Decision ID: 0d9e7aee-e7e8-5d98-8dd8-f86fdb6a2a9f
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
H._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. rer. publ. Michael B. Graf, St. Leonhard-Strasse 20,
Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse des Kantons St.
Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Ergänzungsleistung zur IV
Sachverhalt:
A.
A.a H._, Jahrgang 1957, meldete sich im Juni 2008 zum Bezug von
Ergänzungsleistungen (EL) zur halben Invalidenrente an, die er seit April 2004 bei einem
Invaliditätsgrad von 55% bezieht (EL-act. 15). Mit Schreiben vom 20. August 2008 teilte
die EL-Durchführungsstelle dem Versicherten mit, sie müsse abklären, ob für seine
Ehefrau in der EL-Berechnung ein Erwerbseinkommen anzurechnen sei. Sie bat ihn
diesbezüglich um die Beantwortung von Fragen (EL-act. 13). Die Ehefrau wies am
6. Oktober 2008 darauf hin, dass sie aufgrund von körperlichen Beschwerden nicht
arbeiten könne (EL-act. 11-2).
A.b Mit Verfügungen vom 15. Januar 2009 wies die EL-Durchführungsstelle einen EL-
Anspruch des Versicherten ab 1. Juni 2008 infolge Einnahmenüberschusses ab. Sie
rechnete ein Erwerbseinkommen von Fr. 55'758.- brutto an (EL-act. 7). Eine gegen die
EL-Abweisung in Vertretung des Versicherten gerichtete Einsprache von Rechtsanwalt
lic. rer. publ. Michael B. Graf vom 18. Februar 2009 (EL-act. 4) wies der Rechtsdienst
der Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen (SVA) in Vertretung der EL-
Durchführungsstelle mit Entscheid vom 23. Juni 2009 ab. Für den Versicherten und für
seine Ehefrau seien hypothetische Erwerbseinkommen anzurechnen. Die vom
Versicherten geltend gemachten erfolglosen Stellenbemühungen stammten aus dem
Jahr 2007 und früher. Aktuelle Arbeitsbemühungen könne er nicht nachweisen,
weshalb die Vermutung des Art. 14a Abs. 2 ELV nicht widerlegt sei. Betreffend die
Ehefrau liessen die aktenkundigen Diagnosen nicht darauf schliessen, dass sie aus
gesundheitlichen Gründen nennenswert in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei.
Fehlende Deutschkenntnisse und fehlende Berufsausbildung seien ebenfalls
unbeachtlich. Letztere sei ohnehin bei der Höhe des Erwerbseinkommens mit einem
Abzug von 20% berücksichtigt worden. Im Weiteren sei der Eigenmietwert in voller
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Höhe anzurechnen, da das selbstbewohnte Grundstück im Alleineigentum des
Versicherten stehe (act. G 1.1.1).
B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die Beschwerde des
Rechtsvertreters des Versicherten vom 3. August 2009. Er beantragt dessen
Aufhebung. Dem Beschwerdeführer seien von Juni bis Dezember 2008 monatliche EL
von Fr. 3'478.- und ab Januar 2009 von Fr. 3'509.- auszurichten, unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen. Der Beschwerdeführer habe sich von Juli 2004 bis Juni 2006
auf Dutzende von Arbeitsstellen beworben, aber durchwegs Absagen erhalten. Er habe
sogar ein Restaurant eröffnen wollen, um so ein Einkommen zu erzielen. Die
Bewilligung sei aber verweigert worden. Per 31. Juli 2006 sei er bei der
Arbeitslosenversicherung ausgesteuert worden. Anschliessend habe er sich mit
Unterstützung der IV ohne Erfolg auf weitere unzählige Stellen beworben. Auch nach
Erhalt der IV-Rentenverfügung vom 20. November 2007 habe er weiter Arbeit gesucht
und seine Stellenbemühungen auf Anraten seines Rechtsvertreters durchwegs
dokumentiert. Aus invaliditätsfremden Gründen sei die Verwertung der theoretischen
Resterwerbsfähigkeit nicht möglich. Auch für die Ehefrau sei kein Erwerbseinkommen
anzurechnen. Sie sei seit Einreise in die Schweiz nie erwerbstätig gewesen. Sie habe
nur während vier Jahren die Schule besucht, sei eine funktionelle Analphabetin und
spreche kein Deutsch. Bei dieser Ausgangslage sei sie auf dem tatsächlichen
Arbeitsmarkt chancenlos. Hinzu komme, dass sie gesundheitlich selbst stark
angeschlagen sei und höchstens vier Stunden täglich arbeiten könne, wie ärztlich
attestiert sei (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt am 27. August 2009 die Abweisung der
Beschwerde und verweist zur Begründung auf die Erwägungen im
Einspracheentscheid (act. G 3).
B.c Nach Einsicht in die Akten der Beschwerdegegnerin liess der Beschwerdeführer
am 23. September 2009 eine weitere Stellungnahme mit unveränderten Anträgen
einreichen. Unter Verweis auf medizinische Unterlagen betreffend die Ehefrau des
Beschwerdeführers führt dessen Rechtsvertreter aus, im Februar 2007 sei der Verdacht
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auf Irritation der Nervenwurzel C8 rechts geäussert worden. Die entsprechenden
Beschwerden hätten bei der ambulanten Untersuchung vom 13. April 2007 angehalten.
Der Bericht über die Untersuchung vom 11. Mai 2007 sei beim Kantonsspital St. Gallen
einzuholen. Am 11. Juni 2008 sei von einer Handchirurgin der Verdacht auf einen
Weichteiltumor bzw. ein Handgelenksganglion links geäussert worden. Am 18. August
2008 sei ein intracarpales Ganglion rechts entfernt und der nervus medianus rechts
und Loge de Guyon dekompressiert worden. Eine Arbeitsunfähigkeit sei nicht attestiert
worden, weil die Ehefrau des Beschwerdeführers nicht arbeitstätig gewesen sei. Es
liege aber auf der Hand, dass die Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt gewesen sei.
Im Weiteren handle es sich bei der Behauptung der Beschwerdegegnerin, die Ehefrau
habe sich nicht um das Erlernen der deutschen Sprache bemüht und damit ihre
Chancen auf dem Arbeitsmarkt nicht verbessert, um den Einwand einer Verletzung der
Schadenminderungspflicht. Für derartige Fälle sehe Art. 21 Abs. 4 ATSG eine vorherige
schriftliche Mahnung mit Hinweis auf die Rechtsfolgen sowie eine angemessene
Bedenkzeit vor. Diese Mahnung sei nicht erfolgt. Zudem müssten die notwendigen
finanziellen Mittel zum Erwerb der Deutschkenntnisse und genügend Zeit zum Erlernen
der deutschen Sprache zugestanden werden. Rückwirkend für den
verfahrensgegenständlichen Zeitraum sei dies ohnehin nicht möglich (act. G 6).
B.d Die Beschwerdegegnerin hielt am 16. Oktober 2009 an ihrem Antrag fest und
verzichtete auf weitere Ausführungen (act. G 8).

Erwägungen:
1.
1.1 Gemäss Art. 11 Abs. 1 lit. a und g des Bundesgesetzes über
Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG; SR
831.30) i.V.m. Art. 14a Abs. 2 lit. b der Verordnung über Ergänzungsleistungen zur
Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELV; SR 831.301) ist Invaliden unter
sechzig Jahren als Erwerbseinkommen mindestens der Höchstbetrag für den
Lebensbedarf eines Alleinstehenden anzurechnen, wenn der Invaliditätsgrad von 50%
bis unter als 60% liegt. Rechtsprechungsgemäss ist damit eine Vermutung für die
Erzielbarkeit eines Erwerbseinkommens in dieser Höhe für den Fall aufgestellt worden,
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dass der invalide EL-Ansprecher keiner Erwerbstätigkeit nachgeht. Diese Vermutung
kann durch den Beweis des Gegenteils umgestossen werden (vgl. Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über
Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, bearbeitet von Urs Müller, 2. Aufl., 2006, S. 152
Rz 489). Hinter dieser Verordnungsbestimmung steht die (in Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG
verankerte) Überlegung, dass die teilinvaliden EL-Ansprecher eine EL-spezifische
"Schadenminderungspflicht" treffe: Soweit ihnen dies möglich und zumutbar ist, haben
sie selbst für ihren Existenzbedarf zu sorgen. Dazu gehört auch, dass sie ihre
verbliebene Arbeitsfähigkeit soweit als möglich und zumutbar einsetzen, um ein
Erwerbseinkommen zu erzielen. Unmöglich ist die Ausübung einer Erwerbstätigkeit,
soweit eine Arbeitsunfähigkeit besteht oder soweit die Restarbeitsfähigkeit aufgrund
einer unüberwindbaren Arbeitslosigkeit nicht verwertet werden kann (vgl. den
Entscheid EL 2008/47 des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom
13. August 2009, Erw. 1). Im vorliegenden Fall kann davon ausgegangen werden, dass
der von der IV-Stelle ermittelte Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers im Umfang von
55% eine Erwerbstätigkeit objektiv ausschliesst.
1.2 Die in Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG als "Sanktionsnorm" zum Ausdruck gelangende
EL-spezifische Schadenminderungspflicht, die sich im vorliegenden Fall auf die
anrechenbare Einnahmeposition 'Erwerbseinkommen' (Art. 11 Abs. 1 lit. c ELG)
bezieht, ist erst dann erfüllt, wenn tatsächlich ein Erwerbseinkommen im Ausmass
mindestens des in Art. 14a Abs. 2 lit. b ELV vorgesehenen Betrags erzielt wird. Sie
entfällt dann, wenn nachweislich keine Möglichkeit besteht, die Arbeitslosigkeit zu
überwinden und die verbliebene Arbeitsfähigkeit an einer Arbeitsstelle zu verwerten.
Der EL-Ansprecher hat also den Tatbeweis zu erbringen, dass er unverschuldet
arbeitslos ist. Dies entspricht der Lösung in der Arbeitslosenversicherung (Art. 17
Abs. 1 AVIG), auch wenn dort ein anderes Sanktionssystem zur Anwendung gelangt
(Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG).
1.3 Der einmal gelungene Beweis, dass die Arbeitslosigkeit nicht überwunden
werden kann, kann keine Dauerwirkung entfalten, weil der massgebende Arbeitsmarkt
einer dauernden Veränderung unterworfen ist. Deshalb muss der Tatbeweis immer
wieder neu geführt und damit der Umstand, dass im konkreten Einzelfall keine
erfüllbare Schadenminderungspflicht (d.h. kein Verzicht auf Erwerbseinkommen)
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besteht, immer neu belegt werden. Dies kann nur dadurch geschehen, dass qualitativ
und quantitativ ausreichende Stellenbewerbungen gemacht werden, diese aber
erfolglos sind. Die Tatsache allein, dass die Lage auf dem Arbeitsmarkt für
Stellensuchende (meist konjunkturbedingt) schlecht ist, kann nicht beweisen, dass
keine erfüllbare Schadenminderungspflicht besteht, weil jede Stellenbewerbung von
vornherein aussichtlos wäre. In Bezug auf die qualitativen und quantitativen
Anforderungen an die Arbeitsbemühungen kann ohne weiteres auf die entsprechenden
Bestimmungen und die hierzu entwickelte Praxis der Arbeitslosenversicherung
abgestellt werden, da es auch dort um eine Schadenminderungspflicht im Rahmen des
sozialen Risikos der Arbeitslosigkeit geht (EL 2008/47, Erw. 2).
2.
2.1 Der Beschwerdeführer lässt in der Beschwerde betonen, ihm sei durchgehend,
auch nach Aussteuerung durch die Arbeitslosenversicherung per Juni 2006, bewusst
gewesen, dass er sich im Rahmen der ihm verbleibenden Restarbeitsfähigkeit um
Arbeit bemühen müsse. Die Beschwerdegegnerin veranlasste nur betreffend die
Ehefrau weitere Abklärungen und rechnete für den Beschwerdeführer nach Abschluss
derselben direkt das hypothetische Einkommen nach Art. 14a Abs. 2 lit. b ELV an
(Fr. 18'140.- im Jahr 2008 bzw. Fr. 18'720.- im Jahr 2009). Die Widerlegung der
Vermutung des Art. 14a ELV ist Sache des Beschwerdeführers. Eigentlich hätte die
Beschwerdegegnerin ihm im Rahmen der Gewährung des rechtlichen Gehörs vor
Verfügungserlass ankündigen müssen, dass ihm ein hypothetisches
Erwerbseinkommen angerechnet würde. In der Einsprache machte der Rechtsvertreter
des Beschwerdeführers geltend, dieser habe auch mit Hilfe der IV-Stelle und des RAV
keine Arbeit gefunden. Er reichte Nachweise von Stellenbemühungen aus den Jahren
2004 bis 2006 ein (EL-act. 4-2; 4-23 ff.). Diese Argumentation war nicht geeignet, die
Vermutung des Art. 14a ELV zu widerlegen. Zwar ist offenkundig, dass es für den
Beschwerdeführer schwierig war und ist, eine geeignete Arbeit zu finden. Weder sein
Gesundheitszustand noch die eher angespannte Lage auf dem Arbeitsmarkt vermögen
aber etwas daran zu ändern, dass er sich auch nach Aussteuerung bei der
Arbeitslosenversicherung weiterhin um Arbeit bemühen musste (vgl. auch EVGE
P 40/04 vom 17. August 2005, Erw. 3.3). Auch nach Juni 2006 hätte er bei Bedarf
übrigens die Hilfe des RAV in Anspruch nehmen können.
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2.2 Im Beschwerdeverfahren lässt der Beschwerdeführer erstmals geltend machen,
er habe sich in den Monaten vor und nach der EL-Anmeldung durchgehend um Arbeit
bemüht. Er reicht Formulare betreffend Nachweise der persönlichen
Stellenbemühungen für die Monate Januar 2008 bis Juni 2009 ein (act. G 1.1.13). Eine
Begründung, weshalb er diese Nachweise nicht bereits früher, spätestens aber im
Einspracheverfahren, eingereicht hat, liefert er nicht. Er war bereits vor EL-Anmeldung
anwaltlich vertreten (EL-act. 6); sein Anwalt reichte mit Schreiben vom 11. Juni 2008
die EL-Anmeldung ein (EL-act. 16-12). Ihm musste bewusst sein, dass die älteren
Arbeitsbemühungen aus den Jahren 2004 bis 2006 wohl nicht ausreichen würden, die
Vermutung des Art. 14a ELV umzustossen. In der Beschwerde weist der
Rechtsvertreter darauf hin, auf seinen Rat hin habe der Beschwerdeführer die auch
nach Erhalt der IV-Rentenverfügung erbrachten Stellenbemühungen dokumentiert
(act. G 1, Ziff. III/11). Umso weniger ist verständlich, weshalb die Unterlagen nicht
bereits im Einspracheverfahren eingereicht wurden. Zudem fällt auf, dass in den
Nachweisformularen ab Januar 2008 keine einzige schriftliche Bewerbung ausgewiesen
ist und keine Absagen der angefragten Arbeitgeber eingereicht wurden. Noch während
der Zeit beim RAV hatte sich der Beschwerdeführer seine Bewerbung ab und zu vom
angefragten Arbeitgeber bestätigen lassen (vgl. EL-act. 4-23; 4-25; 4-27; 4-34, 4-35,
4-36, 4-37). Er hatte auch schriftliche Bewerbungen erstellt. Weshalb er dies bei den
Bewerbungen ab Januar 2008 nicht mehr tat, wird nicht erläutert. Auffällig ist im
Weiteren, dass die den Zeitraum von anderthalb Jahren abdeckenden Nachweise
(Januar 2008 bis Juni 2009) offenbar in einem Zug mit demselben Stift erstellt wurden.
Das lässt vermuten, dass frühere Aufschriebe abgeschrieben wurden. Ein solches
nachträgliches Erstellen einer Liste vermag den Beweis für tatsächlich erbrachte
Arbeitsbemühungen nicht zu erbringen. Die eingereichten Unterlagen reichen nicht aus,
um die Vermutung des Art. 14a ELV zu widerlegen. Es gelingt somit dem
Beschwerdeführer nicht, überzeugend darzutun, dass er sich qualitativ und quantitativ
ausreichend um Arbeit bemüht hat. Die Anrechnung des in Art. 14a Abs. 2 lit. b ELV
vorgesehenen hypothetischen Erwerbseinkommens ist folglich rechtens.
3.
3.1 Auch Personen, die in die Anspruchsberechnung der versicherten Person
einbezogen sind, partizipieren an der EL, da diese den Existenzbedarf der ganzen
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Familie sicherstellt. So ist also auch der Ehegatte der EL-anspruchsberechtigten
Person Leistungsempfänger. Verzichtet er auf die mögliche und zumutbare Erzielung
eines Erwerbseinkommens, so ist die Geltendmachung eines EL-Anspruchs zur
Deckung jenes Teils der anerkannten Ausgaben, der durch das Erwerbseinkommen
des Ehegatten gedeckt werden könnte, missbräuchlich (Ralph Jöhl,
Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, in: SBVR XIV-Meyer, Soziale Sicherheit, 2. Aufl.,
Basel 2007, S. 1759, Rz. 179). Deswegen ist bei der EL-Berechnung der versicherten
Person ein hypothetisches Erwerbseinkommen für deren Ehegatten anzurechnen,
sofern dieser auf die mögliche und zumutbare Erzielung eines Einkommens verzichtet
(vgl. auch BGE 117 V 290 Erw. 3a m.H.; Urteil I 920/06 vom 16. Januar 2007, Erw. 3.3).
3.2 Der Beschwerdeführer lässt geltend machen, für seine Ehefrau dürfte kein
hypothetisches Einkommen angerechnet werden, dies unter anderem, weil sie aus
gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage sei zu arbeiten. Dr. med. A._, Facharzt
FMH für Allgemeinmedizin, nannte im die Ehefrau des Beschwerdeführers betreffenden
Arztbericht vom 4. Oktober 2008 die Diagnosen arterielle Hypertonie, chronische
Lumbalgien und therapieresistentes Zervikobrachialsyndrom. Mit diesen Diagnosen
wäre die Ehefrau in der Lage, leichte adaptierte Tätigkeiten durchzuführen, dies
theoretisch zu 100%. Da sie jedoch keine Berufsausbildung habe und nur vier Jahre
die Grundschule besucht habe, sei in der heutigen Wirtschaftslage kaum damit zu
rechnen, dass sie eine Anstellung finden könnte. Leichte, nicht belastende Tätigkeiten
könnten primär zu ca. vier Stunden pro Tag ausgeführt werden (EL-act. 11-4). Dieses
"primär" ist wohl als Einstiegspensum gemeint, ging der Hausarzt doch explizit von
einer grundsätzlich bestehenden vollen Arbeitsfähigkeit in einer geeigneten Tätigkeit
aus. Die von ihm als Erschwerung erwähnten Hinweise auf Berufs- und Schulbildung
sowie Wirtschaftslage sind für die medizinische Beurteilung unbeachtlich. Von einer
Arbeitsfähigkeit von mindestens 50%, wenn nicht bis 100%, ist auch unter
Berücksichtigung der gesundheitlichen Situation auszugehen.
3.3 Was der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers in seiner Stellungnahme vom
23. September 2009 im Weiteren vorbringt, vermag an dieser Einschätzung nichts zu
ändern. Zwar wurde seitens des KSSG im Februar 2007 der Verdacht auf
Nervenwurzelirritation C8 rechts geäussert (EL-act. 11-7). Am 8. Mai 2007 war seitens
der Neurochirurgie des KSSG von einem therapieresistenten zervikobrachialen
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Schmerzsyndrom prononciert im Dermatom C8 berichtet worden (EL-act. 11-11).
Dr. A._ hatte in Kenntnis dieser Diagnose und unter Berücksichtigung der Berichte
des KSSG sowie der übrigen Krankengeschichte (vgl. EL-act. 11-5) am 4. Oktober
2008 dennoch eine in geeigneter Tätigkeit grundsätzlich uneingeschränkte
Arbeitsfähigkeit attestiert. Dass aufgrund der HWS-Situation auch in einer
diesbezüglich adaptierten Tätigkeit von einer vollen Arbeitsunfähigkeit auszugehen
wäre, kann in antizipierter Beweiswürdigung (Entscheid 8C_77/2008 des
Bundesgerichts vom 5. Juni 2008, Erw. 3.2.1) ausgeschlossen werden. Wie
nachfolgend zu zeigen ist, resultiert bereits bei Anrechnung eines hypothetischen
Erwerbseinkommens bezogen auf lediglich ein Halbtagespensum ein
Einnahmenüberschuss. Weitere Abklärungen können folglich unterbleiben. Dies ist
auch in Bezug auf das im August 2008 operativ entfernte Ganglion am linken
Handgelenk der Fall. Derartige Operationen lösen kaum je längerfristige
Arbeitsunfähigkeiten aus. Dr. med. B._, Fachärztin FMH für Handchirurgie und
Chirurgie, hielt am 10. September 2008 denn auch fest, bereits 21⁄2 Wochen nach dem
Eingriff bestehe ein erfreuliches postoperatives Resultat bei uneingeschränkter Finger-
und Handgelenks-Funktion sowie fehlenden Schmerzen (act. G 6.1.5). Von einer
anhaltenden Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit aufgrund des Handgelenks kann
folglich nicht ausgegangen werden.
3.4 Der Beschwerdeführer lässt geltend machen, seine Ehefrau sei in der Schweiz nie
erwerbstätig gewesen. Gemäss den Akten verfügt sie auch nicht über eine
Berufsausbildung (EL-act. 11-2). Da ihr aber nur der Verzicht auf eine Tätigkeit als
Hilfsarbeiterin unterstellt wird, spielt das Fehlen einer beruflichen Ausbildung zum
vornherein keine Rolle. Das gilt weitgehend auch für die fehlende Erfahrung im
Erwerbsleben, da sich dies bei einfachen und repetitiven Tätigkeiten höchstens
während einer Einarbeitungsphase auswirken würde und zudem durch besonderen
Einsatzwillen kompensiert werden könnte (vgl. die diesbezügliche konstante
Rechtsprechung des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen, etwa in den
Urteilen EL 2007/32 vom 29. Januar 2008, Erw. 2.5 m.w.H.; EL 2008/3 vom 4. Februar
2008, Erw. 3.1).
3.5 Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers behauptet, dessen Ehefrau spreche
kein Deutsch. Dies ist jedoch für die vorliegend interessierende Frage nicht relevant.
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Hilfsarbeiten stellen generell geringe Anforderungen an die sprachliche
Kommunikation, da sie aus einfachen und repetitiven Tätigkeiten bestehen. Da die
Ehefrau sich bereits seit 1997 in der Schweiz aufhält, ist davon auszugehen, dass sie
über die erforderlichen zumindest rudimentären Deutschkenntnisse verfügt.
Nötigenfalls hätte sie sich diese bald angeeignet (m.w.H. EL 2007/32, Erw. 2.5). Dass
die Beschwerdegegnerin sie diesbezüglich hätte abmahnen müssen, ihr Zeit für einen
Deutschkurs hätte zubilligen und diesen finanzieren müssen, wie dies der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers geltend macht, ist vor diesem Hintergrund von
vornherein nicht von Belang. Im Übrigen ist zu beachten, dass die aus Mazedonien
stammende Ehefrau im für sie in Frage kommenden Hilfsarbeiterinnensegment mit
grosser Wahrscheinlichkeit auf Arbeitskollegen stossen würde, mit denen sie sich in
ihrer Muttersprache verständigen könnte.
3.6 Auch das Alter der 1960 geborenen Ehefrau verunmöglicht eine
Erwerbsaufnahme nach ständiger Rechtsprechung nicht (vgl. etwa den Entscheid EL
2007/31 des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 23. August 2007,
Erw. 3a). Es gibt viele Hilfsarbeiten, die nicht körperliche Leistungsfähigkeit, sondern
Zuverlässigkeit, Sorgfalt und ausdauernde Konzentration auch bei der Ausübung
immer gleicher Arbeitsgänge erfordern. An einem solchen Arbeitsplatz kommt es nicht
auf das Alter der Arbeitnehmerin an.
3.7 Insgesamt ist folglich für die Ehefrau des Beschwerdeführers ein hypothetisches
Erwerbseinkommen anzurechnen. Sollte die Ehefrau des Beschwerdeführers trotz
intensiver, qualitativ und quantitativ ausreichender Stellenbemühungen tatsächlich
keine Anstellung finden können, so wäre auf die Anrechnung eines hypothetischen
Erwerbseinkommens zu verzichten. Dies gilt freilich auch für den Beschwerdeführer
selbst.
4.
4.1 Ginge man zugunsten des Beschwerdeführers von einer Arbeitsfähigkeit seiner
Ehefrau von lediglich 50% aus, so beliefe sich das gemäss Lohnstrukturerhebung (LSE)
von ihr erzielbare Einkommen als Hilfsarbeiterin auf Fr. 25'920.- (50% von Fr. 51'840.-
[Tabellenlohn für Hilfsarbeiterinnen gemäss LSE 2006, angepasst an die
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Nominallohnentwicklung bis 2008 und die durchschnittliche betriebsübliche Arbeitszeit
von 41.6 Stunden per 2008]). Zusammen mit dem für den Beschwerdeführer selbst
gemäss Art. 14a Abs. 2 lit. b ELV i.V.m. Art. 10 Abs. 1 lit. a Ziff. 1 ELG anrechenbaren
Einkommen von Fr. 18'140- (2008), ergibt sich ein Bruttoeinkommen von Fr. 44'060.-
bzw. nach Abzug von Sozialversicherungsbeiträgen und des Freibetrags von
Fr. 1'500.- sowie unter Berücksichtigung der Privilegierung (weitere Reduktion um 1/3)
ein anrechenbares Nettoeinkommen von Fr. 27'175.-.
4.2 Unter Berücksichtigung des Nettoeinkommens von Fr. 27'175.- und bei im
Übrigen unveränderten Einnahmenpositionen ergeben sich anrechenbare Einnahmen
von insgesamt Fr. 90'526.-. Bei anerkennbaren Ausgaben von Fr. 76'814.- gemäss der
nicht zu beanstandenden Berechnung der Beschwerdegegnerin (EL-act. 7-2) bleibt es
bei einem deutlichen Einnahmenüberschuss.
4.3 Bei dieser Sachlage braucht nicht weiter überprüft zu werden, ob die
Beschwerdegegnerin zu Recht einen Eigenmietwert in der Höhe von Fr. 25'560.- als
Einnahme angerechnet hat. Gemäss Grundstückschätzung vom 15. April 2008 setzt
sich der Mietwert von Fr. 25'560.- folgendermassen zusammen: Für das "Wohnhaus",
Untergeschoss bis 2. Obergeschoss, ist ein Wert von Fr. 16'200.- berücksichtigt, für
eine 21⁄2-Zimmerwohnung im Dachgeschoss ein Wert von Fr. 7'200.- und für eine
Garage Fr. 2'160.- (EL-act. 17-2). In der Beschwerde wurde darauf hingewiesen, der
Vater des Beschwerdeführers wohne bei ihm. Ob dieser die Dachwohnung bewohnt,
kann offen bleiben. Betreffend Dachwohnung und Garage wäre wohl davon
auszugehen, dass der Beschwerdeführer diese zu einem über dem steuerrechtlichen
Mietwert liegenden Preis vermieten könnte. Verzichtet der Beschwerdeführer auf eine
entgeltliche Vermietung, so wäre ihm diesbezüglich ein Einnahmenverzicht gemäss
Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG anzurechnen, der den in der Berechnung der
Beschwerdegegnerin effektiv angerechneten Eigenmietwert betraglich übersteigen
würde. Mit dem steuerrechtlichen Eigenmietwert wäre nur die selbstbewohnte
Wohnung anzuerkennen. Insgesamt würde dies den Einnahmenüberschuss jedoch
mutmasslich erhöhen; auf weitere Abklärungen diesbezüglich kann folglich mangels
Relevanz verzichtet werden.
5.
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5.1 Gemäss den vorstehenden Erwägungen ist der angefochtene
Einspracheentscheid im Ergebnis nicht zu beanstanden und die Beschwerde
abzuweisen.
5.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG