Decision ID: 04da094b-e5f1-4378-8884-8183642a5cbc
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die
1976 geborene
X._
war
seit Februar 2006
vollzeitlich
selbständig erwerbstätig in ihrem
gelernte
n
Beruf als
Damencoiffeuse
(
Urk.
9/5/1
,
Urk.
9/21/1
,
Urk.
9/53/2
) und
meldete sich erstmals im Januar 2010 unter Hin
weis auf Depressionen und Probleme mit den Händen zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (
Urk.
9/6).
Mit Verfügung vom 2
7.
September 2010 (
Urk.
9/25) verneinte die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle
, nach Vornahme von erwerblichen und medizinischen Abklärungen
einen Anspruch
der Versicherten
auf eine Invalidenrente, da
sie
seit
1.
März 2010 in der angestammten Tätigkeit als selbständige Coiffeuse
wieder vollständig arbeits
fähig sei
.
N
ach
dem
im März 2011 (
Urk.
9/29/3)
ihr zweites Kind auf die Welt gekommen war und sie in der Folge
ihre selbständige Erwerbstätigkeit aufgegeben hatte,
war sie
ab
Oktober 2011 als angestellte Coiffeuse
zuerst
i
n einem
50%-Pensum
und
ab
1.
März 2013
i
n eine
m 40%-Pensum
tätig (
Urk.
9/53/2).
Am 1
1.
Februar 2013
hatte
sich die Versicherte
-
nun
unter Hinweis auf Depressionen sowie Be
schwer
den an Rücken, Beinen, Füssen, Armen und Nacken
-
erneut bei der Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug an
gemeldet
(
Urk.
9/28).
Nachdem die IV-Stelle einen Anspruch auf berufliche Massnahmen verneint hatte (Mitteilung vom 2
3.
Januar 2014;
Urk.
9/52), wies sie das Leistungsbegehren der Versicherten mit Verfügung vom 2
0.
Februar 2014
ab mit der Begründung, sie könne die ange
stammte
Tätigkeit
mit einer zumutbaren Willensanstrengung und unter Weiter
füh
rung der medikamentösen und psychotherapeutischen Behandlung zu 100% ausüben (
Urk.
9/56).
Mit Revisionsgesuch vom 1
7.
November 2014 bat die Versicherte um erneute Prü
fung des Leistungsanspruchs
(
Urk.
9/70)
. Die IV-Stelle führte
wiederum
erwerb
liche und medizinische Abklärungen durch, insbesondere holte sie ein poly
dis
ziplinäres
(allgemein-internistisch-rheumatologisch-psychiatrisches)
Gutachten
bei
der
MEDAS
Z._
ein, das am
4.
April 2016 erstatte
t
wurde (
Urk.
9/120). Mit Vorbescheid vom
7.
Juli 2016 stellt
e s
ie der Versicherten die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
9/123).
Dagegen liess
die Versicherte
, die inzwischen am
1.
Oktober 2016 eine Teilzeittätigkeit (16.51
%
)
als Küchenhilfe in einem Hort aufgenommen hatte (
Urk.
7/3)
,
am
4.
November 2016 Einwand erheben
(
Urk.
9/137)
.
Mit
unangefochten in Rechtskraft erwachsener
Ver
fügung vom 2
2.
November 2016 verneinte die IV-Stelle einen Anspruch der Versicherten auf eine Hilflosenentschädigung (
Urk.
9/139
; Anmeldung vom
8.
Dezember 2015;
Urk.
9/110
).
Am
8.
Februar 2017 nahmen die Gutachter der MEDAS auf Aufforderung der IV-Stelle hin zu den von der Versicherten einge
reichten
Berichten der behandelnden Ärzte Stellung (
Urk.
9/143). Die Versicherte liess sich dazu am
6.
März 2018 - unter Beilage weiterer Arztberichte (
Urk.
9/149) - vernehmen (
Urk.
9/150). Mit Eingaben vom
4.
April
2018
(
Urk.
9/151) und vom
5.
Juni 2018 (
Urk.
9/153) nahm der Rechtsvertreter der Versicherten unter Hin
weis auf deren stationären Aufenthalt im
A._
vom
2.
März bis
2.
Mai 2018 (
Urk.
9/152) erneut Stellung.
Nachdem sie die Akten dem
regionalen ärztlichen Dienst (
RAD
)
unterbreitet hatte (
Urk.
9/175/4ff.),
wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren der Versicherten mit Verfügung vom
9.
Mai 2019 (
Urk.
9/176
=
Urk.
2) ab.
2.
Mit Beschwerde vom 1
0.
Juni 2019 (
Urk.
1/1) beantragt
e die Versicherte die Auf
hebung der Verfügung vom
9.
Mai 2019 und die Ausrichtung der ihr von Gesetzes wegen seit Mai 2015 zustehenden Rente. In prozessualer Hinsicht stellte die
unvertretene
Beschwerdeführerin ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege. Die Beschwerdegegnerin beantragte am 1
9.
August 2019 die Ab
weisung der Beschwerde (
Urk.
8).
Mit Verfügung vom
9.
Oktober 2019 (
Urk.
13) wurde der weiterhin
unvertretenen
Beschwerdeführerin die unentgeltliche Pro
zessführung gewährt. Am 2
9.
Oktober 2019 liess die
inzwischen
vertretene Be
schwerdeführerin eventualiter beantragen, die Sache sei zwecks ergänzender Abklärung des medizinischen Sachverhalts an die Beschwerdegegnerin zurückzu
weisen
(
Urk.
17)
.
Mit Replik
vom
9.
Dezember 2019 (
Urk.
20) stellte die Beschwer
de
führerin
bei gleichbleibendem Hauptantrag die
Antr
ä
g
e
, eventualiter seien ihr Eingliederungsmassnahmen zuzusprechen
,
subeventualiter
sei
die Sache zwecks ergänzender Abklärung des medizinischen Sachverhalts an die Beschwerde
geg
nerin zurückzuweisen
. Die IV-Stelle verzichtete am 2
8.
Januar 2020 (
Urk.
23) auf das Einreichen einer Duplik, was der Beschwerdeführerin am 2
9.
Januar 2020 (
Urk.
24) mitgeteilt wurde.
Am 1
4.
Mai 2020 reichte die Rechtsvertreterin der Be
schwerdeführerin ihre Honorarnote ein (
Urk.
25).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung
des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
G
emäss der mit
BGE 130 V 352
begründeten und seither stetig weiter ent
wickel
ten Rechtsprechung vermochten eine fachärztlich (psychiatrisch) diagnostizierte somatoforme Schmerzstörung und vergleichbare psychosomatische Leiden (
BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3, 142 V 342
) in der Regel keine lang dauernde, zu einer Invalidi
tät im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
führende Arbeitsunfähigkeit zu bewirken. Vielmehr bestand die Vermutung, dass solche Beschwerdebilder oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensan
strengung überwindbar seien und nur bestimmte Umstände, welche die Schmerz
bewältigung intensiv und konstant behindern, den Wiedereinstieg in den Arbeits
prozess unzumutbar machten, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorlag, entschied sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien (so genannte «Foerster-Kriterien», vgl. BGE 130 V 352, BGE 131 V 49 E. 1.2, je wiedergegeben BGE 139 V 547 E. 5 mit weiteren Hinweisen).
Mit BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht die Überwindbarkeitsvermutung auf
gegeben und das bisherige Regel-/Ausnahme-Modell durch
einen strukturierten normativen Prüfungsraster
ersetzt. In dessen Rahmen wird im Regelfall anhand von auf den funktionellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren das tat
sächlich erreichbare Leistungsvermögen ergebnisoffen und symmetrisch beurteilt, indem gleichermassen den äusseren Belastungsfaktoren wie den vorhandenen Ressourcen Rechnung getragen wird (BGE 141 V 574 E. 4.1; Urteil des Bundes
gerichts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2).
