Decision ID: 5faa0ef3-3a04-5a37-ad03-0d9d1d9044fe
Year: 2014
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Thomas Widmer, MLaw, Haus Washington,
Rosenbergstrasse 22, 9000 St. Gallen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach
4358, 6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherter) war als Fachmann Betriebsunterhalt EFZ bei der
Politischen Gemeinde B._ tätig und dadurch bei der Suva gegen die Folgen von
Unfällen versichert, als ihm gemäss Bagatellunfall-Meldung UVG vom 12. August 2010
(Suva-act. 1) sowie Arztbericht des erstbehandelnden Arztes Dr. med. C._, Augenarzt
FMH, vom 15. September 2010 (Suva-act. 3) am 23. Juli 2010 (vgl. auch Suva-act. 4)
Chemikalientropfen in beide Augen gerieten. Dr. C._ bestätigte eine Erstbehandlung
am 31. Juli 2010 und diagnostizierte eine Verätzung I° beidseits (Suva-act. 3). Auf
Zuweisung von Dr. C._ wurde der Versicherte vom 26. Oktober 2010 bis 2. März
2011 in der Augenklinik des Kantonsspitals St. Gallen (nachfolgend: KSSG) betreut, wo
die Diagnosen einer chronischen Blepharitis, einer Konjunktivitis Sicca sowie eines
Status nach leichter Bindehautverletzung mit aktuell leichter Hornhauthypoxie gestellt
wurden (Suva-act. 12). Am 11. Juli und
10. August 2011 konsultierte der Versicherte wieder Dr. C._ (act. G 3.3.10). Die Suva
übernahm die Heilkosten dieser Konsultationen und der zuvor durchgeführten
Heilbehandlungen. Am 9. November 2011 folgte eine weitere Konsultation beim
Praxiskollegen von Dr. C._, Dr. med. D._, Augenarzt FMH (act. G 3.3.10).
A.b Am 27. Januar 2012 erfolgte durch die Arbeitgeberin des Versicherten eine als
Rückfall (Datum: 9. November 2011) zum Unfall vom 23. Juli 2010 bezeichnete
Schadenmeldung wegen Augenentzündung (Suva-act. 4). Zur Ergänzung der
Rückfallmeldung holte die Suva am 31. Januar 2012 bei Dr. C._ ein Arztzeugnis UVG
ein (Suva-act. 8), welches dieser am 8. Februar 2012 einreichte (Suva-act. 13). Am 12.
März 2012 liess die Suva die Frage der Rückfallkausalität vertrauensärztlich beurteilen.
Dr. med. E._, Facharzt FMH für Ophthalmologie und Ophthalmochirurgie,
Vertrauensarzt Suva + SGV, verneinte einen Zusammenhang der aktuellen
ophthalmologischen Beschwerden mit dem Unfall vom 6. August 2010 (richtig: 23. Juli
2010; Suva-act. 16).
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A.c Gestützt auf diese Beurteilung eröffnete die Suva dem Versicherten mit Verfügung
vom 19. März 2012, dass zwischen der als Rückfall vom 9. November 2011
gemeldeten Augenentzündung und dem Unfall vom 23. Juli 2010 kein mindestens
wahrscheinlicher Kausalzusammenhang bestehe. Die Suva sei demzufolge nicht
leistungspflichtig (Suva-act. 18).
B.
Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte am 27. März 2012 Einsprache (Suva-
act. 19). Am 30. Mai 2012 fand wieder eine Konsultation bei Dr. D._ statt (act.
G 3.3.10). Die Suva wies die Einsprache nach Einholung eines Arztberichts von
Dr. D._ (Suva-act. 31) und einer weiteren vertrauensärztlichen Beurteilung von
Dr. E._ (Suva-act. 36) mit Einspracheentscheid vom 2. August 2013 ab (Suva-act.
37).
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid liess der Versicherte durch Rechtsanwalt
MLaw Th. Widmer, St. Gallen, mit Eingabe vom 22. August 2013 Beschwerde erheben
(act. G 1). Darin wird beantragt, im Sinne von Art. 61 lit. b des Bundesgesetzes über
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) sei dem
Beschwerdeführer vorab eine Frist von 30 Tagen für eine ergänzende Begründung
einzuräumen. Der Einspracheentscheid der Suva vom 2. August 2013 sei aufzuheben.
Es sei festzustellen, dass die Suva für sämtliche Heilungskosten, die aufgrund des
Schadenfalls des Beschwerdeführers vom 23. Oktober 2010 (richtig: 23. Juli 2010)
eingetreten seien, haftbar sei, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Am 26.
September 2013 reichte der Beschwerdeführer die Beschwerdeergänzung ein (act. G
3, G 3.1).
C.b In der Beschwerdeantwort vom 29. Oktober 2013 beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde (act. G 5).
C.c Mit Replik vom 5. Dezember 2013 bestätigte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers seine Anträge auf Aufhebung des angefochtenen
Einspracheentscheids, Haftbarkeit der Beschwerdegegnerin für sämtliche
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Heilungskosten im Zusammenhang mit dem Schadenfall des Beschwerdeführers vom
23. Oktober 2010 (richtig: 23. Juli 2010) sowie Kosten- und Entschädigungsfolge (act.
G 7). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik.
C.d Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die Ausführungen in
den medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.
1.1 Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Einspracheentscheid die auch
bei Rückfällen und Spätfolgen (Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung
[UVV; SR 832.202]) geltende rechtliche Voraussetzung des für eine Leistungspflicht des
Unfallversicherers erforderlichen natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs
zwischen einem Unfall und in dessen Folge eingetretener Gesundheitsschädigungen
(Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]; BGE
129 V 181 E. 3.1) zutreffend dar (Suva-act. 37, Ziff. 1). Darauf ist zu verweisen. Im
Weiteren ist festzuhalten, dass bei einmal gegebener Unfallkausalität die
Leistungspflicht des Unfallversicherers erst entfällt, wenn der Unfall nicht (mehr) die
natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also
letzterer nur noch auf unfallfremden Tatsachen beruht. Dies trifft zu, wenn entweder der
(krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat
(Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem
schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustands auch ohne Unfall früher
oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328
E. 3b mit Hinweisen).
1.2 Die Beurteilung des natürlichen Kausalzusammenhangs erfolgt aufgrund der
Feststellungen bei den medizinischen Untersuchungen und ist Aufgabe des Arztes oder
der Ärztin. Demgegenüber obliegt es dem Gericht, die Frage nach dem adäquaten
Kausalzusammenhang zu beantworten (BGE 123 III 110 und 112 V 30; PVG 1984 Nr.
82, 174). Bei physischen Unfallfolgen hat allerdings die Adäquanz gegenüber dem
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natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 118 V
291 f. E. 3a). Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der
Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind. Ausschlaggebend für den
Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder die Herkunft eines
Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen
Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweis).
Beweiswert kann auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte oder
Ärztinnen zukommen, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit
bestehen. Der Umstand allein, dass der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis
zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und damit
Befangenheit schliessen. Es müssen vielmehr besondere Umstände vorliegen, welche
das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet
erscheinen lassen. Allerdings ist an die Unparteilichkeit des Gutachters im Hinblick auf
die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht
zukommt, ein strenger Massstab anzulegen (BGE 125 V 353 f. E. 3b/ee). Erachtet das
Sozialversicherungsgericht die rechtserheblichen tatsächlichen Entscheidgrundlagen
bei pflichtgemässer Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den Prozess ohne
Weiterungen - insbesondere ohne Anordnung eines Gerichtsgutachtens - abschliessen.
Ergänzende Abklärungen sind vorzunehmen, sobald auch nur geringe Zweifel an der
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit versicherungsinterner ärztlicher Feststellungen
bestehen (BGE 135 V 468 E. 3, 469 E. 4.4; RKUV 1997 Nr. U 281 S. 281 f. E. 1a). Art. 6
Ziff. 1 EMRK gibt keinen formellen Anspruch auf eine versicherungsexterne
Begutachtung, wenn Leistungsansprüche streitig sind.
1.3 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach hat die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für
die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen.
Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den
Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a mit Hinweisen;
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vgl. BGE 130 I 183 E. 3.2). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst eine Beweislast im
Sinn der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess
tragen mithin die Parteien die Beweislast nur insofern, als im Fall der Beweislosigkeit
der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen
Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Beim Nachweis des Dahinfallens jeder kausalen
Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens handelt es sich
um eine leistungsaufhebende Tatfrage. Die entsprechende Beweislast liegt hier -
anders als bei der Frage, ob im Grundfall oder auch bei Rückfällen oder Spätfolgen ein
(erneuter) leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht
bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S.
46 E. 2 mit Hinweisen, 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b mit Hinweisen; A. Rumo-Jungo/
A.P. Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht,
Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 4, 79).
1.4 Der Versicherte hat im Rahmen von Art. 10 UVG Anspruch auf die zweckmässige
Behandlung der Unfallfolgen, insbesondere auf die ambulante Behandlung durch den
Arzt (Art. 10 Abs. 1 lit. a UVG) und auf die vom Arzt verordneten Arzneimittel und
Analysen (Art. 10 Abs. 1 lit. b UVG). In der Beschwerdeantwort vom 29. Oktober 2013
(act. G 5) begründet die Beschwerdegegnerin ihre Leistungsablehnung hauptsächlich
mit der Nichterfüllung der Anspruchsvoraussetzungen auf Heilbehandlung und legt die
Voraussetzungen für den Anspruch bzw. das Ende des Anspruchs auf Heilbehandlung
dar. Eine Prüfung derselben sowie die Beantwortung der Rechtsfrage, ob die Akten
überhaupt eine genügende Beweisgrundlage dafür bilden, hat jedoch erst bzw. nur
dann zu erfolgen, wenn zwischen dem Unfall und den geklagten Beschwerden sowohl
die natürliche als auch die adäquate Kausalität zu bejahen sind. Andernfalls entfällt
zum Vornherein ein Anspruch auf Heilbehandlung. Davon ging vorliegend die
Beschwerdegegnerin aus, nachdem sie die Honorarrechnung von Dr. D._ betreffend
die Konsultationen vom 9. November 2011 und 30. Mai 2012 nicht mehr übernahm.
Dies offensichtlich in der Annahme, die durch Dr. D._ behandelten
Augenbeschwerden stünden nicht mehr in einem natürlich kausalen Zusammenhang
zum Unfallereignis vom 23. Juli 2010 (vgl. dazu Suva-act. 4, 16, 18, 36, 37).
2.
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2.1 Die Beschwerdegegnerin hat unbestrittenermassen die Leistungspflicht für das
Unfallereignis vom 23. Juli 2010 anerkannt und ist für die Erstbehandlung bei Dr. C._,
für die nachfolgende Behandlung in der Augenklinik des KSSG sowie für die
Konsultationen bei Dr. C._ vom 11. Juli und 10. August 2011 aufgekommen.
Ebenfalls übernommen hat sie die Kosten der jeweils von den Ärzten verordneten
Arzneimittel. Am 9. November 2011 sowie am 30. Mai 2012 kam es sodann zu den
Konsultationen und Behandlungen bei Dr. D._ (vgl. act. G 3.3.10), für welche sich die
Beschwerdegegnerin nicht mehr als leistungspflichtig betrachtete. Im Bericht der
Augenklinik des KSSG vom 14. März 2011 über die dortige Betreuung vom 26. Oktober
2010 bis 2. März 2011 wird sodann von einer Abschlusskontrolle gesprochen und
festgehalten, dass keine weiteren Kontrollen geplant seien (Suva-act. 12).
