Decision ID: 75749399-9ae8-47ff-9f7c-482ad88c8db3
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. Die Politische Gemeinde St. Gallen schrieb für die Sanierung und den Ausbau der
Primarschule St. Leonhard am 16. Februar 2015 unter anderem die
Sanitärinstallationen im offenen Verfahren aus (ABl 2015 S. 435-437). In den
Ausschreibungsunterlagen (act. 7/1) wurden die Zuschlagskriterien „Preis“,
„Referenzen“ und „Angebot Regiearbeiten“ in der Reihenfolge ihrer Bedeutung bekannt
gegeben (Ziffer 1.3). Zum „Angebot Regiearbeiten“ waren die Regieansätze je Stunde
in Übereinstimmung mit den Ansätzen im Devis für Polier/Chefmonteur/Werkmeister/
Vorarbeiter, Berufsarbeiter/Monteur und ungelernter Arbeiter/Hilfsmonteur (Ziffer 2.2),
Rabatt und Skonto auf Regiearbeiten (Ziffer 2.3) sowie Überstundenzuschläge (Ziffer
2.4) anzugeben. Sodann wurde nach dem Personalbestand im Unternehmen bei
Angebotsabgabe, unterschieden nach Personen mit höherer Fachausbildung,
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Personen mit Fachausbildung (Berufslehre) sowie Hilfskräften und Lernenden, gefragt
(Ziffer 2.5).
Innert der bis 30. März 2015 laufenden Frist reichten elf Anbieter, darunter die Pircher
GmbH Sanitär & Heizung & AAA Notfallservice und die Kreis Wasser AG, je eine Offerte
ein. Die Politische Gemeinde St. Gallen bereinigte den von der Pircher GmbH
offerierten Preis von CHF 904‘837.50 (act. 7/4) auf CHF 577‘062 (act. 7/3). Mit
Verfügung vom 4. Juni 2015 erteilte sie den Zuschlag zum Preis von CHF 576‘841
(inklusive Mehrwertsteuer) der Kreis Wasser AG, deren Angebot bei einem Maximum
von vier Punkten mit 3,83 Punkten bewertet worden war. Das Angebot der Pircher
GmbH hatte 3,80 Punkte erzielt (act. 7/3).
B. Die Pircher GmbH (Beschwerdeführerin) erhob gegen die am 5. Juni 2015 versandte
und am 8. Juni 2015 zur Abholung bis 15. Juni 2015 gemeldete Zuschlagsverfügung
der Politischen Gemeinde St. Gallen (Vorinstanz) mit Eingabe ihres Rechtsvertreters
vom 24. Juni 2015 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit den Anträgen, unter
Kosten- und Entschädigungsfolge und Gewährung der aufschiebenden Wirkung sei die
angefochtene Verfügung aufzuheben und der Zuschlag der Beschwerdeführerin zu
erteilen.
Mit verfahrensleitender Verfügung vom 25. Juni 2015 wurde der Vorinstanz der
Abschluss des Vertrags vorläufig untersagt und die Beschwerdeführerin aufgefordert,
sich zur Abweichung des bewerteten Preises vom Preis ihres Angebots zu äussern.
Dazu teilte die Beschwerdeführerin am 29. Juni 2015 mit, es seien in Zusammenarbeit
mit der Vorinstanz mehrere Rechnungsfehler berichtigt worden. Die Vorinstanz
beantragte mit Vernehmlassung vom 30. Juni 2015 die Abweisung des Gesuchs um
aufschiebende Wirkung; die Kreis Wasser AG (Beschwerdegegnerin) verzichtete
stillschweigend auf eine Vernehmlassung. Am 6. Juli 2015 wies der Präsident des
Verwaltungsgerichts das Gesuch ab. Die amtlichen Kosten für die Zwischenverfügung
von CHF 1‘000 wurden der Beschwerdeführerin auferlegt; ausseramtliche Kosten
wurden nicht entschädigt. Am 8. Juli 2015 teilte die Beschwerdeführerin zur
Preisbereinigung mit, im Angebot sei bei der Zusammenstellung der Lose Schulhaus
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und Turnhalle versehentlich der Betrag von CHF 329‘529.05 doppelt gerechnet
worden. Die Vorinstanz schloss am 13. Juli 2015 den Vertrag mit der
Beschwerdegegnerin ab (act. 16).
Die Vorinstanz beantragte am 5. August 2015 die Abweisung der Beschwerde. Die
Beschwerdegegnerin verzichtete stillschweigend auf eine Vernehmlassung. Am 27.
Januar 2016 hielt die Beschwerdeführerin an ihren Begehren fest. Auf die
Ausführungen der Beschwerdeführerin und der Vorinstanz zur Begründung ihrer

Anträge und die Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 5 Abs. 2 des
Einführungsgesetzes zur Gesetzgebung über das öffentliche Beschaffungswesen; sGS
841.1, EGöB).
Als beim Zuschlag mit einem Rückstand von 0,03 von maximal vier Punkten
zweitplatzierte, nicht berücksichtigte Bewerberin hätte die Beschwerdeführerin eine
reelle Chance auf den Zuschlag gehabt und ist deshalb zur Erhebung der Beschwerde
befugt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Dass die Vorinstanz mittlerweile den
Vertrag mit der Beschwerdegegnerin abgeschlossen hat, schliesst ihre
Beschwerdebefugnis nicht aus, da ihr der Anspruch auf die Feststellung der
Rechtswidrigkeit des angefochtenen Zuschlags verbleibt, sollte sich ihre Beschwerde
als begründet erweisen (vgl. Art. 18 Abs. 2 der Interkantonalen Vereinbarung über das
öffentliche Beschaffungswesen; sGS 841.32, IVöB; BGE 132 I 86 E. 3.2).
Die Verlegung des Sitzes am 22. Dezember 2014 von St. Gallen nach Gais im Kanton
Appenzell Ausserrhoden hat nichts am kontinuierlichen Bestand der
Beschwerdeführerin als juristische Person geändert. Insbesondere ist damit nicht der
handelsregisterrechtliche Auflösungsgrund des fehlenden Rechtsdomizils eingetreten
(vgl. Art. 123-125 und Art. 153-153b der Handelsregisterverordnung; SR 221.411; R.
Sanwald, in: Nussbaum/Sanwald/Scheidegger, Kurzkommentar zum neuen GmbH-
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Recht, Muri bei Bern 2007, N 12 zu Art. 821 des Schweizerischen Obligationenrechts,
SR 220, welcher für die GmbH die Auflösungsgründe regelt).
Die Beschwerde wurde mit Eingabe vom 24. Juli 2015 unter Berücksichtigung, dass
die Abholfrist der am 5. Juli 2015 mit eingeschriebener Post versandten und am 8. Juli
2015 zur Abholung gemeldeten Zuschlagsverfügung unabhängig von einem
Postrückbehaltungsauftrag am 15. Juli 2015 endete (vgl. BGE 141 II 429 E. 3.3; Easy
Track, Sendungsnummer 98.44.119015.10128529), rechtzeitig erhoben und erfüllt die
Anforderungen in formeller und inhaltlicher Hinsicht (Art. 15 Abs. 3 IVöB). Auf die
Beschwerde ist deshalb einzutreten.
2. Die Beschwerdeführerin rügt vorab eine fehlerhafte Feststellung des Sachverhalts.
Die Rüge ist gemäss Art. 16 Abs. 1 Ingress und lit. b IVöB, wonach mit der Beschwerde
die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts
gerügt werden kann, zulässig.
2.1. Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Vorinstanz sei im Widerspruch zu den
Akten davon ausgegangen, die Beschwerdegegnerin gewähre – wie sie selbst – neben
dem generellen Rabatt einen zusätzlichen Rabatt von sieben Prozent auf den
Regieansätzen. Die Vorinstanz hält dem entgegen, die Beschwerdegegnerin habe einen
Rabatt von je sieben Prozent auf das Angebot und auf die Regieansätze gewährt.
Gleiches gelte auch für das Angebot der Beschwerdeführerin. Weshalb die
Beschwerdeführerin nun davon ausgehe, sie gewähre bei den Regiearbeiten einen
Rabatt von 14 Prozent auf die Regieansätze, sei nicht ersichtlich und werde auch nicht
begründet. Hätte sie tatsächlich einen solchen Rabatt auf den Regieansätzen
gewähren wollen, hätte sie ihn dort direkt eintragen oder auf andere Art zu verstehen
geben müssen, dass damit zusätzliche sieben Prozent gemeint seien.
2.2. In den Ausschreibungsunterlagen waren unter Ziffer 2.2, 2.3 und 2.4 verschiedene
Angaben zu machen, welche im Zusammenhang mit dem Zuschlagskriterium „Angebot
Regiearbeiten“ stehen. Unter Ziffer 2.2 waren die Regieansätze „in Übereinstimmung
mit Regieansätzen in Devis“ anzugeben. Im Devis war unter den Positionen R
921.111-113 und 955.001-003 (act. 7/1 Devis Seiten 37 und 90) nach dem „E-
Preis“ (Einheitspreis) nach „ME“ (Mengeneinheit Stunden) für Monteure, Hilfsmonteure
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und Lehrlinge gefragt. Rabatte und Skonto waren vor der Ermittlung des
Schlussbetrages anzugeben (act. 7/1 Angebot Seite 1, Devis Seite 93).
Die Beschwerdeführerin gab unter Ziffer 2.2 der Ausschreibungsunterlagen als
Stundenansätze CHF 108 für Polier/Chefmonteur/Werkmeister/Vorarbeiter, CHF 98 für
Berufsarbeiter/Monteur und CHF 89 für ungelernter Arbeiter/Hilfsmonteur und unter
Ziffer 2.3 in der Rubrik „Rabatt auf Regiearbeiten“ „-7%“ an (act. 7/4 Angebot Seite 5
von 9). Unter den Positionen R 921.111-113 und 955.001-003 des Devis bezifferte sie
die Ansätze mit CHF 98 für Monteure, CHF 89 für Hilfsmonteure und CHF 42 für
Lehrlinge (act. 7/4 Devis Seiten 82 und 203). In der Zusammenfassung des Devis nach
BKP-Positionen liess die Beschwerdeführerin die Rubriken Rabatt und Skonto leer, so
dass das Total brutto mit dem Total netto betraglich übereinstimmte. Den Rabatt von
sieben Prozent führte sie auf der zusammenfassenden Berechnung des Offertpreises
im Angebot auf (act. 7/4 Angebot Seite 1).
Die Beschwerdegegnerin bezifferte in Ziffer 2.2 der Ausschreibungsunterlagen die
Stundenansätze mit CHF 108 für Polier/Chefmonteur/Werkmeister/Vorarbeiter, CHF
102 für Berufsarbeiter/Monteur (mit der handschriftlichen Ergänzung „A“) und CHF 78
für ungelernter Arbeiter/Hilfsmonteur und brachte unter Ziffer 2.3 in der Rubrik „Rabatt
für Regiearbeiten“ den Hinweis „wie Angebot“ an (act. 7/5 Angebot Seite 5 von 9).
Unter den Positionen R 921.111-113 und 955.001-003 des Devis gab sie die Ansätze
von CHF 108 für Monteure, CHF 78 für Hilfsmonteure und CHF 45 für Lehrlinge an (act.
7/5 Devis Seiten 54 und 130). In der Zusammenfassung des Devis nach BKP-
Positionen hat die Beschwerdegegnerin – unter anderem – einen Rabatt von sieben
Prozent abgezogen. Die resultierenden Brutto- und Nettobeträge hat sie bei der
zusammenfassenden Berechnung des Offertpreises im Angebot übernommen (act. 7/5
Angebot Seite 1).
2.3. Anhand des Angebotes der Beschwerdeführerin ist ihre Auffassung, sie gewähre
bei den Regieansätzen einen Rabatt von zweimal sieben Prozent, nicht
nachvollziehbar. Ihre Angaben zu den Stundenansätzen im Devis und im Angebot
selbst stimmen überein. In beiden Fällen hat sie den Rabatt mit sieben Prozent
angegeben. Anhaltspunkte dafür, dass sie den Rabatt bei der Abrechnung von
Regiearbeiten doppelt gewähren würde, lassen sich ihrem Angebot nicht entnehmen.
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Die Offerte ist diesbezüglich auch nicht unklar. Es bestand deshalb für die Vorinstanz
auch kein Anlass, bei der Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 31 Abs. 3 der
Verordnung über das öffentliche Beschaffungswesen (sGS 841.11, VöB) eine
Erläuterung zur Höhe des Rabatts bei den Regieansätzen gemäss Ziffer 2.2 und 2.3
des Angebots einzuholen.
Den Angeboten der Beschwerdeführerin und der Beschwerdegegnerin ist auch kein
Unterschied hinsichtlich der gewährten Rabatte zu entnehmen. Dem Angebot der
Beschwerdegegnerin ist klar zu entnehmen, dass sie einerseits auf dem Preis einen
Rabatt von sieben Prozent und anderseits auf den Abrechnungen der Regiearbeiten
denselben Rabatt („wie Angebot“) gewährt. Es bestand für die Vorinstanz deshalb auch
kein Anlass, davon auszugehen, die Beschwerdegegnerin gewähre, anders als die
Beschwerdeführerin, auf den nach Regie abgerechneten Arbeiten keinen Rabatt.
Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz weder Anlass hatte, bei der Prüfung
der Angebote der Beschwerdeführerin und der Beschwerdegegnerin gestützt auf Art.
31 Abs. 2 VöB offensichtliche Schreib- und Rechnungsfehler zu korrigieren, noch
aufgrund unklarer Angaben gestützt auf Art. 31 Abs. 3 VöB Erläuterungen zu ihren
Angeboten hätte einholen müssen. Ebensowenig hat sie das Gebot der
Gleichbehandlung aller Anbieterinnen und Anbieter gemäss Art. 1 Abs. 3 IVöB verletzt.
3. Die Beschwerdeführerin rügt sodann eine Verletzung des Transparenzgebots mit der
Begründung, die Vorinstanz habe im Rahmen der Ausschreibung beim
Zuschlagskriterium „Angebot Regiearbeiten“ die Gewichtung der Ansätze für
Vorarbeiter, gelernte Arbeiter und ungelernte Arbeiter nicht bekannt gegeben. Sie
beanstandet sodann die konkrete Gewichtung der Ansätze bei der Bewertung. – Mit
der Beschwerde können gemäss Art. 16 IVöB Rechtsverletzungen, einschliesslich
Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens (Abs. 1 Ingress und lit. a) gerügt, nicht
aber Unangemessenheit (Abs. 2) geltend gemacht werden. Die Rüge ist
dementsprechend darauf hin zu überprüfen, ob die Vorinstanz Unterkriterien nicht oder
mit ungenügenden Angaben zur Gewichtung bekannt gegeben (dazu nachfolgend
Erwägung 3.1) und ob sie mit der konkreten Gewichtung der Ansätze ihr Ermessen
missbraucht hat (dazu nachfolgend Erwägung 3.2).
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3.1. Vorab ist zu prüfen, ob die Vorinstanz die Gewichtung der Regieansätze nach
Vorarbeitern, gelernten Arbeitern und ungelernten Arbeitern in der Ausschreibung hätte
bekannt geben müssen.
In Konkretisierung des in Art. 1 Abs. 3 Ingress und lit. c IVöB verankerten
Transparenzgebotes schreibt Art. 34 Abs. 3 VöB vor, dass im Rahmen der
Ausschreibung die Zuschlagskriterien mit den Unterkriterien in der Reihenfolge ihrer
Bedeutung oder mit ihrer Gewichtung bekannt zu geben sind. Das Transparenzgebot
verlangt keine vorgängige Bekanntgabe von Teilaspekten oder Kategorien, welche
bloss der Konkretisierung der publizierten Zuschlagskriterien dienen (vgl. BGer
2C_549/2011 vom 27. März 2012 E. 2.4 mit Hinweisen; VerwGE B 2014/248 vom 28.
Juli 2015 E. 3.1, www.gerichte.sg.ch). Inwieweit Art. 34 Abs. 3 VöB, wonach allfällige
Unterkriterien im Rahmen der Ausschreibung bekannt zu geben sind, strengere
Voraussetzungen schafft (vgl. dazu VerwGE B 2011/191 vom 14. Februar 2012 E. 2.3,
www.gerichte.sg.ch), kann offen bleiben.
Selbst wenn die Stundenansätze für die einzelnen Personalkategorien als Unterkriterien
zu behandeln wären, würden Ausschreibung und Ausschreibungsunterlagen die
Voraussetzungen von Art. 34 Abs. 3 VöB erfüllen. Die Bestimmung verlangt eine
Bekanntgabe von Unterkriterien im Rahmen der Ausschreibung, das heisst in der
Ausschreibung selbst (Art. 19 Abs. 1 Ingress und lit. f VöB) oder aber in den
Ausschreibungsunterlagen (Art. 20 Ingress und lit. h VöB). Aus dem Wortlaut und der
Systematik der Bestimmungen ist zu schliessen, dass den Anforderungen von Art. 34
Abs. 3 VöB an die Bekanntgabe von Unterkriterien nicht bloss dann Rechnung
getragen wird, wenn dies in quasi tabellarischer Form (Zuschlagskriterium 1 mit den
Unterkriterien a, b und c) geschieht. Zur Beurteilung, ob Art. 34 Abs. 3 VöB eingehalten
wurde, ist es vielmehr erforderlich, die Ausschreibung und Ausschreibungsunterlagen
integral zu betrachten. Aus den Fragen zu den Stundenansätzen bei Regiearbeiten
konnten die Anbieterinnen ohne weiteres schliessen, dass für die Beurteilung ihres
Angebots nach dem Zuschlagskriterium „Angebot Regiearbeiten“ die Ansätze für die
drei Personalkategorien – Polier/Chefmonteur/Werkmeister/Vorarbeiter, Berufsarbeiter/
Monteur, ungelernter Arbeiter/Hilfsmonteur – von Bedeutung sein würden.
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Wenn Art. 34 Abs. 3 VöB bereits für die Zuschlagskriterien keine Bekanntgabe ihrer
Gewichtung im Rahmen der Ausschreibung verlangt, kann dies umso weniger für die
Unterkriterien gelten. Schliesslich kann aus Art. 34 Abs. 3 VöB auch nicht geschlossen
werden, die Reihenfolge der Nennung von Unterkriterien gebe zwingend ihr relatives
Gewicht wieder. Der Wortlaut „Kriterien mit allfälligen Unterkriterien“ – und nicht etwa
„Kriterien und allfälligeUnterkriterien“ – deutet darauf hin, dass sich die Anforderung,
das absolute oder mit der Rangfolge zumindest das relative Gewicht im Rahmen der
Ausschreibung bekannt zu geben, lediglich auf die Zuschlagskriterien bezieht. Aus der
Reihenfolge der Nennung war deshalb auch nicht auf eine Rangfolge in der Bedeutung
zu schliessen, umso mehr als sich die Reihenfolge offensichtlich nach der Hierarchie
der Mitarbeiter richtete. Die Vorinstanz war dementsprechend nicht verpflichtet, die
Ansätze nach der Reihenfolge, in welcher sie in Ziffer 2.2 aufgeführt waren, zu
gewichten.
3.2. Die Beschwerdeführerin beanstandet die Gewichtung des Zuschlagskriteriums
„Angebot Regiearbeiten“ mit fünf Prozenten nicht. Sie wendet sich aber gegen die
Gewichtung der Regieansätze für Vorarbeiter, gelernte Arbeiter und ungelernte Arbeiter
innerhalb des Zuschlagskriteriums.
3.2.1. Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Gewichtung der Regieansätze für
Vorarbeiter mit zehn Prozent, für gelernte Arbeiter mit vierzig Prozent und für
ungelernte Arbeiter mit fünfzig Prozent sei sinn- und zwecklos. Aus den Angaben zu
den Personalanteilen in den Angeboten ergebe sich für die Beschwerdegegnerin ein
Bedarf von zwanzig Fachkräften (vier Vorarbeiter und 16 gelernte Arbeiter), einem
ungelernten Arbeiter und fünf Lehrlingen. Die Beschwerdeführerin ihrerseits gehe
davon aus, sie benötige elf Fachkräfte (drei Vorarbeiter und acht gelernte Arbeiter),
keinen ungelernten Arbeiter und drei Lehrlinge. Sowohl Beschwerdeführerin als auch
Beschwerdegegnerin gingen damit davon aus, die überwiegende Mehrheit der Arbeiten
sei von qualifiziertem Fachpersonal auszuführen. Die Anbieterinnen gingen also davon
aus, dass zwischen null und 3,8 Prozent – sofern die Lehrlinge als Fachkräfte
angesehen würden) oder fünf Prozent (sofern die Lehrlinge nicht als Fachkräfte
angesehen würden) der Arbeiten von ungelernten Arbeitern ausgeführt würden. Das sei
auch für Laien einleuchtend, denn bei Sanitärinstallationen bleibe ausser für
Zuträgerdienste kein Raum für ungelernte Mitarbeiter, da alle Installationen von
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Fachpersonal ausgeführt werden müssten. Bei der Vergabe derselben Arbeitsgattung
für den Neubau des Werkhofes des Gartenbauamtes habe die Vorinstanz bei den
Regieansätzen die Vorarbeiter mit zwanzig, die gelernten Arbeiter mit sechzig und die
ungelernten Arbeiter mit zwanzig Prozent gewichtet.
Die Vorinstanz hält dem entgegen, die Angaben zu den Personenkategorien in der
Offerte bezögen sich auf den Personalbestand unabhängig vom konkreten Auftrag. In
erster Linie gälten diese Angaben jeweils der Bewertung der Lehrlingsausbildung. Dies
sei bei der konkreten Ausschreibung im Staatsvertragsbereich, in welchem auch
ausländische Anbieter am Verfahren teilnehmen durften, welche keine vergleichbare
Berufsausbildung kennten, nicht zur Anwendung gelangt. Die gewählte Gewichtung der
Ansätze sei für den konkreten Fall zweckmässig, weil bei Sanierungen grundsätzlich
mit mehr Arbeiten – De- und Wiedermontage von Apparaten, Spitz- und zusätzlich
Demontagearbeiten, Verschliessen von temporär nicht genutzten Leitungen – zu
rechnen sei, welche auch von ungelernten Arbeitern ausgeführt werden könnten. Beim
Werkhof des Gartenbauamtes habe es sich demgegenüber um einen Neubau
gehandelt.
3.2.2. Art. 34 Abs. 2 VöB räumt dem Auftraggeber bei der Gewichtung der einzelnen
Zuschlagskriterien einen weiten Ermessensspielraum ein, in den das
Verwaltungsgericht, welches auf eine Rechtskontrolle beschränkt ist, nicht eingreift
(vgl. VerwGE B 2014/248 vom 28. Juli 2015 E. 4.1 mit Hinweis auf VerwGE B 2010/57
vom 11. Mai 2010 E. 3.1, GVP 2006 Nr. 58). Dies muss gleichermassen für die
Bewertung der Angebote nach den einzelnen Zuschlagskriterien gelten.
Die Beschwerdeführerin ist der Auffassung, die Gewichtung müsse dem
Personalverhältnis im Unternehmen – gut zwanzig Prozent mit höherer Fachausbildung,
knapp sechzig Prozent mit Fachausbildung, gut zwanzig Prozent ohne Fachausbildung
(act. 7/4 Angebot Seite 5 von 9) – entsprechen. Da ein Unternehmen regelmässig jenes
Personal beschäftigen wird, welches es auch einsetzen kann, ist die Überlegung der
Beschwerdeführerin grundsätzlich nachvollziehbar. Allerdings zeigt bereits der
Vergleich der Angaben der Beschwerdeführerin und der Beschwerdegegnerin zum
Personalbestand, dass in verschiedenen Unternehmen der gleichen Branche
unterschiedliche Verhältnisse herrschen können. So beträgt der Anteil der Vorarbeiter
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bei der Beschwerdeführerin 21,4, bei der Beschwerdegegnerin 15,4 Prozent. Der Anteil
der gelernten Arbeiter macht bei der Beschwerdeführerin 57,1, bei der
Beschwerdegegnerin 61,5 Prozent aus. Entsprechend ergeben sich auch
Abweichungen für den Anteil von ungelernten Arbeitern und Lehrlingen, nämlich 21,4
Prozent bei der Beschwerdeführerin und 23,1 Prozent bei der Beschwerdegegnerin.
Diese Abweichungen können verschiedene Gründe haben. So ist es denkbar, dass im
einen Unternehmen langjährigem Hilfspersonal auch Arbeiten zugewiesen werden, die
in einem anderen Unternehmen von einer Fachperson ausgeführt werden. Die
Verhältnisse können auch von der Spezialisierung eines Unternehmens auf bestimmte
Fragestellungen in einer Branche abhängen.
Sodann durfte die Vorinstanz im vorliegenden Fall die Besonderheit des konkreten
Auftrags berücksichtigen. Sie hat die Gewichtung der Regieansätze – zehn Prozent für
Vorarbeiter, vierzig Prozent für gelernte Arbeiter und fünfzig Prozent für ungelernte
Arbeiter – und damit die Bewertung der Angebote nachvollziehbar begründet. Dass bei
der Sanierung der Haustechnik in einem über 120 Jahre alten Schulgebäude – anders
als bei der Erstellung einer Neubaute – überdurchschnittlich viele zeitintensive
Abbruch- und Vorbereitungsarbeiten anfallen, die auch von Personen ohne spezifische
Berufsausbildung im Sanitärbereich erbracht werden können, erscheint plausibel. Die
Verteilung der anfallenden Arbeiten auf die Personen der verschiedenen
Ausbildungskategorien weicht also von jener bei einem Neubau ab. Wenn sich die
Vorinstanz bei der Gewichtung der Regieansätze zur Bewertung der Angebote nicht an
den – durchschnittlichen – Personalverhältnissen der Anbieter ausgerichtet hat, hat sie
dementsprechend ihr Ermessen nicht missbraucht.
4. Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde als unbegründet. Sie ist
abzuweisen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die amtlichen Kosten des
Hauptverfahrens von der Beschwerdeführerin zu tragen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von CHF 4‘000 erscheint angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Sie ist mit dem im Hauptverfahren
verbliebenen restlichen Kostenvorschusses der Beschwerdeführerin von CHF 4‘000 zu
verrechnen. Ausseramtliche Kosten sind für das Hauptverfahren nicht zu entschädigen
(Art. 98 Abs. 1 und 98bis VRP).
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