Decision ID: aa56c143-4aae-4843-98f2-413ccdf20706
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1985, meldete sich am
1
1.
März 2014
beim Regionalen
Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zur Arbeitsvermittlung an (
Urk.
8/1
) und stellte am
1
0.
April 2014
einen Antrag auf Ausrichtung von Arbeits
losen
entschädigung (
Urk.
8/2
)
.
In der Folge bezog er in einer vom
1.
April 2014 bis 3
1.
März 2016 laufenden Rahmenfrist
Taggelder der Arbeitslosenversicherung (vgl.
Urk.
8/29 unten).
1.2
Mit Verfügung
vom 1
7.
Mai 2018
(
Urk.
8/124)
forderte die Arbeitslosenkasse IAW (
nachfolgend:
IAW) vom Versicherten
für die Kontrollperioden April bis Juni 2014 und März bis Dezember 2015 ausbezahlte Arbeitslosenentschädigung in der Höhe von
Fr.
45'488.-- zurück mit der Begründung, dass der Versicherte die Bei
tragszeit nicht erfüllt habe. Die vom Versicherten dagegen am 1
8.
Juni 2018 erho
bene Einsprache (
Urk.
8/106) wies die IAW mit
Einspracheentscheid
vom 1
0.
Juli 2018 (
Urk.
8/143 =
Urk.
2) ab.
Am 1
2.
Juli 2018 trat die IAW die dem Beschwerdeführer gegenüber geltend gemachte Rückforderung der Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich (nachfolgend: ALK) ab (
Urk.
8/145).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 1
0.
Juli 2018 (
Urk.
2)
erhob der Versicherte
am 1
1.
September 2018 Beschwerde und beantragte, dieser sei aufzuheben. In pro
zessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (
Urk.
1 S. 2 oben).
Mit Beschwerdeantwort vom
3.
Oktober 2018 (
Urk.
7) beantragte die
ALK
die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am 2
2.
November 201
8 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
14
).
3.
3.1
Von
Februar bis Juni 2017 und Oktober bis November 2017
hatte auch
die Ehefrau des Beschwerdeführers,
Y._
, Arbeitslosentschädigung be
zo
gen. Mit Verfügung vom 1
7.
Mai 2018 und diese bestätigendem
Einsprache
entscheid
vom 1
0.
Juli 2018 forderte die IAW die ausgerichteten Taggelder in der Höhe
von
Fr.
19'059.55
zurück, mit der Begründung, dass
Y._
die Beitragszeit nicht erfüllt habe, nachdem in Bezug auf das von
ihr
für die Zeit vom
1
0.
November 2014 bis 3
0.
April 2016
angegebene Arbeitsverhältnis bei der
Z._
AG ein tatsächlicher Lohnfluss nicht belegt sei.
Die von
Y._
dagegen am 1
1.
September
2018 erhobene Beschwerde wies das hiesige Gericht mit Urteil heutigen Datums ab (Prozess Nr. AL.2018.00261).
3.2
Von März 2014 bis Februar 2015 hatte zudem auch der
Bruder des Be
schwer
deführers
,
A._
, Arbeitslosenentschädigung bezogen. Mit Verfügung vom 2
4.
April 2018 und diese bestätigendem
Einspracheentscheid
vom 2
8.
Mai 2018 forderte die IAW die ausgerichteten Taggelder in der Höhe von
Fr.
27'127.70 zurück, mit der Begründung, dass
A._
die Beitragszeit nicht erfüllt habe, nachdem in Bezug
auf das von ihm für die Zeit vom
1.
Juni bis 3
0.
Novem
ber 2013 angegebene Arbeitsverhältnis bei der
Z._
AG ein tatsäch
licher Lohnfluss nicht belegt sei. Die von
A._
dagegen am 2
8.
Juni 2018 erhobene Beschwerde wies das hiesige Gericht mit Urteil heutigen Datums ab (Prozess Nr. AL.2018.00195).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
9
Abs.
1 des
Bundesgesetz
es
über die obligatorische Arbeitslosen
ver
sicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG)
gelten - soweit das Gesetz nichts
anderes
vorsieht - für den Leistungsbezug und für die Beitragszeit zwei
jährige Rahmenfristen. Die Rahmenfrist für den Leistungsbezug beginnt mit dem
ersten Tag, für den sämtliche Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind (
Art.
9
Abs.
2 AVIG), und die Rahmenfrist für die Beitragszeit beginnt zwei Jahre vor diesem Tag (
Art.
9
Abs.
3 AVIG).
1.2
Eine der gesetzlichen Voraussetzungen für den Anspruch auf Arbeitslosenent
schädigung besteht darin, dass die ver
si
cherte Person die Beitragszeit erfüllt hat (Art. 8 Abs. 1
lit
. e AVIG). Die Beitragszeit hat erfüllt, wer innerhalb der Rah
men
frist nach Art. 9 Abs. 3 AVIG während mindestens zwölf Monaten eine beitrags
pflichtige Beschäftigung ausgeübt hat (Art. 13 Abs. 1 AVIG). Die Rahmenfrist für die Beitragszeit beginnt zwei Jahre vor dem Tag, an welchem die versicherte Person sämtliche Anspruchsvoraussetzungen erfüllt (Art. 9 Abs. 3 in Verbindung mit Abs. 2 AVIG).
Nach der Rechtsprechung ist die Ausübung einer an sich beitragspflichtigen Be
schäftigung nur Beitragszeiten bildend, wenn und soweit
hiefür
effektiv ein Lohn ausbezahlt wird. Mit dem Erfordernis des Nachweises effektiver Lohnzahlung sollen und können Missbräuche im Sinne fiktiver Lohnvereinbarungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer verhindert werden. Als Beweis für den tatsäch
li
chen Lohnfluss genügen Belege über entsprechende Zahlungen auf ein auf den
Namen des Arbeitnehmers oder der Arbeitnehmerin lautendes Post- oder Bank
konto. Bei behaupteter Barauszahlung fallen Lohnquittungen und Auskünfte von ehemaligen Mitarbeitern (allenfalls in Form von Zeugenaussagen) in Betracht. Höchstens Indizien für tatsächliche Lohnzahlung bilden Arbeitgeber
bescheini
gungen, vom Arbeitnehmer oder der Arbeitnehmerin unterzeichnete Lohnabrech
nungen und Steuererklärungen sowie Eintragungen im individuellen Konto (BGE 131 V 444 E. 1.2 mit Hinweisen).
Im Übrigen ist Voraussetzung für den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung unter dem Gesichtspunkt der erfüllten Beitragszeit nach
Art.
8
Abs.
1
lit
. e in Ver
bindung mit
Art.
13
Abs.
1 AVIG grundsätzlich einzig die Ausübung einer beitragspflichtigen Beschäftigung während der geforderten Dauer von zwölf Bei
tragsmonaten. Diese Tätigkeit muss genügend überprüfbar sein. Dem Nachweis tat
sächlicher Lohnzahlung kommt dabei nicht der Sinn einer selbständigen Anspruchsvoraussetzung zu, wohl aber jener eines bedeutsamen und in kritischen Fällen unter Umständen ausschlaggebenden Indizes für die Ausübung einer bei
tragspflichtigen Beschäftigung. Soweit eine solche Beschäftigung nachgewiesen, der exakte ausbezahlte Lohn jedoch unklar geblieben ist, hat eine Korrektur über den versicherten Verdienst zu erfolgen (Urteil des Bundesgerichts 8C_75/2013 vom 2
5.
Juni 2013 E. 2.2 mit Hinweis auf BGE 131 V 444 E. 3.2.3).
1.3
Nach
Art.
95
Abs.
1 AVIG in Verbindung mit
Art.
25
Abs.
1 des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
sind unrecht
mässig bezogene Leistungen zurückzuerstatten. Zu Unrecht bezogene Geldleis
tungen, die auf einer formell rechtskräftigen Verfügung beruhen, können, unab
hängig davon, ob die zur Rückforderung Anlass gebenden Leistungen förmlich oder formlos verfügt worden sind, nur zurückgefordert werden, wenn entweder die für die Wiedererwägung (wegen zweifelloser Unrichtigkeit und erheblicher Bedeutung der Berichtigung) oder die für die prozessuale Revision (wegen vor
bestandener neuer Tatsachen oder Beweismittel) bestehenden Voraussetzungen erfüllt sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_789/2014 vom
7.
September 2015 mit Hinweis auf BGE 130 V 318 E. 5.2 in
fine
und BGE 129 V 110 E. 1.1).
Der Rückforderungsanspruch erlischt mit dem Ablauf eines Jahres, nachdem die Versicherungseinrichtung davon Kenntnis erhalten hat, spätestens aber mit dem Ablauf von fünf Jahren nach der Entrichtung der einzelnen Leistung. Wird der
Rückerstattungsanspruch aus einer strafbaren Handlung hergeleitet, für welche das
Strafrecht eine längere Verjährungsfrist vorsieht, so ist diese Frist m
assge
bend (
Art.
25
Abs.
2 ATSG).
1.4
Gemäss Art. 53 Abs. 1 ATSG müssen formell rechtskräftige Verfügungen und
Ein
spracheentscheide
in Revision gezogen werden, wenn die versicherte Person
oder der Versicherungsträger nach deren Erlass erhebliche neue Tatsachen ent
deckt oder Beweismittel auffindet, deren Beibringung zuvor nicht möglich war (sogenannte prozessuale Revision; BGE 143 V 105 E. 2.1, 138 V 324 E. 3.2).
Der Begriff «
neue Tatsachen oder Beweismittel
»
ist bei der (prozessualen) Revision eines Verwaltungsentscheides nach Art. 53 Abs. 1 ATSG gleich auszulegen wie bei der Revision eines kantonalen Gerichtsentscheides gemäss
Art.
61
lit
. i ATSG oder bei der Revision eines Bundesgerichtsurteils gemäss Art. 123 Abs. 2
lit
. a BGG (BGE 144 V 245 E. 5.1 mit Hinweisen, 143 V 105 E. 2.3).
Im Rahmen von Art. 53 Abs. 1 ATSG sind Tatsachen neu, wenn sie sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung oder des
Einspracheentscheides
verwirklicht haben, jedoch dem Revisionsgesuchsteller
beziehungsweise dem Versicherungs
träger
trotz hinreichender Sorgfalt nicht bekannt waren. Die neuen Tatsachen müssen ferner erheblich sein, das heisst sie müssen geeignet sein, die
tat
be
ständ
liche
Grundlage des zur Revision beantragten Entscheids zu verändern und bei zutreffender rechtlicher Würdigung zu einer anderen Entscheidung zu führen
(BGE
144 V 245
E. 5.2 und Urteil des Bundesgerichts 8C_210/2017 vom 22. August
2017 E. 7.1). Neue Beweismittel haben entweder dem Beweis der die Revision begründenden neuen erheblichen Tatsachen oder dem Beweis von Tatsachen zu dienen, die zwar im früheren Verfahren bekannt gewesen, aber zum Nachteil des Gesuchstellers unbewiesen geblieben sind. Erheblich ist ein Beweismittel, wenn anzunehmen ist, es hätte zu einem anderen Entscheid geführt, falls die Verwal
tung im früheren Verfahren davon Kenntnis gehabt hätte. Ausschlaggebend ist, dass das Beweismittel nicht bloss der Sachverhaltswürdigung, sondern der Sach
verhaltsfeststellung dient. Es bedarf dazu neuer Elemente tatsächlicher Natur, welche die Entscheidungsgrundlagen als objektiv mangelhaft erscheinen lassen (vgl. BGE 143 V 105 E. 2.3, 138 V 324 E. 3.2, je mit Hinweisen).
Neue Tatsachen und Beweismittel im Sinne von Art. 53 Abs. 1 ATSG sind innert 90 Tagen nach ihrer Entdeckung geltend zu machen; nebst dieser relativen Frist gilt eine absolute 10-jährige Frist, die mit der Eröffnung der Verfügung resp. des
Einspracheentscheides
zu laufen beginnt (BGE 143 V 105 E. 2.1 mit Hinweisen).
Der Zeitpunkt, in welchem die Partei den angerufenen Revisionsgrund hätte entdecken können, bestimmt sich grundsätzlich nach dem Prinzip von Treu und Glauben. Praxisgemäss beginnt die relative 90-tägige Revisionsfrist zu laufen, sobald bei der Partei eine sichere Kenntnis über die neue erhebliche Tatsache oder das entscheidende Beweismittel vorhanden ist. Blosse Vermutungen oder gar Gerüchte genügen dagegen nicht und vermögen den Lauf der Revisionsfristen nicht in Gang zu setzen. Die sichere Kenntnis ist nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung nicht erst dann gegeben, wenn der Revisionsgesuchsteller
be
zieh
ungsweise der Versicherungsträger
die neue Tatsache sicher beweisen kann, sondern es genügt ein auf sicheren Grundlagen fussendes Wissen darüber (BGE
143 V 105 E. 2.4 mit Hinweisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_2/2018 vom 1. März 2018 E. 4).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Rückforderung zusammengefasst damit, dass
der Beschwerdeführer ab
1.
April 2014
keinen Anspruch auf Arbeitslo
sen
entschädigung gehabt habe, da
er
in der massgebenden Rahmenfrist für die Bei
tragszeit
vom
1.
April 2012 bis 3
1.
März 2014
nicht während mindestens zwölf Monaten eine beitragspflichtige Beschäftigung ausgeübt habe und auch nicht von der Erfüllung der Beitragszeit befreit gewesen sei. Denn
anhand der
nachträglich
gemachten Lohnflussüber
pr
üfung so
w
i
e
der vorhandenen Belege/Unterlagen m
üsse
in Bezug auf das
vom Beschwerdeführer (nebst anderen)
für die Zeit vom
1.
März 2013 bis 3
1.
März 2014
angegebene Arbeitsverhältnis bei der
Z._
AG davon ausgegangen werden, dass dieses entweder gar nicht bestanden oder
der
Beschwerdeführer dort in einem bei den zuständigen Sozialver
siche
rungen nicht korrekt beziehungsweise
nicht vollumfänglich deklarierten Arbeits
verhältnis gestanden habe. D
er
Beschwerdeführer könne den tatsächlichen Lohn
fluss nicht belegen.
Im Auszug aus
dem individuellen Konto
(IK) der Jahre 2012 bis 2016
werde
für den
massgebenden Zeitraum kein
beitragspflichti
ges
Ein
kom
men der
Z._
AG aus
gewiesen
, obwohl d
er
Beschwerdeführer
gemäss Angaben in der Arbeitgeberbescheinigung vom
1.
März 2013 bis 3
1.
März 2014 dort gearbeitet haben sol
l
e
und Lohnabrechnungen für die gesamte Zeit vorlägen
.
Erst in d
em am
6.
April 2018 eingegangen
IK-Auszug der Jahre 2015 bis 2017 werde ein beitragspflichtiges Einkommen der
Z._
AG a
ufgeführt
.
In den Steuererklärungen werde nur für das Jahr 2015 ein Einkommen d
er
Z._
AG ausgewiesen und
die Steuererklärungen 2013 und 2014 seien unvollständig. Quittungen der Barzahlungen sowie PK-Ausweise
habe d
er
Be
schwer
deführer
keine einreichen können
(
Urk.
2 i
n Verbindung mit
Urk.
8/124
).
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber geltend (
Urk.
1), er sei vom
1.
März 2013 bis 3
1.
März 2014 vollzeitlich als Handwerker bei der
Z._
AG angestellt gewesen und habe monatlich
Fr.
5'600.-- brutto beziehungsweise
Fr.
4'962.15 netto verdient, was aus den Lohnunterlagen der
Z._
AG hervorgehe (
Rz
4 f.,
Rz
58 ff.). Er und seine Familie seien in der fra
glichen Zeit denn auch dringend
auf das Einkommen aus dem Arbeitsverhältnis mit
Z._
AG angewiesen gewesen, denn ohne dieses wären sie finanziell nicht überlebensfähig gewesen, wie die –
näher dargelegte – Berechnung des Existenz
minimums für die Jahre 2013 und 2014 zeige, nachdem sie auch keine
Sozialhilfe beansprucht und keine
finan
zielle
Unterstützung
von Verwandten
erhalten hätten
(
Rz
. 11 ff.)
.
Sodann spreche der Umstand, dass er dem Steueramt gegenüber für das Jahr 2013 einen Bruttolohn von
Fr.
56'000.
--
deklariert und
mittels
Lohn
ausweis der
Z._
AG belegt habe
,
eindeutig dafür, dass er in der Zeit vom März 2013 bis März 2014 einen monatlichen Bruttolohn von
Fr.
5'600.
--
erzielt habe (
Ziff.
50 ff.)
, dessen Höhe insbesondere im Vergleich zu dem von ihm an der aktuellen Arbeitsstelle erzielten Lohn von
Fr.
5'750.-- nicht angez
weifelt werden könne (
Rz
56 f.). Der Inhaber der
Z._
AG sei ein Landsma
nn und in ihren Kreisen sei es gang und g
äbe, dass (Lohn-) Zahlungen in bar erfolg
ten. Er habe auch keine Quittungen für die Lohnzahlungen erhalten und solche auch nicht benötigt, da die Lohnblätter für seine Belange vollends ausgereicht hätten (
Rz
61 ff.). Damit stehe fest, dass er den zur Diskussion stehenden Lohn erhalten habe. Der Umstand, dass die
Z._
AG keine Sozialbeiträge an
die zuständige Stelle entrichtet habe, könne ihm rechtsprechungsgemäss nicht zum
Nachteil gereichen (
Rz
66, vgl. auch
Rz
8). Schliesslich seien die am Sozial
ver
sicherungsgericht ebenfalls hängig gemachten Beschwerden ein Sachen seiner Ehefrau
,
Y._
, sowie seines Bruders,
A._
,
gegen die Be
schwerdegegnerin als integraler Bestandteil der Beschwerde zu berücksichtigen (
Ziff.
64 f.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist
, ob
der Beschwerdeführer infolge Nichterfüllung der Beitragszeit die für die Zeit von April bis Juni 2014 und März bis Dezember 2015 bezogene
Arbeitslosenentschädigung in der Höhe von
Fr.
45'488.
--
zurückzu
er
statten hat.
3.
3.1
Zur umstrittenen Tätigkeit bei der
Z._
AG gab der Beschwerdeführer im Antrag auf Arbeitslosenentschädigung vom 1
0.
April 2014 an, vom
1.
März 2013 bis 3
1.
März 2014 für diese tätig gewesen zu sein (
Urk.
8/2
Ziff.
14 und
Ziff.
29).
Dazu reichte der Beschwerdeführer den Arbeitsvertrag vom 2
0.
November 2012 ein
(
Urk.
8/8)
. Gemäss diesem war er ab
1.
März 2013 als
Fassadenisoleur
bei der
Z._
AG, angestellt, bei einer wöchentlichen Arbeits
zeit von 43.5 Stunden und einem Bruttolohn von
Fr.
5'600.-- pro Monat. Ferner vereinbart war eine Kündigungsfrist
von einem Monat. Sodann wurde festgehalten, dass die Arbeitnehmerbeiträge für AHV, IV, EO und ALV vom Salär abgezogen werden
.
Im ebenfalls
eingereichten Kündigungsschreiben der
Z._
AG vom 2
5.
Januar 2014 per 3
1.
März 2014 (
Urk.
8/10) wurden als Kündigungsgrund zu wenig Arbeit sowie finanzielle Gründe genannt.
Unterzeichnet wurde das Sch
r
ei
ben von
B._
. G
emäss Handelsregisterau
szug vom
1
8.
Juni
2018
(
Urk.
8/12
0
)
ist B._
einziges Mitglied
(des Verwaltungsrates)
der
Z._
AG.
Ferner reichte der
Beschwerdeführer die Arbeitgeberbescheinigung der
Z._
AG vom 1
0.
März 2014
ein (
Urk.
8/6)
. Darin wurde eine
Tätigkeit des Be
schwerdeführers als
Fassadenisoleur
vom
1.
März 2013 bis 3
1.
März 2014 ange
geben
(
Ziff.
2-3)
bei einer vertraglichen Arbeitszeit von 42 Stunden pro Woche
(
Ziff.
6)
und einem
letzten Monatslohn
von
Fr.
5'600.
-- (
Ziff.
17)
.
Gemäss den ebenfalls
eingereichten Lohnabrechnungen für die Monate März 2013 bis März 2014
(
Urk.
8/7)
betrug der monatliche Bruttolohn
stets
Fr.
5'600.
, entsprechend 170 Arbeitsstunden. Der Nettolohn nach erfolgten Abzügen (Sozial
versicherungsbeiträge, Unfallversicherung, Pensionskasse, Krankentaggeld) wurde
immer mit
Fr.
4'962.15 beziffert, der total ausbezahlte
Lohn
mit
Fr.
5'962.15
.
Im
eingereichten Arbeitszeugnis der
Z._
AG vom
4.
April
2014 (
Urk.
8/22) schliesslich wurde bestätigt, dass der Beschwerdeführer vom
1.
März 2013 bis 3
1.
März 2014 im Betrieb als
Fassadenisoleur
beschäftigt
gewesen
und man mit seinen Leistungen sehr zufrieden gewesen sei. Unterzeichnet wurde das Schreiben vom Geschäftsleiter
B._
.
3.2
Mit Schreiben vom 1
0.
Januar 2018 verlangte die IAW bei der Ausgleichskasse des Kantons Zürich zur Überprüfung der
Anspruchsberechtigung einen IK-Aus
zug des Beschwerdeführers ein (
Urk.
8/96). Im IK-Auszug
der SVA Zürich
vom
2
3.
Januar 2018
für die Jahre 2012 bis 2016 wird die
Z._
AG nicht als Arbeitgeberin erwähnt (
Urk.
8/98 S. 2).
Im IK-Auszug der SVA Zürich vom 1
4.
März 2018 (
Urk.
8/134)
für die Jahre 2010 bis 2017
wird die
Z._
AG für die Zeit von Oktober 2015 bis März 2016 und i
m IK-Auszug der Ausgleichskasse Luzern vom
3.
April 2018
für die Jahre 2015 bis 2017
(
Urk.
8/98 S. 1)
für
d
ie Zeit von Oktober 2015 bis März 2016 und von März bis August 2017
als Arbeitgeberin ausgewiesen
(
Urk.
8/98 S. 1).
3
.3
Mit Schreiben
vom 2
6.
März 2018
(
Urk.
8/97) informierte die IAW den Beschwer
deführer, dass sie zur Überprüfung des versicherten Verdienstes und der Beitrags
zeit seiner Rahmenfrist vom
1.
April 2014 bis 3
1.
März 2016 Unterlagen benötige,
und forderte ihn auf, bis spätestens 1
3.
April 2018
Kopien der Banküber
wei
su
ngen oder der Q
uittungen für Barzahlungen 2013, 2014 und 2015
der Firma
Z._
AG, eine Kopie der Steuerunterlagen 2013
, 2014 und 2015
sowie eine Kopie d
es Pensionskassenausweises 2013, 2014 und 2015
einzureichen
.
Am 1
1.
April 2018 liess
der
Beschwerdeführer
der IAW die
Steuererklärungen 2013
, 2014 und
2015 (
Urk.
8/99-101
) zukommen
(
Urk.
8/102)
. Gleichzeitig teilte er mit, dass er keine Quittungen der Barzahlungen habe,
da der Arbeitgeber keine Quittung erstellt ha
be. Auch einen
P
ensio
nskassena
uswei
s habe er nicht erhalten.
In der Steuererklärung 2013 mit Druck- und Unterzeichnungsdatum vom 1
9.
Juni 2014 (
Urk.
8/99) gab
en
die Eheleute
X._
per 3
1.
Dezember 2013
als Arbeit
geber
des Beschwerdeführers
die
Z._
AG und als Arbeitsort
C._
an
(S. 1)
und deklarie
rte
n
für das Jahr 2013
einen Hau
p
t
erwerb
des
Beschwerde
führers
aus unselbständiger Tätigkeit in der Höhe von
Fr.
50'807.
-- (S. 2). Sodann vermerkte
n sie
Schulden in der Höhe von
Fr.
28'009.-- (S. 4).
In der Steuererklärung 2014 mit Druckdatum
vom
1
8.
Juni 2015 (
Urk.
8/100)
wurde
per 3
1.
Dezember 2014
kein
Arbeitgeber an
gegeben (S. 1) und
für das Jahr 2014
ei
n
Haupterwerb
des Beschwerdeführers
aus unselbständiger Tätigkeit in der Höhe von
Fr.
15'716.-- (S. 2).
Im Schuldenverzeichnis (
Urk.
8/100 zweitletzte Seite) wurden per 3
1.
Dezember 2014 Privatschulden bei der Bank
D._
in der Höhe von
Fr.
28’875.-- angegeben.
3.4
Mit der Einsprache vom 1
8.
Juni 2018 (
Urk.
8/106) reichte der Beschwerdeführer (nebst anderen Unterlagen) den
Lohnausweis der
Z._
AG vom 3
1.
März 2014 ein (
Urk.
8/118),
welchen er
dem Steueramt mit der Steuerer
klä
rung 2013 eingereicht
und
auf ein Akteneinsichtsgesuch (
Urk.
8/119)
hin
von diesem erhältlich
ge
macht
hatte
.
Darin wird f
ür
die Zeit vom
1.
März bis 3
1.
Dezem
ber 2013
ein
Bruttolohn von
Fr.
56'000.-- und ein Nettolohn v
on
Fr.
49'620.--
ausgewiesen
.
4.
4.1
Die vorliegend in Frage stehenden Taggelder wurden dem Beschwerdeführer formlos und rechtsbeständig (vgl. dazu BGE 129 V 110 E. 1.2) zugesprochen. Eine Rückforderung ist somit nur
nur unter den Voraussetzungen der Wiedererwägung oder prozessualen Revision (
Art.
53 ATSG)
zulässig (vorstehend E. 1.3).
4.2
Die Beschwerdegegnerin hat den Anspruch des Beschwerdeführers auf Arbeits
losenentschädigung gestützt auf die nachträglich eingegangenen Unterlagen (vgl. vorstehend E.
3.2-3) rückwirkend verneint. Damit nahm sie eine prozessuale Revision
gemäss
Art.
53
Abs.
1 ATSG vor (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_677/2017 vom 2
3.
Februar 2018 E. 5.3.2, E. 6.1). Zu prüfen ist die
Recht
mässig
keit
dieses
Rückkommenstitels
.
4.3
Dass sich die
IAW
zu Beginn des Jahres 2018
veranlasst sah, weitere Abklärungen
hinsichtlich des
vom Beschwerdeführer
für die Zeit vom
1.
März 2013 bis 3
1.
März 2014
angegebenen Arbeitsverhältnisses bei der
Z._
AG zu tätigen, lag offensichtlich darin begründet, dass sowohl der
Bruder des Be
schwer
deführers,
A._
, welche
r ab
3.
März 2014
Taggelder der Arbeitslosen
versicherung bezog
en hatte
,
als auch die Ehefrau des Beschwerdeführers,
Y._
,
welche ab 1
4.
Februar 2017 Taggelder der Arbeitslosenversicherung be
zogen hatte, angegeben hatten, in der für sie jeweils
massgebenden
Rahmenfrist für die Beitragszeit bei der
Z._
AG gearbeitet zu haben
. Darüber hin
aus hatte sich der
Beschwerdeführer
nach seiner Aussteuerung per 1
9.
Dezember 2015 am 2
1.
Juli 2017 erneut bei der Arbeitslosenversicherung an
ge
meldet und im Antrag auf Ausrichtung von Arbeitslosenentschädigung angegeben, vom
1.
Oktober 2015 bis 3
1.
März 2016 und vom
1.
März bis 3
1.
August 2017 wiede
rum bei der
Z._
AG tätig gewesen zu
sein
(
Urk.
8/92,
Urk.
9 S. 201 sowie
Urk.
9 S
.
222-225
)
. Aufgrund
dieser Verhältnisse ist nicht zu beanstanden, dass die
IAW
vorliegend prüfte, ob der Nachweis der tatsächlichen Lohnzahlung an
die Beschwerdeführerin
mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erbracht werden kann.
4.4
Im Zuge der getätigten Abklärungen konnte die
IAW
aus den
einverlangten
IK-Ausz
ügen
der SVA Zürich
ersehen, dass für
den Beschwerdeführer
in der in Frage stehenden Zeit (
März 2013 bis März 2014
) keine beitragspflichtigen Einkommen der
Z._
AG deklariert wurden. Im Weiteren konnte
der
Beschwer
deführerin
auf
die
Aufforderung der
IAW
hin
für die Jahre
2013 und 2014
weder Pensionskassenausweis
e
noch Quittungen der Lohnzahlungen, welche
seinen
Angaben
zufolge in
bar erfolgt waren, einreichen.
Immerhin ist für das Jahr 2013 eine am 1
9.
Juni 2014 ausgedruckte und von den Eheleuten
X._
unterzeichnete Steuererklärung aktenkundig
(vorstehend E.
3.3)
.
Darin deklarierten die Eheleute
X._
Einkünfte des Beschwerdeführers in der Höhe von
Fr.
50‘807.--, wobei eine Aufstellung über die Einkünfte fehlt. Aktenkundig
ist sodann auch de
r Lohnausweis der
Z._
AG vom 3
1.
März 2014, welchen der Beschwerdeführer dem Steueramt zusammen mit der Steuererklärung 2013 eingereicht hatte
(vorstehend E. 3.4)
. Der im Lohnausweis für die Zeit vom
1.
März bis 3
1.
Dezember 2013 ausgewiesene Brutto- und Netto
lohn stimmt dabei mit dem in den Lohnausweisen für die Zeit von März bis Dezember 2013 ausgewiesenen Brutto- und Netto-Löhnen (vgl. vorstehend E. 3.1) überein.
In der am 1
8.
Juni 2015 ausgedruckten
,
aber nicht unterzeichneten Steuerer
klä
rung
2014
deklarierten die Eheleute
X._
sodann
Einkünfte des Beschwerde
führers in der Höhe von
Fr.
15‘716.--. Auch hier fehlt eine Aufstellung über die Einkünfte. Ein Lohnausweis
ist ebenfalls nicht aktenkundig
, obwohl der Be
schwer
deführer geltend machte, auch
von Januar bis März
2014
bei der
Z._
AG gearbeitet
zu haben
.
4.5
Vor diesem Hintergrund kann festgehalten werden, dass der IAW im Zeitpunkt der Leistungsausrichtung wesentliche Tatsachen nicht bekannt waren, von denen sie erst im Rahmen des Prüfverfahrens betreffend Lohnfluss Kenntnis erlangte. Dabei kann ihr keine mangelnde Sorgfalt vorgeworfen werden, da ihr bei Vor
liegen von Arbeitsvertrag, Kündigungsschreiben, Arbeitgeberbescheinigung, Lohn
ab
rechnungen und Arbeitszeugnis (vgl. vorstehend E. 3.1) im Zeitpunkt der
Leis
tungszusprache
jedenfalls nicht vorgeworfen werden kann, sie hätte daran zweifeln müssen, dass
der Beschwerdeführer
in der Zeit vom
1.
März 2013 bis 3
1.
März 2014
bei der
Z._
AG tatsächlich eine beitragspflichtige Beschäftigung ausgeübt hat und dementsprechend bereits dannzumal weitere Unter
lagen
einverlangen
sollen.
4.6
Die nachträglich bekanntgewordenen Tatsachen erweisen sich als geeignet, die
tatbeständliche
Grundlage der
Taggeldzusprache
zu verändern. Auch wenn der Nachweis der tatsächlichen Lohnzahlung keine selbständige Anspruchsvor
aus
setzung ist und aus dem Umstand, dass für
den Beschwerdeführer
keine Sozial
versicherungsbeiträge entrichtet worden sind, nicht zwingend zu
schliessen
ist, dass
er
nicht gearbeitet und keinen Lohn bezogen hat, ist der Nachweis des Lohn
flusses ein bedeutsames Indiz für die Ausübung einer beitragspflichtigen Be
schäftigung. Diesem kann gerade in kritischen Fällen wie dem beziehungsweise den vorliegenden, bei welchen mehrere Personen, die miteinander nahe verwandt sind, die Ausübung einer beitragspflichtigen Beschäftigung beim selben Arbeit
geber behaupten, sich aus den Akten jedoch zahlreiche Inkonsistenzen ergeben, ausschlaggebende Bedeutung zukommen.
Ausserdem
führt die mangelnde Be
stim
mbarkeit der Löhne dazu, dass sich ein versicherter Verdienst im Sinne von
Art.
23
Abs.
1 AVIG nicht hinreichend zuverlässig festlegen lässt, was ebenfalls die Verneinung eines Anspruchs auf Arbeitslosenentschädigung zur Folge hat (Urteil des Bundesgerichts 8C_75/2013 vom 2
5.
Juni 2013 E. 3.5 mit Hinweis).
Vorliegend ist im Sinne einer die Tatsachen würdigenden Gesamtsicht nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass
der Beschwerdeführer
vom
1.
März 2013 bis 3
1.
März 2014
den geltend gemachten Lohn tatsächlich erhalten hat.
Daran verm
ögen die Steuererklärung
2013 sowie der Lohnausweis vom 3
1.
März 2014 nichts zu ändern, sind diese doch
höchstens Indizien für eine tatsächliche Lohnzahlung.
Die Folgen der Beweis
losigkeit hinsichtlich der behauptet
en Lohnzahlungen wirken sich zu
Lasten
des Beschwerdeführers
aus. Damit ist für die strittige Zeit der Nachweis einer bei
trags
pflichtigen Beschäftigung nicht erbracht
. E
in Zurückkommen auf die zuge
sprochenen Leistungen
ist nach dem Gesagten
unter dem Titel der prozessualen Revision erlaubt.
4.7
Die Vorbringen
de
s
Beschwerdeführ
er
s
in der Beschw
erdeschrift (vorstehend E.
2.1), insbesondere die
umfangreichen Ausführungen zum Existenzminimum
, erweisen sich
als nicht geeignet,
einen Lohnfluss mit dem notwendigen Beweis
grad
der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit darzutun. Dies vor allem auch mit Blick
dar
auf
, dass die Eheleute
X._
in der
Steuererklärung 2014 Privat
schulden bei der Bank
D._
in der Höhe von
Fr.
28‘875.
--
vermerkten
(
Urk.
8/100 zweitletzte Seite
)
, welche belegen, dass
sie
ihren Lebensunterhalt nicht einzig mit Einkommen aus einer Erwerbstätigkeit
finanzierten
.
4.8
Mit Erlass der Rückforderungsverfügung vom
1
7.
Mai 2018
hat die IAW die geltenden Fristen sowohl für die Geltendmachung des Rückforderungsanspruchs (
Art.
25
Abs.
2) als auch für die prozessuale Revision (
Art.
55
Abs.
1 ATSG in
Verbindung mit
Art.
67 des
Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren,
VwVG
)
eingehalten (vgl. vorstehend E. 1.3 und E. 1.4). Denn (erst
) mit Eingang des Schreibens des
Beschwerdeführer
s
vom
1
1.
April 2018
samt den
einver
langten
Steuererklärung
en
2013 und 2014 (vorstehend E. 3.3
) hatte die IAW sichere Kenntnis über (alle) neuen erheblichen Tatsachen und stand für sie fest, dass die Voraussetzungen für eine Rückerstattung gegeben waren.
4.
9
Nachdem in Bezug auf das angegebene Arbeitsverhältnis bei der
Z._
AG die Ausübung einer beitragspflichtigen Beschäftigung nicht n
achgewiesen ist, kann der
Beschwerdeführer
in der
massgebenden
Rahmenfrist für die Beitragszeit (
1.
April 2012 bis 3
1.
März 2014)
mit den (von der Beschwerdegegnerin als aus
gewiesen erachteten) Arbeitsverhältnissen bei der
E._
GmbH, der
F._
GmbH und der
G._
GmbH nur eine Beitragszeit von
3.407 Monat
en
vorweisen (vgl.
Urk.
8/124 S. 1 unten). Damit hat er die Mindestbei
tragszeit nicht erfüllt hat. Für den fraglichen Zeitraum sind sodann auch keine Gründe für eine Befreiung von der Beitragszeit (
Art.
14 AVIG) ersichtlich.
Die Höhe der
ausbezahlten Taggelder hat der Beschwerdeführer
schli
esslich
nicht be
stritten (vgl.
Urk.
1 S. 3 oben), womit die Rückforderung auch in
masslicher
Hinsicht nicht zu beanstanden ist.
4.10
Nach dem Gesagten ergibt sich, dass
der Beschwerdeführer
infolge Nichterfüllung der Beitragszeit die für die Zeit von
April bis Juni 2014 und März bis Dezember 2015
bezogene Arbeitslosenentschädigung in der Höhe von
45'488.
--
zurück
zuerstatten hat. Der angefochtene Entscheid erweist sich somit als rechtens.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
5.
5.1
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraus
setzungen für die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und
Verbeiständung
erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche
Verbeistän
dung
not
wendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
5.2
Diese Voraussetzungen sind vorliegend erfüllt
.
Antragsgemäss (
Urk.
1
S. 2 oben
) ist
dem Beschwerdeführer
deshalb die unentgeltliche Prozessführung zu gewäh
ren und es ist ih
m
Rechtsanwalt
Imanuel
Darouich
, Rapperswil SG, als unent
geltlicher Rechtsvertreter für das vorliegende Verfahren zu bestellen.
Das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung (
Urk.
1 S. 2 oben) erweist sich mangels
Kostenpflicht
igkeit
des Verfahrens als gegenstandslos.
5.3
Mit Honorarnote vom
2
1.
Dezember 2018 (
Urk.
16)
machte Rechtsanwalt
Imanuel
Darouich
einen Aufwand von insgesamt
20
Stunden
und
35
Minuten geltend (
Urk.
16). Dazu führte er aus, die Redaktion der Beschwerde sei besonders auf
wendig gewesen, da aufgrund der Versäumnisse der IAW und der Beschwer
de
gegnerin bei der Sachverhaltsabklärung auf eigene Faust viele bedeutende Aspekte des Sachverhalts zu ermitteln gewesen seien. Dazu gehörten namentlich die umfangreichen und komplexen Berechnungen, aus denen hervorgehe, dass die Beschwerdeführerin und ihr Gatte auf den Lohn der
Z._
AG angewiesen
gewesen seien. Diese Berechnungen seien durch etliche Unterlagen belegt worden, die selber hätten beigebracht und ausgewertet werden müssen.
5.4
Nach
§
34
Abs.
3
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeu
tung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem
Mass
des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert.
Gemäss
§
8 in Verbindung mit
§
7
Abs.
1 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht (
GebV
SVGer
) wird - auch im Rahmen der unent
geltlichen Rechtsvertretung - namentlich für unnötigen Aufwand kein Ersatz gewährt.
5.5
Der geltend gemachte Aufwand von
20 Stunden und 35 Minuten
ist der Bedeu
tung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses nicht angemessen
, dies
insbesondere aufgrund der Tatsache, dass Rechtsanwalt
Imanuel
Darouich
den Beschwerdeführer
bereits im
Einspracheverfahren
vertrat
und die Akten somit bekannt waren. Sodann entspricht die Beschwerdeschrift
in weiten Teilen
wort
wörtlich
der Einsprache vom 1
8.
Juni 2018
(
Urk.
8/106
)
.
Vor diesem Hintergrund
erscheint
namentlich
ein Aufwand von
sieben Stunden und 30 Minuten
für das Verfassen der
Beschwerdeschrift als überhöht.
Sodann sind in der Honora
rnote explizit Positionen ausgewiesen, welche das vorinstanzliche
Einspracheverfahren
betreffen, namentlich das Verfassen der Einsprache selbst.
Unter Berücksichtigung eines gekürzten Aufwands für die Beschwerdeschrift,
den
Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Gesuch um unentgeltliche
Rechts
ver
beiständung
, den Synergien, die sich aus dem gleichgelagerten Verfahren in Sachen der Ehefrau des Beschwerdeführers,
Y._
, ergeben
,
sowie der in ähnlichen Fällen zugesprochenen Bet
räge ist die Entschädigung
von Rechts
anwalt
Imanuel
Darouich
bei Anwendung des gerichtsüblichen Stundenansatzes von
Fr.
220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) auf
Fr.
1‘
4
00
.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen und aus der Gerichtskasse zu bezahlen.
5.6
Der Beschwerdeführer
ist auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hinzuweisen, wonach
er
zur Nachzahlung der Auslagen für die unentgeltliche Rechtspflege verpflichtet ist, sobald
er
dazu in der Lage ist.