2.2 Wenn die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort vom 29. Oktober 2013
(act. G 5, Ziff. 5.2) anführt, sie habe nach dem Unfall vom 23. Juli 2010
"fälschlicherweise vorübergehend Leistungen in Form von Heilbehandlung erbracht",
meint sie damit offensichtlich nicht, ihre Leistungspflicht sei von Grund auf zu
verneinen. Denn sie hält auch fest, dass der Unfall eine vorübergehende
Verschlimmerung einer vorbestandenen Augenerkrankung bewirkt habe, bezüglich
welcher der Status quo sine/ante wieder erreicht sei. Auch im angefochtenen
Einspracheentscheid (Suva-act. 37) bestreitet sie die Leistungspflicht nicht
grundsätzlich. Entsprechend hält sie in der Beschwerdeantwort nochmals fest, sie
habe ihre Leistungen im November 2011 ex nunc et pro futuro eingestellt.
2.3 Die Beschwerdegegnerin geht im angefochtenen Einspracheentscheid (Suva-
act. 37) offensichtlich von einem Abschluss des Grundfalls per 10. August 2011 (letzte
Konsultation bei Dr. C._) bzw. spätestens ab 9. November 2011 (1. Konsultation bei
Dr. D._) aus und betrachtet die Konsultationen und Behandlungen bei Dr. D._ vom
9. November 2011 und 30. Mai 2012 (vgl. act. G 3.3.10) als Rückfall. Demgegenüber
wird vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers in der Beschwerdeergänzung (act. G
3.1) geltend gemacht, der Bericht der Augenklinik des KSSG könne nicht dahingehend
interpretiert werden, dass ein abgeschlossener Grundfall vorgelegen habe. Der
Beschwerdeführer sei seit dem Unfall regelmässig in ärztlicher Behandlung und zu
keinem Zeitpunkt geheilt gewesen. Ausserdem sei er durchgehend auf eine
medikamentöse Behandlung angewiesen gewesen. Wie es sich letztlich mit der
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Beweislastverteilung bzw. der Frage, ob im vorliegenden Fall von einem Rückfall oder
einem fortdauernden Grundfall auszugehen ist, verhält, kann jedoch im Hinblick auf die
nachfolgenden Erwägungen offen bleiben. Denn die Frage, wer die Folgen einer
allfälligen Beweislosigkeit zu tragen hat, stellt sich erst, wenn es sich als tatsächlich
unmöglich erweist, in Ausübung des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer
Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit
für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen;
RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b; A. Rumo-Jungo/A.P. Holzer, a.a.O., S. 4 f.), was
vorliegend - wie nachfolgend zu zeigen ist - nicht zutrifft.
3.
3.1 Dr. E._ hält in seiner Beurteilung vom 23. Juli 2013 (Suva-act. 36) fest, dem
Beschwerdeführer sei vor drei Jahren eine Chlorpulver-Substanz in die Augen geraten.
Vier Tage später habe er einen Augenarzt aufgesucht, der eine leichte
Bindehautinjektion beidseits festgestellt habe. Von der Augenklinik des KSSG sei
damals eine chronische Blepharitis (Lidrandentzündung) sowie eine Sicca bedingte
Konjunktivitis festgestellt worden. Eine folgenschwere Verätzung führe immer zu einer
sofortigen ärztlichen Kontrolle. Diese sei hier nicht der Fall. Es könne sich somit
höchstens um eine leichte Verätzung gehandelt haben. Eine solche heile jeweils
problemlos ab. Der Grund für die aktuellen Beschwerden des Beschwerdeführers seien
krankhafte Veränderungen vor allem der Lider, die zu den trockenen Augen führten. Der
Umstand, dass Dr. E._ seine Beurteilung ausschliesslich aufgrund der Akten
abgegeben und den Beschwerdeführer nicht selbst untersucht hat, steht dem
Beweiswert seiner Beurteilung nicht entgegen (vgl. dazu PVG 1996, 267 E. 3b; RKUV
1988 Nr. U 56 S. 371 E. 5b; Urteile des Bundesgerichts vom 1. Februar 2010,
8C_792/2009, E. 5, und 26. Januar 2010, 8C_833/2009, E. 5.1). Der Vertrauensarzt legt
sodann die Anamnese ("Aus den Akten") bzw. die Ergebnisse der im konkreten Fall
durchgeführten persönlichen ärztlichen Untersuchungen lückenlos dar.
3.2 Entgegen der Auffassung des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers (vgl. act.
G 7, S. 3) liegt mit der Blepharitis sowie der Konjunktivitis Sicca ein Vorzustand vor.
Dies ist auch dem Bericht der Augenklinik des KSSG vom 14. März 2011 (Suva-act. 12)
zu entnehmen, worin ausdrücklich von einer "vorbestehenden" Blepharitis und
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Konjunktivitis Sicca die Rede ist. Die Bezeichnung der Blepharitis als chronisch lässt
ebenfalls auf einen Vorzustand schliessen. Im Übrigen treten die fraglichen
Gesundheitsstörungen im Regelfall krankheitsbedingt auf (vgl. Pschyrembel, Klinisches
Wörterbuch, 264. Aufl. Berlin 2012, S. 286). Entgegen der Argumentation des
Rechtsvertreters des Beschwerdeführers erlitt dieser laut Bericht von Dr. C._ vom 15.
September 2010 beim Unfall vom 23. Juli 2010 "nur" eine leichte Injektion.
Entsprechend ist dem Bericht die Unfalldiagnose "Verätzung I° bds" zu entnehmen. Die
Schlussfolgerung von Dr. E._, eine folgenschwere Verätzung hätte zu einer sofortigen
ärztlichen Kontrolle (nicht erst vier Tage nach dem Unfall) geführt, überzeugt ebenfalls
(Suva-act. 36). Zwar mag darin keine eigentliche medizinische Aussage gesehen
werden (vgl. act. G 7, S. 4), doch ist das subjektive Empfinden betreffend den
Entscheid, wann nach einem Unfall ein Arzt aufgesucht wird, durchaus ein gewichtiges
Beurteilungskriterium bezüglich der Schwere von Unfallfolgen. Laut Aussage von Dr.
E._ heilt eine leichte Verätzung jeweils problemlos ab (Suva-act. 36). Auch diese
Schlussfolgerung erscheint nachvollziehbar. In Entsprechung zum Vorzustand des
Beschwerdeführers sowie der Unfalldiagnose ist dem Bericht der Augenklinik des
KSSG die Aussage zu entnehmen, die traumatische Episode mit chlorhaltiger Substanz
in beiden Augen könnte sicherlich die vorbestehende Blepharitis und Konjunktivitis
Sicca verschlechtern. Die Formulierung "könnte" entspricht zwar nur einer Möglichkeit,
zusammen mit der Formulierung "sicherlich" kann jedoch nicht ausgeschlossen
werden, dass die Augenklinik des KSSG von einer vorübergehenden Verschlimmerung
des Vorzustandes ausgegangen ist, womit sich die Frage nach dem Status quo sine/
ante stellt.
3.3 Dr. C._ hielt bereits in seinem Bericht vom 15. September 2010 fest, aus seiner
Sicht könne der Zustand der Augen (Kratzen der Augen und trockene Augen) nicht
mehr allein mit der Verätzung vom 23. Juli 2010 erklärt werden (Suva-act. 3). Die
Augenklinik des KSSG diagnostizierte im Bericht vom 14. März 2011 nur noch die
chronischen Vorzustände und hielt fest, dass die Beschwerden des Beschwerdeführers
durch die chronische Blepharitis und infolge dessen einer Konjunktivitis Sicca
verursacht seien. Die Unfalldiagnose kommt nur noch als Status-Diagnose vor. Eine
solche sagt lediglich aus, welcher Umstand dem heutigen Zustand vorausgegangen ist.
Über die Unfallrestfolgen wird damit jedoch nichts Konkretes ausgesagt. Die
Augenklinik des KSSG entliess den Beschwerdeführer bei der Abschlussuntersuchung
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vom 2. März 2011 praktisch beschwerdefrei nur mit Cellufluid AT (2 - 3 x täglich; Suva-
act. 12). Der Umstand allein, dass diese Augentropfen auch von Dr. C._ anlässlich
der Erstbehandlung verschrieben wurden und der Beschwerdeführer diese
offensichtlich immer noch benötigt, lässt nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit auf fortdauernde Unfallfolgen schliessen. Die fraglichen
Augentropfen dienen insbesondere auch der Behandlung der Vorzustände des
Beschwerdeführers; Blepharitis und Konjunktivitis Sicca (vgl. Arzneimittel-Kompendium
der Schweiz, 29. Aufl. Basel 2008, S. 654 f.). Die Tatsache, dass eine versicherte
Person nach einem Unfallereignis fortdauernde Beschwerden beklagt, begründet nicht
auch eine andauernde Leistungspflicht des Unfallversicherers. Gerade bei Vorliegen
einer vorübergehenden Verschlimmerung eines Vorzustands endet die Leistungspflicht,
wie bereits erwähnt, bei Erreichen des Status quo sine bzw. ante. Auch den
nachfolgenden Berichten sind keine Hinweise zu entnehmen, wonach der Vorzustand
im Zeitpunkt der Konsultation von Dr. D._ vom 9. November 2011 (vgl. act. G 3.3.10)
durch die traumatische Verätzung noch verschlimmert gewesen wäre bzw. die Folgen
der Bindehautinjektion durch eine Chlorpulver-Substanz noch fortgedauert hätten. So
hielt Dr. C._ im Arztzeugnis UVG vom 8. Februar 2012 fest, er sei erstaunt gewesen,
als ihm im November 2011 telefonisch von der Suva mitgeteilt worden sei, dass diese
weiterhin für den Fall hafte (Suva-act. 13). Die von ihm und Dr. D._ anlässlich der
Konsultationen vom 11. Juli und 10. August bzw. vom 9. November 2011 und 30. Mai
2012 durchgeführten Untersuchungen (vgl. act. G 3.3.10) betrafen entweder die
Sehfähigkeit/Sehstärke des Beschwerdeführers oder standen mit den Beschwerden
des Vorzustandes (Tränenproduktionsmenge) im Zusammenhang, woraus sich keine
Beziehung zur traumatischen Verätzung herstellen lässt. Dr. D._ nannte in seinem
Bericht vom 1. Juli 2013 UV-act. 31) die im Rahmen seiner durchgeführten
Untersuchungen erhobenen Befunde und wies auf einen unveränderten Zustand hin.
Die Tränenproduktionsverminderung links mehr als rechts ist als Befund im
Zusammenhang mit dem Vorzustand zu betrachten. Zumindest bestehen keinerlei
Hinweise darauf, dass die Verätzung immer noch ursächlich für die vorbestandene
Augenproblematik des Beschwerdeführers wäre. Auch die weiteren in der Apotheke
bezogenen Medikamente dienen an sich der Behandlung des Vorzustandes (vgl. act. G
3.3.11).
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3.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass angesichts des Gesagten und wie von
Dr. E._ entsprechend angenommen und schlüssig begründet mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit davon auszugehen ist, dass spätestens im Zeitpunkt der ersten
Konsultation von Dr. D._ vom 9. November 2011 (vgl. act. G 3.3.10) der Status quo
sine/ante wieder erreicht war und somit keine Unfallfolgen mehr gegeben waren. Die
weiteren geklagten Beschwerden bzw. ärztlichen Konsultationen und Behandlungen
sind überwiegend wahrscheinlich auf die krankheitsbedingte Augenproblematik des
Beschwerdeführers zurückzuführen. Die Verneinung der Leistungspflicht bezüglich der
Konsultationen und Behandlungen von Dr. D._ vom 9. November 2011 und 30. Mai
2011 (vgl. act. G 3.3.10) lässt sich daher nicht beanstanden.
3.5 Obwohl die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort vom 29. Oktober
2013 (act. G 5) neu festhält, der Status quo sine/ante sei spätestens per 2. März 2012
bzw. im Zeitpunkt der Abschlusskontrolle in der Augenklinik des KSSG (Suva-act. 12)
eingetreten, ist die weitere Übernahme von Heilbehandlungskosten bis 10. August
2011 (letzte Konsultation bei Dr. C._; act. G 3.3.10) aufgrund des fliessenden
Charakters der Heilung nicht zu beanstanden.
4.
Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid vom 2. August 2013 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen
Anspruch auf eine Parteientschädigung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39
VRP