Decision ID: a7873123-d5a6-564e-99ec-9b0c05d70849
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer (türkischer Staatsangehöriger, geb. [...]) ersuchte
am 14. März 2021 in der Schweiz um Asyl. Ein Abgleich seiner Fingerab-
drücke mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Eurodac) ergab,
dass er am 20. Dezember 2020 in Rumänien und am 6. Februar 2021 in
Österreich je ein Asylgesuch gestellt hatte (Akten der Vorinstanz 1090714
[SEM act.] 7).
B.
Am 31. März 2021 führte das SEM mit dem Beschwerdeführer das persön-
liche Gespräch nach Art. 5 der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäi-
schen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der
Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prü-
fung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem
Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist
(nachfolgend: Dublin-III-VO) und gewährte ihm das rechtliche Gehör zur
mutmasslichen Zuständigkeit Österreichs bzw. Rumäniens für die Behand-
lung seines Asylgesuchs sowie zu seinem Gesundheitszustand (SEM act.
13).
C.
Am 31. März 2021 ersuchte das SEM die österreichischen Behörden um
Rückübernahme des Beschwerdeführers gemäss Art. 18 Abs. 1 Bst. b
Dublin-III-VO. Diese lehnten das Gesuch am 8. April 2021 mit dem Verweis
ab, die rumänischen Behörden hätten sich für die Übernahme des Be-
schwerdeführers als zuständig erklärt; die Überstellung habe aber nicht
stattgefunden, da er untergetaucht sei (SEM act. 18).
D.
Gleichentags ersuchte die Vorinstanz die rumänischen Behörden um Über-
nahme des Beschwerdeführers gemäss Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO.
Diesem Gesuch wurde am 20. April 2021 entsprochen (SEM act. 22).
E.
Mit Verfügung vom gleichen Tag trat das SEM auf das Asylgesuch des Be-
schwerdeführers nicht ein, verfügte dessen Überstellung nach Rumänien
und forderte ihn auf, die Schweiz am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist
zu verlassen. Gleichzeitig verfügte es die Aushändigung der editionspflich-
tigen Akten und stellte fest, einer allfälligen Beschwerde gegen den Ent-
scheid komme keine aufschiebende Wirkung zu (SEM act. 27).
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F.
Mit Rechtsmitteleingabe vom 28. April 2021 gelangte der Beschwerdefüh-
rer an das Bundesverwaltungsgericht und beantragte, die angefochtene
Verfügung sei aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, ihre Pflicht oder
ihr Recht zum Selbsteintritt auszuüben und sich für das Asylverfahren zu-
ständig zu erklären. Eventualiter sei die Verfügung aufzuheben und das
Verfahren an die Vorinstanz zur vollständigen Feststellung des Sachver-
halts und zur erneuten Beurteilung zurückzuweisen. Weiter sei im Sinne
vorsorglicher Massnahmen der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu
erteilen und die Vollzugsbehörden seien anzuweisen, von einer Überstel-
lung nach Slowenien (recte: Rumänien) abzusehen, bis das Bundesver-
waltungsgericht über die Beschwerde entschieden habe. Schliesslich er-
suchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung unter Ver-
zicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses (Akten des Bundesver-
waltungsgerichts [BVGer act.] 1).
G.
Am 29. April 2021 ordnete die Instruktionsrichterin einen superprovisori-
schen Vollzugsstopp an (BVGer act. 2). Gleichentags lagen dem Bundes-
verwaltungsgericht die vorinstanzlichen Akten in elektronischer Form vor.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.2 Die Beschwerde ist zulässig (Art. 105 AsylG; Art. 31 ff. VGG). Die übri-
gen Sachurteilsvoraussetzungen (Legitimation [Art. 48 Abs. 1 VwVG], Frist
[Art. 108 Abs. 3 AsylG] und Form [Art. 52 VwVG] sind offensichtlich erfüllt.
Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich
Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde erweist sich als offen-
sichtlich unbegründet, weshalb sie im Verfahren einzelrichterlicher Zustän-
digkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer
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zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Durchführung eines Schrif-
tenwechsels und mit summarischer Begründung, zu behandeln ist
(Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG).
3.
3.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-
chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des
Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a
Abs. 1 Bst. b AsylG). In diesem Fall verfügt das SEM in der Regel die Weg-
weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG).
3.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem
einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III
(Art. 8 - 15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch
Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO). Das Verfahren zur Bestimmung des zuständi-
gen Mitgliedstaates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals
ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO). Im Rahmen des
Wiederaufnahmeverfahrens (Art. 23 -25 Dublin-III-VO) findet grundsätzlich
keine (neue) Zuständigkeitsprüfung nach Kapitel III Dublin-III-VO mehr
statt (vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1).
3.3 Jeder Mitgliedstaat kann abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO
beschliessen, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staa-
tenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn
er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prü-
fung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO). Dieses sogenannte
Selbsteintrittsrecht wird im Landesrecht durch Art. 29a Abs. 3 der Asylver-
ordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) konkretisiert und
das SEM kann das Asylgesuch gemäss dieser Bestimmung «aus humani-
tären Gründen» auch dann behandeln, wenn dafür gemäss Dublin-III-VO
ein anderer Staat zuständig wäre.
3.4 Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, in Rumänien ein Asylgesuch
gestellt zu haben. Die rumänischen Behörden hiessen das Gesuch der
Vorinstanz um Wiederaufnahme gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-
III-VO am 20. April 2021 denn auch ausdrücklich gut. Die Zuständigkeit
Rumäniens steht somit grundsätzlich fest.
4.
Der Beschwerdeführer beantragt in seiner Rechtsmitteleingabe, in casu sei
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das Selbsteintrittsrecht gemäss Art. 17 Abs. 1 erster Satz Dublin-III-VO,
konkretisiert in Art. 29a Abs. 3 AsylV 1, auszuüben (vgl. E. 3.3).
4.1 Dazu führt der Beschwerdeführer im Wesentlichen aus, er sei in der
Türkei mehrmals verhaftet und im Gefängnis gefoltert worden, da er poli-
tisch aktiv sei. Es gebe mittlerweile sehr viele Berichte darüber, dass das
türkische Regime Oppositionelle auch im Ausland entführe und sie nachher
verschwinden lasse. Es bestehe daher die Gefahr für ihn, dass er in Ru-
mänien von den türkischen Behörden entführt oder dort Opfer einer Ket-
tenabschiebung würde, da die rumänischen Behörden eng mit den türki-
schen Behörden zusammenarbeiten würden und bereits kurdische Aktivis-
ten ohne Prüfung ihrer Asylgründe in die Türkei habe abschieben wollen.
4.1.1 Das Bundesverwaltungsgericht vertritt die Ansicht, dass es keine we-
sentlichen Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die
Aufnahmebedingungen für asylsuchende Personen in Rumänien systemi-
sche Schwachstellen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-
VO hätten, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden
Behandlung im Sinne des Artikels 4 der EU-Grundrechtecharta und Art. 3
EMRK mit sich bringen würden. Rumänien ist Signatarstaat der EMRK, des
Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-
same, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK,
SR 0.105) und des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung
der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom
31. Januar 1967 (SR 0.142.301) und kommt seinen entsprechenden völ-
kerrechtlichen Verpflichtungen nach. Es darf davon ausgegangen werden,
dass dieser Staat die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richt-
linien des Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom
26. Juni 2013 zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aber-
kennung des internationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie
2013/33/EU vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Auf-
nahme von Personen, die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnah-
merichtlinie) ergeben, anerkennt und schützt. Weiter bestehen keine Hin-
weise darauf, dass die rumänischen Behörden das Non-Refoulement-Ge-
bot missachten und den Beschwerdeführer zur Ausreise in ein Land zwin-
gen würden, in dem sein Leib, Leben oder seine Freiheit aus einem Grund
nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem er Gefahr laufen würde,
zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (vgl. Urteil des
BVGer E-3773/2020 vom 28. Juli 2020 E. 5.3).
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4.1.2 Die Bedenken des Beschwerdeführers bezüglich einer allfälligen Ent-
führung seiner Person durch die türkischen Behörden sind überdies rein
spekulativ. Substantiierte Hinweise, welche seine Ausführungen stützen,
liegen nicht vor. Er verweist denn auch lediglich pauschal auf einige Fälle
versuchter Entführung in Rumänien bzw. vollendeter Entführung in ande-
ren Ländern, bspw. im Kosovo. Ein konkretes und ernsthaftes Risiko die
rumänischen Behörden würden ihm, sollte er tatsächlich einer Gefährdung
ausgesetzt sein, den nötigen Schutz verweigern oder dazu nicht in der
Lage sein, wird jedoch nicht dargetan. Rumänien ist ein Rechtsstaat, wel-
cher über eine funktionierende Polizeibehörde verfügt, die sowohl schutz-
willig als auch schutzfähig ist. Sollte sich der Beschwerdeführer dort vor
Übergriffen fürchten, kann er sich an die dafür zuständigen staatlichen Stel-
len wenden.
4.2 Der Beschwerdeführer beruft sich in seiner Rechtsmitteleingabe weiter
auf seinen Gesundheitszustand und macht dazu im Wesentlichen geltend,
er leide unter verschiedenen gesundheitlichen Problemen und sei auf sehr
viele Medikamente angewiesen. Durch seine Probleme in der Brust habe
er nicht nur sehr starke Schmerzen, sondern auch Probleme beim Atmen,
weshalb auch eine Prüfung der Funktion seiner Lungen noch ausstehe. In
Rumänien seien die hygienischen Bedingungen in den Unterbringungsplät-
zen sehr schlecht, es habe Bettwanzen und viele Einrichtungsgegenstände
seien kaputt; auch die sanitären Einrichtungen seien dreckig, oft defekt und
schimmlig. Das Land habe zudem das schlechteste Gesundheitssystem in
ganz Europa. Die Situation habe sich durch die Corona-Pandemie noch
verschlimmert. In keinem anderen Land werde so wenig in das Gesund-
heitssystem investiert. Es sei daher gut möglich, dass er dort nicht die not-
wendige Behandlung erhalte.
4.3 Den vorinstanzlichen Akten können in Bezug auf den Beschwerdefüh-
rer folgende aktuelle Diagnosen entnommen werden: [...] (vgl. ärztliche
Kurzberichte vom 26. März 2021 und 10. April 2021 [SEM act. 17 und act.
21]). Im Bericht vom 26. März 2021 wurde eine Vorstellung im dermatolo-
gischen Ambulatorium und ein Termin zur Lungenfunktionsprüfung ange-
ordnet. Das weitere Prozedere gemäss dem Bericht vom 10. April 2021 sei
die Einnahme eines Eisenpräparats (die Gabe von Vitamin D und B12 sei
schon erfolgt), die Abgabe eines nichtsteroidalen Antirheumatikums
(NSAR) in Reserve und weiterhin Physiotherapie. Die Aufgleisung einer
Behandlung bei einem Spezialisten bzw. einer Spezialistin wurde dort ver-
neint. Gemäss Aktennotiz des SEM habe eine telefonische Abklärung bei
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der zuständigen Gesundheitsbetreuung des [...] vom 20. April 2021 erge-
ben, dass zurzeit noch die Festlegung eines Termins beim Dermatologen
pendent sei. Die ursprünglich geplanten Termine beim Dermatologen und
für die Lungenprüfung seien aufgrund des Transfers des Gesuchstellers
von der Unterkunft A._ nach B._ abgesagt worden; weiter
habe der Beschwerdeführer die Nacht vom 15. auf den 16. April 2021 we-
gen starken, ausstrahlenden Schmerzen im Brust- und Thoraxbereich im
Spital verbracht. Diese Probleme würden aktuell mit einem Entspannungs-
medikament (Relaxane) behandelt. Weitere gesundheitliche Abklärungen
seien als nicht notwendig erachtet worden (SEM act. 26).
Aufgrund der obgenannten gesundheitlichen Probleme des Beschwerde-
führers ist nicht zu schliessen, dass er nicht reisefähig ist oder eine Über-
stellung seine Gesundheit ernsthaft gefährden würde. Seine gesundheitli-
chen Probleme sind nicht derart gravierend, als dass eine Überstellung
nach Rumänien eine tatsächliche Gefahr (real risk) einer Verletzung von
Art. 3 EMRK mit sich bringen würde (vgl. BVGE 2011/9 E. 7 mit Hinweisen
auf die Rechtsprechung des EGMR sowie Urteil des EGMR P. gegen Bel-
gien vom 13. Dezember 2016, 41738/10). Die vorhandenen medizinischen
Akten lassen weiter den Schluss zu, dass die Beschwerden nicht von einer
derartigen Schwere sind, dass aus humanitären Gründen von einer Über-
stellung abgesehen werden müsste, zumal gemäss des oberwähnten ärzt-
lichen Kurzberichts vom 10. April 2021 das weitere Prozedere dargelegt
wurde und die Aufgleisung einer Konsultation bei einer Spezialistin bzw.
einem Spezialisten dort nicht mehr vorgesehen war. Bezüglich seiner im
Dublin-Gespräch gemachten Aussage, es gehe ihm gerade nicht gut, gilt
es ferner darauf hinzuweisen, dass es zu seinem psychischen Befinden
keinerlei medizinische Akten gibt. Im Weiteren ist zu erwähnen, dass die
mit der Überstellung beauftragten Behörden die besonderen Bedürfnisse
des Beschwerdeführers – einschliesslich die der notwendigen medizini-
schen Versorgung, auch in Bezug auf die Corona-Situation – berücksichti-
gen werden, sollte dies erforderlich sein (vgl. Art. 31 Abs. 2 Bst. a Dublin-
III-VO).
4.4 Im Übrigen verfügt Rumänien über eine ausreichende medizinische Inf-
rastruktur. Die Mitgliedstaaten sind verpflichtet, den Antragstellern die er-
forderliche medizinische Versorgung, die zumindest die Notversorgung
und die unbedingt erforderliche Behandlung von Krankheiten und schwe-
ren psychischen Störungen umfasst, zugänglich zu machen (Art. 19 Abs. 1
Aufnahmerichtlinie). Antragstellenden mit besonderen Bedürfnissen ist die
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erforderliche medizinische oder sonstige Hilfe, einschliesslich psychologi-
scher Betreuung, zu gewähren (Art. 19 Abs. 2 Aufnahmerichtlinie). Es lie-
gen keine Hinweise vor, wonach Rumänien dem Beschwerdeführer eine
adäquate medizinische Behandlung verweigern würde. Eine weiterfüh-
rende dermatologische Therapie zur Behandlung der [...] kann auch in Ru-
mänien durchgeführt werden. Wie den Ausführungen des Beschwerdefüh-
rers anlässlich des Dublin-Gesprächs entnommen werden kann, wurde er
dort denn auch bereits medizinisch versorgt. Aus der Tatsache, dass er dort
lediglich ambulant behandelt wurde, kann nicht abgeleitet werden, die dor-
tige medizinische Behandlung sei nicht adäquat gewesen. Unbehelflich ist
auch, dass der medizinische Standard in Rumänien nicht dem der Schweiz
entspricht.
4.5 Die Überstellung des Beschwerdeführers nach Rumänien erweist sich
nach dem Gesagten nicht als völkerrechtlich unzulässig. Die Rüge, das
SEM habe den Sachverhalt betreffend die Abschiebung und Entführung
Oppositioneller sowie in Bezug auf seinen Gesundheitszustand nicht voll-
ständig abgeklärt, erweist sich als unbegründet. Der Eventualantrag um
Rückweisung der Sache an die Vorinstanz ist demzufolge abzuweisen.
4.6 Zusammenfassend liegt kein Grund für die Anwendung der Ermes-
sensklausel von Art. 17 Dublin-III-VO oder von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 vor.
Rumänien bleibt somit zuständiger Mitgliedstaat gemäss Dublin-III-VO und
ist verpflichtet, den Beschwerdeführer wiederaufzunehmen.
5.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen und die Verfügung
des SEM zu bestätigen.
5.1 Mit dem vorliegenden Urteil fällt der am 29. April 2021 angeordnete
Vollzugsstopp dahin. Das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wir-
kung der Beschwerde ist gegenstandslos geworden.
5.2 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ist
abzuweisen, da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägun-
gen ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen sind. Die Verfahrenskosten
sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf
insgesamt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Feb-
ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-
tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
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6.
Dieses Urteil ist endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
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