Decision ID: a68941ab-a97f-476a-b6c5-0b3c40cc06b1
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
K._,
Beschwerdeführer,
Rekurrent,
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse des Kantons St.
Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
Rekursgegnerin,
betreffend
Ergänzungsleistung zur AHV (Anpassung und Rückerstattung)
Sachverhalt:
A.
A.a K._, Jahrgang 1941, meldete sich nach Wohnsitznahme im Kanton St. Gallen im
Oktober 2004 zum Bezug von Ergänzungsleistungen (EL) zur Invalidenrente an (EL-act.
A 90). Mit Verfügung vom 3. Februar 2005 wies die Ausgleichskasse des Kantons
St. Gallen als EL-Durchführungsstelle einen EL-Anspruch ab 1. Januar 2005 ab und
hielt fest, bereits ab November 2004 ergebe sich ein Einnahmenüberschuss (EL-act.
A 77). Nach einer Korrektur insbesondere der Ausgabenposition 'Bruttomiete' sprach
die EL-Durchführungsstelle dem Versicherten am 24. Februar 2005 rückwirkend ab
1. Dezember 2004 ordentliche und ausserordentliche EL zu. In der Verfügung
betreffend den Monat Dezember 2004 wies sie darauf hin, dass der Kanton Tessin als
früherer Wohnkanton des Versicherten bis Ende November 2004 EL ausbezahlt habe
(EL-act. A 72). Im Lauf der Zeit ergingen mehrere Anpassungsverfügungen (EL-
act. A 64; 42; 38; 37; 30).
A.b Im Rahmen einer im Juli 2007 eingeleiteten Revision korrigierte die EL-Durch
führungsstelle mehrere Positionen der EL-Berechnung (insbesondere
'Familienrechtliche Unterhaltsbeiträge', 'Bruttomiete', 'Anrechenbares Vermögen',
'Erwerbseinkommen', 'Zins aus übrigem Vermögen'). Mit Verfügung vom 21. Februar
2008 forderte sie für die Jahre 2005 und 2007, für Oktober bis Dezember 2006 und für
Januar und Februar 2008 EL von Fr. 26'429.- (ordentliche EL von Fr. 14'336.- und
ausserordentliche EL von Fr. 12'093.-) abzüglich Ansprüche auf individuelle
Prämienverbilligung (IPV) von Fr. 2'186.05, total also Fr. 24'242.95, zurück (EL-
act. A 19 bis 25). Mit einer weiteren Verfügung vom 21. Februar 2008 verneinte sie ab
1. März 2008 einen EL-Anspruch infolge eines Einnahmenüberschusses von Fr. 8'890.-
(EL-act. A 15).
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A.c Eine gegen beide Verfügungen erhobene Einsprache vom 29. März 2008 (EL-
act. A 4) wies die Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen (SVA) in Vertretung
der EL-Durchführungsstelle mit Entscheid vom 18. September 2008 ab. Im Jahr 2005
habe der Versicherte aus einem vermieteten Zimmer Vermögensertrag von Fr. 11'700.-
erzielt, die man irrtümlich nicht angerechnet habe. Für die Rückforderung für die Zeit
Oktober 2006 bis Februar 2008 sei massgebend gewesen, dass dem Versicherten von
seiner Lebensversicherung am 1. Oktober 2006 sein Alterskapital über Fr. 89'289.35
ausbezahlt worden sei. Die Vermögensposition des Alterskapitals werde auf den
effektiv ausbezahlten Betrag von Fr. 81'953.70 reduziert. Diesen Betrag habe der
Versicherte der A._ AG, deren Präsident er sei, als verzinsliches Darlehen zur
Verfügung gestellt. Diese habe ihm Ende Dezember 2007 Fr. 25'000.- zurückbezahlt.
Dieser Betrag sei der Vermögensposition 'Sparguthaben, Wertschriften, Barschaft'
hinzuzurechnen. Das übrige Vermögen (Darlehen) reduziere sich dadurch auf
Fr. 56'953.70. Auch die Position 'Zins aus übrigem Vermögen' reduziere sich dadurch.
Insgesamt blieben jedoch immer noch beträchtliche Einnahmenüberschüsse, sodass
die angefochtenen Verfügungen im Ergebnis nicht zu beanstanden seien (act. G 1.1).
B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die Beschwerde des Versicherten
vom 14. Oktober 2008 (Postaufgabe: 18. Oktober 2008). Er beantragt dessen
Aufhebung und die Neuberechnung und Fortsetzung der EL-Zahlungen ab 1. März
2008. In der Begründung macht der Beschwerdeführer geltend, die AHV-Zweigstelle
jeweils korrekt über die Änderungen informiert zu haben. Für das Jahr 2005 sei der
Betrag von Fr. 11'700.- als Erwerbseinkommen und nicht als Vermögensertrag zu
berücksichtigen. Für Oktober bis Dezember 2006 und für das Jahr 2007 sei ein zu
hoher 'Zins aus übrigem Vermögen' angerechnet worden. Im Weiteren stehe ihm als
Diabetiker ein Pauschalabzug von Fr. 2'100.- jährlich zu. Ab Anfang 2008 seien ihm
keine Krankheitskosten mehr vergütet worden. Man habe ihm mitgeteilt, dass die
separaten Entschädigungen bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen
Einspracheentscheids nicht mehr bezahlt würden. Im Rahmen der Krankheitskosten
seien ihm nur Kilometerentschädigungen bezahlt worden, die Fahr- und Wartezeiten
würden zusätzlich anfallen (Fr. 8'925.- im Jahr 2005, Fr. 11'080.- im Jahr 2006,
Fr. 6'780.- im Jahr 2007; act. G 1).
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B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt am 3. November 2008 die Abweisung der

Beschwerde, verweist zur Begründung auf die Erwägungen im Einspracheentscheid
und verzichtet im Übrigen auf eine Stellungnahme (act. G 3).
B.c Nach Einsicht in die Akten liess sich der Beschwerdeführer am 8. Januar 2009
nochmals vernehmen. Er habe am 23. September 2006 korrekt die wirtschaftlichen
Änderungen ab 1. Oktober 2006 gemeldet. Die Rückforderung sei somit bereits am
30. September 2007 verjährt (act. G 11).
B.d Die Beschwerdegegnerin hält am 16. Januar 2009 an ihrem Abweisungsantrag
fest (act. G 13).
B.e Mit Schreiben vom 30. Januar 2009 weist der Beschwerdeführer darauf hin, er sei
aufgrund seiner verschiedenen Krankheiten und einer Herzoperation im Oktober/
November 2008 bei seiner Stellungnahme vom 8. Januar 2009 nicht in der Lage
gewesen, seine finanzielle Situation entsprechend darzustellen. Für das Jahr 2008 listet
er Ausgaben von Fr. 82'451.- und Einnahmen von Fr. 54'757.- auf. Er sei sehr auf EL
und Hilflosenentschädigung angewiesen. Weil die Ausgaben immer höher seien als die
Einnahmen, sei er gezwungen gewesen, das der A._ AG aus seinem Alterskapital
gewährte Darlehen teilweise zu verrechnen. Das Restguthaben betrage nicht mehr als
Fr. 40'000.-, es könne also kein Vermögensverzehr mehr berücksichtigt werden. Im
Übrigen weist er darauf hin, dass er erst seit Ende 2004 EL und seit 2005 eine
Hilflosenentschädigung beziehe, obwohl er seit 1990 invalid sei. Die Differenzen habe
er aus seinen Ersparnissen bestritten, die aufgebraucht seien. Seine Frau habe ihre
Anstellung im Spital X._ im Oktober 2000 aufgegeben zugunsten seiner Pflege und
Hilfe, wodurch sie eine jährliche Einkommenseinbusse von mindestens Fr. 30'000.- bis
Fr. 40'000.- erleide (act. G 15).
B.f Die Beschwerdegegnerin nahm von jener Eingabe Kenntnis und verzichtete am
9. Februar 2009 auf eine Gegenäusserung (act. G 17).
B.g Am 16. März 2009 ging dem Gericht ein Schreiben des Beschwerdeführers vom
12. März 2009 zu, in dem er auf ein gleichentags gestelltes, beigelegtes Gesuch an die
SVA St. Gallen verwies (act. G 18). In jenem Gesuch beantragte er die rückwirkende
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Ausrichtung von EL ab 1. Januar 2008 und die Vergütung von Krankheits- und
Behinderungskosten. Diese Anträge belegte er mit weiteren Unterlagen (act. G 18.1).
Die Beschwerdegegnerin wurde über die Eingabe informiert (act. G 19).
B.h Auf weitere Vorbringen der Parteien wird – sofern entscheidwesentlich – im
Rahmen der Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.
1.1 Streitig und im vorliegenden Verfahren zu beurteilen ist die Rückforderung der im
Jahr 2005 sowie zwischen Oktober 2006 und Februar 2008 bezahlten EL einerseits und
der Anspruch des Beschwerdeführers auf EL ab 1. März 2008 andererseits.
1.2 Auf den 1. Januar 2008 ist das neue Bundesgesetz über Ergänzungsleistungen
zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG; SR 831.30) in Kraft
getreten. Es ersetzt das ELG vom 19. März 1965 in der bis 31. Dezember 2007 gültig
gewesenen Fassung. In Bezug auf die vorliegend zu beantwortenden Fragestellungen
hat sich die Rechtslage materiell jedoch nicht geändert.
2.
Die Beschwerdegegnerin hat mit der Verfügung vom 21. Februar 2008 ordentliche
(Fr. 14'336.-) und ausserordentliche EL (Fr. 12'093.-) zurückgefordert (EL-act. A 25). Als
Rechtsmittel hat sie in dieser Verfügung korrekterweise nur die Einsprache angegeben,
deren Frist sowohl für die kantonalrechtlichen ausserordentlichen EL als auch für die
bundesrechtlichen ordentlichen EL jeweils 30 Tage beträgt (vgl. Art. 11 ELG/SG
[sGS 351.5] und Art. 52 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Gegen den kantonalrechtlichen Teil des
Einspracheentscheids (a.o. EL) wäre nach Art. 42 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 47 Abs. 1
des st. gallischen Verwaltungsrechtspflegegesetzes (VRP; sGS 951.1) innert 14 Tagen
Rekurs beim kantonalen Versicherungsgericht zu erheben gewesen. Im angefochtenen