Decision ID: fe080ffd-e27c-4333-8457-90373323425b
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
Mit Wiederanmeldung vom 12. Juni 2018 ersuchte A._ um Ausrichtung von IV-
Leistungen (IV-act. 145). Die langjährig behandelnde Dr. med. B._, Fachärztin für
Allgemeine Innere Medizin, erwähnte im Bericht vom 11. Dezember 2018 folgende
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: eine Neurofibromatose Typ 1; einen
Status nach Verzögerung von Wachstum und Entwicklung; episodische
Kopfschmerzen vom Spannungstyp; Rückenschmerzen im Lendenwirbelbereich bei
bekannter Skoliose und eine Anpassungsstörung/depressive Verstimmung. Sie hielt
den Versicherten lediglich in einem geschützten Rahmen bzw. im 2. Arbeitsmarkt für
arbeitsfähig (IV-act. 190). Der behandelnde med. pract. C._, Facharzt für Psychiatrie
und Psychotherapie, diagnostizierte eine Lernstörung mit einem
unterdurchschnittlichen Gesamt-IQ von 81, der deutliche leichte bis mittelschwere
kognitive Auswirkungen auf die Emotions- und Verhaltensregulation habe, und eine
leichte bis mittelgradige depressive Störung, stark wechselnd, je nach Situation
(Verlaufsbericht vom 14. November 2018, IV-act. 194). Die im Auftrag des
behandelnden Psychiaters in der Klinik für Neurologie am Kantonsspital St. Gallen
(KSSG) von Dr. phil. D._, Fachpsychologin für Neuropsychologie FSP, am
17. Dezember 2018 durchgeführte neuropsychologische Verlaufsuntersuchung ergab
eine leichte neuropsychologische Funktionsstörung mit leichten kognitiven Störungen
und leichten Auffälligkeiten in Affektivität, Antrieb und Verhalten. Es liessen sich eine
Lernstörung in multiplen Bereichen sowie insbesondere auch eine Schwäche im
Sprachverständnis mit Schwierigkeiten in der Umsetzung von gehörten und vor allem
gelesenen Informationen erheben (IV-act. 192-5 Mitte). Eine neuropsychologische
A.a.
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Therapie sei aktuell nicht notwendig. Aufgrund der leichten kognitiven
Funktionsstörungen sei davon auszugehen, dass bei einer Anwesenheit von 8 Stunden
pro Tag durch Schwankungen in Aufmerksamkeit, Antrieb und Arbeitstempo sowie der
reduzierten Lernfähigkeit eine Einschränkung der arbeitsbezogenen Leistungsfähigkeit
von 20 bis 30% je nach Anforderungen bestehe (IV-act. 192-6; siehe zum Ganzen den
Bericht vom 19. Dezember 2018, IV-act. 192-2 ff.).
Die IV-Stelle teilte dem Versicherten am 5. Februar 2019 mit, dass sie eine
umfassende medizinische Untersuchung (Allgemeine/Innere Medizin, Neurologie,
Orthopädie und Psychiatrie) als notwendig erachte und die Kosten hierfür übernehmen
werde (IV-act. 201). Gleichzeitig informierte sie über die von ihr vorgesehenen Fragen
(IV-act. 202). In der Mitteilung vom 5. März 2019 orientierte die IV-Stelle den
Versicherten über die vorgesehene Beauftragung der E._ AG und gab ihm die Namen
der medizinischen Experten bekannt (IV-act. 209).
A.b.
Dagegen erhob der Versicherte am 26. März 2019 Einwand. Er beantragte darin,
dass der Gutachtensauftrag für die polydisziplinäre Begutachtung nicht an die E._
AG zu vergeben sei und über den Zufallsgenerator MED@P eine andere
Gutachtensstelle zu ermitteln sei, wobei zusätzlich die Fachrichtung der
Neuropsychologie zu berücksichtigen sei. Des Weiteren rügte er die Formulierung der
Fragestellungen unter Ziff. 8.1 des Fragekatalogs und ersuchte um deren Streichung.
Ausserdem sei es für ihn aufgrund seiner Sprachstörung nicht möglich, bei der E._
AG einzig von deutschen Ärzten begutachtet zu werden. Er habe Mühe, Hochdeutsch
zu verstehen und könne sich auch nicht genügend ausdrücken. Er sei auf eine
umfassende Verständigung in Mundart angewiesen (IV-act. 215).
A.c.
Mit Schreiben vom 4. April 2019 forderte die IV-Stelle die E._ AG unter Hinweis
auf den Einwand des Versicherten hinsichtlich der notwendigen Fachdisziplinen auf,
den «Auftrag auf die fachliche Güte und Vollständigkeit zu prüfen» und bis 18. April
2019 Bescheid zu geben (IV-act. 218). Gleichentags verfügte die IV-Stelle, dass sie die
E._ AG mit der polydisziplinären Begutachtung des Versicherten beauftragen werde
(IV-act. 219). Der Versicherte rügte in der Eingabe vom 24. April 2019 eine Verletzung
des rechtlichen Gehörs und ersuchte um Zustellung der Antwort der E._ AG auf die
Anfrage vom 4. April 2019 (IV-act. 220). Mit Schreiben vom 2. Mai 2019 ersuchte die
A.d.
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B.
IV-Stelle die E._ AG um eine umgehende Beantwortung der Anfrage vom 4. April
2019 (IV-act. 222). Gleichentags widerrief sie die Zwischenverfügung vom 4. April 2019
(IV-act. 223). Am 6. Mai 2019 gab die E._ AG der IV-Stelle bekannt, dass zusätzlich
eine neuropsychologische Begutachtung durch Dr. med. F._, Facharzt für Psychiatrie
und Psychotherapie, geplant sei (IV-act. 224). Hierüber orientierte die IV-Stelle den
Versicherten am 17. Mai 2019 und gewährte ihm das rechtliche Gehör (IV-act. 227). In
der Stellungnahme vom 4. Juni 2019 vertrat der Versicherte im Wesentlichen den
Standpunkt, Dr. F._ fehle die für eine Erstattung eines neuropsychologischen
Gutachtens erforderliche Fachkompetenz. Der Gutachtensauftrag sei deshalb an eine
andere Gutachtensstelle zu vergeben (IV-act. 230). Mit Zwischenverfügung vom
27. Juni 2019 ordnete die IV-Stelle die von ihr vorgesehene polydisziplinäre
Begutachtung durch die E._ AG mit neuropsychologischer Begutachtung durch
Dr. F._ an. Das Bundesamt für Sozialversicherung (BSV) habe Dr. F._ explizit die
Bewilligung erteilt, weiterhin neuropsychologische Begutachtungen für die IV-Stellen
durchzuführen. Dies aufgrund der Tatsache, dass die Neuropsychologie in Deutschland
Teil der Aus- und Weiterbildung als Facharzt für Neurologie oder Psychiatrie und
Psychotherapie bilde und Dr. F._ somit über eine ausreichende fachliche
Qualifikation verfüge. Die vom Versicherten gerügte Fragestellung strich sie ersatzlos
(IV-act. 232).
Gegen die Zwischenverfügung vom 27. Juni 2019 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 25. Juli 2019. Der Beschwerdeführer beantragt darin unter Kosten-
und Entschädigungsfolgen deren Aufhebung. Die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen,
den Auftrag für die polydisziplinäre Begutachtung nicht an die E._ AG zu vergeben
und über den Zufallsgenerator MED@P eine andere Gutachtensstelle zu ermitteln.
Eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, die E._ AG anzuweisen, im
Fachbereich Neuropsychologie einen anderen Gutachter oder eine andere Gutachterin
vorzuschlagen. Anschliessend sei das rechtliche Gehör zu gewähren. Des Weiteren sei
bei der FMH bzw. beim Präsidenten der FMH, Dr. med. G._, anzufragen, ob der
Psychiater Dr. F._ über eine ausreichende fachliche Qualifikation für die Erstattung
neuropsychologischer Gutachten verfüge. Zur Begründung bringt der
Beschwerdeführer gegen die angeordnete Begutachtung im Wesentlichen vor,
B.a.
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Dr. F._ verfüge über keine spezifischen Qualifikationen oder Erfahrung im Gebiet der
Neuropsychologie. Auf der von der Schweizerischen Vereinigung der
Neuropsychologinnen und Neuropsychologen (SVNP) erstellten Liste der
Neuropsychologen FSP mit kontrolliertem Fortbildungsnachweis (siehe hierzu IV-
act. 230-4 ff.) sei Dr. F._ nicht verzeichnet. Die fachliche Qualifikation von Dr. F._
bezüglich der Erstattung neuropsychologischer Gutachten sei gerichtlich zu prüfen.
Auskünfte des BSV würden reine Parteibehauptungen darstellen. Dieses sei nicht
unabhängig und neutral, sondern auf eine Stufe mit der Beschwerdegegnerin zu
stellen. Die Behauptung, dass Dr. F._ aufgrund des deutschen Abschlusses als
Facharzt für Psychiatrie auch für die neuropsychologische Gutachtenstätigkeit
qualifiziert sei, sei äusserst kritisch zu prüfen. Allenfalls seien gewisse Module oder
Grundlagen der Neuropsychologie bei der psychiatrischen Facharztausbildung
vermittelt worden. Dies befähige aber noch lange nicht zu einer anspruchsvollen
neuropsychologischen Gutachtertätigkeit. Auch aus dem Internetauftritt der Praxis von
Dr. F._ würden sich keine spezifischen Qualifikationen oder Erfahrungen im Gebiet
der Neuropsychologie herauslesen lassen. Durch das Vorgehen der E._ AG werde
sein Vertrauen in die fachliche Kompetenz des Gutachtensinstituts und des dortigen
Gutachtensverfahrens bei objektiver Betrachtung nachvollziehbar beeinträchtigt,
weshalb von einer Begutachtung durch die E._ AG abzusehen sei. Des Weiteren sei
es ihm (dem Beschwerdeführer) aufgrund seiner Sprachstörung nicht möglich, bei der
E._ AG einzig von deutschen Ärzten begutachtet zu werden. Ausserdem macht der
Beschwerdeführer geltend, es bestünden erhebliche Zweifel an der
Unvoreingenommenheit des Leiters der E._ AG. Da dieser Einfluss auf sämtliche
Gutachten nehme, sei dessen Befangenheit auch zu berücksichtigten, wenn er selbst
nicht explizit als Gutachter auftrete (act. G 1).
Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 30. August
2019 die Abweisung der Beschwerde. Sie hält Dr. F._ für die Erstattung
neuropsychologischer Begutachtungen für ausreichend qualifiziert. In Deutschland sei
die Neuropsychologie Teil der Aus- und Weiterbildung als Facharzt für Neurologie oder
Psychiatrie und Psychotherapie. Sie (die Beschwerdegegnerin) habe sich zudem an die
Weisungen des BSV bzw. dessen in der Person von Dr. F._ erteilten Bewilligung zur
Durchführung neuropsychologischer Gutachten zu halten. Des Weiteren gehe aus den
B.b.
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Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist die mit der
Zwischenverfügung vom 27. Juni 2019 angeordnete polydisziplinäre Begutachtung
durch die E._ AG. Im Fall der Voreingenommenheit oder unzureichender
Fachkompetenz einzelner mit der Begutachtung befasster Personen droht dem
Beschwerdeführer ein nicht wiedergutzumachender Nachteil, weshalb auf die
Beschwerde einzutreten ist (Entscheid des Versicherungsgerichts vom 15. Februar
2017, IV 2016/432, E. 1), zumal auch die übrigen Eintretensvoraussetzungen
unbestrittenermassen erfüllt sind.
2.
Muss der Versicherungsträger zur Abklärung des Sachverhalts ein Gutachten einer
oder eines unabhängigen Sachverständigen einholen, so gibt er der Partei deren oder
dessen Namen bekannt. Diese kann den Gutachter oder die Gutachterin aus triftigen
Gründen ablehnen und kann Gegenvorschläge machen (Art. 44 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
3.
Zunächst ist die zwischen den Parteien umstrittene Qualifikation von Dr. F._ zur
Erstattung neuropsychologischer Gutachten zu prüfen.
3.1 Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, die den medizinischen Gutachten im
Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Fachkompetenz bzw. fachspezifische
Qualifikation der Abklärungspersonen ein strenger Massstab anzusetzen. Die Qualität
eines Gutachtens kann nicht besser ausfallen, als es das Expertenwissen des
Gutachters bzw. der Gutachterin gestattet.
Akten nicht hervor, dass es dem Beschwerdeführer nicht möglich wäre, eine
Hochdeutsch sprechende Person zu verstehen. Sollte er sich tatsächlich nicht mit
einem Hochdeutsch sprechenden Gutachter verständigen können, so wäre der Beizug
eines Dolmetschers möglich. Die angefochtene Gutachtensanordnung sei rechtmässig
(act. G 3).
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3.2 Bei der Neuropsychologie handelt es sich um ein interdisziplinäres
Forschungsgebiet zwischen Neurologie und Psychologie, das die Zusammenhänge
zwischen Hirnschädigungen und Hirnfunktionsstörungen einerseits und psychischen
Störungen andererseits untersucht. Die Neuropsychologie stützt sich dabei auf
Erfahrungen der Psychopathologie, der kognitiven Psychologie, der Linguistik und
Phonetik (Rainer Tölle/Klaus Windgassen, Psychiatrie, 14. Auflage, Heidelberg 2006,
S. 8 unten). Die Neuropsychologie ist ein Teilgebiet der Psychologie, das sich mit den
Auswirkungen von biologischen Prozessen auf die Psyche und Wechselwirkungen
zwischen Gehirn und Verhalten im weiteren Sinn bezieht (Pschyrembel, Klinisches
Wörterbuch, 267. Auflage, Berlin 2017, S. 1260; vgl. zum Ganzen auch Ueli Kieser,
Gutachten zu Fragen des Vorgehens bei der Bestimmung der Arbeitsfähigkeit im
Sozialversicherungsrecht und zum allfälligen Beitrag der Neuropsychologie, erstattet
der Schweizerischen Vereinigung der Neuropsychologinnen und Neuropsychologen
[SVNP], vom 23. Dezember 2015;
Download unter: <https://www.neuropsy.ch/download/pictures/
f8/0qqlzhw6i1y8ky6extikksu3zpx8gw
/
juristisches_gutachten_zum_thema_beitrag_der_neuropsychologie_bei_der_bestimmun
g_
der_arbeitsfaehigkeit_prof_u_kieser_dezember_2015.pdf>, abgerufen am 22. Oktober
2019, S. 14).
3.3 Das Versicherungsgericht hat sich im Entscheid vom 5. September 2019,
IV 2018/351, E. 4.3 ff., eingehend unter Einbezug u.a. der einschlägigen Fachliteratur
(Thomas Merten, Neuropsychologische Begutachtung, Gen Re-Netletter, Ausgabe
1/2018) sowie den Leitlinien der SVNP (Stand 12. November 2016) zu den für eine
neuropsychologische Begutachtung vorausgesetzten fachlichen Anforderungen der
Sachverständigen geäussert. Es gelangte zum Schluss, dass neuropsychologische
Ausweise über eine fachspezifische Aus- oder Weiterbildung notwendige
Voraussetzung bilden, um den hohen fachlichen Anforderungen an medizinische
Sachverständige zu genügen und die Gefahr von multiplen (Administrativ-/
Gerichts-)Gutachten zu senken. Dabei sind Kenntnisse über die korrekte Auswahl,
Anwendung, Auswertung und Interpretation von neuropsychologischen Tests zwar eine
notwendige, aber keine hinreichende Bedingung für einen qualifizierten Diagnostiker
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oder Gutachter. Profundes Wissen über Neurologie, Psychopathologie, funktionelle
Neuroanatomie sowie spezielle Kenntnisse zur Begutachtung sind ebenso
unabdingbar. Entsprechend stellt auch der Umfang des für eine qualifizierte
Gutachtertätigkeit notwendigen Wissens heute die grösste Herausforderung an den
klinischen Neuropsychologen dar (Merten, a.a.O., S. 5). In dem im Verfahren
IV 2018/351 dem Versicherungsgericht zur Kenntnis gebrachten Schreiben vom 12. Juli
2018 legte die SVNP den folgenden, ausführlich begründeten Standpunkt dar:
«Neuropsychologische Fragestellungen über den Weg einer Zusatzuntersuchung
beantworten zu wollen, in welchem die Interpretation der erhobenen Befunden und die
daraus resultierende Beurteilung der Leistungsfähigkeit bzw. Arbeitsfähigkeit in den
Händen fachfremder Gutachter (z.B. Psychiater oder Neurologen) liegt, hält die SVNP
aus Gründen der Qualitätssicherung für nicht zielführend, um nicht zu sagen für
fachlich nicht verantwortbar.» (act. G 10.2 im Verfahren IV 2018/351). Das BSV vertrat
im Schreiben vom 23. Mai 2018 ebenfalls noch die Auffassung, «für das Fachgebiet der
Psychiatrie und Psychotherapie gilt, dass neuropsychologische Testungen an einen
spezialisierten Psychologen beauftragt werden sollen und nicht vom Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie selbst erstellt werden [...]» (act. G 10.3 im Verfahren
IV 2018/351).
3.4 Gemäss Angaben im Medizinalberuferegister hat Dr. F._ im Jahr 2008 den
Weiterbildungstitel «Psychiatrie und Psychotherapie» in Deutschland erworben. Die
Anerkennung in der Schweiz erfolgte im Jahr 2011 und betraf einzig die Weiterbildung
bzw. Qualifikation als Psychiater. Ein anerkannter ausländischer Weiterbildungstitel hat
in der Schweiz die gleichen Wirkungen wie der entsprechende eidgenössische
Weiterbildungstitel (Art. 21 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die universitären
Medizinalberufe [MedBG; SR 811.11]). Dr. F._ wurden damit - bloss aber immerhin -
die gleichen Qualifikationen zuerkannt, über die Inhaber und Inhaberinnen der in der
Schweiz erworbenen Weiterbildung «Psychiatrie und Psychotherapie» verfügen. Weder
die E._ AG noch die Beschwerdegegnerin brachten in den bisherigen Verfahren vor
Versicherungsgericht vor, dass Dr. F._ über eine Anerkennung der
Psychologieberufekommission als Neuropsychologe gemäss Art. 3 Abs. 2 des
Bundesgesetzes über die Psychologieberufe (PsyG; SR 935.81) verfügt. Die
Beschwerdegegnerin legt ausserdem weder dar noch ergibt sich aus den Akten, dass
Dr. F._ beim Abschluss der Ausbildung/Weiterbildung in Deutschland bzw. seither
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eine besondere Qualifikation im Fachgebiet der Neuropsychologie erworben bzw.
später durch kontinuierliche neuropsychologische Weiterbildungen sich angeeignet
hätte, die mit dem Fachwissen von heute tätigen neuropsychologischen Experten
vergleichbar wäre.
3.5 Aus der im Verfahren IV 2018/351 auszugsweisen eingereichten «(Muster-)Weiter-
bildungsordnung 2003» der (deutschen) Bundesärztekammer in der Fassung vom
23. Oktober 2015 lässt sich denn auch keine spezifische und vertiefte Ausbildung zum
neuropsychologischen Experten herleiten. In diesem Zusammenhang ist auch der
Weiterbildungsteil der «psychodiagnostischen Testverfahren und neuropsychologischer
Diagnostik» sowie die Weiterbildung im speziellen Neurologie-Teil «Indikationsstellung,
Durchführung und Beurteilung neurophysiologischer und neuropsychologischer
Untersuchungs- und Behandlungsmethoden» (S. 123 f.) zu sehen. Aus der genannten
Weiterbildungsordnung lässt sich lediglich schliessen, dass damals Kenntnisse und
Grundlagen anderer Disziplinen - u.a. der Neuropsychologie - vermittelt wurden, die
der Wahrnehmung bzw. Erkennung interdisziplinärer Zusammenhänge diente. Der
Erwerb dieser (Grund-)Kenntnisse entspricht für sich allein nicht einer fachspezifischen
neuropsychologischen Aus- oder Weiterbildung bzw. den für eine neuropsychologische
Begutachtung vorausgesetzten fachlichen Anforderungen gemäss Leitlinien der SVNP.
Des Weiteren ist auch nicht konkret dargelegt worden, dass Dr. F._ nach der
Ausbildung fortwährend neuropsychologisch tätig war. Vielmehr geht aus dem
SuisseMED@P-Reporting der Jahre 2014 bis 2018 hervor, dass Dr. F._
ausschliesslich als psychiatrischer - und nicht etwa auch als neuropsychologischer -
Experte ausgewiesen wurde. Dadurch entsteht der Eindruck, dass die Auswahl der
Personen für eine neuropsychologische Begutachtung durch die E._ AG vor allem
der Umgehung der von den mit neuropsychologischen Begutachtungen betrauten
Experten und Expertinnen zu beachtenden hohen fachlichen Anforderungen dient
(eingehend hierzu betreffend die Person des Leiters der E._ AG siehe den Entscheid
des Versicherungsgerichts vom 5. September 2019, IV 2018/351, E. 4.9.3).
3.6 Der Standpunkt, dass Personen, welche die neurologische bzw. psychiatrische
Weiterbildung in Deutschland erworben haben, «qua Facharztausbildung» kompetent
für neuropsychologische Begutachtung seien, lässt sich im Übrigen nur schwer in
Einklang mit der konkret angeordneten polydisziplinären Begutachtung bringen. So ist
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sowohl für die neurologische (Dr. med. H._) als auch die psychiatrische (Dr. med.
I._) Begutachtung ein Arzt vorgesehen, der die jeweilige Facharztweiterbildung in
Deutschland erworben hatte. Es widerspricht der von der Beschwerdegegnerin geltend
gemachten Sichtweise, dass weder der neurologische noch der psychiatrische Experte
die neuropsychologische Begutachtung mitübernimmt (vgl. den Entscheid des
Versicherungsgerichts vom 5. September 2019, IV 2018/351, E. 4.9.2).
3.7 Unter diesen Umständen bietet die bei der E._ AG angeordnete Begutachtung
keine ausreichende Gewähr für eine medizinische Beurteilung, die den hohen
fachlichen Anforderungen an die Beweiskraft einer medizinischen Expertise genügt.
Vorliegend erscheint wie im Entscheid vom 5. September 2019, IV 2018/351, eine
Neuvergabe der an sich unbestrittenen polydisziplinären Begutachtung im Rahmen des
Zufallsprinzips - unter Ausschluss der E._ AG - angezeigt. Deshalb kann
offenbleiben, ob die E._ AG eine unvoreingenommene Begutachtung zu
gewährleisten vermag, was der Beschwerdeführer bestreitet (act. G 1, Rz 26 f.), oder
ob eine Begutachtung durch die mitgeteilten deutschen E._-Ärzte mit den vom
Beschwerdeführer geltend gemachten Sprachstörungen vereinbar wäre (siehe hierzu
act. G 1, Rz 25).
4.
4.1 Nach dem Gesagten ist die angefochtene Zwischenverfügung vom 27. Juni 2019
aufzuheben und die Sache zur weiteren Abklärung im Sinn der Erwägungen an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.2 Bei Streitigkeiten betreffend die Anordnung für eine Begutachtung im
Verwaltungsverfahren sind keine Gerichtskosten zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Da es
sich vorliegend nicht um eine Streitigkeit betreffend «IV-Leistungen» handelt, findet die
Kostenregelung von Art. 69 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) keine Anwendung.
4.3 Die obsiegende beschwerdeführende Partei hat Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der
bis
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Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der
Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22
Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis
Fr. 15'000.--. Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers hat keine Kostennote
eingereicht. Unter Berücksichtigung der eingeschränkten Streitfrage sowie des
einfachen Schriftenwechsels erscheint eine Parteientschädigung von insgesamt
Fr. 2‘500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.