Decision ID: ec65e771-3d00-4f15-9526-62244d686e47
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1983, war seit dem 1. Juni 2007 beim
Spital Y._
teilzeitlich als Hausdienstmitarbeiterin angestellt. Die obliga
torische Versicherung gegen Unfälle führte die Unfallversicherung
Stadt Zürich
(UVZ). Zusätzlich arbeitete die Versicherte teilzeitlich für die
A._
AG. Am 6. August 2009 wurde
sie, als sie mit ihrer damals vier
jährigen Tochter
eine
Strasse überquerte, auf dem Fussgängerstreifen von einem Auto angefahren und weggeschleudert. Dabei erlitt sie Frakturen an der Wirbelsäule, Traumata des Schädels und des Thorax sowie mehrfache Kontu
sionen und Schürfungen. Aufgrund der Unfallfolgen bestand bis auf weiteres eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Die
UVZ
ka
m in der Folge für die Heilungs
kosten auf und erbrachte Taggeldleistungen.
Mit Verfügungen vom 1
4.
Dezember 2011 und 1
3.
Dezember 2012
verneinte
die
UVZ
zum einen den Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und
den
aufge
tretenen psychischen Beschwerden und
legte zum anderen fest
, Taggelder entsprechend einer Arbeitsfähigkeit von 50 % respektive von 4 % ab
1.
Januar 2013 auszurichten. Mit den
Einspracheentscheiden
vom 1
4.
November 2012 und 1
3.
März 2013 hielt die
UVZ
an ihren Entscheiden fest. Die gegen den
Einsprache
entscheid
vom 1
4.
November 2012 erhobene Beschwerde wies das
Sozialver
sicherungsgericht des Kantons Zürich
mit Urteil UV.2013.00002
vom 30.
Juli 2014 ab. Die gegen den
Einspracheentscheid
vom 13. März 2013 erhobene Beschwerde hiess es mit näm
lichem Urteil teilweise gut,
hob den
Einsprache
entscheid
insoweit auf, als damit ab dem
1.
Januar 2013 ein Anspruch auf ein 4 % übersteigendes Taggeld verneint worden war, und
verpflichtete
die
UVZ
, der Versicherten ab
1.
Januar 2013 wä
hrend einer Übergangsfrist von 5
Monaten Dauer weiterhin ein Taggeld von 50 % zu bezahlen.
Eine detaillierte Darstellung zu den Unfallverletzungen, zum Heilungsverlauf zu den erfolgten Abklärungen und den ergangenen Entscheiden findet sich unter Angabe der Fundstellen im erwähnten Urteil des hiesigen Gerichts in Sachen der Parteien vom 3
0.
Juli 2014 (Urk. 8/G165).
1.2
Am 22. Oktober 2014 erliess die
UVZ
eine weitere Verfügung. Darin stellte sie fest, es sei von einem Invaliditätsgrad von 4 % auszugehen, weswegen kein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe. Ferner sprach die
UVZ
der Versicher
ten eine Integritätsentschädigung in der Höhe von Fr. 6‘300.-- zu und hielt fest, bezüglich Übernahme von Heilungskosten habe sich die Versicherte künftig an ihren Krankenversicherer zu wenden (Urk. 8/G171). Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte am 2
4.
November 2014 Einsprache und beantragte, der Sachver
halt sei
rechtsgenüglich festzustellen (Urk. 8/G178). Diese Einsprache wies die
UVZ
mit
Einspracheentscheid
vom 1
7.
Dezember 2014 ab (Urk. 8/G180). Die gegen den
Einspracheentscheid
erhobene Beschwerde hiess das Sozialversiche
rungsgericht des Kantons Zürich mit Urteil UV.2015.00027 vom 2
3.
September 2016 in dem Sinne gut, dass es den angefochtenen Entscheid aufhob und die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen an die
UVZ
zurückwies (
Urk.
8/G191).
1.3
Mit Schreiben vom 31. Januar 2017 orientierte die
UVZ
die Versicherte darüber,
sie gedenke
ein polydisziplinäres Gutachten bei Dr. med.
B._
, Fach
arzt FMH für Rheumatologie, Dr. med.
C._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. med.
D._
, Facharzt FMH für Neurologie, einzuholen. Dem Schreiben legte sie die Entwürfe der Gutach
tensaufträge und die vorgesehenen Fragen bei und ersuchte die Versicherte um deren Stellungnahme (Urk. 8/G204). Die Versicherte beantragte in
ihrer Eingabe
vom 17. März 2017, es sei die ihrer Auffassung nach tendenziöse Prozess
geschichte aus den Gutachtensaufträgen zu entfernen, statt der in Aussicht genommenen Gutachter seien die Ärzte der MEDAS-
E._
mit der Begutachtung zu beauftragen und es sei
en
die
Gutachterfragen
nicht auf
den Zeitraum
bis zum 17. Dezember 2017 zu beschränken (Urk. 8/G209
; vgl. auch
Urk.
8/G211
). Mit Verfügung vom 12. Juni 2017 hielt die
UVZ
am vorgesehenen Gutachtensauftrag fest (Urk. 8/G213).
Auf die gegen diese
Verfügung
erhobene Beschwerde trat das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich mit Beschluss UV.2017.00168 vom 2
2.
Dezember 2017 nicht ein (
Urk.
8/G234).
1.4
In der weiteren Folge korrespondierten die Vertreter der Versicherten und der
UVZ
mehrfach
miteinander
und trafen sich ausserdem zu einer persönlichen Besprechung über das weitere Vorgehen in der Angelegenheit (Urk. 8/G235 ff.). Am 13. November 2018 sodann stellte die
UVZ
der Versicherten in Aussicht, die Experten und Expertinnen der Begutachtungsstelle
F._
in
G._
mit der Begutachtung
zu beauftragen, stellte
der Versicherten den Katalog der vorgesehenen Fragen zu und gab ihr Gelegenheit, dazu Stellung zu nehmen und allfällige Zusatzfragen zu
formulieren
(Urk. 8/G246). Am 8. Januar 2019
liess sich die
Versicherte
vernehmen
. Sie erklärte sich mit dem in Aussicht gestellten Vorgehen nicht einverstanden und beantragte, das im Verfahren der Invalidenversicherung bei der
H._
AG
eingeholte poly
disziplinäre Gutachten vom 4. Juli 2017 sei zu ergänzen (Urk. 8/G250). Mit Zwischenverfügung vom 22. Januar 2019 hielt die
UVZ
an der von ihr vorgese
henen Begutachtung durch die Ärzte der Begutachtungsstelle
F._
fest (Urk. 8/G252). Auf die gegen diesen Entscheid von der Versicherten erhobene Beschwerde trat das Sozialversicherungsgericht mit Beschluss UV.2019.00049 vom 3
0.
April 2019 nicht ein (
Urk.
8/G258).
1.5
Am 2
4.
Juli 2019 orientierte die
UVZ
die Versicherte darüber, sie gedenke nunmehr folgende Ärztinnen und Ärzte der Begutachtungsstelle MEDAS
I._
GmbH (nachfolgend: MEDAS) mit der Begutachtung zu beauftragen:
Dr.
med.
J._
, Fachärztin für
Allgemeine Innere Medizin, Dr.
med.
K._
, Facharzt für Rheu
matologie und Allgemeine Innere
Medizin,
Dr.
med.
L._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
Dr.
med.
M._
, Facharzt für Neurologie (
Urk.
8/G267). Hierzu nahm die Versicherte am 2
1.
August 2019 Stellung und beantragte insbesondere eine Ergänzung der Fragen an die Gutachter (
Urk.
8/G271). Die genannten Experten und Expertinnen der MEDAS
I._
erstatteten ihr Gut
achten am 2
7.
Januar 2020 (Urk.
15/M69). Ergänzend holte die
UVZ
beim Gutachter
Dr.
O._
die Stellung
nahme vom
8.
März 2020
betreffend
Bemessung der Integritätsents
chädigung ein (
Urk.
15/M71) und
die
ergänzende
Stellungnahme aller Expertinnen und E
xper
ten vom 2
1.
Juli 2020 (Urk.
15/M74). Des Weiteren nahm die
UVZ
das von der Invalidenversicherung bei
der
H._
eingeholte polydisziplinäre Gutachten vom
4.
Juli 2017 zu den Akten (
Urk.
15/M72). Zum Beweisergebnis äusserte sich die Versicherte am 1
1.
März 2020 (
Urk.
15/G281) und am 2
5.
August 2020 (
Urk.
15/G286). Mit Verfügung vom 1
8.
September 2020 stellte die
UVZ
die Leistungen für Heilbehandlung und di
e Taggelder per
9.
Mai 2017 ein und
entschied, die Versicherte habe keinen Anspruch auf eine Invalidenrente. Ferner stellte
die
UVZ
fest, es bestehe Anspruch auf Nachzahlungen von Taggeldern
in der Zeit vom
1.
September 2014 bis zum 9.
Mai 2017 im Betrag von Fr. 54'789.80 und sie sprach der Versicherten eine Integritätsentschädigung in der Höhe von
Fr.
22'050.-- zu (
Urk.
15/G287). Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte mit Eingabe vom 2
2.
Oktober 2020 Einsprache. Dies
e
wies die
UVZ
in vollumfäng
licher Bestätigung ihrer Verfügung vom 1
8.
September 2020 mit
Einspracheent
scheid
vom 1
8.
November 2020 ab (
Urk.
2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 1
8.
November 2020 erhob die Versicherte mit Eingabe vom
5.
Januar 2021 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, es sei die
UVZ
zu verpflichten, die gesetzlichen Versicherun
gsleistungen auszurichten (Urk.
1). Die
UVZ
beantragte in der Beschwerdeantwort vom 1
9.
Januar 2021 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Nachdem
die
UVZ
darüber hinaus das vollständige Aktendossier eingereicht hatte (
Urk.
8/G1-G273,
Urk.
9/M1-M67,
Urk.
10/A1,
Urk.
15/G273-G299 und
Urk.
15/
M69-M74; vgl. auch
Urk.
12)
,
wurde die Beschwerdeantwort der
Beschwerdeführerin
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
16).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des Bundesgesetzes üb
er die Unfallversicherung (UVG)
werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch
bei den im Einzelnen in Abs. 2 aufgeführten
Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind. Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.2
1.2.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass e
in Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass d
as schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Beding
ungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohn
e dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.2.2
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen
Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
UV170080
Kausalzusammenhang adäquat und Gesundheitsbeeinträchtigung organisch
06.2021
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, das heisst rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang prak
tisch keine selbständige Bedeutung (Urteil des Bundesgerichts 8C_75/2016 vom 18. April 2016 E. 2.2 mit Hinweis auf BGE 134 V 109 E. 2.1).
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische Gesundheitsschädigung herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergangenen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psychische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut verkraften als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus versiche
rungsmässiger Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren
(BGE 115 V 133 E. 4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinweisen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf – folgende Einteilung vorge
nommen wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der dazwischen liegende mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E. 5b/
aa
; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
Für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und der infolge eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule auch nach Ablauf einer gewissen Zeit nach dem Unfall weiterbestehenden Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit, die nicht auf organisch nachweisbare Funktionsausfälle zurückzuführen ist, rechtfertigt es sich, im Einzelfall analog zur Methode vorzugehen, wie sie für psychische Störungen nach einem Unfall entwickelt worden ist (vgl. BGE 123 V 98 E. 3b, 122 V 415 E. 2c, 117 V 359 E. 5d/
bb
, vgl. auch 115 V 133 E. 6).
1.3
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung der Unfallfolgen, nämlich auf die ambulante Behandlung durch den Arzt, den Zahnarzt oder auf deren Anordnung durch eine medizinische Hilfsperson sowie durch den
Chiropraktor
und die ambulante Behandlung in einem Spital (
lit
. a), die vom Arzt oder Zahnarzt verordneten Arzneimittel und Analysen (
lit
. b), die Behandlung, Verpflegung und Unterkunft in der allgemeinen Abteilung eines Spitals (
lit
. c), die ärztlich verordneten Nach- und Badekuren (
lit
. d) und die der Heilung dienlichen Mittel und Gegenstände (
lit
. e).
1.4
Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Der Anspruch auf Taggeld entsteht am dritten Tag nach dem Unfalltag. Er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mithin im Zeitpunkt der vollen Wiedererlangung der Fähigkeit, im bisherigen oder in einem anderen Beruf zumutbare Arbeit zu leisten (Art. 16 Abs. 1 und 2 UVG in Verbindung mit Art. 6 ATSG; BGE 137 V 199 E. 2.1, Urteil des Bundesgerichts 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3), mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person (Art. 16 Abs. 2 UVG). Das Taggeld der Unfallversicherung wird nicht gewährt, wenn ein Anspruch auf ein Taggeld der Invalidenversiche
rung oder eine Mutterschafts
- oder Vaterschafts
entschädigung nach dem EOG besteht (Art. 16 Abs. 3 UVG).
1.5
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorübergehen
den Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärzt
lichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungs
massnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG;
BGE 144 V 354 E. 4.1 mit Hinweisen;
Urteil
des Bundes
gerichts
8C_
527/2020
vom 2.
November 2020 E. 4.1 mit Hinweisen
). In diesem Zeitpunkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des
Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
674/2019 vom 3. Dezember 2019 E. 4.1
).
1.6
Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
2.
2.1
Im
Einspracheentscheid
vom 1
8.
November 2020 führte die Beschwerdegegnerin zusammengefasst aus, dem MEDAS-Gutachten vom 2
7.
Januar 2020 sei zu entnehmen, dass
der
mediz
inische
Endzustand
bereits im Jahr 2017 eingetreten sei
.
Die Gutachter hätten insbesondere darauf hingewiesen,
bezüglich der geklag
ten Beschwerden
sei von einer
Chronifizierung und Therapieresistenz
auszu
gehen
. Aus rheumatologischer Sicht liege eine funktionell leichtgradige globale Funktionseinschränkung der Halswirbelsäule (HWS) nach Frakturen der Segmente C1/2 links und des
Dens
vor, wobei die Frakturen vollständig konsoli
diert und ausgeheilt seien. Alle übrigen somatischen Unfallfolgen seien bereits im Zeitpunkt der Begutachtung durch die Ärzte der Begutachtungsstelle
H._
im Jahr 2017 und infolgedessen auch anlässlich der MEDAS-Begutachtung nicht mehr feststellbar gewesen. Auch wenn davon ausgegangen werde, es handle sich beim HWS-Befund um eine Unfallfolge, so falle in Betracht, dass leichtgradige Funktionsbeeinträchtigungen im Bereich der HWS mit entsprechenden Nacken
beschwerden rechtsprechungsgemäss kein organisches Korrelat darstell
t
e
n
, weswegen diesbezüglich die Adäquanz zu prüfen sei. Die Frakturen der Segmente C1/2 und des
Dens
seien nicht auf eine dem Schleudertraum
a
äquivalente Verletzung wie beispielsweise ein schweres Schädel-Hirntraum
a
zurückzuführen. Dokumentiert sei lediglich ein leichtes Schädel-Hirntrauma, dessen Folgen aber innert kurzer Zeit
folgenlos abgeheilt seien. Ein
für ein Schleudertrauma typisches Beschwerdebild sei sodann zu keinem Zeitpunkt dokumentiert. Der adäquate Kausalzusammenhang sei daher gestützt auf die Praxis zu prüfen, wie sie bei psychischen Beschwerden nach einem Unfall Anwendung finde. Von den in einem solchem Fall zu prüfenden Adäquanzkriterien sei kein einziges erfüllt, weswegen die Adäquanz zwischen den Nackenbeschwerden ohne somatisches Korrelat und dem Unfallereignis aus dem Jahr 2009 nicht nachgewiesen sei. Die Ein
stellung der
Leistungen per
9.
Mai 2017
sei vor diesem Hintergrund nicht zu beanstanden. Es bestehe kein Anspruch mehr auf Heilbehandlung und ebenso wenig auf Taggeldleistungen. Des Weiteren mangle es an einer hinreichenden rechtlichen Grundlage für die Zusprechung einer Invalidenrente. Der Integritäts
schaden sei ärztlicherseits nachvollziehbar mit 17,5
%
bemessen worden. Ausgehend davon bestehe damit Anspruch auf eine Integritätsen
tschädigung in der Höhe von Fr.
22'050.--.
Beim
strittigen Taggeldansatz von
Fr.
39.32 sei
en
entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin beide im Unfallzeitpunkt laufenden Anstellungsverhältnisse berücksichtigt worden. Sowohl der Taggeld- als auch der Anspruch auf Heilbehandlung daure bis zum
9.
Mai 2017 (
Urk.
2
S. 4 ff.
Ziff.
2 ff.).
In der Beschwerdeantwort vom 1
9.
Januar 2021 hielt die Beschwerdegegnerin an ihren Standpunkten fest (
Urk.
6 S. 3 ff.).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte in der Beschwerdeschrift vom
5.
Januar 2021 geltend, die Adäquanzprüfung
gestützt auf die sogenannte
Psycho-Praxis wider
spreche den Erkenntnissen der interdisziplinären Gesamtbeurteilung im MEDAS-Gutachten. Dort sei als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein chronifiziertes posttraumatisches
zervikozephales
Schmerzsyndrom mit/bei muskulären Dysbalancen des Schultergürtels bei Status nach Polytrauma mit Fraktur der Massa
lateralis
C1 links,
Densfraktur
Anderson Typ III,
Fazettenfrak
tur
C2 links, Thoraxtra
uma und Lungenkontusion
genannt worden. Diese Befunde an der HWS seien objektivierbar, mithin organisch ausgewiesen und
bildeten
unter anderem
auch
Anlass für die Zusprechung der Integritätsent
schädigung. Angesichts des interdisziplinär formulierten Zumutbarkeitsprofil
s
sei ohne Weiteres ersichtlich, dass die Befunde an der HWS sich quantitativ und qualitativ auf die Arbeitsfähigkeit auswirkten. Namentlich in der ergänzenden Beurteilung vom 2
1.
Juli 2020 hätten die Experten darauf hingewiesen, es liege eine deutliche Fehlstellung insbesondere im Bereich des Segments C0/C1 vor, unterstützt durch die Deviation des
Dens
des C2 Segments. Diese
residuelle
Fehlstellung sei von den Gutachtern im Zusammenhang mit der Abschätzung des Integritätsschadens analog einer Skoliose beurteilt worden. Da die Befunde im Bereich der HWS auf das Ereignis vom
6.
August 2009 zurückzuführen seien, lägen objektiv ausgewiesene Unfallfolgen vor, deren Adäquanz praxisgemäss ohne Weiteres zu bejahen sei. Selbst wenn objektiv nachweisbare Unfallfolgen verneint werden sollten, wäre der adäquate Kausalzusammenhang nicht ent
sprechend der Psycho-
,
sondern gemäss der Schleudertrauma-Praxis zu prüfen. Von den diesbezüglich massgebenden Kriterien seien genügend und in aus
reichender Schwere erfüllt, so dass die Adäquanz zu bejahen sei. Bei der Taggeld
nach
zahlung für den Zeitraum vom 1.
September 2014
bis zum
9.
Mai 2017
sodann
sei zum einen der gesetzlich geschuldete Verzugszins nicht verfügt worden und zum anderen sei der zu Grunde liegend Taggeldansatz in der Höhe von
Fr.
39
.
32 nicht nachvollziehbar und
somit
nicht erstellt (
Urk.
1 S. 5 ff.
Ziff.
4 ff.).
3.
3.1
Zwischen den Parteien zur Hauptsache strittig ist der Anspruch auf eine Invali
denrente. Konkret
zu
prüfen ist der Rentenanspruch für die Zeit
nach
dem
9
. Mai 201
7.
Auf diesen Zeitpunkt hin stellte die Beschwerdegegnerin die Taggeldleis
tungen mit Verfügung vom 1
8.
September 2020
in Anwendung
von
Art.
19
Abs.
1 UVG ein und prüfte den
Rentenanspruch (
Urk.
15/G287). Den Zeitpunkt des Fallabschlusses bemängelte die Beschwerdeführerin in der Folge nicht
(vgl.
Urk.
1 S. 5 ff.)
und sie erachtet bei gegebenem Kausalzusammenhang einen leistungsrelevanten Invaliditätsgrad für gegeben
. Der Anspruch auf eine Rente hängt entscheidend davon ab, unter welchen Unfallfolgen die Beschwerdeführe
rin leidet. Beide Seiten verweisen für ihre Standpunkte zwar auf die Darlegungen im MEDAS-Gutachten, jedoch
unterscheiden sich
die von ihnen jeweils daraus gezogenen Schlussfolgerungen
grundlegend
. Die Beschwerdegegnerin stellt sich insbesondere auf den Standpunkt, bei den Nackenbeschwerden handle es sich grundsätzlich um ätiologisch unspezifische Beschwerden, wobei
als mögliche Ursachen dafür
das nicht unfallbedingte und von den MEDAS-Gutachtern eindeutig als vordergründig relevant bezeichnete myofasziale Schmerzsyndrom und
auch
die somatoforme Schmerzstörung in Frage kämen (
Urk.
6 S. 4 f.
lit
. l ff.). Die Beschwerdeführerin dagegen verweist darauf, das von den MEDAS-Experten diagnostizierte Leiden, das heisst das persistierende und chronifizierte posttraumatische
zervikozephale
Schmerzsyndrom mit/bei muskulären Dysbalan
cen des S
chultergürtels rechtsbetont und
Status nach Polytrauma mit Fraktur der Massa
lateralis
C1 links,
Densfraktur
Anderson Typ III,
Fazettenfraktur
C2 links, Thoraxtrauma
und
Lungenkontusion beidseits, sei klarerweise organischer Art (
Urk.
1 S. 5
Ziff.
4).
3.2
3.2.1
Gemäss dem MEDAS-Teilgutachten des Fachgebietes Rheumatologie
ist von
organische
n
Unfallfolgen
auszugehen, die
eine Minderung der Arbeitsfähigkeit von 20 % -
nach zumutbarer Steigerung derselben von 60 auf 80
%
- auch in angepassten Tätigkeiten zur Folge haben, wobei auch die bisherige Tätigkeit als angepasst beurteilt wurde (
Urk.
15/M69/3 S. 10 f.). Namentlich die seit den unfallbedingten Frakturen im Bereich der HWS geklagten Nackenschmerzen stuften die Gutachter
explizit als mit überwiegender Wahrscheinlichkeit unfall
kausal ein (
Urk.
15/M
69/1 S. 5). Diese Beschwerden finden in den unfallbedingten Strukturalterationen und der dadurch verursachten Fehlstellung im Bereich der HWS eine hinreichende Erklärung (
Urk.
15/M74 S. 1). Hinzu kommt aus neuro
logischer Sicht im Sinne eines Unfallresiduums ein chronischer Kopfschmerz, wobei diesem keine dauerhafte Auswirkung auf die berufliche Leistungsfähigkei
t zugeschrieben wurde (
Urk.
15/M
69/4 S. 7 f.). Somatische Unfallfolgen, die die funktionelle Leistungsfähigkeit dauerhaft beeinträchtigen
,
liegen demnach vor. Aus interdisziplinäre
r Sicht schlossen die Gutachter -
insbesondere unter Berück
sichtig
ung der psychischen Problematik -
gar nur auf eine Arbeitsfähigkeit von höchstens 60
%
in ei
ner angepassten Tätigkeit (Urk. 15/M
69/1 S. 7), wobei diese
geringere
Restarbeitsfähigkeit insofern nicht entscheidend ist, als bezüglich der psychisch bedingten Beschwerden der adäquate Kausalzusammenhang nicht gegeben ist (vgl. nachfolgende E. 3.3). Effektiv arbeitet die Beschwerdeführerin seit Oktober 2015 wieder zu 50
%
für ihren
früheren
Arbeitgeber (Reinigungs
dienst
Spital Y._
) und zweimal pro Woche für 2-3 Stunden als Reinigerin in privaten Haushalten (
Urk.
15/M72 S. 56,
Urk.
15/M69/3 S. 7). Damit setzt sie einen wesentlichen Teil der attestierten Restarbeitsfähigkeit auch tatsächlich um.
3.2.2
Auch im
H._
-Gutachten vom
4.
Juli 2017 waren die Experten in der Gesamt
beurteilung zum Schluss gelangt, es habe in der Zeit ab Oktober 2014 durch
gängig in der bisherigen wie auch in anderen angepassten Tätigkeiten nur noch eine Minderung der Arbeitsfähigkeit von 20
%
bestanden, wobei hier die Limitierung weniger der orthopädisch-rheumatologischen, sondern mehr der neurologischen Problematik und damit dem chronischen posttraumatischen Kopfschmerz zugeschrieben wurde (
Urk.
18/M72 S. 19 ff.). Es lag dieser Expertise mithin eine leicht andere Gewichtung der Auswirkungen der Unfallfolgen auf die Arbeitsfähigkeit zu Grunde. Ein nicht aufzulösender Widerspruch zum MEDAS-Gutachten ergibt sich dadurch aber nicht. Die gutachterliche Bewertung der leidensbedingten Beeinträchtigung trägt notwendigerweise Ermessenszüge und bei einer polydisziplinären Begutachtung kommt der Beurteilung der Beeinträch
tigung aller Leiden in ihrer Gesamtheit und Wechselwirkung die entscheidende Bedeutung zu.
Dr.
B._
hatte
, wie der MEDAS-Experte Dr.
K._
hervorhob (
Urk.
15/M
69/3 S. 11),
in
seiner Verlaufsbeurteilung vom
3.
Juni 2012 festgehalten, für angepasste Tätigkeiten (leicht bis mittelschwer ohne Zwangs
haltungen der HWS und ohne repetitive uniforme Belastungen des rechten Arms)
sei
von
einer vol
len Arbeitsfähigkeit auszugehen
(
Urk.
9/M38 S. 5 f.). Dem betreffenden Verlaufsbericht voraus ging eine rheumatologische Begutachtung (
Urk.
9/M33) im Rahmen einer
seinerzeitigen
interdisziplinären Begutachtung, die auch die Fachgebiete der
Psychiatrie und Neurologie umfasste (
Urk.
9/M34,
Urk.
9/M32). Sowohl
Dr.
B._
als auch die übrigen Experten waren in der Konsensbeurteilung zum Schluss gelangt, die Arbeitsfähigkeit sei in einer ange
passten Tätigkeit nicht beeinträchtigt (Urk. 9
/M33 S. 14 f.,
Urk.
9/M34 S. 15
f.). Die aus rheumatologischer Sicht optimistischeren Beurteilungen durch Dr.
B._
(auch damals klagte die Beschwerdeführerin über Nacken
schmerzen;
Urk.
9/M33 S. 7) stammen vom November 2011 respektive Juni 2012 und liegen somit zeitlich noch weiter zurück als das
H._
-Gutachten. Die MEDAS-Gutachter würdigten die Gesamtsituation im Jahr 2019 erneut, nachdem sich über die Jahre an der Schmerzproblematik im Bereich von Hals und Nacken nichts geändert hatte. Ihre
weniger optimistische
Bewertung der beruflichen Leistungsfähigkeit ist unter diesen Gesichtspunkten nachvollziehbar. Insgesamt ergeben sich keine nicht auflösbaren Widersprüche zwischen de
n
im Abstand von mehreren Jahren eingeholten ärztlichen Beurteilungen, zumal dem MEDAS-Gutachten mit der aus rheumatologischer Sicht attestierten Restarbeitsfähigkeit von 80
%
bei übereinstimmender Diagnose keine grundsätzlich
and
ere Beurtei
lung zu Grunde liegt.
3.2.3
Aus Sicht der Beschwerdegegnerin lässt sich aus der
Darstellung
im rheumatolo
gischen Teilgutachten der MEDAS, vor dem Unfallereignis
hätten
keine Beschwerden vorgelegen,
weswegen
davon auszugehen
sei
, dass die aktuellen Beschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis zurückzuführen seien (vgl.
Urk.
18/M69/3 S. 10), nichts zu
m
Kausalzusammen
hang herleiten (
Urk.
2 S. 5). Tatsächlich ist die Formel «
post
hoc ergo
propter
hoc», nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, beweis
rechtlich nicht zulässig (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
, Urteil des Bundesgerichts 8C_241/2020 vom 2
9.
Mai 2020 E. 3). Indes stützt sich die gutachterliche Schlussfolgerung nicht ausschliesslich auf diese Feststellung. Dass tatsächlich somatisch begründbare Unfallresiduen bestehen, ergibt sich aus dem MEDAS-Gutachten - wie dargelegt wurde (vorstehende E. 3.2.1) - insgesamt hinreichend, woran auch die vom psychiatrischen Experten
Dr.
L._
festgestellte Tendenz der Beschwerdeführerin zur Verdeutlichung (
Urk.
15/M69/5 S. 15 f.) nichts
massge
blich
ändert. Dieser
Umstand wurde
bei der Festlegung der Restarbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht entsprechend gewürdigt
(
Urk.
15/M69/5 S. 17
ff
).
Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin die unter Einbezug aller L
eiden attestierte
Restarbeitsfähigkeit
von 60
%
mit der Umsetzung eines
erwerblichen
Pensums
im nämlichen Umfang
ausschöpft
(vgl. U
rk.
15/M69/1 S. 7)
, womit der
Verdeut
lichungstendenz effektiv nur eine geringe B
edeutung zuzumessen ist
.
Auch unter diesem Gesichtspunkt bleibt die aus somatischer Sicht attestierte Beeinträchti
gung auch in angepassten
Tätigkeiten nachvollziehbar.
Im Übrigen bleibt darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdegegnerin mit der Zusprechung der Integritäts
entschädigung aufgrund der Folgen der durch den Unfall verursachten Verletzungen im Bereich der HWS selber auch somatische Unfallfolgen anerkannt hat (vgl.
Urk.
2 S. 8 f.
Ziff.
4).
3.3
3.3.1
Soweit es sich bei den geklagten Beschwerden nicht um organische Unfallfolgen
handelt
, sondern von einem psychischen Geschehen auszugehen ist, was
insbe
sondere
bei der diagnostizierten anhaltenden somatoformen Sc
hmerzstörung der Fall ist (Urk.
15/M69/1 S. 4,
Urk.
15/M69/5 S. 17), ist eine gesonderte Prüfung des adäquaten Kausalzusammenhanges erforderlich
. Beide Parteien gehen z
w
ar grundsätzlich von einem Unfall im mittelschweren Bereich aus, kontrovers
ist
jedoch, ob für die
Prüfung
der Adäquanz
die
sogenannte
Psycho- oder
die
Schleudertrauma-Praxis heranzuziehen
ist
(
Urk.
1
S. 8
Ziff.
8,
Urk.
2 S. 6 Ziff.
3.a,
Urk.
6 S. 5
lit
. n).
-
3.3.2
UV170550
UV170130
UV170150
Nach der Rechtsprechung ist bei der Beurteilung der Adäquanz von psychischen Unfallfolgeschäden wie folgt zu differenzieren: Zunächst ist abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule, eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung (SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 2) oder ein Schädel
Hirntrauma erlitten hat.
Ist dies nicht der Fall, erfolgt die Adäquanzbeurteilung in den dem mittleren Bereich zuzuordnenden Fällen nach den Kr
iterien gemäss BGE 115 V 133 E.
6c/
aa
.
Es handelt sich dabei um die folgenden Kriterien:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder beson
dere Eindrücklichkeit des Unfalles;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
-
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
-
körperliche Dauerschmerzen;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109 E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/
aa
).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurtei
lung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem
schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr. U 346 S. 428, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.; SVR 1996 UV Nr. 58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist. Kommt keinem Einzelkri
terium besonderes beziehungsweise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Kriterien herangezogen werden. Die Prüfung der objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu forschen, die möglicher
weise die psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit mitbegünstigt haben könnten (BGE 115 V 133 E. 6c/
bb
, vgl. auch BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S. 448 ff., 1996 Nr. U 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
Ergeben die Abklärungen, dass die versicherte Person ein Schleudertrauma der HWS, eine äquivalente Verletzung oder ein Schädel-Hirntrauma erlitten hat,
sind bei Unfällen aus dem mittleren Bereich die in BGE 117 V 359 E. 6a und 382 E. 4b umschriebenen Kriterien anzuwenden.
Anders als bei den Kriterien, die das Bundesgericht in seiner oben zitierten Rechtsprechung (BGE 115 V 133) für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einer psychischen Fehlentwicklung für relevant erachtet hat, wird bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall mit Schleudertrauma der Halswirbelsäule und den in der Folge eingetretenen Beschwerden auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet, da es bei Vorliegen eines solchen Traumas nicht entscheidend ist, ob Beschwerden medizinisch eher als organischer und/oder psychischer Natur bezeichnet werden (BGE 134 V 109; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., 1999 Nr. U 341 S. 409 E. 3b, 1998 Nr. U 272 S. 173 E. 4a; BGE 117 V 359 E. 5d/
aa
und 367 E. 6a). Massgebend sind folgende Kriterien, wobei die Aufzählung abschliessend ist:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalles;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
-
fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;
-
erhebliche Beschwerden;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.
3.3.3
Die Beschwerdegegnerin
ging in der Begründung zum
Einspracheentscheid
auf
die bei einer psychischen Fehlentwicklung massgebenden Adäquanzkriterien
einzeln ein
und
erörterte
die
diesbezüglich wesentlichen Gesichtspunkte
(
Urk.
2 S. 6 ff.
lit
. c-i).
Die Beschwerdeführerin wandte dagegen
lediglich
ein, die erlittenen Verletzungen seien schwer, die Beschwerden seien erheblich, der Heilungsverlauf schwierig und die Arbeitsfähigkeit sei bleibend beeinträchtigt (
Urk.
2 S. 8
Ziff.
8). Konkret
e Argumente, aufgrund derer d
er Standpunkt der Beschwerdeführerin nachvollzogen werden könnte, fehlen. Die Darlegungen der Beschwerdegegnerin zu den einzelnen Adäquanzkriterien sind demgegenüber
fundiert und nachvollziehbar. Auf die betreffenden Ausführungen ist
mangels substantiierter Einwendungen der Beschwerdeführerin
zu verweisen (
Urk.
2
S. 6 ff.
lit
. c-i).
Die Schlussfolgerung
, dass kein
e
s der Kriterien erfüllt sei (
Urk.
2 S. 8)
, ist nicht zu beanstanden
. Bei dieser Sachlage kommt der zwischen den Parteien auch strittigen Gewichtung der Unfallschwere im mittleren Bereich (
Urk.
2 S. 6 f.
Ziff.
3
lit
. b,
Urk.
2 S. 8
Ziff.
8) keine entscheidende Bedeutung zu, weswegen sich
auch
diesbezüglich weitere Erörterungen erübrigen.
3.3.4
Bei der Adäquanzprüfung von Schleudertraumfolgen sind teilweise abweichende Kriterien massgebend. Die Beschwerdegegnerin vertritt die Auffassung, die ausgeheilte C1/C2- respektive die
Dens
-Fraktur stellten keine dem Schleuder
trauma ähnliche Verletzung dar, insbesondere kein schweres Schädel-Hirn-Trauma. Vielmehr habe die Beschwerdeführerin nur eine innert kurzer Zeit vollständig abgeheilte Commotio cerebri erlitten (
Urk.
6 S. 5
lit
. n). Recht
sprechungsgemäss genügt es für die Anwendung der bei HWS-Distorsionen beachtlichen Adäquanzkriterien, dass die versicherte Person ein Schädel-Hirn-Trauma mindestens mit dem Schweregrad einer
Contusio
cerebri erlitten hat. Des Weiteren ist es erforderlich, dass die betroffene Person in der Folgezeit nach dem Unfall über Beschwerden klagt, die dem nach
einem
Schleudertrauma oft beobachteten und daher als typisch bezeichneten vielschichtigen Beschwerdebild zugeordnet werden können (
Rumo-Jungo
/Holzer, in:
Murer
/Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die
Unfallversicherung,
4.
Aufl., Zürich 2012, S. 59 f.; vgl. auch Hofer, in:
Frésard-Fellay
/Leuzinger/
Pärli
, Basler Kommentar, Unfallversicherungsgesetz, Basel 2019,
Art.
6 N 73).
Dieses
äussert sich in einer Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörun
gen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit,
Visusstörungen
, Reizbarkei
t, Affektlabilität, Depression
und
Wesensveränderung (BGE 134 V 109 E. 6.2.1). Anlässlich der Erstbehandlung im Universitätsspital
P._
am Unfalltag, dem
6.
August 2009, klagte die Beschwerdeführerin - bezogen auf die typischen Beschwerden nach einem Schleudertrauma oder einer vergleichbaren Verletzung - über Schmerzen und
Druckdolenzen
im gesamten Bereich der HWS (
Urk.
9/M1 S. 1; vgl. auch
Urk.
9/M2). Nach der
stationären Erstbehandlung
standen weiterhin die Schmerzen im Bereich der HWS im Vordergrund, insbesondere bei der Mobili
sation des Kopfes. Darüber hinaus klagte die Beschwerdeführerin auch über okzipitale Kopfschmerzen mit Ausstrahlungen in den Schultergürtel (
Urk.
9/M3 S. 2 f.; vgl. auch
Urk.
9/M4). Anlässlich einer Verlaufskontrolle bei den Ärzten der Klinik für Unfallchirurgie des
Universitätsspitals P._
im September 2009 gab
die Beschwerde
führerin nur noch leichte okzipitale Kopfschmerzen
an
(
Urk.
9/M7 S. 1).
Bei
einer weiteren Kontrolle im
Universitätsspital P._
im November 2009 klagte
die Beschwerdeführerin
wieder über vermehrte Kopfschmerzen und weiterhin über Beschwerden im Bereich der HWS mit Ausstrahlung in die Schulter (
Urk.
9/M8 S. 1). Die betreffenden Beschwerden persistierten in der Folge (vgl.
Urk.
9/M11 ff.). Erst etliche Monate später finden sich in den ärztlichen Unterlagen
sodann
Hinweise auf depressive Symptome (
Urk.
9/M15 S. 3,
Urk.
9/M20/2 S. 1,
Urk.
9/M21,
Urk.
9/M27 S. 2 f.).
Dr.
C._
, die die Beschwerdeführerin 2011 psychiatrisch begutachtete
,
bestätigte die depressive Entwicklung, hielt aber in diesem Zusam
menhang fest, das Unfallereignis selber habe die Beschwerdeführerin gut verarbeiten können. Erst die weiteren Folgen des Ereignisses hätten ihr zunehmen
d
Schwierigkeiten bereitet, woraufhin die depressive Symptomatik aufgetreten sei (
Urk.
9/M32 S. 4).
3.3.5
Mit den rasch nach dem Unfall au
fgetretenen und persistierenden
Kopfschmerzen li
tt und leidet
die Beschwerdeführerin nur teilweise
unter
Symptome
n
, die zu den typischen Beschwerden nach einem Schleudertrauma zu zählen sind. Die übrigen, wie Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit,
Visusstörungen
, Reizbarkeit, Affektlabilität oder
Wesensverände
rung, traten nicht auf. Nicht initial, sondern erst viel später traten dann auch depressive Symptome auf.
Im Vordergrund standen sodann von Anfang an auch Nackenschmerzen, die
jedoch
nicht im engeren Sinne zum typischen bunten Beschwerdebild zu zählen sind.
Insgesamt kann nicht davon ausgegangen werden, dass bei der Beschwerdeführerin nach dem Unfall vom
6.
August 2009 das für ein
Schleudertrauma oder für vergleichbare Verletzungen typische Beschwerdebild aufgetreten ist. Erst dies
aber
rechtfertigt
e
es, bei der Prüfung der Adäquanz auf die Unterscheidung
zwischen
körperlichen und psychischen Symptome
n
zu verzichten. Mithin ist es nicht zu beanstanden, dass die Beschwerde
gegnerin die Adäquanzbeurteilung gestützt auf die Kriterien vorgenommen hat, die beim Auftreten einer psychischen Fehlentwicklung nach einem Unfall zu beachten sind. Folge der detaillierten Prüfung der Adäquanzkriterien durch die Beschwerdegegnerin (
Urk.
2 S. 6 f.
Ziff.
3
lit
. c-i), die nicht zu beanstanden ist und die die Beschwerdeführerin nicht substantiiert bemängelt hat (vgl. vorstehende E. 3.3.3), ist die Verneinung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Ereignis vom
6.
August 2009 und den im weiteren Verlauf aufge
tretenen psychischen Beschwerden. Die Beschwerde
gegnerin ist richtigerweise zu diesem Schluss gelangt (
Urk.
2 S. 8).
3.4
Zusammenfassend ergibt sich, dass
bezüglich des psychischen Leidens der adäquate Kausalzusammenhang nicht gegeben ist. In diesem Zusammenhang ist der Anspruch auf Leistungen zu verneinen. Darüber hinaus leidet
die
Beschwer
deführerin
entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin
auch
unter objektiv begründbaren, auf die Verletzung im Bereich der HWS zurückgehenden Unfall
folgen
organischen Ursprungs
(vgl. vorstehende E. 3.2). Als Folge
der dadurch
bedingten
funktionellen
Beeinträchtigung
haben die MEDAS-Gutachter eine
Limitierung
der beruflichen Leistungsfähigkeit in der bisherigen oder einer anderen angepassten Tätigkeit im Umfang von 20
%
für ausgewiesen erachtet. Entspricht der bisherige Erwerbsbereich einer angepassten Tätigkeit, so ist auf eine Invaliditätsbemessung mittels
eines
Einkommensvergleichs im Sinne von
Art.
16 ATSG zu verzichten. Es rechtfertigt sich in diesem Fall, den Invaliditäts
grad mittels eines Prozentvergleichs zu bestimmen, da die beiden Vergleichsein
kommen auf identischer Grundlage zu ermitteln wären (Urteil des Bundesgerichts 9C_851/2018 vom 23. Mai 2019 E. 5.1). Die gutachterlich attestierte Einschrän
kung von 20
%
entspricht somit dem Invaliditätsgrad.
3.5
Die Invalidenrente beträgt gemäss
Art.
20
Abs.
1 UVG bei Vollinvalidität 80 % des versicherten Verdienstes; bei Teilinvalidität wird sie entsprechend gekürzt. Der Prozentsatz der Rente entspricht somit dem Invaliditätsgrad
,
sofern dieser die Mindesthöhe von 10
%
erreicht hat (vgl.
Art.
18
Abs.
1 UVG). Zu beachten ist sodann
Art.
24
Abs.
2 UVV. Beginnt die Rente mehr als fünf Jahre nach dem Unfall oder dem Ausbruch der Berufskrankheit, so ist der Lohn massgebend, den die versicherte Person ohne den Unfall oder die Berufskrankheit im Jahre vor dem Rentenbeginn bezogen hätte, sofern er höher ist als der letzte vor dem Unfall oder dem Ausbruch der Berufskrankheit erzielte Lohn.
Die Beschwerdeführerin hat
Anspruch auf eine
Rente
für die
Zeit nach dem
9
. Mai 2017 (vgl. vorstehende E.
3.1), mithin mehr als sieben Jahre nach dem
Unfall vom 6. August 2009 (Urk.
8/G1). Der versicherte Verdienst ist nicht nur die Grundlage für die Bemessung des Rentenanspruchs, sondern auch diejenige für die Berechnung des Taggeldanspruchs (
Art.
17 UVG). Der Taggeldber
echnung für die Zeit ab dem 23.
August 2010 legte die Beschwerdegegnerin einen versicherten Verdienst von Fr. 44'833.-- zu Grunde (vgl. nachstehende E. 4.2). Von welchem Lohn auszu
gehen ist, den die Beschwerdeführerin ohne den Unfall ein Jahr vor dem Renten
beginn erzielt hätte, ist jedoch nicht
ermittelt worden
. Solche Abklärungen hat die Beschwerde
gegnerin
bislang
nicht getätigt. Sodann ist aufgrund der Akten davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin Rentenleistungen der Invaliden
versicherung bezieht. Aktenkundig ist eine Korresponde
nz der Parteien betreffend eine
Überentschädigungsforderung (vgl.
Urk.
15/G290 ff.). Hat die versicherte Person Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung
,
so ist zu beachten, dass nach Massgabe von
Art.
20
Abs.
2 UVG eine Komplementärrente zu berechnen ist. Die gesetzeskonforme Berechnung der Invalidenrente unter Berücksichtigung der genannten Gesichtspunkte hat durch die Beschwerdegeg
nerin zu erfolgen, an die die Sache zurückzuweisen ist (
§
26
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht;
GSVGer
).
4.
4.1
In der Verfügung vom 1
8.
September 2020 entschied die Beschwerdegegnerin, die Beschwerde
führ
erin habe für die Zeit vom
1.
September 2014 bis und mit 9.
Mai 2017 Anspruch auf die Nachzahlung von Taggeldern im Gesamtbetrag von
Fr.
54'789.8
0.
Die Taggeldzahlung basiert auf einer Arbeitsfähigkeit von 60 % gemäss den Feststellungen im MEDAS-Gutachten
vom 2
7.
Januar 2020 (vgl. Urk.
15/M69/1 S. 7) und einem Taggeldansatz in der Höhe von
Fr.
39.32 (
Urk.
15/G287 S. 6). Dagegen wendet die Beschwerdeführerin ein, der Taggeld
ansatz von
Fr.
39.32 sei nicht nachvollziehbar und nicht erstellt (
Urk.
1
S. 9
Ziff.
9).
4.2
Dem Taggeldansatz liegt der von der Beschwerdegegnerin für die Zeit ab dem 2
3.
August 2010 errechnete versicherte Jahresverdienst von Fr. 44'833.-- zu Grunde. Dieser setzte sich zusammen aus de
m
Verdienst aus den Anstellungen beim
Spital Y._
(Beschäftigungsgrad: 70
%
, Jahreslohn:
Fr.
31'701.--) einerseits und
dem Verdienst
bei der
A._
AG
andererseits (Beschäftigungsgrad: 20
%
, Jahreslohn:
Fr.
13'833.44). Die beiden
,
basierend auf diese
n
Einkommen gestützt auf
Art.
17 UVG ermittelten Taggeldansätze von Fr. 69.50 und
Fr.
28.80 e
rgeben zusammen
Fr.
98.30 (Urk.
8/G44a S. 3). Ab September 2014 bestand gemäss MEDAS-
Gutachten, was unbestritten ist, eine Arbeitsfähigkeit von 60
%
in der angestammten und auch in einer angepassten Tätigkeit (
Urk.
15/M69/1 S. 7), Mithin bestand in der betreffenden Zeitperiode eine Arbeitsunfähigkeit von 40
%
. 40
%
des Ansatzes für ein volles Taggeld entspricht - was die Beschwerdegegnerin korrekt berechnet hat -
Fr.
39.32 (Fr. 98.30 x 0,4).
4.3
Es ergibt sich, dass der der Nachzahlung zu Grunde liegende Taggeldansatz sowohl nachvollziehbar als auch erstellt ist. Die übrigen Aspekte im Zusammen
hang mit der Nachzahlung hat die Beschwerdeführerin nicht bemängelt und es ergeben sich keine Anhaltspunkte, die Anlass zu einer Korrektur gäben. Nach Massgabe von
Art.
26
Abs.
2 ATSG in Verbindung mit
Art.
7
Abs.
1 der Verord
nung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV) steht der Beschwerdeführerin für diese Nachzahlung ein Verzugszins von 5
%
zu, worauf sie richtigerweise hingewiesen hat (
Urk.
2 S. 9
Ziff.
9).
5.
Soweit der mit
Einspracheentscheid
bestätigte Entscheid der Beschwerdegegnerin gemäss Verfügung vom 1
8.
September 2020 angefochten wurde - nämlich betreffend den Anspruch auf eine Invalidenrente, betreffend Taggeldansatz im Zusammenhang mit der Taggeldnachzahlung und betreffend den Verzugszins auf die Taggeldnachzahlung - ist die Beschwerde teilweise begründet. Der Beschwer
deführerin steht mit Wirkung ab 1
0.
Mai 2017 basierend auf einem Invaliditäts
grad von 20
%
eine Invalidenrente zu und die Beschwerdegegnerin hat die Taggeldnachzahlung nach Massgabe von
Art.
26
Abs.
1 ATSG zu verzinsen. Im Übrigen erweist sich die Beschwerde als unbegründet. Zwecks konkreter Berech
nung des Rentenanspruchs und der nachzuzahlenden Verzugszinse ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6.
Ausgangsgemäss hat die vertretene Beschwerdeführerin gestützt auf
Art.
61
lit
. g ATSG Anspruch auf eine Prozessentschädigung.
Diese ist gemäss
§
34
GSVGer
unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses festzusetzen.
Zwar liegt ein teilweises Obsiegen vor, dieses betrifft indessen den wesentlich
st
en Aspekt, das heisst den Rentenanspruch. Es recht
fertigt sich somit, der Beschwerdeführerin gleichwohl eine
ungekürzte
Prozess
entschädigung zuzusprechen. U
nter Berücksichtigung der genannten Aspekte erweist sich eine Entschädigung von
Fr.
2'700
.-- als ange
messen (inkl.
Mehrwert
steuer und Barauslagen).