Decision ID: 10027768-8359-47a1-83c9-575d8ab2708a
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
am 23.
September
1960,
ohne erlernten Beruf
,
lebt seit
1993 in der
Schweiz
,
w
o sie
von 1996 bis 1999
als B
etriebsangestellte
/
Verpacke
rin
bei
der
Z._
AG
einer Erwerbstätigkeit
nachging.
I
m Jahr 2000 meldete sich
die Versicherte
unter Hinweis auf ein
seit April 1999 beste
hendes
chronisches
Cervikovertebralsyndrom
, eine Di
skushernie C
5/6, Weichteil
rheuma sowie Depression bei der I
V-Stelle des Kantons Graubünden
zum Leis
tungsbezug
an
(
Urk.
7/4)
. Nach getätigten Abklärungen sprach ihr die
IV-Stelle mit Verfügung vom 24. April 2001 rückwirkend ab 1.
April 2000 eine ganze Invalidenrente zu
(Urk. 7/22)
. I
m Jahr 2002 bestätigte sie den Anspruch auf eine ganze Rente
(
Urk.
7/33)
. Im Jahr 2008 leitete die infolge Umzugs
der Versicherten
in den Kanton Zü
rich zwischenzeitlich zuständig
gewordene IV-Stelle des
Kan
tons Zürich ein Revisionsverfahren
in die Wege
(Urk.
7/41)
;
nach
getroffenen
Abklärungen
(insbesondere
Beizug
der von
der PAX-
Versicherungen veran
lassten
Expertisen
von
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Rheumato
logie und Innere Medi
zin vom 9.
Juli 2008
, Urk.
7/47
/
3
ff.
sowie von
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychother
apie, vom 4.
Februar 2009, Urk.
7/47/18 ff
.
)
setzte sie
mit Verfügung vom 28.
Mai 2009
die bisher ausgerichtete ganze Rente
mit Wirkung ab 1.
Juli 2009 auf eine halbe Invalidenrente
herab
(Urk.
7/56).
Im
Jahr 2012
leitete die IV-Stelle
auf Ersuchen der Ve
r
sicher
t
en
, welche eine Ver
schlechterung
ihre Gesundheitszustandes
geltend
ge
macht
hatte (Urk.
7/63)
,
aber
mals ein
Revisi
onsverfahren
in die Wege und holte
ein
bidisziplinäre
s
Gutachten
ein
(Expertise
n
von
Dr.
med.
C._
, Fachärztin FMH für Innere Medizin, spez. Rheumaerkrankungen,
vom 20.
Februar 2013,
sowie
von
PD
Dr.
med.
D._
, Spezialarzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
vom 19.
März 2013
;
ein
schliesslich
bidisziplinäre
Beurteilung,
Urk. 7/77-81
)
. Gestützt
auf
diese Abklä
rungen
hob
die IV-Stelle
mit Verfügung vom 13.
August 2014 alle bisherigen Entscheide
infolge zweifelloser Unrichtigkeit
wiedererwägungsweise auf und stellt
e die Invalidenrente auf den 30.
September 2014 ein (Urk.
7/127
). Eine gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde hiess das hiesige Gericht mit Urteil vom
19
.
März 2015
(Prozess Nr. IV.2014.000912)
teilweise gut
; es h
ob
die Verfügung
vom 13.
August 2014
unter Bestätigung der zweifellosen Unrichtigkeit der Re
vi
sions
verfügung vom 28.
Mai
2009
auf mit der Feststellung, dass einstweilen weiterhin Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe
;
die Renteneinstellung
sei
trotz voller Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit
solange
nicht gerechtfertigt,
als
nic
h
t
vorgängig berufliche Wiedereingliederungsmassnahmen durchgeführt worden seien (Urk.
7/143)
.
In der Folge führte die IV-Stelle Massnahmen der beruflichen Eingliederung durch
;
diese schloss
sie mit Verfügung vom 21.
September 2016
ab
(Urk.
7/192
)
. Mit Verfü
gung
vom 18.
Mai 2017 hob
sie
die
Verfügung vom 28.
Mai 2009 wiederer
wägung
s
weise
auf
und stellte
die laufende Rente auf
den 30. Juni 2017
ein
(
Urk.
7/212
). Eine
von der Versicherten
dagegen erhobene Beschwerde wies das hie
sige Gericht mit Urteil vom 29.
August 2018
(Prozess Nr.
IV.2017.00697)
ab (
Ur
k.
7/229
). Mit Urteil vom 12.
März 2019 hob das Bundesgericht die Urteil
e des hiesigen Gerichts vom 29. August 2018, vom 19.
März 2015 sowie die
Verfügung der IV-Stelle vom 18.
Mai 2017 auf
; es
wies
die
Sache
an die IV-Stelle zurück, damit
diese
ergänzende medizinische
Abklärungen
(
namentlich
auch)
bezüglich des
vom
Gutachten
der
Dres
.
C._
und
D._
nicht erfassten Zeitraums
(2013-2017)
vornehme
und anschliessend neu verfüge
(
Ur
k.
7/235
).
1.2
Die IV-Stelle holte
daraufhin
bei den behandelnden Ärzten
Berichte
ein
und ver
anlasste
eine polydisziplinäre Begutachtung der Versicherten,
womit
das
E._
beauftragt
wurde
(
Urk.
7/263)
. Gestützt
auf die entsprechende Expertise vom 19. Juni 2020 (Urk. 7/272)
erliess die IV-Stelle nach Durchführung des
Vorbescheidverfahrens
(
Urk.
7/279
ff.
) am
15.
Februar 2021 eine
neue
Verfügung, mit welcher sie die
bis 30. Juni 2017
ausgerichtete Rente
auf diesen Zeitpunkt
hin aufhob
(Urk.
2).
2.
Dag
egen erhob
X._
hierorts mit Eingabe vom
18.
März 2021
(Urk. 1)
Beschwerde mit den Anträgen
, es sei die Verfügung vom 15.
Februar 2021 aufzu
heben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, der Beschwerdeführerin eine ganze Invalidenrente
zuzusprechen, rückwirkend ab 1.
Juni
2017, spätestens
jedoch per 1.
Mai 2020 (IV-Begutachtung) (1.), eventua
liter sei die Verfügung vom
15.
Februar 2021 aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurück
zuweisen zwecks ergänzender Abklärung der Zumutbarkeit/
Ressourcen
, um an
schliesse
nd neu über einen weiteren Ansp
r
u
ch der Beschwerdeführerin auf eine Inval
idenrente zu entscheiden (2.), a
lles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, zzgl. Mehrwertsteuer, zu Lasten der Gegenpartei
(
3., Urk. 1 S.
2)
.
Die IV-Stelle beant
ragte mit Vernehmlassung vom 7.
Mai 2021 die
Abweisung der Beschwerde (Urk.
6), was der Beschwerd
eführerin mit Verfügung vom 11.
Mai
2021 zu
r Kenntnis gebracht wurde (Urk. 8). Mit Eingaben vom 28. Mai
2021 (Urk
.
9)
und vom 7. Juni 2021 (Urk.
12)
reichte
die Beschwerdeführerin
Berichte des b
ehandelnden
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Innere Medizin und Facharzt für Rheumatologie FMH
,
vom 25.
Mai 2021
(Urk.
10) bzw. der b
ehandelnden Fach
personen der
G._
AG
vom 3.
Juni 2021
(Urk.
13) nach. Die IV-Stell
e nahm
da
zu
am 25. Juni 2021 Stellung (Urk.
15), was
der Beschwerde
füh
rerin am 6.
Juli 2021 zu
r Kenntnis gebracht wurde (Urk.
16).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwe
rbs
einkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenüber
gestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.4
Wird eine Rente revisionsweise (vgl. Art. 17 Abs. 1 ATSG) herauf- oder herab
gesetzt, so tritt die Revisionsverfügung an Stelle der zu revidierenden Verfügung. Dasselbe gilt auch dann, wenn in einem Revisionsverfahren die bisherige Rente
nach materieller Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachver
halts
ab
klärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs bestätigt wird (vgl. BGE 133 V 108). Dies bedeutet aber auch, dass selbst dann, wenn nachträglich auf den Wegen der Wiedererwägung oder der Revision auf diese Revisionsverfügung zurückgekommen wird, die ursprüngliche Verfügung von der Revisionsverfügung konsumiert bleibt und daher nicht
wieder auflebt
, sondern deren Schicksal teilt. Vorbehalten bleiben dabei lediglich jene seltenen Fälle, in denen die Revisionsverfügung nichtig ist. Somit ist bei einem wieder
erwägungsweisen Zurückkommen auf eine zweifellos unrichtige Revisionsver
fü
gung der Rentenanspruch ex
nunc
und pro
futuro
ohne Bindung an die ursprün
gliche Verfügung in allen seinen Teilen neu zu beurteilen, ohne dass zunächst
geprüft werden müsste, ob auch bezüglich der ursprünglichen Verfügung ein
Rüc
k
kommenstitel
gegeben wäre (BGE 140 V 514 E. 5.2; vgl. Urteile des Bundesge
richts 9C_530/2017 vom 23. März 2018 E. 4.1 und 8C_288/2016 vom 14. Novem
ber 2016 E. 3.3 mit weiteren Hinweisen).
1.
5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die IV-Stelle begründete
die
vorliegend
angefochtene
Verfügung
im Wesentli
chen damit,
dass
nach Vorliegen des Bundesgericht
surteils vom 1
2.
März 2019
der Rentenanspru
ch umfassend neu
zu
prüfen
sei
. Dabei sei
in
s
besondere zu prüfen
, ob sich der Gesundheitszustand
seit
der Begutachtung im Jahr 2013 bis zur Aufhebung im Jahr 2017 verändert habe. G
estützt auf das eingeholte Gut
achten
des
E._
liege keine Veränderung des Ges
undheitszustandes seit 2013 vor; e
s werde weiterhin von einer vollen Arbeitsfähigkeit für angepasste T
ätig
keiten ausgegangen.
Der Invaliditätsgrad sei
aufgrund eines Prozentvergleichs
zu ermitteln
. Die Aufhebung der R
ente per 30.
Juni 2017 erweise sich demnach als richtig (U
rk.
2).
2.2
Die Beschwerdeführerin lässt dagegen im Wesentlichen vorbringen, dass
sie aktenkundig in fortgesetzter fachärztlicher
(hausärztlicher, rheumatologischer, psychiatrischer)
Behandlung stehe. Angesichts de
s
langjährigen Krankheitsver
laufs
seit dem Jahr 1999
und der erhobenen Befunde liege mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ein invalidis
ierender
und rentenbegründender
Gesundheits
scha
den vor
; mit Blick auf den
ch
ronifizierten
Krankheitsverlauf
bei komp
lexem
somatischem und psychiatr
i
s
chem
Beschwerdebild
sowie auf
die
divergierenden medizinischen Akten der diversen Behandler sei die Schlussfolgerung
im
E._
-Gutachten
unbegründet und
es
könne nicht darauf abgestellt werden. Insbe
sondere sei die Zumutbarkeit bzw. Verwertbarkeit der medizinisch-theoretischen Restarbeitsfähigkeit nicht genügend geprüft worden. Diese sei vorliegend nicht gegeben
(Urk.
1).
2.3
Zu prüfen ist vorliegend, ob die IV-Stelle
-
nachdem sie in Nachachtung des Urteils des Bundesgerichts vom 12. März 2019 eine
polydisziplinäre
Begutach
tung
der
Beschwerdeführerin
durch das
E._
veranlasst
hat
–
zu Recht
gestützt
auf
die
entsprechende Expertise vom 19.
Juni 2020
an der Einstellung der der Versicherten zuletz
t
bis 30.
Juni 2017
ausgerichtete
n
(
halbe
n
)
Rente
festgehalten
hat.
Im vorliegenden Verfahren nicht mehr aufgeworfen wird dabei die Frage der zweifellosen Unrichtigkeit der Revisionsverfügung vom 2
9.
Mai 200
9.
Z
wischen den
Parteien
ist daher
soweit ersichtlich (
zu Recht
)
unumstritten
,
dass
vorliegend
–
wie das
Bundesgericht im Urteil vom 12.
März 2019
ausgeführt hat
–
der
Ren
te
n
an
spruch
der Versicherten, der im Rahmen der Wiedererwägung aufgehoben wurde, ohne
Rücksicht auf das Vorliegen der Revisionsvoraussetzungen frei zu prüfen ist
(vgl. E.
1.
4
hiervor
; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_748/2018 vom 1
2.
März
2019 in Sachen der Parteien, E.
2
; Urk.
7/235
)
.
3.
3.1
In dem von der IV-Stelle
im Jahr 2013
veranlassten
bidisziplinären
Gutach
ten
hatten
Dr.
C._
(
gestützt auf
die
internistisch-rheumatologische Unt
ersu
chun
g vom 11. Februar 2013;
Urk. 7/77/2
ff.
)
und
Dr.
D._
(
aufgrund
d
er psychia
tri
schen Exploration vom 12. März 2013
;
Urk. 7/81/1
ff.
)
in ihrer
interdisziplinären
Zusammenfassung
vom 3. April 2013
die
folgende
n
Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
gestellt
(Urk. 7
/
81/14
):
-
keine psychiatrische Diagnose
-
Cervikospondylogenes
Syndrom links mehr als rechts bei
-
schweren multisegmentalen degenerativen Veränderungen (C3 bis C6) mit bilateralen schweren
Foramenstenosen
C4 bis C7 und möglicher Reizung der Nervenwurzeln C4 rechts und C6 links sowie möglicher Kompression der Nervenwurzel C5 rechts
-
mit bildgebender Progredienz der degenerativen Veränderungen und der
Foramenstenosen
C4 bis C7 (MRI 02/2013 gegenüber MRI 06/2008)
-
ohne Instabilität (funktionelles Röntgen 04/2009)
-
ohne
radikuläre
Zeichen
Die
Dres
.
C._
und
D._
hielten im Wesentlichen
fest, die Arbeitsfähigkeit der Versicherten werde durch die rheumatologische Diagnose bestimmt. In einer adaptierten, die H
alswirbelsäule schonenden Tätig
keit mit Hantieren von Lasten bis zu zehn Kilogramm sei die Versicherte zu 100 % arbeitsfähig. Aus
bidis
zi
plinärer
Sicht könne sie in einer adaptierten Tätigkeit zu 100 %
beziehungsweise 40 Wochenstunden arbeiten; i
n einer
adaptierten
Tätigkeit
sei sie nie
längerfristig
arbeitsunfähig gewesen
. Die
angestammte
T
ätigk
eit
bei der
Z._
AG oder eine andere nicht adap
tierte Tätigkeit habe sie ab 5.
April 1999 nicht mehr ausüben können.
3.2
3.
2
.1
Die für das
polydisziplinäre (psychiatrische, orthopädische, internistische, neuro
logische)
E._
-
Gutachten
vom 19. Juni 2020 verantwortlich zeichnenden Fach
ärzte
stellten
die folg
enden Diagnosen (Urk. 7/272/9
):
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
1.
Degenerative Veränderungen der Halswirbelsäule
-
Mehretagere
foraminale
Engen
-
Mehretagere
leichte Spinalkanalstenosen
-
ohne zu reproduzierende Bewegungseinschränkungen der Halswirbel
säule
-
ohne neurologische Auffälligkeiten
2.
Degenerative Veränderung der Brustwirbelsäule ohne neurologische Auffälligkeiten, ohne Bewegungseinschränkungen, ohne Auffälligkeiten
der paravertebralen Muskulatur
3.
Degenerative Veränderung der Lendenwirbelsäule ohne reprodu
zier
bare Funktionseinschränkung, ohne neurologische Auffälligkeiten und ohne Bewegungseinschränkung
o
hne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
:
1.
Adipositas
(BMI 31.2 kg/m2)
2.
Wahrscheinlich C
olon
irritabile
3.
Wahrscheinlich Re
f
lux-
Ösophagitis
4.
S
tatus
nach
Cholezystektomie
2010
3.
2
.2
Der psychiatrische Gutachter
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Psychiatrie und Psy
chotherapie
FMH
sowie Neurologie
FMH,
hielt zusammenfassend fest, aus psy
chiatrischer Sicht sei bei der Versicherten keine Diagnose zu vergeben gewesen. Ihre Schilderungen seien vage geblieben und
hätten
aufgesetzt gewirkt
, in einem spezifischen Beschwerde
-V
alidierungsverfahren
(TOMM)
habe sie signifikant schlecht abgeschnitten. Auch nehme
sie ihre Medikamente nicht beziehungsweise
nicht regelmässig ein. Eine Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit der Versicherten
ergebe sich
somit nicht (S.
41).
Aus psychiatrischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit weder in bisheriger noch in angepasster Tätigkeit relevant eingeschränkt; eine Einschränkung lasse sich zu keinem Zeitpunkt begründen (S. 42). Er
gehe nicht davon aus, dass seit 2013 eine Veränderung des Gesundheitszustandes einge
tre
ten sei
,
da auch rückblickend keine relevante psychiatrische Diagnose habe veri
fiziert werden
können (
S
.
43
).
3.
2
.3
Der orthopädische Gutachter
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Chirurgie und Fach
arzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
,
führte
im Wesentlichen
aus, die Versicherte
habe bei der klinischen Untersuchung
eine Vielzahl von körperlichen Beschwerden beklagt, für die sich letztendlich auf orthopädisch-
traum
a
tol
o
gischem
Fachgebiet keine hinreichende
n
bzw
.
keine hinreichend zu objektivierenden Untersuchungsbefunde gefunden hätten.
D
ie Beweglichkeit der Halswirbelsäule, die unzweifelhaft degenerative Verände
run
gen aufweise, sei nich
t reproduzierbar eingeschränkt.
Neurologisch bestünden keine Auffälligkeiten, insbesondere kein Wurzelreizsyndrom. Ebenso sei die Be
weg
lichkeit der Brustwirbelsäule und Lendenwirbelsäule ohne Einschränkungen. Andere Erkrankungen auf
orthopädisch-
traumatologischem
Fach
gebiet
fänden
sich nicht
, sämtliche Gelenke seien frei beweglich. Auch
bestünden
keine
muskulären
Auffälligkeiten, in
s
besond
e
re nicht der parav
e
rtebralen Musk
ulat
u
r
(S.
54
).
Zur Arbeitsfähigkeit gab der orthopädische Experte im Wesentlichen an,
a
ufgrund der bildgebend dargestellten degenerativen Veränderungen
insbeson
d
ere der Hals- und Lendenwirbelsäule
seien der Versicherten nur leichte Tätigkeiten
zuzumuten
,
überwiegend im Sitzen, ohne Zwangshaltung für die Hals
-
und L
en
denwirbelsä
ule,
ohne
häufige
Tätigkeiten auf
Gerüst
en oder Leitern
,
ohne Über
kopftätigkeiten sowie ohne
Zwang
s
haltungen für die oberen Extremitäten.
Im Längsschnittverlauf liege dieses Belastungsprofil seit April 2000 vor, zu diesem Zeitpunkt seien die degenerativen Veränderungen erstmalig dargestellt worden (S. 57).
Zusammenfassend gab er an, die
Versicherte sei
nicht mehr in der Lage, ihre bisherige Tätigkeit als
Verpackerin
auszuüben, da diese die zumutbare Belas
tung übersteige. Eine angepasste Tätigkeit
,
die das Belastungsprofil berück
sich
tige
,
sei
ihr
jedo
ch uneingeschränkt zumutbar (S.
57). Im Vergleich
zum
Gutach
ten
von
Dr.
C._
vom Februa
r 2013
finde sich keine Verschlechterung
,
weder der radiologischen Befunde noch der klinischen Untersuchungsbefunde
,
gegenteils
seien die Untersuchungsbefunde signifikant besser
(
S.
60)
.
3.
2
.4
Der internistische Gutachter
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Medizinische Onkologie
,
führte zusammenfassend aus, aus inter
nistischer Sicht seien für die Arbeitsfähigkeit
keine
relevanten Diagnosen vorhan
den. Eine E
inschränkung der Arbeitsfähigke
it sei nicht gerechtfertigt (S.
71) be
ziehungsweise
sei die Arbeitsfähigkeit aus internistischer Sicht in bisheriger wie in einer angepassten Tä
tigkeit seit jeher erhalten (S.
73).
3.
2
.5
Der neurologische Gutachter
Dr.
med.
K._
, Facharzt für Neurologie,
gab im Wesentlichen an, die Versicherte habe bei der neurologischen Begutachtung über seit Jahren bestehende Schmerzen im Nackenbereich, seit zwei Wochen Ausstrah
lung zur rechten Schulter sowie bewegungsabhängige Schmerzen im Bereich der rechten Schulter sowie seit Jahren bestehende Schmerzen im gesamten Rücken ohne Ausstrahlung in
die Beine geklagt. Der klinisch neurologische
Untersu
chungsbefund zeige keine Einschränkung der Kopfbeweglichkeit, Nervendeh
nungs
zeichen lägen nicht vor. Muskeltonus, Muskelkraft und
Muskeltrophik
stellten sich seitengleich regelrecht dar, auch die Reflextätigkeit sei seitengleich
normal. Hinweise auf eine Schädigung der Rückenmarksfunktion bestünden nicht
. Bei der Überprüfung
der Sensibilität sei normales Oberflächen- und Schmerzemp
finden angegeben worden; auch die koordinativen und vegetativen Funktionen stellten sich vollständig regelrecht dar
(S. 83). Z
usammenfassend
führte er
aus, weder aktenkundig noch nach der hiesigen Anamnese und der klinischen Unter
suchung ergäben sich Hinweise auf das Vorliegen einer neurologischen Erkran
kung
beziehungsweise
eine
r
Affektion von Nervenwurzeln und des Rückenmarks im Rahmen der angegebenen perman
en
ten Schmerzen im HWS-
,
BWS- und LWS
-
Bereich sowie im B
ereich der rechten Schulter (S. 85
). Aus neurologischer Sicht habe zu keinem Zeitpunkt aktenkundig und somit auch nicht ab 2013 ein objektiver Befund mit Kompression der Nervenwurzel oder des Rückenmarks
bestanden. Nach der hiesigen Untersuchung lägen ebenfalls keine Zeichen einer Affektion von peripheren Nerven und des Rückenmarks vor. Die angegebenen Schmerzen hätten keine organneurologi
s
che Grundlage (S. 87
)
, aus neurolo
gi
scher Sicht bestünden keine Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit, weder in angestammter Tätigkeit noch in einer Verweistätigkeit (S. 85)
.
3.
2
.6
Im Rahmen der interdisziplinären Beurteilung schlussfolgerten die Experten, die Versicherte sei nicht mehr in der Lage, ihre bisherige Tätigkeit als
Verpackerin
auszuüben, da diese
die ihr
zumutbare Belastung übersteige. Bildgebend seien degenerative Veränderungen insbesondere der Hals- und Lendenwirbelsäule dar
gestellt worden sowie wenig degener
a
tive Veränderungen auch der Brust
wir
bel
säule. Insofern seien der Versicherten nur leichte Tätigkeiten zuzumuten, über
wiegend im Sitzen, ohne Zwangshaltung für die Hals
-
und die L
enden
wir
belsäule, ohne häufige
Tätigkeiten auf
Gerüst
en oder Leitern
,
ohne Über
kopfar
beiten und ohne
Zwangshaltungen für die oberen Extremitäten.
Eine angepasste Tätigkeit, die das Belastungsprofil berücksichtige, sei jedoch uneingeschränkt zumutbar.
Im Längsschnittverlauf liege dieses Belastungsprofil seit April 2000 vor.
Aus psy
chiatrischer, internistischer und neurologischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit der Versicherten weder in der bish
erigen noch i
n
einer angepassten Tät
igkeit relevant einschränkt (S.
14).
3.
3
Im
vorliegenden Verfahren legte die Beschwerdeführerin die folgenden Berichte ins Recht:
3.
3
.1
Dr.
med.
F._
, behandelnder Rheumatologe der Versicherten,
stellte
in seinem Bericht vom 2
5.
Mai 2021
die
folgende
n
Diagnosen:
-
Lumboradikuläres
Syndrom S 1 rechts (erste Manifestation Oktober 2017)
-
Degen
e
rative Veränderungen der unteren LWS
-
Rezessa
le
Stenose für die Nervenwurzel
S1
bds
.
-
Chronisches therapieres
istentes
cervicospondylogenes
(brachiales) Syn
drom
links
-
Erhebliche und zunehmende degenerative Veränderungen der HWS
-
4.11.19 MRI
der HWS: Steilstellung der HWS.
Mässige
Chondrosen
C3-C
6, Spinalkanal mässig eingeengt. L
eichte Kompression des
Myelons
ohne Zeichen einer Myelopathie.
R
ezessale
und
foraminale
Einen
gun
gen, Nervenreizungen beidseits möglich
-
Neurologischer Ausschluss eines CTS
beidseits
Ende September 2019
-
Chronisches
thorakovertebrales
Syndrom
-
rechtskonvexe Skoliose
-
laterale
Spondylophytose
rechts
-
Chronische Depression
-
Dekonditionierung
-
Übergewicht (BMI 28.3)
Dr.
F._
führte
in seiner Beurteilung
aus, bei der Versicherten bestehe ein chro
nisches
lumboradikuläres
Syndrom S1 rechts und ein therapieresistentes
cervi
cospondylogenes
(brachiales) Syndrom li
nks
, erschwert
durch die fachärztlich diagnos
ti
zi
erte Depression, welche bestimmt auch zur
Chronifizierung
beigetra
gen habe. Die chronischen Beschwerden korrelierten mit den klinischen Befunden und stünden in engem Zusammenhang mit den radiologisch nachweisbaren aus
geprägten degenerativen Veränderungen. Die Ausübung einer Tätigkeit (wie bei der letzten Stelle)
in der indus
triellen Produktion sei der 60j
ährigen nicht mehr zumutbar. Aufgrund der Verschlechterung des Gesundheitszustandes sei der Patientin aus rein rheumatologischer Sicht lediglich noch ein 30%iges Pensum in einer sehr leichten wechselbelastenden Tätigkeit zumutbar. Trotz medikamentöser Therapie und physikalischer Behandlung sei die Prognose aus rheumato
logischer Sicht ungünstig
, da angesichts der bestehenden degenerativen Veränderungen naturgemäss mit einer unvermeidbaren Prog
redienz der strukturellen Degene
ra
tion und der damit verbundenen Beschwerden zu rechnen sei
(Urk.
10).
3.
3
.2
Im Bericht vom 3. Juni 2021 stellten die seit 14.
November 2018 behandelnden Fachpersonen der
G._
AG
,
die folgenden Diagnosen:
-
Selbstunsichere Persönlichkeitsstörung (F.60.6)
-
Rezidivierende depressive Störung,
ggw
. schwere Episode mit somati
sc
hem Syndrom,
Chronifizierung
seit Jahren
,
mindestens
2016 (F33.2)
-
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
(F45.41)
-
Intelligenz im unteren Normbereich, Analphabetin
Sie führten im Wesentlichen aus, seit Jahren
bestehe
ein komplexer, hoch
chro
nifizierter
Krankheitsverlauf bei gleichzeitig bestehenden somatischen Erkran
kungen. Dies bewirke eine wechselseitige Symptomverstärkung, welche durch die Willenskraft nicht überwindbar sei. Zusätzlich würden sich
die
nicht vorhandene Introspektions- und Reflexionsfähigkeit sowie die einfache Persönlichkeits
struk
tur (Analphabetin) mit sehr eingeschränkten Ressourcen sehr beeinträchtigend auf das komplexe S
törungsbild auswirken.
Folglich
bestehe
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeiten auf dem ersten Arbeitsmarkt (Urk. 13).
3.
3
.3
Im Bericht über das von
der Versicherten im Zeitraum 1
9.
September 2017 bis
9. April 2018
absolvierte
Arbeits- und I
ntegrat
i
o
nsprogramm
L._
(Basisbeschäftigung)
der Stadt
M._
(
Dauer insgesamt bis 31. März 2019) be
merkte
die verantwortlich zeichnende
Fachperson zusammenfassend, die gesund
heitliche
und persönliche
Situation der Eheleute scheine die Versicherte sehr ein
zunehmen. Es scheine, als habe sie keine Energie, sich in die Arbeiten der Basis
beschäftigung hineinzugeben, weshalb die Punkte (
Anm.
:
Beurteilung der ein
zeln
en Kompetenzen) von Seite Gruppenleitung meist nur als «genüg
end» beurteilt worden sei
en
(Urk.
3/3).
4.
4.1
Das
polydisziplinäre
E._
-Gutachten vom
19. Juni
2020 entspricht den praxis
gemässen Anforderungen an den Beweiswert einer medizinischen Expertise
. Denn es
ist für die streitigen Belange umfassend, beruht
es doch
auf
den erforderlichen (psychiatrischen, orthopädischen, internistischen, neurologischen)
Untersuchun
gen einschliesslich
durchgeführten Laborabklärungen
.
Auch wu
rde
es
in Kenntnis der
und in Auseinandersetzung mit den
relevant
en
Vorakten
abge
geben,
berück
sichtigt die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden und se
tzt sich mit diesen auseinander
.
Ebenso leuchtet es
in der
Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein und
sind
die Schluss
folgerungen nachvoll
ziehbar und begründet.
Insbesondere
legte der psychiatri
s
c
he Experte
unter Hinweis auf die von ihm als aufgesetzt und vage beschriebenen Angaben der Versicherten, die
weitgehend unauffälligen
psychopathologischen Befunde (
Urk.
7/272
/
36 ff
)
,
die
Ergebnisse
der durchgeführten
Testverfahren
(vgl.
Urk.
7/272
/
38
)
sowie
das Resultat
der
ver
anlassten
Laborabklär
un
g, welche
– im
Gegensatz
zu den Angaben der Versicher
ten bezüglich der Einnahme von Psychopharmaka
–
eine
Konzentration
der ent
sprechenden Medikamente
unter dem Wirkspiegel (
Trazodon
)
beziehungsweise
der Nachweisgrenze (
Duloxetin
)
ergaben
(
vgl. S. 35 und
S. 38)
,
nachvollziehbar dar, das
s
aus psychiatrischer Sicht keine Diagnose zu stellen und zu keinem Zeit
punkt – insbesondere auch nicht nach 2013
-
ein psychischer Gesundheits
scha
den mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
k
eit bestand
en hat
(
S.
43
). Auch der
orthopädische
Gutach
t
er
führte
im Lichte
der
inko
ns
istente
n
Untersuchungs
be
funde
(S.
49 ff.)
sowie
des nicht wirksamen Serumspiegels
der angegebenen S
ch
merzmedikation (S.
53)
nachvollziehbar aus, dass die Beschwerdeführerin
vor dem Hintergrund der in den
Vorakten
bildgebend ausgewiesenen
nahezu
alters
entspr
echende
n
(S. 55)
degenerativen Veränderungen an der Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule
die zuletzt ausgeübte Tätig
k
eit
(
als
Verpackerin
)
zwar
nicht mehr ausüben kann
,
sie jedoch
-
seit dem Jahr 2000 (erste Bildgebung)
-
in einer adap
t
i
erten
leichten
Tätigkei
t
voll
ständig arbeitsfähig ist
(S. 57)
.
Aber auch in internistischer Hinsicht leuchtet m
it
Blick auf die
diesbezüglich
gestellten
(
Verdachts-)Diagnosen (S.
70)
ohne Weiteres
ein,
dass insoweit
kein
e Einschrän
kung
der
Arbeitsfähigkeit besteht
(
und
auch seit jeher nicht bestand;
S.
72)
.
Ü
ber
zeugen
d sind schliesslich
auch
die Ausführungen des neurologischen Experten
;
denn
es
erscheint schlüssig, dass
-
mit Blick auf die
von ihm erhobenen
weitge
he
nd unauffälligen
klinischen
Befunde anlässlich de
r neurologischen Untersuchung (S
.
79 ff.
)
-
zu keinem Zeitpunkt
(
insbesondere für die Zeit ab 2013
)
eine Ein
schrän
kung der Arbeitsfähigkeit
bestand
(S. 87
)
.
4.2
Soweit die Beschwerdeführerin die
Schlussfolgerung
en
im
E._
-
Gutachten
unter
Hinweis auf
die
fortgesetzte
Behandlung
namentlich
durch
den Rheumatol
o
gen
Dr.
F._
und
die
Fachpersonen
der
G._
AG sowie
die
von diesen Behandl
ern
abweichenden
Diagnosen und
Einschätzungen
weitgehend
pauschal in Frage stellt
(
Urk.
1
Ziff.
9)
,
ergibt dies nichts zu ihren Gunsten.
Zum einen
hat
die IV-Stelle
in der angefochtenen Verfügung
zu Recht
darauf hin
g
e
wiesen
,
dass
es die
unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der thera
peutisch tätigen (Fach-) Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich
bestellten fachmedizinischen Experten anderseits nicht zulässt, ein Admini
stra
tiv- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklä
rungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen beziehungsweise The
ra
piekräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen
. Zwar bleiben
Fälle
vorbehalten
, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die
be
handelnden Ärzte
wichtige Aspekte benennen, die bei der Begutachtung uner
kannt ode
r ungewürdigt geblieben sind (zum Ganzen
statt vieler
etwa
:
Urteil
e
des Bundesgerichts
8C_447/2020 vom
7.
Oktober 2020 E. 6.2 und Urteil 9C_34/2019
vom 2
5.
April
2019 E.
4.1
). I
nwiefern
die behandelnden Ärzte
- namentlich in den beschwerdeweise aufgelegten Berichten
(E. 3.2.1 und E.
3.2.2)
–
solch uner
kannt oder ungewürdigte
Aspekte
be
ne
n
nen
, hat die Beschwerdeführerin
nicht
nachvollziehbar
aufgezeigt
.
Dies ist auch nicht ersichtlich.
Festzustellen ist ins
besondere
, dass - s
oweit die Beschwerdeführer
in
unter Hinweis auf den Bericht von
Dr.
F._
vom 2
5.
Mai 2021 eine Verschlechterung
des Gesundheitszu
stan
des
geltend macht
(
Urk.
9
)
-
sich daraus nichts zu ihren G
unsten
ergibt
; d
ies muss
schon
deshalb
gelten
,
weil
der
fragliche
Bericht
auf einer Untersuchung vom
12.
Mai 2020
beruht
(vgl. Urk.
10 S. 2)
und sich somit
auf
eine gesundheitliche
Entwick
lung
bezieht
, wie
sie dem Gutachten vom 19.
Juni
2020 bereits
zugrunde
liegt
.
Aber auch
die A
u
sführungen der
behandelnden
Fachpersonen der
G._
AG in ihrem Bericht vom 3.
Juni 2021
(Urk. 13)
sind nicht geeignet,
d
ie Beweiskraft
der Expertise des
E._
zu
schmälern
,
und zwar schon allein deshalb
nicht
, weil
im genannten Bericht
eine nachvollziehbare
(und somit über
prüfbare)
Herleitung
der dort
abweichend
geste
llten Diagnosen
fehlt
und dieser somit
weder wichtige neue
noch
vom psychiatrischen Gutachter unerkannt bzw. ungewürdigt gebliebene Aspekte
benennt
.
Zu berücksichtigen gilt
aber auch
, dass
d
ie psychiatrische Exploration dem begutachtenden Psychiater praktisch immer einen gewissen Spielraum
eröffnet
, innerhalb dessen verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und rechtlich zu respektieren sind, sofern der Experte lege
artis
vorgegangen ist (
BGE 145 V 361
E. 4.1.2
mit Hinweisen).
Mit Blick auf die bei
der psychiatrischen Exploration
zu Tage getre
tenen
Inkonsistenzen
ist
vorliegend
schliesslich
auch der
Erfahrungs
-
tatsache
Rech
nung
zu
tragen,
dass
behandelnde Arztpersonen bzw. Therapiekräfte
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauens
stellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (
BGE 135 V 465
E.
4.5 S.
470; Urteil 8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2)
.
In diesem Sinne hielt
denn auch der psychiatrische Experte fest, dass Phänomene wie Aggravation oder Simulation aktenkundig weder vom Hausarzt noch
von
den behandelnden Psychother
a
peuten oder
dem
Psychiater in Betracht gezogen worden sei
e
n
(
Urk.
7/272 S. 40).
Soweit die Beschwerdeführerin schliesslich vorbringen lässt,
die Einschätzung der Restarbeitsfähigkeit von 100
% sei aufgrund der medizinischen Akten, insbeson
dere der im Gutachten erhobenen Nebendiagnose «V.a. Colon
irritabile
» weder nach
vollziehbar noch begründet
, da
diese Diagnose
zusä
t
z
lich auch eine quanti
tative Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit habe
(Urk.
1
Ziff.
14
),
vermag auch dieser Einwand nicht zu überzeugen.
Denn
dafür,
dass
die Beschwerdeführerin
diese –
als Verdachtsdiagnose gestellte -
gesundheitliche Störung nicht steuern
kann
(
und der Drang
bzw. Krampf
pl
ötzlich, auch in der Nacht kommt
;
vgl.
wie
derum Urk. 1
Ziff.
14)
,
finden
sich in den Akten keine
korrelierenden
Anga
be
n
. So
hatte
die Beschwerdeführerin
im Rahmen der Begutachtung
beim
E._
an
läss
lich der internistischen
Unte
r
s
uchung
zwar angegeben
, dass
die Verdauung (
Stuhl
gang
)
wechselnd
(
Diarrhoe/O
bstipation) sei. Über
im
Alltag
erheblich
ein
schrän
kende Beschwerden
hatte sie
dort
hingegen nicht
berichtet
(
vgl. Urk.
7/272/
66 und insb. 67, wonach der Stuhlgang einigermassen geregelt sei
)
, ebenso wenig bei den anderen Gutachtern
(vgl.
Urk.
7/272/
47
[orthopädische/
traumatologische
Begut
ach
tung
]
,
wonach der Stuhlgang unregelmässig, etwa alle zwei bis vier Tage
erfolge,
vgl. auch
Urk.
7/272/
78
[
neurologische Begutachtung]
wonach Miktion und Defäkation intakt seien)
.
Auch insoweit wird die Einschätzung
im
E._
-
Gutachten
daher nicht in Frage gestellt.
4.3
Nach dem Gesagten sind
die E
i
nwendung
e
n
der Beschwerdeführerin nicht geeig
net,
die Beweiskraft des
E._
-
Gutachtens in Frage zu stellen.
Somit ist
auf diese Beurteilung
abzustellen
und
gestützt darauf davon auszugehen, dass die Be
schwerdeführerin
–
wie schon im Zeitpunkt der
Beurteilung der
Dres
.
C._
und
D._
im Jahr 2013 (E. 3.1 hiervor)
–
bzw.
seit dem Jahr 2000
(
und somit im hier massgeblichen B
e
u
r
teilungszeitraum bis zum Erlass der nunmehr ange
foch
tenen Verfügung vom
15.
Februar 202
1
)
in ihrer zuletzt ausgeübten Tätigke
i
t
als
Verpackerin
nicht mehr arbeitsfähig ist
,
hingegen in einer angepassten
kör
per
lich leichten
Tätigkeit
,
unter
Einhaltung
des
gutachterlich festgelegten
Belas
tungsprofils
,
eine volle Arbeitsfähigkeit besteht.
5.
5.1
Die Beschwerdeführerin bestreitet die Verwertbarkeit der so festg
e
stellten A
rbeits
fähigkeit. Sie begründet dies
mit
ihrem
fortgeschrittenen
Alter
,
dem Vorliegen von g
esundheitlichen Störungen
sowie damit
, dass sie über
keine Ausbildung verfüg
t
(Urk.
1
, insbes.
Ziff.
11 und
Ziff.
15).
5.2
Wie von der Beschwerdeführerin
grundsätzlich
zu Recht
geltend gemacht (Urk.
1
Ziff.
15)
,
anerkenn
t die Rechtsprechung, dass das
(
vorgerückte
)
Alter zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausge
glichenen Arbeitsmarkt
realistischerweise
nicht mehr nachgefragt wird. Mass
gebend sind die Umstände des konkreten Falles, etwa die Art und Beschaffenheit
des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Ein
arbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich.
Nach der Rechtsprechung
ist
dabei
für
den Zeitpunkt, in welchem die Frage nach der Verwertbarkeit der (Rest-) Arbeitsfähigkeit bei vorgerüc
ktem Alter zu beant
wor
ten ist
,
auf das Feststehen der medizinischen Zumutbarkeit einer (Teil-) Erwerbs
tätigkeit abzustellen (
vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_55/2021 vom 9. Juni 2021 E. 5.1 unter Hinweis auf die Rechtsprechung).
5.3
Im Falle der Beschwerdeführerin stand die medizinische Zumutbarkeit einer
dem Leiden angepassten
Erwe
r
bstätigkeit mit der Erstattung des
E._
-
Gutachtens am 1
9.
Juni 2020 fest
(
Urk.
7/272)
.
Damals
war die Beschwerdeführerin
knapp 60 Jahre alt
(59 Jahre und 9 Monate)
.
Somit
stand sie im massgeblichen Zeitpunkt
(erst) an der Schwelle zum Alter, mit Blick auf welches sich die Frage der (alters
bedingten) Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit
in der Regel
stellt (vgl. etwa Kasu
is
tik im Urteil des Bundesgerichts
8C_345/2013 vom 10.
September 2013 E. 4.3.2)
und
v
erblieb ihr
bis zum Erreichen des ordentlichen
AHV-
Pensionsalters eine Aktivitätsdauer von gut vier Jahren.
Gemäss der gutachterlichen Einschätzung sind der Beschwerdeführerin
aus medi
zinischer Sicht
nur
leichte Tätigkeiten zuzumuten, die überwiegend im Sitzen, ohne Zwangshaltung für die Hals- und die Lendenwirbelsäule, ohne häufige
Tätig
keiten auf
Gerüst
en oder Leitern
, ohne Überkopfarbeiten
und ohne
Zwangs
haltungen für die oberen Extr
emitäten ausgeübt werden können.
E
ine Tätigkeit
, welche
diesem Belastungsprofil Rechnung trägt,
ist ihr
vollzeitlich
zumutbar
(E.
3.1.6
hievor
)
.
Das
so
umschriebene Belastungsprofil
erweist sich damit
nun
aber
nicht
als
derart
restriktiv
,
dass
gesagt werden könnte,
der Beschwerde
füh
rerin
sei
eine zumutbare Tätigkeit
nur
noch in so eingeschränkter Form möglich, dass der
als
ausgeglichen unterstellte
Arbeitsmarkt
sie nicht kennen würde oder nur
unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen A
rbeit
geber
s möglich wäre
und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vorn
herein als ausgeschlossen erscheint
(
vgl. dazu etwa
Urteil 8C_143/2019 vom 2
1.
August 2019 E.
5.2 mit Hinweisen
)
.
A
uch
dieses
Belastungsprofil
lässt
ein
genügend
breites Spektrum an zumutbaren Verrichtungen zu
,
fallen
doch
etwa
leichte Prüf-, Überwachungs-, und Kontrollarbeiten
in Betracht.
Daran ändert auch nic
h
ts
,
dass die
Beschwerdeführerin
über
keine berufliche Ausbildung und
in der Schweiz
nur
über
wenig Berufserfahrung verfügt
.
So werden
für
Hilfs
ar
beiten
,
wie
sie für die Beschwerdeführerin in Frage kommen
und
auf dem hypo
thetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt grundsätzlich altersunabhängig nachge
fragt
werden
(
statt vieler: Urteil des Bund
esgerichts 9C_415/2019 vom 14. Oktober 2019 E.
5.2
)
,
weder
eine Berufsbildung
,
noch Erfahrung oder
sonstige Vorkennt
nisse (vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_55/2021 vom 9. Juni 2021 E. 5.2.1)
oder
(gute) Sprachkenntnisse
vorausgesetzt (vgl. etwa Urteile des Bun
desgerichts
8C_687/2018 vom 18.
April
2019 E
.
5.3 oder
9C_898/201
7
vom
25.
Oktober 2018 E
.
3.4).
Angesichts des hier massgeben
den Alters von knapp 60 Jahren,
einer
verblei
ben
den Aktivitätsdauer von immerhin
gut
vier Jahren,
e
inem aus gesundheit
lichen Gründen nicht ausserordentlich
limitierten
Belastungsprofil,
einem
hohen
zumut
baren
Arbeitspensum
sowie schliesslich angesichts der relativ hohen Hür
den, die das Bundesgericht für die Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit älterer Men
schen entwickelt hat (vgl. Urteil 8C_803/2018 vom 6.
Juni 2019 E. 5.3 mit Hin
weisen
)
,
ist ein
aus
invalidenversicherungsrechtlich
er Sicht
fehlender Zugang zum Arbeitsmarkt
daher insgesamt
zu verneinen.
5.4
An diesem Ergebnis
ändert
schliesslich
auch der
im vorliegenden
V
erfahren
ein
gereichte Bericht
der
Arbeitsintegration
L._
der
Stadt
M._
nichts
(
Urk.
3/3). Dies muss schon daher gelten, als
im Lichte der Ausführungen der medizinischen Experten
des
E._
die
gesundheitlichen Einschränkungen der
Beschwerdeführerin
- objektiv betrachtet -
weniger weit gehen
als diejenigen, von welchen die
Fachpersonen der Arbeitsintegration
gestützt auf
die
subjektiven
Angaben der Beschwerdeführerin
ausgegangen
sind
.
6.
6.1
Die IV-Stelle ermittelte die erwerblichen Auswirkungen der
gutachterlich
festge
stellten
vollständigen
Arbeitsf
ähigke
it
in einer angepassten Tätigkeit
sinngemäss
aufgrund eines
Prozentvergleich
s
(U
rk.
2 S
.
3
, zum Prozentvergleich Urteil des Bundesgerichts 8C_131/2011 vom 5. Juli 2011 E. 10.2.1 mit Hinweis auf BGE 114 V 310 E. 3a
)
. Die
Bemessung
der Vergleichseinkommen
gestützt auf die nämli
chen
T
abellenl
öhne
(für Hilfsarbeiter)
der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung
(LSE)
wird beschwerdeweise nicht in Frage gestellt
. Das Vorgehen
ist
denn auch
nicht zu beanstanden
.
6.2
D
er Invaliditätsgrad
entspricht demnach
dem Grad der Arbeits
un
fähigkeit unter Berücksichtigung des
leidensbedingten
Abzugs vom Tabellenlohn
(
gemäss BGE 126 V 75
)
.
Vorliegend kann offenbleiben, ob
und gegebenen
falls in welcher Höhe ein
solcher
Abzug
gerechtfertigt
ist
. D
enn an
gesichts der
vollständigen
Arbeits
fähigkeit in einer Verweistätigkeit
resultiert
selbst bei Vornahme des maximal zulässigen Abzugs von 25
% (
vgl. wiederum BGE 126 V 75
)
kein
Invaliditätsgrad von
mindestens
40
%
,
womit kein
Rentenanspruch
ausgewiesen ist.
7.
Zusammenfassend hat die IV-Stelle
die bis zum 30. Juni 2017 ausgerichtete Inva
lidenr
ente
zu Recht auf diesen Zeitpunkt
hin eingestellt
, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
8
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.