Decision ID: 25852653-4bec-5939-8a54-c0e3789ef275
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Gemäss eigenen Angaben verliessen die Beschwerdeführenden ihren Hei-
matstaat etwa am 20. September 2020 und suchte am 11. November 2020
in der Schweiz um Asyl nach. Die Abklärungen des SEM (EURODAC-Hit
vom 13. November 2020) ergaben, dass sie am 24. September 2020 in
Rumänien um Asyl ersucht haben. Am 17. November 2020 fanden die Per-
sonalienaufnahmen statt.
B.
Anlässlich der Dublin-Gespräche vom 24. November 2020 wurde den Be-
schwerdeführenden das rechtliche Gehör zu einem allfälligen Nichteintre-
tensentscheid und der Möglichkeit einer Überstellung nach Rumänien ge-
währt, welches gemäss Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen
Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien
und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung ei-
nes von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mit-
gliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist
(nachfolgend: Dublin-III-VO), grundsätzlich für die Behandlung ihres Asyl-
gesuchs zuständig sei. Die grundsätzliche Zuständigkeit dieses Mitglied-
staates wurde von den Beschwerdeführenden nicht bestritten. Jedoch
machten diese geltend, aus Angst vor einer Abschiebung in die Türkei nicht
nach Rumänien zurückkehren zu wollen, da sie bei einer Rückkehr in ihren
Heimatstaat ins Gefängnis müssten. Sie hätten im Übrigen noch keinen
Asylentscheid erhalten. Zudem seien sie in Rumänien schlecht behandelt
worden. Die Beschwerdeführerin machte ferner in Rumänien persönlich er-
littene Nachteile geltend; sie leide seither an psychischen Problemen.
C.
Am 25. November 2020 ersuchte das SEM die rumänischen Behörden um
Rückübernahme der Beschwerdeführenden gemäss Art. 18 Abs. 1 Bst. b
Dublin-III-VO. Diesem Gesuch wurde am 9. Dezember 2020 gestützt auf
Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-III-VO entsprochen.
D.
Am (...) Dezember 2020 fand ein Psychiatrisches Konsilium statt, welches
ergab, dass die Beschwerdeführerin unter Ein- und Durchschlafstörungen,
einer mittelgradigen depressiven Episode und Vitamin-D-Mangel leide.
E.
Mit separaten Verfügungen vom 12. Januar 2021 (eröffnet am 19. Januar
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2021) trat das SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR
142.31) auf die Asylgesuche der Beschwerdeführenden nicht ein, verfügte
die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete die Überstellung nach Ru-
mänien an. Gleichzeitig wies die Vorinstanz auf die einer allfälligen Be-
schwerde gegen den Entscheid von Gesetzes wegen fehlende aufschie-
bende Wirkung hin, händigte ihnen die editionspflichtigen Akten gemäss
Aktenverzeichnis aus und beauftragte den Kanton Zürich mit dem Vollzug
der Wegweisung.
F.
Mit gemeinsamer Eingabe vom 25. Januar 2021 fochten die Beschwerde-
führenden diese Verfügungen durch ihre Rechtsvertretung beim Bundes-
verwaltungsgericht an. Sie beantragten, die Verfügungen vom 12. Januar
2021 seien aufzuheben und das SEM anzuweisen, auf ihre Asylgesuche
einzutreten; eventualiter sei die Angelegenheit zu weiteren Sachverhalts-
abklärungen an das SEM zurückzuweisen; subeventualiter sei eine Trau-
matherapie in Rumänien sicherzustellen und zu dokumentieren. In pro-
zessualer Hinsicht ersuchten sie um die Gewährung der aufschiebenden
Wirkung und der unentgeltlichen Rechtspflege inklusive Verzicht auf die
Erhebung eines Kostenvorschusses, sowie um die superprovisorische
Aussetzung des Wegweisungsvollzugs.
G.
Mit superprovisorischer Massnahme vom 26. Januar 2021 setzte die In-
struktionsrichterin den Vollzug der angefochtenen Verfügung einstweilen
aus. Gleichentags lagen dem Bundesverwaltungsgericht die Akten der Vor-
instanz in elektronischer Form vor (Art. 109 Abs. 3 AsylG).

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher
zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und so auch vorliegend –
endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
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1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die
Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben
ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung. Sie sind ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert
(Art. 105 und Art. 108 Abs. 3 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG).
Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2.
2.1 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich
Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
2.2 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das
SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen
(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-
deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu
Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1;
2012/4 E. 2.2, je m.w.H.).
3.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachfolgend
aufgezeigt wird, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf einen Schriftenwechsel ver-
zichtet.
4.
4.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-
chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des
Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a
Abs. 1 Bst. b AsylG). Zur Bestimmung des staatsvertraglich zuständigen
Staates prüft das SEM die Zuständigkeitskriterien gemäss Dublin-III-VO.
Führt diese Prüfung zur Feststellung, dass ein anderer Mitgliedstaat für die
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Prüfung des Asylgesuchs zuständig ist, tritt das SEM, nachdem der betref-
fende Mitgliedstaat einer Überstellung oder Rücküberstellung zugestimmt
hat, auf das Asylgesuch nicht ein (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 6.2).
4.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem
einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III als
zuständiger Staat bestimmt wird. Das Verfahren zur Bestimmung des zu-
ständigen Mitgliedstaates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat
erstmals ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO).
Im Fall eines sogenannten Aufnahmeverfahrens (engl.: take charge) sind
die in Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) genannten Kriterien in der dort
aufgeführten Rangfolge (Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskriterien;
vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwenden, und es ist von der Situation
im Zeitpunkt, in dem der Antragsteller erstmals einen Antrag in einem Mit-
gliedstaat gestellt hat, auszugehen (Art. 7 Abs. 2 Dublin-III-VO). Im Rah-
men eines Wiederaufnahmeverfahrens (engl.: take back) – wie die vorlie-
genden – findet demgegenüber grundsätzlich keine (erneute) Zuständig-
keitsprüfung nach Kapitel III statt (vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2
und 8.2.1 m.w.H.).
Erweist es sich als unmöglich, einen Antragsteller in den eigentlich zustän-
digen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche Gründe für die An-
nahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen für An-
tragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische Schwachstellen aufweisen,
die eine Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden Behandlung
im Sinne von Artikel 4 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union
(2012/C 326/02, nachfolgend: EU-Grundrechtecharta) mit sich bringen, ist
zu prüfen, ob aufgrund dieser Kriterien ein anderer Mitgliedstaat als zu-
ständig bestimmt werden kann. Kann kein anderer Mitgliedstaat als zustän-
dig bestimmt werden, wird der die Zuständigkeit prüfende Mitgliedstaat
zum zuständigen Mitgliedstaat (Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO).
4.3 Der nach dieser Verordnung zuständige Mitgliedstaat ist verpflichtet,
einen Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen, dessen Antrag abgelehnt
wurde und der in einem anderen Mitgliedstaat einen Antrag gestellt hat
oder der sich im Hoheitsgebiet eines anderen Mitgliedstaats ohne Aufent-
haltstitel aufhält, nach Massgabe der Artikel 23, 24, 25 und 29 wiederauf-
zunehmen (Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-III-VO).
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Diese Verpflichtung erlischt, wenn der zuständige Mitgliedstaat nachwei-
sen kann, dass der Antragsteller oder eine andere Person im Sinne von
Art. 18 Abs. 1 Bst. d, um dessen/deren Wiederaufnahme er ersucht wurde,
nach Rücknahme oder Ablehnung des Antrags das Hoheitsgebiet der Mit-
gliedstaaten auf der Grundlage eines Rückführungsbeschlusses oder einer
Abschiebungsanordnung verlassen hat. Ein nach einer vollzogenen Ab-
schiebung gestellter Antrag gilt als neuer Antrag, der ein neues Verfahren
zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaats auslöst (vgl. Art. 19 Abs. 3
Dublin-III-VO).
Jeder Mitgliedstaat kann abweichend von Art. 3 Abs. 1 beschliessen, einen
bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen gestellten An-
trag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn er nach den in dieser
Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prüfung zuständig ist
(Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. Selbsteintrittsrecht).
5.
Ein Abgleich der Fingerabdrücke der Beschwerdeführenden mit der "Euro-
dac"-Datenbank ergab, dass diese am 24. September 2020 in Rumänien
ein Asylgesuch eingereicht hatten. Die rumänischen Behörden stimmten
dem Gesuch um Übernahme des SEM vom 25. November 2020 am 9. De-
zember 2020 zu. Die Zustimmung stützte sich auf Art. 18 Abs. 1 Bst. d
Dublin-III-VO (vgl. SEM-Akten [...]-33/1 und [...]-35/1). Den Schreiben der
rumänischen Behörden ist zu entnehmen, dass die Asylanträge der Be-
schwerdeführenden am 9. November 2020 erstinstanzlich abgelehnt und
mangels Anfechtung rechtskräftig geworden seien. Dessen unbesehen ist
die grundsätzliche Zuständigkeit Rumäniens gegeben.
6.
6.1 Die Vorinstanz begründet ihren angefochtenen Entscheid damit, dass
Rumänien für das Verfahren der Beschwerdeführenden bis zu einem allfäl-
ligen Wegweisungsvollzug oder einer allfälligen Regelung des Aufenthalts-
status zuständig sei, auch wenn ihr Asylverfahren in Rumänien bereits
rechtskräftig abgeschlossen sei. Es würden keine begründeten Hinweise
vorliegen, dass Rumänien seinen völkerrechtlichen Verpflichtungen nicht
nachgekommen wäre und das Asyl- und Wegweisungsverfahren nicht kor-
rekt durchgeführt hätte. Neue Asylgründe und Wegweisungshindernisse
seien bei den zuständigen rumänischen Behörden vorzubringen. Der
Wunsch der Beschwerdeführenden nach einem weiteren Verbleib in der
Schweiz habe keinen Einfluss auf die Zuständigkeit für das Asyl- und Weg-
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Seite 7
weisungsverfahren. Es sei nicht davon auszugehen, dass das Asylverfah-
ren und die Aufnahmebedingungen für Asylsuchende in Rumänien
Schwachstellen aufwiesen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder
entwürdigenden Behandlung im Sinne von Art. 4 der EU-Grund-
rechtecharta und Art. 3 EMRK mit sich bringen würden. Es gebe keine Hin-
weise darauf, dass sie bei einer Überstellung nach Rumänien gravierenden
Menschenrechtsverletzungen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO und
Art. 3 EMRK ausgesetzt werden, in eine existenzielle Notlage geraten oder
ohne Prüfung ihrer Asylgesuche und unter Verletzung des Non-Refoule-
ment-Gebots in ihren Heimatstaat überstellt würden. Es lägen keine
Gründe gemäss Art. 16 Abs. 1 Dublin-III-VO vor, welche die Schweiz dazu
verpflichten würden, ihre Asylgesuche zu prüfen. In Rumänien sei der Zu-
gang zu wirksamen Rechtsmitteln gewährleistet. Betreffend die von ihnen
geltend gemachte schlechte Behandlung, insbesondere die von der Be-
schwerdeführerin geltend gemachten erlittenen Nachteile, könnten sie sich
gegebenenfalls mit einer Beschwerde an die zuständigen Stellen wenden
und Hilfe erhalten. Das SEM gehe davon aus, dass ihnen die rumänischen
Behörden vor erneuten Nachteilen entsprechenden Schutz bieten könnten,
und werde die notwendigen Informationen bei der Organisation ihrer Über-
stellung an die rumänischen Behörden übermitteln. Es würden keine be-
gründeten Hinweise vorliegen, dass sie bei einer Rückkehr nach Rumänien
in eine existenzielle Notlage geraten würden. Der Beschwerdeführer habe
keine gravierenden medizinischen Probleme geltend gemacht. Betreffend
die Beschwerdeführerin gehe das SEM davon aus, dass ihre (gesundheit-
lichen) Beschwerden auch in Rumänien weiter behandelt werden könnten.
Die entsprechende medizinische Infrastruktur sei vorhanden und es wür-
den keine Hinweise vorliegen, dass ihr in Rumänien eine medizinische Be-
handlung verweigert worden sei oder zukünftig verweigert würde. Ihrem
aktuellen Gesundheitszustand – mitunter ihrer suizidalen Tendenzen –
trage das SEM bei der Organisation der Überstellung nach Rumänien
Rechnung. In einer Gesamtwürdigung seien keine Gründe ersichtlich, wel-
che die Schweiz veranlassen müsste, die Souveränitätsklausel anzuwen-
den.
6.2 Die Beschwerdeführenden machen geltend, sie würden bei einer Über-
stellung nach Rumänien in Ausschaffungshaft genommen, anschliessend
weggewiesen und in der Türkei umgehend verhaftet. Weil im rumänischen
Asylverfahren kein weiteres Beschwerderecht bestehe, sei die Zuständig-
keit Rumäniens erloschen. Gemäss Art. 19 Abs. 3 Dublin-III-VO würde ein
nach einer vollzogenen Abschiebung gestellter Antrag als neuer Antrag gel-
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ten, der ein neues Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitglied-
staats auslöse. Demnach sei die Schweiz für die Prüfung ihrer Asylgesu-
che zuständig. Die Beschwerdeführenden hätten keine neuen Asylgründe,
welche in Rumänien geltend gemacht werden könnten und seien auf eine
neue Überprüfung in der Schweiz angewiesen.
Die bei der Beschwerdeführerin diagnostizierte posttraumatische Belas-
tungsstörung sei dermassen schwer, dass sich ein Wegweisungsvollzug
suizidal auf sie auswirken könne. Das Gesundheitssystem in Rumänien sei
nicht gut und wenig zugängig. Bei einer Überstellung nach Rumänien
müsse mit einer Verschlimmerung ihrer psychischen Leiden gerechnet
werden. Ferner wisse der Beschwerdeführer bisher nichts von ihrem Er-
lebten, was sich auf die Beziehung auswirke. Die Vorinstanz habe sich in
der angefochtenen Verfügung nicht ausreichend mit diesen Vorbringen
auseinandergesetzt. In der Asylunterkunft seien die Beschwerdeführenden
menschenunwürdigen Zuständen ausgesetzt gewesen. Das Risiko, dass
die Beschwerdeführerin in Rumänien erneut solchen wie die bereits erlitte-
nen Nachteilen ausgesetzt wäre, dürfe nicht eingegangen werden. Weiter
weise das rumänische Asylverfahren systemische Mängel im weiteren
Sinne auf. Es würden Hinweise darauf bestehen, dass Rumänien die Be-
schwerdeführenden in die Türkei zurückschaffen würde. Im November
2020 seien mehrere kurdische Oppositionelle aus Rumänien weggewiesen
worden. Gegen den Beschwerdeführer würden in der Türkei mehrere Straf-
verfahren wegen seines politischen Engagements laufen. Die Vorinstanz
habe ihre Begründungspflicht verletzt, indem sie das Risiko einer Abschie-
bung oppositioneller Kurden nicht weiter abgeklärt habe. Es sei von einer
Verletzung des Non-Refoulement-Prinzips bei einer Überstellung nach Ru-
mänien auszugehen.
7.
Vorab ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführenden zum Ausdruck ge-
bracht haben, selbständig und ohne behördliche Begleitmassnahmen aus
Rumänien ausgereist zu sein, weshalb von einer freiwilligen Ausreise und
nicht einer vollzogenen Abschiebung auszugehen ist. Entgegen der Ein-
schätzung der Beschwerdeführenden ist demnach Art. 19 Abs. 3 Dublin-III-
VO nicht anwendbar und Rumänien bleibt zuständig.
8.
8.1 Im Lichte von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO ist zu prüfen, ob es wesentli-
che Gründe für die Annahme gibt, das Asylverfahren und die Aufnahmebe-
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dingungen für Asylsuchende in Rumänien würden systemische Schwach-
stellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdi-
genden Behandlung im Sinne des Artikels 4 der EU-Grundrechtecharta mit
sich bringen würden.
Rumänien ist Signatarstaat der EMRK, der FoK und des Abkommens vom
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30)
sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 (SR 0.142.301)
und kommt seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflichtungen
nach. Es darf davon ausgegangen werden, dieser Staat anerkenne und
schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des
Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013
zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des in-
ternationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom
26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen,
die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie) ergeben.
Zwar ist die Situation von (abgewiesenen) Asylsuchenden in Rumänien
teilweise problematisch. Dennoch geht das Gericht nicht davon aus, die
bekannten Unzulänglichkeiten würden in einer Weise auftreten, welche da-
rauf schliessen liesse, Rumänien sei grundsätzlich nicht gewillt oder nicht
fähig, Schutzberechtigten die ihnen zustehenden Rechte und Ansprüche
zu gewähren, beziehungsweise dass diese bei Bedarf nicht auf dem
Rechtsweg durchgesetzt werden könnten. Bislang haben weder das Bun-
desverwaltungsgericht noch der Europäische Gerichtshof für Menschen-
rechte (EGMR) systemische Schwachstellen im rumänischen Asylsystem
erkannt. Für eine Änderung der geltenden Rechtsprechung besteht auch
in Würdigung der von den Beschwerdeführenden gemachten Äusserungen
zu ihrer Behandlung beziehungsweise jener von andern türkischen Kurden
in Rumänien keine Veranlassung (vgl. Urteil des BVGer F-2060/2019 vom
10. Mai 2019 m.w.H.; bestätigt in den Urteilen des BVGer E-5656/2020
vom 22. Januar 2021 E. 6.1, D-6557/2020 vom 7. Januar 2021 E. 9.3;
F-6222/2020 vom 16. Dezember 2020 E. 7.3; F-5474/2020 vom 13. No-
vember 2020 E. 4.1; F-4980/2020 vom 14. Oktober 2020 E. 5.2).
Unter diesen Umständen ist die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO
nicht gerechtfertigt.
8.1.1 Die Beschwerdeführenden fordern die Anwendung der Ermessens-
klausel von Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO i.V.m. Art. 29a Abs. 3 der Asylver-
ordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311). Es ist daher zu
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prüfen, ob in ihrem Falle – insbesondere der Beschwerdeführerin – auf-
grund ihrer persönlichen Situation von ihrer Überstellung nach Rumänien
abzusehen ist, weil dies für sie das reelle und naheliegende Risiko einer
unmenschlichen oder entwürdigenden Behandlung im Sinne von Art. 4 EU-
Grundrechtecharta und Art. 3 EMRK mit sich bringen würde (vgl. BVGE
2012/27 E. 6.4; 2010/45 E. 7.4; Urteile des BVGer F-7195/2018 vom
11. Februar 2020 E. 6.6.9; E-3356/2018 vom 27. Juni 2018 E. 4.2; Urteil
des EGMR Tarakhel gegen Schweiz vom 4. November 2014, Grosse Kam-
mer 29217/12, § 104; Urteil des EuGH vom 19. März 2019 C-163/17 Jawo
Rn. 76 ff.).
8.1.2 Die rumänischen Behörden stimmten der Wiederaufnahme der Be-
schwerdeführenden gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-III-VO zu und
hielten fest, dass ihre Asylgesuche am 9. November 2020 abgelehnt wor-
den seien (vgl. SEM-Akten [...]-33/1 und [...]-35/1). Rumänien hat damit
anerkannt, die Verantwortung für einen Wegweisungsvollzug zu überneh-
men, sollte den Beschwerdeführenden keine provisorischen Aufenthaltsti-
tel gewährt werden. Näheres dazu ist vorliegend aber nicht bekannt. Da
ihre Gesuche bereits Gegenstand einer materiellen Überprüfung durch die
rumänischen Behörden gebildet haben, steht es ihnen frei, nach ihrer Über-
stellung ein Mehrfach- oder ein Wiedererwägungsgesuch zu stellen
(Art. 28 Abs. 2 und Art. 40–42 Verfahrensrichtlinie). Die Beschwerdefüh-
renden haben nicht hinreichend dargetan, dass der Entscheid in Rumänien
in Verletzung internationaler Verfahrensbestimmungen ergangen sein
könnte.
Aus dem Umstand, dass die Asylgesuche der Beschwerdeführenden in
Rumänien abgelehnt wurden, lässt sich nicht ableiten, das Asylverfahren
sei nicht korrekt durchgeführt worden oder die rumänischen Behörden wür-
den das Non-Refoulement-Gebot missachten und sie zur Ausreise in ein
Land zwingen, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem
Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr laufen
würden, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (vgl. Urteil
des BVGer E-3773/2020 vom 28. Juli 2020 E. 5.3). Die vertretenen Be-
schwerdeführenden legen keine Beweise dafür ins Recht und vermögen
überdies auch nicht substantiiert darzulegen, dass und inwiefern die Be-
handlung ihrer Asylgesuche mangelhaft gewesen sein könnte. In diesem
Zusammenhang ist festzustellen, dass ein definitiver Entscheid über ein
Asylgesuch und die Wegweisung in das Heimatland nicht per se eine Ver-
letzung des Non-Refoulement-Prinzips darstellen. Das Prinzip der Über-
prüfung eines Asylgesuchs durch einen einzigen Mitgliedstaat ("one
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chance only") dient im Gegenteil der Vermeidung von multiplen Asylgesu-
chen in verschiedenen Staaten (sogenanntes "asylum shopping"; vgl.
BVGE 2017 VI/5 E. 8.5.3.3). Vorliegend führt die Überstellung der Be-
schwerdeführenden nach Rumänien gemäss Akten nicht zu einer Ketten-
abschiebung, welche gegen das Non-Refoulement-Prinzip verstossen
würde, wie es in Art. 33 FK verankert ist (und sich ausserdem aus Art. 4
der EU-Grundrechtecharta, Art. 3 EMRK oder Art. 3 FoK ableiten lässt).
Die Vorinstanz ist auch nicht gehalten, Zusicherungen der rumänischen
Behörden bezüglich eines minimalen Schutzes und der Einhaltung des
Non-Refoulement-Gebots einzuholen. Es ist vielmehr davon auszugehen,
dass Rumänien seinen Verpflichtungen aus der Verfahrens- sowie der Auf-
nahmerichtlinie insoweit nachkommt und dabei auch das Non-Refoule-
ment-Gebot angemessen berücksichtigt. Nichts zu ihren Gunsten abzulei-
ten vermögen die Beschwerdeführenden ferner aus den auf Beschwerde-
ebene erneut eingereichten, nicht auf den Einzelfall Bezug nehmenden
Zeitungsberichten. Die Aussage in der Beschwerdeschrift, wonach in der
Türkei mehrere Strafverfahren gegen den Beschwerdeführer wegen seines
politischen Engagements vorliegen würden, wird nicht weiter ausgeführt.
Aus den Berichten kann nicht herausgelesen werden, inwiefern die darin
erwähnten Personen ein vergleichbares Profil mit dem Beschwerdeführer
aufweisen würden. Anzumerken gilt es an dieser Stelle schliesslich, dass
die Beschwerdeführenden das Land freiwillig verlassen und die rumäni-
schen Behörden nicht versucht haben, sie in die Türkei oder in ein anderes
Land zu bringen.
Die Beschwerdeführenden haben auch keine konkreten Hinweise für die
Annahme dargetan, Rumänien würde ihnen dauerhaft die ihnen gemäss
Aufnahmerichtlinie zustehenden minimalen Lebensbedingungen vorent-
halten. Aus dem Erlebten der Beschwerdeführerin sowie den von den Be-
schwerdeführenden dokumentierten Missständen in der Asylunterkunft
könnte jedenfalls nicht darauf geschlossen werden. Bei einer allfälligen
vorübergehenden Einschränkung könnten sie sich im Übrigen an die dafür
zuständigen Behörden wenden und die ihnen zustehenden Aufnahmebe-
dingungen auf dem Rechtsweg einfordern (vgl. Art. 26 der Aufnahmericht-
linie). Zudem steht ihnen die Möglichkeit offen, die vor Ort tätigen karitati-
ven Organisationen zu kontaktieren.
8.1.3 Es ist vorliegend nicht zu erwarten, dass die die Beschwerdeführen-
den bei einer Rückführung zu erwartenden Bedingungen in Rumänien der-
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Seite 12
art schlecht sind, dass sie zu einer Verletzung von Art. 4 der EU-Grund-
rechtecharta, Art. 3 EMRK oder Art. 3 FoK führen könnten (vgl. Urteil des
BVGer F-3773/2020 vom 28. Juli 2020 E. 5.3).
8.2
8.2.1 Die Beschwerdeführerin beruft sich darauf, ihr Gesundheitszustand
stehe einer Überstellung entgegen; ihr gehe es psychisch sehr schlecht.
Damit macht sie geltend, die Überstellung nach Rumänien setze sie einer
Gefahr für ihre Gesundheit aus und verletze damit Art. 3 EMRK.
Sie konnte indessen nicht nachweisen, dass sie nicht reisefähig ist oder
eine Überstellung ihre Gesundheit ernsthaft gefährden würde. Dem jüngs-
ten psychiatrischen Bericht des C._ vom (...) Dezember 2020 ist zu
entnehmen, dass sie unter Ein- und Durchschlafstörungen, einer mittelgra-
digen depressiven Episode sowie an Vitamin-D-Mangel leide. Zudem be-
stehe ein Verdacht auf eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS).
Derzeit werde sie medikamentös behandelt. Gemäss dem Bericht liege
keine akute Suizidalität vor. Ihr Gesundheitszustand ist nicht derart gravie-
rend, als dass eine Überstellung nach Rumänien eine tatsächliche Gefahr
(real risk) einer Verletzung von Art. 3 EMRK mit sich bringen würde (vgl.
BVGE 2011/9 E. 7 mit Hinweisen auf die Rechtsprechung des EGMR sowie
Urteil des EGMR P. gegen Belgien vom 13. Dezember 2016, 41738/10).
Die vorgebrachten gesundheitlichen Probleme sind auch nicht von einer
derartigen Schwere, dass aus humanitären Gründen von einer Überstel-
lung abgesehen werden müsste. Im Weiteren ist darauf hinzuweisen, dass
die mit der Überstellung beauftragten Behörden die besonderen Bedürf-
nisse der Beschwerdeführerin – einschliesslich die der notwendigen medi-
zinischen Versorgung, auch in Bezug auf die Corona-Problematik – berück-
sichtigen würden, sollte dies erforderlich sein (vgl. Art. 31 Abs. 2 Bst. a
Dublin-III-VO).
8.2.2 Im Übrigen verfügt Rumänien über eine ausreichende medizinische
Infrastruktur. Die Mitgliedstaaten sind verpflichtet, den Antragstellern die
erforderliche medizinische Versorgung, die zumindest die Notversorgung
und die unbedingt erforderliche Behandlung von Krankheiten und schwe-
ren psychischen Störungen umfasst, zugänglich zu machen (Art. 19 Abs. 1
Aufnahmerichtlinie); den Antragstellern mit besonderen Bedürfnissen ist
die erforderliche medizinische oder sonstige Hilfe (einschliesslich nötigen-
falls einer geeigneten psychologischen Betreuung) zu gewähren (Art. 19
Abs. 2 Aufnahmerichtlinie). Es liegen keine Hinweise vor, wonach Rumä-
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Seite 13
nien der Beschwerdeführerin eine adäquate medizinische Behandlung ver-
weigern würde. Der Antrag betreffend Einholung von individuellen Zusiche-
rungen bezüglich der Verfügbarkeit einer Traumatherapie ist abzuweisen.
8.3 Die Überstellung der Beschwerdeführenden nach Rumänien erweist
sich nach dem Gesagten nicht als völkerrechtlich unzulässig. Die Rüge,
das SEM habe sich in der Entscheidfindung sowie -begründung nicht sach-
gerecht mit dem Sachverhalt – insbesondere betreffend die geltend ge-
machten erlittenen Nachteile der Beschwerdeführerin sowie die Abschie-
bungen oppositioneller Kurden – auseinandergesetzt, erweist sich nach
dem Gesagten als unbegründet. Somit ist der Eventualantrag um Rückwei-
sung der Sache an die Vorinstanz abzuweisen.
8.4 Soweit die Beschwerdeführenden das Vorliegen von "humanitären
Gründen" geltend machen, ist Folgendes festzuhalten:
Gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts verfügt das SEM bei der
Anwendung der Kann-Bestimmung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 über einen
Ermessensspielraum (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.). Seit der Kognitionsbe-
schränkung durch die Asylgesetzrevision vom 1. Februar 2014 (Streichung
der Angemessenheitskontrolle des Bundesverwaltungsgerichts gemäss
aArt. 106 Abs. 1 Bst. c AsylG) überprüft das Gericht den vorinstanzlichen
Verzicht der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 nicht mehr auf Ange-
messenheit hin; das Gericht beschränkt seine Beurteilung nunmehr im We-
sentlichen darauf, ob das SEM den Sachverhalt diesbezüglich korrekt und
vollständig erhoben, allen wesentlichen Umständen Rechnung getragen
und seinen Ermessensspielraum genutzt hat (vgl. Art. 106 Abs. 1 Bst. a
und b AsylG).
Das SEM hat in der angefochtenen Verfügung die Äusserungen der Be-
schwerdeführenden berücksichtigt und ihren persönlichen Umständen
Rechnung getragen (vgl. SEM-Akten 1080964-42/11 S. 4 f. und 1080964-
43/12 S. 3 ff.). Den Akten sind keine Hinweise auf eine gesetzeswidrige
Ermessensausübung (Art. 106 Abs. 1 Bst. a und Bst. b AsylG) durch die
Vorinstanz zu entnehmen. Es hat somit innerhalb seines Ermessensspiel-
raums gehandelt, welcher im Ergebnis vom Bundesverwaltungsgericht
nicht mehr überprüft werden kann, weshalb es sich weiterer Ausführungen
zur Frage eines Selbsteintritts enthält.
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Nach dem Gesagten besteht kein Grund für eine Anwendung der Ermes-
sensklauseln von Art. 17 Dublin-III-VO. Der Vollständigkeit halber ist fest-
zuhalten, dass die Dublin-III-VO den Schutzsuchenden kein Recht ein-
räumt, den ihren Antrag prüfenden Staat selber auszuwählen (vgl. auch
BVGE 2010/45 E. 8.3).
8.5 Somit bleibt Rumänien der für die Behandlung der Asylgesuche der
Beschwerdeführenden zuständige Mitgliedstaat gemäss Dublin-III-VO.
9.
Das SEM ist demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b
AsylG auf die Asylgesuche der Beschwerdeführenden nicht eingetreten.
Da die Beschwerdeführenden nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts-
oder Niederlassungsbewilligung sind, wurde die Überstellung nach Rumä-
nien in Anwendung von Art. 44 AsylG ebenfalls zu Recht angeordnet
(Art. 32 Bst. a AsylV 1).
10.
Da das Fehlen von Überstellungshindernissen bereits Voraussetzung des
Nichteintretensentscheides gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist, sind
allfällige Vollzugshindernisse gemäss Art. 83 Abs. 3 und 4 AIG (SR 142.20)
unter diesen Umständen nicht mehr zu prüfen (vgl. BVGE 2015/18 E. 5.2
m.w.H.).
11.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen und die Verfügung
des SEM zu bestätigen.
Der am 26. Januar 2021 im Rahmen einer superprovisorischen Mass-
nahme einstweilen angeordnete Vollzugsstopp ist wieder aufzuheben.
12.
12.1 Die Anträge auf Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses
sowie auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde erwei-
sen sich mit vorliegendem Urteil als gegenstandslos.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten grundsätzlich den Be-
schwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Das Gesuch um
Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65
Abs. 1 VwVG ist abzuweisen, weil sich die Beschwerde entsprechend den
vorstehenden Erwägungen bereits bei Eingang der Beschwerde, unbese-
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hen der finanziellen Verhältnisse der Beschwerdeführenden, als aussicht-
los erwiesen hat. Demzufolge sind die Verfahrenskosten in der Höhe von
Fr. 750.– den Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 1‒3 des Regle-
ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor
dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
12.2 Angesichts der Abweisung des Gesuches um unentgeltliche Prozess-
führung, ist auch das Gesuch um Beigabe eines amtlichen Rechtsbeistan-
des abzuweisen (Art. 102m Abs. 1 AsylG e contrario).
(Dispositiv nächste Seite)
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