Decision ID: 703373c7-8f18-58c4-9eac-ebe785fd8cc9
Year: 2008
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Der Beschwerdeführer reichte am 24. Mai 2000 ein Asylgesuch in der Schweiz ein, welches das Bundesamt für Flüchtlinge (BFF) mit  vom 11. Mai 2001 abwies; gleichzeitig wurden die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz und der Vollzug angeordnet. Eine dagegen eingereichte Beschwerde wies die Schweizerische  (ARK) mit Urteil vom 6. Februar 2004 vollumfänglich ab. Mit Schreiben des Bundesamtes vom 13. Februar 2004 wurde dem Beschwerdeführer eine neue Frist bis zum 13. April 2004 zum  der Schweiz eingeräumt.
B. Der Beschwerdeführer gelangte am 24. Mai 2004 mit einer als  bezeichneten Eingabe an die ARK und beantragte die  Aufhebung des angefochtenen ARK-Urteils, die  der Unzulässigkeit sowie der Unzumutbarkeit des  sowie die Aussetzung des Wegweisungsvollzugs im Sinne  vorsorglichen Massnahme. Mit Urteil vom 17. Juni 2004 trat die ARK auf das Revisionsgesuch nicht ein.
C. Mit einer als "Wiedererwägungsgesuch, eventualiter 2. Asylgesuch" betitelten Eingabe gelangte der Beschwerdeführer am 21. März 2005 an das BFM und ersuchte um Feststellung der Flüchtlingseigenschaft, Gewährung von Asyl und eventualiter um Feststellung der  sowie der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs. Zur  wurde angeführt, dass neue Tatsachen im Sinne von subjektiven Nachfluchtgründen aufgrund exilpolitischer Tätigkeiten in der Schweiz vorliegen würden.
D. Nach Durchführung eines Meinungsaustausches zwischen dem BFM und der ARK gemäss Art. 8 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) wurde die Eingabe vom 21. März 2005 durch das Bundesamt als zweites  an die Hand genommen.
E. Mit Verfügung vom 27. September 2005 wies das BFM das zweite
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Asylgesuch des Beschwerdeführers ab und ordnete gleichzeitig die Wegweisung und deren Vollzug an.
F. Mit Beschwerde vom 28. Oktober 2005 beantragte der , es sei die Verfügung der Vorinstanz vom 27. September 2005 vollumfänglich aufzuheben, es sei seine Flüchtlingseigenschaft,  die Unzulässigkeit sowie die Unzumutbarkeit des  festzustellen und die vorläufige Aufnahme anzuordnen. Zudem sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten und ihm die unentgeltliche Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG zu gewähren.
Der Beschwerde lag ein Beweismitteldossier mit Unterlagen zur  gemachten exilpolitischen Aktivität des Beschwerdeführers bei (Bestätigungsschreiben von M. M., C._, vom 14. Februar 2005 sowie vom 11. Oktober 2005; Bestätigungsschreiben D._ vom 11. April 2004; Flugblätter und Erklärungen sowie Internetausdrucke von Fotos betreffend Kundgebungen in Zürich, Bern, Aarau und Olten in den Monaten Juni bis Oktober 2005).
G. Mit Zwischenverfügung des Instruktionsrichters vom 7. November 2005 wurde das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen  im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG in Ermangelung der  des Beschwerdeführers abgewiesen, jedoch antragsgemäss auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet.
H. Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 10. November 2005 die Abweisung der Beschwerde.
I. Mit Eingaben vom 3. März 2006, 10. April 2006 und 25. September 2006 reichte der Beschwerdeführer weitere Beweismittel zum Beleg seiner exilpolitischen Tätigkeit in der Schweiz zu den Akten ( und Erklärungen sowie Internetausdrucke von Fotos betreffend Kundgebungen in Baden, Basel, Brugg, Zürich, Bern und Chur in den Monaten Oktober 2005 bis Februar 2006; Kopie Mitgliederausweis der C._, gültig bis Ende 2006; Bericht Schweizerische Flüchtlingshilfe (SFH) zur Rückkehrgefährdung für exilpolitische AktivistInnen und Mitglieder der C._; Bestätigungsschreiben
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von M. M. C._ vom 15. September 2006; Flugblätter und Internetausdrucke von Fotos betreffend Protestkundgebungen in Luzern, Lausanne, Zürich, Neuchâtel und Bern in den Monaten März 2006 bis August 2006).
Zudem wurde in der Eingabe vom 25. September 2006 darauf , dass der Beschwerdeführer an der Generalversammlung der C._ in diesem Monat als (...) bestätigt worden sei. Das zweite Asylverfahren des Mitverantwortlichen sei im Übrigen kürzlich mit der Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft infolge subjektiver Nachfluchtgründe abgeschlossen worden.
