Decision ID: d8fc65c8-c928-4796-bf9d-3a27e3258261
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1965, war vom
6.
Oktober 2011 bis
6.
Januar 2012 bei der
Y._
im Rahmen eines
Temporär
arbeitsverhältnisses
als Betriebsmitarbeiterin tätig (Urk. 6/25
Ziff.
2). Am
9.
Januar 2012 meldete sich die Versicherte beim Regio
nalen
Arbeits
ver
mittlungs
zentrum
Z._
(RAV) zur Arbeitsver
mittlung
ab diesem Zeitpunkt
(Urk.
6
/22) und am
1
2.
Januar 2012
bei der Arbeitslosenkasse
der Gewerkschaft
Unia
zum Bezug von Arbeitslosenentschädigung (Urk.
6
/
20
) an.
Am 1
7.
April 2012 erteilte das RAV den
A._
den Auftrag, die Versicherte in ihr Programm zur vorübergehenden Beschäftigung im Pflegebereich mit der Möglichkeit des Erwerbs des Ausweises als
Pflegehel
ferin
SRK aufzunehmen (
Urk.
6/18).
1.2
Am 2
0.
April 2012 teilte die
B._
dem RAV mit, dass die Beschwerde
führerin vor zwei Wochen
erstmals
eine Arbeitsstelle abgelehnt habe, weil sie noch eine
n Arzttermin wahrnehmen wollte, und dass sie a
m 1
8.
April 2012 erneut eine Arbeitsstelle abgelehnt
habe
, weil sie
stattdessen
einen Kurs
habe besuchen wollen
(
Urk.
6/4). Am
4.
Juni 2012 überwies das RAV die Sache an das Amt für Wirtschaft und Arbeit zum Entscheid über eine Einstellung in
der
Anspruchsberechtigung
(
Urk.
6/3).
Mit Verfügung vom
1
1.
Juni 2012
(Urk.
6/11
) stellte das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA)
die Versicherte
für die Dauer von 36 Tagen ab dem
1
9.
April 2012
in der
Anspruchs
berechtigung
ein, weil
sie
durch die Nichtannahme einer zumutbaren Arbeit Kontrollvorschriften
beziehungsweise
Weisung
en
der Organe der Arbeitslosenversicherung nicht befolgt habe. Die
von der
Versicherten am 29.
Juni 2012
da
gegen erhobene Einsprache (Urk.
6/12
) wies das AWA mit Ent
scheid vom
8.
August 2012
(Urk.
6/13
= Urk. 2) ab.
2.
Dagegen erhob
die
Versicherte am
8.
September 2012
Beschwerde und bean
tragte die Aufhebung des angefochtenen
Einspracheentscheides
vom
8.
August 2012
und die ungekürzte Ausrichtung von
Arbeitslosen
entschä
digung
, eventuell eine Reduktion der Anzahl Einstelltage (Urk. 1 S. 1
).
Mit Beschwerdeantwort vom
5.
Oktober 2012
beantragte das AWA die A
bwei
sung der Beschwerde (Urk. 5
), wovon de
r
Versicherten am
9.
Oktober 2012
eine Kopie zugestellt wurde
(
Urk.
7)
.
Die Einzelrichterin

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Da der Streitwert Fr. 20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der Be
schwerde in die einzelrichterliche Zuständigkeit (§ 11 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
1.2
Nach Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenver
sicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) muss die versicherte Person, die Versicherungsleistungen beanspruchen will, mit Unterstützung des zustän
digen Arbeitsamtes alles Zumutbare unterneh
men, um Arbeitslosigkeit zu ver
meiden oder zu verkürzen. Ins
beso
nde
re ist sie verpflichtet, Arbeit zu suchen, nötigenfalls auch ausserhalb ihres bisherigen Berufes. Sie muss ihre Bemühun
gen nachweisen können.
1.3
Gemäss Art. 16 Abs. 1 AVIG muss die versicherte Person zur
Schadensminde
rung
grundsätzlich jede Arbeit unverzüglich annehmen.
Unzumutbare Arbeit darf die arbeitslose Person ohne
versiche
rungsrechtlich
nachteilige Folgen ablehnen. Gemäss Art. 16 Abs. 2 AVIG ist eine Arbeit unzu
mutbar und somit von der Annahmepflicht ausgenommen,
wenn sie den berufs- und ortsüblichen, insbesondere den gesamt- oder nor
malarbeitsvertraglichen Bedingungen nicht entspricht (
lit
. a);
wenn sie nicht angemessen auf die Fähigkeiten oder auf die bisherige Tätig
keit des Versicherten Rücksicht nimmt (
lit
. b);
wenn sie dem Alter, den persönlichen Verhältnissen oder dem Gesund
heits
zustand des Versicherten nicht angemessen ist (
lit
. c);
wenn sie eine Wiederbeschäftigung des Versicherten in seinem Beruf wesentlich erschwert, falls darauf in absehbarer Zeit überhaupt Aussicht be
steht (
lit
. d);
wenn sie in einem Betrieb auszuführen ist, in dem wegen einer kollektiven Arbeitsstreitigkeit nicht normal gearbeitet wird (
lit
. e);
wenn sie einen Arbeitsweg von mehr als zwei Stunden je für den Hin- und Rückweg notwendig macht, und wenn für die versicherte Person am Arbeitsort keine angemessene Unterkunft vorhanden ist, oder wenn bei Vorhandensein einer entsprechenden Unterkunft die versicherte Pe
r
son ihrer Betreuungspflicht gegenüber den Angehörigen nicht ohne grössere Schwierigkeiten erfüllen kann (
lit
. f);
wenn sie eine ständige
Abrufsbereitschaft
des Arbeitnehmers über den Um
fang der garantierten Beschäftigung hinaus erfordert (
lit
. g);
wenn sie in einem Betrieb auszuführen ist, der Entlassungen zum Zwecke vorgenommen hat, Neu- oder Wiedereinstellungen zu wesentlich schlech
teren Arbeitsbedingungen vorzunehmen (
lit
. h);
oder wenn sie der versicherten Person einen Lohn einbringt, der geringer ist als 70 Prozent des versicherten Verdienstes, es sei denn, sie erhalte Kompensationsleistungen nach Art. 24 AVIG (Zwischenverdienst), wobei in Ausnahmefällen das regionale Arbeitsvermittlungszentrum mit Zu
stimmung der
tripartiten
Kommission auch eine Arbeit für zumutbar er
klären kann, deren
Entlöhnung
weniger als 70 Prozent des versicherten Verdienstes beträgt
(
lit
. i)
.
1.4
Gemäss Art. 30 Abs. 1
lit
.
d AVIG ist die versi
cherte Person in der
Anspruchs
be
rechtigung
einzustellen, wenn sie die
Kon
trollvorschriften
oder die Weisungen der zuständigen Amtsstelle nicht befolgt, namentlich eine zumutbare Arbeit nicht annimmt oder eine
arbeitsmarktliche
Massnahme ohne entschuldbaren Grund nicht antritt, abbricht oder deren Durch
führung oder Zweck durch ihr Verhalten beeinträchtigt oder verunmög
licht.
1.5
Eine Ablehnung vermittelter zumutbarer Arbeit liegt nicht nur dann vor, wenn die versicherte Person eine Stelle aus
drücklich zurückweist, sondern auch, wenn sie eine nach den Umständen gebotene ausdrückliche Annahmeerklärung unter
lässt. Sie hat bei den Verhand
lungen mit künftigen Arbeitgeberinnen oder Arbeitgebern klar und eindeutig die Bereit
schaft zum Vertragsabschluss zu be
kun
den, um die Beendigung der Arbeitslosigkeit nicht zu gefährden (ARV 1984 Nr.
