Decision ID: 3b9aca31-74f6-4bff-b78b-c4c80f096928
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
,
gebore
n 1961,
verheiratet und Vater einer Tochter (Jahr
gang 1987),
verrichtete
ab 2. August 2006 ein Vollzeitpensum als Grup
penführer Tiefbau bei der
Y._
(Urk. 10/15) und hatte daneben im Reinigungsdienst der
Z._
eine Teilzeitanstellung inne, wel
che ihm per 30. Juni 2011 infolge Reorganisation gekündigt wurde (Urk. 10/17). Nachdem er ab 19. Januar 2012 wegen eines Wirbelsäulenleidens krankge
schrieben war (Urk. 10/13/2-4),
meldete er sich
am 9. Juli 2012
unter Hinweis auf Rückenbeschwerden
zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an
(Urk. 10/6). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinischen und erwerblich-beruflichen Verhältnisse ab. Dabei
gab sie
bei der
MEDAS A._
ein polydisziplinäres Gutachten
in Auftrag
, welches am 28. Februar 2014 erstattet wurde (Urk. 10/46). Nach
Durchführung des
Vorbescheidverfahren
s
(Urk. 10/53, Urk. 10/55, Urk. 10/64)
beschloss die IV-Stelle am 15. August 2014 (Urk. 10/68)
gestützt auf
eine
n
Invaliditätsgrad von 100 %
respektive
48 %
die
Zusprache
eine
r vom 1. Januar bis 31. Dezember 2013 befristeten ganzen Rente
und einer unbefristeten
Viertelsrente
ab 1. Januar 2014. Die entsprechenden Verfügungen
ergingen am
22. September
und
6. November 201
4
(
Urk
.
2
,
Urk. 13/1-2)
. Zuvor hatte die IV-Stelle mit unangefochten gebliebener Verfügung vom 11. März 2013 (Urk. 10/32) den vom Versicherten am 17. Januar 2013 (Urk. 10/27)
nach einer am 3. November 2012 erlittenen Hirnblutung
geltend gemachten An
spruch auf eine
Hilflosenentschädigung
verneint.
2.
Gegen die Verfügung vom 22. September 2014
(Urk. 2)
erhob
X._
am 22
. Oktober 2014 Beschwerde (Urk.
1), welche er am 23. Oktober 2014 ergänzte (
Urk.
5),
und beantragte,
in deren Abänderung
sei ihm
ab 1.
Januar 2014 weiterhin eine ganze, eventualiter mindestens
eine halbe R
ente zu gewähren.
Die IV-Stelle schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 28. November 2014 (Urk. 9) auf Abweisung der Beschwerde, was dem Be
schwerdeführer am 1. Dezember 2014 zur Kenntnis gebracht wurde
(Urk. 11)
.
Von Amtes wegen wurden die beiden Rentenverfügungen vom
6. November 201
4
(Urk. 13/1-2)
beigezogen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Zunächst zu prüfen ist die Frage des Streit- und Anfechtungsgegenstandes im vorliegenden Verfahren.
Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechts
verhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfü
gung beziehungsweise eines
Einspracheentscheids
– Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung beziehungsweise der
Einspracheentscheid
den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung beziehungsweise kein
Einspracheentscheid
ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1, 125 V 413 E. 1a).
1.2
Die Beschwerdegegnerin
beschloss am 15. August 2014 (Urk. 10/68) die
Zuspra
che
eine
r vom 1. Januar bis 31. Dezember 2013 befristeten ganzen Rente und einer unbefristeten
Viertelsrente
ab 1. Januar 2014. Eine erste
V
erfügung erging am 22. September 2014 (Urk. 2)
, wobei
im Dispositiv des
„
Verfügungsteils
2
“
über den
Rentenanspruch mit Wirkung ab 1. Januar 2013 –
Zusprache
einer befristeten ganzen Rente vom 1. Januar bis 31. Dezember 2013 und einer un
befristeten
Viertelsrente
ab 1. Januar 2014 –
entschieden
wurde (S. 7).
Im
ersten
V
erfügungsteil
wurde
n
die
Ausrichtung der monatlichen
Rentenbetreffnisse
ab 1. September
2014
geregelt
(S.
1)
und
h
insichtlich
der rückwirkenden Leistun
gen
für
die Zeit
vom 1. Januar 2013 bis 31. August 2014
unter Hinweis auf
das noch laufende Verfahren
betreffend
Verrechnungsansprüche
(zwei)
separate Verfügung
en in Aussicht
gestellt
(S. 2).
Diese
ergingen
a
m
6. November 2014
(Urk.
13/1-2
)
.
N
och vor
deren
Erlass
,
am 22. Oktober 2014,
erhob der Beschwer
deführer
Beschwerde
(
Urk. 1)
gegen die Verfügung vom 22. September 2014
(Urk. 2)
und beantragte, in deren Abänderung
sei ihm
ab 1.
Januar 2014 weiter
hin eine ganze, eventualiter mindestens eine halbe
R
ente zu gewähren
.
D
ie
beiden
–
je mit einer Rechtsmittelbelehrung versehenen
–
Verfügungen
vom
6. November 2014
(Urk. 13/1-2)
blieben unangefochten
, weshalb fraglich ist, ob diese in Rechtskraft erwachsen
sind
.
1.3
Nach BGE
125 V 413 liegt materiell ein einziges Rechtsverhältnis vor, wenn eine Leistung rückwirkend zugesprochen, diese aber gleichzeitig befristet, her
auf- oder herabgesetzt wird. Dies gilt gemäss höchstrichterlicher Rechtspre
chung auch dann, wenn die Zusprechung der Leistung und deren Anpassung an inzwischen eingetretene veränderte Verhältnisse (
zum Beispiel
aus technischen
Gründen) in zwei oder mehreren separaten Verfügungen gleichen Datums ange
ordnet werden. Für die gerichtliche Überprüfbarkeit kann es keinen Unterschied machen, ob die IV-Stelle eine oder mehrere Verfügungen redigiert und eröffnet, denn am Verfügungsinhalt ändert sich nichts (BGE 131 V 164 E. 2.3.2).
Das Bundesgericht hat sich im letztgenannten Entscheid weiter mit der Frage auseinandergesetzt, wie es sich mit der gerichtlichen Prüfungsbefugnis verhält, wenn die leistungszusprechende Verfügung und eine allfällige zweite oder wei
tere Verfügung über deren rückwirkende Abänderung zufolge Anpassung an eingetretene veränderte Verhältnisse zeitlich auseinander liegen. Dazu hat es erwogen, dass ein zeitlich gestaffelter Verfügungserlass, soweit er die rückwir
kende Festlegung des Invaliditäts
grades betrifft, aus den in BGE
125 V 413 dar
gelegten
materiellrechtlichen
Gründen unzulässig ist. Eine rückwirkend vorge
nommene befristete und/oder abgestufte Rentenzusprechung hat vielmehr aus einem einheitlichen Beschluss der IV-Stelle heraus zu erfolgen und ist demzu
folge zeitgleich verfügungsweise zu eröffnen (BGE
131 V 16
4
E.
2.3.3). In
an
fechtungs
- und streitgegenständlicher Hinsicht ist es irrelevant, ob eine rück
wirkende Zusprechung einer abgestuften und/oder befristeten Invalidenrente in einer oder in mehreren Verfügungen gleichen Datums eröffnet wird. Es gelten die Grundsätze gemäss BGE
125 V 413 (BGE
131 V 16
4
E.
2.3.4).
1.4
Obwohl
im Falle des Beschwerdeführers
die
Zuspr
ache
der
Invalidenrente
und deren Anpassung
nicht
in zwei Verfügungen gleichen Datums ange
ordnet wurde
, kann für die Frage der gerichtlichen Überprüfbarkeit die vorgenannte Rechtsprechung in analoger Weise herangezogen werden. So ist es auch im vorliegenden Verfahren in anfechtungs- und streitgegenständlicher Hinsicht
irr
elevant, ob die Auszahlungsmodalität
en
der
Invalidenrente
n
in einer oder mehreren Verfügungen eröffnet w
u
rd
en
. Es gelten de
mnach die Grundsätze ge
mäss BGE
125 V 413 und ist in anfechtungs- und streitgegenständlicher Hin
sicht festzuhalten, dass die vorliegende
Rentenzusprache
mit Wirkung ab 1. Januar 2013 als einheitliches Re
chtsverhältnis im Sinne von BGE
125 V 416 E. 2b zu verstehen ist. Dies gilt umso mehr, als sich am Verfügungsinhalt nichts ändert, wenn die Auszahlungsmodalität
en
in mehreren Verfügungen eröffnet
werden
und zwischenzeitlich auch keine Revisionsgründe festgestellt wurden. Es wurde vielmehr für den gesamten Zeitraum – gestützt auf einen einheitlichen Beschluss der Beschwerdegegnerin vom 15. August 2014 (Urk. 10/68) – über den Rentenanspruch ab 1. Januar 2013 entschieden. Damit ist weder eine
Teil
rechtskraft
eingetreten noch ist die richterliche Überprüfungsbefugnis
einge
schränkt, so
dass die Invaliditätsbemessung sowie die
Rentenzusprache
für die gesamte Zeit ab 1. Januar 2013 überprüft werden darf.
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
2.3
2.3.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
2.3.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkommensent
wicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung ent
spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt wor
den wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen).
2.3.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er
werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, na
mentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstruktur
erhebun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75
E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE
129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu
grunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende
be
triebsübliche
Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321
E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a)
.
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) um maximal 25
%
zu kürzen, wenn persönliche und berufliche Merkmale wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität bezie
hungsweise Aufenthaltskategorie oder Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben und die versicherte Person deswegen die verbliebene Ar
beitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit unter
durchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann (BGE 135 V 297 E. 5.2, 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc).
2.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.5
Praxisgemäss darf das Gericht Gutachten externer Spezialärzte, welche von Versi
cherung
strägern im Verfahren nach Art.
44 ATSG eingeholt wurden und den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechen, vollen Beweiswert zuer
kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigk
eit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 E. 1.3.4, 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E.
3b/
bb
).
2.6
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer
Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen) Art. 88a Abs. 1
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/
dd
mit Hinweis). Danach ist bei einer Verbesserung der Erwerbs
fähig
keit eine anspruchsbeeinflussende Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem an
genommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unter
bre
chung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung des
Invaliditäts
gra
des
eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderli
che Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des Rentenbeginns mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinwei
sen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5).
Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine befristete und/oder abge
stufte Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung oder die Abstu
fung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegen
standes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbe
strit
ten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert bleiben (BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung oder Herabsetzung
der Rente zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen, vgl. auch BGE 131 V 164)
.
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin legte den Beginn der einjährigen Wartezeit auf den 19. Januar 2012 fest und hielt gestützt auf das von ihr eingeholte MEDAS-Gut
achten vom 28. Februar 2014 dafür,
dass nach Ablauf des Wartejahres
bis zum 24. September 2013 für jegliche berufliche Tätigkeiten eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % vorgelegen
habe
. Ab 25. September 2013 sei dem Beschwerdeführer eine behinderungsangepasste Tätigkeit mit körperlich leichter und wechselnder Belastung zu 90 % zumutbar gewesen. Demzufolge stehe ihm gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 100 % beziehungsweise 48 % vom 1. Januar bis 31. De
-
zember
2013 (Verbesserung per 25. September 2013 zuzüglich drei Mo
nate) eine befristete ganze Rente und ab 1. Januar 2014 eine unbefristete
Vier
telsrente
zu (Urk. 2, Urk. 9).
3.2
Der Beschwerdeführer rügte
zunächst in Bezug auf die Invaliditätsbemessung der Beschwerdegegnerin die Ausserachtlassung des als Raumpfleger
erzielten Nebenerwerbs
und machte geltend, selbst wenn nur ein Drittel
davon
berück
sichtigt werde, ergebe sich bei im Übrigen unveränderten Faktoren ein
Invali
ditätsgrad
von klar über 50 % und damit ein Anspruch auf mindestens eine halbe Rente ab
1. Januar 2014 (Urk. 1 Ziff. 4 f.
).
Überdies beruhe die Beurtei
lung der Arbeitsfähigkeit durch die Beschwerdegegnerin auf unzureichenden medizinischen Grundlagen. Insbesondere erweise sich das Gutachten
der MEDAS
A._
vom 28. Februar 2014 in verschiedener Hinsicht als ungenügend (Ziff. 6
; vgl. auch
Urk.
5
). Entsprechend der Einschätzung
d
er behandelnden Ärzte sei davon auszugehen, dass keine verwertbare Arbeitsfähigkeit mehr vor
liege, weshalb ihm auch ab dem 1. Januar 2014 eine ganze Rente zu gewähren sei (Ziff. 7). Allenfalls seien durch das Gericht weitere medizinische Abklärun
gen zu tätigen (Ziff. 6d
+
f).
4.
4.1
Nach am
19. Januar 2012 erfolgter Krankschreibung (Urk. 10/13/3-4) war der Beschwerdeführer vom 23. Juli bis 8. August 2012 im
B._
hos
pitalisiert, wo
nebst einer beidseitigen
Coxarthrose
linksbetont als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine
Claudicatio
radicularis
L5 rechts mit beginnender
Claudicatio
spinalis
gestellt
und am
24. Juli 2012 durch Dr. med.
C._
, Leiter Orthopädie,
mikrochirurgische
sublaminäre
Dekompressionen
der Diskushernien
L2/3, L3/4, L4/5, L5/S1 durchgeführt wurde
n
(Bericht vom 8. August 2012
,
Urk. 10/14
S.
1 Ziff. 1.1 und S. 3 Ziff. 1.5
). Die Ärzte vermerk
ten einen protrahierten postoperativen Verlauf aufgrund erneut
exazerbierender
Claudicatio
spinalis
und
vermochten
bei Austritt keine Prognose ab
zu
geben (S.
2
unten). Sie attestierten für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit eine Arbeitsun
fähigkeit von 100 % (vorerst) bis sechs Wochen postoperativ (S. 3 Ziff. 1.6).
4.2
Anlässlich der Sprechstunden vom 9. und 18. Oktober 2012 (Urk. 10/18/4, Urk. 10/22/7)
diagnostizierte Dr.
C._
unter
Bezugnahme auf die Bildgebung vom 2. Oktober 2012 (Funktionsmyelographie und
Myelo
-CT) eine Reststenose L2/3 zentral mit/bei Status nach mikrochirurgischer Dekompression L2-S
1.
Er berichtete von einer Einschränkung der Gehfähigkeit auf etwa 15-20 Minuten mit ausstrahlenden Schmerzen vor allem im rechten Bein, teilweise aber auch im
linken Bein, und erachtete die Indikation für einen erneuten operativen Ein
griff am Rücken als gegeben. Die Arbeitsunfähigkeit bezifferte er weiterhin mit 100 % (Urk. 10/18/
4
).
4
.3
Am 31. Oktober 2012
nahm
Dr.
C._
eine mikrochirurgische Dekompression L1/2/3
vor
(
Operationsbericht vom selben Datum
,
Urk. 10/22/8). Nach einem initial unkomplizierten Verlauf kam es zu zunehmenden Kopfschmerzen. In der notfallmässigen CT-radiologischen Diagnostik des Schädels zeigte sich
am 3. November 2012 eine
intraparenchymatöse
Blutung
cerebellär
mit
infraten
torieller
Tonsillenhernierung
ins
Foramen
magnum
bei zunehmender
Desorien
tiertheit
und
Abnahme des
Glasgow
Coma
Score
(
GCS
)
auf 8, worauf nach Intu
bation des Beschwerdeführers und
invasiver Kreislaufüberwachung eine
not
fallmässige
Verlegung
in
das
D._
via Schockraum erfolgte (Austrittsbericht des
B._
vom 3. November 2012
,
Urk. 10/22/5-6)
.
4.4
Die im
Rahmen der
Hospitalisation
vom 3. bis 26. November 2012 mit dem Be
schwerdeführer befassten Ärzte der Klinik für Neurochirurgie des
D._
diagnos
tizierten in dem am 10. Dezember 2012 bei der Beschwerdegegnerin eingegan
genen Bericht (Urk. 10/24) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine
Klein
hirnblutung
in beiden Hemisphären mit beginnendem
Hydroceph
alus
okklu
sivus
bei
Liquorleck
und Zustand nach mikrochirurgischer Dekompression L1/2/3 bei lumbaler Spinalkanalstenose L2/3 (S. 1 Ziff. 1.1). Sie bescheinigten eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Mau
rer bis 31. Dezember 2012 unter Hinweis auf bestehende Einschränkungen in Form von Doppelbildern und einer Gangataxie, wobei eine ambulante Physio- und Ergotherapie vielversprechend sei (S. 2 f. Ziff. 1.6-1.8). Mit einer Wieder
aufnahme der beruflichen Tätigkeit könne gerechnet werden (S. 3 Ziff. 1.9).
4.5
Vom 26. November bis 21. Dezember 2012 hielt sich der Beschwerdeführer zur neurologischen Rehabilitation in der
E._
auf,
wo sich gemäss Bericht vom
4. Januar 2013 (Urk
. 10/26) zu Begin
n leicht unterdurchschnittli
che
Leistungen im Bereich des Gedächtnisses und eine Einschränkung der kog
nitiven Belastbarkeit zeigten. Die Ärzte führten aus, nach kurzer Zeit habe sich der Beschwerdeführer soweit erholt, dass sich bei den neuropsychologischen Abklärungen keine Auffälligkeiten mehr gezeigt hätten. Das Hauptproblem habe für ihn von Beginn an in der Einschränkung der Sehkraft (Doppelbilder) gele
gen. Die logopädische Abklärung sei im Wesentlichen unauffällig geblieben (S. 3 f.). Auf eigenen Wunsch und gegen den ausdrücklichen ärztlichen Rat habe der Beschwerdeführer die Klinik am 21. Dezember 2012 verlassen (S. 2 oben und S.
4
Mitte). Als aktuelle Probleme bei Austritt nannten die Ärzte eine Gangunsicherheit und Schwindel (mit Rollator mobil), Doppelbilder beidseits und eine
Visuseinschränkung
(ab 50
Zentimeter
), leichte lumbale Rücken
schmerzen (
regredient
) und eine depressive Stimmungslage (S. 1 unten). Sie empfahlen eine weiterführende ambulante Physiotherapie zur Verbesserung der Belastbarkeit, des Gleichgewichts und der allgemeinen
Dekonditionierung
und befanden, die angestammte berufliche Tätigkeit als Maurer sei aktuell nicht zu
mutbar (schwere Tätigkeit, Sturzgefahr; S. 2). Bei gutem klinischem Verlauf sei eine Neuevaluation der beruflichen Eingliederung in zirka drei bis vier Monaten empfehlenswert (S. 4).
4.6
4.6.1
Der zuständige Oberarzt
der
Klinik für Neurochirurgie des
D._
führte
im Bericht vom
27
. Februar 2013 (Urk. 10/35/3-4) betreffend die Kontrolluntersuchung vom selben Datum aus,
klinisch-neurologisch zeige sich ein
breitbasiges
Gang
bild mit
ungerichteter
Fallneigung im Seiltänzer- oder Blindgang. Es bestehe nur noch eine
leichte
Dysmetrie
im Finger-Nase
versuch (FNV). Eine Dysarthrie sei nicht feststellbar. Bücken
sei
bis zu einem Fingerbodenabstand (FBA) von
acht Zentimetern
möglich
. Der Rückenschmerz sei eher gering. Lumbal bestün
den reizlose Narbenverhältnisse, insbesondere sei kein Hinweis auf eine
Flüssig
keitskollektion
auszumachen.
Insgesamt zeige sich
ein erfreulicher Verlauf nach lebensbedrohlicher Komplikation, wobei eine Fortführung der ambulanten Phy
siotherapie sicherlich indiziert sei.
Die angestammte Tätigkeit als Bauarbeiter komme mit dem aktuellen neurologischen Status sicher bis auf weiteres nicht in Frage (S. 2).
4.6.2
I
n de
m von den
Gutachtern
der MEDAS
A._
beigezogenen
Verlaufsb
ericht der Klinik für
Neurochirurgie des
D._
vom
25. September 2013
(Urk. 10/46/8)
wurde festgehalten
, der Beschwerdeführer habe
im Rahmen der
jüngsten
Kon
trolluntersuchung
über Schwindelgefühle bei Kopfdrehung oder beim Aufstehen a
us sitzender Position berichtet
. Neue Schmerzzustände, sensomotorische Defi
zite oder Anhaltspunkte für einen erhöhten Hirndruck seien nicht aufgetreten. Im Untersuchungsbefund zeige sich ein allseits orientierter, adäquat freundli
cher und kooperativer Patient ohne Anhalt für mot
orische oder sensible Defi
zite. D
er Finger-Naseversuch sei beidseits durchführbar
.
Das
Gangbild sei un
auffällig
,
einzig
Strich- und Blindgang
seien nicht möglich
.
Auch der
Tretver
such
und die
Okulomotorik
zeigten keine Auffälligkeiten.
Laut Angabe des Be
schwerdeführers bestünden
Schwindelgefühle b
ei schnellen Kopfbewegungen beziehungsweise beim Aufstehen aus sitzender Position
.
Die
anamnestisch
an
gegebene persistierende Schwindelsymptomatik werde
– so der zuständige Oberarzt –
als möglicher Residualzustand nach
stattgehabter beidseitiger
Klein
hirnblutung
interpretiert
.
4.7
Die Sachverständigen
der MEDAS
A._
, welche den Beschwerdeführer
am 2., 10., 1
7.
und 22.
Oktober 2013 in den Disziplinen Orthopädie, Psychiatrie, Neu
rologie und Innere Medizin untersucht hatte
n
, stellten im Gutachten vom 28. Februar 2014 folgende Diagnosen (
Urk. 10/46
S. 19):
m
it Relevanz für die Arbeitsfähigkeit:
c
hronische Lumbalgie bei Status nach mikrochirurgischer Dekom
pres
sion L2-S1 am 2
4.
Juli 2012 und erneute
r
Dekompression L1/2/3 am 31. Oktober 2012
Status nach
uncaler
Herniation
und
bihemisphärischer
cerebellärer
Blu
tung am 3. November 2012 wahrscheinlich im Rahmen eines
Un
terdrucksyndroms
bei lumbaler
Liquorfistel
mit nachfolgender
not
fallmässiger
passagerer
Liquordrainage
und Verschl
u
ss der
Liquor
fis
tel
;
klinisch initial Stand- und Gangataxie, Dysarthrie und Diplopie zwischenzeitlich klinisch weitestgehend restituiert
mit nur noch gering reduzierter Gleichgewichtsfunktion /
Gang
unsicher
heit
o
hne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit:
Status nach unklarer Knie-OP
anamnestisch
Coxarthrose
beidseits (momentan keine Klinik dafür)
In ihrer interdisziplinären Beurteilung führten
d
ie
Gutachter
aus, der Beschwerde
führer habe sowohl in der neurologischen als auch in der orthopä
dischen Untersuchung berichtet, dass die vormals bestehende
lumbo-radikulär
anmutende Beschwerdesymptomatik seit der Operation vom 31. Oktober 2012 remittiert sei und lediglich noch ein lumbaler Schmerz bestehe, wobei er eige
nen Angaben zufolge seit zirka April 2013 keine Schmerzmedikation mehr be
nötige. Auffällig seien gewisse Diskrepanzen
in d
e
n
Verhaltensweisen des Be
schwerdeführers. Einerseits habe er im Rahmen de
r
orthopädischen
Begutach
tung
angegeben, dass es ihm schlecht gehe und er nicht mehr gerade laufen könne. Andererseits sei in der neurochirurgischen Untersuchung im
D._
vom 25. September 2013
(
vgl.
E. 4.6
.2
hiervor
)
wie auch in der aktuellen neurologi
schen Begutachtung keine relevante Gangstörung mehr nachweisbar gewesen. Allenfalls möge dies bei längerer Gehstrecke mit Ermüdung in geringerem Um
fang möglich sein. Immerhin gebe der Beschwerdeführer selbst an, zirka 500 Meter gehen zu können. Diskrepant erscheine auch die Angabe zu seinen Rückenschmerzen gegenüber der Tatsache, dass er keine Schmerzmedikamente benötige
(
vgl.
Gutachten
S. 9
, S. 21,
S. 29 und S. 35
)
, relativ gut sitzen könne und der
Lasègue
übereinstimmend mit den übrigen Akten beidseits unauffällig sei. Das Ausdrucksverhalten in der neurologischen und orthopädischen Untersu
chung sei auffallend unterschiedlich gewesen.
Gegenüber dem psychiatrischen Gutachter habe er verneint, deprimiert oder traurig zu sein; er könne sich freuen und interessieren. Auch habe er kognitive Störungen oder Müdigkeit im Rah
men de
r
neurologischen
Begutachtung
verneint (S. 17 f.).
Im Weiteren führten die Gutachter aus, i
n interdisziplinärer Zusammenschau sei bezüglich des Rückenleidens ein überwiegend gutes Operationsergebnis anzu
nehmen mit Restitution der vormals noch bestehenden
radikulär
anmutenden Beinschmerzen, was vom Beschwerdeführer auch bestätigt werde. Bezüglich der noch angegebenen belastungsabhängigen lumbalen Rückenschmerzen sei eine leichte
Schmerzsymptomatik respektive eine reduzierte Rückenbelastbarkeit zu bestätigen. Hinsichtlich der zentralen neurologischen Komplikation der kleine
ren
Herniation
und
bihemisphärischen
Kleinhirnblutung sei jedoch eine weitge
hende Restitution der vormals bestehenden neurologischen Störungen eingetre
ten. Die Diplopie, kognitiven Störungen und initiale Dysarthrie seien komplett remittiert. In geringem Umfang sei nur noch eine belastungs- und
müdigkeits
abhängige
geringe Gangunsicherheit plausibel, deren Ausprägung jedoch gerin
ger erscheine als teilweise
anlässlich der Begutachtung
behauptet. Es liege je
doch zumindest gegenwärtig noch eine leicht geminderte
Gleichgewichtsfunk
tion
beim Gehen vor.
Aus psychiatrischer und internistischer Sicht ergäben sich
keine zusätzlichen Diagnosen
respektive Funktionseinschränkungen
mit Rele
vanz.
Tätigke
iten mit erhöhten Anforderungen an das Gleichgewichtssystem seien vorläufig noch ungünsti
g, weshalb Arbeiten auf Leitern und
Gerüsten
so
wie
solche mit häufigem Aufstehen aus gebückter Haltung noch gemieden wer
den sollten. Hinsichtlich der reduzierten Rückenbelastbarkeit seien nur
körper
lich leichte bis vereinzelt mittelschwere Tätigkeiten in wechselbelastender Posi
tion sinnvoll, dies unter Vermeidung von Wirbelsäulenzwangshaltungen, län
gerem vorgeneigtem Stehen sowie Tätigkeiten in gebeugter oder am Boden kau
ernder Haltung. Ungeeignet seien derzeit auch noch Tätigkeiten mit
längeren Gehstrecken über 500
Meter
.
D
as Arbeitsprofil der angestammten Tätigkeit auf dem Bau sei insbesondere hinsichtlich Rückenbelastbarkeit und Anforderung an das Gleichgewichtssystem bei Tätigkeiten auf Leitern und Gerüsten als nicht mehr geeignet anzusehen. Diese Einschätzung
gelte
retrospektiv ab
Attestierung der
Arbeitsunfähigkeit im Januar 2012 und prognostisch w
ahrscheinlich auch langfristig
. Eine angepasste Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer dagegen ab 25. September 2013 (neurochirurgischer Bericht des
D._
) ganztägig zumutbar mit allenfalls sehr geringer Leistungsminderung um zirka 10 % aufgrund der residualen Rückenbeschwerden
(S. 18;
vgl. auch S. 19 f.
).
4.8
Der zuständige Oberarzt des Interdisziplinären Zentrums für Schwindel und Gleichgewichtsstörungen des
D._
stellte im beschwerdeweise aufgelegten Be
richt vom 6. Januar 2014 (Urk. 3/2) folgende Diagnosen:
Status nach
zerebellärer
Blutung im Bereich beider Hemisphären sowie partiell auch im
Vermis
am 2. November 2012
Status nach Dekompression einer lumbalen Spinalkanalstenose am 31. Oktober 2012
Er hielt fest, anamnestisch bestünden nebst den bekannten lumbalen Rücken
schmerzen ein belastungsabhängiger
attackenhafter
Drehschwindel und eine Gangunsicherheit beim Gehen. Während sich kl
inisch ein
cerebelläres
Ausfall
syndrom mit Stand- und Gangataxie, eine
Okulomotorikstörung
(
Blickrich
tungsnystagmus
) und eine diskrete Dysarthrie zeigten, sei in den apparativ-ves
tibulären Testungen bis auf eine mögliche leichte peripher-vestibuläre Unter
funktion des
posterioren
Bogenganges rechts ein
blander
Befund festgestellt
worden. Im
Functional
Gait
Assessment (
FGA
)
fänden sich Wer
te unterhalb der Norm, was eine Physiotherapie (Gleichgewichtstraining) nahelege. Der Be
schwerdeführer sehe aber keinen Bedarf, da er zuletzt nicht mehr davon profi
t
iert habe. Als mögliche medikamentöse symptomatische Massnahme bei
Klein
hirnfunktionsstörung
werde ein Therapieversuch mit
Chlorzoxazone
empfohlen. Dieses Medikament sei in der Schweiz
nach erfolgter Zulassung zur
Behandlung
von Muskelkrämpfen
und
-verspannungen wegen fehlender Nachfrage w
ieder vom Markt genommen worden
und werde durch die
F._
aus den USA importiert
(vgl. Kostengutsprachegesuch
an den
Krankenversiche
rer
vom selben Datum
,
Urk. 3/3).
4.9
Der
Hausarzt Dr. med.
G._
, Innere Medizin FMH, berichtete am 4. Juli 2014 (Urk. 10/62), lumbal habe sich das
Radikulärsyndrom
L5-S1 prompt erneut aus
gebildet und sei trotz Therapie sogar leicht progredient. Therapeutisch gebe es in Anbetracht des bisherigen Verlaufs sowie der fatalen Komplikation keine Option. Der Zustand sei definitiv und es bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähig
keit für jegliche Arbeiten.
Das
vom Hausarzt veranlasste
MRI der Lendenwirbelsäule (LWS) vom 20. Oktober 2014 (Urk
. 6) zeigte gemäss Beurteilung
des zuständigen Radiolo
gen
eine mässige bis starke multisegmentale Degeneration der LWS, einen post
operativen Status nach Dekompressionen, erneute leichte spinale Engen auf den Höhen L2/3 und L4/5 sowie weitere neurale Tangierungen
recessal
und
neuro
foraminal
.
5.
5.1
Aus den Akten ergibt sich, dass der Beschwerdeführer ab 19. Januar 2012 an einer Wirbelsäulenproblematik litt, welche eine zweimalige operative Interven
tion erforderte, wobei es im Rahmen de
s
zweiten
Eingriffes
vom 31. Oktober 2012 zu einer Komplikation
in Form einer Hirnblutung kam
. Obwohl sich die gesundheitliche Situation im weiteren Verlauf erstaunlich po
sitiv entwickelte, persistierten im massgebenden Beurteilungszeitraum
(
vgl. dazu
BGE
121 V 362 E. 1b)
bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung
vom
22. September 2014
(Urk. 2)
lumbale Rückenbeschwerden und Residuen der Hirnblutung, welche dem Beschwerdeführer die Ausübung der angestammten Tätigkeit als Grup
penführer Tiefbau unbestrittenermassen verunmöglichen.
Gemäss MEDAS-Gutachten
vom 28. Februar 2014 (
vgl.
E.
4
.7
hiervor
)
weist de
r Beschwerdeführer seit dem
25. September 2013 in einer angepassten, mithin ei
ner wechselbelastenden, körperlich leichten bis zuweilen mittelschweren Tätig
keit, welche keine Wirbelsäulenzwangshaltungen, kein längeres vorgeneigtes Stehen und keine Arbeiten in gebeugter oder am Boden kauernder Haltung er
fordert und weder Gehstrecken von über 500
Meter
n
noch Arbeiten auf Leitern und
Gerüsten oder solche mit häufigem Aufstehen aus gebückter Haltung um
fasst, ein Leistungsvermögen von 90 %
auf,
umsetzbar im Rahmen eines
voll
schichtigen
Einsatzes bei um 10 % reduziertem Rendement. Mit Blick auf
die
anlässlich der
MEDAS-
Begutachtung
im Oktober 2013
erhobenen Untersu
chungsbefunde und das vom Beschwerdeführer gezeigte Verhalten sowie sein (zuweilen diskrepanter) Beschwerderapport erscheint diese Einsch
ätzung als plausibel, zumal
wegen Rückenschmerzen seit
Frühling
2013 keine
Medika
mente
neinnahme
mehr
erfolgt
e
.
5.2
Der Rüge des Beschwerdeführers, die Problematik der ständig bestehenden und die Möglichkeit längeren Gehens und Sitzens einschränkenden
Rückenbe
schwerden
sei im MEDAS-Gutachten stark verharmlost worden (Urk. 1 Ziff. 6b), ist entgegenzuhalten, dass die
Sachverständigen eine reduzierte Belastbarkeit des Rückens feststellten und diese in ihre Einschätzung der Arbeitsfähigkeit und des Zumutbarkeitsprofils einfliessen liessen.
Sie veranschlagten die
zumutbare Gehstrecke auf 500 Meter, was den Angaben des Beschwerdeführers anlässlich der neurologischen und psychiatrischen Begutachtung entspricht
(vgl. Gutach
ten S. 9 und S. 27;
vgl. auch S. 21
: 30
Minuten
gemäss orthopädischen
Teilgut
achten
). Dass er –
entsprechend seiner Schilderung
gegenüber dem internisti
schen Gutachter –
nur wenige Meter
unter Zuhilfenahme von
zwei Stöcken
ge
hen können soll (S. 34
),
ist aufgrund der Akten nicht nachvollziehbar und steht auch im Widerspruch zur Darstellung des Beschwerdeführers, wonach er
regel
mässig Spaziergänge unternimmt (Gutachten S. 10, S. 22 und S. 29).
Auch d
ie maximal mögliche Sitzdauer wurde vom Beschwerdeführer
gegenüber den einzelnen Sachverständigen
unterschiedlich mit ein bis zwei Stunden (Gut
achten S. 9 und S. 21) einerseits und
lediglich
einer halben Stunde (S. 27) an
dererseits beziffert. Im Rahmen der Begutachtung bereitete ihm
indes
eine
Sitz
dauer
von 1,
75 Stunden (S.
11), einer Stunde (S. 23) und 1,
5 Stunden (S. 32) kei
ne Probleme.
In dieses Bild fügt sich der Umstand, dass sich der Beschwer
deführer eigenen
Angaben zufolge daheim regelmässig am Computer
mit
S
ur
fen,
S
pielen und
A
rbeiten (
G
utachten S. 10, S. 22 und S. 29)
beschäftigt
.
Das von den Gutachtern formulierte
Zumutbarkeitsprofil sieht
denn auch
wechsel
belastende Tätigkeit vor.
Von Seiten der
radikulären
Symptomatik war nach der zweiten Operation eine Remission zu verzeichnen, welche auch zum Zeitpunkt der Begutachtung noch anhielt (
Gutachten
S. 9, S. 21 und S. 27).
Ob mit Blick auf
das
vom Hausarzt am
4. Juli 2014 beschriebene
Wiedera
uftreten des
Radikulärsyndroms
und die LWS-Bildgebung
vom 20. Oktober 2014 (
vgl.
E.
4.9
hiervor
) die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bereits vor Erlass der die Grenze der richterlichen
Überprü
fungsbefugnis
bildenden Verfügung vom 22. September 2014 (Urk. 2) zuge
nommen hat, ist für die Anspruchsberechtigung im Verf
ügungszeitpunkt nicht relevant. Denn e
ine anspruchsbeeinflussende Änderung ist
gemäss
Art. 88a
Abs. 1 Satz 2 IVV
erst zu berücksichtigen,
nachdem
sie ohne wesentliche
Unter
brechung drei Monate gedauert hat
und voraussichtlich weiterhin andauern wird
(
vgl. E. 2.6 hiervor
).
Insofern hätte sich
eine
allenfalls
im Juli 2014 (Bericht
von
Dr.
G._
) eingetretene Verschlechterung frühestens ab Oktober 2014
auf den Rentenanspruch
auswirken können
, was nach dem Gesagten ausser Acht zu bleiben hat.
5.3
Ebenfalls nichts abzugewinnen ist dem Einwand des Beschwerdeführers, die MEDAS-Gutachter hätten die Folgen
der im Anschluss an die zweite
Rücken
operation
vom 31. Oktober 2012 erlittenen Hirnblutung nicht
gebührend be
rücksichtigt,
mithin der
persistierenden erheblichen Gangunsicherheit, dem sporadisch auftretenden Drehschwindel, den Sehstörungen und Störungen der Sprechfähigkeit nicht hinreichend Rechnung getragen (Urk. 1 Ziff. 6c
+d).
An
lässlich der
neurologischen Begutachtung gab der Beschwerdeführer an, dass nur noch geringe Gangunsicherheiten im Sinne eines leicht schwankenden Ganges zu beiden Seiten insb
esondere
bei Dunkelheit und auf unebenem Ge
lände bestünden (G
utachten
S. 10).
Der Facharzt
befundete
ein insgesamt flüssi
ges, harmonisch sequenziertes Gangbild ohne erkennbare Beeinträchtigung im Abrollverhalten der Füsse beidseits; insgesamt erscheine das Gangbild nicht re
levant ataktisch und nicht erk
ennbar relevant verbreitert (S.
12). Dies
e Ein
schätzung
steht im Einklang mit de
m
Bericht der Klinik für Neurochirurgie des
D._
vom 25. September 2013, wo abgesehen von erschwerten Gangproben (Strich- und Blindgang) ebenfalls ein unauffälliges Gangbild festgestellt worden war (
vgl.
E.
4.6.2
hiervor
). Dazu im Widerspruch schilderte der Beschwerdefüh
rer gegenüber dem orthopädischen Gutachter
mit der Unmöglichkeit des
Gera
deausgehens
ausgeprägtere
Schwierigkeiten, gab jedoch gleichzeitig an, 30 Minuten
gehfähig
zu sein (S. 21 und S. 23).
Was die Schwindelproblematik
anbelangt
, berichtete der Beschwerdeführer
anläss
lich
der Kontrolluntersuchung im
D._
vom September 2013 (
vgl.
E.
4.6.2
hiervor
)
wie
auch
in
der neurologischen Begutachtung
(Gutachten S. 8 f.)
von Schwindel
zuständen bei schnellen Körper- und
Kopfbewegungen respektive beim raschen Aufstehen aus sitzender Position. Allerdings waren schnelle Kopf
bewegungen
im Zuge
der Begutachtung offensichtlich ohne relevante Auslö
sung der Schwindelsymptomatik möglich respektive entsprechende Beeinträch
tigungen
waren
nicht im klinischen Aspekt erkennbar (
Gutachten
S. 11 und S. 14). Gegenüber dem neurologischen Gutachter verneinte
d
er
Beschwerdefüh
rer sogar
ausdrücklich einen Drehschwindel (Gutachten S. 10).
Schliesslich waren r
elevante Störungen des Sehvermögens und der Sprechfähig
keit
im Rahmen
der Begutachtung nicht mehr festzustellen (
Gutachten
S. 11 und S. 14).
Unter Berücksichtigung der Residuen der Kleinhirnblutung erachteten die
Sach
verständigen der MEDAS
A._
Tätigkeiten mit erhöhten Anforderungen an das Gleichgewichtssystem als noch ung
ünstig (Tätigkeiten auf Leitern und
Gerüsten
sowie
solche mit Aufstehen aus gebückter Haltung).
Dass eine weitergehende Einschränkung besteht, lässt sich dem beschwerdeweise aufgelegten Bericht des
Interdisziplinären Zentrums für Schwindel und Gleichgewichtsstörungen des
D._
vom
6. Januar 2014 (
vgl.
E.
4
.8
hiervor
)
nicht entnehmen, zumal sich der zuständige Oberarzt nicht zur Arbeitsfähigkeit äusserte. Der Umstand, dass er eine Weiterführung der Physiotherapie und
eine
medikamentöse Behandlung
mit einem aus den USA importierten
Arzneimittel
anregte, vermag zu keinem anderen Ergebnis zu führen.
5.4
Einen weiteren
Widerspruch
erblickte der Beschwerdeführer darin
, dass im Be
richt des
B._
vom
8. August
2012
(
vgl.
E.
4.1
hiervor
)
die beid
seitige
Coxarthrose
ausdrücklich als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit erwähnt worden sei
, wogegen das MEDAS-Gutachten dieser Erkran
kung keine weitere Bedeutung beimessen wolle
(Urk. 1 Ziff. 6e)
.
Auch dieses Argument verfängt nicht, konnte doch der
orthopädische
MEDAS-Gutachter
keine Klinik für die ihm anamnestisch bekannte
Coxarthrose
erheben (Gutach
te
n S. 26 unten).
Auch
den übrigen
medizinischen
Akten lässt sich
nicht
ent
nehmen, dass der Beschwerdeführer
im massgebenden Beurteilungszeitraum
über
Hüftb
eschwerden geklagte hätte. Soweit beschwerdeweise eine Überlage
rung der postulierten limitierenden Hüftproblematik durch die Rückenschmer
zen und die
Folgen
der Hirnblutung in Betracht gezogen wird,
ist
diese Dar
stellung
beweismässig nicht durch einen
(fach-)ärztlichen Bericht untermauert
.
5.5
Zusammenfassend
ergeben
sich anhand der Akten
keine konkreten Indizien
, welch
e gegen die Zuverlässigkeit des
MEDAS-
Gutachtens
vom 28. Februar 2014 sprechen würden.
P
raxisgemäss
ist deshalb
auf
dieses
abzustellen
(vgl. E. 2.5 hiervor)
. Damit steht fest, dass der Beschwerdeführer – nach vorangegangener voller Arbeitsunfähigkeit für jegliche beruflichen Tätigkeiten ab 19. Januar 2012 – ab 25. September 2013 in einer zumutbaren Verweisungstätigkeit eine
Arbeits-
respektive
Leistungsfähigkeit von 90 %
aufweist
,
welche im
Rahmen eines vollschichtigen Einsatzes bei
um 10 % reduziertem Rendement umsetzbar ist
.
5.6
Von m
edizinische
n
Weiterungen
, namentlich dem
vom Beschwerdeführer
bean
tragt
en
Beizug
von Berichten des
D._
beziehungsweise
der (subsidiären) Ein
holung eines zusätzlichen Gutachtens
durch das hiesige Gericht
(Urk. 1 Ziff. 6d
+
f), sind
keine
entscheidrelevanten
neuen Erkenntnisse
zu erwarten
, weshalb in ant
izipierter Beweiswürdigung (BGE 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E.
1d) davon abzusehen ist.
6.
6.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die gesundheitlichen Beeinträchtigungen in erwerbli
cher Hinsicht auswirken.
6.2
Nach Ablauf des Wartejahres im Januar 2013 war der Beschwerdeführer zu
nächst auch in einer angepassten Tätigkeit nicht arbeitsfähig, weshalb
ihm
ab diesem Zeitpunkt unbestrittenermassen eine ganze Rente nach Massgabe eines Invaliditätsgrades von 100 %
zusteht
.
6.3
6.3.1
Für die Zeit ab Eintritt der gesundheitlichen Verbesserung am 25. September 2013 ermittelte die Beschwerdegegnerin – anhand eines für das Jahr 2014 vor
genommenen Einkommensvergleichs (Urk. 10/65, Urk. 2 S. 7) – einen
Invalidi
tätsgrad
von 48 %. Dabei stellte sie ein gestützt auf die LSE-Tabellenlöhne (
vgl.
E. 2.3.3
hiervor
)
auf
Fr. 45‘554.85
veranschlagtes
Invalideneinkommen einem
Validen
lohn
von Fr. 86‘874.90 gegenüber, zu dessen Bemessung sie an den vom Beschwerdeführer in den Jahren 2009 bis 2011 (vgl.
Auszug aus dem individu
ellen Konto [IK] vom 2. August 2012
,
Urk. 10/11/4) als Gruppenführer Tiefbau bei der
Y._
erzielten Durchschnittsverdienst anknüpfte. Ein zusätzliches Einkommen aus einem Nebenerwerb im Reinigungsbereich berück
sichtigte die Beschwerdegegnerin nicht, da der Beschwerdeführer die Nebenbe
schäftigung als Reinigungsmitarbeiter bei der
Z._
per Ende Juni 2011 aufgrund einer Reorganisation im Betrieb verloren habe und keine Hinweise vorlägen, dass er sich im darauffolgenden halben Jahr bis zum Eintritt der Arbeitsunfähigkeit (19. Januar 2012) um einen neuen Nebenerwerb bemüht habe (Urk. 2 S. 6 unten).
6.3.2
Dagegen wandte der Beschwerdeführer ein, er habe aus gesundheitlichen Grün
den nicht mit letzter Konsequenz sofort einen Ersatz für die gekündigte Stelle bei der
Z._
gesucht, sondern sich eine gewisse Erholungszeit gönnen wollen. Zudem würden solche Anstellungen nicht auf öffentliche Aus
schreibung und schriftliche Bewerbung hin vermittelt, sonder
n durch Mund-zu-Mund-
Propaganda
. Solche Suchbemühungen habe er denn auch bereits im Jahr 2011 unternommen, damals aber noch ohne Erfolg. Er habe jedoch während zwanzig Jahren seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit bei guter Gesundheit unter Beweis gestellt, weshalb es nicht darauf ankommen könne, ob er unmit
telbar vor Beginn der entscheidenden Arbeitsunfähigkeit auch noch eine ent
sprechende Stelle bekleidet habe oder nicht. Ausser seiner gesundheitlichen Be
einträchtigung habe er keinen Grund gehabt, in Zu
kunft kürzer zu treten (Urk. 1
Ziff. 4 f.).
6.3.3
Gemäss IK-
Auszug vom 2. August 2012 (Urk. 10/11) war der Beschwerdeführer ab August 1995 nebenerwerblich in der Reinigungsbra
n
che tätig, zuletzt ab 1. Februar 2000
in einem Pensum von
zehn Stunden pro Woche
respektive
zwei Stunden pro
Tag bei der
Z._
, welche das Arbeitsverhältnis per 30. Juni 2011
(letzter Arbeitstag: 25. Mai 2011)
infolge Reorganisation auflöste (Arbeitgeberbericht vom 23. September 2012, Urk. 10/1
7
)
. Es sind keine kon
kreten Bemühungen aktenkundig, aus welchen hervorginge, dass
er
in den gut sechs Monaten bis zur Krankschreibung per 19. Januar 2012 ernsthaft versucht hätte, wieder eine entsprechende Anstellung zu finden.
Namentlich brachte der Beschwerdeführer keine Beweismittel bei, welche seine Darstellung, er habe im Rahmen von Mund-zu-Mund-Propaganda Suchbemühungen unternommen, stützen würden. Davon abgesehen werden
Stellenangebote für Reinigungskräfte durchaus regelmässig (auch) auf entsprechenden Portalen in Zeit
ungen und im Internet inseriert.
Dass er sich aus gesundheitlichen Gründe
n
nicht mit letzter Konsequenz um einen Ersatz für die Stelle bei der
Z._
bemüht haben soll, wurde von ihm beweismässig ebenfalls nicht dargetan und ergibt sich auch nicht aus den Akten (vgl.
etwa MEDAS-Gutachten S. 8 f.).
Vor diesem Hintergrund ist nicht mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden
Be
weisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Beschwerde
führer ohne Gesundheitsschaden weiterhin regelmässige Nebenerwerbseinkünfte erzielt hätte. Der Umstand, dass er bis Ende Juni 2011 während rund 16 Jahren eine
r
Nebenerwerbstätigkeit
nachging
, vermag für sich alleine nicht zu einem anderen Schluss zu führen. Folglich ist
nicht zu beanstanden, dass die
Be
schwerdegegnerin
den Nebenerwerb bei der Ermittlung des
Valideneinkommens
ausser Acht gelassen hat.
Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer
gemäss MEDAS-Gutachten
ab 25. September 2013
in einer
zumutbaren
Verweisungstätigkeit in zeitlicher Hinsicht nicht eingeschränkt ist, sondern aufgrund der residualen
Rückenbe
schwerden
eine Leistungsminderung von zirka 10 % hinzunehmen hat
(vgl. E. 5.5 hiervor)
. Die
Sachverständigen
äusserten sich zwar nicht a
usdrücklich
dazu, ob sich diese Beurteilung auf ein norm
ales Vollpensum von ungefähr 40
Stunden bezieht oder
auch auf die
vom Beschwerdeführer vorher ausgeübte
Nebenerwerbstätigkeit von rund
25
%
erstreckt
.
Jedoch
war
ihnen
bekannt, dass er einen Nebenerwerb
in diesem Umfang
ausübte
(vgl. Gutachten S. 4 Mitte). Unter diesen Umständen kann die gutachterliche Arbeitsfähigkeitseinschätzung nur so verstanden werden, dass dem Beschwerdeführer in einer angepassten Tä
tigkeit ein gleiches überdurchschnittliches Pensum auch weiterhin zugemutet werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts
9C_883/2007
vom 1
8.
Februar 2008
E. 2.4 betreffend 150 % eines Normalpensums). Insofern müsste die Ne
benerwerbstätigkeit mit der Beschwerdegegnerin (Urk. 9 S. 2 Ziff. 2) entweder überhaupt nicht oder bei beiden Vergleichseinkommen berücksichtigt werden
.
6.3.4
Dementsprechend
präsentiert sich der Einkommensvergleich für das Jahr 2013
(Verbesserung des Gesundheitszustandes per 25. September 2013)
wie folgt:
Der Beschwerdeführer erzielte
im Jahr
vor Eintritt des Gesundheitsschadens
(Jahr 2011)
als Gruppenführer Tiefbau bei der
Y._
ein Ein
kommen von Fr. 84‘736.-- (Urk. 10/11/1, Urk.
10
/15/12-13). Unter Berücksich
tigung der geschlechterspezifischen Nominallohnentwicklung
(vgl.
Die Volks
wirtschaft 3/4-2015 S. 89 Tabelle B 10.3) ergibt sich für das massgebende Jahr 2013 ein
Valideneinkommen
von Fr. 86‘024.-- (Fr. 84‘736.-- : 2171 [Index 2011] x 2204 [Index 2013]). Entgegen der Auffassung de
r
Beschwerde
gegnerin
besteht kein Anlass, auf den Durchschnittslohn der Jahre 2009 bis 2011 abzu
stellen.
Da
der Beschwerdeführer
keine ih
m
zumutbare Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, sind zur Ermittlung des Invalideneinkommens die LSE-Tabel
lenlöhne her
anzuziehen (vgl. E. 2.
3.3
hiervor). Dabei erweist es sich als sachgerecht, auf den nicht nach Branchen differenzierten standardisierten monatlichen Bruttolohn (Zentralwert) für
männliche
Arbeitskräfte an Arbeitsplätzen des niedrigsten Anforderungsniveaus im privaten Sektor von monatlich
Fr.
4'
901
.-- (LSE 2010, Tabelle TA1, Total, Anforderungsniveau 4,
Männer
) abzustellen, wie dies auch die Beschwer
degegnerin getan hat (vgl. Urk.
2
S.
6
) und
was
beschwerdeweise nicht moniert wurde. Unter Berücksichtigung der betriebsüblichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden pro Woche (vgl.
Die Volkswirtschaft 3/4-2015 S. 88 Tabelle B 9.2)
und der geschlechterspezifischen Nominallohnentwicklung (vgl. vorste
hend) ergibt sich für das massgebende Jahr 201
3
ein Betrag von
Fr.
62‘851.45
(
Fr.
4'
901
.-- : 40 x 41.7 x 12 : 2
150
[Index 2010] x 2
2
04 [Index 2011]) bei ei
nem Vollzeitpensum und von
Fr.
56‘566.30
bei einer Leistungsfähigkeit von
90
%
.
Die Beschwerdegegnerin gewährte
v
erfügung
sweise
einen Abzug von 20 % (Urk. 2 S. 6), sprach sich dann aber im vorliegenden Verfahren (Urk. 9 S. 2 Ziff. 2) für einen solchen von lediglich 10 % aus. Dabei wies sie zutreffend da
rauf hin, dass hier unter dem Titel „Beschäftigungsgrad“ kein Abzug gerechtfer
tigt ist, weil die 90%ige Leistungsfähigkeit vollschichtig umsetzbar ist. Der Um
stand, dass der Beschwerdeführer auf eine körperlich leicht
bis
vereinzelt
mit
telschwere Arbeit
angewiesen ist
(vgl.
E.
5.1
hiervor
),
vermag für sich
allein
e
auch bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit noch kein
en
Abzug
zu begründen
, weil der Tab
ellenlohn im Anforderungsniveau
4 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst
(Urteile des Bundesgerichts
8C_924/2014
vom 2. April 2015 E. 5.2.2 und
8C_710/2014
vom 12.
Mai 2015
E. 4.2). Ins Gewicht fällt einzig, dass das Leistungsspektrum anderweitige
qualita
tive Einschränkungen erfährt
. D
iesem Aspekt ist mit einem Abzug von 10 %
vom Tabellenlohn
Rechnung zu tragen, womit
sich das
Invalideneinkom
men
auf Fr. 50‘909.65
reduziert
. Im Vergleich mit dem
Valideneinkommen
von
Fr. 86‘024.--
ergibt sich eine Einkommenseinbusse von Fr.
35‘114.35
entspre
chend einem
Invaliditätsgrad von
41
%
(zur
Rundung: BGE 130 V 121 E.
3.2)
.
Demzufolge
steht dem Beschwerdeführer
ab 1. Januar 2014 (Verbesserung per 25. S
eptember 2013 plus drei Monate gemäss
Art. 88a Abs. 1 IVV) eine
Viertelsr
ente
zu
.
7.
Damit
erweist sich
der
Rentenentscheid der Beschwerdegegnerin
(
Verfügung
en
vom 22. September
und 6. November
2014
,
Urk. 2
und Urk. 13/1-2) als rech
tens, was zur Abweisung der
Beschwerde
führt
.
8.
Die
Kosten des vorliegenden Verfahrens
(
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG
)
sind auf Fr. 800.-- festzusetzen
und
entsprechend de
ssen
Ausgang
de
m
Beschwerde
führer
aufzuerlegen.