Decision ID: 464d2a72-1e8b-5929-8d6d-3682e5ceb491
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Sabrina Schneider, Vadianstrasse 44, Post-
fach 262, 9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente (Nichteintreten auf Wiederanmeldung)
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Sachverhalt:
A.
A.a A._, geboren 1954, meldete sich am 1. Oktober 2003 zum Bezug von IV-
Leistungen an (act. G 4.1/1.1 ff.). Der Versicherte erlitt am 5. September 2002 mit
seinem Auto einen Verkehrsunfall. Die Ärzte der Klinik für Neurologie des
Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) diagnostizierten im ärztlichen Bericht vom 7. Februar
2003 eine somatoforme Störung (ICD-10: F45) mit posttraumatischem
Schmerzsyndrom, funktioneller sensomotorischer Hemisymptomatik links sowie
Verdacht auf depressive Störung. Des Weiteren diagnostizierten sie degenerative
HWS- und LWS-Veränderungen (act. G 4.1/15.5 ff.). Am 15. Februar 2005 wurde der
Versicherte polydisziplinär (internistisch, rheumatologisch und psychiatrisch) durch die
Medizinische Begutachtungsstelle des Medizinischen Zentrums Römerhof (MZR)
untersucht. Die Gutachter des MZR diagnostizierten mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit eine chronifizierte lumbovertebrale Schmerzsymptomatik sowie ohne
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine Anpassungsstörung mit vorwiegender
Beeinträchtigung von anderen Gefühlen (ICD-10: F 43.23), eine "andere" depressive
Episode (larvierte Depression; ICD-10: F 32.8) und eine Varikose rechts mehr als links
(act. G 4.1/49.17 f.). Sie kamen zum Schluss, dass in einer leidensadaptierten Tätigkeit
eine Arbeitsfähigkeit von 100% bestehe (act. G 4.1/45.1 ff.).
A.b Mit Verfügungen vom 20. Juni 2006 lehnte die IV-Stelle gestützt auf das Gutachten
des MZR vom 24. März 2005 einen Anspruch des Versicherten auf Rentenleistungen
(act. G 4.1/80.1 ff.) und auf Arbeitsvermittlung (act. G 4.1/81.1 f.) ab.
A.c Gegen diese Verfügungen liess der Versicherte am 21. August 2006 vorsorglich
Einsprache erheben (act. G 4.1/89.1 f.). Diese wurde am 29. September 2006
zurückgezogen (act. G 4.1/94.1).
B.
B.a Mit als "Revision" bezeichneter Eingabe vom 28. Juni 2007 beantragte der
Versicherte die Zusprache einer ganzen Invalidenrente, eventualiter die Durchführung
einer psychiatrischen Abklärung. Der Gesundheitszustand habe sich seit der
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Erstverfügung erheblich verschlechtert (act. G 4.1/102.1). Der Versicherte legte zur
Untermauerung seiner Eingabe medizinische Akten bei (act. G 4.1/103.1 ff.).
B.b Gestützt auf eine interne Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD)
vom 20. August 2007 (act. G 4.1/104.1 f.) stellte die IV-Stelle im Vorbescheid vom
31. August 2007 ein Nichteintreten auf das Leistungsbegehren in Aussicht (act. G
4.1/108).
B.c Gegen diesen Vorbescheid liess der Versicherte am 28. September 2007 Einwand
erheben und beantragte, dass auf sein "Revisionsgesuch" einzutreten sei (act. G
4.1/109.1 ff.). Unter Hinweis auf die ärztliche Stellungnahme der Psychiatrie-Dienste
Süd, Fachstelle Uznach, vom 28. September 2007 (act. G 4.1/109.4 f.) machte der
Versicherte insbesondere eine erhebliche Verschlechterung der psychischen
Gesundheit geltend (act. G 4.1/109.3).
B.d Nach Einholen einer erneuten internen Stellungnahme des RAD vom 8. November
2007 (act. G 4.1/110.1) verfügte die IV-Stelle am 19. November 2007, dass auf das
neue Leistungsbegehren mangels erheblicher Veränderungen der tatsächlichen
Verhältnisse nicht einzutreten sei (act. G 4.1/111).
C.
C.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 4. Januar
2008. Der Beschwerdeführer beantragt darin unter Kosten- und Entschädigungsfolge
deren Aufhebung sowie das Eintreten auf das Revisionsgesuch vom 28. Juni 2007. Es
seien die notwendigen Abklärungen zu treffen, insbesondere sei eine umfassende
psychiatrische Begutachtung durchzuführen. Der Beschwerdeführer macht geltend,
dass für das Eintreten auf eine Neuanmeldung bzw. ein Revisionsgesuch eine
erhebliche Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse lediglich glaubhaft zu machen
sei. Es genüge, wenn gewisse Anhaltspunkte für eine Veränderung bestünden. Aus der
seit der Erstverfügung neu bestehenden medizinischen Aktenlage gehe eine erhebliche
Verschlechterung des Gesundheitszustandes hervor. Insbesondere habe sich das
psychische Beschwerdebild wesentlich verschlechtert (act. G 1). Der Beschwerdeführer
leistete am 11. Januar 2008 den geforderten Kostenvorschuss (act. G 3).
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C.b In der Beschwerdeantwort vom 19. Februar 2008 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Sie bringt im Wesentlichen vor,
dass sich aus den medizinischen Akten ein stationärer Befund ergebe. Weder aus
psychiatrischer noch aus somatischer Sicht sei eine erhebliche Veränderung der
tatsächlichen Verhältnisse glaubhaft gemacht worden. Die somatoforme
Schmerzstörung sei überdies mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar
(act. G 4).
C.c Replicando führt der Beschwerdeführer aus, dass seit der Erstverfügung
insbesondere aus psychiatrischer Sicht neue Befunde und somit eine Verschlechterung
des Gesundheitszustandes festgestellt worden seien. Auf das Gesuch des
Beschwerdeführers sei daher einzutreten. Die somatoforme Schmerzstörung sei für
den Beschwerdeführer nicht überwindbar (act. G 7).
C.d Auf die Einreichung einer Duplik wurde verzichtet (act. G 9).

Erwägungen:
1.
1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die Invalidität kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in
gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4
Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines
psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als
relevant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person
bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten,
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abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv
bestimmt (BGE 131 V 50 E. 1.2 mit Hinweisen). Festzustellen ist, ob und in welchem
Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit
der psychischen Beeinträchtigung vereinbar ist.
1.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50%
besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente. Um den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die
Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch
zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen).
1.3 Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, wird eine
neue Anmeldung nur geprüft, wenn die gesuchstellende Person glaubhaft macht, dass
sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat
(Art. 87 Abs. 3 und 4 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]).
Diese Eintretensvoraussetzung soll verhindern, dass sich die Verwaltung immer wieder
mit gleichlautenden und nicht näher begründeten – d.h. keine Veränderung des
Sachverhalts darlegenden – Rentengesuchen befassen muss (BGE 130 V 76 E. 3.2.3).
Diesem Zweck kann im Revisionsverfahren ebenso wie im Neuanmeldungsverfahren
nur wirksam Rechnung getragen werden, wenn sich die versicherte Person das
Ergebnis der letztmaligen materiellen Überprüfung des Rentenanspruchs – mit
rechtsgenüglicher Abklärung des Gesundheitszustands und gesetzeskonformer
Ermittlung des Invaliditätsgrades – im Rahmen eines erneuten Leistungsgesuchs
entgegenhalten lassen muss. Wie bei der Neuanmeldung (BGE 130 V 71) ist auch bei
der Rentenrevision (auf Gesuch hin oder von Amtes wegen) daher zeitlicher
Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des
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Invaliditätsgrades die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen
Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung,
Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht (BGE 133 V
108 ff.).
1.4 Nach der Rechtsprechung ist unter Glaubhaftmachung im Sinn von Art. 87 Abs. 3
IVV kein Beweis nach dem im Sozialversicherungsrecht allgemein massgebenden Grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 121 V 47 E. 2a) zu verstehen. Dem Zweck
der Eintretenshürde von Art. 87 Abs. 3 IVV gemäss muss es sich bei der
Glaubhaftmachung um eine deutlich reduzierte Beweisanforderung handeln. Es genügt,
dass für den geltend gemachten rechtserheblichen Sachumstand wenigstens gewisse
Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist,
dass eine eingehende Sachverhaltsabklärung die behauptete Veränderung nicht
bestätigen wird. Grundsätzlich unterliegt das Glaubhaftmachen nach Art. 87 Abs. 3 IVV
weniger strengen Anforderungen als im Zivilprozessrecht. Bei der Prüfung der
Eintretensvoraussetzung der glaubhaft gemachten Sachverhaltsänderung
berücksichtigt die Verwaltung – oder im Beschwerdefall das Gericht –, ob die frühere
Verfügung nur kürzere oder schon längere Zeit zurückliegt. Sie wird dementsprechend
an die Glaubhaftmachung höhere oder weniger hohe Anforderungen stellen (SVR 2003
IV Nr. 25 E. 2.2 mit Hinweisen, Urteil des Bundesgerichtes 9C_688/2007 vom 22.
