Decision ID: 7aa1230c-2d5a-411c-8769-8a69f439a448
Year: 2016
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ bezog seit dem 1. November 2001 Ergänzungsleistungen (nachfolgend EL)
zu seiner ganzen Invalidenrente (EL-act. 272 f., 283, 284). Am 10. September 2012
heiratete der Versicherte die in B._ lebende C._ (EL-act. 138). Da diese weiterhin in
B._ lebte, wurde nach wie vor nur der Versicherte bei der EL-Anspruchsberechnung
berücksichtigt (EL-act. 139). Ab dem 1. Januar 2013 hatte er einen Anspruch auf
Ergänzungsleistungen in Höhe von Fr. 3‘135.-- (EL-act. 128 f.).
A.b Da die Ehefrau seit dem 24. Februar 2013 mit ihrer Tochter D._, geboren am _.
Oktober 2006, bei dem Versicherten lebte und deshalb in die EL-
Anspruchsberechnung einzubeziehen war, beliefen sich die Ergänzungsleistungen ab
dem 1. März 2013 auf monatlich Fr. 2‘647.-- (EL-act. 111, 125, 136). Ab dem 1. Mai
2013 wurden die Ergänzungsleistungen aufgrund des Einkommens der Ehefrau aus
einer unselbstständigen Tätigkeit als Reinigungskraft auf Fr. 2‘164.-- reduziert und ab
dem 1. Juli 2013 aufgrund des Verlustes eben dieser Arbeitsstelle wieder auf Fr.
2‘647.-- erhöht. Die EL-Durchführungsstelle merkte an, dass sie vorläufig auf die
Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens für die Ehefrau verzichte, dass
sich diese jedoch weiterhin aktiv und gezielt, unter Mithilfe des RAV auch schriftlich,
um eine Arbeitsstelle zu bemühen habe (EL-act. 111f., 113f., 117 S. 2, 124 S. 10).
A.c Am 13. September 2013 liess der Versicherte, vertreten durch die Pro Infirmis, die
Verfügung vom 28. August 2013 anfechten, da in den EL-Berechnungen für die Tochter
der Ehefrau ein „Anteil Mitbewohner“ von jährlich Fr. 5‘800.-- angerechnet werde,
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obwohl grundsätzlich keine Mietzinsaufteilungen vorzunehmen seien, wenn die EL-
beziehenden Personen mit unterhaltspflichtigen Kindern, welche keinen Anspruch auf
eine Kinderrente begründeten, zusammenlebten. Die Tochter der Ehefrau beziehe keine
IV-Kinderrente und erhalte keine Alimente von ihrem leiblichen Vater in B._ (EL-act.
108). Daraufhin berechnete die EL-Durchführungsstelle den Anspruch auf
Ergänzungsleistungen ohne die Vornahme einer Mietzinsaufteilung rückwirkend ab dem
1. März 2013 unter Berücksichtigung des gesamten Mietzinses neu (EL-act. 103, 104,
105, 106). Am 17. September 2013 ging ein befristeter Teilzeit-Arbeitsvertrag vom 28.
September bis 12. Oktober 2013 zwischen der Ehefrau und der E._ AG (nachfolgend
E._ AG) bei der EL-Durchführungsstelle ein (EL-act. 109). Nachdem für den Zeitraum
vom 25. November 2013 bis 28. Februar 2014 zwei weitere Arbeitsverträge mit der
E._ AG vorlagen, wurden die Ergänzungsleistungen von Oktober bis Dezember 2013
auf monatlich Fr. 2‘965.-- und ab dem 1. Januar 2014 auf monatlich Fr. 1'891.--
reduziert (EL-act. 57 f., 61, 87).
A.d Auf die Anfrage der EL-Durchführungsstelle vom 12. Dezember 2013 hin, in der
diese darauf hingewiesen hatte, dass sich die Ehefrau trotz ihrer befristeten
Erwerbstätigkeit mit einem geringen Pensum weiterhin um eine Arbeitsstelle zu
bemühen habe, reichte der Versicherte am 5. Februar 2014 eine Auflistung der
persönlichen Arbeitsbemühungen der Ehefrau ein. Dieser Auflistung war zu entnehmen,
dass sich die Ehefrau im Monat August 2013 drei Mal persönlich und einmal schriftlich
und erst im Dezember 2013 wieder vier Mal schriftlich und einmal persönlich beworben
hatte. Von den insgesamt fünf eingereichten Bewerbungsschreiben enthielten vier den
Vermerk „Spontanbewerbung“ (EL-act. 71, 84). Ab dem 1. März 2014 erhielt der
Versicherte Ergänzungsleistungen von Fr. 1'653.-- (EL-act. 45 f.). Nachdem die EL-
Durchführungsstelle den Versicherten im Rahmen einer Überprüfung der
Arbeitsbemühungen der Ehefrau erneut aufgefordert hatte, zweckdienliche Unterlagen
einzureichen, legte die Pro Infirmis am 19. März 2014 für den Versicherten
verschiedene Arbeitsverträge und Lohnabrechnungen vor, aus denen sich ergab, dass
die Ehefrau bis 28. Februar 2014 bei der E._ AG mit einem wöchentlichen
Stundenpensum von ca. 9 Stunden angestellt gewesen und seit dem 1. März 2014 bei
der F._ GmbH im Stundenlohn tätig war (EL-act. 65, 67).
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A.e Am 3. April 2014 teilte die EL-Durchführungsstelle dem Versicherten mit, dass sie
trotz der ungenügenden Arbeitsbemühungen der Ehefrau zu seinen Gunsten aktuell auf
die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens verzichte, da der
grundsätzliche Arbeitswille der Ehefrau bestätigt werden könne. Die Ehefrau habe
jedoch wieder aktiv und gezielt Arbeitsbemühungen zu tätigen, bis sie einen Jahreslohn
von mindestens Fr. 30‘000.-- bis Fr. 35‘000.-- erreiche. Arbeitsbemühungen würden
dann als genügend gelten, wenn monatlich mindestens fünf ordentliche Bewerbungen
auf tatsächlich freie Stellen erfolgten. Unter einer ordentlichen Bewerbung werde eine
fehlerfreie schriftliche Bewerbung auf eine ausgeschriebene Stelle mit Lebenslauf und
ohne Negativformulierungen verstanden. Monatlich mindestens acht Bewerbungen
seien zumutbar, wenn sie als Blindbewerbung per Telefon, persönlicher Vorsprache, E-
Mail oder als Kurzbrief erfolgten. Sollte sich bei einer künftigen Überprüfung
herausstellen, dass diese Vorgaben nicht erfüllt seien, werde ab dem Folgemonat der
Prüfung ein hypothetisches Einkommen angerechnet werden (EL-act. 63). Am 17. April
2014 ging u.a. ein neuer befristeter Arbeitsvertrag zwischen der Ehefrau und der E._
AG für die Zeit vom 1. April bis 31. Dezember 2014 bei der EL-Durchführungsstelle ein
(EL-act. 55).
