Decision ID: e13e9024-cb83-5ae8-a409-ebc92fe12010
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1959 geborene und im Jahr 2000 als Hilfsarbeiterin bei
Y._
AG
tätige
X._
, meldete sich am
5.
Oktober 2000 (Ein
gangsdatum) bei der eidgenössischen Invalidenversicherung unter Hinweis auf Rückenprobleme zu
m Leistungsbezug an (
Urk.
6/4). Mit
Verfügung vom 9. November 2001
wurde der Versicherten gestützt auf einen
Inva
li
di
tätsgrad
von 5
1
% ab Oktober 2000 eine halbe Invalidenrente
zugesprochen (
Urk.
8)
.
Nach Durchführung von drei Revisionsverfahren in den Jahren 2003, 2008 und 2011 stellte die IV-Stelle jeweils fest, dass die Versicherte gestützt auf einen unveränderten Invaliditätsgrad von 51
%
weiterhin
Anspruch auf eine halbe Invalidenrente habe (Verfügung vom
9.
Oktober 2003,
Urk.
6/2
6
; Mitteilung vom 1
0.
Januar 2008,
Urk.
6/33;
Mitteilung vom
9.
Mai 2011,
Urk.
6/45).
Die IV-Stelle leitete im März 2013 von Amtes wegen eine Rentenrevision ein (
Urk.
6/46).
Mit Vorbescheid vom
6.
Juni 2013
(
Urk.
6/52)
stellte die IV-Stelle die Einstellung der Invalidenrente in Aussicht, da es sich bei den vorliegenden Diagnosen um ein ätiologisch-
pathogenetisch
unklares
syndromales
Zustands
bild
ohne nachweisbare organische Grundlage
handle, welches überwindbar sei. Nach
Prüfung des
Einwand
s der Versicherten
(
Einwand vom 1
9.
Juni 2013,
Urk.
6/53; ergänzende
Einwandbegründung
vom
5.
Juli 2013,
Urk.
6/57
) holte die IV-Stelle bei der
Medizinischen Abklärungsstelle
Z._
(M
EDAS
) das polydisziplinäre Gutachten vom
2.
Juni 2014 (
Urk.
6/72) ein. Nachdem die Versicherte am
1.
Dezember 2014 zum Gutachten Stellung
genommen hatte
(
Urk.
6/76) verfügte die IV-Stelle a
m 1
6.
Dezember 2014
(
Urk.
2)
wie vorbeschieden die Aufhebung der
Rente.
2.
Hiergegen liess die Versicherte am 2
1.
Januar 2015 Beschwerde erheben (
Urk.
1) und beantrage
n
, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es sei fest
zustellen, dass die Beschwerdeführerin weiterhin Anspruch auf eine halbe Rente habe. Mit Beschwerdeantwort vom 2
6.
Februar 2015 (
Urk.
5) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5 unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
6/1-81,
Urk.
7 und
Urk.
8).
Mit Verfügung vom
2.
März 2015 wurde der Beschwerdeführerin die Beschwerdeantwort samt Beilagen zugestellt und ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet (
Urk.
9). Mit Replik vom
2.
April 2015 (
Urk.
11) hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen fest. Mit Schreiben vom
5.
Mai 2015
(
Urk.
14)
verzichtete die Beschwe
rdegegnerin auf eine Duplik, was der Beschwerdeführerin am
6.
Mai 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk.
15).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
In der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) hielt die Beschwerdegegnerin dafür, dass die bei der Beschwerdeführerin vorliegenden Diagnosen zu den ätiolo
gisch-
pathogenetisch
unklaren
syndromalen
Zustandsbildern ohne nachweis
bare organische Grundlage gehören würden. Das
cervicovertebrale
und
lumbos
pondylogene
Syndrom sei überwindbar. Aufgrund der Schlussbestimmung der Änderung des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG
) vom 1
8.
März 2011 bestehe daher kein Anspruch mehr auf eine Invalidenrente. Gemäss dem aktuellen Gutachten stehe ein
syndromales
Beschwerdebild im Vordergrund.
Bei der Diagnose einer
Dysthymia
bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Ausserdem handle es sich bei dieser Diagnose nicht um eine psychiatrische Komorbidität.
1.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber in ihrer Beschwerde (
Urk.
1) im Wesentlichen geltend, die Gutachter der M
EDAS
hätten mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einzig das
Fibromyalgiesyndrom
respektive
myofaschiale
Schmerz
syndrom
als offizielle und ausdrückliche Diagnose genannt. Allerdings hätten sie auch ausgeführt, dass der Grad
der Arbeitsfähigkeit seit 2001 gleich geblieben sei. Als bisherige Tätigkeit würden sie nur von derjenigen als
Reini
gungsfachfrau
sprechen, eine Aussage zur angestammten Tätigkeit in der Wäscherei fehle allerdings. D
as aktuelle Gutachten der M
EDAS
setze sich nicht mit dem Gutachten aus dem Jahr 20
0
1 auseinander.
Die begutachtenden Ärzte
würden einzig über die Arztberichte der behandelnden Ärzte schreiben, eine Auseinandersetzung mit dem Gutachten von 2001 fehle hingegen.
Es
werde ausdrücklich erwähnt, dass es sich um einen unveränderten Gesundheitszustand handle, dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nur a
nders beurteilt wür
den (
Urk.
1 S. 4).
Auch sei unerfindlich, weshalb die Resultate und Erkenntnisse der Rö
ntgen
unter
suchungen nicht als
Diagnosen im Guta
chten der M
EDAS
aufge
führt würden
(
Urk.
1 S. 4).
Selbst wenn man davon ausginge, dass die vorliegenden Diagnosen zu den ätiolo
gisch-
pathogenetisch
unklaren
syndromalen
Zustandsbildern ohne nach
weisbare organische Grundlage gehörten, müsste die Rente weiterhin gewährt werden, da die Beschwerdegegnerin zuvor keine Eingliederungsmassnahmen durchgeführt habe. Die Beschwerdegegnerin habe sich damit begnügt, dass die Beschwerdeführerin, sofern sie berufliche Eingliederungsmassnahmen wünsche, sich gerne bei
ihr
melden könne. Nachdem die Beschwerdegegnerin diese Mass
nahmen unterlassen habe, sei angesichts der mangelnden wirtschaftlichen Ver
wertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit weiterhin von der bisherigen Erwerbsunfä
higkeit auszugehen (
Urk.
1 S. 5 f.).
1.3
Die Beschwerdegegnerin führte in der Beschwerdeantwort aus, dass die Über
prüfung
gestützt auf die Schlussbestimmungen
zu Recht erfolgt sei (
Urk.
5). Die Beschwerdeführerin sei bei Inkrafttreten der Bestimmungen
53 Jahre alt gewe
sen. Bei Revisionseinleitung am 1
3.
März 2013 habe sie ausserdem seit etwas mehr als 12 Jahren eine Invalidenrente bezogen. Aus krankheitsbedingten Gründen habe bei der Beschwerdeführerin kein Interesse an
Wiedereingliede
rungsmassnahmen
bestanden. Betreffend
die
radiologischen Befunde verwiesen sie auf die Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 2
5.
Februar 2015 (
Urk.
7). Darin führte med.
pract
.
A._
, orthopä
dische Chirurgie und Traumatologie FMH, aus,
es ergebe sich aus der medizini
schen Wertigkeit der Befunde für die Diagnosefindung,
dass die radiologischen Befunde nicht als Diagnosen aufgeführt würden.
1.4
In der Replik vom
2.
April 2015
(
Urk.
1)
notierte die Beschwerdeführerin, dass der M
EDAS
-Gutachter die noch be
stehenden Einschränkungen
diagnostisch
hätte
feststellen bzw. er sich mit den behandelnden Ärzten und den
Vorgutach
tern
hätte
auseinandersetzen müssen. Er habe nicht glaubhaft und nachvoll
ziehbar begründen können, weshalb er die Befunde nicht wie alle anderen Ärzte als Diagnose werte (
Urk.
11 S. 3).
2.
2.1
Nach
lit
. a
Abs.
1 der am
1.
Januar 2012 in Kraft getretenen
Schlussbestimmun
gen
der Änderung vom 1
8.
März 2011 des IVG (6.
IV
Revision, erstes
Mass
nahmenpaket
;
nachfolgend
SchlB
IVG 6.
IV
Revision
) werden Renten, die bei
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nach
weisbare organische Grundlage gesprochen wurden, innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten dieser Änderung überprüft. Sind die Voraussetzungen nach Artikel 7
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversi
cherungsrechts
(
ATSG
)
nicht erfüllt, so wird die Rente herabgesetzt oder aufge
hoben, auch wenn die Voraussetzungen von Artikel 17
Absatz 1 ATSG nicht
erfüllt sind. Diese Bestimmung ist verfassungs- und EMRK-konform (BGE 139 V 547 E. 3).
Laufende Renten sind vom Anwendungsbereich von
lit
. a
Abs.
1
SchlB
zur 6.
IV-Revision nur ausgenommen, wenn und soweit sie auf erklärbaren Beschwerden, das heisst auf einer nachweisbaren objektivierbaren Grundlage beruhen. Lassen sich unklare von erklärbaren Beschwerden trennen, können die
Schlussbestimmungen der
6.
IV-Revision auf erstere Anwendung finden (BGE 140 V 197 E. 6.2, in Präzisierung u.a. von
BGE 139 V 547
E. 10.1.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_738/2013 vom
8.
April 2014 E. 3.1.2.1 mit Hinweis).
Da der Bestand laufender Renten wesentlich von medizinischen Aspekten abhängt, sind an die entsprechenden Abklärungen besonders hohe Anforde
rungen zu stellen. Namentlich muss verlangt werden, dass die Untersuchungen im Zeitpunkt der Revision aktuell sind und sich mit der massgeblichen Frage
stellung auseinandersetzen. Soweit die versicherte Person sich – auch mit Bezug auf die Chancen, welche die Wiedereingliederungsmassnahmen bieten – der Beurteilung durch die Verwaltung und deren regionalen ärztlichen Dienst nicht anschliessen kann, dürfte sich in der Regel eine neue, polydisziplinäre Begut
achtung als unumgänglich erweisen (vgl. BGE 139 V 547 E. 10.2).
2.2
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkom
mensvergleichs
(bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Recht
sprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 134 V 131 E. 3 und 133 V 108 E. 5.4 mit Hinweis).
2.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist ent
scheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderli
chen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berück
sichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person aus
einander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fra
gen erschweren oder verunmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U.
Meyer-Blaser, Die Rechts
pflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenha
gen
, Das ärztliche Gutachten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
3.
3.1
Die medizinische Aktenlage im Zeitpunkt der
Rentenzusprache
zeigte sich wie folgt:
3.1.1
Die Beschwerdeführerin war vom 1
3.
Oktober bis zum 3
0.
Oktober 1999 im
B._
hospitalisiert. Die behandelnden Ärzte stellten folgende Diagnosen:
Cervicovertebrales
und
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom beidseits (ICD-10 M54.5)
Leichte degenerative Veränderungen der L
WS (
Spondylarthrose
L4/5 und L5/
S1,
Osteochondrose
C5/6)
Subakute Thyreoiditis de
Quervain
Unklare Unterbauchschmerzen links
Ovarialzyste links
Psychosoziale Belastungssituation
Chronischer
Nikotinabusus
Hämangiome am Os Ileum und Lendenwirbelkörper 3 (LWK3) ohne
Krank
heitswert
Die Beschwerdeführerin sei zur stationären Rehabilitation und weiteren Abklä
rung bei einem
cervicovertebralen
und
lumbospondylogenen
Schmerzsyndrom beidseits eingewiesen worden. Radiologisch bestehe eine
Spondylarthrose
L4/5 und L5/S1 sowie eine
Osteochondrose
C5/
6.
Augrund
der Anamnese, der Klinik und der serologischen Abklärungen sei ein Lupus
erythematodes
, eine
Vaskulitis
und ein
Sjögrensyndrom
unwahrscheinlich. Ausgeschlossen sei eine Hepatitis B
-
und C-Infektion, eine Borreliose, ein Infekt mit
Chlamydia
trachomatis
und Gonokokken sowie bei unauffälliger Immunelektrophorese ein
Plasmozytom
. Ein im Szintigramm vorhandener Verdacht auf eine ISG-Arthritis habe mittels MRI-Untersuchung nicht bestätigt werden können. Dies zusammen mit einem negativen HLA-B27 und negativem Screening bezüglich behandelbarer Erreger reaktiver Arthritiden und fehlender typischer Klinik lasse eine
seronegative
Spondy
l
arth
r
opa
thie
ausschliessen. Die im MRI festgestellten Hämangiome wür
den die Schmerzen nicht erklären und hätten keine therapeutische Konsequenz.
Mittels Schmerzmittelgabe und Physiotherapie (Bewegungstherapie,
Interferenz
strom
, Heublumenwickel,
Gehbad
und im Verlauf Beckenbodengymnastik) sei insgesamt keine Besserung der Beschwerden eingetreten.
Ein erhöhtes TSH und normale T3- und FT4-Werte im Rahmen einer latenten Hypothyreose sowie eine Schilddrüsensonographie sei
en
vereinbar mit einer Thyreoiditis de
Quervain
. Nach konsiliarischer Rücksprache mit Herrn Dr.
C._
, Endokrinologe, sei die Anamnese mit Status nach Schmerzen im Halsbereich
und diffusen Allgemeinbeschwerden und die
palpatorisch
leicht vergrösserte Schilddrüse vereinbar mit einer
subacuten
Thyreoiditis de
Quer
vain
, aber keineswegs klassisch und typisch, da die BSR normal sei.
Die
Schild
drüsenantikörper
seien negativ
,
was die Diagnose einer chronischen Thyreoiditis Hashimoto ausschliesse. Die
subacute
Thyreoiditis de
Quervain
wäre eine Er
klärung für die seit einigen Monaten bestehende allgemeine Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Eine Schilddrüsenhormonsubstitut
ion sei nicht indiziert, das TSH
sei kontrollbedürftig. Steroide seien nicht indiziert bei nur geringen Schmerzen.
Wegen der unklaren Unterbauchschmerzen habe man die Beschwerdeführerin auch gynäkologisch untersucht, diffe
rentialdiagnostisch könnten die Schmerzen
durch eine persistierende Ov
arialzyste links erklärt werden. E
ine
Endometriose
sei ebenfalls nicht ausgeschlossen. Daher hätten sie auf Rat der Gynäkologen eine
Gestagenversuchstherapie
mit
Prodafen
für 3 Wochen begonnen, danach werde sie in der
D._
nachkontrolliert. Im Falle einer Persistenz der Beschwerden sei eine diagnostische Laparoskopie vorgeschlagen worden.
Die Beschwerdeführerin sei auch psychiatrisch
konsiliarisch
beurteilt worden. Der Psychiater habe eine
schwerwiegende psychosoziale Belastungssituation mit
histrionischen
Persönlichkeitszügen, aktuell aber keine fassbaren Hinweise für eine manifeste Depression festgestellt. Eine Indikation für ein Antidepressivum sei daher nur als Schmerzdistanzierung in niedriger Dosierung gegeben
gewe
sen
, dieses sei vor Spitalaustritt eingesetzt worden. Einer Psychotherapie stehe sie ablehnend gegenüber. Wegen Hämorrhoiden sei
Sheriproct
Supp.
eingesetzt worden, dies habe
vorerst noch keine Besserung gebrac
ht. Sie würden empfehlen, dies
vorläufig noch für einige Tage weiter zu verordnen. Bei fehlen
der Besserung sei es abzusetzen (
Urk.
6/1 S. 5).
3.1.2
In seinem Arztbericht vom 2
9.
Januar 2001 zuhanden der Beschwerdegegnerin (
Urk.
6/8 S. 3 f.)
hielt Dr.
med.
E._
, Rheumatologie FMH
,
als Diagnosen 1) ein
cervico
-vertebrales und
lumbospondylogenes
Syndrom bei
Fehlform
der Wirbelsäule mit degenerativen Veränderungen, 2) eine latente Hyp
o
thyreose, 3) Hämangiom am Os
ileum
und LWK3 sowie 4) eine Ovarialzyste links, fest. Sie sei vor allem aufgrund der zunehmenden Beschwerden bei Beugung der
Len
denwirbelsäule
und auf Grund der Unfähigkeit
,
Gewichte über 5 kg zu heben,
als Wäschereiangestellte zu 100
% arbeitsunfähig.
Für eine leichte körperliche Arbeit im Wechsel von Sitzen und Stehen und ohne Bücken sowie Heben von Lasten in einem beheizten Raum wäre die Beschwerdeführerin medizinisch-the
oretisch maximal 50
%
arbeitsfähig.
3.1.3
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für Rheumatologie und Rehabilitation, stellte im von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebene Gutachten vom 14.
Februar 2001 (
Urk.
6/12) folgende Diagnosen:
Chronisches
zervicospondylogenes
Syndrom mit
myofascialen
Trigger
punkten
im Bereiche des Schultergürtels bei
Osteochondrose
C5/C6 und
grobwabiger
Struktur der Wirbelkörper C5 und C6
Chronisches
lumbospondylogenes
Syndrom bei tiefreichender
Brust
wirbel
säule-Kyphose
(BWS-Kyphose) mit leichtem dorsalen Über
hang und
Spondylarthrosen
L4-S1 mit Hämangiomen am Os
il
e
um
und Lendenwirbelkörper 3 (LWK3)
Status nach Thyr
e
oiditis de
Quervain
Rezidivierende unklare Unterbauchschmerzen links
Psychosoziale Belastungssituation
Chronischer
Nikotinabusus
Die Beschwerdeführerin klage über dauernde
lumbospondylogene
Schmerzen mit Ausstrahlungen diffus in die Gesäss- und Oberschenkelregion. Beim Niessen habe sie lokale Schmerzen. Die Schmerzen würden auch nachts nicht ver
schwinden. Sie habe Anlaufschmerzen. Daneben habe sie über
zervicale
Schmerzen mit Ausstrahlungen in die Schulterregion beidseits und Aus
strahlungen Richtung Sternum geklagt
. Daneben habe sie praktisch ständig Kopfschmerzen
(
Urk.
6/12 S. 2).
Dr.
F._
hielt fest, das Becken stehe ordentlich gerade, sie habe hochgezogene Schultern links mehr als rechts. Es bestehe eine tiefreichende BWS-Kyphose. Die Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule (LWS) sei in allen Richtungen schmerzhaft um gut die Hälfte eingeschränkt. Es bestehe an den Dornfortsätzen L1-L5 ein Rüttelschmerz. Die
Beckenkammtendinosen
se
i
en beidseits
druckdolent
. Die Rotation der Halswirbelsäule (HWS) sei beidseits um die Hälfte, die Seitneigung um 2/3 eingeschränkt. Es bestehe ein Endphasenschmerz bei der Flexion und Extension. Die Kopfgelenke C1/2 seien nach beiden Seiten blockiert. Es bestün
den diffuse paravertebrale
Druckdolenzen
im Bereiche der ganzen HWS und an den
occipitalen
Tendinosenzonen
. Die
Trapeziusmuskulatur
sei beidseits
druck
dolent
. Die Schultern seien frei und schmerzfrei beweglich, ebenso die Ellbogen. Im oberen Sprunggelenk (OSG) bestehe eine
Druckdolenz
im medialen und lateralen Gelenksspalt beidseits.
Synovitiden
lägen keine vor. Es bestehe ein
Hallux
valgus
beidseits
(
Urk.
6/12 S. 2)
.
Die Beschwerdeführerin sei in ihrer letzten beruflichen Tätigkeit als Mitarbeite
rin in einer Wäscherei, wo sie angeblich auch zum Teil schwere nasse Wäsche habe heben müssen, seit dem 1
6.
Oktober 2000 bleibend zu 100
%
arbeitsunfä
hig. Für eine leichtere Tätigkeit mit wechselnder gehender, sitzender und ste
hender Position
,
ohne repetitives Heben von Lasten über 5 kg
,
bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
. Die Beschwerdeführerin werde von einem gutem Rheumatologen betreut, welcher sämtliche therapeutischen Möglich
keiten für eine solche Situation kenne. Aufgrund des bisherigen Verlaufes müsse leider angenommen werden, dass trotz optimaler therapeutischer Betreuung die Arbeitsfähigkeit mittelfristig nicht gesteigert werden könne (Urk.
6/12 S. 3).
3.1.4
Dr.
E._
hielt in seinem Bericht vom 1
6.
Februar 2001
(
Urk.
6/13) zuhanden
Dr.
F._
folgendes fest:
Die Beschwerdeführerin sei erstmals im März 1992 bei ihm wegen eines
lumbo
spondylogenen
Syndromes
links bei Hyperlordose der LWS, langgezogener linkskonvexer
Skoliosierung
und
lumbosakraler
Übergangsstörung im Sinne einer partiellen
Sakralisation
von L5 rechts in rheumatologischer Behandlung gestanden. Die
Iliosakralgelenke
(ISG) hätten radiologisch leichte degenerative Veränderungen gezeigt. Eine zweimalige
Manualtherapie
sowie die in seiner Praxis durchgeführte Physiotherapie hätten eine rasche Schmerzlinderung gebracht und er hätte die Behandlung nach zwei Monaten abschliessen können.
Im Juli 1998 habe sie ihn erneut wegen belastungsabhängigen lumbalen Rücken
schmerzen aufgesucht, diesmal sei die Behandlung weit schwieriger
gewesen
, trotz längeren Physiotherapien,
Manualtherapien
und medikamentö
sen Behandlungen habe das Beschwerdebild persistiert. Es sei jedoch gelungen, die Beschwerdeführerin damals 100%ig arbeitsfähig zu halten
(
Urk.
6/13 S. 1)
.
Im Herbst 1999 seien die Beschwerden
exacerbiert
und sie habe vom 13.
Oktober bis zum 3
0.
Oktober 1999 hospitalisiert werden müssen. Es habe sich in jener Zeit eine Symptomausweitung entwickelt, welche aber zumindest teilweise auch somatisch bedingt gewesen sei (Ovarialzyste links, subakute Thyreoiditis de
Quervain
mit latenter Hypothyreose). Die von den Kollegen im Austrittsbericht empfohlene Arbeitsfähigkeit von 50
%
habe im November 1999 wieder erreicht werden können, eine Steigerung sei aber in der Folge gescheitert
(
Urk.
6/13 S. 1)
.
Im Herbst 2000 sei es zu einer weiteren Verschlechterung des Krankheitsbildes gekommen, wobei dafür vor
a
llem ein depressiver Schub verantwortlich gewe
sen sei, welcher vom Hausarzt
Dr.
med.
G._
in
H._
medikamentös mit
Seropram
und einer Psychotherapie angegangen worden sei. Auch dieser Behandlungsversuch habe aber keine Besserung gebracht und die Integration in die Arbeit als Wäschereiangestellte sei nicht mehr gelungen. In letzter Zeit seien aus rheumatologischer Sicht die HWS-Beschwerden häufig im Vordergrund gestanden. Die von ihm radiologisch festgestellte
grobwabige
Struktur von
HWK 5 und HWK 6 könnten ebenfalls Hämangiomen entsprechen, wie sie bereits mittels MRI an anderen Lokalisationen (LWK 3 und Os
ileum
) festgestellt worden seien. Seiner Meinung nach bestehe darin aber kein Krankheitswert, sodass er auf weitere Abklärungen verzichtet habe
(
Urk.
6/13 S.
2)
.
Für die neutrale Beurteilung der Arbeitsfähigkeit für eine leichtere Tätigkeit sollte seiner Meinung nach zumindest ein Einsatz von 50% möglich sein (Urk.
6/13 S. 2).
Dr.
E._
legte den MRI-Befund vom 1
5.
März 1999 bei (
Urk.
6/13 S. 3). Darin wurde ein knapp 1 cm grosses Wirbelkörperhämangiom in der Spongiosa von L3 links grundplattennahe ohne Alteration des Spinalkanals festgehalten. Im Übrigen, abgesehen von diskreten
spondylarthrotischen
Degenerationen L4/L5 und L5/S1 sowie einer initialen
Spondylarthrosis
L4 bis S1, liege ein normales
vertebro
-spinales MRT
Th
9 bis S3 vor, insbesondere ohne Nachweis einer
osteophytär-diskalen
Spinalkanalalteration bzw. einer andersartigen Ursa
che für das klinische Beschwerdebild.
3.2
Die angefochtene Verfügung stützt sich in medizinischer Hinsicht auf das
polydis
ziplinäre
(allgemein-internistisch, rheumatologisch und psyc
hiatrisch) Gutachten der
MEDAS
Z._
vom
2.
Juni 2014 (Urk.
6/72). Die Ärzte stellten darin als Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ein
Fibromyalgiesyndrom
respektive
myofasciales
Schmerzsyn
drom
(ICD-10 M79), welches seit
mehr als 15 Jahren bestehe
(Urk.
6/72 S. 18).
Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hielten sie folgende fest
(
Urk.
6/72 S. 18)
:
Dysthymie
(ICD-10 F34.1), bestehend seit mehr als 15 Jahren
Eingeschränkte Medikamenten-Compliance
Adipositas mit BMI 30.4
Arterielle Hypertonie, medikamentös behandelt
Status nach
Nikotinabusus
Status nach
Spheno-E
t
hmoidektomie
beidseits
Rheumatologisch beurteilt lägen die von der Beschwerdeführerin angegebenen Hauptbeschwerden in den Weichteilen des Schultergürtels, des Beckengürtels und des Rumpfes. Das Weichteilschmerzsyndrom gehe einher mit einer sym
metrischen Verteilung von ausgedehnten
Weichte
i
ldruckdolenzen
an diesen Stellen und entlang der ganzen Wirbelsäule. Das Weichteilschmerzsyndrom sei vereinbar mit einem
Fibromyalgiesyndrom
respektive einem
myofascialen
Schmerzsyndrom im Rahmen einer muskulären
Dysbalance
des Schulter- und Beckengürtels.
Auffälligerweise
(trotz langjährigem Schmerzsyndrom) bestün
den keine wesentlichen, den Alltag beeinträchtigenden Funktionsstörungen der peripheren Gelenke, auch nicht des Achsenskelettes. Klinisch ergäben sich keine Hinweise auf eine
radikuläre
Schmerzkomponente, die Anamnese und die aktu
ellen klinischen Befunde schlössen eine
inflammatorische
Grundlage der Weichteilbeschwerden aus. Gesamthaft gesehen sei die funktionelle Kapazität, abgesehen von geringfügigen Bewegungsrestriktionen an der
Halwirbelsäule
respektive an der Lendenwirbelsäule, intakt. An der Halswirbelsäule bestehe eine eindeutige 2
Segmentdegeneration mit einer
Kyphosefehlstellung
C3
C
6.
Diese degenerativen Veränderungen seien schon in den früheren Untersu
chungen im Jahr 2001 bzw. 1999 im
B._
beschrieben worden. Ver
gleichend zu der im Jahr 2001 durchgeführten, relativ oberflächlich gefassten Begutachtung ergäben sich keine wesentlichen Zunahmen der Funktions
störungen an den peripheren Gelenken beziehungsweise am Achsenskelett (
Urk.
6/72 S. 19).
Seitens der rheumatologischen Einschätzung könne man ihr trotz ihren
Weich
teil
beschwerden
(bei erhaltener funktioneller Kapazität der peripheren Gelenke und weitgehend auch des Achsenskelettes) eine ausserhäusliche Arbeitstätigkeit zumuten. Für eine den Rücken schonende Arbeitstätigkeit mit der Möglichkeit zu Wechselpositionen dürfte die zumutbare Arbeitsfähigkeit bei acht Stunden pro Tag liegen, mit einer
dekonditionierungsbedingten
Leistungs
minderung
von maximal 20
%
. Diese Leistungsminderung sei medizinisch-theoretisch durch ein kreislaufaktivierendes Training und eine medizinische Trainingstherapie zwecks Optimierung der Kraft und Kraftausdauer der Schul
ter- und
Beckengürtel
muskelgruppen
sowie der Rumpfstabilisatoren korrigier
bar. Man finde aus rheuma
tologischer Sicht keine Begründung für eine Arbeits
unfähigkeit im Haus
halt, auch für die Arbeitstätigkeit als
Reinigungsmitarbeite
rin
in
Privat
haushalten
sehe man keine rheumatologisch begründbare Ein
schränkung (
Urk.
6/72 S. 20).
Bei der Beschwerdeführerin lägen auf der psychisch-geistigen Ebene die Symp
tome einer langjährigen
Dysthymie
vor. Dadurch bestehe jedoch weder quanti
tativ noch qualitativ eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit. Auf der soma
tischen Ebene liege ein
Fibromyalgiesyndrom
respektive ein
myofasciales
Schmerzsyndrom vor. Die degenerativen Veränderungen im Bereich der HWS und LWS würden nicht das Altersausmass überschreiten und seien auch nicht verantwortlich für die Beschwerden der Versicherten, die sich eindeutig in die Weichteile generalisiert lokalisieren würden. Hinweise für
radikuläre
Störungen oder eine Myelopathie fänden sich nicht und seien auch nie dokumentiert wor
den. Im sozialen Bereich bestünden insofern Schwierigkeiten, als dass sich die Versicherte selber nicht mehr als zu 50
%
arbeitsfähig sehe und eine schwere
Erkrankung des Ehemannes mit dialysepflichtiger Niereninsuffizienz bestehe. Diese psychosozialen Faktoren bestünden zwar, hätten jedoch keine Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
6/72 S. 21).
Die Beschwerdeführerin sei in der bisherigen und noch ausgeübten Tätigkeit als Reinigungsfachfrau in Privathaushalten durch die
Dekonditionierung
im Bereich des Bewegungsapparates zum jetzigen Zeitpunkt
leichtgradig
qualitativ einge
schränkt. Dies könne jedoch durch eine medizinische Trainingstherapie (MTT) korrigiert werden. Auch könnte die Arbeitsfähigkeit durch die regelmässige Ein
nahme der Medikamente verbessert werden (
Urk.
6/72 S. 21).
Die Beschwerdeführerin sehe sich jedoch nur zu 50
%
oder weniger als arbeits
fä
hig, da sie mit der Haushaltführung und der Betreuung des kranken Ehe
mannes, der an einem dialysepflichtigen Nierenleiden leide, überfordert sei (
Urk.
6/72 S. 21).
Eine medizinisch begründete Arbeitsunfähigkeit von 20
%
bestehe seit mehr als 15 Jahren, sei jedoch auf eine korrigierbare
Dekonditionierung
zurückzuführen.
Durch ein medizinisches Aufbautraining und das Auferlegen einer Medikamen
ten-Compliance könne die maximale Leistungseinschränkung von 20
%
auf 0
%
reduziert werden (
Urk.
6/72 S. 22).
Bei einer anderen Tätigkeit sollte es sich in erster Linie um eine leichte,
wechsel
belastende
Tätigkeit handeln. Das Heben und Tragen von Lasten über 15
kg sowie Tätigkeiten, die langdauernde Zwangshaltungen des Kopfes oder des Rückens erfordern, sollten vermieden werden (
Urk.
6/72 S. 23).
4.
4.1
Die letzte materielle
Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer
Sach
ver
haltsabklärung
, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkom
mensvergleichs
erfolgte bei erstmaliger
Rentenzusprache
mit Beschluss vom
2.
Mai 2001 (vgl. Feststellungsblatt vom 2
9.
März 2001,
Urk.
6/17). Anlässlich der Revisionen in den Jahren 2003, 2008 und 2011 wurden jeweils lediglich Arztberichte der behandelnden Ärzte eingeholt,
entsprechend wurde
keine
rechts
konforme
Sachverhaltsabklärung und Beweiswürdigung
vorgenommen
.
Ob eine Rentenanpassung nach
lit
. a
Abs.
1
SchlB
IVG 6.
Revision zulässig ist, beurteilt sich ents
prechend aufgrund der
Aktenlage
im Jahr 2001
.
4.2
4.2.1
Aus dem Arztbericht der Ärzte des
B._
geht hervor, dass die geklagten Beschwer
den nicht aufgrund von organischen Befunden erklärt werden können.
Die Ärzte hielten ausdrücklich fest, dass die im MRI festgestellten Hämangiome die Schmerzen nicht erklären würden und keine therapeutische Konsequenz hätten. Es liege eine schwerwiegende psychosoziale Belastungssituation mit
histrionischen
Persönlichkeitszügen vor (
Urk.
6/1 S. 5).
Dr.
E._
hielt in seinem Arztbericht vom 2
9.
Januar 2001 (
E. 3.1.2
)
fest, die attestierte Arbeitsunfähigkeit beruhe auf den zunehmenden Beschwerden und der Unfähigkeit
,
Gewichte von über 5 kg zu heben.
Dr.
E._
notierte aller
dings nicht,
welche organischen Befunde die zunehmenden Beschwerden bzw. die Unfähigkeit schwer zu heben
erklären könnten
.
Die
erhobenen
Befunde
liefern dafür keine nachvollziehbare Begründung.
Dr.
E._
hielt
in seinem Arztbericht vom 1
6.
Februar 2001
zuhanden Dr.
F._
dafür
, dass
die
grobwabige
Strukur
von HWK 5 und HWK 6 eb
enfalls Hämangiomen entsprechen
könnten, wie sie bereits mittels MRI an anderen Lokalisationen (LWK3 und Os
ileum
) festgestellt worden seien. Seiner Meinung
nach
bestehe darin
aber
kein Krankheitswert, sodass er auf weitere Abklärungen verzichtet habe (
Urk.
6/13).
Er
verweist
des Weiteren
ausdrücklich auf die Symptomausweitung der Beschwerdeführerin und einen depressiven Schub
, der zu einer Verschlechterung des Krankheitsbildes
geführt habe
(
Urk.
6/
13 S. 1 f.
)
.
Die von
Dr.
E._
attestierte Arbeitsunfähigkeit beruhte demnach mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit nicht auf
Beschwerden
mit organischer Grund
lage
, sondern auf
den
subjektiven Angaben bzw. geklagten Beschwerden
der Beschwerdeführerin
.
4.2.2
Dr.
F._
hielt in seinem von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebenem Gutachten (
Urk.
6/12) fest, dass die Beschwerdeführerin in ihrer letzten Tätigkeit als Mitarbeiterin in einer Wäscherei, wo sie angeblich auch zum Teil schwere nasse Wäsche habe heben müssen, bleibend und vollumfänglich arbeitsunfähig gewesen sei. Für eine leichte Tätigkeit mit wechselnder gehender, sitzender und stehender Position ohne repetitives Heben von Lasten über 5 kg bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
. Da sie von einem guten Rheumatologen betreut werde und aufgrund des bisherigen Verlaufs könne die Arbeitsfähigkeit mittel
fristig wohl nicht gesteigert werden.
Die
durch
Dr.
F._
erhobenen
objektive
n
Befunde
erklären die attestierte Arbeits
unfähigkeit allerdings nicht, da diese nur m
ässig ausgeprägt sind. Die bei den Diagnosen aufgeführten Befunde (
Osteochondrose
C5/C6,
grobwabige
Struktur der Wirbelkörper C5 und C6, tiefreichende BWS-Kyphose mit leichtem dorsalen Überhang und
Spondylarthrosen
L4-S1 mit Hämangiomen am Os
ileum
und LWK3) sind - entsprechend
Dr.
E._
und den Ärzten des
B._
- ohne Krankheitswert.
Es ist demnach mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass
Dr.
F._
die durch
Dr.
E._
attestierte
- und mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit auf den geklagten und nicht
mit organischen Grundlagen nach
vollziehbaren
Beschwerden der Beschwerdeführerin beruhende -
Arbeitsunfä
higkeit
schlichtweg
übernommen
hat
. Dafür spricht auch, dass er
keine eigen
ständigen Angaben zu allfällige
n Therapiemassnahmen aufführte, sondern sich
mit dem Hinweis
begnügte
, dass die Beschwerdeführerin von einem guten Rheumatologen behandelt werde, der alle Therapiemöglichkeiten kennen würde
.
4.2.3
Dass die geklagten Beschwerden, gestützt auf welche die ursprüngliche
Renten
zu
sprache
erfolgte, kein organisches Korrelat haben bzw. gehabt haben können, geht auch d
eutlich aus dem Gutachten der MEDAS
hervor. So stellten die Ärzte klar, dass die degenerativen Veränderungen im Bereich der HWS und LSW nicht das Altersausmass überschreiten würden und nicht verantwortlich für die Beschwerden der Beschwerdeführerin seien, die sich eindeutig in die Weichteile generalisiert lokalisieren würden (
Urk.
6/72 S. 21).
4.2.4
Zusammenfassend festzuhalten ist, dass die ursprüngliche
Rentenzusprache
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit gestützt auf ein
pathogenetisch
-ätiologisch unklares
syndromales
Beschwerdebild ohne nachweisbare organis
che Grundlage gesprochen wurde. Entsprechend erfolgte die Rentenüberprüfung nach
lit
. a
Abs.
1
SchlB
IVG
6.
IV-Revision
zu Recht.
Zu prüfen ist infolgedessen, ob die Voraussetzungen nach
Art.
7 ATSG erfüllt sind
.
I
st dies nicht der Fall, so wird die Rente herabgesetzt oder aufgehoben, auch wenn die Voraussetzungen nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG nicht erfüllt sind (
lit
. a
Abs.
1
SchlB
IVG
6.
IV-Revision).
5.
5.1
Das
polydisziplinäre
Gutachten vom
2.
Juni 2014
erfüllt sämtliche
rechtspre
chungsgemäss
erforderlichen Kriterien für beweiskräftige ärztliche
Entschei
dungsgrundlagen
(vgl
. E. 2.3
). Es beruht
auf fachärztlichen Untersuchungen durch die Gutachter (
Urk.
6/72 S. 9 ff.,
Urk.
6/73 S. 3 ff., Urk.
6/73 S. 17 ff.
) und wurde in Kenntnis der relevanten
Vorakten
(
Urk.
6/72 S.
2 ff.)
abgegeben. Es würdigt die vorhandenen Arztberichte sorgfältig,
insbesondere auch das Gut
achten von
Dr.
F._
(
Urk.
6/72 S. 18 f.;
Urk.
6/73 S.
17;
Urk.
6/73 S. 21). Es berücksichtigt die von der
Beschwerdeführer
in
geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen hinreichend auseinander. Die Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ist einleuchtend u
nd das Gutachten ist schlüssig.
Soweit die Beschwerdeführerin vorbrachte, es sei unerfindlich, warum die Resul
tate und Erkenntnisse der Röntgenuntersuchungen vom Spital
I._
vom
6.
Mai 2014 nicht unter Diagnosen aufgeführt würden (
Urk.
1 S. 4) ist ent
gegenzuhalten,
dass die Ärzte in ihrer Beurteilung der Beeinträchtigungen aus
drücklich festhielten, dass die degenerativen Veränderungen im Ber
eich der HWS und LWS
das Altersausmass
nicht
überschreiten würden und nicht für die Beschwerden der Beschwerdeführerin verantwortlich seien, die sich eindeutig in den Weichteilen generalisiert lokalisieren würden (
Urk.
6/72 S 21). Da die Resultate einer altersgerechten Degeneration entsprechen
,
wurden sie zu Recht nicht als Diagnosen aufgeführt.
Die Beschwerdeführerin hielt dafür, dass dem begutachtenden Rheumatologen hätte klar sein müssen, dass sie dem Deutschen nicht gut mächtig sei und sich mit einer Schu
l
bildung von fünf Jahren nicht differenziert auszudrücken ver
möge. Es sei falsch, die Schmerzen als lediglich solche in den Weichteilen zu interpretieren (
Urk.
11 S. 2 f.). Dabei verkannte sie, dass die internistische und rheumatologische Untersuchung in Anwesenheit eines Dolmetschers stattgefun
den hatten
und
die psychiatrische Untersuchung in
J._
Sprache statt
fand
,
da der begutachtende Psychiater diese beherrscht (Urk.
6/72 S. 1). Auch braucht es keine neunjährige Schulbildung
,
um
Auskunft über
eigene
Schmerzen geben zu können.
5.2
Die Ärzte
hielten als Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ein
Fibromyalgiesyndrom
respektive
ein
myofasciales
Schmerzsyndrom fest. Dieses fällt nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung unter die Schmerzstörungen ohne erkennbare organische Grundlagen, bzw. vergleichbare psychosomatische Leiden (
BGE 132 V 65 E. 4
).
D
ie weiteren Diagnosen
würden
keine Auswirkun
gen auf die Arbeitsfähigkeit zeitigen
.
Dies ist
aufgrund der Anamne
se und der Befunde plausibel
und
des Weiteren unbestritten.
5.3
5.3.1
Das Gutachten der M
EDAS
wurde noch vor dem bundesgerichtlichen Urteil 9C_492/2014 vom
3.
Juni 2015 erstellt, mit welchem das Bundesgericht die bis
herige Rechtsprechung zur Invaliditätsbemessung bei Schmerzstörungen ohne erkennbare organische Grundlage und vergleichbaren psychosomatischen Leiden angepasst hat. Entsprechend ist zu überprüfen, ob die diagnostizierte Fibromyalgie auch nach der neuen bundesgerichtlichen Rechtsprechung keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zeitigt.
5.
3
.2
Das Bundesgericht hat im Urteil 9C_492/2014 vom
3.
Juni 2015
festgehalten, dass die Invaliditätsbemessung stärker als bisher den Aspekt der funktionellen Auswirkungen zu berücksichtigen hat, was sich schon in den diagnostischen
Anforderungen niederschlagen muss. Auf der Ebene der Arbeitsunfähigkeit bezweckte die durch BGE 130 V 352 begründete Rechtspre
chung die Sicher
stellung eines gesetzmässigen Versicherungsvollzuges mittels der Regel/Aus
nahme-Vorgabe beziehungsweise (seit E. 7.3 von BGE 130 V 396 und BGE 131 V 49) der Überwindbarkeitsvermutung. Deren Rechtsnatur kann offen bleiben. Denn an dieser Rechtsprechung ist nicht festzuhalten. Das bishe
rige Regel/Aus
nahme-Modell wird durch ein strukturiertes Beweisverfahren er
setzt. An der Rechtsprechung zu Art. 7 Abs. 2 ATSG – ausschliessliche Berücksichti
gung der Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung und objektivierte
Zumutbarkeits
prüfung
bei materieller Beweislast der rentenansprechenden Per
son (Art. 7 Abs. 2 ATSG) – ändert sich dadurch nichts. An die Stelle des bishe
rigen Kriterien
katalogs (bei anhaltender
somatoformer
Schmerzstörung und ver
gleichbaren psychosomatischen Leiden) treten im Regelfall beachtliche
Stan
dardindikatoren
. Diese lassen sich in die Kategorien Schweregrad und Konsis
tenz der funktionellen Auswirkungen einteilen. Auf den Begriff des primären Krankheitsgewinnes und die
Präponderanz
der psychiatrischen Komorbidität ist zu verzichten. Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur. Recht und Medizin wir
ken sowohl bei der Formulierung der Standardindikatoren wie auch bei deren
rechtlich gebotener
-
Anwendung im Einzelfall zusammen. Im Grunde konkre
tisieren die in E. 4 und 5 formulierten Beweisthemen und Vorgehensweisen für die Invaliditätsbemessung bei psychosomatischen Leiden die gesetzgeberischen Anordnungen nach Art. 7 Abs. 2 ATSG. Die Anerkennung eines
rentenbegrün
denden
Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkun
gen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es da
ran, hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wie vor die materiell
beweisbelas
tete
versicherte Person zu tragen (E. 6).
5.3.2
Beweisrechtlich
entscheidend ist der Aspekt der
Konsistenz. Darunter fallen
ver
haltensbezogene
Kategorien.
Der Indikator einer gleichmässigen Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleichbaren Lebensbereichen zielt auf die Frage ab, ob die diskutierte Einschränkung in Beruf und Erwerb (bzw. bei Nichterwerbstätigen im Aufga
benbereich) einerseits und in den sonstigen Lebensbereichen (z.B. Freizeitge
staltung) anderseits gleich ausgeprägt ist. Das bisherige Kriterium des sozialen Rückzugs ist wiederum so zu fassen, dass neben Hinweisen auf Einschränkun
gen auch Ressourcen erschlossen werden; umgekehrt kann ein
krankheitsbe
dingter
Rückzug aber auch Ressourcen zusätzlich vermindern. Soweit
erhebbar
, empfiehlt sich auch ein Vergleich mit dem Niveau sozialer Aktivität vor Eintritt
der Gesundheitsschädigung. Das Aktivitätsniveau der versicherten Person ist stets im Verhältnis zur geltend gemachten Arbeitsunfähigkeit zu sehen.
Die Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen, das heisst das Ausmass, in welchem Behandlungen wahrgenommen oder eben vernachlässigt werden, weist auf den tatsächlichen Leidensdruck hin. Dies gilt allerdings nur, solange das betreffende Verhalten nicht durch das laufende Versicherungsverfahren beein
flusst ist. Nicht auf fehlenden Leidensdruck zu schliessen ist, wenn die Nichtin
anspruchnahme einer empfohlenen und zugänglichen Therapie oder die schlechte Compliance klarerweise auf eine (unabwendbare) Unfähigkeit zur Krankheitseinsicht zurückzuführen ist. In ähnlicher Weise zu berücksichtigen ist das Verhalten der versicherten Person im Rahmen der beruflichen (Selbst-) Ein
gliederung. Inkonsistentes Verhalten ist auch hier ein Indiz dafür, die geltend gemachte Einschränkung sei anders begründet als durch eine versicherte Gesundheitsbeeinträchtigung (Urteil 9C_492/2014 vom
3.
Juni 2015 E. 4.4 mit Hinweisen).
5.4
5.4.1
D
ie Beschwerdeführerin führte
anlässlich der psychiatrischen Untersuchung für
das polydisziplinäre Gutachten
aus, sie sei am Tag vorher um 6.00 Uhr aufge
standen und habe sich um ihren Ehemann gekümmert. Wenn er zur Dialyse müsse, stehe sie um 5.30 Uhr auf. Sie ha
be mit dem Mann gefrühstückt.
U
m 8.00 Uhr sei sie zur A
r
beit
gefahren. U
m 11.30 Uhr
sei
sie
in die Migros
um Brot zu kaufen
. Zu Mittag habe es Brot mit Tomaten und Sardellen gegeben, wonach sie sich hingelegt habe. Um 14.00 Uhr sei ein Therapeut zu ihrem Ehemann gekommen, im Anschluss daran sei sie noch zusammen mit ihrem Ehemann und einem Freund der Familie einkaufen gegangen. Danach habe sie sich wieder ins Bett gelegt. Abends habe sie Fisch mit Spinat gekocht und im Anschluss habe es Obst gegeben. Schliesslich habe sie den Schlafanzug angezo
gen und etwas TV geschaut. Um 22.00 Uhr sei sie ins Bett gegangen. Heute sei sie bereits um 5.30
Uhr
aufgestanden und mit der Schwester im Auto zur Untersuchung gefahren. Ihre Schwester sei die wichtigste Bezugsperson, deren Sohn sei
ihr
aber auch wichtig. Darüber hinaus habe sie ein sehr gutes Verhält
nis zur Nachbarin, die sei ebenfalls
J._
. Zu ihrem Bruder, den sie einmal in der Woche treffe oder zumindest telefoniere,
habe sie ein gutes Verhältnis (
Urk.
6/73 S. 6 f.).
Des Weiteren erzählte sie, dass s
ie gerne mehr nach
K._
fahren
würde. S
ie sei soeben mit der Schwester
für acht Tage
dort gewesen. Diesmal seien sie geflo
gen, andere Male würden sie mit dem Auto fahren. Sie hoffe auch, mit ihrem Mann - trotz des Schlaganfalls - auch dieses Jahr wieder nach
K._
fahren zu
können. Insgesamt sei die familiäre Situation sehr belastend. Die Spitex müsse kommen und ihr Mann müsse regelmä
ssig an die Dialyse. Daraus würden
sich
das frühe
Aufstehen und
die
pflegerische Tätigkeit sowie
das
P
u
tzen gehen
ergeben
. Dennoch sei alles knapp und nun käme noch der mögliche Entzug der Rente hinzu (
Urk.
6/73 S. 6).
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin einen ausge
füll
ten und insbesondere unter Berücksichtigung des pflegebedürftigen Ehe
mannes anstrengenden Alltag bewältigt. Daneben pflegt sie noch regelmäs
sige soziale Kontakte innerh
alb und ausserhalb der Familie - so dass ein hohes
Aktivitätenniveau
erstellt ist.
5.4.2
Dazu kommt
, dass der
Medikamentenspiegel des
Lyrica
(trotz regelmässiger Angabe von zweimal täglich 75 mg) nicht messbar war und auch der Antide
pressiva-Spiegel sich im unteren Normbereich verhielt. Aus Sicht der begutach
tenden Ärzte müsse die Medikamenten-Compliance als ungenügend betrachtet werden - es sei sicherlich angezeigt, die Beschwerdeführerin regelmässiger zu kontrollieren
(
Urk.
6/72 S. 20).
Der Leidensdruck ist
daher
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit gering, ansonsten die Medikamenten-Compliance besser wäre.
5.4.3
Aufgrund des
Aktivitätenniveaus
der Beschwerdeführerin (E. 5.4.1) und
des gerin
gen Leidensdrucks
ist nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die funktionellen Auswirkun
gen der
Fibromyalgie
schlüssig und wider
spruchsfrei
nachgewiesen sind. Auf eine Prüfung des Schweregrads kann ent
sprechend verzichtet werden, da die Fibromyalgie
aufgrund
der
beweisrechtlich entscheidenden fehlenden Konsistenz
nicht invalidisierend ist.
5.5
Der
im Gutachten festgehaltene
dekonditionierte
Zustand der Beschwerdeführe
rin
(vgl.
Urk.
6/72 S. 20)
ist bei der Beurteilung der Invalidität, welche
defini
tionsgemäss
auf Dauer beruht (Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit;
Art.
8 ATSG), ausser Acht zu lassen, da sie mit einer zumutbaren Willensanstrengung
in kur
zer Zeit
verbessert werden kann.
6.
Die Beschwerdeführerin brachte vor, dass sich die begutachtenden Ärzte nur zur Tätigkeit als Reinigungsfrau in Privathaushalten äussern würde
n
, nicht jedoch zur angestammten Tätigkeit in der Wäscherei.
Klar ist, dass der Beschwerde
führerin leichte,
welchselbelastende
Tätigkeiten ohne Heben und Tragen von Lasten über 15 kg sowie ohne langdauernde Zwangshaltungen des Kopfes oder des Rückens voll zumutbar sind (vgl.
Urk.
6/72 S. 23).
Im Jahr 2001 wurde von einem jährlichen
Valideneinkommen
als Mitarbeiterin der Wäscherei in Höhe von
Fr.
46‘320.-- ausgegangen (
Urk.
6/17 S. 2). Bereinigt um die Nominallohnentwicklung resultiert ein jährliche
s
Valideneinkommen
für das Jahr 2014 in Höhe von
55‘150.70
(
Fr.
46‘320.-- : 2245 x 2673 [Bundesamt für Statistik,
T 39 Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenprei
se und der Reallöhne, 1976-2014, Stand Nominallohn für Frauen 2001 = 2245, Stand Nominallohn für Frauen 2014 = 2673]).
Das
Invalideneinkommen ist
auf Basis der Tabellenlöhne der vom Bundesamt für Statistik herausgegeben Lohnstrukturerhebung für das Jahr 2010 (LSE 2010)
festzusetzen
, wobei
der
Medianwert des Einkommens von Arbeitnehmer
innen, die
einfache und repetitive
Tätigkeiten
ausüben
(für alle Sektoren)
, in Höhe von
Fr.
4‘225
.-- zugrunde
zu legen
ist
(Tabelle TA1, Anford
erungsniveau 4, Z
iffern 02
-96
). In Anpassung an die Nominallohnentwicklung
für das Jahr 2014
für
Frauen
(
Bundesamt für Statistik,
T1.2.10 Nominallohnindex, Frauen 2011-2014
; 2011 = 1.0, 2012 = 1.0, 2013 = 0.7, 2014 = 1.0
) und unter Berücksichtigung der betriebsüblichen wöchentlichen Arbeit
szeit im Jahr 2014
von 41,7 Stunden (Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschafts
abteilungen
)
ergibt sich so für das Jahr 2014
ein
Inv
alideneinkommen von
Fr.
54‘837.50
(
Fr.
4‘225
.-- : 40 x 41,7 x 1,01 x
1.01 x 1.007 x 1.01 x
12).
Stellt man das Invaliden- und das
Valideneinkommen
gegenüber ergibt dies eine
n Invaliditätsgrad von rund 1
%
.
7.
Die Beschwerdeführerin machte geltend, die Rente hätte
auch
nicht herabgesetzt werden dürfen, da Massnahmen zur Wiedereingliederung unterlassen worden seien und aufgrund der mangelnden wirtschaftlichen Verwertbarkeit der
Restar
beitsfähigkeit
weiterhin von der bisherigen Erwerbsunfähigkeit auszugehen
sei
.
Wird die Rente herabgesetzt oder aufgehoben nach
lit
. a
Abs.
1
SchlB
6.
IV
Re
vision, so haben die Bezüger Anspruch auf Massnahmen zur Wieder
ein
gliederung nach
Art.
8a IVG (
lit
.
a
Abs.
1
SchlB
6.
IV-Revision
).
Bieten sich bei einer Invalidenrentenrevision nach langjähriger Bezugsdauer keinerlei Anknüpfungspunkte für eine zumutbare Selbsteingliederung, so ist ein Aufhebungsentscheid, welchem keine Prüfung der Eingliederungsfrage voraus
gegangen ist, bundesrechtswidrig, wenn aus den Akten einwandfrei hervorgeht, dass die Verwertung eines bestimmten Leistungspotenzials ohne vorgängige Durchführung von befähigenden Massnahmen allein vermittels
Eigenan
strengung
der versicherten Person nicht möglich ist. Diese Rechtsprechung ist auf Fälle zu beschränken, in denen die Herabsetzung oder Aufhebung der Inva
lidenrente eine versicherte Person betrifft, welche das
55.
Altersjahr zurückge
legt
oder die Rente seit mehr als 15 Jahren bezogen hat
(Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG],
3.
Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, S. 436 f.
Rz
. 62 zu
Art.
30-31 mit Hinweisen).
Die Beschwerdeführerin wurde anlässlich des Informationsgesprächs vom 31.
Mai 2013 über die Möglichkeiten von Eingliederungsmassn
ahmen orientiert (
Urk.
6/50), eine vorgängige Prüfung ist entsprechend erfolgt. Auch arbeitet d
ie Beschwerdeführerin während 4 Tagen in der Woche jeweils 3 bis 4 Stunden
in
verschiedene
n
Privathaushalte
n
(
Urk.
6/72 S. 11). Die Aufstockung dieses Pen
sums wäre der Beschwerdeführerin im Rahmen der Selbste
ingliederung zuzu
muten,
d
ie Rentenaufhebung erfolgte entsprechend nicht bundesrechtswidrig.
8.
Zusammenfassend festzuhalten ist, dass die Rentenanpassung im Sinne
lit
. a
Abs.
1
SchlB
IVG
6.
IV-Revision
zu Recht erfolgt ist. Gestützt auf das aktuelle polydisziplinäre Gutachten der M
EDAS
ist mit überwiegender Wahrscheinlich
keit erstellt, dass kein invalidisierender Gesundheitsschaden vorliegt. Die Beschwerde ist demnach vollumfänglich abzuweisen.
9
.
Gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Besc
hwerdeverfahren vor dem kantona
len Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetzlichen Rahmens (
Fr.
20
0.-- bis
Fr.
1'000.--) auf
Fr.
800.-- festzusetzen und der
unterliegenden Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen.