Decision ID: 587e2e36-c2db-4b6c-b696-2e2d8721af59
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 19
57
, arbeitete seit
dem
2
9
.
Ma
i 1
990 als Dachdecker für die
Y._
und war in dieser Eigenschaft bei der
Suva
gegen die Folgen von Unfällen versichert (Urk.
7
/1). Am 2.
Dezember 2015 rutschte er beim Ziegelverteilen auf der Lattung aus
und fiel hin, wobei sein rechter Arm auf einen Ziegelbund prallte (Urk. 7/1).
Die Erstbehandlung erfolgte am selben Tag im
Z._
, wo nach der MRI-Untersuchung im
A._
vom
9.
Dezember 2015 eine Subluxation der langen
Bizeps
sehne
im
Pulley
rechts sowie
eine grosse Ruptur der
Subskapularis
-,
Supra
spinatus
- und
Infraspinatussehne
rechts diag
nostiziert wurde
(Urk. 7/9 S. 2, Urk. 7/20 S. 1
,
Urk.
7/23 S. 1
). Deswe
gen wurde d
er Versicherte am 1
1.
Dezember 2015 im
Z._
an der rech
ten Schulter operiert
(Urk. 7/9 S.
2)
.
Die Suva erbrachte Heilbehandlungs- und Taggeld
leistungen (Urk. 7/2-3, Urk.
7/6).
Im weiteren Verlauf
wurde
am
2.
Feb
ruar 2017 eine Bursitis des rechten Ellbogens mit einer
Bursektomie
behandelt (
Urk.
7/18 S.
2
; Urk. 7/19 S. 2
).
Vom 2
4.
August bis 2
8.
September 2016 befand sich der Versicherte zur stationären Rehabilitation in der
B._
(
Urk.
7/47).
1.2
Nach der Schlussbesprechung in der
B._
vom
6.
Oktober 2016 teilte die Suva dem Versicherten
am 12. Oktober 2016
mit, dass
sie
ihre Heil
behand
lungsleistungen einstellen und das Taggeld noch bis zum 31. Dezember 2016 aus
richten werde (Urk. 7/49 S. 1).
In der Folge sprach sie ihm mit Verfügung vom
1.
Februar 2017 mit Wirkung ab
1.
Januar 2017 bei einem Invaliditätsgrad von 16
%
eine
Invalidenrente zu. Mit derselben Verfügung teilte sie dem Ver
si
cher
ten
zudem
mit, dass ein allfälliger Anspruch auf eine Integritätsent
schä
di
gung
voraussichtlich Ende des Jahres 2017 geprüft werde
(
Urk.
7/72). Dagegen erhob der Ver
sicherte am
3.
März 2017 Einsprache (
Urk.
7/78). Mit Eingabe vom
2
6.
April 2017 reichte
der
Versicherte
eine ergänzende
Einsprachebegründung
ein (Urk.
7/88).
Der Versicherte
informierte
die
Suva am
2
4.
Mai 2017
sodann darü
ber
, dass
ihm
die Eid
ge
nössische Invalidenversicherung berufliche Mass
nah
men
zugesprochen habe (Urk. 7/9
0-92
). In der Folge gewährte die Sozialversiche
rungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, dem Versicherten am
3.
Juli 2017
Arbeitsvermittlung
(Urk.
7/93)
.
Die Suva wies die Einsprache
des Versicherten
gegen ihre Verfügung vom
1.
Februar
2017 m
it
Einspracheentscheid
vom 16. November 2017
ab,
soweit sie darauf ein
trat
(
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 1
5.
Dezember 2017 Beschwerde und beantragte
(
Urk.
1 S. 2-3)
:
«
1.
Es sei der Einsprache-Entscheid der Beschwerdegegnerin vom 1
6.
November 2017 aufzuheben
.
2.
Es sei
en dem Beschwerdeführer weiterhin die Taggelder und Heilungskosten auch nach dem 3
1.
Dezember 2016 auszurichten
.
3.
Es seien dem Beschwerdeführer nach Absc
hluss der Eingliederungsmass
nah
men und bei der Erreichung des medizinischen Endzustandes eine UVG-IV-Rente auf der Basis eines korrekten Vergleichs zwischen Validen- und Invali
deneinkommen sowie eine angemessene Integritätsentschädigung zu
zu
spre
chen.
4.
Es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, auch für zukünftige, noch anfallende medizinische Massnahmen, welche zur Erhaltung des Gesund
heits
zustandes des Beschwerdeführers dienen aufzukommen.
5.
Eventualiter: Es sei durch einen anerkannten Schulterspezialisten und einen Psychiater ein definitives Zumutbarkeitsprofil und durch diese die Erwerbs
fähigkeit und Integritätsentschädigung bestimmen zu lassen.
6.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MWST zu Lasten der
Beschwerdegegnerin.
»
Mit Beschwerdeantwort vom 2
6.
Januar 2018 beantragte die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6, unter Beilage ihrer Akten [
Urk.
7/1-104]),
was dem Beschwerdeführer am 2
9.
Januar 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar
2017 sind die am 25. September
2015 beziehungsweise am
9. Novem
ber 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setz
es über die
Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversi
c
he
rung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
2.
Dezember 2015
ereignet
(Urk. 7/1)
, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vor
lie
gen
den Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behand
lung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil
weise arbeits
unfähig (Art. 6
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des
Sozialversiche
rungsrechts, ATSG
), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Tag
geld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Renten
anspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine
namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und all
fällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlos
sen
sind.
Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeld
leis
tungen dahin
(Art. 19 Abs. 1 UVG).
Wird der Entscheid der IV über die (berufliche) Eingliederung erst später gefällt, kann dies Anlass für eine das Taggeld ablösende Übergangsrente nach Art. 19 Abs. 3 UVG in Verbindung mit Art. 30 UVV bilden. Damit eine Übergangsrente nach Art. 19 Abs. 3 UVG ausgerichtet werden kann, muss der ausstehende IV-Entscheid über die berufliche Eingliederung Vorkehren beschlagen, welche einer Eingliederungsproblematik aufgrund eines unfallkausalen Gesundheitsschadens gelten. Rechtsprechungsgemäss kann sich sodann der in Art. 19 Abs. 1 erster Satz UVG vorbehaltene Abschluss allfälliger IV-Eingliederungsmassnahmen, soweit es um berufliche Massnahmen geht, nur auf Vorkehren beziehen, welche geeignet sind, den der Invalidenrente der Unfallversicherung zu Grunde zu legenden Inva
lidi
tätsgrad zu
beeinflussen. Für das Vorliegen dieser Voraussetzungen braucht es
konkrete Anhaltspunkte (Urteil des Bundesgerichts 8C_588/2013 vom 16. Januar 2014 E. 3.4 mit Hinweisen).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem einge
tre
tenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um
stände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1
.
4
1
.
4
.1
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.4.2
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfo
lgen deckt sich die adäquate, das heisst
rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang prak
tisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.4.3
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische Ge
sund
heitsschädigung herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergangenen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psychische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut verkraften als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus versicherungsmässiger Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren (BGE 115 V 13
3 E. 4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinweisen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei
-
aus
gehend vom augenfälligen Geschehensablauf - folgende Einteilung vorgenomm
en wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle ander
seits und schliesslich der
dazwischen liegende
mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E. 5b/
aa
; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
1.4.4
Bei banalen Unfällen wie zum Beispiel bei geringfügigem Anschlagen des Kopfes oder Übertreten des Fusses und bei leichten Unfällen wie zum Beispiel einem gewöhnlichen Sturz oder Ausrutschen kann der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne weite
res verneint werden, weil aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung aber auch unter Einbezug unfallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen werden darf, dass ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen erheblichen Gesundheits
schaden zu verursachen (BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
, 115 V 133 E. 6a).
1.4.5
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Un
falles
allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamt
wür
digung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
-
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
-
körperliche Dauerschmerzen;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109 E.
6.1, 115 V 133 E. 6c/
aa
).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beur
teilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr. U 346 S. 428, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.; SVR 1996 UV Nr. 58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie zum Beispiel eine auf
fallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit infolge schwie
rigen Heilungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes beziehungs
weise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Krite
rien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenzbereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Würdigung des Unfalles zu
sammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu forschen,
die möglicherweise die psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit mitbegünstigt haben
könnten (BGE 115 V 133 E. 6c/
bb
, vgl. auch BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
; RKUV 2001 Nr.
U 442 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S. 448 ff., 1996 Nr. U 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
1.5
1.5.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
-
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sam
men
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.5.2
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuver
lässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erheb
liche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt,
ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gutachterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
1.5.3
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
sind fachmedizinische Stellung
nahmen der
B._
, soweit sie von der Suva verlangt werden, nicht als Gutachten unabhängiger Sachverständiger im Sinne von
Art.
44
ATSG
zu betrachten (BGE 136 V 117 E. 3.4).
1.6
Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Recht
s
verhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen, zu denen die zustän
dige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich
-
in Form einer Ver
fügung be
zieh
ungsweise eines
Einspracheentscheids
-
Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung beziehungsweise der
Einspracheentscheid
den beschwer
deweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung beziehungsweise kein
Einspracheentscheid
ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
2
.
2
.1
Dem Austrittsbericht der
B._
vom 27. September 2016 sind fol
gende Diagnosen zu entnehmen (Urk. 7/47 S. 1-2):
-
Unfall vom 2. Dezember 2015: Sturz bei der Arbeit auf Ziegelsteine mit Prellung der rechten Schulter: Subluxation der langen
Bizepssehne
im
Pulley
rechts, grosse Ruptur der
Subskapularis
-,
Supraspinatus
- und
Infra
spinatussehne
rechts
-
9. Dezember 2015 MRI Halswirbelsäule (HWS): Degenerative Verände
rungen C5/6 und C6/7 mit
breitbasiger
Protrusion
und
Spondylarth
rose
, insgesamt aber kein Hinweis auf eine Nervenwurzelkompression
-
9. Dezember 2015 MR-
Arthro
Schulter rechts: Die Schulter zeige eine Ruptur der
Supraspinatussehne
,
eine Partialruptur von
Subscapularis
- und
Infraspinatussehne
jeweils ansatznahe.
Pulley
-Läsion und
Ten
dinopathie
der langen
Bizepssehne
. Keine Muskelatrophie. Zusätzlich AC-Gelenksarthrose
-
11. Dezember 2015 Arthroskopie Schulter rechts mit
subakromialer
De
kompression und
Bursektomie
, offene
Refixation
der
Rot
at
orenman
schette
-
2. Februar 2016
Bursektomie
Ellenbogen rechts und Abtragung des Knochensporns
-
Pangastritis
-
Refluxsymptomatik
-
Schlafstörung
-
Lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom
-
Beta-
Thalassämie
minor
2
.2
In der somatischen Beurteilung wurde sodann unter anderem festgehalten, dass der Beschwerdeführer weiterhin über bewegungsabhängige Schmerzen in der rechten Schulter sowie eine Bewegungseinschränkung klagen würde. Währen
d
der Rehabilitation habe sich der Beschwerdeführer nur schlecht belasten lassen. Er habe
über zunehmende
Schmerzen geklagt und auch immer wieder gesagt, dass sich die Situation nicht verbessere. Der Beschwerdeführer habe mehrmals die Angst geäussert, dass etwas bei der Operation
schiefgelaufen
sein könnte. Als
dann hätten sich beim Rehabilitationsprogramm einige Inkonsistenzen ge
zeigt. Beispielsweise sei die gezeigte Beweglichkeit während der Einzeltherapie in der Physiotherapie deutlich eingeschränkter als zum Beispiel bei Übungen in der Arbeitssimulation oder bei Aktivi
täten des Beschwerdeführers ausserhalb des Trainings. Der Beschwerdeführer habe auch immer wieder über Schmerzen
ge
klagt
, die von der rechten Schulter bis in
die HWS hinaufziehen würden und auch zu Kopfschmerzen führ
t
en. Aus diesem Grund sei der Beschwerdeführer am 14. September 2016 neurologisch untersucht worden. Aus neurologischer Sicht sei die Symptomatik am ehesten mit einem
zervikogenen
Kopfschmerz und
pseu
doradikulärer
Schmerzausstrahlung in den rechten Arm erklärbar. Zudem könnte die posttraumatische Degeneration im Bereich des rechten Schultergelenks zu den geklagten Beschwerden beitragen. Das Beschwerdebild werde im Rahmen eines dysfunktional gefärbten Umgangs- und Bewältigungsmuster
s
der Schmerzen deut
lich überlagert, welches zu einem gewissen Anteil auch durch eine psychische Problematik mitverursacht werde (Urk. 7/47 S. 4).
2
.3
Bezüglich Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers hielten die Ärzte der
B._
sodann
ebenfalls fest, dass eine mässige Symptomausweitung beo
bachtet worden sei. Diese sei teilweise auf eine psychische Störung zurück
zufüh
ren. Die Resultate der physischen Leistungstests seien deshalb für die Beur
tei
lung der zu
mutbaren körperlichen Belastbarkeit nur teilweise verwertbar. Das Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkungen lasse sich mit den ob
jektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung und bild
gebenden Ab
klärung sowie den Diagnosen (aus somatischer Sicht) nur zum Teil erklären. Die Beurteilung der Zumutbarkeit stütze sich wesentlich auf medi
zinisch-theoretische Überlegungen, unter Berücksichtigung der Beobachtungen bei den Leistungstests und im Behandlungsprogramm (Urk. 7/47 S. 2).
Für den bisherigen Beruf des Beschwerdeführers als Dachdecker seien die An
forderungen zu hoch, weil diese Tätigkeit ein häufiges Hantieren mit schweren Lasten sowie eine Arbeit mit beiden Armen länger dauernd über Brusthöhe erfordern würde. Die Tätigkeit als Dachdecker sei dem Beschwerdeführer daher nicht mehr zumutbar. Ab dem 29. September 2016 (Austritt aus der
B._
) bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % für die Tätigkeit als Dach
decker (Urk. 7/47 S. 2).
Eine
(mindestens) leichte bis mittelschwere Arbeit ohne Tätigkeit mit dem rechten Arm länge
r dauernd über Brusthöhe sei dem
Beschwerdeführer jedoch ganztags zumutbar (Urk. 7/47 S. 3).
3
.
3
.1
Zu prüfen ist zu
nächst, ob die Beschwerdegegnerin den Fall zu Recht per 31. Dezember 2016 abgeschlossen hat beziehungsweise, ob sie dem Beschwerde
führer
über den 3
1.
Dezember 2016 hinaus Heilbehandlungs- und Taggeldleistun
gen zu erbringen hat.
3
.2
Der Beschwerdeführer befand sich vom 2
4.
August bis 2
8.
September 2016 zur stationären Rehabilitation in der
B._
(
Urk.
7/47/1). Dem Aus
trittsbericht der
B._
vom
2
7.
September 2016 ist zu entnehmen, dass keine Verbesserung der beim Beschwerdeführer bestehenden Schmerzprob
lematik habe erreicht werden können. Seine körperliche Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit hätten beim Training auf einem tiefen Niveau nicht wesentlich ge
steigert werden können. Bezüglich der Beweglichkeit der rechten Schulter habe insgesamt keine wesentliche Verbesserung erreicht werden können (
Urk.
7/47 S.
5).
Dr.
med. C._
, Facharzt für physikalische Medizin und Rehabilitation,
B._
, hielt am 27. September 2016 zudem fest, dass ein stabiler medizinischer Zustand erreicht sei (
Urk.
7/46). Es ist
daher
nicht zu bean
standen,
dass die Beschwerdegegnerin davon ausgegangen ist,
von
der
Fort
setzung der ärztlichen Behandlung
sei bezüglich Folgen des Unfalls vom
2.
Dezember 2015
keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes
mehr
zu
erwar
te
n
.
3
.
3
3
.3.1
Der Beschwerdeführer
macht geltend
,
dass
er
beim Unfall vom
2.
Dezember 2015
nicht bloss organisch feststellbare Schädigungen erlitten habe.
Es bestünden auch
unfallbedingte psychische Einschränkungen
.
Dies sei anhand der medizinischen
Berichte erstellt.
Die diesbezüglichen Be
handlungen seien noch nicht abge
schlos
sen
und es sei zu erwarten, dass mit der Fortsetzung der Heil
be
handlung noch eine namhafte Besserung des
Gesundheitszustandes
er
zielt werden
könne
(
Urk.
1 S.
10).
Dazu ist festzuhalten, dass
die Besc
hwerdegegnerin mangels adäquaten
Kausalzusammenhang
s
nicht
für die vom Beschwerdefüh
rer geltend ge
machten psychischen Beschwerden leistungspflichtig
ist
(
E. 4.2.3
). Sie musste mithin nicht prüfen, ob sich der Beschwerdeführer noch in psychiatrischer Behandlung be
findet.
Im Übrigen hat der Beschwerdeführer
weder im Verwaltungsverfahren noch im vorliegenden Beschwerdeverfahren ausgeführt, dass er sich nach dem Aus
tritt aus der
B._
a
m 28. September 2016 zu einer Psychia
terin oder einem Psychiater
in
Behandlung begeben hätte.
Wenn der Beschwerde
führer
aber
keine Psychotherapie
begonnen
hat, so
kann
die Beschwerdegegnerin auch
nicht vorgeworfen werden, sie habe die
Ergebnisse
dieser Behandlung
nicht
ab
gewartet
.
3
.3
.2
Der Beschwerdeführer bringt weiter vor,
dass die Eingliederungsmassnahmen der IV noch nicht abgeschlossen seien
, weshalb die Rentenprüfung auch aus diesem Grund
zu früh erfolgt
sei
(
Urk.
1 S. 11).
Wie festgehalten
(E. 1.2)
,
kann sich der in Art. 19 Abs. 1 erster Satz UVG vorbehaltene Abschluss allfälliger IV-Eingliede
rungsmassnahmen, soweit es um berufliche Massnahmen geht, nur auf Vorkehren beziehen, welche geeignet sind, den der Invalidenrente der Unfallversicherung zu Grunde zu legenden Invaliditätsgrad zu beeinflussen.
Erforderlich ist, dass f
ür das Vorliegen dieser Voraussetzungen konkrete Anhaltspunkte
bestehen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_588/2013 vom 16. Januar 2014 E. 3.4 mit Hinweisen).
Solche Gründe sind vom Beschwerdeführer nicht dargetan worden und aufgrund der Akten auch nicht ersichtlich.
G
emäss der Mitteilung der IV-Stelle vom
3.
Juli 2017 gewährt diese dem Beschwerdeführer Arbeitsvermittlung
beziehungsweise Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche. Dies umfasst ein Assessment sowie die Suche einer angepassten Arbeitsstelle (
Urk.
7/93 S. 2). Soweit ersicht
lich, gewährte die IV-Stelle dem Beschwerdeführer einzig Arbeitsvermittlung. Von dieser beruflichen Massnahme ist keine Steigerung seines Einkommens, wel
ches er trotz
seiner unfallbedingten Einschränkungen noch erzielen könnte
,
zu erwarten. Es kann daher auch nicht gesagt werden, dass die Arbeitsvermittlung
der IV-Stelle
Einfluss auf den Einkommensvergleich
, wonach sich der für die Rente massgebende Invaliditätsgrad bestimmt, hätte. Es ist daher ebenfalls nicht zu beanstanden, dass die
Beschwerdegegnerin das
Ende der Arbeitsvermittlung der IV-Stelle per 1
9.
Februar 2018 (
Urk.
7/93 S. 2)
nicht abgewartet hat
.
Es ist zudem nicht bekannt, aufgrund welcher gesundheitlicher Einschränkungen die IV-Stelle
dem Beschwerdeführer berufliche Massnahmen
gewährt hat.
Als sogenannt finale Versicherung unterscheidet die
Eidg
. Invali
denversicherung nicht zwischen krankheits- oder unfallbedingte
r
Invalidität (statt vieler: BGE 124 V 174 E. 3b; Urteil des Bundesgerichts 8C_220/2013 vom
4.
Juli 2013 E. 3 mit weiteren Hinweisen). Wie ausgeführt, macht der Beschwerdeführer auch psychi
sche Beschwerden geltend, für welche die Beschwerdegegnerin nicht leistungs
pflichtig ist
(E.
4.2.3
)
.
Es fehlen
somit
konkrete Anhaltspunkte, aufgrund derer zu schliessen wäre, dass
ihm
die IV-Stelle aufgrund der unfallbedingten Einschrän
kun
gen weitere berufliche Massnahmen in Aussicht gestellt hat.
3
.4
Demnach lag gemäss den Ärzten der
B._
beim Austritt des Be
schwerdeführers am 2
8.
September 2016 ein stabiler medizinischer Zustand vor. Der Abschluss einer allfällige
n
Behandlung der vom Beschwerdeführer geltend gemachten psychischen Beschwerden muss
te
von der Beschwerdegegnerin nicht abgewartet werden, weil sie diesbezüglich nicht leistungspflichtig
ist. Schliesslich hindert auch die von der IV-
Stelle gewährte Arbeitsvermittlung den Fallabschluss durch die Beschwerdegegnerin nicht, denn diese berufliche Mass
nahme ist nicht geeignet, den
der Invalidenrente der Unfallversicherung zu Grunde zu legenden Invaliditätsgrad
zu beeinflussen.
Es ist daher nicht
zu bean
standen, dass die
Beschwerdegegnerin den
Fall per 3
1.
Dezember 2016 abge
schlossen hat.
Weitere Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen waren somit nicht geschuldet.
4
.
4
.1
Zu prüfen ist weiter, ob der Beschwerde
führer Anspruch auf eine höhere
Invali
denrente als eine solche bei einem Invaliditätsgrad von 16
%
hat.
4
.2
4
.2.1
Diesbezüglich ist zunächst darauf einzugehen, ob
die Beschwerdegegnerin für die vom Beschwerdeführer geltend gemachten
psychischen Beschwerden
leistungs
pflichtig ist.
Hierfür wäre erforderlich, dass diese Beschwerden in einem natür
lichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum Unfall vom
2.
Dezember 2015 stehen
(E. 1.3 und E. 1.4.3
-
1.4.5).
Der Beschwerdeführer bringt vor
, er leide an einer
Angstsymptomatik
. Diese
sei nicht sekundäre Unfallfolge, sondern Symp
tom beziehungsweise direkte Auswirkung des als Unfall anerkannten Ereig
nisse
s vom
2.
Dezember 2015
, weshalb für eine Adäquanzprüfung kein Raum bestehe (Urk. 1 S.
10). Er sei in
D._
wegen seinem unfallbedingten psy
chischen Leiden behandelt worden. Die Beschwerdegegnerin habe die diesbezüg
lichen angefallenen Kosten übernommen und damit auch für das psychische Leiden
die Leistungspflicht anerkannt
(Urk. 1 S.
11).
Weil die Beschwerde
geg
nerin ihre Leis
tungspflicht vorbehaltlos und unbefristet anerkannt habe, liege es somit bei ihr, den Wegfall eines Kausalzusammenhangs mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit zu beweisen (Urk.
1 S.
10).
Während des
von der Beschwerde
gegnerin bezahlten
Aufenthalts
des Beschwerdeführers
in der
B._
vom 24. August bis 28. September 2016
fand am 2
6.
August 2016 eine psycho
somatische Abklä
rung statt (
Urk.
7/47 S. 9) und der Beschwerdeführer wurde
nebst anderen Thera
pien
, wie zum Beispiel manuelle Therapie, manuelle Weich
teiltechniken, Übungen zur Ver
besserung der Koordination der Nacken
musku
latur
und Gruppen
thera
pien
,
einmal wöchentlich «psychotherapeutisch unter
stützt»
(
Urk.
7/47 S. 5
; s. a. Urk. 7/38
). Die Panikstörung (ICD-10: F41.0) des Beschwerdeführers
(
Urk.
7/47 S.
3)
wurde
von den
Ärzten der
B._
jedoch nicht
unter den mit dem Unfall vom
2.
Dezember 2015 zusammenhän
genden Diagnosen auf
geführt (
vgl. Urk.
7/47 S.
1) und sie haben im Austrittsbe
richt vom 2
7.
September 2016
in der psychosomatischen Beurteilung
auch nicht festgehalten, dass es sich bei den Panikattacken des Beschwerdeführers um ein unfallbedingtes Leiden
handeln würde
(Urk. 7/47 S. 3). Daraus lässt sich
somit
nicht ableiten,
dass
die Beschwer
degegnerin
ein
en
Kausalzusammenhang zwischen den
vom Beschwerdeführer gel
tend gemachten psychischen Beschwer
den
und dem Unfall vom 2. Dezember 2015 anerkannt habe
.
Die Übernahme der Behandlungskosten für ein unfall
kau
sales Leiden setzt voraus, dass dieses Leiden auch als un
fall
kausal bezeichnet wird.
Zudem ist der «Zusammenfassung der
Entscheidgrund
lagen
für die Renten
festsetzung» der Beschwerdegegnerin zu entnehmen, dass die Beschw
erdegeg
nerin
gerade
davon ausging, dass die geltend gemachten psy
chi
schen Beschwer
den des Beschwerdeführers unfallfremd seien, weil sie in keinem adäquaten Kausalzusammenhang zum Unfall vom 2.
Dezember 2015 stehen (Urk.
7/71 S.
1).
Wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen, trifft diese Beurtei
lung im Ergebnis zu.
4
.
2.2
Im angefochtenen
Einspracheentscheid
führte die Beschwerdegegnerin aus, dass der Unfall vom
2.
Dezember 2015 wenn überhaupt, allerhöchstens als mittel
schwer an der Grenze zu leicht zu werten sei (
Urk.
2 S. 7).
Bei der Einteilung der Unfälle mit psychischen Folgeschäden in leichte, mittelschwere und schwere Unfälle ist nicht das Unfallerlebnis des Betroffenen massgebend, sondern das objektiv er
fassbare Unfallereignis (vgl. BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
, 115 V 133 E. 6; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2; RKUV 2005 Nr. U 549 S. 237, 1995 Nr. U 215 S.
91).
Der Beschwerdeführer bringt vor, dass er am
2.
Dezem
ber 2015 bei der Arbeit als Dachdecker vom Dach gestürzt sei und dabei hart auf die rechte Schulter gefallen sei (
Urk.
1 S. 5). In den vorliegenden Akten ist dem
gegenüber nicht von einem Sturz vom Dach die Rede.
Der Schadenmeldung
der ehemaligen Arbeitgeberin des Beschwerdeführers
vom
3.
Dezember 2012
ist zum Unfallhergang zu entneh
men, dass der Beschwerdeführer dabei gewesen sei
,
Ziegel zu verteilen, als er
um 15.30 Uhr
auf der Lattung ausgerutscht und hin
ge
fallen sei. Sein Arm sei direkt auf einen Ziegelbund geprallt (
Urk.
7/1 S. 1).
Mit Blick auf die Rechtsprechung des Bundesgerichts (E.
1.4.4) ist dieses Ereignis als banaler Unfall zu qualifizieren.
Daran ändert sich auch nichts,
dass
der Beschwerde
führer beim Sturz den Arm angeschlagen hat.
Das Bundesgericht ging namentlich von einem leichten Unfall aus, als ein Versicherter bei seinen Betonfräsarbeiten von einem ca. 600 kg schweren Betonblock am rechten Oberarm getroffen wurde (Urteil des Bundes
gerichts U 5/01 vom 1
5.
Oktober 2001 E. 5). Zum
Vergleich ist auf einen weiteren vom Bundesgericht beurteilten Fall hinzuweisen, bei dem der
als Spengler tätig gewesene
Versicherte auf einem Dach
auf einem Kabel ausglitt, die Dachschräge hinunterrutschte
und den drohenden
Sturz aus rund 9 Metern Höhe durch Fest
halten an einer Dachrinne gerade noch vermeiden konnte. Dieser Unfall
war
gemäss dem Bundesgericht im mittleren Bereich einzuordnen (
vgl. den Sach
ver
halt sowie E. 4b des
Urteil
s
des Bundes
ge
richts U 14/01 vom 3
0.
April 2001).
Das Ereignis vom
2.
Dezember 2015
war eindeutig weniger gravierend.
4
.2.3
Weil der Unfall vom
2.
Dezember 2016 als leichter Unfall anzusehen ist, ist ein
adäquater Kausalzusammenhang zwischen diesem Ereignis und den vom Be
schwer
deführer geltend gemachten Beschwerden ohne weiteres zu verneinen (E.
1.4.4 vorstehend). Die Beschwerdegegnerin ist für diese psychischen Be
schwer
den somit nicht leistungspflichtig.
4
.3
4
.3.1
Was die unfallbedingten somatischen Einschränkungen des Beschwerdeführers betrifft, so ist
gestützt auf den Austrittsbericht der
B._
vom 27. September 2016 (Urk. 7/47) - welcher die von der Rechtsprechung aufgestell
ten Anforderungen an den Beweiswert eines medizinischen Berichtes (E.
1.5) erfüllt -
davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer zwar die bisherige Tätig
keit als Dachdecker nicht mehr zumutbar ist, er in einer leidensangepassten Tätig
keit aber zu 100
%
arbeitsfähig ist (
Urk.
7/47 S. 2-3).
4
.3.2
Beim Einkommensvergleich gehen sowohl der Beschwerdeführer als auch die Beschwerdegegnerin von einem hypothetischen
Valideneinkommen
2016 in der Höhe von Fr. 75'492.-- aus (
Urk.
1 S.
14, Urk.
2 S. 10
).
D
avon
ist vorliegend nicht abzuweichen.
4
.3.3
Die Beschwerdegegnerin hat das Invalideneinkommen mittels Lohnangaben aus ihrer Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP) ermittelt (Urk. 2 S. 9-10). Dabei
resultierte ein hypothetisches Invalideneinkommen 2016 von Fr. 63'584.-- (Urk. 2
S. 10).
Der Beschwerdeführer stellt sich demgegenüber auf den Stand
punkt, dass die DAP-Löhne nicht
herangezogen werden könnten
(
Urk.
1 S. 11-13). Wie es sich damit verhält
,
kann
offen bleiben
, da der Beschwerdeführer auch dann keinen höheren Rentenanspruch hat,
wenn
- wie vom Beschwerdeführer bean
tragt (Urk. 1 S. 14)
-
für die Ermittlung des Invalidenein
kommens auf einen Tabel
len
lohn ge
mäss der vom Bundesamt für Statistik
herausgegebenen Schwei
ze
rischen Lohnstrukturerhebung (LSE) abgestellt wird
.
Hierfür ist
die bis zum
Einspracheentscheid
vom 1
6.
November 2017 aktuellste publizierte LSE (BGE 143 V 295 E. 4.1.3-4.1.7), somit die LSE 2014
, heran
zu
ziehen
.
Dabei ist von dem in der LSE 2014 (Tabelle TA1)
standardisierten Monats
lohn (Zentralwert) eines im privaten Sektor tätigen Mannes, Kompetenzniveau 1, ganze Schweiz, in der Höhe von
Fr.
5'312.-- auszugehen (vgl. die Tabelle BFS-Nummer je-d-03.04.01.20.41).
Aufgerechnet auf die durchschnittliche Wochen
arbeitszeit 2014 von 41,7 Stunden (vgl. die Tabelle BFS-Nummer je-d-
03.02.03.01.04.01 «Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen») resu
l
tiert ein Wert von monatlich Fr.
5‘537.-- beziehungsweise ein Jahres
ein
kommen von Fr. 6
6
‘
444
.--. Bereinigt um die Nominallohnentwicklung/Männ
er (2014: 103.3; 2016: 104.4, vgl. die Tabelle BFS-Nummer je-d-03-04-03.00.03 «T1.10 Nominallohnindex, 2011-2017» [Basis 2010 = 100]) führt dies
in einem Zwischenschritt
zu einem hypothetischen Invalideneinkommen
2016
von
Fr. 6
7
‘
151.--
.
Zum
Abzug vom Tabellenlohn (vgl. dazu insbes. BGE 126 V 7
5
)
bringt der Beschwerdeführer
vor
, dass er heute nur noch eine leichte bis maximal mittel
sch
were Tätigkeit verrichten könne
, wobei Heben über Brusthöhe nicht mehr möglich sei. Er sei nunmehr 60 Jahre alt und habe seit seiner Einreise in die Schweiz während über 26 Jahren für dieselbe Arbeitgeberin als Dachdecker gearbeitet. Er habe nie eine andere Arbeit verrichtet. Aufgrund dessen würde er nur sehr schwer wieder eine Anstellung finden, weshalb unter Berücksichtigung aller Umstände vorliegend ein Abzug vom Tabellenlohn von mindestens 15
%
zu ge
währen sei (
Urk.
1 S. 15).
Die Recht
spre
chung gewährt insbe
sondere dann einen Abzug auf dem Invalidenein
kom
men, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeiter
tätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit ein
geschränkt ist
(BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
;
Urteil des Bundes
gerichts 8C_557/2018 vom 18. Dezember
2018 E.
3.3 mit Hinweis)
.
Entgegen der Darstellung des Be
schwer
deführers ist i
h
m gemäss
des
von den Ärzten der
B._
formulierten Zumutbarkeitsprofils
nur ein «länger dauernder» Einsatz des rechten Armes über Brusthöhe (
Urk.
7/47 S.
3)
nicht mehr zumutbar. Ihm steht
somit grundsätzlich eine Vielzahl von leichten Hilfsarbeitertätigkeiten offen.
Der Ein
schränkung ist mit einem leidensbedingten Abzug vom Tabellenlohn von 5
%
Rechnung zu tragen.
Anderseits gilt es aber z
u berücksichtigen, dass sich nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
das Alter bei Beschäftigungen mit nie
drigem Anforderungsprofil lohnmässig weit weniger stark auswirkt als bei der Gruppe der anspruchsvollen und schwierigen Arbeiten (Urteil des Bundesgerichts 9C_733/2008 vom 1
5.
Januar 2009 E. 4.3 mit Hinweis). Gleiches gilt für die Bedeutung der Dienstjahre beim selben
Arbeitgeber (BGE 126 V 75 E. 5a/cc). Anhaltspunkte für einen Abzug vom Tabellenlohn unter einem anderen Titel sind nicht ersichtlich.
Unter Berücksichtigung ein
es leidensbedingten Abzugs vom Tabellenlohn von 5
%
resultiert ein hypothetisches Invalideneinkommen 2016 von
Fr.
63'793.--.
4
.3.4
Beim Einkommensvergleich (
Valideneinkommen
: Fr. 75'492.--, Invalidenein
kommen
:
Fr.
63'793.--
) resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr.
11’699
.
-- bezie
hungsweise
ein Invaliditätsgrad von gerundet 15
%
.
Es ist daher nicht zu bean
standen, dass die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 16
%
zugesprochen hat.
5
.
Des Weiteren beruft sich der Beschwerdeführer auf
Art.
21 UVG. Gemäss dieser Bestimmung werden nach der Festsetzung der Rente dem Bezüger namentlich, dann Pflegeleistungen und Kostenvergütungen (
Art.
10-13 UVG) gewährt, wenn er zur Erhaltung seiner verbleibenden Erwerbsfähigkeit dauernd der Behandlung und Pflege bedarf (
Art.
21
Abs.
1
lit
. c UVG). Aufgrund des Austritts
berichts der
B._
vom 2
7.
September 2016 (
Urk.
7/47) ist zu schliessen, dass diese Voraussetzungen im Fall des Beschwerdeführers nicht gegeben
sind
. Die vom Beschwerdeführer
einzig
angeführte Stellungnahme der Kreisärztin der Be
schwerdegegnerin
(
Urk.
1 S. 16)
bezieht sich
auf das Vorgehen bei der
Ein
schät
zung des Integritätsschadens (
Urk.
7/54), weshalb der Beschwerdeführer bezüg
lich der Anwendbarkeit von
Art.
21 UVG daraus nichts zu seinen Gunsten ab
leiten kann.
6
.
Dieser Stellungnahme der Kreisärztin der Beschwerdegegnerin zur
Beurteilung des Integritätsschadens
vom 3
0.
November 2016
ist zu entn
ehmen, dass die Ein
schätzung erst in rund zwei Jahren vorgenommen wird (
Urk.
7/54). Dement
spre
chend war die Integritätsentschädigung nicht Gegenstand der Verfügung vom 1. Februar 2017 (
Urk.
7/72) und des angefochtenen
Einspracheentscheids
vom 1
6.
November 2017 (
Urk.
2). Auf den Antrag des Beschwerdeführers auf
Zu
sprache
einer Integritätsentschädigung kann daher mangels Anfechtungs
objekt (E.
1.6) nicht eingetreten werden. Der Beschwerdeführer hat nicht geltend ge
macht, dass die Beschwerdegegnerin zu Unrecht noch nicht über sei
n
en all
fälli
gen Anspruch auf Integritätsentschädigung entschieden habe (vgl.
Urk.
1 S. 16). Weiterungen dazu können somit
u
nterbleiben.
7
.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde, soweit auf sie ein
zu
treten
ist
. Bei diesem Ergebnis erübrigen sich weitere Abklärungen.