Decision ID: ccc55188-f163-4de5-b2bf-2504755962ef
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1956 geborene X._
, verheiratet und Mutter zweier erwachsener Kinde
r
,
arbeitete seit dem 1. Januar 2005 als
Reinigungsangestellte mit einem 40%-Pensum in der Zahnarztpraxis
Y._
,
wobei
ihr im November 2008 per En
de Februar 2009 gekündigt wurde
(Urk.
8/14 und Urk.
8/16).
Am 19. Januar 2009 rutschte sie auf dem Nachhause
weg von der Arbeit auf der vereisten Strasse aus und brach sich dabei das
rechte
Handgelenk
(
Urk. 8/10/3
und Urk. 8/12/2
).
Der Unfallversicherer
(
AXA
Versiche
rungen AG
[
nachfolgend
:
AXA
]
)
trat auf den
Schaden
ein und gewäh
rte Heil
behandlung und Taggelder
.
Am 23. Dezember 2009 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf
den beim
Unfall
vom 19. Januar 2009 erlittenen Bruch der
Hand
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zu
m Leis
tungsbe
zug an (Urk. 8/3). In der Folge zog die IV-Stelle die Akten der AXA bei (Urk. 8/10/1-52
, Urk. 8/18 und Urk. 8/20-22
), holte die Arztberichte des Haus
arz
tes Dr. med.
Z._
,
FMH Allgemeine
Innere
Medizin,
vom 14. Januar 2010 (Urk. 8/12/1-4, unter Beilage diverser weiterer Arztbe
richte, Urk. 8/12/5-12) und
des
Spitals A._
vom 2. März 2010 (Urk. 8/13) ein und liess einen Auszug
aus dem individuellen Konto erstellen (IK-Auszug vom 9. März 2010, Urk. 8/14)
.
Nachdem sie die
V
erlaufs
berichte des
Spital
s
A._
vom 15.
Juni 2011 (Urk. 8/23/9) und von
Ha
usarzt D
r.
Z._
vom 8. Juli 2011 (Urk. 8/24/1-4)
so
wie die Stellungnahme von
Dr. med.
B._
, Facharzt für Orthopä
dische Chirurgie und Traumatologie, vom Regio
nalen Ärztlichen Dienst (RAD)
vom 6. August 2011
(Urk. 8/30/3-4)
eingeholt hatte, veranlasste die IV-Stelle die Abklärung der be
einträchtigten Arbeitsfä
higkeit in Beruf und Haushalt (n
achfolgend: Haushalts
ab
klärung) bei der Versicherten zu Hause vom 21. September 2011 (Abklärungs
bericht vom 8. November 2011, Urk. 8/28/1-7).
Mit Vorbescheid vom 8. Novem
ber
2011
stellte die IV-Stelle der Versicherten die Abweisung ihres Leistungs
begehrens in Aussicht, da von einem Invaliditätsgrad von 13 % auszugehen sei (Urk. 8/32). Dagegen erhob die Versicherte durch die Treuhand Consulting Lie
gen
schaften AG (TCL) am 5. Dezember 2011 Einwand und beantragte die Aus
richtung einer Invalidenrente
(Urk. 8/34, unter Beilage der
Stellungnahme von
Hausarzt Dr.
Z._
vom 23. November 2011 und des
Beri
chtes
des Instituts für Radiologie
des
Spital
s
A._
vom 25. Juni 2010 [Urk. 8/33]).
Nach Beizug der Stellungnahme von
RAD-Arzt
Dr.
B._
vom 3. Januar 2012
holte
die IV-Stelle
einen Verlaufsbericht
von
Dr.
med.
C._
,
FMH Chirurgie, speziell Handchirurgie
,
vom
Spital
A._
vom 2. Februar 2012 (Urk. 8/39) ein.
Mit Verfügung vom 1. Februar 2012 stellte die AXA die gesetzlichen Leistungen per 31. Januar 2012 ein (Urk. 8/38/1-5), wo
gegen
X._
am 29. Februar 2012 durch die TCL Einsprache erhob (Urk. 8/40/1-4). Nach neuer
li
cher Rücksprache mit
dem RAD (Urk. 8/45/4)
verfügte die IV-Stelle die Ab
wei
sung des
Leistungs
be
gehrens (Urk. 2).
2.
Hiergegen liess X._
am 10. Januar 2013 durch die TCL Be
schwerde erheben und beantragen, es sei ihr
ab dem 1. Juni 2010
eine
ganze
In
va
li
denrente zuzusprechen
, eventualiter sei sie erneut medizinisch und beruflich abzuklären
; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwer
de
gegnerin (Urk. 1).
Mit Beschwerdeantwort vom 18. Februar 2013 ersuchte die Beschwerdegegnerin um Abweisung der Be
schwerde (Urk. 7, unter Beilage ihrer
Akten, Urk. 8/1-48), was der Beschwerde
führerin mit Mitteilung vom 19. Februar
2013 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird – soweit er
for
derlich – im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1
.
1
.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1 des Bun
desge
setzes über die Invalidenversicherung [IVG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be
einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit ver
ur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
m
enden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des
Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
1
.2
Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente,
wenn sie mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu
60 % invalid, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 %, oder auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40 % invalid sind.
1
.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Ver
bindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu be
stimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom
men),
in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Er
werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensver
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1
.4
Bei nichterwerbstätigen Versicherten, die im Aufgabenbereich tätig sind, und denen
eine Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, wird für die Bemes
sung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in wel
chem Masse sie unfähig sind, sich im Aufga
benbereich zu betätigen. Art.
7
Abs.
2 ATSG ist sinngemäss anwendbar (Art. 28a
Abs.
2 IVG in Verbin
dung mit Art. 8
Abs.
3 ATSG; spezifische Methode; statt vieler BGE 130 V 97 E. 3.3.1). Als Auf
ga
benbereich der im Haushalt tätigen Versicherten gelten insbe
sondere die üb
liche Tätigkeit im Haushalt, die Erziehung der Kinder sowie ge
meinnützige und künstlerische Tätigkeiten (Art. 27 IVV).
1
.
5
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der un
entgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der
Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad ent
sprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a
Abs.
3 IVG;
gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Er
werbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter ande
rem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Per
son ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozialen
und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich
die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im
Auf
gabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten Teilinvaliditäten ergibt (BGE 130 V 393 ff. E. 3.3 mit Hinweisen; vgl. BGE 134 V 9).
1
.6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
Es ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin als teilerwerbstätige Hausfrau
(mit einem Anteil der Erwerbstätigkeit von 40 % und einem Anteil der Haus
halt
tätigkeit von 60 %) einzustufen und die Invaliditätsbemessung nach der ge
misch
ten Methode vorzunehmen ist. Strittig und zu prüfen ist jedoch das Aus
mass ihrer Einschränkung
in der Erwerbstätigke
it und in der Haushalttätig
keit
.
2.2
Die Beschwerdegegnerin ging in ihrer rentenablehnenden Verfügung vom 29. November 2012 (Urk. 2) davon aus, dass die Beschwerdeführerin vom 19. Januar 2009 bis am 26. Februar 2010
sowohl in ihrer bisherigen Tätigkeit
als auch in einer behinderungsangepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig ge
wesen sei.
Die Haushaltsabklärung vor Ort habe ergeben, dass im Haushalt eine Einschränkung von 22.35
%
bestehe.
In Anwendung der
gemischte
n
Methode
ergebe sich
für diese Zeit
ein Gesamtinvaliditätsgrad von 53
%
. Da der Renten
an
spruch
auf
grund
der
verspäteten Anmeldung
jedoch erst ab Juni 2010 entstan
den sei, entfalle für diese Ze
it die Ausrichtung einer Rente.
Aufgrund der Besse
rung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin ab dem 27. Februar 2010
sei ihr zwar die bisherige Tätigkeit als Raumpflegerin weiterhin nicht zumutbar, doch bestehe für eine optimal behinde
rungsangepasste Tätigkeit (nur körperlich leichte Arbeiten ohne erforderliche Beidhändigkeit
, ohne höhere Anforderungen
an die manuelle Gesc
hicklichkeit bei Einschränkung
der dominanten rechten Hand, ohne Steigen auf Leitern und Gerüste) eine Restarbeitsfähigkeit von 100 %
.
I
m Erwerbsbereich
bestehe keine Einschränkung.
I
n Anbetracht der Einschrän
kung von 22.35 % im Haushaltsbereich
ergebe
sich
ein rentenausschliessender
Gesamtinvaliditätsgrad von 13
% (Urk. 2).
2.3
Die Beschwerdeführerin bringt dagegen im Wesen
tlichen vor, ab
dem
27. Februa
r 2010
könne nicht von einer Verbesserung des Gesundheits
zustandes ausgegan
gen werd
e
n
.
Die Beschwerdegegnerin begründe die angeblich ab dem 27. Februar
2010 eingetretene Verbesserung jedenfalls nicht in erkennbarer Weise durch medi
zinische Erkenntnisse; auf einen Arztbericht werde nicht verwiesen (Urk. 1 Seite 4).
Dass sie – als 56-
jährige Rechtshänderin mit minimaler Schulbildung, ohne Berufsbildung, die immer nur als Reinigungsangestellte tätig gewesen sei – einer behin
derungsangepassten (
ausschliesslich
linkshändigen) Tätigkeit nach
gehen könne,
sei bloss theo
r
e
tischer Natur und völlig unrealistisch, weshalb sie als 100 %
arbeitsunfähig zu erachten sei.
In Anbetracht der Ähnlichkeiten der
be
ruflichen Tätigkeiten und der haushälterischen Aufgaben bestehe eine massive
Diskrepanz, wenn
die Beschwerdegegnerin in der (ersten) Berechnung des IV-Gra
des zum Schluss komme, dass sie – die Beschwerdeführerin - ab dem 19.
Januar
2009 bis zum 26. Februar 2010 im Erwerbsbereich zu 100 % einge
schränkt sei, anderseits jedoch behaupte, dass sie im Aufgabenbereich (Haushalt)
einer Einschränkung von nur 22,35 % unterliege (Urk. 1 Seite 4).
Gerügt wird überdies, dass trotz angebli
cher Verbesserung des Gesundheitszustandes keine nochmalige Haushaltsab
klärung durchgeführt worden sei. Ausserdem sei das Invalideneinkommen von der Beschwerdegegnerin zu hoch angesetzt worden
(Urk. 1 S. 5)
.
3.
3.1
Aus den medizinischen Akten geht hervor, dass die Beschwerdeführerin an
lässlich des Unfalles vom 19. Januar 2009 eine distale intraartikuläre Radius
fraktur rechts erlitt. Am 23. Januar 2009 wurden in der Chirurgischen Klinik des
Spital
s A._
eine offene Reposition und Osteosynthese mittels volarer 2.4 LC-Platte durchgeführt (Urk. 8/12/5-6). Trotz intensiver Therapie persistierten in
der Folge die Bewegungseinschränkungen der ulnaren drei Finger und des Hand
gelenkes mit schnellendem Finger Dig III-V. Am 25. November 2009 erfolgten des
halb in der genannten Klinik die Entfernung des Osteosynthesematerials und die Ringbandspaltung Dig III-V. Postoperativ wurde die ergotherapeutische
Betreuung weitergeführt, wobei persistierend Bewegungseinschränkungen bestan
den (Urk. 8/12/11). Aufgrund des problemlosen radiologischen Verlaufes im Ge
gen
satz zur persistierenden schlechten Beweglichkeit im Handgelenk und in den Fingern III-V war die Beschwerdeführerin vom 8. bis 27. Februar 2010 in der Klinik für Rheumatologie und Rehabilitation des
Spital
s A._
hospitali
siert (Urk. 8/13/6-7 und Urk. 8/23/5-8 [Austrittsbericht der genannten Klinik vom 10. März 2010]). Vom 15. bis 25. Juni 2010 wurde die Beschwerdeführerin
durch Dr. C._
, leitender Arzt der handchirurgischen Sprechstunde der Klinik für Allgemein-, Hand- und Unfallchirurgie des
Spital
s A._
, beurteilt, wo
bei dort am 22. Juni 2010 eine Arthro-MRI-Untersuchung des rechten Hand
gelenkes stattfand (Urk. 8/18/16). Im Anschluss an eine neuerliche Untersuch
ung
vom 5. Okt
ober 2010 veranlasste Dr. C._
als ergänzende diagnostische Mass
nah
me eine neurologische Abklärung (Urk. 8/39/5), welche am 2. November 2010
von Dr. med.
D._
, FMH Neurologie, vorgenommen wurde. Laut
den Angaben von Dr.
D._
im betreffenden Bericht an Dr.
Z._
vom gleichen Tag fanden sich anlässlich dieser Untersuchung keine umschriebenen Paresen oder Atrophien und auch keine sensiblen Ausfallsymptome. In Über
ein
stimmung dazu könne elektroneurographisch eine Läsion/Kompression des Nervus
medianus und Nervus ulnaris ausgeschlossen werden (Urk. 8/24/6-7).
Am 7. Dezember 2010, 22. September 2011 sowie am 18. September 2012 fan
den
weitere
Untersuchungen durch Dr. C._
statt (Urk. 8/39/3-6 und Urk. 3/4; vgl. E. 3.2.11).
3.2
3.2.1
Im ärztlichen Bericht vom 8. Juni
2009
an die AXA
(Urk. 8/10/35) führte
Haus
arzt
Dr.
Z._
als Diag
nose eine Radiusfr
aktur loco classico rechts bei Sturz (aus
geglitten) auf rechtes Gesäss und rechten A
rm
an
.
Seit dem 19. Januar 2009 sei die Beschwerdeführerin zu 100 % arbeitsunfähig, dies voraussichtlich bis am 20. Juli 2009.
3.
2
.2
Am 21. Juli 2009 hielt
Dr.
Z._
zuhanden der AXA ei
nen verzögerten Heil
ver
lauf der diagnostizierten Radiusfraktur rechts fest (Urk. 8/10/29). Die 100%ige Ar
beits
unfähigkeit bestehe bis auf Weiteres.
3.
2
.3
Dr.
Z._
nannte
am 2. Oktober 2009 zuhanden der AXA (Urk. 8/10/21-22)
als objektiven Befund eine eingeschränkte Beweglichkeit
des rechten Handgelenkes
all
seits zu Zweidritteln mit deutlichen Bewegungs
schmerzen
. Als Reinigungs
kraft
bestehe weiterhin eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit
bis mindestens 8. November 2009.
Manuelles sei ihr momentan noch nicht zumutbar. Eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit sei durchaus möglich,
doch aufgrund des verzögerten (
Hei
lungs-)Verlaufs
sei
Geduld erforderlich
.
3.
2
.4
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Chirurgie,
Oberarzt der Chirurgischen Klinik des
Spital
s
A._
nahm gegenüber der Unfallversicherung AXA am 26. November 2009 Stellung (Urk. 8/10/8)
.
A
ls Diagnosen
erhob er
eine starke Bewegungseinschränkung bei/mit Status nach Osteosynthese distaler Radius rechts am 23.
Januar
2009 und Verdacht auf störendes Osteosynthese
-M
aterial sowie schnellende Fin
g
er Dig III-V
H
and
rechts
.
In ihrer bisherigen Tät
igkeit sei d
ie Beschwer
deführerin zu 100 % arbeitsunfähig, in einer anderen zumutbaren
Er
werbstätig
keit liege die unfallbedingte Arbeits
unfähigkeit eventuell
bei
0 %.
Wahrschein
lich könne auf Anfang 2010 mit einer Steigerung der Arbeitsfähig
keit gerechnet werden.
3.2
.5
Laut Bericht des Hausarztes
Dr.
Z._
vom 14. Januar 2010
an die Beschwer
degegnerin
(Urk. 8/12/1-4) besteht bei der Beschwerdeführerin
seit
dem Unfall
vom
19. Januar 2009
eine Defektheilung
der Radiusfraktur rechts
loco classico
nach einer offe
nen Reposition und Osteosynthese am 23. Januar 2009, wobei sich
diese au
f die Arbeitsfähigkeit auswirk
e
. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit liege
ein Status nach Carpaltunnelsyndrom-Operationen rechts und links im Mai und Juli 2007 vor. Seit dem 19. Januar 2009 bis auf Weiteres sei die Be
schwerdeführerin
in der bisherigen Tätigkeit als Reinigerin
(
37%
-
Pensum
)
zu
100 % arbeitsunfähig
.
Die Beschwerdeführerin sei
Rechtshänderin
und müsse bei
Hausarbeiten – je nach Arbeit und Tagesform – nach 5 bis 30 Minuten pausie
ren.
Als Reinigungskraft sei ihre rechte Hand un
verzichtbar, weshalb die
betreffende
Einschränkung grosse Auswirkungen
habe
. Mit einer Wiederaufnahme der be
ruflichen Tätigkeit könne ge
rechnet werden, doch sei de
r Zeitpunkt noch nicht
absehbar.
Die Beschwerdeführerin
bedürfe sicher
lich noch 6 bis 12 Monate Physiotherapie.
Vor allem die Greiffunktion der rechten Hand sei
noch
stark ein
geschränkt, alle anderen Körperfunktionen seien da
gegen gut. Mit der rechten Hand könne sie
nur 1 Kilogramm heben/tragen, mit der linken Hand 10
Kilo
gramm
. Überkopfarbeite
n seien nur halbtags, das heisse
zu 50 %, zumutbar. Das Steigen auf Leitern und Gerüste sei ihr hingegen gänz
lich
un
möglich.
3.2
.6
Dr.
E._
von der Chirurgischen Klinik
des
Spital
s A._
nannte in seinem Bericht
vom 2. März 2010
an die Beschwerdegegnerin
(Urk. 8/13) als Diagnosen
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine persistierende Einschränkung der
Handgelenks- und Fingerbeweglichkeit rechts bei (a) Status nach
O
steosyn
the
se
material-E
ntfernung und Ring
bandspaltung
Dig III-V rechts am 25. November
2009, (b) Status nach
Osteosynthese mittels volarer 2,
4 Millimeter LCP rechts am
23. Januar 2009 bei distaler, mehrfragmentärer, intraartikulärer Radius
frak
tur sowie (c)
S
tatus nach Karpaltunnelspaltung beidseits vor Jahren
fest
. Ausser
dem
sei
eine Osteo
porose
vorhanden
, welche sich nicht auf die Arbeitsfähigkeit aus
wirk
e
.
Die Beschwerdeführerin sei letztmals am 18. Januar 2010 in der chi
rur
gi
schen Klinik des
Spital
s A._
behandelt worden. Seit dem 8. Februar 2010
finde eine stationäre Rehabilitation in der rheumatologischen Klinik des
Spital
s A._
statt.
In der
bisherige
n
Tätigkeit als Reinigungskraft bestehe eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit seit dem 19. Januar
2009
bis auf Weiteres
gemäss rheumatologischer Klinik des
Spital
s A._
. Es liege
eine stark einge
schrän
kte Handgelenksbeweglichkeit und Fingerbeweglichkeit Dig III-V Hand
rechts
vor
. Die bisherige T
ätigkeit sei aus medizi
n
ischer Sicht noch zumut
bar, je
doch nur in
reduziertem Rahmen.
E
ine behinderungsangepasste Tätigkeit
sei versuchsweise
mit einem 50%-Pensum in Betracht zu ziehen. Mit einer Wieder
aufnahme der be
ruflichen Tätigkeit könne gerechnet werden, doch sei der Zeit
punkt unklar.
3.2.7
Im Austrittsbericht der Klinik für Rheumatologie und Rehabilitation des
Spital
s A._
vom 10. März 2010 (Urk. 8/23/5-8) stellten Dr. med.
F._
,
Oberarzt, und Dr.
G._
, Assistenzarzt, die folgenden Diag
nosen:
(1)
Persistierende Einschränkung der Handgel
enks- und Fingerbeweglichkeit
rechts
keine Anhaltspunkte für CRPS (Szintigrafie im Februar 2010)
Osteosynthesematerial-Entfernung und Ringbandspaltung Dig III-V rechts am 25. November 2011
Osteosynthese mittels volarer 2.4 Millimeter LCP rechts am 23. Januar 2009 bei distaler, mehrfragmentärer, intraartikulärer Radiusfraktur rechts
Status nach Karpaltunnelspaltung beidseitig
(2)
Osteoporose, T-Score L2 -
2,8 (DEXA Februar 200
9) und L1 – 2,7 (DEXA
Februar 2010).
Bei Eintritt (8. Februar 2010) habe die Beschwerdeführerin über Schmerzen im
Handgelenk und den Fingern Dig II-V geklagt. Klinisch habe eine einge
schränk
te Handgelenksbeweglichkeit und Flexion in DIP, PIP Dig III-V rechts bestanden.
Am Handgelenk habe radiologisch eine konsolidierte distale Radiusfraktur doku
mentiert werden können. Zudem hätten diskrete erosive Veränderungen am PIP Dig II-V rechts bestanden. Szintigraphisch hätten sich keine Anhaltspunkte für ein CRPS in der akuten Phase, jedoch eine vermehrte Knochenaktivität im Be
reich des distalen Radius rechts gefunden, welche ein Jahr nach der Operation wahrscheinlich noch im Bereich der Norm gewesen sei. Vom 14. bis 22. Februar 2010 sei ein Katheter zur Plexusblockade eingelegt worden. Im weiteren Verlauf sei es zu einer langsamen kontinuierlichen Besserung der Gelenksbeweglichkeit gekommen (Urk. 8/23/5). Die Schmerzen seien nach Entfernung des Katheters aushaltbar gewesen. Medizinisch-theoretisch sei die Beschwerdeführerin zu 100 % arbeitsfähig für leichte Tätigkeiten (Urk. 8/23/6).
3.2.8
Im Arztbericht vom 15. Juni 2011 zuhanden d
er Beschwerdegegnerin
(Urk. 8/23/9)
verwies
Dr.
F._
von der
Kli
nik für Rheumatologie und Reha
bi
li
tation
des
Spital
s A._
auf den
genannten
Austrittsberich
t (2. Version)
vom 10. März 2010
(Urk. 8/23/5-8
vgl. E.
3.2.7). Die Beschwerdeführerin sei letzt
mals anlässlich der Hospitalisation vom 8. bis 27. Februar 2010 in der Klinik für Rheumatologie und Rehabilitation des
Spital
s
A._
behandelt worden. Weitere
Nachkontrollen hätten in dieser Klinik nicht stattgefunden. Die dama
lige rheumatologische Beurteilung sei wie folgt formuliert worden:
„
Medizinisch-theoretisch
100 %
arbeitsfähig
für leichte Tätigkeiten.
”
Entsprech
en
de Kontextfaktoren bezie
hungsweise deutliche Schmerzen könnten im Rahmen
eines Gutachtens reeva
luiert werden.
D
ies
werde
empfohlen .
3.2.
9
Hausarzt
Dr.
Z._
hielt in seinem
Verlaufs
bericht vom 8. Juli 2011 (Urk. 8/24/1-3) als Diagnose eine Radiusfraktur rechts distal loco classico (ope
riert am 23. Januar 2009) und
eine Osteosynthese (im S
pital
A._
) mit protra
hiertem Heilverlauf bis heute fest.
In der bisherige
n Tätigkeit als Putzfrau (37% -
Pensum) habe vom
19. Januar 2009 bis 3. Januar 2011 eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit
bestanden
, ab dem 4. Januar 2011 bis auf Weiteres sei die Beschwer
deführerin zu 50 % arbeitsunfähig
.
Die rechte Hand und der rechte Arm seien zum Putzen kaum brauchbar, das Meiste mache sie links.
E
ine verminderte Leis
tungsfähigkeit sei zweifellos gege
ben
.
Bezüglich ausserhäuslicher Putzarbeiten
sei
sie zu 100 % arbeitsunfähig.
E
ventuell könne sie 2 Stunden täglich eine leichte Montagearbeit mit der linken Hand und dem linken Arm tätigen
.
D
ie rechte Hand
ermüde
bei Gegenhalte-Arbeit
rasch
(innert Mi
nuten)
.
3.2.10
In seiner Stellungnahme vom 6. August 2011 (Urk. 8/30/3-4) hielt RAD-Arzt Dr.
B._
unter dem Titel „Beurteilung“ fest, bei der Beschwerdeführerin sei ein
so
matische
r
Gesundheitsschaden ein
schliesslich der sich daraus
ergebenden Ein
schränkungen der funktionellen Leistungsfähigkeit ausgewiesen:
„
persistierende Einschränkung der Handge
lenks- und Fingerbeweglichkeit rechts bei leichter post
traumatischer Radiocar
palarthrose und Diskus triangularis-Läsion nach
am
23. Januar 2009 osteosyn
thetisch versorgter distaler Radiusfraktur loco typico und Osteosynthesemate
rial-Entfernung mit gleichzeitiger Ringbandspaltung Dig III-V am 25. November 2009
”
. Hinsichtlich der Beurteilung der Arbeits
fähig
keit sei auf die plausiblen Angaben in den
vorliegenden
Arztberichten ab
zu
stellen: Für die bisherige Tätig
keit als Reinigungskraft habe vom 19. Januar 2009
bis am 3. Januar 2011 eine 100%ige
und ab dem 4. Januar 2011
bis auf
Weiteres
eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Für eine optimal ange
passte
Tätigkeit
(
nur körperlich leichte Arbeiten ohne er
forderliche Beidhändig
keit, ohne
höhere Anforderungen an die manuelle Ge
schicklichkeit bei Einschränkungen der dominanten rechten Hand, ohne Steigen auf Leitern und Gerüste) sei dage
gen von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit ab dem 27. Februar 2010 auszugehen.
Dies entsprechend den auf umfangreichen Untersuchungen beruhenden An
ga
ben
des
Spital
s
A._
. Mehr als ein Jahr nach dem Unfall und mehr als drei Monate nach der letzten OP (OSME und Ringbandspaltung) sei eine vollständige Arbei
tsunfähigkeit, wie von Dr. Z._
postuliert, nicht mehr plausibel.
3.2.11
Im – von der Beschwerdegegnerin im Rahmen des Vorbescheidverfahrens ein
ge
holten - Verlaufsbericht vom 2. Februar 2012 (Urk. 8/39/
1-2) beschränkte sich Dr. C._
von der Klinik für Allgemein-, Hand- und Unfallchirurgie des
Spital
s A._
darauf, auf
seine
Arztberichte vom 8. Juli 2010, 7. Oktober 2010, 10. Dezember
2010 und vom 22. September 2011
zuhan
den des Hausarztes
D
r.
Z._
zu verweisen
(Urk. 8/
39/
3
-6)
. Im genannten Bericht vom 8. Juli 2010 hatte Dr.
C._
ausgeführt, dass sich in der MRI-Untersuchung vom 22. Juni 2010
eine langstreckige radialseitige Ruptur des TFCC (Discus ulnocarpalis) bei in
taktem scapholunärem und lunotriquetralem Ligament mit leichter posttrau
m
a
tischer Radiocarpalarthrose zeige, was den klinischen Untersuchungs
befun
den
durchaus entspreche. Subjektiv stünden aktuell vor allem die ulnocarpalen Schmer
zen
im Vordergrund, so dass die Indikation für eine Handgelenk
sarthros
kopie mit TFCC-Débridement durchaus gestellt werden könne. Unklar sei zudem
die berufliche Situation. Für eine manuell anspruchsvolle Tätigkeit wie das Durch
führen von Reinigungsarbeiten sei die Beschwerdeführerin seiner Meinung
nach zu 100 % arbeitsunfähig (Urk. 8/39/6).
Am 7. Oktober 2010 hatte Dr.
C._
berichtet, dass zwischenzeitlich die ulno
car
pa
len Handgelenkschmerzen rechts an Intensität abgenommen hätten. Im Gegensatz zum Juni 2010 sei er heute der Auffassung, dass die Beschwer
de
füh
rerin von einer Handgelenksarthroskopie nicht profitieren würde, und sehe des
halb
hierfür zum jetzigen Zeitpunkt keine Indikation mehr. Er habe eine neu
rologische Beurteilung bei Dr.
D._
veranlasst. Die Beschwerdeführerin sei nach wie vor zu 100 % arbeitsunfähig (Urk. 8/39/5).
Im Bericht vom 10. Dezember 2010 hatte Dr.
C._
bemerkt, dass anlässlich der neurologischen Unt
ersuchung durch Dr. D._
eine Kompressions
neu
r
opathie insbesondere im Bereich des Sulcus ulnaris habe ausgeschlossen werden
können. Er sei der Auffassung, dass für eine erneute chirurgische Intervention
an der rechten Hand zum jetzigen Zeitpunkt keine Indikation bestehe.
Im letz
ten
Bericht vom 22. September 2011
sah er
– nach beendeter Schmerzbehandlung
im Institut für
An
ästhesiologie
und
beenderte
Ergotherapie
im
Spital
A._
–
für eine
handchirurgische Intervention
nach wie vor keine Indikation
und wies
auf die Möglichkeit einer Akupunkturbehandlung hin
.
Bezüglich
der Tendo
va
ginitis stenosans
auf Höhe des A1 – Ringbandes an
der linken Hand
bestehe
aktuell ein nur geringer Leidensdruck, so dass er ein abwartendes Vorgehen und bei Beschwerdepersistenz als erste Massnahme eine Infiltration empfehlen würde
(Urk. 8/39/3).
3.2.12
Laut der Ste
llungnahme von RAD-Arzt Dr. B._
vom 24. April 2012 (Urk. 8/45/3-4) ist unter Berücksichtigung der Ausführungen in den inzwischen vor
liegen
den Arztberichten von Dr. C._
und den neuesten UVG-Unterlagen, ins
b
esondere der Abschlussverfügung vom 1. Februar 2012, in Koordination mit dem Unfallversicherer -
abweichend von
seiner früheren Beurteilung
vom 6. August
2011
(vgl. Erwägung 3.2.5)
-
f
ür die bisherige Tätigkeit ab dem 19. Januar 2009 von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen, da die Tä
tig
keit als Reinigungskraft medizintheoretisch doch eine uneingeschränkte Funk
tions
fähigkeit und Kraftentfaltung beider Hände voraussetze. Für eine op
timal an
gepasste Tätigkeit
sei
hingegen weiterhin eine Arbeitsfähigkeit von 100 % ab dem 27. Februar 2010
anzunehmen
, unter Beachtung des
am 6. August 2011 for
mu
l
ierten
Belastungs
profils: nur körperlich leichte Arbeiten ohne erforderliche Beidhändigkeit, ohne höhere Anforderungen an die manuelle Geschicklichkeit bei Einschrän
kung der dominanten rechten Hand, ohne Steigen auf Leitern und Gerüste.
3.3
In den Akten liegt im Weiteren der von der Beschwerdeführerin im Rahmen des Beschwerdeverfahrens eingereichte Bericht von Dr.
C._
vom 3. Oktober 2012
an die AXA (Urk. 3/4). Darin diagnostizierte er
ein c
hronisches Schmerzsyn
drom
rechter Arm
bei Status nach offener Reposition und Osteosynthese
mittels vo
larer 2,
4 Millimeter LCP-Titanplatte am 23. Januar 2009 bei distaler intraarti
ku
lärer Radiusfraktur rechts und Status nach Osteosynthese-Materialentfernung und A1-Ring
bandspaltung Dig III-V rechts am 25. November 2009. Als Raum
pflegerin sei die Beschwerdeführerin zu 100
%
arbeitsunfähig. In beruflichen Tätigkeiten, die den Einsatz der rechten oberen Extremität nicht e
rforder
ten
, sei sie arbeitsfähig.
3.4
Die Abklärungsperson kam in ihrem Abklärungsbericht vom 8. November 2011 zum S
chluss, dass die Beschwerdeführ
erin im Haushaltsbereic
h
insgesamt
zu 22.35 % eingeschränkt sei (
Urk. 8/28
/6).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützt ihre Auffassung, wonach die Beschwerdeführerin
in der angestammten Tätigkeit als Reinigungsmitarbeiterin seit dem 19. Januar 2009
zu 100 % arbeitsunfähig ist, sie eine behinderungsangepasste Tätigkeit seit dem 27. Februar 2010 jedoch zu 100 % ausüben kann, auf die Stel
lungnahmen von RAD-Arzt Dr. B._
vom 6. August 2011 und 24. April 2012 (vgl. E. 3.2.10 und 3.2.12).
RAD-Arzt Dr. B._
stellte darin insbesondere fest, dass die im Au
strittsbericht von Dr. F._
von der Klinik für Rheumatologie und Rehabilitation vom
10. März 2010 vorgenommene Einschätzung, wonach bei Austritt aus dieser Klinik
am 27. Februar 2010 in einer behinderungsangepassten Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestanden habe, plausibel sei, und dass auch aufgrund
der weiteren Arztberichte, namentlich derjenigen von Dr.
C._
vom 8. Juli 2010,
7. Oktober 2010, 12. Dezember 2010 und 22. September 2011, von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in behinderungsangepasster Tätigkeit auszugehen
sei, unter Beachtung des in der RAD-Stellungnahme vom 6. August 2011 formu
lierten Belastungsprofils.
Dieser Beurteilung ist aufgrund der nachfolgenden Ausführungen im Ergebnis zu
folgen.
4.2
4.2.1
Der Au
strittsbericht von Dr. F._
und Dr.
G._
vom 10. März 2010 (vgl. E. 3.2.7) basiert auf einlässlichen Untersuchungen, berücksichtigt auch die ge
klagten Beschwerden und wurde in Kenntnis der Krankheitsgeschichte der Be
schwerdeführerin verfasst. Er enthält detaillierte Befunde und Diagnosen. Die
ge
nann
ten Ärzte legen dar, dass und weshalb es im Verlauf des stationären Auf
enthaltes in der Klinik für Rheumatologie und Rehabilitation des
Spital
s
A._
zu einer langsamen und kontinuierlichen Besserung der Gelenks
beweg
lichkeit gekommen ist. Die von ihnen vorgenommene Beurteilung, wonach bei Austritt am 27. Februar 2010 für leichte Tätigkeiten eine medizinisch-theore
tische Arbeitsfähigkeit von 100 % bestand, stimmt mit ihren weiteren Feststell
ungen überein und erscheint überzeugend. Di
es gilt umso mehr, als Dr. E._
von
der Chirurgischen Klinik des
Spital
s A._
in seinem Bericht vom 26.
November
2009 zuhanden der AXA auf Anfang 2010 mit einer Steigerung
der Arbeitsfähigkeit rechnete und in einer behinderungsangepassten Tätigkeit eine
(unfallbedingte) Arbeitsunfähigkeit von 0 % als möglich bezeichnete (vgl. E. 3.2.4).
4.2.2
Objektive Anhaltspunkte dafür, dass sich der Gesundheitszustand sowie die Ar
beitsfähigkeit der Beschwerdeführerin seit dem 27. Februar 2010 massgeblich verschlechtert haben könnten, bestehen nicht. Wohl vertrat Dr.
C._
in seinem
Beric
ht vom 8. Juli 2010 an Dr. Z._
(Urk. 8/39/6) die Auffassung, dass eine Hand
gelenksarthroskopie indiziert sei (vgl. E. 3.2.11). Daraus ist jedoch nicht zu schliessen, dass der Beschwerdeführerin die Ausübung einer dem von RAD-Arzt
Dr. B._
formulierten Belastungsprofil entsprechenden behinderungsange
passten
Tätigkeit damals nicht (mehr) zumutbar
gewesen sein könnte. Dr. C._
be
merk
te
denn auch lediglich, dass die Beschwerdeführerin für eine manuell anspruchs
volle berufliche Tätigkeit wie das Durchführen von Reinigungsarbeiten zu 100 %
arbeitsunfähig sei. Im Bericht vom 7. Oktober 2010 (Urk. 7/39/5) hielt Dr.
C._
zwar pauschal fest, dass die Beschwerdeführerin weiterhin zu 100 % arbeitsun
fähig sei. Gleichzeitig wies er aber darauf hin, dass er für die Durchführung einer Handgelenksarthroskopie aktuell keine Indikation mehr sehe. An dieser Auf
fassung hielt er auch in den genannten Berichten vom 10. Dezember 2010
und 22. September 2011 (Urk. 8/39/3-4) fest. Eine Arbeitsunfähigkeit attestierte er in diesen Berichten nicht. Im genannten Bericht vom 3. Oktober 2012 an die AXA (E. 3.3) attestierte er der Beschwerdeführerin für berufliche Tätigkeiten, die den Einsatz der rechten oberen Extremität nicht erfordern, ausdrücklich eine 100%ige Arbeitsfähigkeit.
4.2.3
Die Berichte von Dr. Z._
vom 14. Januar 2010 und 18. Juli 2010 stehen der Annahme einer seit dem 27. Februar 2010 bestehenden 100%igen Arbeitsfähig
keit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit nicht entgegen. Zum einen darf u
nd soll das Gericht in Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten der
Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf
ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer
Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Es entsteht denn a
uch der Eindruck, dass Dr. Z._
be
i seiner Beurteilung, wonach die
Be
schwerdeführerin eine behinderungsangepasste Tätigkeit lediglich während zwei
Stunden pro Tag
–
z
.
B.
l
eichte Montagearbeit mit der linken Hand und dem linken
Hand
-
tätigen kann, massgeblich auf die – subjektiven – Angaben der Be
schwerdeführerin abgestellt hat. Dies gilt umso mehr, als die dahinge
hende Einschätzung von Dr. Z._
in Widerspruch zu den Angaben, welche er zu den noch zumutbaren Aktivitäten gemacht hat (Urk. 8/12/4 und Urk. 8/24/4), steht.
Da die Beurteilung des Hausarztes Dr.
Z._
demnach nicht schlüssig und auch nicht nachvollziehbar ist, ist vorliegend nicht darauf abzustellen.
4.3
Insgesamt
ergibt
die Würdigung der medizinischen Berichte
, dass sich
– entge
gen
der
Auffassung
der Beschwerdeführerin –
bis zum
27. Februar 2010
ihr
Gesund
heitszustand
derart
gebessert hat, dass ihr ab diesem Zeitpunkt eine behinde
rungs
angepasste Tätigkeit zu 100 % zumutbar ist.
Zusammen
gefasst kann
demnach festgehalten werden, dass die Beschwerdeführerin ab dem 19. Januar 2009
in der
bisherige
n
Tätigkeit als Reini
gungskraft zu 100 % arbeitsunfähig ist.
Hingegen besteht für eine optimal be
hinderungsangepasste Tätigkeit
(nur kör
per
lich leichte Arbeiten ohne erforderli
che Beidhändigkeit, ohne höhere Anfor
de
rungen an die manuelle Geschicklich
keit bei Einschränkungen der domi
nan
ten rechten Hand, ohne Steigen auf Lei
tern und Gerüste)
eine 100%ige Restar
beits
fähigkeit ab dem 27. Februar 2010.
5.
5.1
Im Weiteren ist die Einschränkung der Beschwerdeführerin im Aufgabenbereich (das heisst in der Haushaltsführung)
zu prüfen.
5.2
Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer versi
cherten Person sind - analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweiskraft von
Arztberichten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis) - verschiedene Faktoren zu
be
rücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Person
verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhält
nissen so
wie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beein
trächtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicher
ten Person zu
berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht auf
zu
zeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, be
gründet und ange
messen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in Über
einstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig (AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; Urteil des Bundesgerichts I
733/03 vom 6. April 2004 E. 5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61 E. 6.2 und 128 V 93
f
. E. 4 betreffend Abklärungsberichte im Zusammenhang mit der Hauspflege
und Hilflosigkeit). Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Ab
klärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haus
halt massgebend, sondern gelten analog für jenen Teil ei
nes Abklärungs
be
richts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tä
tigkeit von teiler
werbs
tätigen Versicherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts I 236/06 vom 19. Juni 2006 E. 3.2).
Die Arbeitsunfähigkeit im Sinne von
Art.
28
Abs.
1 lit. b IVG entspricht der Ein
busse an funktionellem Leis
tungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufgaben
bereich (
Art.
6 ATSG; BGE 105 V 156 E. 2a). Bei der Bemessung der Invalidität von im Haushalt tätigen Versicherten ist die Schadenminderungspflicht von erheblicher Relevanz. Nach der Rechtsprechung ist dabei vom Grundsatz aus
zugehen, dass einem Leis
tungsansprecher im Rahmen der Schadenminderungs
pflicht Massnahmen zu
zumuten sind, die ein vernünftiger Mensch in der
glei
chen Lage ergreifen würde, wenn er keinerlei Entschädigung zu erwarten hätte
.
Für die im Haushalt tätigen Versicherten bedeutet dies, dass sie Verhaltens
weisen
zu entwickeln ha
ben, welche die Auswirkungen der Behinderung im haus
wirt
schaftlichen Be
reich reduzieren und ihnen eine möglichst vollständige und un
abhängige Erle
digung der Haushaltarbeiten ermöglichen. Kann die versicherte
Person wegen ihrer Behinderung gewisse Haushaltarbeiten nur noch mühsam und
mit viel hö
herem Zeitaufwand erledigen, so muss sie in erster Linie ihre Arbeit einteilen und in üblichem Umfang die Mithilfe von Familienangehörigen in An
spruch nehmen. Ein invaliditätsbedingter Ausfall darf bei im Haushalt tätigen Personen nur insoweit angenommen werden, als die Aufgaben, welche nicht
mehr erfüllt werden können, durch Drittpersonen gegen Entlöhnung oder durch
Angehörige verrichtet werden, denen dadurch nachgewiesenermassen eine Er
werbs
einbusse oder doch eine unverhältnismässige Belastung entsteht. Die im
Rahmen der Invaliditätsbemessung bei einer Hausfrau zu berücksichtigende Mit
hilfe
von Fa
milienangehörigen geht daher weiter als die ohne Gesundheits
schä
di
gung übli
cherweise zu erwartende Unterstützung. Geht es um die Mitarbeit von
Familien
angehörigen, ist danach zu fragen, wie sich eine vernünftige Familien
gemein
schaft einrichten würde, wenn keine Versicherungsleistungen zu erwarte
n wä
ren. Dabei darf nach der Rechtsprechung unter dem Titel der Schadenminde
rungspflicht nicht etwa die Bewältigung der Haushalttätigkeit in einzelnen Funk
tionen oder insgesamt auf die übrigen Familienmitglieder überwälzt wer
den mit der Folge, dass gleichsam bei jeder festgestellten Einschränkung danach gefragt
werden müsste, ob sich ein Familienmitglied finden lässt, das allenfalls für eine er
satzweise Ausführung der entsprechenden Teilfunktion in Frage kommt. Schliesslich vermag die Tatsache, dass sich die der Rechtsprechung zu
grunde lie
gen
den, in
Art.
159
Abs.
2 und 3 ZGB zwischen den Ehegatten und in
Art.
272 ZGB
zwischen Eltern und Kindern statuierten Beistandspflichten nicht unmittel
bar durchsetzen lassen (d.h. weder klagbar noch vollstreckbar sind), sondern nur freiwillig erfüllt werden können (Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Bas
ler Kommen
tar,
3.
Aufl., Basel 2006,
N.
9 zu
Art.
272 ZGB; Bräm/Hasenböhler, Zürcher
Kommentar,
3.
Aufl., Zürich 1998,
N.
168 zu
Art.
159 ZGB), an der Schaden
min
derungspflicht der im Haushalt beschäftigten Versicherten nichts zu ändern. Denn
wie auch im Erwerbsbereich darauf abzustellen ist, ob die verblei
bende Erwerbs
fähigkeit auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt grundsätzlich verwertbar ist,
un
abhängig davon, ob eine solche Anstellung rechtlich durch
setzbar ist, ist auch
in Bezug auf den Haushaltbereich davon auszugehen, was in der sozialen Rea
li
tät üblich und zumutbar ist, unabhängig davon, ob eine Mithilfe rechtlich durch
setzbar ist (BGE 133 V 504 E. 4.2 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_729/2009 vom 3
0.
November 2009 E. 4.1-3).
5.3
Der Abklärungsbericht vom 8. November 2011 (Urk. 8/28) wurde durch eine spezialisierte Abklärungsperson der Beschwerdegegnerin verfasst. Er gibt ein
leitend die anlässlich des Abklärungsgespräches vom 21. September 2011 sei
tens der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden wieder (Urk. 8/28/1-2). Es folgen Angaben zur hypothetischen Erwerbstätigkeit der
Beschwerdeführerin im
Gesundheitsfall, zur Situation im Haushalt, den Wohnverhältnissen und den tech
nischen Einrichtungen (Urk. 8/28/2-4). Die anschliessende Umschreibung der Tätigkeitsbereiche stimmt mit den in den Randziffern (Rz) 3086 ff. des
Kreis
schreibens über Invalidität und Hilflosigkeit (KSIH), herausgegeben vom Bundes
amt für Sozialversicherungen (BSV), in der seit dem 1. Januar 201
1
gül
tigen Fassung enthaltenen Vorgaben überein.
Die von der Abklärungsperson vorge
nommene Gewichtung der einzelnen Haushaltsverrichtungen und die Einschrän
kungen in den einzelnen Aufgabenbereichen ist angesichts der kon
kreten Um
stände nicht zu beanstanden und wurde denn seitens der Beschwer
deführerin auch nicht bemängelt (Urk. 1). Der Abklärungsbericht stellt deshalb eine zu
ver
lässige Grundlage zur Beurteilung der beeinträchtigten Arbeitsfähig
keit der Be
schwerdeführerin im Haushalt dar.
5.4
5.4.1
D
er Einwand der Beschwerdeführerin,
wonach
die unterschiedliche Bemes
sung d
er Einschränkung im Erwerbs- und im Aufgabenbereich angesichts der Ähn
lich
keiten der zu verrichtenden Arbeiten (Putzen und Haushalten) nicht gerecht
fertigt
ist
(Urk. 1 S. 3)
,
ist unbehelflich – wie
d
argelegt, ist bei der
Bemessung der Invalidität von im Haushalt tätigen Versi
cherten
d
ie Schadenminderungs
pflicht von erheblicher Relevanz
.
D
er Beschwerdeführerin ist es z
uzumuten, die zu
verrichtenden A
rbeiten im Haushalt anders einzu
teilen und auch die Mithilfe
ihres Ehe
mannes und ihres im gleichen
Haushalt lebenden erwachsenen Sohnes
in Anspruch zu nehmen. Die im Abklärungsbericht vom 8. November 2011
bei der Bemessung der Einschränkungen in den einzelnen Haushalts
ver
richtungen postulierten Verhaltensweisen der Beschwerdeführerin (vermehrte Ver
wendung von Fertigprodukten, verlangsamte Arbeitsweise bei der Ernährung
und Wohnungspflege, Reduktion der Bügelwäsche) und Mitwirkungspflichten ihres
Ehemannes sowie des Sohnes (Mithilfe beim Kochen, bei der Wohnungs
pflege, beim Grosseinkauf, bei der Wäsche und im Garten) erscheinen zumutbar. Die Einschätzung der Einschränkung im Haushalt mit 22,35 % lässt sich sodann auch mit der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin (vgl. E. 4.3) in Einklang bringen. Sie erscheint deshalb überzeugend.
5.4.2
Die Beschwerdeführerin rügt im Weiteren, dass die Beschwerdegegnerin keine neu
er
liche Haushaltsabklärung veranlasst habe, nachdem
sie
ab 27. Februar 2010
eine Verbesserung des Gesundheitszustandes festgestellt
hätte
.
Dieses Argument
verfängt nicht. D
ie Haushaltsabklärung
wurde
am 21. September 2011, das heisst
bereits nach d
er
besagten
Verbesserung des Gesundheits
zustandes, durchge
führt
.
Anhaltspunkte dafür, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin zwischen dem 27. Februar 2010 und dem 21. September 2011 massgeblich ver
schlechtert haben könnte, bestehen nach dem Gesagten (vgl. E. 4.2.2) nicht. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin bei der von ihr für
die Zeit ab dem 27. Februar 2010 vorgenommenen (zweiten) Invaliditäts
bemess
ung (Urk. 2 Seite 2 untere Hälfte) von der im Abklärungsbericht vom 8. Novem
ber
2011 festgestellten Einschränkung von 22.35 % ausgegangen ist. Bei der für
die Zeit vom 18. Januar 2010 (Ablauf des Wartejahres) bis zum 26. Februar 2010
durchgeführten (ersten) Invaliditätsbemessung (Urk. 2 Seite 2 obere Hälfte) hätte die Beschwerdegegnerin hingegen nicht auf diesen Bericht abstellen dürfen. In
va
lidenversicherungsrechtlich ist die in dieser Zeit bestehende Einschränkung der Beschwerdeführerin im Haushalt jedoch insofern nicht relevant, als ein all
fälliger Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Gel
tend
machung des Leistungsanspruches entsteht (Art. 29 Abs. 1 IVG). Die Be
schwerdeführerin hat sich – erst – im Dezember 2009 zum Leistungsbezug ange
meldet, weshalb ein allfälliger Rentenanspruch ohnehin frühestens am 1. Juni 2010
hätte entstehen können. Weitere Abklärungen zur vor diesem Zeitpunkt be
stehenden Einschränkung im Haushaltsbereich erübrigen sich daher.
5.4.3
Es ist demnach auf den in allen Teilen überzeugenden Haushaltsabklärungsbe
richt vom 8. November 2011 (Urk. 8/28) abzustellen, wonach die Einschränkung der
Beschwerdeführerin im Haushaltsbereich 22.35 % beträgt.
6
.
6
.1
Im Weiteren ist zu prüfen, wie sich die eingeschränkte Leistungsfähigkeit
der Be
schwerdeführerin
im Erwerbsbereich in wirtschaftlicher Hinsicht auswirkt.
Dazu ist ein Einkommensvergleich vorzunehmen.
6
.2
Die Beschwerdegegnerin bemass das Valideneinkommen aufgrund des Lohnes,
welchen die Beschwerdegegnerin vor Eintritt des Gesundheitsschadens in der Zahn
arztpraxis
Y._
erzielt hatte (Urk. 8/29 und Urk. 2). Dieser betrug 2009 für das von ihr versehene Pensum von knapp 40 % (15 Stunden pro Woche) Fr. 1‘350.-- pro Monat resp. Fr. 16‘200.-- (x 12) pro Jahr (Urk. 8/16/2; vgl.
Urk. 8/14/4).
Da der Beschwerdeführerin bereits im November 2008 aus invaliditätsfremden Gründen
(
wegen Personalabbau
, Urk. 8/16)
, gekündigt wurde,
kann dieses Ein
kommen nicht ohne Weiteres als Valideneinkommen betrachtet werden. Viel
mehr
ist das Valideneinkommen anhand der Tabellenlöhne der Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik zu ermitteln. Dabei ist mit Blick auf die bisherige Tätigkeit der Beschwerdeführerin als Reinigungsmitarbeiterin in einer Zahnarztpraxis sowie das damit erzielte (vergleichsweise tiefe) Einkommen der Zentralwert für die im Bereich „sonstige persönliche Dienstleistungen“ im An
forderungsniveau 4 im privaten Sektor beschäftigten Frauen (LSE 2010 TA1
Ziffer 96 Seite 27) heranzuziehen. Dieser betrug im Jahr 2010 Fr. 3‘524.-- pro Monat
.
In Anbetracht der betriebsübli
chen Arbeitszeit im Jahr 2010
im Bereich
”Dienstleistungen”
von 41.
8
Stu
nden (vgl. die Volkswirtschaft 7/8
- 2013, Tabelle
B 9.2,
S.
9
4
) resultiert für das Jahr 2010 bei einem 40 %-Pensum ein Einkommen
von Fr.
17
‘
676
.
40
(= Fr.
3
‘
524
.-- x 12 : 40 x 41.
8
x 0.40).
6
.3
Bei der Festlegung des Invalideneinkommens gilt es zu beachten, dass die Be
schwerdeführerin nur noch körperlich leichte Arbeiten ohne erforderliche Beid
händigkeit, ohne höhere Anforderungen an die manuelle Geschicklichkeit bei Einschränkungen der dominanten rechten Hand, ohne Steigen auf Leitern und Gerüste verrichten kann (vgl. Erwägung 4.3).
Im Rahmen der Invaliditätsbemessung darf bei der Bestimmung des trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung zumutbarerweise erzielbaren Einkommens nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten ausgegangen werden. Insbe
son
dere kann von einer Arbeitsgelegenheit im Sinne von
Art.
16 ATSG dort nicht gesprochen werden, wo die zumutbare Tätigkeit in nur so eingeschränkter Form
möglich ist, dass sie der allgemeine Arbeitsmarkt nicht kennt und das Finden einer entsprechenden Stelle deshalb zum vornherein als ausgeschlossen er
scheint.
Ferner ist bei der Ermittlung des Invalidenlohns gegebenenfalls dem Umstand Rechnung zu tragen, dass eine versicherte Person, welche körperliche Schwer
arbeit verrichtete, nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine physisch an
streng
ende Tätigkeit mehr auszuüben vermag. Eine solche Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit kann sich als Erwerbseinbusse niederschlagen, wenn für die versicherte Person keine anderen entsprechenden Erwerbsgelegenheiten in Frage kommen, wie sie der allgemeine ausgeglichene Arbeitsmarkt enthält. Der Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes beinhaltet jedoch nicht nur ein gewisses Gleich
gewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften, sondern auch einen Arbeitsmarkt, der einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten aufweist, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen
Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes (BGE 110 V 273
E. 4b). Letztes gilt auch im Bereich der un
und angelernten Arbeitnehmen
den. Schliesslich ist zu berücksichtigen, dass in Industrie und Gewerbe Arbeiten, welche physische Kraft verlangen, seit vielen Jahren und in ständig zunehmen
dem Ausmass durch Maschinen verrichtet werden, während den Überwa
chungs
funktionen
wie auch im Dienstleistungsbereich
grosse und wachsende Bedeu
tung zukommt (ZAK 1991 S. 320 f. E. 3b; RKUV 1993 Nr. U 168 S. 104 E. 5b).
Die Beschwerdeführerin ist aufgrund ihrer Einschränkungen
im Bereich der domi
nanten rec
hte
n
Hand
in ihrer Einsatz
möglichkeit eingeschränkt. Die Ein
schrän
kung geht jedoch – entgegen
ihrer
Behauptung
,
wonach
die
Wiederaufnahme einer
Ar
beit unrealistisch und bloss theoretischer Natur wäre (Urk. 1 S. 3) – nicht so weit, dass
die effektive Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit in Zweifel zu
zieh
en
wäre.
So geht die Gerichtspraxis davon aus, dass der ausgeglichene Ar
beits
markt
sogar
für Personen, welche funktionell als Einarmige zu be
trachten sind
und
zusätzlich
nur noch leichte Arbeiten verrichten können, genügend rea
listische Betätigungsmöglichkeiten bietet. Zu denken ist etwa an einfache Über
wachungs-, Prüf- und Kontrolltätigkeiten sowie an die Bedienung und Überwa
chung von (
halb-)automatischen Maschinen o
der Produktionseinheiten, die nicht den Einsatz beider Arme und beider Hände voraussetzen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_94/2012 vom 29. März 2012 E. 3.2 mit weiteren Hinweisen).
Solche Arbeitsstellen bestehen auch in produktionsnahen Betrieben, weshalb sich eine Einschränkung des in Betracht zu ziehenden Arbeitsmarktes auf den Dienstleistungssektor nicht aufdrängt (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 8C_94/2012 vom 29. März 2012 E. 3.2). Es ist deshalb grundsätzlich nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin das Invalideneinkommen auf
grund des „Totals“ der standardisierten Bruttolöhne gemäss LSE ermittelt hat. Dieser betrug im Jahr 2010 für Frauen im Anforderungsniveau 4 Fr. 4‘225.--
(LSE
2010
,
Tabelle TA1, Total, Seite 26) bei 40 Arbeitsstunden pro Woche. Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Wochenarbeitszeit im Jahr 2010 von 41,6 Stunden ergibt sich ein Jahresverdienst von Fr. 52‘728.-- (= Fr. 4'225.--: 40 x 41.6
x 12) bei einem Beschäftigungsumfang von 100 % resp. von Fr. 21‘091.20 bei einem solchen von 40 %.
6
.4
Die Gegenüber
stellung von Validen- und Invalideneinkommen ergibt unter Be
rücksichtigung des von der Beschwerdegegnerin gewährten und
als knapp, aber
gerade noch angemessen erscheinenden
Leidensabzug
es
von 10 %
k
eine Er
werbs
einbusse
(
Fr.
17
‘
676
.
40
- Fr. 1
8
‘
982
.
10
[= Fr. 21‘
091
.
20 x 0.90])
.
6.5
Die Beschwerdegegnerin ist somit zu Recht davon ausgegangen, dass im Erwerbs
bereich keine Einschränkung vorliegt.
7
.
Bei Anwendung der gemischten Methode setzt sich der massgebende Invalidi
täts
grad zusammen aus der gewichteten Einschränkung des Anteils als Erwerbs
tätige
und der gewichteten Einschränkung des Anteils als Hausfrau
, was
vorlie
gend
einen
Invaliditätsgrad von gerundet 13
% (
[0,4 x 0%] + [0,6 x 22,35 %]
) ergibt.
Demnach besteht kein Rentenanspruch (vgl. E. 1.2). Daran würde sich auch nichts ändern, wenn der Beschwerdeführerin der maximal zulässige Abzug vom Tabellenlohn von 25 % (vgl. BGE 126 V 75) gewährt würde. Diesfalls wäre von einem Invalideneinkommen von Fr. 15‘818.40 (Fr. 21‘091.20 x 0,75) aus
zugehen, was zu einer Einschränkung im Erwerbsbereich von 11 %
(= [Fr. 17‘676.40 – Fr. 15‘818.40]: Fr. 17‘676.40) resp. zu einem gewichteten Teil
invaliditätsgrad in diesem Bereich von 4,4 % (= 0,4 x 11 %) führen würde. Der
Gesamtinvaliditätsgrad würde sich demnach auf rund 18 % (= 4,4 % + 13,4 %)
belaufen. Schliesslich würde auch dann kein rentenbegründender Invaliditäts
grad
resultieren, wenn – dem Antrag der Beschwerdeführerin (Urk. 1 Seite 5) folgend
– sowohl das Validen- als auch das Invalideneinkommen auf der Basis des bis
her
erzielten Einkommens von Fr. 16‘200.-- festgesetzt würden. Unter diesen Um
ständen würde die Einschränkung im Erwerbsbereich
dem Grad der Arbeitsun
fähig
keit unter Berücksichtigung
des Abzuges vom
Tabellenlohn
entsprechen und somit maximal 25 % betragen, was zu einem gewichteten Teilinvaliditäts
grad von maximal 10 %
(
= 0,4 x 25 %) resp. zu einem Gesamtinvaliditätsgrad von rund 23 % (= 10 % + 13 %) führen würde.
8
.
Da bei der Beschwerdeführerin somit kein rentenbegründender Invaliditätsgrad vorliegt, erweist sich die Beschwerde im Ergebnis als unbegründet und ist ab
zuweisen.
9
.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um
die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversiche
rung
vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61 lit. a ATSG
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unab
häng
ig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festge
legt. Vor
liegend sind die Kosten auf Fr.
800.--
anzusetzen und der Beschwer
de
füh
rerin aufzuerlegen.