Decision ID: b0b0a9d9-4df3-4191-87b2-dbe7bd7f9c9d
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend
Fahren ohne Berechtigung
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Winterthur, Einzelgericht,
vom 09. Januar 2017 (GG160070)
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Anklage:
Die Anklageschrift vom 26. September 2016 ist diesem Urteil beigeheftet
(Urk. 14).
Urteil der Vorinstanz: (Urk. 32S. 18 ff.)
"Es wird erkannt:
1. Der Beschuldigte A._ ist schuldig des Fahrens ohne Berechtigung im Sinne
von Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG.
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen
zu Fr. 65.– (entsprechend Fr. 1'950.–), als Zusatzstrafe zum Strafbefehl
Nr. A-2/2014/151102005 der Staatsanwaltschaft See/Oberland, vom 22. Mai 2015.
3. Der Vollzug der Geldstrafe wird nicht aufgeschoben. Demgemäss ist die Geldstrafe
innert der von der Vollzugsbehörde anzusetzenden Frist zu bezahlen.
4. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
Fr. 1'500.– ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 2'500.– Gebühr Vorverfahren
Fr. 4'000.– Total
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, so ermässigt sich die
Entscheidgebühr auf 2/3.
5. Die Kosten des Vorverfahrens (Gebühr Vorverfahren) und des gerichtlichen Ver-
fahrens werden dem Beschuldigten auferlegt.
6. Eine Parteientschädigung wird dem Beschuldigten nicht zugesprochen.
7. (Mitteilungen)
8. (Rechtsmittel)"
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Berufungsanträge
a) Der Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 35 S. 2; Urk. 51 S. 1)
1. Das vorinstanzliche Urteil des Bezirksgericht Winterthur sei vollumfänglich
aufzuheben.
2. Der Beschuldigte sei vollumfänglich von Schuld und Strafe freizusprechen.
3. Es seien die gesamten Verfahrenskosten für das erst- und zweitinstanzliche
Verfahren sowie für das Vorverfahren der Staatskasse zu überbinden und
dem Beschuldigten sei eine angemessene Entschädigung für seine An-
waltskosten (zzgl. 8% MWSt.) auszurichten.
b) Der Staatsanwaltschaft:
(Urk. 39, schriftlich)
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils

Erwägungen:
I. Prozessuales
1. Verfahrensgang
1.1. Zum Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zwecks Vermei-
dung von unnötigen Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen der Vor-
instanz im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 32 S. 3.; Art. 82
Abs. 4 StPO).
1.2. Mit Urteil des Bezirksgerichts Winterthur, Einzelgericht in Strafsachen, vom
9. Januar 2017 wurde der Beschuldigte A._ im Sinne des eingangs wieder-
gegebenen Urteilsdispositivs schuldig gesprochen und bestraft. Gegen dieses Ur-
teil liess er innert Frist mit Schreiben vom 18. Januar 2017 Berufung anmelden
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(Urk. 27). Das begründete Urteil wurde dem Beschuldigten in der Folge am
23. Februar 2017 zugestellt (Urk. 30), woraufhin die Verteidigung mit Eingabe
vom 14. März 2017 fristgerecht die Berufungserklärung beim hiesigen Gericht ein-
reichte (Urk. 35).
1.3. Mit Präsidialverfügung vom 16. März 2017 wurde der Anklagebehörde Frist
angesetzt, um Anschlussberufung zu erheben, oder begründet ein Nichteintreten
auf die Berufung zu beantragen (Urk. 36). Daraufhin teilte die Anklagebehörde mit
Eingabe vom 22. März 2017 mit, sie verzichte auf die Erhebung einer Anschluss-
berufung und beantrage die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 39).
1.4. Am 14. August 2017 fand die Berufungsverhandlung statt, zu welcher der
Beschuldigte in Begleitung seines erbetenen Verteidigers Rechtsanwalt
MLaw X._ erschienen sind (Prot. II S. 4).
2. Umfang der Berufung
2.1. In ihrer Berufungserklärung vom 14. März 2017 beantragte die erbetene
Verteidigung des Beschuldigten einen vollumfänglichen Freispruch (Urk. 35 S. 2).
2.2. Anlässlich der Berufungsverhandlung schränkte die Verteidigung auf
Befragen hin die Berufung zudem insofern ein, als sie zu Protokoll erklärte, die
vorinstanzliche Kostenfestsetzung gemäss Dispositiv Ziffer 4 werde nicht ange-
fochten (Prot. II S. 5).
2.3. Dementsprechend ist das vorinstanzliche Urteil betreffend Dispositiv Zif-
fer 4 nicht angefochten und damit in Rechtskraft erwachsen, was vorab mittels
Beschluss festzustellen ist (Art. 404 Abs. 1 StPO).
2.4. Im übrigen Umfang steht das vorinstanzliche Urteil zwecks Überprüfung
zur Disposition.
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II. Sachverhalt und rechtliche Würdigung
3. Sachverhalt
3.1. Die Anklagebehörde wirft dem Beschuldigten in ihrer Anklageschrift vom
26. September 2016 zusammengefasst vor, er habe am 27. März 2015
den Personenwagen Citroën C3, Kennzeichen ZH ..., von seinem Wohnort am
B._-Weg ... in Winterthur bis zur Liegenschaft "C._" in D._ gelenkt,
obwohl er für den betreffenden Zeitraum mit einem Führerausweisentzug des
Strassenverkehrsamts das Kantons Zürich belegt gewesen sei (Urk. 14).
3.2. Der Beschuldigte stellte sowohl in der Untersuchung als auch im vor-
instanzlichen Verfahren vehement in Abrede, am fraglichen 27. März 2015 das
Fahrzeug gelenkt zu haben (Urk. 8/2 S. 3, Prot. I S. 16 f.). Diesen Standpunkt
nahm er denn auch im Rahmen des Berufungsverfahrens ein (Urk. 50 S. 7 ff.).
