Decision ID: 770db5e8-414d-435d-90ce-0a6523fa9bb8
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
E._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Fürsprecher Christoph A. Egli, Berneckerstrasse 26, Postfach 95,
9435 Heerbrugg,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente; Unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Verwaltungsverfahren
Sachverhalt:
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A.
A.a E._ (Jahrgang 1945) meldete sich am 15. Februar 2006 zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-act.13). Die Arbeitgeberin A._ berichtete
der IV-Stelle am 20. März 2006, der Versicherte sei vom 1. Februar 1987 bis 31. März
2003 bei ihr als Ingenieur HTL tätig gewesen. Sie führte aus, sie habe dem Versicherten
auf Grund des Geschäftsganges gekündigt. Zuletzt habe er Fr. 8'595.15 pro Monat
verdient (IV-act. 25). Dr. med. B._, FMH für Allgemeine Medizin, gab in seinem
Bericht vom 9. Mai 2006 an, der Versicherte leide an einem Lumbovertebralsyndrom
bei Osteochondrose und Spondylarthrose L5/S1 sowie einem Cervikalsyndrom bei
Osteochondrose C5/C6. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestehe eine
Hypertonie, ein St. n. Splenektomie sowie eine depressive Verstimmung. Der
Versicherte sei als Betriebsingenieur seit dem 1. April 2005 zu 100% bis auf Weiteres
arbeitsunfähig. Der Hausarzt führte aus, längeres Stehen oder Sitzen sowie das Heben
von Lasten führe zu Beschwerden. Eine wechselbelastende Tätigkeit wäre zumutbar,
wobei keine genaue Dauer festgelegt werden könne; diese sei abhängig von der
Belastung. In der Beilage befand sich ein Bericht des Kantonsspitals St. Gallen vom 5.
Januar 2006. Darin wird eine Arbeitsunfähigkeit von 100% bis auf Weiteres attestiert
(IV-act. 27). Der Hausarzt reichte auch ein im Auftrag der Taggeldversicherung
erstelltes bidisziplinäres Gutachten des Medical Clearing Center (MCC) vom 16.
Dezember 2005 ein. Darin wurden die Diagnosen einer leichten Cervikalgie, eines
Lumbovertebralsyndroms, eines St. n. Milzextraktion 1987 nach Unfall sowie eines St.
n. bakterieller Pneumonie November 2004 aufgeführt. Dr. med. C._, Facharzt FMH
für Orthopädische Chirurgie, hat im Gutachten angegeben, bei der Untersuchung habe
er im Bereich der Nackenregion Bewegungseinschränkungen feststellen können. Die
Weichteile seien aber relativ wenig dolent. Radiologisch sei der Befund ausgeprägt,
man finde deutliche Unkovertebralarthrosen und Spondylosen mit Osteochondrose auf
diversen Niveaus. Im Bereich der LWS fänden sich Instabilitätszeichen, was
radiologisch bestätigt werde. Die Diskushernie sei aktuell nicht mehr aktiv, radikuläre
Symptome seien nicht mehr vorhanden. Dr. med. D._, Facharzt FMH für Psychiatrie
und Psychotherapie, hat aufgeführt, es bestehe keine psychiatrische Erkrankung. In
den Akten sei ein zweimaliger depressiv gefärbter Erschöpfungszustand beschrieben
worden, wovon sich der Versicherte wieder erholt habe. Der Orthopäde hat die
bisherige Tätigkeit als Betriebsingenieur als nicht eingeschränkt erachtet, weil es sich
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dabei um eine relativ leichte Arbeit handle. Auf dem gesamten Arbeitsmarkt sei dem
Versicherten eine leichte Arbeit zu 100% und eine mittelschwere Tätigkeit zu 50%
zumutbar. Die Traglimite betrage 20 kg. Eine adaptierte Tätigkeit mit 60% stehend und
40% sitzend, Positionswechseln alle zwei bis drei Stunden sowie Vermeidung von
flektierenden und vornübergeneigten Körperhaltungen sei zu 100% zumutbar.
Eigentliche Pausen seien nicht nötig, wichtig sei der Positionswechsel (IV-act. 30).
Angaben zur Schmerzbekämpfung wurden im Gutachten keine gemacht. Der
Regionale Ärztliche Dienst (RAD) Ostschweiz stellte in seiner Stellungnahme vom 27.
Juni 2006 auf die gutachterlichen Feststellungen ab (IV-act. 31).
A.b Mit Vorbescheid vom 15. September 2006 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit,
dass sie den Anspruch auf Arbeitsvermittlung und Rente abweisen werde. Sie gab an,
bei ihm bestehe keine gesundheitsbedingte Einschränkung bei der Stellensuche,
weshalb das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) für ihn zuständig sei. Nach
den ihr zur Verfügung stehenden Unterlagen sei die Tätigkeit als Ingenieur sowie jede
andere leichte, leidensangepasste Tätigkeit dem Versicherten vollumfänglich zumutbar.
Weil er keine Erwerbseinbusse erleide, sei ein Anspruch auf berufliche Massnahmen
oder Rentenleistungen nicht begründet (IV-act. 39). Dagegen liess der Versicherte
durch seinen Rechtsvertreter am 16. Oktober 2006 einwenden, die IV-Stelle habe sich
hauptsächlich auf das Gutachten des MCC gestützt, welches diametral zur
Einschätzung des Arztes des Kantonsspitals St. Gallen und des Hausarztes von einer
vollumfänglichen Arbeitsfähigkeit ausgehe, ohne dies zu begründen. Dem könne nicht
gefolgt werden. Die vom Gutachter erwogene 100%ige Arbeitsfähigkeit könne er ohne
Bewegung, Abwechslung und Pausen nicht aushalten. Ein Stehpult würde das Problem
nicht lösen. Sodann habe der Orthopäde die Röntgenbilder nur kursorisch überflogen.
Es sei deshalb eine neue arbeitsmedizinische Abklärung erforderlich. Der Versicherte
gab schliesslich an, einer selbständigen Erwerbstätigkeit nachzugehen (IV-act. 41). Der
RAD empfahl der IV-Stelle eine weitere orthopädische Begutachtung, weil die
Einschätzung der Gutachter denjenigen des Hausarztes und des Arztes des
Kantonsspitals St. Gallen entgegenstünden. Sodann sei eine Abklärung vor Ort
durchzuführen (IV-act. 43).
A.c Am 1. Februar 2007 führte die IV-Stelle eine Abklärung für
Selbstständigerwerbende vor Ort durch. Dabei gab der Versicherte an, er benötige viel
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Bewegung, um den Tag bewältigen zu können. Er müsse ständig die Stellung
wechseln, arbeite hauptsächlich stehend und brauche Pausen. Die frühere Tätigkeit mit
ständiger Sitzarbeit könnte er nicht mehr ausführen. Eine Temporärstelle mit reiner
Computertätigkeit habe er nach drei Tagen abbrechen müssen. Die Abklärungsperson
hielt fest, die Rückenproblematik habe eingesehen werden können. Das Alter und
Argumente wie "überqualifiziert" hätten die Chancen des Versicherten für eine
Anstellung auf dem Arbeitsmarkt verringert, der Rückenvorfall habe die Aussichten auf
eine Arbeitsstelle zusätzlich verschlechtert (IV-act. 51).
A.d Am 13. Juni 2007 erstattete Dr. med. F._, Spezialarzt Orthopädische Chirurgie
FMH, Sportmedizin (SGSM), das Gutachten und gab folgende Hauptdiagnosen an:
1. Hochgradige Osteochondrose und mässige Spondylarthrose C3 bis 7 mit mässiger
relativer Spinalkanalstenose vor allem C4/5 ohne Myelonkompression und vorwiegend
spondylogen enge Foramina C4/5 links und C6/7 rechts sowie Blockwirbelbildung
C2/3.
2. Erhebliche Osteochondrose und Spondylarthrose vor allem L5/S1 mit
Diskusprotrusion und spondylogen und leichtgradig diskogen engen Foramina L5/S1
mit mässiger Nervenwurzelirritation L5 sowie kleine mediolinksseitige linksforaminale
Diskushernie L3/4 mit leichter linksforaminaler Enge sowie leichter
Nervenwurzelirritation L3 linksforaminal.
Als Nebendiagnosen (ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit) führte er auf:
1. Arterielle Hypertonie
2. Schwerhörigkeit
3. St. n. Splenektomie 1987
4. Nikotinabusus
5. Aortensklerose.
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Der Orthopäde führte dazu aus, der Versicherte habe angegeben, seit zwei Jahren an
Nackenschmerzen zu leiden. Schmerzmittel würden bei Bedarf genommen. Die
Physiotherapie sei erfolglos gewesen. Auch leide er seit zwei Jahren an lumbalen
Schmerzen, die sich beim Bücken sowie Heben und Tragen von Lasten verstärkten. Ab
und zu müsse Analgetika verwendet werden. Die Infiltrationsbehandlung hätte nur zu
einer kurzfristigen Schmerzlinderung geführt. Der Orthopäde konnte bei der
Untersuchung der HWS keine Druckdolenz der Dornfortsätze und keinen
paravertebralen Muskelhartspann ertasten. Hingegen fand er bei der LWS druckdolente
Dornfortsätze und einen Muskelhartspann. Der Arzt gab an, die Nackenschmerzen und
die abnormen Untersuchungsbefunde der Halswirbelsäule seien durch die im MRI
nachgewiesenen mehretagigen degenerativen Veränderungen erklärt. Die Prognose sei
bei mehretagigem Befall ungünstig. Die lumbalen Schmerzen und die pathologischen
objektiven Befunde der LWS könnten auf die im Röntgenbild sichtbaren degenerativen
Veränderungen zurückgeführt werden. Die Prognose bei Befall von zwei Segmenten sei
ebenfalls nicht sehr günstig. Der Versicherte sei deshalb in seiner körperlichen
Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Körperlich schwere Arbeiten in kalter und feuchter
Umgebung, die vorwiegend sitzend oder stehend ausgeübt werden müssen und die
mit häufigem unphysiologischem speziell inklinierten oder reklinierten Körperhaltungen
sowie dem regelmässigen Heben und Tragen von Lasten über 10 kg verbunden seien,
könnten nicht mehr vollumfänglich zugemutet werden. Die Arbeitsfähigkeit als
selbständiger Ingenieur betrage bei voller Stundenpräsenz 65%. Die bisherige Tätigkeit
entspreche bereits einer adaptierten Tätigkeit, da sie in temperierten Räumen
abwechslungsweise sitzend und stehend durchgeführt werden könne. Diese
Arbeitsfähigkeitsschätzung von 65% bei voller Stundenpräsenz gelte sei dem 1. April
2005 (IV-act. 55). Der Orthopäde nahm zu den divergierenden, vorangehenden
Arbeitsfähigkeitsschätzungen keine Stellung. Der RAD-Arzt Dr. G._ erachtete das
Gutachten als umfassend und in sich widerspruchsfrei. Dr. G._ hielt fest,
zusammenfassend sei die Arbeitsfähigkeit beim 62-jährigen selbständig tätigen
Ingenieur sowohl in angestammter wie auch in einer adaptierten Tätigkeit zu 35%
eingeschränkt (IV-act. 57).
A.e Die IV-Stelle nahm mit dem Versicherten am 2. August 2007 ein
Eingliederungsgespräch vor. Dabei gab der Versicherte an, dass es ihm unterdessen
schlechter gehe als zum Zeitpunkt der IV-Anmeldung. Er könne die Tätigkeit als
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Selbstständigerwerbender noch etwa zu 20% ausführen und verdiene damit ca. Fr.
18'000.--. Da sein Zustand jeden Tag anders sei und er bei Schmerzen seine Übungen
machen müsse, sehe er keine Chance, eine andere, leidensadaptierte Stelle
anzunehmen. Er werde nächstes Jahr in Frühpension gehen (IV-act. 60). Mit formlosem
Entscheid vom 23. August 2007 wies die IV-Stelle den Anspruch auf berufliche
Massnahmen ab. Sie gab an, gemäss ihren Abklärungen fühle sich der Versicherte als
Selbständigerwerbender optimal eingegliedert und wünsche keine weitere
Eingliederungsberatung (IV-act. 66).
A.f Mit einem weiteren Vorbescheid vom 23. August 2007 stellte die IV-Stelle dem
Versicherten in Aussicht, das Rentenbegehren abzuweisen. Sie führte dazu aus,
gemäss dem orthopädischen Gutachten sei ihm die Tätigkeit als Ingenieur zu 65%
zumutbar. Zu Beginn der Einschränkungen sei er als Ingenieur im Nebenerwerb tätig
gewesen und davor habe er längere Zeit Leistungen der Arbeitslosenversicherung
bezogen. Die Berechnung des Validen- und Invalideneinkommens erfolge deshalb
gemäss den Tabellen im Anhang der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE),
Privater Sektor, Niveau 1+2 (Verrichtung höchst anspruchsvoller und schwieriger
Tätigkeiten), Region Ostschweiz. Ohne Behinderung könne er ein Einkommen von Fr.
89'112.--, mit Behinderung ein solches von Fr. 57'923.-- erzielen. Die Erwerbseinbusse
betrage Fr. 31'189.-- beziehungsweise entspreche einem Invaliditätsgrad von 35%,
weshalb er keinen Anspruch auf eine Rente habe (IV-act. 68). Dagegen liess der
Versicherte am 24. September 2007 einwenden, er habe seit 1992 ein Einkommen von
über Fr. 100'000.-- erzielt, weshalb das Valideneinkommen entsprechend seinem
letzten Lohn im Jahr 2002 festzulegen sei. Er verfüge über vielerlei Fach- und
Weiterbildungen und sei sowohl Betriebs-, Energie- als auch Wirtschaftsingenieur. Er
habe die Arbeitsstelle nicht aus gesundheitlichen Gründen verloren. Er liess weiter
ausführen, bei der Bemessung des Invaliditätsgrades sei ausschliesslich auf die
medizinisch-theoretische Schätzung abgestellt worden. Diese sei weder begründet
noch nachvollziehbar. Eine Arbeitsplatzabklärung sei erforderlich. Seine selbständige
Erwerbstätigkeit generiere ein Einkommen, das rund 20% seines bisherigen Lohnes
erreiche. Damit könne nicht von einer optimalen Eingliederung ausgegangen werden.
Wenn die IV-Stelle jedoch darauf abstelle, so habe sie auch das entsprechende
Invalideneinkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit von Fr. 20'000.-- zu
verwenden. Aus der Gegenüberstellung zum Valideneinkommen resultiere damit ein
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Invaliditätsgrad von über 80%, weshalb er Anspruch auf eine ganze Invalidenrente
habe. Gleichzeitig liess der Versicherte ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung einreichen (IV-act. 71).
A.g Mit Verfügung vom 22. Oktober 2007 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren ab.
Sie entsprach dabei teilweise den Einwänden des Versicherten, indem sie das
Valideneinkommen auf Fr. 113'235.-- anhob. Gleichermassen hob sie das
Invalideneinkommen auf Fr. 76'602.-- an, so dass ein Invaliditätsgrad von 35%
resultierte, weshalb kein Anspruch auf eine Invalidenrente gegeben sei. Die IV-Stelle
gab an, sie stütze sich auf das Gutachten von Dr. F._ ab, weil dieses umfassend und
widerspruchsfrei sei. Die Arbeitsfähigkeit in der angestammten oder adaptierten
Tätigkeit betrage deshalb 65%. Schliesslich sei keine Arbeitsplatzabklärung nötig, weil
sich ein Betätigungsvergleich nur auf die bisherige Arbeitsstelle und nicht auf jede
andere Arbeitnehmerstelle als Ingenieur-Techniker auf dem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt beziehe (IV-act. 72). Weil in der Steuerveranlagung 2006 ein
Reinvermögen von Fr. 545'093.-- ausgewiesen sei, lehnte die IV-Stelle am 31. Oktober
2007 das Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung ab (IV-act. 73).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 22. Oktober 2007 sowie die Abweisung der
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung erhob der Versicherte am 22. November 2007
Beschwerde. Er beantragte, es sei ihm eine volle Invalidenrente zuzusprechen und es
sei ihm die unentgeltliche Rechtsverbeiständung rückwirkend für das
Einspracheverfahren sowie die unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den
Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) im
vorliegenden Verfahren zu gewähren. Er führte dazu aus, er habe zwar ein
Reinvermögen von Fr. 545'093.--, dieses bestehe aber fast ausschliesslich aus
Immobilien und sei deshalb gebunden. Sein Einkommen aus der selbständigen
Erwerbstätigkeit genüge dagegen kaum. Der Beschwerdeführer führte in seiner
Begründung aus, die Beschwerdegegnerin habe den Invaliditätsgrad ausschliesslich
auf Grund der medizinisch-theoretischen Schätzung von Dr. F._ ohne Rücksicht auf
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einen Einkommensvergleich ermittelt. Dies sei nicht nachvollziehbar. Zwar sei die
Beschwerdegegnerin zutreffenderweise in der Verfügung vom 22. Oktober 2007 von
einem Einkommen ohne Behinderung von Fr. 113'235.-- ausgegangen. Das
Einkommen mit Behinderung habe sie jedoch auf Grund der medizinisch-theoretischen
Schätzung einer 65%igen Arbeitsfähigkeit auf Fr. 73'602.-- angehoben, so dass der
Invaliditätsgrad wie im zweiten Vorbescheid wiederum 35% ausmacht habe. Damit
verletze die Beschwerdegegnerin ihre Begründungspflicht. Die Abklärung vor Ort sei
bei der Invaliditätsbemessung nicht beachtet worden, obwohl diese klar ergeben habe,
dass der Beschwerdeführer in der Tätigkeit als Selbständigerwerbender optimal
eingegliedert sei. Diese Tätigkeit erlaube ihm, die Pausen und die Arbeitsbelastung so
zu halten, dass der dringend notwendige Wechsel zwischen Sitzen, Stehen und Gehen
eingehalten werden könne. Das erzielbare Einkommen betrage damit noch Fr.
18'000.-- im Jahr. Verschiedene Eingliederungsbemühungen seien auf Grund der
Rückenbeschwerden nämlich gescheitert. Ein Einkommen mit Behinderung von Fr.
73'602.-- könne nicht erzielt werden. Der Beschwerdeführer beantragte die
Durchführung eines konkreten arbeits-medizinischen Gutachtens (G act. 1).
B.b In der Beschwerdeantwort vom 21. Januar 2008 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Sie führte dazu aus, der
Beschwerdeführer wünsche weiterhin selbständig zu arbeiten und strebe eine baldige
Pensionierung an, weshalb berufliche Massnahmen nicht angezeigt seien. Das
Ergebnis der Begutachtung werde nicht bestritten, dagegen der Einkommensvergleich.
Wesentlich erscheine, dass der Beschwerdeführer seine Stelle aus betrieblichen
Gründen verloren habe und die Erkrankung erst nach fast zweijähriger Arbeitslosigkeit
aufgetreten sei. Erst im Jahr 2006 habe er seine selbständige Erwerbstätigkeit
aufgenommen. Für die Bemessung des Invaliditätsgrades stünden drei Möglichkeiten
offen: eine hypothetische Weiterbeschäftigung bei der A._, die Annahme einer
schlechter bezahlten Arbeit oder die Überbrückung bis zur Pensionierung mit einer
selbständigen Erwerbstätigkeit. Bei all diesen drei Varianten führe der
Gesundheitsschaden zu einer prozentualer Erwerbseinbusse in gleicher Höhe von
35%, weshalb kein Anspruch auf eine Invalidenrente gegeben sei (G act. 3).
B.c Mit Zwischenverfügung vom 22. Januar 2008 wurde dem Beschwerdeführer die
unentgeltliche Rechtspflege- und verbeiständung bei der vorliegenden Vermögenslage
nicht gewährt (G act. 5).
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B.d Der Beschwerdeführer hielt in seiner Replik vom 21. Februar 2008 an seinem
Antrag auf Zusprache einer vollen Invalidenrente fest. Der Antrag auf unentgeltliche
Rechtspflege und Rechtsverbeiständung sei nach dem unangefochtenen
Entscheidvorschlag des Präsidenten gegenstandslos geworden. - Damit ist der
Streitgegenstand der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung im Verwaltungsverfahren
hinfällig geworden. Auf die weiteren Ausführungen zum Anspruch auf eine

Invalidenrente wird, soweit entscheidrelevant, in den Erwägungen eingegangen (G act.
8).
B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 26. Februar 2008 auf eine Duplik (G act.
10).
Erwägungen:
1.
Vorliegend ist die Rentenabweisung der Beschwerdegegnerin vom 22. Oktober 2007
zu beurteilen, weshalb die am 1. Januar 2008 in Kraft getretenen Änderungen der 5. IV-
Revision nicht anwendbar sind.
2.
2.1 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG (in der massgebenden, bis 31. Dezember 2007 gültig
gewesenen Fassung) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % Anspruch auf eine Viertelsrente. Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG
ist die Invalidität grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei
wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität
und nach Durchführung der notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre.
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2.2 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 ATSG). Danach haben
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne
Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen.
Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle
Beweismittel unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach
zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des
streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Gutachtens
ist nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung entscheidend, ob er für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben
worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des
Gutachters begründet sind (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a). Was Parteigutachten anbelangt,
rechtfertigt der Umstand allein, dass eine ärztliche Stellungnahme von einer Partei
eingeholt und in das Verfahren eingebracht wird, nicht Zweifel an ihrem Beweiswert
(ZAK 1986 S. 189 E. 2a in fine, BGE 122 V 161 E. 1c).
3.
3.1 Der Beschwerdeführer ist als Vollerwerbstätiger zu qualifizieren, weshalb ein reiner
Einkommensvergleich durchzuführen ist. Die Höhe der behinderungsbedingten
Erwerbseinbusse hängt vor allem von der ärztlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung ab, d.h.
davon, in welchem Umfang für die versicherte Person noch eine Tätigkeit in Betracht
fällt (BGE 125 V 261 E. 4). Die Beschwerdegegnerin hat in ihrer Verfügung vom 22.
Oktober 2007 auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung des Orthopäden Dr. F._ abgestellt,
wonach dem Beschwerdeführer die bisherige Tätigkeit als Ingenieur noch zu 65% –
volles Pensum mit um 35% reduzierter Leistungsfähigkeit – zumutbar sei. Zu
berücksichtigen sei, dass diese Tätigkeiten in temperierten Räumen,
abwechslungsweise stehend und sitzend, ohne regelmässiges Heben und Tragen von
Gegenständen über 10 kg sowie unter Vermeidung von häufigen unphysiologischen
Körperhaltungen ausgeübt werde. Der Beschwerdeführer ist dagegen der Ansicht,
seine konkrete Leistungsfähigkeit liege entsprechend seinem Einkommen aus
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selbständiger Erwerbstätigkeit im Vergleich zum letzten Einkommen bei der A._ bei
20%.
3.2 Aus den Akten ist ersichtlich, dass es keine übereinstimmende
Arbeitsfähigkeitsschätzung gibt. Der Hausarzt sowie der behandelnde Arzt des
Kantonsspitals St. Gallen haben bei der vorliegenden Osteochondrose mit Cervikalgie
und Lumbovertebralsyndrom eine Arbeitsunfähigkeit von 100% als ausgewiesen
erachtet (Arztberichte vom 5. Januar 2006 und 9. Mai 2006, IV-act. 27). Der Orthopäde
des MCC dagegen hat dagegen bei denselben Diagnosen die Arbeitsfähigkeit im
Gutachten vom 16. Dezember 2005 als vollumfänglich gegeben eingeschätzt (IV-act.
30). Dr. F._ wiederum hat in seinem Gutachten vom 13. Juni 2007 auf Grund seiner
eigenen Röntgenuntersuchungen, ohne über die vorangehenden Bilder zu verfügen,
eine Arbeitsfähigkeit von 65% als zumutbar erachtet (IV-act. 55). Eine Begründung der
jeweilig anderen Einschätzung wird von keinem Arzt geliefert. Auch der RAD hat nicht
ausgeführt, weshalb er zuerst auf das MCC-Gutachten abgestellt und dieses als
überzeugend angesehen hat, nach der Begutachtung durch Dr. F._ jedoch dieses
neue Gutachten als umfassend und nachvollziehbar bewertet hat, obwohl sich die
jeweiligen Arbeitsfähigkeitsschätzungen widersprechen (IV-act. 31 und 57). Es gilt
somit, diese Arztberichte zu prüfen.
3.3 Dr. C._ vom MCC hat gemäss dem Gutachten vom 16. Dezember 2005 im
Bereich der Nackenregion Bewegungseinschränkungen feststellen können. Er hat
angegeben, die Weichteile seien aber relativ wenig dolent. Radiologisch sei der Befund
ausgeprägt, man finde deutliche Unkovertebralarthrosen und Spondylosen mit
Osteochondrose auf diversen Niveaus. Im Bereich der LWS fänden sich
Instabilitätszeichen, was radiologisch bestätigt werde. Die Diskushernie sei aktuell nicht
mehr aktiv, radikuläre Symptome seien nicht mehr vorhanden. Dr. C._ hat die
bisherige Tätigkeit als Betriebsingenieur unter Berücksichtigung wechselnder
Körperhaltungen sowie unter Vermeidung ungünstiger Körperpositionen als nicht
eingeschränkt betrachtet, weil es sich dabei um eine relativ leichte Arbeit handle (IV-
act. 30). Der Beschwerdeführer machte in seinem Einwand vom 16. Oktober 2006
geltend, auf die Einschätzung des Orthopäden im MCC-Gutachten könne nicht
abgestellt werden, dieser habe die Röntgenbilder nur kursorisch überflogen. Sodann
sei ihm die Arbeit in wechselnder Körperposition nicht zu 100% zumutbar. Er brauche
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Bewegung. Ein Stehpult würde das Problem nicht lösen (IV-act. 41). Ein kurzer Blick
auf die Röntgenbilder vor der Untersuchung mag dem Gutachter für eine erste
Einschätzung genügt haben. Bei der Erstellung des Gutachtens bestand später die
Möglichkeit einer eingehenden Prüfung der Röntgenbilder. Die Rückenprobleme sind
denn auch von Dr. C._ anerkannt worden. Der Arzt hat eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
unter Berücksichtigung einer Traglimite von 20 kg, des Erfordernisses wechselnder
Körperpositionen alle zwei bis drei Stunden sowie unter Vermeidung von bückenden,
vornübergeneigten oder flektierenden Oberkörperpositionen als zumutbar erachtet. Die
Differenz in der Arbeitsfähigkeitsschätzung zu den behandelnden Ärzten (Spitalarzt und
Hausarzt) erfolgt, weil der Orthopäde die Auswirkungen der gesundheitlichen
Beeinträchtigung auf die Arbeitsfähigkeit anders beurteilt hat. Dieser Widerspruch
erklärt sich daraus, dass der begutachtende Orthopäde offenbar die Frage der
Zumutbarkeit in seine Beurteilung einfliessen liess, indem er festgehalten hat, bei
wechselnder Körperposition sowie Vermeidung belastender Körperhaltungen sei eine
leichte Tätigkeit vollumfänglich zumutbar. Die Beauftragung durch eine
Taggeldversicherung schränkt den Beweiswert eines medizinischen Gutachtens
gegenüber der Invalidenversicherung jedenfalls nicht ein, hat man doch gerade
dieselbe Frage der Arbeitsfähigkeit untersucht. Jedoch ist das Gutachten eineinhalb
Jahre älter als das Gutachten von Dr. F._ und widerspricht dessen Beurteilung.
Sodann ist es sehr knapp gehalten. Deshalb kann nicht abschliessend beurteilt werden,
ob sich der Gesundheitszustand allenfalls verschlechtert hat. Auf das MCC-Gutachten
kann somit nicht abgestellt werden.
3.4 Dr. F._ hat in seinem Gutachten vom 13. Juni 2006 bei einem ausführlicher
beschriebenen, aber grundsätzlich sehr ähnlichem Röntgenbefund die Auswirkungen
der Rückenbeschwerden auf die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers stärker
gewichtet. Im Vergleich der beiden Gutachten fällt auf, dass beide Orthopäden die
Auswirkung der Gesundheitsbeeinträchtigung auf die Arbeitsfähigkeit in etwa gleich
umschreiben: Keine körperlich schwere Arbeit, keine kühle und feuchte Umgebung,
keine inklinierten Körperhaltungen sowie kein regelmässiges Heben und Tragen von
Lasten über 10 kg beziehungsweise 20 kg. Dr. F._ hat die Traglimite eingeschränkter
beurteilt als Dr. C._k. Weil dem Beschwerdeführer das Heben und Tragen von
grossen Gewichten nicht mehr zumutbar ist und die verbliebene Restarbeitsfähigkeit
sich auf die Möglichkeit einer leichten Tätigkeit beschränkt, ist die genaue Traglimite
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jedoch nicht von grosser Bedeutung. Auch die Tätigkeit als Ingenieur wird von beiden
Ärzten als bereits adaptierte Tätigkeit qualifiziert. Dr. F._ kommt dennoch zu einer
weitaus grösseren Einschränkung der Restarbeitsfähigkeit als Ingenieur. Anzeichen für
eine massive Verschlechterung des Röntgenbefundes lassen sich nicht ausmachen, die
diese Differenz begründen könnten. Der Widerspruch lässt sich aus den Akten nicht
erklären.
3.5 Bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei Rückenbeschwerden ist die
Berücksichtigung der Auswirkungen einer optimalen Schmerztherapie zu beachten. In
beiden Gutachten ist diese Möglichkeit unvollständig abgeklärt worden. Im MCC-
Gutachten wird die Frage nicht gestellt, inwiefern der Beschwerdeführer unter
Zuhilfenahme von Schmerzmitteln leistungsfähig ist. Dr. F._ hält lediglich fest, der
Beschwerdeführer nehme bei Bedarf Analgetika ein. Sein Schlaf sei nicht
beeinträchtigt. Daraus geht nicht hervor, ob der Beschwerdeführer täglich auf
Analgetika angewiesen ist, um überhaupt arbeiten zu können, oder ob er diese nur sehr
selten braucht. Ob Dr. F._ eine geeignete Schmerztherapie in seine
Leistungsfähigkeitsbeurteilung einbezogen hat, kann auf Grund der Akten nicht
beurteilt werden. Allgemein kann nämlich davon ausgegangen werden, dass – auch
wenn die Rückenbeschwerden ernst zu nehmen sind – der Beschwerdeführer durch
die Einnahme eines vernünftigen Masses an Medikamenten zur Schmerzbekämpfung in
angepasster Tätigkeit weitgehendst leistungsfähig ist. Eine Einschränkung von 35%
erscheint daher für das Gericht als fragwürdig. Es ist gerichtsnotorisch, dass Dr. F._
in vergleichbaren Fällen in aller Regel eine Einschränkung von 20% postuliert. Ob nach
wie vor nicht sogar eine vollumfängliche Arbeitsfähigkeit gegeben ist, wie sie im MCC-
Gutachten angenommen worden ist, kann ausgeschlossen werden. Die vorliegenden
Akten erlauben keine abschliessende Beurteilung, weil die abweichende Einschätzung
von Dr. F._ nicht begründet worden ist. Auch die Beurteilung des RAD ist
widersprüchlich und nicht aussagekräftig. Weshalb einmal das eine und später das
andere grob abweichende Gutachten überzeugend und nachvollziehbar sein sollen, ist
nicht plausibel erklärt. Auf das Gutachten von Dr. F._ kann unter diesen Umständen
nicht abgestellt werden. Deshalb ist eine erneute orthopädisch/rheumatologische
Begutachtung unter spezieller Berücksichtigung der Auswirkungen einer geeigneten
Schmerztherapie im Sinn eines Obergutachtens erforderlich. Allenfalls ist auch ein
neurologischer Arzt beziehungsweise ein Schmerzspezialist zur Begutachtung
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beizuziehen. Eine solche Begutachtung kann auch durch einen Orthopäden und einen
Rheumatologen des RAD erfolgen. Sollte die Arbeitsunfähigkeit von 35% bestätigt
werden, ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer unter Berücksichtigung eines
Leidensabzuges nicht doch Anspruch auf eine Viertelsrente haben könnte. Zusätzlich
ist zu erwägen, ob für die vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit
nach Ablauf des Wartejahres im April 2006 bis zur Begutachtung von Dr. F._ nicht
auch Anspruch auf eine befristete ganze Rente bestünde.
3.6 Zusammenfassend wird festgestellt, dass zwei sich widersprechende Gutachten
vorliegen. Deshalb kann die Resterwerbsfähigkeit nicht abschliessend festgelegt
werden, weshalb noch keine Invaliditätsbemessung vorgenommen werden kann. Eine
neue Begutachtung im Sinne eines Obergutachtens ist deshalb erforderlich. Diese hat
die orthopädisch/rheumatologischen, allenfalls neurologische Auswirkungen der
Rückenbeschwerden auf die Arbeitsfähigkeit unter Berücksichtigung einer geeigneten
Schmerztherapie abzuklären.
4.
4.1 Im Sinne der vorstehenden Ausführungen ist die angefochtene Verfügung in
teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben. Die Sache ist zur weiteren
Abklärung des Sachverhalts hinsichtlich der Rückenbeschwerden sowie ihren
Auswirkungen und zur neuen Verfügung über das Rentengesuch des
Beschwerdeführers an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Die Beschwerdegegnerin unterliegt. Da sie gemäss Art. 3
Abs. 1 lit. b des st. gallischen Einführungsgesetzes zur Bundesgesetzgebung über die
Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (sGS 350.1) Teil der
Sozialversicherungsanstalt und damit Teil einer selbständigen öffentlich-rechtlichen
Anstalt ist, kommt Art. 95 Abs. 3 VRP (Befreiung von der Pflicht zur Übernahme
amtlicher Kosten) nicht zur Anwendung (vgl. Urs Peter Cavelti/Thomas Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen – dargestellt an den Verfahren vor
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dem Verwaltungsgericht, 2. Aufl., 2003, Rz 792). Die Beschwerdegegnerin hat deshalb
die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Dem Beschwerdeführer ist der
geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- zurückzuerstatten.
4.3 Bei diesem Verfahrensausgang ist praxisgemäss von einem vollen Obsiegen
auszugehen (vgl. etwa ZAK 1987 S. 266 E. 5a), weshalb der Beschwerdeführer einen
Anspruch auf eine Parteientschädigung hat. Die Parteientschädigung bemisst sich
gemäss Art. 61 lit. g ATSG nach der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit
des Prozesses. Unter Berücksichtigung dieser Kriterien erweist sich eine
Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als
angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG