Decision ID: 9a4da21f-7c7a-43ef-a49a-3a8881d4b956
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
P._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso Glavas, Haus zur alten Dorfbank,
9313 Muolen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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St.Galler Gerichte
Sachverhalt:
A.
P._ (Jahrgang 1960) stürzte am 25. Januar 2004 im Badezimmer und erlitt eine
Verletzung der Halswirbelsäule. Die Schweizerische Unfallversicherung (Suva)
anerkannt anfangs ihre Leistungspflicht und erbrachte die gesetzlichen Leistungen. Am
8. April 2005 verfügte sie die Einstellung sämtlicher Leistungen rückwirkend per 23. Juli
2004, weil kein wahrscheinlicher kausaler Zusammenhang zwischen dem Unfall und
dem im Verlauf des Frühjahrs 2004 entstandenen Beschwerdebild bestehe. Diese
Beschwerden seien ausschliesslich krankhafter Natur (Suva-act. 75).
B.
B.a Am 25. Januar 2005 hatte sich die Versicherte zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung angemeldet (IV-act. 1). Die ehemalige Arbeitgeberin, die A._,
berichtete der IV-Stelle des Kantons St. Gallen am 21. Februar 2005, die Versicherte
habe vom 1. Februar 1996 bis 30. Juni 2004 bei ihr zu 100% gearbeitet. Der
Stundenlohn habe Fr. 16.50 betragen (IV-act. 10). Dr. med. B._, Facharzt für
Allgemeine Medizin FMH, berichtete der IV-Stelle am 7. Februar 2005, die Versicherte
sei seit 26. Januar 2004 bis auf Weiteres zu 100% arbeitsunfähig. Es beständen ein
chronisches zervikal betontes Panvertebralsyndrom bei Fehlform der BWS, ein Zustand
nach HWS-Distorsion am 25. Januar 2004, ein Zustand nach Subarachnoidalblutung
mit Kraniotomie am 4. August 2004, eine Osteochondrose C6/7 mit Diskushernie und
eine Diskushernie L4/5. Kopfschmerzen, Schwindel und Gangunsicherheit würden
anhalten (IV-act. 11). Dr. med. C._, Facharzt für Otorhinolaryngologie, Hals- und
Gesichtschirurgie FMH, bestätigte am 8. April 2005 die 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
Die Versicherte leide an einer hochgradigen kombinierten Schwerhörigkeit rechts bei
Otitis media chronica und St. n. Mittelohrrevision rechts. Die Arbeitsunfähigkeit lasse
sich mit der Tatsache erklären, dass eine zentrale Kompensation der
Schwindelbeschwerden innerhalb des Gleichgewichtssystems nicht mehr zu erreichen
sei, vor allem nach der subarachnoidalen Blutung (IV-act. 17). Der Regionale Ärztliche
Dienst (RAD) Ostschweiz führte in seiner Stellungnahme vom 26. Juli 2005 aus, eine
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polydisziplinäre Begutachtung der Versicherten zur Beurteilung der (Rest-)
Arbeitsfähigkeit sei angezeigt (IV-act. 24).
B.b Am 29. Juli 2005 beauftragte die IV-Stelle die MEDAS Basel mit der
polydisziplinären Begutachtung (IV-act. 27). Die MEDAS stellte der IV-Stelle am
24. Oktober 2006 das Gutachten zu. Die Versicherte war am 30. und 31. Januar 2006
sowie am 8., 9. und 21. März 2006 internistisch, rheumatologisch, neuro-otologisch
und psychiatrisch untersucht worden. Als Diagnosen mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit gaben die Ärzte an:
1. Chronisches zervikal betontes Panvertebralsyndrom (ICD-10: M54.0) bei:
- Wirbelsäulenfehlform/-fehlhaltung
- segmentale Dysfunktion der HWS und LWS
- degenerative Veränderungen zervikal und lumbal
- V. a. Symptomausweitung bei psychosozialer Problemkonstellation
- klinisch-neurologisch keine radikulären sensomotorischen Ausfälle
2. St. n. Subarachnoidalblutung bei Aneurysma der A. carotis interna rechts (ICD-10:
C60.0)
- aktuell keine organisch erklärbaren Residuen
3. leichte depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.01)
4. Kombinierte Schwerhörigkeit rechts bei St. n. Otitis media chronica perforata
(ICD-10: H 90.7) .
Als Nebendiagnosen (ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit) wurden
erwähnt:
1. Dyspnoe unklarer Ätiologie; DD: intrinsic asthma, COPD
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2. V. a. Gastritis
3. Atypische Thoraxschmerzen; DD: muskuloskelettal
4. Atypische Beinschmerzen bei St. n. Varikosis und OP und leichter Restvarikosis
5. Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45-4)
6. Kombinierte Schwerhörigkeit bei St. n. Otitis media chronica perforata mit
Mittelohrrevision Tympanoplastik und Mastoidektomie rechts 2001.
Die Ärzte gaben in der zusammenfassenden Beurteilung an, seit dem Sturz sei die
Versicherte von Dr. C._ kontinuierlich zu 100% arbeitsunfähig erklärt worden. Im
Rahmen der Untersuchung habe sie nicht mehr über Schwindelbeschwerden geklagt.
Die klinisch-neurologische Untersuchung habe keine Hinweise auf eine zentrale oder
peripher-vestibuläre Störung gezeigt, jedoch sei die Untersuchung durch die
mangelnde Kooperation erschwert gewesen. Man könne sich deshalb der Beurteilung
von Dr. C._ nicht anschliessen. Im Rahmen der Subarachnoidalblutung habe
sicherlich eine Zeit lang eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Ab welchem
Zeitpunkt sich der Zustand der Versicherten jedoch auf den derzeitigen status quo
stabilisiert habe, lasse sich aus den Akten nicht beurteilen. Seit dem Datum des
Gutachtens bestehe für körperlich leicht bis mittelschwer belastende Tätigkeiten in
wirbelsäulenadaptierten Wechselpositionen ohne schweres Heben und Tragen von
Lasten eine Arbeitsfähigkeit von 70% (IV-act. 35).
B.c In seinem Bericht vom 12. April 2007 führte Dr. B._ aus, die Versicherte leide
nach wie vor stark an Schwindel, Kopf-, Hals-, Nacken- und Schulterschmerzen sowie
an einer schlecht eingestellten Hypertonie. Die Depression habe sich verschlechtert
und es bestehe mindestens eine mittelgradige Depression mit Entgleisungen. Die
Versicherte sei auch in einer adaptierten Tätigkeit nur sehr eingeschränkt arbeitsfähig
(IV-act. 50).
B.d Am 18. Juni 2007 teilte die IV-Stelle den Abschluss der
Arbeitsvermittlungsmassnahmen mit, weil sich die Versicherte subjektiv nicht
arbeitsfähig fühle (IV-act. 57). Diese liess daraufhin durch ihren Rechtsvertreter eine
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beschwerdefähige Verfügung verlangen (IV-act. 59). Am 26. Juni 2007 teilte die IV-
Stelle der Versicherten mit Vorbescheid mit, dass sie die Arbeitsvermittlung
abschliessen werde (IV-act. 60). Am 18. Juli 2007 wandte die Versicherte ein, das
MEDAS-Gutachten sei widersprüchlich. In der psychiatrischen Untersuchung werde
vorgeschlagen, dass sie ein Arbeitstraining in geschütztem Rahmen absolvieren solle.
Damit könne auf dem freien Arbeitsmarkt aber kein Lohn im Umfang von 70%
erwirtschaftet werden. Auch die behandelnde Psychiaterin gehe nicht davon aus, dass
die Versicherte für die aktive Stellenvermittlung einsetzbar sei (IV-act. 65).
B.e Der RAD schlug in seiner Stellungnahme vom 27. November 2007 unter Hinweis
auf den Bericht von Dr. B._ vom 12. April 2007 eine Verlaufsbegutachtung durch die
MEDAS Basel vor. Aus medizinischer Sicht gebe es nachvollziehbare Hinweise für eine
relevante und anhaltende Verschlechterung des Gesundheitszustandes. Zudem wäre
eine allfällige Komorbidität bezüglich der attestierten somatoformen Schmerzstörung
zu prüfen (IV-act. 67). Am 17. Dezember 2007 beauftragte die IV-Stelle das Aerztliche
Begutachtungsinstitut (ABI), Basel, mit der Verlaufsbegutachtung (IV-act. 70).
B.f Das ABI erstattete am 11. Juni 2008 das Verlaufsgutachten. Als Diagnosen mit
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeiten führten die Ärzte an:
1. Chronisches zervikales und zephales Schmerzsyndrom (ICD-10: M54.9) bei:
2. St. n. Subarachnoidalblutung bei Aneurysma der A. carotis interna rechts 7/04
(ICD-10: I60.0)
- St. n. osteoplastischer Craniotomie mit Aneurysma-Clipping am 04.08.04.
- Postoperativ linksseitiges Hemisyndrom laut Angabe
3. leichte depressive Episode (ICD-10: F32.0).
Als Nebendiagnosen (ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit) nannten
sie:
1. Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10: F54)
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- multilokuläres, unspezifisches Schmerzsyndrom (ICD-10: R52.9)
2. Sensibles Hemisyndrom links unklarer Ursache (ICD-10: G83.9)
- DD: Zusammenhang mit Diagnose 2. oben, also residuell
3. Schwerhörigkeit rechts bei St. n. Otitis media chronica perforata laut Angabe
- St.n. Mittelohrrevision, Tympanoplastik und Mastoidektomie 2001
6. beginnendes metabolisches Syndrom
- Adipositas (BMI 34.5 kg/m2) (ICD-10: E76.2)
- leichte Dyslipidämie, unbehandelt (ICD-10: 78.2)
- leicht erhöhter Hb1Ac Wert, kontrollbedürftig (6.5%, Norm < 6.3%)
- Verdacht auf arterielle Hypertonie, unbehandelt (ICD-10: I10).
Die Ärzte gaben in der zusammenfassenden Beurteilung an, der Versicherten seien
aufgrund der verminderten Belastbarkeit der Wirbelsäule keine schweren Tätigkeiten
mehr zumutbar. Für leichte bis nur gelegentlich mittelschwere Tätigkeiten ohne Heben
und Tragen von Lasten in Zwangshaltungen und über der Horizontalen bestehe aus
neurologischer Sicht auf Grund der etwas verminderten psychophysischen
Leistungsfähigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 80%. Aus internistischer und anderweitiger
somatischer Sicht beständen keine zusätzlichen Befunde und Diagnosen, welche die
Arbeitsfähigkeit limitierten. Die angegebene Beschwerden und ihre Auswirkungen im
Alltag seien diskrepant zu den nur diskret zu erhebenden, klinisch objektivierbaren
Befunden. Das unspezifische, multilokuläre Schmerzsyndrom sei der psychiatrischen
Schmerzverarbeitungsstörung zugeordnet. Aus psychiatrischer Sicht könnten bei der
Versicherten eine leichte depressive Episode und eine Schmerzverarbeitungsstörung
festgestellt werden. Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit resultiere eine verminderte
Belastbarkeit im Umfang von 20%. Insgesamt sei der Versicherten seit Januar 2004
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eine 70%ige Arbeitsfähigkeit zumutbar, da sich die Leistungseinbussen aus
somatischer und psychiatrischer Sicht teilweise addierten (IV-act. 72).
B.g Mit Vorbescheid vom 16. September 2008 stellte die IV-Stelle die Abweisung des
Rentengesuchs in Aussicht. Seit der Erstbegutachtung im Jahr 2006 habe sich die
zumutbare Arbeitsfähigkeit von 70% in einer leidensangepassten Tätigkeit nicht
wesentlich und anhaltend geändert. Das zumutbare Einkommen ohne Behinderung
betrage Fr. 40'111.-- pro Jahr. Mit Behinderung könne die Versicherte ein Einkommen
von Fr. 28'078.-- erzielen. Die Erwerbseinbusse betrage Fr. 12'033.--, beziehungsweise
der Invaliditätsgrad 30%. Da dieser unter 40% liege, habe sie keinen Anspruch auf eine
Rente (IV-act. 80). Dagegen liess die Versicherte am 24. Oktober 2008 einwenden, sie
sei mit dem Vorbescheid nicht einverstanden. Ihr sei mindestens eine Dreiviertelsrente
zu gewähren (IV-act. 87).
B.h Mit Verfügung vom 24. November 2008 schloss die IV-Stelle die Arbeitsvermittlung
ab (IV-act. 89). Am 28. November 2008 verfügte sie die Abweisung des Rentengesuchs
(IV-act. 90).
C.
C.a Gegen die Verfügung vom 28. November 2008 liess die Versicherte am 12. Januar
2009 Beschwerde erheben. Sie beantragte die Aufhebung der Verfügung und die
Gewährung mindestens einer halben IV-Rente. Eventualiter sei eine aktuelle und
polydisziplinäre medizinische Abklärung in Auftrag zu geben, um die medizinische
Entwicklung seit der letzten Abklärung beim ABI zu evaluieren. Das ABI bezeichne die
Ursache des Hemisyndroms als unklar. Aus dem Entlassungsschreiben des Spitals in
Zagreb vom 17. August 2004 gehe hervor, dass nach der am 4. August 2004
durchgeführte Kopfoperation postoperativ eine linksseitige Hemiparese
zurückgeblieben sei. Dabei handle es sich um eine schwerwiegende Diagnose, die
nicht verharmlost werden dürfe, indem sie als Diagnose ohne Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit beurteilt werde. Das ABI gehe zu Unrecht von einer 70%igen
Arbeitsfähigkeit seit Januar 2004 aus. Mindestens im Zeitraum, in dem der
Beschwerdeführerin Taggelder der Suva und der Krankenkasse bezahlt worden seien,
bestehe ein Anspruch auf eine IV-Rente. Zudem führe Dr. med. D._, Klinik E._, in
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seinem Bericht vom 2. Dezember 2008 aus, die psychiatrische Untersuchung durch
das ABI habe das traumatische Ereignis der Kraniotomie ungenügend gewichtet. Die
Beschwerdeführer leide vielmehr an einer rezidivierenden depressiven Störung, aktuell
leicht bis mittelschwer (act. G 1.1.3). Auch die Schwerhörigkeit habe eine Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit, zumal der Kommunikationsfähigkeit in der Arbeitswelt ein
immer grösseres Gewicht zukomme. In Anbetracht der vorhandenen medizinischen
Problematik würden sich das Validen- und Invalideneinkommen als falsch erweisen.
Beim Valideneinkommen sei die Tatsache zu wenig berücksichtigt worden, dass die
Beschwerdeführerin noch im Jahr 2003 Fr. 38'356.-- verdient habe; in den darauf
folgenden Jahren wäre das Einkommen gestiegen. Als Invalideneinkommen sei
maximal ein Einkommen von Fr. 20'000.-- realistisch. Aus diesen Gründen müsse die
Beschwerdeführerin mindestens vorübergehend eine halbe Rente erhalten (act. G 1).
C.b Die Beschwerdegegnerin beantragte in der Beschwerdeantwort vom 24. April 2009
die Abweisung der Beschwerde. Auf die beiden Gutachten der MEDAS und des ABI
könne vollumfänglich abgestellt werden. Die Beschwerden seien sorgfältig abgeklärt
worden. Der Bericht von Dr. D._ enthalte keine objektiv feststellbaren
Gesichtspunkte, welche unerkannt geblieben und geeignet seien, zu einer
abweichenden Beurteilung zu führen. Eine somatoforme Schmerzstörung oder ein
sonstiger vergleichbarer pathogenetisch beziehungsweise ätiologisch unklarer
syndromaler Zustand schränke die Arbeitsfähigkeit zusammen mit einer mittelgradigen
Depression nur ein, wenn eine psychische Komorbidität von erheblicher Schwere,
Ausprägung und Dauer vorliege. Das sei hier nicht der Fall. Zudem habe das ABI
schlüssig dargelegt, dass die 70%ige Arbeitsfähigkeit bereits ab Januar 2004
bestanden habe. Eine längerdauernde höhere Arbeitsunfähigkeit, die einen befristeten
Rentenanspruch begründen könnte, sei somit nicht ausgewiesen. Die
Beschwerdeführerin habe zuletzt im Jahr 2003 ein Einkommen von Fr. 38'356.-- erzielt.
Weil davon ausgegangen werden könne, dass sich Validen- und Invalideneinkommen
gleich entwickelten, könne eine Aufwertung unterbleiben. Weil die Beschwerdeführerin
nicht mehr arbeite, sei das Invalideneinkommen anhand der LSE zu berechnen. Der
entsprechende Wert im Jahr 2003 für Hilfsarbeiterinnen betrage Fr. 48'579.--. Weil
dieser Betrag deutlich höher sei als das Valideneinkommen, sei das
Invalideneinkommen auf diesen tieferen Wert zu reduzieren. Die Beschwerdeführerin
könne nur noch leichte Tätigkeiten ausführen, weshalb ein sogenannter
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"Leidensabzug" von 10% vorzunehmen sei. Das Invalideneinkommen betrage somit Fr.
24'164.-- (Fr. 38'356.-- x 0.7 x 0.9), womit ein Invaliditätsgrad von 37% resultiere.
Demnach bestehe kein Anspruch auf eine IV-Rente (act. G 9).
C.c In der Replik vom 14. Mai 2009 hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen fest
(act. G 13).
C.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 2. Juni 2009 auf eine Duplik (act. G 14).

C.e Auf weitere Argumente der Parteien wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen
eingegangen.
Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind die Änderungen des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) und anderer Erlasse wie des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft
getreten. Bei der Prüfung eines allenfalls schon vorher entstandenen Anspruchs auf
eine Rente der Invalidenversicherung sind die allgemeinen intertemporalrechtlichen
Regeln heranzuziehen, wonach in zeitlicher Hinsicht diejenigen Rechtssätze
massgebend sind, die bei Verwirklichung des zu Rechtsfolgen führenden Sachverhalts
galten. Demzufolge ist der vorliegend zu beurteilende Rentenanspruch für die Zeit bis
zum 31. Dezember 2007 auf Grund der bisherigen und ab diesem Zeitpunkt - bis zum
Erlass der strittigen Verfügung vom 28. November 2008, welcher
rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis
bildet (BGE 132 V 215 neues Fenster E. 3.1.1 S. 220 mit Hinweisen) - nach den neuen
Normen zu prüfen (BGE 130 V 445 neues Fenster E. 1 S. 446 f. [mit Hinweis u.a. auf
BGE 130 V 329 neues Fenster]). Dies fällt materiellrechtlich indessen nicht ins Gewicht,
weil die 5. IV-Revision hinsichtlich der Invaliditätsbemessung keine substanziellen
Änderungen gegenüber der bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Rechtslage
(nachstehend: aArt.) gebracht hat, sodass die zur altrechtlichen Regelung ergangene
Rechtsprechung weiterhin massgebend ist. Neu normiert wurde demgegenüber der
Zeitpunkt des Rentenbeginns, der, sofern die entsprechenden
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Anspruchsvoraussetzungen gegeben sind (Art. 28 Abs. 1 IVG), gemäss Art. 29 Abs. 1
IVG frühestens sechs Monate nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach
Art. 29 Abs. 1 ATSG entsteht. Da sich die Beschwerdeführerin bereits am 25. Januar
2005 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug angemeldet hatte und ihre
Arbeitsfähigkeit unbestrittenermassen seit dem Jahr 2004 wesentlich eingeschränkt ist,
wäre ein allfälliger Rentenanspruch bereits vor dem 1. Januar 2008 entstanden,
weshalb sich diese Neuerung auf den hier zu prüfenden Fall nicht auswirkt (vgl. Urteile
des Bundesgerichts vom 23. Dezember 2008 [8C_829/2008] E. 2.1 und vom 28. August
2008 [8C_373/2008] E. 2.1, je mit Hinweis).
2.
2.1 Streitig und im vorliegenden Verfahren zu beurteilen ist, ob die Beschwerdeführerin
Anspruch auf eine Invalidenrente hat. Nach aArt. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch
auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%,
derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente. Gemäss aArt. 28
Abs. 2 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich durch einen
Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der
notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das
die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre.
2.2 Die Höhe der behinderungsbedingten Erwerbseinbusse hängt vor allem von der
ärztlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung ab, d.h. davon, in welchem Umfang für die
versicherte Person noch eine Tätigkeit in Betracht fällt (BGE 125 V 261 E. 4). Die
Beschwerdegegnerin stellt auf die Ergebnisse des MEDAS-Gutachtens vom
24. Oktober 2006 und des Verlaufsgutachtens des ABI vom 11. Juni 2008 ab. Gemäss
diesen beiden Gutachten ist der Beschwerdeführerin eine leidensangepasste Tätigkeit
zu 70% zumutbar. Die Beschwerdeführerin ist damit nicht einverstanden. Das ABI habe
unter den Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit das chronische zervikale und
zephale Schmerzsyndrom, die Subarachnoidalblutung bei Aneurysma und die
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depressive Episode festgestellt. Gleichzeitig seien das sensible Hemisyndrom und die
Schwerhörigkeit rechts als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beurteilt
worden. Die Kopfoperation habe postoperativ das sensible Hemisyndrom
zurückgelassen, was als schwerwiegende Diagnose in der Arbeitsfähigkeitsschätzung
zu berücksichtigen sei (act. G 1). Zudem sei das ABI-Gutachten unvollständig, da der
Bedarf nach einer neuropsychologischen Untersuchung erwähnt worden sei (act. G
13).
2.3 Die Beschwerdeführerin ist zweimal neurologisch untersucht worden. Bei der
Untersuchung durch die MEDAS Basel vom 8. März 2006 hat die Beschwerdeführerin
berichtet, dass ihr Gefühl auf der linken Körperseite nach der Aneurysma-Operation
nicht mehr ganz normal gewesen sei. Hauptsächlich habe sie Nackenschmerzen.
Konstant sei eine leichte Lärm- und Lichtempfindlichkeit vorhanden. Der Neurologe der
MEDAS hat bei St. n. Subarachnoidalblutung bei Aneurysma der A. carotis interna
rechts im August 2004 anlässlich der Untersuchung vom 8. März 2006 keine organisch
erklärbaren Residuen feststellen können. Es bestehe ein diffuses Schmerzsyndrom mit
chronischen zervikozephalen Schmerzen und diffusen Sensibilitätsstörungen, die
organisch nicht erklärt werden könnten. Schwere Arbeiten seien aufgrund der
chronischen Schmerzen ungünstig. Ansonsten bestehe aus neurologischer Sicht für
jegliche Arbeit keine Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit, auch nicht für die letzte
Tätigkeit in der Stickerei (Neurologisches Teilgutachten vom 8. März 2006; IV-act.
35-53/54 f.). Zwei Jahre später hat die Beschwerdeführerin gegenüber dem ABI-
Neurologen hauptsächlich Nackenschmerzen beklagt. Zudem leide sie unter
Kopfschmerzen. Ein weiteres Problem sei, dass ihre linke Körperseite immer wieder
taub werde. Bei der Untersuchung des Gesichtsfeldes am 2. Juni 2008 hat der
Neurologe einen links afferent schwächer auslösbaren Kornealreflex festgestellt. Daher
könne von einer organischen Genese der Sensibilitätsstörung im Zusammenhang mit
der rechtseitigen Subarachnoidalblutung ausgegangen werden. Die
Beschwerdeführerin gebe an, seit dieser Subarachnoidalblutung unter einer
Überempfindlichkeit auf äussere Reize zu leiden. Es stelle sich dabei die Frage, ob
auch die beklagten neuropsychologischen Defizite allenfalls organischer Natur, konkret
Folge dieser Blutung seien. Diese Frage könne zum aktuellen Zeitpunkt nicht
abschliessend beantwortet werden: Es würden solche Beschwerden gar nicht beklagt,
erst auf Befragen bejaht (was zur Differenzialdiagnose organisch versus funktionell
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allerdings nichts beitrage). Aufgrund der chronischen Schmerzsituation und einer
wahrscheinlich vorliegenden psychiatrischen Problematik kämen auch
Interferenzfaktoren als Ursache dieser Defizite in Frage. Eine allfällige Testung müsste
in der Muttersprache erfolgen und es erscheine im aktuellen Zustand der
Beschwerdeführerin fraglich, ob hier zuverlässige und interpretierbare Resultate zu
erwarten wären. Die sensible Hemisymptomatik falle bezüglich Arbeitsfähigkeit nicht
ins Gewicht. Neurologische Defizite würden sich nur bei entsprechenden
Anforderungen auswirken, jedoch nicht bei einfachen Tätigkeiten. Wegen der seit der
Blutung beklagten Licht- und Lärmempfindlichkeit seien entsprechende
Dauerexpositionen nicht zumutbar. Auch sei bei St. n. stattgehabter
Subarachnoidalblutung eine etwas verminderte psychophysische Leistungsfähigkeit
plausibel. Aufgrund der zervikalen Problematik seien körperlich schwere Tätigkeiten mit
Heben und Tragen von Lasten, solche in Zwangshaltung, solche mit den Armen über
der Horizontalen und solche ohne die Möglichkeit eines Positionswechsels ungünstig.
Insgesamt sei aber aus neurologischer Sicht in einer angepassten Tätigkeit von einer
80%igen Restarbeitsfähigkeit auszugehen (IV-act. 72-16/21 f.). Diese Ausführungen der
medizinischen Sachverständigen belegen, dass sie das geklagte Hemisyndrom
ausführlich untersucht, beurteilt und in ihre Arbeitsfähigkeitsschätzung einbezogen
haben. Im Gegensatz zur MEDAS-Begutachtung im Jahr 2006 hat der Neurologe des
ABI eine organische Ursache des Hemisyndroms im Zusammenhang mit der
Subarachnoidalblutung bejaht. Dass eine Sensibilitätsstörung zu einer Einschränkung
der Leistungsfähigkeit führen könnte, hat er verneint. Jedoch sei von einer
verminderten psychophysischen Leistungsfähigkeit im Umfang von 20% nach der
Subarachnoidalblutung auszugehen. Zusammen mit den qualitativen Anforderungen an
eine adaptierte Tätigkeit hat der ABI-Gutachter die Auswirkungen der Blutung
nachvollziehbar in seiner Arbeitsfähigkeitsbeurteilung berücksichtigt. Die
Beschwerdeführerin begründet nicht, inwiefern die Sensibilitätsstörung auf der linken
Körperseite ihre Leistungsfähigkeit behindere. Es wurden auch keine objektivierbaren
Befunde erhoben, die zu einem Nachweis einer diesbezüglichen verursachten
Einschränkung führen würden. Sodann sind bei der ausgeprägten
Krankheitsüberzeugung der Beschwerdeführerin von allfälligen neuropsychologischen
Tests keine sicher verwertbaren Resultate zu erwarten. Sowohl der Neurologe wie der
Psychiater des ABI haben keine zwingende Notwendigkeit für neuropsychologische
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Tests gesehen. Gemäss dem Neurologen würden sich neuropsychologische Defizite
bei einfachen Tätigkeiten (Hilfsarbeit) nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirken (IV-act.
72-17/21). Der Verzicht auf eine entsprechende Untersuchung ist daher nachvollziehbar
und im Rahmen der antizipierten Beweiswürdigung nicht zu beanstanden.
2.4 Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, ihre Hörbeschwerden wirkten sich
auf ihre Arbeitsfähigkeit aus. Die Beschwerdeführerin ist am 9. und 21. März 2006 von
der MEDAS neurootologisch abgeklärt worden. Dabei haben die Fachärzte angegeben,
aus otoneurologischer Sicht beständen ein Integritätsschaden aufgrund der
Hörverminderung von 15% und damit eine leichte Kommunikationseinschränkung. Die
Beschwerdeführerin sei zu 100% arbeitsfähig (IV-act. 35-39/54). Eine Verschlechterung
der Hörbeschwerden seit der MEDAS-Begutachtung ist nicht aktenkundig. Ohne
Zweifel hat die einseitige Hörverminderung zur Folge, dass das Spektrum an
geeigneten Tätigkeiten auf dem Arbeitsmarkt etwas schmaler ist. Auf dem allgemeinen
und ausgeglichenen Arbeitsmarkt sind jedoch durchaus genügend Stellen vorhanden,
in denen es nicht darauf ankommt, ob jemand auf beiden Ohren gut hört oder nicht.
2.5 Weiter rügt die Beschwerdeführerin, die psychiatrische Beurteilung des ABI sei
gemäss Dr. D._ mangelhaft. Dr. D._ hat in seinem Bericht vom 2. Dezember 2008
angegeben, der begutachtende Psychiater des ABI habe bei sonst korrekter
psychiatrischer Untersuchung am 2. Juni 2008 ein wichtiges traumatisches Ereignis
(die Subarachnoidalblutung mit Operationsnotwendigkeit im Sommer 2004) bei der
Beschwerdeführerin übersehen, was anschliessend zu einer Fehldiagnose geführt
habe. Bei kleineren Sensationen im Kopfbereich komme es wiederholt zu
Auseinandersetzungen mit dem Tod. Ausserdem leide sie unter andauernder
Schläfrigkeit, Schwindelgefühlen, andauernder Ängstlichkeit und sie wache nachts
häufig mit Schrecken [Albträume] auf. Daher sei es bei der Beschwerdeführerin nach
dem Insult im Sommer 2004 zur Entwicklung einer depressiven Störung und einer
anhaltenden somatoformen Schmerzstörung gekommen. Die depressive Störung habe
bekanntlich einen phasenweisen Verlauf und es sei nicht auszuschliessen, dass die
Beschwerdeführerin während der Untersuchung beim ABI wenig depressiv gewesen
sei. Seit August 2008 habe sich der Zustand der Beschwerdeführerin jedoch erneut
stark verschlechtert. Die Beschwerdeführerin befinde sich seit Sommer 2007 in der
Klinik E._ in psychiatrischer Behandlung und die depressiven Schwankungen
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könnten bestätigt werden. Daher sei von einer anhaltenden mindestens 50%igen
Arbeitsunfähigkeit auszugehen (act. G 1.1.3).
2.6 Bereits anlässlich der MEDAS-Begutachtung vom 30. Januar 2006 hat der
begutachtende Psychiater als Diagnosen einerseits eine anhaltende somatoforme
Schmerzstörung und andererseits eine leichte depressive Episode mit somatischem
Syndrom angegeben. Diese leichte depressive Episode begründe eine leichte
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um 20% (IV-act. 35-43/54). Zwei Jahre später hat
der begutachtende Psychiater des ABI bei der Beschwerdeführerin am 2. Juni 2008
eine herabgesetzte, leicht depressive Stimmung festgestellt. Die Wahrnehmung, die
Auffassung und das Gedächtnis seien nicht beeinträchtigt gewesen. Das Denken sei
formal und inhaltlich unauffällig gewesen. In der Anamnese habe die
Beschwerdeführerin berichtet, seit dem 2004 erlittenen Sturz leide sie dauernd unter
Schmerzen. Sie leide vor allem unter markanten Kopfschmerzen. Die Schmerzen hätten
sich seit dem Unfall verschlimmert, die Therapien hätten keinen Erfolg gehabt, sondern
die Beschwerden nur verschlimmert. Der begutachtende Psychiater hat in seiner
Beurteilung angegeben, das Ausmass der beklagten Beschwerden und die subjektive
Überzeugung, nicht mehr arbeiten zu können, könnten durch die psychosomatischen
Befunde nicht vollständig objektiviert werden, sodass eine psychische Überlagerung
angenommen werden müsse. Es handle sich um eine Schmerzverarbeitungsstörung.
Die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung könne nicht gestellt
werden, da bei der Beschwerdeführerin keine lang anhaltenden psychosozialen oder
emotionalen Belastungsfaktoren vorhanden gewesen seien, als sie 2004 gestürzt sei.
Neben der Schmerzverarbeitungsstörung könne eine leichte depressive Episode
diagnostiziert werden. Es beständen auch ein gewisser Lebensverleider sowie
Suizidphantasien. Eine eigentliche Suizidalität sei nicht vorhanden. Nach wie vor sei die
Beziehung mit ihrem Ehemann und ihren Kindern gut. Die leichte depressive Episode
bedinge eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um 20%. Die
Schmerzverarbeitungsstörung habe keinen Krankheitswert und schränke die
Arbeitsfähigkeit nicht ein. Hinweise auf unbewusste Konflikte fehlten, ein primärer
Krankheitsgewinn sei nicht vorhanden. Aus psychiatrischer Sicht könne der
Beschwerdeführerin zugemutet werden, trotz der beklagten Beschwerden die nötige
Willensanstrengung aufzubringen, um zu 80% einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen.
