Decision ID: 7ebb6226-b4e5-4251-bb95-14f946800013
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ wurde am 9. Mai 2014 durch Dr.med. B._, Facharzt für Innere Medizin
FMH, erneut bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug angemeldet. Der
Hausarzt führte aus, die Behandlung im Psychiatriezentrum C._ zeige keine Wirkung.
Dem Versicherten gehe es psychisch sehr schlecht, er sei gereizt, ruhelos, klage nicht
nur über eine rechtsseitige, sondern eine nun beidseitige Ischialgie mit verkürzter
Gehstrecke. Die von einem neuen Rheumatologen empfohlene physikalische Therapie
halte er nach langjähriger Erfahrung und als behandelnder Arzt des Versicherten für
sinnlos. Er ersuche um nochmalige Aufnahme des Falles und um Bestätigung einer
Erwerbsunfähigkeit von 100% als Bauarbeiter (IV-act. 162).
A.b Vorgängige Gesuche waren mit Verfügung vom 21. Mai 1996 (IV-act. 19 f.) und
vom 15. April 1998 (IV-act. 36) abgewiesen worden. Nach einer Wiederanmeldung am
8. März 2002 (IV-act. 39) war beim Versicherten am 5. September 2002 eine
Dekompression LWK 4/5 rechts und Zwischenwirbelausräumung in mikrochirurgischer
Technik vorgenommen worden (Austrittsbericht Klinik für Neurochirurgie, Kantonsspital
St. Gallen [KSSG] vom 19. September 2002, IV-act. 77-16 f.). Mit Verfügung vom 24.
September 2002 war die IV-Stelle auf das Gesuch vom 8. März 2002 nicht eingetreten
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(IV-act. 55). Nach einer Re-Fenestration L 3/4 links, Nukleotomie am 18. Dezember
2002 (vorläufiger Austrittsbericht Klinik für Neurochirurgie [KSSG] vom 24. Dezember
2002, IV-act. 77-7 f.) hatte sich der Versicherte am 6. Mai 2003 wiederum zum
Leistungsbezug angemeldet (IV-act. 62). Die IV-Stelle hatte am 26. August 2003
Nichteintreten verfügt (IV-act. 74) und am 26. September 2003 eine dagegen gerichtete
Einsprache abgewiesen (IV-act. 82). Auch auf ein neues Gesuch vom 31. März 2004
war die IV-Stelle nicht eingetreten (Verfügung vom 15. Juni 2004, IV-act. 87). Am 23.
November 2006 hatte der Versicherte einen akuten Vorderwand-Myokardinfarkt mit
Akut-PCI und Stenteinlage bei subtotaler, sehr langstreckiger Stenose im mittleren
RIVA erlitten (Austrittsbericht Kardiologie KSSG vom 24. November 2006, IV-act. 99-4
f.; Austrittsbericht Spital D._, 1. Dezember 2006, IV-act. 99-8 f.; Austrittsbericht Klinik
E._ vom 5. Januar 2007, IV-act. 99-12 ff.). Auf eine weitere Anmeldung vom 8./20.
Februar 2007 (IV-act. 94 ff.) war die IV-Stelle mit Verfügung vom 25. Januar 2008
wieder nicht eingetreten (IV-act. 108). Nach erneuter Anmeldung am 27. Mai/8. Juni
2011 (IV-act. 109, 113) war der Versicherte durch die MEDAS Ostschweiz begutachtet
worden (Gutachten vom 29. März 2012, IV-act. 129; Dr.med. F._, Innere Medizin/
Rheumatologie FMH; med.pract. G._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie;
Untersuchungen 16. und 18. Januar 2012). Die Gutachter hatten folgende Diagnosen
gestellt: (1.) eine leichte bis mittelgradige depressive Störung mit somatischem
Syndrom (ICD-10: F32.01/11), im Verlauf schwankend (IV-act. 129-12), (2.) ein
chronisches lumbospondylogenes Syndrom und radikuläres Restsyndrom L5 rechts
(abgeschwächter Patellarsehnenreflex) mit/bei Status nach interlaminärer Fensterung
L3/4 rechts Dezember 2001, interlaminärer Fensterung L4/5 rechts September 2002
und Revision L3/4 rechts Dezember 2002 sowie (3.) ein Status nach Vorderwandinfarkt
und Akut-PTCA/Stenting des RIVA November 2006 ohne wesentliche Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit (IV-act. 129-14). Aus psychiatrischer Sicht hatten sie die
Arbeitsunfähigkeit auf 30% und aus somatischer Sicht die Arbeitsfähigkeit als um 20%
bis 30% eingeschränkt geschätzt. Nach Eingang weiterer medizinischer Berichte hatte
die IV-Stelle das Gesuch mit Verfügung vom 8. Januar 2014 bei einem Invaliditätsgrad
von 0% wiederum abgewiesen (IV-act. 157).
A.c Anlässlich einer rheumatologischen Abklärung (offenbar bei Dr.med. H._, Innere
Medizin und Rheumatologie FMH, vgl. IV-act. 169-12) war am 16. April 2014
festgehalten worden, ein neues MRI (vgl. Bericht Radiologie Diagnosezentrum I._
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vom 10. April 2014, IV-act. 204-18 f.) zeige Diskopathien und Neurokompressionen auf
praktisch allen Segmenten, wobei die Symptomatik vor allem auf die
Neurokompression L5/S1 beidseits zurückzuführen sein dürfte (IV-act. 163).
