Decision ID: 0e008304-1eb0-5c00-b30f-6b8728d28b40
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1974, war seit
5.
Mai 2014 bei der
Y._
AG, Embrach, als Chauffeur angestellt und dadurch bei der Suva gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er am
2.
März 2015 auf einer Baustelle ausrutschte und sich am rechten
Arm verletzte (
Urk.
8/1
Ziff.
1-6). Die Suva erb
rachte Versicherungsleis
tungen. Mit Verfügung vom
9.
Juni 2016 sprach sie dem Versicherten
eine Integ
ritätsentschädigung von 5
%
zu (
Urk.
8/189). Sodann
verneinte sie mit Verfügung vom 2
9.
November 2016 einen Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente (
Urk.
8/205). Die dagegen am 2
6.
Dezember 2016 erhobene Einsprache (
Urk.
8/210) wies die Suva mit Entscheid vom
6.
März 2017 ab (
Urk.
8/216 =
Urk.
2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom
6.
März 2017 (
Urk.
2) erhob der Versicherte
am 1
5.
Mai 2017 Beschwerde mit dem Antrag auf dessen Aufhebung und auf
Zu
sprache
einer Rente (
Urk.
1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Be
schwerdeantwort vom 1
4.
Juni 2017 die Abweisung der Beschwerde
(
Urk.
7). Der Beschwerdeführer hielt mit
Re
plik vom 2
1.
August 2017 an seinen Anträgen fest (
Urk.
11)
und reichte weitere Unterlagen (
Urk.
12/1-2) ein
. Die Beschwerde
-
geg
nerin verzichtete auf die Einreichung einer
Du
plik, was dem Beschwerdeführer am
2.
Oktober 2017 mitgeteilt wurde (
Urk.
15).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September
2015 beziehungsweise am 9. Novem
ber 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des
UVG
vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu be
urteilende Unfall hat sich am
2.
März 2015
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall An
wendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss
Art.
6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die
Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
kran
k
heiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
den
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm ob
liegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Mög
lichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
an
spruches nicht (
BGE
129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adä
quate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Er
folg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses
Er
folges also
durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 17
7 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammen
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be
grün
det sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuver
lässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpartei
lichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erheb
liche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zu
kommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gutachterin aller
dings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) wie folgt:
Als Folge des Unfalls vom
2.
März 2015 bestünden beim Beschwerdeführer unbestritten organisch-strukturelle Restfolgen, welche
gemäss kreisärztlicher Be
urteilung in Form
eines
gering- bis
mässiggradig
eingeschränkten
Bewegungs
-
umfang
s
des rechten
Ellbogen
gelenks sowie
einer
mässiggradig
ausgeprägten
Be
lastungsintoleranz des rechten
Ellbogen
gelenks
bei Zustand nach
Arthrotomie
mit Entfernung freier Gelenkskörper vom 1
9.
Mai 2015 wegen
Osteochondrosis
dissecans
vorliegen würden. Für allfällige psychische Beschwerden bestehe keine Leistungspflicht (S. 4).
Gestützt auf das kreisärztliche Belastungsprofil seien dem Beschwerdeführer leichte bis zeitweise mittelschwere Arbeiten ganztags z
umutbar. Repetitive Belas
tungen sowie
Stoss- und Vibrationsbelastungen der rechten oberen Extre
mität seien nicht möglich. Gestützt auf die Dokumentation über Arbeitsplätze (DAP) ergebe sich im Vergleich mit dem unbestrittenen
Valideneinkommen
ein Invali
ditätsgrad von 2.06
%
(S. 6 unten f.).
In ihrer Beschwerdeantwort (
Urk.
7) machte die Beschwerdegegnerin geltend, es habe sich um einen leichten Unfall gehandelt
, weshalb die Kausalität psychischer Beschwerden ohne weiteres zu verneinen sei. D
ie aktenkundigen medizinischen Befunde sprächen aus näher dargelegten Gründen für degen
erativ bedingt
e Ein
schränkungen. Auf die DAP
könne abgestellt werden. Weiter sei selbst bei einer Berechnung des Invaliditätsgrades anhand der statistischen Lohnerhebungen (LSE) und bei einem Abzug von 5
%
kein Rentenanspruch gegeben
(S. 4 ff.).
2.2
Der Beschwerdeführer machte geltend
(Urk.1)
,
die Tätigkeit als Chauffeur sei ihm nicht mehr zumutbar. Er sei auch in einer Verweistätigkeit nicht arbeitsfähig. Der Kreisarzt habe die massiven Schmerzen im rechten Arm
, welche auch in Ruhe vorhanden seien,
zu wenig gewürdigt
. Diese wirkten sich auch auf einfache leichte bis zeitweise mittelschwere Arbeiten aus und seien bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit zu berücksichtigen. Dies werde durch die Einschätzung des medizinischen Dienstes der Krankenversicherung
Baden-Württem
berg, welche die Beschwerdegegnerin nicht gewürdigt habe, bestätigt (S. 5 unten f.).