Januar 2008).
2.
2.1 Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Nichteintretensentscheid
damit, dass eine Veränderung des Gesundheitszustandes nicht glaubhaft gemacht
worden sei (act. G 4.1/111). Die Beschwerdegegnerin hat sich demnach auf die
Prüfung der Eintretensvoraussetzung der Glaubhaftmachung einer erheblichen
Veränderung beschränkt und hat das Gesuch des Beschwerdeführers nicht materiell
behandelt. Im vorliegenden Beschwerdeverfahren gilt es deshalb zu beurteilen, ob die
Beschwerdegegnerin zu Recht nicht auf das Gesuch vom 28. Juni 2007 (act. G
4.1/102) eingetreten ist. Umstritten und zu prüfen ist einzig, ob der Beschwerdeführer
glaubhaft dargelegt hatte, dass sich seit der einen Anspruch ablehnenden Verfügung
vom 20. Juni 2006 (act. G 4.1/80) bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 19.
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November 2007 (act. G 4.1/111) der massgebliche medizinische Sachverhalt in einer
für den Rentenanspruch so erheblichen Weise geändert hat, dass die IV-Stelle auf die
Neuanmeldung vom 28. Juni 2007 (act. G 4.1/102) hätte eintreten müssen.
2.2 Bis zur abweisenden Verfügung vom 20. Juni 2006 (act. G 4.1/80) besteht folgende
medizinische Aktenlage:
2.2.1 Die Ärzte der Klinik für Neurologie des KSSG diagnostizierten am 7. Februar 2003
eine somatoforme Störung (ICD-10: F45) mit posttraumatischem Schmerzsyndrom,
funktioneller sensomotorischer Hemisymptomatik links sowie Verdacht auf depressive
Entwicklung. Weiter diagnostizierten sie degenerative HWS- und LWS-Veränderungen
(act. G 4.1/15.5). Sie berichteten, dass eine chronische Schmerzsymptomatik im
Vordergrund stehe (act. G 4.1/15.7).
2.2.2 Der Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon vom 10. Juni 2003 (act. G 4.1/15.9 ff.)
enthält die Diagnosen eines panvertebralen Schmerzsyndroms mit degenerativer
Veränderung der HWS und LWS und einer depressiven Entwicklung. Weiter wurde ein
Verdacht auf Konversionsstörung bei funktioneller sensomotorischer Hemisymptomatik
links diagnostiziert. Bei Austritt bestehe eine 50%ige Arbeitsfähigkeit, die
hauptsächlich aus psychischen Gründen festgelegt wurde (act. G 4.1/15.9 und 15.11).
Vorgängige externe radiologische und kernspintomographische Befunde blieben bis
auf altersentsprechende degenerative Veränderungen unauffällig. Im Vordergrund der
Hospitalisation sei die psychische Auffälligkeit des Beschwerdeführers gestanden, der
mit vermindertem Selbstwertgefühl, Verunsicherung und Ängsten sowie konsekutivem
sozialen Rückzug bedrückt und affektlabil gewirkt habe. Aufgrund der psychogenen
Überlagerung der somatischen Beschwerden sei die körperliche Belastbarkeit nur
schwer einzuschätzen. Leichte, wechselbelastende Tätigkeiten ohne rückenbelastende
Zwangsstellungen und ohne längeres Gehen und Stehen seien zumutbar (act. G
4.1/15.10).
2.2.3 Der damals behandelnde Arzt, Dr. med. B._, Innere Medizin FMH, stellte im
Arztbericht vom 12. November 2003 (act. G 4.1/15.1 ff.) folgende Diagnosen mit
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit: ein seit Jahren bestehendes panvertebrales
Syndrom, seit 5. September 2002 bestehende unklare Dysästhesien am linken Arm und
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linken Bein und eine seit 5. September 2002 bestehende schwere depressive
Verstimmung. Dr. B._ attestierte ab dem 5. September 2002 eine 50%ige
Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit (act. G 4.1/15.1 und 15.4). Der
Gesundheitszustand wurde als sich verschlechternd bezeichnet. Die Psyche stehe im
Vordergrund. Der Beschwerdeführer sehe keinen Ausweg aus seiner finanziellen
Notlage, er habe sogar schon Suizidgedanken ausgesprochen. Er wolle jetzt einfach
eine Rente (act. G 4.1/15.2). Es seien keine körperlichen Anomalien vorhanden, welche
eine Arbeitsunfähigkeit begründen liessen (act. G 4.1/15.4).
2.2.4 Im polydisziplinären Gutachten des MZR vom 24. März 2005 (act. G 4.1/45.1 ff.)
diagnostizierten die Gutachter mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine chronifizierte
lumbovertebrale Schmerzsymptomatik bei Osteochondrose L5/S1, bei
Spondylarthrosen der unteren Lendenwirbelsäule, bei Diskusprotrusionen ohne
Nervenwurzelkompromittierung und bei Rotationsskoliose. Ohne Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit seien die diagnostizierte Anpassungsstörung mit vorwiegender
Beeinträchtigung von anderen Gefühlen (ICD-10: F43.23), eine "andere" depressive
Episode (larvierte Depression; ICD-10: F32.8) sowie eine Varikose rechts mehr als links
(act. G 4.1/45.17 f.). Für die bisherige Tätigkeit als Steinfräser / Hilfsarbeiter (act. G
4.1/21) bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Der Beschwerdeführer sei aber für
rückenschonende Arbeiten mit Wechsel zwischen sitzender und stehender Position zu
100% arbeitsfähig (act. G 4.1/45.19). Das Heben von Gewichten über 20 kg sei ihm
nicht zumutbar (act. G 4.1/45.20). Bei der psychiatrischen Untersuchung habe er eine
grosse emotionale Schwingungsfähigkeit gezeigt. Einbussen in Bezug auf
Aufmerksamkeit, Konzentration, Auffassung oder Gedächtnis bestünden keine. Die
psychiatrische Gutachterin stellte keine Anhaltspunkte für Wahnvorstellungen oder
Psychosen fest. Das Unfallereignis und die erfolgte Kündigung des Arbeitgebers im
September 2002 hätten beim Beschwerdeführer vermutlich zu einer erheblichen
narzisstischen Kränkung geführt. Die momentane Lebenssituation habe für ihn einen
demütigenden Charakter, was er vor allem durch die Hoffnung in eine zukünftige
Gerechtigkeit ertragen könne. Es lasse sich daher die Diagnose einer
Anpassungsstörung mit vorwiegender Beeinträchtigung von anderen Gefühlen (ICD-10:
F43.23) stellen. Im erhobenen psychopathologischen Befund stünden depressive
Symptome nicht im Vordergrund, dennoch spreche der aus somatischer Sicht nicht
erklärbare Schmerzzustand für ein depressives Zustandsbild im Sinne einer larvierten
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Depression (ICD-10 F32.8). Der psychische Befund führe nicht zu einer
Arbeitsunfähigkeit (act. G 4.1/45.19, 45.20, 45.26). Wenn es gelinge, den
Beschwerdeführer in eine leidensadaptierte Tätigkeit einzugliedern, sei die Prognose
gut. Andererseits sei mit einer Verschlechterung der psychischen Situation zu rechnen,
wenn er an einer neuen Stelle psychisch oder körperlich überfordert werde (act. G
4.1/45.20 und 45.26 f.). Der Beschwerdeführer habe an der durch das RAV vermittelten
befristeten Tätigkeit im Recyclingbereich (vgl. act. G 4.1/45.24) Freude. Diese Tätigkeit
führe zu einer Selbstbestätigung, so dass ein Ausbau dem verletzten
Gerechtigkeitsgefühl durchaus gut tun könne (act. G 4.1/45.26).
2.2.5 In den internen RAD-Stellungnahmen vom 15. April 2005 (act. G 4.1/48.2) sowie
vom 26. Januar 2006 (act. G 4.1/64) beurteilte der IV-Vertrauensarzt den
Beschwerdeführer in Würdigung der medizinischen Aktenlage auch in einer
leidensadaptierten Tätigkeit zu 50% arbeitsunfähig.
2.2.6 Dr. B._ berichtete im Verlaufsbericht vom 28. April 2006 (act. G 4.1/73.1 ff.),
dass der Gesundheitszustand stationär geblieben sei. Die Diagnose habe sich nicht
verändert (act. G 4.1/73.1). Eine gute Arbeitsstelle würde den psychischen
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers deutlich verbessern (act. G 4.1/73.2). In
einer leidensadaptierten Tätigkeit könne dieser ganztags arbeiten (act. G 4.1/73.3).
2.2.7 Gestützt auf den Verlaufsbericht von Dr. B._ empfahl der IV-Vertrauensarzt in
der internen Stellungnahme vom 8. Mai 2006, dass beim Beschwerdeführer von einer
100%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit auszugehen sei (act. G
4.1/74).
2.3 Die medizinische Aktenlage nach der abweisenden Verfügung vom 20. Juni 2006
(act. G 4.1/80) präsentiert sich wie folgt:
2.3.1 Dr. med. C._, Radiologie FMH, Röntgeninstitut Jona, stellte im Bericht vom 8.
März 2007 aufgrund einer gleichentags durchgeführten MRI der LWS eine Dehydration
der Bandscheiben LWK 4/5 und LWK5/SWK1 fest. Der Anulus fibrosus der
Bandscheibe LWK4/5 sei eingerissen. Es lasse sich eine rechts mediolaterale
Diskushernie nachweisen. Die abgehende Wurzel L5 rechts werde hierdurch verlagert.
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In der Etage LWK6/SWK1 bestehe ein Nachweis einer medialen Diskusprotrusion mit
enger Lagebeziehung zu der abgehenden Wurzel S1 beidseits. Die übrigen
Bandscheibenetagen der LWS seien unauffällig (act. G 4.1/103.6).
2.3.2 Im Bericht der Klinik für Neurologie des KSSG vom 2. Mai 2007 (act. G 4.1/103.2
ff.) wurde folgende Diagnose gestellt: 1. Somatoforme Störung (ICD-10: F45) mit/bei
posttraumatischem chronischem Schmerzsyndrom, funktioneller sensomotorischer
Hemisymptomatik links und depressiver Episode; 2. Degenerative Veränderungen im
Bereich der HWS und LWS (act. G 4.1/103.2). Die beurteilenden Ärzte des KSSG
kamen zum Schluss, dass sich die Beschwerdesymptomatik qualitativ nicht relevant
verändert habe. In der klinisch-neurologischen Untersuchung zeige sich ebenfalls ein
im Vergleich zur Voruntersuchung vom 13. Dezember 2002 im Wesentlichen stationärer
Befund. Anhaltspunkte für ein radikuläres Syndrom bestünden nicht. In der ambulant
durchgeführten vertebro-spinalen lumbalen Kernspintomographie vom 8. März 2007
(act. G 4.1/103.6) hätten sich eine rechts medio-laterale Diskushernie LWK 4/5 mit
Verlagerung der Wurzel L5 rechts sowie eine mediale Diskusprotrusion LWK5/SWK1
mit enger Lagebeziehung zur abgehenden Wurzel S1 beidseits gezeigt. Hierfür fänden
sich allerdings in der klinischen Untersuchung sowie anamnestisch keine Korrelate.
Aus neurologischer und psychiatrischer Sicht bestehe eine relevante Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit, wobei die Arbeitsfähigkeit auf ca. 20 bis 30% für eine leichte
körperliche Tätigkeit geschätzt werde. Hierbei sei zu berücksichtigen, dass mehrere IV-
fremde Faktoren die Arbeitsfähigkeit negativ beeinflussen würden. Die Prognose sei
ungünstig (act. G 4.1/103.3).
2.3.3 Am 11. Mai 2007 führte Dr. C._ eine MRI der HWS durch. Dabei stellte er eine
Hyperlordosierung der HWS fest. In der Etage HWK6/7 lasse sich eine rechts
mediolaterale Diskusprotrusion nachweisen. Eine Wurzelkompression sei nicht
nachweisbar. In der Etage HWK3/4, HWK 4/5 und HWK 5/8 lasse sich eine weitere
initiale rechts mediolaterale Diskusprotrusion nachweisen. Auch hier bestehe kein
Nachweis einer Wurzelkompression. Das cervicale Myelon weise ein regelrechtes
Signalverhalten auf. Eine Myelopathie sei nicht nachweisbar (act. G 4.1/103.1).
2.3.4 In der internen Stellungnahme des RAD vom 20. August 2007 (act. G 4.1/104.1 f.)
kam der IV-Vertrauensarzt zum Schluss, dass ein im Wesentlichen unveränderter
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Befund vorliege. Die Arbeitsfähigkeit werde zwar nun vom KSSG auf 20 bis 30%
geschätzt, allerdings mit dem Hinweis, dass mehrere IV-fremde Faktoren die
Arbeitsfähigkeit negativ beeinflussen würden. Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
durch das KSSG sei demnach als eine andere Einschätzung eines im Grunde gleichen
Sachverhaltes anzusehen (act. G 4.1/104.1). Weitere ärztliche Berichte, insbesondere
psychiatrische Befunde, die eine Verschlechterung belegten, seien nicht vorhanden.
