Decision ID: c711fcde-6a6e-43d5-9415-e15d78ba0d1f
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1971 und tätig als Musikpädagogin, meldete sich am 4. September 2014 (Eingangsdatum) bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 6/2). Die
IV-Stelle tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen und holte insbeson
dere das polydisziplinäre Gutachten des Y._ vom 15. August 2016 ein (Urk. 6/85). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 22. September 2016, Urk. 6/88; Einwand vom 13. Oktober 2016, Urk. 6/92; ergänzende
Einwandbegründung
vom 15. November 2016, Urk. 6/96) wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 12. Januar 2017 ab (Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob die Versicherte am 12. Februar 2017 Beschwerde und bean
tragte, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es sei der Sach
verhalt gemäss Art. 43 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vollständig und in angemessener Weise abzuklären. Es seien angemessene Wiedereingliederungsmassnahmen gemäss Art. 8 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) zu leisten (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 16. März 2017 (Urk. 5 unter Beilage ihrer Akten, Urk. 6/1-101) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, worüber die Beschwerdeführerin am 21. März 2017 in Kenntnis gesetzt wurde (Urk. 7).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegan
gen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
In der angefochtenen Verfügung hielt die Beschwerdegegnerin dafür, dass gestützt auf das Gutachten des Y._ kein Gesundheitsschaden vorliege, der die Arbeitsfähigkeit langandauernd und in einem Ausmass einschränke, wel
ches invalidenversicherungsrechtlich relevant sei. Die leichtgradige depres
sive Störung sei rechtsprechungsgemäss kein IV-relevanter Gesundheitsscha
den und die somatischen Beschwerden seien als vorübergehend und behan
delbar zu beurteilen (Urk. 2 und Urk. 5).
Demgegenüber brachte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen vor, dass sie eine komplexe Stoffwechselstörung habe und sie mit den Folgen der Miss
handlungen während des durch die Beschwerdegegnerin angeordneten Gutachtens kämpfe. Es sei durch zahlreiche Berichte der behandelnden Ärzte und Therapeuten belegt, dass sie durch das polydisziplinäre Gutachten erheblich geschädigt worden sei und die Folgen sie an der Ausübung ihres Berufes hinderten. Auch leide sie an einer komplexen endokrinen Dysregulation, was aber bei den Fachrichtungen des Gutachtens nicht berücksichtigt worden sei - ein verifizierbarer Befund sei erst im Dezember 2016 vorgelegen. Auch gestützt auf das polydisziplinäre Gutachten sei ihre Arbeitsfähigkeit um 20 % eingeschränkt, so dass geeignete Wiedereingliederungsmassnahmen hätten geprüft werden müssen, was allerdings nicht geschehen sei. Eine geeignete Massnahme wäre zum Beispiel ein CAS Performance Klassik, wobei aber ihre Gesundheit noch stabiler werden müsste, so dass in der Zwischenzeit eine befristete Teilrente zu diskutieren sei (Urk. 1).
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG).
Erwerbs
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglich
keiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsge
mäss
ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Lei
den
mit Krankheitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Auf
bietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die
Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesge
richts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeits
fähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
2.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
telsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.4
Invalide o
der von einer Invalidität (Art.
8 ATSG) bedroht
e Versicherte haben gemäss Art.
8 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit
(Abs. 1)
:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähig
keit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhal
ten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelne
n Massnahmen erfüllt sind
.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Ausübung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festle
gung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbs
lebens zu
berücksichtigen (Abs.
1
bis
). Nach Massgabe der Art.
13 und 21
IVG
besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglich
keit einer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufg
abenbereich (Abs.
2). Nach Massgabe von Art
.
16 Abs
.
2
lit
.
c
IVG
besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen not
wendig sind oder nicht, um die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu er
halten oder zu verbessern (Abs.
2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen
gemäss Abs. 3 in
me
dizinischen Massnahmen (
lit
. a),
Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die
berufliche Eingliederung (
lit
.
a
bis
),
Massnahmen beruflicher Art (Berufsbera
tung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsverm
ittlung, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in
der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
.
d).
