Decision ID: 5afd9a7c-836c-417e-aef2-c84fe621db00
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1966
,
war seit Juli 2008
für die
Y._
AG als
Mitarbeiterin Gastronomie
tätig, wobei der letzte Arbeitstag am
18. Januar 2015
war (
Urk. 5/12 S. 2;
Urk.
5/13/1-5 Ziff. 2.1, Ziff. 2.7
)
.
Unter Hinweis auf
eine
Brustkrebs
erkrankung
meldete sich
die Versicherte
am
27. Februar 2015
bei der
Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an
(Urk. 5/5)
. Die Sozialversiche
rungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinisc
he und erwerb
liche Situation ab und
zog Akten der
Krankentaggeldversicherung
bei (Urk.
5/11; Urk. 5/17
; Urk. 5/25; Urk. 5/32
)
. Am 21. April 2016 teilte die IV-Stelle der Ver
sicherten mit, dass zurzeit aufgrund ihres Gesundheitszustandes keine beruf
lichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien (Urk. 5/27).
Zudem holte die IV-Stelle beim
Z._
ein psychiatrisch-
onkologisches Gutachten ein,
das am
14. Juni 2017
erstattet wurde (
Urk. 5/54/1-37
).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
5/60
; Urk.
5/67
) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
25. Oktober 2017 (Urk. 5/70 = Urk. 2) einen Rentenanspruch.
2.
Die Versicherte erhob am
27. November 2017
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
25. Oktober 2017
(Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
en ihr die gesetzlichen Leistungen zu erbringen, insbesondere sei ihr ab 1. Februar 2016 eine Invalidenrente zuzusprechen. E
ventuell sei
die Sache zur weiteren Sach
verhaltsabklärung an die Vorinstanz zurückzuweisen
(Urk.
1 S.
2
Ziff. 1
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
11. Januar 2018
(Urk.
4
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am
14. Februar 2018
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
6)
.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be
ein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vor
liegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheit
lichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun
fähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu
betä
-
ti
gen
, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Artikel 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Alters
jahres folgt (Abs. 1).
1.4
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheits
schaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Auf
bietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenaus
schliessen
des Erwerbs
ein
kommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_12
5/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine
Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.5
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indika
toren, die es
-
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungs
faktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderer
seits
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzu
schätzen (BGE
141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundes
ge
richts 9C_590/2017 vom 1
5.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines renten
begründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktio
nellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchs
grund
lage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und wider
spruchs
frei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachge
wiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.6
Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann dort von einem strukturierten Be
weisverfahren nach BGE 141 V 281 abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist. Ein Beweisverfahren bleibt daher entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte (vgl. BGE 125 V 351) eine Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird und all
fälligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein
Beweiswert beigemessen werden kann (BGE 143 V 409 E. 4.5
.3; vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die
Beschwerdegegnerin
begründete die Verneinung
eine
s
Rentenanspruch
s
in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) damit,
dass bei der
Beschwerdeführerin
gestützt auf das eingeholte
Z._
-Gutachten ab November 2015 in der bisherigen Tätigkeit eine 70%ige Arbeitsfähigkeit ausgewiesen sei. Der
Beschwerdeführerin
sei es deshalb möglich, ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen. Die Anstell
ung
beim
Personalrestaurant der
A._
sei per 30. Juni 2017
gekündigt worden.
Berufliche Massnahmen seien am 24. April 2016 abge
schlossen
worden. Für Unterstützung im Rahmen der Arbeitsvermittlung könne sich die
Beschwerdeführerin
an das Regionale Arbeitsvermittlungsze
ntrum (RAV) wend
en (S. 1 f.).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber beschwerdeweise (Urk. 1) auf den Standpunkt,
dass aus diversen Gründen nicht auf das
Z._
-Gutachten abge
stellt werden könne. Gestützt auf die vorliegenden Akten sei vielmehr davon auszugehen, dass sie von Januar 2015 bis mindestens Ende Januar 2016 zu 100 % arbeitsunfähig gewesen sei. Danach seien stets verschiedene Arbeitsunfähigkeiten attestiert worden, jedoch mindestens solche im Umfang von 50 % und zwar sowohl in angestammter wie auch in angepasster Tätigkeit. Folglich sei ihr ab Februar 2016 eine Invalidenrente zuzusprechen und zwar selbst dann, wenn wider
E
rwarten auf das
Z._
-Gutachten abgestützt werde. Eventualiter werde die Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin zur weiteren Sachver
haltsabklärung beantragt (S. 5 f.
Rz
12 ff.).
2.3
Streitig und zu prüfen ist der Invaliditätsgrad und Rentenanspruch der Be
schwer
deführerin.
3.
3.1
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe,
nannte in ihrem Bericht vom 22. Juli
2015 (Urk. 5/15)
folgende
Diagnosen mit A
uswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
invasiv
duktales
Mammakarzinom rechts
-
Status nach Segmentrese
ktion und
Sentinelbiopsie
1
7.
Februar
2015
-
Status nach Nachresektion
rechts
3.
März
2015
S
eit
dem
8.
Januar
2015
bestehe bis auf Weiteres eine 100%ige Arbeitsun
fähig
keit (
Ziff.
1.6).
3.2
Dr.
med.
C._
, Facharzt für All
gemeine Innere Medizin und für M
edizinische Onkologie,
attestierte der
Beschwerdeführerin
in seinem Zeugnis vom 10. März 2016
(
Urk. 5/23/4 = Urk. 5/29/4)
vom
1. August 2015 bis zum 31. Januar
2016
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit sowie vom 1. Februar bis zum 30. April 2016 eine 50
%
ige Arbeitsunfähigkeit in Bezug auf ein 80%-Pensum.
3.3
Dr
.
C._
nannte in seinem Bericht vom 14. März
2016 (Urk. 5/23/1-3)
als Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.2)
einen Brustk
re
bs rechts Februar
2015
bei Status nach zwei Operationen im März und Dezember 2015
sowie
einen
Status nach Chemotherapie von März bis Juli 2015
. Vom
1.
Februar bis zum 3
0.
April
2016
habe in der bisherigen Tätigkeit eine
50
%
ige
Arbeitsfähigkeit in Bezug auf ein 80
%
-Pensum vorgelegen. Eine
angepasste Tätig
keit wäre möglich, wenn
die Sch
merzen es zulie
ssen (Ziff. 2.1).
3.
4
In seinem Verlaufsbericht vom 2
1.
Juli
2016 (Urk. 5/29/1-3)
führte
Dr
.
C._
aus,
dass die
Beschwerdeführerin aktuell an einer Depression leide,
die medika
mentös
behandelt werde (Ziff. 1.3).
S
eit
dem 13. Juni 2016
sei die Beschwerde
führerin
aufgrund einer
Armentzündung und eines
Lymphödem
s
rechts zu 100 % arbeitsunfähig
(Ziff. 2.1-2.2). Ursprünglich sei eine Wiederaufnahme der Tätigkeit zu 50 % im Juni 2016 geplant gewesen (Ziff. 4.2).
3.5
Dr.
med.
D._
, Fachä
rzt
in
für Rheumatologie und für Allgemeine Innere Medizin
,
nannte in ihrem Bericht vom 2
5.
Juli 2016 (Urk. 5/32/3-5) folgende Diagnosen (Ziff. 2):
-
i
nvasiv
duktales
Mammakarzinom rechts
-
Status nach Segmentresektion,
Sentinel-Lymphadenektomie
rechts,
PAC
Implantation links und IUD-Entfernung 17. Februar 2015
-
Status nach Nachresektion
3.
März 2015
-
adjuvante
Chemotherapie (März bis Juli 2015)
-
Status nach Skin
sparing
Mastektomie rechts und Rekonstruktion 25. August 2015
-
Exzis
ion einer infizierten Fettgewebs
nekrose an der rechten Brust 8. Dezember 2015
-
aktuell: Lymphödem Arm rechts
-
depressive Verstimmung (ICD-10 F32)
-
psychosoziale Belastungssituation
-
chronisches intermittierendes
cervikospondylogenes
Schmerzsyndrom
-
leichtes Karpaltunnelsyndrom rechts
-
chronische Polyarthralgien und Myalgien
In der bisherigen Tätigkeit habe vom 1
6.
Mai bis zum 1
3.
Juni 2016 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Seit dem 1
3.
Juni 2016 liege eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit vor (
Ziff.
8). Im aktuellen Zustand der
Beschwerdeführerin könne nicht mit einer Wiederaufnahme der Arbeitsfähigkeit gerechnet werden (Ziff. 9.1).
3.6
Dr.
D._
attestierte der Beschwerdeführerin in
ihrem
Zeugnis vom
3.
Januar 2017 (Urk. 5/39) vom
4.
bis zum 1
7.
Januar 2017 eine 100%ige Arbeitsunfähig
keit.
Seit dem 1
8.
Januar 2017 sei die
Beschwerdeführerin
für eine leichte Tätig
keit für zwei Stunden pro Tag arbeitsfähig, sofern dabei das Tragen, Heben und Schieb
en von schweren Lasten über 2
kg und Arbeiten über Schulterebene ver
mieden würden.
3.7
I
n ihrem Bericht vom 1
3.
Januar 2017 (Urk. 5/
41/6-10
)
nannte
Dr.
D._
- zu den bereits in ihrem
Bericht vom 2
5.
Juli 2016 genannten Diagnosen (vgl. vorstehend E. 3.
5
) - neu ein
chronisches intermittierendes
lumbovertebrales
Schmerz
syn
drom
als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1).
