Decision ID: 0e355d41-2c87-5ba9-9758-7657a4b54c3f
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich im Juni 2015 wegen Schmerzen zum Bezug von Leistungen
der Invalidenversicherung (IV) an (IV-act. 4, 13). Als erlernten Beruf gab er
Lastwagenfahrer an. Derzeit sei er als Taxifahrer bei der B._ in einem Pensum von
50-70% tätig. In einem Arbeitgeberbericht teilte die B._ GmbH am 3. Juli 2015 mit
(IV-act. 8), der Versicherte sei seit Januar 2015 bei ihr als Taxichauffeur angestellt. Das
AHV-pflichtige Einkommen habe im Januar 2015 Fr. 2'133.-- und von Februar bis Juni
2015 Fr. 3'200.-- monatlich betragen. Der Versicherte sei zu 100% arbeitsfähig.
A.a.
Dr. med. C._, Allgemeine Innere Medizin FMH, berichtete am 31. Juli 2015 (IV-
act. 14), der Versicherte leide an folgenden Diagnosen mit Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit: Polyarthropathien und -myalgien multifaktorieller Genese (EM Frühjahr
2014, DD i.R. Fibromyalgie, chron. Hepatitis B, 3/2015 keine Hinweise auf entzündlich
rheumatische Erkrankung), Leistungsintoleranz und Anstrengungsdyspnoe unklarer
Ätiologie (Beginn ca. 2/2013), chronische HBe-Ag negative Hepatitis B (ED 2001),
panvertebrales Schmerzsyndrom (HWS ap/seitlich und Dens 23.11.10: Streckhaltung
der HWS mit deutlicher Osteochondrose C5/C6, geringer C6/C7, ventrale und geringer
auch dorsale Spondylophytose, atlanto-dentale Arthrose, geringe bis mässige
Spondylarthrose der mittleren und unteren HWS), LWS 13.01.2014 (leichte
degenerative Veränderungen) und Status nach Nackenkontusion 18.11.2010. Als
Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gab er unter anderem an:
Arterielle Hypertonie (ED ca. 2009), obstruktives Schlafapnoe-Syndrom (schwergradig,
A.b.
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ED 10/2013, kein CPAP toleriert) und Heliobacter-Gastritis (ED 11/2012, erfolgreiche
Eradikation 12/2012). Dr. C._ führte aus, entlang der gesamten
Wirbelsäulenmuskulatur des Versicherten bestehe eine Druckdolenz, alle Tenderpoints
seien positiv. Der Versicherte leide am Tag und in der Nacht an diffusen Gelenks- und
Knochenschmerzen in den Fingern und insbesondere in beiden Beinen (Polyarthralgie
und -myalgie). Betreffend die Dyspnoe sei in den klinischen Untersuchungen keine
Ursache gefunden worden, beim Treppensteigen sei sie jedoch deutlich gewesen.
Insgesamt sei die Ursache der Polyarthralgie und -myalgie nicht klar,
differentialdiagnostisch komme die medikamentöse Behandlung der Hepatitis B in
Frage. Die Schmerzen im Bereich des Rückens limitierten den Versicherten beim
längeren Sitzen und Heben von Lasten. Die Arthralgie und Myalgie schränkten ihn bei
jeder körperlichen Tätigkeit ein. Bei kleinen körperlichen Belastungen wie
Treppensteigen leide er schnell an Dyspnoe. In der Tätigkeit als Taxichauffeur zwinge
sich der Versicherte aus finanziellen Gründen zur Arbeit, was für seinen
Gesundheitszustand aber schädlich sei. Eine Arbeitsunfähigkeit von 50% im Sinne
einer halbtägigen Tätigkeit wäre ideal. Der Versicherte könne noch eine
wechselbelastende Tätigkeit (Wechsel von Sitzen, Stehen und Gehen) mit der
Möglichkeit von Pausen zwischendurch und ohne das Heben von schweren Lasten
ausüben. Dr. C._ reichte verschiedene Arztberichte ein: Von der Pneumologie des
Kantonsspitals St. Gallen vom 24. September 2013, 22. Oktober 2013 und 27.
November 2013 (IV-act. 14-10 f., 14-14 f., 14-27 ff.), vom Zentrum für Schlafmedizin
des Kantonsspitals St. Gallen vom 28. Oktober 2013 (IV-act. 14-12 f.), von der
Radiologie D._ vom 7. Juni 2013 und 13. Januar 2014 (IV-act. 14-34 f.), von der Klinik
für Rheumatologie des Kantonsspitals St. Gallen vom 20. März 2015 (IV-act. 14-16 f.)
und von der Klinik für Gastroenterologie/Hepatologie des Kantonsspitals St. Gallen
vom 18. Juni 2015 (IV-act. 14-18 ff.). Die RAD-Ärztin Dr. med. E._ notierte am
17. August 2015, in einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit ohne das
Heben und Tragen von Lasten und ohne häufiges Treppensteigen bestehe eine
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit des Versicherten.
Mit einer Verfügung vom 3. Dezember 2015 (IV-act. 26) wies die IV-Stelle das
Begehren um berufliche Massnahmen und Rentenleistungen ab. Der Versicherte erhob
am 18. Januar 2016 dagegen eine Beschwerde (IV-act. 29). Die IV-Stelle widerrief am
A.c.
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3. Februar 2016 die Verfügung vom 3. Dezember 2015 (IV-act. 39). Das
Versicherungsgericht schrieb das Verfahren am 23. Februar 2016 als gegenstandslos
ab (IV-act. 43).
Dr. C._ berichtete am 30. Mai 2016 (IV-act. 54), die Schmerzproblematik der
Wirbelsäule und dazu die Polyarthralgien und -myalgien seien je nach Situation und
Bewegungen im Alltag konstant geblieben. Auch die Leistungsminderung und die
Dyspnoe bei Anstrengungen hätten sich nicht verändert. Am 24. Februar 2016 habe der
Versicherte eine Heckkollision mit einer kurzzeitigen Verschlechterung der
Wirbelsäulenproblematik erlitten. Als therapeutische Massnahmen nehme der
Versicherte wöchentlich Akupunktur und Physio-/Massagetherapie in Anspruch. Er
verspüre hiervon kurzzeitig einen Nutzen. Die bisherige Tätigkeit als Taxifahrer sei ihm
je nach Tagesform zu drei bis vier Stunden täglich zumutbar. Die Arbeit werde dadurch
erschwert, dass er nicht länger Sitzen und Stehen könne. Ebenfalls sei das Helfen mit
Koffern erschwert. Eine andere Tätigkeit sei grundsätzlich möglich, jedoch sei er auf
wechselnde Positionen und wiederholte Pausen zur Entlastung des
Bewegungsapparats angewiesen. Das Tragen von Lasten, häufiges Treppensteigen
und körperliche Belastungen seien auch nur erschwert möglich. Dr. C._ reichte
folgende Arztberichte ein: Vom Schmerzzentrum des Kantonsspitals St. Gallen vom
20. August 2015, von der Klinik für Allgemeine Innere Medizin/Hausarztmedizin des
Kantonsspitals St. Gallen vom 6. Oktober 2015 und von der Klinik für
Gastroenterologie/Hepatologie des Kantonsspitals St. Gallen vom 13. Januar 2016.
A.d.
Am 16. Dezember 2016, 3./25. Januar 2017 und 15. Februar 2017 wurde der
Versicherte durch die SMAB AG polydisziplinär (internistisch, orthopädisch/
traumatologisch, psychiatrisch und neuropsychologisch) abgeklärt. Im Gutachten vom
17. Februar 2017 gaben die Sachverständigen folgende Diagnose mit Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit an (IV-act. 77-12): Leistungsintoleranz und Anstrengungsdyspnoe
bei bekanntem obstruktivem Schlafapnoe-Syndrom und bei bekannter chronischer
Hepatitis B. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit notierten die
Sachverständigen: Geringgradiges Zervikal- und Lumbalsyndrom ohne
behinderungsrelevantes Korrelat, geringe rechtskonvexe Lumbalskoliose ohne
behinderungsrelevantes Korrelat, Adipositas, arterielle Hypertonie, Status nach
Eradikation bei Helicobacter pylori-Gastritis, Verdacht auf benigne Prostata-
A.e.
