Decision ID: 74d34e0b-bd28-4d4f-a707-f84fe6ff1f52
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1971
und ohne Berufsausbildung
, war zuletzt
ab
Februar 2015 als Schreiner bei der
Y._
GmbH
angestellt,
wobei er im Handelsregister als deren
alleiniger Gesellschafter und Geschäftsführer
ein
getragen war
(vgl. www.zefix.ch)
.
Unter Hinweis auf einen am 31. Oktober 2018 erlittenen Herzinfarkt meldete er sich a
m 24. April 2019 zum Bezug von Leistun
gen der Invalidenversicherung an (Urk. 7/3).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zog die
Akten des Krankentaggeldversicherers
bei
(Urk. 7/6)
und
teilte
dem Versicherten
am 12. Juni 2019 u
nter Bezugnahme auf das gleichentags durchgeführte Standortgespräch (Urk. 7/11) mit
, dass aufgrund seines Gesundheitszustandes
de
r
zeit
keine Eingliederungsmassnahmen möglich s
eien und der Anspruch auf eine Invalidenr
ente geprüft werde (Urk. 7/13).
Im
Rahmen
ihrer
diesbezüglichen
Abklärungen holte die IV-Stelle
einen Auszug aus dem individuellen Konto (IK
;
Urk. 7/12) und Berufsunterlagen (Urk. 7/32, 7/36) des Versicherten sowie Arztberichte (Urk. 7/17, 7/22) und
weitere
Akten
des Krankentaggeldversicherers (Urk.
7/25-26, 7/28-29)
ein. Mit Vorbescheid vom 18. März 2020 (Urk. 7/39) stellte sie
X._
einen ablehnenden Renten
entscheid in Aussicht, wogegen dieser am 19. Mai 2020 unter Auflage von
zusätzlichen
Arztberichten (Urk. 7/40-42) Einwand erhob (Urk. 7/43). Mit Verfü
gung vom 26. Mai 2020 (Urk. 2) verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch des Versicherten mangels
einer invaliditätsbedingten
Erwerbseinbusse.
2.
Dagegen erhob
X._
am 26. Juni 2020
Beschwerde
und beantragte, es sei ihm eine ganze Invalidenrente nach Massgabe eines Invaliditätsgrades von 100 % zuzusprechen. Eventualiter sei ein polydisziplinäres Gutachten über seinen Krankheitszustand einzuholen und danach die ihm zustehende Invalidenrente festzulegen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der IV-Stelle (Urk. 1 S. 2).
Letztere
schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 9. September 2020 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), was dem Beschwerdeführer mit Verfü
gung vom 15. September 2020 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 8).
Mit Eingabe vom 29. Oktober 2020 (Urk. 9) reichte er einen weiteren Arztbericht zu den Akten (Urk. 10).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialve
rsicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
1.4.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
vergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothe
tischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invali
ditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.4.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstel
lt sein (BGE 144 I
103 E. 5.3, 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
1.4.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik
(BFS)
periodisch heraus
gegebenen Lohnstrukturerhebung (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3). Die Verwendung der Tabellenlöhne ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592
E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl.
auch Meyer/
Reichmuth
,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
1.4.4
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnh
öhe haben können (BGE 124 V 321
E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Ein
zelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2
, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75
E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Ein
schränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 mit Hinweisen).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Ver
waltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bun
desgerichts 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren
abschlägigen Rentene
ntscheid damit, dass der
Beschwerdeführer
seiner
angestammte
n
Tätigkeit in der Holz- und Bau
branche
aufgrund der diagnostizierten koronaren 2-Gefässerkrankung
seit Okto
ber 2018 nicht mehr
nachgehen könne
.
In einer
angepasste
n
, körperlich leichte
n
bis mittelschwere
n
wechselbelastende
n
Tätigkeit
sei er hingegen zu 100 % arbeitsfähig
.
Andere Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
bestün
den
nicht, insbesondere
liege
in verhaltensneurologisch-neuropsychologischer Hinsicht kein die Arbeitsfähigkeit einschränkendes Leiden vor.
B
ei Ausschöpfung seiner Restarbeitsfähigkeit
verzeichne der Beschwerdeführer
keine invaliditäts
bedingte Erwerbseinbusse,
weshalb ihm
keine Invalidenrente
zustehe
(Urk. 2
und Urk. 6
).
2.2
Dagegen bringt der Beschwerdeführer vor, er habe im Nachgang
zu dem
im November (richtig: Oktober) 2018 erlittenen Herzinfarkt keine berufliche Tätigkeit mehr aufnehmen können. Für eine leichtere als die angestammte, mit schwersten
Belastungen einhergehende Tätigkeit als Schreiner und Universalhandwerker
habe er keine Ausbildung.
Sein Hausarzt
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Chi
rurgie
, attestiere ihm eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %. Nebst den kardialen Einschränkungen leide er an einem mittelschweren Apnoesyndrom, welches ihn zu einer dauernden CPAP-Therapie zwinge (Urk. 1 S. 2). Soweit die Beschwerde
gegnerin von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit aus
gehe, nenne sie keinerlei Tätigkeit, welche er in seinem Krankheitszustand aus
üben könnte. Auch
lege sie nicht dar, wie er ein Jahreseinkommen von
Fr.
68'884.75 erzielen könnte.
Die Annahme eines Invalideneinkommens in genannter Höhe sei ohne Begründung bzw. Belege erfolgt und damit willkürlich. Auch sei nicht
nachvollziehbar
, weshalb das Invalideneinkommen in einer ange
passten Tätigkeit höher sei
n
sollte als das von ihm bisher
unter Leistung schwerer Arbeit
erzielte Jahreseinkommen von
Fr.
