Decision ID: 325755c9-34b6-4a7c-a28f-831a367c2a48
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Auskunftsrecht / Rückweisung
Berufung gegen ein Urteil der 6. Abteilung des Bezirksgerichtes Zürich vom 14. Oktober 2013; Proz. CG120124
Urteil der II. Zivilkammer des Obergerichtes des Kantons Zürich vom 28. Februar 2014; Proz. LB130059
Urteil Bundesgericht vom 18. September 2014; Proz. 4A_215/201
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Rechtsbegehren: (act. 1 S. 2)
"1. Es sei die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger innert 5 Werktagen Auskunft mittels Kopien (elektronisch oder physisch) über folgende den Kläger  Personendaten zu erteilen (mit Ausnahme interner Notizen, die einzig dem persönlichen Gebrauch dienen):
- Die Gesamtheit aller Dokumente, welche Personendaten des Klägers enthalten, welche direkt oder eventuell indirekt via eine Schweizer  an die amerikanischen Behörden übermittelt wurden,  Schreiben, Datensammlungen, E-Mails, Notizen, Telefonnummern;
- die im Zusammenhang mit dieser Übermittlung erfolgten .
Dies unter Angabe des Zeitpunkts der Übermittlung(en).
2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklagten."
Urteil des Bezirksgerichtes Zürich (6. Abt.) vom 14. Oktober 2013: (act. 32 S. 21)
1. Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger innert 5 Werktagen ab Eintritt der Rechtskraft
dieses Entscheids mittels Kopien (elektronisch oder physisch) und unter Angabe des Zeit-
punkts der Übermittlungen über folgende ihn betreffende Personendaten Auskunft zu ertei-
len (mit Ausnahme interner Notizen, die einzig dem persönlichen Gebrauch dienen):
- Die Gesamtheit aller Dokumente, welche Personendaten des Klägers enthalten, wel-
che direkt oder eventuell indirekt via eine Schweizer Behörde an die amerikanischen Be-
hörden übermittelt wurden, insbesondere Schreiben, Datensammlungen, E-Mails, Notizen,
Telefonnummern;
- die im Zusammenhang mit dieser Übermittlung erfolgten Begleitschreiben.
2. Die Auskunft mittels Kopien erfolgt unter Unlesbarmachung (mit einer anderen Farbe als die
Originalschwärzung) von Angaben Dritter (z.B. Mitarbeiter der Beklagten oder andere natür-
liche und juristische Personen), welche nach Meinung der Beklagten dem Kläger bis anhin
nicht zugänglich waren. Die zusätzlichen Unlesbarmachungen sind schriftlich und nachvoll-
ziehbar zu begründen.
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3. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 8'000.00 ; die Barauslagen betragen:
Fr. 412.50 Kosten Dolmetscher
Fr. 8'412.50 Total Gerichtskosten
4. Die Gerichtskosten werden in der Höhe von Fr. 7'912.50 der Beklagten auferlegt und in der
Höhe von Fr. 500.– dem Kläger.
5. Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger eine reduzierte Parteientschädigung von
Fr. 12'500.– zu bezahlen.
6. Schriftliche Mitteilung an die Parteien.
7. Rechtsmittel
Berufungsanträge:
der Beklagten und Berufungsklägerin (act. 30 S. 2):
"1. Das Urteil sei aufzuheben und die Klage sei abzuweisen.
2. Eventualiter sei Urteil Dispositiv Ziff. 1 Spiegelstrich 2 sowie Ziff. 2 aufzuheben. Urteil Dis-
positiv Ziff. 2 sei stattdessen wie folgt zu formulieren:
"Die Auskunft mittels Kopien erfolgt unter Unlesbarmachung (mit einer anderen Farbe als die Originalschwärzung) folgender Angaben: - alle sich auf Kunden der A._ AG beziehende Angaben, soweit der Kläger diese Kunden trotz geschwärzter Namen identifizieren könnte; - alle Namen von Mitarbeitern der A._ AG und weiterer, die Mitarbeiter bestimmbare Angaben wie zum Beispiel E-Mail-Adressen und Telefonnummern;
- alle Namen von sonstigen Dritten (nicht Kunden oder Mitarbeiter) und weiterer, diese sonstigen Dritten bestimmbare Angaben wie zum Beispiel E-Mail-Adressen und ;
- alle weitern sich auf sonstige Dritte (nicht Kunden oder Mitarbeiter) beziehende Angaben, soweit der Kläger diese Dritten trotz geschwärzter Namen identifizieren könnte und Dritte daran ein Interesse haben könnten.
Die zusätzlichen Unlesbarmachungen sind schriftlich und nachvollziehbar zu begründen."
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, auch für das erstinstanzliche Verfahren, zu Las-
ten des Klägers."
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des Klägers und Berufungsbeklagten (act. 38 S. 2):
"Die Berufung sei abzuweisen und es sei der erstinstanzliche Entscheid in Gutheissung der Klage zu bestätigen;
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (einschliesslich des erstinstanzlichen Verfahrens) zu Lasten der Beklagten/Berufungsklägerin."

Erwägungen:
I. Gegenstand des Verfahrens und Verfahrensgang
1. Im Zentrum des vorliegenden Verfahrens steht die Frage, ob der Kläger und
Berufungsbeklagte (nachfolgend Kläger) gegenüber der Beklagten und Beru-
fungsklägerin (nachfolgend Beklagte) im Rahmen seines datenschutzrechtlichen
Auskunftsrechts Anspruch auf Kopien derjenigen Dokumente hat, welche ihn be-
treffende Personendaten enthalten und welche die Beklagte den amerikanischen
Behörden "Department of Justice" (DOJ) übermittelt hat. Die Beklagte verneint ei-
nen solchen Anspruch.
2. Dem Verfahren liegt folgender Sachverhalt zugrunde: Der Kläger ist schwei-
zerisch-amerikanischer Doppelbürger, war bei der C._ AG tätig und nach der
Fusion der C._ AG mit der Beklagten bei der Beklagten. Er wurde per 1. April
2013 in der Funktion eines Direktors im Bereich Private Banking bei der Beklag-
ten in D._ vorzeitig pensioniert. Die Beklagte ist eine der Schweizer Banken,
gegen die die US-amerikanische Behörde "Department of Justice" (DOJ) eine Un-
tersuchung über ihre Crossborder-Geschäfte eingeleitet hat. Gestützt auf die vom
Bundesrat mit Beschluss vom 4. April 2012 erteilte Ermächtigung und die Emp-
fehlung der FINMA vom 11. April 2012, "im Rahmen der durch diesen Bundes-
ratsbeschluss geschaffenen Möglichkeiten zu kooperieren", hat die Beklagte Da-
ten an die amerikanischen Behörden geliefert. Gemäss Empfehlung des Eidge-
nössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragtem (EDÖB) vom 15. Okto-
ber 2012 beurteilte dieser die Übermittlung der Daten angesichts der überwiegen-
den öffentlichen Interessen der Banken als datenschutzkonform (act. 15 S. 6 f.;
act. 16/9).