2.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medi
zinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswer
tes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizini
schen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechts
anwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenen
falls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin stellte in der angefochtenen Verfügung vom
12. Januar 2017
(
Urk.
2) im Wesentlichen auf das
polydisziplinäre Gutachten des Y._ vom
15. August 2016 ab
. Darin werden die bis zur Begutachtung der Beschwerdeführerin aktenkundigen medizinischen Berichte zusammen
gefasst (
Urk. 6/85/3
f
f
.), weshalb sie an dieser Stelle nicht noch einmal wie
dergegeben werden. Soweit erforderlich, wird in den nachfolgenden Erwä
gungen aber darauf Bezug genommen.
3.2
Die begutachtenden Ärzte des Y._ diagnostizierten mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, leichte depressive Episode (ICD-10 F33.0), mit deutlich dysphorischem Anteil. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hielten sie folgende fest (Urk. 6/85/13):
-
Narzisstisch und histrionisch akzentuierte Persönlichkeitsstruktur (
ICD-10
Z73.1)
-
Essstörung (Anorexia
nervos
a
, manifest im 18. Lebensjahr) (ICD-10
F50
)
-
Periarthropathia
humeroscapularis
subacuta
rechts mit Beweglich
keitseinschränkung (therapiebedürftig)
-
Diskretes
muskulotendinotisches
Zervikalsyndrom
mit/bei
-
we
i
chteilrheumatischer Komponente mit
Tendoperiostosen
vor allem im Nacken- und Schultergürtelbereich
-
Einmalige Synkope (22. Juli
2015)
-
Anamnestisch Status nach
Halswirbelsäulen(
HWS
)-Trauma am 22. Juli
2015
-
Hirsutismus (E
rstdiagnose 1986); Hypothyreose (Erstdiagnose 1997), substituiert;
Luteal
insuffizienz
, behandelt seit Juni
2014
-
Vitamin-D3-Hypovitaminose, substi
tuiert
-
Retentionsmagen mit leichter peptischer Duodenitis (Gastroskop
ie 22. Mai
2014 und
30. Mai
2014)
-
Leichte
Steat
osis
hepatis (Sonographie 22. Mai 2014, CT 23. Mai
2014, keine weiteren Kontrollen erfolgt)
-
Si
gma
elongatum
(Koloskopie 30. Mai
2014)
-
Atypische Thorax-Beschwerden (im EKG voll
ständiger Rechtsschenkel
block Mai
2014, Echokar
diographie und Ergometrie 9. Januar
2015 normal)
-
Anamnestisch Intoleranz Milcheiweiss, Gluten, Pille
-
Chronische Kopfschmerzen (Erstdiagnose
Mai
2014, MR
N
eurokra
nium
und Hypophyse 2. März 2015 normal) und Migräne, zurzeit selten (Erstdiagnose September
2014)
Sie hätten
die
Beschwerdeführerin
polydisziplinär psychiatrisch, neurolo
gisch, rheumatologisch und internistisch begutachtet. Einzig aus psychiatri
scher Optik
sei
eine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt
worden
. Es
bestehe
aus psychiatrischer Sicht das Bild einer rezidi
vierenden depressiven Störung, allerdings lediglich vom Ausprägungsgrad einer leichten depressiven Episode mit
deutlich dysphorisch geprägtem Anteil. Die Ausprägung der depressiven Symptomatik
sei
allerdings gering, eine Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit resultiere
daraus um etwa 20
%.
Das internistische Gutachten
sei
zur Auffassung
gelangt
, dass keine Hinweise auf eine längerdauernde Arbeitsunfähigkeit auf internisti
schem Fachgebiet bestanden hätten
. Aus rheumatologischer Sicht w
e
rd
e
ebenfalls keine Diag
nose mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit gestellt. Die
Beschwerdeführerin
sei
aus rheumatologischer Sicht für ihre Arbeit als Klavierpädagogin zu 100
%
arbeitsfähig. Wegen der aktuell bestehen
den
Periathropathia
humeros
capularis
rechts könnt
e eine vorübergehende Einschränkung der pianisti
schen Täti
gkeit entstanden sein, diese sei
aber behandelbar und rev
ersibel. Diese Einschränkung sei auf höchstens drei
Monate beschränkt.
Neuro
logi
scherseits
lie
ssen sich ebenfalls keine Diagnosen mit sozialversicherungsme
dizinischer Relevanz für die Arbeitsfähig
keit
b
eschreiben. Zusammenfassend ergebe sich mithin eine Beeinträ
chtigung der Arbeitsfähigkeit um 20
%
, so
wohl in der angestammten Tätigkeit wie auch in Verweistätigkeiten
(Urk. 6/85/14)
.
Die
Beschwerdeführerin
sei
in der Lage, jegliche ihrem Ausbildungs- und Kenntnisstand angepasste Tätigkeit, die auch ihrer körp
erlichen Konstitution entspreche
, zu verrichten. Das Heben und Tragen von Lasten
über 10 kg sei
nicht empfehlenswert, jedenfalls zum jetzigen Zeitpunkt, da eine
behand
lungsbedürftige
Periarthropathia
humeroscapularis
vo
rliege. Diese Ein
schränkung we
rd
e
allerdings als vorübergehend und auf höchstens drei
Monate beschränkt eingeschätzt.
Im Übrigen seien
keine Einschränkungen, auch aus rheumatologischer Sicht, f
estzuhalten. Wechselbelastung we
rd
e
allerdings empfohlen.
Sie sähen
die
Beschwerdeführerin aus polydisziplinärer
Sicht in der Lage,
in der bisherigen und einer angepassten Tätigkeit
sieben Stunden täglich ohne Minderung der Leistungsfähigk
eit einer Tätigkeit nachzugehen.
Die Arbeits
fähigkeit we
rd
e
somit mit 80
%
eingeschätzt. Auch retrospektiv
betrachtet sei
die bisherige
und eine leidensadaptierte
Tätigkeit im Umfang von 80
%
(sie
ben Stunden täglich ohne Minderung der Leistung
sfähigkeit) möglich gewe
sen (Urk. 6/85/15).
4.
4.1
Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass beim Gutachten
des Y._
Ärzte der Fachrichtungen
Psychiatrie, Neurologie, Rheumatologie und Innere Medizin vertreten
waren, womit es sich für die vorliegend zu beant
wortenden Fragen als umfassend erweist. Die Gutachter
des Y._
erstellten ihr Gutachten in
Kenntnis der
Vorakten
(vgl.
6/85/3 ff.),
zu welchen sie auch Stellung nahmen (vgl.
Urk. 6/85/34; Urk. 6/85/43; Urk. 6/85/51; Urk. 6/85/60 f.
). Sie berücksichtigten die geklagten Beschwerden und das
Verhalten der Beschwerdeführerin.
Das Gutachten ist
grundsätzlich
schlüssig und überzeu
gend.
4.2
Die Beschwerdeführerin brachte dagegen vor, dass sie erheblich durch das polydisziplinäre Gutachten geschädigt worden sei und die Folgen sie an der Ausübung ihres Berufes hindern würden, was auch durch zahlreiche Berichte der behandelnden Ärzte und Therapeuten bestätigt werde (Urk. 1 S. 4).
4.2.1
Vorab ist diesbezüglich festzuhalten, dass die begutachtenden Ärzte alles Fachärzte der jeweiligen Disziplin sind und diese Untersuchungen routine
mässig durchführen. Des Weiteren nahmen sie mit Schreiben vom 17. Juni 2016 ausführlich Stellung zu den Vorwürfen der Beschwerdeführerin, worauf verwiesen werden kann (Urk. 6/77).
