Decision ID: eb78e3d0-3d70-5904-83fc-689b3f516bb7
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- A.X., geb. 00. August 1987, ist gelernter Strassenbauer, derzeit aber arbeitslos. Er
ist ledig und wohnt bei seinem Vater in St. Gallen. In den Jahren 2007 und 2008
arbeitete er zeitweise bei der Y SA, Genf, und bezog daneben Arbeitslosentaggelder.
Gemäss eigenen Angaben ist er ausgesteuert und erhält von der
Arbeitslosenversicherung keine Beiträge mehr.
In den Steuererklärungen 2007 und 2008 deklarierte er ein steuerbares Einkommen von
Fr. 22'436.-- beziehungsweise Fr. 27'945.-- und kein Vermögen. Dies führte für die
Staats- und Gemeindesteuern zu Steuerbeträgen von Fr. 2'116.50 für das Jahr 2007
und Fr. 3'130.95 für das Jahr 2008 sowie zu direkten Bundessteuern in der Höhe von
Fr. 71.45 für das Jahr 2007 und Fr. 118.30 für das Jahr 2008.
B.- Am 2./30. Dezember 2009 stellte A.X. ein Erlassgesuch für die noch ausstehenden
Steuern der Jahre 2007 bis 2009. Das Steueramt der Stadt St. Gallen lehnte den Erlass
der Staats- und Gemeindesteuern 2007 und 2008 in der Höhe von Fr. 616.50 bzw.
Fr. 3'130.95 sowie der direkten Bundessteuer 2008 von Fr. 118.30 mit Entscheiden
vom 11. Januar 2010 ab.
Mit Eingabe vom 10. Februar 2010 erhob A.X., inzwischen vertreten durch seinen Vater
B.X., gegen diese Erlassentscheide Rekurs bzw. Beschwerde bei der
Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag, die Steuern wenigstens teilweise zu
erlassen. Am 8. März 2010 ergänzte er die Eingabe und reichte das Formular zur
Darstellung der wirtschaftlichen Verhältnisse ein. Das kantonale Steueramt reichte die
Vorakten am 26. März 2010 ein.
Mit verfahrensleitender Verfügung vom 20. April 2010 wurde der Rekurrent und
Beschwerdeführer aufgefordert, einen Kostenvorschuss von Fr. 500.-- zu leisten. Der
Betrag wurde am 14. Mai 2010 bezahlt.
C.- Am 29. Juni 2010 widerrief das Kantonale Steueramt die beiden Erlassentscheide
vom 11. Januar 2010 und entschied gleichzeitig, auf das Gesuch um Erlass der Staats-
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und Gemeindesteuern 2009 (Fr. 1'800.--) und 2007 (Fr. 616.50) werde mangels
Rechtskraft der Veranlagung bzw. wegen der bereits eingeleiteten Betreibung des
Steuerbetrages nicht eingetreten. Die Gesuche um Erlass der Staats- und
Gemeindesteuern 2008 und der direkten Bundessteuer 2008 in der Höhe von
Fr. 3'130.95 bzw. Fr. 118.30 wurden abgewiesen.
Mit verfahrensleitender Verfügung vom 26. Juli 2010 wurde das Verfahren gegen die
neuen Entscheide des Kantonalen Steueramtes fortgesetzt.
Mit Vernehmlassung vom 30. August 2010 beantragte die Vorinstanz die Abweisung
des Rekurses bzw. der Beschwerde. Der Rekurrent und Beschwerdeführer nahm mit
Eingabe vom 14. September 2010 noch einmal Stellung. Die Beschwerdebeteiligte
verzichtete stillschweigend auf eine Vernehmlassung.
Auf die von den Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge gemachten
Ausführungen und die Akten wird, soweit notwendig, in den nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurs- und Beschwerdeerhebung ist gegeben. Der Rekurs bzw. die Beschwerde vom
10. Februar 2010 (Eingang: 11. Februar 2010) ist rechtzeitig eingereicht worden. Er
bzw. sie erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen
(Art. 194 Abs. 1 und Art. 224 Abs. 4 des Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt: StG;
Art. 48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP,
bzw. Art. 6 der Verordnung des Eidgenössischen Finanzdepartements über die
Behandlung von Erlassgesuchen für die direkte Bundessteuer, SR 642.121, abgekürzt:
Steuererlassverordnung, in Verbindung mit Art. 2 lit. f und Art. 7 Abs. 1 der Verordnung
zum Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, sGS 815.1, abgekürzt: Verordnung
zum DBG; zur 30-tägigen Frist vgl. VRKE I/2-2009/22 + 53 vom 30. März 2010, E. 1).
Auf den Rekurs und die Beschwerde ist einzutreten.
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2.- Anfechtungsobjekt sind die Erlassentscheide des kantonalen Steueramtes vom 29.
Juni 2010 betreffend Staats- und Gemeindesteuern 2007 bis 2009 und direkte
Bundessteuer 2008. Das Erlassgesuch betraf die Steuerjahre 2007 bis 2009 (act. 10/Id
und e). Die Erlassentscheide vom 11. Januar 2010, welche das Steueramt der Stadt St.
Gallen im Auftrag des kantonalen Steueramtes erliess (Art. 224 Abs. 3 StG), wurden in
der Folge vom kantonalen Steueramt widerrufen und durch die erwähnten
Erlassentscheide ersetzt. Der Rekurs und die Beschwerde richten sich sinngemäss
auch gegen die während dem hängigen Verfahren ergangenen Entscheide des
kantonalen Steueramtes. Materiell zu prüfen ist der Erlass lediglich hinsichtlich der
Staats- und Gemeindesteuern 2008 sowie der direkten Bundessteuer 2008. Für die
Staats- und Gemeindesteuern 2007 und 2009 erging ein Nichteintretensentscheid,
womit nur zu prüfen bleibt, ob die Vorinstanz zu Recht nicht auf das Erlassgesuch
eingetreten ist.
3.- a) Gemäss kantonalem Steuergesetz kann Steuerpflichtigen, die in Not geraten sind
oder für welche die Bezahlung der Steuern, der Zinsen, der Bussen oder der Kosten
eine grosse Härte bedeutet, der geschuldete Betrag gestundet oder ganz oder
teilweise erlassen werden (Art. 224 Abs. 1 StG). Auch das Bundesgesetz über die
direkte Bundessteuer (SR 642.11, abgekürzt: DBG) kennt den Steuererlass. Dem
Steuerpflichtigen, für den infolge einer Notlage die Bezahlung der Steuer, eines Zinses
oder einer Busse wegen Übertretung eine grosse Härte bedeuten würde, können die
geschuldeten Beträge ganz oder teilweise erlassen werden (Art. 167 Abs. 1 DBG). Dem
Wesen nach handelt es sich beim Steuererlass um den nachträglichen Verzicht des
Gemeinwesens auf einen ihm zustehenden steuerrechtlichen Anspruch. Anlass dazu
geben vor allem Rücksichten auf die Person des Schuldners. Dieser soll aus
humanitären, sozialpolitischen oder volkswirtschaftlichen Gründen nicht in seiner
wirtschaftlichen Existenz gefährdet werden. Die Grundsätze einer gesetzmässigen
Verwaltung und der Rechtsgleichheit legen es allerdings nahe, dass der Gesetzgeber
klare Vorgaben schafft. Die Tendenz, den Steuererlass nicht mehr bloss dem freien
Ermessen der zuständigen Behörde anheim zu stellen, sondern von näher
umschriebenen Voraussetzungen abhängig zu machen und dann auch einen
eigentlichen, durchsetzbaren Rechtsanspruch zu begründen, setzt sich immer mehr
durch. Aus Gründen der rechtsgleichen Behandlung der Steuerpflichtigen muss der
Steuererlass jedoch eine seltene Ausnahme bleiben, welche nur unter bestimmten
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Voraussetzungen gewährt wird (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 11. Juni
2009, A-3663/2007, E. 2.2, publiziert in StR 2009 S. 672 ff.).
Während im Kanton St. Gallen keine näheren Vollzugsvorschriften auf Gesetzes- oder
Verordnungsstufe existieren, wird die Behandlung der Erlassgesuche auf Bundesebene
in der Steuererlassverordnung geregelt. Im Kanton St. Gallen sind weitere
Erläuterungen dem St. Galler Steuerbuch zu entnehmen (StB 224 Nr. 1).
Ziel und Zweck des Erlassverfahrens ist gemäss Art. 1 Steuererlassverordnung eine
langfristige und dauernde Sanierung der wirtschaftlichen Lage der steuerpflichtigen
Person. Der Erlass hat der steuerpflichtigen Person und nicht ihren Gläubigern zugute
zu kommen. Der Steuererlass ist ausschliesslich im Zusammenhang mit der
Steuervollstreckung zu verstehen. Es kann nicht darum gehen, die Begründetheit einer
Steuerforderung zu prüfen und allenfalls die Veranlagung zu korrigieren. Das
Erlassverfahren ersetzt weder das Rechtsmittel-, noch das Revisionsverfahren (Art. 1
Abs. 2 Steuererlassverordnung). Falls die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind,
besteht ein Anspruch auf Erlass der Steuerforderung (Art. 2 Abs. 1
Steuererlassverordnung). Dabei ist unerheblich, aus welchem Grund die
steuerpflichtige Person in die geltend gemachte Notlage geraten ist (Art. 2 Abs. 2
Steuererlassverordnung, vorbehältlich Art. 10 Abs. 2 Steuererlassverordnung). Die
Erlassbehörde berücksichtigt bei ihrem Entscheid die gesamten wirtschaftlichen
Verhältnisse der steuerpflichtigen Person. Massgebend ist dabei in erster Linie die
Situation im Zeitpunkt des Entscheides, daneben auch die Entwicklung seit der
Veranlagung, auf die sich das Erlassbegehren bezieht, sowie die Aussichten für die
Zukunft (Art. 3 Abs. 1 Steuererlassverordnung). Übliche Schwankungen in den
Einkommensverhältnissen der steuerpflichtigen Person werden in der Veranlagung
periodisch erfasst und bilden keinen Erlassgrund. Hat sich die steuerpflichtige Person
freiwillig ihrer Einkommensquellen oder Vermögenswerte entäussert, so wird ein
solcher Einkommens- oder Vermögensrückgang bei der Beurteilung des Erlassgesuchs
nicht berücksichtigt (Art. 12 Steuererlassverordnung). Die Behörde überprüft, ob für die
steuerpflichtige Person Einschränkungen in der Lebenshaltung geboten und zumutbar
sind oder gewesen wären. Solche gelten grundsätzlich als zumutbar, wenn die
Auslagen die nach den Ansätzen für die Berechnung des betreibungsrechtlichen
Existenzminimums (Art. 93 des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs
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[SR 281.1, abgekürzt: SchKG]) sich ergebenden Lebenshaltungskosten übersteigen.
Wäre eine fristgerechte Zahlung im Zeitpunkt der Fälligkeit möglich gewesen, so ist
dies im Erlassentscheid zu berücksichtigen (Art. 3 Abs. 2 und 3
Steuererlassverordnung).
Eine Notlage liegt vor, wenn der ganze geschuldete Betrag in einem Missverhältnis zur
finanziellen Leistungsfähigkeit der steuerpflichtigen Person steht. Bei natürlichen
Personen ist ein Missverhältnis insbesondere dann gegeben, wenn die Steuerschuld
trotz Einschränkung der Lebenshaltungskosten auf das Existenzminimum in
absehbarer Zeit nicht vollumfänglich beglichen werden kann. In jedem Fall liegt eine
Notlage vor bei Einkommens- und Vermögenslosigkeit oder wenn die öffentliche Hand
für die Lebenshaltungskosten der steuerpflichtigen Person und deren Familie
aufkommen muss (Art. 9 Steuererlassverordnung). Als Ursachen, die zur einer Notlage
führen, werden namentlich anerkannt (Art. 10 Abs. 1 Steuererlassverordnung):
a. eine wesentliche Verschlechterung der wirtschaftlichen Verhältnisse der
steuerpflichtigen Person seit der Veranlagung, auf die sich das Erlassgesuch
bezieht, zufolge längerer Arbeitslosigkeit, drückender Familienlasten oder
Unterhaltspflichten;
b. eine starke Überschuldung als Folge von ausserordentlichen Aufwendungen,
die in den persönlichen Verhältnissen begründet sind und für die die
steuerpflichtige Person nicht einzustehen hat;
c. erhebliche Geschäfts- und Kapitalverluste bei Selbständigerwerbenden
und juristischen Personen, wenn dadurch die wirtschaftliche Existenz der
Unternehmung sowie Arbeitsplätze gefährdet sind. Ein Erlass soll jedoch
in der Regel nur dann gewährt werden, wenn auch die anderen gleichrangigen
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Gläubiger auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten.
d. hohe Krankheitskosten, die nicht von Dritten getragen werden, sowie
Pflegekosten, soweit sie für die steuerpflichtige Person eine Notlage
herbeiführen.
Liegen andere Gründe für die Überschuldung vor, z.B. geschäftliche Misserfolge,
Bürgschaftsverpflichtungen, hohe Grundpfandschulden, Kleinkreditschulden als Folge
eines überhöhten Lebensstandards usw., kann der Bund nicht zugunsten anderer
Gläubiger auf seine gesetzlichen Ansprüche verzichten. Verzichten andere Gläubiger
ganz oder teilweise auf ihre Forderungen, kann ein Erlass im selben prozentualen
Umfang gewährt werden (Art. 10 Abs. 2 Steuererlassverordnung). Ist eine
steuerpflichtige Person überschuldet, so befindet sie sich zwar in besonders
schwierigen Verhältnissen. Weil ihre Mittel aber nicht zur Befriedigung aller Gläubiger
ausreichen, würde nicht sie selbst von einem Verzicht der Steuerbehörden profitieren,
sondern primär ihre übrigen Gläubiger, welche beim Zugriff auf das pfändbare
Einkommen und Vermögen einen Konkurrenten verlieren. Es ist daher sachlich haltbar,
wenn unter diesen Umständen von einem Steuererlass abgesehen wird. Wenn jedoch
sämtliche Gläubiger in gleichem Mass wie die Steuerbehörden auf ihre Forderung
verzichten, kommt ein Steuererlass trotz Überschuldung in Frage (StR 2009 S. 674;
BGE 2P.307/2004). Vorhandenes Vermögen schliesst den Steuererlass nicht von
Vornherein aus. Massgebend ist vielmehr, ob die Belastung oder Verwertung dieses
Vermögens als zumutbar erscheint. Dabei ist das Vermögen zum Verkehrswert
einzusetzen (Art. 11 Steuererlassverordnung).
Der Begriff der grossen Härte wird in der Verordnung nicht näher definiert. Er lässt sich
indessen von der Notlage nicht scharf abgrenzen. Art. 9 Steuererlassverordnung
erwähnt unter dem Titel der Notlage auch Punkte, welche gleichzeitig als Element der
grossen Härte bezeichnet werden könnten, etwa das Missverhältnis zwischen dem
geschuldeten Betrag und der finanziellen Leistungsfähigkeit der steuerpflichtigen
Person (Zweifel/Athanas, Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bd. I/2b, 2.
Aufl. 2008, N 18 zu Art. 167 DBG). Im Unterschied zum DBG nennt Art. 224 Abs. 1 StG
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die grosse Härte als selbständige Erlassvoraussetzung. Während das Kriterium der
Notlage einzig die wirtschaftliche Lage der steuerpflichtigen Person berücksichtigt,
können unter dem Aspekt der grossen Härte auch andere Umstände massgebend sein,
namentlich die Unbilligkeit (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG,
2. Aufl. 2009, N 30 zu Art. 167 DBG).
b) Der Rekurrent und Beschwerdeführer macht im Wesentlichen geltend, ohne
Einkommen sei es ihm nicht möglich, die ausstehenden Steuern zu bezahlen. Er habe
versucht, diese zu begleichen, als er noch regelmässig ein Einkommen erzielt habe.
Selbst wenn er nun wieder eine Anstellung fände, wäre es unmöglich die
Steuerausstände zu begleichen, da wiederum neue Steuern hinzu kämen. Ein
Steuererlass würde ihm einen Neustart ohne drückende Schulden erlauben.
Die Vorinstanz hält dem entgegen, es bestünden Forderungen von Drittgläubigern,
welche teilweise getilgt worden seien. Es gehe nicht an, dass der Rekurrent und
Beschwerdeführer Schulden abbaue, ohne die Steuerbehörden zu berücksichtigen. Im
Weiteren habe das Amt für Militär und Zivilschutz zwei Lohnpfändungen angestrebt.
Die Tilgung von Verpflichtungen gegenüber Dritten den Forderungen der
steuerberechtigten Gemeinwesen bzw. der öffentlichen Hand voranzustellen, werde
nicht akzeptiert und könne nicht mit einem Steuererlass honoriert werden, selbst wenn
die derzeit laufend erarbeiteten Mittel der steuerpflichtigen Person nicht ausreichen
würden, um das betreibungsrechtliche Minimum zu decken und die Steuerschulden zu
begleichen. Auf die Berechnung der monatlich frei verfügbaren Quote könne deshalb
verzichtet werden. Das Ziel des Erlasses werde klar verfehlt.
c) Der Rekurrent und Beschwerdeführer verfügt weder über Einkommen noch
Vermögen. Er befindet sich deshalb in einer Notlage im Sinne der Steuergesetzgebung
(vgl. Art. 9 Abs. 2 Steuererlassverordnung). Ein Steuererlass ist aber nur zulässig, wenn
er der steuerpflichtigen Person selbst und nicht ihren Gläubigern zugutekommt (Art. 1
Abs. 2 Steuererlassverordnung).
In den Steuererklärungen 2007 und 2008 ist eine Schuld gegenüber der Z Bank
ausgewiesen. Der Schuldsaldo betrug per Ende 2007 Fr. 12'935.-- (Schuldzinsen:
Fr. 1'527.05) und reduzierte sich bis Ende 2008 auf Fr. 9'844.80 (Schuldzinsen:
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Fr. 1'247.10). In der Darstellung der wirtschaftlichen Verhältnisse, welche am 5. März
2010 eingereicht wurde, ist diese Position nicht mehr aufgeführt, weil der Kredit vom
Vater des Rekurrenten und Beschwerdeführers abgelöst wurde (act. 22). Der Vater ist
in der erwähnten Darstellung der wirtschaftlichen Verhältnisse als Gläubiger über eine
Summe von rund Fr. 15'000.-- aufgeführt. Im Fragebogen betreffend Erlassgesuch,
welcher der Vorinstanz zwei Monate früher, am 5. Januar 2010, übergeben wurde, ist
die Schuld gegenüber dem Vater noch mit Fr. 20'000.-- beziffert (act. 10/Id). Auf
diesem Gesuch war zudem, nebst anderen Schulden, eine Forderung der W über
Fr. 1'000.-- mit monatlichen Amortisationsraten von Fr. 100.-- verzeichnet. Diese
Position blieb später in der Darstellung der wirtschaftlichen Verhältnisse für den Erlass
unerwähnt (act. 4). Im Auszug aus dem Betreibungsregister über den Zeitraum vom
1. Januar 2005 bis 11. August 2010 sind zudem Einkommenspfändungen des
Steueramtes St. Gallen (Fr. 431.50) und des Amtes für Militär und Zivilschutz
(Fr. 549.65 und Fr. 891.75) in der Höhe von insgesamt Fr. 1'872.90 ausgewiesen. Ohne
Einbezug der dem Erlassgesuch zugrunde liegenden offenen Steuerbeträge ergibt sich
damit folgende Schuldensituation:
Datum 31.12.2007 31.12.2008 05.01.2010
31.10.2010
Gläubiger
Z Bank Fr. 12'935.00 Fr. 9'844.80 Fr. -
Fr. -
Vater k.A. k.A. Fr. 20'000.00 Fr.
15'000.00
W k.A. k.A. Fr. 1'000.00
Fr. -
Steueramt St. Gallen k.A. k.A. Fr. 431.50 Fr.
431.50
Amt für Militär und ZS k.A. k.A. Fr. 549.65 Fr.
1'441.40
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Total Fr. 12'935.00 Fr. 9'844.80 Fr. 21'981.15 Fr.
16'872.90
Aus dieser Zusammenstellung, die das Jahr 2009 aufgrund fehlender Angaben in den
Akten nicht berücksichtigt, ist erkennbar, dass eine erhebliche Schuldenlast besteht.
Auch wenn die Schuld gegenüber der Z Bank neu geordnet und vom Vater
übernommen wurde, so besteht sie trotzdem noch in Form eines (unverzinslichen)
Darlehens gegenüber dem Vater weiter. Gegenteiliges ist den Akten nicht zu
entnehmen.
Die wirtschaftlichen Verhältnisse des Rekurrenten und Beschwerdeführers haben sich
zweifellos seit den Steuerveranlagungen 2007, 2008 und 2009 aufgrund der
Arbeitslosigkeit und der Aussteuerung in der Arbeitslosenversicherung wesentlich
verschlechtert. Ursächlich für die jetzige Situation scheint aber der Kleinkredit der Z
Bank zu sein, der inzwischen vom Vater abgelöst wurde; die Schuld an sich besteht
aber immer noch. Aus den Akten geht nicht hervor, unter welchen Umständen dieser
Kredit beansprucht wurde und wie hoch er ursprünglich war. Insbesondere macht der
Rekurrent und Beschwerdeführer nicht geltend, der Kredit sei zufolge
ausserordentlicher Aufwendungen, die in den persönlichen Verhältnissen begründet
sind und für die er nicht einzustehen hat, oder zufolge hoher Krankheits- oder
Pflegekosten beansprucht worden (Art. 10 Abs. 1 Steuererlassverordnung). Es ist
deshalb von einer typischen Kleinkreditschuld auszugehen, welche einem – dem
Einkommen nicht angepassten –überhöhten Lebensstandard diente. In solchen Fällen
kann der Fiskus nicht zugunsten anderer Gläubiger auf die gesetzlichen Ansprüche
verzichten (Art. 10 Abs. 2 Steuererlassverordnung).
Dies ist aber im hier zu beurteilenden Fall nicht entscheidend. Die Voraussetzungen für
einen Erlass sind ohnehin nur dann erfüllt, wenn die Begleichung der Steuerforderung
zu einer Gefährdung der wirtschaftlichen Existenz des Steuerpflichtigen führt und für
diesen ein Opfer bedeuten würde (Weidmann/Grossmann/Zigerlig, Wegweiser durch
das st. gallische Steuerrecht, 6. Auflage 1999, S. 411). Darauf kann sich der Rekurrent
und Beschwerdeführer nicht berufen. Wie die Zusammenstellung der
Schuldenpositionen zeigt, befindet er sich nämlich bereits in einer wirtschaftlich
gefährdeten Situation, welche durch den Steuererlass nicht entscheidend zu
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verbessern ist. Profitieren würden davon die übrigen Gläubiger, welche im Falle einer
Verbesserung der wirtschaftlichen Situation des Rekurrenten und Beschwerdeführers
erhöhte Chancen auf Rückzahlung ihrer Forderungen hätten. Damit kann das
grundlegende Ziel eines Steuererlasses, nämlich die langfristige und dauernde
Sanierung der wirtschaftlichen Lage, im Fall des Rekurrenten und Beschwerdeführers
nicht erreicht werden (Art. 1 Abs. 2 Steuererlassverordnung). Dies ist nur im Rahmen
einer Entschuldung unter Beteiligung aller Gläubiger möglich.
d) Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich der Rekurrent und Beschwerdeführer
in einer Notlage befindet, da er weder über Einkommen noch Vermögen verfügt. Seine
Schuldensituation ist aber derart drückend, dass ein Steuererlass seine wirtschaftliche
Lage nicht langfristig und nachhaltig verbessern könnte. Es ist davon auszugehen,
dass von einem Verzicht der Steuerbehörden Dritte profitieren würden. Damit würde
aber der Zweck des Steuererlasses verfehlt, der eben gerade darin liegt, dass er dem
Steuerpflichtigen und nicht Dritten zugutekommt (Urteil des Bundesgerichts 2P.
307/2004 vom 9. Dezember 2004, E. 3.2). Dem Steuerpflichtigen wird im Übrigen
zugemutet, dass er seinen Zahlungspflichten gegenüber dem Fiskus in gleichem
Umfang wie gegenüber privaten Gläubigern nachkommt (Weidmann/Grossmann/
Zigerlig, a.a.O., S. 411). Eine nachhaltige Entlastung der angespannten finanziellen
Situation könnte deshalb nur im Rahmen einer Gesamtsanierung, bei der alle Gläubiger
ganz oder teilweise auf ihre Forderungen verzichten müssten, erzielt werden. In diesem
Fall stünde einem Steuererlass im selben prozentualen Umfang nichts entgegen. Unter
den aktuellen Umständen ist es aber nicht sachgerecht, dass der Fiskus vorauseilend
auf seine Forderungen verzichtet (vgl. VRKE I/2-2010/14 vom 25. November 2010 i.S.
B.Z., E. 2c).
Deshalb ist von einem Steuererlass abzusehen und der Rekurs abzuweisen, soweit die
Vorinstanz das Erlassgesuch für die Staats- und Gemeindesteuern 2008 und der
direkten Bundessteuer 2008 abgewiesen hat.
e) Hinsichtlich der Staats- und Gemeindesteuer 2007 und 2009 ist lediglich zu prüfen,
ob die Vorinstanz zu Recht nicht auf das Erlassgesuch eingetreten ist. Aus den Akten
ergibt sich, und es ist unbestritten, dass für die Staats- und Gemeindesteuern 2007 die
Betreibung bereits eingeleitet wurde und die Staats- und Gemeindesteuern 2009 noch
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nicht rechtskräftig veranlagt wurden. Damit sind die Voraussetzungen für ein Eintreten
auf das Erlassgesuch nicht erfüllt (Art. 224 Abs. 2 StG; Weidmann/Grossmann/ Zigerlig,
a.a.O., S. 411; GVP 1983 Nr. 25), womit der Rekurs und die Beschwerde auch
diesbezüglich abzuweisen sind. Im Übrigen ergibt sich aus den vorangehenden
Erwägungen, dass ein Erlassgesuch im Falle des Eintretens abzuweisen wäre.
4.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten dem Rekurrenten
und Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Angemessen ist eine
Entscheidgebühr von Fr. 500.-- (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung,
sGS 941.12). Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 500.-- ist zu verrechnen.