A.d Dr.med. J._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, diagnostizierte gemäss
Bericht vom 25. August 2014 eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10: F33.2). Er hielt
fest, zuerst sei die somatische Schmerzursache abzuklären. Aktuell sei der Versicherte
bis auf Weiteres zu 100% arbeitsunfähig (IV-act. 165).
A.e Vom 10. September bis 7. Oktober 2014 wurde der Versicherte in der Klinik Valens
therapiert. Als Diagnosen wurden eine rezidivierende depressive Störung, zuletzt
leichte bis mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F33.1), eine anhaltende
Schmerzstörung (bzw. chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen
Faktoren; ICD-10: F45.4), ein chronisches lumbospondylogenes Syndrom und
radikuläres Restsyndrom L5 rechts sowie eine koronare Herzkrankheit festgehalten
(Austrittsbericht vom 16. Oktober 2014, IV-act. 169-6). Zur Arbeitsfähigkeit führte der
Austrittsbericht Psychosomatik vom 15. Oktober 2014 aus, so wie sich der Versicherte
beim Abschlussgespräch präsentiert habe, bestünde für eine rheumatologisch-
orthopädisch adaptierte Tätigkeit aus fachpsychiatrischer Sicht kaum mehr als eine
30%-ige Einschränkung. Aufgrund des langjährigen Verlaufes sowie der Beurteilung
von Dr. J._ sei davon auszugehen, dass im Längsverlauf eine deutlich höhere
Einschränkung vorliege. Interdisziplinär sei wahrscheinlich von einer ca. 50%-igen
medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit für leichte Beschäftigungen auszugehen (IV-
act. 169-15). Im Arztbericht vom 24. Oktober 2014 führten die Fachpersonen der Klinik
aus, eine detaillierte Aussage zur somatischen adaptiert zumutbaren Arbeitsfähigkeit
sei aktuell nicht möglich, da diese im Rahmen des spezifisch schmerzorientierten
Programms nicht eruiert worden sei (IV-act. 169-1 ff.).
A.f In einer Verlaufsbegutachtung vom 9. Februar 2015 (IV-act. 178) kamen die
Experten der MEDAS Ostschweiz zum Schluss, es bestehe keine wesentliche
Veränderung im Vergleich zum Gutachten vom 19. März 2012. Es bestünden weiterhin
IV-fremde Faktoren, die Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten (IV-act. 178-23, 26). Im
Rahmen der Begutachtung wurde als Zufallsbefund eine monoklonale Gammopathie
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Typ lg G-Kappa erhoben. Diese bedürfe dringend der hämatologisch-onkologischen
Abklärung hinsichtlich eines multiplen Myeloms. Aktuell bestehe eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 178-26 f.). Die weitere Abklärung ergab die Diagnose einer
monoklonalen Gammopathie von unklarer Signifikanz (MGUS), die nicht als Ausdruck
eines multiplen Myeloms zu interpretieren sei und sich in einem kleinen Prozentsatz der
Fälle in ein multiples Myelom transformieren könne. Für die seit Jahren beklagten
Beschwerden könne sie nicht verantwortlich sein (Bericht K._ vom 28. Mai 2015, IV-
act. 187; Stellungnahme RAD-Arzt Dr.med. L._, Facharzt für Innere Medizin IV-act.
189).
A.g Dr. J._ erwähnte im Arztbericht vom 13. August (richtig wohl: September) 2015
als psychiatrische Diagnose eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F33.1). Die medikamentöse Therapie sei
angepasst worden. Daneben fänden 14-30 tägl. bzw. alle drei bis vier Wochen
Sprechstunden statt. Psychotherapeutisch werde stützend und
verhaltenstherapeutisch gearbeitet. Supportive und psychoedukative Gespräche
sollten verhindern, dass sich der Zustand weiter verschlechtere. Der Versicherte arbeite
als Tagesstruktur zwei halbe Tage im Tageszentrum C._, fühle sich aber auch im
geschützten Rahmen überfordert. Konzentrations- sowie Planungsfähigkeit seien stark
eingeschränkt. Die Belastbarkeit sei deutlich reduziert. Der Beschwerdeführer arbeite
langsam, die Bewegungsfähigkeit sei eingeschränkt. Bereits einfache Aufgaben und
bevorstehende Herausforderungen verstärkten Schlafstörungen und Gedankenkreisen
sowie negative Selbstüberzeugungen. Wegen kognitiver Einbussen und fehlender
körperlicher Belastbarkeit sei der Versicherte zu 100% arbeitsunfähig (IV-act. 193-3 ff.).
A.h Prof. Dr. M._, MEDAS Ostschweiz, und der rheumatologische Gutachter Dr.
F._ nahmen zum vorgelegten Bericht der K._ (IV-act. 194) am 19. Oktober 2015
Stellung, psychiatrisch und somatisch sei die Beurteilung gegenüber dem Gutachten
vom März 2012 nicht wesentlich verändert. Unter Berücksichtigung der somatischen
und psychischen Faktoren sei damals eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von
40% geschätzt worden für adaptierte Tätigkeiten (IV-act. 195-3). RAD-Arzt Dr. L._
äusserte sich am 7. Januar 2016, es könne an der im Gutachten vom 19. März 2012
definierten Arbeitsfähigkeit festgehalten werden (IV-act. 196).
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A.i Der Rechtsdienst der IV-Stelle liess sich am 19. August 2016 vernehmen, die
festgestellten tiefen Medikamentenspiegel deuteten nicht das erste Mal auf Probleme
mit der Compliance hin. Im Falle einer guten Compliance wäre nach Auffassung des
Experten eine Verbesserung der depressiven Symptomatik zu erwarten. Ausserdem
habe er die Fortführung der Psychotherapie als sinnvoll erachtet. Unter diesen
Umständen könne nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer relevanten
Therapieresistenz gesprochen werden. Invalidenversicherungsrechtlich sei
psychiatrischerseits von einer vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen (IV-act. 198).
A.j Mit Vorbescheid vom 24. August 2016 gewährte die IV-Stelle dem Versicherten das
rechtliche Gehör zur beabsichtigten Abweisung des Rentenbegehrens (IV-act. 201). Mit
am 29. September 2016 erhobenem Einwand brachte er zusammenfassend vor, das
MEDAS-Gutachten vom 19. Februar 2015 sei widersprüchlich, nicht schlüssig
nachvollziehbar und begründet. Deshalb könne zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
nicht darauf abgestellt werden. Es sei ein neues, neutrales rheumatologisches und
psychiatrisches Gutachten einzuholen (IV-act. 204-1 ff.).
A.k RAD-Arzt Dr. L._ empfahl am 10. November 2016 eine nochmalige Besprechung
des Falles mit der Sachbearbeitung und dem Rechtsdienst (IV-act. 208). Diese ergab,
dass am bisherigen Entscheid bzw. den bisherigen Ausführungen festgehalten werden
könne (Strategieprotokoll vom 1. Dezember 2016, IV-act. 209).
A.l Mit Verfügung vom 14. Dezember 2016 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren
ab. In einer adaptierten Tätigkeit sei eine Arbeitsfähigkeit von 75% ausgewiesen, was
der somatischen Einschränkung entspreche. Es könne ein Leidensabzug von 10%
gewährt werden. Aus dem Einkommensvergleich resultiere dennoch kein
rentenbegründender Invaliditätsgrad von 33% (IV-act. 210).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 14. Dezember 2016 lässt A._, vertreten durch
Rechtsanwalt lic.iur. HSG S. Näscher, am 27. Januar 2017 Beschwerde erheben (act. G
1). Er beantragt, die angefochtene Verfügung sei unter Kosten- und
Entschädigungsfolge aufzuheben. Es sei ihm ab dem 13. Mai 2014 mindestens eine
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halbe Invalidenrente auszurichten. Eventualiter sei mindestens ein neutrales
rheumatologisches und psychiatrisches Gutachten einzuholen. Das rheumatologische
Gutachten sei nicht umfassend und nicht schlüssig (vgl. dazu act. G 1 S. 6 ff.). Das
psychiatrische Teilgutachten beruhe auf einer unvollständigen Anamnese, da der
Bericht des behandelnden Psychiaters Dr. J._ (vom 13. August 2015) nicht
berücksichtigt worden sei (act. G 1 S. 11 ff.). Ob von einer Therapieresistenz der
diagnostizierten Depression auszugehen sei, lasse sich erst aufgrund der
vorzunehmenden Blutspiegelprüfungen beurteilen (act. G 1 S. 10 f.). Das psychiatrische
Teilgutachten sei nicht umfassend, widersprüchlich und unbegründet (act. G 1 S. 13).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt mit Beschwerdeantwort vom 3. April 2017 die
Abweisung der Beschwerde. Aus dem MEDAS-Verlaufsgutachten gehe nachvollziehbar
hervor, dass sich das somatisch-rheumatologische Zustandsbild seit der im Januar
2012 durchgeführten Erstbegutachtung nicht relevant geändert habe, so dass aus
somatisch-rheumatologischer Sicht unverändert von einer 20-30%igen Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit auszugehen sei. In psychiatrischer
Hinsicht ergäben sich aus dem Bericht der behandelnden Ärzte vom 13. August 2015
keine objektiv fassbaren Gesichtspunkte, die Zweifel am psychiatrisch-gutachterlichen
Abklärungsergebnis begründeten. Vielmehr sei offenkundig, dass die Einschätzung
einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit unter Zugrundelegung des bio-psycho-sozialen
Krankheitsbegriffs erfolgt sei. Dieser sei nicht massgebend. Mangels einer
ausgewiesenen Therapieresistenz der leicht bis mittelschweren depressiven Störung
liege kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden vor. Hinzu komme, dass
in beiden MEDAS-Gutachten betont werde, dass mehrere invaliditätsfremde
psychosoziale Faktoren das Beschwerdebild prägten. Diese liessen sich aufgrund der
gutachterlichen Feststellungen nicht klar vom medizinischen Leiden selbst trennen,
was ebenfalls gegen die invalidisierende Wirkung der depressiven Störung spreche.
Mangels eines invalidisierenden psychischen Leidens sei einzig die seit dem
Erstgutachten unverändert gebliebene somatisch-rheumatologisch bedingte 20 -
30%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit relevant. Es seien keine Umstände
gegeben, welche nach der Rechtsprechung einen Abzug vom Tabellenlohn
rechtfertigen könnten. Die Vergleichseinkommen seien im Umfang von 20,5% zu
parallelisieren. Es resultiere ein Invaliditätsgrad von 22% (act. G 4).
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B.c Mit Replik vom 15. Juni 2017 macht der Beschwerdeführer geltend, die vom
psychiatrischen Gutachter und vom behandelnden Dr. J._ festgestellten Befunde
seien sehr verschieden. Sie zeigten, dass spätestens im August 2015 eine
Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes eingetreten sei, welche der
psychiatrische Gutachter nicht berücksichtigt habe. Als Raucher sei bei ihm der
Duloxetinspiegel signifikant tiefer als bei Nichtrauchern. Zudem hätte die
Beschwerdegegnerin erst abklären müssen, ob ein genetischer Polymorphismus
vorliege, bevor sie mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer Non-Compliance
hätte ausgehen dürfen (act. G 8).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 10).

Erwägungen
1.
1.1 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person
mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60%, auf eine
halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50%, und auf eine Viertelsrente, wenn sie
mindestens zu 40% invalid ist. Wurde eine Rente wegen eines zu geringen
Invaliditätsgrades verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn
glaubhaft gemacht wird, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in
einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat (vgl. Art. 87 Abs. 3 i.V.m. Art.
87 Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]).
1.2 Eine anspruchserhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse kann entweder
in einer objektiven Verschlechterung des Gesundheitszustandes mit entsprechend
verminderter Arbeitsfähigkeit oder in geänderten erwerblichen Auswirkungen einer im
Wesentlichen gleich gebliebenen Gesundheitsbeeinträchtigung liegen. Demgegenüber
stellt eine bloss abweichende Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen
Sachverhaltes keine relevante Änderung dar (Urteil des Bundesgerichts vom 3. August
2018, 8C_177/2018, E. 3.4). Ebenfalls für sich alleine keinen Revisions- oder
Neuanmeldungsgrund bildet die Änderung der Rechtsprechung zu syndromalen Leiden
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(BGE 141 V 588, E. 5.3; Urteil des Bundesgerichts vom 14. Mai 2018, 8C_587/2017, E.
5.3).
1.3 Ist eine anspruchserhebliche Änderung des (medizinischen) Sachverhalts glaubhaft
gemacht, ist die Verwaltung verpflichtet, auf das neue Leistungsbegehren einzutreten
und es in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht umfassend materiell zu prüfen (Urteil
des Bundesgerichts vom 3. August 2018, 8C_177/2018, E. 3.3).
1.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind
(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1). Im Sinne einer Richtlinie
ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen
Spezialärzten und -ärztinnen, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und
Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise
sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/bb).
1.5 Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a).
Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den
streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben
Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen
stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der
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Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Im Sozialversicherungsrecht hat
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht,
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V
360 E. 5b; BGE 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen).
2.
Anfechtungsgegenstand bildet vorliegend die Abweisung des Leistungsbegehrens,
nachdem die Beschwerdegegnerin auf die Wiederanmeldung vom 9. Mai 2014
eingetreten ist. Massgeblich sind der Sachverhalt, wie er sich im Zeitpunkt dieser
Verfügung, am 14. Dezember 2016, präsentierte, und das zu diesem Zeitpunkt in Kraft
stehende Recht (BGE 121 V 366 E. 1 b; BGE 131 V 243 E. 2.1). Hingegen ist eine neue
Rechtsprechung grundsätzlich sofort und auch auf alle im Zeitpunkt der Änderung
noch hängigen Fälle anzuwenden (BGE 142 V 558 f., E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts
vom 1. April 2014, 9C_769/2013, E. 2). Demnach ist die mit BGE 143 V 409 bzw. BGE
143 V 418 vom 30. November 2017 geänderte Rechtsprechung zur Anwendbarkeit des
strukturierten Beweisverfahrens für depressive und andere psychische Erkrankungen
vorliegend anwendbar, auch wenn die angefochtene Verfügung vorher erging. Neu
vermag die Therapierbarkeit eines psychischen Leidens allein keine abschliessende
Aussage mehr hinsichtlich des Gesamtmasses der gesundheitlichen
Beeinträchtigungen und deren Auswirkungen im invalidenversicherungsrechtlichen
Kontext zu liefern (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 10. September 2018,
8C_23/2013, E. 3).
3.
Zu prüfen ist zunächst die umstrittene Beweistauglichkeit des Verlaufsgutachtens der
MEDAS Ostschweiz vom 9. Februar 2015.
3.1 Seit der Verlaufsbegutachtung (vom 9. Februar 2015) hat sich die Rechtsprechung
zu syndromalen Leiden und zu leicht- bis und mit mittelgradigen depressiven
Erkrankungen dahingehend geändert, dass die Vermutung von deren Überwindbarkeit
bzw. Therapierbarkeit zugunsten eines strukturierten Beweisverfahrens anhand
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standardisierter Indikatoren aufgegeben wurde (BGE 141 V 281; BGE 143 V 409, 418).
Gemäss altem Verfahrensstandard eingeholte Gutachten verlieren nicht per se ihren
Beweiswert. Im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen
spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen ist entscheidend, ob das
abschliessende Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht
standhält (BGE 137 V 266 E. 6). In sinngemässer Anwendung auf die
materiellbeweisrechtlich geänderten Anforderungen ist in jedem einzelnen Fall zu
prüfen, ob die administrativen und/oder gerichtlichen Sachverständigengutachten –
gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berichten – eine schlüssige
Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren erlauben oder nicht (BGE 141 V
309 E. 8; Urteil des Bundesgerichts vom 13. April 2016, 9C_168/2015, E. 2.2.3).
3.2 In somatischer Hinsicht diagnostizierte der Gutachter sowohl im Erstgutachten
vom 29. März 2012 als auch gemäss Verlaufsgutachten vom 9. Februar 2015 ein
chronisches lumbospondylogenes Syndrom und ein radikuläres Restsyndrom L5 rechts
(IV-act. 129-14; IV-act. 178-26). Das Erstgutachten attestierte aus somatischer Sicht
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20% bis 30% in adaptierten Tätigkeiten
(IV-act. 129-15), und im Verlaufsgutachten äusserte der Gutachter, abgesehen von der
hämatologischen Diagnose sei die rheumatologisch-internistische Situation seit 2012
gleich geblieben (IV-act. 178-27; vgl. auch Stellungnahme der Gutachter vom 19.
Oktober 2015,IV-act. 195-3). Die Ärzte der Klinik Valens stellten ebenfalls die
somatische Diagnose eines chronischen lumbospondylogenen Syndroms und eines
radikulären Restsyndroms rechts (Austrittsbericht vom 16. Oktober 2014, IV-act.
169-6). Auf Ebene der Befunde ergab eine MRI-Untersuchung vom 10. April 2014
zusammengefasst Reizungen der L2- bis S1-Wurzeln (IV-act. 204-18 f.), und in einem
rheumatologischen Konsiliarbericht vom 16. April 2016 wurde festgehalten, dass die
Symptomatik vor allem auf die Neurokompression L5/S1 zurückzuführen sein dürfte
(IV-act. 163). Dass die Gutachter das Vorhandensein einer Somatisierungsstörung
verneinen, weil die Schmerzen körperlich erklärt werden könnten, spricht dafür, dass
sie die Ergebnisse der MRI-Untersuchung und des rheumatologischen Konsiliums
berücksichtigt haben. Eine frühere MRI-Untersuchung zum Vergleich findet sich in den
Akten nicht. Der Röntgenbefund vom 16. Januar 2012 zeigte bereits relativ
ausgeprägte Degenerationen der gesamten lumbalen Wirbelsäule mit verschmälerten
Bandscheiben L3 bis S1 und massiven Spondylarthrosen der mittleren und vor allem
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unteren Lendenwirbelsäule sowie eine Spondylosis der gesamten LWS. Die
Funktionsaufnahmen ergaben eine generalisiert verminderte Beweglichkeit (IV-act.
129-8). Im Röntgenbefund vom 19. Januar 2015 wurden eine subtotale
Höhenminderung der Bandscheibe LWK 3/4, LWK 4/5 und mittelgradig in den übrigen
Segmenten der LWS und eine Retrospondylose in LWK 3/4, LWK 4/5 beschrieben. Von
einer signifikanten Spinalstenose LWK 4/5 in Kombination mit einer Foraminalstenose
sei auszugehen (IV-act. 178-18). Auch daraus lässt sich kein Anhaltpunkt für eine
Verschlechterung der somatischen Befunde ableiten. In somatischer Hinsicht ergeben
sich somit keine objektiven Gesichtspunkte, welche entgegen der ausdrücklichen
Würdigung der Gutachter auf eine Verschlechterung des Zustands hindeuten. Eine für
eine Verschlechterung sprechende frühere MRI- Untersuchung liegt nicht vor.
Somatisch ist somit mit den Gutachtern von einer durch die objektivierten Befunde
begründete Arbeitsunfähigkeit von 20% bis 30% auszugehen.
3.3
3.3.1 Der psychiatrische Gutachter diagnostizierte gemäss Gutachten vom 29. März
2012 eine leichte bis mittelgradige depressive Störung mit somatischem Syndrom
(ICD-10: F32.01/11), im Verlauf schwankend (IV-act. 129-12). Er attestierte eine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus rein psychiatrischer Sicht von 30% (IV-act.
129-14). Der Experte beschrieb eine herabgesetzte Grundstimmung, eine leicht
eingeschränkte Schwingungsfähigkeit, verminderte Lebenslust und Lebensfreude, Ein-
und Durchschlafstörungen, einen leicht eingeschränkten Antrieb und eine
eingeschränkte Belastbarkeit. Hinweise auf wesentliche Aufmerksamkeits- und
Gedächtnisstörungen waren nicht vorhanden (IV-act. 129-10 f.). Ab dem 26. Juni 2012
war der Beschwerdeführer in ambulanter psychiatrisch-psychotherapeutischer
Behandlung. Dabei wurde eine mittelgradige depressive Episode diagnostiziert und
festgehalten, es bestünde sowohl eine Verminderung des Antriebs mit erhöhter
Ermüdbarkeit und Aktivitätseinschränkung als auch eine Konzentrations- sowie
Merkfähigkeitsstörung. Aus psychiatrischer Sicht wurde damals eine 50%ige
angepasste Tätigkeit als zumutbar erachtet (Arztbericht Psychiatriezentrum C._ vom
19. September 2012, IV-act. 137). Im Arztbericht vom 20. Februar 2013 wurden
wiederum Konzentrations- und Merkfähigkeitsstörungen, sozialer Rückzug sowie eine
geringe Belastbarkeit und Stresstoleranz erhoben. Prognostisch sei von einer
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anhaltenden Erkrankung und somit dauerhaften Arbeitsunfähigkeit auszugehen (IV-act.
140), wobei deren Ausmass nicht angegeben wurde. Der nachbehandelnde Dr. J._
stufte im Arztbericht vom 25. August 2014 die depressive Episode als gegenwärtig
schwer ein. Er hielt fest, seit Behandlungsbeginn am 27. Februar 2014 habe der
Beschwerdeführer mit einer schweren depressiven Stimmungslage, begleitet von
kognitiven Einbussen, vor allem Konzentrationsstörungen, Zukunftssorgen,
Hoffnungslosigkeit, umfassenden negativen Überzeugungen, einer schwer bedrückten
Verfassung, Affektstarre, Gefühl der Gefühllosigkeit, Vital- und Schlafstörungen
imponiert (IV-act. 165). In der Klinik Valens wurde zusätzlich zur depressiven
Erkrankung eine anhaltende Schmerzstörung bzw. chronische Schmerzstörung mit
somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.54) diagnostiziert. Diese
Diagnose wurde jedoch nicht hergeleitet (Austrittsbericht vom 16. Oktober 2014, IV-
act. 169-6; Austrittsbericht Psychosomatik vom 15. Oktober 2014, IV-act. 169-14 f.).
Die Arbeitsfähigkeit wurde bei Entlassung aus psychiatrischer Sicht übereinstimmend
mit dem Erstgutachten als aktuell um 30% eingeschränkt geschätzt (IV-act. 169-15). Im
Längsschnitt und interdisziplinär wurde sie nicht eruiert (Arztbericht Klinik Valens vom
24. Oktober 2014, IV-act. 169-1 ff.), jedoch seitens der Psychosomatik die Vermutung
geäussert, interdisziplinär sei wahrscheinlich von einer ca. 50%igen medizinisch-
theoretischen Arbeitsfähigkeit für leichte Beschäftigungen auszugehen (IV-act.
169-15). Bei Eintritt in die Klinik Valens waren Aufmerksamkeit, Gedächtnis und
Konzentration deutlich beeinträchtigt. Der Beschwerdeführer war im formalen Denken
sehr auf die körperliche Problematik eingeengt, mit Gedankenkreisen und einer
möglicherweise auch an der Sprachbarriere liegenden leichten Verlangsamung im
formalen Gedankengang. Im Affekt war er deutlich, wahrscheinlich mittel bis knapp
schwergradig depressiv ausgelenkt. Bei Austritt bestanden keine Hinweise auf
relevante mnestische und/oder kognitive Einschränkungen mehr. Die Affektivität wirkte
leicht zum depressiven Pol hin verschoben, psychomotorisch erschien der Versicherte
leicht verlangsamt und war affektiv schwer erreichbar (IV-act. 169-13 f.). Im
psychiatrischen Verlaufsgutachten vom 9. Februar 2015 wurde - wie im Vorgutachten -
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige Episode,
festgehalten (ICD-10: F33.00/10). Interdisziplinär liege keine Somatisierungsstörung
vor, da die Schmerzen körperlich erklärt werden könnten (IV-act. 178-23). Im Rahmen
der psychiatrischen Verlaufsbegutachtung fanden sich keine Hinweise auf wesentliche
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Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörungen. Der affektive Rapport war gut herstellbar,
die Grundstimmung leicht nach unten geschoben, die Schwingungsfähigkeit nicht
wesentlich ausgelenkt. Psychomotorisch fiel die Unruhe der Beine auf (IV-act. 178-20).
Dr. J._ bezeichnete die depressive Episode im Arztbericht vom 13. August (richtig
wohl: September) 2015 nach Anpassung der Therapie übereinstimmend mit dem
psychiatrischen Gutachten noch als mittelgradig (IV-act. 193). Im Befund beschrieb er
eine bedrückte Grundstimmung, einen verflachten Affekt, Ratlosigkeit, eine
psychomotorische Anspannung und einen reduzierten Antrieb. Das
Konzentrationsvermögen sei mittelmässig bis schwer, das Auffassungsvermögen
mittelmässig, Planungs- und Anpassungsfähigkeit sowie die Belastbarkeit seien stark
bzw. schwer eingeschränkt. Der Beschwerdeführer arbeite als Tagesstruktur zwei
halbe Tage im Tageszentrum, fühle sich aber auch im geschützten Rahmen
überfordert. Zur Arbeitsfähigkeit gab Dr. J._ an, die bisherige Tätigkeit sei dem
Beschwerdeführer nicht mehr zumutbar. Er sei seit 2001 arbeitsunfähig. Es bestehe
"dabei" eine verminderte Leistungsfähigkeit wegen kognitiven Einbussen und fehlender
körperlicher Belastbarkeit. Die Frage, in welchem zeitlichen Umfang und mit welchem
Belastungsprofil eine angepasste Tätigkeit möglich sei, beantwortete er mit
"Entfällt" (IV-act. 193-6). Aufgrund dieser Angaben von Dr. J._ erscheint fraglich, ob
er dem Beschwerdeführer auch für eine Verweistätigkeit eine volle Arbeitsunfähigkeit
bestätigen wollte.
3.3.2 Die behandelnden Fachärzte stimmen jeweils in den zeitnahen Einschätzungen
zur Begutachtung in der Einstufung der depressiven Episode als mittelgradig mit dem
psychiatrischen Gutachter überein (Gutachten vom 29. März 2012, IV-act. 129-12, und
Arztbericht Psychiatriezentrum N._ vom 19. September 2012, IV-act. 137, einerseits
und Verlaufsgutachten vom 9. Februar 2015, IV-act. 178, und Arztbericht Dr. J._ vom
13. August [richtig wohl: September] 2015, IV-act. 193, andererseits). Unterschiede
bestehen hauptsächlich hinsichtlich der vom Beschwerdeführer beklagten kognitiven
Einschränkungen. Der psychiatrische Gutachter vermerkte sowohl im Erst- als auch im
Verlaufsgutachten, dass er während des Untersuchungsgesprächs jeweils keine
wesentlichen Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörungen habe feststellen können.
Auch habe der Beschwerdeführer anlässlich der Verlaufsbegutachtung keine Beispiele
für Vergesslichkeiten benennen können (IV-act. 129-10; IV-act. 178-20). In der Klinik
Valens wurde bei Eintritt noch eine "doch deutliche" Beeinträchtigung von
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Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Konzentration konstatiert, während bei Austritt keine
Hinweise auf mnestische und/oder kognitive Einschränkungen mehr bestanden
(Austrittsbericht Psychosomatik vom 15. Oktober 2014, IV-act. 169-13 f.). Auch bei
gesamthafter Betrachtung ergibt sich aus den Akten psychiatrisch ein schwankender,
aber auch von der Behandlung abhängiger Verlauf. Diesen hat der psychiatrische
Gutachter sowohl im Erst- als auch im Verlaufsgutachten berücksichtigt. Die
Einschätzungen der behandelnden Psychiater, wonach der Beschwerdeführer auch in
angepassten Tätigkeiten vollständig arbeitsunfähig sei, sind nicht nachvollziehbar: Im
Arztbericht vom 19. September 2012 wurde dem Beschwerdeführer für einfache, klar
strukturierte Tätigkeiten ohne grossen Zeit- und Leistungsdruck an ruhigem
Arbeitsplatz bei mittelgradiger Depression eine Arbeitsfähigkeit von 50% attestiert (IV-
act. 137). Damit erscheint kaum plausibel, dass ihm am 20. Februar 2013, also nur
gerade fünf Monate später, bei angegebenem stationärem Gesundheitszustand
dauerhaft gar keine Verweistätigkeit mehr zumutbar gewesen sein soll (vgl. IV-act. 140).
Eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit auch für angepasste Tätigkeiten wäre zudem mit dem
mittleren Schweregrad der Depression kaum begründbar. Wären die kognitiven
Beeinträchtigungen so stark, dass auch eine Tätigkeit mit niedrigen Anforderungen
dauerhaft überhaupt nicht zumutbar wäre, hätte sich eine vertiefte
neuropsychologische Abklärung aufgedrängt. Diesbezüglich ist jedoch lediglich das
Beck-Depressions-Inventar erwähnt (IV-act. 193-5). Dass sich der Beschwerdeführer
durch seine Tätigkeit während zwei halben Tagen im Tageszentrum C._, in
geschütztem Rahmen, überfordert fühle (IV-act. 193-5), entspricht ausdrücklich seiner
subjektiven Einschätzung. Zusammengefasst ergeben sich aus den Berichten der
behandelnden Psychiater keine objektiven Gesichtspunkte, welche an der
Einschätzung des psychiatrischen Gutachters massgebliche Zweifel zu begründen
vermögen. In psychiatrischer Hinsicht besteht somit eine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit von 30%.
3.4 Im Verlaufsgutachten werden die IV-fremden, insbesondere psychosozialen
Faktoren wie (fehlende) Sprachkenntnisse, soziokulturelle Eigenschaften, sekundärer
Krankheitsgewinn und finanzielle Sorgen für die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
abgegrenzt (IV-act. 178-23). Indem aus somatischer Sicht von einer Einschränkung von
20% bis 30%, aus psychiatrischer Sicht von ebenfalls 30% und insgesamt von 40%
ausgegangen wird, wird die somatische Komorbidität zur Depression berücksichtigt.
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Hinsichtlich funktioneller Einschränkungen und Ressourcen führt der psychiatrische
Gutachter anhand der Mini-ICF-APP aus, Durchhaltefähigkeit, Spontanaktivität, die
Anpassung an Regeln und Routinen, die Planung und Strukturierung von Aufgaben,
Flexibilität und Umstellungsfähigkeit, sowie die Entscheid- und Urteilsfähigkeit seien
leicht eingeschränkt. Die Selbstbehauptungsfähigkeit, die Anwendung fachlicher
Kompetenzen, der Kontakt zu Dritten, die Pflege familiärer und intimer Beziehungen
und die Selbstpflege seien nicht beeinträchtigt (IV-act. 178-23). Die Gutachter erhoben
einen relativ aktivitätsarmen Tagesablauf (Schlafen, Spazieren, Fernsehen, aber auch
Rad- und Autofahren, IV-act. 178-13, 19, 21) und würdigten die laborchemisch
festgestellte nicht optimale Compliance bei der Medikamenteneinnahme (IV-act.
178-22). Abschliessend hielt der psychiatrische Gutachter fest, aus rein psychiatrischer
Sicht sei die Willensanstrengung zur Überwindung der Folgen der mittelgradigen
depressiven Störung nur zum Teil zumutbar (vgl. IV-act. 178-23). Damit genügt das
Gutachten den Anforderungen des strukturierten Beweisverfahrens. Dies hat zur Folge,
dass aus rechtlicher Sicht gemäss neuer Rechtsprechung zu depressiven Leiden
grundsätzlich kein Raum verbleibt, um von der gutachterlichen
Arbeitsfähigkeitsschätzung abzuweichen. Es ist auf das beweistaugliche Gutachten der
MEDAS Ostschweiz vom 9. Februar 2015 abzustellen und somit beim
Beschwerdeführer interdisziplinär von einer 40%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen.
4.
4.1 Gemäss Gutachten (IV-act. 129-16) bestand in der angestammten Tätigkeit
(spätestens) seit deren Aufgabe im Jahr 2001 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Im
Zeitpunkt der Wiederanmeldung im Mai 2014 (IV-act. 162) war somit das Wartejahr
gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG längst abgelaufen und die gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. c
IVG erforderliche mindestens 40%ige Arbeitsunfähigkeit gegeben. Somit besteht ein
allfälliger Rentenanspruch ab 1. November 2014 (Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG).
4.2 Der Beschwerdeführer erzielte zuletzt im Jahr 2000 als Hilfsarbeiter ein
Jahreseinkommen von Fr. 41'950.-- (Angaben Arbeitgeberin vom 3. April 2002, IV-act.
43-2; Auszug aus dem Individuellen Konto [IK], IV-act. 67). Gegenüber dem
Durchschnittseinkommen Anforderungsniveau 4 gemäss Lohnstrukturerhebung (LSE)
2000 des Bundesamtes für Statistik (BFS) von Fr. 55'640.-- (Informationsstelle AHV/IV,
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IV 2008, Lausanne 2008, Anhang 2) ist das damals erzielte Einkommen in
beträchtlichem Masse unterdurchschnittlich. Es ist naheliegend, dass sich der
Beschwerdeführer im Gesundheitsfall langfristig nicht damit begnügt hätte und sich
sein Einkommen bis zum Jahr 2014 hin zum durchschnittlichen Jahreslohn entwickelt
hätte. In Anbetracht der langen Zeitdauer seit dieser Erwerbstätigkeit ist daher von
einer Parallelisierung abzusehen und stattdessen ein Prozentvergleich vorzunehmen,
wie dies auch die Beschwerdegegnerin in ihren Verfügungen vom 14. Dezember 2016
und 8. Januar 2014 getan hat (Urteil vom 4. Februar 2015, 9C_888/2014, E. 2).
4.3 Zur psychiatrisch begründeten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 30% in dem
körperlichen Leiden angepassten Tätigkeiten (psychiatrisches Verlaufsgutachten, IV-
act. 178-24) ist aus rein somatischer Sicht nach wie vor von einer 20%- bis 30%igen
Arbeitsunfähigkeit in körperlich leichten, rückenadaptierten Tätigkeiten mit Heben und
Tragen von Lasten bis ca. 10kg wechselbelastend auszugehen. Interdisziplinär besteht
nach den Gutachtern eine dadurch leicht verstärkte Gesamt-Arbeitsunfähigkeit von
40%, begründet durch verlangsamte Bewegungsabläufe und vermehrten Pausenbedarf
(Gutachten vom 29. März 2012, IV-act. 129-15 f.; Verlaufsgutachten vom 9. Februar
2015, IV-act. 178-27; Stellungnahme MEDAS Ostschweiz vom 19. Oktober 2015, IV-
act. 195-3). Die fachübergreifende Arbeitsfähigkeitsschätzung bezieht sich somit auf
eine zumutbare volle Präsenzzeit. Folglich besteht kein Grund für einen
Teilarbeitsabzug vom Tabellenlohn. Dass der Beschwerdeführer sowohl somatisch als
auch psychisch eingeschränkt ist, berücksichtigt die gutachterliche
Arbeitsfähigkeitsschätzung, indem interdisziplinär nicht lediglich von der höheren
psychiatrischen Einschränkung von 30% ausgegangen wird, sondern diese
interdisziplinär höher auf 40% geschätzt wird. Die mehrfache Beeinträchtigung wird
mithin bereits in der medizinischen Einschätzung gewürdigt und kann daher nicht
nochmals in Form eines Tabellenlohnabzuges berücksichtigt werden (Urteil des
Bundesgerichts vom 22. Januar 2015, 9C_846/2014, E. 4.1.1). Ein höherer als der mit
Einwand vom 29. September 2016 (IV-act. 204) geltend gemachte Tabellenlohnabzug
von (mindestens) 10% kommt daher nicht in Betracht. Ob er gewährt werden könnte,
kann offen bleiben, denn selbst bei einem Tabellenlohnabzug von 10% würde ein
Invaliditätsgrad von lediglich 46% resultieren (1- [90% x 60%]), womit bei einer
adaptierten Arbeitsfähigkeit von 40% in Anwendung des Prozentvergleichs Anspruch
auf eine Viertelsrente besteht.
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5.
5.1 Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 14. Dezember 2016 in
teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und dem Beschwerdeführer mit
Wirkung ab 1. November 2014 eine Viertelsrente zuzusprechen. Zur Festsetzung und
Ausrichtung der Rentenleistung ist die Sache an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Hinsichtlich der
Beschwerde gegen die Rentenverfügung gilt es zu beachten, dass gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung zur Überklagung in
sozialversicherungsrechtlichen Rentenfällen von einem vollständigen Obsiegen der
Beschwerdeführerin auszugehen ist (Urteil des Bundesgerichts vom 7. Januar 2016,
9C_288/2015, E. 4.2). Die Beschwerdegegnerin hat daher die gesamten Gerichtskosten
von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der geleistete Kostenvorschuss ist dem Beschwerdeführer
zurückzuerstatten.
5.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art.
22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat keine Kostennote eingereicht. Aufgrund
der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand ist dem Beschwerdeführer eine
Parteientschädigung von praxisgemäss Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer) zuzusprechen.