Decision ID: d19e073a-f920-5287-b2f7-15b29fd4158a
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 1. September 2012 zum Bezug von Ergänzungsleistungen
(nachfolgend EL) zu seiner AHV-Rente an (act. G 3.2/141). Er gab an, dass er mit seiner
im Jahr 1969 geborenen Ehefrau B._ und seinen drei Kindern (Jahrgänge 19_, 19_,
20_) in einem Haushalt lebe (act. G 3.2/153). Seine Ehefrau habe keine berufliche
Ausbildung und gehe keiner Erwerbstätigkeit nach, da sie Hausfrau sei und die Kinder
betreue (act. G 3.2/144 S. 2). Gemäss der Rentenverfügung vom 13. Juli 2012 erhielt
der Versicherte eine vorgezogene Altersrente, weshalb dessen Kinder keinen Anspruch
auf eine Kinderrente hatten und demnach
nicht in eine allfällige EL-Anspruchsberechnung miteinzubeziehen waren (act. G
3.2/154).
A.b Im Rahmen der erstmaligen leistungszusprechenden Verfügung vom 15. Februar
2013 führte die EL-Durchführungsstelle aus, dass die Ehefrau einer Erwerbstätigkeit
nachgehen könne, da die Kinder des Versicherten keiner wesentlichen Betreuung mehr
bedürften. Arbeitsbemühungen seien dann genügend, wenn Nachweise für monatlich
mindestens acht ordentliche (d.h. fehlerfreie, schriftliche Bewerbungen auf
ausgeschriebene freie Stellen mit Lebenslauf und ohne Negativformulierungen) oder
mindestens 15 Blindbewerbungen eingereicht würden. Da die bisher eingereichten
Arbeitsbemühungen der Ehefrau jedoch ungenügend seien (vgl. act. G 3.2/144 S. 87 f.),
sei ihr ein hypothetisches Erwerbseinkommen in Höhe von jährlich Fr. 43'003.--
anzurechnen. Somit sprach die EL-Durchführungsstelle dem Versicherten rückwirkend
ab dem 1. September 2012 ordentliche EL von Fr. 678.-- und ausserordentliche EL
(nachfolgend AEL) von Fr. 158.-- und ab dem 1. Januar 2013 ordentliche EL von Fr.
688.-- und AEL von Fr. 158.-- zu (act. G 3.2/136 ff., 142). Ab dem 1. März 2013 hatte
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der Versicherte aufgrund einer niedrigeren IPV-Pauschale einen Anspruch auf
ordentliche EL in Höhe von Fr. 676.-- und AEL von Fr. 158.-- (act. G 3.2/129 f.).
A.c Gemäss den eingereichten Arbeitsbemühungen hatte sich die Ehefrau des
Versicherten im September, November und Dezember 2013 je 14 Mal, im Oktober
2013 15 Mal, im Januar 2014 elf Mal und von Februar bis Juni 2014 je zehn Mal
schriftlich blind beworben. Der Versicherte gab an, seine Ehefrau nehme ausserdem
seit dem 23. September 2013 an einem Beschäftigungsprogramm des Sozialamtes der
Gemeinde C._ teil und bemühe sich sehr um Arbeit (act. G 3.2/78, 81, 85, 96, 97, 99,
103, 106, 109, 116, 119). Mit einem Schreiben vom 11. Juli 2014 teilte die EL-
Durchführungsstelle dem Versicherten mit, die Überprüfung der Arbeitsbemühungen
seiner Ehefrau habe ergeben, dass diese ihre Arbeitsbemühungen laufend verbessert
habe und sich zudem in einem Beschäftigungsprogramm befinde. Daher sei ab Mai
2013 auf die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens zu verzichten. Die
Ehefrau habe sich jedoch weiterhin aktiv und gezielt zu bewerben. Erwartet würden
monatlich acht Bewerbungen, von denen sich mindestens drei Bewerbungen auf
ausgeschriebene Stellen zu beziehen hätten. Pro Jahr dürfe derselbe Arbeitgeber nur
einmal angeschrieben werden. Die Nachweise der Arbeitsbemühungen seien nicht
mehr monatlich zuzustellen, sondern aufzubewahren und erst auf Verlangen vorzulegen
(act. G 3.2/74). Am 11. Juli 2014 berechnete die EL-Durchführungsstelle den EL-
Anspruch des Versicherten rückwirkend ab dem 1. Mai 2013 ohne Berücksichtigung
eines hypothetischen Erwerbseinkommens für dessen Ehefrau neu. Somit hatte der
Versicherte ab dem 1. Mai 2013 einen Anspruch auf ordentliche EL von monatlich Fr.
2'888.-- und AEL von Fr. 158.-- und ab dem 1. Januar 2014 ordentliche EL von Fr.
2'912.-- sowie AEL von Fr. 158.-- (act. G 3.2/66 ff., 72).