J. Die Vorinstanz hielt in ihrer zweiten Vernehmlassung vom 30. Oktober 2006 an der bisherigen Einschätzung und an der beantragten  der Beschwerde fest.
K. Mit (nicht unterzeichneter) Eingabe vom 22. November 2007 ersuchte der Beschwerdeführer, sein Beschwerdeverfahren sei beschleunigt zu behandeln.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das  Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine  des Bundesverwaltungsgerichts. Eine Ausnahme, was das  angeht, ist nicht gegeben (Art. 32 VGG). Das  ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Beurteilung erfolgt nach neuem Verfahrensrecht (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG).
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1.2 Das Bundesverwaltungsgericht übernahm, sofern es sich als  erachtete, am 1. Januar 2007 die Beurteilung der bei der  ARK hängigen Rechtsmittel.
1.3 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen  und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
1.4 Die Beschwerde ist form- und fristgerecht eingereicht; der  ist legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und Art. 50 ff. VwVG). Auf die Beschwerde ist mithin einzutreten.
2.
2.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person , wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, wo sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu  bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen  ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).
2.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft  oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender  für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich  sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
2.3 Flüchtlingen wird kein Asyl gewährt, wenn sie erst durch ihre  aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat oder wegen ihres  nach der Ausreise Flüchtlinge im Sinne von Artikel 3 wurden (Art. 54 AsylG).
Wer sich darauf beruft, dass durch sein Verhalten nach der Ausreise
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aus dem Heimat- oder Herkunftsland eine Gefährdungssituation erst geschaffen worden ist, macht subjektive Nachfluchtgründe geltend (vgl. Art. 54 AsylG). Subjektive Nachfluchtgründe begründen zwar die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, führen jedoch nach Art. 54 AsylG zum Ausschluss des Asyls, unabhängig davon, ob sie missbräuchlich oder nicht missbräuchlich gesetzt wurden. Das vom Gesetzgeber vorgesehene Konzept, wonach das Vorliegen von  Nachfluchtgründen die Gewährung von Asyl ausschliesst,  auch ein Addieren solcher Gründe mit Fluchtgründen, welche vor der Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat entstanden sind und die für sich allein nicht zur Bejahung der Flüchtlingseigenschaft und zur Asylgewährung ausreichen (vgl. Entscheidungen und  der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1995 Nr. 7 E. 7b und 8 S. 67 ff.; EMARK 2000 Nr. 16 E. 5a S. 141 f., mit  Hinweisen).
3.
3.1 Die Vorinstanz hielt zur Begründung des ablehnenden  im Wesentlichen fest, eine Überwachung von exilpolitischen Aktivitäten von Iranern durch Agenten des iranischen Regimes könne nicht ausgeschlossen werden. Voraussetzung dafür sei jedoch ein  Profil der Person, sei es durch deren Funktion oder , welche eine ernsthafte Gefahr für das Regime bedeuteten. Der Beschwerdeführer habe sich erst ab Juli 2004 aktiv an  der C._ beteiligt, somit erst nach der definitiven Ablehnung seines Asylgesuches durch die ARK. Angesichts des Profils des  bestünden keine konkreten Hinweise, dass er eine ernsthafte Verfolgungsgefahr im Sinne von Art. 54 AsylG zu befürchten hätte.
3.2 Demgegenüber brachte der Beschwerdeführer in seiner  im Wesentlichen vor, dass die iranischen Behörden die Aktivitäten ihrer Staatsangehörigen in Europa sehr genau  würden, wobei das Hauptaugenmerk auf den exilpolitischen  liege. Es sei somit anzunehmen, dass die iranischen  Kenntnis aller politischer Aktivitäten der Exiliraner hätten.  dem vorinstanzlichen Vorhalt treffe es nicht zu, dass er seine  Tätigkeiten für die C._ erst im Juli 2004 aufgenommen habe, um sich ein Bleiberecht in der Schweiz zu sichern. Er sei nämlich spätestens seit Anfang des Jahres 2004 in der Schweiz
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politisch aktiv. So habe er Kundgebungen anlässlich des Besuchs von (...) oder für die E._ vor der iranischen Botschaft im Februar 2004 organisiert. Auch für die D._ habe er sich seit seinem Beitritt im April 2001 aktiv eingesetzt.
4. Zunächst ist festzustellen, dass die Vorinstanz die Eingabe des  vom 21. März 2005, in welcher dieser nach dem  des ersten Asylverfahrens eingetretene Nachfluchtgründe  und um Feststellung der Flüchtlingseigenschaft ersuchte, nach Durchführung eines Meinungsaustausches gemäss Art. 8 VwVG zu Recht als zweites Asylgesuch behandelte (vgl. EMARK 1998 Nr. 1 E. 6 c bb S. 1 ff.).
5.
5.1 Im Weiteren ergibt sich aus den vorinstanzlichen Akten, dass das BFM über dieses Gesuch des Beschwerdeführers materiell befunden hat, ohne ihn vorgängig anzuhören. Jedoch gebietet der  Anspruch auf rechtliches Gehör im Falle der materiellen  eines zweiten Asylgesuches die Durchführung einer Anhörung gemäss Art. 29 und 30 AsylG (vgl. EMARK 2006 Nr. 20 E. 3 S. 211 ff.). Gemäss Art. 29 AsylG sind Asylsuchende durch die kantonalen  respektive das Bundesamt anzuhören. Nach durchgeführter  wird darüber befunden, ob weitere Abklärungen notwendig sind, oder ob aufgrund offenkundig glaubhaft gemachter respektive nicht glaubhaft gemachter Flüchtlingseigenschaft ohne Weiteres Asyl  respektive das Asylgesuch abgewiesen werden kann (vgl. Art. 38 ff. AsylG). Einen Verzicht auf die Anhörung sieht Art. 36 Abs. 2 AsylG nur für spezifische Nichteintretens-Tatbestände vor, wobei auch in diesen Fällen das rechtliche Gehör zu gewähren ist (Art. 36 Abs. 2 AsylG). Aus diesen gesetzlichen Verfahrensbestimmungen ist zu schliessen, dass nach dem Willen des Gesetzgebers eine  der Entscheidreife von Asylgesuchen und damit deren materielle Beurteilung nur nach vorangegangener Anhörung erfolgen soll. Daraus kann auch nicht gefolgert werden, dass sich die Pflicht zur  einer Anhörung zur Abklärung des Sachverhalts nur auf das erste Asylverfahren bezieht. Denn in einer als zweites Asylverfahren zu  Eingabe werden Umstände vorgebracht, welche nicht  des ersten Verfahrens waren und - sofern eine materielle  zu erfolgen hat - aufgrund der zu prüfenden flüchtlingsrechtli-
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chen Relevanz genauer Abklärung bedürfen. Es kann aber nur mittels einer Anhörung sichergestellt werden, dass der relevante Sachverhalt vollständig und präzise erfasst wird.
Nach dem Gesagten stellt der Verzicht der Vorinstanz auf die  einer vorgängigen Anhörung eine Verletzung des Anspruchs des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör dar. Aufgrund des  Charakters des Gehörsanspruchs führt eine Verletzung  grundsätzlich zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung,  davon, ob diese bei korrekter Gewährung des rechtlichen  im Ergebnis anders ausgefallen wäre (vgl. EMARK 1999 Nr. 20 S. 131, EMARK 1998 Nr. 34 S. 292; ULRICH HÄFELIN/GEORG. MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. Aufl., Zürich 2006, Rz. 1709). Eine Heilung des festgestellten Verfahrensmangels auf  aus prozessökonomischen Überlegungen fällt nicht in Betracht, da die festgestellte Verletzung des rechtlichen Gehörs schwerwiegend erscheint (vgl. EMARK 2004 Nr. 38 E. 7 S. 259 ff.).
5.2 Zusammenfassend ergibt sich, dass der Anspruch des  auf rechtliches Gehör durch den Verzicht auf die  einer Anhörung im zweiten Asylverfahren verletzt wurde.
6. Die Beschwerde ist somit gutzuheissen, die vorinstanzliche Verfügung vom 27. September 2005 aufzuheben und die Sache in Anwendung von Art. 61 Abs. 1 in fine VwVG zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen ans BFM zurückzuweisen. Unter diesen Umständen  es sich, auf die übrigen Beschwerdeanträge einzugehen.
7.
7.1 Beim vorliegenden Verfahrensausgang sind keine  aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG).
7.2 Sodann ist dem Beschwerdeführer in Anwendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 11. Dezember 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für die ihm  entstandenen Parteikosten zuzusprechen.
Nachdem keine Kostennote zu den Akten gereicht worden ist und sich der notwendige Vertretungsaufwand aufgrund der Aktenlage hinrei-
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chend zuverlässig abschätzen lässt, ist die von der Vorinstanz  Parteientschädigung unter Berücksichtigung der  Berechnungsfaktoren von Amtes wegen auf Fr. 1'400.--  (Art. 14 Abs. 2 VGKE).
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