Decision ID: fafe35a4-561b-430e-a5bc-2f6ff0a654f3
Year: 2012
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Ehescheidung (Unterhalt, Güterrecht), Kosten- und 
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im ordentlichen Verfahren am Bezirksgericht Pfäffikon vom 21. Dezember 2011 (FE100068)
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Rechtsbegehren: (Urk. 151 S. 2)
"Der Klägerin vor Vorinstanz (Urk. 75 S. 1, Urk. 118 und 123): 1. Es sei die Ehe der Parteien zu scheiden. 2. Es sei der Beklagte zu verpflichten, für solange, als er Anspruch darauf
hat, die durch ihn von seiner Ausgleichskasse (C._) für den Sohn D._ bezogene IV-Rente an diesen weiterzuleiten.
3. Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin im Zuge der  Auseinandersetzung die Liegenschaft zu alleinigem Eigentum zu übertragen und Fr. 16'000.– zu bezahlen.
4. Es sei der Beklagte zu verpflichten, der Klägerin folgende, monatlich zum voraus zahlbaren nachehelichen Unterhaltsbeiträge zu entrichten:
- ab Rechtskraft bis Ende Mai 2012 Fr. 2'100.– - ab Juni 2012 bis Juli 2018 Fr. 1'900.– - ab August 2018 lebenslänglich Fr. 1'550.–. Gerichtsübliche Indexierung dieses Unterhaltsbeitrages. 5. Es sei der Beklagte zu verpflichten, der Klägerin zufolge Unmöglichkeit
der Teilung seiner BVG-Austrittsleistung gestützt auf Art. 124 ZGB eine angemessene Entschädigung bzw. Rente zu bezahlen.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Beklagten.  sei der Klägerin für den vom Beklagten verursachten Mehraufwand  zusätzliche Prozessentschädigung in der Höhe von Fr. 6'000.– .
Des Beklagten vor Vorinstanz (Urk. 78 und 127, sinngemäss) 1. Die eheliche Liegenschaft bleibt weiterhin im Miteigentum beider Par-
teien. Nach Abschluss der Ausbildung und der Rekrutenschule von D._ sei die Liegenschaft zu versteigern und der Erlös hälftig unter den Parteien aufzuteilen.
2. Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin Fr. 200.– pro Monat als nachehelichen Unterhalt zu bezahlen.
3. Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin eine einmalige Abfindung in der Höhe von Fr. 20'000.– zu bezahlen."
Urteil des Einzelgerichts am Bezirksgericht Pfäffikon: (Urk. 151 S. 26 ff.)
"1. Die Ehe der Parteien wird geschieden.
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2. Der Beklagte wird verpflichtet, für solange, als er Anspruch darauf hat, die durch ihn von
seiner Ausgleichskasse (C._) für den Sohn D._ bezogene IV-Rente an diesen
weiterzuleiten.
3. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin ab Rechtskraft des Scheidungsurteils monatlich
folgende Unterhaltsbeiträge zu bezahlen, zahlbar je monatlich im Voraus:
- bis Mai 2012 Fr. 2'100.–,
- Juni 2012 bis Juli 2018 Fr. 1'900.–,
- ab August 2018 lebenslänglich Fr. 1'550.–.
4. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Ziff. 3 basieren auf dem Landesindex der Konsumentenprei-
se des Bundesamtes für Statistik vom November 2011 von 99.4 Punkten (Basis Dezember
2010 = 100 Punkte). Der Unterhaltsbeitrag wird jeweils auf den ersten Januar, erstmals auf
den 1. Januar 2013, nach Massgabe des Indexstandes per November des vorangegange-
nen Jahres nach folgender Formel angepasst:
neuer Unterhaltsbeitrag = ursprünglicher Unterhaltsbeitrag x neuer Index
ursprünglicher Index
Erhöht sich das Einkommen des Gesuchstellers nicht entsprechend der Indexsteigerung, so
erfolgt eine Anpassung höchstens insoweit, als das Einkommen des Gesuchstellers steigt.
Die Nichtübereinstimmung der Entwicklung des Indexstandes mit derjenigen seines Ein-
kommens hat der Gesuchsteller zu beweisen.
5. Das Grundbuchamt E._ wird gestützt auf Art. 18 GBV angewiesen, folgendes Grund-
stück mit sämtlichen Rechten und Pflichten ins Alleineigentum der Klägerin zu übertragen:
Gemeinde F._: Grundbuch Blatt ..., Liegenschaft, Kataster Nr. .., ..., Plan Nr. 10.
6. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin eine güterrechtliche Ausgleichszahlung von
Fr. 16'000.– zu bezahlen, zahlbar innert 30 Tagen ab Rechtskraft des Urteils.
7. Die Entscheidgebühr (Pauschalgebühr) wird festgesetzt auf Fr. 18'000.–. Die Kosten für das
Gutachten betragen Fr. 900.--.
8. Die Gerichtskosten werden vollumfänglich dem Beklagten auferlegt.
9. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin eine Parteientschädigung von Fr. 24'000.– (inkl.
Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
10. (Schriftliche Mitteilung)
11. (Rechtsmittelbelehrung)."
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Berufungsanträge:
des Berufungsklägers (sinngemäss Urk. 149 und Urk. 152):
1. Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin Fr. 1'900.– pro Monat als
nachehelichen Unterhalt bis Juli 2018 zu bezahlen. Ab Eintritt des  ins AHV-Rentenalter sei er zu verpflichten, der Klägerin Fr. 200.– pro Monat als nachehelichen Unterhalt sowie eine einmalige Abfindung von Fr. 20'000.– zu bezahlen.
2. Es seien die Gerichtskosten zu reduzieren. 3. Es seien die vorinstanzlichen Gerichtskosten und die Kosten für das
Gutachten der Berufungsbeklagten aufzuerlegen oder aufzuteilen, wie dies in einem Scheidungsverfahren üblich sei.
4. Dispositivziffer 8 sei aufzuheben und es sei der Berufungsbeklagten keine Prozessentschädigung zuzusprechen.
5. Die eheliche Liegenschaft bleibt weiterhin im Miteigentum der Parteien. Nach Abschluss der Ausbildung und Rekrutenschule von D._ sei die Liegenschaft zu versteigern und der Erlös hälftig unter den Parteien aufzuteilen. Die güterrechtliche Ausgleichszahlung von CHF 16'000.– sei zu annullieren.

Erwägungen:
1. Mit Eingabe vom 4. Juni 2010 reichte die Berufungsbeklagte und Klä-
gerin (fortan Klägerin) das Scheidungsbegehren mit Weisung vor Vorinstanz ein
(Urk. 1; Urk. 3). Nachdem sich der Berufungskläger und Beklagte (fortan Beklag-
ter) weigerte, mit dem von der Vorinstanz bestellten Rechtsvertreter zu kooperie-
ren, fand schliesslich die Hauptverhandlung nach mehrmaligem Verschieben am
20. April 2011 statt (Urk. 25; Urk. 27; Urk. 42; Urk. 45; Urk. 53/1; Urk. 57-58). An
dieser erschienen beide Parteien persönlich; die Klägerin in Begleitung ihres
Rechtsvertreters (Prot. I S. 11). Zwischenzeitlich hatten die Parteien – teilweise
nach mehrmaliger Aufforderung seitens des Gerichts – Unterlagen zu ihren finan-
ziellen Verhältnissen eingereicht (Urk. 151 S. 4 ff.). Anlässlich der Verhandlung
vom 20. April 2011 erklärten sich die Parteien mit der Schätzung der Liegenschaft
durch das Gericht einverstanden (Prot. I S. 15), welche sodann vorgenommen
wurde (Prot. I S. 16 f.; Urk. 79; Urk. 89; Urk. 94). Nach Eingang der Verkehrswert-
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schätzung fand die Fortsetzung der Hauptverhandlung am 9. November 2011
statt (Prot. I S. 22). Mit Datum vom 21. Dezember 2011 erging das vorinstanzliche
Urteil (Urk. 150), wogegen der Beklagte mit Schreiben vom 8. Januar 2012, ein-
gegangen am 9. Januar 2012, innert Frist Berufung erhob (Urk. 149). Nachdem
sich der klägerische Rechtsvertreter mit dem Ersuchen um Berichtigung des Dis-
positivs (wonach das Urteilsdispositiv im Sinne der Erwägungen in V.6 zu ergän-
zen sei, Urk. 133) an die Vorinstanz gewandt hatte, und dem Beklagten Gelegen-
heit zur diesbezüglichen Stellungnahme gegeben worden war (Urk. 134, welche
er mit Schreiben vom 24. Januar 2012 wahrnahm, Urk. 136), wurde das berichtig-
te Urteil am 8. Februar 2012 versandt (Urk. 151). Hiergegen erhob der Beklagte
mit Schreiben vom 7. März 2012, eingegangen am 8. März 2012, erneut fristge-
recht Berufung (Urk. 152). Die Klägerin hat keine Berufung erhoben.
2. a) Am 1. Januar 2011 ist die eidgenössische Zivilprozessordnung
vom 19. Dezember 2008 in Kraft getreten (Zivilprozessordnung [ZPO]; SR 272).
Das vorliegende Rechtsmittelverfahren wurde nachher eingeleitet, sodass dies-
bezüglich das neue Verfahrensrecht gilt. Das vorinstanzliche Verfahren unter-
stand dem alten Recht (Art. 404 ZPO), weshalb der Entscheid materiell nach al-
tem Verfahrensrecht (ZPO/ZH, GVG/ZH) zu prüfen ist.
b) Ebenfalls am 1. Januar 2011 ist die Gebührenverordnung des Oberge-
richts vom 8. September 2010 in Kraft getreten (GebV OG; LS 211.11). Als Folge
dessen, dass für die Beurteilung der Kostenhöhe und der Kostenverteilung das
bisherige Verfahrensrecht gilt, ist diesbezüglich weiterhin die Verordnung des
Obergerichts über die Gerichtsgebühren vom 4. April 2007 (GerGebV) anwendbar
(§ 23 GebV OG). Für das Berufungsverfahren gilt indes infolge der Anwendbarkeit
des neuen Verfahrensrechts die Gebührenverordnung des Obergerichts vom
8. September 2010 (§ 22 GebV OG).
c) Ebenso ist am 1. Januar 2011 die Anwaltsgebührenverordnung des
Obergerichts vom 8. September 2010 in Kraft getreten (AnwGebV; LS 215.3).
Gemäss § 25 der AnwGebV ist jedoch auf Verfahren, auf welche nach wie vor
das kantonale Prozessrecht anwendbar ist, die Anwaltsgebührenverordnung vom
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21. Juni 2006 anzuwenden. Damit war auf das vorinstanzliche Verfahren letztere
anwendbar.
3. Zwar hat der Beklagte vorliegend bereits gegen das unberichtigte Urteil
Berufung erhoben, doch hat diese auch gegen das berichtigte Urteil zu gelten,
zumal sich der Beklagte in seiner Berufungsschrift vom 8. Januar 2012 gegen die
Zuteilung der Liegenschaft an die Klägerin und damit sinngemäss auch gegen die
damit verbundene Ausgleichszahlung in der Höhe von Fr. 16'000.– stellte. Dies
hat er denn auch in seiner Berufungsschrift vom 7. März 2012 mit Bezug auf die
ihm mit berichtigtem Dispositiv auferlegte Zahlung von Fr. 16'000.– präzisiert
(Urk. 149, vgl. auch Urk. 136; Urk. 152).
4. Da sich die Berufung sogleich als offensichtlich unbegründet erweist,
kann davon abgesehen werden, eine Berufungsantwort der Klägerin einzuholen
(Art. 312 Abs. 1 ZPO).
5. Nachdem die Klägerin auf die Erhebung der Berufung verzichtet hat, ist
davon Vormerk zu nehmen, dass das berichtigte Urteil der Vorinstanz vom
21. Dezember 2011 nach Ablauf der Rechtmittelfrist am 13. März 2012 in den
nicht angefochtenen Punkten (Dispositivziffern 1 und 2) in Rechtskraft erwachsen
ist.
6. Vorliegend sind einerseits die Unterhaltsbeiträge und die güterrechtli-
che Auseinandersetzung sowie andererseits die Kosten- und Entschädigungsfol-
gen umstritten.
6.1 a) Hinsichtlich Unterhaltsberechnung moniert der Beklagte, dass die
Erhöhung der Unterhaltsbeiträge von Fr. 1'900.– pro Monat auf Fr. 2'100.– völlig
unbegründet und ungerechtfertigt sei, da sich seine Einnahmen nicht erhöht hät-
ten. Dementsprechend gebe es auch keinen Grund, die Unterhaltsbeiträge zu er-
höhen. Die Klägerin verfüge nach Eintritt in das AHV-Alter über mehr Mittel. Damit
habe es bei den Unterhaltsbeiträgen von Fr. 1'900.– pro Monat bis Juli 2018 zu
bleiben (Urk. 149 Ziff. 1; Urk. 152 Ziff. 3). Nach Juli 2018 beantragt er die Reduk-
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tion der Unterhaltsbeiträge auf Fr. 200.– pro Monat sowie eine einmalige Abfin-
dung von Fr. 20'000.– (Urk. 152 S. 9 Ziff. 9 Abs. 2).
b) Gemäss Eheschutzverfügung vom 14. November 2007 war der Beklag-
te verpflichtet worden, der Klägerin für sie persönlich Fr. 1'933.– pro Monat an
Unterhalt zu bezahlen (Urk. 5/47, Ziff. 6 der Vereinbarung). Damals erfolgte die
Unterhaltsberechnung unter Berücksichtigung der minderjährigen Kinder, was neu
im Scheidungsverfahren entfiel. Ebenso unterschieden sich die Einkommen der
Parteien (Urk. 5/43 im Vgl. zu Urk. 151 S. 10 f.). Inwiefern die nun vorgenommene
Bedarfsberechnung der Parteien, das von der Vorinstanz jeweils angenommene
Einkommen der Parteien und die der Unterhaltsberechnung zugrunde gelegte Be-
rechnungsmethode nicht zutreffen sollten, bringt der Beklagte nicht vor. Damit ist
der Antrag auf Reduktion der Unterhaltsbeiträge mangels Substantiierung abzu-
weisen.
6.2 a) In Bezug auf die güterrechtliche Auseinandersetzung bringt der
Beklagte vor, dass es realitätsfremd sei anzunehmen, dass der Sohn D._
auch nach Abschluss seiner Ausbildung weiterhin bei seiner Mutter wohnen wer-
de, stehe er doch schon seit längerer Zeit in einer stabilen Beziehung. Es wider-
spreche allen Argumenten, dass die Klägerin das Haus alleine weiter bewohnen
werde. Es sei nicht einzusehen, wieso ein grosses Einfamilienhaus einer allein-
stehenden Person zugesprochen und nicht an eine Familie mit Kindern weiterge-
geben werde (Urk. 149 Ziff. 5). Entsprechend sei auch die güterrechtliche Aus-
gleichszahlung von Fr. 16'000.– unbegründet und zu annullieren (Urk. 152 Ziff. 6).
b) Zur Vermeidung unnötiger Wiederholung kann in Bezug auf die Vo-
raussetzungen zur Rücknahme von Vermögenswerten und Regelung der Schul-
den gemäss Art. 205 ZGB auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz ver-
wiesen werden (Urk. 151 S. 21 f. Erw. V.3). Einigen sich die Parteien nicht über
die Zuteilung oder den Verkauf einer im Miteigentum stehenden Liegenschaft, so
kann diese demjenigen Ehegatten zugeteilt werden, der ein überwiegendes Inte-
resse an der Liegenschaft nachweist (Art. 205 Abs. 2 ZGB). Die Vorinstanz be-
gründete denn auch dementsprechend die Zuteilung der Liegenschaft an die Klä-
gerin mit deren überwiegendem Interesse, da sie unbestrittenermassen mit dem
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gemeinsamen Sohn D._ in der Liegenschaft wohne und in der Nähe von
F._ arbeite. Dagegen wohne der Beklagte in G._ und führe keine Grün-
de an, die gegen eine Zuweisung der Liegenschaft an die Klägerin sprechen wür-
den. Er habe nicht einmal dargelegt, warum er nicht wolle, dass die Klägerin die
Liegenschaft zu Alleineigentum zugesprochen erhalte, geschweige denn Gründe
genannt, warum diese zu versteigern sei (Urk. 151 S. 22). Der Beklagte bringt
auch im Berufungsverfahren nichts vor, was gegen die Zuteilung der Liegenschaft
an die Klägerin sprechen würde. Insbesondere bringt er nicht vor, dass die Lie-
genschaft ihm zuzuteilen sei. Allein die Tatsache, dass der Sohn D._ eines
Tages aus der Liegenschaft in F._ ausziehen wird und damit die Klägerin al-
leine im Einfamilienhaus wohnen bleibt, spricht nicht gegen die Zuteilung an sie.
Im Übrigen findet der geltend gemachte Grund, wonach eine grosse Liegenschaft
einer Familie mit Kindern zuzuteilen sei, im Gesetz keine Stütze, da das Allge-
meininteresse kein Zuteilungskriterium darstellt. Dementsprechend ist das Vorge-
hen der Vorinstanz nicht zu beanstanden und der diesbezügliche Antrag ist ab-
zuweisen.
c) Weiter beanstandet der Beklagte auch die Vorschlagsberechnung der
Vorinstanz nicht, so dass es – diesem Ergebnis folgend – bei der güterrechtlichen
Ausgleichszahlung von Fr. 16'000.– bleibt.
6.3 a) In Bezug auf die Höhe der Gerichtskosten bringt der Beklagte le-
diglich vor, dass diese aus der Luft gegriffen seien und jeglicher Norm widerspre-
chen würde. Er habe mehrmals auf einvernehmlichem Wege die Scheidung re-
geln wollen. Leider sei er aber sowohl vom klägerischen Rechtsvertreter als auch
von der Klägerin als Schwindler abgetan worden, ohne dass je ein Beweis dazu
vorgelegt worden sei. Er anerkenne die Gerichtskosten nicht (Urk. 149 Ziff. 2;
Urk. 152 Ziff. 7).
b) Der Beklagte versäumt es, einen konkreten Antrag zu stellen, auf wel-
che Höhe die Gerichtskosten festzusetzen wären. Da jedoch Anträge auf Geldfor-
derungen zu beziffern sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 15.1.2010, E. 1.1.
5A_797/2009), ist auf diesen Antrag nicht einzutreten, ohne dass eine Nachfrist
anzusetzen wäre (Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, Kommentar ZPO,
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N 34 f. zu Art. 311 ZPO). Im Übrigen wäre auch dieser Einwand abzuweisen,
selbst wenn darauf eingetreten würde, hat doch die Vorinstanz die Gerichtsge-
bühr zutreffend nach den gemäss § 23 GebV OG in diesem Verfahren geltenden
Bestimmungen der Gebührenverordnung des Obergerichts vom 4. April 2007
festgesetzt (Urk. 151 S. 25). Inwiefern diese Ausführungen nicht zutreffen, bringt
der Beklagte denn auch nicht vor. Damit würde es bei der von der Vorinstanz
festgesetzten Gebühr bleiben, wenn auf diesen Punkt eingetreten würde.
6.4 a) Hinsichtlich Kostenauflage beantragt der Beklagte einerseits,
dass sowohl die Gerichtskosten als auch die Kosten des Gutachtens der Klägerin
aufzuerlegen seien, da er nie eine Schätzung des Hauses, sondern von Anfang
an den Verkauf bzw. die Versteigerung der Liegenschaft beantragt habe (Urk. 149
Ziff. 3; Urk. 152 Ziff. 7). Andererseits beantragt er, dass die Gerichtskosten aufge-
teilt würden, wie dies in einem Scheidungsverfahren üblich sei. Er werde sicher-
lich nie die gesamten Gerichtskosten übernehmen.
b) Wie von der Vorinstanz zu Recht ausgeführt, richtet sich die Verteilung
der Kosten nach Obsiegen und Unterliegen und nicht danach, wer den Antrag für
eine Verkehrswertschätzung gestellt hat (Im Übrigen ist die Behauptung des Be-
klagten, wonach der nie eine Schätzung der Liegenschaft beantragt habe, akten-
widrig [vgl. Prot. I S. 15 und das Schreiben des Beklagten vom 23. Mai 2011, Urk.
81].). Sodann besteht keine gesetzliche Regelung, wonach Kosten im Schei-
dungsverfahren stets nach einem gleichen Verteilschlüssel aufzuteilen bzw. ent-
sprechend jeweils hälftig zu teilen wären. Ebenso wenig spielt dabei eine Rolle,
ob vorgängig versucht worden ist, eine einvernehmliche Lösung zu finden oder
nicht. Die Kostenpflicht ist keine Strafe oder Schadenersatzpflicht für ein Ver-
schulden einer Partei (ZR 72 Nr. 16). Der Beklagte bringt denn auch nicht vor, die
Ausführungen der Vorinstanz, wonach die Klägerin sowohl hinsichtlich der Unter-
haltsfrage als auch hinsichtlich der güterrechtlichen Auseinandersetzung obsiegt
habe, seien nicht zutreffend. Entsprechend geht auch diese Einwendung fehl und
es bleibt der vorinstanzlichen Kostenauflage an den Beklagten.
6.5 a) Weiter führt der Beklagte an, dass auch die Anwaltskosten jede
Partei selber zu tragen habe (Urk. 152 Ziff. 8).
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b) Diese unter Ziffer 6.4 b vorgenannten Grundsätze gelten auch in Bezug
auf die Entschädigung an die Gegenpartei. So hat jede Partei in der Regel die
Gegenpartei im gleichen Verhältnis für aussergerichtliche Kosten und Umtriebe zu
entschädigen, wie ihr Kosten auferlegt werden (§ 68 Abs. 1 ZPO/ZH i.V.m. § 64
Abs. 2 ZPO/ZH). Der Beklagte bringt auch diesbezüglich nichts konkretes vor, so
dass auch dieser Antrag abzuweisen ist.
6.6 Schliesslich stellt sich der Beklagte gegen die Höhe der ihm auferleg-
ten Prozessentschädigung von Fr. 24'000.– und führt an, dass diese jeglicher
Grundlage entbehre und völlig aus der Luft gegriffen sei (Urk. 149 Ziff. 4; Urk. 152
Ziff. 9), ohne jedoch eine konkreten Antrag zu stellen. Mit Hinweis auf die voran-
gehenden Ausführungen unter Ziffer 6.3 b ist auf diesen Antrag mangels Beziffe-
rung nicht einzutreten. Selbst wenn aber darauf eingetreten würde, wäre der An-
trag abzuweisen: Entgegen der Ansicht des Beklagten hat die Vorinstanz die Hö-
he der Prozessentschädigung gestützt auf die gemäss § 25 AnwGebV vorliegend
anzuwendende Verordnung über die Anwaltsgebühren des Obergerichts vom
21. Juni 2006 festgesetzt (Urk. 151 S. 25 f.). Sodann fehlt auch eine entspre-
chende Auseinandersetzung mit der von der Vorinstanz vorgenommenen Bemes-
sung, weshalb dieser Antrag mangels Substantiierung abzuweisen wäre, würde
auf diesen Antrag eingetreten.
6.7 Dementsprechend ist die Berufung abzuweisen, soweit darauf einzutre-
ten ist.
7.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beklagten
aufzuerlegen (Art. 103 ZPO i.V.m. Art. 106 Abs. 1 ZPO). Die zweitinstanzliche
Gerichtsgebühr ist in Anwendung von § 12 in Verbindung mit § 5 Abs. 1 GebV OG
auf Fr. 1'500.– festzusetzen.
7.2 Mangels Umtrieben ist der Klägerin für das Berufungsverfahren keine
Parteientschädigung zuzusprechen.
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