Decision ID: a81a6b56-500c-428e-ad03-e8a2e04bdd00
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1979 geborene und als Pflegefachfrau
tätig gewesene
X._
meldete sich am 12. Dezember 2009 (Urk. 7/2) unter Hinweis auf eine Instabilität des obe
ren Sprunggelenks (OSG) rechts erstmalig bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug
(berufliche Massnahmen, Rente)
an.
Mit Verfügung vom 13. Juli 2010 (Urk. 7/16) wies die Sozialversicherungsanstalt Zürich, IV-Stelle, das Leistungsbegehren
zufolge Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit innerhalb eines Jahres
ab.
Auf die Neuanmeldung vom
12. April 2012 (Urk. 7/27)
wegen
Schmerzen im rechten Fuss bei längerer Belastung
trat die IV-Stelle
auf
grund fehlender Glaubhaftmachung einer wesentlichen Veränderung der tatsäch
lichen Verhältnisse
mit Verfügung vom 11. Juni 2012 (Urk. 7/33) nicht ein.
1.2
Mit Schreiben vom
1. Juni 2015 (Urk. 7/43) meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf Schmerzen bei Belastung nach Operation OSG rechts und Ligament-Operation sowie einer muskulären Dysbalance seit längerem erneut zum Leis
tungsbezug
(berufliche Massnahmen, Rente)
an. Die IV-Stelle tätigte berufliche und
medizinische
Abklärungen und
beteiligte sich insbesondere mittels Zusatz
fragen an der durch de
n Unfallversicherer veranlassten polydisziplinären Begut
achtung durch die MEDAS
Y._
(
MEDAS
-Gutachten vom 19. Mai 2017; Urk. 7/130). Zwischenzeitlich sprach sie
der Versicherten am 15. Februar 2016 (U
rk. 7/79) Frühinterventionsmass
nahmen in Form von Arbeitsmitteln sowie
am 27. Mai 2016 (Urk. 7/103) eines Ausbildungskurses zu
. Nach durchgeführten
Vorbescheidverfahren
(Urk. 7/105 betreffend berufliche Massnahmen; Urk. 7/136 betreffend Rente)
wie
s
die IV-Stelle
das
Leistungsbe
gehren jeweils mit Verfügung vom 19. Dezember 201
7
(Urk. 2/1 betreffend Rente; Urk. 2/2 betreffend berufliche Massnahmen) ab.
2.
Hiergegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 1. Februar 2018 (Urk. 1) Beschwerde und beantragte, die Verfügungen vom 19. Dezember 2017 seien auf
zuheben und es seien ihr die gesetzlichen Leistungen aus IVG zu erbringen, ins
besondere seien weitere be
rufliche Massnahmen (Umschulung
/Weiterbildung) zu gewähren und nach deren Durchführu
ng der Rentenanspruch zu prüfen;
die Sache sei zur weiteren medizinischen Abklärung (Gutachten) an die Beschwerde
gegnerin zurückzuweisen und ihr sei für das Beschwerdeverfahren eine angemes
sene Entschädigung (
zuzügl
.
MwSt
) zuzusprechen. In prozessualer Hinsicht beantragte sie, es sei ihr
für das Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Rechts
pflege und in der Person der unterzeichneten Rechtsanwältin die unentgeltliche Rechtsvertretung zu bewilligen.
Die IV-Stelle schloss am 8. März 2018 (Urk. 6) auf Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 21. März 2018 (Urk. 11) zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1
.2
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte haben gemäss Art. 8
Abs. 1
IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (Abs. 1
bis
). Nach Massgabe der Art. 13 und 21 IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich (Abs. 2). Nach Massgabe von Art. 16 Abs. 2
lit
. c IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbs
fähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu erhalten oder zu verbessern (Abs. 2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 in medizinischen Mass
nahmen (
lit
. a), Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Ein
gliederung (
lit
.
a
bis
), Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in
der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
. d).
1.
3
Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung
ist von Amtes wegen zu prüfen
, ob seit der ersten Rentenverfügung zwischenzeitlich eine erneute materielle Prüfung des Rentenanspruchs stattgefunden hat. War dies nicht der Fall, so ist auf die Entwicklung der Verhältnisse seit der ersten Ablehnungsverfügung abzustellen; wie im Revisionsverfahren bleiben allfällige, vorangehende
Nichteintretensverfü
gungen
aufgrund des fehlenden Abklärungs- und bloss summarischen Begrün
dungsaufwandes der Verwaltung unbeachtlich. Erfolgte dagegen nach einer ers
ten Leistungsverweigerung eine erneute materielle Prüfung des geltend gemach
ten Rentenanspruchs und wurde dieser nach rechtskonformer Sachverhaltsabklä
rung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) abermals rechtskräftig verneint, muss sich die leistungsan
sprechende Person dieses Ergebnis – vorbehältlich der Rechtsprechung zur Wie
dererwägung oder prozessualen Revision (vgl. BGE 127 V 466 E. 2c mit Hinwei
sen) – bei einer weiteren Neuanmeldung entgege
nhalten lassen (BGE 130 V 71 E.
3.2.3
; vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.3 f.
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung vom 19. Dezem
ber 2017 (Urk. 2/1) betreffend IV-Rente zur Hauptsache, gestützt auf das Gutach
ten der MEDAS
Y._
vom 19. Mai 2017 (Urk.
7/130
) leide die Beschwerdeführerin an keinem Gesundheitsschaden, welcher sie in der Arbeits
fähigkeit einschränke. Die bisherige Tätigkeit sei weiterhin zumutbar. Die von der Beschwerdeführerin beklagten Schmerzen unter physisch anstrengender Tätigkeit seien im Rahmen der orthopädischen Untersuchung nicht zu erklären
gewesen
und würden im Widerspruch zu den erhobenen Befunden stehen (S. 2).
Zur Begründung der
angefochtenen Verfügung vom 19. Dezember 2017 (Urk. 2/2) betreffend berufliche Massnahmen
führte die Beschwerdegegnerin aus, gemäss den Abklärungen sei die Beschwerdeführerin angemessen eingegliedert. Berufliche Massnahmen seien nicht notwendig (S. 1).
2.2
Dagegen wendet die Beschwerdeführerin (Urk. 1) im Wesentlichen ein, die Beur
teilung der Gutachter werde rein mit den bildgebenden Befunden begründet,
die von ihr geklagten Schmerzen und Beschwerden seien unberücksichtigt geblieben. Sodann fehle eine umfassende rheumatologische Beurteilung und die Beurteilung beruhe alsdann
,
was das Rückenleiden angehe
,
auf überholten Grundlagen (S. 6 f.). Schliesslich sei die Beurteilung nicht nachvollziehbar und überzeuge nicht (S. 7).
Bezüglich der beruflichen Massnahmen bringt die Beschwerdeführerin vor, ihre Ausbildung erlaube keine Tätigkeit mit rentenausschliessendem Einkommen, zumal kaum Stellen erhältlich seien und das Einkommen gering sei. Ausserdem begründe – wie vorstehend dargelegt – das erwähnte Gutachten keine valable Grundlage für die Feststellung der Arbeitsfähigkeit unter Einbezug aller, auch der nicht unfallbedingten Beeinträchtigungen (S. 9).
2.3
Vergleichszeitpunkt für eine relevante Veränderung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin bildet die leistungsablehnende Verfügung vom
13. Juli 2010 (Urk. 7/16).
Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 11. Juni 2012 (Urk. 7/33) fällt hingegen ausser Acht, da
es
sich
lediglich um eine
Nichteintretensverfügung
handelt (siehe dazu E. 1.3).
3.
3.1
Der rentenabweisenden Verfügung vom 13. Juli 2010 (Urk. 7/16) lag nachste
hende ärztliche Beurteilung zugrunde:
Dem
im Rahmen einer postoperativen Verlaufskontrolle angefertigten
Bericht der Uniklinik
Z._
vom 21.
