Decision ID: 61e9f507-4479-430a-acf0-740cd9332ce3
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend
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einfache bzw. versuchte schwere Körperverletzung etc. und Widerruf
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung, vom 27. Februar 2013 (DG120244)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 26. Juli
2012 (Urk. 22) ist diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz: (Urk. 54 S. 80 ff.)
"Es wird erkannt:
1. Der Beschuldigte A._ ist schuldig der einfachen Körperverletzung im Sinne von
Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB.
2. Vom Vorwurf der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB wird der
Beschuldigte A._ freigesprochen.
3. Der Beschuldigte B._ ist schuldig der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne
von Art. 122 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB.
4. Vom Vorwurf der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB wird der
Beschuldigte B._ freigesprochen.
5. Der Beschuldigte A._ wird bestraft mit 15 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 33 Tage
durch Haft erstanden sind.
6. Betreffend den Beschuldigten A._ wird der Vollzug der Freiheitsstrafe im
Umfang von 9 Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf 4 Jahre festgesetzt. Im
Übrigen (6 Monate, abzüglich 33 Tage, die durch Untersuchungshaft erstanden sind) wird
die Freiheitsstrafe vollzogen.
7. Der Beschuldigte B._ wird bestraft mit 27 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 33 Tage
durch Haft erstanden sind.
8. Betreffend den Beschuldigten B._ wird der Vollzug der Freiheitsstrafe im
Umfang von 17 Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf 4 Jahre festgesetzt. Im
Übrigen (10 Monate, abzüglich 33 Tage, die durch Untersuchungshaft erstanden sind) wird
die Freiheitsstrafe vollzogen.
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9. Betreffend den Beschuldigten B._ wird der bedingte Vollzug bezüglich der mit Strafbe-
fehl der Staatsanwaltschaft See / Oberland vom 26. Januar 2010 ausgefällten
bedingten Geldstrafe von 50 Tagessätzen à Fr. 30.– widerrufen.
10. Die beim Forensischen Institut Zürich unter den Asservaten-Nummern ..., ..., ..., ... und ...
aufbewahrten Kleidungsstücke des Beschuldigten A._ werden diesem nach Rechts-
kraft des vorliegenden Urteils auf Verlangen herausgegeben. Soweit sie nicht binnen der bis
zum 31. Dezember 2015 laufenden Lagerfrist abgeholt werden, werden sie durch das
Forensische Institut Zürich vernichtet.
11. Die beim Forensischen Institut Zürich unter den Asservaten-Nummern ..., ..., ... und ... auf-
bewahrten Kleidungsstücke des Beschuldigten B._ werden diesem nach Rechtskraft
des vorliegenden Urteils auf Verlangen herausgegeben. Soweit sie nicht binnen der bis zum
31. Dezember 2015 laufenden Lagerfrist abgeholt werden, werden sie durch das Forensi-
sche Institut Zürich vernichtet.
12. Die beim Forensischen Institut Zürich unter den Asservaten-Nummern ..., ... und ... aufbe-
wahrten Kleidungsstücke des Privatklägers C._ werden diesem nach Rechtskraft des
vorliegenden Urteils auf Verlangen herausgegeben. Soweit sie nicht binnen der bis zum
31. Dezember 2015 laufenden Lagerfrist abgeholt werden, werden sie durch das Forensi-
sche Institut Zürich vernichtet.
13. Die beim Forensischen Institut Zürich unter den Asservaten-Nummern ..., ..., ... und ... auf-
bewahrten Kleidungsstücke von D._ werden diesem nach Rechtskraft des vorliegen-
den Urteils auf Verlangen herausgegeben. Soweit sie nicht binnen der bis zum
31. Dezember 2015 laufenden Lagerfrist abgeholt werden, werden sie durch das Forensi-
sche Institut Zürich vernichtet.
14. Der Privatkläger C._ wird mit seiner Schadenersatzforderung auf den Weg des or-
dentlichen Zivilprozesses verwiesen.
15. Die Beschuldigten A._ und B._ werden unter solidarischer Haftung verpflichtet,
dem Privatkläger C._ eine Genugtuung von Fr. 3'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 24. März
2012 zu bezahlen. Der weitergehende Genugtuungsanspruch wird abgewiesen.
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16. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
Fr. 5'000.– ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. Kosten Kantonspolizei
Fr. 3'000.– Gebühr Anklagebehörde
Fr. Kanzleikosten
Fr. 3'844.25 Auslagen Untersuchung
Fr. amtliche Verteidigung des Beschuldigten B._
Fr. amtliche Verteidigung des Beschuldigten A._
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
17. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden je zur Hälfte dem
Beschuldigten A._ und dem Beschuldigten B._ auferlegt.
Die Kosten der amtlichen Verteidigungen werden auf die Gerichtskasse genommen;
vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. Über die Höhe der
Kosten der amtlichen Verteidigungen wird separat entschieden.
18. Die Beschuldigten A._ und B._ werden unter solidarischer Haftung verpflichtet,
dem Privatkläger C._ für das gesamte Verfahren eine Prozessentschädigung von
Fr. 15'703.60 zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Begehren abgewiesen.
19. (Mitteilungen.)
20. (Rechtsmittel.)"
Berufungsanträge:
a) der Verteidigung des Beschuldigten 1, A._ (Urk. 118 S. 2):
1. Der Beschuldigte sei vom Anklagevorwurf der einfachen Körperverletzung
im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB freizusprechen.
2. Die Zivilforderungen des Privatklägers seien auf den Zivilweg zu verweisen.
3. Dem Privatkläger sei keine Prozessentschädigung zuzusprechen.
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4. Die Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens und des Berufungsverfahrens
seien auf die Staatskasse zu nehmen und es sei dem Beschuldigten eine
angemessene Entschädigung für die erstandene Haft zuzusprechen.
Eventualanträge für den Fall eines Schuldspruchs:
1. Der Beschuldigte sei wegen versuchter einfacher Körperverletzung gemäss
Art. 123 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig zu
sprechen.
2. Der Beschuldigte sei zu bestrafen mit einer Geldstrafe oder Freiheitsstrafe
von höchstens 12 Monaten, unter Anrechnung der erstandenen Haft.
3. Es sei dem Beschuldigten der bedingte Strafvollzug zu gewähren und die
Probezeit sei auf 4 Jahre festzusetzen.
4. Die Zivilforderungen des Privatklägers seien auf den Zivilweg zu verweisen.
b) der Verteidigung des Beschuldigten 2, B._ (Urk. 122 S. 2):
1. Der Beschuldigte sei unter Anrechnung der erstandenen Haft mit
180 Tagessätzen Geldstrafe zu bestrafen.
2. Es sei dem Beschuldigten unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren
der bedingte Strafvollzug zu gewähren.
3. Es sei der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft See/Oberland vom
26. Januar 2010 gewährte bedingte Vollzug der Geldstrafe nicht zu
widerrufen.
c) der Staatsanwaltschaft:
aa) gegen den Beschuldigten A._ (Prot. II S. 17):
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.
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Eventualiter Schuldigsprechung des Beschuldigten A._ der
versuchten einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1
StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB; im Übrigen Bestätigung
des vorinstanzlichen Urteils.
bb) gegen den Beschuldigten B._ (Prot. II S. 18):
Der Beschuldigte B._ sei mit 36 Monaten Freiheitsstrafe zu be-
strafen, wovon 18 Monate zu vollziehen seien und die weiteren 18 Mo-
nate bei 4-jähriger Probezeit bedingt aufzuschieben seien.
d) des Vertreters des Privatklägers C._ (Urk. 120 S. 1, Prot. II S. 17):
1. Das vorinstanzliche Urteil vom 27. Februar 2013 des Bezirksgerichts Zürich,
9. Abteilung, sei zu bestätigen.
2. Der Beschuldigte A._ sei zu verpflichten, dem Privatkläger für das
Berufungsverfahren eine Prozessentschädigung von CHF 4'855.80
auszurichten.
3. Ausgangsgemäss seien die Kosten des Rechtsmittelverfahrens den beiden
Beschuldigten aufzuerlegen.

Erwägungen:
I. Prozessuales
1.1 Mit vorinstanzlichem Urteil vom 27. Februar 2013 wurde der Beschuldigte
A._ der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB
schuldig gesprochen (Dispositivziffer 1) und mit einer Freiheitsstrafe von 15 Mo-
naten bestraft, wobei festgestellt wurde, dass 33 Tage durch Haft
erstanden sind (Dispositivziffer 5). Freigesprochen wurde er vom Vorwurf der
Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB (Dispositivziffer 2). Der
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Vollzug der Freiheitsstrafe wurde im Umfang von 9 Monaten aufgeschoben und
die Probezeit auf 4 Jahre festgesetzt; im Übrigen (6 Monate, abzüglich 33 Tage
Untersuchungshaft) wurde der Vollzug der Freiheitsstrafe angeordnet (Dispositiv-
ziffer 6).
Ebenfalls mit vorerwähntem Urteil wurde der Beschuldigte B._ der versuch-
ten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB in Verbindung
mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig gesprochen (Dispositivziffer 3) und mit einer
Freiheitsstrafe von 27 Monaten bestraft, wobei festgestellt wurde, dass 33 Tage
durch Haft erstanden sind (Dispositivziffer 7). Auch er wurde vom
Vorwurf der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB freige-
sprochen (Dispositivziffer 4). Der Vollzug der Freiheitsstrafe wurde im Umfang
von 17 Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf 4 Jahre festgesetzt; im
Übrigen (10 Monate, abzüglich 33 Tage Untersuchungshaft) wurde der Vollzug
der Freiheitsstrafe angeordnet (Dispositivziffer 8). Zudem wurde der bedingte
Vollzug bezüglich der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft See/Oberland vom
26. Januar 2010 ausgefällten bedingten Geldstrafe von 50 Tagessätzen à Fr. 30.–
widerrufen (Dispositivziffer 9).
Der Privatkläger C._ wurde mit seiner Schadenersatzforderung auf den Weg
des ordentlichen Zivilprozesses verwiesen (Dispositivziffer 14), während die bei-
den Beschuldigten unter solidarischer Haftung verpflichtet wurden, dem Privatklä-
ger eine Genugtuung von Fr. 3'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 24. März 2012 zu be-
zahlen; der weitergehende Genugtuungsanspruch wurde sodann abgewiesen
(Dispositivziffer 15). Die Kosten der Untersuchung und des
gerichtlichen Verfahrens wurden den beiden Beschuldigten je zur Hälfte auferlegt
und die Kosten der amtlichen Verteidigungen auf die Gerichtskasse genommen
(unter Vorbehalt von Art. 135 Abs. 4 StPO sowie eines separaten Entscheids
betreffend die Höhe der Kosten der amtlichen Verteidigung; Dispositivziffer 17).
Zudem wurden die beiden Beschuldigten unter solidarischer Haftung verpflichtet,
dem Privatkläger für das gesamte Verfahren eine Prozessentschädigung von
Fr. 15'703.60 zu bezahlen; im Mehrbetrag wurde das Begehren abgewiesen
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(Dispositivziffer 18). Entschieden wurde ferner auch über die Herausgabe von
Kleidungsstücken, welche beim Forensischen Institut der Universität Zürich
aufbewahrt wurden (Dispositivziffern 10-13).
1.2. Gegen dieses Urteil, welches den Parteien am 27. Februar 2013 mündlich
eröffnet wurde (Prot. I S. 28 ff.), meldeten der Beschuldigte A._ (Urk. 46), der
Beschuldigte B._ (Urk. 49) sowie der Privatkläger C._ (Urk. 47) fristge-
recht Berufung an (Art. 399 Abs. 1 StPO).
Nachdem ihnen das begründete Urteil am 4. April 2013 zugestellt wurde
(Urk. 53/2-4), gingen die Berufungserklärungen des Beschuldigten A._
(Urk. 57) sowie des Beschuldigten B._ (Urk. 59) fristgerecht hierorts ein
(Art. 399 Abs. 3 StPO). Der Privatkläger zog seine Berufung mit Eingabe vom
24. April 2013 zurück (Urk. 61), wovon mit den Verfügungen vom 24. Mai 2013
Vormerk genommen wurde (Urk. 63 und 65).
Die Staatsanwaltschaft erhob mit Eingabe vom 31. Mai 2013 fristgerecht
Anschlussberufung betreffend die Berufung des Beschuldigten B._ (Urk. 69;
Art. 400 Abs. 3 lit. b StPO), während sie auf eine solche betreffend die Berufung
des Beschuldigten A._ verzichtete (Urk. 67). Der Privatkläger erhob keine
Anschlussberufung.
Nachdem Rechtsanwalt Dr. Y1._ mit Schreiben vom 20. Juni 2013 (Urk. 75)
unter Beilage einer Vollmacht (Urk. 77) mitteilte, die Verteidigung des Beschuldig-
ten B._ übernommen zu haben und auf entsprechende präsidiale Hinweise
hin (Urk. 78 und 89) präzisierte, es handle sich um eine
erbetene Verteidigung (Urk. 91), wurde der bisherige amtliche Verteidiger,
Rechtsanwalt lic. iur. Y2._, mit Präsidialverfügung vom 7. August 2013 ent-
lassen (Urk. 93).
In der Folge wurde auf den 28. November 2013 zur Berufungsverhandlung
vorgeladen (Urk. 100).
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Mit Eingabe vom 28. Oktober 2013 (Urk. 102) liess der Beschuldigte B._
mitteilen, dass er seine Berufung mit Bezug auf den Schuldpunkt (Dispositiv-
ziffer 3), die Genugtuungssumme (Dispositivziffer 15) sowie die Kostenfolgen
(Dispositivziffern 17-18) zurückzuziehe.
Mit Eingabe vom 12. November 2013 (Urk. 104) reichte der Beschuldigte B._
ein Entschuldigungsschreiben an den Privatkläger (Urk. 106/1), einen Bericht von
PD Dr. E._ (Urk. 106/2) sowie einen Bericht von Dr. F._ (Urk. 106/3)
ein. Mit Eingabe vom 18. November 2013 (Urk. 107) reichte er
zudem einen Bericht der Psychotherapeutin G._ ins Recht (Urk. 109).
2. Die Berufung des Beschuldigten A._ richtet sich gegen die Dispositiv-
ziffern 1, 5, 6, 15, 17 und 18, eventualiter lediglich gegen die Dispositivziffern 1, 5,
6 sowie 15 (Urk. 57 S. 2).
Die Berufung des Beschuldigten B._ richtet sich gegen die Dispositivziffern
7, 8 und 9 (Urk. 102).
Die Anschlussberufung der Anklagebehörde bezieht sich nur auf den Strafpunkt
des Beschuldigten B._ (Urk. 69).
Im Übrigen ist das vorinstanzliche Urteil in Rechtskraft erwachsen. Davon ist
vorab Vormerk zu nehmen (Art. 404 Abs. 1 StPO).
3. Was im Übrigen die Prozessvoraussetzung des Strafantrages betreffend
den Tatbestand der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1
Abs. 1 StGB betrifft, kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz
verwiesen werden (Urk. 54 S. 11; Art. 82 Abs. 4 StPO).
II. Sachverhalt
1.1 Anklagevorwurf:
Der zur Anklage gebrachte Sachverhalt ergibt sich aus der Anklageschrift der
Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 26. Juli 2012 (Urk. 22). Dieser
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wurde zudem auch im vorinstanzlichen Urteil zutreffend zusammengefasst
(Urk. 54 S. 12 f.), worauf zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen verwiesen
werden kann (Art. 82 Abs. 4 StPO).
1.2 Umfang der Sachverhaltsanerkennung:
1.2.1 Der Beschuldigte A._ anerkennt den ihn betreffenden Anklagesachver-
halt auch vor der Berufungsinstanz nur insoweit, als dass er zu der in der Ankla-
geschrift genannten Zeit im Bereich der Liegenschaft .../Museum ... auf den Bo-
den uriniert hat, dass er deswegen durch den Privatkläger C._ zurecht ge-
wiesen wurde und dass es in der Folge zu einer Auseinandersetzung kam. Der in
der Anklageschrift umschriebene Verlauf der Auseinandersetzung wurde jedoch
durch den Beschuldigten A._ im Wesentlichen auch anlässlich der heutigen
Berufungsverhandlung bestritten. Insbesondere stellt der Beschuldigte A._
nach wie vor in Abrede, dem Privatkläger C._ zu Beginn der Auseinander-
setzung mehrere heftige Faustschläge ins Gesicht versetzt zu haben. Diesbezüg-
lich macht A._ nach wie vor geltend, zu Beginn der Auseinandersetzung um-
gehend vom Privatkläger gepackt und weg- bzw. umgestossen worden zu sein,
worauf er mit diesem zu Boden gegangen sei. Er räumt zwar ein, zwei bis drei
Mal gegen den Privatkläger geschlagen zu haben; dies jedoch erst für den Zeit-
raum, als er sich im weiteren Verlauf der Auseinandersetzung mit dem Rücken
zum Boden unter dem Privatkläger befunden habe. Er habe diese Schläge ausge-
teilt, da er den Privatkläger, welcher auf ihm gewesen sei und sein Gesicht zu
Boden gedrückt habe, von sich habe herunter holen wollen und da er einen
Schlag gegen seinen Hals verspürt habe (Urk. 115 S. 5 ff.). Es stellt sich insofern
auch heute die Frage, ob sich der in der Anklageschrift umschriebene Sachverhalt
erstellen lässt. Soweit die Vorinstanz festhielt, es sei gemäss diesen Aussagen
des Beschuldigten A._ in objektiver Hinsicht rechtsgenügend erstellt, dass er
auf den Privatkläger eingeschlagen habe, so ist darauf hinzuweisen, dass dem
Beschuldigten die am Boden verübten Schläge gar nicht zum Vorwurf gemacht
werden und somit im Rahmen des rechtserheblichen Anklagevorwurfs auch nicht
erstellt werden müssen.
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1.2.2 Der Beschuldigte B._ liess seine Berufung bezüglich des Schuldpunk-
tes betreffend die versuchte schwere Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs.
1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB mit Eingabe vom 28. Oktober 2013
zurückziehen (Urk. 102). Auch er anerkannte in der Folge den ihn betreffenden
Anklagesachverhalt anlässlich der Berufungsverhandlung jedoch nicht vollum-
fänglich. Der Beschuldigte B._ räumt zwar nach wie vor ein, dem Privatklä-
ger zwei Fusstritte gegen den Kopf versetzt zu haben, stellt aber in
Abrede, diese Tritte gegen den seitlich am Boden liegenden Privatkläger verübt
zu haben. Zudem bestreitet der Beschuldigte B._ auch nach wie vor, dem
Privatkläger zu Beginn der Auseinandersetzung seitlich von hinten einen Schlag
gegen den Kopf versetzt und diesen zu Boden gezerrt zu haben. Er macht auch
anlässlich der Berufungsverhandlung geltend, erst in die Auseinandersetzung
eingegriffen zu haben, als sich der Privatkläger am Boden über dem
Beschuldigten A._ befunden habe und dabei zunächst versucht zu haben,
den Privatkläger von A._ wegzureissen (Urk. 116 S. 9 ff.). Es stellt sich
folglich auch in diesem Zusammenhang die Frage, ob sich der in der Anklage-
schrift umschriebene Sachverhalt erstellen lässt.
1.2.3 Auf die im Zusammenhang mit der Feststellung des unbestrittenen
Sachverhalts getätigten Ausführungen der Vorinstanz hinsichtlich der durch den
Privatkläger erlittenen Verletzungen und die in diesem Zusammenhang zitierten
Dokumente (Urk. 54 S. 14, Ziff. 2.3; und S. 29 Ziff. 4.4) kann sodann ohne
Weiteres verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO), zumal auch anlässlich der
Berufungsverhandlung von keiner Seite bestritten wurde, dass der Privatkläger
die in der Anklageschrift umschriebenen Verletzungen erlitten hat (Urk. 115,
Urk. 116, Urk. 118 und Urk. 122).
2. Sachverhaltserstellung:
2.1 Auf die durch die Vorinstanz angeführten theoretischen Grundsätze der
richterlichen Beweiswürdigung (Urk. 54 S. 17 ff.) kann sodann zur Vermeidung
von Wiederholungen ebenfalls verwiesen werden. Des Weiteren kann auf
die vorinstanzlichen Ausführungen betreffend die Glaubwürdigkeit der beiden
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beschuldigten Personen, der beiden Auskunftspersonen und der Zeugin (Urk. 54
S. 19 f.) sowie auf die Zusammenfassung der Aussagen der Beteiligten (Urk. 54
S. 21 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO) verwiesen werden, wobei letztere im Rahmen der
nachfolgenden Beweiswürdigung in ihren wesentlichen Teilen zu rekapitulieren
sein werden. Ebenfalls zutreffend hat die Vorinstanz festgehalten, dass sämtliche
Aussagen als vollumfänglich verwertbar zu erachten sind (Urk. 54 S. 21), was im
Berufungsverfahren im Übrigen von keiner der Parteien bestritten wurde.
2.2 Nicht bestritten und damit erstellt ist zunächst, dass die beiden
Beschuldigten im Sinne der Anklageschrift nach durchzechter Nacht zusammen
mit D._ am Samstag, den 24. März 2012, um ca. 8.10 Uhr, mit einem Taxi
zur ...strasse in ... Zürich gefahren sind, wo sie einen Bekannten besuchen woll-
ten, um bei diesem weiter zu feiern. Ebenfalls unbestritten blieb, dass der Be-
schuldigte A._ in der Folge auf Höhe der Liegenschaft .../Museum ... gegen
die Wand bzw. auf den Vorplatz urinierte, wobei in diesem Moment der Privat-
kläger C._ dazu kam und den Beschuldigten A._ hierfür tadelte
(vgl. Urk. 22 S. 2). Betreffend den Verlauf der nachfolgenden Auseinandersetzung
divergieren die Aussagen der Beteiligten jedoch, weshalb der diesbezügliche
Sachverhalt zu erstellen ist.
2.3 Die Anklageschrift wirft dem Beschuldigten A._ vor, dass er in der Fol-
ge mit entblösstem Penis auf den Privatkläger C._ zugegangen sei und die-
sem angedroht habe, ihn mit seinem Urinstrahl zu treffen (Urk. 22 S. 2). Der Pri-
vatkläger hielt dies in seiner polizeilichen Einvernahme mehrfach fest (Urk. 6/1
S. 2 ff.) und bestätigte diesen Umstand auch wiederholt anlässlich seiner
Befragung durch die Staatsanwaltschaft (Urk. 6/2 S. 3 f.) sowie in der Berufungs-
verhandlung (Urk. 117 S. 4 f.). Der Beschuldigte A._ stellte ein solches
Vorgehen demgegenüber durchgehend und vehement in Abrede (Urk. 5/1 S. 4,
Urk. 5/2 S. 2, Urk. 5/4 S. 2, Urk. 115 S. 6). Die Zeugin H._ gab in diesem
Zusammenhang zu Protokoll, dass der Privatkläger ihr von diesem Vorfall
unmittelbar im Anschluss an die Auseinandersetzung berichtet habe (Urk. 7/3
S. 5). Weder sie, noch die Auskunftsperson I._, noch der Beschuldigte
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B._ tätigten indes eigene Wahrnehmungen, welche den diesbezüglichen
Anklagevorwurf stützen würden. Dass der Beschuldigte A._ dem Privatkläger
im Sinne der Anklageschrift androhte, auf ihn zu urinieren bzw. ihn "anzuschiffen",
kann somit nach Ansicht der Berufungsinstanz nicht rechtsgenügend erstellt
werden, auch wenn einiges für die Darstellung des Privatklägers spricht.
2.4 Betreffend den weiteren Verlauf hält die Anklageschrift sodann fest, dass der
Privatkläger den direkt vor ihm stehenden A._ mit der rechten Hand
weggestossen habe, worauf A._ kurz zurück getorkelt, dann aber sogleich
wieder auf den Privatkläger los gegangen sei und diesem mehrere heftige Faust-
schläge ins Gesicht verpasst habe (Urk. 22 S. 3).
2.4.1 Der Privatkläger C._ hielt in seiner polizeilichen Einvernahme fest, dass
A._ ihm so nahe gekommen sei, dass er diesen mit der flachen Hand
weggeschoben habe, worauf A._ nach hinten gestolpert, aber gleich wieder
sehr aggressiv auf ihn zu gekommen sei und ihn mit Fäusten ins Gesicht
geschlagen habe. Wie viele Schläge es gewesen seien oder mit welcher Hand
dieser geschlagen habe, könne er nicht mehr sagen (Urk. 6/1 S. 3). Kurz darauf
erklärte der Privatkläger dann aber, dass der Beschuldigte A._ mehrere
Schläge wechselseitig mit beiden Fäusten verübt habe (Urk. 6/1 S. 3). Auch an-
lässlich seiner Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft hielt der Privatkläger
fest, dass er A._ mit der offenen Hand angefasst und weggestossen habe,
worauf dieser sogleich wie eine Furie auf ihn los gekommen sei und ihn von vorne
mit der Faust (Urk. 6/2 S. 4) bzw. mit Fäusten (Urk. 6/2 S. 5) ins Gesicht
geschlagen habe. Auch in der Berufungsverhandlung gab der Privatkläger über-
einstimmend mit seinen bisherigen Aussagen zu Protokoll, dass er den Beschul-
digten A._ weggestossen habe, worauf dieser nach hinten getorkelt und
sogleich wieder voll auf ihn los gekommen sei (Urk. 117 S. 4). Dabei zeigte er
sich sicher, dass er bereits im Stehen von A._ mit den Fäusten ins Gesicht
geschlagen worden sei (Urk. 117 S. 5 f.). Er wisse dies noch, da er sehr darüber
erstaunt gewesen sei, dass A._ ihn unvermittelt ins Gesicht schlage (Urk.
117 S. 7). Als der Privatkläger darauf hingewiesen wurde, dass aufgrund seiner
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bisherigen Äusserungen unklar sei, ob er von A._ im Stehen mit einer Faust
oder mit beiden Fäusten geschlagen worden sei, hielt er fest, dass er dies nicht
mehr sagen könne (Urk. 117 S. 8). Dies blieb jedoch die einzige Unklarheit in sei-
nen Aussagen betreffend die Faustschläge des Beschuldigten A._. Im Übri-
gen erwiesen sich seine diesbezüglichen Aussagen als konstant und glaubhaft.
2.4.2 Der Beschuldigte A._ bestritt demgegenüber durchwegs, bereits im
Stehen Schläge gegen den Privatkläger verübt zu haben. Anlässlich seiner
polizeilichen Einvernahme gab A._ zu Protokoll, dass der Privatkläger ihn,
unmittelbar nachdem er zu diesem gesagt habe, er solle sich verpissen und dass
es ohnehin wieder regnen kommen würde, gepackt und zu Boden gerissen habe
(Urk. 5/1 S. 2). Auch in der Hafteinvernahme hielt A._ fest, der Privatkläger
sei auf ihn zu gekommen und habe ihn unmittelbar gepackt und zu Boden
geworfen (Urk. 5/2 S. 2). Anlässlich der Konfrontationseinvernahme mit dem
Beschuldigten B._ erklärte der Beschuldigte A._ dann, dass der
Privatkläger ihn mit der linken Hand gegen die Brust gestossen habe. Er habe das
Gefühl gehabt, dass der Privatkläger ihn mit der rechten Hand gehalten habe, es
könne aber auch ein Stoss gewesen sein. Hierauf sei er aus dem Gleichgewicht
gekommen und mit dem Privatkläger nach hinten zu Boden gefallen (Urk. 5/4
S. 3). Es stimme nicht, dass er den Privatkläger im Stehen geschlagen habe
(Urk. 5/4 S. 2). In der Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft vom 12. Juni
2012 hielt der Beschuldigte A._ wiederum fest, dass der Privatkläger ihn
richtig heftig weggestossen habe, sodass sie beide zu Boden gefallen seien
(Urk. 5/5 S. 4). Auch anlässlich der Berufungsverhandlung gab A._ an, vom
Privatkläger zu Beginn nach hinten gestossen bzw. umgestossen worden zu sein
(Urk. 115 S. 5 f.) und bestritt, dass er im Stehen Schläge gegen den Privatkläger
verübt habe (Urk. 115 S. 7). Die Aussagen des Beschuldigten A._ sind
widersprüchlich. Es fällt auf, dass A._ anfänglich geltend machte, der
Privatkläger habe ihn gepackt und zu Boden gerissen (Urk. 5/1 S. 2, vgl. auch
Urk. 5/2 S. 2), worauf er im späteren Verlauf des Verfahrens festhielt, dieser habe
ihn heftig gestossen, worauf er – mit dem Privatkläger – nach hinten zu Boden
gefallen sei (Urk. 5/5 S. 4, vgl. auch Urk. 115 S. 5 f.). Dass der Privatkläger direkt
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auf A._ zugegangen sein soll und diesen unmittelbar auf dessen
Bemerkungen hin, ohne anderweitigen vorangehenden Körperkontakt, direkt
gepackt und zu Boden gerissen bzw. heftig umgestossen haben soll, wirkt im
Übrigen, verglichen mit dem durch den Privatkläger umschriebenen Verlauf des
Beginns der Auseinandersetzung, wenig glaubhaft. Der Privatkläger mag auf-
grund der Bemerkung A._s, dass er sich verpissen solle, sowie aufgrund des
Umstandes, dass dieser auf den Vorplatz urinierte, erzürnt gewesen sein,
trotzdem erscheint es aber als wenig lebensnah, dass er A._, welcher in
Begleitung von zwei weiteren Personen war, einfach ohne Weiteres gepackt und
umgerissen bzw. -gestossen haben soll.
2.4.3 Im Übrigen sprechen auch die Äusserungen der weiteren Beteiligten dafür,
dass es – bereits als sich die beiden Kontrahenten noch gegenüber standen – zu
Schlägen des Beschuldigten A._ gegen den Privatkläger gekommen ist. So
hielt der Beschuldigte B._ in seiner polizeilichen Einvernahme fest, dass der
Privatkläger den Beschuldigten A._ an der Schulter gepackt habe, als
letzterer noch am urinieren gewesen sei. Die hierauf gestellte Frage, wie es dann
weiter gegangen sei und ob die beiden Beteiligten einfach aufeinander einge-
schlagen hätten, beantwortete er mit Ja. Es sei sehr schnell losgegangen und die
beiden hätten auch sofort am Boden gelegen (Urk. 4/1 S. 3). Die Zeugin H._
sprach in ihrer Einvernahme durch die Stadtpolizei Zürich davon, dass es zu einer
Schlägerei gekommen sei und dass der Privatkläger dann umgefallen sei
(Urk. 7/1 S. 2). Zudem hielt sie fest, dass die Brille des Privatklägers zu Boden
gefallen sei, bevor sich dieser am Boden befunden habe. Sie glaube, dass dies
deshalb geschehen sei, da die Beteiligten auf den Privatkläger eingeschlagen
hätten, sie könne es aber nicht genau sagen (Urk. 7/1 S. 3). Gegenüber der
Staatsanwaltschaft erklärte die Zeugin sodann, dass die verbale Auseinander-
setzung in eine Rammelei übergegangen sei, wobei sie festhielt, dass sie nicht
mehr genau wisse, wer was getan habe (Urk. 7/3 S. 3). Als sie mit der
Schilderung des Privatklägers C._ konfrontiert wurde, nach welcher dieser
zunächst von A._ ins Gesicht geschlagen worden sei, hielt sie fest, dass dies
gut sein könne, dass sie das so aber nicht sagen könne. Auf Vorhalt der
- 17 -
Aussagen des Beschuldigten A._, gemäss welchen der Privatkläger diesen
direkt gepackt und zu Boden geworfen haben soll, hielt sie fest, dass ihr dies ein
bisschen komisch vorkomme, dass sie es aber ebenfalls nicht sagen könne
(Urk. 7/3 S. 4). Auch wenn sich die Zeugin H._, wie die Verteidigung des
Beschuldigten A._ zutreffend feststellte (Urk. 118 S. 11 f.), in einigen Punk-
ten unsicher zeigte, sprechen auch ihre Aussagen – insbesondere die nahe zum
Tatzeitpunkt in der polizeilichen Einvernahme getätigten – dafür, dass der
Beschuldigte A._ bereits im Stehen Schläge gegen den Privatkläger verübt
hat. Die Auskunftsperson I._ gab wiederholt zu Protokoll, den Beginn der
Auseinandersetzung nicht gesehen zu haben (Urk. 7/2 und Urk. 7/4).
2.4.4 Da die Umschreibung des Beginns der Auseinandersetzung durch den
Privatkläger C._ wesentlich glaubhafter erscheint als diejenige des
Beschuldigten A._ und in Würdigung der betreffend die Schläge im Stehen
getätigten Ausführungen der übrigen Beteiligten, sowie aufgrund des Umstandes,
dass deren Äusserungen – insbesondere diejenigen der Zeugin H._ –,
deutlich anders ausgefallen wären, wenn der Privatkläger den Beschuldigten
A._ relativ unvermittelt gepackt und zu Boden gerissen hätte, ist als erstellt
zu erachten, dass der Beschuldigte A._ bereits zu Beginn der
Auseinandersetzung, als er dem Privatkläger C._ gegenüber stand, Schläge
gegen dessen Gesicht verübt hat. Dass es sich bei diesen Schlägen im Sinne der
Anklageschrift um heftige Faustschläge gehandelt hat, lässt sich jedoch nicht
erstellen, zumal sich solches aus den diesbezüglichen Aussagen auch gar nicht
ergibt.
2.5 Die Anklageschrift geht hinsichtlich des weiteren Verlaufs der Auseinander-
setzung davon aus, dass – zur gleichen Zeit, in welcher der Beschuldigte A._
seine Faustschläge gegen den Privatkläger verübte – der Beschuldigte B._
dazu gekommen sei und dem Privatkläger seitlich von hinten einen Schlag gegen
den Kopf versetzt habe. Zudem habe B._ den Privatkläger zu Boden gezerrt,
wobei sich der Privatkläger an der Oberbekleidung des Beschuldigten A._
festgehalten habe und so mit diesem zu Boden gestürzt sei. Als der Privatkläger
- 18 -
seitlich am Boden gelegen habe, habe der Beschuldigte B._ ihm mindestens
zwei heftige Fusstritte gegen den Kopf versetzt (Urk. 22 S. 3).
2.5.1 Der Beschuldigte B._ hat stets bestritten, bereits im Zeitpunkt, als sich
A._ und der Privatkläger gegenüber standen, auf die Auseinandersetzung
eingewirkt zu haben. Dem Privatkläger im weiteren Verlauf zwei Fusstritte an den
Kopf verpasst zu haben, wurde durch den Beschuldigten B._ dagegen
anerkannt, jedoch unter Bestreitung des Umstandes, dass der Privatkläger dabei
seitlich am Boden gelegen habe. Anlässlich seiner polizeilichen Einvernahme
machte der Beschuldigte B._ geltend, dass er zu Beginn der Auseinander-
setzung noch etwas abseits gestanden und zugeschaut habe. Erst als der
Privatkläger bedrohlich über dem auf dem Rücken liegenden Beschuldigten
A._ gewesen sei und der Privatkläger auf A._ bzw. diese gegenseitig
auf einander eingeschlagen hätten, sei er zu den beiden gegangen und habe
versucht, den Privatkläger von A._ wegzuziehen, was ihm aber nicht
gelungen sei. Daraufhin habe er den Beschuldigten ein- oder zweimal mit dem
Schuh getreten, wobei er ihn im Gesicht getroffen habe (Urk. 4/1 S. 2 ff.).
Anlässlich seiner Hafteinvernahme ergänzte der Beschuldigte B._, dass er
den Privatkläger nicht im Gesicht habe treffen wollen und dass es sich lediglich
um einen einzigen Tritt gehandelt habe (Urk. 4/2 S. 2). In der Konfrontations-
einvernahme, in der Schlusseinvernahme und in der heutigen Berufungsverhand-
lung bestätigte der Beschuldigte B._ seine bisherigen Aussagen, wobei er in
der Konfrontationseinvernahme wieder von ein bis zwei Fusstritten und in der
Schlusseinvernahme von (mehreren) Fusstritten sprach (Urk. 4/4 S. 4 f., Urk. 4/5
S. 5, Urk. 116 S. 9 ff.).
2.5.2 Der Privatkläger erklärte anlässlich seiner polizeilichen Einvernahme
dagegen, dass der Beschuldigte B._ bereits hinter ihm gestanden habe, als
der Beschuldigte A._ auf ihn zu gekommen sei und noch bevor er diesen
weggestossen habe. Als A._ ihm mit den Fäusten ins Gesicht geschlagen
habe, sei er auch von B._ von hinten angegriffen worden, der ihn an den
Kleidern festgehalten und zu Boden gerissen habe. Dabei habe er sich am
- 19 -
Beschuldigten A._ festgehalten und diesen mit sich zu Boden gerissen. Er
habe auf seiner linken Körperseite gelegen und habe A._, der ihn auch am
Boden noch mit den Fäusten traktiert habe, los gelassen bzw. von sich
weggedrückt, da er vermutlich von B._ ins Gesicht getreten worden sei
(Urk. 6/1 S. 3 f.). In seiner Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft gab der
Privatkläger zu Protokoll, dass er auch von hinten durch B._ einen Schlag
eingesteckt habe, als der Beschuldigte A._ wie eine Furie von vorne auf ihn
los gegangen sei. Er könne nicht mehr sagen, ob der Angriff von hinten vor
demjenigen von vorne geschehen sei. Es sei mehr oder weniger gleichzeitig
gewesen. B._ habe ihn hierauf von hinten zu Boden gezerrt, worauf er sich
an der Oberbekleidung des Beschuldigten A._ festgehalten habe, um sich
auf den Beinen zu halten. Er sei dann aber mit A._ zu Boden gefallen. Als er
dann seitlich auf dem Boden gelegen habe, habe er zwei Fusstritte ins Gesicht
bzw. gegen den Kopf erhalten (Urk. 6/2 S. 4). B._ habe ihm zwei, drei oder
vier Mal gegen den Kopf getreten (Urk. 6/2 S. 5). Auch anlässlich der heutigen
Berufungsverhandlung bestätigte der Beschuldigte seine bisherigen Ausführun-
gen zum Ablauf der Tat im Wesentlichen (Urk. 117 S. 4 ff.).
2.5.3 Der Beschuldigte A._ erklärte anlässlich der polizeilichen Einvernahme,
dass er auf dem Rücken gelegen habe, wobei der Privatkläger auf ihm gesessen
bzw. gelegen und auf ihn eingeschlagen habe. Er habe dann drei bis vier Mal
zurückgeschlagen, damit der Privatkläger von ihm ablasse (Urk. 5/1 S. 2). Auch in
der Hafteinvernahme machte A._ geltend, dass er auf dem Rücken gelegen
und sich verteidigt habe (Urk. 5/2 S. 2). In der Konfrontationseinvernahme gab der
Beschuldigte A._ zu Protokoll, dass der Privatkläger die rechte Hand auf sein
Gesicht gedrückt bzw. sich darauf abgestützt habe, als er sich auf dem Rücken
unter dem Privatkläger befunden habe. Er habe dann einen Schlag des
Privatklägers gegen seinen Hals verspürt. Darauf habe er mit der Innenhand
gegen den Privatkläger geschlagen, um diesen herunter zu holen. Erst dann sei
B._ gekommen, welcher sich hinter dem Privatkläger postiert habe. B._
habe dann am Privatkläger gerissen. Durch einen heftigen Stoss oder Schlag sei
der Privatkläger dann neben ihm zu Boden gefallen (Urk. 5/4 S. 3 ff.). In der
- 20 -
Schlusseinvernahme und anlässlich seiner Einvernahme in der heutigen Beru-
fungsverhandlung bestätigte A._ seine bisherigen Aussagen (Urk. 5/5 S. 4;
Urk. 115 S. 7 ff.).
2.5.4 Die Auskunftsperson I._ gab zu Protokoll, die Auseinandersetzung erst
gesehen zu haben, als der Privatkläger bereits am Boden gelegen (Urk. 7/2 S. 1)
bzw. als dieser bereits am Kopf geblutet habe (Urk. 7/2 S. 4; Urk. 7/4 S. 2 f.).
2.5.5 Die Zeugin H._ erklärte anlässlich ihrer Einvernahmen durch die
Stadtpolizei Zürich und die Staatsanwaltschaft, dass sie nicht genau gesehen
habe, wie die Auseinandersetzung begonnen habe und wie der Privatkläger zu
Boden gefallen sei. Als der Privatkläger dann am Boden zweimal gegen den Kopf
getreten worden sei, habe er seitlich am Boden gelegen – aber auch dies könne
sie nicht mehr genau sagen. Es sei ein Gerangel gewesen, während welchem
sich immer wieder jemand oben befunden habe. Auch der Privatkläger habe sich
einmal oben befunden, denn er habe sich tapfer gewehrt (Urk. 7/1 S. 2 f.; Urk. 7/3
S. 3 f.).
2.5.6 Wie genau der Privatkläger und der Beschuldigte A._ zu Boden
gekommen sind, lässt sich aufgrund der sich widersprechenden Aussagen des
Beschuldigten B._, des Beschuldigten A._ und des Privatklägers sowie
unter Berücksichtigung der Aussagen der Zeugin H._ nicht im Detail
erstellen, wobei dieser Umstand für die Würdigung des zur Anklage gebrachten
Sachverhaltes ohnehin von untergeordneter Bedeutung ist. Klar bleibt
diesbezüglich jedoch – wie bereits erwähnt –, dass sich die Aussagen der ver-
schiedenen Beteiligten nicht mit den Äusserungen des Beschuldigten A._
vereinbaren lassen, nach welchen der Privatkläger diesen relativ unvermittelt
gepackt und zu Boden gerissen haben soll bzw. gemäss welchen er vom
Privatkläger so heftig weggestossen worden sein soll, dass der Privatkläger
– welcher den Stoss aus dem Stand verübt hat – gleich mit ihm umgefallen sein
soll. Als wenig glaubhaft ist zudem auch zu erachten, dass der Beschuldigte
B._ zunächst beobachtend abseits gestanden und erst eingegriffen haben
will, nachdem A._ und der Privatkläger sich bereits am Boden befunden ha-
- 21 -
ben. Die Aussagen der Zeugin H._ deuten – mit den diesbezüglich glaubhaf-
ten und konstanten Angaben des Privatklägers – darauf hin, dass B._ bereits
in das Geschehen eingriff, als der Beschuldigte A._ und der Privatkläger
noch standen. So hielt die Zeugin H._ fest, dass es zu Box-Schlägen ge-
kommen sei. Bevor der Privatkläger am Boden gewesen sei, sei seine Brille zu
Boden gefallen. Sie glaube, dass dies daher gewesen sei, da sie auf ihn geschla-
gen hätten (Urk. 7/1 S. 3). Auch wenn die Äusserungen der Zeugin in diesem
Punkt eine gewisse Unsicherheit aufzeigen, deutet die zitierte Aussage doch stark
darauf hin, dass es bereits zu Schlägen beider Täter oder zumindest auch zu
einer gewissen Einwirkung des Beschuldigten B._ auf den Privatkläger
gekommen ist, als der Beschuldigte A._ und der Privatkläger sich noch
gegenüber standen. Es ist nicht einzusehen, weshalb der Privatkläger ein
derartiges Eingreifen B._s zu unrecht behaupten sollte, nachdem doch aus
seiner Sicht die gegen sein Gesicht verübten und von B._ anerkannten
Fusstritte von weitaus grösserer Bedeutung sind. Zudem spricht auch der
Umstand, dass der Privatkläger anlässlich seiner Befragung durch die
Staatsanwaltschaft zu seinem Gesundheitszustand festhielt, er habe aufgrund
des Vorfalls Probleme damit, wenn jemand hinter ihm stehe (Urk. 6/2 S. 6), auf
eindrückliche und glaubhafte Art und Weise dafür, dass der Beschuldigte B._
bereits im erwähnten Zeitpunkt in die Auseinandersetzung eingegriffen hat.
2.5.7 Zur Aussagenwürdigung der Vorinstanz, durch welche die Widersprüche
und Ungereimtheiten im Aussageverhalten der Beschuldigten A._ und
B._ grundsätzlich korrekt aufgezeigt wurden (Urk. 54 S. 29 ff.; Art. 82 Abs. 4
StPO), ist festzuhalten, dass auch die Aussagen des Privatklägers gewisse
Widersprüche und Unklarheiten beinhalten, sodass entgegen der Vorinstanz nicht
davon ausgegangen werden kann, dass dessen Aussagen als nahezu
widerspruchsfrei bezeichnet werden können (vgl. Urk. 54 S. 32). Wie bereits
aufgezeigt wurde, erweisen sich die Aussagen des Privatklägers betreffend die
durch A._ gegen ihn im Stehen verübten Schläge als wenig präzise. Im
Zusammenhang mit dem den Kampf am Boden betreffenden Sachverhalts-
abschnitt ist sodann festzuhalten, dass die Aussagen des Privatklägers, gemäss
- 22 -
welchen er sich während des Kampfes nie oberhalb des Beschuldigten A._
befunden haben will, nicht zu überzeugen vermögen, zumal selbst die Zeugin
H._ festhielt, dass er sich tapfer gewehrt habe und dass er sich auch einmal
oben befunden habe (Urk. 7/1 S. 2; vgl. auch Urk. 7/3 S. 4). Dass die
diesbezüglichen Aussagen des Privatklägers nicht durchgehend konzise sind,
zeigt sich auch im Umstand, dass die Ursache der Verletzung des Beschuldigten
A._ nicht restlos geklärt werden kann. Während der Beschuldigte A._
geltend machte, dass seine Verletzung dadurch verursacht worden sei, dass der
Privatkläger sein Gesicht seitlich zu Boden gedrückt habe, machte der
Privatkläger anlässlich der Berufungsverhandlung erstmals geltend, dass sich
A._, als er diesen weggestossen habe, den Kopf an der Ecke des Museums
gestossen habe (Urk. 117 S. 6 und S. 10), wogegen die Zeugin H._ gar eine
dritte Variante ins Spiel brachte, nach welcher der Privatkläger ihr kurz nach der
Auseinandersetzung gesagt haben soll, dass er einen der Beteiligten gegen die
Wand gedrückt habe (Urk. 7/3 S. 4). In der Untersuchung anerkannte der
Privatkläger zumindest, den Beschuldigten A._ mit der Hand von sich
weggedrückt zu haben, als er mit diesem am Boden lag (Urk. 6/1 S. 6), dass er
dessen Gesicht seitlich zu Boden gedrückt haben soll, wurde von ihm jedoch nie
anerkannt, auch wenn er festhielt, dass er den Beschuldigten A._ habe
loslassen müssen, nachdem er von den Fusstritten des Beschuldigten B._
getroffen worden sei (Urk. 6/1 S. 4). In Anbetracht der diesbezüglichen
Unklarheiten und im Hinblick auf die Aussagen der Zeugin H._, gemäss
welchen der Privatkläger während des Kampfes am Boden zeitweise die
Oberhand inne hatte, kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich der
Privatkläger, selbst in demjenigen Zeitpunkt, als B._ seine Fusstritte gegen
ihn verübte, über dem Beschuldigten A._ befunden und dessen Gesicht zu
Boden gedrückt hat, weshalb der in diesem Zusammenhang stehende Vorwurf
der Anklageschrift, gemäss welchem sich der Privatkläger seitlich am Boden
befunden haben soll, als die Fusstritte gegen ihn verübt worden sind, sich nicht
erstellen lässt. Dass sich der Privatkläger C._ während der Auseinanderset-
zung am Boden zur Wehr gesetzt hat, darf – mit der diesbezüglichen Aussage der
Zeugin H._ – angenommen werden. Der durch den Beschuldigten A._
- 23 -
geltend gemachte Schlag des Privatklägers gegen seinen Hals kann jedoch nicht
erstellt werden, denn die in diesem Zusammenhang getätigten Aussagen des Be-
schuldigen A._ erweisen sich als widersprüchlich, gab er doch an, dass sein
Gesicht bis zu den Fusstritten durch B._ vom Privatkläger mit der rechten
Hand nach unten gedrückt worden sei (Urk. 5/4 S. 3; Urk. 115 S. 7), wobei der
Privatkläger ihn gleichzeitig – ebenfalls mit der rechten Hand – gegen den Hals
geschlagen haben soll (Urk. 5/4 S. 3). Des Weiteren machte A._ den Schlag
gegen seinen Hals erst anlässlich der Konfrontationseinvernahme geltend, woge-
gen er zuvor schlicht festhielt, dass der Privatkläger über ihm gewesen sei und
auf ihn eingeschlagen habe (Urk. 5/1 S. 2).
3.1 Die Vorinstanz hielt in ihrem Urteil fest, dass der Sachverhalt aufgrund des
hektischen bzw. dynamischen Geschehens kaum mehr eins zu eins zu
rekonstruieren sei (Urk. 54 S. 39), erachtete dann aber infolge ihrer Würdigung
der Glaubhaftigkeit der Aussagen der Beteiligten doch den gesamten
Anklagesachverhalt als erstellt (Urk. 54 S. 41). Dem kann nicht so gefolgt werden.
In Anbetracht der vorgenannten Erwägungen ist der äussere Sachverhalt wie
nachfolgend aufgeführt als erstellt zu erachten:
Der Beschuldigte A._ urinierte auf Höhe der Liegenschaft ... an die Wand
und auf den Vorplatz. In diesem Moment kam der Privatkläger C._ dazu und
tadelte ihn für dieses Verhalten, worauf A._ dem Privatkläger entgegnete,
dass er sich verpissen solle und dass es ohnehin wieder regnen kommen werde.
Hierauf stiess der Privatkläger den Beschuldigten A._ weg, worauf dieser
kurz zurück torkelte, dann aber umgehend wieder auf den Privatkläger zu kam
und diesem mehrere Schläge ins Gesicht verpasste. Gleichzeitig kam der Be-
schuldigte B._ dazu und wirkte von hinten auf nicht im Detail erstellbare Art
und Weise auf den Privatkläger ein. Hierauf fielen A._ und der Privatkläger
gemeinsam zu Boden, wobei wiederum nicht genau erstellt werden kann, wie es
dazu kam. Am Boden entwickelte sich in der Folge ein wechselseitig tätliches Ge-
rangel, bei welchem zeitweise der Beschuldigte A._ und zeitweise der Pri-
vatkläger C._ die Oberhand inne hatte. Als sich der Privatkläger im weiteren
- 24 -
Verlauf der Auseinandersetzung über dem Beschuldigten A._ befand und
diesen am Kopf von sich weg bzw. zu Boden drückte, versetzte ihm der Beschul-
digte B._, nachdem er zunächst versucht hatte, den Privatkläger von
A._ herunter zu reissen, zwei Fusstritte gegen den Kopf.
3.2 Der erstellbare äussere Sachverhalt zeigt auf, dass die in der Anklageschrift
umschriebenen Verletzungen des Privatklägers C._ nicht den konkreten
Handlungen des Beschuldigten A._ zugeordnet werden können. Dass
gewisse Verletzungen des Privatklägers durch die erstellbaren Schläge des
Beschuldigten A._ bewirkt worden sind, ist zwar ohne Weiteres möglich und
denkbar, kann jedoch nicht mit der notwendigen Sicherheit erstellt werden, da
nicht angenommen werden kann, dass die Schläge des Beschuldigten A._
heftig ausgefallen sind – wie es die Anklageschrift umschreibt – und da
ein Verletzungsbild, wie es der Privatkläger nach der betreffenden
Auseinandersetzung aufzeigte, nur bei Schlägen von einer gewissen Intensität mit
Sicherheit auf diese zurückgeführt werden kann. Entgegen der Anklageschrift und
der Vorinstanz kann folglich nicht davon ausgegangen werden, dass die durch
den Privatkläger erlittenen Verletzungen auch durch die umschriebene
Gewalteinwirkung des Beschuldigten A._ bewirkt worden wären. Ob diese
dem Beschuldigten A._ über eine allfällige Mittäterschaft zugerechnet wer-
den können, wie es die Vorinstanz angenommen hat (Urk. 54 S. 44 ff.), wird dabei
im Rahmen der rechtlichen Würdigung zu beurteilen sein.
3.3.1 Zum inneren Sachverhalt machte der Verteidiger des Beschuldigten
A._ geltend, dieser habe – entgegen der Vorinstanz – eine Verletzung des
Privatklägers lediglich in Kauf genommen und nicht beabsichtigt (Urk. 118 S. 22).
Die Vorinstanz hielt in diesem Zusammenhang fest, wer heftige Faustschläge
zielgerichtet gegen das Gesicht seines Gegenübers verübe, wolle geradezu
Verletzungen im Sinne der einfachen Körperverletzung herbeiführen (Urk. 54
S. 47). Da vorliegend gemäss dem erstellten äusseren Sachverhalt jedoch nicht
davon ausgegangen werden kann, dass der Beschuldigte A._ mehrere
heftige Faustschläge gegen das Gesicht des Privatklägers verübt hat, sondern da
- 25 -
angenommen werden muss, dass es bei mehreren nicht als heftig zu
beurteilenden Schlägen blieb, kann auch nicht an der vorinstanzlichen
Feststellung festgehalten werden, dass das Vorgehen des Beschuldigten A._
direkt darauf abgezielt habe, den Privatkläger zu verletzen, sondern es ist – mit
der Verteidigung – anzumerken, dass der Beschuldigte A._ durch seine
Schläge in das Gesicht des Privatklägers jedenfalls in Kauf genommen hat,
diesen im Sinne einer einfachen Körperverletzung zu schädigen. Zur rechtlichen
Würdigung dieses Umstandes vgl. hernach in Ziff. III. 1.4 f.
3.3.2 Auch der Verteidiger des Beschuldigten B._ brachte hinsichtlich des
inneren Sachverhaltes vor, dass B._ bei seinen Tritten gegen das Gesicht
des Privatklägers – entgegen der Vorinstanz – lediglich in Kauf genommen habe,
dass bei letzterem eine entsprechend schwere Verletzung verursacht werden
könnte (Urk. 122 S. 8). Die Vorinstanz ging dagegen auch in diesem Zusammen-
hang davon aus, dass die zielgerichtete Gewaltausübung des Beschuldigten
B._ aufzeige, dass dieser eine entsprechende Verletzung gewollt habe (Urk.
54 S. 47). Auch wenn davon auszugehen ist, dass die Tritte des Beschuldigten
B._ gegen das Gesicht des Privatklägers keinesfalls von geringer Intensität
waren, gab die Zeugin H._ doch zu Protokoll, dass diese "mit voller Wucht"
(Urk 7/1 S. 2) bzw. "zünftig" (Urk. 7/3 S. 3) ausgeführt worden seien, kann dem
Beschuldigten B._ in Anbetracht der gesamten Umstände nicht vorgehalten
werden, er habe eine Verletzung des Privatklägers im Sinne einer schweren
Körperverletzung gewollt. Mit der Verteidigung ist vielmehr auch in diesem
Zusammenhang davon auszugehen, dass der Beschuldigte B._ durch sein
Handeln solch schwere Verletzungen des Privatklägers in Kauf genommen hat.
Zur rechtlichen Würdigung dieses Umstandes vgl. hernach in Ziff. III. 2.2.
Im Übrigen kann betreffend den inneren Sachverhalt auf die Ausführungen der
Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 54 S. 41 f.). Mit dieser ist davon auszugehen,
dass der Beschuldigte B._ mit seinen Tritten – entgegen seinen Äusserun-
gen, nach welchen er den Kopf des Privatklägers unabsichtlich getroffen haben
will (vgl. z.B. Urk. 4/5 S. 5 und Urk. 116 S. 11) – nicht primär auf den Oberkörper
- 26 -
des Privatklägers gezielt hat, sondern den Kopf des Privatklägers bewusst treffen
wollte. Anders ist es nicht zu erklären, dass der Beschuldigte B._ den
Privatkläger in der Ausübung der Tritte just zwei Mal ins Gesicht getroffen hat.
Dies gilt umso mehr, als sich die Auseinandersetzung zwischen dem
Beschuldigten A._ und dem Privatkläger aufgrund der Tatsache, dass der
Privatkläger den Beschuldigten A._ im Zeitpunkt der Tritte durch seine
Stellung über ihm und zusätzlich durch Hinunterdrücken des Gesichts mit der
Hand gewissermassen fixiert hatte, sodass nicht davon ausgegangen werden
kann, dass sich die Auseinandersetzung im Zeitpunkt der Tritte derart dynamisch
zugetragen hat, dass ein gezielter Tritt an den Oberkörper nicht möglich gewesen
wäre.
3.4 Im Zusammenhang mit der Alkoholisierung der beiden Beschuldigten bzw.
hinsichtlich des Betäubungsmittelkonsums des Beschuldigten B._ kann
sodann auf die Ausführungen im Rahmen der Strafzumessung verwiesen werden
(vgl. Ziff. IV. 2.2 bzw. 4.2 des vorliegenden Urteils).
III. Rechtliche Würdigung
1.1 Die Vorinstanz würdigte das Verhalten des Beschuldigten A._ – mit der
Staatsanwaltschaft (Urk. 22 S. 4; Urk. 120) – als einfache Körperverletzung im
Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB (Urk. 54 S. 44 ff.). Der Verteidiger des
Beschuldigten A._ ging für den Fall, dass es zu einem Schuldspruch kom-
men würde, dagegen von einer versuchten einfachen Körperverletzung im Sinne
von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB aus
(Urk. 118 S. 2 und S. 20 ff.).
1.2 Wer vorsätzlich einen Menschen in anderer Weise als durch Verwirklichung
von Art. 122 StGB oder Art. 126 StGB an Körper oder Gesundheit schädigt, wird
gemäss Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder
Geldstrafe bestraft. Tritt der zum Tatbestand gehörende Erfolg nicht ein, ist zu
prüfen, ob ein Versuch im Sinne von Art. 22 Abs. 1 StGB vorliegt.
- 27 -
1.3 Dass der Privatkläger im Rahmen der vorliegend zu beurteilenden
Auseinandersetzung die in der Anklageschrift umschriebenen Verletzungen
erlitten hat und dass diese in objektiver Hinsicht als einfache Körperverletzung im
Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB zu qualifizieren sind, ist ohne Weiteres zutreffend
und wurde im Berufungsverfahren auch seitens der Verteidigung des
Beschuldigten A._ nicht in Frage gestellt (vgl. Urk. 118). Auf die
diesbezüglichen Ausführungen der Vorinstanz kann ohne Weiteres verwiesen
werden (Urk. 54 S. 44 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO).
Nicht gefolgt werden kann der Vorinstanz jedoch in ihrer Erwägung, dass davon
auszugehen sei, die Verletzungen des Privatklägers seien sowohl auf die Schläge
des Beschuldigten A._ als auch auf die Fusstritte des Beschuldigten B._
zurückzuführen. Die Vorinstanz hielt hierzu fest, es sei lediglich von
untergeordneter Bedeutung, dass nicht festgestellt werden könne, welche
Verletzungen auf welche Einwirkungen zurückzuführen seien, da aufgrund eines
massgeblichen Zusammenwirkens der beiden Beschuldigten von einer gemein-
samen Tatausführung auszugehen sei (Urk. 54 S. 45 f.). Dem ist zu wider-
sprechen. Mit der Verteidigung des Beschuldigten A._ (Urk. 118 S. 20 f.)
ist festzuhalten, dass eine Mittäterschaft im Sinne eines gleichwertigen und
koordinierten Zusammenwirkens der beiden Beschuldigten weder in der Anklage-
schrift genügend umschrieben ist, noch dass sich eine solche aufgrund des er-
stellbaren Sachverhaltens annehmen lässt. Gemäss dem der rechtlichen Würdi-
gung zugrunde liegenden Sachverhalt lassen sich die Verletzungen des Privat-
klägers nicht mit hinreichender Sicherheit den Schlägen des Beschuldigten
A._ zuordnen. Eine solche Zuordnung kann aber auch nicht über die
Annahme einer Mittäterschaft erreicht werden, zumal vorliegend nicht von einem
gemeinsamen Tatentschluss ausgegangen werden kann, hatte der Beschuldigte
A._ doch keinerlei Einfluss darüber, ob der Beschuldigte B._ sich der
Auseinandersetzung anschliessen würde oder nicht. Folglich können ihm durch
B._ verursachte Verletzungen auch nicht angerechnet werden.
- 28 -
1.4 Dass der Beschuldigte A._ die Tat mit Wissen und Wollen, also mit
direktem Vorsatz im Sinne von Art. 12 Abs. 2 Satz 1 StGB, ausgeführt hätte, kann
– wie bereits in Ziff. II. 3.2 zum inneren Sachverhalt festgestellt wurde – nicht
erstellt werden. Vorsätzlich handelt indessen bereits, wer die Verwirklichung der
Tat für möglich hält und in Kauf nimmt (Art. 12 Abs. 2 Satz 2 StGB). Ein solcher
Eventualvorsatz ist gegeben, wenn der Täter den Eintritt des Erfolgs bzw. die
Tatbestandsverwirklichung für möglich hält, aber dennoch handelt, weil er den
Erfolg für den Fall seines Eintritts in Kauf nimmt, sich mit ihm abfindet, mag er ihm
auch unerwünscht sein (Urteil des Bundesgerichtes 6S.133/2007 vom
11. September 2008 E. 2.4.; BGE 130 IV 58 E. 8.2; BGE 125 IV 242 E. 3c; BGE
121 IV 249 E. 3a; BGE 103 IV 65 E. 2). Eventualvorsatz kann unter anderem
angenommen werden, wenn sich dem Täter der Eintritt des tatbestandsmässigen
Erfolgs infolge seines Verhaltens als so wahrscheinlich aufdrängte, dass sein
Verhalten vernünftigerweise nur als Inkaufnahme dieses Erfolgs gewertet werden
kann (BGE 109 IV 137 E. 2b mit Hinweisen). Eventualvorsatz kann indessen auch
vorliegen, wenn der Eintritt des tatbestandsmässigen Erfolges bloss möglich ist, ja
selbst dann, wenn sich diese Möglichkeit, statistisch gesehen, nur relativ selten
verwirklicht. Doch darf nicht allein aus dem Wissen des Beschuldigten um die
Möglichkeit des Erfolgseintritts auf dessen Inkaufnahme und damit auf
Eventualvorsatz geschlossen werden. Vielmehr müssen weitere Umstände
hinzukommen (Urteile des Bundesgerichtes 6S.133/2007 vom 11. September
2008 E. 2.6. und 6S.358/2003 vom 27. Oktober 2004). Der Täter handelt im
Übrigen schon dann mit Wissen, wenn ihm die wesentlichen Umstände im Sinne
eines Begleitwissens mitbewusst sind (BGE 125 IV 242 E. 3e mit Hinweis). Auch
die dem Täter bekannte Nähe des Verletzungsrisikos ist entscheidend (Urteil des
Bundesgerichtes 6S.133/2007 vom 11. September 2008 E. 2.4. am Ende). Je
näher die Möglichkeit der Tatbestandsverwirklichung liegt, desto eher lässt sich
auf eine Inkaufnahme schliessen (BSK StGB I - Jenny, N 23 zu Art. 12 StGB).
Im Übrigen kann auf die Rechtsprechung verwiesen werden (z.B. Urteil des
Bundesgerichtes 6B_643/2011 vom 26.1.2012, E 2.3; 6B_411/2012 vom
8.4.2013, E 1.3),
- 29 -
Wer sein Gegenüber mehrmals ins Gesicht schlägt, weiss – selbst wenn die
Schläge nicht die Intensität der in der Anklageschrift umschriebenen "heftigen
Faustschläge" erreichen –, dass er durch dieses Verhalten Verletzungen im
Rahmen einer einfachen Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB
bewirken kann. Der Beschuldigte A._ war sich dessen ohne Weiteres
bewusst. Unter Berücksichtigung der weiteren Umstände, insbesondere der
Tatsache, dass der Beschuldigte A._ aufgebracht gewesen sein dürfte,
nachdem er durch den Privatkläger weggestossen worden ist, sowie in Anbetracht
des aufgrund seines Alkoholkonsums reduzierten Zustandes, muss des Weiteren
festgehalten werden, dass eine entsprechende Verletzung des Privatklägers
durch die Schläge auch nahe lag. Wer sich so wie der Beschuldigte A._
verhält, dem muss sich die Tatsache, dass er damit den Privatkläger verletzen
kann, als so wahrscheinlich aufdrängen, dass sein Verhalten – mit der
Verteidigung (Urk. 118 S. 22) – vernünftigerweise nur als Inkaufnahme dieses
Erfolgs im Sinne des Eventualvorsatzes gewertet werden kann.
1.5 Kann die Erfüllung des objektiven Elements der Körperverletzung im Sinne
von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB dem Beschuldigten A._ nicht zugeordnet
werden, zeigt sich der diesbezügliche subjektive Tatbestand jedoch als
verwirklicht, so ist von einem Versuch im Sinne von Art. 22 StGB auszugehen.
1.6. Somit ist der Beschuldigte A._ der versuchten einfachen Körperverlet-
zung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1
StGB schuldig zu sprechen.
2.1 Das Verhalten des Beschuldigten B._ würdigte die Vorinstanz – mit der
Staatsanwaltschaft (Urk. 22 S. 4; Urk. 120) – als versuchte schwere Körper-
verletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1
StGB (Urk. 54 S. 50 ff.). Der Beschuldigte B._ hat im Berufungsverfahren
den Schuldpunkt und damit grundsätzlich auch die rechtliche Würdigung aner-
kannt (Urk. 102; Urk. 122 S. 13 f.), weshalb davon Vormerk zu nehmen ist, dass
die diesbezügliche Dispositiv-Ziffer 3 des vorinstanzlichen Urteils bereits in
Rechtskraft erwachsen ist (vgl. Ziff. I. 2. des vorliegenden Urteils). Einzig im
- 30 -
Zusammenhang mit denjenigen Argumenten des Verteidigers des Beschuldigten
B._, gemäss welchen der Beschuldigte nicht mit direktem Vorsatz, sondern
mit Eventualvorsatz gehandelt habe, sowie nach welchen zu seinen Gunsten eine
Notwehrhilfe bzw. eine Putativnotwehrhilfe zu berücksichtigen sei (Urk. 122
S. 10 ff.), sind deshalb noch Ausführungen notwendig.
2.2 Betreffend die theoretischen Erwägungen zum Eventualvorsatz im Sinne
von Art. 12 Abs. 2 Satz 2 StGB kann auf die bezüglich des Beschuldigten
A._ getätigten Ausführungen verwiesen werden (Ziff. II. 1.4 des vorliegenden
Urteils).
Auch hinsichtlich der Tat des Beschuldigten B._ kann – wie bereits in Ziff. II.
3.2 aufgezeigt – nicht erstellt werden, dass er die schwere Körperverletzung im
Sinne von Art. 122 StGB mit direktem Vorsatz gemäss Art. 12 Abs. 2 Satz 1 StGB
ausgeführt hätte.
Der Beschuldigte B._ versetzte dem vor ihm befindlichen Privatkläger zwei
Tritte ins Gesicht. Dabei ist einerseits zu beachten, dass die Tritte, obwohl diese
mit leichtem Schuhwerk ausgeführt wurden, keinesfalls von geringfügiger
Intensität waren. Zudem ist zu berücksichtigen, dass der Privatkläger im Zeit-
punkt, als er von B._ getreten wurde, in die wechselseitig tätliche Aus-
einandersetzung mit dem unter ihm befindlichen Beschuldigten A._
involviert war, weshalb ihn die Tritte relativ unvorbereitet ins Gesicht getroffen
haben dürften. Wer einer Person, die sich in kniender oder sitzender Position
befindet, zwei Mal mit dem Fuss direkt gegen das Gesicht tritt, ist sich ohne
Zweifel bewusst, dass durch dieses Verhalten Verletzungen im Rahmen einer
schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB bewirkt werden können.
Es muss als allgemein bekannt vorausgesetzt werden, dass aufgrund der
Empfindlichkeit der gesamten Kopfregion grundsätzlich jeder Tritt mit einer
gewissen Wucht schwere Verletzungen hervorrufen kann. Dies war auch dem
Beschuldigten B._ bewusst. Eine schwere Verletzung des Privatklägers lag
aufgrund der gesamten vorerwähnten Umstände sodann auch nahe. Wer ein
Verhalten an den Tag legt, wie es der Beschuldigte B._ aufzeigte, dem muss
- 31 -
sich die Tatsache, dass er damit den Privatkläger schwer verletzen könnte, als
derart wahrscheinlich aufdrängen, dass sein Verhalten vernünftigerweise nur als
Inkaufnahme dieses Erfolgs im Sinne des Eventualvorsatzes gewertet werden
kann. Ein direkt auf eine schwere Verletzung des Privatklägers gerichteter Wille
des Beschuldigten B._ kann diesem jedoch nicht nachgewiesen werden,
ging es ihm doch primär darum, den Privatkläger vom Beschuldigten A._ zu
trennen. Nach Ansicht des Gerichts kann dabei nicht davon ausgegangen wer-
den, der Beschuldigte B._ habe eine schwere Verletzung des Privatklägers
bei seinem einem anderen Zweck (Trennen der Streitenden) verfolgendem Han-
deln für unumgänglich gehalten, auch wenn aufgrund seines resoluten Vorgehens
eine gewisse Nähe des Eventualvorsatzes zu einem dolus directus zweiten Gra-
des nicht von der Hand zu weisen ist.
2.3 Der Verteidiger des Beschuldigten B._ machte schliesslich geltend,
dass B._ bei der Ausführung seiner beiden Tritte gegen das Gesicht des
Privatklägers in Notwehrhilfe bzw. in Putativnotwehrhilfe gehandelt habe, wobei er
dabei die Grenzen der Notwehrhilfe überschritten habe. Als B._ die
Auseinandersetzung zur Kenntnis genommen habe, habe sich der Privatkläger
über dem Beschuldigten A._ befunden und diesen zu Boden gedrückt. Der
Beschuldigte B._ habe hierauf befürchtet, dass A._ in Gefahr sei und
habe versucht, diesem beizustehen. Zumindest habe sich der Beschuldigte
B._ bezüglich dieses Umstandes in gutem Glauben befunden (Urk. 122
S. 10 ff.).
Auf die theoretischen Ausführungen der Vorinstanz zur Notwehr im Sinne von
Art. 15 StGB kann an dieser Stelle zur Vermeidung von Wiederholungen
verwiesen werden (Urk. 54 S. 48, Ziff. 3.5.2; Art. 82 Abs. 4 StPO).
Entgegen der Verteidigung des Beschuldigten B._ ist in Anbetracht des
erstellten Sachverhaltes davon auszugehen, dass der Beschuldigte B._ nicht
erst in die Auseinandersetzung eingegriffen hat, als sich der Privatkläger über
dem Beschuldigten A._ befand, sondern dass der Beschuldigte B._
bereits auf den Privatkläger einwirkte, als sich A._ und der Privatkläger noch
- 32 -
gegenüber standen. Selbst wenn man jedoch davon ausgehen würde, dass der
Beschuldigte B._ erst eingegriffen hat, als sich die anderen beiden Beteilig-
ten bereits am Boden befunden haben, könnte vorliegend keine Notwehrsituation
im Sinne von Art. 15 StGB angenommen werden, da betreffend den gesamten
Verlauf der Auseinandersetzung anzunehmen ist, dass diese wechselseitig tätlich
verlief und dass zu keinem Zeitpunkt von einem bedrohlichen Ungleichgewicht
zum Nachteil des Beschuldigten A._ ausgegangen werden konnte. Wie
aufgezeigt werden konnte, ist davon auszugehen, dass während des Kampfes am
Boden jeder der beiden Beteiligten für einen gewissen Zeitraum die Oberhand
inne hatte. Selbst der Moment, in welchem sich der Privatkläger über dem
Beschuldigten A._ befunden hat, dürfte für letzteren nicht besonders
bedrohlich gewesen sein, was der unmittelbar daneben stehende Beschuldigte
B._ auch erkannt haben musste, hat der Privatkläger doch lediglich das
Gesicht des Beschuldigten A._ zu Boden gedrückt, womit eher von einer die
Auseinandersetzung beruhigenden bzw. neutralisierenden Intervention
ausgegangen werden musste und keinesfalls ein unmittelbar drohender Angriff
angenommen werden konnte. A._ hat sich dabei sogar selber zur Wehr
gesetzt, zumal er selbst anerkannt hat, in jenem Moment mehrmals gegen den
Privatkläger geschlagen zu haben, um diesen von sich herunter zu holen. Der
Beschuldigte B._ hatte dabei keinerlei Grund zur Annahme, dass der
Beschuldigte A._ aufgrund eines unmittelbar drohenden Angriffs durch den
Privatkläger in eine Unterlegenheit geraten könnte, welche sich für A._
bedrohlich hätte auswirken können. Da sich der Beschuldigte A._, der die
Auseinandersetzung im Übrigen durch sein öffentliches Urinieren, aufgrund seiner
Bemerkungen, der Privatkläger solle sich verpissen und aufgrund seiner Schläge
gegen dessen Gesicht massgeblich ausgelöst bzw. provoziert hat, zu keinem
Zeitpunkt der Auseinandersetzung in einer Notwehrsituation befunden hat und
eine solche aufgrund des Geschehens durch B._ auch nicht wahrgenommen
werden konnte, ist weder eine Notwehrhilfe noch eine Putativnotwehrhilfe
anzunehmen.
- 33 -
2.4 Zutreffend sind im Übrigen die Ausführungen der Vorinstanz, gemäss
welchen der Beschuldigte B._ auch den Tatbestand der einfachen
Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB verwirklicht hat, und
wonach der Tatbestand der (versuchten) eventualvorsätzlichen schweren
Körperverletzung im Sinne von Art. 123 StGB der (vollendeten) einfachen
Körperverletzung vorgeht (Urk. 54 S. 44 ff. und S. 52 f.; Urteil des
Bundesgerichts 6B_954/2010 vom 10. März 2011, E. 3.4).
IV. Sanktion
1. Die Vorinstanz hat die theoretischen Grundsätze der richterlichen
Strafzumessung ausführlich und korrekt angeführt, worauf verwiesen werden
kann (Urk. 54 S. 53 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Nicht nachvollziehbar erscheint
jedoch, dass die Vorinstanz in ihrem Urteil den Strafschärfungsgrund der Delikts-
mehrheit im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB aufführt (Urk. 54 S. 53, Ziff. 1.1),
haben doch beide Beschuldigte – auch gemäss Dispositiv des vorinstanzlichen
Urteils – nur je ein Delikt verwirklicht. Zutreffend ist demgegenüber die vor-
instanzliche Feststellung, dass der ordentliche Strafrahmen gemäss bundes-
gerichtlicher Rechtsprechung nur zu erweitern ist, falls aussergewöhnliche
Umstände vorliegen (vgl. BGE 136 IV 55, E. 5.8), und dass solche vorliegend bei
keinem der beiden Beschuldigten bejaht werden können. Die näheren
Ausführungen zu den deshalb im Resultat strafmindernd zu berücksichtigenden
Strafmilderungsgründen des Versuchs im Sinne von Art. 22 Abs. 1 StGB und der
verminderten Schuldfähigkeit im Sinne von Art. 19 Abs. 2 StGB können daher
auch im vorliegenden Urteil für beide Beschuldigte im Rahmen der konkreten
Strafzumessung innerhalb des ordentlichen Strafrahmens vorgenommen werden.
Sodann kann festgehalten werden, dass die Vorinstanz für beide Beschuldigte die
konkret anwendbaren Strafrahmen korrekt angegeben hat (Urk. 54 S. 54 f.).
Bezüglich der durch den Beschuldigten A._ verübten versuchten einfachen
Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit
- 34 -
Art. 22 Abs. 1 StGB beträgt der theoretische Strafrahmen Freiheitsstrafe bis zu
drei Jahre oder Geldstrafe.
Der theoretische Strafrahmen des durch den Beschuldigten B._ verwirklich-
ten Tatbestandes der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art.
122 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB beträgt Freiheitsstrafe bis
zu zehn Jahre oder Geldstrafe nicht unter 180 Tagessätzen.
2. Strafzumessung betr. den Beschuldigten A._:
2.1 Objektive Tatschwere:
Im Rahmen der Beurteilung der Tatkomponente hat die Vorinstanz zur objektiven
Tatschwere betreffend den Beschuldigten A._ erwogen, der Privatkläger
habe durch die heftigen Faustschläge A._s massive Gesichtsverletzungen
erlitten (Urk. 54 S. 63 f.). Diesbezüglich ist erneut daran zu erinnern, dass die
Verletzungen des Privatklägers bei der Sachverhaltserstellung nicht mit
hinreichender Sicherheit der Tat des Beschuldigten A._ zugeordnet werden
konnten, da entgegen der Vorinstanz lediglich Schläge des Beschuldigten
A._ gegen das Gesicht des Privatklägers, jedoch keine "heftigen Faust-
schläge" im Sinne der Anklageschrift erstellt werden konnten (vgl. Ziff. II. 3.1 des
vorliegenden Urteils). Zu beachten ist jedoch, dass es der Beschuldigte A._
war, welcher durch sein Urinieren gegen die Hauswand und auf den Vorplatz die
Ursache dafür setzte, dass der Privatkläger dieses ungehörige Verhalten auf
berechtigte Art und Weise tadelte, worauf der Beschuldigte A._ mit der
unverfrorenen Bemerkung, der Privatkläger solle sich verpissen, nachdoppelte.
Als der Privatkläger den Beschuldigten hierauf von sich wegstiess, ging der
Beschuldigte A._ sofort auf den Privatkläger los und versetzte diesem
mehrere Schläge ins Gesicht. Diese direkt ins Gesicht platzierten Schläge sind,
trotz ihrer nicht als übermässig zu bezeichnenden Intensität, als besonders
verwerflich zu erachten, zumal es sich beim Gesicht – mit der Vorinstanz – um
eine besonders empfindliche Körperstelle handelt. Nicht gefolgt werden kann
jedoch der Erwägung der Vorinstanz, gemäss welcher die Schläge völlig
unvermittelt im Gesicht des Privatklägers platziert worden seien, ist doch davon
- 35 -
auszugehen, dass sie im Rahmen eines eigentlichen Gerangels und nachdem der
Privatkläger den Beschuldigten A._ von sich weggestossen hat, verübt
wurden. Durch die Schläge hat der Beschuldigte A._ die Intensität der
Auseinandersetzung und somit auch deren Gefährlichkeit massgeblich gesteigert.
Derart unverhältnismässig auf einen völlig berechtigten Tadel und auf ein blosses
Wegstossen mit der Hand zu reagieren, zeugt von einer Geringschätzung der
Unversehrtheit des menschlichen Gegenübers. Insgesamt ist die objektive
Tatschwere innerhalb des Strafrahmens als nicht mehr leicht zu bezeichnen. In
Berücksichtigung der objektiven Tatschwere erscheint eine Einsatzstrafe von 150
Tagessätzen Geldstrafe angemessen.
2.2 Subjektive Tatschwere:
Betreffend die subjektive Tatschwere hielt die Vorinstanz hinsichtlich des
Beschuldigten A._ zunächst zutreffend fest, dass zu berücksichtigen sei,
dass keine von langer Hand geplante Tat vorliege, sondern dass der
Tatentschluss erst unmittelbar vor der Tat gefasst worden sei (Urk. 54 S. 64). Des
Weiteren ist bei der subjektiven Tatschwere – entgegen der Vorinstanz – zu
beachten, dass der Beschuldigte A._ nicht mit direktem Vorsatz, sondern
lediglich mit Eventualvorsatz handelte (vgl. Ziff. III. 1.4 des vorliegenden Urteils).
Im Übrigen sind die Erwägungen der Vorinstanz zum Motiv des Beschuldigten
A._ zu bestätigen. Mit dieser ist davon auszugehen, dass sich der
Beschuldigte durch die Zurechtweisung des Privatklägers provoziert fühlte, eine
völlig unnötige unflätige Bemerkung tätigte und aufgrund des hierauf folgenden
Stosses durch den Privatkläger komplett die Fassung verlor und mit seinen
Schlägen gegen dessen Gesicht eine völlig unangemessene und nicht zu
billigende aggressive Reaktion zeigte.
Zum vorliegend im Rahmen der subjektiven Tatschwere strafmindernd zu
berücksichtigenden Strafmilderungsgrund der verminderten Schuldfähigkeit im
Sinne von Art. 19 Abs. 2 StGB (vgl. Ziff. IV. 1. des vorliegenden Urteils) ist – mit
der Vorinstanz – zunächst auf das chemisch-toxikologische Gutachten des
Instituts für Rechtsmedizin der Universität Zürich vom 3. Mai 2012 zu verweisen.
- 36 -
In diesem wurde festgehalten, dass sich im Zeitpunkt der Blutentnahme 1,68 bis
1,86 Gewichtspromille Ethylalkohol im Blut des Beschuldigten A._ befanden.
Im Zeitpunkt des Ereignisses habe der Beschuldigte A._ somit deutlich unter
der Wirkung von Trinkalkohol gestanden (Urk. 8/17 S. 2 f.). Die in diesem
Zusammenhang vorgenommene Rückrechnung auf den Ereigniszeitpunkt ging
dabei davon aus, dass der Beschuldigte A._ im Ereigniszeitpunkt eine
Blutalkoholkonzentration von 1,95 bis 2,62 Gewichtspromille aufwies (Anhang II
zu Urk. 8/17). Dabei ist jedoch darauf hinzuweisen, dass die Rückrechnung des
Instituts für Rechtsmedizin von einem Trinkende um 5.00 Uhr ausging, was in
Anbetracht der konkreten Umstände völlig unrealistisch erscheint, würde es doch
bedeuten, dass der Beschuldigte A._ in der Tatnacht über drei Stunden vor
dem zur Anklage gebrachten Ereignis keinerlei Alkohol mehr getrunken hat. Dies
kann aber nicht angenommen werden. Der Beschuldigte A._ selbst hielt
diesbezüglich anlässlich der Berufungsverhandlung fest, dass er um 6.00 Uhr das
letzte Mal Alkohol getrunken habe, als sie den Club verlassen hätten (Urk. 115
S. 4 f.). Der Beschuldigte B._ erklärte demgegenüber, dass sie hernach im
Coop Pronto noch zusätzlich Alkohol gekauft hätten und dass er wohl eine halbe
Stunde vor der Tat – noch im Taxi auf dem Weg zur ...strasse –
Alkohol getrunken habe, wobei der Beschuldigte A._ ebenfalls mit ihm im
Taxi gewesen sei (Urk. 116 S. 10). Auch die Auskunftsperson I._
bestätigte, dass die Gruppe im Taxi Bier, Wodka und Mischgetränken dabei
gehabt habe (Urk. 7/4 S. 3). Die Angaben des Beschuldigten A._, nach
welchen er über drei bzw. zwei Stunden vor der Tat das letzte Mal Alkohol
getrunken haben will, sind sodann auch vor dem Hintergrund, dass die Gruppe ja
zur ...strasse unterwegs war, um dort weiter zu trinken und zu feiern, zu relativie-
ren. In Anbetracht all dieser Umstände ist davon auszugehen, dass das im Gut-
achten angenommene Trinkende um 5.00 Uhr nicht zutrifft und dass somit auch
der Beginn der Resorptionszeit sowie der Beginn der Eliminationsphase auf einen
deutlich späteren Zeitpunkt fiel, als im Gutachten angenommen wurde, womit –
entgegen der Vorinstanz und der Verteidigung des Beschuldigten A._ – an-
genommen werden muss, dass dessen maximale Blutalkoholkonzentration im
Zeitpunkt des Ereignisses deutlich unter 2.62 Gewichtspromille lag. Darauf deuten
- 37 -
auch die bereits durch die Vorinstanz zitierten Angaben des Beschuldigten
A._ betreffend seine subjektive Selbsteinschätzung hin, zumal dieser wäh-
rend der Untersuchung zu Protokoll gab, dass er schon besoffen
gewesen sei, aber nicht getorkelt habe und dass er sich noch gut habe ausdrü-
cken können und auch nicht gelallt habe (Urk. 5/1 S. 4). Er habe sich gut gefühlt
und überhaupt nicht beduselt. Er habe klar reden und klar gehen können (Urk. 5/1
S. 4). Er könne sich auch noch an alles erinnern (Urk. 5/4 S. 3). Gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann bei einer Blutalkoholkonzentration
zwischen 2 und 3 Gewichtspromille im Regelfall von einer verminderten
Zurechnungs- bzw. Schuldfähigkeit ausgegangen werden (Entscheid des
Bundesgerichts 6S.497/2002 vom 2. Mai 2003 E. 2.2.1.). Allerdings kommt der
Blutalkoholkonzentration bei der Beurteilung der Zurechnungs- bzw. Schuld-
fähigkeit nicht alleinige Bedeutung zu. Sie ist bloss eine grobe Orientierungshilfe
(BGE 122 IV 49 E. 1b, unter Hinweis auf BGE 119 IV 120 E. 2b). Stets sind
Gewöhnung, Persönlichkeit und Tatsituation in die Beurteilung einzubeziehen
(Entscheide des Bundesgerichts 6B_725/2009 vom 26. November 2009 E. 2.2.
und 6S.119/2004 vom 5. Juli 2004 E. 2.4.). Mit der Vorinstanz ist aufgrund der
zitierten Angaben des Beschuldigten A._ davon auszugehen, dass er
offensichtlich trinkgewohnt war. Ebenfalls beigepflichtet werden kann der
Vorinstanz darin, dass der Beschuldigte anlässlich der Tat zeitlich und örtlich
weitgehend orientiert war, sodass er sein Verhalten in der Folge im Detail zu
schildern vermochte. In Anbetracht der gesamten Umstände ist – mit
der Vorinstanz – von einer leichten Verminderung der Schuldfähigkeit des
Beschuldigten A._ auszugehen.
Insgesamt rechtfertigt es sich, die Einsatzstrafe in Anbetracht sämtlicher im
Rahmen der subjektiven Tatkomponente zu beurteilenden Faktoren einstweilen
auf 120 Tagessätze zu reduzieren.
2.3 Versuch:
Ferner ist an dieser Stelle zu berücksichtigen, dass die Tat des Beschuldigten
A._ nicht vollendet wurde, da ihm eine Verletzung des Privatklägers und
- 38 -
somit der Taterfolg der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1
Abs. 1 StGB nicht zugerechnet werden kann, weshalb in diesem Zusammenhang
von einem Versuch im Sinne von Art. 22 Abs. 1 StGB auszugehen ist. Angesichts
dessen, dass der tatbestandsmässige Erfolg einer einfachen Körperverletzung bei
Schlägen ins Gesicht doch nahe liegt, dass jedoch davon ausgegangen werden
muss, dass sich ein solcher aufgrund der Schläge A._s nicht verwirklicht hat,
rechtfertigt sich eine leichte Strafminderung und eine entsprechende einstweilige
Reduktion der Geldstrafe auf 90 Tagessätze.
2.4 Täterkomponente:
2.4.1 Hinsichtlich der Täterkomponente ist zunächst auf die persönlichen
Verhältnisse des Beschuldigten A._ und auf dessen Vorleben einzugehen,
wobei in diesem Zusammenhang vorab auf die Ausführungen der Vorinstanz
verwiesen werden kann (Urk. 54 S. 66 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). In Ergänzung zu
diesen Erläuterungen ist festzuhalten, dass der Beschuldigte anlässlich der
Berufungsverhandlung erklärte, dass er in Untermiete an der J._-Strasse ...
in Zürich wohne und dass sein hälftiger Mietanteil Fr. 1'100.– pro Monat betrage.
Er sei nach wie vor für die "K._" tätig und erziele hieraus einen monatlichen
Nettolohn von Fr. 4'031.85, wobei ihm kein 13. Monatslohn ausbezahlt werde.
Über Vermögen verfüge er nach wie vor nicht; Schulden habe er keine (Urk. 115
S. 1 ff.; vgl. auch Urk. 71/1-4). Mit der Vorinstanz kann festgehalten werden, dass
sich den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten A._ keine für die
Strafzumessung relevanten Faktoren entnehmen lassen, sowie dass vorliegend
von keiner zu berücksichtigenden besonderen Strafempfindlichkeit auszugehen
ist (Urk. 54 S. 67).
2.4.2 Der Beschuldigte A._ ist zudem zweifach vorbestraft. Dem
Strafregisterauszug vom 22. Mai 2013 (Urk. 55) kann entnommen werden, dass
er mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 6. Juni 2007 wegen
Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB mit einer bedingten Geldstrafe von
14 Tagessätzen zu Fr. 30.–, unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren,
sowie mit einer Busse von Fr. 300.– bestraft wurde. Mit Urteil des Bezirksgerichts
- 39 -
Zürich vom 7. November 2008 wurde der Beschuldigte A._ sodann wegen
mehrfacher einfacher Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB
zu gemeinnütziger Arbeit von 600 Stunden verurteilt, wovon 360 Stunden, unter
Ansetzung einer Probezeit von drei Jahren, als bedingt vollziehbar erklärt wurden.
Gleichzeitig wurde die Probezeit seiner ersten Vorstrafe um ein Jahr verlängert.
Straferhöhend fällt dabei vor allem die einschlägige zweite Vorstrafe ins Gewicht.
Damals schlug der Beschuldigte A._ nach dem Besuch einer Diskothek
einem Geschädigten eine Glasflasche gegen die Stirn und führte Stich-
bewegungen gegen diesen aus, wodurch der Geschädigte zweifach verletzt
wurde. In der Folge ging der Beschuldigte A._ mit der Flasche auf einen
weiteren Geschädigten los, der ebenfalls eine Verletzung davontrug. Bereits
anlässlich jener Taten war der Beschuldigte A._ massgeblich alkoholisiert
(vgl. Beizugsakten des Bezirksgerichts Zürich, GG080468, Urk. 26).
2.4.3 Bezüglich des Nachtatverhaltens hielt die Vorinstanz fest, dass negativ ins
Gewicht falle, dass sich der Beschuldigte vom Tatort entfernt habe und
weggelaufen sei, statt dem verletzten Privatkläger zu helfen (vgl. Urk. 54 S. 68).
Dem kann nicht gefolgt werden. Vor dem Hintergrund des nemo-tenetur-Prinzips
(vgl. Art. 113 Abs. 1 StPO) kann es dem Beschuldigten A._ nicht zum
Vorwurf gemacht werden, dass er nicht am Tatort auf die Polizei gewartet,
sondern sich mit B._ und I._ zusammen entfernt hat. Des Weiteren
kann – entgegen der Vorinstanz – auch nicht von einem Teilgeständnis des
Beschuldigten A._ ausgegangen werden, hat dieser im Wesentlichen doch
lediglich zugegeben, während der Auseinandersetzung am Boden gegen den
Privatkläger geschlagen zu haben, wogegen durch die Anklageschrift als
wesentlicher Tatbeitrag die im Stehen verübten Schläge gegen das Gesicht des
Privatklägers erfasst sind. Als sehr leicht strafmindernd ist indessen zu
veranschlagen, dass der Beschuldigte A._ eine gewisse Einsicht in das
Unrecht der Tat offenbarte, zumal er sich während des Verfahrens wiederholt
glaubhaft für diese entschuldigte (Urk. 5/1 S. 3 und S. 6, Urk. 5/4 S. 6, Prot. I
S. 26, Urk. 115 S. 11, Prot. II S. 24).
- 40 -
2.4.4 Gesamthaft betrachtet überwiegt im Rahmen der Täterkomponente die
aufgrund der einschlägigen Vorstrafe vorzunehmende Straferhöhung die aufgrund
des Nachtatverhaltens nur sehr leicht zu berücksichtigende Strafminderung.
3. Fazit:
In Anbetracht der gesamten vorgenannten strafzumessungsrelevanten Faktoren
erscheint es als angemessen, den Beschuldigten A._ mit einer Geldstrafe
von 120 Tagessätzen zu bestrafen.
Bei der Geldstrafe richtet sich die Höhe des Tagessatzes nach den persönlichen
und wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des Urteils, namentlich
nach dem Einkommen und – soweit er von einem solchen lebt – nach dem
Vermögen, ferner nach seinem Lebensaufwand, allfälligen Familien- und
Unterstützungspflichten und nach dem Existenzminimum (Art. 34 Abs. 2 StGB).
Ausgangspunkt für die Tagessatzberechnung ist das Einkommen, welches dem
Täter durchschnittlich an einem Tag zufliesst. Abzuziehen ist, was gesetzlich
geschuldet ist oder dem Täter wirtschaftlich nicht zufliesst, so etwa die laufenden
Steuern und die obligatorischen Versicherungsbeiträge. Ausserdem ist das
Nettoeinkommen um allfällige Unterhalts- und Unterstützungsbeiträge zu
reduzieren, soweit der Verurteilte ihnen tatsächlich nachkommt. Nicht zu
berücksichtigen sind Schulden und in der Regel auch nicht die Wohnkosten
(BGE 134 IV 68 ff.).
Der Beschuldigte A._ verdient durch seine Arbeit bei der "K._" in
Zürich Fr. 4'031.85 netto pro Monat (Urk. 71/2). Ein 13. Monatslohn wird ihm,
gemäss seinen eigenen Angaben, nicht ausbezahlt. Er verfügt weder über
Vermögen, noch über Schulden. Angesichts seiner finanziellen Verhältnisse
erscheint ein Tagessatz von Fr. 90.– als angemessen.
Der Beschuldigte A._ ist folglich mit einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen
zu Fr. 90.– zu bestrafen, wobei 33 Tagessätze bereits aufgrund der durch ihn
erstandenen Haft als geleistet zu gelten haben.
- 41 -
4. Strafzumessung betr. den Beschuldigten B._:
4.1 Objektive Tatschwere:
Betreffend den Beschuldigten B._ hat die Vorinstanz zur objektiven
Tatschwere erwogen, dass der Privatkläger durch dessen Gewalteinwirkungen
massive Gesichtsverletzungen erlitten habe. Die von B._ ausgeführten
Fusstritte gegen den Kopf des Privatklägers würden von grosser Brutalität zeugen
und hätten diesen überraschend und unvermittelt – als er durch das Gerangel mit
dem Beschuldigten A._ abgelenkt gewesen sei – im sensiblen Bereich des
Kopfes getroffen. Die Fusstritte seien von der Intensität und der Gefährlichkeit
nicht mit den Schlägen des Beschuldigten A._ vergleichbar. Der Beschuldig-
te B._ habe durch sein aggressives Auftreten und die übertriebene und
unverhältnismässige Reaktion das Gefährdungspotential massiv erhöht. Eine
derart unkontrollierte Verhaltensweise und masslose Gewaltbereitschaft zeuge
von einem erheblichen aggressiven Potential sowie einer deutlichen kriminellen
Energie. Insgesamt sei die objektive Tatschwere für eine mutmasslich vollendete
schwere Körperverletzung als erheblich zu bewerten (Urk. 54 S. 57 f.). Diese
vorinstanzlichen Erwägungen sind mit den nachfolgend aufgeführten Ergänzun-
gen zu bestätigen: Entgegen der Vorinstanz kann im vorliegenden Urteil nicht
davon ausgegangen werden, der Beschuldigte B._ habe die Tritte gegen den
seitlich am Boden liegenden Privatkläger verübt, da die Erstellung des
Sachverhaltes aufzeigte, dass davon auszugehen ist, diese seien in einem
Moment, als der Privatkläger im Gerangel am Boden gerade die Oberhand inne
hatte und sich über dem Beschuldigten A._ befand, ausgeübt worden. Dabei
ist bezüglich des Gerangels am Boden von einer relativ ausgeglichenen wechsel-
seitigen tätlichen Auseinandersetzung auszugehen, während welcher sich
zeitweise auch der Beschuldigte A._ über dem Privatkläger befand und um-
gekehrt. Dessen ungeachtet kann der Vorinstanz jedoch darin beigepflichtet
werden, dass die beiden durch den Beschuldigten B._ gegen den Kopf des
durch das Gerangel abgelenkten Privatklägers verübten Tritt als massloser
Gewaltexzess zu betrachten sind, liessen die Aussagen der Zeugin H._
(Urk 7/1 S. 2, Urk. 7/3 S. 3) doch darauf schliessen, dass die Tritte mindestens
- 42 -
mit mittlerer Intensität verübt wurden. Erschwerend fällt dabei ins Gewicht, dass
der Beschuldigte B._ nach seinem ersten Tritt gleich noch einmal nachsetz-
te. Zudem ist festzuhalten, dass die tatsächlich erlittenen Folgen der Tat nicht un-
terschätzt werden dürfen, gab der Privatkläger anlässlich der Berufungsverhand-
lung doch glaubhaft zu Protokoll, dass er auch heute noch mit diversen von der
Tat herrührenden physischen und psychischen Beeinträchtigungen zu leben habe
(Urk. 117 S. 2 ff.). Entgegen der Vorinstanz sind dabei zumindest die physischen
Folgen gemäss erstelltem Sachverhalt vollumfänglich der Einwirkung durch den
Beschuldigten B._ zuzuordnen. In Anbetracht der gesamten Umstände ist
das Verschulden im Rahmen der objektiven Tatschwere hinsichtlich einer mut-
masslich vollendeten schweren Körperverletzung als erheblich zu bezeichnen,
womit die Einsatzstrafe im mittleren Bereich des theoretischen Strafrahmens an-
zusiedeln ist, weshalb eine Einsatzstrafe von 5 Jahren Freiheitsstrafe als ange-
messen erscheint.
4.2 Subjektive Tatschwere:
4.2.1 Zur subjektiven Tatschwere hielt die Vorinstanz betreffend den
Beschuldigten B._ ebenfalls zutreffend fest, dass zu berücksichtigen sei,
dass keine von langer Hand geplante Tat vorliege, sondern dass der Tatent-
schluss erst während der bereits laufenden Auseinandersetzung zwischen dem
Beschuldigten A._ und dem Privatkläger gefasst worden sei. Ebenfalls kor-
rekt wurde sodann festgestellt, dass die eventualvorsätzliche Tatbegehung er-
leichternd ins Gewicht falle. Auch darin, dass nicht von der durch B._ geltend
gemachten Putativ-Notwehrhilfe ausgegangen werden könne, sind die Ausfüh-
rungen der Vorinstanz zu bestätigen (vgl. Urk. 54 S. 59). Hinsichtlich des Motivs
des Beschuldigten B._ ist anzuerkennen, dass dieser den Beschuldigten
A._ unterstützen wollte und durch seine Tritte in die Auseinandersetzung mit
dem Privatkläger eingriff, um diesen vom Beschuldigten A._ wegzubringen.
Dem Beschuldigten B._ ging es also nicht darum, den Privatkläger zum blos-
sen Selbstzweck niederzutreten. Da sich der Beschuldigte A._ jedoch in kei-
nerlei Notlage befand, was der Beschuldigte B._ erkennen konnte, und da
sich dessen Tritte in das Gesicht des Privatklägers als völlig unverhältnismässig
- 43 -
erwiesen haben, ist auch aus subjektiver Perspektive von einer völlig
übersteigerten Gewaltanwendung auszugehen, welche in keiner Art und Weise
nachvollzogen oder gebilligt werden kann.
4.2.2 Auch an dieser Stelle ist zur strafmindernd zu berücksichtigenden
verminderten Schuldfähigkeit im Sinne von Art. 19 Abs. 2 StGB (vgl. Ziff. IV. 1.
des vorliegenden Urteils) zunächst auf das chemisch-toxikologische Gutachten
des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Zürich vom 3. Mai 2012 Bezug zu
nehmen. Gemäss diesem befanden sich im Zeitpunkt der Blutentnahme 1,54 bis
1,7 Gewichtspromille Ethylalkohol im Blut des Beschuldigten B._. Des
Weiteren habe dieser im Zeitpunkt des Ereignisses auch unter der Wirkung von
Kokain gestanden, wobei die ermittelten Werte für den Konsum einer
gassenüblichen Menge sprechen würden. Bei einer kombinierten Wirkung von
Trinkalkohol und Kokain, welche in casu vorgelegen habe, sei eine Steigerung
des aggressiven Verhaltens möglich. Schliesslich hält das Gutachten fest, dass
im Ereigniszeitpunkt auch noch eine geringe Wirkung von Cannabis vorgelegen
haben könnte (Urk. 8/16 S. 2 ff.). Eine Rückrechnung des Blutalkoholgehaltes auf
den Zeitpunkt des Ereignisses wurde nicht vorgenommen, da von einem
unbekannten Trinkende ausgegangen wurde (Anhang I zu Urk. 8/16). Der
Beschuldigte B._ hielt diesbezüglich anlässlich der Berufungsverhandlung
fest, dass er wohl eine halbe Stunde vor der Tat noch Alkohol getrunken habe
(Urk. 116 S. 10). Zudem erklärte er, dass es möglich sei, dass er im Anschluss an
seine Tat noch eine Dose Bier geöffnet habe; ob er die gesamte Dose getrunken
habe, wisse er jedoch nicht (Urk. 116 S. 9 f.). Von einem erheblichen Nachtrunk
ist nicht auszugehen, haben die Beschuldigten den Tatort doch unmittelbar nach
der Tat verlassen, wobei dort eine geöffnete Dose Bier aufgefunden werden
konnte, deren Inhalt grösstenteils verschüttet war (Urk. 3 S. 2 und S. 6). Zudem
wurden die Beschuldigten bereits 10 Minuten nach der Tat verhaftet (Urk. 1 S. 7,
Urk. 11/2). Der Verteidiger des Beschuldigten B._ machte anlässlich der
Berufungsverhandlung geltend, dass zugunsten des Beschuldigten davon auszu-
gehen sei, das die Blutalkoholkonzentration im Zeitraum zwischen Tat und
Blutentnahme bereits um 0.375 Gewichtspromille abgebaut worden sei, da
- 44 -
notorisch von einem Abbau zwischen 0.1 und 0.15 Promille pro Stunde
ausgegangen werde. Daraus ergebe sich, dass die Blutalkoholkonzentration des
Beschuldigten im Tatzeitpunkt 2.075 Gewichtspromille betragen habe (Urk. 122
S. 16). Dabei verkennt der Verteidiger, dass die Eliminationsphase, in welcher
von einem annähernd linearen Abbau des Blutalkoholspiegels ausgegangen
werden kann, erst einsetzt, nachdem die Resorptionsphase abgeschlossen ist,
welche zwischen 20 Minuten und zwei Stunden über das Trinkende hinaus dauert
und während der nach wie vor zusätzlich Alkohol durch den Körper aufgenommen
wird. Vor diesem Hintergrund rechtfertigt es sich nicht, dem Beschuldigten
B._ einen Abbau des Blutalkoholspiegels von 0.375 Gewichtspromille anzu-
rechnen und es ist noch vom anlässlich der Blutentnahme ermittelten Maximal-
wert von 1.7 Gewichtspromille auszugehen. Unter Mitberücksichtigung der Kom-
binationswirkung des mit dem Alkohol konsumierten Kokains rechtfertigt sich in
Anbetracht der gesamten Umstände die Annahme einer mittelgradig verminderten
Schuldfähigkeit. Das durch den Verteidiger in diesem Zusammenhang ebenfalls
angeführte Hyperaktivitäts-Syndrom des Beschuldigten (Urk. 122 S. 17 f.) wird als
für die konkret zu beurteilende Tat nicht verschuldensrelevant erachtet und kann
deshalb keine Berücksichtigung finden. Davon abgesehen gibt der Bericht von
PD Dr. med. E._ vom 5. November 2013 ohnehin zu erkennen, dass bei der
Beurteilung ausschlaggebend auf die Darstellung des Deliktsverhaltens durch den
Beschuldigten B._ selbst abgestellt worden ist (Urk. 106/2 S. 32 f.), welche
vorliegend in wesentlichen psychologisch relevanten Punkten (z.B. im
Zusammenhang mit der putativen Notwehrhilfe) nicht als massgeblich erachtet
werden konnte. Entgegen der Verteidigung des Beschuldigten B._ wäre eine
solch mittelgradig verminderte Schuldfähigkeit sodann selbst für den Fall
anzunehmen, dass die Blutalkoholkonzentration des Beschuldigten B._ leicht
höher, mithin zwischen der im Gutachten festgestellten 1.7 Gewichtspromille und
den durch den Verteidiger geltend gemachten 2.075 Gewichtspromille gelegen
hätte.
- 45 -
Insgesamt rechtfertigt es sich, die Einsatzstrafe in Anbetracht sämtlicher im
Rahmen der subjektiven Tatkomponente zu beurteilenden Faktoren einstweilen
auf 40 Monate zu reduzieren.
4.3 Versuch:
Auch beim Beschuldigten B._ ist an dieser Stelle zu berücksichtigen, dass
seine Tat nicht vollendet wurde, da der diesbezügliche Erfolg einer schweren
Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB nicht eingetreten ist.
Angesichts dessen, dass der tatbestandsmässige Erfolg einer schweren
Körperverletzung bei mit mittlerer Intensität verübten Tritten ins Gesicht zwar
nahe liegt, dass es jedoch aufgrund der äusseren Umstände (Anzahl und
Intensität der Tritte, Motiv des Beschuldigten, Schuhwerk) – entgegen der
Vorinstanz (Urk. 54 S. 60) – nicht allein dem Zufall überlassen war, ob sich eine
schwere Körperverletzung auch tatsächlich verwirklicht, rechtfertigt sich eine
weitere Strafminderung und somit eine einstweilige Reduktion der Freiheitsstrafe
auf 30 Monate.
4.4 Täterkomponente:
4.4.1 Hinsichtlich der Täterkomponente ist sodann auch betreffend den
Beschuldigten B._ auf die persönlichen Verhältnisse und auf das Vorleben
einzugehen, wobei in diesem Zusammenhang ebenfalls vorab auf die
Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden kann (Urk. 54 S. 60 f.; Art. 82
Abs. 4 StPO). In Ergänzung zu diesen Erläuterungen ist festzuhalten, dass der
Beschuldigte B._ anlässlich der Berufungsverhandlung erklärte, dass er sei-
nen Bachelor mittlerweile abgeschlossen habe, dass er aber im Frühjahrssemes-
ter 2014 noch ein Nebenfach beenden müsse. Seine Arbeitsstelle bei der L._
AG habe er im November 2013 gekündigt. Neu arbeite er für die M._ GmbH,
welche Prognosen für ... erstellen wolle, wodurch er jedoch (noch) kein Einkom-
men erziele, da es sich um ein Start-Up handle, bei welchem er auch aus persön-
lichem Interesse engagiert sei. Er wohne nach wie vor bei seinen Eltern und er-
halte von diesen einen monatlichen Beitrag von Fr. 600.–. Seit April 2013 sei er
zudem in einer festen Beziehung. Nach wie vor besucht der Beschuldigte
- 46 -
B._ sodann einmal pro Monat das "Programm für kontrolliertes Trinken" bei
G._ (Urk. 116 S. 1 ff.). Mit der Vorinstanz kann festgehalten werden, dass
sich den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten B._
keine für die Strafzumessung relevanten Faktoren entnehmen lassen, sowie dass
vorliegend von keiner zu berücksichtigenden besonderen Strafempfindlichkeit
auszugehen ist (Urk. 54 S. 61 f.).
4.4.2 Der Beschuldigte B._ ist dreifach vorbestraft. Dem Strafregisterauszug
vom 22. Mai 2013 (Urk. 56) ist zu entnehmen, dass er mit Strafbefehl der
Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 18. April 2006 wegen Sachbeschädigung
im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB sowie wegen Störung der Glaubens- und
Kultusfreiheit im Sinne von Art. 261 StGB, unter Ansetzung einer Probezeit von
einem Jahr, mit einer bedingten Busse von Fr. 250.– bestraft wurde, wobei eine
diesbezügliche Nichtbewährung vermerkt wurde. Mit Strafbefehl der
Staatsanwaltschaft See/Oberland vom 19. März 2008 wurde der Beschuldigte
B._ sodann wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im
Sinne von Art. 285 Ziff. 1 StGB sowie wegen Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126
Abs. 1 StGB, unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren, mit einer
bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 30.– sowie mit einer Busse von
Fr. 500.– bestraft. Lediglich fünf Monate danach verwirklichte der Beschuldigte
B._ den Tatbestand der Hinderung einer Amtshandlung im Sinne von Art.
286 StGB, worauf er mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft See/Oberland vom
26. Januar 2010, unter Ansetzung einer Probezeit von drei Jahren, mit einer
bedingten Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu Fr. 30.– und einer Busse von
Fr. 500.– bestraft wurde. Dabei sah die Staatsanwaltschaft See/Oberland von
einem Widerruf der von ihr 2008 ausgesprochenen Geldstrafe ab und verlängerte
die diesbezügliche Probezeit um sechs Monate. Im Vergleich zur vorliegend zu
beurteilenden Tat des Beschuldigten B._ erweisen sich seine Vorstrafen als
nicht besonders schwerwiegend. Eine leichte Straferhöhung muss in diesem
Zusammenhang aufgrund der teilweisen Einschlägigkeit der Delikte jedoch
trotzdem veranschlagt werden. Neben den Vorstrafen fällt zudem deutlich
straferhöhend ins Gewicht, dass der Beschuldigte B._ seine heute zu
- 47 -
beurteilende Tat während der dreijährigen Probezeit seiner letzten Vorstrafe
begangen hat.
4.4.3 Bezüglich des Nachtatverhaltens hielt die Vorinstanz auch betreffend des
Beschuldigten B._ fest, dass negativ ins Gewicht falle, dass sich dieser vom
Tatort entfernt habe und weggelaufen sei, statt dem verletzten Privatkläger zu
helfen (vgl. Urk. 54 S. 63). Dem kann – wie bereits beim Beschuldigten A._
erwähnt – nicht gefolgt werden. Im Hinblick auf das nemo-tenetur-Prinzip
(vgl. Art. 113 Abs. 1 StPO) kann auch dem Beschuldigten B._ nicht vorge-
worfen werden, dass er nicht am Tatort auf die Polizei gewartet, sondern sich mit
A._ und I._ zusammen entfernt hat. Im Zusammenhang mit dem Nach-
tatverhalten ist dem Beschuldigten B._ sodann zugute zu halten, dass er sich
hinsichtlich seiner Tritte von Beginn an geständig zeigte. Die hierdurch
bewirkte Erleichterung des Strafverfahrens relativierte sich jedoch dadurch, dass
er sich hinsichtlich der ihm im subjektiven Bereich angelasteten Punkte nie voll-
ständig geständig zeigte, zumal er zunächst blosse Fahrlässigkeit anerkannte und
auch heute noch, obwohl er den vorinstanzlichen Schuldspruch nicht angefochten
hat, eine (putative) Notwehrhilfe geltend machte. Zu berücksichtigen ist sodann,
dass sich der Beschuldigte B._ während des Verfahrens mehrfach entschul-
digt (Urk. 4/1 S. 6 f., Urk. 4/4 S. 6, Urk. 37 S. 2, Prot. I S. 27, Urk. 116 S. 10, Prot.
II. S. 24 f.) und dem Privatkläger auch einen längeren Entschuldigungsbrief
geschrieben hat (Urk. 106/1). Auch wenn das Schreiben des Beschuldigten, ins-
besondere aufgrund seiner zeitlichen Nähe zur heutigen Berufungsverhandlung,
etwas den Eindruck hinterlässt, dass es überwiegend verteidigungstaktisch
motiviert sein könnte, ist doch festzuhalten, dass das diesbezügliche Engagement
des Beschuldigten B._ deutlich über dasjenige eines durchschnittlichen
Straftäters hinaus geht. Von einer gewissen Reue und Einsicht in das Unrecht der
Tat ist vor diesem Hintergrund und in Anbetracht seiner Äusserungen anlässlich
der Berufungsverhandlung (Urk. 116) auszugehen. Schliesslich ist betreffend das
Nachtatverhalten des Beschuldigten B._ auch miteinzubeziehen, dass dieser
seit dem 27. Juni 2012 eine freiwillige Therapie absolviert, um seinen Alkoholkon-
sum in den Griff zu kriegen, die von ihm nach wie vor besucht wird und gemäss
- 48 -
Bericht der zuständigen Psychotherapeutin und des Facharztes bereits gewisse
Erfolge zeitigt (vgl. Urk. 109).
4.4.4 Gesamthaft betrachtet halten sich die aufgrund der Vorstrafen und des
Handelns während der Probezeit vorzunehmende Straferhöhung und die
aufgrund des Nachtatverhaltens zu berücksichtigende Strafminderung die Waage.
5. Fazit:
In Anbetracht der gesamten vorgenannten strafzumessungsrelevanten Faktoren
erscheint es als angemessen, den Beschuldigten B._ mit einer Freiheitsstra-
fe von 30 Monaten zu bestrafen, wovon 33 Tage bereits durch Haft erstanden
sind.
V. Vollzug
1. Die Vorinstanz hat die Voraussetzungen des bedingten und des teil-
bedingten Strafvollzugs sowie die zu berücksichtigende Rechtsprechung korrekt
dargestellt. Auf ihre diesbezüglichen Ausführungen kann zwecks Vermeidung von
Wiederholungen verwiesen werden (Urk. 54 S. 69 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO).
2. Vollzug betr. den Beschuldigten A._:
2.1 Da der Beschuldigte A._ heute mit einer Geldstrafe von 120 Tages-
sätzen zu bestrafen ist, ist die objektive Voraussetzung sowohl betreffend eines
vollumfänglichen Aufschubs der Strafe als auch hinsichtlich eines teilbedingten
Strafvollzugs grundsätzlich erfüllt (Art. 42 Abs. 1 StGB; Art. 43 Abs. 1 StGB). Des
Weiteren ist festzuhalten, dass der Beschuldigte A._ noch nie zu einer
Freiheitsstrafe oder einer Geldstrafe von mindestens 180 Tagessätzen verurteilt
wurde, womit keine besonders günstigen Umstände im Sinne von Art. 42 Abs. 2
StGB vorliegen müssen, um einen vollumfänglichen Aufschub der Strafe zu
gewähren.
- 49 -
2.2 In subjektiver Hinsicht sind bei der Prognosestellung die Tatumstände, das
Vorleben, der Leumund sowie alle wichtigen Tatsachen, die gültige Schlüsse auf
den Charakter des Beschuldigten und auf die Aussichten seiner Bewährung
zulassen, zu berücksichtigen (Donatsch/Flachsmann/Hug/Weder, Kommentar
zum Schweizerischen Strafgesetzbuch, Zürich 2013, N7 zu Art. 42 StGB). Zum
Vorleben ist festzuhalten, dass der Beschuldigte A._ mit Strafbefehl vom
6. Juni 2007 wegen Diebstahls mit einer bedingten Geldstrafe von 14 Tages-
sätzen zu Fr. 30.– sowie mit einer Busse von Fr. 300.– bestraft worden ist. Nur
rund vier Monate danach verübte er eine mehrfach qualifizierte einfache
Körperverletzung, indem er zwei Personen mit einer abgebrochenen Flasche
verletzte. Mit Strafbefehl vom 7. November 2008 wurde er deshalb mit
gemeinnütziger Arbeit von 600 Stunden bestraft, wobei 240 Stunden vollzogen
wurden (vgl. Urk. 55). Etwas mehr als drei Jahre danach verübte der Beschuldigte
A._ dann die heute zu beurteilende Tat. Die beiden vorgenannten Strafen,
insbesondere der im Rahmen der zweiten Vorstrafe in erheblichem Umfang
ausgesprochene Vollzug der gemeinnützigen Arbeit, scheinen den Beschuldigten
A._ nicht genügend beeindruckt zu haben, um ihn von weiterer Delinquenz
abzuhalten. Zugunsten einer günstigen Prognose spricht zwar, dass er in ge-
festigten Verhältnissen lebt, verfügt er doch nach wie vor über seine Arbeitsstelle
bei der "K._", wobei er in seiner Freizeit, gemäss eigenen Angaben, viel Zeit
mit seiner Freundin verbringt, welche kaum Alkohol trinkt (Urk. 115 S. 4). Es ist
jedoch in diesem Zusammenhang auch darauf hinzuweisen, dass der
Beschuldigte bereits im Zeitraum der Verübung seiner Vortaten über ein sozial
intaktes Umfeld verfügte und auch schon damals temporäre Arbeitsstellen inne
hatte. Betreffend seine Legalprognose bereitet vor allem der Umstand Sorgen,
dass es sich sowohl beim heute zu beurteilenden Delikt als auch bei den Delikten,
welche zu den Vorstrafen führten, um "Freizeitdelikte" handelt, welche mit Alkohol
in Zusammenhang stehen. Auch wenn der Beschuldigte A._ anlässlich der
Berufungsverhandlung erklärte, dass er heute nicht mehr viel Alkohol trinke
(Urk. 115 S. 4), ist festzuhalten, dass er sein Leben nicht derart verändert hat,
dass ein grundlegender Wandel erkennbar wäre. So zeigt auch seine in der
Berufungsverhandlung getätigte Aussage, nach welcher die Beteiligten "zur
- 50 -
falschen Uhrzeit am falschen Ort gewesen" seien (Urk. 115 S. 11), dass eine
gewisse Bagatellisierungstendenz trotz der grundsätzlichen Einsicht des
Beschuldigten nach wie vor vorhanden ist. In Anbetracht all dieser Umstände
muss dem Beschuldigten A._ in subjektiver Hinsicht eine schlechte Prognose
gestellt werden, weshalb, trotz des Umstandes, dass er im laufenden Verfahren
33 Tage Untersuchungshaft – und somit erstmals überhaupt Haft – zu gewärtigen
hatte, weder der vollständige Aufschub der Strafe noch ein teilbedingter Vollzug in
Frage kommt. Die auszusprechende Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu Fr. 90.–
ist mithin zu vollziehen. Im Umfang von 33 Tagessätzen gilt die Geldstrafe dabei
als durch die vom Beschuldigten A._ erstandene Untersuchungshaft
geleistet.
3. Vollzug betr. den Beschuldigten B._:
3.1 Der Beschuldigte B._ ist heute mit einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten
zu bestrafen. Die objektive Voraussetzung für einen vollumfänglichen Aufschub
der auszusprechenden Strafe ist somit nicht erfüllt (Art. 42 Abs. 1 StGB). Es ist
jedoch in objektiver Hinsicht zu prüfen, ob dem Beschuldigten der teilbedingte
Vollzug der Freiheitsstrafe gewährt werden kann (Art. 43 Abs. 1 StGB).
3.2 In subjektiver Hinsicht ist zunächst zu berücksichtigen, dass der
Beschuldigte B._ nun bereits zum vierten Mal straffällig wurde. Die bis anhin
angeordneten bedingten Geldstrafen (und Bussen) haben ihn nicht genügend
beeindruckt, um ihn von weiterer Delinquenz abzuhalten. Bereits betreffend seine
erste Vorstrafe vom 18. April 2006 musste zudem festgehalten werden, dass sich
der Beschuldigte B._ nicht bewährt hat. Hinsichtlich seiner zweiten Vorstrafe
vom 19. März 2008 musste die Probezeit sodann aufgrund der erneuten
Nichtbewährung um sechs Monate verlängert werden. Mit seiner heute
zu beurteilenden Tat hat der Beschuldigte B._ schliesslich auch innerhalb
der dreijährigen Probezeit seiner dritten Vorstrafe delinquiert (vgl. Urk. 56).
Gleichzeitig ist aber auch zu berücksichtigen, dass es sich bei den Vorstrafen des
Beschuldigten B._ um Strafen von geringer Höhe handelt, und dass die
kriminelle Energie der diesen zugrunde liegenden Delikte nicht mit der heute zu
- 51 -
beurteilenden Tat verglichen werden kann. Zugunsten des Beschuldigten B._
ist sodann zu berücksichtigen, dass er sein Alkoholproblem, welches teilweise
auch im Zusammenhang mit seinen Vorstrafen relevant war, schon vor rund
1 1⁄2 Jahren auf freiwilliger Basis in Angriff genommen hat und bis heute eine
Therapie bei der Psychotherapeutin G._ besucht. Diese hält in ihrem
Bericht vom 12. November 2013 fest, dass eine Prognose günstig ausfallen
dürfte, falls der Beschuldigte sich weiterhin motiviert zeige, sein Alkoholproblem in
einer weiterführenden Therapie zu lösen, seine Befähigung für eine weitere
Reduktion der Konsummenge festige und sich regelmässig einer objektiven
Abstinenz-Kontrolle unterziehe (Urk. 109). Dass der Beschuldigte B._ gewillt
ist, die begonnene Therapie weiterzuführen und zu einem erfolgreichen
Abschluss zu bringen, hat er anlässlich der Berufungsverhandlung glaubhaft
bekräftigt (Urk. 116 S. 8). Zudem zeigen auch seine Ausführungen, gemäss
welchen er in den anderthalb Jahren zwar zwei bis drei Rückfälle erlitten, sich
ansonsten jedoch an die vereinbarten Trinkmengen gehalten habe, was im
Übrigen auch durch Blut- und Haaranalysen überprüft worden sei (Urk. 116
S. 5 ff.), dass die Therapie einen gewissen Erfolg zeitigt. Des Weiteren ist dem
Beschuldigten B._ anzurechnen, dass er eine gewisse Reue und Einsicht
offenbarte, welche sich auch in seinem Entschuldigungsschreiben an den Privat-
kläger manifestierte (Urk. 106/1). Auch betreffend den Beschuldigten B._ ist
sodann zu berücksichtigen, dass er im laufenden Verfahren 33 Tage
Untersuchungshaft zu gewärtigen hatte, was einen bleibenden Eindruck bei ihm
zu hinterlassen haben scheint (Urk. 116 S. 4 und S. 11). Dem Beschuldigten
B._ kann in Anbetracht all dieser Umstände keine eigentliche Schlecht-
prognose gestellt werden, weshalb ihm der teilbedingte Vollzug der Strafe
gewährt werden kann. Im Sinne eines Ermessensentscheides ist zugunsten des
Beschuldigten heute davon auszugehen, dass bereits der Vollzug von
10 Monaten Freiheitsstrafe genügt, um einerseits seinem Verschulden genügend
Rechnung zu tragen (Art. 43 Abs. 1 StGB) und andererseits seine Legalprognose
soweit positiv zu beeinflussen, dass in Zukunft mit keinem erneuten Rückfall in die
Delinquenz gerechnet werden muss. Die durch ihn bereits erstandenen 33 Tage
Untersuchungshaft sind dabei auf den vollziehbaren Teil der Strafe anzurechnen.
- 52 -
Für den aufzuschiebenden Strafteil von 20 Monaten ist dem Beschuldigten infolge
der aufgrund seiner Vorstrafen insgesamt doch verbleibenden Bedenken eine
Probezeit von 4 Jahren anzusetzen (Art. 44 Abs. 1 StGB).
VI. Widerruf
1. Begeht der Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder
Vergehen und ist deshalb zu erwarten, dass er weitere Straftaten verüben wird,
so widerruft das Gericht die bedingte Strafe oder den bedingten Teil der Strafe. Ist
demgegenüber nicht zu erwarten, dass der Verurteilte weitere Straftaten begehen
wird, so verzichtet das Gericht auf einen Widerruf. Es kann den Verurteilten
verwarnen oder die Probezeit um höchstens die Hälfte der im Urteil festgesetzten
Dauer verlängern (Art. 46 Abs. 1 und 2 StGB).
2. Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft See/Oberland vom 26. Januar 2010
(eröffnet am 3. März 2010) wurde dem Beschuldigten B._ für eine Geldstrafe
von 50 Tagessätzen zu Fr. 30.– eine Probezeit von 3 Jahren angesetzt (Urk 56).
Die heute zu beurteilende Tat beging der Beschuldigte B._ am 24. März
2012 und damit während dieser laufenden Probezeit. Entgegen den Erwägungen
der Vorinstanz (Urk. 54 S. 73 f.) kann hinsichtlich der Frage, ob eine bedingt
aufgeschobene Vorstrafe zu vollziehen ist, nicht einfach auf die Begründung zur
Vollzugsfrage der aktuell auszufällenden Strafe verwiesen werden. Bei der
vorzunehmenden Würdigung der Legalprognose ist beim Widerruf nämlich auch
der Vollzug der aktuell auszufällenden Strafe mit zu berücksichtigen (BGE 134
IV 140 E 4.2. und 4.4. mit Hinweisen). Da der Beschuldigte B._ heute zu ei-
ner Freiheitsstrafe von 30 Monaten zu verurteilen ist, wovon 10 Monate vollzogen
werden, und da er erstmals eine Freiheitsstrafe zu verbüssen haben wird, kann
angenommen werden, dass ihn dieser teilweise Vollzug der neu auszufällenden
Strafe sowie der bedingt aufgeschobene Anteil der Strafe hinreichend zu beein-
drucken vermögen, damit er in Zukunft nicht mehr delinquieren wird. Es ist mit
anderen Worten davon auszugehen, dass er aufgrund der heute auszusprechen-
- 53 -
den und teils zu verbüssenden Strafe die nötigen Lehren ziehen wird, weshalb auf
den Widerruf der mit Strafbefehl vom 26. Januar 2010 bedingt aufgeschobenen
Geldstrafe zu verzichten ist. Dabei rechtfertigt es sich, die Probezeit der Vorstrafe
um das gesetzliche Maximum von 1 1⁄2 Jahren zu verlängern (Art. 46 Abs. 2 und
5 StGB).
VI. Zivilansprüche
1. Die Vorinstanz hat die Beschuldigten A._ und B._ sodann unter
solidarischer Haftbarkeit verpflichtet, dem Privatkläger C._ eine Genugtuung
in Höhe von Fr. 3'000.– nebst Zins von 5% seit dem 24. März 2012 zu bezahlen.
Dabei hat sie die allgemeinen Voraussetzungen für die Geltendmachung von
Zivilansprüchen sowie die Voraussetzungen der Zusprechung einer Genugtuung
zutreffend dargelegt. Um unnötige Wiederholungen zu vermeiden kann auch an
dieser Stelle auf die entsprechenden Ausführungen in den vorinstanzlichen
Erwägungen verwiesen werden (Urk. 54 S. 74 f. und S. 76, Art. 82 Abs. 4 StPO).
Der Vertreter des Privatklägers beantragte, dass das vorinstanzliche Urteil
betreffend die Genugtuung zu bestätigen sei (Urk. 120). Der Beschuldigte
B._ liess bereits mit Eingabe vom 28. Oktober 2013 mitteilen, dass er seine
Berufung mit Bezug auf die zugesprochene Genugtuung zurückziehe (Urk. 102).
Der Verteidiger des Beschuldigten A._ hielt demgegenüber im Rahmen der
Berufungsverhandlung fest, dass die Genugtuungsforderung, soweit sie den
Beschuldigten A._ betreffe, auf den Zivilweg zu verweisen sei, da dieser für
die durch den Privatkläger erlittenen Verletzungen nicht verantwortlich gemacht
werden könne (Urk. 118 S. 28).
2. Wie die Erstellung des Sachverhaltes ergeben hat, trifft es zu, dass die
Verletzungen des Privatklägers C._ nicht mit der notwendigen Sicherheit den
Schlägen des Beschuldigten A._ zugeordnet werden können (vgl. Ziff. II. 3.1
des vorliegenden Urteils). Daraus folgt, dass der Beschuldigte A._ auch nicht
zur Leistung einer Genugtuung verpflichtet werden kann, da die Adäquanz der
Kausalität zwischen seinen Tathandlungen und der aus der Verletzung
- 54 -
herrührenden immateriellen Unbill des Privatklägers nicht angenommen werden
kann. Der diesbezügliche Kausalzusammenhang wurde durch die überschiessen-
de Intervention des Beschuldigten B._ unterbrochen. Das Genugtuungs-
begehren des Privatklägers C._ gegenüber dem Beschuldigten
A._ ist demzufolge abzuweisen.
VII. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1.1 Die erstinstanzliche Regelung betreffend die Kosten der Untersuchung, des
vorinstanzlichen Gerichtsverfahrens und der amtlichen Verteidigungen (Urk. 54
S. 78 f.; Dispositivziffer 17) ist korrekt erfolgt und ausgangsgemäss zu
bestätigen.
1.2 Zu bestätigen ist sodann auch die Höhe der durch die Vorinstanz für den
Zeitraum der Untersuchung und des vorinstanzlichen Gerichtsverfahrens
zugunsten des Privatklägers C._ festgelegten Prozessentschädigung von
Fr. 15'703.60 (Urk. 54 S. 79). Da der Privatkläger im vorliegenden Berufungs-
verfahren als Strafkläger gegen den Beschuldigten A._ obsiegt, jedoch im
Rahmen seiner gegen A._ angestrebten Zivilklage unterliegt, ist der
Beschuldigte A._ für die genannte Prozessentschädigung jedoch lediglich im
Umfang von 1⁄4 für solidarisch haftbar zu erklären.
2.1 Für das Berufungsverfahren ist die Gerichtsgebühr sodann auf Fr. 5'000.–
zu veranschlagen. Die Kosten für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten
B._ im Berufungsverfahren betragen Fr. 601.55 (vormalige amtliche
Verteidigung durch Rechtsanwalt Y2._; Urk. 98 und 99); die Kosten für die
amtliche Verteidigung des Beschuldigten A._ betragen, unter
Berücksichtigung des für die Berufungsverhandlung vorzunehmenden
Zuschlages, Fr. 5'600.– (vgl. Urk. 119/2).
2.2 Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe
ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO).
- 55 -
Der Beschuldigte A._ unterliegt im vorliegenden Berufungsverfahren bezüg-
lich des Hauptstandpunktes zum Schuldpunkt, obsiegt jedoch in weitgehendem
Umfang betreffend die Strafhöhe und im Zusammenhang mit der Genugtuung.
Der Privatkläger ist nur noch im Verfahren gegen den Beschuldigten A._
beteiligt und obsiegt in diesem hinsichtlich des Schuldpunktes, unterliegt jedoch
im Zivilpunkt. Die Staatsanwaltschaft beantragte betreffend den Beschuldigten
A._ die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils und unterliegt somit hinsicht-
lich der Strafhöhe. Insgesamt ist von einem Obsiegen des Beschuldigten A._
zu 1⁄2 auszugehen, wobei die Staatsanwaltschaft und der Privatkläger je zu 1⁄4
unterliegen.
Der Beschuldigte B._ unterliegt im Berufungsverfahren infolge seines Rück-
zugs der Berufung betreffend den Schuldpunkt, die Genugtuung und die Kosten-
und Entschädigungsfolgen sowie in materieller Hinsicht massgeblich bezüglich
der Höhe der Strafe und der Frage des Vollzugs, wogegen er betreffend die Frage
des Widerrufs der Vorstrafe obsiegt. Die Staatsanwaltschaft unterliegt mit ihrer
Anschlussberufung gegen den Beschuldigten B._ teilweise hinsichtlich der
beantragten Strafhöhe. Gesamthaft betrachtet unterliegt der Beschuldigte
B._ mithin zu 4/5, wobei die Staatsanwaltschaft zu 1/5 unterliegt.
Die Kosten des Berufungsverfahrens sind folglich, mit Ausnahme der Kosten der
amtlichen Verteidigungen, dem Beschuldigten A._ zu 1⁄4, dem Beschuldigten
B._ zu 2/5 und dem Privatkläger C._ zu 1/8 aufzuerlegen sowie im Üb-
rigen auf die Staatskasse zu nehmen.
2.3 Die Kosten der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten A._ sind
sodann ausgangsgemäss zu 1⁄2 definitiv und zu 1⁄2 einstweilen auf die
Gerichtskasse zu nehmen, wobei die Rückzahlungspflicht für den einstweilen auf
die Gerichtskasse genommenen Teil gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorzubehalten
bleibt.
Die Kosten der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten B._ sind zu 1/5
definitiv und zu 4/5 einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen, wobei die
- 56 -
Rückzahlungspflicht für den einstweilen auf die Gerichtskasse genommenen Teil
ebenfalls gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorzubehalten bleibt.
2.4 Dem Beschuldigten B._ ist für das Berufungsverfahren eine auf einen
Fünftel reduzierte Prozessentschädigung von Fr. 2'400.– aus der Gerichtskasse
zuzusprechen, wobei das Verrechnungsrecht des Staates vorzubehalten ist.
2.5 Gemäss Art. 433 Abs. 1 lit. a StPO hat die obsiegende Privatklägerschaft
gegenüber der beschuldigten Person sodann Anspruch auf angemessene
Entschädigung für notwendige Aufwendungen im Verfahren. Dabei gilt als
obsiegend der Strafkläger, wenn der Beschuldigte verurteilt wird, und der
Zivilkläger, soweit er im Zivilpunkt obsiegt (Schmid, StPO Praxiskommentar,
Zürich/St. Gallen 2013, N 6 zu Art. 433 StPO).
Da sich die Berufung des Beschuldigten B._ lediglich noch gegen die
Dispositivziffern 7, 8 und 9 des vorinstanzlichen Urteils richtet, nachdem sie
insbesondere betreffend die Genugtuung (Ziff. 15.) und die Kostenfolgen (insbes.
Ziff. 18.) zurückgezogen wurde (Urk. 102), ist festzuhalten, dass der Privatkläger
im vorliegenden Verfahren nur noch im Zusammenhang mit der Berufung des
Beschuldigten A._ als Berufungsbeklagter involviert ist. Dabei zeigte sich,
dass der Privatkläger betreffend die Verurteilung des Beschuldigten A._
obsiegt, wogegen hinsichtlich der Frage der Genugtuung von einem Obsiegen
des Beschuldigten A._ auszugehen ist, zumal das Genugtuungsbegehren
des Privatklägers gegenüber dem Beschuldigten A._ mit dem heutigen Urteil
abzuweisen ist. Mithin obsiegen der Privatkläger und der Beschuldigte A._
im vorliegenden Verfahren je zur Hälfte, weshalb der Beschuldigte A._ zu
verpflichten sein wird, dem anwaltlich vertretenen Privatkläger eine auf die Hälfte
reduzierte Prozessentschädigung zu bezahlen.
Unter die Entschädigung gemäss Art. 433 Abs. 1 StPO fallen dabei in erster Linie
die einem Privatkläger entstandenen Anwaltskosten, sofern diese durch die
Beteiligung am Strafverfahren selbst verursacht wurden und für die Wahrung der
Interessen der Privatklägerschaft notwendig waren (Schmid, a.a.O., N 3 zu
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Art. 433 StPO). Vorliegend war der Beizug einer anwaltlichen Vertretung durch
den Privatkläger zweifellos gerechtfertigt. Es ist jedoch zu prüfen, ob das vom
Vertreter des Privatklägers geltend gemachte Anwaltshonorar unter die
notwendigen Aufwendungen im Sinne von Art. 433 Abs. 1 StPO fällt und ob es
– gegebenenfalls – angemessen ist.
Um die Höhe der geltend gemachten Prozessentschädigung zu belegen, legte
Rechtsanwalt Dr. Z._ während der Berufungsverhandlung eine Honorarnote
betreffend seine Aufwendungen im Berufungsverfahren ins Recht (Prot. II S. 16,
Urk. 121). Gemäss dieser entstand ihm ein Zeitaufwand von insgesamt
14 Stunden und 50 Minuten (Fr. 4'450.–), wobei ihm zudem Barauslagen von
Fr. 46.10 anfielen. Des Weiteren macht Rechtsanwalt Dr. Z._ Fr. 359.70 an
Mehrwertsteuern geltend, womit sich der Gesamtbetrag seiner Honorarnote auf
Fr. 4'855.80 beläuft.
Die Bemessung der Prozessentschädigung zugunsten eines Vertreters der
Privatklägerschaft bestimmt sich im Kanton Zürich grundsätzlich nach der Ver-
ordnung über die Anwaltsgebühren vom 8. September 2010 (Anwaltsgebühren-
verordnung; LS 215.3). Gemäss § 1 AnwGebV setzt sich die Entschädigung aus
der Gebühr und den notwendigen Auslagen zusammen. Die Gebühr für die
Führung eines Strafprozesses (einschliesslich Vorbereitung des Parteivortrages
und Teilnahme an der Hauptverhandlung) beträgt im Bereich der Zuständigkeit
eines kollegial urteilenden Gerichtes – auch im Berufungsverfahren – in der Regel
Fr. 1'000.– bis Fr. 28'000.–, wobei auch zu berücksichtigen ist, ob das vorinstanz-
liche Urteil ganz oder nur teilweise angefochten wurde (§ 18 Abs. 1 i.V.m. § 17
Abs. 1 lit. b AnwGebV). Innerhalb dieses Rahmens wird die Grundgebühr nach
den besonderen Umständen, namentlich etwa nach Art und Umfang der Bemü-
hungen und Schwierigkeiten des Falles, bemessen. Die Grundgebühr umfasst die
gewöhnlichen, d.h. regelmässig anfallenden Bemühungen des Vertreters im
Rahmen des gerichtlichen Verfahrens sowie der Vorbereitung für dieses. Dazu
zählen namentlich eine Besprechung mit dem Privatkläger, das Aktenstudium, die
Vorbereitung und Teilnahme an der Verhandlung (inkl. Verfassen des Plädoyers)
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sowie das Studium des Urteils (ZR 101 [2002] Nr. 19 E. 3b). Zur Grundgebühr
werden für weitere Verhandlungen bzw. Verhandlungstage und weitere notwendi-
ge Rechtsschriften Zuschläge berechnet (§ 17 Abs. 2 AnwGebV).
Vorliegend ist zu berücksichtigen, dass der Vertreter des Privatklägers nur noch
betreffend die Berufung des Beschuldigten A._ in das Verfahren involviert ist
und dass sich die Anträge des Privatklägers auf die Bestätigung des
vorinstanzlichen Urteils, auf die Zusprechung einer Prozessentschädigung für das
Berufungsverfahren sowie auf die antragsgemässe Auferlegung der Kosten
beschränkten (Urk. 120). Der Aktenumfang ist vorliegend für ein Berufungs-
verfahren als relativ gering zu erachten, zumal dem Vertreter des Privatklägers
die Akten bereits aus dem vorinstanzlichen Verfahren bekannt waren, was die
Vorbereitungszeit wesentlich verkürzte. Die Eingaben des Beschuldigten
A._, mit welchen sich der Vertreter des Privatklägers im vorliegenden Verfah-
ren neu auseinandersetzen musste, beschränkten sich dabei auf einige wenige
Urkunden. Die sich im Rahmen der Berufung stellenden Fragen sind sodann – für
einen Rechtsanwalt – als nicht sonderlich komplex zu erachten.
Angesichts der konkreten Bedeutung und Schwierigkeit des Falles sowie im
Hinblick auf die durch den Vertreter des Privatklägers zu tätigenden Bemühungen
ist vorliegend für das Berufungsverfahren, innerhalb des weiten Rahmens von
Fr. 1'000.– bis Fr. 28'000.–, eine Grundgebühr von Fr. 2'600.– festzusetzen.
Zuschläge im Sinne von § 17 Abs. 2 AnwGebV für weitere Verhandlungstage
bzw. Rechtsschriften sind dabei nicht zu gewähren.
Da das Honorar als Pauschalbetrag auszurichten ist, erübrigen sich grundsätzlich
Ausführungen zur eingereichten Honorarnote. Steht dem Gericht zur Ausübung
des pflichtgemässen Ermessens bei der Festsetzung der Entschädigung eine
detaillierte Aufstellung über den tatsächlichen Aufwand zur Verfügung, so kann
diese jedoch als Grundlage der Ermessensausübung im Sinne einer
Kontrollrechnung herangezogen werden (ZR 105 [2006] Nr. 1 E. 5a mit weiteren
Hinweisen, insbes. auf ZR 101 [2002] Nr. 19). Die Grundgebühr von Fr. 2'600.–
erweist sich dabei auch unter Berücksichtigung der durch den Vertreter des
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Privatklägers eingereichten Honorarnote sowie der weiteren Umstände als
gerechtfertigt. Zur Honorarnote ist anzumerken, dass der von Rechtsanwalt
Dr. Z._ geltend gemachte Zeitaufwand für die Nachbesprechung der
vorinstanzlichen Hauptverhandlung und die Analyse und Besprechung des
vorinstanzlichen Urteils nicht im Berufungsverfahren geltend gemacht werden
kann. Des Weiteren erscheint der für den der Berufungsverhandlung
vorangehenden Zeitraum geltend gemachte Zeitaufwand, insbesondere für das
Aktenstudium, die Erstellung des Plädoyers und das Treffen mit dem Privatkläger
als übersetzt, wenn berücksichtigt wird, dass die wesentlichen Akten bereits
aufgrund des vorinstanzlichen Verfahrens bekannt waren und dass die
Begründung des durch den Vertreter des Privatklägers in der Berufungs-
verhandlung gehaltenen Plädoyers gerade einmal zwei Seiten umfasste
(Urk. 120). Die Berufungsverhandlung hat sodann um 10.00 Uhr begonnen, wobei
der Vertreter des Privatklägers diese um 14.00 Uhr verlassen hat (Prot. II S. 9 und
S. 17). Unter Berücksichtigung der Wegzeiten ist für die Berufungsverhandlung
somit ein Zeitaufwand von fünf Stunden zu entschädigen. Für die Vorbereitung
der Hauptverhandlung und die Erstellung des zweiseitigen Plädoyers rechtfertigt
sich die Berücksichtigung eines zusätzlichen Aufwandes von rund drei Stunden.
Hieraus ergibt sich ein Zwischentotal von Fr. 2'400.– (8 Stunden x Fr. 300.–). Des
Weiteren macht der Vertreter des Privatklägers Barauslagen von insgesamt
Fr. 46.10 geltend (Urk. 121). Die unter den Titeln Telefonspesen, Kopien sowie
Porti/Fax/E-Mail geltend gemachten Auslagen von Fr. 38.50 erscheinen
ausgewiesen. Die unter Diverses aufgeführten Fr. 7.60 sind demgegenüber nicht
nachvollziehbar und können folglich nicht berücksichtigt werden. Unter Aufrech-
nung des Mehrwertsteuersatzes von 8% auf das sich unter Berücksichtigung der
Barauslagen ergebende Zwischentotal von Fr. 2'438.50 würde infolge einer kon-
kreten Berechnung eine Entschädigung von Fr. 2'633.60 resultieren, weshalb die
Festsetzung der Grundgebühr auf Fr. 2'600.– im Sinne einer Kontrollrechnung
auch in Anbetracht der konkreten Umstände als angemessen erscheint.
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Der Beschuldigte A._ ist folglich zu verpflichten, dem Privatkläger C._
für das Berufungsverfahren eine auf die Hälfte reduzierte Prozessentschädigung
von Fr. 1'300.– zu bezahlen.