Decision ID: fb9cacfe-d625-474a-a026-e62ec4f3d19a
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1995, schloss im
August
2014 eine Lehre als Sani
tärinstallateur
mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (
EFZ
)
ab (Urk. 8/4/2). Im Jahr 2016 absolvierte er erfolgreich die Diplomprüfung der Handelsschule
Y._
(Urk. 8/4/1).
Nach Abschluss
der Lehre arbeitete er von 2015 bis
2016 als Sanitärinstallateur (Urk. 8/13).
Parallel dazu und anschliessend
ging er zwei verschiedene
n Tätigkeiten
jeweils
in Teilzeit
na
ch:
Vom 27. September 2017 bis 30. November 2018 arbeitete er bei der
Z._
als Elektromonteur (Urk. 8/16/1).
V
om 1. März 2014 bis 31. März 2019
arbeitete er
zudem
in einem Pensum von 50
%
bei der
A._
a
ls
Sach
bearbeiter
/
Aussendienstmitarbeiter
(
Urk. 8/5/6, Urk. 8/25/3
)
im
Reisebüro
seines
Vaters
(Urk. 8/25/1
f.
, Urk. 8/18/27
).
Am
2
7.
Februar
2019 meldete
er
sich unter Hinweis auf einen Bandscheibenvorfall bei der Invalidenversicherung zum Leis
tungsbezug an (Urk. 8/5
-6
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
führte am
3.
April 2019 mit dem Versicherten ein Standortbe
stim
mungsgespräch durch (
Urk.
8/14),
zog
wiederholt
Akten der Krankentaggeld
ver
si
cherung
en
bei (Urk
. 8/8, Urk. 8/12, Urk. 8/17-18) und
klärte die medizinische (Urk. 8/24, Urk. 8/29) und erwerbliche Situation (Urk. 8/13,
Urk. 8/16, Urk. 8/25
)
ab
.
Mit Vorbescheid vom
1. Juli 2019
kündigte die
IV-Stelle dem Versicherten
die Abweisung des Leistungsbegehrens betreffend
berufliche Eingliederungs
mass
nahmen
an
(Urk. 8/32). Dagegen erhob der Versicherte am 31. Juli 2019, ergänzt am 3. September 2019
,
Einwand und beantragte
die
Zusprechung
von Mass
nah
men beruflicher Art
in Form einer
vollständigen
Umschulung
zum technischen Kaufmann
(Urk. 8/33/1-2, Urk. 8/37
/1
).
Am
25. September 2019
verfügte
die IV-Stelle
im angekündigten Sinne
(Urk. 8/38 = Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 24. Oktober 2019 Beschwerde und beantragte, die Verfügung vom 25. September 2019 (Urk. 2) sei aufzuheben und ihm
seien
die gesetzlichen Leistungen, insbesondere Massnahmen beruflich
er Art in Form einer Umschulung,
zu gewähren. Eventualiter sei die Sache zur weiteren Abklä
rung an die
Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen (Urk. 1 S. 2).
Die IV-Stelle ersuchte mit Beschwerdeantwort vom 29. November 2019 (Urk. 7) um Abweisung der Beschwerde
, was
dem Beschwerdeführer am 2. Dezember 2019 zur Kenntnis gebracht
wurde
(Urk. 9).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG)
bedrohte Versicherte haben gemäss Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
wieder herzustellen
, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen
für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 in medizinischen Mass
nahmen (lit. a), Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung (lit.
a
bis
), Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe; lit. b) und in der Abgabe von Hilfsmitteln (lit. d).
1.2
Gemäss
Art.
17 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann (
Abs.
1). Als Umschulung gelten gemäss
Art.
6
Abs.
1
der Verord
nung über die Invalidenversicherung (IVV)
Ausbildungsmassnahmen, die Versi
cherte nach Abschluss einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder nach Auf
nahme einer Erwerbstätigkeit ohne vorgängige berufliche Ausbildung wegen ihrer Invalidität zur Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit benötigen.
