Decision ID: 2e77f49d-547c-4e45-ac64-1cc4eeb87ce2
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 26. August 2003 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung (Rente) an. Sie gab dabei an, seit 3. Februar 2003 auf Grund von
Depression, Schlaflosigkeit und Rückenproblemen zu 100 % arbeitsunfähig zu sein.
Die Versicherte war seit 26. Juni 1997 bei der B._ AG als Formerin angestellt
gewesen (IV-act. 1; ärztliches Zeugnis vom 22. August 2003, IV-act. 2; Bericht der
Arbeitgeberin vom 9. September 2003, IV-act. 9, insbesondere S. 4 betreffend
Kündigung per 26. Oktober 2003). Der seit 1995 behandelnde Dr. med. C._, Facharzt
für Innere Medizin FMH, diagnostizierte (mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit) eine
Lumboischialgie bei Diskuskompression L5/S1 bei Spondylarthrose der unteren LWS
sowie ein agitiert depressives Zustandsbild reaktiver Ätiologie und attestierte eine volle
Arbeitsunfähigkeit ab 3. Februar 2003 in bisheriger Tätigkeit; er bezeichnete einen
Arbeitsversuch in adaptierter, körperlich leichterer Tätigkeit vorerst zu 50 % als
realistisch (Bericht vom 9. September 2003, IV-act. 8, S. 3 ff.; vgl. im Weiteren Bericht
der Klinik Valens vom 5. Juni 2003 über den stationären Aufenthalt vom 24. April bis
15. Mai 2003, wonach die Versicherte ab 19. Mai 2003 in bisheriger Tätigkeit zu 50 %
arbeitsfähig sei, IV-act. 8, S. 9 ff.).
A.b Die IV-Stelle liess die Versicherte in der Folge in der Klinik Valens begutachten.
Dort wurde auch die arbeitsbezogene funktionelle Leistungsfähigkeit (EFL) evaluiert. In
der Gesamtbeurteilung, in der sich der fallführende Rheumatologe auch auf die
Feststellungen des psychiatrischen Gutachters bezog, wurde (mit Auswirkung auf die
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Arbeitsfähigkeit) ein chronifiziertes panvertebrales Syndrom mit zervikozephalem
Schmerzsyndrom, lumbospondylogenem und radikulärem Schmerzsyndrom links mit
Sensibilitätsstörung im Bewegungssegment L4/S1 sowie eine atypische Depression
mit maladaptiv ängstlich-vermeidendem Krankheitsverhalten diagnostiziert. Die
bisherige Tätigkeit bzw. eine repetitive mittelschwere Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar.
Für eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit sei die Versicherte halbtags (4 bis 4 1/2
Stunden/Tag) arbeitsfähig (Gutachten vom 28. Juni 2004, IV-act. 19, S. 27 ff.).
A.c In der Folge ging die IV-Stelle von einer 50 %igen Arbeitsfähigkeit in
leidensangepasster Tätigkeit aus (IV-act. 27) und sprach der Versicherten basierend auf
einem Invaliditätsgrad von 62 % (IV-act. 30) eine Dreiviertelsrente ab 1. Februar 2004
zu (Verfügungen vom 5. Januar und 25. Juli 2005, IV-act. 37 f.).
A.d Im Rahmen eines von Amtes wegen eingeleiteten Rentenrevisionsverfahrens
stellte Dr. C._ in einem Arztbericht vom 29. Oktober 2007 zuhanden der IV-Stelle eine
weitere Chronifizierung des Schmerzsyndroms und der depressiven Stimmungslage
sowie eine Erhöhung der Arbeitsunfähigkeit auf 66 % fest (IV-act. 43, S. 1 f.). Die IV-
Stelle anerkannte keine Verschlechterung und teilte der Versicherten am 21. November
2007 mit, sie habe weiterhin Anspruch auf eine Dreiviertelsrente (IV-act. 46).
A.e Anlässlich einer weiteren Überprüfung der Rente im Jahr 2012 (vgl. IV-act. 52)
gaben sowohl Dr. C._ (Bericht vom 19. Dezember 2012, IV-act. 53) als auch die
Versicherte (Fragebogen vom 30. November 2012, IV-act. 49) eine Verschlechterung
des Gesundheitszustands an. Auf Empfehlung von RAD-Arzt Dr. med. D._ vom 24.
Januar 2013 (IV-act. 59) wurde die Versicherte in der Folge einer polydisziplinären
Begutachtung unterzogen. Das Gutachten der medas Ostschweiz vom 9. Oktober 2013
(IV-act. 76) hält in der Gesamtbeurteilung folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit fest: intermittierende lumbale Wurzelreizsymptomatik bei Diskushernie
L5/S1, Spondylarthrose der unteren LWS mit Facettenreizung, Zervikobrachialgie
myotendinotisch und spondylogen, subacromiales Impingement rechts mehr als links,
mittelgradige Gonarthrose mit Femoropatellargelenksarthrose rechts mit
Kapselreizung, degenerativer Meniskopathie und Sehnenzyste rechts, leichtgradige
Gonarthrose links, ausgeprägte Raucherbronchitis sowie leichte bis mittelschwere
obstruktive Schlafapnoe (Gutachten, S. 45). In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als
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Färberin attestierten die Gutachter eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % ab 4. Februar
2003. In einer dem Leiden angepassten leichten Tätigkeit bestehe ab
Gutachtenszeitpunkt eine Arbeitsfähigkeit von 80 %. Die Reduktion der
Leistungsfähigkeit um 20 % bei vollem Arbeitspensum sei durch das wegen
Verlangsamung und vermehrten Pausen eingeschränkte Rendement bedingt
(Gutachten, S. 48 f.; vgl. RAD-Stellungnahmen vom 25. Oktober 2013, IV-act. 79, und
vom 13. November 2013, IV-act. 81).