14 S. 167). Der erwähnte Tatbestand der Ablehnung zumutbarer Ar
beit ist nicht nur erfüllt, wenn die arbeits
lose Person bei eigent
lichen Vertragsver
hand
lungen eine nach den Umständen gebo
tene ausdrückliche Annahmeerklä
rung unter
lässt, sondern auch dann, wenn sie sich trotz Zuweisung einer Stelle durch das Ar
beitsamt gar nicht ernsthaft um die Aufnahme von Ver
trags
ver
hand
lungen bemüht (ARV 1986 Nr. 5 S. 22, BGE 122 V 38 E. 3b, Urteile des
Bundes
gerichts
C
272/05 vom 13. Dezember 2005 E. 1 und C 300/05 vom 9. Februar 2006 E. 1).
1.6
In beweisrechtlicher Hinsicht müssen die dem Einstellungstatbestand zu Grunde liegenden Tatsachen mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erfüllt sein (BGE 129 V 153 E. 2.1 mit Hinweisen).
2.
2.1
2.1.1
Mit Mail vom 2
0.
April 2012 (
Urk.
6/4) teilte die
B._
dem RAV mit, dass die Beschwerdeführerin vor zwei Wochen erstmals eine Arbeitsstelle abge
lehnt habe, weil sie noch einen Arzttermin wahrnehmen wollte. Am 1
8.
April 2012 habe sie erneut eine Arbeitsstelle abgelehnt, weil sie stattdessen einen Kurs zur Ausbildung als Krankenschwester habe besuchen wollen. Für diesen Kurs werde am 2
1.
Mai 2012 ein Informationstag stattfinden. Kurz darauf werde der Kurs beginnen. Da sie erneut als Krankenschwester arbeiten wolle, und ihr der Besuch des Kurses verweigert würde, wenn sie arbeiten würde, könne sie die angebotene Arbeitsstelle nicht annehmen.
2.1.2
Am 2
3.
April 2012 teilte die
B._
dem RAV mit, dass es sich bei den der Beschwerdeführerin angebotenen Arbeitsstellen um solche
mit einem Arbeitsort in
C._
und einem Arbeitsantritt am 1
6.
beziehungsweise am 2
0.
April 2012 gehandelt habe (
Urk.
6/7).
2.1.3
Mit Mail vom 1
1.
Mai 2012 (
Urk.
6/5) teilte die
B._
dem RAV mit, dass es sich bei der Arbeitsstelle, welche die Beschwerdeführerin am 1
8.
April 2012 abgelehnt habe, um eine Arbeitsstelle bei der
D._
in
C._
mit täglichen Arbeitszeiten von 07.00 Uhr bis ungefähr 17.00 Uhr gehandelt habe.
2.1.4
Am 1
1.
Juni 2012 teilte die
B._
dem Beschwerdegegner mit, dass es sich bei den von der Beschwerdeführerin abgelehnten Stellenangeboten um sol
che mit Arbeitszeiten
von 07.00 Uhr bis ungefähr 17.00 Uhr, Montag bis Freitag gehandelt habe, und dass die Beschwerdeführerin dabei am Abend oder am Samstag nicht hätte arbeiten müssen (
Urk.
6/8).
2.2
2.2.1
Die Beschwerdeführerin führte in ihrer Stellungnahme vom 2
6.
April 2012 (Urk. 6/10) aus, dass sie der
B._
anlässlich eines Telefongesprächs mitgeteilt habe, dass sie über das RAV an einem Kurs teilnehmen werde, und dass die Annahme der angebotenen Arbeitsstelle für sie
als alleinerziehende
Mutter
ein gr
osses Problem dargestellt hätte. Denn sie hätte bei Annahme dieser Arbeitsstellen erst um
10.00 Uhr morgens
mit der Arbeit beginnen
und
hätte auch am
Abend und am Samstag arbeiten
müssen.
2.2.2
In ihrer Einsprache vom 2
9.
Juni 2012 beziehungsweise 1
2.
Juli 2012 (Urk. 6/12) gab die Beschwerdeführerin an, dass ihr die
B._
anlässlich eines Telefongesprächs mitgeteilt habe, dass es sich bei der ihr angebotenen Arbeitsstelle mit Arbeitsbeginn am 1
6.
April 2012 um eine Arbeit mit Schicht
arbeit, mit Arbeitszeiten von 10.00 Uhr bis spät abends und samstags gehandelt habe. Sie habe das Stellenangebot grundsätzlich angenommen, habe der
B._
jedoch mitgeteilt, dass sie
auf den 1
6.
April 2012 schon vor langer Zeit eine
n
Augenarzttermin vereinbart habe. Diesen Termin habe sie nicht verschieben können. Als die
B._
ein paar Tage später ein weite
res Mal angerufen habe, habe sie gleichentags schon eine Vereinbarung betref
fend den Besuch eines Kurses für einen Pflegeeinsatz ab
1.
Juni 2012 erhalten und unterzeichnet zurückgesandt. Aus diesem Grunde habe sie gegenüber der
B._
den vorgesehenen Besuch dieses Kurses erwähnt. Sie hätte der
B._
gerne noch mitteilen wollen, dass sie die Arbeitsstelle wegen der mit der Betreuung ihrer Tochter nicht zu vereinbarenden Arbeitszeiten nicht an
nehmen könne. Dies sei jedoch nicht mehr möglich gewesen,
da
der Mitarbeiter der
B._
sie nicht habe ausreden lassen
und das Telefon schliesslich einfach aufgehängt habe.
2.2.3
In ihrer Beschwerde vom
8.
September 2012 führte die Beschwerdeführerin aus, dass sie
der
B._
mitgeteilt habe, dass sie
am 1
6.
April
2012 einen wichtigen Termin beim Augenarzt betreffend Ausstellung eines Brillenrezepts vereinbart habe, und dass sie bei einer Verschiebung dieses Termins mit langen Wartezeiten hätte rechnen müssen. Als sie die
B._
am 1
6.
April 2012 ein weiteres Mal angerufen habe, habe sie dieser mitgeteilt, dass sie die Ar
beitsstelle wegen ihrer elterlichen Verpflichtungen als alleinerziehende Mutter nicht annehmen könne. Es sei die Rede von einem weiteren Einsatz bei der
D._
gewesen. Sie habe dabei zwar das Beschäftigungsprogramm er
wähnt. Es sei ihr indes bekannt gewesen, dass sie das Beschäftigungsprogramm jederzeit hätte abbrechen können.
3.
3.1
Bei der Beurteilung der Frage, ob der Beschwerdeführerin die Annahme der ihr durch die
B._
angebotenen Arbeitsstellen zuzumuten gewesen war, fällt auf, dass sich die Aussagen der Beschwerdeführerin und der
B._
zu den Arbeitszeiten der angebotenen Arbeitsstellen teilweise widersprechen. Wäh
rend die
B._
aussagte, sie der Beschwerdeführerin mitgeteilt
zu
habe
n
, dass
es sich bei den angebotenen Arbeitsstellen um solche mit
Arbeits
zei
ten zwischen 07.00
und c
irc
a 17.00
Uhr
von
Montag bis Freitag ohne Arbei
ten
am Samstag oder am Abend handle, sagte die Beschwerdeführerin aus, dass die
B._
ihr mitgeteilt habe, dass die angebotenen Arbeitsstellen ein Ar
beiten von 10.00 Uhr morgens bis spät in die Nacht und ein Arbeiten Sams
tag erforderten.
3.2
In Bezug auf die Aussagen der Beschwerdeführerin gilt es festzustellen, dass die Beschwerdeführerin in ihrer Stellungnahme vom 2
6.
April 2012 (vorstehende E.
2.2.1
) vorerst angab, dass sie der
B._
mitgeteilt habe, an einem Kurs
teilnehmen zu wollen
.
Damit übereinstimmend gab sie in der
Einsprache vom 2
9.
Juni 2012 beziehungsweise 1
2.
Juli 2012 (
vorstehende E.
2.2.2
)
an
,
sie
habe
der
B._
mitgeteilt, dass sie auf den 1
6.
April 2012 schon vor langer Zeit eine
n
Augenarzttermin vereinbart habe
, und dass sie d
iesen Termin
nicht verschieben könne
.
Ein
paar Tage später
habe sie
der
B._
in Bezug auf die Arbeitsstelle mit Arbeitsbeginn am 1
8.
April 2012
mitgeteilt, dass sie einen Kurs besuchen
wolle
.
Sie habe
der
B._
indes nicht mitgeteilt
, dass sie die Arbeitsstelle
auf Grund der Arbeitszeiten am Abend und an Samstagen
wegen der Betreuung ihrer Tochter nicht annehmen könne
, da der
Personalver
mittler
sie nicht ausreden liess
.
Demgegenüber stellte die Beschwerdeführerin in
ihrer Beschwerde vom
8.
September 2012
(vorstehende E.
2.2.3
) fest, sie
habe
der
B._
am 1
6.
April 2012
mitgeteilt
, dass
ihr
die Arbeitsstelle
mit dem vorgesehenen Arbeitsbeginn am 1
8.
April 2012
wegen
der Arbeitszeiten (am Abend und an Samstagen) und wegen
ihrer elterlichen Verpflichtungen als alleinerziehende Mutter
Probleme
bereiten würde
.
In Bezug auf die Ablehnung der Arbeitsstelle mit Arbeitsbeginn am 1
8.
April 2012 enthalten die Aussagen der Beschwerdeführerin daher Widersprüche.
3.3
Auf Grund des Umstandes, dass die Schilderungen der Beschwerdeführerin
in Bezug auf den Inhalt
ihres Telefongesprächs vom 1
6.
April 2012 mit der
B._
wesentliche Widersprüche aufweisen, erscheinen die Schilderungen der Beschwerdeführerin
bezüglich des Inhalts der Angaben
der
B._
zu den Arbeitszeiten der ihr angebotenen Arbeitsstellen nicht als glaubhaft, wes
halb nicht darauf abgestellt werden kann.
3.4
Die Schilderungen der Beschwerdeführerin
bezüglich
der Aussagen der
B._
zu den Arbeitszeiten der angebotenen Stellen erscheinen indes noch aus einem anderen
Grund
nicht als glaubhaft.
Denn, wenn anzunehmen wäre, dass die
B._
der Beschwerdeführerin tatsächlich mitgeteilt hätte, dass es sich um Stellen mit der Notwendigkeit bis spät am Abend und auch am Samstag zu arbeiten, handel
t
e, ist nicht einzusehen, aus welchem Grunde die Beschwerdeführer
in - gemäss
ihren Aussagen in der Einsprache vom 2
9.
Juni 2012 beziehungsweise 1
2.
Juli 2012 (vorstehende E.
2.2.2
) -
gegenüber der
B._
die Annahme der Arbeitsstellen nicht mit der Begründung der fehlen
den Vereinbarkeit mit ihren Aufgaben in der Kinderbetreuung abgelehnt hätte, und stattdessen gegenüber der
B._
einerseits einen Arzttermin und andererseits den Besuch eines Kurses erwähnt hatte.
3.5
Sodann stehen die
Aussagen der Beschwerdeführer
in
in ihrer Einsprache, wonach sie der
B._
in Bezug auf die Stelle mit Arbeitsbeginn am 1
8.
April 2012 mitgeteilt habe, dass sie ab
1.
Juni 2012 ein Programm zur vorübergehenden Beschäftigung im Pflegebereich besuchen werde, in Wider
spruch
zu ihren
Aussagen in der Beschwerde (vorstehende E.
2.2.3
), wonach sie
der
B._
am 1
6.
April 2012 mitgeteilt habe, dass sie die Arbeitsstelle wegen ihrer elterlichen Verpflichtungen als alleinerziehende Mutter nicht annehmen könne
. Die Aussagen der Beschwerdeführerin erscheinen daher auch diesbezüglich nicht als glaubhaft.
3.6
Demgegenüber enthalten die Stellungnahmen der
B._
keine wesent
lichen Widersprüche. Vielmehr gab die
B._
wiederholt an, dass es sich bei den der Beschwerdeführerin angebotenen Arbeitsstellen um solche mit Ar
beitszeiten von 07.00 Uhr bis ungefähr 17.00 Uhr ohne Arbeiten in der Nacht, am Abend und an Sonn- und Samstagen handle, und dass die Beschwerdefüh
rerin ihr mitgeteilt habe, dass sie am 1
6.
April 2012 einen wichtigen Arzttermin wahrnehmen und
nach dem
2
1.
Mai 2012 einen Kurs besuchen wolle. Bei der Beurteilung der Glaubhaftigkeit der Aussagen der
B._
gilt es zudem zu berücksichtigen, dass diese im Gegensatz zur Motivationslage der Beschwerde
führerin, welche eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung verhindern wollte, als
A
ussenstehende kein Interesse am Ausgang des Verfahrens hatte (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 5A.8/2005 vom 1
5.
September 2005 E. 4.3). Die gesamten Umstände sprechen daher für eine Glaubhaftigkeit der Aussagen der
B._
, weshalb vorliegend darauf abzustellen ist. Gestützt auf die Aussagen der
B._
ist daher davon auszugehen, dass es sich bei den beiden der Beschwerdeführerin durch
die
B._
angebotenen Arbeits
stellen um solche mit üblichen Arbeitszeiten, welche weder Arbeitszeiten spät abends, Schichtarbeit, Nachtarbeit, Samstags- oder Sonntagsarbeit enthielt. Es ist sodann mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die
B._
der Beschwerdeführerin anlässlich der fraglichen Telefongespräche nicht mitteilte, dass die angebotenen Arbeitsstellen von üblichen Arbeitszeiten abweichende Arbeitszeiten aufweisen, und dass die Beschwerdeführerin der
B._
mitteilte, dass sie am 1
6.
April 2012
einen
wichtigen
Termin bei ihrem Augenarzt wahrnehmen
und nach dem 2
1.
Mai 2012 einen Kurs beziehungs
weise
ein Programm zur vorübergehenden Beschäftigung im Pflegebereich besuchen
wolle
.
3.7
Nach Gesagtem handelte es sich bei den der Beschwerdeführerin durch die
B._
angebotenen Arbeitsstellen
um Stellen
, deren Annahme der Beschwer
deführerin im Hinblick auf die Arbeitszeit grundsätzlich zuzumuten war.
Hin
weise dafür, dass die Annahme
der
angebotenen Arbeitsstellen der Beschwer
deführerin
aus anderen
Gründen
nicht
zuzumuten gewesen wäre, lassen sich den Akten nicht entnehmen.
4.
Nach Gesagtem steht daher fest, dass
die Beschwerdeführerin die ihr von der
B._
angebotenen, zumutbaren Arbeitsstellen zwar nicht ausdrücklich abgelehnt hat, dass sie diesbezüglich hingegen keine klare und vorbehaltlose Bereitschaft zum Abschluss eines Arbeitsvertrages b
ekundet hat. Vielmehr teilte die
Beschwerdeführer
in
der
B._
mit, dass sie zum Zeitpunkt der vor
gesehenen Arbeitsaufnahme vom 1
6.
April 2012 einen Arzt konsultieren und
dass sie
nach der vorgesehenen Arbeitsaufnahme vom 1
8.
April 2012 einen Kurs besuchen wolle. Mit diesen Antworten ist die Beschwerdeführerin der ihr obliegenden Pflicht zur Schadenminderung nicht in vollem Umfange gerecht geworden. Vielmehr
hätte sie ihre eindeutige Bereitschaft zum Abschluss eines Arbeitsvertrages bekunden müssen. Mit ihrem Verhalten
nahm sie in Kauf, dass die
B._
andere Stellenbewerber kontaktieren und die Stelle anschlies
send anderweitig besetzen werde. Ihr Verhalten muss unter den gegebenen Umständen daher im Sinne einer Teilkausalität mitursächlich für ihre
Nicht
anstellung
gewertet werden. Hierin liegt ihr Verschulden an der Fortdauer der Arbeitslosigkeit. Der Einstellungstatbestand der
Nichtbefolgung der
Kontroll
vor
schriften
und Weisungen der Organe der Arbeitslosenversicherung im Sinne von Art. 30 Abs. 1
lit
. d AVIG
ist mithin erfüllt (vgl. Urteil des
Bundesgerichts C
17/07
vom 2
2.
Februar 2007
E
. 3.1.1 mit Hinweisen).
5.
5.1
Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens (Art. 30 Abs. 3 AVIG) und beträgt 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30
Tage bei mittelschwerem und 31
bis 60 Tage bei schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 2 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insol
venzentschädigung AVIV).
5.2
Gemäss Art. 45 Abs. 3 AVIV liegt ein schweres Verschuld
en vor, wenn die v
ersi
cherte
Person
ohne entschuldbaren Grund eine zumutbare Arbeitsstelle ohne Zusi
cherung einer neuen aufgegeben oder eine zumutbare Arbeit abge
lehnt hat. Nach der Rechtsprechung (BGE 130 V 125; Urteil des
Bundesgerichts
C 20/06 vom 30. Oktober 2006 E. 4.2) ist indes auch bei Ablehnung einer amt
lich zugewiese
nen zumutbaren Arbeitsstelle oder
arbeitsmarktlichen
Massnahme oder bei Nichtannahme einer selbst gefundenen zumutbaren Arbeitsstelle nicht zwin
gend von einem schweren Verschulden auszugehen, falls ein „entschuld
ba
rer Grund" im Sinne von Art. 45 Abs. 3 AVIV vorliegt. Unter einem ent
schuld
baren Grund im Sinne dieser Bestimmung ist ein Grund zu verstehen, der das Ver
schulden als mit
telschwer oder leicht erscheinen lassen kann. Ein sol
cher im
konkreten Einzel
fall liegender Grund kann die subjektive Situation der betroffe
nen Person oder eine objektive Gegebenheit beschlagen (BGE 130 V 130 E. 3.5).
5.3
Um Umstände, welche als entschuldbare Gründe für die
Stellenableh
nung
bei der
B._
in Frage kommen
,
handelt es sich einerseits um den
Arzt
termin
vom 1
6.
April 2012 und andererseits um
das Programm zur vorüberge
henden Beschäftigung bei den
A._
. Den Akten ist indes zu entnehmen, dass es sich beim Arzttermin vom 1
6.
April 2012 um
eine
Konsultation eines Augenarztes zur Ausstellung eines Brillenrezeptes handelte (
Urk.
6/12). Dabei handelte es sich weder um eine Notfallbehandlung noch um eine aus anderen wichtigen Gründen unaufschiebbare ärztliche Behandlung. Die Beschwerdeführerin wäre in Nachachtung ihrer
Mitwirkungs
pflicht
daher verpflichtet gewesen, gegenüber der
B._
ihre eindeutige Bereitschaft zum Arbeitsantritt zu bekunden und die Arztkonsultation zu ver
schieben beziehungsweise, falls dies auf Grund langer Wartezeiten nicht mög
lich gewesen sein sollte, einen anderen Augenarzt zu konsultieren.
Der Einsatzvereinbarung zwischen der Beschwerdeführerin und den
A._
ist einerseits zu entnehmen, dass diese erst am 3
1.
Mai 2012 und damit nach dem fraglichen Telefongespräch der Be
schwerdeführerin mit der
B._
vom 1
6.
April 2012 vereinbart wurde. Andererseits
ist in der Einsatzvereinbarung geregelt, dass das Programm durch das RAV auch vorzeitig beendet werden kann (
Urk.
6/19). Der Abschluss der Einsatzvereinbarung mit den
A._
vom 3
1.
Mai 2012
kann daher kein entschuldbarer Grund im Sinne von Art. 45 Abs. 3 AVIV darstellen.
5.4
Zusammenfassend steh
t fest, dass das Verschulden der Beschwerdeführerin
nicht als minder schwer erscheint, weshalb eine Einstellung im Rahmen des schweren Verschuldens gerechtfertigt ist, wobei die Dauer von 36 Tagen im unteren Be
reich des anwendbaren Rahmens liegt, was den Umständen und den
persönli
chen Verhältnissen der
Bes
chwerdeführerin
angemessen Rechnung trägt.
Damit erweist sich der angefochtene
Einspracheentscheid
als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.