Eine depressive Episode sei bereits im Gutachten vom 24. März 2005 attestiert
worden. Aus medizinischer Sicht seien die vorgelegten Befunde und Berichte wenig
geeignet, eine relevante objektivierbare Verschlechterung des Gesundheitszustandes
zu belegen (act. G 4.1/104.2).
2.3.5 Die behandelnden Psychiater der Psychiatrie-Dienste Süd, Fachstelle Uznach,
berichteten in der ärztlichen Stellungnahme vom 28. September 2007 (act. G 4.1/109.4
f.), dass der Beschwerdeführer seit dem 8. Februar 2007 in ambulanter psychiatrisch-
psychotherapeutischer Behandlung sei. Sie diagnostizierten: eine somatoforme
Schmerzstörung mit sensomotorischer Symptomatik (ICD-10: F45); eine mittelgradige
depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11); eine akzentuierte
Persönlichkeitsstruktur DD gemischte Persönlichkeitsstörung (ICD-10: Z73.1 DD F61);
eine vorbefundliche Anpassungsstörung nach Verkehrsunfall (ICD-10: F43.21);
degenerative Wirbelsäulenveränderungen, aktuell rechts medio-laterale Diskushernie
LWK 4/5 mit Verlagerung der Wurzel L/5 rechts sowie medialer Diskusprotrusion LWK
5/SWK 1 mit enger Lagebeziehung zur abgehenden Wurzel S1 beidseits. Es bestehe
ein inzwischen chronifiziertes psychiatrisches Krankheitsbild. Gegenwärtig sei der
Beschwerdeführer in geschütztem Rahmen teilschichtig arbeitsfähig. Aus
psychiatrischer Sicht sei der Beschwerdeführer, aufgrund der psychiatrischen
Störungen, auf dem freien Arbeitsmarkt gegenwärtig zu 100% arbeitsunfähig (act.
G 4.1/109.4). Seit der Begutachtung vom 24. März 2005 (act. G 4.1/45.1 ff.) hätten sich
aus psychiatrischer Sicht neue Aspekte ergeben. Aufgrund dessen sei eine erneute
psychiatrische Begutachtung zu empfehlen (act. G 4.1/109.5).
2.3.6 In der internen Stellungnahme des RAD vom 8. November 2007 teilte der IV-
Vertrauensarzt mit, dass die psychiatrische Stellungnahme vom 28. September 2007
(act. G 4.1/109.4 f.) nicht ausreiche, um eine relevante Verschlechterung gegenüber
dem Vorgutachten vom 24. März 2005 (act. G 4.1/45.1 ff.) zu begründen.
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2.4 Vor Vergleich der medizinischen Aktenlage vor und nach der ablehnenden
Verfügung vom 20. Juni 2006 (act. G 4.1/80) ist angesichts der einjährigen Zeitspanne
zwischen der ablehnenden Verfügung vom 20. Juni 2006 (act. G 4.1/80) und der
Neuanmeldung vom 28. Juni 2007 (act. G 4.1/102) darauf hinzuweisen, dass an die
Glaubhaftmachung neuer Tatsachen nicht allzu hohe Anforderungen zu stellen sind
(vgl. Urteil des EVG vom 18. Februar 2003 i.S. S., I 460/2001, E. 4.1 mit Hinweisen, wo
eine Zeitspanne von 10 Monaten zu beurteilen war und keine allzu hohen
Anforderungen an die Glaubhaftmachung gestellt wurden).
2.5
2.5.1 Den ärztlichen Stellungnahmen von Dr. C._ vom 8. März 2007 (act. G 4.1/103.6)
und vom 11. Mai 2007 (act. G 4.1/103.1) lässt sich entnehmen, dass aus radiologischer
Sicht neue Befunde erhoben wurden (eingerissener Anulus fibrosus [Faserknorpelring;
Pschyrembel, 260. Auflage, S. 104] der Bandscheibe LWK4/5, Verlagerung der
abgehenden Wurzel L5 rechts, mediale Diskusprotrusion mit enger Lagebeziehung zu
der abgehenden Wurzel S1 beidseits sowie weitere Diskusprotrusionen HWK3-7).
2.5.2 Im Vergleich zum ärztlichen Bericht vom 7. Februar 2003 (act. 4.1/15.5 ff.)
änderten die Neurologen des KSSG im ärztlichen Bericht vom 2. Mai 2007 ihre
Diagnose dahin gehend, dass sie das posttraumatische Schmerzsyndrom als
chronisch beurteilten und bezüglich der depressiven Episode nicht mehr nur eine
Verdachtsdiagnose stellten (act. G 4.1/103.2). Ansonsten stellten sie "einen im
Wesentlichen stationären Befund" fest. Sie attestierten dem Beschwerdeführer eine 20
bis 30%ige Arbeitsfähigkeit in einer leichten körperlichen Tätigkeit und wiesen darauf
hin, dass mehrere IV-fremde Faktoren die Arbeitsfähigkeit negativ beeinflussen würden
(act. G 4.1/103.3). Im Bericht vom 7. Februar 2003 äusserten sie sich nicht zur
Arbeitsfähigkeit (act. G 4.1/15.5 ff.). Unklar ist bei der neurologischen Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit, welche IV-fremden Faktoren mit welcher Quantität die Arbeitsfähigkeit
beeinflussen. Gestützt auf den neurologischen Bericht vom 2. Mai 2007 (act. G
4.1/103.3) kann aber kaum davon ausgegangen werden, dass nur IV-fremde Faktoren
die Arbeitsfähigkeit beeinflussen. Festzuhalten bleibt, dass sich die
Arbeitsfähigkeitseinschätzung im Vergleich zur in der Verfügung vom 20. Juni 2006
angenommenen 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit
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erheblich verändert hat und bezüglich der depressiven Episode nicht mehr nur eine
Verdachtsdiagnose gestellt wurde (act. G 4.1/103.2).
2.5.3 In der psychiatrischen Stellungnahme vom 28. September 2007 (act. G 4.1/109.4
f.) wird von einer seit dem 8. Februar 2007 ambulanten psychiatrisch-
psychotherapeutischen Behandlung berichtet. Neu wird die Diagnose einer
mittelgradigen depressiven Episode erhoben (act. G 4.1/109.4), während im Gutachten
des MZR lediglich von einer larvierten Depression die Rede war (act. G 4.1/45.17). Des
Weiteren stellten die behandelnden Psychiater neu die Diagnose einer akzentuierten
Persönlichkeitsstruktur DD gemischte Persönlichkeitsstörung (ICD-10: Z73.1 DD F61)
fest (act. G 4.1/109.4). Die behandelnden Psychiater schätzen den Beschwerdeführer
generell zu 100% arbeitsunfähig ein. Aus psychiatrischer Sicht hätten sich seit der
Begutachtung im Jahr 2005 nebst der inzwischen eingetretenen Chronifizierung neue
Aspekte ergeben. Deshalb empfehlen die behandelnden Psychiater, den
Beschwerdeführer psychiatrisch begutachten zu lassen (act. G 4.1/109.4 f.).
2.5.4 Die von den Neurologen des KSSG am 2. Mai 2007 attestierte Arbeitsfähigkeit
von 20 bis 30% in einer leidensadaptierten Tätigkeit (act. G 4.1/103.3) und
insbesondere die von den behandelnden Psychiatern attestierte volle
Arbeitsunfähigkeit (act. G 4.1/109.4) weichen deutlich von der 100%igen
Arbeitsfähigkeit ab, die bei der abweisenden Verfügung vom 20. Juni 2006 (act. G
4.1/80.1 ff.) massgeblich war. Eine bloss unterschiedliche Beurteilung eines im
Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts stellt zwar zweifellos keine
revisionsbegründende Änderung dar (BGE 112 V 372 E. 2b). Als Indiz dafür, eine
relevante, nachträgliche Veränderung als wenigstens im oben genannten Sinn
glaubhaft erscheinen zu lassen (vgl. vorstehende E. 1.4), muss aber eine erhebliche
Differenz in der Arbeitsfähigkeitsschätzung selbst für sich allein genügen (Urteil des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 16. Mai 2007 i.S. W., IV 2007/54, E.
2e mit Hinweis). Eine erhebliche Differenz in der Arbeitsunfähigkeitseinschätzung ist in
tatsächlicher Hinsicht ausgewiesen (act. G 4.1/109.4 f. und act. G 4.1/103.3). Nebst
den erheblich unterschiedlichen Arbeitsfähigkeitseinschätzungen sind vor allem aber
auch noch die neu festgestellte – inzwischen eingetretene – Chronifizierung der
psychiatrischen Beschwerden und die neuen psychiatrischen Diagnosen (act.
G 4.1/109.4 f.) zu berücksichtigen, die ebenfalls Anhaltspunkte für eine
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Verschlechterung des Gesundheitszustandes bieten ("zunehmend ausgeprägtes
psychiatrisches Krankheitsbild", "akzentuierte Persönlichkeitsstruktur"; act. G
4.1/109.4; die Neurologen des KSSG stellten bezüglich der depressiven Episode nicht
mehr bloss eine Verdachtsdiagnose; act. G 4.1/103.2). Wesentlich ist aber auch, dass
der psychiatrische Gutachter des MZR noch berichtete, dass im erhobenen
psychopathologischen Befund depressive Symptome nicht im Vordergrund stünden
(act. G 4.1/45.26), während die Ärzte der Psychiatrie-Dienste Süd, Fachstelle Uznach,
von einer mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10: F32.11) sprechen und von
einem sich verschlechternden psychischen Gesundheitszustand (zunehmend
ausgeprägtes Krankheitsbild, neue Aspekte [act. G 4.1/109.4 f.]) berichten. Unter
diesen Umständen hätte die Beschwerdegegnerin auf das Gesuch des
Beschwerdeführers eintreten müssen, zumal die abweisende Verfügung schon
immerhin mehr als ein Jahr zurückliegt und dementsprechend an die
Glaubhaftmachung einer relevanten Veränderung nicht allzu hohe Anforderungen zu
stellen sind.
2.5.5 Soweit die Beschwerdegegnerin den Grundsatz geltend macht, dass die
somatoforme Schmerzstörung mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar
sei (act. G 4, S. 5), vermag sie nichts zu ihren Gunsten abzuleiten. Denn vorliegend
bestehen – wie der Beschwerdeführer zu Recht vorbringt (act. G 7) – Hinweise
(psychische Komorbidität [act. G 4.1/109.4], langjähriger, therapieresistenter
Krankheitsverlauf; gestützt auf die hohe Arbeitsunfähigkeitsschätzung von 70 – 80%
[act. G 4.1/103.3] bzw. 100% [act. G 4.1/109.4] Anzeichen auf eine besondere Schwere
der Schmerzstörung), dass von diesem Grundsatz abzuweichen sei. Überdies liegen
beim Beschwerdeführer diverse chronische körperliche Beeinträchtigungen wie
Osteochondrose L5/S1, Spondylarthrosen der unteren Lendenwirbelsäule,
Rotationsskoliose, Diskusprotrusionen (act. G 4.1/45.17), Diskushernie und
eingerissener Anulus fibrosus der Bandscheibe LWK 4/5 mit Verlagerung der Wurzel L5
rechts vor (act. G 4.1/103.6). Aus dem ärztlichen Bericht der Psychiatrie-Dienste Süd,
Fachstelle Uznach, geht zudem hervor, dass der Beschwerdeführer nebst der
somatoformen Schmerzstörung an einem komplexen, zunehmend ausgeprägten und
inzwischen chronifizierten psychischen Krankheitsbild leide und nebst der
somatoformen Schmerzstörung erhebliche psychische Beschwerden wie eine
mittelgradige depressive Episode sowie eine akzentuierte Persönlichkeitsstruktur DD
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gemischte Persönlichkeitsstörung vorliegen (act. G 4.1/109.4). Es ist somit glaubhaft
gemacht, dass auch unter Berücksichtigung des Grundsatzes zur zumutbaren
Willensanstrengung (vgl. hierzu eingehend Urteil des Bundesgerichts vom 30. April
2008 i.S. B., 9C_903/2007, E. 4) eine Verschlechterung der gesundheitlichen
Verhältnisse vorliegt und sich diese auf den Invaliditätsgrad auszuwirken vermag.
3.
3.1 Vor diesem Hintergrund ist die Sache der Beschwerdegegnerin unter Aufhebung
der angefochtenen Verfügung vom 19. November 2007 zur materiellen Behandlung
zurückzuweisen.
3.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Die Beschwerdegegnerin unterliegt vollumfänglich. Da sie gemäss
Art. 3 Abs. 1 lit. b des st. gallischen Einführungsgesetzes zur Bundesgesetzgebung
über die Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (sGS 350.1) Teil der
Sozialversicherungsanstalt und damit Teil einer selbständigen öffentlich-rechtlichen
Anstalt ist, kommt Art. 95 Abs. 3 VRP (Befreiung von der Pflicht zur Übernahme
amtlicher Kosten) nicht zur Anwendung (vgl. Urs Peter Cavelti/Thomas Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen – dargestellt an den Verfahren vor
dem Verwaltungsgericht, 2. Aufl., 2003, Rz 792). Die Beschwerdegegnerin hat deshalb
die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet.
3.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art.
61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.--
bis Fr. 12'000.--. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers verzichtete auf das
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Einreichen einer Kostennote. Im vorliegenden Fall erscheint eine Parteientschädigung
von Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG