Decision ID: 2d5057e3-9991-5ba1-86a0-82fa2cb8d1c3
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
K._, geb. 1983, kosovarischer Staatsangehöriger, reiste am 15. Januar 2016 in die
Schweiz ein und heiratete am 12. Februar 2016 die hier niedergelassenen Landsfrau
M._, geb. 1991. In der Folge wurde ihm eine Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei
seiner Ehefrau erteilt. Gemäss eigenen Angaben lebten die Eheleute seit Ende
September 2016 getrennt, K._ in A._ und seine Ehefrau in B._. Nachdem K._ die
Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung in Aussicht gestellt worden war, teilten
die Eheleute im April und Mai 2017 mit, dass sie wieder zusammenleben würden. In der
Folge wurde die Aufenthaltsbewilligung verlängert. Im Oktober 2017 kam das Kind E._
zur Welt. Eine weitere Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung erfolgte am 27. Februar
2018. Am 17. April 2018 meldete sich K._ beim Einwohneramt der Stadt A._ an,
wobei er angab, dass der gemeinsame Haushalt per 1. April 2018 infolge faktischer
Trennung aufgelöst worden sei.
B.
Im Verlängerungsgesuch vom 12. Februar 2019 machte K._ geltend, er wohne wieder
mit seiner Frau zusammen. Jobbedingt halte er sich unter der Woche in A._ auf. Nach
Gewährung des rechtlichen Gehörs verlängerte das Migrationsamt des Kantons
St. Gallen die von der Ehefrau abgeleitete Aufenthaltsbewilligung mit Verfügung vom
9. Oktober 2020 nicht, da die Berufung auf die Ehe rechtsmissbräuchlich sei, und wies
K._ aus der Schweiz weg (Ausreisefrist 60 Tage nach Rechtskraft der Verfügung). Den
dagegen erhobenen Rekurs wies das Sicherheits- und Justizdepartement mit
Entscheid vom 28. Juni 2021 ab (act. 2).
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C.
Gegen diesen Entscheid erhob K._ mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 13. Juli
2021 (act. 1) Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen mit den
Anträgen, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und ihm sei die
Aufenthaltsbewilligung zu verlängern, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. In der
Vernehmlassung vom 20. September 2021 beantragte die Vorinstanz unter Verweis auf
den angefochtenen Entscheid die Abweisung der Beschwerde (act. 7). In der
undatierten Replik (Eingang Gericht: 11. Oktober 2021, act. 12) ersuchte der
Beschwerdeführer um Sistierung des Verfahrens, längstens bis zur rechtskräftigen
Erledigung des Eheschutzverfahrens vor Kreisgericht St. Gallen. Der
Abteilungspräsident wies das Sistierungsgesuch mit verfahrensleitender Verfügung
vom 29. Oktober 2021 ab. Auf die Vorbringen des Beschwerdeführers und die Akten
wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen
eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Eintreten
Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Als Adressat des
angefochtenen Entscheids ist der im Rekursverfahren unterlegene Beschwerdeführer
zur Ergreifung der Beschwerde berechtigt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1
VRP). Die Beschwerde gegen den am 28. Juni 2021 versandten Rekursentscheid
wurde mit Eingabe vom 13. Juli 2021 rechtzeitig erhoben (Art. 64 in Verbindung mit
Art. 47 Abs. 1 VRP).
Nach Art. 64 in Verbindung mit Art. 48 Abs. 1 VRP muss die Beschwerde nebst dem
Antrag eine Darstellung des Sachverhalts und eine Begründung enthalten. Letztere ist
ausreichend, wenn Argumente vorgebracht werden, nach denen ein Entscheid oder
eine Verfügung auf einer fehlerhaften Sachverhaltsfeststellung oder Rechtsanwendung
beruht. Erforderlich ist nicht, dass die Begründung die als verletzt erachteten
Rechtsnormen genau bezeichnet (vgl. Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im
Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 921 f. mit Hinweisen). Gemäss bundesgerichtlicher
Rechtsprechung muss aus der Beschwerdeschrift aber ersichtlich sein, in welchen
Punkten und weshalb der angefochtene Entscheid beanstandet wird (BGE 134 I 303 E.
1.3 mit Hinweisen). Dies setzt voraus, dass sich der Beschwerdeführer wenigstens kurz
mit den massgeblichen Erwägungen der Vorinstanz auseinandersetzt (BGE 139 I 306 E.
1.2, 134 II 244 E. 2.1). Dies erscheint vorliegend fraglich. Die von einem als Anwalt
zugelassenen Rechtsvertreter eingereichte Beschwerde enthält lediglich eine
bis
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summarische Begründung, die sich mit dem ausführlich verfassten Entscheid der
Vorinstanz inhaltlich nicht auseinandersetzt. Da die Beschwerde indessen in der Sache
ohnehin abzuweisen ist (vgl. dazu die nachfolgenden Erwägungen), kann offengelassen
werden, ob die Eingabe die (Mindest-)Anforderungen an eine hinreichende Begründung
erfüllt. Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.
2. Vorbringen des Beschwerdeführers
Der Beschwerdeführer macht geltend, die psychischen Probleme seiner Ehefrau seien
gerichtsnotorisch und führten dazu, dass er wiederholt nicht mit seiner Familie habe
zusammenleben können. Selbst wenn das Verhalten und die Aussagen der Eheleute
mitunter ambivalent und kontradiktorisch erscheinen vermöchten, lasse dies nicht den
Schluss zu, es bestehe keine Familiengemeinschaft. Das Leben in getrennten
Haushalten sei beruflich begründet gewesen. Es seien wichtige Gründe für eine
Ausnahme vom Erfordernis des Zusammenlebens gegeben. Der Ehewille sei von der
Ehefrau mit Eingabe an das Kreisgericht St. Gallen am 28. Mai 2021 abermals
manifestiert worden. Im Rahmen eines Eheschutzverfahrens würden nunmehr das
Besuchsrecht und die Unterhaltspflicht geregelt. Das Besuchsrecht könne vorliegend
nicht vom Ausland her wahrgenommen werden. Die psycho-soziale Elternschaft zur
dreijährigen Tochter sei äusserst fragil. Angesichts des Kindeswohls sei es essentiell,
dass diese nun etabliert werden könne. Die Nichtverlängerung verletze das Recht auf
Familienleben. Ein öffentliches Interesse an der sofortigen Beendigung des Aufenthalts
bestehe nicht. Er komme mit seiner Erwerbstätigkeit für den Lebensunterhalt seiner
Familie auf, habe keine Schulden und verfüge über einen ungetrübten strafrechtlichen
Leumund.
Der Beschwerdeführer macht damit einerseits geltend, er verfüge über einen aus der
Ehe abgeleiteten Aufenthaltsanspruch (nachfolgend E. 3), andrerseits beruft er sich auf
das verfassungsmässig verankerte Recht auf Familienleben (nachfolgend E. 4).
3. Nachehelicher Härtefall
Rechtliches
Ausländische Ehegatten haben Anspruch auf Familiennachzug, soweit sie mit dem
niederlassungsberechtigten Ehegatten zusammenwohnen (Art. 43 Abs. 1 lit. a AIG)
bzw. sie – bei fortbestehender Ehegemeinschaft – einen wichtigen Grund für das
Getrenntleben geltend machen können (Art. 49 AIG). Vorbehalten bleiben jene Fälle, in
denen der Anspruch rechtsmissbräuchlich angerufen wird, namentlich dann, wenn
dadurch die ausländerrechtlichen Vorschriften umgangen werden sollen (Art. 51 Abs. 2
lit. a AIG). Nach Auflösung der Ehe- oder Familiengemeinschaft besteht der Anspruch
3.1.
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des Ehegatten auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung nach den Art.
42 und 43 AIG weiter, wenn entweder die Ehegemeinschaft mindestens drei Jahre
bestanden hat und eine erfolgreiche Integration besteht (Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG), oder
wenn wichtige persönliche Gründe einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz
erforderlich machen (Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG). Die beiden Kriterien nach Art. 50 Abs. 1
lit. a AIG (Dreijahresfrist sowie Integration) sind für den Anspruch kumulativ erforderlich
(BGE 136 II 113 E. 3.3.3 mit weiteren Hinweisen; 140 II 289 E. 3.5.3).
Eine rechtlich relevante Ehegemeinschaft liegt vor, solange die eheliche Beziehung
tatsächlich gelebt wird und ein gegenseitiger Ehewillen besteht. Dabei ist im
Wesentlichen auf die Dauer der nach aussen wahrnehmbaren ehelichen
Wohngemeinschaft abzustellen (BGE 137 II 345 E. 3.1.2 mit Hinweis auf BGer
2C_544/2010 vom 23. Dezember 2010 E. 2.2). Mit Blick auf Art. 49 AIG, der den
Ehegatten bei weiterdauernder Familiengemeinschaft gestattet, aus "wichtigen
Gründen" getrennt zu leben – was insbesondere bei beruflichen Verpflichtungen oder
bei einer vorübergehenden Trennung wegen erheblicher familiärer Probleme der Fall
sein kann (vgl. Art. 76 der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit;
SR 142.201, VZAE) – ist aufgrund sämtlicher Umstände im Einzelfall zu bestimmen, ab
welchem Zeitpunkt die eheliche Gemeinschaft als definitiv aufgelöst zu gelten hat (vgl.
BGer 2C_821/2011 vom 22. Juni 2012 E. 2). Die getrennten Wohnorte setzen einerseits
wichtige Gründe und andererseits den Weiterbestand der Familiengemeinschaft voraus
(M. Spescha, in: Ders./Thür/Zünd/Bolzli/Hruschka, Kommentar Migrationsrecht, 5. Aufl.
2019, N 2 zu Art. 49 AIG). Dabei ist zu berücksichtigen, dass Art. 49 AIG
Ausnahmecharakter zukommt und sich dessen Anwendbarkeit auf besondere
Konstellationen bei der Trennung von Eheleuten beschränkt (BGer 2C_635/2009 vom
26. März 2010 E. 4.4). Wichtige Gründe müssen objektivierbar sein und ein gewisses
Gewicht aufweisen. Je weniger die Ehegatten auf die Situation des Getrenntlebens
Einfluss nehmen können, ohne einen grossen Nachteil in Kauf nehmen zu müssen,
desto eher kann ein wichtiger Grund angenommen werden (BGer 2C_340/2013 vom
28. Juni 2013 E. 2.2). Getrenntleben allein um des angeblichen Wohlbefindens Willen
und ohne medizinische Begründetheit (z.B. Kuraufenthalt in warmen Klimazonen) ist
beispielsweise kein wichtiger Grund (BGer 2C_40/2012 vom 15. Oktober 2012).
Lediglich subjektiv für wichtig empfundene Gründe oder Kommoditätsüberlegungen
genügen nicht (Th. Hugi Yar, Von Trennungen, Härtefällen und Delikten, in: Achermann/
Amarelle/Caroni/Epiney/Kälin/Uebersax [Hrsg.], Jahrbuch für Migrationsrecht
2012/2013, Bern 2013, S. 31 ff., 51 und 55). Eheliche und familiäre Probleme sind nur
dann ein wichtiger Grund, vorübergehend getrennt zu leben, wenn es sich um eine
zeitliche Auszeit von wenigen Monaten handelt. Als Faustregel kann ein
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Getrenntwohnen von mehr als sechs Monaten nicht mehr unter Art. 49 AIG subsumiert
werden, dies namentlich dann, wenn es an belegten Versöhnungsbemühungen fehlt
(Spescha, a.a.O., N 4 zu Art. 49 AIG).
Die Familiennachzugsbestimmungen verlangen, dass die Eheleute grundsätzlich
zusammenwohnen und die eheliche Gemeinschaft tatsächlich anhaltend und nicht
bloss punktuell bzw. während kurzer Zeit leben, im Übrigen aber jeder Gatte
unabhängig vom anderen seinen eigenen Bedürfnissen nachgeht und das
Getrenntleben zur Regel macht (Hugi Yar, a.a.O., S. 55). Auch bei der Ausnahme vom
Erfordernis des Zusammenwohnens verlangt das AIG mithin einen entsprechenden
Ehewillen ("Weiterbestand der Familiengemeinschaft", vgl. BGer 2C_211/2016 vom 23.
Februar 2017 E. 3.1; 2C_340/2013 vom 28. Juni 2013 E. 2.3). Dabei handelt es sich im
Wesentlichen um innere Vorgänge; ob ein solcher (noch) besteht, entzieht sich dem
direkten Beweis. Die Ehegatten trifft bei der Abklärung des Sachverhalts im Rahmen
von Art. 49 AIG deshalb eine besondere Mitwirkungspflicht (vgl. BGE 130 II 482 E. 3.2).
Es darf mit anderen Worten erwartet werden, dass wer sich auf Art. 49 AIG beruft,
dartut und – soweit möglich – anhand geeigneter Belege nachweist, dass die
Ehegemeinschaft trotz Trennung fortbesteht (BGer 2C_575/2009 vom 1. Juni 2010 E.
3.5 mit Hinweisen). Unter Umständen kann sich die Behörde hinsichtlich des
Ehewillens im Rahmen einer tatsächlichen Vermutung veranlasst sehen, von bekannten
Tatsachen (Vermutungsbasis) auf unbekannte (Vermutungsfolge) zu schliessen (vgl.
ebenfalls BGE 130 II 482 E. 3.2; ferner BGer 2C_340/2013 vom 28. Juni 2013 E. 2.3),
wobei es an den Betroffenen liegt, diese Vermutung durch geeignete Vorbringen
umzustossen. Eine tatsächliche Vermutung bewahrt die zuständigen Behörden im
Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes nicht davor, die verschiedenen Umstände
umfassend und fair zu prüfen und im Zweifelsfall zusätzliche Abklärungen
vorzunehmen (vgl. BGer 2C_50/2010 vom 17. Juni 2010 E. 2.2).
Würdigung
Die Vorinstanz führte zusammengefasst aus, die Akten – insbesondere jene des
Scheidungsverfahrens – enthielten gewichtige Anhaltspunkte, dass die Ehegatten sich
bereits kurz nach der Eheschliessung getrennt und nicht mehr zusammengefunden
hätten. Die einzigen Angaben, die auf eine Wiedervereinigung schliessen lassen
könnten, seien die schriftlichen Mitteilungen, welche jeweils kurz vor dem Antrag auf
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung erfolgten. Es könne nicht ausgeschlossen
werden, dass diese aus ausländerrechtlichen Überlegungen erfolgt seien. Selbst wenn
zugunsten des Beschwerdeführers davon ausgegangen werde, dass das eheliche
Zusammenleben mit gegenseitigem Ehewillen nach einer Trennungsphase wieder
3.2.
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aufgenommen worden sei, habe die eheliche Gemeinschaft bestenfalls von Februar
2016 bis Ende September 2016 und von Mai 2017 bis Oktober 2017 bestanden, mithin
rund 14 Monate. Die erforderliche Mindestdauer der ehelichen Gemeinschaft von drei
Jahren für die Erteilung einer nachehelichen Aufenthaltsbewilligung sei damit
offensichtlich nicht erreicht.
Der Beschwerdeführer bestreitet diese Schlussfolgerungen in seiner marginal
gehaltenen Begründung nicht. Vielmehr führt er selber aus, dass er wiederholt nicht mit
der Familie habe zusammenleben können. Insoweit er dies auf die seiner Auffassung
nach gerichtsnotorischen psychischen Probleme seiner Ehefrau zurückführt, lassen
sich den Akten – weder jenen des Migrationsamts noch jenen des
Scheidungsverfahrens – diesbezüglich keinerlei auch nur ansatzweise hinreichende
Angaben entnehmen, weshalb von Gerichtsnotorietät keine Rede sein kann. Vielmehr
entbehrt diese Behauptung jeglicher Grundlage und erscheint als reine
Schutzbehauptung.
Weiter räumt er ein, dass das Verhalten und die Aussagen der Eheleute während dieser
Zeit mitunter ambivalent respektive kontradiktorisch erscheinen vermöchten. Dies lasse
aber nicht den Schluss zu, es bestehe keine Familiengemeinschaft. Der
Beschwerdeführer geht offenbar davon aus, dass die Familiengemeinschaft auch heute
noch bestehe. Zutreffend ist, dass der Beschwerdeführer mit M._ nach wie vor
verheiratet ist. Am 12. Mai 2020 reichten beide ein gemeinsames Scheidungsbegehren
ein. Der Einwand, dass seine Unterschrift darauf gefälscht gewesen sein soll, erscheint
nicht glaubwürdig, zumal er erst mehrere Monate nach Eröffnung des
Scheidungsverfahrens erstmals erhoben wurde (vi-act. 21.2/36). Da der
Beschwerdeführer sich in der Folge jedoch einer Scheidung widersetzte, hielt die
Ehefrau am Scheidungsbegehren nicht mehr fest, weshalb das Scheidungsverfahren
zufolge Rückzugs abgeschrieben wurde. Daraus indes einen Ehewillen der Ehefrau
abzuleiten, geht unter den gegebenen Umständen eindeutig fehl. Derzeit ist ein
Eheschutzverfahren hängig. Im Entscheid betreffend Eheschutzmassnahmen vom
2. September 2021 wurde festgestellt, dass die Eheleute seit 1. Juni 2020 getrennt
leben (act. 13). Damit steht fest, dass der Beschwerdeführer im heutigen Zeitpunkt
nicht mit seiner niedergelassenen Ehefrau zusammenlebt und daher gestützt auf Art. 43
AIG keinen Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung hat.
Bleibt zu prüfen, ob die Ehegemeinschaft insgesamt mindestens drei Jahre bestanden
hat. Der Beschwerdeführer macht dazu in seiner Beschwerde keine näheren Angaben.
Die Vorinstanz hat demgegenüber detailliert, mit den Akten übereinstimmend und
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4. Recht auf Familienleben
überzeugend dargelegt, dass die gelebte Familiengemeinschaft nur von sehr kurzer
Dauer war, wie dies die Ehefrau im Rahmen des Scheidungsverfahrens schilderte (vi-
act. 21.1/20). Der Beschwerdeführer seinerseits gab gegenüber dem Migrationsamt am
8. März 2017 selbst an, dass die Ehegemeinschaft seit Ende September 2016 nicht
mehr bestehe (Migrationsakten K._ [MA] 247). Just, als dem Beschwerdeführer im
Rahmen der Gewährung des rechtlichen Gehörs kurz darauf mit Schreiben vom
27. März 2017 mitgeteilt worden war, dass seine Aufenthaltsbewilligung deswegen
nicht verlängert werde, teilten die Eheleute am 11. April bzw. 12. Mai 2017 je separat
mit, dass sie wieder zusammenleben würden (MA 256 und 262). Ob dies vor dem
geschilderten Hintergrund tatsächlich auch zutraf, erscheint äusserst zweifelhaft.
Gemäss übereinstimmenden Angaben lebten die Eheleute, sofern sie zuvor überhaupt
wieder eine Ehegemeinschaft gebildet haben sollten, spätestens ab Oktober 2017
erneut getrennt (MA 288, vi-act. 21.1/36). Der Beschwerdeführer hielt sich bei seinem
Vater in A._ auf. Am 17. April 2018 meldete er sich dort auch an. Die Schlussfolgerung
der Vorinstanz, dass die Wohngemeinschaft von Februar bis Ende September 2016
und von Mai 2017 bis Oktober 2017 während rund 14 Monaten gelebt worden sei,
erweist sich damit als zutreffend. Selbst wenn man noch davon ausgehen wollte, dass
es, wie vom Beschwerdeführer behauptet, im Februar 2019 tatsächlich zu einer
weiteren Wiederaufnahme des ehelichen Zusammenlebens in C._ gekommen sein
sollte, so endete dieses spätestens am 1. Juni 2020 (vgl. Entscheid
Eheschutzmassnahmen vom 2. September 2021, act. 13, und Mietvertrag für eine
Wohnung in A._, vi-act. 35) und damit nach weiteren 16 Monaten. Dass die mehr als
sechs Monate dauernden örtlichen Trennungen jeweils aus rein beruflichen Gründen
und damit aus einem wichtigen Grund im Sinn von Art. 49 AIG erfolgten, steht im
Widerspruch zu den aktenkundigen Angaben der Ehefrau (vi-act. 21.1/20). Auch der
Beschwerdeführer gab im Zusammenhang mit den Aufenthalten in A._ in den Jahren
2016 bis 2018 gegenüber dem Migrationsamt nie an, dass diese beruflich bedingt
seien. An den Wochenenden und in der Freizeit kehrte er sodann nicht regelmässig zur
Ehefrau zurück, was – insgesamt betrachtet – ebenfalls gegen eine beruflich bedingte
Abwesenheit spricht (vgl. dazu die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz, act. 2, E.
2c). Mit einer Dauer des Zusammenlebens von (bestenfalls) insgesamt maximal 30
Monaten ist das gesetzliche Minimum für die Erteilung einer nachehelichen
Aufenthaltsbewilligung von drei Jahren unabhängig von der Erfüllung der
Integrationskriterien nach Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG offenkundig nicht erreicht.
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Rechtliches
Der Beschwerdeführer beruft sich auf das Recht auf Familienleben, welches durch Art.
8 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR 0.101,
EMRK) sowie Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft (SR 101, BV) geschützt wird. Das Verfassungs- und das
Konventionsrecht gebieten praxisgemäss, die individuellen Anliegen an der Erteilung
bzw. am Erhalt des Anwesenheitsrechts und die öffentlichen Interessen an dessen
Beendigung gegeneinander abzuwägen, wenn zumindest eine der beteiligten Personen
in der Schweiz über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht verfügt (vgl. BGE 144 I 91 E.
4.2; 135 I 153 E. 2.2.1). Das in Art. 8 EMRK bzw. in Art. 13 BV geschützte Recht auf
Privat- und Familienleben kann berührt sein, wenn einer ausländischen Person mit in
der Schweiz aufenthaltsberechtigten Familienangehörigen das Zusammenleben
verunmöglicht wird (BGE 143 I 21 E. 5.1). Art. 8 EMRK begründet keinen absoluten
Anspruch auf Einreise und Aufenthalt oder auf einen besonderen Aufenthaltstitel. Er
hindert die Konventionsstaaten nicht daran, die Anwesenheit auf ihrem Staatsgebiet zu
regeln und den Aufenthalt ausländischer Personen unter Beachtung überwiegender
Interessen des Familien- und Privatlebens gegebenenfalls auch wieder zu beenden
(BGE 140 I 145 E. 3.1; 139 I 330 E. 2.1; 138 I 246 E. 3.2.1 mit Hinweisen). Der Anspruch
auf Achtung des Privat- und Familienlebens gemäss Art. 8 Ziff. 1 EMRK kann
rechtmässig eingeschränkt werden, wenn dies gesetzlich vorgesehen ist, einem
legitimen Zweck entspricht und zu dessen Realisierung in einer demokratischen
Gesellschaft notwendig erscheint (Art. 8 Ziff. 2 EMRK).
Im Zusammenhang mit der Interessenabwägung nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK hat das
Bundesgericht für getrennt lebende Eltern mit gemeinsamen Kindern in den
vergangenen Jahren das private Interesse eines ausländischen Elternteils am Verbleib
im Land als regelmässig dann überwiegend gegenüber dem öffentlichen Interesse an
einer einschränkenden Migrationspolitik beurteilt, wenn eine besonders enge Eltern-
Kind-Beziehung (1) in affektiver wie (2) wirtschaftlicher Hinsicht besteht, (3) die
Beziehung wegen der Distanz zwischen der Schweiz und dem Staat, in welchen die
ausländische Person ausreisen müsste, praktisch nicht mehr aufrecht erhalten werden
könnte, und (4) sich die ausreisepflichtige Person in der Schweiz tadellos verhalten hat
(BGE 147 I 149 E. 3.2, 143 I 21 E. 5.2). Für den ausländischen nicht sorge- bzw.
obhutsberechtigten Elternteil, der die familiäre Beziehung mit seinem Kind von
Vornherein nur in beschränktem Rahmen pflegen kann, nämlich durch Ausübung des
ihm eingeräumten Besuchsrechts, ist es gemäss Bundesgericht in der Regel nicht
erforderlich, dass der ausländische Elternteil dauerhaft im selben Land wie das Kind
lebt und dort über ein Anwesenheitsrecht verfügt. Unter dem Gesichtspunkt des
4.1.
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5. Verhältnismässigkeit
Anspruchs auf Familienleben genügt es grundsätzlich, wenn das Besuchsrecht im
Rahmen von Kurzaufenthalten vom Ausland her ausgeübt werden kann, wobei
allenfalls dessen Modalitäten entsprechend anzupassen sind. Für ausländische
Personen, welche aufgrund einer inzwischen aufgelösten ehelichen Gemeinschaft mit
einem/einer schweizerischen Staatsangehörigen oder einer Person mit
Niederlassungsbewilligung bis anhin bereits eine Aufenthaltsbewilligung besassen, liegt
eine besonders enge gefühlsmässige Beziehung vor, wenn die persönlichen Kontakte
im Rahmen eines üblichen, nach heutigen Standards ausgeübten Besuchsrechts
tatsächlich gepflegt werden (BGE 144 I 91 E. 5.2.1).
Würdigung
Vorliegend steht nicht fest, dass E._, geb. Oktober 2017, die leibliche Tochter des
Beschwerdeführers ist. Derzeit läuft ein Verfahren zur Abklärung der Vaterschaft.
Gemäss Angaben der Mutter ist der Beschwerdeführer indes nicht der Vater; auch
dieser selbst äusserte sich mehrmals so (MA 346 und 348, vi-act. 21.1/1 und 21.1/13).
Ob E._ letztlich die Tochter des Beschwerdeführers ist, kann in diesem Verfahren
offenbleiben, da aufgrund der Aktenlage und seiner Vorbringen davon auszugehen ist,
dass zwischen ihm und dem Kind keine besonders enge schützenswerte Beziehung in
affektiver und wirtschaftlicher Hinsicht besteht. So wuchs E._ von Beginn an allein in
der Obhut der Mutter auf. Der Beschwerdeführer lebte bereits vor der Geburt wie auch
den grössten Teil danach getrennt von Mutter und Tochter in A._. Gemäss eigenen
Angaben hat er sie weder für längere Zeit, noch gar alleine gesehen, noch zu sich auf
Besuch genommen. Er selbst bezeichnet denn auch die die psycho-soziale
Elternschaft zu E._ als äusserst fragil (act. 1, S. 3), was nicht auf eine enge Bindung
hindeutet. Dass er zudem regelmässig Unterhalt für die Tochter bezahlte, ist ebenfalls
weder dargetan noch ersichtlich, wie sich auch aus den zutreffenden Erwägungen der
Vorinstanz ergibt (act. 2, E. 3b) und im vorliegenden Verfahren auch nicht in Abrede
gestellt worden ist. Es ist ihm daher zuzumuten, die Beziehung zu E._, sofern er denn
der leibliche Vater sein sollte, besuchsweise aus dem Kosovo zu pflegen, was von der
Distanz her nicht unmöglich und unter den gegebenen Umständen mit dem Kindeswohl
vereinbar erscheint. Das Recht auf Familienleben wird daher durch die Wegweisung
des Beschwerdeführers nicht verletzt.
4.2.
Rechtliches
Vorliegend kann daher weder aus der Ehe (Art. 42 Abs. 1 AIG) noch aus einem
nachehelichen Härtefall (Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG) oder dem Recht auf Familienleben
(Art. 8 EMRK, Art. 13 BV) ein Anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung
5.1.
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6. Zusammenfassung
Zusammenfassend können der Vorinstanz keine Rechtsfehler vorgeworfen werden,
abgeleitet werden. Ist der ursprüngliche Zweck der Aufenthaltsbewilligung weggefallen
und besteht deshalb kein Anspruch mehr, so bedarf die Frage nach der Wegweisung
beziehungsweise nach der erneuten Bewilligungserteilung eines behördlichen
Ermessensentscheids (P. Bolzli, in: Spescha/Zünd/Bolzli/Hruschka/De Weck [Hrsg.],
a.a.O., N 4 zu Art. 33 AIG). Nach Art. 96 AIG berücksichtigen die zuständigen Behörden
bei der Ermessensausübung die öffentlichen Interessen und die persönlichen
Verhältnisse sowie die Integration der Ausländerinnen und Ausländer. Die
Ermessensausübung ist danach zu beurteilen, ob der gefällte Entscheid zentrale
Grundrechtsgedanken (z.B. persönliche Freiheit, Ehefreiheit, Willkür- und
Diskriminierungsfreiheit, Privat- und Familienleben sowie Kindeswohl) hinreichend
beachtet, im öffentlichen Interesse erforderlich und für den Betroffenen zumutbar ist,
sodass das Ergebnis einzelfallgerecht erscheint (Spescha, a.a.O., N 2 zu Art. 96 AIG).
Das Verwaltungsgericht greift nicht in die Ermessensausübung der Vorinstanzen ein,
wenn diese nicht mit einem Rechtsfehler behaftet ist (Art. 61 Abs. 1 VRP; Cavelti/
Vögeli, a.a.O., Rz. 739 ff.).
Würdigung
Die Vorinstanz hat das öffentliche Interesse an einer restriktiven Migrationspolitik höher
gewichtet als die privaten Interessen des Beschwerdeführers am weiteren Verbleib in
der Schweiz. Wenn, wie vorliegend, die Aufenthaltsdauer in der Schweiz noch nicht
zehn Jahre erreicht hat und keine besonders ausgeprägte Integration gegeben ist,
vermag das legitime Interesse an einer Kontrolle und Steuerung der Zuwanderung
einen Eingriff in die durch Art. 8 EMRK geschützten privaten Interessen am Verbleib in
der Schweiz zu rechtfertigen. Weiter hat die Vorinstanz zu Recht darauf hingewiesen,
dass der Beschwerdeführer den grössten und prägendsten Teil seines Lebens in
seinem Heimatland verbracht hat; er ist erst im Alter von 32 Jahren in die Schweiz
eingereist. Damit steht unschwer fest, dass er mit den dortigen Lebensumständen
sowie der Sprache nach wie vor bestens vertraut ist. Auch wenn er in der Schweiz
einer Erwerbstätigkeit nachgeht, seinen finanziellen Verpflichtungen nachkommt und
nicht straffällig geworden ist, lässt dies das Ergebnis der vorinstanzlichen
Verhältnismässigkeitsprüfung nicht als rechtsfehlerhaft erscheinen. Trotz dieser
durchaus positiv zu würdigenden Umstände überwiegt das öffentliche Interesse daran,
dass Ausländerinnen und Ausländer, bei denen die familiären Voraussetzungen, die für
die Erteilung des Aufenthaltsrechts massgebend waren, nach kurzer Zeit wegfallen, die
Schweiz wieder zu verlassen haben (vgl. VerwGE B 2018/76 vom 25. Juli 2018 E. 5.2,
B 2012/105 vom 13. November 2012 E. 7).
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wenn sie den Rechtsanspruch des Beschwerdeführers auf Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung verneinte und seine Fernhaltung als recht- und verhältnismässig
beurteilte. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
7. Kostenauflage
Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von CHF 2'000 ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der in dieser Höhe geleistete
Kostenvorschuss wird verrechnet. Ausseramtliche Kosten sind bei diesem
Verfahrensausgang nicht zu entschädigen (Art. 98 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 98
VRP).