Decision ID: 313c8ae1-9c5a-4036-91b3-fbca7674ba64
Year: 2022
Language: de
Court: AG_OG
Chamber: AG_OG_007
Canton: AG
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten:
1.
1.1.
Die Beklagte schloss sich mit Anschlussvertrag vom 18. Juli 2011 als Ar-
beitgeberin zwecks Durchführung der beruflichen Vorsorge ihrer Arbeitneh-
menden per 1. August 2011 der Klägerin an.
1.2.
Mit Zahlungsbefehl Nr. aaa des Betreibungsamtes Q. vom 22. Juli 2021
betrieb die Klägerin die Beklagte für den Betrag von Fr. 6'424.10 nebst Zin-
sen von 5 % seit dem 17. Juli 2021 sowie Zinsen von Fr. 251.65 und Zah-
lungsbefehlskosten von Fr. 88.30. Die Beklagte erhob Rechtsvorschlag.
1.3.
Mit Zahlungsbefehl Nr. bbb des Betreibungsamtes Q. vom 22. Juli 2021
betrieb die Klägerin die Beklagte für den Betrag von Fr. 6'608.90 nebst Zin-
sen von 5 % seit dem 17. Juli 2021 sowie Zinsen von Fr. 229.90 und Zah-
lungsbefehlskosten von Fr. 88.30. Die Beklagte erhob Rechtsvorschlag.
1.4.
Mit Zahlungsbefehl Nr. ccc des Betreibungsamtes Q. vom 22. Juli 2021
betrieb die Klägerin die Beklagte für den Betrag von Fr. 5'939.60 nebst Zin-
sen von 5 % seit dem 17. Juli 2021 sowie Zinsen von Fr. 186.95 und Zah-
lungsbefehlskosten von Fr. 88.30. Die Beklagte erhob Rechtsvorschlag.
1.5.
Mit Zahlungsbefehl Nr. ddd des Betreibungsamtes Q. vom 22. Juli 2021
betrieb die Klägerin die Beklagte für den Betrag von Fr. 7'753.50 nebst Zin-
sen von 5 % seit dem 17. Juli 2021 sowie Zinsen von Fr. 228.75 und Zah-
lungsbefehlskosten von Fr. 88.30. Die Beklagte erhob Rechtsvorschlag.
1.6.
Mit Zahlungsbefehl Nr. eee des Betreibungsamtes Q. vom 22. Juli 2021 be-
trieb die Klägerin die Beklagte für den Betrag von Fr. 7'753.40 nebst Zinsen
von 5 % seit dem 17. Juli 2021 sowie Zinsen von Fr. 196.45 und Zahlungs-
befehlskosten von Fr. 88.30. Die Beklagte erhob Rechtsvorschlag.
1.7.
Mit Zahlungsbefehl Nr. fff des Betreibungsamtes Q. vom 22. Juli 2021 be-
trieb die Klägerin die Beklagte für den Betrag von Fr. 7'753.50 nebst Zinsen
von 5 % seit dem 17. Juli 2021 sowie Zinsen von Fr. 164.15 und Zahlungs-
befehlskosten von Fr. 88.30. Die Beklagte erhob Rechtsvorschlag.
- 3 -
1.8.
Mit Zahlungsbefehl Nr. ggg des Betreibungsamtes Q. vom 11. August 2021
betrieb die Klägerin die Beklagte für den Betrag von Fr. 7'753.50 nebst Zin-
sen von 5 % seit dem 11. August 2021 sowie Zinsen von Fr. 157.70 und
Zahlungsbefehlskosten von Fr. 88.30. Die Beklagte erhob Rechtsvor-
schlag.
1.9.
Mit Zahlungsbefehl Nr. hhh des Betreibungsamtes Q. vom 1. Septem-
ber 2021 betrieb die Klägerin die Beklagte für den Betrag von Fr. 7'858.10
nebst Zinsen von 5 % seit dem 28. August 2021 sowie Zinsen von
Fr. 144.95 und Zahlungsbefehlskosten von Fr. 88.30. Die Beklagte erhob
Rechtsvorschlag.
2.
2.1.
Die Klägerin erhob mit Eingabe vom 4. April 2022 Klage mit folgenden
Rechtsbegehren:
" 1. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin Fr. 59'324.80 zuzüglich 5 % Zins auf Fr. 6'424.10, Fr. 6'608.90, Fr. 7'753.50, Fr. 7'753.40, Fr. 7'753.50 und Fr. 5'939.60 seit dem 17. Juli 2021, 5 % Zins auf Fr. 7'753.50 seit dem 11. August 2021 und 5 % Zins auf Fr.7'858.10 seit 28. August 2021 zu .
2. Der Rechtsvorschlag in den Betreibungen Nr. aaa, bbb, ccc, ddd, eee, fff, ggg und hhh des Betreibungsamtes Q. sei aufzuheben.
3. Unter Kostenfolge zu Lasten der Beklagten."
2.2.
Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 8. April 2022 wurde der Beklag-
ten die Klage zur Erstattung einer Klageantwort innert 30 Tagen zugestellt.
2.3.
Mit Eingabe vom 10. Mai 2022 reichte die Klägerin ein mit "Rückzug Kon-
kurseröffnung vom 10. Mai 2022 / VKL.2022.11 / BR" betiteltes Schreiben
beim Versicherungsgericht ein. Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom
16. Mai 2022 wurde die Klägerin aufgefordert, eine Erklärung abzugeben,
ob ihre Eingabe vom 10. Mai 2022 als Klagerückzug zu verstehen sei. Mit
Schreiben vom 18. Mai 2022 teilte die Klägerin mit, dass ihre Eingabe vom
10. Mai 2022 nicht als Klagerückzug zu verstehen sei.
2.4.
Nachdem sich die Beklagte innert der angesetzten Frist nicht hatte verneh-
men lassen, wurde ihr mit Verfügung vom 14. Juli 2022 eine letzte Frist von
- 4 -
10 Tagen zur Klageantwort angesetzt unter der Androhung, dass im Säum-
nisfall aufgrund der Akten entschieden werde.
2.5.
Die Beklagte liess sich nicht vernehmen.

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1.
Gemäss Art. 73 Abs. 2 BVG stellt das Gericht den Sachverhalt von Amtes
wegen fest. Es gilt somit der Untersuchungsgrundsatz (BGE 115 V 111
E. 3d/bb S. 113).
Der Untersuchungsgrundsatz wird beschränkt durch die Mitwirkungspflich-
ten der Parteien (BGE 125 V 193 E. 2 S. 195). Zu diesen gehört im Klage-
verfahren über Beiträge der beruflichen Vorsorge die Substantiierungs-
pflicht, welche beinhaltet, dass die wesentlichen Tatsachenbehauptungen
und Bestreitungen in den Rechtsschriften enthalten sein müssen. Dement-
sprechend ist es einerseits Sache der klagenden Vorsorgeeinrichtung, die
Beitragsforderung so weit zu substantiieren, dass sie überprüft werden
kann; andererseits obliegt es dem beklagten Arbeitgeber, substantiiert dar-
zulegen, weshalb und gegebenenfalls in welchen Punkten die eingeklagte
Beitragsforderung unbegründet bzw. unzutreffend ist. Soweit die einge-
klagte Forderung hinreichend substantiiert ist, bleiben unsubstantiierte Be-
streitungen unberücksichtigt. Demgegenüber darf das Gericht eine Klage,
soweit sie nicht hinreichend substantiiert und nachvollziehbar ist, trotz un-
genügend substantiierter oder gänzlich fehlender Bestreitung nicht gutheis-
sen (vgl. BGE 138 V 86 E. 5.2.3. S. 97; Urteil des Bundesgerichts
9C_314/2008 vom 25. August 2008 E. 3.2).
1.2.
Die Beklagte hat sich nicht zum Verfahren geäussert und damit weder ei-
gene Behauptungen aufgestellt noch Behauptungen der Klägerin bestrit-
ten. Ungeachtet dessen ist – mit Verweis auf die vorzitierte Rechtspre-
chung (vgl. E. 1.1.) – im Folgenden zu prüfen, ob die Klägerin die wesent-
lichen Tatsachenbehauptungen substantiiert und schlüssig vorgetragen
hat.
2.
2.1.
Gemäss Art. 11 Abs. 1 BVG muss die Arbeitgeberin, die obligatorisch zu
versichernde Arbeitnehmer im Sinne von Art. 2 BVG beschäftigt, eine in
das Register für die berufliche Vorsorge eingetragene Vorsorgeeinrichtung
errichten oder sich einer solchen anschliessen. Nach Art. 66 Abs. 1 BVG
- 5 -
legt die Vorsorgeeinrichtung die Höhe der Beiträge des Arbeitgebers und
der Arbeitnehmer in den reglementarischen Bestimmungen fest. Gemäss
Art. 66 Abs. 2 BVG schuldet die Arbeitgeberin der Vorsorgeeinrichtung die
gesamten Beiträge.
2.2.
Mit Unterzeichnung des Anschlussvertrages (Klagebeilage [KB] 2) aner-
kannte die Beklagte, der Klägerin die von ihr in Rechnung gestellten Bei-
träge zu bezahlen (vgl. Ziff. 4 des Anschlussvertrages).
3.
3.1.
Die Klägerin macht vorliegend eine Forderung von Fr. 59'324.80 sowie Zins
zu 5 % auf Fr. 6'424.10, Fr. 6'608.90, Fr. 7'753.50, Fr. 7'753.40,
Fr. 7'753.50 und Fr. 5'939.60 seit dem 17. Juli 2021, Zins zu 5 % auf
Fr. 7'753.50 seit dem 11. August 2021 und Zins zu 5 % auf Fr. 7'858.10 seit
dem 28. August 2021 geltend.
Gemäss der Klageschrift und den eingereichten Beilagen setzt sich die For-
derung der Klägerin von Fr. 59'324.80 aus den folgenden Teilforderungen
zusammen (Klage S. 2):
Rechnung vom 9. November 2020 Fr. 6'424.10 KB 4
Mahngebühren 21. Januar 2021 Fr. 50.00 KB 6
Verzugszins 11. Dezember 2020-16. Juli 2021 Fr. 192.70 KB 4, 44
Rechnung vom 8. Dezember 2020 Fr. 6'608.90 KB 8
Mahngebühren vom 10. Februar 2021 Fr. 50.00 KB 10
Verzugszins 11. Januar 2021-16. Juli 2021 Fr. 170.75 KB 8, 45
Rechnung vom 20. Januar 2021 Fr. 7'753.50 KB 12
Mahngebühren vom 10. März 2021 Fr. 50.00 KB 14
Verzugszins 11. Februar 2021-16. Juli 2021 Fr. 168.00 KB 12, 47
Rechnung vom 8. Februar 2021 Fr. 7'753.40 KB 16
Mahngebühren vom 8. April 2021 Fr. 50.00 KB 18
Verzugszins 11. März 2021-16. Juli 2021 Fr. 135.70 KB 16, 48
Rechnung vom 9. März 2021 Fr. 7'753.50 KB 20
Mahngebühren vom 12. Mai 2021 Fr. 50.00 KB 22
Verzugszins von 11. April 2021-16. Juli 2021 Fr. 103.40 KB 20, 49
Rechnung vom 8. April 2021 Fr. 7'753.50 KB 24
Mahngebühren vom 9. Juni 2021 Fr. 50.00 KB 26
Verzugszins 11. Mai 2021-10. August 2021 Fr. 96.90 KB 24, 50
Rechnung vom 6. Mai 2021 Fr. 7'858.10 KB 27
Mahngebühren vom 14. Juli 2021 Fr. 50.00 KB 29
Verzugszins 11. Juni 2021-27. August 2021 Fr. 84.05 KB 27, 51
Schlussabrechnung 2020 vom 10. Januar 2021 Fr. 5'939.60 KB 31/32
Mahngebühren vom 10. März 2021 Fr. 50.00 KB 34
Verzugszins 11. Februar 2021-16. Juli 2021 Fr. 128.70 KB 32
Total Forderungsbetrag Fr. 59'324.80
- 6 -
3.2.
Die geltend gemachte Forderung von Fr. 59'324.80 setzt sich somit zusam-
men aus Beiträgen von insgesamt Fr. 57'844.60, Mahngebühren von
Fr. 400.00 (Fr. 50.00 x 8) und aufgelaufenen Verzugszinsen von
Fr. 1'080.20 (Fr. 192.70; Fr. 170.75; Fr. 168.00; Fr. 135.70; Fr. 103.40;
Fr. 96.90; Fr. 84.05; Fr. 128.70).
3.3.
Die Beitragsforderungen von insgesamt Fr. 57'844.60 hat die Klägerin in
ihrer Klageschrift sowie den Klagebeilagen (KB 4; 8; 12; 16; 20; 24; 27; 31;
32), hinreichend substantiiert (vgl. E. 3.1.). Die Beklagte hat die Forderung
durch Erhebung des Rechtsvorschlags zwar bestritten (Art. 74
Abs. 2 SchKG), allerdings hat sie sich im Verfahren nicht geäussert und die
ihr angesetzte Nachfrist zur Einreichung der Klageantwort unbenutzt ver-
streichen lassen. Die Grundlagen der geltend gemachten Beitragsforderun-
gen von insgesamt Fr. 57'844.60 sind somit nachvollziehbar ausgewiesen.
3.4.
3.4.1.
Die Klägerin fordert weiter Mahngebühren im Umfang von Fr. 400.00
(Fr. 50.00 x 8). Anlässlich der 2. Mahnung betreffend die jeweiligen Bei-
tragsforderungen wurde jeweils eine Mahngebühr von Fr. 50.00 erhoben
(KB 6; 10; 14; 18; 22; 26; 29; 34).
3.4.2.
Ziff. 4 des Anschlussvertrages zwischen der Klägerin und der Beklagten
vom 18. Juli 2011 sieht bei verspäteter Bezahlung eine Mahngebühr vor
(KB 2 S. 1). Eine Regelung betreffend derer Höhe liegt nicht vor. Der Be-
trag von Fr. 50.00 erscheint allerdings nicht überzogen. Die von der Kläge-
rin geltend gemachten Mahngebühren sind daher nicht zu beanstanden.
3.5.
3.5.1.
Die Klägerin macht ferner aufgelaufene Verzugszinsen von Fr. 1'080.20
(Fr. 192.70; Fr. 170.75; Fr. 168.00; Fr. 135.70; Fr. 103.40; Fr. 96.90;
Fr. 84.05; Fr. 128.70) geltend. Zudem verlangt sie Verzugszinsen von 5 %
auf Fr. 42'233.00 (Fr. 6'424.10; Fr. 6'608.90; Fr. 7'753.50; Fr. 7'753.40;
Fr. 7'753.50 und Fr. 5'939.60) seit dem 17. Juli 2021 sowie Zins von 5 %
auf Fr. 7'753.50 seit dem 11. August 2021 und auf Fr. 7'858.10 seit dem
28. August 2021.
3.5.2.
Gemäss Art. 66 Abs. 2 Satz 2 BVG kann die Vorsorgeeinrichtung für nicht
rechtzeitig bezahlte Beiträge Verzugszinsen verlangen. Die Höhe der Ver-
zugszinsen richtet sich in erster Linie nach den reglementarischen bzw. an-
- 7 -
schlussvertraglichen Vorschriften der Vorsorgeeinrichtung (MARC HÜRZE-
LER, in: Basler Kommentar, Berufliche Vorsorge, 2020, N. 17 zu
Art. 66 BVG). Fehlt es an einer entsprechenden Regelung der Verzugszin-
sen, so richten sich diese nach Art. 104 Abs. 1 OR und betragen 5 % (Urteil
des Bundesgerichts 9C_108/2018 vom 30. Januar 2019, E. 4.2; Urteil des
Bundesgerichts 9C_602/2018 vom 29. Januar 2019, E. 3.2.4).
3.5.3.
Für die Zahlungsfristen und Verzugszinsen verweist die Klägerin auf Ziff. 4
des Anschlussvertrages (KB 2). Gemäss Ziff. 4 des Anschlussvertrages
sind Beiträge jeweils innerhalb von zehn Tagen nach Ablauf der ein- bzw.
dreimonatigen Zahlungsperiode zu entrichten (KB 2). Es handelt sich dabei
um einen Verfalltag im Sinne von Art. 102 Abs. 2 OR, dessen Eintritt ohne
Weiteres den Verzug der Beklagten begründet, ohne dass hierfür eine
Mahnung durch die Klägerin notwendig wäre. Bezüglich der Höhe der Ver-
zugszinsen verweist der Anschlussvertrag auf die Bestimmungen des OR.
Art. 104 Abs. 1 OR sieht Verzugszinsen von 5 % vor.
Die aufgelaufenen Verzugszinsen macht die Klägerin jeweils ab dem
11. Tag des Folgemonats geltend. Diese setzen sich im Einzelnen folgen-
dermassen zusammen:
Grundforderung Zeitraum Zins
Fr. 6'424.10 11. Dezember 2020-16. Juli 2021 Fr. 192.70
Fr. 6'608.90 11. Januar 2021-16. Juli 2021 Fr. 170.75
Fr. 7'753.50 11. Februar 2021-16. Juli 2021 Fr. 168.00
Fr. 7'753.40 11. März 2021-16. Juli 2021 Fr. 135.70
Fr. 7'753.50 11. April 2021-16. Juli 2021 Fr. 103.40
Fr. 7'753.50 11. Mai 2021-10. August 2021 Fr. 96.90
Fr. 7'858.10 11. Juni 2021-27. August 2021 Fr. 84.05
Fr. 5'939.60 11. Februar 2021-16. Juli 2021 Fr. 128.70
Eine Überprüfung der Zinsen ergibt folgende, leicht abweichende Werte:
Grundforderung Zeitraum Zins
Fr. 6'424.10 11. Dezember 2020-16. Juli 2021 Fr. 190.95
Fr. 6'608.90 11. Januar 2021-16. Juli 2021 Fr. 168.35
Fr. 7'753.50 11. Februar 2021-16. Juli 2021 Fr. 164.60
Fr. 7'753.40 11. März 2021-16. Juli 2021 Fr. 134.85
Fr. 7'753.50 11. April 2021-16. Juli 2021 Fr. 101.95
Fr. 7'753.50 11. Mai 2021-10. August 2021 Fr. 96.65
Fr. 7'858.10 11. Juni 2021-27. August 2021 Fr. 82.90
Fr. 5'939.60 11. Februar 2021-16. Juli 2021 Fr. 126.10
Total Fr. 1'066.35
Die Verzugszinsen von 5 % auf Fr 42'233.00 (Fr. 6'424.10; Fr. 6'608.90;
Fr. 7'753.50; Fr. 7'753.40; Fr. 7'753.50 und Fr. 5'939.60) seit dem 17. Juli
2021 sowie von 5 % auf Fr. 7'753.50 seit dem 11. August 2021 und von
5 % auf Fr. 7'858.10 seit dem 28. August 2021 knüpfen in zeitlicher Hinsicht
- 8 -
an die aufgelaufenen Verzugszinsen an, werden durch die Klägerin nach-
vollziehbar ausgewiesen und sind nicht zu beanstanden.
4.
Zusammenfassend ist die Klage teilweise gutzuheissen und die Beklagte
zu verpflichten, der Klägerin Fr. 57'844.60 aufgrund von Beitragsforderun-
gen, Fr. 400.00 aufgrund von Mahngebühren sowie Fr. 1'066.35 aufgrund
aufgelaufener Verzugszinsen zu bezahlen. Zudem schuldet die Beklagte
der Klägerin Verzugszinsen von 5 % auf Fr. 42'233.00 seit dem
17. Juli 2021, von 5 % auf Fr. 7'753.50 seit dem 11. August 2021 und von
5 % auf Fr. 7'858.10 seit dem 28. August 2021.
Der Rechtsvorschlag in den Betreibungen Nr. aaa; Nr. bbb; Nr. ddd;
Nr. eee; Nr. fff; Nr. ggg, Nr. hhh und Nr. ccc des Betreibungsamts Q. ist im
entsprechenden Umfang aufzuheben.
5.
5.1.
Das Verfahren ist in der Regel kostenlos (Art. 73 Abs. 2 BVG). Die Ein-
schränkung der Kostenfreiheit im Falle mutwilliger oder leichtsinniger Pro-
zessführung ist als allgemeiner prozessualer Grundsatz des Bundessozial-
versicherungsrechts anerkannt (BGE 118 V 316 E. 3c S. 318 f.). Im Zusam-
menhang mit Prämienstreitigkeiten im Bereich der beruflichen Vorsorge ist
aufgrund der besonderen Natur des Verfahrens bei der Beurteilung der
Mutwilligkeit rechtsprechungsgemäss nicht nur auf das Verhalten des Zah-
lungspflichtigen im gerichtlichen Verfahren abzustellen, sondern auch des-
sen Verhalten im vorprozessualen Stadium mitzuberücksichtigen
(BGE 124 V 285 E. 4b S. 289). Wer als Arbeitgeber oder Versicherter
Rechnungen und Mahnungen nicht beachtet, sich deswegen von der Vor-
sorgeeinrichtung betreiben lässt und diese mittels Rechtsvorschlags
zwingt, den Rechtsweg zu beschreiten, handelt mutwillig. Eine solche Pro-
zessverursachung, welche insgesamt auf eine Verzögerungstaktik des
Zahlungspflichtigen hinausläuft, darf durch Auferlegen von Gerichtskosten
sanktioniert werden (BGE 124 V 285 E. 4b S. 289 f.).
5.2.
5.2.1.
Trotz mehrmaliger Mahnungen beglich die Beklagte den Prämienausstand
nicht. Nachdem die Klägerin die Betreibungen für die offenen Prämienfor-
derungen eingeleitet hatte, erhob die Beklagte Rechtsvorschlag. Im hängi-
gen Klageverfahren liess sich die Beklagte vor Gericht jedoch nicht verneh-
men. Unter Berücksichtigung des vorprozessualen Stadiums ist das Ver-
halten der Beklagten, welche nichts zur Klärung des Sachverhalts beitrug,
sondern die Zahlung der von ihr nicht beanstandeten Personalvorsorgebei-
träge verweigerte und die Klägerin mittels Rechtsvorschlags zwang, den
Rechtsweg zu beschreiten, als mutwillig zu betrachten.
- 9 -
5.2.2.
Dementsprechend sind der Beklagten wegen mutwilliger Prozessführung
die Verfahrenskosten von Fr. 1'175.00 aufzuerlegen. Diese setzen sich zu-
sammen aus einer Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.00 gemäss
§ 22 Abs. 1 lit. e des Verfahrenskostendekrets (VKD; SAR 221.150) sowie
der ordentlichen Kanzleigebühr (§ 25 VKD) und einem Auslagenersatz
(§ 28 VKD) von Fr. 175.00.