Decision ID: c29b7cb9-84cc-5c59-b0ed-88be49d7ddd4
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
Die im Jahr 2012 gegründete Q._ AG mit Sitz in X._/SG bezweckt die Führung von
Gastrobetrieben (www.zefix.ch). Sie betreibt das Y._ in X._. Mit Gesuch vom
5. Februar 2021 beantragte die Gesellschaft eine finanzielle Härtefallunterstützung im
Zusammenhang mit der Covid-19-Epidemie in der Höhe von CHF 960'000. Am
17. März 2021 sprach das Amt für Wirtschaft und Arbeit der Gesuchstellerin einen nicht
rückzahlbaren Betrag von CHF 286'400 zu. Die Q._ AG war damit nicht einverstanden
und beantragte am 19. März 2021 eine anfechtbare Verfügung. Aufgrund einer
Neuberechnung für die Monate März und April 2021 gewährte das Amt für Wirtschaft
und Arbeit am 29. April 2021 eine Nachzahlung in der Höhe von CHF 85'000.
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Ungeachtet dessen bestand die Q._ AG auf einer beschwerdefähigen Verfügung. Mit
Verfügung vom 14. Juni 2021 hiess das Volkswirtschaftsdepartement das Gesuch um
wirtschaftliche Unterstützung im Zusammenhang mit der Covid-19-Epidemie teilweise
gut und sprach der Q._ AG einen nicht rückzahlbaren Beitrag von CHF 371'400 zu.
Zur Begründung wurde ausgeführt, dass gemäss den Vorgaben von Bund und Kanton
lediglich die ungedeckten Fixkosten vergütet würden. Die Gebühr für die Verfügung
wurde auf CHF 250 festgesetzt (act. 3).
B.
Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 23. Juni 2021 erhob die Q._ AG
(Beschwerdeführerin) Beschwerde gegen die ablehnende Verfügung des
Volkswirtschaftsdepartements (Vorinstanz) mit den Anträgen, die angefochtene
Verfügung sei aufzuheben und ihr sei eine Härtefallunterstützung in Form eines nicht
rückzahlbaren Beitrags in der Höhe von CHF 953'870 zu gewähren, eventualiter sei die
Härtefallentschädigung neu zu berechnen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Die
an das Versicherungsgericht adressierte Beschwerde wurde zuständigkeitshalber an
das Verwaltungsgericht weitergeleitet. Auf die Erhebung eines Kostenvorschusses
wurde seitens des Gerichtes vorläufig verzichtet. Mit Schreiben vom 16. Juli 2021
stellte die Vorinstanz der Beschwerdeführerin eine Nachzahlung für den Monat Mai
2021 in der Höhe von CHF 42'600 in Aussicht, wodurch sich die Finanzhilfe auf
insgesamt CHF 414'000 erhöhte. Mit Vernehmlassung vom 18. August 2021 beantragte
die Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdeführerin reichte am
6. September 2021 eine weitere Stellungnahme ein, worin sie auch noch die
Nachzahlung vom 16. Juli 2021 anfocht. Dazu wiederum nahm die Vorinstanz am
9. September 2021 Stellung.
Auf die Erwägungen in der angefochtenen Verfügung und die Ausführungen der
Beteiligten zur Begründung ihrer Anträge sowie die Akten wird, soweit für den
Entscheid relevant, in den Erwägungen eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Als Adressatin der
ablehnenden Verfügung der Vorinstanz ist die Beschwerdeführerin zur Ergreifung des
Rechtsmittels berechtigt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die beim
Versicherungsgericht eingereichte und zuständigkeitshalber an das Verwaltungsgericht
weitergeleitete Beschwerde wurde mit Eingabe vom 23. Juni 2021 rechtzeitig erhoben
bis
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und erfüllt formal wie inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen (Art. 11 Abs. 3, Art. 64
in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist
einzutreten.
Insofern, als die Beschwerdeführerin in der Replik vom 6. September 2021 die
Nachzahlung der Vorinstanz vom 16. Juli 2021 für den Monat Mai 2021 (act. 13)
anficht, ist darauf der Einfachheit und Vollständigkeit halber ebenfalls im vorliegenden
Beschwerdeverfahren einzugehen, obschon streng genommen noch gar keine
anfechtbare Verfügung im Sinn von Art. 12 Abs. 2 lit. b des Gesetzes über die
wirtschaftliche Unterstützung von Unternehmen in Zusammenhang mit der Covid-19-
Epidemie (sGS 571.3, kantonales Covid-Gesetz) vorliegt (vgl. Näheres dazu unter E. 6).
2.
Die Beschwerdeführerin bringt im Wesentlichen vor, die Gewährung von
Härtefallmassnahmen liege im Ermessen des Rechtsanwenders. Sowohl der
Missbrauch als auch die Über- oder Unterschreitung des Ermessensspielraums stellten
Rechtsverletzungen dar. Die Vorinstanz habe ihr lediglich einen Betrag in der Höhe von
rund 8 Prozent des massgeblichen Jahresumsatzes zugesprochen. Gemäss den
bundesrechtlichen Bestimmungen sei aber eine Entschädigung bis 20 bzw. neuerdings
gar bis 30 Prozent des Umsatzes möglich. Die Vorinstanz habe sich somit bei der
Ausübung des ihr zustehenden Ermessens zu Unrecht zurückgehalten. Ferner sei die
Höhe der Entschädigung auch nicht aufgrund eines pauschalen Fixkostenanteils nach
Art. 8b Abs. 1 bis 3 der Covid-19-Härtefallverordnung berechnet worden. Nach jenen
Vorgaben habe sie Anspruch auf eine Entschädigung in der Höhe von CHF 953'870.
Die Berechnungsweise der Vorinstanz verstosse gegen diese Bestimmung. Zudem
fusse die Berechnung auf dem provisorischen Abschluss des Jahres 2020. Mittlerweile
liege die definitive Jahresrechnung 2020 vor, die schlechter als die provisorische
ausgefallen sei. Der ausserordentliche Ertrag aus dem Verkauf des Firmenfahrzeugs im
Jahr 2020 in der Höhe von CHF 35'746.85 sei fälschlicherweise nicht zu den
ungedeckten Fixkosten hinzugezählt worden. Die Kurzarbeitsentschädigung betrage
maximal 80 Prozent der bezahlten Löhne. Daraus seien ihr im Jahr 2020 ungedeckte
Fixkosten von über CHF 90'000 entstanden, wobei der Unternehmerlohn darin nicht
eingeschlossen sei. Es werde bestritten, dass die Ausgestaltung und Bemessung der
Härtefallmassnahmen in die Zuständigkeit des Kantons fallen würden. Der Kanton
St. Gallen sei äusserst sparsam mit der Ausrichtung von Härtefallentschädigungen
umgegangen, was nicht nachvollziehbar sei, da nicht der Kanton allein dafür
aufkomme, sondern der Bund sich mit 70 Prozent daran beteilige. Es sei vorgesehen,
dass der Kanton lediglich weitergehende Härtefallmassnahmen, die über die
Mindestanforderungen der Covid-19-Härtefallverordnung hinausgingen, selber
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finanzieren müsse. In mehreren anderen Kantonen wäre die Entschädigung höher
ausgefallen. Im Kanton Luzern seien pauschale Fixkostenansätze festgelegt worden,
für Restaurants 25 Prozent des Umsatzes während insgesamt sieben
Schliessungsmonaten, was eine Entschädigung von 14 Prozent des Umsatzes und
damit über 60 Prozent mehr als im Kanton St. Gallen ergebe. Im Kanton Graubünden,
der von branchenüblichen Fixkostenanteilen ausgehe, würde die Entschädigung das
Doppelte betragen. In beiden Kantonen komme es nicht darauf an, ob der
Jahresumsatz der betroffenen Unternehmen unter oder über 5 Millionen Franken liege.
Es sei nicht hinnehmbar, dass es innerhalb der Schweiz derart eklatante Unterschiede
gebe, insbesondere unter dem Aspekt, dass es sich um eine bundesweite Verordnung
handle und grösstenteils Bundesgelder verteilt würden. Dies stelle eine Verletzung der
Rechtsgleichheit dar. Den Kantonen würde lediglich im Verfahren Kompetenzen
zugesprochen. Die bundesrechtlichen Voraussetzungen seien vorliegend
unbestrittenermassen erfüllt.
3.
Mit der Beschwerde können Rechtsverletzungen geltend gemacht werden. Die
Beschwerdeführerin kann sich auch darauf berufen, die angefochtene Verfügung oder
der angefochtene Entscheid beruhe auf einem unrichtig oder unvollständig
festgestellten Sachverhalt (Art. 61 Abs. 1 und 2 VRP). Die Kognition des
Verwaltungsgerichts ist auf Rechtsverletzungen beschränkt. Falls einer Behörde beim
entsprechenden Entscheid ein Ermessensspielraum zukommt, hat das
Verwaltungsgericht diesen zu respektieren (Looser/Looser-Herzig, in: Rizvi/Schindler/
Cavelti [Hrsg.], Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege, Praxiskommentar, Zürich/
St. Gallen 2020, N 3 und 5 zu Art. 61 VRP).
Art. 1 der Verordnung über Härtefallmassnahmen für Unternehmen im Zusammenhang
mit der Covid-19-Epidemie (SR 951.262, Covid-19-Härtefallverordnung in Verbindung
mit Art. 12 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die gesetzlichen Grundlagen für die
Verordnungen des Bundesrates zur Bewältigung der Covid-19-Epidemie, SR 818.102,
Colvid-19-Gesetz) hält den Grundsatz fest, wonach sich der Bund im Rahmen des von
der Bundesversammlung bewilligten Verpflichtungskredits an den Kosten und
Verlusten beteiligt, die einem Kanton aus seinen Härtefallmassnahmen für
Unternehmen entstehen, sofern die kantonale Regelung die Mindestvoraussetzungen
dieser Verordnung bezüglich der Anspruchsberechtigung der Unternehmen sowie der
Ausgestaltung der Massnahmen erfüllt.
3.1.
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Bundesrechtlich geregelt ist damit lediglich, unter welchen Bedingungen sich der Bund
an kantonalen Unterstützungsmassnahmen für Härtefälle beteiligt. Die Federführung
liegt indessen allein bei den Kantonen: Sie definieren die Härtefallmassnahmen. Dabei
liegt der Entscheid, ob und in welchem Umfang Härtefallmassnahmen ergriffen werden,
in deren alleiniger Zuständigkeit. Die Kantone entscheiden also – zumindest für
Unternehmen mit einem Jahresumsatz von unter 5 Millionen Franken – frei, ob sie
Massnahmen ergreifen und, falls ja, wie sie diese ausgestalten. Damit sind die
Rahmenbedingungen dafür geschaffen, dass die Härtefallmassnahmen zum einen den
unterschiedlichen Gegebenheiten in den Kantonen gerecht werden und ihnen zum
andern ein gewisser Ermessensspielraum zukommt (Erläuterungen der
Eidgenössischen Finanzverwaltung vom 31. März 2021 zur Covid-19-
Härtefallverordnung, act. 7/11, S. 2, nachfolgend: Erläuterungen EFV). Die Verwendung
des Begriffs "gewisser Ermessensspielraum" rührt dabei von den bundesrechtlichen
Vorgaben für eine finanzielle Beteiligung in der Covid-19-Härtfallverordnung her, hat
aber nichts mit der Freiheit der Kantone zu tun, die Ausgestaltung der
Entschädigungen, insbesondere deren Höhe, selber bestimmen zu können. Die
Ausführungen der Beschwerdeführerin, wonach in anderen Kantonen höhere
Entschädigungen bezahlt würden, was eine Rechtsungleichheit darstelle, entbehren
damit jeglicher entscheidrelevanter Grundlage. Dies umso weniger, als eine
rechtsungleiche Behandlung innerhalb des Kantons St. Gallen von der
Beschwerdeführerin weder geltend gemacht wird noch ersichtlich ist.
Gemäss Art. 3 Abs. 1 des kantonalen Covid-Gesetzes kann der Kanton Unternehmen
unter gewissen Voraussetzungen Härtefallmassnahmen, darunter auch nicht
rückzahlbare Beiträge, gewähren. Die Unternehmen können keinen Anspruch auf
Finanzhilfen geltend machen (Art. 5 Abs. 3 des kantonalen Covid-Gesetzes).
Die Härtefallmassnahmen sind begrenzt auf die Mittel des Bundes, die er für
Härtefallmassnahmen bereitstellt, und jene des Kantons, die maximal 95 Millionen
Franken betragen (Art. 2 des kantonalen Covid-Gesetzes). Das zur Verfügung stehende
Gesamtvolumen an finanziellen Mitteln wie auch die Ausgestaltung als Kann-Vorschrift
schränken die Rechtsansprüche auf die nicht rückzahlbaren Beiträge ein oder
schliessen solche nachgerade aus. Sie zwingen die Behörden zu
Ermessensentscheiden, und zwar im Hinblick auf die Entscheidung, ob überhaupt eine
Rechtsfolge angeordnet werden soll (sog. Entschliessungsermessen). Als leitendes
Prinzip soll dabei die Gleichbehandlung gelten (vgl. BVGer A-2600/2020 vom
3.2.
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4.
16. Februar 2021 E. 4.2 zu Begleitmassnahmen im Sportbereich zur Abfederung der
Folgen der Covid-19-Epidemie). Es handelt sich daher bei den nicht rückzahlbaren
Beiträgen nach dem kantonalen Covid-Gesetz um Ermessenssubventionen, auf die
kein Rechtsanspruch besteht (vgl. BVGer B-1773/2012 vom 18. Dezember 2014 E. 2.3
mit Hinweis). Entsprechend hat das Verwaltungsgericht daher sein Ermessen nicht
anstelle desjenigen der Vorinstanz zu setzen, sondern deren Entscheid mit einer
gewissen Zurückhaltung zu prüfen.
4.1.
Nach Art. 12 Abs. 1 des Covid-19-Gesetzes kann der Bund auf Antrag eines oder
mehrerer Kantone Massnahmen für Unternehmen unterstützen, die vor dem 1. Oktober
2020 gegründet worden sind oder ihre Geschäftstätigkeit aufgenommen haben, am
1. Oktober 2020 ihren Sitz im jeweiligen Kanton hatten, aufgrund der Natur ihrer
wirtschaftlichen Tätigkeit von den Folgen von Covid-19 besonders betroffen sind und
einen Härtefall darstellen, insbesondere Unternehmen in der Wertschöpfungskette der
Eventbranche, Schausteller, Dienstleister der Reisebranche, Gastronomie- und
Hotelleriebetriebe sowie touristische Betriebe. Ein Härtefall liegt vor, wenn der
Jahresumsatz unter 60 Prozent des mehrjährigen Durchschnitts liegt. Die gesamte
Vermögens- und Kapitalsituation ist zu berücksichtigen sowie der Anteil an nicht
gedeckten Fixkosten (Art. 12 Abs. 1 des Covid-19-Gesetzes). Der Bundesrat regelt
die Einzelheiten in einer Verordnung, wobei er Unternehmen berücksichtigt, die im
Durchschnitt der Jahre 2018 und 2019 einen Umsatz von mindestens CHF 50'000
erzielt haben (Art. 12 Abs. 4 des Covid-19-Gesetzes). Für Unternehmen, die aufgrund
von Massnahmen des Bundes oder der Kantone zur Eindämmung der Covid-19-
Epidemie ihren Betrieb ab dem 1. November 2020 für mehrere Wochen schliessen
müssen oder die während dieser Dauer in der betrieblichen Tätigkeit erheblich
eingeschränkt werden, kann der Bundesrat die Anspruchsvoraussetzungen für die
Unternehmen nach diesem Artikel lockern (Art. 12 Abs. 5 des Covid-19-Gesetzes).
Nach Art. 1 Abs. 1 lit. a der Covid-19-Härtefallverordnung beteiligt sich der Bund im
Rahmen des von der Bundesversammlung bewilligten Verpflichtungskredits an den
Kosten und Verlusten, die einem Kanton aus seinen Härtefallmassnahmen für
Unternehmen entstehen, sofern die vom Kanton unterstützten Unternehmen die
Anforderungen nach dem zweiten Abschnitt (Art. 2 bis 6 der Covid-19-
4.1.1.
bis
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Härtefallverordnung) erfüllen. Nach Art. 5 Abs. 1 der Covid-19-Härtefallverordnung
muss das Unternehmen gegenüber dem Kanton belegt haben, dass sein Jahresumsatz
2020 im Zusammenhang mit behördlich angeordneten Massnahmen zur Bekämpfung
der Covid-19-Epidemie unter 60 Prozent des durchschnittlichen Jahresumsatzes der
Jahre 2018 und 2019 liegt. Das Unternehmen hat gegenüber dem Kanton sodann zu
bestätigen, dass aus dem Umsatzrückgang erhebliche ungedeckte Fixkosten
resultieren (Art. 5a der Covid-19-Härtefallverordnung; sog. Typ 1-Unternehmen). Für
Unternehmen, die aufgrund von Massnahmen des Bundes oder der Kantone zur
Eindämmung der Covid-19-Epidemie ihren Betrieb zwischen dem 1. November 2020
und dem 30. Juni 2021 für insgesamt mindestens 40 Tage schliessen müssen, entfallen
bei einem durchschnittlichen Jahresumsatz der Jahre 2018 und 2019 bis 5 Millionen
Franken die Anspruchsvoraussetzungen nach den Art. 4 Abs. 1 lit. b (Nachweis der
Ergreifung von Massnahmen zum Schutz der Liquidität und der Kapitalbasis), Art. 5
Abs.1 und 1 (Nachweis des Umsatzrückgangs um mindestens 40 Prozent) sowie Art.
5a (Nachweis ungedeckter Fixkosten; Art. 5b Abs. 1 lit. a der Covid-19-
Härtefallverordnung; sog. Typ 3-Unternehmen). Die nicht rückzahlbaren Beiträge an
Unternehmen mit einem Jahresumsatz bis 5 Millionen Franken belaufen sich indes auf
höchstens 20 Prozent des durchschnittlichen Jahresumsatzes der Jahre 2018 und
2019 und auf höchstens 1 Million Franken pro Unternehmen bzw. auf höchstens 30
Prozent und 1,5 Millionen Franken, wenn der Umsatz des Unternehmens im Vergleich
zum durchschnittlichen Jahresumsatz der Jahre 2018 und 2019 um mehr als
70 Prozent zurückgegangen ist (Art. 8b Abs. 1 und 2 der Covid-19-
Härtefallverordnung). Liegt der Jahresumsatz über 5 Millionen Franken, berechnet sich
der nicht rückzahlbare Beitrag, indem der Umsatzrückgang nach Art. 5 mit einem
pauschalen Fixkostenanteil multipliziert wird (Art. 8b der Covid-19-
Härtefallverordnung). Für Restaurants (mit einem Umsatz von über 5 Millionen Franken)
beträgt der Fixkostenanteil 25 Prozent, wobei die Kantone tiefere Fixkostenanteile
festlegen können, wenn sie feststellen, dass damit eine Überentschädigung entstehen
würde (Art. 8b Abs. 3 lit. c und Abs. 4 der Covid-19-Härtefallverordnung).
bis
Hauptzweck der Covid-19-Härtefallverordnung ist es zu definieren, unter welchen
Voraussetzungen sich der Bund an kantonalen Härtefallmassnahmen beteiligt. Die
Kantone wiederum entscheiden frei, ob sie Härtefallmassnahmen ergreifen und,
bejahendenfalls, wie sie diese ausgestalten. Sie können die im Bundesrecht geregelten
Mindestvoraussetzungen weiter verschärfen oder eingrenzen (vgl. Ziffer 2 der
Erläuterungen EFV). Der Kanton St. Gallen hat für die Ausgestaltung der
4.1.2.
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Härtefallmassnahmen auf Grundlage der bundesrechtlichen Bestimmungen gemäss
Covid-19-Gesetz und Covid-19-Härtefallverordnung das kantonale Covid-Gesetz
erlassen. Die gestützt auf Art. 75 der Verfassung des Kantons St. Gallen (sGS 111.1,
KV) als Dringlichkeitsrecht erlassene Verordnung war im Zeitpunkt der angefochtenen
Verfügung am 29. April 2021 bereits nicht mehr in Vollzug. Sie fiel mit Inkrafttreten des
kantonalen Covid-Gesetzes am 18. Februar 2021 dahin. Gemäss Art. 17 jenes
Gesetzes wird auf hängige Gesuche für Härtefallmassnahmen das neue Gesetz und
nicht die Verordnung angewendet.
Nach Art. 3 des kantonalen Covid-Gesetzes kann Unternehmen eine
Härtefallmassnahme gewährt werden, wenn sie die Vorgaben nach dem zweiten
Abschnitt der Covid-19-Härtefallverordnung erfüllen (lit. a), ihren Umsatz zu wenigstens
75 Prozent in einer Branche nach Art. 4 dieses Erlasses (insbesondere Gastronomie,
Hotellerie, Reisen und Tourismus, Märkte und Messen, Freizeit und Veranstaltungen
sowie Tierparks) erzielen (lit. b), per 1. Oktober 2020 ihren Sitz im Kanton St. Gallen
haben, eine operative Geschäftstätigkeit im Kanton ausüben und per 15. März 2020
Arbeitsplätze im Umfang von wenigstens 100 Stellenprozent in der Schweiz aufweisen
(lit. c), keinen Anspruch auf branchenspezifische Covid-19-Finanzhilfen des Bundes
oder des Kantons St. Gallen in den Bereichen Kultur, Sport, öffentlicher Verkehr oder
Medien haben (lit. d), per 31. Dezember 2019 nicht überschuldet waren (lit. e), über
einen Nachweis der Überlebensfähigkeit verfügen, der glaubhaft aufzeigt, dass die
Finanzierung des Unternehmens mit der Härtefallmassnahme gesichert werden kann
(lit. f) und sich am 15. März 2020 nicht in einem Betreibungsverfahren für
steuerrechtliche Forderungen befunden haben, das nicht bereits durch eine Zahlung
abgeschlossen oder für das noch keine Zahlungsplanung vereinbart werden konnte (lit.
g). Für die Gewährung von Härtefallmassnahmen an Unternehmen mit einem
Jahresumsatz über 5 Millionen Franken gelten die besonderen Vorschriften des
Bundesrechts unverändert (Art. 4a des kantonalen Covid-Gesetzes). Die
Härtefallmassnahmen können gewährt werden in Form von Solidarbürgschaften, nicht
rückzahlbaren Beiträgen oder einer Kombination von beidem. Für ungedeckte
Fixkosten werden nicht rückzahlbare Beiträge gewährt (Art. 5 Abs. 1 und 2 des
kantonalen Covid-Gesetzes). Härtefallmassnahmen werden auf Gesuch hin gewährt
(Art. 11 Abs. 1 des kantonalen Covid-Gesetzes).
Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin die Voraussetzungen gemäss Art. 2 ff.
der Covid-19-Härtefallverordnung wie auch Art. 3 des kantonalen Covid-Gesetzes zum
Zeitpunkt der Gründung des Unternehmens, zur Umsatzhöhe, zum Umsatzrückgang,
4.2.
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5.
zur Anzahl Stellenprozente und zur Überlebensfähigkeit erfüllt. Fest steht ferner, dass
sie der anspruchsberechtigten Branche der Gastronomie angehört. Als zwischen dem
1. November 2020 und 30. Juni 2021 für insgesamt mindestens 40 Tage behördlich
geschlossener Betrieb (Typ 3-Unternehmen) entfällt der Nachweis eines
Umsatzrückgangs von mindestens 40 Prozent sowie von ungedeckten Fixkosten.
Unabhängig davon sollen die Beiträge der Kantone jedoch auch in Fällen gelockerter
Anspruchsvoraussetzungen die Höhe der ungedeckten Fixkosten nicht übersteigen,
um Überentschädigungen zu vermeiden. Unternehmen, deren Kosten insbesondere
aus Lohnkosten bestehen, die durch Kurzarbeitsentschädigung und/oder Covid-
Ersatzleistungen bereits weitgehend abgedeckt werden, sollen auch bei einem starken
Umsatzrückgang nicht als Härtefall gelten (vgl. Erläuterungen EFV, S. 8). Die A-Fonds-
perdu-Beiträge sollen so bemessen werden, dass sie höchstens die ungedeckten
Fixkosten decken (Erläuterungen EFV, S. 10).
Die Beschwerdeführerin erzielte in den Jahren 2018 und 2019 einen Jahresumsatz von
durchschnittlich CHF 4'805'638. Gleich wie die Covid-19-Härtefallverordnung sieht das
kantonale Covid-Gesetz für Unternehmen mit einem Umsatz von unter 5 Millionen
Franken keine pauschale Fixkostenentschädigung vor. Entgegen der Ansicht der
Beschwerdeführerin errechnet sich die Höhe ihrer Entschädigung daher nicht aufgrund
eines fixen Prozentanteils am Umsatzrückgang, wie dies für Unternehmen mit einem
Umsatz von über 5 Millionen Franken in Art. 8b der Covid-19-Härtefallverordnung
vorgesehen ist, weshalb sie bereits daher keinen Anspruch auf eine Entschädigung in
der beantragten Höhe von 25 Prozent des Umsatzrückgangs bzw. CHF 953'870 hat.
Die Höhe der ungedeckten Fixkosten berechnet sich sodann auch nicht anhand eines
bestimmten Prozentsatzes des Umsatzes. Art. 8a der Covid-19-Härtefallverordnung
sieht vielmehr eine Obergrenze der nicht rückzahlbaren Beiträge bei 20 bzw. 30
Prozent des Durchschnittsjahresumsatzes 2018/2019 vor. Im Folgenden ist
entsprechend zu prüfen, wie hoch die ungedeckten Fixkosten der Beschwerdeführerin
ausgefallen sind.
Als Fixkosten (im Gegensatz zu den variablen Kosten) wird jener Teil der Gesamtkosten
definiert, der unabhängig von der Beschäftigungs- und Auftragslage eines
Unternehmens konstant und unveränderlich anfällt. Darunter fallen typischerweise
Miet-, Personal- oder Verwaltungskosten. Auch erfolgsmindernde Abschreibungen, mit
denen die Entwertung des Anlagevermögens abgebildet wird, stellen grundsätzlich fixe
5.1.
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Kosten dar. Bei der Abschreibung auf Geräten, Maschinen oder Fahrzeugen hängt die
Abschreibung jedoch grösstenteils von deren tatsächlicher Beanspruchung ab. Geht
der Umsatz zurück, werden diese weniger gebraucht, wodurch sich die Entwertung
vermindert.
Dass bei mehr als 1'500 Gesuchen, die es im Interesse der Gesuchsteller möglichst
schnell zu bearbeiten gilt, nicht in jedem Einzelfall die konkreten ungedeckten
Fixkosten ermittelt werden können, sondern ein gewisser Schematismus greifen muss,
erscheint von der Sach- und Interessenlage her geboten und ist auch ohne weiteres
nachvollziehbar. Nach der Praxis der Vorinstanz werden auf der Basis der von den
Gesuchstellern eingereichten und plausibilisierten Zahlen der Erfolgsrechnung 2020
vorab die ungedeckten Fixkosten für das Kalenderjahr 2020 und für die Zeit bis Juni
2021 ermittelt. Die Annahme, dass ein Unternehmen, welches im Jahr 2020 einen
Gewinn ausweist, in der Regel keine ungedeckten Fixkosten hatte, erweist sich dabei
im Grundsatz als sachgerecht. Zum in der Jahresrechnung 2020 ausgewiesenen
Jahresergebnis werden die getätigten, liquiditätsunwirksamen Abschreibungen
hinzugerechnet (sog. indirekter Cashflow) und anschliessend die Hälfte der
durchschnittlichen Abschreibungen der Jahre 2018/2019 in Abzug gebracht. Je nach
Unternehmensstruktur und Zusammensetzung des Anlagevermögens kann die Höhe
der Abschreibungen im Vergleich zum Umsatz sehr unterschiedlich ausfallen, weshalb
die Methode mit Halbierung der Abschreibungen anhand der Vorjahreszahlen
gerechtfertigt erscheint. Dies auch daher, weil den Abschreibungen letztlich keine
tatsächlichen Ausgaben zugrunde liegen und sie zumindest teilweise auch
umsatzabhängig sind.
Bei behördlich geschlossenen Betrieben (Typ 3-Unternehmen) erfolgt für die Zeit der
Schliessung im Jahr 2021 eine separate Berechnung. Die ungedeckten Fixkosten
werden aufgrund des von den Unternehmen für 2021 prognostizierten übrigen
Betriebsaufwands, Finanzaufwands und ausserordentlichen Aufwands, wiederum
abzüglich der Hälfte der durchschnittlichen Abschreibungen 2018/2019, berechnet.
Das Abstellen auf diese mutmasslichen tatsächlichen ungedeckten Fixkosten erweist
sich ebenfalls als sachgerecht.
Um allfällige Ungenauigkeiten bei der Berechnung und der Prognosen für 2021 zu
berücksichtigen, werden die so ermittelten ungedeckten Fixkosten um pauschal
20 Prozent erhöht. Insgesamt betrachtet, kann nicht gesagt werden, die von der
Vorinstanz angewandte Methode für die Ermittlung der ungedeckten Fixkosten stelle
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Jahresergebnis 2020 – 189'843
Abschreibungen 2020 + 205'000
Indirekter Cashflow = 15'157
50 Prozent der Abschreibungen 2018/2019 – 127'071
Ungedeckte Fixkosten 2020 – 111'913
Die Bemessung der ungedeckten Fixkosten für die Monate Januar und Februar 2021,
als die Restaurants geschlossen waren, erfolgten anhand des entsprechenden für 2021
prognostizierten Aufwands, abzüglich der Hälfte der durchschnittlichen
Abschreibungen 2018/2019. Die Beschwerdeführerin machte im Finanzplan für 2021
einen übrigen Betriebsaufwand von CHF 400'000, einen Finanzaufwand von
CHF 120'000 und keinen ausserordentlichen Aufwand geltend (vi-act. 1.5). Die
Vorinstanz nahm aufgrund des im Vergleich zum Gesuch (CHF 960'000) tieferen
Beitrags und der folglich zu erwartenden wesentlich geringeren Gewinnsteuer eine
Kürzung beim Finanzaufwand auf CHF 10'000 vor. Somit betrugen der übrige
Betriebsaufwand und der Finanzaufwand noch CHF 410'000. Zusammen mit der Hälfte
der Abschreibungen 2018/2019 von CHF 127'071 resultierten ungedeckte Fixkosten für
12 Monate von CHF 537'071 und umgerechnet auf zwei Monate von CHF 89'512 (Teil
2 der Ermittlung des effektiven Beitrags, vi-act. 1.5).
Übriger Betriebsaufwand – 400'000
eine rechtsfehlerhafte Ermessensbetätigung dar. Vielmehr erscheint sie im Lichte der
dargestellten Sach- und Interessenlage als geboten und sachgerecht.
Aufgrund der Angaben der Beschwerdeführerin im Finanzplan (vi-act. 1.5) ergab sich
im Jahr 2020 ein Verlust in der Höhe von CHF 189'843. Unter Hinzurechnung der
Abschreibungen 2020 von CHF 205'000 und Subtraktion der Hälfte der
durchschnittlichen Abschreibungen 2018/2019 von CHF 127'071 resultierten für 2020
ungedeckte Fixkosten von CHF 111'913 (Teil 1 der Ermittlung des effektiven Beitrags,
vi-act. 1.5).
5.2.
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Finanzaufwand (Steuern) – 10'000
50 Prozent der Abschreibungen 2018/2019 – 127'071
Ungedeckte Fixkosten 2021 (12 Monate) – 537'071
Ungedeckte Fixkosten Jan. und Feb. 2021 (2 Monate) – 89'512
Für die Monate März bis Juni 2021 erfolgte die Berechnung gleich wie für das Jahr
2020, damals noch ausgehend davon, dass die Restaurants dannzumal wieder offen
sein würden. Daraus ergaben sich ungedeckte Fixkosten von CHF 37'304 (Teil 3 der
Ermittlung des effektiven Beitrags, vi-act. 1.5).
Jahresergebnis 2020 – 189'843
Abschreibungen 2020 + 205'000
Indirekter Cashflow = 15'157
50 Prozent der Abschreibungen 2018/2019 – 127'071
Ungedeckte Fixkosten 2020 (12 Monate) – 111'913
Ungedeckte Fixkosten März bis Juni 2021 (4 Monate) – 37'304
Der gesamte Betrag von CHF 238'729 (CHF 111'913 plus CHF 89'512 plus
CHF 37'304) wurde schliesslich um den pauschalen Zuschlag für
Berechnungsungenauigkeiten von 20 Prozent erhöht. Daraus resultierte der mit
Schreiben vom 17. März 2021 zugesprochene Beitrag von gerundet CHF 286'400.
5.3.
Die Berechnung des der Beschwerdeführerin zustehenden nicht rückzahlbaren
Beitrages beruht somit zum einen auf deren eigenen Angaben zu den
Jahresrechnungen 2018 bis 2020 und zur Prognose für 2021 sowie zum andern auf der
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von der Vorinstanz angewendeten Methode bei der Berechnung der ungedeckten
Fixkosten für Typ 3-Unternehmen. Der Vorwurf der Beschwerdeführerin, dass die
ungedeckten Personalkosten nicht hinreichend berücksichtigt worden seien, trifft nicht
zu. Einerseits wurden diese zu 80 Prozent (ohne Karenzfrist) über die
Kurzarbeitsentschädigung abgedeckt, andrerseits wirkt auch der pauschale Zuschlag
von 20 Prozent dem entgegen. Da bei der Berechnung der ungedeckten Fixkosten das
Jahresergebnis 2020 ohne Korrekturen (ausser der Hinzurechnung der Abschreibungen
2020) herangezogen wird, erweist sich auch die Rüge, der ausserordentliche Ertrag aus
dem Verkauf des Firmenfahrzeugs im Jahr 2020 sei fälschlicherweise nicht zu den
ungedeckten Fixkosten hinzugezählt worden, als unbegründet.
Nachdem die Schliessung der Restaurants im März und April 2021 anhielt, passte die
Vorinstanz die Höhe der bereits ausbezahlten Entschädigung entsprechend an. Für
diese Monate wurde im Nachhinein die Methode der effektiven mutmasslichen
Fixkosten 2021 angewendet. Daraus ergab sich, wie bereits für die Monate Januar und
Februar 2021, der Beitrag von CHF 89'512. Abzüglich der bereits bisher für diese
Periode berechneten Entschädigung von CHF 18'652 (CHF 37'304 : 2) resultierte eine
Differenz von CHF 70'860 bzw. erhöht um 20 Prozent eine solche von gerundet
CHF 85'000 (act. 3.2).
Mittlerweile erfolgte aufgrund der anhaltenden Schliessung der Restaurants auch eine
entsprechende Anpassung der Berechnung der ungedeckten Fixkosten für den Monat
Mai 2021 (Nachzahlung von CHF 42'600, act. 13). Insgesamt beträgt der von der
Vorinstanz ermittelte nicht rückzahlbare Beitrag an die Beschwerdeführerin (inklusive
Monat Mai 2021) somit CHF 414'000.
5.4.
Mit der Beschwerde wurde im vorliegenden Verfahren die definitive Jahresrechnung
2020 nachgereicht, die gegenüber der provisorischen, auf welcher noch die
vorinstanzliche Berechnung der ungedeckten Fixkosten fürs 2020 beruht, einen
höheren Verlust und damit auch höhere ungedeckte Fixkosten ausweist. Da das
Verwaltungsgericht als erste Gerichtsinstanz ohne vorgängiges internes
Rekursverfahren entscheidet, findet das Novenverbot von Art. 61 Abs. 3 VRP keine
Anwendung (Looser/Looser-Herzog, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], a.a.O., N 17 zu
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Art. 61 VRP). Es rechtfertigt sich daher, auf die Zahlen des definitiven
Jahresabschlusses 2020 abzustellen. Unter Zugrundelegung oben geschilderter
Vorgehensweise ergibt sich folgende Berechnung für die ungedeckten Fixkosten des
Jahres 2020 und des Monats Juni 2021, in welchem die Restaurants wieder geöffnet
werden durften:
Provisorisch Definitiv Differenz
Jahresergebnis 2020 – 189'843 – 221'325
Abschreibungen 2020 + 205'000 + 207'552
Indirekter Cashflow = 15'157 = – 13'773
50 Prozent der Abschreibungen 2018/2019 – 127'071 – 127'071
Ungedeckte Fixkosten 2020 (12 Monate) – 111'913 – 140'844 28'931
Ungedeckte Fixkosten Juni 2021 (1 Monat) – 9'326 – 11'737 + 2'411
Ungedeckte Fixkosten 2020 und Juni 2021 – 121'239 – 152'581 31'342
Der Betrag der ungedeckten Fixkosten von CHF 31'342 ist sodann um den pauschalen
Zuschlag für Berechnungsungenauigkeiten von 20 Prozent auf CHF 37'610 zu erhöhen.
Für die Berechnung der ungedeckten Fixkosten der Monate Januar bis Mai 2021
ändert sich im Ergebnis hingegen nichts, weil dort – so oder anders - auf die
mutmasslichen Fixkosten fürs laufende Jahr und nicht auf die Jahresrechnung 2020
abgestellt wurde. Der der Beschwerdeführerin zustehende nicht rückzahlbare Beitrag
für das Jahr 2020 sowie bis und mit Juni 2021 beträgt somit insgesamt CHF 451'600
(CHF 414'000 plus CHF 37'610, gerundet auf CHF 100).
6.
6.1.
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Die Beschwerdeführerin rügt schliesslich die Erhebung einer Gebühr für den Erlass
einer anfechtbaren Verfügung im Fall der (teilweisen) Ablehnung des Gesuchs. Es stelle
sich die Frage, ob die Kostenpflicht bei negativen Entscheiden prohibitiv zur
Vorbeugung der Ergreifung eines Rechtsmittels eingeführt worden sei.
6.2.
Grundsätzlich ist gestützt auf Art. 94 Abs. 1 VRP für jede Amtshandlung zum eigenen
Vorteil die vorgeschriebene Gebühr zu entrichten. Der Rahmen für eine Verfügung oder
einen Entscheid in einem Verwaltungsverfahren, sofern keine andere Gebühr festgelegt
ist, beträgt CHF 150 bis 2'300 (Nr. 20.12 des Gebührentarifs für die Kantons- und
Gemeindeverwaltung, sGS 821.5, GebT).
Nach Art. 12 Abs. 2 lit. a des kantonalen Covid-Gesetzes erfolgt die Mitteilung bei
Gutheissung des Gesuchs um Gewährung von Härtefallmassnahmen durch Verfügung.
Bei Nichteintreten auf das Gesuch oder bei dessen vollständiger oder teilweiser
Ablehnung erfolgt die Mitteilung mit einfachem Brief. Die Gesuchstellerin oder der
Gesuchsteller kann innert 14 Tagen nach Erhalt des Briefs eine kostenpflichtige
Verfügung verlangen (Art. 12 Abs. 2 lit. b des kantonalen Covid-Gesetze).
6.3.
Die Vorinstanz hiess das Gesuch der Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 17. März
2021 teilweise gut (Zusprechung eines nicht rückzahlbaren Beitrags von CHF 286'400,
vi-act. 3.1). Gleichzeitig wies sie darauf hin, dass die Beschwerdeführerin, falls sie mit
dieser Beurteilung nicht einverstanden sei, eine anfechtbare kostenpflichtige Verfügung
verlangen könne. Dieses Schreiben stellte die in Art. 12 Abs. 2 lit. b des kantonalen
Covid-Gesetzes vorgesehene kostenlose Mitteilung per einfachem Brief dar. Indem die
Beschwerdeführerin daraufhin ausdrücklich eine anfechtbare Verfügung verlangte,
entspricht die Gebührenerhebung der gesetzlichen Bestimmung von Art. 12 des
kantonalen Covid-Gesetzes. Da eine gutheissende Verfügung im Gegensatz zu einer
ablehnenden nicht ausführlich begründet werden muss, erweist sich diese -
zugegebenermassen nicht übliche - Unterscheidung im fraglichen Kontext indes aber
als zulässig. Immerhin erhalten die Gesuchsteller mit dem einfachen Brief eine kurze
Begründung. Auf Nachfrage hin erteilte die Vorinstanz der Beschwerdeführerin denn
auch weitere Auskünfte und Erläuterungen zur Berechnung der in Aussicht gestellten
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Entschädigung (vgl. vi-act. 4.2 und 4.3). Angesichts der geringen Gebührenhöhe von
CHF 250 ist in dieser Vorgehensweise sodann keine prohibitive Komponente
erkennbar. Vielmehr geht es darum, den vorinstanzlichen Aufwand angesichts der
hohen Anzahl an Gesuchen und der Dringlichkeit an deren umgehender Bearbeitung in
Grenzen zu halten und nicht für jede (teilweise) Abweisung von Vornherein eine
ausführlich begründete Verfügung verfassen zu müssen. Auch in Bezug auf die
Gebührenerhebung ist die Beschwerde damit abzuweisen.
7.
Zusammenfassend hat die Vorinstanz die ungedeckten Fixkosten der
Beschwerdeführerin für 2020 bis und mit Juni 2021 in der angefochtenen Verfügung
mit einem nicht rückzahlbaren Beitrag von CHF 371'400 korrekt ermittelt. Aufgrund der
aus dem mit der Beschwerde eingereichten definitiven Jahresabschluss 2020
resultierenden Differenz (CHF 37'600) und unter (aus prozessökonomischen Gründen
gebotenem) Einbezug der Nachzahlung für den Monat Mai 2021 (CHF 42'600) ergibt
sich indessen eine Erhöhung des nicht rückzahlbaren Beitrags auf CHF 451'600. Die
Beschwerde ist insofern somit teilweise gutzuheissen, Ziffer 1 der angefochtenen
Verfügung aufzuheben und der Beschwerdeführerin im Sinne der Erwägungen ein nicht
rückzahlbarer Beitrag von CHF 451'600 zuzusprechen, wobei allenfalls bereits
ausbezahlte Beiträge anzurechnen sind. Bezüglich des darüber hinaus beantragten
Beitrages (gemäss Antrag: CHF 953'870) ist die Beschwerde indes abzuweisen.
8.
In Streitigkeiten hat jener Beteiligte die Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder
teilweise abgewiesen werden (Art. 95 Abs. 1 VRP). Ferner hat jeder Beteiligte die
Kosten zu übernehmen, die durch nachträgliches Vorbringen von Begehren, Tatsachen
oder Beweismitteln entstehen (Art. 95 Abs. 2 VRP). Gestützt darauf sowie aufgrund des
mehrheitlichen Unterliegens der Beschwerdeführerin wären die amtlichen Kosten –
angemessen ist vorliegend eine Entscheidgebühr von CHF 1'500 (Art. 7 Ziff. 222 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12) – der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art.
95 Abs. 1 VRP). Auf die Erhebung von amtlichen Kosten wird jedoch in der Regel
gestützt auf Art. 97 VRP verzichtet, wenn eine Rechtsfrage in einem Verfahren erstmals
entschieden wird (R. von Rappard-Hirt, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], a.a.O., N 7 zu
Art. 97 VRP). Da vor der Beschwerdeerhebung noch keine Entscheide des
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Verwaltungsgerichts im Zusammenhang mit Härtefallmassnahmen für Unternehmen
aufgrund der Covid-19-Gesetzgebung ergangen und publiziert worden sind,
rechtfertigt es sich daher, auf die Erhebung der Kosten zu verzichten.
Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine
ausseramtliche Entschädigung (Art. 98 VRP). Der Vorinstanz steht sodann kein
Kostenersatz zu (vgl. VerwGE B 2017/59 vom 23. März 2018 E. 7 mit Hinweis auf R.
Hirt, Die Regelung der Kosten nach st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz,
Lachen/St. Gallen 2004, S. 176 ff.).