Aufgrund der ausgeprägten subjektiven Krankheitsüberzeugung könnten berufliche
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Massnahmen nicht empfohlen werden (IV-act. 72-10/21 ff.). Im Gegensatz zum Bericht
des behandelnden Psychiaters Dr. D._ hat die Beschwerdeführerin anlässlich der
ABI-Untersuchung keine traumatische Erfahrungen und Ängste beziehungsweise
Albträume als Folge der Hirnblutung erwähnt. Der begutachtende Psychiater hat auch
keine unbewussten Konflikte feststellen können. Die Beschwerdeführerin hat vielmehr
betont, dass sie dauernd unter Schmerzen leide. Sie leide vor allem unter markanten
Kopfschmerzen, sie habe auch an verschiedenen Stellen im Körper, vor allem in Armen
und Beinen Schmerzen. Wegen der Schmerzen könne sie kaum schlafen (IV-act.
72-10/21). Weil sich die Beschwerdeführerin unter anderem nicht mehr freuen könne,
sich wertlos fühle sowie einen gewissen sozialen Rückzug zeige, hat der
begutachtende Psychiater die Diagnose einer leichten depressiven Episode gestellt.
Diese Beurteilung ist aufgrund der Akten nachvollziehbar. Aus psychiatrischer Sicht ist
bereits bei der Begutachtung im Jahr 2006 lediglich eine leichte depressive Episode
diagnostiziert worden. Die Befunde haben sich seither nicht in erheblicher Art und
Weise verändert. Auch die von Dr. D._ erwähnten Befunde und Beschwerden sind
mit der gutachterlich erhobenen Anamnese und den Befunden vergleichbar. Jedoch
sind die diagnostische Einschätzung und die Auswirkung auf die Leistungsfähigkeit
unterschiedlich beurteilt worden. Sodann ist insgesamt die traumatische Folge der
Subarachnoidalblutung durchaus erkannt worden, hat doch der begutachtende
Neurologe in seiner Beurteilung die psychophysische Beeinträchtigung infolge der
Subarachnoidalblutung mit einer Einschränkung von 20% berücksichtigt (vgl. IV-act.
72-17/21). Es mag sein, dass eine depressive Störung phasenweise stärker zu Tage
tritt. Eine andauernde erhebliche Verschlechterung des psychischen
Gesundheitszustandes hat Dr. D._ nicht beschrieben. Nachdem aber bereits im März
2006 eine leichte depressive Episode mit einer 20%igen Einschränkung diagnostiziert
und dies bei der ABI-Begutachtung im Juni 2008 bestätigt worden ist, ist nicht
nachvollziehbar, weshalb die Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht bei
vergleichbaren Befunden über 30% stärker eingeschränkt gewesen sein soll. Sodann
sind die Schlafstörungen der Beschwerdeführerin vom begutachtenden Psychiater des
ABI nicht der depressiven Störung, sondern vielmehr dem passiven Alltag und dem
vielen Liegen zugeordnet worden (IV-act. 72-12/21), weshalb sie sich aus
psychiatrischer Sicht nicht zusätzlich auf die Leistungsfähigkeit auswirken. Insgesamt
erscheint die Diagnose einer bei Begutachtung leichten depressiven Episode daher als
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schlüssig. Ob die Beschwerdeführerin nun zusätzlich zur depressiven Symptomatik an
einer somatoformen Schmerzstörung oder an einer Schmerzverarbeitungsstörung
leidet, kann offen gelassen werden, da sowohl der begutachtende Psychiater der
MEDAS wie des ABI ihr die Willensanstrengung zugemutet haben, um trotz der
beklagten Schmerzen einer Teilerwerbstätigkeit im Umfang von 80% nachzugehen.
Zudem hat der behandelnde Psychiater Dr. D._ kraft seines Auftragsverhältnisses
eine andere Perspektive auf die Leistungsbeurteilung seiner Patientin, als dies bei
Gutachtern der Fall ist. Auf das Ergebnis der psychiatrischen Beurteilung des ABI kann
daher abgestellt werden.
2.7 Zusammenfassend ist mit zwei voneinander unabhängigen Gutachten (zwischen
denen ein Zeitraum von zwei Jahren liegt) eine Arbeitsfähigkeit von 70% in
leidensadaptierten Tätigkeiten attestiert worden. Dabei haben die Gutachter die
Einschränkungen aus somatischer Sicht aufgrund eines chronischen zervikalen und
zephalen Schmerzsyndroms, des St. n. Hirnblutung und der Höreinschränkung ebenso
wie aus psychiatrischer Sicht (leichte depressive Episode) berücksichtigt. Das
unspezifische multilokuläre Schmerzsyndrom ist der Schmerzverarbeitungsstörung
zugeordnet worden. Damit haben die Gutachter sämtliche geklagten Schmerzen der
Beschwerdeführerin gemäss dem Ergebnis ihrer Untersuchungsbefunde
berücksichtigt. Beim Vorliegen von somatischen und psychischen Beschwerden
drängte sich eine interdisziplinäre Gesamtbeurteilung auf. Dies wurde vorliegend mit
zwei polydisziplinären Gutachten vorgenommen. Der Sachverhalt erweist sich damit als
genügend abgeklärt.
2.8 Auch der Beginn der 70%igen Arbeitsfähigkeit gemäss ABI-Gutachten überzeugt.
In den Unfallakten befindet sich ein Bericht von Dr. med. F._, Facharzt für Neurologie
FMH, der bereits am 2. Juli 2004 eine Wiederaufnahme der bisherigen Tätigkeit im
Umfang von 70% als zumutbar bezeichnet hat, nachdem die Abgabe von Novalgin
Tropfen zu einer Besserung der Beschwerden geführt hatte. Jedoch sei das Heben und
Tragen von schweren Stoffballen kontraindiziert (Suva-act. 28). Danach ist es im
August 2004 zu einer Hirnblutung gekommen. Diese hat wohl vorübergehend zu einer
vollen Arbeitsunfähigkeit geführt. Die von Dr. C._ in seinem Bericht vom 8. April 2005
attestierte, seit 15. Januar 2004 unverändert andauernde 100%ige Arbeitsunfähigkeit
ist bereits im MEDAS-Gutachten vom 24. Oktober 2006 als nicht nachvollziehbar
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bezeichnet worden. Dr. C._ hat seine Arbeitsfähigkeitsschätzung damit begründet,
dass eine zentrale Kompensation der Schwindelbeschwerden innerhalb des
Gleichgewichtssystems nicht mehr zu erreichen sei, vor allem nach der
subarachnoidalen Blutung (IV-act. 17). Die Beschwerdeführerin hat jedoch bereits
anlässlich der neurootologischen MEDAS-Untersuchung im Frühling 2006 auf explizite
Nachfrage einen Schwindel oder Tinnitus verneint. Die Fachärzte haben daher
angenommen, dass, falls eine peripher-vestibuläre Störung vorgelegen haben sollte,
diese zentral weitestgehend kompensiert wäre (IV-act. 35-39/54). Dr. C._ hat die
andauernde 100%ige Arbeitsunfähigkeit gerade mit der fehlenden
Kompensationsmöglichkeit der Schwindelbeschwerden begründet. Da diese
Beschwerden bereits im Frühling 2006 nicht mehr im Vordergrund gestanden haben
und klinisch-neurologisch keine Hinweise auf eine zentrale oder peripher-vestibuläre
Störung gefunden werden konnten, vermag die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr.
C._ nicht zu überzeugen. Dass das ABI und davor die MEDAS bei dieser Aktenlage
und aufgrund der anamnestischen Angaben sowie der Untersuchungsbefunde eine
länger dauernde und abgrenzbare invalidisierende Erkrankung verneint haben, ist
schlüssig. Der Beschwerdeführerin ist daher gestützt auf das ABI-Gutachten und im
Einklang mit dem MEDAS-Gutachten (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen) seit
Januar 2004 eine 70%ige Arbeitsfähigkeit zumutbar.
3.
3.1 Die Beschwerdeführerin hat vor dem Eintritt der invalidisierenden Beschwerden im
Jahr 2003 ein Einkommen von Fr. 38'356.-- erzielt. Sie arbeitet nicht mehr. Daher ist ihr
Invalideneinkommen anhand der LSE-Tabellen zu berechnen. Hilfsarbeiterinnen haben
im Jahr 2003 durchschnittlich Fr. 48'579.-- verdient. Dieses Einkommen liegt massiv
über dem bisher erzielten Valideneinkommen. Die Beschwerdegegnerin hat deshalb
korrekterweise das Invalideneinkommen an das Valideneinkommen angepasst. Bei
einer 70%igen Leistungsfähigkeit ergibt sich ein Einkommen von Fr. 26'849.--
(Fr. 38'356.-- x 0.7).
3.2 Die Beschwerdegegenerin hat in ihrer Beschwerdeantwort entgegen der Verfügung
vom 28. November 2008 einen Leidensabzug von 10% gewährt (vgl. hierzu: BGE 126 V
75 neues Fenster). Die Beschwerdeführerin ist gegenüber einer gesunden Konkurrentin
https://swisslex.westlaw.com/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx126xVx75_82&AnchorTarget=BGEx126xVx75 https://swisslex.westlaw.com/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx126xVx75_82&AnchorTarget=BGEx126xVx75
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benachteiligt, weil ein grösseres Risiko besteht, dass sie aufgrund ihrer Beschwerden
gehäuft Krankheitsabwesenheiten haben könnte und sie weniger flexibel sein dürfte
(z.B. in Bezug auf Überstunden). Sie wird deshalb ihre Arbeitskraft zu einem
unterdurchschnittlichen Lohn anbieten müssen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
9. Dezember 2009 [9C_68/2009]). Dies ist in der ärztlichen Schätzung der
Arbeitsfähigkeit nicht berücksichtigt. Jedoch ist bei Frauen im tiefsten
Anforderungsniveau die Teilzeitarbeit hochgerechnet auf ein Vollpensum statistisch
gesehen besser entlöhnt als Vollzeitarbeit (vgl. Tabelle T2* auf S. 16 der LSE 2004). Ein
zusätzlicher Abzug von insgesamt 10% erscheint daher als angemessen. Das
Invalideneinkommen beträgt somit Fr. 24'164.-- (Fr. 26'849.-- x 0.9). Aus der
Gegenüberstellung des Valideneinkommens von Fr. 38'356.-- und des
Invalideneinkommens von Fr. 24'164.-- resultiert ein Invaliditätsgrad von 37%. Da
dieser Invaliditätsgrad unter 40% liegt, besteht unabhängig davon, ob während des
Wartejahrs die Arbeitsunfähigkeit vorübergehend höher gewesen sein sollte, kein
Rentenanspruch.
4.
Im Sinne der vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde abzuweisen. Das
Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Als unterliegende Partei hat die Beschwerdeführerin die
Gerichtskosten zu bezahlen (vgl. Art. 95 Abs. 1 VRP). Mit dem von ihr geleisteten
Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist die geschuldete Gerichtsgebühr getilgt. Ein
Anspruch auf eine Parteientschädigung besteht bei diesem Verfahrensausgang nicht.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG