Decision ID: 86a5d58a-7c16-449a-9ddd-89399c0b68fb
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
geboren 194
7
, dessen Ehe am
14
.
Juni
200
5
geschie
den wor
den war (
Urk.
7/
5
), bez
ieht
seit
August
20
10
eine ordentliche Alters
rente der Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(AHV; Urk.
7
/
108 S. 2
,
Urk.
7/109 S. 3
).
Nachdem sich der Versicherte am 29. Juli 2010 zum Bezug von Zusatzleistun
gen zu seiner Altersente angemeldet hatte (
Urk.
7/109), sprach ihm die Stadt Zürich, Amt für Zusatzleistungen zur AHV/IV
(nachfolgend:
Durchführungs
stelle
)
, mit Verfügung vom
23
.
September
201
0
ab
September
2010 monatliche Zusatzleistungen zu
(
Urk.
7/104/1).
1.2
Mit Verfügung vom
11. März 2011
setzte die Durchführungsstelle den monatli
chen Anspruch des Versicherten ab
Januar 2011
neu fest
(
Urk.
7/
52a)
, nachdem gestützt auf die
K
lage des Versicherten eine
Vereinbarung über die Abänderung des Scheidungsurteils des Obergerichts vom 14. Juni 2005
betreffend
nacheheli
che
r
Unterhalt
a
bgeschlossen werden konnte (
Urk.
3/6). Die Vereinbarung vom 1. Dezember 2010 wurde
sodann mit Urteil und Verfügung des Bezirksgerichts
Y._
vom 13. Dezember 2010 genehmigt
(
Urk.
3/7).
D
ie vom
Versicherte
n am 4. April 2011 erhobene
Einsprache
(
Urk.
7/52) gegen die Verfügung vom 11. März 2011
wies
die Durchführungsstelle mit Entscheid vom 9. April 2013 (
Urk.
7/104/15 =
Urk.
2)
ab, soweit sie darauf
eintrat
.
2.
Gegen diesen Entscheid (
Urk.
2) erhob der Versicherte am 7. Mai 2013 Be
schwerde (
Urk.
1) und beantragte, ihm sei die unentgeltliche
Beschwerdebe
handlung
zu gewähren (S. 1
Ziff.
1) und die von ihm geleistete Übertragung des Mietzinskautionsdepots in der Höhe von
Fr.
4‘086.25 sei als nacheheliche Un
terhaltszahlung an seine Ex-Ehefrau anzuerkennen und dementsprechend als Ausgabe bei der Berechnung seines Anspruchs auf Zusatzleistungen anzuerken
nen (S. 1 f.
Ziff.
2).
In der Beschwerdeantwort vom 2
7.
Mai 2013 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Dies wurde dem Beschwerdeführer am
6.
Juni 2013 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8).
Der Einzelrichter

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Da der Streitwert
Fr.
20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Be
-
schwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (
§
11 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
1.2
Gemäss Art. 2 Abs. 1 des Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur Al
ters
, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG) haben Personen An
spruch auf Er
gänzungsleistungen, wenn sie
die
Voraussetzungen nach den Art. 4-6 ELG erfüllen. Dabei entspricht die jährliche Ergänzungsleistung dem Betrag, um den die anerkannten Ausga
ben die anrechenbaren Einnahmen üb
ersteigen (Art. 9 Abs. 1 ELG).
1.3
Die anrechenbaren Einnahmen werden nach Art. 11 ELG berechnet. Als Ein
kommen anzurechnen sind danach unter anderem zwei Drittel der Erwerbsein
künfte in Geld oder Naturalien, soweit sie bei alleinstehenden Personen 1000 Franke
n über
steigen (Abs. 1
lit
. a) sowie
ein Fünfzehntel des Reinvermö
gens, soweit es
bei alleinstehenden Personen
37
‘
5
00 Franken
übersteigt (
lit
. c).
1.4
Zu den anerkannten
Ausgaben gehören unter anderem geleistete
familienrecht
liche
Unterhaltsbeiträge (Art. 10 Abs. 3
lit
. e ELG).
Als Ausgaben anerkannt werden indes nur Unterhaltsbeiträge, die in Erfüllung einer familienrechtlichen Pflicht geleistet wurden. Bei den darüber hinaus frei
willig geleisteten
Unter
haltsleistungen
handelt es sich nicht um anerkannte Ausgaben.
Unter welchen Vorau
ssetzungen Anspruch auf
famili
enrechtliche
Unterhaltsbei
träge besteht, bestimmt sich somit nach ZGB. Sind die Unterhaltsbeiträge nicht von der Zivilbehörde (Zivilrichter,
Vormund
schaftsbe
hörde
) festgelegt worden, hat die Durchführungsstelle vorfrageweise darüber zu befinden (
Jöhl
,
Ergän
zungsleistungen
zur AHV/IV, in: Schweizer
i
sches
Bundes
verwaltungsrecht
,
SBVR, Band 14, 2. Auflage, 2007, S 1742
Rz
157).
Ein übersetzter freiwil
liger Unterhaltsbeitrag beziehungsweise ein in
rechtsmiss
bräuchlicher
Absicht zu hoher, freiwillig vereinbarter Unterhalt stellt einen
Ein
kommensverzicht
dar und ist als solcher bei der Bemessung der anerkannten Ausgaben nicht zu be
rücksichtigen (Myriam Grütter, Hans-Jakob
Mosimann
, Daniel
Spicher
,
Ergän
zungsleistungen
im Kontext von Trennung und Schei
dung, in: FamPra.ch 2012 S. 694 und S. 697;
Jöhl
, a.a.O.,
Rz
159 f.).
1.
5
Zeitlich massgebend für die Berechnung der jährlichen Ergänzungsleistung sind in der Regel die während des vorausgegangenen Kalenderjahres erzielten anre
chenbaren Einnahmen sowie das am 1. Januar des Bezugsjahres vorhandene Vermögen (Art. 23 Abs. 1 der Verordnung über die Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversi
cherung; ELV). Die laufenden Ren
ten, Pensionen und anderen wiederkehrenden Leistungen sind anzurechnen (Art. 23 Abs. 3 ELV).
1.
6
Zweck der Ergänzungsleistungen ist eine angemessene Deckung des
Existenzbe
darfs
. Bedürftigen Rentenbezügerinnen und -bezügern soll ein
regelmässiges
Mindesteinkommen gesichert werden. Die Einkommensgrenzen haben dabei eine doppelte Funktion einer
Bedarfslimite
und eines garantierten Mindestein
kommens. Deshalb sind bei der Anspruchsberechnung nur tatsächlich verein
nahmte Einkünfte und vorhandene Vermögenswerte zu berücksichtigen, über die der Leistungsansprecher ungeschmälert verfügen kann. Dies gilt indes nicht, wenn die versicherte Person auf Einkünfte oder Vermögen verzichtet hat.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2)
davon aus, dass die Übertragung des Mieterkautionssparkontos vom Beschwerdeführer auf seine Ex-Ehefrau keine Unterhaltszahlung darstelle. Offenbar sei dieser Vermö
genswert bei der Ehescheidung im Jahre 2005 schlicht vergessen gegangen. Die Übertragung des Kontos sei demnach nicht als Unterhaltszahlung zu qualifizie
ren, sondern als verspätete Vermögensübertragung im Sinne der güterrechtli
chen Auseinandersetzung in Folge der Scheidung (S. 2 unten).
In der
Beschwer
deantwort
vom 2
7.
Mai 2013 (
Urk.
6) führte die Beschwerdegegnerin sodann aus, dass familienrechtliche Unterhaltsbeiträge üblicherweise in der Form
re
gelmässiger
Geldzahlungen und nicht in Form von einmaligen
Vermögensüber
tragungen
erbracht würden.
Selbst wenn es sich jedoch bei der
Vermögens
übertragung
nicht um eine nachträgliche güterrechtliche Auseinandersetzung handeln sollte, könne eine derartige Kapitalübertragung nicht als Ausgabe im Sinne von
Art.
10 Abs. 3
lit
. e ELG berücksichtigt werden
(S. 2 unten)
.
2.2
Der Beschwerdeführer bringt
hiegegen
vor (
Urk.
1), dass
bei der Beurteilung, ob eine Mittelübertragung als Unterhaltsbeitrag anzusehen sei, nicht die Form, sondern der Zweck der Übertragung
massgebend
sei. Ob der Unterhaltsbeitrag in Form monatlicher Zahlungen, einer einmaligen Vermögensabtretung oder beispielsweise durch kostenlose Übertragung eines Mietobjekts erfolge, sei un
erheblich
(S. 7 unten)
.
Wesentlich sei hingegen, dass die Mittelübertragung ex
plizit als Unterhaltsbeitrag definiert sei. Dass die Beschwerdegegnerin die vom Bezirksgericht
Y._
angeordnete und ausdrücklich als Teil der Unterhaltszah
lung bezeichnete Übertragung des Mietzinskautionsdepots willkürlich als ver
spätete Vermögensübertragung umdefiniere, sei unzulässig (S. 8 oben).
Der Be
trag von
Fr.
4‘086.25 stelle demnach eine nacheheliche Unterhaltszahlung dar
und müsse bei der Berechnung seiner Ansprüche auf Zusatzleistungen berück
sichtigt werden (S. 9 Mitte).
2.3
Streitig und zu prüfen ist vorliegend, ob die Übertragung des
Mietzinskautions
kontos
auf die Ex-Ehefrau als nachehelicher Unterhalt zu qualifizieren ist und demnach bei der Berechnung des Anspruchs auf Zusatzleistungen des Be
schwerdeführers als Ausgabe zu berücksichtigen ist.
3.
3.1
In den Akten befindet sich das Urteil
und Verfügung
des
Bezirk
sgerichts
Y._
vom
13
.
Dezember
20
10
in Sachen des Beschwerdeführers und
Z._
betref
fend
Abänderung des
Ehescheidung
surteils
vom 3
0.
Juni 2004 be
ziehungsweise vom 1
4.
Juni 2005
(Urk.
3
/
7
). Darin wurde
die Vereinbarung vom
1.
Dezember 2010 (
Urk.
3/6) zwischen dem Beschwerdeführer
mit seiner früheren Ehegattin,
Z._
,
gerichtlich genehmigt. In
Dispositiv Ziffer
1
.1.2
des Urteils wird die nacheheliche Unterhaltspflicht des Beschwerde
führers fol
gendermassen geregelt (Urk.
3/7
S.
3
):
„Der Kläger verpflichtet sich, der Beklagten nachehelichen Unterhalt für das
Jahr 2011 wie folgt zu bezahlen:
Übertragung des aktuellen Guthaben
s auf dem Mietzinskonto bei der
A._
,
Kontonummer
B._
, an die Beklagte innert 30
Tagen nach
Rechtskraft des Urteils,
Zahlung von insgesamt
Fr.
2‘000.-- in monatlichen Raten von elfmal
Fr. 160.-- und einmal
Fr.
240.--, erstmals per
1.
Januar 2011 (...)“.
3.2
Bei
den Akten befindet sich sodann die Belastungsanzeige vom 2
9.
Januar 2011 der
A._
betreffend das
Mieterkautionss
parkonto
(vgl.
Urk.
7/77)
,
welcher
die Übertragung der
Fr.
4‘086.25 an die frühere Ehegattin des Beschwerdeführers,
Z._
,
zu entnehmen ist.
3.3
Nach Gesagtem steht daher fest, dass der Beschwerdeführer im Jahre 2011 auf Grund des rechtskräftigen Urteils des Bezirksgerichts
Y._
vom 13. Dezember 2010 verpflichtet war, an den nachehelichen Unterhalt seiner geschiedenen Ehegattin einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von Fr. 160.-- beziehungsweise
Fr.
240.-- sowie eine Einmalzahlung von
Fr.
4‘086.25 durch die Übertragung des
A._
Mieterkautionssparkontos zu bezahlen. Sodann steht fest, dass der Be
schwerdeführer diese
n
Verpflichtung
en
im Jahre 2011 tatsächlich nachkam
(vgl.
Urk.
7/77,
Urk.
7/
75
)
, wobei die Beschwerdegegnerin neben den Unterhaltszah
lungen an die gemeinsame Tochter
lediglich die monatlichen Unterhaltsbeiträge von insgesamt
Fr.
2‘000.
--
an die frühere Ehefrau
bei der
Berechnung des An
spruchs auf Zusatzleistungen als Ausgaben berücksichtigte (vgl.
Urk.
7/104/5).
3.4
Da ein Zivilgericht die vom Beschwerdeführer im Jahre 201
1
an seine geschie
dene Ehegattin zu entrichtenden nachehelichen Unterhaltsbeiträge re
chtskräftig beurteilt hat, sind
die Organe der Sozialversicherung und daher auch die
Be
schwerdegegnerin
nach der Rechtsprechung (
vgl.
vorstehend E. 1.
4
) daran ge
bunden. Der Beschwerdegegnerin ist es daher grundsätzlich verwehrt,
bei der Bemessung des Anspruchs des Beschwerdeführers für eine
Zusatz
leistung
en
für das Jah
r 2011
vom gerichtlich festgesetzten Unterhaltsbeitrag abzuweichen, un
abhängig davon, ob das zivilrechtliche Urteil materiell richtig war oder nicht
(ZAK 1991 S. 135-140 E. 3b; BGE 109 V 241 E. 2b; Grütter,
Mosi
mann
,
Spicher
, a.a.O., S. 698; teilw
eise abweichend:
Jöhl
, a.a.O.,
Rz
160 und
Fn
531).
Der Beschwerdegegnerin ist insofern nicht zu folgen, wenn sie im angefochte
nen
Einspracheentscheid
die Ansicht vertritt, dass das Mieterkautionssparkonto bei der
A._
anlässlich der Ehescheidung im Jahre 2005 schlicht vergessen wor
den sei und dieser Vermögenswert deshalb als verspätete güterrechtliche Ausei
nandersetzung zu qualifizieren sei (vgl.
Urk.
2 S. 2 unten).
So kommt sowohl dem Scheidungsurteil
des Obergerichts des Kantons Zürich vom 1
4.
Juni 2005 (
Urk.
7/5) als auch dem Abänderungsurteil des Bezirksgerichts
Y._
vom 13. Dezember 2010 (
Urk.
3/7)
Bindungswirkung zu, auch wenn
diese in Bezug auf die nacheheliche
Unterhaltsverpflich
tung
auf einer einvernehmlichen Eini
gung der Parteien über die
Scheidungsfol
gen
beruhe
n.
D
enn das
Scheidungsge
richt
hat gemäss
Art.
111 ZGB in Verbindung mit Art. 279 der Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO)
Vereinbarungen betreffend Nebenfolgen der Schei
dung
zu prüfen und
darf eine Vereinbarung nur dann genehmigen, wenn es sich davon überzeugt hat, dass sie auf freiem Willen und freier Willensäu
sse
rung beider Ehegatten beruht, und dass sie
klar, vollständig und nicht offen
sichtlich unangemessen ist
(Thomas Sutter-
Somm
, Nicolas Gut, Kommentar zur ZPO, 2. Aufl., Zürich 2013, Art. 279 ZPO N 18). Es handelt sich bei einer vom
Scheidungs
gericht
genehmigten Vereinbarung über die Nebenfolgen der Schei
dung daher keineswegs lediglich um eine freiwillige Vereinbarung der Parteien, sondern um eine vom Scheidungsgericht inhaltlich auf ihre allfällige offen
sichtliche Unan
gemessenheit geprüfte und genehmigte Vereinbarung, welche in das Dispositiv des Sc
heidungsurteils aufgenommen wird
. Im Gegensatz zu frei
willigen Ver
einbarungen über Unterhaltsleistungen handelt es sich beim Schei
dungsurteil des
Bezirksgericht
Y._
vom
13
.
Dezember
20
10
daher um eine rechtskräftige gerichtliche Beurteilung der Unterhaltspflicht, an welche die
Be
schwerdegegn
erin
grundsätzlich gebunden ist.
3.5
Das Vorgehen der Beschwerdegegnerin erscheint denn auch
mit Blick auf den Ausgang des vom Beschwerdeführer in die Wege geleiteten
Abänderungsver
fahrens
nicht nachvollziehbar.
So bleibt anzumerken, dass die Zahlung von
fa
milienrechtlichen
Unterhaltsleistungen, die im Rahmen einer gerichtlichen Überprüfung massgeblich reduziert würden, schliesslich auf eine ungerechtfer
tigte Inanspruchnahme von Ergänzungsleistung hinaus
laufen würde. Der Be
schwerdeführer hat jedoch
die ihm zur Verfügung stehende rechtliche Möglich
keit für die Herabsetzung oder Aufhebung der Unterhaltbeiträge ergriffen und die an seine geschiedene Ehefrau zu leistenden Unterhaltsbeiträge wurden an seine finanziellen Verhältnisse angepasst.
Es kann deshalb nicht angehen, dass
dem
Beschwerdeführer
gestützt auf die vom Gericht festgelegte
Auszah
lungs
modalität
des Unterhaltsbeitrages ein
Nachteil erwachsen soll.
3.6
Weiter kann auch der Begründung der Beschwerdegegnerin, wonach
eine derar
tige Kapitalübertragung nicht als Ausgabe im Sinne von
Art.
10
Abs.
3
lit
. e ELG berücksichtigt werden könne (vgl.
Urk.
6 S. 2 unten) nicht gefolgt werden.
So bezieht sich die in der Begründung
der Beschwerdegegnerin
erwähnte Litera
tur (
Jöhl
, a.a.O., S. 1741
Rz
156)
, wonach sich die Abzugsfähigkeit auf periodi
sche Unterhaltsbeiträge beschränkt, auf die Erfüllung der familienrechtlichen Unterhaltspflicht mittels der Übertragung eines bestimmten Vermögenswertes
,
über den
die anspruchsberechtigte Person verfügen kann
, wie beispielsweise ei
ner Liegenschaft oder eines Wohnrechts
.
Dieser
Art der Erfüllung der Unter
haltspflicht
wird jedoch
bei der Berechnung des Anspruchs auf Zusatzleistungen
indirekt
durch eine
nachweisliche
Verminderung des Vermögens der anspruchs
berechtigten Person
Rechnung getragen.
Die Mietzinskaution beziehungsweise das Mietzinsdepot ist in Art. 257e des Obli
gationenrechts (OR) geregelt. Nach dieser Bestimmung hat – wurde zwi
schen Mieter und Vermieter die Leistung einer Sicherheit in Geld oder Wert
pa
pieren vereinbart – der Vermieter das Geld auf einem Konto anzulegen, das auf den Namen des Mieters lautet (Art. 257e Abs. 1 OR). Die Bank darf die Sicher
heit nur mit Zustimmung beider Parteien oder gestützt auf einen rechts
kräftigen Zahlungsbefehl oder auf ein rechtskräftiges Gerichtsurteil herausge
ben. Hat der Vermieter innert einem Jahr nach Beendigung des Mietverhält
nisses keinen Anspruch gegenüber dem Mieter rechtlich geltend gemacht, so kann dieser von der Bank die Rückerstattung der Sicherheit verlangen (Art. 257 Abs. 3 OR). Zi
vilrechtlich bleibt die Kaution einschliesslich Zins im Eigentum des Mieters. Das Recht, das mittels der Hinterlegung zugunsten des Vermieters am Spargut
haben begründet wird, ist als gesetzliches Pfandrecht aufzufassen (
SVIT-Kom
mentar, Das schweizerische Mietrecht
, 3. Auflage
,
Zürich
2008
,
Art. 257e N 17).
Mietzinsdepots werden zwar im Steuerrecht dem steuerbaren Vermögen zugerech
net. Da die Ergänzungsleistungen jedoch die Sicherstellung der laufen
den Lebensbedürfnisse bezwecken, stellen nach der hierzu ergangenen
höchst
richer
lichen
Rechtsprechung nur jene Aktiven anrechenbares Vermögen dar, über welche die versicherte Person ungeschmälert verfügen kann (Urteil des Bundes
gerichts P 68/06 vom 7. August 2008, E. 5.1;
Carigiet
/Koch, a.a.O.,
S. 162 mit Hinweis
). Aufgrund der dargelegten gesetzlichen Regelung kann der Beschwer
deführer zumindest während der Dauer des Mietverhältnisses nicht frei über das Mietzinskautionskonto verfügen. Deshalb darf ihm dieses auch nicht als Vermögen angerechnet werden.
3.7
Nach dem Gesagten ist die Übertragung des Mieterkautionssparkontos bei der
A._
an die geschiedene Ehefrau des Beschwerdeführers gemäss
Abänderungs
urteil
als nachehelicher Unterhalt und nicht als Folge einer verspäteten güter
rechtlichen Auseinandersetzung zu qualifizieren
und somit bei der Bemessung des Anspruchs des Beschwerdeführers
auf
die jährlichen
Zusatzleistungen
für das Jahr 2011 als anerkannte Ausgabe
zu berücksichtigen.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
4.
In Anbetracht der Kostenlosigkeit des vorliegenden Verfahrens ist das dies
-
bezügli
che Gesuch des Beschwerdeführers
um unentgeltliche
Prozessfüh
rung
hinfällig
.