Decision ID: 89aba1a8-06ca-49a1-ba13-4b8c2ab58191
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1958, ist gelernter Maschinenzeichner
und baute
a
b
1980
ein technisches Büro als
Selbständigerwerbender
auf. Zunächst arbeitete er daneben noch als Angestellter in seinem Lehrbetrieb, der
Y._
, ab 1989 war er ausschliesslich
selbständigerwerbend
(Auszug aus dem individuellen Konto vom
4.
Dezember 1998,
Urk.
6/7; Abklärungsbericht für
Selbständiger
werbende
vom
2
5.
August 1999, Urk.
6/14
; Lebenslauf in Urk.
6/56/1-2
).
Im
August
1997 erlitt
X._
einen Herzinfarkt
, der eine
Bypass
-
opera
tion
(vier Bypässe) erforderlich machte
(Bericht des Hausarztes Dr. med.
Z._
, Spezialarzt für Innere Medizin, vom 14. Dezember 1998, Urk.
6/8; Berichte des
A._
und der
B._
des Jahres 1997 in
Urk.
13/2
/1-8
).
Er
meldete sich wegen
d
er Herzerkrankung
im
November 1998 bei der Invalidenversicherung an (Urk.
6/3);
die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich (SVA), IV-Stelle,
ermittelte aufgrund der
betrieblichen Abklä
rung
vom August 1999 (
Urk.
6/14) einen Invaliditätsgrad von 34 % und ver
neinte
mit Verfügung vom
1
0.
Januar
2000
einen Rentenanspruch
(Urk. 6/18).
Die Verfügung blieb unangefochten.
1.2
X._
hatte seine selbständige Tätigkeit
Anfang
1999 aufgegebe
n
und von Februar 1999 bis Dezember 2000 vollzeitlich als Konstrukteur und Projekt
leiter bei der
C._
(Ladenbau) gearbe
itet (vgl.
Urk.
6/14/2 und Urk.
6
/56/1 sowie das Arbeitszeugnis vom 3
1.
Dezember 2000,
Urk.
6/56/5). Nach einer einjährigen Anstellung bei der
D._
, ebenfalls als Konstrukteur und Projektleiter, trat er
im Februar 2002
erneut eine
Vollzeitstelle
bei der
C._
an und wurde als Leiter der Konstruktionsabteilung einge
setzt (Arbeitsvertrag vom
Dezember 2001, Urk.
6/57/5-8).
Am 24. Juni 2008 erlitt
X._
einen Kleinhirninfarkt
und war deswe
gen bis am
2.
Juli 2008 im
A._
hospitalisiert (Berichte vom 2
7.
Juni und vom
9.
Juli 2008,
Urk.
13/10 und
Urk.
13/11).
Daraufhin meldete er sich
am 1
7.
Dezember 2008 erneut bei der Invalidenversicherung an (Urk. 6/21).
Die
IV-Stelle holte die Berichte von Dr.
Z._
vom 9. Januar und vom 8. Juli 2009 ein (Urk. 6/27 und Urk. 6/33)
und beschaffte die Angaben der
C._
vom
2.
Juli 2009
(
Urk.
6/32)
, wo der Versicherte die Arbeit
im
Sep
tember 2008
zu
25
%
wieder aufgenommen hatte
und
ab Juni 2009
nach schrittweiser Erhöhung
ein
Pensum von 50 %
verrichtete
(
vgl.
Urk.
6/27/3 und
Urk.
6/32/4)
.
Nach Einholen der Stellungnahme des RAD-Arztes
Dr.
med.
E._
, Spezialarzt für Innere Medizin, vom
5.
August 2009 (
Urk.
6/34/2-3) sprach die IV-Stelle dem Versicherten m
it
Verfügung vom 24. November 2009 ab dem 1. Juni 2009 eine
Dreiviertelsrente
aufgrund eines Invaliditätsgrades von 60 % und
ab dem 1. Oktober 2009 eine halbe Rente
aufgrund eines
Invaliditätsgrades
von 50 %
zu (Urk. 6/39-42
; vgl. das Fest
st
ellungsblatt und den
Einkommens
vergleich
in
Urk.
6/34 und Urk.
6/35).
Im Herbst 2010 leitete die IV-Stelle ein Rentenrevisionsverfahren in die Wege und holte hierzu neben den Auskünften des Versicherten (
Urk.
6/48) die Anga
ben der Arbeitgeberin vom
6.
Oktober 2010 (
Urk.
6/49) und den Bericht von Dr.
Z._
vom 8. Oktober 2010 ein (
Urk.
6/50). Mit Mitteilung vom 21. März 2011 bestätigte die IV-Stelle den Anspruch
von
X._
auf die bisherige halbe Rente (Urk. 6/52).
1.
3
Mit Schreiben vom 2
8.
Oktober 2011 löste die
C._
das Arbeitsverhältnis mit
X._
per Ende Januar 2012 auf (
Urk.
6/57/2).
Dieser konnte
bereits Anfang Januar 2012 eine neue 50%-Stelle als Technischer Zeich
ner/Konstrukteur bei der
F._
antreten (Anstellungsvertrag
vom 3.
Januar 2012,
Urk.
6/61).
Im Juli 2012 teilte der Versicherte der IV-Stelle mit, er sei seit dem 1
8.
Juni 2012 zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben, und führte zur Begründung ver
schlimmerte Schulterprobleme, Schmerzen aufgrund einer Diskushernie und ein psychisches Tief an (
Urk.
6/65).
Die IV-Stelle leitete daraufhin Massnahmen zur Arbeitsplatzerhaltung ein (vgl.
die Protokolle über die Eingliederungsberatung ab Oktober 2012,
Urk.
6/78/
4-7);
nachdem der Versicherte jedoch
am 2. Januar 2013 eine transient ischämische Attacke (TIA) erlitten hatte (Bericht
e
des
G._
vom
4.
und vom
10. Januar 2013,
Urk.
13/21 und
Urk. 6/79/8-9;
Radiologiebericht
vom 3.
Januar 2013,
Urk.
6/79/7), stellte die
IV-
Stelle
die
Ma
ssnahmen
auf dessen Ersuchen
hin
ein
und leitete die Prüfung der Rentenerhöhung in die Wege
(vgl. Urk.
6/72-77 und
Urk.
6/78/5
).
Sie h
o
lte hierzu
den Bericht von Dr.
Z._
vom 21. Januar 2013 und
den Bericht der
behandelnde
n
Psychiaterin med.
pract
.
H._
, Spezialärztin für
Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie
(Angaben gemäss www.medregom.adm
-
in.ch),
vom
11. März 2013
ein
(
Urk. 6/79/1-6 und
Urk.
6/83) und beschaffte ausserdem die Angaben der
F._
vom 1
9.
Februar 2013 (
Urk.
6/82). Des Weiteren nahm die IV-Stelle
ein psychiatri
sches Gutachte
n zu den Akten, das Dr. med. I._
, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie
,
am 24. Mai 2013 im Auftrag der Krankenkasse Schweizerischer Metallbaufirmen (KSM) verfasst hatte (Urk.
6/91)
,
und liess den Versicherten anschliessend
durch das
J._
poly
disziplinär begutachten (
Untersuchungen von August und September 2013;
Gutachten
von
Dr.
med.
K._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medi
zin, Fallführung,
Dr.
med.
L._
, Spezialarzt für Psychiatrie und Psycho
therapie,
Dr.
med. M._
, Spezialarzt für Orthopädische Chirurgie,
Dr.
med. N._
, Spezialarz
t für Neurologie,
lic
. phil. O._
, Ps
ycholo
gie/Neuropsychologie, und
Dr.
med.
P._
, Spezialarzt für Otorhinolaryn
gologie,
vom 31. Oktober 2013, Urk.
6/96).
Die Arbeitsstelle
bei der
F._
war dem Versicherten
unterdessen
per Ende Juli 2013 gekündigt worden (vgl. Urk. 6/96/11).
Mit Vorbescheid vom
8.
April 2014 eröffnete die IV-Stelle dem Versicherten, d
ass sie seine Rente aufzuheben
gedenke, da sich sein Gesundheitszustand gestützt auf die Beurteilung im
Gutachten des
J._
erheblich
verbessert habe und sein Invaliditätsgrad lediglich noch 18 % betrage (
Urk.
6/109; vgl.
den
Ein
kommensvergleich
und das Feststellungsblatt in
Urk.
6/107 und
Urk.
6/108).
X._
, vertreten durch Rechtsanwalt Massimo
Aliotta
, liess mit Ein
gabe vom 2
0.
Mai 2014 Einwendungen erheben (
Urk.
6/128) und beantragen, von einer Rentenaufhebung sei abzusehen, das Gutachten
des
J._
sei aus dem Recht zu weisen, eventuell sei eine neue Begutachtung bei einer anderen Gut
achtenstelle durchzuführen, und beim behandelnden Rheumatologen sei ein ausführlicher Bericht einzuholen (
Urk.
6/128/1-2). Als neue Unterlagen reichte er insbesondere eine eigene ausführliche Stellungnahme zum Gutachten des
J._
ein (
Urk.
6/119) sowie einen Bericht
des
A._
, Klinik für Kardiologie, vom 1
3.
Juni 2013 (Urk.
6/120) und hausärztliche Bescheinigungen einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit in der Zeit von Mitte Jun
i 2012 bis Mai 2014 (Urk. 6/121
127). Die IV-Stelle holte den Bericht
von Dr. med. Q._
, Spezialarzt für Innere Medizin und Rheumatologie, vom 16. August 2014
ein
(Urk. 6/132
/1-5 mit beigelegten früheren Berichten
vom 1
1.
Juli und vom 20.
Dezember 2012 sowie vom
2.
April und vom 2
0.
Juni 2014 (Urk. 6/132/6
13)
und liess durch das
J._
die
er
gänzende
Stellungnahme
vom 8. September 2014
verfassen
(
Urk.
6/133 und
Urk.
6/134).
Des Weiteren
unter
breitete sie den Fall dem RAD-Arzt
Dr.
med. R._
, Spezialarzt für Orthopädische Chirurgie (Stellungnahme vom 1
2.
Juni 2014,
Urk.
6/135/3). Mit Verfügung vom 3
0.
September 2014 entschied sie im Sinn
e ihres Vorbescheids und hob
die Rente des Versicherten
auf das Ende des der Zustellung folgenden Monats
auf
. Einer allfälligen Beschwerde dagegen entzog sie die aufschiebende Wirkung (Urk. 2 = Urk. 6/136).
2.
Gegen die Verfügung vom 3
0.
September 2014 liess
X._
durch Rechtsanwalt Massimo
Aliotta
mit Eingabe vom
3.
November 2014 Beschwerde erheben (
Urk.
1) und beantragen, die Verfügung sei aufzuheben, es sei ihm weiterhin eine Rente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von mindestens 50 % zuzusprechen, zudem seien ihm berufliche Massnahmen zuzusprechen, das Gut
achten des
J._
sei aus dem Recht zu weisen, eventualiter sei bei einer anderen Gutachterstelle eine neue Begutachtung durchzuführen, es sei ein zweiter Schriftenwechsel und gestützt auf Art. 6 EMRK eine öffentliche Ver
handlung durchzuführen und der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zuzuerken
nen (Urk. 1 S. 2). Die IV-Stelle stellte in der Beschwerdeantwort vom 8. Dezember 2014 den Antrag auf Abweisung
sämtlicher Rechtsbegehren (Urk.
5)
.
Mit Verfügung vom
1
6.
Januar 2015 wies das Gericht den formellen Antrag auf Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung
der Beschwerde ab. Gleichzeitig
gab es dem Versicherten Gelegenheit, zur Frage der Bestätigung der angefoch
tenen Verfügung mit der substituierten Begründung
der zweifellosen
Unrichtig
keit Stellung zu nehmen (
Urk.
7).
De
r
Versicherte
liess seine Stellungnahme am 2
3.
Februar 2015 erstatten (
Urk.
9), wovon das Gericht die IV-Stelle am 2
6.
Februar 2015 in Kenntnis setzte (
Urk.
11). Mit einer
weiteren
Eingabe
vom 1
3.
März 2015
(
Urk.
12) liess der Versicherte
medizinische Unterlagen ein
reichen
(
Urk.
13/
1-29)
,
darunter
neben den bereits erwähnten
Unterlagen
einen Bericht von
Dr.
med. S._
, Spezialarzt für Neurologie, über eine konsiliari
sche Untersuchung vom
3.
Februar 2009 (
Urk.
13/12)
, einen Bericht von
Dr.
med. T._
, Spezialarzt für Augenkrankheiten
,
vom 15.
Januar 2010 (
Urk.
13/13), Berichte der Klinik für Kardiologie des
A._
vom
9.
April 2010, vom
2.
März 2012 und v
om 30.
Oktober 2014 (
Urk.
13
/14,
Urk.
13/17 und
Urk.
13/27
) und
zwei Berichte der Klinik für Neurologie des
A._
über neuropsychologische Untersuchungen vom
6.
August 2010 und vom 1
1.
Februar 2015 (
Urk.
13/15 und
Urk.
13/29)
.
Schliesslich liess er mit Eingabe vom
5.
Mai 2015 (
Urk.
14) einen Bericht von
Dr.
ph
il. U._
und
dipl.
-
psych. V._
vom 2
4.
April 2015 über neuropsychologi
sche
Abklärungen
vom 17./23.
März 2015 einreichen (
Urk.
15). Die IV-Stelle verzichtete mit Eingabe vom 2
7.
Mai 2015 darauf, zu den neuen Unte
rlagen Stellung zu nehmen (Urk.
17).
Am 2
1.
A
pril 2016 führte das Gericht ei
n
e
öffen
tliche Verhandlung durch (Prot.
S.
4
-7;
Plädoyernotizen
in
Urk.
22).
Die IV-Stelle, der die Teilnahme an der Verhandlung freigestellt worden war und die darauf verzichtet hatte
(Ein
gabe vom 1
9.
Februar 2016,
Urk.
21), enthielt sich mit Eingabe vom 1
2.
Mai 2016
(
Urk.
25A)
einer Stellungnahme
zu den anlässlich der Verhandlung ein
gereichten Unterlagen
(
Urk.
23 und
Urk.
24/1-4)
; der Versicherte liess
mit un
aufgefordert eingereichter
Eingabe vom
9.
Juni 2016 eine Richtigstellung zu einer Passage im Protokoll anbringen (
Urk.
27 und
Urk.
28/1-2). Der IV-Stelle wurde diese Eingabe am 1
3.
Juni 2016 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
29).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Am 1. Januar 2012 sind die im Zuge der Revision 6a geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) und der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher
Hinsicht gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurtei
lung jene Rechtsnormen zugrunde zu legen sind, die gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen).
Die angefochtene Verfügung ist am 3
0.
September 2014 ergangen. Da ein Sach
verhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmun
gen der IV-Revision 6a begonne
n hat - zur Diskussion steht die Aufhebung einer
Rente
, die dem Beschwe
rdeführer mit Verfügung vom 24.
November 2009 für die Zeit ab dem
1.
Juni 2009 zugesprochen worden war (
Urk.
6/39-42) -
und die Verfügung eine Dauerleistung betrifft, ist entsprechend der dargelegten
intertemporalrecht
lichen
Regelung für die Zeit bis Ende 2011 auf die damals gültig gewesenen Bestimmungen und für die Zeit ab Anfang 2012 auf die neuen Normen der IV
Revision 6a abzustellen (vgl. zu
r 4. IV
Revision: BGE 130 V 445; Urteil des Bundesgerichts I 428/04 vom 7. Juni 2006, E. 1).
Soweit die Revision 6a jedoch
keine substanzi
ellen Änderungen gegenüber der früheren Rechtslage gebracht hat, ist die zur altrechtlichen Regelung ergangene Rechtsprechung weiterhin massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_76/2009 vom 19. Mai 2009, E. 2).
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerb
sunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG])
.
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG).
Erwerbsunfä
higkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psy
chischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Ein
gliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichti
gen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn sie mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 % oder auf eine
Viertelsrente
, wenn sie mindestens zu 40 % invalid sind.
Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird nach Art. 16 ATSG das
Erwerbs
einkommen
, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(sogenanntes Invalideneinkommen)
, in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(sogenanntes
Valideneinkommen
)
. Bei der Ermittlung des
zumutbarerweise
erzielbaren Invalideneinkommens sind grundsätzlich die Verdienstmöglichkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt massgebend. Übt die versicherte Person jedoch nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der sie im Rahmen eines stabilen Arbeitsverhältnisses die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft und dabei ein Einkommen erzielt, das der Arbeitsleistung angemessen ist und nicht als Soziallohn erscheint, so gilt nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts der von ihr tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (vgl. BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweisen).
Wird eine Schätzung der hypothetischen Erwerbseinkommen vorgenommen, so muss diese nicht unbedingt in einer ziffernmässigen Festlegung von Annähe
rungswerten bestehen. Vielmehr kann auch eine Gegenüberstellung blosser
Pro
zentzahlen
genügen. Das ohne Invalidität erzielbare hypothetische
Erwerbsein
kommen
ist alsdann mit 100 % zu bewerten, während das Invalideneinkommen
auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, sodass sich aus der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt (sogenannter Prozentvergleich; BGE 114 V 310 E. 3a mit Hinweisen).
2.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt rechtsprechungsgemäss jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Invaliditäts
grad
und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Eine Invalidenrente ist demgemäss nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern
auch
dann
revi
dierbar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebe
nen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben, wenn
eine andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt
oder wenn eine Wandlung des
nichterwerblichen
Aufgabenbereichs einge
tr
eten ist (vgl. BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hinweisen). Unerheblich unter revisionsrechtlichen Gesichtspunkten ist dagegen nach der Rechtsprechung die unterschiedliche Beurteilung eines im
wesentlichen
unver
ändert gebliebenen Sachverhaltes (BGE 112 V 387 E. 1b mit Hinweisen).
Als zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob sich der
Invali
di
täts
grad
im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG erheblich geändert hat, gilt die letzte rechtskräftige Verfü
gung - bei einer Bestätigung der bisherigen Rente auch die Mitteilung nach Art. 74
ter
lit
. f IVV und Art. 51 ATSG - welche auf einer materiellen
Anspruchs
prüfung
mit rechtskonformer
Sachverhaltsabklä
rung
, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs
(bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht (Urteile des Bundesgerichts 9C_52/2016 vom 23. März 2016 E. 3.1, 9C_213/2015 vom 5. November 2015 E. 4.3.2 und 8C_162/2015 vom 30. September 2015 E. 2.1, je mit Hinweis auf BGE 133 V 108).
Ist eine Veränderung eines der revisionsrechtlich relevanten Parameter erstellt, so besteht nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung keine Bindung mehr an das Mass der übrigen, unverändert gebliebenen Parameter, die dem vorange
gangenen rechtskräftigen Entscheid
zugrundegelegt
worden sind. Vielmehr ist der Rentenanspruch
diesfalls
in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht frei und umfassend zu prüfen (vgl. BGE 141 V 9 E. 2.3, 117 V 198 E. 4b, je mit Hinwei
sen)
.
2.4
Der Grundsatz, wonach eine Sachverhaltsänderung nachgewiesen sein muss, damit eine formell rechtskräftig zugesprochene Rente erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben werden kann, gilt dann nicht, wenn die Voraussetzungen für eine prozessuale Revision oder für eine Wiedererwägung erfüllt sind.
Nach Art. 53 Abs. 1 ATSG müssen formell rechtskräftige Verfügungen und
Ein
spracheentscheide
in Revision gezogen werden, wenn die versicherte Person oder der Versicherungsträger nach deren Erlass erhebliche neue Tatsachen ent
deckt oder Beweismittel auffindet, deren Beibringung zuvor nicht möglich war (sogenannte prozessuale Revision im Gegensatz zur Revision aufgrund verän
derter Verhältnisse). Ferner bestimmt Art. 53 Abs. 2 ATSG,
dass
der Versiche
rungsträger auf formell rechtskräftige Verfügungen und
Einspracheentscheide
zurückkommen kann, wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (sogenannte Wiedererwägung).
Was das Invalidenversicherungsrecht im Besonderen betrifft, so kann das Ge
richt dort, wo es bei der Überprüfung einer Revisionsverfügung feststellt, dass zwar die Voraussetzungen für eine Revision zu verneinen sind, dass hingegen die Wiedererwägungsvoraussetzungen gegeben sind, die rentenherabsetzende oder -aufhebende Verfügung mit dieser substituierten Begründung schützen (vgl. BGE 125 V 368 E. 2 mit Hinweisen).
2.5
Nach dem Grundsatz "Eingliederung vor Rente", wie er in Art. 28 Abs. 1
lit
. a IVG in der seit
dem
1. Januar 2008 geltenden Fassung ausdrücklich festge
schrieben worden ist, aber schon vorher gegolten hat, g
ehen Eingliederungs
massnahmen den Rentenleistungen vor. Letztere werden nur erbracht, wenn die versicherte Person nicht oder bloss in ungenügendem Masse eingegliedert wer
den kann. Sowohl bei der erstmali
gen Prüfung des Leistungsgesuch
s als auch im Revisionsfall hat die Verwaltung von Amtes wegen abzuklären, ob vorgän
gig der Ge
währung oder Weiterausrichtung einer Rente Eingliederungsmass
nahmen durchzuführen sind (
Urteil des Bundesgerichts
I 534/02
vom 25. August 2003 E. 4.1 mit Hinweisen, unter anderem auf BGE 126 V 241 E. 5).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist es einer rentenbeziehenden Person, deren Arbeitsfähigkeit sich medizinisch attestiert verbessert hat, grundsätzlich zuzumuten, die verbesserte Arbeitsfähigkeit mit Massnahmen der Selbsteingliederung zu verwerten. Dies gilt jedoch im Sinne einer Ausnahme dann nicht, wenn eine Person sehr lange eine Rente bezogen hat und deshalb anzunehmen ist, dass die Erfordernisse des Arbeitsmarktes ihr nicht erlauben, ihr (wiedergewonnenes) Leistungspotential ohne vorgängige Durchführung befähigender Massnahmen allein durch Eigenanstrengung fruchtbar zu machen. Rechtsprechungsgemäss kommt diese Ausnahme dort zum Tragen, wo eine
Person die Rente im Zeitpunkt der Rentenaufhebung oder -herabsetzung seit mehr als 15 Jahren bezieht oder das 55. Altersjahr zurückgelegt hat. Sie gilt nicht nur für die revisionsweise, sondern auch für die wiedererwägungsweise Rentenherabsetzung oder -aufhebung (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_228/2010 vom 26. April 2011 E. 3.1 und E. 3.3 mit Hinweisen; siehe auch BGE 141 V 5 E. 4.2 mit Hinweisen). Es gibt aber auch Fälle, wo die Rechtspre
chung die Selbsteingliederungsfähigkeit trotz des fortgeschrittenen Alters oder des langjährigen Rentenbezugs bejaht hat, namentlich dort, wo bisher schon eine erhebliche Restarbeitsfähigkeit bestanden hatte und die versicherte Person ihr Leistungsvermögen in einer Tätigkeit verwerten konnte, die sie bereits aus
übte oder unmittelbar wieder hätte ausüben können (vgl. Urteil des Bundesge
richts 9C_474/2013 vom 20. Februar 2014 E. 6.2.1 mit Hinweisen sowie die Urteile des Bundesgerichts 9C_68/2011 vom 16. Mai 2011 und 8C_599/2015 vom 22. Dezember 2015).
3.
3.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die bisherige
Viertelsrente
des Beschwerdeführers mit der angefochtenen Verfügung vom 3
0.
September 2014 zu Recht aufgehoben hat.
Die Zulässigkeit der Rentenaufhebung hängt davon ab, dass entweder eine Ände
rung im Sachverhalt eingetreten ist oder sich die ursprüngliche
Rentenzu
sprechung
als zweifellos unrichtig erweist. Da die ordentliche Rentenrevision aufgrund einer Sachverhaltsänderung vorrangig ist gegenüber der substituierten Begründung der zweifellosen Unrichtigkeit der ursprünglichen Verfügung, ist zunächst die Frage nach einer rentenrelevanten Veränderung zu prüfen.
3.2
Vorab stell
t
sich die Frage nach der
massgebenden Vergleichsbasis.
Als solche fällt zum einen der Sachverhalt zur Zeit der rentenzusprechenden Verfügung vom 2
4.
November 2009 in Betracht (
Urk.
6/39-42) und zum andern der Sach
verhalt zur Zeit der Mitteilung vom 2
1.
März 2011, mit der die
Beschwerdegeg
nerin
den Anspruch des Beschwerdeführers auf die
bisherige halbe Rente bestä
tigt
hat
(
Urk.
6/52).
Das Bundesgericht hat Abklärungen, die lediglich in der Einholung von
Verlaufs
berichten
bei den behandelnden Ärzten bestanden
hatten
, ver
schiedentlich als zu oberflächlich für eine rechtskonforme, eine taugliche
Ver
gleichsbasis
schaffende Sachverhaltserhebung im Sinne des Grundsatzurteils in BGE 133 V 108 beurteilt (Urteile des Bundesgericht 9C_52/2016 vom 23. März 2016 E. 3.2 und 9C_213/2015 vom 5. November 2015 E. 4.
3.3).
Vorliegenden
falls
bestanden d
ie medizinischen Abklärung
en
ebenfalls nur in der Einholung
des - kurzen - Verlaufsberichts des Hausar
ztes
Dr.
Z._
vom 8.
Oktober 2010 (
Urk.
6/50).
Es ist daher fraglich, ob die Rentenbestätigung vom 2
1.
März 2011 als Vergleichsbasis dienen kann. Die Frage braucht jedoch nicht abschliessend beantwortet werden.
Denn wie zu zeigen ist, sind die Veränderungen in gesundheitlicher und erwerblicher Hinsicht, die auf ihre Rentenerheblichkeit hin zu prüfen sind, nach dem 2
1.
März 2011 eingetreten. Der Sachverhalt hat sich somit sowohl im Vergleich zur Zeit der Rentenzusprechung im Jahr 2009 als auch im Vergleich zur Zeit der Rentenbestätigung im Jahr 2011 verändert, und es spielt daher keine Rolle, welcher Zeitpunkt als Vergleichsbasis für die Prü
fung der Massgeblichkeit der Veränderungen herangezogen wird.
3.3
3.3.1
Die Rentenverfügung vom 2
4.
November 2009
mit Zusprechung einer
Dreivier
telsrente
ab dem
1.
Juni 2009 und einer halben Rente a
b dem
1.
Oktober 2009 (
Urk.
6/40
/2)
hatte
darauf basiert, dass
Dr.
Z._
im Bericht vom
9.
Januar 2009 als persistierende Beschwerden nach dem Kleinhirninfarkt vom Juni 2008 intermittierende Schwindelzustände, Kopfschmerzen unter Belastung sowie Konzentrations- und Aufnahmestö
rungen aufgeführt hatte
(
Urk.
6/27/3) und im
nachfolgenden
Bericht vom
8.
Juli 2009 festgehalten hatte
(
Urk.
6/33/6)
, der Beschwerdeführer klage immer noch über eine rasche Erschöpfbarkeit und über Kopfschmerzen bei Konzentration, d
ie Arbeitsfähigkeit habe jedoch
auf knapp mögliche 50 % gesteigert werden können
(
von 40 % gemäss dem Bericht vom
9.
Januar 2009; vgl.
Urk.
6/27/3
).
G
estützt auf die Beurteilung ihres RAD-Arztes
Dr.
E._
vom
5.
August 2009 (
Urk.
6/34/2-3) hatte die Beschwerdegegnerin der Invaliditätsbemessung diese von
Dr.
Z._
attestierte Arbeits
un
fähigkeit im bishe
rigen Beruf zugrunde gelegt und hatte als Invalideneinkommen den
jenigen
Anteil des tatsächlich erzielten
Lohn
es eingesetzt, der
dem Grad
d
er Arbeitsfä
higkeit entsprach
(vgl.
Urk.
6/34/4).
3.3.2
Bis
zur rentenbestätigen
den Mitteilung vom 2
1.
März 2011
muss sich der Gesund
heitszustand des Beschwerdeführer
s
insofern
noch etwas
stabilisiert
haben, als die Arbeitgeberin am
2.
Juli 2009 noch
angegeben hatte, die Arbeitsleistung des Beschwerdeführers entspreche nur etwa einem 40%-Pensum (
Urk.
6/32/3), im nachfolgenden Fragebogen vom
6.
Oktober 2010 hingegen festhielt, der angegebene, für ein 50%-Pensum bezahlte Lohn von Fr. 55‘900.-- entspreche fast immer der Arbeitsleistung (
Urk.
6/49/2). Es deutet jedoch nichts auf eine entscheidende Besserung der Gesamtsymptomatik bis zum 2
1.
März 2011 hin
, sondern
Dr.
Z._
beschrieb
im Bericht vom
8.
Oktober 2010 weiterhin das
bekannte
Beschwerdebild
mit
verminderte
r
kognitive
r
Belastbarkeit
,
rascher
E
rschöpf
barkeit,
Konzentration
sstörungen und Kopfschmerzen bei Konzentra
tion und hielt eine Steigerung
des 50%igen Arbeitspensums nicht für denkbar
(
Urk.
6/50/6).
3.3.3
In der Zeit nach der rentenbestätigen
den Mitteilung vom 2
1.
März 2011
trat
dahingehend
eine gesundheitliche
Veränderung ein, dass
Dr.
