Decision ID: a56884f6-a154-5b2e-8d85-75a292c0fc44
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer gelangte gemäss eigenen Angaben am 20. April
2017 in die Schweiz, wo er gleichentags um Asyl ersuchte.
B.
B.a Er wurde am 2. Mai 2017 zu seiner Person, dem Reiseweg sowie sum-
marisch zu den Gründen der Flucht befragt (Befragung zur Person [BzP]).
Eine eingehende Anhörung zu den Asylgründen fand am 9. Mai 2017 statt.
B.b Der Beschwerdeführer begründete sein Asylgesuch damit, dass er als
(...) für die (...) gearbeitet habe und deswegen von unbekannten Personen
mehrfach mit dem Tode bedroht worden sei.
C.
Mit Verfügung vom 16. April 2020 (Eröffnung am 21. April 2020) stellte das
SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht,
und lehnte sein Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung
aus der Schweiz und ordnete deren Vollzug an.
D.
Mit Eingabe seiner Rechtsvertreterin vom 20. Mai 2020 liess der Be-
schwerdeführer gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht
Beschwerde erheben. Darin wurde beantragt, die Verfügung des SEM sei
aufzuheben, es sei die Flüchtlingseigenschaft anzuerkennen und dem Be-
schwerdeführer Asyl zu erteilen. Eventualiter sei die Sache zur Neubeur-
teilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Subeventualiter sei die Verfü-
gung des SEM in den Dispositivziffern 4 und 5 aufzuheben und der Be-
schwerdeführer sei wegen Unzulässigkeit und/oder Unzumutbarkeit des
Wegweisungsvollzugs vorläufig in der Schweiz aufzunehmen.
In prozessualer Hinsicht wurde weiter beantragt, es sei dem Beschwerde-
führer die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen, die unterzeichnende
Rechtsvertreterin als amtliche Verbeiständung zu bestellen und auf die Er-
hebung eines Kostenvorschusses zu verzichten.
E.
Mit Eingabe vom 26. Mai 2020 wurde eine Kostennote und eine Fürsorge-
bestätigung nachgereicht.
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Seite 3

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher
zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-
ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-
son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche
Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor
1.2 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten
(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht
(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom
25. September 2015).
1.3 Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105
AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und form-
gerecht (aArt. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und;
Art. 52 Abs. 1 VwVG) Beschwerde ist einzutreten.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines
Schriftenwechsels wurde verzichtet.
4.
4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
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politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die
Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
5.
5.1 Der Beschwerdeführer erklärte zu seiner Person, er sei pakistanischer
Staatsangehöriger, ethnischer Hazara, und stamme aus Quetta, wo er bis
zu seiner Ausreise gelebt habe. Zur Begründung des Asylgesuches machte
er geltend, er sei am (...) 2012 von zwei unbekannten Personen ange-
schossen worden, als er mit weiteren Personen, welche ebenfalls Hazara
gewesen seien, mit dem Taxi unterwegs gewesen sei. Am (...) 2013 sei
sein Bruder bei einem Bombenanschlag ums Leben gekommen und nie-
mand habe sich um seine auf der Strasse liegende Leiche gekümmert. Am
gleichen Tag habe er sich als (...) bei der (...) gemeldet, da er Menschen
habe helfen wollen, die bei Bombenanschlägen verletzt würden. Er habe
etwa zweieinhalb Jahre als (...) gearbeitet. Er habe immer als (...) Tatort
eintreffen wollen, um den (...). Dadurch habe er mit der Zeit einen gewis-
sen Bekanntheitsgrad erlangt. Eines Tages im Jahre 2014 sei er im Zug
von unbekannten Personen angesprochen worden. Sie hätten ihm gesagt,
er solle mit seiner Arbeit für die (...) aufhören. In der Folge sei er insgesamt
vier Mal von verschiedenen Personen auf diese Weise auf der Strasse an-
gesprochen und auch bedroht worden. Er habe sich an die Polizei ge-
wandt, welche jedoch nichts unternommen habe. Es seien mehrmals Per-
sonen zu ihm ins Geschäft gekommen und hätten sich nach seinem Na-
men erkundigt. Zuletzt seien im (...) 2016 zwei Personen vorbeigekom-
men. Sie hätten eine Pistole gezogen und auf den Tisch gelegt und dabei
gesagt, dass dies der letzte Besuch und die letzte Warnung sei; beim
nächsten Mal würden sie ihn erschiessen. Anschliessend habe er sich er-
neut an die Polizei gewandt, die ihm jedoch mit der Erklärung, es handle
sich um eine private Angelegenheit, nicht habe helfen wollen. Daraufhin
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habe er mit seinem Vater Kontakt aufgenommen, welcher seine Ausreise
organisiert habe.
Der Beschwerdeführer reichte Kopien einer pakistanischen Identitätskarte
und eines pakistanischen Reisepasses sowie einen Führerschein im Origi-
nal, einen Polizeirapport vom (...) 2012, einen Arztbericht vom (...) 2012
und ein Bestätigungsschreiben der (...) zu den Akten.
5.2 Das SEM führte zur Begründung seiner Verfügung aus, die Vorbringen
des Beschwerdeführers würden zahlreiche Unstimmigkeiten aufweisen. Es
falle auf, dass die Kenntnisse über die (...) teilweise unerwartete Lücken
aufweisen würden, obwohl er angeblich über zwei Jahre für diese tätig ge-
wesen sei. So habe er an der BzP deren Rechtsform nicht anzugeben und
die Frage nicht zu beantworten vermocht, ob es sich um eine NGO oder
eine private Gesellschaft handle. Demgegenüber habe er in der Anhörung,
die nur einige Wochen später stattgefunden habe, angegeben, dass die
(...) weder staatlich noch eine NGO, sondern eine private Organisation
der Hazara sei, ohne aber angeben zu können, was der Unterschied zwi-
schen einer NGO und einer privaten Organisation sei. Unplausiblerweise
sei ihm die Telefonnummer (...) nicht bekannt gewesen, obwohl diese
Nummer eng mit seiner Tätigkeit (...) verknüpft sei. Er besitze zwar einige
Kenntnisse über die Organisation wie etwa den Sitz und den Zweck, die
(...) und der dort tätigen Freiwilligen, welche aber nicht über das allge-
meine Wissen eines durchschnittlichen Lesers von Zeitungen oder Inter-
netseiten hinausgehen würden. Es bestünden daher bereits Zweifel an der
Tätigkeit für die Organisation.
Er habe wiederholt angegeben, am (...) 2013 seine freiwillige Tätigkeit auf-
genommen zu haben. Dass er seine Arbeit am gleichen Tag aufgenommen
habe, an dem sein Bruder bei einem Bombenanschlag getötet worden sei,
sei zwar nicht völlig unmöglich, aber zumindest überraschend. Denn es
könne davon ausgegangen werden, dass er am Tag des Todes seines Bru-
ders andere Prioritäten gehabt haben dürfte. Im Weiteren sei es ihm miss-
lungen, seine Tätigkeit zugunsten der Organisation detailliert, anschaulich
und erlebnisgeprägt zu beschreiben. Trotz mehrmaliger Nachfrage hätten
sich seine Ausführungen lediglich darauf beschränkt, dass er (...) abgeholt,
im (...) gewartet und mit dem (...) abgeholt oder (...) gebracht habe. Aller-
dings sei die Beschreibung einer seiner Kernaufgaben, nämlich der (...) ,
wenig überzeugend. Denn er habe behauptet, diese in einen (...) zu haben,
was aber je nach (...) kaum realistisch erscheine. Ferner habe er im Zu-
sammenhang mit seiner Tätigkeit auf (...) verwiesen, dies aber bei den
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Vertiefungsfragen nicht substanzvoll und realitätsnah zu beschreiben ver-
mocht. Beispielsweise habe er auf die Frage, wie er das (...) jeweils ge-
bracht habe, erwidert, dort hingegangen zu sein und jeweils sein eigenes
(...) zu haben, ohne diese Tätigkeit jedoch differenzierter ausführen zu
können. Dass er im Hinblick auf seine verantwortungsvolle Aufgabe weder
eine Ausbildung – etwa eine Art "(...)" – erhalten habe noch habe lesen und
schreiben können, da es in Pakistan keine Strassen- und Verkehrsschilder
gebe, sei tatsachenwidrig. Er sei auch nicht in der Lage gewesen, über
seine Tätigkeit differenziert und authentisch zu berichten. Vielmehr habe er
auf die Frage, was er gerne und was er nicht so gerne gemacht habe, auf
stereotype Weise angegeben, er habe gerne Leuten geholfen und alle Ar-
beiten gerne ausgeführt. Es gelinge dem Beschwerdeführer somit nicht,
seine Tätigkeit für die (...) glaubhaft zu machen.
Infolgedessen seien auch die mit dieser Tätigkeit zusammenhängenden
Probleme nicht glaubhaft. Dafür spreche beispielsweise, dass es dem Be-
schwerdeführer nicht gelungen sei, spontan und differenziert darzulegen,
worin die Drohungen bestanden hätten respektive habe er erst nach zahl-
reichen Nachfragen angegeben, die unbekannte Täterschaft habe jedes
Mal zu ihm gesagt, sie würden ihn umbringen. Zudem habe er die zahlrei-
chen Vorfälle, bei denen er aufgesucht und zum Niederlegen seiner Arbeit
aufgefordert worden sei, auffallend vage geschildert. Insbesondere sei in
den Aussagen keine persönliche Betroffenheit erkennbar. Tatsächlich ver-
folgte Personen würden in ihrer Wahrnehmung jedoch eine subjektive Prä-
gung erfahren und diesbezügliche Erfahrungen beziehungsweise Befürch-
tungen und Ängste würden dementsprechend geschildert. Solche Merk-
male würden in seinen Ausführungen jedoch fehlen. Daher sei die flucht-
auslösende Drohung vom (...) 2016 unglaubhaft.
Das eingereichte Bestätigungsschreiben der (...) ändere nichts an diesem
Standpunkt, da solche Dokumente leicht käuflich erhältlich seien und es
sich vorliegend um eine leicht manipulierbare Kopie handle, weswegen
dem Dokument nur geringer Beweiswert zukomme. Ausserdem falle auf,
dass er in der Anhörung erwähnt habe, seine Schwester habe ihm zahlrei-
che Beweismittel nachgesandt, während er aber nur Fotos und Videos,
nicht aber das nachgereichte Bestätigungsschreiben erwähnte habe. Es
liege daher die Vermutung nahe, dass er zum Zeitpunkt der Anhörung
nichts von der Existenz des Schreibens gewusst habe und dieses auf den
(...) 2016 datierte Schreiben erst nach seiner Ausreise ausgestellt und ihm
zugeschickt worden sei.
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Für ethnische Hazara schiitischen Glaubens sei derzeit auch nicht von ei-
ner Kollektivverfolgung auszugehen.
5.3 Diesen Erwägungen wurde in der Beschwerde entgegengehalten, der
Vorwurf, der Beschwerdeführer habe in der BzP die Rechtsform der (...)
nicht nennen können, verkenne, dass bei einem (...) die Rechtsform der
Organisation nicht im Zentrum des Interesses stehe. Viele hiesige (...)
könnten die Rechtsform des (...) B._ wohl ebenfalls nicht benen-
nen. Der Beschwerdeführer habe in der Anhörung in plausibler Weise er-
klärt, dass er sich nach der BzP beim Leiter der Organisation nach deren
Rechtsform erkundigt habe. Auch die Angabe, ob es sich um eine NGO
oder eine private Organisation handle, tue hinsichtlich der Glaubhaftigkeit
nichts zur Sache. Der Beschwerdeführer habe nur zwei Jahre die Schule
besucht, weshalb solches Wissen nicht verlangt werden könne. Bei der Te-
lefonnummer handle es sich nicht um eine kurze einprägsame Nummer
nach Schweizer Vorbild, weshalb es aufgrund des geringen Bildungsgra-
des nachvollziehbar sei, dass er sich nicht mehr an die ganze Nummer
erinnern könne.
Dem Vorwurf, es sei nicht nachvollziehbar, dass er seine Arbeitsstelle am
(...) 2013 und somit am selben Tag angetreten habe, an dem auch sein
Bruder gestorben sei, sei zu entgegnen, dass es sich beim Datum des Ar-
beitsbeginns um ein Missverständnis handle. Seine Arbeitstätigkeit habe
er, entgegen einzelner Protokollstellen, erst zwei bis drei Monate später
aufgenommen. Das Missverständnis dürfte auf sprachliche und überset-
zungstechnische Schwierigkeiten zurückzuführen sein. Dafür spreche
etwa, dass der Beschwerdeführer angegeben habe, es habe sich um ver-
schiedene Tage gehandelt. Für die übersetzungstechnische Schwierigkeit
spreche, dass bei Frage 87 der Anhörung das Jahr 2016 ins Protokoll auf-
genommen worden sei, was der Beschwerdeführer in Frage 104 korrigiert
habe. Für den späteren Beginn spreche auch die Aussage, dass die Tätig-
keit zwei bis zweieinhalb Jahre gedauert und Mitte August 2016 noch an-
gedauert habe.
Die Schilderungen über seine Arbeit seien durchaus erlebnisgeprägt res-
pektive nicht mehr oder weniger erlebnisgeprägt als die restlichen Schilde-
rungen. Er nenne immer wieder Details wie etwa die umgangssprachliche
Bezeichnung der (...), die Arbeitszeiten oder die Arbeitsteilung zwischen
(...). Das Argument des SEM zum (...) sei konstruiert. Aus der wörtlichen
Übersetzung des mit Anführungs- und Schlusszeichen versehenen Begriffs
"(...)" lasse sich keine Beschreibung der Tätigkeit herleiten. Es könne sich
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genauso gut um eine (...) oder ähnliches handeln. Der Vorwurf des SEM
in der Anhörung, wonach die (...) zeige, dass die Vorinstanz ein wenig re-
alistisches Bild von der Lage im wenig entwickelten Quetta habe. Dies
werde dadurch unterstrichen, dass das SEM seinen Vorwurf betreffend die
Strassenschilder mit einem Bild einer Hauptstrasse aus der 700km entfern-
ten Wirtschaftsmetropole Hyderabad zu belegen versuche. Dieses Bild
gehe kaum die Lage in Quetta wieder und es sei zu vermuten, dass der
Beschwerdeführer eher Ampeln gemeint habe, da er darauf verwiesen
habe, dass diese Aufgabe in Pakistan von Verkehrspolizisten wahrgenom-
men werde. Die Glaubhaftigkeit der Angabe zur Tätigkeit für die (...) werde
durch zahlreiche Fotos auf dem Facebook-Profil der Organisation unter-
mauert, auf welchen der Beschwerdeführer zu erkennen sei. Es sei zu be-
tonen, dass die Facebook-Seite knapp 15'000 "Likes" zähle. Dies zeige
zum einen die Bekanntheit der Organisation und zum andern lasse es
keine Zweifel an der Authentizität der Bilder übrig. Die Vorinstanz werfe
dem Beschwerdeführer zu Unrecht vor, dass die eingereichte Bestätigung
gefälscht sei. Der Beschwerdeführer habe das Dokument in der Anhörung
erwähnt und eines der Bilder auf Facebook zeige ihn beim Empfang des
Diploms.
Da seine Tätigkeit für die (...) glaubhaft sei, sei auch von der Glaubhaf-
tigkeit der Drohungen auszugehen. Die Organisation setze sich für Hazara
ein und helfe unter anderem (...). Die Kreise, welche solche Anschläge
verüben würden, hätten offensichtlich ein Interesse daran, dass den Opfern
nicht geholfen werde. Die Bedrohungen seien daher plausibel. Der Be-
schwerdeführer sei als (...) exponiert und seine Schilderungen würden zei-
gen, dass sich die Drohungen persönlich gegen ihn als Mitarbeiter richten
würden. Dass solche Drohungen ernst zu nehmen seien, belege ein ein-
gereichtes Bild, welches eine Meldung über drei Mitarbeitende der Organi-
sation zeige, welche wegen ihrer Tätigkeit ermordet worden seien, wäh-
rend sechs weitere vermisst würden. Eines der Bilder zeige den zerschos-
senen Ausweis eines ermordeten Mitarbeiters, ein anderes Bild dessen Be-
erdigung. Der Beschwerdeführer habe die Polizei mehrfach erfolglos um
Schutz ersucht. Ferner sei auch die allgemeine Lage für Hazara äusserst
prekär und die Zugehörigkeit zu dieser Volksgruppe begründe bereits die
Flüchtlingseigenschaft.
6.
6.1 Das SEM hat die Fluchtgründe des Beschwerdeführers im Ergebnis zu
Recht für nicht glaubhaft befunden. Glaubhaftmachung im Sinne des Art. 7
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Abs. 2 AsylG bedeutet – im Gegensatz zum strikten Beweis – ein reduzier-
tes Beweismass und lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und
Zweifel an den Vorbringen. Entscheidend ist, ob die Gründe, die für die
Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung des Beschwerdeführers sprechen,
überwiegen oder nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustel-
len. Eine wesentliche Voraussetzung für die Glaubhaftmachung eines Ver-
folgungsschicksals ist eine die eigenen Erlebnisse betreffende, substanti-
ierte, im Wesentlichen widerspruchsfreie und konkrete Schilderung der
dargelegten Vorkommnisse. Die wahrheitsgemässe Schilderung einer tat-
sächlich erlittenen Verfolgung ist gekennzeichnet durch Korrektheit, Origi-
nalität, hinreichende Präzision und innere Übereinstimmung. Unglaubhaft
wird eine Schilderung von Erlebnissen insbesondere bei wechselnden, wi-
dersprüchlichen, gesteigerten oder nachgeschobenen Vorbringen. Bei der
Beurteilung der Glaubhaftmachung geht es um eine Gesamtbeurteilung al-
ler Elemente (Übereinstimmung bezüglich des wesentlichen Sachverhal-
tes, Substantiiertheit und Plausibilität der Angaben, persönliche Glaubwür-
digkeit usw.), die für oder gegen den Beschwerdeführer sprechen. Glaub-
haft ist eine Sachverhaltsdarstellung, wenn die positiven Elemente über-
wiegen. Für die Glaubhaftmachung reicht es demnach nicht aus, wenn der
Inhalt der Vorbringen zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten
Aspekte wesentliche und überwiegende Umstände gegen die vorge-
brachte Sachverhaltsdarstellung sprechen (vgl. BVGE 2012/5 E. 2.2).
6.2 Vorauszuschicken ist zwar, dass die Feststellung des SEM, bereits die
Tätigkeit für die (...) sei unglaubhaft, insbesondere aufgrund der einge-
reichten Fotos, welche den Beschwerdeführer bei seiner Tätigkeit für die
Organisation zeigen, nicht zu überzeugen vermag. Ungeachtet dessen ge-
lingt es dem Beschwerdeführer jedoch nicht, eine aufgrund dieser Tätigkeit
erlittene Verfolgung glaubhaft zu machen. So bemerkte bereits das SEM,
dass er die Vorfälle, anlässlich welcher er bedroht worden sei, eher ober-
flächlich geschildert hat (vgl. act. A9 F87 und F163 ff.). Es finden sich nur
vereinzelte Details, wie etwa, dass er im Zug zuerst nach einem Feuerzeug
gefragt worden sei (vgl. act. A9 F168), dass er nach dem Eid-Fest auf der
Strasse angehalten worden sei (vgl. act. A9 F169), oder dass bei der letz-
ten Drohung eine Pistole auf den Tisch gelegt worden sei (vgl.
act. A9F173). Auffällig ist auch, dass er die Todesdrohung erst nach mehr-
maliger Nachfrage erwähnte (vgl. act. A9 F175 bis F178).
Die Aussagen weisen darüber hinaus Unstimmigkeiten auf. In der freien
Erzählung führte er aus, dass er im Zug von fremden Leuten, d.h. mehreren
Personen, erstmals bedroht worden sei. Ein paar Tage später sei er auf der
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Strasse angehalten und bedroht worden. Anschliessend habe er sich das
erste Mal an die Polizei gewandt (vgl. act. A9 F87). Im späteren Verlauf der
Anhörung erklärte er jedoch, dass ihn im Zug nur eine Person bedroht habe
(vgl. act. A9 F168) und er, als er aus C._ zurückgekehrt sei, die
Polizei über die unterwegs erhaltene Drohung informiert habe (vgl. act. A9
F183). Seine Aussagen unterscheiden sich somit sowohl in der Anzahl der
Personen, welche ihn im Zug bedroht haben, als auch betreffend den Zeit-
punkt, wann er erstmals zur Polizei gegangen ist.
In Würdigung dieser Elemente ist es nicht glaubhaft, dass der Beschwer-
deführer aufgrund seiner Tätigkeit bedroht wurde. Ferner bemerkte das
SEM zu Recht, dass ethnische Hazara schiitischen Glaubens auch nicht
von einer Kollektivverfolgung bedroht sind (vgl. BVGE 2014/32 E. 7.2, be-
stätigt unter anderem im Urteil des BVGer E-4132/2018 vom 4. Mai 2020).
Das SEM hat folglich zu Recht die Flüchtlingseigenschaft verneint und das
Asylgesuch abgelehnt.
7.
7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den
Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie
(Art. 44 AsylG).
7.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-
derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-
lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht
angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
8.
8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den
gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG;
Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).
Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss
Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei
der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen,
wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft
zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
8.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen
der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den
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Seite 11
Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3
AIG).
So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-
gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund
nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-
reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl.
ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-
stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).
Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember
1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-
gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3
EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender
Strafe oder Behandlung unterworfen werden.
8.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf
hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Per-
sonen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem
Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-
dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG
verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren
keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den
Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.
Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers
noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus-
schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei-
ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung
ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für
Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses
müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei-
sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter
oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR
Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–
127 m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat
lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig
erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl
im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.
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Seite 12
8.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-
grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-
dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung
festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige
Aufnahme zu gewähren.
8.5 Das SEM führte in diesem Zusammenhang aus, die generelle Situation
im Heimatland des Beschwerdeführers spreche nicht gegen die Zumutbar-
keit des Vollzugs der Wegweisung. Auch die individuellen Gründe sprächen
für die Zumutbarkeit. Er verfüge in Pakistan über ein familiäres Bezie-
hungsnetz bestehend aus Onkeln und Tanten, seiner Mutter und seinen
Geschwistern, die regelmässig vom Vater finanzielle Unterstützung erhal-
ten würden, welcher seit 1991 in D._ lebe und arbeite. Zudem habe
der Vater für die Familie vier Geschäfte eröffnet; der Beschwerdeführer
habe in einem dieser Geschäfte bis zu seiner Ausreise gearbeitet. Er habe
ferner erklärt, dass es ihm finanziell gut gegangen sei. Er verfüge somit
über ein tragfähiges Beziehungsnetz, eine gesicherte Wohnsituation und
eine wirtschaftliche Existenzsicherung.
8.6 In der Beschwerde wurde diesbezüglich geltend gemacht, es besteht
das Risiko, dass der Beschwerdeführer Opfer von Gewalt werde.
8.7 In Pakistan herrscht weder Bürgerkrieg noch eine Lage allgemeiner
Gewalt (vgl. Urteil des BVGer E-3954/2018 vom 24. Juli 2018 E. 9.4.1
m.w.H.). Beim Beschwerdeführer handelt es sich um einen ethnischen Ha-
zara schiitischen Glaubens aus Quetta. Das Bundesverwaltungsgericht
schätzt die Lage in Quetta für schiitische Hazara als gefährlich ein und be-
zeichnete die Sicherheitslage als bedrohlich und instabil. Es bestehe für
Schiiten die ernstzunehmende Gefahr von religiös motivierten Anschlägen,
wobei diese Gefahr für Hazara zusätzlich gesteigert sei. Es sei zwar nicht
von einer Situation allgemeiner Gewalt auszugehen; die Zugehörigkeit zur
ethnisch-religiösen Minderheit der schiitischen Hazara sei aber als starkes
Indiz für die Annahme der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs zu
qualifizieren. Ergebe sich aus der persönlichen Situation ein zusätzliches
Gefährdungsindiz, das über die schwierige generelle Lage der Hazara in
Quetta hinausgehe, sei der Wegweisungsvollzug als unzumutbar zu be-
zeichnen (vgl. BVGE 2014/32 E. 9.4).
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Dies ist im Falle des Beschwerdeführers zu verneinen. Wie bereits im Asyl-
punkt ausgeführt, ist nicht davon auszugehen, dass er aufgrund seiner Ar-
beit für die (...) gezielt verfolgt wurde. Mit den auf Beschwerdeebene ein-
gereichten Dokumenten hinsichtlich der Tötung anderer Mitarbeiter der Or-
ganisation im Jahre 2013, ist zwar glaubhaft dargelegt, dass in der Vergan-
genheit auch Angehörige der (...) Opfer von Anschlägen geworden sind.
Allerdings handelt es sich beim Vorfall, auf welchen sich das Dokument
bezieht, wohl um einen Bombenanschlag auf eine Snooker-Halle in Quetta
am 10. Januar 2013 (vgl. British Broadcasting Corporation [BBC], Pakistan
blasts: Scores killed at Quetta snooker hall, 10.01.2013
<www.bbc.com/news/world-asia-20969443>, abgerufen am 26.10.2020).
Dieser war nicht gezielt gegen die Mitarbeiter der (...), sondern vielmehr
generell gegen die Bevölkerungsgruppe der schiitischen Hazara gerichtet
und liegt im Übrigen auch bereits einige Jahre zurück. Es ist folglich nicht
davon auszugehen, dass Übergriffe auf Mitglieder der Organisation derart
systematisch erfolgen würden, als dass von einer über die allgemein be-
drohliche Sicherheitslage für schiitischer Hazara hinausgehende Gefähr-
dung anzunehmen wäre.
Ferner wies das SEM auf die individuell begünstigenden Faktoren (tragfä-
higes Beziehungsnetz, gesicherte Wohnsituation und Aussicht auf wirt-
schaftliche Existenzsicherung) hin, weshalb der Vollzug der Wegweisung
nicht als unzumutbar zu erachten ist.
8.8 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-
gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-
sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE
2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu
bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG).
8.9 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu
Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der
vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).
9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.
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10.
10.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Be-
schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Das Gesuch um Ge-
währung der unentgeltlichen Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG
ist jedoch gutzuheissen, da die Beschwerdebegehren als nicht zum vorn-
herein aussichtslos bezeichnet werden können und die Bedürftigkeit des
Beschwerdeführers durch die Fürsorgebestätigung vom 25. Mai 2020 be-
legt ist. Folglich sind keine Verfahrenskosten zu erheben.
10.2 Das Gesuch um amtliche Rechtsverbeiständung gemäss Art. 65
Abs. 1 VwVG in Verbindung mit aArt. 110a AsylG ist ebenfalls gutzuheis-
sen, weshalb die rubrizierte Rechtsvertreterin als amtliche Rechtsbeistän-
din einzusetzen und ihr ein amtliches Honorar auszureichten ist. Der in der
Kostennote vom 26. Mai 2020 ausgewiesene Zeitaufwand von 9.5 Stunden
erweist sich als angemessen. Gleiches gilt für die Auslagen von Fr. 156.–.
Praxisgemäss ist der Stundenansatz bei nicht-anwaltlichen Vertreterinnen
auf Fr. 150.– festzusetzen (vgl. Urteil des BVGer E-5649/2016 vom 9. No-
vember 2016 E. 5.3). Das durch das Gericht zu entrichtende amtliche Ho-
norar beläuft sich somit auf insgesamt Fr. 1'581.– (Fr. 1'425.– [9.5x150]
plus Fr. 156.– [Auslagen]). Es umfasst keinen Mehrwertsteuerzuschlag im
Sinne von Art. 9 Abs. 1 Bst. c VGKE.
(Dispositiv nächste Seite)
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