Decision ID: cd26f9a2-d501-4eb4-8dd7-099859901800
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 19
68
geborene
X._
arbeitete seit dem
1.
Oktober 2006
als
Polier
für die
Y._
AG
und war damit bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen
von Unfällen versichert, als er
sich
am
1
7.
Januar 2018
an der Arbeitsstelle
bei einem Sturz auf
der verschneiten Aussentreppe
Prellungen zuzog
(
Urk.
8
/1).
D
er
gleichentags
erstbehandelnde
Arzt
Dr.
med.
Z._
,
Facharzt Allgemein
e
Innere Medizin,
der
A._
diagnostizierte
in seinem
Arztzeugnis vom
3
1.
Januar 2018
eine
Kontusion
der
Brustwirbelkörper (
BWK
)
8-10 (
Urk.
8/10
). Die Suva trat auf den Schaden ein und erbrachte die gesetzlichen Leistungen
(
Urk.
8
/
7
)
.
Ab
Februar
2018
war der
Versicherte
wieder
zu
50
%
arbeitsfähig
und
ab März
2018
zu
75
%
(
Urk.
8/
23
)
. Zwischenzeitlich
endete das
Arbeitsverhältnis bei der
Y._
AG
per Ende Februar 2018
und wurde das
Arbeitsverhältnis
d
er Nebentätigkeit
als Hauswart
we
gen de
s
Umbau
s
der gesamten Immobilie
ab April 2018
aufgelöst
(Urk. 8/2, Urk. 8/19
,
Urk. 8/37
,
Urk.
8/51
und Urk. 8/54
)
.
Ab 25.
August 2018
erreichte
der Versicherte wieder
seine volle Arbeitsfähigkeit
und der behandelnde Arzt meldete den Abschluss
(Urk. 8/55
ff.
).
Am
2.
Juli meldete
X._
unter Beilage eines
Arztzeugnis
ses
seines
Hausarzt
es
Dr. med.
B._
vom 2
9.
Juni 2019
aufgrund seit vier Monaten erneut aufgetretenen Rückenbeschwerden
mit Krämpfen in den Fingern
einen Rückfall
seit dem
1. Juli 2019
(
Urk.
8/58 und
Urk.
8/63
)
.
Nach
Vorlage des Falls bei der Versicherungsmedizin (
Urk.
8/64)
verneinte die Suva mit Schreiben vom
2.
August
2019
ihre Leistungspflicht
für die erneut aufgetretenen Rückenbe
schwerden (Urk.
8/68
).
Nachdem die Suva von Kreisarzt
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, eine aktenbasierte Beurteilung eingeholt hatte (Urk.
8/76
), bestätigte sie die Leistungsablehnung mit Verfügung vom
13.
Dezember 2019
(
Urk.
8/81
).
Die dagegen erhobene Einsprache vom
9.
Januar 2020
(
Urk.
8/82
) wies die Suva mit
Einspracheentscheid
vom
2
1.
Februar 2020
ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Beschwerdeführer am
16. April 2020
Beschwerde und be
antragte, es seien ihm in Aufhebung des
Einspracheentscheids
für die Folgen des Unfallereignisses vom 1
7.
Januar 2018 weiterhin die gesetzlichen Ve
r
sicherungs
leis
tungen zu erbringen,
eventualiter sei
e
in versicherungsexter
nes, fachmedi
zini
sches Gutachten zu veranlassen
(
Urk.
1). Die Suva beantragte mit Be
schwer
deantwort vom
2
5.
Mai 2020
die
Abweisung der Beschwerde
(
Urk.
7)
, was
dem Beschwerdeführer
mit Verfügung vom
2.
Juni 2020
angezeigt wurde (
Urk.
9
).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG)
setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausal
zusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusam
men
hangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Um
schreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesund
heit
licher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten
Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden
kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.2
Die in Rechtskraft erwachsene Verweigerung weiterer Leistungen durch den obli
gatorischen Unfallversicherer schliesst die spätere Entstehung eines Anspruchs, der sich aus demselben Ereignis herleitet, nicht unter allen Umständen aus. Viel
mehr steht ein solcher Entscheid unter dem Vorbehalt späterer Anpassung an geänderte unfallkausale Verhältnisse. Dieser in der Invalidenversicherung durch das Institut der Neuanmeldung geregelte Grundsatz gilt auch im Unfallversiche
rungsrecht, indem es der versicherten Person jederzeit freisteht, einen Rückfall oder Spätfolgen eines rechtskräftig beurteilten Unfallereignisses geltend zu machen (vgl. Art. 11
der Verordnung ü
ber die Unfallversicherung, UVV
) und erneut Leistungen der Unfallversicherung zu beanspruchen. Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeits
unfähigkeit kommt; von
Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem andersgearteten Krankheitsbild führen können (BGE 144 V 245 E. 6.1, 118 V 293 E. 2c, je mit Hinweisen).
1.3
Der Fallabschluss hat in Form einer Verfügung zu erfolgen, wenn und solange die (weitere) Erbringung erheblicher Leistungen zur Diskussion steht (
BGE 132 V 412
E. 4, Art. 124 UVV). Erlässt der Versicherer stattdessen nur ein einfaches Schreiben, erlangt dieses in der Regel jedenfalls dann rechtliche Verbindlichkeit, wenn die versicherte Person nicht innerhalb eines Jahres Einwände erhebt (
BGE
134 V 145
). Standen zu einem bestimmten Zeitpunkt indes keine Leistungen mehr zur Diskussion, kann ein Rückfall auch vorliegen, ohne dass der versicherten Person mitgeteilt wurde, der Versicherer schliesse den Fall ab und stelle seine Leistungen ein. In dieser Konstellation ist entscheidend, ob zum damaligen Zeit
punkt davon ausgegangen werden konnte, es werde keine Behandlungsbe
dürf
tigkeit und/oder Arbeitsunfähigkeit mehr auftret
en. Dies ist im Rahmen einer
ex
ante
-Betrachtung unter Berücksichtigung der konkreten Umstände zu beurtei
len (Urteil des Bundesgerichts 8C_400/2013 vom 31. Juli 2013 E. 4 mit weiterem Hinweis).
Dabei kommt der Art der Verletzung und dem bisherigen Verlauf eine entschei
dende Rolle zu. Lag ein vergleichsweise harmloser Unfall mit günstigem Hei
lungsverlauf vor, welcher nur während relativ kurzer Zeit einen Anspruch auf Leistungen begründete, wird tendenziell eher von einem stillschweigend erfolgten Abschluss auszugehen sein als nach einem kompliziert verlaufenen Heilungs
prozess. Andererseits ist der Leistungsanspruch unter dem Aspekt des Grundfalles und nicht unter demjenigen eines Rückfalles zu prüfen, wenn die versicherte Person während der leistungsfreien Zeit weiterhin an den nach dem Unfall auf
getretenen Beschwerden gelitten hat beziehungsweise wenn Brückensymptome gegeben sind, die das Geschehen über das betreffende Intervall hinweg als Einheit kennzeichnen (Urteil des Bundesgerichts 8C_185/2008 vom 1
7.
Dezember 2008 E. 4.3 mit weiteren Hinweisen).
1.4
Rückfälle und Spätfolgen schliessen sich begrifflich an ein bestehendes Unfall
ereignis an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht der Unfallversiche
rung nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 293 E. 2c in
fine
). Es obliegt dem Leistungsansprecher, das Vorliegen eines Kausalzusam
men
hangs zwischen dem als Rückfall oder Spätfolge geltend gemachten Be
schwerdebild und dem Unfall nachzuweisen. Nur wenn die Unfallkausalität mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit erstellt ist, entsteht eine erneute Leistungs
pflicht des Unfallversicherers; dabei sind an den Wahrscheinlichkeitsbeweis umso strengere Anforderungen zu stellen, je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen Beeinträchtigung ist. Bei Beweislosigkeit fällt der Entscheid zu Lasten der versicherten Person aus (Urteile des Bundesgerichts 8C_627/2020 vom 10. Dezember
2020 E. 2.3 und 8C_589/2017 vom 21. Februar 2018 E. 3.2.2, je mit Hinweisen).
1.5
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erschei
nen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das An
stellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versicherungs
träger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsin
ternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Entscheid damit, dass auf die Beurteilung des
Kreisarztes
abzustellen sei. Er lege nachvollziehbar dar,
weshalb kein
Kausalzusam
m
e
nhang gegeben sei.
Demgegenüber
begründe
Dr.
B._
seine Meinung nicht
näher
. Offenbar gehe
er
von
d
er Formel «
post
hoc, ergo
propter
hoc» aus. Nach ständiger Re
cht
sprechung könne aber diese Formel
nicht als Beweis betrachtet werden und erlaube nicht, einen natürlichen Kausalzusammenhang mit der im Unfallversicherung
srecht geforderten überwie
genden
Wahrscheinlichkeit nachzuweisen.
Eine kreisärztliche Untersuchung des Beschwerdeführers bedürfe es nicht. Denn ein medizinischer Bericht, welcher ohne persönliche Untersuchung des Beschwerdeführers einzig gestützt auf die Akten erstellt worden sei, sei zulässig, sofern die Befunde
vorlägen
und es im Wesentlichen um die ärztliche Beurteilung
eines
an sich feststehenden medizini
schen
Sachverhalts
gehe
. Diese Voraussetzungen seien hier ohne weiteres gege
ben.
Somit zeige sich, dass die erhobenen Befunde nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall zurückgeführt werden könnten und dass der Unfall keine
(
zusätzlichen
)
strukturellen Läsionen erzeugt habe. Ein solches Ereignis sei nicht geeignet,
längerdauernde Beschwerden zu bewirken bzw. einem solchen Unfall könne nicht längerdauernd im Beschwerdebild eine ursächliche Wirkung zuerkannt werden. Die Ablehnung von Leistungen für die rückfall
mässig gemeldeten Beschwerden
lasse
sich daher nicht beanstanden (
Urk.
2).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt, die allei
nige Tatsachenfeststellung von
Dr.
C._
– ohne Einholung
eines versiche
rungsexternen, fachmedizinischen Gutachtens
– reiche nicht aus, um die von
Dr.
B._
gegenteilige Einschätzung
zu beseitigten. Der natürliche Kausalzu
sam
men
hang falle mitnichten dahin, da seitens der Beschwerdegegnerin mit
nichten der Beweis erbracht worden sei, dass
sein
Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremde
n
Ursachen beruhe. Die Zweifel an der ver
sicherungsinternen Einschätzung blieben daher bestehen. Folglich sei der Nach
weis des Wegfalls eines ursächlichen Zusammenhangs zwischen dem Unfallereig
nis und den aktuell bestehenden unfallbe
d
ingten Beschwerden nicht gelungen. Zusammenfassen
d
ergäbe sich, dass der
«
sta
t
us
quo sine
»
vorliegend nicht er
reicht sei und die unfallbe
d
ingte
Behandlung
noch
andauere
und somit der Fall
abschluss no
ch nicht angezeigt sei (
Urk.
1).
2.3
In der Beschwerdeantwort vom 2
5.
Mai 2020 ergänzte die Beschwerdegegnerin, gestützt auf die medizinischen Akten sei davon auszugehen, dass sich der Be
schwerdeführer eine Kontusion bei bestehenden degenerativen Veränderungen der HWS zugezogen habe und dass der Grundfall im August 2018 abgeschlossen worden sei. Es habe insbesondere auch keine Arbeitsunfähigkeit mehr vorgelegen. Die Rückfallmeldung sei rund
ein
Jahr nach (formlosem) Abschluss des Grundfalls erfolgt (
Urk.
7).
3.
3.1
D
er
erstbehandelnde
Arzt der
A._
Dr.
Z._
stellte im UVG-Arztzeugnis vom
3
1.
Januar 2018
die Diagnose
einer Kontusion der BWK 8–10 und attestierte eine volle Arbeitsunfähigkeit
seit dem 1
7.
Januar 2018
(
Urk.
8/10
).
3.2
Am
3
1.
Januar 2018
erfo
lgte ein nativ MRT der HWS-BWS
in der Radiologie und Neurologie der Klinik
C._
. Die Befunde wurden
als Kyphose der BWS mit kompensatorischer Hyperlordose der HWS
beurteilt
. Es konnten keine Hinweise auf zervikale bis thorakale Fakturen oder signifikante neurale Kom
pressionen festgestellt werden
(
Urk.
8/22
).
3.3
Im ärztlichen Zwischenbericht vom
2.
April 2018
erhob der
Hausarzt
Dr.
B._
HWS- und BWS-Kontusionsv
er
l
etzungen
sowie
rezidivierende
Muskelkrämpfe in
den
Finger
n
(
d
ig
.
IV
und
V
bds
.)
. Er gab eine Besserung der HWS- und BWS-Schmerzen an
. Sodann hielt
er
fest, dass der Beschwerdeführer die Arbeit seit dem
5.
Februar zu 50
%
wi
e
deraufgenommen habe und seit dem
3.
März 2018 zu 75
%
wieder arbeitsfähig sei
(
Urk.
8/23
).
3.4
Dr.
med.
D._
, Fachärztin Neurologie, erhob
in ihrem Bericht vom 4.
April 2018 folgende Diagnose
n (
Urk.
8/25 S. 1):
-
R
ückläufige Irritationssy
mptomatik
N.
ulnaris
bds
. nach mutmasslicher Ellbogenkontusion 17.01.2018
-
Klinisch keine Ausfälle der Nerven
-
St. n. Prellung Nacken und Rücken nach Treppensturz am 17.01.2018
-
Rückläufige zervikale Beschwerden, Parästhesien im Nacken
-
MRI der BWS und HWS 31.01.2018: kein Nachweis einer traumatischen Läsion, Nervenwurzelkompression oder Myelopathie
Die
radiologische
Diagnostik
habe traumatische
Läsionen
im Bereich der Wirbel
säule ausschliessen können. Der Beschwerdeführer habe über eine Abnahme der zervikalen Beschwerden nach einer
physiotherapeutischen
Behandlung berichtet. Am Folgeta
g
nach dem Unfall habe er
erstmalig
Verkrampfungen im
Bereich
der Hände ulnar und Parästhesien der ulnaren Finger verspürt, was sich mittlerweile ebenfalls
gebessert
habe. Der
neurologische
Befund sei normal. Die Angaben des
Beschwerdeführers
spräch
en für eine Irritationssymptoma
tik des
N.
ulnaris
beid
seits in Höhe des Ellbogens aufgrund der mutmasslichen
Kontusion
der Ellbogen. Neurographisch zeige sich
eine leichte
demyel
inisierende
Läsion des
N.
ulnaris
bds
.
i
n diesem Abschnitt. Der
aktuelle
klinische
Befund an den Ellbogen sei unauffällig
gewesen
. Die Beschwerden der Hände seien somit mit hoher Wahr
scheinlichkeit auf eine tr
aumatische Irritationssymptomati
k des
N.
ulnaris
bds
.
i
n der Höhe des Ellbogens zurückzuführen. Aufgrund der Besserungstendenzen und
wegen
fehlender
klinischer Ausfälle könne der weitere Verlauf abgewartet w
erden.
Vermutlich würd
en
sich die Beschwerden der
Hände
innerhalb
der nächsten 1 bis 3 Monate gänzlich zurückbilden
.
Klinisch, elektrodiagnostisch und radiologisch ergäben sich keine Hinweise auf eine Myelopat
h
ie oder auf eine bilaterale
C8-
Radikulopathie. Die normale F-We
llen
diagn
o
s
tik des
N.
ulanris
spreche gegen eine höhergradige Läsion des unteren Plexus brachialis. Die Parästhesien am Nacken seien durch die
Prellung
erklärbar. Aus rein neurologischer Sich
t
sei die
Arbeitsfähigkeit
nicht
mehr eingeschränkt (
Urk.
8/25 S. 2).
3.5
Dr.
B._
führte in seinem Zwischenbericht vom 1
6.
August 2018 aus
, e
s bestehe eine langsame Besserung der Beschwerden, welche aktuell nur noch mässig seien. Es bestünden leichte Druck-Schmerzen über dem unteren Facettengelenk der rechten HWS-Seite und über der mittleren BWS. Ab 2
5.
August 2018 bestehe wieder
eine volle Arbeitsfähigkeit
. Die Frage nach der voraussichtlichen Dauer der Behandlung beantwortet er mit «Abschluss»
(
Urk.
8/55).
Im Unfallschein ver
merkte
Dr.
B._
, dass die ärztliche Behandlung am 1
6.
August 2018 endete (
Urk.
8/56).
3.6
Am 3
0.
Juli 2019 hielt
Dr.
B._
im Arztzeugnis für Rückfall fest, seit vier Monaten bestünden erneute Rückenschmerzen
,
Krämpfe in den Fingern (
d
ig
.
IV und
V
bds
.), Nackenschmerzen, occipitale Kopfschmerzen und Konzentrations
störungen. Seit
1.
Juli 2019 bestehe eine 50%-
ige
Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
8
/63).
3.7
In der Stellungnahme vom 1
7.
September 2019 führte
Dr.
B._
aus, der Be
schwerdeführer sei am 1
7.
Januar 2018 auf einer verschneiten Aussentreppe gestürzt und mit der mittleren BWS und mit dem Nacken auf den Treppen
s
t
ufen
kanten aufgeschlagen.
Danach habe der Beschwerdeführer
thorakovertebrale
und
cervicale
Beschwerden mit schmerzhaften
proc
. Spinosi
,
eingeschränkter HWS-Rotation nach links.
, Paräst
h
e
sien in den Finger
(
dig
. IV und V
bds
.
)
empfunden. Auch heute noch bestünden Nackenschmerzen und thorak
a
le
Beschwerden
sowie die
Parästhesien
in den Fingern, die auf d
as obige Unfalle
reign
i
s zurückzuführen s
eien
(
Urk.
8/73).
3.8
Kreisarzt
Dr.
C._
hielt in seiner Beurteilung vom 2
4.
September 2019 fest, zwei Wochen nach dem Unfallereignis am 1
7.
Januar 2018
habe in der Bildge
bung eine Fehlhaltung der Hals- und Brustwirbelsäule nachgewiesen werden können
. Überwiegend wahrscheinliche unfallkausale Veränderungen hätten bild
ge
bend nicht dargestellt werden können. Das Ereignis sei nicht mit überw
ie
g
ender Wahrscheinlichkeit geeignet
,
eine Kyphose der Brustwirbelsäule und eine Hyper
lordose der Halswirbelsäule herbeizuführe
n
. Es handle sich dabei um eine ange
borene Fehlstellung oder erworbene Fehlhaltung des Achsenskelettes. Bei fehlen
den bildgebenden überwiegend wahrscheinlichen strukturellen unfallkau
sa
len Lä
s
ionen sei der
status
quo sine nach vier bis sechs Wochen erreicht. Die im Verlauf durchgeführten neurologischen Untersuchungen hätten unauffällige Befunde ohne Hinweise auf
eine
radikuläre
Symptomatik ergeben und
die
durch
geführten
elektromyographischen
Untersuchungen
hätten ebenfalls einen unauf
fälligen Befund im Ber
e
ich des Achsens
k
ele
ts
aufgewiesen
. Der erhobene Befund
mit einer leichten
demyelinisi
e
ren
d
e
n
Läsion
des
N.
ulnaris
beidseits an Höhe des Ellbogen
s s
e
i
nicht mit
überwiegender
Wahrsch
einlichkeit
auf
den
Unfall zurück
zuführen
, da
zeitnah
zum
Ereignis
Kontusionen
im Ellbogenbereich
weder
akten
anam
n
es
tisch geklagt noch bildgebend
objektiviert
worden
seien
(
Urk.
8/76 S. 2-3).
4.
4.1
Soweit sich
der Beschwerdeführer
sinngemäss auf den Standpunkt
stellen will
, es handle sich bei den im
Juli 2019
gemeldeten
Rücken- und Nackenbeschwerden
sowie Krämpfen in den Fingern
um die weitere Abwicklung des Grundfalles vom
1
7.
Januar 2018
, weshalb die Unfallversicherung für einen behaupteten Wegfall der Kausalität beweisbelastet sei (
E. 2.2
), verfängt dies nicht. Der ursprüngliche Unfall wurde administrativ formlos respektive gemäss Aktenlage ohne Mitteilung abgeschlossen. Dies ist angesichts des Umstandes,
dass
der Beschwerdeführer
ab dem
5.
Februar
die Arbeit wieder zu 50
%
aufnahm
,
vom
3.
März bis am 25.
August 201
8
bereits wieder 75
%
arbeitsfähig war
(E. 31 und E. 3.4)
, die zweite und letzte verordnete Physiotherapieserie am 1
0.
Juni 2018
einlöste
und im Nachgang an die Konsultation vom
1
6.
August 2018
(
Urk.
8/56)
den Akten keinerlei Hinweis auf weitere Behandlungen zu entnehmen sind, nicht zu bean
standen. Nachdem sich
der Beschwerdeführer
seit diesem Zeitpunkt
nicht mehr in ärztliche Behandlung begab, musste die Beschwerdegegnerin im
Sommer 2018
nicht davon ausgehen, es werde eine weitere Behandlungsbedürftigkeit oder Arbeitsunfähigkeit im Zusammenhang mit dem Unfall vom
1
7.
Januar 2018 auf
treten
.
Die Beschwerdegegnerin ging denn auch
zu
R
echt
von einem Rückfall aus (
Art.
11 UVV), dies unter Hinweis auf fehlende eindeutige Brückensymptome, welche nach
dem
1
6.
August 2018 bis zum Juli 2019
weder zu einer weiteren ärztlichen Kontrolle noch zu einem Behandlungsbedarf oder einer weiteren Arb
eitsunfähigkeit geführt hätten
.
Mit dem Arztzeugnis Rückfall
vom 3
0.
Juli 2019 bestätigte
Dr.
B._
, dass die erneuten
Beschwerden am Rücken
erst wieder seit vier Monaten bestehen und
attestierte
gleichzeitig eine erst
am
1.
Juli 2019
erneut eingetretene
50
%ige Arbeitsunfähigkeit.
Selbst der Beschwerdeführer macht
keine durchgehenden Brückensymptome geltend.
4.2
Bezüglich der im Sommer 2019 als Rückfall gemeldeten Beschwerden
am
Rücken
verneinte Kreisarzt
Dr.
C._
in seiner Aktenbeurteilung vom
2
4.
September
2019 schlüssig einen Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom
1
7.
Januar 201
8
.
Er leitete nachvollziehbar her,
dass
unter Berücksichtigung der
Vorakten
und
der Erkenntnisse der bildgebenden Untersuchungen
das
Unfallereignis
nicht mit überwi
egender
Wahrscheinlichkeit geeignet
ist,
eine Kyphose der Brust
wirbelsäule und eine Hyperlordose der Halswirbelsäule herbeizuführe
n
,
und dass z
udem d
er erhobene Befund mit einer leichten
demyelinisierenden
Läsion des
N.
ulnaris
beidseits an Höhe des Ellbogens nicht mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit auf den Unfall zurückzuführen
ist
(E.
3.
8
). Die Argumentation von
Dr.
C._
vermag in jeder Hinsicht zu überzeugen, da sie plausibel ist und sich daraus keine Widersprüche ergeben. Damit erfüllt der betreffende Bericht die
rechtsprechungsgemässen Anforderungen an eine beweiskräftige
Entscheid
grund
lage
(E. 1.5)
. Diesem Befund widerspricht
Dr.
B._
in seine
n
Stellungnahmen vom
1
7.
September 2019
(E. 3.7)
und
vom
1
0.
Oktober 2020
(
Urk.
3/3)
grund
sätzlich nicht
.
Er bestätigte lediglich,
dass der Beschwerdeführer nach dem Unfall am 1
7.
Januar 2018
thorakovertebrale
und
cervicale
Beschwerden mit schmerz
haften
proc
. Spinosi, eingesch
ränkter HWS-Rotation nach links
, Parästhesien in den Finger (
dig
. IV und V
bds
.) empfand, welche weiterhin bestehen
. Er führte je
doch nicht konkret aus,
weshalb
der Unfall vom
1
7.
Januar 2018
im vorlie
gen
den Fall für die
erneut aufgetretenen
Rückenbeschwerden
überwiegend wahr
schein
lich kausal
sind
.
Er nimmt zwar an, dass der Unfall geeignet sei, die vor
bestehenden degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule zu verschlimmern und zu aktivieren,
weshalb die geklagten
Beschwerden über ein Jahr nach dem Treppensturz
erneut wieder aufflackern, lässt er offen.
Dies genügt zum Nachweis der Unfallkausalität nicht.
Soweit
er
die Unfallkausalität aus dem Umstand der prätraumatisch fehlenden Beschwerden ableiten wollen, ist anzumerken, dass die Argumentation nach der Formel «
post
hoc ergo
propter
hoc», nach deren Be
deutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall ver
ursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, beweisrechtlich nicht zulässig ist (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
, Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2013 vom 2
5.
Juli 201
3.
E. 5.1).
Kommt hinzu, dass geklagte Nacken- und BWS-Beschwerden sowie Parästhesien bereits im Mai 2015, demnach vor dem Treppensturz im Januar 2018, zu bildgebenden Untersuchungen geführt hatten (
Urk.
3/3).
Damit vermag
Dr.
B._
keine auch nur geringen Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig
keit der versicherungsinternen ärztlichen Stellungnahme zu wecken.
4.3
Zusammenfassend ist nach dem Gesagten nicht erstellt, dass die ab
Juli 2019
gemeldeten Beschwerden
am Rücken
durch den Unfall vom
1
7.
Januar 201
8
bedingt sind. Soweit
der Beschwerdeführer
verlangt, es seien weitere Abklärun
gen durchzuführen (
Urk.
1), kann darauf in antizipierter Beweiswürdigung ver
zichtet werden (BGE 127 V 491 E. 1b mit Hinweisen). Der Gesundheitszustand ist hinreichend abgeklärt. Von weiteren Abklärungen wären keine neuen Erkennt
nisse zu erwarten.
5.
Der angefochtene Entscheid erweist sich damit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.