Decision ID: aba71db4-83c1-5b14-b58c-3d3f94e0455d
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
gegen
CSS Kranken-Versicherung AG, Recht & Compliance, Tribschenstrasse 21, Postfach
2568, 6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Forderung
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Sachverhalt:
A.
A.a Das Ehepaar A._ sowie Tochter F._waren bei der Carena Schweiz
(nachfolgend: Carena; ehemals Öffentliche Krankenkasse Ostschweiz [OeKK]) seit
1. Januar 2004 im Rahmen der obligatorischen Krankenpflege versichert. Am
30. Oktober 2008 kündigte das Ehepaar die Krankenversicherung für die ganze Familie
(act. G 10.1/1). Gleichentags stellte der Ehemann bei der CSS Versicherung (nach-
folgend: CSS) Anträge für eine Aufnahme in die obligatorische Krankenversicherung
(act. G 10.1/2-4). Am 15. Januar 2009 teilte die Carena der CSS mit, dass infolge nicht
beglichener Zahlungsausstände, der Austritt aus der Grundversicherung nicht
vollzogen werden könne (act. G 10.1/5). Am 11. Juni 2009 orientierte die Carena die
CSS, dass den Ehemann an den Zahlungsausständen kein Verschulden treffe und man
daher darum bitte, die Familie doch per 1. Januar 2009 in die Versicherung
aufzunehmen (act. G 10.1/6).
A.b Am 23. Juni 2009 bestätigte die CSS dem Ehemann, dass seine Familie ab dem
1. Januar 2009 bei ihr im Rahmen der obligatorischen Krankenpflege versichert sei (act.
G 10.1/7-9). Die monatlichen Prämien für das Jahr 2009 betrugen für den Ehemann
Fr. 132.60, für die Ehefrau Fr. 185.50 und für die Tochter Fr. 45.30, insgesamt also
Fr. 363.40 (act. G 10.1/2-4, 13-15).
A.c Die CSS stellte dem Ehemann die Prämien 2009 für die Grundversicherung der
ganzen Familie im Betrag von total Fr. 4'360.80 folgendermassen in Rechnung (act.
G 17.1/32-36):
- Am 11. Juli 2009 (mit Zahlungserinnerung vom 19. September und Mahnung vom
24. Oktober 2009) Fr. 2'907.20 für die Monate Januar bis August 2009;
- am 8. August 2009 (mit Zahlungserinnerung vom 24. Oktober und Mahnung vom
19. Dezember 2009) Fr. 363.40 für September 2009;
- am 5. September 2009 (mit Zahlungserinnerung vom 21. November 2009 und
Mahnung vom 23. Januar 2010) Fr. 363.40 für Oktober 2009;
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- am 10. Oktober 2009 (mit Zahlungserinnerung vom 19. Dezember 2009 und Mahnung
vom 23. Januar 2010) Fr. 363.40 für November 2009 und
- am 7. November 2009 (mit Zahlungserinnerung vom 23. Januar und Mahnung vom
20. März 2010) Fr. 363.40 für Dezember 2009.
Die Mahnungen enthielten jeweils eine zusätzlich zu bezahlende Mahngebühr von
Fr. 5.-- sowie den Hinweis, dass falls die versicherte Person trotz Mahnung nicht
bezahle und im Betreibungsverfahren ein Fortsetzungsbegehren bereits gestellt worden
sei, der Versicherer die Übernahme der Kosten für die Leistungen aufschiebe, bis der
ausstehende Betrag bezahlt werde.
A.d Am 6. November 2009 (mit Zahlungserinnerung vom 23. Januar und Mahnung
vom 20. März 2010) stellte die CSS dem Ehemann eine Kostenbeteiligung im Betrag
von Fr. 146.95 für eine Behandlung in der Psychiatrischen Klinik Wil vom
11. September 2009 in Rechnung (act. G 17.1/37). Ausserdem stellte die CSS ihm am
8. Dezember 2009 (mit Zahlungserinnerung vom 20. Februar und Mahnung vom
24. April 2010) eine Kostenbeteiligung im Betrag von Fr. 11.35 für Behandlungen der
Tochter bei Dr. med. B._ in Rechnung. Die Behandlungen bei Dr. B._ fanden
zwischen dem 7. und 14. September 2009 statt (act. G 17.1/38). Die beiden
vorerwähnten Mahnungen enthielten ebenfalls je eine Mahngebühr von Fr. 5.--.
