Decision ID: f04b43ba-b32b-46f0-be36-e2f6fd65a781
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. E. Ronald Pedergnana, Rorschacher Strasse 21,
Postfach 27, 9004 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherte) war als Z._ an der Schule B._ mit einem
Teilpensum von 65% tätig und dadurch bei der Suva versichert, als sie am 7. Juni 2002
als Fahrradfahrerin von hinten von einem Personenwagen angefahren wurde und
stürzte. Das Kantonsspital Basel bestätigte einen Anprall am Kopf links sowie eine
Hemithorax-Kontusion rechts, eine kurze Bewusstlosigkeit mit Amnesie für das
Ereignis sowie die Diagnose einer Commotio cerebri mit Kontusion des Hemithorax
rechts (UV-Akten). Im November 2003 meldete sich die Versicherte zum
Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung an (IV-act. 2). Die IV-Berufsberaterin
berichtete am 17. September 2004, aufgrund der geringen Belastungsfähigkeit seien
berufliche Massnahmen im Hinblick auf eine wirtschaftlich ausreichend verwertbare
Tätigkeit derzeit nicht durchführbar. Es sei die Rente zu prüfen. Bis Ende 2004 laufe die
Lohnfortzahlung aus dem bisherigen Arbeitsverhältnis. Anschliessend habe sie eine
befristete Teilzeitstelle (20%) in einer Bibliothek und versuche, sich als freiberufliche
Künstlerin ein weiteres erwerbliches Standbein aufzubauen (IV-act. 44).
A.b Mit Verfügung vom 27. Juni 2006 stellte die Suva die Versicherungsleistungen per
Ende Juli 2006 ein mit der Begründung, die aktuell noch geklagten Beschwerden seien
organisch nicht hinreichend nachweisbar. Bei schleudertraumaähnlicher Verletzung sei
auch die Adäquanz zu verneinen. Die Voraussetzungen für weitere Geldleistungen
(Invalidenrente, Integritätsentschädigung) seien nicht erfüllt (UV-Akten). Die gegen
diese Verfügung erhobene Einsprache wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 19.
April 2007 ab. Die gegen diesen Einspracheentscheid erhobene Beschwerde hiess das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 17. Januar 2008 (UV
2007/65) teilweise gut, soweit es darauf eintrat, hob den Einspracheentscheid vom
19. April 2007 auf und wies die Sache zur weiteren medizinischen Abklärung und zu
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neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurück. Ein danach durch die Swiss
Medical Assessment and Business-Center AG (SMAB), Bern, erstelltes Gutachten vom
16. März 2009 (UV-Akten Dok. 92) liess die Versicherte als mangelhaft beanstanden. In
der Folge wurde die Academy of Swiss Insurance Medicine (Asim), Basel, mit der
Begutachtung beauftragt. Am 24. Dezember 2010 erstattete sie ihr Gutachten (UV-
Akten). Mit Verfügung vom 19. August 2011 hielt die Suva mit Hinweis auf das Asim-
Gutachten fest, dass die geklagten Beschwerden nach dem 1. August 2006 organisch
nicht hinreichend nachweisbar seien. Auch sei die adäquate Unfallkausalität zu
verneinen, weshalb die Leistungen per 31. Juli 2006 eingestellt bleiben würden. Die
gegen diese Verfügung erhobene Einsprache wies die Suva mit Einspracheentscheid
vom 25. Januar 2012 ab (UV-Akten). Die gegen diesen Entscheid erhobene
Beschwerde (UV 2012/18) wies das Versicherungsgericht mit Entscheid vom 24.
Januar 2013 ab.
A.c Mit Vorbescheid vom 22. Januar 2010 hatte die IV-Stelle St. Gallen dem
Rechtsvertreter der Versicherten, Rechtsanwalt Dr. R. Pedergnana, St. Gallen, den
Abschluss der Arbeitsvermittlung in Aussicht gestellt. Die Versicherte habe mitgeteilt,
dass sie keine beruflichen Massnahmen wünsche und im künstlerischen Bereich tätig
bleiben möchte (IV-act. 87). Mit Vorbescheid vom gleichen Datum eröffnete die IV-
Stelle dem Rechtsvertreter, dass die Rentenablehnung vorgesehen sei. Vor Eintritt der
Behinderung habe die Versicherte eine 65%-Tätigkeit als Z._ ausgeübt. Nach Ablauf
der gesetzlichen Wartefrist habe keine rententangierende Arbeitsunfähigkeit mehr
bestanden und es sei ihr wieder zumutbar gewesen, in der angestammten Tätigkeit ein
65%-Pensum auszuüben. Der Invaliditätsgrad betrage 0% (IV-act. 89). Gegen diese
Vorbescheide reichte der Rechtsvertreter am 25. Januar 2010 einen Einwand ein (IV-
act. 90). Nach Eingang des Asim-Gutachtens vom 24. Dezember 2010, welches unter
anderem eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit bescheinigte, nahm
die IV-Stelle die Abklärungen betreffend berufliche Massnahmen (Umschulung) wieder
auf (IV-act. 106). Die Versicherte hatte seit Oktober 2010 mit einem rund hälftigen
Pensum in einem Rahmenatelier gearbeitet, weshalb eine Ausbildung als Einrahmerin/
Vergolderin in Betracht gezogen wurde (Besprechungsprotokoll vom 28. September
2011; IV-act. 110). Auch stand eine Tätigkeit als Z._ weiterhin zur Diskussion (IV-act.
111). Die nachfolgende berufliche Abklärung zeigte, dass die Versicherte das hälftige
Pensum nicht auf die medizinisch zumutbaren 80% steigern konnte, sie jedoch in
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diesem Erwerbsbereich (Rahmenatelier) bleiben wollte. Im Januar 2012 schloss die IV
die beruflichen Massnahmen ab (IV-act. 117, 119). Mit Vorbescheid vom 7. März 2012
stellte die IV-Stelle die Abweisung des Anspruchs auf berufliche Massnahmen in
Aussicht. Die Versicherte fühle sich durch ihre gesundheitliche Situation lediglich in
beschränktem Mass arbeits- bzw. ausbildungsfähig. Unter diesen Voraussetzungen
seien berufliche Massnahmen nicht angezeigt (IV-act. 123). Nachdem hiergegen kein
Einwand eingereicht worden war, verfügte die IV-Stelle am 7. Mai 2012 im Sinn des
Vorbescheids (IV-act. 124).
A.d Mit Vorbescheid vom 6. Juni 2012 stellte die IV-Stelle dem Rechtsvertreter der
Versicherten die Abweisung des Rentenanspruchs in Aussicht. Die Abklärungen hätten
ergeben, dass die Versicherte als Vollerwerbstätige einzustufen sei. Vom 7. Mai 2004
bis 31. Juli 2006 habe nur eine leicht reduzierte Arbeitsfähigkeit in der angestammten
Tätigkeit bestanden. Gemäss Asim-Gutachten bestehe seit 1. August 2006 in der
angestammten Tätigkeit (als reine Verwaltungstätigkeit) eine 80%ige Arbeitsfähigkeit.
Das ohne Behinderung erzielbare Einkommen (Valideneinkommen von Fr. 86'631.-) sei
daher um 20% höher als das nach Eintritt des Gesundheitsschadens zumutbare
Invalideneinkommen (IV-act. 127). Nach Eingang des Einwands vom 6. Juli 2012 (IV-
act. 128) verfügte die IV-Stelle am 12. Juli 2012 im Sinn des Vorbescheids (IV-act. 130).
B.
B.a Gegen diese Verfügung erhob Rechtsanwalt Pedergnana für die Versicherte am
12. September 2012 Beschwerde mit den Rechtsbegehren, die Beschwerdegegnerin
sei zu verpflichten, der Beschwerdeführerin eine volle (bzw. ganze) Rente
zuzusprechen; es sei ihr die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. Zur Begründung
legte der Rechtsvertreter unter anderem dar, die Arbeitsabklärung (Praktikum in einer
Rahmen-Galerie) habe gezeigt, dass die Beschwerdeführerin trotz grosser Motivation
und grossem Engagement nicht in der Lage gewesen sei, in einer Verweistätigkeit mehr
als 60% Leistung zu erbringen. Die Einschätzung im Asim-Gutachten entspreche
deshalb nicht der Realität. Dies sei auch medizinisch zu erklären, denn das Gutachten
sei bezüglich der neurologischen und psychiatrischen Einschätzung lücken- bzw.
fehlerhaft. Der Neurologe könne aus der von ihm gestellten Diagnose eines
chronischen zervikocephalen Schmerzsyndroms mit diffusen Schwindelbeschwerden
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und verminderter kognitiver Leistungsfähigkeit keine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit ableiten. Dies sei angesichts der Resultate des Arbeitsversuchs
erstaunlich. Die Arbeitsunfähigkeit von 20% sei offenbar etwas zu hoch (gemeint wohl:
zu tief) gegriffen. Gemäss dem behandelnden Psychiater sei bei der
Verdachtsdiagnose einer Neurasthenie eine Leistungsfähigkeit in angepasster Tätigkeit
von 50% (nicht von 80%) realistisch. Vor dem Hintergrund des gescheiterten
Arbeitsversuchs sei nochmals eine psychiatrische Begutachtung anzuordnen. Die
Beschwerdeführerin sei als Vollerwerbstätige anzusehen; ihr stehe mindestens eine
halbe Rente zu.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 5. November 2012 beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führte sie unter
anderem aus, mit den zwei durch die Suva veranlassten Begutachtungen, bei welchen
sie IV-rechtlich relevante Zusatzfragen habe stellen können, seien keine Fragen offen
geblieben. Ein Anlass für eine medizinisch andere Einschätzung liege nicht vor. Auch
für weitere Abklärungen bestehe kein Grund. Bei der Beschwerdeführerin liege ein
pathogenetisch-ätiologisch unklares syndromales Leiden vor, zu welchem sich keine
psychische Komorbidität von erheblicher Schwere geselle, und bei welchem auch die
weiteren Umstände, welche die Verwertung der verbliebenen Arbeitskraft als
unzumutbar erscheinen liessen, nicht bestätigt werden könnten. Rechtlich gesehen sei
das Leiden somit nicht invalidisierend. Die angefochtene Verfügung erweise sich als
korrekt.
B.c Am 19. November 2012 bewilligte die Versicherungsgerichtspräsidentin das
Gesuch betreffend unentgeltliche Rechtspflege für das vorliegende Verfahren (act. G
11).
B.d Mit Replik vom 11. Februar 2013 bestätigte der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin seine Anträge und Ausführungen (act. G 16). Die
Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 18).
B.e Mit Schreiben vom 24. April 2013 liess die Beschwerdeführerin um Durchführung
einer mündlichen Verhandlung nachsuchen. Diese fand in Form einer mündlichen
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Anhörung der Beschwerdeführerin in Anwesenheit ihres Rechtsvertreters am 12. Juni
2013 statt.

Erwägungen:
1.
1.1 Streitig ist, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Rente hat. Am 1. Januar
2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil in zeitlicher Hinsicht
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei der Erfüllung des zu
Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V 467 E. 1), und weil
bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen
Verfügung eingetretenen Sachverhalt abzustellen ist (BGE 121 V 366 E. 1b), sind für
den bis 31. Dezember 2007 verwirklichten Sachverhalt die altrechtlichen, danach die
bis 31. Dezember 2011 geltenden materiellen Bestimmungen anzuwenden. Die am 1.
Januar 2012 in Kraft getretene IV-Revision 6A ist für dieses Verfahren nicht von
Bedeutung.
1.2 Nach aArt. 28 Abs. 1 IVG (heute Art. 28 Abs. 2 IVG) besteht der Anspruch auf eine
ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf
eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
Nach aArt. 29 Abs. 1 entsteht der Rentenanspruch frühestens in dem Zeitpunkt, in dem
die versicherte Person mindestens zu 40 % bleibend erwerbsunfähig geworden ist (lit.
a) oder während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens zu 40 % arbeitsunfähig gewesen war (lit. b). Nach der ab 1. Januar 2008
geltenden Regelung entsteht ein Anspruch nur noch nach der zweiten Variante (Art. 28
Abs. 1 IVG). Zusätzlich muss eine Karenzzeit von sechs Monaten seit Anmeldung
bestanden werden (Art. 29 Abs. 1 IVG). - Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können,
ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die
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ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben
(BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen
und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige
Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
2.
2.1 Ein bei der Beschwerdeführerin im Nachgang zum Unfall vom 7. Juni 2002
erstelltes Kernspintomogramm ergab normale cranio-cerebrale Verhältnisse,
insbesondere ohne Nachweis von Kontusionsherden, sowie eine fragliche, nicht
dislozierte Fraktur im Bereich der lateralen Wand des Sinus maxillaris links (UV-Akten).
Hausarzt Dr. med. C._ bestätigte im Bericht vom 16. August 2002 einen zögerlichen
Heilungsverlauf mit Persistenz von Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen und
thorakolumbalen Rückenschmerzen. Die Beschwerdeführerin habe die Arbeit seit 13.
August 2002 zu 66 2/3 % wieder aufnehmen können (UV-Akten). Am 10. September
2002 hielt Dr. C._ fest, in Abhängigkeit der persistierenden Beschwerden seien
möglicherweise weitere Abklärungen und Behandlungen nötig (act. G 1 Beilage 2). Am
21. Februar 2003 berichtete Dr. med. D._, dipl. Homöopathin und Allgemeine Medizin
FMH, über persistierenden Schwindel, Kopfschmerzen, Müdigkeit,
Konzentrationsbeschwerden, Atembeschwerden sowie eine Depressionstendenz (UV-
Akten). Im Bericht vom 25. Februar 2003 ging Dr. med. E._, Neurologie FMH, davon
aus, dass die Patientin anlässlich des Unfalls vom 7. Juni 2002 ein HWS-
Abknicktrauma sowie eine leichte traumatische Hirnverletzung oder ein leichtes
Schädelhirntrauma erlitten habe. Sie beklage heute noch linksbetonte
Nackenschmerzen mit schmerzhafter Funktionseinschränkung, Kopfschmerzen von
teilweise migräniformem Charakter, teilweise mit Gleichgewichtsstörungen verbunden,
Vigilanzstörungen, Konzentrations- und Gedächtnisleistungseinschränkungen,
allgemeine Verlangsamung, leichte räumliche Orientierungsstörungen und verminderten
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Antrieb. Die neurologische Untersuchung habe keine neurologischen Ausfälle, jedoch
ein mässiges, linksbetontes Cervikalsyndrom mit leichter, schmerzhafter
Funktionseinschränkung ergeben. Der Arzt reduzierte die Arbeitsfähigkeit mit Wirkung
ab 7. Januar 2003 auf 60% (act. G 1 Beilage 3; UV-Akten). In den Berichten vom
13. Juni 2003 und 21. Januar 2004 (UV-Akten; IV-act. 29) bestätigte Dr. E._ die von
ihm gestellten Diagnosen. Dr. phil. F._, hielt am 11. August 2003 als Ergebnis einer
neuropsychologischen Untersuchung unter anderem fest, insgesamt seien die
Einbussen in der neuropsychologischen Untersuchung als leicht zu bezeichnen, doch
sei zu bedenken, dass die Beschwerdeführerin prämorbid eine sehr selbständige
Lebensführung habe verwirklichen können. Aufgrund der neuropsychologischen
Defizite sei dies nicht mehr im gewohnten, prämorbiden Umfang möglich. Aufgrund der
neuropsychologischen Einschränkungen sei eine Steigerung des Arbeitspensums nicht
zu empfehlen (UV-Akten). Dr. D._ bescheinigte in der Folge ab 1. Oktober 2003 eine
volle Arbeitsunfähigkeit (UV-Akten). Die Ärzte der Rehaklinik G._ erhoben im Bericht
vom 29. Januar 2004 insbesondere die Diagnosen eines Status nach Unfall vom 7. Juni
2002 mit leichter traumatischer Hirnverletzung (Commotio cerebri) und HWS-
Distorsion. Sie verneinten im Neurostatus einen Meningismus. Die
Laboruntersuchungen ergaben keine pathologischen Befunde. Die Röntgenaufnahmen
des Schädels und der HWS zeigten keine Schädelfraktur und keinen Hinweis für eine
traumatische Knochenläsion oder Segmentgefügelockerung der HWS. Zur
Unfallverarbeitung sei eine Psychotherapie indiziert.
2.2 Am 6. Mai 2004 erfolgte eine kreisärztliche Untersuchung durch Suva-Arzt Dr.
med. H._. Dabei zeigte sich eine enggradig eingeschränkte Beweglichkeit der HWS
mit einer diffusen Druckschmerzsymptomatik und linksbetonten nuchalen
Verspannungen. Klar im Vordergrund der Problematik stünden die
neuropsychologischen Einschränkungen und die damit verbundenen Probleme. Aus
somatischer Sicht sei der Endzustand eingetreten und es könne zu den Restfolgen
Stellung genommen werden. Der Arzt schätzte in der Folge den Integritätsschaden für
ein leichtes bis mässiges Zervikalsyndrom bei vorbestehenden degenerativen
Veränderungen auf 5% (UV-Akten). Eine psychiatrische Untersuchung durch Suva-Arzt
Dr. med. I._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, ergab gemäss
Bericht vom 13. Juli 2004 die Diagnose eines organischen Psychosyndroms nach
Schädelhirntrauma. Der Arzt bejahte einen natürlichen Kausalzusammenhang zum
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Unfall vom 7. Juni 2002 (UV-Akten). Der Neurologe Prof. Dr. med. J._, kam gestützt
auf seine Untersuchungen im Bericht vom 28. Januar 2005 zum Schluss, dass sich
keine objektivierbaren pathologischen Befunde, jedoch Hinweise auf eine mangelhafte
Kooperation der Beschwerdeführerin finden lassen würden. Im Weiteren interpretierte
er das Beschwerdebild als seelische Reaktion auf den erlittenen Unfall und empfahl
eine psychiatrische Behandlung (UV-Akten). Dr. med. K._, Praxis für klassische
Homöopathie, berichtete am 3. Mai 2005, der Gesamtzustand habe sich deutlich
gebessert. Ein Sturz auf den Kopf (vom 31. Dezember 2004) habe nur vorübergehende
Beschwerden verursacht (UV-Akten). Im Bericht vom 29. August 2005 bestätigte Dr.
I._, dass die Diagnose eines organischen Psychosyndroms nach Schädelhirntrauma,
wie sie bei der Beschwerdeführerin zu stellen sei, gemäss ICD-10 gleichgesetzt werde
mit der Diagnose eines postcommotionellen Syndroms. Die Diagnose könne sowohl
bei Fehlen von organischen Alterationen als auch bei Vorhandensein derselben gestellt
werden. Für organische Alterationen bestünden konkret neuroradiologisch keine und
elektroencephalographisch ungenügende Hinweise. Die neuropsychologischen
Testbefunde wären zwar mit organischen Alterationen vereinbar, könnten aber auch
durch eine Reihe von anderen Ursachen bedingt sein. Wenngleich eine strukturell-
organische Läsion nicht sicher ausgeschlossen werden könne, so fehle es doch an
genügenden Hinweisen, um eine solche mindestens wahrscheinlich zu machen. Die
Arbeitsfähigkeit sei sowohl für den ursprünglichen Beruf als Z._ wie für die Arbeit
beim Katalogisieren in einer Bibliothek nicht mehr im verwertbaren Bereich (UV-Akten).
Im Bericht vom 5. Januar 2006 führte Dr. H._ unter anderem aus, dass nach
stattgehabter Commotio cerebri sich keine organisch strukturellen Restfolgen finden
lassen würden. Gemäss Dr. I._ werde die Diagnose eines organischen
Psychosyndroms nach Schädelhirntrauma nach ICD-10 gleichgesetzt mit der Diagnose
eines postcommotionellen Syndroms. Nach wie vor seien der Beschwerdeführerin aus
somatischer Sicht alle durchschnittlichen Frauenarbeiten ganztags zumutbar.
Ausgenommen seien Schwerarbeit sowie Arbeiten, welche eine dauernde Inklination
sowie Reklination in Bezug auf die Halswirbelsäule erforderten (UV-Akten).
2.3 Am 19. Februar 2008 bestätigte Dr. F._ eine volle Arbeitsunfähigkeit der
Beschwerdeführerin. Sie habe sich mit der Malerei ein Betätigungsfeld (ca. zwei
Stunden täglich) eröffnet und versuche, ihre Belastbarkeit, ihre kognitiven Funktionen
und ihre körperliche Konstitution zu optimieren. Eine Arbeitsfähigkeit habe dadurch
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nicht erlangt werden können. Im interdisziplinären (neurologisch-psychiatrischen)
SMAB-Gutachten vom 16. März 2009 wurden als Diagnosen (aus der Sicht des
Psychiaters) Probleme in Bezug auf die Lebensbewältigung und sonstige näher
bezeichnete Verletzungen des Kopfes angeführt. Mit Hinweis auf das psychiatrische
Teilgutachten wurde festgehalten, dass diese Diagnosen ohne Relevanz für die
Arbeitsfähigkeit seien. Im weiteren Verlauf nach dem Unfall hätten keine als
pathologisch zu wertenden neurologischen Auffälligkeiten objektiviert werden können.
Die neuropsychologischen Auffälligkeiten, die vielfältigen Einflüssen unterliegen
würden, seien als leicht zu bewerten. Die geltend gemachten Dauerbeschwerden seien
fünf Jahre nach dem Unfall somatisch nicht zu erklären. Der persistierende
Beschwerdekomplex könne auch nicht als organisches Psychosyndrom nach
Schädelhirntrauma klassifiziert werden. Aus neurologischer und psychiatrischer Sicht
sei die Beschwerdeführerin 100% arbeitsfähig für Tätigkeiten, die keine besonderen
Anforderungen an die Anpassungs- und Umstellungsfähigkeit stellen und keine
schweren körperlichen Belastungen beinhalten würden. Ende Juli 2006 sei das
Zustandsbild fixiert und stabil gewesen. Die Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit
habe ab diesem Datum bestanden. Es bestünden diverse Diskrepanzen zwischen den
aktuellen Angaben der Beschwerdeführerin und den Daten in den Akten (UV-Akten).
Der RAD-Arzt Dr. med. L._ äusserte sich am 25. Mai 2009 zum Gutachten des SMAB
(IV-act. 73). Am 1. Juli 2009 liess die Beschwerdeführerin mitteilen, dass sie ohne
Behinderung heute zu 100% als Z._ arbeiten würde (IV-act. 75). Dr. med. M._,
Spezialarzt für Neurologie FMH, äusserte sich am 18. November 2009 im Sinn einer
unabhängigen Expertenmeinung. Es liege eine mittelschwere traumatische, in
Regression begriffene Hirnschädigung vor. In der bis zum Unfall ausgeübten Tätigkeit
bestehe keine Arbeitsfähigkeit. Im künstlerischen Engagement bestehe seit Oktober
2009 eine "Erwerbsfähigkeit" von 60% (UV-Akten Dok. 115; IV-act. 91). Am 14. Januar
2010 hielt die Eingliederungsverantwortliche fest, die Beschwerdeführerin wolle
weiterhin künstlerisch tätig sein und wünsche keine Umschulung. Auf der
Berufsberatung werde die Angelegenheit daher abgeschlossen (IV-act. 85).
2.4 Die interdisziplinäre (rheumatologisch/neurologisch/neuropsy-chologisch/psych
iatrische) Asim-Begutachtung ergab gemäss Bericht vom 24. Dezember 2010 als
Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit einen Verdacht auf Neurasthenie, eine
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren, überwiegend
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nicht authentische, formal mittelschwere bis vereinzelt schwere neuropsychologische
Funktionsstörungen, möglicherweise auf dem Boden leichter bis maximal
mittelgradiger echter neuropsychologischer Beeinträchtigungen bei Status nach
Unfällen vom 7. Juni 2002 und 31. Dezember 2004 und bei chronifizierten Schmerzen
(Gutachten in den UV-Akten). Die Gutachter kamen unter anderem zum Schluss, dass
eine höchstens leichtgradige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um etwa 20%
bestehe. Aus rein neurologischer Sicht sei aufgrund fehlender klinischer harter Befunde
eine volle Arbeitsfähigkeit und eine stabile Situation seit 31. Juli 2006 anzunehmen. Die
neuropsychologischen Testresultate seien hochgradig nicht valide und würden auf eine
ausgeprägte Symptomausweitung bzw. (semi)bewusste Aggravation (DD) hindeuten.
Die Leistungsfähigkeit könne neuropsychologisch nicht sicher quantifiziert werden, da
keine validen Befunde vorliegen würden. Die psychiatrische Diagnose eines Verdachts
auf Neurasthenie und einer chronischen Schmerzstörung sei im Sinn einer psychischen
Fehlverarbeitung des Unfallgeschehens zu interpretieren (Asim-Gutachten S. 74-78;
UV-Akten). Zum Asim-Gutachten äusserte sich der RAD am 25. Januar 2011.
Hinsichtlich des früher ausgeübten 65%-Pensum betrage die anteilige Einschränkung
(bei einer Arbeitsunfähigkeit von 20%) 13%. Für das Führen eines Kleinhaushalts
bestehe eine Einschränkung von 10%. Für die selbständige Tätigkeit als Künstlerin
könne ebenfalls eine Einschränkung von ca. 20% (entsprechend dem Zeitpensum
anteilig reduziert) medizinisch begründet werden. Die Tätigkeit stelle eine ideale
Selbsteingliederung dar. Diese Einschätzungen seien ab 1. August 2006 gültig (IV-act.
99). In einer Notiz vom 2. Mai 2011 hielt die Beschwerdegegnerin unter anderem fest,
eine Abklärung vor Ort erübrige sich. Die Beschwerdeführerin mache glaubhaft geltend,
ohne gesundheitliche Beeinträchtigung einer Vollerwerbstätigkeit nachzugehen.
Dementsprechend sei sie als Vollerwerbstätige einzustufen (IV-act. 104).
3.
3.1
3.1.1 Im Entscheid vom 24. Januar 2013 (UV 2012/18) erachtete es das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen aufgrund der medizinischen Akten als mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass sich die von der Beschwerdeführerin
angegebenen Beschwerden jedenfalls für die Zeit ab August 2006 nicht auf eine
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objektivierbare organische (neurologische) Schädigung bzw. eine strukturelle
Veränderung an der HWS oder im Hirn zurückführen liessen (Entscheid, a.a.O., E. 3.1).
Dies hatte sich insbesondere anlässlich der Asim-Begutachtung bestätigt (vgl. Asim-
Gutachten S. 70-77). Die Gutachter bezeichneten die Diagnose eines hirnorganischen
Psychosyndroms als nicht plausibel. Die Tatsache einer sehr verzögert auftretenden
gravierenden Störung und der aktuell hochgradig nicht validen Testergebnisse in der
Neuropsychologie mit teilweisen Hinweisen auf eine bewusstseinsnahe Verdeutlichung
spreche stark für eine psychoreaktive Störung und gegen eine strukturell bedingte
Hirnschädigung (Asim-Gutachten
S. 71f, 78). Hinsichtlich des am 8. Mai 2009 erstellten Upright-MRI hielten die Asim-
Gutachter fest, die Aussagekraft von MRI-Untersuchungen bezüglich Verletzungen der
Ligamenta alaria und sonstiger Ligamentsstrukturen der HWS sei nicht genügend
gesichert. Hieraus könne keine gesicherte Schlussfolgerung bezüglich erlittener
Verletzungen gezogen werden (Gutachten S. 72f). Mit Bezug auf die von Dr. M._
diagnostizierte mittelschwere traumatische Hirnverletzung (IV-act. 91) vermerkten die
Asim-Gutachter, dass hier offenbar eine Begriffsverwirrung vorliege, sei die erlittene
Verletzung doch ganz klar als MTBI Grad I zu klassifizieren. Bei der Feststellung von Dr.
M._, dass durch die HWS-Distorsion eine "Hirnstammerschütterung" stattgefunden
habe, handle es sich um ein nicht mit genügender Evidenz belegtes neuro-
physiologisches Postulat (Asim-Gutachten S. 73). Die episodische Migräne ohne Aura
trete möglicherweise im Rahmen des zervikozephalen Schmerzsyndroms verstärkt auf,
wobei dies nicht mit Sicherheit festzustellen sei. Daneben bestünden diffuse
Schwindelbeschwerden ohne organisches Korrelat. Sowohl in den früheren
neurologischen Untersuchungen wie auch aktuell würden Hinweise für eine strukturelle
neurologische Schädigung fehlen; zumindest sei eine solche nicht mit den gängigen
Methoden nachweisbar (Asim-Gutachten S. 75). In diesem Zusammenhang ist im
Weiteren festzuhalten, dass nach der Rechtsprechung fMRT (functional magnetic
resonance imaging, fmri)-Untersuchungen nach dem aktuellen Stand der
medizinischen Wissenschaft keinen gesicherten Nachweis von organischen Störungen
im Bereich von HWS (bei Unfall mit Schleudertrauma resp. äquivalenter Verletzung)
oder Schädel-Hirn erbringen. Dies gilt in gleicher Weise auch für die aus der Methode
DT-MRI ("technique dite de tenseur de diffusion 3D") resultierenden Ergebnisse (vgl.
Urteil des Bundesgerichts vom 29. Juni 2010, 8C_321/2010, E. 4.1.2 mit Hinweisen).
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3.1.2 Konkrete Anhaltspunkte für eine Unrichtigkeit der ausführlich begründeten
Darlegungen der Asim-Gutachter, welche auch Ergebnisse früherer medizinischer
Berichte einbeziehen, ergeben sich aus den Akten nicht. Der Einwand der
Beschwerdeführerin, das Asim-Gutachten sei bezüglich der neurologischen
Teilbegutachtung unsorgfältig (act. G 1 S. 8), erscheint angesichts der vorstehenden
Darlegungen nicht gerechtfertigt, zumal die Gutachter wie dargelegt zur Einschätzung
von Dr. M._ und dessen Ausführungen Stellung nahmen und ihren Standpunkt
nachvollziehbar begründeten (Asim-Gutachten S. 73 und 76). Ihre Schlussfolgerung,
wonach es sich bei den Feststellungen von Dr. M._ um nicht mit genügender Evidenz
belegte neuro-physiologische Postulate handle (Asim-Gutachten S. 73), bezieht sich
auch auf die von ihm im Jahr 2009 durchgeführten psychophysiologischen Messungen
(PPM; vgl. UV-Akten Dok. 115 S. 6-8; act. G 16 Beilage 2); der entsprechende Bericht
vom 18. November 2009 (UV-Akten Dok. 115) lag den Asim-Gutachtern vor. Wenn die
Beschwerdeführerin darauf hinweisen lässt, dass Dr. M._ zum gleichen Befund wie
Dr. E._ (rechtsfrontale Hirnschädigung) gekommen sei und der Asim-Neurologe dies
ignoriert habe (act. G 16 S. 5 Ziff. 5), ist dies in dieser Form nicht zutreffend. Vielmehr
wurde hierzu im Asim-Gutachten vermerkt, dass der im Bericht von Dr. E._ vom 25.
Februar 2003 festgehaltene Grenzbefund (Zitat: "Leichte intermittierende
Funktionsstörungen rechts temporo-parietal mit irritatitven Zeichen") sich im Verlauf
nicht habe bestätigen lassen, was ebenfalls gegen eine schwerere traumatische
Hirnschädigung spreche (Asim-Gutachten S. 56 mit Hinweis auf EEG-Bericht vom 28.
Januar 2005 von Prof. J._, Neurologie FMH [UV-Akten]). Der vom Rechtsvertreter mit
Hinweis auf eine Stellungnahme der ehemaligen Arbeitgeberin (act. G 16 Beilage 3)
angeführten pathologischen Vergesslichkeit der Beschwerdeführerin (act. G 16 S. 4)
steht sodann die von den Asim-Gutachtern vermerkte hochgradige Diskrepanz
zwischen berichteten schwerstgradigen Einschränkungen und den klinisch fassbaren
(neuropsychologisch testbaren) Einbussen (Asim-Gutachten S. 56-63, 76f) gegenüber.
Eine neurologische bzw. neuropsychologische Gesundheitsschädigung, welche
anlässlich der Asim-Begutachtung nicht erkannt wurde, ist bei diesem Sachverhalt
nicht anzunehmen. Entsprechend fehlt es auch an
einem Anlass für weitere medizinische (neurologische) Abklärungen.
3.2 Die Beschwerdeführerin lässt geltend machen, gemäss ihrem beratenden
Psychiater (nicht namentlich erwähnt) sei bei einer Verdachtsdiagnose einer
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Neurasthenie eine Leistungsfähigkeit in angepasster Tätigkeit von 50% (und nicht von
80%) realistisch (act. G 1 S. 8). Dazu ist vorab festzuhalten, dass die Praxis zur
anhaltenden somatoformen Schmerzstörung zur Anwendung kommt, soweit die
psychische Beeinträchtigung auf eine Neurasthenie zurückzuführen ist (vgl. BGE 137 V
64 E. 4.2 mit Hinweisen; lit. a Abs. 1 der Schlussbestimmungen der Änderung des IVG
vom 18. März 2011, 6. IV-Revision; BGE 136 V 279 E. 4.1). Eine Neurasthenie wird
dabei von der Rechtsprechung regelmässig als nicht bzw. als nur ausnahmsweise
invalidisierend erachtet (SVR-IV 2011 Nr. 17, 44 [9C_98/2010], E. 2.2.2). Im
vorliegenden Fall kann eine psychische Komorbidität von erheblicher Schwere,
Ausprägung und Dauer (BGE 131 V 49 E. 1.2) ohne Weiteres ausgeschlossen werden,
zumal es sich bei der Neurasthenie um eine lediglich verdachtsweise geäusserte, nicht
gesicherte Diagnose handelt und die anhaltende Schmerzstörung kein eigenständiges
Leiden von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer darstellt. Auch
ergeben die fachmedizinischen Akten keine Anhaltspunkte für ein gewichtiges
Vorliegen eines oder mehrerer der übrigen rechtsprechungsgemäss relevanten
Kriterien, welche ausnahmsweise eine invalidisierende Arbeitsunfähigkeit zu begründen
vermöchten (vgl. BGE 131 V 49 E. 1.2): Weder sind chronische körperliche
Begleiterkrankungen ausgewiesen noch liegt nach Lage der Akten ein verfestigter,
therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich
missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer
Krankheitsgewinn; "Flucht in Krankheit") vor. Im Weiteren kann - selbst unter
Anerkennung der in Bezug auf Neurasthenien nur beschränkten Therapiemöglichkeiten
- nicht vom Scheitern einer konsequent durchgeführten ambulanten oder stationären
psychotherapeutischen Behandlung trotz kooperativer Haltung der versicherten Person
ausgegangen werden. Im Asim-Gutachten wurde vielmehr eine hochgradige
Diskrepanz zwischen den berichteten schwerstgradigen Einschränkungen und den
klinisch fassbaren - oder neuropsychologisch testbaren - objektivierbaren Einbussen
und Limitierungen bescheinigt und im Einzelnen begründet (vgl. Darlegungen im Asim-
Gutachten S. 76f). Sodann ist ein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens nicht
ersichtlich. Selbst wenn ein chronifizierter Krankheitsverlauf mit unveränderter oder
progredienter Symptomatik ohne länger dauernde Rückbildung zu bejahen wäre,
würde dies allein nicht ausreichen (vgl. BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50 oben), um in einer
adaptierten Tätigkeit eine Leistungsminderung von mehr als 20% zu begründen.
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4.
4.1 Hinsichtlich des Verlaufs der Arbeitsunfähigkeit ergibt sich aus den Akten
folgendes: Nachdem die Beschwerdeführerin ab 13. August 2002 wieder in dem
Umfang (65%) wie vor dem Unfall vom 7. Juni 2002 gearbeitet hatte, bestätigte
Dr. E._ ab 7. Januar 2003 eine von 65% auf 60% reduzierte Arbeitsfähigkeit (Bericht
vom 25. Februar 2003 in den UV-Akten). In der Folge wurde ab 1. Oktober 2003 eine
volle Arbeitsunfähigkeit attestiert (UV-Akten). Im Jahr 2005 war die Beschwerdeführerin
zu 20% in einer Bibliothek tätig (UV-act. I/111; vgl. dazu Erinnerungen des damaligen
Vorgesetzten, act. G 16 Beilage 4). Dr. H._ bejahte aus somatischer Sicht bereits am
10. Mai 2004 die Zumutbarkeit einer leichten Arbeitstätigkeit (UV-Akten Dok. 15). Suva-
Arzt Dr. I._ erachtete im Bericht vom 29. August 2005 die Arbeitsfähigkeit als nicht
mehr im verwertbaren Bereich liegend (Bericht in den UV-Akten). Dr. K._
bescheinigte Arztbesuche in den Jahren 2006 und 2007 sowie eine volle
Arbeitsunfähigkeit. Dr. F._ attestierte ebenfalls eine volle Arbeitsunfähigkeit (Berichte
vom 14. Mai 2007 und 19. Februar 2008; UV-Akten Dok. 63 und 64). Die Asim-
Gutachter kamen demgegenüber zum Schluss, aufgrund der fehlenden Hinweise auf
eine zeit- und belastungsabhängige Ermüdung und der hochgradig nicht validen
neuropsychologischen Testergebnisse sowie des allgemeinen klinischen Eindrucks
werde eine gesamtmedizinische Arbeitsfähigkeit von 80% für postulierbar gehalten,
wobei eine grosse Unsicherheit bleibe. Es könne plausibel angenommen werden, dass
seit Ende Juli 2006 eine 80%ige Arbeitsfähigkeit, wie heute attestiert, anzunehmen sei.
Eine Restarbeitsfähigkeit von 80% sei für angepasste Tätigkeiten muskuloskelettär
attestierbar. Dies gelte auch aus neuropsycholoigscher und psychiatrischer Sicht für
jede Verweistätigkeit. Dabei sei zu berücksichtigen, dass kognitiv anspruchsvolle
Tätigkeiten eher ungeeignet seien, auch wenn die gezeigten Einbussen als nicht valide
zu taxieren seien (Asim-Gutachten S. 82f, 85). Die Asim-Gutachter hielten zum Verlauf
der Arbeitsfähigkeit fest, unmittelbar nach dem Unfall sei diese aus
neuropsychologischer Sicht glaubhaft reduziert gewesen. In der Folge sei es jedoch zu
einer psychischen Fehlverarbeitung und habituellen Verlangsamung gekommen,
welche zur vollständigen Arbeitsunfähigkeit geführt hätten. Die Gutachter hatten den
Eindruck gewonnen, dass die Beschwerdeführerin aktuell einzig ihre Tätigkeit als
Künstlerin anstrebe und erstrebenswert finde. Es sei davon auszugehen, dass keine
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wie auch immer geartete Berufsmassnahme von ihr wirklich gewünscht werde und
entsprechend Aussicht auf Erfolg hätte (Asim-Gutachten S. 86).
4.2 Die Asim-Gutachter kamen zum Schluss, dass aus neuropsychologischer Sicht die
Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf als Z._ nicht gegeben bzw. von einer
entsprechenden Tätigkeit bei authentisch leichten bis mittelgradigen kognitiven
Einbussen abzuraten sei. Sie erachteten eine einfachere Verweistätigkeit, wie z.B. die
Arbeit als Z._ im Verwaltungsbereich, bei der weniger kognitiv anspruchsvolle
zwischenmenschliche Interaktionen gefordert seien und bei der die
Beschwerdeführerin Aufgaben, Tempo und Arbeitszeit frei einteilen könnte
(individuelles Pausen- und Belastungsmanagement), im Beschäftigungsumfang von
80%, vorzugsweise auf fünf Tage verteilt, zumutbar. Authentische leichte kognitive
Defizite schätzten sie in einer angepassten Tätigkeit als ausreichend kompensierbar
ein, so dass sich leistungsmässig keine Einschränkungen ergeben sollten.
Voraussetzung für eine berufliche Tätigkeit sei ein Belastbarkeitstraining (Asim-
Gutachten S. 85f). Die Beschwerdegegnerin nahm gestützt auf diese Einschätzung den
Einkommensvergleich (Art. 16 ATSG) in der Weise vor, dass sie dem auf der Basis der
angestammten Tätigkeit als Z._ bemessenen Valideneinkommen (Fr. 86'631.--) ein
um 20% reduziertes Einkommen in einer 80%-Tätigkeit als Z._ im
Verwaltungsbereich gegenüberstellte (Fr. 69305.--; IV-act. 127). Aus der in einem
Protokoll vom 15. Juli 2011 dargelegten Sicht des RAD handelt es sich bei der
Verweisungstätigkeit als Z._ im Verwaltungsbereich um eine solche in einem
Schulsekretariat, um Administration für die Schulleitung oder Annahme in einer
Institution. Dem Eingliederungsverantwortlichen wurde gleichentags ein
entsprechender Abklärungsauftrag erteilt (IV-act. 106). In der Folge wurde eine
berufliche Abklärung in einem Rahmenatelier beschlossen und auch durchgeführt (IV-
act. 110, 113, 115, 117). Zur Tätigkeit als Z._ im Verwaltungsbereich hatte die
zuständige Sachbearbeiterin gestützt auf ein Triagegespräch am 18. November 2011
festgehalten, es sei unüblich, dass eine Z._ in den administrativen Bereich wechsle.
Gemäss Aussagen sämtlicher Institutionen würden im administrativen Bereich
kaufmännische Angestellte beschäftigt. Quereinsteigerinnen könnten aufgrund des
fehlenden Fachwissens nur bedingt beschäftigt werden. Weil die Beschwerdeführerin
in einer Verwaltungstätigkeit als Quereinsteigerin und somit als ungelernt angesehen
werden müsse, könne nicht auf einen branchenüblichen Lohn abgestellt werden.
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Gemäss Auskunft einer angefragten Institution sei es möglich, hier einen Lohn von Fr.
4'000.--bis Fr. 4'500.-- (x 12) zu erwirtschaften (IV-act. 111). Gemäss Protokoll vom 24.
Januar 2012 wurde die berufliche Massnahme im Rahmenatelier abgeschlossen mit
der Begründung, aus berufsberaterischer Sicht sei die Beschwerdeführerin für den
ersten Arbeitsmarkt nicht geeignet. Es sei ihr nicht möglich gewesen, die medizinisch
zumutbare Leistung zu erbringen und sie fühle sich auch nicht arbeits- bzw.
ausbildungsfähig (IV-act. 117). Die Beschwerdegegnerin lehnte dementsprechend im
März 2012 weitere berufliche Massnahmen verfügungsweise ab (IV-act. 124).
4.3 Aus den vorstehenden Darlegungen ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin bei
der Rentenbemessung als Invalideneinkommen das reguläre Salär in der Tätigkeit als
Z._ (in einer Verwaltungstätigkeit) zugrunde legte, obschon sie im November 2011
zum Schluss gelangt war, dass die Beschwerdeführerin in einer Verwaltungstätigkeit
(Z._) als Quereinsteigerin keinen branchenüblichen Lohn erzielen könne (IV-act. 111).
Die Frage, inwiefern die 20%ige, medizinisch begründete Einschränkung des
Leistungsvermögens der Beschwerdeführerin eine (rentenbegründende)
Einkommensminderung zu bewirken vermag, ist somit mit dem von der
Beschwerdegegnerin angestellten Einkommensvergleich nicht zuverlässig beantwortet.
Immerhin ist festzuhalten, dass die im November 2011 anlässlich eines
Triagegesprächs als erzielbar erachtete Lohnobergrenze von Fr. 4'500.-- (x 12) bei
einem 80%-Pensum zu einem Invalideneinkommen von Fr. 43'200.-- führen würde.
Aufgrund des Vergleichs mit dem Valideneinkommen von Fr. 86'631.-- ergäbe sich ein
Anspruch auf eine halbe Rente. Die im Protokoll vom 18. November 2011 als
Bandbreite formulierten Löhne sind allerdings nicht näher dokumentiert; die
Beschwerdegegnerin beruft sich einzig auf eine - offenbar mündliche/telefonische -
Auskunft einer Institution/Amtsvormundschaft (UV-act. 111). Gestützt auf diese
Aktenlage kann das erwähnte Invalideneinkommen nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit als nachgewiesen gelten. Aufgrund der in jeder Hinsicht
glaubwürdigen und überzeugenden Darlegungen der Beschwerdeführerin zu ihrer
verbliebenen Arbeitsfähigkeit anlässlich der mündlichen Anhörung vom 12. Juni 2013
ergab sich eindrücklich, dass sie für eine verwaltungsmässig orientierte Arbeit als Z._
- soweit eine solche auf dem Arbeitsmarkt überhaupt zur Verfügung steht - ungeeignet
wäre. Weitere Abklärungen des dort allenfalls erzielbaren Invalideneinkommens wären
daher nicht zielführend, weshalb davon abzusehen ist. Hingegen ist aufgrund der
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medizinischen Situation (E. 3.1, 3.2) von der Zumutbarkeit einer leichten Hilfstätigkeit
mit einem Pensum von 80% auszugehen. Dies legen auch die Ausführungen der
Beschwerdeführerin zu ihren tatsächlichen Verhältnissen nahe, gab sie bei ihrer
Anhörung doch an, nebst der - finanziell bisher wenig ergiebigen - künstlerischen
Tätigkeit an 4 Tagen in der Woche jeweils 4 Stunden einer leichten Hilfsarbeit
nachzugehen.
4.4 Aus der LSE 2008 TA 1 Niveau 4 ist für Frauen ein durchschnittliches Monatssalär
von Fr. 4'116.-- ersichtlich. Das hieraus errechnete Jahressalär von Fr. 49'392.--
basiert auf 40 Wochenstunden und ist auf die betriebsübliche durchschnittliche
Arbeitszeit 2011, d.h. auf 41.6 Stunden, aufzurechnen, woraus sich ein Betrag von Fr.
51'368.-- ergibt. Nach Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung (Frauen)
2008-2011 resultiert für 2011 ein Betrag von Fr. 53'526.--. Bei einem zumutbaren
Pensum von 80% ergibt sich ein Wert von Fr. 42'821.--. Angesichts der konkreten
Umstände und der an der Anhörung vom 12. Juni 2013 augenfällig zu Tage getretenen
Verlangsamung im gesamten Gehabe erscheint ein Leidensabzug von 10%
gerechtfertigt, wodurch ein zumutbares Invalideneinkommen von Fr. 38'539.--
resultiert. Die Gegenüberstellung mit dem Valideneinkommen 2011 von Fr. 86'631.--
ergibt einen Invaliditätsgrad von 56% und damit den Anspruch auf eine halbe Rente.
5.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde in dem gutzuheissen, dass
die Verfügung vom 12. Juli 2012 aufgehoben und der Beschwerdeführerin eine halbe
Rente zugesprochen wird. Zur Festlegung des Rentenbeginns und zur
Rentenberechnung sowie zu anschliessender neuer Verfügung wird die Sache an die
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. Bei diesem Verfahrensausgang wird die
bewilligte unentgeltliche Rechtsverbeiständung gegenstandslos. Das
Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1 IVG). Unter Berücksichtigung
des Verfahrensaufwandes wird die der unterliegenden Beschwerdegegnerin zu
auferlegende Gerichtsgebühr auf Fr. 600.-- festgesetzt. Die Beschwerdeführerin hat bei
diesem Verfahrensausgang Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. g
ATSG). Es rechtfertigt sich, diese auf pauschal Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen
und Mehrwertsteuer) festzulegen.
bis
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Demgemäss hat das Versicherungsgericht