Decision ID: fc8e8e2e-c3f1-40d7-b299-f0e178a1383e
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1996,
erlitt am
29
. Juli 2017 einen Unfall, als er bei einem Fahrsicherheitstraining mit seinem Motorrad stürzte und vom nachfolgen
den Motorrad überrollt wurde (Urk. 7/2/11, Urk. 7/2/15).
Am
14. Dezember 2017
meldete sich der Versicherte
unter
Hinweis
auf eine komplette Lähmung des
lin
ken Armes
bei der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zum Leistungsbezug an (Urk. 7/4).
Die IV-Stelle tätigte medizinische und berufliche
Abklärungen
und zog die Akten der Unfallversicherung bei (Urk. 7/2, Urk. 7/7-
12, Urk. 7/17, Urk. 7/19).
Am
11. April
2018 fand ein Gespräch mit der
Ein
gliederungs
beratung
statt
(Urk. 7/20/2-3).
Am
9. Mai
2018
teilte die IV-Stelle dem
Ver
sicherten
mit
, dass
derzeit
keine Eingliederungsmassnahmen möglich seien, weshalb einstweilen kein
Anspruch auf berufliche Massnahmen bestehe (Urk. 7/18).
Nach
weiteren Abklärungen und
durchgeführtem
Vorbescheid
ver
fahren
(Vorbescheid vom 4. Sep
tem
ber 2018, Urk. 7/25)
wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren
des Ver
sicherten mit Verfügung vom 10. Januar 2019
ab (Urk. 2 = Urk. 7/54).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 11. Februar 2019 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die IV-Stelle anzuweisen, ihm ab Juni 2018 eine ganze Rente auszurichten. Eventuell sei die IV-Stelle anzuwei
sen, ihm ab Mai 2018 ein Taggeld
im Sinne von
Art. 18 der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
auszurichten.
Subeventualiter
sei der
entscheidrele
vante
Sachverhalt
rechtsgenüglich
abzuklären. In prozessualer Hinsicht bean
tragte der
Beschwerdeführer
die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und die Bestellung von Rechtsanwältin Aurelia Jenny als unentgeltliche Rechts
vertreterin
(Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 19. März 2019 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6
, unter Beilage ihrer Akten
Urk. 7/1-57
), worüber der
Beschwerdeführer
mit Verfügung vom 30. April 2019 in Kenntnis gesetzt wurde (Urk. 12).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen
Teil des Sozialversicherungsrechts
, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
1.3.1
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte haben ge
mäss Art. 8
Abs. 1
IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
wieder herzustellen
, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen
für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (Abs. 1
bis
). Nach Massgabe der Art. 13 und 21 IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich (Abs. 2). Nach Massgabe von Art. 16 Abs. 2
lit
. c IVG
besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbs
fähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu erhalten oder zu verbessern (Abs. 2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 in medizinischen Mass
nahmen (
lit
. a), Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Ein
gliederung (
lit
.
a
bis
), Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige be
rufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in
der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
. d).
1.3.2
Die Voraussetzung der Eignung einer Eingliederungsmassnahme (vgl. Art. 8 Abs. 1
lit
. a IVG) betrifft die Frage, ob eine Massnahme objektiv gesehen zur Er
reichung des Eingliederungsziels beiträgt (Eignung der Massnahme), und ob die versicherte Person subjektiv gesehen zumindest teilweise eingliederungsfähig und auch eingliederungsbereit ist, und ob sie der beantragten Massnahme gewachsen ist (Eignung der versicherten Person; vgl. Frey/
Mosimann
/Bollinger [Hrsg.], AHVG/IVG Kommentar, 2018, N 8 zu Art. 8 IVG mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteil I 210/05 vom 10. November 2005 E. 3.3.2).
Um festzustellen, ob eine Eingliederungsmassnahme geeignet ist, die Erwerbsfä
higkeit
wieder herzustellen
, zu erhalten oder zu verbessern (Art. 8 Abs. 1
lit
. a IVG), ist eine Prognose über die Erfolgsaussichten der beantragten Mass
nahme anzustellen. So werden Massnahmen beruflicher Art nicht zugesprochen, wenn sie aller Wahrscheinlichkeit nach zum Scheitern verurteilt sind (Silvia Bucher, Eingliederungsrecht der Invalidenversicherung, Bern 2011,
Randziffer
125).
1.4
Die versicherte Person, die zu mindestens 50 % arbeitsunfähig ist und auf den Beginn einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder einer Umschulung warten muss, hat gemäss
Art.
22
Abs.
6 IVG in Verbindung mit
Art.
18 IVV während der Wartezeit Anspruch auf ein Taggeld (
Abs.
1). Der Anspruch entsteht im Zeitpunkt, in welchem die IV-Stelle feststellt, dass eine erstmalige berufliche Ausbildung oder eine Umschulung angezeigt ist (
Abs.
2). Rentenbezüger, die sich einer Ein
gliederungsmassnahme unterziehen, haben keinen Anspruch auf ein Taggeld für die Wartezeit (
Abs.
3). Soweit Versicherte einen Anspruch auf ein Taggeld der Arbeitslosenversicherung haben, besteht kein Anspruch auf das Taggeld der In
validenversicherung (
Abs.
4).
1.5
1.
5
.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.
5
.2
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den pra
xisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis versiche
rungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die
Beschwerdegegnerin
vertritt im angefochtenen Entscheid den Standpunkt, eine angepasste Tätigkeit sei dem
Beschwerdeführer
zu 100% zumutbar.
Dabei gelte es zu beachten, dass eine Umgewöhnung auf den rechten nicht dominanten Arm etwas Zeit beanspruchen könne.
Im Sinne
des Grundsatzes
Eingliederung vor Rente könne ein Rentenanspruch erst nach Abschluss von beruflichen Mass
nahmen
ent
stehen
.
Der
Beschwerdeführer
fühle sich aktuell nicht in der Lage, sich mit der beruflichen Neuo
rientierung auseinanderzusetzen, weshalb
die be
ruflichen Massnahmen noch n
icht ausgeschöpft seien und
kein Rentenanspruch
bestehe
(Urk. 2).
2.2
Da
gegen
brachte
der
Beschwerdeführer
vor
, gestützt auf die Berichte der behan
delnden Ärzte sei bestätigt, dass er aufgrund seines Gesundheitszustand
e
s derzeit noch nicht eingliederungsfähig sei. Nebst der komplexen Läsion des Plexus
bra
chialis
links, verbunden mit weitreichenden therapeutischen Massnahmen und einer ausgeprägten Schmerzsituation, sei es während der Behandlung zu einer akzidentellen Überdosierung der
Opioidbehandlung
gekommen. Diese führe nun zu einer Entzugssymptomatik. Eine Arbeitsfähigkeit liege aufgrund dieser Situa
tion nicht vor
.
D
erzeit
liege auch
keine objektive Eingliederungsfähigkeit vor und es bestehe
zumindest ein befristeter Anspruch auf Rentenleistungen, bis sich die gesundheitliche Situation wieder gebessert habe und die anvisierte Umschulung durchführbar sei
(Urk. 1 S. 6 ff.).
3.
3.1
Dr.
med.
Y._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin, stellte in seinem Bericht vom 24. Januar 2018 folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/12/3):
-
Inkomplette Plexus
brachialis
Parese links (Motorradunfall 29. Juli 2017)
-
Status nach Exploration Plexus
brachialis
links und
-
Rekonstruktion
Nervus
medianus
-
Rekonstruktion
Nervus
radialis
-
Neurotisation
nach
Oberlin
Erstdiagnose 31. Juli 2017 (nach Rückkehr in die Schweiz)
Dr.
Y._
stellte Lähmungen im Bizeps,
Brachioradialis
und Trizeps
fest
. Daneben würde eine komplette
Radialisparese
sowie ein
e hohe
Medianusparese
bestehen
(Urk. 7/12/3). Für körp
erbetonte Tätigkeiten
bestehe
seit dem 29. Juli
2017 eine
vollständige Invalidität
, da der linke Arm dominant und für immer geschädigt sei. Der
Beschwerdeführer
habe bereits im Selbststudium die Vorbereitung für eine akademische Laufbahn gestartet. Aktuell bestehe eine gute Prognose, die Aufnahmeprüfung im März 2018 sei eventuell zu früh, eventuell sei die Aufnah
meprüfung im Jahr 2019 realistischer. Eine intellektuelle Tätigkeit sei adäquat, der
Beschwerdeführer
könne
den PC jedoch nur rechts mit der
adominanten
Hand bedienen.
Derzeit erledige er so gut als möglich die Tätigkeiten in einem Zwei
personenhaushalt.
Unter
täglich
200 mg
Tramal
und 350 mg
Pregabalin
würden deutliche Konzentrationsmängel und intermittierend neuropat
hische Schmerzen bestehen
(Urk. 7/12/4-6).
3.2
Med.
pract
. Z._
, Assistenzärztin
im
A._
,
stellte
in ihrem Bericht vom 21. Februar 2018, basierend auf elektrodiagnosti
scher Untersuchung und nachfolgender Di
agnostik durch Dr. med. B._
,
Facharzt FMH für Neurologie,
folgende Diagnose (Urk. 7/17/2):
-
Inkomplette Plexus
brachialis
parese
links bei Status nach Motorradunfall am 29. Juli 2017 mit/bei
-
komplette
n
axonale
n
Schädigungen
Nervus
axillaris
radialis
,
Nervus
medianus
Der Plexus
brachialis
links sei am 10. November 2017 exploriert und rekonstru
iert worden.
Der
Beschwerdeführer
sei schmerzkompensiert durch die Mitbetreu
ung des
C._
im Hause gewesen.
Die Prognose nach einer Plexus
brachialis
Rekonstruktion könne erst nach 6
beziehungsweise
9 Monaten postoperativ geschätzt werden.
Der
Beschwerdeführer
sei links sehr einge
schränkt, aktuell könne er auch wegen der Schmerzsituation keine Tätigkeit aus
üben.
S
eit dem 29. Juli 2017
sei der
Beschwerdeführer
zu 100% arbeitsunfähig.
Auch bezüglich Eingliederung könne noch keine Prognose gestellt werden.
Die Parese der linken oberen Extremität würde einer Eingliederung im Wege stehen
. Der
Beschwerdeführer
sei stark eingeschränkt bei Aufgaben im Haushalt, Woh
nungspflege, Einkauf und Wäsche (Urk. 7/17/1-2).
3.3
Dr. med. D._
, Fachärztin für Innere Medizin, nahm am 28. Februar 2018
hinsichtlich Eingliederungsmassnahmen
für den
regionalen ärztlichen Dienst
(
RAD
)
Stellung.
Bei inkompletter Nervenlähmung des linken dominanten Armes nach einem Motorradunfall im Juli 2017 mit Status nach mehrfachen Operatio
nen mit andauernden Lähmungen am linken Arm, insbesondere auch kompletter Lähmung der Hand, neuropathischen Schmerzen und Muskelatrophie sei die bis
herige Tätigkeit nicht mehr möglich. Es bestehe
eine funktionelle
Einarmigkeit
.
Eine angepasste Tätigkeit sei dem
Beschwerdeführer
indes
möglich. Es müsse sich dabei um eine rein sitzende Tätigkeit handeln. Arbeiten in Armvorhalte
n
oder Heben, Tragen und Transportieren mit dem linken Arm seien nicht mehr möglich. Auch Überkopfarb
eiten
seien mit links nicht mehr möglich. Eine Umgewöhnung auf den rechten
adominanten
Arm könne initial etwas Zeit beanspruchen
(Urk. 7/19).
3.4
Dr.
B._
berichtete am 8. Mai 2018 über eine Verlaufskontrolle mit Elektrodi
agnostik und Nervenultraschall. Im Vordergrund würden die Nebenwirkungen von Medika
menten stehen mit einer leicht
vermehrten Schläfrigkeit, was für den
Beschwerdeführer
auch bei der ganz knapp nicht geschafften Aufnahmeprüfung für die
Berufsmatura
eine Rolle gespielt haben dürfte. Aktuell sechs Monate post
operativ könne eine
Reinnervation
des Oberland-Transfers (motorische
Fascikel
Nervus
ulnaris
pro
Nervus
musculocutaneus
) und des
Nervus
radialis
im
Musculus
triceps
brachii
caput
laterale nachgewiesen werden.
Prognostisch werde von einer weiteren Verbesserung der Befunde von Seiten der Armbeuger ausgegangen. Die Behandlung der neuropathischen Schmerzen erfolge durch die Kollegen des IFAS, hier bestehe insbesondere im Hinblick auf eine intellektuelle Tätigkeit noch etwas Optimierungspotenzial bezüglich der medikamentösen Nebenwirkungen. Aus
neurologischer Sicht könnte eventuell geprüft werden, ob man
eine schmerzdis
tanzierende Therapie
zum Beispiel mit
Duloxetin
60-90 mg versuchen könnte.
Dies mit dem Ziel mittelfristig
von den Opioiden wegzukommen (Urk. 7/22/36-37).
3.
5
Dr. med. E._
, Facharzt FMH für Klinische Pharmakologie und Toxiko
logie sowie für Allgemeine Innere Medizin, berichtete am 3. August 2018 über die
Hospitalisation
des
Beschwerdeführers
vom 1. bis am 2. August 2018 im
A._
.
Dabei
diagnostizierte
er
ein
Entzugssyndrom bei akzidentell erhöhte
r
Opioidein
nahme
im Rahmen des n
europathischen Schmerzsyndroms der oberen Extremität links.
Der
Beschwerdeführer
habe sich bei beginnenden Entzugssymptomen bei fehlender Verfügbarkeit der verordneten
Opioidanalgetika
(Apotheken geschlos
sen aufgrund Feiertag 1. August) notfallmässig selbst vorgestellt. Zur Substitu
tion der analgetischen Therapie seien die Kollegen der Anästhesie involviert wor
den, wobei eine Umstellung auf 3
x
15 mg Methadon während des stationären Aufenthalts durchgeführt und anschliessend wieder auf L-
Polamidon
-Therapie umgestellt worden sei. Der
Beschwerdeführer
sei am 2. August 2018 beschwerde
frei entlassen worden (Urk. 7/23/4).
3.6
Dr. med.
F._
, Assistenzarzt am
A._
, ging in seinem Bericht vom 15. August 2018 von einem stationären Gesundheitszustand aus. Es würden keine veränderten Befunde bestehen. Der
Beschwerdeführer
sei
in der bisherigen Tä
tigkeit
zu 100 % arbeitsfähig, es bestehe keine Verminderung der Leistungs
fähigkeit. Die Prognose sei (sehr) gut. Es bestehe keine Belastbarkeit für Mass
nahmen der Wiedereingliederung im Umfang vo
n mindestens 2 Stunden pro Tag
(Urk. 7/23/1-3).
3.7
Dr.
med.
G._
, Facharzt FMH für Anästhesiologie
und Oberarzt
am
C._
des
A._
,
diagnostizierte
in seinem Bericht
vom 3. Januar 2019
ein neuropathisches Schmerzsyndrom sowie eine hochgradige Parese am linken Arm und an der linken Hand
. Eine Prognose werde nicht abgegeben, das weitere Vorgehen bestehe in einer medikamentösen Schmerztherapie. Beim
Be
schwerdeführer
handle es sich um einen gelernten Schreiner, aktuell befinde er sich in der Weiterbildung Berufsmatur/
Passerelle
im Hinblick auf ein Studium. Es könne nicht beantwortet werden, welche Funktionseinschränkungen bestehen würden und, ob der
Beschwerdeführer
über für eine Eingliederung hilfreiche Res
sourcen verfüge. Die Arbeitsfähigkeit könne nicht beurteilt werden
. An der Fahr
eignung würden keine Zweifel bestehen
(Urk. 7/52).
4.
4.1
Die
Beschwerdegegnerin
stützte sich in medizinischer Hinsicht auf die RAD-Stellungnahme
vom 28. Februar
2018
, worin von einer 100%igen Arbeitsfähig
keit in einer angepassten Tätigkeit ausgegangen wird (Urk. 2, Urk. 7/24/4, E. 3.3).
Die betreffende Stellungnahme wurde von einer Fachärztin für Innere Medizin
erstattet
und enthält
ein detailliertes
Belastungsprofil, welches der
–
unbestritte
nermassen
bestehenden –
funktionelle
n
Einarmigkeit
des
Beschwerdeführer
s
Rechnung trägt
(E. 3.3).
4.2
4.2.1
Der
Beschwerdeführer
erachtet die RAD-Stellungnahme vom 28. Februar 2018 als nicht beweiskräftig. Gestützt auf die Berichte der behandelnden Ärzte
sei
weder eine Eingliederungs- noch eine Arbeitsfähigkeit
gegeben
(Urk. 1 S. 6
f.
Rn
18
19).
4.2.2
Die von Dr.
Y._
in seinem Bericht vom 24. Januar 2018
festgehaltene
vollstän
dige Invalidität bezieht sich ausschliesslich auf körperbetonte Arbeiten. Eine in
tellektuelle Tätigkeit erachtet
e er als adäquat und
führt
e im Hinblick auf eine angepasste Tätigkeit
lediglich an, dass
der
Beschwerdeführer
den
PC nur mit der
adominanten
rechten Hand
bedienen
könne (E. 3.1).
M
ed.
pract
.
Z._
erach
tete den
Beschwerdeführer
als
arbeitsunfähig
. Sie begründet
e
dies
mit einer sehr starken Einschränkung links
und mit der Schmerzsituation. Die Parese der linken oberen Extremität würde auch einer Eingliederung im Wege stehen (E. 3.2).
Die
Parese am linken Arm
mitsamt der
Schmerzsituation
vermögen
zwar starke Ein
schränkungen in einer körperbetonten Tätigkeit wie auch
bei Aufgaben im Haus
halt, Wohnungspflege, Einkauf und Wäsche (
vgl.
E. 3.2) nachvollziehbar
erschei
nen lassen. Jedoch
ist
angesichts der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, wo
nach auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt genügend realistische Betäti
gungs
möglichkeiten für
funktionell einarmige Personen bestehen und eine solche einer vollständigen Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit nicht im Wege steht, durch die Berichte von Dr.
Y._
und med.
pract
.
Z._
nicht dargetan, i
nwie
fern unter Berücksichtigung des Belastungsprofils (vgl. E. 3.3) eine Ein
schrän
k
ung in einer
solchermassen
angepassten Tätigkeit bestehen soll
.
4.2.3
Dr.
B._
machte
beim
Beschwerdeführer
eine
leicht vermehrte
Schläfrigkeit
aus
(E. 3.4)
und auch
Dr.
Y._
hielt
deutliche Konzentrationsmängel aufgrund der
Medikation fest
(E. 3.1)
. Dr.
E._
diagnostizierte
am 3. August
2018 ein Entzugssyndrom bei akzidentell erhöhte
r
Opioideinnahme
im Rahmen des n
eu
ropathischen Schmerzsyndroms der oberen Extremität links (E. 3.5).
Vor dem Hintergrund, dass der
Beschwerdeführer
offenbar
in der Lage ist,
selbständig
ein
–
abgestimmt auf seine
Einschränkungen umgebautes
(Urk. 7/38, Urk. 7/45, Urk. 7/51)
–
Motorfahrzeug zu
führen
, erweist es sich
allerdings
nicht als schlüs
sig, dass die Me
dikamenteneinnahme seine
Arbeitsfähigkeit in einer an
ge
passten Tätigkeit
massgeblich b
eeinträchtigen soll
.
Bei ernsthaften Zweifeln an der Fahr
eignung hätte es sich den behandelnden Ärzten
aufgedrängt, dem
Stras
sen
verkehrsamt
eine
Meldung
im Sinne von
Art.
15d
Abs. 1
lit
. e
des Strassen
verkehrs
gesetzes
zu erstatten. Anscheinend ging aber auch Dr.
B._
nicht von
erhebli
chen
Auswirkungen der Medikation aus, zumal er
die Schläfrigkeit ledig
lich als
«
leicht vermehrt
»
bezeichnete und im Hinblick auf eine intellektuelle Tätigke
it noch
«
etwas Optimierungspotenz
ial
»
bezüglich der medikamentösen Nebenwir
kungen
ausmachte
(E. 3.4).
Dr.
G._
kam
in se
inem Bericht vom 3. Januar
2019
denn auch zum Schluss
, es würden keine
Zweifel an der Fahr
eignung des
Beschwerdeführer
s
bestehen
(E. 3.7).
Einschränkungen der Arbeits
fähigkeit
auf
grund der Nebenwirkungen der Medikation
lassen sich vor diesem Hintergrund nicht begründen
.
4.2.4
Soweit der
Beschwerdeführer
vorbringt
, die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch Dr.
D._
beruhe auf einem veränderbaren Gesundheitszustand und sei des
halb nicht verlässlich (Urk. 1 S. 7
Rn
19)
, vermag er nicht durchzudringen
.
Den
nach der RAD-Stellungnahme erstatteten
Berichte
n lassen sich
keine
Anzeichen
für eine massgebliche Verschlechterung des
Gesundheitszustand
es
entnehmen
.
Dr.
B._
wies
in seinem Bericht vom 8. Mai
2018
auf
eine
Reinnervation
hin (E. 3.4), was als Zeichen für eine postoper
a
tive Regeneration zu deuten ist. Prognostisch ging er von einer weiteren Verbesserung der Befunde von Seiten des Armbeugers aus (Urk. 3.4).
Auch Dr.
F._
ging in seinem Bericht vom 15. August 2018 von einem stationären Gesundheitszustand und e
iner (sehr) gu
ten Prognose aus
(E. 3.6).
4.2.5
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass weder
die Vorbringen
des
Beschwerde
führer
s
noch die
weiteren
ärztlichen Berichte
eine vollumfängliche Arbeitsfähig
keit in einer angepassten Tätigkeit
in Frage
stelle
n. Damit ergeben sich keine
Zweifel an der
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit
der
RAD-Stellungnahme vom 28
. Februar 2018 und es
kann
darauf
abgestellt werden
(E. 1.5
).
Für weitere me
dizinische Abklärungen (
vgl.
Urk. 1 S. 9
Rn
26 ff.) besteht
daher
kein Anlass
(vgl. BGE 136 I 229 E. 5.3)
.
4.3
In Bezug auf den von der
Beschwerdegegnerin
grundsätzlich
anerkannten
(vgl. Urk. 2) Anspruch des
Beschwerdeführer
s
auf eine Umschulung
ist darauf hinzu
weisen, dass sich ein solcher nur auf die zur Eingliederung ins Erwerbsleben unmittelbar erforderlichen Massnahmen und nicht auf die nach den gegebenen Um
ständen bestmöglichen Vorkehren richtet (
Kreisschreiben über die Eingliede
r
ungsmassnahmen beruflicher Art [KSBE]
,
Rn
4015). Mit einer Umschulung soll der versicherten Person eine Erwerbsmöglichkeit vermittelt werden, welche ihrer früheren Erwerbsmöglichkeit – insbesondere in Bezug auf die nach erfolgter Ein
gliederung zu erwartenden Verdienstmöglichkeiten – annähernd gleichwertig ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_808/2017 vom 11. Januar 2018 E. 3). Das Erfor
dernis der Gleichwertigkeit als Ausdruck der Verhältnismässigkeit begrenzt den Umschulungsanspruch «nach oben» (Urteil des Bundesgerichts 9C_244/2010 vom 5. August 2010 E. 3.1).
Angesichts
der vom
Beschwerdeführer
abgeschlossenen Berufslehre als Schreiner
(Urk. 7/2/7)
kann ein
Abschluss
an der Fachhochschule nach vorgängiger
Berufsmaturitätsschule
(BMS) kaum
als
annähernd
gleich
wertig
im Sinne der dargelegten Rechtsprechung bezeichnet werden.
Der
Beschwerdeführer
durchlief
im März 2018
die Aufnahmeprüfung für die BMS mit dem Willen, hernach ein Studium an der Fachhochschule zu absolvieren.
An
lässlich des Erstgesprächs mit der Berufsberatung
wurde vereinbart
, dass bei einem negativen Prüfungsresultat ein weiteres gemeinsames Gespräch stattfinden soll
, um
Alternativen zu besprechen (Urk. 7/22/19).
Am 1. Mai
2018
setzte der
Beschwerdeführer
die
Beschwerdegegnerin
darüber in Kenntnis, dass er die
Auf
nahmeprüfung
nicht bestanden habe. Er
fühle sich im Moment nicht sehr gut und erachte ein sofortiges Gespräch nicht als sinnvoll
.
Zunächst seien Fortschritte des Heilungsprozesses abzuwarten
(Urk. 7/20/3, Urk. 7/22/9-19)
. Mit Mitteilung vom 9. Mai 2018 wurde der Anspruch auf berufliche Massnahmen einstweilen abgewiesen. Der Beschwerdeführer wurde gleichzeitig aufgefordert, sich wieder mit der Beschwerdegegnerin in Verbindung zu setzen, sobald er sich zur Durch
führung beruflicher Massnahmen in der Lage fühle (Urk. 7/18/1). Dies hat er in der Folge nicht getan.
Vor diesem Hintergrund ist
es
nicht zu beanstanden, dass die
Beschwerdegegnerin
auf eine fehlende
Eingliederungsbereitschaft
geschlossen
hat (Urk. 2).
4.4
Zusammengefasst ergibt sich, dass die
beruflichen Massnahmen
vorliegend
noch
nicht ausgeschöpft
wurden
.
Gestützt auf den Grundsatz Eingliederung vor Rente (
E. 1.2
)
besteht kein Raum für eine Rentenprüfung
(
vgl.
Kreisschreiben über In
validität und Hilflosigkeit in der IV
[
KSIH
]
,
R
n
9001 ff.)
.
Mangels
s
ubjektivem
Eingliederungswillen
steht dem
Beschwerdeführer
auch
kein Anspruch auf ein Wartetaggeld im Sinne von Art. 18 IVV
zu
(BGE 117 V 275 E. 2a).
Dementsprechend ist die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen
.
5.
5.1
Der Beschwerdeführer hat in seiner Beschwerdeschrift ein Gesuch um unentgelt
liche Pro
zessführung und Bestellung einer
unentgeltlichen Rechtsvertret
erin in der Person von Rechtsanwältin Aurelia Jenny
gestellt (Urk. 1 S. 2).
5.2
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraus
setzungen für die Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung und
Verbeiständung
erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche
Verbeistän
dung
notwendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
5.3
Dem Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit (Urk. 10) und den dazugehörigen Beilagen (Urk. 11/1-7) ist zu entnehmen, dass der
Beschwerdefüh
rer
von der Unfallversicherung ein
monatliches
Taggeld
von
Fr.
4'123.50
(Fr. 137.45 x 30 Tage) ausbezahlt erhält. Unter Berücksichtigung des Grundbe
trags von Fr.
1'100.--
für
eine alleinstehende Person in Haushaltsgemeinschaft mit einer erwachsenen Person
(vgl. Richtlinien für die Berechnung des betrei
bungsrechtlichen Existenzminimums vom 16. September 2009
gemäss
dem Kreisschreiben der Verwaltungskommission des Obergerichts des Kantons Zürich, Ziff.
II. 1.1)
sowie der geltend gemachten Ausgaben von total Fr. 1’552.30 pro Monat für Mietkosten, Prämien der obligatorischen
Krankenversicherung und Steuern
verbleibt
dem
Beschwerdeführer
ein monatlicher Einkommensüberschuss
von Fr.
1'471.2
0.
Unter diesen finanziellen Verhältnissen
ist es
ihm
ohne Weite
res zuzumuten
,
für die Gerichts- und Vertretungskosten des vorliegenden Ver
fahrens
selber aufzukommen.
Das Gesuch um unentgeltliche
Rechtspflege
ist
damit
mangels Bedürftigkeit ab
zuweisen.
5.4
Gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrens-aufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Vorliegend sind die Kosten des Verfahrens auf Fr. 700.-- festzusetzen und
ausgangsgemäss
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen
.