Decision ID: 842ab2e3-b054-5b04-aeb7-636b65278c17
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X ist deutscher Staatsangehöriger und hat gemäss Einwohnerdatenplattform seit 1.
Februar 2015 Wohnsitz in A. Bereits am 31. Juli 2014 war sein deutscher
Führerausweis in einen schweizerischen umgetauscht worden. X ist fahrberechtigt für
die Kategorien B und BE sowie für die Unterkategorie A1. Mit Verfügung des
Strassenverkehrsamts des Kantons St. Gallen vom 12. März 2018 wurde er verwarnt,
nachdem er am 9. September 2017 in Chiasso auf der Autobahn die zulässige
Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h um 30 km/h überschritten hatte.
B.- Am 19. März 2019, 15.53 Uhr, wurde auf der Autobahn in St. Gallen ein
Mietfahrzeug (AI 00000) mit einer Geschwindigkeit von 113 km/h (nach Abzug der
Messtoleranz von 6 km/h) gemessen. An der fraglichen Stelle betrug die zulässige
Höchstgeschwindigkeit 80 km/h. X wurde verdächtigt, der fehlbare Fahrzeuglenker
gewesen zu sein. Mit Strafbefehl des Kantonalen Untersuchungsamts St. Gallen vom
15. August 2019 wurde er deswegen der einfachen Verkehrsregelverletzung schuldig
erkannt und mit einer Busse von Fr. 960.– bestraft. Gegen den Strafbefehl erhob er am
19. September 2019 Einsprache. Das Kantonale Untersuchungsamt St. Gallen hielt am
Strafbefehl fest und überwies diesen als Anklageschrift am 10. Februar 2021 ans
Kreisgericht St. Gallen. Der dortige Einzelrichter hob den Strafbefehl mit Entscheid vom
16. Februar 2021 auf und wies den Fall zur Durchführung eines neuen Vorverfahrens an
das Kantonale Untersuchungsamt St. Gallen zurück.
Des Weiteren wird X vorgeworfen, zwischenzeitlich, am 5. Juni 2020, 15.24 Uhr,
ebenfalls in St. Gallen auf der Autobahn die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 80
km/h um 36 km/h (nach Abzug einer Sicherheitsmarge von 6 km/h) überschritten zu
haben. Mit Strafbefehl des Untersuchungsamts St. Gallen vom 16. September 2020
wurde er deswegen der groben Verkehrsregelverletzung schuldig gesprochen und mit
einer bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je Fr. 100.– und einer Busse von Fr.
400.– bestraft. Diesen Strafbefehl focht er nicht an.
C.- Wegen des Vorfalls vom 5. Juni 2020 eröffnete das Strassenverkehrsamt des
Kantons St. Gallen am 30. Oktober 2020 ein Administrativmassnahmeverfahren gegen
X, stellte zufolge schwerer Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften
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einen Führerausweisentzug für die Dauer von mindestens drei Monaten in Aussicht und
gab Gelegenheit zur Stellungnahme. Davon machte X mit Eingabe seines
Rechtsvertreters vom 11. Januar 2021 Gebrauch. Mit Verfügung vom 28. Januar 2021
entzog das Strassenverkehrsamt den Führerausweis zufolge schwerer Widerhandlung
gegen die Strassenverkehrsvorschriften für die Dauer von drei Monaten. Der
Vollzugsbeginn wurde auf 28. Juli 2021 festgesetzt und das Vollzugsende auf 27.
Oktober 2021.
D.- Gegen die Verfügung des Strassenverkehrsamts vom 28. Januar 2021 erhob X mit
Eingabe seines Rechtsvertreters vom 12. Februar 2021 Rekurs bei der
Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen (VRK) mit den Anträgen, die
angefochtene Verfügung sei aufzuheben, von einem Führerausweisentzug sei
abzusehen, eventualiter sei die Angelegenheit zur weiteren Sachverhaltsabklärung an
das Strassenverkehrsamt zurückzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
Das Strassenverkehrsamt verzichtete am 2. März 2021 auf eine Vernehmlassung. Mit
Schreiben vom 28. Mai 2021 teilte die Gerichtsschreiberin der VRK dem
Rechtsvertreter von X mit, dass Letzterer – entgegen den Ausführungen im Rekurs –
Hauptwohnsitz in A habe und im Besitz eines schweizerischen Führerausweises sei.
Dies dementierte der Rechtsvertreter mit Schreiben vom 2. Juli 2021. Das
Strassenverkehrsamt gelangte mit Schreiben vom 20. Juli 2021 zur Klärung des
Sachverhalts an die Führerausweisstelle der Stadt B. Diese sandte dem
Strassenverkehrsamt am 26. Juli 2021 einen Auszug aus der Führerscheindatei von X.
Gestützt darauf teilte das Strassenverkehrsamt mit, dass X, wenn überhaupt, dann zu
Unrecht im Besitz eines deutschen Führerausweises sei, und der schweizerische
Führerausweis nicht wie geltend gemacht in einen deutschen umgewandelt worden sei.
Am 6. September 2021 teilte der Rechtsvertreter mit, dass sich der schweizerische
Führerausweis noch bei der deutschen Behörde befunden habe und X nun wieder
ausgehändigt worden sei. Das Strassenverkehrsamt verzichtete am 14. September
2021 auf eine weitere Stellungnahme und hielt fest, dass der Nachweis, dass der
schweizerische Führerausweis in einen deutschen umgewandelt worden sei, nach wie
vor nicht erbracht sei. Am 27. September 2021 reichte der Rechtsvertreter seine
Honorarnote ein.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten wird, soweit erforderlich, in den
Erwägungen eingegangen.
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Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die VRK ist zum
Sach-entscheid zuständig. Die Befugnis zur Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs
vom 12. Februar 2021 ist rechtzeitig eingereicht worden. Er erfüllt in formeller und
inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den
Rekurs ist einzutreten.
2.- Im Rekursverfahren ist umstritten, ob die Vorinstanz den (schweizerischen)
Führerausweis zu Recht zufolge schwerer Widerhandlung gegen die
Strassenverkehrsvorschriften für drei Monate entzogen hat.
3.- Der Rekurrent rügt eine unrichtige Feststellung des Sachverhalts durch die Vor
instanz. Insbesondere bestreitet er, am 5. Juni 2020 Lenker des Fahrzeugs mit den
Kontrollschildern AI 00000 gewesen zu sein, als dieses – bei einer signalisierten
Geschwindigkeit von 80 km/h – mit einer Geschwindigkeit von 116 km/h (nach Abzug
der Messtoleranz von 6 km/h) gemessen wurde.
a) aa) Der Rekurrent wurde mit Strafbefehl des Untersuchungsamts St. Gallen vom
16. September 2020 wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln mit einer bedingten
Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je Fr. 100.– und einer Busse von Fr. 400.– bestraft,
weil er am 5. Juni 2020 um 15.24 Uhr in St. Gallen auf der Autobahn die zulässige
Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h um 36 km/h (nach Abzug der Messtoleranz von 6
km/h) überschritten habe. Der Strafbefehl erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
bb) Ein Strafurteil vermag die Verwaltungsbehörde grundsätzlich nicht zu binden.
Allerdings gebietet der Grundsatz der Einheit der Rechtsordnung, widersprüchliche
Entscheide im Rahmen des Möglichen zu vermeiden, weshalb die Verwaltungsbehörde
beim Entscheid über die Massnahme von den tatsächlichen Feststellungen des
Strafrichters nur abweichen darf, wenn sie Tatsachen feststellt und ihrem Entscheid
zugrunde legt, die dem Strafrichter unbekannt waren, wenn sie zusätzliche Beweise
erhebt oder wenn der Strafrichter bei der Rechtsanwendung auf den Sachverhalt nicht
alle Rechtsfragen abgeklärt hat (Urteil des Bundesgerichts [BGer] 1C_464/2020 vom
bis
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16. März 2021 E. 2.2 mit Hinweisen, BGE 124 II 103 E. 1c). Die Verwaltungsbehörde
hat vor allem auf die Tatsachen im Strafurteil abzustellen, wenn dieses im ordentlichen
Verfahren mit öffentlicher Verhandlung unter Anhörung von Parteien und Einvernahme
von Zeugen ergangen ist, es sei denn, es bestünden klare Anhaltspunkte für die
Unrichtigkeit dieser Tatsachenfeststellung; in diesem Fall hat die Verwaltungsbehörde
nötigenfalls selbstständige Beweiserhebungen durchzuführen (BGE 136 II 447 E. 3.1;
BGer 1C_266/2014 vom 17. Februar 2015 E. 2.1.2 und 1C_156/2020 vom 15. April
2021 E. 3.1).
Die Verwaltungsbehörde ist unter bestimmten Umständen auch an die
sachverhaltlichen Feststellungen des Strafentscheids gebunden, der im
Strafbefehlsverfahren ergangen ist, selbst wenn er ausschliesslich auf einem
Polizeibericht beruht. Dies gilt insbesondere dann, wenn der Betroffene weiss oder
wissen muss, dass neben dem Strafverfahren ein Administrativverfahren eröffnet wird
und er es trotzdem unterlässt oder darauf verzichtet, im Rahmen des Strafverfahrens
die ihm garantierten Verteidigungsrechte geltend zu machen. Ein Betroffener darf nicht
das Verwaltungsverfahren abwarten, um allfällige Rügen vorzubringen und
Beweisanträge zu stellen. Nach Treu und Glauben ist er verpflichtet, dies bereits im
Rahmen des Strafverfahrens zu tun und allenfalls die nötigen Rechtsmittel zu ergreifen
(BGer 1C_33/2018 vom 6. Juli 2018 E. 3.2 und 1C_464/2020 vom 16. März 2021 E. 2.2;
BGE 123 II 97 E. 3c/aa; Entscheid der VRK [VRKE] IV-2009/152 vom 27. Mai 2010
E. 2a, im Internet abrufbar unter: www.sg.ch/recht/gerichte und dort unter
Rechtsprechung).
cc) Die Voraussetzungen für ein Abweichen von den tatsächlichen Feststellungen im
Strafbefehl sind nicht erfüllt. Der Rekurrent wurde am 10. August 2020 von der
Kantonspolizei St. Gallen einvernommen. Er gab an, dass er nicht wisse, ob er am 5.
Juni 2020 in der Schweiz gewesen sei, und er keine Ahnung habe, ob er geblitzt
worden sei. Auf dem Fotoblatt könne er sich nicht erkennen (act. 10/53 f.). In der Folge
wurde er mit Strafbefehl des Untersuchungsamts St. Gallen vom 16. September 2020
der groben Verletzung der Verkehrsregeln schuldig gesprochen. Die Sachbearbeiterin
mit staatsanwaltlichen Befugnissen ging davon aus, dass er am 5. Juni 2020 um
15.24 Uhr in St. Gallen auf der Autobahn die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 80
km/h um 36 km/h (nach Abzug der Messtoleranz von 6 km/h) überschritten hatte.
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_similar_documents&page=17&from_date=01.01.2005&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&docid=aza%3A%2F%2F15-04-2016-6B_493-2015&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F136-II-447%3Ade&number_of_ranks=0#page447
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Gegen den Strafbefehl erhob der Rekurrent keine Einsprache. Damit wurde dieser
gemäss Art. 354 Abs. 3 der Schweizerischen Strafprozessordnung (SR 312.0,
abgekürzt: StPO) zum rechtskräftigen Urteil. Wenn sich der Sachverhalt anders
zugetragen und der Rekurrent die Geschwindigkeitsüberschreitung nicht begangen
haben sollte, hätte er dies im Strafverfahren mittels Einsprache gegen den Strafbefehl
geltend machen müssen. Es ist nicht nachvollziehbar, dass jemand, gegen den ein
Strafverfahren läuft, und der gemäss eigenen Angaben die fragliche
Geschwindigkeitsüberschreitung nicht begangen haben will, nicht alles daran setzt,
seine Schuld im Strafverfahren zu bestreiten; immerhin ging es um ein Vergehen. Bei
der polizeilichen Einvernahme wurde der Rekurrent darauf hingewiesen, dass gegen
ihn in der Schweiz ein Fahrverbot ausgesprochen werden könnte (act. 10/54). Im
Strafbefehl vom 16. September 2020 wurde er zudem über die Weiterleitung des
Strafbefehls an das Strassenverkehrsamt orientiert. Er musste folglich mit der
Eröffnung eines Administrativmassnahmeverfahrens rechnen. Dessen ungeachtet liess
er den Strafbefehl in Rechtskraft erwachsen.
b) aa) Der Rekurrent macht zunächst geltend, dass er nach Treu und Glauben nicht
verpflichtet gewesen sei, im Strafverfahren alle Rügen vorzubringen. Er sei aufgrund
des beim gleichen Untersuchungsamt geführten, bereits früher eingeleiteten
Strafverfahrens davon ausgegangen, dass der neue Vorfall vom 5. Juni 2020 von den
Strafverfolgungsbehörden zusammen mit dem früheren Vorfall vom 19. März 2019
beurteilt werde. Gemäss Art. 29 Abs. 1 lit. a StPO würden Straftaten gemeinsam
verfolgt und beurteilt, wenn eine beschuldigte Person mehrere Straftaten verübt habe.
Eine Abweichung vom Grundsatz der Verfahrenseinheit rechtfertige sich nur, wenn dies
aus objektiven Gründen in der Sache notwendig sei, beispielsweise bei einer grossen
Anzahl von Mittätern, bei Massendelikten oder bei langwierigen Verfahren. Vorliegend
habe das Kantonale Untersuchungsamt St. Gallen offenbar übersehen, dass gegen ihn
bereits ein weiteres Strafverfahren geführt werde, wie sich aus dem Schreiben des
Kantonalen Untersuchungsamts St. Gallen vom 19. Oktober 2020 ergebe. Er habe
keine Veranlassung gesehen, seine Verfahrensrechte im Strafverfahren bezüglich des
zweiten Vorfalls vom 5. Juni 2020 geltend zu machen, zumal das erste Strafverfahren
noch nicht abgeschlossen gewesen sei und in Kürze an das Gericht überwiesen
werden sollte. Er sei davon ausgegangen, dass er seine Verfahrensrechte bezüglich
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des zweiten Vorfalls zusammen mit dem ersten Vorfall vom 19. März 2019 in einem
gemeinsamen Strafverfahren ausüben könne.
bb) Dem Rekurrenten ist zwar zuzustimmen, dass Straftaten gemäss Art. 29 Abs. 1 lit.
a StPO grundsätzlich gemeinsam verfolgt und beurteilt werden. Das Begehren um
gemeinsame Beurteilung der beiden Vorfälle hätte er allerdings im Strafverfahren
vorbringen müssen und nicht erst im Administrativmassnahmeverfahren rügen dürfen,
nachdem er den Strafbefehl vom 16. September 2020 nicht angefochten und in
Rechtskraft erwachsen lassen hatte. Das Vorbringen des Rekurrenten erscheint unter
diesen Umständen als nachgeschobene Schutzbehauptung. Hinzukommt, dass kein
Rechtsanspruch auf gemeinsame Beurteilung besteht. Denn eine Schlechterstellung
bei zwei getrennt ergehenden Entscheiden wird durch Art. 49 Abs. 2 des
Schweizerischen Strafgesetzbuches (SR 311.0, abgekürzt: StGB) verhindert
(sogenannte retrospektive Konkurrenz; A. Baumgartner, Die Zuständigkeit im
Strafverfahren, Zürich/Basel/Genf 2014, S. 466; F. Riklin, Kommentar Schweizerische
Strafprozessordnung, Freiburg 2010, Art. 30 N 1). Hat das Gericht gemäss dieser
Bestimmung eine Tat zu beurteilen, die der Täter begangen hat, bevor er wegen einer
anderen Tat verurteilt worden ist, so bestimmt es die Zusatzstrafe in der Weise, dass
der Täter nicht schwerer bestraft wird, als wenn die strafbaren Handlungen gleichzeitig
beurteilt worden wären. Damit erweist sich der Strafbefehl vom 16. September 2020
aufgrund des Umstands, dass er erlassen wurde, obschon gegen den Rekurrenten ein
weiteres Strafverfahren hängig war, nicht als nichtig, und die diesbezügliche
Argumentation des Rekurrenten läuft ins Leere.
c) aa) Des Weiteren bringt der Rekurrent vor, auf den Strafbefehl vom 16. September
2020 könne nicht abgestellt werden, da dieser ungültig sei, weil er ihm und nicht dem
Rechtsvertreter zugestellt worden sei. Der Rechtsvertreter habe sich gegenüber dem
Kantonalen Untersuchungsamt St. Gallen bezüglich des Vorfalls vom 19. März 2019 mit
Einreichen einer schriftlichen Vollmacht als seinen Rechtsvertreter in Strafsachen
legitimiert. Das grundsätzliche Vertretungsverhältnis sei den Strafverfolgungsbehörden
somit bekannt gewesen. Dennoch sei der Strafbefehl vom 16. September 2020
bezüglich des Vorfalls vom 5. Juni 2020 dem Rekurrenten direkt zugestellt worden.
Würden während eines laufenden Strafverfahrens neue Verfehlungen zum Vorschein
kommen, sei selbstverständlich keine erneute separate Bevollmächtigung notwendig.
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bb) Der Rechtsvertreter teilte dem Kantonalen Untersuchungsamt St. Gallen im
Verfahren bezüglich des Vorfalls vom 19. März 2019 am 19. September 2019 mit, dass
der Rekurrent ihn mit der Wahrung seiner Interessen beauftragt habe, und wies sich mit
einer Vollmacht vom 17. September 2019 aus (act. 10/24 ff.). Entgegen den
Ausführungen des Rekurrenten wurde der Rechtsvertreter auf der Vollmacht jedoch
nicht "für Strafsachen" zur Interessenwahrung legitimiert, sondern für die
Angelegenheit "Geschwindigkeitsübertretung". Nur weil der zweite Vorfall vom 5. Juni
2020 ebenfalls eine Geschwindigkeitsüberschreitung betraf, bedeutet dies nicht, dass
die Vollmacht automatisch auch für diesen Vorfall gilt. Hätte es sich beim zweiten
Vorfall nicht zufällig ebenfalls um eine Geschwindigkeitsüberschreitung gehandelt,
hätte die Vollmacht auch keine Gültigkeit gehabt. Die Vorinstanz hielt in der
angefochtenen Verfügung deshalb zu Recht fest, dass sich ein Mandat nicht
automatisch auf zukünftige Verfehlungen ausdehne. Hinzu kommt, dass die zwei
Vorfälle von unterschiedlichen Untersuchungsämtern beurteilt wurden; den ersten
Vorfall behandelte das Kantonalen Untersuchungsamt St. Gallen (Bussenzentrum) und
den zweiten Vorfall das Untersuchungsamt St. Gallen. Die Vollmacht vom 17.
September 2019 wurde dem Kantonalen Untersuchungsamt St. Gallen, nicht aber dem
Untersuchungsamt St. Gallen zugestellt. Bei der polizeilichen Einvernahme vom 10.
August 2020 zum zweiten Vorfall vom 5. Juni 2020 verzichtete der Rekurrent auf den
Beizug eines Verteidigers (act. 10/53). Das Untersuchungsamt St. Gallen konnte und
musste deshalb von einer allfälligen anwaltlichen Vertretung des Rekurrenten nichts
wissen. Es wäre Aufgabe des Rekurrenten und seines Rechtsvertreters gewesen, die
geltend gemachte Vertretung auch dem Untersuchungsamt St. Gallen anzuzeigen.
Unter diesen Umständen wurde der Strafbefehl vom 16. September 2020 zu Recht
dem Rekurrenten und nicht seinem Rechtsvertreter zugestellt.
d) aa) Schliesslich macht der Rekurrent geltend, dass es keinen Nachweis für eine
gültige Zustellung des Strafbefehls vom 16. September 2020 gebe. Der Strafbefehl sei
ihm an die Adresse in Deutschland gesendet worden. Eine direkte Zustellung im
Ausland sei zwar an sich zulässig gewesen, die blosse Erfassung eines eingeschrieben
versandten Strafbefehls nach Deutschland im "Track & Trace"-Auszug als "zugestellt"
genüge der in Art. 85 Abs. 2 StPO vorgesehenen qualifizierten Zustellungsform nicht.
Vielmehr müsse die tatsächliche Kenntnisnahme durch den Empfänger von der
Strafverfolgungsbehörde nachgewiesen werden. Dieser Nachweis könne gemäss
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Bundesgerichtspraxis nur mit einer eigentlichen Empfangsbestätigung erfolgen. Eine
rechtswirksame Zustellung des Strafbefehls vom 16. September 2020 werde bestritten.
Er habe lediglich die Rechnung erhalten, welche er bezahlt habe. Diese sei mit
separater Post zugestellt worden. Im Strafbefehl vom 16. September 2020 werde mit
keinem Wort erwähnt, dass eine Rechnung beigelegen hätte.
bb) Der Strafbefehl vom 16. September 2020 wurde dem Rekurrenten mittels
eingeschriebener Post nach Deutschland gesendet. Dem Rekurrenten ist zuzustimmen,
dass gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung die blosse Erfassung einer
eingeschrieben versandten Sendung im "Track & Trace"-Auszug als "zugestellt" der
in Art. 85 Abs. 2 StPO vorgesehenen qualifizierten Zustellungsform nicht genügt, da
sich die tatsächliche Kenntnisnahme durch den Empfänger mangels Quittierung nicht
nachweisen lässt (BGer 6B_185/2020 vom 11. Mai 2020 E. 3). Allerdings ist gemäss
der Rechtsprechung des Bundesgerichts eine Zustellung ungeachtet der Verletzung
von Art. 85 Abs. 2 StPO grundsätzlich auch dann gültig erfolgt, wenn die
Kenntnisnahme des Empfängers auf andere Weise bewiesen werden kann (BGE 145 IV
252 E. 1.3.2). Vorliegend erscheint es völlig unglaubwürdig, dass der Rekurrent zwar
eine Rechnung, die er bezahlte, nicht aber den Strafbefehl vom 16. September 2020
erhalten haben soll. Zum einen lag der Einzahlungsschein – entgegen den
Ausführungen des Rekurrenten – dem Strafbefehl vom 16. September 2020 bei ("mit
beiliegendem Einzahlungsschein", act. 10/62). Zum andern ist es nicht glaubhaft, dass
der Rekurrent die Rechnung bezahlte, ohne zu wissen weshalb. Der Strafbefehl vom
16. September 2020 hat damit für das vorliegende Verfahren gleichwohl als zugestellt
zu gelten, auch wenn in den Akten keine Quittung zu finden ist.
e) Zusammenfassend ergibt sich, dass sich sämtliche Rügen des Rekurrenten als
unbegründet erweisen, die Vorinstanz zu Recht auf den Strafbefehl vom 16. September
2020 abstellte und von dem Sachverhalt und damit von der Täterschaft des
Rekurrenten auszugehen ist, wie er im Strafverfahren festgestellt wurde. Abgesehen
davon hat der Rekurrent die entsprechenden formellen Einwände gegen den
Strafbefehl im Strafverfahren nicht erhoben, und zwar auch nicht nachträglich. Dies
spricht ebenfalls gegen die Stichhaltigkeit der Argumentation des Rekurrenten; denn
diese Rügen hätten in erster Linie an die Strafbehörden gerichtet werden müssen.
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4.- Es stellt sich somit die Frage der strassenverkehrsrechtlichen Würdigung der vom
Rekurrenten am 5. Juni 2020 begangenen Verkehrsregelverletzung, namentlich der
Qualifikation nach Art. 16a ff. des Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01, abgekürzt:
SVG).
a) aa) Nach Widerhandlungen gegen die Strassenverkehrsvorschriften, bei denen das
Verfahren nach dem Ordnungsbussengesetz vom 24. Juni 1970 ausgeschlossen ist,
wird der Führerausweis entzogen oder eine Verwarnung ausgesprochen (Art. 16 Abs. 2
SVG). Das Gesetz unterscheidet zwischen leichten (Art. 16a SVG), mittelschweren
(Art. 16b SVG) und schweren Widerhandlungen (Art. 16c SVG). In besonders leichten
Fällen wird auf jegliche Massnahme verzichtet (Art. 16a Abs. 4 SVG). Eine leichte
Widerhandlung begeht, wer durch Verletzung von Verkehrsregeln eine geringe Gefahr
für die Sicherheit anderer hervorruft und ihn dabei nur ein leichtes Verschulden trifft
(Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG). Ist die Verletzung der Verkehrsregeln grob und wird dadurch
eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorgerufen oder in Kauf
genommen, ist die Widerhandlung schwer (Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG). Eine
mittelschwere Widerhandlung begeht, wer durch Verletzung von Verkehrsregeln eine
Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt (Art. 16b Abs. 1 lit. a
SVG). Von einer mittelschweren Widerhandlung ist immer dann auszugehen, wenn
nicht alle privilegierenden Elemente einer leichten und nicht alle qualifizierenden
Bestandteile einer schweren Widerhandlung erfüllt sind (vgl. Botschaft zur Änderung
des Strassenverkehrsgesetzes vom 31. März 1999, in: BBl 1999 S. 4487).
bb) Nach Art. 4a Abs. 1 lit. d der Verkehrsregelnverordnung (SR 741.11, abgekürzt:
VRV) beträgt die allgemeine Höchstgeschwindigkeit für Fahrzeuge auf der Autobahn
unter günstigen Bedingungen 120 km/h. Zur Vermeidung oder Verminderung
besonderer Gefahren im Strassenverkehr, zur Reduktion einer übermässigen
Umweltbelastung oder zur Verbesserung des Verkehrsablaufs können für bestimmte
Strassenstrecken Abweichungen von den allgemeinen Höchstgeschwindigkeiten
angeordnet werden (Art. 108 Abs. 1 der Signalisationsverordnung, SR 742.21,
abgekürzt: SSV). Auf Autobahnen kann die Höchstgeschwindigkeit stufenweise um
jeweils 10 km/h bis 60 km/h gesenkt werden (vgl. Art. 108 Abs. 5 lit. a SSV). Eine
solche abweichende signalisierte Höchstgeschwindigkeit geht den allgemeinen
Höchstgeschwindigkeiten vor (Art. 4a Abs. 5 VRV). Für Geschwindigkeitsübertretungen
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hat das Bundesgericht im Interesse der Rechtssicherheit präzise Regeln festgelegt, um
leichte, mittelschwere und schwere Widerhandlungen voneinander abzugrenzen.
Demnach liegt ungeachtet der konkreten Umstände objektiv eine schwere
Widerhandlung vor, wenn die signalisierte Höchstgeschwindigkeit auf der Autobahn
mindestens um 35 km/h überschritten wird (vgl. zum Ganzen BGer 1C_335/2011 vom
26. Oktober 2011 E. 2.2 mit Hinweis auf 1C_83/2008 vom 16. Oktober 2008 E. 2). Bei
den Vorschriften über die Geschwindigkeit handelt es sich um grundlegende
Verkehrsregeln, die wesentlich für die Gewährleistung der Sicherheit im
Strassenverkehr sind.
b) aa) Der Rekurrent überschritt am 5. Juni 2020 die signalisierte
Höchstgeschwindigkeit auf der Autobahn von 80 km/h um 36 km/h. Nach
bundesgerichtlicher Rechtsprechung liegt deshalb ungeachtet der konkreten
Verhältnisse objektiv eine schwere Widerhandlung vor, und zwar unabhängig davon, ob
die allgemein zulässige Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen von 120 km/h oder
eine davon abweichende (tiefere) signalisierte Höchstgeschwindigkeit galt. Dies ergibt
sich auch aus BGE 123 II 106, welcher aufzeigt, dass eine schwere
Verkehrsgefährdung ungeachtet der konkreten Umstände gegeben ist, wenn der
Lenker die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf der Autobahn um 35 km/h
überschreitet. Namentlich ergibt sich das potenziell hohe Unfallrisiko nicht nur aus der
absoluten Höhe der gefahrenen Geschwindigkeit, sondern auch aus dem grossen
Geschwindigkeitsunterschied zu korrekt fahrenden Verkehrsteilnehmern, die nicht mit
so schnellen Fahrzeugen rechnen müssen (vgl. BGer 1C_397/2014 vom 20. November
2014 E. 2.4.1). Gerade die Reaktion, wenn jemand durch ein plötzlich
vorbeischiessendes Fahrzeug erschrickt, ist kaum einzuschätzen und birgt ein erhöhtes
Potenzial für Fehlreaktionen und Unfälle in sich.
bb) In subjektiver Hinsicht verlangt Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG ein rücksichtsloses oder
sonst schwerwiegend verkehrswidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden, bei
fahrlässigem Handeln mindestens grobe Fahrlässigkeit. Bei einer Überschreitung der
zulässigen Höchstgeschwindigkeit, die in objektiver Hinsicht den Tatbestand von
Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG erfüllt, geht das Bundesgericht regelmässig davon aus, dass
dem Lenker eine solche Überschreitung nicht verborgen bleiben kann und sie
zumindest auf grober Fahrlässigkeit beruht, es sei denn, es bestehe eine
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Ausnahmesituation (vgl. BGer 1C_263/2011 vom 22. August 2011 E. 2.6 mit Hinweisen
auf BGE 123 II 37 E. 1f und 1C_222/2008 vom 18. November 2008 E. 2.3). Der
Rekurrent musste sich aufgrund des Ausmasses der Geschwindigkeitsüberschreitung
bewusst gewesen sein, dass er die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h
massiv überschritt. Dafür spricht auch, dass er aufgrund des Vorfalls vom 19. März
2019 damit rechnen musste, dass auf der Stadtautobahn nach wie vor eine
Geschwindigkeitsbegrenzung auf 80 km/h bestehen könnte. Anhaltspunkte, welche die
Geschwindigkeitsüberschreitung durch den Rekurrenten subjektiv in einem milderen
Licht erscheinen lassen, sind nicht ersichtlich und werden auch nicht geltend gemacht.
Sein Verschulden ist demnach als schwer einzustufen. Die Vorinstanz ist damit zu
Recht von einer schweren Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften
gemäss Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG ausgegangen.
5.- a) Bei der Festsetzung der Dauer des Lernfahr- oder Führerausweisentzugs sind
gemäss Art. 16 Abs. 3 SVG die Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen,
namentlich die Gefährdung der Verkehrssicherheit, das Verschulden, der Leumund als
Motorfahrzeugführer sowie die berufliche Notwendigkeit, ein Motorfahrzeug zu führen.
Die Mindestentzugsdauer darf jedoch nicht unterschritten werden. Nach einer
schweren Widerhandlung wird der Führerausweis für mindestens drei Monate entzogen
(Art. 16c Abs. 2 lit. a SVG).
b) Die Vorinstanz hat die Dauer der Massnahme auf drei Monate festgesetzt. Dies
entspricht der Mindestentzugsdauer gemäss Art. 16c Abs. 2 lit. a SVG. Da das Gesetz
eine Unterschreitung dieser Mindestentzugsdauer ausschliesst (Art. 16 Abs. 3 SVG), ist
die dreimonatige Entzugsdauer zu bestätigen.
c) Im Rekurs behauptete der Rekurrent noch, nicht im Besitz eines schweizerischen
Führerausweises zu sein. Im Schreiben vom 6. September 2021 bestätige er jedoch,
einen schweizerischen Führerausweis zu besitzen. Auf die Ausführungen im
Rekursschreiben, wonach ihm der deutsche Führerausweis in der Schweiz nicht
entzogen werden könne, ist deshalb nicht weiter einzugehen.
6.- Zusammenfassend ergibt sich, dass der Rekurs abzuweisen ist. Sollte auch der
zweite Vorfall vom 19. März 2019 strafrechtlich zu einem Schuldspruch führen – das
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 13/14
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Strafverfahren ist noch pendent – und eine Administrativmassnahme zur Diskussion
stehen, müsste ein allfälliger Warnungsentzug im Zusatz zum zu bestätigenden
dreimonatigen Führerausweisentzug verfügt werden, und zwar so, dass der Rekurrent
nicht schwerer sanktioniert wird, als wenn die beiden Vorfälle vom 19. März 2019 und
5. Juni 2020 administrativmassnahmenrechtlich gemeinsam beurteilt worden wären;
Art. 49 Abs. 2 StGB gilt sinngemäss.
7.- Die Vorinstanz ordnete in Ziffer 1 Abs. 2, 5 und 6 der angefochtenen Verfügung an,
dass der Rekurrent den Führerausweis und allfällig vorhandene weitere Ausweise bis
spätestens 28. Juli 2021 abzugeben habe. Hierbei handelt es sich um eine
vollstreckungsrechtliche Anordnung, die separat verfügt werden müsste. Darauf ist
nicht weiter einzugehen, denn der Abgabetermin (28. Juli 2021) ist bereits vorüber,
weshalb besagte Anordnung zufolge Gegenstandslosigkeit aufzuheben ist. Die
Vorinstanz wird einen neuen Abgabetermin festlegen müssen. Allerdings hätte Ziffer 1
Abs. 2, 5 und 6 auch aufgehoben werden müssen, wenn die Abgabefrist nicht bereits
abgelaufen wäre, denn die Vermischung des Erkenntnis- und Vollstreckungsverfahrens
ist unzulässig (vgl. VRKE IV-2021/47 vom 20. August 2021 E. 4). Dies ist bei der
Kostenverlegung zu berücksichtigen.
8.- Die Kosten des Rekursverfahrens haben die Verfahrensbeteiligten nach Massgabe
ihres Obsiegens und Unterliegens zu tragen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Dem
Verfahrensausgang entsprechend sind die Kosten zu vier Fünfteln dem Rekurrenten
und zu einem Fünftel dem Staat aufzuerlegen. Denn einerseits unterliegt der Rekurrent
in der Hauptsache und andererseits hat die Vorinstanz die materielle Verfügung
(Führerausweisentzug) in unzulässiger Weise mit einer Vollzugsanordnung
(Abgabetermin des Ausweises) kombiniert. Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'200.–
erscheint angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12).
Der Kostenvorschuss von Fr. 1'200.– ist mit dem Kostenanteil des Rekurrenten (Fr.
960.–) zu verrechnen. Der Restbetrag des Kostenvorschusses von Fr. 240.– ist dem
Rekurrenten zurückzuerstatten.
Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine ausseramtliche
Entschädigung (Art. 98 VRP).