Decision ID: 1060631e-5a41-5992-86cb-6afddd43feb4
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 31. Juli 2004 aufgrund eines seit 1. Juni 1984 bestehenden
Diabetes mellitus Typ 1 und einer Zöliakie erstmals zum Bezug von IV-Leistungen an
(IV-act. 1). Mit Verfügung vom 5. Januar 2005 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren
der Versicherten aufgrund fehlender Invalidität ab (IV-act. 15). Diese Verfügung
erwuchs in Rechtskraft.
A.b Am 8. April 2009 meldete sich die Versicherte erneut zum Bezug von
Rentenleistungen der Invalidenversicherung an (IV-act. 21). Der damals behandelnde
Dr. med. B._, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, berichtete am 6. April 2009, die
Versicherte leide unter Diabetes mellitus Typ 1 verbunden mit einer Retinopathie und
einer Polyneuropathie sowie eines Colon irritabile (zur Korrektur der irrtümlichen
Diagnose der Zöliakie vgl. IV-act. 50). Es bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50% (IV-act.
22).
A.c Die Versicherte nahm am 3. und 15. März 2010 an einer interdisziplinären
Abklärung durch die RAD-Ärzte Dr. med. C._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie, und Dr. med. D._, Facharzt für Innere Medizin, teil. Im
interdisziplinären Untersuchungsbericht vom 19. März 2010 diagnostizierten die RAD-
Experten mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen insulinpflichtigen Diabetes
mellitus Typ 1 ohne Folgeschäden. Die diagnostizierten asthenisch-abhängigen Züge
mit Selbstwertproblematik und das vermutete Colon irritabile hätten keine
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Die Versicherte sei aus psychiatrischer und
internistischer Sicht sowohl in der angestammten Tätigkeit als auch in adaptierten
Tätigkeiten, soweit sie nicht im Dreischichtbetrieb durchgeführt würden, zu 100% voll
leistungsfähig. Eine stufenweise Eingliederung sei sofort möglich (IV-act. 52).
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A.d Mit Vorbescheid vom 26. Mai 2010 stellte die IV-Stelle der Versicherten in
Aussicht, das Leistungsbegehren abzuweisen. Die medizinischen Abklärungen hätten
ergeben, dass die Versicherte sowohl in der bisherigen als auch in einer
leidensadaptierten Tätigkeit voll arbeitsfähig sei (Vorbescheid vom 26. Mai 2010, IV-
act. 56). Am 23. Juni 2010 führte Dr. med. E._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie, eine psychiatrische Untersuchung der Versicherten durch. Dabei
diagnostizierte er ein seit Jahren zunehmendes mittelgradig depressives Zustandsbild
(ICD-10: F33.11), eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit zwanghaften,
selbstunsicheren und abhängigen Anteilen (ICD-10: F61.0), einen insulinpflichtigen
Diabetes mellitus und ein rezidivierendes Colon irritabile (ICD-10: F45.32). Die
Persönlichkeitsstörung sei nicht therapierbar. Daraus resultiere eine Arbeitsunfähigkeit
von mind. 90% (IV-act. 61). Im Wesentlichen gestützt auf diese Einschätzung von Dr.
E._ erhob die Versicherte am 5. Juli 2010 Einwand gegen den Vorbescheid der IV-
Stelle vom 26. Mai 2010 und beantragte die Zusprache einer „Vollrente“ (IV-act. 61).
A.e Nachdem Dr. B._ mit Verlaufsbericht vom 2. Oktober 2012 (IV-act. 76) einen
stationären Gesundheitszustand attestiert hatte, verfügte die IV-Stelle am 18. Februar
2014 die Abweisung des Leistungsbegehrens um berufliche Massnahmen (IV-act. 79).
Diese Verfügung erwuchs in Rechtskraft. Da die Einwendungen der Versicherten den
RAD nicht zu einer anderen Beurteilung bewegt hätten (vgl. Stellungnahme von RAD-
Arzt. Dr. C._ vom 13. August 2010, IV-act. 63), stellte die IV-Stelle mit erneutem
Vorbescheid vom 14. März 2014 auch eine Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht
(IV-act. 82).
A.f Am 19. Mai 2014 verfügte die IV-Stelle die Abweisung des Rentengesuchs (IV-act.
83).
B.
B.a Gegen die Rentenverfügung vom 19. Mai 2014 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 18. Juni 2014 (act. G 1). Die Beschwerdeführerin beantragt darin
deren Aufhebung sowie die Zusprache einer ganzen Invalidenrente. Eventuell sei ein
ergänzendes Gutachten anzuordnen. Subeventuell sei die Angelegenheit zur
Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen; unter Kosten- und
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Entschädigungsfolge. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin führt aus, diese
leide gemäss Bericht von Dr. E._ vom 2. April 2014 (vgl. act. G 1.2) an einem
mittelgradig depressiven Zustandsbild, einer kombinierten Persönlichkeitsstörung,
einem Diabetes mellitus und einem rezidivierenden Colon irritabile, was eine
Arbeitsunfähigkeit von 90% nach sich ziehe. Die Beschwerdegegnerin habe hingegen
trotz dem vielfältigen Krankheitsbild der Beschwerdeführerin keine
versicherungsrelevante Krankheit festgestellt und gehe zu Unrecht von einer
Arbeitsfähigkeit von 100% aus.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 8. September
2014, die Beschwerde sei abzuweisen. Sie bringt vor, der RAD habe nachvollziehbar
ausgeführt, warum der Beurteilung von Dr. E._ nicht zu folgen sei und dass keine
Veränderungen im Gesundheitszustand geltend gemacht worden seien. Die
Beschwerdeführerin sei aus medizinischer und rechtlicher Sicht in ihrer
Erwerbsfähigkeit nicht eingeschränkt und die angefochtene Verfügung folglich korrekt
(act. G 4).
B.c Im Sinne einer Replik reichte die Beschwerdeführerin am 9. Oktober 2014 einen
Bericht von Dr. E._ vom 17. September 2014 ein (act. G 6.1). Dieser wurde der
Beschwerdegegnerin mit der Möglichkeit zur Stellungnahme am 20. Oktober 2014
zugestellt (act. G 7). Die Beschwerdegegnerin liess sich darauf nicht mehr vernehmen.

Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch
der Beschwerdeführerin gegenüber der Invalidenversicherung.
1.1 Unter Invalidität wird laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich bleibende
oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden.
Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
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dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für
die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG). Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60%
invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf
eine halbe Rente und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
1.2 Im Sozialversicherungsprozess gelten die Grundsätze der Untersuchungspflicht
und der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Demgemäss hat der
Versicherungsträger bzw. im Beschwerdefall das Gericht den rechtserheblichen
Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären, ohne dabei an die Anträge der Parteien
gebunden zu sein. Verwaltungsbehörden und Sozialversicherungsgerichte haben
zusätzliche Abklärungen stets vorzunehmen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 110 V 53 E. 4a am Schluss).
1.3 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Das Gericht hat zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine
zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der medizinischen
Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a). Nach der Rechtsprechung ist es
dem Sozialversicherungsgericht nicht verwehrt, einzig oder im Wesentlichen gestützt
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auf die (versicherungsinterne) Beurteilung des RAD zu entscheiden. In solchen Fällen
sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen in dem Sinn zu stellen,
dass bei auch nur geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der
ärztlichen Feststellungen ergänzende Abklärungen vorzunehmen sind. Ein Anspruch
auf eine versicherungsexterne Begutachtung besteht gemäss Rechtsprechung nicht
(BGE 135 V 465).
2.
Vorab ist die Frage zu klären, ob die medizinische Situation rechtsgenüglich abgeklärt
wurde.
2.1 Die angefochtene Verfügung der Beschwerdegegnerin stützt sich in medizinischer
Hinsicht vorwiegend auf den interdisziplinären RAD-Untersuchungsbericht vom 19.
März 2010 (IV-act. 52). Die Beschwerdeführerin spricht diesem die Beweiskraft ab (vgl.
act. G 1 und IV-act. 61).
2.2 Die Beschwerdeführerin hält der RAD-Beurteilung die davon abweichenden
Einschätzungen von Dr. E._ entgegen (vgl. act. G 1 und IV-act. 61). Nach Lage der
Akten zu Recht unbestritten ist die Diagnose des Diabetes mellitus Typ 1 als solche
sowie der Verdacht auf ein Colon irritabile. Uneinigkeit besteht jedoch bezüglich der
Beurteilung des psychischen Zustandes der Beschwerdeführerin und ihres damit
zusammenhängenden Umgangs mit dem Diabetes mellitus Typ 1.
2.2.1 Dr. E._ nahm am 23. Juni 2010 im Auftrag des Rechtsvertreters der
Beschwerdeführerin eine eigene Untersuchung vor, deren Ergebnisse er im Bericht
vom 24. Juni 2010 festhielt und würdigte (IV-act. 61). Er diagnostizierte ein seit Jahren
zunehmendes mittelgradig depressives Zustandsbild (ICD-10: F33.11), eine
kombinierte Persönlichkeitsstörung mit zwanghaften, selbstunsicheren und abhängigen
Anteilen (ICD 10: F 61.0), einen insulinpflichtigen Diabetes mellitus sowie ein
rezidivierendes Colon irritabile (ICD-10: F 45.32). Er hielt die Beschwerdeführerin für
mind. 90% arbeitsunfähig. In einem geschützten Rahmen sei sie theoretisch für leichte
Arbeiten bis 20% arbeitsfähig.
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2.2.2 Diese Einschätzung überzeugt indessen nicht. Die Beurteilung vom 24. Juni 2010
stützt sich im Wesentlichen auf die am 23. Juni 2010 gemachten Aussagen der
Beschwerdeführerin und die Beobachtungen anlässlich der Untersuchung sowie die
Anamnese der RAD-Ärzte. Es bestehen keine aktenkundigen Hinweise auf frühere
psychiatrische Beschwerden oder Behandlungen. Worauf sich die von Dr. E._
festgestellte Zunahme des mittelgradigen depressiven Zustandbildes seit mehreren
Jahren stützt, geht aus der Beurteilung vom 24. Juni 2010 nicht hervor und ist damit
nicht nachvollziehbar (vgl. auch die zutreffende Kritik von RAD-Arzt Dr. C._, IV-act.
63-1). Die Ausführungen von Dr. E._ erweisen sich sodann insoweit als
widersprüchlich, als er einerseits angab, die Beschwerdeführerin sei kaum mehr
integrationsfähig, andererseits aber festhielt, es bestünden keine
versicherungsrelevanten psychosozialen und/oder soziokulturellen Belastungen, da die
Beschwerdeführerin privat absolut integriert sei.
2.2.3 Der behandelnde Dr. B._ ging am 6. April 2009 von einer Arbeitsfähigkeit von
immerhin 50% aus (IV-act. 22) und in seinem Verlaufsbericht vom 2. Oktober 2012
erwähnte er keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (IV-act. 76). Zudem ging selbst
die Beschwerdeführerin von einer Arbeitsfähigkeit von 50% bzw. 40% aus und suchte
aktiv nach einer Arbeitsstelle (vgl. IV-act. 52, 61 und 74). Die Einschätzung von Dr.
E._ einer mind. 90%igen Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten in der freien
Marktwirtschaft erscheint auch deshalb nicht nachvollziehbar. Die Beurteilung von Dr.
E._ ist sodann nicht geeignet, den interdisziplinären RAD-Untersuchungsbericht vom
19. März 2010 in Frage zu stellen. Er benennt keine objektiven Gesichtspunkte, die im
RAD-Untersuchungsbericht nicht berücksichtigt worden wären, stützt sich bezüglich
der Anamnese ausdrücklich auf den RAD-Untersuchungsbericht und beurteilt mithin
lediglich den gleichen Sachverhalt anders.
2.2.4 Auch die weitere Stellungnahme von Dr. E._ vom 2. April 2014 (act. G 1.2)
schmälert die Beweiskraft des RAD-Untersuchungsberichts vom 19. März 2010 nicht.
