Decision ID: 624e1c71-c231-50d2-a433-9975051d48dc
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
O._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch ihre Eltern,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
und
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A._,
Beigeladene,
betreffend
medizinische Massnahmen
Sachverhalt:
A.
A.a O._, Jahrgang 1998, wurde von ihren Eltern im Januar 2007 zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung (IV) für Versicherte vor dem 20. Altersjahr
angemeldet (IV-act. 1). Eine Mitarbeiterin der Arztpraxis von Dr. med. B._, Fachärztin
FMH für Kinder- und Jugendmedizin, bat am 18. April 2007 telefonisch um Zustellung
eines Formulars für einen Arztbericht betreffend das Geburtsgebrechen Ziff. 404.
Dieses sei auf der Anmeldung nicht genau vermerkt worden (IV-act. 8). Im Arztbericht
vom 10. Mai 2007 nannte Dr. B._ die Diagnose ADS mit Konzentrationsstörung und
starker Ablenkbarkeit, verminderter auditiver Wahrnehmung, taktil-kinästhetischer
Wahrnehmungsstörung, Verhaltensauffälligkeit, langsamem Arbeitstempo und
Schulschwierigkeiten. Es liege das Geburtsgebrechen Ziff. 404 vor. Sie habe die
Diagnose am 10. Januar 2007 gestellt. Die Versicherte benötige Ergotherapie sowie
eventuell später eine Medikation mit Ritalin und psychologische Unterstützung. Die
Abklärung betreffend Ergotherapie habe im Februar 2007 stattgefunden, die Therapie
beginne am 10. Mai 2007 (IV-act. 13).
A.b Auf Anregung der zuständigen Ärztin des IV-internen Regionalen Ärztlichen Diensts
(RAD) vom 28. Juni 2007 (IV-act. 15) fragte die IV-Stelle bei der Ergotherapeutin nach,
wann genau der erste POS-spezifische Termin stattgefunden habe (IV-act. 18). Die
zuständige Person bei der Ergotherapiestelle teilte der IV-Stelle am 10. Juli 2007
telefonisch mit, das erste Abklärungsgespräch bei der Therapiestelle sei am 7. März
2007, die erste Therapie am 7. Mai 2007 durchgeführt worden (IV-act. 19).
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A.c Mit Vorbescheid vom 24. August 2007 informierte die IV-Stelle die Eltern der
Versicherten darüber, dass sie gedenke, die Kostengutsprache für medizinische
Massnahmen zu verweigern. Voraussetzung für die Anerkennung des
Geburtsgebrechens Ziff. 404 sei, dass vor dem 9. Lebensjahr POS-spezifische
Therapien durchgeführt würden (IV-act. 26). Die Eltern der Versicherten machten in der
Stellungnahme vom 29. August 2007 geltend, die Diagnose sei vor dem 9. Lebensjahr
ihrer Tochter gestellt worden. Am 19. Januar 2007 sei die Anmeldung zur Ergotherapie
erfolgt. Leider sei es bis Mai unmöglich gewesen, mit der Therapie anzufangen, weil die
Therapiestelle bis dahin keine freien Plätze gehabt habe. Dafür könnten weder das Kind
noch die Eltern etwas. Schon nach der Geburt der Versicherten hätten die Eltern
gemerkt, dass sie unruhiger gewesen sei als die übrigen vier Kinder. Obwohl die Mutter
zwei Ärzte darauf angesprochen habe, hätten diese keine Diagnose gestellt. Auch die
Schulpsychologin habe die Krankheit anfänglich nicht erkannt, wodurch es zu weiteren
Verzögerungen gekommen sei (IV-act. 27).
A.d Mit Verfügung vom 15. November 2007 lehnte die IV-Stelle die Kostenübernahme
für medizinische Massnahmen ab. Gemäss ihren Abklärungen werde eine POS-
spezifische Therapie erst seit dem 7. Mai 2007 durchgeführt. Auch sei keine
medikamentöse Therapie eingeleitet worden. Die Umstände, dass vor Mai 2007 kein
Therapieplatz vorhanden gewesen sei und die Anmeldung vor dem 9. Lebensjahr
erfolgt sei, würden leider nicht zu Voraussetzungen führen, die das Kriterium nach
Rz. 404.3 des Kreisschreibens über die medizinischen Eingliederungsmassnahmen
(KSME) erfüllten (IV-act. 1.2.1). Mit Schreiben vom 21. November 2007 stellte die IV-
Stelle die Verfügung vom 15. November 2007 der Krankenversicherung der
Versicherten zu (IV-act. 34).