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Der Kläger verlangte von der Beklagten mit Schreiben vom 2. Juli 2012 Auskunft
darüber, ob sein Name in den übermittelten Daten enthalten sei, und er verlangte
aufgrund der Antwort der Beklagten Kopien der fraglichen Dokumente. Die Be-
klagte verweigerte ihm diese, bot ihm indes Einsicht in die Dokumente sowie die
Versiegelung der eingesehenen Dokumente zu Beweiszwecken an.
3. Mit seiner vor Vorinstanz erhobenen Klage verlangt der Kläger gestützt auf
Art. 8 Abs. 5 des Bundesgesetzes über den Datenschutz (DSG) vom 19. Juni
1992 Kopien der Dokumente und der Begleitschreiben, so wie sie von der Beklag-
ten an die US-Behörden geliefert wurden. Die Beklagte lehnt dies ab und geht da-
von aus, dass sie mit der angebotenen Einsicht in die Dokumente ihrer daten-
schutzrechtlichen Verpflichtung nachgekommen sei. Mit Urteil vom 14. Oktober
2013 hiess die Vorinstanz die Klage im Wesentlichen gut (act. 32).
4. Am 11. November 2013 erhob die Beklagte fristgerecht Berufung (act. 30
i.V.m. act. 27). Nach rechtzeitig einbezahltem Prozesskostenvorschuss erstattete
der Kläger innert Frist die Berufungsantwort (act. 32). Die Prozessstandpunkte
der Parteien sind im Berufungsverfahren unverändert. Am 4. Februar 2014 wurde
der Beklagten die Berufungsantwort zugestellt (act. 40 und 41). Mit Eingabe vom
14. Februar 2014 ersuchte die Beklagte um Ansetzung einer Frist für eine formel-
le Replik (act. 43). Eine solche wurde nicht angesetzt, stattdessen erging nach
Ablauf einer weiteren Frist von mehr als zehn Tagen am 28. Februar 2014 der
obergerichtliche Endentscheid, mit welchem die Berufung abgewiesen und der
erstinstanzliche Entscheid bestätigt wurde (act. 44 = act. 56). Mit Urteil vom
18. September 2014 hiess das Schweizerische Bundesgericht eine gegen diesen
Entscheid erhobene Beschwerde teilweise gut, hob den obergerichtlichen Ent-
scheid auf und wies die Sache zu neuer Entscheidung zurück (act. 57). Es erwog,
die Beklagte habe innert angemessener Frist unmissverständlich eine Stellung-
nahme zur Berufungsantwort beantragt und damit ihr Recht auf Replik eingefor-
dert. Indem die Kammer in der Sache entschieden habe, ohne vorgängig über
den Antrag der Beklagten auf Ansetzung einer Frist zur Stellungnahme zu befin-
den, habe sie das Replikrecht und damit den Anspruch der Beklagten auf rechtli-
ches Gehör und auf ein faires Verfahren verletzt. Den vom Kläger erhobenen
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Einwand, die Berufung der Beklagten auf ihr Replikrecht sei rechtsmissbräuchlich
erfolgt, liess das Bundesgericht nicht gelten. Aufgrund der formellen Natur des
Gehörsanspruchs hob sie den Entscheid der Kammer vielmehr auf, ohne sich mit
der Sache zu befassen (act. 57 E. 2.2 - 2.4).
5. Der Entscheid des Bundesgerichts ging am 2. Oktober 2014 hierorts ein, mit
Verfügung vom 7. Oktober 2014 wurde der Beklagten Frist angesetzt, um von ih-
rem sog. Replikrecht zur Berufungsantwort Gebrauch zu machen (act. 58). Die
Eingabe mit weiteren Beilagen erging innert erstreckter Frist am 29. Oktober 2014
(act. 62 und act. 63/1-7). Diese Eingabe wurde dem Kläger am 31. Oktober 2014
zur Kenntnisnahme zugeschickt (act. 64). Er wiederum äusserte sich innerhalb
der sog. Replikfrist mit Eingabe vom 10. November 2014 (act. 66) und reichte sei-
nerseits eine Beilage ein (act. 67). Die Eingabe wurde der Beklagten wiederum
am 13. November 2014 zugestellt (act. 68) und von dieser am 14. November
2014 entgegengenommen (act. 69). Die neuerliche Frist zur Wahrnehmung des
sog. Replikrechts verstrich ungenutzt. Das Verfahren ist spruchreif. Um Missver-
ständnissen im Zusammenhang mit dem sog. Replikrecht vorzubeugen, sei noch
Folgendes angemerkt: Wie das Bundesgericht in seinem Urteil vom 18. Septem-
ber 2014 angemerkt hat, geht es nicht um ein Recht auf eine Replik i.S. des
Art. 316 Abs. 2 ZPO, der dann eine Duplik auf die sog. Replik folgen müsste.
Replik i.S. der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, zitiert auf S. 4 f des Urteils
vom 18. September 2014, meint gewissermassen das letzte Wort als Parteivor-
trag. Das sog. Replikrecht lässt sich daher als "Recht auf das letzte Wort" um-
schreiben.
II. Formelles
1. Die Eintretensvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Sie
sind unstreitig gegeben. Art. 311 Abs. 1 ZPO sieht vor, dass die Berufung schrift-
lich und begründet einzureichen ist. Aus dieser Pflicht zur Begründung ergibt sich,
dass die Berufungsschrift (zu begründende) Anträge enthalten muss. Im Rahmen
der Begründung hat die Berufungsklägerin sich mit den Erwägungen der Vorin-
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stanz im Einzelnen auseinanderzusetzen und konkret aufzuzeigen, was am ange-
fochtenen Urteil oder am Verfahren des Bezirksgerichts falsch war (BGE 138 III
374, E. 4.3.1). Die Berufungsschrift erfüllt diese Voraussetzungen ohne weiteres.
Mit der Berufung können sowohl unrichtige Rechtsanwendung als auch unrichtige
Feststellung des Sachverhaltes geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Eben-
falls gerügt werden kann die (blosse) Unangemessenheit eines Entscheides, da
es sich bei der Berufung um ein vollkommenes Rechtsmittel handelt. Unange-
messenheit liegt vor, wenn ein Entscheid innerhalb des gerichtlichen Ermessens-
spielraumes liegt, auf sachlichen Kriterien beruht und auch nicht unverständlich
ist, jedoch unter Berücksichtigung sämtlicher Gegebenheiten des konkreten Fal-
les trotzdem als unzweckmässig erscheint (ZK ZPO-REETZ/THEILER, 2. Aufl.,
Art. 310 N 6 und 36). Bei der Angemessenheitskontrolle hat sich die Rechtsmitte-
linstanz allerdings Zurückhaltung aufzuerlegen (BLICKENSTORFER, DIKE-Komm-
ZPO online, Art. 310 N 17 ff.).
2. Mit der Aufhebung des Urteils vom 28. Februar 2014 und der Rückweisung
des Verfahrens zu neuer Entscheidung ist das Verfahren wieder in den Stand
versetzt wie es vor der Urteilsfällung war. Es ist nunmehr in der Sache zu ent-
scheiden.
3. Beide Parteien berufen sich in ihren Berufungseingaben auf das Novenrecht
gestützt auf Art. 317 Abs. 1 lit. b ZPO.
3.1. Der Kläger weist in der Berufungsantwortschrift zu Recht darauf hin, dass
aus der Berufungsschrift nicht ohne weiteres erkennbar sei, welche Tatsachenbe-
hauptungen aus Sicht der Beklagten neu sein sollen (act. 38 S. 9). Soweit die Be-
klagte das Begleitschreiben vom 18. Januar 2013 (act. 31/2) als Novum zu den
Akten reicht, weist dies der Kläger zurück. Er beruft sich dann allerdings selbst
darauf, reicht es ebenfalls als Novum ein und macht geltend, es habe mangels
Verfügbarkeit für den Kläger nicht früher eingereicht werden können. Er geht da-
von aus, die Beklagte erfülle damit sein Begehren wenigstens teilweise (act. 38
S. 10 und act. 39/1).
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3.2. Des weiteren reicht der Kläger als Novum Schreiben der Beklagten vom
30. Mai 2013 sowie vom 11. November 2013 ein, in denen der Kläger über neue
Übermittlungen von Geschäftsunterlagen an US-Behörden orientiert wird
(act. 39/2 und 39/3). Die beiden Schreiben datieren von einem Zeitpunkt, der
nach der vorinstanzlichen Hauptverhandlung bzw. nach dem erstinstanzlichen
Entscheid erging. Da den neu eingereichten Dokumenten keine Entscheidrele-
vanz zukommt, kann letztlich offen bleiben, ob sie als zulässige Noven zu be-
trachten sind oder nicht und es muss auch auf die darauf ergangene Stellung-
nahme der Beklagten (act. 62 S. 2/3) nicht näher eingegangen werden.
3.3. Gleiches gilt für die neuen Vorbringen des Klägers zur Verhaftung eines
E._-Bankmitarbeiters und der irrtümlichen Verhaftung einer weiteren Person,
Ereignisse, die sich nach der erstinstanzlichen Hauptverhandlung bzw. nach dem
Urteil der Vorinstanz ereignet hatten (act. 38 S. 8 und act. 39/4 und 39/5). Die Be-
klagte geht in ihrer Stellungnahme zur Berufungsantwort vom 29. Oktober 2014
auf den Hinweis des Klägers ein und betont die Unvergleichbarkeit der genannten
Fälle mit demjenigen des Klägers. Sie nimmt dies auch zum Anlass, ihre Auffas-
sung zu bekräftigen, dass dem Kläger bei objektiver Betrachtung in den USA
nichts drohe. Sie behauptet unzulässigerweise neu, keiner ihrer Mitarbeiter habe
seit Juli 2011 (und nicht erst seit April 2012, als erstmals Datenlieferungen in die
USA gesandt werden mussten, wie die Beklagte noch in der Berufungsbegrün-
dung behauptete, act. 30 S. 16/17, Rz 47) je Probleme gehabt. Sie beruft sich
schliesslich neu auf die am 19. Mai 2014 mit dem Department of Justice (DoJ) ge-
troffene Vereinbarung (Plea Agreement) und macht – unter Berufung auf Aussa-
gen eines amerikanischen Richters und der früheren Leiterin des DoJ geltend, es
sei unwahrscheinlich, dass nach dem Abschluss weitere Mitarbeiter, insbesonde-
re solche, die nicht dem oberen Management angehörten, angeklagt würden
(act. 62 S. 3 - 7 und act. 63/4 und 5). Der Kläger kommentiert letzteres wiederum
in seiner Stellungnahme vom 10. November 2014 und schliesst aufgrund einer ei-
desstattlichen Erklärung der erwähnten Leiterin des DoJ vom 24. Februar 2014
auf das Gegenteil (act. 66 und act. 67). Auch diesen Vobringen kommt – wie sich
aus den nachstehenden Erwägungen ergibt – für die Entscheidfindung keine Be-
deutung zu, weshalb es sich erübrigt, hierauf näher einzugehen.
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4. Der Einwand der Beklagten, die Vorinstanz habe das von ihr zum integrie-
renden (sic!) Bestandteil erklärte und ausgiebig zitierte Privatgutachten kommen-
tarlos ignoriert (30 S. 4), erweist sich insoweit als unzutreffend, wie die im Gutach-
ten vertretenen Auffassungen sich in den Rechtsschriften der Beklagten wieder
finden und die Vorinstanz hierauf durchaus einging. Die Beklagte leitet aus dem
Einwand denn auch nichts ab.
III. Materielles
1. Das Auskunftsrecht stellt ein Grundprinzip des Datenschutzes dar. Es er-
möglicht der betroffenen Person, die sie betreffenden Daten zu kontrollieren mit
dem Ziel, die Einhaltung der Grundsätze wie rechtmässige Beschaffung, Treu und
Glauben bei der Bearbeitung, Richtigkeit und Verhältnismässigkeit der Datenbe-
arbeitung in der Rechtswirklichkeit zu überprüfen und deren Durchsetzung zu er-
möglichen (Botschaft DSG S. 433). Das Auskunftsrecht ist in den Art. 8 - 10 DSG
und Art. 1 und 2 der Verordnung zum Bundesgesetz über den Datenschutz vom
14. Juni 1993 (VDSG) geregelt. Es unterstützt und ergänzt das Recht auf informa-
tionelle Selbstbestimmung (Art. 13 BV) und die persönliche Freiheit (Art. 10 BV)
sowie den Persönlichkeitsschutz gemäss Art. 28 ff. ZGB (Gramigna/Maurer-
Lambrou, BSK DSG, 2. Aufl., Art. 8 N 1 ff.; BGE 138 III 425 E. 5.3). Das Aus-
kunftsrecht steht jeder Person grundsätzlich voraussetzungslos, mithin ohne Inte-
ressensnachweis zu. Es kann im Rahmen von Art. 9 und 10 DSG oder über die
Modalitäten gemäss Art. 1 VDSG oder eine Kostenbeteiligung (Art. 2 VDSG) ein-
geschränkt werden und steht unter dem Vorbehalt des Rechtsmissbrauchsverbo-
tes (Rosenthal/Jöhri, Handkommentar zum Datenschutzgesetz, Art. 9 N 2).
Der Auskunfterteilung können Schutzinteressen eines Dritten oder aber der da-
tenbearbeitenden Person selbst entgegenstehen. Mit Ausnahme, da ein formelles
Gesetz eine Einschränkung der Auskunft vorsieht (Art. 9 Abs. 1 lit. a DSG), ist ei-
ne Güterabwägung im konkreten Einzelfall vorzunehmen. Die Beweislast für ein
überwiegendes Interesse liegt beim Inhaber der Datensammlung, der sich auf das
Vorliegen eines das Auskunftsrecht einschränkenden Tatbestandes beruft. Die
Gründe der Einschränkung sind in Art. 9 DSG abschliessend aufgezählt; jede
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Verweigerung, Einschränkung oder der Aufschub einer Auskunft ist sodann ge-
mäss Art. 9 Abs. 4 DSG zu begründen.
Die Auskunft ist in der Regel schriftlich, in Form eines Ausdrucks oder einer Foto-
kopie kostenlos zu erteilen. Der Bundesrat regelt die Ausnahmen (Art. 8 Abs. 5
DSG). Eine solche Ausnahme sieht Art. 1 Abs. 3 VDSG vor. Danach kann im Ein-
vernehmen mit dem Inhaber der Datensammlung oder auf dessen Vorschlag hin
die betroffene Person ihre Daten auch an Ort und Stelle einsehen und es kann die
Auskunft auch mündlich erteilt werden, wenn die betroffene Person eingewilligt
hat und vom Inhaber identifiziert worden ist. Das Bundesgericht hat in seinem
Entscheid BGE 125 II 321 E. 3b (= Pra 2000 44 E. 3b) wie bereits in BGE 123 II
534 ff. E. 3c festgehalten, dass eine Einsichtnahme in die Aktenstücke an Ort und
Stelle oder auch eine mündliche Bekanntgabe nur dann eine schriftliche Auskunft
ersetzen könne, wenn die betroffene Person diesem Vorgehen zustimme. Gleich-
zeitig liess es offen, ob abgesehen von diesem in der bundesrätlichen Verordnung
vorgesehenen Fall weitere Ausnahmen vom Grundsatz der schriftlichen Auskunft
in Betracht gezogen werden können. Jedenfalls müssten dafür besondere Um-
stände angerufen werden, welche der Sendung einer Kopie des Dossiers entge-
gen stehen würden oder diese Form der Auskunft als nicht geeignet erscheinen
liessen. Für die geltend gemachte unverhältnismässige Mehrarbeit habe der Ge-
setzgeber nicht die Ausnahme von der Schriftlichkeit, sondern die Ausnahme von
der Unentgeltlichkeit vorgesehen (BGE 125 II 321 E. 3b [= Pra 2000 44 E. 3b]).
2. Es ist auch im Berufungsverfahren nicht streitig, dass der Kläger gegenüber
der Beklagten gestützt auf das DSG einen Auskunftsanspruch hat bezüglich der
Dokumente, welche die Beklagte den amerikanischen Behörden übermittelte und
die sich auf seine Person beziehen. Die Vorinstanz hat zutreffend festgehalten,
dass es dabei nicht darauf ankomme, ob es sich beim Datentransfer um eine
rechtmässige Übermittlung handle, sowie dass eine Empfehlung des EDÖB für
den gerichtlichen Entscheid nicht bindend sei. Dies wurde im Berufungsverfahren
denn auch nicht beanstandet.
3. Wie schon vor Vorinstanz beruft sich die Beklagte auch im Berufungsverfah-
ren einerseits auf die Einschränkungsgründe gemäss Art. 9 DSG, andererseits
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auf die Ausnahmebestimmung von Art. 1 Abs. 3 VDSG. Es ist nachstehend da-
rauf einzugehen.
Vorab ist festzuhalten, dass der im Berufungsverfahren erhobene Einwand der
Beklagten, es könnten zum Schutz der Interessen von Kunden, andern Mitarbei-
tern und von Dritten Kopien nur mit erheblichen zusätzlichen Abdeckungen her-
ausgegeben werden (act. 30 S. 4), nach der erwähnten bundesgerichtlichen
Rechtsprechung jedenfalls allein für sich keinen genügenden Grund bildet, um
vom Grundsatz abzuweichen, dass die Auskunft schriftlich zu erteilen ist. Es kann
sodann nicht darum gehen, was aus Sicht der Beklagten die geeignetere Form ist,
das Auskunftsrecht des Klägers zu befriedigen (act. 30 S. 4). Vielmehr geht es
einzig darum zu beurteilen, ob der Kläger Anspruch darauf hat, dieses durch das
Herausverlangen von Kopien auszuüben.
4.1. Vor Vorinstanz ging die Beklagte davon aus, es ergebe sich aus den ar-
beitsvertraglichen Vereinbarungen und Weisungen, denen der Kläger – zuletzt
nochmals anlässlich seiner Pensionierung – zugestimmt habe, sein Einverständ-
nis zum Verzicht auf eine schriftliche Auskunft. Eine Einsicht in die ungeschwärz-
ten Dokumente wäre sodann für eine allfällige Beweisführung geeigneter, wes-
halb auch besondere Umstände vorlägen, die einen Verzicht auf die Herausgabe
zuliessen (act. 15 S. 14 ff.; act. 21 S. 2 ff.). Letztere Auffassung entspricht derje-
nigen des von der Beklagten beigezogenen Privatgutachters (act. 16/11 S. 4 N 9).
4.2. Die Vorinstanz hielt dafür, dass ein Verzicht auf das Auskunftsrecht oder ei-
ne anderweitige rechtsgeschäftliche Erschwerung desselben im Voraus nichtig
sei, weshalb offen bleiben könne, ob mit den Reglementen ein impliziter Verzicht
vorliege (act. 32 S. 17/8).
4.3. Die Beklagte hält dieser Rechtsauffassung im Berufungsverfahren diejenige
des EDÖB entgegen. Sie verweist darauf, dass eine vorgängige Zustimmung nur
verpönt sei, soweit die vorgängige Vereinbarung den Rahmen von Art. 1 und 2
VDSG verlasse, was vorliegend nicht der Fall sei. Die vorgängige Zustimmung
des Klägers, das Auskunftsrecht nur durch Einsicht auszuüben, erweise sich da-
her als zulässig. Bei gegenteiliger Auffassung würden die arbeitsrechtlich zulässi-
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gen Vereinbarungen bzw. Weisungen, die zum Schutz des Bankgeheimnisses
notwendig seien, auf dem Umweg der datenschutzrechtlichen Auskunft ausgehe-
belt. Die von der Beklagten ermöglichte Einsichtnahme stelle sicher, dass diese
Ansprüche nicht vereitelt würden (act. 30 S. 20 - 22).
4.4. Als Verzicht gilt nach der auch von der Beklagten zitierten Lehre nicht nur
der Verzicht auf die Auskunft als solche, sondern auch jegliche Erschwerung des
Auskunftsrechts. Ein Verzicht ist es demnach auch, vom Regelfall gemäss Art. 8
Abs. 5 DSG abzuweichen und vom Auskunftsrecht durch Einsicht Gebrauch zu
machen, wie dies Art. 1 Abs. 3 VDSG vorsieht. Der Beklagten ist zuzustimmen,
dass der von ihr behauptete Vorausverzicht des Klägers damit inhaltlich innerhalb
des gemäss Verordnung zulässigen Rahmens liegt. Daraus kann aber nicht ohne
weiteres gefolgert werden, es sei in diesem Rahmen in jedem Fall auch ein
Vorausverzicht zulässig. Ein Vorausverzicht ist nur dann zulässig, wenn sich die
betroffene Person im Zeitpunkt des Verzichts ein Bild über die Tragweite der Be-
arbeitung ihrer Personendaten machen konnte, was wiederum voraussetzt, dass
sich der Gegenstand oder eben die Bearbeitung nicht verändert (vgl. dazu auch:
Gramigna/Maurer-Lambrou, a.a.O. Art. 8 N 61). Dass diese Voraussetzung vor-
liegend erfüllt wäre, behauptet die Beklagte nicht, und es ist das auch nicht er-
sichtlich. Die von ihr erwähnten, im Recht liegenden Vereinbarungen regeln Ein-
zelheiten in der arbeitsrechtlichen Beziehung zwischen der Beklagten und dem
Kläger; es geht primär um die Pflichten des Arbeitnehmers, selbst keine Daten
weiterzugeben, oder um dessen Pflicht zur Rückgabe von Akten und Daten bei
Beendigung des Arbeitsverhältnisses (act. 15 S. 4 f. i.V.m. act. 16/4-7). Demge-
genüber steht heute der Auskunftsanspruch des Klägers zur Diskussion, nach-
dem die Beklagte Daten des Klägers an Dritte herausgegeben hat. Selbst wenn
die Beklagte unter Verweis auf das von ihr eingeholte Gutachten (act. 16/11 S. 5
Rz 12) in der Unterwerfung des Klägers unter diese arbeitsrechtliche Regelung
einen impliziten Verzicht auf die Herausgabe der Daten sieht ( – von mehr spricht
sie selbst nicht – ), liesse sich dieser nicht ohne weiteres auf den heute veränder-
ten Sachverhalt übertragen: Der vorliegend zu beurteilende Auskunftsanspruch
aufgrund der Datenbearbeitung durch die Beklagte könnte von einem solchen
Verzicht nicht erfasst sein.
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Die Vorinstanz hat zutreffend ausgeführt – und es kann auf die entsprechenden
Erwägungen verwiesen werden (act. 32 S. 18/19) –, dass die Beklagte sodann
keine "besonderen Umstände" dargetan hat, die es ausserhalb von Art. 1 Abs. 3
VDSG zulassen würden, von der gebotenen Schriftlichkeit der Auskunft abzuwei-
chen (act. 32 S. 18/19). Es können deshalb auch Weiterungen zur Frage, ob wei-
tergehende Ausnahmen überhaupt zulässig sind, unterbleiben. In der bundesge-
richtlichen Rechtsprechung ist dies, wie gesehen, offen gelassen worden (BGE
123 II 534 E. 3c).
5.1. Das Auskunftsrecht kann gemäss Art. 9 Abs. 1 lit. a DSG eingeschränkt
werden, wenn ein Gesetz im formellen Sinn dies vorsieht. Die Beklagte beruft sich
– wie vor Vorinstanz – darauf, dass der vom Kläger verlangten Herausgabe das
Bankgeheimnis gemäss Art. 47 BankG entgegenstünde. Die Vorinstanz kam zum
Schluss, dass die an die US-Behörden übermittelten Dokumente gemäss eigener
Darstellung der Beklagten geschwärzt waren und keine bankkundengeheimnis-
relevanten Informationen enthielten, weshalb auch eine Weitergabe an den Klä-
ger keine Bankgeheimnisverletzung darstellen würde. Selbst wenn aber nicht
sämtliche Schwärzungen von bankkundengeheimnis-relevanten Informationen
gemacht worden wären, unterstünde der Kläger dem Bankgeheimnis, weshalb
kein Anlass bestehe, von der Gefahr einer Weitergabe von bankkundengeheim-
nis-relevanten Informationen auszugehen. Die Vorinstanz erwog weiter, dass eine
Bankgeheimnisverletzung wohl in Betracht käme, wenn der Kläger aufgrund sei-
ner früheren Anstellung trotz Schwärzung Rückschlüsse auf bankkundengeheim-
nis-relevante Informationen ziehen könnte, dies indes auch bei einer Einsicht in
die Dokumente der Fall wäre (act. 32 S. 13/14).
5.2. Die Beklagte weist in der Berufungsschrift zu Recht darauf hin, dass der
Umstand, dass der Kläger auch nach der Beendigung des Arbeitsverhältnisses
mit der Beklagten dem Bankgeheimnis untersteht, nicht bedeutet, dass die Be-
klagte ihm das vom Bankgeheimnis geschützte Wissen weitergeben dürfe (act. 30
S. 7). Zutreffend ist auch der Einwand, dass die Mitteilung an den Kläger als heu-
te Aussenstehender, aber der Geheimnispflicht Unterliegender, den Verlet-
zungstatbestand nicht aufhebt. Einer Herausgabe von Dokumenten, auf welchen
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bankkundengeheimnis-relevante Informationen nicht geschwärzt wären, stünde
Art. 9 Abs. 1 lit. a DSG entgegen, wobei dies nach der Rechtsauffassung der Be-
klagten wohl auch für die blosse Einsichtnahme gelten müsste.
5.3 Nachdem der Kläger die vorinstanzlich angeordnete Einschränkung gemäss
Dispositiv Ziff. 2 des angefochtenen Entscheides nicht angefochten hat, bilden
Gegenstand des Berufungsverfahrens ausschliesslich die den US-Behörden
übergebenen geschwärzten Dokumente (welche Personendaten des Klägers ent-
halten) und die Begleitschreiben, unter zusätzlicher Unlesbarmachung von Anga-
ben Dritter, welche nach Meinung der Beklagten dem Kläger bis anhin nicht zu-
gänglich waren (act. 32 Dispositiv Ziff. 1 und 2). Es ist davon auszugehen, dass
die Dokumente damit keine bankkundengeheimnis-relevanten Informationen ent-
halten. Zu prüfen bleibt, ob deren Herausgabe deshalb eine Bankgeheimnisver-
letzung darstellen könnte, weil der Kläger Kunden aufgrund seines Vorwissens
erkennen kann (act. 30 S. 8 Rz 20 ff.). Die Beklagte macht geltend, mit der Ein-
sicht als milderes Mittel könnte dieser Gefahr besser entgegnet werden.
Dass mit der Herausgabe der fraglichen Dokumente an den Kläger eine Bankge-
heimnisverletzung im Sinne von Art. 47 BankG bei Aushändigung der geschwärz-
ten Dokumente tatsächlich vorläge, macht die Beklagte selbst nicht geltend. Sie
spricht zwar vom Risiko, dass dies künftig der Fall sein könnte, ohne dieses indes
zu konkretisieren. Die Vorinstanz erwähnt zwar auch eine solche Möglichkeit
(act. 32 S. 13 E. 2.3.1.), hält aber gleichzeitig fest, dass keinerlei Anlass bestehe,
von der Gefahr einer Weitergabe von bankkundengeheimnis-relevanten Informa-
tionen durch den Kläger auszugehen. Dabei verweist sie auf dessen Position als
Direktor und die ordentlich erfolgte Pensionierung sowie darauf, dass die Beklagte
keine begründeten Zweifel daran vorbringe, dass der Kläger seinen weitergelten-
den Pflichten nicht nachkommen könnte (act. 32 S. 13). Mit dieser Argumentation
setzt sich die Beklagte nicht auseinander und sie hält ihr nichts Gegenteiliges
entgegen. Soweit sie neu – ohne sich auf Art. 317 Abs. 1 ZPO zu berufen und
damit verspätet – geltend macht, gerade dann, wenn der Kläger die Unterlagen
benötige, um gegebenenfalls bei der Einreise in die USA Belege zur Hand zu ha-
ben, sich das Risiko einer Offenbarung von Geheimnissen verwirkliche und der
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Kläger gerade dann unter besonderem Druck stehe, die Identität der geschwärz-
ten Kunden offenzulegen (act. 30 S. 9 Rz 23 lit. b), kann sie nicht mehr gehört
werden.
Eine Einschränkung des Auskunftsrechts gestützt auf Art. 9 Abs. 1 lit. a DSG
muss nach dem Gesagten entfallen.
6.1. Das Auskunftsrecht kann im Weiteren eingeschränkt werden, wenn es we-
gen überwiegender Interessen Dritter erforderlich ist (Art. 9 Abs. 1 lit. b DSG).
6.2. Die Beklagte schliesst aus dem vorinstanzlichen Entscheid (act. 32 S. 15
E. 2.4.1), die Vorinstanz scheine davon auszugehen, dass der Kläger grund-
sätzlich ein Recht habe, über Personendaten Dritter Auskunft zu erhalten, was
nicht zutreffe. Vielmehr müssten solche Daten bei der Herausgabe abgedeckt
werden (act. 30 S. 12/13). Es erübrigen sich Weiterungen dazu, nachdem – wie
gesehen – im Berufungsverfahren einzig noch eine Herausgabe von Personenda-
ten des Klägers enthaltende Dokumente zu beurteilen ist, in welchen Angaben
Dritter zusätzlich unlesbar gemacht sind.
6.3. Bei der Interessenabwägung ist vorab mit der Vorinstanz festzuhalten, dass
dem Gericht die fraglichen Dokumente nicht vorliegen, was eine Interessenabwä-
gung schwierig erscheinen lässt.
Nach den Vorbringen der Beklagten vor Vorinstanz handelt es sich vornehmlich
um E-Mails, ausschliesslich geschäftlicher Natur. Es seien allgemeine Informa-
tionsemails in Bezug auf das Handling von US-Kunden, ferner solche, in welchen
auf regulatorische Erfordernisse aufmerksam gemacht wurde. Eine Präsenzliste
der internen Schulung, aber auch E-Mails mit Vorgesetzten über Kunden oder ei-
nen Transfer an einen andern Relationshipmanager seien ebenso dabei (Prot. VI
S. 13). In den Mitarbeiterorientierungen sei hinsichtlich des Inhalts der übermittel-
ten Dokumente Folgendes festgehalten: "Bei den zur Übermittlung bestimmten  handelt es sich um interne E-Mail-Korrespondenz (inkl. Attachment) über in den
USA domizilierte Kunden sowie über das US Crossborder Business generell. Ebenfalls übermittelt
werden sollen damit in Zusammenhang stehende Berichte und Protokolle. Alle diese Geschäftsun-
terlagen stammen aus der Zeitperiode von Oktober 2002 bis Juli 2011. Kundenidentifizierende In-
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formationen wurden unkenntlich gemacht" (act. 21 S. 8 unter Verweis auf act. 22/17 und
22/21). In der Duplik erklärte die Beklagte, es gehe (bisher) um rund 75 Doku-
mente mit total ca. 200 Seiten, welche der Kläger im Rahmen der Einsichtnahme
in einer halben bis einer Stunde überblicken könne (act. 21 S. 9).
6.4. Im Berufungsverfahren geht die Beklagte unter Bezugnahme auf die vorin-
stanzlichen Erwägungen davon aus, dass sowohl durch die Einsichtnahme als
auch die Herausgabe von Kopien die Datenbearbeitung von anderen Mitarbeiten-
den zweckentfremdet werde und dass sie, die Beklagte, mit der Herausgabe von
Unterlagen ohne zusätzliche Schwärzungen ihre Zusagen an die Arbeitnehmer
verletzen würde. Die Vorinstanz scheine dem Kläger zuzubilligen, Daten von an-
dern Mitarbeitern gegenüber Dritten für seine eigenen Zwecke verwenden zu dür-
fen, was deren Anspruch auf Geheimhaltung grob verletze (act. 30 S. 13/14). Der
Kläger seinerseits habe kein schützenswertes Interesse an Personendaten Drit-
ter. Insbesondere sei nicht schützenswert, bei der Einreise in die USA Dokumente
mit Personendaten von Dritten zur Hand zu haben (act. 30 S. 15). Das schüt-
zenswerte Interesse des Klägers verneint die Beklagte auch mit der Begründung,
es sei abwegig anzunehmen, der Kläger könne bei einer Einreise in die USA an
Ort und Stelle allfälligen Vorwürfen wirksam entgegentreten und es sei entgegen
der Auffassung der Vorinstanz auch nicht notorisch, dass diverse Schweizer Ban-
ker an den Flughäfen von amerikanischen Städten angehalten würden. Ihr, der
Beklagten, sei von keinem ihrer Mitarbeiter solches bekannt und die Gefahr beim
Kläger sei umso geringer, als er in einem Team tätig gewesen sei, das allgemein
europäische Kunden betreue. Damit der Kläger erkennen könne, was in die USA
übermittelt worden sei, benötige er keine Kopien, sondern Kenntnis. Was er ver-
lange, gehe darüber hinaus und die Vorinstanz berücksichtige mit der Gewährung
ein datenschutzfremdes Interesse (act. 30 S. 15 - 18).
6.5. Der Kläger betont auch im Berufungsverfahren sein bereits vor Vorinstanz
geltend gemachtes Interesse an der Herausgabe der Kopien, einerseits frei und
ohne Furcht (in die USA) reisen zu können, andererseits das Interesse, in der La-
ge zu sein, die Rechtmässigkeit der Datenbearbeitung zu kontrollieren, falls ihm
ein Nachteil widerfahre. Er weist darauf hin, dass es sich bei dem von der Beklag-
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ten angegebenen Umfang von rund 75 Dokumenten mit total ca. 200 Seiten bei
drei der inzwischen auf fünf angewachsenen Anzahl Übermittlungen an die US-
Behörden um eine Menge handle, die er sich unmöglich alle merken könne, wes-
halb er die Kopien brauche (act. 38 S. 4 f. und S. 7, unter detailliertem Hinweis
auf die entsprechenden Behauptungen im vorinstanzlichen Verfahren). Er bestrei-
tet die ihm von der Beklagten in der Berufungsbegründung unterstellte Intention,
mit den herausverlangten Dokumenten in die USA einreisen zu wollen (act. 38
S. 10/11). Auch macht er geltend, dass er für die effektive Kontrolle der Datenbe-
arbeitung durch die Beklagte die Herausgabe der Kopien der übermittelten Do-
kumente und zwar in ihrer möglichst authentischen Fassung benötige (act. 38
S. 16 Rz 87 ff.). Bei jeder Übermittlung für die Einsicht in die Dokumente von
D._ nach F._ fahren zu müssen, hält er für nicht zumutbar.
6.6. Die Beklagte beruft sich auch im Zusammenhang mit der Interessenabwä-
gung im Wesentlichen auf die Interessen anderer Mitarbeiter, welche durch die
Herausgabe der verlangten Dokumente betroffen sind. Werden ausschliesslich
die den US-Behörden übermittelten geschwärzten Dokumente herausgegeben
und dies unter zusätzlicher Unlesbarmachung von Angaben Dritter, wie dies im
Berufungsverfahren einzig noch zur Diskussion steht, ist dem Interesse der Drit-
ten und der Gefahr der Zweckentfremdung der Drittdaten Rechnung getragen. Da
weitergehende Interessen seitens der Beklagten nicht geltend gemacht sind, wä-
ren die klägerischen Interessen daher einzig noch unter dem Aspekt der Zweck-
entfremdung bzw. des Rechtsmissbrauchsverbots zu prüfen, weil ihm im Übrigen
das Auskunftsrecht in der Form der schriftlichen Auskunft gemäss Art. 8 Abs. 5
DSG voraussetzungslos zusteht (BGE 138 II 425 ff. E. 5.4).
Das von der Beklagten an sich nicht in Frage gestellte Interesse des Klägers an
der Überprüfung der Rechtmässigkeit der Datenbearbeitung, insbesondere im
Fall, dass ihm ein Nachteil widerfahre, ist vom Sinn und Zweck von Art. 8 DSG
ohne weiteres gedeckt. Die Auskunft kann nach der bundesgerichtlichen Recht-
sprechung auch verlangt werden, um prüfen zu können, ob rechtliche Schritte zur
Geltendmachung von Ansprüchen geltend gemacht werden sollen. Sie kann mit-
hin auch Beweiszwecken dienen, wenn sich der Kläger damit keinen von der Zi-
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vilprozessordnung nicht vorgesehenen oder verpönten Vorteil verschaffen will
(BGE 138 II 425 ff. E. 6.4.); das wird vorliegend nicht geltend gemacht und es be-
stehen dafür auch keine Anhaltspunkte. Hinzu kommt, dass es – wie der Kläger
auf entsprechende Ausführungen der Beklagten in der Duplik (act. 21) bereits vor
Vorinstanz geltend machte (Prot. VI S. 15) – die Menge von Dokumenten, um die
es bereits vor Vorinstanz ging, nicht zulassen würde, bei blosser Einsicht so me-
moriert werden zu können, dass sie in einem späteren Zeitpunkt soweit nötig wie-
der verwendet werden könnten. Wie die Vorinstanz zutreffend dargelegt hat, er-
weist sich aber auch das Interesse des Klägers, sich bei allfälligen Nachteilen, die
ihm bei der Einreise in die USA wegen der Datenübermittlung durch die Beklagte
entstehen könnten, keineswegs als zweckwidrig oder gar rechtsmissbräuchlich.
Auf Letzteres beruft sich die Beklagte im Berufungsverfahren denn auch nicht
mehr. Immerhin hält sie in der Stellungnahme zur Berufungsantwort dafür, das In-
teresse sei vorgeschoben, da der Kläger die Möglichkeit gehabt habe, die fragli-
chen Dokumente einzusehen, dies indes verweigert habe (act. 62 S. 2 Rz 2).
Steht dem Kläger das Auskunftsrecht in der Form der schriftlichen Auskunft ge-
mäss Art. 8 Abs. 5 DSG unter den oberwähnten Einschränkungen vorausset-
zungslos zu, dann erweist sich dieser Einwand als unbehelflich.
Nach den dargelegten, bestehenden Interessen des Klägers kann es nicht mehr
darauf ankommen, wie gross letztlich die Gefahr eines drohenden Nachteils bei
einer Einreise in die USA tatsächlich wäre. Die vom Kläger im Berufungsverfahren
neu vorgebrachten Behauptungen und die neu eingereichten Dokumente (act. 38
S. 8f., act. 39/2 - 6) sowie die dazu ergangenen - eingangs erwähnten Stellung-
nahmen dazu (act. 62 und 66) - vermögen sich auf die Entscheidfindung nicht
auszuwirken. Das schützenswerte Interesse des Klägers an der Ausübung seines
Auskunftsrechts in der Form der schriftlichen Auskunft ist zu bejahen und es muss
davon ausgegangen werden, dass diesem Interesse mit der zusätzlichen Unles-
barmachung von Daten Dritter keine höheren Drittinteressen entgegenstehen.
7.1. Die Vorinstanz räumte dem Kläger auch bezüglich der Begleitschreiben ein
Auskunftsrecht ein und ging davon aus, dass dieses aufgrund des engen Konne-
xes zur Gesamtheit der Personendaten des Klägers gezählt werden müsse, weil
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davon ausgegangen werden müsse, dass sie auf das Datenpaket Bezug nähmen
und damit einen engen Zusammenhang unter anderem mit den Daten des Klä-
gers hätten (act. 32 S. 12).
7.2. Die Beklagte macht dagegen unter Einreichung eines solchen Begleitschrei-
bens im Berufungsverfahren (act. 31/2 = act. 39/1) geltend, die Begleitschreiben
enthielten keine Personendaten des Klägers. Dass sich die Schreiben gerade auf
den Kläger beziehen würden, habe er weder behauptet noch treffe dies zu. Selbst
wenn die Begleitschreiben aber Personendaten des Klägers enthalten würden, so
die Beklagte, gehörten sie nicht zur Datensammlung betreffend den Kläger und
dürften diesem nicht herausgegeben werden (act. 30 S. 19/20).
7.3. Wie es bereits der Name sagt, "begleiten" die Begleitschreiben die Daten-
übermittlung. Es ist deshalb mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass sie mit
den übermittelten Daten eine enge Verbindung aufweisen und auf diese Bezug
nehmen. Unabhängig davon, ob sie selbst Personendaten enthalten oder nicht,
ergibt sich aus der "Natur des Begleitschreibens", dass sie geeignet sind, über
Zweck und Rechtsgrundlagen des Bearbeitens Auskunft zu geben, allenfalls auch
über Kategorien der Personendaten oder Empfänger. Auch dies bildet gemäss
Art. 8 Abs. 2 lit. b DSG Gegenstand der Auskunft (Rosenthal, HK DSG, Art. 8
Abs. 2 N 17 f.; Gramigna/Maurer-Lambrou, BSK DSG, Art. 8 N 28 ff.). Wenn die
Vorinstanz die Auskunftspflicht der Beklagten auch bezüglich der Begleitschrei-
ben mitumfasste, ist dies daher nicht zu beanstanden. Es erübrigt sich deshalb,
auf die neuen Vorbringen des Klägers zum konkreten, neu eingereichten Begleit-
schreiben (act. 32/1 = act. 39/1) sowie auf die von ihm daraus gezogenen Schlüs-
se (act. 38 S. 12) näher einzugehen. Entsprechend erübrigen sich auch Weite-
rungen zu der dazu ergangenen Stellungnahme der Beklagten (act. 62 S. 8 Rz 21
- 24), in welcher ohnehin nur die Darstellung und die vom Kläger aus dem Be-
gleitschreiben gezogenen Schlüsse bestritten werden, alles unter Verweis auf die
Berufungsbegründung.
8.1. Dem Auskunftsrecht des Klägers gemäss Art. 8 Abs. 5 DSG stehen nach
dem Gesagten grundsätzlich keine Hinderungsgründe entgegen. Die Vorinstanz
hat dabei festgestellt, die Auskunft mittels Kopien habe unter Unlesbarmachung
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(mit einer andern Farbe als die Originalschwärzung) von Angaben Dritter (z.B.
Mitarbeiter der Beklagten oder andere natürliche und juristische Personen), wel-
che nach Meinung der Beklagten dem Kläger bis anhin nicht zugänglich waren, zu
erfolgen (act. 32 Dispositiv Ziff. 2).
8.2. Die Beklagte verlangt im Eventualantrag eine Modifizierung von Dispositiv
Ziff. 2 im Sinne der eingangs dargestellten Begehren. Zur Begründung macht sie
geltend, sie müsse vor einer Herausgabe von Dokumenten alle sich auf Kunden
beziehenden Angaben abdecken können, soweit der Kläger diese Kunden trotz
geschwärzter Namen identifizieren könnte (act. 30 S. 11). Dass und weshalb die
vorinstanzlich angeordnete Einschränkung, die sich namentlich nicht nur auf Kun-
den, sondern auch auf Mitarbeiter bezieht, welche die Beklagte zwar im Beru-
fungsantrag, nicht aber in der Begründung erwähnt, diesem Anliegen nicht genü-
gen soll, tut die Beklagte nicht dar. Insoweit fehlt es an einer hinreichenden Be-
gründung des Eventualantrages, weshalb er abzuweisen ist.
9. Zusammenfassend ist das dem Kläger gemäss vorinstanzlichem Urteil zu-
gesprochene Auskunftsrecht ausgewiesen. Die Berufung ist abzuweisen und das
Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 6. Abteilung, Einzelgericht vom 14. Oktober
2013 ist insoweit zu bestätigen.
IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Beklagte für das erst- und zweitin-
stanzliche Verfahren kosten- und entschädigungspflichtig. Das erstinstanzliche
Kosten- und Entschädigungsdispositiv ist ebenfalls zu bestätigen. Die Entscheid-
gebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 8'000.-- festzusetzen und aus dem
geleisteten Prozesskostenvorschuss zu beziehen. Ausserdem ist die Beklagte zu
verpflichten, dem Kläger für das Berufungsverfahren eine Prozessentschädigung
von Fr. 9'000.-- zu bezahlen. Mangels Antrag entfällt die Entschädigung für die
Mehrwertsteuer.
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