Die
Be
schwerdeführerin
arbeite in einem Pflegezentrum, wo sie auch putzen müsse, was sie im aktuellen Zustand nicht durchführen könne.
Seit dem 18. Januar
2017
arbeite sie auch gelegentlich zwei Stunden pro
Tag an der Kasse
. Arbeiten im Reinigungsbereich seien für die
Beschwerdeführerin nicht zumutbar, die Teilzeit
arbeit an der Kasse sei ihr hingegen zumutbar
(Ziff. 1.7, Ziff. 1.9).
3.
8
In seinem Verlaufsbericht vom 1
3.
März
2017 (Urk. 5/46)
führte
Dr
.
C._
aus,
dass sich der Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin verschlechtert habe (Ziff. 1.1), problematisch sei das Lymphödem (Ziff. 1.3).
Seit dem 18. Januar
2017 arbeite die
Beschwerdeführerin
zwei Stunden pro
Tag an der Kasse
, was einer angepassten Tätigkeit entspreche (Ziff. 2.1, vgl. Ziff. 4.2). Die Leistungsfähigkeit sei um 80 % vermindert (Ziff. 2.2).
3.
9
Die Ärzte des
Z._
erstatteten das von der
Beschwerdegegnerin in Auftrag ge
gebene psychiatrisch-onkologische Gutachten
am 1
4.
Juni 2017
(Urk. 5/54/1-37)
gestützt auf die ihnen überlassenen Akten
(S. 3 ff. Ziff. B), die Angaben der Beschwerdeführerin (S. 19 f. Ziff. 2, S. 31 ff. Ziff. 2)
sowie auf die
psychiatrischen (S. 23 ff. Ziff. 3) und onkologischen
(
S. 33 f. Ziff. 3
) Untersuchungen.
Die Gut
achter nannten ein
Lymphödem
am rechten Arm
sowie
leichte Myalgien nach
Docetaxel
/
Capecitabin
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 8 Ziff. D). Zudem nannten sie folgende
Diagnosen ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit
(S. 8 Ziff.
D):
-
sonstige anhaltende affektive Störungen (ICD-10 F34.8)
-
Mamma-Karzinom rechts
-
histologisch invasiv
duktales
Karzinom
-
Segment-Resektion und
Sentinel
-Biopsie 1
7.
Februar 2015
-
Nachresektion
3.
März 2015
-
Chemotherapie Mai bis Juli 2015
-
Skin
sparing
Mastektomie und Rekonstruktion der Mamma 25. August 2015
-
Aromatase
-Hemmer seit September 2015
-
Exzision einer infizierten
Fettgewebs
nekrose
8.
Dezember 2015
-
aktuell tumorfrei (März 2017)
-
Übergewicht
(BMI 29 kg/m2)
-
Status nach
Strumektomie
, wahrscheinlich bei Hyperthyreose 1990
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie führte die psychiatrische und
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Medizinische Onkologie, die onkologische Untersuchung durch (vgl. Urk. 5/54/1-37 S. 19 ff., S. 30 ff.).
Die
Z._
-Gutachter legten dar, dass bei der Beschwerdeführerin Anfang 2015 ein Mammakarzinom rechts entdeckt worden sei, das bis 2016 chirurgisch und mit Chemotherapie behandelt worden sei. In psychiatrischer Hinsicht sei es zu depressiven Verstimmungen und Ängsten vor einem Rezidiv gekommen. Der Schweregrad sei im Nachhinein schwer nachvollziehbar, da zunächst keinerlei psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung erfolgt sei. Am ehesten dürfte eine Anpassungsstörung vorgelegen haben. Eine Medikation mit einem Antidepressivum durch den Hausarzt ab März 2016 habe sich nach Angaben der Beschwerdeführerin deutlich positiv ausgewirkt. Für relativ kurze Zeit, von Juni bis September 2016, sei eine Psychotherapie erfolgt. Aktuell schildere die Be
schwerdeführerin eine durchaus noch vorhandene, aber mässig ausgeprägte Be
drücktheit im Zusammenhang mit der Krebserkrankung, des Weiteren habe sie über Ängste vor einem Rezidiv berichtet. Es
ergebe sich hier die Diagnose sonstige anhaltende affe
ktive Störungen (ICD-10 F34.8
). Hinsichtlich der bisherigen Tätig
keit ergebe sich, dass die Beschwerdeführerin relativ lange in einer
Betriebs
kantine beschäftigt sei. S
ie habe dort früher sämtliche Arbeiten verrichtet, die als Mitarbeiterin in einer Betriebskantine anfallen würden, habe körperlich gearbeitet und zum Teil an der Kasse gesessen. Diese Tätigkeit werde als bisherige Tätigkeit angesehen.
Diese gemischte Tätigkeit könne die Beschwerdeführerin uneinge
schränkt ausüben, die Arbeitsfähigkeit betrage hier 100 %. Auch für eine leidens
adaptierte Tätigkeit ergebe sich damit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (S. 9 Ziff. D).
In onkologischer Hinsicht seien als Therapienebenwirkungen ein Lymphödem des rechten Armes und
Myopathien
in beiden Beinen aufgetreten. Der Status sei im Gesamten unauffällig bei zahlreichen Operationsnarben im Gebiet der rechten Mamma und abdominal im Zusammenhang mit der Tumorentfernung und der Re
kon
struktion. Das Lymphödem am rechten Arm sei mit Tragen des Stütz
strumpfes nicht ausgeprägt, aber objektivierbar. Die Laborbefunde seien unauf
fällig. Die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin sei in dem Sinne erhalten, dass sie ein volles Arbeitspensum absolvieren könne. Dabei sei durch das Lymph
ödem und die Myalgien eine Reduktion der Leistungsfähigkeit von 30 % vorhan
den (S. 9 f. Ziff. D).
Die
Z._
-Gutachter kamen zum Schluss, dass die Arbeitsfähigkeit integral sowohl in der bisherigen als auch in einer leidensangepassten Tätigkeit 70 % betrage. Zudem seien keine Tätigkeiten geeignet, die eine durchgehend hohe Daueraufmerksamkeit voraussetzten. Des Weiteren sollten emotional belastende Tätigkeiten vermieden werden. In körperlicher Hinsicht seien Arbeiten mit dem rechten Arm über der Schulterhöhe zu vermeiden. Heben und Tragen mit dem rechten Arm sei auf
5
kg beschränkt
(S. 10 Ziff. D). Retrospektiv habe i
n der bisherigen Tätigkeit während der onkologischen Behandlung von Februar bis Oktober 2015 keine Arbeitsfähigkeit vorgelegen. Seither bestehe
die heutige
redu
zierte Arbeitsfähigkeit von 70 % mit Ausnahme der Periode nach der Rekon
struk
tion im Mai 201
6.
Dies gelte auch für eine angepasste Tätigkeit (
S. 10 f.
Ziff. D
).
3.
10
Dr.
med.
Dr.
rer
. pol.
G._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), führte in seiner Stellungnahme vom 1
0.
Juli 2017 (Urk. 5/58/6-7) aus, dass gestützt auf das
Z._
-Gutachten
(vor
stehend E. 3.9)
in der bisherigen als auch in einer angepassten Tätigkeit von Februar bis Oktober 2015 keine Arbeitsfähigkeit vorgelegen habe, seit November 2015 liege eine 70%ige Arbeitsfähigkeit vor.
4.
4.1
Sowohl d
er psychiatrische Gutachter
Dr.
E._
als auch
der onkologische Gut
achter Dr.
F._
verfügen über den entsprechenden Facharzttitel (vorstehend E. 3.9),
so dass
sie
grundsätzlich zur Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin befähigt sind. Das psychiatrisch-onko
logische Gutachten er
weis
t
sich
denn auch für die streitigen Belange um
fassend und berücksichtigt die geklagten Beschwerden der Beschwerdeführerin. Zudem wurde es in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) erstellt und leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und die Schlussfolgerungen wurden nachvollziehbar begründet.
Damit erfüllt das
Z._
-
Gutachten
die praxisgemässen Kriterien an ein beweiskräftiges
Gutachten
(vgl. vorstehend
E. 1.7
).
4.2
I
n psychi
atri
scher Hinsicht
nannten die
Z._
-Gutachter
keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit, sondern
diagnostizierten
lediglich sonstige anhaltende affektive Störungen (ICD-10 F34.8) ohne Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit
.
Zudem
attestierten
sie
der Beschwerdeführerin eine 100%ige Arbeits
fähig
keit
(vorstehend E. 3.9
).
Der psychiatrische Gutachter legte in schlüssiger und nachvollziehbarer Weise dar, dass eine
geringgradige
Symptomatik vorliege, im Grenzbereich einer nor
mal
psychologischen emotionalen Reaktion auf eine schwerwiegende
körperliche
Erkrank
ung und einer Anpassungsstörung, weshalb
d
ie Diagnose eine
r Anpas
sungsstörung
aufgrund der in der ICD-10 festgelegten Zeitkriterien inzwischen nicht mehr gestellt werden
könne,
sondern
die Diagnose sonstige anhaltende affektive Störungen vorliege (Urk. 5/54
/1-37
S. 25 Ziff. 5).
Zudem finden sich in den Unterlagen keine psychiatrischen
Akten, zum Teil wird aber auch in den nichtpsychiatrischen Akten auf psychiatrische Aspekte einge
gangen. So legte der
behandelnde
Onkologe
Dr
.
C._
in seinem Verlaufs
bericht vom 2
1.
Juli 2016 dar, dass die Beschwerdeführerin an einer «Depression» leide,
die medikamentös behandelt werde
. Eine Diagnostik nach ICD-10 erfolgte jedoch nicht, ausserdem finden sich im Bericht keinerlei psychische Befunde
(vorstehend E. 3.4)
.
Ferner finden sich in den Akten zwei Berichte der
behan
delnden
Rheumatologin Dr.
D._
vom 2
5.
Juli 2016 und 1
3.
Januar 2017, in welchen sie eine «depressive Verstimmung (ICD-10 F
32)»
diagnostizierte
. Ein
e nähere Diagnosebezeichnung wie
auch psychische
Befunde fehlen hingegen
(vor
stehend E. 3.5, E. 3.7)
. Der psychiatrische Gutachter legte
in seinem Teilgutachten in überzeugender Weise dar
, dass der in beiden Berichten genannte ICD-10-Code F32, der für eine depressive Episode stehe, nicht nachvol
lziehbar sei, denn es liege
keine depressive Episode vor (vgl. Urk. 5/54
/1-37
S. 28 Ziff. B). Die fachfremden Berichte von
Dr
.
C._
und
Dr.
D._
vermögen
daher
nichts an de
r
durch den psychiatrischen Gutachter gestellten Diagnose zu ändern.
Der psychiatrische Gutachter legte ausserdem in schlüssiger und nachvoll
zieh
barer Weise dar, dass in der von der Beschwerdeführerin berichteten ständigen Müdigkeit eine Beschwerdebetonung gesehen werde
n müsse
, da sie in der Unter
suchungssituation selbst keineswegs müde oder verhangen gewesen sei. Des Wei
teren sprächen auch die üblichen Tagesaktivitäten zumindest gegen eine ausge
prägte Tagesmüdigkeit. Abgesehen davon lägen keine psychiatrischen Gründe für Müdigkeit oder vermehrte Erschöpfbarkeit vor
(Urk. 5/54
/1-37
S. 25, vgl. S. 15 Ziff. V.1)
. Das Gleiche gelte auch für die von der Beschwerdeführerin angegebene Konzentrationsstörung. In der Untersuchungssituation selbst sei die Konzentra
tion nicht beeinträchtigt gewesen. Es sei aber durchaus denkbar, dass die Konzentration zumindest teilweise oder nach längerer geistiger Anstrengung beeinträchtigt sei aufgrund der von der Versicherten angegebenen Schmerzen im Zusammenhang mit dem Lymphödem (Urk. 5/54
/1-37
S. 25 Ziff. 5).
Der Einwand der Beschwerdeführerin, wonach aufgrund der Chemotherapie eine
cancer-related
fatigue
gegeben sei (Urk. 1 S. 5
Rz
12), erweist sich
daher
als unbegründet.
4.3
Nach dem Gesagten kann in psychi
atri
scher Hinsicht auf das
Z._
-Gutachten abgestellt werden, wonach sonstige anhaltende affektive Störungen (ICD-10 F34.8) ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorliegen (vorstehend E. 3.9). Aus Gründen
der Verhältnismässigkeit
kann vorliegend
von einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 abgesehen werden (vgl. vorstehend
E. 1.6
). Mit dem
Z._
-Gutachten liegt ein fa
chärztlicher Bericht vor, der
eine Arbeits
unfähigkeit in nachvollziehbarer Weise verneint und anderslautenden Berichten
kann
mangels fachärztlicher Qualifikation
kein Beweiswert beigemessen werden
(vorstehend
E. 4.2
).
4.4
In somatischer Hinsicht nannten die
Z._
-Gutachter ein
Lymphödem am rechten Arm sowie leichte Myalgien nach
Docetaxel
/
Capecitabin
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
sowie ein Mamma-Karzinom rechts, Übergewicht und einen Status nach
Strumektomie
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(vor
stehend E. 3.9).
Der onkologische Gutachter
legte dar, dass an Therapienebenwirkungen ein Lymphödem des rechten Armes und
Myopathien
in beiden Beinen aufgetreten seien und der Status im Gesamten unauffällig sei bei zahlreichen Operations
narben im Gebiet der rechten Mamma und abdominal im Zusammenhang mit der Tumorentfernung und der Rekonstruktion. Das Lymphödem am rechten Arm sei mit Tragen des Stützstrumpfes nicht ausgeprägt, aber objektivierbar. Die Labor
befunde seien unauffällig. Der onkologische Gutachter kam daher in nachvoll
ziehbarerweise zum Schluss, dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in dem Sinne erhalten sei, dass sie ein volles Arbeitspensum absolvieren könne. Dabei sei durch das Lymphödem und die Myalgien eine Reduktion der Leis
tungsfähigkeit von 30 % vorhanden
. In der bisherigen Tätigkeit habe retrospektiv während der onkologischen Behandlung von Februar bis Oktober 2015 keine Arbeitsfähigkeit vorgelegen. Seither bestehe die heutige reduzierte 70%ige Arbeits
fähigkeit mit Ausnahme der Periode nach Rekonstruktion im Mai 2016
(Urk. 5/54
/1-37
S. 35 f. Ziff. 5; vgl. vorstehend E. 3.9).
Den Akten ist zu entnehmen, dass bei der Beschwerdeführerin neben der im
Z._
-Gutachten aufgeführten
Segment-Resektion und
Sentinel
-Biopsie vom 17. Februar 2015, der Nachresektion vom
3.
März 2015, der Skin
sparing
Mastek
tomie und Rekonstruktion der Mamma vom 25. August 2015 und der Exzision einer infizierten Fettgewebsnekrose vom
8.
Dezember 2015 zusätzlich am
2.
Mai sowie am 1
4.
Dezember 2016 zwei Brustoperationen
durchgeführt worden sind
(vgl. Urk. 5/28 S. 1 unten; Urk. 5/38; vgl. Urk. 1 S. 3
Rz
4 f.).
Die erstgenannte
Operation,
bei welcher
es sich um eine Mamma-Rekonstruktion handelte, wurde zwar nicht auf der
Diagnose
n
liste
aufgeführt, jedoch im Rahmen der Anamnese unter dem Tit
el Krankheitsentwicklung und
bei
der
Beurteilung der Arbeits
fähigkeit erwähnt
(Urk. 5/54
/1-37
S. 31 Ziff. 2.1
, S. 36 Ziff. 5
).
Bezüglich der zweitgenannten Operation finden sich keine Angaben im onkologischen
Teilg
ut
achten. Zudem finden sich auch
in den Akten
keine medizinischen Berichte, die sich zu den beiden Brustoperationen sowie deren Auswirkung auf die Leistungs
fähigkeit äussern würden (vgl. vorstehend E. 3.1-3.8)
,
weshalb nicht ausgewiesen ist, dass diese zu längerdauernden Arbeitsunfähigkeiten geführt hätten. Dies vermag somit
nichts am Beweiswert des
Z._
-Gutachtens zu ändern.
Bezügl
ich der vorhandenen Akten legte
der onkologische Gutachter dar, dass diese weitgehend vollständig und konsistent seien, die Beurteilung der Arbeits
fähigkeit durch den behandelnden Onkologen
Dr
.
C._
sei
jedoch nicht in allen Teilen
nachvollziehbar
(Urk. 5/54
/1-37
S. 36 Ziff. 5).
Weshalb die Beurtei
lung der Arbeitsfähigkeit durch
Dr
.
C._
nicht in allen Teilen nachvollziehbar sei, legte d
er onkologische Gutachter hingegen
nicht
näher
dar. In Bezug auf die Berichte des behandelnden Onkologen
Dr
.
C._
vom 14. März 2016 (vorsteh
end E. 3.3),
vom
21. Juli 2016 (vorstehend
E.
3.4)
und vom 1
3.
März 2017 (Urk. 3.8) sowie
in Bezug
auf sein ärztliches Zeugnis vom 10. März 2016 (vor
stehend E. 3.2)
ist
aber
auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen,
dass
H
ausärzt
innen und Hausärzte wie überhaupt behandelnde
Arztpersonen
beziehungsweise Therapiekräfte
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauens
stellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Ausserdem legte
Dr
.
C._
nicht näher dar, weshalb
die Beschwerdeführerin vom 1. August 2015 bis zum 31. Januar 2016 zu 100 %, vom 1. Februar bis zum 30. April 2016 zu 50 % und seit dem 13. Juni 2016
wiederum
zu 100 % arbeitsunfähig gewesen sein soll (vorstehend E. 3.2-3.4). Schliesslich führte
Dr
.
C._
im März 2017 aus, dass die Beschwerdeführerin seit dem 18. Januar 2017 zwei Stunden pro Tag an der Kasse arbeite, was einer angepassten Tätigkeit entspreche. Daraus leitete er eine Verminderung der Leistungsfähigkeit von 80 % ab (vorstehend E. 3.8).
Es trifft zwar zu, dass die Beschwerdeführerin effektiv im Januar 2017 begann, wieder
zwei Stunden pro Tag zu arbeiten, was in etwa einem Pensum von
20 %
ent
spricht
(vgl. Urk. 5/54
/1-37
S. 31 Ziff. 2.1)
. D
ie durch
Dr
.
C._
attestierte 80%ige Arbeitsunfähigkeit
entspricht daher wohl nicht einer medizinisch-theo
retischen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit,
sondern
ist Spiegelbild
der effektiv ausgeübten Erwerbstätigkeit, weshalb diese
der Beurteilung des onkologischen Gutachters
nicht
entgegensteht.
In Bezug auf die Berichte der behandelnden Rheumatologin
,
Dr.
D._
,
vom 25. Juli 2016 (vorstehend E. 3.5
) und
vom
1
3. Januar 2017 (vorstehend
E. 3.7
)
sowie auf das
ärztliche Zeugnis vom 3. Januar 2017 (vorstehend E. 3.6)
ist ebenfalls auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass Hausärztinnen und Haus
ärzte wie überhaupt behandelnde Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräfte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifels
fällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc). Ausserdem legte
Dr.
D._
nicht näher dar, weshalb
die Beschwerdeführerin vom 16. Mai bis zum 13. Jun
i 2016 zu
50
% und seit dem 13. Juni 2016
zu
100
% beziehungsweise vom
4.
bis zu
m 1
7.
Januar 2017 zu
100
%
arbeitsunfähig
gewesen sein soll
(vorstehend E. 3.5-3.6
). Zudem bescheinigte
Dr.
D._
der Beschwerdeführerin im Januar 2017 eine Arbeits
fähig
keit im Umfang
der
tatsächlich
ausgeübten zwei Stunden pro Tag an der Kasse (vorstehend E. 3.7).
Dabei handelt es sich jedoch, wie bereits auch bei der Einschätzung
durch
Dr
.
C._
, nicht um eine
medizinisch-theoretische Beur
teilung der Arbeitsfähigkeit, sondern um
eine Einschätzung mit Blick auf die
effekt
iv ausgeübte Erwerbstätigkeit,
welche d
eshalb auch nicht
s
an der Beur
teilu
ng des onkologischen Gutachters zu ändern vermag
. D
en durch Dr.
D._
diagnostizierten
Leiden
(
Schmerzsyndrom, leichte
s
Karpa
ltunnelsyndrom sowie chronische
Polyarthralgien
;
vorstehend E. 3.5, E. 3.7)
wird
ausserdem im
Z._
-Gutachten im Rahmen der Reduktion der Leistungsfähigkeit von 30 % Rechnung getragen.
Der Einwand der
Beschwerdeführerin, wonach gemäss den vorliegenden Akten
davon auszugehen sei, dass sie von Januar 2015 bis mindestens Ende Januar 2016
zu 100 % arbeitsunfähig gewesen sei und danach mindestens im Umfang von 50 % arbeitsunfähig gewese
n sei
sowohl in der angestammten wie auch in einer angepass
ten Tätigkeit (vorstehend E. 2.2
), erweist sich
somit
als unbe
gründet.
4.5
Nach dem Gesagten kann auch in somatischer
Hins
icht auf das
Z._
-Gutachten abgestellt werden.
Der medizinische Sachverhalt ist demnach gestützt auf das
Z._
-Gutachten als dahingehend erstellt zu betrachten, dass während der onkologischen Behandlung von Februar bis Oktober 2015 keine Arbeitsfähigkeit bestanden hat. Seither
, mit
hin ab November 2015
ist der Beschwerdeführerin die angestammte wie auch eine angepasste Tätigkeit zu 70 % zumutbar.
5.
5.1
Es bleibt damit die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen dieser Ein
schrän
kungen aufgrund eines Einkommensvergleiches vorzunehmen.
5.2
Ein Rentenanspruch entsteht gemäss
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG unter anderem erst bei einer während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch bestehenden Arbeits
unfähigkeit von durchschnittlich mindestens 40
%
(vgl. vorstehend
E. 1.2
). Da
von Februar bis Oktober 2015 keine Arbeitsfähigkeit
vorgelegen hat
(vorstehend E. 4.5),
begann die einjährige Wartefrist per
Februar 2015
zu laufen.
Da ein Rentenanspruch gemäss
Art.
29
Abs.
1 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruches – mithin der Anmeldung bei der Beschwerdegegnerin am 2
7.
Februar 2015 (
Urk.
5/5) – eintritt (vgl. vorstehend
E.
1.3), ist der frühestmögliche Rentenbeginn grundsätzlich im August 201
5.
Die einjährige Wartefrist endete jedoch erst Ende Januar 2016, weshalb der frühestmögliche Rentenbeginn somit im Februar 2016 ist.
5.3
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) be
rech
net werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls rele
vanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
5.4
Die Beschwerdeführerin hat keinen Beruf erlernt (vgl. Urk. 5/5 Ziff. 5.3; Urk. 5/54
/1-37
S. 3 Ziff. A).
Seit dem Jahr 2008 war sie
für die
Y._
AG als Mitarbeiterin Gastronomie
in einer Betriebskantine
der
A._
tätig, seit April 2015
in einem 80%-Pensum (Urk. 5/12
S. 2;
Urk. 5/13/1-5
). Für die Ermittlung des
Valideneinkommens
ist somit auf den gemäss Arbeitgeber
fragebogen vertraglich seit April 2014 vereinbarten Verdienst von jährlich Fr. 39'520.-- (Fr. 3'040.-- x 1
3
) abzustellen. Unter Berücksichtigung der allge
meinen Lohnentwicklung
im Jahr 2015 in der Höhe von 0.5 % und im Jahr 2016 in der Höhe von 0.8 %
(Nominallohnindex 1993-2016, Tabelle T1.93, Total Frauen, www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Löhne/ Erwerbsein
kommen/
Arbeits
kosten, Lohnentwicklung)
resultiert ein
Valideneinkommen
von rund Fr. 40'035.-- für das Jahr 2016 (F
r
. 39'950
.--
x 1.005 x 1.008).
5.5
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss LSE herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297
E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Mass
gabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reich
muth
,
IVG
, 3. Aufl. 2014, N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allen
falls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass per
sönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesund
heitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbe
dingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (Urteil 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 mit Hinweisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss
BGE
126 V
75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein
Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2 und
8C_808/2013 vom 14. Februar 2014 E. 7.1.1 mit Hinweisen).
5.6
De
r
Beschwerdeführer
in
war bei Ablauf des Wartejahres im Februar 2016 die angestammte Tätigkeit in der Betriebskantine
der
A._
wie auch eine angepasste Tätigkeit zu 70 % zumutbar (vorstehend
E. 4.5
).
Den Akten ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin, n
achdem
sie
an Brustkrebs erkrankt war
, eine Zeit lang
nicht mehr in der Kantine
arbeitet
e
.
I
m Februar 2016
nahm sie ihre Tätigkeit
in einem 40 %-Pensum
wieder
auf, hörte jedoch
Mitte Juni 2016
wieder
um
auf
zu arbeiten. Im Januar 2017 begann sie
erneut
in einem 20%-Pensum an der Kasse zu arbeiten. Diese Anstellung wurde
schliesslich
per 30.
Juni 2017 aufgelöst (vgl.
Urk. 5/47;
Urk. 5/54
/1-37
S. 22 f. Ziff. 2.5).
Da die Beschwer
deführerin ihre Restarbeitsfähigkeit von 70 % nicht ausgeschöpft hat, rechtfertigt es sich, zur Ermitt
lung des Invalideneinkommens
den standardisierten Durch
schnitts
lohn für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art in sämtlichen Wirtschaftszweigen des privaten
Sektors gemäss LSE heranzuziehen.
Das im Jahr 2014
von Frauen im Durchschnitt aller einfachen Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art in sämtlichen Wirtschaftszweigen des privaten Sektors erzielte Eink
ommen betrug pro Monat Fr. 4’
300
.-- (LSE 2014,
Tabellengruppe TA1, Total Frauen
, Kompetenzniveau 1, www.bfs.admin.ch, Arbeit
und Erwerb, Löhne/Erwerbseinkommen/Arbeitskosten, Lohnnive
au - Schweiz), mithin Fr. 51’600
.-- pro Jahr. Unter Berücksichtigung der allgemeinen Lohnent
wicklung im Jahr 2015
in der Höhe von 0.5
% und
im Jahr 2016 in der Höhe von 0.8
% (Nominallohnindex 1993-2016, Tabelle T1.93, Total, www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Löhne/Erwerbseinkommen/Arbeitskosten, Lohnentwicklung) sowie der durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit im
Jahr
2016 von 41.7 Stunden (Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Total, www.bfs.ad
min.ch, Arbeit und Erwerb, Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit, Arbeits
zeit)
resultiert
ein Invali
deneinkommen von rund Fr. 54’494
.-- (
Fr. 51’600 x 1.005 x 1.008
: 40 x 41.7) für das Jahr 2016 bei einem 100
%-Pensum, mithin rund Fr. 38’146.-- für ein 70%-Pensum.
5.7
Der Vergleich des
Valideneinkommens
von Fr. 40'035.-- mit dem Invaliden
einkommen
von
Fr. 38’146.-- ergibt eine Einkommenseinbusse von Fr.
1’889
.-- und damit ein
en
nicht rentenbegründend
en
Invaliditätsgrad von rund 5
%.
Unter diesen Umstän
den kann die Frage, ob der
Beschwerdeführer
in
für die Ermittlung des Invalideneinkommens ein leidensbedingter Abzug vom Tabellen
lohn zu gewähren ist, offengelassen werden. Denn selbst bei der Gewährung des maximalen
leidensbedingten Abzuges von 25
% resultierte kein rentenbe
grün
dender Invaliditätsgrad.
Die Verneinung eines Rentenanspruchs ist somit nicht zu beanstanden. Dement
sprechend ist die angefochtene Verfügung zu bestätigen und die dagegen erho
bene Beschwerde abzuweisen.
6
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die ordentlichen Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit
wert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf Fr. 8
00.-- anzusetzen. Entspre
chend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der
unterliegenden Beschwerde
führer
in
aufzuerlegen.