B.
B.a Die Eltern der Versicherten erhoben am 24. Dezember 2007 Beschwerde gegen die
Verfügung vom 15. November 2007. Sinngemäss beantragen sie die Aufhebung der
Verfügung und die Anerkennung der Gesundheitsbeeinträchtigung der Tochter als
Geburtsgebrechen. Dr. B._ und die Ergotherapeutin der Tochter hätten ihnen zur
Beschwerde geraten. Sie hätten den Nachteil der langen Wartefrist betreffend
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Therapiebeginn nicht selbst zu verantworten. Auch die Kinderärztin hätte keinen
früheren Therapiebeginn herbeizaubern können (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 10. März 2008
die Abweisung der Beschwerde. Die Diagnose des Geburtsgebrechens Ziff. 404 sei
zwar am 10. Januar 2007 gestellt worden, doch die Therapie habe erst am 7. Mai 2007
begonnen. Die Beschwerdeführerin sei am 3. Februar 2007 neun Jahre alt geworden.
Der Therapiebeginn liege somit nach Vollendung des 9. Altersjahrs. Die Frist sei
demnach ungeachtet der Gründe nicht eingehalten worden, weshalb das
Leistungsbegehren zu Recht abgewiesen worden sei. Die Praxis des Bundesgerichts
dazu sei eindeutig und streng. Auch unter dem Titel von Art. 12 IVG bestehe kein
Anspruch auf Kostenübernahme. Der RAD habe in einer Stellungnahme vom 29. Fe
bruar 2008 ausgeführt, es handle sich bei der Ergotherapie sachlich und zeitlich um
eine Behandlung des Leidens an sich (act. G 4).
B.c Die Eltern der Beschwerdeführerin nahmen am 30. April 2008 im Gericht Einsicht in
die Akten (act. G 8). In der Replik vom 4. Mai 2008 hielten sie sinngemäss am Antrag
der Beschwerde fest. Der Wille und die Bereitschaft zur sofortigen Ergotherapie nach
Diagnosestellung seien zu 100% vorhanden gewesen und es sei ihnen ein grosses
Anliegen gewesen, mit der Therapie so rasch wie möglich anzufangen. Der
Versorgungsmangel an Therapieplätzen dürfe dem bedürftigen Kind deshalb nicht
rechtlich angelastet werden. Die Begründung der Ablehnung sei eine formelle
juristische Spitzfindigkeit und somit nicht der gesellschaftliche Auftrag einer sozialen
Versicherung. Die Eltern der Beschwerdeführerin berichtigten im Weiteren einige
Angaben in Aktenstücken (act. 9).
B.d Die Beschwerdegegnerin hielt am 3. Juni 2008 an ihren Ausführungen in der
Beschwerdeantwort und an ihrem Antrag fest (act. G 11).
B.e Mit Schreiben vom 2. Juli 2008 lud das Gericht die Krankenversicherung der
Beschwerdeführerin dem Verfahren bei und gewährte ihr die Möglichkeit, die
Parteirechte wahrzunehmen (act. G 13). Die ihr dazu angesetzte Frist liess die
Krankenversicherung ungenutzt verstreichen (act. G 14).

Erwägungen:
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1.
Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil
in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei
der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestands Geltung haben (BGE 127 V
466, Erw. 1; 132 V 215, Erw. 3.1.1), und die IV-Anmeldung im Januar 2007 erfolgte,
sind vorliegend die bis zum 31. Dezember 2007 gültig gewesenen materiellen
Bestimmungen anzuwenden.
2.
In der IV-Anmeldung vom 10. Januar 2007 kreuzten die Eltern der Versicherten nicht
an, welche Versicherungsleistungen sie für ihre Tochter beanspruchen wollten. In den
ergänzenden Bemerkungen wiesen sie jedoch darauf hin, dass die Versicherte zur
Ergotherapie angemeldet worden sei (IV-act. 1-4, Ziff. 5.8). Die IV-Stelle ergänzte
schliesslich offenbar nach Rückfrage bei den Eltern der Versicherten, bei den
beanspruchten Massnahmen handle es sich um Sonderschule in der Schule C._ (IV-
act. 1-4; 2). Der Vater der Versicherten bestätigte dies am 6. März 2007 (IV-act. 6). Im
Arztbericht vom 10. Mai nannte Dr. B._ als Behandlungsplan Ergotherapie und evtl.