Dezember 2009 (Urk. 7/6/6-7) z
uhanden der Beschwerdegegnerin kann
die Diagnose von Restbeschwerden am ventralen OSG bei Status nach OSG-Arthroskopie rechts und Abtragung des Bassett-Ligaments am 14. Oktober 2009 bei traumatisiertem laterale
m
Bandapparat mit Verdacht auf Rezidiv-Instabilität OSG rechts bei Sta
t
us nach modifiziertem
Brostroem
(2 x
Mitek
GII Anker) rechts und intraoperativer Prüfung
Lig
.
deltoideum
rechts vom 22. Februar 2008 entnommen werden (S. 1). Noch bestehe eine Arbeitsunfähig
keit als Pflegefachfrau zu 100 % bis zum 31. Dezember 2009, danach 0
%
(S. 2).
Nach eigener Auskunft
(
Urk.
7/12, Urk. 7/13 S. 3) ging
die Beschwerdeführerin se
it Januar 2010 einer Arbeit im Vollzeitpensum nach, weshalb die Beschwerde
gegnerin weitere Abklärungen unterliess und das Leistungsbegehren zufolge Nichterfüllung der einjährigen Wartezeit abwies (Urk. 7/16).
3.2
Die leistungsabweisenden
Verfügungen vom 19. Dezember 2017 (Urk. 2/1, Urk. 2/2) beruhen im Wesentlichen auf nachstehenden medizinischen Unterlagen:
3.2.1
In den Berichten der Uniklinik
Z._
vom 24. August, 22. September, 18. November 2010 sowie 1. September, 16. November und 28. Dezember 2011 (Urk. 7/17-19, Urk. 7/21, Urk. 7/24-25) finden sich jeweils die Diagnose
einer Kontusion OSG rechts am 5. August 2010 mit Re-Traumatisierung bei Status nach OSG-Arthroskopie rechts und Abtragung des Basset-Ligaments am 14. Oktober 2009 bei traumatisiertem Bandapparat mit Verdacht auf Rezidiv-Instabilität OSG rechts bei Status nach modifiziertem
Brostroem
(2 x
Mitek
GII Anker) rechts und intraoperativer Prüfung
Lig
.
deltoideum
rechts vom 22. Feb
ruar 2008, wobei im Rahmen der letzten Verlaufskontrolle am 28. Dezember 2011 (Urk. 7/25)
als Befund keine neuen Aspekte sowie
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin für abwechselnd stehend
e
und sitzende Tätigkeiten notiert wurde (S. 2).
3.2.2
Prof. Dr. med. Dr. phil.
A._
, Facharzt FMH für Orthopädie und Trauma
tologie des Bewegungsapparates, hielt in seinem Gutachten vom 7. September 2014 (Urk. 7/51
/13-32
) folgende Diagnosen fest (S. 13):
1.
Restbeschwerden OSG rechts im Rahmen von Vernarbungen bei klinisch stabilem Gelenk
-
Status nach
OSG-Distorsion beim
Wakeboarden
mit MR-diagnostisch Ruptur des Ligamentum
fibulotalare
anterius OSG rechts am 19.10.2007
-
Status nach
modifizierter
Brostroem
(2x
Mitek
GII-Anker) rechts und intraoperativer Prüfung Ligamentum
deltoideum
rechts 22.02.2008
-
Status nach
erneuter OSG-Distorsion rechts 12.04.2009 mit trauma
tisiertem lateralem Bandapparat und anteriorem
Kap
selimpin
gement
-
Status nach
OSG-Arthroskopie rechts und Abtragung des Bas
sett-Liga
ments [...] am 14.10.2009
-
Status nach
direkter Kontusion anteriores OSG durch
eine
Getränkeharasse am 05.08.2010
-
Status nach
OSG-Arthroskopie rechts mit lokalem
Débride
ment
und Funktionsprüfung am 12.09.2011
2.
Generalisiertes Schmerzsyndrom der unteren Extremitäten, zu
nehmend auch der oberen Extremitäten unklarer
Aetiologie
Betreffend die Befunde führte
er aus, die weiteren geklagten d
iffusen Beschwer
den mit generalisierten Schmerzen im Bereich beider Füsse, Knien, Hüften und dem Rücken sowie zunehmend auch der oberen Extremität, Zittern des gesamten rechten Beins wie auch Appetitlosigkeit, Schlafstörungen, Weinkrämpfe etc. lies
sen sich damit nicht erklä
ren (S. 13).
