Decision ID: f12a4f64-9e96-5cf2-ba9e-67adb242b8ae
Year: 2016
Language: de
Court: FR_TC
Chamber: FR_TC_001
Canton: FR
Region: Espace_Mittelland
Law Area: civil_law

Sachverhalt
A. Mit Urteil vom 7. September 2010 sprach das Zivilgericht des Sensebezirks die Scheidung zwischen A._, geboren 1951, und B._, geboren 1972, aus. Die Obhut über die gemeinsame Tochter C._, geboren 2005, wurde B._ übertragen und A._ dazu verpflichtet, der Mutter an den Unterhalt der Tochter monatliche Beiträge von CHF 500.-, von CHF 550.- ab dem vollendeten 12. Altersjahr sowie von CHF 600.- ab dem vollendeten 16. Altersjahr bis zum ordentlichen Abschluss einer Erstausbildung zu bezahlen, zuzüglich allfälliger Kinderzulagen. Sollte die Kinder-AHV- oder -IV-Rente betragsmässig höher sein, als der im Zeitpunkt des Versicherungsfalles geschuldete Unterhaltsbeitrag, so sei die Rente direkt geschuldet.
B. Am 9. Oktober 2014 stellte A._ beim Präsidenten des Zivilgerichts des Seebezirks ein Gesuch um Abänderung des Scheidungsurteils vom 7. September 2010 in dem Sinne, dass der an den Unterhalt der Tochter C._ zu leistende Beitrag „vollständig zu streichen“ sei. In ihrer Stellungnahme vom 29. Dezember 2014 schloss B._ unter Kosten- und Entschädigungsfolge auf Abweisung der klägerischen Rechtsbegehren.
Der Gerichtspräsident setzte auf den 7. Januar 2015 eine Einigungsverhandlung an, zu welcher A._ nicht erschien. Mit Entscheid vom 24. Februar 2015 stellte der Gerichtspräsident das Scheitern der Einigungsverhandlung fest, wies einen von B._ gestellten Antrag auf Abschreibung des Verfahrens ab, überwies die Angelegenheit zur Durchführung des Hauptverfahrens dem Zivilgericht des Seebezirks (nachfolgend das Zivilgericht) und setzte den Parteien Frist, um ihre Anträge zu ergänzen und zu begründen. Gegen diesen Entscheid erhob B._ am 22. April 2015 Berufung, welche vom Kantonsgericht Freiburg am 28. Juli 2015 abgewiesen wurde (101 2015 73).
Am 13. Oktober 2015 wurde den Parteien Frist gesetzt, um ihre Anträge zu ergänzen und zu begründen. Mit Eingabe vom 9. November 2015 verzichtete A._ auf eine weitere Stellungnahme. Zudem ersuchte er um Dispensierung von der Teilnahme an der Parteiverhandlung. B._ schloss in ihrer Stellungnahme vom 12. November 2015 erneut auf vollumfängliche Abweisung der klägerischen Rechtsbegehren. Am 10. Dezember 2015 wurde A._ vom persönlichen Erscheinen dispensiert. In der Folge wurde auf die Abhaltung einer mündlichen Verhandlung verzichtet.
C. Mit Entscheid vom 14. April 2016 wies das Zivilgericht die Klage vom 9. Oktober 2014 ab und auferlegte A._ die Prozesskosten, unter Vorbehalt der unentgeltlichen Rechtspflege.
D. Am 23. Mai 2016 reichte A._ gegen diesen Entscheid Berufung ein. Auf das Einholen einer Stellungnahme von B._ wurde verzichtet.

Erwägungen
1. a) Gemäss Art. 308 Abs. 1 Bst. a und Abs. 2 ZPO sind erstinstanzliche Endentscheide mit Berufung anfechtbar, sofern der Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren in vermögensrechtlichen Angelegenheiten mindestens CHF 10‘000.- beträgt. Bei der Prüfung der Zulässigkeit einer Berufung verweist Art. 308 Abs. 2 ZPO auf die «zuletzt aufrechterhaltenen
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Rechtsbegehren». Lauten die Parteianträge auf Zahlung eines Unterhaltsbeitrages, so ist für die Bestimmung des Streitwerts die Differenz zwischen den von beiden Parteien beantragten Beträgen massgebend (Entscheid KGer/FR 101 2012 142 vom 19. März 2013 E. 1b). Als Wert wiederkehrender Leistungen gilt der Kapitalwert (Art. 92 Abs. 1 ZPO). Bei ungewisser oder unbeschränkter Dauer gilt als Kapitalwert der zwanzigfache Betrag der einjährigen Leistung (Art. 92 Abs. 2 ZPO).
Im Hauptbegehren beantragt der Berufungskläger, der monatliche Unterhaltsbeitrag zugunsten seiner Tochter von CHF 500.-, bzw. von CHF 550.- ab dem vollendeten 12. Altersjahr sowie von CHF 600.- ab dem vollendeten 16. Altersjahr bis zum ordentlichen Abschluss einer Erstausbildung sei aufzuheben. Die Berufungsbeklagte schliesst auf Abweisung der Berufung und damit auf Bestätigung der Unterhaltsbeiträge. C._ wurde im Jahr 2005 geboren und ist somit rund 101⁄2 Jahre alt. Die Differenz der von den Parteien beantragten Beträge erreicht damit die Streitwertgrenze von CHF 10‘000.- längstens. Im Übrigen ist auch der Streitwert nach Art. 51 und 74 BGG erreicht, sodass gegen das vorliegende Urteil die Beschwerde in Zivilsachen an das Bundesgericht offen steht.