Decision ID: 22818172-90a4-489c-821b-08459537466f
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1963 geborene
X._
war
ab
1.
September 2014
als Leiterin
Pflege und Betreuung
bei der
Y._
AG
angestellt und im Rahmen dieses Arbeitsverhältnisses bei der
Elips Versicherungen AG
(nachfolgend: Elips)
gegen die Folgen von Unfällen versichert. Mit
undatierter
Bagatellunfall-Meldung
UVG
(eingetroffen bei der Elips spätestens am 1
4.
Januar 2016,
Urk.
10/
3/
54)
liess
sie
dieser
mitteilen, dass
sie
am
1
2.
Januar 2016 gestürzt sei
,
sich am linken Knie eine Schwellung und oberflächliche Schürfung zugezogen
habe und lokale Schmerzen verspüre
(Urk.
10/
3/
55).
Die Elips bestätigte, dass sie die gesetzlichen Leistungen erbringe (
Urk.
10/
3/
54).
Der rund 9.5 Monate nach dem Ereignis am 31. Oktober 2016
konsult
ierte erstbehandelnde Dr. med.
Z._
, Facharzt für Or
thopädische Chirurgie
FMH
,
s
tellte die Diagnosen einer Distorsion des rechten (wohl: linken) Knies und einer medialen Meniskusläsion rechts (wohl: links;
Be
richt vom
1
6.
Januar 2017; Urk. 10/
3/
47/2-4
).
Ab dem
6.
Februar 2017 bestand erstmals eine (Teil-)Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
10/
3/
41).
Mit Verfügung vom 1
4.
Februar 2017 schloss die Elips den Fall per
10.
November 2016 ab und stellte ihre Leistungen ein. Einen Anspruch auf weitere Versiche
rungsleistungen verneinte sie mit der Begründung, die Beschwerden seien nicht unfallkausal (Urk.
10/
3/
36
). Die von der Versicherten gegen diesen Entscheid
er
hobene Einsprache vom 2
0.
und 2
8.
Februar 2017 (Urk.
10/
3/
31 und
Urk.
10/
3/
28/2
) wies die Elips am
2.
Mai 2017
ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
die
Versicherte am
2.
Juni 2017
Beschwerde (
Urk.
1) und bean
tragte,
der
Einspracheentscheid vom
2.
Mai 2017 sei aufzuheben und es seien ihr rückwirkend ab 1
0.
November 2016 die gesetzlichen Versicherungsleistungen
,
insbesondere Taggeld und Heilungskosten auszurichten. Eventualiter sei sie zu
sätzlich medizinisch abzuklären und es sei anschliessend neu zu verfügen. Am 1
4.
August 2017
(Urk.
9
) beantragte die
Elips die
Abweisung der Beschwerde
. Mit Replik vom 3
0.
Oktober 2017 (
Urk.
15) stellte die Beschwerdeführerin zusätzlich den Antrag, ihr sei
die unentgeltliche Rechtsvertretung zu bewilligen.
Mit Duplik
vom
6.
November 2017 (
Urk.
18), welche der Beschwerdeführerin am 2
9.
Novem
ber 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
21),
hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag fest. Am 2
8.
November 2017 zog die Beschwerdeführerin das Ge
such um unentgeltliche Rechtsvertretung wieder zurück (
Urk.
20).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. No
vember 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversiche
rung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am 1
2.
Januar 2016 ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall An
wendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorübergehen
den Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine In
tegritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicher
ten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3). In diesem Zeitpunkt ist der Un
fallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesge
richts 8C_377/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfä
higkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begrif
fes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Bes
serung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines po
sitiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von wei
teren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügiger the
rapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durchführung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prognos
tisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbes. auf BGE 134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des na
türlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm ob
liegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Mög
lichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
an
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder
kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/aa). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hiebei um eine anspruchsauf
hebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweisgrund
sätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine vel ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine vel ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kos
tenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.5
Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3b/bb/ee). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sachver
ständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig
keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Ab
klärungen vorzunehmen (BGE 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_348/2016 vom 9. Dezember 2016 E. 2.4).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren Einspracheentscheid (
Urk.
2) damit, dass
auf die Beurteilung
en
von
Dr.
med.
A._
, Facharzt Allgemeine Innere Me
dizin
FMH, abzustellen sei.
Gemäss dessen Ausführungen
handle
es
sich um einen degenerativen Meniskusriss, welcher für das Alter der Beschwerdeführerin nicht ungewöhnlich sei (S. 5 f.).
In ihrer
Beschwerdeantwort (
Urk.
9
) hielt sie ergänzend fest,
d
ie erst 9.5 Monate nach dem Ereignis aktenkundig geklagten Beschwerden seien nicht unfallkausa
ler Natur (S. 4
-
6). Gemäss MRI vom 1
0.
November 2016 bestehe eine eindeutige Degeneration im linken Kniegelenk. Das Ereignis vom 1
2.
Januar 2016 habe zu einer vorübergehenden Verschlimmerung
des vorbestehenden Kniegelenkleidens
geführt (S. 5).
Die
Beschwerdeführerin
arbeite als Pflegerin/Stationsleiterin in einem Alters- und Pflegeheim, was mit tagtäglich grossen körperlichen Anstren
gungen verbunden sei. Es sei nicht glaubhaft, dass sie diese Arbeit mit einer akuten Meniskusläsion über ein Jahr weitergeführt habe, bevor erstmals am
6.
Februar 2017 eine teilweise Arbeitsunfähigkeit verzeichnet worden sei (S. 8).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1),
sie habe nach ihrem Sturz konstant stechende Schmerzen im linken Knie verspürt und diese
zunächst
selbst behandelt
beziehungsweise unterdrückt, u
m nicht un
nötige Kosten zu verursachen
oder
arbeitsunfähig zu sein.
Ab dem 6.
Februar 2017 habe eine 40%ige, ab dem
2.
März 2017 eine 100%ige und ab dem 2
4.
April 2017 eine 60%ige Arbeitsunfähigkeit
bestanden
. Seit dem 10. Mai 2017 sei sie wieder voll arbeitsfähig (S. 3-5). An der Kausalität zwischen den Beschwerden und dem Unfallereignis
beständen
kein
e
Zweifel. Sie habe vor dem Unfall über keine Kniebeschwerden geklagt und es hätten Brückensymptome
vorgelegen
, welch
e die Kausalität belegen würden
. Degenerative Veränderungen seien nicht vorhanden. Auf die Einschätzung des Vertrauensarztes der Beschwerdegegnerin, welcher als Allgemeinmediziner für die Beurteilung nicht ausreichend speziali
siert sei, könne nicht ohne weitere Abklärungen abgestellt
werden (S. 7
f.).
In ihrer Replik führte sie ergänzend aus (
Urk.
15), dem MRI vom 1
0.
November 2016 lasse sich keine Degeneration entnehmen, vielmehr stelle dies lediglich eine spekulative Interpretation
Dr.
A._
s dar.
Dessen
Stellungnahme sei nicht be
weiskräftig (S. 8).
3.
3.1
Der undatierten Bagatellunfall-Meldung (
Urk.
10/
3/
55; eingetroffen bei der Be
schwerdegegnerin spätestens am 1
4.
Januar 2016,
Urk.
10/
3/
54) ist zu entneh
men, dass die Beschwerdeführerin am 1
2.
Januar 2016 auf dem Heimweg gewe
sen sei, als sie mit dem Fuss bei einer Unebenheit des Strassenbelages eingeknickt sei. Dies habe zu einem Sturz mit Beteiligung beider Knie geführt. Das linke Knie sei zur Zeit geschwollen und oberflächlich aufgeschürft, zudem bestünden lokale Schmerzen. Ein Arzt sei nicht aufgesucht worden (S. 1).
3.2
Dr.
med.
B._
von der Radiologie der Klinik C._
beurteilte das MRI des linken Knies vom 1
0.
November 2016 (
Urk.
10/
3/
48/2) wie folgt:
„
Nachweis einer retropatellaren Chondropathie mit minimaler Lateralisationstendenz der Patella. Nachweis von intramuralen Veränderungen des medialen Meniskus vorwiegend entlang des Korpus.
“
3.
3
Konsiliararzt
Dr.
A._
führte in seiner Stellungnahme vom
9.
Februar 2017 (Urk.
10/
3/
38)
aus, hinsichtlich der vom medialen Meniskus links ausgehenden Beschwerden seien diese nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit durch das Ereignis vom 1
2.
Januar 2016 verursacht worden.
Letzteres
samt Knieanprall
trauma habe zu einer vorübergehenden Verschlimmerung eines vorbestehenden eindeutig degenerativen Kniegelenkleidens geführt. Gemäss MRI-Bericht bestehe eine eindeutige Degeneration im linken Kniegelenk. Der Status quo sine sei per Abklärung mittels M
RI des betroffenen Knies am 10.
November 2016 erreicht worden.
3.
4
Der behandelnde
Dr.
Z._
h
ielt
im Namen der
Beschwerdeführerin
in der Ein
sprache vom 2
8.
Februar 2017 (
Urk.
10/
3/
28/2) fest, vor dem Unfallereignis sei
sie
vollständig beschwerdefrei gewesen. Seither habe sie Schmerzen im linken Kniegelenk, welche sich unter konservativer Behandlung nicht gelegt und auch nicht nachgelassen hätten
.
D
as bedeute, dass ein Status quo ante bisher nicht erreicht worden sei. Bei voriger Beschwerdefreiheit während Jahren ohne Zu
nahme der Beanspruchung der Gelenke sei die Wahrscheinlichkeit, dass diese Problematik ohne Unfall eingetreten wäre, als extrem gering anzusehen. Die Be
hauptung, dass kein Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den heuti
gen Beschwerden bestehe, sei damit rein aus der Luft gegriffen. Allenfalls sei eine unabhängige Beurteilung
an der Universitätsklinik
D
._ oder an der
Klinik
E
._
_
durchzuführen.
3.5
Nach der Arthroskopie des linken Knies mit medialer Teilmeniskektomie, Knor
peldébridement am medialen Femurkondylus und Resektion der Plica infrapatel
laris stellte der Operateur
Dr.
Z._
im Operationsbericht vom 2. beziehungs
weise 1
0.
März 2017 (
Urk.
10/
3/
24) folgende postoperative Diagnosen (S. 1):
-
dorsomedialer Meniskusriss
-
Knorpelschlagschaden medialer Femurkondylus
-
C
hondromalazie Grad IIa femoropatellär
-
subtotale Ruptur des vorderen Kreuzbandes
Dazu führte er aus, vor knapp einem Jahr sei die Beschwerdeführerin gestürzt und habe sich dabei eine Kontusion und Distorsion des linken Kniegelenks zuge
zogen. In der Folge hätten persistierende Schmerzen medial und anterior im Knie bestanden. Die dann durchgeführte MRI-Untersuchung habe einerseits eine Riss
bildung am medialen Meniskus, andererseits retropatelläre Knorpelschäden ge
zeigt. Bei persistierender Schmerzsymptomatik unter konservativer Behandlung sei die Indikation zur operativen Revision gegeben (S. 1). Wegen der Knorpel
schäden, welche im medialen Kompartiment einem relativ frischen Schlagscha
den entsprächen, ohne degenerative Veränderungen dabei, sei eine Medikation mit Chondroitinsulfat eingeleitet worden (S. 2).
3.6
Dr.
A._
hielt in seiner Aktenbeurteilung vom 2
7.
März 2017
(
Urk.
10/
3/
23)
zu Händen der Beschwerdegegnerin fest, mit Blick auf die Schilderung des Unfalls (vgl. E. 3.1 hievor) habe es sich dabei nicht um eine Kniegelenkdistorsion, son
dern um ein frontales Anpralltrauma gehandelt, wobei sich die einwirkende Ge
walt auf beide Knie verteilt habe, vornehmlich aber das linke Knie betroffen ge
wesen sei. Bis zum 1
0.
November 2016 gebe es keine Berichte von Ärzten oder Therapeuten über eine Behandlung des linken Knies (S. 5). Das von der Beschwer
deführerin geschilderte Ereignis beinhalte nicht die notwendige forcierte Blockie
rung beider knöchernen Kniegelenkpartner bei blockiertem Fuss beziehungsweise Unterschenkel, welche erforderlich gewesen wäre, um einen traumatischen iso
lierten Meniskusriss zu verursachen. Typisch für eine traumatische Meniskuslä
sion sei eine sofort eintretende starke Schwellung schmerzhafter Art mit zeit
gleich auftretender massiver Einschränkung der Kniegelenksbeweglichkeit. Sol
che Befunde beziehungsweise Einschränkungen seien nicht vorhanden gewesen. Der Ablauf nach dem Ereignis spreche gegen eine traumatische Genese der Me
niskusläsion und viel eher für ein eindeutig degeneratives Schädigungsbild
(S. 5-6).
Die massgebliche Lehrbuchliteratur fordere Indizien aus der Bildgebung, dem Verhalten der betroffenen Person nach dem Ereignis und dem klinischen Erschei
nungsbild zum Nachvollzug einer traumatischen Natur der Schädigung. Die
Be
schwerdeführerin
habe ihre Tätigkeit - insbesondere ihre Arbeitstätigkeit - nach dem Ereignis nicht unterbrochen und zwischen Januar und Ende Oktober 2016 augenscheinlich gar keine Behandlung aufgesucht. An den üblichen klinischen Zeichen für eine traumatische Meniskusruptur fehle es. Laut Bildgebungsbericht habe weder
ein
Knochenmarködem, noch ein Hämarthros (blutiger Erguss) be
standen, auch typische Begleitverletzungen anderer Bandstrukturen hätten nicht vorgelegen. Somit sei davon auszugehen, dass es sich um einen eindeutig dege
nerativen Meniskusriss handle, welcher für
das
Alter
der
Beschwerdeführerin
nicht ungewöhnlich sei
. Es könne in solchen Fällen durchaus sein, dass die In
nenmeniskusdegeneration zuvor klinisch stumm gewesen sei. Es handle sich je
doch bei der Degeneration im Kniebinnenraum um ein eigenständiges Krank
heitsbild, das so oder so irgendwann aktiv werde (S. 6-8).
Die Beschwerden würden nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit durch das Ereignis vom 1
2.
Januar 2016 verursacht. Dieses
habe lediglich eine Aktivierung einer vorbestehenden leichten Gonarthrose beziehungsweise Retropatellar
arthrose links verursacht. Es handle sich um eine vorübergehende Verschlimme
rung eines eindeutig vorbestehenden degenerativen Kniegelenkleidens, verur
sacht durch ein Knieanpralltrauma. Es bestehe eine eindeutige Degeneration im linken Kniegelenk in Form einer leichten retropatellaren Arthrose sowie eines eindeutig degenerativen Innenmeniskusrisses. Der Status quo sine sei durch die MRI-Untersuchung des betroffenen Knies am 1
0.
November 2016 erreicht worden (S. 8).
3.
7
Die weiteren aktenkundigen Arztberichte (Urk. 10/
3/
43 und 10/
3/
47/2-4) äussern sich
nicht zur vorliegend strittigen (E.
4.
hernach) Frage der Unfallkausalität der
geklagten
Knieb
eschwerden.
4.
4.1
Die
Beschwerdegegnerin
verneinte eine Unfallkausalität der geklagten Beschwer
den ge
stützt
auf die Aktenbeurteilungen
ihres
Vertrauensarzt
es
Dr.
A._
(E. 3.3 und E. 3.6 hievor).
Dr.
A._
verfügt je
doch
lediglich über einen Facharzttitel für Allgemeine Innere Medizin. Die
Beantwortung der
Frage, ob ein krankhafter Vorzustand bestand und ein
S
tatus quo sine erreicht worden ist, muss durch einen Facharzt für Orthopädie oder orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Be
wegungsapparates, der im Idealfall auf Knieverletzungen spezialisiert ist, erfol
gen. Die Beurteilung durch einen Facharzt für Allgemeine Innere Medizin lässt sich vorliegend nicht mit der der
Beschwerdegegnerin
obliegenden Abklärungs
pflicht vereinbaren.
In seine
n
Aktenbeurteilung
en
setzte sich
Dr.
A._
zudem nicht mit de
n Ausführungen von
Dr.
Z._
auseinander
,
welcher von einer Un
fallkausalität der geklagten Beschwerden ausging. Der Operationsbericht von
Dr.
Z._
vom 2./1
0.
März 2017
(E. 3.5 hievor),
gemäss welchem im medialen Kompartiment Knorpelschäden entsprechend einem relativ frischen Schlagscha
den
,
hingegen keine degenerativen Veränderungen
erkennbar seien
,
scheint
Dr.
A._
zudem
nicht vorgelegen zu haben
. Denn
in seiner Aktenbeurteilung vom
2
7.
März 2017
wurde der Bericht
nicht
aufgeführt
(vgl.
Urk.
10/
3/
23 S. 4)
, auch äusserte sich
Dr.
A._
nicht zu den darin getätigten Feststellungen von
Dr.
Z._
.
Bestehen - wie hier - auch nur geringe Zweifel a
n
der
Zuverlässig
keit und Schlüssigkeit
der
versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, kann auf diese
nicht
abgestellt werden
(vgl. E. 1.5 hievor)
.
4.2
Zweifel bestehen
aber
auch an der Beurteilung durch den behandelnden Arzt Dr.
Z._
, welcher zwar über den erforderlichen Facharzttitel verfügt, jedoch seine Angaben im Wesentlichen auf die beweisrechtlich nicht zulässige
Argu
mentation nach der Formel «post hoc ergo propter hoc»
stützt
(vgl. E. 3.4 hievor)
. Nach deren Bedeutung
gilt eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht, weil sie nach diesem aufgetreten ist. Dies
ist beweis
rechtlich nicht zulässig und vermag zum Nachweis der Unfallkausalität nicht zu genügen (BGE 119 V 335 E. 2b/bb, Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1).
Darüber hinaus hat das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass nicht nur allgemeinpraktizierende Hausärzte, sondern auch behandelnde Spezialärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrau
ensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. BGE 125 V 353 E. 3b/cc mit Hinweisen).
Somit kommt auch den
Einschätzungen von
Dr.
Z._
, welcher die Beschwerdeführerin auch operierte und für sie die Ein
sprache verfasste (
Urk.
10/3/28),
kein genü
gender Beweiswert zu.
4.3
Da weder die Beurteilung von
Dr.
A._
noch jene von
Dr.
Z._
beweiswertig sind, kann
a
ufgrund der Akten
nach dem Gesagten
nicht festgelegt werden,
ob
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
ein Status quo sine per 1
0.
November 2016
erreicht
war
.
Damit erweist sich der medizinische Sachverhalt als zu wenig abgeklärt, und es fehlt an der Grundlage für einen Entscheid.
Angesichts des Ver
zichts der Beschwerdegegnerin auf eine externe Begutachtung im Rahmen des Verwaltungsverfahrens rechtfertigt sich eine gerichtliche Begutachtung nicht. Der angefochtene Entscheid ist deshalb aufzuheben und die Sache zur Abklärung und
anschliessendem neuen Entscheid über die Leistungsansprüche de
r Beschwerde
führerin
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57). Der Beschwerdeführerin steht ausgangsgemäss eine Prozessent
schädigung zu, welche vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeit
aufwand und den Barauslagen festgesetzt wird (§ 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer). Entsprechend ist ihr eine Pro
zess
entschädigung von Fr. 2‘500.-- (inkl. Barauslagen und MWSt) auszurichten.