Decision ID: e319519d-32d2-46e0-b3e1-529910abd031
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1964, zuletzt
vom
8. Juni 2007 bis 30. November 2008 temporär als Fugenmonteur bei der
Y._
,
Z._
,
ang
e
stellt
(vgl.
Urk.
9/22
Ziff.
2.1 und 2.7), meldete
sich nach einem am
30
.
Oktober
2008 erlittenen Berufsun
fall (vgl.
Urk.
9/25/15
)
am 10. Mai 2010 bei der Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
9/11). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte medizinische Berichte (
Urk.
9/19,
Urk.
9/26,
Urk.
9/29-
30), einen Arbeitgeberbericht (
Urk.
9
/22), einen Auszug aus dem
indi
viduellen Konto (IK-Auszug;
Urk.
9/18) und die Unterlagen des
Unfallversiche
rers
(
Urk.
9/25) ein. Mit Vorbescheid vom 9. September 2010 (
Urk.
9/34) stellte die IV-Stelle dem Versicherten in Aussicht, dass kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung bestehe, worauf dieser am 7. Oktober
und am 15. No
vem
ber
2010 Einwände (
Urk.
9/37
,
Urk.
9/40
) erhob und einen medizinischen Be
richt (
Urk.
9/36) einreichte. In der Folge holte die IV-Stelle weitere medizini
sche
Berichte (
Urk.
9/46,
Urk.
9/53) ein und veranlasste ein psychiatrisches Gut
a
chten, welches am 9. Mai 2011 erstattet wurde (
Urk.
9/55). Zu diesem Gut
ach
ten
nahm der Versicherte am 30. Juni 2011 Stellung (
Urk.
9/60) und reichte einen
wei
teren medizinischen Bericht (
Urk. 9
/59) ein. Auch die IV-Stelle holte einen wei
teren medizinischen Bericht (
Urk. 9
/63) ein, wozu der Versicherte am 30.
No
vember 2011 Stellung nahm (
Urk.
9/68). Am 5. Januar 2012 (
Urk.
9/72) auferlegte die IV-Stelle dem Versicherten
eine Schadenminderungspflicht.
Mit Verfügung
en
vom 2
2.
Juni 2012 (
Urk.
9/73 und
Urk.
9/77 =
Urk.
2)
und vom
21. August 2012 (
Urk.
9/87)
sprach die IV-Stelle dem Versicherten bei einem
In
va
liditätsgrad
von 50
%
ab 1. Januar 2011 eine halbe Invalidenrente zu.
2.
Der Versicherte erhob am 27. August 2012 Beschwerde (
Urk.
1) gegen die Ver
fügung vom 2
2.
Juni 2012 (
Urk.
2) und beantragte, der Zeitpunkt des Renten
an
spruches sei zu korrigie
ren und ihm sei zusätzlich eine
Kinderrente für die
Tochter
A._
auszurichten (S. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 1. Oktober 2012
(
Urk.
8)
beantragte
die IV-Stelle
die
Abweisung der Beschwerde. Mit Ver
fügung vom 7. Januar 2013 (
Urk.
14) wurde das Gesuch des Versicherten um un
entgeltliche Prozessführung und unentgeltliche Rechtsvertretung (
Urk.
1 S. 1) bewilligt, und ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet.
Nachdem der Versicherte die
Verfügung vom 11. März 2013 (
Urk.
19)
betreffend Kinderrenten eingereicht hatte, hielt er m
it Replik vom 13. Mai 2013 (
Urk.
20)
an seinen An
trägen fest und beantragte die Durchführung einer
polydis
zipli
nären
Begutach
tung (S. 2).
Am 13. Juni 2013 (
Urk.
22) verzichtete die IV-Stelle auf die Duplik, was dem Ver
sicherten am 17. Juni 2013 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
23).
Die Einzelrichterin

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Da der Streitwert Fr. 20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Be
schwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (§ 11
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1
des Bun
desge
setzes über die Invalidenversicherung;
IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be
einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zu
d
em nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Ver
bindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
),
in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG)
sind.
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.5
Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Artikel 29
Abs.
1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Al
ters
jahres folgt (
Abs.
1). Die Rente wird vom Beginn des Monats an aus
bezahlt, in dem der Rentenanspruch entsteht (
Abs.
3).
Die Wartezeit im Sinne
von
Art. 28
Abs.
1
lit
. b IVG gilt in jenem Zeitpunkt als er
öffnet, in welchem eine deutliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit einge
treten ist. Als erheblich in diesem Sinne gilt bereits eine Arbeitsunfähigkeit von
20 % (AHI 1998 S. 124 E. 3c; Urteil des Bundesgerichts I 10/05 vom 14. Juni 2005
E.
2.1.1 in
fine
mit Hinweisen). Unter relevanter Arbeitsunfähigkeit im Sinne dieser Bestimmung ist eine Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zu verstehen. Das heisst, es muss ar
beitsrechtlich in Erscheinung treten, dass die versicherte Person an Leistungs
vermögen eingebüsst hat, so etwa durch einen Abfall der Leistungen mit ent
sprechender Feststellung oder gar Ermahnung des Arbeitsgebers oder durch ge
häufte, aus dem Rahmen fallende gesundheitlich bedingte Arbeitsausfälle. Mit anderen Worten: Die Leistungseinbusse muss in aller Regel dem seinerzeitigen Arbeitgeber aufgefallen sein. Eine erst nach Jahren rückwirkend festgelegte me
dizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit genügt nicht. Umgekehrt ist eine in der beruflichen Tätigkeit im Vergleich zu einer gesunden Person tatsächlich nur reduziert erbrachte Leistung für sich allein gesehen in aller Regel ebenso wenig ausreichend für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit im Sinne des Gesetzes. Vielmehr bedarf es dazu regelmässig zusätzlich einer (überzeugenden) medizi
nischen Einschätzung, die
ordentlicherweise
echtzeitlicher Natur ist. Der Zeit
punkt des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit muss mit dem im
Sozialversiche
rungs
recht
üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nach
ge
wiesen sein. Dieser Nachweis darf nicht durch nachträgliche erwerbliche oder
me
dizinische Annahmen und spekulative Überlegungen ersetzt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_204/2012 vom 19. Juli 2012 E. 3.2
m.w.H
.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete in ihrer Verfügung vom Juni 2012 (
Urk.
2) die
Zusprache
einer halben Invalidenrente ab 1. Januar 2011 damit, der Be
schwerdeführer sei seit Januar 2010 (Beginn der einjährigen Wartezeit) in seiner Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt. Der Arbeitsunfall im Jahr 2008 habe nicht zu einem invalidisierenden Gesundheitsschaden geführt. Am 19. Januar 2010 sei jedoch eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten, so dass ab diesem Zeitpunkt von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50
%
in der angestammten sowie in einer angepassten Tätigkeit ausgegangen werden könne (Verfügungsteil 2 S. 1 f.).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich in seiner Beschwerde vom August 2012 (
Urk.
1) auf den Standpunkt,
dass
schon vor dem 19. J
anuar 2010
eine Arbeits
unfähigkeit bestanden
habe
. Zur Festsetzung des Rentenbeginns sei die gesamte Krankengeschichte zu berücksichtigen. Zudem befinde sich
seine älteste Tochter
noch in Ausbildung, weshalb ein Anspruch auf eine Kinderrente bestehe (S. 2).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der auf Januar 2010 festgesetzte Beginn der Warte
frist.
Da die IV-Stelle mit
Nachtragsv
erfügung vom 21. August 2012 (
Urk.
9/87)
und Ver
fügung
vom 11. März 2013
(
Urk.
19)
auch eine Kinderrente für die Tochter
A._
ab 1. Januar 2011
z
usprach
, bezieht
sich
die Frage hinsichtlich des Anspruches auf die
Kinderrente
aufgrund der
Akzessorität
zur
Rentenbe
rech
tigung
des Beschwerdeführers
(
vgl.
Art. 35 IVG; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_365/2008 v
om 17. Juni 2009
, E. 3.3
mit Hinweisen) ebenfalls lediglich auf den Zeitpunkt des Beginnes
des
Wartejahres und
ist
betreffend die Frage des Anspruches an sich
gegenstandslos.
3.
3.
1
B._
, Facharzt FMH für A
llgemeine Medizin,
stellte in seinem
zu
H
anden
des Unfallversicherers erstellten Arztzeugnisses
vom
24. Dezember 2008 (
Urk.
9/25/13) folgende Diagnose
n (
Ziff.
2)
:
Kontusion Oberarme und Bein sowie Rücken
bekannte Diskushernie L4/5 mit Verdrängung
der
Nervenwurzel L5/S1 mit Verlagerung der Nervenwurzel S1
Verdacht auf
Sarkoidose
des
Sakrums
B._
führte aus, der Beschwerdeführer habe auf einem Tisch gestan
den
,
um an der Decke eine Fuge abzudichten, wobei er vom Tisch gefallen sei
(
Ziff.
2)
. Er lei
de an einer schweren
Sarkoidose
(
Ziff.
3)
.
Vo
m
19. November 2008
bis 31. Januar 2009 bestehe eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit
(
Ziff.
4)
.
3.
2
Die Ärzte der
C._
nannten i
n ihrem Be
richt
vom 3.
September 2009 (
Urk.
9/36/1-2)
als Diagnose eine chronische
Schmerz
stö
rung
mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.4) bei b
e
kannten rezidivierenden
Lumboi
schialgien
rechtsbetont und systemischer
Sar
koi
dose
.
Sie
führten
weiter
aus, den
Beschwerdeführer
am 17. Au
gust 2009 gesehen
zu haben. Er
sei im Rahmen der interdisziplin
ären Schmerzsprechstunde zu
r psychiatrischen Abklärung und
zur
Festlegung
des
weiteren Prozedere bei ihnen
angemeldet worden. Es handle sich um die erste psychiatrische Abklärung (S.
1).
E
ine psychiatrisch-psychotherapeutische Be
gleitung
sei
aufgrund der genannten Diagnosen empfehlenswert, doch bleibe im Rahmen des ersten Gesprächs die
The
rapiemotivation
fraglich. Der Beschwer
deführer
habe ein ausgeprägtes soma
tisches Krankheitskonzept und gleichzeitig seien psychotherapeutische
Interven
tionsmöglichkeiten
aufgrund der Sprach
barriere eingeschränkt. Der Beschwerde
führer habe keine weiteren Termine in der Psychiatrischen Polyklinik gewünscht
(S. 2 unten)
.
3.
3
Die Fachleute der
D._
stellten in ihrem Austrittsbericht vom 26. April 2010 (
Urk.
9/29/5-7
=
Urk.
9/30/1-3
) nach Teilnahme des Beschwer
de
f
ührers am interdisziplinären Schmerzprogramm vom 29. März bis 26. April 2010
folgende Diagnosen (S. 1):
chronisches Schmerzsyndrom mit somatischen und psychischen Fakto
ren
nach Arbeitsunfall September 2008 bei
Dehydration der Bandscheibe L5/S1
flacher Diskushernie rechts mit
Anulus
fibrosus
-Defekt ohne erkenn
bare Nervenwurzelkompression (MRI April 2009, Bericht
E._
) bzw. leichte Dorsalverlagerung der Nervenwurzel L5 zentral (MRI De
zember 2008)
Verdacht auf diffuse
Knochensarkoidose
(MRI LWS und ISG Dezem
ber 2008) bei bekannter systemischer
Sarkoidose
Panikstörung (ICD-10 F41.0)
mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.9)
Intertrigo
Die Fachleute
der
D._
führten aus, nach ihrem Ermessen seien
dem Beschwerdeführer leichte Arbeiten unter Vermeidung von häufigem Heben von Lasten über 5 kg und ohne häufigem Bücken, Arbeiten
ohne
Zwangs
positionen
und
ohne
klimatisch belastendem Umfeld
zumutbar
. Dies werde auch vom Beschwerdeführer so gesehen (S. 2 f.).
Für den Zeitraum vom 29. März bis 26. April 2010 attestierten sie ihm eine 100%ige Arbeitsunfähig
keit, danach, ab dem 27. April 2010
gingen
sie
von einer 100
%
igen A
rbeitsfä
hig
keit
in
leichte
n
Tätigkeiten
aus
(vgl.
Urk.
9/19).
3.
4
F._
, Oberärztin des
G._
, stellte
in ihrem undatierten, am 28. Juni 2010 eingegangenen Bericht (
Urk.
9/26) fol
gen
de Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
chronifiziertes
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom nach Sturz im Ok
to
ber 2008
prädisponierende Faktoren: vorbestehende Diskushernie 2006, konser
vative Therapie - jedoch vor dem Sturz ohne Beschwerden
Knochensarkoidose
, Erstdiagnose Dezember 2008
mittelgradig
e
depressive Episode und Panikstörung
psychiatrische Abklärung C._
Januar bis Februar 2010
systemische
Sarkoidose
pul
monal radiologisch Stadium II, a
ktuell leichte restriktive
Ventilati
onsstörung
, normale CO-Diffusion
Knochenbeteiligung mit histologisch nachgewiesener
Knochensarkoi
dose
Dezember 2008
Splenomegalie
F._
führte aus, in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als
Fugenkitter
habe sicherlich von Dezember 2008 bis Juni 2009 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestanden. Nachfolgend sei eine schrittweise Arbeitsfähigkeit bei einer leichten mittelschweren körperlich
en
Tätigkeit bis
zu
100
%
als realistisch angesehen worden. Eine diesbezügliche Abklärung sei jedoch an der Rheumaklinik des
H._
erfolgt, wobei ihr deren Befund nicht vorliege (
Ziff.
1.6). Aus Sicht der
Sarkoi
dose
sei die bisherige Tätigkeit im Prinzip zumutbar. Diese stehe jedoch in der Be
urteilung der Arbeitsfähigkeit nicht im Vordergrund und über die anderen Ur
sachen könne sie keine
Einschätzung machen (
Ziff.
1.7).
3.5
B._
stellte i
n seinem Bericht
vom 20. Juli 2010 (
Urk.
9/29/1)
fol
gende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
lit
. A):
chronisches Schmerzsyndrom mit somatischen und psychischen Fakto
ren
systemische
Sarkoidose
:
pulmonal radiologisch Stadium II,
Knochen
be
teiligung
mit histologischem
Nachweis aus dem Knochenmark Dezem
ber 2010
mittelgradig
e
depressive Episode
Panikstörung
B._
führte aus, der Beschwerdeführer sei für leichte Arbeiten
unter
Vermeiden von Heben schwerer Lasten über 5 kg zu 100
%
arbeitsfähig, wobei sich diese Aussage auf den Bericht der
D._
stütze.
3.
6
Die Ärzte der
C._
stellten in ihrem Bericht vom 16. Dezember 2010 (
Urk.
9/46) folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0)
somatoforme
autonome Funktionsstörung (ICD-10 F45.3)
Differenzialdiagnose: Panikstörung bei
Alexithymie
(ICD-10 F41.0)
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.1) bei
vorbestehender sockenförmiger Hyposensibilität
des
Vorderfuss
es
rechts nach Diskushernie
systemischer
Sarkoidose
: pulmonal radiologisch Stadium II, leichte restriktive Ventilationsstörung, normale CO-Diffusion,
Knochenbetei
ligung
mit histologischem Nachweis aus dem Knochenmark Dezember 2008,
Splenomegalie
Die Ärzte der
C._
führten aus, der Beschwerdeführer befinde sich seit dem 19.
Ja
nuar 2010 bei ihnen in Behandlung, wobei die letzte Kontrolle am 21. De
zember 2010 stattgefunden habe (
Ziff.
1.2).
Vom
19. Januar bis zum 28. März 2010
habe die Arbeitsunfähigkeit 50
%
und während des
Reha
bilitations
a
uf
ent
haltes
in der
D._
vom 29. März bis 26. April 2010 100
%
be
tragen. Vom 27. April bis 31. Dezember 2010 habe eine Arbeitsunfähigkeit von
50
%
bestanden. Die Ärzte der
C._
hielten
weiter
fest, dass der Beschwerde
füh
rer
mit einer 50%igen Arbeitsfähigkeit einsteigen könne, welche langsam stu
fen
weise au
f 100
%
zu steigern sei (S. 1).
3.
7
Am 9. Mai 2011 erstattete
I._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und für Psychotherapie, das von der Beschwerdegegnerin veranlasste Gutachten (
Urk.
9/55). Er stellte folgende Diagnose
n
(S. 11
Ziff.
5):
chronische depressive Störung, gegenwärtig mittleren Grades (ICD-10 F32.11)
hypochondrische Angststörung (ICD-10 F45.2)
somatoforme
autonome Funktionsstörung (ICD-10 F45.3)
Verdacht auf
anakastische
, narzisstis
che Persönlichkeitsstörung (ICD-
10 F60.5)
chronisches Schmerzsyndrom bei
lumbospondylogenem
Syndrom und sys
temischer sowie
Knochensarkoidose
I._
führte bezüglich der Arbeitsunfähigkeit aus,
zu den früher attestierten Arbeitsunfähigkeiten könne er aktuell keine Stellung nehmen.
Abwechslungs
weise
sei eine leichte beziehungsweise mittelgradige depressive Störung diag
nostiziert worden, was gut nachvollziehbar sei. Zum heutigen Zeitpunkt bestehe eine psychisch bedingte
generelle
A
rbeitsunfähigkeit von höchstens 50
%
. Auf mittlere Frist sei eine Besserung zu einem unbestimmten Grad möglich. Diese hänge generell vom weiteren psychopathologischen Zustand ab, psychiatrisch gesehen gebe es keine speziell angepasste Tätigkeit (S. 14
Ziff.
7).
Die Arbeitsunfähigkeit sei bedingt durch eine depressive Störung mittleren Gra
d
es
in
Komorbidität
mit den anderen oben diagnostizierten psychi
schen Stö
rung
en (S. 13
Ziff.
6).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin setzte den Rentenbeginn auf den
1.
Januar 2011 fest
,
dies unter Annahme des
Beginn
s
des Wartejahres im Januar 201
0.
Der Be
schwer
de
führer machte hiergegen geltend, dies sei willkürlich
(vorstehend E. 2.1-2)
.
4.2
Den Akten lässt sich entnehmen, dass der Arbeitsunfall im Jahr 2008 nicht zu einer längerfristigen invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit führte
und vom Aus
mass her auch nicht daz
u geeignet war. So attestierte
der Hausarzt
B._
aufgrund des Unfalls eine von November 2008 bis Ende Januar 2009 dauernde Arbeitsunfähigkeit (vorstehend E. 3.1).
Im Juli 2010 sprach
B._
lediglich noch die Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit an (vorsteh
end E. 3.5).
F._
(vorstehend E. 3.4), welche
den Beschwerdeführer auf
grund der
Sarkoidose
untersuchte
hatte,
attestierte diesem für die zuletzt ausge
übte Tätigkeit als
Fugenkitter
vom Dezember 2008 bis Juni 2009 eine voll
stän
dige Arbeitsunfähigkeit
. Den nachfolgenden Zeitraum
bis Januar 2010
betreff
end
liegen keine
echtzeitlichen medizinischen
Berichte in den Akten, welche eine Ar
beitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit bestätigen wür
den. Laut Be
richt der Ärzte der
C._
vom September 2009 (vorstehend E. 3.2) h
atten
sie den Beschwerdeführer Mitte August 2009 zur Abklärung gesehen, wobei sie eine be
gleitende Therapie für sinnvoll erachteten, jedoch darauf hin
wiesen, dass von Seiten des Beschwerdeführers keine Ter
mine gewünscht wor
den seien. Zu
einer allfälligen Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit äusserten sie sich zu diesem
Zeitpunkt nicht. Erst nachdem
sich
der Beschwerdeführe
r
ab
1
9.
Januar 2010
bei
ihnen in Behandlung begeben hatte, attes
tierten sie eine 50%ige Arbeitsun
fähigkeit aus psychiatrischer Sicht (vorstehend E. 3.6).
Auch das von
I._
im Mai 2011 erstellte Gutachten (vorstehend E. 3.7) weist auf keinen anderen Zeitpunkt des Beginnes des Wartejahres hin. W
ie aus
geführt
,
muss der Zeitpunkt des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit mit dem übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein und darf nicht durch nachträgliche erwerbliche oder medizinische Annahmen und spe
kulative Überlegungen ersetzt werden
(vorstehend E. 1.5)
.
Vorliegend f
ehlen echtzeitliche medizinische Berichte, welche auf einen früheren Beginn des
Warte
jahres
schliessen lassen würden.
4.3
Aufgrund der Aktenlage ist der Beginn des Wartejahres im Januar 2010 und da
mit der Rentenbeginn per
1.
Januar 2011 nicht zu beanstanden. Demnach er
weist sich die angefochtene Verfügung vom 2
2.
Juni 2012 (
Urk.
2) als rech
tens, was
in Bezug auf den strittigen Rentenbeginn
zur Abweisung der Beschwerde führt.
5.
5.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht,
ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streit
wert festzulegen (Art. 69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
600.-- anzusetzen. Ent
sprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie
den Parteien je zur Hälfte auf
zuerlegen.
Z
ufolge Gewährung der unentgeltlichen
Prozess
führung
sind die dem Beschwerdeführer auferlegten Kosten von Fr. 300.--
einstweilen auf die Ge
richts
kasse zu nehmen.
5
.2
Mit Kostennote vom 1
8.
Oktober 2013 (
Urk.
24
) machte der unentgeltliche Rechts
vertreter des Beschwerdeführer
s einen Aufwand von insgesamt 8.75
Stun
den geltend, was als angemessen erscheint (
§
34
Abs.
3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSV
Ger
).
Ausgangsgemäss ist die
Beschwerde
geg
nerin
zu verpflichten
,
dem unentgeltlichen Rechtsvertreter des Beschwerde
führers eine reduzierte Prozessentschädigung von Fr. 945.-- zu bezahlen. Im
Ü
bri
gen Umfang ist er
mit
Fr.
945
.-- (inkl. Mehrwertsteuer) aus der Gerichts
kasse zu entschädigen.