Decision ID: 60755acd-6edc-4948-9c65-0c1baa0458da
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1970 geborene X._ absolvierte nach der Sekundarschule eine Ausbildung als kaufmännischer Angestellter (Banklehre) und schloss diese 1990 ab (Urk. 21/2/4 und Urk. 21/10/5). Am 4. Mai 2000 erwarb er sodann den eid
genössischen Fachausweis als Marketingplaner (Urk. 21/10/4) und am 15. Oktober 2002 den Fähigkeitsausweis als diplomierter Verkaufsleiter (Urk. 21/10/3). Aufgrund einer bipolaren affektiven Störung war er im Jahr 1992 zum ersten Mal psychiatrisch hospitalisiert (Urk. 21/47/11), weitere statio
näre Aufenthalte in psychiatrischen Kliniken folgten in den Jahren 2009, 2011, 2013 und 2014 (Urk. 1 S. 5). Ab dem Jahr 2006 wurde der Kläger ausserdem von Dr. med. A._ ambulant psychiatrisch behandelt (Urk. 21/47/1-4).
1.2
Vom 1. Februar 2006 bis am 31. März 2010 war der Versicherte bei der Z._ AG in einem Vollzeit
pensum, zuletzt als Key Account Manager Einzelleben im Brokervertrieb, ange
stellt (Urk. 2/11) und damit bei der Personalvorsorgestiftung für die Angestell
ten der Z._ (Beklagte 2) beziehungsweise bei der
Stiftung für die Zu
satzvorsorge der Angestellten der
Z._
(Beklagte 3) berufsvorsorgever
sichert (Urk. 2/12-15).
1.3
Vom 1. April 2010 bis am 31. Dezember 2010 war der Versicherte bei der B._ mit einem Pensum von 80 % tätig (Urk. 2/16-18) und dadurch bei der BVG-Sammelstiftung Swiss Life berufsvorsorgeversichert (Urk. 2/19).
1.4
Vom 1. Januar bis am 7. April 2011 erfolgte eine Anstellung bei der O._-Krankenversicherung in einem Vollzeitpensum (Urk. 2/20-21), wobei der Versi
cherte bei der Allvor Sammelstiftung mit Sitz in Freienbach berufsvorsorgever
sichert war (Urk. 1 S. 8).
1.5
Vom 8. April 2011 bis am 7. April 2013 dauerte die zweijährige Rahmenfrist der Arbeitslosenversicherung (Fragebogen der Kantonalen Arbeitslosenkasse St. Gallen vom 13. Dezember 2013 [Urk. 2/26]).
Während dieser Zeit war der Versicherte vom 20. Juni 2011 bis am 20. Januar 2012 bei der C._ AG in einem Vollzeitpensum angestellt (Urk. 2/22-24) und dadurch bei der Columna Sammelstiftung, Client Invest, in Winterthur (Beklagte 5) berufsvorsorgeversichert (Urk. 2/25). Daraufhin bezog der Versicherte Taggelder der Arbeitslosenversicherung und war dadurch bei der Stiftung Auffangeinrichtung BVG, Zürich, berufsvorsorgeversichert (Urk. 1 S. 8). Vom 1. April bis am 14. Mai 2013 war er bei der D._ angestellt (Urk. 2/27), wo
bei er bei der
Pensionskasse der
D._
-Gruppe
(Beklagte 4) be
rufsvorsorgeversichert war (Urk. 2/28).
1.6
Am 6. Juni 2013 (Eingangsdatum) meldete sich der Versicherte bei der Sozial
versicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, IV-Stelle, unter Hinweis auf seine psychische Erkrankung (bipolare Störung) zum Bezug von Leistungen der Inva
lidenversicherung an (Urk. 21/2). Mit Schreiben vom 13. Februar 2014 teilte diese dem Versicherten mit, er werde bei der Stellensuche beraten und unter
stützt (Urk. 21/33). In der Folge fand der Versicherte bei der E._
SA
selbst eine Stelle. Die Anstellung dauerte vom 11. August bis 13.
Oktober 2014
(Urk.
2/29) und
der Versicherte
war dadurch bei der
Y._
(Beklagte 1)
berufsvorsorgeversichert (Urk.
2/30).
Am 11. März 2015 wurde dem Versicher
ten von der IV-Stelle St. Gallen mitgeteilt, dass die beruflichen Massnahmen beendet würden (Urk. 21/61). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Vor
bescheid vom 20. August 2015 [Urk. 21/68], Anzeige der Mandatsübernahme durch den damaligen Rechtsvertreter vom 26. August 2015 [Urk. 21/70]) sprach die IV-Stelle St. Gallen dem Versicherten mit Verfügung vom 19. November 2015 eine ganze Invalidenrente sowie zwei Kinderrenten ab dem 1. Mai 2014 zu (Urk. 2/2 [= Urk. 21/77 f. und Urk. 21/80]). Diese Verfügung wurde der Stiftung Auffangeinrichtung BVG eröffnet.
1.7
Mit Schreiben vom 6. Oktober 2015 wandte sich der
Versicherte an die Perso
nalvorsorgestiftung für die Angestellten der
Z._
(Beklagte 2) u
nd be
antragte die Ausrichtung von Leistungen der beruflichen Vorsorge
(Urk. 2/32)
.
Diese
lehnte das Erbringe
n von Leistungen mit Schreiben vom 13. Oktober 2015 indes ab (Urk. 2/33)
.
Mit Schreiben vom 11. Dezember 2015 wandte sich der Versicherte erneut an die
Personalvorsorgestiftung für die Angestellten der
Z._ (Beklagte 2), welche mit Schreiben vom 22. März 2016 eine Leis
tungspflicht abermals verneinte (Urk. 2/34).
2.
Mit Eingabe vom 14. Juli 2016 erhob der Versicherte Klage gegen die im Rubrum genannten Vorsorgeeinrichtungen (Beklagte 1 bis 5) mit den folgenden Rechtsbegehren (Urk. 1 S. 2 f.):
„
1.
Es sei die Beklagte 1 als
vorleistungspf
l
ichtige Pensionskasse zu verpflich
ten, dem
Kläger ab 1. Mai 2014 eine volle Invalidenrente in der Höhe von jährlich CHF
40'000.20 und 2 Invaliden-Ki
nderrenten für G._, geb. 3.
Juni 2002, und
H._, geb. 15.
November 2004,
in der Höhe von jährlich je CHF
7'999.80 auszurichten; wobei die Kinderrenten direkt
der Kindsmutter F._
auszuzahlen seien.
Die Beklagte 1 sei weiter zu
verpflichten,
die ausstehenden Rentenbetreff
nisse ab 15.
Juli 2016 zu 5
% zu verzinsen.
Di
e Beklagte 1
sei zu verpflichten, die Rentenbetreffnisse solange auszu
richten, bis rechtskräftig feststeht, ob eine der weiteren Bek
lagten anstelle der Beklagten 1 defi
niti
v
leistungspflichtig ist.
Eventualiter
sei die Be
klagte 4 als vorleistungspflichtige Pensionskasse zu verpflichten, dem Kläger ab 1. Mai 2014 eine volle Invalidenrente in der Höhe von jährlich CHF 53'06
9.-
-
und 2 Invaliden-Kinde
rrenten für G._, geb.
2002, und
H._, geb.
2004,
in der Höhe von jährlich je CHF
10'61
4.-- auszurichten; wobei die Kinderrenten direkt der Ki
ndsmutter
F._
auszuzahlen seien.
Die Beklagte 4 sei diesfalls zu verpflichten, di
e Rentenbetreffnisse ab 15.
Juli 2016 zu 5
% zu verzinsen.
2.a)
Es sei die Beklagte 2 als definitiv leistungspflichtige Pensionskasse zu verpflichten, dem Klä
ger ab 1. Mai 2014 eine volle
Invalidenrente in der Höhe von jährlich
CHF 72
'360.-
- und für G._, geb. 3.
Juni 2002
, und H._, geb. 15. November 2004, eine Invalidenkin
derren
te in der Höhe von jährlich CHF
24'120.-
-
auszurichten; wobei die Kinderrente direkt
der Ki
ndsmutter
F._ auszuzahlen sei
.
b)
Es sei die Be
klagte 3 als definitiv l
eistungspflichtige Zusatzvorsorge
ein
richtung
zu
verpflichten, dem Kläger ab 1.
Mai 2014 eine
volle Inval
iden
ren
te in der Höhe von jährlich CHF
17'644.
—
auszurichten
.
c)
Die Beklagten 2 und 3 seien weiter zu verpflichte
n, die ausstehenden Ren
tenbetreffnisse ab 15. Juli 2016 zu 5 % zu verzinsen.
3.
Eventualiter sei die Beklagte 4 al
s definitiv leistungspflichtige Pensions
kasse zu
verpflichten, dem Kläger ab 1.
Mai 2014 eine
volle
Invalidenren
te in der Höhe von jä
hrlich CHF
53'069.-
- und 2 Invaliden-Kinderrenten für G._
, geb. 3.
Juni 2002, und
H._, geb. 1
5.
No
v
ember 2004 in der Höhe von jährlich je
CHF
10'614.-
-
auszurichten; wobei die Kinderrenten di
rekt der Kindsmutter F._
auszuzahlen seien.
D
ie
Bek
lagte 4 sei diesfalls weiter zu
verpflichten,
die ausstehenden Ren
tenbetreff
nisse ab
15.
Juli 2016 zu 5
% zu verzinse
n.
4.
Subeventualiter sei die Beklagte 5 als definitiv leistungspflichtige
Pen
sionskasse zu
verpflichten, dem Kläger ab 1.
Mai 2014 eine
volle
Invali
denren
te in der Höhe von jährlich CHF
49'800.
--
und 2 Invaliden-Kinde
rrenten für G._, geb. 3.
Juni 2002, und
H._, geb. 15.
November 2004 in der Höhe von jährlich je
CHF
5'327.-
-
ausz
urich
ten; wobei die Kin
derrenten direkt der Kindsmutter
F._
auszuzahlen seien.
Die Beklagte 5 sei diesfalls weiter zur verpf
l
ichten,
die ausstehenden Ren
tenbetreffnisse ab 15.
Juli 2016 zu 5
% zu verzinsen.
5. Alles
unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen zulasten der definitiv leis
tungspflichtigen Beklagten.“
Der Kläger stellte sodann die folgenden Verfahrens- und Beweisanträge (Urk. 1 S. 4):
„1.
Es seien bei der SVA des Kantons St. Gallen die vollständigen IV-Akten einzuholen.
2.
Es sei betreffend die Vorleistungspflicht der Beklagten 1 (eventualiter der Beklagten 4) ein Vor- oder Zwischenentscheid zu fällen.
3.
Dem Kläger sei die unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung des Un
terzeichneten als unentgeltlichen Rechtsbeistand zu gewähren."
Sämtliche Beklagten schlossen in ihren Klageantworten auf Abweisung der sie betreffenden Rechtsbegehren beziehungsweise verneinten eine eigene Leis
tungspflicht (vgl. die Klageantworten der Beklagten 4 vom 3. August 2016 [Urk. 6], der Beklagten 5 vom 5. September 2016 [Urk. 11], der Beklagten 1 vom 8. September 2016 [Urk. 13] sowie der Beklagten 2 und 3 vom 13. Oktober 2016 [Urk. 16]), mit Ausnahme der Beklagten 1, welche einräumte, grundsätzlich vor
leistungspflichtig zu sein. Die Akten der IV-Stelle St. Gallen wurden beigezogen (Urk. 21). Dem Kläger wurde sodann die unentgeltliche Rechtsvertretung mit Verfügung vom 8. November 2016 gewährt (Urk. 22). Mit Replik vom 9. Februar 2017 (Urk. 26) hielt der Kläger an seinen Anträgen fest, präzisierte aber seinen Verfahrensantrag Ziff. 2 wie folgt:
„2.
Es sei betreffend die Vorleistungspflicht der Beklagten 1 (eventualiter der Beklagten 4) vorab ein Teilentscheid i.S.v. Art. 91 BGG zu fällen.“
Die Beklagte 5 hielt in ihrer Duplik vom 20. Februar 2017 an ihren Rechtsbe
gehren fest (Urk. 28). Die Beklagte 1 hielt in ihrer Duplik vom 14. März 2017 ebenfalls an ihren Rechtsbegehren fest und stellte die folgenden zusätzlichen Rechtsbegehren (Urk. 29):
„1.
Es sei in einem ersten Schritt durch das angerufene Gericht abzuklären, bei welcher Vorsorgeeinrichtung bzw. Freizügigkeitseinrichtung sich die Austrittsleistung des Klägers gegenwärtig befindet.
2.
In einem zweiten Schritt sei gestützt auf das Ergebnis dieser Abklärungen die Überweisung der Austrittsleistung an die Beklagte 1, in Anwendung von Art. 3 Abs. 2 FZG, vom angerufenen Gericht ausdrücklich anzuord
nen.“
In der Duplik vom 26. April 2017 hielten die Beklagten 2 und 3 an ihren Rechtsbegehren fest (Urk. 31). Die Beklagte 4 reichte innert Frist keine Duplik ein (Urk. 33).
Auf die Ausführungen der Parteien und die zu würdigenden Unterlagen wird – soweit für die Entscheidfindung erforderlich – in den nachfolgenden Erwägun
gen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
1.1.1
Anspruch auf Invalidenleistungen haben gemäss Art. 23
des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen und Invalidenvorsorge (BVG)
Perso
nen, die im Sinne der Invalidenversicherung zu mindestens 40 % invalid sind und bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert waren. Nach Art. 23 BVG versichertes Ereignis ist einzig der Ein
tritt der relevanten Arbeitsunfähigkeit, unabhängig davon, in welchem Zeit
punkt und in welchem Masse daraus ein Anspruch auf Invalidenleistungen ent
steht. Die Versicherteneigenschaft muss nur bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit gegeben sein, dagegen nicht notwendigerweise auch im Zeitpunkt des Eintritts oder der Verschlimmerung der Invalidität. Diese wörtliche Auslegung steht in Einklang mit Sinn und Zweck der Bestimmung, nämlich denjenigen Arbeitneh
merinnen und Arbeitnehmern Versicherungsschutz angedeihen zu lassen, wel
che nach einer längeren Krankheit aus dem Arbeitsverhältnis ausscheiden und erst später invalid werden. Für eine einmal aus
während der Versicherungs
dauer aufgetretene
Arbeitsunfähigkeit geschuldete Invalidenleistung bleibt die Vorsorgeeinrichtung somit leistungspflichtig, selbst wenn sich nach Beendigung des Vorsorgeverhältnisses der Invaliditätsgrad ändert. Entsprechend bildet denn auch der Wegfall der Versicherteneigenschaft kein Erlöschungsgrund (Art. 26 Abs. 3 BVG e contrario; BGE 123 V 262 E. 1a, 118 V 35 E. 5).
1.1.2
Nach Art. 24 Abs.
1 BVG hat der Versicherte Anspruch auf eine volle Invaliden
rente, wenn er im Sinne der Invalid
enversicherung mindestens zu 70
%, auf ei
ne Dreiviertelsrente, wenn er mindestens zu 60
%
, auf eine halbe Rente, wenn er mindestens zur Hälfte und auf eine Viertels
rente, wenn er mindestens zu 40
% invalid ist.
1.1.3
Für den Eintritt einer Arbeitsunfähigkeit im Sinne von Art. 23 lit. a BVG ist die Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf massgeblich. Sie ist relevant, wenn sie mindestens 20 % beträgt – was auch für die Eröffnung der Wartezeit nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG gilt (vgl.
das zur Publikation vor
gesehene Urteil des Bundesgerichts 9C_14
7/2017 vom 20. Februar 2018 E. 4.4 mit weiteren Hinweisen). Die Arbeitsunfähigkeit muss sich zudem
auf das Ar
bei
tsverhältnis sinnfällig auswirken oder ausgewirkt haben
. Es muss
also
ar
beitsrechtlich in Erscheinung treten, dass die versicherte Person im bisherigen Beruf an Leistungsvermögen eingebüsst hat, so etwa durch einen Abfall der Leistungen mit entsprechender Feststellung oder gar Ermahnung des Arbeitge
bers oder durch gehäufte, gesundheitlich bedingte Arbeitsausfälle. Der Zeitpunkt des Eintritts der berufsvorsorgerechtlich relevanten Arbeitsunfähigkeit muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit grundsätzlich echtzeitlich nachgewiesen sein. Dieser Nach
weis darf nicht durch nachträgliche Annahmen und spekulative Überlegungen ersetzt werden (Urteil des Bundesgericht
s 9C_91/2013 vom 17. Juni 2013 E.
4.1.2 mit Hinweisen).
1.2
1.2.1
Art. 23 BVG kommt auch die Funktion zu, die Haftung mehrerer Vorsorgeein
richtungen gegeneinander abzugrenzen, wenn eine in ihrer Arbeitsfähigkeit be
reits beeinträchtigte versicherte Person ihre Arbeitsstelle (und damit auch die Vorsorgeeinrichtung) wechselt und ihr später eine Rente der Invalidenversiche
rung zugesprochen wird. Der Anspruch auf Invalidenleistungen nach Art. 23 BVG entsteht in diesem Fall nicht gegenüber der neuen Vorsorgeeinrichtung, sondern gegenüber derjenigen, welcher die Person im Zeitpunkt des Eintritts der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit angehörte.
Damit eine Vorsorgeeinrichtung, der eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitneh
mer beim Eintritt der Arbeitsunfähigkeit angeschlossen war, für das erst nach Beendigung des Vorsorgeverhältnisses eingetretene Invaliditätsrisiko aufzu
kommen hat, ist indes erforderlich, dass zwischen Arbeitsunfähigkeit und Inva
lidität ein enger sachlicher und zeitlicher Zusammenhang besteht (BGE 130 V 270 E. 4.1). In sachlicher Hinsicht liegt ein solcher Zusammenhang vor, wenn der der Invalidität zu Grunde liegende Gesundheitsschaden im Wesentlichen derselbe ist, der zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat. Sodann setzt die Annahme eines engen zeitlichen Zusammenhangs voraus, dass die versicherte Person nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit nicht während längerer Zeit wieder arbeits
fähig wurde. Die frühere Vorsorgeeinrichtung hat nicht für Rückfälle oder Spät
folgen einer Krankheit einzustehen, die erst Jahre nach Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit eintreten. Demnach darf nicht bereits eine Unterbre
chung des zeitlichen Zusammenhangs angenommen werden, wenn die Person bloss für kurze Zeit wieder an die Arbeit zurückgekehrt ist. Ebenso wenig darf die Frage des zeitlichen Zusammenhangs zwischen Arbeitsunfähigkeit und In
validität in schematischer (analoger) Anwendung der Regeln von Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) beurteilt werden, wonach eine anspruchsbeeinflussende Verbesserung der Erwerbsfähigkeit in je
dem Fall zu berücksichtigen ist, wenn sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich andauern wird. Zu berücksichtigen sind vielmehr die gesamten Umstände des konkreten Einzelfalles, namentlich die Art des Gesundheitsschadens, dessen prognostische ärztliche Beurteilung und die Beweggründe, die die versicherte Person zur Wiederaufnahme der Ar
beit veranlasst haben (BGE 123 V 262 E. lc, 120 V 112 E. 2c/aa und 2c/bb mit Hinweisen).
1.2.2
Der zeitliche Konnex zwischen ursprünglicher Arbeitsunfähigkeit und späterer Invalidität wird durch eine Arbeitsfähigkeit von über 80 % unterbrochen, wenn die Einsatzfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit mindestens drei Monate an
dauert (vgl. das zur Publikation vorgesehene Urteil des Bundesgerichts 9C_147/2017 vom 20. Februar 2018 E. 4.4 und 4.5)
.
1.3
Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der Invaliden
versicherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG ergibt sich, dass der Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich der beruflichen Vorsorge und in der Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist (BGE 123 V 269 E. 2a, 120 V 106 E. 3c, je mit Hinweisen).
Praxisgemäss sind daher die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzlichen Mindestvorsorge (Art. 6 BVG) an die Feststellungen der IV-Organe (Eintritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit, Eröffnung der Wartezeit, Festsetzung des Invaliditätsgrades) gebunden, soweit die IV-rechtliche Betrachtung aufgrund ei
ner gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar erscheint (BGE 126 V 309 E. 1 in fine). Diese Konzeption fusst auf der Überlegung, die Organe der (obligatorischen) beruflichen Vorsorge von eigenen aufwändigen Abklärungen freizustellen, und gilt nur bezüglich Feststellungen und Beurtei
lungen der IV-Organe, welche im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend waren (BGE 132 V 1 E. 3.2). So hat beispielsweise eine verspätete Anmeldung zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung rechtsprechungsgemäss die freie Überprüfbarkeit des leistungserheblichen Sachverhaltes durch die Vorsorgeein
richtung beziehungsweise das Berufsvorsorgegericht zur Folge (Urteil des Bun
desgerichts 9C_49/2010 vom 23. Februar 2010 E. 2.1).
Diese Bindungswirkung setzt voraus, dass die Vorsorgeeinrichtung (spätestens) ins Vorbescheidverfahren (aArt. 73
bis
IVV; seit 1. Juli 2006: Art. 73
ter
IVV) ein
bezogen und ihr die Rentenverfügung formgültig eröffnet wurde (Urteil des Bundesgerichts 9C_81/2010 vom 16. Juni 2010 E. 3.1, mit Hinweisen). Dem BVG-Versicherer steht ein selbständiges Beschwerderecht im Verfahren nach IVG zu. Unterbleibt ein solches Einbeziehen der Vorsorgeeinrichtungen, ist die IV-rechtliche Festsetzung des Invaliditätsgrades (grundsätzlich, masslich und zeitlich) berufsvorsorgerechtlich nicht verbindlich (BGE 130 V 270 E. 3.1).
Stellt die Vorsorgeeinrichtung auf die invalidenversicherungsrechtliche Betrach
tungsweise ab, muss sich die versicherte Person diese entgegenhalten lassen, soweit diese für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entschei
dend war, und zwar ungeachtet dessen, ob der Vorsorgeversicherer im Verfah
ren der Invalidenversicherung beteiligt war oder nicht. Vorbehalten sind jene Fälle, in denen eine gesamthafte Prüfung der Aktenlage ergibt, dass die Invali
ditätsbemessung der Invalidenversicherung offensichtlich unhaltbar war (BGE 130 V 270 E. 3.1).
2.
2.1
Der Kläger machte in seiner Klage vom 14. Juli 2016 im Wesentlichen geltend, sein behandelnder Psychiater Dr. A._ gehe davon aus, dass er seit 2009 wegen seiner psychischen Erkrankung ununterbrochen zu mindestens 20 % ar
beitsunfähig gewesen sei. Er leide zudem an einer Schubkrankheit, weshalb an die Beurteilung des zeitlichen Konnexes kein allzu strenger Massstab anzuwen
den sei. Er sei mit einem 100%-Pensum völlig überfordert gewesen, weshalb er das Anstellungsverhältnis bei der Z._ per 31. März 2010 gekündigt habe. Da er ab April 2010 nie mehr länger als neun Monate hintereinander gearbeitet ha
be und dieselbe Krankheit zu einer vollumfänglichen Arbeitsunfähigkeit geführt habe, seien die Beklagten 2 und 3 definitiv leistungspflichtig. Sollte das Gericht dieser Auffassung nicht folgen, sei die Beklagte 4 als definitiv leistungspflichti
ge Pensionskasse zu verpflichten, dem Kläger ab dem 1. Mai 2014 eine volle In
validenrente und zwei Invaliden-Kinderrenten auszurichten. Unter Berücksichti
gung der Nachdeckungsfrist sei der Kläger am 26. Mai 2013 (Eröffnung der Wartefrist gemäss Entscheid der IV-Stelle St. Gallen vom 19. November 2015) bei der Beklagten 4 vorsorgeversichert gewesen. Subeventuell sei die Beklagte 5 leistungspflichtig, da der Kläger bei der C._ AG während sieben Monaten beschäftigt gewesen sei (Urk. 1).
2.2
Die Beklagte 1 beantragte in ihrer Klageantwort vom 8. September 2016 (Urk. 13) die Abweisung der Klage, soweit sich diese gegen die Beklagte 1 rich
te. Die Beklagte 1 sei zwar grundsätzlich vorleistungspflichtig, doch würde das Fällen eines Zwischenentscheides das Verfahren unnötig verlängern, sei die Sa
che doch ohnehin spruchreif. Bereits vor der Anstellung des Klägers bei der E._ SA habe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vorgele
gen, und die dortige Anstellung sei als blosser Arbeitsversuch zu werten.
2.3
2.3.1
Die Beklagten 2 und 3 verneinten in ihrer Klageantwort vom 13. Oktober 2016 (Urk. 16) eine eigene Leistungspflicht und beantragten die Abweisung der sie betreffenden Rechtsbegehren. Die Frage des Eintritts der massgebenden Arbeits
unfähigkeit könne nicht neu aufgeworfen werden. Der Beginn der einjährigen Wartezeit sei im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren auf den 26. Mai 2013 festgelegt worden und verbindlich, im Übrigen auch nicht offensichtlich unhaltbar. Der Kläger habe seit dem 20. Lebensjahr immer wieder an Krisen ge
litten, bei denen vorübergehende depressive und manische Schübe aufgetreten seien. Er habe sich nach der Verarbeitung der die Schübe auslösenden Problem
situationen oder Lebenskrisen immer wieder vollständig auffangen können. Während seiner Anstellung bei der Z._ habe der Kläger zu 100 Prozent ge
arbeitet; nach dem Klinikaufenthalt im Jahr 2009 seien keine weiteren Arbeits
unfähigkeiten an dieser Arbeitsstelle aktenkundig. Die gesundheitliche Situation habe sich erst ab dem 26. Mai 2013 drastisch geändert. Die Verschärfung der Ehekrise, welche Anfangs 2014 in der Scheidung gemündet habe, habe die ge
sundheitliche Situation des Klägers so stark belastet, dass ab Mitte 2013 das funktionelle Leistungsvermögen und die Arbeitsfähigkeit dauerhaft beeinträch
tigt gewesen seien. Jedenfalls sei es aber davor zu einer Unterbrechung des zeit
lichen Konnexes gekommen.
2.3.2
Der Kläger brachte in seiner Replik vom 9. Februar 2017 (Urk. 26 S. 5-14) in Bezug auf die Beklagten 2 und 3 im Wesentlichen vor, mit der Frage, seit wann der Kläger zu mindestens 20 % arbeitsunfähig gewesen sei, habe sich die IV-Stelle St. Gallen gar nicht befassen müssen. Die letzte stabile Arbeitsstelle sei bei der Z._ gewesen. Seither sei es dem Kläger nicht mehr gelungen, in der Arbeitswelt Fuss zu fassen. Bei den Beurteilungen von Dr. A._ handle es sich sodann nicht um irgendeine retrospektive Betrachtung, sei dieser doch über die Entwicklung der Krankheit bestens orientiert gewesen. Die Ehekrise sei überdies aufgrund der bipolaren Störung des Klägers entstanden und nicht um
gekehrt. Der Kläger habe seine gutbezahlte Stelle bei der Z._ aus gesund
heitlichen Gründen aufgegeben, ansonsten hätte er wohl kaum eine Lohnein
busse von 43 % hingenommen.
2.3.3
In der Duplik vom 26. April 2017 (Urk. 31) brachten die Beklagten 2 und 3 im Wesentlichen vor, die Leistungen der Invalidenversicherung seien dem Kläger nicht ab dem frühestmöglichen Zeitpunkt gewährt worden, der Beginn des War
tejahrs sei erst auf den 26. Mai 2013 festgelegt worden. Die IV-Stelle St. Gallen habe die Frage des Beginns des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit sorgfältig abge
klärt. Daraus ergebe sich auch der Beginn des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit im Sinne von Art. 23 lit. a BVG. Die manischen Episoden vor dem Juni 2013 seien als therapeutisch angehbare, zeitlich limitierte, reaktive Geschehnisse auf bestimmte belastende Lebensumstände betrachtet worden. Die sprunghafte Ver
schlechterung der gesundheitlichen Probleme des Klägers im Mai/Juni 2013 ste
he in Zusammenhang mit seiner Scheidung. Diese habe zu grossen Belastungen geführt, sei mit Gewaltausbrüchen des Klägers einhergegangen und habe letzt
endlich die dauerhafte Einschränkung seiner Gesundheit und seiner erwerbli
chen Fähigkeiten bewirkt. Im Unterschied zu den vorherigen Phasen habe nach Juni 2013 auch nach einer kurzen Intensivbehandlung die Stabilität nicht mehr erreicht werden können.
2.4
Die Beklagte 4 brachte in ihrer Klageantwort vom 3. August 2016 (Urk. 6) im Wesentlichen vor, es habe sich bei den Arbeitseinsätzen ab April 2010 um blos
se Arbeitsversuche gehandelt, was auch für den Einsatz bei der D._ gelten müsse. Von einem Unterbruch des sachlichen und zeitlichen Kon
nexes sei nicht auszugehen. Damit sei die Eventualklage gegen die Beklagte 4 vollumfänglich abzuweisen.
2.5
Die Beklagte 5 brachte in ihrer Klageantwort vom 5. September 2016 (Urk. 11) vor, die familiären Probleme des Klägers hätten sich gemäss den Berichten der psychiatrischen Kliniken ungünstig auf den Krankheitsverlauf ausgewirkt. Im
mer wieder hätten eheliche Probleme einen psychotischen Schub mit Zwangs
einweisung in die Psychiatrie ausgelöst, auch während der Versicherungszeit bei der Beklagten 5. Die Eröffnung der einjährigen Wartezeit am 26. Mai 2013 falle zwar in die Versicherungszeit der Beklagten 4. Doch sei es dem Kläger nach sei
ner Anstellung bei der Z._ nicht mehr gelungen, sich beruflich zu rehabili
tieren. Der zeitliche Zusammenhang zwischen der Arbeitsunfähigkeit, welche während der Anstellung bei der Z._ eingetreten sei, und der späteren Invali
dität sei während den nachfolgenden kurzen Arbeitseinsätzen nicht unterbro
chen worden. Es lägen gewichtige Anhaltspunkte für eine Zuständigkeit der Be
klagten 2 und 3 vor. Die Beklagte 5 sei nicht leistungspflichtig, da die Anstel
lung bei der C._ AG bloss als Arbeitsversuch zu werten sei. Der Subeventualantrag des Klägers (Ziff. 4 des Rechtsbegehrens) sei daher ab
zuweisen.
3.
3.1
Unbestritten und nach Lage der Akten ausgewiesen ist, dass
der Kläger an einer psychischen Erkrankung, einer bipolaren affektiven Störung (ICD-10: F31) be
ziehungsweise an einer schizoaffektiven Störung (ICD-10: F25) in einer späteren Krankheitsphase (vgl. E. 3.3), leidet. V
on den Parteien wird sodann nicht
in Fra
ge gestellt, dass diese
Erkrankung immer wieder zu Arbeitsunfähigkeiten und letztlich zur vollständigen Arbeitsunfähigkeit und
zur Invalidität führte
, womit
vom Bestehen eines engen sachlichen Konnexes
ausgegangen werden kann.
3.2
Kontrovers ist aber, ab welchem Zeitpunkt eine Arbeitsunfähigkeit im Sinne von Art. 23 lit. a BVG eingetreten ist
beziehungsweise ob ein zeitlicher Konnex zwischen einer früheren Arbeitsunfähigkeit und der späteren Invalidität bejaht werden kann.
In diesem Zusammenhang hält der Kläger die Berufsvorsorgever
sicherung, bei welcher er zuletzt angeschlossen war (Beklagte 1), für nicht defi
nitiv leistungspflichtig (E. 2).
3.3
Folgende medizinische Berichte liegen vor, die für die Beurteilung der strittigen Fragen
relevant
sind:
3.3.1
Im Bericht der Klinik I._ vom 25. Juni 2009 (Urk. 21/16/10-12) über die stationäre Behand
lung des Klägers vom 15. bis 22. Juni 2009 wurde die Diagnose bipolare affek
tive Störung, gegenwärtig manische Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10: F31.2), festgehalten und als Differentialdiagnose eine Schizomanie er
wähnt. Im Bericht wurde sodann ausgeführt, die Einweisung des Klägers sei per FFE (Fürsorgerische Freiheitsentziehung; heute: Fürsorgerische Unterbringung genannt) durch den behandelnden Dr. A._ erfolgt, wobei der Kläger von zwei Polizisten habe begleitet werden müssen. Gemäss Dr. A._ sei der Klä
ger unter einer Lithium-/Olanzapin-Medikation lange recht stabil gewesen, er habe diese Medikation allerdings vor zwei Monaten abgesetzt. Seither sei sein Verhalten immer auffälliger geworden. Er habe sich bedroht gefühlt, die Er
schiessung erwartet, sich in der Presse erwähnt gefühlt, seiner Frau, von der er sich getrennt habe, ein Verhältnis mit Dr. A._ unterstellt etc. Weiter wurde berichtet, es seien zwei depressive Episoden bekannt. 1990 seien zwei Manien aufgetreten, eine weitere 1993, 2001 und 2006. Der Kläger habe
berichtet, bei ihm sei eine bipola
re Störung seit dem 20. Lebensjahr mit ausschl
iesslich m
ani
schen Episoden (bisher fünf)
bekannt;
die Mutter sei mit einer schizoaffektiven Störung in Behandlung. Eine Trennung von seiner Frau, mit der er zwei Töchter habe (vier und sieben Jahre alt) und die sich immer mehr negativ verändert ha
be, überlege er
sich
seit etwa drei Jahren, insbesondere aber seit
Weihnachten. Zu diesem Zeitpunkt sei seine Frau schwanger gewesen und habe die Schwan
gerschaft abbrechen wollen; diese habe sich dann als
Eileiterschwangerschaft gezeigt
. Eine Trennung sei
seit etwa fünf Wochen konkretes Thema
,
und er sei deshalb auch von zu Hause ausgezogen und herumgezo
gen bei Freunden und in Ho
tels. Seine Frau wünsche einen Fortbestand der Ehe, er habe aber vor drei Monaten eine wunderbare Frau kennengelernt, die er als seine Freundin be
trachte und die ihn hier auch besuchen werde am Wochenende. Seit dem letzten Austrit
t arbeite er bei der Z._
, zuletzt als Broker
mit einem Jahresgehalt von Fr. 150‘
000
.--.
V
or etwa drei Wochen habe er die Stelle gekündigt, er habe diese Kündigung aber vor etwa 10 Tagen wieder zurückgezogen auf Anraten se
ines Chefs,
der auc
h darüber informiert werden sol
le, dass er hier in der Klinik sei.
Seit etwa zwei Wochen nehme eine manische Symptomatik wieder zu. Zuletzt habe er nur noch wenig geschlafen, er habe auch das Gefühl gehabt, Jesus oder Gott selbst zu sein; kü
rzlich habe er seinem Chef per E-
Mail mitgeteilt, dass er von einer Kollegin
gemobbt werde, und daraufhin ha
be er das Gefühl gehabt, dass man
ihn erschiessen wolle. Am 13. Juni 2009 sei er noch davon über
zeugt gewesen, dass er geopfert werden müsse, damit die Menschheit wieder zum Glauben finde. In den letzten Tagen habe er einiges getan, was er heute nicht verstehe: er habe sein Geld verteilt, den Autoschlüssel unter Bahnschienen ge
legt. Sein Handy habe er seiner Freundin
in den Briefka
sten geworfen und er habe tatsächlich geglaubt, seine Frau habe ein Verhältnis mit
Dr. A._.
In den letzten zwei Wochen sei er zweimal bei einem „Psycholo
gen" gewesen,
ei
nem Metaphysiker, der ihm Herz und Seele geöffnet hab
e
.
Er (der Kläger) habe drei Jahre lang mächtig gearbeitet und sei auch noch im eigenen Haushalt tätig gewesen. Er könne einfach nicht „nein“ sagen und sei von seiner Frau ausge
nutzt worden, die zuletzt auch die Konten geräumt habe. Sodann wurde berich
tet, d
ie Ehefrau
des Klägers habe
telefonisch an
gegeben
, sie sei seit etwa zwei Monaten einem massiver werdenden Psychoterror ihres Ehemann
es
ausgesetzt
gewesen
, er wolle frei sein und nicht mehr
für die Familie da sein müssen.
S
ie sehe ihn als
„überlastet im Job und zuhause", es
sei einmal vereinbart worden, dass er das Geld alleine verdiene und sie für d
ie Familie da sei. Sie habe für ihn zurückgesteckt.
Immer wenn der Druck gestiegen sei
,
s
ei er erneut in eine Krise
geraten.
Jetzt habe sie viel Arbeit, das ganze Chaos, das er angerichtet habe, wieder in Ordnung zu bringe
n.
Zum Schluss wurde im Bericht festgehalten, der Kläger habe die Unterstützung durch eine stationäre Behandlung sowie eine konsequente Neurolepsie schliess
lich abgelehnt. Mittlerweile sei er bereits wieder per FFE eingewiesen worden (Urk. 21/16/12).
3.3.2
Im Bericht der Klinik I._ vom 11. August 2009 (Urk. 21/16/7-9) über die stationäre Behandlung des Klägers vom 24. Juni bis 6. Juli 2009 wurde festgehalten, die Zuweisung sei per FFE wegen Suiziddrohungen und Fremdge
fährdung erfolgt. Im Rahmen der Medikation sei es allmählich zu einer Besse
rung des psychotischen Zustandsbildes gekommen (vgl. auch den Bericht der Klinik I._ vom 13. August 2009 über eine anschliessende tageskli
nische Behandlung (halbtags) vom 10.-24. Juli 2009, aus welchem sich ergibt, dass der Kläger von dort aus wieder einen Arbeitsversuch unternommen habe [Urk. 21/47/5-7]).
3.3.3
Im Bericht der Klinik I._ vom 14. April 2011 über die stationäre Behandlung vom 31. März bis 13. April 2011 (Urk. 21/16/4-6) wurde die Diag
nose bipolare affektive Störung, gegenwärtig manische Episode mit psychoti
schen Symptomen, erneut gestellt. Weiter wurde festgehalten, der Kläger sei verheiratet und habe zwei Kinder. Er lebe zusammen mit seiner Familie, in letz
ter Zeit sei es zunehmend zu einem Partnerschaftskonflikt gekommen, es drohe die Trennung. Er sei in einer hohen Position bei einer Versicherung, ihm sei je
doch per Ende März noch in der Probezeit gekündigt worden. Sein neuer Vorge
setzter habe vor zwei Wochen von seiner psychischen Erkrankung erfahren und sei seither verändert. Im Vorfeld der Einweisung sei ein Partnerschaftskonflikt eskaliert. Der Kläger habe seine Ehefrau angeschuldigt fremdzugehen, er habe sie in diesem Zusammenhang bedroht und sogar tätlich angegriffen, woraufhin eine räumliche Trennung vereinbart worden sei. Er sei in der Nacht um das Haus der Familie geschlichen, weshalb sich diese bedroht gefühlt habe. Darauf
hin sei die Einweisung per FFE erfolgt.
3.3.4
Im Bericht der Klinik I._ vom 14. Dezember 2011 (Urk. 21/16/1-3) über die stationäre Behandlung vom 22. November bis 5. Dezember 2011 wurde berichtet, der Kläger habe sich nun nach einem längeren Partnerschaftskonflikt von seiner Ehefrau getrennt; er lebe getrennt von der Familie. Nach seinem letzten Aufenthalt habe der Kläger nach kurzer Zeit eine Arbeitsstelle gefunden, er befinde sich dort noch in der Probezeit. Zur Einweisung per FFE habe ge
führt, dass der Kläger in die Wohnung seiner Ehefrau eingebrochen sei und sich ihr gegenüber bedrohlich verhalten habe, weshalb die Polizei verständigt wor
den sei. Der Kläger habe noch vor Eintreffen der Polizei damit gedroht, sich das Leben zu nehmen und habe mit dem Kopf gegen die Wand geschlagen. Als die Polizisten eingetroffen seien, habe er diese aufgefordert, ihn zu erschiessen. Er sei gegenüber der Polizei aggressiv geworden, weshalb er überwältigt und in Handschellen habe gelegt werden müssen. Beim Aufnahmegespräch habe der Kläger Personen und Situationen verkannt, er habe unter anderem behauptet, „Andy Hug“ (Anmerkung des Gerichts: ehemaliger bekannter Schweizer Kampf
sportler) zu sein. Er sei zudem nicht krankheitseinsichtig gewesen. Nach einer Therapie mit Lithium und Valproat habe sich der Zustand des Klägers rapide gebessert und es sei zu einer Remission der Symptomatik gekommen.
3.3.5
Im Bericht der Psychiatrischen Klinik J._ vom 7. Juni 2013 (Urk. 21/14/2-4) über die Hospitalisa
tion des Klägers vom 26. Mai bis 7. Juni 2013 wurde festgehalten, der Kläger sei bereits einmal vom 7. Mai bis 11. Juni 1992 in der Klinik hospitalisiert gewesen. In der Klinik I._ sei er gut bekannt und letztmals Ende 2011 wegen der bekannten bipolaren Störung, damals manisch mit psychotischer Sympto
matik, behandelt worden. Seither sei der Kläger stabil in ambulanter psychiatri
scher Behandlung bei Dr. A._. Gemäss Kläger habe er in der K._ Freunde besuchen wollen, doch man habe ihn mit der Polizei wegbringen wol
len, weil er scheinbar irgendwie komisch gewirkt habe. Ihm sei dies aber nicht bewusst gewesen. Er habe sich durch die Polizei bedroht gefühlt, da er vermutet habe, dies könnte seine Ehefrau veranlasst haben, um ihm etwas anzutun. Daher habe er versucht, sich zu verteidigen. Die Polizei habe ihn dann in die Klinik gebracht. Nach anfänglicher grosser Skepsis und Misstrauen des Klägers, ver
bunden mit der Angst, seine Frau wolle ihm und eventuell auch den Kindern etwas antun, habe sich der Zustand rasch gebessert, auch bedingt durch die sich klärenden Scheidungsformalitäten. Eine IV-Anmeldung sei in die Wege geleitet worden.
3.3.6
Im Bericht vom 19. Juli 2013 (Urk. 21/13) hielt Dr. A._ fest, der Kläger leide seit 1992 an einer bipolaren Erkrankung mit psychotischen Schüben (ICD-10: F31.2). Als Differentialdiagnose nannte er eine schizoaffektive Störung. Seit 2008 sei der Kläger immer wieder arbeitsunfähig, er sei immer wieder emotional instabil und grenzwertig psychotisch. Im Juni 2013 sei er per Fürsorgerischer Unterbringung in die Klinik eingewiesen worden.
3.3.7
Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) hielt in seiner Stellungnahme vom 11. Oktober 2013 (Urk. 21/24) unter anderem fest, der Kläger habe neben seinen manischen Episoden mit psychotischen Elementen immer wieder stabile Remis
sionen durchlebt, in denen er ein sehr gutes Einkommen habe erzielen können. Seit circa 2010 gelinge ihm der stabile Wiedereinstieg gemäss IK-Auszug aller
dings nicht. Aktuell sei von einer etwa 50%igen Arbeitsfähigkeit in angestamm
ter Tätigkeit auszugehen.
In der Stellungnahme vom 29. November 2013 (Urk. 21/24) hielt der RAD zu
dem fest, dass die Selbsteinschätzung des Klägers überhöht wirke, eine vollum
fängliche Arbeitsfähigkeit sei nicht zweifelsfrei nachvollziehbar. Da dies kon
gruent mit der medizinischen Einschätzung sei, werde weiterhin von einer 50-60%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen, welche innert 2-3 Monaten nach Stel
lenantritt auf den vollen Umfang gesteigert werden könne. Vorausgesetzt seien eine Einarbeitung und eine stabile psychische Verfassung.
3.3.8
Im Bericht der Ps
ychiatrischen Klinik J._ vom 3. Februar 2014 (Urk.
21/28) über die stationäre Behandlung vom
8.
bis 2
3.
Dezember 2013 wurde als Diag
nose eine schizoaffektive Störung, gegenwärtig manisch (ICD-10: F25.0), ge
stellt. Die am
tsärztliche Zuweisung durch Dr. A._
sei wegen Exazerbation einer bekannten schizoaffektiven Störung erfolgt. Der Kläger habe in einer Beiz im alkoholisierten Zustand den Wirt unvermittelt geschlagen und verletzt. Ge
gen die Polizei habe er sich durchwegs u
nd teils sehr heftig gewehrt. Er
sei in Hand- und Fussschellen sowie mit einem Kopfnetzsack, begleitet von vier Poli
zisten, in die Klinik gebracht worden. Auch beim Eintreffen in der Klinik habe sich der Kläger massiv und raptusartig aggressiv verhalten. Als Hintergrund für das Verhalten sei die aktuelle Trennung
von
der Ehefrau genannt worden, diese verkrafte er nur sehr schlecht. Er sei schon im Vorfeld auffällig gewesen und habe der Ehefrau diverse unangenehme SMS geschrieben und die Nummern
schilder am Fahrzeug entfernt. Gemäss
Dr. A._
habe der Kläger einen Kampfsportwahn und glaube, dass er einen schwarzen Dan habe und dass „Urs Koller“ und „Andy Huber“ seine Kollegen seien. Beim Austritt habe sich der Kläger freundlich, affektiv schwingungsfähig und unterschwellig etwas ange
spannt beim Thema der Ehefrau gezeigt.
3.3.9
In der Stellungnahme des RAD vom 14. Februar 2014 (Urk. 21/36) wurde ausge
führt, an der Beurteilung vom 29. November 2013 könne grundsätzlich festge
halten werden. Der Kläger habe eine manische Phase gehabt, welche mit der be
schriebenen medikamentösen Therapie gut eingestellt sei.
3.3.10
Dr. A._ stellte in seinem Bericht vom 8. Oktober 2014 (Urk. 21/47/1-4) die Diagnose schizoaffektive Störung (ICD-10: F25). Der Kläger sei bei ihm seit 2006 in Behandlung, welche jeweils wöchentlich bis monatlich stattgefunden habe. Die Mutter des Klägers leide an derselben Krankheit. Er (Dr. A._) ha
be mehrere schwere psychotische Phasen erlebt. Diese liessen sich schlecht mit Medikamenten abfedern. Es sei zu dramatischen Zwangseinweisungen gekom
men. Dabei sei der Kläger bedrohlich und selbst- sowie fremdgefährdend gewe
sen. Die Familie sei inzwischen traumatisiert. Vielen Arbeitgebern sei er bekannt und diese wollten nichts mehr mit ihm zu tun haben. Er sei der Arbeitswelt nicht mehr zumutbar. Er (Dr. A._) gehe von einer Residualsymptomatik aus. Seit mehr als zwei Jahren bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Der Kläger habe einen kurzen Zwischenverdienst erzielt, sei aber an seiner Psychose gescheitert.
3.3.11
Im Bericht der Klinik I._ vom 31. Oktober 2014 (Urk. 21/49) über die Hospitalisation vom 11. September bis 1. November 2014 wurde festgehal
ten, die Klinikeinweisung per Fürsorgerischer Unterbringung sei erfolgt, nach
dem der Kläger bei der Ex-Ehefrau in massiv agitiertem Erregungszustand er
schienen sei, diese bedroht und auch in der Wohnung randaliert habe. Des Wei
teren habe er wohl auch einer Frau auf der Strasse möglicherweise Wertsachen entrissen und deren Fahrrad beschädigt. Sodann habe er auch ein Polizeiauto beschädigt. Vier Polizisten sei es schliesslich gelungen, den Kläger, welcher massive Gegenwehr geleistet habe, zu überwältigen und dem Amtsarzt vorzu
führen. Der Kläger sei inzwischen geschieden. Auf Grund mehrerer Gewaltdelik
te vor dem Klinikeintritt laufe gegen ihn ein strafrechtliches Verfahren der Staatsanwaltschaft. Der Verlauf während der Hospitalisation habe sich positiv gestaltet, der Kläger habe in vollständig normalisiertem Zustand nach Hause entlassen werden können. Der Kläger habe Schwierigkeiten, sich im ersten Ar
beitsmarkt zu halten bei rezidivierenden, schweren Krankheitsepisoden. Er sei zwar sehr motiviert zu arbeiten, tendiere aber dazu, sich bei erneuten Anstel
lungen zu überlasten, was sich destabilisierend auf seine psychische Verfassung auswirke. Inzwischen bestehe ein sozialer Abstieg, der Kläger beziehe Sozialhil
fegelder. In der letzten Tätigkeit sei es zur Kündigung in der Probezeit gekom
men, der Kläger habe seine psychische Störung verschwiegen. Aus momentaner Sicht könne dem Kläger wieder jede seinem Ausbildungsstand entsprechende Arbeitstätigkeit zugemutet werden, ab dem 3. November 2014 bestehe wieder eine Arbeitsfähigkeit von 50 %. Eine Betätigung über 60 % mache aus psychiat
rischer Sicht angesichts der rezidivierenden psychischen Problematik und dem bisherigen Krankheitsverlauf keinen Sinn mehr, sondern erhöhe das Risiko für erneute manische Dekompensationen. Besonders zu beachten seien regelmässige Arbeitszeiten, ungünstig seien Arbeiten mit leistungsorientierter Zusatzentlöh
nung.
3.3.12
In der Stellungnahme vom 12. Januar 2014 (richtig: 2015; Urk. 21/53) hielt der RAD fest, die Tendenz des Klägers zur Selbstüberschätzung müsse im Rahmen der Eingliederung im Auge behalten werden. Die Einschätzung der Klinik I._ zur Arbeitsfähigkeit könne nicht als endgültige Beurteilung übernommen werden, da beim Kläger die längerfristige Umsetzung der momen
tan möglichen Arbeitsfähigkeit schwer gestört sei.
3.3.13
Dr. A._ hielt in seinem Bericht vom 19. Februar 2015 (Urk. 21/55/2-6) fest, der Gesundheitszustand des Klägers habe sich seit Oktober 2014 verschlechtert. Seit dem Jahre 2010 versuche der Kläger, sich wieder in den Arbeitsprozess zu integrieren. Er (Dr. A._) habe ihn dabei immer unterstützt, was er heute guten Gewissens nicht mehr tun könne. Die Versuche seien immer gescheitert, obwohl sich der Kläger gut verkaufen könne, und hätten in spektakulären Zwangseinweisungen gemündet. Den letzten stabilen Arbeitsplatz habe der Klä
ger bis 2010 bei der Z._ innegehabt. Obwohl er vorher auch zwei Male Zwangseinweisungen gehabt habe, habe sich der Chef bemüht, ihn zu unterstüt
zen, bis ihm 2010 gekündigt worden sei. Der Kläger sei einem Arbeitgeber nicht mehr zumutbar, obwohl er sich in guten Zeiten gut verkaufen könne. Er selbst werde sich weiterhin bewerben, was man ihm nicht verbieten könne. Dies brau
che er als Lebensmotivation.
3.3.14
Der RAD gelangte in seiner Stellungnahme vom 6. März 2015 zum Schluss, be
rufliche Massnahmen seien wegen fehlender, wahrscheinlich über längere Zeit stabil nicht zu erreichender Eingliederungsfähigkeit nicht indiziert. Aktuell be
stehe keine Arbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt. Es sei sodann wenig wahr
scheinlich, dass innerhalb eines Jahres eine stabile 50%ige Arbeitsfähigkeit er
reicht werde (Urk. 21/57).
3.3.15
Die Anfrage der IV-Stelle St. Gallen, ob der Beginn der gesicherten einjährigen durchgehenden Wartezeit auf den 26. Mai 2013 (fünfte stationäre Behandlung in der Psychiatrischen Klinik J._)
festgesetzt werden könne und ob ab dann von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei, bejahte der RAD in seiner Stellungnahme vom 13. August 2015 (Urk. 21/63).
3.3.16
Im „ärztlichen Zeugnis“ vom 30. November 2015 (Urk. 2/8), welches zuhanden des damaligen Rechtsvertreters des Klägers ausgestellt wurde (um herauszufin
den, wann letzterer zum ersten Mal zu mindestens 20 % arbeitsunfähig gewesen sei), hielt Dr. A._ fest, im Jahr 2006 sei der Kläger an der Krankheit, wel
che später zur Invalidisierung geführt habe, das erste Mal erkrankt. Er habe sich aber gut stabilisieren können. Im Jahre 2009 sei es zu einem Rückfall gekom
men, sodass der Kläger in eine Klinik habe eingewiesen werden müssen und schliesslich nach über vier Jahren Tätigkeit den Arbeitgeber gewechselt habe. In dieser Zeit sei er bei der Z._ beschäftigt gewesen, weshalb diese seiner Mei
nung nach zuständig sei.
3.4
3.4.1
Aus den vorstehend zitierten medizinischen Unterlagen
(E. 3.3)
, welche auch der IV-Stelle vorlagen
(mit Ausnahme des „ärztlichen Zeugnisses“ vom 30. November 2015 [E. 3.3.16])
, geht
hervor, dass der Kläger bereits ab seinem 20. Lebensjahr an einer bipolaren Störung litt. Zwei depressive Episoden sind bekannt. Manische Episoden traten sodann in den Jahren 1990 zweimal und in den Jahren 1993, 2001 und 2006 jeweils einmal auf (E. 3.3.1). Der Kläger konn
te sich jedoch stets wieder stabilisieren. Er war nicht nur in der Lage, eine gute Ausbildung zu absolvieren (im Jahr 2000
erwarb er den eidgenössischen Fach
au
sweis als Marketingplaner [Urk. 21/10/4]
und
im Jahr
2002 den Fähigkeits
ausweis a
ls diplomierter Verkaufsleiter [Urk.
21/10/3
]) und eine Familie zu gründen (Heirat im Jahr 2001, Geburt der ersten Tochter im Jahr 2002, Geburt der zweiten Tochter im Jahr 2004 [vgl. den Entscheid des Kreisgerichts See-Gaster vom 7. März 2014 betreffend Ehescheidung [Urk. 2/9]), sondern auch, ab dem Jahr 2001 ein regelmässiges jährliches Einkommen über Fr. 100‘000.-- zu erzielen. Bei der Z._, wo der Kläger vom 1. Februar 2006 bis am 31. März 2010 angestellt war (Urk. 2/11), erzielte er sogar ein jährliches Einkommen bis zu Fr. 154‘720.-- (im Jahr 2008; vgl. den Auszug aus dem individuellen Konto [IK-Auszug] vom 18. Juni 2013 [Urk. 21/7]).
Bei einer bipolaren affektiven Störung sind vollständige Remissionen zwischen den manischen oder depressiven Episoden charakteristisch (vgl. die klinisch-diagnostischen Leitlinien der Internationalen Klassifikation psychischer Ge
sundheitsstörungen der Weltgesundheitsorganisation, ICD-10 Kapitel V (F), Dil
ling/Mombour/Schmidt (Herausgeber), 10. Auflage, Bern 2015, S. 164), so auch beim Kläger in der Vergangenheit.
3.4.2
Ab dem Jahr 2009 sind die manischen Episoden mit Klinikeinweisungen ausrei
chend dokumentiert. In den Jahren 2009 (E. 3.3.1 f.), 2011 (E. 3.3.3 f.) und 2013 (E. 3.3.5 und E. 3.3.8) kam es jeweils zu deren zwei. Im Jahr 2014 erfolgte eine weitere Einweisung (E. 3.3.11). Daraus lässt sich erkennen, dass die Kadenz der Klinikeinweisungen ab dem Jahr 2009 stieg, was grundsätzlich auf einen insta
biler werdenden Gesundheitszustand hindeutet. M
it dem Verlust der Arbeitsstel
le bei der
Z._
(2010)
ging auch e
in Bruch in der Kontinuität der Einkom
mensentwicklung
einher (Urk.
21/7).
Daraus kann aber noch nicht abgeleitet werden, im Jahr 2009 oder allenfalls 2010 sei bereits
eine Arbei
tsunfähigkeit im Sinne von Art. 23 lit.
a BVG
eingetreten. Erforderlich ist eine 20%ige Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf (E. 1.1.3). Ausserdem ist erforderlich, dass
zwischen
der
Arbeitsunfähigkeit und
der
Invalidität ein en
ger sachlicher und zeitlicher Zusammenhang besteht
, d
amit eine Vorsorgeein
richtung, der eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitnehmer bei Eintritt der Ar
beitsunfähigkeit angeschlossen war, für das erst nach Beendigung des Vorsor
geverhältnisses eingetretene Invaliditätsrisiko aufzukommen
hat (E. 1.2.1)
.
3.4.3
Der Kläger stellte sich auf den Standpunkt, gemäss seinem behandelnden Psy
chiater sei er ab 2009 ununterbrochen zu mindestens 20 % arbeitsunfähig ge
wesen. Selbst wenn er nach seiner Tätigkeit bei der
Z._
immer wieder Ab
schnitte mit einer hergestellten verwertbaren Arbeitsfähigkeit gehabt habe, be
stehe ein enger zeitlicher Konnex zwischen der während der Arbeitstätigkeit bei der
Z._
eingetretenen Arbeitsunfähigkeit und der Invalidität. Dieser zeitliche Konnex sei nicht mehr unterbrochen worden. Bei der vorliegend zu beurteilen
den psychischen Störung handle es sich um eine Schubkrankheit, weshalb die entsprechende bundesgerichtliche Rechtsprechung anzuwenden sei. Gemäss die
ser Rechtsprechung sei im Falle von Schubkrankheiten bei der Beurteilung der zeitlichen Konnexität zwischen Arbeitsunfähigkeit und Invalidität kein allzu strenger Massstab anzuwenden
.
3.4.4
Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu den Schubkrankheiten soll dem Umstand Rechnung getragen werden, dass derartige Krankheitsbilder un
terschiedliche Verläufe aufweisen, was ein erhöhtes Risiko mit sich bringt, dass die Krankheit sich erst zu einem Zeitpunkt invalidisierend manifestiert, in wel
chem eine Versicherungsdeckung fehlt, eine Folge, welche unter dem Gesichts
punkt des (obligatorischen) Versicherungsschutzes stossend sein kann. Daher kommt bei Schubkrankheiten den gesamten Umständen des Einzelfalls besonde
re Bedeutung zu (Urteil des Bundesgerichts 9C_806/2013 vom 24. April 2014 E. 6.1 m.w.H.; vg
l. ausserdem die Urteile des da
maligen Eidgenössischen Versi
cherungsgerichts B 50/99 vom 14. August 2000, B 94/00 vom 4. Mai 2001, B 63/04 vom 28. Dezember 2004, B 51/05 vom 7. September 2006, B 69/06 vom 22. November 2006, B 95/06 vom 4. Februar 2008 sowie die Urteile des Bundesgerichts 9C_292/2008 vom 22. August 2008, 9C_505/2011 vom 3. Januar 2012, 9C_619/2011 vom 29. Februar 2012, 9C_126/2013 vom 13. August 2013, 9C_658/2016 vom 3. März 2017 und 9C_365/2017 vom 30. Juni 2017). Als Schubkrankheiten gelten gemäss der bisherigen Rechtspre
chung insbesondere (chronische) Schizophrenien oder Multiple Sklerosen. Ob es sich bei der bipolaren affektiven Störung (im Urteil des Bundesgerichts 9C_292/2008 vom 22. August 2008 wurde eine bipolare affektive Psychose als Schubkrankheit qualifiziert) ebenfalls um eine Schubkrankheit handelt, kann offenbleiben, da
im vorliegenden Fall der zeitliche Konnex
auch unter Berück
sichtigung der einschlägigen Rechtsprechung zu den Schubkrankheiten
unter
brochen worden
ist, was im Nachfolgenden zu zeigen ist. Zuletzt (ab Dezember 2013) wurde schliesslich die Diagnose einer schizoaffektiven Störung gestellt (E. 3.3.8 und E. 3.3.10).
3.5
3.5.1
Der Kläger selbst beschrieb seine Situation gegenüber der IV-Stelle St. Gallen am 7. November 2013 wie folgt (Urk. 21/23/1 f.): Er habe den ersten psychi
schen Einbruch mit circa 20 Jahren gehabt. Er habe damals aus allem ausbre
chen wollen – Elternhaus, damaligem Job etc. – und habe sich gegen das Beste
hende in einem Ausmass aufgelehnt, welches für sein Umfeld nicht mehr nach
vollziehbar gewesen sei. So habe sein Vater damals die erste Zwangseinweisung in die Wege geleitet. Die Zeit danach, im Alter zwischen 20 bis 23 Jahren, sei eher eine instabile Zeit gewesen und habe zu weiteren Klinikaufenthalten ge
führt. Es habe dann noch einen kurzen Einbruch mit 29 Jahren gegeben, dann erst wieder im Jahr 200
6.
Im Jahr 2006 sei er sehr gefordert gewesen: er habe eine Familie gehabt, eine Ehefrau mit Erwartungen und einen Job, der ihn ebenfalls sehr in Anspruch genommen habe. Rückblickend sei ihm dies damals alles zu viel gewesen – der Druck, allen und allem gerecht zu werden, hoch –, was ihn in eine weitere Krise geführt habe. Er habe sich aber wieder gut auffan
gen können, bis dann im Jahr 2009 die erste Ehekrise aufgetreten sei. Die Tren
nung habe er damals abwehren können. Er und seine Frau hätten ein neues Familienmodell
vereinbart
, mit einer beruflichen Pensums-Reduktion auf 80 % auf seiner Seite und der Wiederaufnahme einer Arbeitstätigkeit seitens der Ehe
frau. So habe er an seinem freien Tag den Kindern geschaut, was ihm sehr ge
fallen habe. Das neue Konzept habe sich jedoch längerfristig nicht bewährt und so sei im Jahr 2011 die nächste Ehekrise aufgetreten, welche nun zur definiti
ven Trennung und zu einer weiteren psychisch instabilen Phase geführt habe, mit – bis zum Juni 2013 – drei weiteren stationären Klinikaufenthalten. Die letzten zwei vergangenen Jahre seien sehr fordernd gewesen. Er habe in diesem Zeitraum auch noch seine Anstellung verloren, so dass er mit vielen existenziel
len Ängsten gleichzeitig konfrontiert gewesen sei.
3.5.2
Die manischen Episoden des Klägers werden beziehungsweise wurden offen
sichtlich besonders bei Überforderung/Überlastung oder Konflikten ausgelöst. Dies gab auch die Ex-Ehefrau des Klägers an; immer wenn der Druck gestiegen sei, sei der Kläger erneut in eine Krise geraten (E. 3.3.1), so auch im Jahr 2009.
Der Klinikeinweisung
in diesem Jahr
ging gemäss
eigenen
Angaben des Klägers eine Ehekrise voraus, welche
vor allem dadurch ausgelöst worden sei
, dass seine Ehefrau eine dritte Schwangerschaft habe abbrechen wollen
(E. 3.3.1)
.
Nach dem Klinikaufenthalt vom 15. bis 22. Juni 2009 kehrte der Klä
ger jedoch wieder an seinen bisherigen Arbeitsplatz bei der Z._ zurück.
In diesem Zusammenhang ist auf die Rechtsprechung hinzuweisen, wonach nur mit äusserster Zurückhaltung auf eine reduzierte Arbeitsfähigkeit geschlossen werden kann, falls eine solche, etwa mit Blick auf einen ungekürzt ausbezahlten Lohn, arbeitsrechtlich nicht in Erscheinung getreten ist (Urteil des Bundesge
richts 9C_292/2008 E. 4.2 mit Hinweis). Es muss sich arbeitsrechtlich offenba
ren, dass die versicherte Person an Leistungsvermögen eingebüsst hat, so etwa durch einen Leistungsabfall mit entsprechender Feststellung oder gar Ermah
nung des Arbeitgebers oder durch gehäufte, aus dem Rahmen fallende krank
heitsbedingte Arbeitsausfälle (Urteil des ehemaligen Eidgenössischen Versiche
rungsgerichts B95/06 vom 4. Februar 2008 E. 3.3).
Dass während der verblei
benden Zeit bei der Z._ bis zum 31. März 2010 (Ende des Arbeitsverhältnis
ses) eine Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen bestanden hätte, ist nicht dokumentiert. Damit kann nicht auf eine reduzierte Arbeitsfähigkeit des Klägers während der letzten Monate bei der Z._ geschlossen werden.
In seinem Kündigungsschreiben vom 18. Dezember 2009 an die Z._ (Urk. 2/10) begründete der Kläger seine beruflichen Veränderungswünsche mit einem schwierigen Jahr mit gesundheitlichen und familiären Problemen. Mit seiner Partnerin (beziehungsweise Ehefrau) habe er sich auf eine neue Arbeits
teilung geeinigt. Sie werde ihr Pensum ausbauen, während er das seine auf 80 % reduziere. Die Reduktion des Pensums sei bei der Z._ nur schwer um
setzbar. Dieses Schreiben im Zusammenhang mit der Angabe des Klägers ge
genüber der IV-Stelle St. Gallen (E. 3.5.1) deutet darauf hin, dass die Kündigung bei der Z._ primär dem Zweck diente, die erste Ehekrise zu bewältigen und eine Trennung abzuwenden. Dass der Kläger die Stelle bei der Z._ deshalb kündigte, weil er mit einem 100%-Pensum grundsätzlich überfordert gewesen wäre (vgl. das Vorbringen des Klägers [E. 2.1]), vermag vor diesem Hintergrund nicht zu überzeugen.
Auch das Vorbringen des Klägers, er habe seine gutbezahlte Stelle bei der Z._ aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben, ansonsten hätte er wohl kaum eine Lohneinbusse von 43 % hingenommen (E. 2.3.2), vermag am Gesagten nichts zu ändern. Der Kläger war schliesslich der Ansicht, eine Reduktion des Pensums auf 80 % sei bei der Z._ nur schwer umsetzbar. Wenn er die mit der Ehefrau vereinbarte Aufgabenteilung umsetzen wollte, musste er folglich die Stelle wechseln. Dass dies mit einer Lohneinbusse einherging, lässt sich ohne Weiteres nachvollziehen. Der Kläger wählte eine Tätigkeit in einer Branche mit sozialer Ausrichtung, wo die Löhne deutlich tiefer angesetzt sind als in der Ver
sicherungsbranche. Die Lohneinbusse betrug hier jedoch nicht 43 %, sondern bei einem Vergleich des Einkommens bei der B._ in einem 80 %-Pensum (Fr.
85
‘
800
.-- [Urk. 2/16 S. 1]) mit dem Einkommen bei der Z._ in einem 80%-Pensum (Fr.
123
‘
776
.-- [= 80 % von Fr. 154‘720.--]; Urk. 21/7/1) Fr.
37
‘
976
.-- und damit bloss rund 30 %.
3.5
.3
Die Tätigkeit bei der B._ übernahm der Kläger p
er 1. April 201
0. Er bekleide
te die Funktion eines
Abteilungsleiter
s
in einem 80%-Pensum
und verrichtete eine seiner Ausbildung entsprechende Arbeit
. Auch wenn die Stiftung
B._
eine gemeinnützige Institution auf dem Gebiet der beruflichen Rehabilitation und Integration ist – sie bietet Menschen mit psychischen und/oder körperli
chen Beeinträchtigungen Unterstützung in der wirtschaftlichen und sozialen Wiedereingliederung (Urk. 2/18) –, handelte es sich bei der Arbeitsstelle des Klägers nicht um einen geschützten Arbeitsplatz
(vgl. den „Arbeitsvertrag Ka
derangehörige“ vom 11. Dezember 2009 [Urk. 2/16]). Mit Schreiben vom 26. August 2010 löste der Kläger das Arbeitsverhältnis bei der B._ per 31. Dezember 2010 wieder auf mit der Begründung, für die ihm übertragenen Aufgaben reiche ein 80%-Pensum nicht aus. Aufgaben, Verantwortung und Kompetenzen würden mit der Entschädigung und den Sozialleistungen nur teilweise übereinstimmen. Seine Erwartungen an sich selbst, insbesondere auch bezüglich Kundenpflege (Akquise, Pflege), könne er nur mit ausserordentlicher Arbeit abdecken. Die Einstellung eines neuen Gruppenleiters, der ihn unterstüt
ze, ändere daran wenig. Aus diesem Grund nehme er ein Angebot in einer marktorientierten Funktion an (Urk. 2/17).
In der Folge trat der Kläger am 1. Januar 2011 eine neue Vollzeitstelle als Mar
keting- und Verkaufsleiter bei der O._-Krankenversicherung an (Urk. 2/21). Während seiner Anstellung vom 1. Januar 2011 bis 7. April 2011 (wobei er sich ab dem 31. März 2011 in der Klinik I._ befand [E. 3.3.3]) erzielte der Kläger ein Brutto-Einkommen von Fr. 36‘779.-- (Urk. 21/7/1), was einem monatlichen Brutto-Einkommen von ungefähr Fr. 10‘000.-- entsprach. Unter Berücksichtigung dieser Einkommensentwicklung lässt sich das Kündigungs
schreiben vom 26. August 2010 an die B._ ohne Weiteres dahingehend in
terpretieren, dass der Kläger wieder eine Tätigkeit in einer „marktorientierten Funktion“ zu 100 % annehmen wollte, weil er die Tätigkeit bei der B._, wel
che seiner Ansicht nach nicht in einem 80%-Pensum zu bewältigen war, als un
angemessen entlohnt betrachtete. Unter diesen Voraussetzungen sah der Kläger offenbar nicht ein, weshalb er sich mit einem bescheideneren Gehalt zufrieden
geben sollte.
3.5.4
Aus dem Gesagten ergibt sich, dass sich der Gesundheitszustand des Klägers nach dem Klinikaufenthalt im Jahr 2009 wieder stabilisiert hatte. Er kehrte zu
nächst für einige Monate an seinen bisherigen Arbeitsplatz bei der Z._ zu
rück und war in der Folge während neun Monaten bei der B._ tätig. Wäh
rend dieser Zeit ist keine manische Episode dokumentiert.
Es bestehen
auch
kei
ne Anhaltspunkte
dafür
,
dass
der Kläger seine Arbeitsleistung nicht zufrieden
stellend
erbracht hätte. Das Arbeitszeugnis der B._ vom 31. Dezember 2010 zeugt sogar von einer überdurchschnittlichen Zufriedenheit der Arbeitgeberin (Urk. 2/18).
Der Kläger, welcher sich aus invaliditätsfremden Gründen für ein reduziertes Arbeitspensum bei der B._ entschieden hatte, war in der Lage, eine anspruchsvolle Aufgabe
in einem 80%-Pensum
nebst der Kinderbetre
uung an einem Tag pro Woche (E. 3.5.1)
zu erfüllen.
Bis Ende 2010 lässt sich daher keine mindestens 20%ige Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf erkennen. Es ist daher angesichts der 18-monatigen uneinge
schränkten Arbeitsfähigkeit nach der manischen Episode im Jahr 2009 von ei
nem Unterbruch des zeitlichen Konnexes auszugehen.
3.6
3.6.1
Während der anschliessenden Anstellung bei der O._-Krankenversicherung (ab dem 1. Januar 2011) kam es zu einer Verschlechterung des psychischen Ge
sundheitszustandes des Klägers. In der am letzten Tag der Probezeit ausgestell
ten Kündigung vom 31. März 2011 wurde festgehalten: „ [...] wir sehen uns lei
der aufgrund der Entwicklungen der letzten 2 Wochen gezwungen, das Arbeits
verhältnis gemäss der vertraglichen Probezeitbestimmung per 7. April 2011 zu kündigen. [...] Wir bedauern ausserordentlich, dass unser fehlendes Vertrauen in Ihre Fähigkeit zur Erfüllung der anspruchsvollen Aufgabe als Marketing- und Verkaufsleiter, uns zu diesem drastischen Schritt zwingt“ (Urk. 2/20). Im Ar
beitszeugnis vom 5. Mai 2011 wurde sodann festgehalten: „Leider waren wir aufgrund einer Erkrankung, welche aus unserer Sicht die Erfüllung der gestell
ten Aufgaben nur bedingt zuliess, gezwungen, das Arbeitsverhältnis innerhalb der Probezeit aufzulösen“ (Urk. 2/21). Dem Bericht der Klinik I._ vom 14. April 2011 lässt sich ferner entnehmen, dass der Kläger angegeben hat
te, in letzter Zeit sei es zunehmend zu einem Partnerschaftskonflikt gekommen, es drohe die Trennung. Im Vorfeld zur Einweisung sei ein Partnerschaftskonflikt eskaliert. Sodann habe sein neuer Vorgesetzter vor zwei Wochen von seiner psychischen Erkrankung erfahren und sei seither verändert. Ihm sei noch in der Probezeit gekündigt worden (E. 3.3.3).
Nachdem der Kläger im Jahr 2011 wieder eine Vollzeitstelle angenommen hatte, kam es erneut zu einer Ehekrise. Diese führte zu einer weiteren Einweisung in eine psychiatrische Klinik (E. 3.3.3 und E. 3.4.3). Bereits zwei Wochen vor der Einweisung, welche zeitlich mit der Ausstellung der Kündigung zusammenfiel, kam es zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustands, was sich aus dem Kündigungsschreiben der O._-Krankenversicherung vom 31. März 2011 („auf
grund der Entwicklungen der letzten 2 Wochen“) ergibt. Aufgrund der mani
schen Episode, welche durch die Ehekrise ausgelöst worden war, war der Kläger somit nicht mehr in der Lage, seiner Aufgabe bei der O._-Krankenversicherung in ausreichendem Masse nachzugehen. Eine zumindest vorübergehende Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit ab circa Mitte März 2011 ist daher dokumen
tiert.
3.6.2
Vom 20. Juni 2011 bis am 20. Januar 2012 war der Versicherte bei der C._ AG in einem Vollzeitpensum angestellt (Urk. 2/24).
Auch dort verrichtete er eine
seiner
Ausbildung entsprechende Arbeit (Personalberater von Fachleuten mit Schwerpunkt in der Finanzindustrie [Urk. 2/24]); effektiv arbeitstätig war er während rund fünf Monaten.
Vom 22. November bis am 5. Dezember 2011 befand er sich in stationärer Behandlung in der Klinik I._ und war bereits ab dem 18. November 2011 krankgeschrieben (gemäss der Begründung der Kündigung vom 28. Dezember 2011 [Urk. 2/23]). Die Einweisung in die Klinik stand im Zusammenhang mit einem deliktischen Verhalten des Klägers, welcher in die
Wohnung
der mittlerweilen von ihm ge
trennt lebenden Ehefrau
eingedrungen war (E. 3.3.4). Es liegen keine Anhalts
punkte dafür vor, dass während der fast fünfmonatigen (effektiven) Tätigkeit bei der
C._
AG eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorge
legen hätte.
Damit kam es – nach einer vorübergehenden Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (E. 3.6.1) – aufgrund der fünfmonatigen Tätigkeit
bei der
C._
AG
zu einem erneuten Unterbruch des zeitlichen Konnexes.
3.6.3
Nach der Anstellung bei der C._ AG bezog der Kläger bis Ende März 2013, das heisst über ein Jahr lang, Arbeitslosentaggelder (Urk. 1 S. 8 und Urk. 2/26), wobei er als zu 100 % vermittlungsfähig galt.
Zu den für die Beurteilung des zeitlichen Konnexes relevanten Umständen zählen ganz all
gemein die in der Arbeitswelt nach Aussen in Erscheinung tretenden Verhält
nisse, wie etwa auch die Tatsache, dass ein Versicherter über längere Zeit hin
weg als voll vermittlungsfähiger Stellensuchender Taggelder der Arbeitslosen
versicherung bezieht (Urteil des Bundesgerichts 9C_292/2008 E. 4.2 mit weite
ren Hinweisen).
Während dieser Zeit ist keine manische Episode dokumentiert. Auch liegt kein echtzeitliches Arztzeugnis vor, in welchem eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert würde. Auch wenn der
über einjährige Bezug von Arbeitslosentaggeldern nicht in gleichem Masse anzurechnen ist wie eine tat
sächlich ausgeübte Erwerbstätigkeit, wird die für die Unterbrechung der zeitli
chen Konnexität erforderliche Dauer von mindestens drei Monaten voller Ar
beitsfähigkeit deutlich überschritten (vgl. das Urteil des Bundesgerichts B95/06 vom 4. Februar 2008 E. 6.1).
3.6.4
Nach dem Gesagten kam es auch nach dem 1. März 2011 zu Unterbrüchen der zeitlichen Konnexität, sodass sich bis Ende März 2013 keine Leistungspflicht ei
ner Einrichtung der beruflichen Vorsorge begründen lässt.
3.7
3.7.1
Eine anhaltende und nachhaltige Verschlechterung des Gesundheitszustandes trat aber in der Folge ein, was nicht nur die erneuten Einweisungen in psychiat
rische Kliniken und das Scheitern einer beruflichen Wiedereingliederung trotz echter Bemühungen belegen, sondern auch der Umstand, dass die Ärzte neu die Diagnose einer schizoaffektiven Störung zu stellen begannen (E. 3.3.8, E. 3.3.10) und der RAD von einer deutlich eingeschränkten Arbeitsfähigkeit ausging (E. 3.3.7 und E. 3.3.9)
3.7.2
Was den genauen Zeitpunkt des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit betrifft, ist Fol
gendes festzuhalten: Der Kläger war vom 1. April bis am 14. Mai 2013 bei der D._ angestellt (Urk. 2/27). Während dieser Zeit ist zwar keine manische Phase mit Klinikeinweisung dokumentiert, der Kläger machte in seiner Klage vom 14. Juli 2016 jedoch geltend, das Arbeitsverhältnis sei wegen der ge
sundheitlichen Probleme beendet worden (Urk. 1 S. 9).
Die Beklagte
4
brachte in diesem Zusammenhang vor
, bei der Anstellung bei der
D._
ha
be es sich bloss um einen
Arbeitsversuch gehandelt (Urk. 6 S. 2).
Der Kläger vermochte sich
allerdings
im Vorstellungsverfahren zu bewähren und wurde bei der
D._
entsprechend seiner Ausbildung a
ls Kundenberater
in einem Vollzeitpensum bei ei
nem Jahresgehalt von brutto Fr. 111‘000.-- (Urk.
2/27 f.) angestellt.
Dies spricht gegen einen blossen
Ein
gliederungsver
such
, zumal der Kläger seine Krankheit bei einem neuen Stellenantrit
t jeweils verschwiegen hatte (vgl. Urk.
21/33).
Während dem gesamten Jahr 2012 und in den Monaten Januar bis März 2013 war es zu keiner manischen Episode mit
Klinikeinweisung
gekommen. Entspre
chend bestand bei Stellenantritt bei der D._ die berechtigte Er
wartung, dass der Gesundheitszustand noch länger stabil sein würde. Aus dem Arbeitszeugnis vom 7.
Mai
2013 (Urk.
2/27)
geht sodann nicht hervor, dass der Beschwerdeführer bloss eine
verminderte Arbeitsleistung
erbracht hätte
.
Auch liegt
kein echtzeitliches ärztliches Attest vor, welchem entnommen werden könnte, der Kläger wäre zu dieser Zeit nur eingeschränkt arbeitsfähig gewesen.
Allerdings
deutet die kurze
Dauer des Anstellungsverhältnisses
und der weitere Verlauf des Gesundheitszustandes darauf hin, dass sich der Gesundheitszustand
des Klägers bereits während seiner Anstellung bei der D._ ver
schlechtert hatte
.
Ob die
Arbei
tsunfähigkeit im Sinne von Art. 23 lit.
a BVG
bereits während der Anstellung bei der D._ oder erst am 26. Mai 2013 (Einweisung in die Psychiatrische Klinik J._ [E. 3.3.5]) eingetreten ist, ist aber irrelevant, denn so oder anders besteht (unter Berücksichtigung der
einmonatige
n Nachde
ckungsfrist gemäss Art. 10 Abs.
3 BVG
) eine Leistungspflicht der Beklag
ten 4. Vom Eintritt einer
Arbei
tsunfähigkeit im Sinne von Art. 23 lit.
a BVG
ist nämlich sicher ab dem 26. Mai 2013 auszugehen. Zu diesem Zeitpunkt wurde der Kläger erneut psychiatrisch hospitalisiert (E. 3.3.5). In der Folge blieb die Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt, und es kam auch zu keiner Unterbre
chung des zeitlichen Konnexes mehr. Die kurze Anstellung bei der E._ SA vom 11.
August bi
s 13. Oktober 2014 (Urk.
2/29)
ist als blosser Arbeitsversuch zu werten. Obwohl der Kläger seine Krankheit auch der neuen Arbeitgeberin gegenüber verschwiegen hatte (E. 3.3.11), war für den RAD be
reits im Oktober/November 2013 klar, dass die Selbsteinschätzung des Klägers überhöht wirkte und bloss eine Arbeitsfähigkeit von 50-60 % bestand (E. 3.3.7). Daran hielt er auch in seiner Einschätzung vom 14. Februar 2014 fest (E. 3.3.9). Aus ärztlicher Sicht war somit bereits vor dem Stellenantritt bei der E._ SA prognostisch nicht mehr von einer Wiedereingliederungsfä
higkeit des Klägers in einem Arbeitspensum über 60 % auszugehen. In der Stel
lungnahme vom 6. März 2015 gelangte der RAD schliesslich zum Schluss, der Kläger sei im ersten Arbeitsmarkt gar nicht mehr arbeitsfähig (E. 3.3.14), und zwar rückblickend bereits ab dem 26. Mai 2013 (E. 3.3.15). Der behandelnde Psychiater Dr. A._ ging in seinem Bericht vom 8. Oktober 2014 ebenfalls davon aus, der Kläger sei der Arbeitswelt nicht mehr zumutbar. Es sei von einer Residualsymptomatik auszugehen (E. 3.3.10). Nach dem 26. Mai 2013 kam es folglich zu keiner Unterbrechung der zeitlichen Konnexität mehr.
3.7.3
An dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass a
uf die rückblickende Beurteilung von Dr.
A._
vom 30. November 2015 (E. 3.3.16) nicht abgestellt werden
kann
. Zum einen trifft nicht zu, dass der Kläger erst im Jahr 2006 an der psy
chischen Störung erkrankte, sondern bereits in den frühen 1990er Jahren (E. 3.3.1), was
Dr. A._
in seinem
Bericht vom 19. Juli 2013
selbst angege
ben hatte (E. 3.3.6). Zum anderen äusserte sich Dr.
A._
im „ärztlichen Zeugnis“ vom 30.
November 2015 (E. 3.3.16) zu einer juristischen Frage, welche mit der schlichten Antwort, der Kläger habe im Jahr 2009 einen Rückfall gehabt und seine Tätigkeit bei der
Z._
nach über vier Jahren gewechselt, nicht in ausreichendem Masse beantwortet werden kann
– was die vorstehenden Aus
führungen zeigen
. Kommt hinzu, dass der Zeitpunkt des Eintritts der berufsvor
sorgerechtlich relevanten Arbeitsunfähigkeit mit dem im Sozialversicherungs
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit grundsätzlich echtzeitlich nachgewiesen sein muss (E. 1.1.3).
3.7.4
Nach dem Gesagten ist auch unter Berücksichtigung der Rechtsprechung zu den Schubkrankheiten mit dem massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die leistungsauslösende Arbeitsunfähigkeit des Klägers am 26. Mai 2013 eingetreten ist, zu einem Zeitpunkt also, als er bei der Beklagten 4 berufsvorsorgeversichert war. Damit ist die Beklagte 4
zur Ausrich
tung der gesetzlichen und reglementarischen Invalidenleistungen verpflichtet.
Der Rentenb
eginn ist in Anwendung von Art. 26 Abs.
1 BVG, wonach diesbe
züglich sinngemäss d
ie Bestimmungen des IVG gelten,
festzusetzen. Dabei ist zu beachten, dass die IV-Stelle
St. Gallen
beim Rentenen
tscheid richtigerweise da
von ausging, die Wartezeit habe am 26. Mai 2013 begonnen und seither bestehe eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt. Dies hat die Beklagte 4 denn auch nicht bestritten (vgl. Urk. 6). Gemäss der Berechnung der IV-Stelle St. Gallen ist ein Invaliditätsgrad von über 70 % ausgewiesen. Damit besteht ab dem 1. Mai 2014, wie vom Kläger eventualiter beantragt, ein An
spruch auf eine volle Rente zuzüglich zweier Kinderrenten aus der beruflichen Vorsorge.
4.
4.1
Bei der Bezifferung seines Klagebegehrens stützte sich der Kläger allein auf den für die effektive Leistungspflicht nicht massgebenden Versicherungsausweis vom 19. April 2013 (Urk. 2/28). Da sich der Rentenanspruch aufgrund der Ak
tenlage allerdings nicht genau beziffern lässt, ist die vorliegende Klage gegen die Beklagte 4 gemäss ständiger Praxis bloss in dem Sinne gutzuheissen, dass die Leistungspflicht der Beklagten 4, der Invaliditätsgrad und der Rentenbeginn am 1. Mai 2014 festzustellen, die genaue ziffernmässige Berechnung der einzel
nen Rentenbetreffnisse hingegen der leistungspflichtigen Vorsorgeeinrichtung zu überlassen ist, wogegen im Streitfalle wiederum eine Klage zulässig wäre (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 9C_99/2008 vom 3. Juli 2008 E. 5.1).
4.2
Auf Invalidenleistungen sind Verzugszinsen geschuldet, wobei grundsätzlich Art.
105 Abs.
1 des Obligationenrechts anwendbar ist (BGE 119 V 131 E. 4). Danach ist der Verzugszins vom Tag der Anhebung der Betreibung oder der ge
richtlichen Klage an ges
chuldet. Der Zinssatz beträgt 5
%, sofern das Reglement der Vorsorgeeinrichtung
(vgl. Urk. 7)
keine andere Regelung kennt (BGE 119 V 131 E. 4c).
Der Kläger erhob am 15. Juli 2016 Klage gegen die Beklag
te 4. Mangels einer anderslautenden reglementarischen Regelung sind dem Klä
ger somit
ab
dem 15. Juli 2016 Verzugszinsen von 5
% pro Ja
hr
für die bis zu diesem Zeitpunkt fällig gewordenen Betreffnisse und für die übrigen ab dem jeweiligen Fä
lligkeitsdatum zuzusprechen
.
4.3
Nach dem Gesagten ist die Beklagte 4 in Gutheissung der gegen sie gerichteten Klage zu verpflichten, dem Kläger ab 1. Mai 2014 eine auf einem Invaliditäts
grad von 88 % basierende Invalidenrente der beruflichen Vorsorge samt zweier Invaliden-Kinderrenten auszurichten, wobei die Beklagte 4 antragsgemäss an
zuweisen ist, die Kinderrenten an die Kindsmutter auszuzahlen (vgl. die Schei
dungskonvention vom 5./6. März 2014, genehmigt durch das Kreisgericht See-Gaster mit Entscheid vom 7. März 2014, Urk. 2/9, Dispositiv-Ziffer 3.4).
Im Übrigen ist
die Klage
, soweit sie eine definitive Leistungspflicht der Beklag
ten 2-3 und 5 betrifft, abzuweisen. Was die Vorleistungspflicht der Beklagten 1 und eventuell der Beklagten 4 betrifft, ist sie gegenstandslos geworden; die Fäl
lung eines Teilurteils über die Vorleistungspflicht erübrigt sich somit.
5.
5.1
Da der Kläger vorliegend mit seiner gegen die Beklagte 4 gerichteten Klage ob
siegt, steht ihm eine Prozessentschädigung zu. Nach § 34 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) bemisst sich die Höhe der ge
richtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert. Gemäss § 8 in Verbindung mit § 7 Abs. 1 der seit 1. Juli 2011 in Kraft stehenden Verordnung über die Gebühren, Kosten und Ent
schädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht (GebV SVGer) wird nament
lich für unnötigen Aufwand kein Ersatz gewährt.
Der von Rechtsanwalt Dr. Thomas Lüthy mit Eingabe vom 11. Mai 2017 (Urk. 34) geltend gemachte Aufwand von 36 Stunden und 36 Minuten ist der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses nicht angemes
sen. Zu berücksichtigen ist insbesondere, dass das Dossier der IV-Stelle St. Gallen eher von durchschnittlichem Umfang war und dass der Aufwand für das Aktenstudium/Verfassen der Klageschrift von insgesamt 18.5 Stunden, der Aufwand für die Betreuung des Klienten (Korrespondenzen und Besprechungen) von insgesamt 4.25 Stunden und der Aufwand für das Aktenstudium/Aufsetzen der Replik von insgesamt 12.3 Stunden als übersetzt erscheint. Kommt hinzu, dass in der Honorarrechnung einzelne
Positionen enthalten
sind
, welche grund
sätzlich nicht entschädigt werden (
vgl. das Merkblatt Amtliche Man
date der Oberstaatsanwaltschaft
des Kantons Zürich, Version 1.
Januar 2016, welches weitgehend den früher massgebende
n Richtlinien des Büros für amt
liche Man
date des Bezirksgerichts Zürich entspricht). So werden admini
stra
tive Arbeiten, welche vom Sekretariat ve
rrichtet werden können, wie bei
spielsweise Schreibar
b
eiten, Terminabsprachen, Bestel
lung/Verpacken/Rücksendung von Akten,
Adressnachforschungen, Aktenab
lage, Erstellung der Honorarrechnung, Verfas
sen administrativer Schreiben, Aktenverkehr und der zeitliche Aufwand zur Er
stellung von Fotokopien nicht entschädigt. Dasselbe gilt für soziale Betreuung, minimale Aufwände wie beispielsweise Kenntnisnahme von Vorladungen, Be
mühungen in parallelen Verfahren und Rechtsstudium.
Insgesamt rechtfertigt sich bei grosszügiger Betrachtung ein Aufwand von 27 Stunden, welcher
unter Berücksichtigung des ge
richtsüblichen Ansatzes von Fr.
220.-- (ab dem
1.
J
anuar 2015) zu einem Honoraranspruch von Fr.
5
‘
940
.-- führt
.
Dem mit Verfügung vom 8. November 2016 zum unentgeltlichen Rechtsvertre
ter bestellten (Urk. 22) Rechtsanwalt Dr.
Thomas Lüthy
hat die Beklagte 4
des
halb
eine Prozessentschädigung von Fr.
6
‘
635.85
(Honorar von Fr.
5
‘
940
.-- plus Barauslagen von Fr. 204.30
,
zuzüglich Mehrwertsteuer von 8 % [Fr. 491.55
])
zu bezahlen.
5.2
Den Beklagten 1-3 und 5 stehen
in ihrer Funktion als Trägerin
nen
der berufli
chen Vorsorge trotz ihres Obsiegens keine Prozessentschädigung
en zu (§ 34 Abs.
2 GSVGer; vgl. statt vieler: BGE 128 V 124 E. 5b).