Decision ID: 43720f85-fd85-566b-90ef-31698b955ff5
Year: 2008
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Die 1988 geborene dominikanische Staatsangehörige C._ (im Folgenden: Gesuchstellerin) beantragte am 17. Februar 2007 bei der Schweizerischen Botschaft in Santo Domingo ein Visum für einen dreimonatigen Besuchsaufenthalt bei ihrer Tante und ihrem Onkel M._ und F._ (im Folgenden: Gastgeber bzw. ) in Dornach (SO). Die Schweizer Vertretung lehnte die  des Visums formlos ab und überwies das Gesuch der Vorinstanz zum Entscheid.
B. Nachdem das Amt für Ausländerfragen des Kantons Solothurn bei den Gastgebern zusätzliche Auskünfte eingeholt und an die Vorinstanz weitergeleitet hatte, verweigerte diese in einer Verfügung vom 18. Juli 2007 die nachgesuchte Einreisebewilligung. Dies im Wesentlichen mit der Begründung, die anstandslose und fristgerechte Wiederausreise könne angesichts der wirtschaftlichen und soziokulturellen Lage im Herkunftsland sowie der persönlichen Verhältnisse der Gesuchstellerin nicht als gesichert betrachtet werden.
C. Mit Beschwerde vom 16. August 2007 (Datum des Poststempels)  die Gastgeber beim Bundesverwaltungsgericht implizit die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und die Erteilung der . Zur Begründung bringen sie sinngemäss vor, die  gehe zu Unrecht davon aus, dass die Wiederausreise der  nach einem Besuchsaufenthalt nicht gesichert wäre. Der geplante Besuch gelte vor allem der Mutter der Gesuchstellerin bzw. Schwester der Beschwerdeführerin. Diese lebe ebenfalls in der Schweiz (Basel) und sei hier eingebürgert. Sie befinde sich momentan in einer psychisch labilen Verfassung und der Besuch der Tochter  ihr helfen, „wieder Fuss zu fassen“. Eine Reise in die  Republik sei ihr in der „näheren Zukunft“ nicht möglich.
D. Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 29. Oktober 2007 auf Abweisung der Beschwerde. An der Risikoeinschätzung in Bezug auf die Gewähr für eine fristgerechte und anstandslose  sei festzuhalten. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb die
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nunmehr mit der Beschwerde behaupteten familiären Umstände nicht schon im Visumsantrag bzw. im Einladungsschreiben der Gastgeber offengelegt worden seien. Zudem fehlten jegliche Belege für diese Umstände und für die Behauptung, wonach ein Treffen zwischen Tochter und Mutter nicht auch in der Dominikanischen Republik zu verwirklichen sei.
E. Die Beschwerdeführer machten von dem ihnen eingeräumten Recht auf Replik keinen Gebrauch.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1. 1.1 Verfügungen des Bundesamtes für Migration (BFM) betreffend Verweigerung der Einreisebewilligung unterliegen der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht (Art. 31, Art. 32 sowie Art. 33 Bst. d des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]).
1.2 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem  nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), soweit das  nichts anderes bestimmt. Das Urteil des  ist endgültig (Art. 1 Abs. 2 VGG i.V.m. Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
1.3 Die Beschwerdeführer sind gemäss Art. 48 VwVG zur Beschwerde legitimiert; auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 49 ff. VwVG).
2. Am 1. Januar 2008 traten das neue Bundesgesetz vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) sowie die dazugehörigen Ausführungsverordnungen in Kraft (u.a. die  vom 24. Oktober 2007 über das Einreise- und Visumverfahren [VEV, SR 142.204]). Gemäss Art. 126 Abs. 1 AuG bleibt auf Gesuche, die vor dem Inkraftreten des AuG eingereicht worden sind, das  Recht anwendbar. Die Beurteilung erfolgt somit noch nach dem  Recht. Einschlägig sind das Bundesgesetz vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (aANAG, BS 1 121, zum vollständigen Quellennachweis vgl. Ziff. I des Anhangs zum AuG)
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und die Verordnung vom 14. Januar 1998 über die Einreise und  von Ausländerinnen und Ausländern (aVEA, AS 1998 194, zum vollständigen Quellennachweis vgl. Art. 39 VEV).
3. Die Schweizerische Rechtsordnung gewährt grundsätzlich keinen  auf Bewilligung der Einreise. Der Entscheid darüber ist -  nachfolgend zu erörternder Hinderungsgründe - von der  in pflichtgemässer Ausübung ihres Ermessens zu  (Art. 4 und Art. 16 Abs. 1 aANAG, Art. 9 Abs. 1 aVEA, PETER UEBERSAX, Einreise und Anwesenheit, in: PETER UEBERSAX / PETER MÜNCH / THOMAS GEISER / MARTIN ARNOLD (Hrsg.), Ausländerrecht, Ausländerinnen und Ausländer im öffentlichen Recht, Privatrecht, Steuerrecht und  der Schweiz, Basel/Genf/München 2002, S. 143; URS BOLZ, Rechtsschutz im Ausländer- und Asylrecht, Basel und Frankfurt a.M. 1990, S. 29 mit weiteren Hinweisen; PHILIP GRANT, La protection de la vie familiale et de la vie privée en droit des étrangers, Basel usw. 2000, S. 24.
3.1 Ausländerinnen und Ausländer benötigen zur Einreise in die Schweiz einen Pass und ein Visum, sofern sie nicht aufgrund  Regelung von diesem Erfordernis ausgenommen sind (Art. 1 bis 5 aVEA). Um ein Visum zu erhalten, müssen Ausländerinnen und  die in Artikel 1 Absatz 2 aVEA aufgeführten Voraussetzungen erfüllen. Sie haben unter anderem Gewähr für eine fristgerechte  zu bieten (Art. 1 Abs. 2 Bst. c aVEA).
4. 4.1 Die Gesuchstellerin benötigt aufgrund ihrer Nationalität zur  in die Schweiz nebst dem Pass ein Visum. Die Vorinstanz  die Erteilung eines solchen Visums mit der Begründung, die  und fristgerechte Wiederausreise erscheine nicht als  gesichert.
4.2 Wenn es zu beurteilen gilt, ob das Kriterium der gesicherten  erfüllt ist, muss ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. Dazu lassen sich in der Regel keine Feststellungen, sondern lediglich Prognosen treffen. Dabei rechtfertigt es sich durchaus,  von Bürgerinnen und Bürgern aus Staaten oder Regionen mit  respektive wirtschaftlich vergleichsweise ungünstigen  zum vornherein mit Zurückhaltung zu begegnen, da die persönli-
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che Interessenlage in solchen Fällen häufig nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten Einreisebewilligung in Einklang steht.
4.3 Nach mehr als zehn Jahren starken Wachstums und grosser  geriet die Dominikanische Republik im Jahre 2003 in eine schwere Wirtschaftskrise. Zu dieser Krise trug unter anderem die  einer der grössten Geschäftsbanken bei. Die Inflationsrate  allein in jenem Jahr 42,7%. Die Wirtschaftskrise traf die  empfindlich; der Anteil der unter der Armutsgrenze lebenden  Bevölkerung stieg um mehr als 500'000 auf 5,71 Mio. Personen, bei einer Gesamtbevölkerung von ca. 9 Mio. Personen (Quelle: www.auswaertiges-amt.de, Stand März 2006). Die Krise  zwar inzwischen überwunden werden; die Dominikanische Republik erreicht seit 2005 wiederum hohe Wachstumsraten wie in den 90er Jahren und die Arbeitslosenquote sank seit 2005 und betrug im Jahre 2006 noch knapp 16,2%. Diese erfreuliche Entwicklung vermag aber nicht darüber hinweg zu täuschen, dass sich die wirtschaftliche  der unteren Schichten noch nicht spürbar verbessert hat. Deshalb wächst auch die Kritik der Bevölkerung, da das hohe Wachstum  bisher nicht ausgereicht hat, um genügend neue  zu schaffen (Quelle: www.auswaertiges-amt.de, Stand Februar 2008, besucht am 26. Juni 2008). Vor allem in der jüngeren  ist aufgrund der nach wie vor ungünstigen Lebensbedingungen ein starker Migrationsdruck feststellbar. Dabei gilt auch die Schweiz als Zielland vieler Auswanderer im erwerbsfähigen Alter, welche sich hier unter besseren Lebensbedingungen eine (neue) Existenz aufbauen möchten. Diese Tendenz zur Auswanderung wird erfahrungsgemäss dort noch begünstigt, wo bereits ein soziales Beziehungsnetz (, Freunde) im Ausland besteht.
5. 5.1 Bei der Risikoanalyse sind allerdings nicht nur solch allgemeine Umstände und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichtspunkte des konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen. Obliegt einer  oder einem Gesuchsteller im Heimatland beispielsweise eine besondere berufliche, gesellschaftliche oder familiäre Verantwortung, kann dieser Umstand durchaus die Prognose für eine anstandslose Wiederausreise begünstigen. Umgekehrt muss bei Antragstellerinnen und Antragstellern, die in ihrer Heimat keine besonderen  haben, das Risiko für ein fremdenpolizeilich nicht regelkonformes
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Verhalten (nach bewilligter Einreise zu einem Besuchsaufenthalt) hoch eingeschätzt werden.
5.2 Bei der Gesuchstellerin handelt es sich um eine 20-jährige, ledige Frau. Über ihre familiären Verhältnisse ist nur gerade bekannt, dass ihre Mutter in der Schweiz wohnt. Ob die Gesuchstellerin in der  Republik alleine oder in einem Familienverband lebt,  sich aus den Akten nicht. Jedenfalls ist bei ihr kein soziales  mit persönlichen oder familiären Verpflichtungen erkennbar,  die Prognose einer fristgerechten und anstandslosen  begünstigen könnten.
5.3 Die Gesuchstellerin ist nach eigener Darstellung erwerbstätig und besucht eine Abendschule. Gemäss der mit dem Visumsgesuch  Bestätigung einer Firma in Santiago ist sie dort seit dem 1. Dezember 2006 angestellt und verdient dabei monatlich 6'400  Pesos (umgerechnet CHF 190). Nach Meinung der Schweizerischen Auslandvertretung ist dies ein niedriges Gehalt und es sei auch unüblich, dass in einem solchen Arbeitsverhältnis drei  Urlaub bezogen würden. Aufgrund der Umstände kann jedenfalls nicht auf stabile berufliche und damit auch wirtschaftliche Verhältnisse geschlossen werden, die nachhaltig von einer allfälligen Emigration abzuhalten vermöchten. Dass die Gesuchstellerin nebst ihrer  noch eine Weiterbildung betreibt, vermag für sich allein nicht  ins Gewicht zu fallen.
5.4 Andererseits leben die Mutter und eine Tante offenbar schon seit längerer Zeit in der Schweiz. Bei dieser Sachlage könnte die , die erst am Anfang ihres Berufslebens steht und die in ihrem bisherigen Umfeld keine sozialen Verpflichtungen zu erfüllen hat,  sein, es ihrer Mutter und der Tante gleichzutun und in die Schweiz zu übersiedeln.
5.5 Vor dem aufgezeigten persönlichen und allgemeinen Hintergrund durfte die Vorinstanz demnach davon ausgehen, dass keine  Gewähr für eine fristgerechte und anstandslose  der Gesuchstellerin nach einem Besuchsaufenthalt besteht. Dass die Pflege familiärer Kontakte zwischen den Beteiligten vorübergehend nur durch eine Einreise der Gesuchstellerin in die Schweiz möglich sei, wurde von den Beschwerdeführern geltend gemacht, aber in  Weise belegt.
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6. Aus vorstehenden Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfügung im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
7. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens werden die  Beschwerdeführer kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die  sind auf Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und  vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
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