Decision ID: dc371d5b-b01a-41a4-9841-769bcac424d0
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1965, arbeitete von 1990 bis 1999 regelmässig in der Schweiz auf dem Bau (Urk. 9/1/4,
9
/32/290 und
9
/13). Bei Arbeitsunfällen 1995 und 1996 zog er sich ein Schädel-Hirn-Trauma und eine
Thoraxkontusion
respektive eine Vorderarmfraktur zu und war jeweils einige Wochen arbeitsun
fähig (Urk.
9
/66/3 und
9
/66/10). Mit Verfügung vom 27. Dezember 1999, bestä
tigt mit
Einsprachentscheid
vom 1
5.
Mai 2000, stellte die
Suva
fest, dass er auf
grund eines Handekzems für alle Arbeiten mit Kontakt zu Zement ungee
ignet sei (Urk. 9/32/259 f.
,
9
/32/235 ff.
und
Urk.
9/32/224
). Infolgedessen kündigte ihm seine damalige Arbeitgeberin per Dezember 2000 (Urk.
9
/32/200).
1.2
Im Februar 2000
meldete sich der Versicherte wegen einer „Allergie“ bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle (nachfolgend: IV-Stelle), zum Leistungsbezug an (Urk. 9/1).
Diese liess ihn unter anderem beruflich abklären (
Urk.
9
/32/137 ff.), zog die Akten der Suva
bei
(
Urk.
6/32
)
und
holte einen Bericht beim behandelnden Psychiater (
Urk.
9
/27) ein.
Eine erste, einen Leistungsanspruch verneinende Verfügung (
Urk.
9/32/197)
,
wurde mit Urteil IV.2000.00681 vom 8. März 2001 des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich aufgehoben und die Sache zur weiteren Abklärung an die IV-Stelle zurückgewiesen (
Urk.
9/141/65 ff.).
Am
1
7.
Juni 2002
leistete
diese
alsdann
Kosten
gutsprache für eine Umschulung zum Taxifahrer (Urk.
9
/32/31), die der Versicherte aber nicht erfolgreich abschliessen konnte (Urk.
9
/28/3
, 9
/66/13
und 9/59/2
). Zudem sprach sie ihm am 2
4.
Februar 2005 rückwirkend ab 1. September 2003 eine halbe Invalidenrente zu (Urk.
9
/31 und
9
/43).
In der ersten Revision im Jahr 2007 liess die IV-Stelle den Versicherten einen Fragebogen ausfüllen (Urk.
9
/62 inkl. Beilagen). Des Weiteren holte sie einen Auszug aus dem Individuellen Konto (Urk.
9
/63), Auskünfte der neuen Arbeit
ge
ber (zwei Privatpersonen, für die der Versicherte Garten-, Maler- und Umge
bungsarbeiten erledigte, Urk.
9
/64 f.) und Berichte der behandelnden Ärzte (Urk.
9
/66 und
9
/69) ein. Anschliessend führte sie einen Einkommensvergleich durch (Urk.
9
/70/2) und bestätigte mit formloser Mitteilung vom 2
1.
Mai 2008 den bisherigen Anspruch auf eine halbe Invalidenrente (Urk.
9
/71).
1.
3
Im
zweiten
Revisionsverfahren, eingeleitet im Jahr 2013, liess die IV-Stelle den Versicherten wiederum einen Fragebogen ausfüllen (Urk.
9
/78) und holte erneut einen Auszug aus dem Individuellen Konto (Urk.
9
/79) sowie Berichte der behan
delnden
Ärzte (Urk.
9/83 und
9
/87) ein. Dabei stellte sie fest, dass der Ver
sicherte im März 2008 eine zusätzliche Arbeitsstelle angetreten und dadurch im Jahr 2009 eine deutliche Einkommenssteigerung erfahren hatte. Die IV-Stelle führte deshalb einen
neu
en Einkommensvergleich durch (
Urk.
9
/90 und
9
/91/4). Mit Vorbe
scheid vom 2
3.
September 2014 stellte sie dem Versicherten in Aussicht, die Rente wegen Verletzung der Meldepflicht rückwirkend per
1.
Januar 2009 aufzuheben und separat die Rückforderung
der seither
zu Unrecht bezogene
n
Leistungen zu verfügen (Urk.
9
/92).
Die Rückforderung bezifferte sie m
it Vorbescheid
vom
3.
Oktober 2014 (
Urk.
9/116/2
). Der Versicherte erhob Einwand (Urk.
9
/93 und
9
/96) und wies unter anderem auf die per Ende Oktober 2014 erfolgte Kündigung durch einen seiner drei Arbeitgeber hin (Urk.
9
/98). Wie angekündigt hob die IV-Stelle die Rente schliesslich mit Verfügung vom 2. Februar 2015 rückwirkend per
1.
Januar 2009 auf (Urk.
9
/100) und verlangte mit Verfügung vom 1
0.
Februar 2015 die Rückerstattung der zwischen
1.
Januar 2009 und 3
0.
September 2014 für den Versicherten und seine zwei Kin
der ausbezahlten Renten von insgesamt Fr. 87‘239.– (Urk.
9
/102 f.).
Gegen beide Verfügungen erhob der Versicherte Beschwerde (
Urk.
9/105/3 ff. und 9/106/3 ff.). M
it Beschluss und Urteil vom 28.
Oktober 2016
vereinigte das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich die beiden Verfahren unter der Prozess-Nr. IV.2015.00229 und
wies
die Sache
an die IV-Stelle zurück, damit diese nach weiteren Abklärungen neu über den Ren
tenanspruch ab Januar 2009 sowie die Rückforderung ab Oktober 2009 v
erfüg
e
(
Urk.
9/116).
Die IV-Stelle holte einen
aktuellen
Auszug aus dem individuellen Konto (
Urk.
9/120) sowie Verlaufsbericht
e
beim
behandelnden Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
Dr.
med.
Y._
(
Urk.
9/123), und der Hausärztin des Ver
sicherten (
Urk.
9/126) ein. Hernach gab sie ein psychiatrisches und neurolo
gisches Gutachten in Auftrag (
Urk.
9/128
), wobei der Versicherte zunächst
die Berücksichtigung
weitere
r
Fachrichtung
en
beantragte (
Urk.
9/129),
indes
keine Einwendungen gegen die formlose Mitteilung vom 1
7.
Juli 2017 erhob (
Urk.
9/134). Weiter forderte
die IV-Stelle
beim Sozialversicherungsgericht zuhanden der Gutachter eine Kopie des Urteils
IV.2000.00681
vom
8.
März 2001 an (
Urk.
9/139 f.).
Das Gutachten wurde am 1
4.
September 2017 von der
Z._
erstattet (
Urk.
9/141).
Gestützt auf einen
neuen Einkommensvergleich (
Urk.
9/142) stellte
die IV-Stelle
dem Versicherten mit Vorbescheid vom 2
8.
September 2017 in Au
s
sicht
das Leistungsbegehren abzuweisen, zumal er seit dem Jahr 2009
ein
renten
ausschliessendes Einkommen
erwirtschaften könnte
(
Urk.
9/144). Dagegen erhob
dieser
Einwand (
Urk.
9/145
).
Wie angekündigt
verneinte
die IV-Stelle am 30.
November 2017
einen
Leistungsanspruch gegenüber d
er Invalidenversiche
rung
(
Urk.
2).
2.
Gegen diesen Entscheid erhob der Versicherte mit Eingabe vom
4.
Dezember 2017, eingegangen beim Sozialversicherungsgericht am 1
8.
Januar 2018, Beschwerde. Darin beantragte er, ihm eine halbe Invalidenrente
zuzusprechen
, eventualiter sei eine polydisziplinäre Begutachtung durchzuführen (
Urk.
1 S. 1). Mit Eingabe vom 1
5.
Februar 2018 (
Urk.
5) reicht
e er einen Bericht von Dr.
Y._
nach (
Urk.
6). Die IV-Stelle schloss in der Beschwerdeantwort vom 2
3.
Februar 2018 auf eine teilweise Gutheissung der Beschwerde im Sinne einer Rückweisung zur formellen Korrektur des Dispositivs (Einstellung der Leistung statt Abweisung des Begehrens;
Urk.
8) und
verzichtete mit Eingabe vom 26.
Februar 2018 auf eine Stellungnahme zum nachgereichten Arztbericht (
Urk.
11). Mit Verfügung vom 2
7.
Februar 2018 wies das Gericht die Parteien sinngemäss darauf hin, dass es eine Rückweisung aus formellen Gründen als unzweckmässig erachte und ordnete einen zweiten Schriftenwechsel an (
Urk.
10). Mit Schreiben vom
5.
Juni 2018 (
Urk.
15) liess die IV-Stelle dem Gericht zwei nachträglich bei ihr eingegangene Arztberichte zukommen (
Urk.
16/1-2). Dies
e
lagen, zusammen mit einem weiteren Arztbericht (
Urk.
18/3-5)
,
ebenso
der Replik vom 1
5.
Juni 2018 bei
. Darin hielt d
er
Versicherte
an seinen Anträgen fest (
Urk.
17), während die IV-Stelle auf eine Duplik verzichtet
e
(
Urk.
19).
Am 1
0.
Januar 2019 reichte der Beschwerdeführer einen Bericht aus der Kopf
wehsprechstunde des
A._
vom
7.
September 2018 sowie einen Kopfwehkalender ein (
Urk.
22 und 23/1-2).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Unter welchen rechtlichen V
oraussetzungen
Rente
n
der Invalidenversicherung rückwirkend
herabgesetzt
oder
aufgehoben
und die widerrechtlich bezogenen Leistungen zurüc
kgefordert werden können, wurde
im Rückweisungsentscheid
IV.2015.00229
vom 2
8.
Oktober 201
6
Erwägung
en
1.1
bis
1.4 ausführlich darge
legt (
Urk.
9/116/3-7).
Darauf kann verwiesen werden.
1.2
Im Übrigen hat d
as Sozialversicherungsgericht den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurtei
lung des
strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vor
liegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erle
digen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt (was vor allem bei psychischen Fehl
entwicklungen nötig ist), in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolge
rungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, und ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog, es sei dem Beschwerdeführer seit dem Jahr 2009 zumutbar, ein rentenausschliessendes Einkommen zu erwirtschaften
. B
ei der Fest
setzung des
Valideneinkommens
sei
auf statistische Wert
e
im Bereich der Bau
branche abzustellen, zumal der Beschwerdeführer bei Eintritt des Gesundheits
schadens arbeitslos gemeldet gewesen sei und seit über zehn Jahren keiner
T
ätigkeit mehr nachgehe. Da im Rahmen der reduzierten Arbeitsfähigkeit von 80
%
sämtliche Einschränkungen berücksichtigt würden, rechtfertige sich kein leidensbedingter Abzug (
Urk.
2).
2.2
2.2.1
Der Beschwerdeführer
bemerkte vorab
, das Sozialversicherungsgericht sei an
seine
n
Rückweisungsentscheid gebunden und
könne von
Januar 2009 bis Januar 2015 höchstens eine
Viertelsrente
zusprechen.
Der
damalige
Entscheid habe
man
gels eines nicht
wiedergutzumachenden Nachteils nicht angefochten werden können
. Indes
könne mit Beschwerde ans Bundesgericht
gegen d
as
nun zu fällende
Urteil
eine
halbe Rente verlangt werden
(
Urk.
1
Ziff.
6-9).
2.2.2
Hinsichtlich der Begutachtung
wären
zusätzliche
Fachdisziplinen
notwendig gewesen, obschon bezüglich
der weiteren
Beschwerden
gegenwärtig
keine Behandlung stattfinde.
Aus
den
Akten
gehe klar hervor, dass
die Tätigkeit
als Maurer aus nicht-psychiatrischen
bzw. nicht-
neurologischen Gründen nicht mehr möglich sei.
Diese
Einschränkungen sei
en
nicht
voll
umfänglich
berücksichtigt worden,
wozu die
Gutachter auch
gar
nicht qualifiziert
gewesen wären.
Konkret
bestehe
– unter Hinweis auf den Arbeitsversuch in der
B._
–
nicht nur eine Zementallergie,
sondern es
seien alle mechanisch belastenden Tätigkeiten bzw. repetitiven Arbeiten mit mehr als 2 bis 3 kg nicht mehr zumutbar.
Für konkrete Tätigkeiten
sei
ein Arbeitsversuch erforderlich, wobei das Arbeitspensum
eben
falls
eine Rolle spiele.
Das Hautleiden sei multifaktoriell und möglicherweise psychosomatisch mitbestimmt
. All dies sei auch
in der
C._
beobachtet worden.
Nicht
abgeklärt
worden
sei
auch
der Einfluss des Tinnitus
.
Unzumutbar
sei e
twa der
in einer Montagehalle übliche
Störlärm
.
Zudem verursache dieser S
chlafstörungen
, was sich
vermutlich auf die depressive Symptomatik auswirke
(
Urk.
1
Ziff.
10-1
4
und 24 f.
)
.
Im psychiatrischen Teilgutachten sei d
ie retrospektive
Einschätzung
der Arbeits
fähigkeit ohne Rücksprache mit
Dr.
Y._
erfolgt,
wobei we
der
das
Ausbleiben eines stationären Aufenthalts noch
die
ausgeübte Teilzeitarbeit auf
eine uneinge
schränkte
Arbeitsfähigkeit
schliessen
lassen würden
.
Dr.
Y._
beschreibe eine stabile mittelgradige depressive Symptomatik
. Er sei d
eutlich angespannt und unruhig sowie psychisch wenig belastbar
.
Dabei
ha
be d
as Bundesgericht
die
erwiesene Therapieresistenz
als Kriterium bei nicht schweren
depressiven Störun
gen
vollständig aufgegeben
und erkannt, dass eine lange dauernde und umfas
sende Betreuung den behandelnden Ärzten oft wertvolle Erkenntnisse bringe. Darüber hinaus könne er an Tagen mit Migräne nicht arbeiten, woraus sich bei vier bis fünf Attacken pro Monat
bereits
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20 bis 25 % ergebe. Nach der Begutachtung hätten sich
die Migräneattacken
wieder
auf
sechs bis acht pro Monat
bzw.
drei bis fünf pro Woche gehäuft. Hierbei erachte die behandelnde Neurologin medikamentös induzierte Kopfschmerzen als wahrscheinlich, was die Gutachterin trotz des enorm
en
Triptanegebrauchs
ü
ber
sehen habe.
Die psychischen und neurologischen Beschwerden würden sich teil
weise überschneiden, was sich aufgrund der zeitlichen Flexibilität bei der gegen
wärtigen Arbeit nur geringfügig auswirke
. Im Übrigen hätten es die Gutachter versäumt, ein strukturiertes Beweisverfahren
durchzuführen
. Insbesondere sei
das beschriebene
Aktivitätenniveau
,
da
s keine quantitativen Angaben oder einen Vergleich zu früher enthalte, mit einer mittelschweren depressiven Symptomatik vereinbar
(
Urk.
1
Ziff.
15-
23
und
Urk.
17
Ziff.
2-5
).
2.2.3
Schliesslich
habe er sein Einkommen bis im Jahr 1998 kontinuierlich überdurch
schnittlich steigern können
, wobei e
s ohne den Unfall
im Jahr 1995
vermutlich noch höher ausgefallen
wäre, zumal gemäss Gutachten d
ie Migräneattacken
,
bei
bestehender
psychischer Überlagerung
,
unbestritten darauf
zurückzuführen seien.
Für das
Valideneinkommen
sei folglich das Einkommen aus dem Jahr 1995
min
destens
der Nominallohnentwicklung
anzupassen, soweit nicht eine überdurch
schnittliche Einkommenssteigerung als überwiegend wahrscheinlich erachtet werde
(
Urk.
1
Ziff.
26-28). Für das Invalideneinkommen sei auf das effektiv erzielte
Einkommen
abzustellen
, da er damit seine Arbeitsfähigkeit voll ausge
schöpft habe. G
egebenenfalls
sei dieses
auf das zumutbare Arbeitspensum aufzu
rechnen. Werde ein Tabellenlohn verwendet, sei
aufgrund der multiplen Ein
schränkungen
ein Leidensabzug von 20
%
zu
gewähren
. E
s stünden ihm
nur sehr wenige Tätigkeiten mit einer vergleichbaren Flexibilität wie in der ausgeübten offen und
solche
würden nur von sozial eingestellten Arbeitgebern angeboten (
Urk.
1
Ziff.
29-31).
3.
3.1
Z
wischen den Parteien
strittig ist somit einerseits
der Beweiswert des
bidiszipli
nären
Gutachtens und andererseits der Einkommensvergleich.
Von beiden Par
teien nicht beanstandet wurden indes im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels die
Erwägungen in der Verfügung vom 2
7.
Februar 2018
(Urk. 10) zur von der Beschwerdegegnerin zunächst beantragten Rückweisung zur Korrektur des Dispositivs
der angefochtenen Verfügung. Von einer solche
n
ist demnach abzu
sehen, zumal
sich
beide Parteien
offensichtlich und von Anfang an darüber im Klaren waren, d
ass Anfechtungs- und Prozessgegenstand die rückwirkend per 1. Januar 2009 vollständig auf
ge
hobene Rente bildet.
3.
2
Ferner
wurde schon im
Rückweisungsentscheid
IV.2015.00229 vom 28. Oktober 2016
E. 4
detailliert zu
m
Einkommens
vergleich
Stellung genommen
. Der Argu
mentation der Parteien ist bezüglich des
Valideneinkommens
nichts Neues zu entnehmen, weshalb darauf verwiesen werden
kann
(
Urk.
9/1
16
/8 ff.)
.
Wie damals dargelegt
,
ist b
ei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
68'351.
-- bereits auf
grund des
anrechenbaren
,
effektiv erzielten
Invalideneinkommen
s
von Fr.
37'728.
-- ab Januar 2009 von einem
Invalid
itätsgrad von deutlich unter 50
% auszugehen, so dass kein Anspruch mehr auf eine halbe Rente bestand. Die nach
gewiesene
tatsächliche
Einkommenserhöhung des Beschwerdeführers erfüllt somit die Voraussetzungen für einen Revisionsgrund nach
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
.
De
r Rentenanspruch
ist folglich
ab Januar 2009 in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beur
teilungen besteht.
4.
4
.1
Im
umstrittenen
Gutachten der
Z._
vom 1
4.
September 2017 wurden als mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine leichte depressive Episode (ICD-10: F32.0) sowie eine somatoforme Störung, nicht näher bezeichnet (ICD-10: F45.6)
,
diagnostiziert. Keine Bedeutung für die Arbeitsfähigkeit wurde den Diagnosen
chronifizierter
Spanungskopfschmerz mit
migräniformen
Exazerbationen
und
Migräne ohne Aura seit dem Sturz auf den Kopf im Jahr 1995 mit Zuziehen einer Commotio cerebri
be
i
gemessen
(
Urk.
9/141/27).
Die
Gutachter
kamen
zum Schluss, integral ergebe sich,
dass
aus rein neurolo
gisch
er
und psych
iatrischer Sicht sowohl in der Tätigkeit als Maurer als auch einer leidensadaptierten Tätigkeit seit September 2014 eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
vorliege. Konkret vermieden werden sollten emotional belastende Tätig
keiten sowie Tätigkeiten mit besonderem Zeitdruck, ansonsten sei das Belastungs
profil nicht eingeschränkt. Ferner komme, soweit aus der Aktenlage ersichtlich, die Tätigkeit als Maurer aus nicht-psychiatrischen und nicht-neurologischen Gründen (Zementallergie) nicht mehr in Frage (
Urk.
9/141/30).
Der Beschwerde
führer selbst sehe sich zu einer beruflichen Tätigkeit im Umfang von 50 bis 60
%
in der Lage, was jedoch etwas diskrepant zu den
Aktivitätenniveaus
in den Bereichen Freizeit und Haushalt erscheine (
Urk.
9/141/37).
In der Vergangenheit sei die Arbeitsfähigkeit – abgesehen von der dermatologischen Problematik – ausschliesslich aus psychiatrischer Sicht vermi
ndert gewesen. Dabei hätten sich die über längere Zeit bestehenden Depressionen spätestens im Jahr 2008 zurück
gebildet, so dass ab dem Jahr 2009 zunächst keine Arbeitsunfähigkeit mehr vor
ge
legen habe (
Urk.
9/141/31).
4
.
2
4.2.1
Dazu wurde seitens der
begutachtenden
Neurologin erläutert, der
Beschwerde
führer
habe im Jahr 1995 bei einem Sturz aus 3 m Höhe in eine Mulde
eine Co
mm
o
tio cerebri und eine Rissquetschwunde links parietal erlitten.
Dr.
D._
habe hierzu im April 2005
festgehalten,
der Beschwerdeführer
sei damals vier Wochen arbeitsunfähig gewesen und leide seither unter häufigen Kopfschmerzattacken. Es sei eine posttraumatische Migräne ohne Aura diagnostiziert worden. Auffal
lend sei jedoch, dass diese Problematik während vielen Jahren im Dossier nicht erwähnt werde und der Beschwerdeführer danach nie wieder neurologisch abge
klärt oder in einer Schmerzsprechstunde behandelt worden sei. Soweit sich dies retrospektiv festhalten lasse, hätten die posttraumatisch aufgetreten Kopfschmer
zen über viele Jahre per se nie zu einer Arbeitsunfähigkeit geführt
(
Urk.
9/141/29).
4.2.2
Diagnostisch dürfte es sich um ein gemischtes Bild handeln. Zum Teil würden Spannungskopfschmerzen auftreten, teilweise mit
migräniformem
Einschlag, und zweitweise dürfte es sich um Migräneattacken ohne Aura handeln. Zurzeit bestehe eine Häufigkeit von vier bis fünf wahrscheinlichen Migräneattacken im Monat,
die mit einem
Triptane
und Bett
ruhe
coupiert
werden
könnten
. Da es sich hierbei um ein anfallsartig auftretendes Leiden handle, bestehe keine dauernde, sondern nur eine vorübergehende Arbeitsunfähigkeit während der Attacke
n
. Die Kopfschmerzsymptomatik müsse sodann im Gesamtkontext gesehen werden. Sie dürfte sich seit Auftreten der psychischen Probleme und dem massiven Rückzug, seit der Versicherte alleine lebe, verschlechtert haben (
Urk.
9/141/29).
4.2.3
Dementsprechend würden die Kopfschmerzen als die Arbeitsfähigkeit nicht beeinflussend beurteilt. Diese hätten sich seit der letzten neurologischen Unter
suchung im Jahr 2005 nicht wesentlich verändert und der Beschwerdeführer sei seither nicht mehr neurologisch untersucht respektive begleitet worden. Dabei mache er selbst nur spärliche Angaben, was die Frequenz der Migräne-Attacken anbelange (
Urk.
9/141/31).
Empfohlen werde
, dass sich der Beschwerdeführer in einer interdisziplinären oder speziell für Kopfschmerzpatienten eingerichteten Sprechstunde vorstelle. Es müsse offengelassen werden, ob eine prophylaktische Behandlung nicht eine bessere Einstellung bringen könnte (
Urk.
9/141/36).
4
.
3
4.3.1
Unter Berücksichtigung der neurologischen Beurteilung wurde
in psychiatrischer Hinsicht festgehalten, die im Vordergrund stehenden Kopfschmerzen seien
gemäss der Neurologin
weitgehend organmedizinisch erklärbar,
aber
auch im Gesamtkontext zu sehen. Aus psychiatrischer Sicht werde
ein
geschätzt, dass
bei deutlich erkennbaren psychosozialen Belastungsfaktoren (Stre
ich
ung der
R
ente, finanzielle Probleme,
Ehescheidung) eine psychogene Überlagerung im Sinne einer somatoformen
Schmerzstörung nach ICD-10: F45.9 vorliege.
Diese sei mäs
sig ausgeprägt und erreiche nicht den Schweregrad einer anhaltenden Schmerz
störung im Sinne von ICD-10: F45.4 (
Urk.
9/141/28 und 9/141/31
)
.
4.3.2
Der
Beschwerdeführer
schildere
, erstmals Ende der 90er-Jahre, nachdem er auf
grund einer Zementallergie seinen Beruf als Maurer nicht mehr habe ausüben können, in eine Depression geraten zu sein.
S
eit dem Jahr 2000/2001 sei er in ambulanter p
sychiatrischer Behandlung.
Er
beschreibe
anamnestisch, dass die Depression spätestens im Jahr 2008 abgeklungen sei. Deutliche Hinweise hierfür seien auch, dass
sich
die Häufigkeit der
Termine bei
Dr.
Y._
–
entsprechend den Angabe des
Beschwerdeführers
-
sehr stark
verringert
habe
und
ferner
eine Reduktion der depressiven Medikation erfolgt
sei. Zudem habe sich
der
Beschwer
deführer
eine berufliche Tätigkeit in grösserem Umfang zugetraut
und
einen dritten Arbeitgeber gesucht
(vgl.
Urk.
9/141/46)
.
Aus heutiger Sicht werde einge
schätzt, dass etwa ab dem Jahr 2008 zunächst mit ganz überwiegender
Wahr
scheinlichkeit
über längere Zeit keine depressive S
ymptomatik mehr vorgelegen habe.
Die psychische Situation
des Beschwerdeführers
habe sich
indes
verschlech
tert, nachdem
ihm
mit Vorbescheid vom 2
3.
September 2014 die Aufhebung der Rente mitgeteilt worden sei. Aufgrund der erhe
blichen finanziellen Belastung durch die
Invalidenversicherung und Pensionskasse
(vgl.
Urk.
9/141/44)
habe sich zunehmend eine depressive Symptomatik entwickelt. Gemäss
seinen
Anga
ben
habe dies die Ehe dermassen belastet, dass es zur Trennung gekommen sei. Es sei
allerdings
eher unwahrscheinlich, dass allein die
Rückforderungen
und die sich einstellende Depressivität und Gereiztheit ausgereicht hätte
n
,
um die Ehe zum Scheitern zu bringen. Es sei anzunehmen,
dass es
schon vorher
Probleme
in der Partnerschaft gegeben habe, so dass diese den zusätzlich aufgetretenen Belastungen nicht
g
ewachsen gewesen sei. Offensichtlich sei es
aber
zu einer weitgehend einvernehmlichen
Trennung
gekommen; der Beschwerdeführer pflege nach wie vor ein freundschaftliches Verhältnis
bzw. einen
gute
n
und regelässige
n
Kontakt zu seiner Exfrau, die ihm
unter anderem
jede Woche die Wäsche wasche
(
Urk.
9/141/28)
.
4.3.3
Es
ergebe sich
das Bild einer leichten depressiven
Episode
. Gegen eine mittelgradige depressive Episode spreche das doch relativ hohe
Aktivitätenn
iveau
im beruflichen Bereich
. A
n einzelnen Tagen sei
der Beschwerdeführer
bis zu acht Stunden tätig. Darüber hinaus gehe er noch vielen positiv besetzten Aktivitäten nach, interessiere sich für Sport, Filme etc
.
(vgl. Urk.
9/141/33 f.)
. Auch würden sich keine Symptome finden, die für stärker ausgeprägte Depressionen typisch seien, wie ein reduziertes
Selbstvertrauen, Schuldgefühle oder Selbstvorwürfe
(vgl.
Urk.
9/141/8 f., einschliesslich des relativ niedrigen
Seralin
-Spiegels)
. Im Gegenteil
werfe er der Invalidenversicherung deren Entscheide vor und
spiele den eigenen Anteil
an
der eingetretenen
Entwicklung herunter. Somit seien
die Durchhaltefähigkeit und Stressbelastbarkeit reduziert.
In
einer leidensadaptierten Tätigkeit, wozu auch die jetzige Tätigkeit als Gärtner gehöre,
liege
eine Arbei
ts
fähigkeit von 80
%
vor
(
Urk.
9/141/
29
).
5
.
5
.1
In Bezug auf die vom Beschwerdeführer
eingereichten
Berichte von behandelnden Arztpersonen ist
vorab
auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mit
unter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag de
r therapeutisch tätigen (Fach-)
Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170
E. 4
) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutach
ten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abwei
chende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige
–
und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende
–
Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil
des Bundesgerichts
8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2
mit Hinweisen, u.a. auf
SVR 2008 IV Nr
. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]
).
5.2
5
.
2.
1
Soweit der Beschwerdeführer auf die von
Dr.
Y._
diagnostizierte stabile mittelgradige depressive Episode hinweist, ist ihm entgegenzuhalten, dass
die in Erwägung
4.3 wiedergegebenen Schlussfolgerungen des begutachtende
n
Fach
arzt
es
für Psychia
trie und Psychotherapie,
Dr.
me
d
.
E._
,
mit
seinen eigenen Angaben
zum Krankheitsverlauf
vollumfänglich im Einklang stehen. So erklärte der Beschwerdeführer in der Exploration,
nie eine teil- oder vollstationäre psychiatrische Behandlung absolviert zu haben. Was die ambulante psychiat
rische Behandlung bei
Dr.
Y._
an
belange
, habe
er
zunächst häufig
bzw. alle ein bis zwei Wochen
Termine
gehabt.
Diese seien
zunehmend reduziert worden, nachdem es ihm
besser gegangen
sei. Über längere Zeit habe er nur alle 21⁄2 Monate einen Termin gehab
t
. Er habe sich schliesslich recht wohl gefühlt
und dann
seine
über längere Zeit ausgeübte
berufliche Tätigkeit als Gärtner
erweitert
bzw.
sich ei
nen dritten Arbeitgeber gesucht. In den folgenden Jahren sei es ihm recht gut gegangen, er sei kaum noch depressiv gewesen. Das hänge, so denke er, auch mit den Medikamenten zusammen, die gut gewirkt hätten. Das Antidepres
sivum, das er eingenommen habe, sei schliesslich in der Dosis auf eine einmal tägliche Gabe
reduziert worden
, zuvor habe er dieses über längere Zeit zweimal täglich eingenommen. Zu einer erneuten Verschlechterung der Depression sei es gekommen, nachdem die Invalidenversicherung im Oktober 2014 die Rente gestrichen und Geld zurückgefordert habe. Inzwischen nehme er wieder eine höhere antidepressive Dosis, nämlich zweimal am Tag
Seralin
ein. Er habe auch wieder monatliche Termine bei
Dr.
Y._
(
Urk.
9/141/46).
5.2.2
Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers
vermag zudem
das gutachter
liche Argument, dass es nicht nachvollziehbar wäre, wenn bei einer
während 1
4 Jahren
durchgehend
bestehenden mittelgradigen
depressiven
Symptomatik
nicht versucht worden wäre, eine Besserung mittels intensiverer
psychiatrische
r
Behandlung
zu erreichen,
durchaus zu überzeugen
(
Urk.
9/141/52).
Ferner
finden sich in den Akten diverse, stets gleichlautende Berichte von
Dr.
Y._
(vgl. Sachverhalt)
.
Dieser
brachte vor und insbesondere auch n
ach der Begutachtung
(
Urk.
6)
keine Aspekte
vor
, die
vom Gutachter übersehen wurden.
Eine Rück
sprache des Gutachters mit
Dr.
Y._
drängte sich daher nicht auf.
Einigkeit
zwischen den beiden
besteht
vor allem
hinsichtlich der psychogenen Überlage
rung der Kopfschmerzen. Diese kommt gemäss Gutachter in der von
Dr.
Y._
gestellten Diagnose eines chronischen Schmerzsyndroms mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10-GM: F45.41) zum Ausdruck, die
indes
internatio
nal nicht anerkannt sei, weshalb er eine sonstige somatoforme Störung im Sinne von ICD-10: F45.9 diagnostiziert habe
(
Urk.
9/141/54)
.
Die Divergenzen erschöpfen sich somit
in der – stets mit Ermessen verbundenen – unterschiedlichen Beurteilung der Ausprägung
und Auswirkungen
der Befunde
, wobei sich der psychische Zustand ab Herbst 2014
bis zur Begutachtung
unstrittig und behandlungsanamnestisch bestätigt verschlechterte.
D
er Gutachter
stellte dabei
wie
Dr.
Y._
fest
, dass der zielgerichtete Antrieb
«
be
i innerer Unruhe und Anspannung»
reduziert sei
, beurteilt
e
die Beeinträchtigung jedoch als leicht
(
Urk.
9/141/49). Ebenso nannte er als Quintessenz für die interdisziplinäre Beur
teilung
wie
Dr.
Y._
, dass die
Durchhaltefähigkeit und Stressbelastbarkeit reduziert seien
, attestierte aber dennoch eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
(
Urk.
9/141/53).
Erwähnenswert ist
,
dass
der Beschwerdeführer
in der Begutach
tung
selbst
erklärte, sich
die jetzige Tätigkeit
[immer noch]
im Umfang von
50 bis 60
%
zuzutrauen
(
Urk.
9/141/48)
.
5.3
5
.
3
.1
Hinsichtlich der
nach
Angaben des Beschwerdeführers im Vordergrund stehenden
Kopfbeschwerden
konnte
Dr.
med.
F._
, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation,
schon
im November 2002 aus rheumatologischer, orthopä
discher und
neurologischer
Sicht keinen gravierenden pathologischen Befund feststellen
. D
as
Computertomogramm
des Schädels ergab damals keinen patho
logischen Befund und zeigte auch im Bereich der Halswirbelsäule unauffällige
ossäre
Verhältnisse.
S
ie
interpretierte
die Kopfschmerzen
daher
als
Post
kommo
tionelles
Kontusionssyndrom nach Schädel-Hirntrauma, das angesichts der depressiven Entwicklung durch sogenannte Spannungskopfschmerzen verstärkt
werde. Sie
empfahl
neben der neurologischen Abklärung
eine möglichst rasche Wiedereingliederung (
Urk.
9/11/5).
5
.
3
.
2
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Neurologie,
wies
im Januar 2003
eben
so
darauf hin, dass der Beschwerdeführer seit dem
U
nfall
im Jahr
1995 an Kopfschmerzen mit wechselhaftem Verlauf leide
. Er betonte, dass d
iese
«
in den letzten Monaten
»
stetig zugenommen hätten.
Entsprechend schlussfolgerte er, dass d
er Verlauf wahrscheinlich durch eine depressive Entwicklung verstärkt
werde
. Für eine organische Genese
fänden sich keine Hinweise
, der Status und die durchgeführten Zusatzuntersuchungen seien normal
. Therapeutisch habe die Behandlung der Depression Priorität, daneben
empfehle
er eine regelmässige Physiotherapie der Nacken- und Schultermuskulatur, da die Kopfschmerzen teilweise auch dadurch unterhalten sein dürften
(
Urk.
9/11/7-9).
5
.
3
.
3
Am 1
2.
April 2005, also kurz nach der
Rentenzusprache
,
berichtet
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Neurologie,
ebenfalls
,
dass
der Beschwerdeführer seit dem Unfall im Februar 1995 unter häufigen Kopfschmerzattacken
leide
, die als pochend beschrieben und von Überempfindlichkeit auf Lärm und Licht begleitet seien.
Dabei
konkretisierte
er
erstmals die Häufigkeit derselben.
Diese
würden an 6 bis 8 Tagen im Monat auftreten.
Allerdings stellte er
auch
fest,
dass
der Beschwerde
führer
bei der Gartenar
beit
öfters lange Zeit in gebückter und vorgen
eigter Hal
tung beschäftigt sei und dadurch
die Kopfwehattacken ausgelöst
würden
(vgl. auch die eigenanamnestischen Angaben
des Beschwerdeführers
in
Urk.
9/78/2)
. In dieser
Hinsicht helfe ihm, dass er seine Arbeitszeit ziemlich frei wählen könne. Es bestünden eine post
t
rau
ma
tische Migräne ohne Aura sowie ein posttrauma
tisches
Zervikalsyndrom
. Auf seinen Vorschlag hin sei die antidepressive Medi
kation umgestellt worden, so dass nun
Rep
l
ax
40 mg als Anfallsmittel verschrie
ben werden könne. Als Migräneprophylaktikum erhalte der Beschwerdeführer täglich 400 mg Riboflavin (
Urk.
9/66/
10 f.
).
5
.
3
.
4
In den Folgejahren
wurden
die Kopfbeschwerden nur
noch
spärlich dokumentiert.
Dr.
Y._
erklärte im März 2006, der Beschwerdeführer beklage ständigen Druck im Kopf, rezidivierende migräneförmige
Kopfschmerzexazerbationen
von Stunden bis Tagen mit Nausea etc.
(
Urk.
9/59/3).
Dr.
H._
beschrieb im April 2008 tägliche Kopfschmerzen und schwere Kopfschmerzattacken mit Licht- und Lärmintoleranz bis zu dreimal wöchentlich. Der Beschwerdeführer werde mit
Replax
80 mg behandelt
und nehme dies
e
wöchentlich drei
-
bis viermal ein
.
Zudem besuche er eine Physiotherapie und mache regelmässig Heimübungen (
Urk.
9/66/3 f.).
E
inen Monat später be
richtete
Dr.
Y._
über chronische Nacken- und Kopfschmerzen bzw. eine Migräne,
di
e ca. acht- bis zehnmal monatlich
exazerbierten
und die Einnahme ein
e
s
Tr
i
ptan
-Präparats notwendig machten. So nehme
der Beschwerdeführer
aktuell ca. acht- bis zehnmal monat
lich
Replax
80 mg ein (
Urk.
9/
69/1
).
Im Bericht vom Dezember 2013
gab
die Hausärztin
bei unveränderter Beschwerdeschilderung
das geringer dosierte
Replax
40 mg
an
(
Urk.
9/83/7).
Indes teilte
Dr.
Y._
d
ie Einnahme von neun- bis zwölfmal
Replax
80 mg pro Monat im Bericht vom 1
5.
April 2014 mit. Dabei wies
auch er
darauf hin, dass der Beschwerdeführer die Arbeit oft in gebückter Haltung ausführen müsse, was zu Schmerzen im
Z
ervikal
-
Bereich sowie auss
trah
lenden Kopfschmerzen führe (
Urk.
9/87/2).
Im
Bericht vom 2
8.
Februar 2017 erwähnte
Dr.
H._
eine
Medikation mit
Eletriptan
40 mg. Ferner wies sie auf den erneuten Besuch einer Physiotherapie bei ausgeprägten
Myogelo
s
en
im Schulter-/Nackenbereich hin (
Urk.
9/126/4)
.
5
.
3
.
5
In der
neurologischen
Untersuchung in der
Z._
im August 2017
gab der Beschwerdeführer an, nicht jeden Tag Kopfschmerzen zu haben. Bei Wetter
wechsel und vor allem bei Nervosität sei er anfälliger. Er habe ca. vier bis fünf Migräneattacken pro Monat, in
«
ganz schlechten Zeiten
»
auch einmal zwei bis drei pro Woche. Bei Auftreten von Kopfschmerzen könne er die Arbeit früher niederlegen, an ganz schlechten Tagen gehe er gar nicht zur Arbeit. Die Attacken würden zwei bis fünf Stunden anhalten und recht gut auf
Replax
und Bettr
uhe ansprechen (
Urk.
9/141/57).
Die Gutachterin schlussfolgerte
sowohl mit Bezug auf die Gegenwart als auch die
Vergangenheit, die Arbeitsfähigkeit
sei
aus rein neurologischer Sicht nicht eingeschränkt, zumal die Migräne als
attackenartig
auftretende Symptomatik keine dauernde Einschränkung begründe. Während der Migräneattacken sei der Beschwerdeführer als vorübergehend arbeitsunfähig
ein
zuschätzen (
Urk.
9/141/61).
In der psychiatrischen Begutachtung wurde erläutert, dass
die bei einer psycho
genen Schmerzüberlagerung prinzipiell in Frage kommende Diagnose einer anhaltenden Schmerzstörung nach ICD-10: F45.4 nicht vorliege, da zum einen diese Diagnose nur gestellt werden dürfe, wenn psychosoziale Belastungen oder emotionale Konflikte die Hauptursache sowohl für Entstehung als auch den Ver
lauf der Schmerzsymptomatik seien, was beim Beschwerdeführer nicht anzuneh
men sei. Darüber hinaus setze jene Diagnose einen erheblichen Mindestschwere
grad im Sinne eines andauernden, schweren und quälenden Schmerzes voraus. Ein Schmerz dieses Ausmasses liege beim Beschwerdeführer nicht vor.
Die «mäs
sig ausgeprägte»
psychogene Schmerzüberlagerung unterhalb des Schweregra
des der Diagnose von ICD-10: F45.4 sei schwierig abzubilden. Am ehestens komme eine somatoforme Schmerzstörung, nicht näher b
ezeichnet, nach ICD-10: F45.9 in
Frage (vgl. ferner
Urk.
9/141/50
und 9/141/52
).
5.
3
.6
Schliesslich legte
Dr.
I._
in ihrer Stellungnahme vom 1
7.
Mai 2018
als
neu behandelnde Fachärztin für
Neurologi
e
dar, der Beschwerdeführer spreche gut auf
Eletriptan
40 mg an und nehme davon seit ca. 15 Jahren wöchentlich 3 bis 5 Tabletten. Sie glaube daher, dass er neben der Migräne ohne Aura und dem
Zer
vikalsyndrom
(bei bis zu 20 Tabletten pro Monat) auch an medikamentös indu
zierten Kopfschmerzen leide. Sie empfahl folglich
,
einen Kopfschmerz
kalender zu führen und die
Triptane
durch Analgetika zu ersetzen. Der Beschwerde
führer sei in seiner Arbeitsfähigkeit glaubhaft eingeschränkt und habe wegen
d
er Kopf
schmerzen häufige Absenzen. Mit 50
%
arbeite er glaubhaft am oberen Limit, wobei nebst der neurologischen Symptomatik sicher auch die psychische Situa
tion mit depressiver Episode mitbestimmend sei. Im Gutachten der
Z._
seien die Kopfschmerzen zu wenig gewürdigt worden, so stehe z.B. nichts über den enorm hohen
Triptane
-
Gebrauch (
Urk.
18/5).
5
.
4
5.
4
.1
Zu den Kopfbeschwerden
ist den Akten damit zusammengefasst zu entnehmen
, dass
erstmals von
Dr.
D._
im Jahr 2005 – mithin also
zehn
Jahre nach dem Unfall
sowie
fünf
Jahre nach Beginn einer psychiatrischen Behandlung (
Urk.
9/32/121), aber nur
wenige Monate nach Aufnahme der jetzigen Tätigkeit (
Urk.
9/27/2)
–
eine fach
ärztliche
T
herapie installiert
wurde
.
Eine erste Abklärung fand allerdings schon im Januar 2003 aufgrund einer Beschwerdezunahme in den Vormonaten statt.
Es ist daher
mehr als plausibel
,
dass bei diesem Beschwerdebild eine
psy
chogene
Überlagerung
im Vordergrund steht.
Aus den
anschliessenden
Berichte
n
von
Dr.
Y._
und
Dr.
H._
ergibt sich
, dass die prophylaktische Behandlung
b
ald
wieder
aufgegeben
wurde.
Dabei wird eine Prophylaxe allgemein bereits bei mehr als drei Anfällen pro Monat oder einer ausgeprägten Beeinträchtigung der Lebensqualität empfohlen. Hierfür hätten auch verschiedene Optionen offen gestanden, wobei
gerade
die Wirksamkeit von
SSRI
-Antidepressiva wie
Sertralin
in diesem Zusammenhang fraglich ist (vgl. Therapieempfehlungen für primäre Kopfschmerzen, herausgegeben von der Schweizerischen Kopfwehgesellschaft [SKG],
9.
Aufl. 2014, S. 9 ff., abrufbar im Internet unter
www.headache.ch
).
Der Wec
hsel auf ein geringer dosiertes
Eletriptan
-Präparat
irgendwann
zwischen 2008 und 2013
legt
zudem
eine Reduktion
auch
der Anfalls-Medikation
nahe, zumal g
emäss der im Internet abrufbaren Fachinformation des Arzneimittel-Kompendiums der Schweiz
(www.compendium.ch)
in klinischen Studien eine positive Wirkung einer zweiten Tablette
Replax
40 mg innert 24 Stunden nur im Fall eines Rezidivs, nicht aber bei Nichtansprechen auf die erste Tablette
innert zwei Stunden nach
weisbar war
.
5.
4
.2
Dass die
Kopfschmerz-
Medikation in den Jahren 2005 bis 2018 fachärztlich
somit
nicht weiter optimiert
, sondern reduziert
wurde und der Beschwerdeführer sein Arbeitspensum
im
Jahr 2008 ausbaute,
stellt einen zunehmenden Leidensdruck
bzw. sich
gemäss Angaben von
Dr.
Y._
leicht
häufende Migräneattacken in
Frage
.
Allerdings
führte der
Beschwerdeführer
nie ein
Kopfschmerztagebuch
, d.h.
es handelt
e
sich bei seinen Angaben
auch
stets
nur
um Schätzung
en
. Zumindest schilderte
Dr.
H._
ein konstantes
Maximum
von drei Migräneattacken
pro Woche
.
Umso auffälliger ist, dass
die
vom Beschwerdeführer
in der Begutachtung angegebene
durchschnittliche
Anzahl
der monatlichen Migräneattacken
nun doch
deutlich
tiefer
ausfiel
.
E
rwähnenswert erscheint, dass vor der Begutachtung eine Physiotherapie wegen ausgeprägter
Myogelosen
im Schulter- und Nacken
bereich durchgeführt wurde
. Zusammen mit der Tatsache, dass
der Beschwerde
führer in der Begutachtung erneut
eine gelegentliche
Beschwerdez
unahm
e
im Verlauf eines Arbeitstages
beschrieb
und
eine
Triptan
e
-Medikation
letztlich
erst nach Aufnahme der jetzigen Tätigkeit
an die Hand genommen wurde,
spricht
deshalb
einiges
für die von
Dr.
D._
und
Dr.
Y._
geäusserten
Überlegung, d
ass
das
Belastungsprofil
der jetzigen Tätigkeit
im Gegensatz zur
dabei gegebenen
zeitlichen Flexibilität
nicht
optimal
ist.
5.
4
.3
Hervorzuheben ist schlies
sl
ich,
dass sich
den
Vorakten
entgegen der Annahme von
Dr.
I._
keine
15 Jahre andauernde
wöchentliche Einnahme von 3 bis 5 Tabletten
mit dem Wirkstoff
Eletriptan
e
ntnehmen
lässt
.
Vielmehr noch
bestand im Rahmen der
Begutachtung
aufgrund
der
damals
angegebenen Häufigkeit der
Schmerzexazerbationen
, der tief dosierten Tabletten
und der Bestätigung auch kopfschmerzfreier Tag
e
kein Anhalt für medikamentös-induzierte Kopfschmer
zen. Gemäss
den
vorerwähnten
Therapieempfehlungen
der
SKG, S. 15
,
ist
von einer Obergrenze von maximal zehn Einnahmetagen pro Mon
at auszugehen
. E
rst
bei mehr Einnahmetagen
empfiehlt sich ein vollständiger Entzug der Akutmedi
kamente
.
Ein allfälliger medikamentös induzierter Kopfschmerz wäre
zudem kurzfristig therapierbar
und stellt daher kein invalidisierendes Leiden dar.
5.4.4
Die am 1
0.
Januar 2019 eingereichten Unterlagen
enthalten
keine neuen
wesent
lichen Tatbestandselemente
.
Die im Bericht aus der Kopfwehsprechstunde vom
7.
September 2018 angeführten Hauptdiagnosen sind für den gesamten Zeitraum von
minimal
der
letzten vier Jahre
und teilweise
noch länger
als mit gleichblei
bender Intensität vorhanden beschrieben (
Urk.
23/1). In den Patientenangaben ist ebenfalls von «seit ca. 1999» wöchentlich zwei bis drei Mal auftretenden Kopf
schmerzen die Rede, davon ein bis zwei Mal monatlich mit Begleiterscheinungen wie Übelkeit samt Erbrechen. Analoges ist der ärztlichen Beurteilung auf Seite 2 des Berichtes zu entnehmen.
Schon i
n der neurologischen Untersuchung in der
Z._
im August 2017
hatte
der Beschwerdeführer
in fast identischer Weise er
klärt
, nicht jeden Tag Kopfschmerzen zu haben. Er
erleide
ca. vier bis fünf Migräneattacken pro Monat, in «ganz schlechten Zeiten» auch einmal zwei bis drei pro Woche (
Urk.
9/141/61).
Dr.
H._
nahm
ein konstantes Maximum von drei Migräneattacken pro Woche
an
.
Der Bericht
aus
der Kopfwehsprechstunde beschreibt ebenfalls
zwei
bis
drei
wöchentliche Kopfschmerzattacken. Er
bestätigt
somit
im
Wesentlichen
die bisher schon gewonnenen Erkenntnisse
und führt zu keinen neuen. Den Kopfwehkalender hat der Beschwerdeführer offenbar ab 1
8.
Juli 2018 bis Ende Dezember desselben Jahres selbständig geführt, denn
es fehlen alle Angaben,
die vom Arzt oder der Ärztin
auszufüllen gewesen wären. Das Papier ist daher aus naheliegenden Gründen als Mittel zur Objektivierung des Sachverhalts nicht geeignet. Eine Auseinandersetzung mit dessen Inhalt erübrigt sich deshalb. Demnach kann in verfahrensrechtlicher
Hinsicht auch darauf ver
zichtet werden, die Eingabe samt Beilagen der Beschwerdegegnerin zur freige
stellten Vernehmlassung zuzustellen.
5.5
5.5.1
Damit
gehen aus den Akten und insbesondere dem Bericht von
Dr.
I._
also keine wichtigen
(insbesondere objektivierten)
Aspekte in Bezug auf
die psychi
sche Störung
respektive
die Kopfschmerzsymptomatik hervor, die für ein gravie
renderes
Leid
en
sprechen würden
,
als im Gutachten festgestellt
wurde
.
Indes gilt es zur
gutachterlichen
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
zu ergänzen
,
dass der Nachweis der Invalidität im Rechtssinn eine gesundheitlich bedingte, erhebliche und evidente, dauerhafte sowie objektivierbare Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit voraus
setzt
(BGE 139 V 547 E. 9.4).
E
in anfalls
artiges Leiden, das
dauerhaft
jeden Monat
zu einer massgeblichen Erwerbsein
busse
infolge vorübergehender Arbeitsunfähigkeit
führt,
vermag daher
grund
sätzlich
ebenso einen aus Sicht der Invalidenversicherung relevanten Gesund
heitsschaden zu begr
ünden, wie ein Leiden
, das mit e
iner
täglich reduzierte
n
Leis
tungsfähigkeit
einhergeht
.
Daran vermag auch nichts zu ändern, dass
dieses
diagnostisch nicht einer somatoformen Schmerzstörung nach ICD-10: F45.4 zugeordnet werden kann, weil es nicht allein in psych
o
sozialen Faktor
en begrün
det ist (Ursprung im Unfall von 1995)
oder
der
intensive
Schmerz
nur tageweise
vorhanden ist.
5.5.2
Das Bundesgericht liess dabei in
140 V 290
E. 3.3.1 die Frage offen, o
b eine Migräne zu den Krankheitsbilde
r
n zählt, die mit etablierten Methoden objektiviert werden können
.
Dazu erläuterte es in E. 4.2, b
ei objektivierbaren wie auch bei unklaren Beschwerdebildern setz
e
eine Anspruchsberechtigung gleichermassen eine nachvollziehbare ärztliche Beurteilung der Auswirkungen des Gesundheits
schadens auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit voraus. Abklärungs- und Beweis
schwierigkeiten könn
t
en die Berücksichtigung von - allenfalls durch fremdanam
nestische Angaben zu erhebende - Lebensbereichen wie Freizeitverhalten oder familiäres Engagement erfordern.
Würden
die Auswirkungen eines objektivier
baren oder eines nicht (bildgebend) fassbaren Leidens auf die Arbeitsfähigkeit trotz sorgfältiger und umfassender Abklärungen vage und unbestimmt
bleiben
und könn
t
en die Einschränkungen nicht anders als mit den subjektiven Angaben der versicherten Person begründet w
e
rden,
sei
der Beweis für die Anspruchs
grundlage nicht geleistet
und nicht zu erbringen. Die entsprechende Beweislosig
keit wirk
e
sich zu Lasten der ve
rsicherten Person aus
.
Gemäss BGE 143 V 418 E. 7 sind
sodann
neu sämtliche psychisc
hen Leiden, laut BGE 143 V 409
E. 4.5.2 namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen
.
5.5.3
Die
Standardindikatoren erlauben
-
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotenzialen (Ressour
cen) anderseits
–
das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2.1).
Die im Regelfall beachtlichen
I
ndikatoren
systema
tisierte
das Bundesgericht wie folgt (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «
funktioneller Schweregrad
»
-
Komplex
«
Gesundheitsschädigung
»
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
-
Komorbiditäten
-
Komplex «
Persönlichkeit
»
(Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen)
-
Komplex «
Sozialer Kontext
»
-
Kategorie «
Konsistenz
»
(Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen ver
gleichbaren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck
Beweisrechtlich entscheidend ist der Aspekt der Ko
nsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4).
Der Indikator einer gleichmässi
gen Einschränkung des Aktivitäts
niveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen zielt
dabei
auf die Frage ab, ob die dis
kutierte Einschränkung in Beruf und Erwerb einerseits und in den sonstigen Lebensbereichen (z.B. Freizeitgestaltung) anderseits gleich ausgeprägt ist. Das Aktivitätsniveau der versicherten Person ist stets im Verhältnis zur geltend gemachten Arbeitsunfähigkeit zu sehen (BGE 141 V 281 E. 4.4.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_296/2016 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.1). Die Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen
als zweiter Indikator
, das heisst das Ausmass, in
d
em Behandlungen wahrgenommen oder eben vernachlässigt werden, weist (ergänzend zum Gesichtspunkt Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz unter dem Komplex
«Gesundheitsschädigung»
) auf den tatsächlichen Leidensdruck hin. In ähnlicher Weise zu berücksichtigen ist das Verhalten der versicherten Person im Rahmen der beruflichen (Selbst-) Eingliederung.
Inkon
sistentes Verhalten ist auch hier ein Indiz dafür, die geltend gemachte Einschrän
kung sei anders begründet als durch eine versicherte Gesundheitsbeeinträchti
gung (BGE 141 V 281 E. 4.4.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_296/2016 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.2).
5.5.
4
Der
begutachtende Psychiater f
ührte
zum Komplex «Gesundheitsschädigung» in der
Kategorie «funktioneller Schweregrad»
aus, hinsichtlich
der
Ausprägung der
diagnoserelevanten
Befunde
liege eine depressive Symptomatik im
Ausmass
einer leichten depressiven Episode vor. Darüber hinaus bestehe eine psychogene Schmerzüberlagerung, die aber
mässig
ausgeprägt sei und nicht den Schweregrad einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung erreiche.
Bezüglich des
zweiten Indikators
Behandlungserfolg/
-resistenz liege
gemäss
Dr.
Y._
durchgehend eine mittelgradige depressive Symptomatik vor, wobei
dieser
ungewöhnlich lange
bzw.
entgegen der ICD-10-Klassifika
ti
on eine Anpassungsstörung mit mittelgra
diger depressiver Reaktion mitgeteilt habe. Es wäre
indes
kaum nachvollziehbar, wenn bei einer
so viele Jahre
andauernden mittelgradigen
Symptomatik keine teil-
oder
vollstationäre psychiatrischen Behandlung
durchgeführt worden wären. Wie dargelegt sei die Depression allmählich abgeklungen, nachdem de
r
Beschwerdeführer eine Rente zugesprochen
erhalten und
sich beruflich neu orientiert habe.
Diese
habe sich spätestens im Jahr 2008 vollständig zurückgebil
det.
Nachvollziehbar sei
, dass sich die depressive Symptomatik erneut entwickelt habe, nachdem er ab September 2014 mit der Streichung der Rente und
den
hohen Rückforderungen konfrontiert worden sei.
Eingliederungsmassnahmen
seien keine erfolgt und f
ür die Komorbiditäten
werde auf die Epikrise verwiesen
(vgl.
Urk.
9/141/52)
.
Darin
wurde
neben der leichten depressiven Episode und soma
toformen Störung auf die von der Neurologin diagnostizierten
chronifizierten
Spannungskopfschmerzen mit
migräniformen
Exazerbationen und die Migräne ohne Aura hingewiesen (vgl.
Urk.
9/141/50 f.).
Zu den
weiteren
Komplexen
«
Persönlichkeit
»
(
Urk.
9/141/52)
und
«
sozialer Kon
text
»
(
Urk.
9/141/53)
in der Kategorie
«
funktioneller Schweregrad
»
erläuterte der Gutachter,
es bestünden
keine Hinweise für eine Persönlichkeitsakzentuierung oder -störung.
Der Beschwerdeführer sei
so
dann erheblich durch eine schwierige finanzielle Situation (Streichung der Rente, hohe Rückforderungen seitens der Invalidenversicherung und Pensionskasse) belastet. Als Ressource sei die trotz Scheidung weiterhin gute und freundschaftliche Beziehung zur Exfrau zu nennen, die ihm unter anderem die Wäsche
wasche
. Gleiches gelte für die stabile Beziehung zu den beiden Kindern.
Zur zweiten Kategorie
«
Konsistenz
»
(
Urk.
9/141/53) erklärte der Gutachter
, de
r Beschwerdeführer sehe sich zu
einer beruflichen Tätigkeit im Umfang von 50 bis 60
%
in der Lage. Dies erscheine etwas diskrepant zu den
Aktivitätenniveaus
in den Bereichen Freizeit und Haushalt. Zum eingliederungsanamnestisch ausgewie
senen Leidensdruck sei festzuhalten
, dass keine entsprechenden
M
assnahmen
durchgeführt worden seien. Ein behandlungsanamnestisch ausgewiesener Leidensdruck liege zum Teil vor, der Beschwerdeführer befinde sich schon lange in ambulanter psychiatrischer Behandlung. Allerdings sei noch nie eine voll- oder teilstationäre psychiatrische Behandlung durchgeführt worden. Hier bestünden noch erhebliche Therapiereserven.
5.5.
5
Ergänzend und präzisierend
zu den Ausführungen des Gutachters
ist
zum Kom
plex
«
Gesundheitsschädigung
»
auf
das in
E. 5.2 und 5.4 Gesagte
hinzuweisen und
festzuhalten, dass
keine
massgeblichen
Komorbiditäten
zu den
vorrangigen
[psychogenen] Kopfbeschwerden bestehen. Die leichte depressive Episode ent
wickelte sich ohnehin erst ab September 2014 und allein der unfallkausale Anteil der Kopfschmerzen führte zu keiner nennenswerten Behandlung oder Attestie
rung einer Arbeitsunfähigkeit
(vgl. E. 5.3)
. Ebenso wenig ersichtlich ist eine ressourcenhemmende Wirkung des Handekzems (vgl. nachfolgend E. 5.6).
Bedeutsam ist sodann nicht das Fehlen von
Eingliederungsmassnahmen
, sondern d
ass es dem Beschwerdeführer gelungen ist, sich selbst in
ein neues Tätigkeitsfeld
einzugliedern und
sich nach Abklingen der Symptomatik
einen zusätzlichen Arbeitgeber zu suc
hen.
Dass die Gesprächstherapie, Medikation und Physiothe
rapie zu einer Besserung des Gesundheitszustandes fü
hrten, wurde bereits erläu
tert.
Wie sich aus der dargelegten Rechtsprechung ergibt, sind die Inanspruch
nahme und der Erfolg therapeutischer
Massnahmen
nach wie vor gewichtige Indizien für ein invalidisierendes Leiden, auch wenn d
er Beschwerdeführer
zutreffend darlegte,
dass das Bundesgericht bei leichten
und
mittelgradigen depressiven Störungen nicht mehr allein auf
das Kriterium der
erwiesenen
Therapieresistenz abstellt. A
ls „Therapiereserve
“ ist neben der erwähnten Inten
sivierung der psychiatrischen Behandlung eine Optimierung der M
igräne-Medi
kation zu nennen.
Positiv zu werten ist
d
ie Persönlichkeit des Beschwerdeführers,
insofern er
wie
derholt Eigeninitiative zeigte.
Mit Blick
auf
den Komplex
«
sozialer Kontext
»
gilt
nach wie vor
: Soweit soziale Belastungen direkt negative funktionelle Folgen zeitigen, bleiben sie ausgekl
ammert
(BGE 141 V 281 E 4.3.3)
.
Der Gutachter
nannte
an dieser Stelle
finanzielle Schwierigkeiten ab September 201
4.
Bereits die
erste
depressive Entwicklung und
deren
Verlauf
(
wie
teilweise
auch
der
jenige
der
Kopfbeschwerden
)
waren
zeitlich
eng mit
einer Verschlechterung respektive
Verbesserung der finanziellen Situation
verknüpft.
Gleichzeitig
wies der Gutach
ter
in der
Kategorie
«
Konsistenz
»
auf
den behandlungsanamnestisch ausgewie
senen langjährigen Leidensdruck hin
, so dass aus juristischer Sicht nicht ohne Weiteres angenommen werden kann,
es sei
ein allein in psychosozialen Faktoren begründetes Leiden mitberücksichtigt
worden
.
Zweifellos
eine Ressource stellt das
auch
vom Gutachter erwähnte
soziale Netzwerk dar. Dazu gehören
die
guten
familiären Kontakte sowie
die
Unterstützung durch die Familie, wobei
der Beschwerdeführer
auch
mehrmals
wegen
d
er Scheidung
nach Portugal zu seiner Schwester
reiste
.
Daneben
verfügt
er
über einige Bekannte
und Kollegen,
wobei die
Treffen
erst
seit dem Ärger mit der Invalidenversicherung selten geworden sind
.
Ebenso
pflegt
er
einen guten Kontakt zu den Arbeitgeber
n und gesellt sich jeweils zu ihnen an den Tisch
(vgl.
Urk.
9/141/45
, 9/141/57
und 9/141/73).
Es bleibt
zu
m
Aktivitätsniveau zu ergänzen, dass der Beschwerdeführer zwar
über
keine auffälligen Freizeitbeschäftigungen berichtete, er neben der
körperlichen
Arbeit, der sozialen Kontakte und der Erledigung seines Haushalts
(1-Zimmer
wohnung)
dafür aber auch
nicht allzu viel Zeit haben dürfte. Immerhin interes
siert er sich für Filme und Sportsendungen.
Am meisten ins Auge sticht, dass er im Sommer täglich vier bis fünf, manchmal sechs und an einzelnen Tagen auch mal acht Stunden arbeitet. Nur saisonbedingt sind es im Winter nur zwei bis drei Stunden
pro Tag
(vgl.
Urk.
9/141/45 und 9/141/57).
Soweit der Beschwerdeführer
bemängelte
, es hätte ein Vergleich mit seinem früheren
Aktivitätenniveau
statt
finden müsse
n
,
legte er nicht dar,
dass bzw.
inwiefern er
heute in früheren Gewohnheiten eingeschränkt ist
.
Gemäss
den Akten gab er im Dezember 1998 gegenüber der Suva an, sein Hobby sei
Fussball
spielen. Im Winter verbringe er die Freizeit mit der Familie oder mit Kollegen, mit denen er Karten spiele (
Urk.
9/32/291). Für Sport interessi
ert e
r
sich nach wie vor, auch wenn er diesen 20 Jahre später nicht mehr aktiv betreibt. Sodann verfügt er nach wie vor über
gute familiäre und kollegiale Kontakte
.
Dabei
reduzierten sich
seine
Treffen mit Kollegen
erst nach der Rentenaufhebung auf
«
selten
».
Hinweise für den Verzicht auf gewohnte Freizeitaktivitäten bestehen demnach nicht.
5.5.6
Zusammenfassend
läs
st sich somit auch anhand der Standardindi
katoren
gemäss
BGE
141 V 281 – und damit aus der Optik des Rechtsanwenders, welcher die ärztlichen Einschätzungen und Schlussfolgerungen auf ihre konkrete sozialver
sicherungsrechtliche Relevanz und Tragweite hin zu prüfen hat (vgl. BGE 141 V 281 E. 5.2, vorerwähntes Urteil 9C_106 /2015 E. 6.3) – keine für die Invaliden
versicherung
massgebliche
Arbeitsunfähigkeit
eruieren
.
Insofern erübrigen sich weitere Abklärungen wie das Einholen fremdanamnestischer Angaben bei nahe
stehenden Personen, weil
die Migräne-Attacken bisher nicht objektiviert werden konnten. Allein die
(«glaubhaften»)
subjektiven Angaben und die Verschreibung einer entsprechenden Medikation reichen nach der
dargelegten
Rechtsprechung
nämlich
nicht
aus
für die Anerkennung eines
invalidisierenden Leidens. G
emäss Wahrscheinlichkeitsrechnung
dürften zudem
nur
ca.
70
%
der Migräne-Attacken auf Arbeitstage entfallen, wobei diese nach Angaben des Beschwerdeführers auch nur zwei bis fünf Stunden andauern.
5.6
5.
6
.1
Das
vom Beschwerdeführer
bezüglich des
Handekzem
s
zitierte
Belastungsprofil
wurde
im Dezember 2002 vom Kreisarzt der Suva
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Chirurgie, erstellt. Abgesehen
vom fehlenden Facharzttitel
ist hervorzuheben, dass
l
etztlich
nur «repetitive» Arbeiten mit mehr als
2 bis 3 kg
,
Arbeiten mit nassen oder sehr trockenen heissen Bedingungen
sowie Arbeiten mit
Häm
mern/Spitzen/massive
n
Schläge
n
/Vibrationen
konkret
als nicht mehr möglich
bezeichnet wurden
.
Dementsprechend
attestierte
Dr.
J._
dem Beschwerdefüh
rer
eine
volle
Arbeitsunfähigkeit
nur für schwere Arbeiten
,
für alle übrigen Tätigkeiten
stellte er lediglich eine
geringfügige
Leistungseinbusse
fest
.
Der
Beschwerdeführer
hatte
Dr.
J._
damals
bereits
berichtet
, beim Arbeitsversuch in der
B._
mit bis zu 20 kg
getragen und danach
wieder Schnitte in den Händen gehabt
zu haben
(
Urk.
9/132/16 f.).
D
er
Kreisarzt
Dr.
med.
K._
, Facharzt für Innere Medizin und
Arbeitsmedizin,
hatte
schon
zuvor
im Dezember 2000
erklärt
,
dass
auch nach der [
künftig
] erhofften
B
esser
ung des Hautzustandes
mechanisch wenig belastende und chemisch nicht irritierende Tätigkeiten zugemutet werden
könnten
. Nicht geeig
net seien
Zementkontakte, aber auch
grobe und feuchte Arbeiten, da
der Beschwerdeführer konstitutionell eine empfindliche Haut aufweise
(
Urk.
9/32/16
1 f.
;
vgl. ferner auch
Urk.
9/32/185 und 9/32/180
).
5.6.
2
Dr.
med.
L._
,
der damals behandelnde
Facharzt für Dermatologie und Venerologie,
gab
dem Beschwerdeführer
in den
Jahren 2002/2003
das Salben
präparat
Protopic
ab, das
schnell
eine
gute Wirkung zeigte. Infolgedessen erach
tete er den Beschwerdeführer ab März 2003 aus dermatologischer Sicht ab sofort
wieder
als
sogar
für
«
jegliche
»
Arbeit arbeitsfähig (vgl.
Urk.
9/11/10).
In seinem vorhergehenden Bericht vom 2
7.
Juni 2001
erwähnte er neben dem
abgebroche
nen Arbeitsversuch
bei der
B._
,
dass
eine dominante psychosomatische Kom
p
onente
für
den Verlauf des Ekzemes
ausser Zweifel stehe. Als geeignet bezeich
nete er
schon
damals
jede Arbeit, die die mechanische und physikalische Belas
tung der Hände
«
nicht zu sehr strapaziere
»
(
Urk.
9/32/131).
5.6
.3
G
emäss den Beobachtungen
von
Dr.
Y._
verstärkte sich das Handekzem bei Aufnahme der jetzigen Tätigkeit
zunächst
trotz Handschuhen und konsequenter Pflege mit Salbe (
Urk.
9/27/2).
Bereits im Mai 2008 berichtete er jedoch, dass es unter dieser Tätigkeit (leichte Gartenarbeiten
in einem Pensum von etwas weniger als 50
%
) nicht zur Exazerbation des Handekzems gekommen sei (
Urk.
9/69/1).
Dies bestätigte er nochmals im Bericht vom 1
2.
April 2014 (
Urk.
9/87/3).
In
den letzten Jahren
erfolgte
aktenkundig
weder
eine fachärztliche oder medi
kamentöse Behandlung
des Handekzems
, noch w
u
rden von
Dr.
med.
H._
i
m Zusammenhang mit der von ihr gestellten Diagnose Zementekzem
konkrete
Beschwerden oder
sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkende
Einschränkungen
beschrieben
.
Im Bericht vom 29.
Mai 2018
(
Urk.
18/4)
erwähnte si
e
nicht einmal die
im
Winter
20
1
7 (
Urk.
9/141/64
und 9/126/4
) noch verschriebene
seifenfreie Waschlotion mit rückfettender und desinfizierender Wirkung (
Procutol
)
und
Fucidin
H Crème (
bereits damals ohne Angaben zur Häufigkeit der
Applikation).
5.6
.4
Schliesslich
wurde der Beschwerdeführer
im Jahr 2001 in der
C._
eingehend
beruflich abgeklärt
.
I
m Schlussbericht vom 1
1.
Juni 2001
wurde
festgestellt, dass
er
über gute
praktische Fähigkeiten verfüge
,
explizit
ohne Einschränkungen im mittel- oder feinmotorischen Bereic
h. Einzig das Arbeitstempo müss
e
noch
trainiert werden. Er habe je nachdem mit oder ohne Handschuhe gearbeitet, ohne da
s
s Probleme mit der rechten Hand auf
g
etreten seien
–
ausgenommen bei einer mechanisch belastenden manuellen Schleifarbeit im Holzbereich mit verstärkter Sta
ub
exposition.
Als nicht mehr zumutbar erachtet wurden
deshalb
nur die Hände stark belast
ende Tätigkeiten wie Bauarbeiten
.
In
mechanisch/chemisch nicht stärker belastenden auch manuellen Tätigkeiten, die in trockenem und «nicht extrem» staubigem Arbeits
milieu verrichtet
würden
, sei er ganztags einsetzbar gewesen, ohne dass es zu relevanten Zustandsverschlechterungen seitens des Handekzems gekommen sei
.
Ihm sei
dabei
die Möglichkeit für regelmässige Salbenappl
ikationen eingeräumt und er sei angewiesen
worden, vermehrt die linke Hand einzusetzen
(
Urk.
9/32/140
und 9/
32/144
).
Geeignet seien z.B. Kontroll- und Überwachungs
arbeiten (Fliessbandarbeit
,
Anlagen-
u
nd
Parkplatzüberwachung), Maschinen-
und A
utomatenbedienung
,
bestimmte
Chauffeurtätigkeiten
, leichtbelastende Tätigkeiten im Metall-/Montagebereich
(
Urk.
9
/32/142
und 9/32/144
).
5.6.5
Demnach wurden die Einschränkungen infolge des Handekzems bereits vor der Berentung eingehend sowohl medizinisch als auch seitens der beruflichen Fach
leute
abgeklärt und
zwar in Kenntnis des Arbeitsversuchs in der
B._
. D
ieses bereitet dem Beschwerdeführer
zudem
seit
langer
Zeit keine Probleme mehr
, wobei
Dr.
L._
bereits im März 2000
vorausgesagt
hatte, es sei fast sicher mit einer Spontanremission des Leidens zu rechnen (
Urk.
9/32/247)
. Damals ergab sich aus dermatologischer Sicht, dass schwere körperliche Arbeiten, allenfalls auch grobmanuelle, sowie Arbeiten im Nassen, in extrem trockener oder extrem staubiger Umgebung für den Beschwerdeführer nicht geeignet seien.
In ange
passter Tätigkeit erwies sich der Beschwerdeführer als ganztags arbeitsfähig.
Dass sich seine Haut seither verschlechtert hat,
wird vom Beschwerdeführer selbst nicht behauptet
. Als wesentlich wurde dannzumal zudem eine psychosomatische Komponente
beim Heilungsverlauf
gesehen. Dies bestätigt auch
die Tatsache,
dass die
nun seit Jahren vom Beschwerdeführer ausgeübte und zeitlich zunehmend ausgedehnte Tätigkeit (Gartenarbeiten, unter anderem Sträucher schneiden, Garage aufräumen, im Winter draussen Schnee
räumen, vgl.
Urk.
9/65/3, 9/65/6 und 9/141/33 f.) wohl nicht als besonders handschonend zu bezeichnen ist und dennoch keine
d
ermatologischen Komplikationen aktenkundig sind.
5.7
5.7.1
Schliesslich berichtete
Dr.
H._
erstmals im April 2008 ü
ber einen
linksbeton
te
n
Tinnit
us
, bestehend seit dem Jahr 200
4.
Dazu legte sie den Bericht der
M._
des
A._
, verfasst am
31
.
März 2006
von Prof.
Dr.
med.
N._
,
bei.
Demnach klagte der Beschwerdeführer seit einigen Jahren über ein zunehmendes Motorengeräusch in beiden Ohren, seit drei Monaten links akzentuiert mit neuer Pfeiftonkomponente. Das Geräusch sei vor allem nachts störend. Es bestünde
n
Einschlaf- und Durch
schlafstörungen. Tagsüber sei das linksseitige Ohrengeräusch ebenfalls erheblich störend. Diagnostiziert wurden ein knapp kompensierter idiopathischer Tinnitus
aurium
sowie der Verdacht auf eine zusätzliche lärmtraumatische
Tinnituskom
ponente
links. Als Therapie
bezeichnete Prof.
N._
in erster Linie eine optimale fachpsychiatrische Betreuung als opportun. Für ein aufwändiges Tinnitus-Management (
Tinnitus-
Retraining
-Therapie
,
Noiser
etc.)
seien die Voraussetzun
gen zurzeit nicht sehr günstig. Ebenso wenig für zusätzliche Medikamente oder gar eine
operative Mittelohrexploration.
Er bitte um erneute Zuweisung, s
oweit man aus fachpsychiatrischer Sicht vermehrt
otologisch
aktiv werden sollte (
Urk.
9/66/8).
Dem
Verlaufsb
ericht von
Dr.
H._
vom 2
8.
Februar 2017
ist
z
u entnehmen, dass
bei ansonsten unverändertem Gesundheitszustand
der Tinnitus leicht gebes
sert ha
be
(
Urk.
9/126/1).
Eine weitere Konsultation bei einem Hals-Nasen-Ohren-Spezialist erfolgte nicht
.
5.7.2
Der
bereits im Jahr 2006 als
kompensiert
und aus
otologischer
Sicht nicht als behandlungsbedürftig
beurteilte
Tinnitus
hat sich
also noch leicht
gebessert.
Im Übrigen dürften
auch
bei den
Gartenarbeiten
gewisse motorisierte Geräte, z.B. Rasenmäher oder Motorsäge, zum Einsatz kommen
. Dabei ist es dem Beschwer
deführer grundsätzlich
auch zumutbar, einen Lärmschutz zu tragen
.
Selbst wenn davon auszugehen ist, dass
sehr
lärmbelastete Arbeitsplätze nicht zu empfehlen
sind, bestehen bei einem
«
kompensierten
»
Tinnitus keine Anhaltspunkte für e
ine massgebliche Beeinträchtigung in der beruflichen Leistungsfähigkeit (wie auch im privaten Leben)
.
6.
Die Gutachter der
Z._
berücksichtigten
damit
alle
vorrangig
geklagten Beschwerden,
setzten sie sich mit den wesentlichen
Vorakten
auseinander
und
begründeten
ihre
Schlussfolgerungen nachvollziehbar
. Zudem erweist sich die gutachtliche
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit von 100
%
ab Januar 2009 respektive 80
%
ab September 2014
im R
ahmen der Standardindika
toren-Prüfung als plausibel.
Wie von den Gutachtern angedeutet,
ist
das
von ihnen definierte
zumutbare
Belastungsprofil (keine emotional belastende
n
Tätigkeiten oder solche mit «besonderem» Zeitdruck) aufgrund der in den
Vorakten
eingehend abgeklärten Handbeschwerden
dahingehend einzuschränken,
dass schwere körperliche
und
grobmanuelle
Arbeiten
sowie Arbeiten im Nassen, in extrem trockener
oder
extrem staubiger Umgebung für den Beschwerdeführer nicht geeignet
sind.
Eine
somatisch bedingte
Einschränkung der Leistungsfähigkeit in
zeitlicher Hinsicht
besteht nicht
, zumal der Beschwerdeführer in der beruflichen Abklärung (und
übrigens
auch in seiner jetzigen Tätigkeit
)
entsprechende Arbeiten
ohne Zunahme der Handbeschwerden ganztags ausführen konnte
.
Nicht empfehlenswert sind aufgrund der
Vorakten
wohl auch mit grossem Lärm verbundene (
subjektiver
Tinnitus) und
vermehrt
in gebückter Haltung (Kopfweh)
ausgeübte Tätigkeiten. Die seit Jahren
konstant
geringfügigen zusätzlichen Beschwerden erfordern kein dermatologisches oder
otologisches
Konsil
, zumal
in entsprechend angepassten Tätigkeiten in diesem
Zusammenhang keine Leistungseinbussen zu erwarten sind, die eine interdisziplinäre Diskussion erfordern würden.
7.
7.1
7.1.1
Wie eingangs erwähnt, brachten die Parteien
im Vergleich zum
Rückweisung
s
ent
scheid
keine neuen Argumente
in Bezug auf die Festsetzung der Vergleichsein
kommen
vor.
Für das ab Januar 2009 geltende
Valideneinkommen
von
Fr.
68'351.-- kann daher auf die Erwägung
en
4.4.3 und 4.4.4
i
m Rückweisungs
entscheid vom 28.
Oktober 2016 verwiesen werden (
Urk.
9/116/11 ff.). Nachdem nun feststeht, dass der Beschwerdeführer ab
jenem
Zeitpunkt in einer angepassten Tätigkeit voll arbeitsfähig gewesen wäre, ist
das
Invalideneinkommen nicht
anhand des damals
effektiv
erzielte
n
Verdienst
es
, sondern
anhand
ein
es
Tabel
lenlohn
es
festzulegen
.
Einerseits schöpfte er mit seiner damaligen Tätigkeit seine Arbeitsfähigkeit, vor allem in den Wintermonaten, nicht aus. Anderseits wurde zu seinen Gunsten
schon
im Rückweisungsentscheid e
rörtert,
dass unklar ist
, inwiefern das aktuelle
Einkommen eine
n
Anteil Soziallohn enthält
(Erwägung 4.5.3 im Rückweisungsentscheid,
Urk.
9/116/1
5
f.)
und ob das
Tätigkeitsprofil dem zumutbaren Belastungsprofil
entspricht
(Erwägung 5.5.4 im Rückweisungs
entscheid,
Urk.
9/116/
24
)
. Es kann deshalb nicht unbesehen
auf ein Vollzeitpen
sum
hochgerechnet werden. Wir
d
dem Invalideneinkommen die Schweizerische Lohnstrukturerhebung (LSE) des Jahres 2008, Tabelle TA1, Ziffer 1-93, Anforde
rungsniveau 4 für Männer zugrunde gelegt, ergibt sich für ein Vollzeitpensum unter Berücksichtigung der betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.6 Stunden ein Betrag von
Fr.
59’979.-- (=
Fr.
4'806.
-- :
40 x 41.6 x 12).
Der Inva
liditätsgrad betrug demnach zwischen Januar 2009 und September 2014
rund
12
%
.
7.1.2
Zur Berechnung des ab Oktober 2014 gelt
enden
Valideneinkommens
von Fr.
70'706.-- ist auf Erwägung 4.5
.
2 im Rückweisungsentscheid zu verweisen (
Urk.
9/116/
14 f
.). Das Invalideneinkommen ist für das
gemäss aktueller Begut
achtung
zumutbar
e
80%-Arbeitspensum gestützt auf die LSE 2012, Tabelle T1_skill_level, Ziffer 5-96, Kompetenzniveau 1 für Männer unter Berücksich
tigung der betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden sowie der Nominallohnentwicklung für Männer auf
Fr.
53'524.
--
festzusetzen
(vgl. Erwägung 4.5.3 im Rückweisungsentscheid). Es resultiert ein Invaliditätsgrad von 2
4
%
.
7.
2
7.2.1
Am Ergebnis eines nicht
rentenbegründenden Invaliditätsgrades würde sich
für beide Zeiträume
bei weitem
nichts ändern, würde
jeweils auf den der Nomi
nal
lohnentwicklung angepassten
Höchstlohn
bei der
O._
,
erzielt
im Jahr 1998
,
abgestellt (vgl. E. 4.4.5 und 4.5.2 im Rückweisungsentscheid: ab Januar 2009
Fr.
72'365.-- und ab Oktober 2014
Fr.
74'858.--
).
7.2.2
Mit Bezug auf den leidensbedingten Abzug ist zu beachten, dass das medizinische Anforderungs- und Belastungsprofil eine zum zeitlich zumutbaren Arbeitspen
sum tretende qualitative oder quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit darstellt, wodurch in erster Linie das Spektrum der erwerblichen Tätigkeiten (weiter) eingegrenzt wird,
di
e unter Berücksichtigung der Fähigkeiten, Ausbil
dung und Berufserfahrung der versicherten Person
realistischerweise
noch in Frage kommen. Davon zu unterscheiden ist die Frage, ob mit Bezug auf eine konkret in Betracht fallende Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage ver
glichen mit einem gesunden Mitbewerber nur bei Inkaufnahme einer Lohnein
busse reale Chancen für eine Anstellung bestehen (Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3.1.1 mit Hinweisen).
Ist von einem genü
gend breiten Spektrum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten auszugehen, kön
nen unter dem Titel
«
leidensbedingter Abzug
»
grundsätzlich nur Umstände berücksichtigt werden, die auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) als ausserordentlich zu bezeichnen sind (
Urteil des Bundesgerichts 9C_366/2015 vom 22. September 2015 E. 4.3.1 mit Hinweisen;
vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_826/201
5 vom 13. April 2016 E. 3.2.1).
Eine psychisch bedingt verstärkte Rücksichtnahme seitens Vorgesetzter und Arbeitskollegen kann nach der Gerichtspraxis in der Regel nicht als eigenstän
diger Abzugsgrund anerkannt werden (Urteil des Bundesgerichts 9C_366/2015 E. 4.3.1 mit Hinweisen), ebenso wenig etwa das Risiko von vermehrten gesund
heitlichen Absenzen, ein grösserer Betreuungsaufwand oder weniger Flexibilität, was das Leisten von Überstunden etwa bei Ve
rhinderung eines Mitarbeiters
betrifft (Urteile des Bundesgerichts 9C_437/2015 vom 30. November 2015 E. 2.4; 8C_712/2012 vom 30. November 2012 E. 4.2.1 und 9C_708/2009 vom 19. November 2009 E. 2.3.2; vgl. Urteil des
Bundesgerichts 8C_146/2017 vom 7. Juli 2017 E. 5.2.2
).
Die gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, weiterhin kör
perlich schwere Arbeit zu verrichten, führt
ebenfalls
nicht automatisch zu einer V
erminderung
des hypothetischen Invalidenlohns. Vielmehr ist der Umstand allein, dass nur mehr leichte bis mittelschwere Arbeiten zumutbar sind, auch bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit kein Grund für einen zusätzlichen leidensbe
dingten Abzug, weil
der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 (bis LSE 2010 Anforderungsniveau 4) bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.4.2 unter Hinweis auf 9C_455/2013 vom 4. Oktober 2013 E. 4.4 und 9C_386/2012 vom 18. September 2012 E. 5.2).
Ein leidensbedingter Abzug
für vereinzelte kopfschmerzbedingte Ausfälle und das
in E. 6
zusammengefasste Belastungsprofil ist
in einer Gesamtschau
diskutabel
.
Unter
den vorstehenden Gesichtspunkten
kann aber kein s
ehr hohe
r
(und nur ein solcher wäre vorl
iegend überhaupt rentenrelevant
) Abzug
gewährt werden
. Einerseits steht dem
Beschwerdeführer
trotz der Handbeschwerden
ein grosses Spektrum an Hilfstätigkeiten offen
, wobei er sich
auch
a
l
s handwerklich geschickt
erwies
(vgl.
E. 5.6.4
)
. Andererseits
sind
die in der Begutachtung a
ngegebene Häufigkeit
und Dauer der
ganz schlimmen Kopfbeschwerden
relativ gering
. An dieser Stelle ist nochmals darauf hinzuweisen, dass die psychiatrische und
die
Kopfschmerzbehandlung bei Bedarf noch
stark intensiviert werden können.
7.
3
Abschliessend
ist anzumerken
, dass der Beschwerdeführer in den Jahren 2010 bis 2013 bereits bewiesen hat, dass er ein rentenausschliessendes Einkommen erzie
len kann
. Aufgrund des Gutachtens der
Z._
steht nun fest,
dass er
hierbei
nicht
über das ihm Zumutbare hinaus arbeitete. E
in gleiches bzw. leicht höheres Arbeitspensum in
dieser
Tätigkeit
traut er sich
denn auch
nach wie vor
zu
und
ist
offenbar
(
erneut oder immer noch
)
für drei Arbeitgeber tätig (vgl
.
Urk.
9/120 und 9/141/45).
Im Übrigen
lässt sich das im Winter im Vergleich zum Sommer viel tiefere Einkommen
nicht gesundheitlich, sondern
einzig mit den
Schwankun
gen bei den
saisonal bedingten Arbeiten begründen
.
8.
Zusammenfassend ist also nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin mit der angefochtenen Verfügung einen Rentenanspruch ab Januar 2009 verneint bzw. die Rente rückwirkend auf diesen Zeitpunkt
aufgehoben hat
.
Die Beschwerde ist folglich abzuweisen.
9.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.-- bis Fr. 1‘000.-- festzulegen
(
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
600.-- festzusetzen.
Die Kosten sind entsprechend dem Verfahrensausgang
dem Beschwerdeführer aufzuer
legen
.