Ausserdem wurde auf die Folgen der Nichtbezahlung hingewiesen (möglicher Leis
tungsaufschub; vgl. Sachverhalt A.c).
A.e Am 25. Februar 2010 stellte die CSS beim Betreibungsamt C._ ein
Betreibungsbegehren gegen den Ehemann über Fr. 4'599.10 nebst Zins zu 5% seit
1. Februar 2009 für ausstehende Prämien. Dieser Betrag setzte sich zusammen aus
Fr. 4'360.80 für die Prämien Januar bis Dezember 2009, Fr. 158.30 für die am
6. November und 8. Dezember 2009 in Rechnung gestellten Kostenbeteiligungen und
Fr. 80.-- für Mahnspesen (act. G 10.1/25). Gegen den Zahlungsbefehl in der Betreibung
Nr. XY vom 26. Februar 2010 (zugestellt am 5. März 2010) erhob der Schuldner am
9. März 2010 Rechtsvorschlag (act. G 10.1/26).
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A.f Mit Verfügung vom 11. März 2010 stellte die CSS einen Zahlungsausstand von
Fr. 4'912.-- fest und hob den Rechtsvorschlag auf. Dieser Betrag setzte sich
zusammen aus den im Betreibungsbegehren aufgeführten Positionen im Betrag von
Fr. 4'599.10 (vgl. Sachverhalt A.e) zuzüglich 5% Verzugszins im Betrag von Fr. 242.90
sowie Fr. 70.-- Betreibungskosten (act. G 10.1/27).
B.
Am 31. März 2010 erhob der Ehemann gegen die Verfügung vom 11. März 2010
Einsprache (act. G 10.1/31). Die CSS hiess diese mit Einspracheentscheid vom
16. April 2010 dahingehend teilweise gut, als sie den Beginn des Zinslaufs vom 1.
Februar 2009 auf den 1. August 2009 abänderte (act. G 1.1).
C.
C.a Gegen den Einspracheentscheid erhob der Ehemann am 8. Mai 2010 beim
Verwaltungsgericht des Kantons Luzern Beschwerde (act. G 1). Dieses überwies die
Beschwerde mit Urteil vom 17. Mai 2010 zuständigkeitshalber dem
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen (act. G 0). Aufgrund des fehlendes
Antrags sowie der fehlenden Begründung eröffnete dieses dem Beschwerdeführer eine
Frist zur Verbesserung der Beschwerde (act. G 2), welche er am 21. August 2010
vornahm. Zur Begründung legte er sinngemäss dar, dass er am 7. Januar, 2. Februar,
12. März, 6. April und 6. Mai 2009 Überweisungen an die CSS vorgenommen habe und
somit die Prämien bis und mit 1. Juni 2009 bezahlt worden seien. Ausserdem betreffe
ihn die Rechnung der Kantonalen Psychiatrischen Klinik Wil nicht. Er sei noch nie dort
gewesen (act. G 6).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 14. September 2010 beantragte die
Beschwerdegegnerin, die Beschwerde sei vollumfänglich abzuweisen und der
Einspracheentscheid vom 16. April 2010 sei zu bestätigen. Zur Begründung führte sie
an, es treffe zwar zu, dass der Beschwerdeführer am 7. Januar, 2. Februar, 12. März,
6. April und 6. Mai 2009 Zahlungen von je Fr. 363.40 geleistet habe. Da ihr jedoch der
Vorversicherer Carena mit Schreiben vom 15. Januar 2009 mitgeteilt habe, die
Versicherten könnten aufgrund von Ausständen im Sinn von Art. 64a des
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Bundesgesetzes über die Krankenversicherung [KVG; SR 832.10] die
Grundversicherung nicht wechseln, seien die Konten der Versicherten bei ihr
dahingehend bereinigt worden, dass die geleisteten Zahlungen per 20. Mai 2009 dem
Beschwerdeführer zurückerstattet worden seien. Erst aufgrund der Mitteilung der
Carena vom 11. Juni 2009, dass der Wechsel per 1. Januar 2009 doch erfolgen könne,
sei die Familie wieder per 1. Januar 2009 aufgenommen worden. Ausserdem werde
vom Beschwerdeführer nicht substantiiert dargetan, inwiefern die Rechnungen
betreffend die Kostenbeteiligungen nicht korrekt gestellt worden seien (act. G 1.1, 10).