Der darüber hinausgehende Sachverhalt wurde weder vom Beschuldigten, noch
von seinem Verteidiger bestritten (Urk. 8/2 S. 3 f., Urk. 8/2 S. 3, Urk. 24 S. 2 ff.,
Prot. I S. 16 f.; Urk. 50 S. 7 ff.; Urk. 51 S. 2 ff.).
3.3. Erstellt ist demnach mit der Vorinstanz, dass das Fahrzeug des Beschul-
digten, nämlich der Citroën C3 mit dem amtlichen Kennzeichen ZH ... am
27. März 2015 vom damaligen Wohnort des Beschuldigten, dem B._-Weg ...
in Winterthur, bis zur Liegenschaft "C._" in D._ gefahren und dort abge-
stellt wurde. Weiter ist erstellt, dass der Beschuldigte zum anklagegenständlichen
Zeitpunkt nicht im Besitze eines gültigen Fahrausweises war, was der Beschuldig-
te auch wusste (vgl. Urk. 50 S. 8). Damit stellt sich im Rahmen des Beweisverfah-
rens einzig noch die Frage, ob sich aufgrund der vorhandenen Akten der Beweis
dafür erbringen lässt, dass es tatsächlich der Beschuldigte war, der am 27. März
2015 den Citroën C3 mit dem amtlichen Kennzeichen ZH ... von Winterthur nach
D._ lenkte.
3.4. Zu dieser Frage hat sich die Vorinstanz einlässlich mit den vorhandenen
Beweismitteln auseinander gesetzt, wobei sie einleitend die Grundsätze der Be-
weiswürdigung mit Verweis auf die einschlägige Praxis des Bundesgerichts sowie
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die herrschende Lehre zusammenfassend dargestellt hat. Auf die betreffenden
Erwägungen, welche allesamt zutreffend sind, kann vorab verwiesen werden
(Urk. 32 S. 4 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO).
3.4.1. Richtigerweise hat die Vorinstanz sodann erkannt, dass zur Erstellung des
eingeklagten Sachverhaltes grundsätzlich neben den Aussagen des Beschuldig-
ten selbst, auch diejenigen der Zeugen E._ (Urk. 7/3), F._ (Urk. 7/2) und
G._ (Urk. 7/5) heranzuziehen sind. Darüber hinaus stehen als Beweismittel
die von den kontrollierenden Polizeibeamten erstellte Fotodokumentation (Urk. 2)
sowie die Videosequenz der Überwachungsanlage an einer Tankstelle, bei wel-
cher mutmasslich der Beschuldigte einen Zwischenhalt eingelegt haben soll
(Urk. 3), und die Aussagen der Tankstellenmitarbeiterin H._, die zur Funkti-
onsweise der Überwachungskameras befragt wurde (Urk. 7/4), zur Verfügung.
Zudem wurde auch I._, ein Freund des Beschuldigten, als Auskunftsperson
zur Sache befragt. Auch dessen Aussagen können grundsätzlich zur Sachver-
haltserstellung beigezogen werden, was die Vorinstanz unerwähnt liess (Urk. 7/1).
3.4.2. Der Anklagevorwurf der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland stützt sich
zunächst überwiegend auf die Aussagen des Zeugen E._ (Urk. 7/3). Die Ver-
teidigung kritisiert diesbezüglich, die Vorinstanz verkenne, dass es sich bei die-
sem Zeugen um einen gleichaltrigen Erwachsenen wie dem Beschuldigten hand-
le, welcher sich überhaupt nicht mit seinem Nachbarn verstehe und diesem eins
auswischen wolle. Der Zeuge sei sich als Polizist bewusst gewesen, dass solche
belastenden Aussagen kaum überprüfbar seien und deshalb schlicht nicht aufge-
deckt werden könnten, was er offensichtlich ausgenutzt habe, um seinen Nach-
barn zu verunglimpfen. Entsprechend sei auch die Argumentation der Vorinstanz,
die Verteidigung hätte es unterlassen, den Zeugen mit den früheren Vorfällen zu
konfrontieren, verfehlt, zumal ohnehin klar gewesen sei, dass der Zeuge diese
Vorfälle abstreiten würde, nur um glaubwürdig zu erscheinen. Schliesslich entlar-
ve sich der Zeuge mit seinen Aussagen selber als Lügner, indem er ausgesagt
habe, er sei dem Beschuldigten mit einem Abstand von 50 bis 100 Meter gefolgt.
Bis der Zeuge in sein Auto eingestiegen sei und den Motor gestartet habe, sei der
Beschuldigte mindestens zwischen 600 bis 700 Meter entfernt gewesen. Auch der
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Zeuge G._ habe ausgesagt, dass der Zeuge E._ ihm mitgeteilt habe, er
habe das Fahrzeug aus den Augen verloren, was die Vorinstanz komplett ignorie-
re. Überdies habe der Zeuge E._ mindestens zwei Verkehrsregelverletzun-
gen begehen müssen, um die Distanz zum Fahrzeug zu reduzieren und die Poli-
zei während der Fahrt zu informieren. Mithin schrecke er wohl auch nicht davon
zurück, bei einer Einvernahme ein-, zweimal die Wahrheit zu verdrehen. Deshalb
sei der Zeuge E._ wenig glaubwürdig und habe es bei seinen Aussagen mit
der Wahrheit nicht sehr genaugenommen (Urk. 51 S. 3 f.).
3.4.3. Die Vorinstanz ist bezüglich des Zeugen E._ vollkommen zu recht zum
Schluss gekommen, dass an seiner grundsätzlichen Glaubwürdigkeit keine ernst-
haften Zweifel bestehen können. Daran vermögen auch die teilweise bereits vor
Vorinstanz erhobenen Einwände der Verteidigung nichts zu ändern. Der vor-
instanzliche Richter hat sich damit bereits einlässlich und zutreffend auseinander
gesetzt. Sofern sich die Vorbringen der Verteidigung im Berufungsverfahren ledig-
lich in einer Wiederholung der Argumente erschöpfen, welche bereits vor Vor-
instanz vorgetragen wurden, kann vollumfänglich auf die überzeugenden Erwä-
gungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 32 S. 6 ff.). Insbe-
sondere erstaunt mit der Vorinstanz, dass der Beschuldigte bzw. seine Verteidi-
gung auf entsprechende Frage darauf verzichteten, den Zeugen E._ noch-
mals zu den vom Beschuldigten angegebenen Differenzen zu befragen
(vgl. Urk. 8.3 S. 3), speziell wenn diese so drastisch waren, wie er sie nun im Be-
rufungsverfahren beschreibt. Auffällig ist nämlich, dass der Beschuldigte erstmals
im Berufungsverfahren vorbringt, er habe "des Öftern" Probleme mit dem Zeugen
E._ gehabt und dieser habe ihn auf dem Kieker (Urk. 50 S. 9 f.). Zwar erklär-
te er auch vor Vorinstanz, der Zeuge E._ habe ein persönliches Problem mit
ihm, begründete dies jedoch einzig mit einer "kleinen Auseinandersetzung" im
Jahr 2014, als er bei einem Unfall über einen Fussgängerstreifen gelaufen sei,
woraufhin ihm der Zeuge nachgerufen habe, er solle anhalten und es zu einer
"grösseren Diskussion" gekommen sei. Auf die Frage, ob er nach diesem Vorfall
wieder einmal Kontakt mit dem Zeugen E._ hatte, erklärte der Beschuldigte
sodann, dieser habe einmal bei ihm geklingelt, er wisse aber nicht, ob dies vor
oder nach diesem Vorfall gewesen sei, er denke aber, es sei im Januar 2014 ge-
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wesen (Prot. I S. 19 f.). Anlässlich der Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft
vom 26. September 2016 war noch einzig von diesem einen Vorfall beim Unfall
die Rede. Der Zeuge E._ habe von ihm verlangt, dass er sich ausweise, ob-
wohl es für diese Kontrolle keinen Grund gegeben habe. Deshalb hätten sich Dif-
ferenzen ergeben und es habe "ein wenig böse Worte" gegeben. Das sei alles
gewesen (Urk. 8.3 S. 3). Mithin fällt auf, dass der Beschuldigte die angeblichen
Probleme zwischen dem Zeugen E._ und ihm selber von Einvernahme zu
Einvernahme als gravierender beschreibt. Dass eine Konfrontation des Zeugen
damit von Anfang an aussichtslos gewesen wäre, wie dies die Verteidigung gel-
tend macht, überzeugt ebenfalls nicht. Vielmehr ist durchaus denkbar, dass sich
der Zeuge E._ als Polizist im Rahmen seiner Tätigkeit solche Auseinander-
setzungen, wie sie der Beschuldigte beschrieben hat, gewohnt ist und dieser des-
halb keine spezielle Bedeutung zugemessen hat. Dass er beim Beschuldigten
klingelte, hat er sodann selber ausgesagt, wobei dies gemäss seiner Darstellung
nach dem vorliegend zu beurteilenden Vorfall war (Urk. 7.3 S. 2 f.). Mithin hat die
Vorinstanz völlig zutreffend festgehalten, dass bewusst oder unbewusst die Mög-
lichkeit vertan wurde, den Zeugen E._ zum behaupteten Konflikt mit dem
Beschuldigten Stellung nehmen zu lassen (Urk. 32 S. 7). Schliesslich erscheint
auch die Theorie des Beschuldigten, der Zeuge E._ habe ihn wider besseren
Wissens angezeigt und in einer Tat beschuldigt, welche er nicht begangen habe,
um ihm eins auszuwischen, wenig naheliegend. Wäre das die Absicht des Zeu-
gen E._ gewesen, so hätte er den Beschuldigten auch einfach bei der Polizei
anzeigen können, statt seine Kollegen zu alarmieren, zumal er damit riskiert hätte,
dass seine Lüge auffliegt, wenn der Beschuldigte nicht am Steuer seines Wagens
angetroffen worden wäre. Im Übrigen ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen,
dass nach ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung der Glaubwürdigkeit ei-
ner Person im Vergleich zur Glaubhaftigkeit der von ihr gemachten Aussagen ei-
ne lediglich untergeordnete Bedeutung zukommt.
Was die Verteidigung mit dem Hinweis auf die Zeugenaussage von G._ be-
zwecken will, erschliesst sich der erkennenden Kammer nicht. G._ hat zwar
angegeben, dass ihm E._ gesagt habe, er hätte das fragliche Fahrzeug auch
kurz aus den Augen verloren (Urk. 7.5 S.3). Dies hat aber auch der Zeuge
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E._ so ausgesagt (Urk. 7.3 S.7) und betrifft das Ende der inkrimierten Fahrt.
Auch was die Verteidigung mit dem Hinweis auf zwei mögliche Strassenverkehrs-
delikte erreichen will, bleibt ihr Geheimnis. Es wurde in der Untersuchung nicht
erstellt, wann und wie genau E._ die Polizei angerufen hat. Kommt hinzu,
dass es Freisprechanlagen gibt, deren Benutzung auch während der Fahrt erlaubt
sind. Auch die Fahrsituation (Stopp-Strassen, Ampeln etc.) und die Geschwindig-
keit des verfolgten Fahrzeuges wurden nicht erstellt, weshalb eine Geschwindig-
keitsübertretung von E._ nicht auf der Hand liegt. Selbst wenn der Zeuge
E._ Verkehrsregelverletzungen begangen hätte, ist nicht ersichtlich, was das
für Auswirkungen auf seine allgemeine Glaubwürdigkeit oder auf die Glaubhaf-
tigkeit seiner konkreten Aussagen haben sollte.
3.4.4. Die Vorinstanz hat die Depositionen der Zeugen E._ sehr gründlich
zusammengefasst und richtig wiedergegeben (Urk. 32 S. 5 ff.). In Anwendung von
Art. 82 Abs. 4 StPO kann auf die betreffenden Erwägungen des Vorderrichters
verwiesen werden. Eine neuerliche Darstellung seiner Aussagen würde sich ledig-
lich in Wiederholungen erschöpfen, worauf verzichtet werden kann. Die unter
Hinweis auf die Straffolgen von Art. 307 StGB erfolgten Aussagen des Zeugen
E._ sind sehr glaubhaft und detailgetreu, wobei er jeweils auch angab, wenn
er etwas nicht wusste. Der Zeuge E._ hat in überzeugender Manier zu Pro-
tokoll gegeben, wie er auf den Beschuldigten aufmerksam geworden ist und wie
es dazu kam, dass er ihm mit seinem Auto gefolgt ist. Zudem hat er mehrfach be-
teuert, dass der Beschuldigte alleine mit dem fraglichen Citroën C3 mit dem amtli-
chen Kennzeichen ZH ... unterwegs war. Davon konnte er sich einerseits in der
Tiefgarage am gemeinsamen Wohnort und danach beim Tankstellenhalt an der
...-Tankstelle an der J._-Strasse ... in Winterthur zweifelsfrei vergewissern,
selbst wenn er das Fahrzeug zwischendurch aus den Augen verloren haben soll-
te. Aufgrund der Angaben des Zeugen E._ konnte das Fahrzeug schliesslich
denn auch durch die herbeigerufene Polizeipatrouille mit noch warmem Motor in
D._ angetroffen werden (Urk 7.5 S. 4).
3.4.5. Zur eigentlich inkriminierten Fahrt von Winterthur nach D._ konnten
sodann die weiteren Zeugen F._ (Urk. 7.2), G._ (Urk. 7.5) und H._
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(Urk. 7.4) keinerlei Angaben machen. Hingegen gab der Freund des Beschuldig-
ten, I._, auf Befragung durch die Anklagebehörde zunächst zu Protokoll, er
und der Beschuldigte seien zusammen mit dem Auto des Beschuldigten nach
D._ gefahren. Auf die konkrete Frage, wer denn nun das Auto gelenkt habe,
gab er zu Protokoll, er habe es gelenkt. Bereits auf die nächste Frage antwortete
er dann aber, er sei sich nicht mehr hundertprozentig sicher, ob er an jenem Tag
gefahren sei. Er wisse einfach noch, dass er in jener Zeit, als der Beschuldigte ei-
nen Ausweisentzug gehabt habe, öfters dessen Auto habe benutzen dürfen. Auf
mehrmaliges Nachfragen wollte sich die Auskunftsperson I._ dann partout
nicht mehr daran erinnern, was genau sich am 27. März 2015 zugetragen habe
(Urk. 7.1 S. 3). Wie die Vorinstanz zutreffend festhielt, sind seine offenkundig
ausweichenden Antworten in diesem Punkt nicht einfach auf eine Erinnerungslü-
cke infolge Zeitablaufs zurückzuführen. Vielmehr ergibt sich aufgrund der glaub-
haften Angaben des Polizeibeamten F._, wonach I._ lediglich bei der al-
lerersten Befragung vor Ort behauptet habe, der Fahrer gewesen zu sein, in der
Folge aber nicht mehr bereit war, diese für den mit ihm befreundeten Beschuldig-
ten entlastende Aussage zu wiederholen, klar, dass er zunächst einzig bemüht
war seinen Freund vor einer drohenden Strafverfolgung zu schützen. Entspre-
chend verhielt er sich dann auch bei der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme
vom 26. Juli 2017. Sein Aussageverhalten überzeugt jedoch nicht einmal ansatz-
weise und sein Verhalten ist als vollends unlogisch zu bezeichnen. Wäre I._
nämlich an jenem Tag tatsächlich mit dem Auto des Beschuldigten gefahren, so
hätte er keinen Grund für sein lavierendes Aussageverhalten gehabt. Wie sich
nämlich dem Polizeirapport vom 21. September 2015 entnehmen lässt, war
I._ an jenem Abend – im Gegensatz zum Beschuldigten – im Besitze eines
gültigen Fahrausweises. Allerdings musste er diesen – auf Verlangen der Polizei
– aus einem ebenfalls am Kontrollort parkierten weissen VW Polo (ZH ...) holen,
was zweifelsohne indiziert, dass er eben nicht mit dem Auto des Beschuldigten,
sondern mit seinem eigenen Auto nach D._ gelangt war. Jedenfalls ist wohl
auszuschliessen, dass er zwei Autos gleichzeitig nach D._ lenkte (Urk. 1
S. 3; Urk. 6 Frage 8; Urk. 7.2 S. 6). Nach dem Gesagten vermögen die Aussagen
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von I._ die überzeugenden Aussagen des Zeugen E._ nicht im entfern-
testen zu erschüttern.
3.4.6. Die Vorinstanz hat sodann sorgfältige und überzeugende Erwägungen zur
Glaubhaftigkeit der Depositionen des Zeugen E._ angestellt. Den betreffen-
den Schlussfolgerungen im angefochtenen Entscheid kann vollumfänglich zuge-
stimmt werden. Was der Zeuge vorbringt, ist stimmig, wirkt lebensnah und ist
durchwegs nachvollziehbar. Zudem steht es im widerspruchsfreien Einklang mit
den Aufnahmen der Videoüberwachungsanlage der ...tankstelle an der J._-
Strasse ... in Winterthur. Die zu den Akten erhobenen Videosequenzen wurden
gemäss den überzeugenden Aussagen der Zeugin H._ am 27. März 2015,
um ca. 21.20 Uhr, aufgenommen. Damit passen diese Aufzeichnungen in chrono-
logischer Hinsicht exakt zu den zeitlichen Angaben des Zeugen E._. Auf den
Aufnahmen ist des weiteren zu erkennen, wie ein schwarzer Kleinwagen auf dem
Tankstellenareal vorfährt. Auf der Fahrerseite steigt sodann eine Einzelperson
aus, und begibt sich zum Eingang des Tankstellenshops. Die betreffende Person
wird hernach von der Kamera an der Kasse erfasst, wo sie eine Getränkedose
bezahlt. Anschliessend kehrt die fragliche Person wieder zum Fahrzeug zurück,
mit welchem sie dann wieder davonfährt. Neben der Person, welche das Fahr-
zeug fährt, sind keine weiteren Insassen erkennbar (Urk. 3). Wenn die Vorinstanz
in diesem Zusammenhang erwägt, das auf den Aufnahmen abgebildete Fahrzeug
stimme in Bezug auf Typ und Farbe mit demjenigen des Beschuldigten überein,
so ist ihr darin vollumgänglich zuzustimmen. Anlässlich der Berufungsverhand-
lung hat der Beschuldigte auf Vorhalt der Fotografien aus der Videoaufnahme
(Urk. 2 S. 2) schliesslich auch eingestanden, dass es sich dabei um sein Auto
handle (Urk. 50 S. 9). Sodann ist die auf der Aufnahme ersichtliche Person hin-
sichtlich ihres Aussehens, ihrer Kleidung und ihrer Statur mit dem Beschuldigten
identisch. Die Vorinstanz hat weiter richtigerweise darauf hingewiesen, dass zu
berücksichtigen sei, dass der Beschuldigte auf der Fotoaufnahme der nachfol-
genden Polizeikontrolle – im Gegensatz zum Zwischenhalt bei der Tankstelle –
keine Jacke mehr getragen habe. Der Rest der Bekleidung, namentlich die graue
Hose und der dunkelgraue Rundhals-Pullover, liessen jedoch zweifelsfrei auf den
Beschuldigten schliessen. Die Verteidigung brachte zwar vor Vorinstanz mit Recht
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vor, auch der am Kontrollort anwesende I._ habe an jenem Abend eine helle
Hosen getragen, was grundsätzlich zutreffend ist. Im Berufungsverfahren machte
sie sodann geltend, auf der Videoaufnahme sei schlicht nicht erkennbar, ob die
Person einen Pullover oder ein T-Shirt trage, da diese eine Jacke trage. Auch sei
das T-Shirt oder der Pullover klar schwarz und nicht dunkelgrau, was gegen den
Beschuldigten spreche. Neben I._ seien vier weitere Personen am Kontrollort
gewesen, welche auch als Fahrzeuglenker in Frage kämen, von welchen jedoch
keine Fotodokumentation erstellt worden sei. Schliesslich sei auch denkbar, dass
I._ einen Kapuzenpullover über das schwarze T-Shirt gezogen habe und
deshalb anders aussehe (Urk. 51 S. 6 f.). Dennoch kann ausgeschlossen werden,
dass es sich bei der Person auf den Videoaufnahmen um I._ handelte. Zwar
könnte die Person auf der Videoaufnahme auch ein dunkles T-Shirt unter der Ja-
cke tragen, wobei sich aufgrund der Qualität der Aufnahmen nicht sagen lässt, ob
dieses schwarz oder dunkelgrau ist, jedoch ist auf der Aufnahme von I._
(Urk. 2 S. 2) neben dem auffälligen Kapuzenpullover auch gut ersichtlich, dass
dieser deutlich vollere und dunklere Haare hat, als die Person auf der Videoauf-
nahme. Demgegenüber hat der Beschuldigte im Vergleich zu I._ deutlich
weniger Haare und "Geheimratsecken", welche auf den Videoaufnahmen auf S. 4
und 5 deutlich erkennbar sind (Urk. 2). Selbst wenn von den übrigen bei der Kon-
trolle angetroffenen Personen keine Fotoaufnahmen verfügbar sind, sind die
Übereinstimmungen des Beschuldigten mit der Person auf der Aufnahme bemer-
kenswert. Neben dem dunklen Pullover mit dem Rundhalsausschnitt, den grauen
Hosen und der Statur sind wie erwähnt insbesondere auch die Frisur bzw. die er-
kennbaren Geheimratsecken identisch. Im Übrigen kann diesbezüglich vollum-
fänglich auf die zutreffende Begründung der Vorinstanz verwiesen werden
(Urk. 32 S. 9 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO).
3.4.7. In Bezug auf die Videoaufnahmen bringt die Verteidigung im Berufungsver-
fahren sodann vor, die Zeugin H._ habe dargelegt, dass es aufgrund des al-
ten Systems sein könne, dass die Bewegungsmelder und somit die Aufnahmen
um ein paar Sekunden verzögert reagieren würden. Vorliegend handle es sich
aber um eine angebliche Verzögerung von 52 Sekunden. Dies zeige eindeutig
auf, dass es sich bei der Person, welche sich in der Videosequenz an der Kasse
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befunden habe, nicht um die gleiche Person handeln könne, welche ins Fahrzeug
eingestiegen sei (Urk. 51 S. 6). Schaut man sich die Videoaufnahme (Urk. 3) an,
so ist auf der Aufnahme rechts oben erkennbar, wie das Fahrzeug des Beschul-
digten (vgl. Urk. 50 S. 9) um 21:20:37 Uhr an die Tankstelle fährt, (mutmasslich)
der Beschuldigte auf der Fahrerseite aussteigt (21:20:40 Uhr) und den Tankstel-
lenshop betritt (21:20:50 Uhr). Um 21:20:15 Uhr zeigt die auf die Kasse gerichtete
Kamera (im Bild unten rechts) den Beschuldigten, wie er an der Kasse steht.
Gleichzeitig ist auch eine Getränkedose auf der Theke erkennbar. Sodann wird
auf der Aufnahme ersichtlich – leider ohne dass die Zeit erkennbar wäre –, wie
der Beschuldigte das Portemonnaie in einer Hand hält und eine Note heraus-
nimmt. Gleichzeitig befindet sich die Hand der Kassiererin hinter der Theke kurz
vor der Getränkedose, als ob sie danach greifen würde. In dieser Position friert
das Bild nun ein. Somit ist der Beschuldigte zwar auf der Aufnahme unten rechts
nach wie vor in der selben Position an der Kasse stehend erkennbar, als er auf
der Aufnahme oben rechts um 21:21:42 Uhr den Shop wieder verlässt sowie auf
der Fahrerseite in das Auto einsteigt, und auch noch als das Auto bereits wegge-
fahren ist. Jedoch verändert sich die Aufnahme unten rechts spätestens ab
21:21:42 Uhr nicht mehr, sondern der Beschuldigte hält nach wie vor das Geld in
der Hand, während die Kassiererin ihre Hand nach der Getränkedose ausge-
streckt hält. Schliesslich ist auch gut erkennbar, dass der Beschuldigte die Ge-
tränkedose, welche zuvor beim Bezahlen auf der Theke stand, in der linken Hand
hält, als er den Shop verlässt. Mithin verbleiben keine Zweifel, dass die Person
auf den verschiedenen Aufnahmen ein und dieselbe Person ist.
3.4.8. Die Verteidigung kritisiert weiter, dass die Indizienlage vorliegend nicht da-
für spreche, dass der Beschuldigte sein Fahrzeug selber gelenkt habe. Er habe
im Rahmen der Einvernahmen glaubhaft ausgeführt, dass er zwar Halter des be-
sagten Fahrzeugs sei, dieses aber immer wieder von anderen Personen gelenkt
werde. Dies sei durch I._ bestätigt worden. Ausserdem sei der Beschuldigte
betreffend Strassenverkehrsdelikte mehrfach vorbelastet, weshalb ihm sicherlich
bewusst gewesen sei, dass ihm die Fahrerlaubnis für einen noch längeren Zeit-
raum entzogen würde und die Konsequenzen strafrechtlich einschneidend sein
würden, wenn er ohne Berechtigung fahren würde (Urk. 51 S. 7 f.). Der Beschul-
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digte betonte auch im Berufungsverfahren, er habe sein Auto damals vielen Kol-
legen zur Verfügung gestellt, weil er keinen Ausweis gehabt habe (Urk. 50 S. 7).
Wer mit seinem Auto nach D._ gefahren ist, konnte bzw. wollte er aber auch
im Berufungsverfahren nicht erklären (Urk. 50). Im Unterschied zu seinen bisheri-
gen Aussagen führte er nun aber erstmals aus, er sei schon länger in D._
gewesen, weil er mit K._ gefahren sei. Er wisse nicht, mit welchem Auto
K._ ihn nach D._ gefahren habe, weil dieser damals gerade Probleme
gehabt habe. Dieser sei ein Schrauber und habe immer mehrere Autos (Urk. 50
S. 7 u. S. 11). Auf die Frage, weshalb er heute das erste Mal erwähne, dass er
mit K._ nach D._ gefahren sei, erklärte der Beschuldigte, er sei noch nie
gefragt worden, wie er dort hingekommen sei. Er habe diese Angabe nicht für
wichtig befunden, es tue ja eigentlich nichts zur Sache (Urk. 50 S. 7 f.). Das Aus-
sageverhalten des Beschuldigten erstaunt und seine Bestreitungen erscheinen
völlig unglaubhaft. So wurde der Beschuldigte am 17. September 2015 bereits
durch die Polizei gefragt, wie er nach D._ gekommen sei, woraufhin er die
Antwort verweigerte (Urk. 8.1 S. 2 Frage 12). Auch anlässlich den nachfolgenden
Einvernahmen hat er nie erwähnt, dass er mit K._ in dessen Auto nach
D._ gefahren sei, obwohl ihn diese Aussage hätte entlasten können, was
beim gegen ihn erhobenen Vorwurf des Fahrens ohne Führerausweis auch für
den Beschuldigten von Beginn der Untersuchung an offensichtlich gewesen sein
muss. Bezeichnend ist denn auch, dass weder der Beschuldigte noch die Vertei-
digung die Einvernahme von K._ als Zeuge beantragen (vgl. Prot. II S. 5).
Schliesslich stehen diese neuen Ausführungen des Beschuldigten aber auch in
einem Widerspruch zu den Aussagen der Auskunftsperson I._, welcher er-
klärte, er sei gemeinsam mit dem Beschuldigten in dessen Citroen C3 nach
D._ gefahren (Urk. 7.1 S. 3). Zusammenfassend erscheinen die Aussagen
des Beschuldigten völlig unglaubhaft, während die Indizienlage sehr deutlich dafür
spricht, dass der Beschuldigte selber an jenem Abend sein Auto nach D._
gelenkt hatte.
3.4.9. Schliesslich weist die Verteidigung darauf hin, der Beschuldigte sei nicht
verpflichtet, im Verfahren mitzuwirken und habe ein Aussageverweigerungsrecht.
Es gebe viele Gründe, weshalb der Beschuldigte den tatsächlichen Lenker nicht
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habe angeben wollen. Vielleicht habe er den Kollegen, der gefahren sei, nicht
verpfeifen wollen. Ausserdem hätte sich der Beschuldigte selber belasten müs-
sen, wenn ihm bekannt gewesen wäre, dass der Lenker das Fahrzeug nicht hätte
lenken dürfen, er diesem das Fahrzeug aber überlassen hätte (Urk. 51 S. 8 f.).
Diesbezüglich ist auf Folgendes hinzuweisen: Das Gericht darf den Umstand,
dass sich der Beschuldigte auf sein Aussage- und Mitwirkungsverweigerungs-
recht beruft, unter gewissen Umständen in die Beweiswürdigung einbeziehen.
Dies ist nach der Rechtsprechung der Fall, wenn sich der Beschuldigte weigert,
zu seiner Entlastung erforderliche Angaben zu machen, obschon eine Erklärung
angesichts der belastenden Beweiselemente vernünftigerweise erwartet werden
dürfte (Urteil des Bundesgerichts 6B_453/2011 vom 20. November 2011,
Erw. 1.6.; Pra 90 (2001) Nr. 110 S. 643 unter Hinweis auf den Fall Murry c. Ver-
einigtes Königreich). Der Vorinstanz ist daher im Lichte der genannten Recht-
sprechung vollumfänglich zuzustimmen, wenn sie erwägt, der Beschuldigte habe
mit keinem Wort dargetan, weshalb er nicht bereit sei, Angaben zu machen, wel-
che die Identifizierung des behaupteten Drittlenkers erlauben würden. Hinzu
kommt, dass der Beschuldigte auch nie behauptet hat, der fragliche Drittlenker sei
nicht im Besitze eines gültigen Fahrausweises gewesen oder hätte unter Alkohol-
oder Drogeneinfluss gestanden. Unter diesen Voraussetzungen ist kein Grund er-
sichtlich, weshalb sich der Beschuldigte bis zuletzt weigerte, Angaben zum einzi-
gen, ihn entlastenden Beweis – den nota bene auch nur er selbst nennen könnte
– zu machen. Ein derartiges Verhalten lässt sich bei objektiver Betrachtung nur
damit erklären, dass dieser Entlastungsbeweis schlicht inexistent ist.
3.4.10. Zusammenfassend ergibt sich nach dem Gesagten, dass aufgrund der
Beweislage keine vernünftigen Zweifel daran besteht, dass es der Beschuldigte
war, der am Abend des 27. März 2015 seinen Personenwagen Citroën C3 von
seinem Wohnort in Winterthur bis zum Areal der ...tankstelle beim ...kreisel und
von dort bis zur Liegenschaft C._ in D._ lenkte. Der Beschuldigte war
zur fraglichen Zeit nicht im Besitz eines Führerscheins, was er nach seiner eige-
nen Darstellung auch wusste (Urk. 50 S. 8). Damit ist der eingeklagte Sachverhalt
erstellt, was bereits die Vorinstanz mit überzeugender Begründung erwogen hat,
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worauf zusammenfassend erneut zu verweisen ist (Urk. 32 S. 3 ff.; Art. 82 Abs. 4
StPO).
4. Rechtliche Würdigung
4.1. Im Rahmen ihrer rechtlichen Würdigung erwog die Vorinstanz, dem Be-
schuldigten sei der Führerausweis mit Verfügung des Strassenverkehrsamts des
Kantons Zürich vom 4. April 2012 per 12. April 2012 auf unbestimmte Zeit ent-
zogen worden, wobei der Entzug bei der inkriminierten Fahrt vom 27. März 2015
noch in Kraft gewesen sei. Sodann sei erstellt, dass der Beschuldigte trotz Kennt-
nis vom Führerausweisentzug an jenem Abend sein Fahrzeug Citroën C3, Kenn-
zeichen ZH .., von Winterthur nach D._ gefahren habe. Mithin sei der einge-
klagte Tatbestand sowohl in objektiver wie in subjektiver Hinsicht erfüllt. Entspre-
chend sprach der Vorderrichter den Beschuldigten anklagegemäss des Fahrens
ohne Berechtigung im Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG schuldig (Urk. 32 S. 12).
4.2. Die Verteidigung beanstandete die rechtliche Würdigung der Anklage-
behörde und der Vorinstanz mit keinem Wort (Urk. 24, Prot. I. S. 21, Urk. 35,
Urk. 51).
4.3. Die vorinstanzlichen Erwägungen zur rechtlichen Würdigung sind korrekt
und geben zu keinen weiteren Bemerkungen Anlass. Darauf kann vollumfänglich
verwiesen werden (Urk. 32 S. 12; Art. 82 Abs. 4 StPO). In Bestätigung des ange-
fochtenen Entscheides ist der Beschuldigte des Fahrens ohne Berechtigung im
Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG schuldig zu sprechen.
III. Sanktion
5. Strafzumessung
5.1. Die Vorinstanz kam zusammengefasst zum Schluss, das Tatverschulden
könne insgesamt noch als leicht eingestuft werden, weshalb eine Einsatzstrafe
von 20 Tagen als angemessen erscheine. Unter dem Titel Täterkomponente zei-
ge sich des Weiteren, dass sich aus der Lebensgeschichte des Beschuldigten
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und aus dessen Werdegang keine strafzumessungsrelevante Faktoren ableiten
liessen. Straferhöhend sei jedoch zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte drei-
fach im Strafregister verzeichnet sei und er darüber hinaus auch noch während
eines laufenden Strafverfahrens erneut – einschlägig – delinquiert habe. Zudem
weise der Beschuldigte einen bedenklichen automobilistischen Leumund auf, was
ebenfalls straferhöhend zu berücksichtigen sei. Unter Berücksichtigung der Täter-
komponente dränge sich daher eine massive Erhöhung der Einsatzstrafe um
20 Tagessätze auf. Insgesamt betrachtet, erweise sich demnach für die vorlie-
gend zu beurteilende Tat vom 27. März 2015 eine Einsatzstrafe von 40 Tagessät-
zen als dem Verschulden und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten
angemessen. Da ein Fall retrospektiver Konkurrenz vorliege sei – unter Berück-
sichtigung des Asperationsprinzips – zum Strafbefehl Nr. A-2/2014/151102005
der Staatsanwaltschaft See/Oberland, vom 22. Mai 2015, eine Zusatzstrafe von
30 Tagessätzen auszufällen. Unter Berücksichtigung eines durchschnittlichen
monatlichen Einkommens des Beschuldigten von Fr. 4'250.– legte die Vorinstanz
die Höhe des Tagessatzes auf Fr. 65.– fest (Urk. 32 S. 18 ff.).
5.2. Die vorinstanzliche Strafzumessung blieb im Berufungsverfahren von der
Verteidigung vollends unbeanstandet (Urk. 35, Urk. 51).
5.3. Was die Vorinstanz zur Strafzumessung ausführt ist sowohl inhaltlich wie
auch im Ergebnis überzeugend und bedarf weder einer Korrektur noch einer Er-
gänzung. In Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO können die vorinstanzlichen Er-
wägungen vollumfänglich übernommen werden.
5.4. Was die Höhe des Tagessatzes anbelangt, so ist vorab darauf hinzuwei-
sen, dass es der Beschuldigte unterliess, das Datenerfassungsblatt einzureichen
(Urk. 36). Die Vorinstanz ging von einem monatlichen Einkommen von Fr. 4'250.–
aus, wobei der Beschuldigte offenbar noch in unbestimmter Höhe monatlich durch
seine Eltern finanziell unterstützt wurde. Sie berücksichtigte bei der Berechnung
der Höhe des Tagessatzes die Wohnkosten des Beschuldigten, was gemäss
ständiger bundesgerichtlicher Praxis nicht angängig ist. Hingegen wären die zu
bezahlenden Steuern sowie die Auslagen für die Krankenkasse in Abzug zu brin-
gen. Der Beschuldigte hat es wie erwähnt unterlassen, seine finanziellen Verhält-
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nisse zu belegen. Anlässlich der Berufungsverhandlung führte er auf Befragen hin
aus, er lebe momentan gerade bei seinen Eltern und müsse nichts abgeben für
Kost und Logis. Er arbeite nicht mehr bei der Spenglerei L._ AG, sondern nur
noch bei seiner eigenen Firma. Momentan erziele er ungefähr Fr. 2'000.– bis
Fr. 2'500.–, dies bei einem Arbeitspensum von 60-80 %. Er habe weder Schulden
noch Vermögen. Für die Krankenkasse bezahle er monatlich ca. Fr. 300.– und für
Steuern habe er im letzten Jahr ca. Fr. 1'000.– bezahlt. Er sei niemandem gegen-
über unterstützungspflichtig, erhalte hingegen finanzielle Unterstützung von sei-
nen Eltern, wenn er etwas brauche (Urk. 50 S. 2 ff.). Selbst in Anbetracht dieser
neuen finanziellen Verhältnisse erscheint die von der Vorinstanz ermittelte Höhe
des Tagessatzes von Fr. 65.– als durchaus angemessen, da sie diese gemessen
an den damaligen finanziellen Verhältnissen sehr milde festsetzte. Eine Erhöhung
des Tagessatzes wäre zudem aufgrund des Verschlechterungsverbots ausge-
schlossen (Art. 391 Abs. 2 StPO), weshalb es bei der Tagessatzhöhe von Fr. 65.–
sein Bewenden haben muss.
5.5. Der Beschuldigte ist dementsprechend mit einer Zusatzstrafe zum Strafbe-
fehl der Staatsanwaltschaft See/ Oberland vom 22. Mai 2015 von 30 Tagessätzen
Geldstrafe zu Fr. 65.– zu bestrafen.
6. Vollzug
6.1. Die Vorinstanz hat mit zutreffender Begründung dargetan, dass dem Be-
schuldigten angesichts seiner deliktischen Vergangenheit und seines automobilis-
tischen Leumundes sowie seiner mehrfach an den Tag gelegten Unbelehrbarkeit
keine günstige Legalprognose mehr gestellt werden kann. Folgerichtig hat sie die
ausgesprochene Geldstrafe für vollziehbar erklärt (Urk. 32 S. 17). Nachdem selbst
die Verteidigung keinerlei Einwände gegen die vorinstanzliche Regelung vor-
brachte (Urk. 51) und sich diese als vollumfänglich zutreffend erweist, ist die
Geldstrafe auch im Berufungsverfahren mit Verweis auf die vorinstanzlichen Er-
wägungen für vollziehbar zu erklären (Art. 82 Abs. 4 StPO). Weiterungen hierzu
erübrigen sich.
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IV. Kosten
1. Ausgangsgemäss ist die vorinstanzliche Kostenauflage zu bestätigen
(vgl. Urk. 32 S. 17).
2. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist praxisgemäss auf
Fr. 3'000.– festzusetzen.
3. Im Berufungsverfahren erfolgt die Kostenauflage nach Obsiegen und Unter-
liegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte unterliegt mit seiner Berufung
vollumfänglich weshalb ihm die Kosten dieses Verfahrens ausgangsgemäss auf-
zuerlegen sind.