4.2.2
Auch aus den nach der Begutachtung ergangenen Berichten der behandeln
den Therapeuten und Ärzte kann nicht mit überwiegender Wahrscheinlich
keit eine Verschlechterung bzw. eine anhaltende Traumatisierung durch die Begutachtung erstellt werden:
Frau Z._, Feldenkrais
Practitioner
SFV, hielt in ihrem Bericht vom 7. Oktober 2016 fest, dass sie wunschgemäss bestätige, dass anschliessend an die rheumatologische Begutachtung in der
Feldenkraislektion
vom 9. Juni 2016 Schulterschmerzen rechts begleitet von massiven Bewegungseinschrän
kungen im Vordergrund gestanden hätten, welche sie seither in ihren Lektio
nen beschäftigen würden (Urk. 3/15 und Urk. 6/95/39). Daraus lässt sich aber weder ableiten, dass diese Schulterschmerzen durch die Begutachtung ent
standen sind, noch lässt dies die Annahme einer wesentlichen Verschlechte
rung im Vergleich zum Gutachtenszeitpunkt zu, da bereits der rheumatolo
gische Gutachter Bewegungseinschränkungen und Schmerzen in der rechten Schulter erhob und eine therapiebedürftige
Periarthropathia
humeroscapula
ris
subacuta
rechts diagnostizierte (Urk. 6/85/49 f.).
A._, diplomierter Shiatsu Therapeut, führte in seinem Bericht vom 10. Oktober 2016 aus, dass die Beschwerdeführerin am 2. Juni 2016 die Therapie bei ihm wieder aufgenommen habe, da sie sich - gemäss ihren Angaben - von einem anlässlich der Begutachtung erlittenen Trauma zu erholen versuchte. Es habe auch eine Verbesserung stattgefunden, bis sie am 22. August 2016 wieder in der Musikschule zu arbeiten begonnen habe, was zu einer Verschlechterung geführt habe (Urk. 3/16; Urk. 6/95/38). Dies gibt allerdings lediglich den von der Beschwerdeführerin vorgebrachten Sachver
halt des gemäss ihren Angaben
erlittenen Traumas wieder - objektivierbare Befunde, die dies belegen würden, fehlen.
Auch der Bericht von Dr. med. B._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und
lic
phil. C._, Fachpsychologe für Psy
chotherapie FSP, vom 30. Oktober 2016 lässt nicht auf eine anhaltende Traumatisierung oder Verschlechterung des Gesundheitszustandes durch die Begutachtung schliessen (Urk. 3/17 und Urk. 6/95/27 ff.): Sie hielten fest, dass - wie bereits vor knapp einem Jahr festgestellt (vgl. Urk. 6/95/110 f.) - eine umfassende Erschöpfung vorliege, aus der eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit folge. Sie diagnostizierten - ebenfalls unverändert zu ihrem Bericht vom 10. Dezember 2015 (Urk. 6/95/110 f.) - eine schwere Anpassungsbelastung (ICD-10 F43.2) mit einem mittelgradigen depressiven Zustandsbild (ICD-10 F32.1). Damit beurteilten Dr. B._ und
lic
. phil. C._ den Gesundheitszustand vor und nach der Begutachtung im Wesentli
chen unverändert, so dass nicht von einer anhaltenden Verschlechterung durch die Begutachtung auszugehen ist.
Auch aus den weiteren, nach dem Gutachten erstellten und von der Beschwer
deführerin im Vorbescheid- und Beschwerdeverfahren eingereichten Berichten gehen keine objektivierbaren Befunde, die ein durch die Begut
achtung hervorgerufenes Trauma nachvollziehen lassen würden, hervor (vgl. Urk. 6/95; Urk. 3/22; Urk. 3/23; Urk. 3/24).
Des Weiteren ist auf die bundes
gerichtliche Rechtsprechung hinzuweisen, wonach der Umstand allein, dass behandelnde Fachärzte eine vom eingeholten Gutachten abweichende Mei
nung äussern, nicht Anlass zu weiteren Abklärungen gibt oder das Gutachten in Frage zu s
tellen
vermögen
; anders würde es sich verhalten, wenn die behandelnden Ärzte konkrete, objektiv fassbare Aspekt
e namhaft machen, die den
ärztlichen Experten
entgangen sind oder mit denen sie sich nicht befasst haben
(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
2.