Weiter seien die DAP-Profile nicht anwendbar, da teilweise sehr oft geschraubt oder ge
bohrt werden müsse. Es sei deshalb auf die LSE abzustellen, wobei - da er Rechts
händer und der rechte Arm erheblich eingeschränkt sei - ein Abzug von 20
oder 15
%
vorzunehmen sei
. Damit habe er Anspruch auf eine Rente (S. 7 f.
;
Urk.
11
).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Rente hat. Unbestritten und deshalb nicht zu prüfen ist die Leistungseinstellung per 3
1.
Oktober 2016 (vgl.
Urk.
8/
191).
3.
3.1
Anlässlich der Erstbehandlung am
4.
März 2015 wurde eine Ellbogenprellung mit Verdacht auf eine nicht dislozierte Radiusköpfchenfraktur rechts diagnostiziert (
Urk.
8/7).
3.2
PD
Dr.
med.
Z._
, hielt mit Bericht vom
1
5.
April 2015 (
Urk.
8/20) fest, der Be
schwerdeführer habe vor etwa sechs Wochen
eine
Ellbogen
distorsion rechts erlit
ten. Klinisch gebe der Beschwerdeführer im ventralen und radialseitigen
Ellbo
gen
bereich
einen diskreten Druckschmerz an. Passiv lasse sich das
Ellbogen
ge
lenk vollständig durchbewegen. Bildgebend sei kein Nachweis einer frischen oder älteren knöchernen Verletzung zu sehen, je
doch zeigten sich mehrere kleine freie Gelenkskörper. Ob diese in einem Unfallzusammenhang stünden oder für die Be
schwerden ursächlich seien,
könne derzeit nicht gesagt werden. Die schmerzhafte Bewegungseinschränkung könne auch aufgrund der langen Ruhigstellung beste
hen. Insofern habe man zuerst intensive Physiotherapie empfohlen. Als nächster Schritt sei eventuell eine Arthroskopie oder offene Gelenksrevision zur Entfer
nung der freien Gelenkskörper zu prüfen (
Ziff.
1).
Die Beurteilung der Bildgebung ergab nach Distorsion keine Radiusköpfchen
-
fraktur, jedoch eine Degeneration mit Arthrose zwischen der radialen
Trochlea
und dem Radiusköpfchen und
subchondralen
Geröllzysten und Knorpelde
struk
tionen (
Urk.
8/21).
3.3
Am
1
9.
Mai 2015 wurde eine
Arthrotomie
des rechten
Ellbogen
gelenks mit Ent
fernung mehrerer freier Gelenkskörper durchgeführt. Die Prognose sei gut. Es sei kein bleibender Nachteil zu erwarten (
Urk.
8/33).
Eine weitere bildgebende Un
ter
suchung vom 1
6.
Juli 2015 (
Urk.
8/49) ergab eine posttraumatische Arthrose im
Ellbogen
gelenk.
3.4
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Orthopädie,
diagnostizierte
mit Bericht vom 2
0.
Juli 2015 (
Urk.
8/
56) eine schwere
Ellbogen
prellung rechts mit Sekundärentwicklung multipler freier Gelenkskörper und resultierender Bewe
gungs
ein
schränkung
. Trotz intensiver Therapie sei es zu einer Bewegungsein
schränkung im rechten
Ellbogen
gekommen. Es sei ein verbleibendes Streckdefizit zu befürchten.
3.5
PD
Dr.
med.
B._
, Donaueschingen, diagnostizierte mit Bericht vom 1
0.
September 2015 (
Urk.
8/96
)
eine Arthrose im rechten
Ellbogen
gelenk und hielt fest, der Beschwerdeführer nehme bis zu zweimal täglich 800 mg Ibuprofen ein. Die Schmerzen habe er auch in der Nacht, jedoch
vor allem bei Bewegung. Es zeige sich ein leichtes Streckdefizit.
Umwendbewegungen
seien nicht einge
schränkt oder schmerzhaft. Druckschmerz lasse sich nicht direkt auslösen. Durch eine erneute Operation könne unter Umständen eine bessere Beweglichkeit erzielt werden. Die
arthrosebedingten
Beschwerden würden hierdurch jedoch nicht sicher gelindert.
3.6
Die Ärzte der Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie
C._
führten mit Bericht vom
3.
Dezember 2015 (
Urk.
8/116) aus, die Beweglichkeit sei passiv frei und uneingeschränkt, aktiv sei schmerzbedingt eine volle Streckung nicht möglich
. Die
Umwendbeweglichkeit
sei frei und es bestünden keine neuro
logi
schen Defizite. Eine operative Behandlung wie auch eine Prothese seien nicht zu empfehlen.
3.7
Kreisarzt Prof.
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie, diagnostizierte mit Bericht vom
8.
Januar 2016 (
Urk.
8/125) eine
n
geri
ng bis
mässiggradig
ausgeprägt
en
eingeschränkten Bewegungsumfang sowie eine
mässig
ausgeprägte Belastungsintoleranz
des rechten
Ellbogen
gelenks bei Zustand nach
Arthrotomie
mit Entfernung freier Gelenkskörper. Es bestehe eine Kapselschwellung und Druckschmerz.
Aufgrund der beschränkten Haltbarkeit eines Implantats sei ein solches nicht zu empfehlen. Es sei eine Zweitmeinung einzuholen (S. 3 f.)
3.8
Dr.
med.
E._
, Oberarzt Orthopädie, und
Dr.
med.
G._
, Assistenz
ärztin Ortho
pädie, Universitätsklinik
F._
, stellten mit Bericht vom
3.
März 2016 (
Urk.
8/
141
=
Urk.
8/143
) folgende Diagnosen:
-
posttraumatische
Ellbogen
arthrose rechts (
adominant
) mit und bei
-
Status nach Radiusköpfchenfraktur am
2.
März 2015
-
Status nach offener chirurgischer
Arthrotomie
, Entfernung freier Gelenkskörper und Gelenkspülung am 1
9.
Mai 2015
-
Asthma bronchiale
-
Adipositas
Aktuell berichte der Patient über Ruhe- und Nachtschmerzen sowie Schmerzen bei Belastung. Es sei eine tägliche Einnahme von Schmerzmitteln notwendig.
Er sei Lastwagenchauffeur und als solcher seit dem Unfall vollständig arbeitsun
fä
hig.
Es bestehe
eine schmerzhafte posttraumatischer
Ellbogen
arthrose
rechts
-
seitig
. Aktuell zeige sich eine gering- bis mittelgradige Arthrose. Mit einer Operation sollte so lange wie möglich zugewartet werden.
3.9
Mit Bericht vom
1.
Mai 2016 (
Urk.
8/
178/2-3)
diagnostizierte
Dr.
med.
H._
, Durchgangsarzt der deutschen Unfallversicherung des Beschwerdeführer
s
,
eine
Ellbogen
gelenksarthrose rechts sowie eine
Ellbogen
prellung. E
r habe erstmals im März 2016 die Behandlung des Patienten übernommen. Er könne nach Durchsicht der Unterlagen keinen Unfallzusammenhang erkennen. Der Beschwerdeführer habe sich eine Prellung des rechten Armes zugezogen. Bei Verdacht auf eine
Radiusköpfchenfraktur sei eine Ruhigstellung erfolgt. Vier Wochen nach dem Unfall sei eine computertomographische Untersuchung erfolgt, wobei eine Radius
köpfchenfraktur ausgeschlossen worden sei. Es h
ätt
e
n
sich jedoch eine Degeneration mit Arthrose zwischen der radialen
Trochlea
und dem Radius
köpf
chen sowie
subchondrale
Geröllzysten und Knorpeldestruktionen gezeigt, ebenso heterotrophe Ossifikationen
ulnarseitig
. Eine Gelenkfraktur habe definitiv ausge
schlossen werden können.
Der Beschwerdeführer sei im Dezember 2015 in
C._
untersucht worden, wobei der Unfallzusammenhang nicht hinterfragt worden sei. Dies sei jedoch erneut zu prüfen, denn die Bildgebung spreche eine sehr deutliche Sprache und beschreibe neben der
arthrotischen
Veränderung
auch heterotrophe
Ossifikationen. Insbesondere Geröllzysten und
heterotrophe Ossifi
ka
tionen wür
den die Diagnose der degenerativen Veränderungen unterstreichen; diese seien sechs Wochen nach einem Unfall nicht zu erwarten. Darüber hinaus sei ein
Hämarthros
zu erwarten, sollte es bei einem derartigen Unfall zu einer fris
chen Knorpelabscherung kommen. Dies würde man bildgebend jedoch spätestens im Rahmen einer Gelenksrevision, auch einige Wochen später als blutig tingierten Erguss erkennen. Auch der beschriebene Unfallhergang mit direkter Prellung des Ellbogengelenks spreche nicht für eine traumatische Knor
pelverletzung. Er erwarte einen Unfallmechanismus mit einer axialen Stau
chung oder bei einer seitlichen Gewalteinwirkung eine Gelenksluxation
mit Knorpel
abscherung. Ein schriftlicher Befund aus der behandelnden Klinik in der Schweiz liege ihm nicht vor (
Ziff.
1).
Der Beschwerdeführer sei voraussichtlich ab 1
8.
Juli 2016 wieder arbeitsfähig, wobei derzeit noch nicht zu beurteilen sei, ob er seine bisherige Tätigkeit wieder ausüben könne (
Ziff.
6-7).
3.10
Prof.
Dr.
med.
I._
, Leiter Schulterchirurgie
F._
, hielt mit Bericht vom
5.
Juli 2016 (
Urk.
8/169
=
Urk.
8/175
) fest, es sei nach einer Infiltration für zwei Tage Beschwerdefreiheit eingetreten, danach hätten die selben Schmerzen bestanden. Der Patient erachte sich aufgrund der Ellbogenschmerzen wie auch
wegen der gesamten Fitness nicht imstande, seinem ursprünglichen Beruf als Chauffeur für Schwertransport
e
nachzugehen (S.
1). Bezüglich der Arbeits
fähig
keit bestehe ein gemischtes Problem aus doch sehr relevantem Übergewicht wie auch nachvoll
ziehbarer Veränderung des Ellbogens. Es sei dringend eine baria
trische Mass
nahme zu empfehlen
, ebenso sei eine Umschulung auf eine nicht ganz so schwere Chauffeurtätigkeit wünschenswert. Aktuell bestehe weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 2).
3.11
Kreisarzt
Prof.
D._
nahm am 3
1.
August 2016 eine Untersuchung des Beschwer
deführers vor und diagnostizierte mit gleichentags verfasstem Bericht (
Urk.
8/183
) einen gering- bis
mässiggradig
eingeschränkten Bewegungsumfang sowie eine
mässiggradig
ausgeprägte Belastungsintoleranz des rechten
Ellbogen
gelenks
bei
Zustand nach
Arthrotomie
mit Entfernung freier Gelenkskörper vom 1
9.
Mai 2015
wegen
Osteochondrosis
dissecans
. Der Unfall habe
sich am
2.
März 2015 ereignet (S. 4).
Der Beschwerdeführer sei Rechtshänder (S. 3 unten).
Die Funktionsein
schränkungen des rechten
Ellbogen
gelenks hätten sich nicht mehr relevant ver
ändert, so dass nun vom medizinischen Endzustand ausgegangen werde. Die angestammte Tätigkeit als Chauffeur sei dem Beschwerdeführer un
fallbedingt auf Dauer nicht mehr zumutbar. Auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt seien leichte bis zeitweise mittelschwere Arbeiten ganztags zumutbar. Repetitive
Belastungen,
Stoss
- und Vibrationsbelastungen der rechten oberen Extremität seien aus dem Tätigkeitsprofil
auszuschliessen
. Weitere
Behandlungsmassnahmen
seien nicht mehr e
rforderlich, da hierv
on ke
ine wesentliche Besserung zu erwa
r
ten
sei (S. 4).
3.12
Dr.
med.
J._
, Fachärztin für Allgemeinmedizin und Anästhesio
logie,
stellte
mit Bericht vom 2
2.
November 2016 (
Urk.
8/213
/6-7) folgende Diagnosen (S. 1):
-
chronisches
Schmerzsyndrom
-
chronisch
unbeeinflussbare
Schmerzen
-
chronische
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
-
mittelgradige
depressive Episode
-
Osteochondrosis
dissecans
des Oberarms
-
Ar
throse
, nicht näher bezeichnet: Oberarm
-
Adipositas (BMI über 40)
3.13
Eine Sozialmedizinische Beurteilung der deutschen Krankenversicherung vom 2
0.
Dezember 2016 (
Urk.
8/213/1-5) ergab
folgende Diagnosen (S. 3):
-
chronisches Schmerzsyndrom
-
Zustand nach Fraktur des rechten
Ellbogen
s am
3.
(richtig: 2.) März 2015
-
Osteochondrosis
dissecans
des
Ellbogen
s
-
sekundäre Arthrose am rechten
Ellbogen
gelenk
-
mittelgradige depressive Episode
-
Adipositas WHO III
-
Asthma bronchiale
Der Beschwerdeführer sei Linkshänder (S. 4 oben). Eine Arbeitsunfähigkeit, auch für leichte Tätigkeiten, sei aufgrund der Schmerzsymptomatik aktuell weiter nachvollziehbar.
Die bisherige Tätigkeit als LKW
-Fahrer mit
Be
- und Entlade
tätigkeit sei dauerhaft nicht mehr leidensgerecht. Auch Fahrtätigkeit ohne
Be
-
und Entladen sei bei schmerzhaft eingeschränkter Beweglichkeit des rechten Arms aus Sicherheitsgründen nicht übertragbar
(S. 4 Mitte).
3.14
Dr.
med.
K._
, Facharzt für Innere Medizin, hielt am
6.
Februar 2017 (
Urk.
8/215) fest, es liege infolge einer chronischen Schmerzsituation eine
reak
tive depressive Störung vor. Der Beschwerdeführer sei bis auf weiteres nicht in der Lage, einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen.
3.15
Für die Beurteilung der Gesetzmässigkeit der angefochtenen Verfügung oder des
Einspracheentscheides
ist für das Sozialversicherungsgericht in der Regel der Sach
verhalt massgebend, der zur Zeit des Erlasses des angefochtenen Verwal
tungs
aktes gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert
haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung bil
den (
BGE
130 V 138 E. 2.1 mit Hinweis). Sie können indessen, unter Wahrung des rechtlichen Gehörs, berücksichtigt werden, wenn sie kurze Zeit nach dem Erlass des angefochtenen Entscheids eingetreten sind, sich ihre Beachtung aus prozessökonomischen Gründen unbedingt aufdrängt und sie hinreichend klar feststehen (BGE 105 V 156 E. 2d; ZAK 1984 S. 349 E. 1b). Dies ist der Fall, wenn sie mit dem Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des
Entscheiderlasses
zu beeinflussen (
BGE
99 V 98 E. 4 mit Hinweisen).
Diese Voraussetzungen sind hinsichtlich der
nachträglich eingereichten
Berichte von
Dr.
A._
(
Urk.
12/1-2) erfüllt, weshalb sie vorliegend zu berück
sich
tigen sind.
3.16
Dr.
A._
führte am 1
9.
Juli 2017 (
Urk.
12/1
) zuhanden des Beschwerde
führers
aus, er erachte die kreisärztliche Diagnose für unzutreffend,
da die Einschränkung erheblich sei. Er stelle deshalb die Diagnose eines erheblich einge
schränkten Bewegungsumfangs des rechten
Ellbogen
s mit erheblicher Belastungs
intoleranz bei Zustand nach
Arthrothomie
mit Entfernung freier Gelenks
-
körper vom 1
9.
Mai 2015 wegen
Osteochondrosis
dis
se
cans
nach Unfall vom
2.
März 2015 (
Ziff.
1). Der medizinische Endzustand sei erreicht (
Ziff.
2).
Angesichts der starken Bewegungseinschränkung seien bis zu mittelschwere Arbeiten ganztags sicher nicht mehr möglich. Allenfalls sei noch eine leichte Tätigkeit ganztags zumutbar. Das kreisärztliche Tätigkeitsprofil entspreche nicht einer ange
passten Tätigkeit, da nur noch eine leichte Tätigkeit ganztags zumutbar sei (
Ziff.
3).
Zum Bericht von
Dr.
H._
vom
1.
M
ai 2016 (vgl. vorstehend E. 3.9
) hielt
Dr.
A._
am
4.
August 2017 (
Urk.
12/2) fest, der Beschwerdeführer habe bis zu dem von ihm initial behandelten Unfall mit dann
im Verlauf Nachweis
von erheblichen Gelenksverletzungen zu keinem Zeitpunkt Dauerbeschwer
-
den am
Ellbogen
gehabt. Er sei in seinem Beruf körperlich
belastet gewesen und habe keinerlei Einschränkungen verspürt, was bei degenerativer Vorerkrankung der Fall hätte sein müssen. Es seien auch keinerlei Behandlungen des
Ellbogen
s in den letzten Jahren dokumentiert. Insofern sei der Zusammenhang mit dem Unfall gegeben, da keine andere Ursache wahrscheinlicher erscheine.
4.
4.1
Den
Akten
sind
Hinweise auf eine
möglicherweise
degenerative
Ursache der Beeinträchtigung zu entnehmen. So
wurde am 2
0.
April 2015 bildgebend
keine Radiusköpfchenfraktur, jedoch eine Degeneration mit Arthrose zwischen der
radialen
Trochlea
und dem Radiusköpfchen und
subchondralen
Geröllzysten und Knorpeldestruktionen
festgestellt
(
vgl.
Urk.
8/21).
Dr.
H._
stellte eine Fraktur in Frage und ging von degenerativen Beschwerden aus (vorstehend E. 3.9).
Dr.
A._
ging jedoch von einer schweren
Ellbogen
prellung rechts mit Sekundärentwick
lung multipler freier Gelenkskörpe
r aus (vgl. vorstehend E. 3.4), und
Dr.
E._
und
Dr.
G._
(vgl. vorstehend E. 3.8) nannten unter anderem einen Status nach Radiusköpfchenfraktur.
Obwohl Kreisarzt
Prof.
D._
bei seiner Untersuchung im August 2017 diese Hinweise in den Akten zur Verfügung standen (vgl.
Urk.
8/183 S. 1 f.), stellte er die Unfallkausalität nicht in Frage.
Davon ist auszugehen, zumal
die Beschwerdegegnerin dieser Einschätzung sowohl bei Erlass der Verfügung vom 2
9.
November 2016 (
Urk.
8/205) wie auch bei Erlass des
Einspracheent
scheides
vom
6.
März 2017 (
Urk.
2) f
olgte und dem Beschwerdeführer eine Integ
ritätsentschädigung zusprach (
Urk.
8/189).
4
.2
Dass
dem Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit als Lastwagenchauffeur nicht mehr zumutbar ist, ist unbestritten. Zur Arbeitsfähigkeit in einer ange
pass
ten Tätigkeit
ist den Akten im Wesentlichen übereinstimmend zu entnehmen, dass eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung
vorliegt und belastungsab
hängige Schmerzen bestehen
. Hingegen
bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer seine rechte Hand und seinen rechten Arm gar nicht mehr ein
setzen könnte. Da es sich dabei
um seine
adominante
Hand - trotz unterschiedli
cher Angaben in
den Akten (vgl. vorstehend E. 3.11
)
besteht Linkshändigkeit, wie der Beschwerdeführer gegenüber der Beschwerdegegnerin bestätigte (vgl.
Urk.
8/155 S. 1) - handelt,
erscheint eine
geeignete
Verweis
tätigkeit in einem vollen Pensum als zumutb
ar (vgl. dazu nachfolgend E. 5.5
).
Dabei ist
auf den Bericht von Kreisarzt Prof
.
D._
abzustellen (vorstehend E. 3.11
). Dieser Bericht erging unter Berücksichtigung der Akten, Erhebung der Anamnese und Durch
führung eigener Untersuchungen. Die darin gezogenen Schlussfol
ge
-
rungen sind nachvollziehbar begründet. D
er Bericht entspricht den praxisge
mässen Anforde
rungen (vgl. vorstehend E. 1.5), weshalb darauf abgestellt werden kann.
Den
ver
bleibenden somatischen
Beeinträchtigungen
des Beschwerdeführers
trug Prof
.
D._
Rechnung, indem er leichte bis lediglich zeitweise mittelschwere Tätigkei
t
en
als
möglich erachtete und repetitive Belastungen sowie Stoss- und Vibrationsbe
lastungen der rechten oberen Extremität ausschloss. Die linke dominante Seite ist von diesen Einschränkungen nicht betroffen. Dass mindestens eine leichte Tätigkeit vollumfänglich zumutbar ist, bestätigt
e
auch der behan
delnde Arzt
Dr.
A._
(vgl. vorstehend E.
3.16).
Diese Einschätzung wird durch die vorhandenen weiteren Arztberichte nicht in
Frage gestellt
:
Dr.
H._
erachtete eine Arbeitsfähigkeit ab Juli 2016 wieder für zumutbar (vgl. vorstehend E. 3.9)
, machte aber keine genaueren Angaben zur Art
der Tätigkeit
. Prof.
I._
wies darauf hin, dass die Arbeitsfähigkeit auch durch die nicht unfallbedingte Adipositas beeinflusst wird (vgl. vorstehend E. 3.10)
.
Dr.
J._
(vorstehend E. 3.12) nahm keine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vor. Hinsichtlich der Einschätzung durch die Krankenversicherung (vgl. vorsteh
end E.
3
.13) ist nicht ersichtlich, ob diese - was für den Beweiswert voraus
zu
setzen wäre - durch eine Fachärztin oder einen Facharzt vorgenommen wurde, weshalb darauf nicht abgestellt werden kann.
Soweit
sodann
eine Arbeitsunfähigkeit auf psychische Gründe zurückzuführen ist (vgl. vorstehend E. 3.14), ist dafür, wie nachfolgend ausgeführt, nicht die Beschwerdegegnerin leistungspflichtig.
4
.3
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische Gesund
heitsschädigung herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergange
nen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psy
chische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut verkraf
ten als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Un
falles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus versicherungs
mässiger Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren (BGE 115 V 133 E. 4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinweisen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – aus
gehend vom augenfälligen Geschehensablauf – folgende Einteilung vorge
nomme
n wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle ander
seits und schliesslich der
dazwischen liegende
mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E. 5b/
aa
;
SVR
1999
UV
Nr. 10 E. 2).
4.4
Die erstmals im November 2016 - allerdings nicht von einer Fachärztin für Psy
chiatrie (vgl. vorstehend E. 3.12) - festgestellte psychische Beeinträchtigung ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht auf den Unfall vom
2.
März 2015 zurückzuführen,
rutschte der Beschwerdeführer doch lediglich aus und stürzte (vgl.
Urk.
8/1).
Zwischen einem solchen
Unfall
und
psychischen Beschwerden be
steht
rechtsprechungsgemäss
kein adäquater Kausalzusammenhang
.
Bei bana
len Unfällen wie zum Beispiel bei geringfügigem Anschlagen des Kopfes oder Über
treten des Fusses und bei leichten Unfällen wie zum Beispiel einem gewöhnlichen
Sturz oder Ausrutschen kann der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Un
fall und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne weiteres verneint werden, weil aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung aber auch unter Einbe
zug unfallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen werden darf, dass ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen erheblichen Gesundheitsschaden zu ver
ursachen (
BGE
120 V 352 E. 5b/
aa
, 115 V 133 E. 6a).
Dementsprechend ist der adäquate Kausalzusammenhang der psychischen Be
schwer
den mit dem Unfallereignis zu verneinen und die Beschwerdegegnerin trifft dafür keine Leistungspflicht.
5.
5.1
Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (
Art.
8 ATSG), so hat sie gemäss
Art.
18
Abs.
1 UVG Anspruch auf eine Invalidenrente. Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditäts
grades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegliche
ner Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein
kom
men, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (
Art.
16 ATSG; vgl. BGE 130 V 121).
5
.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an
gepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Die Beschwerdegegnerin ermittelte
ausgehend
von den Angaben der ehemaligen
Arbeitgeberin (
Urk.
8/1
76/2)
ein hypothetisches
Valideneinkommen
von Fr.
65'000.--
(
vgl.
Urk.
8/
205 S. 2
). Dies ist nicht zu beanstanden und unbestritten.
5.3
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung pri
mär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versi
cherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstä
tigkeit aus, bei der
–
kumulativ
–
besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben
sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zu
mutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erziel
tes Erwerbseinkommen gegeben,
namentlich
weil die versicherte Person nach Ein
tritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumut
bare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Recht
spre
chung entweder Tabellenlöhne
gemäss
den vom Bundesamt für Statistik perio
disch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) oder die
DAP
-Zahlen her
an
gezoge
n werden (
BGE
139 V 592 E. 2.3
mit Hinweisen).
Die DAP ist eine Sammlung von Beschreibungen in der Schweiz tatsächlich existierender Arbeitsplätze. Damit unterscheidet sie sich von der tabellarischen Darstellung von Durchschnittslöhnen, die im Rahmen der Schweizerischen Lohn
strukturerhebung (LSE) vom Bundesamt für Statistik
regelmässig
erhoben werden. Neben allgemeinen Angaben und Verdienstmöglichkeiten werden in der DAP die physischen Anforderungen an die Stelleninhaber oder Stelleninhaberinnen fest
gehalten. Der Raster der körperlichen Anforderungskriterien basiert auf dem in
ternationalen medizinischen Standard
EFL
nach Isernhagen (ergonomische Funktions- und Leistungsprüfung). Die
Suva
entschloss sich 1995 zum Aufbau der DAP mit dem Zweck, das Invalideneinkommen entsprechend den gericht
li
chen Anforderungen so konkret wie möglich ermitteln zu können (BGE 139 V 592
E. 6.1 mit Hinweisen).
Bei Heranziehen der DAP hat sich die Ermittlung des Invalideneinkommens auf mindestens fünf zumutbare Arbeitsplätze zu stützen. Zusätzlich sind Angaben zu machen über die
Gesamtzahl der aufgrund der gegebenen Behinderung in Frage kommenden dokumentierten Arbeitsplätze, über den Höchst- und den
Tiefstlohn
sowie über den Durchschnittslohn der dem jeweils verwendeten Behinderungs
profil entsprechenden Gruppe.
Damit soll die Überprüfung des Auswahlermessens ermöglicht werden, und zwar in dem Sinne, dass die Kenntnis der Gesamtzahl der dem verwendeten Behinderungsprofil entsprechenden Arbeitsplätze sowie des Höchst-, Tiefst- und Durchschnittslohnes im Bereich des Suchergebnisses eine zuverlässige Beurteilung der von der
Suva
verwendeten DAP-Löhne hinsichtlich ihrer Repräsentativität
erlaubt. Das rechtliche Gehör ist dadurch zu wahren, dass die Suva die für die Invaliditätsbemessung im konkreten Fall herangezogenen DAP-Profile mit den erwähnten zusätzlichen Angaben auflegt und die versicherte Person Gelegenheit hat, sich dazu zu
äussern
. Allfällige Einwendungen der ver
sicherten Person bezüglich des Auswahlermessens und der Repräsentativität der DAP-Blätter im Einzelfall sind grundsätzlich im
Einspracheverfahren
zu erheben,
damit sich die
Suva
im
Einspracheentscheid
damit auseinandersetzen kann. Ist
die
Suva
nicht in der Lage, im Einzelfall den erwähnten Anforderungen zu genü
gen, kann im Bestreitungsfall nicht auf den
DAP
-Lohnvergleich abgestellt wer
den; die
Suva
hat
diesfalls
im
Einspracheentscheid
die Invalidität aufgrund der LSE-Löhne zu ermitteln. Im Beschwerdeverfahren ist es Sache des angerufe
nen Gerichts, die Rechtskonformität der
DAP
-Invaliditätsbemessung zu prüfen, gege
benenfalls die Sache an den Versicherer zurückzuweisen oder an Stelle des DAP-Lohnvergleichs einen Tabellenlohnvergleich gestützt auf die LSE
vorzuneh
men (BGE
139 V 592 E. 6.3, 129 V 472 E.
4.7.2).
5.4
Die Beschwerdegegnerin zog zur Ermittlung des hypothetischen Invalidenein
kommens fünf
DAP
-Profile heran und machte die vorgeschriebenen Angaben über die Gesamtzahl der aufgrund der gegebenen Behinderung in Frage kommen
den dokumentierten Arbeitsplätze, über den Höchst- und den
Tiefstlohn
sowie über den Durchschnittslohn der dem jeweils verwendeten Behinderungsprofil ent
spr
echenden Gruppe (vgl. Urk. 8/204
).
Auf d
iese
Grundlagen
nahm
die Be
schwer
degegnerin in der Verfügung vom 2
9.
November 2016 (
Urk.
8/205)
Bezug
.
5.5
Prof.
D._
, auf dessen Beurteilung wie vorstehend dargelegt abzustellen ist, legte folgendes Belastungsprofil fest: Leichte bis zeitweise mittelschwere Arbei
ten ohne repetitive Belastungen und
Stoss
- und Vibrationsbelastungen der rechten oberen Extremität. Solche Tätigkeiten sind ganztags zumutbar
(vorstehend E.
3.11)
. Fest
zuhalten ist, dass d
er Beschwerdeführer zw
ar aufgrund seiner Verletzung am
rechten
Ellbogen
eingeschränkt
ist.
E
r kann jedoch weder als faktisch einhändig betrachtet werden, noch
wurde ärztlich festgestellt
, das
seine
a
dominante
rechte
Hand praktisch nur no
ch als
Zudienerhand
einsetzbar
wäre
. Zudem ist
selbst bei funktioneller
Einarmigkeit
grundsätzlich von der (vollzeitlichen) Zumutbarkeit einer Verweistätigkeit auszugehen
(
vgl. hie
r
zu etwa
das
Urteil des Bundesgerichts 8C_100/2012 vom 29. März 2012 E. 3.4 mit Hinweisen).
5.6
Bei DAP-Profil Nr. 3851 (
Urk.
8/204/6-9) werden Kleinteile aufgeklebt und Positionier-,
Bestückungs-, Schleif- und Polierarbeiten durchgeführt. Es ist selten (maximal 1⁄2 Stunde täglich) ein sehr leichtes (bis 5 kg) Heben und Tragen
bis Lendenhöhe
erforderlich. Leichte und feinmotorische Tätigkeiten sind sehr oft (5
1⁄2 bis 8 Stunden täglich) durchzuführen. Handrotation ist manchmal nötig.
Beidhändigkeit ist bedingt notwendig. Diese Tätigkeit entspricht dem Belastungs
profil. Der Beschwerdeführer verkennt, dass es sich bei den
im Formular er
wähn
ten
Arbeiten mit Schraubenzieher (vgl.
Urk.
8/204/7) nur um e
in Beispiel für die Tätigkeits
beschreibung (
„
z.B." in der grau unterlegten Rubrik) und nicht um die tatsächlich auszuübende Tätigkeit handelt
; diese wird auf der letzten Seite der
jeweiligen
DAP beschrieben.
Bei DAP-Profil Nr. 9982 (
Urk.
8/
204/10-13) muss der Mitarbeiter am Förderband kontrollieren, ob Teig von einer Maschin
e richtig gerollt wurde, und den
Teig
ansonsten
entfernen. Sehr leichtes Heben und Tragen ist manchmal nötig, ebenso leichtes und feinmotorisc
hes Hantieren mit Gegenständen sowie Handrotationen. Beidhändigkeit ist nicht notwendig. Diese Arbeit entspricht dem Belastungsprofil.
DAP-Profil Nr. 4463 (
Urk.
8/204/14-17) beschreibt eine Tätigkeit,
bei der
ange
lieferte Sendungen ausgepackt, sortiert und für das Lager bereitgestellt werden.
Sehr leichtes Heben und Tragen ist sehr oft nötig, ebenso mittleres Han
-
tie
ren mit Gegenständen. Auch hier handelt es sich beim genannten Schrauben und Bohren (
Urk.
8/204/15) lediglich um ein Beispiel ohne Bezug zur beschriebenen Tätigkeit. Schweres und grobmanuelles Hantieren mit Gegenständen ist selten nötig. Hand
rotation ist nicht notwendig. Beidhändigkeit ist nicht notwendig.
Obwohl selten ein schweres und grobmanuelles Hantieren mit Gegenständen vorkommt, vermag diese Tätigkeit infolge der nicht notwendigen Beidhändigkeit dem Belastungspro
fil zu entsprechen, ist der Beschwerdeführe doch im Gebrauch der gesunden lin
ken oberen Extremität nicht eingeschränkt.
Bei
DAP-Profil Nr. 4251 (
Urk.
8/204/18-21)
werden Rohlinge maschinell zur Montage vorbereitet, indem Löcher gebohrt und Gewinde eingeschnitten werden. Sehr leichtes Heben und Tragen ist oft, leichtes und feinmotorisches Hantieren mit Gegenständen ist selten, mittleres Hantieren ist sehr oft nötig. Handrotation ist manchmal erforderlich.
Beidhändigkeit ist bedingt notwendig. Auch diese Tätigkeit vermag dem Belastungsprofil zu entsprechen.
DAP-Profil Nr. 2601
(Urk. 8/204/22-25)
beschreibt eine Tätigkeit, bei der Hoch
frequenzfilter mit diversen Geräten
geprüft werden. Sehr leichtes Heben und Tra
gen bis Lendenhöhe ist manchmal erforderlich, ebenso leichtes oder feinmoto
ri
sches
H
antieren mit Gegenständen. Mittleres Hantieren mit Gegenständen ist oft nötig.
Handrotation ist nicht erforderlich. Beidhändigkeit ist bedingt notwendig. Diese Arbeit entspricht dem Belastungsprofil.
5.7
Zusammenfassend zog die Beschwerdegegnerin zur Ermittlung des hypotheti
schen Invalideneinkommens fünf zumutbare Arbeitsplätze bei und
ermittelte einen Durchschnitt von
Fr.
63'660.-- (vgl.
Urk.
8/205 S. 2)
. Dieses Vorgehen ist nicht zu beanstanden, womit das Invalideneinkommen korrekt ermittelt wurde. Eine Berechnung anhand der LSE-Daten
fällt somit ausser Acht (Urteil des Bundesgerichts 8C_378/2017 vom 29. November 2017 E. 4.5 und E. 5.3)
.
5.8
Der Vergleich des hypotheti
schen
Valideneinkommens
von
Fr.
65'000.--
mit dem hypothetischen Invalideneinkommen
von
Fr.
63'660.--
ergibt
eine
Erwerbsein
busse
von
1'340.-- und damit
einen
nicht anspruchsbegründenden Invaliditäts
grad von rund 2
%
.
Der angefochtene Entscheid ist
somit
rechtens. Dies führt zur Abweisung der Be
schwerde.