Z._
den Beschwer
deführer Mitte Juni 2012 zu 100 % arbeitsunfähig schrieb, nachdem dieser im Januar 2012 die neue Stelle bei der
F._
angetreten hatte,
und im Bericht vom 2
1.
Januar 2013 dazu ausführte, sein Patient leide neben den Folgen des Kleinhirninfarktes an einem
zerviko
-vertebralen Syndrom und an
Schulter
schmerzen
und habe im Zusammenhang damit eine zunehmende depressive Störung entwickelt,
welche
die
Aufnahme
eine
r
psychotherapeutische
n
Behandlung bei
med.
pract
.
Dr.
H._
erforderlich gemacht habe (
Urk.
6/79/5). Dieser Verschlechterung des Gesundheitszustands von Seiten des Bewegungsap
parates und der Psyche
(vgl.
Dr.
Q._
in
Urk.
6/132/6-13 und
med.
pract
.
H._
in
Urk.
13/83/1)
steht keine gesundheitliche Verbesserung
andernorts gegenüber.
I
nsbesondere
ergab die neuropsychologische Untersuchung im
A._
des Jahres 2015 gemäss dem Bericht vom 1
2.
Februar 2015 weitgehend dasselbe Bild wie die vorangegangene Untersuchung des Jah
res 2010
(Urk.
13/29 S. 3),
und
die noch eingehendere Abklärung durch
Dr.
U._
und
dipl.
-psych.
V._
vom März 2015 ergab ebenfalls nichts, was im Bericht vom 2
4.
April 2015 als eigentliche Veränderung
in den letzten Jahren beschrieben worden wäre (vgl.
Urk.
15 S. 14 ff.). Auch
lic
. phil.
O._
ging anlässlich der
neuropsychologische
n
Untersuchung im Rahmen der Begutachtung durch das
J._
vom September 2013 nicht von einer massge
blichen Veränderung im Zeitverlauf aus, sondern gab an, im Vergleich zu den Resultaten der neuropsychologischen Untersuchung des Jahres 2010 zeigten sich in den gleichen Gebieten verminderte Resultate
(
Urk.
6/96/32
).
Ausserdem war im Januar 2013 mit der transitorisch ischämischen Attacke ein Ereignis eingetreten, das zwar keine dauerhafte Beeinträchtigung der Gehirn
leist
ung
zur Folge hatte,
aber
gemäss dem Bericht des
G._
vom
4.
Januar 2013
doch
Abklärungen in Bezug auf eine vom Herz herrührende
Emboliequelle
- in Betracht fiel ein
vorbestandene
s
apikale
s Aneurysma -
erfor
derlich machte
(vgl.
Urk.
13
/21 S. 2 und
Urk.
13/23 S.
3
)
.
Damit hat sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der Rentenbestätigung vom 2
1.
März 2011 insgesamt auf jeden Fall nicht verbessert, sondern in verschiede
ner Hinsicht eher verschlechtert, was auch der Einschätzung der Gutachter des
J._
entspricht (
Urk.
6/96/41).
M
it einer Veränderung in Form einer gesundheitlichen Verschlechterung lässt sich
indessen
eine Rentenaufhebung nicht begründen, wie schon in der Verfü
gung vom 1
6.
Januar 2015 dargetan worden ist (
Urk.
7 S.
6), denn
sie ist nicht
dazu
geeignet, eine Unterschreitung des bisherigen Schwellenwertes eines 50%igen Invaliditätsgrades
zu belegen. Eine potentiell rentenerhebliche
und damit revisionsrechtlich relevante
Sachverh
altsänderung liegt demgegenüber
entgegen der vorläufigen Beurteilung in de
r Verfügung vom 1
6.
Januar 2015
darin, dass der Beschwerdeführer seine langjährige 50%-Stelle bei der
C._
per Ende Januar 2012 verlor
en
und eine weniger gut
entlöhnte
50
%-Stelle bei der
F._
angenommen hatte
, die er per Ende Juli 2013 ebenfalls wie
der verlor. Denn während das Arbeitsverhältnis mit der
C._
von der Beschwerdegegnerin zu Recht als b
esonders stabil betrachtet worden war
und sie dazu bewog
en hatte
,
im Sinne der dargelegten Rechtsprechung
das dort erzielte, dem Beschäftigungsgrad
beziehungsweise dem Grad der Arbeitsfähig
keit
entsprechende tatsächliche Einkommen als In
valideneinkommen heranzu
ziehen,
kann das Arbeitsverhältnis mit der
F._
nicht mehr als besonders stabil betrachtet werden, da der Beschwerdeführer bereits in den ersten Monaten erkrankte und die Arbeit danach nicht wieder aufnahm.
Ab Januar 2012 recht
fertigte es sich daher nicht mehr, das Invalideneinkommen anhand der tatsäch
lichen Verhältnisse zu bemessen, sondern es war nunmehr der allgemeine Arbeitsmarkt zu berücksichtigen.
Aufgrund dieser Sachverhaltsänderung in erwerblicher Hinsicht ist es
entspre
chend der Begründung in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2 S
.
3)
geboten, den Rentenanspruch des Beschwerdeführers ab Dezember 2014 (Ende des der Zustellung der Verfügung vom 3
0.
September 2014 folgenden Monats) frei und umfassend und somit ohne Bindung an die bisherige ärztliche
Arbeitsfähig
keitsbeurteilung
(vgl. E. 2.3) zu prüfen.
Damit wird die Frage nach der zweifel
losen Unrichtigkeit der rentenzusp
r
ech
enden Verfügung vom 24.
November 2009
im Sinne der Wiedererwägungsvoraussetzungen obsolet,
und auf die Ausführungen des Beschwerdeführers
hierzu
in der Eingabe vom 2
3.
Februar 2015
(
Urk.
9
) muss nicht
näher
eingegangen werden
.
3.4
3.4.1
In medizinischer Hinsicht basiert die angefochtene Rentenaufhebungsverfügung auf dem Gutachten des
J._
vom 3
1.
Oktober 2013 (
Urk.
6/96).
Der Beschwer
deführer liess dieses
Gutachten bereits in formeller Hinsicht
bean
standen
, indem er
zum einen eine Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches Gehör
bei dessen Zustandekommen
und zum andern
die Voreingenommenheit der beteiligten Gutachter
und der Gutachtenstelle als solche
rügte (
Urk.
1
S.
7 ff.,
Urk.
22 S. 5
ff., Prot. S. 4 f.
).
3.4.
2
Die Verletzung des rechtlichen Gehörs erblickte der Beschwerdeführer darin,
dass die Beschwerdegegnerin ihm als fallführende Gutachterin des
J._
Dr.
med. W._
angekündigt hatte (
Urk.
6/93), dass diese Ärztin jedoch
am Tag des ersten Begutachtungstermins durch
Dr.
K._
ersetzt worden war (
Urk.
1 S. 8, Prot. S. 6). Tatsächlich hat das Bundesgericht in einem vergleichbaren Fall erwogen, die Substitution des Gutachtensauftrags an einen anderen Sachver
ständigen
setze
die Einwilligung
d
es Auftraggebers voraus
und die versicherte Person
sei
vorgängig über die
Substitution zu orientieren
(Urteil des Bundesge
richts 8C_596/2013 vom 2
4.
Januar 2014 E. 6.1.2.1 und E. 6.1.2.2).
Vorliegen
denfalls
fand die Orientierung des Beschwerdeführers gemäss dessen Ausfüh
rungen an der öffentlichen Verhandlung zwar erst unmittelbar vor der Untersu
chung statt, offenbar wies ihn
Dr.
K._
jedoch darauf hin, dass er ihn als Gutachter ablehnen könne (Prot. S. 6). Wenn sich der Beschwerdeführer
unter diesen
Umständen
der Begutachtung durch
Dr.
K._
dennoch unterzog, so ist eine allfällige Gehörsverletzung als geheilt zu beurteilen. Denn der Beschwer
deführer machte konkret bezogen auf
die Person von
Dr.
K._
keine Aus
stands- oder
Ablehnungsgründe geltend, sondern brachte nur vor, er hätte
Dr.
K._
abgelehnt, wenn er gewusst hätte, dass dieser der Leiter des
J._
sei (Prot. S. 6). Eine Leitungsfunktion kommt indessen auch der ursprünglich vor
gesehenen Gutachter
in
Dr.
W._
zu (vgl.
Urk.
6/96/1), und es ist nicht ersichtlich, wieweit diese Funktion
für sich allein
zur Ablehnung
des Funkti
onsträgers
berechtigte.
3.4.
3
Des Weiteren erweckte der psychiatrische Gutachter
Dr.
L._
nach dem Dafür
halten des Beschwerdeführers
insoweit den Anschein einer persönlichen Voreingenommenheit, als er während der Begutach
t
ung zuweilen die Augen in einer Weise verdreht habe, dass nur noch das Weisse de
s Augapfels zu sehen gewesen sei
(
Urk.
1
S. 9,
Prot. S. 6,
Urk.
6/119/3,
Urk.
6/128/8
).
Der Beschwer
deführer machte jedoch nicht geltend, diese
s
Verhalten sei im Zusammenhang mit gewissen Aussagen von ihm gestanden, sondern interpretierte es lediglich als spezielle Angewohnheit
, als eine Art Spiel
des Gutachters
(vgl.
Prot. S. 6,
Urk.
6/119/3
).
Unter diesen Umständen kann daraus
auch für
Dr.
L._
keine
persönliche Voreingenommenheit abgeleitet werden.
3.4.
4
Neben de
n
diskutierten Hinweise
n
auf eine persönliche Voreingenommenheit einzelner Gutachter nannte der Beschwerdeführer anlässlich der öffentlichen Verhandlung auch Anhaltspunkte
, die aus seiner Sicht
für eine Voreingenom
menheit
des
J._
als Institution sprechen.
Soweit der Beschwerdeführer
die überdurchschnittliche Anzahl
Gutachtensauf
träge
erwähnte, die das
J._
im Vergleich zu anderen Gutachtenstellen
erhalte
(Prot
. S. 5)
, und damit eine wirtschaftliche Abhä
ngigkeit des
J._
rügte,
so
ist
eine
solche
strukturell
bedingte Abhängigkeit nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts
kein Ablehnungsgrund (BGE 138 V 271 E. 2.2.2).
Weiter liess der Beschwerdeführer anlässlich der Verhandlung eine
n Brief des
J._
vom
5.
November 2015 an die
IV-Stelle des Kantons Schwyz ein
reichen, der als Reaktion auf den
Vorwurf
der Voreingenommenheit durch den Rechts
vertreter einer versicherten Person verfasst worden war (
Urk.
23).
Das
J._
wies darin unter anderem auf eine Studie am Universitätsspital Basel hin, an der es mitgewirkt hatte und die ergeben habe, dass die behandelnden Ärzte jeweils diejenig
e Arbeits
un
fähigkeit attestierten
, die von den versicherten Personen selbst angegeben werde (
Urk.
23 S. 2). Dem Beschwerdeführer ist darin zuzu
stimmen, dass die Folgerung des
J._
in diesem Schreiben, die Invalidenversi
cherung könnte deshalb die Berentung ebenso gut auf
eine
Selbstdeklaration der
versicherten Personen abstützen, polemisch formuliert ist.
Die Aussage deklariert jedoch
zum einen
entgegen dem Vorbringen des Beschwerdeführers (
Urk.
22 S. 7) nicht eine generelle Absicht der Gutachtenstelle, im Sinne eines Automatismus immer eine höhere Arbeitsfähigkeit zu attestieren, als dies
haus
ärztlich
bescheinigt ist.
Zum andern hält auch
die Rechtsprechung des Bundes
gerichts fest, dass
Hausärzte
mitunter
wegen ihrer auftragsrechtlichen Vertrau
ensstellung im Zweifelsfall eher zu
Gunsten ihrer Patienten aussagten und eine direkte
Leistungszusprache
einzig gestützt auf die Angaben der behandelnden Ärztinnen und Ärzte kaum je in Frage komme (BGE 135 V 465 E. 4.5
und E. 4.6
mit Hinweis). Aus dem Schreiben des
J._
vom
5.
November 2015 kann daher noch nicht auf eine systematische Befangenheit des
J._
als Institution oder
der unterzeichnenden Ärzte Dr.
K._
,
Dr.
M._
und
Dr.
med. AA._
geschlossen werden, und
es
macht daher das Gutachten vom 3
1.
Oktober 2013 nicht generell unverwertbar.
3.4.
5
D
as Gutachten des
J._
ist damit
entgegen dem Antrag des Beschwerdeführers nicht aus formellen Gründen aus dem Recht zu weisen, sondern es ist in die nachfolgende materielle Beurteilung des strittigen Renten
anspruchs
einzube
ziehen.
Dies heisst jedoch nicht, dass dem Gutachten
inhaltlich
von vornherein
zu folgen
wäre
und ihm der Vorrang gegenüber den Fest
st
ellungen der übrigen mit dem Beschwerdeführer befassten medizinischen Fachpersonen zu geben
wäre.
D
enn
nach
der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung
gebieten es die Grundsätze
der
freien Beweiswürdigung
und der Waffengleichheit, die von der versicherten Person aufgelegten Berichte und namentlich die Berichte der behandelnden Ärzte
mitzuberücksichtigen
(BGE 135 V 465 E. 4.6
und E. 4.7)
. Des Weiteren ist die Beweiskraft des Gutachtens
des
J._
nach Kriterien des Bundesgerichts daran zu messen, ob es
für die streitigen Belange umfassend ist,
auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
ab
gegeben worden ist, in der Beurtei
lung der medizinischen Situation
und der medizinischen Zusammenhänge
ein
leuchtet und ob die Schlussfolgerung
en der Gutachter begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a).
Im Folgenden ist zu prüfen, was aus dem Gutachten des
J._
und den weiteren medizinischen Unterlagen zum einen zu den Befunden und Diagnosen und zum andern zur Arbeitsfähigkeit abzuleiten ist.
3.5
3.5.1
3.5.1.1
Was zunächst die Befunde und Diagnosen betrifft, so
leuchten die
Feststellun
gen in den
somatisch-medizinischen
Teilgutachten der Allgemeinen Inneren Medizin, der Orthopädischen Chirurgie, der Neurologie und der Otorhinolaryn
gologie
ein.
3.5.1.2
Der All
gemeinmediziner
Dr.
K._
entnahm die Dia
g
n
ose einer durchgemach
ten koronaren Herzkrankheit
mit
Bypassoperation
und
mit
einem im Jahr 2010 erstmals beschriebenen Aneurysma (
Urk.
6/96/12-13)
den
Vorakten
, namentlich den Berichten des
A._
,
und zweifelte sie nicht an
.
Unter diesen Umständen
erscheint das Gutachten des
J._
entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (
Urk.
1 S. 13) nicht deshalb als mangelhaft, weil keine medizinische Fachperson der Kardiologie an der Begutachtung beteiligt war.
Ferner ergab die allgemeinmedizinische Untersuchung einschliesslich Blutbild unau
ffällige Befunde, was nicht in Frage zu stellen ist.
3.5.1.3
Der Orthopäde
Dr.
M._
stellte bei der klinischen Untersuchung eine gute
thora
kolumbale
Beweglichkeit fest
, hingegen eine mässig eingeschr
änkte Beweglichkeit
im zervikalen Abschnitt der Wirbelsäule. Ferner erkannte er an den Schultern Hinweise auf ein
subakromiales
Impingement
und an den
Knie
gelenken Hinweise auf eine deutliche
fem
oropatelläre
Degeneration (Urk.
6/96/21).
Des Weiteren analysierte
Dr.
M._
Radiologieaufnahmen
und
-
b
erichte
vom Juli 2012, nämlich Röntgenaufnahmen des Beckens, der
Halswir
belsäule
und der Lendenwirbelsäule sowie je ein
Magnetresonanztomogramm
der Halswirbelsäule und der Brustwirbelsäule
(Urk.
6/96/20-21)
,
und
befand die degenerativen Veränderungen der Halswirbelsäule als deutlich, ohne das
s
er jedo
ch klare Hinweise auf eine Neuro
kompression oder Myelopathie ausmachen konnte.
Schliesslich
beschrieb er
einen
fehlenden
femoralen
Offset an den Hüft
gelenken bei nur beginnenden degenerativen Veränderungen
(
Urk.
6/96/22)
. In
sgesamt gelangte
Dr.
M._
zur Beurteilung, die geklagten Beschwerden am
Bewegungsapparat - Schmerzen zwischen den Schulterblättern mit Ausstrah
lung in den Nacken, chronische Lumbalgien mit rechtsseitiger Aus
strahlung bis in den Mittelfuss sowie
belastungsabhängige
rechtsseitige Leistenschmerzen mit Ziehen an der Oberschenkelaussenseite und gelegentliche vent
rale Knieschmer
zen rechts (Urk.
6/96/21) - liessen sich mit den
klinischen und
radiologischen Befunden durchaus begrü
nden
(
Urk.
6/96/22).
Widersprüche zu den früheren Untersuchungsergebnissen, namentlich zur Beur
teilung des Rheumatologen
Dr.
Q._
, der die radiologischen Abklärungen vom Juli 2012 durchgeführt beziehungsweise veranlass
t hatte, sind keine ersichtlich. Insbesondere hatte auch
Dr.
Q._
den Schweregrad der degenera
tiven Veränderungen im Bereich der Halswirbelsäule
betont
,
hatte
jedoch eben
falls keine klinisch klaren Hinweise auf eine
radikuläre
Komp
r
essionssymp
to
matik
gefunden (
Urk.
6/132/11 und
Urk.
6/132/13
).
3.5.1.4
Der Neurologe
Dr.
N._
erwähnte am Anfang seines Teilberichts, dass
das
J._
das
Dossier
der Beschwerdegegnerin
um weitere, beim Hausarzt beschaffte
medizinische Unterlagen
vervolls
tändigt
habe
(
Urk.
6/96/23
).
Die von ihm zitierten nachgeforderten Berichte liegen dem Gericht ebenfalls vor; sie finden sich in den Unterlagen, die der Beschwerd
eführer mit der Eingabe vom 13.
März 2015 (
Urk.
12) eingereicht hat (
Urk.
13/1-29).
Der Beschwerdeführer war in der Vergangenheit durch
Dr.
S._
neurologisch untersucht worden. Dieser hatte bereits im Jahr 1999 zervikale Beschwerden in Form von langjährigen, rezidivierenden
und belastungsabhängigen schmerz
haften Nackenverspannungen mit neuem Auftreten von Schmerzen im linken Oberarm und in der linken Schulter
abgeklärt und schon damals eine erhebliche zervikale Wurzelschädigung ausgeschlossen, jedoch eine mechanische Beein
trächtigung einer zervikalen Nervenwurzel
angenommen (
Urk.
13/4). Im
Februar
2009 hatte
Dr.
S._
den Beschwerdeführer dann im Zusammenhang mit dem erlittenen Kleinhirninfarkt untersucht, hatte einen normalen neurologischen Status erhoben und ein unauffälliges Gangbild festgestellt und hatte den
Klein
hirninfarkt
als organisch folgenlos abgeheilt bezeichnet (
Urk.
13/12).
Im Vergleich dazu beobachtete
Dr.
N._
klinisch diskrete Zeichen eines
leicht
gradigen
zerebellären
Syndrom
s in Form einer ganz leichten
Extremitä
tenataxie
des linken Armes und einer gewissen Stand- und Gangataxie, die sich nur bei erschwerten Versuchen manifestiere, dann aber mit einem Linksdrall einhergehe, der zur stattgehabten Ischämie auf der linken Seite des Kleinhirns passe (
Urk.
6/96/28). Dieser Befund ist plausibel angesichts dessen, dass
Dr.
N._
eingehendere klinische Untersuchungen als
Dr.
S._
durchführte (
Urk.
6/96/28 im Vergleich zu
Urk.
13/12 S. 2)
und dass
der Beschwerdeführer
die dem Befund zugrunde liegende Symptomatik
in Form eines häufigen Ver
drehens des Fusses selber wahrnahm (vgl. Urk.
6/96/15). Dem Teilgutach
ten von
Dr.
N._
kann
auch insoweit gefolgt werden, als der Neurologe ke
ine orga
nischen Folgen der tran
sient ischämischen Attacke vom Januar 2013
erwähnte, sondern nur die Aussage
des Beschwerdeführers wiedergab, er habe sich von diesem Ereignis bis auf eine innere Unsicherheit vollständig erholt (
Urk.
6/96/25+27). Denn das
G._
hatte bereits bei
der Notfalluntersuchung vom 2.
Januar 2013 keine neurologischen Auffälligkeiten feststellen können (vgl.
Urk.
13/22). Ebenfalls
plausibel ist, dass
Dr.
N._
die geklagten belastungsabhängigen Kopfschmerzen in Übereinstimmung mit
Dr.
S._
nicht mit einer neurologischen Ursache erklären konnte (
Urk.
6/96/
27+
28 mit Hinweis auf Urk.
13/12 S. 2).
3.5.1.5
Die
otorhinolaryngologische
Untersuchung durch
Dr.
P._
schliesslich ergab abgesehen von einer leichten rechtsseitigen Hörminderung keinen Befund, der vom Ohr herrührte. Vielmehr erklärte
Dr.
P._
die geklagte
Schwankschwin
delsymptomatik
, die gemäss den Angaben des Beschwerdeführers aktuell nur noch nach längerer Arbeitsbelastung und bei Arbeiten auf dem Rücken auftrat, mit einer zentral-
vestibulären
Funktionsstörung als
Residuum des
Kleinhirnin
farkts
(
Urk.
6/96/34+35). Auch diese Beurt
eilung gibt
entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (
Urk.
1 S. 17)
keinen Anlass zu Zweifeln; sie basiert auf einer eingehenden Erhebung des
otorhinolaryngologischen
Status mit den ei
n
schlägigen Messverfahren (Urk.
6/96/34).
3.5.2
3.5.2.1
Zu diskutieren sind d
es Weiteren die Befunde und Diagnosen von Seiten der Psychiatrie und der Neuropsychologie.
3.5.2.2
Die Psychiaterin med.
pract
.
H._
, bei der der Beschwerdeführer nach dem gesundheitlichen Einbruch von Mitte 2012 die Behandlung aufgenommen hatte, gab in ihrem Bericht vom 1
1.
März 2013
die
Schilderu
ng des Beschwerdeführers wieder, wonach schon im Zuge der schrittweisen Steigerung des
Arbeitspen
sums
bei der
C._
die ersten psychischen Symptome aufgetreten seien und sich sein körperliches und psychisches Befinden nach Erreichen eines 50%-Pensums nicht stabilisiert habe, sondern er abhängig von den Leistungsanfor
derungen
ständige Schwankungen erlebt habe, bis er im Frühsommer 2012 vom Hausarzt aufgrund der körperlichen und psychischen Symptomatik zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben worden sei. Er leide seit dem Hirninfarkt an einem beeinträchtig
t
en Selbstwertgefühl, habe immer mehr Ängste im Zusammenhang mit der berufli
chen Perspektive entwickelt,
sei stimmungsmässig gedrückt, zeit
weise verzweifelt, und könne sich über vieles nicht mehr so freuen wie vorher.
Er sei bemüht, körperlich aktiv zu bleiben, habe jedoch soziale Kontakte und Aktivi
t
äten deutlich reduziert, da er rasch von Sinneseindrücken überfordert sei und mit Kopfschmerzen und K
onzentrationsstörungen reagiere und deshalb das Bedürfnis habe, sich zurückzuziehen
(
Urk.
6/83/2).
Aufgrund der geschilderten Symptomatik stellte m
ed.
pract
.
H._
die Diagnose „Angst und depressive Stö
rung, gemischt“ (Code F41.2
der Internationalen Klassifikation psychischer Störungen der Weltgesundheitsorganisation, ICD-10
;
Urk.
6/83/1
).
Gegenüber
Dr.
L._
des
J._
schilderte der Beschwerdeführer im We
sent
lichen dieselbe Symptomatik
(
Urk.
6/96/14-16), und
Dr.
L._
stellte die glei
ch
e
Diagnose wie med.
pract
.
H._
(
Urk.
6/96/16
+17
). Kurz vorher
hatte
Dr.
I._
, der den Beschwerdeführer im Frühjahr 2013 im Auftrag der Krankenkasse begutachtet hatte, die Diagnose einer Anpassungsstörung mit der Ergänzung
„
Angst u
nd depressive Störung, gemischt“
nach ICD-10
Code
F43.22 formuliert (
Urk.
6/91/8
). Darin ist
in Übereinstimmung mit den Ausführungen des
J._
in der Ergänzung vom
8.
September 2014 (
Urk.
6/134)
keine Abwei
chung von den Diagnosen von med.
pract
.
H._
und
Dr.
L._
zu erblicken. D
enn die Bezeichnung einer Störung als Anpassungsstörung weist auf deren Entstehung als Folge einer e
ntscheidenden Lebensveränderung oder
eines belastenden Lebensereignisses oder als Begleiterscheinung bei Vorhandensein oder drohender Möglichkeit einer schweren körperlichen Erkrankung hin,
wäh
renddem
die zusätzliche Nennung der Symptomatik „Angst und depressive Störung, gemischt“ das klinische Bild beschreibt, in dem sich die
Anpassungs
störung
manifestiert (
vgl. ICD-10,
9.
Auflage, 2014, S. 209 f.). Die Diagnose von
Dr.
I._
enthält also im Vergleich zur Diagnose von med.
pract
.
H._
und von
Dr.
L._
lediglich
eine zusätzliche
Aussage
, die
im Übrigen plausi
bel
ist
angesichts der Krankheitsgeschichte des Beschwerdeführers. Sind
dem
nach
die Diagnosen sämtlicher mit dem Beschwerdeführer befasst gewesene
r
Fachpersonen der Psychiatrie miteinander vereinbar, so kann darauf abgestellt werden. Für die gerichtliche Beurteilung ist somit nicht von Belang, dass das Gutachten von
Dr.
I._
den Gutachtern des
J._
nicht vorlag, wie der Beschwerdeführer zutreffend bemerken liess (Urk.
1 S. 12).
3.5.2.3
L
ic
. phil.
O._
schliesslich stellte
bei der neuropsychologischen Testung eine durchschnittliche Leistungsfähigkeit im Bereich der Intelligenz mit überdurch
schnittlicher Leistung im Kopfrechnen fest; leicht
e
Defizite erkannte er
demge
genüber in
der
Aufmerksamkeit, im selbstaktiven Abruf von Wörtern und in der Texterinnerung (
Urk.
6/96/32).
Er bezeichnete dieses Testergebnis als im Wesentlichen übereinstimmend mit den Resultaten der neuropsychologischen Untersuchung im
A._
vom 6.
August 2010 (
Urk.
6/96/32), was nach Einsicht in den damaligen Bericht (
Urk.
13/15 S. 2) plausibel ist. Der Beschwerdeführer stellte die Feststellung von
lic
. phil.
O._
inhaltlich auch nicht in Frage, hielt sie jedoch für unvollständig, da die Abklärungen zu wenig ausführlich und von zu kurzer Dauer gewesen seien, um die
zunehmende Ermü
dung und die zunehmenden Konzentrationsstörungen im Zeitverlauf zu erheben (
Urk.
1 S. 13
f.,
Prot. S.
7,
Urk.
27
,
Urk.
6/128/7
).
Di
eses Vorbringen ist berech
tigt.
Denn
lic
. phil.
O._
gab wohl an, die Belastbarkeit sei über die ganze Testdauer von drei Stunden gegeben gewesen (
Urk.
6/96/32),
das
J._
stellte in der Ergän
zung vom
8.
September 2014 (
Urk.
6/134/2)
aber
nicht in Abrede, dass die
Test
untersuchung
, wie dies der Beschwerdeführer vorbrachte, auch lediglich halb so lang
e
gedauert haben könnte
. Wenn daher das
A._
im Bericht über die Zweituntersuchung vom 1
1.
Februar 2015
die Befunde im Wesentlichen als deck
ungsgleich mit
denjenigen
der Voruntersuchung
bezeich
nete, jedoch ausführte,
die geschilderten ausgeprägten Erschöpfungszustände nach einigen Stunden Arbeit am Computer hätten im Rahmen der zweistündi
gen Untersuchung nicht hinreichend abgeklärt werden können (
Urk.
13
/29 S. 3), so deutet dies
darauf hin, dass auch die neuropsychologischen Abklärungen durch
lic
. phil.
O._
diesbezüglich
zu wenig aussagekräf
tige Resultate hervor
brachten.
Bestätigt wird diese Vermutung durch den Bericht von
Dr.
U._
und
dipl.
-psych.
V._
vom 2
4.
April 2015
über die
weitere neuropsychologi
sche Untersuchung des Beschwerdeführers vom März 2015 (
Urk.
15). Die gesamte Abklärung erstreckte sich über drei Termine und setzte sich zusammen aus einer zweistündigen Anamneseerhebung am ersten Termin, einer vierstün
digen Testuntersuchung am zweiten Termin mit einer vierte
lstündigen Mittags
pause und
aus
einer eineinhalbstündige
n
Besprechung der Befunde am dritten Termin (
Urk.
15 S. 10 f.).
Bestandteil der Testuntersuchung war
en spezifische PC-Tests während einer Stunde und anschliessend zusätzliche beruflich rele
vante Aufgaben der visuell-räu
m
lichen Wahrnehmung, des räumlichen
Vor
stellungsvermögens und der konstruktiv-plastischen Funktionen (
Urk.
15
S. 10 f.). Als Resultat beschrieben die
Abklärer
ein insgesamt gut
durch
sch
nittliches bis überdurchschnittliches Testleistungsniveau
mit
gesamthaft
raschem
selbst
gesteuertem
Arbeitstempo (
Urk.
15 S. 11 und S. 12 f.)
, beobachteten jedoch i
n den spezifischen Konzentration
s
- und Aufmerksam
-
keits
te
st
am PC
deutliche bis massive Verlangsamungen und auch qualitative Defizite im Sinne erheblicher Auslassungs- und Fehlreaktionsquoten
,
und der Beschwerdeführer wirkte nach einer mittleren Untersuchungsdauer auch äusserlich sehr erschöpft (
Urk.
15 S. 11
,
S. 13
und S. 15
)
. Die
Abklärer
gingen deshalb von mittelschweren
Kon
zentrations
- und Aufmerksamkeitsstörungen aus, mit denen eine deutliche Belastbarkeitsminderung mit rascher
Ermüd
- und Erschöpfbarkeit einhergehe (
Urk.
15 S. 14).
Diese Beurteilung ist plausibel, da die
Abklärer
de
n
Beschwer
deführer
als sehr kooperativ und leistungsorientiert beschrieben und anhand eines Symptomvalidierungsverfahrens eine Simulations- oder
Aggravationsten
denz
mit grösster Wahrscheinlichkeit ausschliessen konnten (
Urk.
15 S. 13).
Der Bericht
von
Dr.
U._
und
dipl.
-psych.
V._
ist daher dazu
geeignet, die Untersuchungsergebnisse
der früheren neuropsychologischen Abklärungen
zu ergänzen, ohne
dass er
mit
ihnen im Widerspruch stünde.
3.6
3.6.1
Im Lichte der diskutierten Befunde und Diagnosen sind die Aussagen der behan
delnden und begutachtenden medizinischen Fachpersonen zur Arbeitsfä
higkeit zu würdigen.
3.6.
2
Die Gutachter des
J._
gelangten
in der Gesamtsicht
zur Beurteilung, der Beschwerdeführer sei in der angestammten Tätigkeit
zu 20 % und in einer wechselbelastenden, leichten Tätigkeit zu 10 % eingeschränkt, und führten aus, beides könne vollschichtig umgesetzt werden
,
mit erhöhtem Pausenbedarf von fünf beziehungsweise zehn Minuten pro Stunde (
Urk.
6/96/39).
Die Beschwerdegegnerin stellte bei der
Invaliditätsbemessung
auf diese Beurtei
lung ab (
Urk.
2 S. 4), der Beschwerdeführer kritisierte demgegenüber, dass die Gesamtsituation damit zu wenig erfasst werde (
Urk.
1 S.
16 ff., Prot. S.
6,
Urk.
6/119/
14
,
Urk.
6/128/
12). Wie sich aus dem Nachfolgenden ergibt, ist diese Kritik in verschiedenen Punkten begründet.
3.6.3
Die quantitativen Einschränkungen, die das
J._
in der Gesamtbeurteilung formu
lier
t
e, entsprechen denen, die der Orthopäde
Dr.
M._
aus der Sicht seines Fachgebietes feststellte
und damit begründete, dass der Beschwerdeführer im angestammten Beruf wegen der langdauernden Körperhaltung in unveränderter Position vermehrte Pausen benötige und dass auch in einer
angepassteren
leichten Tätigkeit mit Wechselbelastung noch ein etwa
s erhöhter Pausenbedarf bestehe
.
In qualitativer Hinsicht bezeichn
e
te
Dr.
M._
körperlich
schwere und anhaltend mittelschwere Tätigkeiten
sowie das Heben und Tragen von Lasten über 10 kg als ungeeignet (
Urk.
6/96/22+38).
Die anderen
am Gutachten beteiligten Fachpersonen attestierten dem Beschwer
deführer
quantitativ
keine weitergehenden Limitierungen
. Qualitativ
hielt
der Neurologe
Dr.
N._
angesichts des
leichtgradigen
zer
e
bellären
Syndroms Verrichtungen mit höheren Anforderungen an das Gleichgewicht
s
system für ungeeignet, erachtete den Beschwerdeführer im Übrigen aber als uneinge
schränkt arbeitsfähig, auc
h für die angestammte Tätigkeit
.
Dabei bezeichnete er d
ie neuropsychologischen Befunde, für deren Beurteilung
lic
. phil.
O._
auf
ihn
verwies (vgl. Urk.
6/96/32), als unspezifisch und als nicht
korrelierbar
mit den stattgehabten somatischen Erkrankungen und leitete aus ihnen keine Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit ab (
Urk.
6/96/28).
Dr.
P._
nannte aufgrund der zentral-
vestibulären
Funktionsstörung mit
Schwankschwindelsymptomatik
in dem Sinne qualitative Einschränkungen, als sturzgefähr
d
ende Tätigkeiten und Tätigkeiten mit Eigen- oder Fremdgefährdung nicht geeignet seien (
Urk.
6/96/35), und
der Allgemeinmediziner
Dr.
K._
ging
aus kardiologischer Sicht von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit für leichte bis mittelschwere
Tätigkeiten aus (
Urk.
6/96/13). Der Psychiater Dr.
L._
schliesslich mass der Diagnose „Angst und depressive Störung, gemischt“ weder in quantitativer noch in qualitativer Hinsicht einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
zu (
Urk.
6/96/16).
3.6.4
Diese Arbeitsfähigkeitsbeurteilung der Gutachter des
J._
ist
zunächst
in Bezug auf die angestammte
Tät
i
gkeit d
es Beschwerdeführers unvollständig.
Die Gutachter unterliessen es nämlich, ein vertieftes Anforderungsprofil dieses Berufs zu erheben
, für das die Angaben der Arbeitgebe
r
(
Urk.
6/32/7-8 und Urk.
6/82/5) die Gru
ndlage geboten hätten.
Dies
führte dazu, dass im Gutachten einseitig diejenigen Einschränkungen zur Sprache kamen, welche die Funktio
nen des Bewegungsapparates betreffen
, nämlich die Einschränkungen aufgrund
der orthopädischen Befunde
sowie die
Gang- und Standataxie
und
die
Schwin
delsymptomatik
aufgrund der neurologischen Residuen des Hirninfarkts.
Dem
gegenüber flossen die Einschränkungen
intellektuell-kognitiver Art in die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung des
J._
kaum ein, denn sie
traten
erst
bei
der
spä
teren
neuropsychologischen Abklärung durch
Dr.
U._
und
dipl.
-
psych.
V._
in ihrem
ganzen Ausmass zu Tage
.
Di
ese Einschränkun
gen
wurden nach
dem
bereits Ausgeführten
zuverlässig erhoben, und deshalb kann auch für die Beurteilung der
Arbeitsfäh
igkeit im angestammten Beruf auf den Bericht von
Dr.
U._
und
dipl.
-psych.
V._
abgestellt werden. Die
Arbeitsfähigkeit
aus neuropsychologischer Sicht
wurde dort auf
50 %
bemessen
(
Urk.
15 S.
16)
und
entspricht dem Pensum, das der Beschwerde
führer
bei der
C._
von Mitte 2009
bis
Ende 2011 tatsächlich innehatte.
Der Beschwerdeführer hatte
seine Leistungsfähigkeit
dort
nach der Erholung vom Hirninfarkt über m
ehrere Jahre hinweg erprobt
,
hatte
mit der Steigerung des Pensums auf 50 % jedoch d
ie oberste Grenze erreicht
, über die hinaus ihm keine weitere Erhöhung
gelungen war. D
iese Limitierung
der Leistungsfähigkeit
auf ni
cht mehr als 50 % ist
plausibel
angesichts
dessen, dass
selbst
im Gut
a
ch
ten des
J._
die gute Motivation und Kooperation des Beschwerdeführers mit einer Neigung eher zur Dissimulation erwähnt ist (
Urk.
6/96/32); s
ie entspricht zudem der Angabe
der
C._
im Bericht vom
6.
Oktober 2010
, dass der
Loh
n
„fast immer“ der Arbeitsleistung
entspreche
(
Urk.
6/49/2
)
,
und
wurde d
em Beschwerdeführer
am
8.
Oktober 2010
auch
vom langjährigen Hausarzt
Dr.
Z._
bescheinigt (
Urk.
6/50/6).
Soweit der
Beschwerdeführer
hingegen
ausführte, er habe bereits nach zwei Stunden Arbeit Kopfschmerzen bekommen und sei am Mittag für den Rest des Tages erschöpft gewesen (Prot. S. 5,
Urk.
6/96/15,
Urk.
6/119/14), und damit geltend machte, er sei schon mit einem Pensum von 50 % im angestammten Beruf über die Grenze seiner Belastbarkeit hinausgegangen,
so führt dies nicht zu einer höheren als einer 50%igen Arbeits
un
fähigkeit. Denn im Sinne der
Empfehlung der Gutachter des
J._
ist es als zumutbar zu erachten, dass er die Arbeitsstunden auf eine grösser
e Zeitspanne des Tages verteilt
und länge
re
Erholungspausen einschaltet
.
Dies gilt vor allem auch für Stellen wie diejenige bei der
F._
, wo der Beschwerdeführer anders als bei der vorherigen Stelle nicht die Möglichkeit hatte, die Zeichnungstätigkeit für andere Aufgaben zu unterbrechen (vgl. Prot. S. 5). Die höhere als 50%ige Arbeitsunfähigkeit, die dem Beschwe
r
deführer für die
Zeit ab Mitte Juni 2012 von
Dr.
Z._
, med.
pract
.
H._
und
Dr.
I._
attestiert wurde (
Urk.
6/121-127,
Urk.
6/79/6
,
Urk.
6/83/3
und
Urk.
6/91/9
)
,
kann daher
auf jeden Fall zur hier
zu beurteilen
den Zeit
der strittigen
Renten
herabsetzung per
1.
Dezember 2014
nicht mehr massgebend sein.
A
uch
die zusätzliche
Berücksichtigung der Einschränkungen von Seiten des Bewegung
sapparates führt nicht zu einer höheren Bemessung der Arbeitsunfähigkeit im bisherigen Beruf
, denn es ist anzunehmen, dass die Pausen, die der Beschwerdeführer aufgrund der geistigen Ermüdbarkeit benö
tigt, gleichzeitig der Erholung von der körperlichen Belastung dienen.
Ferner müssen die Einschränkungen aus psychiatrischer Sicht in denen aus neuropsy
chologische
r Sicht enthalten sein;
das
A._
wies
nämlich
im Bericht über die neuropsychologische Abklärung vom 1
1.
Februar 2015 ein
leuchtend auf
den Zusammenhang zwischen dem psychischen Befinden als Folge der erlittenen hirnorganischen Läsionen und den kognitiven Defiziten hin (
Urk.
13/29 S. 3).
3.6.5
In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit in einer besser angepasste
n
Tätigkeit ist die Beurteilung im Gutachten des
J._
ebenfalls zu wenig vertieft.
Auch hier wurde nämlich die angepasste Tätigkeit
lediglich als körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit charakterisiert (
Urk.
6/96/38), die Ein
schränkungen im kognitiven Bereich wurden also wiederum ausgeblendet.
Zwar ist grundsätzlich plausibel, dass es angepasste Tätigkeiten
ohne ausgeprägte Anforderungen an die Konzentration
gibt, in denen der Beschwerdeführer eine 90%ige Arbeitsleistung zu erbringen in der Lage ist; die Gutachter des
J._
wiesen zu Recht
auf das Leistungspotential hin, das aufgrund der Schilderung des Tagesablaufs - Hausarbeiten,
mehrstündiges Velofahren,
Autofahren,
kleine Ausflüge mit der pflegebedürftigen Schwiegermutter -
beim Beschwerdeführer vorhanden sein muss
(
Urk.
6/96/11+15+40). Es gilt jedoch zu beachten, dass der Beschwerdeführer
weder eine
Ausbildung noch
Berufserfahrung
en
in einer Tätigkeit ausserhalb seines angestammten Berufs als Zeichner
und
Konstrukti
onsleiter
hat
.
Ohne den Erwerb zusätzlicher Qualifik
a
tionen kämen für
ihn daher als angepasste Tätigkeiten nur
Hilfsarbeiten
in Frage.
Mit einer solchen A
rbeit könnte der Beschwerdeführer indessen
aufgrund des Folgenden
entgegen der Annahme der Beschwerdegegnerin kein rentenausschlie
ssendes Einkommen erzielen.
3.7
3.7.1
So ist
in der vom Bundes
amt für Stati
stik
(BFS)
herausgegebenen Schweizeri
schen Lohnstrukt
urerhebung
(LSE) des Jahres 2012 (S. 34-35
Tabelle TA1) für
männliche
Arbeit
nehmer des Kompetenzniveaus 1
(
einfache Tätigkeiten körper
licher oder handwerklicher Art)
im Privaten Sektor ein Bruttomonatslohn von
Fr.
5‘210.--
angegeben (Lohn, über dem beziehungsweise
un
ter dem sich 50 % aller Lohnangaben befinden [sogenannter Zentralwert], unter anteilsmässiger Berücksichtigung des 1
3.
Monatslohnes und standardisiert auf 40 Wochenstun
den).
Umgerechnet auf die im massgebenden Jahr 2014
betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit
von
41,7
Stunden (vgl. BFS - Statistik der
betriebsübli
chen
Arbeitszeit [BUA
], Tabelle T 03.02.03.01.04.01)
und unter Berücksichti
gung der Teuerung (für Männer um 1
,0
%
von 2012 auf
2013 und um 0,7 % von 2013
auf
2014
; vgl. B
FS
, Schweizerischer Lohnindex, Landesindex der Konsumentenpreise, Tabelle T 39
)
ergibt sich
für das
massgebende
Jahr 20
14
bei voller Leistungsfähigkeit
ein Monatslohn von
Fr.
5‘
524.--
beziehungsweise
ein Jahreslohn von
Fr.
6
6
‘
288
.-- (12 x
Fr.
5‘
524
.--) und bei 90%iger Leistungsfä
higkeit ein Jahreslohn von
Fr.
59‘659.--.
Was da
s
Valideneinkommen
betrifft, so gab die
C._
am
2.
Juli 2009 im Fragebogen an, der Beschwerdeführer habe seit Januar 2003 einen Jahresverdienst von
Fr.
112‘775.-- erzielt (
Urk.
6/32/3).
Demgegenüber ist in
einem Auszug aus dem individuellen Konto vom
7.
Januar 2009
in den Jahren 2003 und 2004 erst ein Jahreslohn von
Fr.
110‘50
0.-- beziehungsweise Fr. 110‘520
.-- ausgewiesen, in den Jahren 2005 und 2006 dann ein Jahreslohn von
Fr.
112‘776.-- und im Jahr 2007
schliesslich
ein
Jahreslohn von Fr.
115‘
627.-- (Urk.
6/25/1). Dies deutet
für die Zeit bis zum Erleiden des Hirninfarkts
auf eine kontinuierliche Lohnsteigerung
hin. Deshalb ist
für die Bemessung des
Va
lidenlohnes
des
Jahres 2014 vom Jahreslohn des Jahres 200
7 von
Fr.
115‘627.-- auszugehen,
und dieser
ist an die Teuerung anzupassen
. Auf diese Weise ergibt sich ein Betrag von
Fr.
123‘079.-- (-0,2 % von 2007 auf 2008, 2,6 % von 2008 auf 2009, 0,0 % von 2009 auf 2010, 0,7 % von 2010 auf 2011, 1,5 % von 2011 auf 2012, 1,0 % von 2012 auf 2013 und 0,7 % von 2013 auf 2014).
Wird der mutmassliche Invalidenlohn von
Fr.
59‘659.--, der
im Jahr 2014
mit einer
vollzeitlich verrichteten
einfachen körperlichen oder handwerklichen Tätigkeit
mutmasslich erzielbar wäre, in Beziehung gesetzt zum
Validenein
kommen
von
Fr.
123‘079.--, so
beträgt die
Erwerbseinbusse
51,53
%.
Selbst wenn dem Beschwerdeführer also
ungeachtet dessen, dass er im Zeit
punkt der strittigen Rentenaufhebung das 5
5.
Altersjahr bereits vollendet hatte, entsprechend der Annahme der Beschwerdegegnerin (
Urk.
2 S. 4) die Fähigkeit zugeschrieben würde, sich aus eigener Kraft in eine gesundheitlich besser ange
passte Tätigkeit einzugliedern
(vgl. E.
2.5)
, so
würde mit dem
Einkommen, das er dabei zu erwarten hätte,
nach wie vor ein Invaliditätsgrad resultieren, der zur bishe
rigen halben Rente berechtigte. Eine Selbsteingliederung darüber hinaus ist indessen schon deshalb nicht als zumutbar zu erachten, weil hierzu Massnah
men der Umschulung notwendig wären, auf die
unter den Voraussetzungen in
Art.
17 IVG Anspruch gegenüber der Invalidenversicherung besteht.
3.7.2
Ein Invaliditätsgrad mit Anspruch auf eine halbe Rente ergibt sich ferner auch
dann, wenn der Bes
chwerdeführer wieder ein
e
Arbeit
im bisherigen Beruf im Rahmen der ihm attestierten 50%igen Leistungsfähigkeit aufnehmen würde. Hier ergibt sich der Invaliditätsgrad von 50 % aufgrund eines Prozentvergleichs (vgl. E.
2.2). Dies bedeutet im Übrigen auch, dass die ursprüngliche
Rentenzu
sprechung
trotz der eher rudimentären
Abklärungen im Ergebnis
richtig war.
3.8
D
er
Beschwerdeführer hat
somit
Anspruch auf die
bisherige halbe Rente, solange die Beschwerdegegnerin die Möglichkeit von Eingliederungsmassnah
men beruflicher Art nicht geprüft hat und solange solche Eingliederungsmass
nahmen nicht durchgeführt worden sind.
Bleibt es damit im
gerichtlich zu beurteilenden Zeitraum bis zum Erlass des
angefochtenen
Einspracheentscheids
bei der Rente in der bisherigen Höhe, so ist im vorliegenden Verfahren nicht
über die
Durchführbarkeit und
die
Durchführung von Eingliederungsmassnah
men zu befinden und die Beschwerdegegnerin ist auch nicht von Gerichts wegen zu entsprechenden Abklärungen zu verhalten.
3.9
Damit ist d
ie
angefochtene
Verfügung
v
om 3
0.
September 2014
in
teilweiser
Guthei
ssung der Beschwerde aufzuheben, wogegen auf den Antrag des Beschwerdeführers auf Zusprechung von beruflichen Massnahmen nicht einzu
treten ist.
4.
Gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Verfahren für die unterliegende Beschwerdegegnerin kostenpflichtig. Die Kosten sind
angesichts des Aufwandes für die öffentliche Verhandlung auf
Fr.
1‘000.-- als dem oberen Grenzbetrag des
g
esetzlichen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--)
festzusetzen.
5
.
Nach Art. 61
lit
. g ATSG hat die obsiegende
beschwerdeführende
Person An
spruch auf den vom Gericht festzusetzenden Ersatz der Parteikosten, die ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen sind; als weitere
Bemessungskrite
rien
nennen die ergänzenden kantonalen Vorschriften (§ 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht [
GSVGer
] sowie § 8 der Verordnung über die Ge
büh
ren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht [
GebV
SVGer
]) den Zeitaufwand und die Barauslagen.
Unter Berücksichtigung dieser Kri
terien rechtfertigt es sich, dem Beschwerde-führer
eine Proze
ssentschädigung von
Fr.
4‘700.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zuzusprechen.