Decision ID: 987a6667-95fa-51c1-9c08-d11fc0e5cd10
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 19
56
geborene
X._
war
seit dem
2.
Februar 2004
als
Schaler
bei der
Y._
AG angestellt
und dadurch bei der Schweizerischen
Unfallver
si
cherungsanstalt
(Suva) obligatorisch unfallversichert, als er am 1
5
.
Dezember 2004 beim Abladen einer
Kranlast
auf den rechten Arm beziehungsweise die rechte Schulter fiel (Unfallmeldung vom 31. Januar 2005, Urk. 8/I/1)
. Dr. med.
Z._
, Facharzt für
Innere M
edizin,
diagnostizierte zuerst eine Schulterkontusion rechts (Bericht vom 9. Februar 2005, Urk. 8/I/3), später wur
den zudem eine Totalruptur der rechten
Supraspinatussehne
(Urk. 8/I/7) sowie ein
Rotatorenmanschettenschaden
rechts diagnostiziert (Urk. 8/I/8 S. 1)
. Die Suva erbrachte in der Folge die gesetzlichen Leistungen. Mit Verfügung vom
19. Januar 2006 sprach sie
dem Versicherten
eine Integritätsentschädigung bei einer Integritätseinbusse von 12,5
%
zu (Urk. 8/I/31). Mit Verfügung vom 1
2.
März 2008 sprach sie ihm zudem auf der Basis einer Erwerbsunfähigkeit von 35
%
eine Invalidenrente zu (Urk. 8/I/71).
1.2
Am 27. August 2009 meldete
X._
der Suva einen Rückfall vom 24. August 2009 (Urk. 8/I/81).
Dr.
Z._
attestierte ihm ab dem genannten Zeitpunkt bis auf
Weiteres
eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 8/I/82 S. 1). Die Suva
richtete ihm
daraufhin für die Zeit vom 24. August bis zum 27. September 2009 entsprechende Taggelder aus (Urk. 8/I/85).
1.
3
Mit Schadenmeldung vom
14. März 2013
berichtete der
mittlerweile als Schaler und Vorarbeiter bei der
A._
GmbH angestellte
Versicherte, er sei am
7. März 2013
bei der Arbeit von einem Dreitritt gefallen und habe sich dabei eine Prellung am rechten Knie zugezogen (Urk. 8/II/1).
Es wurde
der Verdacht auf eine Restmeniskusschädigung medial rechts geäussert sowie
eine
Prellung der linken Schulter
diagnostiziert (Urk.
8/II/8 S. 1
). Die Suva erbrachte die gesetzlichen Leistungen
(Urk. 8/II/29)
.
Mit Verfügung vom 17. Dezember 2013
sprach die Suva dem Versicherten eine Integritätsentschädigung auf der Basis einer Einbusse von 10
%
zu und lehnte die Erhöhung der Invalidenrente ab (Urk. 8/II/51).
G
egen diese Verfügung der Suva erhob
der Versicherte am 31. Januar 2014
Einsprache
, wobei er deren Abänderung einzig betreffend die Höhe der Invalidenrente beantragte
(Urk.
8/II/54
)
. Nach weiteren Abklärungen nahm die Suva mit Verfügung vom
2.
J
uni 2014 ihre Verfügung vom 17.
Dezember 2013 bezüglich der Invalidenrente zurück und sprach dem Versi
cherten mit Wirkung ab dem 1. Dezember 2013 eine Invalidenrente auf der Basis einer Erwerbsunfähigkeit von 37
%
zu (Urk. 8/II/75). Die vom Versicher
ten dagegen erhobene Einsprache vom
1. Juli 2014
(Urk. 8/II/
81
)
wies die Suva
mit
Einspracheentscheid
vom
27
.
Nov
ember 201
4
ab (Urk.
8/II/
88
= Urk. 2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom
27. November 2014
erhob der Versicherte
am 5. Januar 2015
Beschwerde und beantragte, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und
es sei im Sinne von
Art.
8 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
von einer vollständigen Invalidität auszugehen, da seine vorhandene Restarbeitsfähigkeit auf dem aus
geglichenen Arbeitsmarkt wirtschaftlich nicht mehr verwertet werden könne
. Weiter beantragte er, es sei eine mit den Normen der
Europäischen
Menschen
rechtskonvention
(
EMRK
)
übereinstimmende öffentliche, mündliche und kont
radiktorische Verhandlung durchzuführen, in welcher ihm Gelegenheit zu geben sei, seine Sache zu begründen, akustisch angehört zu werden und auf allfällige Fragen des Gerichts antworten zu können, wie dies der Grundsatz des fair
trial
verlange
(Urk. 1 S. 2).
Die Beschwerdegegnerin
schloss
in der Beschwerdeantwort vom
2
. Februar 201
5
auf
Abweisung der Beschwerde
, soweit darauf einzutreten sei
(Urk.
8
).
Die
Beschwerdeantwort
wurde dem Beschwerdeführer am 5. Februar 2015 zugestellt
(Urk.
10). Am 26. August 2015 wurde eine öffentliche mündliche Hauptverhandlung mit Erstattung von Replik sowie Duplik durchgeführt. D
ie Parteien
hielten dabei
vollumfänglich an ihren Anträgen fest
(Urk.
13 und
Urk.
14
).
Das Verhandlungsprotokoll wurde den Parteien am 31. August 2015 zugestellt
(Urk.
15).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den
nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
Im ebenfalls hängigen Verfahren in Sachen des Beschwerdeführers gegen die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
wird mit heutigem Datum ebenfalls der Entscheid gefällt (IV.201
5
.001
88
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
10 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG)
hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss
Art.
16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10
%
(
Art.
8 ATSG) invalid, so hat sie Anspruch auf eine
Invalidenrente (
Art.
18 Abs. 1
UVG
). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmass
nahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (
Art.
19 Abs. 1 UVG).
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkom
men
, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472
E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) aus
zugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
1.4
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen
Durch
-
schnitts
werten
ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der
Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen
und insgesamt auf höchstens 25
% des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin st
ützte
sich im angefochtenen
Einspracheentscheid
auf
die kreisärztliche Beurteilung vom 18. September 2013 und errechnete unter Zuhilfenahme der LSE 2010 sowie unter Berücksichtigung eines
leidensbeding
ten
Abzugs von 10
%
einen Invaliditätsgrad von 37
%
. Dabei hielt sie fest, dass das geltend gemachte vorgerückte Alter des Beschwerdeführers wegen
Art.
28 Abs. 4
der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV)
nicht zu berücksich
tigen sei (Urk. 2).
In der Beschwerdeantwort fügte sie an, dass bei der noch erheblichen Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers ohnehin nicht von einer Restarbeitsfähigkeit gesprochen werden könne (Urk. 7 S. 4 f.).
In der Duplik verwies die Suva auf das Urteil des Bundesgerichts 8C_346/2013
vom 10. Sep
tember 2013
, gemäss welchem
Art.
28 Abs. 4 UVV auch seit der Geltung von
Art.
8 ATSG weiterhin anwendbar sei. Dies sei korrekt, da
Art.
28 Abs. 4 UVV eine
lex
specialis darstelle im Vergleich zur allgemeinen Norm von
Art.
8 ATSG
(Urk. 14 S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer wandte in seiner Beschwerde ein, aufgrund seines Alters, des in der Baubranche üblichen Pensionsalters von 60 Jahren sowie
angesichts dessen, dass er während seines ganzen Berufslebens schwere Arbeiten auf dem Bau verrichtet habe, sei ihm die wirtschaftliche Verwertung seiner
Restarbeits
fähigkeit
nicht mehr zumutbar, weshalb eine vollständige Invalidität im Sinne von
Art.
8 Abs. 1 ATSG vorliege (Urk. 1 S. 3-4).
Im Rahmen seiner Replik fügte er an,
Art.
8 Abs. 1 ATSG habe
Vorrang gegenüber
Art.
28
Abs.
4 UVV
, da es sich beim ATSG um ein neueres Gesetz handle, welches auch für das Unfallver
sich
erungsrecht Geltung beanspruche
(Urk. 14 S. 1-2).
3.
3.1
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für Rheumatologie und Innere Medizin, führte am 28. Mai 2013 eine funktionelle Ultraschalluntersuchung beider Schultern des Beschwerdeführers durch. In ihrer Beurteilung hielt sie fest, li
nks lägen eine
Supraspinatusseh
nentotalruptur
sowie eine
Subscapularisseh
nenpartialruptur
vor
. An der rechten Schulter seien eine alte
Supraspinatusseh
nentotalruptur
mit
Humeruskopfglatze
und wenig Erguss um die
Bizepssehne
intraartikulär sowie Zeichen einer beginnenden
Omarthrose
zu sehen. Klinisch bestehe beim Beschwerdeführer eine stark schmerzhaft eingeschränkte
Schulter
beweglichkeit
aktiv wie auch leicht passiv. Das heisse eine beginnende
Frozen
Shoulder
-
Komponente sei vorhanden. Sie habe dem Beschwerdeführer eine intraartikuläre Steroidinjektion vorgeschlagen, da diese auch auf die begin
nende
Frozen
Shoulder
einen guten Einfluss habe und sich damit der
Nacht
schmerz
deutlich
bessern
sollte.
Der Beschwerdeführer werde e
ine physikalische Therapie durchführen mit Schultermobilisation aktiv und passiv. Zudem empfehle sie eine orthopädische Vorstellung, da der Beschwerdeführer bereits auf der rechten Seite eingeschränkt sei und nun auch links deutliche Einschrän
kungen aufweise. Als Vorarbeiter könne der Beschwerdeführer auch vermehrt Aufsichtsarbeiten durchführen. Falls dies von Seiten der Schmerzen möglich sei, sei nichts dagegen einzuwenden (Urk. 8/II/22).
3.2
Am 1
2.
April 2013 hielt
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Orthopädische Chirur
gie, fest, nach der Knieoperation vom 5. April 2013 liege ein sehr guter
Früh
verlauf
vor. Der Beschwerdeführer habe keine Schmerzen mehr. Am
2.
Juli 2013 fügte er an, drei Monate nach der Operation sei der Beschwerdeführer subjektiv sehr zufrieden und er habe keine Schmerzen mehr gehabt. Von den Kniegelen
ken her habe
ab zwei Wochen nach der Operation wieder eine Arbeitsfähigkeit bestanden (Urk. 8/II/24 S. 2).
3.
3
Am 18. September 2013 wurde der Beschwerdeführer durch Prof.
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, kreisärztlich untersucht (Urk.
8/II/37
).
Prof.
D._
führte aus,
der Beschwerdeführer habe l
aut
eigenen
Angaben mit dem rechten Kniegelenk seit der
Operation
vom 5. April 2013 keinerlei Probleme mehr.
Auch mit dem linken Kniegelenk habe er keine rele
vanten Probleme.
Hingegen habe er über
belastungsabhängige (beim Heben des Armes) und nächtliche Schmerzen
an der linken Schulter geklagt
.
(
Urk.
8/II/37 S.
2).
Prof.
D._
hielt in seiner Beurteilung fest, es bestünden eine
mässiggradig
ausgeprägte Belastungsintoleranz und eine
mässiggradige
Bewegungs
ein
schränkung
des linken
Schultergelenk
s
(
Urk.
8/II/37 S. 4).
Beim vorliegenden kernspintomographischen Befund und dem Verlauf bezüglich des rechten Schultergelenks sei keine wesentliche Verbesserung der
Funktions
einschrän
kungen
mehr zu erwarten. Der Endzustand sei erreicht. Insofern seien weitere physiotherapeutische Behandlungen nicht mehr erforderlich, da hiervon keine wesentliche Besserung zu erwarten sei. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als
Maurer/Vorarbeiter
gelangte er zum Schluss, diese sei
nur möglich, wenn der
Beschwerdeführer
keine Überkopfarbeiten sowie
kein
Heben und Tragen von Lasten über 15 kg durchführen
müsse. Auf dem allge
meinen
Arbeitsmarkt
seien
leichte bis mittelschwere körperliche Tätigkeiten ganztags zumutbar. Lasten
bis
15 kg
könnten
bis Hüfthöhe,
Lasten
bis
10 kg bis Brusthöhe und
Lasten
bis
5 kg bis Schulterhöhe
gehoben werden
.
Ausgeschlos
sen seien repetitive
Belastungen beider obere
r
Extremitäten, Stoss- und
Vibrati
onsbelastungen
(Urk. 8/II/37
S. 5).
4.
4.1
Bezüglich der Arbeitsfähigkeit im Zeitpunkt des Fallabschlusses stützte sich die Beschwerdegegnerin auf die kreisärztliche Beurteilung von Prof.
D._
vom 18. September 2013 (Urk. 8/II/37).
Prof.
D._
berücksichtigte für seine Schluss
folgerungen die
Vorakten
(S. 1-
2
), die geklagten Beschwerden (S.
2
) sowie die Befunde (S.
2-4
).
Die von Prof.
D._
gezogenen Schlussfolgerungen blieben unbestritten und stehen in Übereinstimmung mit der Aktenlage: Bereits anläss
lich der Besprechung
mit der Suva
vom 6. Mai 2013
sowie bei
Dr.
C._
hatte der Beschwerdeführer angegeben, das
rechte
Knie sei wieder „
tiptop
“ und er habe keinerlei Beschwerden oder Einschränkungen mehr (Urk. 8/II/17 S. 1
und E. 3.2 vorstehend
).
Auch laut seinen gegenüber Prof.
D._
am 18.
September 2013 gemachten Angaben hat er mit keinem seiner Knie mehr Probleme (Urk. 8/II/37 S. 2),
was mit den unauffälligen Befunden an den unteren Extre
mitäten übereinstimmt (vgl. Urk. 8/II/37 S. 2-4). Die geklagten
Schulterbe
schwerden
(Urk. 8/II/37 S. 2) zeigten sich anlässlich der kreisärztlichen Untersu
chung in einem
mässiggradig
eingeschränkten Bewegungsumfang beider Schultergelenke mit Druckschmerz sowie in einer
mässiggradig
ausgeprägten Belastungsintoleranz des linken Schultergelenks (Urk. 8/II/37 S. 4). Ihnen wurde
dadurch gebührend Rechnung getragen, dass nur noch leichte bis mittelschwere körperliche Tätigkeiten mit Heben und Tragen von Lasten
von maximal
15 Kilogramm bis Hüft
höhe, von maximal 10 Kilogramm bis Brusthöhe und von maximal fünf Kilogramm bis Schulterhöhe
als zumutbar erachtet wurden. D
ie verminderte Belastbarkeit der Schulter
wurde
zudem dadurch berücksichtigt, dass repetitive Belastungen der oberen Extremitäten, Stoss- und
Vibrationsbe
lastungen
vom Zumutbarkeitsprofil ausgenommen wurden (Urk. 8/II/37 S. 5).
Ferner sind keine abweichenden ärztlichen Beurteilungen vorhanden. Mithin steht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fest, dass
der Beschwerdeführer unter Berücksichtigung des von Prof.
D._
geschilderten Profils vollumfänglich
arbeitsfähig ist (Urk.
8/II/37 S. 5
).
4.2
Der Beschwerdeführer macht
e
geltend, aufgrund seines Alters, des in der
Baubran
che
üblichen Pensionsalters von 60 Jahren sowie angesichts dessen, dass er während seines ganzen Berufslebens schwere Arbeiten auf dem Bau verrichtet habe, sei ihm die wirtschaftliche Verwertung seiner
Restarbeitsfähig
keit
nicht mehr zumutbar, weshalb eine vollständige Invalidität im Sinne von
Art.
8
Abs.
1 ATSG vorliege (Urk. 1 S. 3-4).
Diesbezüglich
is
t darauf hinzuweisen, dass der Bundesrat im Bereich der Un
fallversicherung gestützt auf
Art.
18
Abs.
2
UVG in
Art.
28
Abs.
4
UVV eine besondere Regelung für die Ermittlung des Invaliditätsgrades bei Versicherten getroffen hat, welche die Erwerbstätigkeit nach dem Unfall altershalber nicht mehr aufnehmen (Variante
I) oder bei denen sich das vorgerückte Alter erheb
lich als Ursache der Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit auswirkt (Variante II). In diesen Fällen sind gemäss
Art.
28
Abs.
4 UVV für die Bestimmung des Invaliditätsgrades die Erwerbseinkommen massgebend, die ein Versicherter im mittleren Alter bei einer entsprechenden Gesundheitsschädigung erzielen könnte. Damit wird bei der Invaliditätsbemessung einerseits dem Umstand Rec
hnung getragen, dass nebst der –
grundsätzlich allein versicherten
–
unfall
bedingten
Invalidität auch das vorgerückte Alter eine Ursache der Erwerbslosig
keit oder -unfähigkeit bildet. Andererseits wird berücksichtigt, dass die Invali
denrente der Unfallversicherung bis zum Tod der Versicherten zur Ausrichtung gelangt (
Art.
19
Abs.
2 UVG). Mit
Art.
28
Abs.
4 UV
V
soll demnach verhindert werden, dass bei älteren Versicherten zu hohe Invaliditätsgrade resultieren und Dauerrenten zugesprochen werden, wo sie mit Blick auf die unfallbedingte Invalidität eher die Funktion von Altersrenten aufweisen
(Urteil des Bundesge
richts 8C_346/2013
vom 10. September 2013
, E.
4.1 mit Hinweis auf BGE 122 V 418 E. 3
.
a).
Nach der Rechtsprechung findet
Art.
28
Abs.
4 (Variante II) UVV auch dann Anwendung, wenn das vorgerückte Alter einer versicherten Person das
Zumutbarkeitsprofil – wie vorliegend –
nicht zusätzlich beeinflusst, also keine zusätzlichen Einschränkungen des funktionellen Leistungsvermögens mit sich bringt, aber einer Verwertung der Restarbeitsfähigkeit (auch auf dem aus
geglichenen Arbeitsmarkt) trotzdem entgegensteht, weil
kaum
ein
Arbeitgeber einen Angestellten im oder kurz vor dem AHV-Alter mit gesundheitlichen Einschrän
kungen einstellen würde (
Urteil
des Bundesgerichts 8C_346/2013 vom 10. September 2013
,
E. 4.
2 mit Hinweis
).
Der Beschwerdeführer wendet dazu ein
,
Art.
8
Abs.
1 ATSG habe
Vorrang gegen
über
Art.
28 Abs. 4 UVV
, da es sich beim ATSG um ein neueres Gesetz handle, welches auch für das Unfallversich
erungsrecht Geltung beanspruche
(Urk. 14 S. 1-2).
Beim UVG handelt es sich jedoch im Vergleich zum ATSG um eine
lex
specialis,
wobei eine spezielle Norm gegenüber der allgemeinen vor
geht,
und das UVG erlaubt das Abweichen von der im ATSG vorgesehenen Invaliditätsbemessung
gar
explizit (
Art.
18
Abs.
2).
Diesem Einwand
des Beschwerdeführers
stehen
zudem
das soeben zitierte
Urteil des Bundesgerichts 8C_346/2013 vom 10. September 2013
sowie das Urteil des Bundesgerichts 8C_209/2012
vom 1
2.
Juli 2012 (vgl.
insbesondere
E. 2.2
und E. 5.3
)
entgegen, bei de
r
en Erlass das ATSG bereits in Kraft war und
in welchen
Art.
28
Abs.
4 UVV dennoch
für
anwendbar erklärt
wurde
.
Das geltend gemachte vorgerückte Alter des Beschwerdeführers ist bei der Beurteilung der Zumutbarkeit im Bereich der Unfallversicherung demgemäss nicht zu berücksichtigen
, weshalb auch
die Verweise
(vgl.
Urk. 8/II/70 S. 2 und
Urk.
8/II/81 S. 3
) auf
die
de
n
Bundesge
richtsurteil
en
9C_734/2013 vom 13. März 2014 und
9C_954/2012
vom 1
0.
Mai
201
3
zugrunde liegende
n
Sachverhalt
e
,
welche Fälle
aus dem Rechtsgebi
et der Invalidenversicherung be
tr
effen
, nicht
stichhaltig sind
.
5
.
5.1
Die für den Einkommensvergleich massgebenden rechtlichen Grundlagen
sind im angefochtenen Entscheid zutreffend wiedergegeben (
Urk.
2
S. 4 f. E. 2.a und b
)
. Darauf wird verwiesen.
5.2
Die Beschwerdegegnerin ermittelte das
Valideneinkommen
gestützt auf die Anga
ben der
Y._
AG, welche im Zeitpunkt des Unfalls vom 15. Dezember 2004 die Arbeitgeberin des Beschwerdeführers war
(Urk. 2 S.
4
Ziff.
2
lit
.
a
; Urk.
8/II/74, Urk. 8/II/75 S. 3, Urk. 8/I/102 S. 1
). Das auf diese Weise ermittelte
Valideneinkommen
von Fr.
89‘641
.-- im Jahr 201
3
wurde zu Recht nicht in Frage gestellt.
5.3
Ebenso ist unbestritten, dass bei
m
Beschwerdeführer
,
der
keine Erwerbstä
tigkeit ausübt, zur Ermittlung des hypothetischen
Invalidenein
kommens
auf die LSE 2010 abzustellen war.
Dabei
stellte die Beschwerdegegnerin zu Recht auf den Tabellenwert für Hilfsarbeiter
tätigkeiten ab, was nicht zu be
anstanden ist und vom Beschwerdeführer auch nicht be
mängelt wurde
. Aufgrund der gesamten Umstände
is
t sodann der gewährte Abzug von 1
0 %
nicht un
angemessen
bezie
hungsweise keinesfalls zu tief
. So steht dem Beschwerdeführer aufgrund des vom Kreisarzt
Prof.
D._
definierten Zumutbarkeitsprofils (Urk. 8/
II/
37
S. 5
) noch ein weites Gebiet offen, in dem er vollzeitlich ohne Leistungseinbusse tätig sein kann.
5.4
Angesichts der so ermittelten Vergleichseinkommen ergibt sich
der von der Suva errechnete Invaliditätsgrad von 37
%
.
Nachdem der Beschwerdeführer bis Ende November 2013 Taggelder erhielt
(Urk. 8/II/74 S. 1),
blieb denn auch
der Rentenbeginn per
1.
Dezember 201
3
(vgl. Urk. 3 S. 2)
zu Recht unbeanstandet.