Decision ID: 7fec4374-edf7-444b-a754-07847c42f027
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
C._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Michael Ausfeld, Weinbergstrasse 18,
8001 Zürich,
gegen
Zürich Versicherungs-Gesellschaft, Postfach, 8085 Zürich,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a Die 1969 geborene C._ war bei der A._ als Lageristin tätig und dadurch bei
den Alpina Versicherungen (Rechtsnachfolgerin ab 1. Januar 2004: Zürich
Versicherungs-Gesellschaft) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als
sie am 17. November 1997 als Lenkerin eines Personenwagens in einen Auffahrunfall
verwickelt wurde. Bei der Erstbehandlung am 18. November 1997 diagnostizierte Dr.
med. B._, Allgemeine Medizin FMH, ein rezidives HWS-Schleudertrauma und schrieb
die Versicherte ab 18. November 1997 vollständig arbeitsunfähig (act. M 2, 3). Ab 9.
Dezember 1997 bestand wieder hälftige und ab 5. Januar 1998 volle Arbeitsfähigkeit;
die ärztliche Behandlung wurde abgeschlossen (act. M 3, 4). Im ärztlichen
Zwischenbericht vom 25. Januar 1999 (act. M 5) erhob Dr. B._ die Diagnose eines
Zervikalsyndroms bei einem Status nach HWS-Distorsion. Eine Arbeitsunfähigkeit
wurde nicht ausgewiesen und die ärztliche Behandlung endigte am 6. April 1999 (act.
M 7). Im Bericht vom 26. April 1999 (act. M 8) hielt Dr. B._ erneut einen Status nach
HWS-Distorsion fest, wobei keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestand. Dr.
med. D._, Allgemeine Medizin FMH, diagnostizierte am 2. November 1999 (act. M 9)
ein Rezidiv eines Zervikalsyndroms bei einem Status nach Schleudertrauma. Ab 26.
November 1999 bestand bei der Versicherten wieder eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
(act. M 11). Eine Untersuchung im Kantonsspital Zug vom 13. Januar 2000 (act. M 13)
ergab ein normales Schädel-CT. In der Folge bestand ab 20. März 2000 eine 50%ige
und ab 26. Mai 2000 eine 70%ige Arbeitsunfähigkeit (act. M 21). Nach einer
vorübergehenden Verbesserung mit voller Arbeitsfähigkeit (19. Juni 2000 bis 1. Oktober
2001) wurde ab 2. Oktober 2001 wieder eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (act.
M 30). In der Begutachtung von Dr. med. E._, Spezialarzt FMH für
Rheumaerkrankungen, vom 10. Oktober 2001 (act. M 25) wurde die Diagnose eines
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Zervikokranialsyndroms bei deutlichen segmentalen Bewegungsstörungen der oberen
HWS und deutlicher muskulärer Dysbalance/Dekompensation der Schultergürtel- und
HWS-Muskulatur infolge Beschleunigungstrauma der HWS vom 17. November 1997
erhoben. Dr. med. F._, Neurologie FMH, hielt im Bericht vom 30. November 2001
(act. M 27) einen Status nach Auffahrkollision vom 17. November 1997 mit
persistierendem Zervikalsyndrom, neurovegetativer und neuropsychologischer
Symptomatik, mit Funktionsstörung der oberen HWS, vor allem C2/3, bei einem
gewissen Verdacht auf Läsion des Ligamentum alare rechts und ohne Hinweise auf
eine Diskushernie oder fokale Protrusionen fest. Bis zur Besserung der Symptomatik
bleibe die Versicherte 50% arbeitsunfähig. Vom 1. bis 29. Oktober 2002 erfolgte ein
stationärer Aufenthalt in der Rheuma- und Rehabilitationsklinik Zurzach. Im
Austrittsbericht vom 19. November 2002 (act. M 38) wurde ein chronisches
zervikozephales Schmerzsyndrom mit/bei Status nach HWS-Distorsionstrauma,
diskreter Osteochondrose C4/5, keiner Stenose, keiner foraminalen Enge und
Hypermobilität C2 festgehalten. Gemäss neuropsychologischer Beurteilung bestehe im
angestammten Beruf eine Arbeitsunfähigkeit von 50%. Das Gutachten der AEH,
Zentrum für Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene AG, Zürich, vom 25. April 2005
(act. M 51) bestätigt die Diagnose eines chronischen zervikozephalen
Schmerzsyndroms mit muskulärer Dysbalance und verminderter Stabilisationsfähigkeit.
Aus rheumatologischer Sicht seien vorwiegend sitzende bis leicht wechselbelastende
Tätigkeiten halbtags zumutbar. Die Alpina Versicherungen und nach der Fusion die
Zürich Versicherungs-Gesellschaft anerkannten ihre Leistungspflicht und erbrachten für
den Unfall vom 17. November 1997 die gesetzlichen Versicherungsleistungen
(Heilkosten- und Taggeldleistungen).
A.b Den Akten ist zu entnehmen, dass die Versicherte bereits vor dem Auffahrunfall
am 27. Februar 1996 von einem Gestell auf den Ellbogen gestürzt war und sich dabei
eine Radiusköpfchenfraktur zugezogen hatte. Trotz wahrscheinlich fehlendem
Kopfanprall entwickelten sich nach diesem Ereignis Kopf- und Nackenschmerzen und
es wurde die Diagnose einer HWS-Kontusion gestellt. Im ärztlichen Zeugnis vom 31.
Oktober 1997 hielt Dr. B._ fest, dass der Fall wegen vollständiger Beschwerdefreiheit
abgeschlossen werden konnte (act. M 2, 10 und 51 S. 9).
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A.c Mit Verfügung vom 13. Juni 2007 eröffnete die Zürich Versicherungs-Gesellschaft
der Versicherten, dass es am Erfordernis des natürlichen und adäquaten
Kausalzusammenhangs fehle und deshalb die Taggeld- und Heilkostenleistungen per
30. April 2007 definitiv eingestellt würden. Die Anträge auf eine weitere Begutachtung
und auf die Befragung von Zeugen würden abgelehnt. Die gegen diese Verfügung
erhobene Einsprache wies die Zürich Versicherungs-Gesellschaft mit
Einspracheentscheid vom 11. Oktober 2007 (act. K 230) ab.
B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur.
M. Ausfeld, Zürich, im Namen der Versicherten erhobene Beschwerde vom 8.
November 2007 mit den Anträgen, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die
Sache sei zur Festlegung der gesetzlichen Leistungen an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen; unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der
Beschwerdegegnerin. Zur Begründung wird im Wesentlichen ausgeführt, dass
sämtliche Ärzte festgehalten hätten, dass zwischen den aktuellen Beschwerden der
Beschwerdeführerin und dem Unfallereignis eine kausale Beziehung bestehe. Aus den
Akten ergebe sich, dass die Beschwerdeführerin nach dem Unfallereignis vom 17.
November 1997 nie beschwerdefrei gewesen sei, weshalb entgegen den Ausführungen
im angefochtenen Entscheid, nicht von einem Rückfall ausgegangen werden könne.
Die Beschwerdegegnerin sei auf den Antrag der Zeugenbefragung nicht mit einem
Wort eingegangen, weshalb eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehörs
vorliege und der angefochtene Entscheid bereits aus diesem Grund aufzuheben sei.
Das Gutachten des AEH erscheine als umfassend und sei insbesondere in Kenntnis
sämtlicher Akten erstattet worden. Es bestehe deshalb kein Grund von den im
Gutachten getroffenen Schlussfolgerungen abzuweichen, weshalb bereits aus
rheumatologischer Sicht von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im Umfang von
50% auszugehen sei. Sodann könne nicht davon ausgegangen werden, der adäquate
Kausalzusammenhang sei nicht gegeben. Ausgehend von einem mindestens
mittelschweren Unfallereignis lägen ein langwieriger Heilverlauf und eine langjährige
teilweise Arbeitsunfähigkeit vor. Zudem leide die Beschwerdeführerin an
Dauerschmerzen und sei auch noch auf physiotherapeutische Massnahmen
angewiesen, nur um den Gesundheitszustand halten zu können.
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B.b In der Beschwerdeantwort vom 15. November 2007 beantragt die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Zeugenaussagen könnten keine
ausreichend gesicherten Angaben begründen, zumal die von der Beschwerdeführerin
genannten Zeugen aus der Familie oder dem engeren Freundes-/Bekanntenkreis
stammten. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs liege nicht vor. Im Übrigen werde
auf die Ausführungen im Einspracheentscheid verwiesen, an denen vollumfänglich
festgehalten werde.
B.c Die Beschwerdeführerin hat auf die Einreichung einer Replik verzichtet.

Erwägungen:
1.
Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin macht vorerst eine Verletzung des
rechtlichen Gehörs geltend, da es die Beschwerdegegnerin nicht für notwendig
erachtet habe, auf die beantragte Zeugenbefragung auch nur mit einem Wort
einzugehen. Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör ergibt sich der Anspruch, dass
die angebotenen Beweise abgenommen werden, soweit sie sich auf Tatsachen
erstrecken, die für die Entscheidung wesentlich sind (vgl. BGE 122 V 162); nach der
Rechtsprechung ist dabei auch eine antizipierte Beweiswürdigung zulässig; danach
kann auf die Erhebung von Beweisen verzichtet werden, wenn zweifelsfrei davon
ausgegangen werden kann, dass diese zur Erhellung eines Sachverhaltselements nicht
beizutragen vermögen (Kieser, ATSG-Kommentar, Art. 42 Rz. 16). Die
Beschwerdegegnerin führte in der Verfügung vom 13. Juni 2007 (act. K 219 S. 13,
Absch. III.) aus, mit welcher Begründung der Antrag auf die Befragung von Zeugen
abgelehnt wurde. Da eine Zeugenbefragung keine neuen entscheidrelevanten
Tatsachen erbracht hätte, sei auf die Beweiserhebung nicht eingetreten worden. Eine
Verletzung des rechtlichen Gehörs liegt mithin nicht vor.
2.
2.1 Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob nach dem 30. April
2007 noch natürliche und adäquate Unfallfolgen vorliegen und demnach eine weitere
Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin besteht.
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2.2 In der Verfügung vom 13. Juni 2007 hielt die Beschwerdegegnerin fest, dass sich
im vorliegenden Fall die Frage stelle, ob die heutigen Beschwerden der
Beschwerdeführerin mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 17.
November 1997 zurückzuführen seien. Nachdem der natürliche und adäquate
Kausalzusammenhang zu verneinen sei, würden die Leistungen per 30. April 2007
eingestellt. Im Einspracheentscheid vom 11. Oktober 2007 führte die
Beschwerdegegnerin aus, dass aufgrund der medizinischen Angaben der Endzustand
im Januar 1998 erreicht gewesen sei und seitens des Unfallversicherers keine
Heilungskosten oder gar Taggelder bezahlt worden seien. Somit müsse bei den im
Januar 1999 von Dr. B._ angeführten Beschwerden von einem Rückfall bzw. von
Spätfolgen ausgegangen werden, was vorliegend unter Voraussetzung der
Unfallkausalität zu prüfen sei. Die Verfügung vom 13. Juni 2007 begrenzt den
möglichen Streitgegenstand auf die Prüfung der Frage, ob die auf den 30. April 2007
hin vorgenommene Leistungseinstellung zu Recht erfolgte. Die den Unfallversicherern
im Einspracheverfahren (Art. 52 ATSG und Art. 10 ff. ATSV) eingeräumte Befugnis zur
Überprüfung des in der vorausgegangenen Verfügung geregelten Rechtsverhältnisses
umfasst ebenso wenig wie die richterliche Urteilskompetenz im nachfolgenden
Verwaltungsgerichtsverfahren eine Befugnis zur Ausdehnung des Verfahrens auf
beliebige, ausserhalb des Anfechtungsgegenstands liegende Streitpunkte. Vielmehr
folgt aus der analogen Geltung des Verfügungsgrundsatzes im Einspracheverfahren
zwingend, dass die Entscheidkompetenz des Kranken- oder Unfallversicherers in
diesem Verfahrensstadium ebenfalls durch die Grundsätze über den
Anfechtungsgegenstand begrenzt ist. Dies bedeutet, dass der Versicherer Streitfragen,
die nicht das in der angefochtenen Verfügung geregelte Rechtsverhältnis betreffen, im
Einspracheentscheid nur aufgreifen darf, wenn diese einen engen Sachzusammenhang
im Sinn einer Tatbestandsgesamtheit mit dem Anfechtungsgegenstand aufweisen
(RKUV 1998 S. 455 Erw. 2c). Der Streitgegenstand kann auch im vorliegenden
Verfahren nicht einfach auf die in der Vergangenheit bereits erbrachten Leistungen
ausgedehnt werden, nachdem sie nicht Gegenstand der angefochtenen Verfügung
waren. Da eine Tatbestandsgesamtheit nicht vorliegt und über bereits erbrachte
Leistungen in der angefochtenen Verfügung nicht entschieden wurde, fehlt es im
Einspracheverfahren an einem diesbezüglichen Anfechtungsobjekt, weshalb nicht
darüber zu befinden ist, ob die im Januar 1999 beklagten Beschwerden einen Rückfall
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oder Spätfolgen zum Unfallereignis vom 17. November 1997 darstellen. Die
Beschwerdegegnerin hat ihre Leistungspflicht bis am 30. April 2007 anerkannt,
weshalb im vorliegenden Verfahren lediglich die Leistungseinstellung per 30. April 2007
im Streit liegt.
2.3 Da bereits der Unfall vom 27. Februar 1996 bei den Alpina Versicherungen
versichert war (act. K 123), hat die Frage, ob von diesem Unfall noch Restfolgen
bestanden und sich diese auf den Gesundheitszustand nach dem Unfall vom 17.
November 1997 ausgewirkt haben, aus unfall-sozialversicherungsrechtlicher Sicht
keinen direkten Einfluss auf die vorzunehmende Beurteilung. Nachdem die
Beschwerdegegnerin für unfallkausale Beschwerden aus beiden Unfallereignissen
leistungspflichtig ist, braucht eine diesbezügliche Abgrenzung nicht vorgenommen zu
werden.
3.
3.1 Gemäss ständiger Praxis des Eidgenössischen Versicherungsgerichts (EVG; seit
1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts) kann ein nach einem
versicherten Unfall aufgetretenes Leiden nur dann als dessen Folge betrachtet werden,
wenn und soweit es sicher oder doch zumindest überwiegend wahrscheinlich von
jenem Unfall herrührt (natürliche Kausalität; BGE 115 V 133 und 399 sowie 117 V 359
und 369). Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung
eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 119 V 338 und 118 V 289). Der Unfallversicherer
haftet sodann nur für jene Folgen, die mit dem Unfall adäquat-kausal
zusammenhängen, wobei für die Adäquanz nicht die subjektive, sondern die objektive
Voraussehbarkeit des eingetretenen Erfolgs entscheidend ist (SVR 2000 UV Nr. 14
S. 45). Adäquat ist der Kausalzusammenhang dann, wenn ein Ereignis geeignet ist, den
eingetretenen Erfolg zu bewirken, so dass an andere Ursachen vernünftigerweise nicht
zu denken ist (BGE 117 V 359 und 112 V 30). Während es Aufgabe des Arztes oder der
Ärztin ist, den natürlichen Kausalzusammenhang zu beurteilen, obliegt es dem Gericht,
die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten (BGE 123 III
110 Erw. 3a).
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3.2 Im Bereich klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von
nachweisbaren strukturellen Veränderungen (ein organisches Substrat konnte mit
bildgebenden Untersuchungsmethoden [Röntgen, Computertomogramm, EEG]
nachgewiesen werden) spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus
dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers
praktisch keine Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres zu
bejahen (BGE 127 V 103 Erw. 5b/bb, 123 V 102 Erw. 3b, 118 V 291 Erw. 3a, 117 V 365
Erw. 5d/bb mit Hinweisen). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend)
fassbar, bewirkt die Bejahung der natürlichen Kausalität nicht automatisch auch die
Bejahung der adäquaten Kausalität, können doch gerade klinische Befunde
erfahrungsgemäss auch psychisch ausgelöst werden. In diesen Fällen ist eine
eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie folgt zu
differenzieren ist: Es ist zunächst abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein
Schleudertrauma erlitten hat. Ist dies nicht der Fall, gelangt die Rechtsprechung
gemäss BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen
indessen, dass eine versicherte Person eine Schleudertraumaverletzung erlitten hat,
muss geprüft werden, ob die zum typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung
gehörenden Beeinträchtigungen zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen
Problematik aber ganz in den Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die
Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa für Unfälle mit
psychischen Unfallfolgen aufgestellten Grundsätze massgebend (BGE 123 V 99 Erw.
2a), andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz gemäss den in BGE 117 V 366
Erw. 6a und 382 Erw. 4b festgelegten Kriterien (BGE 127 V 103 Erw. 5b/bb).
4.
Den medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass die von der Beschwerdeführerin über
den 30. April 2007 hinaus geklagten Beschwerden nicht mit klar ausgewiesenen
organischen Befunden im Sinn nachweisbarer struktureller Veränderungen erklärbar
sind. Eine Untersuchung im Kantonsspital Zug vom 13. Januar 2000 (act. M 13) ergab
ein normales Schädel-CT. Dr. E._ hielt im Gutachten vom 10. Oktober 2001 fest,
dass es sich röntgenologisch um eine morphologisch altersnormale Halswirbelsäule
ohne posttraumatische Veränderungen mit deutlichen segmentalen
Bewegungsstörungen handle. Beim Aufprall sei es wahrscheinlich zu keiner Kontusion
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des Schädels gekommen und eine Bewusstlosigkeit sei nicht eingetreten. Die im
Bericht von Dr. F._ erwähnte diskrete Osteochondrose C4/5 und die linkskonvexe
Skoliose sind auf degenerative Ursachen zurückzuführen und stellen deshalb
unfallfremde Beschwerden dar. Im Weiteren stellen Druckdolenzen im Nacken- und
Schulterbereich sowie Bewegungseinschränkungen der HWS kein klar fassbares,
organisches Substrat dar (vgl. Urteile des EVG vom 3. August 2005 [U 9/05] i/S M.,
Erw. 4 und vom 23. November 2004 [U 109/04] i/S B., Erw. 2.2).
5.
5.1 Nach den Ergebnissen der medizinischen Forschung ist bekannt, dass bei
Schleuderverletzungen sowie bei äquivalenten Distorsionen der HWS (vgl. dazu RKUV
1999 Nr. 341 S. 408 Erw. 3b), d.h. bei so genannten Beschleunigungsverletzungen der
HWS, auch ohne nachweisbare pathologische bzw. organische Befunde noch Jahre
nach dem Unfall funktionelle Ausfälle verschiedenster Art auftreten können. Der
Umstand, dass die für ein Schleudertrauma oder eine Distorsion der HWS typischen
Beschwerden nicht mit entsprechenden Untersuchungsmethoden (Röntgen,
Computertomogramm, EEG) objektivierbar sind, rechtfertigt für sich allein nicht, die
diesbezüglichen Beschwerden in Abrede zu stellen (BGE 117 V 359 E. 5d/aa). Ist ein
Schleudertrauma oder eine äquivalente Verletzung der HWS diagnostiziert und liegt ein
für diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden
wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen,
Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit und Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität,
Depression, Wesensveränderung usw. vor, so ist der natürliche Kausalzusammenhang
zwischen dem Unfall und der danach eingetretenen Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit in
der Regel anzunehmen (BGE 117 V 359 Erw. 4b; vgl. auch BGE 117 V 369 Erw. 3e).
Nach der aktuellen Rechtsprechung des Bundesgerichts (Urteile vom 30. Januar 2007
[U 215/05] i/S T. und vom 15. März 2007 [U 258/06] i/S G.) muss bei einer HWS-
Verletzung das typische Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden nicht in
seiner umfassenden Ausprägung innerhalb von 24 bis höchstens 72 Stunden nach dem
Unfall auftreten. Vielmehr genügt es, wenn sich in diesem Zeitraum Beschwerden in der
Halsregion oder an der HWS manifestieren (RKUV 2000 Nr. 359 S. 29 Erw. 5e). Die
andern im Rahmen eines Schleudertraumas oder einer HWS-Distorsion typischerweise
auftretenden Beschwerden müssen sich jedoch immerhin in einem Zeitraum
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manifestieren, der es erlaubt, vom Vorhandensein eines natürlichen
Kausalzusammenhangs auszugehen.
5.2 Die von Dr. B._ diagnostizierte HWS-Distorsion wurde in den folgenden
Gutachten von sämtlichen Ärzten übereinstimmend übernommen und bestätigt.
Allerdings kann nach Lage der Akten von einem für HWS-Verletzungen typischen
Beschwerdebild mit einer Häufung der oben genannten Beschwerden im Nachgang
zum Unfall und auch bis zum Erlass des angefochtenen Einspracheentscheids nicht
gesprochen werden. Nach Angaben der Beschwerdeführerin sind zwar unmittelbar
nach dem Unfall - somit innerhalb der erforderlichen Latenzzeit - Kopf- und
Nackenschmerzen aufgetreten. Weitere Beschwerden, welche dem typischen
Beschwerdebild hätten zugeordnet werden können, sind den Akten jedoch nicht zu
entnehmen. Insbesondere in den ärztlichen Berichten des erstbehandelnden Arztes Dr.
B._ sind - neben den Kopf- und Nackenschmerzen - keine weiteren Beschwerden
erwähnt. Wenn Dr. E._ im Bericht vom 10. Oktober 2001 (act. M 25) einen sozialen
Rückzug erwähnt und die Beschwerdeführerin gegenüber Dr. F._ am 20. November
2001 (act. M 27) Konzentrations- und Gedächtnisprobleme anführte sowie dem
Gutachten der Klinik Zurzach (act. M 38) eine verlangsamte
Verarbeitungsgeschwindigkeit, Aufmerksamkeitsschwankungen und eine verminderte
Stressresistenz zu entnehmen sind, so können diese Beschwerden schon wegen der
grossen Latenzzeit nicht als kausale Unfallfolgen angesehen werden. Sodann könnte
auch ohne Berücksichtigung der Latenzzeit zu keinem Zeitpunkt von einem typischen
Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden ausgegangen werden. Gemäss
Gutachten des Zentrums für Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene vom 25. April
2005 (act. M 51) entsprechen zwar die aktuell noch geschilderten somatischen
Beschwerden mit Kopf- und Nackenschmerzen praxisgemäss der nach HWS-
Distorsionen auftretenden Symptomatik. An der wegen fehlendem typischen
Beschwerdebild bzw. fehlender Beschwerdehäufung nicht gegebenen Unfallkausalität
im Sinn der Rechtsprechung (vgl. z.B. Urteil vom 4. November 2005 i/S K. [U 312/05])
vermag dies jedoch nichts zu ändern.
5.3 Mit Schreiben vom 19. Oktober 2004 (act. K 170) ordnete die
Beschwerdegegnerin beim Zentrum für Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene eine
polydisziplinäre Begutachtung der Beschwerdeführerin an. Dem Gutachten vom 25.
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April 2005 (act. M 51) ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin am 7. und 8.
Februar 2005 untersucht und eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit
durchgeführt wurde. Zusätzlich erfolgte eine neuropsychologische, neurologische und
psychiatrische Untersuchung. Die entsprechenden Teilgutachten seien allerdings trotz
mehrmaligem Nachfragen bis zur Erstellung des Hauptgutachtens nicht eingetroffen
und deshalb nicht mitberücksichtigt worden. Die Beschwerdegegnerin hat somit den
Fall abgeschlossen, ohne das von ihr in Auftrag gegebene vollständige polydisziplinäre
Gutachten in die Beurteilung mit einzubeziehen. Eine solche Vorgehensweise genügt
einem formell-rechtlich korrekten Fallabschluss offensichtlich nicht, nachdem die
Beschwerdegegnerin zumindest bei der Auftragserteilung der Meinung war, dass eine
solche polydisziplinäre Beurteilung notwendig sei. Weshalb dies nachträglich nicht
mehr der Fall sein sollte, wird zumindest im Einspracheentscheid nicht einleuchtend
dargelegt. Da die Beschwerdegegnerin den Gutachtensauftrag nach mehrmaliger
erfolgloser Anmahnung des Teilgutachtens schliesslich zurückgezogen hat, ist nicht
anzunehmen, dass zum heutigen Zeitpunkt die entsprechenden Berichte noch
eingeholt werden können. Ebenso wenig ist davon auszugehen, dass zum heutigen
Zeitpunkt weitere medizinische Abklärungen für die Beurteilung des vorliegend
relevanten Sachverhalts neue Erkenntnisse brächten, weshalb darauf verzichtet werden
kann (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 124 V 94 Erw. 4b; Pra 88 Nr. 117; SVR-
UV 1996). Nachdem aber der Beschwerdeführerin durch das ungenügende
polydisziplinäre Gutachten und aus dem Vorgehen der Beschwerdegegnerin kein
Nachteil erwachsen darf, ist zu ihren Gunsten davon auszugehen, dass die von ihr
geklagten Beschwerden weiterhin eine kausale Folge des Unfallereignisses darstellen.
Der natürliche Kausalzusammenhang zwischen den geklagten Beschwerden und dem
Unfall vom 17. November 1997 ist somit zu bejahen. Dementsprechend hat die
Adäquanzbeurteilung gemäss den in BGE 117 V 366 Erw. 6a und 382 Erw. 4b
festgelegten Kriterien zu erfolgen.
6.
6.1 Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ist im Einzelfall zu
verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit
eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine
gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (BGE
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117 V 359 Erw. 6a). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis
anzuknüpfen, wobei - ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf - zwischen
banalen bzw. leichten Unfällen einerseits, schweren Unfällen anderseits und
schliesslich dem dazwischen liegenden mittleren Bereich unterschieden wird. Während
der adäquate Kausalzusammenhang in der Regel bei schweren Unfällen ohne Weiteres
bejaht und bei leichten Unfällen verneint werden kann, lässt sich die Frage der
Adäquanz bei Unfällen aus dem mittleren Bereich nicht aufgrund des Unfallgeschehens
allein schlüssig beantworten. Es sind weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche
unmittelbar mit dem Unfall in Zusammenhang stehen oder als direkte bzw. indirekte
Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Dabei müssen
rechtsprechungsgemäss (vgl. BGE 115 V 140 Erw. 6c; SVR 1999 UV Nr. 10 S. 31 Erw.
2, 2001 UV Nr. 8 S. 32, je mit Hinweisen) die weiteren unfallbezogenen Kriterien
entweder in gehäufter oder auffallender Weise oder ein einziges Kriterium in besonders
ausgeprägter Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Als in die
Adäquanzbeurteilung einzubeziehende Kriterien nennt die Rechtsprechung (BGE 134 V
109 Erw. 10.3) abschliessend: besonders dramatische Begleitumstände oder
besondere Eindrücklichkeit des Unfalls, die Schwere oder besondere Art der erlittenen
Verletzungen, fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung, erhebliche
Beschwerden, ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich
verschlimmert, schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen und
erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.
6.2 In der Praxis werden Auffahrkollisionen auf ein (haltendes) Fahrzeug regelmässig
als mittelschweres, im Grenzbereich zu den leichten Unfällen liegendes Ereignis
eingestuft (vgl. RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236 Erw. 5.1.2 mit Hinweisen, U 380/04). Laut
der biomechanischen Beurteilung vom 4. Juni 2002 wurde die kollisionsbedingte
Geschwindigkeitsänderung des Fahrzeugs, in dem die Beschwerdeführerin als
Lenkerin sass, mit 6.7 bis 10.5 km/h berechnet. Als biomechanisch relevante
Besonderheit sei zu berücksichtigen, dass ein Vorunfall im HWS-Bereich stattgefunden
habe. Aufgrund des Geschehensablaufs, der biomechanischen Beurteilung sowie mit
Blick auf die entsprechende Kasuistik (vgl. SZS 2001, S. 429 ff.) sind bezüglich beider
Unfälle keine Gründe ersichtlich, die ein Abweichen vom Regelfall rechtfertigen
konnten, weshalb von einem mittelschweren Unfallereignis im Grenzbereich zu den
leichten Unfällen auszugehen ist. Der adäquate Kausalzusammenhang wäre daher zu
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bejahen, wenn ein einzelnes der für die Beurteilung massgebenden Kriterien in
besonders ausgeprägter Weise erfüllt wäre oder die zu berücksichtigenden Kriterien in
gehäufter oder auffallender Weise gegeben wären (BGE 117 V 359 Erw. 6b).
6.3 Der Unfall vom 17. November 1997 hat sich nicht unter besonders dramatischen
Begleitumständen ereignet noch war er - objektiv betrachtet - von besonderer
Eindrücklichkeit. Er hatte auch keine schweren Verletzungen oder Verletzungen
besonderer Art zur Folge. Die Diagnose eines Schleudertraumas vermag die Schwere
oder besondere Art der erlittenen Verletzung für sich allein nicht zu begründen. Es
bedarf hiezu einer besonderen Schwere der für das Schleudertrauma typischen
Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen
können. Solche Umstände sind vorliegend nicht ausgewiesen. Nicht erfüllt ist sodann
das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen Behandlung. Im
Anschluss an den Unfall wurde vorübergehend das Tragen eines Halskragens
verordnet. Im weiteren Verlauf wurde von den behandelnden Ärzten Physiotherapie und
eine Akupunkturbehandlung verordnet. Anlässlich des stationären Aufenthalts in der
Klinik Zurzach erfolgten eine intensive Einzelphysiotherapie sowie weitere
Therapieformen. Im Gutachten des Zentrums für Arbeitsmedizin, Ergonomie und
Hygiene vom 25. April 2005 wurde die Weiterführung des Kräftigungstrainings
empfohlen. Zudem sollte in physiotherapeutischer Einzelbehandlung die aktive
Stabilisation der HWS geübt und automatisiert werden. Auch wenn sich diese
Massnahmen insgesamt über mehrere Jahre erstreckten, kann unter Berücksichtigung,
dass insbesondere in den Jahren unmittelbar nach dem Unfall längere
behandlungsfreie Intervalle stattfanden und sich die Behandlung im Wesentlichen auf
physiotherapeutische Massnahmen sowie eine Anleitung zur Eigenbehandlung
(Krafttraining) beschränkte, nicht von einer fortgesetzt spezifischen, belastenden
ärztlichen Behandlung ausgegangen werden. Im Vordergrund der von der
Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden standen Nacken- und Kopfschmerzen,
welche bandförmig von occipital nach frontal ausstrahlten. Obwohl die glaubhaft
dargelegten Beschwerden gemäss Angaben der Beschwerdeführerin ohne
wesentlichen Unterbruch bestanden hatten, ist das Kriterium der erheblichen
Beschwerden nicht erfüllt. Die durch die geklagten Schmerzen erlittene
Beeinträchtigung im Lebensalltag kann nicht als gravierend genug betrachtet werden,
damit von erheblichen Beschwerden im Sinn der Rechtsprechung ausgegangen
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/14
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werden kann. Von einer ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich
verschlimmert hat, kann ebenso wenig gesprochen werden, wie von einem schwierigen
Heilungsverlauf und erheblichen Komplikationen. Hiezu bedürfte es besonderer
Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt haben. Solche Gründe sind vorliegend
bezüglich der Unfallfolgen indessen nicht ersichtlich. Nach dem Unfallereignis variierte
die Arbeitsfähigkeit zwischen voller Arbeitsfähigkeit und voller Arbeitsunfähigkeit. Ab 2.
Oktober 2000 bestand durchgehend eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit. Eine
Arbeitsunfähigkeit von einer gewissen Erheblichkeit ist somit ausgewiesen. Bei der
Therapie in der Klinik Zurzach zeigte die Beschwerdeführerin ein gutes Arbeitsverhalten
sowie Durchhaltevermögen. Auch den übrigen Akten sind keine Hinweise zu
entnehmen, dass die Beschwerdeführerin nicht ernsthafte Anstrengungen
unternommen hätte, um die Arbeitsunfähigkeit zu überwinden. Insbesondere hat sie
bereits nach weniger als zwei Monaten nach dem Unfall die Arbeit vorübergehend
wieder in einem vollen Pensum aufgenommen. Das Kriterium der erheblichen
Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen kann somit als erfüllt gelten,
wenn auch nicht in besonders ausgeprägter Weise. Da somit lediglich eines der zu
berücksichtigenden Kriterien, dieses aber nicht in besonders ausgeprägter Weise erfüllt
ist, muss die Adäquanz des Kausalzusammenhangs verneint werden. Die Einstellung
der Versicherungsleistungen durch die Beschwerdegegnerin per 30. April 2007 lässt
sich daher nicht beanstanden.
7.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten
sind keine zu erheben.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht