Decision ID: d885232f-ceab-5ef3-9958-e42075b12a67
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Die A._AG (nachfolgend: (...) Beschwerdeführerin) wurde am (...)
März 2000 ins Handelsregister des Kantons Zürich eingetragen. Sie be-
zweckt laut Statuten die Erbringung von Finanzdienstleistungen, insbeson-
dere (...). Angaben auf ihrer Homepage (...) in den Jahren 2010 und 2011
zufolge bestand ihre Tätigkeit darin, kapitalsuchende Wachstumsunterneh-
men mit Eigenkapital zu versorgen sowie durch Beratung des Manage-
ments und bei der Ausarbeitung der Unternehmensstrategie zu unterstüt-
zen (siehe dazu G01160390 1/023 und die archivierten, über
<https://web.archive.org> abrufbaren Fassungen der Homepage).
Die Beschwerdeführerin beschäftigte eigenen Angaben zufolge zwölf Mit-
arbeiter, darunter ein Sekretariat und Telefonverkäufer, die potenziellen An-
legern bestimmte Effekten anboten. In der hier massgeblichen Zeit führten
B._ und C._ die Geschäfte der A._AG, wobei erste-
rer seit der Gründung der Beschwerdeführerin im Jahr 2001 Verwaltungs-
ratsmitglied ist und Einzelunterschrift hat. N._, bis Frühjahr 2018
formell als Geschäftsführer der A._AG eingetragen, hatte gemäss
Aussagen von B._ und C._ keine reale Führungsfunktion
(vgl. SA 20501008; G01160390 2 S. 188 Rz. 7).
Von April 2008 bis Mai 2016 vermittelte die Beschwerdeführerin insbeson-
dere durch Telefonmarketing an über 200 Anleger Effekten der
D._AG (DE), mit Sitz in Berlin (...). Damit nahm sie über EUR 66
Mio. auf. In Verträgen mit Anlegern zum Kauf der Effekten trat als Verkäu-
ferin die E._Ltd (BVI), britische Jungferninseln, auf (...). Die Anleger
erhielten eine Zuteilungsbestätigung, welcher zufolge sie an einem Aktien-
Globalzertifikat der E._Ltd (BVI) beteiligt seien. Vom Geld, das die
Anleger der E._Ltd (BVI) überwiesen, zog die A._AG Ver-
kaufsprovisionen von durchschnittlich ca. 25 % des Verkaufspreises ab
(vgl. SA 50301120).
Die D._AG (DE) war per Umwandlungsbeschluss vom 28. August
2009 aus der im Jahr 2005 gegründeten D._GmbH (DE) heraus
entstanden. Am 21. Juli 2010 wurde sie als Aktiengesellschaft im Handels-
register eingetragen. Gemäss Registerbeschrieb bezweckte sie die indust-
rielle Fertigung und den Vertrieb von innovativen, erstmalig wiederverwert-
baren Medizinprodukten. Zum Zeitpunkt der Umwandlung zählte sie als
Gesellschafter die F._AG (DE), Berlin (...), die E._Ltd (BVI),
die H._Ltd, London (...), die J._Ltd, London (...), und
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M._ (angefochtene Verfügung Rz. 7). Laut Term-Sheets der Jahre
2010 bis 2014 setzte sich das Aktionariat der D._AG (DE) wie folgt
zusammen: 40 % der Aktien waren der E._Ltd (BVI) zugeordnet, 25
% der F._AG (DE), weitere 25 % einem «strategische[n] Investor
aus Hong Kong» und restliche 10 % waren im Besitz von Personen aus
dem Kreis von «Geschäftsleitung/Aufsichtsrat» (SA 50802127 ff.;
50802153, 50802165, 50802170 ff., 50802178). Es fanden im Laufe der
Jahre mehrere Kapitalerhöhungen statt.
Im Januar 2018 ordnete das Amtsgericht Charlottenburg die vorläufige In-
solvenzverwaltung über das Vermögen der D._AG (DE) an. Das In-
solvenzverfahren ist inzwischen abgeschlossen.
B.
B.a Wegen Verdachts auf Ausübung einer bewilligungspflichtigen Effekten-
handelstätigkeit ohne entsprechende Bewilligung (Art. 10 Abs. 1 und Art. 2
lit. d des Bundesgesetzes über die Börsen und den Effektenhandel vom
24. März 1995; Börsengesetz, BEHG, [AS 1997 68]) eröffnete die Eidge-
nössische Finanzmarktaufsicht FINMA (nachfolgend: «Vorinstanz») gegen
die A._AG, B._ und C._ ein Verfahren nach Art. 53
des Bundesgesetzes über die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht vom
22. Juni 2007 (FINMAG, SR 956.1). Am 23. Juni 2017 wurde der Be-
schwerdeführerin die Eröffnung des Verfahrens angezeigt und ihr der pro-
visorische Sachverhalt zwecks Stellungnahme zugestellt. Die Vorinstanz
warf ihr vor, im Rahmen der Platzierung von Effekten der D._AG
(DE) gemeinsam mit anderen, eng verflochtenen Akteuren gruppenweise
eine bewilligungspflichtige Emissionshaustätigkeit i.S.v. Art. 3 Abs. 2 der
Verordnung vom 2. Dezember 1996 über die Börsen und den Effektenhan-
del (Börsenverordnung, BEHV, [AS 1997 85]) ausgeübt zu haben.
Dem Enforcementverfahren der FINMA waren Ermittlungen der Staatsan-
waltschaft III des Kantons Zürich gegen B._ und C._ u.a.
wegen Verdachts auf Betrug, Geldwäscherei und eine Emissionshaustätig-
keit ohne Bewilligung i.S.v. Art. 44 Abs. 1 FINMAG vorausgegangen, im
Rahmen welcher es zur gegenseitigen Amtshilfe kam. Die angefochtene
Verfügung der Vorinstanz stützt sich massgeblich auf Akten, die von der
Staatsanwaltschaft übernommen wurden und damit Teil der Vorakten bil-
den (zit. jeweils mit «SA [...]»).
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B.b Die Beschwerdeführerin bestritt in ihrer Stellungnahme die gruppen-
weise Ausübung einer Emissionshaustätigkeit im Zusammenhang mit dem
Verkauf von Effekten der D._AG (DE). Sie habe fast ausschliesslich
Aktien des Sekundärmarktes weitervermittelt.
Die Vorinstanz hielt daraufhin im Wesentlichen am provisorisch erstellten
Sachverhalt fest und schloss das vorinstanzliche Verfahren mit Endverfü-
gung vom 22. März 2018 ab. Gemäss Dispositiv hätten die Parteien ohne
die erforderliche Bewilligung gewerbsmässigen Effektenhandel betrieben
und aufsichtsrechtliche Bestimmungen schwer verletzt (Ziff. 1); da die Be-
schwerdeführerin die Voraussetzungen für die Erteilung der Bewilligung
nicht erfülle, sei eine nachträgliche Bewilligungserteilung ausgeschlossen
(Ziff. 2). Die Vorinstanz verfügt gestützt hierauf: die Auflösung und Liquida-
tion der Beschwerdeführerin (Ziff. 3), die Einsetzung einer Liquidatorin (Ziff.
4) und die Auferlegung der Liquidationskosten auf die Beschwerdeführerin
(Ziff. 5); zudem den Entzug der Vertretungsbefugnis der bisherigen Organe
(Ziff. 6); unter Strafandrohung nach Art. 48 FINMAG (Ziff. 7) das Verbot an
die bisherigen Organen, ohne Zustimmung der Liquidatorin Rechtshand-
lungen für die Gesellschaft vorzunehmen (Ziff. 8a), sowie die Verpflichtung,
der Liquidatorin alle Informationen und Unterlagen zu den Geschäftsaktivi-
täten zur Verfügung zu stellen und Zugang zu den Räumlichkeiten zu ver-
schaffen (Ziff. 8b); die Anweisung an das Handelsregisteramt, die Ein-
schränkungen zu vermerken (Ziff. 9); die Publikation der Liquidation auf der
Internetseite der Vorinstanz (Ziff. 10); überdies die Sperrung von Kontover-
bindungen und Depots (Ziff. 14). Ausserdem wurde gegenüber B._
und C._ eine Unterlassungsanweisung unter Strafandrohung nach
Art. 48 FINMAG ausgesprochen (Ziff. 11, 12) und deren Publikation für die
Dauer von fünf Jahren angeordnet (Ziff. 13). Die vorinstanzlichen Verfah-
renskosten wurden auf CHF 45'000.- gesetzt, wegen der unentgeltlichen
Rechtspflege von C._ auf CHF 35'000.- reduziert und in dieser
Höhe B._ und der Beschwerdeführerin solidarisch auferlegt (Ziff.
15).
C.
Gegen die Verfügung vom 22. März 2018 erhob die A._AG am
8. Mai 2018 Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht. B._
und C._ reichten ebenfalls je Beschwerde ein (Verfahren B-
2683/2018 bzw. B-2713/2018). Es wurde ein doppelter Schriftenwechsel
durchgeführt.
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C.a In ihrer Beschwerde beantragt die Beschwerdeführerin die vollumfäng-
liche Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Sie rügt die unvollständige
und unrichtige Sachverhaltserstellung: Die Verflechtungen zu anderen Ak-
teuren der laut Vorinstanz bestehenden Gruppe bestünden nicht respektive
seien nicht eng im Sinne des aufsichtsrechtlichen Gruppenkonzepts. Die
Vorinstanz habe zudem bei der Erstellung des Sachverhalts keine entlas-
tenden Elemente berücksichtigt und dadurch Verfahrensrechte verletzt. In
materieller Hinsicht rügt die Beschwerdeführerin eine Verletzung von Bun-
desrecht im Sinne einer falschen Auslegung und Anwendung der Bewilli-
gungsvoraussetzungen gemäss Art. 10 Abs. 1 BEHG i.V.m. Art. 3 Abs. 2
BEHV. Anstoss nimmt die Beschwerdeführerin insbesondere an der Zuord-
nung ihrer Tätigkeit im Zusammenhang mit dem Verkauf von Effekten der
D._AG (DE) zum Primärmarkt. Zudem bestreitet sie teilweise die
Annahme, die von ihr vermittelten Effekten seien zwecks öffentlicher Plat-
zierung (fest) übernommen worden. Ausserdem rügt die Beschwerdefüh-
rerin, die verfügten Massnahmen seien unverhältnismässig und die Höhe
der Verfahrenskosten ungerechtfertigt.
Die Beschwerdeführerin hält in ihrer Replik vom 21. Dezember 2018 und
mit Stellungnahme vom 1. März 2019 zur Duplik der Vorinstanz an ihren
Anträgen und Ausführungen fest. Sie argumentiert unter anderem, dass die
Bestätigung der gegen B._ verfügten Massnahmen zu ihrer abseh-
baren Handlungsunfähigkeit führen würde, weswegen sie ein Interesse an
der Aufhebung der gegen ihre Organe gerichteten Massnahmen habe. In
materieller Hinsicht widersetzt sie sich dabei der Zuordnung aller anlässlich
der Formumwandlung der D._AG (DE) entstandenen Aktien zum
Primärmarkt. Sie argumentiert überdies, die Vorinstanz habe ungenügend
begründet bzw. nicht bewiesen, inwiefern die F._AG (DE) und die
D._AG (DE) eine Gruppe im aufsichtsrechtlichen Sinn mit der Be-
schwerdeführerin (u.a.) bildeten. Belege einer Absprache mit diesen Ge-
sellschaften hinsichtlich einer arbeitsteiligen Primärmarktplatzierung habe
die Vorinstanz nicht vorgelegt.
C.b Mit Vernehmlassung vom 8. Oktober 2018 beantragt die Vorinstanz die
Abweisung der Beschwerde, soweit auf sie einzutreten sei. Formell bestrei-
tet sie die Beschwerdelegitimation der Beschwerdeführerin bezüglich der
Massnahmen, die gegen C._ und B._ gerichtet sind; nicht
einzutreten sei auf die Begehren der Beschwerdeführerin auf vollumfängli-
che Aufhebung der angefochtenen Verfügung oder auf Aufhebung der Dis-
positiv-Ziff. 8, 11, 12 und 16. Sie gibt an, sich mit den Einwänden der Be-
schwerdeführerin beschäftigt und deren Vorbringen widerlegt zu haben; sie
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verweist dabei auf Anpassungen im Sachverhalt und merkt an, sie habe
sich in ihrer Begründung überdies zulässigerweise auf die notwendigen
und für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränkt. Ferner vertieft sie
die Darlegung der Gründe, die für die Anwendung des aufsichtsrechtlichen
Gruppenkonzepts und, damit verbunden, für die Annahme der Ausübung
einer bewilligungspflichtigen Tätigkeit der Gruppe auf dem Primärmarkt
sprächen. Mit Duplik vom 11. Februar 2019 hält die Vorinstanz an ihren
Anträgen fest und wiederholt ihre Einschätzung, wonach die A._AG
im Verbund mit anderen Akteuren einer Gruppe im aufsichtsrechtlichen
Sinn neu geschaffene Effekten auf dem Primärmarkt platziert habe. Sie
führt dies unter anderem auf die Formumwandlung der D._AG (DE)
im August 2009 und Kapitalerhöhungen in diesem Kontext zurück.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Beurteilung der vorliegenden
Beschwerde gegen eine Endverfügung auf dem Gebiet der Finanzmarkt-
aufsicht zuständig (Art. 54 Abs. 1 des Finanzmarktaufsichtsgesetzes vom
22. Juni 2007 [FINMAG, SR 956.1] i.V.m. Art. 31 f. sowie Art. 33 Bst. e des
Bundesgesetzes über das Bundesverwaltungsgericht vom 17. Juni 2005
[VGG, SR 173.32]).
1.2 Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenom-
men, ist durch die sie unmittelbar als Gesellschaft betreffenden Feststel-
lungen und Anordnungen der angefochtenen Verfügung besonders berührt
und hat als Verfügungsadressatin insoweit ein schutzwürdiges Interesse
an deren Aufhebung oder Änderung (Art. 48 Abs. 1 des Bundesgesetzes
vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR
172.021]; vgl. BGE 136 II 304 E. 2.3.1; Urteil des BGer 2A.230/1999 vom
2. Februar 2000 E. 1f; Urteil des BGer 2C_894/2014 vom 18. Februar 2016
E. 3; anders jedoch Urteile des BGer 2C_303/2016 vom 24. November
2016 E. 2.5.1, 2C_305/2016 vom 24. November 2016 E. 2.1 und
2C_352/2016 vom 9. Dezember 2016 E. 1.2.3).
1.3 Die Beschwerdeführerin beantragt die umfassende Aufhebung der an-
gefochtenen Verfügung. Die Vorinstanz bestreitet die Beschwerdelegitima-
tion hinsichtlich der Dispositiv-Ziffern, die C._ und/oder B._
beträfen.
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1.4 Beschwerdelegitimiert ist die Beschwerdeführerin, soweit sie selbst be-
troffen ist, in Bezug auf die angefochtene Feststellung in Dispositiv-Ziff. 1,
wonach sie, B._ und C._ «als Gruppe ohne Bewilligung ge-
werbsmässig den Effektenhandel betrieben und damit aufsichtsrechtliche
Bestimmungen schwer verletzt haben». Einzutreten ist zudem auf die Be-
schwerde in Bezug auf den Entzug der Vertretungsbefugnis der bisherigen
Organe der Beschwerdeführerin (Dispositiv-Ziff. 6), auf das Verbot an
diese, ohne Zustimmung der Liquidatorin Rechtshandlungen für die Ge-
sellschaft vorzunehmen (Dispositiv-Ziff. 8a), und auf die Verpflichtung, der
Liquidatorin alle Informationen und Unterlagen zu den Geschäftsaktivitäten
zur Verfügung zu stellen und Zugang zu den Räumlichkeiten zu verschaf-
fen (Dispositiv-Ziff. 8b). Dabei handelt es sich um Massnahmen, die sich
akzessorisch zur angeordneten Liquidation verhalten und mit dieser eng
zusammenhängen, sodass sie auch in diesem Zusammenhang zu prüfen
sind. Ebenso verhält es sich betreffend den Hinweis auf die Strafandrohung
nach Art. 48 FINMAG (Dispositiv-Ziff. 7). Unstrittig einzutreten ist im Übri-
gen auch auf die Anfechtung der Dispositiv-Ziff. 2, 3, 4, 5, 9, 10, 14, 15.
Nicht beschwerdelegitimiert i.S.v. Art. 48 VwVG ist die Beschwerdeführerin
bezüglich der gegen B._ und C._ gerichteten Unterlas-
sungsanweisung, der damit verbundenen Strafandrohung und der Anord-
nung ihrer Publikation (Dispositiv-Ziff. 11-13), da diese sie nicht besonders
berühren und ihr ein schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung oder Än-
derung dieser Anweisungen respektive Anordnungen fehlt. Auf die Begeh-
ren auf Aufhebung dieser Dispositiv-Ziffern ist damit nicht einzutreten.
Ebenfalls nicht einzutreten ist auf das Rechtsbegehren auf «vollumfängli-
che» Aufhebung der angefochtenen Verfügung insoweit, als damit Dispo-
sitiv-Ziff. 16 mitangefochten ist, die die Vergütung des Honorars der unent-
geltlichen Rechtsbeistände von C._ betrifft. Diesbezüglich fehlt der
Beschwerdeführerin die Beschwerdelegitimation.
Die Anforderungen an Frist und Form der Beschwerdeschrift sind gewahrt
(vgl. Art. 50 Abs. 1 und 52 Abs. 1 VwVG), der Kostenvorschuss wurde ge-
leistet (vgl. Art. 63 Abs. 4 VwVG). Mit den genannten Einschränkungen ist
damit auf die Beschwerde einzutreten.
2.
Dem streitgegenständlichen Vorwurf der Vorinstanz, die Beschwerdeführe-
rin habe sich an einer ohne die erforderliche Bewilligung ausgeübten Emis-
sionshaustätigkeit einer Gruppe beteiligt, liegt ein Sachverhalt zugrunde,
der sich im Wesentlichen zwischen dem Jahr 2008 und Mai 2016 ereignet
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hat. Auf diesen Sachverhalt sind in intertemporaler Hinsicht grundsätzlich
die in jenem Zeitraum geltenden Rechtssätze, nämlich insbesondere das
FINMAG und das Bundesgesetz über die Börsen und den Effektenhandel
vom 24. März 1995 (Börsengesetz, aBEHG; SR 954.1, in Kraft bis zum 31.
Dezember 2019) anwendbar (Urteile des BVGer B-5540/2018 vom 17. Au-
gust 2020 E. 2; B-8363/2007 vom 18. Dezember 2008 E. 3.2; Urteile des
BGer 2C_136/2019 vom 14. Januar 2020 E. 2.1; 2C_122/2018 vom 2. April
2019 E. 3.1).
Per 1. Januar 2016 wurde das BEHG zum Grossteil in das neue Finanz-
marktinfrastrukturgesetz vom 19. Juni 2015 (FinfraG, SR 958.1) überführt.
Die verbleibenden Bestimmungen zu den Effektenhändlern, neu als Wert-
papierhäuser bezeichnet, wurden im Finanzinstitutsgesetz vom 15. Juni
2018 (FINIG, SR 954.1; in Kraft seit 1. Januar 2020; insb. Art. 2, 41 ff. FI-
NIG) geregelt und das BEHG vollständig aufgehoben (vgl. Botschaft vom
4. November 2015 zum Finanzdienstleistungsgesetz [FIDLEG] und zum
Finanzinstitutsgesetz [FINIG] [nachfolgend: Botschaft FIDLEG/FINIG], BBl
2015 8901, 9032 und 9043). Auch die Verordnung über die Börsen und den
Effektenhandel vom 2. Dezember 1996 (Börsenverordnung, aBEHV; SR
954.11. in Kraft bis zum 31. Dezember 2019) wurde per 1. Januar 2020
aufgehoben (AS 2019 4633, 4674) und durch die Verordnung über die Fi-
nanzinstitute vom 6. November 2019 (Finanzinstitutsverordnung, FINIV,
SR 954.11) ersetzt.
In der Botschaft wies der Bundesrat darauf hin, dass die in Art. 3 Abs. 2
und 3 aBEHV geregelten Effektenhändlerkategorien des "Emissionshau-
ses" und des "Derivathauses" in der Praxis keine eigenständige Bedeutung
erlangt hätten. Ihre gesetzlich umschriebenen Tätigkeitsfelder würden von
Banken oder Kundenhändlern wahrgenommen. Es rechtfertige sich daher
nicht, für sie einen eigenen Bewilligungsstatus aufrechtzuerhalten (Bot-
schaft FIDLEG/FINIG, BBl 2015 8901, 9032). Was in der Terminologie des
bisherigen Rechts als Emissionshaustätigkeit einzustufen war, ist im neuen
Recht den Tätigkeiten von Wertpapierhäusern zugeordnet, ohne dass sich
an der materialen Definition dieser weiterhin bewilligungspflichtigen Tätig-
keit etwas geändert hätte.
Weil die der angefochtenen Verfügung zugrundeliegende Tätigkeit der Be-
schwerdeführerin noch nach dem aBEHG und der aBEHV zu würdigen ist,
wird im vorliegenden Entscheid auch die Terminologie jener Erlasse ver-
wendet.
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3.
Als Aufsichtsbehörde über den Finanzmarkt trifft die Vorinstanz die zum
Vollzug des Finanzmarktrechts notwendigen Verfügungen und überwacht
die Einhaltung der gesetzlichen und reglementarischen Vorschriften. Erhält
sie Kenntnis von Verstössen gegen die Gesetze des Finanzmarktrechts
oder von sonstigen Missständen, sorgt sie für deren Beseitigung und für
die Wiederherstellung des ordnungsgemässen Zustands (Art. 31 FIN-
MAG). Ihre Aufsicht ist nicht auf unterstellte Betriebe beschränkt, sondern
er-streckt sich auf die Abklärung der Bewilligungspflicht und die Ermittlung
von Personen, die finanzmarktrechtswidrige Tätigkeiten ausüben. Im Falle
hinreichend konkreter Anhaltspunkte für eine bewilligungspflichtige Ge-
schäftstätigkeit trifft sie die notwendigen Anordnungen (Art. 37 Abs. 3 FIN-
MAG; vgl. BGE 135 II 356 E. 3.1 und BGE 132 II 382 E. 4.2). Bei der Wahl
des geeigneten Mittels hat die Vorinstanz im Rahmen der allgemeinen Ver-
fassungs- und Verwaltungsgrundsätze (Willkürverbot, Rechtsgleichheits-
und Verhältnismässigkeitsgebot, Treu und Glauben) in erster Linie den
Hauptzwecken der finanzmarktrechtlichen Gesetzgebung, dem Schutz der
Gläubiger und Anleger einerseits und der Lauterkeit des Kapitalmarkts an-
dererseits, Rechnung zu tragen (Anleger- und Funktionsschutz). Die Auf-
sicht der Vorinstanz ist dabei nicht auf die ihr bereits unterstellten Betriebe
beschränkt, sondern erfasst auch die Abklärung der finanzmarktrechtlichen
Bewilligungspflicht und die Ermittlung von Finanzintermediären, die in Ver-
letzung gesetzlicher Bestimmungen tätig sind. Sie ist berechtigt, die in den
Finanzmarktgesetzen vorgesehenen Mittel auch gegenüber Instituten und
Personen einzusetzen, deren Unterstellungs- oder Bewilligungspflicht um-
stritten ist. Liegen hinreichend konkrete Anhaltspunkte dafür vor, dass eine
bewilligungspflichtige Geschäftstätigkeit ausgeübt werden könnte, ist die
Vor¬instanz befugt und verpflichtet, die zur Abklärung erforderlichen Infor-
mationen einzuholen und die nötigen Anordnungen zu treffen. Diese kön-
nen bis zum Verbot der betreffenden Tätigkeit sowie zur Auflösung und Li-
quidation eines Unternehmens reichen (Art. 37 Abs. 3 FINMAG; BGE 135
II 356 E. 3.1 und BGE 132 II 382 E. 4.2, je m.w.H.).
4.
Streitgegenstand ist, ob die Beschwerdeführerin anlässlich der Vermittlung
von D._AG-Effekten an einer ohne Bewilligung ausgeübten, bewil-
ligungspflichtigen Effektenhandelstätigkeit nach Art. 10 aBEHG i.V.m. Art.
2 Abs. 1 aBEHV in der Form einer Emissionshaustätigkeit teilnahm, indem
sie in Koordination mit anderen Akteuren einer Gruppe im aufsichtsrechtli-
chen Sinn handelte, die gewerbsmässig Effekten, die von Drittpersonen
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Seite 10
ausgegeben worden sind, fest oder in Kommission übernahm und öffent-
lich auf dem Primärmarkt anbot (vgl. Art. 3 Abs. 2 aBEHV).
Die Beschwerdeführerin rügt zunächst in unterschiedlicher Hinsicht sinn-
gemäss eine Verletzung des Rechts auf ein faires Verfahren und des recht-
lichen Gehörs (Art. 29 Abs. 1 BV). Die Vorinstanz habe im Rahmen der
Sachverhaltserstellung die Erklärungen und «entlastenden» Darlegungen
der Beschwerdeführerin ohne jegliche Würdigung übergangen und die Be-
weise nicht unvoreingenommen gewürdigt.
Auf diese formelle Rüge ist vorab einzugehen:
4.1 Der Anspruch auf rechtliches Gehör im Sinne von Art. 29 Abs. 2 BV und
die damit verbundene Begründungspflicht bedeuten nicht, dass sich die
verfügende Behörde mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinander-
zusetzen und jedes einzelne Vorbringen in der Verfügung respektive im
Entscheid zu widerlegen hätte. Sie kann sich vielmehr auf die notwendigen,
für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken (BGE 140 II 262 E.
6.2; BGE 136 I 184 E. 2.2.1; Urteil des BVGer B-1048/2018 vom 19. Mai
2020 E. 4.1.1-4.1.3).
Vorliegend ist nicht ersichtlich, inwiefern die Vorinstanz das rechtliche Ge-
hör der Beschwerdeführerin verletzt oder ihre Begründungspflicht missach-
tet haben sollte: Die detaillierte Sachverhaltsdarstellung und die Dichte der
Belege zeugen vielmehr davon, dass sich die Vorinstanz pflichtgemäss mit
dem Untersuchungsgegenstand und den Vorbringen der Beschwerdefüh-
rerin auseinandersetzte. Nach Eingang der Stellungnahme zum provisori-
schen Sachverhalt hat die Vorinstanz zudem gewisse Anpassungen am
Sachverhalt vorgenommen und Belege ergänzt. Dass sich der Sachverhalt
gemäss angefochtener Verfügung nur geringfügig vom provisorisch erstell-
ten Sachverhalt unterscheidet, zu dem sich die Beschwerdeführerin im
vorinstanzlichen Verfahren geäussert hatte, ist nicht als Indiz der Verlet-
zung des rechtlichen Gehörs zu sehen, sondern spricht vielmehr dafür,
dass bereits der provisorische Sachverhalt sorgfältig erstellt worden war
und sich auf umfassende Belege stützte. Zudem hat die Beschwerdefüh-
rerin mit ihrer Stellungnahme zum provisorischen Sachverhalt nicht etwa
neue rechtserhebliche Belege eingereicht, sondern vor allem ihre alterna-
tive Deutung der belegten Umstände offeriert. Dass die Sachverhaltsdar-
stellung der Vorinstanz in der Folge weitgehend unverändert blieb, ist unter
dem Gesichtspunkt des rechtlichen Gehörs und der Begründungspflicht
unproblematisch. In den Akten sind denn auch keine Belege ersichtlich,
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deren Berücksichtigung zu einer anderen, aus Sicht der Beschwerdeführe-
rin günstigen Sachverhaltsdarstellung führen müsste.
Die Beschwerdeführerin legt im Übrigen nicht substantiiert dar, welche ent-
scheidwesentlichen Sachverhaltselemente die Vorinstanz trotz Vorbringen
der Beschwerdeführerin übergangen hätte. Gerade in Bezug auf die An-
nahme der Gruppenverbindung zur F._AG (DE) und zur
D._AG (DE), welche die Beschwerdeführerin besonders bean-
standet, sind die Überlegungen, von denen sich die Vorinstanz leiten liess,
ohne weiteres erkennbar. Damit ist der angefochtene Entscheid auch so
begründet, dass eine Anfechtung in Kenntnis der Entscheidungsgründe
möglich ist.
Von einer Verletzung des rechtlichen Gehörs respektive der Begründungs-
pflicht, wie sie die Beschwerdeführerin sinngemäss rügt, kann folglich nicht
die Rede sein.
4.2 Soweit die Beschwerdeführerin dagegen sinngemäss eine Verletzung
der Untersuchungsmaxime gemäss Art. 53 FINMAG i.V.m. Art. 12 VwVG
oder eine Verletzung der Verfahrensfairness (Art. 29 Abs. 1 BV) dadurch
rügen sollte, dass die Vorinstanz ihre Erklärungen und «entlastenden» Dar-
legungen ungenügend berücksichtigt habe, ist ihr ebenfalls nicht zu folgen.
Dass die angefochtene Verfügung mehr belastende als entlastende Ele-
mente aufführt, ist jedenfalls in casu nicht Ausdruck eines voreingenomme-
nen Vorgehens. Es zeugt vielmehr davon, dass sich die von der Vorinstanz
dargelegten Sachverhaltselemente und Belege plausibel zu einem Ge-
samtbild zusammenfügen, das der «entlastenden» Darlegung der Be-
schwerdeführerin weitgehend widerspricht. Es liefe der Untersuchungsma-
xime zuwider, wenn sich die Vorinstanz in dieser Konstellation künstlich um
ein Gleichgewicht entlastender und belastender Momente in der Sachver-
haltsdarstellung bemühen würde. Der Vorwurf der Voreingenommenheit
der Vorinstanz stösst sich überdies daran, dass diese keineswegs bei ers-
ter Gelegenheit, also etwa anlässlich ihrer Vorabklärungen im März 2010,
ein Verfahren gegen die Beschwerdeführerin anstrengte, sondern erst im
Jahr 2016 infolge der Eröffnung eines Strafverfahrens durch die Staatsan-
waltschaft des Kantons Zürich.
Damit erweisen sich die sinngemässen Rügen der Beschwerdeführerin be-
züglich einer Verletzung der Untersuchungsmaxime, des Ermessensmiss-
brauchs beim Erstellen des Sachverhalts, der Voreingenommenheit oder
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Seite 12
einer Verletzung der Verfahrensfairness, soweit überhaupt genügend sub-
stantiiert, als unbegründet.
4.3 Soweit die Rügen auf die Sachverhaltswürdigung der Vorinstanz hin-
sichtlich der Verbindungen der Beschwerdeführerin zu anderen Beteiligten
(dazu insb. E. 5.1) oder auf die Kriterien einer Emissionshaustätigkeit (dazu
E. 5.2-5.6) zielen, welchen die Beschwerdeführerin ihre abweichende Deu-
tung entgegenstellt, wird hierauf in den nachfolgenden Erwägungen einzu-
gehen sein.
5.
Zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin gemeinsam mit anderen Akteuren
gruppenweise ohne die erforderliche Bewilligung eine unterstellungspflich-
tige Emissionshaustätigkeit ausgeübt hat.
5.1 Die Beschwerdeführerin rügt eine unvollständige und unrichtige Erstel-
lung des Sachverhalts durch die Vorinstanz. Anstoss nimmt sie vor allem
an der Feststellung der Vorinstanz, sie habe das Geschäft mit
D._AG-Effekten gemeinsam mit anderen Beteiligten einer Gruppe
im aufsichtsrechtlichen Sinn in koordinierter Weise ausgeübt. Diese Fest-
stellung ist in einem ersten Schritt (E. 5.1) zu überprüfen. Ist von einer
gruppenweisen Tätigkeit auszugehen, wird bei Prüfung der Kriterien der
Unterstellungspflicht für Emissionshäuser nach Art. 10 aBEHG i.V.m. Art. 2
Abs. 1 aBEHV und Art. 3 Abs. 2 aBEHV eine Gesamtbetrachtung einzu-
nehmen sein (E. 5.2-5.6):
5.1.1 Die Vorinstanz und die Beschwerdeführerin äussern sich wie folgt:
5.1.1.1 Die Vorinstanz zählt zur Gruppe im aufsichtsrechtlichen Sinn, in de-
ren Rahmen sich die Beschwerdeführerin an einer unerlaubten Emissions-
haustätigkeit mit Effekten der D._AG (DE) beteiligt haben soll, na-
mentlich auch B._, C._, die E._Ltd (BVI), die
K._Corp (BVI) (...), die F._AG (DE) und die D._AG
(DE) sowie wohl G._ (vgl. angefochtene Verfügung Rz. 7, 8, 19-23,
27, 29 und 30). Als Beleg führt die Vorinstanz Auszüge aus der Korrespon-
denz der Beteiligten und andere Indizien einer koordinierten Gruppentätig-
keit auf. Enge Verflechtungen der Beschwerdeführerin und ihrer Organe
auch mit der F._AG (DE) und der D._AG (DE) begründet sie
insbesondere mit Verweis auf mehrere Indizien einer koordinierten Mitwir-
kung dieser zwei Gesellschaften an der Vorbereitung des Verkaufs von
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D._AG-Effekten an unbeteiligte Anleger durch die Beschwerdefüh-
rerin respektive die E._Ltd (BVI) in den Jahren 2008 bis 2016. Sie
hebt hervor, dass die von B._ und C._ beherrschte
E._Ltd (BVI) zu gewissen Zeiten die anteilsmässig grösste Aktionä-
rin der D._AG (DE) gewesen sei und mit der ebenfalls von den Or-
ganen der A._AG beherrschten K._Corp (BVI) über die
Mehrheit der Aktien verfügt habe. Aufgrund der Beherrschung der
E._Ltd (BVI) durch die Verantwortlichen und hauptsächlichen Inha-
ber der Beschwerdeführerin rechnet die Vorinstanz auch Kontakte der
E._Ltd (BVI) zur F._AG (DE) und zur D._AG (DE)
der Beschwerdeführerin zu. Sie betont, dass in der Korrespondenz der
E._Ltd (BVI) respektive ihrer Direktorin mit der F._AG (DE)
und der D._AG (DE) in Bezug auf Entscheidungen betreffend das
Geschäft mit D._AG-Effekten wiederholt auf eine vorgängige Be-
sprechung oder Abstimmung der F._AG (DE) mit B._ oder
C._ Bezug genommen werde (vgl. angefochtene Verfügung Rz. 22-
33 und 50-52). Die Vorinstanz führt zudem folgende Indizien auf: ein
Schreiben von G._ vom 6. November 2009, wonach dieser mit den
Verantwortlichen der A._AG einen Pool-Vertrag zur gemeinsamen
Kontrolle der D._AG (DE) vereinbart habe; ein Fax der
F._AG (DE) an die E._Ltd (BVI) mit Entwurf eines «Options-
Aktienkaufvertrag[s]» vom Oktober 2009 zur Regelung der Übertragung
von D._AG-Effekten von der F._AG (DE) auf die
E._Ltd (BVI), welcher bereits zwischen der A._AG und der
F._AG (DE) einvernehmlich abgestimmt worden sei und den die Di-
rektorin der E._Ltd (BVI) daher nur gegenzeichnen sollte; die Kor-
respondenz betreffend den Rückgriff der F._AG (DE) auf die
E._Ltd (BVI) im Zusammenhang mit Steuernachforderungen, zu
welchen es infolge von Kapitalerhöhungen der D._AG (DE) gekom-
men war. Auf eine Gruppenverbindung deuten aus Sicht der Vorinstanz
ausserdem die hohen Provisionseinnahmen der A._AG von 20-25
% und manchmal bis zu 30 % des Verkaufspreises für die D._AG-
Effekten und die übrigen Kapitalflüsse zugunsten der Organe der
A._AG aus dem Kapital der angeworbenen Anleger.
5.1.1.2 Die Beschwerdeführerin argumentiert einerseits, es fehle an einem
zielgerichteten und gemeinsamen Vorgehen, sodass keine Gruppe im auf-
sichtsrechtlichen Sinn bestehe und keine unterstellungspflichtige Tätigkeit
ausgeübt worden sei. Die E._Ltd (BVI), für welche die Beschwer-
deführerin Effekten platzierte, sei mit ihr nicht unter einheitlicher Leitung
gestanden. Für die E._Ltd (BVI) habe sie auf vertraglicher Basis die
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Effekten an Privatanleger vermittelt, den Abschluss der Kaufverträge be-
gleitet und sich um Inkasso und Zuteilungsbestätigungen an die Käufer ge-
kümmert. Die Kontakte zur E._Ltd (BVI) und zu ihrer Direktorin
seien nicht über das geschäftlich Notwendige hinausgegangen; «allen-
falls» habe eine Verbindung zwischen B._ bzw. C._ mit der
E._Ltd (BVI) bestanden. Dass sie oder ihre Organe im Rahmen von
Verhandlungen mit der F._AG (DE) oder Gesprächen mit Dritten für
die E._Ltd (BVI) auftrat und handelte, soll nicht ihre Kontrolle der
E._Ltd (BVI) belegen, sondern im Grundverhältnis zur
E._Ltd (BVI) als Verkäuferin der Effekten und den einzelnen Anle-
gern gründen.
Was die Verbindung zur F._AG (DE) bzw. zur D._AG (DE)
angeht, argumentiert die Beschwerdeführerin, es fehle an der laut Grup-
penpraxis erforderlichen Intensität und Qualität der Kontakte, da nicht ko-
ordiniert, arbeitsteilig und zielgerichtet eine der Finanzmarktaufsicht unter-
stellte Tätigkeit ausgeübt worden sei. Auch sei nicht versucht worden,
durch arbeitsteiliges Vorgehen die Bewilligungspflicht zu umgehen. Im Ver-
hältnis zur F._AG (DE) und zur D._AG (DE) sei zudem kein
einheitliches Auftreten, keine Verwischung der rechtlichen und buchhalte-
rischen Grenzen, kein faktisch gleicher Geschäftssitz gegeben; auch gäbe
es keine undurchsichtigen Beteiligungsverhältnisse betreffend andere der
Gruppe zugeordnete Akteure. Die E._Ltd (BVI) habe zu gewissen
Zeiten eine sehr wesentliche Beteiligung an der D._AG (DE) gehal-
ten, doch dies grösstenteils nur «treuhänderisch» für diverse (von der Be-
schwerdeführerin vermittelte) Anleger. Weil der Einfluss auf die
D._AG (DE) von der Willensbildung zahlreicher Treugeber abhing,
könne nicht von einem wesentlichen Einfluss der E._Ltd (BVI) auf
die D._AG (DE) ausgegangen werden. Die Zusammenrechnung
der Beteiligung der K._Corp (BVI) an der D._AG (DE) mit
den treuhänderisch gehaltenen Beständen der E._Ltd (BVI) sei un-
zulässig. Den von G._ erwähnten Poolvertrag, demzufolge die ge-
meinsame Kontrolle (der F._AG (DE), der Beschwerdeführerin und
der E._Ltd (BVI)) über die D._AG (DE) sichergestellt wer-
den sollte, kenne die Beschwerdeführerin nicht.
Zu den Kontakten zur F._AG (DE) und zur D._AG (DE) wen-
det die Beschwerdeführerin insbesondere ein, sie habe im Sinne einer ver-
traglichen Nebenleistung jeweils aktuelle Unterlagen der D._AG
(DE) aus praktischen Gründen direkt bei der Geschäftsführung der
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D._AG (DE) eingeholt und den Anlegern zugestellt. In die Herstel-
lung von Quartalsberichten und anderer Dokumente der D._AG
(DE) will sie nicht involviert gewesen sein. Ihr seien die Dokumente nicht
zwecks vorgängiger Abstimmung, sondern bei Bedarf zur Information zur
Verfügung gestellt worden. Ein massgeblicher Einfluss auf diese Unterneh-
men sei nicht belegt. Zwar habe die E._Ltd (BVI) den Erwerb
zwecks Haltens und Weiterveräusserns einer grösseren Beteiligung an der
D._AG (DE) bezweckt, doch hätten sich die E._Ltd (BVI) ei-
nerseits und die D._AG (DE) und F._AG (DE) anderseits
vollständig unabhängig voneinander bewegt und eigene Interessen ver-
folgt. Dass die Beschwerdeführerin im Auftrag der E._Ltd (BVI) Ver-
träge mit der F._AG (DE) ausgehandelt habe, zeuge von der Unab-
hängigkeit dieser Unternehmen. Sähe man darin eine Abstimmung, be-
legte dies nur eine Verflechtung der F._AG (DE) mit der
E._Ltd (BVI).
Auch in Bezug auf die H._Ltd, die J._Ltd und M._
bestreitet die Beschwerdeführerin die Existenz einer relevanten Verflech-
tung mit ihr und den übrigen Beteiligten. Es sei falsch, den Erwerb von
D._AG-Effekten durch diese Gesellschaften respektive M._
als wirtschaftlich nicht real einzustufen.
5.1.2 In Bezug auf das aufsichtsrechtliche Gruppenkonzept und auf die be-
weiswürdigungsrechtlichen Grundsätze bei der Erstellung des gruppenre-
levanten Sachverhalts ist folgendes festzuhalten:
5.1.2.1 Der Unterstellung von Gruppen im aufsichtsrechtlichen Sinn unter
die Aufsicht der FINMA liegt die Überlegung zugrunde, dass die Bewilli-
gungspflicht und die finanzmarktrechtliche Aufsicht nicht dadurch umgan-
gen werden sollen, dass einzelne Unternehmen bzw. Personen für sich al-
lein nicht alle Voraussetzungen für die Unterstellungspflicht erfüllen, im Re-
sultat aber gemeinsam dennoch eine bewilligungspflichtige Tätigkeit ausü-
ben. Trotz formaljuristischer Trennung der Strukturen rechtfertigt sich zum
Schutz des Finanzmarktes und der Anleger jedenfalls dann finanzmarkt-
rechtlich eine einheitliche, wirtschaftliche Betrachtungsweise, wo zwischen
den einzelnen involvierten Personen und/oder Gesellschaften enge wirt-
schaftliche, organisatorische oder personelle Verflechtungen bestehen und
vernünftigerweise nur eine Gesamtbetrachtung den faktischen Gegeben-
heiten und der Zielsetzung der Finanzmarktaufsicht gerecht werden (vgl.
BGE 136 II 43 E. 4.3 und E. 6.3.3; BGE 135 II 356 E. 3.2; Urteile des BVGer
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B-2188/2016 vom 4. Dezember 2017 E. 3.1.4 und B-6736/2013 vom 22.
Mai 2014 E. 4.2).
Ein gruppenweises Vorgehen liegt praxisgemäss vor, wenn die Beteiligten
gegen aussen als Einheit auftreten oder wenn aufgrund der Umstände an-
zunehmen ist, dass ausdrücklich oder stillschweigend koordiniert – arbeits-
teilig und zielgerichtet – eine gemeinsame Aktivität im aufsichtsrechtlichen
Sinn verfolgt wird. Die Praxis nennt als Indizien solcher Gruppenverhält-
nisse das Verwischen der rechtlichen und buchhalterischen Grenzen zwi-
schen den Beteiligten, faktisch gleiche Geschäftssitze, undurchsichtige Be-
teiligungsverhältnisse und das Zwischenschalten von Treuhandstrukturen
(vgl. BGE 136 II 43 E. 4.3.1; BGer 2C_89/2010 vom 10. Februar 2011 E.
3.1 und 3.2; je m.H.). Blosses Parallelverhalten reicht nicht aus. Umgekehrt
ist eine gemeinsame Umgehungsabsicht gemäss ständiger Praxis nicht er-
forderlich, da die von der Gruppe ausgehende Gefahr nicht von den Inten-
tionen der einzelnen Gruppenmitglieder abhängt (vgl. BVGE 2019 IV/4 E.
4.3.6.1; Urteil des BVGer B-2188/2016 vom 4. Dezember 2017 E. 3.1.4;
Urteile des BGer 2C_89/2010 vom 10. Februar 2011 E. 3.2; 2C_898/2010
vom 29. Juni 2011 E. 2.2 und 3.1 f., je m.w.H.). Die Voraussetzung einer
solchen Absicht liesse sich nicht mit den Zwecken des Anleger- und Markt-
schutzes vereinbaren (statt vieler etwa Urteil des BGer B-6736/2013 vom
22. Mai 2014 E. 4.2). Daraus folgt auch, dass diese Praxis nicht so zu ver-
stehen ist, als wäre eine Umgehungsabsicht wenigstens einzelner Grup-
penakteure erforderlich (vgl. Urteil des BVGer B-3776/2009 vom 7. Okto-
ber 2010 E. 4.1.2, wo es hiess, es sei «keine Umgehungsabsicht» erfor-
derlich). Einem solchen Erfordernis fehlte letztlich die gesetzliche Grund-
lage. Denn während die Unterstellung aufsichtsrechtlicher Gruppen einer
konstanten, teleologisch fundierten Praxis zu Art. 10 aBEHG i.V.m. Art. 2
Abs. 1 aBEHV entspricht, ist keine Grundlage für eine richterliche Ergän-
zung der Voraussetzungen der Bewilligungspflicht um das subjektive Kri-
terium der Umgehungsabsicht ersichtlich. Damit ist auch für die einzelnen
Beteiligten der Gruppe keine Umgehungsabsicht vorauszusetzen.
5.1.2.2 Geht die FINMA von einem Gruppenverhältnis aus, hat sie die Ge-
gebenheiten darzulegen, auf denen die Annahme einer gruppenweisen Ko-
ordination im aufsichtsrechtlichen Sinn gründet. Umgekehrt trifft die Beauf-
sichtigten eine Auskunfts- und Mitwirkungspflicht (Art. 29 Abs. 1 FINMAG),
die praxisgemäss im Zweifelsfall weit auszulegen ist (BGE 126 II 111 E. 3b;
BGer-Urteil 2C_1097/2014 vom 6. Oktober 2015 E. 2.2). Sie umfasst die
Erteilung sämtlicher Auskünfte sowie die Herausgabe aller Unterlagen, die
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zur Ausübung der Aufsichtstätigkeit und Abklärung einer Unterstellungs-
pflicht benötigt werden (BGE 121 II 147 E. 3a, Urteil des BGer 2A.509/1999
vom 24. März 2000 E. 3b; Urteil des BVGer B-5540/2018 vom 17. August
2020 E. 4.9.4). Während den Betroffenen bei Vorabklärungen der FINMA
nur eingeschränkt Mitwirkungsrechte zukommen (vgl. BGE 136 II 304 E.
6.3; MANUEL BLATTER, Rechtsstaatliche Garantien im Enforcementverfah-
ren der FINMA, Zürich 2019, S. 17; EVA SCHNEEBERGER, Verfahrensfragen,
in: Eidgenössische Finanzmarktaufsicht finma [Hrsg.], Sonderbulletin,
2/2013 [70-88], S. 73; ZULAUF/WYSS ET AL., Finanzmarktenforcement, 2.
Aufl. 2014, S. 67), sind gemäss Art. 29 Abs. 1 FINMAG die Beaufsichtigten
bzw. die eine bewilligungspflichtige Tätigkeit ausübenden Personen bereits
im Vorabklärungsverfahren gehalten, der FINMA auf Anfrage wahrheitsge-
mäss und vollständig Auskunft zu erteilen (CAROLE C. BECK, Enforcement-
verfahren der FINMA und Dissonanz zum nemo tenetur-Grundsatz, Zürich
2019, S. 34 f. Rz. 88 ff.; vgl. CLAUDIA M. FRITSCHE/NADINE STUDER, Arbeits-
produkte interner Untersuchungen, in: AJP 2018 S. 168, S. 172 f.; BLATTER,
a.a.O., S. 115 und S. 239; vgl. auch PIERRE TSCHANNEN, Systeme des All-
gemeinen Verwaltungsrechts, 2008, S. 92 f.). Wird unvollständig oder un-
genau Auskunft erteilt, ist dies bei der Beweiswürdigung zu berücksichtigen
(vgl. Urteile des BVGer B-5540/2018 vom 17. August 2020 E. 4.9.4; B-
561/2014 vom 19. September 2017 E. 3.7.3.3; vgl. auch Urteile des BGer
2C_558/2019 vom 26. Mai 2020 E. 2.3.3 und 2A.324/1993 vom 2. März
1994 E. 3c; MÜLLER/HAAS/STAUBER, a.a.O., S. 394). Betroffene, die irre-
führend Auskunft erteilen, schaden letztlich der eigenen Kredibilität. Sie tra-
gen in der Folge das Risiko, dass ihre zur Entlastung vorgebrachten Aus-
führungen nicht überzeugen und aus der Indizienlage zu ihrem Nachteil
Schlüsse gezogen werden, die sich in einer solchen Konstellation gerade
auch aufgrund allgemeiner Regeln der Plausibilität aufdrängen (vgl. BGer
2C_829/2013 vom 7. März 2014, E. 4.4.3; Urteile des BVGer B-8227/2007
vom 20. März 2009 E. 7.3.2; B-5540/2018 vom 17. August 2020 E. 4.9.4,
vgl. auch BGE 130 II 482 E. 3.2).
Besonderes Gewicht hat die Mitwirkung in Bezug auf Umstände, die eine
Partei besser kennt als die Behörden und die diese ohne Mitwirkung nicht
oder nicht mit vernünftigem Aufwand erheben könnten, und auf Fakten, die
dem äusseren Anschein oder der allgemeinen Lebenserfahrung widerspre-
chen und für deren Bestand die Behörde ohne Hinweis der Parteien keine
Anhaltspunkte hätte (CHRISTOPH AUER/ANJA M. BINDER, in: Auer/Mül-
ler/Schindler [Hrsg.], Kommentar VwVG, 2. Aufl., Zürich 2019, S. 247 Rz.
4 m.H.). Verstärkte Bedeutung erfährt die Mitwirkungspflicht dabei nament-
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lich dort, wo von den Betroffenen mitverursachte Umstände die Sachver-
haltserstellung notorisch erschweren. So ist bei ungewöhnlichen Geschäf-
ten (Kriterium des Drittvergleichs), komplexen internationalen Geschäfts-
und Rechtsbeziehungen oder der Zwischenschaltung von betrieblich über-
flüssigen, ausländischen Sitzgesellschaften von einer aufsichtsrechtlichen
Gruppe auszugehen, sofern die Indizienlage mangels fundierter Darlegun-
gen der Partei keine andere plausible Erklärung nahelegt (vgl. analog dazu
aus der Steuerrechtspraxis des Bundesgerichts: BGer 2C_16/2015 vom 6.
August 2015, E.2.5.1-2.5.5, wonach bei Vorliegen ungewöhnlicher Ge-
schäftsvorgänge von einer verdeckten Vergütung an den wirtschaftlich Be-
rechtigten auszugehen ist, wenn es keine andere plausible Erklärung gibt;
Urteile des BGer 2C_88/2011 vom 3. Oktober 2011 E. 2.1.2; 2C_199/2009
vom 14. September 2009 E.3.2 und 2C_524/2010 vom 16. Dezember 2010
E.2.4, betr. die umfassende Mitwirkungspflicht der Steuerpflichtigen bei in-
ternationalen Geschäfts- und Rechtsbeziehungen und die hiermit verbun-
denen Folgen der Beweiswürdigung; vgl. auch, betr. die Mitwirkungspflicht
nach Art. 29 FINMAG, BGer 2C_829/2013 vom 7. März 2014, E. 4.4.3 f.).
5.1.3 Zu klären ist, ob die Vorinstanz im Zusammenhang mit ihrer Feststel-
lung des Vorliegens der Gruppe im aufsichtsrechtlichen Sinn und eines ko-
ordinierten Vorgehens beim Geschäft mit D._AG-Effekten den
rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig erstellte.
5.1.3.1 Die Beschwerdeführerin wurde in den Jahren 2008 bis 2016 wäh-
rend des Geschäfts mit dem Verkauf von D._AG-Effekten von
B._ und C._ geführt. Diese hielten zusammen ca. fünf
Sechstel aller 3000 Namenaktien (B._ hielt 1530 und ab 2015 dann
1999 Namenaktien, C._ deren 1001). B._ war Verwaltungs-
ratsmitglied und hatte Einzelunterschrift; C._ war ebenfalls in füh-
render Weise beteiligt und ist daher ebenfalls als (faktisches) Organ einzu-
stufen (vgl. SA 50301168, 50301182, 50301201, 50301203 f., 50802150
und 30601142: «Managing Partner» der A._AG gemäss E-Mail-Sig-
natur; SA 30601005; 30601087 ff.; 41101061 f.). In einer Auskunft der
A._AG zuhanden der FINMA vom April 2010 wird C._ als
Mitglied der Geschäftsleitung/Projektleiter bezeichnet und neben
B._ als Kontaktperson angegeben (G01160390 1 S. 041, Ziff. 4).
Der im Handelsregister als Geschäftsführer fungierende N._ hatte
dagegen keine Führungsposition inne. B._ und C._ waren
vielmehr die beiden faktisch geschäftsführenden Organe der
A._AG, wobei sie wohl hierarchisch auf gleicher Stufe standen (vgl.
SA 41319030, 41319033, 41319039 f., 41319044 ff) und zueinander ein
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gutes, freundschaftliches Verhältnis pflegten (vgl. Form und Inhalt der Kor-
respondenz der beiden: SA 50802207; 30701056; 50802189). Auf eine
gleichrangige Beteiligung an der Führung der Beschwerdeführerin durch
B._ und C._ deutet auch die Korrespondenz Dritter mit res-
pektive zu den beiden (vgl. SA 50301202; 50301325; 50802219;
50301387; 50301189; vgl. auch SA 50301168) und die Aufteilung der Ein-
nahmen (vgl. Tabelle der Geldflüsse in SA 31201039-31201086).
Die genannten beiden Organe der A._AG, B._ und
C._, waren überdies gemeinsam und zu gleichen Teilen an der
E._Ltd (BVI) wirtschaftlich berechtigt. Gegenüber Dritten gab die
E._Ltd (BVI) aber eine andere Person als wirtschaftlich berechtigt
an, z.T. auch in beglaubigter Form (SA 40101012, betr. Establishment of
the Beneficial Owner’s Identity vom (...) Dezember 2010; vgl. SA
41305082, Falschangabe des wirtschaftlich Berechtigten mit Beglaubigung
des Fürstlichen Landgerichts vom (...) Oktober 2013; vgl. überdies SA
41305338; 41307009; 41305037 ff. und 41305089; ferner SA 41305453).
Die E._Ltd (BVI) wurde dabei indirekt kontrolliert, mithilfe einer
Treuhänderin aus dem Fürstentum Liechtenstein. Diese betätigte sich da-
bei als einziges Stiftungsratsmitglied zweier Stiftungen, deren Begünstigte
B._ und C._ waren. Die Treuhänderin fungierte zudem als
Direktorin der E._Ltd (BVI). Sie führte die von B._ oder
C._ angeordneten (Rechts-)Handlungen aus. Dabei korrespon-
dierte sie auch mit der D._AG (DE) und der F._AG (DE) (vgl.
SA 50802243 ff., 50802300, 50802311; 30601078, 30401001; 50802297
ff.; vgl. auch SA 41305383 ff.). Die wirtschaftliche Berechtigung von
B._ und C._ zeigt sich vor allem daran, dass sie sich insge-
samt knapp EUR 20 Mio. der von Anlegern zum Kauf der D._AG-
Effekten überwiesenen Gelder zufliessen liessen (vgl. SA 31201039-
31201086). Die Treuhänderin führte die entsprechenden Transaktionen
aus (SA 50802218; 50802292; vgl. SA 50802228). Ein wesentlicher Teil der
Gelder floss indirekt auf Konten der Organe der A._AG, via Konten
einer auf den britischen Jungferninseln domizilierten Gesellschaft der frag-
lichen Treuhänderin. Wesentliche Ausschüttungen erfolgten sodann über
die Abhebung und Übergabe von Bargeld im Umfang von insgesamt über
CHF 10 Mio. sowie über Kassentransaktionen (vgl. SA 31201020 ff.).
C._ und B._ liessen sich aus den Geldern unter anderem
Ferienrechnungen begleichen, wobei sie sich etwa je eine Luxusreise auf
die Malediven (z.T. via Dubai) leisteten, für welche insgesamt eine Viertel-
million CHF an den Reiseveranstalter überwiesen wurde (vgl. SA
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50802275 ff.). C._ und B._ kamen dabei zu gleichen Antei-
len in den Genuss dieser Zahlungen (vgl. SA 31201023). Zudem ergibt sich
aus den Akten, dass sie die Geschäfte der E._Ltd (BVI) gemeinsam
führten, einerseits indem die Direktorin gemäss Weisungen der Organe der
A._AG oder nach Rücksprache mit zumindest einem der beiden
handelte (vgl. SA 41319029 f.; 41319073; 41319033; 41101061 f.; vgl.
auch SA 50301177), anderseits indem sie sich von der Direktorin bevoll-
mächtigen liessen, auch direkt für die Gesellschaft zu handeln (vgl. SA
50301175; 50301056; vgl. auch SA 50802028). Bereits deshalb ist die
These, die Verbindung der Beschwerdeführerin zur E._Ltd (BVI) sei
nicht übers geschäftlich Notwendige hinausgegangen, unhaltbar. Die
E._Ltd (BVI) wurde von Zürich aus über eine Treuhänderin aus dem
Fürstentum Liechtenstein geführt; sie hatte keine eigenen Räumlichkeiten
und unterhielt kein Personal. Als «Kooperationsvereinbarung» betitelte
Verträge der E._Ltd (BVI) mit der Beschwerdeführerin, welche ei-
nige Bedingungen der «Vermittlung» der D._AG-Effekten an Privat-
anleger regelten, wurden für die Beschwerdeführerin durch B._ und
für die E._Ltd (BVI) durch deren Direktorin bzw. die Treuhänderin
unterzeichnet, die gemäss Weisungen der Organe der A._AG han-
delte. Die A._AG kümmerte sich mithilfe der Direktorin um Formu-
lierung, Versand und Abwicklung der Beteiligungsverträge (Aktienkaufver-
träge) an die erfolgreich angeworbenen Anleger. Die von Anlegern darauf-
hin unterzeichneten Beteiligungsverträge leitete die A._AG an die
Direktorin der E._Ltd (BVI) (formell der Verkäuferin der Effekten)
zwecks Unterschrift weiter. Auch bei Verträgen mit der F._AG (DE)
betreffend Übernahme von Aktien durch die E._Ltd (BVI) handelte
die E._Ltd (BVI) nicht autonom, sondern als Instrument der
A._AG. Die Schwelle des bei gewöhnlichen Geschäften Notwendi-
gen wurde damit deutlich überschritten. Folglich ist in Bezug auf die
A._AG und die E._Ltd (BVI) von einer einheitlichen Führung
und letztlich von identischen Interessen auszugehen. Damit sind enge Ver-
flechtungen der A._AG und ihrer Organe mit der E._Ltd
(BVI) erwiesen. Die entsprechende Feststellung der Vorinstanz ist nicht zu
beanstanden.
5.1.3.2 Die mit der Vermittlung der Effekten betrauten Angestellten der
A._AG gingen bei der Anwerbung von «Kunden» (Anlegern) vor al-
lem per Kaltakquise vor (SA 31201017; vgl. G01160390 2 S. 189 Rz. 18).
Sie waren hierin intern unter der Führung von B._ und C._
geschult worden (SA 50201010). Zwar stellt die Beschwerdeführerin in Ab-
rede, dass es Verkaufsschulungen gegeben habe. B._ und
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Seite 21
C._ äusserten sich in Anhörungen jedoch dahingehend, dass es für
neue Mitarbeiter ein Training-Programm respektive Verkaufsschulungen
gab, die B._ geleitet habe (vgl. SA 50301124, 50301126; 50201010;
z.T. bestritten in G01160390 2 S. 190 Rz. 20). Die Verkaufstechnik wurde
auch durch Imitation des Vorgehens erfahrener Mitarbeiter erlernt (vgl. SA
50401012). C._ führte zudem selbst Verkaufsgespräche mit poten-
ziellen Anlegern (SA 30101015; vgl. SA 30101003, 30101011; 50301177;
vgl. auch SA 30601164 f.).
Das Verhalten der im Telefonverkauf tätigen Mitarbeiter ist der Beschwer-
deführerin als Arbeitgeberin ohne weiteres zuzurechnen.
5.1.3.3 Die am Handel mit Aktien der D._AG (DE) beteiligte
K._Corp (BVI) wurde am 18. Juni 2010 auf den britischen Jungfern-
inseln eingetragen. An ihr waren C._ und B._ wirtschaftlich
berechtigt. Als Direktoren fungierten zwei im Fürstentum Liechtenstein do-
mizilierte Personen, die gemäss Weisungen von C._ und
B._ handelten. Analog zum bereits zur E._Ltd (BVI) Gesag-
ten, ist damit von der Beteiligung der K._Corp (BVI) an der Gruppe
auszugehen.
5.1.3.4 Einzugehen ist auf die Verbindung zwischen der F._AG
(DE) und der D._AG (DE) und sodann auf die Verflechtungen die-
ser Gesellschaften mit der Beschwerdeführerin, B._, C._
und der E._Ltd (BVI). Die F._AG (DE) war die grösste Grün-
dungsgesellschafterin und bis zuletzt eine Hauptaktionärin der
D._AG (DE). Beherrscht wurde die F._AG (DE) von
G._ (SA 50201163, 50301206 f.), dem Geschäftsführer der
D._AG (DE) (SA 50301003, 50301057). Dieser war in gleicher
Funktion bereits an zwei anderen Unternehmen beteiligt, deren Effekten
die A._AG an Privatanleger vermittelt hatte (SA 31201017; vgl. SA
41101013; 41101056 ff.; vgl. auch SA 30101013). Die D._AG (DE)
und die F._AG (DE) hatten zudem seit 2009 denselben Geschäfts-
sitz. Gemäss dem «Update 10/2009» zur D._AG (DE) sollte das
Team der D._AG (DE) in die Geschäftsräume der F._AG
(DE) integriert werden, um Synergiepotenzial zu nutzen und in den Berei-
chen Qualitätsmanagement, Forschung und Entwicklung und Finanz- und
Rechnungswesen «Ressourcen» der F._AG (DE) in Anspruch zu
nehmen (G01160390 1 S. 222). Damit bestand zwischen diesen Gesell-
schaften eine offensichtlich enge Verflechtung.
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5.1.3.5 Für das Verhältnis der E._Ltd (BVI) und der A._AG
zur D._AG (DE) und zur F._AG (DE) ist zunächst von Be-
deutung, dass die führenden Organe und Eigentümer der Beschwerdefüh-
rerin, B._ und C._, über die K._Corp (BVI) und die
E._Ltd (BVI) an der D._AG (DE) beteiligt waren. Zur Beur-
teilung des Einflusses der Beschwerdeführerin auf die D._AG (DE)
kann die Summe der Beteiligungen der fraglichen Gesellschaften berück-
sichtigt werden, die im Oktober 2010 mehr als 45 % und im August 2012
etwa 58 % betrug (vgl. SA 50301171 f., 50301275, 41305047, 50201186).
Die A._AG wurde damit von «Hauptaktionären» der D._AG
(DE), B._ und C._, beherrscht (vgl. SA 41305036). Dabei ist
zudem zu beachten, dass ein grosser Teil der von der A._AG ange-
worbenen Anleger über ein Globalzertifikat der E._Ltd (BVI) an der
D._AG (DE) beteiligt waren und ihre Beteiligungsrechte nicht selbst
ausübten, sondern «treuhänderisch» von der Beschwerdeführerin ausü-
ben liessen. Da die Beschwerdeführerin und ihre Organe beachtliche Be-
träge vom von Anlegern einbezahlten Geld vereinnahmten, ist jedoch an-
zunehmen, dass die von der Beschwerdeführerin ausgeübten Stimmrechte
im Einklang mit dem Ziel ausgeübt wurden, möglichst viele D._AG-
Effekten bei unabhängigen Dritten zu platzieren. So stimmten die Organe
der Beschwerdeführerin jeweils für die Kapitalerhöhungen der
D._AG (DE) und bestätigten G._ als Geschäftsführer; letz-
teres obschon B._ und C._ offenbar erhebliche Zweifel ob
seiner Zuverlässigkeit hegten (vgl. SA 30701054, Nachricht von
C._ an B._, 30. Juli 2014: «Wieso schicksch denn’s ganze
geld immer am (G._).... Ohni vertrag??? Find ich absolut riskant»;
SA 50802026; 50401011; 50301360; SA 30601164 ff., E-Mail eines Anle-
gers an C._ mit kritischen Fragen zu G._; G01160390 2 S.
192 Rz. 33). Was hingegen die von der F._AG (DE) auf die
E._Ltd (BVI) übertragenen, jedoch «treuhänderisch» von der
F._AG (DE) für die E._Ltd (BVI) gehaltenen D._AG-
Aktien angeht, ist als Indiz der engen Verflechtung festzuhalten, dass die
Treuhandvereinbarung mit einer Verpflichtung der F._AG (DE) ein-
herging, Weisungen der E._Ltd (BVI) für die fraglichen Aktien zu
befolgen (vgl. SA 41305229; 41305298).
Für die enge Verflechtung spricht sodann, dass die E._Ltd (BVI) nur
zwecks Handels mit D._AG-Effekten geschaffen wurde und dass
sie stets nur Beteiligungen an der D._AG (DE) hielt (SA 41305341).
Die Anleger erhielten nach mündlichem Vertragsabschluss einen Kauf-
bzw. Beteiligungsvertrag, in welchem die E._Ltd (BVI), nicht die
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A._AG, als Verkäuferin der Effekten figurierte (vgl. SA 41101013;
41101056; 41101062 f.). Ähnlicher Konstrukte mit Gesellschaften der briti-
schen Jungferninseln bediente sich die A._AG auch bei Geschäften
mit Effekten anderer Gesellschaften, die nicht Gegenstand der angefoch-
tenen Verfügung sind. Dies deutet ebenfalls darauf hin, dass die Gründung
der E._Ltd (BVI) ein Vorbereitungsschritt der Beschwerdeführerin
im Hinblick auf die Platzierung von D._AG-Effekten war (dazu aus-
führlich hinten, E. 5.5.3).
Die Ähnlichkeit der Aktienkauf- und -treuhandverträge zwischen der
F._AG (DE) und der E._Ltd (BVI) einerseits (vgl. SA
41305105 ff.) mit analogen Verträgen der E._Ltd (BVI) mit der
K._Corp (BVI) anderseits (vgl. SA 41305114 ff.) ist ebenfalls ein In-
diz der Gruppenverbindung. Insbesondere erscheint vor dem Hintergrund
der damit sehr ähnlich geregelten Aktienübertragung das Argument der Be-
schwerdeführerin wenig plausibel, wonach das Aushandeln der Verträge
mit der F._AG (DE) von der Unabhängigkeit dieser Gesellschaft von
der A._AG respektive der E._Ltd (BVI) zeuge.
Schliesslich zeigt sich die enge Verflechtung und Koordination der beteilig-
ten Akteure an der umfassenden Korrespondenz betreffend die Geschäfts-
führung der D._AG (DE) und an der reibungslosen, fortlaufenden
Bereitstellung der verkauften D._AG-Effekten durch die
F._AG (DE). Von spätestens Februar 2008 bis Mai 2016 standen
die Verantwortlichen der Beschwerdeführerin regelmässig in Kontakt mit
der F._AG (DE), der D._AG (DE) und mit G._. In ei-
nem Schreiben vom 6. November 2009 an die Direktorin der E._Ltd
(BVI) nimmt G._ Bezug auf einen Pool-Vertrag zwischen der
F._AG (DE) und der E._Ltd (BVI), den er mit den Organen
der Beschwerdeführerin besprochen habe und der zum Zweck habe, «über
die gemeinsame Stimmenzahl entsprechend der Stückaktien die Geschi-
cke der [D._AG (DE)] stets in die intendierte Richtung lenken zu
können» (SA 41305274). Die Beschwerdeführerin will von einem solchen
Vertrag keine Kenntnis haben. Den Akten lassen sich jedoch mehrere deut-
liche Indizien einer mit G._ koordinierten Kontrolle der
D._AG (DE) entnehmen. Hierfür spricht etwa, dass die Stimm-
rechte der von der Beschwerdeführerin angeworbenen Anleger in der Re-
gel von der E._Ltd (BVI) und damit gemäss Weisungen der Organe
der A._AG ausgeübt werden konnten. Dies war möglich, weil viele
der Anleger nicht eine Eintragung als Aktionäre im eigenen Namen forder-
ten und folglich entsprechend dem Vertrag mit der E._Ltd (BVI) nur
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über deren Globalzertifikat beteiligt waren; diese Aktionäre nahmen daher
auch etwa nicht an Generalversammlungen teil (vgl. SA 30101023). Ein
weiteres Indiz ist die Tatsache, dass in Options-Aktienkaufverträgen der
E._Ltd (BVI) mit der F._AG (DE) von einer Aktionärsverein-
barung die Rede ist, aus der sich Einschränkungen hinsichtlich der Verfü-
gung über die übertragenen Aktien ergeben könnten (SA 50802226, § 4
des Vertrags vom 14. Oktober 2009). Von koordinierter Führung der
D._AG (DE) zeugt sodann auch, dass die F._AG (DE) einen
Teil der von ihr an die E._Ltd (BVI) verkauften Aktien dennoch
«treuhänderisch» für diese hielt, wobei die F._AG (DE) bevollmäch-
tigt wurde, die E._Ltd (BVI) in der Ausübung der mit den übertrage-
nen Aktien verbundenen Beteiligungsrechte soweit gesetzlich zulässig zu
vertreten (SA 41305085, Aktienkauf- und -treuhandvertrag vom 17. Juni
2013, § 2 Ziff. 1; vgl. SA 41305106; 41305175). Diese Regelung deutet auf
gleichgelagerte Interessen und die Verfolgung eines gemeinsamen Zieles
im Zusammenhang mit dem Handel mit D._AG-Effekten hin. Hierfür
spricht weiter, dass G._ von der wirtschaftlichen Berechtigung von
C._ und B._ an der E._Ltd (BVI) Kenntnis hatte, sich
jedoch hütete, diese Tatsache Dritten mitzuteilen (SA 50301203 f.; vgl. SA
50301325; 50301118; 50802219; 50301387; 50301189; 50301168;
50301004; 50301116 ff.). Schliesslich wollten die E._Ltd (BVI), die
K._Corp (BVI) und die F._AG (DE) offenbar im Frühjahr
2016 eine Grossbank damit beauftragen, einen Käufer für einen Trade Sale
der D._AG (DE) zu finden. Dabei war vorgesehen, dass G._
alle Instruktionen dieser drei «Hauptaktionäre» an die Bank vornehmen
sollte und die Bank dabei vom Einverständnis der E._Ltd (BVI) und
der K._Corp (BVI) würde ausgehen dürfen (SA 41306013 f.).
Aus den dargelegten Indizien folgt, dass die Beschwerdeführerin und ihre
führenden Organe zusammen mit G._ und der F._AG (DE)
in der für den Handel mit D._AG-Effekten massgeblichen Zeit die
«Geschicke» der D._AG (DE) tatsächlich gemeinsam bestimmten.
Hinzu kommt, dass die E._Ltd (BVI) die Effekten zu einem im Vo-
raus festgelegten und in den Jahren 2008 bis 2016 fortlaufend steigenden
Preis an die von der Beschwerdeführerin angeworbenen Anleger verkaufte
(SA 31301001 ff. inkl. der Belegstellen). Sie bezahlte für die im Wesentli-
chen parallel zur Platzierung erfolgende Übernahme der Aktien im Durch-
schnitt ca. die Hälfte des Platzierungspreises. Scheinbar liess sich die
F._AG (DE) damit grosse Gewinne entgehen. Erklären lässt sich
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die Übergabe zu vermeintlich zu tiefen Preisen nur dann, wenn die fortlau-
fende Übertragung der Aktien von der F._AG (DE) auf die
E._Ltd (BVI) als Teil der Vorbereitung eines durch eine Gruppe ko-
ordinierten Verkaufs von Effekten begriffen wird (vgl. dazu hinten, E.
5.5.3.1).
Sodann ist der frühe Beginn der Koordination zwischen der Beschwerde-
führerin und der F._AG (DE) in Bezug auf die D._AG (DE)
und deren Aktien hervorzuheben: Ein Geschäftsanteil an der
D._AG (DE) von 33 %, den die F._AG (DE) infolge einer
Kapitalerhöhung im Februar 2008 neu zeichnete, wurde bereits im April
2008 auf die eben erst gegründete E._Ltd (BVI) übertragen. Bei der
Beurkundung der Übertragung wurde die E._Ltd (BVI) durch
G._ vertreten. Ebenfalls anfangs April 2008 vermochte die Be-
schwerdeführerin erstmals D._AG-Effekten, zu diesem Zeitpunkt
also künftige Aktien, an Anleger zu verkaufen (angefochtene Verfügung Rz.
17 m.V.). An der Gesellschafterversammlung der D._AG (DE) vom
28. August 2009, an der die schon 2008 angekündigte Formumwandlung
der (GmbH) D._AG (DE) in eine AG und die Erhöhung des Gesell-
schaftskapitals von EUR 100'000 auf EUR 5'190'000 beschlossen wurden,
nahmen B._ und C._ teil – letzterer als Vertreter der
E._Ltd (BVI), B._ als «Gast».
