Decision ID: 41704cec-f3e4-4c1e-8fc9-c29a0426bc97
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich wegen Muskelrheumas am 11. Dezember 2003 bei der
Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (IV-act. 2).
A.b Dr.med. B._, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation, hielt im
Arztbericht vom 9. Januar 2004 als Diagnosen eine Fibromyalgie und ein
Panvertebralsyndrom mit Wirbelsäulenfehlhaltung sowie muskulärer Dysbalance und
konstitutioneller Hyperlaxität fest. In leichten körperlichen Tätigkeiten ohne zeitlichen
Druck und ständiges Stehen sei die Versicherte zu 50 % arbeitsfähig (IV-act. 9).
A.c Die Versicherte erklärte am 11. November 2004, sie fühle sich subjektiv nicht
arbeitsfähig und wünsche den Rentenentscheid (IV-act. 17), worauf die IV-Stelle das
Verfahren betreffend Arbeitsvermittlung abschloss (Verfügung vom 8. März 2005, IV-
act. 22).
A.d Mit Verfügung vom 11. April 2005 sprach die IV-Stelle der Versicherten eine halbe
Rente ab 1. Dezember 2003 zu (Invaliditätsgrad 55 %; IV-act. 28).
A.e In einem am 9. Januar 2008 eröffneten amtlichen Revisionsverfahren gab die
Versicherte an, ihr Gesundheitszustand sei gleich geblieben (IV-act. 29). Dr. B._
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führte im Verlaufsbericht vom 13. Februar 2008 aus, der Gesundheitszustand sei
stationär. Leichte körperliche Arbeiten mit Wechsel zwischen Stehen, Sitzen und
Gehen und mit vermehrten Pausen seien während 4 Stunden täglich zumutbar (IV-act.
33). Die IV-Stelle schloss das Revisionsverfahren mit der Mitteilung vom 2. April 2008
ab, es bestehe weiterhin Anspruch auf die bisherige Invalidenrente (Invaliditätsgrad 55
%; IV-act. 35).
A.f In einem weiteren Revisionsverfahren bezeichneten die Versicherte am 21. Januar
2013 (IV-act. 36) und Dr. B._ mit Verlaufsbericht vom 10. Februar 2013 (IV-act. 38)
den Gesundheitszustand als (seit Februar 2008) unverändert. Dr. B._ attestierte
weiterhin eine Arbeitsfähigkeit von 4 Stunden täglich in Tätigkeiten ohne Heben von
Gewichten über 5 kg, ohne an einem Ort stehen zu müssen und mit der Möglichkeit,
die Körperlage zu wechseln. Med.pract. C._, Facharzt Allgemeine Innere Medizin
FMH, führte im Arztbericht vom 26. Februar 2013 als weitere Diagnose eine mediale
Gonarthrose rechts mit St. nach Kniearthroskopie rechts mit Teilmeniskektomie im
Oktober 2010 an. Subjektiv beklage die Versicherte täglich Rückenschmerzen, lumbal
und gelegentlich auch im HWS-Bereich. Er könne sich gut vorstellen, dass eine
Symptomausweitung wahrscheinlich im Rahmen einer komorbiden depressiven
Erkrankung bestehe (IV-act. 41).
A.g RAD-Arzt med.pract. D._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
nahm am 17. April 2013 gestützt auf die Akten Stellung, die rentenrelevanten
Diagnosen seien Fibromyalgie und ein Schmerzsyndrom (Panvertebralsyndrom).
Bezüglich der medialen Gonarthrose sei eine kurative Behandlung durchgeführt
worden; zumindest in einer nicht dauernd im Stehen auszuführenden und nicht
kniegelenksbelastenden beruflichen Tätigkeit dürfte sie die Arbeitsfähigkeit nicht
einschränken. Es gebe keinen Anhalt, dass sich der zugrunde gelegte
Gesundheitsschaden (Fibromyalgie und Rückenschmerzen) gravierend verändert habe
seit der Erstbeschreibung vom 9. Januar 2004 (IV-act. 42).
A.h Gemäss Vorbescheid vom 25. April 2013 beabsichtigte die IV-Stelle, die Rente der
Versicherten gestützt auf die Schlussbestimmungen der Änderung des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 18. März 2011 einzustellen
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(IV-act. 46). Die IV-Stelle bot der Versicherten mit Schreiben des gleichen Tages
berufliche Eingliederungsmassnahmen an (IV-act. 47).
A.i Dr. B._ nahm am 21. Mai 2013 Stellung, aufgrund schon bei der Rentenzusprache
2005 festgestellter und persistierender erhöhter Entzündungsparameter (CRP und
Blutsenkung) und aufgrund des klinischen Status (schmerzhafte Muskeln und grosse
Gelenke, eingeschränkte Beweglichkeit der LWS) seien eine undifferenzierte
rheumatische Autoimmunerkrankung mit wandernden Polymyalgien und Arthralgien
und positiven humoralen Entzündungsfaktoren (CRP, BS) sowie ein lumboradikuläres
Syndrom links mit linkslateraler Diskushernie L4/5 zu diagnostizieren (IV-act. 48-1 ff.).
Auf weitere Fragen des RAD (12. Juli 2013, IV-act. 53 f.) erklärte die Ärztin am 25. Juli
2013, es seien im Jahr 2003 breite Abklärungen durchgeführt worden (vgl. IV-act. 56-5
ff.). In Anbetracht der zunehmenden Beschwerden in den Gelenken während der
letzten Jahre seien die Laborbefunde und die leicht positive Szintigraphie anders zu
gewichten. Deswegen habe sie die Diagnose revidieren müssen (IV-act. 56-3 ff.).
A.j Prof. Dr.med. E._, Arzt Rheumatologie, klinische Immunologie und Allergologie
Spital F._, führte in einem von der IV-Stelle in Auftrag gegebenen Konsilium vom 20.
Februar 2014 aus, es bestünden eine Fibromyalgie, ein intermittierendes
lumbospondylogenes Syndrom, eine Gonarthrose beidseits sowie eine persistierende
leichte systemische Entzündungsreaktion und polyklonale IgA-Erhöhung. Die
Versicherte klage über ein generalisiertes Schmerzsyndrom und Begleitbeschwerden,
welche einer Fibromyalgie entsprächen und auch die neuen, 2010 vorgeschlagenen
Kriterien erfüllten. Die Entzündungsreaktion habe keine Relevanz bezüglich der Arbeits-
und/oder Leistungsfähigkeit (IV-act. 69). RAD-Arzt Dr.med. G._, Facharzt für Innere
Medizin FMH, nahm am 28. April 2014 Stellung, das Konsilium von Prof. E._ könne
als fachlich fundiert und widerspruchsfrei bezeichnet werden. Die von der
behandelnden Rheumatologin postulierte "undifferenzierte rheumatische
Autoimmunkrankheit" liege nicht vor (IV-act. 70).
A.k Nach einer zweiten Anhörung (1. Mai 2014, IV-act. 71) verfügte die IV-Stelle am 10.
Juni 2014 die Einstellung der Invalidenrente der Versicherten (IV-act. 72). Gegen diese
Verfügung liess die Versicherte am 8. Juli 2014 Beschwerde erheben. Die damalige
Rentenzusprache sei nicht ausschliesslich aufgrund der Diagnose einer Fibromyalgie
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bzw. eines syndromalen Beschwerdebildes erfolgt. Zudem seien bis zum
Revisionszeitpunkt neue objektivierbare Beschwerden dazugekommen (Gonarthrose,
chronische Entzündung; IV-act. 77-2 ff.). Die IV-Stelle widerrief die angefochtene
Verfügung am 26. September 2014 (IV-act. 87), und das Versicherungsgericht schrieb
das Verfahren am 22. Oktober 2014 ab (IV 2014/343; IV-act. 97).
A.l Dr. B._ hielt im Arztbericht vom 19. Februar 2015 nebst dem diagnostizierten
lumboradikulären Syndrom und der Gonarthrose an ihrer Diagnose einer
undifferenzierten rheumatischen Autoimmunerkrankung mit wandernden Polymyalgien
und Arthralgien, positiven humoralen Entzündungsfaktoren (CRP, BS) und positiver
Szintigraphie MCP III links sowie beider Schultern fest. Der Zustand sei seit 2002
unverändert. Die Arbeitsfähigkeit in einer rückenadaptierten Tätigkeit mit
Gewichtslimite von 5 kg betrage 40 % bis 50 %. Anpassungsfähigkeit und
Belastbarkeit seien durch Schmerzen eingeschränkt (IV-act. 104-2 ff.).
A.m Die IV-Stelle liess die Versicherte durch die Medizinische Begutachtungsstelle
Medizinisches Zentrum Römerhof (MZR; Gutachten vom 14. Oktober 2015; IV-act. 116;
Untersuchungen 13., 15. und 17. Juli 2015; Dr.med. H._, Facharzt für Innere Medizin
FMH; Dr.med. I._, Facharzt für Rheumatologie/Innere Medizin FMH; Dr.med. J._,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie) begutachten. Als Diagnosen mit Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit hielten die Gutachter fest:
1. dekompensierte Varusgonarthrosen beidseits bei/mit radiologisch hochgradiger
Gelenksspaltverschmälerung medial mit Lateralshift des Tibiaplateaus (13. Juli 2015),
klinisch mässiger medialer Periarthrosis genu rechtsbetont, Status nach
arthroskopischer medialer Teilmeniskektomie rechts (Oktober 2010),
2. ein Zervikozephal- und Zervikobrachialsyndrom links bei/mit thorakaler Fehlhaltung,
leichtem myofaszialem Schultergürtelsyndrom links mit reaktiver Brachialgie links,
schmerzhaften Ansatztendinosen nuchal mit Referred pain-Symptomatik, diskreter
Synovitis MCP III links bei Beugesehnen-Tendosynovitis III links und
3. ein anamnestisch chronifiziertes lumbospondylogenes Syndrom mit/bei leichter
Fehlhaltung, schmerzhaften Ansatztendinosen distaler Erector trunci, möglichem
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intermittierend diskretem lumboradikulärem Reizsyndrom L5 links bei DH L4/5 (MRI 6.
Mai 2013) und pseudoradikulären Ausstrahlungen links (IV-act. 116-23, 38).
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit führte der psychiatrische
Gutachter eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen
Faktoren auf (ICD-10: F45.41; IV-act. 116-37, 38). Zusammenfassend sei die
Versicherte aus psychiatrischer, internistischer und rheumatologisch-orthopädischer
Sicht unter Berücksichtigung der qualitativen Einschränkungen 100 % arbeitsfähig. In
der zuletzt ausgeübten Erwerbstätigkeit als Metallstanzerin sei sie aus
rheumatologisch-orthopädischer Sicht 100 % arbeitsunfähig (IV-act. 116-43). Die
Versicherte sei nach der langen Abwesenheit im freien Arbeitsmarkt auf eine
Stellenvermittlung der IV, idealerweise in einer initial geschützten Umgebung,
angewiesen und dürfte mit zunehmender Konditionierung eine vollständige
Arbeitsfähigkeit erreichen (IV-act. 116-43).
A.n Gestützt auf dieses Gutachten und die dazu eingeholte RAD-Stellungnahme vom
19. Februar 2016 (IV-act. 117) erliess die IV-Stelle am 5. April 2016 erneut einen
Vorbescheid, wonach sie beabsichtige, die Invalidenrente der Versicherten aufzuheben
(IV-act. 120); dagegen liess die Versicherte am 9. Mai 2016 Einwand erheben (IV-act.
125).
A.o Mit Verfügung vom 26. Mai 2016 hob die IV-Stelle die Rente der Versicherten auf
Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats auf. Die seinerzeitige
Rentenzusprache sei aufgrund der Diagnose einer Fibromyalgie und eines
Panvertebralsyndroms erfolgt. Gemäss RAD sei auch das Panvertebralsyndrom nicht
ausschliesslich organisch erklärbar und mit einem syndromalen Beschwerdebild
vergleichbar. Auf das Gutachten vom 14. Oktober 2015 sei abzustellen. Bei
grundsätzlich unauffälliger Befundlage könne mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
davon ausgegangen werden, dass die organischen Anteile des Panvertebralsyndroms
zum Zeitpunkt der Rentenzusprache nicht in einem rentenbegründendem Ausmass
vorhanden gewesen seien. Heute werde die Versicherte aus rheumaorthopädischer
Sicht als 100 % arbeitsfähig in einer adaptierten Tätigkeit beurteilt (IV-act. 126).
B.
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B.a Gegen die Verfügung vom 26. Mai 2016 lässt A._, vertreten durch Rechtsanwalt
lic.iur. R. Braun, am 20. Juni 2016 Beschwerde erheben. Sie beantragt unter Kosten-
und Entschädigungsfolge die Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie die
unentgeltliche Prozessführung und Rechtsverbeiständung. Die Schlussbestimmungen
zur 6. IV-Revision seien nur anwendbar, wenn die unklaren und die erklärbaren
Beschwerden sowohl diagnostisch als auch hinsichtlich der funktionellen Folgen
auseinandergehalten werden könnten. Zumindest bei der Wirbelsäulenfehlhaltung mit
Beckentiefstand, Torsionsskoliose und ausgeprägter Hyperlordose sei von
nachweisbaren organischen Grundlagen im Zeitpunkt der ursprünglichen
Rentenzusprache auszugehen. Allerdings liessen sich die funktionellen Folgen der
Fibromyalgie und des Panvertebralsyndroms nicht auseinanderhalten. Damit fehle es
an den Voraussetzungen für eine Rentenrevision im Sinne der Schlussbestimmungen
zur 6. IV-Revision. Die erklärbaren Beschwerden hätten sich seit der Rentenzusprache
nicht geändert. Es liege eine revisionsrechtlich unbeachtliche andere Einschätzung der
daraus resultierenden Arbeitsfähigkeit vor. Das Gutachten des MZR werde den
Anforderungen an ein strukturiertes Beweisverfahren nicht gerecht. Die Gutachter
hätten sich im Wesentlichen auf die Beschreibung von Inkonsistenzen und
Diskrepanzen beschränkt. Sie hätten weder den Schweregrad der Auswirkung der
gesundheitlichen Beeinträchtigung auf die Leistungsfähigkeit ermittelt noch mittels
weiterer Indikatoren geprüft, ob die daraus gezogenen Schlüsse konsistent seien.
Selbst wenn die unklaren und die erklärbaren Beschwerden auseinandergehalten
werden könnten, fehle es hinsichtlich der erklärbaren Beschwerden an einer Änderung
der Verhältnisse seit der Rentenzusprache und bei den unklaren Beschwerden an einer
strukturierten, ergebnisoffenen und einzelfallgerechten Beurteilung des tatsächlichen
Leistungsvermögens (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt mit Beschwerdeantwort vom 15. September
2016, die Beschwerde sei abzuweisen. Selbst wenn das Panvertebralsyndrom als
durchwegs erklärbar angesehen würde, sei zu beachten, dass die Schmerzen mittels
gezieltem Muskeltraining sowie allgemeiner Rekonditionierung trotz pessimistischer
Prognose wohl besserbar gewesen wären. Allein das Panvertebralsyndrom hätte
zudem selbst gemäss damaliger Verwaltungspraxis noch nicht zu einer
Rentenzusprache geführt, da die medizinischen Massnahmen als nicht ausgeschöpft
hätten angesehen werden können. Es sei davon auszugehen, dass die
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Rentenzusprache hauptsächlich aufgrund der Diagnose Fibromyalgie erfolgt sei. Dass
die Beschwerdeführerin an einer (nachweislichen) Fehlhaltung der Wirbelsäule leide
bzw. dass die laufende Rente sowohl für unklare als auch für erklärbare Beschwerden
zugesprochen worden sei, stehe der Anwendung der Schlussbestimmungen zur 6. IV-
Revision nicht entgegen. Selbst wenn die aufgrund der Wirbelsäulenfehlhaltung sowie
des Beckenschiefstandes verursachten Schmerzen bzw. das Panvertebralsyndrom als
invalidisierend angesehen würden, würde die Erwerbsfähigkeit der Beschwerdeführerin
nicht derart eingeschränkt, dass der für einen Rentenanspruch erforderliche IV-Grad
von mindestens 40 % erreicht würde. Auf das MZR-Gutachten vom 14. Oktober 2015
könne grundsätzlich ohne weiteres abgestellt werden. Weder dem Einwand noch der
Beschwerde seien neue oder anderslautende medizinische Berichte beigelegt worden.
Selbst vor der Änderung der Rechtsprechung bezüglich somatoformer Beschwerden
erstellte Gutachten verlören nicht automatisch ihren Beweiswert. Dies müsse auch für
Gutachten gelten, die eventuell nicht nach dem vom Bundesgericht vorgesehenen
strukturierten Beweisverfahren erstellt worden seien und/oder nicht jede Frage des
vom Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) im Rundschreiben Nr. 339 formulierten
Fragenkatalogs beantworteten. Hinzu komme, dass es sich bei den Fragen des
Rundschreibens nicht um einen eigentlichen Fragenkatalog handle, sondern dass dort
beschrieben werde, welche Art von Fragestellungen zu welchen Standardindikatoren
erwartet würde. Mit ihren Aussagen zu Inkonsistenzen und Diskrepanzen hätten die
Gutachter nachvollziehbar dargelegt, dass sich die geschilderten Einschränkungen
eben gerade nicht durch die erhobenen Befunde erklären liessen. Damit hätten sie -
wie vom Bundesgericht gewollt - die Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
geprüft und seien zum Schluss gekommen, dass die nachvollziehbaren
Funktionseinschränkungen nicht derart seien, dass sie ein die Erwerbsfähigkeit
beeinträchtigendes Ausmass einnähmen. Demnach bestehe kein Anlass, von der
Einschätzung der Gutachter abzuweichen. Zusammenfassend erweise sich die
Renteneinstellung aufgrund der IVG-Revision 6a somit als rechtens (act. G 7).
B.c Die Abteilungspräsidentin heisst am 21. September 2016 das Gesuch um
Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und
Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) gut (act. G 8).
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B.d Mit Replik vom 17. Oktober 2016 lässt die Beschwerdeführerin geltend machen,
die Beschwerdegegnerin behaupte zu Unrecht, das Panvertebralsyndrom wäre "wohl
besserbar" gewesen. Effektiv habe die Rentenrevision 2008 unveränderte Befunde
ergeben. Diese lägen nach dem MZR-Gutachten auch aktuell noch vor. Zudem wirkten
sie sich auf die Arbeitsfähigkeit aus; gemäss Gutachten sei sie in der zuletzt
ausgeübten Erwerbstätigkeit als Metallstanzerin aus rheumatologisch-orthopädischer
Sicht 100 % arbeitsunfähig. Die Gutachter hätten sich weder aus ihrer fachärztlichen
Sicht noch in einer gemeinsamen abschliessenden Konsensbeurteilung zu den vom
Bundesgericht aufgestellten Standardindikatoren geäussert. Die Praxisänderung des
Bundesgerichts sei zwar nach dem Gutachterauftrag erfolgt, sei den Gutachtern aber
vor der Begutachtung kommuniziert und von diesen offensichtlich nicht zur Kenntnis
genommen worden (act. G 10).
B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik und hält an ihren Ausführungen
in der Beschwerdeantwort fest (14. November 2016; act. G 12).

Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch
der Beschwerdeführerin bzw. die Rentenaufhebung gestützt auf lit. a der
Schlussbestimmungen der Änderung vom 18. März 2011 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20; nachfolgend Schlussbestimmungen).
1.1 Gemäss lit. a Abs. 1 der Schlussbestimmungen sind Renten, die bei
pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildern ohne
nachweisbare organische Grundlage gesprochen wurden, innerhalb von drei Jahren
nach Inkrafttreten dieser Änderung zu überprüfen. Sind die Voraussetzungen nach Art.
7 Abs. 1 und Abs. 2 ATSG nicht erfüllt, so wird die Rente herabgesetzt oder
aufgehoben, auch wenn der Tatbestand von Art. 17 Abs. 1 ATSG (Revision zufolge
Änderung des Sachverhalts) nicht verwirklicht ist. Nach der Rechtsprechung des
Bundesgerichts steht der Umstand, dass eine laufende Rente sowohl für unklare als
auch für erklärbare Beschwerden zugesprochen wurde, der Anwendung von lit. a Abs.
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1 SchlBest. IVG in Bezug auf die unklaren Beschwerden nicht entgegen (BGE 140 V
200 E. 6.2.3). Voraussetzung hierfür ist, dass die erklärbaren und unklaren
Beschwerden nicht nur diagnostisch, sondern auch hinsichtlich ihrer Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit auseinandergehalten werden können. Eine Herabsetzung oder
Aufhebung der Rente unter dem Titel von lit. a Abs. 1 SchlBest. IVG fällt hingegen
ausser Betracht, wenn und soweit sie auf erklärbaren Beschwerden beruht (BGE 140 V
200 E. 6.2.3; Urteil des Bundesgerichts 8C_34/2014 vom 8. Juli 2014, E. 4.2; vgl. u.a.
auch Urteile des Bundesgerichts vom 4. September 2015, 9C_843/2014, E. 3, vom 15.