A.f Am 12. Mai 2014 nahm die Pro Infirmis für den Versicherten zum Schreiben der EL-
Durchführungsstelle vom 3. April 2014 Stellung, indem sie ausführte, dass die Ehefrau
in B._ während 25 Jahren bei G._ als Hostess gearbeitet habe und nun aufgrund
ihrer geleisteten Arbeitsjahre eine Alterspension beziehe. Für ihre Tochter erhalte sie
gemäss dem Scheidungsurteil keine Alimente, da dem Vater die nötigen Mittel fehlten.
Während die B._- Rente vollumfänglich bei den Einnahmen angerechnet werde,
werde die Tochter der Ehefrau in der EL-Berechnung nicht berücksichtigt, weswegen
ihre Auslagen aus dem Lebensbedarf des Ehepaares und dem privilegierten Teil des
Einkommens der Ehefrau gedeckt werden müssten. Den für die verbesserte Integration
und eine besser bezahlte Arbeitsstelle nötigen Deutschkurs, für welchen die Familie
gemäss Integrationsvertrag selber aufkommen müsse, könne die Ehefrau aufgrund der
fehlenden zeitlichen und finanziellen Ressourcen lediglich an drei Wochenstunden
besuchen. Die Anforderungen an die Ehefrau seien hoch, arbeite sie doch morgens ca.
eine und abends ca. zweieinhalb Stunden. Zwischendurch kümmere sie sich um ihre
Tochter, mache den Haushalt, lerne Deutsch und bemühe sich um eine Arbeitsstelle.
Um der Familie eine erfolgreiche Integration zu ermöglichen, werde daher beantragt,
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die verlangten Bewerbungen zu reduzieren, das zu erzielende Einkommen unter
Berücksichtigung der zusätzlichen Belastung durch die Kinderbetreuung und den
Erwerb von Deutschkenntnissen anzupassen sowie einen Anteil des Einkommens zur
Finanzierung der Bedürfnisse des Kindes freizustellen (EL-act. 52). Am 30. Mai 2014
bestätigte die EL-Durchführungsstelle den Erhalt des Schreibens, teilte dem
Versicherten jedoch kommentarlos mit, dass an den Vorgaben vom 3. April 2014
festgehalten werde (EL-act. 50).
A.g Im Rahmen der Überprüfung der Arbeitsbemühungen liess der Versicherte
Arbeitszeugnisse der Ehefrau, deren Lebenslauf sowie eine Auflistung der persönlichen
Arbeitsbemühungen für die Monate Februar bis April 2014 einreichen. Die Ehefrau hatte
sich in dieser Zeitspanne sechs Mal beworben, wobei fünf Bewerbungen persönlich
erfolgt waren (EL-act. 37, 38). Auf Anfrage der EL-Durchführungsstelle ergänzte der
Versicherte die Unterlagen, indem er die Auflistungen der persönlichen
Arbeitsbemühungen der Ehefrau von Mai bis August 2014 sowie die dazu gehörenden
Bewerbungs- und Antwortschreiben einreichen liess. Die Ehefrau hatte sich demnach
monatlich um je acht Stellen, jeweils fünf Mal schriftlich und drei Mal persönlich,
beworben. Insgesamt lagen drei Antwortschreiben bei, die sich auf ordentliche
Bewerbungen der Ehefrau bezogen (EL-act. 34).
A.h Ab dem 1. Oktober 2014 erhielt der Versicherte Ergänzungsleistungen von
monatlich Fr. 1‘690.-- (EL-act. 29, 30). Mit einer Verfügung vom 1. November 2014
setzte die EL-Durchführungsstelle aufgrund der Anrechnung eines hypothetischen
Einkommens für die Ehefrau die Ergänzungsleistung herab (EL-act. 25). Sie begründete
dies damit, dass die Arbeitsbemühungen der Ehefrau ungenügend gewesen seien, da
das Arbeitspensum nicht wie gefordert erhöht, der Lebenslauf nicht aktualisiert und
vorwiegend Blindbewerbungen getätigt worden seien. Da sich das hypothetische
Einkommen auf Fr. 37‘572.-- belaufe, ergebe sich ab dem 1. November 2014 ein
Anspruch auf Ergänzungsleistungen von monatlich Fr. 500.-- (EL-act. 26).
A.i Am 10. Dezember 2014 liess der Versicherte, vertreten durch die Pro Infirmis die
Streichung des hypothetischen Einkommens seiner Ehefrau beantragen und ihre
Arbeitsbemühungen von Mai bis Oktober 2014 sowie ihren aktualisierten Lebenslauf
einreichen. Er liess anmerken, dass seine Ehefrau monatlich je fünf ordentliche sowie
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drei Blindbewerbungen verfasst habe, wobei die meisten Stelleninserate aus dem
Computer des Bewerbungsbüros des RAV stammten (EL-act. 21). Ab dem 1. Januar
2015 hatte der Versicherte einen Anspruch auf Ergänzungsleistungen von Fr. 509.--
(EL-act. 18, 20). Am 14. Januar 2015 konkretisierte die Pro Infirmis das Schreiben des
Versicherten vom 10. Dezember 2014, indem sie beantragte, es sei auf die Anrechnung
eines hypothetischen Einkommens zu verzichten; stattdessen sei das effektive
Einkommen der Ehefrau zu berücksichtigen. Zudem sei das Einkommen aus der
türkischen Altersrente als zusätzlicher Teil des Erwerbseinkommens anzurechnen,
weswegen die Höhe des zu erzielenden Jahreseinkommens um den Betrag der
türkischen Altersrente, d.h. um Fr. 14‘095.-- zu reduzieren und zwischen Fr. 15‘000.--
und Fr. 20‘000.-- festzulegen sei. Zur Begründung wurde ausgeführt, die Ehefrau habe
im Jahr 2014 parallel zwei Anstellungen im Stundenlohn gehabt und sich zusätzlich
regelmässig um mehr Arbeit bemüht. Da ihre Deutschkenntnisse für das Schreiben der
Bewerbungen nicht ausgereicht hätten, habe sie sich kostenpflichtig Hilfe bei der I._
GmbH geholt. Infolge des Schreibens der EL-Durchführungsstelle vom 1. November
2014 seien die nach dem Muster des RAV Bewerbungsbüros verfassten und offenbar
den Eindruck von Blindbewerbungen erweckenden Bewerbungsschreiben der Ehefrau
entsprechend angepasst, der Lebenslauf aktualisiert und die geforderten
Stelleninserate am 5. Dezember 2014 nachgereicht worden. Die Ehefrau gebe sich bei
den Bewerbungen wirklich Mühe und die Pro Infirmis habe für die administrative
Unterstützung denn auch zusätzlich eine Wohnbegleitung eingerichtet, weswegen das
Anrechnen eines hypothetischen Einkommens als unverhältnismässig erachtet werde.
Weiter sei die B._- Rente in gewissem Sinn ein Erwerbsersatz, werde jedoch
trotzdem in der EL-Berechnung vollumfänglich als Einnahme angerechnet und bei der
Festlegung des erzielbaren Erwerbseinkommens nicht berücksichtigt. Letzteres werde
auf Fr. 30‘000.-- bis Fr. 35‘000.-- festgelegt und entspreche somit einem Nettolohn von
Fr. 2‘917.--, für den die Ehefrau bei einem Stundenlohn von durchschnittlich Fr. 21.--
während 140 Stunden monatlich arbeiten müsste. Damit stelle man zu hohe
Anforderungen an sie, da sie auch Mutter und Hausfrau sei und zudem möglichst bald
Deutsch lernen sollte. Zudem werde die Tochter der Ehefrau in der EL-Berechnung
nicht berücksichtigt, sodass ihre Auslagen aus dem Lebensbedarf des Ehepaares
gedeckt werden müssten. Durch das Einrechnen eines hypothetischen
Erwerbseinkommens werde das EL-Budget um ca. Fr. 1‘200.-- gekürzt, womit der
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Lebensbedarf der Familie bei Weitem nicht mehr gedeckt werden könne und diese
somit in eine finanzielle Notlage gerate (EL-act. 14). Die EL-Durchführungsstelle teilte
dem Versicherten am 15. Januar 2015 mit, dass das Schreiben vom 10. Dezember
2014 zur Fristenwahrung als vorsorgliche Einsprache gegen die Verfügung vom 1.
November 2014 entgegengenommen worden sei (EL-act. 13).
A.j In einer internen Stellungnahme vom 23. Januar 2015 hielt die EL-
Durchführungsstelle fest, die Tatsache, dass die Ehefrau eine Altersrente beziehe,
ändere nichts an ihrer Möglichkeit, einer vollzeitlichen Erwerbstätigkeit nachzugehen.
Da die Erwerbspflicht in der Schweiz mit Eintritt ins AHV-Rentenalter ende, sei es nicht
möglich, die Ehefrau des Versicherten EL-rechtlich wegen einer ausländischen Rente
20 Jahre früher teilpensionieren zu lassen oder diese Rente als Teil des
Erwerbseinkommens zu privilegieren. Damit sei gegen die Höhe des hypothetischen
Erwerbseinkommens nichts einzuwenden. Zwar seien die beanstandeten Mängel
behoben worden, die Anzahl der Bewerbungen genüge und die Ehefrau sei, seit sie in
der Schweiz lebe, stets teilerwerbstätig gewesen, doch sei zu beachten, dass sie sich
entgegen der Vorgabe der EL-Durchführungsstelle nur für Stellen mit zu tiefen Pensen
beworben habe. Dies habe sie nicht in der Absicht getan, mehrere Stellen parallel
auszuüben, sondern in der Überzeugung, kein höheres Pensum ausüben zu müssen,
weswegen die getätigten Arbeitsbemühungen als ungenügend zu qualifizieren seien.
Betreffend die Unterhaltsbeiträge der Tochter sei es korrekt, dass die Ehefrau ihr
gegenüber unterhaltspflichtig sei. Aufgrund der Anrechnung des hypothetischen
Erwerbseinkommens sei sie denn auch in der Lage, diese Pflicht zu erfüllen (EL-act. 7).
Am 24. Februar 2015 wies die EL-Durchführungsstelle die Einsprache des Versicherten
ab. Sie führte aus, dass bei den zur Diskussion stehenden Hilfsarbeiten weder (gute)
Kenntnisse der deutschen Sprache noch eine Schul- oder andere Ausbildung
erforderlich seien, weswegen die Chancen der Ehefrau, die Arbeitserfahrungen als
Raumpflegerin aufweise, auf dem Arbeitsmarkt intakt seien. Dass sie eine Altersrente
beziehe, ändere nichts daran, dass sie sich aufgrund der ihr obliegenden
Schadenminderungspflicht als Ehefrau eines EL-Bezügers um eine Arbeit zu bemühen
habe. Der Versicherte sei darauf hingewiesen worden, dass die in der Zeit von
Dezember bis Februar 2014 dokumentierten fünf Blindbewerbungen ungenügend
gewesen seien und es seien ihm erneut die quantitativen und qualitativen
Anforderungen aufgezeigt worden. Im April 2014 habe die Ehefrau fünf
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Blindbewerbungen getätigt, in den Monaten Mai, Juni und Juli 2014 je fünf schriftliche
und drei telefonische Arbeitsbemühungen dokumentiert, wobei lediglich zwei
Bewerbungen ausgeschriebene Stellen betroffen hätten. Für August 2014 seien fünf
schriftliche und vier telefonische Arbeitsbemühungen dokumentiert worden, womit die
Arbeitsbemühungen der Ehefrau sowohl in quantitativer als auch in qualitativer Hinsicht
ungenügend gewesen seien. Bei einer guten Einteilung ihrer häuslichen Aufgaben und
durch die Inanspruchnahme einer zumutbaren Mithilfe des Versicherten bei der
Verrichtung der Haushaltsarbeit und bei der Betreuung der Tochter hätte der Ehefrau
genügend Zeit zur Verfügung gestanden, um die geforderte Anzahl an Bewerbungen zu
erfüllen. Aufgrund der mangelhaften Arbeitsbemühungen und unter Berücksichtigung
des jährlichen Einkommens von Hilfsarbeiterinnen im Jahr 2013 von Fr. 51‘793.-- sei
das angerechnete hypothetische Einkommen demnach nicht zu be¬anstanden (EL-act.
2).
B.
B.a In der dagegen am 27. März 2015 erhobenen Beschwerde liess der Versicherte
(nachfolgend Beschwerdeführer), vertreten durch die Pro Infirmis, beantragen, die
Verfügung vom 1. November 2014 sei aufzuheben und es seien ihm höhere
Ergänzungsleistungen auszurichten. Er liess dazu sinngemäss seine Ausführungen aus
dem Einspracheverfahren wiederholen und ergänzen, dass seine Ehefrau, seit sie in der
Schweiz lebe, praktisch durchgehend einer Teilerwerbstätigkeit nachgegangen sei und
sich stets bemüht habe, die von der EL-Durchführungsstelle (nachfolgend
Beschwerdegegnerin) geforderten Bewerbungen einzureichen. Die Ehefrau habe sich
im überprüften Zeitrahmen von April 2014 bis Oktober 2014 quantitativ genügend um
eine Arbeitsstelle bemüht. Da die Anforderungen der Beschwerdegegnerin betreffend
Anzahl und vor allem Qualität der Bewerbungen hoch gewesen seien und vom Ehepaar
aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse ohne Unterstützung nicht hätten erfüllt
werden können, hätten sie sich im Juli 2014 an das RAV gewandt. Nach einem ersten
Gespräch habe die RAV-Beraterin mangels möglicher Angebote die Beratung/
Stellenvermittlung mit der Begründung abgeschlossen, die Ehefrau sei ohne
Deutschkenntnisse nicht vermittelbar und ein Deutschkurs könne aufgrund des
Migrationsvertrags nicht angeboten werden. Sie seien vom Bewerbungsbüro des RAV
jedoch immerhin bei der Zusammenstellung der Bewerbungsunterlagen und der
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Erstellung eines Musterbriefes unterstützt worden. In der internen Stellungnahme der
EL-Durchführungsstelle werde bemängelt, dass die Ehefrau sich nur um Stellen mit
einem tiefen Pensum beworben habe und dabei nicht die Absicht gehabt habe,
mehrere Stellen parallel auszuüben. Dabei werde ihr eine mangelnde Motivation für ein
volles Arbeitspensum unterstellt. Dieser Interpretation sei zu widersprechen. Die
Ehefrau sei wohl bereit, mehrere Stellen parallel auszuüben oder ein hohes
Stellenpensum anzunehmen. Schliesslich habe sie sich im Juni 2014 auf fünf Inserate
mit den Pensen 50%, 50%, 80%, 20%, 70% und im September und Oktober 2014 auf
je fünf Vollzeitstellen beworben. Die Beschwerdegegnerin lege Wert auf die
Antwortschreiben der Firmen und schliesse daraus auf die Qualität und Art der
Bewerbung. Leider erhielten Stellensuchende, vor allem bei Hilfsarbeiten, auch auf
korrekte schriftliche Bewerbungen oft keine oder nur eine mangelhafte Antwort.
Ausserdem sei es gemäss Rücksprache mit dem RAV nicht einfach, jeden Monat fünf
Stelleninserate zu finden, die betreffend Pensum, Deutschkenntnisse und Fähigkeiten/
Erfahrungen in Frage kämen. Stellensuchende Migranten, die vom RAV unterstützt
würden, erhielten zu Beginn die Möglichkeit, einen oder zwei Deutschkurse zu
besuchen; sie müssten während dieser ersten Zeit monatlich lediglich ca. zwei
Bewerbungen vorweisen. Die meisten Inserate würden gute Deutschkenntnisse
voraussetzen, doch die Erfahrungen der Sprachschulen zeigten, dass es
durchschnittlich zwei Jahre dauere, bis eine Verständigung einigermassen möglich sei
(act. G1).
B.b Am 10. April 2015 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der
Beschwerde (act. G5).

Erwägungen
1.
Zunächst stellt sich die Frage, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht auf die Einsprache
des Beschwerdeführers eingetreten ist. Die Einsprachefrist betrug 30 Tage ab Erhalt
der Verfügung. Die strittige Verfügung ist am 1. November 2014, einem Samstag und
einem Feiertag, erlassen worden. Aus den Akten ist weder ersichtlich, wann die
Beschwerdegegnerin die Verfügung verschickt hat, noch wann sie beim
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Beschwerdeführer eingegangen ist. Es kann zumindest nicht davon ausgegangen
werden, dass die Verfügung, welche offenbar auf dem normalen Postweg versandt
worden ist, bereits am darauffolgenden Tag beim Beschwerdeführer eingegangen ist.
Mit einer Zustellung beim Beschwerdeführer hat die Beschwerdegegnerin somit
frühestens am 4. oder 5. November 2014 rechnen können, wobei sich auch
diesbezüglich keine Hinweise in den Akten finden lassen. Da die Beschwerdegegnerin
demnach nicht hat beweisen können, dass die Verfügung vom 1. November 2014
bereits 30 Tage vor dem 10. Dezember 2014 beim Beschwerdeführer eingegangen ist,
ist sie zu Recht auf dessen Einsprache eingetreten.
2.
2.1 Die jährliche Ergänzungsleistung entspricht dem Betrag, um den die anerkannten
Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen. Ehepaare bilden bei der
Anspruchsberechnung eine wirtschaftliche Einheit, sodass ihre Ausgaben und
Einnahmen zusammengerechnet werden (Art. 9 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes über
Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung [SR
831.30; ELG]). Laut der EL-spezifischen Schadensminderungspflicht muss ein EL-
Ansprecher oder eine in die Anspruchsberechtigung einbezogene Person ihren
Existenzbedarf soweit möglich und zumutbar aus eigener Kraft finanzieren, weswegen
Ergänzungsleistungsbezüger und ihre Ehegatten gleichermassen verpflichtet sind, ihren
Beitrag an den Unterhalt der Ehegemeinschaft zu leisten. Kommt eine Person dieser
Pflicht nicht oder nur unzureichend nach, indem sie beispielsweise keiner
Erwerbstätigkeit nachgeht, obwohl ihr dies möglich und zumutbar wäre, oder ist sie
ohne zwingenden Grund zu einem zu tiefen Lohn oder unentgeltlich erwerbstätig, sieht
der Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG die Anrechnung fingierter Erwerbseinkünfte – in der Praxis
als hypothetisches Erwerbseinkommen bezeichnet – als Reaktion darauf vor. Für die
Beantwortung der Frage, wie hoch das zumutbarerweise erzielbare hypothetische
Erwerbseinkommen ist, sind sämtliche Umstände des konkreten Einzelfalls zu
berücksichtigen. Namentlich ist allfälligen Gesundheitsbeeinträchtigungen, der
beruflichen Ausbildung, der bisherigen Berufskarriere, den Verhältnissen auf dem
konkreten, tatsächlichen Arbeitsmarkt und allfälligen Hinderungsgründen wie den
Betreuungspflichten gegenüber minderjährigen Kindern Rechnung zu tragen (vgl.
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RALPH JÖHL, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, in: Schweizerisches
Sozialversicherungsrecht, Band XIV Soziale Sicherheit, 3. Aufl. 2016, Rz 125f.).
2.2 Vorab ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin das im Rahmen des
Einspracheverfahrens gestellte Begehren des Beschwerdeführers, die Rente sei als
Einkommen zu privilegieren, zu Recht abgelehnt hat. Gemäss Art. 11 Abs. 1 lit. d ELG
werden Renten, Pensionen und andere wiederkehrende Leistungen als Einnahmen
angerechnet. Darunter fällt auch die Altersrente der Ehefrau. Zwar sieht Art. 11 Abs. 1
lit. a ELG eine Privilegierung des Erwerbseinkommens vor, indem lediglich zwei Drittel
als Einnahmen angerechnet werden, doch findet sich in Bezug auf Rentenleistungen
keine entsprechende Bestimmung im Gesetz oder in der Verordnung. Eine
Privilegierung der Rente ist demnach aufgrund der fehlenden gesetzlichen Grundlage
nicht möglich. Die Rente kann aber auch nicht als Erwerbseinkommen qualifiziert und
damit unter Art. 11 Abs. 1 lit. a ELG subsummiert werden, denn es handelt sich trotz
des Erwerbsersatzcharakters der Rente um eine Leistung gemäss Art. 11 Abs. 1 lit. d
ELG.
2.3 Bei der am 6. August 2014 eingeleiteten Überprüfung der Arbeitsbemühungen der
Ehefrau ist die Beschwerdegegnerin aufgrund der durch den Beschwerdeführer
zugesandten Akten zum Schluss gekommen, dass der Beschwerdeführer die im
Rahmen der auferlegten Anforderungen unverschuldete Arbeitslosigkeit der Ehefrau
nicht mehr bewiesen habe. Diese habe ihr Arbeitspensum nämlich nicht wie gefordert
erhöht, vorwiegend Blindbewerbungen getätigt sowie ihren Lebenslauf nicht
aktualisiert. Ihre Arbeitsbemühungen seien somit weder qualitativ noch quantitativ
genügend gewesen (EL-act. 25, 28, 38). Auch die im Einspracheverfahren zugesandten
Unterlagen haben die Beschwerdegegnerin nicht von der unverschuldeten
Arbeitslosigkeit der Ehefrau überzeugen können. Sie habe sich zwar schriftlich
beworben, doch hätten davon nur insgesamt zwei Bewerbungen ausgeschriebene
Stellen betroffen. Damit habe sie sich nicht wie gefordert monatlich mindestens fünf
Mal ordentlich oder acht Mal blind auf Stellen beworben, obwohl ihr dies unter
Inanspruchnahme einer zumutbaren Mithilfe des Ehemannes bei der Verrichtung der
Haushaltsarbeit und bei der Betreuung ihrer Tochter möglich gewesen wäre (EL-act. 2).
Unbestritten ist, dass die Ehefrau im April 2014 ausschliesslich fünf Blindbewerbungen
vorzuweisen hat (EL-act. 37). Hingegen lässt sich nicht nachvollziehen, weshalb die
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Beschwerdegegnerin davon ausgeht, dass sich nur zwei der Bewerbungen der Monate
Mai, Juni und Juli 2014 auf ausgeschriebene Stellen bezogen hätten. Zwar ist es in der
Tat ungeschickt, die Bewerbungsschreiben mit „Durch die Bekannten bin ich auf Ihre
offene Arbeitsstelle aufmerksam geworden“ zu beginnen und nicht konkreter auf die
jeweilige Stelle einzugehen, doch kann daraus nicht ohne Weiteres auf eine
Blindbewerbung geschlossen werden, können doch Bekannte einer versicherten
Person diese durchaus auf ausgeschriebene Stellen hingewiesen haben. Zudem folgte
auf ein mit dem besagten Satz beginnendes Bewerbungsschreiben der Ehefrau eines
der Antwortschreiben, die die Beschwerdegegnerin für den Nachweis des Vorliegens
einer ordentlichen Bewerbung als unabdinglich betrachtete (EL-act. 21 S. 9 und S. 14).
Frühere Blindbewerbungen haben den Vermerk „Spontanbewerbung“ aufgewiesen
(vgl. EL-act. 71 S.7f.), was seit April 2014 nicht mehr der Fall gewesen ist. Daher kann
nicht pauschal davon ausgegangen werden, dass es sich bei allen Schreiben, die mit
dem erwähnten Satz begonnen haben, lediglich um Blindbewerbungen gehandelt hat.
Aufgrund des Gesagten kann für den Monat Mai 2014, für den weitere vier
Bewerbungsschreiben sowie die Auflistung der persönlichen Arbeitsbemühungen
eingereicht worden sind, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen
werden, dass sich die vorhandenen schriftlichen Bewerbungen auf ausgeschriebene
Stellen bezogen haben. Für den Monat Juni 2014 liegen neben den
Bewerbungsschreiben auch die entsprechenden Stelleninserate vor, was bestätigt,
dass es sich um ordentliche Bewerbungen gehandelt hat (EL-act. 21 S. 15 f. und S. 78
f.). Bezüglich des Monats Juli 2014 kann auf das zum Monat Mai 2014 Gesagte
verwiesen werden, da auch hier eine Auflistung der persönlichen Arbeitsbemühungen,
diverse Bewerbungsschreiben sowie ein Antwortschreiben vorgelegen haben (EL-act.
21 S. 24 f.). Für den Monat August 2014 liegen drei den Bewerbungsschreiben
entsprechende Inserate für Stellen von 5 - 100% sowie zwei Antwortschreiben vor (EL-
act. 21 S. 31 und 75). Für die Monate September und Oktober 2014 sind je fünf
Bewerbungsschreiben, die dazugehörigen Stelleninserate und zum Teil
Antwortschreiben eingereicht worden (EL-act. 21 S. 40 f., 21 S. 63 f.). In Würdigung der
vorliegenden Unterlagen ist daher mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon
auszugehen, dass die Ehefrau die geforderte Anzahl an ordentlichen Bewerbungen in
den Monaten Mai bis Oktober 2014 erfüllt und diese zusätzlich mit je drei
Blindbewerbungen ergänzt hat. Zudem hat sie sich sowohl auf Vollzeit- als auch auf
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Teilzeitstellen beworben, wobei anzumerken ist, dass ein Vollzeitpensum auch durch
die Kombination mehrerer Teilzeitstellen erreicht werden kann, weswegen die
Bewerbungen in jedem Fall sowohl quantitativ als auch qualitativ genügend gewesen
sind. Die Behauptung der Beschwerdegegnerin, die Ehefrau des Beschwerdeführers
habe sich nur für Teilzeitstellen beworben, weil sie nicht zu 100% habe erwerbstätig
sein wollen, lässt sich durch nichts belegen.
2.4 Fraglich ist hingegen, ob die getätigten Bewerbungen überhaupt eine Aussicht auf
Erfolg hatten. Im Mai 2014 sind sieben von acht Bewerbungen auf Stellen als
Reinigungskraft gerichtet gewesen und eine Blindbewerbung auf eine Stelle als
Mitarbeiterin in einem Uhren- und Schmuckgeschäft. Da es sich dabei um
Hilfsarbeiterstellen gehandelt hat, bestand durchaus eine Aussicht auf Erfolg (EL-act.
21 S. 6-14). Im Juni 2014 lässt sich anhand der eingereichten Bewerbungsschreiben
sowie der dazugehörenden Inserate feststellen, dass sich von den fünf ordentlichen
Bewerbungen drei auf Stellen als ausgebildete oder zumindest in speziellen Bereichen
erfahrene Köchin bezogen haben. Zwar ist anzunehmen, dass die Ehefrau im Rahmen
der allgemeinen Hausfrauentätigkeit auch gekocht hat, doch ist anhand der Akten nicht
ersichtlich, dass sie eine Ausbildung als Köchin absolviert hätte. Zusätzlich sind für die
entsprechenden Stellen gute bis sehr gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift
vorausgesetzt worden. Daher ist davon auszugehen, dass mindestens drei der
ordentlichen Bewerbungen im Monat Juni von vornherein aussichtslos und somit
untauglich gewesen sind (EL-act. 21 S. 15-22 und S. 78-82). Im Juli 2014 hat die
Ehefrau sich ausschliesslich als Reinigungskraft beworben (EL-act. 21 S. 25-29),
wohingegen für den August 2014 wieder drei von insgesamt fünf ordentlichen
Bewerbungen als Köchin bzw. Bäckerin-Konditorin eingereicht worden sind. Ebenso
wenig wie eine Kochausbildung hat die Ehefrau bislang eine abgeschlossene
Ausbildung als Bäckerin-Konditorin vorweisen können, weswegen auch für diesen
Monat mindestens drei ordentliche Bewerbungen als untauglich zu bewerten sind (EL-
act. 21 S. 31-41 und S. 77). Von den fünf ordentlichen Bewerbungen im September
2014 richten sich vier an Stellenausschreibungen für Köchinnen oder Bäckerin-
Konditorinnen, von denen alle ausdrücklich eine abgeschlossene Berufsausbildung
und/oder Berufserfahrung verlangt haben. Abgesehen davon sind in allen fünf Inseraten
gute bis sehr gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift verlangt worden. Die aus
B._ stammende, kaum Deutsch sprechende Ehefrau ist damit für keine der
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ausgeschriebenen Stellen tatsächlich in Frage gekommen (EL-act. 21 S. 42-48 und S.
68-72). Die Ehefrau hat sich im Oktober 2014 einmal ordentlich als gelernte Köchin
oder zumindest erfahrene Pizzabäckerin und vier Mal ordentlich als
Servicemitarbeiterin beworben, wobei gute bis sehr gute mündliche und schriftliche
Deutschkenntnisse sowie Berufserfahrung in der Gastronomie/im Service
vorausgesetzt worden sind. Auch hier ist fraglich, ob die Ehefrau überhaupt eine reelle
Chance auf eine der Anstellungen gehabt hat (EL-act. 21 S. 49-55 und S. 63-67).
Insgesamt ist somit festzuhalten, dass die Ehefrau die Anforderungen der meisten
Stellen, auf die sie sich ordentlich beworben hat, nicht erfüllt hat, weshalb die
entsprechenden Bewerbungen als aussichtslos zu betrachten sind. Von den
ordentlichen Bewerbungen (30 Stück) waren somit mindestens zehn Bewerbungen
bereits aufgrund des Fehlens der erforderlichen Berufsausbildung und mindestens 17
Bewerbungen aufgrund der vorausgesetzten Sprachkenntnisse aussichtslos. Obwohl
am Arbeitswillen der Ehefrau nicht gezweifelt wird (sofortige Beseitigung der Mängel
am Lebenslauf und den Bewerbungsschreiben, beinahe durchgehende
Erwerbstätigkeit der Ehefrau seit Zuzug sowie parallele Tätigkeit bei zwei Arbeitgebern
zu je ca. 20%, vgl. EL-act. 14, 25, 55, 65 S. 12, 87, 89, 109, 117 S. 2, 124 S. 9), können
Bewerbungen auf Inserate, die keine Aussicht auf eine Anstellung beinhalten, nicht als
ernsthafte Arbeitsbemühungen anerkannt werden. Aufgrund des hohen Anteils an
untauglichen Bewerbungen erweist sich die Anrechnung eines hypothetischen
Erwerbseinkommens als gerechtfertigt.
2.4.1 Bezüglich der Höhe des hypothetischen Erwerbseinkommens ist festzuhalten,
dass die Beschwerdegegnerin von der Ehefrau ein Erwerbseinkommen von Fr.
30‘000.-- bis Fr. 35‘000.-- im Jahr gefordert und nun ein hypothetisches
Erwerbseinkommen von Fr. 37‘572.-- angerechnet hat (EL-act. 2, 26, 63). Für die
Festlegung der Höhe des hypothetischen Erwerbseinkommens hat sie sich an der
Lohnstrukturerhebung 2012 des Bundesamtes für Statistik (nachfolgend LSE 2012)
orientiert und ist nach eigenen Angaben unter Berücksichtigung der Tabelle A1, der
Wirtschaftszweige 55-56 und 96 sowie der Tatsache, dass es sich im konkreten Fall
um eine Frau ohne Kaderfunktion gehandelt hat, auf einen Jahreslohn von Fr.
47‘149.20.-- gekommen. Abzüglich der Sozialversicherungsleistungen (- 6,25% = Fr.
44‘202.37) sowie eines Abzugs für ihr Alter (- 15%) hat sich das hypothetische
Erwerbseinkommen in Höhe von Fr. 37‘572.01 ergeben (EL-act. 28). Anhand der
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errechneten Beträge ist davon auszugehen, dass die Beschwerdegegnerin sich -
entgegen ihrer eigenen Angaben - effektiv an der Tabelle TA1_b orientiert hat. Da es
sich bei der Ehefrau jedoch um eine Hilfsarbeiterin handelt, ist die Tabelle TA1
(Kompetenzniveau 1, Frauen) massgebend (vgl. T1, S. 12 und TA1, S. 35 in der LSE
2012). Dabei darf nicht ausser Acht gelassen werden, dass diese Tabelle die
gesamtschweizerischen Durchschnittslöhne der betreffenden Wirtschaftszweige
aufzeigt, regionale Begebenheiten hingegen nicht widerspiegelt. Der allgemeine,
gesamtschweizerische monatliche Durchschnittsbruttolohn (Zentralwert) übersteigt
jenen der Grossregion Ostschweiz (Wert Schweiz: Fr. 6'439.--; Wert Ostschweiz: Fr.
5'600.-- bis Fr. 6'099.--, vgl. Grafik K1 in der LSE 2012, S. 7). Wenn bereits diese
unabhängig von den einzelnen Faktoren wie Wirtschaftszweig oder Funktion ermittelten
Zentralwerte derart voneinander abweichen, ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
davon auszugehen, dass eine solche Abweichung auch in Bezug auf die
Wirtschaftszweige 55-56 und 96 im privaten Sektor bei Frauen mit Kompetenzniveau 1
vorhanden ist. Da für die Ermittlung des hypothetischen Erwerbseinkommens abgeklärt
werden muss, welcher Verdienst tatsächlich hätte erzielt werden können, muss
demnach auf den entsprechenden Zentralwert in der Grossregion Ostschweiz
abgestellt werden (vgl. Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, ERWIN CARIGIET/ UWE
KOCH, 2. Auflage 2009, S. 159). Von dem für die Berechnung des hypothetischen
Einkommens zu berücksichtigenden Zentralwert sind anschliessend die
Sozialversicherungsbeiträge abzuziehen. Die Beschwerdegegnerin hat diesbezüglich
mit hypothetischen Sozialversicherungsbeiträgen von 6,25% gerechnet, die jedoch nur
die Beiträge an die AHV/IV/EO und an die Arbeitslosenversicherung beinhalten. Somit
hat sie es unterlassen, auch hypothetische Prämien für die obligatorische
Nichtberufsunfallversicherung (nachfolgend NBUV) und für die berufliche Vorsorge zu
berücksichtigen. Die Prozentsätze der NBUV-Beiträge und jener für die berufliche
Vorsorge sind einzelfallabhängig, weswegen praxisgemäss auf hypothetische
Sozialversicherungsbeiträge von insgesamt 9% abzustellen ist (vgl. zum Ganzen: Urteil
des Versicherungsgerichts St. Gallen vom 26. April 2016, EL 2014/46, E 4.8). Das
hypothetische Erwerbseinkommen ist somit unter Berücksichtigung der
entsprechenden Durchschnittslöhne von Hilfsarbeiterinnen in der Grossregion
Ostschweiz gemäss der LSE 2012, eines Abzugs in Höhe von 9% für
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Sozialversicherungsbeiträge sowie eines altersbedingten Abzugs durch die
Beschwerdegegnerin neu zu ermitteln.
2.4.2 Wie der Beschwerdeführer richtig bemerken lässt und die Beschwerdegegnerin
denn auch nicht bestreitet, bzw. es sogar verlangt, müsste die Ehefrau, um ein
Einkommen von Fr. 30‘000.-- bis Fr. 35‘000.-- zu erreichen, mit einem hohen Pensum
erwerbstätig sein (EL-act. 2, 7, 14). Die Ehefrau hat sich denn auch aktiv um
Vollzeitstellen beworben und anhand ihrer parallelen Anstellungen bei der E._ AG und
der F._ GmbH gezeigt, dass sie bereit ist, mehrere Teilzeitstellen miteinander zu
kombinieren (EL-act. 55 S. 2, 65 S. 12, 85). Es ist jedoch fraglich, ob sich ein hohes
Pensum tatsächlich mit ihren Aufgaben als Mutter und Hausfrau sowie den
notwendigen Deutschkursen vereinbaren liesse. Die Beschwerdegegnerin geht davon
aus, dass der Ehefrau bei einer guten Einteilung ihrer häuslichen Aufgaben und durch
die Inanspruchnahme einer zumutbaren Mithilfe des Beschwerdeführers bei der
Verrichtung der Haushaltsarbeit und bei der Betreuung ihrer Tochter genügend Zeit zu
Verfügung gestanden hätte, um die geforderte Anzahl an gezielten Bewerbungen zu
erfüllen, bzw. um zu 100% einer Erwerbstätigkeit nachzugehen (EL-act. 2, 7). Der
Beschwerdeführer leidet jedoch unter starken Depressionen und bezieht daher eine
ganze Invalidenrente, weswegen nicht ohne weiteres davon ausgegangen werden
kann, dass er die Besorgung des Haushalts und insbesondere die Betreuung der
Tochter soweit übernehmen könnte, dass seine Ehefrau vollzeitlich erwerbstätig sein
könnte. Um das der Ehefrau zumutbare Arbeitspensum bestimmen zu können, ist
daher durch die Beschwerdegegnerin unter Beizug der IV-Akten des
Beschwerdeführers zu prüfen, in welchem Umfang dieser tatsächlich fähig ist, den
Haushalt zu führen und die Tochter zu betreuen.
2.5 Für die Zukunft ist anzumerken, dass die Ehefrau des Beschwerdeführers, welche
gemäss ihrem Lebenslauf über einen B._ Gymnasialabschluss verfügt, fliessend
B._, ein wenig Englisch und Deutsch auf Niveau A1 spricht und in B._ bei G._ als
Hostess am Flughafen gearbeitet hat (EL-act. 14, 21), langfristig nicht als blosse
Hilfsarbeiterin betrachtet werden kann. Es erscheint zwar durchaus nachvollziehbar
und sinnvoll, dass sie sich, frisch in der Schweiz angekommen, nach
Hilfsarbeiterstellen umgeschaut hat, um möglichst schnell eine Arbeitsstelle zu finden.
Da die Ehefrau jedoch über eine gute schulische Ausbildung und qualifizierte
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Berufserfahrung verfügt, ist anzunehmen, dass ihre Fähigkeiten über die für eine
Hilfsarbeit erforderlichen hinausgehen, weswegen künftig gemeinsam mit dem RAV
nach einer Arbeitsstelle für die Ehefrau gesucht werden sollte, die ihren Fähigkeiten
besser entspricht. Denkbar wären beispielsweise qualifizierte Stellen in Hotels, an
Flughäfen oder in einem der zahlreich in der Schweiz angesiedelten B._
Unternehmen. Auf die Dauer gesehen würde sich damit auch ein allfälliges
hypothetisches Erwerbseinkommen der Ehefrau erhöhen.
3.
3.1 Bevor der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde hat beantragen lassen, dass
die familienrechtlichen Unterhaltsbeiträge der Ehefrau an ihre Tochter in der EL-
Berechnung als Ausgaben zu berücksichtigen seien, hat er bereits am 12. Mai 2014
gefordert, dass ein Teil des Einkommens der Ehefrau zur Finanzierung der Bedürfnisse
der Tochter der Ehefrau freizustellen sei (act. G1, EL-act. 52). In Übereinstimmung mit
der internen Stellungnahme der Beschwerdegegnerin vom 23. Januar 2015 ist dies als
Wiedererwägungsgesuch gegen die Revisionsverfügung nach dem Zuzug der Ehefrau
und ihrer Tochter vom 7. Juni 2013 bzw. 26. August 2013 bzw. 21. September 2013 zu
interpretieren (EL-act. 7). Den Akten ist jedoch nicht zu entnehmen, dass die
Beschwerdegegnerin über das Eintreten auf dieses Wiedererwägungsgesuch
entschieden hätte (vgl. EL-act. 50). Sie wird dies noch nachzuholen haben.
3.2 Im Sinne eines obiter dictum sei zu der entsprechenden Unterhaltsthematik
folgendes angemerkt: Gemäss Art. 10 Abs. 3 lit. e ELG sind geleistete
familienrechtliche Unterhaltsbeiträge als Ausgaben anerkannt. Die Tochter der Ehefrau,
die im Haushalt des Beschwerdeführers und seiner Ehefrau lebt, fällt gemäss Art. 8
Abs. 1 ELV bei der Berechnung der jährlichen Ergänzungsleistungen ausser Betracht
(EL-act. 103, 108). Anhand der vorliegenden Akten muss wohl angenommen werden,
dass die die Obhut innehabende Ehefrau (die aufgrund der ehelichen Beistandspflicht
gemäss Art. 278 Abs. 2 ZGB vom Beschwerdeführer unterstützt wird) als einziger
Elternteil für den Unterhalt der Tochter aufkommt, obwohl sie und der
Beschwerdeführer ohne Ergänzungsleistungen ihr eigenes Existenzminimum eigentlich
nicht selber bestreiten können (vgl. EL-act. 14, 108, siehe auch Art. 276 Abs. 1 ZGB).
Sie erfüllt ihre Unterhaltspflicht, die neben den Grundbedürfnissen wie Wohnung,
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Nahrung, Kleidung, Körper- und Gesundheitspflege auch den gesamten Lebensbedarf
der Tochter umfasst, in natura (vgl. HEINZ HAUSHEER/ANNETTE SPYCHER, Unterhalt
der Eltern für ihre Kinder, in Handbuch des Unterhaltsrechts [Hrsg. Hausheer/Spycher],
2. Aufl. 2010, Rz 06.01). Zwar sind die Ergänzungsleistungen nicht dazu da, den
Lebensunterhalt von Personen mitzufinanzieren, die nicht in die Anspruchsberechnung
einbezogen sind (vgl. hierzu JÖHL, a.a.O., Rz 110), doch besteht eine konkrete
Unterhaltspflicht der in die EL-Berechnung einbezogenen Ehefrau gegenüber ihrer
Tochter in natura, deren Wert unter Berücksichtigung der finanziellen Verhältnisse zu
bestimmen ist und sowohl geschuldet ist, als auch effektiv geleistet wird. Auf das erste
Wiedererwägungsgesuch des Beschwerdeführers vom 13. September 2013 hin hat die
Beschwerdegegnerin am 21. September 2013 auf eine Mietzinsaufteilung verzichtet
und die Ergänzungsleistungen rückwirkend entsprechend angepasst (EL-act. 103, 108).
Seither wird in Einklang mit Art. 16c Satz 2 ELV und Rz 3231.04 WEL indirekt ein Teil
des familienrechtlichen Unterhalts, nämlich der des Wohnens, durch die
Ergänzungsleistungen mitfinanziert. Es wäre nicht einzusehen, weshalb das nicht auch
für die übrigen in natura erbrachten Unterhaltsleistungen gelten sollte. Die
Unterhaltsleistungen der Ehefrau gegenüber der Tochter müssten hier unabhängig
davon, ob sie in Geld oder in natura geleistet worden sind, als anerkannte Ausgaben
entsprechend angerechnet werden (vgl. JÖHL, a.a.O., Rz 112 mit Hinweisen). Nach Art.
285 Abs. 1 ZGB soll der Unterhaltsbeitrag den Bedürfnissen des Kindes sowie der
Lebensstellung und Leistungsfähigkeit der Eltern entsprechen und ausserdem
Vermögen und Einkünfte des Kindes sowie den Beitrag des nicht obhutsberechtigten
Elternteils an der Betreuung des Kindes berücksichtigen. Da der Beschwerdeführer und
seine Ehefrau Ergänzungsleistungen erhalten, wäre für die Berechnung des Unterhalts
von einer Unterhaltspflichtigen in einer Mangellage auszugehen, sodass der Tochter
lediglich, aber immerhin, der SchKG-Notbedarf garantiert werden müsste (HAUSHEER/
SPYCHER, Rz 06.176, vgl. auch die Richtlinien für die Berechnung des
betreibungsrechtlichen Existenzminimums (Notbedarf) nach Art. 93 SchKG vom 1. Juli
2009). Der familienrechtliche, in natura geleistete Unterhalt müsste somit im konkreten
Fall in der EL-Berechnung als anerkannte Ausgabe berücksichtigt werden, denn
andernfalls käme es zu einer nicht zu rechtfertigenden Ungleichbehandlung gewisser
Personen, die ihrer Unterhaltspflicht in natura nachgekommen sind (keine Anrechnung)
und denjenigen, die den Unterhalt in Geld leisten (Anrechnung)
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4
4.1 Zusammenfassend ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen. Demnach ist der
Einspracheentscheid vom 24. Februar 2015 aufzuheben und die Sache ist zur
Neuberechnung des Anspruchs auf Ergänzungsleistungen unter Berücksichtigung
eines hypothetischen Erwerbseinkommens der Ehefrau an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Die Beschwerdegegnerin wird unter Berücksichtigung einer (anhand
der IV-Akten des Beschwerdeführers ermittelten) allfälligen verbliebenen Fähigkeit des
Beschwerdeführers, im Haushalt mitzuhelfen, abklären, welches Erwerbspensum der
Ehefrau zugemutet werden kann, und anschliessend das hypothetische
Erwerbseinkommen im Sinne der Erwägungen neu berechnen, wobei sie insbesondere
die entsprechenden Bruttolöhne der Grossregion Ostschweiz (LSE 2012) sowie die
hypothetischen Sozialversicherungsbeiträge von 9% berücksichtigen wird.
4.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
4.3 Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als volles Obsiegen (BGE
132 V 215 E. 6.2). Bei diesem Ausgang erübrigt sich die Festlegung einer
Entschädigung aus der gewährten unentgeltlichen Rechtsverbeiständung, denn
gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei einen
Anspruch auf den Ersatz der Parteikosten. Der Beschwerdeführer wird durch die Pro
Infirmis St. Gallen-Appenzell, handelnd durch eine Sozialarbeiterin, vertreten. Nach Art.
10 Abs. 1 des St. Gallischen Anwaltsgesetzes (AnwG; sGS 963.70) ist die
berufsmässige Vertretung vor Gericht vom Grundsatz her zwar dem in einem
kantonalen Anwaltsregister eingetragenen Rechtsanwalt vorbehalten. Als Ausnahme
lässt Art. 12 lit. b AnwG vor Versicherungsgericht als Vertreter aber auch Selbsthilfe-
und gemeinnützige Organisationen zu. Diese Voraussetzung erfüllt die Pro Infirmis. Da
es sich aber nicht um eine anwaltliche Vertretung handelt, findet die Honorarordnung
für Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO; sGS 963.75) keine Anwendung.
Ausgehend vom geschätzten Vertretungsaufwand erscheint die Zusprache einer
pauschalen Aufwandentschädigung von Fr. 300.-- als angemessen.