Decision ID: 978ec22e-2380-4189-97f8-1481d12aa6e0
Year: 2022
Language: de
Court: AG_OG
Chamber: AG_OG_001
Canton: AG
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: civil_law

Das Obergericht entnimmt den Akten:
1.
1.1.
Die Klägerin betrieb den Beklagten mit Zahlungsbefehl Nr. xxx des Betrei-
bungsamts Q. vom 24. Januar 2022 für eine Forderung (Prämien KVG vom
1. August bis 31. Oktober 2021) von Fr. 703.05 nebst Zins zu 5 % seit
24. Januar 2022, Spesen von Fr. 250.00, vor der Betreibung aufgelaufene
Verzugszinsen von Fr. 14.20 und Leistungen KVG vom 16. Juli 2021 von
Fr. 2'471.25.
1.2.
Der Beklagte erhob gegen den ihm am 7. Februar 2022 zugestellten Zah-
lungsbefehl keinen Rechtsvorschlag.
2.
2.1.
Mit Eingabe vom 25. Juli 2022 stellte die Klägerin beim Bezirksgericht Ba-
den das Konkursbegehren, nachdem die Konkursandrohung dem Beklag-
ten am 6. April 2022 zugestellt worden war und dieser die in Betreibung
gesetzte Forderung nicht bezahlt hatte.
2.2.
Die Präsidentin des Bezirksgerichts Baden erkannte am 22. August 2022:
" 1. Über B., geboren am tt.mm.jjjj, von R., X-Strasse, Q., Inhaber der seit dem tt.mm.jjjj im HR eingetragenen Einzelfirma "C." X-Strasse, Q. wird mit  ab 22. August 2022, 10:00 Uhr, der Konkurs eröffnet.
2. Mit der Durchführung des Verfahrens wird das Konkursamt Aargau,  Baden, beauftragt. Vorbehalten bleibt eine allfällige andere  durch die leitende Konkursbeamtin. Das Konkursamt wird ersucht, die Konkurseröffnung zu publizieren.
3. Die Gesuchstellerin haftet als Gläubigerin gemäss Art. 194 i.V.m. Art. 169 SchKG gegenüber dem Konkursamt Aargau für die Kosten, die bis und mit der Einstellung des Konkurses mangels Aktiven oder bis zum Schuldenruf entstehen.
4. Die Entscheidgebühr von Fr. 350.00 wird dem Gesuchsgegner auferlegt und mit dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss der  verrechnet, so dass der Gesuchstellerin gegenüber der  eine Forderung von Fr. 350.00 zusteht."
- 3 -
3.
3.1.
Der Beklagte reichte gegen diesen ihm am 27. August 2022 zugestellten
Entscheid mit Eingabe vom 30. August 2022 beim Präsidium des Bezirks-
gerichts Baden eine Beschwerde mit dem sinngemässen Antrag ein, der
Entscheid vom 22. August 2022 sei aufzuheben und das Konkursbegehren
der Klägerin sei abzuweisen. Überdies beantragte er, der Beschwerde sei
die aufschiebende Wirkung zu erteilen. Das Präsidium des Bezirksgerichts
Baden leitete die Beschwerde am 31. August 2022 zuständigkeitshalber an
das Obergericht des Kantons Aargau weiter.
3.2.
Der Instruktionsrichter des Obergerichts wies das Gesuch um Erteilung der
aufschiebenden Wirkung mit Verfügung vom 5. September 2022 ab.
3.3.
Auf die Zustellung der Beschwerde an die Klägerin zur Erstattung einer
Antwort wurde verzichtet.

Das Obergericht zieht in Erwägung:
1.
Der Entscheid des Konkursgerichts kann innert zehn Tagen mit Be-
schwerde nach der Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO) angefoch-
ten werden (Art. 174 Abs. 1 Satz 1 SchKG). Die Parteien können dabei
neue Tatsachen geltend machen, wenn diese vor dem erstinstanzlichen
Entscheid eingetreten sind (Art. 174 Abs. 1 Satz 2 SchKG i.V.m. Art. 326
Abs. 2 ZPO).
2.
2.1.
Die Rechtsmittelinstanz kann die Konkurseröffnung aufheben, wenn der
Schuldner seine Zahlungsfähigkeit glaubhaft macht und durch Urkunden
beweist, dass inzwischen die Schuld, einschliesslich der Zinsen und Kos-
ten, getilgt oder der geschuldete Betrag bei der Rechtsmittelinstanz zuhan-
den des Gläubigers hinterlegt ist oder der Gläubiger auf die Durchführung
des Konkurses verzichtet (Art. 174 Abs. 2 SchKG). Diese bundesrechtliche
Regelung bezweckt, sinnlose Konkurse über nicht konkursreife Schuldner
zu vermeiden (KURT AMONN/FRIDOLIN WALTHER, Grundriss des Schuldbe-
treibungs- und Konkursrechts, 9. Aufl. 2013, § 36 Rz. 58).
2.2.
Der Beklagte hat mit seiner Beschwerde nicht durch Urkunden bewiesen,
dass die (nach der am Tag der Konkurseröffnung geleisteten Teilzahlung
von Fr. 3'617.95) noch bestehende Restschuld, einschliesslich Zinsen und
- 4 -
Kosten, von total Fr. 352.45 (= Fr. 3'970.40 ./. Fr. 3'617.95) getilgt oder der
geschuldete Betrag bei der Rechtsmittelinstanz zuhanden der Gläubigerin
hinterlegt ist oder die Gläubigerin auf die Durchführung des Konkurses ver-
zichtet. Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen. Damit erübrigt es sich zu
prüfen, ob der Beklagte in der Beschwerde seine Zahlungsfähigkeit glaub-
haft gemacht hat.
3.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beklagte die obergerichtliche
Entscheidgebühr zu bezahlen (Art. 106 Abs. 1 ZPO; Art. 61 Abs. 1 i.V.m.
Art. 52 GebV SchKG) und seine Parteikosten selber zu tragen. Die Klägerin
hatte keine Beschwerdeantwort zu erstatten (Art. 322 Abs. 1 ZPO), wes-
halb ihr keine Parteientschädigung zuzusprechen ist.