Decision ID: 47cfc42a-b5b5-4799-9a4f-4b99c6613819
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Entscheid Verwaltungsgericht, 23.01.2015 Verfahren, Treu und Glauben, Art. 45 Abs. 1 VRP; Art. 5 Abs. 3 BV.Eine Verfügung, welche nicht dem Vertreter des Adressaten eröffnet wurde, ist nicht nichtig. Nach Treu und Glauben muss der Vertreter, nachdem er von der Verfügung Kenntnis erhalten hat, ein Rechtsmittel ergreifen und darf sich nicht darauf beschränken, eine neue, die Rechtsmittelfrist auslösende Eröffnung an ihn zu verlangen (Verwaltungsgericht, B 2013/244).Entscheid vom 23. Januar 2015 BesetzungPräsident Eugster; Verwaltungsrichter Linder, Heer, Rufener, Bietenharder; Gerichtsschreiber ScherrerVerfahrensbeteiligteX.Y., Beschwerdeführer,vertreten durch A.B., RechtsagentgegenBildungsdepartement des Kantons St. Gallen, Davidstrasse 31, 9001 St. Gallen,Vorinstanz,undKantonsspital St. Gallen, Direktion, Rorschacher Strasse 95, 9007 St. Gallen,Beschwerdegegner,GegenstandRechtsverzögerung/ RechtsverweigerungDas Verwaltungsgericht stellt fest:
A. X.Y. verpflichtete sich am 21. Januar 2011, sämtliche ungedeckten Kosten für
den Lebensunterhalt einschliesslich Unfall, Krankheit und Rückreise, die den
zuständigen Behörden des Bundes, der Kantone oder der Gemeinden sowie privaten
Erbringern von medizinischen Dienstleistungen durch den Aufenthalt seines Vaters in
der Schweiz entstehen, bis zu einem Betrag von CHF 30'000 zu übernehmen. Während
seines Aufenthalts erkrankte der Vater am 11. Februar 2011. Für seine Hospitalisation
entstanden Kosten von CHF 32'755 im Kantonsspital St. Gallen und von etwas mehr
als CHF 19'000 in der Geriatrischen Klinik St. Gallen. Hinzu kamen Kosten von CHF
7'500 für den Rücktransport in den Kosovo. X.Y. betraute am 15. März 2011 A.B. mit
der Interessenwahrung in diesem Krankheitsfall. Am 4. April 2011 wurde das
Vertretungsverhältnis dem Kantonsspital St. Gallen angezeigt.
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Das Kantonsspital St. Gallen verpflichtete X.Y. am 13. September 2011 zur Zahlung
von CHF 22'755 (CHF 32'755 abzüglich Teilzahlung von CHF 10'000). Die Verfügung
wurde X.Y. und nicht seinem Vertreter zugestellt. Für diese Forderung erteilte der
Einzelrichter des Kreisgerichts St. Gallen – nachdem er dem Vertreter am 21.
November 2011 das rechtliche Gehör gewährt und dieser am 23. Dezember 2011
Stellung genommen hatte – am 27. Januar 2012 im Betreibungsverfahren die definitive
Rechtsöffnung. Die dagegen erhobene Beschwerde wies der Einzelrichter des
Kantonsgerichts St. Gallen am 11. Mai 2012 ab mit der Begründung, der Vertreter sei
spätestens am 15. Dezember 2011 in den Besitz der mangelhaft eröffneten Verfügung
gelangt und in der Lage gewesen, Rekurs zu erheben. Am 23. Dezember 2011 beim
Gläubiger die formell richtige Eröffnung der Verfügung zu verlangen, habe nicht genügt.
B. Zum Begehren des Vertreters von X.Y. vom 23. Dezember 2011, ihm die
Verfügung vom 13. September 2011 rechtsgenüglich zu eröffnen, hielt der
Rechtsdienst des Kantonsspitals St. Gallen am 9. Januar 2012 fest, es bestehe kein
Anspruch auf Erlass einer neuen Verfügung. Am 12. März 2012 ersuchte der Vertreter,
"die Nichteröffnung einer neuen Kostenverfügung ... an den unterzeichneten
bevollmächtigten Rechtsvertreter ordnungsgemäss zu verfügen". Mit Hinweis auf das
beim Kantonsgericht hängige Beschwerdeverfahren in der Rechtsöffnungssache
erachtete der Rechtsdienst das Gesuch am 19. März 2012 als hinfällig und retournierte
es (act. 7/1.4 im Verfahren B 2012/219).
Am 12. Juli 2012 rügte der Vertreter von X.Y. bei der Geschäftsleitung des
Kantonsspitals St. Gallen Rechtsverzögerung durch den Rechtsdienst. Dieser sei
anzuweisen, das Gesuch vom 12. März 2012 unverzüglich zu beantworten. Der
Verwaltungsrat der Spitalverbunde des Kantons St. Gallen, an den die Eingabe am 17.
Juli 2012 zuständigkeitshalber weitergeleitet worden war, trat auf die
Rechtsverweigerungsbeschwerde am 26. September 2012 nicht ein. Zur Begründung
wurde im Wesentlichen ausgeführt, eine mangelhafte Eröffnung führe nicht zwingend
zur Nichtigkeit der Verfügung. Sie müsse nicht in jedem Fall nochmals zugestellt
werden. Vielmehr müsse "die Rechtsmittelfrist gewahrt bleiben". Der Vertreter habe im
Rechtsöffnungsverfahren bereits am 21. November 2011 Kenntnis von der Verfügung
gehabt und die Möglichkeit, das ordentliche Rechtsmittel des Rekurses zu ergreifen,
ungenutzt verstreichen lassen. Das – stellvertretend für das Gesundheitsdepartement
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handelnde – Bildungsdepartement (vgl. VerwGE B 2012/219 vom 22. Mai 2013) hob am
4. November 2013 den Nichteintretensentscheid des Verwaltungsrats der
Spitalverbunde vom 26. September 2012 auf mit der Begründung, nur mit dem Erlass
einer Verfügung wäre es X.Y. möglich gewesen, die Eröffnung der Verfügung vom 13.
September 2011 in einem ordentlichen Rechtsmittelverfahren überprüfen zu lassen. Es
entschied reformatorisch, die Rechtsverweigerungsbeschwerde sei unbegründet und
abzuweisen, da die Verfügung vom 13. September 2011 mit der Übergabe an den
Vertreter diesem als zugestellt gelte und die Rechtsmittelfrist ab diesem Zeitpunkt zu
laufen begonnen habe. Mangels Anfechtung sei diese in Rechtskraft erwachsen, womit
kein Anspruch auf eine erneute Eröffnung bestehe.
C. X.Y. (Beschwerdeführer) erhob gegen den Entscheid des
Bildungsdepartements (Vorinstanz) vom 4. November 2013 mit Eingabe seines
Vertreters vom 19. November 2013 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit den
Anträgen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge sei der angefochtene Entscheid
aufzuheben, der Sachverhalt von Amtes wegen richtig und vollständig festzustellen und
das Kantonsspital St. Gallen anzuweisen, das Gesuch vom 12. März 2012 zu
beantworten.
Die Vorinstanz beantragte am 9. Dezember 2013, die Beschwerde sei abzuweisen. Das
Kantonsspital St. Gallen (Beschwerdegegner) verzichtete am 19. Dezember 2013 auf
eine Stellungnahme. Auf die Ausführungen des Beschwerdeführers zur Begründung
seiner Anträge und die Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen
eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Der Rechtsdienst des Beschwerdegegners weigerte sich am 9. Januar 2012,
die Kostenverfügung vom 13. September 2011 nachträglich auch dem Vertreter zu
eröffnen. Auch das Gesuch vom 12. März 2012 um eine anfechtbare Feststellung, dass
ein solcher Anspruch nicht besteht, behandelte er nicht. Deswegen erhob der
Beschwerdeführer am 12. Juli 2012 eine Rechtsverweigerungsbeschwerde, auf welche
der Verwaltungsrat der Spitalverbunde des Kantons St. Gallen am 26. September 2012
nicht eintrat. Die Vorinstanz hiess den dagegen erhobenen Rekurs am 4. November
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2013 teilweise gut. Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der gegen diesen
Rekursentscheid erhobenen Beschwerde zuständig (Art. 89 Abs. 2 Satz 2 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Der Beschwerdeführer
ist als Adressat des angefochtenen Entscheides, mit welchem der
Nichteintretensentscheid vom 26. September 2012 zwar aufgehoben, nicht aber eine
Rechtsverweigerung festgestellt wurde, zur Erhebung der Beschwerde befugt (Art. 92
in Verbindung mit Art. 64 und Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerde wurde mit Eingabe
vom 19. November 2013 rechtzeitig erhoben und erfüllt in formeller und inhaltlicher
Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 92 in Verbindung mit Art. 64 und Art. 47
Abs. 1 sowie Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist dementsprechend
einzutreten.
2. Die Vorinstanz hat den Rekurs des Beschwerdeführers teilweise gutgeheissen
mit der Begründung, der Verwaltungsrat der Spitalverbunde des Kantons St. Gallen
hätte auf die Rechtsverzögerungsbeschwerde eintreten müssen. Entgegen dem
Begehren vom 12. März 2012 sei bisher keine anfechtbare Verfügung ergangen, mit
welcher festgestellt worden sei, der Beschwerdeführer habe keinen Anspruch auf eine
– zusätzliche – erst Rechtswirkungen auslösende förmliche Eröffnung der
Kostenverfügung vom 13. September 2011 gegenüber dem Vertreter. Der
Verwaltungsrat der Spitalverbunde des Kantons St. Gallen hätte dementsprechend die
Rechtsverweigerungsbeschwerde in der Sache behandeln müssen. Die Vorinstanz hat
aber aus prozessökonomischen Gründen auf eine Rückweisung verzichtet. Sie ist zum
Schluss gekommen, die Rechtsverweigerungsbeschwerde hätte mangels Anspruchs
auf eine erneute Eröffnung der Kostenverfügung abgewiesen werden müssen.
3. Der Beschwerdeführer beantragt, es sei der Entscheid der Vorinstanz
aufzuheben, der Sachverhalt richtig und vollständig festzustellen und – sinngemäss –
der Beschwerdegegner anzuweisen, eine anfechtbare Verfügung über den Anspruch
auf ordnungsgemässe Eröffnung der Kostenverfügung vom 13. September 2011 an
seinen Vertreter zu erlassen.
3.1. Sowohl der Verwaltungsrat der Spitalverbunde des Kantons St. Gallen als
auch die Vorinstanz haben die Frage, ob dem Beschwerdeführer ein solcher Anspruch
zukommt, wenn auch nicht im – gegen eine solche Verfügung offen stehenden –
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ordentlichen Rechtsmittelverfahren, so doch über den Weg der
Rechtsverweigerungsbeschwerde, inhaltlich geprüft und verneint. Das Begehren des
Beschwerdeführers kann lediglich dahin gehend verstanden werden, es sei
festzustellen, dass die Verfügung vom 13. September 2011 erst nach der Eröffnung an
den Vertreter Rechtswirkungen, insbesondere den Lauf der Rechtsmittelfrist und
allenfalls die Vollstreckbarkeit auslöse, und deshalb formell korrekt noch dem Vertreter
zu eröffnen sei.
3.2. Indem die Verfügung vom 13. September 2011 dem Beschwerdeführer und
nicht seinem Vertreter zugestellt wurde, wurde sie unbestrittenermassen mangelhaft
eröffnet. Nach der Rechtsprechung ist jedoch nicht jede mangelhafte Eröffnung
schlechthin nichtig mit der Konsequenz, dass die Rechtsmittelfrist nicht zu laufen
beginnen könnte. Aus dem Grundsatz, dass den Parteien aus mangelhafter Eröffnung
keine Nachteile erwachsen dürfen, folgt vielmehr, dass dem beabsichtigten
Rechtsschutz schon dann Genüge getan wird, wenn eine objektiv mangelhafte
Eröffnung trotz ihres Mangels ihren Zweck erreicht. Das bedeutet nichts anderes, als
dass nach den konkreten Umständen des Einzelfalls zu prüfen ist, ob die betroffene
Partei durch den gerügten Eröffnungsmangel tatsächlich irregeführt und dadurch
benachteiligt worden ist. Richtschnur für die Beurteilung dieser Frage ist der auch in
diesem prozessualen Bereich geltende Grundsatz von Treu und Glauben, an welchem
die Berufung auf Formmängel in jedem Fall ihre Grenze findet (BGer 9C_791/2010 vom
10. November 2010 E. 2.2 mit zahlreichen Hinweisen).
Der Vertreter erhielt am 15. Dezember 2011, spätestens aber am 23. Dezember 2011
Kenntnis von der Verfügung des Beschwerdegegners vom 13. September 2011, mit
welcher sein Mandant zur Bezahlung von Kosten über CHF 32'755 verpflichtet wurde.
Er ging davon aus, die Rechtsmittelfrist beginne erst mit der ordentlichen Eröffnung an
ihn zu laufen und hat deshalb am 23. Dezember 2011 kein Rechtsmittel ergriffen,
sondern die korrekte Eröffnung beantragt. Am 9. Januar 2012 gab ihm der
Rechtsdienst des Beschwerdegegners bekannt, seiner Auffassung nach bestehe kein
solcher Anspruch. Mit Blick auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung hätte der
Vertreter des Beschwerdeführers zumindest ab diesem Zeitpunkt davon ausgehen
müssen, dass seine Auffassung zum Eintritt der Rechtswirkungen der mangelhaft
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eröffneten Verfügung und damit auch zum Beginn der Rechtsmittelfrist möglicherweise
nicht zutrifft.
Dies gilt umso mehr, als die vom Rechtsdienst des Beschwerdegegners vertretene
Auffassung auch mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung übereinstimmt. Danach
führt die Eröffnung nur an die betroffene Person und nicht – auch – an ihren
Rechtsvertreter nicht zur Nichtigkeit der Verfügung (vgl. BGer 9C_741/2012 vom 12.
Dezember 2012 E. 2 mit Hinweisen). Vielmehr kann auch die fehlerhaft eröffnete
Verfügung rechtsbeständig werden, wenn sie nicht innert vernünftiger Frist seit jenem
Zeitpunkt in Frage gestellt wird, da der Adressat Kenntnis vom Verfügungsinhalt hat.
Wird eine Verfügung trotz eines bestehenden, der Verwaltung bekannten
Vertretungsverhältnisses nicht dem Rechtsvertreter, sondern der betroffenen Person
selbst zugestellt, ist diese auf Grund der sie treffenden Sorgfaltspflicht in der Regel
gehalten, spätestens am letzten Tag der in der Verfügung genannten Beschwerdefrist
an ihren Vertreter zu gelangen. Eine anschliessende Beschwerde gilt als rechtzeitig
eingereicht, wenn sie innerhalb einer – in den fraglichen Rechtsgebieten geltenden –
dreissigtägigen Rechtsmittelfrist, welche ab diesem Datum (letzter Tag der Frist
gemäss Verfügung) läuft, erhoben wird (vgl. beispielsweise BGE 102 Ib 91; BGer I
598/01 vom 6. August 2002 E. 2.2; I 565/02 vom 6. Mai 2003 E. 3.1). Gelangt der
Vertreter allerdings vor Ablauf der Beschwerdefrist, innert welcher sich der Vertretene
an den Vertreter wenden müsste, in den Besitz der Verfügung oder des Entscheides,
beginnt die Rechtsmittelfrist bereits in diesem Zeitpunkt zu laufen (BGer C 379/00 vom
28. Mai 2002 E. 1b; vgl. auch BGE 99 V 177 E. 3). Erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt
eine zweite Verfügungszustellung an den Rechtsvertreter, vermag dies keine neue
Beschwerdefrist auszulösen (BGE 118 V 190).
3.3. Hätte der Vertreter des Beschwerdeführers also – im Hinblick auf das laufende
Rechtsöffnungsverfahren – den Eintritt der Rechtskraft der Kostenverfügung vom 13.
September 2011 verhindern oder hinauszögern wollen, wäre er zur Wahrung der
Rechte des Beschwerdeführers unter Beachtung des Grundsatzes von Treu und
Glauben, der für Private gleichermassen wie für staatliche Organe gilt (vgl. Art. 5 Abs. 3
der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, SR 101, BV) gehalten
gewesen, innert nützlicher Frist ein Rechtsmittel einzulegen. Nachdem der
Beschwerdeführer im Rechtsöffnungsverfahren am 21. November 2011 Kenntnis von
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der Kostenverfügung vom 13. September 2011 erhalten hatte und ihm zudem am 6.
Januar 2012 beschieden worden war, es bestehe kein Anspruch auf Erlass einer neuen
Verfügung, hätte er sich nicht darauf beschränken dürfen, mit der Eingabe vom 12.
März 2012 einzig daran festzuhalten, es sei mit anfechtbarer Verfügung festzustellen,
dass kein Anspruch auf nachträgliche und Rechtswirkungen, insbesondere die
Rechtsmittelfrist auslösende Eröffnung an ihn bestehe. Abgesehen davon fragt sich mit
Blick auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung, ob die Erhebung eines Rechtsmittels
nicht bereits im Rechtsöffnungsverfahren verspätet gewesen wäre, weil der
Beschwerdeführer sich bei seinem untätig gebliebenen Rechtsvertreter nach dem
Stand des Verfahrens hätte erkundigen und der Rechtsvertreter daraufhin innert einer
Frist von 14 Tagen ein Rechtsmittel hätte ergreifen müssen. Nicht von Belang ist
jedenfalls, ob der Vertreter – was er bestreitet – das Schreiben vom 19. März 2012, mit
welchem ihm der Rechtsdienst des Beschwerdegegners das förmliche Gesuch vom
12. März 2012 retournierte, erhalten hat.
Der Vertreter des Beschwerdeführers macht geltend, die ihm im
Rechtsöffnungsverfahren am 15. Dezember 2011 übergebenen Akten und Unterlagen
seien bei weitem nicht vollständig und der Beschwerdeführer ferienhalber nicht mehr
erreichbar gewesen, so dass er die Notwendigkeit, ein Rechtsmittel zu ergreifen, gar
nicht habe beurteilen können. Rechtssicherheit und Prozessökonomie hätten deshalb
geboten, zunächst die ordnungsgemässe Eröffnung der Kostenverfügung vom 13.
September 2011 zu verlangen. Indessen nahm der Vertreter auch im
Zwangsvollstreckungsverfahren, in welchem das Kantonsspital das Begehren vom 17.
Oktober 2011 um Erteilung der Rechtsöffnung auf ebendiese Kostenverfügung vom 13.
September 2011 stützte, die Interessen des Beschwerdeführers wahr. Aus dem ihm
zustehenden Akteneinsichtsrecht und dem Umstand, dass der Vertreter am 23.
Dezember 2011 die Abweisung des Rechtsöffnungsbegehrens beantragte, ergibt sich,
dass dem Vertreter bei sorgfältiger Wahrnehmung seiner Aufgabe zumindest die
Verfügung als Ganzes bekannt sein musste. Dies hätte für die Erhebung eines
Rekurses ausgereicht, zumal dieses Rechtsmittel zwar innert der vierzehntägigen Frist
von Art. 45 Abs. 1 VRP zu erheben ist, jedoch gemäss Art. 48 Abs. 2 VRP innert
Nachfrist – innerhalb derer er seine Unterlagen hätte komplettieren können –
hinsichtlich der Anträge, der Darstellung des Sachverhalts und der Begründung ergänzt
werden kann.
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Beschwerdegegner und Verwaltungsrat der Spitalverbunde des Kantons St. Gallen
waren schliesslich auch nicht gehalten, die Eingaben des Vertreters des
Beschwerdeführers vom 23. Dezember 2011 (act. 2/7) und vom 12. März 2012 (act.
2/9) oder die Beschwerde vom 12. Juli 2012 (act. 2/10) als ordentliche Rechtsmittel
gegen die Verfügung vom 13. September 2011 zu behandeln, zumal ihnen keinerlei
Hinweise zu entnehmen waren, dass und weshalb der Beschwerdeführer die Verfügung
inhaltlich als fehlerhaft erachtete.
4. Zusammenfassend ergibt sich, dass das Gesuch des Vertreters des
Beschwerdeführers vom 12. März 2012 um förmliche und damit rechtsmittelfähige
Feststellung, er habe keinen Anspruch auf zusätzliche förmliche Eröffnung der
Kostenverfügung vom 13. September 2011, zwar – wie bereits die Vorinstanz zu Recht
erkannt hat – hätte behandelt und rechtsmittelfähig abgewiesen werden müssen. Der
Vertreter des Beschwerdeführers geht aber zu Unrecht davon aus, die
Kostenverfügung vom 13. September 2011 könne keine Rechtswirkungen entfalten,
weil sie ihm nicht förmlich eröffnet worden sei. Da kein Anspruch auf eine erneute, eine
Rechtsmittelfrist auslösende formelle Eröffnung der Kostenverfügung vom 13.
September 2011 besteht, hat die Vorinstanz zu Recht – indem sie den Rekurs abwies –
festgestellt, der Beschwerdegegner habe dem Vertreter des Beschwerdeführers kein
Recht verweigert. Die Beschwerde erweist sich dementsprechend als unbegründet. Sie
ist abzuweisen.
5. (...).