Decision ID: a3ac2b15-25ac-4b93-a69b-17713b9b6a70
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
P._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Hans Frei, Kriessernstrasse 40, 9450 Altstätten,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
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A.
A.a P._ meldete sich am 17. Oktober 2000 erstmals zum Bezug von IV-Leistungen
(Umschulung auf eine neue Tätigkeit) an, da er seine bisherige Arbeit seit einer
Knieoperation nicht mehr ausüben könne (act. G 3.3). Mit Verfügung vom 24. Januar
2001 wies die IV-Stelle des Kantons St. Gallen das Begehren des Versicherten ab, da
er seit 1996 keine AHV-Beiträge mehr einbezahlt habe und deshalb nicht mehr
versichert sei (act. G 3.13). Am 8. Juni 2001 widerrief die IV-Stelle die Verfügung vom
24. Januar 2001, da sich die gesetzlichen Bestimmungen im Zusammenhang mit den
versicherungsmässigen Voraussetzungen geändert hätten. Als nächster Schritt werde
der IV-Berufsberatung ein Auftrag zur Abklärung der beruflichen Massnahmen erteilt
(act. G 3.17). Am 3. September 2001 reichte der Versicherte erneut eine IV-Anmeldung
ein und beantragte Hilfsmittel (Schuheinlagen) und eine Rente (act. G 3.23). Am
26. November 2001 wies die IV-Stelle das Begehren des Versicherten um Hilfsmittel ab
(act. G 3.33). Mit Verfügung vom 12. März 2002 wies die IV-Stelle die Begehren des
Versicherten betreffend berufliche Massnahmen und Invalidenrente ab. Bei Verwertung
der medizinisch zumutbaren Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt sei es
ihm trotz der gesundheitlichen Einschränkungen möglich, ein rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (act. G 3.42). Diese Verfügung erwuchs in der Folge
unangefochten in Rechtskraft.
A.b Am 1. Dezember 2003 meldete sich der Versicherte erneut zum Bezug von IV-
Leistungen (Rente) an, da sich sein Leiden in den letzten fünf Monaten stark
verschlechtert habe (act. G 3.43). Mit Verfügung vom 2. März 2004 trat die IV-Stelle auf
das neue Leistungsbegehren des Versicherten nicht ein, da er keine neuen Tatsachen
geltend mache (act. G 3.55). Diese Verfügung wurde mit Einspracheentscheid vom
11. Juni 2004 (act. G 3.72) und Urteil des Versicherungsgerichts St. Gallen vom 2.
Dezember 2004 (act. G 3.87) bestätigt.
A.c Am 17. Mai 2006 meldete sich der Versicherte erneut zum Bezug von IV-
Leistungen (Rente) an, da sich sein Leiden zwischenzeitlich stark verschlechtert und
ausgebreitet habe (act. G 3.90). Am 5. Januar und 1. März 2007 wurde der Versicherte
durch das Medizinische Gutachtenzentrum St. Gallen (MGSG) orthopädisch,
neurologisch und psychiatrisch untersucht und begutachtet (act. G 3.106 f.). Im
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Gutachten vom 5. Januar/5. März 2007 wurden folgende Hauptdiagnosen gestellt: 1.
eine bikompartimentale Gonarthrose und Präarthrose des medialen Kompartiments bei
Status nach subtotaler lateraler Meniskektomie 08/99 sowie kleine Baker-Zyste und
femoropatelläre Inkongruenz links; 2. eine lateralisierte Patella mit femoropatellärer
Chondropathie rechts und Varusalignement; 3. eine Tarsometatarsalgelenksarthrose II
bei Knick/Senk/Spreizfuss links und Metatarsalgie; 4. ein Carpaltunnelsyndrom
beidseits; 5. eine avaskuläre Nekrose des Os lunatums rechts sowie 6. eine Adipositas.
Anlässlich der gemeinsamen orthopädisch/psychiatrischen Beurteilung vom 5. März
2007 wurde die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit gesamthaft auf 30% bei
voller Stundenpräsenz und in adaptierter Tätigkeit gesamthaft bei voller
Stundenpräsenz auf 80% festgelegt (act. G 3.106).
A.d Mit Vorbescheid vom 27. Juni 2007 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Abweisung seines Rentengesuchs in Aussicht. Hiergegen erhob dieser, vertreten durch
Rechtsanwalt lic. iur. Hans Frei, am 30. August 2007 Einwand und beantragte, es sei
ihm eine Dreiviertelsrente zuzusprechen (act. G 3.118).
B.
Mit Verfügung vom 5. September 2007 wies die IV-Stelle das Begehren des
Versicherten um eine Invalidenrente ab. Sie stellte hierbei für das Valideneinkommen
auf das vom Beschwerdeführer 1994 vor seiner Abreise ins Ausland erzielte
Einkommen als Selbstständigerwerbender ab und passte dieses per 2006 der
Teuerung und Reallohnerhöhung an, was ein Valideneinkommen von Fr. 35'313.--
ergab. Für das Invalideneinkommen stellte sie auf denselben Betrag ab und rechnete
diesen auf eine 80%ige Tätigkeit um. Auf diese Weise ermittelte sie einen
Invaliditätsgrad von 20% (act. G 3.113, 3.119).
C.
C.a Am 5. Oktober 2007 erhebt der Vertreter des Versicherten Beschwerde und
beantragt, die Verfügung vom 5. September 2007 sei aufzuheben und dem
Beschwerdeführer sei eine Dreiviertelsrente zuzusprechen. Zudem ersucht er um
unentgeltliche Prozessführung. Zur Begründung bringt er im Wesentlichen vor, das von
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der Beschwerdegegnerin angenommene Valideneinkommen in Höhe von Fr. 35'313.--
sei zu tief angesetzt. Vor Eintritt des Gesundheitsschadens habe der Beschwerdeführer
als Produktionsleiter und Mitglied des obersten Kaders im Ausland gearbeitet. Diese
Tätigkeit würde er immer noch ausüben, wenn er keine gesundheitlichen Beschwerden
hätte. Gemäss Lohnstrukturerhebung (LSE) 2004 (LSE Tabelle Lohn Holzbranche 2,
Fachmann Niveau 2 [TA1_b]) betrage sein Valideneinkommen Fr. 78'240.--. Die
Beschwerdegegnerin habe ein Invalideneinkommen von Fr. 28'250.-- ermittelt. Der
Beschwerdeführer habe zwar vor über 40 Jahren eine kaufmännische Lehre absolviert,
seither jedoch nicht mehr als kaufmännischer Angestellter gearbeitet. In
kaufmännischen Angelegenheiten sei er unerfahren. Ohne geeignete Umschulung
werde er kaum in der Lage sein, eine Tätigkeit im kaufmännischen Bereich auszuüben
bzw. ein Invalideneinkommen von Fr. 28'250.-- zu erzielen. Selbst wenn man auf das
Invalideneinkommen von Fr. 28'250.-- abstelle, resultiere bei einem Valideneinkommen
von Fr. 78'240.-- ein Invaliditätsgrad von 64% (act. G 1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 26. November 2007 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung bringt sie im
Wesentlichen vor, gemäss eigenen Angaben habe der Beschwerdeführer in X._ Fr.
3'800.-- pro Monat verdient, was einem Jahreseinkommen von Fr. 45'600.--
entsprechen würde. Allerdings befänden sich diesbezüglich keine Unterlagen bei den
Akten. Zudem handle es sich um ein im Ausland erzieltes Einkommen. Es könne nicht
als Valideneinkommen berücksichtigt werden. Massgebend für den
Einkommensvergleich sei das zuletzt als Selbstständigerwerbender erzielte
Einkommen. Dieses habe in den Jahren 1993, 1994 und 1995 durchschnittlich Fr.
26'185.-- betragen. Während der gesamten Dauer der selbstständigen Erwerbstätigkeit
habe sich das Einkommen auf knapp Fr. 45'000.-- belaufen. Das Valideneinkommen
betrage somit auch unter Berücksichtigung der Teuerung und der Reallohnentwicklung
höchstens Fr. 50'000.--. Der Beschwerdeführer sei gelernter kaufmännischer
Angestellter und verfüge über eine grosse Erfahrung in der Holzbranche. Er sei es
gewohnt, selbstständig zu arbeiten und verfüge über Führungserfahrung. Zudem
beherrsche er gemäss eigenen Angaben neben der deutschen Sprache
(Muttersprache) fünf weitere Sprachen. Seine EDV-Kenntnisse schätze er selber als
genügend ein. Mit diesen Voraussetzungen sei er in einer international tätigen Firma
vielseitig einsetzbar. Somit seien die Tabellenlöhne des Anforderungsniveaus 3 oder
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sogar 2 anwendbar, was ein Jahreseinkommen von Fr. 69'987.-- bzw. 95'570.--
ergebe. Selbst wenn man das Niveau 3 berücksichtige, könne der Beschwerdeführer in
einer 80%igen Tätigkeit somit ein Invalideneinkommen von Fr. 55'990.-- erzielen (act.
G 3).
C.c Am 14. Dezember 2007 wird das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung
bewilligt (act. G 4).
C.d Mit Replik vom 28. Januar 2008 hält der Vertreter des Beschwerdeführers an
seinen Anträgen fest. Dieser habe in X._ nicht Fr. 3'800.--, sondern US$ 3'800.--
bzw. brutto US$ 4'200.-- pro Monat verdient. Da auf den im Ausland erzielten
Verdienst nicht abgestellt werden könne, sei nach den LSE-Tabellen zu bestimmen, wie
viel der Verdienst des Beschwerdeführers in dieser Anstellung in der Schweiz betragen
hätte. Der Beschwerdeführer sei nicht in der Lage, ein Invalideneinkommen von Fr.
55'990.-- zu realisieren. Es werde bezweifelt, dass er überhaupt in der Lage sei, eine
adaptierte Tätigkeit auszuführen. Es komme nur noch eine leichte Hilfstätigkeit in
Frage. Es scheine fraglich, ob er überhaupt in der Lage sei, ein Invalideneinkommen
von Fr. 28'250.-- zu erzielen, oder ob nicht hiervon ein Gesamtabzug von 25%
vorzunehmen sei (act. G 7).
C.e Mit Duplik vom 5. Februar 2008 hält die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag fest
(act. G 9).

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil
in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei
der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V
467 E. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses
der streitigen Verfügung eingetretenen Sachverhalt abzustellen ist (BGE 121 V 366
E. 1b), sind vorliegend die bis zum 31. Dezember 2007 geltenden materiellen
Bestimmungen anwendbar.
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2.
2.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 des Bundesgesetzes über
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR
830.1]). Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen
oder geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der
für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16
ATSG durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die
versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der
notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Nach aArt. 28 Abs. 1 IVG besteht
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu
70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein
Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente
und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
2.2 Vorliegend geht aus den Akten hervor und ist im Übrigen unbestritten, dass der
Beschwerdeführer in einer adaptierten Tätigkeit (körperlich leichte Tätigkeiten in
temperierten Räumen, die abwechslungsweise sitzend und stehend durchgeführt
werden können, ohne dass dabei häufig kniende Positionen eingenommen oder
Gegenstände über 10 kg gehoben oder getragen werden müssen und die nicht mit
regelmässigem Laufen auf unebenem Boden verbunden sind und bei denen keine
regelmässigen Kraftanwendungen der rechten Hand notwendig sind) zu 80%
arbeitsfähig ist (act. G 3.106). Umstritten sind demgegenüber die Vergleichseinkommen
sowie die Frage, ob überhaupt eine zumutbare adaptierte Tätigkeit besteht.
3.
Wie oben erwähnt (E. 2.1) ist der Invaliditätsgrad anhand eines Einkommensvergleichs
zu ermitteln.
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3.1 Nach Art. 16 ATSG ist als Valideneinkommen das Einkommen zu betrachten, das
die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Es
handelt sich in jedem Fall um eine Hypothese. Rechtsprechungsgemäss ist bei der
Ermittlung des Valideneinkommens entscheidend, was die versicherte Person im
massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde. Die
Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen. Es ist in der Regel vom
letzten Lohn, welchen die versicherte Person vor Eintritt der Gesundheitsschädigung
erzielt hat, auszugehen (Urteil des Bundesgerichts vom 16. Mai 2001, I 42/01, mit
Hinweisen). Diese Praxis ist unter dem Aspekt des Beweises des massgeblichen
Valideneinkommens zweckmässig, weil es gemäss der Rechtsprechung empirischer
Feststellung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall in der Regel
weitergeführt worden wäre (Urteil des Bundesgerichts vom 29. August 2002, I 97/00).
3.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär
von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person
konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der -
kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist,
dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und
erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als
Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein
solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die
versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der
Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch
herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 76
f. E. 3b/aa und bb, mit Hinweisen).
3.3 Der Beschwerdeführer hat von 1960 bis 1963 eine kaufmännische Lehre absolviert.
In der Folge war er von 1963 bis 1979 bei verschiedenen Arbeitgebern als
kaufmännischer Angestellter tätig. Von 1980 bis 1995 war er als selbstständiger
Holzkaufmann in der Schweiz tätig. Von Oktober 1995 bis Mai 2000 arbeitete er als
Leiter in einem Sägewerk in X._ (act. G 3.22). Dann kam er aus gesundheitlichen
Gründen in die Schweiz zurück, wo er im Jahr 2001 eine Stelle bei der A._ antrat.
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Diese Stelle wurde ihm jedoch bereits nach kurzer Zeit wieder gekündigt (act. G 3.27).
Gemäss eigenen Aussagen würde der Beschwerdeführer im Gesundheitsfall die
Tätigkeit als Leiter eines Sägewerks in X._ weiterhin ausführen (act. G 1). Diese
Aussage ist glaubwürdig und entspricht der Bundesgerichtspraxis, wonach für die
Bemessung des Valideneinkommens in der Regel vom letzten Lohn auszugehen ist,
welchen die versicherte Person vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielt hat. Das
in X._ erzielte Einkommen ist in den Akten nicht hinreichend dokumentiert;
insbesondere wird es im IK-Auszug nicht aufgeführt (vgl. act. G 3.46). Das
Valideneinkommen ist daher anhand der LSE-Tabellenlöhne zu bestimmen (vgl. Urteil
des Bundesgerichts vom 7. Februar 2003, I 172/02 E. 6.2). Praxisgemäss wird dabei
auf die Tabelle TA1 (mit Unterteilung in vier Anforderungsniveaus) abgestellt. Der
Beschwerdeführer will demgegenüber die Tabelle TA1_b angewendet wissen, bei
welcher die Kaderfunktionen nochmals in vier Stufen unterteilt werden, wobei auf das
Niveau 2 (oberes und mittleres Kader) abzustellen sei. Dafür besteht vorliegend jedoch
kein Anlass. So ist aufgrund der Akten nicht davon auszugehen, dass die Tätigkeit des
Beschwerdeführers in X._ im Bereich des oberen bzw. mittleren Kaders anzusiedeln
war, führte er doch in erster Linie körperliche Arbeiten aus. Entsprechend ist auf die
Löhne der Tabelle TA1 abzustellen.
Da der Beschwerdeführer in der Holzbranche über 15 Jahre lang selbstständig tätig
war und in dieser Branche zuletzt während fast fünf Jahren eine leitende Position
innehatte, rechtfertigt es sich, vorliegend auf die entsprechenden Tabellenlöhne des
Niveaus 1+2 (Verrichtung höchst anspruchsvoller und schwierigster Arbeiten bzw.
Verrichtung selbstständiger und qualifizierter Arbeiten) abzustellen. Im Jahr 2006
betrug das entsprechende Einkommen in der Holzbranche für Männer Fr. 5'714.-- pro
Monat. Umgerechnet auf ein Jahr und unter Berücksichtigung der im Jahr 2006
betriebsüblichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden pro Woche ergibt sich somit ein
Valideneinkommen von (gerundet) Fr. 71'482.--.
Was das Invalideneinkommen anbelangt, so verfügt der Beschwerdeführer, wie bereits
erwähnt, über einen Lehrabschluss als kaufmännischer Angestellter. Zudem beherrscht
er neben der deutschen (Muttersprache) auch die französische, englisch und
holländische Sprache, je in Wort und Schrift, sowie die italienische und spanische
Sprache, je in Wort (act. G 3.22). Zwar gibt er an, seit 1979 nicht mehr als
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kaufmännischer Angestellter tätig und nicht mit den zwischenzeitlich modernen
Informatiktechniken vertraut zu sein, doch geht aus den Akten hervor (act. G 3.38-1 f.),
dass er über die Arbeitslosenversicherung immerhin Computerkurse absolvieren
konnte (act. G 3.39). Auch traut sich der Beschwerdeführer eine Tätigkeit, in der nur
geringe PC-Kenntnisse nötig sind, durchaus zu (act. G 3.38-5). Zudem erachtete der
Eingliederungsberater den Beschwerdeführer am 14. September 2001 für eine
Anstellung im Büro als gut qualifiziert (act. G 3.27). Insgesamt ist somit davon
auszugehen, dass der Beschwerdeführer in der Lage ist, Tätigkeiten gemäss
Anforderungsniveau 3 (Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt) auszuüben. Auf
dem theoretisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt sind durchaus Stellen vorhanden, die mit
den Fähigkeiten und den medizinischen Einschränkungen des Beschwerdeführers
vereinbar sind. Daran ändert nichts, dass der Beschwerdeführer zweifellos Mühe hat,
auf dem konkreten Arbeitsmarkt eine Stelle zu finden; die Invalidenversicherung deckt
das Risiko der Arbeitslosigkeit nicht. Der entsprechende LSE-Tabellenlohn betrug im
Jahr 2006 für Männer Fr. 5'608.--. Unter Berücksichtigung der im Jahr 2006
betriebsüblichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden pro Woche und des Umstands, dass der
Beschwerdeführer in einer solchen Tätigkeit lediglich zu 80% arbeitsfähig ist, ergibt
sich ein Invalideneinkommen von (gerundet) Fr. 56'125.--.
3.4 Nach der Rechtsprechung können die statistischen Löhne um bis zu 25% gekürzt
werden, um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass versicherte Personen mit einer
gesundheitlichen Beeinträchtigung in der Regel das durchschnittliche Lohnniveau nicht
erreichen (RKUV 1999 Nr. U242 S. 412 E. 4b/bb) bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem
allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg zu
verwerten in der Lage sind. Dabei handelt es sich um einen allgemeinen
behinderungsbedingten Abzug (BGE 126 V 78 E. 5a/bb). Nach der Rechtsprechung
hängt die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von
sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen – auch von invaliditätsfremden
Faktoren – des konkreten Einzelfalles ab (namentlich leidensbedingte Einschränkung,
Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), wobei
der maximal zulässige Abzug auf 25% festzusetzen ist (BGE 129 V 481 E. 4.2.3 mit
Hinweisen).
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Unter Berücksichtigung des Alters und der Einschränkungen des Beschwerdeführers
sowie der Tatsache, dass er lediglich noch leichte Arbeiten ausführen und nur ein
Teilzeitpensum absolvieren kann, erscheint vorliegend ein Leidensabzug von 20% als
angemessen. Entsprechend reduziert sich das Invalideneinkommen auf Fr. 44'900.--.
Bei einem Valideneinkommen von Fr. 71'482.-- resultiert somit ein Invaliditätsgrad von
37%. Die Beschwerdegegnerin hat den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine
Invalidenrente somit zu Recht verneint.
4.
4.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
4.2 Dem Beschwerdeführer wurde die unentgeltliche Prozessführung und
Rechtsverbeiständung am 14. Dezember 2007 bewilligt (act. G 4). Wenn die
wirtschaftlichen Verhältnisse des Beschwerdeführers es gestatten, kann er jedoch zur
Nachzahlung der Gerichtskosten, der Auslagen für die Vertretung und der vom Staat
entschädigten Parteikosten verpflichtet werden (Art. 288 Abs. 1 ZPO/SG i.V.m. Art. 99
Abs. 2 VRP/SG).
4.3 Dem unterliegenden Beschwerdeführer sind die Gerichtskosten in Höhe von
Fr. 600.-- aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist er von der Bezahlung
zu befreien.
4.4 Der Staat ist zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung zu verpflichten, für die
Kosten der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers aufzukommen. Der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers verzichtete auf das Einreichen einer
Kostennote. Die Entschädigung ist auf Fr. 3'500.-- festzulegen und um einen Fünftel zu
kürzen (Art. 31 Abs. 3 AnwG). Somit hat der Staat den Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers mit Fr. 2'800.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu
entschädigen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG