Decision ID: 635f9d11-aa4c-429a-9d66-8ab9a09aceed
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1973, war seit
dem 2
0.
März 2010
in einem Pensum von 60
%
als Rei
nigerin bei der Y._
angestellt
und in diesem Rahmen
bei der
Suva
gegen die
Folgen von Unfällen versichert
(Urk.
11/2
Ziff.
3
).
Am
12. Juni 2012
zog sich
die Versicherte,
als sie mit ihrem Fahrzeug im
Gubrist
tunnel
in eine Frontalkollision verwickelt wurde, bei welcher zwei Personen im entgegenkommenden Fahrzeug ums Leben kamen, Frakturen an den
Lendenwir
belkörper
n
(LWK) 1 bis 3 links, eine
Thoraxkontusion
, eine Distorsion
der Hals
wirbelsäule (HWS)
sowie Kniekontusionen beidseits zu. Weiter entwickelte die Versicherte eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS
; vgl.
Urk.
11/11
/1
-
2
,
Urk.
11/11/7-9,
Urk.
11/26,
Urk.
11/60/2-3
).
Die Suva anerkannte ihre Leistungs
pflicht.
Gestützt auf das am
2
0.
November 2018 von den Gutachtern der
MEDAS
Z._
im Auftrag der Suva
erstattete
poly
disziplinäre
Gutachten
(
Urk.
11/415-419)
und die ergänzende
n
Stellungnahme
n
der Gutachter vom
4.
und vom
1
0.
Juli 2019
(
Urk.
11
/463
,
Urk.
11/465
)
stellte die Suva
mit Mittei
lung vom 2
0.
November 2019 (
Urk.
11/48
1
) die Heilkosten- und Taggeldleis
tungen per 3
0.
November 2019 ein und
sprach der Versicherten
m
it Verfügung vom
8.
Januar 2020
(Urk.
11/506
)
ab
1.
Dezember 2019
eine Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 4
3
%
und eine Integritätsentschädigung von 25
%
entsprechend
Fr.
31'500.-- zu. Die von der Versicherten erhobene Ein
sprache vom
1
0.
Februar 2020
(
Urk.
11/518)
wies die Suva mit
Einspracheent
scheid
vom
2
1.
August 2020 ab (
Urk.
2).
2.
Die Versicherte
erhob am 2
1
.
September
20
20
gegen den
Einspracheentscheid
vom 2
1.
August 2020 (
Urk.
2) Beschwerde und beantragte, es sei von einer Erwerbsunfähigkeit von mindestens 73
%
auszugehen, mithin sei ihr ab
1.
Dezember 2019 eine monatliche Invalidenrente von mindestens
Fr.
1'405.-- und eine Integritätsentschädigung von mindestens
Fr.
88'200.-- zu bezahlen. Weiter stellte sie den prozessualen Antrag um unentgeltliche Rechtsvertretung (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 1
7.
November 2020 (
Urk.
10)
beantragte die Suva die Abweisung der Beschwerde,
was der Beschwerdeführerin am 2
5.
November 2020 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
13). Am 1
8.
Februar 2021 (
Urk.
18) reichte die Beschwerdeführerin einen weiteren medi
zinischen Bericht (
Urk.
19) ein
und am 2
2.
Februar 2021 Unterlagen zur Abklärung der prozessualen Bedürf
tigkeit (
Urk.
20-21,
Urk.
22/1-19).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausge
brochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
1
2.
Juni 2012
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und i
n dieser Fassung zitiert werden
.
1.2
Gemäss
Art.
6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.3
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10
%
invalid (Art. 8
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungs
rechts; ATSG
), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.
4
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine angemes
sene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erheb
liche Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität erleidet. Die Integri
tätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den
am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht über
steigen
und wird entsprechend der Schwe
re des Integritätsschadens abge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädi
gung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraus
sichtlich während des ganzen Lebens minde
stens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beein
trächtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschä
digung die Richtlinien des Anhanges
3.
Fallen mehrere körperliche oder geistige Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung fest
gesetzt (Abs. 3).
1.
5
Die Bemessung der Integritätsentschädigung richtet sich laut Art. 25 Abs. 1 UVG nach der Schwere des Integritätsschadens. Diese beurteilt sich nach dem medizi
nischen Befund. Bei gleichem medizinischem Befund ist der Integritätsschaden für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär bemessen. Die Integri
tätsentschädigung der Unfallversicherung unterscheidet sich daher von der privatrechtlichen Genugtuung, mit welcher der immaterielle Nachteil individuell unter Würdigung der besonderen Umstände bemessen wird. Es lassen sich im Gegensatz zur Bemessung der Genugtuungssumme im Zivilrecht (vgl. BGE 112 II 131 E. 2) ähnliche Unfallfolgen miteinander vergleichen und auf medizinischer Grundlage allgemein gültige Regeln zur Bemessung des Integritätsschadens auf
stellen; spezielle Behinderungen der Betroffenen durch den Integritätsschaden bleiben dabei unberücksichtigt. Die Bemessung des Integritätsschadens hängt somit nicht von den besonderen Umständen des Einzelfalles ab; auch geht es bei ihr nicht um die Schätzung erlittener Unbill, sondern um die medizinisch-theo
retische Ermittlung der Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Integ
rität, wobei subjektive Faktoren ausser Acht zu lassen sind (BGE 115 V 147 E. 1, 113 V 218 E. 4b mit Hinweisen; RKUV 2001 Nr. U 445 S. 555 ff.).
1.
6
Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der Integritätsschäden aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht
abschliessenden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) wichtige und typische Schäden prozentual gewichtet (RKUV 2004 Nr. U 514 S. 416).
1.
7
Die Medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundesrät
lichen
Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Fein
raster) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für die Parteien nicht verbindlich, umso mehr als
Ziff.
1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, dass der in der Skala angege
bene Prozentsatz des Integritätsschadens für den «Regelfall» gilt, welcher im Ein
zelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicher
ten gewährleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
1.
8
Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Ent
scheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht folgt vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3).
1.
9
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren
Einspracheentscheid
(
Urk.
2) damit,
dass gestützt auf das beweiswertige Gutachten der
MEDAS
Z._
vom 2
0.
November 2018 davon ausgegangen werden könne, dass der Beschwerde
führerin aufgrund der psychischen Unfallfolge
n
eine halbtä
g
ige ausserhäusliche Tätigkeit zumutbar sei. Soweit
die Beschwerdeführerin
ihre Begründung einer Leis
tungsfähigkeit von maximal
24
%
im Wesentlichen auf
die Einschätzung von
med.
pract
.
A._
, Facharzt
für Psychiatrie und Psychotherapie,
vom
6.
Februar 2018 stütze, sei darauf hinzuweisen, dass dieser die Beschwerdeführerin nicht persönlich untersucht habe und ihm die Akten mit Stand per
Januar/Februar 2017
vorgelegen hätten (S. 6 ff.
Ziff.
3.1-3).
Der ausgehend vom Zumutbarkeitsprofil im
MEDAS
Z._
-Gutachten vorgenommene Einkommensvergleich ergebe eine Rente von 43
%
(S. 10 f.
Ziff.
4.1-3).
Gestützt auf die Feststellungen im
MEDAS
Z._
-Gutachten vom 2
0.
November 2018 sei gesamthaft von einer mittelschweren psychischen Störung auszugehen, wobei diese bei
Jahrzehnte lang bestehender familiärer Belas
tungssituation lediglich anteilig in kausalem Zusammenhang mit dem Unfallereignis stehe, weshalb von einer hälftigen Gewichtung und dement
sprechend von einem Integritätsschaden von 25
%
auszugehen sei (S. 12 f.
Ziff.
5.2
4).
2.2
Dagegen machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde (
Urk.
1) geltend,
dass auf das Gutachten der
MEDAS
Z._
vom 2
0.
November 2018 nicht abgestellt werden könne und bestritten werde, dass sie aufgrund ihrer psychi
schen Unfallfolgen noch in der Lage sein sollte, einer halbtägigen ausserhäus
lichen Tätigkeit nachzugehen. So sei
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
im Jahr
2014 von einer erheblichen Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit ausgegangen
,
und med.
pract
.
A._
habe in einer dem Leiden angepassten Tätigkeit am
6.
Februar 2018 lediglich noch eine Arbeitsfähigkeit von 20
%
bis 30
%
für realistisch gehalten. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb im
MEDAS
Z._
-Gutachten trotz festgehaltenen vorwiegend mittel
schweren Beeinträchtigungen auf eine
halbtägige
Arbeitsfähigkeit
geschlossen werde (S. 5
Rz
2.6-10). Sie sei maximal in der Lage, ein Arbeitspensum von 24
%
zu leisten, womit eine Erwerbsunfähigkeit von mindestens 73
%
resultiere (S. 6
Rz
2.11-13).
Insbesondere zur Beurteilung der geschuldeten Integritätsentschä
digung sei eine neue Begutachtung erforderlich (S. 6 ff.
Rz
3.1-7).
Weiter
sei nicht nachvollziehbar, weshalb bei ihr nicht zumindest eine mittelschwere psychische Störung vorliege, welche einem mindestens 50%igen Integritätsschaden gleich
komme. Es werde bestritten, dass somatische Unfallfolgen keine Rolle spielten. Unfallfremde innerfamiliäre Probleme täten dies auch nicht
;
so sei der Schwie
gervater bereits längere Zeit verstorben
. Nicht berücksichtigt seien dabei die sicherlich auch noch vorhandenen somatischen Störungen
(S. 8
Rz
3.8-9). Eine hälftige Gewichtung sei nicht angebracht
,
und es sei daher mindestens auf e
ine 70%ige Integritätseinbusse
entsprechend mindestens
Fr.
88'200.-- zu erkennen
(S. 8 f.
Rz
3.10
-11
)
.
2.
3
Strittig und zu prüfen ist
die Höhe des
Anspruch
s
der Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung
aufgrund der Folgen des
Unfallereignisses vom 1
2.
Juni 2012
und
ob
in diesem Zusammenhang auf das Gutachten der
MEDAS
Z._
vom 2
0.
November 2018 (
Urk.
11/415
-419
)
abgestellt werden kann.
3.
3.1
Die relevante medizinische Aktenlage präsentiert sich wie folgt:
3.
2
Dr.
phil.
C._
, Eidgenössisch anerkannte Psychotherapeutin, Fachpsy
chologin für Psychotherapie FSP
,
führte in ihrem
Verlaufsberich
t vom
2.
Oktober 2017 (
Urk.
11/365) aus, dass
die Beschwerdeführerin nach wie vor regemässig zur Psychotherapie komme und sich kooperativ und engagiert im psychotherapeu
tischen Prozess verhalte (S. 1 Mitte). In ihrer G
esamtbeurteilung
hielt
die Psycho
login
fest
, dass bei
der Beschwerdeführerin
insgesamt
von einer nochmaligen Verbesserung
ausgegangen werden könne. Ob dies der Endzustand des möglichen Heilungsverlaufes sei, könne sie nicht abschliessend beurteilen. Die reelle
Bedro
hung durch den Schwiegervater
sei nach wie vor vorhanden. Verbale Bedrohun
gen betreffend das Leben der Klientin würden mit Nachdruck wiederholt. Es könne nicht von einer genügenden Stabilität ausgegangen werden, welche für den ersten Arbeitsmarkt erforderlich sei. Es gebe Tage, an welchen es der Beschwerdeführerin gut gehe und auch eine Arbeit
in reduziertem
Pensum möglich sein sollte. Dann gebe es Tage, an welchen es zur Zunahme von Schmer
zen und Ängsten komme. Auslöser seien jeweils Faktoren aus dem biopsycho
sozialen Bereich wie Wetterwechsel, Bedrohungen seitens des Schwiegervaters oder physische Überlastungen. Es würde der Beschwerdeführerin
jedoch auch
sehr gut tun, zumindest in einem kleine
re
n
Rahmen (20
%
- 30
%
, wechseltätig und mit der Möglichkeit für Flexibilität)
wieder beruflich aktiv zu sei
n
, weil sie sich immer noch zu einem guten Teil über die Leistung definiere (S. 5 unten f.).
3.
3
Der
Konsil
iarpsychiater
der Beschwerdegegnerin,
med.
pract
.
A._
,
führte in seiner Beurteilung vom
6.
Fe
bruar 2018 (
Urk.
11/371)
nach Vorlage der Akten
aus,
dass eine Teilkausalität zwischen dem Unfallereignis und dem heutigen psy
chischen Zustandsbild nach wie vor mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu attestieren sei. Gleichwohl sei aber gut nachvollziehbar, dass ein gravierender, langjähriger Familienkonflikt gerade in Bezug auf die chronifizierte Schmerz
problematik nicht ohne weiteres zu vernachlässigen, sondern dass diesem Konflikt in seiner Auswirkung durchaus eine Bedeutung beizumessen sei
(S. 5 oben)
.
Dass die
Beschwerdeführerin
eine PTBS dur
ch
gemacht habe, stehe ausser Zweifel. Aufgrund des Berichtes
der
Psychotherapeutin dürfe davon ausgegangen werden, dass die Symptome dieses Störungsbildes in den Hintergrund getreten seien und dass, wie
schon seit längerer Zeit, Schmerzen, Stimmungsschwan
kungen und Ängste das manifeste psychische Erscheinungsbild prägten.
Es sei zutreffend
,
dass im Falle
einer
PTBS
mit g
leichzeitig erlittenen körperli
chen Ver
letzungen
sehr oft die Schmerzstörung zunehmend in den Vordergrund ge
rate
und das psychische Zustandsbild prägen
könne.
G
leichzeitig
müsse
hier aber auch darauf hingewiesen werden, da
ss solch
e
chro
nische
n
und von psy
chischer und physischer Gewalt geprägte
n
familiäre
n
Konflikte, wie sie die
Beschwerdeführerin
seit Jahren
erlebe
, an sich schon als begünstigender Faktor zur Ausbildung einer chronischen Schmerzstörung zu betrachten
seien.
Dieses Risiko w
achse
aber selbstverständlich, we
nn Unfallver
letzungen einen urs
prünglichen, sogenannten
«
somatischen Kern
»
einer solchen chronischen Schmerzstörung s
etzten. Dies alles unterstreiche
den sehr komplexen Zusammenhang zwisch
en Unfallverletzung, psychi
schem Trauma durch den Unfall
aber auch
durch die
jahrelange, erhebliche Belastung durch den erwähnten familiären Konflikt
(S. 5 Mitte)
.
Med.
pract
.
A._
führte aus, aus den vorliegenden Berichten über den Verlauf seit dem Unfallereignis
gehe
klar hervor, dass die Befunde bei der
Beschwerde
führerin
stets
als konsistent beurteilt
worden seien.
Auch die im letzten Bericht vom
2.
Oktober
2017
von
der
Psychotherapeutin erwähnten Schwankungen bezüglich der Leistungsfähigkeit und der Belastbarkeit
seien
nachvollziehbar -
eben durch immer wieder auftretende negative Einflüsse durch das familiäre Umfeld
- begründet. Die Persönlichkeit der
Beschwerdeführerin
, welche einerseits als sehr verlässlich, andererseits aber auch als sehr leistungsorientiert beschrieben w
erde
, ha
be
sowohl einen gü
nstigen, als auch einen erschwe
renden Einfluss auf die Bewältigung der gesundheitlichen und allgemeinen Lebenssituation
(S. 5 unten).
Zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin führte med.
pract
.
A._
aus, dass bald sechs Jahre
nach dem Unfallereignis
nach langjähriger adäquat durchge
führter p
sychotherapeutischer Behandlung
von einer weiteren Behandlung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine namhafte Verbesserung mit Auswirkun
gen auf die Arbeitsfähigkeit
zu erwarten sei
.
Er halte die
Einschätzung
der
lang
jährig behandelnden Psychotherapeutin
, dass eine leichte, den Schmerzen und körperlichen Funktionseinschränkungen angepasste Tätigkeit
im Umfang
von 20
%
bis
30
%
, mit der Möglichkeit
,
die Arbeitszeit auch flexibel gestalten zu können,
zumutbar sei,
für massvoll, realistisch und nachvollziehbar
(S. 6 Ad 1).
3.
4
Am 2
0.
November 2018 erstatteten
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
Dr.
med. E._
, Facharzt für Rheumatologie,
und
Dr.
med.
F._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
,
MEDAS
Z._
, das von der Beschwerdegeg
nerin veranlasste
poly
disz
iplinäre Gutachten (
Urk.
11/415).
Die Gutachter führten aus, dass aus psychiatrischer Sicht eine anhaltende depressive Episode leichten Ausmasses gemäss ICD-10 F32.0, Differenzialdiagnose (DD) rezidivierende depres
sive Störung leichten Ausmasses gemäss ICD-10 F33.0, vorliege sowie auf
grund des Verlaufes eine durchgemachte PTBS, wobei die Kriterien nicht mehr erfüllt würden. Weiter liege eine
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren ICD-10 F45.41
vor (S. 48 f.
Ziff.
1
lit
. a).
Aus rheumatologischer Sicht bestünden ein rezidivierendes mehrheitlich
myoten
dinotisches
cervikales Schmerzsyndrom, leichtgradige degenerative HWS-Verän
derungen (
Osteochondrose
C4/5), ein Zustand nach HWS-Distorsion am 1
2.
Juni 2012 (Verkehrsunfall mit PW, Frontalkollision), ein Zustand nach Frak
turen der Processus
transversi
L1-L3 links am 1
2.
Juni 2012 und ein persistieren
des links
seitiges Schmerzsyndrom, welches nicht erklärbar sei. Weiter bestünden eine
Diskus
protrusion
L5/S1, ein Status nach Varizenstripping im Februar 2015 rechts und im Februar 2016 links (S. 49
Ziff.
1
lit
. b). Aus chirurgi
scher/ortho
pädischer Sicht
fänden
sich keine Diagnosen als Folge des Ereignisses vom 1
2.
Juni 201
2.
Unfallfremd finde sich aktenanamnestisch eine beginnende mediale Gon
arthrose beidseits,
welche
aktuell klinisch nicht verifizierbar und bildgebend nicht nachgewiesen
sei
(S. 49
Ziff.
1
lit
. c).
Die Gutachter führten aus, dass
in Ermangelung von objektiv nachweisbaren Unfallfolgen am Bewegungsapparat aus rheumatologischer und orthopädisch-trau
ma
tologischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründet werde (S. 50
Ziff.
9)
.
A
ufgrund der psychischen Unfallfolgen
sollte
die Beschwerdeführerin
in der Lage sein, einer etwa halbtägigen ausserhäuslichen Tätigkeit nachgehen zu können (die relevanten Fähigkeiten seien mittelschw
er ausgeprägt; S. 50
Ziff.
7).
Organisch seien die radiologisch feststellbaren, unfallfremden degenerativen Ver
änderungen C4/5 und L5/S1, ebenso die nach dem Unfall vom 1
2.
Juni 2012 bildgebend festgestellten Frakturen beziehungsweise Fissuren der Querfortsätze
L1-L3 feststellbar, welche abgeheilt seien (S. 49
Ziff.
2).
Es lägen
keine organisch nachweisbaren Beschwerden vor
, welche überwiegend wahrscheinlich mit dem Unfall vom 1
2.
Juni 2012 kausal zusammenhängen würden
.
Damit bestehe unfallbedingt auch keine Behandlungsbedürftigkeit
(S. 49
Ziff.
3
, S. 49 f.
Ziff.
6
lit
. a
).
Jedoch stünden in psychiatrischer Hinsicht die anhaltende depressive Episode und die chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren über
wiegend wahrscheinlich in teilkausalem Zusammenhang mit dem Unfallereignis (S. 49
Ziff.
4)
. Gut sechs Jahre nach dem Unfallereignis und nach sechsjähriger psychiatrisch- beziehungsweise psychologisch-psychotherapeutischer Behand
lung sei eine erhebliche Verbesserung unwahrscheinlich.
Zudem bestehe die unfall
fremde Belastungssituation fort
(S. 50
Ziff.
6
lit
. b).
Von psychiatrischer Seite her bestünden gut sechs Jahre nach dem Unfallereignis noch eine anhaltende depressive Episode leichten Ausmasses und eine mittel
schwere chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren. Im Zentrum stehe nach weitgehendem Abklingen der PTBS die chronische Schmerzstörung. Sie werde durch die weiterhin schwelende familiäre Belastung akzentuiert. Gemäss Tabelle 19 sei eine mittelschwere psychische Störung gekenn
zeichnet durch die Beeinträchtigung von kognitiven Leistungen bereits bei Anforderungen, die das alltägliche Mass überschritten. Sie beeinträchtigten das alltägliche Leben und die Arbeitsfähigkeit. Bei der Beschwerdeführerin fänden sich keine relevanten kognitiven Einschränkungen, demgegenüber sei die Arbeits
fähigkeit deutlich reduziert. Das bedeute, dass einerseits Anteile
auf
eine eher
leichte
, andererseits Anteile auf eine mittelschwer
e
bis schwere psychische Störung hinwiesen.
Gesamthaft komme dies etwa einer mittelschweren psychi
schen Störung gleich, was einem Integritätsschaden von 50
%
entspr
e
che
. D
ie Störung stehe jedoch nur anteilig in kausalem Zusammenhang mit dem Unfall
ereignis. Für die Gewichtung unfallkausaler und unfallfremder Anteile sei zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin trotz jahrzehntelangen familiären Belastungen bis zum Unfallereignis arbeitsfähig gewesen sei, andererseits, dass die Leistungseinschränkung im Gefolge des Unfallereignisses im geradezu klassi
schen Konflikt im Hinblick auf das Zusammenleben mit den Schwiegereltern einen Kompromiss geboten habe. Es werde daher von einer hälftigen Gewichtung ausgegangen, was einem Integritätsschaden von 25
%
entspreche (S. 51
Ziff.
11).
3.
5
Die Ärzte der Rheumatologie, Universitätsklinik
G._
, stellten in ihrem Austrittsbericht vom
7.
März 2019 (
Urk.
11/443
/2-6
) nach Hospitalisation der Beschwerdeführerin
zur multimodalen Schmerztherapie
vom 1
8.
Februar bis
6.
März 2019 in der Hauptsache folgende Diagnosen (S. 1 f.):
-
c
hronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom seit
Oktober
2016
-
s
ymptomatische Gonarthrose b
eidseits
-
z
ervikozephales
Schmerzsyndrom
-
St
atus nach
Verkehrsunfall Juni 2012 mit Fraktur Processus
transversi
L1-3 links,
Thoraxkontusion
, HWS-Distorsion, Kniekontusion
beidseits
-
c
hronifiziertes, generalisiertes Schmerzsyndrom mit Polyarthralgien
-
Restless
legs
Syndrom, E
rstdiagnose (ED)
März
2019
-
P
lantarfasziitis
linksbetont, Erstmanifestation (EM) etwa
2003
-
Verdacht auf Carpaltunnelsyndrom b
eidseits, Oktober
2013
-
Vitamin-D-Mangel, ED
November 20
18
-
Vitamin-B
12-Mangel, ED
Februar
2019
-
Nebendiagnosen:
-
Diabetes mel
l
itus Typ 2, ED
Juli
2013
-
Dyslipidämie
-
Chro
nisch-venöse Insuffizienz
bei Status nach
Varikosenoperation
links
Februar 2016, rechts Februar
2015
-
Zustand nac
h Hysterektomie November
2015
Die Ärzte führten in ihrer Beurteilung aus, dass in der Zusammenschau der Befunde bei der Patientin ein chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom bestehe. Strukturell fänden sich degenerative Veränderungen auf Höhe L5/S1 mit einer Affektion der Nervenwurzel S1 beidseits. Zusätzlich bestehe sicherlich auch eine
Schmerzchronifizierung
mit Schmerzverarbeitungsstörung bei langjährig bestehenden Beschwerden. Die belastungsabhängigen Knieschmerzen seien auf eine symptomatische Gonarthrose beidseits zurückzuführen, wobei sich aktuell keine Zeichen einer Aktivierung zeigten. Therapeutisch sei die Patientin in das multi
modale Therapieprogramm mit Einzelphysiotherapie und
Medizinischer Trainingstherapie (
MTT
)
integriert worden. Begleitend seien unter anderem passiv-
detonisierende
Massnahmen erfolgt und unterstützende Gespräche mit der Schmerzpsychologin. Insgesamt hätten die Schmerzen nur wenig beeinflusst werden können
(S. 4 Mitte)
.
3.
6
Dr.
F._
, MEDAS
Z._
, führte in seiner Stellungnahme vom
4.
Juli 2019 (
Urk.
11/465) zur Frage, ob der Bericht
der
Ärzte der Rheumatologie,
Universitätsklinik
G._
,
vom
7.
März 2019 (vorstehend E. 3.
5
)
und die Berichte der Radiologie
, Universitätsklinik
G._
(
Urk.
11/445)
etwas an
seiner Einschät
zung änderten (vgl.
Urk.
11/458)
,
aus, dass aus orthopädisch-traumatologischer Sicht die nachgereichten Akten keine neuen Erkenntnisse bezüglich der Unfall
folgen am Bewegungsapparat bringen würden. Insbesondere würden sich die im orthopädisch-traumatologischen Gutachten vom
5.
November 2018 berücksich
tigten Befunde der
Lendenwirbelsäule (LWS;
MRI vom
4.
September 2018 der Klinik H._
) nicht von den von der Uni
versitäts
klinik
G._
ver
anlassten Untersuchungen
unterscheiden. Auf dem Ortho
ra
diogramm vom 2
9.
November 2018 sei
keine Gonarthrose sichtbar (S. 2
Ziff.
3). Der Austritts
bericht der Universitätsklinik
G._
vom
7.
März 2019 ändere nichts an der orthopädisch-traumatologischen Einschätzung, wie sie im Teilgutachten vom
5.
November 2018 beschrieben worden sei
(S. 2
Ziff.
4)
.
3.
7
In Beantwortung de
r von der Beschwerdegegnerin am
1
7.
Juni 2019 gestellten Rückfragen (
Urk.
11/458
) führte
Dr.
D._
, MEDAS
Z._
,
in ihrer Stellungnahme vom 1
0.
Juli 2019 (
Urk.
11/463) zur Frage, ob die Beschwerdeführerin über Ressourcen verfüge, um mit den Leiden umzugehen und zu arbeiten
,
aus,
dass
sie
in der Untersuchung explizit
den Wunsch geäussert habe, eine
niederschw
ellige, leichte
Tätigkeit im R
ahmen von zwei bis drei Stun
den auszuüben
. In den vorliegenden Berichten, insbesondere der Potentialab
klärung und dem Bericht über das B
elastbarkeitstraining bei I._
,
werde die Beschwerdeführerin bei dem, was sie getan habe, als zuverlässig und sorgfältig beschrieben. In der aktuellen Untersuchung sei allerdings eine gewisse Ambi
valenz im Raum stehen geblieben, die wahrscheinlich durch den vielfach beschrie
benen
familiären Konflikt erklärt sei. Gesamthaft sei die Beschwerde
führerin hinsichtlich der für eine berufliche Tätigkeit relevanten Fähigkeiten in der Proaktivität und Spontanaktivität und in der Mobilität und Verkehrsfähigkeit
leicht
und in der Flexibilität und Umstellungsfähigkeit, der Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit, der Widerstands- und Durchhaltefähigkeit und der Selbstbe
hauptungsfähigkeit
mittelschwer
eingeschränkt. Die Einschränkungen würden auch den privaten Bereich betreffen
(S. 10 unten).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf die Einschätzung der Gutachter der MEDA
S
Z._
vom 2
0.
November 2018 (vorstehend E. 3.
4
)
sowie deren ergänzende
n
Stellungnahme
n
vom
4.
und vom
1
0.
Juli 2019 (vorstehend E. 3.
6
-
7
),
davon aus, dass aufgrund des Unfallereignisses
vom 1
2.
Juni 2012
keine somatischen
, strukturell nachweisbaren
Unfallfolgen mehr bestünden und dass der Beschwerdeführerin aufgrund der verbleibenden psychischen Unfallfolgen halb
tags eine ausserhäusliche Tätigkeit zumutbar sei (vorstehend E. 2.1).
Dagegen stellte sich die Beschwerdeführerin unter Hinweis auf die Ausführungen von
Dr.
B._
vom
1
1.
Juni
2014
(
Urk.
11/151)
,
Konsiliarpsychiater
der Beschwer
degegnerin,
und med.
pract
.
A._
vom
6.
Februar 2018 (vorstehend E. 3.3)
auf den Standpunkt, dass von einem maximal
zumutbaren
Arbeitspensum von 24
%
auszugehen sei (vorstehend E. 2.
2
).
4.2
Das
Gutachten der MEDAS
Z._
vom 2
0.
November 2018
(vorstehend E. 3.
4
) berücksichtigt die vo
n der Beschwerdeführerin
geklagten Beschwerden und setzt
sich mit diesen umfassend auseinander. Es wurde sodann in Kenntnis der
Vorakten
abgegeben, leuchtet in der Darlegung der medizinischen Situation ein, und die Schlussfolgerung ist in nachvollziehbarer Weise begründet. Es erfüllt daher die Anforderungen an eine beweiskräftige Expertise (vorstehend E. 1.
9
), weshalb darauf abgestellt werden kann
, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise bestehen (BGE 137 V 210 E. 1.3.4)
.
4.3
Im Gutachten der MEDAS
Z._
vom 2
0.
November 2018
(vorstehend E. 3.4)
wurde festgehalten, dass in somatischer Hinsicht keine organisch nach
weisbaren Beschwerden mehr vorlägen, welche überwiegend wahrscheinlich mit dem Unfall vom 1
2.
Juni 2012 kausal zusammenhängen würden. Die durch das Unfallereignis erlittenen Frakturen/Fissuren der Querfortsätze L1-L3 wurden als abgeheilt beurteilt.
Folglich schlossen
die Gutachter
darauf, dass aus rheuma
tologischer und orthopädisch-traumatologischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründet werden könne
.
Den Akten lassen sich sodann keine
Indizien
dafür entnehmen, dass diese
Beurteilung
nicht korrekt wäre
.
Der
Aus
tritt
s
bericht der Universitätsklinik
G._
vom
7.
März 2019 (vorstehend E. 3.
5
) sowie d
ie
Berichte über die bildgebenden Abklärungen
wurden
Dr.
F._
vorgelegt, welcher
in seiner Stellungnahme vom
4.
Juli 2019 (vorstehend E. 3.
6
)
an seiner E
inschätzung fest
hielt
. Dabei führte er nachvollziehbar aus
, dass sich
insbesondere die im orthopädisch-traumatologischen Gutachten vom
5.
No
vember 2018 berücksichtigten Befunde der LWS gestützt auf
das
MRI vom
4.
September 2018 (vgl.
Urk.
11/419/6) nicht von den von der
Universitätsk
linik
G._
veranlassten
bildgebenden
Untersuchungsbefunden
, welche zwar einen Nervenwurzelkontakt S1, aber keine abgrenzbare Neurokompression
auf einer der Ebenen
und keine
Spon
d
arthropathie
erkennen liessen (
Urk.
11/445/6),
unter
scheiden würden
.
D
as
pauschale und nicht substantiierte Vorbringen
der Beschwerdeführerin
, dass sie
sicherlich noch
an
somatischen
Unfallfolgen leiden würde
(vorstehend E. 2.2)
,
erweis
t
sich vorliegend als ungenügend
,
um die
diesbezügliche
Einschätzung im MEDAS
Z._
-
Gutachten in Zweifel zu ziehen. I
nsbesondere ändert daran auch die von
der Beschwerdeführerin
eingereichte Auflistung verschie
dener bereits bekannter Diagnosen durch den Hausarzt
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, in seinem Bericht vom
2.
Februar 2021 (
Urk.
19) nichts.
4.
4
In psychischer Hinsicht unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin infolge des Unfalles vom
1
2.
Juni 2012 eine PTBS erlitt
en hat
, welche im Verlauf insbeson
dere unter der psychotherapeutischen
Behandlung von
Dr.
phil.
C._
allmählich
in ihrer Symptomatik remittiert ist.
Wie aus den Berichten
und Ausführungen
der behandelnden Psychologin
Dr.
phil.
C._
hervorgeht
, spielte der Schwiegervater, welcher die Beschwerdeführerin
über Jahre hinweg
unter Druck setzte und massiv bedrohte, eine gewichtige Rolle hinsichtlich der Ausprägung
und Aufrechterhaltung
des psychischen
Leidens
.
So berichtete
Dr.
phil.
C._
bereits in ihrem
Bericht vom 1
0.
September 2013
, dass sich die Beschwerdeführerin in ihrem sozialen Umfeld akut lebensbedroht fühle und sich im Verlauf gezeigt habe, dass die Ver
arbeitung dieser Bedrohung eine psychotraumatische Relevanz habe sowie einen grossen Einfluss auf den somatischen H
eilungsprozess. Es sei veranlasst worden, dass die Beschwerdeführerin
mit ihrer
Familie in eine eigene Woh
nung ziehen würde (
Urk.
11/104
S. 2 unten).
Auch im R
ahmen der anlässlich des Aufenthalts in der Rehakli
nik
K._
Ende 2013 erfolgten psychologischen
Abklärung wurde festgehalten, dass die PTBS im letzten Jahr durch die Psychotherapie weitgehend habe reduziert werden können, jedoch aufgrund einer schwierigen familiären Situation bei der Patientin grosse
Ängste aufgrund der Bedrohung durch den Schwiegervater bestünden, was
sich wahrscheinlich erschwerend auf die Schmerzverarbeitung auswirke (
Urk.
11/118/10-12 S. 1).
Sodann berichtet
e
auch
Dr.
B._
nach psychiat
rischer Untersuchung der Beschwerdeführerin vom 2
6.
Mai 2014
von den massi
ven Schwierigkeiten der Beschwerdeführerin mit ihrem Schwiegervater, welche sich jedoch zum Zeitpunkt seiner Begutachtung nach Auszug der Beschwerde
führerin mit ihrer Familie in eine eigene Wohnung etwas beruhigt
hätten
(
Urk.
11/151
S. 27 f.)
.
D
em
Verlaufsbericht vom 1
5.
Februar 2017 von
Dr.
phil.
C._
lässt sich jedoch entnehmen
, dass
der negative Einfluss des Schwiegervaters trotz
des
Wohnungswechsel
s
persistierte. So führte die Psychologin aus,
aufgrund schwie
rige
r
interfamiliäre
r
Vorkommnisse während der Sommerferien
sei es
wieder zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes gekommen
, welche psychische Überlastung im Verlauf h
abe stabilisiert werden können
(
Urk.
11/333/4-7 S. 1).
In ihrem Bericht vom
2.
Oktober 2017 (vorstehend E. 3.2)
wies
Dr.
phil.
C._
darauf hin, dass die reellen Bedrohungen für das Leben der Beschwerde
führerin durch den Schwiegervater nach wie vor vorhanden seien. Unter anderem werde auch die Zunahme der Schmerzen dadurch beeinflusst.
Zuletzt wies dann med.
pract
.
A._
in seine
r Beurteilung
vom
6.
Februar 2018 (vorstehend E. 3.3) auf den Einfluss des langjährigen Familienkonfliktes auf die chronifizierte Schmerz
störung hin.
4.
5
Dr.
D._
begründete
in ihrem Gutachten
die von ihr gestellten Diagnosen in nachvollziehbarer Weise
anhand der von ihr erhobenen Befunde
,
und die Aktenlage
ergibt keine Anhaltspunkte darauf, dass die Diagnostik nicht korrekt erfolgt wäre. Insbesondere einhergehend mit
den Ausführungen
von
med.
pract
.
A._
vom
6.
Februar 2018 (vorstehend E. 3.3)
sah
Dr.
D._
die
Kriterien einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
nachvollziehbar
als erfüllt an
(
Urk.
11/415 S. 37 Mitte).
Ausführlich äusserte sich
Dr.
D._
zu den Fähigkeiten, Ressourcen und Belastungen der Beschwerdeführerin und legte in diesem Rahmen dar,
dass
die einzelnen Par
ameter auch durch die familiäre Konfliktsituation
beeinflusst seien, wobei sich diese Feststellung in Anbetracht der weitgehend konstant in den Akten beschriebenen familiären Belastungssituation (vorstehend E. 4.
4
) als nach
vollziehbar und schlüssig erweist.
Soweit
Dr.
D._
die Beschwerdeführerin
in eine
r
berufliche
n
Tätig
keit
als mittelschwer eingeschränkt
ansah in der Flexibilität und Umstellungs
fähigkeit, der Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit
sowie in der Widerstands- und Durchhaltefähigkeit und der Selbstbehauptungsfähigkeit
,
beinhaltet diese Ein
schätzung auch die Einschränkungen durch den chronischen Rollenkonflikt
und
die Bedrohungssituation durch den Schwiegervater
(
Urk.
11/415 S. 46 ff.
Ziff.
7.5).
Unter Ausklammerung dieser Aspekte
schloss
Dr.
D._
dann
allein aufgrund der psychisch bedingten Unfallfolgen darauf, dass es der Beschwerdeführerin möglich sein sollte, einer halbtägigen ausserhäuslichen Tätig
keit nachzugehen
(vgl.
Urk.
11/415/50)
, was
sich als nachvollziehbar erweist.
Diese Beurteilung von Dr.
D._
ist angesichts der genann
ten Befunde sowie der dazugehörigen Erläuterungen
einleuchtend und plausibel.
Soweit sich die Beschwerdeführerin zur Entkräftung der Einschätzung durch
Dr.
D._
auf die Beurteilungen
durch
Dr.
B._
vom
1
1.
Juni 2014
(
Urk.
11/
151
)
und von med.
pract
.
A._
vom
6.
Februar 2018 (vorstehend E. 3.3
)
beruft
(vorstehend E. 2.2)
, erweisen sich diese aus den nachfolgend darge
legten Gründen hierzu als nicht geeignet.
Was
die konsiliarische Beurteilung
von
Dr.
B._
vom 1
1.
Juni 2014
(
Urk.
11/151
)
anbelangt,
ist zu beachten, dass diese
s
gut vier Jahre vor der Ein
schätzung durch
Dr.
D._
erging
und es
seither unter der steten P
sychotherapie durch
Dr.
phil.
C._
zu einer weiteren Verbesserung
gekommen ist
,
wie sie
die
s
zuletzt in ihrem Bericht vom
2.
Oktober 2017
bestä
tigte
(vorstehend E. 3.2)
.
Dem Gutachten von
Dr.
B._
vom 1
1.
Juni 2014 lassen sich sodann keine Anhaltspunkte entnehmen, welche die gut vier Jahre später erfolgte Beurteilung durch
Dr.
D._
in Frage stellen würde
n
.
Auch aus
der Beurteilung durch
med.
pract
.
A._
vom
6.
Februar 2018 (vorste
hend E. 3.
3
)
kann die Beschwerdeführerin nichts zu ihren Gunsten ableiten. Wie die
Beschwerdegegnerin zu Recht bemerkte
(vorstehend E. 2.2)
, erging diese Beurteilung ohne persönliche Untersuchung der Beschwerdeführerin allein gestützt auf
die Aktenlage bis
Oktober 201
7.
Abgesehen
von der fehlenden Aktu
a
lität
folgte med.
pract
.
A._
bei seiner Einschätzung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdef
ührerin den Aussagen der
behand
e
l
nden Psychologin
Dr.
phil.
C._
in ihrem Bericht vom
2.
Oktober 2017 (vorstehend E. 3.
2
),
welche
ihrerseits keine Abgrenzung zu unfallfremden Faktoren vornahm und auch die durch die massiven Bedrohungen seitens des Schwiegervaters verursachten Ein
schränkungen bei ihrer Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
nicht ausklammerte
.
Zudem entsprach die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit dem im Vorbericht vom 1
5.
Februar 2017
geäusserten subjektiven Wunsch der Beschwerdeführerin hinsicht
lich eines Arbeitspensums
(
Urk.
11/333
/4-7 S.
1 unten f.)
, was die
Erfah
rungs
tatsache, wonach behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auf
trags
rechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patien
tinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc),
stützt
.
Ein Abweichen von der gutachterlichen Einschätzung drängt sich ange
sichts dessen nicht auf.
4.
6
Aufgrund des Gesagten ist der medizinische Sachverhalt als dahingehend erstellt zu erachten, dass gestützt auf das beweiskräftige Gutachten der MEDAS
Z._
vom 2
0.
November 2018 (vorstehend E.
3.4) davon auszugehen ist, dass der Beschwerdeführerin
unter Berücksichtigung
der unfallbedingten
psychischen Leiden eine halbtäg
ige ausserhäusliche Tätigkeit
medizinisch-theoretisch
zumut
bar ist.
Nachdem sich dem Gutachten hinreichend schlüssige Angaben zu den normativen Vorgaben (Standardindikatoren) gemäss BGE 141 V 281
(sinngemäss anwendbar im unfallversicherungsrechtlichen Verfahren: BGE 141 V 574 E. 5.2)
entnehmen lassen (
Urk.
11/415/45 ff. und 50
, 11/463/3 ff.) und die medizinisch-psychiatrisch attestierte Arbeitsunfähigkeit in Anbetracht der eingeschränkten Ressourcen als begründet erscheint, besteht sodann kein Anlass
,
die gutachter
liche Einschätzung einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit nicht zu übernehmen (BGE 145 V 361 E. 4.2.2).
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin
ging bei der Ermittlung des
Valideneinkommen
s
von
Fr.
48’399
.--
im Jahr 2019
v
on den
Angaben
der
ehemaligen
Arbeitgeberin in ihrem Schreiben vom 2
5.
Juni 2019
aus
(
Urk.
11/461
: 12 x
Fr.
3'683.-- +
Fr.
3'723.-- [1
3.
Monatslohn] +
Fr.
480.
--
[Funktionszulage]
) aus. Dies wurde von der Beschwerdeführerin nicht bestritten
und erging nach Einholen der hierfür
wesentl
ichen Auskünfte
, weshalb darauf abgestellt werden kann.
5.2
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausge
gebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezog
en werden (BGE 139 V 592 E. 2.3
). Dabei sind
im Bereich der Unfallversicherung
grundsätzlich die im
Z
eit
punkt
des
Einspracheentscheides
aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3
).
Die Beschwerdegegnerin bemass das Invalideneinkommen
ausgehend vom
stan
dardi
sierte
n
monatliche
n
Einkommen von
Fr.
4’371
.-- für
weibliche
Hilfskräfte gemäss LSE 2018
(LSE 2018 TA1_tirage_s
kill_level, Kompetenzniveau 1)
, was nicht zu beanstanden ist. Unter Berücksichtigung der
durchschnittlichen Arbeits
zeit von
41,7
Stunden pro Woche (www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Erwerbs
tätigkeit und Arbeitszeit, detaillier
te Daten, Normalarbeitsstunden)
sowie der bis 2019
einge
tretenen Nominallohnentwicklung von 1
%
(
vgl.
Nominallohn
index Frauen 2016-2019, T1.2.15, Total
) und des
gemäss Zumutbarkeitsprofil im beweiskräftigen Gutachten der MEDAS
Z._
vom 2
0.
November 2018
noch möglichen Arbeitspensums von 50
%
(vorstehend E. 4
.6
)
ergibt sich per 2019
ein Jahreseinkommen von
Fr.
27’614
.-- (
Fr. 4'371.-- : 40 x 41.7 x 12 x 1.01
x 0.5
).
Ein leidensbedingter Abzug hiervon wurde von der Beschwerdeführerin zu Recht nicht geltend gemacht, bietet doch weder ihr Alter noch die Notwendigkeit einer Teilzeittätigkeit (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_712/2012 vom 30. November 2012 E. 4.2.2 unter Bezugnahme auf LSE 2008 und 2010 und 9C_72/2017 vom 19. Juli 2017 E. 4.3 unter Bezugnahme auf LSE 2012 und 2014
; vgl. Monatlicher Bruttolohn nach Beschäftigungsgrad, beruflicher Stellung und Geschlecht, Bundesamt für Statistik, 2018, T18
) oder das allfällige
Angewie
sensein
auf einen rücksichtsvollen Arbeitgeber (Urteil des Bundesgerichts 9C_266/2017 vom 29. Mai 2018 E. 3.4.2; vgl. auch Urteil 9C_233/2018 vom 11. April 2019 E. 3.2 mit Hinweisen) einen Abzugsgrund.
5.3
Damit resultiert bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
48’399.--
und einem Inva
lideneinkommen von
Fr.
27’614.--
eine Einkommenseinbusse von
Fr.
20'785.--
, was einem Invaliditätsgrad von 43
%
entspricht.
Demnach hat die Beschwerdeführerin
nach dem unbestrittenen Fallabschluss per 3
0.
November 2019
ab
1.
Dezember
2019 Anspruch
auf eine Invalidenrente aus
gehend von einem Invaliditätsgrad von
43
%.
6.
6.1
Hinsichtlich des Anspruchs au
f eine Integritätsentschädigung
anerkannte die
Beschwerdegegnerin
gestützt auf die Feststellungen im Gutachten der MEDAS
Z._
vom 2
0.
November 2018 (vorstehend E. 3.4)
das Vorliegen einer erheblichen und bleibenden
psychischen Schädigung verursacht durch das Unfall
ereignis vom 1
2.
Juni 201
2.
Dr.
D._
ging gesamthaft von einer bestehenden mittelschweren psychischen Störung nach
Suva-
Tabelle 19 aus. Dies, da die Beschwerdeführerin zwar keine relevanten kognitiven Einschränkungen aufweise, jedoch in der Arbeitsfähigkeit deutlich reduziert sei und damit einerseits Anteile auf eine eher leichte andererseits Anteile auf eine mittelschwer
e
bis schwere psychische Stö
rung hinwiesen. Der sich so ergebende Integritätsschaden von 50
%
erachtete die Gutachter
in
nach Gewichtung der unfallkausalen und unfallfremden Anteile jedoch nur anteilig im Umfang von 25
%
als
unfallkausal.
Dagegen machte die Beschwerdeführerin geltend,
dass
nicht
nachvollziehbar sei, weshalb nicht
zumindest
von
eine
r
mittelschwere
n
psychische
n
Störung
ausge
gangen werde, welche
mindestens
einem
50%igen Integritätsschaden gleich
komme.
Zudem spielten unfallfremde innerfamiliäre Probleme keine Rolle, zumal
der Schwiegervater bereits längere Zeit verstorben
sei. Damit sei
e
ine hälftige Gewichtung
nicht angebracht und mindestens auf eine 70%ige Integritäts
ein
busse entsprechend mindestens
Fr.
88'200.-- zu erkennen
(vorstehend E. 2.2).
6.
2
Dr.
D._
legte in nachvollziehbarer Weise dar, weshalb sie unter Berücksichtigung der in der
Suva-
Tabelle 19 genannten Kriterien gesamthaft auf eine mittelschwere psychische Störung schloss, welche einem Integritätsschaden von 50
%
entspr
e
che. Ihre Au
s
führungen, wonach die
psychische
Störung nur
a
nteilsmässig
durch das Unfallereignis verursacht sei, sind mit Blick auf die bereits dargelegte familiäre Belastungssituation (vorstehe
nd E. 4.
4
) nicht zu bean
standen.
Eine Integritätsentschädigung für eine psychische Störung nach einem Unfall wird nach
Suva-
Tabelle 19
unter anderem
nur ausgerichtet, wenn die diag
nostizierte Störung in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusam
menhang mit dem Ereignis steht.
Nachdem
die
durchgehend in den Akten doku
mentierte
familiäre Konfliktsituation einhellig
als
ein das
psychische Befinden
der Beschwer
deführerin
erheblich
prägender Faktor
gesehen wurde
,
hat sie auch
bei der Bemessung der Integritätsentschädigung
ausser Acht zu
bleiben
.
Dies gilt umso mehr, als die Voraussetzung der Dauerhaftigkeit im Sinne von
Art.
36
Abs.
1 UVV
beim Vorliegen massgeblicher psychosozialer oder soziokultureller Faktoren zumindest im Umfang der dadurch verursachten funktionellen Auswir
kungen
kaum
bejaht werden könnte.
Da weder dem Unfall noch dem familiären Konflikt
mit dem Beweisgrad der über
w
iegenden Wahrscheinlichkeit
(vorstehend E. 1.
8
)
ein höherer
Ursachenan
teil zugesprochen werden kann, erweist sich die Regelung,
wonach
beide Ursachen hälftig zu gewichten sind, als
nachvollziehbare Konsequenz daraus, zumal auch aus der medizinischen Aktenlage n
ichts Gegenteiliges hervorgeht.
Dass der Schwiegervater nach der Beurteilung durch
Dr.
D._
nun gestorben ist (vorstehend E. 2.2), ändert
daran nichts.
Eine rechtsfehlerhafte Handhabung des Ermessen
s
durch
Dr.
D._
ist
damit
nicht ersichtlich, weshalb für das Gericht kein Anlass besteht, in den fachärztlichen Bemessun
gsspielraum einzugreifen.
Auf die Einschätzung des Integritätsschadens durch
Dr.
D._
kann vorliegend abgestellt werden.
7.
Nach Gesagtem ist die
Zusprache einer Rente
basierend auf einer Erwerbsun
fähigkeit von 43
%
sowie die
Feststellung einer Integritätseinbusse von
25
%
für die psychischen Folgen
des Unfalles
und die Zusprechung einer dieser Integri
tätseinbusse entsprechenden Integritätsentschädigung durch die Beschwerde
gegnerin nicht zu beanstanden.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
(
Urk.
2)
erweist sich damit als rechtens, weshalb die dagegen erhobene
Beschwerde
abzu
weisen ist.
8.
8.1
Nach Gesetz und Prax
is sind in der Regel die Voraus
setzungen für die Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung und
Verbeiständung
erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig
und die anwaltliche
Verbeistän
dung
notwendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
Bedürf
tig im Sinne von
Art.
64
des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG)
ist eine Per
son, wenn sie ohne Beeinträc
htigung des für sie und ihre Fa
milie nötigen Lebensunterhaltes nicht in der Lage ist, die Prozesskosten zu bestreiten (BGE 128 I 225 E. 2.5.1).
Massgebend sind die wirtschaftlichen Verhältnisse im Zeitpunkt, in dem das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (§ 28
lit
. a
des Gesetzes über das Sozi
alversicherungsgericht
i.V.m
. Art. 119
der Zivilprozess
ordnung
) eingereicht wird
(BGE 120
Ia
179 E. 3a), oder – bei seither eingetretenen Veränderungen – auch in demjenigen der Entscheidfindung (BGE 108 V 265 E. 4). Bei der Beurteilung der Bedürftigkeit ist
das Einkommen beider Ehegatten zu berücksichtigen
(BGE 115
Ia
193 E. 3a, 108
Ia
9 E. 3).
8.
2
8.2.1
Den Angaben im Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit (Urk.
21
) ist Folgendes zu entnehmen:
Die Beschwerdeführerin ist verheiratet und lebt mit ihrem Ehepartner und einem minderjährigen 2007 geborenen Sohn (Schüler) sowie zwei volljährigen Kindern, geboren 1994 und 1995, im gleichen Haushalt, wobei letztere ein Einkommen von
Fr.
5'000.-- und
Fr.
3'000.-- erzielen (
Urk.
21
Ziff.
1-3).
Eine Rechtsschutzversicherung bes
tand zum Zeitpunkt des Unfalles noch
nicht (
Urk.
21
Ziff.
5).
Die Beschwerdeführerin bezieht
weder wirt
schaftliche Hilfe noch Zusatzleistungen zur AHV/IV (
Urk.
21
Ziff.
6-7
.).
8
.2.
2
Die B
eschwerdeführerin gab in dem am 2
2.
Februar 2021 unterzeichneten Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit (
Urk.
21) an
, von der Suva
Fr.
827.
--
(
Urk.
22/7)
monatlich zu erhalten
.
Nicht aufgeführt wurde, dass ihr mit Verfügung vom 2
6.
November 2020
(
Urk.
2 im Verfahren IV.2021.00019)
von
der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-S
telle, ab
1.
Juni 2013 eine ganze Rente und ab
1.
Februar 2019 eine
Viertelsrente
inklusive Kinderrenten zugesprochen wurde.
Gemäss Rentenver
fügungen der IV-Stelle stand der Beschwerde
führerin
ein Guthaben aus der
Nach
zahlung von Rentenleistungen in der Höhe
von
Fr.
149'892.70
für den Zeitraum bis 3
1.
Januar 2019 sowie von
Fr.
14'260.--
für die Zeit bis 3
0.
November 2020
zu
.
Die
Viertelsrente
samt Kinderrente ist
vorliegend
entsprechend der genannten Verfügung
mit monatlich
Fr.
620.--
bei den Einkünften der Beschwerdeführerin anzurechnen.
Hinsichtlich der angegebenen Einkünfte des Ehemannes,
Bruttolohn von Fr.
5'291.-- (
x 13) sowie Kinder- und Ausbildungszulagen in der Höhe von Fr.
250.--
, geht aus dem
eingereichten Lohnausweis
beim gleichen Arbeitgeber
für das Jahr 2019
(
Urk.
22/3
Ziff.
11)
ein
höherer
Nettolohn von insgesamt Fr.
77
'168.-- entsprechend
Fr.
5'936.--
pro Monat
hervor
. Von
ungefähr
dieser Lohnhöhe wurde auch in der Steuererklärung für das Jahr 2019 ausgegangen (
Urk.
22/1
:
Fr.
76'711.--
)
. Weshalb der Lohnausweis für das Jahr 2020 am 2
2.
Februar 2021 nicht eingereicht wurde, erweist sich als nicht nachvollziehbar.
Zu den Einkünften ist weiter
ein Beitrag der beiden erwachsenen Kinder an die Auslagen des Haushalts von
mindestens
jeweils
Fr.
500.--
hinzuzurechnen
(vgl.
Urk.
21 S. 3)
. Damit resultieren
anrechenbare
Einkünfte des Ehepaars
X._
von insgesamt
Fr.
8'383.
--
.
8.2.3
Bei den
Ausgaben
gibt die Beschwerdeführerin im
Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit trotz Eigentumswohnung
(
Urk.
22/12)
an
,
Mietkosten von
Fr.
1'585.--
zu haben, nebst
unbelegten
Heizkoste
n von
Fr.
500.--
und einen
Lie
genschafts
aufwand von
Fr.
750.-- (vgl.
Urk.
21
Ziff.
9
)
. Ohne weiteres festzu
stellen ist, dass bei einer Eigentumswohnung
keine Mietzinsen geltend gemacht werden können.
Weiter können vorliegend lediglich die Krankenkassenprämien nach KVG für den noch minderjährigen Sohn in der angegebenen Höhe von
Fr.
111.85
sowie jene der Eheleute
X._
von insgesamt
Fr.
813.60
(
Urk.
22/13/1,
Urk.
22/14/1 und
Urk.
22/16/1)
als monatliche Ausgaben berücksichtigt werden (
Urk.
21
Ziff.
9).
Für die Prämien für die Motorfah
rzeugversicherung
kann
Fr.
127.-- als Ausgabe angerechnet werden (
Urk.
22/
18).
Nicht zu berücksichtigen sind
weiter
-
mangels Belegen für effektiv regelmässig geleistete Zahlungen - die geltend gemachten (Steuer-)Schulden von
Fr.
5'700.
--
pro Jahr
.
Unter Berücksichtigung
der
Grundbeträge von
Fr.
1'7
00.--
für ein
Ehepaar und einem Kind über 10 Jahre à
Fr.
600.--
sowie der mehr oder weniger nachvoll
ziehbaren
geltend gemachten Wohnkosten von
Fr.
1'250.--,
der Beiträge für die Krankenkasse von
insgesamt
Fr.
925.45
sowie
Fr.
127.-- für die Motorfahrzeug
versicherung
resultieren
Ausgaben von
rund
Fr.
4'600.--.
8.3
Zur Belegung der Vermögensverhältnisse reichte die Beschwerdeführerin am 2
2.
Februar 2021
unter anderem
led
iglich einen Kontoauszug des
Privat
kontos der Eheleute mit Stand per 2
0.
September 2020 von
Fr.
17.20 ein (
Urk.
22/5).
Aufgrund der Verfügung der IV-Stelle
vom 2
6.
November 2020 (
Urk.
2 im Ver
fahren
IV.2021.00019
)
kam es
jedoch
zu Rentennachzahlungen von insgesamt
Fr.
164'152.70
(vorstehend E. 8.2.2)
, welche dem Gericht gegenüber zu dekla
rieren gewesen wären und dies mit Einreichen eines Kontoauszuges mit Stand per 2
0.
September 2020 umgangen wurde. Damit wurde
neben der nicht deklarierten ausgerichteten
Viertelsrente
der Invalidenversicherung auch
eine relevante
V
er
mögensv
eränderung
nicht angegeben
, dies obwohl im Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit (
Urk.
21) unter
Ziff.
13 darauf hingewiesen wurde, dass die Fragen vollständig und wahrheitsgetreu zu beantworten und dem Gericht wesentliche Änderungen der Einkommens- und Vermögensverhältnisse sofort schriftlich zu melden seien. Unrichtige
und unvollständige Angaben
können
ohne weitere Nachfrage zum Entzug der unentgeltlichen Rechtspflege
führen
.
8.4
Unabhängig von den
unrichtigen beziehungsweise unvollständig deklarierten
V
ermögens
- und Einkommens
verhältnisse
n
führt
bereits
die
Gegenüberstellung der Einnahmen mit de
n Ausgaben
unter Berücksichtigung des gerichtsüblichen Freibetrages von
Fr.
600.-- für ein Ehepaar und
Fr.
100.-- für das noch minder
jährige Kind zu einem
Überschuss von
über Fr. 3'000.--.
Damit ist auch keine Bedürftigkeit
ausgewiesen
. Dies führt zur Abweisung des Gesuchs um
unentgelt
lichen Prozessführung.
8.5
Angesichts der vom Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin eigenhändig unter
zeichneten falschen Angaben im Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit (
Urk.
21) ist dieser darauf hinzuweisen, dass sein Verhalten als inakzeptabel qualifiziert, im Wiederholungsfalle Konsequenzen nach sich ziehen wird und seinen Ausschluss als unentgeltlicher Rechtsvertreter vor dem hiesigen Gericht zur Folge haben könnte.