Decision ID: a2f4eea0-1fa5-596b-80f8-fcf898adcfda
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A._ (nachfolgend: Versicherte), geboren am C._ und
B._ (nachfolgend: Versicherter), geboren am D._, sind
deutsche Staatsangehörige mit Wohnsitz in E._. Mit Entscheid des
Departements für Finanzen und Soziales des Kantons Thurgau vom
28. Juli 1997 wurden sie von der Schweizerischen Versicherungspflicht be-
freit (BVGer-act. 1/9). Sie waren bei der Gemeinsamen Einrichtung KVG
(hiernach: GE KVG) für die internationale Leistungsaushilfe registriert und
nahmen Leistungen des schweizerischen Gesundheitswesens in An-
spruch. Die entsprechenden Kosten wurden bei der deutschen Kranken-
versicherung der Versicherten (Barmer) eingefordert (BVGer-act. 1/1).
B.
B.a Mit Verfügung vom 19. April 2018 (BVGer-act. 1/2) teilte die GE KVG
den Versicherten mit, dass sie ab 1. Januar 2018 der schweizerischen
Krankenversicherungspflicht nach KVG unterstünden und innert 30 Tagen
nach Rechtskraft dieser Verfügung der GE KVG den Nachweis einer gülti-
gen Versicherung nach dem KVG (KVG-Police) einreichen müssten. Die
GE KVG führte weiter aus, die Beschwerdeführenden würden seit dem
Jahr 2004, nebst einer Altersrente aus Deutschland, nachweislich auch
eine Rente aus dem Wohnland Schweiz beziehen. Rentner seien gemäss
Art. 23 und 24 Abs. 2 Bst. a der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 in dem Staat
krankenversichert, aus welchem sie eine Rente bezögen, sofern sie keine
Wohnlandrente bezögen.
B.b Die Versicherten erhoben gegen diese Verfügung mit Schreiben vom
15. Mai 2018 Einsprache (BVGer-act. 1/3) und verlangten u.a. die Aufhe-
bung der Verfügung.
B.c Mit Einspracheentscheid vom 11. Juni 2018 wies die GE KVG die Ein-
sprache ab (BVGer-act. 1/1). Die internationale Leistungsaushilfe für die
Versicherten werde im Sinne der Verfügung vom 19. April 2018 ab 1. Ja-
nuar 2018, in Anwendung der internationalen Rechtsgrundlagen aus Art.
23 – 25 der Verordnung (EG) Nr. 883/2004, eingestellt. Einem allfälligen
Rechtsmittel gegen diese Verfügung werde die aufschiebende Wirkung
entzogen.
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C.
C.a Die Versicherten (nachfolgend: Beschwerdeführenden) erhoben ge-
gen diesen Einspracheentscheid der GE KVG (nachfolgend auch: Vor-
instanz) mit Eingabe vom 9. Juli 2018 (BVGer-act. 1) beim Bundesverwal-
tungsgericht (Eingang: 10. Juni 2017) Beschwerde und beantragten im
Wesentlichen die Aufhebung des Einspracheentscheids der GE KVG vom
11. Juni 2018. In formeller Hinsicht ersuchten sie sinngemäss um unent-
geltliche Rechtsverbeiständung und um Wiederherstellung der aufschie-
benden Wirkung der Beschwerde.
C.b Mit Vernehmlassung vom 31. Juli 2018 beantragte die Vorinstanz die
Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des Einspracheent-
scheids der GE KVG vom 11. Juni 2018. Eventualiter sei der erfolgte Ent-
zug der aufschiebenden Wirkung eines Rechtsmittels gegen den Ein-
spracheentscheid der GE KVG vom 11. Juni 2018 zu bestätigen und nach
Art. 56 VwVG die Beschwerdeführenden umgehend rückwirkend per 1. Ja-
nuar 2018 bei einem schweizerischen Grundversicherer vorsorglich zu ver-
sichern (BVGer-act. 3).
C.c Mit Zwischenverfügung der damaligen Instruktionsrichterin vom
16. August 2018 wurde die aufschiebende Wirkung der Beschwerde gegen
den Einspracheentscheid vom 11. Juni 2018 wiederhergestellt. Der Antrag
der Vorinstanz, die Beschwerdeführenden seien durch das Bundesverwal-
tungsgericht einer KVG-Versicherungslösung im Sinne einer vorsorglichen
Massnahme nach Art. 56 VwVG zuzuführen, wurde abgewiesen (BVGer-
act. 6).
C.d Am 27. August 2018 ging beim BVGer eine Kopie des Schreibens der
Vorinstanz an die Beschwerdeführenden vom 24. August 2018 ein. Diesem
kann entnommen werden, dass Abklärungen der Vorinstanz bei der Kran-
kenversicherung der Beschwerdeführenden in Deutschland (Barmer) erge-
ben hätten, dass den Beschwerdeführenden das Vertragsverhältnis mit der
Barmer per 31. Dezember 2017 rückwirkend beendet worden sei. Eine
Wiederversicherung werde von Deutschland bei schweizerischem Renten-
bezug aufgrund der internationalen Zuständigkeit der Schweiz nicht akzep-
tiert (BVGer-act. 8).
C.e Mit Zwischenverfügung vom 3. Oktober 2018 wurde das Gesuch der
Beschwerdeführenden um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbei-
ständung dem Grundsatz nach gutgeheissen. Die Beschwerdeführenden
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wurden eingeladen, dem Bundesverwaltungsgericht bis zum 24. Oktober
2018 ein Gesuch um Beiordnung der von ihnen gewählten Anwältin oder
des von ihnen gewählten Anwalts einzureichen (act. 14).
C.f Mit Schreiben vom 21. Oktober 2018 stellten die Beschwerdeführen-
den ein Gesuch um Beiordnung von Rechtsanwalt lic. iur. Dieter Studer
(act. 15).
C.g Am 24. Oktober 2018 wurde das Gesuch der Beschwerdeführenden
um Beiordnung von Rechtsanwalt lic. iur. Dieter Studer als unentgeltlicher
Rechtsbeistand gutgeheissen (act. 16).
C.h Mit Replik vom 21. Dezember 2018 (BVGer-act. 19) änderte der
Rechtsvertreter das Rechtsbegehren vom 9. Juli 2018 und beantragte, es
sei der Einspracheentscheid der Vorinstanz vom 11. Juni 2018 aufzuheben
und es seien die Beschwerdeführenden gemäss Art. 2 Abs. 8 KVV von der
Versicherungspflicht zu befreien. Eventualiter sei festzustellen, dass der
Einspracheentscheid vom 9. Juli 2018 (recte: 11. Juni 2018) wegen fehlen-
der Zuständigkeit der Vorinstanz nichtig sei. Es wurde an den Ausführun-
gen in der Beschwerde vom 9. Juli 2018 festgehalten.
C.i Mit Duplik vom 7. Februar 2019 (BVGer-act. 21) hielt die Vorinstanz an
ihrem Antrag auf Beschwerdeabweisung und den vernehmlassungsweise
gemachten Ausführungen fest.
C.j Am 18. Oktober 2019 wurden die Beschwerdeführenden und die Vo-
rinstanz vom Bundesverwaltungsgericht eingeladen, über den beabsichtig-
ten Erlass einer vorsorglichen Massnahme in dem Sinne, als die Be-
schwerdeführenden während der Dauer des vorliegenden Verfahrens rück-
wirkend per 1. Januar 2018 bei einem schweizerischen KVG-Grundversi-
cherer zu versichern seien, Stellung zu nehmen (BVGer-act. 25).
C.k Mit Stellungnahme vom 8. November 2019 befürwortete die Vorinstanz
eine entsprechende vorsorgliche Massnahme (BVGer-act. 30). Die Be-
schwerdeführenden liessen sich innert angesetzter und erstreckter Frist
nicht vernehmen.
C.l Mit Zwischenverfügung vom 14. November 2019 wurde die Vorinstanz
angewiesen, die Beschwerdeführenden einstweilig und für die Dauer des
vorliegenden Verfahrens unverzüglich einem Versicherer für die Durchfüh-
rung der obligatorischen Krankenpflegeversicherung gemäss KVG zuzu-
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weisen (BVGer-act. 31). Diese Zwischenverfügung wurde mit Zwischen-
verfügung vom 27. November 2019 aufgehoben und die zuständige Stelle
der Gemeinde E._ ersucht, die Beschwerdeführenden einem Ver-
sicherer zuzuweisen (BVGer-act. 35).
C.m Auf den weiteren Inhalt der Akten sowie der Rechtsschriften und Be-
weismittel der Parteien ist – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Er-
wägungen einzugehen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG, soweit diese von einer
Vorinstanz im Sinne von Art. 33 VGG erlassen wurden und keine Aus-
nahme nach Art. 32 VGG vorliegt.
1.2 Das Bundesverwaltungsgericht prüft seine Zuständigkeit von Amtes
wegen (Art. 7 Abs. 1 VwVG). Dies gilt auch für die Zuständigkeit der Vo-
rinstanz (THOMAS FLÜCKIGER, in: Praxiskommentar VwVG, 2. Aufl. 2016,
Art. 7 Rz. 24; vgl. auch BGE 127 V 1 E. 1a und Urteil des BGer
8C_852/2011 vom 12. Juni 2012 E. 4.1, je m.H.).
1.3 Anfechtungsobjekt und Streitgegenstand bildet vorliegend der Ein-
spracheentscheid vom 11. Juni 2018, mit welchem die GE KVG – in Bestä-
tigung der Verfügung vom 19. April 2018 – die Registrierung der Beschwer-
deführenden für die internationale Leistungsaushilfe aufgehoben hat.
Nicht verfügt hat sie, entgegen dem replikweisen Antrag der Beschwerde-
führenden, über die Befreiung von der Versicherungspflicht gemäss KVG.
Diesbezüglich ist auf die Beschwerde mangels Streitgegenstand nicht ein-
zutreten.
1.4 Im Folgenden ist zunächst zu prüfen, ob die GE KVG als Vorinstanz
zum Entscheid über die Einstellung der internationalen Leistungsaushilfe
sachlich zuständig war. Gegebenenfalls ist in einem zweiten Schritt zu klä-
ren, ob gegen eine entsprechende Verfügung der Vorinstanz die Be-
schwerde an das Bundesverwaltungsgericht offen steht und dieses mithin
zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde sachlich zuständig ist.
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Seite 6
2.
Was zunächst die Frage betrifft, ob die GE KVG zum Erlass des im Streite
liegenden Einspracheentscheides befugt war, ist Art. 18 KVG heranzuzie-
hen. In dieser Bestimmung ist die GE KVG gesetzlich verankert.
2.1 Laut Art. 18 Abs. 3 KVG kann der Bundesrat der GE KVG weitere Auf-
gaben übertragen, namentlich zur Erfüllung internationaler Verpflichtun-
gen. Von dieser Kompetenz hat der Bundesrat in Art. 19 KVV (SR 832.102)
Gebrauch gemacht. Nach Art. 19 Abs. 1 KVV nimmt die gemeinsame Ein-
richtung die sich aus Art. 95a KVG ergebenden Aufgaben als Verbindungs-
stelle wahr. Sie erfüllt auch die Aufgaben als aushelfender Träger am
Wohn- oder Aufenthaltsort der Versicherten, für die aufgrund von Art. 95a
KVG Anspruch auf internationale Leistungsaushilfe besteht. Art. 95a KVG
verweist in Abs. 1 auf das Freizügigkeitsabkommen zwischen der Schweiz
und der Europäischen Gemeinschaft vom 21. Juni 1999 (FZA, SR
0.142.112.681) sowie die zur Anwendung der Systeme der sozialen Sicher-
heit massgeblichen Koordinierungsverordnungen, wobei in Bst. a die hier
angewendete Verordnung (EG) Nr. 883/2004 genannt wird. Die GE KVG
ist ausserdem zuständig für die Durchführung der Leistungsaushilfe und
die Aufgaben als Verbindungsstelle aufgrund anderer internationaler Ver-
einbarungen.
2.2 Vorliegend fungierte die GE KVG im Zeitraum vor dem angefochtenen
Einspracheentscheid als aushelfender Träger, indem sie die in der Schweiz
entstandenen Kosten der medizinischen Behandlung der Beschwerdefüh-
renden vorfinanzierte und hernach beim zuständigen Träger – dem deut-
schen Krankenversicherer – einforderte. Damit erfüllte die GE KVG eine
Aufgabe nach Art. 19 Abs. 1 KVV in Verbindung mit Art. 18 Abs. 3 KVG. Sie
war demnach für die Registrierung bzw. Gewährung der besagten Leis-
tungsaushilfe zuständig und konnte diese folglich mittels Verfügung bzw.
Einspracheentscheid auch wieder aufheben, sofern die entsprechenden
Anspruchsvoraussetzungen nicht mehr erfüllt waren (vgl. Urteil des BVGer
C-6251/2018 vom 9. März 2020 E. 3; vgl. zur Verfügungskompetenz der
GE KVG gegenüber Leistungsansprechern auch Urteil des BGer
9C_265/2019 vom 18. Februar 2020 E. 1.2.2 m.H. [zur Publikation vorge-
sehen]).
3.
Damit ist weiter zu prüfen, welcher Rechtsweg gegen eine solche Verfü-
gung zu beschreiten ist, ob also gegen eine entsprechende Verfügung der
GE KVG die Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht offen steht
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Seite 7
und dieses mithin zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde sachlich
zuständig ist.
3.1 Gesetzliche Grundlage bildet einerseits Art. 90a Abs. 1 KVG. Danach
entscheidet über Beschwerden gegen die auf Grund von Artikel 18 Absätze
2bis und 2ter erlassenen Verfügungen und Einspracheentscheide der
GE KVG in Abweichung von Artikel 58 Absatz 2 ATSG das Bundesverwal-
tungsgericht. Es entscheidet auch über Beschwerden gegen die auf Grund
von Artikel 18 Absatz 2quinquies erlassenen Verfügungen der GE KVG.
Gleichzeitig wird in Art. 18 Abs. 8 KVG festgehalten, dass auf Beschwerden
an das Bundesverwaltungsgericht gegen Verfügungen der GE KVG nach
den Absätzen 2bis, 2ter und 2quinquies Artikel 85bis Absätze 2 und 3 des Bundes-
gesetzes vom 20. Dezember 1946 über die Alters- und Hinterlassenenver-
sicherung sinngemäss anwendbar ist. Art. 85bis AHVG besagt, dass über
Beschwerden von Personen im Ausland in Abweichung von Artikel 58 Ab-
satz 2 ATSG das Bundesverwaltungsgericht entscheidet.
3.2 Wie aufgezeigt (E. 2), ist der angefochtene Einspracheentscheid ge-
stützt auf Art. 18 Abs. 3 KVG ergangen. Laut dem oben erwähnten Art. 18
Abs. 8 KVG fallen jedoch nur Beschwerden gegen Verfügungen nach
Abs. 2bis, 2ter und 2quinquies in die Zuständigkeit des Bundesverwaltungsge-
richts; Abs. 3 bleibt in Art. 18 Abs. 8 KVG unerwähnt. Das Bundesverwal-
tungsgericht kam in seinem in E. 2.2 vorne erwähnten Urteil C-6251/2018
vom 9. März 2020 nach eingehender Auslegung von Art. 18 KVG zum
Schluss, dass bei einem gestützt auf Art. 18 Abs. 3 KVG ergangenen Ein-
spracheentscheid der gemeinsamen Einrichtung nicht Art. 90a KVG zur
Anwendung gelangt, sondern die reguläre Rechtspflege gemäss KVG bzw.
infolge des Verweises in Art. 1 Abs. 1 KVG das ATSG (E. 5.4.6). Daraus
folgt, dass bei Versicherten mit Wohnsitz in der Schweiz gemäss Art. 58
Abs. 1 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kantons zuständig, in
dem der Beschwerdeführer zur Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz
hatte (vgl. auch E. 5.5 und 5.6 des Urteils C-6251/2018). Demzufolge ist
im vorliegenden Fall das Versicherungsgericht des Kantons Thurgau zu-
ständig.
4.
Nach dem Gesagten ist das Bundesverwaltungsgericht für die Beurteilung
der vorliegenden Beschwerde nicht zuständig. Auf die Beschwerde ist da-
her nicht einzutreten. Die Sache (samt Verfahrensakten) ist an das für die
Beurteilung zuständige Sozialversicherungsgericht des Kantons Thurgau
zum Entscheid zu überweisen (Art. 8 Abs. 1 VwVG; vgl. Art. 58 Abs. 3
C-3975/2018
Seite 8
ATSG). Insoweit die Befreiung von der Versicherungspflicht gemäss KVG
beantragt wird, wird auf die Beschwerde nicht eingetreten.
5.
Zu befinden bleibt über die Verfahrenskosten und eine allfällige Parteient-
schädigung
5.1 Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG
die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei (Satz 1). Un-
terliegt diese nur teilweise, so werden die Verfahrenskosten ermässigt
(Satz 2). Ausnahmeweise können sie ihr erlassen werden (Satz 3). Auf
Verfahrenskosten kann namentlich verzichtet werden, wenn Gründe in der
Sache oder in der Person der Partei es als unverhältnismässig erscheinen
lassen, sie ihr aufzuerlegen (Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar
2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-
gericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die Beschwerdeführenden haben die Be-
schwerde entsprechend der Rechtsmittelbelehrung erhoben und die
Rechtslage war nicht ohne Weiteres aus dem blossen Gesetzestext er-
sichtlich. Unter Berücksichtigung dieser Umstände erscheint es vorliegend
gerechtfertigt, von einer Kostenauflage an die Beschwerdeführenden ab-
zusehen (vgl. Urteil des BVGer C-6251/2018 vom 9. März 2020 E. 8; siehe
auch nicht publ. E. 2 von BGE 134 V 45). Der Vorinstanz sind ebenfalls
keine Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 2 VwVG).
5.2 Den unterliegenden Beschwerdeführenden ist keine Parteientschädi-
gung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 des Regle-
ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor
dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2] e contrario). Die
obsiegende Vorinstanz hat ebenfalls keinen Anspruch auf Parteientschädi-
gung (Art. 7 Abs. 3 VGKE).
5.3 Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat zufolge Gewährung
der unentgeltlichen Rechtspflege einen Anspruch auf eine Entschädigung
aus der Gerichtskasse. Da keine Kostennote eingereicht wurde, ist die Par-
teientschädigung aufgrund der Akten festzusetzen. Unter Berücksichtigung
des aktenkundigen und gebotenen Aufwandes (Akteneinsichtnahme und
Replik) ist die Entschädigung auf Fr. 1‘500.– (inkl. Auslagen und Mehrwert-
steuer) festzulegen.
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Seite 9
5.4 Es wird darauf hingewiesen, dass die Beschwerdeführenden der Ge-
richtskasse Ersatz zu leisten hat, wenn sie zu hinreichenden Mitteln gelan-
gen (Art. 65 Abs. 4 VwVG).
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