Decision ID: d11fad7d-ed9a-5de7-b6fb-0565fc1de239
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 23. Juli 2008 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 6). Er gab an, er arbeite seit September 2005 als
Minibar-Steward. Er sei nicht im Besitz eines Ausweises über den Abschluss einer
beruflichen Ausbildung. Der Hausarzt Dr. med. B._ gab am 2. September 2008 an
(IV-act. 21), der Versicherte leide an einer Cervicobrachialgie rechts bei einer
Discushernie C6/7. Die Tätigkeit als Steward könne ihm seit Mai 2008 nicht mehr
zugemutet werden. Da die Ehefrau des Versicherten schwer erkrankt sei, sei dieser
zunehmend depressiv geworden; er werde deswegen medikamentös behandelt.
Dennoch sei er in der Lage, ganztags einer rückenadaptierten Tätigkeit nachzugehen.
Die Eingliederungsverantwortliche der IV-Stelle hielt in einer Notiz fest (IV-act. 22), die
Arbeitgeberin des Versicherten habe diesem eine adaptierte Tätigkeit angeboten. Der
Versicherte hätte aber in C._ arbeiten müssen. Er habe die Stelle aber abgelehnt, weil
er in der Nähe seiner Ehefrau habe arbeiten wollen, um diese nach ihrem Hirnschlag
betreuen zu können. Er habe die Idee geäussert, einen Laden mit Spezialitäten aus
seiner Heimat zu eröffnen. Versuchsweise könne er erst einmal bei einem Bekannten
mitarbeiten, der einen solchen Laden führe. Am 23. September 2008 wurde der
Versicherte von Dr. med. D._ vom IV-internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD)
untersucht. Dieser hielt in seinem Bericht vom 26. September 2008 fest (IV-act. 26), der
Versicherte leide an einer rezidivierenden Lumbalgie mit einer teilweise
belastungsabhängigen pseudoradiculären Symptomatik, an einer chronifizierten
Cervicocephalgie mit einer belastungsabhängigen pseudoradiculären Brachialgie
rechts sowie an einer mittelgradigen depressiven Episode bei einer schweren
Erkrankung des Ehepartners. Die angestammte, rückenbelastende Tätigkeit könne ihm
nicht mehr zugemutet werden. In einer adaptierten Tätigkeit könne der Versicherte
angesichts seines psychischen Gesundheitszustandes aktuell zu etwa 50 Prozent
erwerbstätig sein. Im weiteren Verlauf werde sich zeigen, inwieweit die Arbeitsfähigkeit
gesteigert werden könne. Rund eineinhalb Jahre nach der Hirnblutung der Ehefrau sei
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bezüglich der häuslichen Situation nicht mehr mit einer wesentlichen Besserung zu
rechnen.
A.b Am 15. März 2010 schloss die Eingliederungsverantwortliche der IV-Stelle die
berufliche Eingliederung ab (IV-act. 43). Sie führte aus, dass der Versicherte erst
beruflich eingegliedert werden könne, wenn die familiäre Situation geklärt worden sei.
Mit einem Vorbescheid vom 19. April 2010 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit,
dass sie vorsehe, die Arbeitsvermittlung abzuschliessen (IV-act. 47). Am 30. April 2010
gab Dr. B._ an (IV-act. 50), der Gesundheitszustand des Versicherten habe sich
verschlechtert. Dieser leide nun auch an einer Depression sowie an einer Gonarthrose
rechts. Leidensadaptierte Tätigkeiten könnten ihm nur noch im Umfang von 50 Prozent
zugemutet werden. Am 3. Mai 2010 wandte der Versicherte gegen den Vorbescheid
vom 19. April 2010 ein (IV-act. 51), er leide nach wie vor an gesundheitlichen
Beschwerden und sei deshalb nach wie vor auf die Unterstützung der IV-Stelle bei der
Suche nach einer geeigneten Tätigkeit angewiesen. Am 21. Juni 2010 berichtete das
psychiatrische Zentrum E._ (IV-act. 55), der Versicherte leide an einer schweren
Anpassungsstörung mit einer längeren depressiven Reaktion. Sein Stimmungsbild
hänge deutlich vom aktuellen Zustand seiner Ehefrau ab. Die depressive Symptomatik
erscheine am ehesten als reaktiv und sei wohl vor allem der psychosozialen Belastung
in der Familie geschuldet. Die Ehefrau habe eine schwere Hirnblutung mit deutlichen
cerebralen Folgeschäden, vor allem Persönlichkeitsveränderungen und einer
depressiven Symptomatik, erlitten. Sie sei nicht krankheitseinsichtig und weigere sich,
externe Hilfe beizuziehen, was die Familie stark belaste. Der Versicherte sei aufgrund
seiner depressiven Symptomatik nur zu 50 Prozent arbeitsfähig. Der RAD-Arzt Dr.
D._ hielt am 1. Juli 2010 fest, dass er sich der Auffassung der behandelnden Ärzte
anschliesse und eine Arbeitsunfähigkeit von 50 Prozent für leidensadaptierte
Tätigkeiten als ausgewiesen erachte (IV-act. 56). Mit einer Verfügung vom 30. Juli 2010
schloss die IV-Stelle die Arbeitsvermittlung ab (IV-act. 59). Zur Begründung führte sie
an, dass die Arbeitsvermittlung abgeschlossen werde, wenn die Bemühungen innert
sechs Monaten nicht zum Ziel geführt hätten. Am 5. September 2010 liess der nun
anwaltlich vertretene Versicherte den Widerruf der Verfügung vom 30. Juli 2010
beantragen (IV-act. 66). Am 13. September 2010 liess er eine Beschwerde gegen die
Verfügung vom 30. Juli 2010 erheben (IV-act. 67). Am 17. Dezember 2010 widerrief die
IV-Stelle ihre Verfügung (IV-act. 80). Das Beschwerdeverfahren wurde vom
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Versicherungsgericht mit einem Entscheid vom 10. Januar 2011 abgeschrieben (IV
2010/345; vgl. IV-act. 83).
A.c Am 20. Januar 2011 forderte die IV-Stelle den Versicherten auf (IV-act. 90), Fragen
zur Erwerbstätigkeit und zum Haushalt zu beantworten. Zur Begründung führte sie aus,
dass sich angesichts der intensiven Pflege und Betreuung der Ehefrau durch den
Versicherten die Frage stelle, in welchem Umfang dieser überhaupt noch erwerbstätig
wäre. Am 22. März 2010 fand eine Haushaltsabklärung statt. Die Abklärungsperson
hielt in ihrem Bericht vom 23. August 2011 fest (IV-act. 105), der Versicherte habe
sowohl im Haushaltsabklärungsfragebogen als auch anlässlich der Abklärung in
seinem Haushalt angegeben, dass er bei voller Gesundheit nur zu 50 Prozent
erwerbstätig wäre, weil er sich um seine Ehefrau kümmern müsse. Folglich sei er als zu
je 50 Prozent im Erwerb und im Haushalt tätig zu qualifizieren; der Invaliditätsgrad sei
anhand der gemischten Methode zu berechnen. Der Versicherte hatte bereits am 29.
April 2011 einwenden lassen (IV-act. 97), dass der Abklärungsbericht fehlerhaft sei.
Den Grund für die diversen falschen Angaben dürften sprachliche
Verständigungsprobleme gebildet haben. Die Abklärung müsse unter Beizug eines
Dolmetschers wiederholt werden. Die IV-Stelle hatte sich am 7. Juni 2011 geweigert,
die Abklärung zu wiederholen (IV-act. 99). Die Abklärungsperson hatte ausgeführt, der
Rechtsvertreter des Versicherten sei frühzeitig über die Abklärung informiert worden
und hätte daran teilnehmen oder vorab den Beizug eines Dolmetschers beantragen
können. Bei der Abklärung seien keine Verständigungsschwierigkeiten aufgefallen. Die
Verständigung sei gut möglich gewesen. Am 23. Juni 2011 hatten der Rheumatologe
med. pract. F._ und der Psychiater Dr. med. G._ ein bidisziplinäres Gutachten
erstellt (IV-act. 100 f.). Sie hatten ausgeführt, es bestehe der Verdacht auf ein
cervicoradiculäres Syndrom C6 rechts. Der Versicherte leide zudem an einem
intermittierenden Lumbovertebralsyndrom, an einer beginnenden Chondropathia
patellae rechts sowie an einer mittelgradigen depressiven Episode mit einem
somatischem Syndrom. Das Lumbovertebralsyndrom und die Chondropathia patellae
wirkten sich nicht auf die Arbeitsfähigkeit aus. Aus rheumatologischer Sicht könne dem
Versicherten aufgrund des cervicoradiculären Syndroms die angestammte Tätigkeit
nicht mehr zugemutet werden. Im Rahmen von Reintegrationsversuchen sei von einer
Belastbarkeit von mindestens 50 Prozent für beschwerdeadaptierte Tätigkeiten
auszugehen. Bis zur Klärung der medizinischen Situation durch ein ergänzendes MRI
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der Halswirbelsäule könne zur Arbeitsfähigkeit in beschwerdeadaptierten Tätigkeiten
aber nicht abschliessend Stellung genommen werden. Aus psychiatrischer Sicht
betrage die Arbeitsfähigkeit 50 Prozent, wobei dem Versicherten ein
Angestelltenverhältnis aufgrund der Lebensumstände eigentlich nicht mehr zugemutet
werden könne. Falls es dem Versicherten gelinge, einen eigenen Lebensmittelladen
aufzubauen, sei mit einer Schmerzlinderung und mit einer Stabilisierung des
psychischen Gesundheitszustandes zu rechnen. Der RAD-Arzt Dr. D._ hielt am 1.
September 2011 fest (IV-act. 108), er gehe – wie die Sachverständigen – davon aus,
dass der Versicherte als Vollerwerbstätiger zu qualifizieren sei. Da nur schon aus
psychiatrischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von 50 Prozent selbst für
leidensadaptierte Tätigkeiten ausgewiesen sei und da die Ehefrau des Versicherten
eine ganze Rente erhalte, weshalb eine Rente des Versicherten wohl ohnehin plafoniert
werden müsste, schlage er die Zusprache einer halben Rente vor. Am 14. September
2011 forderte die IV-Stelle den Versicherten auf, nochmals zur hypothetischen
Erwerbstätigkeit ohne eine Gesundheitsbeeinträchtigung, aber unter Berücksichtigung
der Krankheit der Ehefrau Stellung zu nehmen (IV-act. 109). Auf eine Nachfrage der IV-
Stelle hin teilte Dr. G._ am 18. Oktober 2011 mit, dass die psychiatrische
Begutachtung mithilfe eines Dolmetschers durchgeführt worden sei und dass die
sprachliche Verständigung ohne den Dolmetscher nicht gewährleistet gewesen wäre
(IV-act. 112). Der Versicherte liess am 18. November 2011 geltend machen (IV-act.
117), er müsse unabhängig von der Situation seiner Ehefrau als vollerwerbstätig
qualifiziert werden. Abgesehen davon habe sich die Fremdbetreuung der Ehefrau in der
letzten Zeit gut eingespielt, weshalb die Krankheit der Ehefrau der Aufnahme einer
vollzeitigen Erwerbstätigkeit nicht mehr entgegenstehe. Der psychiatrische
Sachverständige habe darauf hingewiesen, dass dem Versicherten die Aufnahme einer
unselbständigen Erwerbstätigkeit nicht mehr zugemutet werden könne. Folglich
bestehe ein Anspruch auf eine ganze Rente.
A.d Mit einem Vorbescheid vom 20. Januar 2012 teilte die IV-Stelle dem Versicherten
mit, dass sie plane, sein Rentenbegehren abzuweisen (IV-act. 120). Zur Begründung
führte sie an, ihre Abklärungen hätten ergeben, dass er bei voller Gesundheit nur zu 50
Prozent einer Erwerbstätigkeit nachgehen und sich daneben um seine Ehefrau
kümmern würde. Im Haushalt bestehe keine relevante Einschränkung. Eine
Erwerbstätigkeit in einem Pensum von 50 Prozent könne dem Versicherten gemäss
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dem Gutachten von Herrn F._ und Dr. G._ zugemutet werden. Da der Versicherte
aber deutlich weniger als ein durchschnittlicher Hilfsarbeiter verdient habe, resultiere
aus dem Einkommensvergleich eine Einschränkung von 31,24 Prozent. Unter
Berücksichtigung der Gewichtung des Erwerbsanteils (50 Prozent) ergebe sich also ein
nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von gerundet 16 Prozent. Dagegen liess der
Versicherte am 6. Februar 2012 einwenden (IV-act. 121), er müsse als
Vollerwerbstätiger qualifiziert werden. Er habe den Haushaltsabklärungsbericht von
Beginn weg als fehlerhaft bezeichnet. Dennoch sei keine zweite Haushaltsabklärung
durchgeführt worden. Auch Herr F._, Dr. G._ und der RAD-Arzt Dr. D._ hätten
sich auf den Standpunkt gestellt, dass der Versicherte voll erwerbstätig wäre, wenn er
gesund wäre. Die IV-Stelle habe von Dr. G._ erfahren, dass für die Begutachtung ein
Dolmetscher notwendig gewesen sei. Ausserdem habe sie den Versicherten
aufgefordert, nochmals zur Qualifikation Stellung zu nehmen. Anschliessend hatte sie
aber die zusätzlichen Angaben unberücksichtigt gelassen und sich auf den Standpunkt
gestellt, dass ohnehin auf die Aussage der ersten Stunde abgestellt werden müsse.
Dieses Vorgehen sei unverständlich. Auch die Annahme, der Versicherte könne noch in
einem Pensum von 50 Prozent erwerbstätig sein, sei unzutreffend, denn die
Sachverständigen und der RAD-Arzt hätten festgehalten, dass ihm eine unselbständige
Erwerbstätigkeit gar nicht mehr zugemutet werden könne. Mit einer Verfügung vom 24.
Februar 2012 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren des Versicherten ab (IV-act. 123).
Dagegen liess der Versicherte am 26. März 2012 eine Beschwerde beim
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen erheben (IV-act. 129). Am 13. Juni 2012
notierte der RAD-Arzt Dr. D._ (IV-act. 140), dass die Ergebnisse der von Herrn F._
empfohlenen MRI-Untersuchung beim Hausarzt Dr. B._ hätten beschafft werden
sollen. Bereits in der RAD-Untersuchung vom 23. September 2008 seien die geringen
Deutschkenntnisse des Versicherten aufgefallen, weshalb spontan ein Dolmetscher
beigezogen worden sei. Auf den Vorschlag des RAD zur pragmatischen Lösung der
Zusprache einer halben Rente sei bislang nicht eingegangen worden. Sämtliche Ärzte
seien der Auffassung, dass dem Versicherten bloss noch ein Arbeitspensum von 50
Prozent zugemutet werden könne. Mit einer Verfügung vom 28. Juni 2012 widerrief die
IV-Stelle ihre Verfügung vom 24. Februar 2012 (IV-act. 147). Das Beschwerdeverfahren
wurde mit einem Entscheid vom 6. Juli 2012 abgeschrieben (IV 2012/116; vgl. IV-act.
153).
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A.e Bereits am 4. Juli 2012 hatte der Nachfolger von Dr. B._, Dr. med. H._, der IV-
Stelle mitgeteilt, dass Dr. B._ seine Praxis bereits am 1. März 2011 übergeben habe
und deshalb nicht mehr in der Lage gewesen sei, irgendwelche Abklärungen zu
veranlassen (IV-act. 151). Die IV-Stelle forderte Dr. H._ in der Folge auf, die
Abklärungen nachträglich noch durchzuführen (IV-act. 152). Am 27. Dezember 2012
teilte der Radiologe Dr. med. I._ mit, dass ein MRI der Halswirbelsäule eine kleine
mediane subligamentäre Hernierung der Bandscheibe C5/6 und C6/7 mit einer leichten
Eindellung des Spinalkanals, jedoch ohne einen Nachweis einer
Nervenwurzelkompression gezeigt habe (IV-act. 171). In der Folge beauftragte die IV-
Stelle die ZVMB GmbH mit einer polydisziplinären Begutachten. Der Versicherte liess
am 2. September 2013 beanstanden, dass die ZVMB GmbH entgegen des Auftrages
der IV-Stelle eine orthopädische anstelle einer rheumatologischen Begutachtung plane
(IV-act. 204). Die ZVMB GmbH erstattete das Gutachten am 4. November 2013 (IV-act.
205). Die Sachverständigen hielten fest, der Versicherte leide an einer leichten bis
mittelgradigen depressiven Episode, an chronisch wiederkehrenden Cervicalgien bei
degenerativen Veränderungen der Halswirbelsäule und cervicalen Discushernien ohne
eine neurokompressive Wirkung sowie – ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit – an
chronisch wiederkehrenden Dorsolumbalgien, an Genua vara, an einer beginnenden
Chondropathia patellae beidseits, an einem Spreizfuss beidseits, an einem Status nach
einer Vitamin B12-Mangelerkrankung, an einer Hypercholesterinämie, an einer
Hypertriglyceridämie, an einer episodischen Migräne mit Aura und an einem restless
legs-Syndrom. Für die angestammte Tätigkeit sei der Versicherte aktuell zu 50 Prozent,
fünf Stunden pro Tag, leistungsfähig. Ab dem fünften Monat könne die Leistung auf 75
Prozent, sechs Stunden pro Tag, und ab dem achten Monat auf 75 Prozent, 8,5
Stunden pro Tag, gesteigert werden. Für eine leidensadaptierte Tätigkeit sei der
Versicherte zu 50 Prozent während fünf Stunden pro Tag leistungsfähig. Die
Leistungsfähigkeit könne ab dem fünften Monat auf 100 Prozent während sechs
Stunden pro Tag und ab dem achten Monat auf 75 Prozent während 8,5 Stunden pro
Tag gesteigert werden (gemeint wohl: 75 Prozent während sechs Stunden pro Tag und
ab dem achten Monat 100 Prozent während 8,5 Stunden pro Tag; vgl. IV-act. 205–34).
Unter Ausklammerung der psychosozialen Problematik betrage die Leistungsfähigkeit
75 Prozent während 8,5 Stunden pro Tag für die angestammte und 100 Prozent
während 8,5 Stunden pro Tag für eine leidensadaptierte Tätigkeit. Der RAD-Arzt Dr.
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med. J._ notierte am 6. Dezember 2013, das Gutachten erfülle die formalen
Anforderungen an ein versicherungsmedizinisches Gutachten (IV-act. 207).
A.f Mit einem Vorbescheid vom 30. Dezember 2013 teilte die IV-Stelle dem
Versicherten mit, dass sie die Abweisung seines Rentenbegehrens vorsehe (IV-act.
211). Zur Begründung führte sie an, dass bei einer Leistungsfähigkeit von 75 Prozent in
der angestammten Tätigkeit kein rentenbegründender Invaliditätsgrad von 40 Prozent
erreicht werde. Der Invaliditätsgrad betrage nämlich bloss 25 Prozent. Dagegen liess
der Versicherte am 20. Januar 2014 einwenden (IV-act. 212), sämtliche Ärzte, auch
Herr F._, Dr. G._ und der RAD-Arzt Dr. D._, seien einhellig der Auffassung, dass
dem Versicherten nur noch eine leidensadaptierte Tätigkeit im Umfang von 50 Prozent
zugemutet werden könne. Das Gutachten der ZVMB GmbH widerspreche sämtlichen
medizinischen Berichten. Die Sachverständigen hätten trotz des entsprechenden
Auftrages der IV-Stelle auch gar keine rheumatologische Untersuchung vorgenommen,
sondern stattdessen eine orthopädische Untersuchung durchgeführt. Dies sei
insbesondere auch deshalb zu beanstanden, weil es sich um ein Verlaufsgutachten
handle und weil das frühere Gutachten von Herrn F._ und Dr. G._ ein
rheumatologisches Teilgutachten enthalten habe. Die Ausführungen der
Sachverständigen der ZVMB GmbH zur angestammten Tätigkeit des Versicherten
seien nicht überzeugend und aktenwidrig. Das psychiatrische Teilgutachten stehe im
Widerspruch zum Teilgutachten von Dr. G._. Trotzdem habe sich der psychiatrische
Sachverständige der ZVMB GmbH nur oberflächlich mit dem Teilgutachten von Dr.
G._ auseinandergesetzt. Indem die Sachverständigen der ZVMB GmbH nur
prognostisch eine schrittweise Realisierung der von ihnen letztlich attestierten
Arbeitsfähigkeit für möglich erachtet hätten, hätten sie anerkannt, dass der Versicherte
nun seit Jahren lediglich in leidensadaptierten Tätigkeiten zu 50 Prozent arbeitsfähig
gewesen sei. Der Versicherte habe folglich mindestens für die Vergangenheit einen
Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung. Die Prognose der
Sachverständigen sei aber wenig plausibel, denn die vergangenen
Eingliederungsversuche hätten gezeigt, dass eine Eingliederung des Versicherten ins
Erwerbsleben kaum mehr möglich sei. Jedenfalls hätte die IV-Stelle aber die von den
Sachverständigen empfohlenen Eingliederungsmassnahmen in die Wege leiten
müssen, statt ohne jede Eingliederung über den Rentenanspruch zu entscheiden. Am
14. Februar 2014 notierte der RAD-Arzt Dr. G._, dass das Gutachten der ZVMB
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GmbH aus medizinischer Sicht überzeuge (IV-act. 213). Mit einer Verfügung vom 20.
Februar 2014 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren des Versicherten ab (IV-act. 214).
Die Begründung der Verfügung entsprach jener des Vorbescheides vom 30. Dezember
2013. Ergänzend führte die IV-Stelle aus, bei einer Prüfung der Eingaben vom 2.
September 2013 und vom 20. Januar 2014 durch den RAD sei festgestellt worden,
dass der Versicherte „nichts Neues“ geltend gemacht habe.
B.
B.a Am 19. März 2014 liess der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer) eine
Beschwerde gegen die Verfügung vom 20. Februar 2014 erheben (act. G 1). Sein
Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die
Zusprache der dem Beschwerdeführer zustehenden gesetzlichen Leistungen,
namentlich einer ganzen Rente, sowie eventualiter die Rückweisung der Sache an die
Beschwerdegegnerin, verbunden mit der Anweisung, das Beweisverfahren formgerecht
durchzuführen und dabei gegebenenfalls ein (neues) interdisziplinäres Gutachten über
die Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers sowie gegebenenfalls Abklärungen zur
Verwertbarkeit einer allfälligen Restarbeitsfähigkeit einzuholen und anschliessend über
die dem Beschwerdeführer zustehenden gesetzlichen Leistungen der
Invalidenversicherung neu zu verfügen. Zur Begründung führte er aus, die IV-Stelle
(nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) habe gegen ihre Pflicht zur sorgfältigen
Aktenführung verstossen, indem sie die Akten immer wieder neu paginiert und kein
Aktenverzeichnis erstellt habe, das eine zweckdienliche Übersicht über die Akten
bieten würde. Die Beschwerdegegnerin habe auch ihre Begründungspflicht verletzt,
denn sie habe sich mit den in der Eingabe vom 20. Januar 2014 angeführten
Einwänden nicht auseinandergesetzt, sondern sich mit der Feststellung begnügt, darin
sei gemäss dem RAD nichts Neues geltend gemacht worden. Die
Arbeitsfähigkeitsschätzung der Sachverständigen der ZVMB GmbH überzeuge nicht.
Sie widerspreche sämtlichen übrigen medizinischen Berichten. Entgegen dem Auftrag
der Beschwerdegegnerin sei der Beschwerdeführer nicht rheumatologisch begutachtet
worden. Die Ausführungen zur angestammten Tätigkeit des Beschwerdeführers seien
nicht überzeugend und aktenwidrig. Der psychiatrische Sachverständige habe sich
nicht eingehend mit dem psychiatrischen Teilgutachten von Dr. G._
auseinandergesetzt, obwohl er zu anderen Schlussfolgerungen als Dr. G._ gelangt
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sei. Die von den Sachverständigen der ZVMB GmbH prognostizierte Steigerung der
Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers überzeuge nicht und würde jedenfalls
Eingliederungsmassnahmen voraussetzen. Die Beschwerdegegnerin habe es aber
versäumt, solche Massnahmen durchzuführen. Sie habe damit verfrüht über das
Rentenbegehren verfügt respektive den Grundsatz „Eingliederung vor Rente“ verletzt.
Gemäss dem bidisziplinären Gutachten von Herrn F._ und Dr. G._ könne die
Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt gar
nicht mehr verwertet werden. Folglich bestehe ein Anspruch auf eine ganze Rente.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 12. Mai 2014 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 4). Zur Begründung führte sie aus, sie sei ihrer Begründungspflicht
rechtsgenüglich nachgekommen, denn der angefochtenen Verfügung liessen sich die
grundsätzlichen Überlegungen entnehmen, von denen sie sich habe leiten lassen. Die
Sachverständigen der ZVMB GmbH hätten ausführlich und überzeugend begründet,
weshalb sie eine orthopädische statt einer rheumatologischen Begutachtung
durchgeführt hätten. Es lägen keine Hinweise darauf vor, dass es sich bei der leicht-
bis mittelgradigen depressiven Episode um eine eigenständige psychiatrische
Erkrankung handle, die nicht im Zusammenhang mit den syndromalen Leiden und der
schwierigen psychosozialen Situation stehe. Die psychosozialen Faktoren begründeten
für sich allein keine Invalidität. Folglich bestehe kein Anspruch auf eine Rente, weshalb
auch der Grundsatz „Eingliederung vor Rente“ nicht verletzt sein könne. Da der
Beschwerdeführer keine behinderungsbedingten Schwierigkeiten bei der Stellensuche
habe, habe er auch keinen Anspruch auf eine Unterstützung der Beschwerdegegnerin
bei der Stellensuche (Arbeitsvermittlung).
B.c Mit einer Replik vom 3. Juni 2014 liess der Beschwerdeführer an seinen Anträgen
festhalten (act. G 8). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (vgl. act. G
10).
B.d Am 2. Dezember 2015 teilte das Versicherungsgericht dem Beschwerdeführer mit
(act. G 13), dass aus seiner Beschwerdeschrift nicht hervorgehe, ob er eine Aufhebung
der angefochtenen Verfügung zur Beseitigung einer allfälligen formellen
Rechtswidrigkeit oder eine möglichst rasche materielle Erledigung bevorzuge, denn er
habe ausschliesslich materielle Anträge gestellt, in der Beschwerdebegründung aber
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auf eine Verletzung der Begründungspflicht und damit des Anspruchs auf rechtliches
Gehör hingewiesen. Am 5. Januar 2016 antwortete der Beschwerdeführer (act. G 14),
dass er einer raschen materiellen Erledigung der Streitsache den Vorzug gebe. Er
ersuche aber darum, die gerügten Verletzungen der Begründungspflicht und der Pflicht
zur sorgfältigen Aktenführung im Rahmen der Kosten- bzw. Entschädigungsregelung
zu berücksichtigen.

Erwägungen
1.
Nachdem die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer in ihrem Vorbescheid vom
30. Dezember 2013 angekündigt hatte, dass sie die Abweisung seines
Rentenbegehrens vorsehe, hat dieser in einer Eingabe vom 20. Januar 2014 diverse
Einwände vorgebracht. Er hat die Durchführung einer orthopädischen statt einer
rheumatologischen Begutachtung, den Widerspruch zwischen dem Gutachten der
ZVMB GmbH einerseits und den übrigen medizinischen Berichten andererseits, die
Ausführungen der Sachverständigen der ZVMB GmbH zur angestammten Tätigkeit des
Beschwerdeführers und die fehlende Auseinandersetzung im psychiatrischen
Teilgutachten mit dem früheren psychiatrischen Teilgutachten von Dr. G._
beanstandet. Gemäss den Akten hat die Beschwerdegegnerin die Eingabe vom 20.
Januar 2014 dem RAD vorgelegt, der selbstverständlich nur aus medizinischer Sicht
zum Beweiswert des Gutachtens der ZVMB GmbH hat Stellung nehmen können. In
den Akten findet sich kein Hinweis darauf, dass sich die Beschwerdegegnerin selbst
mit den juristischen Einwänden des Beschwerdeführers gegen den Vorbescheid vom
30. Dezember 2013 auseinandergesetzt hätte. Ihre Stellungnahme zur Eingabe vom 20.
Januar 2014 in ihrer Verfügung vom 20. Februar 2014 hat sich denn auch nur auf die
medizinische Frage beschränkt, ob es zulässig gewesen ist, eine orthopädische statt
einer rheumatologischen Begutachtung durchzuführen. Zu den übrigen Einwänden hat
die Beschwerdegegnerin keine Stellung genommen. Den Akten lässt sich nicht
entnehmen, dass sie die Einwände des Beschwerdeführers, die nicht die Frage der
orthopädischen statt der rheumatologischen Begutachtung betroffen haben, überhaupt
zur Kenntnis genommen, geschweige denn sich damit auseinander gesetzt hätte. Die
Beschwerdegegnerin hat also die Einwände des Beschwerdeführers augenscheinlich
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ignoriert. Dies stellt eine Verletzung der Begründungspflicht im Sinne des Art. 49 Abs. 3
ATSG dar. Die Begründungspflicht wird nämlich nicht nur dann verletzt, wenn ein
Entscheid nicht oder nur mangelhaft begründet wird, sondern vielmehr auch dann,
wenn die Argumente, auf die die Begründung Bezug nehmen müsste, nicht zur
Kenntnis genommen werden. Das Ignorieren von Einwänden verunmöglicht
naturgemäss eine Auseinandersetzung mit diesen Einwänden, wodurch die
Begründungspflicht verletzt wird. Der Umstand, dass diese Rechtswidrigkeit eine
Verfahrens- und nicht eine materielle Vorschrift betroffen hat, ändert nichts daran, dass
sie an sich zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung führen müsste. Weil sich
allerdings die Aufgabe des Verfahrensrechts darauf beschränkt, dem materiellen Recht
zum Durchbruch zu verhelfen, lässt es die Rechtsprechung zu, eine formelle
Rechtswidrigkeit zu ignorieren, wenn die betroffene Person einer raschen materiellen
Entscheidung den Vorzug gibt. Missverständlich wird in einem solchen Fall von einer
„Heilung“ der Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör gesprochen, obwohl die
Rechtswidrigkeit gerade nicht beseitigt (und damit „geheilt“), sondern vielmehr ignoriert
wird. Da der Beschwerdeführer erklärt hat, er sei bereit, die formelle Rechtswidrigkeit
zu akzeptieren, weil ihm mehr an einer raschen materiellen Erledigung als an der
formellen Rechtmässigkeit des Entscheides liege, ist die vorliegende Verletzung des
Anspruchs auf rechtliches Gehör zu ignorieren. Aus demselben Grund kann auch eine
allfällige Verletzung der Pflicht zur sorgfältigen Aktenführung nicht entscheidrelevant
sein, denn auch dabei würde es sich um eine formelle Rechtswidrigkeit handeln, die
der Beschwerdeführer zu akzeptieren bereit ist. Damit kann offen bleiben, ob eine
Verletzung der Aktenführungspflicht vorliegt. Im Sinne eines obiter dictum ist (einmal
mehr) darauf hinzuweisen, dass unverständlich ist, wie es zu unterschiedlichen
Paginierungen von Akten kommen kann und weshalb die Beschwerdegegnerin nicht in
der Lage ist, ein aussagekräftiges Aktenverzeichnis zu erstellen.
2.
2.1 Eine versicherte Person, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im
Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen, erhalten oder verbessern kann, die während eines Jahres ohne einen
wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig
gewesen ist und die nach dem Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid
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ist, hat gemäss dem Art. 28 Abs. 1 IVG einen Anspruch auf eine Rente der
Invalidenversicherung. Für die Berechnung des Invaliditätsgrades wird gemäss dem
Art. 28a Abs. 1 IVG, sofern die versicherte Person als vollzeitig erwerbstätig zu
qualifizieren ist, das Erwerbseinkommen, das sie nach dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung und nach der Durchführung der medizinischen
Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare
Tätigkeit bei einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage erzielen könnte, zum
Erwerbseinkommen in Beziehung gesetzt, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht
invalid geworden wäre (vgl. Art. 16 ATSG). Ist die versicherte Person als nicht
erwerbstätig zu qualifizieren, wird für die Bemessung der Invalidität darauf abgestellt, in
welchem Masse sie unfähig ist, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28a Abs. 2
IVG). Bei einer versicherten Person, die nur zum Teil erwerbstätig und daneben im
Aufgabenbereich tätig ist, wird der Invaliditätsgrad gemäss dem Art. 28a Abs. 3 IVG
anhand einer Mischrechnung berechnet (so genannte gemischte Methode).
2.2 Da sich der Beschwerdeführer nach der Hirnblutung seiner Ehefrau im Frühjahr
2008 in einem erheblichen Umfang um diese gekümmert hatte, ist die
Beschwerdegegnerin zunächst davon ausgegangen, dass er auch bei voller
Gesundheit nicht mehr vollzeitig erwerbstätig wäre, sondern nur noch ein Teilpensum
verrichten und sich daneben um seine Ehefrau kümmern würde. Aus diesem Grund hat
sie den Beschwerdeführer zunächst aufgefordert, einen Fragebogen auszufüllen, und
anschliessend eine Abklärung im Haushalt des Beschwerdeführers durchgeführt. In der
Folge hat sie ein hypothetisches Erwerbspensum von 50 Prozent als ausgewiesen
erachtet, weshalb sie den Invaliditätsgrad anhand der gemischten Methode berechnet
hat. Später hat sie diesen Standpunkt aber ohne eine Begründung wieder aufgegeben
und für die Invaliditätsgradberechnung ein hypothetisches Vollpensum zugrunde gelegt
respektive den Invaliditätsgrad in Anwendung des Art. 28a Abs. 1 IVG berechnet. Damit
hat sich die Frage nach der so genannten Qualifikation des Beschwerdeführers aber
nicht erledigt. Für die Beurteilung des Rentenbegehrens des Beschwerdeführers
respektive der Rechtmässigkeit der angefochtenen Verfügung muss geklärt werden,
wie der Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers berechnet werden muss. Dabei kann
nicht auf den Haushaltsabklärungsbericht abgestellt werden. In den Akten ist nämlich
ausgewiesen, dass der Beschwerdeführer der deutschen Sprache nur unzureichend
mächtig ist. Der RAD-Arzt Dr. D._, der Sachverständige Dr. G._ und auch die
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Sachverständigen der ZVMB GmbH haben auf erhebliche sprachliche
Verständigungsschwierigkeiten hingewiesen. Abgesehen vom RAD-Arzt Dr. D._
haben die begutachtenden Ärzte für ihre Untersuchungen die Hilfe eines Dolmetschers
in Anspruch genommen. Der RAD-Arzt Dr. D._ hat in seinem Untersuchungsbericht
darauf hingewiesen, dass eine psychotherapeutische Behandlung an sprachlichen
Schwierigkeiten scheitere respektive nur sinnvoll wäre, wenn sie in der Muttersprache
des Beschwerdeführers durchgeführt werden könnte. Die Behauptung der
Abklärungsperson, ihr seien bei der Haushaltsabklärung keine sprachlichen
Verständigungsschwierigkeiten aufgefallen, ist vor diesem Hintergrund nicht
überzeugend. Da es die Abklärungsperson versäumt hat, ihre Fragen und die
Antworten des Beschwerdeführers wortgetreu zu protokollieren, kann die
Zuverlässigkeit ihrer Aussage, die sprachliche Verständigung sei problemlos gewesen,
nicht überprüft werden. Die mangelhafte Protokollierung verunmöglicht auch die
Beantwortung der Frage, ob der Beschwerdeführer – abgesehen von den sprachlichen
Verständigungsschwierigkeiten – überhaupt in der Lage gewesen ist, die abstrakte und
komplexe Frage nach dem hypothetischen Erwerbspensum bei einer
uneingeschränkten Gesundheit zu verstehen und richtig zu beantworten.
Erfahrungsgemäss sind die Versicherten häufig mit der Beantwortung dieser Frage
auch dann überfordert, wenn keine sprachlichen Verständigungsschwierigkeiten
vorliegen. Mangels eines zuverlässigen Protokolls ist vorliegend jedenfalls nicht mit
dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit belegt, dass der
Beschwerdeführer angegeben hat, er wäre ohne seine Gesundheitsbeeinträchtigung
nur zu 50 Prozent erwerbstätig. Ohnehin könnte gestützt auf eine solche Aussage nicht
ohne weiteres auf eine entsprechende Qualifikation geschlossen werden. Tagsüber
muss die Ehefrau des Beschwerdeführers nämlich kaum gepflegt, sondern vor allem
betreut werden. Der Betreuungsaufwand ist dabei nicht besonders hoch; entscheidend
ist für den Beschwerdeführer vor allem, möglichst in der Nähe seiner Ehefrau bleiben
zu können, um sich im Bedarfsfall um sie kümmern zu können. So hat er etwa
angegeben, dass die Arbeit in einem eigenen Spezialitätenladen ideal wäre, weil sich
seine Ehefrau in einem Nebenraum aufhalten könnte, während er arbeiten würde. Im
Bedarfsfall könnte er dann jeweils kurz nach hinten gehen und sich um sie kümmern.
Wäre der Beschwerdeführer davon ausgegangen, dass er sich in einem wesentlichen
Ausmass um seine Ehefrau kümmern müsse, wäre seine Idee, einen eigenen Laden zu
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führen, zum Vorneherein unrealistisch gewesen. Zudem wäre es auch gar nicht
erforderlich gewesen, dass sich der Beschwerdeführer alleine um seine Ehefrau
gekümmert hätte. Vielmehr hätte er sich eine externe Betreuung einkaufen können. Der
Umstand, dass das Ehepaar Ergänzungsleistungen zur Rente der Ehefrau bezieht,
belegt zudem, dass der Beschwerdeführer aus finanziellen Gründen verpflichtet
gewesen wäre, einer vollzeitigen Erwerbstätigkeit nachzugehen.
Ergänzungsleistungsrechtlich hätte er sich nicht mit einem Erwerbspensum von 50
Prozent begnügen können. Gesamthaft ist die Beschwerdegegnerin also zu Recht
davon ausgegangen, dass der Beschwerdeführer im hypothetischen Gesundheitsfall
vollzeitig erwerbstätig geblieben wäre. Der Invaliditätsgrad ist in Anwendung des Art.
28a Abs. 1 IVG anhand eines (reinen) Einkommensvergleichs zu berechnen.
3.
3.1 Das zumutbarerweise erzielbare Invalideneinkommen, das gemäss dem Art. 16
ATSG mit dem Valideneinkommen verglichen werden muss, hängt wesentlich von der
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ab. Für die Beantwortung der Frage nach der
verbliebenen Arbeitsfähigkeit kommt den medizinischen Berichten eine massgebende
Bedeutung zu. Vorliegend ist zunächst zu prüfen, ob dem Beschwerdeführer die
angestammte Tätigkeit aus medizinischer Sicht noch zugemutet werden kann.
Angesichts der Tatsache, dass der Hausarzt des Beschwerdeführers, der
Sachverständige Herr F._ und der RAD-Arzt Dr. D._ mit einer überzeugenden
Begründung die Auffassung vertreten haben, dies sei nicht der Fall, weil die
angestammte Tätigkeit zu belastend für seine geschädigte Wirbelsäule sei, erstaunt die
Schlussfolgerung der Sachverständigen der ZVMB GmbH, der Beschwerdeführer sei in
der Lage, diese Tätigkeit weiter auszuführen und dabei prognostisch fähig, innert
weniger Monate wieder eine Leistung von 75 Prozent zu erbringen. Die Begründung
der Sachverständigen, wenn der Beschwerdeführer vermehrte Sitzpausen einlegen
könne, sei er in der Lage, diese Tätigkeit weiter zu verrichten, überzeugt nicht.
Massgebend sind nämlich nicht die lumbalen, sondern die cervicalen Beschwerden,
wie auch die Sachverständigen ausgeführt haben. Diesbezüglich erweist sich die
angestammte Tätigkeit als Steward einer Minibar deshalb als schwer belastend und
damit ungeeignet, weil der Beschwerdeführer einen über 100 Kilogramm schweren
Wagen durch die Waggons ziehen und diesen bei den mit den Ein- und Ausfahrten in
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Bahnhöfen verbundenen Gleiswechseln stabilisieren müsste, was beides eine
erhebliche Anstrengung in den Armen und damit im oberen Rücken erfordern und
folglich die Halswirbelsäule stark belasten würde. Diese Überlegungen haben denn
auch die übrigen Ärzte, insbesondere den rheumatologischen Sachverständigen F._,
veranlasst, die Zumutbarkeit der angestammten Tätigkeit zu verneinen. Dazu haben
sich die Sachverständigen der ZVMB GmbH nicht geäussert. Sie dürften von einem
Arbeitsprofil eines Minibarstewards ausgegangen sein, das nicht mit der Realität
übereinstimmt. Ihre Schlussfolgerungen zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in
der angestammten Tätigkeit vermögen deshalb nicht zu überzeugen.
3.2 Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit sind gemäss
dem Gutachten der ZVMB GmbH, dem Gutachten von med. pract. F._ und Dr. G._
sowie dem Untersuchungsbericht des RAD-Arztes Dr. D._ die depressiven
Beschwerden massgebend. Abgesehen vom psychiatrischen Sachverständigen der
ZVMB GmbH, med. pract. K._, haben die psychiatrischen Fachärzte (auch die
behandelnden) eine Arbeitsfähigkeit von 50 Prozent mit der Möglichkeit einer weiteren
Steigerung attestiert. Die Fachärzte sind sich einig gewesen, dass der
Beschwerdeführer in einer geeigneten Tätigkeit in der Lage sein könnte, mehr als 50
Prozent zu leisten, wobei allerdings die damals offenbar noch schwierige familiäre
Situation relativ kurz nach der Hirnblutung bei einer Gesamtwürdigung eine wichtige
Rolle gespielt hat. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers hat auch der
Sachverständige Dr. G._ diese Auffassung vertreten. Seine ergänzende Aussage,
angesichts der aktuellen Situation erscheine eine unselbständige Erwerbstätigkeit als
ausgeschlossen, hat sich nicht allein auf die Gesundheitsbeeinträchtigung des
Beschwerdeführers, sondern massgeblich auf dessen damalige familiäre Situation
bezogen. Dieser Aussage kann bei der Prüfung der Rentenfrage keine Bedeutung
zukommen; massgebend ist vielmehr, dass Dr. G._ aus medizinischer Sicht eine
Arbeitsfähigkeit von 50 Prozent attestiert hat. Der Sachverständige K._ hat
nachvollziehbar dargelegt, dass er die früheren psychiatrischen
Arbeitsfähigkeitsschätzungen als zutreffend erachte, in der persönlichen Untersuchung
aber mit einer harmloseren Befundlage konfrontiert gewesen sei. Die
Auseinandersetzung mit den Vorakten kann entgegen der Ansicht des
Beschwerdeführers nicht als oberflächlich abgetan werden, denn der Sachverständige
K._ hat in Bezug auf jeden massgebenden Bericht kurz, aber nachvollziehbar und
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begründet dargelegt, inwieweit er mit diesem übereinstimme und welche Punkte er
anders sehe. Die vom Sachverständigen K._ vertretene Auffassung, der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers habe sich gebessert, stimmt mit dem
Umstand überein, dass es der Ehefrau des Beschwerdeführers mittlerweile deutlich
besser geht, denn die behandelnden Psychiater wie auch der Sachverständige
Dr. G._ und der RAD-Arzt Dr. D._ hatten vor der Begutachtung durch die
ZVMB GmbH bereits darauf hingewiesen, dass der psychische Gesundheitszustand
des Beschwerdeführers in seiner jeweiligen Ausprägung wesentlich vom
Gesundheitszustand seiner Ehefrau abhänge. Auch die prognostische Angabe des
Sachverständigen K._, der psychische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers
werde sich im Rahmen einer Eingliederung wohl relativ rasch stabilisieren und weiter
verbessern, erscheint als plausibel. Bereits der Sachverständige Dr. G._ hatte
nämlich ausgeführt, dass eine berufliche Eingliederung des arbeitswilligen
Beschwerdeführers einen positiven therapeutischen Einfluss auf dessen
Gesundheitszustand haben werde.
3.3 Die Beschwerdegegnerin hat die Auffassung vertreten, es liege keine
„invalidisierende“ Krankheit vor, weil die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nur
aufgrund einer psychosozialen Belastungssituation beeinträchtigt sei. Dabei hat sie
verkannt, dass die psychiatrischen Sachverständigen das Vorliegen einer
psychiatrischen Erkrankung aus dem Formenkreis der depressiven Störungen belegt
haben. Die schwierige familiäre Situation ist zwar gemäss den medizinischen
Gutachten eine wesentliche Ursache dafür gewesen, dass der Beschwerdeführer
erkrankt ist. Dies ändert aber nichts daran, dass der Beschwerdeführer an einer
Krankheit leidet, die eine Leistungspflicht der Invalidenversicherung auslösen kann.
Weil es sich bei der Invalidenversicherung um eine finale Versicherung handelt, ist die
Ursache einer leistungsbegründenden Gesundheitsbeeinträchtigung irrelevant. Ob die
Gesundheitsbeeinträchtigung die Folge einer Erkrankung, eines Unfalls, einer
psychosozialen Belastung oder einer Sucht ist, ist für die Prüfung eines
Rentenbegehrens irrelevant. Massgebend sind vielmehr die Schwere der
Gesundheitsbeeinträchtigung respektive deren Auswirkungen. Vorliegend ist die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers durch eine depressive Erkrankung
beeinträchtigt, für die die Invalidenversicherung grundsätzlich die gesetzlichen
Leistungen zu erbringen hat. Die Sachverständigen haben zwar auf eine Abhängigkeit
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der Schwere der Erkrankung von der psychosozialen Belastungssituation hingewiesen.
Daraus kann für die Prüfung des Rentenbegehrens des Beschwerdeführers aber nichts
abgeleitet werden. Eine psychosoziale Entlastung dürfte zwar die depressive
Erkrankung positiv beeinflussen und damit letztlich eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit
bewirken. Die belastende familiäre Situation des Beschwerdeführers kann aber gar
nicht entsprechend beeinflusst werden. Selbst wenn die Ehefrau des
Beschwerdeführers durch Dritte betreut würde, wäre der Beschwerdeführer nach wie
vor um ihre Gesundheit besorgt. Durch eine räumliche Trennung würde seine
Anspannung sogar noch gesteigert. Abgesehen davon kann der Beschwerdeführer
aber selbstverständlich nicht im Sinne einer Schadenminderungspflicht dazu
angehalten werden, sich nicht mehr selbst um seine Ehefrau zu kümmern respektive
sich nicht mehr um sie zu sorgen. Zusammenfassend ist die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers nicht aufgrund einer psychosozialen Belastungssituation, sondern
wegen einer depressiven Erkrankung beeinträchtigt, die eine ihrer Ursachen in einer
psychosozialen Belastungssituation findet. Dieser Kausalzusammenhang ist für die final
ausgestaltete Invalidenvesicherung allerdings irrelevant. Da auch keine
Schadenminderungspflicht in Betracht fällt, die eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit
infolge einer psychosozialen Entlastung versprechen würde, kommt der
psychosozialen Belastungssituation in diesem Verfahren keine Relevanz zu.
3.4 Somit ist der Beschwerdeführer als seit Mai 2008 bleibend arbeitsunfähig in der
angestammten Tätigkeit und als seit diesem Zeitpunkt zu 50 Prozent arbeitsfähig in
einer leidensadaptierten Tätigkeit zu qualifizieren. Der psychiatrische Sachverständige
der ZVMB GmbH hat in seinem Teilgutachten ausgeführt, dass der
Gesundheitszustand und damit die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers über die
Handlungsebene beeinflusst werden könne, namentlich durch erneute berufliche
Integrationsmassnahmen und gleichzeitig eine intensivierte psychotherapeutische
Betreuung. Er erachte eine stufenweise Integration in den Arbeitsprozess unter einer
intensivierten therapeutischen Begleitung und Motivation als möglich und sinnvoll. Die
Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit betrage: „50 Prozent Leistung, fünf Stunden
täglich für vier Monate. Ab dem fünften Monat 100 Prozent Leistung, sechs Stunden
täglich, und ab dem achten Monat 100 Prozent Leistung, 8,5 Stunden täglich, jeweils
fünf Tage die Woche“ (IV-act. 205–43 f.). Diese Angaben können so verstanden
werden, dass der psychiatrische Sachverständige aus medizinisch-theoretischer Sicht
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von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ausgegangen
sei, für deren Realisierung aber eine kurze Angewöhnung als sinnvoll erachtet habe.
Damit würde seine Aussage übereinstimmen, der Beschwerdeführer habe sich in der
Untersuchung deutlich weniger beeinträchtigt präsentiert, als er von den
Voruntersuchern in den Akten beschrieben worden sei. Bei dieser Interpretation hätte
der psychiatrische Sachverständige den Beschwerdeführer als bereits im Zeitpunkt der
Begutachtung uneingeschränkt arbeitsfähig qualifiziert, aber einen stufenweisen
Wiedereinstieg und eine gleichzeitige intensivierte psychotherapeutische Betreuung
empfohlen. Bei dieser Interpretation des psychiatrischen Teilgutachtens wäre von einer
uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit auszugehen. Die Angaben des psychiatrischen
Sachverständigen können aber auch so verstanden werden, dass dieser den
Beschwerdeführer als im Zeitpunkt der Begutachtung noch zu 50% arbeitsunfähig
qualifiziert und nur prognostisch angegeben habe, die Arbeitsfähigkeit lasse sich
mittels beruflicher Integrationmassnahmen – als medizinische Therapie – auf 100
Prozent steigern. Die Folge dieser Interpretation wäre, dass der Beschwerdeführer als
vorerst weiterhin nur zu 50 Prozent arbeitsfähig zu qualifizieren wäre. Erst nach dem
Abschluss der Integrationsmassnahmen wäre er dann allenfalls uneingeschränkt
arbeitsfähig. Das Gericht geht davon aus, dass diese zweite Interpretation die richtige
ist. Folglich ist der Beschwerdeführer wenigstens bis zum Zeitpunkt des Erlasses der
angefochtenen Verfügung noch zu 50 Prozent arbeitsunfähig gewesen. Die
Beschwerdegegnerin wird erst nach der Durchführung beruflicher
Integrationsmassnahmen prüfen können, ob die Prognose des psychiatrischen
Sachverständigen richtig war. Diese Prüfung wird im Rahmen eines
Revisionsverfahrens im Sinne des Art. 17 Abs. 1 ATSG erfolgen müssen.
4.
4.1 Der Beschwerdeführer hat in seiner angestammten Tätigkeit einen verglichen mit
dem statistischen Medianwert der Hilfsarbeiterlöhne unterdurchschnittlichen Lohn von
47’593 Franken (= 13 × 3’661 Franken; vgl. IV-act. 20–3) respektive von 48’764
Franken im Jahr 2007 (vgl. IV-act. 20–4) erzielt. Der Medianwert der Hilfsarbeiterlöhne
hat im Jahr 2007 60’144 Franken (= 4’732 Franken × 41,7 ÷ 40 × 12 × 1,016) betragen.
Da der Beschwerdeführer in der Lage gewesen ist, eine durchschnittlich entlöhnte
Hilfsarbeit zu verrichten und seine Erwerbsfähigkeit folglich der eines durchschnittlich
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leistungsfähigen Hilfsarbeiters entsprochen hat, spricht nichts gegen die Annahme,
dass er an eine durchschnittlich entlöhnte Hilfsarbeiterstelle gewechselt hätte, sobald
sich ihm die Gelegenheit geboten hätte. Der Umstand, dass er einen
unterdurchschnittlichen Lohn erzielt hat, ist mit anderen Worten auf die
invalidenversicherungsrechtlich irrelevanten Gegebenheiten auf dem tatsächlichen
Arbeitsmarkt zurückzuführen. Der Beschwerdeführer hat also nicht deshalb
unterdurchschnittlich verdient, weil seine valide Erwerbsfähigkeit unterdurchschnittlich
gewesen wäre, sondern weil die Zwänge des Marktes für Hilfsarbeiten ihm die
Ausübung einer durchschnittlich entlöhnten Tätigkeit verunmöglicht haben. Für die
Ermittlung des Valideneinkommens ist folglich von einem durchschnittlichen
Hilfsarbeiterlohn auszugehen. Da die Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers durch
berufliche Massnahmen nicht beeinflusst werden kann, besteht keine entsprechende
Eingliederungspflicht. Die Invalidenkarriere besteht in der Verrichtung einer
leidensadaptierten Hilfsarbeit. Auf dem massgebenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
steht dem Beschwerdeführer eine Vielzahl von leidensadaptierten Tätigkeiten zur
Verfügung, weshalb auch für die Ermittlung des zumutbarerweise erzielbaren
Invalideneinkommens vom statistischen Hilfsarbeiterlohn auszugehen ist. Da der
Ausgangswert des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens folglich dem
Valideneinkommen entspricht, kann der Betrag mathematisch keine Rolle spielen; der
Invaliditätsgrad ist anhand eines Prozentvergleichs zu berechnen. Der
Beschwerdeführer wird allerdings nicht in der Lage sein, einen durchschnittlichen Lohn
zu erzielen. Aufgrund seiner depressiven Erkrankung wird er seine Arbeitsleistung nicht
mit einer durchschnittlichen Zuverlässigkeit erbringen können. Zudem wird er
möglicherweise überdurchschnittlich viele Krankheitsabsenzen aufweisen, nicht mit
einer durchschnittlichen Flexibilität eingesetzt werden können und nicht in der Lage
sein, ein durchschnittliches Mass an Überstunden zu leisten. Diese Umstände machen
ihn zu einem unterdurchschnittlich leistungsfähigen Hilfsarbeiter, weshalb ihm ein
betriebswirtschaftlich denkender Arbeitgeber auch nur einen unter dem Medianwert
liegenden Lohn ausrichten wird. Ökonomisch betrachtet ist der Beschwerdeführer
aufgrund seiner Wettbewerbsnachteile gegenüber gesunden Hilfsarbeitern gar nicht in
der Lage, den Medianlohn eines Hilfsarbeiters zu erzielen. Rechtsprechungsgemäss ist
diesem Umstand mit einem Abzug vom Tabellenlohn respektive mit einer Korrektur des
Ausgangswertes des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens Rechnung zu
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tragen (BGE 126 V 75). Vorliegend ist ein praxisgemässer Abzug von 15 Prozent
vorzunehmen. Bei einer Leistungsfähigkeit von 50 Prozent und einem
Tabellenlohnabzug von 15 Prozent resultiert ein Invaliditätsgrad von 57,5 Prozent (= 1 –
85% × 50%).
4.2 Der Beschwerdeführer hat sich im Juli 2008 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung angemeldet, weshalb der Rentenanspruch gemäss dem Art. 29
Abs. 1 IVG frühestens im Dezember 2008 hat entstehen können (vgl. BGE 138 V 475
zum Übergangsrecht in Bezug auf den Art. 29 Abs. 1 IVG). Das so genannte Wartejahr
gemäss dem Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG hat im Mai 2008 zu laufen begonnen und hat
folglich Ende April 2009 geendet. Bei einer andauernden Arbeitsunfähigkeit ab Mai
2008 und bei einem Invaliditätsgrad von 57,5 Prozent sind die Voraussetzungen für die
Ausrichtung einer halben Rente der Invalidenversicherung am 1. Mai 2009 erfüllt
gewesen.
5.
Bei diesem Verfahrensausgang sind die praxisgemäss auf 600 Franken
festzusetzenden Gerichtskosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Dem
Beschwerdeführer wird der von ihm geleistete Kostenvorschuss von 600 Franken
zurückerstattet. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine
Parteientschädigung auszurichten, die praxisgemäss auf 3’500 Franken (einschliesslich
Barauslagen und Mehrwertsteuer) festgesetzt wird. Da der Rechtsvertreter keinen
Mehraufwand infolge der von ihm behaupteten Verletzung des rechtlichen Gehörs und
der Aktenführungspflicht substantiiert hat, rechtfertigt sich keine Erhöhung der
Parteientschädigung.