Er zweifelt darin an der Einschätzung des RAD und wiederholt seine Diagnose einer
kombinierten Persönlichkeitsstörung, ohne konkrete Gründe für die abweichende
Beurteilung zu nennen. Weiter hält Dr. E._ fest, aus einer fehlenden psychiatrischen
Behandlung könne nicht geschlossen werden, dass keine psychiatrische Diagnose
vorliege, da eine Behandlung der Persönlichkeitsstörung zwecklos sei. Weshalb die
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von ihm diagnostizierte Persönlichkeitsstörung der Beschwerdeführerin nicht
behandelbar sein soll, führt er hingegen nicht weiter aus (vgl. dazu auch die
Stellungnahme von Dr. C._ vom 13. August 2010, IV-act. 63-1). Im Übrigen lässt sich
aus der (Nicht-)Behandelbarkeit einer psychischen Erkrankung für sich allein keine
Schlussfolgerung auf die Schätzung der Arbeitsfähigkeit bzw. den invalidisierenden
Charakter ziehen (BGE 127 V 298 E. 4c). Der nach der RAD-Untersuchung erstellte
Bericht von Dr. E._ vom 23. Juni 2010 (IV-act. 61) wurde durch RAD-Arzt Dr. C._ in
einer Stellungnahme vom 13. August 2010 (IV-act. 63) gewürdigt. Er hielt dabei an
seiner Beurteilung vom 19. März 2010 fest und begründete plausibel, weshalb die
abweichende Arbeitsfähigkeitseinschätzung von Dr. E._ keine Zweifel am RAD-
Untersuchungsbericht hervorruft. Insbesondere trifft seine Kritik zu, dass Dr. E._ auf
die ausführlichen Darstellungen im RAD-Bericht zur psychosozialen Situation der
Beschwerdeführerin wie auch zu Fremdbeobachtungen betreffend Selbstlimitierung
nicht einging (vgl. IV-act. 63-2). Auch nach dem Bericht von Dr. E._ vom 2. April 2014
(act. G 1.2) hielt Dr. C._ in seiner Stellungnahme vom 18. August 2014 (IV-act. 87) am
RAD-Untersuchungsbericht fest und äusserte sich nachvollziehbar dazu, weshalb keine
weitere psychiatrische Begutachtung angezeigt sei. Die unveränderte Diagnose
Diabetes mellitus Typ 1 und die fehlende Notwendigkeit einer weiteren medizinischen
Abklärung wurden ausserdem auch durch den behandelnden Dr. B._, welcher
offenbar Kenntnis vom RAD-Untersuchungsbericht hatte (IV-act. 87-2 und IV-act.
52-15), mit Bericht vom 2. Oktober 2012 bestätigt (IV-act. 76).
2.3 Bei der Würdigung der medizinischen Situation fällt weiter ins Gewicht, dass der
RAD-Untersuchungsbericht vom 19. März 2010 und die Stellungnahme des RAD-
Arztes Dr. C._ vom 13. August 2010 auf umfassender Aktenkenntnis sowie
interdisziplinären eigenen Untersuchungen beruhen, das gesamte Leidensbild der
Beschwerdeführerin berücksichtigen und die auf dieser Grundlage gezogenen
Schlüsse nachvollziehbar sind. Aus den von der Beschwerdeführerin vorgebrachten
medizinischen Einschätzungen von Dr. E._ ergeben sich zudem keine objektiven
Gesichtspunkte, welche im RAD-Untersuchungsbericht vom 19. März 2010 ausser
Acht gelassen worden wären. Schliesslich wurden auch keine zwischen dem RAD-
Bericht vom 19. März 2010 und der umstrittenen Verfügung der IV-Stelle vom 19. Mai
2014 (IV-act. 83) eingetretenen massgeblichen Veränderungen mit Auswirkungen auf
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die Arbeitsfähigkeit geltend gemacht und solche ergeben sich auch nicht aus den
Akten.
3.
Ausgehend von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit sowohl für die angestammte als auch
für leidensangepasste Tätigkeiten erübrigen sich die Vornahme eines konkreten
Einkommensvergleichs und insbesondere die Festsetzung eines Tabellenlohnabzugs,
da offensichtlich kein rentenbegründender Mindestinvaliditätsgrad von 40% resultiert.
4.
4.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.
Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist der Beschwerdeführerin
anzurechnen.
4.3 Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Partei-
entschädigung.