Decision ID: 1b496e24-57c0-5ddb-ba82-9ba782dd5f4e
Year: 2018
Language: de
Court: AR_OG
Chamber: AR_OG_003
Canton: AR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

Sachverhalt
A. Der am XX.XX.1976 geborene A_ arbeitete seit 1996 bei der C_ SA und war dadurch
bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen
von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Am 28. November 2009 stürzte A_ von
der Leiter und schlug mit flektiertem Knie auf eine Mauerkante auf. Er erlitt dabei eine
zweitgradig offene Patella-Schrägfraktur rechts.1 Nach einem Fehltritt wurde am
19. Februar 2010 eine erneute Hospitalisation für eine Reosteosynthese notwendig.2 Am
22. September 2010 erfolgte die Osteosynthese-Materialentfernung.3
B. Ab Oktober 2010 arbeitete A_ beim D_ der Gemeinde E_ und vom Juli 2012 bis Mai
2013 bei den F_. Danach und aktuell arbeitet er als selbständig Erwerbstätiger in der im
März 2013 gegründeten G_ GmbH.4 Mit Schreiben vom 8. September 2013 meldete der
Hausarzt von A_, Dr. med. H_, Facharzt FMH Allgemeine Innere Medizin, bei der
SUVA einen Rückfall an.5
1 Act. 8.2-2 2 Act. 8.2-11 3 Act. 8.2-26-1 4 Act. 8.2-136-2 5 Act. 8.2-51
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C. Mit Verfügung vom 23. Dezember 2014 sprach die SUVA A_ für die verbliebene
Beeinträchtigung eine Integritätsentschädigung von Fr. 12‘600.-- (Integritätseinbusse 10%)
zu.6 Am 25. Juli 2016 verfügte die SUVA, dass mangels erheblicher unfallbedingter
Erwerbseinbusse keine Invalidenrente ausgerichtet werde.7 Dagegen liess A_
Einsprache erheben.8
D. Mit Einspracheentscheid vom 16. Februar 2017 hielt die SUVA an ihrer Verfügung fest und
wies die Einsprache ab.9
E. Am 21. März 2017 liess A_ beim Obergericht Appenzell Ausserrhoden Beschwerde mit
den eingangs wiedergegebenen Anträgen erheben.10 In der Beschwerdeantwort vom
12. Juni 2017 beantragte die SUVA die Abweisung der Beschwerde.11 Am 25. Juli 2017
liess A_ die Replik einreichen.12 Die Duplik der SUVA ging am 5. September 2017 ein.13
F. Auf die Vorbringen der Parteien in den Rechtsschriften sowie die Ausführungen in den
medizinischen Akten wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Erwägungen
1. Gemäss Art. 57 ATSG14 i.V.m. Art. 28 Abs. 1 lit. b JG15 beurteilt das Obergericht als
kantonales Versicherungsgericht Beschwerden aus dem Bereich der Sozialversicherungen.
Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 58 Abs. 1 ATSG).
Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der weiteren Prozessvoraussetzungen
ergibt, dass diese sowohl hinsichtlich der Beschwerdeberechtigung als auch hinsichtlich der
Form- und Fristerfordernisse erfüllt sind.16
6 Act. 8.2-99 7 Act. 8.2-140 8 Act. 8.2-141, act. 8.2-142 und act. 8.2-148 9 Act. 3 und act. 8.2-150 10 Act. 1 11 Act. 7 12 Act. 11 13 Act. 13 14 Bundesgesetz vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG,
SR 830.1) 15 Justizgesetz vom 13. September 2010 (JG, bGS 145.31)
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Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2. Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG sind Gegenstand der Unfallversicherung
Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten.
Nach Art. 18 Abs. 1 UVG hat ein Versicherter Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn er
infolge eines Unfalls zu mindestens 10 Prozent invalid ist. Invalidität ist die voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem
in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die
Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der
gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen
Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16
ATSG).
Zwischen den Parteien ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer einen Berufsunfall
erlitten und die Vorinstanz gesetzliche Leistungen erbracht hat. Strittig ist der Anspruch auf
eine Invalidenrente, d.h. die Höhe des Validen- und Invalideneinkommens.
2.1
Der Beschwerdeführer beanstandet hinsichtlich des Valideneinkommens, auf die Angaben
seiner ehemaligen Arbeitgeberin könne mangels Berücksichtigung seiner effektiven
damaligen Funktion nicht abgestellt werden. Es sei daher nochmals eine Auskunft bei ihr
einzuholen. Sein Valideneinkommen im Jahr 2015 habe deutlich mehr als Fr. 83‘636.--
betragen.
16 Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung (UVG, SR 832.20)
i.V.m. Art. 59, Art. 60 Abs. 1 und Art. 61 lit. b ATSG sowie Art. 54, Art. 56 und Art. 59 des Gesetzes vom 9. September 2002 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG, bGS 143.1)
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2.1.1
Es liegt keine Verletzung des rechtlichen Gehörs vor, wenn ein Gericht auf die Abnahme
beantragter Beweismittel verzichtet, weil es auf Grund der bereits abgenommenen Beweise
seine Überzeugung gebildet hat und ohne Willkür in vorweggenommener Beweiswürdigung
annehmen kann, dass seine Überzeugung durch weitere Beweiserhebungen nicht geändert
würde.17
Die SUVA fragte im Dezember 2015 die ehemalige Arbeitgeberin des Beschwerdeführers,
die C_ SA, an, welchen Lohn der Beschwerdeführer im Jahr 2015 hätte erzielen können,
wenn er weiterhin als Chauffeur bei ihnen gearbeitet hätte.18 Dies, obwohl der
Beschwerdeführer anlässlich eines Gesprächs mit der Aussendienstmitarbeiterin der SUVA
dargelegt hatte, dass er dort verschiedene Funktionen – als LKW-Chauffeur, als Leiter
technischer Dienst, als Leiter Reparaturwesen, Disponent und Leiter Logistik – innegehabt
habe.19 Die Anfrage der SUVA vom Dezember 2015 wurde seitens der C_ SA
schleppend beantwortet und führte zu weiteren Nachfragen der SUVA, bis die ehemalige
Arbeitgeberin des Beschwerdeführers nach einem von der SUVA festgestellten
Widerspruch in den Auskünften angab, nicht mehr weiterhelfen zu können.20
Aus dem gesamten Schriftenwechsel bzw. Mail-Verkehr zwischen der SUVA und der C_
SA wird deutlich, dass die ehemalige Arbeitgeberin des Beschwerdeführers – selbst unter
Zuhilfenahme ihrer Akten – offensichtlich nicht in der Lage war, die Anfrage der SUVA
adäquat zu beantworten. Daher ist eine erneute Nachfrage durch das Gericht hinsichtlich
der mutmasslichen Lohnentwicklung des Beschwerdeführers zweifelsfrei von vornherein
aussichtslos, weshalb sein diesbezüglicher Beweisantrag abzuweisen ist.
2.1.2
Die Bestimmung des Valideneinkommens hat so konkret wie möglich zu erfolgen. Dabei
sind die Lohnauskünfte des bisherigen oder früheren Arbeitsgebers massgeblich, wenn
angenommen werden kann, dass die versicherte Person, wäre sie nicht invalid geworden,
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit weiterhin beim gleichen Arbeitgeber tätig wäre.21
Bei der Bestimmung des Valideneinkommens wird in der Regel am zuletzt erzielten,
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst
17 BGE 136 I 229 E. 5.3 mit Hinweis; UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. 2015, N. 58 zu Art. 43
ATSG 18 Act. 8.2-11 19 Act. 8.2-105-4 20 Act. 8.2-119-1; act. 8.2-120; act. 8.2-121; act. 8.2-122; act. 8.2-124; act. 8.2-125; act. 8.2-126; act.
8.2-127; act. 8.2-128; act. 8.2-129 und act. 8.2-133 21 Urteil des Eidgen. Versicherungsgerichts U 366/04 vom 6. März 2006 E. 5.2.1
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angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne
Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre; Ausnahmen müssen mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit erstellt sein. Ist ein konkreter Lohn nicht eruierbar, war die versicherte
Person zur Zeit des Unfalls arbeitslos oder hätte sie ihre bisherige Stelle auch ohne den
Unfall in der Zeit bis zum Rentenbeginn verloren, können die Zahlen der Schweizerischen
Lohnstrukturerhebung des Bundesamts für Statistik (LSE) herangezogen werden.
Insbesondere um eine berufliche Weiterentwicklung mit einem daraus resultierenden
höheren Einkommen mitzuberücksichtigen, müssen konkrete Anhaltspunkte dafür gegeben
sein, dass ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ein beruflicher Aufstieg und ein
entsprechend höherer Verdienst tatsächlich realisiert worden wären.22
Zur Ermittlung des Valideneinkommens kann nur relevant sein, was grundsätzlich zum
massgebenden Lohn gemäss AHVG zu zählen wäre. Dementsprechend sind
Familienzulagen nicht zum Valideneinkommen zu rechnen. Auszugehen ist stets vom
Bruttogehalt. Dieses ist grundsätzlich an die zwischen Unfall und Rentenbeginn
eingetretene Lohnentwicklung anzupassen. Abzustellen ist dabei auf die Lohnentwicklung
im konkreten Betrieb.23
Gegenüber der SUVA gab die C_ SA an, dass der Beschwerdeführer als Chauffeur für
die Jahre 2010 – 2014 folgende Monatslöhne erzielte: 2010 Fr. 5‘959.--, 2011 Fr. 6‘019.--,
2012 Fr. 6‘019.--, 2013 Fr. 6‘019.--, 2014 Fr. 6‘079.--.24 Dies entspricht einer Steigerung
von 2% über die Jahre 2010 - 2014. Für das Jahr 2015 schätzte die ehemalige
Arbeitgeberin des Beschwerdeführers die mutmassliche Lohnentwicklung als Chauffeur auf
einen Jahres-Basislohn von Fr. 75‘400.--.25 Im angefochtenen Einspracheentscheid ging
die SUVA - basierend auf den Lohnabrechnungen November 2008 bis November 2009 –
von einem Einkommen von Fr. 80‘112.-- aus und rechnete dieses mit der allgemeinen
Nominallohnentwicklung per 2015 hoch, woraus ein Valideneinkommen von Fr. 83‘618.--
resultierte.26 In der Beschwerdeantwort ging die SUVA von den Lohnabrechnungen der
C_ SA von Dezember 2008 bis November 2009 aus und rechnete den erzielten
Jahreslohn in Höhe von Fr. 80‘129.-- unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung
2010 - 2015, welche insgesamt 4.3% betrug,27 hoch und kam auf ein Valideneinkommen
von Fr. 83‘636.--.28
22 Urteil des Bundesgerichts 8C_382/2017 vom 25. August 2017 E. 2.3.1 mit Hinweisen 23 RUMO-JUNGO/HOLZER, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. 2012, Art. 18 UVG, S. 127f 24 Act. 8.2-104-14 25 Act. 8.2-121-1 26 Act. 3/4 27 Für Männer: 2010 0.7%, 2011 1%, 2012 0.8%, 2013 0.8%, 2014 0.7%, 2015 0.3% 28 Act. 7/2
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Aus den Akten ist zu schliessen, dass der Beschwerdeführer bei der C_ SA nicht
ausschliesslich als Chauffeur eingesetzt worden war. Denn bereits in den Jahren 2008 und
2009 war sein Einkommen gemäss Auszug aus dem Individuellen Konto der
Ausgleichskasse Appenzell Ausserrhoden höher als der gemäss Auskunft der C_ SA für
einen Chauffeur mit ähnlicher Anzahl Dienstjahren und Alter im Jahr 2015 geschätzte
mutmassliche Jahres-Basislohn von Fr. 75‘400.--.29 Andererseits lässt sich der vom
Beschwerdeführer implizit geltend gemachte berufliche Aufstieg, indem er ein deutlich
höheres Valideneinkommen als die von der SUVA errechneten Fr. 83‘636.-- behauptet,
aufgrund mangelnder konkreter Anhaltspunkten in den vorliegenden Akten nicht
nachzuvollziehen. Daher rechtfertigt es sich, auf das effektiv zuletzt erzielte
Jahreseinkommen abzustellen, zumal im vorliegenden Fall aufgrund der Verhältnisse
ohnehin keine präzisen Einkommenszahlen erhoben werden müssen.30
Gemäss den Lohnabrechnungen der C_ SA erzielte der Beschwerdeführer im Jahr vor
seinem Unfall – mithin von November 2008 bis und mit Oktober 2009 - einen
Jahresverdienst von Fr. 79‘659.--, was einem Monatseinkommen von Fr. 6‘128.--
entspricht.31 Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung 2010 – 2015 von
insgesamt 4.3 % resultiert daraus ein Einkommen von rund Fr. 83‘000.--, welches der
Beschwerdeführer bei seiner ehemaligen Arbeitgeberin im 2015 erzielt hätte.
2.2
Hinsichtlich des Invalideneinkommens bringt der Beschwerdeführer vor, dass er sämtliche
Arbeitsstellen – C_ SA, D_, F_ – unfallbedingt habe aufgeben müssen. Indem er
sich selbständig gemacht habe, sei er seiner Pflicht zur Selbsteingliederung
nachgekommen. Sein unfallbedingt zeitlicher Mehraufwand sei bei der Bestimmung des
Invalideneinkommens zu berücksichtigen. Es sei nicht klar, ob Geschäftsgewinne als
Bestandteil zum Invalideneinkommen gerechnet werden können. Ohnehin sei auf die
Anrechnung des schwankenden Gewinns zu verzichten.
2.2.1
Für die Bestimmung des trotz Gesundheitsschädigung zumutbarerweise noch
realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist primär von der beruflich-erwerblichen
Situation auszugehen, in welcher der Versicherte konkret steht. Übt er nach Eintritt der
29 Act. 8.2-103-3 und act. 8.2-121-1 30 Vgl. E. 3 31 Act. 8.2-104-2ff und act. 8.2-119-9, je brutto und ohne Kinderzulage: November 2008 Fr. 5‘823.--,
Dezember 2008 Fr. 11‘666.--, Januar 2009 Fr. 7‘213.-- (inkl. Komplem. Lohn), Februar 2009 Fr. 5‘993.--, März 2009 Fr. 5‘973.--, April 2009 Fr. 6‘103.--, Mai 2009 Fr. 5‘953.--, Juni 2009 5‘913.--, Juli 2009 Fr. 6‘923.-- (inkl. Bonus), August 2009 Fr. 6‘113.--, September 2009 Fr. 5‘913.-- (exkl. Heiratszulage), Oktober 2009 Fr. 6‘073.--
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Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ - besonders stabile
Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass er die ihm verbleibende
Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, sowie das Einkommen aus der
Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn erscheint, gilt grundsätzlich der
von ihm tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn.32
2.2.2
Der Beschwerdeführer ist seit Mitte 2013 selbständig erwerbstätig in der G_ GmbH und
erzielte 2015 ein Jahreseinkommen von Fr. 75‘000.-- brutto.33 Gemäss den
Buchhaltungsunterlagen erwirtschaftete die GmbH im 2013 einen Gewinn von rund
Fr. 23‘301.--, im 2014 von rund Fr. 16‘596.-- und im 2015 von rund Fr. 25‘208.--.34 Somit
kann, zumal der Beschwerdeführer einen guten Geschäftsgang geltend machte,35 von
besonders stabilen Arbeitsverhältnissen ausgegangen werden.
Der Beschwerdeführer behauptet einen unfallbedingten Mehraufwand, ohne hierzu
Nachweise anzubieten oder diese Behauptung zum Beweis verstellt zu haben. Auch in den
Akten findet sich insoweit keine Stütze für diese Behauptung, als sich keine Hinweise auf
eine überdurchschnittliche Arbeitszeit aufgrund einer gesundheitsbedingten Minderleistung
finden. Eine Beweisabnahme von Amtes wegen kann und muss trotz geltender
Untersuchungsmaxime unterbleiben, weil nicht ersichtlich ist, wie der zeitliche Aufwand
ohne konkrete Hinweise des Beschwerdeführers festgestellt werden könnte. Des Weiteren
ist in diesem Zusammenhang auch zu berücksichtigen, dass gemäss Beurteilung der
SUVA, welche unbestritten blieb, dem Beschwerdeführer eine ganztägige mittelschwere
Tätigkeit zuzumuten sei, hierbei jedoch kein dauerhaftes Treppensteigen, kein dauerhaftes
Bergab- oder Bergauflaufen und kein dauerhaftes Laufen in unebenem Gelänge. Das
Besteigen von Leitern und Gerüsten sei nur gelegentlich und das Bedienen von Pedalen
nicht dauerhaft zumutbar. Nicht zumutbar sei das Einnehmen von Zwangshaltungen wie
Knien, Kauern und Hocken. Gesamthaft Tätigkeit am besten Wechselbelastend mit
überwiegend sitzender Tätigkeit, jedoch Möglichkeit, die Position zu wechseln.36 Der
Beschwerdeführer hat diesbezüglich nicht dargetan, inwieweit die von ihm ausgeübte
Tätigkeit über diese als zumutbar geltenden Anforderungen hinausgeht.
Bei wirtschaftlich Berechtigten an einer Firma bilden neben dem in der Erfolgsrechnung
verbuchten und der AHV als Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit gemeldeten
32 BGE 126 V 75 E. 3b aa mit Hinweis 33 Act. 2 34 Act. 8.2-113-1ff und act. 8.2-134-2ff 35 Act. 8.2-105-5 und act. 8.2-135 36 Act. 8.2-94
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Lohn grundsätzlich auch die Geschäftsgewinne Bestandteil des Einkommens.37 Der
Beschwerdeführer ist Inhaber von 3/5 der Stammanteile an der G_ GmbH.38 Aus den
letzten drei Geschäftsjahren der GmbH ergibt sich ein durchschnittlicher Jahresgewinn von
rund Fr. 13‘020.--.39 Ausgehend vom Bruttojahreseinkommen des Beschwerdeführers von
Fr. 75‘000.-- plus dem durchschnittlichen Gewinnanteil aus der GmbH von rund
Fr. 13‘000.-- errechnet sich ein Invalideneinkommen von rund Fr. 88‘000.--.
3. Zusammenfassend ist somit von einem Valideneinkommen von rund Fr. 83‘000.--
auszugehen sowie von einem Invalideneinkommen von rund Fr. 88‘000.--. Angesichts
dieser Einkommensverhältnisse liegt offensichtlich keine Erwerbseinbusse vor und es
besteht kein Anspruch auf eine Invalidenrente. Die Beschwerde ist somit abzuweisen.
4. 4.1
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG i.V.m. Art. 1 Abs. 1 UVG).
4.2
Der obsiegenden SUVA ist keine Parteientschädigung auszurichten.40
37 Urteil des Bundesgerichts 9C_111/2009 vom 21. Juli 2009 E. 2.1.2 mit Hinweis 38 Vgl. https://ar.chregister.ch/cr-portal/suche/suche.xhtml 39 2013: (3/5 von Fr. 23‘301.-- =) Fr. 13‘980.60 + 2014: (3/5 von Fr. 16‘596.-- =) Fr. 9‘957.60 + 2015: (3/5
von Fr. 25‘208.-- =) Fr. 15‘124.80 = Fr. 39‘063.00 : 3 = Fr. 13‘021.00 40 BGE 126 V 143 E. 4
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