A.d Am 5. Februar 2015 forderte die EL-Durchführungsstelle den Versicherten auf, die
Arbeitsbemühungen der Ehefrau von August 2014 bis Januar 2015 einzureichen. Dem
kam der Versicherte am 20. Februar 2015 nach, indem er der EL-Durchführungsstelle
Antwortschreiben diverser Firmen auf Blindbewerbungen der Ehefrau von Oktober
2014 bis Februar 2015 zusandte. Zwei dieser Antwortschreiben waren im Oktober
2014, drei im November 2014, sieben im Dezember 2014, acht im Januar 2015 und
eins im Februar 2015 verfasst worden (act. G 3.1/40). Für die Neuberechnung der
Ergänzungsleistungen forderte die EL-Durchführungsstelle am 24. Juni 2015 unter
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anderem die Nachweise der Arbeitsbemühungen der Ehefrau seit Februar 2015 an, die
der Versicherte am 9. Juli 2015 einreichte. Demnach hatte seine Ehefrau sich von
Januar bis Juli 2015 monatlich acht Mal blind auf Stellen beworben; sie hatte die
entsprechenden Bewerbungsschreiben jeweils an einem einzigen Tag verfasst (act. G
3.2/38 f.).
A.e Mit einer Verfügung vom 22. August 2015 rechnete die EL-Durchführungsstelle ab
dem 1. September 2015 neu ein hypothetisches Erwerbseinkommen in Höhe von Fr.
37'572.-- für die Ehefrau des Versicherten an. Sie begründete dies damit, dass die
Ehefrau sich in den überprüften Monaten nur blind und nicht wie vorgeschrieben
mindestens drei Mal monatlich auch auf ausgeschriebene Stellen beworben habe.
Damit hatte der Versicherte ab dem 1. September 2015 einen Anspruch auf ordentliche
EL in Höhe von Fr. 846.-- und AEL von Fr. 158.-- (act. G 3.1/33 f.).
A.f Dagegen erhob der Versicherte am 14. September 2015 eine Einsprache. Er
beantragte u.a. die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Prüfung eines
Stellen-Coachings für seine Ehefrau sowie die Überprüfung der "internen Vorgaben in
Bezug auf die Auflagen bei Stellenbewerbungen". Zur Begründung führte er aus, er
sehe ein, dass die eingereichten Bewerbungen nicht den Vorgaben der EL-
Durchführungsstelle entsprochen hätten. Seine Frau könne jedoch nicht richtig rechnen
und schreiben; sie habe in D._ nur sechs Jahre lang die Schule besucht und dabei
zwei Klassen wiederholen müssen. Ihre letzte Arbeitsstelle habe sie vor 20 Jahren
gehabt. Er frage sich, weshalb ihn die EL-Durchführungsstelle nicht bereits früher
darauf hingewiesen habe, dass die Bewerbungen seiner Ehefrau ungenügend seien.
Seine Ehefrau benötige Hilfe bei der Stellensuche, am besten in Form eines
Stellencoachings. Weiter habe er drei Kinder, von denen sich zwei auf der Suche nach
einer Lehrstelle befänden und eines noch zur Schule gehe. Alle drei würden somit in
allen Lebensbereichen die Hilfe ihrer Eltern benötigen (act. G 3.1/31). Am 7. Oktober
2015 reichte der Versicherte u.a. Stellenangebote des RAV ein, die gute schriftliche
Deutschkenntnisse voraussetzten. Dazu führte er sinngemäss aus, dass seine Ehefrau
sich auf viele Stellen nicht bewerben könne, da sie nicht dem Bewerberprofil
entspreche (act. G 3.1/27).
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A.g Am 23. Oktober 2015 passte die EL-Durchführungsstelle die
Ergänzungsleistungen rückwirkend ab dem 1. September 2014 an. Sie hatte
festgestellt, dass der Versicherte infolge des Erreichens des ordentlichen Rentenalters
seit dem 1. September 2014 eine AHV-Rente bezogen hatte und seine Kinder demnach
seitdem einen Anspruch auf eine AHV-Kinderrente gehabt hatten (vgl. act. G 3.1/43,
act. G 3.2/65). Daher berücksichtigte sie neu die Kinder des Versicherten und somit
auch deren Erwerbs- und Renteneinkommen in der EL-Anspruchsberechnung. Zudem
rechnete sie aufgrund der Tatsache, dass für die Ehefrau ab dem 1. September 2015
ein hypothetisches Erwerbseinkommen berücksichtigt wurde, ab diesem Zeitpunkt
hypothetische Kinder- und Ausbildungszulagen in Höhe von insgesamt jährlich Fr.
5'400.-- an. Der Versicherte hatte somit ab dem 1. September 2015 einen monatlichen
Anspruch auf ordentliche EL von Fr. 898.-- und auf AEL von Fr. 158.-- (act. G 3.1/25).
A.h Am 1. Dezember 2015 reichte der Versicherte auf Anfrage der EL-
Durchführungsstelle die vollständigen Bewerbungsunterlagen seit dem 1. August 2015
ein. Die Ehefrau hatte demnach im August 2015 insgesamt nur acht Blindbewerbungen
getätigt und wieder alle Bewerbungen an einem einzigen Tag verfasst (act. G 3.1/12).
A.i Am 28. Dezember 2015 wies die EL-Durchführungsstelle die Einsprache des
Versicherten ab. Sie begründete dies damit, dass es der nichtinvaliden Ehefrau des
Versicherten zumutbar sei, sich um eine Arbeitsstelle für eine Hilfstätigkeit in einem
Vollzeitpensum zu bewerben. Die Ehefrau habe sich jedoch seit August 2015 nicht im
geforderten Ausmass beworben und auch mit der Art und Weise der getätigten
Bewerbungen keinen echten Arbeitswillen erkennen lassen. Weder das Alter noch die
Tatsache, dass sie keine berufliche Ausbildung habe, stünden der Ehefrau bei der
Suche und Ausführung einer Hilfsarbeit im Weg. Im Übrigen sei es ihr gestützt auf ihre
Selbsteingliederungs- und Schadenminderungspflicht zumutbar, ihre Sprachkenntnisse
zu verbessern. Der Betreuungsaufwand für die drei bereits jugendlichen Kinder sei -
wenn überhaupt vorhanden - sehr gering und könne durch den nichterwerbstätigen
Versicherten ohne weiteres gedeckt werden. Der Ehefrau sei es somit möglich, ein
hypothetisches Einkommen von Fr. 37'572.-- im Jahr zu erzielen. Sie könne als
Küchenhilfe, Reinigungskraft oder aufgrund ihrer Qualifikationen als Mutter von drei
Kindern bezüglich Kinderbetreuung und Haushaltsführung auch als Köchin, Büglerin,
Haushälterin, Tagesmutter, Kinderbetreuerin oder in der chemischen Reinigung tätig
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sein. Für den Verzicht auf die Anrechnung eines hypothetischen Einkommens sei es
nötig, dass sie sich erfolglos über einen längeren Zeitraum immer wieder schriftlich
auch auf ausgeschriebene Stellen bewerbe (mindestens drei Mal monatlich) und die
schriftlichen Absagen samt der Stelleninserate aufbewahre. Auf diese quantitativen und
qualitativen Voraussetzungen für die Bewerbungen seiner Ehefrau sei der Versicherte
bereits mit dem Schreiben vom 11. Juli 2014 hingewiesen worden (act. G 3.1/5).
B.
B.a Gegen diesen Entscheid richtete sich die Beschwerde des Versicherten
(nachfolgend Beschwerdeführer) vom 22. Januar 2016. Mit dieser beantragte der
Beschwerdeführer die Aufhebung des Einspracheentscheids, die Gewährung der
Akteneinsicht sowie die Beratung und Unterstützung seiner Frau bei der Stellensuche.
Zur Begründung hielt er fest, dass seine Ehefrau die Vorgaben der EL-
Durchführungsstelle (nachfolgend Beschwerdegegnerin) erfüllt habe. Sie habe jedoch
nicht jeden Monat drei ausgeschriebene und für sich in Frage kommende Stellen finden
können. Trotzdem habe sie nicht aufgegeben und sich weiterhin um Arbeit bemüht.
Indem die Beschwerdegegnerin nun ein Jahr lang dabei zugesehen habe, wie sich
seine Ehefrau offenbar ungenügend beworben habe, ohne ihn diesbezüglich zu
ermahnen, habe sie selbst gegen die Schadenminderungspflicht verstossen. Weiter
habe sie seinen Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt, indem sie ihm einerseits ein
persönliches Gespräch verweigert sowie angeforderte Unterlagen nicht zugeschickt
und somit die Akteneinsicht verwehrt habe und andererseits nicht auf seine Bitte um
Hilfestellung für seine Ehefrau bei der Arbeitssuche reagiert, sondern lediglich auf das
RAV verwiesen habe. Das Vorgehen der Beschwerdegegnerin sei unverhältnismässig;
er habe ein Gesuch um Sozialhilfe stellen müssen, da es nicht möglich sei, eine
fünfköpfige Familie von monatlich Fr. 3'000.-- zu ernähren (act. G 1).
B.b Am 2. Februar 2016 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der
Beschwerde und verwies zur Begründung auf die Erwägungen im Einspracheentscheid
(act. G 3).

Erwägungen
1.
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1.1 Mit seiner Beschwerde hat der Beschwerdeführer zunächst beantragt, ihm seien
die Unterlagen betreffend die Arbeitsbemühungen seiner Ehefrau auszuhändigen,
damit er diese dem Gericht als Beweismittel vorlegen könne (act. G 1). Die
Beschwerdegegnerin hat dem Gericht am 4. Februar 2016 alle ihr vorliegenden Akten
zugestellt. Das Gericht hat dem Beschwerdeführer am 8. Februar 2016 die Möglichkeit
gegeben, in diese Akten Einsicht zu nehmen. Damit ist der Antrag auf Akteneinsicht
erfüllt worden. In Bezug auf die vom Beschwerdeführer geltend gemachte
Gehörverletzung ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin im Rahmen des
rechtlichen Gehörs gemäss Art. 42 ATSG nicht dazu verpflichtet ist, mit dem
Beschwerdeführer im Verwaltungsverfahren ein persönliches Gespräch zu führen. Zwar
sind der Anspruch auf Äusserung und Mitwirkung an der Sachverhaltsabklärung
Teilgehalte des rechtlichen Gehörs (vgl. UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Auflage,
2015, Rz 21 ff. zu Art. 42), doch ist keine Verletzung derselben zu erkennen, da der
Beschwerdeführer im Verwaltungsverfahren die Möglichkeit gehabt hat, sich schriftlich
zu äussern und den Sachverhalt aus seiner Sicht darzustellen. Diese Möglichkeiten hat
er denn auch genutzt, weswegen keine Verletzung des rechtlichen Gehörs vorliegt.
Weiter hat der Beschwerdeführer gefordert, die Beschwerdegegnerin müsse seine
Ehefrau bei der Stellensuche beraten und unterstützen. Da dies jedoch nicht die
Aufgabe der EL-Durchführungsstelle, sondern des RAV und allenfalls der IV-Stelle ist,
handelt es sich nicht um einen Streitgegenstand dieses Verfahrens, weshalb nicht
weiter darauf einzugehen ist.
1.2 Mit seiner Einsprache vom 14. September 2015 hatte der Beschwerdeführer die
Verfügung vom 22. August 2015 angefochten (act. G 3.1/31). Mit dieser Verfügung
hatte die Beschwerdegegnerin die Ergänzungsleistungen des Beschwerdeführers per
1. September 2015 an den Umstand angepasst, dass die Ehefrau des
Beschwerdeführers sich ungenügend um Arbeit bemüht hatte und demnach nicht mehr
hatte nachweisen können, dass sie unverschuldet arbeitslos gewesen war. Indem sich
die unverschuldete Arbeitslosigkeit der Ehefrau in eine selbstverschuldete verwandelt
hat, hat sich der massgebliche Sachverhalt seit der letzten Überprüfung der
Arbeitsbemühungen im Sommer 2014 erheblich verändert (vgl. act. G 3.2/74, 77). Bei
der Verfügung vom 22. August 2015 hat es sich deshalb um eine Revisionsverfügung
gemäss Art. 17 Abs. 2 ATSG gehandelt, mit der die Ergänzungsleistungen des
Beschwerdeführers per 1. September 2015 herabgesetzt worden sind. Der
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Anfechtungsgegenstand der Einsprache des Beschwerdeführers ist demnach die
Verfügung vom 22. August 2015, während der Streitgegenstand in der Anrechnung des
hypothetischen Erwerbseinkommens für die Ehefrau bzw. dessen Auswirkung (nämlich
dass die EL monatlich um insgesamt Fr. 1'823.-- herabgesetzt worden sind) besteht.
Während des laufenden Einspracheverfahrens hat die Beschwerdegegnerin festgestellt,
dass der Beschwerdeführer infolge des Erreichens des ordentlichen Rentenalters
bereits seit dem 1. September 2014 eine reguläre AHV-Rente bezogen und demnach
für seine Kinder einen Anspruch auf Kinderrenten begründet hatte (act. G 3.1/43, act. G
3.2/65). Daher hat sie am 23. Oktober 2015 eine Revisionsverfügung erlassen, mit der
sie die Ergänzungsleistungen diesem Umstand rückwirkend angepasst hat (act. G
3.1/24). Diese Verfügung hat zwei Wirkungszeitpunkte gehabt: Ab dem 1. September
2014 hat die Beschwerdegegnerin die Einnahmen und Ausgaben der Kinder des
Beschwerdeführers überhaupt das erste Mal in der Anspruchsberechnung
berücksichtigt und ab dem 1. September 2015 hat die Beschwerdegegnerin
hypothetische Kinder- und Familienzulagen angerechnet (act. G 3.1/14, 19). Der 2.
Wirkungszeitpunkt dieser neuen Revisionsverfügung vom 23. Oktober 2015
überschneidet sich demnach mit jenem der angefochtenen Revisionsverfügung vom
22. August 2015. Dabei basieren das ab dem 1. September 2015 angerechnete
hypothetische Erwerbseinkommen der Ehefrau einerseits und die ebenfalls ab diesem
Zeitpunkt berücksichtigten hypothetischen Kinder- und Familienzulagen andererseits
zwar teilweise auf demselben - fiktiven - Sachverhalt, doch besteht zwischen diesen
beiden Anpassungen kein direkter Zusammenhang, denn bei den hypothetischen
Kinder- und Familienzulagen handelt es sich um eine eigenständige Einnahmenposition
(Art. 11 Abs. 1 lit. d des Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur Alters-,
Hinterlassenen- und Invalidenversicherung [SR 831.30; ELG]), während die Anrechnung
des hypothetischen Erwerbseinkommens auf der Tatsache beruht, dass keine
unverschuldete Arbeitslosigkeit hat nachgewiesen werden können (Art. 11 Abs. 1 lit. a
ELG). Der Umstand allein, dass die Anrechnung eines hypothetischen
Erwerbseinkommens indirekt die Anrechnung von Familien- und Ausbildungszulagen
zur Folge hat, kann daher für die Annahme eines einheitlichen Streitgegenstandes nicht
genügen. Streitgegenstand des Beschwerdeverfahrens ist demnach einzig die mit der
angefochtenen Verfügung vom 22. August 2015 vorgenommene Anrechnung eines
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hypothetischen Erwerbseinkommens für die Ehefrau des Beschwerdeführers per 1.
September 2015.
2.
2.1 Die jährliche Ergänzungsleistung entspricht dem Betrag, um den die anerkannten
Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen. Ehepaare bilden bei der
Anspruchsberechnung eine wirtschaftliche Einheit, sodass ihre Ausgaben und
Einnahmen zusammengerechnet werden (Art. 9 Abs. 1 und 2 ELG). Laut der EL-
spezifischen Schadensminderungspflicht muss ein EL-Ansprecher oder eine in die
Anspruchsberechtigung einbezogene Person ihren Existenzbedarf soweit möglich und
zumutbar aus eigener Kraft finanzieren, weswegen Ergänzungsleistungsbezüger und
ihre Ehegatten gleichermassen verpflichtet sind, ihren Beitrag an den Unterhalt der
Ehegemeinschaft zu leisten. Kommt eine Person dieser Pflicht nicht oder nur
unzureichend nach, indem sie beispielsweise keiner Erwerbstätigkeit nachgeht, obwohl
ihr dies möglich und zumutbar wäre, oder arbeitet sie ohne zwingenden Grund zu
einem zu tiefen Lohn oder unentgeltlich, sieht Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG die Anrechnung
fingierter Erwerbseinkünfte – in der Praxis als hypothetisches Erwerbseinkommen
bezeichnet – als Reaktion darauf vor. Für die Beantwortung der Frage, wie hoch das
zumutbarerweise erzielbare hypothetische Erwerbseinkommen ist, sind sämtliche
Umstände des konkreten Einzelfalls zu berücksichtigen. Namentlich ist allfälligen
Gesundheitsbeeinträchtigungen, der beruflichen Ausbildung, der bisherigen
Berufskarriere, den Verhältnissen auf dem konkreten, tatsächlichen Arbeitsmarkt und
allfälligen Hinderungsgründen wie den Betreuungspflichten gegenüber minderjährigen
Kindern Rechnung zu tragen (vgl. RALPH JÖHL, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, in:
Schweizerisches Sozialversicherungsrecht, Band XIV Soziale Sicherheit, 3. Aufl. 2016,
Rz 125 f.).
2.2 Im Rahmen der am 5. Februar 2015 eingeleiteten Überprüfung der
Arbeitsbemühungen der Ehefrau ist die Beschwerdegegnerin aufgrund der durch den
Beschwerdeführer eingereichten Akten zum Schluss gekommen, dass die
unverschuldete Arbeitslosigkeit der Ehefrau nicht mehr habe bewiesen werden können
(act. G 3.1/34, 38, 40, 44). Aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung wird davon
ausgegangen, dass ein EL-Bezüger oder eine in die Anspruchsberechnung
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einbezogene Person, die sich in einem Monat qualitativ und/oder quantitativ
ungenügend beworben hat, im darauffolgenden Monat eine geeignete Arbeitsstelle
hätte antreten und einen entsprechendes Erwerbseinkommen hätte erzielen können,
wenn sie sich genügend beworben hätte. Daher ist vorab festzuhalten, dass lediglich
die Arbeitsbemühungen der Ehefrau bis August 2015 und nicht auch die im September,
Oktober und November 2015 für die Entscheidung, ob ihr ab dem 1. September 2015
ein hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet kann oder nicht, relevant sein
können (vgl. hierzu JÖHL, a.a.O., Rz 132). Für die Monate August und September 2014
liegen keine Hinweise vor, die auf Arbeitsbemühungen der Ehefrau schliessen liessen.
Hingegen hat der Beschwerdeführer insgesamt 21 Absageschreiben von Oktober,
November und Dezember 2014 sowie Januar 2015 eingereicht, wovon eines auf eine
ordentliche Bewerbung der Ehefrau erfolgt ist und alle anderen offenbar auf schriftliche
Blindbewerbungen (act. G 3.1/40). Von Januar bis August 2015 hat sich die Ehefrau
des Beschwerdeführers gemäss ihren eigenen Angaben in den monatlichen
Auflistungen der Arbeitsbemühungen und den eingereichten Bewerbungsschreiben je
acht Mal blind beworben; entsprechende Absageschreiben liegen teilweise vor (act. G
3.1/12, 38). Dabei hat die Ehefrau ihre Bewerbungen mit demselben Mustertext und
jeweils an einem Tag im Monat verfasst und sich auch mehrfach bei denselben Firmen
beworben (vgl. beispielsweise act. G 3.1/38 S. 6 und S. 48, S. 8 und S. 28 sowie act. G
3.1/12 S. 39 und act. G 3.1/38 S. 22). Die Beschwerdegegnerin hatte den
Beschwerdeführer am 11. Juli 2014 darauf aufmerksam gemacht, dass monatlich acht
Bewerbungen erwartet würden, wobei mindestens drei Bewerbungen auf
ausgeschriebene Stellen zu tätigen seien. Dabei sei ein Arbeitsweg von 1,5h pro Weg
zumutbar und es dürfe pro Jahr derselbe Arbeitgeber nur einmal angeschrieben
werden (act. G 3.2/74). Der Beschwerdeführer hat somit die Vorgaben der
Beschwerdegegnerin gekannt. Trotzdem hat seine Ehefrau über Monate hinweg
Blindbewerbungen getätigt und sich seit der letzten Überprüfung offenbar lediglich auf
insgesamt zwei ausgeschriebene Stellen beworben. Die Bewerbungsschreiben vom
April 2015 scheinen sich zwar der Formulierung nach auf ausgeschriebene Stellen zu
beziehen ("Gerne würde ich die von Ihnen ausgeschriebene Stelle als Raumpflegerin
besetzen"), doch geht aus den entsprechenden Antwortschreiben hervor, dass keine
offenen Stellen vorhanden gewesen sind (vgl. act. G 3.1/38 S. 50 ff. und S. 73 ff.).
Schliesslich dürfte es an der Ernsthaftigkeit bei der Stellensuche gefehlt haben, weil die
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Ehefrau des Beschwerdeführers jeweils ausschliesslich an einem Tag pro
Kalendermonat acht absolut identische Blindbewerbungen wahllos an verschiedene
Firmen verschickt und in der restlichen Zeit keine Arbeitsbemühungen getätigt hat. Die
Stellensuche der Ehefrau ist somit in jeder Hinsicht ungenügend gewesen. Der
Beschwerdeführer hat dies zumindest in Bezug auf die Qualität der Bewerbungen auch
in seiner Beschwerde eingestanden, jedoch entgegnet, dass in der Vergangenheit
keine drei Stellen monatlich ausgeschrieben gewesen seien, auf die sich seine Ehefrau
hätte bewerben können (act. G 1). Grund für die Schwierigkeiten beim Finden
passender ausgeschriebener Stellen sei insbesondere, dass seine Ehefrau nicht über
schriftliche Deutschkenntnisse verfüge, solche jedoch stets vorausgesetzt würden (act.
G 3.1/28). Die Ehefrau des Beschwerdeführers hat keine Ausbildung genossen (act. G
3.2/99), weshalb für sie nur Hilfstätigkeiten in Frage kommen. In der für die Ehefrau des
Beschwerdeführers erreichbaren Umgebung werden nach der allgemeinen
Lebenserfahrung monatlich zahlreiche Hilfsarbeiterstellen, z.B. auch als
Reinigungskraft, Küchenhilfe oder Produktionsmitarbeiterin zum Verpacken von Ware,
ausgeschrieben. Da sich die Ehefrau jedoch offenbar nur an einem Tag im Monat mit
ihrer Stellensuche befasst zu haben scheint (vgl. z.B. act. G 3.1/38), ist es
nachvollziehbar, dass das Stellenangebot an diesem Tag jeweils sehr beschränkt
gewesen ist. Allerdings werden täglich neue Inserate aufgeschaltet, weshalb es für eine
erfolgreiche Stellensuche unabdingbar ist, sich kontinuierlich um Arbeit zu bemühen
und dabei immer wieder das vorhandene Stellenangebot zu prüfen. Der
Beschwerdeführer hat zu Recht darauf hingewiesen, dass in diversen für die Ehefrau
grundsätzlich in Frage kommenden Stellenausschreibungen schriftliche
Deutschkenntnisse von den Bewerbern erwartet würden. Allerdings kann mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass eine
Reinigungskraft, eine Hilfskraft, die Gemüse sortiert, rüstet und verpackt, oder eine
Produktionsmitarbeiterin, die Waren verpackt, nicht über schriftliche
Deutschkenntnisse verfügen muss. Solche Hilfsarbeiter müssen zwar
erfahrungsgemäss kleinere Texte resp. Bezeichnungen (die sich zudem immer
wiederholen) lesen und verstehen, jedoch äusserst selten und bei sehr niedrigen
qualitativen Anforderungen schreiben. Bescheidene schriftliche Deutschkenntnisse
sind demnach zumeist vollkommen ausreichend, zumal das nötige Vokabular immer
dasselbe ist und es der Ehefrau im Rahmen der ihr obliegenden
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Schadenminderungspflicht durchaus zumutbar ist, sich dieses anzueignen. Somit ist
nicht nachvollziehbar, dass die Ehefrau nicht drei passende, ausgeschriebene Stellen
pro Monat gefunden haben will, auf die sie sich hätte bewerben können. Die
Arbeitsbemühungen der Ehefrau sind deshalb in der überprüften und
entscheidrelevanten Zeitspanne tatsächlich ungenügend gewesen, sodass die
Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens ab September 2015
gerechtfertigt gewesen ist.
2.2.1 Bei der Festlegung der Höhe des hypothetischen Erwerbseinkommens der
Ehefrau von Fr. 37'572.-- (act. G 3.1/15, 24, 32 ff.) hat sich die Beschwerdegegnerin an
der Lohnstrukturerhebung 2012 des Bundesamtes für Statistik (nachfolgend LSE 2012)
orientiert. Nach eigenen Angaben ist sie unter Berücksichtigung der Tabelle A1, der
Wirtschaftszweige 55-56 und 96 sowie der Tatsache, dass es sich im konkreten Fall
um eine Frau ohne Kaderfunktion gehandelt habe, auf einen Jahreslohn von Fr.
47'149.20.-- gekommen. Abzüglich der Sozialversicherungsleistungen (- 6,25% = Fr.
44'202.37) sowie eines Abzugs für das Alter (- 15%) hat sich das hypothetische
Erwerbseinkommen von Fr. 37'572.01 ergeben (act. G 3.1/36). Anhand der errechneten
Beträge ist davon auszugehen, dass die Beschwerdegegnerin sich - entgegen ihrer
eigenen Angaben - effektiv an der Tabelle TA1_b orientiert hat. Da es sich bei der
Ehefrau jedoch um eine Hilfsarbeiterin handelt, ist die Tabelle TA1 (Kompetenzniveau 1,
Frauen) massgebend (vgl. T1, S. 12 und TA1, S. 35 in der LSE 2012). Dabei darf nicht
ausser Acht gelassen werden, dass diese Tabelle zwar die gesamtschweizerischen
Durchschnittslöhne der betreffenden Wirtschaftszweige aufzeigt, regionale
Begebenheiten hingegen nicht widerspiegelt. Im Allgemeinen ist das Lohnniveau in der
Grossregion Ostschweiz um rund 10% tiefer als das gesamtschweizerische
Lohnniveau gewesen (vgl. LSE 2012, K1: [5'600 + {6'099 – 5'600} ÷ 2] ÷ 6'439 = 0,908).
Wenn bereits diese unabhängig von den einzelnen Faktoren wie Wirtschaftszweig oder
Funktion ermittelten Zentralwerte derart voneinander abweichen, ist mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass eine solche Abweichung auch in Bezug
auf die Wirtschaftszweige 55-56 und 96 im privaten Sektor bei Frauen mit
Kompetenzniveau 1 vorhanden ist. Da für die Ermittlung des hypothetischen
Erwerbseinkommens abgeklärt werden muss, welcher Verdienst tatsächlich hätte
erzielt werden können, muss demnach auf den entsprechenden Zentralwert in der
Grossregion Ostschweiz abgestellt werden (vgl. Ergänzungsleistungen zur AHV/IV,
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ERWIN CARIGIET/ UWE KOCH, 2. Auflage 2009, S. 159). Zudem ist in den für die
Ehefrau in Frage kommenden Wirtschaftszweigen eine Arbeitswoche von 42h
branchenüblich (vgl. PHILIPP MÜLHAUSER, Das Lohnbuch, Zürich 2012, S. 311, 316,
590). Sie hätte somit im Sektor 55-56 monatlich Fr. 3'501.90 bzw. in Sektor 96 Fr.
3'449.35 verdienen können (Fr. 3'665.-- bzw. Fr. 3'610.-- / 40 x 42 = Fr. 3'848.25 bzw.