August 2006 U 58/06 E. 2.2) - was vorliegend allerdings nicht der Fall ist.
4.3
Die Beschwerdeführerin wendete des Weiteren ein, dass die endokrine Dysre
gulation nur ungenügend abgeklärt worden sei (Urk. 1 S. 4). Dem ist entge
genzuhalten, dass sich der internistische Gutachter ausführlich mit der von der Beschwerdeführerin vorgebrachten endokrinen Störung auseinander
setzte, die Laborwerte und die aktuelle Behandlung berücksichtigte und klar festhielt, dass - entgegen der Einschätzung der Beschwerdeführerin - im vor
handenen Hirsutismus sowie in den beschriebenen endokrinen Störungen keine Ursache für eine Arbeitsunfähigkeit gesehen werden könne (Urk. 6/85/60).
4.4
Damit erfüllt das Gutachten des Y._ vom 15. August 2016 grundsätzlich
die rechtsprechungsgemäss erforderlichen Kriterien für beweiskräftige ärztli
che Entscheidungsgrundlagen (vgl. E. 2.
5
).
Allerdings hielten die begutachtenden Ärzte und insbesondere der psychiatri
sche Gutachter dafür, dass die rezidivierende depressive Störung, leichte depressive Episode (ICD-10 F33.0) mit deutlich dysphorischem Anteil eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in Höhe von 20 % zur Folge habe.
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist d
ie invalidisierende Wirkung einer mittelschweren depressiven „Störung“ nicht schlechthin auszuschlies
sen.
Deren Annahme bedingt indessen
,
dass eine ko
nsequente Depressions
therapie befolgt wird, deren Scheitern das Leiden als resistent ausweist (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_774/2013 vom
3.
April 2014 E. 4.2 und 9C_454/2013 vom 2
9.
Oktober 2013 E. 4.1).
Die Beschwerdeführerin gab anlässlich der psychiatrischen Begutachtung an, dass sie ihren Delegations
psychotherapeuten seit Herbst 2015 in wöchentlichem Rhythmus konsultiere. Sie nehme 75mcg
Eltroxin
täglich, 300 mg
Adrenal
Cortex
Extract
täglich, Vitamin D3, diverse Vitamine, Mineralstoffe,
Adaptogene
und 100 mg 5-Hydroytryptophan täglich. Aktuell erfolge zusätzlich die Einnahme von Hydrocortison. Als Reservemedikamente seien
Metfin
,
Relpax
und
Liothyro
nin
vorhanden. Antidepressiva nehme sie im Übrigen nicht ein. Sie habe sich mit zwei vorbehandelnden Psychiatern wegen der Verordnung mit Psycho
pharmaka überworfen. Sie vertrage chemisch definierte Antidepressiva nicht (Urk. 6/85/24). Dr. B._ und
lic
. phil. C._ hielten dazu in ihrem Bericht vom 30. Oktober 2016 fest, dass sich ihre Behandlung in erster Linie als stützende psychotherapeutische Begleitung verstehe. Antidepressiva hät
ten bereits in früheren Therapien nicht zu einem positiven Effekt geführt (Urk. 3/17).
Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass die vorliegende rezidivierende depressive Störung, leichte depressive Episode, in
casu
klarerweise nicht als invalidisierend zu qualifizieren ist, da keine mittelgradige sondern lediglich eine leichte depressive Störung vorliegt und auch keine konsequente Thera
pie erfolgte, die das Leiden als resistent ausweisen würde.
4.5
Zusammenfassend ist der Sachverhalt
rechtsgenüglich
abgeklärt und es liegt kein invalidisierender Gesundheitsschaden vor. Die angefochtene Verfügung erweist sich damit als rechtens und die Beschwerde ist vollumfänglich abzu
weisen.
5.
Gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kanto
nalen Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichti
gung des gesetzlichen Rahmens (
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.--) auf
Fr. 600.-- festzusetzen und der
unterliegenden Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen.