Decision ID: df132a88-61e4-4437-8336-eaad677db043
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law

Prozessgeschichte:
A. Die C. AG mit Sitz in Chur forderte zwischen Januar 2018 und Januar 2019  natürliche und juristische Personen in der Schweiz zur Zahlung von Bussen wegen Verkehrsregelverletzungen in Italien auf. Auf entsprechende Anzeigen der betroffenen Personen eröffnete die Bundesanwaltschaft am 19. März 2019 ein Strafverfahren gegen Unbekannt wegen mehrfacher verbotener Handlungen für einen fremden Staat (Art. 271 Ziff. 1 StGB) und Erpressung (Art. 156 StGB).
B. Am 29. April 2019 erteilte das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) auf Antrag der Bundesanwaltschaft die Ermächtigung zur Strafverfolgung gegen Unbekannt bzw. diejenigen natürlichen Personen, welche im Namen der C. AG verbotene Handlungen für einen fremden Staat begangen oder daran  haben sollen.
C. Am 20. Mai 2019 und 28. September 2020 dehnte die Bundesanwaltschaft das Strafverfahren auf die Direktorin der C. AG, E., und die beiden Verwaltungsräte
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dieser Gesellschaft, A. und B., aus. In Bezug auf E. wurde das Verfahren später eingestellt.
D. Im Verlaufe des Verfahrens führte die Bundesanwaltschaft verschiedene  durch. Die – in Deutschland wohnhaften – Beschuldigten A. und B. liessen sich indes nicht einvernehmen.
E. Mit Verfügung vom 21. Mai 2019 beschlagnahmte die Bundesanwaltschaft das Konto 1, lautend auf C. AG, bei der Bank D.
F. Am 15. Juli 2021 erliess die Bundesanwaltschaft gegen A. und B. je einen . Sie verurteilte die beiden Beschuldigten wegen mehrfacher verbotener Handlungen für einen fremden Staat (Art. 271 Ziff. 1 StGB) jeweils zu einer  Geldstrafe von 180 Tagessätzen à Fr. 200.–, bei einer Probezeit von 2 Jahren, und auferlegte Ihnen Verfahrenskosten von jeweils Fr. 3'500.– unter solidarischer Haftung. Zudem begründete die Bundesanwaltschaft zulasten der C. AG und zugunsten der Eidgenossenschaft eine Ersatzforderung in Höhe von Fr. 1'601'940.–. Zur Sicherung der Ersatzforderung ordnete die  die Aufrechterhaltung der Beschlagnahme des erwähnten Kontos der C. AG bei der Bank D. an.
G. A., B. und die C. AG erhoben jeweils fristgerecht Einsprache gegen die sie  Strafbefehle.
H. Die Bundesanwaltschaft hielt an den Strafbefehlen fest (Art. 355 Abs. 3 lit. a StPO) und überwies sie am 26. Juli 2021 der Strafkammer des  jeweils als Anklageschrift zwecks Durchführung eines Hauptverfahrens (Art. 356 Abs. 1 StPO). Gleichzeitig gab sie bekannt, auf eine Teilnahme an der Hauptverhandlung zu verzichten.
I. Nach Eingang der Akten eröffnete die Strafkammer gegen A. und B. jeweils ein separates Verfahren mit der Geschäftsnummer SK.2021.34 resp. SK.2021.35. Mit Verfügung vom 1. September 2021 vereinigte der Einzelrichter die beiden Verfahren unter der Geschäftsnummer SK.2021.34.
J. Mit Verfügungen des Einzelrichters vom 24. November 2021 wurden die  A. und B. auf Ersuchen hin von der persönlichen Teilnahme an der  dispensiert.
K. Am 30. November 2021 fand die Hauptverhandlung in Anwesenheit der  von A. und B. sowie des Rechtsvertreters der C. AG am Sitz des  in Bellinzona statt.
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L. Das Urteil wurde am 15. Dezember 2021 mit Zustimmung der  schriftlich eröffnet.
M. In der Folge meldeten die Verteidiger von A. und B. Berufung gegen das Urteil an (Art. 399 Abs. 1 StPO). Die Bundesanwaltschaft ersuchte gestützt auf Art. 82 Abs. 2 lit. a StPO um schriftliche Begründung des Urteils.

Der Einzelrichter erwägt:
1. Prozessuales
1.1 Das angeklagte Delikt fällt in die Bundeszuständigkeit (Art. 23 Abs. 1 lit. h StPO).
Die Kompetenz des Einzelgerichts der Strafkammer des Bundesstrafgerichts ergibt sich aus Art. 19 Abs. 2 lit. b StPO i.V.m. Art. 36 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Organisation der Strafbehörden des Bundes vom 19. März 2010 (StBOG; SR 173.71).
1.2 Die gerichtliche Verfolgung politischer Delikte, zu denen Art. 271 StGB gehört, setzt gemäss Art. 66 Abs. 1 StBOG eine Ermächtigung des Bundesrates voraus. Der diesbezügliche Entscheid obliegt dem EJPD (Art. 3 lit. a der  für das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement vom 17.  1999; OV-EJPD; SR 172.213.1). Die erforderliche Ermächtigung zur Strafverfolgung liegt, wie bereits ausgeführt, vor (BA pag. 1.2.1 ff.).
1.3 Hinsichtlich der Gültigkeit der vorliegenden Strafbefehle und der Einsprachen, die das Gericht vorfrageweise zu prüfen hat (Art. 356 Abs. 2 StPO), stellen sich keine Fragen.