A.f Gestützt auf das medas-Gutachten ermittelte die IV-Stelle einen Invaliditätsgrad
von 20 % (IV-act. 82) und stellte die Einstellung der Invalidenrente in Aussicht
(Vorbescheid vom 22. November 2013, IV-act. 84). Gleichentags stellte sie die
Weiterausrichtung der bisherigen Rentenleistungen für maximal zwei Jahre für den Fall
in Aussicht, dass die Versicherte an Eingliederungsmassnahmen teilnehme (IV-act. 85).
Die Versicherte erhob in der Folge Einwand und ersuchte neben
Wiedereingliederungsbemühungen um Weiterausrichtung mindestens einer halben
Rente (Schreiben vom 10. Dezember 2013, IV-act. 86, sowie vom 21. Januar 2014, IV-
act. 90). In der Folge gewährte die IV-Stelle Arbeitsvermittlung (Mitteilung vom 27. Mai
2014, IV-act. 107, und Vereinbarung vom 21. Mai 2014, IV-act. 105).
A.g Die IV-Stelle ermittelte eine invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse von 32.54 % (IV-
act. 109) und hob die Rente mit Verfügung vom 2. Juni 2014 für die Zukunft auf (IV-act.
110). Einer Beschwerde gegen diese Verfügung entzog sie die aufschiebende Wirkung.
Am gleichen Tag verfügte sie zudem die auf maximal zwei Jahre befristete
Weiterausrichtung der bisherigen Rente ab 1. August 2014 bis zum Abschluss der
Massnahmen zur Wiedereingliederung (IV-act. 112). Am 16. Juni 2014 wurde die
Dreiviertelsrente ab 1. August 2014 "bis zum Abschluss der Massnahmen" betraglich
verfügt (IV-act. 115).
B.
B.a Mit Beschwerde vom 1. Juli 2014 (act. G 1) beantragt die Beschwerdeführerin
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen die Aufhebung der "Verfügung vom 2. Juni
2014" und die zeitlich unbegrenzte Weiterausrichtung der bisherigen IV-Rente.
Eventualiter sei eine neue polydisziplinäre Abklärung zu veranlassen und darauf
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basierend neu zu entscheiden. Sie begründet dies damit, es lägen keine reinen
syndromalen Beschwerden vor, die willentlich überwunden werden könnten. Eine
Rentenaufhebung gestützt auf die Bestimmungen der 6. IV-Revision sei daher nicht
möglich. Ausgehend von der neuen Begutachtung durch die medas Ostschweiz sei
keine Verbesserung des medizinischen Zustands erstellt, sondern eine objektivierbare
und somatisch leichte Verschlimmerung. Eine neue Einschätzung des Invaliditätsgrads
beim gleichen oder verschlimmerten medizinischen Zustand könne nicht als
Revisionsgrund angenommen werden. Ausserdem sei das medas-Gutachten vom 9.
Oktober 2013 unschlüssig, inkonsequent und als reines Gefälligkeitsgutachten zu
werten.
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 16. September 2014 (act. G 4) beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Die Rente sei nicht auf Grund
der Schlussbestimmungen des IVG aufzuheben, sondern weil ein Revisionsgrund
gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG vorliege. Diesen sieht die Beschwerdegegnerin darin
gegeben, dass gemäss medas-Gutachten eine deutliche Verbesserung des
psychischen Gesundheitszustands auszumachen sei.
B.c Mit Replik vom 8. November 2014 (act. G 9) hält die Beschwerdeführerin an ihren
in der Beschwerde gestellten Anträgen fest. Sie verweist insbesondere darauf, dass
neue Beschwerden (Hand- und Gelenkschmerzen) aufgetreten seien. Es bestehe eine
Polymorbidität im somatischen Bereich, die zu einer Dekompensation mit
darauffolgender psychischer Problematik führe. Das medas-Gutachten habe es
unterlassen, diese beiden Beschwerdebereiche in der Gesamtschau zu überprüfen.
B.d Die Beschwerdegegnerin hat in der Folge auf die Einreichung einer Duplik
verzichtet (act. G 11).
B.e Seitens des Gerichts ist der Beschwerdeführerin am 23. Dezember 2016 eine
reformatio in peius angedroht worden (act. G 14). Die Beschwerdeführerin hat an der
Beschwerde mit Schreiben vom 10. Januar 2017 festgehalten (act. G 15).

Erwägungen
1.
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1.1 Die Beschwerdegegnerin hat am 2. Juni 2014 einerseits die Aufhebung der Rente
auf das Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats verfügt (IV-act. 110).
Diese Rentenaufhebung hat sie auf lit. a Abs. 1 der Schlussbestimmungen der
Änderung vom 18. März 2011 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
(IVG; SR 831.20; nachfolgend SchlB) gestützt. In einer weiteren Verfügung vom 2. Juni
2014 hat sie die Weiterausrichtung der Dreiviertelsrente ab 1. August 2014 verfügt und
festgehalten, dass diese Rente ausgerichtet werde, wenn Massnahmen zur
Wiedereingliederung durchgeführt würden, längstens bis 31. Juli 2016. Bei Abbruch der
Massnahme werde die Weiterausrichtung der Rente eingestellt. Diese
Weiterausrichtung hat sie sinngemäss auf lit. a Abs. 3 SchlB gestützt (IV-act. 112). Die
betragliche Umsetzung dieser Verfügung erfolgte in einer weiteren Verfügung vom 16.
Juni 2014 (IV-act. 115). Der Rechtsvertreter hat in seiner Beschwerde das
Rechtsbegehren gestellt, "die angefochtene Verfügung vom 2. Juni 2014 sei
aufzuheben und der Versicherten sei weiterhin die bisherige Rente auszurichten". Die
angefochtene Verfügung hat er als act. 1 eingereicht; es handelt sich dabei um die
Renteneinstellung (entsprechend IV-act. 110). Die zweite Verfügung vom 2. Juni 2014
betreffend befristete Rentenweiterausrichtung hat er als "begleitende Verfügung"
bezeichnet und als act. 2 eingereicht, jene vom 16. Juni 2014 hat er "mitangefochtene
Verfügung" genannt und als act. 7 eingereicht. Die Begründung der Beschwerde richtet
sich allerdings nur gegen die Renteneinstellung, also gegen die als act. 1 eingereichte
Verfügung vom 2. Juni 2014, entsprechend IV-act. 110. In diesem Kontext ist auch das
Rechtsbegehren der Beschwerde zu verstehen. Nur die erste Verfügung vom 2. Juni
2014, die Renteneinstellung per Ende Juli 2014, bildet folglich den Streitgegenstand
des vorliegenden Verfahrens. Die Verfügung vom 2./16. Juni 2014 betreffend
Weiterausrichtung der Rente basierend auf lit. a Abs. 3 SchlB bildet nicht Gegenstand
der richterlichen Überprüfung.
1.2 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Rentenaufhebung einzig auf lit. a der
Schlussbestimmungen, wonach Renten, die bei pathogenetisch-ätiologisch unklaren
syndromalen Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage
gesprochen wurden, innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten dieser Änderung neu
überprüft werden. Sind die Voraussetzungen nach Art. 7 Abs. 1 und 2 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR
830.1; Erwerbsunfähigkeit) nicht erfüllt, so wird die Rente herabgesetzt oder
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aufgehoben, auch wenn der Tatbestand von Art. 17 Abs. 1 ATSG (Revision) nicht
verwirklicht ist.
1.3 Ausgangspunkt für die Bemessung der Invalidität bildet die Frage, ob und in
welchem Ausmass es einer versicherten Person zumutbar ist, trotz ihres
Gesundheitsschadens ein Erwerbseinkommen zu erzielen. In Art. 7 Abs. 2 ATSG, der
mit der 5. IVG-Revision am 1. Januar 2008 in Kraft getreten ist, wird festgelegt, dass
eine Erwerbsunfähigkeit nur vorliegt, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar
ist. Damit wurde gesetzlich verankert, dass die Zumutbarkeit nicht nach dem
subjektiven Empfinden der versicherten Person, sondern nach objektiven
Gesichtspunkten zu beurteilen ist. Art. 7 Abs. 2 ATSG schreibt somit auf Gesetzesstufe
das Erfordernis der Objektivierbarkeit fest.
1.4 Aufgrund dessen, dass die Vorschrift von lit. a Abs. 1 der Schlussbestimmungen
eine Überprüfung bisheriger Rentenansprüche in Nachachtung von Art. 7 ATSG
verlangt und die neue Rechtsprechung gemäss BGE 141 V 281 (Änderung der
Rechtsprechung zu anhaltenden somatoformen Schmerzstörungen und vergleichbaren
psychosomatischen Leiden, Ersatz des bisherigen Regel-/Ausnahmemodells durch ein
"strukturiertes" Beweisverfahren) auch auf laufende Verfahren Anwendung findet (Urteil
des Bundesgerichts vom 23. September 2015, 8C_421/2015, E. 5.1 mit Hinweis auf
BGE 137 V 266 E. 6), ist diese auch für die Prüfung der vorliegenden Rentenaufhebung
massgebend.
2.
2.1 Zunächst ist zu prüfen, ob die mit Verfügung vom 5. Januar/25. Juli 2005 erfolgte
Zusprache einer Dreiviertelsrente (IV-act. 37 f.) aufgrund eines pathogenetisch-
ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebilds ohne nachweisbare organische
Grundlage im Sinn der Schlussbestimmungen erfolgte.
2.2 Vom Anwendungsbereich von lit. a der Schlussbestimmungen sind laufende
Rentenansprüche auszunehmen, wenn und soweit sie auf erklärbaren Beschwerden
beruhen. Lassen sich unklare Beschwerden von erklärbaren Beschwerden trennen,
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können die Schlussbestimmungen der 6. IV-Revision auf erstere Anwendung finden
(BGE 140 V 197).
2.3 Vor der ursprünglichen Rentenzusprache war die Beschwerdeführerin bei der
Psychiaterin Dr. E._ in Behandlung. Diese attestierte ihr eine
Erschöpfungsdepression. Aufgrund der Rückenbeschwerden und der Kündigung per
Ende Oktober 2003 sei die Beschwerdeführerin mehr und mehr agitiert-depressiv und
traurig geworden, weine, habe keine Lust zu leben. Eine eigene
Arbeitsfähigkeitsschätzung gab Dr. E._ nicht ab, sondern hielt lediglich fest, dass die
Beschwerdeführerin sich als überhaupt nicht mehr arbeitsfähig betrachte (Bericht vom
2. Oktober 2003, IV-act. 10). Im von der IV-Stelle veranlassten Gutachten der Klinik
Valens vom 26. Juni 2004 werden die Diagnosen chronifiziertes panvertebrales
Syndrom und atypische Depression genannt. Für eine leichte wechselbelastende
Tätigkeit wurde die Beschwerdeführerin als halbtags arbeitsfähig betrachtet (IV-act.
19-34). Dem Gutachten lässt sich nicht klar entnehmen, ob diese Einschränkung
vorwiegend somatisch oder psychisch bedingt war. Für mittelschwere Tätigkeiten
wurde sie auf körperlicher Ebene zwar als nicht mehr arbeitsfähig bezeichnet, dies
wurde aber nur mit der ausgeprägten Dekonditionierung begründet (IV-act. 19-31). Der
psychiatrische Teilgutachter Dr. med. F._ hielt die Arbeitsfähigkeit für hochrepetitive,
mittelschwere oder schwere Arbeiten für aufgehoben. Die Frage nach der
Arbeitsfähigkeit in leichter, wechselbelastender Tätigkeit vermöge er nicht mit
genügender Sicherheit zu beantworten (IV-act. 19-51). Im nur vom rheumatologischen
Teilgutachter unterzeichneten Gesamtgutachten wird für adaptierte Tätigkeiten
schliesslich eine Arbeitsfähigkeit von 4 bis 4.5 Stunden täglich attestiert (IV-act. 19-34).
Eine eindeutige somatische Begründung für diese Einschränkung findet sich im
Gutachten jedoch nicht. Im Gegenteil erwähnte der Gutachter, dass insgesamt von
sehr geringen degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule auszugehen sei, die
deutlich unter den altersentsprechenden Erwartungen lägen. In der im Rahmen der
Begutachtung durchgeführten Evaluation der arbeitsbezogenen funktionellen
Leistungsfähigkeit (EFL) sei die Beschwerdeführerin völlig auf ihre Schmerzen fixiert
gewesen und habe ein demonstratives Schmerzverhalten gezeigt. Das Ausmass der
angegebenen Schmerzbeeinträchtigung und Behinderung sei mit den klinischen
Befunden nur unzureichend erklärbar gewesen. Für diesen rein somatischen Test
beurteile man die Leistungsbereitschaft der Beschwerdeführerin als nicht zuverlässig.
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Die Beobachtungen bei den Tests hätten auf eine deutliche Selbstlimitierung
hingewiesen, die Konsistenz bei den Tests sei schlecht gewesen. Aufgrund der
somatisch funktionell begründbaren Leistungsgrenze könne man davon ausgehen,
dass die Patientin für eine leichte wechselbelastende Arbeit halbtags arbeitsfähig wäre
(IV-act. 19-30).
2.4 Mangels hinreichend klar fassbarer bzw. bewiesener somatischer Einschränkung
liegt der Schluss nahe, dass die für die ursprüngliche Rentenzusprache relevante
Arbeitsunfähigkeit gemäss dem Gutachten Valens sich am ehesten auf das depressive
Geschehen zurückführen lässt (zur Begründung der Diagnose der atypischen
Depression siehe S. 30 des Hauptgutachtens, IV-act. 19-30, und S. 11 ff. des
psychiatrischen Teilgutachtens, IV-act. 19-46 ff.). Vor diesem Hintergrund kann offen
bleiben, ob mit Dr. D._ vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) davon auszugehen
ist, dass das panvertebrale Syndrom nicht unter die von lit. a Abs. 1 SchlB erfassten
sog. PÄUSBONOG-Leiden zu subsumieren ist (vgl. die entsprechende Stellungnahme
vom 24. Januar 2013, IV-act. 59-2). Da Depressionen unstreitig nicht unter jene Leiden
fallen (vgl. dazu etwa Rz. 1003 des vom Bundesamt für Sozialversicherungen
herausgegebenen Kreisschreibens über die Schlussbestimmungen der Änderung vom
18. März 2011 des IVG [KSSB]), bietet die SchlB keine Basis für die verfügte
Renteneinstellung. Diesbezüglich hat die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin
im Rechtsmittelverfahren zu Recht zugestimmt (vgl. act. G 4 Ziff. III/1).
3.
3.1 Die Beschwerdegegnerin vertritt nun jedoch neu die Auffassung, dass ein
Revisionstatbestand gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG vorliege. Gemäss dieser
Bestimmung wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin erhöht,
herabgesetzt oder aufgehoben, wenn sich der Invaliditätsgrad der rentenbeziehenden
Person erheblich ändert. Die Beschwerdegegnerin sieht im Gutachten der medas
Ostschweiz den Beweis dafür, dass sich der psychische Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin relevant verbessert hat.
3.2 Der begutachtende Psychiater der Klinik Valens, Dr. F._, beschrieb die
Beschwerdeführerin anlässlich der Untersuchung vom April 2004 als niedergeschlagen.
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Das Ausdrucksverhalten signalisiere insgesamt erhebliches Leiden. Lebensbejahende,
heitere Affekte kämen kaum zum Vorschein. Das Denken erschien Dr. F._ als
unauffällig, klar, kohärent und in sich folgerichtig (IV-act. 19-45). Er betonte, dass die
Beschwerdeführerin einerseits den Verlust der körperlichen Integrität aufgrund der
Rückenschmerzen, andererseits den Verlust ihres Arbeitsplatzes als schmerzhaft
empfunden habe, sie habe darauf verzweifelt reagiert und sei hierüber fortgesetzt
verbittert. Der Stellenverlust falle für sie umso mehr ins Gewicht, als sie keine weitere
Perspektive auf dem Arbeitsmarkt für sich sehe, sofern sie nicht mehr voll einsatzfähig
werden könne (IV-act. 19-47). Bei der Beschreibung der subjektiven
Krankengeschichte imponiert einerseits der Verlust des Arbeitsplatzes als zentrales
Problem (insbes. IV-act. 19-40). Andererseits war die Beschwerdeführerin geplagt von
der Angst einer Lähmung und damit vom Verlust der Gehfähigkeit, weshalb sie auch
eine vorgeschlagene Rückenoperation abgelehnt habe (IV-act. 19-41). Zur
Lebensgestaltung wurde festgehalten, dass die Beschwerdeführerin überzeugt sei,
nicht mehr im Haushalt mithelfen zu können, dies aber auch nicht mehr tun müsse, weil
diese Aufgabe auf ihre im selben Haushalt wohnende Schwiegertochter übergegangen
sei (IV-act. 19-43). Es fehle ihr auch an Kraft, sich für die Enkel zu engagieren. In der
Familie führe sie allgemein ein zurückgezogenes Leben. Sie wünsche niemanden zu
sehen und mit niemandem zu reden (IV-act. 19-43 f.).
3.3 Gegenüber dem psychiatrischen Gutachter der medas Ostschweiz med. pract.
G._ bezeichnete die Beschwerdeführerin über neun Jahre später im August 2013 als
Hobby das Spielen mit den Enkeln. Sie gehe regelmässig mit ihnen auf den Spielplatz.
Weiter berichte sie von Freundinnen, mit denen sie Kontakt pflege. Auch habe sie
verschiedene Familienmitglieder, die sie regelmässig sehe und besuche. Zum
Tagesverlauf wird erwähnt, dass die Beschwerdeführerin etwas im Haushalt mithelfe
(z.B. Eintopf kochen; bereits der Hausarzt Dr. C._ hatte am 19. Dezember 2012 von
einer gewissen Mithilfe im Haushalt bei leichten Arbeiten berichtet, IV-act. 53-2).
Anders als noch 2004, als sie berichtet hatte, nur gelegentlich (in der Regel bei
schönem Wetter) zumeist allein für einen Spaziergang ausser Haus zu gehen (IV-act.
19-44), gab sie gegenüber med. pract. G._ weiter an, morgens nach der Mithilfe im
Haushalt "normalerweise" hinauszugehen, entweder in H._ oder etwas zu spazieren.
Sie besuche auch oft die Tochter. Med. pract. G._ protokollierte, die
Beschwerdeführerin fühle sich psychisch mit den Medikamenten stabil. Es gehe ihr
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besser als am Anfang (IV-act. 76-31 Mitte, siehe zur subjektiven Verbesserung auch IV-
act. 76-33 Mitte). Manchmal sei sie etwas traurig, manchmal fühle sie sich nicht so gut.
Sie sehe, dass sie keine Ausbildung habe und somit auch keine Chance auf einen Job
(IV-act. 76-31). Zum Psychostatus hielt der Gutachter fest, der affektive Rapport sei
herstellbar. Die Grundstimmung sei leicht nach unten geschoben, die
Schwingungsfähigkeit sei erhalten. Lebensfreude und Lebenslust seien mit den
Medikamenten besser. Im Moment habe sie keine Ängste, sie führe das auf die
Medikamente zurück. Am Anfang habe sie Todeswünsche gehabt, diese seien nun
verschwunden (IV-act. 76-32). Während Dr. F._ noch festgehalten hatte, die
Beschwerdeführerin berichte, nachts kaum Schlaf zu finden und vielfach das Bett zu
verlassen, um in der Wohnung umherzugehen (IV-act. 19-44), erwähnte med. pract.
G._, sie brauche eine Stunde zum Einschlafen. Manchmal könne sie durchschlafen,
manchmal auch nicht (IV-act. 76-31). In diesem Kontext erwähnte der Gutachter, dass
sie gleichzeitig aber auch berichte, zum Teil am Nachmittag drei bis vier Stunden zu
schlafen (IV-act. 76-33). Unter Bezugnahme auf psychiatrische Vorakten hielt med.
pract. G._ fest, es gebe Hinweise, dass die Beschwerdeführerin vor allem anfänglich
eine deutliche depressive Symptomatik gezeigt habe (IV-act. 76-34). Diagnosen mit
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannte der medas-Psychiater keine. Ohne Einfluss
beständen eine leichte depressive Störung mit somatischem Syndrom und eine
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren. Er gehe im
Vergleich zu früher von einem gleichbleibenden Zustandsbild aus. Dieses beurteile er
im IV-rechtlichen Rahmen aber anders, es habe andere Konsequenzen auf die
Arbeitsfähigkeit. Von einer Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit gehe er nicht aus (IV-
act. 76-35). Betrachtet man die erwähnte subjektive Wahrnehmung der
Beschwerdeführerin, aber auch die Schilderungen der Aktivitäten allgemein und in
sozialer Hinsicht, so ist entgegen dieser Ansicht von med. pract. G._ eine
Verbesserung anzunehmen. Die Stimmung erschien deutlich weniger gedrückt bzw.
beeinträchtigt. Die Kränkung durch die Kündigung der Arbeitsstelle, der Dr. F._ noch
einen wesentlichen Anteil an der Entwicklung des damaligen psychischen Zustands
beigemessen hatte, wurde von med. pract. G._ nicht mehr thematisiert. Auch Ängste
davor, einen Rollstuhl zu benötigen, wurden nicht mehr vorgebracht. Ein Hinweis auf im
Jahr 2013 nicht mehr allzu hohen psychischen Leidensdruck ist auch darin zu
erblicken, dass die Beschwerdeführerin ihre Psychiaterin Dr. E._ nur in grösseren
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Abständen aufsucht (gemäss med. pract. G._ alle drei Monate, um dort
Medikamente zu holen; IV-act. 76-11; vgl. auch IV-act. 53-1) und diese die
Medikamentencompliance als unsicher bezeichnete (Bericht vom 12. März 2013, IV-
act. 65-2; bei der im Rahmen der medas-Begutachtung vorgenommenen
Medikamentenspiegelbestimmung vom 20. August 2013 wurde hingegen eine
antidepressive Medikation im therapeutischen Bereich nachgewiesen, vgl. IV-act.
76-33). Der Hausarzt Dr. C._ hatte dem depressiven Zustandsbild im Jahr 2003 eine
reaktive Ätiologie beigemessen. Er hatte von allgemeiner Erschöpfung berichtet und
das "Scheitern" einer Arbeitsfähigkeit von 50% insbesondere der Angst der
Beschwerdeführerin zugeschrieben (IV-act. 8-4). Im Bericht vom 19. Dezember 2012
nannte Dr. C._ keine psychischen Diagnosen oder Beeinträchtigungen mehr, obwohl
sich die Fragestellung auch darauf bezog (IV-act. 53). Dies ist zumindest als Hinweis
darauf zu interpretieren, dass die psychische Problematik zu jener Zeit nicht mehr im
Vordergrund stand. Im an den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin gerichteten
Schreiben vom 26. Mai 2014 erwähnte Dr. C._ zwar wiederum eine chronische
Depression, ging darauf jedoch nicht näher ein (IV-act. 113-2). Insgesamt ist
festzuhalten, dass im Zeitpunkt der Renteneinstellung keine hinreichend konkreten
Anhaltspunkte für eine die Arbeitsfähigkeit relevant einschränkende psychische
Pathologie mehr bestanden. Eine Verbesserung der psychischen Situation, wohl am
ehesten bedingt durch eine im Lauf der Jahre seit 2003 eingetretene Adaptation, ist
damit überwiegend wahrscheinlich erwiesen. Folglich ist, abstellend auf die
Arbeitsfähigkeitsschätzung von med. pract. G._, im Hinblick auf den psychischen
Gesundheitszustand von einer vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen.
4.
4.1 In Bezug auf die somatischen Beeinträchtigungen weist die Beschwerdeführerin
zwar zu Recht darauf hin, dass seit 2005 weitere Gesundheitsschäden dazugekommen
sind. Daraus vermag sie jedoch in Bezug auf den Rentenanspruch nichts zu ihren
Gunsten abzuleiten. Gegenüber den medas-Gutachtern waren die Schmerzangaben
unspezifisch, die Beschwerdeführerin berichtete von Schmerzen, Kraftminderung und
Empfindungsstörungen im gesamten Körper (IV-act. 76-28). Verglichen mit 2005 neu
diagnostiziert wurden insbesondere ein subacromiales Impingement rechts mehr als
links und eine Gonarthrose mittelgradig rechts und leichtgradig links. Die Wirbelsäule
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betreffend wurden eine intermittierende lumbale Wurzelreizsymptomatik bei
Diskushernie L1/S1, eine Spondylarthrose untere LWS mit Facettenreizung und eine
Zervikobrachialgie erhoben (IV-act. 76-45). Die Rückenschmerzen beschrieb die
Beschwerdeführerin gegenüber dem orthopädischen Teilgutachter als verglichen mit
2004 unverändert (IV-act. 76-40). Die Gutachterin bezeichnete die Diskushernie L5/S1
beim Vergleich von MRI-Bildern vom April 2009 mit solchen vom März 2013 als
moderat progredient (IV-act. 76-42). Die gesamte Wirbelsäulenproblematik bewirke
eine verminderte Belastbarkeit beim Heben und Tragen von schweren Lasten, beim
Bücken sowie bei einseitiger Zwangshaltung der Wirbelsäule. Auch betreffend die
rechtsseitigen Kniegelenksbeschwerden attestierte die Gutachterin eine Zunahme.
Diesbezüglich sah sie aber nur eine Einschränkung beim Gehen und beim
Treppensteigen (IV-act. 76-42). Betreffend die rechte Schulter erwähnte die
Gutachterin radiologisch eine fortgeschrittene degenerative Veränderung des AC-
Gelenks rechts und ein Kalkdepot im Bereich der Supraspinatussehne rechts.
Insgesamt und ohne nähere Zuordnung zu den jeweiligen Gesundheitsschäden
bescheinigte die Gutachterin in quantitativer Hinsicht eine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit für adaptierte Tätigkeiten (zum Profil siehe IV-act. 76-44) von 20%.
Diese Reduktion sei infolge eines eingeschränkten Rendements wegen der
Verlangsamung und der vermehrten Pausen anzunehmen (IV-act. 76-43). Dies
erscheint als plausibel. Jedenfalls liefern die medizinischen Akten keine ausreichend
klaren Hinweise darauf, dass eine Tätigkeit, in der die beeinträchtigten Körperregionen
Rücken, Knie und Schulter angemessen geschont werden, über das eingeschränkte
Rendement hinaus nicht zu 80% zumutbar sein sollte. Auch dass die pneumologische
Teilgutachterin den Diagnosen ausgeprägte Raucherbronchitis und leichte bis
mittelschwere Schlafapnoe keinen relevanten Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
zugebilligt hat (vgl. dazu das Teilgutachten, IV-act. 76-52 ff.), ist durchaus
nachvollziehbar. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass in somatischer Hinsicht zwar
neue Gesundheitsbeeinträchtigungen hinzugekommen sind und vorbestehende sich
teilweise verstärkt haben. Diese haben die Arbeitsfähigkeit in qualitativer Hinsicht zwar
negativ beeinflusst. In quantitativer Hinsicht vermögen sie jedoch eine
Arbeitsunfähigkeit von über 20% in leidensangepassten Tätigkeiten nicht zu beweisen.
4.2 Nach Erlass der Verfügung vom 2. Juni 2014 ging der IV-Stelle ein Bericht von Dr.
C._ vom 26. Mai 2014 zu, in dem dieser Hand- und Handgelenksschmerzen und
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Schwellungsneigung unklarer Aetiologie als im Vordergrund stehend bezeichnete (IV-
act. 113-2 f.). Dr. D._ verneint bezugnehmend auf diesen Bericht Anhaltspunkte für
ein rheumatologisches Geschehen, zumal Dr. C._ keine objektivierbaren Befunde
oder Funktionseinschränkungen mitteile (IV-act. 121). Diese Einschätzung ist plausibel.
Zudem fällt auf, dass Dr. C._ nicht geltend machte, selbst weitere Abklärungen
betreffend Hände bzw. Handgelenke veranlasst zu haben. Auch später im Verfahren,
insbesondere in der Replik vom 8. November 2014 (act. G 9) und damit knapp ein
halbes Jahr nach dem erwähnten Bericht von Dr. C._, finden sich keine Hinweise auf
weitere Abklärungen, die als Indiz für erhebliche neue Schmerzen in den Händen oder
Handgelenken interpretiert werden könnten. Vor diesem Hintergrund hat die
Beschwerdegegnerin ihre Untersuchungspflicht nicht verletzt, indem sie diesbezüglich
keine weiteren Abklärungen veranlasst hat.
5.
5.1 Insgesamt ist damit festzuhalten, dass die Verbesserung der psychischen
Beeinträchtigungen seit der ursprünglichen Rentenzusprache einen Revisionsgrund
darstellt. Neu ist der Invaliditätsgrad basierend auf einer Arbeitsfähigkeit von 80% zu
bemessen.
5.2 Bei der ursprünglichen Rentenzusprache ging die Beschwerdegegnerin von einem
Valideneinkommen von Fr. 59'040.- (Basis 2004) aus (IV-act. 35; 30-2; vgl. auch IV-act.
109). Dieses ist an die Nominallohnentwicklung bis 2014 aufzurechnen und beträgt
folglich Fr. 66'870.- (Index Frauen 2004: 2'360, 2014: 2'673).
5.3 Betreffend Ermittlung des Invalidenlohns ist festzustellen, dass die
Beschwerdegegnerin soweit ersichtlich keinen Abzug vom Tabellenlohn gewährt hat.
Die Beschwerdeführerin beantragt die Zuerkennung eines leidensbedingten Abzugs
von 45 %, bestehend aus 25 % auf Grund der "schweren somatischen Komorbidität
und der Mehrfachbelastung" und aus 20 % auf Grund ihres Ausländerstatus (Replik,
act. G 9, S. 2). Die Beschwerdeführerin stellt damit implizit die Rechtmässigkeit des
gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung maximal zulässigen leidensbedingten
Abzugs von 25 % in Frage (vgl. BGE 126 V 75 E. 5; BGE 134 V 322 E. 5.2). In erster
Linie ist darauf hinzuweisen, dass die geltend gemachte Komorbidität im medas-
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Gutachten verneint wurde und dass die Auswirkungen der gesundheitlichen
Beeinträchtigung, unter welcher die Beschwerdeführerin leidet, bereits in der
attestierten Arbeitsunfähigkeit von 20 % Berücksichtigung gefunden haben (vgl. dazu
BGE 142 V 178 E. 2.5.9). Im Weiteren kann vorliegend offen bleiben, ob der Standpunkt
der Beschwerdeführerin zutrifft, wonach die ausländische Bevölkerung in der Regel im
Gesundheitsfall 20 % weniger als die hiesige Bevölkerung verdiene. Sie ersucht das
Gericht, die entsprechenden Erhebungen des Bundesamtes für Statistik zu beschaffen,
die belegen sollen, dass man bei ihr nicht von einem vollen Invalidenverdienst
ausgehen könne, ohne die EMRK-Garantien zu verletzen (act. G 9, S. 2). Auf diesen
Antrag braucht nicht eingegangen zu werden, denn die Beschwerdeführerin erzielte als
Gesunde im Vergleich zum durchschnittlichen LSE-Hilfsarbeiterinnenlohn einen
erheblich höheren Lohn (per 2004 gemäss der ursprünglichen Verfügung Fr. 59'040.-;
LSE-Hilfsarbeiterinnenlohn 2004 Fr. 48'585.-). Die qualitativen Anforderungen an eine
leidensangepasste Tätigkeit umschrieben die medas-Gutachter wie folgt: Es soll sich
bei einer voll adaptierten Tätigkeit um eine leichte Arbeit handeln, die ohne
Zwangshaltung, ohne Heben und Tragen von Lasten über 10 kg, ohne ständiges
Bücken, ohne Besteigen von Leitern und ohne ständige Überkopf-Arbeiten
durchgeführt werden kann, unter Berücksichtigung der Leistungsminderung, die sich
aus dem wegen der Verlangsamung und dem vermehrten Pausenbedarf
eingeschränkten Rendement ergibt (Gutachten, S. 49). Auf Grund dieser
Anforderungen wird das Spektrum möglicher Hilfsarbeiten zwar eingeschränkt, aber
nicht in einem Umfang, der erhebliche lohnwirksame Nachteile befürchten lässt. Ein
gewisser Konkurrenznachteil, dies nicht zuletzt aufgrund der langen Abwesenheit vom
Arbeitsmarkt, ist zwar nicht wegzudiskutieren. Einen 15% übersteigenden
Tabellenlohnabzug rechtfertigt dieser jedoch nicht. Folglich beläuft sich das
Invalideneinkommen per 2014 auf Fr. 36'579.- (Tabellenlohn Hilfsarbeiterinnen 2014:
Fr. 53'793.- x 0.8 x 0.85).
5.4 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 66'870.- und einem Invalideneinkommen von
Fr. 36'579.- ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 45%. Damit hat die Beschwerdeführerin
ab 1. August 2014 Anspruch auf eine Viertelsrente.
6.
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6.1 Nach dem Gesagten erweist sich die angefochtene Verfügung als rechtswidrig und
ist deshalb in teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben. Der
Beschwerdeführerin ist mit Wirkung ab 1. August 2014 eine Viertelsrente
zuzusprechen. Zur Festsetzung und Ausrichtung der Rentenleistung ist die Sache an
die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- bis Fr.
1'000.- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- erscheint in
der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Sie ist dem
Verfahrensausgang entsprechend vollumfänglich der Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen (vgl. betreffend Überklagung etwa das Urteil des Versicherungsgerichts
des Kantons St. Gallen IV 2009/459 vom 19. Dezember 2011 E. 5.2 f.). Der von der
Beschwerdeführerin geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.- ist ihr
zurückzuerstatten.
6.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art.
22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.- bis Fr. 12'000.-. Der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat keine Honorarnote eingereicht. In der
vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit erscheint - wie in vergleichbaren Fällen
üblich - eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer) angemessen.