Zum Verlauf konstatierte er,
d
ie berichtete Kontusion des anterioren oberen Sprunggelenks durch
eine
Getränkeharasse scheine mit überwiegender Wahr
schein
lichkeit geeignet zu sein, eine kurzfristige Verschlechterung des Vorzustan
des (Status nach zweimaliger OSG-Distorsion mit Läsion des lateralen Bandappa
rates und konsekutiver chirurgischer Versorgung) hervorzurufen. Durch die Kon
tusion vom 5. August 2010 habe es zu einer Schwellung, einem Hämatom und zu Schmerzen im
kontusi
oni
erten
Areal kommen können. Damit sei auch eine Trauma
tisierung der Narbenregion mit inflammatorischer Reaktion möglich. Allerdings könne diese nicht sehr ausgeprägt gewesen sein, da anlässlich der Konsultation vom 10. August 2010 - also fünf Tage nach dem Unfall - Schmerzen anterior und anterolateral, jedoch keine Schwellung, Rötung oder Überwärmung festgestellt worden seien. Ein Hämatom werde nicht erwähnt. Insgesamt sei die aktenanam
nestische Schilderung des dritten Ereignisses (Unfall vom 5. August 2010) nicht geeignet, um eine dauernde Verschlimmerung des Vorzustandes zu begründen (S. 14).
3.2.3
Dr. med.
B._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chiru
rgie, und Dr. med.
C._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
kamen in ihrem MEDAS-Gutachten vom 19. Mai 2017 (Urk. 7/130) zum Schluss, dass keine Diagnosen mit wesentlicher Einschränkung der zumut
baren Arbeits
fähigkeit zu stellen seien. Unter dem Titel «Diagnosen ohne wesent
liche Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit, aber mit Krankheitswert» führten sie Folgendes auf (S. 24):
-
Stabiles rechtes oberes Sprunggelenk mit endgradig leichter Bewegungslimitierung
-
Aktuell keine klinisch relevante depressive Symptomatik
-
Verdacht auf somatoforme Störung (F45 nach ICD-10)
Als Nebenbefunde
hielten
sie Myogelosen im
Sakrum
-Bereich und eine leichte mediane Protrusion der Bandscheibe L3/4 ohne Kompression neuraler Strukturen
fest
(S. 25).
In orthopädischer Hinsicht
führten sie aus
, die subjektiv geklagten Beschwerden liessen sich orthopädisch-traumatologisch nicht erklären und stünden in Wider
spruch zu den weitgehend unauffälligen klinischen und bildgebenden Befunden. Aus orthopädisch traumatologischer Sicht lägen aktuell keine objektivierbaren Unfallfolgen mehr vor, welche die Arbeitsfähigkeit einschränken könnten (S. 24)
.
Aus psychiatrischer Sicht wiesen die Experten darauf hin, es gebe Hinweise darauf, dass die Beschwerdeführerin eine depressive Episode durchgemacht haben könnte. Diese wäre in diesem Fall mittlerweile wieder abgeklungen. Das Ausmass sei aufgrund der Dokumentation nicht näher rekonstruierbar. Selbst anlässlich der Psychotherapie von Sommer 2014 bis Februar 2015 habe das Problem im Zentrum gestanden, wegen des Fusses als Krankenschwester nicht oder einge
schränkt tätig sein zu können.
Es gebe gewisse Hinweise auf die Entwicklung einer somatoformen
Störung. Da jedoch keine einigermassen verlässliche psychiatrische Diagnose habe gestellt werden können, sei eine Aussage zu einer allfälligen Teilursache nicht sinnvoll (S. 24).
In Beantwortung der von der Beschwerdegegnerin gestellten Zusatzfragen führ
ten die Gutachter aus,
als unfallunabhängiger Gesundheitsschaden liege ein
Lum
bovertebralsyndrom
mit
sacralen
Myogelosen bei geringgradiger Bandscheiben-Protrusion L4/5 vor. Aus orthopädisch-traumatologischer Sicht wirk
t
e
n
sich diese nicht auf die Arbeitsfähigkeit aus. Aus orthopädisch-traumatologischer Sicht bestehe aktuell eine volle Arbeitsfähigkeit. Aus psychiatrischer Sich
t
habe keine einigermassen verlässliche Diagnose gestellt werden können. Angesichts der Hin
weise auf eine somatoforme Störung könnten gewisse Leistungseinschränkungen bestehen. Ohne die aktive Mitarbeit der Beschwerdeführerin seien sie nicht näher eingrenzbar. Alternativ gebe es auch die Variante, dass von psychiatrischer Seite keinerlei Einschränkungen best
ünden. Sollten Einschränkungen b
estehen, wür
den sie nach den vorliegenden Informationen in der Grössenordnung zwischen leicht und mittelschwer rangieren
.
Weiter zu berücksichtigen wäre dann der Anteil
,
der gegebenenfalls dem zweiten Unfallereignis zukäme. Auch hierzu wäre im Falle dieser Variante nur eine ungefähre Einschätzung im Sinne einer kleine
ren Teilkausalität möglich (S. 36).
3.2.4
Gemäss dem Bericht von Dr. med.
D._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, vom 20. Juli 2017 (Urk. 7/145/50-51) zeige sich eine linkskonvexe skoliotische Fehleinstellung im Bereich der Lendenwirbelsäule (LWS) mit einem Rotationsgrad 1 nach Nash and Moe. In Seitenansicht imponiere eine deutliche Hyperlordose der LWS. Die Kernspintomographie zeige leichtgradige
spondylar
throtische
Veränderungen, vor allem in den Segmenten L4/5 beidseits und L5/S1 beidseits (S.1). Im Weiteren hielt er fest, grundsätzlich sei es durchaus denkbar, dass die von der Beschwerdeführerin
angegebenen Beschwerden mit der Wirbel
säule in Verbindung stünden. Ein Teil der Beschwerden rühre jedoch sicherlich vom Bereich des rechten oberen Sprunggelenkes her (S. 2).
4.
4.
1
In Bezug auf die Neuanmeldung ist vorab zu bemerken, dass die Beschwerdefüh
rerin
(Urk. 1)
sich
auf eine
starke Beschwerdezunahme
im rechten Sprunggelenk sowie zusätzlich
auf
zunehmende Rückenschmerzen
beruft
und somit aus
schliesslich auf eine anspruchserhebliche Veränderung
des somatischen Gesche
hens
(S. 5 f.)
.
Der Vergleich der neu aufgelegten Arztberichte mit der Aktenlage im Vergleichs
zeitpunkt ergibt in Bezug auf das rechte Sprunggelenk seit der Erstanmeldung der Beschwerdeführerin am 12. Dezember 2009 (Urk. 7/2
) keine neue Diagnose
stellung. Namentlich v
erweisen
sowohl die behandelnden Ärzte als auch die Gut
achter durchgehend und übereinstimmend auf den Status des OSG rechts nach den beiden Unfallereignissen in den Jahren 2007 und 2009 mit der daraus resul
tierenden Behandlung des Bandapparates, den
Status nach
modifiziertem
Bro
stroem
und intraoperativer Prüfung
des
Ligamentum
deltoideum
2009 sowie
die
Abtragung des Bassett-Ligaments 200
9.
Soweit ersichtlich hatte sodann auch das dritte Unfallereignis 2010 keine wesentliche Veränderung des Gesundheitszu
stands der Beschwerdeführerin zur Folge und führte lediglich zu einer
Re-Trau
matisierung, zumal sich im Anschluss
daran
keine massgeblich ve
ränderte Befundlage präsentiert
e
(vgl. Urk. 7/17-19, Urk. 7/21, Urk. 7/24-25) und der Beschwerdeführerin bei Abschluss der postoperativen Verlaufskontrolle wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für abwechselnd sitzend
e
und stehende Tätigkeiten attestiert wurde (E. 3.2.1 hiervor). Darüber hinaus
stellte Dr.
B._
im MEDA
S-Gutachten
weitgehend unauffällige Verhältnisse fest, weshalb – wenn überhaupt – von einer Verbesserung des Gesundheitszustandes hinsichtlich des rechten Sprunggelenks auszugehen wäre.
D
ie neu erhobenen Befunde im Rückenbereich der Beschwerdeführerin
unter
scheiden sich hiervon nicht wesentlich.
Weder die gutachterlich diagnostizierten Myogelosen im
Sakrum
-Bereich sowie die leichte mediane Protrusion der Band
scheibe L3/4 ohne Kompression neuraler Strukturen (E. 3.2.3 hiervor) als auch die von Dr.
D._
festgestellten linkskonvexe skoliotische Fehleinstellung im Bereich der LWS und leichtgradige
n
spondylarthrotische
n
Veränderungen
in den Segmenten L4/5 beidseits und L5/S1 beidseits (E. 3.2.4 hiervor)
lassen auf eine relevante Veränderung schliessen. In klinischer Hinsicht sind unverändert keine sensiblen oder motorischen Ausfälle erstellt, wobei bereits eine Abgrenzung der an dieser Stelle geklagten Beschwerden zu jenen im Bereich des rechten OSG schwierig zu sein scheint (vgl. E. 3.2.4 hiervor).
Bei dieser Aktenlage ist eine wesentliche Veränderung der gesundheitliche
n Ver
hältnisse nicht zu ersehen
.
Die Beschwerdeführerin beruft sich
denn auch
vor
nehmlich auf eine
rein
subjektiv empfundene Schmerz
zunahme, was von vorn
herein keinen Rentenanspruch zu begründen vermag (vgl. BGE 141 V 281 E. 2.1 mit Hinweis).
4.2
Nach dem Gesagten ergibt sich, dass für den Zeitraum zwischen der leistungsab
lehnenden Verfügung 13. Juli 2010 und den angefochtenen Verfügungen vom 19. Dezember 2017
nicht auf eine anhaltende erhebliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes mit Auswirkungen auf die er
werbliche Leistungsfähigkeit der
Beschwerdeführer
in
bzw. auf das Vorliegen eines invalidenversicherungs
rechtlich relevanten Gesundheitsschadens
geschlossen werden kann.
Ebenso wenig
sind
Anhaltspunkte
gegeben
, welche weitere Abklärungen
als
notwendig
erscheinen liessen
.
Der relevante Gesichtspunkt
, ob nunmehr
ein
anspruchserheb
liche
r
Gesundheitsschaden vorliegt,
lässt sich aufgrund der bestehenden Akten
lage verlässlich beurteilen, weshalb in antizipierter Beweiswürdigung keine wei
teren
Abklärungen vorzunehmen sind (vgl.
BGE 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen).
Da
aber
sowohl hinsichtlich des Anspruches auf eine Rente als auch auf
die ver
langten weiteren
berufliche
n
Massnahmen
(Umschulung/
Weiterbildung; Urk. 1)
ein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden vorliegen müsste,
führt dies zu
r
Abweisung der Beschwerde.
5.
5.1
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraussetzungen für die Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung und
Verbeiständung
erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche
Ver
beiständung
not
wendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98
V
115). Die unent
geltliche Rechtsvertretung ist anwaltlichen Vertretern vorbehal
ten.
Grun
dsätzlich obliegt es der gesuch
stellenden Person, ihre Einkommens- und Vermögensverhältnisse umfassend dar
zustellen und soweit wie möglich auch zu belegen (BGE120
Ia
179 E. 3a).
Eine Person, die ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege stellt, hat ihre Ein-kommens- und Vermögensverhältnisse darzulegen und sich zur Sache sowie über ihre Beweismittel zu äussern (§ 28
lit
. a des Gesetzes über das Sozialversiche
rungsgericht in Verbindung mit Art. 119 Abs. 2 Satz 1 der Zivilprozess
ordnung). Im Verfahren betreffend die unentgeltliche Rechtspflege gilt ein durch die umfassende Mitwirkungsobliegenheit eingeschränkter Untersuchungs
grundsatz (vgl. Urteil des Bundesgerichts 4A_274/2016 vom 19. Oktober 2016 E. 2.3).
5.2
Die Beschwerdeführerin ersuchte mit Beschwerde vom
1. Februar 2018 (Urk. 1) um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung sowie einer unentgeltl
ichen Rechtsvertreterin (S. 2). Mit Verfügung vom 7. Februar 2018 (Urk. 4) wurde sie ausdrücklich aufgefordert,
das Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürf
tigkeit vollständig ausgefüllt und unter Bei
lage sämtlicher Belege zur finanziellen Situation (wie Lohnausweise, Bankaus
züge, Mietverträge, Versicherungsverträge, Rechnungen, Quittungen, Steuerer
klärungen, etc.) dem Gericht einzureichen, unter der Androhung, dass bei ungenügender Substantiierung oder fehlenden oder ungenügenden Belegen zur finanziellen Situation davon ausgegangen wird, dass keine prozessuale Bedürf
tigkeit besteht
.
Im auszufüllenden
Formular (Urk.
9
) wurde
sie
unter Ziff. 13
ausdrücklich darauf hingewiesen, dass unvollständige oder unrichtige Angaben sowie fehlende Belege ohne weitere Nachfrage zur Abweisung des Gesuchs führen können
(S.
6).
Das Formular reichte die Beschwerdeführerin
am 19. März 201
8 (Urk. 8 f.
)
aus
gefüllt und unter Beilage diverser Unterlagen (Urk. 10/1-10) ein. Hinsichtlich ihre
r
Eink
ünfte
weist die Beschwerdeführerin – gestützt auf die Abrechnung der Arbeitslosenkasse Zürich vom 21. Dezember 2017 (Urk. 10/1) –
ausschliesslich
Leistungen der Arbeitslosenkasse von Fr. 3'941.65
aus (Urk. 9 S. 3, Urk. 10/1).
Indes
lässt sich aus den vorliegenden Akten ersehen, dass die Beschwerdeführerin im Juni 2014 einen Studiengang an der University
of
Arts
O._
mit dem Titel des Bachelor
of
Arts in
Cordwainers
Accessories
:
Product
Design and Develop
ment (Urk
. 7/69/12-13) erfolgreich abgeschlossen hat
.
Weil
für sie gemäss eigener Aussage (Urk. 7/67) die Möglichkeit bestand,
eine eigene Kollektion (Taschen) zu gestalten, sofern sie über die notwendige A
usrüstung verfügen würde (S. 3),
gewährte
ihr die Beschwerdegegnerin
als Frühinterventionsmassnahme
mit Mit
teilung vom 15. Februar 2016 (Urk. 7/79)
diverse Arbeitsmittel und mit Mittei
lung vom 27. Mai 2016 (Urk. 7/103) einen Ausbildungskurs (Intensivnähkurs für Taschenschnittmuster)
. Ferner gründete die Beschwerdeführerin gegen Ende des Studiums eine eigene GmbH, erhält nach eigenen Angaben Produktionsanfragen aus aller Welt
, wobei ein grosses Interesse an ihren Taschen bestehe
, ist in der Lage, eine Teilzeitangestellt
e
zu beschäftigen
(Urk. 7/80 S. 1, S. 3)
und
über
ihre Homepage
lassen sich online die von ihr gefertigten Produkte einkaufen.
Vor diesem Hintergrund
einer aktiven Geschäftstätigkeit
hätte die Mitwirkungs
pflicht geboten beziehungsweise hätte es der Beschwerdeführerin oblegen, sich über ihren Nebenerwerb zu äussern und die notwendigen Unterlagen über
ein
hiermit
generierte
s
Einkommen beizubringen.
Daraus erhellt, dass dem Gesuch mangels hinreichender Substantiierung der Prozessarmut nicht statt
gegeben wer
den kann. Dies hat umso mehr zu gelten, als die durch ihre
Rechtsbeiständin
fachkundig vertretene Beschwerde
füh
rerin unter Ziff. 13 des beigelegten Formu
lars vom 25. September 2017 (Urk. 9)
aus
drücklich darauf hingewiesen
wurde
, dass unvollständige oder unrichtige Angaben sowie fehlende Belege ohne weitere Nachfrage zur Abweisung des Ge
suchs führen können
(S.
6)
.
5.3
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Ver
sicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrens-aufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt. Vorliegend sind die
Kosten des Verfahrens auf Fr. 7
00.-- festzusetzen und ausgangsgemäss de
r
Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen.