Decision ID: c681cf65-281d-4b42-8b7d-c3cb62f03c05
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1971 geborene
X._
erlangte im September 1992 das Maturi
täts
zeugnis der Le
hramtsschule der Kantonsschule
Y._
und im November 1998 das Vorlizentiat der juristischen Fakultät der Universität
Z._
(Urk. 11/7/
4,
Urk.
11/7/
6).
Sie übte nie
in bedeutendem
Umfang
eine E
rwerbs
tätig
keit aus
(Urk. 11/5)
und
wurde
durch ihre Familie
beziehungsweise
das
Sozialamt (Urk.
11/13)
finanziell unterstützt
. Im
Oktober 2012
meldete
sie
sich wegen Essstörungen und Depressionen, bestehend seit
25 Jahren
, bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug
(Rente,
Hilflosenentschädigung
)
an
und
stellte gleichzeitig Antrag auf
Ergänzungsleistungen
(
Urk.
11/1;
vgl. auch
Urk. 11/8, Urk. 11/11
,
Urk. 11/21
und Urk. 11/29
)
.
Die
Sozialversicherungsan
stalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, teilte der Versicherten a
m
8.
Februar 2013 (
Urk. 11/17)
mit, aufgrund des Gesundheitszustandes seien
berufliche Ein
gliederungsmassnahmen
nicht möglich
.
Sodann verneinte sie nach Durch
führung einer Abklärung an Ort und Stelle (Urk. 11/37) und des
Vorbescheid
verfahren
s
(Urk. 11/39, Urk. 11/43)
, in dessen Verlauf eine ergänzende Stellungnahme des Abklärungsdienstes erging (Urk. 11/51),
mit Verfügung vom 11. Dezember 2013
(Urk. 2)
einen Anspruch der Versicherten auf eine
Hilflo
senentschädigung
.
2.
Hiergegen erhob
X._
am 7. Januar 2014 (Urk. 1/1-2) Beschwerde und beantragte die
Zusprache
einer
Hilflosenentschädigung
. Die IV
Stelle schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 14. Februar 2014 (Urk. 10) auf Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 17. März 2014 (Urk. 14) zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
42
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
haben Versicherte mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt in der Schweiz, die hilflos sind, Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung
. Vorbehalten bleibt Ar
tikel 42
bis
IVG. Als hilflos gilt eine Person, die wegen einer Beeinträchtigung der Gesundheit für alltägliche Lebensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen Überwachung bedarf (
Art.
9
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Im Bereich der Invali
denversicherung gilt auch eine Person als hilflos, welche zu Hause lebt und wegen der gesundheitlichen Beeinträchtigung dauernd auf lebenspraktische
Begleitung angewiesen ist (
Art.
42
Abs.
3 Satz 1 IVG;
Art.
38
der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV
).
Praxisgemäss (BGE 121 V 88 E. 3a mit Hinweisen) sind die folgenden sechs alltäglichen Lebensverrichtungen massge
bend (BGE 127 V 94 E. 3c, 125 V 297 E. 4a):
Ankleiden, Auskleiden;
Aufstehen, Absitzen, Abliegen;
Essen;
Körperpflege;
Verrichtung der Notdurft;
Fortbewegung (im oder ausser Haus), Kontaktaufnahme
.
1.2
1.2.1
Nach Art. 42 Abs. 2 IVG ist zwischen leichter, mittelschwerer und schwerer Hilf
lo
sigkeit zu unterscheiden.
Leichte Hilflosigkeit liegt vor, wenn die versi
cherte Person trotz der Abgabe von Hilfsmitteln (Art. 37 Abs. 3 IVV):
in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheb
li
cher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist;
einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf;
einer durch das Gebrechen bedingten ständigen und besonders aufwendi
gen Pflege bedarf;
wegen einer schweren Sinnesschädigung oder eines schweren körperlichen Gebrechens nur dank regelmässiger und erheblicher Dienstleistungen Drit
ter gesellschaftliche Kontakte pflegen kann; oder
dauernd auf lebenspraktische Begleitung im Sinne von Artikel 38 IVV ange
wiesen ist.
1.2.2
Die Hilflosigkeit gilt als mittelschwer, wenn die versicherte Person trotz der Abgabe von Hilfsmitteln (Art. 37 Abs. 2 IVV):
in den meisten alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist;
in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheb
li
cher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist und überdies einer dauern
den persönlichen Überwachung bedarf; oder
in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheb
li
cher Weise auf die Hilfe Dritter und überdies dauernd auf lebenspraktische Begleitung im Sinne von Artikel 38
IVV
angewiesen ist
.
Nach der Rechtsprechung setzt Hilflosigkeit mittelschweren Grades nach
Art.
37
Abs.
2
lit
. a IVV eine Hilfsbedürftigkeit in mindestens vier alltäglichen
Lebens
verrichtungen
voraus (BGE 121 V 88 E. 3b, 107 V 145 E. 2).
1.2.3
Gemäss
Art.
37
Abs.
1 IVV gilt die Hilflosigkeit als schwer, wenn die versicherte Person vollständig hilflos ist. Dies ist der Fall, wenn sie in allen alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter ange
wiesen ist und überdies der dauernden Pflege oder der persönlichen Über
wa
chung bedarf.
1.3
Nach
Art.
38
Abs.
1 IVV liegt ein Bedarf an lebenspraktischer Begleitung im Sinne von
Art.
42
Abs.
3 IVG vor, wenn eine volljährige, versicherte Person ausserhalb eines Heimes lebt und infolge Beeinträchtigung der Gesundheit:
ohne Begleitung einer Drittperson nicht selbständig wohnen kann;
für Verrichtungen und Kontakte ausserhalb der Wohnung auf Begleitung einer Drittperson angewiesen ist; oder
ernsthaft gefährdet ist, sich dauernd von der Aussenwelt zu isolieren.
Ist lediglich die psychische Gesundheit beeinträchtigt, so muss für die Annahme
einer Hilflosigkeit gleichzeitig ein Anspruch auf mindestens eine
Viertelsrente
bestehen (
Art.
38
Abs.
2 IVV).
Zu berücksichtigen ist nur diejenige lebenspraktische Begleitung, die regelmäs
sig und im Zusammenhang mit den in Absatz 1 erwähnten Situationen erfor
derlich ist. Nicht darunter fallen insbesondere Vertretungs- und
Verwaltungstä
tigkeiten
im Rahmen vormundschaftlicher Massnahmen nach
Art.
398-419 des Zivilgesetzbuches (ZGB) beziehungsweise
im Rahmen von Massnahmen des Erwachsenen
schutzes nach Art. 390-398 ZGB (
Art.
38
Abs.
3 IVV in der bis 31. Dezember 2014 gültig gewesenen respektive in der seit 1. Januar 2015 gel
tenden Fassung).
Unerheblich ist, in welcher Umgebung sich die versicherte Person
–
abgesehen davon, dass sie ausserhalb des Heims wohnen muss – aufhält und ob sie auf die Hilfe des Ehegatten, der Kinder oder der Eltern zählen kann (BGE 133 V 450 E. 2.2.3 und 5).
Als regelmässig im Sinne von
Art.
38
Abs.
3 Satz 1 IVV gilt die
lebensprakti
sche
Begleitung, wenn sie über eine Periode von drei Monaten gerechnet im Durchschnitt mindestens zwei Stunden pro Woche benötigt wird (BGE 133 V 450 E. 6.2).
Die lebenspraktische Begleitung beinhaltet weder die (direkte oder indirekte) Dritthilfe bei den sechs alltäglichen Lebensverrichtungen noch die Pflege noch
die Überwachung. Sie stellt vielmehr ein zusätzliches und eigenständiges Insti
tut der Hilfe dar (BGE 133 V 450 E. 9).
Das Gesetz macht den Anspruch auf
Hilflosenentschädigung
nicht davon abhän
gig, ob die lebenspraktische Begleitung kostenlos erfolgt oder nicht (BGE 133 V 472 E. 5.3.2).
1.4
Sowohl bei der Erarbeitung der Grundlagen für die Bemessung der Hilflosigkeit in den alltäglichen Lebensverrichtungen als auch bei der Hilflosigkeit unter dem Gesichtspunkt der lebenspraktischen Begleitung ist eine enge, sich ergänzende Zusammenarbeit zwischen Ärzteschaft und Verwaltung erforderlich. Erstere hat anzugeben, inwiefern die versicherte Person in ihren körperlichen, geistigen beziehungsweise psychischen Funktionen durch das Leiden eingeschränkt ist. Der Versicherungsträger kann an Ort und Stelle weitere Abklärungen vor
nehmen, wobei bei Unklarheiten über physische, geistige respektive psychische Störun
gen und/oder deren Auswirkungen in der Alltagspraxis Rückfragen an die me
dizinischen Fachpersonen nicht nur zulässig, sondern notwendig sind (BGE 130 V 61 E. 6.1.1). Damit dem Abklärungsbericht voller Beweiswert zukommt, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein: Als Berichterstatterin wirkt eine qualifizierte Person, die Kenntnis der örtlichen und räumlichen Ver
hältnisse hat sowie mit den seitens der Medizin gestellten Diagnosen und den sich daraus er
gebenden Beeinträchtigungen vertraut ist. Der Berichtstext muss plausibel, be
gründet und detailliert bezüglich der einzelnen alltäglichen
Lebens
verrichtun
gen
sowie den tatbestandsmässigen Erfordernissen der
lebensprakti
schen
Be
gleitung sein. Weiter sind die Angaben der Hilfe leistenden Personen zu be
rücksichtigen, wobei divergierende Meinungen im Bericht aufzuzeigen sind. Genügt der Bericht über die Abklärung vor Ort den einzelnen
rechtspre
chungs
gemässen
Beweisanforderungen, greift das Gericht in das Ermessen der die Ab
klärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein
schätzungen vorliegen (BGE 133 V 468 E. 11.1.1, 130 V 63 E. 6.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
stellte sich auf den Standpunkt
, dass
bei der Beschwer
deführerin
keine Hilflosigkeit im Sinne des Gesetzes vorliege und
sie
insbe
son
dere auch
nicht auf
lebenspraktis
che
Begleitung
an
gewiesen sei
(Urk. 2, Urk. 10).
2.2
Demgegenüber machte
die Beschwerdeführerin
geltend
, sie
müsse
die Wohnung ihrer Schwester wegen
(Mietzins-)
Schulden verlassen und
werde
, sobald ihr die zustehenden IV-Gelder ausbezahlt würden, eine geeignete Wohnung im teuren
Wohnraum
A._
mieten
, wobei ihre
Ärztin
sie
bereits bei der Spitex für Unterstützung in der eigenen Wohnung angemeldet
habe
. Sie
sei auf die Hilfe einer
Drittperson
angewiesen
, da sie schwer depressiv
und
vereinsamt sei und lebensgesta
ltende Schritte unterlasse
(Urk. 1/1-2).
3
.
3.
1
Die Beschwerdeführerin wurde vom 29. November 2012 bis 20. Februar 2013 in der
B._
(Bericht vom 27. Mai 2012 [richtig: 2013
], Urk. 11/33)
und
ab
12. September 2013 in der
C._
(Bericht vom 6. November 2013, Urk. 11/48) stationär behandelt. Dazwischen
fand
vom 2. April bis 2. Juli 2013 eine teilstationäre Behandlung
in der
D._
statt
(
Bericht vom 10. Oktober 2013, Urk. 11/46).
Im Wesentlichen übereinstimmend
diagnostizierten
die mit der Beschwerde
führerin befassten Fachpersonen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine
Bulimia
nervosa
(ICD-10 F50.2; seit 15. Lebensjahr beziehungsweise seit Adoleszenz
, bislang unbehandelt geblieben
), eine rezidivierende depressive Störung, gegen
wärtig mittelgradige depressive Episode, mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.11; seit 2010 beziehungsweise seit Adoleszenz) und eine Akzentuierung der Persönlichkeitszüge im paranoiden Bereich (ICD-10 Z73.1; kein Beginn
eruier
bar
beziehungsweise seit Adoleszenz), wobei der Oberarzt der
C._
überdies differentialdiagnostisch eine
entsprechende
Persönlich
keitsstörung
(ICD-10 F60.0) in Betracht zog
(Urk. 11/33, Urk.
11/46, Urk. 11/48, jeweils S. 1 Ziff. 1.1).
Sie
gingen davon aus, dass
zumindest aktuell
– jedenfalls im ersten Arbeitsmarkt – keine Arbeitsfähigkeit
bestehe
(Urk. 11/33 S. 2 Mitte, Urk. 11/46 S. 4 Ziff. 1.9, Urk. 11/48 S. 5 f.).
Eine Stellungnahme zur
Hilflosig
keit
erfolgte nicht
.
3.2
Zur Ermittlung der Hilflosigkeit führte der Abklärungsdienst der
Beschwerde
gegnerin
am 10. Juli
201
3
eine
Abklärung an Ort und Stelle
durch, deren Ergebnisse im Bericht vom
Folgetag
(Urk.
11/37
) protokolliert
wurden. Darin kam die
zuständige
Abklärungsperson zum Schluss
, dass die Beschwerde
führerin in allen sechs alltäglichen Lebensverrichtungen selbständig sei
(S. 3-4) und weder ständige Pflege noch dauernde persönliche Überwachung benötige (S. 6). Ebenso wenig sei sie auf
lebenspraktische Begleitung angewiesen, da kein
Be
darf an Hilfeleistung zur Ermöglichung des selbständigen Wohnens, an Beglei
tung bei
a
usserhäuslichen Verrichtungen und an Anwesenheit einer Drittperson zur Verhinderung einer dauernden Isolation von der Aussenwelt besteh
e (S. 4
6).
A
n dieser
Einschätzung
hielt die zuständige Abklärungsperson
in
ihrer
im
Zuge
des
Vorbescheidverfahrens
verfassten Stellungnahme vo
m 11. Dezember 2013 (Urk. 11/51) fest.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin
stützte
sich im Rahmen
ihre
s
ablehnenden Entscheid
s
massgeblich
auf
die
Einschätzung ihres Abklärungsdienstes
vom 11. Juli und
11. Dezember 2013
(E. 3.2 hiervor)
. Der
zuständigen Abklärungsperson
lag
en
zwar
mit den Berichten der im Rahmen der (teil-)stationären Behandlungen mit der Beschwerdeführerin befassten Fachpersonen (
E. 3.1 hiervor;
wovon im Zeit
punkt der Erhebung vom 10. Juli 2013 der Bericht der
B._
vom 27. Mai 2012 [
richtig
: 2013; Urk. 11/33] aktenkundig war)
medizinische
Unter
lagen
vor,
jedoch
finden sich darin keine hinreichenden
(fach-)
ärztliche
n
Anga
ben
hinsichtlich
der
strittigen Frage
der
Hilflosigkeit
.
Es wurden
lediglich
Umstände
wie
eine
fehlende Tagesstruktur mit teilweiser Tag-/Nachtumkehr,
ein
ausgeprägte
r
soziale
r
Rückzug (Urk. 11/33 S. 2, Urk. 11/46 S. 2 f., Urk. 11/48 S. 5 oben) sowie
eine
dringende Indikation für psychiatrische Spitex (Urk. 11/33 S. 2 unten
)
benannt
,
welche
indes
für sich alleine zu wenig aussagekräftig sind.
Konkrete
Feststellungen
zur Hilflosigkeit
und insbesondere zur Notwendigkeit der lebenspraktischen Begleitung
machten
die Fachpersonen nicht, was
ange
sichts dessen, dass ihnen offenbar lediglich das Formular zur Abklärung des Anspruchs auf berufliche Eingliederung/Rente, nicht aber dasjenige zur Abklä
rung der
Hilflosenentschädi
gung
zugestellt
wurde,
nicht weiter erstaunt
.
Die Beschwerdegegnerin sah auch davon ab, den involvierten Fachärzten das von der Beschwerdeführerin ausgefüllte
Anmelde
formular mit den Selbstangaben
zur
Hilflosigkeit (Urk. 11/
21
) zu unterbreiten,
wie
dies in
Randziffer
8129
des Kreisschreibens über
Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung
(KSIH; ab 1. Januar 2014 gültig gewesene Fassung) für den Regelfall vorgese
hen ist.
Ein Facharzt des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) wurde im Rahmen der Anspruchsprüfung ebenfalls nicht beigezogen (vgl. dazu
Rz
.
8130 KSIH).
4.2
Weil es vorliegend in Bezug auf die Hilflosigkeit
und
insbesondere
die Notwen
digkeit einer lebenspraktischen Begleitung
an einer fachärztlichen
psychiatri
schen
Einschätzung und an der für den Anspruch auf eine
Hilflosenentschädi
gung
erforderlichen Zusammenarbeit zwischen
Ärzteschaft
und der
Beschwer
degegnerin
fehlt, kann
nicht ohne weiteres auf das Ergebnis der
Vororta
bklä
rung
abgestellt werden.
Dies gilt umso mehr mit Blick darauf
,
dass
es der Abklärungsperson regelmässig nur beschränkt möglich ist, das Ausmass eines psy
chischen Leidens und der damit verbundenen Einschränkungen zu erkennen (Urteil
des Bundesgerichts
9C_631/2009 vom 2. Dezember 2009 E.
5.1.2 mit Hinweisen).
Des Weiteren ist z
u
monieren
, dass der
Vorortabklärung
vom 10. Juli 2013 nicht auch die Schwester der Beschwerdeführerin (welche
gemäss Darstellung der Beschwerdeführerin in einem Teilzeitpensum
als Unterstufenlehrerin arbeitet und die Beschwerdeführerin seit zirka dem Jahr 2009
wegen
ihrer finanziellen Verhältnisse
respektive
aus „Pflicht“ bei sich in der Wohnung aufgenommen hat
, Urk. 11/37 S. 1 f.
)
beiwohnte.
4.3
Mithin
erweist
sich der
rechtserhebliche
Sachverhalt als unzureichend abgeklärt
.
Infolgedessen
ist
die angefochtene Verfügung (Urk. 2) aufzuheben und die Sache an die Bes
chwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie fundierte (
fach
)ärzt
li
che Angaben zur Frage der Hilflosigkeit einhole,
nötig
enfalls eine erneute Ab
klärung
an Ort und Stelle
unter Einbezug
der
Schwester
der Beschwerdeführerin
durchführe und hernach
über den Anspruch auf eine
Hilf
losenentschädigung
neu verfüge.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
5.
Die Kosten des Verfahrens gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind auf Fr. 600.-- fest
zusetzen und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens –
nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 210 E.
7.1
, 137 V 57 E. 2
.2)
–
der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.