62'823.--
. Sodann habe die Beschwer
degegnerin seinen aktuellen Gesundheitszustand nicht berücksichtigt. Er habe immer wiederkehrende
Thoraxschmerzen
und Angina Pectoris. Im März 2020 habe er sich erneut im S
tadts
pital
A._
behandeln lassen müssen
. Diese Beschwerden (Schmerzen sowie
Gefühl der Atemnot und Beendigung der Herz
funktionen) führten auch zu Angstzuständen. Sobald er wieder Arbeiten auf
nehme,
die mehr als Alltagsbeschäftigungen
darstellten, fürchte er, wieder einen Herzinfarkt zu
er
leiden. Er werde sich daher auch einer
k
ardiopsychologischen Behandlung unterziehen. Falls nicht bereits aufgrund der bisherigen medizini
schen Berichte
von einer aktuell 100
%
igen A
rbeitsunfähig
keit ausgegangen werde
, so
wäre
er
unter Einbezug der koronaren, pulmonalen und psychischen Situation
polydisziplinär
zu begutachten
(S. 3).
3.
3.1
Im
Austrittsbericht des Universitätsspitals
B._
,
Herz
zentrum,
vom
1. November 2018
wurde
insbesondere
folgende Diagnose gestellt (Urk. 7/6/29):
-
Nicht-ST-Hebungs
-Myokardinfarkt (NSTEMI) am 31.10.
2018 bei koro
narer 2-Gefäss
-E
rkrankung mit erhaltener links-ventrikulärer
Ejektions
fraktion (LVEF
)
-
Koron
arangiograph
ie
vom
1.11.
2018 (RIVA
Mitte 70 %-Stenose und DA1 70-90 % Stenose
DK-
crush
[3x Drug-
eluting
Stents], RCX
prox
. 70-80 %-Stenose, RCA mit Wandunregelmässigkeiten, LVEF 65 %
-
Koronarangiographie vom 1.12.
2002 bei AP-Beschwerden: Ausschluss koronare Herzkrankheit
-
cvRF
: anhaltender Nikotinabusus ca. 40py, arterielle Hypertonie,
Dyslipidämie
Die Ärzte berichteten, der
postinterventionelle
Verlauf habe sich komplikations
los gestaltet
. Der Beschwerdeführer sei beschwerdefrei geblieben und noch am selben Tag zurück ins Spital
C._
verlegt worden
zur
Nachb
etreuung.
Er sei arbeitsunfähig
für mindestens eine Woche (Urk. 7/6/
29-
30)
.
Laut
Austrittsbericht des Spitals
C._
, Departement Innere Medizin,
vom 12. November 2018 konnte der Beschwerdeführer am 3. November 2018 nach Hause entlassen werden
(Urk. 7/6/32)
.
Die Ärzte nannten als Prozedere unter anderem ein erneutes Aufgebot zur
perkutanen
Koronari
ntervention
(PCI) des
R
amus
circumflexus
(RCX) in zirka ein bis drei Wochen und attestierten
dem Beschwerdeführer
eine Arbeitsunfähigkeit b
is zur nächsten Koronarangiograph
ie
(Urk. 7/6/33)
.
3.2
Im
Bericht des Spitals
C._
, Pneumologie/
Somnologie
, vom
17. November 2018
über die
pneumologische
und computertomographische Kontrolluntersuchung vom 5. November 2018
wurden als Diagnosen
zusätzlich insbesondere eine COPD GOLD Stadium I, Phänotyp A, sowie ein dringender Ver
dacht auf ein relevantes obstruktive
s Schlafapnoe-Syndrom
genannt. Es wurde
festgehalten, d
er Beschwerdeführer fühle sich in seiner Leistungsfähigkeit massiv eingeschränkt.
Eine
Polygraphie
werde
durchgeführt
. Bezüglich der obstruktiven Ventilationsstörung bestehe nach hoffentlich anhaltender Nikotinkarenz die Hoffnung, dass
sich
die Lungenfunktion erhole
n werde
.
Aktuell
werde eine anti
obstruktive Therapie empfohlen
(Urk. 7/6/22-23).
3.3
Am
13.
Dezember 2
018
erfolgte im
Herzzentrum des
B._
die geplante
Re
Koronarangiographie mit Intervention der bekannten RCX-Stenose (Versorgung mit 2 Drug-
eluting
Stents). Nach einem komplikationslosen
postinterventionellen
Verlauf konnte der
Beschwerdeführer
am Folgetag in gutem
Allgemeinzustand nach Hause entlassen werden (
Austrittsbericht vom 14. Dezember 2018, Urk. 7/6/24+26).
3.4
In dem vom 29. April bis 1. Mai 2019 durchgeführten Langzeit
-EKG
waren keine
höhergradigen
ventrikulären Rhythmusstörungen, kein Vorhofflimmern und keine relevanten
Bradykardien
nachweisbar (Bericht des Spitals
C._
, Kardiologie, vom 2. Mai 2019, Urk. 7/17/17).
Sodann ergaben sich in dem wegen
u
nklarer thorakaler Beschwerden durchge
führten
Myokardperfusions-SPECT vom 22. Mai 2019
keine Hinweise auf Ischä
mien oder Narben des linksventrikulären Myokards. Es zeigte sich eine global normale linksventrikuläre Funktion (Bericht des
B._
, Nukl
e
armedizin,
Herzbild
gebung
, vom 22. Mai 2019, Urk. 7/17/10).
3.5
Im
Bericht
des Spitals
C._
, Pneumologie,
vom 8. Juli 2019
wurde fest
gehalten
, in der ambulanten Sprechstunde vom
3. Juli 2019
habe der Beschwer
deführer angegeben,
sich trotz
CPAP
-
Therapie
aktuell
immer noch müde, morgens «erschlagen»
zu fühlen
. Ein Mittagsschlaf von 30 Minuten werde häufig durchgeführt.
Der Beschwerdeführer
gehe zweimal täglich mit dem Hund jeweils zirka eine Stunde spazieren, fühle sich gleichwohl nicht körperlich belastbar. Der Nikotin-Konsum sei vor zwei Wochen beendet worden. Trotzdem habe er oft morgens Husten und weissen Auswurf. Alle Gelenke
täten
häufig
weh
, die Beine
wür
den
einschlafen. Er habe auch Angstzustände und könne überhaupt nicht allein
e
sein. Er müsse immer irgendein Geräusc
h oder eine Stimme hören (Urk. 7/17/8
9)
.
Der zuständige Kaderarzt Pneumologie beurteilte
, der
Beschwerdeführer
sei motiviert
,
die APAP
-
Therapie durchzuführen, jedoch müsse die Geräte-Compliance noch verbessert werden. Differentialdiagnostisch sei auch an ein psychosomatisches Geschehen mit Müdigkeit und
diffusen Schmerzen zu denken.
Der Beschwerdeführer sei nicht mehr berufstätig.
Bezüglich der COPD zeige sich aktuell ein gutes Ergebnis.
Die
antiobstruktive T
herapie
solle weitergeführt werden. Ei
ne
pneumologische
und
somnologische
Kontrolluntersuchung sei in einem Jahr
vorgesehen
. Bei fortbestehender Müdigkeit werde eine Überprüfung der APAP-Therapie mittels Polygraphie oder
Polysomnographie
durchgeführ
t, gege
benenfalls inklusive MSL
T
(multipler Schlaflatenzt
est
)
zur Objektivierung der beklagten Tagesmüdigkeit. Parallel dazu werde gegebenenfalls die V
orstellung beim
Psychosomatiker
bzw.
Psychiater empfohlen, da differentialdiagnostisch an eine depressive Verstimmung mit begleitender Neigung zu Angst- und Panik
attacken
zu denken sei (Urk. 7/17/9
).
3.6
Dr.
Z._
na
nnte
in seinem Bericht
vom 17. Juli 2019
an die Beschwerdegegnerin
als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit insbesondere eine
Depres
sion mit Antriebslosigkeit (ICD-F32.1)
, eine
COPD, Gold Stadium 1, Phänomen 1 (J44.9)
sowie ein
NSTEMI bei koronarer 2-Gefässerkrankung mit erhaltener LVEF
am 31. Oktober 2018 (I25.12; Urk. 7/17/4 Ziff. 2.5).
Er hielt fest,
im Vordergrund stünden die Antriebslosigkeit sowie die funktionellen Beschwerden mit
Ansatz
tendinosa
an Schultern und Knien. Die kardiale Situation sei kompensiert; es
bestehe
weder eine
Insuffizienz
noch
zusätzlicher Abklärungsbedarf. Das pulmo
nale Beschwerdebild sei besserungsfähig; es sei mit
einer
CPAP-Therapie für das Schlafapnoe-Syndrom und mit einer dauermedikamentösen Unterstützung der COPD begonnen worden (Urk. 7/17/4 Ziff. 2.2).
Dr.
Z._
attestierte dem Beschwerdeführer
eine anhaltende Arbeitsunfähigkeit von 100 % bis (einst
weilen) zum 31. Juli 2019 (Urk. 7/17/3
Ziff. 1.3
)
und vermerkte, die Prognose zur Arbeitsfähigkeit sei
vorwiegend abhängig von der psychischen Situation
(Urk. 7/17/5 Ziff. 2.7
, vgl. auch Urk. 7/17/7 Ziff. 4.3 f.
).
Der Beschwerdeführer
fühl
e sich schwach und sei lustlos;
nach eigenen Angaben sei er auch ängstlich
und
wisse nicht genau, was er machen könne
(Urk. 7/17/6 Ziff. 3.4 f.)
.
3.7
I
n seinem zuhanden des Krankentaggeldversicherers verfassten Bericht vom 15. August 2019
über
die Untersuchung des Beschwerdeführers vom selben Datum
stufte
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
die
koronare 2-Gefässerkrankung (Zustand nach NSTEMI am 31.10.2018; Zustand nach RIVA-PTCA und 2x Drug-
eluting
-Stent am 1.11.2018; Zustand nach RCX-PTCA und Drug-
eluting
Stent am 13.12.2018; CVRF: Arterielle Hyper
tonie, pathologische Glukosetoleranz, Nikotinabusus,
Dyslipidämie
) als Diagnose
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
ein (
Urk. 7/26/3).
Der COPD G
OLD
Stadium I
und
dem m
ittelgradigen
Schlafa
pnoe-Syndrom (Maskentherapie)
mass er ebenso wie einer
Thalassämia
minor
und dem nicht morbiden
Übergewicht (BMI 29.6 kg/m2)
keinen
Einfluss auf die Arb
eitsfähigkeit bei (Urk. 7/26/3).
In seiner Beurteilung führte
Dr.
D._
aus, die
COPD werde mit einem GOLD 1
Stadium als leicht eingestuft. Diesbezüglich sei die Arbeitsfähigkeit unbeein
trächtigt.
Bezüglich des Schlafapnoe-Syndroms bestehe sei
t K
urzem in Form einer
nächtlichen
Maskentherapie eine adäquate Behandlung, die auch weitgehend toleriert und sich nach einer Gewöhnungsphase als unproblematisch einspielen werde. Eine Verbesserung der Tagesmüdigkeit sei vom Beschwerdefü
hrer aktuell b
e
r
eits berichtet worden. Auch hierdurch sei keine Einschränkung der Arbeits
fähigkeit gegeben.
Als wesentliche und die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigende Diagnose liege ein Zustand nach Myokardinfarkt bei manifester
koronarer 2
Gefässerkrankung
vor. Die Akut- und Nachbehandlung sei
en
unproblematisch
verlaufen. Pathologische Herzrhythmusstörungen oder Zeichen kardialer Dekom
pensation seien nicht dokumentiert bzw. gar ausgeschlossen worden. Selbst während der akuten Infarktphase sei eine normale Ejektionsfraktion dokumentiert worden. Kontrollen würden durchgeführt und Hinweise auf
Malcompliance
lägen nicht vor.
Die derzeitige Therapie sei mit einer Ausnahme, welche den vom Beschwerdeführer beklagten Schwindel plausibel erklären könnte, als lege
artis
anzusehen
.
Trotz des guten Verlaufes sei
dem Beschwerdeführer
die
bisherige, körperlich als schwer einzuschätzende Tätigkeit nicht mehr zumutbar. In einer leidensangepassten Tätigkeit sei
er
als zu 100 % arbeitsfähig anzusehen
(Urk. 7/26/3)
.
Vermieden werden sollten
dabei
schwere und sehr schwere körper
liche Tätigkeiten ebenso wie solche
mit gestörtem Tag-Nacht-Rhythmus (Schicht
arbeit), atmosphärischem Über-/Unterdruck und Temperaturschwankungen sowie in Kälte oder Hitze. Möglich seien de
m Beschwerdeführer sehr leichte,
leichte und mittelschwere Tätigkeiten, abwechseln
d
im Stehen, Gehen und Sitzen (Urk. 7/26/4).
3.8
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
berichtete
in seiner arbeitsprognostischen Standortbestimmung
vom 28. August 2019
zuhanden des Krankentaggeldversicherers insbesondere von unauffälligen objek
tiven AMDP-Modalitäten im Rahmen der klinischen Momentaufnahme vom 20. August 201
9.
Er
hielt fest, das subjektiv-erfragte Alltagsaktivitätsspektrum bzw. die Performance sei nicht in allen Teilen gleichermassen erheblich einge
schränkt. Die Beantwortung der Frage hinsichtlich des objektiven (effektiven) handlungsbezogenen Funktionspotenzials, der Zumutbarkeit ein
er leidens
ange
passten Tätigkeit bedürfte einer
neuropsychologisch-leistungspsyc
hologischen Funktionsdiagnostik
in allen Modalitäten, welche eine vertiefte objektive funk
tionsorientierte und kategoriale Schätzung von berufsrelevanten Defiziten bzw. Ressourcen
erst
ermögliche
(Urk. 7/28/2-3).
3.9
Dr. med.
F._
, Fachärztin für Neurologie, speziell Kognitive Neu
rologie, Verhaltensneurologie/Neuropsychologie,
hielt
i
n ihre
m
zuhanden des Krankentaggeldversicherers verfassten
Bericht vom 28. September 2019
über
die Abklärung vom 13. September 2019
fest
(Urk. 7/25/2-6)
, bei dem
interaktionell kooperativen Beschwerdeführer lasse sich klinisch-phänomenologisch ausserhalb einer leichtgradigen affektbetonten
dysthymen
Zeichnung kein relevantes
depressogenes
Störungsbild objektivieren
(Denken, Antrieb,
Spontanreaktivität
, pragmatisches Kommunikationsverhalten, dynamischer Gesamteindruck, psychi
sches Energieniveau, kognitive Umstellfähigkeit, emotioneller Aus
druck/Modulier- und Auslenkbarkeit, Emotionsregulation, Ich-Stärke)
. Die Gedankengänge des Beschwerdeführers seien kohärent, seine psychische
und
kognitive Belastbarkeit nicht beeinträchtigt. Die berufsbezogene neuropsycholo
gisch-leistungspsychologische Abklärung ergebe im kognitiven Bereich unter Berücksichtigung eines prämorbid mittleren Leistungsprofils lediglich eine dis
krete verminderte Fehlerkontrolle
.
Insbesondere seien das Arbeitsgedächtnis, das episodische Gedächtnis, die kognitive Flexibilität, die sonstige Fehlerkontrolle sowie die Handlungs- und Planungskontrolle intakt.
Relevante sonstige Aus
wirkungen des Schlafapnoe-Syndroms seien während der eineinhalbstündigen Abklärung nicht objektivierbar gewesen. Insbesondere habe sich auch kein Leis
tu
ngseinbruch gezeigt
(Urk. 7/25/4)
.
Dr.
F._
gelangte zum Schluss, aktuell lass
e
sich ein höchstens mini
males neurokognitives Ausfallmuster
objektivieren. Es würden sic
h insgesamt höchstens minimale Einschränkungen
hinsichtlich der
im angestammten Beruf gestellten Anforderungen an die kognitive Belastbarkeit, die kognitive Flexibilität und die Fehlerkontrolle ableiten lassen.
Die aufgeführten Befunde qualifizierten
gemäss Mini-ICD-APP (
Capacity
)
nicht für relevante Beeinträchtigungen des psy
chosozialen Funktionsniveaus (Alltagsaktivitätsspektrum), dies korrelierend zum erfragten subjektiv geschilderten globalen Alltagsaktivitätsspektrum (Perfor
mance
; Urk. 7/25/4-5
). Die «harten» ICF-APP-Fähigkeitsdimensionen wie Planung und Strukturierung von Aufgaben, Flexibilität und Umstellfähigkeit, Durchhaltefähigkeit, Anwendung von fachlichen Kompetenzen, Verkehrs
fähigkeit sowie Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit seien allesamt aus neuro
kognitiver Sicht nicht limitiert. Es bestehe demnach eine Diskrepanz zwischen der subjektiven Einschätzung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers und den objektiv nur diskret leistungseinschränkenden Befunden. Für die zuletzt ausge
übte Tätigkeit als Schrei
n
er/Küchenbauer
wie auch
für jede andere bildungs
angepasste Tätigkeit bestehe aus neuropsychologisch-leistungspsychologischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
(Urk. 7/25/5)
.
3.10
Laut Bericht des Herzzentrums des
B._
vom 3. Oktober 2019 (Urk. 3/4) zeigte sich in
der Kontrollangiographie vom 26. September 2019 eine
signifikante
Instent-Restenose
im Bereich des RCX, weshalb
im Rahmen der
Hospitalisation
vom 27./28. September 2019 eine
erneute Behandlung mittels PTCA
(
perkutane
transluminale
coronare
Angioplastie
)
und
Stent-
Implantation
erfolgt
sei. Die Kontrollangiographie habe ein gutes
postinterventionelles
Ergebnis
doku
mentiert
, die Sten
t
s im RIVA und ersten Diagonalast hätten sich offen gezeigt
. Der
postinterventionelle
Verlauf habe
sich komplikationslos gestaltet und der Beschwerdeführer sei allzeit beschwerdefrei gewesen.
3.11
Da der Beschwerdeführer über anhaltende
atypische
,
nicht belastungsabhängige und mit
Palpitationen
einhergehende
Thoraxschmerzen
klagte,
wurde
am 18. März 2020
in der Klinik für Kardiologie des Stadtspitals
A._
eine weitere Koronarangiographie
durchgeführt
.
Laut Bericht vom selben Datum
zeigte sich
dabei
bei bekannter koronarer Zweigefässerkrankung ein gutes Resultat nach
Stenting
des proximalen RIVA, des ersten Diagonalastes und des proximalen RCX. Der Abgang des ersten Marginalastes sei durch den RCX-Stent etwas ein
geengt, weise jedoch TIMI 3-Fluss bis in die Peripherie auf und stelle dement
sprechend kein Interventionstarget dar. Ein anderes Target lasse sich ebenfalls nicht nachweisen. Somit seien die atypischen Beschwerden des Beschwerde
führers nicht durch eine
stenosierende
koronare Herzkrankheit zu erklären. Als Prozedere wurde
n
ein
siebentägiges
Holter-EKG
im Hinblick auf die zwei- bis dreimal wöchentlich
auftretenden
Palpitationen
sowie
die Evaluation einer Anmeldung in der kardiopsychologischen Sprechstunde im
B._
empfohlen
(
Urk
. 3/6 S. 2; vgl. auch Urk. 3/5).
A
uf
Zuweisung
von Dr.
Z._
wurde der Beschwerdeführer am 24. März 2020
aufgrund von
Thoraxschmerzen
in der Notfallstation Medizin des Stadtspitals
A._
vorstellig
.
Im Bericht vom selben Datum interpretierten die dort mit ihm
befassten Ärzte die
Thoraxschmerzen
als
pleuritischen
Schmerz bei einer links basal gelegenen
Bronchopneumonie
und hielten fest, bei gut durchgängigen Koronararterien ohne Intervention in der Angiographie vom 18. März 2020 und
blandem
EKG und
Troponin
sei ein akutes Koronarsyndrom ausgeschlossen worden; der Ausschluss einer Lungenembolie oder
Aortendissektion
sei mittels CT erfolgt. Es
würden
eine Analgesie und antibiotische Therapie empfohlen (Urk. 7/41).
4.
4.1
Prozessthema ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Rente der Invali
denversicherung und dabei zunächst die Frage nach der zumutbaren Arbeits
fähigkeit. Dabei gehen die Parteien
– entsprechend dem Dafürhalten von Dr.
D._
(vorstehend E. 3.
7
) –
übereinstimmend davon aus, dass dem Beschwer
deführer die
angestammte
Tätigkeit als
Schreiner
und Universalhandwerker
seit dem Herzinfarkt vom 31. Oktobe
r 2018 nicht mehr zumutbar ist. Angesichts
dessen, dass die einjährige Wartezeit
gemäss
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG (vorstehend E.
1.2
) am 30. Oktober 2019 endete und die Anmeldung des Beschwerdeführers zum Leistungsbezug vom 24. April 2019 datiert (Urk. 7/3),
mithin
die sechs
monatige Karenzzeit
nach
Art. 29 Abs.
1 IVG
im Oktober 2019
ablief
, kommt ein
allfälliger Rentenanspruch frühestens ab 1.
Oktober 2019
in Betracht
(vgl
. dazu auch Art. 29 Abs. 3 IVG)
.
4.2
4.2.1
S
trittig und zu prüfen ist
die Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers
in einer
leidens
angepassten Tätigkeit.
Die
Beschwerdegegnerin
ging in
ihrem ablehnen
den Rentenentscheid
vom 26. Mai 2020
von einer
uneingeschränkte
n
Arbeits
fähigkeit in einer
Verweisungstätigkeit aus.
Dabei stützte sie sich ebenfalls auf die Einschätzung von Dr.
D._
, welcher
sich
in seinem Untersuchungsbericht vom 15. August 2019
in Bezug auf
körperlich leichte bis mittelschwere wechsel
belastende
Tätigkeit
en ohne Arbeiten mit gestörtem Tag-Nacht-Rhythmus (Schichtarbeit), atmosphärischem Über-/Unterdruck und Temperatur
schwankungen sowie
ohne
Kälte
-
oder Hitze
exposition
für eine Arbeitsfähigkeit von 100 % ausgesprochen hatte
(vorste
hend E. 3.7
).
4.2.2
Anhand der
Akten ergeben sich keine
rlei
Anhaltspunkte
dafür
, dass damit dem Gesundheitszustand des Beschwerdeführers nicht
angemessen
Rechnung getra
gen worden wäre.
Zunächst lassen die Akten nicht darauf schliessen, dass dem Beschwerdeführer
aus
pneumologischer
Sicht
eine Verweisungstätigkeit gemäss dem von Dr.
D._
formulierten Zumutbarkeitsprofil nicht zumutbar wäre. Insbesondere lässt die vom Beschwerdeführer
(Urk. 1 S. 2 Ziff. 3)
ins Feld geführte
CPAP
-/APAP
-Therapie
zur Behandlung des Schlafapnoe-Syndroms
einen solchen Schluss nicht zu, zumal dadurch Atemaussetzer während des Schla
fes unterdrückt und weitere Folgekrankheiten vermieden werden
können.
Soweit der Beschwerdeführer unter Hinweis auf die Behandlungen im Stadtspital
A._
vom März 2020
(vorstehend E. 3.11)
geltend macht, die Beschwerde
gegnerin habe seinen aktuellen Krankheitszustand nicht berücksichtigt (Urk. 1 S. 3 Ziff. 6), dringt er ebenfalls nicht durch.
Anhand der entsprechenden Berichte lässt sich nicht schlussfolgern
, dass in kardialer Hinsicht weitergehende Ein
schränkungen als von der Beschwerdegegnerin angenommen bestünden. So waren im Rahmen der Untersuchungen vom 18
. und 24. März 2020
die vom Beschwerdeführer geklagten
Thoraxschmerzen
nicht durch eine
stenosierende
koronare Herzkrankheit zu erklären und ein akutes Koronarsyndrom wurde aus
geschlossen. Die Beschwerden wurden vielmehr
einer
Bronchopneumonie
zuge
schrieben, welche
sich medikamentös behandeln lässt. Eine Arbeitsunfähigkeit wurde dem Beschwerdeführer nicht bescheinigt
(vorstehend E. 3.11). Auch aus dem Umstand, dass am 18. März 2020 weitere Abklärungen, insbesondere ein erneutes Holter-EKG und eine Evaluation einer Anmeldung in der kardiopsycho
logischen Sprechstunde im
B._
, empfohlen wurden (vorstehend E. 3.11),
vermag der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten abzuleiten, zumal keine entspre
chenden Weiterungen aktenkundig sind.
Es ist
anzunehmen
, der
Beschwerde
führer hätte die Beschwerdegegnerin bei laufendem Verfahren benachrichtigt, wären im Rahmen der fraglichen Abklärungen wesentliche Erkenntnisse zu Tage gefördert worden.
Soweit sich die mit dem Beschwerdeführer befassten Kardio
logen zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers äusserten, bescheinigten sie lediglich eine vorübergehende Arbeitsunfähigkeit, wobei nicht zwischen ange
stammter und angepasster Tätigkeit differenziert wurde
(vorstehend E. 3.1)
.
Hinsichtlich der vom Beschwerdeführer
(Urk. 1 S. 2 Ziff. 3)
angerufenen
Ein
s
chätzung von Dr.
Z._
ist vorwegzuschicke
n, dass dieser im beschwerdeweis
e aufgelegten
Bericht vom 16. Juni 2020
(Urk. 3/1)
ausführte
, er habe keine medi
zinischen Gründe, welche einer leichten Tätigkeit im Wege stünden; namentlich
seien die
kardiale
n
und pulmonale
n
(Spät-)Ereignisse behandelt und stünden
der Ausübung einer
solchen Tätigkeit nicht entgegen.
Weshalb das
körperliche Belastungs
profil auf leichte Tätigkeiten beschränkt sein sollte, legte der Hausarzt indes nicht dar und erhellt auch nicht aus den übrigen Akten.
Im Übrigen verwies
Dr.
Z._
im
vor
genannten Bericht auf den psychischen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers und
vermeldete
eine Zunahme der Antriebslosigkeit und Ängste nach wiederholten kardialen Ereignissen
, dies nachdem er
in seinem Bericht vom 17. Juli 2019 von einer im Vordergrund stehenden Depression mit Antriebslosigkeit ausgegangen
war
(vorstehend E. 3.6).
In diesem Zusammenhang ist zu berücksichtigen
, dass
Dr.
Z._
als Facharzt für Chirurgie nicht über das erforderliche Fachwissen zur Beurteilung des psychischen Gesundheitszustandes
des Beschwerdeführers verfügt, weshalb auf seine
diesbezügliche
Einschätzung von vornherein nicht abgestellt werden kann.
Dr.
F._
, welche den Beschwerdeführer auf
psychiatrische Empfehlung von Dr.
E._
(vorstehend E. 3.8)
am 13. September 2019 verhaltensneurologisch-neuropsychologisch untersucht
hatte,
verneinte dagegen
eine entsprechende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit und hielt
unter anderem
fest, es bestehe eine Diskrepanz zwischen der subjektiven Einschätzung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerde
führers und den objektiv nur diskret leistungseinschränkenden Befunden (vorste
hend E. 3.9).
Ihre Einschätzung erscheint nachvollziehbar und überzeugend, weshalb darauf abzustellen ist.
Dass sich im weiteren Verlauf bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 26. Mai 2020 (Urk. 2)
– diese bildet
praxisgemäss
die zeitliche Grenze
der richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 1
44 V
224 E.
6.1.1 mit Hinweis) –
der psychische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers
wesentlich
verschlechtert hätte und
dessen Arbeitsfähigkeit
nunmehr
einschrän
ken würde
, ist
mangels entsprechender Hinweise in den
Akten nicht anzunehmen.
Insbesondere kann ein solcher Schluss nicht aus dem im
Beschwerdeverfahre
n (Urk. 9) ins Recht gelegten Bericht
von Dr. med.
G._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 7. Oktober 2020 (Urk. 10)
gezogen werden
,
bezieht sich doch
dieser weder auf den massgebenden Beurteilungszeitraum noch
lässt er
Rückschlüsse darauf
zu.
Folglich kann offenbleiben, ob die Ein
schätzung von Dr.
G._
, wonach der Beschwerdeführer aufgrund der
Diag
nose Angst und depressive Störung, gemischt (ICD-10 F41.2), aufgetreten als Folge der schweren Belastung nach kardialer Erkrankung,
sowohl in bisheriger als auch in angepasster Tätigkeit «aktuell 100 %» arbeitsunfähig
sei
, zu über
zeugen vermag.
4.2.3
Zusammengefasst
ist die dem angefochtenen Rentenentscheid zu Grunde liegende
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
nicht zu beanstanden.
Von ergänzenden Beweismassnahmen, namentlich
einer polydisziplinären Begutachtung (Urk. 1 S. 2 und S. 3 Ziff. 7)
, ist kein
entscheidrelevanter
Aufschluss zu erwarten. Entsprechend ist im Sinne einer antizipierten Bewei
swürdigung davon abzusehen (BGE 124 V 94 E.
4b
, 122 V 157 E.
1d).
5.
5.1
Strittig und zu prüfen bleibt, wie sich die eingeschränkte Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers
in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
5.2
Im angefochtenen Entscheid wurde zur
Invaliditätsbemessung die
allgemeine Methode des Einkommensvergleichs
(vorstehend E. 1.4.1
) heran
gezogen
, was vom Beschwerdeführer zu Recht nicht moniert
wird
.
Die Beschwerdegegnerin
stellte
dabei
einem
Valideneinkommen
von
Fr. 62'823.-- ein Invaliden
einkomm
en von Fr. 68'884.75
gegenüber (Urk. 2 S. 1; vgl. auch Urk. 7/37 und Urk. 7/38/4-5
)
und verneinte einen Rentenanspruch mangels einer invaliditäts
bedingten Erwerbseinbusse
.
5.3
Das
von der Beschwerdegegnerin
erklärtermassen
gestützt auf die Einkünfte gemäss IK-Auszug und die Reingewinne der GmbH (jeweils Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2017)
mit
Fr. 62'823.--
bezifferte
Valideneinkommen
(vorstehend E. 1.4.2; vgl. Stellungnahme des Abklärungsdienstes vom 5. März 2020 [Urk. 7/38/4-5] und Einkommensvergleich vom 18. März 2020 [Urk. 7/37])
wurde
beschwerdeweise
nicht bestritten. Es besteht kein Anlass zu einer näheren Prüfung, zumal dieses mit Blick auf die im IK verbuchten Einkommen (Urk. 7/12/2) jedenfalls nicht zu Ungunsten des Beschwerdeführers ausgefallen ist.
5.4
5.4.1
I
n Bezug auf das Invalideneinkommen
bringt
der Beschwerdeführer vor
,
dieses sei ohne Begründung und Belege, mithin willkürlich auf Fr. 68'884.75 festgesetzt worden (Urk. 1 S. 3 Ziff. 5). Im angefochtenen Entscheid
wurde
diesbezüglich
festgehalten
, für das Invalideneinkommen werde «auf Werte des Bundesamtes für Statistik für Hilfsarbeitertätigkeiten in allen Branchen» (Urk. 2 S. 2 unten) abge
stellt.
Aus den Akten
, namentlich dem Einkommensvergleich vom 18. März 2020 (Urk. 7/37
, vgl. auch Urk. 7/38/6
),
geht denn auch hervor, dass die
Beschwerde
gegnerin
das Invalideneinkommen auf der Basis der vom
BFS
periodisch heraus
gegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung
(LSE)
ermittelte.
Da
der Beschwerdeführer
keine ihm an sich zumutbare
neue E
rwerbstätigkeit aufge
nommen hat, es mithin an einem in Ausschöpfung der ihm verbleibenden Arbeitsfähigkeit tatsächlich erzielten Verdienst
fehlt, steht der
Beizug
der LSE
Tabellen im Einklang mit der
Rechtsprechung
(vorstehend E. 1.4.3).
Konkret zog
die Beschwerdegegnerin
den
monatlichen Bruttolohn (Zentralwert)
aller Wirtschaftszweige («Total») von
Männern auf dem Kompetenzniveau 1 (einfache
Tätigkeiten körpe
rlicher oder handwerklicher Art
)
gemäss Tabelle TA1_tirage_skill_level der LSE 2016 heran
, welcher
indes
nicht wie
angegeben Fr. 5'430.--, sondern Fr. 5'340.--
beträgt. Angesichts dessen, dass praxisgemäss
grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen zu verwenden
sind (vorstehend E. 1.4.3
)
und der angefochtene Entscheid (Urk. 2) vom 26. Mai 2020 datiert, ist
jedoch auf
die am 21. April 2020 veröffentlichte LSE 2018
abzustellen
,
wonach
der
vorgenannte Zentralwert
für das Jahr 2018
Fr. 5'
417
.-- beträgt.
Unter Berücksichtigung der betriebsüblichen wöc
hentlichen Arbeitszeit von 41.7
Stunden im Jahr
201
9
(BFS,
Tabelle 03.02.03.01.04.01, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen
, Total) und der Nominal
lohnentwicklung b
is zum Jahr
201
9
(
I
ndex 2018 105.1, Index 2019 106.0;
vgl.
BFS
, Tabelle
T1.1.10
, Nom
inallohnindex, Männer, 2011-2019
, Total
),
resultiert für das Jahr 2019
bei einem zumutbaren 100 %-Pensum
ein
Einkommen
von Fr.
68
'347.-- (Fr. 5'417.-- x 12 / 40 x 41.7 / 105.1 x 106).
Im Vergleich mit dem
Valideneinkommen
von Fr. 62'823.-- (vorstehend E. 5.3) ergibt sich somit keine invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse.
Die
Beschwerdegegnerin
hat keinen Abzug vom Tabellenlohn
vorgenommen, was vom Beschwerdeführer nicht substantiiert moniert wird und auch nicht zu bean
standen ist. Denn es ist nicht ersichtlich, inwiefern der Beschwerdeführer einen lohnrelevanten Nachteil zu gewärtigen hätte.
Selbst wenn indes das
Invaliden
einkommen von
Fr. 68'347.-- um den maximal zulässigen Abzug von 25
%
(vorstehend E. 1.4.4)
gekürzt
würde
,
resultierte bei ansonsten unveränderten
Bemes
sungsfaktoren ein Invaliditätsgrad von
lediglich
rund
18
%
(
[
Fr. 62'823.-
-
- {
Fr. 68'347.-- x 0.75
}]
x 100 / Fr. 62'823.--), welcher
unter dem anspruchs
begründenden Wert von 40 %
(
vorstehend E. 1.2) liegt und daher nicht zum Bezug einer Invalidenrente berechtigt.
5.4.2
Auch die weiteren
Einwände des Beschwerdeführers ge
gen die Invaliditäts
be
messung
der Beschwerdegegnerin
erwei
sen sich als nicht stichhaltig.
Zunächst ist in Erinnerung zu rufen, dass das trotz der gesundheitlichen Beein
trächtigung
zumutbarerweise
erzielbare Einkommen bezogen auf einen ausge
glichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln
ist, wobei an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten
(vgl. dazu Urk. 1 S. 3 Ziff. 5)
keine übermässigen Anforderungen zu stellen sind
(BGE 138 V 457 E. 3.1).
Die Beschwerdegegnerin hat dem Umstand, dass der Beschwerdeführer
über keine Berufsausbildung
verfügt (Urk. 1 S. 2 Ziff. 1, Urk. 7/3/4 Ziff. 5.3), dadurch Rechnung getragen
,
dass
sie zur Ermittlung des Invalideneinkommens das Kompetenzniveau 1 (einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art)
heranzog
.
Dieses umfasst zahlreiche
Tätigkeiten
, für
welche
keine Ausbildung erforderlich ist
(Urteil des Bundesgerichts 8C_803/2018 vom 6. Juni 2019 E. 6 mit Hinweisen). Im Übrigen ergibt sich aus dem IK-Auszug (Urk. 7/12), dass der Beschwerdeführer durchaus auch ausserhalb der Holzbearbeitung gearbeitet
hat und somit auch über anderweitige berufliche Kenntnisse verfügt.
Sodann umfasst der Tabellenlohn
im Kompetenzniveau 1 eine Vielzahl von leich
ten und mittelschweren Tätigkeiten (Urteil des Bundesgerichts 9C_447/2019 vom 8. Oktober 2019 E. 4.3.2 mit Hinweisen), welche
den festgestellten Limitierungen
(vorstehend E. 4.2.1) Rechnung tragen.
Demzufolge
steht dem Beschwerdeführer ein genügend breites Spektrum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten offen. Nebst Überwachungs-, Prüf- und Kontrollfunktionen fallen zahlreiche weitere Tätigkeiten
wie Maschinenbedienungs- oder Montagearbeiten
in Betracht,
welche kein Heben
bzw.
Tragen von
schweren Lasten
erfordern und auch die übrigen Anforderungen an eine Verweisungstätigkeit (Wechselbelastung, keine Arbeiten mit gestörtem Tag-Nacht-Rhythmus [Schichtarbeit], atmosphärischem Über-/Unterdruck, Temperaturschwankungen oder Kälte-/Hitzeexposition) erfüllen.
Ins Leere geht schliesslich auch das Vorbringen, es sei nicht nachvollziehbar, dass das Invalideneinkommen das
Valideneinkommen
übersteigen soll. Es gibt – wie vorliegend – durchaus Konstellationen, in welchen das Invalideneinkommen höher ist als das
Valideneinkommen
(vgl.
auch
Urteile des Bundesgerichts 9C_674/2019 vom 9. Dezember 2019 E. 3.4.4 und 8C_370/2020 vom 15. Oktober 2020 E. 11.2.2.1).
5.5
Nach dem Ausgeführten
erweist sich der abschlägige Rentenentscheid der Beschwerdegegnerin vom
26. Mai 2020 (Urk.
2) als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
Die Kosten des Verfahrens gemäss Art. 69 Abs.
1
bis
IVG
sind auf Fr. 800.-- anzu
setzen und entsprechend dessen Ausgang
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.