1.3
Nach der Rechtsprechung ist unter Umschulung grundsätzlich die Summe der Eingliederungsmassnahmen berufsbildender Art zu verstehen, die notwendig und geeignet sind, der vor Eintritt der Invalidität bereits erwerbstätig gewesenen ver
sicherten Person eine
ihrer früheren annähernd gleichwertige Erwerbsmöglichkeit
zu vermitteln. Dabei bezieht sich der Begriff der «annähernden Gleichwertigkeit» nicht in erster Linie auf das Ausbildungsniveau als solches, sondern auf die nach erfolgter Eingliederung zu erwartende Verdienstmöglichkeit. In der Regel besteht nur ein Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebenen Umständen bestmöglichen Vorkehren. Denn das Gesetz will die Eingliederung lediglich so weit sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber auch genügend ist (BGE 130 V 488 E. 4.2 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_163/2008 vom 8. August 2008 E. 2.2).
Schliesslich setzt der Anspruch auf Umschulung voraus, dass die versicherte Person wegen der Art und Schwere des Gesundheitsschadens im bisher ausgeübten und in den für sie ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offen stehenden zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit
dauernde Erwerbseinbusse von etwa 20
%
erleidet, wobei es sich um einen blossen
Richtwert handelt (BGE 130 V 488 E. 4.2, 124 V 108 E. 2a und b mit Hinweisen auf u.a. AHI 1997 S. 80 E. 1b; ZAK 1984 S. 91 oben, 1966 S. 439 E. 3).
Hievon
kann namentlich bei jungen Versicherten mit entsprechend langer verbleibender Aktivitätsdauer abgewichen werden, wenn es sich bei den ohne Umschulung zumutbaren angepassten Tätigkeiten um unqualifizierte Hilfsarbeiten handelt, die im Vergleich zur erlernten Tätigkeit qualitativ nicht als annähernd gleichwertig bezeichnet werden können (
Urteil des Bundesgerichts 8C_808/2017
vom 1
1.
Januar
2018 E. 3).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der angefochtenen Verfügung vom 25. September 2019 (Urk. 2) auf den Standpunkt, der Beschwerdeführer
habe
von 2014 bis 2019 für das Reisebüro
der
A._
Pilgerreisen organisiert und es könne davon ausgegangen werden, dass es sich dabei um eine
Tätigkeit im
Büro
bereich
gehandelt habe
.
Ihm sei aus strukturellen Gründen gekündigt worden, weshalb nicht nachvollziehbar sei, dass er seine Tätigkeit aufgrund der Rückenproblematik aufgegeben habe.
Zudem sei er seit 2017 bei der
Z._
als Hilfs-Elektromonteur tätig gewesen. Eine langandauernde Arbeitsunfähigkeit aufgrund seiner Rückenprob
le
matik sei erstmals im Juli 2018 eingetreten.
Daher würden die zuletzt ausge
übten Tätigkeiten als Vergleichsbasis für den Umschulungsanspruch berück
sich
tigt und nicht die ursprünglich gelernte Tätigkeit als Sanitärinstallateur. Zudem sei ihm eine angepasste Tätigkeit in einem 100 %-Pensum zumutbar
. Sein bereits abgeschlossenes Handelsdiplom, seine abgeschlossene Berufsausbildung sowie
seine Berufserfahrung würden es ihm ermöglichen, eine angemessene Tätigkeit im
ersten Arbeitsmarkt zu finden
. Daher bestehe kein Anspruch auf berufliche Mass
nahmen
(S. 2)
.
2.2
Demgegenüber brachte der Beschwerdeführer vor (Urk. 1), er leide an einem
lum
bospondylogenen
Schmerzsyndrom bei paramedianer
Diskusprotrusion
rechts L5/S1
mit beginnender Kompression der S1-Wurzel rechts.
Er könne
daher
seiner angestammten Tätigkeit als
gelernter
Sanitärinstallateur
EFZ
nicht mehr nach
gehen.
Die Rückenprobleme seien bereits in dieser Tätigkeit
– und damit vor Juli 2018 –
aufgetreten
, weswegen er sich
schon damals
in ärztliche Behandlung begeben
habe
.
Aus diesem Grund
habe
er das Handelsdiplom absolviert und
sich
eine leichtere Tätigkeit als (Hilfs-) Elektromonteur gesucht. Längerfristig sei aller
dings auch diese
Hilfsarbeitertätigkeit
ungeeignet.
Die Handels
schulaus
bil
dung sei mit einer EFZ-Ausbildung nicht vergleichbar (S. 4 f.). Weiter habe er bei der
A._
keine eigentliche Bürotätigkeit ausge
übt, vielmehr sei er im Aussendienst tätig gewesen.
Er sei sowohl in seiner Tätig
keit als Hilfs
-E
lektromonteur sowie in jener bei der
A._
arbeitsunfähig geworden.
Er habe insgesamt den Versuch unter
nommen, sich selbst einzugliedern, womit er seiner Schadenminderungspflicht nachgekommen sei.
Vergleichsbasis für den Umschulungsanspruch seien die Ver
dienstmöglichkeiten als Sanitärinstallateur.
Werde dieses Einkommen verglichen
mit den Einkommen als Hilfselektromonteur und bei der
A._
ergebe sich eine Lohndifferenz von mehr als 20 %. Ausserdem handle es sich dabei um Hilfsarbeiten, welche bei jungen Versicherten als nicht gleichwertig gelten würden. Mit der Umschulung zum technischen Kauf
mann könne eine längerfristig gleichwertige und (invaliditätsbedingt) geeignete Tätigkeit ausgeübt werden (S. 5). Die absolvierte Handelsdiplomausbildung alleine reiche dazu nicht aus (S. 5 f.). Daher bestehe ein Anspruch auf Kosten
übernahme der
gesamten
Umschulung zum technischen Kaufmann (S. 6).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den Anspruch des Be
schwer
deführers auf eine Umschulung
zum technischen Kaufmann
zu Recht ver
neint hat.
3.
3.1
Den medizinischen Akten ist zu entnehmen
(Urk. 1 S. 3, Urk. 2 S. 2)
, dass der Beschwerdeführer an einem chronischen
lumbospondylogenen
Schmerzsyndrom bei paramedianer
Diskusprotrusion
L5/S1 rechts
mit beginnender Kompression der S1-Wurzel rechts
leide
t
.
Als Folge davon
ist
ihm
seit Juli 2018
die
Tätigkeit als Sanitärinstallateur beziehungsweise «auf dem Bau» nicht mehr zumutbar, da er keine schweren Lasten mehr heben
kann
(
Urk. 8/8/4
-8
, Urk. 8/18/
8-
1
4
,
Urk. 8/18/19, Urk.
8/18/24
).
Daran
vermochte
offenbar
auch die stationäre Reha
bilitation vom
1.
bis 29. April 2019 nichts zu ändern
, obwohl sie zu einer Be
schwerdebesserung führte
(Bericht der
B._
vom 1
5.
Mai 2019
,
Urk.
8/29/
8-
10
)
, denn d
ie Fachpersonen der
B._
nahmen keine
eigene
Be
urteilung der Arbeitsfähigkeit vor (
Urk.
8/29/12).
Nach Darstellung des Beschwer
deführers kam es im Juni 2019 wieder zu einer
Schm
erzzunahme (
Urk.
8/30). Allerdings
wurden
diese Angaben nicht mittels eines medizinischen Attest
s unter
mauert.
Für leichte körperliche Tätigkeiten
ohne Heben von schweren Lasten
attestierte
ihm
der behandelnde
Dr.
med.
Bosshard
,
Facharzt FMH für Allgemeinmedizin
,
ab März 2019 eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
(
Urk.
8/8/4)
.
Die Fachärztin des
D._
, Neurologie, empfahl im Bericht vom 1
2.
Februar 2019 aufgrund
der angefertigten Bildgebung und der klinischen Befunde
primär Verhaltensmass
nahmen
oder bei anhaltender
Arbeitsunfähigkeit
eine
multimodale Rehabilitation (
Urk.
8/18/23). Gestützt darauf bezeichnete der Hausarzt
die
ge
klagten Beschwer
den i
n den
Bericht
en
vom 2
5.
Februar 2019 als nicht objektivierbar (
Urk.
8/8/4)
und bescheinigte
in
eine
r
angepasste
n
Tätigkeit
eine Arbeitsfähigkeit
von
100 % bei einer Belastbarkeit von 50
%
(
Urk.
8/18/21).
Der Vertrauensarzt des Taggeldversicherers akzeptierte daraufhin in seiner Akten
beurteilung vom 1
4.
März 2019 in einer leichten körperlichen Tätigkeiten keine Arbeitsunfähigkeit mehr (
Urk.
8/18/24)
.
3.2
Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt
nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nach
vollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hi
nweis auf BGE 125 V 351 E. 3b
/
ee
). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Be
richten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht die
selbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sachver
ständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig
keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Ab
klärungen vorzune
hmen (BGE 142 V 58 E. 5.1; 139 V 225 E. 5.2;
135 V 465 E. 4.4
und E. 4.7
).
Die
aufliegenden
Einschätzungen
des Hausarztes
s
ind nicht geeignet, die Beur
teilung des Vertrauensarztes des Krankentaggeldversicherers in Zweifel zu ziehen.
Wie der Telefonnotiz der Beschwerdegegnerin vom 1
8.
April 2019 zu entnehmen ist, ging der Beschwerdeführer selbst davon aus, dass
Dr.
Bosshard
ihn als zu 100
%
arbeitsfähig sehe (
Urk.
8/20).
Insoweit die Berichte des Hausarztes
dennoch
dahingehend zu verstehen
wären
, dass auch in einer Verweistätigkeit eine Belast
barkeit von lediglich
50
%
gegeben
sei
, ist diese Einschätzung nicht nachvoll
ziehbar. Wenn auch die Rückenproblematik
ausgewiesenermassen
dem Heben und
Tragen von Lasten entgegensteht, so ist mangels entsprechender Begründung nicht
einzusehen, inwiefern die Leistungsfähigkeit in einer
körperlich leichten
Tätigkeit eingeschränkt sein soll.
Es ist auch nicht ersichtlich,
inwiefern
der Hausarzt
das fehlende medizini
sche Korrelat der Schmerzen in seine
Zumutbarkeitsbeurteilung miteinbezogen h
at
.
Vor diesem Hintergrund rechtfertigt sich
, seine
Berichte
auch mit Blick auf
die
auftragsrechtliche Vertrauensstellung
zum Beschwerdeführer
(BGE 135 V
465 E.
4.5, 125 V 351 E. 3b/cc) mit Zurückhaltung zu würd
ig
en.
Damit steht
gestützt auf die vertrauensärztliche Beurteilung
fest, dass der Be
schwerdeführer in einer Verweistätigkeit
uneingeschränkt
arbeitsfähig ist.
V
on weiteren medizinischen Abklärungen
sind
keine
entscheidrelevanten
neuen Er
kenntnisse zu erwarten, weshalb davon abgesehen werden kann (antizipierte Beweis
würdigung; BGE 124 V 94 E. 4b, 122 V 157 E. 1d).
3.
3
Der Beschwerdeführer arbeitete
seit März 2014, mithin bereits
während der im August 2014 abgeschlossenen Lehre als Sanitärinstallateur
(Urk. 8/4/2),
im Reise
büro seines Vaters
, im Zeitpunkt der Anmeldung zum Leistungsbezug
- wie an
hand der unveränderten Löhne
zu vermuten
anscheinend
auch in den Vorjahren -
in einem Pensum von 50
%
(
Urk.
8/5/6,
Urk.
8/13,
Urk.
8/14/2
,
Urk.
8/18/6
). Dort organisierte er Pilgerreisen
beziehungsweise
arbeitete im
Aussendienst (
Ein
holen von Bewilligungen beim
Konsulat in Bern,
Urk.
8/18/27)
, wobei er nach Aussage der Arbeitgeberin «manchmal» auch
Büroarbeiten erledigte (
Urk.
8/25/3)
.
Nicht aus gesundheitlichen Gründen, sondern w
egen einer internen Umstruk
tu
rierung
löste
die
A._
das Arbeitsverhältnis
auf den 3
1.
März
2019 hin auf (Arbeitgeberbericht vom 2
7.
Mai
2019,
Urk.
8
/25/6,
Urk.
8/26).
Daneben arbeitete er zeitenweise
temporär
(
Urk.
1 S. 4 f.
,
Urk.
8/5/6
,
Urk.
8/13
) als
(
Hilfs
-)
Elektromonteur
(Urk.
8/13)
, seit 2
7.
September 2017
unter anderem
bei de
r
Z._
(
Urk.
8/13,
Urk.
8/16
)
.
In Anbetracht dieser Erwerbsbiographie kann nicht ohne Weiteres gesagt werden, dass eine Umschulung aus gesundheitlichen Gründen erforderlich ist. Aufgrund
der medizinischen Unterlagen kann wohl angenommen werden, dass der Be
schwerdeführer
als Sanitärinstallateur, mithin für eine schwere Tätigkeit auf dem Bau nicht mehr arbeitsfähig ist. Allerdings arbeitet er schon seit Jahren zu 50
%
in der Reisebranche, welche Tätigkeit als leicht und wechselbelastend zu bezeich
nen
ist
und
demnach
aus
medizinischer Sicht
nicht als unzumutbar erachtet wurd
e.
Das reduzierte Pensum ist - soweit ersichtlich - den wirtschaftlichen Gegeben
heiten der Arbeitgeberin oder allenfalls einem aus freien Stücken getroffenen en
t
sprechenden Entscheid des Beschwerdeführers und nicht seiner gesundheitlichen Situation zuzuschreiben.
Es ist daher davon auszugehen, dass ihm aufgrund seiner langj
ährigen Berufserfahrung
in Verbindung mit dem Handelsdiplom in d
er Reiseb
ranche zahlreiche
vollzeitige Tätigkeiten auf dem freien Arbeitsmarkt
offen stehen
.
3.
4
Die leistungsspezifische Lohneinbusse von etwa 20
%
bestimmt sich anhand eines Vergleichs des
ohne Gesundheitsschaden erzielbaren Einkommens
mit jenem Ein
kommen, welches die versicherte Person nach Durchführung
der medizinischen Be
handlung, hingegen
ohne Eingliederungsmassnahmen
erlangen
könnte, sofern ihr eine zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage ohne (zu
sätz
liche) berufliche Ausbildung,
mithin
auf dem Weg der Selbsteingliederung, offen
steht. Die Selbsteingliederung als Ausdruck der allgemeinen Schadenminde
rungs
pflicht geht nicht nur dem Renten-, sondern auch dem gesetzlichen Eingliede
rungsanspruch vor (Urteil des Bundesgerichts 9C_341/2009 vom 1
0.
August 2009 E. 3).
Der selbst finanzierte Erwerb des Handelsdiploms hat sich der Beschwerde
führer vor diesem Hintergrund entgegen halten zu lassen.
Was die Verdienstmöglichkeiten im
ursprünglichen
Beruf respektive das
Validen
einkommen
anbelangt, so kann d
er Beschwerdegegnerin
nicht gefolgt werden
, wenn
sie
dabei
auf die Tätigkeiten
des Beschwerdeführers
als Reisebüro-Mitar
beiter
oder
Hilfs-Elektromonteur abstellte.
Aus den medizinischen Akten geht hervor, dass der Beschwerdeführer bereits i
m Oktober 2016 und im März 2017
wegen
Rückenbeschwerden
behandelt wurde,
ohne dass diese
eine
längere Arbeits
unfähigkeit nach sich
ge
zogen
hätten
(Urk. 3/3, Urk. 3/4). Damals gingen die Ärzte des
D._
, Institut für
k
linische Notfallmedizin, von einer aku
ten Lumbago bei körperlich anstrengender Beschäftigung aus (Urk. 3/3 S. 2).
Unter diesen Umständen
führte
der Beschwerdeführer
nachvollziehbar
aus, dass er sich
statt seiner Tätigkeit als Sanitärinstallateur
eine körperlich leichtere Tätig
keit als (Hilfs-) Elektromonteur gesucht hatte, da man dort
weniger
schwer tragen müsse und die Arbeit rückenschonender sei (Urk. 1 S. 4, Urk. 8/14/3)
, was auch auf seine Tätigkeit im
Reisebüro
zutrifft
.
Daher ist mit dem Beschwerdeführer davon auszugehen, dass er aufgrund seiner wiederkehrenden Rückenbeschwerden zunächst den Versuch unternommen hat, sich selbst einzugliedern (Urk. 1 S. 5)
. Es ist demnach mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit
erstellt
, dass der Be
schwer
deführer im Gesundheitsfall weiterhin als Sanitärinstallateur tätig wäre.
Hi
nsichtlich des
Valideneinkommens
ist
demensprechend
grundsätzlich
auf
das
zuletzt erzielte
Einkommen in der
gelernte
n
Tätigkeit als Sanitärinstallateur
, an
gepasst an die Nominallohnentwicklung sowie die betriebsübliche Arbeitszeit
im Jahr 2019
im Zeitpunkt des Invaliditätseintritts
abzustellen
.
Die letzte Anstellung
als Sanitärinstallateur liegt schon mehrere Jahre zurück, weshalb rechtspre
chungs
gemäss
auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte
und
somit
auf die
vom Bundes
amt für Statistik herausgegebene Schweizerische Lohnstrukturerhebung (LSE)
abzustellen
ist (
Meyer
/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014, S.
207,
Rz
16
.
Der Beschwerdeführer
berief sich
hingegen
auf den
Gesamtarbeitsvertrag
(GAV)
2019 für Gebäudetechniker
, welcher für Sani
tärinstallateure EFZ
fünf
Jahre nach
Lehrabschluss
einen Mindestjahreslohn von Fr. 63'700.
--
vorsehe
(Urk.
1 S. 5, Urk.
3/5
, Anhang 8.1
).
Wie die nachfolgende Erwägung zeigt, liegt dieser Lohn erheblich unter dem massgebenden Tabel
len
lohn, weshalb die Festsetzung des
Valideneinkommens
anhand des GAV nicht gerechtfertigt ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_90/2010 vom 2
3.
Juli
2010 E.
6.2.1.2
).
Die LSE 2016 weisen für Männer im Baugewerbe
(TA1_tirage_skill-level, Bereich
41-43) unter Berücksichtigung der mit dem Lehrabschluss
erworbenen
beson
de
ren
Berufs- und Fachkenntnisse im Kompetenzniveau 2 (Urteil des Bundesgerichts
8C_227/2018 vom 1
4.
Juni
2018 E.
4.2.2
)
einen Durchschnittslohn von
Fr.
5'911.-- monatlich aus
, was erheblich über dem vom Beschwerdeführer im Jahr
2015
als Sanitärinstallateur
effektiv erzielten Monatslohn von
Fr.
4'373.--
liegt (
Fr.
26'239.
-- :
6;
Urk.
8/13
)
.
Unter Berücksichtigung der Nominallohn
ent
wicklung von 2239 Punkten im Jahr 2016 auf 2260 Punkte, Stand Jahr 2018 (Bundesamt für Statistik, T39, Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumen
ten
preise und der Reallöhne 2010-2018, Männer), per 2019 plus 0.5
%
([Quartals
schätzung]; www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Löhne/Erwerbseinkommen, detaillierte Daten, Lohnentwicklung) sowie der im
Baugewerbe
betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.
3
Stunden (Bundesamt für Statistik,
T 03.02.03.01.04.01 Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen 1990-2018, Männer)
resultiert ein hypothetisches Jahreseinkommen 2019 von gerundet
Fr.
7
4'294.
--
(
Fr.
5'911.--
/ 40 * 41.
3
* 12 / 2239 * 2260 * 1.005).
3.
5
Ohne berufliche Eingliederung steht dem Beschwerdeführer dank seiner lang
jährigen Berufserfahrung in der Reisebranche und dem im Rahmen der Selbst
ein
gliederung
erworbenen Handelsdiplo
m
- wie gesagt -
eine entsprechende Tätig
keit auf dem freien Arbeitsmarkt offen.
E
s wäre
ihm
auch zuzumuten, seine
Be
rufsausbildung im kaufmännischen Bereich eines Handwerksbetriebs
zu
verwer
ten.
Im Reisebüro verdiente der Beschwerdeführer während Jahren in einem 50
%
- Pensum
Fr. 32'500.-- (
Urk.
8/13). Anhaltspunkte dafür, dass das reduzierte Pen
sum nicht wirtschaftlichen Gründen oder dem entsprechenden freien Entscheid des Beschwerdeführers zuzuschreiben wäre, sind weder ersichtlich noch geltend gemacht. Es rechtfertigt
sich
daher, von einem zumutbaren hypothetischen Ein
kommen im Vollzeitpensum von
Fr.
65'000.-- auszugehen. Gemäss
LSE 2016 (TA1_tirage_skill_level, Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschafts
zweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor, Männer)
beträgt der
Tabellenlohn
im Bereich der
Ziffern
49-53
im Kompetenzniveau 1
(
Landverkehr; Schifffahrt, Luftfahrt,
Lagerei
)
Fr.
5'504.-- monatlich
.
Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung sowie der betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden (Bundesamt für Statistik, T 03.02.03.01.04.01 Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen 1990-2018, Männer) resultiert ein hypo
thetisches Jahreseinkommen 2019 von gerundet
Fr.
69'848.
-- (
Fr.
5'504.--
/ 40 * 41.7 * 12 / 2239 * 2260 * 1.005).
3.6
Damit resultiert eine Erwerbseinbusse von
Fr.
4'446.--
(
Fr.
74'294.
--
.
/. Fr. 69'848.--) beziehungsweise von
Fr.
9'294.--
(
Fr.
74'294.
--
.
/.
Fr.
65'000.--), mithin ein Invaliditätsgrad von gerundet
6
%
beziehungsweise von 13
%
, was erheblich unter den erforderlichen etwa 20
%
liegt.
Davon ist trotz der noch
lange
n
Aktivitätsdauer
des
1995 geborene Beschwerdeführer
s nicht abzuweichen
, denn bei der auch ohne Umschulung zumutbare
n
Verweistätigkeit in der Reise
branche kann nicht von einer unqualifizierten Hilfsarbeit gesprochen werden (vorstehend E. 1.3).
4
.
Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin den Anspr
uch auf
eine
Um
schu
lung
im Sinne von Art. 17 IVG zum technischen Kaufmann mit eidgenössischem Fachausweis
zu Recht verneint.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
5
.
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Be
willigung oder Verweigerung von
Leistungen
der Invalidenversicherung. Das Verfahren ist daher kosten
pflich
tig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom
Streitwert
festzulegen (Art. 69
Abs. 1
bis
IVG) und ermessensweise auf Fr. 600.--
anzusetzen. Ausgangsgemäss sind die Gerichtskosten
dem Beschwerdeführer
auf
zuerlegen.