Decision ID: 795929c7-ef7d-4e26-804b-a195d59a8537
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Rekurrent,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso Glavas, Haus zur alten Dorfbank,
9313 Muolen,
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse des Kantons St.
Gallen, Brauerstrasse 54, Postfach, 9016 St. Gallen,
Vorinstanz,
betreffend
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individuelle Prämienverbilligung 2009
Sachverhalt:
A.
A.a A._ ersuchte am 16. November 2009 die Sozialversicherungsanstalt des
Kantons St. Gallen (SVA) um eine individuelle Prämienverbilligung (IPV) für die
Krankenversicherung im Jahr 2009 für sich und seine Ehefrau (act. G 3.1/1).
A.b Mit Verfügung vom 9. Dezember 2009 wies die SVA das Gesuch ab mit der
Begründung, bei einem anrechenbaren Einkommen im Jahr 2007 von Fr. 65'500.--
(Reineinkommen gemäss Veranlagungsberechnung über die Staats- und
Gemeindesteuern 2007: Fr. 65'565.-- [act. G 3.1/13, 14]) bestehe kein Anspruch auf
IPV (act. G 3.1/2).
B.
B.a Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt
Dr. iur. K. Glavas, Muolen, am 7. Januar 2009 (richtig: 2010) Einsprache und beantragte
sinngemäss eine Neuberechnung der Prämienverbilligung gestützt auf die
Einkommensverhältnisse im Jahr 2008, da sich diese gegenüber dem Jahr 2007
wesentlich verändert hätten (act. G 3.1/3). Am 19. Januar 2009 (richtig: 2010) reichte
der Rechtsvertreter die Einsprachebegründung nach und führte aus, dass sich die
Einnahmen des Versicherten und seiner Ehefrau monatlich nur noch auf Fr. 2'740.10
(Rente der Invaliden- und Unfallversicherung des Versicherten [act. G 3.1/7]) belaufen
würden, nachdem die Krankentaggelder der Ehefrau am 13. Juni 2008 erloschen seien.
An die Stelle dieses Ersatzeinkommens seien keine anderen Einnahmen getreten (act.
G 3.1/5).
B.b Mit Schreiben vom 3. Februar 2009 (richtig: 2010) reichte der Rechtsvertreter des
Versicherten entsprechend der Aufforderung der SVA vom 22. Januar 2010 (act. G
3.1/17) die Veranlagungsverfügung über die Staats- und Gemeindesteuern 2008 sowie
die vorläufige Steuerrechnung 2009 ein (act. G 3.1/19).
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B.c Mit Schreiben vom 8. Februar 2010 teilte die SVA dem Rechtsvertreter des
Versicherten mit, dass der alleinige Wegfall des Krankentaggeldes keine dauerhafte
Veränderung darstelle. Als solche gelte jedoch der Eintritt ins Rentenalter oder der
Bezug einer Invalidenrente. Zurzeit liege jedoch kein Entscheid der
Invalidenversicherung vor (act. G 3.1/21).
B.d Am 19. Februar 2010 sistierte die SVA das Einspracheverfahren bis zum Vorliegen
eines rechtskräftigen Entscheids der Invalidenversicherung (act. G 3.1/23). Mit
Verfügung vom 1. Oktober 2010 lehnte die Invalidenversicherung einen
Rentenanspruch der Ehefrau des Versicherten ausgehend von einem Invaliditätsgrad
von 20% ab (act. G 3.1/25).
B.e Mit Einspracheentscheid vom 3. Februar 2011 wies die SVA die Einsprache des
Versicherten aufgrund einer fehlenden dauerhaften Einkommensveränderung ab (act. G
3.1/20).
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die vom Rechtsvertreter des
Versicherten am 11. Februar 2011 erhobene Beschwerde (richtig: Rekurs) mit dem
Antrag, der angefochtene Einspracheentscheid sei aufzuheben und dem Rekurrenten
sei die IPV für das Jahr 2009 zu gewähren, unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
C.b In ihrer Vernehmlassung vom 1. März 2011 beantragt die Vorinstanz Abweisung
des Rekurses.
C.c Mit Replik vom 8. März 2011 hält der Rechtsvertreter des Rekurrenten an seinem
Antrag fest. Die Vorinstanz hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet.
C.d Auf die weiteren Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften wird - soweit

erforderlich - in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.
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Streitig und zu prüfen ist, ob die Vorinstanz das Gesuch des Rekurrenten um eine
Prämienverbilligung für das Jahr 2009 zu Recht basierend auf den st. gallischen
Steuerdaten des Jahres 2007 abgelehnt hat.
2.
Nach Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG; SR
832.10) haben die Kantone den Versicherten in bescheidenen wirtschaftlichen
Verhältnissen Prämienverbilligungen zu gewähren. Dazu haben sie nach Art. 97 Abs. 1
KVG Ausführungsbestimmungen zu erlassen, bei deren Ausgestaltung die
Bedingungen von Art. 66 KVG sowie Art. 65 Abs. 3 KVG zu beachten sind (Art. 65 Abs.
2 KVG). Der Kanton St. Gallen ist dieser Verpflichtung durch die Art. 9-16 des
Einführungsgesetzes zur Bundesgesetzgebung über die Krankenversicherung (sGS
331.11; EG-KVG) und die dazugehörigen Vollzugsvorschriften in Art. 9-38 der
Verordnung zum Einführungsgesetz zur Bundesgesetzgebung über die
Krankenversicherung (sGS 331.111; Vo-EG) nachgekommen, wobei er insbesondere
die persönlichen (Art. 10 EG-KVG) und die einkommensmässigen (Art. 11 EG-KVG)
Voraussetzungen sowie die Höhe der Prämienverbilligung (Art. 12 EG-KVG) festgesetzt
hat. Eine Prämienverbilligung wird nach Art. 10 Abs. 1 EG-KVG Personen gewährt, die
im Kanton St. Gallen steuerrechtlichen Wohnsitz haben (lit. a) und ein die
Prämienverbilligung auslösendes Einkommen erzielen (lit. b). In Bezug auf die
einkommensmässigen Voraussetzungen bestimmt Art. 11 EG-KVG, dass das die
Prämienverbilligung auslösende Einkommen unter teilweiser Berücksichtigung des
steuerbaren Vermögens von der Regierung durch Verordnung festgesetzt wird (Abs. 1).
Grundlage für die Berechnung der Prämienverbilligung bildet in der Regel die letzte
definitive Steuerveranlagung (Abs. 2). Entspricht das ermittelte Einkommen
offensichtlich nicht der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, wird auf diese abgestellt
(Abs. 3).
3.
3.1 Die Vorinstanz hat bei der Prüfung des Anspruchs des Rekurrenten und seiner
Ehefrau auf Prämienverbilligung für das Jahr 2009 entsprechend der in Erwägung 2
dargelegten Regelung auf die rechtskräftigen Zahlen der definitiven Steuerveranlagung
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2007 und damit auf ein Reineinkommen bzw. steuerbares Einkommen von Fr. 65'500.--
abgestellt (act. G 3.1/14), welches - nachdem die Vorinstanz gemäss definitiver
Steuerveranlagung 2007 keine nennenswerten weiteren Zuschläge oder Abzüge zu
berücksichtigen hatte (vgl. Veranlagungsberechnung vom 27. Mai 2008 [act. G 3.1/13])
- dem massgebenden Einkommen entspricht (vgl. dazu Art. 12 Abs. 2 Vo-EG). Der
Rekurrent macht indes geltend, dass seiner Ehefrau ab 13. Juni 2008 keine
Krankentaggelder mehr ausgerichtet worden seien, womit gegenüber den Steuerdaten
2007 eine offensichtliche und dauerhafte Veränderung der wirtschaftlichen
Leistungsfähigkeit eingetreten sei. - Nach Art. 11 Abs. 3 EG-KVG wird dann von der
letzten definitiven Steuerveranlagung abgewichen, wenn das ermittelte Einkommen
offensichtlich nicht der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit entspricht. Als
Bemessungsgrundlagen werden in diesem Fall die Gegenwartswerte herangezogen. Es
bedarf bestimmter Voraussetzungen, um auf die tatsächlichen Verhältnisse abstellen zu
können. Mit der Verwendung des Begriffs "offensichtlich" in Art. 11 Abs. 3 EG-KVG
wird zum Ausdruck gebracht, dass nicht jede Veränderung der wirtschaftlichen
Verhältnisse massgebend sein kann, um von den Steuerdaten abzuweichen. Die
Diskrepanz zwischen der früheren und der aktuellen wirtschaftlichen Lage, welche
sowohl vom Einkommen als auch vom Vermögen beeinflusst wird, muss
rechtserheblich sein. Praxisgemäss rechtfertigen nur grundlegende und tiefgreifende
Änderungen der Verhältnisse ein Abweichen von der letzten definitiven
Steuerveranlagung. Anders wäre der Vollzug der Prämienverbilligung in einem
einfachen und raschen Verfahren gar nicht zu bewerkstelligen (Urteil des
Verwaltungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 10. Mai 2005, B 2005/23, E. 2c). Nach
dem seit 1. Januar 2008 geltenden Art. 12 Vo-EG in der Fassung gemäss XV.
Nachtrag zur Vo-EG vom 11. Dezember 2007 (nGS 43-10) wird auf die wirtschaftliche
Leistungsfähigkeit anstelle des ermittelten Einkommens abgestellt, wenn sich die
Einkommensgrundlagen dauerhaft verändert haben (Abs. 1) und die Abweichung im
Bezugsjahr wenigstens einen Viertel des massgebenden Einkommens des vorletzten
Jahres beträgt (Abs. 2).
3.2 Falls von der ordentlichen Berechnungsgrundlage abgewichen und stattdessen
auf die tatsächliche wirtschaftliche Leistungsfähigkeit abgestellt werden soll, ist Art. 9
Abs. 1 Vo-EG zu beachten, wonach für die Anspruchsberechtigung auf
Prämienverbilligung für Personen mit zivilrechtlichem Wohnsitz oder einer
quater
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fremdenpolizeilichen Bewilligung zum Jahresaufenthalt im Kanton die persönlichen und
familiären Verhältnisse am 1. Januar des Jahres massgebend sind, für das die
Prämienverbilligung beansprucht wird. Dabei handelt es sich um die aktuellsten Daten
(vgl. dazu Art. 65 Abs. 3 KVG). Einzig bei der Geburt eines Kindes wird das
massgebende Einkommen ab dem Geburtsmonat neu festgelegt (Art. 13 Vo-EG). Das
Verwaltungsgericht hat sodann im bereits erwähnten Entscheid vom 10. Mai 2005
(a.a.O.) festgehalten, dass grundsätzlich auch Änderungen, die zu Beginn des
Anspruchsjahres bzw. im Zeitpunkt des Gesuchs auf eine grundlegende Veränderung
der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit deuten, Berücksichtigung finden könnten.
4.
4.1 Zu prüfen ist somit, ob im konkreten Fall, ausgehend von den Verhältnissen am
1. Januar 2009, eine dauerhafte Verringerung der massgeblichen
Einkommensgrundlagen um mindestens 25% bejaht werden kann. Die Ehefrau des
Rekurrenten erhielt unbestrittenermassen am 12. Juni 2008 letztmals
Krankentaggelder. Das Reineinkommen bzw. steuerbare Einkommen im Jahr 2008
betrug gemäss Veranlagungsverfügung über die Staats- und Gemeindesteuern 2008
Fr. 45'100.--. Die Reduktion des Reineinkommens bzw. steuerbaren Einkommens im
Jahr 2008 gegenüber 2007 beträgt somit in quantitativer Hinsicht rund 30 Prozent,
womit das 1. Kriterium der Einkommensabweichung von wenigstens 25% erfüllt wäre.
Indessen ist im Wegfall der Krankentaggelder - wie sich zeigen wird - keine dauerhafte
und qualitative Veränderung der Einkommensgrundlagen als kumulativ erforderliches
Kriterium zu erblicken, welche ein Abweichen von der ordentlichen
Berechnungsgrundlage rechtfertigen könnte.
4.2 Der Rechtsvertreter des Rekurrenten setzt den Sachverhalt der Einstellung der
Krankentaggelder dem Aussteuerungs-Sachverhalt bei der Ausschöpfung des
Anspruchs auf Leistungen der Arbeitslosenversicherung (ALV) gleich. Die
Beschwerdegegnerin erachtet die beiden Sachverhalte nicht als vergleichbar. Nur
letzterer vermöge das Kriterium der Dauerhaftigkeit im Zwischenjahr vom
massgebenden Steuerjahr zum Bezugsjahr zu erfüllen. Ebenfalls als dauerhaft würde
sie den Bezug einer AHV- oder einer IV-Rente beurteilen, sofern diese im Zwischenjahr
neu ausgerichtet wird, was der Rechtsvertreter des Rekurrenten ebenfalls in Frage
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stellt. Er argumentiert, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit ändere sich in aller Regel
nicht derart wesentlich und dauernd, wenn jemand eine Invalidenrente erhalte, wie
wenn die Krankentaggelder ersatzlos gestrichen würden und kein adäquates
Ersatzeinkommen dazu komme. Das Gesetz könne und wolle eine versicherte Person
nicht schlechter stellen, wenn sie die wesentlichen Einnahmen von 80% des früheren
Einkommens nun nicht mehr erhalte, als wenn ihr gar anstelle des Lohns eine
Invalidenrente ausgerichtet werde. Ziel und Zweck des Gesetzes sei nicht die
Anknüpfung an die Ausrichtung einer Invalidenrente, sondern die tatsächliche,
wesentliche und dauernde Einschränkung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, die
sich bei Wegfall der Krankentaggelder massgebend und wie im konkreten Fall
nachhaltig und dauernd auswirke.
4.3
4.3.1 Vom zeitlichen Gesichtspunkt aus betrachtet stellen die Ausschöpfung des
Arbeitslosenversicherungsanspruchs, die Neuausrichtung einer Invalidenrente, aber
auch die Einstellung bzw. Ausschöpfung der Krankentaggelder (verbunden mit der
Abweisung eines Rentenanspruchs) dauerhafte Sachverhalte dar. In Bezug auf die
Ausschöpfung eines gesetzlichen Anspruchs ergibt sich diese Beurteilung bereits
definitionsgemäss. Den Sachverhalten der Ausrichtung eines Taggeldes der
Arbeitslosenversicherung, eines Krankentaggeldes sowie einer Invalidenrente ist
sodann gemeinsam, dass sie den Einkommensausfall bei einer Erwerbstätigkeit ganz
oder teilweise ausgleichen, den die versicherte Person im Versicherungsfall, d.h. durch
Invalidität, Krankheit (und Mutterschaft) bzw. Arbeitslosigkeit erleidet. Bei der
Arbeitslosen-, Krankentaggeld- und Invalidenversicherung handelt es sich mithin
ausnahmslos um Erwerbsausfallversicherungen. Der Rechtsvertreter des Rekurrenten
weist schliesslich auf die weitere Parallele hin, dass sowohl die Arbeitslosen- als auch
die Krankentaggeldversicherung häufig bzw. im Regelfall 80% des versicherten
Verdienstes abdecken (vgl. dazu Art. 22 Abs. 1 des Arbeitslosenversicherungsgesetzes
[AVIG; SR 837.0]; Art. 72 des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung [KVG; SR
832.10]) und sich die Einkommensveränderung somit rein quantitativ bei Wegfall der
Versicherungsleistungen gleich darstellt.
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4.3.2 Im konkreten Fall sind jedoch die Vergleiche in Anwendung von Art. 11
Abs. 3 EG-KVG anzustellen. Hierbei ist zu beachten, dass die geforderte dauerhafte
Veränderung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit nicht dem Eintreten einer
Einkommenseinbusse gleichgesetzt werden darf. IV-rechtlich sind
Gesundheitsschäden nur relevant, wenn die durch sie bewirkte Erwerbsunfähigkeit
bleibender Natur oder von voraussichtlich längerer Dauer ist (Ulrich Meyer,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 2. Aufl., Zürich 2010, S. 29). Die
Dauerhaftigkeit beim Neubezug einer Invalidenrente lässt sich aus dem Gesagten ohne
Weiteres ableiten. Die Invalidität verhindert die Erzielung eines Einkommens und stellt
damit eine dauerhafte Veränderung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit dar. Eine
Veränderung hinsichtlich Leistungsart oder Versicherungsfall (Erwerbsausfall infolge
Invalidität) steht vorerst nicht zur Diskussion. Selbstverständlich muss kumulativ immer
auch das Ausmass der quantitativen Veränderung geprüft werden. Bei der
Neuausrichtung einer Altersrente der AHV enthebt das Alter definitiv von der Pflicht, ein
Einkommen zu erzielen, was regelmässig eine dauerhafte Veränderung der
wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit bewirkt. In seinem Entscheid vom 1. März 2010 (KV-
SG 2009/5) musste das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen die Frage, ob die
Ausschöpfung des Arbeitslosenversicherungsanspruchs ebenfalls als solche zu
betrachten ist, nicht abschliessend beantworten. Wie der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers zutreffend festhält, stellt sich die Ausschöpfung der
Krankentaggelder sowie des Arbeitslosenversicherungsanspruchs mit Blick auf Art. 11
Abs. 3 EG-KVG gleich, gegenüber der Neuausrichtung einer Invalidenrente und einer
Altersrente der Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) aber eben unterschiedlich
dar. Die Ausschöpfung des Arbeitslosenversicherungstaggeldes sowie des
Krankentaggeldes sind in Bezug auf den konkreten Schadenfall ebenfalls als
endgültige Sachverhalte zu betrachten. Dennoch kommen sie keiner dauerhaften
Veränderung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit gleich, sondern sind lediglich einer
Einkommenseinbusse gleichzusetzen. Im Anschluss an die Ausschöpfung des
Arbeitslosenversicherungstaggeldes erzielt zwar die fortdauernd arbeitslose,
vermittlungsfähige Person kein Einkommen. Entscheidend ist jedoch, dass sie
grundsätzlich in der Lage wäre, ein solches zu erzielen. Eine Veränderung der
wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit gilt es dabei zu verneinen. Die Veränderung
geschieht einzig in Bezug auf den Wegfall der Entschädigung des Erwerbsausfalls,
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womit eine Einkommensbusse entsteht. Entsprechend verhält es sich bei der
Ausschöpfung des Krankentaggeldes, wenn keine andere Erwerbsausfallversicherung
an dessen Stelle tritt. Betrachtet sich die versicherte Person rein subjektiv als
fortdauernd krank, so übernimmt (im Anschluss) weder die Invalidenversicherung
(Verneinung einer objektivierbaren Arbeitsfähigkeit) noch die Arbeitslosenversicherung
(Verneinung der Vermittlungsfähigkeit bzw. Bereitschaft, eine zumutbare Arbeit
anzunehmen) den Erwerbsausfall. Die Fähigkeit ein Einkommen zu erzielen, besteht
aber gleichwohl. Insofern kann auch dieser Sachverhalt nicht unter den Titel der
wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit bzw. einer dauerhaften Veränderung derselben
eingeordnet werden. Durch die Ausschöpfung des Krankentaggeldes entsteht
wiederum einzig eine Einkommenseinbusse. Dem Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers ist also darin zuzustimmen, dass sowohl im Fall der
Arbeitslosigkeit, einer Reduktion des Arbeitspensums sowie der Heilung der Krankheit,
aber auch im Fall der Ausschöpfung der Arbeitslosen- und Krankentaggelder jederzeit
mit einer Arbeitsaufnahme gerechnet werden muss, eine solche sogar erwartet werden
darf. Gerade angesichts dieses Umstandes fällt jedoch bei diesen Sachverhalten eine
dauerhafte Veränderung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit einheitlich ausser
Betracht.
4.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Ausschöpfung des
Krankentaggeldes nicht als dauerhafte Veränderung der Einkommensgrundlage gelten
kann. Entsprechend hat die Vorinstanz bei der Berechnung der individuellen
Prämienverbilligung für das Jahr 2009 zu Recht auf das Reineinkommen bzw.
steuerbare Einkommen aus dem Jahr 2007 abgestellt. Wie die Beschwerdegegnerin in
der Beschwerdeantwort festhält, kann sich jedoch die Einstellung der
Krankentaggelder, mithin die vorübergehende Reduktion des Einkommens, - wie beim
Beschwerdeführer geschehen - immerhin bei der Anwendung der ordentlichen
Bemessungsregeln im Rahmen der Anspruchsvoraussetzungen für die
Prämienverbilligung der nachfolgenden Jahre auswirken (vgl. dazu act. G 3.1/26).
5.
5.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist der Rekurs gegen den
Einspracheentscheid vom 3. Februar 2011 abzuweisen.
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5.2 Gemäss Art. 95 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRP;
sGS 951) hat in Streitigkeiten grundsätzlich jener Beteiligte die Kosten zu tragen,
dessen Begehren ganz oder zum Teil abgewiesen werden. Der Rekurrent ist im
vorliegenden Verfahren vollständig unterlegen und hätte demnach für die
Gerichtskosten aufzukommen. In Anbetracht der Umstände (bescheidene
wirtschaftliche Verhältnisse im Sinn von Art. 9 EG-KVG) rechtfertigt es sich jedoch, in
Anwendung von Art. 97 VRP auf die Erhebung von Gerichtskosten zu verzichten.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP