Decision ID: b006707b-9a0e-4a6c-a3d1-1c97ec7097e8
Year: 2021
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A. A._, geb. 15. Juli 1994, Staatsangehöriger der Dominikanischen Re-
publik, heiratete am 4. Oktober 2019 in Z._ die in der Schweiz nieder-
gelassene Landsfrau B._. Am 6. Dezember 2019 wurde ihm im Rah-
men des Familiennachzugs seiner Ehefrau eine Aufenthaltsbewilligung
erteilt (Vorakten, S. 7, 66 f.).
B. Der Stellungnahme von A._ vom 2. April 2020 ist zu entnehmen,
dass die Ehegatten seit 30. Dezember 2019 getrennt leben. Aus der Ehe
gingen keine Kinder hervor (Vorakten, S. 101).
C. Am 17. Februar 2020 reichten A._ und seine Ehefrau beim Kreisge-
richt Z._ ein gemeinsames Scheidungsbegehren ein. Mit Entscheid des
Kreisgerichtes Z._ vom 9. Juni 2020 wurde die Ehe geschieden (Vorak-
ten, S. 133).
D. Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs widerrief das Migrationsamt
mit Verfügung vom 3. September 2020 die Aufenthaltsbewilligung von
A._ und wies ihn aus der Schweiz weg. Zur Begründung führte es im
Wesentlichen an, dass das eheliche Zusammenleben weniger als drei
Jahre gedauert habe, weshalb kein Anspruch auf eine Aufenthaltsbewilli-
gung mehr bestehe. Da A._ den grössten Teil seines bisherigen Le-
bens in seinem Heimatland bzw. in Europa (Italien) verbracht habe und
er mit der Sprache sowie der Kultur seines Heimatlandes bestens vertraut
sei, könne ihm eine Rückkehr in sein Heimatland bzw. nach Italien ohne
Weiteres zugemutet werden.
E. Mit Eingabe vom 24. September 2020 erhob A._, vertreten durch
lic.iur. HSG Nicole Nobs, Rechtsanwältin, St.Gallen, gegen die Verfügung
des Migrationsamtes Rekurs und beantragte, die Verfügung sei aufzuhe-
ben und auf den Widerruf der Aufenthaltsbewilligung sowie auf die Weg-
weisung seien zu verzichten. Zur Begründung wurde im Wesentlichen an-
geführt, dass die Trennung der Ehegatten aufgrund wiederholter Hand-
greiflichkeiten seitens der Ehefrau erfolgt sei. Seither wohne er in einem
gemeinsamen Haushalt mit seiner Mutter, C._, und seinem jüngeren
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Bruder, D._, in Z._. Sowohl zu seiner Mutter als auch zu seinem jün-
geren Bruder pflege er eine sehr enge Beziehung. Da er für seinen jün-
geren Bruder darüber hinaus eine sehr nahe Bezugsperson darstelle und
diesen regelmässig betreue, liege ein qualifiziertes, effektives Familienle-
ben vor. Alsdann lebe A._ seit seinem 15. Altersjahr in Italien und habe
aufgrund der langen Abwesenheit keine Beziehung mehr zu seinem Hei-
matland. Eine Rückkehr sei ihm ausserdem aus Gründen seiner fortge-
schrittenen Integration in der Schweiz unzumutbar. Schliesslich bestehe
an einem weiteren Aufenthalt in der Schweiz ein öffentliches Interesse,
da sein Arbeitgeber, die E._ AG, seit Jahren vergeblich qualifizierte
Mitarbeiter in der Schweiz suche. Insgesamt liege aufgrund wichtiger per-
sönlicher Gründe sowie privater und öffentlicher Interessen ein Härtefall
vor, der gegen den Widerruf der Aufenthaltsbewilligung spreche.
F. Das Migrationsamt beantragte in der Vernehmlassung vom 11. No-
vember 2020 unter Verweis auf die Verfügung vom 3. September 2020
und die Akten die Abweisung des Rekurses (act. 4).

Erwägungen
1. Die von Amtes wegen zu prüfenden Rekursvoraussetzungen, nämlich
Zuständigkeit, Rekursberechtigung sowie Form- und Fristerfordernisse,
sind erfüllt (Art. 43bis, Art. 45 Abs. 1, Art. 47 und 48 des Gesetzes über
die Verwaltungsrechtspflege [sGS 951.1; abgekürzt VRP]). Auf den Re-
kurs ist einzutreten.
2. a) Nach Art. 50 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen
und Ausländer und über die Integration (SR 142.20; abgekürzt AIG) be-
steht der Anspruch des Ehegatten auf Erteilung und Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung nach Art. 42 und 43 AIG auch nach Auflösung der
Ehe weiter, wenn die Ehegemeinschaft mindestens drei Jahre gedauert
hat und die Integrationskriterien nach Art. 58a AIG erfüllt sind (Bst. a) oder
wenn wichtige persönliche Gründe einen weiteren Aufenthalt in der
Schweiz erforderlich machen (Bst. b).
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b) Der Rekurrent erhielt nach der Eheschliessung mit der in der Schweiz
niedergelassene Landsfrau B._ am 4. Oktober 2019 eine Aufenthalts-
bewilligung im Rahmen des Familiennachzugs. Am 9. Juni 2020 wurde
die Ehe geschieden. Nachdem die Auflösung des ehelichen Haushalts
bereits am 30. Dezember 2019 erfolgte, hat das eheliche Zusammenle-
ben lediglich drei Monate gedauert. Entsprechend kann gestützt auf
Art. 50 Abs. 1 Bst. a AIG kein Anspruch auf Verlängerung der Aufent-
haltsbewilligung des Rekurrenten abgeleitet werden, selbst wenn er sich
hier gut integriert haben will.
3. a) Hat die eheliche Gemeinschaft bei Auflösung der Ehe noch keine
drei Jahre gedauert, ist zu prüfen, ob wichtige persönliche Gründe für ei-
nen Verbleib in der Schweiz im Sinn von Art. 50 Abs. 1 Bst. b AIG vorlie-
gen. Als Beispiele für wichtige persönliche Gründe nennt Art. 50 Abs. 2
AIG das Vorliegen ehelicher Gewalt, die Eheschliessung auf unfreiwilliger
Basis sowie eine starke Gefährdung der sozialen Wiedereingliederung im
Heimatland. Die Aufzählung ist nicht abschliessend. Zweck dieser Be-
stimmung ist es, Härtefälle nach Auflösung der ehelichen Gemeinschaft
zu vermeiden. Massgeben sind die konkreten Umstände des Einzelfalles.
Entscheidend ist, ob diese Umstände eine Lebenslage konstituieren, die
einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen. Davon
kann nicht schon dann ausgegangen werden, wenn ein Leben in der
Schweiz einfacher wäre und bevorzugt würde. Vielmehr müssen dem Be-
troffenen Konsequenzen von erheblicher Intensität für das Privat- und Fa-
milienleben drohen, wäre er gezwungen, den Aufenthalt in der Schweiz
abzubrechen und in sein Herkunftsland zurückzukehren (vgl. BGE 137 II
345 E. 3.2.3).
b) Der Rekurrent macht geltend, dass die Trennung von seiner Ehefrau
aufgrund wiederholter Handgreiflichkeit ihrerseits erfolgte. Hierzu fehlen
jedoch Belege oder weitergehende Ausführungen, wie beispielsweise zur
Intensität und Systematik der Misshandlung, der zeitlichen Dauer oder
der daraus entstandenen subjektiven Belastung. Gemäss bundesgericht-
licher Rechtsprechung müssen die physische und psychische Zwangs-
ausübung und deren Auswirkungen von einer gewissen Konstanz bzw.
Intensität sein. Die ausländische Person trifft bei der Feststellung des ent-
sprechenden Sachverhaltes eine weitreichende Mitwirkungspflicht. Sie
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muss die eheliche Gewalt in geeigneter Weise glaubhaft machen. Allge-
mein gehaltene Behauptungen oder Hinweise auf punktuelle Spannun-
gen genügen nicht (vgl. BGE 138 II 229 E. 3.1 f.). Vorliegend erschöpft
sich das Vorbringen des Rekurrenten in einer abstrakten Behauptung, die
nicht ausreicht, um einen nachehelichen Härtefall zu begründen und ge-
stützt hierauf die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung zu rechtfertigen.
c) Der Rekurrent weist ferner darauf hin, dass er in der Schweiz bestens
integriert sei. Er arbeite bei der E._ AG und könne sich gut auf Deutsch
verständigen. Seine soziale Wiedereingliederung im Heimatland sei da-
hingegen stark gefährdet, da er zu seinem Heimatland seit rund zehn
Jahren keine Beziehung mehr pflege und dort folglich über kein familiäres
oder soziales Netz verfüge. Eine Rückkehr in die Dominikanische Repub-
lik sei ihm folglich nicht zumutbar. Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass
die Anforderungen an die Annahme einer stark gefährdeten sozialen Wie-
dereingliederung gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung hoch
sind. Vorliegend verbrachte der Rekurrent seine Kindheit und einen Teil
seiner Jugend in der Dominikanischen Republik. Seit seinem 15. Lebens-
jahr lebte er in Italien, bevor er schliesslich im Alter von 25 Jahren in die
Schweiz kam. Da er die prägenden Jahre seiner Kindheit in seinem Hei-
matland verbrachte, dürften ihm die dortige Sprache und die kulturellen
Verhältnisse trotz zehnjähriger Abwesenheit nach wie vor bestens be-
kannt sein. Er ist mittlerweile 26 Jahre alt, hält sich seit etwas über einem
Jahr in der Schweiz auf und ist gesund. Von einer fortgeschrittenen In-
tegration oder besonders starken Verwurzelung kann aufgrund der kur-
zen Aufenthaltsdauer nicht gesprochen werden. Vielmehr erscheint es
zumutbar, dass der junge, kinderlose Rekurrent sich in der Heimat einen
neuen Bekannten- und Freundeskreis aufbaut und sich ein neues sozia-
les Netz schafft, selbst wenn er dort nur einen Teil seiner Jugend (und
den Rest in Italien) verbracht hat. Seine beruflichen Aussichten in der Do-
minikanischen Republik sind ausserdem als intakt zu betrachten. Weitere
Hinweise hinsichtlich einer Gefährdung der sozialen Wiedereingliederung
existieren nicht. Im Übrigen ist es dem Rekurrenten zwar positiv anzu-
rechnen, dass er sich während seines bisherigen Aufenthalts in der
Schweiz wohlverhalten hat, berufstätig ist und seinen Lebensunterhalt
ohne fremde Hilfe finanzieren kann. Allerdings lässt sich alleine hieraus
kein Anspruch auf Erteilung einer Bewilligung ableiten, da ein solches
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Verhalten von jedem Ausländer erwartet wird. Alsdann übt der Rekurrent
keine besonders qualifizierte Erwerbstätigkeit im Sinne von Art. 23 AIG
aus, die aus wirtschaftlicher und arbeitsmarktlicher Sicht eine Verlänge-
rung der Aufenthaltsbewilligung gebieten würde. Vielmehr ist davon aus-
zugehen, dass seine jetzige Tätigkeit keine besondere Ausbildung, beruf-
liche Kenntnisse und Fähigkeiten erfordert, zumal er vor seiner Beschäf-
tigung als Schwimmbadfolien-Auskleider in Italien eine Anlehre als Ba-
rista absolvierte und in der Folge als Bararbeiter in der Gastronomie ar-
beitete (Vorakten, S. 73 f.). Entsprechend fehlt ein öffentliches Interesse
an einem weiteren Aufenthalt des Rekurrenten in der Schweiz.
d) Zusammenfassend ist das Vorliegen eines wichtigen persönlichen
Grundes nach Art. 50 Abs. 1 Bst. B AIG zu verneinen. Der Rekurrent kann
aus Art. 50 AIG keinen Anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewil-
ligung ableiten.
4. a) Art. 8 Ziff. 1 EMRK der Konvention zum Schutze der Menschen-
rechte und Grundfreiheiten (SR 0.101; abgekürzt EMRK) garantiert
grundsätzlich keinen Anspruch auf Aufenthalt in einem Konventionsstaat.
Es kann aber das in Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 der Bundesverfassung
(SR 101; abgekürzt BV) geschützte Recht auf Achtung des Privat- und
Familienlebens verletzen, wenn einem Ausländer, dessen Familienange-
hörige hier weilen, die Anwesenheit untersagt und damit das Familienle-
ben vereitelt wird. Der Schutz des Familienlebens nach Art. 8 Ziff. 1
EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV bezieht sich in erster Linie auf die Kernfa-
milie und damit auf Ehegatten sowie minderjährige Kinder. Andere fami-
liäre Beziehungen stehen nur in besonderen Fällen unter dem Schutz die-
ser Bestimmung. Ausnahmsweise kann auch die Beziehung zwischen El-
tern und ihren volljährigen Kindern ein Anwesenheitsrecht verschaffen.
Dies ist allerdings nur dann der Fall, wenn ein besonderes Abhängigkeits-
verhältnis vorliegt. Ein solches kann sich aus Betreuungs- und Pflegebe-
dürfnissen bei körperlichen oder geistigen Behinderungen und schwer-
wiegenden Krankheiten ergeben. Erforderlich ist darüber hinaus, dass die
Unterstützung nur von den betreffenden, in der Schweiz anwesenheits-
berechtigten Angehörigen geleistet werden kann. Liegt kein derartiges
Abhängigkeitsverhältnis vor, ist Art. 8 Ziff. 1 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1
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BV durch die Verweigerung einer Bewilligung von vornherein nicht betrof-
fen. Bei anderer Betrachtungsweise würde faktisch ein voraussetzungs-
loser Anspruch auf Familiennachzug von Angehörigen ausserhalb der
Kernfamilie resultieren, welchen der Gesetzgeber mit Art. 42 ff. AIG ge-
rade ausgeschlossen hat (vgl. BGer 2C_5/2017 vom 23. Juni 2017 E. 2).
b) Der Rekurrent hält sich seit der Trennung von seiner Ehefrau bei seiner
Mutter und seinem jüngeren Bruder in Z._ auf. Er macht geltend, dass
er zu beiden eine sehr enge Beziehung pflege, wobei die Beziehung zu
seinem Bruder als besonders intensiv zu betrachten sei. Dieser wohne
selbst erst seit dem 6. September 2018 in der Schweiz, lebe sich nur
langsam ein und sei daher sehr auf den Rekurrenten bezogen. Darüber
weist er darauf hin, dass er wesentliche Betreuungsaufgaben übernehme
und seine Ausreise möglicherweise eine Traumatisierung des Bruders
zur Folge haben könnte. Entgegen der Ansicht des Rekurrenten ergibt
sich aus dem Geschilderten jedoch kein besonderes Abhängigkeitsver-
hältnis. Vielmehr ist aufgrund der Tatsachen, dass D._ bereits vierzehn
Jahre alt ist und keinen besonderen Betreuungsbedarf infolge Krankheit
oder Gebrechen aufweist, nicht ersichtlich, weshalb dessen Betreuung
nicht wie bis anhin weiterhin ausreichend durch die Mutter, sondern zu-
sätzlich zwingend durch den Rekurrenten erfolgen müsste. Entsprechend
erscheint zumutbar, dass der Rekurrent den Kontakt zu seiner Mutter und
seinem jüngeren Bruder über Kurzaufenthalte, Ferienbesuche oder die
modernen Kommunikationsmittel vom Ausland her grenzüberschreitend
lebt. Mithin ist der Schutzbereich von Art. 8 EMRK und Art. 13 BV nicht
tangiert, weshalb hieraus keine weitergehenden Ansprüche abgeleitet
werden können.
5. Der Rekurrent erhielt seine Aufenthaltsbewilligung aufgrund der Ehe
und des Zusammenlebens mit einer in der Schweiz niedergelassenen
Ausländerin. Nach der getrennten und mittlerweile geschiedenen Ehege-
meinschaft ist diese mit der Erteilung der Aufenthaltsbewilligung verbun-
dene Bedingung nicht mehr erfüllt und somit der Widerrufsgrund nach
Art. 62 Abs. 1 Bst. d AIG gegeben. Der Rekurrent kann weder aus Art. 50
AIG noch aus Art. 8 Ziff. 1 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV einen Anspruch
auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung ableiten. Es besteht ein er-
hebliches öffentliches Interesse daran, dass Personen, die sich erst seit
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kurzer Zeit in der Schweiz aufhalten und die Voraussetzungen eines wei-
teren Verbleibs in der Schweiz nicht mehr erfüllen, das Land wieder ver-
lassen. Das öffentliche Interesse an der Rückkehr des Rekurrenten in
sein Heimatland übersteigt dessen privates Interesse an einem Verbleib
in der Schweiz deshalb klar. Die Verfügung der Vorinstanz erweist sich
somit recht- und verhältnismässig im Sinne von Art. 5 Abs. 2 BV und
Art. 96 Abs. 1 AIG, weshalb der Rekurs abzuweisen ist.
6. Gründe, welche die Wegweisung des Rekurrenten im Sinn von Art. 83
AIG als nicht möglich, nicht zulässig und nicht zumutbar erscheinen las-
sen, sind nicht ersichtlich. Das Migrationsamt hat nach Rechtskraft dieses
Entscheids eine neue Ausreisefrist anzusetzen (Art. 64 AIG). Allfälligen
erschwerenden Umständen, die sich aufgrund der derzeitigen Corona-
Pandemie im Zusammenhang mit der Ausreise ergeben könnten, kann
das Migrationsamt mit einer Verlängerung der Ausreisefrist oder durch
sonstige Anpassungen der Ausreisemodalitäten begegnen (vgl. BGer
2C_270/2020 vom 14. April 2020 E. 4.2.4). Danach kann die Wegwei-
sung zwangsweise vollzogen werden.
7. Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Verwaltungsstreitigkeiten jener Betei-
ligte die Verfahrenskosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder teil-
weise abgewiesen werden. In Anwendung von Nr. 20.13.01 des Gebüh-
rentarifs für die Kantons- und Gemeindeverwaltung (sGS 821.5) ist die
Entscheidgebühr auf Fr. 1'000.– festzusetzen und dem Verfahrensaus-
gang entsprechend dem Rekurrenten aufzuerlegen. Diese wird mit dem
geleisteten Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 1'000.– verrechnet.
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Demgemäss erlässt das Sicherheits- und Justizdepartement als