Decision ID: bcab4fd4-c26f-4857-a9e0-247c838f2759
Year: 2006
Language: de
Court: VS_TC
Chamber: VS_TC_001
Canton: VS
Region: Région lémanique
Law Area: 

Sachverhalt (gekürzt)
A. Y. bot im Mai 2003 einen älteren VW-Bus zum Verkauf an. X. war an einem Kauf interessiert, wollte jedoch vorgängig eine  durch den TCS vornehmen lassen. Y. erachtete eine solche als nicht notwendig, weil das Fahrzeug ohnehin überprüft werde. Er liess in der Folge das Fahrzeug in der Garage A. auf seinen  prüfen und erteilte darauf dem Garagisten B. den Auftrag, die festgestellten Mängel (Auspuff gerissen, Alternatorhalter gerissen, Kat. fehlt, Wasserschlauch defekt) zu beheben, den Abgastest  und den Wagen bei der Motorfahrzeugkontrolle vorzuführen. B. brachte seiner Aussage nach einen Occasionskatalysator an, führte am 13. Juni 2003 den Abgastest durch, schweisste den Auspuff und machte «einfach alles», «um das Fahrzeug vorzuführen». Am 16.
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ceg Texte tapé à la machine KGVS C1 05 132
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Juni 2003 führte er den VW-Bus bei der Motorfahrzeugkontrolle in Visp vor. Der Prüfungsbericht des Strassenverkehrsamts vom 16. Juni 2003 bemängelte: Ölverlust des Getriebes, Auspuff: Verlust und Bremsscheiben vorne. Es wurde eine Anweisung A ausgestellt, wonach die Reparaturen sowie die Rückgabe des Rapports an die Dienststelle innert 20 Tagen zu erfolgen hatten und die 2. Prüfung durch einen von der Dienststelle anerkannten Betrieb vorgenommen werden konnte. B., Inhaber eines von der Dienststelle anerkannten Betriebes, bezeugte, die vom Strassenverkehrsamt festgestellten Mängel behoben zu haben. Er habe beim Auspuff Schrauben  und besser angezogen, bei den Bremsscheiben einen Rostrand abgeschliffen und das Getriebe gewaschen. Am 17. Juni 2003  und stempelte er den Prüfungsbericht des  unter der Rubrik «Anweisungen A» und legte diesen der Behörde vor. Eine neuerliche Prüfung des Fahrzeugs durch die  erfolgte nicht.
B. Ebenfalls am 17. Juni 2003 unterzeichneten Y. und X. den . Auf dem Kaufvertragsformular, das Y. vor Ort handschriftlich ausfüllte, stehen neben der Fahrzeugbezeichnung und dem Kaufpreis, die gefahrenen km 103’958, die 1. Inverkehrssetzung 1. April 1988, das Ablieferungsdatum 17. Juni 2003, Abgastest «ja» und «MFK [] frisch 16.06.03» sowie unter Garantie im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses «keine». Bei der in Klammern gesetzten Anmerkung «Billigstoccasion gemäss Ziff. 4.1. auf der Rückseite: ja nein» ist das jeweilige Feld leer. Der Kauf wurde Zug um Zug vollzogen: Der Verkäufer übergab den VW-Bus an den Käufer und dieser bezahlte den vereinbarten Kaufpreis von Fr. 5’500.–.
Nur wenige Tage später zeigte der Käufer dem Verkäufer  Mängel an. Der Verkäufer holte das Fahrzeug ab und übergab es - angeblich nach Ausführung von  - erneut dem Käufer. Nach dessen Feststellungen wurden die Mängel jedoch nicht behoben. Da der Verkäufer nicht bereit war, Reparaturen vornehmen zu lassen, liess der Käufer am 7. Juli 2003 beim technischen Zentrum des TCS in Ittigen am Fahrzeug einen Standard-Test durchführen, der folgende Mängel zeigte: Ölverlust des Getriebes im Bereich Ölzapfen, Getriebe unfachmännisch , Auspuff undicht und Bremsen sowie Radlagerspiel,  ausserhalb der Toleranzgrenze, Waschanlage, Wasserverlust der Kühlung, defekter Schlauch Klimaanlage, Rostschäden. Dieser Bericht wurde dem Verkäufer zugestellt und er wurde aufgefordert,
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die Mängel am Fahrzeug zu beheben, andernfalls X. den Kaufvertrag rückgängig mache. Y. lehnte am 4. September 2003 ab, für die  aufzukommen, da eine Garantie im Kauvertrag explizit ausgeschlossen worden sei.
Am 18. September 2003 beauftragte X. einen Autoexperten mit der Prüfung des Fahrzeugs, der neben Sichtmängeln auch verschiedene mechanische Mängel feststellte, so u.a. betr. Getriebe, Auspuff und Bremsen vorne, Wasserverlust bei der Kühlung und Abgaswerte, die ausserhalb der gesetzlichen Toleranz lagen. Als Zeuge bestätigte er die in seinem Bericht aufgeführten Mängel und Beanstandungen. Die minimalen Instandsetzungsaufwendungen, damit der VW-Bus  betrieben werden dürfe, schätzte er - ohne die Sichtmängelbehebungskosten - auf etwa Fr. 5’600.– bis Fr. 6’000. Am 8. Oktober 2003 liess X. diesen Bericht dem Verkäufer Y. zukommen und verlangte die Rückgängigmachung des Kaufvertrags sowie den Ersatz des Schadens von Fr. 2’996.–.
C. Gemäss Gerichtsexpertise ist das Gehäuse des Verteilgetriebes mangelhaft und die vorgenommene Reparatur (Dichtungsmasse) zwecks Behebung des Ölverlusts nicht fachgerecht erfolgt. Ein  sei nicht die fachgerechte Reparatur. Der Gebrauch und die  sei eingeschränkt; der Sicherheitsaspekt nicht vollkommen erfüllt, d.h. es bestehe «ein Mangel am Getriebe, welcher zur  Fahrtauglichkeit behoben werden muss». Und auf Nachfrage: «In diesem Zustand ist das Getriebe auf längere Zeit nicht fahrtüchtig». Ferner hält der Gerichtsexperte die Auspuffaufhängung als . Sie sei bei der Motorfahrzeugkontrolle gebrochen gewesen und dieser Mangel sei noch vorhanden. Dieser Halter habe einen  Zustand und sei gebrochen. Die Stabilität der massiven  leide darunter sehr stark und werde in Kürze weiteren Schaden aufweisen. Die entstandenen Undichtheiten seien durch diesen  Halter beschleunigt worden. Der Gerichtsexperte stellt zudem fest, dass die verlangte Nacharbeitung der Bremsscheiben vorne nicht richtig ausgeführt worden sei, so dass der Rand an der Bremsscheibe noch vorhanden sei und Nachteile in der Bremswirkung bestünden. Bei dieser Nacharbeitung sollten normalerweise auch die  ersetzt werden. Zu einer möglichen Fahrzeugverwechslung im Rahmen der Abgasprüfung befragt, führt der Gerichtsexperte aus: «Eine Verwechslung kann immer wieder vorkommen. Die  und Absichten seien verschieden». ... «Nicht erklärbar sind die grossen Abweichungen bei den Abgaswerten in dieser kurzen Zeit».
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Aus den Erwägungen
(...)
3. Der Kläger stellt sich auf den Standpunkt, das Fahrzeug ab Motorfahrzeugkontrolle gekauft und damit vom Beklagten die  erhalten zu haben, dass bei Vertragsschluss keine die  bzw. die Inverkehrssetzung des Fahrzeugs  Mängel vorliegen. Der Beklagte beruft sich auf die vereinbarte Garantieklausel.
a) aa) Gemäss Art. 197 Abs. 1 OR wird der Verkäufer , wenn der Kaufsache entweder ein Mangel anhaftet oder eine zugesicherte Eigenschaft fehlt. Inhalt einer Zusicherung können sämtliche Merkmale sein, «welche nach der  oder den dem Verkäufer erkennbaren individuellen Interessen des Käufers den Wert oder die Gebrauchstauglichkeit des  beeinflussen.» Der Begriff der zusicherungsfähigen  deckt auch «objektiv unwesentliche Merkmale der Kaufsache, die aber nach der dem Verkäufer erkennbaren Interessenlage  für den Käufer von Bedeutung sind» (Giger, Berner Kommentar, N. 34 zu Art. 197 OR; vgl. Honsell, Basler Kommentar, N. 2 zu Art. 197 OR). Für entsprechende Angaben hat der Verkäufer einzustehen, gleichviel, ob er selbst an das Vorhandensein der Eigenschaft geglaubt hat oder von vornherein wusste, dass sie fehlt. Haftgrund ist lediglich die abgegebene Zusicherung, welcher der Käufer vertraut hat oder vertrauen durfte und die für seinen Kaufentschluss  war. Hat der Verkäufer eine Zusicherung abgegeben und  die Gewährleistung ausgeschlossen, ist die Erklärung . Diesfalls gilt der Ausschluss nicht für die zugesicherte Eigenschaft, sondern nur für sonstige Mängel (Honsell, a.a.O., N. 3 zu Art. 199 OR; BGE 109 II 24). Die Tragweite einer allgemeinen  ist nach Treu und Glauben aufgrund des  Sachverhalts und des gesamten Verhaltens der Parteien zu ermitteln (BGE 109 II 24 mit Hinweisen).
bb) Vorliegend enthält der Vertrag eine Garantieabrede  und den vom Verkäufer hingesetzten Vermerk «MFK frisch 16.06.03» andererseits. In Berücksichtigung der konkreten Umstände, namentlich des Verhaltens der Parteien vor , ist diese Angabe als Zusicherung im Sinne von Art. 197 OR zu qualifizieren. Der Käufer verlangte die Prüfung des Fahrzeugs, tat
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dem Verkäufer kund, dass es für ihn wichtig und für seinen  bestimmend ist, dass das strittige Fahrzeug frisch geprüft ab Motorfahrzeugkontrolle verkauft wird. Wie gesehen, bedeutet der entsprechende Vermerk, dass das Fahrzeug amtlich geprüft,  und insoweit von Mängeln frei ist, was auch vom Beklagten so verstanden wird. Mit der Angabe «MFK frisch 16.06.03» hat der Verkäufer somit das Fahrzeug mit der Zusicherung verkauft, dass es fahrtüchtig bzw. im Rahmen der vorgenommenen amtlichen Prüfung keine Mängel (mehr) aufweist. Nachdem der Kläger den Kaufabschluss hievon abhängig machte, durfte er auf die Angaben des Beklagten vertrauen und diese als vertraglich verbindliche  auffassen. Insoweit kann sich der Beklagte nach dem Grundsatz von Treu und Glauben nicht auf die Garantieklausel . Für die von der Motorfahrzeugkontrolle festgestellten und erwiesenermassen nicht fachgerecht behobenen Mängel ist der Beklagte demnach gewährspflichtig. Er kann sich seinem  gegenüber nicht darauf berufen, dem Garagisten den  zur Behebung der Mängel gegeben zu haben, da der Garagist Hilfsperson ist und er sich dessen mangelhafte Reparatur  lassen muss (Art. 101 OR).
Gemäss Beweisergebnis hat der Kläger das Fahrzeug jeweils umgehend bzw. innert zwei Tagen geprüft und die Mängel dem  angezeigt, womit die Voraussetzungen zur Geltendmachung der Gewährleistungsrechte erfüllt sind (Art. 201 OR). Anzumerken ist, dass der Kläger den Angaben des Verkäufers Vertrauen schenken konnte und somit das Fahrzeug bei der Übergabe an sich nicht eigens zu prüfen hatte.
b) aa) Liegt ein Fall der Gewährleistung wegen Sachmängeln vor, so hat der Käufer die Wahl, mit der Wandlungsklage den Kauf rückgängig zu machen oder mit der Minderungsklage Ersatz des  der Sache zu fordern (Art. 205 Abs. 1 OR). Auch wenn die Wandlungsklage angestellt worden ist, steht es dem Richter frei, bloss Ersatz des Minderwerts zuzusprechen, sofern die Umstände es nicht rechtfertigen, den Kauf rückgängig zu machen (Art. 205 Abs. 2 OR).
Vorliegend sind keine Umstände aktenkundig, die es , auf Minderung statt auf die beantragte Wandlung zu erkennen. Diese ist umso mehr angezeigt, als die minimalen  in etwa dem bezahlten Kaufpreis gleichkommen oder diesen gar übersteigen. Demnach ist dem Begehren auf Wandlung des  vom 17. Juni 2003 stattzugeben.
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bb) Wird der Kauf rückgängig gemacht, so muss gemäss Art. 208 OR der Käufer die Sache nebst dem inzwischen bezogenen Nutzen dem Verkäufer zurückgeben. Der Verkäufer seinerseits hat den  Kaufspreis nebst den gesetzlichen Zinsen (Art. 73 OR) ab dem Tag der tatsächlichen Geldübergabe zurückzuerstatten und überdies den Schaden zu ersetzen, der dem Käufer durch die Lieferung fehlerhafter Ware unmittelbar verursacht worden ist sowie den weiteren Schaden, sofern er nicht beweist, dass ihm keinerlei Verschulden zur Last falle. Die Rückerstattung der gegenseitigen Leistungen erfolgt Zug um Zug (Honsell, a.a.O., N. 1 f. zu Art. 208 OR).
Demnach hat der Kläger den VW-Bus Typ II Synchro dem  zurückzugeben und der Beklagte dem Kläger den Betrag von Fr. 5’500.– nebst Zins zu 5% seit dem 17. Juni 2003 zurückzuerstatten.
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