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Hyperplasie, Vitamin D-Mangel und Senk-Spreiz-Plattfuss beidseits. Der internistische
Gutachter hielt fest (IV-act. 77-31 f.), im Rahmen der Untersuchung hätten vor allem die
Angaben über eine Dyspnoe und eine Leistungsintoleranz imponiert. Objektiv sei schon
bei der kleinen Anstrengung des An- und Ausziehens der Kleider eine beginnende
Dyspnoe festgestellt worden. Die Ursache der Anstrengungsdyspnoe und der
Leistungsintoleranz habe gemäss den multiplen Untersuchungen der letzten Jahre
nicht definitiv und vor allem nicht im geklagten Ausmass erklärt werden können. Die
Kombination von einer chronischen Hepatitis B mit einer dauernden
Therapierbedürftigkeit und einem unbehandelten obstruktivem Schlafapnoe-Syndrom
erkläre die Symptomatik des Versicherten zumindest teilweise. Leider sei eine Therapie
des Schlafapnoe-Syndroms mittels nächtlicher Überdruckbeatmung bisher nicht
gelungen; allenfalls würde sich ein nochmaliger Therapieversuch lohnen und könnte zur
Verbesserung der Müdigkeit (und der subjektiven Dyspnoe?) beitragen. Die weiteren
internistischen Diagnosen, insbesondere die Adipositas, die arterielle Hypertonie sowie
die Multimorbidität mit einem chronischen Schmerzsyndrom (siehe auch
orthopädisches Fachgutachten) trügen wohl wesentlich zur subjektiven Symptomatik
des Versicherten bei. Zusammenfassend seien Einschränkungen durch die chronische
Hepatitis B und das Schlafapnoe-Syndrom wohl auch objektiv vorhanden und
schränkten die Leistungsfähigkeit ein. Erschwerend komme die Multimorbidität hinzu.
Das genaue Ausmass der Einschränkung der Leistungsfähigkeit sei schwierig zu
beziffern; das vom Versicherten angegebene Ausmass von 50% könne objektiv nicht
bestätigt werden. Eine ca. 20-30%ige Leistungsminderung in der ausgeübten Tätigkeit
als Taxichauffeur sei aber gerechtfertigt. Diese Tätigkeit scheine optimal angepasst.
Angesichts der Multimorbidität, insbesondere der chronischen Hepatitis B und des
Schlafapnoe-Syndroms, sei eine körperlich schwere Tätigkeit wie jene als
Lastwagenchauffeur nicht mehr zumutbar. In Frage komme lediglich eine körperlich
leichte, wechselbelastende Tätigkeit. In der ausgeübten Tätigkeit als Taxichauffeur wie
auch in jeder anderen, körperlich leichten Tätigkeit sei eine Arbeitsfähigkeit von
70-80% zumutbar. Dabei sei ein volles Pensum mit einer Leistungseinschränkung von
20-30% gegeben. Aufgrund der diskutierten Diagnosen sei davon auszugehen, dass
die Tätigkeit als Lastwagenchauffeur spätestens seit 2013 nicht mehr zumutbar
gewesen sei. Da die geschilderten Einschränkungen und Symptome seit Ende 2013
etwa stationär geblieben seien, habe die 70-80%ige Arbeitsfähigkeit seit Ende 2013
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bestanden. Die orthopädische/traumatologische Gutachterin führte aus (IV-
act. 77-41 f.), der Versicherte habe rezidivierende belastungsabhängige
Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in das rechte Schulterblatt und den Hinterkopf
beschrieben. Im Rahmen der klinischen Untersuchung sei eine gering eingeschränkte
bewegliche Halswirbelsäule mit Druckschmerzangabe über den Dornfortsätzen HWK 6
– BWK 1 und paravertebral rechts in der Höhe der HWK 4 – 7 demonstriert worden. Die
radiologischen Befunde der Halswirbelsäule hätten lediglich mässige degenerative
Veränderungen mit einer Spondylosis und Unkarthrosis in der Höhe des 4. – 6.
Halswirbelkörpers gezeigt. Hinweise auf eine radikuläre Nervenwurzelreizung hätten
sich bei fehlender Schon- oder Fehlhaltung, fehlendem paravertebralen
Muskelhartspann und fehlendem sensomotorischen Defizit in beiden Armen nicht
gezeigt. Die beschriebenen Nackenbeschwerden bedingten keine Beeinträchtigung der
Arbeitsfähigkeit. Die im Bericht der Klinik für Rheumatologie des Kantonsspitals
St. Gallen vom 20. März 2015 enthaltene Diagnose von Polyarthralgien und -myalgien
multifaktorieller Genese im Rahmen einer Fibromyalgie habe nicht bestätigt werden
können. Dem Versicherten seien körperlich mittelschwere, wechselbelastende
Tätigkeiten ohne Zwangshaltungen der Halswirbelsäule zumutbar. In der Tätigkeit als
Taxichauffeur und in einer adaptierten Tätigkeit bestehe eine uneingeschränkte
Arbeitsfähigkeit. Eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit des Versicherten habe während den
stationären Behandlungen bestanden. Ansonsten sei die Arbeitsfähigkeit in einer
adaptierten Tätigkeit nie längerfristig eingeschränkt gewesen. Der psychiatrische
Gutachter notierte (IV-act. 77-52 f.), er habe keine Diagnose mit oder ohne Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit stellen können. Anlässlich der Untersuchung habe der
Versicherte seine schnelle Erschöpfung, eine körperliche Müdigkeit und eine geringe
Belastbarkeit in den Vordergrund gestellt. Im psychopathologischen Befund seien
keine Symptome mit Krankheitswert festgestellt worden. Die vom Versicherten
wahrgenommene Erschöpfung bzw. Müdigkeit werde nicht von depressiven
Symptomen begleitet. Die Stimmung des Versicherten sei ausgeglichen gewesen. Eine
Antriebsminderung im Sinne einer Depression habe nicht bestanden. Auch der Affekt
sei unauffällig gewesen. Eine psychische Dysfunktionalität, jedoch ohne
Krankheitsrelevanz, sei aus der Belastung wegen der depressiven Ehefrau zu verstehen
gewesen. Dieser Befund stimme mit den neuropsychologischen Befunden überein, die
ebenfalls eine Dysfunktionalität postulierten. Die Arbeitsfähigkeit sei nicht
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eingeschränkt. Die neuropsychologische Gutachterin berichtete (IV-act. 77-61), die
Leistungen seien von unauffällig bis schwerst gestört gewesen. Insgesamt habe das
gezeigte intellektuelle Leistungsvermögen nicht dem angegebenen Bildungsstand mit
Gymnasialbildung entsprochen. Das Resultateprofil sei unausgeglichen und
inkonsistent gewesen. Es sei zu Abweichungen von klinischen Erwartungs- und
Normwerten gekommen. Der Versicherte habe beispielsweise angegeben, nicht zu
verstehen, was damit gemeint sei, einen Satz zu schreiben. Insgesamt habe eine
allgemeine psychopathologische Dysfunktionalität dominiert. Aufgrund der auffälligen
Symptomvalidierung sei von einer wahrscheinlichen kognitiven Antwortverzerrung
auszugehen. In der Tätigkeit als Taxichauffeur könne keine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit angegeben werden. Angaben zur Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten
Tätigkeit könnten nicht gemacht werden. In der Konsensbeurteilung gaben die
Sachverständigen an (IV-act. 77-14 ff.), die in den Vorakten festgehaltenen Diagnosen
eines multilokulären Schmerzsyndroms und einer Fibromyalgie hätten nicht bestätigt
werden können. Sie hätten lediglich leichte bis mässige degenerative Veränderungen
der Wirbelsäule mit den entsprechenden Symptomen festgestellt. Diese schlössen die
frühere Tätigkeit als Lastwagenchauffeur aus, erlaubten aber die Tätigkeit als
Taxichauffeur wie auch eine leichte bis mittelschwere, angepasste Tätigkeit. Im
Vordergrund stünden die internistischen Diagnosen, insbesondere die chronische
Hepatitis B sowie das nicht behandelte schwere Schlafapnoe-Syndrom. Beide
Krankheiten könnten, zum Teil auch medikamentös bedingt, die vom Versicherten
geklagten und in den Vordergrund gestellten Symptome wie die Leistungsintoleranz,
die Müdigkeit und die Verlangsamung erklären. Diese verhinderten zusätzlich, neben
den orthopädischen Befunden, die frühere Tätigkeit als Lastwagenchauffeur. In einer
dem Belastungsprofil angepassten Tätigkeit bestehe infolge der vermehrten Müdigkeit,
dem entsprechenden Pausenbedarf und der Verlangsamung eine 20-30%ige
Arbeitsunfähigkeit. Die fortgeschrittene Dekonditionierung spiele dabei eine Rolle. Des
Weiteren schränke die eher noch zunehmende Adipositas die Leistungsfähigkeit ein.
Als besonders gravierend sei aber die nicht behandelte schwergradige Schlafapnoe als
Ursache des Beschwerdebildes des Versicherten einzuschätzen. Angesichts der
Multimorbidität komme lediglich eine körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit
ohne Zwangshaltungen der Halswirbelsäule in Frage. Wegen der schlecht eingestellten
Hypertonie sollten abrupte, heftige Anstrengungen vermieden werden. Die bisherige
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Tätigkeit als Lastwagenchauffeur sei dem Versicherten seit den gastroenterologischen
und kardio-pulmonalen Abklärungen im Jahr 2013 nicht mehr zumutbar. In einer
adaptierten Tätigkeit als Taxichauffeur oder in einer anderen, dem Belastungsprofil
entsprechenden Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 70-80%. Soweit aus den
Akten hervorgehe, seien die geschilderten Einschränkungen und Symptome des
Versicherten seit Ende 2013 etwa stationär geblieben. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung
in einer adaptierten Tätigkeit gelte deshalb seit Ende 2013. Die RAD-Ärztin Dr. E._
notierte am 13. März 2017 (IV-act. 79), auf das Gutachten sei abzustellen.
Mit einem Vorbescheid vom 2. Juni 2017 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit
(IV-act. 88), sie sehe vor, das Begehren um eine Rente abzuweisen. Zur Begründung
gab sie an, gemäss dem Gutachten der SMAB AG sei ihm eine adaptierte Tätigkeit zu
75% zumutbar. Dabei könne er ein Einkommen gemäss der Lohnstrukturerhebung des
Bundesamts für Statistik in der Höhe von Fr. 49'840.-- erzielen. Das Einkommen ohne
Gesundheitsbeeinträchtigung betrage Fr. 74'059.--. Daraus resultiere ein
Invaliditätsgrad von 33%. Der Versicherte erhob am 6. Juli 2017 dagegen einen
Einwand (IV-act. 89). Er machte im Wesentlichen geltend, die IV-Stelle gehe zu Unrecht
von einer 75%igen Arbeitsfähigkeit aus. Seine Arbeitsfähigkeit sei durch die Schmerzen
und durch eine Leistungsintoleranz eingeschränkt. Insbesondere habe er
Einschränkungen bei längerem Sitzen sowie beim Heben von Gegenständen. Die
Gutachter hätten das Beschwerdebild und die Vorakten nicht ausreichend gewürdigt.
Zudem enthalte das Gutachten keine Ausführungen zur Frage, welche Tätigkeiten ihm
– abgesehen von jener als Taxifahrer – konkret noch zumutbar wären. Die Feststellung
der Gutachter, er (der Versicherte) habe die Schmerzen nicht in den Vordergrund
gestellt und der Leidensdruck sei gering, werde bestritten und widerspreche der
aktenkundigen Feststellung von Dr. C._. Sinngemäss werde zudem die Einnahme
von Novalgin in Frage gestellt, indem die Beschwerden teilweise als medikamentös
bedingt eingeordnet worden seien. Nicht berücksichtigt worden sei, dass keine
Alternativen zu diesem Schmerzmittel zur Verfügung stünden. Für die
Arbeitsfähigkeitsschätzung hätten sich die Gutachter auch auf die in der Beurteilung
attestierte gute orthopädisch-traumatologische Prognose gestützt. Diese Prognose sei
nicht realistisch. Gewichtsreduktionen würden zwar bei den meisten Patienten positiv
wirken. Sein Beschwerdebild könnte dadurch aber offensichtlich nicht massgeblich
A.f.
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beeinflusst werden. Wiederholt sei im Gutachten ausgeführt worden, die
schwerwiegende Schlafapnoe sei nicht behandelt worden. Dabei sei unberücksichtigt
geblieben, dass er das Gerät zur Behandlung der Apnoe bereits zweimal ausprobiert
habe und damit nicht klargekommen sei. Es sei bekannt, dass knapp die Hälfte der
Patienten das Gerät nicht akzeptierten und auf die Behandlung nicht ansprächen. Nicht
berücksichtigt worden sei, dass sämtliche ihm zur Verfügung stehenden
Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft worden seien. Ebenfalls sei nicht
berücksichtigt worden, dass die beim An- und Ausziehen festgestellte leichte Dyspnoe
auch bei der Tätigkeit als Taxifahrer leistungsmindernd wirke. Die Gutachter hätten die
Tätigkeit als Taxifahrer als leidensadaptiert erachtet. Bestritten werde, dass er ein
Einkommen von Fr. 49'840.-- bzw. bei einem 100% Pensum von Fr. 66'453.-- erzielen
könnte. Es sei aktenkundig, dass er als Taxifahrer bei einem 100% Pensum ein
Einkommen von Fr. 3'200.-- zu erzielen vermöge. Darauf sei abzustellen. Die IV-Stelle
verhalte sich widersprüchlich, wenn sie die Ansicht vertrete, er sei als Taxifahrer
angemessen eingegliedert, beim Invalideneinkommen aber auf ein massiv höheres
Einkommen abstelle, als er als Taxichauffeur zu verdienen vermöge. Mit Bezug auf
andere mögliche Tätigkeiten als jene als Taxichauffeur fehle die Ausarbeitung eines
noch möglichen Tätigkeitsprofils. Der Vollständigkeit halber sei darauf hinzuweisen,
dass die IV-Stelle zu Unrecht keinen Leidens- und Teilzeitabzug vorgenommen habe.
Die IV-Stelle bat die Gutachter der SMAB AG am 2. August 2017, zum Einwand
des Versicherten Stellung zu nehmen (IV-act. 97). Die Gutachter teilten am
27. September 2017 mit (IV-act. 105), das Beschwerdebild sei im Gutachten sehr
ausführlich beschrieben und die Vorakten seien gewürdigt worden. Zu definieren,
welche angepasste Tätigkeit konkret dem Belastungsprofil des Versicherten
entspreche, sei nicht die Aufgabe eines medizinischen Gutachters. Bezüglich der
Einnahme von Schmerzmitteln sei festgehalten worden, dass der Versicherte
ausgesagt habe, die Einnahme von Novalgin sei genügend; damit seien seine
Schmerzen unter Kontrolle. Entsprechend sei lediglich der Spiegel dieses Medikaments
bestimmt worden. Zur Frage der Behandelbarkeit einer Schlafapnoe könne festgestellt
werden, dass es tatsächlich medizinische Gründe gebe, die eine solche Behandlung
enorm erschwerten. Dazu gehörten zum Beispiel Missbildungen im Gesichtsbereich
oder eine nicht behandelbare, irreversible Nasenobstruktion. Solche Gründe hätten
A.g.
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beim Versicherten nicht vorgelegen; eine Behandlung des Schlafapnoe-Syndroms sei
deshalb zumutbar. Bezüglich der Dyspnoe sei zu betonen, dass diese wesentlich durch
eine Dekonditionierung verursacht werde und mit den entsprechenden Trainings- und
Rehabilitationsmassnahmen überwindbar sei. Zusammenfassend sei aus
internmedizinischer Sicht ein wesentlicher Teil der subjektiven Einschränkungen des
Versicherten durch Behandlung und rehabilitative Massnahmen überwindbar, weshalb
in einer adaptierten Tätigkeit nicht mehr als eine 20-30%ige Arbeitsunfähigkeit
attestiert werden könne. Aus orthopädisch-traumatologischer Sicht sei festzuhalten,
dass die nun vorgetragenen Beschwerden beim längeren Sitzen sowie beim Heben von
Gegenständen im Rahmen der damaligen Untersuchung vom Versicherten nicht
geäussert worden seien. Die im Gutachten aufgeführten, subjektiven Beschwerden des
Versicherten seien vollständig aufgenommen worden. Als Belastungsprofil seien
körperlich mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten ohne Zwangshaltungen der
Halswirbelsäule definiert worden. Ein Widerspruch zur Einschätzung von Dr. C._ aus
dem Jahr 2015 ergebe sich nicht; lediglich die von ihm geforderten Pausen hätten sich
anhand der in der Untersuchung festgestellten Befunde nicht nachvollziehen lassen.
Am 20. Oktober 2017 sandte der Versicherte der IV-Stelle eine Kopie des neuen
Arbeitsvertrags mit dem F._ zu (IV-act. 106). Der Lohn betrug bei einem 50%-
Pensum Fr. 1'600.-- brutto (IV-act. 107).
A.h.
Mit einer Verfügung vom 26. Oktober 2017 wies die IV-Stelle, entsprechend dem
Vorbescheid, das Rentenbegehren ab (IV-act. 110). Zu den Einwänden hielt sie fest, in
Bezug auf die medizinischen Aspekte verweise sie auf die Stellungnahme der
Gutachter vom 27. September 2017. Sie gehe weiterhin davon aus, dass dem
Versicherten in einer adaptierten Tätigkeit eine 75%ige Arbeitsfähigkeit zumutbar sei.
Eine solche könne jene als Taxifahrer sein. Es kämen jedoch auch andere, körperlich
leichte, wechselbelastende Tätigkeiten in Frage. Für das Invalideneinkommen sei
massgebend, welches Einkommen der Versicherte auf dem allgemeinen und
ausgeglichenen Arbeitsmarkt erzielen könnte. Deshalb würden sie sich auf den
Durchschnittsverdienst der Arbeitnehmenden (recte: Hilfsarbeiter) gemäss den
Erhebungen des Bundesamts für Statistik und nicht auf den tieferen, effektiv erzielten
Lohn als Taxifahrer stützen. Ein Teilzeitabzug sei nicht berücksichtigt worden, da die
75%ige Arbeitsfähigkeit in einem vollen Pensum umgesetzt werden könne.
A.i.
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B.
Der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) erhob am 27. November 2017
eine Beschwerde (act. G 1). Er beantragte die Aufhebung der Verfügung vom
26. Oktober 2017 und die Zusprache der gesetzlichen Leistungen. Eventualiter sei die
Sache zur weiteren Abklärung an die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin)
zurückzuweisen. Zudem beantragte er die Bewilligung der unentgeltlichen
Prozessführung und Rechtsverbeiständung. Ergänzend zu den Einwänden im
Vorbescheidverfahren machte der Beschwerdeführer geltend, die starken
gesundheitlichen Beeinträchtigungen seien weiterhin unzureichend beachtet worden.
Insbesondere seien die Hals- und Lendenwirbelsäulenschmerzen zu Unrecht nicht als
die Arbeitsfähigkeit einschränkend beurteilt worden. Dass die Arbeitsfähigkeit aufgrund
der gesundheitlichen Beschwerden eingeschränkt sei, sei aktenkundig und zeige sich
täglich, insbesondere im Berufsleben. Diese seien der Grund, dass er seit dem Jahr
2015 nur noch zu 50% arbeitsfähig sei. Die medizinisch-theoretische Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit von 75% sei unmöglich und nicht umsetzbar. Bestritten werde, dass er
im Rahmen der orthopädischen Begutachtung keine Einschränkungen beim längeren
Sitzen und beim Heben von Gegenständen geäussert haben solle. Die anhaltenden
Schmerzen seien auch der Grund, weshalb er sich im Schmerzzentrum des
Kantonsspitals St. Gallen habe behandeln lassen und weshalb er noch heute
verschiedene Behandlungen in Anspruch nehme. Wenn die Gutachter ausgeführt
hätten, "die subjektiven Beschwerden des Versicherten vollständig aufgenommen zu
haben" und die Arbeitsfähigkeit sei nur infolge "vermehrter Müdigkeit, entsprechendem
Pausenbedarf und Verlangsamung" eingeschränkt, treffe dies offensichtlich nicht zu.
Wie die aktenkundigen Diagnosen und Einschätzungen des Kantonsspitals und von
Dr. C._ belegten, sei das Beschwerdebild viel umfassender und es spielten
wesentlich mehr Faktoren bei der Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit mit. Des Weiteren
werde die Auffassung der Gutachter bestritten, dass "ein wesentlicher Teil der
subjektiven Einschränkungen des Versicherten durch Behandlung und rehabilitative
Massnahmen überwindbar" sei. Er habe mit zahlreichen Behandlungsmethoden und
Therapien versucht, seine Leiden zu mildern. Die Gutachter hätten zudem ausser Acht
gelassen, dass er bereits Wirbelsäulentraining mache und in einer
Akkupunkturbehandlung stehe, um seine Schmerzen erträglicher zu machen und seine
B.a.
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Muskeln zu stärken. Die Tätigkeit als Taxifahrer sei leidensadaptiert. Welche Tätigkeit
ihm sonst noch zugemutet werden könne, sei nicht ersichtlich und werde weder von
den Gutachtern noch von der Beschwerdegegnerin dargetan. Für die Festsetzung des
Invalideneinkommens sei primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen,
in welcher die versicherte Person konkret stehe. Übe sie nach dem Eintritt der
Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der besonders stabile Arbeitsverhältnisse
gegeben seien und anzunehmen sei, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in
zumutbarer Weise voll ausschöpfe, und erscheine das Einkommen aus der
Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gelte der tatsächliche
Verdienst als Invalidenlohn (BGE 135 V 297, E. 5.2). Den Beruf als Lastwagenchauffeur
habe er gesundheitsbedingt aufgeben müssen. Das Einkommen als Taxifahrer
entspreche den Lohnempfehlungen eines ungelernten Taxichauffeurs und sei
angemessen. Mit dem Beruf als Taxifahrer lägen stabile berufliche Verhältnisse vor. Ein
erneuter Berufswechsel sei ihm nicht zumutbar. Dazu trage auch sein fortgeschrittenes
Alter bei. Mit der 50%igen Tätigkeit als Taxifahrer schöpfe er seine verbliebene
Arbeitsfähigkeit in einer seinen gesundheitlichen Leiden angepassten Tätigkeit voll aus.
Bei einem ausbezahlten Lohn von Fr. 1'600.-- pro Monat sei ihm ein
Invalideneinkommen von maximal Fr. 19'200.-- pro Jahr zumutbar.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 25. Januar 2018 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 3). Zur Begründung führte sie im Wesentlichen an, der
Beschwerdeführer habe gerügt, im Gutachten seien die Schmerzen und
gesundheitlichen Einschränkungen unzureichend gewürdigt worden. Insbesondere
seien die Hals- und Lendenwirbelsäulenschmerzen bei der Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit zu Unrecht nicht als einschränkend angesehen worden. Entgegen der
Auffassung des Beschwerdeführers sei die orthopädische Sachverständige
nachvollziehbar zum Schluss gelangt, dass die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten
Tätigkeit quantitativ nicht eingeschränkt sei. Diese Einschätzung erscheine auch
deswegen als plausibel, weil Schmerzangaben durch damit korrelierende, fachärztlich
schlüssig feststellbare Befunde hinreichend erklär- und objektivierbar sein müssten, um
eine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu begründen. Mangle es also an
ausgeprägten objektiven Befunden, sei keine quantitative Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit dargetan. In der ergänzenden Stellungnahme der SMAB AG vom
B.b.
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27. September 2017 sei nochmals betont worden, dass weder die beschriebenen
Nackenschmerzen noch die klinisch reizlose, frei bewegliche LWS mit einer
Hyperlordose und einem kleinen Lendenwulst rechts zu einer quantitativen
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führten. Damit erweise sich das aus orthopädischer
Sicht dargelegte Belastungsprofil, wonach körperlich mittelschwere,
wechselbelastende Tätigkeiten ohne Zwangshaltungen der Halswirbelsäule
uneingeschränkt zumutbar seien, als schlüssig. Der internistische Gutachter habe als
Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine Leistungsintoleranz und eine
Anstrengungsdyspnoe bei einem bekannten obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom und
bei einer bekannten chronischen Hepatitis B erhoben. Soweit eine quantitative
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mit dem unbehandelten Schlafapnoe-Syndrom
begründet werde, sei darauf hinzuweisen, dass dieses Leiden mittels einer im Rahmen
der Schadenminderungspflicht zumutbaren CPAP-Therapie behandelbar sei, weshalb
sich keine quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen lasse. Bei der
chronischen Hepatitis B handle es sich um eine HBeAg-negative chronische Hepatitis
B. Diesbezüglich sei es laut dem Bericht vom 13. Januar 2016 (von der Klinik für
Gastroenterologie/Hepatologie des Kantonsspitals St. Gallen) unter einer seit Januar
2013 stattfindenden dauerhaften Therapie mit Tenofovir zu einer komplett
supprimierten Virusreplikation am 20. September 2013 mit Normalisierung der
Transaminasen gekommen. Im Gutachten sei ausgeführt worden, dass die Berichte zur
chronischen Hepatitis mit regelmässigen Kontrollen im Kantonsspital St. Gallen ein
gutes Ansprechen auf die antivirale Therapie gezeigt hätten. Vor diesem Hintergrund
sei nicht nachvollziehbar, inwiefern die chronische Hepatitis B eine quantitative
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen könnte. Auch der gutachterliche Hinweis
auf eine Multimorbidität mit (dem die Arbeitsfähigkeit nur in qualitativer Hinsicht
einschränkenden) chronischen Schmerzsyndrom vermöge mangels einer relevanten
organischen Grundlage keine quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu
begründen. In internistischer Hinsicht seien die rechtlich gebotenen Anforderungen an
eine schlüssige und nachvollziehbare Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht erfüllt.
Abweichend von der gutachterlichen Einschätzung sei deshalb von einer
uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit auszugehen.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/23
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Erwägungen
1.
Die Beschwerdegegnerin hat mit der angefochtenen Verfügung vom 26. Oktober 2017
einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers bei einem IV-Grad von 33% verneint.
Strittig ist somit, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Invalidenrente hat.
2.
Am 1. Februar 2018 teilte das Versicherungsgericht dem Beschwerdeführer mit
(act. G 4), dem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung
könne nicht entsprochen werden.
B.c.
Der Beschwerdeführer verzichtete am 12. März 2018 auf eine Replik (act. G 7).B.d.
Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40% invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende
oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG,
SR 830.1). Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten
auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
2.1.
Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich
durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen,
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares
Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte,
wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
2.2.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 15/23
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3.
Um das zumutbare Invalideneinkommen ermitteln zu können, muss der
verbliebene Arbeitsfähigkeitsgrad des Beschwerdeführers mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehen. Die Beschwerdegegnerin hat dazu die
SMAB AG mit der Erstellung eines polydisziplinären Gutachtens (internistisch,
orthopädisch/traumatologisch, psychiatrisch und neuropsychologisch) beauftragt. Im
Gutachten vom 17. Februar 2017 ist angegeben worden, dem Beschwerdeführer sei
eine körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit ohne Zwangshaltungen der
Halswirbelsäule zumutbar. Infolge der vermehrten Müdigkeit, dem entsprechenden
Pausenbedarf und der Verlangsamung bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 20-30%.
Die bisherige Tätigkeit als Lastwagenchauffeur sei dem Beschwerdeführer seit den
gastroenterologischen und kardio-pulmonalen Abklärungen im Jahr 2013 nicht mehr
zumutbar gewesen. In einer adaptierten Tätigkeit als Taxifahrer oder in einer anderen,
dem Belastungsprofil entsprechenden Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von
70-80%. Soweit aus den Akten hervorgehe, seien die geschilderten Einschränkungen
und Symptome des Versicherten seit Ende 2013 etwa stationär geblieben. Die
Arbeitsfähigkeitsschätzung in einer adaptierten Tätigkeit gelte deshalb seit Ende 2013.
Strittig und im Folgenden zu prüfen ist, ob dem Gutachten voller Beweiswert zukommt,
das heisst, ob es die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit belegt.
3.1.
Ein Gutachten hat vollen Beweiswert, wenn es für die streitigen Belange
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen
Situation einleuchtet und die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (BGE
125 V 352 E. 3a). Notwendig ist zudem, dass der psychiatrische Gutachter die vom
Bundesgericht in Bezug auf anhaltende somatoforme Schmerzstörungen und
vergleichbare psychosomatische Leiden aufgestellten und später auf alle psychischen
Erkrankungen, insbesondere auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen,
anwendbar erklärten Standardindikatoren berücksichtigt hat (vgl. BGE 141 V 281; 143
V 409 und 143 V 418).
3.2.
Alle Sachverständigen der SMAB AG haben den Beschwerdeführer persönlich
untersucht und seine subjektiven Klagen aufgenommen. Sie haben die objektiven
klinischen Befunde wiedergegeben, umfassende Kenntnis von den Vorakten gehabt
und diese gewürdigt. Gestützt auf ihre Befunde haben sie die Diagnosen gestellt und
ihre Beurteilung zur Arbeitsfähigkeit, inklusive eine Konsensbeurteilung, abgegeben.
3.3.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 16/23
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Der psychiatrische Gutachter hat keine Diagnose mit oder ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit gestellt. Er hat schlüssig aufgezeigt, dass er im psychopathologischen
Befund keine Symptome mit Krankheitswert hat feststellen können. Er hat festgehalten,
eine psychische Dysfunktionalität, jedoch ohne Krankheitsrelevanz, sei aus der
Belastung wegen der depressiven Ehefrau zu verstehen gewesen. Dieser Befund
stimme mit den neuropsychologischen Befunden überein, die ebenfalls eine
Dysfunktionalität postulierten. Die neuropsychologische Gutachterin hat keine Angaben
zur Arbeitsfähigkeit machen können. Sie hat berichtet, die Leistungen seien von
unauffällig bis schwerst gestört gewesen. Insgesamt habe eine allgemeine
psychopathologische Dysfunktionalität dominiert. Aufgrund der auffälligen
Symptomvalidierung sei von einer wahrscheinlich kognitiven Antwortverzerrung
auszugehen. Auch diese Ausführungen überzeugen. Die orthopädische/
traumatologische Gutachterin hat keine Diagnose mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit gestellt. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hat
sie ein geringgradiges Zervikal- und Lumbalsyndrom ohne behinderungsbedingtes
Korrelat, eine geringe rechtskonvexe Lumbalskoliose ohne behinderungsbedingtes
Korrelat, eine Adipositas und einen Senk-Spreiz-Plattfuss beidseits angegeben. Sie hat
nachvollziehbar aufgezeigt, dass dem Beschwerdeführer aufgrund der Befunde und
der gestützt darauf gestellten Diagnosen nur noch körperlich mittelschwere,
wechselbelastende Tätigkeiten ohne Zwangshaltungen der Halswirbelsäule zumutbar
sind. Zudem hat sie überzeugend erklärt, dass die in den Vorakten enthaltene Diagnose
von Polyarthralgien und -myalgien multifaktorieller Genese im Rahmen einer
Fibromyalgie nicht hat bestätigt werden können. Aus orthopädischer/traumatologischer
Sicht bestehen somit lediglich qualitative Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit. Der
internistische Gutachter hat als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine
Leistungsintoleranz und eine Anstrengungsdyspnoe bei bekanntem obstruktivem
Schlafapnoe-Syndrom und bei bekannter chronischer Hepatitis B angegeben. Zudem
hat er – ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit – unter anderem eine Adipositas und
eine arterielle Hypertonie diagnostiziert. Er hat schlüssig dargelegt, dass in der
Untersuchung vor allem die Angaben über die Dyspnoe und die Leistungsintoleranz im
Vordergrund gestanden sind. Im Abschnitt über die subjektiven Angaben des
Beschwerdeführers hat er beispielsweise festgehalten, der Beschwerdeführer habe
berichtet, am schlimmsten seien die enorme Müdigkeit und die rasche Erschöpfbarkeit.
Des Weiteren hat er, als der Beschwerdeführer die Kleider aus- und angezogen hat,
eine beginnende Dyspnoe festgestellt. Er hat ausgeführt, die Ursache der
Anstrengungsdyspnoe und der Leistungsintoleranz habe gemäss den multiplen
Untersuchungen der letzten Jahre nicht definitiv und vor allem nicht im geklagten
Ausmass erklärt werden können. Die Kombination von einer chronischen Hepatitis B
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mit einer dauernden Therapierbedürftigkeit und einem unbehandelten obstruktivem
Schlafapnoe-Syndrom erkläre die Symptomatik des Beschwerdeführers zumindest
teilweise; das Medikament zur Behandlung der Hepatitis B (Viread) könne Müdigkeit
und in seltenen Fällen Dyspnoe verursachen. Die weiteren internistischen Diagnosen,
insbesondere die Adipositas, die arterielle Hypertonie sowie die Multimorbidität mit
einem chronischen Schmerzsyndrom, trügen wohl wesentlich zur subjektiven
Symptomatik des Versicherten bei. Zusammenfassend hat der internistische Gutachter
festgehalten, aufgrund der chronischen Hepatitis B und des Schlafapnoe-Syndroms
seien Einschränkungen der Leistungsfähigkeit wohl auch objektiv vorhanden.
Erschwerend komme die Multimorbidität hinzu. Das genaue Ausmass der
Einschränkung der Leistungsfähigkeit sei schwierig zu beziffern; das vom
Beschwerdeführer angegebene Ausmass von 50% könne objektiv nicht bestätigt
werden. Eine ca. 20-30%ige Leistungsminderung in der ausgeübten Tätigkeit als
Taxichauffeur sei aber gerechtfertigt. Diese Tätigkeit scheine optimal angepasst. Eine
körperlich schwere Tätigkeit wie jene als Lastwagenchauffeur sei dem
Beschwerdeführer nicht mehr zumutbar. Auf einen Einwand des Beschwerdeführers hin
hat der internistische Gutachter ergänzend festgehalten, medizinische Gründe, die
einer Behandlung der Schlafapnoe entgegenstünden, beispielsweise Missbildungen im
Gesicht oder eine nicht behandelbare, irreversible Nasenobstruktion, bestünden
vorliegend nicht. Die Dyspnoe sei wesentlich durch eine Dekonditionierung des
Beschwerdeführers verursacht. Die Erhebung der Befunde und die gestützt darauf
gestellten Diagnosen des internistischen Gutachters überzeugen. Ebenfalls überzeugt
die Einschätzung der vollständigen Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers in der
Tätigkeit als Lastwagenfahrer. Zu prüfen bleibt, ob auch die Arbeitsfähigkeitsschätzung
für eine adaptierte Tätigkeit überzeugt. Wie der internistische Gutachter festgehalten
hat, ist ein Schlafapnoe-Syndrom behandelbar. Gründe, weshalb dem
Beschwerdeführer eine Behandlung nicht zumutbar wäre, sind nicht ersichtlich. Der
Umstand, dass er bereits zweimal ohne Erfolg eine Therapie zur Behandlung des
Schlafapnoe-Syndroms gemacht hat, aber mit dem Gerät nicht klargekommen ist,
vermag daran nichts zu ändern. Damit besteht die Möglichkeit, dass sich die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers unter einer ihm zumutbaren Therapie zur
Behandlung des Schlafapnoe-Syndroms verbessern würde. Ob die Müdigkeit und die
Dyspnoe ihre (Mit-)Ursache in der medikamentösen Behandlung der Hepatitis B haben,
ist nicht abschliessend beurteilbar; der internistische Gutachter hat dies weder
bestätigt noch verneint. Somit ist offen, ob eine allfällige Anpassung der
medikamentösen Therapie zur Behandlung der Hepatitis B zu einer Verbesserung der
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers führen könnte. Die Fragen, wie hoch die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nach der Durchführung der entsprechenden
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medizinischen Eingliederungsmassnahmen wäre und ob dem Beschwerdeführer eine
Anpassung der medikamentösen Therapie zur Behandlung der Hepatitis B überhaupt
zumutbar wäre, können – wie die nachfolgenden Ausführungen zum Rentenanspruch
zeigen werden – aber offengelassen werden. Zu klären bleibt allerdings, ob der
internistische Gutachter seine Arbeitsfähigkeitsschätzung unter Berücksichtigung der
zumutbaren Behandlung des Schlafapnoe-Syndroms abgegeben hat. In der
ergänzenden Stellungnahme zum Gutachten hat er nämlich festgehalten (IV-
act. 105-3): "Zusammenfassend ist aus internmedizinischer Sicht ein wesentlicher Teil
der subjektiven Einschränkungen des Versicherten durch Behandlung und rehabilitative
Massnahmen überwindbar, so dass wir für das im Gutachten definierte
Anforderungsprofil an eine angepasste Tätigkeit nicht mehr als eine 20-30%
Leistungseinschränkung attestieren können". Diese Formulierung lässt sich so
interpretieren, dass nach einer zumutbaren Behandlung des Schlafapnoe-Syndroms
eine 20-30%ige Arbeitsunfähigkeit bestehen bliebe. Sie kann aber auch so verstanden
werden, dass ohne eine Behandlung des Schlafapnoe-Syndroms eine 20-30%ige
Arbeitsunfähigkeit besteht. Die Formulierung im internistischen Gutachten ist
demgegenüber präzis. Der Gutachter hat notiert (IV-act. 77-32): "Die Multimorbidität,
insbesondere die chronische Hepatitis B und das unbehandelte [Hervorhebung durch
das Versicherungsgericht] Schlafapnoe-Syndrom, erlauben eine körperlich schwere
Tätigkeit wie Lastwagenchauffeur nicht mehr. Für die jetzt durchgeführte Tätigkeit als
Taxichauffeur, wie auch jede andere körperlich leichte Tätigkeit, erachten wir eine
Arbeitsfähigkeit von 70 bis 80% als zumutbar. Dabei ist ein volles Pensum mit einer
Leistungseinschränkung von 20 bis 30% gegeben". Der internistische Gutachter hat
die dem Beschwerdeführer zumutbare Behandlung des Schlafapnoe-Syndroms somit
nicht in die Arbeitsfähigkeitsschätzung einbezogen, sondern die
Arbeitsfähigkeitsschätzung gestützt auf den Gesundheitszustand im
Untersuchungszeitpunkt abgegeben. Diese Interpretation überzeugt auch, weil der
internistische Gutachter klar festgehalten hat, die vom Beschwerdeführer angegebene
50%ige Arbeitsunfähigkeit lasse sich nicht objektivieren. Die
Arbeitsfähigkeitsschätzung ohne Berücksichtigung der zumutbaren Behandlung des
Schlafapnoe-Syndroms muss somit höher sein als 50%. Die aus internistischer Sicht
abgegebene Arbeitsunfähigkeitsschätzung von 20-30% ist in Anbetracht der
objektivierbaren Leistungseinschränkung sowie unter der Berücksichtigung, dass die
dem Beschwerdeführer zumutbare Behandlung des Schlafapnoe-Syndroms nicht in die
Arbeitsfähigkeitsschätzung miteinbezogen worden ist, überzeugend. Diese stellt auch
die in der Konsensbeurteilung abgegebene Gesamtarbeitsunfähigkeitsschätzung von
20-30% dar. Weil sich die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers unter einer
Behandlung des Schlafapnoe-Syndroms möglicherweise noch verbessern würde,
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handelt es sich hierbei um den maximalen Arbeitsunfähigkeitsgrad. Nach der
Auffassung des Bundesgerichts ist der Mittelwert von 25% massgebend (vgl. Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 21. April 2005, I 822/04, E. 4.4; Urteil des
Bundesgerichts vom 28. Dezember 2007, 9C_626/2007, E. 3.2). An sich wäre es
angezeigt, beim internistischen Gutachter eine Rückfrage zu stellen, wie seine
Arbeitsfähigkeitsschätzung unter Berücksichtigung einer fiktiven, erfolgreichen
Therapie zur Behandlung des Schlafapnoe-Syndroms ausfallen würde. Resultiert bei
einer 75%igen Arbeitsfähigkeit kein rentenbegründender Invaliditätsgrad, kann aus
verfahrensökonomischen Gründen auf eine Rückfrage aber verzichtet werden. Ebenso
kann offenbleiben, ob eine Anpassung der medikamentösen Therapie zur Behandlung
der Hepatitis B zu einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
führen könnte und ob ihm diese zumutbar wäre. Dies erlaubt es, auf dieser Grundlage
einen Einkommensvergleich durchzuführen.
Zu prüfen bleibt vorab, ob die Einwände des Beschwerdeführers Zweifel am
Gutachten zu wecken vermögen. Der Beschwerdeführer hat geltend gemacht, die
Gutachter hätten die starken gesundheitlichen Beeinträchtigungen unzureichend
berücksichtigt. Insbesondere hätten sie die Hals- und Lendenwirbelsäulenschmerzen
bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit zu Unrecht als nicht einschränkend angesehen.
Die Arbeitsfähigkeit betrage 50%, was sich auch im beruflichen Alltag als Taxifahrer
zeige. Des Weiteren hat er vorgebracht, die orthopädische Gutachterin habe nicht
berücksichtigt, dass er Einschränkungen beim längeren Sitzen und beim Heben von
Gegenständen habe. Im orthopädischen/traumatologischen Gutachten ist festgehalten
worden (IV-act. 77-38), der Beschwerdeführer habe angegeben, dass er Schmerzen
habe, wenn er den ganzen Tag "hocke". Die orthopädische/traumatologische
Gutachterin hat diese subjektiven Angaben des Beschwerdeführers somit
berücksichtigt. Sie hat auch die gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Hals- und
Lendenwirbelsäule berücksichtigt und diese als qualitative Einschränkungen der
verbliebenen Arbeitsfähigkeit eingestuft. Das Heben von schweren Lasten ist mit dem
Ausschluss einer körperlich schweren Tätigkeit als für den Beschwerdeführer ebenfalls
unzumutbar beurteilt worden. Wenn der Beschwerdeführer also geltend macht (act.
G 1 S. 12), das definierte Anforderungsprofil (wechselnde Positionen, Möglichkeit von
regelmässigen Pausen und Entspannung, kein Heben von schweren Lasten und keine
körperlich strengen Arbeiten) könne bei der Tätigkeit als Taxifahrer bestmöglich
berücksichtigt werden, deckt sich dieses mit dem allgemeinen Belastungsprofil der
Gutachter (körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit ohne Zwangshaltungen der
Halswirbelsäule). Dem Bedarf nach regelmässigen Pausen haben die Gutachter durch
eine quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit Rechnung getragen. Der
3.4.
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4.
Beschwerdeführer hat zudem eingewendet, er habe mit zahlreichen
Behandlungsmethoden und Therapien versucht, seine Leiden zu mildern. Eine
Gewichtsreduktion möge bei den meisten Patienten positiv wirken, auf sein
Beschwerdebild hätte diese allerdings keinen massgeblichen Einfluss. Diesbezüglich ist
auf die Ausführungen in E. 3.3 zu verweisen. Die Einwände des Beschwerdeführers
vermögen deshalb keine Zweifel am Gutachten zu wecken.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass auf das Gutachten der SMAB AG
abzustellen ist. In Bezug auf die verbliebene Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
stellt die Arbeitsunfähigkeitsschätzung der Gutachter von 25% den maximal möglichen
Arbeitsunfähigkeitsgrad dar. Damit steht mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit fest, dass dem Beschwerdeführer eine körperlich leichte,
wechselbelastende Tätigkeit ohne Zwangshaltungen der Halswirbelsäule zumutbar
gewesen ist. Die Arbeitsunfähigkeit in einer diesem Belastungsprofil entsprechenden
Tätigkeit hat maximal 25% betragen, dies seit Ende 2013.
3.5.
Auf der Grundlage der überwiegend wahrscheinlich 75% betragenden
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ist der von der Beschwerdegegnerin
vorgenommene Einkommensvergleich zu überprüfen. Der Beschwerdeführer hat keinen
Beruf erlernt. Er hat zunächst als Saisonnier in der Schweiz gearbeitet und sich im Jahr
19_ hier niedergelassen (vgl. IK-Auszug, IV-act. 9, und die Angaben im Gutachten).
Von 1998 bis 2011 hat er bei der G._ AG als Lastwagenfahrer gearbeitet.
Anschliessend hat er Arbeitslosengelder bezogen und dann bei einem anderen
Transportunternehmen gearbeitet. Seit dem Jahr 2013 arbeitet er als Taxifahrer,
zunächst bei H._ und von Dezember 2014 bis Mai 2017 bei der B._ GmbH (zum
Ganzen vgl. IK-Auszug, IV-act. 9, sowie act. G 1). Seit November 2017 arbeitet er als
Taxifahrer beim F._. Unabhängig davon, ob der Beschwerdeführer die Tätigkeit als
Lastwagenchauffeur gesundheitsbedingt aufgegeben hat, besteht die Validenkarriere in
einer Tätigkeit als Lastwagenchauffeur: Das in der Invalidenversicherung versicherte
Gut, die "Validität", entspricht der Erwerbsfähigkeit der versicherten Person, das heisst
deren Erwerbsmöglichkeiten auf dem allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG e contrario). Der Beschwerdeführer hat bei der G._ AG im Jahr
2010 ein Einkommen in der Höhe von Fr. 71'379.-- erzielt (IK-Auszug, IV-act. 9). Dieses
ist markant höher als jenes als Taxifahrer bei der B._ GmbH, welches gemäss dem
Arbeitgeberbericht vom 3. Juli 2015 (IV-act. 8) von Februar bis Juni 2015 Fr. 3'200.--
monatlich (bzw. bei 12 Monatslöhnen Fr. 38'400.-- im Jahr) betragen hat. Die valide
Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers hat somit der Tätigkeit als
4.1.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 21/23
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Lastwagenchauffeur entsprochen. Es ist überwiegend wahrscheinlich, dass der
Beschwerdeführer ohne gesundheitliche Beeinträchtigung weiter als
Lastwagenchauffeur gearbeitet hätte. Das höchste bei der G._ AG erzielte
Jahreseinkommen ist jenes im Jahr 2010 in der Höhe von Fr. 71'379.-- gewesen.
Dieses ist auf den Zeitpunkt des potentiellen Rentenbeginns aufzurechnen. Der
Beschwerdeführer hat sich im Juni 2015 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung angemeldet. Seit den gastroenterologischen und kardio-
pulmonalen Abklärungen im Jahr 2013 ist er in der angestammten Tätigkeit als
Lastwagenchauffeur vollständig arbeitsunfähig gewesen. Das Wartejahr gemäss Art. 28
Abs. 1 lit. b IVG ist im Zeitpunkt der Anmeldung damit offenkundig bereits erfüllt
gewesen. Da der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach der
Geltendmachung des Leistungsanspruchs entsteht (Art. 29 Abs. 1 IVG), ist der
potentielle Rentenbeginn somit am 1. Dezember 2015 gewesen. Das
Valideneinkommen ist anhand des Schweizerischen Lohnindexes (Basis 2010,
NOGA08) des Bundesamts für Statistik, Nominallohnindex Männer 2011-2018, T1.1.10,
Wirtschaftszweig Verkehr und Lagerei, aufzurechnen. Für das Jahr 2015 beträgt es
somit Fr. 72'949.-(Fr. 71'379.-- x 102.2 : 100).
In Bezug auf die Bemessung des zumutbarerweise erzielbaren
Invalideneinkommens ist massgebend, welche Tätigkeit der Beschwerdeführer nach
dem Eintritt der Invalidität auf dem allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch
ausüben könnte, das heisst worin seine verbliebene Erwerbsfähigkeit besteht (vgl.
Art. 16 ATSG). Der Beschwerdeführer hat keine Berufsausbildung absolviert. Ihm steht
deshalb nur eine Invalidenkarriere als Hilfsarbeiter offen. Der Beschwerdeführer hat
geltend gemacht, die Invalidenkarriere bestehe in der Tätigkeit als Taxifahrer. Er hat
sich dabei auf die Auffassung des Bundesgerichts berufen, wonach bei einer
versicherten Person, die nach dem Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit ausübe,
beim Invalideneinkommen auf den tatsächlich erzielten Verdienst abzustellen sei, wenn
– kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben seien und anzunehmen
sei, dass die versicherte Person die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer
Weise voll ausschöpfe und das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen
und nicht als Soziallohn erscheine (BGE 135 V 301, E. 5.2). Er hat angeführt, ein
Berufswechsel sei ihm, auch angesichts seines fortgeschrittenen Alters, nicht
zumutbar. Bei der Ermittlung der Invalidenkarriere ist konsequenterweise darauf
abzustellen, in welcher Tätigkeit der Beschwerdeführer seine verbliebene
Erwerbsfähigkeit bestmöglich ausschöpfen könnte. Die Invalidenkarriere besteht somit
in der Regel, gleich wie die Validenkarriere, aus einer Fiktion. Eine real ausgeübte
Tätigkeit ist nur relevant und als Invalidenkarriere zu qualifizieren, wenn – kumulativ –
4.2.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 22/23
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der verbliebene Arbeitsfähigkeitsgrad voll ausgeschöpft wird, die Tätigkeit der
Berufsausbildung entspricht und diese angemessen entlöhnt wird. Ist dem
Beschwerdeführer eine Tätigkeit als Hilfsarbeiter zumutbar, muss das konkret erzielte
Einkommen also mindestens gleich hoch wie der Zentralwert des Einkommens für
einen Hilfsarbeiter gemäss der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik
sein. Vorliegend beträgt das Einkommen des Beschwerdeführers in der Anstellung als
Taxifahrer beim F._ Fr. 1'600.-- pro Monat bei einem Pensum von 50% (IV-act. 107).
Im Jahr 2015 hat es bei einem vollen Pensum Fr. 3'200.-- (bzw. bei 12 Monatslöhnen
Fr. 38'400.-- im Jahr) betragen und ist damit gleich hoch gewesen. Der Zentralwert des
Einkommens für einen Hilfsarbeiter hat sich im Jahr 2015 auf Fr. 66'633.-- belaufen
(vgl. Anhang 2 der IV-Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2019). Auf den
tatsächlich erzielten, tieferen Lohn als Taxifahrer ist deshalb nicht abzustellen, zumal
der Beschwerdeführer mit dem 50%-Pensum seine verbliebene Arbeitsfähigkeit von
mindestens 75% nicht voll ausschöpft. Ein Berufswechsel ist dem Beschwerdeführer
zumutbar. Invalidenversicherungsrechtlich können nämlich einzig gesundheitliche
Beeinträchtigungen zu einer Unzumutbarkeit eines Berufswechsels führen. Andere
Gründe wie eine drohende Arbeitslosigkeit können keine Rolle spielen, denn dies
würde zu einer Vermischung des Risikos der Invalidität und des in der
Invalidenversicherung nicht versicherten Risikos der Arbeitslosigkeit führen. Für die
Berechnung des zumutbaren Invalideneinkommens ist somit von einem Einkommen in
der Höhe von Fr. 66'633.-- auszugehen. Das (fiktive) Einkommen in der Höhe von
Fr. 66'633.-- ist gemäss dem maximalen Arbeitsunfähigkeitsgrad um 25% zu
reduzieren, was einen Betrag von Fr. 49'975.-- ergibt. Der Beschwerdeführer kann nur
noch körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeiten ohne Zwangshaltungen der
Halswirbelsäule ausüben. Im Vergleich zu einem gesunden, zu 75% beschäftigten
Hilfsarbeiter wird sein Einkommen tiefer sein. Aus der Sicht eines
betriebswirtschaftlich-ökonomisch handelnden Arbeitgebers ist der Wert der
Arbeitsleistung des Beschwerdeführers nämlich vermindert, da der Beschwerdeführer
unfähig wäre, sich an einem nicht adaptierten Arbeitsplatz einsetzen zu lassen oder
vorübergehend Überstunden zu leisten. Längerfristig betrachtet bestünde zudem das
Risiko von vermehrten krankheitsbedingten Absenzen. Geht man von einem
ökonomischen Invaliditätsbegriff aus bzw. will man einen Soziallohnanteil ausscheiden,
ist wegen diesen Nachteilen, die zwingend zu einem Minderlohn führen würden, bei der
Ermittlung des Ausgangswerts des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens
eine Korrektur vom Zentralwert vorzunehmen. Vorliegend sind die ökonomischen
Nachteile als gering zu qualifizieren und rechtfertigen nur einen kleinen Abzug: Mit
einem maximalen Tabellenlohnabzug von 10% wird diesen Nachteilen grosszügig
Rechnung getragen. Damit beläuft sich das zumutbare Invalideneinkommen auf
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 23/23
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5.
Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem
Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich dem Beschwerdeführer
aufzuerlegen. Sie ist durch den von diesem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.--
gedeckt.