Decision ID: 38aae2ef-494b-419a-bffd-56724c525d43
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1975,
war seit dem
7.
Januar 2019 mit einem Beschäftigungsgrad von 90
%
als Content Manager bei
der Y._
AG angestellt und dadurch bei
der
SWICA Versicherungen AG
(nachfol
gend:
Swica
) obligato
risch gegen die Folgen von Unfällen versichert
(vgl.
Urk.
8/1 und
Urk.
8/2 S. 1)
.
Gemäss Bagatellunfall-Meldung vom
4.
März 2019 stürzte er am
2.
März 2019 beim Skifahren und verspürte danach Schmerzen in der linken Schulter
, im linken Rücken, Kopfschmerzen sowie Schwindel
(Urk. 8/
1
).
Die Erstbehandlung erfolgte am
3.
März 201
9 im Z._
, wo
eine Kontusion der linken Schulter diagnostiziert wurde und die
Röntgenuntersuchung
keinen
Hinweis auf eine Fraktur
lieferte. Es wurde eine analgetische
Therapie veranlasst
,
jedoch keine
Arbeitsunfähigkeit attestiert
(Urk. 8/
31 S. 1
).
Die
Swica
erbrachte zunächst die gesetzlichen Ver
sicherungs
leistungen, sperrte sie aber mit Schr
ei
ben vom
7.
August 2019 rückwirkend per
2.
März 2019
und stellte weitere Abklärungen in Aussicht
(Urk. 8/22 S. 1).
Aufgrund einer Schmerzpersistenz wurde der Versicherte in die
Klinik A._
überwiesen, wo nach Vornahme einer MRT-Untersuchung der linken Schulter am
9.
Mai 2019 die Diagnose einer tiefgreifenden Partialruptur der
Supraspinatus
sehne
links genannt und ein operatives Vorgehen empfohlen wurde (Urk. 8
/4 S. 1-2
).
Am 2
8.
Januar 2020 sowie am
6.
Februar 2020 nahm
Dr.
med. B._
, Facharzt für
Chirurgie
,
als beratender Arzt
der
Swica
Stellung (Urk. 8/
82
und
Urk.
8/
83
).
1.2
Gestützt darauf
informierte die
Swica
den Versicherten mit Schreiben vom 17. Februar 2020 darüber, dass sie die vom
2.
März bis am 1
3.
April 2019 angefallenen Heilungskosten übernehme, jedoch ihre L
eistungspflicht
respektive den Fall
per 13.
April 2019 wieder abschliesse (
Urk.
8/90 S. 2).
Dies bestätigte sie
mit
Verfügung vom 2
7.
März 202
0.
Zur Begründung führte sie aus, die
weiter
bestehenden Beschwerden seien nicht mehr unfallbedingt
. Der Status quo sine (Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte) sei sechs Wochen nach dem Trauma
und somit spätestens am 1
3.
April 2019
wieder erreicht gewesen
(Urk. 8/
95
).
Die
dagegen vom Versicherten am 18.
Mai 2020 unter Beilage des Berichts von
Dr.
med. C._
, Facharzt
für
Chirurgie
, spez. Traumatologie, orthopädische Schulterchirurgie
, vom 1
2.
Mai 2020 erhobene Einsprache (Urk. 8/
101
) wies die
Swica
mit
Einspracheentscheid
vom
3.
Dezember
2020 ab (
Urk.
8/109 =
Urk.
2)
,
nach
dem
ihr
beratende
r
Arzt
Dr.
B._
am 9. Juni 2020 an seinen bisherigen Stellungnahmen fest
gehalten hatte
(Urk. 8/
106
).
2.
Gegen den Einspracheentscheid vom
3.
Dezember 2020 erhob der Versicherte mit Eingabe vom 1
8.
Januar 2021 Beschwerde und beantragte, dieser sei aufzuheben und es seien ihm auch nach dem 1
3.
April 2019 die Leistungen aus der obligato
rischen Unfallversicherung auszurichten
, unter Entschädigungsfolge (zuzüglich Mehrwertsteuer und Ersatz der Kosten von Fr. 2'500.-- für die fachärztlichen Berichte von
Dr.
C._
) zulasten der Beschwerdegegnerin (
Urk.
1 S. 2).
Die Beschwerdegegnerin beantragte in ihrer Beschwerdeantwort vom 19.
Februar 2021 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7 S. 1). Mit Replik vom 1
6.
März 2021 (inklusive Beilagen) beziehungsweise Duplik vom 2
3.
April 2021 hielten die Parteien an ihren Anträgen fest (
Urk.
10 S. 3 sowie
Urk.
11/1-2,
Urk.
14 S.
3), wovon sie gegenseitig in Kenntnis gesetzt wurden (
Urk.
12 und
Urk.
15).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden
– soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1).
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss
Art.
16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu.
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invali
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche
Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.4
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, das heisst rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang prak
tisch keine selbständige Bedeutung (
Urteil des Bundesgerichts 8C_75/2016 vom 18. April 2016 E. 2.2 mit Hinweis auf
BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.5
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische Gesundheitsschädigung herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergangenen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veran
lagung für psychische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut verkraften als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus versicherungsmässiger Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren (BGE 115 V 133 E. 4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine
gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinweisen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei
– ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf – folgende Einteilung vorge
nommen wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der dazwischen liegende mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E. 5b/
aa
; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
1.6
Nach der Rechtsprechung ist bei der Beurteilung der Adäquanz von psychischen Unfallfolgeschäden wie folgt zu differenzieren: Zunächst ist abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule, eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung (SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 2) oder ein Schädel
Hirntrauma erlitten hat. Ist dies der Fall, sind bei Unfällen aus dem mittleren Bereich die in BGE 117 V 359 E. 6a und 382 E. 4b umschriebenen Kriterien anzuwenden. Andernfalls erfolgt die Adäquanzbeurteilung in den dem mittleren Bereich zuzuordnenden Fällen nach den Kriterien gemäss BGE 115 V 133 E. 6c/
aa
(siehe zur Begründung der teilweise unterschiedlichen Kriterien: BGE 117 V 359 E. 6a, letzter Absatz).
Ergeben die Abklärungen, dass die versicherte Person ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule, eine
diesem äquivalente Verletzung
oder ein Schädel-Hirn
trauma erlitten hat, ist zusätzlich zu beurteilen, ob die zum typischen Beschwer
debild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten. Ist dies der Fall, sind für die Adäquanzbeurteilung bei Fällen aus dem mittleren Bereich die in BGE 115 V 133 E. 6c/
aa
für Unfälle mit psychi
schen Folgeschäden festgelegten Kriterien (und nicht jene für Fälle mit Schleudertrauma der Halswirbelsäule, äquivalenter Verletzung oder Schädel-Hirntrauma gemäss BGE 117 V 359 E. 6a und 382 E. 4b) massgebend (BGE 127 V 102 E. 5b/
bb
, 123 V 98 E. 2a
)
.
1.7
Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachge
wiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheits
schadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfall
fremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später
eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der leistungsbegrün
dende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatsache handelt, liegt die entsprechende Beweislast
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausal
zusammenhang gegeben ist
nicht beim Versicherten, sondern beim Unfallver
sicherer. Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_669/2019 vom 25. März 2020 E. 2.2 mit Hinwei
sen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch dieser Zustand noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG Leistungen zu erbringen (Urteil des Bundesgerichts 8C_589/2017 vom 21. Februar 2018 E. 3.2.3 mit Hinweisen).
1.
8
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
).
Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärun
gen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich im angefochtenen Einspracheentscheid vom
3. Dezember 2020
auf den Standpunkt
,
die Aktenbeurteilungen von
Dr.
B._
würden den Anforderungen der Rechtsprechung an ein Gutac
hten vollumfänglich entsprechen
und es sei deshalb für die Beurteilung der Leistungspflicht darauf
abzustellen. Demnach habe das Unfallereignis vom
2.
März 2019 für sechs Wochen eine Teilursache der festgestellten gesundheitlichen Störung dargestellt. Die über
diesen Zeitraum
hinaus anhaltenden Beschwerden seien Folge der vorbestehenden degenerativen Veränderungen respektive der vorbestehenden
Supraspinatussehnenläsion
. Auch die Knorpelläsionen seien vorbestehend gewesen (
Urk.
2 S. 4). Im Bereich der linken Schulter liege eine progredient verlaufende, degenerative Erkrankung vor und bereits anlässlich des
früheren
Unfallereignisses vom 1
4.
Juni 2017 hätten sich ausschliesslich degenerative Veränderungen gezeigt gehabt (
Urk.
2 S. 5).
Ferner sei der Unfallhergang nicht geeignet gewesen, eine
Supraspinatussehne
zu zerreissen (
Urk.
2 S. 5-6).
Dr.
C._
habe insbesondere die medizinischen Akten betreffend das Unfallereignis vom 1
4.
Juni 2017 nicht berücksichtigt und der radiologischen Beurteilung wider
sprochen. Die Ärzte des
D._
,
Klinik A._
,
hätten die neurologischen und psychischen Beschwerden sodann nicht auf den Unfall vom
2.
März 2019, sondern auf jenen vom 1
4.
Juni 2017 zurückgeführt
. Insgesamt sei nach dem Gesagten mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die über den 13. April 2019 hinaus anhaltenden Beschwerden nicht unfallbedingt seien
(U
rk.
2 S. 7).
In ihrer Beschwerdeantwort vom 1
9.
Februar 2021 merkte die Beschwerde
gegne
rin an, bei allfälligen Widersprüchen sei im Streitfall rechtsprechungs
gemäss nicht auf die Ausführungen der behandelnden Ärzte abzustellen. Eine Kausalität der neurologischen und psychischen Beschwerden zum Unfallereignis vom
2.
März 2019 sei im Übrigen nicht dargelegt (
Urk.
7 S. 3). Die Beurteilungen von
Dr.
C._
betreffend Eignung des Unfallereignisses, eine Schulterverletzung wie die vorliegende zu verursachen, widersprächen der bundesgerichtlichen Recht
sprechung (
Urk.
7 S. 3-4). Ergänzend führte sie aus, dass bei den neurologischen und psychischen Beschwerden
,
selbst wenn ein natürlicher Kausalzusammenhang zu bejahen wäre, was nicht der Fall sei, die Adäquanz zu verneinen wäre. Mit Blick auf
Art.
45
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des S
ozialversicherungsrechts (ATSG)
habe sie dem Beschwerdeführer die Kosten für die Stellungnahmen von
Dr.
C._
nicht zurückzuerstatten (
Urk.
7 S. 5).
Daran hielt die
Beschwerdegegnerin
auch in ihrer Duplik
vom 2
3.
April 2021
fest
(
Urk.
14).
2.2
Der Beschwerdeführer wandte in seiner Beschwerde
vom 1
8.
Januar 2021
zusammengefasst
ein,
der Skiunfall
vom
2.
März 2019
habe anhaltende Beschwerden am Nacken und am linken Schultergelenk verursacht und der Beweis des am 1
3.
April 2019 eingetretenen Status quo sine sei nicht erbracht und stehe den fachärztlichen Beurteilungen
des
Schulterorthopäden der
Klinik
A._
und
Dr.
C._
s
sowie der
Neurolog
i
n des
D._
und
jener
des Psychiaters der p
sychiatrischen Klinik E._
entgegen.
Dr.
C._
habe schlüssig aufgezeigt, dass der Skiunfall eine geeignete Ursache für die bildgebend objektivierten Verletzungen des linken Schultergelenks dargestellt habe
. Hingegen fehle es an Anhaltspunkten für eine progredient verlaufende degenerative Erkrankung im Gelenk
(
Urk.
1 S. 5).
Dr.
C._
habe die Argumentation von
Dr.
B._
im Detail
entkräftet und aufge
zeigt, dass Folgen eines älteren Unfallereignisses aufgrund der fehlenden Muskelatrophien unwahrscheinlich seien
. Die
von
Dr.
B._
vorgenommene
Würdigung basiere auf der falschen Annahme, er (der Beschwerdeführer) habe nicht bereits bei der Erstkonsultation über Nackenbeschwerden geklagt. Auch eine unfallbedingte Commotio cerebri sei angesichts der Symptomatik sowie des heftigen Kopfaufpralls nachgewiesen
(Urk. 1 S. 6-8).
Sodann sei
Dr.
B._
zur
Kausalitätsbeurteilung der neurologischen Ausfälle und psychischen Leiden nicht fachkompetent
und die behandelnden Fachärzte hätten eine Kausalität zum Skiunfall bejaht. Die vom Unfall im Jahr 2017 herrührende Symptomatik infolge Commotio cerebri und
Distorsion der Halswirbelsäule (
HWS
)
sei zum Unfallzeit
punkt nahezu abgeklungen gewesen. Bei einer wiederholten Commotio cerebri sei denn auch das Dauerschädigungspotential hoch (
Urk.
1 S. 8-10). Da die versicherungsinterne Kausalitätsbeurteilung die Einholung mehrerer fachärzt
licher Stellungnahmen nötig gemacht habe, seien die ihm dafür entstandenen Kosten von der Beschwerdegegnerin zurückzuerstatten (
Urk.
1 S. 10).
In seiner
Replik
vom 1
6.
März 2021 legte
der Beschwerdeführer
erneut dar, weshalb der natürliche Kausalzusammenhang gestützt auf die fachärztlichen Beurteilungen zu bejahen sei, und dass die Würdigung von
Dr.
C._
nicht im Widerspruch zur bundesgerichtlichen Rechtsprechung stehe (
Urk.
10).
3.
3.1
In der Bagatellunfall-Meldung vom
4.
März 2019 wurde der Unfallhergang folgendermassen beschrieben (Urk. 8/1): «Ski verkantet, abrupt und hart aufs Gesicht gefallen (Helm getragen), Sehbrille unter Skibrille ist
gebrochen und hat Herr X._
oberflächlich an der Stirn
verletzt. Er hat das Z._
aufgesucht am 3.
3.
mittags aufgrund Schwindel / Kopfschmerzen / starken Schulterschmerzen».
Der Telefonnotiz vom 2
5.
Juni 2019 ist bezüglich des Unfallhergangs zu entneh
men, der Beschwerdeführer
habe beim Skifahren den Skistock seiner Tochter aufheben wollen und sei irgendwie falsch gekantet und auf die linke Körperhälfte
gefallen. Er könne sich nicht genau daran erinnern, wie er gefallen sei, da es so schnell passiert sei
(Urk. 8/6).
Im Bericht der erstbehandelnden Ärztin vom
9.
August 2019 wurde zum Unfall
hergang vermerkt, der Beschwerdeführer sei beim Skifahren nach vorne gestürzt und habe das Gesicht angeschlagen. Danach habe er Schulterschmerzen links und Nackenbeschwerden verspürt (Urk. 8/31 S. 1).
Am 3
0.
August 2019 schilderte der Beschwerdeführer beim Assessment-Gespräch
, er sei im flachen Gelände unglücklich nach schräg vorne gestürzt. Ein Ski habe sich bei niedriger Geschwindigkeit verkantet. Er sei auf die linke Schulter gestürzt (Urk. 8/41 S. 2).
3.
2
Infolge Schmerzpersistenz mit Bewegungseinschränkung der linken Schulter in Abduktion seit dem Skiunfall im März wurde am
9.
Mai 2019 eine MR
Arthro
graphie
der linken Schulter durchgeführt. Dabei zeigte sich
laut PD Dr. med. F._
, Facharzt für Radiologie,
eine fokale
höhergradige
bursaseitige
Partialruptur der
Supra
spinatussehne
am
posterioren
Footprint
bei ansonsten intakter
Rotatorenmanschette
. Weiter
seien
eine regelrechte
Trophik
der
Rotato
renmanschetten-Muskulatur
zu sehen
gewesen
sowie ein basisnaher Einriss des
postero
-inferioren
Glenoids
mit angrenzendem Knorpeldefekt und
kleiner Stufenbildung am
postero
-inferioren
Glenoid
, wobei es sich differential
diagnos
tisch um einen Status nach
einer
posterioren
Subluxation handle. Ansonsten
seien
keine Binnenläsionen zu finden
gewesen
(Urk. 8/18).
3.3
Dem Bericht von
Dr.
med. G._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
,
Klinik A._
, vom
7.
Juni 2019 ist die Hauptdiagnose einer tief greifenden Partialruptur der
Supraspinatussehne
links infolge des Sturzereignisses vom
2.
März 2019 zu entnehmen (Urk. 8/4 S. 1).
Dr.
G._
berichtete zudem, der Beschwerdeführer habe sich beim Sturz eine Distorsion der Schulter zugezogen. Aufgrund von Schmerzen habe er initial Medikamente eingenommen sowie schrittweise eigenständig die Schulter mob
ili
siert. Seit dem Unfall leide
er jedoch an Nachtschmerzen sowie Bewegungsein
schränkungen vor allem über Kopf. Aus diesem Grund habe er seine sportlichen Aktivitäten deutlich reduziert. Im Büro sei er indes arbeits
fähig (Urk. 8/4 S. 1). Die tief
greifende Partialruptur der
Supraspinatussehne
am Übergang vom mittleren zum dorsalen Drittel habe sich anlässlich der MRI-Untersuchung vom
9.
Mai 2019 gezeigt. Er empfehle eine operative Herangehensweise (Urk. 8/4 S. 2).
3.
4
Am 1
0.
Juli 2019 attestierte
Dr.
med. H._
, Fachärztin für
Neurologie
,
D._
, dem Beschwerdeführer eine teilweise Arbeitsunfähigkeit bis zum 2
6.
Juli 2019 (Urk. 8/10 S. 2).
Aus ihrem Bericht vom 1
5.
Juli 2019 über die Konsultation vom
1
0.
Juli 2019 ergibt sich, der Beschwer
deführer habe über eine Zunahme der vorbeschriebenen Symptome geklagt. Zusätzlich sei seit einer Hyperextensionsbewegung des Oberkörpers über die Rückenlehne die Schwindelsymptomatik in den Vordergrund gerückt
. Die Nacken- und Kopfschmerzen seien ebenfalls weiterhin täglich vorhanden. Die Gesamtsymptomatik führe dazu, dass er sich bei der Arbeit für maximal vier bis sechs Stunden konzentrieren könne (Urk. 8/65 S. 3).
Unter Bezugnahme auf die Konsultation vom 1
6.
Juli 2019 führte sie am 2
2.
Juli 2019 aus,
seit der Vorwoche sei die Situation für den Beschwerdeführer fast nicht aushaltbar. Er fühle sich im Laufe des Tages visuell überfordert und könne Infor
mationen nicht adäquat verarbeiten. Am Morgen nach dem Aufstehen sei sein Zustand zunächst stabil und er könne sich bei der Arbeit konzentrieren,
aber
ab dem Mittag
dekompensiere
die Situation dann, obwohl er sein Verhalten adaptiert habe. Am letzten Freitag seien die Symptome so extrem gewesen, dass er die Arbeit bereits am Mittag abgebrochen habe. Er nehme sämtliche Symptome wie beim Trauma im Jahr 2017
wahr
, wobei sie durch das Schultertrauma im Frühjahr 2019 akzentuiert worden und wieder in den Vordergrund gerückt seien. Andere Stressoren seien nicht vorhanden (Urk. 8/12 S. 3).
Dr.
H._
nannte folgende Diagnosen (Urk. 8/12 S. 1-3):
-
Aktuell: Verdacht auf eine reaktive Belastungsstörung. Differential
diag
nostisch Folge der Diagnosen 1 und 2
-
1.)
Cervico-occipitales
und
cervico
-thorakales Syndrom mit biomecha
nischer und muskulärer K
omponente einherge
h
e
nd mit erhöhter visueller Sensitivität. Differentialdiagnostisch
im Rahmen oder als Folge von Diag
nose 2
-
2.) Commotio cerebri und HWS-Distorsion im Rahmen eines Velosturzes am 1
4.
Juni 2017
-
3.) Verdacht auf
radikuläres
Reizsyndrom C7 links bei Diskushernie C6/7, Differentialdiagnose:
spondylogenes
Syndrom
-
Weitere Diagnose: Grössere, differentialdiagnostisch zystische Raumfor
derung im linken Schilddrüsenlappen
.
Betreffend die Konsultation vom 1
7.
Juli 2019 führte
Dr.
H._
am 2
2.
Juli 2019 aus, die Symptome hätten weiter zugenommen. Bei der neuro
kognitiven Testung hätten sich Beeinträchtigungen im Bereich des verbalen Gedächtnisses gezeigt, hingegen durchschnittliche und überdurchsc
h
nittliche R
es
ultate bei den weiteren kognitiven Funktionen.
Aufgrund des komplexen Verlauf
s mit neu Verdacht auf eine Belastungsstörung, Differentialdiagnose depressive Entwicklung, habe man eine neuropsychiatrische Triage-Mitbeurtei
lung eingeleitet und die Option einer stationären psychosomatischen Rehabilita
tion besprochen. Die Kollegen der
Neuropsychiatrie hätten dem Beschwerdeführer eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis zum 2
6.
Juli 2019 attestiert (Urk. 8/13
S. 3-4)
3.
5
Am 1
7.
Juli 2019 trat der Beschwerdeführer in die
E._
ein, woraufhin diese die Beschwerdegegnerin um Kostengutsprache ersuchte (Urk. 8/9).
3.
6
Am 2
2.
Juli 2019 stellten die Ärztinnen des
D._
ein Kosten
gutsprachegesuch für eine stationäre Rehabilitat
ion im
Rehazentrum
I._
. Sie führten dazu aus, beim Beschwerdeführer bestehe
ein Zustand nach Commotio cerebri und HWS-Distorsion im Rahmen eines Velosturzes am 1
4.
Juni 201
7.
Der Beschwerdeführer sei seit dem Trauma nie beschwerdefrei gewesen, doch habe er seinen Beruf bis Mitte Juli unter bestimmten Einschränkungen wieder ausführen können. Seit einigen Wochen sei das
cervico-occipitale
und
cervico
-thorakale Schmerzsyndrom mit biomechanischer und muskulärer Komponente einhergehend mit visuell induziertem, differentialdiagnostisch phobischem Schwindel, wieder in den Vordergrund gerückt. Der Beschwerdefüh
rer sehe einen Zusammenhang mit einem im Frühjahr erfolgten Sturz beim Skifahren. Vermutlich als Folge bestehe der Verdacht auf eine reaktive Belastungsstörung (Urk. 8/15 S. 1).
Dem ärztlichen Zeugnis von
Dr.
H._
vom 2
3.
August 2019 ist zu entnehmen, der Beschwerdeführer sei vom 1
8.
bis am 2
5.
Juli 2019 vollum
fänglich arbeitsunfähig gewesen. Vom 2
6.
Juli bis zum 1
8.
August 2019 sei er dann voll ferienfähig gewesen und seit dem 1
8.
August 2019 laufe für 14 Tage ein Arbeitsversuch zu 100
%
(Urk. 8/37 S. 2).
Am 3
0.
August 2019 gab der Beschwerdeführer selber an, er sei wieder voll arbeitsfähig (Urk. 8/41 S. 2)
in
seinem Pensum von 90
%
(vgl.
Urk.
8/42 S. 3).
3.7
Am 1
6.
September 2019 berichtete
Dr.
med. J._
, Fachärztin für
Neurologie,
Psychiatrie und Psychotherapie
sowie
Kinder- und Jugendmedizin
,
Oberärztin der
E._
,
über die ambulante Behandlung des Beschwerdeführers seit dem 1
7.
Juli 2019 (Urk. 8/48 S. 4).
Sie führte aus, der Beschwerdeführer sei bei Verdacht auf
eine
reaktive Depression nach langanhaltender Beeinträchtigung durch eine Commotio im Jahre 2017 vorstellig geworden. Es sei eine
supportive
psychotherapeutische Behandlung
erfolgt. Mit Ermutigung zu erneuter körper
licher Aktivität habe der Beschwerdeführer zu mehr Selbstvertrauen zurück
gefunden, wenngleich Schwindel, Schmerzen und Wortfindungsstörungen nicht ganz rückläufig seien und emotionaler Stress bei der Arbeit den Beschwerdeführer extrem belaste
(Urk. 8/48 S. 6)
. Da ein Schädel-Hirn-Trauma dem Beginn der Symptome vorausgegangen sei (Urk. 8/48 S. 6), gelangte sie
zur Diagnose eines
organischen Psychosyndroms nach Schädel-Hirn-Trauma (Urk. 8/48 S. 4
; ICD-10 F07.2
).
Die
supportive
Psychotherapie sei daher im Zusammenhang mit dem Unfall zu sehen (Urk. 8/48 S. 6).
3.8
In seiner Beurteilung vom
2
8.
Januar 2020
hielt
Dr.
B._
fest
,
die vom Beschwerdeführer subjektiv geklagten Beschwerden seien durch die Unter
suchungsberichte und das MRI hinreichend objektiviert (Urk. 8/82 S. 3).
Zur Frage nach einem ursächlichen Zusammenhang führte er aus, das Unfallereignis vom
2.
März 2019 sei für sechs Wochen eine Teilursache der festgestellten gesundheitlichen Störung gewesen. Es müsse von einer Schulterprellung ausge
gangen werden, auch wenn sich hierfür im MRI weder Veränderungen im Bereich der Weichteile noch ein adäquates Knochenmarksignal zeig
t
e
n
. Die darüber hinaus anhaltenden Beschwerden seien Folge der vorbestehenden
Supraspinatus
sehnen-Läsion
. Der geschilderte Unfallhergang sei nicht geeignet gewesen, um eine
Supraspinatussehne
zu
rupturieren
. Auch die Knorpelläsionen seien vorbestehend gewesen, für ein akut traumatisches Geschehen in diesem Bereich fehl
t
e
n
ein Gelenkerguss und insbesondere ein adäquates Knochenmarksignal. Ein Status quo ante könne hier nicht definiert werden, es liege eine progredient verlaufende, degenerative Erkrankung im Bereich der linken Schulter vor. Der Status quo sine sei sechs Wochen nach dem Trauma wieder erreicht gewesen, da es mit dem geforderten Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit aufgrund der degenerativen Veränderungen wie oben beschrieben auch ohne das Unfallereignis vom
2.
März 2019 zu dieser durch dieses Unfallereignis verursach
ten Verschlechterung des vorbestehenden Gesundheitszustands im gegenwärtigen Umfang gekommen wäre. Die Prellung der linken Schulter sei nach sechs Wochen abgeheilt gewesen und somit könne
nach diesem Zeitpunkt
nicht mehr von einer namhaften Verbesserung der unfallbedingten Gesundheitsbeeinträchtigung ausgegangen werden. Aus versicherungs
medizinischer Sicht sei dieser Zustand schon mit dem Erreichen der vollen Arbeitsfähigkeit
wieder gegeben
gewesen (Urk. 8/82 S. 4).
Des Weiteren gab Dr.
B._
an, er habe die zahlreichen Akten über den Unfall im Jahr 2017 dur
ch
gesehen und sei zum Schluss gekommen, dass dieser keinen Einfluss auf die Beschwerden ab dem
2.
März 2019 gehabt habe (Urk. 8/82 S. 5).
3.9
A
m
6.
Februar 2020
äusserte sich
Dr.
B._
ergänzend bezüglich der HWS-Beschwerden dahingehend, dass der Beschwerdeführer bei der Untersuchung vom
4.
Juni 2019, drei Monate nach dem Unfall, nicht über HWS-Beschwerden geklagt habe. Ein MRI vom 1
1.
Juli 2017 habe eine Di
skusextrusion
auf der Höhe der Halswirbelkörper (
HWK
)
6/7
mediolateral
links mit deutlicher Verlagerung und möglicher Tangierung der C7
-
Wurzel links
rezessal
gezeigt. Vom
D._
seien eine
Commotio cerebri und eine HWS-Distorsion im Rahmen eines Velosturzes vom 1
4.
Juni 2017 diagnostiziert worden (Urk. 8/83 S. 3). Die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden seien hinsichtlich der Nackenbeschwerden hinreichend objektiviert
.
Für die Commotio cerebri ergebe sich kein objektiver Befund. Das Unfallereignis vom
2.
März 2019 sei für sechs Wochen eine Teilursache der festgestellten gesundheitlichen Störung gewesen. Es müsse eine leichte Nackenzerrung angenommen werden, auch wenn sich hierfür klinisch kein Anhalt ergebe. Die darüber hinaus anhaltenden Beschwerden seien Folge der vorbestehenden degenerativen Veränderungen, welche sich bereits anlässlich der obgenannten MRI-Untersuchung im Jahr 2017 deutlich gezeigt hätten. Es sei
traumatologisch
nicht nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer drei Monate nach dem geschilderten Ereignis keine Beschwerden im Bereich des Nackens angegeben habe und erst nach vier Monaten über eine Beschwerdesymp
tomatik berichte
t habe
. Auch ohne dieses Unfallereignis wäre es zur verursachten Verschlechterung des vorbestehenden Gesundheitszustands im gegenwärtigen Umfang gekommen, weshalb der Status quo sine sechs Wochen nach dem Trauma wieder erreicht gewesen sei (Urk. 8/83 S. 4).
3.10
Dr.
C._
hielt in seinem Bericht vom 1
2.
Mai 2020 fest,
nach der Überweisung in die
Klinik A._
seien dort von
Dr.
G._
eine klare Unfallkausalität sowie eine traumatische Strukturverletzung, welche normalerweise eine Operations
in
dikation bedeuten würde, festgestellt worden
. Ebenso habe der untersuchende
Radiologe PD
Dr.
F._
sowohl Strukturverletzung als auch Kausalität klar bejaht
. Einzig der Radiologe habe eine
bursaseitige
Partialruptur der
Supraspi
natussehne
dorsal beschrieben, wogegen es sich eindeutig um eine gelenkseitige Ruptur des apikalen Ansatzanteils der
Infraspinatussehne
handle
, wobei
Supraspinatussehne
(
SSP
)
und
Infraspinatussehne
(
ISP
)
kontinuierlich ineinander übergehen
würden.
Bursaseitig
seien die Sehnenfasern noch intakt im Sinne einer PASTA-Läsion
(
partial
articular
supraspinatus
tendon
avulsion
)
. Folgen eines älteren Unfallereignisses seien kaum wahrscheinlich, da keinerlei Muskelatro
phien bestünden. Ebenso wenig spät-posttraumatische Zustände
. Der Unfall müsse sich so zugetragen haben, dass der Beschwerdeführer im Sin
ne
einer schnellen protektiven Abwehrreaktion vor dem drohenden Sturz
seinen linken Arm abduziert und nach aussen rotiert gehalten haben müsse. Dabei müsse es zu einem
a
ussenro
t
ationsabduktionsbedingten Crash des oberen ISP-Sehnen
ansatzes mit dem
infero-posterioren
Glenoidal
-Limbus-Rand gekommen sein. Daraus resultiere eine soge
n
annte PASTA-Läsion
, eine klassische trauma
tische Ablösung des
Rotatorenmanschettenansatzes
am
Footprint
. Bei schweren Verletzungen mit diesem Mechanismus könnten beide Strukturen, das heisst sowohl der ISP-Ansatz
als auch der hintere untere
Glenoidalrand
reissen und brechen
(Urk. 8/101 S. 6-7).
Beim Beschwerdeführer sei es auf einer Seite zu einer Rissverletzung der
Rotatorenmanschette
gekommen und auf der gegenüber
liegenden Seite zu einer Fraktur. Die Unfallkausalität sei zweifellos zu bejahen (Urk. 8/101 S. 8).
Eine
Glenoid
-Limbus-Verletzung (Fraktur) sei häufig bei traumatischen Schulterluxationen oder Subluxationen zu sehen. Auf den MRI-Bildern vom 9. Mai 2019 seien diese typischen Verletzungen deutlich sichtbar: eine PASTA-Läsion
postero
-superior am ISP-Sehnenansatz, ein Blutkoagulum intraartikulär im
Rezessus
axillaris
, ein abgelöster ISP-Sehnenansatz im Quer
schnitt,
Kontrastmittel unter dem ab
g
elösten Ansatz und ein
abgeschertes
Knochen-
Limbusfragment
der
Gleniodalfraktur
(Urk. 8/101 S. 10-13). Bei den erlittenen Strukturverletzungen handle es sich um eine
intraartikularseitige
Ablösung der apikalen
ISP-Sehne vom
Footprint
. Die untere-
posteriore
Glenoid
verletzung
mit Riss des Limbus entspreche einer Knorpel-Knochenverletzung. Eine Unfallkausalität sei sicher. Ein Monat posttraumatisch sei sogar noch ein grosses, festes
Blutkoagel
im
Rezessus
axillaris
sichtbar gewesen. Hingegen seien keinerlei chronische Veränderungen im
Glenohumeralgelenk
festzustellen. Die einzigen degenerativen Veränderungen seien im AC-Gelenk zu sehen, welche aber ebenfalls altersentsprechend seien. Sodann seien nicht die geringsten Muskelatrophien zu sehen, wie dies nach chronischen Muskelschädigungen der
Rotatorenmanschette
der Fall wäre (Urk. 8/101 S. 13).
Anhand des Studiums der MRI-Bilder sei zu erkennen, dass der beurteilende Arzt fälschlicherweise von einer
bursaseitigen
Läsion sowie vom Fehlen eines Gelenkergusses ausgegangen sei
. Abgesehen davon habe der Beschwerdeführer ein geeignetes Trauma erlitten gehabt und sich deswegen sofort nach dem Unfall ärztlich versorgen lassen (Urk. 8/101 S. 14).
Eine progredient verlaufende degenerative Erkrankung sei hingegen aus den vorliegenden Bildern nicht ersichtlich (Urk. 8/101 S. 15).
3.11
Dr.
B._
führte hierzu am
9.
Juni 2020 aus,
d
ie Ausführungen von
Dr.
C._
zum Unfallhergang seien rein hypothetisch. Bei einem abduzierten Arm wäre die linke Gesichtshälfte mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht auf dem Schnee aufge
schlagen, weil der abduzierte Arm dies sehr wahrscheinlich verhindert hätte.
Zudem werde der Arm bei einem Sturz nach vorne gehalten, nicht abduziert und auch nicht aussenrotiert. Bei einer gewaltsamen Aussenrotation wäre die Sehne des
Musculus
subscapularis
betroffen, was indes nicht der Fall sei. Es zeige sich im MRI einzig eine solitäre Partialruptur der
Supraspinatussehne
(Urk. 8/106 S. 2).
Weiter
zitierte
Dr.
B._
L
iteratur, wonach es keinen i
solierten ausschliess
lich traumatischen
Supraspinatussehnenriss
gebe.
In Frage komme allein ein Verletzungsmechanismus im Sinne der wesentlichen Teilursache bei bestehender
Degeneration
. Als ungeeignete
r
Herg
ang sei
unter anderem die direkte Kraftein
wirkung auf die Schulter (Sturz, Prellung, Schlag) anzusehen
. Zwar sei die Manifestation der Beschwerden häufig akut belastungsabhängig, doch seien die Veränderungen weitgehend allein anlagebedingt und/oder durch die Lebensfüh
rung bedingt. Ebenso wie bei Menisken und Bandscheiben würden degenerative Veränderungen auch im Bereich der Sehnen weitgehend klinisch stumm verlaufen (Urk. 8/106 S. 2-3).
Nach einer traumatischen Verletzung der
Rotato
renmanschette
werde sicher nicht erst ein Vierteljahr später eine fachärztliche Betreuung aufgesucht. Überdies sei eine solche Verletzung nicht ohne sichtbare Veränderungen im Bereich der Weichteile, insbesondere auch nicht ohne ein adäquates Knochenmarksignal, vorstellbar. Ein solches werde weder im MRI noch in dessen Interpretation durch
Dr.
C._
beschrieben.
Auch die im Untersuchungs
bericht der
Klinik A._
vom
4.
Juni 2019 erhobenen Befunde entsprächen sicher nicht einer relativ frischen traumatisch bedingten
Rotatorenmanschetten
ruptur
. Hingegen seien degenerative Veränderungen im MRI ersichtlich. So der Knorpeldefekt (ohne Knochenmarksignal) mit kleiner Stufenbildung,
Acromion
typ
II nach
Bigliani
und die leichte AC-Gelenksarthrose mit leichter Kapselhyper
trophie
(Urk. 8/106 S. 3).
Dieser
Acromiontyp
begünstige die Degeneration der Sehne, da der
Subacromialraum
, in welchem diese Sehne laufe, dadurch eingeengt werde und die Sehne bei jeder Abduktion kompromittiert werde. Zusammenfassend hielt
Dr.
B._
fest, der Unfallmechanismus sei nicht geeignet gewesen, eine
Supraspinatussehne
zu zerreissen. Dies belege auch die einschlä
gige Fachliteratur eindeutig.
Für die Annahme einer traumatischen
Rotatoren
manschettenruptur
fehlten sodann die geforderten Begleitverletzungen im Bereich der Kapsel und der Muskulatur, wofür das MRI keinen Anhalt gebe (Urk. 8/106 S. 4).
3.12
In seiner Stellungnahme vom 1
7.
Dezember 2020
hielt
Dr.
C._
fest, anhand des Sturzes auf die linke Seite, der
Verkantung
der Ski sowie der Unmöglichkeit, bei geschlossenen Bindungen nach vorne zu fallen, sei von einem seitlichen Sturz auszugehen.
Seine Hypothese des Unfallhergangs sei in der Realität die wahrscheinlichste (
Urk.
3/1 S.
1
-4).
Zudem habe sich der Beschwerdeführer bereits nach einem halben Tag in ärztliche Behandlung begeben. Wegen Persistenz der Beschwerden trotz konservative
r
Therapiemassnahmen sei die Diagnostik dann am
9.
Mai 2019 mit
tels eines
Arthro
-MRI
intensiviert worden, woraufhin er an die
Klinik A._
überwiesen worden sei
(
Urk.
3/1 S. 2).
Der «Delay» sei nicht dem Beschwerdeführer anzulasten, sondern ärztlich bedingt (Urk. 3/1 S. 11).
Weiter führte
Dr.
C._
aus, es stimme nicht, dass bei einer gewaltsamen Aussenrotation auch der
Subscapularis
gerissen sein müsste. Auch
der
Infraspinatus
sei ja nicht einfach gerissen, sondern nur im Sinne einer PASTA-Läsion vom
Footprint
abgelöst und zwar von intraartikulär her, was rein pathophysiologisch einer Aussenrotation in Kombination mit Abduktion entspreche. Zudem sei der
Subscapularis
bei einer solchen Bewegung besser
«geschützt» durch die
Musculos
pec
toralis
und
latissimus
dorsi
. Die Behauptung von
Dr.
B._
werde nirgends belegt, untersucht oder beobachtet und beschrie
ben (
Urk.
3/1 S. 4).
Auch stimme es nicht, dass es keinen isolierten traumatischen
Supraspinatussehnenriss
gebe. Sodann sei die Prävalenz der
Rotatorenmans
chettenruptur
im Alter des Beschwerdeführers niedrig (Urk. 3/1 S. 5).
Die von
Dr.
B._
angeführte Literatur stamme aus der Versicherungsmedizin und nicht von anerkannten Schulterspezialisten und unterscheide sich von deren Literatur
. Degenerative F
aktoren seien ab dem 20.
Lebensjahr immer zu finden. Wichtig sei jedoch die Relevanz dieser Veränderungen in Bezug auf das Trauma
(
Urk.
3/1 S. 6).
Äussere Faktoren wie
Impingement
durch
Acromion
oder AC-Gelenk seien Hinweise auf eine chronische Schädigung der Sehnen, jedoch seien diese typischerweise auf der
acromialen
Seite der Sehne und nicht wie beim Beschwer
deführer am
Footprint
. Geforderte Knochenmarksödeme seien manchmal vorhanden, aber selten bei Sehnenverletzungen, häufiger bei Bandverletzungen. Zudem sei die MRI-Untersuchung erst nach drei Monaten erfolgt und nach dieser Zeit müsse ein Knochenmarksödem nicht mehr nachweisbar sein. Das Fehlen von Begleit
verletzungen an der Muskulatur sei bei Verletzungen der
Rotatorenman
schette
üblich und die Kapsel sei dort identisch mit dem inneren Sehnenblatt
(
Urk.
3/1 S. 11).
4.
4.1
Unbestritten ist, dass das Ereignis vom
2.
März 2019
einen Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG darstellt (vgl. Urk. 2 S.
4
Ziff.
3.2
). Die Beschwerdegegnerin aner
kannte in diesem Kontext denn auch grundsätzlich ihre Leistungspflicht. Strittig und zu prüfen ist jedoch, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen zu Recht per
13. April 2019
eingestellt hat
und in diesem Zusammenhang
einerseits
, ob der Unfallmechanismus geeignet war, eine Ruptur der
Supraspinatussehne
zu verursachen
und anderseits, ob die über den 1
3.
April 2019 geltend gemachten Nackenbeschwerden und die aufgetretenen psychischen Beschwerden eine Folge des Skiunfalls sind.
4.2
Der angefo
chtene Entscheid basiert
in erster Linie
auf den
Einschätzung
en
des beratenden Arztes
Dr.
B._
vom 2
8.
Januar,
6.
Februar und
9.
Juni 2020 (
vgl.
Urk.
2 S. 4-6).
Dr.
B._
hatte Kenntnis von den medizinischen
Vorakten
namentlich
auch
von den
Ergebnissen der bildgebenden Untersuchungen
(Urk. 8/
82 S. 2-3
). Bereits im Rahmen der Erstbehandlung klagte der Beschwer
deführer über seit dem Unfallereignis vom
Vortag
bestehende
Schmerzen
in der linken Schulter (
Urk. 8/31 S. 1), was auch der gleichentags respektive am Folge
tag des Unfalls erfolgten Unfallmeldung zu entnehmen ist (
Urk. 8/
1)
.
Dass
Dr.
B._
von einer Verschlimmerung durch das Unfallereignis ausging (Urk. 8/
82 S. 4
)
und damit den natürlichen Kausalzusammenhang zwischen den
Nacken- und
Schulterbeschwerden und dem Unfallereignis vom 2.
März 2019
- zumindest für eine Zeit lang - bejahte
, ist daher nachvollziehbar. Es bleibt zu prüfen, ob
am 1
3.
April 2019
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
bereits der Status quo sine vorlag.
4.3
Was die vom Beschwerdeführer über den 1
3.
April 2019 hinaus geklagten Nacken- und Kopfbeschwerden sowie die in diesem Zusammenhang diagnosti
zierte Belastungsstörung beziehungsweise das organische Psychosyndrom (vgl.
Urk.
1 S. 4) betrifft, ist festzuhalten, dass
weder aufgrund der Akten ersichtlich ist, noch vom
Beschwerdeführer
selbst geltend gemacht wird, dass für diese Beschwerden
(nach der Leistungseinstellung)
ein organisches Korrelat vorliegt (
Urk.
1,
Urk.
10).
Entscheidend für die Frage der
diesbezüglichen
weiteren Leistungspflicht der Unfallve
rsicherung ist demnach, ob die genannten Beschwer
den
in einem adäquaten Kausalzusammenhang mit dem Unfall stehen. Wird dies verneint, erübrigt sich die Prüfung des natürlichen Kausalzusammenhanges
(vgl. vorstehende E. 1.3)
.
Da
der Beschwerdeführer nach Lage der Akten am
2.
März 2019 zwar möglicherweise eine Commotio cerebri, jedoch
keine Verletzung im Grenzbereich zu einer
Contusio
cerebri
und auch kein Schleudertrauma der Hals
wirbelsäule erlitten hat
(vgl.
Urk.
1 S. 8)
, ist
die Adäquanz der weiterhin geklagten
Beschwerden mit dem Unfall
gemäss den in BGE 115 V 133 aufgeführten Kriterien nach der sogenannten Psychopraxis
zu prüfen
(vgl. vorstehende E. 1.6)
.
Die Beschwerdegegnerin hat dazu ausgeführt, dass - selbst wenn eine natürliche Kausalität der neurologischen und psychischen Beschwerden gegeben wäre, was bestritten werde - angesichts der beschriebenen Umstände höchstens von einem leichten Unfall auszugehen sei, weshalb deren Adäquanz ohne Prüfung der Zusatzkriterien gemäss Rechtsprechung ohnehin zu verneinen wäre (
Urk.
7 S. 5,
Urk.
14 S. 3). Dem widersprach der Beschwerdeführer nicht substantiiert (vgl.
Urk.
10 S. 3).
Gestützt auf die Akten ist denn auch davon auszugehen, dass
- selbst wenn man entgegen der Annahme der Beschwerdegegnerin von einem
mittelschweren Unfallereignis ausginge - keines der massgebenden Kriterien erfüllt ist und es mithin bezüglich der betreffenden Beschwerden an der erforder
lichen Adäquanz des Kausalzusammenhangs fehlt. Die Beschwerdegegnerin hat ihre Leistungspflicht in Bezug auf die geltend gemachten organisch nicht nach
weisbaren Beschwerden somit zu Recht verneint.
4.
4
Zu prüfen ist sodann die Unfallkausalität der über den 1
3.
April 2019 hinaus geklagten Schulterbeschwerden.
Dr.
B._
begründete die fehlende Unfall
kausalität der
anlässlich der MRI-Untersuchung vom
9.
Mai 2019 (vgl.
Urk.
8/4 S. 2 und
Urk.
8/18)
und somit mehr als sechs Wochen nach dem Unfallereignis entdeckten
Supraspinatussehnen
ruptur
unter anderem
damit, dass das Unfall
ereignis gar nicht geeignet gewesen sei,
eine
Supraspinatussehne
zu
ruptur
ieren
(Urk. 8/82 S. 4
Ziff.
5.1)
.
Der Beschwerdeführer hatte bei der ersten näheren Befragung zum Unfallereignis angegeben, dass er sich nicht an den genauen Ablauf erinnern könne, da alles so schnell gegangen sei. Da
oftmals der genaue Unfallhergang nicht mehr rekonstruiert werden
kann
, wird dem Kriterium des Unfallmechanismus bei der Beurteilung der Unfallkausalität
rechtsprechungs
gemäss
keine übergeordnete Bedeutung mehr beigemessen (Urteil des Bundesgerichts 8C_167/2021 vom 1
6.
Dezember 2021 E. 4.1 mit Hinweisen). Im Übrigen ist zu bemerken, dass die Ausführungen von
Dr.
C._
, wonach man bei einem Sturz mit den Skiern, bei welchem sich die Bindungen nicht lösen, erfahrungsgemäss nicht nach vorne fällt, nachvollziehbar sind. Dies erklärt auch, weshalb sich der Beschwerdeführer linksseitig verletzte. Bei einem seitlichen Sturz hielt es das Bundesgericht
in einem anderen Verfahren
auch schon für gerichtsnotorisch, dass die betroffene Person den Sturz infolge eines natürlichen Abwehrreflexes durch
Abwinklung
des Oberarmes oder durch Abstützen mit der Hand abzufangen beziehungsweise abzufedern versuche, wobei selbstverständlich auch Zugkräfte auf die
Supra
spinatussehne
beziehungsweise die
Rotatorenmanschette
einwirkten (Urteil des Bundesgerichts 8C_956/2011 vom 2
0.
Juni 2012 E. 5.3).
Es steht damit nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fest, dass es
im Rahmen des Ereignisses vom
2.
März 2019 zu
ein
em
Direkttrauma der Schulter ohne explizit ausgestreckten Arm
kam
,
einer Schädigung,
welche das Bundesgericht für ungeeignet befunden hat
, eine
Rotatorenmanschettenläsion
auszulösen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_446/2019 vom 2
2.
Oktober 2019 E. 5.2.2-5.2.3
, vgl. auch
Urk.
7 S. 4
).
Vor diesem Hintergrund
kann das Dahinfallen eines natürlichen Kausalzusammen
hangs sechs Wochen nach dem Unfall
-
respektive die fehlende Unfallkausalität der Verletzung der
Rotatorenmanschette
-
nicht mit dem Unfallhergang begrün
det werden.
4.
5
Des Weiteren ging
Dr.
B._
vom Vorhandensein einer progredient verlaufenden degenerativen Erkrankung im Bereich der linken Schulter aus. Namentlich
betrachtete
er die
Supraspinatussehnenläsion
sowie die Knorpelläsionen als vorbestehend und wies in diesem Zusammenhang auf das Fehlen von Verände
rungen im Bereich der Weichteile, auf das Fehlen eines adäquaten Knochen
marksignals
sowie eines Gelenkergusses hin (
Urk.
8/82 S. 4).
Klassische Hinweise auf
in relevantem Ausmass
vorbestehende Degenerationen wie eine
fortgeschrit
tene
Muskelatrophie oder eine Verfettung
der
Rotatorenmanschettenruptur
(vgl. Urteile des Bundesgerichts
8C_724/2013
vom 31. März 2014
E. 4.1
, 8C_167/2021 vom 16. Dezember 2021 E. 4.1
)
fehlen
indes
vorliegend.
Die Beschwerdegegnerin
wies darauf hin,
laut
Dr.
B._
hätten sich
bereits anlässlich des Unfallereignis
ses vom
1
4.
Juni 2017 ausschliesslich degenerative Veränderungen ohne Anhalt für eine traumatische Schädigung gezeigt
(Urk.
2 S. 5).
Dabei ging es jedoch um die Beurteilung des MRT-Bildes der Halswirbelsäule und um die geschilderten Beschwerden im Bereich des Nackens, nicht
um jene
im Bereich der linken Sc
hulter (Urk. 8/83 S. 5
Ziff.
8), weshalb dieses Argument der Beschwerdegegne
rin nicht überzeugt.
Gestützt auf die
MRI-Bilder
der linken Schulter
wurde die
Frage, ob die Verletzungen in der linken Schulter degenerativ bedingt oder durch den Unfall vom
2.
März 2019 verursacht s
eien
, kontrovers
beurteilt
.
Namentlich
hielt Dr.
B._
den Knorpeldefekt ohne Knochenmarksignal und die leichte AC-Gelenksarthrose für degenerativ bedingt
und erläuterte in nachvollziehbarer Weise, dass dies auch eine Degeneration der Sehne begünstigen könne (E. 3.11 vorstehend).
Dr.
B._
führte
zudem
aus, für die Annahme einer traumatischen
Rotatorenmanschettenruptur
fehlten die geforderten Begleitverletzungen im Bereich der Kapsel und der Muskulatur, wofür das MRI keinen Anhalt gebe (Urk. 8/106 S. 4).
Auch die von
Dr.
C._
dazu gemachten
detaillierten
Äusserun
gen, dass solche
Begleitverletzungen
nicht zwingend seien
oder im Zeitpunkt der Erstellung des MRI auch bereits abgeklungen gewesen sein könnten
(
Urk.
3/1 S. 4 respektive E. 3.12 vorstehend),
sind für den Rechtsanwender indessen nicht
ohne Weiteres
von der Hand zu weisen
.
Zusammenfassend ist f
ür den medizinischen Laien nicht beurteilbar, ob die Auffassung v
on
Dr.
B._
oder jene von Dr.
C._
(vgl. E. 3.10 vorstehend)
zutrifft, weshalb
zumindest geringe
Zweifel an der Richtigk
eit des Aktengut
achtens von Dr.
B._
bestehen.
Überdies bezeichnete auch
Dr.
G._
die Verletzung an der linken Schulter
eher
als
Unfallfolge, indem er angab, die Partialruptur der
Supraspinatussehne
links bestehe infolge des Sturzereignisses vom
2.
März 2019
(
Urk.
8/4 S. 1
)
, wobei diese Äusserung sich nicht eindeutig auf
die Kausalität bezieht, sondern es auch lediglich um die zeitliche Abfolge gehen könnte (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_524/2014
vom 2
0.
August 2014
E. 4.3.3)
. Die Zweifel
an der Beurteilung durch
Dr.
B._
haben
,
selbst wenn
sie nur gering ausgeprägt sind,
bei einem beratenden Arzt (vgl. Urteil des Bundes
gerichts 8C_724/2013 vom 3
1.
März 2014 E. 4.2.2 mit Hinweis) zur Folge, dass nicht auf dessen Beurteilung abgestellt werden kann
(vgl. auch vorstehende
E. 1.4)
.
Auch auf die Beurteilung durch
Dr.
C._
kann - obschon der Beschwerdeführer ihn
, als er das
Parteigutachten
in Auftrag gab,
um
eine neutrale fachärztliche Beurteilung
bat
(Urk. 8/
101 S. 17
) - nicht abgestellt werden,
da
Dr.
C._
das bildgebende Material anders
als die übrigen Ärzte
interpretiert. Angesichts
dieser divergierenden Beurteilung, deren
Schlüssigkeit
vom Gericht mangels dies
bezüg
licher Fachkompetenz nicht nachvollzogen werden kann, bestehen auch an der Richtigkeit des Gutachtens von
Dr.
C._
Zweifel.
Folglich ist offen und
in einem versicherungsexternen Gutachten
abzuklären, ob
betreffend
die über den 13.
April 2019 hinaus andauernden Beschwerden in der linken Schulter mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit
de
r
Status quo sine
eingetreten
war
-
zumal
ein Fallabschluss aus anderen Gründen
nicht
ohnehin angezeigt
ist (
E
. 4.
7
nach
stehend)
.
4.
6
Soweit
Dr.
B._
anführte, bei einer
traumatischen Verletzung der
Rotatoren
manschette
hätte sich der Beschwerdeführer nicht erst drei
Monate nach dem Unfallereignis in
fachärztlich
e
Behandlung begeben (
Urk.
8/
106 S. 3
)
,
ist anzumerken, dass der Beschwerdeführer
zuerst zu einer MR-Untersuchung angemeldet wurde, welche am
9.
Mai 2019 und somit
gut zwei Monate nach dem Unfall vom
2.
März 2019
stattfand. Dies nachdem Schmerzen und Bewegungseinschränkung der linken Schulter persistierten
(
Urk.
8/
18
).
Vor diesem Hinter
grund
überzeugt das
G
egenargument
von
Dr.
C._
,
wonach dem Beschwerdefüh
rer keine Verzögerung anzulasten ist
(Urk. 3/1 S. 11).
4.
7
Ergänzend machte
die Beschwerdegegnerin
geltend
,
nach dem Erreichen der vollen Arbeitsfähigkeit habe
aus versicherungsmedizinischer Sicht
keine namhafte Verbesserung mehr
erwartet werden können
(Urk. 8/82 S. 4
Ziff. 6
).
Hierzu ist zu bemerken, dass in Fällen wie dem vorliegenden,
in welchen
der Beschwerdeführer unmittelbar und in den Monaten nach dem Unfall
gar nicht in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt war, die trotz
des Unfalls uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit allein ein Dahinfallen des Anspruchs auf Heilbehandlung nicht zu begründen vermag
.
Die für den Anspruch auf Heilbehandlung vorausgesetzte namhafte Besserung des Gesundheitszustandes kann sich
in solchen Fällen
recht
sprechungsgemäss von vornherein nicht anhand der zu erwartenden Steigerung
der Arbeitsfähigkeit bestimmen
(
Urteil
des Bundesgerichts
8C_354/2014 vom 1
0.
Juli
2014 E. 3.2
).
Hinzu kommt, dass im ersten echtzeitlichen Bericht nach dem von der Beschwerdegegnerin angestrebten Zeitpunkt des Fallabschlusses e
ine operative Herangehensweise
empfohlen wurde
(Urk. 8/4 S. 2)
, was durchaus für die Möglichkeit einer namhaften Besserung sprechen könnte
.
Auch ein anders begründeter Fallabschluss mangels namhafter Besserung konnte am 1
3.
April 2019 noch nicht vorgenommen werden, da sich die Schulter
beschwerden zu jenem Zeitpunkt offenbar noch nicht gebessert hatten, aber auch nicht von einer dauerhaften Beeinträchtigung auszugehen war, sodass die
allfällige
namhafte Besserung aus damaliger Perspektive
mutmasslich
eher
noch anstand.
Berichte der damals behandelnden Ärztin zu
den gesundheitlichen Verhältnissen in
jenem
Zeitraum liegen indes keine vor, doch erfolgte die Zuwei
sung zur MRI-Untersuchung offenbar wegen Schmerzpersistenz mit Bewegungs
einschränkung der linken Schulter in Abduktion seit dem Skiunfall im März
2019
(Urk. 8/18 S. 1).
4.
8
Zusammenfassend
bestehen hinreichende Zweifel an d
e
r
als
rein verwaltungs
intern zu wertenden
medizinischen
Beurteilung
des beratenden Arztes der Beschwerdegegnerin
, wonach der Status quo sine
im Zusammenhang mit den Schulterbeschwerden links
sechs Wochen nach
dem Unfall erreicht gewesen sei. Demnach
kann
die Leis
tungseinstellung per
1
3.
April 2019
nicht bestätigt werden
.
Eine abschliessende Festlegung der Dauer der Leistungspflicht
lassen die vorlie
genden, medi
zinischen Akten nicht zu; namentlich ist nicht bekannt, wie lange
- und ob überhaupt -
eine
relevante Heilbe
handlung
der linken Schulter
durchgeführt wurde
.
Die Beschwerdegegnerin wird, nachdem sie bisher nur verwaltungsinterne
Einschätzungen
beigezogen hat, nach
Beizug
einer externen fachärztlichen Abklärung über die Leistungspflicht ab
1
3.
April 2019
– gegebenenfalls nach Ergänzung der Aktenlage -
erneut
zu entscheiden haben.
Die Beschwerde ist demzufolge in dem Sinne gutzuheissen, dass
der angefochtene Einspracheent
scheid vom
3.
Dezember 2020
aufzuheben und die Beschwerde
geg
ne
rin zu verpflichten ist, nach ergänzenden Abklärungen im Sinne der Erwägun
gen über die Leistungspflicht nach dem
1
3.
April 2019
zu befinden.
5
.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung sowohl für die Frage der Auferlegung der Gerichtskosten wie auch der Parteientschädigung als vollständi
ges Obsiegen (BGE 137 V 57; vgl. auch BGE 141 V 281 E. 11.1 mit Hinweis), weshalb
der
vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädi
gung hat.
Nach § 34 Abs. 1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer)
hat die obsiegende Partei Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung bemisst sich nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem
Mass
des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert (§ 34 Abs. 3 GSVGer). Als weitere Bemessungskriterien nennt
§
7
der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht (
GebV
SVGer
)
den Zeitaufwand und die Barauslagen.
Unter Berücksichtigung dieser Grundsätze ist die dem Beschwerdeführer zustehende Prozessentschädigung ermessensweise auf
Fr.
2’
6
00
.-- (ink
lusive Barauslagen und Mehrwert
steuer) festzusetzen und ausgangsgemäss der
unterlie
genden Beschwerdegegne
rin aufzuerlegen.
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung sind
die Kosten eines von einer ver
sicherten Person veranlassten Gutachtens vom Versicherungsträger dann zu übernehmen, wenn sich der medizinische Sachve
rhalt erst aufgrund des neu bei
gebrachten Untersuchungsergebnisses schlüssig f
eststellen lässt und dem Unfall
versicherer insoweit eine Verletzung der
ihm im Rahmen des Unter
suchungs
grundsatzes obliegenden Pflicht zur
rechtsgenüglichen
Sachverhalts
abklärung vorzuwerfen ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_62/2016 vom 7. Juli 2016 E. 6.1 mit Hinweisen). Dies ist vorliegend nicht der Fall, da auch die Aktenbeurteilung von Dr.
C._
keine abschliessende Würdigung des vorliegen
den Sachverhalts zulässt. Eine Auferlegung der Kosten für die A
ktenbeurteilung an die Beschwer
degegnerin fällt daher ausser Betracht
(vgl. auch Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich UV.2018.00147 vom 2
0.
Juni 2019 E. 4)
.