufgrund des nach wie vor
festzustellenden Anstiegs des Bestands der ausländischen Wohnbevölkerung ist es
daher geboten, bei der Erteilung von Bewilligungen an Personen ohne Rechtsanspruch
auf Aufenthalt eine restriktive Praxis anzuwenden. Selbst wenn in einem Einzelfall das
Verhältnis der schweizerischen und der ausländischen Wohnbevölkerung nicht
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entscheidend beeinflusst wird, ist deshalb dem öffentlichen Interesse an einer
zurückhaltenden Bewilligungserteilung bei der Abwägung gegen die privaten
Interessen der Betroffenen am Verbleib in der Schweiz Rechnung zu tragen.
d) Im vorliegenden Fall erweist sich aufgrund der kurzen Dauer der ehelichen
Gemeinschaft in der Schweiz bzw. des kurzen Aufenthalts in der Schweiz sowie des
Umstands, dass drei der sieben Kinder sowie die Mutter der Beschwerdeführerin im
Herkunftsstaat leben, die Verweigerung der Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung
nicht als Missbrauch oder Ueberschreitung des Ermessens. Folglich ist die
Beschwerde als unbegründet abzuweisen.
3./ Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 Gerichtskostentarif, sGS
941.12). Sie ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 2'000.-- zu verrechnen.
Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen (Art. 98bis VRP).