2. Anklagevorwurf
2.1 Die Bundesanwaltschaft wirft den Beschuldigten folgenden Sachverhalt vor: Der Beschuldigte A. und der Beschuldigte B. sollen von November 2017 bis März 2019 als Verwaltungsräte der C. AG mit Sitz in Chur auf schweizerischem Gebiet ohne Bewilligung Inkassohandlungen betreffend Verkehrsbussen des  Staates vorgenommen haben. Die Beschuldigten hätten unter  von Inkassoschreiben (Zahlungsaufforderungen und Mahnungen) der C. AG bei in der Schweiz wohnhaften Fahrzeughaltern Bussgelder eingetrieben. Diese Bussgelder hätten sie in der Folge abzüglich einer Provision von ca. 13% der F. S.r.l. zugunsten der italienischen Gemeindepolizeibehörden weitergeleitet. Auf diese Weise hätten sie insgesamt einen Betrag von EUR 1'466'479.89 an
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Bussgeldern (inkl. «Kosten») eingetrieben. Konkret sollen die Beschuldigten mehrere Mitarbeiterinnen in Köln resp. Leverkusen und anderswo in Deutschland angewiesen haben, die in der nachstehenden Tabelle aufgeführten und eine  weitere analoge Inkassoschreiben zu verfassen und an Adressaten in der Schweiz per Post zuzusenden.
In betreffenden Schreiben soll die C. AG angegeben haben, dass sie von der F. S.r.l. mit dem Inkasso der Verkehrsbussen für italienische Polizeibehörden  worden sei. Dabei hätte sie die Überweisung eines Geldbetrags für , Kosten und juristische Dienstleistungen auf das angegebene Konto der C. AG verlangt. Für den Fall, dass keine Zahlung erfolgen sollte, habe die C. AG darauf hingewiesen, dass die italienischen Behörden die Fahrzeughalter bei der nächsten Reise nach Italien anhalten und für den geschuldeten Betrag die Zwangsvollstreckung nach italienischem Recht durchführen könnten. Weiter sei darauf hingewiesen worden, dass diesfalls ein signifikant höherer Betrag  wäre und die vorgesehenen Massnahmen weit drastischer ausfallen würden als in der Schweiz. Weitere Kosten würden nur durch die geforderte Geldüberweisung verhindert.
2.2 Die Beschuldigten liessen sich im Verfahren nicht vernehmen. Die Verteidiger bestreiten die Vorwürfe (vgl. nachfolgend E. 3 und 4).
Datum Bussgeld (inkl. "Kosten")
Adressat Polizeibehörde
10.01.2018 Fr. 922.43 unbekannt
Comune di Milano, Polizia Locale
26.01.2018 15.02.2018
Fr. 1'251 .38 G. SA [...] 6900 Lugano
14.01.2019 Fr. 477.14 H. [...] 8645 Jona
24.10.2018 Fr. 717.59 I. [...] 1868 Collombey
Polizia Municipale di Firenze
29.10.2018 Fr. 797.46 J. GmbH [...] 4332 Stein
29.10.2018 19.11.2018
Fr. 1'479 .15 K. [...] 6340 Baar
17.12.2018 Fr. 797.46 L. [...] 8122 Binz
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3. Beweiswürdigung
3.1 In objektiver Hinsicht ist aktenmässig erstellt, dass zwischen Januar 2018 und Januar 2019 von der C. AG neun Schreiben an Fahrzeughalter in der Schweiz versandt wurden. Wie die beiden Beschuldigten konkret zusammengewirkt , ist nicht aktenkundig. Aus dem bei den Akten befindlichen  (BA pag. 5.0.27) geht indes hervor, dass der Beschuldigte A.  und der Beschuldigte B. einziges Mitglied des  der C. AG war. Die als Direktorin der C. AG aufgeführte E. mit Wohnsitz in der Schweiz gab anlässlich ihrer Einvernahme sinngemäss an, lediglich als Strohperson fungiert zu haben und in keiner Weise in «Inkasso»-Geschäfte  gewesen zu sein (BA pag. 13.1.7). Über das Zusammenwirken der  und die Zuständigkeiten und Abläufe innerhalb der C. AG vermochte sie keine sachdienlichen Angaben zu machen (BA pag. 13.1.9 ff.).
Die C. AG hat ihren Firmensitz in den Geschäftsräumlichkeiten der M. AG in Chur. Gemäss Handelsregisterauszug handelt es sich bei der letzteren  um die Revisionsstelle der C. AG (BA pag. 12.3.27). Aus den bei der M. AG edierten Unterlagen der C. AG geht hervor, dass Letztere in den  der M. AG (mit Ausnahme der an diese ausgegliederten Buchhaltung) keine operativen Tätigkeiten an der Domiziladresse in Chur ausübte und die an die C. AG adressierte Korrespondenz ungeöffnet an eine Adresse einer  in Köln weitergeleitet wurde (vgl. BA pag. 7.1.12). Weiter ist  erstellt, dass die Beschuldigten A. und B. für die Organisation und die Geschäftsführung der C. AG zuständig waren. Insbesondere geht aus der bei den Akten liegenden Geschäftskorrespondenz und den Aussagen der  N., dem Inhaber der M. AG, zweifelsfrei hervor, dass die Beschuldigten A. und B. federführend bei Inkassogeschäften betreffend italienische  waren (BA pag. 12.3.5 ff./34). Unter diesen Umständen ist davon , dass die in Deutschland die Schreiben verfassenden Mitarbeiterinnen der C. AG («Frau O.» und «Frau P.») in Ermangelung einer Kenntnis der Sach- und Rechtslage als vorsatzlose Tatwerkzeuge der Beschuldigten A. und B.  haben. Ihre Handlungen sind mithin den Beschuldigten als mittelbare Täter zuzurechnen.
3.2 Was die in den Strafbefehlen behauptete Vielzahl von Handlungen («weitere analoge Inkassoschreiben») betrifft, genügt die Darstellung dem Anklageprinzip (Art. 9 Abs. 1 StPO) nicht. Die Annahme diesbezüglicher Inkassoaktivitäten basiert auf zweier pauschaler Zahlungsflüsse von EUR 990'506.22 resp. EUR 475'973.67 an die F. S.r.l. Aus den Strafbefehlen geht indes nicht hervor, wie viele Schreiben wann welchen in der Schweiz domizilierten Personen zugestellt
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worden sein sollen. Insoweit bilden nur die in der oben wiedergegebenen Tabelle aufgeführten Schreiben Gegenstand der Beweiswürdigung.
3.3 Was den Inhalt der Schreiben anbelangt, sind diese als «Zahlungsaufforderung» bzw. «letzte Mahnung» betitelt und enthalten jeweils die Aufforderung, die  (inklusive die Letztere um ein vielfaches übertreffenden Kosten etc.) zu .
Die als «Zahlungsaufforderung» betitelten Schreiben halten nach der  fest, dass sich die adressierte Person in Italien eines Verkehrsvergehens schuldig gemacht habe und die C. AG mit dem Inkasso beauftragt worden sei, die Forderung «bei ihnen» einzuziehen. Weiter wird ausgeführt, dass die  F. S.r.l. den betreffenden Halter bereits mehrfach angeschrieben habe,  noch keinen Zahlungseingang registriert habe. Weiter halten die Schreiben wörtlich fest: «Ihre offene Forderung ist in den Datensystemen in Italien vermerkt. Die italienischen Behörden können Sie bei Ihrer nächsten Einreise nach Italien belangen, wenn Sie der Zahlung nicht nachkommen. Soweit der Verstoss nicht verjährt (Verjährungsfrist 5 Jahre) ist, müssen Sie mit einer Vollstreckung des Bescheides nach italienischem Recht eventuell direkt vor Ort rechnen. Der  kann dann deutlich höher sein. Massnahmen im Ausland können insofern weit drastischer sein als in der Schweiz. Nur Ihre fristgerechte  erspart Ihnen weitere Kosten. Weitere Schritte von unserer Seite sind für Sie jeweils mit höheren Kosten verbunden.» (BA pag. 5.0.12/16).
Die als «letzte Mahnung» betitelten Schreiben halten fest: «Grundlegend ist an Sanktionsmöglichkeiten bei einer nächsten Einreise nach Italien zu denken. Die Zahlungsverweigerung bzw. offene Forderung ist in den Datensystemen in Italien vermerkt. Soweit der Verstoss nicht verjährt ist, ist mit einer Vollstreckung des alten Bescheides inklusive weiterer Kosten und Nebenforderungen nach  Recht, also einem weit höheren Betrag als derzeit, u.U. direkt vor Ort zu rechnen. Massnahmen im Ausland können insofern weit drastischer sein als in der Schweiz». (BA pag. 5.0.9).
3.4 Zusammenfassend steht in sachverhaltlicher Hinsicht fest, dass aus Zweigstellen der C. AG in Köln resp. Leverkusen in dessen Namen und unter Angabe des schweizerischen Domizils die umschriebenen Zahlungsaufforderungen am 14. Januar 2019 an H. in Jona/SG (BA pag. 5.0.18), am 26. Januar 2018 und 15. Februar 2018 an die G. SA in Lugano/TI (BA pag. 5.0.24 f.) versandt wurden. Weiter erfolgten Zahlungsaufforderungen von Deutschland aus am 24. Oktober 2018 an I. in Collombey/VS (BA pag. 5.0.3), am 29. Oktober 2018 an die J. GmbH in Stein/AG (BA pag. 5.0.16), am selben Tag sowie am 19. November 2018 an K. in Baar/ZG (BA pag. 5.0.12/15) sowie am 17. Dezember 2018 an L. in Binz/ZH
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(BA pag. 5.0.9). Überdies wurde am 10. Januar 2018 eine auf Italienisch  Zahlungsaufforderung an eine (durch die Anzeigeerstatterin Organisation Q. Ticino) anonymisierte Person zugestellt (BA pag. 5.0.34). Soweit von Seiten der Verteidigung in Bezug auf das anonymisierte Schreiben geltend gemacht wird (TPF pag. 4.721.37), es stehe nicht fest, dass das betreffende Schreiben an eine Person in der Schweiz versandt wurde, steht diesem Einwand die Tatsache gegenüber, dass der Betrag in Franken in Rechnung gestellt wurde. Damit  es sich auch in diesem Fall ohne Zweifel um einen in der Schweiz  Fahrzeughalter. Die Schreiben erfolgten aufgrund eines Auftrags der F. S.r.l.; Letztere handelte ihrerseits im Auftrag der Polizeibehörden der  Gemeinden Mailand und Florenz (Comune di Milano, Polizia Locale;  Municipale di Firenze).
4. Rechtliche Würdigung
4.1 4.1.1 Gemäss Art. 271 Ziff. 1 StGB macht sich strafbar, wer auf schweizerischem Ge-
biet ohne Bewilligung für einen fremden Staat Handlungen vornimmt, die einer Behörde oder einem Beamten zukommen.
4.1.1.1 Art. 271 StGB schützt die schweizerische Souveränität. Indirekt schützt der  indes auch das Vertrauen der Bürger, dass hoheitliche Macht nur durch die dafür zuständigen Organe in rechtmässiger Weise durchgesetzt wird (, Recht aus den Fugen, Diss. FR 2021, 79 f.). Angriffsobjekt ist der  der Schweiz, dass staatliches Handeln auf ihrem Gebiet allein durch ihre Institutionen vorgenommen werde, unter ausdrücklicher Ausnahme bewilligter Handlungen (HUSMANN, Basler Kommentar, 4. Aufl. 2019, Art. 271 StGB N. 8). Zustellung und Vollstreckung von Entscheiden ausländischer justizieller  tangiert die Souveränität der Schweiz als territorial betroffener Staat und  grundsätzlich der Rechtshilfe. Anders verhält es sich nur, wenn der Staat diesbezüglich auf seine Souveränität verzichtet hat und es etwa im Rahmen von Übereinkommen oder unilateral anderen Staaten zugesteht, Handlungen mit  auf seinem Staatsgebiet vorzunehmen (vgl. GAUTHEY/MARKUS, Zivile Rechtshilfe und Artikel 271 Strafgesetzbuch, ZSR I 2015, 360 f.).
4.1.1.2 Der Tatbestand ist kein Sonderdelikt, d.h. jede Person, nicht nur ausländische Behörden, kann den Tatbestand erfüllen (HUSMANN, Basler Kommentar, a.a.O., Art. 271 StGB N. 12). Die betreffende Handlung muss für einen fremden Staat erfolgen, worunter indes auch Handlungen für Gliedstaaten bzw. für eine  eines Gliedstaates fallen. Ein solcher Handlungsempfänger liegt mit den italienischen Gemeinden Florenz und Mailand ohne Weiteres vor.
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Hoheitlich sind Handlungen oder Tätigkeiten die üblicherweise von staatlichen Organen wie Fiskus, Polizei oder Gerichten i.w.S. (inklusive Vollstreckung)  werden (GAUTHEY/MARKUS, a.a.O., 371). In Bezug auf die  «ausländischer» Aktivitäten ist massgebend, ob die betreffende Handlung ihrer Natur nach oder nach der verwendeten Form oder Vorgehensweise aus Schweizer Sicht der exklusiven Zuständigkeit einer schweizerischen Behörde  ist (GAUTHEY/MARKUS, a.a.O., 372; HUSMANN, Basler Kommentar, a.a.O., Art. 271 StGB N. 31).
4.1.1.3 Was (nicht rechtshilfekonforme) Zustellungen von Schriftstücken im Besonderen betrifft, ist in der Lehre umstritten, ob diese für eine Tatbestandsmässigkeit  Art. 271 StGB Rechtswirkungen in der Schweiz auszulösen vermögen müssen (so MC GOUGH, Verbotene Handlungen für einen fremden Staat, Diss. ZH 2018, 86; a.A. FISCHER/RICHA, Commentaire romand, 2017, Art. 271 StGB N. 30). Richtigerweise stellt es eine tatbestandsmässige Souveränitätsverletzung dar, wenn mittels Zustellungen vorgegeben wird, Rechtsfolgen zu bewirken (vgl. dazu Verfügung des Bundesstrafgerichts SK.2017.16 vom 6. Oktober 2017 E. 4.3; Urteil des Bundesstrafgerichts SK.2018.28 vom 18. Dezember 2018 E. 5.3.1) oder indem in zugestellten Schriftstücken für den Fall der  von Anweisungen Zwangsmassnahmen in Aussicht gestellt werden (, Basler Kommentar, a.a.O., Art. 271 StGB N. 37).
4.1.2 4.1.2.1 Indem die Schreiben an schweizerische Adressaten zugestellt wurden, fanden
die inkriminierten Handlungen unabhängig vom Absendeort ohne Weiteres in der Schweiz statt (vgl. per analogiam BGE 124 IV 180). Es fragt sich, ob nach  Rechtsordnung das Zustellen der inkriminierten Schreiben Handlungen darstellen, die einer Behörde oder Beamten zukommen. Den Schreiben liegen (angeblich) rechtskräftige Bussenverfügungen zugrunde. Das Ausstellen von Ordnungs- und Übertretungsbussen stellt ohne weiteres eine hoheitliche  dar. Öffentliches Strafen stellt genuin staatliche hoheitliche Tätigkeit dar, welches nicht an Private delegiert werden kann (vgl. Art. 2 Abs. 1  vom 18. März 2016 [OBG; SR 324.1]). In casu geht es indes nicht um die Zustellung der Bussenverfügung an sich, sondern um das In-Rechnung- derartiger Verfügungen. Im Unterschied zu Rechnungen mit privatrechtlichem Charakter, die mittels Inkasso/Betreibung vollstreckt werden können, besteht  Bussen ein spezielles Vollzugsverfahren. Werden Bussen im  nicht bezahlt, wird ein ordentliches Verfahren ausgelöst (Art. 6 Abs. 4 OBG). Rechtskräftige Verfügungen der zuständigen  werden durch die zuständige Vollzugsbehörde vollstreckt (Art. 106 Abs. 5 i.V.m. Art. 35 StGB). Letztere kann Zahlungsfristen einräumen (Art. 35 Abs. 1 StGB), die Betreibung anordnen (Art. 35 Abs. 3 StGB) oder dem Gericht Antrag
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stellen, eine Ersatzfreiheitsstrafe auszusprechen (Art. 36 Abs. 2 StGB). Mithin handelt es sich um eine Handlung, die nach der gesetzlichen Ordnung in die ausschliessliche Zuständigkeit einer Behörde fällt. Selbst wenn in einzelnen  oder Gemeinden der Vollzug gestützt auf eine entsprechende Grundlage an privatrechtliche juristische Personen ausgelagert werden kann, wie es die  geltend macht (TPF pag. 4.521.8 ff.; 4.721.40), ändert dies nichts am genuin hoheitlichen Charakter von derartigen Inkassohandlungen. Dies gilt  davon, ob es sich um ein sog. vorrechtliches Inkasso (private  mit Vorbehalt von rechtlichen Konsequenzen) oder um ein Inkasso mittels Betreibung handelt.
4.1.2.2 Was das in casu infrage stehende Inkasso (im eben skizzierten Sinn)  Bussen betrifft, fragt sich, ob das massgebliche schweizerische Recht resp. das anwendbare Staatsvertragsrecht ein solches durch ausländische  resp. durch Private erlaubt. Wie aus Art. 94 Abs. 4 IRSG hervorgeht, sind auch Bussen von sich in der Schweiz aufhaltenden resp. über Vermögenswerte in der Schweiz verfügenden Personen über den Rechtshilfeweg vollstrecken zu lassen. Das für die Schweiz geltende Staatsvertragsrecht sieht diesbezüglich Ausnahmen vor. Art. 52 des Schengener Durchführungsübereinkommen vom 19. September 1990 (SDÜ) erlaubt den Vertragsstaaten die direkte postalische Zustellung von Gerichtsurkunden. Dasselbe gilt in Bezug auf Schriftstücke  Verkehrsübertretungen im Allgemeinen gestützt auf Art. 30 Abs. 2 der Verordnung über internationale Rechtshilfe in Strafsachen vom 24. Februar 1982 (Rechtshilfeverordnung [IRSV], SR 351.11). Mithin ist die Zustellung von  und diesbezügliche Mahnungen durch ausländische  an Personen in der Schweiz grundsätzlich zulässig. Bilaterale Regelungen hinsichtlich der Vollstreckung von Bussen aus Strassenverkehrsdelikten  die Polizeiverträge mit Frankreich und Deutschland (vgl. ABO YOUSSEF/, Basler Kommentar, Internationales Strafrecht, 2015, Art. 94 IRSG N. 31 ff.). Die betreffenden Bestimmungen enthalten gewisse Erleichterungen in  auf die Gewährung der Vollstreckungshilfe, indes keine Handhabe, die  durch den ersuchenden Staat auf dem Staatsgebiet des ersuchten Staates selbstständig durchzusetzen. Auch ist nicht vorgesehen, dass die  vollstreckten Bussenbeträge an den ersuchenden Staat fliessen; im Gegenteil verbleiben diese beim ersuchten Staat (vgl. Art. 50 des Abkommens vom 9. Oktober 2007 zwischen dem Schweizerischen Bundesrat und der  der Französischen Republik über die grenzüberschreitende  in Justiz-, Polizei- und Zollsachen [SR 0.360.349.1]). Übereinkommen, an denen die Schweiz und Italien beteiligt wären und aufgrund derer die Schweiz auf seine diesbezügliche Souveränität in diesem Bereich verzichtet hätte,  nicht. So hat die Schweiz das Europarat-Übereinkommen über die Ahndung von Zuwiderhandlungen im Strassenverkehr vom 30. November 1964 (SEV Nr.
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52) nicht ratifiziert. Indes sieht auch das betreffende Übereinkommen nicht vor, dass Staaten direkt Bussen in anderen Staaten vollstrecken können.
4.1.2.3 Die inkriminierten Schreiben der C. AG führen aus, dass sie im Rahmen eines Auftrags zum «Inkasso» erfolgen. Aufgrund des Sitzes der C. AG in der Schweiz wird zudem impliziert, dass eine Handhabe besteht, in der Schweiz «bei Ihnen», d.h. am Wohnort der adressierten Fahrzeughalter, die Forderung «einzuziehen». Daran ändert auch der explizite Hinweis auf die möglichen Massnahmen in Italien nach italienischem Recht nichts. Endet doch der entsprechende Hinweis damit, dass Massnahmen im Ausland «drastischer» sein können als in der Schweiz. Damit wird suggeriert, dass unter Umständen auch mit Massnahmen in der Schweiz, d.h. einer Betreibung, zu rechnen ist. Dasselbe gilt für die Betitelung der zweiten Schreiben mit «letzte Mahnung». Die zugestellten Schreiben geben mithin vor, dass die C. AG befugt ist, betreffende Rechnungen in der Schweiz zu vollstrecken, und dass für den Fall der Nichtbezahlungen einschneidende , wie Zwangsvollstreckung, im Ausland drohen. Damit werden implizit in der Schweiz Vollstreckung resp. Betreibung und explizit im Ausland erhebliche Nachteile in Aussicht gestellt für den Fall, dass die Rechnungen nicht bezahlt werden. Es liegt folglich eine tatbestandsmässige Handlung für einen fremden Staat vor (vgl. E. 4.1.1.3).
4.1.2.4 Von der Verteidigung wird vorgebracht, die betreffenden Schreiben seien  nicht «verboten» als das massgebende Rechtshilferecht das direkte  von Strafbescheiden zulässt. Insoweit müsse auch eine Zustellung durch Dritte in der Schweiz rechtlich zulässig sein, da es lediglich um eine Fortsetzung der Zustellung handle (TPF pag. 4.521.14 f.). Damit wird verkannt, dass es sich vorliegend nicht um die Zustellung der Bussen oder diesbezüglicher Mahnungen durch die ausländischen Behörden, sondern um die Vollstreckung bzw. das  durch eine juristische Person in der Schweiz geht.
4.1.2.5 Unerheblich ist, dass die Beschuldigten nicht unmittelbar im Auftrag der  Behörde, sondern lediglich im Auftrag einer ausländischen juristischen Person des Privatrechts (F. S.r.l.) gehandelt haben. Nach konstanter  genügt es, dass der Täter im Interesse eines fremden Staates bzw.  Verfahrens gehandelt hat, was vorliegend der Fall war. Wie BGE 114 IV 128 E. 3b festhält, bedarf es weder eines Auftrags noch eines Wollens des betreffenden Staates.
4.1.3 Insgesamt haben die Beschuldigten bei vorliegender Anklage- und Aktenlage neun diesbezügliche Schreiben an sieben Adressaten versendet. Die im Abstand von ca. 20 Tagen jeweils an die gleiche Adressatin (G. SA, K.) zugestellten  sind aufgrund der zeitlichen und persönlichen Konnexität als in Tateinheit
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begangen zu betrachten, sodass die Beschuldigten den Tatbestand in objektiver Hinsicht siebenfach erfüllt haben.
4.2 4.2.1 In subjektiver Hinsicht bedarf es des Vorsatzes, wobei Eventualvorsatz ausreicht
(vgl. HUSMANN, Basler Kommentar, a.a.O., Art. 271 StGB N. 107). In Bezug auf das rechtlich geprägte Tatbestandsmerkmal der «Verbotenheit» resp. den , dass die betreffende Handlung einer Behörde oder einem Beamten , genügt es nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung, dass der Täter «in laienhafter Anschauung die soziale Bedeutung des von ihm verwirklichten » erfasst (Urteil des Bundesgerichts 6B_804/2018 vom 4. Dezember 2018 E. 3.1.1).
4.2.2 In Ermangelung von diesbezüglichen Personalbeweisen ist aufgrund der  auf das diesbezügliche Wissen der Beschuldigten zu schliessen.  des Umstands, dass die italienische F. S.r.l. sich keiner in der Schweiz ansässigen, in der Schweiz operativ tätigen Inkasso-Unternehmens bediente, musste sich den Beschuldigten die Frage aufdrängen, ob die Tätigkeit mit dem Schweizer Recht vereinbar ist. Überdies wurden die Beschuldigten durch E-Mail vom 16. November 2018 von einer Mitarbeiterin des Bundesamtes für Justiz über die Unrechtmässigkeit der inkriminierten Geschäftstätigkeit in Kenntnis gesetzt (BA pag. 5.0.6). Vor diesem Hintergrund vermochten die Beschuldigten die  Bedeutung der «Inkassotätigkeit» einer ausländischen Forderung aus einer Verkehrsbusse in der Schweiz zutreffend als eventuell verboten einzuordnen. Zu diesem Ergebnis führen im Übrigen auch die nachstehend unter dem Aspekt des Rechtsirrtums thematisierten Umstände (vgl. E. 4.3).
4.3 4.3.1 Gemäss Art. 21 StGB handelt nicht schuldhaft, wer bei Begehung der Tat nicht
weiss und nicht wissen kann, dass er sich rechtswidrig verhält. War der Irrtum vermeidbar, so mildert das Gericht die Strafe.
Ein Rechtsirrtum liegt vor, wenn der Täter in der irrigen Vorstellung handelt, seine Handlungen seien nicht verboten. Dem Täter muss mithin ein  gänzlich fehlen. Hat der Täter ein «bloss unbestimmtes Empfinden [...]  Unrechtes zu tun, hat er eine genügende Kenntnis der Rechtswidrigkeit,  einen Rechtsirrtum a priori ausschliesst (BGE 72 IV 155).
4.3.2 Ein Rechtsirrtum im Sinne von Art. 21 StGB käme vorliegend aufgrund der  E-Mail des Bundesamtes für Justiz (E. 4.2.2) höchstens für die vor dem 16. November 2018 vorgenommenen Handlungen in Betracht. Die Beschuldigten machten nicht geltend, die Rechtslage etwa durch Rechtsanwälte oder Erkundi-
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gungen bei Behörden abgeklärt zu haben. Es trifft zwar zu, dass es im  Zeitraum keine einschlägigen Präjudizien gab. Indes führte eine einfache Internet-Recherche zum Ergebnis, dass nach Auffassung des Bundesamtes für Justiz «Ausländisches Busseninkasso illegal» sei (so der Titel in 20 Minuten vom 1. April 2009, online abrufbar; BA pag. 5.0.30). Daran ändert – entgegen der Verteidigung (TPF pag. 4.720.6, 4.721.39) – auch der im Recht liegende Auszug aus der Webseite des fedpol (abgerufen am 2. März 2019) nichts (BA 18.2.7). Die betreffende Webseite enthält zwar den Hinweis, wonach Rechnungen von privaten Firmen, die im Ausland beauftragt worden seien, Parkbussen auf  Grund einzutreiben, als privatrechtliche Forderungen gelten, welche durch Schweizer Inkassofirmen eingetrieben werden könnten. Diese zweifelhafte Rechtsauffassung könnte bei Rechtssuchenden tatsächlich zu  führen, doch sie betrifft einen anderen Sachverhalt. Vorliegend geht es um von Behörden verhängte Bussen für Verkehrsdelikte im Verkehr (vorwiegend  Geschwindigkeitsübertretungen; Fahren ohne Erlaubnis in  Zone) und nicht um Parkbussen. Angesichts des Umstands, dass die Beschuldigten als deutsche Staatsbürger in einem anderen Staat eine Tätigkeit zuhanden der Behörden eines Drittstaates vornehmen wollten, ist davon , dass sie zumindest im Internet eine einfache Recherche zur Legalität ihres Geschäftsmodells durchgeführt und dabei Kenntnis von der zweifelhaften Rechtslage erlangt haben. Das Vorliegen eines Rechtsirrtums fällt damit  eines vorhandenen Unrechtsbewusstseins ausser Betracht, sodass die Vermeidbarkeit nicht geprüft werden muss.
4.4 Zusammenfassend sind die Beschuldigten der mehrfachen verbotenen  für einen fremden Staat im Sinne von Art. 271 Ziff. 1 StGB schuldig zu .
5. Strafzumessung
5.1 5.1.1 Gemäss Art. 47 Abs. 1 StGB misst das Gericht die Strafe nach dem Verschulden
des Täters zu. Es berücksichtigt das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters. Das Verschulden  sich gemäss Art. 47 Abs. 2 StGB nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach, wie weit der Täter nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden.
5.1.2 Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen für mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zu der Strafe der
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schwersten Straftat, d.h. derjenigen Tat, die mit der schwersten Strafe bedroht ist, und erhöht sie angemessen (Asperationsprinzip). Es darf jedoch das  der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhöhen. Dabei ist es an das gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 49 Abs. 1 StGB).
5.1.3 Der Strafrahmen des Grundtatbestands von Art. 271 StGB erstreckt sich von Geldstrafe von drei Tagessätzen bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe. Bei der  Sanktion beträgt die Höchststrafe 180 Tagessätze (Art. 34 Abs. 1 StGB).
Aufgrund der Art und Schwere der Rechtsgutsbeeinträchtigung kommt  lediglich eine Geldstrafe in Betracht. Infolgedessen führt der aufgrund der Tatmehrheit zur Anwendung kommende Art. 49 Abs. 1 StGB dazu, dass der obere Strafrahmen bei 180 Tagessätzen als gesetzliches Höchstmass verbleibt. Strafmilderungsgründe, welche den Strafrahmen nach unten erweitern, bestehen keine. Da die zu beurteilenden Delikte qualitativ identisch sind, ist vorliegend im Sinne einer Ausnahme nicht eine Einsatzstrafe für das konkret schwerste Delikt auszufällen, sondern eine Geldstrafe für sämtliche sieben Delikte.
5.2 5.2.1 In Bezug auf die Tatkomponente fällt Folgendes ins Gewicht: Die Beschuldigten
haben über einen Zeitraum von rund einem Jahr den schweizerischen Behörden vorbehaltene Aktivitäten im (indirekten) Auftrag ausländischer Kommunen . Insoweit sind die inkriminierten Handlungen diesbezüglich von  Intensität zumal mehrere Rechtsunterworfene der Schweiz dadurch tangiert wurden. Die Beeinträchtigung des Rechtsguts der schweizerischen Souveränität ist in casu noch als relativ abstrakt zu werten, da sich die Vollzugshandlungen darin erschöpften, Schreiben mit (impliziten) Androhungen von Nachteilen zu versenden. Das Motiv der Beschuldigten lag offensichtlich darin, sich resp. die von ihnen betriebene Gesellschaft durch die resultierenden Margen zu . Zugunsten der Beschuldigten ist davon auszugehen, dass sie lediglich eventualvorsätzlich gehandelt haben.
5.2.2 Die Täterkomponente, wie insbesondere das Verhalten anlässlich des , ist neutral zu bewerten. Es ist weder ein besonders kooperatives noch ein renitentes Verhalten der Beschuldigten zu konstatieren.
5.2.3 Insgesamt ist das Verschulden der Beschuldigten gerade noch als leicht zu  und es erscheint je eine Geldstrafe von insgesamt 180 Tagessätzen als schuldadäquat.
5.2.4 Was die finanziellen Verhältnisse der Beschuldigten betrifft, sind diese in  von diesbezüglichen Angaben zu schätzen. Aus den Akten ergibt sich
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zum einen, dass die von den Beschuldigten in der Schweiz betriebene  in einem Zeitraum von ca. 16 Monaten einen Umsatz von rund Fr. 1.6 Mio. machte. Wer in welchem Umfang am daraus resultierenden Erlös berechtigt ist, muss offengelassen werden, doch ist davon auszugehen, dass beide Beschuldigten davon profitierten. Im Übrigen ist aktenkundig, dass die  in Köln verschiedene Inkassofirmen beitreiben (BA pag. 12.3.34), welche aufgrund umsatzträchtiger Mandate (etwa Inkasso für sämtliche  von F. S.r.l. in Deutschland und Österreich) erheblichen Gewinn  dürften. Vor diesem Hintergrund wird bei beiden Beschuldigten ein  Nettoeinkommen von je Fr. 10'000.– angenommen. Infolgedessen ist der Tagessatz jeweils auf Fr. 300.– festzusetzten.
5.3 Angesichts der Vorstrafenlosigkeit der Beschuldigten sind die Strafen gemäss Art. 42 Abs. 1 StGB bedingt auszusprechen. Um die Spürbarkeit der Strafe , wird die bedingte Geldstrafe im Sinne von Art. 42 Abs. 4 StGB mit einer Busse von je Fr. 9'000.– verbunden. Diese unbedingt zu leistende  wird (im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung; vgl. BGE 134 IV 56) von der Geldstrafe in Abzug gebracht, indem diese auf je 150  reduziert wird. Bei schuldhaftem Nichtbezahlen wird die Busse in eine  von 30 Tagen umgewandelt (Art. 106 Abs. 2 StGB).
5.4 Für den Vollzug der Strafen ist der Kanton Graubünden zuständig (Art. 74 Abs. 1 StBOG i.V.m. 31 Abs. 2 StPO).
6. Ersatzforderung / Beschlagnahme
6.1 Gestützt auf Art. 70 Abs. 1 StGB verfügt das Gericht die Einziehung von , die durch eine Straftat erlangt worden sind. Die Einziehung kann beim Täter oder einem Dritten erfolgen. Sind die der Einziehung unterliegenden Vermögenswerte nicht mehr vorhanden, so erkennt das Gericht auf eine  des Staates in gleicher Höhe (Art. 71 Abs. 1 StGB).
6.2 Die Anklage geht davon aus, dass durch die inkriminierten Handlungen  (mindestens) in Höhe von EUR 1'466'479.89, umgerechnet Fr. 1'601'940.–, erlangt worden seien. Diese Vermögenswerte seien nicht mehr vorhanden;  (ca.87%) seien sie an F. S.r.l. weitergeleitet und teilweise (ca. 13%) von der C. AG vereinnahmt worden. Es sei daher zulasten der C. AG auf eine  des Staates in gleicher Höhe zu erkennen (TPF pag. 4.100.7).
6.3 Wie bereits ausgeführt (E. 3.2), sind die in den Strafbefehlen im Kontext des  Deliktsbetrags pauschal behaupteten Delikte («eine Vielzahl von
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weiteren, analogen Inkassoschreiben») nicht dem Anklageprinzip konform . Infolgedessen ist es dem Gericht nicht möglich zu prüfen, ob betreffende Gelder aus einer Straftat stammen. Dabei wird nicht verkannt, dass  und Ersatzforderungen nicht zwingend einen Schuldspruch voraussetzen. Indes bedarf es des Nachweises einer Tat, was in Fällen ohne Schuldspruch grundsätzlich in einem separaten Einziehungsverfahren erfolgt (vgl. SCHOLL, Kommentar Kriminelles Vermögen, Kriminelle Organisationen, Band I, 2018, § 4 N. 131). Vorliegend wurde die Höhe der beantragten Ersatzforderung – soweit ersichtlich – aufgrund der Zahlungsflüsse an die F. S.r.l. berechnet. Ein , dass diesen Zahlungen effektiv konkrete strafbare verbotene Handlungen an einen fremden Staat zugrunde liegt, fehlt demgegenüber. Der Rechtsvertreter der C. AG wendet diesbezüglich zu Recht ein, dass in den Akten der Nachweis fehle, dass es sich um Erträge aus eingezogenen Bussen und nicht aus , d.h. aus zivilrechtlichen Forderungen, handelt (TPF pag. 4.721.19 ff). In Bezug auf die abgeurteilten Delikte mangelt es an einem  Zufluss der betreffenden Bussenbeträge an die C. AG, weil die betroffenen Personen keine Zahlungen geleistet, sondern Strafanzeigen eingereicht haben. Infolgedessen ist der Antrag auf Begründung einer Ersatzforderung abzuweisen.
6.4 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Grund mehr für die Beschlagnahme des Kontos 1, lautend auf C. AG, bei der Bank D. Die Beschlagnahme ist folglich aufzuheben (Art. 267 Abs. 1 StPO).
7. Verfahrenskosten
7.1 Die Verfahrenskosten setzen sich zusammen aus den Gebühren zur Deckung des Aufwands und den Auslagen im konkreten Straffall (Art. 422 Abs. 1 StPO; Art. 1 Abs. 1 des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]). Die Gebühren sind für die Verfahrenshandlungen geschuldet, die im Vorverfahren von der Bundeskriminalpolizei und von der BA sowie im  Hauptverfahren von der Strafkammer des Bundesstrafgerichts durchgeführt oder angeordnet worden sind (Art. 1 Abs. 2 BStKR). Die Höhe der Gebühr richtet sich nach Bedeutung und Schwierigkeit der Sache, der  der Parteien, ihrer finanziellen Situation und dem Kanzleiaufwand (Art. 5 BStKR); sie bemisst sich nach Art. 6 und Art. 7 BStKR. Die Auslagen  die vom Bund vorausbezahlten Beträge, namentlich die Kosten für die amtliche Verteidigung, Übersetzungen, Gutachten, Mitwirkung anderer , Porti, Telefonspesen und andere entsprechende Kosten (Art. 422 Abs. 2 StPO; Art. 1 Abs. 3 BStKR). Für einfache Fälle können Pauschalgebühren  werden, die auch die Auslagen abgelten (Art. 1 Abs. 4 BStKR).
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7.2 Die Bundesanwaltschaft macht für das Vorverfahren eine Gebühr von Fr. 7‘000.– geltend (TPF pag. 4.100.8). Diese liegt innerhalb des gesetzlichen  von Art. 6 Abs. 3 lit. b und Abs. 4 lit. c BStKR und erscheint angemessen.
Die Gebühr für das erstinstanzliche Hauptverfahren ist gemäss Art. 1 Abs. 4, Art. 5 und 7 lit. a BStKR auf Fr. 3‘000.– festzusetzen.
7.3 Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die Verfahrenskosten den  Beschuldigten je hälftig, d.h. zu je Fr. 5‘000.–, aufzuerlegen (Art. 426 Abs. 1 StPO).
8. Entschädigung
8.1 Dem Ausgang des Verfahrens gemäss haben A. und B. keinen Anspruch auf Entschädigung (Art. 429 Abs. 1 StPO e contrario).
8.2 Die C. AG hat als obsiegende beschwerte Dritte Anspruch auf einen  Ersatz ihrer Aufwendungen im Verfahren (Art. 434 StPO).
8.2.1 Gemäss Art. 10 BStKR sind auf die Berechnung der Entschädigung der gänzlich oder teilweise obsiegenden Drittperson i.S.v. Art. 434 StPO die Bestimmungen dieses Reglements über die amtliche Verteidigung anwendbar.
Die Anwaltskosten umfassen das Honorar und die notwendigen Auslagen,  für Reise, Verpflegung und Unterkunft sowie Porti und Telefonspesen (Art. 11 Abs. 1 BStKR). Das Honorar wird nach dem notwendigen und  Zeitaufwand des Verteidigers bemessen. Der Stundenansatz beträgt  Fr. 200.– und höchstens Fr. 300.– (Art. 12 Abs. 1 BStKR). Bei Fällen im ordentlichen Schwierigkeitsbereich beträgt der Stundenansatz gemäss ständiger Praxis der Strafkammer Fr. 230.– für Arbeitszeit und Fr. 200.– für Reisezeit (vgl. Urteil des Bundesstrafgerichts SK.2015.12 vom 15. September 2015 E. 9.2, m.w.H.). Die Auslagen werden im Rahmen der Höchstansätze aufgrund der  Kosten vergütet (Art. 13 BStKR).
8.2.2 Der Rechtsvertreter der C. AG, Rechtsanwalt Mauro Lardi, macht in seiner  einen Arbeitsaufwand von 48.1167 Stunden zu einem Stundenansatz von Fr. 270.–, 4.5 Stunden Reisezeit à Fr. 200.–, Fahrspesen von Fr. 316.– sowie eine Kleinspesenpauschale von Fr. 416.75 (3% des Honorars) zzgl. MWST  (TPF pag. 4.851.2 f.).
Die Kostennote ist nicht zu beanstanden, mit folgenden Korrekturen: Der Straffall stellte die Rechtsvertretung der Drittbetroffenen nicht vor besondere ; der Arbeitsaufwand ist daher mit dem üblichen Stundenansatz von
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Fr. 230.– zu vergüten. Die Kleinspesenpauschale ist entsprechend anzupassen. Im Ergebnis beträgt die von der Eidgenossenschaft an die C. AG zu leistende Entschädigung Fr. 13'615.50.
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