Fr. 3'790.50 - 9%). Da es überwiegend wahrscheinlich ist, dass die Ehefrau zumindest
den geringeren Lohn von Fr. 3'449.35 hätte verdienen können, ist auf diesen
Zentralwert abzustellen. Davon sind die Sozialversicherungsbeiträge abzuziehen. Die
Beschwerdegegnerin hat diesbezüglich mit hypothetischen
Sozialversicherungsbeiträgen von 6,25% gerechnet, die jedoch nur die Beiträge an die
AHV/IV/EO und an die Arbeitslosenversicherung beinhalten. Somit hat sie es
unterlassen, auch hypothetische Prämien für die obligatorische
Nichtberufsunfallversicherung (nachfolgend NBUV) und für die berufliche Vorsorge zu
berücksichtigen. Die Prozentsätze der NBUV-Beiträge und jener für die berufliche
Vorsorge sind einzelfallabhängig, weswegen praxisgemäss auf hypothetische
Sozialversicherungsbeiträge von insgesamt 9% abzustellen ist (vgl. zum Ganzen: Urteil
des Versicherungsgerichts St. Gallen vom 26. April 2016, EL 2014/46, E 4.8). Das
monatliche hypothetische Erwerbseinkommen beträgt somit unter Berücksichtigung
der entsprechenden Durchschnittslöhne von Hilfsarbeiterinnen in der Grossregion
Ostschweiz gemäss der LSE 2012, eines Abzugs in Höhe von 9% für
Sozialversicherungsbeiträge (Fr. 3'138.90) sowie eines Tabellenlohnabzugs von 5%
aufgrund des fortgeschrittenen Alters der Ehefrau (vgl. EL 2014/53, E.2.3; Fr. 3'449.35 -
9% = Fr. 3'138.90 - 5%) Fr. 2'981.95. Ihr ist somit ein jährliches hypothetisches
Erwerbseinkommen in Höhe von Fr. 35'784.-- anzurechnen (Fr. 2'981.95 x 12).
2.2.2 Um ein hypothetisches Erwerbseinkommen in Höhe des in E. 2.2.1. ermittelten
zu erreichen, müsste die Ehefrau vollzeitlich erwerbstätig sein. Die Ehefrau hat sich
gemäss eigenen Angaben stets auf Vollzeitstellen beworben (vgl. z.B. act. G 3.1/38).
Der Beschwerdeführer hat aber geltend gemacht, ein so hohes Pensum lasse sich
nicht mit den Aufgaben der Ehefrau als Mutter und Hausfrau vereinbaren. Die drei noch
zuhause lebenden Kinder seien auf Lehrstellensuche bzw. besuchten noch die Schule
und benötigten somit in allen Bereichen Unterstützung (act. G 3.1/31). Die Kinder des
Beschwerdeführers sind zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses am 22. August 2015
_, _ und _ Jahre alt gewesen. In diesem Alter sind Kinder erfahrungsgemäss schon
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/15
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St.Galler Gerichte
sehr selbstständig und benötigen kaum mehr Betreuung durch die Eltern. Hinzu
kommt, dass der Beschwerdeführer nicht erwerbstätig ist und daher durchaus in der
Lage ist, sich im Rahmen der Schadenminderungspflicht um die Bedürfnisse seiner
Kinder und um die Haushaltsführung zu kümmern, während seine Ehefrau arbeitet.
Folglich kann der Ehefrau zugemutet werden, eine Vollzeitstelle anzunehmen.
3.
3.1 Da die Verfügung vom 23. Oktober 2015 betreffend den Einbezug der Kinder des
Beschwerdeführers in die EL-Anspruchsberechnung und die Anrechnung der
hypothetischen Kinder- und Ausbildungszulagen rechtskräftig ist, können die
entsprechenden Einnahmen und Ausgaben berücksichtigt werden. Zusammenfassend
ist der Ehefrau ab dem 1. September 2015 ein hypothetisches Erwerbseinkommen in
Höhe von Fr. 35'784.-- anzurechnen. Damit ergibt sich zusammen mit dem
Erwerbseinkommen des Sohnes E._ ein anrechenbares Einkommen von Fr. 44'034.--
(Fr. 9'750.-- + Fr. 35'784.-- - Fr. 1'500.--), wovon 2/3, also Fr. 29'356.-- als Einnahme
angerechnet werden. Bei ansonsten gleichbleibenden Berechnungsposten ergeben
sich Einnahmen von Fr. 68'360.-- und Ausgaben von Fr. 76'767.--. Bei der
Gegenüberstellung der Einnahmen und Ausgaben resultiert eine Differenz von Fr.
8'407.--. Da dieser Betrag die Prämienpauschale Krankenversicherung und somit den
Mindestanspruch des Beschwerdeführers auf Ergänzungsleistungen auch mit dem
niedrigeren hypothetischen Erwerbseinkommen nicht übersteigt, hat dieser ab dem 1.
September 2015 weiterhin einen Anspruch auf monatliche Ergänzungsleistungen von
insgesamt Fr. 1'056.-- (IPV-Pauschale: Fr. 898.--, AEL: Fr. 158.--). Im Ergebnis erweist
sich der angefochtene Einspracheentscheid daher als rechtmässig.
3.2 Die Beschwerde ist abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit.
a ATSG).