Decision ID: 26cb8315-8feb-4565-8679-f4f3ec6dfe19
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1981 geborene
X._
war s
eit August 2010 im Warenservice
der Firma Y._
tätig und in dieser Eigenschaft bei der
AXA Ver
sicherungen AG (AXA)
gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 18. Janu
ar
2011
prallte
bei der Arbeit
ein Gitterwagen
gegen
den rechten Oberschenkel
un
d die rechte Hüfte
der Versicherten, als sie versuchte, diesen in den Lift zu stossen
(Schadenmeldung vom 8. Februar 2011
[
Urk. 11/1
], vgl. auch Urk. 11/17
).
Der am Unfalltag erstbehandelnde Arzt, Dr. med.
Z._
, FMH Allgemeine Medizin, diagnostizierte eine Kontusion und eine Dis
torsion des rechten Hüftge
lenks sowie eine
Quetschung des Abduktor Magnum
(Urk. 11/M1).
Bei einem in
der
Folge angefertigten MRI kamen die Gelenkknor
pel sowie die
labralen
Struk
turen normal zur Darstellung
. Rupturen zeigten sich keine
(Urk. 11/M3). Nach
dem
zusätzlich
Rückenbeschwerden
aufgetreten waren
(Urk. 11/M2), wurde ein
weiteres
MR
I
veranlasst,
welches
eine
Spondylo
l
yse
an L5
beidseits
ohne signi
fi
kante
Spondylolisthesis
sowie
eine diskrete
Protrusion
der korrespondierenden Bandscheibe
zur Darstellung brachte
(Urk. 11/M7.3).
Da die Beschwerden
weiter
hin
andauerten, empfahl d
er be
ratende
Arzt der AXA, Dr. med.
A._
,
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, in seiner Stellungnahme vom 12. De
zem
ber 2011
(Urk. 11/M9)
eine rheumatologis
che konsiliarische Untersu
chung
, woraufhin die Versicherte
a
m 8. März 2012
von
Dr. med.
B._
,
Spezialarzt
FMH
für Rheuma
tologie und Innere Medizin
,
untersucht wurde
(Gut
achten vom
21. März 2012
,
Urk. 11/M16).
Mit Verfügung vom 4. April 2012
(Urk. 11/33) stellte die AXA ihre Leistungen mangels natürlichen Kausalzu
sammenhangs der noch geklagten Beschwerden mit dem Unfallereignis rück
wir
kend per 18. Juli 2011 ein.
Die
hie
gegen
von der Versicherten
erhobene Ein
sprache
(Urk. 11/36
, Urk. 11/42
),
wies die AXA m
it Entscheid vom 5. April 2013 (Urk. 2) ab.
2.
Dagegen erhob
X._
am 3. Mai 2013 Beschwerde (Urk. 1) und bean
tragte die Aufhebung des angefochtenen Entscheides sowie die Ausrichtung der gesetzlichen Leistungen
über den 18. Juli 2011 hinaus
. Eventualiter sei das Ver
fahren zu sistieren und eine umfassende Begutachtung zu veranlassen.
Des Wei
teren ersuchte die Beschwer
deführerin um Bestellung von Rechtsanwalt Thomas U.K. Brunner zum unent
geltlichen Rechtsbeistand (Urk.
1 S.
2).
Mit Verfügung vom 14. Mai 2013 (Urk. 4) wurde der Beschwerdegegnerin Frist zur Erstattung der Beschwerdeantwort angesetzt. Der Beschwerdeführerin wurde mit derselben Verfügung Frist angesetzt,
um
das Gesuch um
Bestellung eines un
entgeltlichen Rechtsbeistandes
zu begründen und zu belegen unter der An
dro
hung, dass bei ungenügender Substantiierung oder fehlenden oder unge
nü
gen
den Belegen davon ausgegangen werde, dass keine prozessuale Bedürftigkeit bestehe. Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom
16. Sep
tember 2013
(Urk. 10)
die Abweis
ung der Beschwerde
, was der Be
schwer
deführerin mit Schreiben vom 2. Oktober 2013 (Urk. 12) zur Kenntnis gebracht wurde.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Während d
ie Beschwerdegegnerin
gestützt auf
das rheumatologische Gutachten
von Dr.
B._
ab
dem
18. Juli 2011 unfall
kausal
e Beschwerden verneinte (Urk. 2
,
Urk. 10),
brachte die Beschwerdeführerin vor, die weiterhin bestehenden Be
schwer
den seien durch den Unfall verursacht worden, weshalb sie
nach wie vor
Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung habe. Auf das Gutachten von Dr.
B._
könne nicht abgestellt werden, im Übrigen habe sogar er die
Un
fall
kau
salität
noch als möglich erachtet (Urk. 1).
2.
2.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss
des Bundesgesetzes
über die Unfallversicherung (UVG)
setzt zunächst voraus, dass zwischen dem
Unfall
ereignis
und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein na
tür
li
cher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausal
zusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der einge
tre
te
ne
Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungs
weise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des na
türlichen Kausalzu
sammen
hangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zu
sammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der ver
sicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit an
dern Worten nicht weg
ge
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E.
3.1, 402 E.
4.3.1, 119 V 335 E.
1, 118 V 286 E.
1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Er
eignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammen
hang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
wal
tung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm oblie
genden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglich
keit eines Zusammen
hangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
an
spruches
nicht (BGE 129 V 177 E.
3.1, 119 V 335 E.
1, 118 V 286 E.
1b, je mit Hinweisen).
2.2
2.2.1
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E.
3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
2.2.2
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
2.2.3
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische
Ge
sundheitsschädigung
herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergange
nen
Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psy
chische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut ver
kraften als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles
zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus
versiche
rungs
mässi
ger
Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren (BGE 115 V 133 E. 4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht
fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S.
288 E.
3b; BGE 115 V 133 E.
7 mit Hinwei
sen).
Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei - ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf - folgende Einteilung
vor
genommen wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere
Unfälle anderseits und schliesslich der dazwischen liegende mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E. 5b/
aa
; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
2.2.4
Bei banalen Unfällen wie z.B. bei geringfügigem Anschlagen des Kopfes oder Übertreten des Fusses und bei leichten Unfällen wie z.B. einem gewöhnlichen Sturz oder Ausrutschen kann der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Un
fall und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne weiteres ver
neint werden, weil aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung aber auch unter Einbe
zug unfallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen werden darf, dass ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen erheblichen Gesundheitsschaden zu ver
ursachen (BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
, 115 V 133 E. 6a).
2.2.5
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall
und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Un
falles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Um
stände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine
Ge
samt
wür
digung
einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Un
falls;
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre
er
fahrungs
gemässe
Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
körperliche Dauerschmerzen;
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109 E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/
aa
).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Be
urteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu
den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu
einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr. U 346 S. 428, 1999 Nr.
U 335 S.
207 ff.; 1999 Nr.
U 330 S.
122 ff.; SVR 1996 UV Nr.
58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen,
wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie z.B. eine auffallend lange
Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit infolge schwierigen
Hei
lungs
verlaufes
. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes beziehungsweise ausschlag
gebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Kriterien herange
zo
gen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich bei
spielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem
Grenz
bereich
zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu be
rücksich
ti
gen
den Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die Adä
quanz bejaht werden kann. Diese Würdigung des Unfalles zu
sammen mit den ob
jektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz. Damit
entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu for
schen, die möglicher
weis
e die psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit
mitbe
günstigt
haben könnten
(BGE 115 V 133 E.
6c/
bb
, vgl. auch BGE 120 V 352 E.
5b/
aa
; RKUV 2001 Nr. U
442
S.
544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S.
448 ff.,
1996 Nr. U 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr.
10 E.
2).
3.
3.1
Dr.
Z._
hielt
in seinem
Arztzeugnis
vom 8. April 2011
fest
, die Röntgen
bilder des Beckens und der rechten Hüfte hätten weder Anhaltspunkte auf fri
sche
ossäre
Läsionen noch für
Knorpelabschärungen
ergeben
(
Urk. 11/M1
)
.
3.2
Dr. med.
C._
, Orthopädische Chirurgie FMH, an welchen die Be
schwer
deführerin von ihrem Hausarzt Dr.
Z._
überwiesen worden war,
notierte
am 18. Mai 2011
(Urk. 11/M2)
, nach primär wenig Schmerzen seien zuneh
men
de
Beschwerden im Bereich des medialen Kompartimentes an der rechten Hüfte auf
getreten.
Das von ihm in der Folge aufgrund eines
Verdacht
s
auf eine
Adduk
to
renzerrung
respektive
eines Teilrisses
(Urk. 11/M
3
) veranlasste
Arthro
-MRT zeig
te
lediglich
eine diskrete Offset-Stö
rung mit leichter
Dekonfiguration
der
cranio
-
lateralen
Femurkopfschenkelhals
grenze
. Zeichen eines
Impingements
fehlten
. Der
Gelenkknorpel sowie die
labralen
Strukturen
kamen normal zur Darstellung
. Auch die
Hüftmuskula
tur
kam
, bis auf die Veränderungen im Rahmen der Pun
k
t
ion, regelrecht zur Darstellung
. Es
ergab sich sodann
kein Nachweis allfälliger Partialrupturen (
Be
richt der RODIAG vom 26. Mai 2011,
Urk. 11/M3).
3.3
Am 31. Mai 2011 notierte Dr.
C._
, die Beschwerdeführer
in
beklage nun teilweise
auch
Rückenschmerzen
(Urk. 11/M2).
A
m 6. Juli 2011
äusserte er
(Urk. 11/M6) sodann
aufgrund der Röntgenbilder der Lendenwirbelsäule den
Ver
dacht
einer
Spondylolisthesis
L5/S1 bei ansonsten
altersents
prechende
m Bild
.
Er hielt dafür, die
Haupt
beschwerden
könnten durchaus von Seiten des Rückens stammen, wobei er da
rauf hinwies, dass in der Hüfte eine Läsion bisher ausge
schlossen worden sei.
Er empfahl eine Rückenabklärung mittels MRI, und no
tierte, diese müsse nun An
gaben liefern, ob die Rückenproblematik für das Ganz
e hauptverantwortlich sei.
3.4
Der Radiologe des RODIAG berichtete nach durchgeführter MRT
-Untersuchung
vom 14. Juli 2011 (Urk. 11/M7.3), es bestehe wahrscheinlich eine
Spondylo
l
yse
an L5 ohne signifikante
Spondylolisthesis
. Ausserdem sei eine dis
krete
Protru
sion
der korrespondierenden Bandscheibe sowie eine
initiale
spon
dylarhrotische
Veränderung im Segment L4/L5 sichtbar gewesen. Im Übrigen habe sich eine normales
vertebro
-spinales MRT im dargestellten Bereich gezeigt und sich kein Nachweis einer Wurzelalteration gefunden.
3.5
Am 15. Juli 2011 notierte Dr.
C._
(Urk. 11/M6)
,
die Situation sei für die Be
schwerdeführerin nach wie vor unverändert, sie habe weiterhin diffuse
Leisten
beschwerden
auf der rechten Seite. E
s sei relativ schwierig zu beurteilen, ob die
Beschwerden
allesamt von der Kontusion her stammen würden oder ob noch eine angeborene Läsion im Sinne des
lumbo
-vertebralen Syndrom
s bei
Spon
dy
lolyse
im Spiel sei.
3.6
Dr. med.
D._
, Facharzt FMH für Anästhesiol
ogie,
Polymedes
Schmerzzentrum,
hielt mit Bericht vom 2
9
. September 2011
an die
Beschwerde
gegnerin
fest
(Urk. 11/M7), seit der traumatischen Hüftkontusion mit
Addukto
renreizung
bestünden Hüft- und Leistenschmerzen mit Beteiligung der
Lumbo
sak
ralregion
. Die
Spondylodese
als unfallfremder Faktor würde im
Hei
lungs
ver
lauf
mitspielen. Ausserdem berichtete Dr.
D._
,
dass
am 12. August 2011 eine Infiltration des rechten Hüftgelenks
durchgeführt worden sei
, was zu einer Besserung der Adduktorenbeschwerden geführt habe. Bei per
sistierenden
perisa
cralen
und distalen lumbalen Beschwerden mit
pseudoradi
kulärer
Ausstrahlung in die obere Extremität rechts, sei sodann das
Facettenge
lenk
L5/S1 rechts am 23. August 2011 infiltriert worden (Urk. 11/M7.1).
3.7
Dr.
A._
hielt in der Beurteilung der Aktenlage am 12. Dezember 2011
(Urk. 11/M9) dafür, die
Spondylolyse
von
L5 sei nicht durch den Unfall ent
stan
den
. Es handle sich dabei um eine entwicklungsbedingte Störung, die nach heu
tiger Ansicht zum Teil anlagebedingt sei und durch hohe Belastung in der
Adoleszenz
begünstigt werden könne.
Es sei möglich, dass
Spondylolysen
asymp
tomatisch blieben
, es sei aber auch möglich, dass sie Beschwerden ver
ursachten. Diese Problematik sei im Sommer 2011 akut geworden. Ein Zusam
menhang mit der Traumatisierung
im
Januar 2011 sei unwahrscheinlich. Die rechte Hüfte und die umgebende Muskulatur sei
en
sodann mit den heute zur Verfügung stehen
den technischen Mitteln gründlich abgeklärt worden, wobei keine Läsionen fest
stellbar gewesen seien. Somit sei keine Erklärung für die Beschwerden vor
handen.
Zur Beurteilung, ob die Beschwerden noch
unfallkau
sal
seien, empfahl er eine rheumatologische konsiliarische Untersuchung
(Urk. 11/M9 S. 2-3)
.
3.8
In einem undatierten Schreiben (Urk. 11/M10) notierte Dr.
C._
,
im Bereich der rechten Hüfte würden
diffuse Schmerzen persistieren. Die Abklärungen hätten ausser einer leichten Offsetstörung keine wesentlichen Pathologien erge
ben.
Möglich sei
, dass
auch
die
Spondylolyse
von
L5 im Rahmen eines
lumbo
-
ver
tebralen Syndroms für die Beschwerden
verantwortlich sei
, was die Be
ur
tei
lung
der Unfallkausalität nicht einfacher mache.
3.
9
Allgemeinmediziner
E._
,
den
die Beschwerdeführerin seit dem 11. Oktober 2011
zur Akupunktur
aufsucht
, berichtete am 11. Januar 2012
(Urk. 11/M12)
, seit Behandlungsbeginn bestehe eine unveränderte
Schmerzsitu
a
tion
. Die Beschwerdeführerin leide unter persistierenden Leistenschmerzen rechts
sowie unter Müdigkeit
.
Zurzeit finde eine Substitution von Eisen, Vita
min D so
wie B12 bei jeweils erniedrigten Werten statt.
3.1
0
Am 29. Februar 2012 wurde die Beschwerdeführerin
in ihrem Auto von hinten angefahren, worauf
die behandelnden Ärzte des
Spitals F._
eine
HWS-Distorsion diagnostizierten
.
E
ine
Arbeitsunfä
higkeit
wurde
bis
zum
8. Mär
z 2012
attestiert
(Urk. 11/M16.1
.2
und M15).
3.1
1
Am 1. März 2012 wurde auf Zuweisung von Dr.
D._
am
Spital F._
eine Ganzkörperskelettszintigrafie
mit SPECT durchgeführt. Es zeigte sich ein
altersentsprechend normaler Befund mit leicht vermehrtem Umbau
pe
riazetabulär
beidseits. Im
Beckenring
ergaben sich
normale Verhältnisse mit un
wesentlicher Anreicherung des
Acetabulums
beidseits,
sowie
einer
minimale
n
Degenrationszone im linken ISG im kaudalen Gelenksanteil. Der untersuchende
Arzt hielt
bei der Beurteilung
fest, es bestehe
eine
Sch
merzdiskrepanz zum
durch
geführten
Szintigramm (Urk. 11/M16/1.1).
3.1
2
Dr.
B._
untersuchte die Beschwerdeführerin am 8. März 2012 und erstatte
te Bericht
am 21. März
2012 (Urk.
11/M16).
Er
stellte fol
gende Diagnosen
(Urk. 11/M16
S.
5)
:
Chronische Leistenschmerzen rechts bei/mit
Status nach Kontusion Leistengegend am 18. Januar 2011
Verdacht auf Schmerzverarbeitungsstörung
Myofasziales
Schmerzsyndrom im Leistenbereich
bds
.
Psychosoziale Belastungsfaktoren (Kündigung)
Leichtgradiges
lumbovertebrales
Syndrom bei/mit
Spondylolyse
L5
bds
. o
hne signifikante
Spondylolisthesis
m
yofasziales
Schmerzsyndrom der
glutealen
Muskulatur rechts
Leichtgradiges
zervikovertebrales
Syndrom bei/mit
Status nach Heckkollision am 29. Februar 2012
m
yofasziales
Schmerzsyndrom der Schu
l
ter- und Nackenmuskulatur
bds
.
Dr.
B._
hielt fest,
t
rotz gründlicher Abklärung habe keine Ursache der per
sistierenden Beschwerden im Leistenbereich gefunden werden können. Auch die verschiedensten therapeutischen Bemühungen wie Medikation, Physiotherapie,
chiropraktische
Massnahmen und Akupunktur beziehungsweise verschiedenste Infiltrationen und
Mobilisationen
seien unergiebig geblieben
(Urk. 11/M16 S.
5)
.
Zusammenfassend seien die Leistenschmerzen im Rahmen eines
myofaszialen
Schmerzsyndroms zu interpretieren, bei Status nach Kontusion am 18. Januar 2011 und bei dringendem Verdacht auf Schmerzverarbeitungsstörung bezie
h
ungs
weise psycho
soziale
Belastungsfaktoren. Inwieweit die lumbale Prob
lematik für die Leistenschmerzen mitverantwortlich sei, könne nicht mit Be
stimmtheit
gesagt werden. Jedenfalls seien bei der Flexion der
Lendenwirbel
säule
die
Leis
ten
schmerzen
reproduzierbar gewesen, sodass ein gewisser Zu
sammenhang nicht
ausgeschlossen werden könne
(Urk. 11/M16 S. 5-6)
.
Dr.
B._
hielt dafür
, aus rheu
matologischer Sicht müssten die
Kontusionsbe
schwerden
ein halbes Jahr
nach
Unfallereignis abgeklungen sein.
Die
jetzigen
Beschwerden stünden nur noch in möglichem Zusammenhang mit dem
Un
fallereignis
vom 18. Januar 201
1.
Damals sei es zu keiner richtungsgebenden Veränderung im
Leisten
be
reich
gekommen. Aus rheumatologischer Sicht seien keine weiteren Abklärung
en
und Behandlungen mehr notwendig
(Urk. 11/M16 S. 6)
.
Hinsichtlich der Frage,
welche der erhobenen Befunde
sicher,
überwiegend wahrscheinlich oder nur mög
licherweise in natürlichem Kausalzusammenhang zum Unfall vom 18. Janu
ar
2011 stünden, hielt Dr.
B._
fest
, die
myofaszialen
Schmerzen im
Leisten
be
reich
stünden möglicherweise noch in natürlichem Kausalzusammenhang.
Zur
Frage, ob die attestierte Arbeitsunfähigkeit von 100 % ab dem 25. Mai 2011
un
fall
bedingt
noch begründet und medizinisch nachvollziehbar sei, hielt Dr.
B._
sodann
dafür, bis zu einem halben Jahr nach
dem
Unfallereignis sei der natür
liche Kausalzusammenhang zu bejahen, in der bis
herigen Tätigkeit habe
dem
nach bis Juli 2011
eine vollständige Arbeitsunfähig
keit bestanden (Urk. 11/M16
S. 6
).
4.
4.1
Unbestritten ist, dass allfällige gesundheitliche Beeinträchtigungen in Folge des
am 29. Februar 2012 erlittenen Auffahrunfalls (E. 3.10)
vorliegend nicht im Streite
stehen, da die Beschwerdeführerin infolge der am 17. Januar 2011 zuge
gangenen Kündigung durch die Arbeitgeberin (Urk. 11/16.2) und
der darauffol
genden
Beendigung des Arbeitsverhältnisses per 30. März 2011 (Urk. 11/17 S. 3) im Zeitpunkt des Auffahrunfalls nicht mehr bei der Beschwerdegegnerin unfall
versichert war.
4.2
Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin drängt sich sodann kein Ab
weichen von der Beurteilung durch die Beschwerdegegnerin auf, wonach die geklagten
B
eschwerden ein halbes Jahr nach dem Unfall vom 18. Januar 2011
überwiegend wahrscheinlich nicht mehr unfallbedingt
sind
.
Trotz umfang
rei
chen
Abklärungen
(E. 3.1, E. 3.2, E. 3.4, E. 3.11)
fanden sich keine or
ganisch n
achweis
baren Unfallfolgeschäden
.
Die
diagnostizierte
Spondylo
dese
bei L5 wurde
von den
Ärzten
übereinstimmend als unfallfremd erachtet (E. 3.5, E. 3.6, E. 3.7)
.
G
ibt
es
keinerlei Hinweise in
den
Akten, wonach es durch den Un
fall zu einer Ver
schlimmerung d
er Rücken
problematik
gekommen wäre,
erübri
gen
sich
diesbe
züglich
- wie von der Beschwerdegegnerin beantragt (Urk. 1 S.
9
) -
weitere Ab
klä
rungen
.
Hinsichtlich der Frage, i
nwieweit die anlässlich des Unfalls erlittenen Kontu
sio
nen die weiterhin geklagten Beschwerden
erklären könnten
, hielt Dr.
B._
da
für
,
dass diese
nach einem halb
en Jahr wieder abgeklungen sein müssten, wes
halb er den Kausalzusammenhang lediglich bis Juli 2011 bejahte
(E. 3.12)
.
Es gibt keinerlei Veranlassung, diese Beurteilung
in
F
rage zu
stellen
. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin erfüllt das rheumatologische Gut
achten die an
eine beweiskräftige Expertise gestellten Anforderungen vollum
fänglich (vgl. BGE
134 V 231 E.
5.1; 125 V 351 E.
3a). Wenn die Beschwerde
führerin vorbringt, Gutachter Dr.
B._
habe sich nicht mit ihren Schmerzen befasst
(Urk. 1 S. 5)
, kann dem nicht gefolgt werden
, erhob
Dr.
B._
doch
einen ausführlichen Be
fund
und
erfragte die Beschwerden
hinlänglich
(Urk. 11/M16 S. 4). W
elche
weite
re
n
Abklärungen hätten getätigt werden müssen, wird nicht ausgeführt und ist mit Blick auf die bereits in der Vergangenheit
vorgenomme
nen
umfangreichen
Untersuchungen
auch nicht ersichtlich. Die Beschwerde
führerin wandte sodann ein, Dr.
B._
habe selber den Kausalzusammenhang noch als möglich erachtet
. Es könne nicht davon ausgegangen werden, dass ihm die Abgrenzung zur überwiegenden Wahrscheinlichkeit bekannt gewesen sei (Urk. 1 S. 7).
Diesbe
züg
lich ist darauf hinzuweisen, dass Dr.
B._
bei der Frage, ob ein Kausal
zu
sammenhang sicher, überwiegend wahrscheinlich oder möglich
erweise bestehe, ausführte,
ein solcher sei lediglich möglich
,
und
dass er
in der Folge
unfall
be
dingte
Beschwerden
längstens
bis
zum
18. Juli 2011 bejahte (E. 3.12). Wenn die Beschwerdegegnerin aufgrund dieser Einschätzung
den natürlichen
Kausalzu
sammen
hang
der noch geklagten Beschwerden mit dem fraglichen
Unfaller
eig
nis
mangels
überwiegender Wahrscheinlichkeit ab dem 18. Juli 2011 verneinte, ist dies nicht zu beanstanden.
Auch mit
Blick auf die übrige Aktenlage ergibt sich kein Anlass, von
dieser Be
urteilung
abzuweichen. Sowohl Dr.
A._
(E. 3.7) als auch die Ärzte des
Spitals F._
(E. 3.11) konnten sich die geklagten Beschwerden
nicht erklären. Sodann schien auch Dr.
C._
davon auszugehen,
dass die
noch
geklagten
Beschwerden
mit dem Unfallereignis
nicht (mehr)
erklärbar seien, hielt
er doch fest,
bei fehlendem Nachweis u
nfallbedingter Läsionen müsse nun
eine Rückenabklärung
Aufschluss darüber geben
, ob die Rückenproblematik für die Be
schwerden
haupt
verantwortlich sei (E. 3.3)
.
4.3
Selbst wenn
jedoch
davon ausgegangen würde, dass
noch
unfallbedingte
Rest
be
schwerden
vorliegen würden
, ergäbe sich kein anderes Resultat. Da vorlie
gend
keine organisch nachweisbaren Unfallfolgeschäden
mehr
vorhanden sind, ge
langt für die Beurteilung der Adäquanz die Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 140 E. 6c/
aa
zur Anwendung (E. 2.2.3-2.2.5, vgl. BGE 127 V 102 E. 5b)
bb
). An
gesichts dessen, dass es sich bei dem von der Beschwerdeführerin erlittenen Un
fall recht
sprechungsgemäss um einen leichten Unfall handelt und im Übri
gen
keines der
Kriterien
gemäss E. 2.2.5
erfüllt
wäre – sind doch diesbe
züglich einzig
die physischen Komponenten zu berücksichtigen (BGE 134 V 109 E. 6.1) –
wäre
die Adäquanz ohne weiteres
zu verneinen
.
5.
Zusammenfassend erweist sich damit der Einspracheentscheid der
Be
schwer
de
gegnerin
vom 5. April 2013 in allen Teilen
als
rechtens, weshalb die Be
schwer
d
e vollumfänglich abzuweisen ist.
6
.
Da die Beschwerdeführerin innert der mit Verfügung vom 14. Mai 2013 (Urk. 4) an
gesetzten und zweimal erstreckten Frist (Urk. 7, Urk. 9) ihr Gesuch um
Be
stellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes
nicht substantiiert und auch keine entsprechenden Belege eingereicht hat, ist
androhungsgemäss
davon aus
zugehen, dass keine prozessuale Bedürftigkeit besteht. Das Gesuch ist daher ab
zuweisen.