später Medikation mit Ritalin sowie noch laufende Abklärungen betreffend
Sonderschulmassnahmen (IV-act. 13-2). Die IV-Stelle führte zwei separate Verfahren
durch, wobei einerseits der Anspruch auf Sonderschulmassnahmen und andererseits
der Anspruch auf medizinische Massnahmen geprüft wurden. Nach Rückfrage beim
zuständigen Arzt des RAD (IV-act. 21) und bei der Sonderschule C._ (IV-act. 24-1 bis
24-3) gewährte die IV-Stelle mit Mitteilung vom 13. September 2007 Kostengutsprache
für Sonderschulmassnahmen intern für das Schuljahr 2007/2008 im Schulheim C._
(IV-act. 29). Diese Mitteilung wurde schliesslich rechtskräftig. Im vorliegenden
Verfahren ist somit einzig der Anspruch auf medizinische Massnahmen zu überprüfen.
3.
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Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin eine Kostengutsprache
für medizinische Massnahmen gegenüber der Beschwerdeführerin abgelehnt. Ihre
Begründung betraf allein einen möglichen Anspruch nach Art. 13 IVG. Nach der
Rechtsprechung des Bundesgerichts (bis Ende 2006: Eidgenössisches
Versicherungsgericht) ist jedoch in Fällen, da Versicherten bis zum vollendeten 20.
Altersjahr nicht gestützt auf Art. 13 IVG medizinische Massnahmen gewährt werden
können, auch zu prüfen, ob dies nicht gestützt auf Art. 12 IVG möglich ist (vgl. das
höchstrichterliche Urteil I 309/05 vom 1. Dezember 2005). Dies hat die
Beschwerdegegnerin im Beschwerdeverfahren bemerkt und nimmt nun in der
Beschwerdeantwort auch zum Anspruch gestützt auf Art. 12 IVG Stellung.
Streitgegenstand im vorliegenden Verfahren bildet der Anspruch der
Beschwerdeführerin auf medizinische Massnahmen unter beiden Titeln.
4.
4.1 Nach Art. 13 Abs. 1 IVG haben Versicherte bis zum vollendeten 20. Altersjahr
Anspruch auf die zur Behandlung von Geburtsgebrechen (Art. 3 Abs. 2 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG;
SR 830.1]) notwendigen medizinischen Massnahmen. Der Bundesrat bezeichnet die
Gebrechen, für die diese Massnahmen gewährt werden. Er kann die Leistung
ausschliessen, wenn das Gebrechen von geringfügiger Bedeutung ist (Abs. 2). Die
Geburtsgebrechen sind in der Liste im Anhang der Verordnung über Geburtsgebrechen
(GgV; SR 831.232.21) aufgeführt (Art. 1 Abs. 2 GgV). Als medizinische Massnahmen,
die für die Behandlung eines Geburtsgebrechens notwendig sind, gelten sämtliche
Vorkehren, die nach bewährter Erkenntnis der medizinischen Wissenschaft angezeigt
sind und den therapeutischen Erfolg in einfacher und zweckmässiger Weise anstreben
(Art. 2 Abs. 3 GgV).
4.2 Ziff. 404 GgV Anhang nennt kongenitale Hirnstörungen mit vorwiegend
psychischen und kognitiven Symptomen bei normaler Intelligenz (kongenitales
infantiles Psychosyndrom, kongenitales hirndiffuses psychoorganisches Syndrom,
kongenitales hirnlokales Psychosyndrom), sofern sie mit bereits gestellter Diagnose als
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solche vor Vollendung des 9. Altersjahres behandelt worden seien. Kongenitale
Hirnstörungen im Sinn von Ziff. 404 GgV Anhang können sowohl angeboren (prä- oder
perinatal entstanden) als auch nachgeburtlich erworben sein. Für einen
Leistungsanspruch nach Art. 13 IVG von Bedeutung ist daher nicht nur, ob ein POS als
solches vorliegt, sondern auch, ob es angeboren ist. Nach der konstanten
Rechtsprechung beruhen die Anspruchsvoraussetzungen der Ziff. 404 (Diagnose und
Behandlungsbeginn vor vollendetem 9. Altersjahr) auf der medizinisch begründeten
und empirisch belegten Annahme, dass ein erst später diagnostiziertes und
behandeltes Leiden nicht mehr auf einem angeborenen, sondern einem erworbenen
POS beruht, das nicht von der Invaliden-, sondern von der Krankenversicherung zu
übernehmen ist (Urteil I 265/04 vom 30. September 2004, Erw. 3.1; BGE 122 V 120
Erw. 3a/cc und dd). Die Anspruchsvoraussetzungen der rechtzeitig vor dem 9.
Altersjahr gestellten Diagnose und des rechtzeitigen Behandlungsbeginns schaffen die
unwiderlegbare Rechtsvermutung, dass ein erworbenes und kein angeborenes POS
vorliegt (Urteil 8C_300/07 vom 14. Januar 2008, Erw. 2.2).
4.3 Im vorliegenden Fall ist unbestritten, dass die Diagnosestellung rechtzeitig erfolgte.
Das Bundesgericht hat sich unter Berücksichtigung von medizinischer Fachliteratur
mehrfach auf den Standpunkt gestellt, ein ADS (Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom)
dürfe nicht mit einem kongenitalen POS im Sinn von Ziff. 404 GgV Anhang
gleichgestellt werden. Den diagnostischen Schwierigkeiten kommt die Rechtsprechung
jedoch insofern entgegen, als sie ein POS nicht nur dann als rechtzeitig diagnostiziert
gelten lässt, wenn es im entsprechenden Arztbericht unter den Diagnosen wörtlich
erwähnt wird, sondern auch dann, wenn sich diese Diagnose aus anderen Stellen des
Berichts zweifelsfrei ergibt, beispielsweise indem ein Geburtsgebrechen gemäss Ziff.
404 GgV Anhang unmissverständlich genannt worden ist (SVR 2007 IV Nr. 23 S. 81,
Urteil 8C_300/07 vom 14. Januar 2008, Erw. 3.4). Dies ist vorliegend der Fall. Im
Arztbericht vom 10. Mai 2007 hatte Dr. B._ festgehalten, sie habe die Diagnose des
ADS erstmals am 10. Januar 2007 gestellt. Die Diagnose POS nennt sie zwar nicht
wörtlich, hält aber explizit fest, es liege das Geburtsgebrechen gemäss Ziff. 404 GgV
Anhang vor (IV-act. 13). Die Beschwerdegegnerin hat bezüglich leistungsbegründender
Diagnosestellung und Rechtzeitigkeit demnach zu Recht keine Einwendungen erhoben.
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4.4 Ebenfalls unbestritten ist, dass die Aufnahme der Ergotherapie nach dem auf den
3. Februar 2007 fallenden 9. Geburtstag der Beschwerdeführerin erfolgte. Das erste
Abklärungsgespräch fand am 7. März 2007 statt, eigentlicher Behandlungsbeginn war
am 7. Mai 2007 (IV-act. 19; Anmerkungen der Eltern der Beschwerdeführerin in
act. G 9.2). Selbst wenn die schriftliche Therapieanmeldung vor dem 9. Geburtstag der
Beschwerdeführerin erfolgt ist, wie dies die Eltern der Beschwerdeführerin geltend
machen (act. G 9), ist die vom Bundesgericht streng gehandhabte
Anspruchsvoraussetzung des rechtzeitigen Behandlungsbeginns nicht erfüllt. Die
Beschwerdeführerin lässt darauf hinweisen, der Therapiebeginn nach dem 9.
Geburtstag liege einzig darin begründet, dass es an Therapieplätzen gemangelt habe.
Ein derartiger Versorgungsmangel dürfe dem Kind nicht angelastet werden. Das
Bundesgericht bringt einer solchen Argumentation zwar ein gewisses Verständnis
entgegen. Im Urteil I 323/00 vom 28. August 2001 (=AHI 2002 S. 62, Erw. 2b) hielt es
fest, die identischen Argumente eines Arztes hätten zwar einiges für sich. Aus Gründen
der Rechtssicherheit sei es jedoch nicht angezeigt, auf das klare Kriterium des
rechtzeitigen Behandlungsbeginns als Anspruchsvoraussetzung zu verzichten. Im Urteil
I 27/03 vom 12. Dezember 2003 hob es einen Entscheid der Abteilung
Sozialversicherungsrecht des Kantonsgerichts Basel-Landschaft auf, in dem dieses zur
Beurteilung der Rechtzeitigkeit auf das Datum der Anmeldung zur Therapie abgestellt
hatte. Das kantonale Gericht hatte ausgeführt, je nach Behandlungsart und damit
verbundener Wartezeit führe die Begrenzung von IV-Leistungen auf Fälle mit
Diagnosestellung und Behandlungsbeginn vor dem vollendeten 9. Altersjahr zu grossen
Ungleichheiten, die dem Sinn von Ziff. 404 GgV Anhang nicht mehr entsprächen. Es
dürfe nicht den Versicherten bzw. deren Eltern angelastet werden, wenn diese
Alterslimite wegen zu langer Wartezeiten bei den Therapieplätzen verpasst werde.
Daher rechtfertige es sich, einen neutralen, von Wartefristen und Therapieart
unabhängigen, aber genau bestimmbaren Zeitpunkt als Behandlungsbeginn
zuzulassen, nämlich das Datum der Therapieanmeldung. Diese Lösung erfülle das
Gebot der Rechtsgleichheit, könnten doch Ungleichbehandlungen, die sich aufgrund
der verschieden langen Wartefristen bei der jeweils benötigten Therapieart ergäben,
ausgeräumt werden. Die Anmeldung sei ein dokumentierbarer erster Schritt zur
Behandlung selbst, die hiermit eingeleitet werde. Daher könne in der Anmeldung zur
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Therapie ohne weiteres der Beginn der Behandlung gesehen werden, zumal sich dieser
Zeitpunkt genau festlegen lasse (I 27/03, Erw. 2.2).
4.5 Das Bundesgericht liess diese an sich überzeugende Argumentation leider nicht
gelten. Am klaren Kriterium des rechtzeitigen Behandlungsbeginns sei aus Gründen der
Rechtssicherheit festzuhalten. Sodann gehe es nicht an, bei festgestellter
Behandlungsbedürftigkeit bereits eine Behandlung im Verordnungssinn anzunehmen,
da der Rechtsbegriff der Behandlung sonst die erforderliche Bestimmtheit verliere und
Ziff. 404 GgV Anhang die ihr zugedachte Abgrenzungsfunktion praktisch nicht mehr
erfüllen könne. Immerhin erachtete das Bundesgericht es vor dem Hintergrund, dass
offenbar wiederholt Wartezeiten von mehr als einem Jahr von der Diagnose bis zum
Behandlungsbeginn verstreichen würden, als nachvollziehbar, dass die Vorinstanz die
Frage aufgeworfen habe, ob bereits der Zeitpunkt der Anmeldung zur Behandlung
anstelle des Behandlungsbeginns zur Fristwahrung genügen könnte. Dennoch
wiederholte es seine Rechtsprechung, wonach trotz nicht sogleich verfügbarer
Behandlungsplätze auf dem rechtzeitigen Behandlungsbeginn als
Anspruchsvoraussetzung für IV-Leistungen unter Ziff. 404 GgV Anhang zu bestehen
sei. Ob allzu lange Wartezeiten derart störende Ergebnisse verursachen würden, dass
diese Rechtsprechung zu ändern wäre, liess es offen, da in jenem Fall I 27/03 die
Wartezeit von Diagnosestellung bis zum Behandlungsbeginn lediglich rund 41⁄2 Monate
betragen habe. Damit stelle sich die von der Vorinstanz aufgeworfene Problematik von
mehr als einjährigen Wartezeiten gar nicht. Mit 41⁄2 Monaten sei die Zeitspanne von der
Diagnosestellung bis zum Behandlungsbeginn nicht wesentlich länger gewesen als in
vergleichbaren Fällen, in denen das Bundesgericht am Behandlungsbeginn und nicht
an der Anmeldung zur Behandlung als Anspruchsvoraussetzung festgehalten habe
(I 27/03, Erw. 2.6). Es ist nicht einsichtig, weshalb erst eine besonders lange Wartezeit
eine Änderung der nicht restlos überzeugenden Rechtsprechung sollte bewirken
können; ob die Wartezeit zwei Monate oder anderthalb Jahre beträgt, kann von
Zufälligkeiten abhängig sein, die nicht etwa ausschlaggebend dafür sein dürfen, dass
nur im zweiten Fall IV-Leistungen in Frage kämen. Eine derartige Ungleichbehandlung
liesse sich nicht rechtfertigen. Grundsätzlich wäre somit mit dem Kantonsgericht Basel-
Landschaft dafür zu plädieren, dass als Anspruchsvoraussetzung die Anmeldung zur
Behandlung – allenfalls mit der zusätzlichen Bedingung, dass die Behandlung
schliesslich (nach dem 9. Geburtstag) tatsächlich beginnt – auszureichen hat. Nicht
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ersichtlich ist, inwiefern damit der Rechtsbegriff der Behandlung die erforderliche
Bestimmtheit verlieren sollte und Ziff. 404 GgV Anhang die ihr zugedachte
Abgrenzungsfunktion praktisch nicht mehr sollte erfüllen können, wie das
Bundesgericht befürchtet. Im genauen Einhalten der vorgesehenen Grenze für
Diagnosestellung und Behandlungsbeginn kann ein überspitzter Formalismus gesehen
werden. Die Zwecksetzung der Regel über die unwiderlegbare Vermutung gegen das
Vorliegen eines Geburtsgebrechens ist gewahrt, wo eine Behandlung schon vor dem 9.
Geburtstag geplant ist. Indessen ist es beim Rigorismus der bundesgerichtlichen Praxis
dem Richter verwehrt, die notwendige rechtssichere Grenzziehung flexibler
vorzunehmen (vgl. auch das Urteil IV 2007/347 des Versicherungsgerichts des Kantons
St. Gallen vom 22. August 2008, Erw. 3.2).
4.6 Vorliegend erfolgte der Beginn der Ergotherapie am 7. März 2007, also nur wenige
Wochen nach der Diagnosestellung. Da das Bundesgericht in mit dem vorliegenden
Fall vergleichbaren Fällen auf eine Praxisänderung explizit verzichtet hat, erscheint es
trotz grundsätzlich berechtigter Kritik an dieser Rechtsprechung um der rechtsgleichen
Praxis willen nicht als zulässig, davon abzuweichen. Obwohl der Unmut der Eltern der
Beschwerdeführerin, die die Leistungsverweigerung auf eine formelle juristische
Spitzfindigkeit zurückführen, verständlich ist, ist eine Kostenübernahme für
Ergotherapie unter dem Titel von aArt. 13 IVG daher abzulehnen.
5.
5.1 Zu prüfen bleibt die Kostenübernahme gestützt auf aArt. 12 IVG. Nach aArt. 12
Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf medizinische Massnahmen, die nicht auf
die Behandlung des Leidens an sich, sondern unmittelbar auf die Eingliederung ins
Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich gerichtet und geeignet sind, die
Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, dauernd
und wesentlich zu verbessern oder vor wesentlicher Beeinträchtigung zu bewahren. Als
medizinische Massnahmen im Sinn von aArt. 12 IVG gelten nach Art. 2 Abs. 1 IVV
namentlich chirurgische, physiotherapeutische und psychotherapeutische Vorkehren,
die eine als Folgezustand eines Geburtsgebrechens, einer Krankheit oder eines Unfalls
eingetretene Beeinträchtigung der Körperbewegung, der Sinneswahrnehmung oder der
Kontaktfähigkeit zu beheben oder zu mildern trachten. Die Massnahmen müssen nach
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bewährter Erkenntnis der medizinischen Wissenschaft angezeigt sein und den
Eingliederungserfolg in einfacher und zweckmässiger Weise anstreben. Die IV
übernimmt unter dem Aspekt von aArt. 12 IVG grundsätzlich nur medizinische
Vorkehren, die unmittelbar auf die Beseitigung oder Korrektur stabiler oder wenigstens
relativ stabilisierter Defektzustände oder Funktionsausfälle hinzielen und welche die
Wesentlichkeit und Beständigkeit des angestrebten Erfolges gemäss aArt. 12 Abs. 1
IVG voraussehen lassen (BGE 120 V 279, Erw. 3a; AHI 2000 S. 64, Erw. 1).
5.2 Etwas anderes gilt für die nichterwerbstätigen Personen, die das 20. Altersjahr
noch nicht vollendet haben. Sie gelten gemäss Art. 5 Abs. 2 IVG i.V.m. Art. 8 Abs. 2
ATSG als invalid, wenn die Gesundheitsbeeinträchtigung voraussichtlich eine
Erwerbsunfähigkeit zur Folge haben wird. Die Praxis hat aus dieser eigenständigen
Definition der Invalidität für Jugendliche abgeleitet, dass auch bei einem labilen Leiden
medizinische Massnahmen zu übernehmen seien, wenn ohne diese Massnahmen ein
Defekt oder ein sonst wie stabilisierter Zustand einträte, der die berufliche Ausbildung
oder die Erwerbstätigkeit beeinträchtigen würde. Wenn die fragliche medizinische
Massnahme überwiegend der beruflichen Eingliederung dient, spielt es also keine
Rolle, dass sie eine Behandlung des Leidens an sich darstellt (vgl. etwa BGE 105 V 20;
131 V 21 Erw. 4.2). Diese Sonderlösung für Jugendliche erleidet allerdings
rechtsprechungsgemäss eine Einschränkung: Eine medizinische Massnahme kann
dann nicht übernommen werden, wenn eine Dauerbehandlung im Sinn einer zeitlich
unbegrenzten Therapie erforderlich ist (vgl. Ulrich Meyer-Blaser, Die Rechtsprechung
des Bundesgerichts zum IVG, Zürich 1997, S. 84 unten). Der Grund dafür liegt nach der
Rechtsprechung darin, dass die Therapie in diesen Fällen die Entstehung eines Defekts
oder eines sonst wie stabilisierten Zustandes nur hinausschieben, d.h. dass sie keine
Heilung bewirken kann. Auch wenn die zeitlich unbeschränkt notwendige medizinische
Massnahme eindeutig überwiegenden Eingliederungscharakter hat, kann sie nach
dieser Praxis also nicht übernommen werden (ZAK 1981, 548 f.).
5.3 Im Rahmen der Prüfung der Anspruchsvoraussetzungen gemäss aArt. 12 IVG
fragte die Beschwerdegegnerin beim RAD an, ob eine Kostenübernahme unter diesem
Titel möglich sei. Die RAD-Ärztin Dr. med. D._ schrieb in ihrer Stellungnahme vom
29. Februar 2008, die Ergotherapie sei bei der Beschwerdeführerin gemäss Arztbericht
von Dr. B._ vom 10. Mai 2007 indiziert zur Verbesserung der taktil-kinästhetischen
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und feinmotorischen Auffälligkeiten. Demzufolge handle es sich sachlich und zeitlich
um eine Behandlung des Leidens an sich. Den Unterlagen sei auch zu entnehmen,
dass die Ergotherapie zur Vermeidung eines stabilen Defektzustands notwendig wäre
(IV-act. 39). Mit dieser Begründung hielt die Beschwerdegegnerin in der
Beschwerdeantwort vom 10. März 2008 fest, eine Kostenübernahme sei auch über
aArt. 12 IVG ausgeschlossen (act. G 4).
5.4 Dr. B._ hatte am 10. Mai 2007 auf die Notwendigkeit der Ergotherapie zur
Verbesserung der taktil-kinästhetischen und feinmotorischen Auffälligkeiten
hingewiesen. Die Beschwerdeführerin sei zappelig und stimmungslabil und neige zum
sozialen Aussenseitertum. Der Antrieb sei zum Teil vermehrt, zum Teil vermindert.
Wahrnehmungsschwächen seien vor allem im auditiven und taktil-kinästhetischen
Bereich erkennbar. Die Organisation von Tätigkeiten erweise sich als schwierig. Die
deutlich eingeschränkte taktil-kinästhetische Merkfähigkeit äussere sich vor allem
darin, dass sich die Beschwerdeführerin Bewegungssequenzen nicht merken könne.
Insgesamt wirke sie chaotisch. Es lägen eine Verhaltensauffälligkeit, langsames
Arbeitstempo und Schulschwierigkeiten vor (IV-act. 13). Der Schulpsychologische
Dienst des Kantons St. Gallen, Regionalstelle E._, berichtete am 11. Mai 2007 von
grosser Ablenkbarkeit, starken Wahrnehmungsverarbeitsungsproblemen im auditiven
und seriellen Bereich und Konzentrationsproblemen. In ihrer schulischen
Leistungsfähigkeit sei die Beschwerdeführerin stark handicapiert (IV-act. 12).
5.5 Aus der fachärztlichen und der schulpsychologischen Beurteilung ist zu schliessen,
dass Defizite bestehen, die mit weiterführenden ergotherapeutischen Massnahmen
angegangen werden können. Die Indikation für solche Vorkehren ist gestellt worden. Es
kann davon ausgegangen werden, dass die Einschränkungen in der
Handlungsplanung, in der Feinmotorik und in der Merkfähigkeit die spätere
Eingliederung durchaus erheblich erschweren würden, wirkt sich doch insbesondere
letztere Befähigung auf das Lernen generell aus. Die Schulpsychologin berichtete von
einer behinderungsbedingten starken Handicapierung in der schulischen
Leistungsfähigkeit. Gesamthaft erscheint die Eingliederung als erheblich erschwert und
gefährdet, sodass die Notwendigkeit der Ergotherapie zweifellos gegeben ist.
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5.6 Die Beschwerdegegnerin verneinte einen Anspruch gestützt auf aArt. 12 IVG mit
der Begründung, bei der Ergotherapie handle es sich sachlich und zeitlich um eine
Behandlung des Leidens an sich. Wie erläutert spielt es bei nichterwerbstätigen unter
20-Jährigen jedoch keine Rolle, ob eine Therapie eine Behandlung des Leidens an sich
darstellt, solange die fragliche medizinische Massnahme überwiegend der beruflichen
Eingliederung dient. Dieses Erfordernis des überwiegenden beruflichen
Eingliederungscharakters ist nach dem Gesagten gegeben.
5.7 Bezüglich der Anspruchsvoraussetzungen von aArt. 12 IVG bei
nichterwerbstätigen minderjährigen Versicherten ist nicht entscheidend, ob eine
Sofortmassnahme oder eine zeitlich ausgedehntere (aber nicht unbegrenzte) Vorkehr
angeordnet wird. Die Massnahmen zur Verhütung einer Defektheilung oder eines sonst
wie stabilisierten Zustands bei einem Kind können sehr wohl eine gewisse Zeit
andauern. Damit die IV dafür aufzukommen hat, dürfen sie jedoch nicht Dauercharakter
haben, das heisst zeitlich unbegrenzt erforderlich sein, wie dies beispielsweise bei
Diabetes oder manisch-depressiven Psychosen zutrifft (m.w.H. I 302/05 vom
31. Oktober 2005, Erw. 3.2.1). In solchen Fällen dient die medizinische Massnahme
regelmässig nicht der Verhinderung eines stabilen Defektzustandes, der sich in naher
Zukunft einstellen würde. Gegenteilig verhält es sich, wenn gemäss spezialärztlicher
Feststellung von einer weiteren Behandlung erwartet werden darf, dass der drohende
Defekt mit seinen negativen Auswirkungen auf die Berufsbildung und Erwerbsfähigkeit
ganz oder in wesentlichem Ausmass verhindert werde, im Einzelfall also mit
hinlänglicher Zuverlässigkeit eine günstige Prognose gestellt werden kann (AHI 2003 S.
103, 2000 S. 63; I 165/03, Erw. 3.2 m. H.).
5.8 Die Beschwerdegegnerin hat nicht abgeklärt, ob die Ergotherapie als
Dauerbehandlung im Sinn einer zeitlich unbegrenzten Therapie notwendig wäre.
Bejahendenfalls käme die Kostenübernahme auch gestützt auf Art. 12 IVG nicht in
Frage. Vorliegend ist nicht erstellt, dass die Therapie die Entstehung eines Defekts oder
eines sonst wie stabilisierten Zustandes nur hinausschieben könnte, d.h. dass sie keine
Heilung bewirken könnte. Zur mutmasslichen notwendigen Dauer der angeordneten
Ergotherapie hat sich Dr. B._ nicht geäussert; sie wurde danach auch nicht gefragt.
Auch zur Abgabe einer Therapieprognose wurde sie nicht aufgefordert. Die Sache ist
also an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie diese Abklärungen bei
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/15
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St.Galler Gerichte
Dr. B._ bzw. allenfalls bei der Ergotherapeutin der Beschwerdeführerin vornehme.
Verspricht auch eine zeitlich befristete Ergotherapie, die Entstehung eines die
berufliche Eingliederung verunmöglichenden oder erheblich erschwerenden Defekts zu
verhindern, so ist die Ergotherapie der Beschwerdeführerin gestützt auf aArt. 12 IVG zu
übernehmen.
6.
6.1 Die angefochtene Verfügung ist in teilweiser Gutheissung der Beschwerde
aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese
abkläre, ob die Ergotherapie Dauercharakter aufweist oder ob eine günstige Prognose
gestellt werden kann.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- bis
Fr. 1000.- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- erscheint
als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als volles
Obsiegen (ZAK 1987 S. 268 Erw. 5a). Somit unterliegt die Beschwerdegegnerin
vollumfänglich, sodass ihr als nicht von der Pflicht zur Übernahme amtlicher Kosten
befreiter selbstständiger öffentlich-rechtlicher Anstalt die ganze Gerichtsgebühr
aufzuerlegen ist. Der Beschwerdeführerin bzw. deren Eltern wird der geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.- zurückerstattet.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG