Decision ID: 81fee487-2996-4af2-be41-fbe18e5f49c7
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1969, meldete sich am 2. August 2006 unter Hinweis auf starke Schmerzen im Kreuzbereich erstmals bei der Invali
den
versicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 6/2). Die
Sozialversicherungsan
stalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle,
wies das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 7. Januar 2008 ab (Urk. 6/23).
1.2
Am 2. Juli 2012 drehte sich die Versicherte beim Verlassen einer Ladenkasse
schwungvoll nach links und schlug dabei den Kopf an einem Betonpfeiler stark an
(Urk. 6/38/113 Ziff. 6). Wegen
seither bestehender starker Kopfschmerzen meldete sie sich am 21. August 2013
erneut zum Leistungsbezug
an
(Urk. 6/33 Ziff. 6.2
, Urk. 6/44/5
), worauf die IV-Stelle medizinische (Urk.
6/43-44)
und er
werbliche Abklärungen tätigte (Urk.
6/40-41
, Urk. 6/47, Urk. 6/51
)
, Akten des Unfallversicherers beizog (Urk. 6/38) sowie ein polydisziplinäres Gutachten ein
holte, welches am
25. Juli 2014
erstattet wurde (Urk.
6/66).
Nach durchgeführ
tem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 6/68-69, Urk. 6/78), in dessen Rahmen ein weiterer Arztbericht eingereicht wurde (Urk. 6/77),
wies die IV-Stelle das
Leis
tungs
be
gehren
mit Verfügung vom 4. Dezember 2014 erneut ab (Urk. 6/80 = Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung vom 4. Dezember 2014 (Urk. 2) erhob die Versicherte am 16. Januar 2015 Beschwerde und beantragte Unterstützung bei der beruflichen
Wiedereingliederung
,
insbesondere eine Abklärung der Belastungsgrenzen durch
die Invalidenversicherung
,
sowie berufliche Integrationsmassnahmen bezie
hungs
weise Möglichkeiten einer Umschulung (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 27. Februar 2015 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5), was der Beschwerdeführerin am
10. März 2015
mitgeteilt wurde (Urk.
7
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach der Rechtsprechung ist unter Umschulung grundsätzlich die Summe der Eingliederungsmassnahmen berufsbildender Art zu verstehen, die notwendig und geeignet sind, der vor Eintritt der Invalidität bereits erwerbstätig gewesenen versicherten Person eine ihrer früheren annähernd gleichwertige Erwerbsmög
lichkeit zu vermitteln. Dabei bezieht sich der Begriff der „annähernden Gleich
wertigkeit" nicht in erster Linie auf das Ausbildungsniveau als solches, sondern
auf die nach erfolgter Eingliederung zu erwartende Verdienstmöglichkeit. In der Regel besteht nur ein Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungszweck an
gemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebe
nen Umständen bestmöglichen Vorkehren. Denn das Gesetz will die Eingliede
rung ledig
lich so weit sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber auch ge
nügend ist (BGE 130 V 488 E. 4.2 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_163/2008 vom 8. August 2008 E. 2.2). Schliesslich setzt der Anspruch auf Umschulung voraus, dass die versicherte Person wegen der Art und Schwere des Gesundheitsschadens im bisher ausgeübten und in den für sie ohne zusätzliche
berufliche Ausbildung offen stehenden zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine blei
bende oder längere Zeit dauernde Erwerbseinbusse von etwa 20
%
erleidet, wo
bei es sich um einen blossen Richtwert handelt (BGE 130 V 488 E. 4.2, 124 V 108
E.
2a und b mit Hinweisen auf u.a. AHI 1997 S.
80 E. 1b; ZAK 1984 S. 91 oben, 1966 S. 439 E. 3).
1.2
Für die Beurteilung der Gleichwertigkeit im Sinne der erwähnten Rechtspre
chung
ist zwar in erster Linie auf die miteinander zu vergleichenden Erwerbs
mög
lich
keiten im ursprünglichen und im neuen Beruf oder in einer der versi
cher
ten Per
son zumutbaren Tätigkeit abzustellen. Zwar geht es nicht an, den An
spruch auf Umschulungsmassnahmen - gleichsam im Sinne einer Moment
aufnahme - ausschliesslich vom Ergebnis eines auf den aktuellen Zeitpunkt be
grenzten Ein
kommensvergleichs, ohne Rücksicht auf den qualitativen Ausbil
dungsstand einer
seits und die damit zusammenhängende künftige Entwicklung der erwerb
lichen Möglichkeiten anderseits, abhängen zu lassen. Vielmehr ist im Rahmen der vorzunehmenden Prognose (BGE 110 V 99 E. 2) unter Berücksich
tigung der gesamten Umstände nicht nur der Gesichtspunkt der Verdienstmög
lichkeit, son
dern der für die künftige Einkommensentwicklung ebenfalls be
deutsame quali
tative Stellenwert der beiden zu vergleichenden Berufe mit zu berücksichtigen. Die annähernde Gleichwertigkeit der Erwerbsmöglichkeit in der alten und neuen Tätigkeit dürfte auf weite Sicht nur dann zu verwirklichen sein, wenn auch die beiden Ausbildungen einen einigermassen vergleichbaren Wert aufweisen (BGE 124 V 108 E.
3b; AHI 1997 S.
86 E.
2b; Urteile des Bundesge
richts I 826/05 vom 28. Februar 2006 E. 4.1 in
fine
und I 783/03 vom 18. August 2004 E. 5.2 mit Hinweisen; Meyer-Blaser, Zum
Verhältnismässig
keitsgrundsatz
im staatli
chen Leistungsrecht,
Diss
. Bern 1985, S. 186).
1.3
Massnahmen im Sinne von
Art.
17 IVG setzen subjektive und objektive
Einglie
derungsfähigkeit
voraus (AHI 1997 S.
82 E. 2b/
aa
; ZAK 1991 S.
179 unten f. E.
3).
Nicht unter Umschulung fallen Massnahmen der sozialberuflichen Reha
bili
tation (wie Gewöhnung an den Arbeitsprozess, Aufbau der
Arbeitsmoti
va
tion
, Stabilisierung der Persönlichkeit, Einüben der sozialen Grundelemente) mit dem
primären Ziel, die Eingliederungsfähigkeit der versicherten Person zu errei
chen oder wieder herzustellen (ZAK 1992 S. 367 E. 2b; Urteil des Bundesgerichts I 527/00 vom 30. April 2001).
1.4
Arbeitsunfähige (
Art.
6 ATSG) Versicherte, welche eingliederungsfähig sind, haben
gemäss
Art.
18
Abs.
1 IVG Anspruch auf aktive Unterstützung bei der Suche eines geeigneten Arbeitsplatzes (
lit
. a) und auf begleitende Beratung im Hinblick auf die Aufrechterhaltung ihres Arbeitsplatzes (
lit
. b). Die IV-Stelle veranlasst diese Massnahmen unverzüglich, sobald eine summarische Prüfung er
gibt, dass die Voraussetzungen dafür erfüllt sind (
Abs.
2).
1.5
Gemäss
Art.
17 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert wer
den kann (
Abs.
1). Der Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit ist die Wie
dereinschulung in den bisherigen Beruf gleichgestellt (
Abs.
2). Als Um
schu
lung gelten gemäss
Art.
6
Abs.
1 IVV Ausbildungsmassnahmen, die Versi
cherte nach Abschluss einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder nach Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ohne vorgängige berufliche Ausbildung wegen ihrer In
va
lidität zur Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit benöti
gen.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung
(Urk. 2)
davon aus,
dass weder aus somatischer
Sicht
noch aus psychischen Gründen ein medi
zinischer Sach
verhalt beschrieben werde, welcher in der Art und Schwere die Vor
aussetzungen gemäss Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversi
cherungsrechts
(ATSG) erfülle. Auch nach dem Unfall vom 2. Juli 2012
bestün
den keine Auswirkungen
auf die Arbeitsfähigkeit (
S. 1). Es sei kein
Ge
sundheitsschaden
ausgewiesen, welcher voraussichtlich bleibe
nd sei
oder län
gere Zeit andauern werde. Da der Gesundheitsschaden im Hinblick auf die Be
rufs
wahl keine oder nur untergeordnete Bedeutung habe, sei die öffent
liche Berufsberatung zuständig. Es bestehe kein Anspruch auf Leistungen der Invali
den
versicherung (S. 2).
Im Rahmen der Beschwerdeantwort führte die Beschwerde
gegn
erin ergänzend aus,
gemäss Gutachten vom 25. Juli 2014 sei die Beschwerdeführerin für eine
an
gepasste wie auch für die angestammte Tätigkeit als Sachbearbeiterin zu 100 %
arbeitsfähig.
Ein
neu eingereichte
r
Bericht enthalte keine neuen Befunde, es hand
le sich lediglich um eine andere Beurteilung desselben Sachverhaltes (Urk. 5
S. 1 Ziff. 2). Es bestehe weder Anspruch auf Berufsberatung oder Ar
beits
ver
mitt
lung noch auf Umschulung (S. 2 Ziff. 3).
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin geltend
(Urk. 1)
, nach dem Un
fall mit Gehirnerschütterung sei es ihr nicht mehr möglich, als kaufmännische
Ange
stellte zu arbeiten. Sie werde immer wieder von starken Kopfschmerzen be
ein
trächtigt, die vor allem nach kurzer Zeit bei einer konzentrierten Arbeit mit den Augen und vor allem bei Arbeiten am Bildschirm auftauchten. Sie habe die Möglichkeit gehabt, bei einem Pensum von 50 % zu testen, was genau mit ihrer körperlichen Beeinträchtigung möglich sei. Es sei meistens nicht möglich ge
wesen, mehr als zwei Stunden an einem Bildschirm zu arbeiten. Der Versuch, im Büro zu arbeiten, sei daher nach zweieinhalb Mo
n
aten abgebrochen worden (
S. 1
unten
).
Aus Gründen der körperlichen Ein
schränkung benötige sie eine be
rufliche Umschulung (S. 2 Ziff. 3). Sie weise darauf hin, dass sie keine Inva
li
den
rente beantrage (S. 1).
2.3
Strittig und zu prüfen ist demnach der Anspruch auf berufliche Massnahmen.
3.
3.
1
Der behandelnde
Neurologe
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für Neurologie, nannte in seinem Bericht vom 2. Oktober 2012 folgende Diagnosen (Urk. 6/44/4):
chronisches
zervikozephales
Schmerzsyndrom mit/bei
Minor Trauma am 2. Juli 2012
rezidivierenden Migräneattacken
massiv reduzierter Belastbarkeit
Die Beschwerdeführerin präsentiere sich mit einem chronischen
zervikozephalen
Schmerzsyndrom mit migräneformen Kopfschmerzen im Anschluss an ein Mi
nor
Trauma am 2. Juli 201
2.
Nach vorübergehender Besserung habe sich die Situa
tion seit anfangs September drastisch verschlechtert mit aktuell invalidi
sieren
den
Beschwerden (Nackenschmerzen, bewegungsabhängiger Schwindel und Übelkeit).
In der aktuellen Situation bestehe bis auf weiteres eine Arbeits
unfähigkeit von 100 % (Urk. 6/44/4).
3.
2
Am 4. Januar 2013 führte Dr.
Y._
aus, zwischenzeitlich bestehe bezüglich der Kopfschmerzen ein an sich recht positiver Verlauf. Bezüglich der Belastbarkeit seien jedoch kaum Fortschritte zu verzeichnen, wobei in letzter Zeit die psychi
sche Problematik zunehmend in den Vordergrund rücke.
Da die Situation zu
Hause und im aktuellen ambulanten Setting offenbar zunehmend untragbar werde
,
sehe er die Indikation für einen stationären Reha-Aufenthalt gegeben (Urk. 6/44/2-3).
3.
3
Am 6. Juni 2013 beschrieb Dr.
Y._
einen zwischenzeitlich an sich sehr positi
ven
Verlauf
mit langsamer Besserung der Gesamtsituation, so dass die Arbeits
un
fähigkeit
per
1. Mai auf 80 %
per
1. Juli auf 60 % habe
reduziert werden können
. Eine weitere schrittweise Reduktion der Arbeitsunfähigkeit sollte mög
lich sein (
Urk. 6/44/1
).
3.
4
Bei unveränderten Diagnosen
attestierte Dr.
Y._
am 10. Oktober 2013 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit dem 14. September 2012 (Urk. 6/43 Ziff. 1.1
und 1.6) und führte diese auf die wegen chronischer Kopfschmerzen und Schlaf
störungen stark reduzierte Belastbarkeit zurück (Ziff. 1.7).
3.
5
Am 9./1
0.
sowie 22. April 2014 wurde die Beschwerdeführerin im Auftrag der
Beschwerdegegnerin in der Medizinischen Abklärungsstelle
Z._
(
Medas
) chi
rur
gisch, psychiatrisch, neurologisch und internistisch begutachtet
(Urk. 6/66)
. In
ih
rem Gutachten vom 25. Juli 2014 nannten die verantwortlichen Ärzte
keine
Diag
nose
n mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit
(
S. 18
lit
. E). Als Diagno
sen ohne
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit führten
sie
sodann auf (S. 18
lit
. E):
Spannungskopfschmerz mit
migräniformen
Anteilen
l
umbospondylogenes
Schmerzsyndrom rechts seit über zehn Jahren, the
rapieresistent, aktuell ohne Einschränkung der Lebensqualität
Status nach Autounfall mit Überrollen des Autos 2003 mit
Kniekontu
sion
links, Ellenbogenkontusion rechts,
Thoraxkontusion
und Zunahme der lumbalen Schmerzsymptomatik
Status nach
Contusio
capitis
Juli 2012 mit nachfolgenden Schwindel
anfällen, Migräne, Lärm- und Geruchsempfindlichkeit
Im Vordergrund stehe die Schmerzsymptomatik und die verminderte Belastbar
keit, die Konzentration sei geringer,
di
e
Beschwerdeführerin
sei sehr geräusch
emp
findlich und ent
wickle nach etwa zwei bis drei Stunden Computertätigkeit Schmerzen (S. 13).
Nach dem
Unfallereignis vom 2. Juli 2012 könne von einer vorübergehenden Ar
beitsunfähigkeit ausgegangen werden
. Ein Zeitraum von zwei bis vier Wo
chen sei als angemessen zu betrachten. Gleiches gelte auch für die Manipulation
an der Halswirbelsäule durch den
Osteopathen
im Oktober 201
2.
Danach könne nach
vorübergehender Einarbeitung im Sinne einer schrittweisen Zunahme der Belastbarkeit nach weiteren vier bis acht Wochen von einer vollständigen Ar
beitsfähigkeit ausgegangen werden. Länger andauernde Arbeitsunfähigkeiten seien
weder aus neurologischer noch aus chirurgischer/unfallchirurgischer Sicht begründbar. Aus internistischer und psychiatrischer Sicht habe zu keinem Zeit
punkt eine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestanden (S. 17 un
ten).
In ihrer angestammten Tätigkeit als Sachbearbeiterin sei die Versicherte ohne Ein
schränkungen
100 % arbeitsfähig
. Dasselbe gelte für
Verweistätigkei
ten
. Die
Beschwerdeführerin könne leichte Gewichte, passager auch mittel
schwere Ge
wich
te, problemlos heben. Beim Heben von mittelschweren Gewich
ten seien lange
Gehstrecken zu vermeiden, ansonsten bestünden keine wesentli
chen Ein
schränkungen der Gehstrecke oder der Sitzdauer. Tätigkeiten mit per
manenten Überkopfarbeiten sollten nicht ausgeführt werden, ebenfalls keine Tätigkeiten unter extremen Witterungsbedingungen. Es bestünden leichte Ein
schränkungen der Konzentration und der Durchhaltefähigkeit, diese könnten durch Adaption des Arbeitsplatzes
(keine durchgängige Computerarbeit, keine Tätigkeiten unter
hohem Zeitdruck, ergonomische Arbeitsplatzgestaltung)
je
doch adäquat unter
stütz
t werden (S. 18).
3.
6
Am 1
3.
Oktober 2014 hielt Dr.
Y._
fest, die Beschwerdeführerin leide seit dem
Unfall vom 2. Juli 2012 an einer chronischen Migräne, welche erst in den letz
ten
Monaten zeitweise nachgelassen habe. Eine solche chronische Migräne könne
sehr wohl massivste Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit haben
, die Argu
men
tation im Gutachten sei daher nicht nachvollziehbar. (Urk. 6/77 Ziff. 2). Bild
schirmarbeiten führten immer noch regelmässig nach zwei Stunden zu einer
Exa
zerbation der Migräne, so dass die Attestierung einer 100%igen Ar
beits
fähig
keit im angestammten Arbeitsfeld als Sachbearbeiterin nicht nachvoll
ziehbar und realitätsfremd erscheine. Die Mehrheit, rund 80 %, der Patienten erhole sich
nach einem vergleichbaren Unfallereignis innert drei Monaten tat
sächlich, leider
habe die Beschwerdeführerin das Pech, zu den restlichen 20 % zu gehören (Ziff. 3).
Die entsprechenden Massnahmen zur Behebung der einge
schränkten Kon
zentration und Durchhaltefähigkeit am Arbeitsplatz seien bisher
frustran
ver
laufen (Ziff. 4).
4.
4.1
Den vorliegenden
, diesbezüglich übereinstimmenden
medizinischen Berichten ist
zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin unter Kopfschmerzen leidet,
welche
insbesondere bei Computertätigkeiten von mehr als zwei bis drei Stun
den
exa
zerbieren
.
Zu beurteilen ist, inwieweit die Beschwerdeführerin aufgrund der be
stehenden Kopfschmerzen in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist.
4.2
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin, welche die Kopfschmerzen auf das
Unfallereignis vom 2. Juli 2012 zurückführt, hielten die
Medas
-Gutachter fest, nach einem derartigen Unfallereignis sei von einer vorübergehenden Ar
beits
un
fähigkeit auszugehen, wobei ein Zeitraum von zwei bis vier Wochen als ange
messen zu betrachten sei
. Nach weiteren vier bis acht Wochen und einer Ein
arbeitung im Sinne einer schrittweisen Zunahme der Belastbarkeit
könne wieder
von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden
(E. 3.5).
Dem be
han
delnden Neurologen Dr.
Y._
ist darin zuzustimmen,
dass solche pauschalen
Ausführungen nicht in jedem Fall Gültigkeit zu haben brauchen und es durch
aus möglich ist, dass sich nicht alle Patienten nach einem solchen
Un
fallereignis
auch tatsächlich innert dreier Monaten vollständig erholen
(E. 3.6). Zudem ist
zu berücksichtigen, dass vorliegend nicht die
allfällige Verursachung (und da
mi
t Erklärung)
gesundheitli
che
r
Beeinträchtigungen
durch
ein Unfallereignis zu be
urteilen
ist, sondern
v
ielmehr die Frage zu beantworten
ist
, welche
Arbeitstätig
keiten
der Beschwer
deführerin
trotz ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen noch zugemutet werden können.
Am Gutachten
zu beanstanden ist
weiter
, dass eine
100%ige
Ar
beitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit
angegeben wurde, obwohl gleichzeitig ausgeführt
wurde, dass
der bisherige Arbeitsplatz derartig umgestaltet werden m
ü
ss
te
, dass
keine durch
gängigen Computerarbeiten und keine Tätigkeiten unter hohem Zeit
druck aus
geführt werden müssen und der Arbeitsplatz ergonomisch zu gestalten ist (
E. 3.5
).
4.3
Dies ändert jedoch nichts an der
grundsätzlich
nachvollziehbaren und plau
sib
len
Beurteilung durch
die
Medas
-Gutachter
, wonach die bei der Be
schwerdeführerin bestehenden Kopfschmerzen bei einem geeigneten Umgang die Arbeitsfähigkeit nicht beeinträchtigen.
Insbesondere ist darauf hinzu
weisen, dass die Gutachter
die von der Beschwerdeführerin geschilderten Be
schwerden nicht in Frage stell
ten
und in ihre Beurteilung miteinbezogen.
Daran vermögen auch die davon abweichenden Berichte des behandelnden Neu
rologen Dr.
Y._
nichts zu ändern. Dieser attestierte zunächst im Oktober 2012
eine vollständige Arbeitsfähigkeit (E.
3.1), beschrieb jedoch im Juni 2013 bei einem positiven Verlauf mit langsamer Besserung der Gesamtsituation eine schritt
weise Reduktion der Arbeitsunfähigkeit (E. 3.3)
,
um anschliessend ohne wesentliche Änderung der gesundheitlichen Situation im Oktober 2013 wiede
rum eine vollständige Arbeitsunfähigkeit festzuhalten (E. 3.4).
Zu beachten ist
dabei auch die Erfahrungstatsache in Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und
Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungs
weise
The
rapiekräften
,
wonach
diese mitunter im Hinblick auf ihre
auftrags
rechtliche
Ver
trauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientin
nen und Pati
en
ten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behand
lung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Na
tur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-) Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170
E.
4
) nicht zu, ein Administrativ- oder
Gerichtsgut
achten
stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu neh
men, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anderslau
ten
den Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine ab
weichende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wich
tige - und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende - Aspekte be
nennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil
des Bundesgerichts
8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2
mit Hin
wei
sen, u.a. auf
SVR 2008 IV Nr
. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]
).
Insgesamt erweisen sich diese Bericht
e
als zu wenig begründet und nachvoll
zieh
bar, um damit das
Medas
-Gutachten in Zweifel zu ziehen.
4.4
Zusammenfassend
ist der medizinische Sachverhalt demnach als dahingehend erstellt zu betrachten, dass die Beschwerdeführerin sowohl als kaufmännische An
gestellte (
mit
Anpassungen des Arbeitsplatzes) als auch in jeder anderen Ver
weistätigkeit vollständig arbeitsfähig ist. Damit
besteht
keine Ein
schränkung der
Arbeitsfähigkeit und auch
kein Anspruch auf berufliche Mass
nahmen seitens der
Beschwerdegegnerin, womit sich der angefochtene Ent
scheid als zutreffend er
weist.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
5.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
6
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.