Decision ID: 6bf92a82-df38-5999-aa46-30df483acb18
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer suchte am 26. Juni 2020 in der Schweiz um Asyl
nach.
Anlässlich der Personalienaufnahme (BA) vom 2. Juli 2020 und der Befra-
gung nach Art. 29 Abs. 3 AsylG vom 21. September 2020 im Bundesasyl-
zentrum (Baz) Zürich gab der Beschwerdeführer unter anderem an, ethni-
scher Roma, der serbischen B._ zugehörig, und in C._ ge-
boren zu sein. Er sei von einer alleinerziehenden Mutter aufgezogen wor-
den, die ihn im Kindesalter seiner Grossmutter und seinem Onkel mütterli-
cherseits übergeben habe, da sie zu ihrem neuen Lebenspartner nach Ös-
terreich gereist sei. Später habe er als Händler auf dem Obst- und Gemü-
semarkt gearbeitet und sich unter anderem in Bosnien, Montenegro, Frank-
reich und Italien aufgehalten. Er habe geheiratet und mit seiner Ehefrau
Frau vier Kinder gezeugt. Seine Ehefrau habe ihn verlassen und die Kinder
nach Italien mitgenommen. Er sei ihr nach Italien gefolgt, habe sie dort
jedoch nicht auffinden können. Die italienischen Behörden hätten ihn an-
gehalten und nach Serbien weggewiesen. Er sei sodann in der Folge mit
Hilfe eines Schleppers nach Serbien zurückgekehrt, da er keine heimatli-
chen Ausweise gehabt habe und keine habe beschaffen können.
B.
Am 2. Oktober 2020 führte eine sachverständige Person im Auftrag der
Fachstelle LINGUA mittels eines 50-minütigen Telefongesprächs mit dem
Beschwerdeführer einen Test für die Evaluation seines Alltagswissens und
für die linguistische Analyse des Sprachgebrauchs durch. In der LINGUA-
Analyse vom 17. November 2020 wurde festgestellt, dass der Beschwer-
deführer eindeutig aus einem Roma-Milieu der serbischen B._ so-
zialisiert worden sei.
C.
Im Rahmen der Anhörung vom 30. November 2020 machte der Beschwer-
deführer im Weiteren geltend, in Serbien von unbekannten Personen ver-
prügelt worden zu sein, da er im Krieg keinen Militärdienst geleistet habe.
Da er seiner Militärpflicht nicht nachgekommen sei, hätten die serbischen
Behörden ihm die Identitätskarte weggenommen und keine neuen Aus-
weispapiere mehr ausgestellt. Er habe seither keine Identitätsdokumente
mehr besessen, was das Leben für ihn äusserst schwierig gestaltet habe.
Er könne weder eine Arbeit finden noch das öffentliche Gesundheitssystem
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in Anspruch nehmen. So habe er schliesslich beschlossen, in einem ande-
ren Land eine neue und sicherere Zukunft aufzubauen.
D.
Am 1. Dezember 2020 wurde der Beschwerdeführer dem erweiterten Ver-
fahren zugeteilt.
E.
Mit Verfügung vom 16. August 2021 (Eröffnung am 18. August 2021) stellte
das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft
nicht, lehnte sein Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der
Schweiz und beauftragte den Kanton Schaffhausen mit dem Vollzug.
F.
Mit Eingabe seiner Rechtsvertretung vom 10. September 2021 erhob der
Beschwerdeführer gegen diesen Entscheid Beschwerde. Es wurde die Auf-
hebung der angefochtenen Verfügung, die Feststellung der Flüchtlingsei-
genschaft und die Asylgewährung beantragt. Eventualiter sei der Be-
schwerdeführer als Flüchtling, subeventualiter wegen Unzulässigkeit be-
ziehungsweise Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs vorläufig aufzu-
nehmen. Subsubeventualiter sei die Sache zur hinreichenden Abklärung
des rechtserheblichen Sachverhaltes an die Vorinstanz zurückzuweisen.
Zudem sei die Beschwerde zusammen mit dem hängigen Gesuch um An-
erkennung der Staatenlosigkeit zu behandeln beziehungsweise sei dieses
Gesuch bei der Prüfung zu berücksichtigen. Es sei auf die Erhebung eines
Kostenvorschusses zu verzichten und die unentgeltliche Prozessführung
zu gewähren.
G.
Mit Schreiben vom 14. September 2021 bestätigte das Bundesverwal-
tungsgericht den Eingang der Beschwerde.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher
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zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-
ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-
son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche
Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb
das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet.
1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer-
deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die
angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-
teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Auf die Be-
schwerde ist einzutreten.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
Die Beschwerde ist im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zu-
stimmung eines zweiten Richters oder einer zweiten Richterin zu behan-
deln, weil sie sich im Ergebnis als offensichtlich begründet erweist (Art. 111
Bst. e AsylG). Auf die Durchführung eines Schriftenwechsels wurde ver-
zichtet (Art. 111a Abs. 1 AsylG).
4.
4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die
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Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
5.
5.1 Die Vorinstanz erachtete die Behauptung des Beschwerdeführers, seit
über zwanzig Jahren keine Identitätsdokumente mehr besessen zu haben,
was das Leben für ihn äusserst schwierig gestaltet habe (fehlender Zugang
zum Arbeitsmarkt und zum öffentlichem Gesundheitswesen) als nicht
glaubhaft.
So sei er nach eigenen Angaben im Besitz einer serbischen Identitätskarte
gewesen (vgl. Protokoll der Erstbefragung Akte [...]-18 S.9), seine Gross-
mutter und der Onkel mütterlicherseits, unter deren Obhut er aufgewach-
sen sei, verfügten beide ebenfalls über die serbische Staatsangehörigkeit
(vgl. Protokoll der Erstbefragung [...]-18, S.6) und seine Grossmutter be-
ziehe eine staatliche Rente ihres verstorbenen Ehemannes (vgl. Protokoll
der Erstbefragung Akte [...]-1-8, S.8). Aufgrund dieser Ausgangslage sei
anzunehmen, dass der Beschwerdeführer in der Geburts- und Einwohner-
kontrolle seines Heimatstaates registriert sei. Seine Angehörigen so wie er
selber seien stets im Besitz der serbischen Staatsangehörigkeit gewesen.
Zudem habe er anlässlich der Personalienangabe vom 2. Juli 2020 als
Staatsangehörigkeit «Serbien» angegeben. Vor diesem Hintergrund sei
davon auszugehen, dass er entweder heimatliche Ausweispapiere besitze
oder solche beantragen könne. Ohnehin würde der blosse Umstand, dass
er aktuell keine Ausweispapiere besitze, nicht implizieren, dass er nicht
serbischer Staatsangehöriger sei. Der Beschwerdeführer habe auch nicht
darlegen können, dass er sich tatsächlich bemüht habe, sich serbische
Identitätsdokumente ausstellen zu lassen. Insbesondere werde aus des-
sen Aussagen nicht einmal klar, ob er in seinem Heimatdorf deswegen
überhaupt vorstellig geworden sei. Staatsangehörige von Serbien könnten
jedoch grundsätzlich problemlos Ausweise beantragen und erhalten.
5.2 Die weiteren Vorbringen des Beschwerdeführers seien auf ihre Asylre-
levanz zu prüfen.
Zunächst sei festzuhalten, dass der Bundesrat in seiner Sitzung vom
25. Juni 2003 alle EU- und EFTA-Staaten, darunter auch Serbien, als si-
chere Drittstaaten (safe country') im Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG
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bezeichnet habe. Werde ein Staat vom Bundesrat als verfolgungssicher
bezeichnet, bestehe die gesetzliche Regelvermutung, dass eine asylrele-
vante staatliche Verfolgung nicht stattfinde und Schutz vor nichtstaatlicher
Verfolgung gewährleistet sei. Es handle sich hierbei um eine relative Ver-
folgungssicherheit, welche im Einzelfall auf Grund konkreter und substan-
tiierter Hinweise umgestossen werden könne, wobei dies aufgrund einer
objektivierten Betrachtungsweise zu beurteilen sei. Es müssten somit hin-
reichende Anhaltspunkte für eine konkrete Bedrohung vorhanden sein. Ge-
mäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte
(EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses sei eine konkrete Ge-
fahr ("real risk") nachgewiesen oder glaubhaft zu machen (vgl. EGMR,
Saadi gegen ltalien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr.
37201/06, §§ 124-127, m.w.H.). Daraus folge, dass eine bloss entfernte
Möglichkeit zukünftiger Verfolgung nicht zu genügen vermöge.
Der Beschwerdeführer mache geltend, dass er als Roma geboren worden
sei, der serbische Staat ihn jedoch «nicht mehr im Land wolle» und er des-
wegen sein Heimatland habe verlassen müssen (vgl. Protokoll der Erstbe-
fragung Akte [...]-18 S. 6). Ohne die behördlichen Benachteiligungen, de-
nen die Roma ausgesetzt sein könnten, zu verkennen, seien die Schilde-
rungen des Beschwerdeführers als nicht asylrelevant einzustufen. Es
könne im vorliegenden Fall nicht von einer konkreten und auf die Person
des Beschwerdeführers (oder dessen Familie) gezielte, unmittelbar oder in
nächster Zeit drohende Verfolgung ausgegangen werden, die objektiv be-
gründbar sei.
Vollständigkeitshalber sei auch darauf hinzuweisen, dass im März 2001 für
Personen, die sich zwischen April 1992 und Oktober 2000 aus Gewissens-
gründen geweigert hätten, Waffen zu benutzen, sich dem Militärdienst oder
der Registrierung für den Militärdienst entzogen und von der Jugoslawi-
schen Armee desertiert hätten, ein Amnestiegesetz in Kraft getreten sei
Dem Beschwerdeführer drohe demnach auch keine strafrechtliche Verfol-
gung aufgrund seiner behaupteten Wehrdienstverweigerung.
Zusammenfassend vermöchten die Vorbringen des Beschwerdeführers
die erwähnte Regelvermutung nicht zu widerlegen. Es sei vom Vorhanden-
sein eines adäquaten Schutzes durch den serbischen Staat auszugehen.
6.
6.1 In der Beschwerde wurde im Wesentlichen geltend gemacht, entgegen
den Ausführungen des Beschwerdeführers gehe die Vorinstanz davon aus,
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dass dieser in seiner Heimat Serbien registriert sei. Es handle sich hierbei
um eine blosse Annahme. Die Vorinstanz wäre aufgrund des geltenden
Untersuchungsgrundsatzes nach Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AslyG gehalten
gewesen, die für die Asylrelevanz beziehungswese die Unzumutbarkeit
des Wegweisungsvollzugs rechtlich relevante Frage der Registration im
Heimatstaat abzuklären. Im Weiteren habe es die Vorinstanz unterlassen,
das im Rahmen der Anhörung eingereichte Beweismittel (Antwortmail der
serbischen Botschaft an seine ehemalige Rechtsanwältin in Italien) zu prü-
fen beziehungsweise in der angefochtenen Verfügung entsprechend zu
würdigen. Aus diesen Gründen liege seines Erachtens eine unvollständige
Sachverhaltsfeststellung und eine Verletzung des rechtlichen Gehörs vor
und die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Sache zur voll-
ständigen Sachverhaltsfeststellung und Neubeurteilung an das SEM zu-
rückzuweisen.
6.2 Aufgrund der Tatsache, dass der Beschwerdeführer über keine Identi-
tätskarte verfüge, werde dem Beschwerdeführer der Zugang zu essentiel-
len Dienstleistungen, insbesondere die Inanspruchnahme der Grundver-
sorgung, das Finden einer Arbeitsstelle oder das Mieten einer Wohnung,
erschwert, wenn nicht gar verunmöglicht. Bei dieser Sachlage dürfte der
Wegweisungsvollzug unzumutbar sein, zumal serbische Roma in Serbien
wiederholten gewalttätigen Übergriffen ausgesetzt seien. Auch in dieser
Hinsicht habe die Vorinstanz den Sachverhalt unvollständig festgestellt und
gewürdigt. Das Fehlen von heimatlichen Identitätspapieren habe zudem
auch einen unmittelbaren Einfluss auf die tatsächliche Vollziehbarkeit des
Wegweisungsvollzugs. Eine fundierte Begründung hierzu finde sich im be-
reits erwähnten Staatenlosigkeitsgesuch des Beschwerdeführers, das zur-
zeit noch beim SEM hängig sei.
6.3 Schliesslich sei die Gefährdung der physischen sowie psychischen Un-
versehrtheit, die der Beschwerdeführer bei seiner Rückführung erfahren
würde, als derart gravierend einzustufen, dass sie als ernsthafte Nachteile
im Sinne von Art. 3 AsyIG zu gelten habe. Er würde nicht nur der Gefahr
von steten Übergriffen aufgrund seiner ethnischen Zugehörigkeit ausge-
setzt sein, sondern aufgrund der Unmöglichkeit der Papierbeschaffung
auch keinen oder einen nur sehr erschwerten Zugang zu fundamentalen
Diensten, wie etwa im Bereich der Gesundheitsversorgung, haben. Das
Vorliegen der Flüchtlingseigenschaft sei somit vorliegend zu bejahen, wes-
halb dem Beschwerdeführer Asyl zu gewähren sei.
7.
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7.1 Die Rügen der Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes und des
rechtlichen Gehörs erweisen sich als unbegründet.
Das SEM hat in der angefochtenen Verfügung in der erforderlichen Aus-
führlichkeit dargelegt, weshalb die Vorbringen des Beschwerdeführers, seit
über zwanzig Jahren keine ldentitätsdokumente mehr besessen zu haben,
als nicht glaubhaft zu erachten seien. Es legte auch hinreichend dar, aus
welchen Gründen vielmehr davon auszugehen sei, dass der Beschwerde-
führer entweder bereits über heimatliche Ausweise verfüge oder zumindest
als registriert gelte und es ihm zuzumuten sei, heimatliche Ausweispapiere
zu beantragen. Bei dieser festgestellten Sachlage war das SEM nicht ge-
halten, von Amtes wegen noch zusätzliche Abklärungen zu treffen, womit
keine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes vorliegt. Im Weiteren trifft
es zwar zu, dass das SEM in der angefochtenen Verfügung das im Rah-
men der Anhörung eingereichte Beweismittel (Antwortmail der serbischen
Botschaft an seine ehemalige Rechtsanwältin in Italien) in der angefochte-
nen Verfügung nicht ausdrücklich erwähnt hat. Das SEM ist aber im Rah-
men seiner Begründungspflicht grundsätzlich nicht gehalten, sich in seiner
Verfügung mit allen Sachverhaltselementen einzeln auseinanderzusetzen.
Die Frage, ob vorliegend eine solche (ausdrückliche) Auseinandersetzung
notwendig gewesen wäre, bedarf keiner abschliessenden Beurteilung.
Zum einen handelt es sich beim genannten Beweismittel nicht um ein amt-
liches Dokument, sondern lediglich um den (qualitativ schlechten) Aus-
druck einer per Mail geführte Korrespondenz der vormaligen Rechtsvertre-
terin, weshalb die Beweiskraft dieses Beweismittels als relativ gering ein-
zustufen ist. Auch sind die näheren Umstände dieser Korrespondenz der
Rechtsvertreterin nicht erkennbar. Zum anderen ist unabhängig von der
Frage der Authentizität der Mail festzustellen, dass darin lediglich allge-
mein festgehalten wird, dass bei dieser Behörde dort keine Registrierung
dieser Personalien vorliege.
Bei dieser Sachlage sind die Begehren um Aufhebung der angefochtenen
Verfügung und Rückweisung an die Vorinstanz zur Neubeurteilung abzu-
weisen.
7.2 In der LINGUA -Analyse vom 17. November 2020 wird festgestellt, dass
der Beschwerdeführer eindeutig aus einem Roma-Milieu der serbischen
B._ sozialisiert worden sei. Damit werden die Angaben des Be-
schwerdeführers zu seiner Herkunft bestätigt. Aus den Aussagen des Be-
schwerdeführers ergibt sich im Weiteren, dass dieser im Besitz einer ser-
bischen Identitätskarte gewesen ist, und auch seine Grossmutter und der
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Onkel mütterlicherseits, unter deren Obhut er aufgewachsen ist, über die
serbische Staatsangehörigkeit verfügen, und seine Grossmutter eine staat-
liche Rente ihres verstorbenen Ehemannes bezieht. Vor diesem Hinter-
grund ist der Vorinstanz zuzustimmen, dass davon auszugehen ist, der Be-
schwerdeführer sei in der Geburts- und Einwohnerkontrolle seines Heimat-
staates erfasst, dies auch, weil seine Angehörigen so wie er selber stets im
Besitz der serbischen Staatsangehörigkeit gewesen sind. Aber auch wenn
es zutreffen sollte, dass der Beschwerdeführer aktuell nicht erfasst wäre,
liegen keine konkreten Anhaltspunkte dafür vor, dass er nicht über die Mög-
lichkeit verfügen würde, eine solche Registrierung vornehmen zu lassen
und heimatliche Ausweispapiere zu beantragen. Der Beschwerdeführer
konnte nicht darlegen, dass er sich tatsächlich erfolglos bemüht hat, sich
überhaupt serbische Identitätsdokumente ausstellen zu lassen. Aus seinen
Angaben, die er im Rahmen der Anhörung getätigt hat, geht hervor, dass
er die ihm offen stehenden Möglichkeiten gar nicht erst ausgeschöpft (vgl.
F76-77) beziehungsweise zuständige Amtsstellen gar nicht erst aufgesucht
hat (vgl. F85). Ergänzend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer ei-
genen Angaben zufolge in Besitz einer Geburtsurkunde gewesen ist (vgl.
Anhörung F 14-18). Hieraus folgt, dass seine Personalien in den dortigen
Registern erfasst sein müssen und dort auch die Personalien seiner Eltern
dokumentierbar sind (vgl. Anhörung F25, F26).
Insgesamt geht das Gericht davon aus, dass der Beschwerdeführer ent-
weder (entgegen seinen Behauptungen) bereits in Besitz heimatlicher Aus-
weisdokumente ist oder diese zumindest durch Vorsprache bei den zustän-
digen heimatlichen Behörden beschaffen kann. Alleine seine unbelegt ge-
bliebene (unwahrscheinliche) Parteibehauptung, dass er angeblich zwan-
zig Jahre lang (aus welchen Gründen und Motiven auch immer) faktisch
keine Ausweispapiere mehr besessen habe, belegt im Übrigen nicht, dass
er nicht mehr serbischer Staatsangehöriger ist.
7.3 Schliesslich wurde in der Beschwerde geltend gemacht, die Gefähr-
dung der physischen sowie psychischen Unversehrtheit, die der Beschwer-
deführer bei seiner Rückführung erfahren würde, sei als derart gravierend
einzustufen, dass sie als ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsyIG zu
gelten hätte. Das Vorliegen der Flüchtlingseigenschaft sei somit vorliegend
zu bejahen, weshalb dem Beschwerdeführer Asyl zu gewähren sei.
Hierzu ist festzuhalten, dass der Bundesrat alle EU- und EFTA-Staaten in
seiner Sitzung vom 25. Juni 2003, darunter auch Serbien, als sichere Dritt-
staaten (safe country') im Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG bezeichnet
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hat. Wird ein Staat vom Bundesrat als verfolgungssicher bezeichnet, be-
stehe die gesetzliche Regelvermutung, dass eine asylrelevante staatliche
Verfolgung nicht stattfinde und Schutz vor nichtstaatlicher Verfolgung ge-
währleistet sei. Es handelt sich hierbei um eine relative Verfolgungssicher-
heit, welche im Einzelfall auf Grund konkreter und substantiierter Hinweise
umgestossen werden kann. Dem Beschwerdeführer gelingt es mit seinen
Vorbringen und Argumenten auf Beschwerdeebene nicht, die gesetzliche
Regelvermutung nach Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG, wonach in Serbien
Schutz vor Verfolgung besteht, umzustossen. Ohne die behördlichen Be-
nachteiligungen, denen die Roma ausgesetzt sein könnten, zu verkennen,
sind die Schilderungen des Beschwerdeführers als nicht asylrelevant ein-
zustufen. In diesem Zusammenhang ist im Übrigen auf die Erwägungen
der Vorinstanz betreffend fehlender strafrechtlicher Verfolgung aufgrund
der geltend gemachten Wehrdienstverweigerung hinzuweisen.
Zusammenfassend ergibt sich, dass der Beschwerdeführer die Flüchtlings-
eigenschaft nicht erfüllt und sein Asylgesuch abzulehnen ist.
8.
Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt
es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug
an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44
AsylG). Die Beschwerdeführerin verfügt insbesondere weder über eine
ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf
Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu
Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
9.
9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den
gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG;
Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).
Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss
Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei
der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen,
wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft
zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
9.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen
der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den
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Seite 11
Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3
AIG).
So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-
gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund
nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-
reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl.
ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-
stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).
Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember
1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-
gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3
EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender
Strafe oder Behandlung unterworfen werden.
9.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf
hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Per-
sonen schützt, welche die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Be-
schwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-
dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG
verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren
keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den
Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.
Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers
noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus-
schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei-
ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung
ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für
Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses
müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei-
sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter
oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR
Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–
127 m.w.H.). Dies ist ihm unter Hinweis auf die vorangehenden Erwägun-
gen nicht gelungen. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Hei-
matstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als
unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegwei-
sung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmun-
gen zulässig.
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9.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-
grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-
dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung
festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige
Aufnahme zu gewähren.
9.5 Die allgemeine Lage in Serbien ist weder von Bürgerkrieg noch von
allgemeiner Gewalt gekennzeichnet, so dass der Vollzug der Wegweisung
dorthin grundsätzlich zumutbar ist. Zudem gilt Serbien, wie erwähnt, als
„Safe Country“.
In individueller Hinsicht führte das SEM unter anderem aus, dass der Be-
schwerdeführer stets einer Erwerbstätigkeit habe nachgehen können (vgl.
Protokoll der Erstbefragung Akte [...]-18 S. 7, S.9) und in Serbien über Ver-
wandte verfüge (Cousins, Grossmutter). Er habe anlässlich der Anhörun-
gen angegeben, sich wohl zu fühlen (vgl. Protokoll der Erstbefragung Akte
[...]-18 S. 2-3 und Anhörungsprotokoll Akte [...]-31 S. 2). Er habe auch auf
seine Rückenbeschwerden hingewiesen, an denen er seit seinem Unfall
im Kindesalter leide; dem ärztlichen Bericht des medizinischen Zentrums
Pfungen vom 8. August 2020 sei zu entnehmen, dass er an einem Lenden-
wirbelsäulesyndrom (LWS-Syndrom) leide, das nach eigenen Angaben auf
den genannten Unfall im Kindesalter zurückzuführen sei (vgl. Akte [...]-24).
Hierbei handle es sich um keine ernsthafte Krankheit, welche die Zumut-
barkeit in Frage stellen würde. Aus den Akten und den Aussagen des Be-
schwerdeführers ergäben sich somit keine konkreten Anhaltspunkte auf die
Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs. Das Bundesverwaltungsge-
richt schliesst sich dieser Einschätzung an. Daran vermögen die Argu-
mente in der Beschwerde nichts zu ändern. Entgegen der Auffassung in
der Beschwerde ist nicht davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer
aufgrund des (behaupteten) Fehlens von Identitätsdokumenten, wenn
überhaupt, der Zugang zu essentiellen Dienstleistungen derart erschwert
wäre, dass er in eine konkrete Gefährdungssituation geraten würde. In die-
sem Zusammenhang ist auch mit aller Deutlichkeit darauf hinzuweisen,
dass der Beschwerdeführer im Rahmen seiner Anhörung angab (vgl. Ant-
wort zu F 13), seit Jahren auf Medikamente angewiesen zu sein und diese
(da er angeblich nicht krankenversichert sei) immer problemlos selber be-
zahlt zu haben. Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer somit entweder (entgegen seinen gegenteiligen Be-
hauptungen) sehr wohl eine Erwerbstätigkeit ausgeübt und damit über ein
Erwerbseinkommen verfügt hat oder er zumindest über eine anderweitige
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finanzielle Unterstützung verfügt. Aus den genannten Gründen ist der Voll-
zug der Wegweisung auch zumutbar.
9.6 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-
gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr allenfalls notwen-
digen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu
auch BVGE 2008/34 E. 12). In der Beschwerde wird hierzu in allgemeiner
Weise festgehalten, dass das Fehlen von heimatlichen Identitätspapieren
einen unmittelbaren Einfluss auf die tatsächliche Vollziehbarkeit des Weg-
weisungsvollzugs habe, und im Weiteren darauf hingewiesen, dass sich
eine fundierte Begründung hierzu im bereits erwähnten Staatenlosigkeits-
gesuch des Beschwerdeführers finden lasse, das zurzeit noch beim SEM
hängig sei. Es wird beantragt, die vorliegende Beschwerde zusammen mit
dem bereits hängigen Gesuch um Staatenlosigkeit zu behandeln bezie-
hungsweise dieses Gesuch bei der Prüfung zu berücksichtigen. Dieses
Gesuch ist mangels Notwendigkeit abzuweisen, da der wesentliche Sach-
verhalt bezüglich Identität und Vollzug im vorliegenden Verfahren ausrei-
chend abgeklärt ist. Der Wegweisungsvollzug erweist sich als möglich.
9.7 Die Corona-Pandemie steht dem Wegweisungsvollzug ebenfalls nicht
entgegen. Die Anordnung einer vorläufigen Aufnahme setzt voraus, dass
ein Vollzugshindernis nicht nur vorübergehender Natur ist, sondern voraus-
sichtlich eine gewisse Dauer – in der Regel mindestens zwölf Monate –
bestehen bleibt. Ist dies nicht der Fall, so ist dem temporären Hindernis bei
den Vollzugsmodalitäten Rechnung zu tragen (vgl. Entscheidungen und
Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1995
Nr. 14 E. 8d und e). Bei der Corona-Pandemie handelt es sich – wenn
überhaupt – um ein bloss temporäres Vollzugshindernis, welchem somit im
Rahmen der Vollzugsmodalitäten durch die kantonalen Behörden Rech-
nung zu tragen ist, indem etwa der Zeitpunkt des Vollzugs der Situation im
Heimatland angepasst wird.
9.8 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu
Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der
vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).
10.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.
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11.
11.1 Der Beschwerdeführer beantragt die Gewährung der unentgeltlichen
Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG. Aufgrund der vorstehenden
Erwägungen ergibt sich, dass sich die Begehren als aussichtslos erweisen
und es daher an einer gesetzlichen Voraussetzung zu deren Gewährung
fehlt.
11.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-
deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.–
festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die
Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,
SR 173.320.2]). Mit dem vorliegenden Urteil ohne vorgängige Instruktion
ist das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses
hinfällig.
(Dispositiv nächste Seite)
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