Decision ID: cf3fcb93-54df-4579-8f00-25b825d651e0
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1963 und zuletzt tätig als Office-Mitarbeiterin im
Restaurant Y._
zu 35 Wochenstunden
(
Urk.
8/15)
, meldete sich am 1
0.
November 2017 (Eingangsdatum) bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/2).
Die IV-Stelle tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen und holte insbesondere die Akten der Krankentaggeld
ve
rsicherung mit dem orthopädisch-unfallchirurgischen Gutachten von
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin für Chirurgie, Unfallchirurgie und Arbeitsmedizin, vom 2
6.
Januar 2019 (
Urk.
8/39/297 ff.) sowie dem Gutachten von
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 1
1.
Dezember 2018 (
Urk.
8/39/315 ff.)
ein. Nach durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(Vorbescheid vom 2
8.
Februar 2019,
Urk.
8/43) sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom 1
3.
Mai 2019 (
Urk.
2) eine vom
1.
Juni 2018 bis 3
1.
Januar 2019 befristete ganze Rente zu.
2.
Hiergegen erhob die Versicherte am 1
3.
Juni 2019 Beschwerde am hiesigen Gericht und beantragte
unter Auflage verschiedener Berichte behandelnder Ärzte (
Urk.
3/5-8)
, es sei die Verfügung vom 1
3.
Mai 2019 aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihr schon vor dem
1.
Juni 2018 und über den 3
1.
Januar 2019 hinaus eine auch betragsmässig höhere ganze Rente der Invalidenversicherung auszurichten. Eventualiter sei die Verfügung vom 1
3.
Mai 2019 aufzuheben und die Sache zur weiteren Abklärung und Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht ersuchte die Beschwerdeführerin um einen zweiten Schriftenwechsel (
Urk.
1). Mit Beschwer
deantwort vom
7.
August 2019 schloss die Beschwerdegegnerin
auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6
)
unter Beilage ihrer Akten,
(
Urk.
8/1-52)
sowie einer Stellungnahme ihres Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD,
Urk.
7)
.
Mit Replik vom
3.
September 2019 änderte die Beschwerdeführerin ihre Anträge dahingehend, dass die Verfügung aufzuheben und ihr über den 3
1.
Januar 2019 hinaus eine ganze Rente der Invalidenversicherung auszurichten sei, eventualiter sei die Sache zur weiteren Abklärung und Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (
Urk.
10).
Ferner legte sie das Kündigungsschreiben der Genossenschaft
Y._
per 3
1.
Mai 2019 auf (
Urk.
11).
Die Beschwerdegeg
nerin verzichtete
auf
das Einreichen einer Duplik (
Urk.
13). Mit Eingabe vom 2
0.
September 2019 reichte die Beschwerdeführerin diverse Arztberichte ein (
Urk.
14,
Urk.
15/1-12). Mit Verfügung vom 2
3.
September 2019 wurde die Beschwerdeführerin über den Verzicht auf eine Duplik in Kenntnis
gesetzt und der Beschwerdegegnerin wurden die mit Eingabe vom 2
0.
September 2019 ein
gereichten Unterlagen zur Kenntnis zugestellt (
Urk.
16).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Die Beschwerdegegnerin führte
in der angefochtenen Verfügung
aus, dass der Beschwerdeführerin die ursprüngliche Tätigkeit seit Juni 2017 nicht mehr zumut
bar sei. Es werde von einem Erwerbsbereich von 85
%
ausgegangen und einer Tätigkeit im Haushaltsbereich von 15
%
, was dem ausgeübten Pensum vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit entspreche. Nach Ablauf des Wart
e
jahres sei auch eine vorübergehend angepasste Tätigkeit nicht zumutbar gewesen, so dass eine befris
tete ganze Rente zugesprochen werde. Ab Zeitpunkt der Begutachtung durch die Krankentaggeldversicherung sei eine angepasste, leichte bis gelegentlich mittel
schwere körperliche Tätigkeit in Wechselbelastung voll zumutbar, so dass keine Erwerbseinbusse mehr vorliege. Auf eine Haushaltsabklärung könne verzichtet werden, da
eine allfällige Einschränkung im Haushalt
keinen Einfluss auf den Rentenanspruch habe. Entsprechend bestehe Anspruch auf eine befristete ganze Rente vom
1.
Juni 2018 bis 3
1.
Januar 2019 (
Urk.
2).
Die Beschwerdeführerin brachte demgegenüber im Wesentlichen vor
(
Urk.
1,
Urk.
10 und
Urk.
14)
,
dass auf das Gutachten von
Dr.
A._
und
Dr.
Z._
nicht abgestellt werden könne, soweit es eine Verbesserung des Gesund
heit
s
zustandes und eine vollumfängliche Zumutbarkeit einer angepassten Tätig
keit ab Januar 2019 attestiere. Vielmehr sei gestützt auf die Arztzeugnisse des Hausarztes,
Dr.
med.
B._
,
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin
,
davon auszugehen, dass sich der Gesundheitszustand nicht verbessert habe und sie nach wie vor vollumfänglich
arbeitsunfähig sei. Hinzu komme
, dass im Gutachten keine Verbesserung beschrieben werde. Das Gutachten sei auch formal nicht ver
wertbar, da die berücksichtigten Akten nicht klar bezeichnet worden seien und es nicht von der IV-Stelle
,
sondern von der Krankentaggeldversicherung in Auftrag gegeben worden sei, so dass sich die Beschwerdeführerin nicht zu den Fragen an die Gutachter
habe äussern können
. Aufgrund der Nacken- und Rückenbeschwer
den hätten auch ein orthopädischer
,
viszeralchirurgisch
er
und internistischer Gutachter beteiligt sein müssen. Entsprechend sei das Gutachten unter Verletzung von
Art.
72
bis
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
zustande gekommen
. Eine Stellungnahme zu früheren ärztlichen Einschätzungen fehle ebenfalls und auch die notwendige Übersetzung sei nicht gewährleistet gewesen.
Mit Beschwerdeantwort vom
7.
August 2019 konstatierte die Beschwerdegegne
rin, dass gestützt auf die Beurteilung von
RAD-Arzt
Dr. Dr.
med.
C._
, Facharzt für Innere Medizin
und zertifizierter Gutachter SIM
, vom
7.
August 2019 die neu eingereichten Arztberichte keine neuen medizinischen Befunde enthielten, welche der bereits getroffenen Einschätzung widersprechen würden, so dass weiterhin von einer Verbesserung per Januar 2019 auszugehen sei (
Urk.
6 und
Urk.
7).
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zu
mutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.4
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestimmun
gen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a IVV) analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_399/2016 vom 18. Januar 2017 E. 4.8.1). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt des Rentenbeginns mit dem
jenigen im – nach Massgabe des analog anwendbaren Art. 88a Abs. 1 IVV fest
zusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchsänderung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis).
2.5
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverläs
sige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
3.
3.1
3.1.1
Bei der Beschwerdeführerin war seit 2011 ein gutartiges Lipom im mittleren Drit
tel des Colon
s
transversum bekannt, welches Ende 2011 zu rezidivierenden Ober
bauchschmerzen führte und daher am 1
1.
Dezember 2015 durch
Dr.
med.
D._
, Chefarzt Chirurgie am Spital
E._
,
laparoskopisch entfernt wurde (
Urk.
8/9/48 ff.). Im weiteren Verlauf traten gelegentlich Schmer
zen
supraumbilical
auf und
Dr.
D._
fand
am
4.
Mai 2016 eine kleine Narbenhernie, welche jedoch zu keiner weiteren Behandlung führte (
Urk.
8/23/18-19).
Die Beschwerde
führerin hatte ihre Arbeit am
1.
März 2016 wiederum zu 50
%
und einen Monat später zu 100
%
aufgenommen (vgl. Leistungsübersicht Krankentaggeld,
Urk.
8/9/6).
3.1.2
In den folgenden zwölf Monaten vergrösserte sich die Hernie mit zunehmenden Beschwerden, so dass
Dr.
D._
am 2
1.
Juni 2017 ein
en offenen
Narbenhernienre
pair
und eine Bauchdeckenrekonstruktion mittels Kunststoffnetzeinlage vornahm (
Urk.
8/9/30 ff.). Seither ist die Beschwerdeführerin - ausser einem Arbeitsversuch im Dezember 2017 -
wegen Schmerzen
fortgesetzt vollständig arbeitsunfähig geschrieben (
Urk.
8/15/11).
3.1.3
Die Beschwerdeführerin klagte über Schmerzen im Bereich des
Hernienabdomens
mit Ausstrahlung in den Rücken, di
e sich auch durch wiederholte bildgebende Untersuchungen nicht erklären liessen und von
Dr.
D._
als neuropathisch ange
sehen wurden, welche
seiner Erfahrung nach
Geduld und medikamentöse Unter
stützung brauchten (vgl.
Urk.
8/23/33). Nachdem auch eine Infiltration keine Wirkung zeitigte (
Urk.
8/23/37
,
Urk.
8/19/23
)
,
überwies
Dr.
D._
die Beschwerde
führerin an
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Anästhesiologie und interventionelle Schmerztherapie. Dieser diagnostizierte (1) Schmerzen im Bereich der Bauchdecke bei Zustand nach Narbenhernien-Operation einer
supraumbilikalen
Narbenhernie mit Sch
merzen mit Ausstrahlung vom Mus
culus rectus abdominis lateraler Rand bis in die Brustwirbelsäule (BWS)
ausstrahlend, mit Schmerzverstä
rkung von dor
sal nach ventral ausstrahlend unter Druck auf ca. Brustwirbelkörper (BWK) 8 lateral
rechts sowie (2) Hypertonus, (3) Hypercholesterinämie, (4) Hypothyreose substituiert und (5) Facettensyndrom L5/S1 links mit möglicher Radikulopathie S
1.
Er führte
in seinem Konsiliarbericht vom 1
3.
Oktober 2017 (
Urk.
8/23/48
ff.) aus,
nebenbefundlich
klage die Beschwerdeführerin über Schmerzen im
lumbo
sacralen
Übergang links mit Ausstrahlung über den
Glutealbereich
, den Ober
schenkelrückseitenbereich, den Unterschenkelrückseitenbereich bis zur linken Ferse und ebenfalls bis in die linke Fusssohle im hinteren Drittel sowie über weiterhin Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule mit Ausstrahlung bis in den Hinterkopf. D
ie zwischenzeitlich angefertigte
MRI der BWS habe minimalste Veränderung gezeigt
(vgl.
Urk.
8/39/154)
, weshalb die Schmerzen in der Bauch
decke als neuropathischer Schmerz in Zusammenhang mit der gewollten Ver
wachsung des eingesetzten
Nerves
zu sehen sei
en
und der Beschwerdeführerin zur
Trainierung
der Bauchdecke
n
und
zum
Muskelaufbau geraten wurde. Ferner ordnete er die Führung eines Schmerztagebuches an und
versuchte
medikamentös und mittels
Tens
-Gerät die Beschwerden zu limitieren
(vgl. auch
Urk.
8/19/25 ff.).
In der Folge persistierten die Schmerzen und verstärkten sich auch mit der Nah
rungsaufnahme (vgl. Sprechstundenberichte vom 3
0.
Oktober und 1
8.
Dezember 2017,
Urk.
8/19/21 ff.
). In der Sprechstunde vom 1
5.
Januar 2018 berichtete die Beschwerdeführerin, dass die Sch
m
erzen paramedian rechts ver
sch
wunden seien, neu aber solche pa
ramedian links aufgetreten seien (
Urk.
8/19/19). Am 3
1.
Januar 2018 erfolgte daher eine diagnostische Laparosko
pie mit ausgedehnter
Adhäsio
lyse
bei Verdacht auf
eine
klein
e
Narbenhernie epigastrisch (
Urk.
8/19/17). Nach anfänglicher Besserung der Schmerzen, stellten sie sich oberhalb des Bauchnabels links wieder ein, vor allem bei Belastung, was als Narbenneurom angesehen wurde (Sprechstundenbericht vom
6.
März 2018,
Urk.
8/19/13) und weshalb sich die Beschwerdeführerin am 1
4.
März 2018 einer offenen Bauchdeckenrevision mit Resektion von Narbengewebe unter Mitnahme der vorderen
Rektusscheide
Oberbauch paramedian links unterzog (
Urk.
8/19/11).
Gemäss Sprechstundenbe
richt vom
3.
April 2018 liessen die Schmerzen nicht wesentlich nach und
es
bil
dete sich im Bereich des Operationsgebietes eine Schwellung (
Urk.
8/24/9). Das sonographisch bestätigte Hämatom in der Bauch
decke absorbierte sich in der Folge, die Schmerzen jedoch blieben (Sprechstun
denbericht vom 3
1.
Mai 2018,
Urk.
8/24/7). Aus diesem Grund sah sich
Dr.
D._
zu einem weiteren operativen Eingriff (offene Bauchdeckenrevision mit Resektion von Narbengewebe) am 2
7.
Juni 2018 veranlasst (
Urk.
8/39/133). Anlässlich der Sprechstunde vom 2
4.
Juli 2018 berichtete die Beschwerdeführerin, die Schmer
zen seien deutlich besser geworden, jedoch sei seit zirka 10 Tagen eine Schwel
lung im linken Ober
bauch aufgetreten. Die im Bereich der medianen Laparotomie verspürten Schmer
ze
n würden auf Analgesie
ansprechen (
Urk.
8/39/131). Zum Ausschluss einer
Rezidivhernie
ordnete
Dr.
D._
eine
n Ultraschall
an, welche
r
ein gut 11 cm messendes
Serom
links paramedian zeigte, ansonsten jedoch regel
rechte Verhält
nisse (
Urk.
8/39/152).
Das
Serom
wurde am 10.
August 2018 sonographisch-gesteuert punktiert (
Urk.
8/39/151). Seither erfolgten nach Lage der Akten keine Eingriffe mehr und schloss
Dr.
D._
nach
weiteren
bildgebenden
Erhebungen
ohne Befunde
seine Behandlung im März 2019 ab (
Urk.
15
/4).
3.1.4
RAD-Arzt
Dr.
med. et
rer
. pol.
C._
nahm am 1
4.
Juni 2018 zur medizinischen Aktenlage Stellung und erachtete den bis zu diesem Zeitpunkt dokumentierten Krank
h
eitsverlauf seit dem 2
1.
Juni 2017 mit einer kompletten Arbeitsunfähigkeit
als nachvollziehbar
, der Krankheitsverlauf sei indes noch nicht abgeschlossen (
Urk.
8/41/5).
3.1.5
Im Bemühen um eine Zweitmeinung suchte die Beschwerdeführerin im September 2018 die
viszeralchirurgische
Sprechstunde des Universitätsspital
s
G._
auf. Die dortigen Fachärzte berichteten am 1
4.
September 2018 (
Urk.
8/39/190 ff.) über geklagte belastungsabhängige Schmerzen in der Bauchdecke linksseitig sowie über postprandiale Schmerzen im
Epigastrum
und veranlassten
eine Comp
utertomografie (CT), welche unauffällig
blieb
(
vgl.
Urk.
15/1
1 S. 2
). Auch eine erneute Gastroskopie am
9.
Oktober 2018 ei
nschliesslich Biopsie (
Urk.
8/39
/208 ff
.
) blieb ohne Befund. Die Beschwerdeführerin wurde zur Schmerzbehandlung ans Institut für Anästhesiologie überwiesen, wo anlässlich der Erstkonsultation am 1
0.
Dezember 2018 die Ursache des Schmerzes als multifaktoriell und aktuell nicht zu klären
eingeschätzt und die Testung verschie
dener Medikamentenstoffklassen eingeleitet wurde mit dem Ziel einer längerfris
tigen positiven
Schmerzmodulierung
bzw. Beschwerdesenkung (
Urk.
15/1).
Die
Austestung
verschiedener Wirkstoffe
brachte
in der Folge höchstens vorüberge
hend eine Linderung oder das Medikament wurde wegen Tagesmüdigkeit abge
setzt (
Urk.
15/2-9).
Das CT Abdomen vom 2
1.
Mai 2019 erbrachte verglichen mit der Voruntersuchung vom 2
6.
September 2018 ein vollständig
regredientes
Serom
und praktisch vollständig
regrediente
postoperative Veränderungen sub
kutan in der Ba
uchwand bei Status nach multipl
en Bauchdeckenrevisionen, weiterhin kein Hinweis für ein
Hernienrezidiv
sowie weiterhin der ventralen Bauchwand anliegende Dünndarmschlingen im linken Mittelbauch, differenzial
diagnostisch als möglicherweise narbig-adhärent erachtet (
Urk.
15/11).
Die am
2
3.
Juli 2019 wegen berichtetem
Blutabgang durchgeführte
Ano-Proctoskopie
und Koloskopie war befundlos, weshalb Hämorrhoiden als Blutungsquelle ver
dächtigt wurden (
Urk.
15/10).
Anfang
August 2019
versuchten die Ärzte schlies
s
lich eine TENS-Therapie (
Urk.
15
/11), womit jedoch ebenfalls keine Schmerzlin
derung habe erzielt
werden können, weshalb sie für September 2019 die Abschlussk
onsultation vereinbarten (
Urk.
15
/12).
3.
2
Die Beschwerdegegnerin stellte in der angefochtenen Verfügung vom
1
3.
Mai 2019
(
Urk.
2) im Wesentlichen auf
das orthopädisch-chirurgische Gutachten von
Dr.
Z._
vom 2
6.
Januar 2019 (
Urk.
8/39/297 ff.) sowie das psychiatrische Gutachten von
Dr.
A._
vom 1
1.
Dezember 2018 ab (
Urk.
8/39/315 ff.)
. Darin werden die bis zur Begutachtung der Beschwerdeführerin aktenkundigen medizinischen Berichte
, soweit erforderlich
erachtet
,
zusammengefasst (Urk.
8/39/298;
Urk.
8/39/304 ff.)
.
3.2
.1
Dr.
Z._
hielt folgende Diagnosen fest (
Urk.
8/39/308):
-
Wiederkehrende unspezifische Schmerzen im Nacken
-
Kernspintomographisch nachgewiesene mediale
Diskusprotrusionen
an C6/7, Th8/9, Th12/L1
-
Wiederkehrende unspezifische Schmerzen im Abdomen nach mehrfachen Revisionen nach Kolonsegmentresektion (Lipom im mittleren Kolon trans
versum)
-
Adipositas Grad II
Dr.
Z._
konstatierte (
Urk.
8/39/308 f.), bei der Beschwerdeführerin bestün
den Beschwerdebilder im Bereich des Nackens und des Abdomens. Es werde ihr aktuell noch Arbeitsunfähigkeit attestiert, die Diagnosen am Abdomen wirkten noch limitierend auf die Arbeitsfähigkeit. So sollte das Heben und Tragen von schweren Lasten nicht verlangt werden, ebenso ständiges Arbeiten in gebückter Haltung oder in ständiger Vorneigung.
Die beklagten Beschwerden stünden teilweise in Übereinstimmung mit den erho
benen Befunden und der Bildgebung. Die Beschwerdeführerin gebe ausgeprägte Beschwerden im Bereich des Abdomens an. Die angegebenen Schmerzmedika
mente lägen unterhalb der Nachweisgrenze, dieses Ergebnis spreche gegen das berichtete Einnahmeverhalten.
Die Beschwerdeführerin arbeite aktuell nicht. Von Seiten des Abdomens sei die Tätigkeit als Mitarbeiterin im Restaurant unter Berücksichtigung der vorgelegten Tätigkeitsbeschreibung mit häufigen Anteilen von Bewegen von Lasten von 20 kg zurzeit ungünstig. Nach Angaben der Beschwerdeführerin sei ein Arbeitsver
such vom Arbeitgeber nicht gewünscht, wäre aber sicher sinnvoll, insbesondere dahingehend, welche Tätigkeiten in Zukunft im Betrieb angeboten werden könn
ten. Aus arbeitsmedizinischer Sicht sollte die Versicherte im bisher ausgeübten Tätigkeitsfeld nicht mehr arbeiten, solange kein suffizienter Aufbau der Rücken
muskulatur, insbesondere jedoch auch der Bauchmuskulatur erreicht worden sei. Es sei eine ausgeprägte Dekonditionierung und Selbstlimitierung eingetreten, das
Bewegen und Heben von Lasten sowie andere körperliche Anstrengungen ver
meide sie auch im häuslichen Bereich (
Urk.
8/39/310).
Eine leichte bis gelegentlich mittelschwere körperliche Tätigkeit, mit Heben und Tragen von leichten Lasten, frei wechselbelastend (freier Wechsel von Gehen, Stehen und Sitzen) sei trotz der Dekonditionierung ab sofort vollschichtig mög
lich (d.h. volles Pensum und volle Leistung;
Urk.
8/39/310).
3.
2.2
Dr.
A._
stellte mit
seinem Gutachten vom 1
1.
Dezember 2018 keine psychiatrische Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
8/39/321).
Die Beschwerdeführerin sei bis anhin keiner psychiatrischen Evaluation zugeführt worden. Im Rahmen der bisherigen Behandlung seien keine Psychopharmaka zum Einsatz gekommen. In den vorliegenden Akten seien keine Inhalte aufgeführt, welche auf ein evtl. anamnestisches Vorliegen einer nach ICD-10 diagnostizier
baren psychischen Störung schliessen lassen würden. Dem konfor
m habe sich die Beschwerdeführe
r
i
n in der aktuellen Untersuchung mit keinen relevanten psychi
schen Beschwerden präsentiert. Sie habe normalpsychologisch nachvollziehbar angegeben, dass sie unter Einfluss von vermehrten, therapeutisch bisher nicht suffizient beherrschbaren Schmerzen eine Grübelneigung und in der Folge eine Verschlechterung der Grundstimmung und des Antriebs entwickle. Die
Hedonie
werde als nicht tangiert berichtet. Ein affektives Syndrom komme nicht zum Vor
schein. Auch könne keine Anpassungsstörung diagnostiziert werden, weil die beschriebenen Phänomene nach der Reduktion der Schmerzsensationen nicht mehr im relevanten Ausmass vorhanden seien.
Zu diskutieren wäre im Falle der Beschwerdeführerin eine konstitutionell herab
gesetzte Schmerzschwelle sowie eine ebenfalls konstitutionell bedingte Herab
setzung der Fähigkeit, suffiziente Behandlungsstrategien zu entwickeln, wobei diese Herabsetzung nur geringfügiger Ausprägung sei. Die Beschwerdeführerin verfüge über ein gewisses Repertoire an Bewältigungsmöglichkeiten, bei aktiver Ablenkung erlebe sie eine rasche Verbesserung der Befindlichkeit (
Urk.
8/39/321 f.).
Aus psychiatrischer Sicht liege keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vor (
Urk.
8/39/323).
4.
4.1
Die Beschwerdeführerin wurde sowohl im Spital
E._
wie auch im
G._
wiederholt
viszeralchirurgisch
klinisch und bildgebend untersucht, ohne dass für die geklagten
abdominalen
Schmerzen eine Ursache oder eine Behandlungsmög
lichkeit gefunden wurde. Hinsichtlich der erhobenen Befunde wie auch der Ein
schätzung, dass die
Beschwerden neuropathisch zu erklären sind,
gehen die Fach
ärzte des Spitals
E._
wie
auch des
G._
einig. Entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin besteht daher keine Notwendigkeit, weitergehende
viszeral
chirurgische
oder gastroenterologische Begutachtungen zu veranlassen. Wi
e sich den diversen s
chmerztherapeutischen Sprechstundenberichte
n
(E. 3.1.3, E. 3.1.5)
entnehmen lässt, standen Nacken- und Rückenbeschwerden nicht im Vorder
grund. Die Beschwerdeführerin wurde auch nicht au
s orthopädischen Gründen arbeitsunfähig geschrieben und bildgebende Verfahren
ergaben
(nach Aktenlage letztmals im September 2013) keine
angesichts des Alters
auff
ällige
n
neurologi
sche
n
Befunde (vgl.
Urk.
8/39/163: normale ossäre Strukturen mit leichtgradigen
deg
. Veränderungen BWS/LWS, keine Stenosen oder Irritationen
von
Nervenwur
zeln). Es ist daher der nachvollziehbaren schlüssigen Einschätzung von RAD-Arzt
Dr.
C._
zu folgen, wonach aus orthopädischer Sicht die (reversible) Dekon
ditionierung und Selbstlimitierung im Vordergrund stehen und keine zusätzlichen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit hinsichtlich der von
Dr.
Z._
u
m
schriebenen Tätigkeitsbereiche
zu erwarten ist
(
Urk.
7)
. Deshalb erübrigen sich weitergehende medizinische Abklärungen.
4.2
Der IV-Stelle ist es nicht verwehrt, im Rahmen der Sachverhaltsabklärung von Amtes wegen (
Art.
43 ATSG) Unterlagen bei Dritten einzuholen (vgl.
Art.
28
Abs.
3 ATSG). Sie sind in die Beurteilung des
L
eistungsanspruchs einzubeziehen, auch wenn bei deren Erstellung die Parteirechte gemäss
Art.
44 ATSG allenfalls - etwa mangels Anwendbarkeit dieser Norm - nicht gewahrt wurden; dieser Um
stand ist indessen bei der Beweiswürdigung zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_540/2012 vom 1
7.
Dezember 2012 E. 3
.2.1).
Im konkreten Fall legt die Beschwerdeführerin nicht dar, inwiefern das von der Krankentaggeldversicherung eingeholte Gutachten mangelhaft wäre, weil ihr der Frage
n
katalog nicht vorgängig zur Kenntnis gelangte und sie nicht Gelegenheit erhielt, eigene Ergänzungsfrage
n zu stellen. Solche bringt sie
auch beschwerde
weise nicht konkret vor.
4.3
Die Beschwerdeführerin liess des Weiteren vorbringen, dass
nicht bekannt sei, welche Akten dem Gutachten zugrunde gelegen hätten
. D
ie Beschwerdeführerin
hätte darüber hinaus
eine Übersetzung gebraucht,
allerdings sei
die Dolmetsche
rin
bei der psychiatrischen Begutachtung
zu spät eingetroffen und damit nicht während der gesamten Begutachtung anwesend gewes
en. Bei der Untersuchung durch
Dr.
Z._
habe keine Übersetzung stattgefunden. Das Gutachten sei entsprechend auch aus diesen Gründen nicht beweiskräftig
(
Urk.
1 S. 7 f.).
Hinsichtlich der zugr
undeliegenden Akten geht aus den
Gutachten deutlich her
vor, dass die gesamte Versicherungsakte vorgelegen hat (
Urk.
8/39/297;
Urk.
8/39/315).
Dr.
Z._
stellte des Weiteren die Aktenlage dar (
Urk.
8/39/298) und führte die bildgebende Diagnostik im Detail auf (
Urk.
8/39/304).
Des Weiteren
ist
dem Schreiben
sowie den Auftragsbestätigungen
vom 3.
Dezem
ber 2018 zu entnehmen
, dass für beide Unte
rsuchungstermine, sprich
für die Untersuchung bei
Dr.
Z._
und
Dr.
A._
,
ein Dolmetscher in türki
scher Sprache organisiert worden ist (
Urk.
8/39/268
;
Urk.
8/39/271-274)
. Dass ein Dolmetscher anwesend
war
,
scheint auch in Anbetracht der Dolmetscherrechnung für den Termin vom
9.
Januar 2019, anlässlich dessen die Untersuchung durch
Dr.
Z._
stattfand, überwiegend wahrscheinlich (
Urk.
8/39/326). S
elbst davon ausgehend, dass anlässlich der Untersuchung durch
Dr.
Z._
kein Dolmetscher anwesend gewesen wäre
,
würde
die detaillierte Erhebung der Anam
nese, des Tagesablaufes, und der aktuellen Beschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit darauf schliessen
lassen
, dass die Deutschkenntnisse der Beschwerdeführerin zumindest für die
orthopädisch-unfallchirurgisch notwendi
gen Angaben bzw. Unters
uchungen völlig ausreichend wären
.
In Bezug auf die psychiatrische Untersuchung
wird im Gutachten festgehalten
, dass die Dolmetscherin mit einer Verspätung von 12 Minuten erschienen sei (
Urk.
8/39/321) - inwieweit dies zu einer falschen Erhebung von relevanten Untersuchungsbefunden geführt hätte, wird weder von der Beschwerdeführerin dargelegt
,
noch ist dies aus den Akten ersichtlich.
4.4
Zusammenfassend
erfüllen das orthopädisch-unfallchirurgische Gutachten von
Dr.
Z._
vom 2
6.
Januar 2019 und das p
sychiatrische Gutachten von Dr.
A._
vom 1
1.
Dezember 2018
sämtliche rechtsprechungsgemäss erfor
derlichen Kriterien für beweiskräftige ärztliche Entscheidungsgrundlagen (vgl. E
.
2.5).
Sie beruhen
auf fachärztlichen Untersuchungen durch die Gutachter (
Urk.
8/39/300 ff;
Urk.
8/39/316 ff.)
und wurde
n
in Kenntnis der relevanten
Vorakten
(
vgl. E. 4.3) abgegeben. Sie berücksichtigen die vorhandenen Unterla
gen sowie die von der
Beschwerdeführer
in
geklagten Beschwerden und setz
en
sich mit diesen hinreichend auseinander. Die Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ist e
inleuchtend und die Gutachten sind
schlüssig.
Demnach ist davon auszugeh
en, dass die
Beschwerdeführerin
in einer leichten bis gelegentlich mittelschweren Tätigkeit, mit Heben und Tragen leichter
Lasten und
frei wechselbelastend vollumfänglich arbeitsfähig ist (vgl. E. 3.2.1;
Urk.
8/39/310) - zu prüfen bleibt, ab welchem Zeitpunkt dies der Fall war.
5.
Entsprechend der geforderten Fragestellung setzt sich das von der Krankentag
geldversicherung eingeholte
orthopädisch-unfallchirurgische
Gutachten nicht mit dem Verlauf der zumutbaren Arbeitsfähigkeit rückblickend zum Begutach
tungszeitpunkt auseinander. RAD-Arzt
Dr.
C._
erachtete jedoch die attes
tierte vollständige Arbeitsunfähigkeit im bisherigen Beruf als Office-Mitarbeiterin
bis Juni 2018 (E. 3.1.4)
für nachvollziehbar, was angesichts der von Juni 2017 bis August 2018 vollzogenen c
h
irurgischen Eingriffe
und Behandlungen in kur
zen Zeitabständen schlüssig scheint. Nach Abheilen des punktierten
Seroms
im A
ugust 2018 und erneut
blander Gastroenteroskopie mit entzündungsfreiem
Biopsiesubstrat
war die Beschwerdeführerin jedoch nicht mehr in heilender Behandlung, sondern erschöpften sich die medizinischen Interventionen im Ver
such, die geklagten Schmerzen zu lindern. Spätestens zu diesem Zeitpunkt, als die Gastroenteroskopie im Oktober 2018
keinen erneuten Eingriff mehr nahe
legte
(E. 3.1.5)
, muss sich die Beschwerdeführerin ihre verbliebene Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit als Erwerbsfähigkeit anrechnen lassen, auch wenn sie zu diesem Zeitpunkt ihre angestammte Stelle formal noch innehatte und
vorwiegend
infolge Dekonditionierung nicht mehr antreten konnte. Wenn die Beschwerde
gegnerin zugunsten der Beschwerdeführerin diese Resterwerbsfähigkeit
nicht bereits im Zeitpunkt Ablauf des Wartejahres, sondern
erst
ab Zeitpunkt der gut
achterlichen Exploration anrechnete, ist dies
infolge des im Juni 2018 noch geplanten und erfolgten Eingriffes sowie infolge des sich anschliessend entwi
ckelten und im August 2018 punktierten
Seroms
nicht zu beanstanden. Ferner kann infolge der anschliessend sich nicht veränderten Situation ohne Weiteres davon ausgegangen werden, dass
der Zustand, wie er der begutachtenden Fach
ärztin
Dr.
Z._
vorlag,
sich
spätestens
im
Oktober 2018
bereits eingestellt hatte
. Damit besteht für das Gericht kein Anlass, die Befristung der ganzen Rente zu Ungunsten der Beschwerdeführerin zu einem früheren Zeitpunkt anzusetzen. Zweifellos ist davon auszugehen, das
s die im Januar 2019 bestehende
medizi
nisch-theoretische Arbeitsfähigkeit zu diesem Zeitpunkt bereits mindestens wäh
rend dreier Monate bestand. Damit ist entgegen der Beschwerdeführerin von einer revisionsrechtlich relevanten Veränderung spätes
tens im Oktober 2018 auszuge
hen, was in Anwendung von
Art.
88a
Abs.
1 IVV zu einer Anpassung Ende Januar 2019 führt.
6.
Die Beschwerdegegnerin zog als
Valideneinkommen
das Einkommen als Mit
arbeiterin im
Restaurant
Y._
für das Jahr 2018
in Höhe von
Fr.
50'623.50 (aufgerechnet auf 100
%
, vgl.
Urk.
8/15
)
heran und stellte für das Invalidenein
kommen auf den Tabellenlohn
für einfache Tätigkeiten körperlicher oder hand
werklicher Natur im Sektor Dienstleistungen der
vom Bundesamt für Statistik
herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung
2016
(LSE
2016, TA1,
Ziff.
45-96 Dienstleistungen, Frauen
)
ab, welchen sie noch um die Nominallohn
entwicklung bis ins Jahr 2018 korrigierte
und damit in Höhe von Fr.
53'984.60 (bei einem Pensum von 100
%
) festlegte
(vgl. Einkommensvergleich vom 2
8.
Februar 2019,
Urk.
8/40; vgl. auch
Urk.
2). Dies ist aufgrund der Akten nicht zu beanstanden und wurde seitens der Beschwerdeführerin auch nicht bestritten, womit f
ür eine nähere
Prüfung von Amtes wegen
kein Anlass
besteht
(BGE 125 V 413 E. 1b und 2c).
7.
Die
Qualifikation als zu 85
%
Erwerbstätige entspricht aufgerun
det (effektiv arbeitete die Beschwerdeführerin
zu rund 81
%
; vgl.
Urk.
8/15
) der langjährigen effektiv ausgeübten Erwerbstätigkeit. Veränderungen im sozialen oder finanziel
len Bereich, die eine Ausdehnung der Erwerbstätigkeit
notwendig oder nachvoll
ziehbar erscheinen liessen, wurden nicht dargelegt, noch behauptete die Beschwerdeführerin, sich vor Eintritt des Gesundheitsschadens um eine Erhöhung ihres Pensums bemüht zu haben. Somit besteht kein Anlass zu einer Korrektur. Angesichts des untergeordneten Anteils Aufgabenbereich Haushalt ist mit der Beschwerdegegnerin keine rentenbegründende Veränderung des Invaliditätsgra
des zu erwarten, weshalb sie auf eine Haushaltsabklärung verzichten durfte (
vgl. hierzu
Urteil
des Bundesgerichts 9C_103/2010
vom 2.
September 2010).
Im Übrigen würde auch (vgl. E. 6) dann kein rentenbegründender Invaliditätsgrad resultieren, wenn von einer vollzeitlichen Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall ausgegangen würde.
8.
Die Zusprache einer befristeten ganzen Rente vom
1.
Juni 2018 bis zum 3
1.
Januar 2019
ist
damit, jedenfalls zugunsten der Beschwerdeführerin, nicht zu beanstanden
. D
ie Beschwerde ist
demnach
vollumfänglich abzuweisen.
9.
Gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantona
len Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verwei
gerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetzli
chen Rahmens (
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.--) auf
Fr.
800.-- festzusetzen und der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.