Oktober 2015, 9C_127/2015, E. 5.1, vom 2. September 2016, 8C_413/2016, E. 4.2.3
und vom 13. Januar 2017, 9C_381/2016, E. 3.1.2). Eine Rentenrevision gestützt auf die
Schlussbestimmungen ist zulässig, wenn erklärbare Beschwerden das unklare
Beschwerdebild lediglich verstärken (Urteil des Bundesgerichts vom 19. Februar 2015,
8C_775/2014, E. 3.1.4) bzw. das Beschwerdebild nicht selbständig mitverursachen
(Urteil des Bundesgerichts vom 5. April 2016, 8C_51/2016, E. 4.2) oder wenn die
erklärbaren Beschwerden lediglich von untergeordneter Bedeutung sind (Urteil des
Bundesgerichts vom 4. September 2015, 9C_843/2014, E. 5.3). Hintergrund dieser
Rechtsprechung bildet die Gleichbehandlung von Bezügern laufender IV-Renten mit
versicherten Personen, die neu ein Rentengesuch stellen hinsichtlich der sich aus Art. 7
Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(ATSG; SR 830.1) ergebenden und seit BGE 130 V 352 erhöhten Anforderungen (BGE
140 V 200, E. 6.2.3).
1.2 Das Bundesgericht hat mit Entscheid vom 3. Juni 2015 (BGE 141 V 281) seine die
Bestimmung von Art. 7 Abs. 2 ATSG beschlagende Rechtsprechung zu den
Voraussetzungen, unter denen anhaltende somatoforme Schmerzstörungen und
vergleichbare psychosomatische Leiden eine rentenbegründende Invalidität zu
bewirken vermögen, geändert. Es hat die von ihm geschaffene
Überwindbarkeitsvermutung und den sich an den sogenannten Foersterkriterien
orientierenden Prüfungsraster aufgegeben. Das bisherige Regel/Ausnahme-Modell
wurde durch ein „strukturiertes“ Beweisverfahren ersetzt. Nach der neuen
Rechtsprechung hat die Invaliditätsbemessung bei psychosomatischen Störungen den
Aspekt der funktionellen Auswirkungen zu berücksichtigen, was sich schon in den
diagnostischen Anforderungen niederschlagen muss. Massgebend seien in
Schweregrad und Konsistenz der funktionellen Auswirkungen eingeteilte
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Standardindikatoren. Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrads sei
nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten
gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren
schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit
nachgewiesen seien (BGE 141 V 307 f. E. 6; vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 23.
September 2015, 8C_421/2015, E. 5.2). Aufgrund dessen, dass die Vorschrift von lit. a
Abs. 1 der Schlussbestimmungen eine Überprüfung bisheriger Rentenansprüche in
Nachachtung von Art. 7 ATSG verlangt und die neue Rechtsprechung gemäss BGE
141 V 281 auch auf laufende Verfahren Anwendung findet (Urteil des Bundesgerichts
vom 23. September 2015, 8C_421/2015, E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 137 V 266 E. 6),
ist diese auch für die Prüfung der vorliegenden Renteneinstellung massgebend.
1.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind
(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1). Im Sinne einer Richtlinie
ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen
Spezialärzten und -ärztinnen, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und
Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise
sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/bb). Gemäss
Verfahrensstandard vor der Änderung der Rechtsprechung mit BGE 141 V 281
eingeholte Gutachten verlieren ihren Beweiswert nicht per se. Mit Blick auf die nunmehr
materiell-beweisrechtlich geänderten Anforderungen bei der Einschätzung des
funktionellen Leistungsvermögens ist jedoch in jedem einzelnen Fall zu prüfen, ob die
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beigezogenen administrativen und/oder gerichtlichen Sachverständigengutachten,
gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berichten, eine schlüssige
Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren erlauben oder nicht (BGE 141 V
309 E. 8; Urteil des Bundesgerichts vom 13. April 2016, 9C_168/2015, E. 2.2.3).
2.
In medizinischer Hinsicht stützt sich die angefochtene Verfügung auf das MZR-
Gutachten vom 14. Oktober 2015 (IV-act. 116), über dessen von der
Beschwerdeführerin bestrittene Beweistauglichkeit vorab zu befinden ist.
2.1 Der rheumatologische Gutachter diagnostizierte nebst der dekompensierten
Varusgonarthrose ein Zervikozephal- und Zervikobrachialsyndrom links und
anamnestisch ein chronifiziertes lumbospondylogenes Syndrom (IV-act. 116-23, 38 f.).
Die Beschwerdeführerin gab seit mehr als 10 Jahren persistierende lumbosakral
lokalisierte Rückenschmerzen an, die in Form eines Druckgefühls in das linke Bein
gegen die mittleren Zehen ausstrahlten. Schmerzen im Bereich des linken Arms,
ausstrahlend von zervikal und vom Schultergürtel, würden jeweils für zwei bis drei Tage
exazerbieren und dann wieder zurückgehen. Von zervikal aus träten auch
Ausstrahlungen in den Kopf auf (IV-act. 116-19). Weiter erwähnte die
Beschwerdeführerin Kopfschmerzen von nuchal bis in die Scheitelgegend (IV-act.
116-20). Die Knieschmerzen seien belastungsabhängig; nach der Meniskektomie im
Oktober 2010 seien die Beschwerden rechts vorübergehend zurückgegangen und
seien nun auf beiden Seiten gleich (IV-act. 116-20). Der Gutachter hielt fest, die
Befunde könnten die Art und Lokalisation der Beschwerden erklären, nicht aber deren
Umfang im Alltag. Aus rein rheumatologischer Sicht bestehe für jegliche
Verweistätigkeit eine 100 %ige Arbeitsfähigkeit ab Untersuchungsdatum unter
Berücksichtigung folgender qualitativer Einschränkungen: Im Hinblick auf die
dekompensierte Varusgonarthrose beidseits seien ausschliesslich im Stehen und
Gehen zu verrichtende oder mit Besteigen von Treppen oder Leitern verbundene
Arbeiten weitgehend zu vermeiden. Im Vordergrund der für die Beschwerdeführerin
zumutbaren Tätigkeiten stünden vorwiegend im Sitzen auszuführende Arbeiten mit
gelegentlichem Aufstehen und Herumgehen. Wegen des Zervikobrachialsyndroms links
und unter Berücksichtigung des Schultergürtels seien länger dauernde Arbeiten in
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Elevationsstellung des linken Armes ungünstig, wegen der Brachialgie sollten keine
manuellen Schwerarbeiten mit der linken Hand oder auch nicht stereotype, auch feine
Belastungen, vor allem des Mittelfingers, vorgenommen werden. Wegen des
lumbospondylogenen Syndroms seien körperliche Schwerarbeiten mit Heben und
Tragen schwerer Gegenstände oder freier Wirbelsäulenbeweglichkeit in sämtliche
Richtungen sowie Arbeiten in einer unergonomischen Rückenposition unzumutbar (IV-
act. 116-25). Der diagnostizierten Varusgonarthrose, dem Zervikobrachialsyndrom
sowie dem lumbospondylogenen Syndrom schreibt der rheumatologische Gutachter
mithin ausschliesslich qualitative Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit zu. In
Übereinstimmung mit Prof. E._ (Konsiliarbeurteilung vom 20. Februar 2014, IV-act.
69-1) kommt der Gutachter zum Schluss, die von Dr. B._ gestellte Diagnose einer
undifferenzierten rheumatischen Autoimmunerkrankung (Arztbericht vom 19. Februar
2015, IV-act. 104-2 ff.) könne nicht bestätigt werden. Vorhandene Befunde einer
Entzündung (erhöhtes CRP, erhöhte Blutsenkung) bzw. einer Immundysregulation
(polyklonale IgA-Erhöhung) hätten kein fassbares klinisches Korrelat und schränkten
die Arbeitsfähigkeit nicht ein (IV-act. 116-24, 26). Die erhobenen Befunde erklärten die
Lokalisation und Art der Beschwerden, nicht aber deren Umfang im Alltag (IV-act.
116-25). Anhand der detailliert erhobenen Beschwerden und Befunde (vgl. IV-act.
116-20 ff.) erscheint die Diagnostik des rheumatologischen Gutachters schlüssig und
nachvollziehbar und wird vom RAD geteilt (Stellungnahme vom 19. Februar 2016, IV-
act. 117). Von der Beschwerdeführerin werden schliesslich keine objektiven
medizinischen Tatsachen vorgebracht, welche die gutachterlichen somatischen
Diagnosen in Frage stellen.
2.2 Der psychiatrische Gutachter diagnostiziert eine chronische Schmerzstörung mit
somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41) und führt aus, eine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung liege nicht vor, weil die beschriebenen
Schmerzen nicht als andauernd, schwer und quälend erkennbar seien und nicht in
Verbindung mit emotionalen Konflikten oder psychosozialen Belastungen aufträten, die
schwerwiegend genug seien, um als entscheidende ursächliche Faktoren gelten zu
können (IV-act. 116-36). Zum Schweregrad hält der psychiatrische Gutachter fest, die
Ausprägung der Störung sei im Vergleich zu ähnlichen Störungsbildern als objektiv
leicht einzustufen. Die Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde sei als gering bis
leichtgradig einzustufen, es sei von psychiatrischer Seite bislang keine adäquate
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Behandlung erfolgt. Psychiatrische Komorbiditäten lägen nicht vor (IV-act. 116-37). Zu
den funktionellen Einschränkungen bemerkt er, es bestünden mässige Probleme,
hinreichend ausdauernd und während der üblicherweise erwarteten Zeit an einer
Tätigkeit zu bleiben und ein durchgehendes Leistungsniveau aufrechtzuerhalten. Die
Versicherte fühle sich rasch erschöpft und könne ihre Tätigkeit nur unter besonderer
Kraftanstrengung fortführen. Es bestünden mässige Probleme, unmittelbare informelle
soziale Kontakte mit anderen Menschen aufzunehmen und mit diesen angemessen zu
interagieren. Die Versicherte reagiere bei Konflikten unsicher, halte sich für
uninteressant und langweilig. Die Fähigkeit zu ausserberuflichen Aktivitäten sei leicht
beeinträchtigt; die Versicherte habe wenig Antrieb, ihren Hobbys nachzugehen. Die
Wegefähigkeit sei mässig beeinträchtigt. Es bestünden mässige Probleme, sich einer
Gruppe anzupassen und die Beschwerdeführerin könne sich nicht aktiv in eine Gruppe
einbringen (IV-act. 116-33 f.). Sie verfüge über persönliche Ressourcen: die Fähigkeiten
zur Anpassung an Regeln und Routinen, zur Planung und Strukturierung von Aufgaben,
zur Selbstversorgung und zu familiären bzw. intimen Beziehungen seien nicht
beeinträchtigt; Flexibilität und Umstellungsfähigkeit, die Fähigkeit zu ausserberuflichen
Aktivitäten und zur Anwendung fachlicher Kompetenzen seien leicht eingeschränkt (IV-
act. 116-38, 33 f.). Es seien keine besonderen Hinweise vorhanden, die schwere
Defizite aufgrund eines Gesundheitsschadens und/oder eine Unzumutbarkeit zu deren
Überwindung begründen könnten (IV-act. 116-37). Als negativ unterstützend sei der
soziale Kontext zu werten, da die Beschwerdeführerin das soziale Hilfesystem so
organisiert habe, dass sie nicht mehr viel tun müsse (Regression; IV-act. 116-38). Die
Konsistenzprüfung habe Hinweise auf nicht im geklagten Umfang vorhandene
Funktionsbeeinträchtigungen ergeben. Es bestünden Diskrepanzen zwischen der
subjektiv geschilderten Intensität und der Vagheit der Beschwerden, zwischen
massiven subjektiven Beschwerden und der erkennbaren körperlich-psychischen
Beeinträchtigung in der Untersuchungssituation sowie zwischen dem Ausmass der
geschilderten Beschwerden und der Intensität der bisherigen Inanspruchnahme
therapeutischer Hilfe. Es fänden sich Inkonsistenzen innerhalb der
Beschwerdeschilderung in Form von wechselhafter, vager und unpräzis-ausweichender
Schilderung der Beschwerden und des Krankheitsverlaufs, zwischen subjektiver
Beschwerdeschilderung und objektiven Befunden sowie zwischen behauptetem
Leidensausmass und fehlendem erkennbarem Leidensdruck (IV-act. 116-34 f., 38).
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Auch der rheumatologische Gutachter kam zum Schluss, die beschriebenen Befunde
erklärten die Art und Lokalisation der Beschwerden, nicht aber deren Umfang im Alltag
(IV-act. 116-25). Insgesamt hat der psychiatrische Gutachter die gemäss der
geänderten bundesgerichtlichen Rechtsprechung massgeblichen Indikatoren
ausreichend berücksichtigt und es erscheint gestützt darauf insbesondere
nachvollziehbar, dass die psychiatrisch diagnostizierte chronische Schmerzstörung mit
somatischen und psychischen Faktoren keine invalidenversicherungsrechtlich
massgebliche Arbeitsunfähigkeit zu begründen vermag.
2.3 Die Gutachter des MZR attestieren der Beschwerdeführerin in adaptierten
Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit von 100 % (IV-act. 116-25, 42), während gemäss der
behandelnden Dr. B._ lediglich eine solche von 40 % bis 50 % besteht (IV-act.
104-5). Dieser Unterschied ist durch die Berücksichtigung der von den Gutachtern
festgehaltenen Inkonsistenzen bzw. die Nichtberücksichtigung der organisch nicht
erklärbaren Beschwerden begründbar. Zusammenfassend erfüllt das MZR-Gutachten
die Anforderungen an die Beweistauglichkeit und es ist darauf abzustellen und
spätestens seit der Untersuchung im Juli 2015 von einer vollen Arbeitsfähigkeit in
adaptierten Tätigkeiten auszugehen.
3.
3.1 Somit ist darüber zu befinden, ob ein Revisionsgrund besteht, ob insbesondere die
Voraussetzungen einer Revision gestützt auf die Übergangsbestimmungen zur 6. IVG-
Revision erfüllt sind. Die Beschwerdegegnerin erliess am 25. April 2013 den
Vorbescheid, wonach sie beabsichtige, die Invalidenrente der Beschwerdeführerin
gestützt auf die Schlussbestimmungen zur 6. IVG-Revision aufzuheben (IV-act. 46).
Damit wahrte sie die Dreijahresfrist seit Inkrafttreten der Schlussbestimmungen auf den
1. Januar 2012. Weder das Alter der Beschwerdeführerin noch die Bezugsdauer der
Rente schliessen die Revision aus (vgl. lit. a Abs. 4 Schlussbestimmungen). Umstritten
ist indes mit Blick auf die einschlägige Rechtsprechung namentlich, ob im Sinne der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung die der ursprünglichen Rentenzusprache
zugrundeliegenden Arbeitsunfähigkeit auf organisch nicht erklärbaren Beschwerden
beruhte.
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3.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, die auf das Panvertebralsyndrom
zurückzuführenden Beschwerden seien organisch erklärbar und hätten der
Rentenzusprache ebenfalls zugrundegelegen. Gemäss Arztbericht Dr. B._ vom 9.
Januar 2004 betreffend Untersuchung vom 4. Dezember 2003 (IV-act. 9-5 ff.) beschrieb
die Beschwerdeführerin damals seit etwas mehr als einem Jahr bestehende Schmerzen
in der linken Flanke, die in den Bauch ausstrahlten und weder physikalmedizinisch
noch medikamentös hätten gebessert werden können. Die Schmerzen hätten
zugenommen und sich auf die ganze linke Körperseite ausgebreitet, so dass sie in
diesem Gebiet praktisch ständige Schmerzen verspüre. Die Beweglichkeit der
Wirbelsäule war endphasig in allen Abschnitten schmerzhaft und es bestand eine
Druckdolenz an der ganzen Wirbelsäule, am meisten am lumbosakralen Übergang, an
der paravertebralen Muskulatur sowie an den beiden Trochanter maior. Im Röntgenbild
der LWS zeigte sich eine ausgeprägte lumbale Hyperlordose mit rechtskonvexer
Torsionsskoliose; degenerative Veränderungen waren aber nicht sichtbar. 16 von 18
Fibromyalgie-typischen Punkten waren positiv (IV-act. 9-6). Dr. B._ diagnostizierte
einerseits eine Fibromyalgie und andererseits ein Panvertebralsyndrom mit
Wirbelsäulenfehlhaltung und muskulärer Dysbalance und konstitutioneller Hyperlaxität
(IV-act. 9-5). Diese Diagnosen lagen der Rentenzusprache vom 11. April 2005 (IV-act.
28) zugrunde.
3.3 Noch im Arztbericht vom 10. Februar 2013 hielt Dr. B._ an der ursprünglichen
Diagnose fest (IV-act. 38-3; keine Änderung der Diagnose). In Stellungnahmen zur
beabsichtigten Rentenaufhebung vom 21. Mai 2013 (IV-act. 48-1 ff.) und vom 25. Juli
2013 (IV-act. 56-3 ff.) führte sie aus, schon zur Zeit der Rentenzusprache seien
entzündliche Zeichen mit erhöhtem CRP und erhöhte Blutsenkung festgestellt worden.
Die rheumaserologische Abklärung habe keine genauere Unterteilungsmöglichkeit
ergeben. Im Jahr 2003 seien breite Abklärungen durchgeführt worden. In Anbetracht
der zunehmenden Beschwerden in den Gelenken während der letzten Jahre seien die
Laborbefunde (vgl. IV-act. 56-5) und die leicht positive Szintigraphie (vgl. IV-act. 56-8
ff.) anders zu gewichten. Rückblickend sei (nicht eine Fibromylagie, sondern) eine
undifferenzierte rheumatische Autoimmunerkrankung mit wandernden Polymyalgien
und Arthralgien (vor allem Hände, Ellbogen, Schulter) sowie positiven humoralen
Entzündungsfaktoren (CRP, BS) und negativer Rheumaserologie zu diagnostizieren.
Prof. E._ hielt indes fest, es bestehe (zwar) eine chronische leichte systemische
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Entzündung, die (jedoch) keinen Einfluss auf die Arbeits- und/oder Leistungsfähigkeit
habe (Konsilium vom 20. Februar 2014, IV-act. 69-1); dem stimmte der
rheumatologische Gutachter zu und führte aus, die vorliegende Immundysregulation
und die leicht erhöhten Entzündungsparameter könnten keiner entzündlich-
rheumatischen Grundkrankheit zugeordnet werden (IV-act. 116-26). Weiter erwähnte
der Gutachter, weshalb die Beschwerdeführerin ihre Erwerbstätigkeit habe aufgeben
müssen, sei nicht ganz klar, nach eigenen Angaben wegen der zu¬nehmenden
Schmerzen; es sei möglich, dass die dabei zu hebenden Gewichte von bis zu 25 kg für
die dekonditionierte Beschwerdeführerin zu schwer gewesen seien (IV-act. 116-25).
Dies lässt darauf schliessen, dass gemäss dem rheumatologischen Gutachter ein
syndromales Leiden zur Erwerbsaufgabe führte, was auch deshalb naheliegt, weil
gemäss den Gutachtern trotz zusätzlicher Befunde eine 100 %ige Arbeitsfähigkeit
vorliegt, was umso mehr bereits zur Zeit der Rentenzusprache der Fall gewesen sein
dürfte. Schliesslich nahm RAD-Arzt med. pract. D._ am 17. April 2013 Stellung, das
Panvertebralsyndrom sei nicht ausschliesslich als organisch verursacht erklärbar und
somit mit einem so genannten pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen
Beschwerdebild ohne nachweisbare organische Grundlage vergleichbar (IV-act. 42-2).
Weder aus den Arztberichten von Dr. B._ noch aus den übrigen medizinischen Akten
geht hervor, dass die damals erhobene endphasig schmerzhafte Beweglichkeit der
Wirbelsäule und die Druckdolenz an der ganzen Wirbelsäule hauptsächlich auf
organisch fassbare Befunde zurückzuführen wären. Folglich waren im Zeitpunkt der
Rentenzusprache zwar organische Befunde vorhanden, doch schränkten diese die
Arbeitsfähigkeit nicht massgeblich ein. Die Rente wurde somit aufgrund der
Fibromyalgie bzw. aufgrund von syndromalen Beschwerden ohne organisches Korrelat
zugesprochen. Die Voraussetzungen zur Aufhebung der Invalidenrente der
Beschwerdeführerin gemäss den Schlussbestimmungen zur 6. IVG-Revision sind somit
erfüllt.
3.4 Die Beschwerdegegnerin bot der Beschwerdeführerin am 5. April 2016 die Prüfung
beruflicher Eingliederungsmassnahmen an (IV-act. 121). Die Beschwerdeführerin nahm
davon mit Blick auf die Anfechtung der Rentenaufhebung bisher Abstand (Einwand
vom 9. Mai 2016, IV-act. 125 a. E.). Sie bezog bis zum Erlass der angefochtenen
Verfügung eine halbe Rente und hat daher nach den Bestimmungen von Art. 8a IVG
Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen. Da dieser jedoch nicht
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Gegenstand der angefochtenen Verfügung bildet, hat die Beschwerdegegnerin darüber
zu entscheiden, sobald die Beschwerdeführerin berufliche Eingliederungsmassnahmen
beantragt.
4.
4.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Der unterliegenden
Beschwerdeführerin sind die Gerichtskosten vollumfänglich aufzuerlegen. Zufolge
unentgeltlicher Rechtspflege ist sie von der Bezahlung zu befreien.
4.3 Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der
Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art.
61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr.
12'000.--. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat keine Kostennote
eingereicht. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit erscheint mit Blick auf
vergleichbare Fälle eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3‘500.-- angemessen.
Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70).
Somit hat der Staat den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin pauschal mit Fr.
2‘800.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
4.4 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur
Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).