Decision ID: 613d2927-3798-4617-af06-64adf475c482
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 26. Juli/3. August 2010 (IV-act. 1) zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung an. Er habe keine Berufsausbildung und sei seit
1988 in der Schweiz. Seit Juli 1998 sei er als Betriebsmitarbeiter angestellt und werde
es nach der Kündigung vom 7. Juli 2010 [aus betrieblichen Gründen, bereits im Herbst
2009 angekündigt, IV-act. 10-9] noch bis Oktober 2010 bleiben. Seit dem 11.
Dezember 2009 habe er wegen eines Unfalls starke Rückenbeschwerden und
zeitweilige Blockaden des rechten Beins. - In der Schadenmeldung UVG vom 6. Januar
2010 (UV-act. 1-24) war angegeben worden, der Versicherte habe am 11. Dezember
2009 in seiner Heimat einen Verkehrsunfall erlitten, bei dem ein anderes Auto von der
linken Seite in seines gefahren sei (betreffender Lenker fahrerflüchtig), und er liege nun
dort im Spital. - In einer Übersetzung des Berichts "Entlassungsbrief mit Epikrise" der
entsprechenden ausländischen Klinik vom 25. Dezember 2009 (UV-act. 1-18 f.) war
unter anderem ausgeführt worden, der Versicherte sei als Notfall wegen der Verletzung
im Bereich des Brust-Weichteils der Wirbelsäule aufgenommen worden, die er bei
einem Verkehrsunfall als Fahrer erlitten habe. Im Moment der Aufnahme habe er die
Beine nicht aktiv (wohl:) elevieren können. Ein CT der Wirbelsäule habe einen
verminderten vertikalen Durchmesser der Bandscheibe L1, einen freien spinalen Kanal
und vorhandene degenerative Veränderungen ergeben. Bei angewandter Therapie sei
es in den folgenden nächsten Stunden zur Besserung im Sinn von "Motilität" und
Sensibilität der unteren Extremitäten gekommen.
A.b Dr. med. B._, Facharzt für Neurochirurgie, gab im IV-Arztbericht vom 30.
September 2010 (IV-act. 17) an, es bestünden eine Kontusion der Lendenwirbelsäule,
eine Kontusion des Rückenmarks, ein St. n. Fraktur des ersten Lendenwirbels, eine
Kyphose am thorakolumbalen Übergang, Deckplatteneinbrüche Th12 und L4,
multisegmentale Osteochondrosen der BWS und LWS und ein Diabetes mellitus. Der
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Versicherte sei vom 11. bis 25. Dezember 2009 stationär behandelt worden. Er sei seit
dem Unfall voll arbeitsunfähig und werde das für die bisherige Tätigkeit wahrscheinlich
bleiben. Welche Arbeitsfähigkeit zumutbar sei, sei nach einer stationären Rehabilitation
zu beurteilen. In einem Arztbericht vom 2. April 2010 (UV-act. 2-36 f.) hatte der Arzt
erklärt, die paravertebrale Muskulatur des Versicherten sei nicht mehr verhärtet, man
taste die Stufe bei L1/2. Es würden Druckdolenzen über den Facettengelenken der
Lendenwirbelsäule im mittleren und unteren Bereich angegeben, ebenso
Klopfempfindlichkeiten über den Dornfortsätzen.
A.c Dr. med. C._, Fachärztin für Dermatologie und Venerologie, gab im IV-
Arztbericht vom 19. Oktober 2010 (IV-act. 19) unter anderem an, sie behandle den
Versicherten seit 2001 (bei ihr war der Versicherte nach dem Unfall offenbar
hierzulande zuerst gewesen, aus IV-act. 19-19; ältester Arztbericht Dr. B._). Er habe
(nach dem Unfall, bei dem er von der Strasse abgekommen und [sc. über oder in] eine
einige Meter hohe Böschung geschlittert sei) Rückenschmerzen gehabt und die Beine
eine Woche lang nicht bewegen können. Er klage weiterhin über Rückenschmerzen mit
Ausstrahlung in die Beine. Er nehme regelmässig NSAR und mache Physiotherapie.
Wegen psychischer Leiden stehe er auch in psychiatrischer Betreuung. Seit dem 11.
Dezember 2009 sei er voll arbeitsunfähig. - Den Beilagen war unter anderem zu
entnehmen, dass beim Versicherten wegen Epilepsie (dokumentiert drei ab 2007
jährliche) Verlaufskontrollen in der Klinik für Neurologie am Kantonsspital St. Gallen
stattgefunden hatten (IV-act. 19-9 ff.), wobei gemäss Bericht vom 15. Oktober 2009 ein
V.a. primär generalisierte Epilepsie mit generalisierten tonisch klonischen Anfällen
09/2002 und 01/1992 und fraglich Juni 2003 diagnostiziert worden war (unter
antikonvulsiver Therapie seit 2003 anamnestisch anfallsfrei). - Eine biplanare vertebro-
spinale MRT (lumbosacral) eines radiologischen Zentrums vom 11. Ja¬nuar 2010 (IV-
act. 19-3) hatte soweit beurteilbar eine ossär konsolidierte LWK1-/LWK2-Fraktur mit
partiellem posttraumatischem Blockwirbel ergeben, wobei es sich aufgrund fehlender
Spongiosareaktionen offensichtlich um ein älteres Geschehen ohne Zusammenhang
mit dem Unfallereignis handle, ausserdem eine ossär konsolidierte
Deckplatteninfraktion LWK4 und ein residuelles Spongiosaoedem LWK5 ohne
Frakturnachweis (Kontusion?).
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A.d Die Rehaklinik Bellikon ging in ihren Diagnosen in einem Austrittsbericht vom 7.
Dezember 2010 (IV-act. 20) unter anderem von einer LWK-1-Kompressionsfraktur mit
passagerem spinalem Schock, fortgeschrittenen degenerativen Veränderungen der
LWS, einer leichtgradigen chronischen Wurzelirritation L3 rechts, Osteopenie, einer
ringförmig konsolidierten Fraktur LWK1 und anamnestisch Deckplatteneinbrüchen
Th11 und 12 aus. Es sei eine erhebliche Symptomausweitung beobachtet worden. Die
zu erwartenden Verbesserungen der Funktion und Belastbarkeit hätten infolge
Selbstlimitierung nicht erreicht werden können. Die Resultate der physischen
Leistungstests seien nur teilweise verwertbar gewesen. Die bisherige Tätigkeit sei dem
Versicherten nicht mehr zumutbar, eine leichte bis mittelschwere, möglichst
wechselbelastende Arbeit ohne häufig vorgeneigte Rumpfhaltung oder
wirbelsäulenbelastende Zwangshaltung aber ganztags.
A.e Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen wies das
Leistungsgesuch hinsichtlich der beruflichen Massnahmen mit Verfügung vom 7. Juni
2011 (IV-act. 32) ab. Solche seien nicht angezeigt. Dem Versicherten seien körperlich
leichte bis mittelschwere Tätigkeiten zumutbar, doch fühle er sich derzeit nicht in der
Lage, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen.
A.f Dr. med. D._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, erklärte in einem IV-
Arztbericht vom 30. August 2011 (IV-act. 37), es liege beim Versicherten eine längere
depressive Reaktion nach dem Autounfall vom 11. Dezember 2009 vor. Er stehe seit
dem 31. August 2010 bei ihr in Behandlung, in zweiwöchentlichen Abständen. Bis auf
weiteres sei er voll arbeitsunfähig.
A.g Das Ärztliche Begutachtungsinstitut (ABI) gab im Gutachten vom 25. Oktober 2012
(IV-act. 64; Begutachtungen am 13. bis 15. August 2012) bekannt, es lägen als
Hauptdiagnosen (verkürzt wiedergegeben) ein chronisches thorakolumbales
Schmerzsyndrom und der Verdacht auf eine primär generalisierte Epilepsie vor. Ohne
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien eine Schmerzverarbeitungsstörung, der Diabetes
mellitus Typ II und eine Adipositas. In sämtlichen körperlich mittelschwer und schwer
belastenden Tätigkeiten sei der Versicherte seit dem 11. Dezember 2009 nicht mehr
arbeitsfähig. Für körperlich leichte, adaptierte Tätigkeiten bestehe hingegen -
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spätestens ab 7. Dezember 2010 - eine Arbeitsfähigkeit von 80 % bei ganztägigem
Pensum. Die Leistung sei wegen vermehrten Pausenbedarfs um 20 % reduziert.
A.h Im ersten halben Jahr 2012 hatten diverse Infiltrationen (IV-act. 49, 45, 52, 56, 58)
stattgefunden und am 24. August 2012 wurde in der Klinik E._ eine dorsale
Aufrichtungsspondylodese Th11 bis L2 mit TLIF L1/2 (IV-act. 64-29) vorgenommen.
A.i Dr. C._ teilte in ihrem Arztbericht vom 13. Mai 2013 (IV-act. 78, mit zahlreichen
Beilagen) mit, der Versicherte sei immer noch voll arbeitsunfähig. - Dr. D._ gab am
19. Juni 2013 (IV-act. 81) an, eventuell könne ab Februar 2014 im Umfang von 20 %
mit einer Wiederaufnahme der Tätigkeit gerechnet werden. Am 24. März 2014 (IV-act.
104) erklärte sie, zurzeit sei der Versicherte wegen starker Schlafstörungen,
Insuffizienzgefühlen, plagenden Sensibilitätsstörungen und Schmerzen im rechten Bein
trotz leichter affektiver Verbesserung noch voll arbeitsunfähig. Später werde er eine
Arbeitsfähigkeit von maximal 50 % wieder erreichen können. - Der Versicherte hatte
am 27. September 2013 (IV-act. 89-2) mitgeteilt, am 7. Oktober 2013 werde eine
weitere Operation stattfinden.
A.j Am 11. September 2014 (IV-act. 112) reichte der Versicherte durch seinen
Rechtsvertreter unter anderem einen Operationsbericht vom 30. August 2014 ein
(betreffend eine mikrochirurgische Dekompression extraforaminell L5/S1 rechts am 28.
August 2014). - Nachdem eine Verlaufsbegutachtung beim ABI veranlasst worden war
(IV-act. 116), wandte sein Rechtsvertreter ein, eine solche sei unnötig, denn der
Versicherte sei dort als Simulant dargestellt worden, habe danach aber noch zweimal
operiert werden müssen. Sobald sich der Gesundheitszustand stabilisiert haben werde,
werde er (der Rechtsvertreter) informieren, erwarte aber zunächst
Eingliederungsmassnahmen, da der Versicherte keine Arbeit mehr habe. Eine gegen
ein Festhalten an der Begutachtungsanordnung (Zwischenverfügung vom 23.
September 2014, IV-act. 119) gerichtete Beschwerde wurde nach einem Widerruf der
Verfügung (IV-act. 127) abgeschrieben (IV-act. 137).
A.k Nach Einholen von Arztberichten von Dr. D._ vom 26. April 2015 (IV-act. 146;
Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung, ggw. mittelgradiger Ausprägung
mit somatischem Syndrom, auf dem Hintergrund eines chronischen
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Schmerzsyndroms), von Dr. B._ vom 21. Mai 2015 (IV-act. 150) und von Dr. C._
vom 11. September 2015 (IV-act. 157; Diagnose u.a. Depression), welche alle eine
Arbeitsunfähigkeit von 100 % bescheinigten, wurde eine Begutachtung bei einer nach
dem Zufallsprinzip zu bestimmenden Stelle vorgesehen (vgl. IV-act. 164).
A.l Die Unfallversicherung wies am 11. Dezember 2015 (UV-act. 9) eine Einsprache
gegen ihre Verfügung vom 29. April 2015 ab, mit der sie dem Versicherten ab Mai 2015
eine Rente bei einer Erwerbsunfähigkeit von 24 % (bei voller Arbeitsfähigkeit in
adäquater Tätigkeit und bei 15 % Abzug vom Tabellenlohn; nebst einer
Integritätsentschädigung bei einer Einbusse von 15 %) zugesprochen hatte.
A.m Die Begutachtungsstelle PMEDA Polydisziplinäre Medizinische Abklärungen gab
im polydisziplinären Gutachten vom 15. August 2016 (IV-act. 187) bekannt, es lägen
beim Versicherten eine lumbale radikuläre Neuropathie mit Schmerzausstrahlung in das
rechte Bein, Hypästhesie, Hypalgesie und Parästhesie in L5 rechts, Iliopsoasparese
Kraftgrad 4, Grosszehenheberparese rechts Kraftgrad 4, Hemireithosenanästhesie,
eine chronische Lumbago, Defekt nach Wurzelkompression L5 rechts, Wurzelläsion
von L1 und L2 DD Hemikaudaläsion rechts nach LWK-1-Fraktur mit Hüftbeugerparese
rechts, ein chronisches thorakolumbales Schmerzsyndrom bei St. n. Spondylodese
sowie nach Aufrichtungsspondylodese mit deutlich eingeschränkter Funktion im
Bereich der LWS und fixierter BWS-Kyphose, sowie eine Ischialgie rechts bei St. n.
Spondylodese L3/4 rechts und nach Aufrichtungsspondylodese Th11/L2 vor. Eine
Arbeitsfähigkeit für die zuletzt ausgeübte und eine vergleichbare Tätigkeit bestehe seit
2009 auf Dauer wegen des spinalen Defektsyndroms nicht mehr. In körperlich leichten,
wechselbelastend oder überwiegend sitzend ausgeübten Tätigkeiten des allgemeinen
Arbeitsmarktes sei von einer vollen Arbeitsfähigkeit (Pensum wie Rendement 100 %)
auszugehen. Das Syndrom sei allein unfallbedingt. Es gebe weder Hinweise auf eine
namhafte Aggravation noch auf ebensolche Inkonsistenzen, eine Malcompliance oder
eine gestörte Willensbildung oder Einsichtsfähigkeit.
A.n Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung hielt das
Gutachten am 19. August 2016 (IV-act. 188) den versicherungsmedizinischen
Anforderungen entsprechend.
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A.o Mit Vorbescheid vom 24. August 2016 (IV-act. 191) stellte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen dem Rechtsvertreter des
Versicherten eine Abweisung dessen Leistungsgesuchs in Aussicht (kein
Invaliditätsgrad).
A.p Mit Einwand vom 28. September 2016 (IV-act. 198) hielt der Rechtsvertreter des
Versicherten dafür, dieser sei höchstens zu 50 bis 60 % arbeitsfähig. Es sei eine
Stellungnahme von Dr. D._ einzuholen, um zu klären, ob sie, die 2014 von einer
möglichen positiven Entwicklung ausgegangen sei, die Einschätzung des Gutachtens
teile. Ausserdem stehe dem Versicherten für eine bestimmte Zeit wohl eine volle (bzw.
ganze) Rente zu.
A.q Mit Verfügung vom 14. Oktober 2016 (IV-act. 201) wies die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle das Leistungsgesuch, namentlich den
Rentenanspruch, des Versicherten ab.
B.
Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt Dr. iur. Ronald Pedergnana
für den Betroffenen am 16. November 2016 erhobene Beschwerde. Der Rechtsvertreter
des Beschwerdeführers beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die
Sache sei zur Vornahme von Eingliederungsmassnahmen, eventuell zur
Rentenzusprache, an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, eventualiter sei dem
Beschwerdeführer eine bis Ende 2015 befristete volle (bzw. ganze) Invalidenrente
auszurichten, ausserdem sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung zu gewähren. Der Beschwerdeführer sei bald 62 Jahre alt. Ein
Entscheid des Gerichts vor seiner Pensionierung sei nicht wahrscheinlich. Die Sache
würde sich für einen Vergleich eignen. Der Beschwerdeführer habe nach einem
Autounfall mit Überschlag, bei dem er eine Fraktur des LWK1 und
Deckplatteneinbrüche auf Höhe Th12 und LWK4 erlitten habe, diverse gesundheitliche
Probleme. Gemäss dem ABI-Gutachten, worin die Schmerzen des Beschwerdeführers
auf eine Schmerzverarbeitungsstörung zurückgeführt worden seien, sei ein
Wirbelsäuleneingriff für unnötig gehalten worden, offenbar im Unterschied zur
Auffassung der Wirbelsäulenchirurgen der Klinik E._. Diese hätten den
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Beschwerdeführer operiert und es sei besser geworden. Die PMEDA, die mit dem
Selbstverständnis antrete, dass sie mit ungerechtfertigten Versicherungsansprüchen
aufräume, und die wohl kaum als neutral zu bezeichnen sei, habe in allen Teilgutachten
festgehalten, dass der Beschwerdeführer (in seiner Arbeitsfähigkeit) eingeschränkt sei.
Allerdings sei er dies danach nicht bei leichter Tätigkeit, denn schliesslich könne er mit
dem Flugzeug in seine Heimat fliegen (Flugzeit eine Stunde und 40 Minuten!) und er
verbringe seine Zeit im Garten. Diese Einschätzung sei medizinisch nicht
nachvollziehbar. Seinen Garten mit kleinen Obstbäumen habe der Beschwerdeführer
schon vor dem Unfall gehabt. Pflanzen oder am Boden arbeiten könne er nicht. Lange
sitzen könne er ebenfalls nicht, deshalb habe er Liegestühle. Dr. D._ ermutige ihn, in
sein Gärtchen zu gehen, weil das für sein psychisches Befinden gut sei. Die letzte
Operation habe eine Besserung gebracht und der psychiatrische Befund habe sich
ebenfalls gebessert. Die Angaben des begutachtenden Psychiaters genügten indessen
nicht, für die Vergangenheit eine psychische Störung von Krankheitswert
auszuschliessen. Der Beschwerdeführer sei offenbar am Tag der Begutachtung (oder
einen Tag zuvor) aus seiner zweiten Heimat zurückgekehrt und sei in guter Stimmung
gewesen. Das sei ein Momentbild. Daraus lasse sich nichts für die Vergangenheit und
nichts für die Zukunft ableiten. Der Gutachter der Psychiatrie habe, wohl um sein
"Resultat" nicht zu verwässern, auf jegliche Testdiagnostik verzichtet. Er verdiene dann
auch besser, weil er weniger auswerten müsse. Eine sorgfältige Abklärung verderbe
das Geschäft doppelt, weil man länger zu tun habe (tieferer Stundenansatz) und weil
man vielleicht zu einer einschränkenden Diagnose komme oder sich ernsthaft mit
früheren Diagnosen (und der ganzen Krankengeschichte einschliesslich des Lebens
des Beschwerdeführers mit einer Ehefrau, die sich [später] erhängt habe, und mit
dreien, die ihn verlassen hätten) auseinandersetzen müsse. Wie Rechtsanwalt G._
festhalte, arbeite die PMEDA häufig mit Textbausteinen (sc.: wie die Textstelle aus
einem andern Gutachten zeige); in der (betreffenden) zwölfseitigen Konsensbeurteilung
finde sich dreizehnmal derselbe Baustein. Bei der vorliegenden Begutachtung sei der
Konsens, dass der Beschwerdeführer reisen und gärtnern könne. Was "in den Garten
gehen" genau heisse, habe offensichtlich niemand interessiert. Die
Begutachtungsstelle sei ausgezogen, den Versicherten das Fürchten zu lehren; sie sei
nicht objektiv. Das zeige die beigelegte Einladung an die Versicherungen, ihre Mittel
nicht zu verschwenden. - Im betreffenden Schreiben vom 2. Juni 2014 war die
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Präsentation von Ergebnissen einer Auswertung von medizinischen Begutachtungen im
Bereich der Taggeldversicherung angekündigt worden, wonach die Mehrzahl der
Arbeitsunfähigkeitsschätzungen einer an den Grundregeln der Versicherungsmedizin
orientierten Überprüfung nicht standgehalten habe.
C.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 20. Dezember 2016 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei.
Das Gutachten habe vollen Beweiswert. Im Gegensatz zu behandelnden Ärzten folge
die PMEDA strikt versicherungsmedizinischen Prämissen, klammere also geltend
gemachte Leiden ohne Krankheitswert bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung konsequent
aus. Auch der Gutachter der Psychiatrie habe seine Schätzung auf die sorgfältig
erhobenen Befunde abgestützt. Er habe nicht für die Vergangenheit eine psychische
Störung des Beschwerdeführers ausgeschlossen, sondern die Vorakten gewürdigt und
schlüssig dargelegt, weshalb die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. D._ aus seiner
Sicht nicht zutreffe. Die Ausführungen würden zudem mit der psychiatrischen
Beurteilung des ABI-Gutachtens übereinstimmen. Es sei zu Recht ausgeführt worden,
dass auch aufgrund des Aktivitätsniveaus des Beschwerdeführers die Ressourcen für
eine Erwerbstätigkeit gegeben seien. Dr. D._ dagegen habe bei ihrer Schätzung auch
die somatische Einschränkung des Beschwerdeführers mitberücksichtigt.
Anfechtungsgegenstand sei einzig der allfällige Rentenanspruch des
Beschwerdeführers. Auf den Antrag bezüglich beruflicher Massnahmen sei daher nicht
einzutreten, zumal der Beschwerdeführer in einer adaptierten Tätigkeit voll arbeitsfähig
sei, weshalb nicht einmal ein Anspruch auf die niederschwelligste der beruflichen
Massnahmen, die Arbeitsvermittlung, gegeben wäre.
D.
Am 5. Januar 2017 ist dem Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege
(Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung) entsprochen worden.
E.
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Mit Replik vom 10. März 2017 beantragt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
den Beizug der Unfallversicherungsakten. Mit Wirkung ab 1. Mai 2015 werde dem
Beschwerdeführer eine UVG-Invalidenrente von 24 % ausgerichtet; davor sei ein volles
Taggeld bezahlt worden. Man könne daher davon ausgehen, dass bis zum genannten
Zeitpunkt eine vollständige Invalidität vorgelegen habe. Den behandelnden Ärzten
unterstelle die Beschwerdegegnerin, wegen der Nähe zu den Versicherten Aussagen
überwiegend zu deren Gunsten zu machen. Umgekehrt lobe sie die PMEDA, die mit
invalidenversicherungsrechtlichen Fragestellungen bestens vertraut sei, und gestehe
damit selber ein, dass die Institution vorwiegend Gutachten für die IV als
Auftraggeberin erstelle. Ein Arzt behandle aber mehrere Auftraggeber und sei daher
von keinem wirtschaftlich abhängig. Wenn also behandelnden Ärzten
Voreingenommenheit unterstellt werde, müsse dies erst recht für die PMEDA gelten,
die von der IV lebe. Allein im Jahr 2016 habe sie für etwa eine halbe Million Franken
(der genaue finanzielle Umfang sei nicht mitgeteilt worden; bei multidisziplinären
Gutachten beginne das Honorar bei Fr. 9'000.-- und steige pro Fachdisziplin um Fr.
1'660.-- an) Gutachten (48 an der Zahl) für die Beschwerdegegnerin erstellt. Als AG sei
die Begutachtungsstelle (im Unterschied zu den übrigen MEDAS-Stellen)
notwendigerweise gewinnorientiert ausgelegt. Sie könne das nur durch oberflächliche
Arbeitsweise (unter anderem mit Textbausteinen) oder durch ein Wachstum des
Auftragsvolumens bewältigen, zu dem sie den Goodwill der Beschwerdegegnerin und
anderer IV-Stellen benötige. In ihrem Geschäftsmodell seien die lukrativen Aufträge
diejenigen, die "freihändig" vergeben würden; die IV-Ablehnungsgutachten seien dabei
willkommene Werbung in Versicherungskreisen. Dass als Verwaltungsratspräsident
Prof. F._ und als weiteres Mitglied des Verwaltungsrats ein Verwandter amte,
widerspreche den Regeln einer guten Unternehmensführung. Es könne so keine
Gewähr für eine unabhängige Begutachtung durch die ihm weisungsbefugt
unterstellten Gutachter sichergestellt werden. Der Professor gelte (gerichtsnotorisch)
als befangener Gutachter (wie die Beschwerdeschrift im Verfahren IV 2016/375 vor
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen zeige). Er sei im Gegensatz etwa zur
MEDAS Zentralschweiz nicht einer neutralen, fairen Begutachtung gemäss Statuten
verpflichtet. Es sei geboten, die PMEDA und alle ihre Gutachter als befangen
abzulehnen. Die "Begutachtung" beim Gutachter der Psychiatrie sei nicht
leitliniengerecht und wie in anderen Fällen (zum Beweis beigelegt eine andere
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Beschwerdeschrift) unachtsam durchgeführt worden. Das sei letztlich eine
Missachtung der Auftraggeberin (Beschwerdegegnerin) und ein zynischer Umgang mit
seinem "Patientenmaterial". Es fehle insbesondere eine Auseinandersetzung mit den
vier geschiedenen Ehen des Beschwerdeführers. Es frage sich, ob angenommen
werde, die Behandlung bei Dr. D._ mache der Beschwerdeführer nur zum Spass. Die
Auseinandersetzung mit dem Beschwerdeführer wie mit den Angaben und Diagnosen
der behandelnden Psychiaterin sei zu kurz geraten. In der psychiatrischen Beurteilung
müssten gemäss den Leitlinien relevante Befunde und Diagnosen von anderen
beteiligten Disziplinen ausreichend berücksichtigt werden. Der Beschwerdeführer wirke
seltsam unbeschwert, weil er die psychischen Konflikte auf körperlicher Ebene
austrage. Der "Fliessbandgutachter" habe also auch ein weiteres Element missachtet,
nämlich den kulturellen Hintergrund des Probanden. Dieser sehe keinen
Zusammenhang zwischen seinen körperlichen invalidisierenden Beschwerden und der
Psyche. Deshalb nützten beim Beschwerdeführer nur Psychopharmaka (bis zu einem
gewissen Grad), eine Gesprächstherapie hingegen nicht. Das Gutachten sei nicht
objektiv. Nötigenfalls sei ein neues, neutrales Gutachten in Auftrag zu geben.
F.
Die Beschwerdegegnerin hat von der Möglichkeit, zur Replik Stellung zu nehmen,
keinen Gebrauch gemacht.
G.
Am 17. Oktober 2017 gibt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers bekannt, dieser
habe seinen Garten, in dem er ja ohnehin nichts habe machen können, so dass er
immer mehr verwildert sei, und um dessen Pflege er nicht stets Dritte habe bitten
wollen, auf Ende März 2017 einem neuen Pächter übergeben. Des Weiteren sei der
Gerichtsentscheid zeitlich vorzuziehen, da der Beschwerdeführer von der Sozialhilfe
abhängig sei, welche ihn zu einer frühzeitigen (aber mit reduzierter Rente verbundenen)
Pensionierung dränge. - Letzterem Antrag wurde stattgegeben (vgl. act. G 18).

Erwägungen
1.
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1.1 Im Streit liegt die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 14. Oktober 2016, mit
welcher sie das Leistungs-, namentlich das Rentengesuch des Beschwerdeführers
vom 3. August 2010, abwies. - Berufliche Massnahmen hatte sie früher mit Verfügung
vom 7. Juni 2011 abgewiesen, weil sich der Beschwerdeführer, dem körperlich leichte
bis mittelschwere Tätigkeiten zumutbar seien, damals nicht in der Lage gefühlt habe,
einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. - Mit der Beschwerde lässt der Beschwerdeführer
im Hauptstandpunkt beantragen, die Sache sei zur Vornahme von
Eingliederungsmassnahmen, eventuell zur Rentenzusprache, an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Ein berufliche Massnahmen betreffendes neues
Gesuch vor der Beschwerde ist nach Lage der Akten nicht gestellt worden. Ein
entsprechender Anfechtungsgegenstand liegt demnach nicht vor. Diesbezüglich ist auf
die Beschwerde nicht einzutreten.
1.2 Streitgegenstand bildet vielmehr der allfällige Rentenanspruch des
Beschwerdeführers. - Ergäbe sich allerdings, dass ohne Eingliederungsmassnahmen
ein Rentenanspruch in Frage stünde, so gehörte zum Streitgegenstand
notwendigerweise auch die Frage, ob die Verwaltung den Grundsatz "Eingliederung vor
Rente" beachtet und eine allfällige Pflicht des Beschwerdeführers zu Massnahmen
korrekt in Anspruch genommen habe.
2.
2.1 Nach Art. 28 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.2 Für die Invaliditätsbemessung sind zunächst die medizinischen Vorbedingungen
von Bedeutung. Der Arzt sagt, inwiefern die versicherte Person in ihren körperlichen
bzw. geistigen Funktionen durch das Leiden eingeschränkt ist (vgl. BGE 107 V 17 =
ZAK 1982 S. 34). Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand
zu beschreiben und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich
welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte
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sind im Weiteren eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (vgl. BGE
132 V 99 f. E. 4, BGE 141 V 281 E. 5.2.1).
2.3 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre
Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen,
erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen
Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen
sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG)
sind (lit. c). Ein wesentlicher Unterbruch der Arbeitsfähigkeit liegt vor, wenn die
versicherte Person an mindestens 30 aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeitsfähig war
(Art. 29ter IVV; Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S K. vom 26.
März 2004, I 19/04).
3.
3.1 Der Beschwerdeführer meldete sich infolge von Gesundheitsschädigungen an, die
er durch einen Autounfall vom 11. Dezember 2009 erlitten habe. Der Beschwerdeführer
war nach dem Unfall während zweier Wochen im Ausland hospitalisiert gewesen. Zu
einem Zeitpunkt vor dem 13. Januar 2010 war er durch Dr. C._, bei der er schon
längere Zeit in Behandlung gestanden hatte, beim Neurologen Dr. B._ angemeldet
worden. Beide behandelnden Ärzte attestierten ihm (gut neun bzw. zehn Monate nach
dem Unfall, Berichte vom 19. Oktober 2010 und 30. September 2010) noch immer volle
Arbeitsunfähigkeit. Vom 21. Oktober bis 2. Dezember 2010 fand in der Folge ein
Aufenthalt in der Rehaklinik Bellikon statt. Diese Spezialklinik für traumatologische
Akutrehabilitation, berufliche Integration und medizinische Expertisen gab bekannt, der
Beschwerdeführer sei (zwar für schwere rückenbelastende Arbeit nicht mehr, aber) für
eine adaptierte leichte bis mittelschwere Arbeit ganztags arbeitsfähig. Diese
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit beruhte, wenn sie auch nicht geradezu die Dimension
einer Begutachtung aufwies, nicht nur auf einer Erhebung der Anamnese und der
Befunde (Bewegungsapparat allgemein, Neurostatus, internistischer Befund), sondern
auch auf einer Kenntnisnahme von der Schadenmeldung UVG, vom Austrittsbericht der
ausländischen Klinik ("Entlassungsbrief"), vom Bericht (vom 2. April 2010, UV-act. 2-36
f.) von Dr. B._ über die Untersuchung vom 31. März 2010 und von einem CT vom 11.
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De¬zember 2009. Es fanden ausserdem eine neurologische Konsiliaruntersuchung und
diverse bildgebende diagnostische Massnahmen und namentlich Basistests zu
verschiedenen Tätigkeiten (etwa Heben, Tragen, Handkraft, Arbeit über Kopfhöhe,
Sitzen usw.) statt. Psychiatrische Aspekte brachte der Beschwerdeführer beim
Aufenthalt soweit ersichtlich nicht zur Sprache. Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
durch die Rehaklinik Bellikon nach mehrwöchiger Beobachtungszeit erscheint,
zumindest was die damalige somatische medizinische Sachlage betrifft, stichhaltig. Die
Psyche des Beschwerdeführers hatte in der Klinik nicht zu ärztlichen Bemerkungen
Anlass gegeben. Wie sich aus dem Folgenden (aus dem Begutachtungsergebnis des
ABI) ergibt, ist auch keine Ergänzung aufgrund eines die Arbeitsfähigkeit
einschränkenden psychiatrischen Leidens zu machen.
3.2 Im August 2012 ist der Gesundheitszustand (samt Arbeitsfähigkeit) des
Beschwerdeführers, der gemäss dem Bericht von Dr. D._ vom 30. August 2011
bereits seit August 2010 in ihrer psychiatrischen Behandlung stand und der voll
arbeitsunfähig sei, durch das ABI polydisziplinär begutachtet worden. Für eine
körperlich leichte - im Unterschied zur Beurteilung der Rehaklinik Bellikon aber nicht
auch für mittelschwere - adaptierte Tätigkeit wurde ihm insgesamt aufgrund eines
vermehrten Pausenbedarfs eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % attestiert. Die
Begutachtung erfolgte in Kenntnis der Vorakten, nach Aufnahme des
allgemeininternistischen Status, Laboruntersuchungen sowie Teilbegutachtungen in
psychiatrischer, orthopädischer und neurologischer Hinsicht (jeweils mit Anamnese-
und Befundaufnahme). Es lagen gemäss Gutachten ein CT der BWS und LWS
einschliesslich sagittaler und koronarer Reformationen und 3D-Darstellung sowie ein
MRI der gesamten Wirbelsäule, je vom 25. Mai 2012 (Uniklinik Balgrist), vor. Alle ABI-
Untersuchungen fanden vor der thorakolumbalen Operation vom 24. August 2012 in
der Klinik E._ statt. - Der Gutachter der Orthopädie hielt jedoch im Hinblick auf die
bei Erstellung des Gutachtens (Gutachtensdatum vom Oktober 2012) bereits bekannte
Behandlung durch jene Klinik fest, invasive Massnahmen sollten bei deutlichen
Hinweisen auf Schmerzausweitung nur mit grösster Zurückhaltung indiziert werden, da
von ihnen keine klare Beschwerdebesserung erwartet werden könne. Im Übrigen wies
er darauf hin, dass eine Spondylarthrose (wie dort diagnostiziert) auf den aktuellen
Bilddokumenten gar nicht festzustellen sei. Das vermeintlich differenzierte Ansprechen
auf Infiltration von fünf oder mehr Segmenten sei ausserdem kaum dazu geeignet, eine
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Spondylodese zu indizieren. - Der Gutachter der Neurologie befasste sich sogar bereits
insofern mit den Folgen jener Operation - den Experten hatte gemäss dem Gutachten
bereits der Austrittsbericht der Klinik E._ vom 29. August 2012 vorgelegen - , als er
deswegen eine vorläufige (volle) Arbeitsunfähigkeit (für sechs Wochen) annahm. - Der
Gutachter der Psychiatrie erhob und beschrieb die Befunde und gelangte zum
Ergebnis, dass ausser einer Schmerzverarbeitungsstörung, welche die Arbeitsfähigkeit
nicht tangiere, keine psychiatrische Diagnose zu stellen sei. Aufgrund der
ausgeprägten (nicht krankheitswertigen) subjektiven Krankheitsüberzeugung zeige der
Beschwerdeführer wenig Motivation, sich trotz allfälliger Restbeschwerden aktiv um
Genesung zu bemühen und sich den Belastungen der Arbeitswelt wieder auszusetzen.
Die hierzu nötige Willensanstrengung aufzubringen, sei ihm aber zumutbar. Das von
der behandelnden Psychiaterin beschriebene depressive Zustandsbild sei nach ihrer
Definition sehr leichtgradig. Bei der Begutachtung hätten sich keine Hinweise auf eine
depressive Störung gefunden. Der Gutachter setzte sich zudem mit der Frage nach
Einschränkungen und mit den Ressourcen auseinander und beachtete auch das
Alltagsverhalten des Beschwerdeführers. - Die Begutachtung basiert somit auf
umfassenden Abklärungen. Das Ergebnis ist nachvollziehbar begründet worden. Es
kann darauf (für den betreffenden Zeitraum) abgestellt werden. - Der das ABI-
Begutachtungsergebnis betreffende Einwand des Beschwerdeführers, wonach das
Institut die Schmerzen auf eine Schmerzverarbeitungsstörung zurückgeführt habe,
während in der Folge aber ein Wirbelsäuleneingriff vorgenommen worden und eine
Besserung eingetreten sei, gibt nicht Anlass für einen Zweifel. Der betreffende
Gutachter hatte mit entsprechender Begründung eine gute Prüfung der
Voraussetzungen einer Operationsindikation befürwortet und diesbezüglich
Zurückhaltung empfohlen, was nicht Grund zur Beanstandung gibt.
3.3 Nach der Operation in der Klinik E._ vom 24. August 2012 attestierte Dr. C._
dem Beschwerdeführer am 13. Mai 2013 weiterhin (wie schon ab 2009) eine volle
Arbeitsunfähigkeit. Dr. D._ rechnete am 19. Juni 2013 mit einer allfälligen
Wiederaufnahme der Tätigkeit durch den Beschwerdeführer zu 20 % auf Februar 2014,
also auf acht Monate hinaus. Am 30. Januar 2014 wurde der Beschwerdeführer durch
Dr. B._ operiert; der Arzt machte dorsolaterale transpedikuläre Spondylodesen L3/4.
Er berichtete, nach der Operation in der Klinik E._ hätten sich die Schmerzen des
Beschwerdeführers im thorakolumbalen Übergang gebessert gehabt und auch nach
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der Operation vom 30. Januar 2014 habe er eine langsame Besserung der
Kreuzschmerzen erfahren. Ab April 2014 habe er dann über eine langsame
Verschlechterung mit Zunahme der ins rechte Bein ausstrahlenden Schmerzen
berichtet. Am 28. August 2014 nahm Dr. B._ bei einer weiteren Operation eine
mikrochirurgische Dekompression extraforaminell L5/S1 rechts vor (vgl. IV-act. 112-3
ff.). Die behandelnden Ärzte (Dr. D._ am 26. April 2015, Dr. B._ am 31. Mai 2015
und Dr. C._ am 11. September 2015) bescheinigten weiterhin eine volle
Arbeitsunfähigkeit.
3.4 Die erforderliche nachfolgende Begutachtung durch die PMEDA basierte gemäss
dem Gutachten vom 15. August 2016 (IV-act. 187) zunächst auf der Kenntnisnahme
von den zahlreichen Vorakten. Es wurden - im Juni 2016 - in internistischer,
neurologischer, neurochirurgischer, orthopädischer und psychiatrischer Hinsicht die
Anamnese, die geklagten Beschwerden und die Befunde erhoben. Gemeinsam
gelangten die Gutachter zum Schluss, dass der Beschwerdeführer wegen des spinalen
Defektsyndroms keine Arbeitsfähigkeit für die bisherige oder eine vergleichbare
Tätigkeit mehr aufweise, hingegen für eine körperlich leichte, wechselbelastende oder
überwiegend im Sitzen auszuübende Tätigkeit voll arbeitsfähig sei.
3.4.1 Der Beschwerdeführer beklagte namentlich chronische Lumbalgien mit
Ausbreitung bis zur rechten Grosszehe und eine proximale Schwäche des rechten
Beins (vgl. IV-act. 187-36, 31, 37, 42, 46), dazu Ameisenlaufen im rechten Bein (vgl. IV-
act. 187-37), Nackenschmerzen ohne Ausstrahlung bei längerem Sitzen (Autofahren)
und (seit ca. September 2015) Schmerzen im Bereich des rechten Kniegelenks bei
Einnehmen einer Hockestellung oder bei Kniebeugen (vgl. IV-act. 187-42, vgl. IV-act.
187-46), ausserdem, dass er ohne Medikamente nicht ein- und durchschlafen könne
und manchmal etwas vergesse. Daneben erwähnte er die Epilepsie (vgl. IV-act.
187-46). - Eine internistische Hauptdiagnose wurde nicht erhoben.
3.4.2 Bei der neurologischen Beurteilung wurde festgehalten, dass die objektivierten
Befunde schlüssig eine erhebliche qualitative Minderung der Arbeitsfähigkeit belegten,
weshalb schwere Arbeiten, Arbeiten mit lumbaler Zwangshaltung oder mit
überwiegendem Gehen und Stehen als nicht mehr leidensgerecht zu betrachten seien.
In wechselbelastenden oder überwiegend im Sitzen ausgeübten, körperlich leichten
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Tätigkeiten sei von einer voll erhaltenen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Die anamnestisch
aufscheinende rege Alltagsaktivität und Selbständigkeit (Versorgung des Haushalts,
rege Gartenarbeit, Führen eines Personenwagens) würden mit dieser Einschätzung in
Einklang stehen.
3.4.3 Neurochirurgisch wurden ergänzend ein MRI der Wirbelsäule (technisch bedingt
nicht weiter aussagekräftig als das ausreichende CT) und ein CT thorakal bis lumbal
beurteilt. Im CT hätten sich allseits korrekt eingesetzte Implantate ohne jedwede
Lockerungszeichen gefunden. Die Spondylodesen würden somit suffizient eingebracht
und intakt erscheinen. Auch hier wurde darauf hingewiesen, dass die anamnestisch
angegebenen Beschwerden mit den objektiven klinischen Befunden korrelierten. Des
Weiteren hielt auch dieser Gutachter fest, die anamnestisch aufscheinende
Alltagsaktivität und Selbständigkeit (namentlich die geschilderte regelmässige
Gartenarbeit, die Versorgung des Haushalts, das Unternehmen von Fernreisen) seien
durchaus gut mit einer Arbeitsfähigkeit zumindest in angepassten leichten Tätigkeiten
vereinbar. Von den zu empfehlenden Massnahmen wie Gewichtsreduktion und
regelmässiges Schwimmen sei kein Einfluss auf die qualitative Minderung der
Arbeitsfähigkeit zu erwarten; das Defektsyndrom sei weitgehend fixiert.
3.4.4 Bei der orthopädischen Untersuchung wurde zusätzlich ein MRI des rechten
Knies vom 20. Oktober 2015 beurteilt, das eine mediale Meniskushinterhornläsion
zeigte, nach Angaben des Gutachters Knieschmerzen, aber keine namhafte funktionelle
Störung bewirke und sich allenfalls durch eine Kniearthroskopie beheben lasse. Der
Gutachter gab bekannt, die durchgeführte MRI-/CT-Diagnostik habe eine konsekutiv
bilaterale, rechtsbetonte Einengung der Neuroforamina mit direktem osteodiskalem
Kontakt zur Nervenwurzel L5 ohne eindeutige Nervenkompression beschrieben. Bei der
klinischen Untersuchung habe die deutlich eingeschränkte Beweglichkeit der LWS
imponiert. Für die geklagten Nackenschmerzen sei die muskuläre Dysbalance im
Rahmen einer Haltungsinsuffizienz verantwortlich zu machen. Das Wirbelsäulenleiden
lasse nur noch leichte körperliche Arbeiten unter Ausschluss von
Körperzwangshaltungen und in Wechselbelastung zu.
3.4.5 Der Gutachter der Psychiatrie erklärte, der AMDP-konform erhobene
psychiatrische Befund sei, bezogen auf die objektiven Kriterien, regelrecht gewesen.
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Eine psychische Beeinträchtigung sei auch in der Gegenübertragung nicht spürbar
gewesen, insbesondere seien die Achsensymptome einer depressiven Störung nicht
evident. Der Beschwerdeführer beschreibe vielmehr einen gut strukturierten
Tagesablauf mit Aktivitäten, Interessen und sozialen Kontakten. Anhaltspunkte für eine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung oder eine Schmerzstörung mit psychischen
und somatischen Faktoren ergäben sich vor dem Hintergrund eines nicht evidenten
seelischen Konflikts und bei keiner erkennbaren namhaften Schmerzbeeinträchtigung
im klinischen Eindruck nicht, ebenso wenig solche für eine posttraumatische
Belastungsstörung als Folge des Verkehrsunfalls. Der Gutachter befasste sich ferner
mit den abweichenden Diagnosen und Arbeitsfähigkeitsschätzungen. Er erwähnte
namentlich, dass die Angaben der ambulant behandelnden Psychiaterin zu
Schweregrad und Symptomen des Leidens diskrepant seien zu den anamnestischen
Angaben des Beschwerdeführers, zu den von ihr eingeleiteten
Behandlungsmassnahmen, insbesondere zur geringen medikamentösen und
psychotherapeutischen Behandlungsintensität, und zu den Feststellungen im ABI-
Gutachten. In keinem anderen ärztlichen Bericht werde anhand von ICD-10-konformen
Kriterien ausreichend eine namhafte depressive Beeinträchtigung beschrieben. Gegen
eine solche psychische Beeinträchtigung des Beschwerdeführers sprächen
insbesondere seine gute soziale Eingebundenheit, seine Alltagsselbständigkeit und -
kompetenz und die in der Gegenübertragung fehlende psychische Beeinträchtigung.
3.4.6 Aus dem oben Dargelegten ergibt sich, dass die PMEDA-Begutachtung die
beklagten Leiden mit den betreffenden medizinischen Disziplinen allseitig erfasste. Die
einzelnen Gutachter beschrieben und berücksichtigten die jeweiligen objektiven
Befunde und begründeten ihre Ergebnisse. Die Gesamtschlussfolgerung wurde im
Zusammenwirken der mehreren Experten gefunden, was dem Gutachten ein
erhebliches Gewicht in der Beweiswürdigung gibt.
3.4.7 Es gibt keine Hinweise darauf, dass die Alltagsaktivitäten des Beschwerdeführers
unzutreffend eingeschätzt oder dem Vergleich mit diesen Beschäftigungen bei der
PMEDA-Begutachtung der Arbeitsfähigkeit zu grosses Gewicht beigemessen worden
wäre. Die Teilhabe an anderen Lebensbereichen als der beruflichen Tätigkeit ist zur
Beurteilung der Konsistenz der Leistungsfähigkeit von grosser Bedeutung (vgl. dazu die
3. A. vom Juni 2016 der Qualitätsleitlinien für versicherungspsychiatrische Gutachten
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der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie SGPP in SZS
2016 435 ff., 477). Entsprechend beschreibt die Rechtsprechung einen solchen
Indikator als bei der Beurteilung von psychischen Leiden relevant (vgl. BGE 141 V 281
E. 4.4.1). Auch dass die lebensgeschichtlichen Gegebenheiten ungenügend
berücksichtigt worden sein sollten oder die Begutachtung zu oberflächlich erfolgt wäre,
wird durch keinen Anhaltspunkt ersichtlich.
3.4.8 Der Beschwerdeführer lässt beanstanden, dass der Gutachter der Psychiatrie
keine Testdiagnostik eingesetzt habe. Bei der psychiatrischen Exploration kommt dem
schematischen, testmässigen Erfassen der Psychopathologie nach bestimmten Skalen,
die auf den Angaben und Einschätzungen der versicherten Person selbst beruhen,
jedoch höchstens ergänzende Funktion zu; entscheidend ist die klinische
Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und
Verhaltensbeobachtung (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 3. Juni 2008, 9C_531/2007 E.
2.2.4). Angesichts der erwähnten Abstützung auf die erhobenen Befunde ergibt sich
kein Grund zur Beanstandung. Die Einschätzung der behandelnden Psychiaterin hat
keine Aspekte enthalten, die bei der Begutachtung unberücksichtigt geblieben wären
(vgl. hierzu Bundesgerichtsurteil vom 14. Dezember 2017, 8C_616/2017 E. 6.2.2; BGE
137 V 210 E. 2.2.2 und 1.3.4).
3.4.9 Des Weiteren moniert der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers eine
mangelnde Objektivität (vgl. zum entsprechenden Anspruch Art. 29 Abs. 1 BV) der
PMEDA (und ihrer Gutachter), da sie (als gewinnorientiertes Unternehmen) sich aus den
zahlreichen Aufträgen der Beschwerdegegnerin finanziere und unter anderem die
Invalidenversicherung dazu eingeladen habe, ihre Mittel nicht zu verschwenden
(Schreiben "Vermeidung ungerechtfertigter ... Leistungen" vom 2. Juni 2014: Einladung
zu einer Veranstaltung mit Präsentation von Ergebnissen einer Auswertung von
medizinischen Begutachtungen und mit Aufzeigen von Möglichkeiten künftiger
Begrenzung von unzureichend begründeten Leistungsgesuchen). Die wirtschaftliche
Abhängigkeit der MEDAS-Stellen (vgl. BGE 137 V 210 E. 2.4.1) bringt, wie die
Rechtsprechung festgehalten hat, tatsächlich eine latente Gefährdung der
Verfahrensfairness mit sich. Dieser ist mit Verfahrensgarantien zu begegnen (vgl. BGE
137 V 210 E. 2.4.2, 2.4.4, 2.5 und 3.1 ff.). So sind die Aufträge den Gutachterstellen
nach dem Zufallsprinzip zuzuweisen und die Mitwirkungsrechte der versicherten
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Person sind zu wahren, wie es vorliegend auch der Fall war. Obwohl die vorgebrachten
Ausstandsgründe (Auftragsvolumen, Rechtsform usw.) schon vor der Begutachtung
hätten vorgebracht werden können und rechtsprechungsgemäss so früh wie möglich,
d.h. bei erster Gelegenheit nach Kenntnisnahme, geltend gemacht werden müssen (vgl.
Bundesgerichtsurteil vom 30. September 2013, 8C_115/2013, E. 2.2), ist vorliegend
eine (angenommene) Befangenheit der Gutachter nicht nach Bekanntgabe der Namen
der entsprechenden Stelle und der Gutachter (vgl. IV-act. 180), auch nicht im
Einwandverfahren, sondern erst in der Beschwerde - und damit verspätet - gerügt
worden. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung schafft jedoch das Auftrags-
und Honorarvolumen für sich allein ohnehin keine wirtschaftliche Abhängigkeit
einzelner Experten von den IV-Stellen, die als Ausstandsgrund zu qualifizieren wäre.
Und selbst ein Anstellungsverhältnis eines Arztes zum Versicherungsträger liesse für
sich allein nicht auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen (vgl.
Bundesgerichtsurteil vom 25. Oktober 2016, 8C_354/2016, E. 5.2 und 5.3). Mit der
eingelegten Einladung von 2014 und diversen anderen, die Gutachterstelle allgemein
und den Institutsleiter betreffenden Ausstandsgründen hat sich das Bundesgericht im
Urteil vom 30. März 2017, 9C_19/2017 (vgl. auch Urteil vom 4. Januar 2017,
8C_548/2016), befasst und eine daraus sich ergebende Befangenheit verneint, worauf
verwiesen werden kann. Da schliesslich keine Anhaltspunkte für eine konkrete
Voreingenommenheit oder anderweitige Befangenheit eines Gutachters ersichtlich
geworden sind, kann auch nicht von einem diesbezüglichen Mangel des Gutachtens
ausgegangen werden.
3.5 Den abweichenden Arbeitsfähigkeitsschätzungen der behandelnden Ärzte ist bei
diesen Gegebenheiten im Vergleich zu den auf Aktenkenntnis und polydisziplinärer
Abklärung beruhenden Begutachtungen weniger Beweiswert beizumessen; auf sie ist
deshalb nicht abzustellen. Dass sich der Beschwerdeführer in (psychiatrischer)
Behandlung befindet, ändert hieran nichts, steht doch hier nicht die Indikation zu einer
Behandlung, sondern die möglichst objektive Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in Frage
(vgl. hierzu Bundesgerichtsentscheid vom 25. Mai 2007, I 514/2006, und
Bundesgerichtsentscheid vom 22. April 2014, 9C_184/2014). In adaptierter Tätigkeit
bestand gemäss den Begutachtungsergebnissen ab Dezember 2010 (im vorliegend
massgeblichen Beurteilungszeitraum) mit Ausnahme von (für die Erfüllung einer
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Wartezeit nicht ausreichenden) vorübergehenden Arbeitsunfähigkeitsphasen nach den
Operationen keine Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers von über 20 % mehr.
4.
4.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist rechtsprechungsgemäss
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen
Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als
Gesunde tatsächlich verdienen würde. Dabei ist in der Regel am zuletzt erzielten,
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Lohn
anzuknüpfen (vgl. etwa Bundesgerichtsentscheid 9C_422/2015 vom 7. Dezember
2015). Gemäss IK-Auszug (vgl. IV-act. 9-3) hatte der Beschwerdeführer an seiner
letzten Stelle im Jahr 2005 Fr. 62'867.--, im Jahr 2006 Fr. 65'384.-- und im Jahr 2007
Fr. 70'813.-- (gemäss IV-act. 10-13 unter Einschluss von Fr. 16'336.15 Schichtzulagen
und Fr. 2'723.95 Überzeitentschädigung) verdient. In den Jahren 2008 und 2009 hatte
er gemäss den Beilagen zur Arbeitgeberbescheinigung vom 17. August 2010 (IV-act.
10) Einkommen von Fr. 74'920.65 (unter Einschluss eines Dienstaltersgeschenks von
Fr. 3'000.--, einer Leistungsprämie von Fr. 1'000.--, von Schichtzulagen von Fr.
15'807.-- und von Überzeitentschädigung von Fr. 4'146.15) und Fr. 74'095.15 (unter
Einschluss von Fr. 16'818.25 Schichtzulagen und von Fr. 1'824.20
Überzeitentschädigung) erzielt. Nach der Bescheinigung betrug der (wohl: Grund-)
Monatslohn seit Januar 2010 Fr. 4'535.--, was auch dem hypothetischen Verdienst
ohne Gesundheitsschädigung entsprechen würde (mal 13). Danach ergäbe sich ein
Jahreseinkommen 2010 von lediglich noch Fr. 58'955.--.
4.2 Zu beachten ist zum einen, dass die erzielten Einkommen (ohne Angabe zu 2010)
im Vergleich zu den in den betreffenden Jahren im statistischen Mittel für einfache und
repetitive Arbeit im privaten Sektor bezahlten Löhnen (gemäss Anhang 2 der
Textausgabe Invalidenversicherung, Allgemeiner Teil des Sozialversicherungsrechts,
Gesetze und Verordnungen, 2012, herausgegeben von der Informationsstelle AHV/IV,
S. 234, basierend auf der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung LSE des
Bundesamtes für Statistik) deutlich überdurchschnittlich waren. Das war nach der
Aktenlage auf die Schichtarbeit, insbesondere auf die Nachtschichttätigkeit, des
Beschwerdeführers und die entsprechenden Schichtzulagen zurückzuführen. Zum
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anderen ist zu berücksichtigen, dass dem Beschwerdeführer schon im Herbst 2009
eine Kündigung des betreffenden Arbeitsverhältnisses aus betrieblichen Gründen
angekündigt worden und dass diese am 7. Juli 2010 ausgesprochen worden ist. Es
fragt sich daher, ob der Beschwerdeführer als Gesunder bei einer für das
Valideneinkommen vorausgesetzten langfristigen Prognose mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit auch an einer anderen Stelle ein vergleichbares Einkommen mit
Schichtzulagen hätte erzielen können. Das kann angenommen werden. Die - weniger
ins Gewicht fallende - Überzeitentschädigung ist hingegen bei der Bestimmung des
Valideneinkommens ausser Acht zu lassen. Denn zum einen kann in aller Regel nicht
davon ausgegangen werden, dass eine versicherte Person ohne den invalidisierenden
Gesundheitsschaden bis zu ihrer altersbedingten Pensionierung weiterhin Überstunden
geleistet hätte (vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom
10. Januar 2008, IV 2007/285). Wer dies in grossem Umfang tut, arbeitet über das
Zumutbare hinaus (vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen
vom 6. Januar 2009, IV 2007/358). Zum andern lässt sich nicht annehmen, der
Beschwerdeführer hätte an einer im Gesundheitsfall hypothetisch angetretenen Stelle
die Gelegenheit gehabt, Überstundenarbeit zu leisten.
4.3 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht.
Übt sie nach Eintritt der Invalidität keine Erwerbstätigkeit mehr aus, so können nach
der Rechtsprechung statistische Werte beigezogen werden (vgl. Bundesgerichtsurteil
vom 7. April 2016, 9C_783/2015; BGE 139 V 592 E. 2.3; BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Es
kann davon ausgegangen werden, dass ein ausgeglichener Arbeitsmarkt, wie er zur
Abgrenzung zum Risiko der Arbeitslosigkeit für die Invaliditätsbemessung massgeblich
ist, für den Beschwerdeführer auch mit seinen krankheitsbedingten Einschränkungen
der Leistungsfähigkeit noch zureichend viele Arbeitsmöglichkeiten bietet. Da der
Beschwerdeführer zwar in der Belastungsfähigkeit des Rückens und somit bei
schweren und mittelschweren Arbeiten eingeschränkt ist, nach der Aktenlage aber
medizinisch nicht ausgeschlossen ist, dass er die (leichte, adaptierte) Arbeit weiterhin
(auch) in Schicht- (einschliesslich Nachtschicht-) Form leistet, kann angenommen
werden, dass der entsprechende, ihn beim Valideneinkommen über die ansonsten
statistisch unterdurchschnittliche Einkommen anhebende Lohnanteil auch beim
Invalideneinkommen hinzuzuschlagen ist.
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4.4 Es ergeben sich daher Verhältnisse, bei denen sowohl Validen- wie
Invalideneinkommen ausgehend vom selben Lohn zu bestimmen sind. Diesfalls
entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung
eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn gemäss BGE 126 V 75 (vgl.
Bundesgerichtsentscheid vom 20. April 2010, 9C_215/2010 E. 5.2). Da der
Beschwerdeführer nach medizinischen Angaben (gemäss ABI abgesehen von dem die
Arbeitsunfähigkeit von 20 % begründenden Pausenbedarf) vollzeitlich arbeitsfähig ist
und keine ausserordentlichen Umstände ersichtlich sind, kommt kein Abzug von mehr
als 10 %, jedenfalls aber kein Maximalabzug (von 25 %), in Frage.
4.5 Selbst für die Zeit, für welche eine Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers in
adaptierten Tätigkeiten von 20 % anzunehmen ist, bestand demnach keine Invalidität
rentenbegründenden Ausmasses (bei 10 % Abzug 28 %, nämlich 1- [0.8 x 0.9]).
5.
Es ergibt sich nach dem Dargelegten zusammenfassend, dass bei Ablauf einer
möglichen Wartezeit am 11. Dezember 2010 zwar für schwere und mittelschwere
Arbeit volle Arbeitsunfähigkeit, für eine adaptierte Tätigkeit aber wieder eine volle (oder,
sollte die Arbeitsfähigkeitsschätzung des ABI auch auf diesen Zeitraum ausgedehnt
werden, jedenfalls eine 80-prozentige) Arbeitsfähigkeit bestand, so dass die
entsprechende Voraussetzung von Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG für das Entstehen eines
Invalidenrentenanspruchs nicht vorlagen. Hieran vermag die (damalige) Leistung eines
vollen Taggelds (für Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit) durch die
Unfallversicherung, deren Rentenanspruchsbeginn unter anderem vom durch die
ärztliche Behandlung voraussichtlich erreichten Endzustand (von Fortsetzung keine
namhafte Besserung mehr zu erwarten) abhängt (vgl. Art. 19 Abs. 1 UVG), nichts zu
ändern. Da ein IV-Rentenanspruch im Dezember 2010 nicht entstand, hätte der
Beschwerdeführer später die Wartezeit (mit anschliessender weiterdauernder
rentenbegründender Invalidität) erneut zu bestehen gehabt (vgl.
Bundesgerichtsentscheid vom 18. Februar 2016, 9C_942/2015 E. 3.3.3), was
vorliegend nicht erfüllt ist. - Die Beschwerdegegnerin hat einen Rentenanspruch daher
zu Recht abgelehnt.
6.
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6.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen, soweit
darauf einzutreten ist.
6.2 Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen
Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200 bis 1000 Franken festgelegt. Der
Beschwerdeführer ist im Verfahren unterlegen, weshalb ihm die Gerichtskosten in der
Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen sind. Zufolge der Bewilligung der unentgeltlichen
Prozessführung (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung) am 5. Januar 2017 ist er jedoch von deren Bezahlung zu
befreien.
6.3 Der Staat ist aufgrund der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung zu verpflichten,
für die Kosten seiner Rechtsvertretung aufzukommen. Der Bedeutung der Streitsache
und dem Aufwand angemessen erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer). Diese ist in Anwendung von Art. 31
Abs. 3 des st. gallischen Anwaltsgesetzes (sGS 963.70) um einen Fünftel auf Fr.
2'800.-- zu reduzieren.
6.4 Wenn seine wirtschaftlichen Verhältnisse es ihm gestatten, kann der
Beschwerdeführer zur Nachzahlung der Gerichtskosten und der Auslagen für die
Vertretung verpflichtet werden (vgl. Art. 123 ZPO i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP/SG).