Decision ID: 80379ec8-aa3e-41a1-892d-8c6ab39f5a7c
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1973, ist gelernter kaufmännischer Angestellter. Zuletzt
hat
er vom 1. Januar 2007 bis Ende April 2015 als Sachbearbeiter bei der
Y._
AG
gearbeitet
(Urk. 7/14/1, Urk. 7/32/1). Am 20. März 2012 zog er sich bei einem Skiunfall verschiedene Verletzungen zu (Urk. 7/14/11). Am 15. März 2013 meldete sich der Versicherte bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an und begründete
sein Gesuch
mit den
am 2
0.
März 2012
erlittenen Kopf- und Gesichtsverletzungen,
mit
Vergesslichkeit und mit einem Gendefekt (Urk. 7/5, 7/10). Die IV-Stelle holte von der
Z._
AG
ein polydiszipli
näres Gutachten
unter Berücksichtigung der
allgemeininternistischen, neurolo
gischen, psychiatrischen und neuropsychologischen Fachrichtungen
ein
, welches am 29. April 2015 erstattet wurde (Urk. 7/61). Gestützt auf dieses Gutachten verneinte die IV-Stelle mit Ver
fügung vom 25. August 2015 (Urk. 12/74) einen Rentenanspruch des Versicherten. Diese Verfügung erwuchs in Rechtskraft.
2.
Am 21. Juli 2016 (Urk. 12/83) beantragte der Versicherte erneut Leistungen der Invalidenversicherung. Die IV-Stelle trat jedoch mit Verfügung vom 7. Oktober 2016
auf die Neuanmeldung nicht
ein (Urk. 7/94). Dagegen erhob der Versicherte am 9. November 2016 (Urk. 7/96/3-14) Beschwerde. Während des laufende
n Beschwerdeverfahrens reichte
er
bei
der IV-Stelle
am 1
3.
Dezember 2016
ein bei
Dr.
phil.
A._
, Neuropsychologin, eingeholtes Privatgutachten vom 3
0.
Novem
ber 2016 ein (Urk. 7/97 und 7/99). Mit Beschwerdeantwort vom 9. Januar 2017 schloss die IV-Stelle
beim Sozialversicherungsgericht
auf Abweisung der Beschwerde
(
Urk.
7/102)
. Zur Begründung verwies sie auf die Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (nachfolgend: RAD) vom 11. August 2016 (Urk. 7/85/2), wonach bis zum Verfügungszeitpunkt vom 7. Oktober 2016 keine Beweismittel beigebracht worden seien, welche eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes seit dem Entscheid vom 2
5.
August 2015 (Urk. 7/74) glaubhaft darlegen würden. Später eingereichte Beweismittel würden im Rahmen der Behandlung eines allfälligen neuen Leistungsgesuchs berücksichtigt.
Das Gericht hiess die Beschwerde am 2
9.
September 2017 gut (Urk. 7/122), hob die angefochtene Verfügung vom 7. Oktober 2016 auf und wies die Sache an die IV-Stelle zurück, damit sie über die Neuanmeldung vom 21. Juli 2016 materiell befinde.
Zudem auferlegte das Gericht der
IV-Stelle
die
dem
Versicherten
für das Gutach
ten
von
Dr.
A._
angefallenen Kosten von
Fr.
2'511.-- (Urk. 7/122).
3.
W
ährend
das Beschwerdeverfahren beim Gericht anhängig war,
holte die IV-Stelle eine Stellungnahme der
Z._
vom 30. Mai 2017 zum Privatgutachten von Dr.
A._
ein (Urk. 7/116) und stellte dem Versicherten mit Vorbescheid vom 20. Dezember 2017 (Urk. 7/131) die Abweisung seines Rentenbegehrens in Aus
sicht. Dagegen
erhob dieser am 22. Januar 2018 (Urk. 7/135) Einwände.
D
ie IV-Stelle
verneinte jedoch
mit Verfügung vom 29. Januar 2018 (Urk. 2) einen Rentenanspruch.
4.
Am
5. Februar 2018
erhob
der
Versicherte dagegen Beschwerde mit
folgende
n
Anträge
n
(Urk. 1 S. 2):
„
1.
Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 2
9.
Januar 2018 sei aufzuhe
ben.
2.
Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, dem Urteil des Sozialversiche
rungsgerichtes vom 2
9.
September 2017 nachzukommen und nach Durchfüh
rung der erforderlichen Abklärungen über den Rentenanspruch zu befinden.
-
[...]”
Mit Beschwerdeantwort vom 8. März 2018 (Urk. 6) schloss die
IV-Stelle
auf Abweisung der Beschwerde. Am 22. März 2018
reichte
der Beschwerdeführer
dem Gericht die Replik ein
(Urk. 9). Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Schreiben vom 6. April 2018 (Urk. 11) auf Duplik, was dem Beschwerdeführer mit Verfü
gung vom 9. April 2018 (Urk. 12) zur Kenntnis gebracht wurde.
Auf die einzelnen Ausführungen in den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Angefochten
ist die
Verfügung der IV-Stelle vom 2
9.
Januar 2018 (
Urk.
2). Diese geht auf
das im Sachverhalt erwähnte
Urteil
des Gerichts
v
om 2
9.
September 2017 zurück (
Urk.
7/122). Mit diesem hat
te
das Gericht die seinerzeit ebenfalls angefochtene Verfügung der IV-Stelle vom
7.
Oktober 2016 (
Urk.
7/94) aufgeho
ben, mit welcher die Beschwerdegegnerin auf die Neuanmeldung des Beschwer
deführers vom 2
1.
Juli 2016 (
Urk.
12/83) nicht eingetreten war. Das Gericht hat
te
die Sache an die IV-Stelle zurückgewiesen, damit diese auf die Neuanmeldung eintrete und über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers materiell befinde.
2.
Als ordentlichem Rechtsmittel kommt der Beschwerde nach
Art.
56 ff.
des Bun
desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
der
Devolutiveffekt zu. D
as heisst d
ie formgültige Beschwerdeerhebung begründet
automatisch
(zusammen mit der Beschwerdeantwort des Versicherungsträgers) die alleinige Zuständigkeit des kantonalen Gerichts, über das in der angefochte
nen Verfügung bzw. im angefochtenen Einspracheentscheid geregelte Rechtsver
hältnis zu entscheiden. Somit verliert der Versicherungsträger die Herrschaft über den Streitgegenstand, und zwar insbesondere auch in Bezug auf die tatsächlichen Verfügungs- und Entscheidungsgrundlagen.
Eingeschränkt wird dieser Effekt durch
Art.
53
Abs.
3 ATSG, welcher bestimmt, der Versicherungsträger könne eine Verfügung oder einen Einspracheentscheid, gegen die Beschwerde erhoben wurde, so lange wiedererwägen, bis er gegenüber der Beschwerdebehörde Stellung nimmt. Hinter der erwähnten Ausnahmerege
lung von
Art.
53
Abs.
3 ATSG steht der Gedanke der Prozessökonomie im Sinne der Vereinfachung des Verfahrens. Ein wegleitender Gesichtspunkt
für die Beant
wortung der Frage,
was in diesem Verfahrensstadium noch als zulässiges Verwal
tungshandeln bezeichnet werden kann bildet die inhaltliche Bedeutung der Sach
verhaltsvervollständigung für die (Streit-)Sache (BGE 127 V 228 E. 2b/bb mit Hinweisen).
Die erwähnten Grundsätze sind bei der Beurteilung der Art und Weise anzuwen
den, wie die IV-Stelle nach Erlass des Rückweisungsurteils vom 2
9.
September 2017 den Sachverhalt abgeklärt respektive den Entscheid des Sozialversiche
rungsgerichts umgesetzt hat.
3.
3.1
Im Rahmen der Erstanmeldung des Versicherten zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung hat die Beschwerdegegnerin zur Abklärung des Gesund
heitszustands des Beschwerdeführers und
Bemessung
der Arbeits- respektive Erwerbsfähigkeit
bei der
Z._
das p
olydisziplinäre Gutachten
vom 2
9.
April 2015
mit Beteiligung de
r
internistisch
en
, psychiatrisch
en, neurologischen und
neuropsychologisch
en Fachrichtungen eingeholt. Dieses kam in der Gesamtbeur
teilung zum Schluss, beim Beschwerdeführer bestehe eine
uneingeschränkte
Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
7/61)
. In der Folge verneinte die IV-Stelle einen Leistungs
anspruch des Beschwerdeführers mit Verfügung vom 2
5.
Mai 2015, welche in Rechtskraft erw
uchs
.
3.
2
Am 2
1.
Juli 2016 meldete sich der Versicherte
erneut
bei der Invalidenversiche
rung an und
beantragte
,
ihm
seien
berufliche Massnahmen
zu gewähren
respek
tive
sei
eine Rente
zuzusprechen
. Dabei
ersuchte
er
darum,
seine
Beeinträchtigung
als Folge einer
kongenitale
n
zerebrale
n
Dysfunktion im Rah
men der bekannten Generkrankung zu berücksichtigen (
Urk.
7/83
).
Mit Vorbescheid vom 1
2.
August 2016 stellte die Beschwerdegegnerin dem Versicherten in Aussicht, auf das Neuanmeldungsgesuc
h nicht einzutreten (
Urk.
7/68), was sie am
7.
Oktober 2016
tatsächlich
verfügte
(
Urk.
7/94). Zwischen
dem
Vorbescheid und
der Nichteintre
tensv
erfügung erging am 1
9.
August 2016 eine Stellungnahme des
S
pitals
O._
, Institut für medizinische Genetik, welche
der Beschwerdegegnerin – via ihre Stellungnahme gegenüber dem Beschwerdeführer -
empfahl,
unter dem genmedizinischen Gesichtspunkt
eine neue Beurteilung des Gesuchs vorzuneh
men
. Unterzeichnet war die Empfehlung
von Prof.
Dr.
med.
B._
, Direktorin des Instituts für medizinische Genetik, und
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für medizinische Genetik
(
Urk.
7/89).
3.
3
A
m
9.
November 2016
erhob
der
Versicherte
beim Gericht Beschwerde
g
egen die Verfügung der IV-Stelle vom
7.
Oktober 2016
(
Urk.
1
im Verfahren IV.2016.01249
).
A
m 1
4.
Dezember 2016
ging
dem Gericht
i
n jenem
Verfahren
das
Gutachten der Neuropsychologin
Dr.
A._
vom 3
0.
November 2016
zu
(
Urk.
7/118
). Dies
e
s
war
also
entstanden
,
als b
ereits die
erst mit Urteil vom 2
9.
September 2017 erledigte
Beschwerde des Versicherten beim Gericht anhän
gig war.
Die Beschwerdegegnerin nahm dennoch
, insbesondere im Zusammen
hang mit dem Bericht von
Dr.
A._
,
bei der
Z._
in eigener Regie zusätzliche Abklärungen vor und stellte der
Z._
am 1
3.
Januar 2017
folgende
Fragen
zu
(
Urk.
7/104):
„
Belegen die neu eingegangenen medizinischen Unterlagen eine Veränderung des Gesundheitszustandes gegenüber dem Gutachten oder handelt es sich um eine andere Einschätzung des gleichen Sachverhaltes? Wenn Veränderungen ausge
wiesen sind: Wie wirken sie sich auf die Arbeitsfähigkeit aus? Sind allenfalls weitere medizinische Abkläru
ngen zu veranlassen
?
“
Die „gutachterliche Stellungnahme“ der
Z._
zum Privatgutachten von
Dr.
A._
erfolgte am 3
0.
Mai 2017
(
Urk.
7/116), währenddem
das Gericht der Beschwerdegegnerin
m
it Verfügung vom
9.
Juni 2017
im laufenden Gerichtsver
fahren
Gelegenheit ein
räumte
, sich zum Inhalt des von
Dr.
A._
erstellten neuropsychologischen Gutachtens vom 3
0.
November 2016 sowie zu deren Lebenslauf zu äussern (
Urk.
7/119).
Darauf verzichtete die Beschwerdegegnerin am 1
3.
Juli 2017 (
Urk.
7/120).
Am 2
9.
September 2017 hiess
das Sozialversiche
rungsgericht
die Beschwerde gut, hob die
angefochtene Verfügung vom
7.
Okto
ber 2016 auf
und wies
die Sache an die
IV-Stelle
zurück
, damit diese
über die Neuanmeldung vom 2
1.
Juli 2016 materiell befinde
(
Urk.
7/122)
.
3.4
D
er Rechtsdienst
der IV-Stelle ersuchte
danach
am 1
3.
Dezember 2017 darum, das Urteil des Sozialversicherungsgerichts
vom
2
9.
September 2017
umzusetzen (
Urk.
7/129).
Schon
eine Woche später erging das Feststellungsblatt für den Beschluss vom 2
0.
Dezember 2017
(
Urk.
7/130)
.
Darin wurde im Wesentlichen festgehalten, g
emäss dem Urteil des Sozialversicherungsgerichts vom
2
9.
Septem
ber 2017
sei eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Versicherten glaubhaft gemacht und eine materielle Prüfung durchzuführen.
Dies
e
habe d
er RAD allerdings zwischenzeitlich bereits
vorgenommen
, indem er bei der Gutach
terstelle
Z._
eine Stellungnahme eingehol
t
habe
. Aufgrund
dieser
Stellung
nahme
habe sich keine Änderung am medizinischen Sachverhalt ergeben. An der RAD-Stellungnahme vom
7.
Oktober 2017 könne somit festgehalten werden
(
Urk.
7/130
/3
)
.
Ebenfalls bereits am
2
0.
Dezember 2017
erging der entsprechende negative Vor
bescheid der IV-Stelle
(
Urk.
7/131)
und nach
erfolgtem Einwand des Beschwer
deführers
die
angefochtene
Verfügung vom 2
9.
Januar 2018 (
Urk.
2).
4.
4.1
Dafür massgeblich, welche Abklärungen von der IV-Stelle zu tätigen waren,
sind
allein
die
Erwägungen des Sozialversicherungsgerichts im Urteil vom
2
9.
Sep
tember 201
7.
Aus diesen ergibt sich, dass die
Chromosomendeletion im
Z._
-Gutachten nicht berücksichtigt
worden war
(
Urk.
7/122 Erwägung 4.2)
.
D
as Gericht
befand,
es
treffe
nicht
zu
, dass die Auswirkungen des Gendefekts im
Z._
-Gutachten bereits ausreichende Berücksichtigung gefunden hätten.
I
nsbesondere hätten die Sachverständigen der
Z._
nicht über diesbezügliche medizinische Vorakten verfügt
, um darüber entscheiden zu können
.
D
er von
Dr.
D._
und Prof.
E._
verfasste Bericht vom 1
3.
Dezember 2012 habe
nur
unspezifisch einen Gendefekt auf Chromosom 15 erwähnt
. Dies habe
den
Neuropsychologe
n
fälschlicherweise
zur Ansicht geführt
, der Beschwerdeführer leide am Prader-Willi-Syndrom, dessen Ursache eine Deletion im Chromosom 15 sei.
D
er neurologische
Z._
-Gutachter
habe
in diesem Sinn
Bezug auf
eine
genetische Erkrankung des Beschwerdeführers genommen
und darin für die
fest
geste
llte leichte
Gangataxie
eine Erklärung gesehen.
Das Gericht hielt
dem entgegen
, aus den Berichten von
Dr.
D._
vom
1.
März 2016 (
Urk.
12/81) und dem Institut für medizinische Genetik der Universität
P._
vom 1
9.
August 2016 (
Urk.
12/89) hätten sich zumindest konkrete Anhaltspunkte dafür ergeben, dass eine anspruchserhebliche Änderung des Gesundheitszustandes vorliege. Damit wäre die Beschwerdegegnerin verpflichtet gewesen, die medizinische
n
Unterlagen im Sinne der Empfehlungen
zu ergänzen, um beurteilen zu können, ob eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten sei und ein invalidisierendes Leiden vorliege.
Eine a
nspruchserheb
liche Veränderung des Gesundheitszustandes im Vergleich zur rentenverneinen
den Verfügung vom 2
5.
August 2015
sei glaubhaft gemacht und die
IV-Stelle
verpflichtet
, auf die Neuanmeldung vom 2
1.
Juli 2016 einzutreten die erforder
lichen Abklärungen durchzuführen und über den Rentenanspruch zu verfügen.
Die
se Verpflichtung konnte die
IV-Stelle
nicht erfüllen, indem sie schon
während des laufenden ersten Beschwerdeverfahrens
in Missachtung des Devolutiveffektes eine
Stellungnahme der
Z._
in Auftrag
gab
(
Urk.
7/116), welche
ebenfalls
während des laufenden Beschwerdeverfahrens
verfasst wurde und
bereits vier Monate vor dem Rückweisungsurteil
erging
.
Es war schon
infolge
der fehlenden Verfahrenshoheit der Beschwerdegegnerin unzulässig, dass
der RAD in der Zwischenzeit bereits eine Verschlechterung
verneint hatte
,
zu deren Abklärung er
beziehungsweise die Beschwerdegegnerin
vier Monate später vom Gericht erst
verurteilt worden wäre und deren Modalitäten er erst dann erfahren hätte
.
4.
2
Als Folge davon geschah in
der nun zu beurteilenden Verfügung vom 2
9.
Januar 2018
respektive vor deren Erlass
keine Auseinandersetzung mit den im Gutachten unberücksichtigt gebliebenen Aspekten und auch keine Auseinandersetzung mit dem Gendefekt: Die Fachärztinnen des Instituts für Medizinische Genetik waren in ihrem nach der
Z._
-Begutachtung erstatteten Bericht vom 1
9.
August 2016 von einer durch die Chromosomenanomalie verursachten Einschränkung der Leistungsfähigkeit ausgegangen.
Dieser
nachvollziehbar
begründeten
Beur
teilung hielten die
Z._
-Gutachter
lediglich
entgegen
, dass die beschriebene Genauffälligkeit
nicht zwingend
mit einer kognitiven Störung einhergeh
e
, son
dern allenfalls ein erhöhtes Risiko dafür darstell
e
. Die
se
Einschätzung
überzeugt nicht, zumal die IV-Stelle
selber
darauf hingewiesen hat
te
, dass der Genbefund allein nicht die klinische Bewertung ersetze, diese aber in Unkenntnis der genauen Diagnose beziehungsweise unter Annahme einer falschen Diagnose erfolgt sei
, nämlich dass es sich um ein
Prader-Willi-Syndrom
handle
.
Bei der
ergänzenden Stellungnahme
der
Z._
vom 3
0.
Mai 2017 (
Urk.
7/116) handelt es sich
nicht um das Ergebnis neuer, zielgerichteter Abklärungen, wie sie das Gericht
vier Monate später mit
Urteil vom 2
9.
September 2017 angeordnet hatte, sondern die
Z._
bemühte sich darin praktisch nur
, ihre
Betrachtungs
weise
im Gutachten
zu erläutern
und
zu rechtfertigen
. Würde es sich
tatsächlich
um
das Ergebnis von weiteren
Abklärung
en
handeln, so wäre
n diese
überdies
in Verletzung de
s Devolutiveffektes entstanden.
D
ie Stellungnahme
ist im Übrigen auch weder
inhaltlich
für die fraglichen Belange umfassend, noch
beantworte
t
sie die vom Gericht aufgeworfenen Fragen schlüssig
.
Die Abklärungen, wie sie das Gericht in Gutheissung der Beschwerde im Urteil vom 2
9.
September 2017 angeordnet hat,
sind somit
erst noch
zu täti
gen
.
Entsprechend ist die Beschwerde gutzuheissen und die Beschwerdegegnerin
erneut
zu verpflichten, auf die Neuanmeldung vom 2
1.
Juli 2016 (
Urk.
12/83) materiell einzutreten, um nach Durchführung der erforderlichen Abklärungen über den Rentenanspruch zu verfügen.
Diese Abklärung
en
ha
ben
durch eine neue polydisziplinäre
Begutachtung
unter Berücksichtigung
der Chromosomendeletion
und
hinsichtlich der Bemessung von Arbeits- und Erwerbsfähigkeit des Beschwer
deführers mit
deren Einbezug in die Gesamtbeurteilung zu erfolgen
. Dabei darf die
Begutachtung
nicht
nochmals
durch die
Z._
erfolgen
.
5.
5.
1
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung. Das Verfahren ist daher kosten
pflich
tig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und ermessensweise auf Fr.
8
00.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss sind sie der Beschwerdegegnerin aufzu
erlegen.
5.2
Weiter hat der Beschwerdeführer Anspruch auf Ers
atz der Parteikosten (
§
34 Abs.
1 GSVGer). Die Entschädigung ist nach
Art.
61 lit. g
ATSG in Verbindung mit §
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache,
nach der Schwierigkeit des Pro
zesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen festzusetzen.
Mit Honorarnote vom 13. April 2018 machte die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers einen Zeitaufwand von 6,5 Stunden sowie Barauslagen im Betrag von Fr. 42.90 (Fr. 18.90 Portokosten + Fr. 24.--) geltend. Dies ist unter Berücksichtigung der vorgenannten Kriterien angemessen. Unter Berücksichtigung des gerichtsüb
lichen Stundensatzes von Fr. 220.-- und 7,7 % Mehrwertsteuer resultiert eine Parteientschädigung von Fr. 1'586.30 (1,077 x [6,5h x Fr. 220.-- +Fr. 42,90]).