C.c Mit Posteingang vom 20. September 2010 reichte der Beschwerdeführer
zusätzliche Aktenstücke ein (act. G 9). Am 2. November 2010 folgte seine Replik (act.
G 12).
C.d Die Beschwerdegegnerin teilte am 3. November 2010 mit, dass sie auf die
Einreichung einer Duplik verzichte (act. G 14). Am 9. Dezember 2010 und 14. Januar
2011 reichte sie weitere Aktenstücke ein (act. G 17, 21), bezüglich derer der
Beschwerdeführer am 4. Januar und 6. Februar 2011 seinerseits Stellungnahmen
abgab (act. G 19, 23).
C.e Am 15. April 2011 hat das Gericht bei der Patientenadministration der Kantonalen
Psychiatrischen Klinik Wil eine Nachfrage bezüglich der Behandlung von A._ am
11. September 2009 gestartet (act. G 25). Die Oberärztin und stellvertretende Leiterin
des Ambulatoriums in St. Gallen, Dr. med. D._, Fachärztin für Psychiatrie und
Psychotherapie, bestätigte daraufhin am 26. April 2011 unterschriftlich, mit A._ am
11. September 2009 ein Beratungs- und Abklärungsgespräch durchgeführt und dieses
mit seinem Einverständnis anschliessend mit Frau Dr. E._, besprochen zu haben (act.
G 26). Der Beschwerdeführer hat sich am 11. Mai 2011 zur Bestätigung von Dr. D._
geäussert; die Beschwerdegegnerin hat gleichentags auf eine Stellungnahme verzichtet
und an den bisherigen Ausführungen festgehalten (act. G 28 f.).
D.
Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der weiteren
Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.
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Erwägungen:
1.
1.1 Zuständig für die Beschwerde ist das Versicherungsgericht des Kantons, in dem
die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat (Art. 58 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG;
SR 830.1]). Die Behörde, die sich als unzuständig erachtet, überweist die Beschwerde
dem zuständigen Versicherungsgericht (Art. 58 Abs. 3 ATSG).
1.2 Der Beschwerdeführer hat Wohnsitz in C._. Somit ist das Versicherungsgericht
des Kantons St. Gallen für die Beurteilung der Beschwerde zuständig. Der
Beschwerdeführer reichte die Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons
Luzern ein. Mit Entscheid vom 17. Mai 2010 trat dieses mangels örtlicher Zuständigkeit
darauf nicht ein und überwies die Beschwerde dem örtlich zuständigen
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen (act. G 0).
2.
Streitig und zu prüfen ist, ob die Prämien für Januar bis Dezember 2009 sowie die
Kostenbeteiligungen, welche dem Beschwerdeführer am 6. November und
8. Dezember 2009 in Rechnung gestellt worden sind, zu Recht eingefordert und der
Rechtsvorschlag gegen den Zahlungsbefehl Betreibung Nr. XY des Betreibungsamts
C._ demgemäss mit Einspracheentscheid vom 16. April 2010, begründet aufgehoben
worden sind.
3.
3.1
3.1.1 Der Abschluss der Krankenpflegeversicherung gehört zu den laufenden
Bedürfnissen der Familie im Sinn von Art. 166 Abs. 1 des Schweizerischen
Zivilgesetzbuches (ZGB; SR 210). Für Prämien und Kostenbeteiligungen haften die
Ehegatten solidarisch. Die Eltern haben gemeinsam für den gebührenden Unterhalt der
Familie zu sorgen. Sie haben insbesondere auch für den Unterhalt der Kinder
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aufzukommen (Art. 276 Abs. 1 ZGB). Dazu gehört auch die Bezahlung von Beiträgen an
die Sozialversicherungen (BGE 125 V 436 E. 3b). Dies hat zur Folge, dass jeder der
Ehegatten für die gesamte Forderung belangt werden kann (Urteil des Bundesgerichts
vom 26. November 2007, K 4/07, E. 4.1 ff.; Art. 144 Abs. 1 des Bundesgesetzes
betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Fünfter Teil:
Obligationenrecht) [OR; SR 220]). Demzufolge war es zulässig, dass die
Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer die Prämien bzw. die Kostenbeteiligung
für seine Ehefrau und seine Tochter in Rechnung gestellt hat. Zudem hat der
Beschwerdeführer die Versicherungsanträge der Ehefrau und der Tochter unterzeichnet
und ist als Prämienzahler aufgeführt (act. G 10.1/3, 4).
3.1.2 Der Beschwerdeführer hat sinngemäss ausgeführt, dass er am 7. Januar,
2. Februar, 12. März, 6. April und 6. Mai 2009 Prämienzahlungen an die CSS
vorgenommen habe (act. G 1.3). Am 20. Mai 2009 sei die Familie dann von der CSS
ausgeschlossen worden (act. G 6). Die Eingänge der erwähnten Zahlungen von Januar
bis Mai 2009 von monatlich je Fr. 363.40 hat die CSS bestätigt. Jedoch hat sie darauf
hingewiesen, dass der Vorversicherer mit Schreiben vom 15. Januar 2009 mitgeteilt
habe, die Familie des Beschwerdeführers könne aufgrund von Ausständen den
Krankenversicherer im Sinn von Art. 64a KVG nicht wechseln. Daher habe man die
Konten der Versicherten bei ihr dahingehend bereinigt, dass die geleisteten Zahlungen
per 20. Mai 2009 dem Beschwerdeführer zurückerstattet worden seien. Erst zufolge
der Mitteilung der Carena vom 11. Juni 2009, dass der Wechsel doch per 1. Januar
2009 erfolgen könne, sei die Familie rückwirkend per 1. Januar 2009 bei der CSS
aufgenommen worden (act. G 1.1) Den Akten ist zu entnehmen, dass die vorgenannten
Aussagen der Beschwerdegegnerin zutreffen (act. G 10.1/5, 6). Aus einem Bankauszug
des Beschwerdeführers für den Monat Mai 2009 ist ersichtlich, dass ihm von der
Beschwerdegegnerin per 20. Mai 2009 total Fr. 1'817.-- überwiesen worden sind (act.
G 9/1). Hierbei handelt es sich um die Prämien für die Monate Januar bis Mai 2009 (act.
G 10.1/16). Weiter führt der Beschwerdeführer aus, dass er nach dem Ausschluss bei
der CSS eine "Notkasse" habe suchen müssen (act. G 6). Da die Carena einem
Kassenwechsel wegen offenen Forderungen vorerst nicht zugestimmt hat (act.
G 10.1/5), war die Familie des Beschwerdeführers grundsätzlich weiterhin bei der
Carena versichert. Sein Einwand bezüglich "Notkasse" ist damit insofern nicht
nachvollziehbar, als auch ein Wechsel zu einer anderen Krankenkasse aufgrund der
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(vermeintlich) offenen Forderungen nicht hätte erfolgen können. Da die
Krankenpflegeversicherung gemäss Art. 3 Abs. 1 KVG für die Familie des
Beschwerdeführers obligatorisch ist, musste die Familie im Jahr 2009 über eine
Krankenversicherung verfügen. Aufgrund der Aktenlage und da der Beschwerdeführer
die behauptete "Notkasse" nicht weiter konkretisiert, kommen dafür lediglich die
Carena oder die CSS in Frage. Die Carena gab der Familie des Beschwerdeführers
nachträglich doch noch die Bewilligung zum Wechsel per 1. Januar 2009 (act.
G 10.1./6). Dies bedeutet, dass die Familie für das Jahr 2009 schliesslich nicht bei der
Carena krankenversichert gewesen ist. Entsprechend existieren denn auch keine
Hinweise, dass der Beschwerdeführer der Carena für das Jahr 2009 Prämien gezahlt
hätte. Somit stellt sich die Frage, ob die bei der CSS gestellten Versicherungsanträge
(act. G 10.1/2-4) weiterhin Bestand gehabt haben, obwohl die Familie vorerst nicht
aufgenommen worden ist und die bereits bezahlten Prämien zurückerstattet worden
sind. Die CSS hat dem Beschwerdeführer am 23. Juni 2009 die Willkommensschreiben
zugestellt. Zudem hat er gemäss eigener Aussage die Kostenbeteiligung, welche ihm
die CSS am 8. Dezember 2009 für Behandlungen der Tochter in Rechnung gestellt hat,
zwischenzeitlich bezahlt (act. G 19). Dies spricht dafür, dass der Beschwerdeführer
weiterhin damit einverstanden war, dass seine Familie bei der CSS versichert gewesen
ist. Den Nachweis, dass er die zurückerstatteten Prämien für 2009 nach dem 11. Juni
2009 der CSS (wieder) einbezahlt hat, hat der Beschwerdeführer nicht erbracht. Bei
dieser Aktenlage sind die Prämienausstände für den Zeitraum von Januar bis
Dezember 2009 mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
nachgewiesen.
3.2
3.2.1 Die Versicherten haben sich an den Kosten der für sie erbrachten
Leistungen zu beteiligen (Art. 64 Abs. 1 KVG). Diese Kostenbeteiligungen bestehen
einerseits aus einem festen Jahresbetrag (Franchise; Art. 64 Abs. 2 lit. a und Abs. 3
KVG), andererseits aus 10% der die Franchise bis zu einem jährlichen Höchstbetrag
übersteigenden Behandlungskosten (Selbstbehalt; Art. 64 Abs. 2 lit. b und Abs. 3 KVG).
Der jährliche Höchstbetrag beläuft sich für Erwachsene auf Fr. 700.-- und für Kinder auf
Fr. 350.-- (Art. 64 Abs. 4 KVG in Verbindung mit Art. 103 Abs. 2 der Verordnung über
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die Krankenversicherung [KVV; SR 832.102]). Für Kinder wird keine Franchise erhoben
(Art. 64 Abs. 4 KVG).
3.2.2 Der Krankenversicherer fällt in seinen Verfügungen und
Einspracheentscheiden betreffend ausstehende Prämien und Kostenbeteiligungen
nicht bloss einen sozialversicherungsrechtlichen Sachentscheid über die Verpflichtung
der versicherten Person zu einer Geldzahlung, sondern kann gleichzeitig auch als
Rechtsöffnungsinstanz über die Aufhebung des Rechtsvorschlags befinden (analog zu
Art. 79 Abs. 1 des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs [SchKG;
SR 281.1]; Art. 54 Abs. 2 ATSG; vgl. BGE 121 V 109). Das Sozialversicherungsgericht
ist daher verpflichtet, im Rechtsmittelverfahren eine umfassende Kontrolle der
geforderten Kostenbeteiligungen vorzunehmen (Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialversicherungsrechtliche Abtei
lungen des Bundesgerichts] vom 23. Juni 2003, K 99/02, E. 4.2.1).
3.2.3 Am 6. November 2009 hatte die CSS dem Beschwerdeführer eine
Kostenbeteiligung im Betrag von Fr. 146.95 für eine Behandlung in der Kantonalen
Psychiatrischen Klinik Wil vom 11. September 2009 in Rechnung gestellt (act.
G 17.1/37). Dazu hat der Beschwerdeführer angeführt, dass Rechnungen gestellt
worden seien, die ihn nichts angehen würden (act. G 1). Insbesondere sei er noch nie in
der Psychiatrischen Klinik Wil gewesen (act. G 6). Der Leistungsabrechnung vom
6. November 2009 für die Behandlung des Beschwerdeführers liegt eine
Spitalrechnung der Kantonalen Psychiatrischen Klinik Wil vom 8. Oktober 2009 über
Fr. 146.95 zugrunde (act. G 21.1.39). Dieser Betrag wurde vollumfänglich der
Jahresfranchise 2009 belastet (act. G 17.1/37; Art. 64 Abs. 2 lit. a KVG in Verbindung
mit Art. 103 Abs. 1 KVV). Der Bestätigung von Dr. D._ vom 26. April 2011 (act. G 26)
ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer am 11. September 2009 zu einem
Beratungs-/Abklärungsgespräch bei ihr war. Aufgrund ihrer Funktion als
stellvertretende Leiterin des Ambulatoriums und des verwendeten Briefbogens
(Psychiatrisches Zentrum, Ambulatorium, St. Gallische Kantonale Psychiatrische
Dienste, Sektor Nord) ist davon auszugehen, dass das besagte Gespräch in St. Gallen
und nicht in der Rechnung stellenden Klinik Wil stattgefunden hatte. Der Einwand des
Beschwerdeführers, er sei noch nie in der Psychiatrischen Klinik Wil gewesen, trifft
dementsprechend offenbar zu. Allerdings macht er auch in seiner Stellungnahme vom
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11. Mai 2011 zur Bestätigung von Dr. D._ geltend, er wisse von dieser Geschichte
nichts (act. G 28). Aufgrund der Rechnung der Klinik Wil und insbesondere der
Bestätigung von Dr. D._ verbleiben indessen keine Zweifel, dass das besagte
Gespräch stattgefunden hat und die Kantonale Psychiatrische Klinik Wil der CSS dafür
zu Recht Rechnung gestellt hat. Entsprechend ist daher aufgrund der Akten mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Beschwerdeführer
der Beschwerdegegnerin den Betrag von Fr. 146.95 schuldet.
3.2.4 Am 8. Dezember 2009 forderte die Beschwerdegegnerin vom
Beschwerdeführer eine Kostenbeteiligung im Betrag von Fr. 11.35 für Behandlungen
seiner Tochter bei Dr. med. B._. Diese Behandlungen fanden zwischen dem
7. September und 14. September 2009 statt (act. G 17.1/38). Der Leistungsabrechnung
vom 8. Dezember 2009 für die Behandlungen der Tochter liegt eine Arztrechnung vom
26. Oktober 2009 über Fr. 113.45 zugrunde (act. G 21.1/40). Von diesem Betrag wurde
dem Beschwerdeführer ein Selbstbehalt von Fr. 11.35 in Rechnung gestellt (act.
G 17.1/38; Art. 64 Abs. 4 KVG in Verbindung mit Art. 103 Abs. 2 KVV). Der
Beschwerdeführer hat angeführt, dass er die Rechnung im Betrag von Fr. 11.35 am
4. September 2010 bezahlt habe (act. G 19). Jedoch weist er dies in keiner Weise nach.
Aufgrund fehlender substantiierter Einwendungen steht auch diesbezüglich mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass die Kostenbeteiligung
von Fr. 11.35 weiterhin geschuldet ist.
3.3
3.3.1 Der Versicherer muss unbezahlte fällige Prämien und Kostenbeteiligungen
im Rahmen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung, nachdem er mindestens
einmal an diese Ausstände erinnert hatte, getrennt von allfälligen anderen
Zahlungsausständen spätestens drei Monate ab Fälligkeit schriftlich mahnen. Mit der
Mahnung muss er der versicherten Person eine Frist von 30 Tagen zur nachträglichen
Erfüllung ansetzen und sie auf die Folgen der Nichtbezahlung hinweisen (Art. 64a
Abs. 1 KVG in Verbindung mit Art. 105b Abs. 1 KVV). Bezahlt die versicherte Person
innerhalb der angesetzten Frist nicht, so muss der Versicherer die Forderung innerhalb
von weiteren vier Monaten getrennt von allfälligen anderen Zahlungsausständen in
Betreibung setzen (Art. 105b Abs. 2 KVV). Gemäss Urteil des Bundesgerichts vom
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31. Oktober 2008, 9C_786/2008, E. 3.2 handelt es sich bei Art. 105b KVV bezüglich der
Fristen um eine reine Ordnungsvorschrift, deren Nichteinhaltung weder den Anspruch
auf die Ausstände noch denjenigen auf die betreibungsrechtliche Durchsetzung
verwirkt. Die einzige Konsequenz aus der Nichteinhaltung der Fristen ist, dass die
Sanktionsfolgen nach Art. 64a Abs. 2 KVG - ein Leistungsaufschub - nicht eintreten
können. Inwieweit die Fristen gemäss Art. 105b KVV eingehalten worden sind, kann
somit für die Beantwortung der vorliegenden Fragen offen bleiben.
3.3.2 Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer bezüglich aller
vorliegend geforderten Prämien und Kostenbeteiligungen Zahlungserinnerungen
zukommen lassen. Da die Zahlungen weiterhin ausgeblieben sind, hat sie ihn gemahnt.
Die Mahnungen haben einen Hinweis über die Folgen bei Nichterfüllung enthalten (act.
G 17.1/32-38). Infolge weiterer Nichtbezahlung wurden die Zahlungssaustände in
Betreibung gesetzt (act. G 10.1./25, 26). Die Voraussetzungen des Mahn- bzw.
Betreibungsverfahrens sind somit erfüllt.
3.4 Hebt der Krankenversicherer den Rechtsvorschlag mittels formeller Verfügung
auf, muss das entsprechende Dispositiv mit Bestimmtheit auf die hängige Betreibung
Bezug nehmen, auf eine bestimmte Geldsumme in Schweizer Franken lauten, und den
Rechtsvorschlag ausdrücklich als aufgehoben erklären. Diese Aufhebung kann
vollumfänglich oder in einer bestimmten Höhe erfolgen (Gebhard Eugster,
Krankenversicherung, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Soziale Sicherheit,
2. Aufl. 2007, Rz. 1030; BGE 119 V 331 E. 2b). Die Verfügung der Beschwerdegegnerin
vom 11. März 2010 erfüllt diese Voraussetzungen (act. G 10.1/27).
3.5
3.5.1 Verschuldet die versicherte Person Aufwendungen, die bei rechtzeitiger
Zahlung nicht entstanden wären, so kann der Versicherer angemessene
Bearbeitungsgebühren erheben, sofern er in seinen allgemeinen Bestimmungen über
die Rechte und Pflichten der Versicherten eine entsprechende Regelung vorsieht
(Art. 105b Abs. 3 KVV; BGE 125 V 276; Eugster, a.a.O., Rz. 1044).
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3.5.2 Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer im
Einspracheentscheid zusätzlich zu den Prämienausständen und den Kostenbeteiligung
Mahnspesen im Betrag von Fr. 80.-- auferlegt (act. G 1.1). Gemäss Ziff. 14.3 des im
Internet abrufbaren Reglements für die Versicherungen nach KVG der
Beschwerdegegnerin, Ausgabe 01.2010 (nachfolgend: CSS-Reglement), gehen
Auslagen der CSS für Mahnungen und Betreibungen zulasten der versicherten Person
(http://www.css.ch/401_avb_kvg-reglement.pdf). Die Höhe der Verwaltungskosten ist
im CSS-Reglement nicht festgelegt. Für die Beurteilung der Angemessenheit ist in
solchen Fällen das Kostendeckungs- oder Äquivalenzprinzip anzuwenden (Eugster,
a.a.O., Rz. 1045, Fn 1635). Die in diesem Zusammenhang von der
Beschwerdegegnerin als Mahnaufwand geforderten Fr. 80.-- sind als angemessen zu
betrachten, da vorliegend für sieben Rechnungen je eine Zahlungserinnerung sowie
eine Mahnung zugestellt werden musste (act. G 17.1/32-38). Die Mahnspesen in der
Höhe von Fr. 80.-- sind dem Beschwerdeführer zu Recht auferlegt worden.
3.6
3.6.1 Art. 26 Abs. 1 ATSG in Verbindung mit Art. 105a KVV zufolge sind auf
fälligen Beitragsforderungen und Beitragsrückerstattungsansprüchen Verzugs- und
Vergütungszinsen von 5% zu leisten. Nicht unter den Beitragsbegriff von Art. 26 Abs. 1
ATSG fallen Kostenbeteiligungen, da diese nicht der Begründung und höchstens
mittelbar dem Erhalt der Versicherungsdeckung dienen (Urteil des EVG vom 12. Januar
2006, K 40/05, E. 4.2.1 und E. 4.2.2). Die Beschwerdegegnerin hat im
Einspracheentscheid auf den Prämienforderungen und auf den Kostenbeteiligungen
einen Verzugszins von 5% ab 1. August 2009 geltend gemacht (act. G 1.1). Der
Anspruch der Beschwerdegegnerin auf Verzugszins ist nur auf den
Prämienforderungen zu gewähren, jedoch aufgrund Fehlens einer Rechtsgrundlage
nicht auf den Kostenbeteiligungen.
3.6.2 Zur Festlegung des Verfalltags rechtfertigt es sich vorliegend einen
mittleren Verfall anzunehmen (vgl. BGE 131 III 25 E. 9.5). Gemäss Ziff. 14.1 des CSS-
Reglements sind die Prämien gemäss Police im Voraus zu entrichten. In den
Versicherungsanträgen der Ehefrau und der Tochter ist eine monatliche
Prämienfälligkeit vermerkt. Im Antrag des Beschwerdegegners fehlt eine Angabe. Da
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jedoch die Prämien gemäss Art. 90 KVV ebenfalls im Voraus und in der Regel
monatlich zu bezahlen sind, ist die Fälligkeit der Prämien für die ganze Familie
identisch. Die Prämien sind somit jeweils am letzten Tag des Monats fällig, der
demjenigen vorhergeht, für den die Prämien zu entrichten sind. Aufgrund dessen, dass
die Familie des Beschwerdeführers erst Mitte 2009 von der Beschwerdegegnerin in die
Krankenversicherung aufgenommen wurde und dementsprechend die Prämien Januar
bis August 2009 im Juli 2009 in Rechnung gestellt worden sind (act. G 17.1/32), ist die
Fälligkeit bezüglich dieser Prämien auf 31. Juli 2009 festzusetzen. Somit liegen
folgende Fälligkeiten vor: Prämien Januar bis August 2009: 31. Juli 2009, Prämien
September 2009: 31. August 2009, Prämien Oktober 2009: 30. September 2009,
Prämien November 2009: 31. Oktober 2009, Prämie Dezember 2009: 30. November
2009. Basierend darauf ergibt sich als mittlerer Verfall der 25. August 2009 und nicht
wie von der Beschwerdegegnerin festgelegt der 1. August 2009.
3.7 Die Betreibungskosten für das laufende Betreibungsverfahren (worunter nur die
durch das Betreibungsamt belasteten Kosten zu verstehen sind, nicht jedoch die
vertraglich abgemachten Umtriebsentschädigungen, vgl. Kurt Amonn/Fridolin Walther,
Grundriss des Schuldbetreibungs- und Konkursrechts, 8. Aufl. 2008, § 13 RZ 1 ff.)
können nicht in die Rechtsöffnung mit einbezogen werden, da diese von der
Gläubigerin vorzuschiessen sind (Art. 68 Abs. 1 zweiter Satz SchKG) und die endgültige
Belastung des Schuldners mit Betreibungskosten vom Ausgang des
Betreibungsverfahrens abhängt. Ausserdem wirkt der Rechtsvorschlag ohnehin nicht
gegen die (amtlichen) Betreibungskosten, da diese von Gesetzes wegen vom
Schuldner zu tragen sind (Art. 68 Abs. 1 erster Satz SchKG; vgl. auch Amonn/Walther,
a.a.O., § 18 RZ 25; RKUV 2003 Nr. KV 251 S. 226).
4.
4.1 Gemäss den vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid vom 16. April 2010 somit in dem Sinn teilweise gutzuheissen,
dass der Beschwerdeführer verpflichtet wird, der Beschwerdegegnerin den Betrag von
Fr. 4'599.10 (Prämien von Fr. 4'360.80, Kostenbeteiligungen von Fr. 158.30 und
Mahngebühr von Fr. 80.--) zuzüglich Zins zu 5% auf den ausstehenden Prämien ab
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25. August 2009 zu bezahlen. In diesem Umfang ist der Beschwerdegegnerin in der
Betreibung Nr. XY des Betreibungsamts C._ definitive Rechtsöffnung zu erteilen.
4.2 Nach Art. 61 lit. a ATSG ist das Verfahren vor dem kantonalen
Versicherungsgericht für die Parteien kostenlos.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP