Decision ID: ac9c5340-c673-54f9-8699-c310dbbad55d
Year: 2007
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
K._,
Beschwerdeführer,
gegen
Visana, Weltpoststrasse 19, Postfach 253, 3000 Bern 15,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
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A.a Der 1968 geborene K._ war beim Gymnasium A._ als Sportlehrer angestellt
und in dieser Funktion bei der Visana obligatorisch gegen Berufs- und
Nichtberufsunfälle versichert. Am 26. April 2005 liess er einen Unfall vom 1. April 2005
melden und angeben, er habe während des Skilagers eine Ski- und Snowboardgruppe
geleitet, als ihm eine Person den Weg abgeschnitten habe, worauf es zur Kollision
gekommen sei. Er habe dabei ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule erlitten und die
Arbeit ab 18. April 2005 aussetzen müssen. Hausarzt Dr. med. B._ bestätigte am 25.
April 2005 eine Arbeitsunfähigkeit von 100% vom 18. bis 30. April 2005. Am 16. April
2005 hatte Dr. med. C._ die Arbeitsunfähigkeit mit einem Ende per 25. April 2005
angegeben. Am 9. Mai 2005 teilte Dr. C._ mit, dass ihn der Versicherte am 16. April
2005 aufgesucht habe, weil er nach einem Sturz beim Snowboarden an
Nackenschmerzen mit Ausstrahlungen in die hintere Kopfhälfte und einem Tinnitus
gelitten habe. Dr. C._ diagnostizierte eine HWS-Distorsion. Mit Schreiben vom 7. Juli
2005 teilte die Protekta Rechtsschutzversicherung für den Versicherten mit, dass
aufgrund der momentanen Aktenlage keinen Grund bestehe, an der Unfallkausalität der
geltend gemachten Beschwerden zu zweifeln. Zugleich gab sie die neue Adresse des
Versicherten in Heerbrugg bekannt (UV act. 13 f.). Mit Schreiben vom 24. Oktober 2005
teilte die
Visana der Protekta mit, dass dem Versicherten die gesetzlichen
Versicherungsleistungen zugesprochen werden könnten (UV act. 17). Dr. B._
berichtete am 9. Juni 2005, der Versicherte stehe wegen der HWS-Distorsion mit post-
traumatischem Tinnitus in osteopathischer Behandlung und sei allenfalls am
Tinnituszentrum in St. Gallen abzuklären (UV act. 18). Im Bericht vom 17. Juni 2005
bestätigte Dr. med. D._, Spezialärztin für HNO, Hals- und Gesichtschirurgie, die
Diagnose eines Tinnitus nach Schleudertrauma (UV act. 22).
A.b Im Arztbericht vom 7. Oktober 2006 führte Dr. med. E._, Facharzt für Innere
Medizin, aus, er behandle den Versicherten seit 1995. Dabei hätten banale Infekte,
leichte obstruktive Bronchitiden und eine Sehnenscheidenentzündung an der
Achillessehne im Vordergrund gestanden. Im Juli 2006 habe ihn der Versicherte
erstmals wegen Erschöpfung und Brustschmerzen konsultiert und deswegen am 8. Juli
2006 im Spital Thun abgeklärt worden. Davor habe er sich in Indien aufgehalten. Erst
am 29. August 2006 habe er sich wegen unerträglichen Spätsymptomen nach
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Schleudertrauma am 1. April 2005 mit Gefährdung des Berufs als Sportlehrer
gemeldet. Weil ihm der Verlauf und das Ausmass der Symptomatik atypisch erschienen
seien, habe er für den Versicherten einen Termin in der Schleudertraumasprechstunde
des Loryspitals in Bern organisiert (UV act. 45). Die ambulante Untersuchung werde in
der zweiten Oktoberhälfte stattfinden, wenn der Versicherte aus den Ferien
zurückgekehrt sei (UV act. 45). Diese Untersuchung fand dann allerdings nicht statt (UV
act. 46). Am 10. November 2006 berichtete Dr. med. F._, Chefarzt der Klinik für
Rheumatologie und Rehabilitation des Bewegungsapparates, Valens, hinsichtlich der
vorliegenden gesundheitlichen Problematik, dass der Versicherte wahrscheinlich
bereits im Jahr 1996 bei einer Fortbildung in der Kampfsportart Judo ein leichtes
seitliches Distorsionstrauma der Halswirbelsäule erlitten habe. Danach sei es zu
jahrelangen intensiven Schmerzen im Okziputbereich mit Ausstrahlung in den
Trapezius beidseits gekommen. Die Probleme seien vor allem in der Nacht aufgetreten,
weil er nicht mehr auf dem Bauch mit seitlicher Kopfstellung habe schlafen können.
Ausgehend von den beiden kraniozervikalen Beschleunigungstraumen habe sich beim
Versicherten aus der ursprünglich lokalisierten zervikozephalen Schmerz- und
Befindlichkeitssituation ein Zustand entwickelt, der auch soziale, psychologische und
vor allem auch partnerschaftliche Probleme beinhalte. Aktuell könnten keine sicheren
neurologischen Ausfälle bestätigt werden. Aufgrund des fachärztlich diagnostizierten
Tinnitus, gewisser kognitiver Defizite und der wiederkehrenden 100%igen
Arbeitsunfähigkeit sei eine stationäre Rehabilitation mit multidisziplinärem und
interdisziplinärem Zugang unbedingt notwendig. Es könne davon nicht nur eine
exaktere Diagnose, sondern durch die verschiedenen Therapiemöglichkeiten auch ein
Ausweg aus der aktuellen Situation erwartet werden. (UV act. 48 ff.). Wegen
ungeklärter Unfallkausalität wollte die Visana die gewünschte Kostengutsprache nicht
erteilen und stellte weitere Abklärungen in Aussicht (UV act. 55). In der Folge bewilligte
die Assura als Krankenversicherer des Versicherten die für die stationäre Rehabilitation
nachgefragte Kostengutsprache (UV act. 61).
A.c Am 27. November 2006 äusserte sich Dr. med. G._ vom vertrauensärztlichen
Dienst der Visana zu den vorhandenen Akten. Nach dem Unfall im Jahr 1996 sei keine
HWS-Distorsion, sondern eine Commotio cerebri diagnostiziert worden. Der Unfall
habe eine Arbeitsunfähigkeit vom 17. bis 25. Oktober 1996 zur Folge gehabt. Danach
sei der Versicherte wieder arbeitsfähig gewesen. Im Jahr 2002 habe er ein Gesuch um
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unbezahlten Urlaub gestellt und dabei jahrelange Nackenbeschwerden, chronische
Schlafstörungen, generalisierte Muskelschmerzen und Bronchialasthma geltend
gemacht. Dann sei aber offenbar doch ein mehrmonatiger Auslandaufenthalt möglich
gewesen. Die damals geklagten Nackenbeschwerden könnten auch aus heutiger Sicht
nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit jenem Unfall
zugeordnet werden. Nach der Kollision mit dem Snowboard am 1. April 2005 habe der
Versicherte Dr. C._ erst nach fünfzehn Tagen aufgesucht, weil er am 2. April 2006
nach Portugal in die Ferien gereist sei. Der Versicherte habe bei Dr. C._
Nackenbeschwerden mit Ausstrahlung und leichter Beweglichkeitseinschränkung
angegeben und über einen Tinnitus auf der linken Seite geklagt. Dr. B._ habe die
passive Kopfbeweglichkeit als nicht eingeschränkt beschrieben und Verspannungen
der paravertebralen zervikalen Muskulatur bei aktiver Kopfdrehung festgestellt. Von
September 2005 bis April 2006 habe sich der Versicherte in Indien aufgehalten.
Medizinische Unterlagen über diese Zeit seien keine vorhanden. Anlässlich der
Untersuchung durch Dr. F._ habe der Versicherte erstmals Wortfindungs- und
Wortfolgestörungen, eine massive Reduktion des Kurzzeitgedächtnisses,
Schwierigkeiten in der Partnerschaft und am Arbeitsplatz begleitet von Erschöpfung
und Schlafstörungen beschrieben. Seit Ende September 2006 bestehe eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit. Die Ergebnisse der neurologische Untersuchungen seien unauffällig
gewesen und es habe höchstens eine leichte Beweglichkeitseinschränkung der HWS
festgestellt werden können. Entgegen der Annahme von Dr. F._ hätten jedoch nicht
zwei kraniozervikale Beschleunigungstraumen stattgefunden. Der nicht sofort
notwendige Arztbesuch, die kurze Dauer der Arbeitsunfähigkeit und der mehrere
Monate dauernde Aufenthalt in Indien mit Meditation und Yoga würden für eine
höchstens leichte HWS-Distorsion ohne Konzentrationsprobleme sprechen. Die
multiplen Begleit- und Folgesymptome mit einer Vielzahl von möglichen Gründen
liessen nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Vorliegen von Unfallfolgen
schliessen (UV act. 59 f.).
A.d Mit Schreiben vom 1. Dezember 2006 teilte der Versicherte der Visana mit, dass er
sich aus gesundheitlichen Gründen von Januar bis August 2007 im Ausland aufhalten
werde. Er sei dort nicht erreichbar und könne auch auf Postzustellungen nicht
reagieren (UV act. 63).
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A.e Am 8. Januar 2007 diagnostizierten die Ärzte der Klinik Valens ein zervikozephales
und zervikobrachiales Syndrom links mit/bei Status nach zweifachem zervikokranialem
Beschleunigungstrauma 1996 und 2005 und starken Erschöpfungszuständen.
Nachdem der Versicherte während des Aufenthalts vom 5. bis 30. Dezember 2006 ein
intensives multimodales Therapieprogramm absolviert habe, sei er in gebessertem
Zustand und mit der Empfehlung, das Heimprogramm und die psychiatrische
Begleitung weiter zu führen, nach Hause entlassen worden. Für die Zeit des
Klinkaufenthalts wurde eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Danach bestand
aufgrund der Feststellungen der Fachärzte kein Grund mehr für eine Arbeitsunfähigkeit.
Ab 2. Januar 2007 sei der Versicherte 100% arbeitsfähig (UV act. 68 ff.).
B.
Mit Verfügung vom 12. Februar 2007 lehnte die Visana ihre Leistungspflicht für die
Folgen des Unfalls vom 1. April 2005 ab Beginn des Monats Oktober 2005 ab. Die
typischen Beschwerden nach HWS-Distorsion seien erstmals rund fünfzehn Tage nach
dem Unfallereignis dokumentiert und somit nicht nachweislich innerhalb der Latenzzeit
von 24 bis höchstens 72 Stunden nach dem Unfall aufgetreten. Aufgrund des Verzichts
auf eine sofortige Arztkonsultation nach dem Unfall, der kurzen Arbeitsunfähigkeit und
der Möglichkeit, sich mehrere Monate ohne Konzentrationsprobleme in Indien
aufzuhalten, wo der Versicherte Meditation und Yoga betrieben hatte, sei die erlittene
HWS-Distorsion als leicht einzuschätzen. Die aktuellen Symptome seien nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit Folgen des Unfallereignisses. Die erst zehn Tage
nach dem Skiunfall aufgetretenen Tinnitusbeschwerden stünden ebenfalls nicht in
einem ursächlichen Zusammenhang mit dem Unfallereignis. Es fehle sowohl am
natürlichen als auch am adäquaten Kausalzusammenhang (UV act. 76 ff.). Die dagegen
von der Protekta eingereichte Einsprache vom 2. März 2007 wies die Visana nach
Einholung einer weiteren vertrauensärztlichen Stellungnahme bei Dr. G._ vom 9. Mai
2007 (UV act. 86 f.) mit Entscheid vom 16. Juli 2007 ab.
C.
Mit Beschwerde vom 9. August 2007 lässt der Beschwerdeführer die Aufhebung des
Einsprache-Entscheids und die Ausrichtung der gesetzlichen Leistungen über den
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Oktober 2005 hinaus beantragen. Nach dem Ereignis vom 1. April 2005 habe er sofort
Schmerzen am linken Hinterhauptbein verspürt. Am Tag nach dem Unfall sei er nach
Portugal in die Ferien geflogen, wo er wegen starker Schmerzen einen Arzt habe
aufsuchen müssen. Wegen sprachlicher Verständigungsprobleme habe keine
Behandlung durchgeführt werden können. Nach der Rückkehr habe er sich am 16.
April 2005 unverzüglich in notfallärztliche Behandlung bei Dr. C._ begeben. Dr. C._
habe eine HWS-Distorsion diagnostiziert und ihn zu 100% arbeitsunfähig geschrieben.
Die Weiterbehandlung sei bei Hausarzt Dr. B._ erfolgt. Dieser habe die HWS-
Distorsion bestätigt und die Diagnose um den posttraumatischen Tinnitus ergänzt.
Wegen des Tinnitus sei er bei Dr. D._ in Behandlung gewesen. Dank der
osteopathischen Behandlungen habe er die Arbeit als Sportlehrer wieder aufnehmen
können. Bis zu den Sommerferien 2005 habe er das Normalpensum von 60%
ausgeübt, obwohl eigentlich mindestens eine teilweise, allenfalls sogar eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit vorgelegen habe. Nach den Sommerferien habe er
nochmals unter den gleichen misslichen Umständen unterrichtet. Ende September
2005 habe er unbezahlten Urlaub genommen und sei nach Indien verreist, um seine
Beschwerden mit alternativen Therapieformen zu lindern. Die Beschwerdegegnerin
habe ihre Leistungspflicht mit Schreiben vom 24. Oktober 2005 anerkannt. Nachdem er
Ende April 2006 aus dem Ausland zurückgekommen sei und die Arbeit wieder
aufgenommen habe, hätte sich gezeigt, dass er die körperlichen Anforderungen seines
Berufs nicht mehr erfüllen könne. Ab 8. Juni 2006 sei er ärztlich arbeitsunfähig
geschrieben worden. Wegen Erschöpfung und Brustschmerzen sei im Juli 2006 eine
Konsultation bei Dr. E._ erfolgt. Danach sei er im Spital Thun ambulant abgeklärt
worden. Ende August 2006 habe er wegen der unerträglichen Spätsymptome des
Schleudertraumas Dr. E._ erneut aufsuchen müssen. Nachdem dieser und Dr. F._
eine stationäre Rehabilitation als notwendig bezeichnet hätten, die
Beschwerdegegnerin eine Kostenübernahme aber verweigert habe, sei seine
Krankenversicherung dafür aufgekommen, wobei er für Franchise und Selbstbehalt
rund Fr. 2'500.—habe bezahlen müssen. Auch nach dem Aufenthalt in der Klink Valens
sei er den hohen körperlichen Anforderungen des Sportlehrerberufs nicht gewachsen
gewesen. Er habe daher einen weiteren unbezahlten Urlaub genommen und sich unter
klimatisch idealen Bedingungen erholt und den Aufbau der Muskulatur vorangetrieben.
Ende Juni 2007 sei er in die Schweiz zurückgekehrt. Das Scheitern einer ordentlichen
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Arztkonsultation in Portugal nach dem Unfallereignis dürfe nicht zu seinen Lasten
ausgelegt werden. Es sei unrealistisch zu glauben, dass ein Arzt in Lissabon für einen
Touristen einen Bericht über eine Situation verfassen würde, die ihn selbst ziemlich
ratlos gemacht habe. Sodann sei es unzulässig, nur von einer kurzen Dauer der
Arbeitsunfähigkeit zu sprechen. Er habe zwar ab Mai 2005 die Arbeit wieder
aufgenommen. Er habe den Unterricht aber nur passiv begleiten und nicht aktiv
gestalten können. Weil es nach den Sommerferien gleich weiter gegangen sei, habe er
dann bis Ende April 2006 einen unbezahlten Urlaub genommen. Wenn er es gewollt
hätte, wäre er für die ganze Zeit 100% arbeitsunfähig geschrieben worden. Auch nach
seiner Rückkehr sei er nicht mehr in der Lage gewesen, seinen Beruf richtig
auszuüben. Er sei dauernd arbeitsunfähig gewesen. Er versuche, sich nun eine
berufliche Zukunft als Mentaltrainer aufzubauen. Die Therapien in Indien hätten ihm gut
getan. Auch die in der Schweiz durchgeführte Osteopathie habe ihm vorübergehend
geholfen, die Schmerzen zu lindern. Er habe diese Therapie allerdings abbrechen
müssen, nachdem weder der Unfall- noch der Krankenversicherer dafür aufgekommen
seien und er sie selber nicht habe finanzieren können. Da die Beschwerdegegnerin ihre
Leistungspflicht vorerst anerkannt habe, liege die Beweislast bei ihr.
D.
In der Beschwerdeantwort vom 23. August 2007 beantragt die Beschwerdegegnerin
Abweisung der Beschwerde. Unter Verweis auf ihre Vorbringen im Einsprache-
Entscheid macht sie geltend, dass der Beschwerdeführer weder eine Bestätigung noch
einen Arztbericht über eine Behandlung in Portugal beigebracht habe. Die angebliche
Arztkonsultation müsse daher in Frage gestellt werden. Die diesbezüglichen Vorbringen
des Beschwerdeführers erschienen unglaubwürdig. Eine erste Arztkonsultation sei erst
am 16. Tag nach dem Unfall dokumentiert und eine Arbeitsunfähigkeit erst ab 18. April
2005 bestätigt. Auch hinsichtlich der angeblichen Therapien in Indien während der
beiden mehrmonatigen Aufenthalte seien keine Belege vorhanden. Es werde daher
ausdrücklich bestritten, dass der Beschwerdeführer sich während der unbezahlten
Urlaube medizinisch oder sonst wie behandeln liess. Die geklagten Beschwerden seien
nicht auf das Unfallereignis vom 1. April 2005 zurückzuführen, woran nach den
Ausführungen von Dr. G._ auch die Arztberichte von Dr. E._ und Dr. F._ nichts zu
ändern vermöchte. Was der Beschwerdeführer bezüglich der unbestätigten
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Arbeitsunfähigkeiten vorbringe, stelle eine Hypothese dar und sei rechtlich nicht
relevant. Weder der natürliche noch der adäquate Kausalzusammenhang seien
vorliegend gegeben. Der Beschwerdeführer sei nicht in der Lage, Arztbesuche und
Therapien im Ausland zu belegen.
E.
Die Parteien halten im zweiten Schriftenwechsel an ihren Anträgen und Ausführungen
fest.

Erwägungen:
1.
1.1 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss Bundesgesetz über die
Unfallversicherung (UVG, SR 832.20) setzt zunächst voraus, dass zwischen dem
Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein
natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis
und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist
eine Tatfrage, wo¬rüber die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen
der diesen Instanzen obliegenden Beweiswürdigung nach dem im
Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
zu befinden haben. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 Erw. 3.1 mit Hinweisen).
Weiter muss ein adäquater Kausalzusammenhang vorhanden sein. Die adäquate
Kausalität dient der rechtlichen Abgrenzung der sich aus dem natürlichen
Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers (BGE 127 V 102
Erw. 5b/aa mit Hinweisen). Auch bei Schleudermechanismen der Halswirbelsäule oder
äquivalenten Verletzungen bilden zuallererst die medizinischen Fakten wie die
fachärztlichen Erhebungen über Anamnese, objektiven Befund, Diagnose,
Verletzungsfolgen, unfallfremde Faktoren, Vorzustand usw. die massgeblichen
Grundlagen für die Kausalitätsbeurteilung durch Verwaltung und Gericht. Das Vorliegen
eines Schleudertraumas oder einer äquivalenten Verletzung wie seine Folgen müssen
somit durch zuverlässige ärztliche Angaben gesichert sein (BGE 119 V 340 Erw. 2b/aa).
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1.2 Bei einmal anerkannter Kausalität entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers
erst, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche und adäquate Ursache des
Gesundheitsschadens darstellt, wenn also letzterer nur noch und ausschliesslich auf
unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte)
Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (status quo
ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf
eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte
(status quo sine), erreicht ist (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 Erw. 3b mit Hinweisen).
Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das
Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines
Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Da es sich um
eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast - anders als bei der
Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist -
nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U
363 S. 46 Erw. 2 mit Hinweisen). Dabei muss nicht etwa der Beweis für unfallfremde
Ursachen erbracht werden. Welche Ursachen ein nach wie vor geklagtes Leiden hat,
ob es Krankheitsursachen, ein Geburtsgebrechen oder degenerative Veränderungen
sind, ist unerheblich. Denn es ist nicht so, dass der Unfallversicherer bei einmal
bejahter Unfallkausalität so lange haftet, als er unfallfremde Ursachen nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit nachzuweisen vermag. Entscheidend ist allein, ob
unfallbedingte Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren
haben, also dahingefallen sind (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 329 Erw. 3b). Ebenso wenig
geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Beweis zu verlangen, dass kein
Gesundheitsschaden mehr vorliege oder dass die versicherte Person nun bei voller
Gesundheit sei (Urteile des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i.S. Z. vom 18.
Dezember 2003, U 258/02 und i.S. O. vom 31. August 2001, U 285/00).
2.
Strittig und zu prüfen ist unter dem Blickwinkel des in Art. 6 Abs. 1 UVG angelegten
Anspruchserfordernisses der Kausalität, ob die nach dem 1. Oktober 2005 weiterhin
geklagten Beschwerden des Beschwerdeführers in einem rechtserheblichen
Kausalzusammenhang zum versicherten Ereignis vom 1. April 2005 stehen.
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3.
An sich wird nicht bestritten, dass der Beschwerdeführer beim Unfall vom 1. April 2005
eine HWS-Verletzung erlitten hat. Die Beschwerdegegnerin hat dafür auch bis 1.
Oktober 2005 Leistungen (Heilbehandlung, Taggelder) ausgerichtet. Dennoch ist nicht
zu übersehen, dass bereits hinsichtlich der gesundheitlichen Einschränkungen, die
praxisgemäss innerhalb der ersten 72 Stunden nach dem Unfall auftreten müssen,
Zweifel bestehen, die aufgrund der vorhandenen Akten nicht ausgeräumt werden. So
ist nicht leicht nachvollziehbar, warum es dem Beschwerdeführer trotz der - wie
wiederholt geltend gemacht - eingetretenen starken Schmerzen nicht möglich gewesen
sein soll, während des zweiwöchigen Ferienaufenthalts in Portugal zu einer adäquaten
ärztlichen Versorgung zu gelangen. Dies scheint umso weniger verständlich, als er
zumindest einen Teil seiner Ferien in der Hauptstadt des Landes verbracht zu haben
scheint. Nachdem auch nach der Rückkehr in die Schweiz von den beiden
erstbehandelnden Ärzten Dr. C._ und Dr. B._ nur eine kurze
Arbeitsunfähigkeitsphase bestätigt wurde, kann mit der Beschwerdegegnerin
zumindest nicht von einer erheblichen, durch die HWS-Verletzung verursachten
Gesundheitsschädigung ausgegangen werden. Für die Zeit nach Wiederaufnahme der
Erwerbstätigkeit am 7. Mai 2005 (UV act. 18) liegen keine ärztlichen
Arbeitsunfähigkeitsbestätigungen mehr vor. Damit bleiben die Schilderungen des
Beschwerdeführers über seine gesundheitlichen Einschränkungen bei der Ausübung
seines Berufs ohne objektivierbare medizinische Grundlage. Der Beschwerdeführer
macht auch nicht geltend, er habe während dieser Zeit in ärztlichen Behandlungen
gestanden, oder es habe eine ärztlich bestätigte Arbeitsunfähigkeit vorgelegen. Selbst
Dr. D._, die nach einer Abklärung am 18. April 2005 aufgrund der Angaben des
Beschwerdeführers vom Vorliegen eines Tinnitus ausging, hat sich hinsichtlich der
Arbeitsunfähigkeitsschätzung der Beurteilung des Hausarztes angeschlossen. Eine
wegen des Tinnitus bestehende Leistungseinschränkung ist somit nicht dokumentiert
(vgl. UV act. 22). Damit fehlen zum Stand der gesundheitlichen Situation von Anfang
Mai bis Ende September 2005 jegliche medizinische Unterlagen. Bis Ende April 2006
hielt sich der Beschwerdeführer dann in Indien auf. Auch für diese Zeit sind keinerlei
ärztliche Atteste oder Bestätigungen vorhanden. Nach der Rückkehr in die Schweiz hat
der Beschwerdeführer offensichtlich erst im Juli 2006 Hausarzt Dr. E._ aufgesucht
und dort über Erschöpfung und Brustschmerzen geklagt. Erst am 29. August 2006, als
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die Abklärung im Spital Thun für die geklagten Beschwerden keine, auch keine
kardiogene Ursache erbrachte, meldete er sich wieder bei Dr. E._ und klagte über
Spätsymp¬tome des am 1. April 2005 erlittenen Schleudertraumas (UV act. 45). Die
daraufhin auf Empfehlung von Dr. F._ während der stationären Rehabilitation in der
Klink Valens im Dezember 2006 durchgeführten stationären Untersuchungen ergaben
keine leistungsrelevanten physischen oder psychischen Einschränkungen. Der
Beschwerdeführer wurde von den Fachärzten der Klinik Valens ab 2. Januar 2007 als
100% arbeitsfähig bezeichnet (UV act. 71). Von Januar bis August 2007 hielt sich der
Beschwerdeführer wiederum in Indien auf.
4.
Die Beschwerdegegnerin ist bei der Würdigung der vorhandnen Arztberichte zum
Schluss gelangt, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Leistungseinstellung (1.
Oktober 2005) mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht mehr an klar
ausgewiesenen organischen Unfallfolgen gelitten hat. Diesen ausführlichen und
überzeugenden Darlegungen kann gefolgt werden. Wie oben ausgeführt, fehlt es
bereits hinsichtlich des Vorliegens von Verletzungsfolgen einer HWS-Distorsion direkt
nach dem Unfall an rechtserheblichen Beweisen. Die vorhandenen medizinischen
Unterlagen rechtfertigen es jedenfalls, nur von einer initial leichten unfallbedingten
Störung auszugehen, die mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ab dem Zeitpunkt der
verfügten Leistungseinstellung zu keiner wesentlichen Einschränkung in der
Arbeitsfähigkeit mehr geführt hat. Aufgrund des zeitlichen Verlaufs und der in den
Arztberichten aufgezeigten Entwicklung ist sodann nicht von einer hirnorganischen
Mitbeteiligung an den erhobenen neuropsychologischen Befunden auszugehen. Eine
derartige Mitbeteiligung wird lediglich und erstmals über 11⁄2 Jahre nach dem Ereignis
im Bericht von Dr. F._ vom 10. November 2006 unter den aktuellen Beschwerden
erwähnt. Weder in den zeitlich näher beim Unfall liegenden Akten noch im
Abklärungsbericht der Klinik Valens vom 8. Januar 2007 finden sich Hinweise für eine
beim Unfall erlittene Hirnschädigung. Objektive Befunde konnten weder aus
hirnorganischer noch aus psychosomatischer Sicht erhoben werden. Die Klinik Valens
konnte die psychosomatischen Befunde keiner sicheren Diagnose zuordnen. Am
ehesten handle es sich um so genannte psychologische Faktoren und
Verhaltensfaktoren bei andernorts klassifizierten Krankheiten, entsprechend
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ICD-10:F54. Differenzialdiagnostisch sei ein organisches Psychosyndrom
(ICD-10:F07.2) in Erwägung zu ziehen. Klinisch habe diese Diagnose aber nicht
bestätigt werden können (UV act. 71). Nachdem sich der Beschwerdeführer während
des ganzen Rehabilitationsaufenthalts, insbesondere auch anlässlich der
neuropsychologischen Testung nicht über einen Tinnitus beklagte, ist auch davon
auszugehen, dass dieses Leiden nicht mehr vorliegt oder zumindest keine relevante
Leistungseinschränkung mehr zur Folge hat. Da von medizinischen
Beweisergänzungen keine entscheidrelevanten neuen Erkenntnisse zu erwarten sind,
ist hievon abzusehen (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 130 II 428 Erw. 2.1).
5.
Was sodann den Unfall im Jahr 1996 betrifft, ist darauf hinzuweisen, dass darüber
keine echtzeitlichen Akten vorhanden sind. In der Stellungnahme vom 27. November
2006 weist Dr. G._ darauf hin, dass sich der Beschwerdeführer damals eine
Commotio cerebri und keine HWS-Distorsion zugezogen gehabt habe. Weiter hält Dr.
G._ fest, dass damals nach knapp zweimonatiger Behandlung ab 30. Oktober 1996
ohne weitere Arbeitsunfähigkeit eine Besserung bei unauffälligem HWS-Befund
eingetreten gewesen sei. In einer Anfrage vom 5. August 2002 habe der
Beschwerdeführer zwar angegeben, seit dem Unfall stets Beschwerden gehabt zu
haben und wegen jahrelanger Nackenschmerzen, chronischer Schlafstörungen,
generalisierter Muskelschmerzen und Bronchialasthma ein Gesuch um unbezahlten
Urlaub gestellt zu haben. Trotzdem sei ihm anschliessend offenbar ein mehrmonatiger
Auslandaufenthalt möglich gewesen. Es bestünden somit Widersprüche hinsichtlich
der ärztlich festgestellten Diagnose und dem dokumentierten Heilverlauf. Zudem habe
der Beschwerdeführer damals angegeben, dass neben den Nackenbeschwerden noch
verschiedene andere Gesundheitsprobleme vorhanden gewesen seinen. Auch aus
heutiger Sicht könnten die damals geklagten Nackenbeschwerden nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit jenem Unfall zugeordnet werden (UV act. 60). Da
auch unter Einbezug dieses Ereignisses trotz aktueller umfassender fachärztlicher
Abklärungen offensichtlich kein medizinisch objektivierbarer unfallbedingter Grund für
die geklagten Krankheitssymptome festgestellt werden konnte, ist mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit nicht von massgeblichen Spätfolgen aus dem Ereignis im Jahr 1996
auszugehen.
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6.
Der Beschwerdeführer scheint im Übrigen zu verkennen, dass die Beschwerdegegnerin
nicht zur Weiterausrichtung von Versicherungsleistungen verpflichtet werden kann,
wenn wegen des Verhaltens der versicherten Person keine ärztlichen Belege zur
Arbeitsunfähigkeit beigebracht werden können. Zwar hat die Beschwerdegegnerin das
Dahinfallen des leistungsbegründenden Kausalzusammenhangs nachzuweisen und sie
hat sich im Rahmen des ihr obliegenden Untersuchungsgrundsatzes um die Abklärung
des medizinischen Sachverhalts zu bemühen. Fehlt es aber - wie vorliegend unter
anderem infolge der langen Auslandaufenthalte des Beschwerdeführers - am Nachweis
unfallbedingter Ursachen der geltend gemachten Gesundheitsstörung, können keine
weiteren Leistungen ausgerichtet werden.
7.
Wie im angefochtenen Einsprache-Entscheid somit richtig festgestellt, kann sowohl
hinsichtlich der somatischen als auch der psychischen Beeinträchtigungen die Frage,
ob es sich bei den bestehenden Gesundheitsstörungen (noch) um eine natürliche Folge
des versicherten Unfalls handelt, gestützt auf die zur Verfügung stehenden
medizinischen Akten nur im Sinn einer Möglichkeit, nicht jedoch mit dem im
Sozialversicherungsrecht notwendigen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 360 Erw. 5b) bejaht werden. Der Beweiswürdigung der
Beschwerdegegnerin ist beizupflichten. Demzufolge kommt dem Unfall vom 1. April
2005 keine bewiesene kausale Bedeutung für das Weiterbestehen von organischen
oder psychischen Beeinträchtigungen der Gesundheit und für eine sich daraus
ergebende Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu. Unter diesen Umständen und weil eine
leistungseinschränkende psychische Störung ohnehin nicht vorliegt, muss auch nicht
geprüft werden, ob ein adäquater Kausalzusammenhang gegeben sein könnte.
8.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten
sind nach Art. 61 lit. a ATSG keine zu erheben.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/14
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St.Galler Gerichte
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG