Decision ID: 18010070-2d6d-4ade-bc29-4f8d3cf3cb2b
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Mit Eingabe vom 2
4.
März 2014 (
Urk.
1) erhob
X._
Klage gegen die Swiss Life AG mit folgendem Rechtsbegehren:
"1.
Es sei festzustellen, dass die Auszahlung de
s
Freizügigkeitsguthabens an
Y._
, Freizügigkeitspolice
E._
, vom
1.
Juni 2012 ungültig im Sinne von
Art.
5
Abs.
2 FZG sei.
2.
Die Beklagte sei zu verpflichten, den Betrag von
Fr.
236'370.00 zuzüglich Zins von 5% seit
1.
Juni 2012 auf ein auf die Klägerin lautendes Freizügigkeitskonto zu bezahlen.
3.
Es seien die Akten des Scheidungsverfahrens Geschäfts-Nr. FE110084 des Bezirks
gerichts
Z._
beizuziehen.
4.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Berufungsbeklag
ten."
1.2
Hintergrund der Klage bildet das Scheidungsverfahren zwischen der Klägerin und ihrem damaligen Eh
e
mann,
Y._
. Im Rahmen der
Schei
dungsverhandlungen
ergab sich, dass das Freizügigkeitskonto von
Y._
bei der Beklagten mit einem Wert von
Fr.
236'370.-- bereits per
1.
Juni 2012 für den Erwerb von Wohneigentum in
A._
vollständig bezogen und aufgelöst worden war (
Urk.
2/2). Die Klägerin machte geltend, sie habe einer Auszahlung nie zugestimmt und sei auch nie darüber informiert worden (vgl.
Urk.
1 S. 2 f.). Das Bezirksgericht
Z._
verpflichtete
Y._
in der Folge zur Zahlung von
Fr.
172'198.95 auf ein Freizügigkeitskonto der Klä
gerin (Urteil vom 1
5.
Januar 2014,
Urk.
15/10 S. 4 f
f
. Dispositivziffer 4). Auf Berufung hin hob das Obergericht des Kantons Zürich (nachfolgend: Oberge
richt) Dispositivziffer 4 des bezirksgerichtlichen Urteils auf, wies die Sache zu neuer Entscheidung an dieses zurück und wies es zugleich an, das Verfahren zu sistieren, bis das hiesige Gericht über die Rechtmässigkeit der Barauszahlung rechtskräftig entschieden habe (
Urk.
15/10, Beschluss des Obergerichts vom 2
0.
Juni 2014 E. II.
3.
S. 14 und Dispositivziffer 1 S. 20). Mit Verfügung vom
7.
Oktober 2014 sistierte das Bezirksgericht
Z._
das Verfahren bis zum Abschluss des vorliegenden Prozesses (
Urk.
15/11).
1.3
Im Weiteren erhob die Klägerin am 2
1.
Mai 2013 bei der Staatsanwaltschaft
B._
Strafanzeige gegen
Y._
wegen Verdachts auf Betrug, Urkundenfälschung etc. (
Urk.
2/6). Im Rahmen dieses Strafverfahrens liess die Staatsanwaltschaft zur Echtheit der Unterschrift auf dem (bei der Beklagten nur
noch in Kopie vorhandenen) Formular "Erklärung zu
Renovati
ons
-/Umbaufinanzierungsvorhaben" beim
C._
ein Handschriftengutachten erstellen. Das Strafverfahren endete mit einem Frei
spruch für
Y._
(Urteil des Bezirksgerichts
D._
,
1.
Abteilung, vom 1
4.
April 2015 (
Urk.
15/12; nachfolgend: Strafurteil).
2.
Mit Klageantwort vom 1
9.
August 2014 (
Urk.
8) ersuchte die Beklagte um Abwei
sung der Klage und beantragte gleichzeitig, das Verfahren sei bis zum Abschluss des Strafverfahrens gegen
Y._
zu sistieren. Die Klä
gerin nahm zum Sistierungsantrag der Beklagten in ablehnendem Sinn Stellung (Stellungnahme vom
5.
November 2014,
Urk.
12). Auf Nachfrage des Gerichts (vgl.
Urk.
13) reichte die Klägerin am
8.
Dezember 2015 (
Urk.
14) die Beschlüsse des Obergerichts vom 2
0.
Juni 2014 (
Urk.
15/10), die Verfügung des Bezirksge
richts
Z._
vom
7.
Oktober 2014 (
Urk.
15/11) und das bereits erwähnte
Straf
urteil
des Bezirksgerichts
D._
vom 1
4.
April 2015 (
Urk.
15/12) ein. Zum Strafurteil nahm die Beklagte am 2
4.
Juni 2016 Stellung, wobei sie an ihren bisherigen Anträgen festhielt (
Urk.
19). Ebenso die Klägerin in ihrer Stellung
nahme vom 3
0.
August 2016 (
Urk.
22; der Beklagten zugestellt am
1.
September 2016,
Urk.
23).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Das Rechtsbegehren der Klägerin enthält in Ziffer 1 einerseits ein
Feststellungsbe
gehren
(
Ungültigerklärung
der Auszahlung des
Freizügigkeits
guthabens
an
Y._
), andererseits in Ziffer 2 ein
Forderungsbe
gehren
(Zahlung von
Fr.
236'370.-- an die Klägerin).
1.2
Im Verfahren der ursprünglichen Verwaltungsrechtspflege gemäss
Art.
73
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG) bildet u.a. ebenfalls Sachurteilsvoraussetzung, dass die klagende Partei an dem von ihr gestellten Rechtsbegehren ein
Rechtsschutzin-teresse
hat. Wird ein Feststellungsbegehren gestellt, kann diesbezüglich ein Rechtsschutzinteresse nur bejaht werden, wenn die klagende Partei ein schutz-
würdiges Interesse rechtlicher oder tatsächlicher Natur an der verlangten Fest-stellung hat, dass bestimmte Rechte oder Pfli
chten bestehen oder nicht beste
hen; nur wenn ein unmittelbares und aktuelles
Interesse in diesem Sinne gege
ben ist, sind Feststellungsbegehren im Verfahren nach
Art.
73
Abs.
1 BVG zulässig. An einem schutzwürdigen Interesse a
m Erlass eines
Feststellungsent
scheides
fehlt es namentlich dann, wenn das R
echtsschutzinteresse der klagen
den Partei durch ein rechtsgestaltendes Urteil gewahrt werden kann (BGE 128 V 41 E. 3a mit weiteren Hinweisen).
1.3
Im Rahmen des
zur Zeit
sistierten Scheidungsverfahrens zwischen
X._
(hier Klägerin) und
Y._
beim Bezirksgericht
Z._
sind die teilungspflichtigen Vorsorgebestandteile bzw. deren Höhe strit
tig. Solange Unklarheit darüber besteht, welche Vorsorgeguthaben seitens
Y._
anzurechnen sind, kann das Scheidungsgericht keinen Vorsorgeausgleich durchführen. Das bedeutet, dass die mit Ziffer 2 des
Rechts
begehrens
erhobene Forderungsklage nicht im vorliegenden vorsorgerechtlichen Verfahren, sondern später im wiederaufzunehmenden Scheidungsverfahren zu beurteilen ist. Je nach dem, ob die Beklagte die Auszahlung an
Y._
zu Recht oder zu Unrecht vorgenommen hat, ist das Guthaben im Rahmen des Vorsorgeausgleichs nach
Art.
22 des Freizügigkeitsgesetzes (FZG) zu teilen oder es ist eine gemäss
Art.
124
Abs.
1 des Schweizerischen Zivilge
setzbuches (ZGB) festzusetzende Entschädigung zuzusprechen (vgl. Beschluss des Obergerichts vom 2
0.
Juni 2014,
Urk.
15/10 S. 12 f.).
Damit ist das Klagebegehren Ziffer 1 als Feststellungsbegehren entgegenzuneh
men und zu beurteilen, während auf die Forderungsklage gemäss Ziffer 2 des Rechtsbegehrens nicht einzutreten ist.
2.
Unbestritten ist, dass das gesamte Freizügigkeitsguthaben von
Y._
bei der Beklagten in drei Tranchen zwischen 1
1.
Juni und 1
7.
Juli 2012 zum Erwerb von Wohneigentum gemäss
Art.
30c BVG ausbezahlt und die Police aufgelöst wurde (
Urk.
2/2 und
Urk.
8 S. 3).
Die Klägerin bestreitet indessen, als Ehegatte die gemäss
Art.
30c
Abs.
5 BVG für den
Vorbezug
erforderliche schriftliche Zustimmung gegeben zu haben. Über die Auszahlung sei sie erstmals am
2.
April 2013 informiert worden (
Urk.
1 S. 3). Die Klägerin wirft der Beklagten eine gravierende Verletzung der Sorgfaltspflicht vor, indem sie die Rechtmässigkeit der Auszahlung an
Y._
nie überprüft habe. Die Beklagte habe den Beweis für eine gültige Zahlung zu erbringen, was ihr bis anhin nicht gelungen sei.
Demgegenüber vertritt die Beklagte die Auffassung, die Frage der Sorgfalts
-
pflicht
verletzung
stelle sich gar nicht. Das Strafverfahren habe erge
ben, dass die Unterschrift mit überwiegender Wahrscheinlichkeit echt sei. Eine
Kopiermon
-
tage - welche auch das Handschrif
tengutachten nicht ausschliesse
- komme in
-
dessen nicht in Betracht, da die Beklagte dies bei der Entgegennahme gesehen hätt
e
(
Urk.
19 S. 3).
3.
Zu prüfen ist somit einzig, ob die Auszahlung des Freizügigkeitsguthabens an
Y._
gültig erfolgte oder nicht. Dies hängt massgeblich davon ab, ob das Formular "Erklärung zu Renovations-/Umbauvorhaben" der Beklag
ten (
Urk.
2/5) von der Klägerin eigenhändig unterzeichnet wurde oder ob die Unterschrift manipuliert (gefälscht, kopiert, gescannt) wurde.
3.1
Fest steht, dass die Beklagte nicht mehr über das Original des Formulars "Erklä
rung zu Renovations-/Umbauvorhaben" verfügt. Gegenüber der Staatsanwalt
schaft erklärte sie unter Hinweis auf
Art.
27i
Abs.
2 der Verordnung über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVV 2), sie sei nicht zur Aufbewahrung des Originals verpflichtet und habe dieses sechs Monate nach der elektronischen Speicherung vernichtet (
Urk.
15/12 S. 22 Ziffer 6.2). Das im Rahmen des Strafverfahrens erstellte Handschriftengutachten ist im Strafurteil teilweise wiedergegeben (
Urk.
15/12 S. 22 Ziffer 6.3). Danach hätten die von den Gutachtern erhobenen graphischen Befunde fast ausschliesslich übereinstimmende Schriftmerkmale zu den Vergleichsunterschriften der Kläge
rin ergeben, was unter der Fälschungshypothese nicht zu erwarten wäre. Aller
dings würden die Gutachter einräumen, dass das fragliche Dokument nur in Kopie vorliege, weshalb eine Kopiermontage nicht ausgeschlossen werden könne und daher eine schlüssige Aussage zur Echtheit der Unterschrift nicht möglich sei. Das Gericht würdigte das Gutachten dahingehend, als es sich wohl um eine originale Unterschrift der Klägerin handeln könnte, denkbar sei aber, dass diese vom Beschuldigten (
Y._
) mittels Scan oder Kopie in das Dokument eingefügt und der Beklagten somit keine Originalunterschrift eingereicht wurde. Alles in Allem sei festzuhalten, dass das Gutachten weder die These der Klägerin (Unterschrift gefälscht) noch diejenige des Beschuldigten (Originalunterschrift der Klägerin) zu stützen vermöge (
Urk.
15/12 S. 27 Ziffer 7.4). Dieses Beweisergebnis
korrespondiert
mit der bundesgerichtlichen Recht
sprechung, wonach es - gestützt auf die einschlägige forensische Literatur - all
gemein anerkannt sei, dass nur die am Original erhobenen Befunde eine posi
tive
Urheberschaftsaussage
begründen könnten und der Nachweis der Echtheit einer Fotokopie nicht möglich sei. Die Erkenntnismöglichkeiten bei der Begut
achtung
von Nicht-Originalen beschränkten sich auf eine "Tendenzaussage", welche dem Beweismass nicht genüge (Urteil des Bundesgerichts 9C_634/2014 vom 3
1.
August 2015 E. 6.1.2).
3.2
Dessenungeachtet
behauptet die Beklagte, die Unterschrift auf dem Formular für den WEF-
Vorbezug
sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit echt. Denn sie habe ja eine Originalunterschrift erhalten und diese dann eingescannt. Wäre die Originalunterschrift hineinkopiert worden, hätte sie dies bei der Entgegennahme gesehen. Wenn die Beklagte mit dem Verweis auf die eigene Wahrnehmung die strittige Echtheit der Unterschrift belegen will, kommt
dies einem
Zirkelschluss gleich
, der selbstredend
als Beweis nicht taugt
.
4.
Die Beklagte stellt sich zudem auf den Standpunkt, soweit die Klägerin behaupte, die Unterschrift sei in das Dokument hineinkopiert worden, sei sie dafür beweispflichtig. Damit stellt sich die Frage nach den Folgen der
Beweis
losigkeit
.
4.1
Der im Sozialversicherungsprozess herrschende Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus, da es Sache des Sozialversicherungsgerichts (oder der verfügenden Verwal
tungsstelle) ist, für die Zusammentragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachver
halt Rechte ableiten
wollte
. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes auf
grund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 138
V
218 E. 6 mit Hinweisen).
4.2
Nach dem auch im öffentlichen Recht geltenden Grundsatz von
Art.
8 des Schwei
zerischen Zivilgesetzbuches (ZGB), hat, wo das Gesetz es nicht anders bestimmt, derjenige das Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu bewei
sen, der aus ihr Rechte ableitet. Demgemäss hat die Partei, die einen Anspruch geltend macht, die rechtsbegründenden Tatsachen zu beweisen, während die Beweislast für die rechtsaufhebenden bzw. rechtsvernichtenden oder
rechtshin
dernden
Tatsachen bei der Partei liegt, die den Untergang des Anspruchs behauptet oder dessen Entstehung oder Durchsetzbarkeit bestreitet. Dementspre
chend trägt hier die Beklagte die Beweislast für die Echtheit der Unterschrift der Klägerin auf dem Formular "Erklärung zu Renovations-/Umbauvorhaben" vom 3
0.
April 2012, weil sie sich auf diese für die befreiende Wirkung ihrer Aus
zahlung beruft. Kann sie diesen Beweis nicht erbringen, hat sie die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen. Nachdem die "Beweisvereitelung" von der Beklagten selber zu verantworten ist, woran die Befugnis zur elektronischen
Aktenaufbe
wahrung
nichts ändert, verbleibt für eine Umkehr der Beweislast kein Raum (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 9C_634/2014 vom 3
1.
August 2015 E. 6.3.2 und E. 6.3.4 mit weiteren Hinweisen).
4.3
Nichts zu ihren Gunsten abzuleiten vermag die Beklagte aus dem Umstand, dass
Y._
vom Vorwurf des Betrugs und der Urkundenfälschung freigesprochen wurde. Nach ständiger Praxis ist der Sozialversicherungsrichter weder hinsichtlich der Angabe der verletzten Vorschriften noch hinsichtlich der Beurteilung des Verschuldens an die Feststellung und Würdigung des Straf
richters gebunden. Er weicht aber von den
tatbeständlichen
Feststellungen des Strafrichters nur ab, wenn der im Strafverfahren ermittelte Tatbestand und dessen rechtliche Subsumption nicht zu überzeugen vermögen oder auf Grund
s
ätzen beruhen, die zwar im Strafrecht gelten, im Sozialversicherungsrecht jedoch unerheblich sind (BGE 111 V 172 E. 5a). Insbesondere ist auf die nicht identischen Beweismasse im Strafrecht bzw. im Sozialversicherungsrecht hin
zuweisen. Während im Strafprozess zugunsten der beschuldigten Person zu entscheiden ist, wenn bei objektiver Betrachtung des gesamten
Beweisergeb
nisses
erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat, was insbesondere bei Indizienprozessen von Bedeutung ist ("in
dubio
pro
reo
"; vgl.
Art.
10
Abs.
3 der Strafprozessordnung [StPO] und Franz
Riklin
, OFK-StPO, 2014,
Art.
10 N 8 f.), gilt im
Sozialversi
cherungsrecht
der Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforde
rungen nicht (BGE 126 V 353 E. 5b mit Hinweisen). Entgegen der Interpretation des Strafurteils durch die Beklagte (vgl.
Urk.
19 S. 3) hat das Strafgericht eine Fälschung nicht ausgeschlossen, sondern es musste
Y._
nach der erwähnten strafrechtlichen Beweisregel freisprechen, weil es den angeklag
ten Sachverhalt nicht als
rechtsgenüglich
erstellt erachtete (vgl.
Urk.
15/12 S. 29).
5.
Aufgrund vorstehende
r
Erwägungen ergibt sich zusammenfassend, dass die Beklagte als beweisbelastete Partei die Echtheit der Unterschrift der Klägerin unter das Formular "Erklärung zu Renovations-/Umbauvorhaben" vom 3
0.
April 2012 nicht zu beweisen vermag. Sie hat demnach die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (vorstehend E. 3.2).
Damit ist festzustellen, dass die Beklagte das Freizügigkeitsguthaben von
Y._
aus der Police Nr.
E._
zu Unrecht ausbe
zahlt hat. Im Übrigen ist auf die Klage nicht einzutreten.
6.
Nach
§
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Partei Anspruch auf den vom Gericht festzusetzenden Ersatz der Parteikosten (
Abs.
1). Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
Abs.
3). Den Versicherungsträgern und den Gemeinwesen steht der Anspruch auf Ersatz der Parteikosten in der Regel nicht zu (
Abs.
2).
Die anwaltlich vertretene Klägerin obsiegt nicht in vollem Umfang, weshalb ihr eine reduzierte Prozessentschädigung zusteht. Diese ist ermessensweise auf
Fr.
2‘000
.—
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) festzusetzen.