An der Rechtsprechung zu Art. 7 Abs. 2 ATSG - ausschliessliche Berücksichti
gung der Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung und objektivierte Zumut
barkeitsprüfung bei materieller Beweislast der rentenansprechenden Person - hat sich dadurch nichts geändert. Im Grunde konkretisieren die in BGE 141 V 281 E. 4 und E. 5 formulierten Beweisthemen und Vorgehensweisen für die Invalidi
tätsbemessung bei psychosomatischen Leiden die gesetzgeberischen Anordnung
en
nach Art. 7 Abs. 2 ATSG. Die Anerkennung eines rentenbegründenden Inva
lidi
tätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medi
zinisch
festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der
Stand
ardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegen
der Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 142 V 106 E. 4.5; Urteil des Bundesgerichts 8C_676/2017 vom 28. Februar 2018 E. 6.3).
Gemäss BGE 143 V 418 (E. 7) sind neu sämtliche psychischen Leiden, laut BGE 143 V 409 (E. 4.5.2) namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen (Ände
rung der Rechtsprechung). Gleiches gilt gemäss BGE 145 V 215 bezüglich fach
ärztlich einwandfrei diagnostizierter Abhängigkeitssyndrome beziehungsweise Substanzkonsumstörungen (E. 5.1 und E. 5.3.3).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den An
spruch erheblichen Weise geändert hat.
Ergibt die Prüfung durch die Verwaltung, dass die Vorbringen der versicherten Person nicht glaubhaft sind, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der ver
si
cherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tat
sächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revi
sionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch
BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die fest
gestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidi
tät zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.5
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hin
weisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesent
lichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbe
acht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten externer Spezial
ärzte (sogenannte Administrativgutachten) ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange
nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 135
V 465 E. 4.4; Urteil des Bundesgerichts 9C_823/2018 vom 11. Juni 2019 E. 2 mit Hinweisen).
Zu ergänzen ist, dass der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision erstellten Gut
achtens wesentlich davon abhängt, ob es sich ausreichend auf das Beweisthema - erhebliche Änderung des Sachverhalts - bezieht. Einer für sich allein betrachtet vollständig nachvollziehbaren und schlüssigen medizinischen Beurteilung, die im
Hinblick auf eine erstmalige Beurteilung der Rentenberechtigung beweisend wäre
, mangelt es daher in der Regel am rechtlich erforderlichen Beweiswert, wenn sich die (von einer früheren abweichende) ärztliche Einschätzung nicht hinreichend darüber ausspricht, inwiefern eine effektive Veränderung des Gesundheitszu
standes stattgefunden hat. Vorbehalten bleiben Sachlagen, in denen es evident ist, dass die gesundheitlichen Verhältnisse sich verändert haben (
Urteil des Bund
esgerichts 9C_287/2018 vom 2
7.
November 2018 E. 2.2 mit Hinweis auf das
Urteil
des Bundesgerichts
9C_418/2010 vom 2
9.
August 2011 E. 4.2, in: SVR 2012 IV
Nr. 18 S. 81).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Abweisung des Leistungsbegehrens da
mit, dass das psychische Leiden der Beschwerdeführerin weitgehend abgeklungen sei.
Mithin
sei
es
nicht lang andauernd und einer Behandlung zugänglich. Be
zogen auf den Bewegungsapparat könne die Beschwerdeführerin weiterhin als Coiffeuse arbeiten oder auch eine andere leidensangepasste Tätigkeit ausüben. Die Erkrankung bewirke demnach keinen länger dauernden Arbeitsausfall. Trotz neuer Berichte und der Einwände der Beschwerdeführerin sei weiterhin davon auszugehen, dass sich ihr Gesundheitszustand seit der Begutachtung
durch die
MEDAS
nicht verändert habe. Es seien weiterhin noch Therapieoptionen offen (Abstinenz von Opioiden, Benzodiazepinen, Optimierung der antidepressiven Therapie). Insgesamt könne weiterhin auf das
MEDAS
-
Gutachten vom Februar 2016 respekt
ive auf die ergänzenden Ausführungen der Gutachter
vom Februar 2017 abgestellt werden.
2.2
Demgegenüber brachte die Beschwerdeführerin
im Wesentlichen
vor,
aufgrund ihrer komplexen und langjährigen Krankengeschichte sei sie nicht in der Lage, über das aktuelle Arbeitspensum hinaus anhaltend auf dem ersten Arbeitsmarkt
tätig zu sein
(
Urk.
1/1).
D
as Gutachten der
MEDAS
beruhe auf einer willkürlichen Beweiswürdigung, weshalb nicht darauf abgestellt werden kö
nne (
Urk.
20
S. 6).
Zudem sei gestützt auf die medizinischen Akten und den Krankheitsverlauf eine
erhebliche Verschlechterung der somatischen und psychiatrischen Gesundheits
beeinträchtigung seit der
MEDAS
-Begutachtung von 2016 ausgewiesen (S. 6). Sowohl die von den behandelnden Fachärzten diagnostizierte rezidivierende de
pressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, als auch die aktenkundig
ausgewiesene anhaltende somatoforme Schmerzstörung und die posttrauma
ti
sch
e Belastungsstörung (PTBS)
hätten
im Zusammenspiel mit den objektivier
baren somatischen Beschwerden eine mindestens 75%ige Erwerbsunfähigkeit
zur Folge
. Dies begründe mit überwiegender Wahrscheinlichkeit einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente rückwirkend ab
1.
Mai 2015, spätestens jedoch ab
1.
Mai 201
8.
Entgegen der Auffassung der Ärztin des
RAD
seien die therapeu
ti
schen Optionen ausgeschöpft (S. 8). Im Übrigen fehle auch eine aktuelle Abklä
rung des Anspruchs auf Eingliederungsmassnahmen (S. 9).
2.3
Die Beschwerdegegnerin
trat
auf die Neuanmeldung der Beschwerdeführerin vom
1
7.
November 2014 (
Urk.
9/70)
ein
. Es ga
lt
somit zu prüfen, ob sich der Ge
sund
heitszustand im massgeblichen Zeitraum zwischen der Verfügung vom
2
0.
Febru
ar
2014
(
Urk.
9/56)
, mit welcher der Anspruch auf
Leistungen der
Inva
liden
ver
si
cherung
verneint worden war, und der angefochtenen Verfügung vom
9.
Mai 2019
(
Urk.
2) verschlechtert hat
te
und ob die allfällige Verschlechterung genügt
e
,
um
nunmehr ein
en
Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung
zu begrün
den
(vgl. E. 1.4 hiervor)
.
3.
3.1
Ein
Bestandteil des in
Art.
29
Abs.
2
der Bundesverfassung (
BV
)
verankerten An
spruchs auf rechtliches Gehör (
BGE 129 I 236 E
. 3.2)
bildet die
-
für das Verfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht in
Art.
61 li
t. h ATSG ausdrücklich erwähnte
-
Begründungspflicht
.
Die Verpflichtung der Behörde, ihren Entscheid zu begründen,
soll es unter anderem den Parteien ermöglichen,
d
ies
e
n
gege
be
nenfalls sachgerecht an
zufe
chten (BGE 136 I 184 E. 2.2.1 S. 188; BGE 134 I 83 E. 4.1 S. 88; BGE 133 III 439 E. 3.3 S. 445; je mit Hinweisen). Die Begründung muss kurz die wesentlichen Überlegungen nennen, von denen sich
die Behörde
hat leiten lassen und auf die sie ihren Entscheid stützt (BGE 141 III 28 E. 3.2.4 S.
4
1; BGE 139 V 496 E. 5.1 S. 504; BGE 138 I 232 E. 5.1 S. 237; je mit Hinweisen).
In Anbetracht der formellen Natur des rechtlichen Gehörs, die dazu führt, dass dessen Verletzung grundsätzlich ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwer
de in der Sache selbst die Aufhebung des angefochtenen Entscheids nach sich zieht (BGE 127
V 437 E. 3d/
aa
, 126 V 132 E
. 2b mit Hinweisen), ist vorab zu
prüfen, ob die Sache wegen einer Verletzung des rechtlichen Gehörs aus for
mel
len Gründen an
die IV-Stelle
zurückzuweisen ist.
3.2
Bei einer Neuanmeldung zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung
finden die Grundsätze zur Rentenrevision analog Anwendung (
Art.
17
Abs.
1 ATSG;
Art.
87
Abs.
2 und 3 IVV [SR 831.201]; BGE 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77), weshalb zunächst eine anspruchsrelevante Veränderung des Sachverhalts erfor
derlich ist. Erst in einem zweiten Schritt ist der (Renten-) Anspruch in tat
säch
licher und rechtlicher Hinsicht umfassend zu prüfen (BGE 141 V 9; Urteile
des Bundesgerichts
9C_27/2019 vom 2
7.
Juni 2019 E. 2; 9C_247/2017 vom
7.
August 2017 E. 2.1).
3.3
Die IV-Stelle prüfte nach Eingang der Neuanmeldung vom November 2014,
vorab zu Recht,
ob die von der Beschwerdeführerin eingereichten medizinischen Unterlagen eine Veränderung des medizinischen Gesundheitszustandes glaubhaft zu machen vermöchten
,
und bejahte die Frage mit der Begründung, es werde neu die Diagnose einer milden
seronegativen
Arthritis der Hände geltend gemacht (vgl. Feststellungsblatt für den Beschluss; Einträge vom 1
0.
und 1
4.
Dezember 2014;
Urk.
9/122/1 f.).
In der Folge unterbreitete die zuständige Sachbearbeiterin dem RAD die Frage, ob sich der Gesundheitsschaden seit dem letzten Entscheid vom 2
0.
Februar 2014 verändert habe und wenn ja, seit wann (
Urk.
9/122/3). Nach der Einholung des
MEDAS
-Gutachtens und
der
Durchführung des
Vorbe
scheid
verfahrens
(
Urk.
9/123) verneinte die IV-Stelle
jedoch
einen Anspruch der Beschwerdeführerin auf IV-Leistungen mit Verfügung vom
9.
Mai 2019, ohne sich
in ihren Erwägungen
mit der zentralen Frage auseinanderzusetzen, ob seit der letzten anspruchsverneinenden Verfügung eine
wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen
eingetreten sei.
Ebenso unterliess sie es, in ihrem Beiblatt auf
die
für die Beurteilu
ng der Streitsache massgebliche
n
materiell- und beweisrechtliche
n
Grundlagen gemäss Gesetz und Rechtsprechung
hinzuweisen
. Dies betrifft namentlich die Bestimmung zu den bei einer Neuanmeldung analog anwendbaren Revisionsregeln (
Art.
17
Abs.
1 ATSG; BGE 117 V 198 E. 3a S. 198) sowie
die
dabei
relevanten Vergleichszeitpunkte
(BGE 133 V 108 E. 5 S. 110 ff.;
130 V 71 E. 3.2.3 S. 75 ff.; Urteil
des Bundesgerichts
9C_882/2010 vom 2
5.
Janu
ar
2011 E. 3.2.1 mit Hinweisen).
3.4
D
er angefochtene Entscheid
lässt
hinsichtlich des zentralen Beweisthemas, ob seit der letzten anspruchsverneinenden Verfügung eine wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten sei, jegliche Begründung vermissen.
Hin
ge
gen begründete d
ie Beschwerdegegnerin die Abweisung des Leistungsbe
geh
ren
s
zusammengefasst damit, dass kein invalidisierender Gesundheitsschaden vorliege
.
Unter diesen Umständen, d
a die Verfügung
sich zwar nicht mit der entschei
denden Frage
auseinandersetzt, aber nicht jegliche Begründung vermissen
lässt
(vgl.
zu letzterem Fall
Urteil des Bundesgerichts I 606/04 vom 1
3.
Januar 2005 E.
3
f.)
, kann nicht von einer Verletzung des rechtlichen Gehörs gesprochen werden
,
verleiht die grundrechtliche Gehörsgarantie
doch
keinen Anspruch auf einen sachlich richtigen Entscheid (vgl. BGE 133 III 439 E. 3.3; 129 I 232 E. 3.2; 127 III 576 E. 2b; 126
I 97 E. 2b, je mit Hinweisen). D
ie materie
lle Richtigkeit der Begründung
und des darauf gestützten Entscheids ist
vielmehr
Gegenstand der materiellen Beurteilung und keine Frage, ob der Entscheid den formellen Anfor
derungen an die Begründung genügt, wenn diese auch darauf ausgelegt sind, die Basis für einen inhaltlich richtigen Entscheid zu legen (vgl. Urteile
des Bundes
gerichts
4A_48/2010 vom
9.
Juli 2010 E. 6.3.6 in fine sowie 4A_106/2009 vom
1
.
Oktober 2009 E. 4.4,
nicht
publ
. in BGE 136 III 23; BGE 130 II 530 E. 4.3 S. 540
; 114 Ia 233 E. 2d in fine S. 242
).
4
.
4
.1
Nach dem Gesagten ist die materielle Richtigkeit des angefochtenen Entscheids zu prüfen.
Im Zeitpunkt des Erlasses
der Verfügung vom 2
0.
Februar 2014 (
Urk.
9/56), mit welcher der Anspruch
der Beschwerdeführerin
auf Leistungen der Invalidenver
sicherung
seinerzeit
verneint worden war,
präsentierte sich der medizinische Sachverhalt wie folgt:
4.2
Dr.
med.
B._
,
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie,
stellvertretender
Oberarzt Rheumatologie in der
C._
,
diagnostizierte in seinem Bericht vom
9.
April 2013 (
Urk.
9/30/5-8) mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches lumbospondylogenes Syndrom links, laterale Fussschmerzen links mehr als rechts sowie eine Adipositas per magna. Aufgrund des Rückenleidens bestünden Einschränkungen für schwere bis mittelschwere körperliche Tätigkeiten sowie längere statische Positionen und Zwangshaltungen. Aufgrund der
Belastungstendinosen
an den Füssen seien länger dauernde ste
hende Belastungen sowie längeres Gehen eingeschränkt. Die bisherige Tätigkeit als Coiffeuse erachtete
Dr.
B._
der Beschwerdeführerin noch als zumutbar. Aus rheumatologischer Sicht sei allerdings davon auszugehen, dass aufgrund der Dekonditionierung im Tagesverlauf kumulierende Beschwerden aufträten, die aktuell eine Reduktion des Arbeitspensums um etwa 20
%
im angestammten
Beruf bedingten. Durch eine adäquate Rekonditionierung sollte diese Leistungs
ein
schränkung jedoch innert 6 Monaten reversibel sein.
Angepasste leichte körper
liche Tätigkeiten mit der Möglichkeit zur Wechs
elbelastung sollten prinzipiell
voll zumutbar sein. Aufgrund der Dekonditionierung sei aktuell auch hier von einer reversiblen Leistungsminderung von 20
%
über 6 Monate auszugehen (
Urk.
9/30/6 f.)
4.3
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
im
E._
,
wo die Beschwerdeführerin vom
7.
März bis 1
2.
April 2013 hospita
li
siert gewesen war,
erhob mit Austrittsbericht vom 2
2.
April 2013
(
Urk.
9/33/5-7)
die Diagnosen einer mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10: F32.1), eines Verdachts auf
eine
Opiat-Abhängigkeit sowie einer psychosozialen Belastungs
situation
, ohne
dass er
sich zur Arbeitsfähigkeit äusser
te
.
4.4
Mit
Bericht
vom
3
0.
Mai
2013 (
Urk.
9/
32/1-6
)
stellte
PD
Dr.
med.
F._
, Fach
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode (F32.1) bestehend seit Januar 2012 und attestierte
der Be
schwerdeführerin
ab
dem
1
1.
Februar 2013 bis auf Weiteres eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in der Tätigkeit als Coiffeuse.
4.5
Dr.
med.
G._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie, Oberärztin
am
H._
, Rheumatologie und Rehabilitation, der
C._
,
diagnostizierte in ihrem Bericht vom 1
4.
Oktober 2013
(
Urk.
9/50) eine generalisierte
Weichteilsensivität
, ein
zervikothorakospondy
lo
ge
nes
und lumbospondylogenes Schmerzsyndrom beidseits, laterale Fussschmer
zen links, eine Adipositas per magna sowie einen Status nach CTS-Operation rechts 199
3.
4.6
Dr.
med.
I._
, praktische Ärztin vom
RAD
, legte am 2
1.
November 2013 (
Urk.
9/55/2) - i
m Wesentlichen gestützt auf die beiden Berichte der
C._
und des
E._
vom April 2013 (vgl. Feststellungsblatt Einwand vom 2
0.
Februar 2014;
Urk.
9/55/1)
-
dar, aus versicherungsmedizinischer Sicht sei mit den somatischen funktionellen Einschränkungen im Fuss- und Lenden
wirbelsäulenbereich in der bisherigen Tätigkeit als Coiffeuse eine drohende Inva
lidität anzunehmen. Unter Berücksichtigung der Belastungseinschränkungen könnte eine Arbeitsunfähigkeit als Coiffeuse prognostisch erwartet werden. Unter Durchführung einer fachpsychiatrisch adäquaten Therapie sollte sich der psychi
sche Gesundheitszustand, welcher mit der Diagnose einer mittelgradigen depres
si
ven Episode begründet werde, zeitnah verbessern. Die psychischen Probleme würden mit einer psychosozialen Überlastungssituation in Verbindung gebracht, die
die Beschwerdeführerin
als alleinerziehende Mutter habe.
4.7
Gestützt auf die Stellungnahme des RAD kam
die IV-Stelle in ihrer leis
tungs
anspruchsverneinenden Verfügung vom 2
0.
Februar 2014 (
Urk.
9/56) zum Schluss,
die diagnostizierte mittelgradige depressive Episode habe nicht die erforderliche Intensität, um als invalidisierend gelten zu können (
Urk.
9/56/1), während auf
grund der somatischen Einschränkungen im Fuss- und Lendenwirbelsäulen
be
reich
(lediglich) prognostisch eine Arbeitsunfähigkeit als
Coiffeuse erwartet werden könn
e (
Urk.
9/56/2).
5
.
5
.1
Seither sind im Wesentlichen die folgenden ärztlichen Berichte und Stellung
nahmen zu den Akten genommen worden:
5.2
Mit Bericht vom
4.
Dezember 2014
(
Urk.
9/73/1-2)
stellte
Dr.
med.
J._
,
Fach
ärztin für Allgemeine Innere Medizin, Rheumatologie sowie
Physikalische Medi
zin und Rehabilitation
, Leitende Oberärztin Rheumatologie der
C._
, folgende (verkürzt wiedergegebene) Hauptdiagnosen:
-
milde
seronegative
Arthritis Hände
,
DD rheumatoide Arthritis
,
DD mechanisch
-
chronisches generalisiertes Schmerzsyndrom mit Polyarthralgien und
myofas
zialen
Schmerzen
-
generalisiertes
ligamentäres
Hypermobilitätssyndrom (
Beighton
6/9)
-
cervicothora
c
ospondylogenes
und lumbospondylogenes Schmerzsyndrom beid
seits
-
Metatarsalgien
-
Status nach Carpaltunnelsyndrom-Operation rechts 1993
-
Verdacht auf Medikamentenüberkonsum, vor allem Opioid-Analgesie (Codein)
-
Vitamin D3 Mangel 24,3
nmol
/l
Bezugnehmend auf den Bericht von
Dr.
B._
vom
9.
April 2013 führte
Dr.
J._
aus, dass im Frühling 2014 bei der Beschwerdeführerin eine allerdings sehr milde Arthritis der Hände festgestellt worden sei.
Bildgebend hätten sich keine Hinweise auf einen
erosiven
oder gar destruktiven Verlauf gezeigt, was sich mit ihrer Einschätzung decke.
Im Vergleich zur Beurteilung von
Dr.
B._
ergebe sich deswegen bezüglich Arbeitsfähigkeit als Coiffeuse
keine substanzielle Änderung.
Einzelne hochrepetitiv verlaufende Tätigkeiten in achsenabwei
chen
der Stellung sollten vermieden werden. Diesbezüglich erachte sie gelenkscho
nende beziehungsweise -gerechte Tätigkeiten und Positionen als ausreichend (
Urk.
9/73/2).
In einem weiteren Bericht vom 1
1.
Mai 2015 (
Urk.
9/94/6-9) hielt
Dr.
J._
bei grundsätzlich unveränderter Diagnosestellung fest,
im Wesentlichen seien die Untersuchungsbefunde, aktuell fokussiert auf die Halswirbelsäule und die vor
deren Extremitäten unverändert,
abgesehen von einer vermehrten Kyphose am
cervicothorakalen
Übergang, Schulter- und
Kopfprotraktion
(
Urk.
9/94/8). Das chronifizierte
lumbospondylogene
Syndrom sei überwiegend auf muskuläre In
suffizienzen und Dysbalancen zurückzuführen. Somit sei von einem relevanten Rehabilitationspotential auszugehen. Aufgrund der allenfalls äusserst diskret ausgeprägten entzündlichen Veränderungen der Hände, DD mechanisch, sowie fehlender degenerativer Veränderungen am Stammskelett sei grundsätzlich von
einer strukturell günstigen Prognose auszugehen. Ungünstig sei
en
jedoch die chro
nische Schmerzsymptomatik, die Adipositas und die psychische beziehungs
weise psychosoziale Situation. Als Coiffeuse sei sie seit längerem nicht mehr arbeits
fähig, wobei von Seiten der
C._
keine Arbeitsunfähigkeitszeugnisse ausgestellt worden seien.
Im Übrigen verwies
Dr.
J._
erneut auf den Bericht
Dr.
B._
s vom
9.
April 2013 sowie auf ihren eigenen Bericht vom
4.
Dezem
ber 2014, die
weiterhin gültig
seien, zumal auch die in den letzten Monaten durchgeführten Abklärungen mit MRI der Hände und der Füsse
keine wesentliche Anpassung der Belastungsfähigkeit
beziehungsweise der Zumutbarkeit ergeben habe
(
Urk.
9/94/8 f.)
.
5.3
Im Austrittsbericht des
A._
vom 1
3.
Januar
2015
(
Urk.
9/102/17-22), wo die Beschwerdeführerin vom 2
6.
Oktober bis am
3.
Novem
ber
2014 hospitalisiert gewesen war, wurde
als Hauptdiagnose eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (F33.1)
,
erhoben. Die Be
schwerdeführerin konnte in einem psychisch stabilisierten Zustand bei fehlender Suizidalität und verbesserter Stimmung regelrecht nach Hause entlassen werden (
Urk.
9/102/19).
5.4
Die Ärzte des
H._
der
C._
diagnostizierten
am 1
2.
Juni 2015 (
Urk.
9/102/14) eine chronische Migräne ohne Aura,
einen
Anal
getika-Übergebrauchskopfschmerz sowie ein mögliches
Restless
-
legs
-Syn
drom.
5.5
Der die Beschwerdeführerin seit Juli 2013 behandelnde Psychiater,
PD
Dr.
med.
K._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, stellte mit Bericht vom
3.
August 2015 (
Urk.
9/101) in seinem Fachgebiet die Diagnosen einer posttrau
matischen Belastungsstörung (F43.1), einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (F33.1)
,
sowie einer
Opioidabhängigkeit
(im Rahmen einer langjährigen Schmerzbe
handlung; F11.22;
Urk.
9/101/1) und atte
stierte der Beschwerdeführerin
seit Juli 2013 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit als Coiffeuse
(
Urk.
9/101/3). Zusätzlich zu den vielfältigen körperlichen Erkran
kungen, die eine Ausübung der bisherigen Tätigkeit als Coiffeuse verunmög
lich
ten, bestünden depressive Beschwerde
n
sowie Symptome einer posttrauma
tischen
Belastungsstörung, die ebenfalls ein ausdauerndes, konzentriertes Arbeiten un
mög
lich machten. Aufgrund der langjährigen Krankengeschichte und des kom
plexen Beschwerdebildes sei nicht mit einer schnellen Verbesserung des Ge
sund
heitszustandes zu rechnen. Mittel- bis langfristig könnte jedoch wieder eine Arbeitsfähigkeit erreicht werden.
5.6
Die behandelnde Hausärztin der Beschwerdeführerin,
Dr.
med.
L._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, führte in ihrem Bericht vom
8.
September 2015 (
Urk.
9/102/
1-5) aus, die Beschwerdeführerin habe bis 2013 in einem Pensum von 60
%
in ihrem Beruf als Coiffeuse gearbeitet. Die Ausübung des Berufs sei ihr aufgrund von starken Schmerzen in allen Körperteilen nicht mehr möglich. Psy
chisch eingeschränkt sei sie durch starke Antriebslosigkeit, herabgesetzte Kon
zen
tration, verlangsamtes Denken und niedriges Selbstvertrauen. Bei jeder körper
lichen Betätigung träten diffuse Schmerzen auf. Das Arbeitstempo sei stark verlangsamt, auch bei Einlegen von Pausen sei die Beschwerdeführerin nicht fähig, zum Beispiel den Haushalt selber zu übernehmen (
Urk.
9/102/3). Eine ein
fache Arbeit unter
Anleitung
, ohne körperliche Einschränkung
(richtig: Belas
tung)
und mit
der
Möglichkeit des Wechsels der Arbeitsposition (Sitzen, Stehen, kurzes Gehen) wäre über eine Stunde drei Mal in
der
Woche im geschützten Rahmen möglich (
Urk.
9/102/4).
5.7
Vom
5.
bis am
9.
September 2015 war die Beschwerdeführerin in der Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie des
M._
hospita
lisiert. Nach komplikationsloser
operativer Behandlung einer inneren
Hernie und unauffälligem weiteren Verlauf konnte die Beschwerdeführerin am 1
0.
September 2015 schmerzkompensiert und in gutem Allgemeinzustand bei reizlosen Wund
verhältnissen nach
Hause entlassen werden (provisorischer Austrittsbericht vom
8.
September 2015;
Urk.
9/103).
5.8
5.8
.1
Im Hauptgutachten der
MEDAS
Z._
vom
4.
April 2016 (
Urk.
9/120/1-32)
wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit erhoben
(
Urk.
9/120/25)
:
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig weitgehend remittiert (F33.0)
,
im Verlauf immer wieder manifest als zumindest mittelgradige depressive Epi
sode. Komorbidität mit Symptomen einer posttraumatischen Belastungs
stö
rung.
-
Subjektiv unterschiedlich in Lokalität, Akzentuierung und Intensität erlebte Myalgien und Arthralgien, klinisch aus rheumatologischer Sicht keiner defini
tiven
systemisch entzündlichen oder anderweitig differenzierten Störung des Bewegungsapparates zuord
en
bar (M79.10)
-
Adipositas per magna mit Status nach Magenbypass-Operation 2004 und Re-Operation 2009 (K91.2), BMI aktuell 40.5
-
Vitamin D-Mangel (E55.9)
5.8
.2
Zum Gesundheitsschaden führten die Gutachter aus, dass aus rheumatologischer Sicht ausser der Überlastung des hypermobilen Bewegungsapparates durch die Adipositas keine Gesundheitsschädigungen eruiert werden könnten. Aus psychia
trischer Sicht sei die Funktionsfähigkeit mit geringen Einschränkungen recht gut erhalten, bei momentan deutlich, aber unvollständig remittierten rezidivierenden depressiven Störungen. Die anlässlich der Untersuchungen bestehenden funktio
nellen Einschränkungen seien auf die Gesundheitsschädigungen zurückzuführen. Die geschilderten Beschwerden wirkten authentisch und es hätten keine spezifi
schen Diskrepanzen oder Hinweise auf Aggravation festgestellt werden können (
Urk.
9/120/23). Die psychiatrische Behandlung sei erfolgreich, werde konsequent durchgeführt und sei als lege artis zu bezeichnen. Aus rheumatologischer Sicht wäre eine Etablierung einer medizinischen Trainingstherapie mit initial überwie
gendem Ausdauertraining im aeroben Bereich angezeigt (
Urk.
9/120/26).
5.8
.3
In ihrer Konsensbeurteilung kamen die Gutachter zum Schluss, dass die Arbeits
fähigkeit
der Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit als Coiffeuse 66
%
betrage. Die 33%ige Arbeitsunfähigkeit werde begründet durch die sich immer wieder manifestierenden, als zumindest mittelgradig eingestuften depres
siven Episoden mit der entsprechenden Restsymptomatik. Zusätzlich beeinflusst werde die Arbeitsfähigkeit durch die Komorbidität mit Symptomen einer unvoll
ständigen posttraumatischen Belastungsstörung, ohne dass diese als eigenstän
diges Krankheitsbild diagnostiziert werden könnten. Im Weiteren beeinflussten
auch die Adipositas per magna und möglicherweise der deutliche Vitamin D-M
angel die Leistungs- und die Arbeitsfähigkeit
. Diese Arbeitsfähigkeit bestehe gemäss Aktenlage seit der Hospitalisation der Beschwerdeführerin im
E._
am
7.
März 2013
(
Urk.
9/120/28).
In einer angepassten Tätigkeit attestierten die Gutachter im Konsens eine Rest
arbeitsfähigkeit von 75
%
. Bei der angepassten Tätigkeit müsste die Konzen
tra
tionsanforderung geringer gehalten werden; eine ständige Lärmbelastung und störende Lichtverhältnisse müssten vermieden werden und auf einen ständig wechselnden Kundenkontakt müsste verzichtet werden. Zudem müssten aus rheu
matologischer Sicht folgende Kriterien eingehalten werden: Tätigkeiten ab und über der Elevationsebene sollten höchstens ei
ne Stunde am Stück und maximal zwei M
al am
Halbtag
erfolgen. Das Heben und Tragen von Lasten bis Lendenhöhe sollte maximal 20 kg, in Brusthöhe maximal 15 kg betragen. Tätigkeiten mit der oberen Extremität wären leicht bis mittelschwer möglich (
Urk.
9/120/29).
5.9
Dr.
med.
N._
, Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie, vom
RAD
kam in seiner Stellungnahme vom 1
8.
April 2016 (
Urk.
9/122/3) zum Schluss, das
MEDAS
-Gutachten sei insgesamt schlüssig und nachvollziehbar und in seinen Feststellungen plausibel, weshalb darauf abgestützt werden könne.
5.10
PD
Dr.
K._
hielt in seinem Bericht vom 1
2.
Oktober 2016 (
Urk.
9/136) zuh
anden der Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin fest, bei dieser sei diag
nostisch von einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig leichte Epi
sode (F33.1) auszugehen. Es bestehe eine leichtgradige depressive Stimmungs
lage,
eine erhöhte Ermüdbarkeit sowie eine teilweise Freudlosigkeit. Selbstwert
gefühl
und Selbstvertrauen seien vermindert, darüber hinaus bestünden Schlaf
störung
en
. Zudem
bestünden
eine posttraumatische Belastungsstörung
(PTBS) und ein Ab
hängigkeitssyndrom durch Opioide mit gegenwärtiger Abstinenz (F11.20). Bei allen
drei Erkrankungen bestehe ein bisher langjähriger Verlauf, so dass tatsächlich von einer Chronifizierung ausgegangen werden könne. In Bezug auf die rezidi
vierende depressive Störung seien wiederholt Spitalaufenthalte notwendig gewe
sen (
Urk.
9/136/1). Obwohl
im bisherigen Therapieverlauf insgesamt eine Verbes
serung der Situation
habe erreicht werden können, hätten sich immer wieder krisenhafte Einbrüche mit verstärkter depressiver und auch PTBS-Symptomatik gezeigt. Ausdauer und Konzentrationsvermögen seien weiterhin eingeschränkt. Es bestehe eine rasche Ermüdbarkeit. Schon bei geringer Belastung komme es schnell zu einem Überforderungsgefühl. Dazu kämen die vielfältigen körperlichen Beschwerden, die eine weitere
Berufsausübung in ihrer bisherigen Tätigkeit als Coiffeuse nicht ermöglichten. Aufgrund der komplexen Problemlage, bei der ver
schiedene Krankheitsbilder miteinander interagierten, sei maximal eine 25%ige Arbeitsfähigkeit gegeben (
Urk.
9/136/2).
5.11
Dr.
med.
J._
führte am 1
0.
Oktober 2016 aus, dass sie die Beschwerdeführerin als Coiffeuse aus
muskuloskelettaler
Sicht und medizinisch theoretisch aufgrund der Handschmerzen und des MRI-Befundes der Hände derzeit als zu 50
%
arbeits
fähig einschätze.
Aufgrund der
Metatarsalgien
und der durchgemacht
en
Ansatz
tendinose
der
Peroneus
-
brevis
-Sehne und des Ganglions des unteren Sprung
gelenks rechts sollten langes Stehen an Ort und langes Gehen vermieden werden. Die muskuläre Insuffizienz (der Rumpfmuskulatur) sei zumindest theoretisch the
ra
peutisch
angehbar
, so dass diese per se keine Argumentation gegen eine lang
fristige Arbeitsfähigkeit darstelle. Allenfalls liesse sich diskutieren, ob wäh
rend der Trainingszeit von drei bis sechs Monaten beziehungsweise bis zur zu erwartenden Besserung eine vorübergehende Reduktion von 20
%
in der ange
stammten Tätigkeit gewährt werden sollte. Die
Arbeitsfähigkeit der Beschwerde
führerin dürfte nach wie vor hauptsächlich durch die psychische Problematik
beziehungsweise die chronische Schmerzproblematik bedingt
sein, ohne dass muskuloskelettale Befunde diese vollständig erklärten (
Urk.
9/136/4 f.).
5.12
5.12
.1
Mit Schreiben vom
8.
Februar 2017 (
Urk.
9/143
/1-2
)
hielt
der ärztliche Leiter der
MEDAS
Z._
fest, dass die attestierten Arbeitsfähigkeiten im Hauptgutachten gültig seien. Gleichzeitig wies er daraufhin, dass der IV-Stelle irrtümlicherweise eine ungültige - vor der Konsens-Konferenz geschriebene - Fassung des psychiatrischen Teilgutachtens eingereicht worden sei. Bezüglich der Beschwerden des Bewegungsapparates ändere das Schreiben von
Dr.
J._
(vom 1
0.
Oktober 2016) an der Beurteilung im Gutachten nichts.
Eine gültige Fassung des psychiatrischen Teilgutachtens vom 1
7.
Februar
2016 wurde beigelegt (
Urk.
9/143/8-26).
5.12
.2
Der psychiatrische Teilgutachter der
MEDAS
legte in seiner ausführlichen Stel
lungnahme vom
8.
Februar 2017 (
Urk.
9/143/2-7) dar, dass und warum die
von
der Beschwerdeführerin
und vom behandelnden Psychiater vorgetragenen Argu
mente nicht zu einer grundsätzlichen Änderung seiner gutachtlichen Einschät
zung vom April 2016
führten
(
Urk.
9/143/7).
5.13
Med. pract.
O._
, Assistenzarzt an der
Q._
,
nahm am 2
6.
Februar 2018 (
Urk.
9/149/1-4) unter anderem unter Hinweis auf
eine schlafmedizinische Untersuchung im
A._
(
Urk.
9/149/5-20
) wiederum zum ergänzenden Bericht des psychiatrischen Teilgutachters Stellung und
hielt abschliessend fest, dass er unter Berücksichtigung des aktuellen Ver
laufs von einer
maximal 50%igen Arbeitsfähigkeit sowohl in der angestammten als auch in einer angepassten Tätigkeit
ausgehe (
Urk.
9/149/3).
5.14
Am 1
1.
Mai 2018 berichtete
n die Ärzte de
s
A._
über ein
e weitere Hospitalisierung
der Beschwerdeführerin vom
2.
März bis
2.
Mai 2018 aufgrund einer ausgeprägten depressiven Symptomatik mit Suizidgedanken und einem Suizidversuch Ende Februar 2018 (
Urk.
9/152). Diagnostiziert wurden
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, bei Aus
tritt teilremittiert (F33.1),
eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung mit so
matischen und psychischen Faktoren (F45.41), Probleme mit Bezug auf vermu
teten sexuellen Missbrauch eines Kindes durch eine Person innerhalb des engeren Familienkreises (Z61.4), ein Benzodiazepin-Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtig ständiger Gebrauch (F13.2), ein medikamenten-induzierter Kopfschmerz (G44.4), ein Vitamin D-Mangel (E55.9), Obstipation (K59.0) sowie eine Adipos
itas per magna Grad III (E66.02;
Urk.
9/152/1)
. Initial habe bei der Beschwerdeführerin
eine mittelgradig
e
depressive Episode im Rahmen einer rezidivierenden depres
siven Störung
bestanden, die sich im Verlauf der Behandlung nur leicht verbessert habe. Hinsichtlich des Verdachts einer posttraumatischen Belastungsstörung bleibe eine diagnostische Unsicherheit bestehen. Entgegen den Angaben der Beschwerdeführerin seien keine Flashbacks oder
ein
dissoziatives Erleben beo
bachtet worden. Es sei daher am ehesten von einer remittierten PTBS auszugehen. Die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren bei fortwährender Beschäftigung und Präsentation von Schmerzen am gesamten Körper habe bestätigt werden können. Eine vollständige Arbeitsunfähigkeit sei bis und mit dem
6.
Mai
2018 attestiert worden (
Urk.
9/152/3).
5.15
In seiner Stellungnahme
vom
2.
Juli 2018
hielt
Dr.
med.
P._
, Facharzt für Psychiatrie un
d Psychotherapie, vom RAD fest, grundsätzlich seien die medizi
nischen Feststellungen im klinischen Teil des psychiatrischen Teilgutachtens der
MEDAS
nachvollziehbar (
Urk.
9/175/4). Ob die Prognose mit Blick auf die erneute Hospitalisierung im
A._
zwischenzeitlich zurückhaltender for
muliert werden sollte, wäre allenfalls abzuklären (
Urk.
9/175/5).
5.16
Vom 1
3.
September bis 1
8.
Oktober 2018 war die Beschwerdeführerin zur Krisen
intervention bei psychosozialer Belastungssituation und Migräne-Attacke vor
dem Hintergrund rezidivierender depressiver Episoden und einer posttrau
mati
schen Belastungsstörung in der
Q._
hospita
lisiert. Mit Bericht vom 2
7.
November 2018 (
Urk.
3/7) erhoben die behandelnden Ärzte die Diagnosen einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittel
gradige Episode (F33.1), einer posttraumatischen Belastungsstörung (F43.1) sowie psychischer Verhaltensstörungen durch Opioide, Abhängigkeitssy
n
drom, aktuell abstinent (F11.2).
5.17
Mit Bericht vom 2
0.
Februar 2019 (
Urk.
9/169) stellte PD
Dr.
med.
K._
die Diagnosen einer rezidivierenden
depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (F33.1), einer posttraumatischen Belastungsstörung (F43.1), einer Fibro
m
yalgie (M79.70), einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung mit soma
tischen und psychischen Faktoren (F45.41), einer Migräne mit Aura (klassische Migräne; G43.1) sowie eines Magenbypasses. Bis heute hätten sich die depressive Symptomatik und die Beschwerden aufgrund der PTBS kaum gebessert. Aufgrund des Krankheitsgescheh
ens bestünden
eine
stark reduzierte allgemeine Belastbar
keit und damit einhergehend Funktionseinschränkungen
(
Urk.
9/169/2).
Aktuell bestehe eine Arbeitsfähigkeit von maximal 2.5 Stunden pro Tag. Zwischenzeitlich betrage die Arbeitsunfähigkeit aufgrund des Krankheitsgeschehens allerdings
immer wieder 100
%
, weswegen unklar sei, ob das Pensum von 2.5 Stunden über einen längeren Zeitraum hinweg aufrechterhalten werden könne (
Urk.
9/169/3).
5.18
Am 2
5.
März 2019 (
Urk.
9/175/7) führte
Dr.
med.
R._
, Fachärztin für Psy
chiatrie u
nd Psychotherapie, vom RAD aus, insgesamt könne weiterhin von einem
gleichbleibenden Gesundheitszustand seit der Gutachtenerstellung
ausgegangen werden. Es stünden weiterhin noch Therapieoptionen offen (Abstinenz von Opioi
den, Benzodiazepinen, Optimierung der antidepressiven Therapie). Ob dadurch eine Verbesserung der dauerhaften Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 25
%
im angepassten Bereich erzielt werden könne, sei jedoch fraglich. Insgesamt könne
weiterhin auf das Gutachten vom Februar 2016 beziehungsweise die Ausfüh
rungen des Gutachters vom
8.
Februar 2017 abgestellt werden.
5.19
Am
3.
Juni 2019 (
Urk.
1/2) nahmen PD
Dr.
med.
K._
und med. pract.
O._
von der
Q._
erneut Stellung und erklärten, in der Zusammenschau liege bei der Beschwerdeführerin eine anhaltende kom
plexe psychiatrische Erkrankung vor, die mit erheblichen Funktionsein
schrän
kungen verbunden sei. Verkomplizierend seien die multiplen somatischen Be
schwerden unter anderem im Rahmen der Magen-Bypass-Operation und deren Folgen. Eine genaue Zuschreibung einzelner Einschränkungen zu einem Gesund
heitsschaden sei deshalb schwierig und eine Gesamtschau der Beeinträchtigungen unerlässlich. Daraus ergebe sich bezüglich Arbeitsfähigkeit eine verhaltene Prog
nose. Neben der reduzierten Arbeitsfähigkeit im eigenen Haushalt sei von einer maximalen zusätzlichen Arbeitszeit von zwei bis zweieinhalb Stunden pro Tag (Hortarbeit) auszugehen (
Urk.
1/2 S. 8 f.).
6
.
6
.1
6.1.1
Dr.
med.
I._
, praktische Ärztin vom
RAD
, legte am 2
1.
November
2013 (
Urk.
9/55/2) - im Wesentlichen gestützt auf die beiden Berichte der
C._
und des
E._
vom April 2013 (vgl. Feststellungsblatt Einwand vom 2
0.
Februar 2014;
Urk.
9/55/1) - dar, aus versicherungsmedizinischer Sicht sei mit den somatischen funktionellen Einschränkungen im Fuss- und Lenden
wirbelsäulenbereich in der bisherigen Tätigkeit als Coiffeuse eine drohende Inva
lidität anzunehmen. Unter Berücksichtigung der
Belastungseinschränkungen könn
e
prognostisch
eine Arbeitsunfähigkeit als Coiffeuse erwartet werden. Unter Durchführung einer fachpsychiatrisch adäquaten Therapie sollte sich der psychi
sche Gesundheitszustand, welcher mit der Diagnose einer mittelgradigen de
pres
siven Episode begründet werde, zeitnah verbessern. Die psychischen Proble
me würden
mit einer psychosozialen Überlastungssituation in Verbindung ge
bracht, die sie als alleinerziehende Mutter habe.
6.
1.
2
Gestützt auf die Stellungnahme des RAD kam die IV-Stelle in ihrer leistungs
anspruchsverneinenden Verfügung vom 2
0.
Februar 2014 (
Urk.
9/56) zum Schluss,
die diagnostizierte mittelgradige depressive Episode habe nicht die erforderliche Intensität, um als invalidisierend gelten zu können (
Urk.
9/56/1), während auf
grund der somatischen Einschränkungen im Fuss- und Lendenwirbel
säulen
be
reich
(lediglich) prognostisch eine Arbeitsunfähigkeit als Coiffeuse erwartet werden könnte (
Urk.
9/56/2).
6.2
6.2.1
Die Gutachter der
MEDAS
diagnostizierten am
4.
April 2016 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
9/120/25) eine rezidivierende -
im Untersuchungs
zeit
punkt
weitgehend remittiert
e,
im Verlauf immer wieder zumindest mittel
gradige
- depressive Störung bei einer Komorbidität mit Symptomen einer posttrau
ma
tischen Belastungsstörung,
sodann
subjektiv in Lokalität, Akzentuierung und Intensität unterschiedlich erlebte,
klinisch aus rheumatologischer Sicht
nicht
zu
zuordnende
Myalgien und Arthralgien, eine Adipositas per magna mit Status nach Magenbypass-Operation 2004 und Re-Operation 2009 sowie einen Vitamin D-Mangel. In ihrer Konsensbeurteilung kamen die Gutachter zum Schluss, dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in der angestammt
en Tätigkeit als Coiffeuse 66
%
, i
n einer angepassten Tätigkeit 75
%
betrage.
6.2.2
Während
Dr.
N._
vom RAD das Gutachten der
MEDAS
am 1
8.
April 2016 als schlüssig und nachvollziehbar erachtete, weshalb darauf abgestellt werden könne (
Urk.
9/122/3), hielt der zuständige Kundenberater
der Beschwerdegegnerin
am 1
2.
Mai beziehungsweise 2
3.
Juni 2016 fest, die diagnostizierte depressive Stö
rung sei weitgehend remittiert und eine posttraumatische Belastungsstörung werde
nicht diagnostiziert. Aus rheumatologischer Sicht bestehe keine Arbeitsun
fähig
keit in der bisherigen oder einer angepassten Tätigkeit. Insgesamt sei kein IV-relevanter Gesundheitsschaden ausgewiesen, weshalb das Gesuch
abgewiesen werden müsse (
Urk.
9
/122/4).
Daran wurde auch nach Eingang weiterer ärztlicher Stellungnahmen festgehalten (
Urk.
9/175/8).
6.3
6.3.1
Vorab ist der Beweiswert des
MEDAS
-
Gutachten
s
vom
4.
April 2016 (
Urk.
9/120)
und der
ergänzende
n
Stellungnahme vom
8.
Februar 2017 (
Urk.
9/143)
zu prüfen. Diese
wurden
im Rahmen eines Revisions- beziehungsweise
eines Neuanmel
dungsverfahrens veranlasst.
Die Frage, ob eine revisionsbegründende Änderung stattgefunden hat, ist durch die Gegenüberstellung eines vergangenen und des
aktuellen Zustandes zu beurteilen.
Z
entrales Beweisthema der Expertise
ist
dem
nach
nicht bloss die Feststellung des aktuellen Gesundheitszustands und seiner funktionellen Auswirkungen, sondern gerade auch der Vergleich dieses Befunds mit den ursprünglichen - hier zur Verneinung der Berentung führenden
–
Be
schwerden. Spricht sich ein Gutachten nicht in hinreichender Weise darüber aus, ob und bejahendenfalls inwiefern eine effektive Veränderung der gesundheit
lichen Situation im
entscheidrelevanten
Referenzzeitraum stattgefunden hat, mangelt es ihm, sofern sich eine entsprechende Sachlage nicht ohnehin augen
fällig präsentiert, am rechtl
ich erforderlichen Bew
eiswert (vgl. vorstehende E. 1.6
).
6
.3.2
Die Gutachter der MEDAS
wurden von der IV-Stelle nicht nach der Entwicklung beziehungsweise der allfälligen Veränderung des Gesundheitszustands der Be
schwer
deführerin seit Februar 2014 befragt und äusserten sich dementsprechend auch nicht ausdrücklich dazu.
I
m Rahmen der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nahmen sie
lediglich
am Rande auch Stellung zum Verlauf, indem sie festhielten, die von ihnen attestierte 33%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätig
keit als Coiffeuse bestehe gemäss Aktenl
age seit der Hospitalisation der
Be
schwerdeführerin im
E._
am
7.
März 2013 (
Urk.
9/120/28)
, ohne dies aber näher zu begründen
.
Unter Bezugnahme auf andere
ärztliche
Beurteilungen
in den
Akten führten sie zudem aus
, bezüglich Depression könne man nicht von einer Chronifizierung sprechen, da die Beschwerdeführerin tatsächlich auf The
rapien, Interventionen und Medikamente etc. reagiere. So hätten sich denn in Abhängigkeit von äusseren Faktoren Besserungen, aber auch Verschlechterungen ihres psychopathologischen Befundes ergeben (
Urk.
9/120/28).
6.3.3
Nachdem gemäss der massgeblichen Beurteilung in der seinerzeitigen anspruchs
verneinenden Verfügung vom 2
0.
Februar 2014 (
Urk.
9/56) von einer vollstän
digen Arbeitsfähigkeit auch in der angestammten Tätigkeit ausgegangen worden war, ist unklar, ob es sich
bei der Einschätzung der MEDAS
-Gutachter
(75%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit)
um eine -
unter revisionsrechtlichem Gesichtswinkel unerhebliche - bloss unterschiedliche Beurteilung eines im Wes
entlichen gleich gebliebenen Sachverhalts
handelt, oder ob von einer relevanten Veränderung des Gesundheitszustands im Zeitverlauf auszugehen ist.
Dass
eine solche
bis zum massgeblichen Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfü
gung allenfalls eingetreten sein könnte, dafür
gibt es gestützt auf die Akten zu
mindest gewisse Anhaltspunkte
,
sprechen sich doch
mehrere
ärztliche
Stellung
nahm
en für eine erhöhte Beeinträchtigung des Leistungsvermög
ens aus psychi
schen Gründen aus.
6.3.4
So ging etwa m
ed. pract.
O._
, Assistenzarzt an der
Q._
,
am 2
6.
Februar 2018 (
Urk.
9/149/1-4) unter Berücksichtigung des aktuellen Verlaufs von einer
maximal 50%igen Arbeitsfähigkeit sowohl in der angestammten als auch in ein
er angepassten Tätigkeit aus
(
Urk.
9/149/3).
Am 1
1.
Mai 2018 berichteten die Ärzte des
A._
über eine weitere Hospitalisierung der Beschwerdeführerin vom
2.
März bis
2.
Mai 2018 aufgrund einer ausgeprägten depressiven Symptomatik mit Suizidgedanken und einem Suizidversuch Ende Februar 2018
und bescheinigten ihr e
ine vollständige Arbeitsunfähigkeit bis
a
m
6.
Mai 2018 (
Urk.
9/152/3).
Auch
Dr.
P._
vom RAD erachtete es am
2.
Juli 2018
allenfalls als prüfenswert, o
b die Prognose mit Blick auf die erneute Hospitalisierung im
A._
zwischenzeitlich zu
rückhaltender formuliert werden sollte (
Urk.
9/175/5).
Im Rahmen einer
Krisen
intervention bei psychosozialer Belastungssituation und Migräne-Attacke vor dem Hintergrund rezidivierender depressiver Episoden und einer posttrau
ma
ti
schen Belastungsstörung
wurde die Beschwerdeführerin
vom 1
3.
September bis 1
8.
Oktober 2018
erneut
hospitalisiert
, diesmal
in der
Q._
(
Urk.
3/7)
.
PD
Dr.
K._
legte am
2
0.
Februar
2019 (
Urk.
9/169)
dar,
die depressive Symptomatik und die Beschwerden aufgrund der PTBS
hätten sich
kaum gebessert. Aufgrund des Krankheitsgeschehens bestünden eine stark reduzierte allgemeine Belastbarkeit und damit einhergehend Funk
tions
einschränkungen (
Urk.
9/169/2). Aktuell bestehe eine Arbeitsfähigkeit von maximal 2.5 Stunden pro Tag. Zwischenzeitlich betrage die Arbeitsunfähigkeit aufgrund des Krankheitsgeschehens allerdings immer wieder 100
%
, weswegen unklar sei, ob das Pensum von 2.5 Stunden über einen längeren Zeitraum hinweg aufrechterhalten werden könne (
Urk.
9/169/3).
Was den somatischen Gesundheitszustand betrifft, vertrat
Dr.
J._
am 1
0.
Okto
ber 2016
die Auffassung
, dass die Beschwerdeführerin als Coiffeuse aus
musku
loskelettaler
Sicht und medizinisch theoretisch aufgrund der Handschmerzen und des MRI-Befundes der Hände zu 50
%
arbeitsfähig
sei
.
Gleichzeitig wies sie darauf hin, dass d
ie Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin nach wie vor hauptsächlich durch die psychische Problematik beziehungsweise die chronische Schmerz
prob
lematik bedingt sein
dürfte
, ohne dass muskuloskelettale Befunde diese voll
ständig erklärten (
Urk.
9/136/4 f.).
6.3.5
Zu
sammengefasst ist festzuhalten, dass
sich die Sachlage
zum einen
nicht als solchermassen evident dar
stellt
e
, dass sich
ausdrücklich
vergleichende
gutach
t
liche Angaben erübrigten und dass zum anderen
das am
8.
Februar 2
017 ergänzte Gutachten der MEDAS
vom
4.
April 2016
unter einem revisionsr
echtlichen Blick
winkel (
vorstehende
E.
1.4 ff.
)
keine
beweiskräftige medizinische Grundlage
dar
stellt und
nicht
darauf
abgestellt werden
kann
, da es k
eine schlüssige Beurteilung der Frage nach einer erheblichen Veränderung des Gesundheitszustands
der Be
schwerdeführerin
im relevanten Zeitraum
erlaubt
,
sondern es
sich in erster Linie
mit der Feststellung des
(damals)
aktuellen Gesundheitszustandes befasst
.
Dazu kommt, dass
zwischen der Erstattung des Gutachtens im April 2016 und dem Erlass der angefochtenen Verfügung vom
9.
Mai 2019 mehr als drei Jahre liegen, in denen sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin möglicherweise nicht unwesentlich veränderte (vgl. vorstehende E. 6.3.4).
Schliesslich
hat das Bundesgericht mit Entscheid vom
3.
Juni 2015 (BGE 141 V 281) die bisherige Rechtsprechung zur Überwindbarkeitsvermutung aufgegeben und das bisherige Regel-/Ausnahme-Modell durch einen strukturierten normativen Prüfungsraster ersetzt, in dessen Rahmen im Regelfall anhand von auf den funktionellen Schwe
regrad bezogenen Standardindikatoren das tatsächlich erreichbare Leistungsver
mögen ergebnisoffen und symmetrisch beurteilt wird, indem gleichermassen den äusseren Belastungsfaktoren wie den vorhandenen Ressourcen Rechnung ge
tra
gen wird. Gemäss Entscheid des Bundesgerichts vom 3
0.
November 2017 (BGE 143 V 418) sind sämtliche psychischen Leiden, namentlich auch leichte bis mittel
schwere Depressionen, einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen (Änderung der Rechtsprechung).
6.4
Unter diesen Umständen muss nicht abschliessend geprüft werden, ob
die gut
achtlichen Schlussfolgerungen, wären sie mit Blick auf eine erstmalige Beur
teilung der Rentenberechtigung gezogen worden, einleuchtend und nachvoll
ziehbar ersch
e
inen
würden
.
Die
angefochtene
Verfügung der Beschwerdegegnerin vom
9.
Mai 2019
ist
folglich aufzuheben und die Sache ist an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit sie die Sache unter spezifisch revisionsrechtlicher Optik sowohl in psychischer wie somatischer Hinsicht
-
sowie
auch im Lichte der Indi
katoren gemäss BGE 141 V 281
(vgl. auch
BGE 143 V 409 und BGE 143 V 418
)
-
erneut abkläre und über
den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin neu be
finde.
Die
Beschwerdeführerin
thematisierte
im Verfahren
die
Eingliederungs
massnah
men, die zu Unrecht nicht geprüft worden seien (
Urk.
20 S. 9)
. Den diesbezüg
lich
e
n
Anspruch
wird die Beschwerdegegnerin im Verwaltungsverfahren gegebenen
falls auch zu prüfen haben.
7.
7.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kos
ten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzu
legen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
9
00.-- anzusetzen.
Ausgangsgemäss sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
7.2
Nach
§
34
Abs.
1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Partei
kos
ten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen (
§
34
Abs.
3 GSVGer).
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückwei
sung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
die
vertretene Be
schwerdeführer
in
Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Mit Honorarnote vom
1
4.
Mai 2020
(
Urk.
25
) machte
die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin, lic. iur.
Y._
,
einen Aufwand von total Fr.
4‘012.05
(Arbeitsaufwand für
12
Stunden
55 Minuten
à
Fr.
280.--
plus
Pau
schalspesen von 3
%
zuzüglich MWSt) geltend.
Dies kann der
Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses (§ 34 Abs. 3 GSVGer)
insbe
son
dere mit Blick auf die doch recht umfangreichen Akten und die ausführliche
Replikschrift
als noch
angemessen
betrachtet werden, auch wenn
die Be
schwer
deschrift von der Beschwerdeführerin selber verfasst (
Urk.
1) und die Rechtsver
treterin von dieser er
st im Oktober 2019 mandatiert wo
rde
n war
(
Urk.
15
,
Urk.
16
).
Unter Anrechnung
einer Kleinspesenpauschale von 3
%
ist d
ie Entschädigung somit bei Anwendung des
für Juristen und Juristinnen ohne Rechtsanwaltspatent
gerichtsüblichen Stundenansatzes von
Fr.
185
.--
und
unter Berücksicht
igung der Mehrwertsteuer auf
Fr.
2
‘
651
.-- festzulegen. Die Beschwerdegegnerin hat
der Beschwerdeführerin
diesen Betrag zu bezahlen.