Die engen Kontakte und die intensive Zusammenarbeit der Organe der Be-
schwerdeführerin mit der F._AG (DE) und G._ in Bezug auf
die D._AG (DE) setzten sich in den Folgejahren fort. Auf einzelne
Aspekte der Zusammenarbeit ist bereits hier exemplarisch einzugehen, da
diese ein für Gruppen im aufsichtsrechtlichen Sinn typisches Vorgehen na-
helegen: G._ besuchte mehrmals den Sitz der A._AG, um
sich mit C._ und B._ zu treffen und Besprechungen betref-
fend die D._AG (DE) abzuhalten. Jedenfalls einmal nannte er eines
dieser Treffen ein «Strategiemeeting» (SA 50301173). Als Indiz einer en-
gen Koordination dieser Gesellschaften mit der A._AG ist sodann
auch die Korrespondenz der F._AG (DE) und der D._AG
(DE) mit der Direktorin der E._Ltd (BVI) einzustufen (vgl. SA
41305033 f., 41319050, 41305048 ff., 50301357, 41305473 f.). Dabei ging
es unter anderem um die Übertragung von D._AG-Aktien von der
F._AG (DE) auf die E._Ltd (BVI), die mit einem «Aktienkauf-
und -treuhandvertrag» geregelt wurde, den die Beschwerdeführerin vor-
gängig mit G._ abgesprochen hatte (vgl. etwa SA 50301353; ange-
fochtene Verfügung Rz. 19-21, 30 und 51 je m.V.). Zur Vermarktung der
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Effekten leisteten ebenfalls beide Seiten einen wesentlichen, koordinierten
Beitrag. Die Beschwerdeführerin gewährleistete die eigentliche Verkaufs-
tätigkeit (siehe E. 5.1.3.2; vgl. hinten, E. 5.5.3.2) und bewarb die
D._AG (DE) überdies auf ihrer Internetseite (vgl. G01160390
1/018). Die Geschäftsführung der D._AG (DE) trug zum Verkauf der
Effekten bei, indem sie die Gesellschaft in ansprechend gestalteten, regel-
mässig in Absprache mit B._ und C._ erstellten Dokumen-
ten als seriöses und innovatives Unternehmen mit grossem Wachstums-
potenzial präsentierte (vgl. Argumentarium für Verkaufsgespräche, SA
50301324 Ziff. 5: «Volle Auftragsbücher, schreibt schwarze Zahlen, Expan-
sion nach Asien und USA»; vgl. der Executive Summary der D._AG
(DE), G01160390 1 S. 133 ff., S. 135 ff. und S. 146 ff.; G01160390 1 S.
205). Auch Quartalsberichte respektive Versionen hiervon erstellte die
D._AG (DE) in Absprache mit den Organen der Beschwerdeführe-
rin (angefochtene Verfügung Rz. 29 m.w.V. [Fn. 88]). Diese Zusammenar-
beit lässt sich nicht überzeugend bestreiten; sie ergibt sich deutlich aus den
Akten (s. SA 50301368 betr. Zustellung des «vorläufig letzten» Drafts des
Quartalsberichts I/2014 an B._ und C._ im Hinblick auf des-
sen Finalisierung; vgl. SA 50301189 betr. «Endversion» des Quartalsbe-
richts IV/2012; SA 50802199; vgl. auch SA 50301366 f. betr. Quartalsbe-
richt I/2016). Dass die Erstellung der Quartalsberichte beiderseits als Chef-
sache galt, zeigt, wie wichtig deren Inhalt aus Sicht der Beteiligten war;
dies wiederum deutet auf eine enge Koordination im Rahmen einer Tätig-
keit hin, deren aufsichtsrechtliche Einordnung vorliegend noch abzuklären
sein wird (insb. hinten, E. 5.5.3). Vorab ist festzuhalten, dass auch dies
dem Verkauf diente: Die Beschwerdeführerin stellte den Anlegern regel-
mässig Quartalsberichte wie auch weitere Dokumente zur D._AG
(DE) (z.B. Executive Summary, Term Sheets) zu. Dabei ging sie davon aus,
dass die Zustellung der Dokumente verkaufsentscheidend war. Gemäss
einer explizit bestätigten Aussage von C._ gegenüber der Staats-
anwaltschaft hätte ohne Zustellung der Dokumente niemand eine Investi-
tion getätigt (SA 50401012; 50802017). G._ leistete seinerseits ei-
nen direkten Beitrag am Verkauf, indem er sich als Geschäftsführer der
D._AG (DE) mit einigen grösseren potenziellen Anlegern in Zürich
und in Berlin traf und ihnen das Unternehmen präsentierte (vgl. SA
50301168, 50301204, 50401014; SA 30601089).
Der Kontakt der A._AG mit G._ respektive der
F._AG (DE) zwecks Koordination des Geschäfts mit D._AG-
Effekten dauerte bis im Mai 2016 an (vgl. E. 5.1.3.1). So sind für B._
vom 18. Mai 2015 bis zum 11. Mai 2016 über 250 Anrufe mit G._
B-2714/2018
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nachgewiesen (SA 50802179 ff.; vgl. 50802208; vgl. auch SA 50802057 ff.,
50802200-50802211; 50802208 ff.; 50802061 ff.; 30502066; 30701055).
Die dargelegten Indizien belegen die von der Vorinstanz angenommene
enge Verflechtung zwischen der D._AG (DE) und der F._AG
(DE) einerseits und der Beschwerdeführerin, ihren Organen und den von
diesen kontrollierten Offshore-Entitäten anderseits; sie zeugen von der ko-
ordinierten gemeinsamen Aktivität dieser Akteure in Bezug auf den von der
Vorinstanz als Emissionshaustätigkeit qualifizierten Handel mit
D._AG-Effekten (siehe dazu hinten, E. 5.2 bis 5.6). Ergänzend ist
auf besondere Hintergründe betreffend G._ und dessen Zusam-
menarbeit mit B._, C._ und der Beschwerdeführerin einzu-
gehen, die diese Feststellung zusätzlich stützen:
5.1.3.6 G._ war auch der Gründer und Geschäftsführer zweier Un-
ternehmen, deren Effekten die Beschwerdeführerin ebenfalls Anlegern per
Kaltakquise verkaufte (SA 50301007, 50301116 ff.; G01160390 1 S. 187).
Auch in diesen beiden Fällen, die nicht dasselbe Volumen wie bei der
D._AG (DE) erreichten, kam es zu einer engen und ähnlich organi-
sierten Kooperation von G._s Gesellschaften mit der Beschwerde-
führerin, was die enge Verbindung weiter verdeutlicht.
Bei einer dieser Gesellschaften, der L._AG, wurden im Jahr 2009
schwerwiegende Probleme betreffend die Geschäftsführung durch
G._ publik. Im Zuge der Zuwahl eines neuen CFO wurden laut Me-
dienberichten (vgl. SA 30601166 ff., (...)) anlässlich der Überprüfung der
Bücher über (...) Scheinrechnungen für ein Gesamtvolumen von mehr als
EUR (...) Mio. aufgedeckt. G._ wurde dann als Vorstandsvorsitzen-
der vom Aufsichtsrat mit sofortiger Wirkung abberufen und wegen Untreue
und Betrug angezeigt. Von diesen Vorwürfen hatte die Beschwerdeführerin
Kenntnis, doch beschrieb sie die fraglichen Vorgänge gegenüber Anlegern
zum Teil als eine Art feindliche Übernahme, der G._ zum Opfer ge-
fallen sei (vgl. SA 50301168; 30601164; 50301004; 50301116 ff.). In den
Akten finden sich dagegen keine Hinweise auf irgend eine kritische Be-
schäftigung der Beschwerdeführerin mit diesen Vorwürfen oder mit der
Frage nach der Eignung von G._ als Geschäftsführer der
D._AG (DE). Angesichts der Tatsache, dass die Beschwerdeführe-
rin den Anlegern Effekten eines Unternehmens verkaufte, dessen Erfolg
von G._ offenbar vorgetäuscht worden war, zeugt der Umgang der
Beschwerdeführerin mit diesen Vorwürfen ebenfalls von ihrer Gruppenver-
bindung zur F._AG (DE), zur D._AG (DE) und zu
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Seite 28
G._. Anders liesse es sich nicht nachvollziehen, dass die Be-
schwerdeführerin im grossen Umfang Effekten der L._AG, der
D._AG (DE) und einer weiteren von G._ kreierten Gesell-
schaft ohne kritische Auseinandersetzung mit der entscheidenden Perso-
nalie an Privatanleger vermittelte.
Inzwischen wurde G._ im Zusammenhang mit seiner Rolle bei der
D._AG (DE) von einem deutschen Strafgericht wegen Insolvenz-
verschleppung, Bankrotts, Betruges und Untreue zu einer mehrjährigen
Haftstrafe verurteilt (siehe (...)). Es habe bei der D._AG (DE) wie-
derholt unterschiedliche Jahresabschlüsse für dasselbe Jahr gegeben, ein-
mal mit geringerem und einmal mit viel höherem Gewinn. Die Abschlüsse
mit den höheren Erfolgszahlen wurden in Präsentationen potenziellen An-
legern gezeigt, während die tieferen Gewinnbeträge offiziell im Bundesan-
zeiger auftauchten. Gemäss einer Sachverständigen war die
D._AG (DE) dabei seit Mitte 2016 überschuldet (siehe (...)).
Angesichts der Tatsache, dass das Anlegerinteresse an bestimmten Aktien
stark von der Einschätzung des Werts des Unternehmens abhängt, und mit
Blick darauf, dass G._ in Absprache mit den Organen der Be-
schwerdeführerin Entwürfe von Quartalsberichten und andere Dokumente
zur D._AG (DE) erstellte, weist auch dies auf eine enge Koopera-
tion bei der Vermarktung der D._AG-Effekten hin.
5.1.3.7 Die Argumente der Beschwerdeführerin gegen die Feststellung des
Gruppenverhältnisses und der engen Koordination namentlich mit der
F._AG (DE) und der D._AG (DE) überzeugen nicht. Dass
etwa die Kontakte der Organe der A._AG mit G._ und der
D._AG (DE) der Beschaffung von Informationen zuhanden der An-
leger gedient haben sollen, entbehrt bei Betrachtung der gesamten Indi-
zienlage aller Plausibilität. Dies würde voraussetzen, dass die Beschwer-
deführerin sich ernsthaft für den tatsächlichen Wert der D._AG (DE)
und die Seriosität ihrer Geschäftsführung interessiert hätte. Dafür, dass
dies der Fall gewesen wäre, finden sich in den umfangreichen Akten keine
Anhaltspunkte. Es finden sich vielmehr Indizien des Gegenteils, wie etwa
die sinngemässe Aussage eines ehemaligen Angestellten der
A._AG verrät, wonach die von der Beschwerdeführerin vermittelten
Titel nicht ernsthaft angeschaut worden seien und es nur um die Akquise
von Liquidität gegangen sei (SA 50401010 f.; vgl. die vorne besprochenen
Indizien, E. 5.1.3.5, sowie hinten E. 5.5.3.1 f.). Die Abgabe von Dokumen-
ten zur D._AG (DE) an bestehende oder potentielle Anleger lässt
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sich bei gegebener Indizienlage glaubwürdig nur als Teil der Bemühungen
zum möglichst umfangreichen Verkauf von D._AG-Effekten begrei-
fen. Dafür spricht auch das regelmässige Bemühen, bestehende Anleger
zum Kauf zusätzlicher Effekten zu bewegen (vgl. SA 50201146 ff.). Aus
Telefonnotizen von Anlegern, Verkaufsleitfäden und anderem Material der
Beschwerdeführerin geht hervor, dass diese stets bemüht war, die
D._AG (DE) als sehr erfolgreich zu präsentierten; auch dann, wenn
Anlegern Zweifel aufkamen, weil sich beispielsweise der angeblich ge-
plante Börsengang wiederholt hinauszögerte. Hierzu verbreitete sie fal-
sche respektive irreführende Informationen zum Unternehmenswert, zum
bestehenden Aktionariat oder zur internationalen Expansion (siehe dazu E.
5.1.3.2; E. 5.5.3.1 f.). Wenn die Beschwerdeführerin die Anleger stattdes-
sen korrekt über die ihr bekannten Verhältnisse bei der D._AG (DE)
informiert hätte – inklusive über die wirtschaftliche Berechtigung von
B._ und C._ an der E._Ltd (BVI) und der
K._Corp (BVI) –, hätte sie ihre Umtriebe zur Einholung von Kapital
sabotiert. Die Erklärung der Beschwerdeführerin für ihre Kontakte zur
D._AG (DE) steht mit anderen Worten nicht im Einklang mit ihrem
Geschäftsgebaren; dieses bringt vielmehr eine Interessenlage zum Aus-
druck, wie sie für Geschäfte von Gruppen im aufsichtsrechtlichen Sinn ty-
pisch ist. Auf die rechtliche Einordnung dieses Geschäfts wird in den nach-
folgenden Erwägungen (E. 5.2-5.6) einzugehen sein.
Nicht überzeugend ist auch das Argument, die Aushandlung gewisser Ver-
träge zwischen der E._Ltd (BVI) und der F._AG (DE) spre-
che für die Unabhängigkeit dieser Unternehmen und gegen deren Zugehö-
rigkeit zur selben Gruppe im aufsichtsrechtlichen Sinn. Eine solche setzt
nicht identische Interessen oder bedingungsloses Vertrauen in die Grup-
penpartner voraus. Eine gewisse Unabhängigkeit der Akteure und teilweise
divergierende Interessen dürften die Regel sein. Auch innerhalb gewöhnli-
cher Konzerne kommt es zu Vertragsverhandlungen. Dass zwischen der
E._Ltd (BVI) und der F._AG (DE) offenbar verhandelt
wurde, ist nicht erstaunlich, zumal es um hohe Geldbeträge im Rahmen
eines Geschäfts mit erheblichen Risiken ging. Die Bemühung eng verfloch-
tener Akteure, sich intern durch Verträge oder Leistungen Zug um Zug ab-
zusichern, ist nichts Ungewöhnliches. Vorliegend ist die Verhandlung in Be-
zug auf die Konditionen der Übergabe der Effekten zwecks Verkauf durch
die E._Ltd (BVI) auch schlicht als Element der Koordination der
Gruppe im aufsichtsrechtlichen Sinn zu qualifizieren; dies hat denn auch
die Vorinstanz richtig erkannt. In den entscheidenden Belangen bestanden
im Übrigen gleichgelagerte Interessen: So lässt sich die Beteiligung der
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Seite 30
unterschiedlichen Akteure am Geschäft mit D._AG-Effekten nur
dann schlüssig begreifen, wenn die D._AG (DE) und die
F._AG (DE) einer Gruppe im aufsichtsrechtlichen Sinn angehörten,
im Rahmen welcher die Beschwerdeführerin in grosser Zahl
D._AG-Effekten für die ihren Organen gehörende E._Ltd
(BVI) platzierte. Ginge man nicht von einem Gruppenverhältnis unter Ein-
schluss der F._AG (DE) und von der Platzierung der Effekten zu
fiktiven Preisen durch die E._Ltd (BVI) aus (vgl. dazu E. 5.5.3.1),
wäre nicht nachvollziehbar, warum die F._AG (DE) mehrmals jähr-
lich D._AG-Effekten zu ungefähr der Hälfte der Preise auf die
E._Ltd (BVI) übertrug, welche die E._Ltd (BVI) zur praktisch
gleichen Zeit durch Platzierung dieser Effekten realisierte. Die
F._AG (DE) hätte damit trotz bester Kenntnis des Werts der ver-
kauften Effekten der von ihrem Inhaber geführten D._AG (DE) ei-
nen grossen Schaden in Form entgangener Gewinne erlitten, während sich
die Organe der Beschwerdeführerin über Konten von BVI-Gesellschaften
Einnahmen in zweistelliger Mio.-Höhe zuführen liessen.
Im Ergebnis ist damit aus den genannten Gründen (E. 5.1.3.5 bis 5.1.3.7)
nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz sowohl die Beschwerdeführerin
und ihre Organe als auch die F._AG (DE) und die D._AG
(DE) einer Gruppe im aufsichtsrechtlichen Sinn zuordnete, die gemeinsam
und koordiniert mit Effekten der D._AG (DE) handelte.
5.1.3.8 Ein Teil der von der E._Ltd (BVI) vermittels der Beschwer-
deführerin an Anleger verkauften D._AG-Effekten ist auf ursprüng-
liche Beteiligungen der H._Ltd und der J._Ltd zurückzufüh-
ren. Die Beschwerdeführerin bestreitet eine enge Verflechtung von ihr res-
pektive der Gruppe mit diesen Gesellschaften. Die Vorinstanz hält zwar
keine Gruppenzugehörigkeit der H._Ltd und der J._Ltd fest,
spricht aber deren Geschäften mit D._AG-Effekten die wirtschaft-
lich reale Bedeutung ab.
Die H._Ltd ist eine Gründungsgesellschafterin der D._AG
(DE). Sie verfügte nach deren Formumwandlung über 492'737
D._AG-Aktien, wovon sie 100'000 anfangs 2010 auf die
E._Ltd (BVI) und 392'737 im Dezember 2010 auf die F._AG
(DE) übertrug, wobei letztere die Effekten später ebenfalls der
E._Ltd (BVI) abtrat. Ein Indiz für eine Gruppenverbindung ist die
Tatsache, dass die H._Ltd (wie die F._AG (DE)) an der Ge-
sellschafterversammlung der D._AG (DE) vom 28. August 2009
B-2714/2018
Seite 31
aufgrund von Bestimmungen des deutschen GmbH-Rechts nicht an der
Abstimmung zur Entlastung von G._ als Geschäftsführer teilneh-
men durfte (SA 50301056 ff.). Ein weiteres ist die Tatsache, dass gemäss
Term-Sheet zur D._AG (DE) aus dem Jahr 2010 eine Beteiligung
von 10 % der «Geschäftsleitung/Aufsichtsrat» der D._AG (DE) zu-
geordnet wird, womit die Beteiligung der H._Ltd gemeint sein
musste. Denn daneben waren nur Anteile von 25 % der F._AG
(DE), von 40 % der E._Ltd (BVI) und von 25 % eines «strategischen
Investors» aus Hong Kong aufgeführt. Noch deutlicher zeigt sich die enge
Verflechtung mit der F._AG (DE) und damit der Gruppe daran, dass
die E._Ltd (BVI) den Preis für die ihr von der H._Ltd über-
tragenen Aktien nicht an die H._Ltd überwies, sondern gemäss ei-
nem Vertrag vom 3. Februar 2010 auf ein Konto der F._AG (DE)
(SA 41305370 und 41305373 § 3). Überdies erhielt die H._Ltd an-
ders als die E._Ltd (BVI), M._ und die J._Ltd infolge
der Kapitalerhöhung vom 28. August 2009 durch Sacheinlagen der
F._AG (DE) und der damit verbundenen Regelung des Verwässe-
rungsschutzes keine neuen Aktien zugeteilt (SA 40801203 f.), sondern
wurde gleich behandelt wie die sacheinlegende F._AG (DE). Dies
ergibt nur Sinn, wenn die H._Ltd ebenfalls G._ zuzuordnen
ist. Aufgrund dieser Umstände und des zur F._AG (DE) und zu
G._ Gesagten (E. 5.1.3.5-5.1.3.7) ist festzuhalten, dass die
H._Ltd ebenfalls zur Gruppe im aufsichtsrechtlichen Sinn gehörte,
mit welcher die Beschwerdeführerin und andere Akteure ein Geschäft mit
D._AG-Effekten betrieben (zur aufsichtsrechtlichen Einordnung
dieses Geschäfts s. E. 5.2-5.7).
Auch die J._Ltd ist Gründungsgesellschafterin der D._AG
(DE) (GmbH). Ihre Beteiligung von 25 % übertrug sie auf die von
B._ und C._ beherrschte K._Corp (BVI) (vgl. SA
50301171 f.). Die K._Corp (BVI) übertrug die Beteiligung für EUR
8'693'250.- auf die ebenso B._ und C._ zugeordnete
E._Ltd (BVI), für welche die Beschwerdeführerin diese Effekten
platzierte. Bereits dies ist ein Indiz auf die Gruppenzugehörigkeit. Weiter
schrieb C._ in einer E-Mail an G._ im Juli 2014, er habe
G._ mit der D._AG (DE) einen Neuanfang ermöglicht; dies
spielte auf die Probleme und die Abwahl G._s bei der L._AG
an (dazu E. 5.1.3.6). Das lässt darauf schliessen, dass C._ bereits
vor der Beteiligung der E._Ltd (BVI) an der D._AG (DE) bei
letzterer involviert war. Möglich ist dies nur über die Beteiligung der
J._Ltd; dies ist anzunehmen, zumal es sich bei der J._Ltd
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Seite 32
(oder zumindest den dahinter stehenden Personen) gemäss der im We-
sentlichen unbestrittenen Behauptung der Vorinstanz um eine frühere Kun-
din von C._ handelte und damit ein vorbestehendes Geschäftsver-
hältnis gegeben war. Die J._Ltd hielt als Gründungsgesellschafterin
bis zu 25 % der D._AG (DE). Sie war beteiligt, als G._ per
ausserordentlicher Generalversammlung am 28. Februar 2008 als Ge-
schäftsführer eingesetzt wurde (SA 40801144); über ihre Vertretung im Auf-
sichtsrat trug sie dazu bei, G._ im Jahr 2009 zum alleinigen Vor-
standsmitglied der D._AG (DE) zu ernennen. Auf die Gruppenzu-
gehörigkeit weist auch hin, dass gegenüber den Anlegern irreführende An-
gaben zur Beteiligung der J._Ltd gemacht wurden: Auf Term-
Sheets der D._AG (DE) war jahrelang ein «strategischer Investor
aus Hong Kong» als Miteigentümer (25 %) der D._AG (DE) aufge-
führt, womit die J._Ltd mit Sitz in London gemeint war, deren zeich-
nungsberechtigte Vertreter (...) über eine Geschäftsadresse in Hong Kong
verfügten (vgl. SA 40802003; 40801458; 40801309 f.). Obwohl die Beteili-
gung der J._Ltd im Jahr 2011 der K._Corp (BVI) abgetreten
wurde, war noch auf Term Sheets fürs Jahr 2014 die Beteiligung eines
«strategischen Investors aus Hong Kong» angegeben (SA 50802170 ff.;
50802165; 50802153). Sodann ist der Preis für den Kauf der Beteiligung
der J._Ltd durch die K._Corp (BVI) hervorzuheben: Ge-
mäss handschriftlicher Notiz der Direktorin der E._Ltd (BVI) vom
31. Mai 2011 wurden die Aktien eines «Chinesen» zu EUR 3.60 gekauft,
um sie dann mit Gewinn weiterzuverkaufen (SA 50802292). Zu dieser Zeit
bot die Beschwerdeführerin Anlegern Aktien der D._AG (DE) zum
Preis von EUR 9.10 an (vgl. SA 50802178). Da nicht davon ausgegangen
werden kann, dass ein «strategischer» Investor (die J._Ltd), der im
Aufsichtsrat der D._AG (DE) vertreten ist, seine Beteiligung ande-
ren Miteigentümern zu wenig mehr als einem Drittel des von der Beschwer-
deführerin bei Anlegern erzielten Preises (also klar nicht «at arm’s length»)
übergibt, muss hieraus in Verbindung mit den anderen Indizien gefolgert
werden, dass auch die J._Ltd der Gruppe im aufsichtsrechtlichen
Sinn angehörte.
Die dargelegte Zuordnung der H._Ltd und der J._Ltd zur
Gruppe im aufsichtsrechtlichen Sinn ergibt sich auch aus folgendem
Grund: In beweiswürdigungsrechtlicher Hinsicht hat die Beschwerdeführe-
rin die Folgen davon zu tragen, dass sie sich im Rahmen ungewöhnlicher
Geschäfte höchst undurchsichtiger Strukturen mit diversen ausländischen
Sitzgesellschaften und verschleierten Beteiligungsverhältnissen bediente
(E. 5.1.2.2). Zudem hatte sie bei früherer Gelegenheit bloss unvollständig
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Seite 33
Auskunft über die für die Prüfung eines Gruppensachverhalts und der Un-
terstellungspflicht relevanten Tatsachen erteilt, als sie im April 2010 auf Er-
suchen der FINMA um Auskunft hin namentlich nicht offenlegte, dass ihre
Organe die E._Ltd (BVI) beherrschten. Vielmehr gab sie in irrefüh-
render Weise an, dass sie eine Vermittlungstätigkeit «für ausländische Be-
teiligungsinhaber» ausübe, welche die zu verkaufenden Effekten «in sepa-
raten, auf den British Virgin Islands domizilierten Gesellschaften» hielten
(G01160390 1 S. 44 Ziff. 11; vgl. S. 42 Ziff. 8, S. 45 Ziff. 14). Auch die
Koordination mit der D._AG (DE) und der F._AG (DE) blieb
unerwähnt, ebenso die Zusatzeinnahmen der Organe der Beschwerdefüh-
rerin aus Konten der E._Ltd (BVI) im zweistelligen Mio.-Bereich.
Gerade angesichts dieses früheren Auskunftsverhaltens in Verbindung mit
den komplexen Strukturen und den verschleierten Beteiligungsverhältnis-
sen der etablierten Gruppe (insb. E. 5.1.3.3 bis E. 5.1.3.7) oblag es der
Beschwerdeführerin, den sich hierbei aufdrängenden Annahmen allenfalls
geeignete Beweismittel und Darlegungen entgegenzusetzen. Sie hat je-
doch keinerlei Indizien der Unabhängigkeit der H._Ltd oder der
J._Ltd offeriert. Daher ist schon nach allgemeinen Regeln der Plau-
sibilität im Rahmen der Beweiswürdigung nur der Schluss möglich, dass
die H._Ltd und die J._Ltd zur von der Vorinstanz festgestell-
ten Gruppe im aufsichtsrechtlichen Sinn gehörten.
Nicht erwiesen und in beweiswürdigungsrechtlicher Hinsicht nicht annehm-
bar – und von der Vorinstanz auch nicht behauptet – ist hingegen eine enge
Verflechtung von M._ mit der Gruppe. Er war früherer Geschäfts-
führer der D._AG (DE) (GmbH), legte sein Amt jedoch am 18. Au-
gust 2009, vor der Generalversammlung vom 28. August 2009, aus ge-
sundheitlichen Gründen mit sofortiger Wirkung nieder (SA 40801183); we-
nig später wurde seine Beteiligung an der D._AG (DE) im Umfang
von 519'000 Aktien auf die F._AG (DE) übertragen.
5.1.3.9 Am Vorliegen einer Gruppe im aufsichtsrechtlichen Sinn ändert der
Einwand der Beschwerdeführerin nichts, ihr und ihren Organen sei keine
Umgehungsabsicht vorwerfbar. Eine solche Absicht ist typisch für Gruppen
im aufsichtsrechtlichen Sinn, aber kein Begriffsmerkmal (E. 5.1.2.1). Davon
abgesehen wäre vorliegend wegen der verschleierten Beteiligungsverhält-
nisse und der kaschierten Kapitalflüsse an die Organe der Beschwerdefüh-
rerin ohnehin von einer gewissen Umgehungsabsicht bei der Durchführung
des gemeinsamen Geschäfts – dessen Einstufung sogleich erfolgt (E. 5.2-
5.7) – auszugehen.
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Seite 34
5.1.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Kritik der Beschwerde-
führerin an der Sachverhaltserstellung der Vorinstanz nicht überzeugt. Der
rechtserhebliche Sachverhalt ist weder unrichtig noch unvollständig erstellt
worden; von einer geradezu willkürlichen Sachverhaltserstellung kann erst
recht keine Rede sein. Die Feststellung, die Beschwerdeführerin habe ge-
meinsam mit den übrigen genannten Beteiligten eine Gruppe im aufsichts-
rechtlichen Sinn gebildet, die in koordinierter Weise ein Geschäft mit Effek-
ten der D._AG (DE) durchführte, ist nicht zu beanstanden.
Aufgrund der Gruppenkonstellation ist nachfolgend unter Einnahme einer
Gesamtbetrachtung zu prüfen, ob das von der Gruppe betriebene Geschäft
mit D._AG-Effekten von der Vorinstanz zu Recht als bewilligungs-
pflichtige Emissionshaustätigkeit qualifiziert wurde. Eine solche Tätigkeit
setzt voraus, dass eine Gesellschaft oder Gruppe, die hauptsächlich im
Finanzbereich tätig ist (Art. 2 Abs. 1 aBEHV), gewerbsmässig Effekten, die
von Drittpersonen ausgegeben worden sind, fest oder in Kommission über-
nimmt und diese öffentlich auf dem Primärmarkt anbietet (Art. 10 Abs. 1
aBEHG i.V.m. Art. 3 Abs. 2 aBEHV):
5.2 Ein öffentliches Anbieten von Effekten liegt vor, wenn ein unbestimmter
Personenkreis angesprochen wird, der nicht im Vornherein begrenzt ist
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_276/2009 vom 22. September 2009 E.
4.1; Urteil des BVGer B-4409/2008 vom 27. Januar 2010, E. 7.2; PETER
BÖCKLI, Schweizerisches Aktienrecht, 4. Aufl., Zürich 2009, § 2 N. 103).
Eine grössere Zahl angesprochener Anleger oder eine breite Streuung der
verkauften Effekten sind Indizien eines öffentlichen Angebots (vgl. BGer-
Urteil 2C_558/2019 vom 26. Mai 2020 E. 2.2 [betr. Vermittlung von 58'000
Aktien an 32 bzw. 33 Käufer und von 8000 Aktien an fünf Käufer]; vgl. auch
BGE 137 II 284 E. 5.3.2). Die E._Ltd (BVI) hat durch die Vermitt-
lungs- und Verkaufstätigkeit der Beschwerdeführerin zwischen dem 3. April
2008 und dem 6. Mai 2016 Effekten der D._AG (DE) an mindestens
200 Anleger veräussert (vgl. SA 31301001 ff. m.V.). Dazu kontaktierten die
hierin geschulten (vgl. E. 5.1.3.2), auf Provisionsbasis entschädigten Mit-
arbeiter der Beschwerdeführerin zumeist per Kaltanruf eine unbestimmte
Anzahl potenzieller Anleger. Zudem hat die Beschwerdeführerin die
D._AG (DE) auf ihrer Webseite beworben. Dieses Vorgehen rich-
tete sich folglich an eine unbegrenzte Zahl und ist als öffentliches Angebot
einzustufen (vgl. BGE 136 II 43 E.4.2; Urteil des BVGer B-1186/2013 vom
10. Dezember 2013 E.3.2 f.).
B-2714/2018
Seite 35
5.3 Abzuklären ist, ob zum Zweck der öffentlichen Platzierung eine Über-
nahme (fest oder in Kommission) der von der E._Ltd (BVI) mithilfe
der Beschwerdeführerin an unabhängige Anleger veräusserten
D._AG-Effekten erfolgte.
5.3.1 Die Beschwerdeführerin will keine Effekten der D._AG (DE)
im Hinblick auf deren Erstplatzierung übernommen haben. Zumindest
grösstenteils hätten sich die Effekten bereits auf dem Sekundärmarkt be-
funden. Zudem argumentiert sie sinngemäss, eine Festübernahme von Ef-
fekten im Sinne von Art. 10 BEHG i.V.m. Art. 2 Abs. 1 BEHV sei in Bezug
auf die Wandelschuldverschreibung und spätere Bezugsrechtsausübung
nicht gegeben, weil Wandelschuldverschreibungen nicht unbedingt mit der
Absicht gekauft würden, die hieraus resultierenden Aktien zu erhalten.
Die Vorinstanz nimmt an, dass die E._Ltd (BVI) respektive die
Gruppe D._AG-Effekten fest übernahmen, um sie öffentlich zu plat-
zieren (vgl. Verfügung Rz. 46 ff.). Bei der Wandelschuldverschreibung sei
die Bezugsrechtausübung bzw. Wandelung innert kurzer Zeit erfolgt; schon
beim Erwerb der Wandelschuldverschreibung habe die Absicht der Platzie-
rung der Effekten bestanden. Beim Verkauf des von der F._AG (DE)
gezeichneten Stammanteils der D._AG (DE) von 33 % an die
E._Ltd (BVI) geht die Vorinstanz davon aus, dass dieser dazu ge-
dient habe, der D._AG (DE) finanzielle Mittel zu beschaffen, weil
vereinbart worden sei, dass die F._AG (DE) den Kaufpreis an die
D._AG (DE) weiterleiten würde. Die Vorinstanz verweist sodann da-
rauf, dass eine Emissionshaustätigkeit nicht die Übernahme und Veräusse-
rung des gesamten Bestands der neu ausgegebenen Effekten voraus-
setze. Hinreichend sei, wenn ein Teil der neu geschaffenen Anteile zwecks
öffentlicher Platzierung gezeichnet werde.
5.3.2 Die bewilligungspflichtige Emissionshaustätigkeit nach Art. 10 Abs. 1
aBEHG i.V.m. Art. 2 Abs. 1 und Art. 3 Abs. 2 aBEHV setzt voraus, dass neu
geschaffene oder noch nicht im Markt befindliche Effekten von einer Dritt-
person übernommen werden, um sie öffentlich anzubieten (vgl. BGE 136
II 43 E. 4.1; Urteile des BVGer B-5274/2015 vom 22. Mai 2018 E.7.4; B
7861/2008 vom 24. September 2009 E. 6.1.1). Das Emissionshaus ist beim
Verkauf der Effekten Partei und nicht bloss deren Vermittler (vgl. BGE 137
II 383 E. 9.1; PHILIPPE BORENS, Finanzmarkt: Börsen und Effektenhändler,
in: Fachhandbuch Verwaltungsrecht, Biaggini/Häner/Saxer/Schott [Hrsg.],
Zürich et al. 2015, S. 147). Vorausgesetzt ist zudem, dass die Übernahme
der Effekten fest oder in Kommission erfolge. Dieses Begriffspaar des Art.
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3 Abs. 2 aBEHV ist in der Nachfolgebestimmung des Bundesgesetzes vom
15. Juni 2018 über die Finanzinstitute (FINIG; BBl 2018 3557 ff.) nicht mehr
enthalten (s. Art. 12 lit. a FINIG, der nur von «Übernahme» spricht). Erwäh-
nung findet es in Art. 44 Abs. 1 lit. c FINIG, der Aufgaben von Wertpapier-
häusern beschreibt. Das neue Recht, mit dem an der Regelung der Bewil-
ligungspflicht für Effektenhändler in materieller Hinsicht nichts geändert
werden sollte (Botschaft FIDLEG/FINIG, BBl 2015 8901 ff.), widerspiegelt
mit dieser Anpassung die bereits im bisherigen Recht vor allem deskriptive
Funktion des Begriffs der Übernahme «fest oder in Kommission».
Die Festübernahme tritt in unterschiedlichen Formen auf. Beim Fixed Price
Underwriting erwirbt das Emissionshaus die Effekten zu einem vertraglich
unter Berücksichtigung der Marktlage und von Vergleichswerten geregel-
ten Preis, um sie in eigenem Namen und auf eigene Rechnung öffentlich
zu platzieren. Das Emissionshaus geht dabei typischerweise das Risiko
ein, nicht für alle übernommenen Effekten Abnehmer zu finden (Platzie-
rungsrisiko), und wird dafür mit einer Übernahmekommission entschädigt
(vgl. EMCH/RENZ/ARPAGAUS et al., Das Schweizerische Bankgeschäft, 7.
Aufl., 2011, S. 692 Rz. 2065 f.; STEFAN WALLER, Das Underwriting Agree-
ment, Zürich 2010, S. 102 f.; MIRJAM EGGEN, Produktregulierung im Fi-
nanzmarktrecht, Bern 2015, S. 27 m.H.). Beim Bookbuilding übernimmt
das Emissionshaus die Effekten dagegen üblicherweise zum Nominalwert.
Der unter Hinzuziehung potentieller Investoren ermittelte Platzierungspreis
wird nach Abschluss der Zeichnungsfrist anlässlich der Zuteilung der Ef-
fekten festgelegt. Das Agio geht an den Emittenten. Das Emissionshaus
schränkt dabei sein Platzierungsrisiko ein (vgl. LUCAS FORRER/FELIX ZUUR,
GesKR 4/2019, S. 653 f.; DANIEL DAENIKER, Underwriting Agreement –
Rechtliche Grundlage von öffentlichen Aktienangeboten schweizerischer
Gesellschaften, in: Rolf Watter [Hrsg.], Rechtsfragen beim Börsengang von
Unternehmen, Zürich 2002, 159 ff., S. 169 und 175; EMCH/RENZ/ARPAGAUS
et al., a.a.O., S. 692 Rz. 2066). In der Praxis kann die Festübernahme von
diesen Grundtypen abweichen. Die für die eine oder andere Form der Fest-
übernahme typischen Elemente sind nicht ohne weiteres begriffsnotwendig
i.S.v. Art. 3 Abs. 2 aBEHV i.V.m. Art. 2 Bst. d aBEHG, da diese Bestimmun-
gen mit Blick auf den Normzweck des Anleger- und Funktionsschutzes aus-
zulegen sind (Urteil des BVGer B-5274/2015 vom 22. Mai 2018 E. 7.4; vgl.
Urteil des BVGer B-4409/2008 vom 27. Januar 2010 E. 7.6.2). Eine Emis-
sionshaustätigkeit kann folglich auch vorliegen, wenn das Emissionshaus
keine Übernahmekommission erhält oder faktisch kein oder nur ein be-
schränktes Platzierungsrisiko trägt (vgl. BVGE 2019 IV/4 E. 4.3.5; Urteil
des BVGer B-5274/2015 vom 22. Mai 2018 E. 7.4; vgl. auch Urteil des
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BGer 2C_571/2018 vom 30. April 2019 E. 3.1 und 4.3). Ebenfalls kein Be-
griffsmerkmal ist der Mittelrückfluss an den Emittenten nach der Platzie-
rung. Hierzu kommt es im Bookbuilding-Verfahren, nicht aber beim Fixed
Price Underwriting, wo der Emittent das Kapital in Form des vom Emissi-
onshaus zu bezahlenden «fixen Preises» gegebenenfalls vorab aufnimmt
(vgl. ZUUR/FORRER GesKR 4/2019 S. 654). Das Fehlen eines verbreiteten
Merkmals der Festübernahme führt nicht bereits dazu, dass keine Unter-
stellungspflicht gegeben ist, zumal die Gefährdung von Anleger- und
Marktinteressen bei untypischen Formen der Festübernahme nicht gerin-
ger ist. Ebenso schliesst die Übernahme nur eines Teiles der zu emittieren-
den Aktien nicht aus, dass eine Festübernahme vorliege (vgl. Urteile des
BVGer B-5274/2015 vom 22. Mai 2018 E. 7.4; B 7861/2008 vom 24. Sep-
tember 2009 E. 6.1.1; B-8227/2007 vom 20. März 2009 E. 4.3; BGE 136 II
43 E. 4.1).
5.3.3 Gemäss Kooperationsvertrag der Beschwerdeführerin mit der
E._Ltd (BVI), den die Beschwerdeführerin der FINMA im April 2010
zustellte, verpflichtete sich die Beschwerdeführerin, für die von der
E._Ltd (BVI) übernommenen Aktien Käufer für einen festgelegten
(Mindest-)Preis zu finden. Beim Verkauf von Aktien zum Mindestpreis
stand ihr gemäss Vertrag eine Provision von ca. 25 % des Preises zu. Ein
wesentlicher Anteil der von der E._Ltd (BVI) verkauften Aktien
stammte aus einem von ihr im April 2008 übernommenen Stammanteil an
der D._AG (DE) (GmbH) von 33 % und den hieraus mit der am 28.
August 2009 beschlossenen Formumwandlung der D._AG (DE) zur
Aktiengesellschaft entstandenen Aktien. Zudem kaufte die E._Ltd
(BVI) weitere Effekten anderen Gruppengesellschaften ab (vgl. hinten, E.
5.5.3). Schliesslich erlangte die E._Ltd (BVI) Aktien durch Wande-
lung einer von der F._AG (DE) übernommenen Wandelanleihe.
Aus den Akten geht hervor, dass die Platzierung der Aktien für die
E._Ltd (BVI) der einzige Grund war, Effekten der D._AG
(DE) zu übernehmen (vgl. SA 41305341, Aussage der Direktorin der
E._Ltd (BVI), diese Gesellschaft sei «einzig zwecks Erwerbs, Hal-
tens und Weiterveräusserns» einer grösseren Beteiligung an der
D._AG (DE) gegründet worden; SA 41305473 f.: die Umwandlung
der D._AG (DE) in eine Aktiengesellschaft war für die
E._Ltd (BVI) «von wesentlicher Bedeutung»; vgl. auch SA
50802031, Aussage B._s, betr. einen Vertrag der E._Ltd
(BVI) mit der F._AG (DE): ohne Endgewinn würde man das auch
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nicht machen, irgendjemand «muss dann das [die Effekten] auch weiter-
geben»).
Da keine Rückgabemöglichkeit vorgesehen war, trug die E._Ltd
(BVI) dabei theoretisch ein Platzierungsrisiko, obzwar dieses Risiko wegen
gewisser Übernahmebedingungen und wegen des Vorgehens der Gruppe
beim Verkauf faktisch regelmässig gering war: So war der gruppeninterne
Preis für die Effekten zum Teil erst dann zu bezahlen, wenn die
E._Ltd (BVI) die Aktien bereits weiterverkauft hatte (SA 41305225
§ 2; vgl. SA 41305373 § 2; vgl. SA 31201026 f.). Durch koordinierte Kon-
trolle der D._AG (DE) (vgl. E. 5.1.3.3-5.1.3.7), durch Einflussnahme
auf die zur Gesellschaft verbreiteten Informationen sowie mithilfe der zum
Teil fragwürdigen Vermarktungstechniken (vgl. E. 5.5.3.1 f.) war es der
Gruppe zudem möglich, gegenüber den Anlegern die D._AG (DE)
wertvoller und erfolgreicher darzustellen, als sie es war. Mangels objektiver
Vergleichsdaten war es für die Anleger schwierig, die Informationen zu
überprüfen. Die E._Ltd (BVI) veräusserte die Effekten unter diesen
Umständen zu Preisen, die stets weit über den Preisen lagen, welche sie
für die Erstehung der Effekten gruppenintern bezahlte. Die Verkaufspreise
betrugen im Schnitt ungefähr das Doppelte des von der E._Ltd
(BVI) ihrerseits bezahlten Kaufpreises (SA 31304001 ff.; 31303001; vgl. SA
31307001). Mit der operativen Entwicklung der D._AG (DE) lässt
sich der Preisunterschied nicht erklären, da der Zeitpunkt der gruppenin-
ternen Übernahme durch die E._Ltd (BVI) und jener des Verkaufs
an Anleger in der Regel sehr nahe beieinander lagen (SA 31201097 ff.;
21301021). Die Staatsanwaltschaft ging in ihren Untersuchungen auch von
Leerverkäufen von Aktien aus, weil die E._Ltd (BVI) die Aktien zum
Teil erst kaufte, nachdem diese bereits mithilfe der Beschwerdeführerin
weiterverkauft worden waren (SA 31201026 f.: gemäss Polizeirapport be-
traf dies über die Hälfte von ca. 7 Mio. Aktien, welche die E._Ltd
(BVI) verkaufte; vgl. SA 31303001, 31304001 ff., 31201038; 31305001 ff.;
21301020 ff.; 41101066 f.). Wie es sich damit verhält, kann hier offen blei-
ben, zumal die Gruppe als solche die zu platzierenden D._AG-Ef-
fekten nicht erst bei Erwerb durch die E._Ltd (BVI) übernahm, son-
dern bei Übernahme respektive Zeichnung der Effekten durch die
F._AG (DE) und andere Gesellschaften der Gruppe. Da damit aus
Gruppensicht keine Unterdeckungssituation bestand, stehen die fraglichen
Leerverkäufe der E._Ltd (BVI) der Einstufung der Beschaffung der
vermittelten D._AG-Effekten als Übernahme zwecks Platzierung
nicht entgegen.
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Seite 39
Atypisch ist die (Fest-)Übernahme der D._AG-Effekten durch die
Gruppe hinsichtlich der für den Emittenten generierten Mittel: Zu einem
Mittelrückfluss an die D._AG (DE) führte zwar der Verkauf der
1'712'700 Aktien, die aus dem Stammanteil der E._Ltd (BVI) her-
vorgingen) SA 41305472 und 41305497). Es flossen dabei EUR 6.7 Mio.
des eingenommenen Kapitals von EUR 66 Mio. (SA 31302001 ff.) an die
D._AG (DE). Davon abgesehen war der Emittent aber nicht am Er-
lös aus der Platzierung seiner Effekten durch die A._AG beteiligt,
zumal die Übernahme der D._AG-Effekten anders als bei der or-
dentlichen Emissionshaustätigkeit final auch gar nicht die Generierung von
Kapital für den Emittenten bezweckte. Für die Beurteilung, ob von einer
Festübernahme auszugehen ist, ist freilich nicht entscheidend, in welchem
Umfang die angeblich kapitalsuchende D._AG (DE) am mittels
Platzierung ihrer Effekten generierten Kapital tatsächlich beteiligt wurde.
Der Gesetzesbegriff der Festübernahme i.S.v. Art. 3 Abs. 2 aBEHV setzt
nicht voraus, dass der bei Übernahme der Effekten bezahlte Preis respek-
tive die Mittelrückflüsse einen gewissen Prozentsatz des durch die Platzie-
rung aufgenommenen Kapitals betragen (vgl. Urteil des Bundesverwal-
tungsgerichts B-8244/2007 vom 20. März 2009 E. 4.7). Generiert eine
Gruppe durch Vermarktung eines angeblich kapitalsuchenden Emittenten
Investorengelder, von denen es dann nur einen beschränkten Teil dem
Emittenten zuführt, besteht naturgemäss eine im Vergleich zu typischen
Emissionshaustätigkeiten von Banken nicht etwa geringere, sondern viel-
mehr eine grössere Anleger- und Marktgefährdung. Daher ist das Kriterium
der Übernahme auch aus teleologischen Gründen nicht so auszulegen,
dass Gruppensachverhalte dieser Art wegen des blossen Unterschieds zu
typischen Formen der Festübernahme von der Bewilligungspflicht ausge-
klammert blieben. Gerade wo Anzeichen einer Täuschung der Anleger hin-
sichtlich des Preises der Effekten, des Werts des Emittenten oder der Ver-
wendung des Kapitals bestehen, muss für die Einstufung als Festüber-
nahme i.S.v. Art. 3 Abs. 2 aBEHV (bzw. für die Einstufung als Übernahme
i.S.v. Art. 12 lit. a FINIG) unbeachtlich bleiben, in welchem Umfang die
Gruppe Gelder an den Emittenten weiterleitet.
Kurz, der zentrale Wesenszug der Übernahme i.S.v. Art. 3 Abs. 2 aBEHV
ist dadurch gegeben, dass die Übernahme der Effekten durch die
E._Ltd (BVI) respektive die Gruppe zu Platzierungszwecken er-
folgte. Das Vorliegen anderer typischer Merkmale der Festübernahme er-
härten diesen Befund. Damit ist für die von der E._Ltd (BVI) grup-
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penintern erstandenen oder direkt gezeichneten und an unabhängige An-
leger verkauften Effekten von einer Festübernahme im Hinblick auf die öf-
fentliche Platzierung i.S.v. Art. 3 Abs. 2 aBEHV auszugehen.
5.4 Bewilligungspflichtig ist die Emissionshaustätigkeit nur, wenn die Effek-
ten einer «Drittperson» übernommen werden (Art. 3 Abs. 2 aBEHV). Die
Emission eigener Effekten ist nicht bewilligungspflichtig. Die blosse Zuge-
hörigkeit des Emittenten zur Gruppe im aufsichtsrechtlichen Sinn, die ko-
ordiniert Effekten im Publikum platziert, führt indessen nicht dazu, dass die
entsprechende Tätigkeit als Selbstemission einzustufen wäre. Der formal-
juristisch unabhängige Emittent ist vielmehr ungeachtet der Gruppenzuge-
hörigkeit als Drittperson i.S.v. Art. 3 Abs. 2 aBEHV einzustufen (ausführlich
BVGE 2019 IV/4 E. 4.3.7 m.H.; vgl. BGE 135 II 356 E. 4; Urteile des BGer
2C_726/2020 vom 5. August 2021 E. 4.4; 2C_729/2020 vom 5. August
2021 E. 5.4; 2C_558/2019 vom 26. Mai 2020 E. 2.4; 2C_1068/2017 und
2C_1070/2017 vom 9. Oktober 2018 E. 2.3.3; 6B_922/2016 vom 14. Juli
2017 E. 2.2.4; Urteile des BVGer B-5657/2016 vom 5. Juni 2018 E. 5.1.2,
B-5274/2015 vom 22. Mai 2018 E. 8, B-3259/2009 vom 7. Oktober 2010 E.
5 und B-7861/2008 vom 24. September 2009 E. 6). Eine restriktive Ausle-
gung von Art. 3 Abs. 2 aBEHV dahingehend, dass ein Emittent bei Grup-
penzugehörigkeit nicht als «Drittperson» einzustufen wäre, liesse sich in
teleologischer Hinsicht nicht rechtfertigen (vgl. BVGE 2019 IV/4 E. 4.3.7.2).
Da die Beschwerdeführerin – was sie selbst nicht bestreitet – nicht eigene
Aktien platzierte, sondern im Verbund mit den übrigen Akteuren der Gruppe
die Aktien der D._AG (DE), ist von der Übernahme der Effekten ei-
ner Drittperson (Art. 3 Abs. 2 aBEHV) auszugehen.
5.5 Zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin respektive die Gruppe, an der
sie beteiligt war (E. 5.1.3), D._AG-Aktien auf dem Primärmarkt ver-
kaufte.
5.5.1 Die Vorinstanz nimmt an, die von der Beschwerdeführerin an Anleger
verkauften Effekten seien von der E._Ltd (BVI) respektive der
Gruppe auf dem Primärmarkt gehandelt worden (vgl. angefochtene Verfü-
gung Rz. 46 f.). Weil die Verschiebungen von Effekten innerhalb der
Gruppe vor deren Platzierung durch die E._Ltd (BVI) aus Sicht der
Vorinstanz keinen wirtschaftlich realen Charakter haben, ordnet sie den
Verkauf dieser Effekten mithilfe der A._AG dem Primärmarkt zu. Sie
wertet zudem die infolge der Formumwandlung der D._AG (DE) in
B-2714/2018
Seite 41
eine Aktiengesellschaft im August 2009 durch Umwandlung der Stamman-
teile entstandenen Aktien als neu. Spezifisch in Bezug auf bestimmte Ak-
tienbestände begründet sie die Zuordnung zum Primärmarkt zudem wie
folgt:
Der Stammanteil von EUR 33'000.- gehe auf eine Kapitalerhöhung im Feb-
ruar 2008 zurück, die im Hinblick auf die Formumwandlung der
D._AG (DE) erfolgt sei. Die F._AG (DE) habe den
Stammanteil gezeichnet und im April 2008 auf die im März 2008 erst ge-
gründete E._Ltd (BVI) im Hinblick auf die Platzierung der hieraus
anlässlich der geplanten Formumwandlung resultierenden 1'712’700 Ak-
tien (SA 41305468; vgl. SA 40801342 ff.; 40802266 f.; 70502005) übertra-
gen. Diese Aktien können aus Sicht der Vorinstanz vor der Platzierung
durch die E._Ltd (BVI) gar nicht Dritten angeboten worden sein (vgl.
angefochtene Verfügung Rz. 46 f.). Dem Primärmarkt sind gemäss Vo-
rinstanz auch alle Effekten zuzuordnen, welche die F._AG (DE) in
den Folgejahren auf die E._Ltd (BVI) übertrug (s. SA 31303001
m.V. auf die einzelnen Belegstellen). Die Aktien resultierend aus der Be-
zugsrechtsausübung von Wandelschuldverschreibungen durch die
E._Ltd (BVI) ordnet die Vorinstanz ebenfalls dem Primärmarkt zu;
sie weist darauf, dass die zu Aktien führende Wandelung innert kurzer Zeit
nach Erwerb der Wandelschuldverschreibung von der F._AG (DE)
erfolgt sei. Auch die aus Beteiligungen der H._Ltd und der
J._Ltd resultierenden Effekten ordnet sie dem Primärmarkt zu. Die
H._Ltd verkaufte ihrer Beteiligung im Januar 2010 direkt der
E._Ltd (BVI) (100'000 Aktien) und im Dezember 2010 der
F._AG (DE) (392'737 Aktien), welche sie später der E._Ltd
(BVI) abtrat. Die Beteiligung der J._Ltd gelangte über die
K._Corp (BVI) an die E._Ltd (BVI). Die Aktien aus den Be-
ständen dieser Altaktionäre wurden gemäss Vor-
instanz anlässlich der Formumwandlung der D._AG (DE) und der
damit verbundenen Kapitalerhöhung bzw. Aufstockung der Geschäftsan-
teile der Beteiligungsinhaber im August 2009 originär geschaffen und kurze
Zeit später weiterverkauft. Auch die 519'000 Aktien aus der Beteiligung von
M._, die im Dezember 2010 auf die F._AG (DE) und dann
auf die E._Ltd (BVI) übergingen, ordnet die Vorinstanz offenbar
dem Primärmarkt zu.
Die Beschwerdeführerin stuft ihre Aktivität als Vermittlungstätigkeit für bis-
herige Grossaktionäre ein, die bestehende Beteiligungen platziert hätten.
Die vermittelten Effekten seien im Rahmen früherer Erwerbsgeschäfte auf
B-2714/2018
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den Markt gelangt, sodass die Übernahme der D._AG-Effekten von
diversen Altaktionären und deren Angebot an Anleger vermittels der Be-
schwerdeführerin auf dem Sekundärmarkt stattfanden. Da die Stamman-
teile, aus denen die Aktien herrührten, ihrer Darlegung nach früher bereits
angeboten oder jedenfalls «längst ausgegeben» worden waren, könnten
die hieraus resultierenden Aktien nicht dem Primärmarkt zugeordnet wer-
den. Dabei sei nicht die Ausgabe von (in dieser Form neuen) Aktien infolge
der Formumwandlung massgeblich für die Einstufung der D._AG-
Effekten als neu geschaffen, sondern das Entstehen der Beteiligung. Die
Beschwerdeführerin argumentiert damit, dass die fusionsrechtliche Um-
wandlung zivilrechtlich als gesellschaftsinterner Vorgang eingestuft werde,
der die Rechtsverhältnisse nicht ändere. Weil die bestehenden Beteili-
gungsrechte kontinuierlich gewahrt würden, entstünden dabei keine neuen
Effekten. Die Beschwerdeführerin stellt sich zudem auf den Standpunkt,
die Praxis zum Gruppenkonzept und damit die Einstufung gewisser vor-
gängiger Erwerbsgeschäfte mit D._AG-Effekten als wirtschaftlich
nicht real sei auf die vorliegende Konstellation nicht anwendbar: Es könne
nicht gesagt werden, die D._AG (DE) habe keine reale Geschäfts-
tätigkeit verfolgt. Auch sei es nicht zu abgesprochenen Käufen und Verkäu-
fen zwecks Manipulation des Verkehrswerts der Effekten gekommen.
Gemäss Beschwerdeführerin irrt die Vorinstanz ausserdem, wenn sie an-
nehme, Effekten könnten nur durch öffentliches Angebot auf den Primär-
markt gelangen. Auch eine nicht öffentliche Erstplatzierung schliesse ein
späteres Angebot auf dem Primärmarkt aus. Sonst müssten sich die Aktien
von Familienunternehmen, die mehrfach die Hand gewechselt haben, alle-
samt noch auf dem Primärmarkt befinden.
Die Beschwerdeführerin ist sich mit der Vorinstanz insoweit einig, als auch
sie für die aus Wandelschuldverschreibungen stammenden Aktien eine Zu-
ordnung zum Primärmarkt annimmt bzw. eine solche jedenfalls für möglich
hält. Für diese Effekten fehle es aber am Erfordernis der Festübernahme
(dazu oben, E. 4.2); auch handle es sich dabei um eine vergleichsweise
geringe Anzahl der vermittelten Effekten.
5.5.2 Die Bewilligungspflicht gemäss Art. 2 lit. d i.V.m. Art. 10 Abs. 1
aBEHG und Art. 3 Abs. 2 aBEHV erfasst nur die Emission von Effekten auf
dem Primärmarkt, auf welchem neu geschaffene oder erstmals angebo-
tene Effekten platziert werden (BGer 2C_1068/2017, 2C_1070/2017 vom
9. Oktober 2018 E.2.3.1 f.). Der Verkauf von Effekten auf dem Sekundär-
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Seite 43
markt ist keine Emissionshaustätigkeit. Die Ausübung einer Emissions-
haustätigkeit setzt in der Regel eine adäquate Infrastruktur und entspre-
chendes Fachwissen voraus, weshalb in der Praxis fast nur Banken über
die hierzu erforderliche Bewilligung verfügen (vgl. WALLER, a.a.O., S. 7).
Im neuen, auf diesen Fall jedoch noch nicht anwendbaren Recht ist die
Emissionshaustätigkeit denn auch explizit Banken und Wertpapierhäusern
vorbehalten (Art. 12 und 41 FINIG; vgl. BGer 2C_571/2018 vom 30. April
2019 E. 2.2.2).
5.5.2.1 Am Kriterium des Angebots auf dem Primärmarkt fehlt es, wenn die
Effekten nicht erstmals angeboten werden. Ein früheres Erwerbsgeschäft
schliesst die spätere Emissionshaustätigkeit auch aus, wenn das Angebot
nicht öffentlich erfolgt, etwa wenn potentielle Investoren privat ausgewählt
und eine begrenzte Zahl Personen auf individueller Basis angesprochen
werden (vgl. BEAT D. SPECK, Privatplatzierungen im Schweizerischen Pri-
märkapitalmarktrecht, 2006, S. 112 ff.; PHILIPPE A. WEBER, The Offering of
Foreign Securities in Switzerland, in: Reutter/Werlen [Hrsg.], Kapitalmarkt-
transaktionen III, Zürich 2008, S. 22 ff.). Effekten können damit auch ohne
öffentliches Angebot auf den Sekundärmarkt gelangen.
Anlässlich einer Erstemission werden Effekten in der Regel gleichzeitig und
zu gleichen Bedingungen beim Anleger platziert. Die Emission führt zur Er-
höhung des Gesamtbestandes gehandelter Effekten. Sie dient in ihrer ord-
nungsgemässen Form der Beschaffung von Fremd- oder Eigenkapital für
die Unternehmensentwicklung (vgl. BGer 6B_922/2016 vom 14. Juli 2017
E. 2.2; BGer 2C_1068/2017 vom 9. Oktober 2018 E. 2.3.1-2.3.2; vgl. auch
BGer 2C_571/2018 vom 30. April 2019 E.2.2.1 und 2.2.2; BGE 136 II 43 E.
4.1 S. 47; WALLER, a.a.O., S. 4 f., 13 ff.; DIETER ZOBL/STEFAN KRAMER,
Schweizerisches Kapitalmarktrecht, Zürich 2004, N. 7 ff.; JEAN-BAPTISTE
ZUFFEREY, in: Code des obligations II - Commentaire romand, 2. Aufl. 2017,
N. 4 zu/vor Art. 1156 OR). Demgegenüber handeln die Anleger auf dem
Sekundärmarkt (untereinander) mit Effekten, die bereits zuvor auf den
Markt gelangt waren; der Emittent ist dabei in der Regel nicht involviert (vgl.
BGer 6B_922/2016 vom 14. Juli 2017 E. 2.2.3; BGE 136 II 43 E. 4.1;
EMCH/RENZ/ARPAGAUS, a.a.O., N. 1980 und 2152; MAX BOEMLE et al.,
Geld-, Bank- und Finanzmarkt-Lexikon der Schweiz, Zürich 2002, Defini-
tion «Primärmarkt»). Ob bestimmte Effekten dem Primär- oder dem Sekun-
därmarkt zuzuordnen sind, lässt sich auch unter Einbezug der Vorschriften
des Produktpflichtrechts beurteilen (BGer 2C_1068/2017 vom 9. Oktober
2018 E. 2.3.1; MIRJAM EGGEN, Produktregulierung im Finanzmarktrecht,
Bern 2015, S. 103 und 108). Entscheidendes Kriterium ist, ob die Effekten
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Seite 44
erstmals – unter Ausblendung wirtschaftlich nicht realer Vorgeschäfte – be-
geben werden (vgl. BGE 136 II 43 E. 4.1; Urteile des BVGer B-5736/2018
vom 7. Juli 2020 E. 4.6; B-5274/2015 vom 22. Mai 2018 E. 8; ZUFFEREY,
a.a.O., N. 4 zu/vor art. 1156 OR; CHRISTIAN BOVET/ANNE HÉRITIER LACHAT,
Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Band XV: Finanzmarktaufsicht,
2016, S. 95 f.; ZOBL/KRAMER, a.a.O., N. 1064). Als wirtschaftlich nicht reale
Vorgeschäfte sind namentlich Erwerbsgeschäfte einzustufen, die nicht zu
Anlagezwecken erfolgen, sondern allein der Vorbereitung der späteren
Platzierung dienen (vgl. BVGE 2019 IV/4 E. 4.3.6.4); solche Geschäfte
qualifizieren gegebenenfalls selbst dann nicht als Emission, wenn die Par-
teien keine aufsichtsrechtliche Gruppe bilden (vgl. Urteil des BVGer
B-8244/2007 vom 20. März 2009 E. 4.7). Zu einer Emissionshaustätigkeit
kann es somit auch kommen, wenn die Effekten vor der Platzierung jahre-
lang gehalten wurden und insofern nicht neu sind (vgl. Urteile des BGer
2C_726/2020 vom 5. August 2021 E. 4.4.1 und 2C_729/2020 vom 5. Au-
gust 2021 E. 5.4.1; Urteil des BVGer B-5736/2018 vom 7. Juli 2020 E. 4.6).
Dies gilt unabhängig davon, ob die Verzögerung von Anfang an geplant
war oder einem Misserfolg der Platzierung geschuldet ist. Dadurch, dass
das Emissionshaus im Falle eines Misserfolgs der Platzierung gegebenen-
falls einen Teil der nicht platzierten Titel vorübergehend in den eigenen An-
lagebestand übernimmt, gelangen diese nicht auf den Sekundärmarkt, da
sie gerade nicht zu Anlagezwecken übernommen wurden, sondern im Hin-
blick auf die spätere Platzierung eine Zeit lang in den Büchern verbleiben
(vgl. BGer 6B_922/2016 vom 14. Juli 2017 E. 2.2.4 m.H.).
Bei einer Sekundärplatzierung (Secondary Placement) bietet ein Grossak-
tionär eigene Aktienbestände dem Publikum an. Sie gilt als Grenzfall zwi-
schen Primär- und Sekundärmarkt, da sie in der Regel wie Primärplatzie-
rungen zu einer breiteren Streuung des Aktionariats führt (EMCH/RENZ/AR-
PAGAUS et al., a.a.O., S. 677 f.), zugleich aber nicht der Aufnahme von Ei-
gen- oder Fremdkapital durch den Emittenten dient. Daher zählt die Se-
kundärplatzierung zum Sekundärmarkt (vgl. Urteile des BGer
2C_1068/2017, 2C_1070/2017 vom 9. Oktober 2018 E. 2.3.2 m.H.;
ZOBL/KRAMER, a.a.O., N. 1109; WALLER, a.a.O., S. 14 ff.; S. 17; BÖCKLI,
a.a.O., § 18 N. 26a; ROLF WATTER, in: Basler Kommentar zum Obligatio-
nenrecht II, 5. Aufl. 2016, N. 3 zu Art. 752 OR; OLIVER FRITSCHI, Haftpflicht-
kommentar - Kommentar zu den schweizerischen Haftpflichtbestimmun-
gen, 2016, S. 810 f.; THOMAS RIHM/DAVID KÄNZIG, Kommentar zum Aktien-
recht, 3. Aufl., Zürich 2016, N. 6 zu Art. 752 OR). Anders verhält es sich,
wo der vermeintliche Grossaktionär die Anteile wiederum ohne Anlageab-
sicht übernommen hat, sondern nur, um sie im Publikum zu platzieren (vgl.
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Seite 45
CHRISTIAN REHM/ANDREAS GERSBACH, Der Unternehmensjurist, 2016, S.
111-131, 116). Dann liegt trotz formeller, äusserlicher Sekundärplatzierung
eine Primärplatzierung vor (vgl. Urteil des BVGer B-5793/2018 vom 7. Juli
2020 E. 4.7; vgl. auch BVGE 2019 IV/4 E. 4.3.6.4). Der Emittent nimmt in
diesen Fällen insofern wegen der geplanten Platzierung Kapital auf, als die
Effekten vom Grossaktionär nur im Hinblick auf die Platzierungsmöglichkeit
erworben werden. Verpflichtet sich der Grossaktionär bei Übernahme oder
Zeichnung der Effekten zur Platzierung derselben, spricht auch das Verbot
von über die Liberierungspflicht hinausgehenden Aktionärspflichten (Art.
680 Abs. 1 OR) gegen die Zuordnung zum Sekundärmarkt.
5.5.2.2 Das Bundesgericht und das Bundesverwaltungsgericht hatten
schon verschiedentlich Fälle zu beurteilen, in denen Gruppen im aufsichts-
rechtlichen Sinn (vgl. vorne, E. 5.1.2.1) die Aktien einer oder mehrerer der
Gruppengesellschaften öffentlich angeboten haben. Typischerweise ver-
folgten die Gesellschaften, deren Aktien platziert wurden, keine reale Ge-
schäftstätigkeit, sondern ihr einziger Zweck bestand darin, dass ihre Aktien
ein Verkaufsobjekt darstellten, das durch andere Gruppengesellschaften
veräussert werden konnte. Die vorgängigen, gruppeninternen Erwerbsge-
schäfte bezüglich dieser Aktien hatten keine reale, wirtschaftliche Bedeu-
tung, sondern erschienen vielmehr als Vorbereitungshandlung im Hinblick
auf das spätere öffentliche Angebot der Aktien an gutgläubige Dritte, ins-
besondere etwa, um durch hohe „Marktpreise“ eine objektiv nicht vorhan-
dene Werthaltigkeit vorzuspiegeln. Dementsprechend wurden der an-
schliessende Verkauf an Dritte jeweils als Primärmarktgeschäft und die Ge-
schäftstätigkeit der Gruppe, soweit sie im Wesentlichen aus derartigen
Platzierungen bestand, als bewilligungspflichtige Emissionshaustätigkeit
qualifiziert (BVGE 2019 IV/4 E. 4.3.6.2; Urteile des BVGer B-5736/2018
vom 7. Juli 2020 E. 4.4; B-5540/2018 vom 17. August 2020 E. 4.4 und B-
5657/2016 vom 5. Juni 2018 E. 5.1.2).
5.5.3 Die E._Ltd (BVI) platzierte mithilfe der Beschwerdeführerin
D._AG-Effekten im Umfang von knapp 8 Mio. Aktien (angefochtene
Verfügung Rz. 18 f. und 43; SA 31301001 ff.; 50802037). Einen Teil dieser
Effekten hatte die E._Ltd (BVI) insoweit direkt von der
D._AG (DE) übernommen, als sie aus der Aufstockung des
Stammanteils infolge der am 28. August 2009 beschlossenen Kapitalerhö-
hung (1'712'700 Aktien) und aus einer Wandelanleihe (289'186 Aktien) re-
sultierten. Die übrigen Effekten erhielt die E._Ltd (BVI) von der
F._AG (DE) (3'285'194 Aktien), der K._Corp (BVI)
B-2714/2018
Seite 46
(1'458'421 Aktien) und der H._Ltd (100'000 Aktien). Diese Gesell-
schaften hatten ihre Effekten davor ebenfalls gruppenintern von Grün-
dungsgesellschaftern respektive originär von der D._AG (DE) er-
worben (vgl. angefochtene Verfügung Rz. 20-22 m.V.); die Ausnahme bil-
den die Effekten, welche die F._AG (DE) von M._ übernahm
(siehe E. 5.1.3.8). Kurz, vor ihrer Platzierung bei «Kunden» der Beschwer-
deführerin befanden sich die Effekten stets in Gruppenhand. Wie eingangs
festgestellt wurde, ist im vorliegenden Fall von der Tätigkeit einer aufsichts-
rechtlichen Gruppe auszugehen, die sich durch Strohmann-Strukturen,
verschleierte Beteiligungsverhältnisse (insb. E. 5.1.3.3 f. und E. 5.1.3.8),
ungewöhnliche Aufgabenverteilung und Zuständigkeiten (E. 5.1.3.5 ff.) und
eine aggressive Vermarktungsstrategie zum Verkauf der Effekten aus-
zeichnet. Bei einer solchen Gruppe ist aufgrund der genannten Umstände
von der Vermutung auszugehen, dass es sich bei gruppeninternen Effek-
tenübertragungen nicht um genuine Anlagegeschäfte handelt, wie sie auch
unter Dritten («at arm’s length») erfolgen würden, sondern um Vorberei-
tungshandlungen im Hinblick auf die spätere Platzierung, die nur im Grup-
penkontext wirtschaftlich Sinn ergeben und insofern im Sinne der Recht-
sprechung nicht als wirtschaftlich real eingestuft werden können.
Soweit die von der E._Ltd (BVI) respektive der Beschwerdeführerin
bei Anlegern platzierten Effekten vorgängig nicht oder nur im Rahmen wirt-
schaftlich nicht realer Geschäfte gehandelt wurden, sind sie dem Primär-
markt zuzuordnen. Die nachfolgend dargelegten Indizien bestätigen, dass
die genannten Gruppengeschäfte nicht als wirtschaftlich real eingestuft
werden können, sondern sich lediglich im Kontext einer von der Gruppe
von Anfang an erstrebten Platzierung der Effekten im Publikum begreifen
lassen:
5.5.3.1 Zu den entsprechenden Indizien zählt in erster Linie der fiktive Ver-
kaufspreis: Dieser wurde den Anlegern auf «Term Sheets» zur
D._AG (DE) mitgeteilt (SA 50301121; 30601190), zusammen mit
einem ebenso fiktiven Unternehmenswert («Unternehmensbewertung»;
SA 50802153-50802178 für Term Sheets 2010 bis 2014; SA 31201097 ff.,
30601190 und 30601173 ff.; SA 30601208). Die fiktive Natur des Preises
zeigt sich daran, dass gruppenintern zur gleichen Zeit für Effekten ein be-
deutend tieferer Preis bezahlt wurde (SA 31201097 ff.; 21301021; vgl. auch
SA 50802292, Handnotiz der Direktorin der E._Ltd (BVI), aus der
sich ein Übernahmepreis von EUR 3.60 pro Aktie im Mai 2011 für einen
gruppeninternen Kauf ergibt, während den Anlegern zur gleichen Zeit Ak-
tien zu EUR 9.10 angegeben wurden). Zudem kam es zwecks Vermarktung
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Seite 47
der Effekten zur Verwendung koordiniert erstellter Quartalsberichte und fal-
scher Jahresabschlüsse der D._AG (DE) (s. vorne, E. 5.1.3.5-
5.1.3.7). Der den Anlegern kundgegebene Aktienpreis entsprach der «Un-
ternehmensbewertung» dividiert durch die Gesamtzahl Aktien. Damit
wurde eine sachliche Fundierung des Preises vorgetäuscht. Die schritt-
weise Erhöhung des fiktiven Preises und des angeblichen Unternehmens-
werts suggerierte, die getätigten Investitionen in die D._AG (DE)
entwickelten sich von 2008 bis 2016 sehr gut. Bereits dies weist darauf hin,
dass die Gruppe alles auf die Vermarktung der Effekten gegenüber unab-
hängigen Dritten ausrichtete. Denn willkürliche, überhöhte Aktienpreise er-
geben angesichts der damit verbundenen (u.a. rechtlichen) Risiken nur
Sinn, wenn die Gruppe die Effekten der D._AG (DE) von Anfang an
im Publikum platzieren wollte. Dafür, dass die D._AG-Effekten für
die Gruppe tatsächlich nur ein Verkaufsobjekt waren, spricht überdies die
erwähnte Tatsache (E. 5.1.3.5), dass die F._AG (DE) eigentlich kei-
nen wirtschaftlich vernünftigen Grund gehabt hätte, in den Jahren 2008 bis
2016 fortlaufend D._AG-Effekten auf die E._Ltd (BVI) zu un-
gefähr der Hälfte des Preises zu übertragen, den diese zeitlich parallel
hierzu beim Verkauf der Effekten erzielte. Die einzige Erklärung der schein-
bar entgangenen Gewinne durch die F._AG (DE) ist, dass mit den
gruppeninternen Übertragungsgeschäften der Nachschub an Effekten si-
chergestellt und die Platzierung der Effekten im Publikum vorbereitet res-
pektive das gemeinsame Geschäft abgewickelt wurde. In der gegebenen
Konstellation ist zudem auch davon auszugehen, dass mit dem der
F._AG (DE) für die übertragenen Effekten bezahlten Preis zugleich
eine gewisse gruppeninterne Aufteilung der Einnahmen des gemeinsamen
Geschäfts erfolgte (vgl. Urteil des BVGer B-8227/2007 vom 20. März 2009
E. 8.9).
Dass die Effekten aus Gruppensicht stets nur ein Verkaufsobjekt bildeten
und nie genuine Anlageabsicht bestand, geht überdies auch aus einer Aus-
sage von B._ anlässlich einer Anhörung der Staatsanwaltschaft
hervor, in der er sich dahingehend äusserte, dass die Möglichkeit des Wei-
tergebens der Effekten für die E._Ltd (BVI) respektive
A._AG wichtig gewesen sei (SA 50802031).
Diese Indizien stützen die Annahme, wonach es sich bei den gruppeninter-
nen Geschäften mit Effekten nicht um wirtschaftlich reale Anlagegeschäfte,
sondern um ungewöhnliche gruppeninterne Geschäfte handelte, die nicht
als Erstemission von Effekten eingestuft werden können. Vielmehr gebietet
sich trotz dieser Geschäfte die Zuordnung des grössten Teils der von der
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E._Ltd (BVI) platzierten und dabei erstmals (zu Phantasiepreisen)
angebotenen Effekten zum Primärmarkt (vgl. Urteile des BVGer B-
5540/2018 vom 17. August 2020 E. 4.7; B-5736/2018 vom 7. Juli 2020 E.
4.6 und B-5793/2018 vom 7. Juli 2020 E. 4.7).
5.5.3.2 Hinzu kommt, dass die Effekten unter Verbreitung irreführender In-
formationen angeboten wurden. Potenziellen Anlegern wurde etwa vorge-
täuscht, die A._AG sitze «im gleichen Boot» und stehe den Anle-
gern als starker Partner zur Seite, da sie selbst Anteile der D._AG
(DE) im Portfolio halte (vgl. SA 30601205, Telefonnotiz eines Anlegers; SA
50301054 f.; Flip-Chart der A._AG, mit Verkaufsargumenten in Be-
zug auf die D._AG (DE); SA 30601087, 30601089 f., 30601162,
30601143, 30601189; vgl. auch SA 41101068). Wiederholt wurde ein Bör-
sengang in Aussicht gestellt, doch finden sich in den Akten keine Spuren
der Vorbereitung eines solchen. Zudem liess die Beschwerdeführerin glau-
ben, es würden Direktbeteiligungen an kapitalsuchenden Jungunterneh-
men vermittelt, die vorbörslich Effekten bei wenigen erlesenen Privatinves-
toren platzieren wollten (vgl. SA 50301054 f., 50301012, 50201012,
50301108; G01160390 1 S. 21), während in Wirklichkeit im grossen Stil
günstig erworbene Aktien verkauft wurden. Die E._Ltd (BVI) trat da-
bei gegenüber Anlegern teilweise als Gesellschaft auf, über die der Kauf
der D._AG-Effekten aus praktischen Gründen etwa steuerlicher Art
abgewickelt wurde (vgl. SA 30601003 ff.; 30601019 f.; 30601029;
30601077 f.), respektive beschrieb sich gegenüber Anlegern als «Administ-
ratorin ihrer Beteiligung» (SA 30601080). Dass die Effekten dabei kurz vor
(z.T. erst nach) Abschluss des Verkaufs an Anleger gruppenintern die Hand
gewechselt hatten, erfuhren die Anleger nicht. Weil B._ und
C._ ihre wirtschaftliche Berechtigung an der E._Ltd (BVI)
mit grösserem Aufwand kaschierten, blieb den Anlegern zudem verborgen,
dass ihnen die Organe der Beschwerdeführerin regelmässig eigene Effek-
ten anboten.
Zudem bediente sich die Beschwerdeführerin fragwürdiger Verkaufskniffe.
Den Angestellten der Beschwerdeführerin standen für die Verkaufsgesprä-
che mit potenziellen Anlegern detaillierte Leitfäden zur Verfügung, die auf
den Verkauf von D._AG-Effekten ausgerichtet waren (vgl. SA
50802087; 50201146 ff.; 50802078). Es gab spezifische Leitfäden für Erst-
gespräche («Gesprächsleitfaden AIDA»), für «Nachfassgespräche», für
die «Behandlung» von Einwänden, für den Vertragsabschluss sowie für die
Betreuung von Kunden und für das «Loading», also das Bewegen beste-
hender Anleger zu zusätzlichen Käufen. Solche Leitfäden waren anlässlich
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einer Hausdurchsuchung bei der Beschwerdeführerin an B._s Ar-
beitsplatz gefunden worden (SA 50201136).
Aus diesen Leitfäden gehen die Beeinflussungstechniken hervor, auf wel-
che die A._AG im Rahmen der Verkaufsgespräche setzte. Empfoh-
len war etwa, stets den Eindruck zu erwecken, die Menge verfügbarer, zum
Kauf angebotener Aktien sei begrenzt. Die Verkäufer sollten beispielsweise
behaupten, die Beschwerdeführerin kontaktiere eine kleinere Gruppe Per-
sonen im Hinblick auf eine Vor-IPO-Investition; oder sie sollten vor Ab-
schluss eines Verkaufsgesprächs so tun, als ob von Seiten der
A._AG noch überprüft werden müsse, ob die Aktien im gewünsch-
ten Umfang überhaupt erhältlich seien. Zudem wurde der Eindruck erzeugt,
die D._AG (DE) sei ein Investitionsprodukt, auf das auch erfahrene
«strategische» und «institutionelle» Anleger setzen würden (vgl. SA
30601090). Diese Aussagen waren falsch respektive irreführend. Zudem
wurde den Verkäufern empfohlen, dem Gesprächspartner mit zu Beginn
wenig signifikanten Fragen wiederholt affirmative respektive zustimmende
Äusserungen zu entlocken, um so Schritt für Schritt Signale von Kaufinte-
resse und schliesslich möglichst verbindlich gemeinte Kaufzusagen zu er-
halten. Am Schluss sollten die Anleger bei Interesse wie folgt darüber in-
formiert werden, wie mündlich besprochene Investitionen abgewickelt wür-
den: Die Verkäufer sollten den Anlegern mitteilen, dass der Vertrag in den
nächsten Tagen zugestellt werde und dass er dann bitte umgehend zu prü-
fen und unterschrieben zu retournieren sei. Daraufhin sollte eine explizite
Bestätigung eingeholt werden, dass der Anleger dies (d.h., den Vertrag um-
gehend signieren und retournieren) so tun werde. Dazu empfohlen war die
Frage, die gemäss Leitfaden die wichtigste überhaupt sei, weil sie das Ge-
schäft zementiere: «Geht das in Ordnung Herr [Name], kann ich mich da-
rauf verlassen?». Dies zeigt exemplarisch, wie sich die Beschwerdeführe-
rin beim Verkauf von D._AG-Effekten weniger auf faktenbasierte
Überzeugungsarbeit verliess, sondern sich gezielt bekannter Manipulati-
onstechniken bediente (ausführlich zu den Techniken der geschilderten Art
s. ROBERT CIALDINI, Die Psychologie des Überzeugens, 7. Aufl., Bern 2013
[Übersetzung; Ersterscheinung auf Englisch 1984]; s. dabei insb. die Kapi-
tel zur Dynamik von Commitment und Konsistenz [S. 93 ff.], zur Beeinflus-
sung durch scheinbare Bewährtheit [S. 163 ff.] und durch Vermitteln des
Eindrucks einer Knappheit des Angebots [S. 313 ff.]; zur Käuferbeeinflus-
sung mittels einer Kaskade von anfangs unscheinbaren Fragen, die darauf
abzielen, das Gegenüber an Zusagen/Affirmationen schrittweise zu ge-
wöhnen, s. M. PANDELAERE/B. BRIERS/S. DEWITTE/L. WARLOP, Better think
before agreeing twice. Mere agreement: A similarity-based persuasion
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Seite 50
mechanism, in: International Journal of Research in Marketing, Bd. 27/2,
Juni 2010, S. 133-141). Die finanziellen Anreize, namentlich die Entlöh-
nung der Mitarbeiter durch Provisionen (vgl. SA 50401013), dürften sol-
chen Marketingtechniken Vorschub geleistet haben.
Aufgrund dieser Umstände im Kontext der Vermarktung der Effekten durch
die Beschwerdeführerin ist praktisch auszuschliessen, dass mit den grup-
peninternen Geschäften etwas Anderes beabsichtigt worden wäre als die
umfassende Platzierung der D._AG-Effekten bei unabhängigen
Dritten. Auch aufgrund dieser Täuschungsumstände, auf die mehrere
Gruppenbeteiligte hinwirkten, entbehren die vorgängigen gruppeninternen
Geschäfte mit den D._AG-Effekten einer wirtschaftlich realen Na-
tur.
5.5.3.3 Während die Zuordnung sämtlicher Effekten zum Primärmarkt of-
fensichtlich ist, welche die E._Ltd (BVI) infolge von Kapitalerhöhun-
gen originär zeichnete respektive zugeteilt erhielt oder welche sie über die
Wandelung einer Wandelanleihe erlangte, sind in Bezug auf jene Effekten,
die innerhalb der Gruppe zirkulierten, vor allem die zeitlichen Verhältnisse
hervorzuheben. Diese werfen ein Licht auf die Absichten der Gruppenak-
teure:
Erste Belege der gemeinsamen Vorbereitung der Platzierung der
D._AG-Effekten finden sich im Februar 2008, als G._ zum
Geschäftsführer der D._AG (DE) ernannt und das Gesellschaftska-
pital von EUR 50'000.- auf EUR 100'000.- erhöht wurde. Im Hinblick auf
diese Kapitalerhöhung stimmten die Gesellschafter der D._AG
(DE) der Teilung, Abtretung und dem Verkauf von Geschäftsanteilen und
dem Verzicht auf ihr Vorkaufsrecht bei der Veräusserung neuer Stamman-
teile zu. Dies ermöglichte es der F._AG (DE), die neuen Stamman-
teile zu zeichnen und einen Stammanteil von 33 % bereits am 28. April
2008 auf die erst im März 2008 gegründete E._Ltd (BVI) zu über-
tragen (vgl. SA 40801126 ff.). Aus dem Übertragungsvertrag der
E._Ltd (BVI) mit der F._AG (DE) geht hervor, dass die
Formumwandlung der (GmbH) D._AG (DE) zur Aktiengesellschaft,
die dann am 28. August 2009 beschlossen und am 21. Juli 2010 wirksam
wurde, bereits anlässlich der Übernahme dieses Stammanteils für die
E._Ltd (BVI) «von wesentlicher Bedeutung» war (SA 41305474 § 6
Ziff. 3). Bereits ab dem 3. April 2008 vermittelte die A._AG die künf-
tigen Aktien der D._AG (DE) an Anleger und verkaufte damit Effek-
B-2714/2018
Seite 51
ten, über welche die E._Ltd (BVI) noch gar nicht verfügte. Dies be-
legt den für Gruppen typischen Umstand, dass die Effekten von der
E._Ltd (BVI) und der beteiligten Gruppe stets nur als Verkaufsob-
jekt betrachtet wurden, das bei unabhängigen Dritten platziert werden
sollte.
Ähnlich verhält es sich in Bezug auf die D._AG-Effekten, die aus
den Kapitalerhöhungen der D._AG (DE) vom 28. August 2009 re-
sultierten: An der Generalversammlung vom 28. August 2009 wurden ne-
ben der Formumwandlung zur AG zwei Kapitalerhöhungen von EUR
100'000.- auf insgesamt EUR 5'190'000.- (SA 40801200 ff.) beschlossen.
Hierfür wurde eine Kapitalrücklage gemäss Jahresabschluss 2008 von
EUR 3'298'190.- verwendet. Eine weitere Kapitalerhöhung um EUR
1'791'810.- erfolgte per Sacheinlage von Patenten der F._AG (DE).
Diese Kapitalerhöhungen führten zur Aufstockung der bisherigen Ge-
schäftsanteile respektive zu Zuteilungen von Aktien in Verbindung mit einer
Regelung des Verwässerungsschutzes wegen der Sacheinlage der
F._AG (DE). Alleine in diesem Zusammenhang erwarb die
E._Ltd (BVI) originär 2'001'886 Aktien. In den Folgejahren kam es
fortlaufend zu Übertragungen weiterer D._AG-Aktien von der
F._AG (DE) auf die E._Ltd (BVI) im Umfang von insgesamt
3'285'194 Stück. Diese wurden mit «Abtretungsverträgen» (2010 und
2011) und «Aktienkauf- und -treuhandverträgen» (2012 bis 2016) geregelt
(angefochtene Verfügung Rz. 21; SA 31303001 und 31303005 f.; SA
40802066, 50801031 f.). Erwerbszeitpunkt und Zeitpunkt der Platzierung
bei unabhängigen Anlegern lagen dabei überwiegend sehr nahe beieinan-
der, wobei die Platzierung oft sogar vor Übergang des Eigentums erfolgte.
Dem entspricht auch die Tatsache, dass die Zahlungsverpflichtung für die
Übernahme der Effekten gemäss Vertrag zum Teil aufschiebend bedingt
war, sodass die E._Ltd (BVI) der F._AG (DE) den Kaufpreis
überhaupt erst bei erfolgreicher Platzierung bezahlen musste (SA
41305225 § 2; vgl. SA 41305373 § 2). Vor diesem Hintergrund lässt sich
nicht plausibel annehmen, dass die E._Ltd (BVI) und die
F._AG (DE) jemals etwas anderes als die Platzierung der betroffe-
nen Effekten beabsichtigten. Vielmehr ist davon auszugehen, dass es die-
sen wie auch den übrigen Akteuren der Gruppe von Beginn an darum ging,
die geschaffenen Effekten bei unabhängigen Dritten zu platzieren und sich
(worauf der interne Kaufpreis und dessen aufgeschobene Zahlung deuten)
den bei erfolgreicher Platzierung resultierenden Ertrag aufzuteilen. Folglich
können die gruppeninternen Geschäfte dieser Gesellschaften mit
D._AG-Effekten nicht als wirtschaftlich real eingestuft werden. Dies
B-2714/2018
Seite 52
wiederum hat zur Folge, dass der Einwand, die von der E._Ltd
(BVI) platzierten Effekten seien dem Sekundärmarkt zuzuordnen, zurück-
zuweisen ist, weil es an einer massgeblichen früheren Platzierung dieser
Effekten fehlt.
5.5.3.4 Abgesehen von den originär erworbenen Effekten und jenen, wel-
che die F._AG (DE) auf die E._Ltd (BVI) übertrug, stammt
ein massgeblicher Teil der platzierten D._AG-Effekten (1'458'421
Aktien) von der K._Corp (BVI). Die K._Corp (BVI) wiederum
erhielt den grössten Teil hiervon von der J._Ltd (1'297'500 Aktien;
vgl. SA 31303005); er lässt sich grösstenteils auf die am 28. August 2009
beschlossene Kapitalerhöhung und die Aufstockung der Anteile der bishe-
rigen Gesellschafter sowie zu einem kleineren Teil auf eine Wandelanleihe
zurückführen (angefochtene Verfügung Rz. 22 m.V.). Die Aktien aus der
Beteiligung der J._Ltd resultierten grösstenteils aus den Kapitaler-
höhungen vom 28. August 2009 und der gleichentags beschlossenen For-
mumwandlung der D._AG (DE). Für die Einstufung der gruppenin-
ternen Geschäfte mit Effekten aus dieser Beteiligung der J._Ltd als
wirtschaftlich nicht real spricht zunächst, dass B._ und C._
(Inhaber der E._Ltd (BVI)) sich in diesem Fall wirtschaftlich selbst
(der K._Corp (BVI)) D._AG-Effekten abkauften, um sie
dann über die ebenfalls beherrschte Beschwerdeführerin an Dritte zu «ver-
mitteln». Abgesehen hiervon ist für die Käufe und Verkäufe von Effekten
durch die J._Ltd auch wegen deren ungewöhnlicher Natur von wirt-
schaftlich nicht realen Geschäften auszugehen, zumal die J._Ltd
ihre Effekten der K._Corp (BVI) nicht «at arm’s length» abtrat, ob-
wohl sie als «strategischer Investor aus Hong Kong» dargestellt wurde (vgl.
E. 5.1.3.8). Die Beschwerdeführerin vermag keine Indizien darzulegen, die
es in beweiswürdigungsrechtlicher Hinsicht (dazu E. 5.1.2.2) ermöglichten,
von der Vermutung (E. 5.5.3) der wirtschaftlich nicht realen Natur dieser
Übertragung abzuweichen.
5.5.3.5 Schliesslich sind auch die D._AG-Effekten, die von der
H._Ltd auf die E._Ltd (BVI) übertragen wurden (100'000 di-
rekt, 392'737 über die F._AG (DE)), dem Primärmarkt zuzuordnen.
Hiervon ist bereits aufgrund der Gruppenzugehörigkeit der H._Ltd
(E. 5.1.3.8) auszugehen (vgl. E. 5.5.3). Die Indizienlage bestätigt diese An-
nahme. Hervorgehoben sei nur, dass die H._Ltd, die regelmässig
durch G._ vertreten wurde, im Zusammenhang mit der Kapitalerhö-
hung vom 28. August 2009 durch Sacheinlagen der F._AG (DE)
keine Aktien infolge einer Regelung des Verwässerungsschutzes zugeteilt
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Seite 53
erhielt – anders als die E._Ltd (BVI), M._ und die
J._Ltd (SA 40801203 f.). Ein klarer Beleg der wirtschaftlich nicht
realen Natur der gruppeninternen Geschäfte unter Beteiligung der
H._Ltd ist sodann die Tatsache, dass die E._Ltd (BVI) den
Preis für die ihr von der H._Ltd übertragenen Aktien gemäss Ver-
trag vom 3. Februar 2010 nicht etwa an diese, sondern an die
F._AG (DE) zu überweisen hatte (SA 41305370 und 41305373 §
3). Dies deutet auf den gleichen wirtschaftlich Berechtigten wie bei der
F._AG (DE) und damit darauf, dass die H._Ltd von
G._ kontrolliert wurde.
5.5.3.6 Anders als die Beschwerdeführerin zu suggerieren scheint, stehen
der Zuordnung der von ihr vermittelten D._AG-Effekten zum Pri-
märmarkt keine Geschäfte mit Stammanteilen der D._AG (DE)
(GmbH) aus den Jahren 2005 bis 2008 entgegen. Aus den Akten und den
obigen Ausführungen (E. 5.1.3) ergibt sich, dass an der D._AG
(DE) auch vor der am 28. August 2009 beschlossenen Formumwandlung
zur AG nur Gesellschaften der Gruppe und M._ beteiligt waren. Be-
reits dies deutet angesichts der konkreten Vorgehensweise der Gruppe
und ihrer Struktur mit den mehrfach verschleierten Beteiligungsverhältnis-
sen (dazu E. 5.1.3.3 ff.) darauf hin, dass gruppeninterne Erstplatzierungen
von Stammanteilen nicht als wirtschaftlich real qualifiziert werden könnten.
In quantitativer Hinsicht wären solche Geschäfte ohnehin nicht entschei-
dend, zumal wie erwähnt (E. 5.5.3.3) der grösste Teil der von der
E._Ltd (BVI) mithilfe der Beschwerdeführerin verkauften Effekten
frühestens im Rahmen der Kapitalerhöhungen vom 28. August 2009 ent-
standen ist: Am 28. August 2009 beschloss die Generalversammlung der
(GmbH) D._AG (DE) neben der Formumwandlung zur AG – wirk-
sam mit Registereintragung am 21. Juli 2010 – eine Erhöhung des Gesell-
schaftskapitals von EUR 100'000 auf insgesamt EUR 5'190'000 aus Ge-
sellschaftsmitteln einerseits und Sacheinlagen der F._AG (DE) an-
derseits (SA 40801200 ff.). Dies hatte die Aufstockung der Anteile der bis-
herigen Gesellschafter und eine neue Stammeinlage der F._AG
(DE) zur Folge. Weitere Kapitalerhöhungen wurden im Oktober 2011, Juni
2013 und März 2015 auf EUR 6'248'794, EUR 7'023'794 respektive EUR
7'945'804 beschlossen (SA 31303001; 41306007).
Damit wäre eine Erstplatzierung vor dem 28. August 2009 zum Vornherein
höchstens für 100'000 von 7'945'804 Namenaktien (ca. 1,26 %) möglich.
Auch im Verhältnis zur Gesamtzahl der bei Anlegern platzierten Aktien
B-2714/2018
Seite 54
(7'054'165 von 7'945'804 Aktien per April 2016; vgl. SA 31304011) ist dies
ein vernachlässigbarer Anteil.
5.5.3.7 In Bezug auf die weiteren Einwände der Beschwerdeführerin ist fol-
gendes zu sagen:
Wenn die Beschwerdeführerin die Zuordnung der den Anlegern angebote-
nen Effekten zum Primärmarkt kritisiert, weil die Effekten angeblich mehr-
heitlich nicht erst kurz vor ihrem Verkauf an Anleger geschaffen worden
seien, ist ihr schon in rechtlicher Hinsicht zu widersprechen: Massgeblich
für die Zuordnung zum Primärmarkt ist nicht, wie lange die Effekten vor
ihrer Platzierung gehalten wurden, sondern ob sie dabei erstmals (wirt-
schaftlich real) angeboten werden. Zwischen der Schaffung von Effekten
und ihrer (Erst-)Platzierung können gegebenenfalls mehrere Jahre verge-
hen (vorne, E. 5.5.2; vgl. Urteile des BGer 2C_726/2020 vom 5. August
2021 E. 4.4.1 und 2C_729/2020 vom 5. August 2021 E. 5.4.1). Somit ist
ungeachtet des zum Teil längeren Haltens der D._AG-Effekten
durch Gruppengesellschaften an der Zuordnung der Tätigkeit der Gruppe
zum Primärmarkt nichts auszusetzen.
Richtig ist, dass die auf den Stammanteil M._s von 10 % zurückge-
henden D._AG-Aktien (519'000 Stück), die auf die F._AG
(DE) übertragen wurden, bei späterem Verkauf durch die E._Ltd
(BVI) wohl dem Sekundärmarkt zuzuordnen sind. Diese mögliche Aus-
nahme ist indes nicht ausschlaggebend. Eine Emissionshaustätigkeit setzt
nämlich nicht voraus, dass nur Effekten des Primärmarktes platziert wer-
den. Gleiches gilt in Bezug auf Effekten, welche von der Beschwerdefüh-
rerin nach ausnahmsweiser Rücknahme von anderen Anlegern erneut ver-
kauft wurden.
Der Beschwerdeführerin ist zu folgen, wenn sie darauf verweist, dass eine
Begebung von Effekten auf dem Primärmarkt nicht nur in öffentlicher, son-
dern auch in nicht-öffentlicher Form erfolgen könne. Schon ein Angebot der
Effekten an einen begrenzten Kreis führt dazu, dass für diese Effekten eine
spätere Erstemission ausgeschlossen ist; vorausgesetzt, das Angebot sei
als wirtschaftlich real einzustufen. Weil vorliegend die gruppeninternen Ge-
schäfte der F._AG (DE), der E._Ltd (BVI) und anderer Ge-
sellschaften nur als Vorbereitungshandlungen im Hinblick auf die Platzie-
rung im Publikum Sinn ergeben, sind diese gruppeninternen Geschäfte
keine früheren Erstplatzierungen. Der Einwand der Beschwerdeführerin
ändert damit nichts am Befund der Primärmarkttätigkeit.
B-2714/2018
Seite 55
Zuletzt überzeugt die Beschwerdeführerin mit dem sinngemässen Einwand
nicht, aus der angeblich ernsthaften operativen Tätigkeit der D._AG
(DE) folge, dass das aufsichtsrechtliche Gruppenkonzept nicht anwendbar
sei und daher vorgängig gehandelte Effekten dem Sekundärmarkt zuzu-
ordnen seien. Die Behauptung einer ordentlichen operativen Tätigkeit
stösst sich daran, dass die D._AG (DE) von der Gruppe nicht im
Interesse eines langfristigen betrieblichen Erfolgs durch Verwirklichung ih-
rer statutarischen Zwecke geführt wurde; sie diente vielmehr als Vehikel
der Gruppe zum Verkauf möglichst vieler Effekten zu überhöhten Preisen,
wie bereits die vorgenannten Indizien belegen (E. 5.5.3.1-5.5.3.6). Zudem
kann angesichts der jüngeren Verurteilung von G._ wegen Insol-
venzverschleppung im Zusammenhang mit der D._AG (DE) in
Deutschland (E. 5.5.3.6) und im Lichte der übrigen bekannten Umstände
offensichtlich nicht von einem operativ erfolgreichen, rentablen Geschäft
gesprochen werden.
5.5.3.8 Abschliessend ist damit festzuhalten, dass es sich bei den von der
Gruppe mithilfe der Beschwerdeführerin öffentlich platzierten Effekten der
D._AG (DE) jedenfalls überwiegend um solche handelte, die neu
geschaffen oder zuvor noch nicht in wirtschaftlich realer Weise, das heisst
im Rahmen genuiner Anlagegeschäfte, angeboten worden waren. An der
Feststellung der Vorinstanz, dass die E._Ltd (BVI) mithilfe der
A._AG D._AG-Effekten auf dem Primärmarkt i.S.v. Art. 3
Abs. 2 BEHV verkaufte, ist nichts auszusetzen. Dieser Schluss drängt sich
auf, berücksichtigt man die klare Indizienlage.
5.6 Zu prüfen bleibt, ob die streitgegenständliche Emission von
D._AG-Effekten bei Anlegern gewerbsmässig ausgeübt wurde und
ob die Gruppe hauptsächlich im Finanzbereich tätig war.
5.6.1 Unterstellungspflichtig ist nur, wer gewerbsmässig der Effektenhan-
delstätigkeit nachgeht (Art. 2 lit. d aBEHG i.V.m. Art. 3 Abs. 2 aBEHV). Ge-
werbsmässiges Handeln liegt vor, wenn das Emissionshaus die Effekten-
handelstätigkeit als wirtschaftlich selbständiges Geschäft betreibt, um aus
der Platzierung der Aktien regelmässige Erträge zu erzielen (vgl. BGE 136
II 43 E. 4.1; BGE 137 II 383 E. 10.1). Einer bewilligungspflichtigen Aktivität
als Emissionshaus gehen Effektenhändler sodann nur nach, wenn sie da-
bei hauptsächlich im Finanzbereich tätig sind (Art. 2 Abs. 1 aBEHV). Das
ist der Fall, wenn beim Effektenhändler oder der Gruppe die Aktivitäten im
Finanzbereich gegenüber anderen, gewerblichen oder industriellen Zwe-
cken deutlich überwiegen (BGE 136 II 43 E. 4.1 S. 47 f.; Urteil des BGer
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Seite 56
C2_1068/2017, 2C_1070/2017 vom 9. Oktober 2018, E. 2.3.1-2.3.2; PHI-
LIPPE A. HUBER/PETER HSU, in: Basler Kommentar zum Börsengesetz und
Finanzmarktaufsichtsgesetz, 2. Aufl. 2011, N. 22 und 25 ff. zu Art. 2 lit. d
aBEHG). Die Zuordnung der Tätigkeit erfordert eine Gesamtbetrachtung,
bei der auf den Umfang der verkauften Effekten und die dabei erzielten
Erträge sowie die dafür aufgewendete Zeit abgestellt wird (BVGE 2019 IV/4
E. 4.5.2 f. m.H.).
5.6.2 Vorliegend zeigt sich die Gewerbsmässigkeit daran, dass die Be-
schwerdeführerin Effekten der D._AG (DE) von April 2008 bis Mai
2016 an über 200 Anleger verkaufte. Damit wurden EUR 66 Mio. Kapital
(ca. CHF 84.5 Mio.) aufgenommen, wovon die Beschwerdeführerin unge-
fähr 25 % an Provisionen bezog (vgl. SA 50301120). Die Beschwerdefüh-
rerin nahm damit nur schon durch die Provisionen von April 2008 bis Mai
2016 umgerechnet CHF 21'120'000.- ein, pro Jahr mithin fast CHF 3 Mio.,
was verteilt auf ein Dutzend Mitarbeiter (Anzahl laut Angaben der Be-
schwerdeführerin) ein beachtlicher Betrag ist. Dazu kamen weitere Aus-
schüttungen im zweistelligen Mio.-Bereich an die Organe der Beschwerde-
führerin und Einnahmen der anderen Akteure der Gruppe (vgl. E. 5.1.3.1
und E. 5.1.3.5 f.). Selbst wenn man berücksichtigt, dass ein vergleichs-
weise kleiner Teil dieser Erträge auf Sekundärmarktplatzierungen zurück-
zuführen sein mag (vgl. E. 5.1.3.8 und E. 5.5.3.7), folgt daraus, dass die
Emissionshaustätigkeit von der Beschwerdeführerin als selbständiges Ge-
schäft betrieben wurde, um hieraus regelmässige Erträge zu erzielen. Da-
mit hat sie das streitgegenständliche Geschäft gewerbsmässig geführt.
Weil zudem ein wesentlicher Teil der Einnahmen auch an andere Gruppen-
beteiligte gelangte und der erhebliche, arbeitsteilige Aufwand der Gruppe
von Beginn an darauf ausgerichtet war, solche Erträge zu erzielen, liegt
Gewerbsmässigkeit auch für die Gruppe als Ganzes vor.
5.6.3 Auch eine hauptsächliche Tätigkeit im Finanzbereich liegt vor. Die
A._AG beschrieb sich selbst als Finanzgesellschaft und war in den
relevanten Jahren fast ausschliesslich im Finanzbereich tätig. Die haupt-
sächliche Tätigkeit im Finanzbereich ist auch für die ganze Gruppe anzu-
nehmen. Denn diese fand sich zwecks Ausübung dieser Tätigkeit im Fi-
nanzbereich überhaupt erst zusammen; zudem waren operative Tätigkei-
ten anderer Art, wie sie die Beschwerdeführerin in anderem Zusammen-
hang für die D._AG (DE) behauptet (siehe E. 5.5.3.7), nicht von
solchem Gewicht, dass sie überwögen und die Tätigkeit im Finanzbereich
als bloss akzessorisch erscheinen liessen. Dass die gesamte Gruppe eine
B-2714/2018
Seite 57
hauptsächliche operative Tätigkeit industrieller oder gewerblicher Art ver-
folgt hätte, macht überdies auch die Beschwerdeführerin nicht geltend.
Auch das Kriterium der hauptsächlichen Tätigkeit im Finanzbereich ist da-
mit gegeben.
5.7 Die Beschwerdeführerin hat damit gemeinsam mit weiteren Beteiligten
einer Gruppe im aufsichtsrechtlichen Sinn eine bewilligungspflichtige Emis-
sionshaustätigkeit nach Art. 10 Abs. 1 i.V.m. Art. 2 lit. d aBEHG und Art. 3
Abs. 2 aBEHV ausgeübt, ohne dass sie oder andere Beteiligte hierzu über
die erforderliche Bewilligung verfügt hätten. Dadurch wurden über 200 Pri-
vatanleger dazu verleitet, mehrere Millionen Franken im höheren zweistel-
ligen Bereich auf die Gruppe zu übertragen. Die Ausübung dieser Tätigkeit
während gut sieben Jahren stellt eine schwere Verletzung aufsichtsrechtli-
cher Bestimmungen durch die Beschwerdeführerin dar (vgl. Urteile des
BGer 2C_558/2019 vom 26. Mai 2020 E. 2.5; 2C_303/2016 vom 24. No-
vember 2016 E. 3.3; 2C_894/2014 vom 18. Februar 2016 E. 8.2 m.H.;
2C_671/2014 vom 18. Dezember 2014 E. 3.3.3; 2C_71/2011 vom 26. Ja-
nuar 2012 E. 5.3.2).
Die gegen die Dispositiv-Ziffer 1 der angefochtenen Verfügung gerichteten
Rügen der Beschwerdeführerin erweisen sich damit als unbegründet.
6.
Es bleibt zu prüfen, ob die gemäss angefochtener Verfügung angeordneten
Massnahmen, namentlich die Liquidation und die Veröffentlichung der an-
gefochtenen Verfügung nach Rechtskraft, wie von der Beschwerdeführerin
gerügt, unverhältnismässig sind.
6.1 Zunächst ist die Anordnung der Liquidation der Beschwerdeführerin zu
beurteilen:
6.1.1 Aus Sicht der Beschwerdeführerin ist die Liquidation nicht erforder-
lich und nicht gerechtfertigt. Eine schwere Verletzung von Aufsichtsrecht
liege nicht vor. Die Liquidation wegen gruppenweiser Emissionshandelstä-
tigkeit setze voraus, dass es die Akteure darauf angelegt gehabt hätten,
die schweizerischen Bestimmungen über eine Emissionshaustätigkeit zu
umgehen, was nicht der Fall sei. Es sei zudem nur eine vergleichsweise
geringe Zahl Aktien erstmals öffentlich angeboten worden, und dies vor et-
lichen Jahren. Die D._AG (DE) sei nicht wertlos gewesen. Es sei
Privatanlegern durch ihr Verhalten kein Schaden entstanden; ein allfälliger
B-2714/2018
Seite 58
Schaden ist aus Sicht der Beschwerdeführerin nur auf fehlerhaftes Ma-
nagement auf Seiten der D._AG (DE) zurückzuführen. Ohnehin sei
die Vermittlung von D._AG-Aktien eingestellt worden. Die Be-
schwerdeführerin gibt an, sie strebe künftig eine Tätigkeit als Vermittlerin
für direkt Effekten emittierende Unternehmen an.
Gemäss Vorinstanz verfügt die Beschwerdeführerin nicht über die erforder-
lichen Voraussetzungen einer nachträglichen Bewilligungserteilung (Verfü-
gung Rz. 56). Die Teilliquidation komme zudem nicht in Frage, da die Be-
schwerdeführerin nur im bewilligungspflichtigen Bereich tätig gewesen sei.
Die Liquidation stelle sicher, dass mit der Beschwerdeführerin künftig nicht
erneut gesetzeswidrig bewilligungspflichtige Aktivitäten entfaltet würden.
6.1.2 Als Rechtsfolge schwerer Verletzungen aufsichtsrechtlicher Pflichten
durch unerlaubt als Effektenhändler tätige Gesellschaften schreibt das Ge-
setz die Liquidation vor, soweit keine nachträgliche Bewilligung erteilt wer-
den kann (Art. 37 Abs. 2 und 3 FINMAG i.V.m. Art. 36 aBEHG). Eine nach-
trägliche Bewilligungserteilung ist möglich, wenn die Gesellschaft über die
adäquate interne Organisation (Art. 10 Abs. 2 lit. a aBEHG i.V.m. Art. 19
aBEHV) und das erforderliche Mindestkapital (Art. 10 Abs. 2 lit. b aBEHG
i.V.m. Art. 22 Abs. 1 aBEHV) verfügt, wenn sie den Nachweis der erforder-
lichen Fachkenntnisse für sich selbst und ihre Mitarbeiter erbringt (Art. 10
Abs. 2 lit. c aBEHG) und wenn ihre Fortführung im Rahmen einer finanz-
marktrechtlich einwandfreien Geschäftstätigkeit gewährleistet ist (vgl. Art.
10 Abs. 2 lit. d aBEHG; vgl. auch Urteil des BVGer B-8227/2007 vom 20.
März 2009 E. 9.2, BGE 132 II 382 E. 7.1).
Kommt die nachträgliche Bewilligung nicht in Frage, ist die Liquidation prin-
zipiell zwingend (Art. 36 aBEHG; vgl. BGE 131 II 306 E. 4.1.3 S. 321; 98
Ib 269 E. 4 S. 272 ff.; Urteil des BGer 2C_97/2015 vom 28. April 2015 E.
2.3); die Fortführung der illegalen Tätigkeit ist ausgeschlossen (BGE 132 II
382 E. 7.2; vgl. Urteil des BGer 2C_303/2016 vom 24. November 2016 E.
2.6). Da die Sanktion der Liquidation dem effektiven Schutz der Marktteil-
nehmer dient (vgl. TOMAS POLEDNA/DAVIDE JERMINI, in: Watter et al. [Hrsg.],
Basler Kommentar zum Bankengesetz, 2. Aufl. 2013, N. 15 zu Art. 23 quin-
quies BankG; Botschaft des Bundesrates an die Bundesversammlung über
die Revision des Bankengesetzes vom 13. Mai 1970 [Botschaft BankG
1970], BBl 1970 I 1179) und das Gesetz selbst in Art. 36 BEHG nur eine
Ausnahme vorsieht (für Effektenhändler, die erlaubterweise auch als Bank
tätig waren), kann von der Liquidation nicht leichthändig abgesehen wer-
den. Eine Ausnahme muss angesichts des strikten Wortlauts aus Gründen
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der Verhältnismässigkeit eindeutig geboten erscheinen. In teleologischer
Reduktion der gesetzlichen Sanktionsgrundlage hält das Bundesgericht
mit Bezug auf eine analoge geldwäschereirechtliche Konstellation einen
Verzicht auf die volle Liquidation aus Verhältnismässigkeitsgründen für
möglich, wo die betroffene Gesellschaft seit längerer Zeit keine unterstel-
lungspflichtige Tätigkeit mehr ausübt oder wo diese von untergeordneter
Bedeutung war (vgl. Urteil des BGer 2C_894/2014 vom 18. Februar 2016
E. 6.7.2 f; ferner Urteil des BGer 2C_97/2015 vom 28. April 2015 E. 3.1.).
Ist die einwandfreie Fortführung der zulässigen Geschäftstätigkeit gewähr-
leistet, ist die Vollliquidation in der Regel unnötig und unzumutbar. Die
blosse Teilliquidation kommt somit (weitgehend nur) dort in Frage, wo die
Gesellschaft parallel auch eine erlaubte Tätigkeit von nicht untergeordneter
Bedeutung ausübte.
6.1.3
6.1.3.1 Für die Liquidation sprechen hier die Schwere der Verletzung auf-
sichtsrechtlicher Pflichten (vorne, E. 5.7) durch die unerlaubte Emissions-
haustätigkeit der Gruppe und die massgebliche Rolle der Beschwerdefüh-
rerin im Rahmen dieser Tätigkeit (vgl. vorne, E. 5.1.3.2 ff.). Dabei kam es
zu einer umfassenden und von 2008 bis 2016 andauernden Gefährdung
von Anleger- und Marktinteressen. Bezüglich der Rolle der Beschwerde-
führerin, die die Effekten an gutgläubige Anleger vermittelte, kann davon
ausgegangen werden, dass diese Gefährdung ihrem Geschäftsmodell
weitgehend inhärent war: Sie gab sich als blosse Vermittlerin von Aktien
aus, verschleierte ihre eigenen Interessen und jene ihrer massgeblichen
Organe und setzte zur Förderung des Verkaufs nicht etwa auf den (angeb-
lichen) Wert der vermarkteten Titel, sondern auf intensives Telefonmarke-
ting und raffinierte Beeinflussungstechniken. So verkaufte sie
D._AG-Effekten an über 200 Abnehmer und nahm EUR 66 Mio. auf.
Der Erfolg des Geschäfts hing dabei geradezu von der Irreführung der An-
leger ab, von denen nach allgemeiner Lebenserfahrung nicht erwartet wer-
den kann, dass sie bei gebotener Aufklärung über die Einnahmen und en-
gen Verflechtungen der Gruppe überhaupt in die D._AG (DE) hät-
ten investieren wollen. Das Geschäftsgebaren der Beschwerdeführerin ge-
fährdete zudem das Funktionieren des Marktes (zum durch Regulierung
von Erstemissionen bezweckten Funktionsschutz vgl. ROLF WATTER, Pros-
pekt(haft)pflicht heute und morgen, AJP 1992 S. 48, 49), da es die Fehl-
allokation von Spargeldern provozierte. Es war insofern auch geeignet,
Marktvertrauen zu untergraben und den Ruf des Finanzstandorts zu schä-
digen (s. zur Illustration der u.a. auf Telefonvermittler bezogene Artikel:
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NZZ, 19. Juli 2019 [S. 23], Aktienmakler versuchen Privatanleger von spek-
takulären Produkten zu überzeugen, wo die Schweiz als «Eldorado für un-
seriöse Aktienmakler, die Private über den Tisch ziehen wollen» bezeichnet
wird).
Nicht zu folgen ist der Beschwerdeführerin, wenn sie aus der juristischen
Schwierigkeit der Unterscheidung von Primär- und Sekundärmarkt herlei-
ten will, dass ihre Organe sich der Unzulässigkeit der bewilligungslos aus-
geübten Tätigkeit nicht bewusst sein mussten. Erstens hängt die Schwere
der Verletzung aufsichtsrechtlicher Pflichten durch die Gesellschaft nicht
vom Unrechtsbewusstsein ihrer Organe ab. Zweitens mussten die Be-
schwerdeführerin und ihre Organe angesichts der zumindest empfundenen
Schwierigkeit der Zuordnung zum Primär- oder Sekundärmarkt erst recht
mit der allfälligen Unzulässigkeit der Tätigkeit rechnen. Es ist zu vermuten,
dass sie dies, drittens, auch tat: Als die FINMA sie im März 2010 um Aus-
kunft bat, verschwieg sie die Existenz offensichtlich wichtiger Verbindun-
gen zu anderen Beteiligten des D._AG-Geschäfts. Dies lässt ver-
muten, dass sie an der Zulässigkeit des koordinierten Geschäfts mit
D._AG-Aktien zumindest zweifelte.
Der Einwand, den Privatanlegern sei aus dem Verhalten der Beschwerde-
führerin kein Schaden erwachsen, entbehrt schon mit Blick auf die zuguns-
ten der Gruppe abgezweigten Gelder jeglicher Plausibilität. Für den Miss-
erfolg der 2018 in Insolvenz gegangenen D._AG (DE) war nicht nur
«fehlerhaftes Management» der Geschäftsführung der D._AG (DE)
um G._ verantwortlich, sondern ebenso die Beteiligung der Be-
schwerdeführerin an der unerlaubten Emissionshaustätigkeit. Dem Erfolg
der D._AG (DE) war es nicht zuträglich, dass sie zwecks Kapital-
aufnahme Jahr für Jahr Anlegern als erfolgreich wachsendes Jungunter-
nehmen vermarktet wurde, das angeblich kurz vor dem Börsengang stehe,
während in Wirklichkeit nur ein Bruchstück des aufgenommenen Kapitals
in die D._AG (DE) floss. Dass aus einer Mitteilung des Insolvenz-
verwalters der Gesellschaft vom 4. April 2018 die Fortführungsfähigkeit ei-
nes Geschäftsbereichs der D._AG (DE) hervorgehen soll, ist ohne
jegliche Aussagekraft in Bezug auf den Wert des Unternehmens und der
verkauften Effekten. Es ist auch nicht anzunehmen, angesichts der Straf-
tatbestände, derer G._ inzwischen schuldig befunden worden ist
(siehe dazu vorne, E. 5.1.3.6), dass es sich dabei um ein im Verhältnis zur
gesamten D._AG (DE) gewichtiges Aktivum handelt. Mehr noch, es
ist vorliegend auch nicht relevant, da die bewilligungslose Ausübung einer
Emissionshaustätigkeit unabhängig vom Wert der verkauften Effekten
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grundsätzlich als schwere Verletzung aufsichtsrechtlicher Bestimmungen
einzustufen ist (vgl. vorne, E. 5.7; BGer-Urteil 2C_558/2019 vom 26. Mai
2020 E. 2.5).
Vor diesem Hintergrund kann von einer Liquidation der Beschwerdeführe-
rin nicht abgesehen werden und wurde diese von der Vorinstanz zu Recht
angeordnet.
6.1.3.2 Eine Teilliquidation als milderes Mittel kommt im vorliegenden Fall
nicht in Frage. Die Beschwerdeführerin macht denn auch zu Recht nicht
geltend, sie hätte neben der Platzierung von D._AG-Effekten eine
bedeutende erlaubte Aktivität verfolgt. Vielmehr generierte sie nahezu all
ihre Einnahmen aus der unerlaubten Aktivität und aus damit zusammen-
hängenden Tätigkeiten. Die Beschwerdeführerin wehrt sich zwar insofern
zu Recht gegen den Vorwurf der Vorinstanz, sie sei immer nur im bewilli-
gungspflichtigen Bereich tätig gewesen, als ihre früheren Geschäfte als
Vermittlerin anderer Effekten nicht Prozessthema sind und nicht erstellt ist,
ob die Beschwerdeführerin auch dafür allenfalls einer Bewilligung bedurft
hätte. Freilich ergibt sich aus den Akten, dass die Beschwerdeführerin be-
reits früher durch fragwürdiges Geschäftsgebaren auffiel (vgl. G01160390
1/015). Wie die Beschwerdeführerin bis 2008 wirtschaftete, ist indes ohne-
hin irrelevant. Entscheidend für die Verhältnismässigkeit der Liquidation ist,
dass die Beschwerdeführerin neben der ihr vorgeworfenen Beteiligung an
einer gruppenweise ausgeübten Emissionshaustätigkeit nicht auch einer
erlaubten Geschäftstätigkeit nachging und weiterhin nachgeht, deren Be-
endigung nicht erforderlich wäre und deren getrennte Behandlung im Rah-
men des Teilliquidationsverfahrens realisierbar erschiene.
Die Beschwerdeführerin bringt vor, sie wolle sich künftig auf eine Tätigkeit
als Vermittlerin für direkt Effekten emittierende Unternehmen konzentrie-
ren. Sie erstrebt damit offenbar eine bewilligungslos zulässige Dienstleis-
tung für Selbstemittenten. Es ist unklar, wie sie die legale Ausübung einer
solchen Aktivität sicherstellen will. Es ist bereits schwierig, sich eine pro-
fessionelle und bedeutende Vermittlungsdienstleistung vorzustellen, die
zur Unterstützung eines Emittenten beim Platzieren von Effekten auf dem
Primärmarkt geleistet werden könnte, ohne dass dabei die vermeintliche
Vermittlungstätigkeit aufgrund einer festen oder kommissionsweisen Über-
nahme von Effekten zwecks öffentlicher Platzierung in eine fremdemissi-
onsrechtliche Aktivität der Art mündete, welche die Beschwerdeführerin
jahrelang unerlaubt ausübte (vgl. Urteil des BVGer B-4409/2008 vom 27.
Januar 2010 E. 7.6). Die Beschwerdeführerin erwähnt denn auch nur, ein
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erstes Mandat sei in Ausführung begriffen, belegt dies jedoch nicht. Zudem
legt sie nicht dar, inwieweit bei Ausübung einer solchen Tätigkeit eine fi-
nanzmarktrechtlich einwandfreie Fortführung möglich sein sollte, sodass
sie folglich keine Ausnahme von der gesetzlich vorgesehenen Liquidation
beanspruchen kann.
Der Vorinstanz gereicht es nicht zum Vorwurf, wenn sie die Möglichkeit der
Teilliquidation selbst auch nicht näher prüfte. Eine solche drängt sich denn
auch aus Verhältnismässigkeitsgründen nicht auf. Denn einerseits sind die
zu schützenden öffentlichen und privaten Interessen gewichtig. Und ander-
seits kann es auf blosse Hypothesen hinsichtlich einer künftig rechtskon-
formen Geschäftstätigkeit schlicht nicht ankommen, da sonst die dem Ge-
setzeswortlaut nach zwingend vorgesehene Liquidation kaum mehr ver-
nünftig als Regel anwendbar wäre, zumal auch bei schwersten Verletzun-
gen aufsichtsrechtlicher Bestimmungen eine einwandfreie künftige Tätig-
keit (allenfalls bei Neuausrichtung und neuer Führung) theoretisch denkbar
ist. Aus diesem Grund rechtfertigt die blosse Bekundung der Absicht, die
Beschwerdeführerin auf Basis einer bewilligungslos erlaubten Geschäfts-
tätigkeit fortzuführen, keine Ausnahme von der gesetzlich vorgegebenen
Liquidation (vgl. Urteil des BGer 2C_97/2015 vom 28. April 2015 E. 3.1).
Eine solche liesse sich allenfalls rechtfertigen, wenn die Beschwerdeführe-
rin bereits neben der unerlaubten Emissionshaustätigkeit eine hiervon klar
getrennte, hinreichend bedeutende, zulässige Geschäftstätigkeit verfolgt
hätte. Das ist indes nicht der Fall. Die Beschwerdeführerin hat vielmehr
jahrelang nur respektive vorwiegend die unerlaubte Tätigkeit ausgeübt und
damit Einnahmen generiert, die sich durch eine legale Tätigkeit kaum rea-
lisieren lassen.
Folglich ist die Liquidation der Beschwerdeführerin erforderlich und insbe-
sondere auch zumutbar, da die Beschwerdeführerin (anders als in Fällen
nach Art. 36 Satz 3 FINMAG und analogen Konstellationen) nicht zur Auf-
gabe eines angestammten und erlaubten Geschäftsbereichs genötigt wird.
Die Beschwerde ist damit hinsichtlich der angeordneten Liquidation der Be-
schwerdeführerin sowie der damit verbundenen Massnahmen abzuweisen
(Dispositiv-Ziff. 3-10 und 14; vgl. Dispositiv-Ziff. 2).
7.
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Die Beschwerdeführerin rügt zuletzt, die Verfahrenskosten seien unverhält-
nismässig. Sie seien mit Blick auf den Aufwand der FINMA nicht zu recht-
fertigen, da kaum eigene Ermittlungen geführt worden seien und vor allem
auf Akten der Staatsanwaltschaft abgestellt werden konnte.
Die Leistungsübersicht der Vorinstanz weist Leistungen für einen Betrag
von CHF 45'138.- aus, woraus die Vorinstanz Verfahrenskosten im Umfang
von CHF 45'000.- festhielt. Hiervon wurden infolge der Gewährung der un-
entgeltlichen Rechtspflege CHF 10'000.- abgezogen, die auf C._
angefallen wären. Die verbleibenden Verfahrenskosten von CHF 35'000.-
auferlegte die Vorinstanz der A._AG und B._ solidarisch
(angefochtene Verfügung Rz. 73 f.). In ihrer Vernehmlassung begründete
die Vorinstanz diesen Betrag mit dem komplexen Sachverhalt, dem Um-
fang der Akten und des mit drei bereits im vorinstanzlichen Verfahren an-
waltlich vertretenen Parteien geführten Schriftenwechsels.
Die Akten sind angesichts der darin eingeschlossenen Akten eines grösse-
ren wirtschaftsstrafrechtlichen Verfahrens in der Tat umfassend; dass diese
grösstenteils dem Strafverfahren entstammen, ändert nichts daran, dass
sich die FINMA damit gründlich auseinanderzusetzen hatte, zumal sich die
Verfahrensmaterie und die zu klärenden Sachverhalts- und Rechtsfragen
nur beschränkt überschnitten. Auch war eine vertiefte Untersuchung des
Falles angesichts der Komplexität der Materie erforderlich. Die Verfahrens-
kosten werden dem Kostendeckungs- und Verursacherprinzip sodann
auch insoweit gerecht, als es undurchsichtige Strukturen zu beurteilen und
rechtlich einzuordnen galt, an deren Existenz die Beschwerdeführerin und
ihre führenden Organe mitverantwortlich waren und zu deren Durchleuch-
tung sie selbst nur wenig beitrug.
8.
Insgesamt erweist sich die Beschwerde somit als unbegründet, sodass sie,
soweit auf sie einzutreten ist, abzuweisen ist.
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9.
Bei diesem Verfahrensausgang gilt die Beschwerdeführerin als unterlie-
gend, weshalb ihr die Verfahrenskosten für den Endentscheid in Höhe von
CHF 5000.- aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
10.
Ausgangsgemäss ist der unterliegenden Beschwerdeführerin keine Partei-
entschädigung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 7 Abs. 1 des Reg-
lements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor
dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]), sodass der ent-
sprechende Antrag der Beschwerdeführerin abzuweisen ist.
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