Decision ID: 872ee88a-f1bf-438c-ab13-8db56a87e0ed
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1980, arbeitete seit 1. April 2013 bei der
Z._
als Senior Consultant und war in dieser Eigenschaft bei der Sym
pany Versicherungen AG (nachfolgend: Sympany) gegen die Folgen von Unfäl
len versichert (Urk. 9/1). Am 17. November 2014 stolperte er beim Aus
steigen aus dem Zug über einen Koffer (Bagatellunfall-Meldung vom 16. De
zember 2014 [Urk. 9/1], Urk. 9/2 S. 2). Wegen Beschwerden am rechten oberen Sprung
gelenk (OSG) begab sich der Versicherte am 22. Dezember 2014 zu seinem Haus
arzt
,
Dr. med.
A._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH (Urk. 9/2 S. 2). Nachdem von ihr keine Leistungen mehr bean
sprucht wurden, stellte die Sympany den Fall formlos ein.
Laut Schreiben der
Sympany
vom 24. Dezember 2015 meldete ihr der Ver
sicherte i
m September 2015
einen
Rückfall zum Unfall vom 17. November 2014 (Urk. 9/5). Am 22. September 2015
hatte
er erneut Dr.
A._ konsul
tiert
, welcher ihn an Dr. med.
B._
, FMH Orthopä
dische Chirurgie und Trauma
tologie des Bewegungs
apparates, überwies (Urk. 9/2). Nach seiner Unter
suchung des Versicherten vom 25. September 2015 diagnostizierte Dr.
B._
eine chronische OSG-Instabilität rechts (Urk. 9/3). Am 2. Dezember 2015 gab der
beratende Arzt der Sympany, Dr.
C._
, Facharzt für Innere Medizin FMH
, eine Beurteilung ab (Urk. 9/4). Hernach lehnte
die
Sympany ihre Leis
tungs
pflicht mit Schreiben vom 29. Januar 2016 ab (Urk. 9/7). Nachdem ihr der Ver
sicherte am 11. Februar 2016 mitgeteilt hatte, dass er damit nicht ein
verstanden sei (Urk. 9/8), erliess sie am 11. Februar 2016 eine Verfügung, mit welcher sie die Ausrichtung von Versicherungsleistungen ab dem 1. Dezem
ber 2015 ablehnte (Urk. 9/9). Dagegen erhob der Versicherte am 29. Feb
ruar 2016 Ein
sprache (Urk. 9/10). Alsdann reichte er bei der Sympany am 8. Juni 2016 eine ergänzende Einsprachebegründung ein (Urk. 9/14, unter Beilage der Be
rich
te des
D._
vom 28. April 2016 und 18. Mai 2016 [Urk. 9/16-17] und der Beurteilung von Dr.
med. E._
, Facharzt Allgemeine Innere Medizin FMH, vom 10. April 2016 [Urk. 9/15]). Die Sympany holte die versiche
rungsmedizinische Stellungnahme von Dr.
C._
vom 16. Januar 2017 ein (Urk. 9/18). Gestützt darauf wies sie die Einsprache des Versicherten mit Ein
sprache
entscheid vom 31. Januar 2017 ab (Urk. 2).
2
.
Dagegen erhob
X._
am 27. Februar 2017 Beschwerde und beantragte, in Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids vom 31. Janu
ar 2017 sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihre Leistungs
pflicht für die Behandlung der Folgen des Unfalles vom 17. November 2014 (Rückfall
meldung ab September 2015) anzuerkennen und die entsprechen
den Leistungen zu erbringen (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 18. Mai 2017 beantragte die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde (Urk. 8), was dem Beschwerdeführer am 23. Mai 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 10).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Mit angefochtenem Einspracheentscheid vom 31. Januar 2017 führte die Be
schwerdegegnerin im Wesentlichen aus, dass der Beschwerdeführer seit 1999 an Beschwerden am OSG rechts leide (Urk. 2 S. 6). Damals habe eine Bandplastik am OSG rechts gemacht werden müssen. Seither bestehe ein Instabilitätsgefühl des rechten Fusses. Die Bandplastik habe den Bandapparat beschädigt und habe zu einem erhöhten Risiko für Rezidive und der Entwicklung von arthrotischen Veränderungen geführt (Urk. 2 S. 7). Alsdann sei es im Jahr 2011 zu einer Bandruptur am OSG rechts gekommen. In der damaligen MRI-Untersuchung hätten sich aus
ge
präg
te Vernarbungen des medialen und lateralen Band
appa
rates gezeigt. Zudem hät
ten Gelenkkörper und leichtgradige Knorpel
schäden im OSG nachgewiesen werden können. Da mithin ein relevanter Vor
zu
stand bestehe, sei zu prüfen, ob der Unfall vom 17. November 2014 zu einer rich
-
tunggebenden Verschlimme
rung geführt habe (Urk. 2 S. 6). Diesbe
züglich
habe
auch Dr.
E._
ausgeführt
, dass nach diesem Ereignis bildgebend keine erneute Bandruptur festgehalten worden sei. Dass sich der Beschwerdeführer beim Unfall vom 17. November 2014 einen grös
seren Bluterguss zugezogen habe, bedeute nicht, dass das OSG derart schwer
wiegend verletzt worden sei, dass sich dessen Zustand richtunggebend verän
dert hätte. Sodann genüge es nicht, wenn nach dem Ereignis über Beschwerden geklagt würde. Schliesslich habe der Beschwerdeführer - anders als nach dem Unfall im Jahr 2011 - nach dem Unfall vom 17. November 2014 die Behand
lung über ein Jahr “hinaus
geschoben“. Dies alles zeige, dass die vom Beschwer
deführer geltend gemachten Beschwerden ein Jahr nach dem Unfall vom 17. November 2014 nicht mehr überwiegend wahr
scheinlich auf dieses Ereignis zurück
zuführen seien. Sie habe es daher zu Recht abgelehnt, ab dem 1. Dezember 2015 Versicherungsleistungen zu erbringen
(Urk. 2 S. 7)
.
1.2
Der Beschwerdeführer bringt demgegenüber im Wesentlichen vor, dass der Unfall vom 17. November 2014 gemäss Dr.
A._
zu einem Supinations
trauma geführt habe. Das in der Folge bestehende Instabilitätsgefühl, welches sich nicht verbessert habe, sei darauf zurückzuführen, dass am 17. November 2014 das künstliche Band, die Bandrekonstruktion von der Fibula, und damit der Gelenkfläche für das OSG
,
abgerissen sei (Urk. 1 S. 4). Er habe nach dem Unfall vom 17. November 2014 deswegen nicht sogleich einen Arzt aufge
sucht, weil er zunächst selber für eine Heilung habe sorgen wollen, wofür er, aufgrund der zahlreichen früheren gleichgelagerten Verletzungen, auch über ent
spre
chende Erfahrung verfügt habe. Sodann sei zwar unbestritten, dass e
r
bereits diverse Unfälle erlitten habe, bei welchen das rechte OSG betroffen gewesen sei. Weil die damaligen Verletzungen zudem in ihrer Art jeweils vergleichbar mit den
jenigen beim Unfall vom 17. November 2014 gewesen seien, dürfte es kaum möglich sei
n
, medizinisch genau festzulegen, welche Beschwerden auf welchen Unfall zurückzuführen seien. Dies dürfe ihm aber nicht zum Nachteil gereichen. In diesem Zusammenhang sei auf Art. 100 Abs. 3 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) hinzuweisen, wonach die bei einem Rückfall oder bei Spätfolgen aufgrund von mehreren versicherten Unfällen der für den letzten Unfall leistungspflichte Versicherer die Heilbehand
lungs- und Taggeldleis
t
un
gen erbringe. Dies sei im vorliegenden Fall die Beschwerdegegnerin, weshalb deren Leistungspflicht zu bejahen sei (Urk. 1 S. 5).
2.
2.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. Novem
ber 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der UVV in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Zu beurteilen
ist der
Unfall vom 17. November 2014
beziehungsweise
der im September 2015 geltend gemachte Rückfall
zu diesem Unfallereignis
(Urk. 9/1, Urk. 9/5). Auf den vorliegenden Fall finden deshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen Anwendung. Sie werden - sofern nicht anders ver
merkt - in dieser Fassung zitiert.
2.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
2.3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfo
lgen deckt sich die adäquate, das heisst
rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
2.4
2.4.1
Die Versicherungsleistungen werden auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt (Art. 11 UVV). Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederauf
flackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krankheitsbild führen können (BGE 118 V 293 E. 2c mit Hinweisen).
2.4.2
Der Fallabschluss hat in Form einer Verfügung zu erfolgen, wenn und solange die (weitere) Erbringung erheblicher Leistungen zur Diskussion steht (
BGE 132 V 412
E. 4, Art. 124 UVV). Erlässt der Versicherer stattdessen nur ein einfaches Schreiben, erlangt dieses in der Regel jedenfalls dann rechtliche Verbindlichkeit, wenn die versicherte Person nicht innerhalb eines Jahres Einwände erhebt (
BGE 134 V 145
). Standen zu einem bestimmten Zeitpunkt indes keine Leistungen mehr zur Diskussion, kann ein Rückfall auch vorliegen, ohne dass der versicherten Person mitgeteilt wurde, der Versicherer schliesse den Fall ab und stelle seine Leistungen ein. In dieser Konstellation ist entscheidend, ob zum damaligen Zeitpunkt davon ausgegangen werden konnte, es werde keine Be
-
handlungsbedürftigkeit und/oder Arbeitsunfähigkeit mehr auftreten. Dies is
t im Rahmen einer ex
ante-Betrachtung unter Berücksichtigung der konkreten Umstände zu beurteilen (Urteil des Bundesgerichts 8C_400/2013 vom 31. Juli 2013 E. 4 mit weiteren Hinweisen). Dabei kommt der Art der Verletzung und dem bisherigen Verlauf eine entscheidende Rolle zu: Lag ein vergleichsweise harmloser Unfall mit günstigem Heilungsverlauf vor, welcher nur während relativ kurzer Zeit ein Anspruch auf Leistungen begründete, wird tendenziell eher von einem stillschweigend erfolgten Abschluss auszugehen sein, als nach einem kompliziert verlaufenen Heilungsprozess (Urteil des Bundesgerichts 8C_433/2007 vom 26. August 2008 E. 2.3)
.
2.4.3
Der Umstand, dass eine Gesundheitsschädigung bei gegebener Unfallkausalität nicht mit Sicherheit oder überwiegender Wahrscheinlichkeit einem von meh
reren Unfallereignissen zugeordnet werden kann, darf nicht dazu führen, dass eine Leistungspflicht des Unfallversicherers entfällt und die Kosten von der ver
sicherten Person zu tragen sind. Denn anders als beim Beweis des Unfall
er
eig
nisses (RKUV 1996 Nr. U 247 S. 171 E. 2a) und der Unfallkausalität als solcher (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b) rechtfertigt es sich nicht, die ver
si
cherte Person die Folgen der Beweis
losigkeit tragen zu lassen, wenn eine ein
deu
tige Zuordnung der Gesund
heits
schädigung zu mehreren versicherten Unfäl
len
aus medizinischer Sicht nicht möglich ist, die Unfallkausalität aber mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit feststeht (RKUV 2002 Nr. U 469 S. 528 E. 3a).
2.4.4
Steht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fest, dass ein Gesundheitsschaden Folge eines Unfalles im Sinne eines Rückfalles oder einer Spätfolge ist, so be
steht ein Leistungsanspruch der versicherten Person auch dann, wenn eine Zu
ord
nung zu einem von mehreren in Frage kommenden Unfallereignissen nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit möglich ist. Der Anspruch richtet sich gegen denjenigen Versicherer, bei welchem der Unfall versichert war, der dem Rückfall in zeitlicher Hinsicht am nächsten steht (Urteil des Bundesgerichts 8C_758/2013 vom 14. Februar 2014 E.
3
.2; RKUV 2002 Nr. U 469 S.
522, U 17/01 E. 3
; vgl. auch Art. 100 Abs. 3 UVV in der ab 1. Januar 2017 gültigen Fassung
).
2.5
2.5.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.5.2
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialver
siche
rungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/ee, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
2.6
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rück
weisung
-
da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert
-
abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Ver
siche
rungsträger auf ein Begehren über
haupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der ent
scheid
relevante Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
Bei ungenügenden Abklärungen durch den Versicherungsträger holt die Be
schwerdeinstanz im Regelfall ein Gerichtsgutachten ein, wenn sie einen (im Verwaltungsverfahren anderweitig erhobenen) medizinischen Sachverhalt über
haupt für gutachtlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine Administrativ
expertise in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Die betref
fen
de Beweiserhebung erfolgt alsdann vor der - anschliessend reformatorisch entscheidenden - Beschwerdeinstanz selber statt über eine Rückweisung an die Verwaltung. Eine Rückweisung an den Versicherungsträger bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten Frage begründet ist. Ausserdem bleibt es dem kantonalen Gericht (unter dem Aspekt der Verfahrensgarantien) unbenommen, eine Sache zurück
zuweisen, wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist (B
GE 137 V 210
E. 4.4.1.4 mit Hin
weisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_815/2012 vom 21. Oktober 2013 E. 3.4, publiziert in SVR 1/2014 UV Nr. 2 S. 3)
.
3.
3.1
Nach der Rechtsprechung trifft die Beweislast in Bezug auf das Unfallereignis als solches (RKUV 2002 Nr. U 469 S. 528 E. 3a, 1996 Nr. U 247 S. 171 E. 2a, 1988 Nr.
U 55 S.
362 E. 1b) wie auch hinsichtlich der (natürlichen) Unfall
kausalität des Gesundheitsschadens (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b) in dem Sinne die versicherte Person, als der Entscheid bei Beweislosigkeit zu ihren Ungunsten ausfallen muss. Demgegenüber bleibt der Versicherer leistungs
pflichtig, wenn der Kausalzusammenhang einmal gegeben und aner
kannt ist, sofern sich nicht hinreichend nachweisen lässt, dass er zu einem späteren Zeit
punkt dahingefallen ist (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45, 1994 Nr. U 206 S. 328 E.
3b). Letzteres trifft dann zu, wenn der (krankhafte) Gesund
heits
zustand erreicht wird, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (status quo ante) oder wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krank
haften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (status quo sine; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b mit Hinweisen).
Anzufügen ist, dass der im Sozialversicherungsrecht massgebende Untersu
chungs
grundsatz die Beweislast im Sinne einer Beweis
führungslast begriffsnot
wendig ausschliesst. Im Sozialversicherungs
prozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen geblie
benen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungs
grundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entspre
chen (BGE 117 V 261 E. 3b).
Demzufolge ist vorab zu prüfen, ob es sich vor
liegend tatsächlich um einen Rückfall oder einen erstmaligen Fallabschluss des Grundfalles handelt.
3.2
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist die Annahme eines Grundfalles auch bei Brückensymptomen relativ harmloser Natur, welche nicht zwingend eine durchgängige ärztliche Behandlung erfordern, möglich. Vorausgesetzt ist diesfalls, dass die versicherte Person während der leistungs
freien
Zeit weiter
hin an den nach dem Unfall aufgetretenen Beschwerden gelitten hat be
ziehungs
weise Brückensymptome gegeben sind, die das Geschehen über den be
tref
fen
den Intervall hinweg als Einheit kennzeichnen (Urteile des Bundes
ge
richts 8C_522/2013 vom 23. September
2013 E.
3.2 mit weiteren Hinweisen; 8C_433/2007 vom 26.
August 2008 E. 2.3
mit Hinweis; 8C_185/2008 vom 17. Dezember 2008 E. 5.2).
Davon kann im vorliegenden Fall nicht ausgegangen werden.
Wie festgehalten
spricht zwar der Umstand allein, dass nach der Untersuchung durch Dr.
A._
vom 22. Dezember 2014 bis zur erneuten Konsultation beim Haus
arzt vom 22. September 2015 keine weiteren ärztlichen Behandlungen mehr erfolgten
(vgl. Urk. 9/2 S. 2)
, nicht gegen ein Weiterbestehen
der mit dem
Grund
fall
zusammenhängenden Beschwerden
. Bei der Unter
suchung vom 22. September 2015 erklärte der Beschwerdeführer, dass bezüglich
des
OSG
s
rechts (seit dem Unfall vom 17. November 2014 bzw. der letzten Unter
suchung durch Dr.
A._
vom 22. Dezember 2014) weiterhin ein In
stabili
tätsgefühl bestan
den habe. Zudem klagte er über rezidivierende Schmerzen beim Laufen im Fuss
gewölbe medial und gegen die Achillessehne (Urk. 9/2 S.
2
). Der Befund von Dr.
A._
lautete jedoch: “klinisch instabiler Fuss“ (Urk. 9/2 S. 2).
Eine
Instabi
lität des Fusses war aller
dings bereits nach dem im Jahr 2011 erlittenen Unfall erhoben worden (
vgl.
Urk. 9/2 S. 1), weshalb dieser Befund nicht als Brücken
symp
tom zum Unfall vom 17. November 2014 angesehen werden kann. Weitere (objekti
vier
bare) Befunde nannte
Dr. A._
nach der Untersuchung vom 22. September 2015 nicht
(
vgl.
Urk. 9/2 S. 2). Demgegenüber hatte
er
bei
der Unter
suchung des rechten OSG
s
des Beschwerdeführers vom 22. Dezember 2014 eine deutliche Dolenz und minime Schwellung lateral, Schmerzen auch medial sowie klinisch eine leichte Instabi
lität
erhoben
(Urk. 9/2 S. 2). Zu den
vom Beschwerde
führer angegebenen Beschwerden ist dem Bericht von Dr.
B._
vom
28. September 2015
zu entnehmen,
da
ss sich die Beschwer
den (nach dem Unfall vom 17. November 2014) unter üblicher konservativer Therapie mit er
wartetem Verlauf gezeigt hätten. Im Frühjahr (2015) hätten die Beschwerden persistiert. Nach der Geburt des zweiten Kindes
des Beschwerde
führers
habe aber keine Zeit für Arzt
konsultationen bestanden. Die Arztkonsul
tation sei jetzt erfolgt, da die Beschwerden in den letzten Monaten zu- statt abgenommen hätten
(Urk. 9/3 S. 1). Der Beschwerdeführer beschrieb
bei der Untersuchung von Dr.
B._
ein klar progredientes Instabilitätsgefühl und Schmerzen der Tibialis posterior Sehnenloge/posteromedial
(Urk. 9/3 S. 1).
Auf
grund dessen kann mithin auch nicht davon ausgegangen werden
, dass
auch
die Beschwerden nach dem Unfall vom 17. November 2014 kontinuierlich gleich
bleibend fortbestanden
. Es ist
mangels nachgewiesener klar diesem Unfall zuzu
ordnender Brückensymptome
somit von einem Rückfall auszugehen.
Zu prüfen ist weiter, ob die Beschwerdegegnerin aufgrund des geltend gemach
ten Rückfalls zum Unfall vom 17. November 2014 leistungspflichtig ist.
4.
4.1
Dr.
B._
stellte im Bericht vom 28. September 2015 (Urk. 9/3) die Diagnose chronische OSG-Instabilität rechts mit/bei
-
aktuell: Progredienter Instabilität und medialer Überlastung (Differen
tialdiagnose [DD:] Posteriores Impingement, latent mediale Instabili
tät) nach Distorsion vom 22. Dezember
(richtig: 17. November)
2014
-
progredienter OSG-Arthrose, leichter USG-Arthrose
-
Status nach Peronalsehnenplastik vor Jahren
-
Status nach transienter Beschwerdeexazerbation nach Distorsion 2011
4.2
In seiner Stellungnahme vom 2. Dezember 2015 hielt Dr.
C._
fest, dass nach dem Bagatelltrauma vom 17. November 2014 eine frische Bandruptur bildge
bend nicht dokumentiert sei. Eine Instabilität sei seit 2011 bekannt. Es bestehe ein erheblicher Vorzustand. Da ein frischer struktureller Schaden im Jahr 2014 nicht dokumentiert sei, könne eine richtungsweisende Verschlechterung nicht bewiesen werden. Auch ohne Trauma wäre eine Instabilität progredient zu erwarten. Eine reine zeitliche Korrelation reiche nicht aus. Der status quo sine sei spätestens 12 Monate nach dem Ereignis erreicht (Urk. 9/4).
4.3
In seiner Beurteilung zuh
anden der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers vom 10. April 2016 führte Dr.
E._
aus, im Bericht von Dr.
A._
finde sich der Hinweis, dass der Beschwerdeführer - nach dem Unfall vom 17. Novem
ber 2014 - eine blaue Verfärbung (des rechten Fusses) beobachtet und diese auch fotografiert habe. Damit sei praktisch bewiesen, dass im Zusam
men
hang mit diesem Ereignis eine strukturelle Läsion, wahrsch
einlich eine erneute Bandruptur,
stattgefunden haben müsse. Unbestrittenermassen sei das Ausmass einer solchen erneuten Bandruptur bildgebend nicht festgehalten. Der weitere Verlauf mit persistierenden Beschwerden sei jedoch ein zusätzlicher Hin
weis darauf, dass die strukturelle Situation mit Wahrschein
lichkeit eine andere sein dürfte (Urk. 9/15 S. 3).
4.4
Die Ärzte des
D._
stellten im Austrittsbericht Chirurgie vom 28. April 2016 (Urk. 9/16 S. 1) die Diagnose Rezidiv-Instabilität OSG rechts (acute-on-chronic) mit/bei:
-
Schwerer Retraumatisierung mit OSG-Distorsion vom 17. November 2014
-
Progredienter OSG-Arthrose, leichter USG-Arthrose
-
Status nach Peroneralsehnenplastik vor Jahren
-
Status nach transienter Beschwerdeexazerbation nach Distorsion 2011
-
Posteriorem Impingement mit multiplen freien Gelenkskörpern
4.5
Dr.
C._
gelangte in seiner versicherungsmedizinischen Stellungnahme vom 16. Januar 2017 zum Schluss, dass beim Unfall vom 17. November 2014 zwar eine Traumatisierung stattgefunden habe. Es könne jedoch keine richtungge
bende Verschlimmerung angenommen werden, sondern maximal eine vorüber
gehende Verschlimmerung. Eine richtunggebende Verschlimmerung sei 1999 mit
der
Bandplastik OSG rechts eingetreten, als der Beschwerdeführer wegen des massiv geschädigten Bandapparats einer Operation bedurft
hab
e. Im Jahr 2011 sei es ebenfalls zu einer Verschlimmerung gekommen, wobei die damaligen Unter
su
chungen den Nachweis von schweren Vernarbungen des Bandapparates auf
grund von Supinationstraumen erbracht hätten (Urk. 9/18 S. 8-9). Im Übrigen handle es sich um einen schicksalsmässigen Verlauf eines geschädigten Band
apparates.
Der
status quo sine
sei folglich
ein Jahr nach dem Ereignis vom 17. November 2014 festzusetzen (Urk. 9/18 S. 9).
5.
5.1
Sowohl die Beschwerdegegnerin als auch der Beschwerdeführer weisen auf in den medizinischen Akten dokumentierten, schon vor dem Unfall vom 17. No
vember 2014 bestehenden Gesundheitsstörungen des Beschwerdeführers mit Dis
tor
sion und Supinationstraumata des OSG rechts hin (vgl. Urk. 3/4-8, Urk. 9/2 S.
1). Wohl waren diese Beschwerden gemäss den Ausführungen des Beschwerdeführers auch Folgen eines Unfalles, jedoch war dafür nicht die Beschwerdegegnerin, sondern ein anderer Unfallver
sicherer zuständig (Urk. 1 S. 3). Nebst den in den oben angeführten Arztberich
ten und Stellungnahmen (E. 3) bereits genannten Bandplastik (Operation im Jahr 1999) ist be
züglich dieser Gesundheitsstörungen namentlich der Befund der MRI-Unter
suchung des OSG
s
rechts vom 7. April 2011 erwähnen. Diese Untersuchung zeigte aus
ge
prägte Vernarbun
gen des medialen und lateralen Bandap
parates, eine Tendi
nose und einen Längssplitt der Pero
naeus brevis-Sehne, wahr
schein
lich post
trau
matisch bedingte Ossikel bezie
hungsweise Gelenkkörper im Bereich des Pro
cessus poste
rior tali sowie leicht
gradige Knorpelschäden im oberen Sprung
gelenk (Urk. 3/8).
5.2
5.2.1
Was nun die Folgen des Unfalles vom 17. November 2014 betrifft, so geht die Beschwerde
gegnerin gestützt auf die Stellungnahmen von Dr.
C._
vom 2. Dezember 2015 und 16. Januar 2017 (Urk. 9/4, Urk. 9/18) davon aus, dass dieser Unfall nur zu einer vorübergehenden Verschlim
merung des Vorzustandes am OSG rechts des Beschwerdeführers ge
führt habe. Der status quo ante
vel sine
sei spätestens am 1. Dezember 2015 erreicht gewesen (E. 1.
1
vor
stehend). Dem
gegenüber vertritt der Beschwerdeführer den Standpunkt, dass es aufgrund des Unfalles vom 17. November 2014 zu einer richtunggebenden Verschlim
me
rung gekommen sei. Folglich müssten auch die im September 2015 als Rückfall zu diesem Unfall geltend ge
machten Beschwerden mit diesem Unfall in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang stehen (E. 1.
2
vorstehend).
5.2.2
Von einer richtunggebenden Verschlimmerung wird dann ge
spro
chen, wenn ein Unfall auf einen vorgeschädigten Körper trifft und aus ärztlicher Sicht feststeht, dass weder der Status quo ante noch der Status quo sine je wieder erreicht wer
den können (Urteil 8C_352/2015/8C_353/2015 vom 24. September 2015 E. 3.1 mit Hinweis). Eine solche richtunggebende Verschlimmerung
sah
Dr.
C._
in der im Jahr 1999 durchgeführten Bandplastik OSG rechts (Urk. 9/18 S. 9), auf
grund welcher die Beschwerde
gegnerin
allerdings nicht leistungspflichtig ist. Gemäss Dr.
C._
bestand nach der Bandplastik hinsicht
lich des Bandapparats ein erhöhtes Risiko für Rezidive und die Entwicklung von arthrotischen Verän
derungen (Urk. 9/18 S. 7). Bezüglich des Unfalles vom 17. Novem
ber 2014
hielt
er
sodann
dafür, dass dabei zwar eine erneute Supina
tion statt
gefunden habe (Urk. 9/18 S. 7). Diese habe aber nur eine vorübergehende Ver
schlimmerung bewirkt (Urk. 9/18 S. 9). Dass der Fuss des Beschwerde
führers nach der Supina
-
tion blau verfärbt gewesen sei (vgl. Urk. 9/2 S. 2),
spreche
für sich allein noch nicht für eine richtunggebende Verschlim
merung (Urk. 9/18 S. 7).
Des Weiteren
habe auch nicht erst nach dem Unfall vom 1
7.
November 2014 eine massgeb
liche Instabilität (des OSG) bestanden. Bereits 2011 sei in der Bild
gebung eine erhebliche Schädigung des Bandapparates, mit ausgeprägten Ver
narbungen sowie bereits beginnenden degenerativen Veränderungen im Sprunggelenk so
wie Gelenkkörper, vorhanden gewesen (
Urk.
9/18 S.
7-
8). Es sei nicht das Ereig
nis vom 1
7.
November 2014, das zu einer richtunggebenden Ver
schlimmerung geführt habe, sondern der geschädigte Bandapparat, bekannt seit 1999, mit rezidivierenden Supinationstraumen und Entwicklung einer chro
nischen Insta
bili
tät, welche schlussendlich im Verlauf des Jahres 2015 zu
nehmend kompen
siert seien und nun (im Jahr 2016) ein operatives Vorgehen bedurft h
ätt
e
n (Urk. 9/18 S. 8)
.
5.2.3
Die Aussage von
Dr. C._
, wonach sich
nach der Bandplastik 1999
eine
“
chronische Instabilität
“ entwickelt haben soll (Urk. 9/18 S. 8), vermag nicht zu überzeugend. Für eine Beurteilung zur Entwicklung des Gesundheitszustands im zeitlichen Verlauf müssen zumindest auch die Vorakten einbezogen werden. Die Aktenzusammenfassung von Dr. C._ in seiner versicherungsmedizinischen Stellungnahme vom 16. Januar 2017 (vgl. Urk. 9/18 S. 2-5) zeigt, dass ihm die Vorakten nicht vollständig vorgelegen haben. Dies betrifft nicht nur die vom
Beschwerdeführer im vorliegenden Ver
fahren aufgelegten Akten zu den frühe
ren
Unfällen (vgl. Urk. 3/4-9), sondern insbesondere auch die Akten der Visana, welche laut den Akten aufgrund des Unfallereignisses vom 17.
Januar 2011 leistungspflichtig war (vgl. Urk. 3/4 S.
1). Aufgrund der vorliegenden Akten sind die Ausführungen von Dr. C._, wonach der Unfall vom 17.
Januar 2011 schlimmer als derjenige vom 17.
November 2014 gewesen sein müsse (Urk.
9/18 S.
7), angesichts der Inanspruchnahme ärztlicher Behandlung zwar nachvoll
ziehbar. Auch bei einem am rechten OSG des Beschwerde
führers bestehenden Vorzustand mit vorübergehender Ver
schlimmerung durch den Unfall vom 17. Januar 2011 (vgl. Urk. 9/18 S. 9) ist es indes nicht rechtsgenüglich dargetan, dass der Unfall vom 17.
November 2014 die Instabilität zumin
dest im Sinne
einer Teilkausalität verschlimmert hat und somit ebenfalls zur ge
mäss Dr.
C._
bestehenden “
chronische Instabilität
“ des OSG (vgl. Urk.
9/18 S. 8) beigetragen hat.
Aufgrund der Ausführungen von Dr. C._ (insbes. Urk. 9/18 S. 8-9) sind gestützt auf die Akten der Visana weitere Aufschlüsse bezüglich der vorliegend zu beantwortenden Frage, ob der Unfall vom 17. November 2014 zumindest teilkausal zu einer richtunggebenden Verschlimmerung geführt hat, zu erwar
ten. Allenfalls sind weitere medizinische Unterlagen früherer Behandlungen am rechten Fuss, insbesondere über die im Jahre 1999 stattgehabte Bandplastik, vorhanden und müssten ebenfalls beigezogen werden. Deshalb ist die Beschwer
degegnerin aufgrund des Untersuchungsgrundsatzes gehalten, die vollständigen Akten beizuziehen und einem Facharzt zur Beurteilung vorzulegen. Es recht
fertigt sich zudem, dass sie die Visana in dieses Verfahren einbezieht. Dies drängt sich nur schon deswegen auf, weil die Visana ihrerseits aufgrund des Rückfalles 2015 leistungs
pflichtig sein könnte. Hin
zu
weisen ist in diesem Zusammenhang etwa darauf, dass im MRI vom 7. April 2011 Ossikel bezie
hungsweise Gelenkkörper festgestellt wurden, welche gemäss Prof. Dr. med. F._, Chefarzt Radiologie G._,
wahr
scheinlich posttraumatisch bedingt waren (Urk. 3/8). Bei der Operation vom
18. Mai 2016 im D._ sind unter anderem Ossikel entfernt worden (Urk. 9/17 S. 2). Sollte eine Teilkausalität des Unfalls vom 17. November 2014 ausgeschlossen werden können, stünde allenfalls die Leistungspflicht einer anderen Unfallversicherung in Frage, weshalb diese beizuziehen ist.
5.3
Die Sache ist daher an die Beschwerde
gegnerin zurück
zuweisen, damit sie die vollständigen Akten, jedenfalls diejenigen der Visana zum Unfall vom 17. Januar 2011, beizieht und danach über ihre Leistungspflicht neu verfügt. Die Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen.
6.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Ver
waltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsie
gen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
der
vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Die Prozessentschädigung ist auf
Fr.
1'000.-- (inkl. Baraus
lagen und MWSt) festzulegen.