Decision ID: f17bc1ac-02c7-580b-8566-536c853121a1
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der (...) geborene Prof. A._ (nachfolgend: Beschwerdeführer),
Schweizer Bürger mit Wohnsitz in B._ (RU), arbeitete als Professor
für Mathematik in der Schweiz und in Deutschland. Seit dem (...) ist er in
zweiter Ehe mit C._ verheiratet; aus dieser Ehe stammen die Kin-
der D._ (geb. [...]) und F._ (geb. [...]; Akten der Schweizeri-
schen Ausgleichskasse [nachfolgend: SAK oder Vorinstanz] gemäss Ak-
tenverzeichnis vom 13. Mai 2015 [nachfolgend: act.] 2, S. 2; act. 4, S. 1, 4,
6 und 10; act. 5, S. 1).
B.
Nachdem er sich im Februar 2011 zum Bezug einer Rente der Alters- und
Hinterlassenenversicherung (AHV) angemeldet hatte, sprach ihm die SAK
eine ordentliche Altersrente mit Wirkung ab 1. Februar 2006 zu. Der Ren-
tenberechnung legte sie eine Beitragsdauer von 19 Jahren und ein mass-
gebendes durchschnittliches Jahreseinkommen von Fr. 25'056.- zugrunde
(Einspracheentscheid vom 2. September 2011; act. 23 und 31).
C.
Mit Urteil C-5384/2011 vom 16. Dezember 2013 hiess das Bundesverwal-
tungsgericht die vom Beschwerdeführer gegen diesen Entscheid erhobene
Beschwerde in dem Sinne gut, dass es den angefochtenen Einspracheent-
scheid vom 2. September 2011 aufhob und die Sache im Sinne der Erwä-
gungen an die Vorinstanz zurückwies (act. 75, S. 1 - 24 ff.).
D.
Mit Einspracheentscheid vom 6. März 2015 setzte die SAK die Altersrente
neu fest. Unter Einbezug von Erziehungsgutschriften für 10,5 Jahre res-
pektive eines Betrags von Fr. 10‘494.- nahm sie gestützt auf ein durch-
schnittliches Jahreseinkommen von Fr. 39‘990.- (2006) beziehungsweise
Fr. 43‘710.- (2015) sowie in Anwendung der Rentenskala 38 eine Neube-
rechnung der Rente vor (2015; act. 104, S. 1 - 3).
E.
Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Bundesverwaltungsgericht
mit Urteil C-2375/2015 vom 14. September 2016 ab, soweit es darauf ein-
trat.
F.
Mit Urteil 9C_726/2016 vom 17. August 2017 hiess das Bundesgericht die
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Seite 3
vom Beschwerdeführer dagegen erhobene Beschwerde aus formellen
Gründen gut, indem es das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts aufhob
und die Sache zu neuer Entscheidung an dieses zurückwies.
G.
Nachdem das Bundesverwaltungsgericht die im Verfahren C-2375/2015
aus dem Recht gewiesenen Eingaben des Beschwerdeführers vom
20. und 22. März 2016 zu den Akten genommen hatte, wies es die Be-
schwerde mit Urteil C-4853/2017 vom 18. Oktober 2017 erneut ab, soweit
es darauf eintrat.
H.
Die vom Beschwerdeführer dagegen erhobene Beschwerde hiess das
Bundesgericht mit Urteil 9C_865/2017 vom 4. Juni 2018 teilweise gut, in-
dem es den Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts vom 18. Oktober
2017 aufhob und die Sache zu neuer Entscheidung im Sinne der Erwägun-
gen an dieses zurückwies. Zur Begründung hielt das Bundesgericht insbe-
sondere fest, beim Erfordernis des Wohnsitzes in der Schweiz und bei den
Erziehungsgutschriften handle es sich um Teilaspekte des Streitgegen-
stand bildenden Anspruchs auf eine Altersrente der AHV. Als solche könn-
ten sie im zweiten Umgang nur dann für das Bundesgericht verbindlich und
damit einer Überprüfung entzogen sein, wenn der Rückweisungsentscheid
anfechtbar gewesen wäre. Dies sei vorliegend zu verneinen, denn zum ei-
nen habe die SAK weitere Abklärungen betreffend das Jahr 1966 vorzu-
nehmen gehabt, bevor sie über die Altersrente neu habe verfügen können;
von einer Rückweisung ohne Gewährung eines Entscheidungsspielraums
könne deshalb nicht gesprochen werden, so dass kein Endentscheid zur
Diskussion stehe. Zum andern sei der Rückweisungsentscheid weder mit
einem nicht wiedergutzumachenden Nachteil verbunden gewesen, noch
habe ein aufwändiges Beweisverfahren angestanden. Von einem Endent-
scheid könne demnach nicht ausgegangen werden. Dem Beschwerdefüh-
rer könne deshalb nicht zum Nachteil gereichen, dass er erst nach dem
Rückweisungsentscheid vom 16. Dezember 2013 einen Wohnsitz in der
Schweiz im Zeitraum von 1997 bis 2003 geltend gemacht habe. In Bezug
auf den Wohnsitz des Beschwerdeführers für die Zeit von 1997 bis 2003
sowie die die Anrechnung von Erziehungsgutschriften für 2002 und 2003
sei der Sachverhalt vom Bundesverwaltungsgericht vollständig festzustel-
len und anschliessend neu darüber zu entscheiden (Akten im Beschwer-
deverfahren [BVGer act.] 1).
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Seite 4
I.
Nach Wiederaufnahme des Beschwerdeverfahrens hielt die SAK mit Ver-
nehmlassung vom 16. August 2018 an ihrem bisherigen Standpunkt fest
und stellte den sinngemässen Antrag auf Abweisung der Beschwerde
(BVGer act. 5).
J.
Mit Replik vom 22. Oktober 2018 hielt der Beschwerdeführer an seinem
Antrag auf Neuberechnung der AHV-Rente unter Einbezug der Erzie-
hungsgutschriften für die Jahre 2002 und 2003 fest und liess dem Bundes-
verwaltungsgericht weitere Unterlagen zukommen (BVG act. 10 samt Bei-
lagen).
K.
Innert erstreckter Frist ergänzte der Beschwerdeführer seine Replik mit
Eingabe vom 21. November 2018 und legte weitere Beweismittel ins Recht
(BVGer act. 12 samt Beilagen).
L.
Mit Duplik vom 14. Januar 2019 hielt auch die SAK an ihrer bisherigen Be-
gründung fest und legte weitere Beweismittel ins Recht (BVGer act. 14
samt Beilagen).
M.
Mit Verfügung vom 18. Januar 2019 übermittelte der Instruktionsrichter
dem Beschwerdeführer das Doppel der Duplik und teilte den Parteien mit,
dass der Schriftenwechsel am 28. Januar 2019 geschlossen werde (BVGer
act. 15). Auf entsprechendes Begehren wurde dem Beschwerdeführer Ge-
legenheit gegeben, die von ihm in Aussicht gestellten Dokumente bis zum
28. Februar 2019 nachzureichen (BVGer act. 19 und 20).
N.
Mit Eingabe vom 28. Februar 2019 hielt der Beschwerdeführer unter Ver-
weis auf seine neu eingereichten Beweismittel an seiner bisherigen Argu-
mentation fest. Ferner stellte er ein erneutes Gesuch um Fristerstreckung
für die in Aussicht gestellte Nachreichung weiterer Beweismittel (BVGer
act. 21 samt Beilagen).
O.
Innert erstreckter Frist übermittelte der Beschwerdeführer dem Bundesver-
C-3575/2018
Seite 5
waltungsgericht mit Eingabe vom 14. März 2019 weitere Dokumente. Fer-
ner stellte er erneut ein Gesuch um Fristerstreckung bis 31. März 2019,
ohne dieses jedoch zu begründen (BVGer act. 23 samt Beilagen).
P.
Mit Verfügung vom 22. März 2019 gab der Instruktionsrichter der SAK Ge-
legenheit, bis zum 23. April 2019 eine abschliessende Stellungnahme ein-
zureichen. Gleichzeitig wies er das (nicht begründete) Fristerstreckungs-
gesuch des Beschwerdeführers ab (BVGer act. 24).
Q.
Die SAK liess sich mit Stellungnahme vom 10. April 2019 erneut verneh-
men (BVGer act. 25). Mit Verfügung vom 18. April 2019 wurde dem Be-
schwerdeführer das Doppel der Stellungnahme zur Kenntnisnahme zuge-
stellt (BVGer act. 26).
R.
Mit Verfügung vom 10. Mai 2019 wies der Instruktionsrichter das vom Be-
schwerdeführer erneut gestellte Gesuch um Fristerstreckung zur Einrei-
chung einer ergänzenden Stellungnahme ab (BVGer act. 27 und 28).
S.
Mit Zwischenverfügung vom 26. Februar 2020 forderte der Instruktionsrich-
ter den Beschwerdeführer – unter Hinweis auf die Säumnisfolgen im Un-
terlassungsfall – auf, folgende Fragen im Zusammenhang mit der weiteren
Abklärung des Wohnsitzes unter Einreichung geeigneter Beweismittel bis
zum 27. März 2020 zu beantworten (BVGer act. 30):
«a Wie erklären Sie die Tatsache, dass in einem amtlichen Dokument
über die erleichterte Einbürgerung vom (...) als Wohnsitz von
C._ und A._ F._ (Deutschland) vermerkt ist?
b. Wie erklären Sie den Umstand, dass Sie in ihrer Stellungnahme vom
27. Februar 2012 ausgeführt haben, dass Sie am (...) in B._
eine russische Staatsangehörige geheiratet hätten und dass der Mit-
telpunkt ihrer Lebensinteressen und damit ihr Wohnsitz nicht mehr in
G._ gewesen sei (act. 39, S. 7)?
c. Wo haben Ihre Ehefrau C._ und Ihr Sohn D._ in der Zeit
von 1997 - 2003 bzw. von 2001 bis 2003 (Sohn) ihren Wohnsitz ge-
habt?
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Seite 6
d. Bestand für Sie in der Zeit Ihrer Tätigkeit als Hochschulprofessor in
F._ eine Wohnsitzpflicht in Deutschland?
e. Weitere Bemerkungen Ihrerseits?»
T.
Mit Eingabe vom 28. März 2020 übermittelte der Beschwerdeführer dem
Bundesverwaltungsgericht seine Stellungnahme samt ergänzenden Be-
weismitteln (BVGer act. 32 samt Beilagen).
U.
Mit Eingabe vom 30. März 2020 liess der Beschwerdeführer dem Bundes-
verwaltungsgericht weitere Beweismittel zukommen (BVGer act. 33 samt
Beilagen).
V.
Die Vorinstanz hielt in ihrer abschliessenden Stellungnahme vom 12. Juni
2020 an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest (BVGer act. 36).
W.
Der Instruktionsrichter übermittelte dem Beschwerdeführer ein Doppel der
abschliessenden Stellungnahme und teilte den Parteien mit, dass der
Schriftenwechsel am 1. Juli 2020 abgeschlossen werde (Verfügung vom
22. Juni 2020; BVGer act. 37).
X.
Mit Eingabe vom 30. Juni 2020 nahm der Beschwerdeführer unaufgefor-
dert zur Streitsache Stellung (BVGer act. 38) und mit unaufgeforderter Ein-
gabe vom 1. Juli 2020 übermittelte er dem Bundesverwaltungsgericht wei-
tere Unterlagen (BVGer act. 39 samt Beilagen).
Y.
Mit Zwischenverfügung vom 13. Juli 2020 liess der Instruktionsrichter der
Vorinstanz je ein Doppel der Stellungnahmen des Beschwerdeführers vom
30. Juni 2020 und vom 1. Juli 2020 zur Kenntnisnahme zukommen. Ferner
teilte er den Parteien mit, dass der Entscheid auf dem Weg der Aktenzirku-
lation ausgesetzt und nach Auswertung der Unterlagen und Nachführung
des Urteilsentwurfs wieder aufgenommen werde (BVGer act. 40).
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Z.
Mit Eingabe vom 30. Juli 2020 nahm der Beschwerdeführer erneut unauf-
gefordert Stellung und reichte weitere Akten ein (BVGer act. 43 samt Bei-
lagen).
AA.
Mit Verfügung vom 31. August 2020 übermittelte der Instruktionsrichter der
Vorinstanz ein Doppel der unaufgefordert eingereichten Stellungnahmen
vom 30. Juli 2020 samt Beilagen (BVGer act. 44).
BB.
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen
ist – soweit erforderlich – im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen ein-
zugehen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Mit Urteil 9C_865/2017 vom 4. Juni 2018 hat das Bundesgericht das
Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-4853/2017 vom 18. Oktober 2017
aufgehoben und die Sache zu neuer Entscheidung an dieses zurückgewie-
sen. Dieses nimmt die Streitsache ohne Weiteres wieder auf; sämtliche
Eintretensvoraussetzungen (vgl. Art. 44 ff. VwVG) liegen weiterhin vor. Auf
die Beschwerde ist einzutreten.
1.2 Die Behörde, an welche die Sache zurückgewiesen wird, ebenso wie
das Gericht selbst, falls die Sache erneut ihm unterbreitet wird, ist an die
rechtlichen Erwägungen im Rückweisungsentscheid gebunden (statt vie-
ler: BGE 133 III 201 E. 4.2; JOHANNA DORMANN, in: Basler Kommentar,
Bundesgerichtsgesetz, 3. Aufl. 2018, Art. 107 BGG N. 18 mit Hinweisen).
Wegen dieser Bindung des Gerichts ist es ihm wie auch den Parteien, ab-
gesehen von allenfalls zulässigen Noven, verwehrt, der Beurteilung des
Rechtsstreits einen anderen als den bisherigen Sachverhalt zu unterstellen
oder die Sache unter rechtlichen Gesichtspunkten zu prüfen, die im Rück-
weisungsentscheid ausdrücklich abgelehnt oder überhaupt nicht in Erwä-
gung gezogen worden sind. Eine Überprüfung ist nur hinsichtlich jener
Punkte möglich, die im Rückweisungsentscheid nicht entschieden worden
sind oder bei Vorliegen neuer Sachumstände (vgl. BGE 135 III 334 E. 2;
131 III 91 E. 5.2).
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Seite 8
2.
2.1 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht
einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens,
die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen
Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG).
2.2 Nach der Rechtsprechung stellt das Sozialversicherungsgericht bei der
Beurteilung einer Streitsache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des
Erlasses der streitigen Verwaltungsverfügung eingetretenen Sachverhalt
(hier: 6. März 2015) ab (BGE 132 V 220 E. 3.1.1; 131 V 242 E. 2.1). Neue
Tatsachen, die sich vor Erlass der streitigen Verfügung verwirklicht haben,
die der Vorinstanz aber nicht bekannt waren oder von ihr nicht berücksich-
tigt wurden (unechte Noven), können im Verfahren vor dem Sozialversi-
cherungsgericht vorgebracht werden und sind zu würdigen. Gleiches gilt
für entsprechende Beweismittel (MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessie-
ren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 2. Aufl. 2013, S. 117 Rz. 2.204).
3.
Umstritten und nachfolgend zu prüfen ist insbesondere, ob der Beschwer-
deführer für die Jahre 2002 und 2003 Anspruch auf die Anrechnung von
Erziehungsgutschriften hat. Wie nachfolgend darzulegen ist, hängt die Be-
antwortung dieser Frage davon ab, ob er in dieser Zeit seinen Lebensmit-
telpunkt in Deutschland (F._), in Russland (B._) oder in und
der Schweiz (G._) hatte, da weitere Erziehungsgutschriften nur bei
einem Wohnsitz in G._ und damit einer weiterhin bestehenden Ver-
sicherungsunterstellung unter die schweizerische AHV angerechnet wer-
den dürfen.
3.1 Der Beschwerdeführer bringt zur Begründung des im Zeitraum von
1997 bis 2003 geltend gemachten Wohnsitzes in der Schweiz namentlich
vor, er habe nach seiner Heirat vom (...) mit seinem am (...) geborenen
Sohn D._ bis zum Wegzug nach B._ im Jahr 2004 an der
(...) in G._ gewohnt. Bis zu seiner Emeritierung im (...) sei er als
Professor an der Universität F._ (DE) tätig gewesen und sei daher
wie früher zwischen F._ und G._ hin- und hergereist, wobei
sich seine Ehefrau so oft wie möglich (mit Visa) in G._ aufgehalten
habe. Ein Pendeln zwischen B._ und F._ sei schlicht un-
möglich gewesen. Ferner seien sein Sohn und er bis Ende 2004 in der
Schweiz obligatorisch krankenversichert gewesen (act. 107, S. 1). Beim
schweizerischen Generalkonsulat in B._ habe er sich erst im Jahr
C-3575/2018
Seite 9
2004 immatrikulieren lassen. Aus den Stempeleinträgen in den Pässen
gehe hervor, dass er und sein Sohn D._ ihren Wohnsitz nicht in
B._ hätten haben können. Sein Sohn sei in der Zeit von seiner Ge-
burt (...) bis Ende 2003 nur einmal, und zwar vom (...) bis (...) in Russland
gewesen (BVGer act. 10 und 12, je samt Beilagen). Zudem sei sein Perso-
nenwagen stets beim Strassenverkehrsamt in G._ registriert gewe-
sen und auch dort (im Juli 1996, März 1999 und Mai 2002) zur Kontrolle
vorgeführt worden. Aufgrund seiner Berufung zum Professor an der Uni-
versität F._ sei er nach deutschem Recht verpflichtet gewesen, ei-
nen Wohnsitz in F._ oder Umgebung zu beziehen. Es sei ihm aber
unbenommen gewesen, den Wohnsitz in der Schweiz beizubehalten. Der
Wohnsitz in G._ werde überdies durch die eingereichten Belege
über die in G._ durchgeführten ärztlichen Behandlungen, die Rech-
nungen der Telekommunikationsbetriebe, die ihm auferlegten Übertre-
tungs- und Ordnungsbussen sowie die Belege betreffend die vom deut-
schen Finanzsamt anerkannten Abzüge für die doppelte Haushaltsführung
nachgewiesen (BVGer act. 12, 21, 23, 32 und 33, je samt Beilagen).
3.2 Dagegen wendet die SAK im Wesentlichen ein, der Beschwerdeführer
habe in seiner Beschwerde vom 27. September 2011 explizit ausgeführt,
dass sein zivilrechtlicher Wohnsitz von 1980 bis 1996/1997 in G._
gewesen sei. Danach habe sich seine Wohnsitzsituation zwischen 1996
und 1998 geändert, da seine damalige Ehefrau am 1. April 1996 aus der
gemeinsamen Wohnung ausgezogen und mit dem gemeinsamen Sohn
H._ eine Wohnung bezogen habe. Die Ehe sei am (...) geschieden
worden, und er habe am (...) eine Russin in B._ geheiratet. Über-
dies habe er mit Replik vom 27. Februar 2012 (Beschwerdeverfahren C-
5384/2011) klar ausgeführt, dass er am (...) in B._ eine russische
Staatsangehörige geheiratet habe, so dass der Mittelpunkt seiner Lebens-
interessen – und damit sein Wohnsitz – nicht mehr in G._ gewesen
sei (BVGer act. 5, S. 2 f.; Beilage zu BVGer act. 5; act. 39, S. 7). Diese
Angaben seien unzweideutig, und es sei kein Grund ersichtlich, an diesen
zu zweifeln. Zudem lägen keine Angaben oder Belege zum Wohnort der
Ehefrau vor. Vermutlich habe er vom 15. Juli 2002 bis 14. Dezember 2004
mit seiner Familie in F._ gewohnt, wie dies im Übrigen aus einer E-
Mail der schweizerischen Vertretung in Moskau vom 27. August 2015 her-
vorgehe (BVGer act. 14 samt Beilage; BVGer act. 25). Hinzu komme, dass
der Beschwerdeführer die ihm vom Gericht unterbreiteten Fragen „a“, „b“
und „c“ nicht beantwortet habe. Darüber hinaus habe er in seinem am
15. November 2011 (recte: 15. Februar 2011) eingetroffenen Rentenantrag
(act. 1, S. 1 - 4) auf die Frage in Ziff. 8.1 („Hatte Ihre Ehefrau in der Schweiz
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Seite 10
gewohnt oder sich aufgehalten?“) nicht geantwortet. Demgegenüber habe
er die nächste Frage in Ziff. 8.2 (Angaben über den Aufenthalt seiner frühe-
ren Ehefrau) mit präzisen Angaben beantwortet (BVGer act. 36, act. 1,
S. 3).
3.3
3.3.1 Versicherten wird für die Jahre, in welchen sie die elterliche Gewalt
über eines oder mehrere Kinder ausüben, die das 16. Altersjahr noch nicht
erreicht haben, eine Erziehungsgutschrift angerechnet, wobei Ehepaaren
nicht zwei Gutschriften kumulativ gewährt werden (Art. 29sexies Abs. 1
AHVG). Nicht erforderlich ist, dass eine in diesen Zeitabschnitt fallende
Beitragspflicht durch die Eltern respektive den Elternteil auch erfüllt wurde
(vgl. dazu auch Rz. 5407 und 5419 der Wegleitung über die Renten [RWL]
in der Eidgenössischen Alters-, Hinterlassenen und Invalidenversicherung,
gültig ab 1. Januar 2003, Stand 1. Januar 2018).
3.3.2 Bei verheirateten Personen wird die Erziehungsgutschrift während
der Kalenderjahre der Ehe hälftig aufgeteilt. Der Teilung unterliegen aber
nur die Gutschriften für die Zeit zwischen dem 1. Januar nach Vollendung
des 20. Altersjahres und dem 31. Dezember vor Eintritt des Versicherungs-
falles beim Ehegatten, welcher zuerst rentenberechtigt wird (Art. 29sexies
Abs. 3 AHVG). Erziehungsgutschriften können nur dann angerechnet wer-
den, wenn die Eltern im Sinne von Art. 1a Abs. 1 - 4 oder Art. 2 AHVG
versichert waren (RWL Rz. 5419 1/16). Erziehungsgutschriften werden im-
mer für ganze Kalenderjahre angerechnet (Art. 52f Abs. 1 Satz 1 AHVV).
Für Jahre, in denen sein Ehegatte nicht in der Schweiz versichert war, wird
dem versicherten Elternteil die ganze Erziehungsgutschrift angerechnet
(Art. 52f Abs. 4 AHVV). Bei Eltern, welche nicht während des ganzen Ka-
lenderjahres versichert sind (beispielsweise das Jahr der Einreise in die
Schweiz, Einreise und Wiederausreise im gleichen Kalenderjahr oder bei
Kurzaufenthalter mit Bewilligung L), werden für die Bestimmung der gan-
zen Erziehungsjahre die einzelnen Monate, für die Erziehungsgutschriften
angerechnet werden können, über das Kalenderjahr hinaus zusammenge-
zählt (Art. 52f Abs. 5 AHVV). Für je zwölf Monate kann eine Erziehungsgut-
schrift angerechnet werden. Angebrochene Jahre werden nicht aufgerun-
det. Für je 12 Monate wird ein Erziehungsjahr angerechnet (RWL Rz. 5428
- 5430). Dabei können Monate mit Viertels-, halben und ganzen Erzie-
hungsgutschriften kombiniert werden; angerechnet wird hierbei jeweils die
höhere Gutschrift der Kombination (RWL Rz. 5431 1/16).
C-3575/2018
Seite 11
Der Durchschnitt der Erziehungsgutschriften ergibt sich aus der Division
der anrechenbaren Erziehungsgutschriften durch die für die Ermittlung des
Durchschnitts aus Erwerbseinkommen massgebende Beitragsdauer
(Rz. 5486 1/16 RWL).
3.3.3 Nach Art. 13 Abs. 1 ATSG bestimmt sich der Wohnsitz einer Person
nach den Artikeln 23 - 26 ZGB. Gemäss Art. 23 Abs. 1 ZGB befindet sich
der Wohnsitz einer Person an dem Ort, wo sie sich mit der Absicht dauern-
den Verbleibens aufhält (Art. 23 Abs. 1 ZGB) und den sie sich zum Mittel-
punkt ihrer Lebensinteressen gemacht hat. Für die Begründung des Wohn-
sitzes müssen somit zwei Merkmale erfüllt sein: ein objektives äusseres,
der Aufenthalt, sowie ein subjektives inneres, die Absicht dauernden Ver-
bleibens, wobei es diesbezüglich nicht auf den inneren Willen, sondern da-
rauf ankommt, auf welche Absicht die erkennbaren Umstände objektiv
schliessen lassen (BGE 133 V 309 E. 3.1; 127 V 238 E. 1). Zu diesen Um-
ständen zählen die Erwirkung einer Niederlassungsbewilligung, die unan-
gefochtene Inanspruchnahme der Steuerhoheit, die einwohnerrechtliche
Registrierung, die polizeiliche Anmeldung respektive die Schriftenhinterle-
gung und die tatsächlichen Wohnverhältnisse. Wer zu mehreren Orten
dauerhafte Beziehungen hat, hat dort Wohnsitz, wo die engsten Beziehun-
gen bestehen (SVR 2007 IV Nr. 35). Massgebend ist der Ort, wo sich der
Mittelpunkt der Lebensbeziehungen befindet. Es handelt sich dabei im Nor-
malfall um den Wohnort, das heisst wo die betreffende Person schläft, die
Freizeit verbringt, ihre persönlichen Effekten aufbewahrt und sie üblicher-
weise über einen Telefonanschluss und eine Postadresse verfügt. Die nach
aussen erkennbare Absicht muss auf einen dauernden – im Sinne eines
„bis auf Weiteres-Aufenthalts“ – ausgerichtet sein. Allerdings schliesst die
Absicht, den Ort später wieder zu verlassen, eine Wohnsitznahme nicht
aus. Der Wohnsitz bleibt an diesem Ort bestehen, solange nicht anderswo
ein neuer begründet wird (Urteil des BGer 9C_600/2017 vom 9. August
2018 E. 2.2; Art. 24 Abs. 1 ZGB; HOTZ/SCHLATTER, Erster Titel: Die natürli-
chen Personen, in Büchler/Jakob [Hrsg.], Kurzkommentar ZGB, 2018,
Rz. 6 zu Art. 23 ZGB). Nicht unmittelbar massgeblich, sondern nur Indizien
für die Beurteilung der Wohnsitzfrage sind die Ausübung der politischen
Rechte, die Bezahlung der Steuern, fremdenpolizeiliche Bewilligungen so-
wie die Gründe, die zur Wahl eines bestimmten Wohnsitzes veranlassen
(Urteil des BGer 4A_695/2011 vom 18. Januar 2012 E. 4.1 m.H.; vgl. dazu
auch MARCO REICHMUTH, Wohnsitz und Aufenthalt bei Dauerleistungen der
1. Säule, in: JaSo 2014, S. 105 ff., insbesondere S. 107 ff.). Gemäss Art. 23
Abs. 2 ZGB kann niemand an mehreren Orten zugleich Wohnsitz haben.
C-3575/2018
Seite 12
Bei verheirateten Personen bestimmt sich der Wohnsitz gesondert für je-
den Ehegatten gemäss Art. 23 ff. ZGB, wobei sich der Lebensmittelpunkt
beider Ehegatten üblicherweise am Ort der ehelichen Wohnung befindet
(BGE 121 I 14; 115 II 121; DANIEL STAEHELIN in: Basler Kommentar Zivil-
gesetzbuch I, HONSELL/VOGT/GEISER [Hrsg.], 5. Aufl. 2014, Art. 23 N. 10).
Verlässt ein Ehegatte die eheliche Wohnung, um an einem anderen Ort
einen neuen Wohnsitz zu begründen, so muss er den entsprechenden Wil-
len deutlich manifestiert haben (BGE 119 II 65). Möglich, jedoch selten,
sind getrennte Wohnsitze bei Ehegatten, die das Zusammenleben nicht
aufgegeben haben, wenn sie sich abwechslungsweise in beiden Wohnun-
gen treffen (HONSELL/VOGT/GEISER [Hrsg.], Basler Kommentar zum Zivil-
gesetzbuch I, Art. 1-456 ZGB, 5. Aufl., 2014, Art. 23 ZGB N. 12). Bei ver-
heirateten Personen befindet sich der Mittelpunkt der Lebensbeziehungen
üblicherweise am Wohnort der Familie, nicht am Arbeitsort. Dies gilt auch
für Personen, welche am Arbeitsort übernachten und lediglich am Wochen-
ende nach Hause fahren (HONSELL/VOGT/GEISER [Hrsg.], a.a.O., Art. 23
ZGB N. 11).
Nach der Rechtsprechung ist für den "gewöhnlichen Aufenthalt" der tat-
sächliche Aufenthalt in der Schweiz und der Wille, diesen Aufenthalt auf-
rechtzuerhalten, massgebend; zusätzlich dazu muss sich der Schwerpunkt
aller Beziehungen in der Schweiz befinden (BGE 141 V 530 E. 5.3
S. 535 f.; 119 V 98 E. 6c S. 108, 111 E. 7b S. 117). Die in objektivem Sinne
zu verstehende Voraussetzung des tatsächlichen Aufenthalts wird in der
Regel nach der Ausreise ins Ausland nicht mehr erfüllt (Urteil des BGer
8C_373/2018, 8C_374/2018 vom 26. September 2018 E. 6).
3.3.4 Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne der
Beweisführungslast begriffsnotwendig aus, da es – unter Vorbehalt der Mit-
wirkungspflichten der versicherten Person (Art. 43 Abs. 3 ATSG) – Sache
des Sozialversicherungsgerichts (oder der verfügenden Verwaltungsstelle)
ist, für die Zusammentragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im So-
zialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Be-
weislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Un-
gunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sach-
verhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst
Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungs-
grundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermit-
teln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu
entsprechen (BGE 117 V 261 E. 3b S. 264).
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=%2B%22f%FCr+Dritte+erkennbar+%22+%2BWohnsitz+%2BMittelpunkt+&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F121-I-14%3Ade&number_of_ranks=0#page14 https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=%2B%22f%FCr+Dritte+erkennbar+%22+%2BWohnsitz+%2BMittelpunkt+&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F115-II-120%3Ade&number_of_ranks=0#page121 https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=3&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=soz&query_words=%2B%22Art.+43+Abs.+3+ATSG%22+%2BMitwirkungspflichten+%2Bbeweisw%FCrdigung&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F117-V-261%3Ade&number_of_ranks=0#page261
C-3575/2018
Seite 13
3.3.5 Nach der (im Zusammenhang mit dem Unfallversicherungsrecht be-
gründeten) Rechtsprechung (vgl. dazu BGE 121 V 45 E. 2a S. 47 mit Hin-
weisen, vgl. auch Urteile des BGer 8C_609/2017 vom 27. März 2018
E. 4.3.4; 8C_325/2017 vom 26. Oktober 2017 E. 4.2.1; 8C_196/2017 vom
28. Juli 2017 E. 4.2) ist davon auszugehen, dass die ursprünglichen Aus-
sagen in der Regel unbefangener und zuverlässiger sind als spätere An-
gaben, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen ver-
sicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (vgl. für das
IV-Verfahren auch Urteil des BGer 9C_11/2019 vom 16. Juli 2019 E. 4.2).
Wenn die versicherte Person ihre Darstellung im Laufe der Zeit wechselt,
kommt den Angaben, die sie kurz nach dem Ereignis gemacht hat, in der
Regel ein grösseres Gewicht zu als jenen nach Kenntnis einer Ablehnungs-
verfügung des Versicherers.
3.4
3.4.1 Der Beschwerdeführer hielt im Verfahren C-5384/2011 vor Bundes-
verwaltungsgericht mit Replik vom 27. Februar 2011 explizit fest, dass sein
zivilrechtlicher Wohnsitz von 1980 bis 1996/1997 in G._ gewesen
sei. Danach habe sich seine Wohnsitzsituation zwischen 1996 und 1998
geändert, da seine damalige Ehefrau am 1. April 1996 aus der gemeinsa-
men Wohnung ausgezogen und mit dem gemeinsamen Sohn H._
eine Wohnung bezogen habe. Die Ehe sei am (...) geschieden worden,
und er habe am (...) eine russische Staatsangehörige in B._ gehei-
ratet. Der Mittelpunkt seiner Lebensinteressen – und damit sein Wohnsitz
– sei deshalb zu diesem Zeitpunkt (...) nicht mehr in G._ gewesen
sei (Beilagen zu BVGer act. 5; act. 39, S. 7). Auch in seiner ergänzenden
Eingabe an das Bundesverwaltungsgericht vom 27. Februar 2012 führte er
wörtlich Folgendes aus: «Am (...) heirate (recte: heiratete) ich in
B._ eine russische Staatsangehörige. Zu diesem Zeitpunkt war der
Mittelpunkt meiner Lebensinteressen – und damit der Wohnsitz – nicht
mehr in G._.» Überdies hob er hervor, dass damit der bisherige
Wohnsitz jedes Partners durch einen gemeinsamen Wohnsitz abgelöst
worden sei (act. 39, S. 7).
Eine plausible Erklärung für den Widerspruch zwischen seinen Angaben
im Beschwerdeverfahren C-5384/2011 und seiner Argumentation im lau-
fenden Beschwerdeverfahren vermag der Beschwerdeführer nicht vorzu-
bringen. Vielmehr hat er im vorliegenden Beschwerdeverfahren darauf ver-
zichtet, zu diesem Widerspruch Stellung zu beziehen, obwohl er mit Zwi-
schenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 26. Februar 2020
C-3575/2018
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(vgl. Sachverhalt, Bst. S hievor) explizit zur Beantwortung dieser Frage auf-
gefordert worden ist (vgl. dazu Frage 1b der Zwischenverfügung vom
26. Februar 2020, BVGer act. 30 S. 4; BVGer act. 32 f.). Mit Recht weist
die Vorinstanz in diesem Zusammenhang darauf hin, dass der Beschwer-
deführer bereits bei seiner im Februar 2011 vorgenommenen Rentenan-
meldung keine Angaben darüber gemacht hat, ob seine Ehefrau in der
Schweiz gewohnt oder sich dort aufgehalten habe (act. 1, S. 3). Bezüglich
des Aufenthalts- und Wohnorts seiner Ehefrau hat der Beschwerdeführer
auch im vorliegenden Beschwerdeverfahren keine Beweismittel (wie bei-
spielsweise eine Bestätigung des Einwohneramtes oder einen Ausländer-
ausweis) eingereicht. Mit seinem Verzicht auf die Beantwortung der ihm
explizit unterbreiteten konkreten Fragen ist der Beschwerdeführer seiner
Mitwirkungspflicht (Art. 28 Abs. 2 i.V.m. Art. 43 Abs. 3 ATSG) ohne Angabe
von Gründen nicht nachgekommen. Dass der Beschwerdeführer den dar-
gelegten Widerspruch nicht hat auflösen können, ist im Rahmen der Be-
weiswürdigung als Indiz gegen die Annahme eines Lebensmittelpunktes in
G._ (für 2002 und 2003) zu berücksichtigen (vgl. dazu HANS-JAKOB
MOSIMANN, Mitwirkungspflichten der Parteien, in: JaSo 2016, S. 164).
3.4.2 Aus einem (im Zusammenhang mit einer erleichterten Einbürgerung
der Ehefrau erstellten) Bericht des Bundesamtes für Zuwanderung, In-
tegration und Auswanderung (heute: Staatssekretariat für Wirtschaft) vom
24. November 2004 geht sodann hervor, dass als Wohnsitz der Ehefrau
(C._) F._ vermerkt ist und die Mitteilungen des Amtes auch
an diese Adresse erfolgt sind (act. 4, S. 9). Die Angaben auf dieser amtli-
chen Bescheinigung des Bundesamtes für Zuwanderung, Integration und
Auswanderung lassen darauf schliessen, dass sowohl der Beschwerdefüh-
rer und auch die schweizerischen Behörden in Bezug auf die Jahre 2002
und 2003 von einem Wohnsitz der Ehefrau in F._ ausgegangen
sind. Obwohl er mit Zwischenverfügung vom 26. Februar 2020 auf diesen
Umstand hingewiesen und zur entsprechenden Stellungnahme aufgefor-
dert worden ist (vgl. Frage 1a der Zwischenverfügung vom 26. Februar
2020, BVGer act. 30, S. 4), hat er diese Frage zunächst unbeantwortet ge-
lassen (BVGer act. 32 f.). Erst in seiner unaufgeforderten Eingabe vom
30. Juli 2020 (BVGer act. 42) hat er zur Begründung des Widerspruchs auf
ein von seiner Ehefrau unterzeichnetes Schreiben vom 28. Juli 2020 ver-
wiesen (Beilage zu BVGer act. 42). Darin macht die Ehefrau zur Begrün-
dung der (damaligen) Angabe ihres Wohnsitzes in F._ geltend, sie
habe im Gesuch die Adresse ihres Mannes in F._ angeführt, denn
es habe keine andere Möglichkeit gegeben, weil ihr Ehemann beim
Schweizer Konsulat in Düsseldorf registriert gewesen sei. Wenn sie die
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Seite 15
russische Adresse angegeben hätte, wäre ihr Gesuch möglicherweise ab-
gelehnt worden (Beilage zu BVGer act. 42). Dieser Erklärungsversuch ver-
mag indes den genannten Widerspruch nicht aufzulösen. Weshalb sie dem
Bundesamt den Wohnsitz in F._ – und nicht (der Argumentation des
Beschwerdeführers folgend) den nunmehr geltend gemachten gemeinsa-
men Wohnsitz in G._ – angegeben hat, obwohl sie angeblich seit
der Geburt des gemeinsamen Sohnes am 22. April 2001 in G._ ge-
wohnt habe, vermögen weder der Beschwerdeführer noch dessen Ehefrau
plausibel zu begründen. Weshalb sie nicht seinen Wohnsitz in G._
hätte angeben können, wenn sie mit ihrem Ehemann tatsächlich seit der
Geburt des gemeinsamen Sohnes (22. April 2001) in G._ gewohnt
hätte, ist nicht ersichtlich und wird vom Beschwerdeführer auch nicht nach-
vollziehbar begründet. Daraus folgt, dass auch die nachträglich vorge-
brachte Behauptung des Beschwerdeführers und die nachgereichten Be-
weismittel nichts zur Klärung seiner widersprüchlichen Argumentation bei-
zutragen vermögen.
3.4.3 Ein weiteres Indiz für einen Wohnsitz in F._ ergibt sich auch
aus dem Eintrag im Informationssystem Vernetzte Verwaltung der Ausland-
schweizer (VERA) des Eidgenössischen Departements für auswärtige An-
gelegenheiten (EDA). Laut einer Mitteilung des EDA vom 27. August 2015
(Beilage zu BVGer act. 14) hat der Beschwerdeführer mit seiner Familie
vom 15. Juli 2002 bis 14. Dezember 2004 in F._ gewohnt. Der
Wohnsitz vor dem 15. Juli 2002 geht indes aus dem VERA-Eintrag nicht
hervor. Gemäss Art. 2 der Verordnung über das Informationssystem E-
VERA vom 17. August 2016 (SR 235.22) dient das Informationssystem
dem Eidgenössischen Departement für Auswärtige Angelegenheiten
(EDA) zur Erfüllung der konsularischen Aufgaben durch die Vertretungen
im Ausland und die Konsularische Direktion, insbesondere betreffend die
Führung des Auslandschweizerregisters (Bst. a), die Kommunikation mit
den Auslandschweizerinnen und Auslandschweizern (Bst. b), die Verwal-
tung und den Versand der Publikationen (Bst. c). Daraus folgt, dass der
Beschwerdeführer mit seiner Familie in der genannten Zeit vom 15. Juli
2002 bis 14. Dezember 2004 als Auslandschweizer mit Wohnsitz in
F._ gemeldet war. Diese Tatsache ist als weiteres Indiz für den
Wohnsitz der Familie in F._ zu werten.
Dies gilt umso mehr, als bei der Würdigung des Wohnsitzes namentlich
jenen Umständen besondere Bedeutung zukommt, welche für Dritte er-
kennbar sind, wobei sich die betreffende Person bei dem von ihr erweckten
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Seite 16
Rechtsschein behaften lassen muss (vgl. dazu HANSPETER KÄSER, Unter-
stellung und Beitragswesen in der obligatorischen AHV, 2. Aufl. 1996,
S. 14; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] H 140/02
vom 19. November 2002 E. 3.1 m.w.H.).
3.4.4 Ferner steht unbestrittenermassen fest, dass der Beschwerdeführer
als ordentlicher Professor der Universität F._ verpflichtet gewesen
ist, einen Wohnsitz in Deutschland zu begründen und aufrecht zu erhalten.
Laut Angaben des Beschwerdeführers hat er diese Wohnung in F._
bis Ende Februar 2004 beibehalten (BVGer act. 12, S. 7, samt Beilage 13;
BVGer act. 23 und 32). Die berufliche Tätigkeit mit eigener Wohnung in
Deutschland ist ein weiterer Hinweis für den Lebensmittelpunkt in Deutsch-
land. Zwar ist damit der Nachweis des Lebensmittelpunktes im Sinne
schweizerischen Rechts noch nicht erbracht, kennt doch das deutsche
Recht die Möglichkeit des Doppelwohnsitzes (§ 7 Abs. 2 des Bürgerlichen
Gesetzbuchs [BGB]). Diese rechtliche Konstellation ändert indes nichts an
der Tatsache, dass die durch die Beamtentätigkeit des Beschwerdeführers
begründete Pflicht zur Wohnsitznahme in Deutschland als weiteres, gegen-
über Dritten klar erkennbares und manifestiertes Indiz bei der Würdigung
der gesamten Umstände im Rahmen der Prüfung des geltend gemachten
schweizerischen Wohnsitzes zu berücksichtigen ist.
3.4.5 Hinsichtlich der Frage des Steuerdomizils respektive der Besteue-
rung der Erwerbseinkünfte geht aus den eingereichten Akten hervor, dass
der Beschwerdeführer sein Einkommen aus der Beamtentätigkeit als Pro-
fessor an der Universität F._ in Deutschland versteuert hat (Beila-
gen zu BVGer act. 21; Beilagen zu BVGer act. 32). Daraus lassen sich
indes im vorliegenden Fall keine entscheidenden Schlussfolgerungen in
Bezug auf den Wohnsitz ableiten, zumal Beamtenbesoldungen nach dem
massgeblichen Doppelbesteuerungsabkommen ungeachtet der Ansässig-
keit in jenem Staat zu versteuern sind, in welchem sich der Sitz der juristi-
schen Person des öffentlichen Rechts befindet (Art. 19 Abs. 1 des Abkom-
mens zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Bundes-
republik Deutschland zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Ge-
biet der Steuern vom Einkommen und vom Vermögen vom 11. August
1971, in Kraft seit 29. Dezember 1972; SR 0.672.913.62).
3.4.6 Was den Hinweis des Beschwerdeführers auf die vom deutschen Fi-
nanzamt anerkannten Aufwendungen für die doppelte Haushaltsführung
betrifft, sind die eingereichten Belege für die Jahre 1996 - 1999 (Beilagen
zu BVGer act. 21) zwar als (schwaches) Indiz für die Weiterführung des
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Seite 17
Haushaltes in G._ zu werten. Ein Nachweis für die Annahme eines
Mittelpunkts der Lebensinteressen in G._ ist damit allerdings nicht
erbracht. Denn zum einen beziehen sich die erwähnten Belege nicht auf
den hier relevanten Zeitraum von 2002 bis 2003; zum andern bestehen
auch keine Anhaltspunkte für die Annahme, dass die Anerkennung der
steuerlichen Abzüge das Ergebnis umfassender Abklärungen des Lebens-
mittelpunktes durch das Finanzamt gewesen wäre.
3.4.7 Für einen Wohnsitz in der Schweiz spricht prima vista die Tatsache,
dass der Beschwerdeführer vom 1. Januar 1998 bis 31. Dezember 2004
und sein Sohn D._ vom 22. April 2001 bis 31. Dezember 2004 bei
der I._ Kranken- und Unfallversicherung obligatorisch versichert
waren (Beilagen 4 zu BVGer act. 9; vgl. dazu Art. 3 Abs. 1 des Bundesge-
setzes vom 18. März 1994 über die Krankenversicherung [KVG,
SR 832.10]; BGE 129 V 159 E. 3.6.1). Allerdings ist auch dieses Indiz in-
soweit zu relativieren, als die schweizerischen Krankenversicherer in der
Regel keine Abklärungen zur Frage der Aufrechterhaltung eines früher be-
gründeten Wohnsitzes vornehmen (vgl. dazu auch Art. 7a der Krankenver-
sicherungsverordnung [SR 832.102]: Fortdauer des Versicherungsschut-
zes für nicht mehr unterstellte Personen). Zudem kann eine weiterhin ver-
sicherte Person, unabhängig vom tatsächlichen Lebensmittelpunkt, ein In-
teresse daran haben, die qualitativ hochstehenden Gesundheitsdienstleis-
tungen in der Schweiz weiterhin in Anspruch zu nehmen, obwohl die ge-
setzlichen oder vertraglichen Voraussetzungen zwischenzeitlich weggefal-
len sind.
3.4.8 Sodann belegen die vom Beschwerdeführer eingereichten Unterla-
gen betreffend die in den Jahren 1999 bis 2003 durchgeführten ärztlichen
und zahnärztlichen Behandlungen lediglich einen vorübergehenden Auf-
enthalt und lassen nicht auf eine Absicht des dauerhaften Verbleibens
schliessen. Auch die vom Beschwerdeführer ins Recht gelegten Monats-
rechnungen der Swisscom AG, die Belege bezüglich der Weiterführung der
Fahrzeugimmatrikulation (VW Passat) im Kanton G._ (Beilagen zu
BVGer act. 23) sowie für die mit unaufgeforderter Eingabe vom 1. Juli 2020
ins Recht gelegten Bankkonto-Auszüge über die mit EC-Kartenbezug in
den Jahren 2001 und 2002 mehrheitlich in der Region G._ getätig-
ten Einkäufe (Beilagen zu BVGer act. 39) sind zwar als Indizien für einen
Aufenthalt zu beachten. Diesen kommt indes bei der Gesamtwürdigung der
vorliegenden Beweismittel kein entscheidendes Gewicht zu, zumal sie kei-
nen unmittelbaren Bezug auf den (für Dritte erkennbaren und kundgege-
benen) Mittelpunkt der Lebensinteressen haben.
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Seite 18
3.4.9 Werden die vorstehend aufgeführten Indizien einer gesamthaften
Prüfung und Würdigung unterzogen, so ergibt sich, dass die Hinweise für
die Annahme eines Wohnsitzes des Beschwerdeführers in F._/DE
überwiegen. Die unbestrittene Begründung eines Wohnsitzes in
F._/DE als Folge der durch die Tätigkeit als Professor bedingten
gesetzlichen Wohnsitzpflicht, der Vermerk des Wohnsitzes der Ehefrau
(F._/DE) auf der Einbürgerungsurkunde vom (...), der VERA-Ein-
trag mit der Bestätigung des Wohnsitzes des Beschwerdeführers und sei-
ner Familie in F._/DE (15. Juli 2002 bis 14. Dezember 2004), die
wiederholt vertretene Argumentation des Beschwerdeführers im Be-
schwerdeverfahren C-5384/2011, dass sich der Mittelpunkt seiner Lebens-
interessen ab der Heirat vom (...; mit C._) nicht mehr in G._
befunden habe, sowie die Berücksichtigung der verweigerten Beantwor-
tung konkreter Fragen zum Lebensmittelpunkt des Beschwerdeführers und
seiner Ehefrau führen zum Schluss, dass sich der Wohnsitz des Beschwer-
deführers in den Jahren 2002 und 2003 mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit nicht mehr in der Schweiz (G._) befunden hat. Dies zumal
der ursprünglichen Aussage eine höhere Beweiskraft beizumessen ist als
der nachträglich vorgebrachten, hierzu im Widerspruch stehenden Argu-
mentation (vgl. E. 3.3.5 hievor). Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer
auch im laufenden Beschwerdeverfahren keine plausible Erklärung für
seine im früheren Beschwerdeverfahren bekräftigte Aussage, dass er sei-
nen Wohnsitz ab 1998 nicht mehr in G._ gehabt habe, vorbringt.
Schliesslich gilt es zu beachten, dass für die Begründung des Wohnsitzes
nicht der innere Wille der betreffenden Person entscheidend; massgebend
ist vielmehr, worauf die erkennbaren Umstände schliessen lassen, ist doch
nicht nur für die Person selbst, sondern vor allem auch für Drittpersonen
und Behörden von Bedeutung, wo sich deren Wohnsitz befindet (BGE 138
V 23 E. 3.1.1 S. 24; 136 II 405 E. 4.3 S. 409 f.; 133 V 309 E. 3.1 S. 312).
Der Beschwerdeführer muss sich bei dem von ihm erweckten Rechts-
schein behaften lassen.
Die gesamthafte Würdigung sämtlicher Indizien ergibt demnach, dass der
Beschwerdeführer und seine Familie in den Jahren 2002 und 2003 mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit in F._/DE ihren Wohnsitz hatten.
Der Antrag des Beschwerdeführers auf zusätzliche Berücksichtigung von
Erziehungsgutschriften (für Jahre 2002 und 2003) ist demnach mangels
Wohnsitzes respektive Versicherungsunterstellung unter die schweizeri-
sche AHV abzuweisen.
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=%2B%22f%FCr+Dritte+erkennbar+%22+%2BWohnsitz+%2BMittelpunkt+&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F138-V-23%3Ade&number_of_ranks=0#page23 https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=%2B%22f%FCr+Dritte+erkennbar+%22+%2BWohnsitz+%2BMittelpunkt+&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F138-V-23%3Ade&number_of_ranks=0#page23 https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=%2B%22f%FCr+Dritte+erkennbar+%22+%2BWohnsitz+%2BMittelpunkt+&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F136-II-405%3Ade&number_of_ranks=0#page405 https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=%2B%22f%FCr+Dritte+erkennbar+%22+%2BWohnsitz+%2BMittelpunkt+&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-V-309%3Ade&number_of_ranks=0#page309
C-3575/2018
Seite 19
3.5 Soweit der Beschwerdeführer die Anrechnung eines zusätzlichen Ein-
kommens von Fr. 4'800.- (= 6 x Fr. 800.- für die Zeit vom 1. April bis
30. September 1966) geltend macht (vgl. dazu auch Urteil des BVGer C-
5384/2011 E. 9.2.3 und 9.2.5; act. 75, S. 21 f.), ist ihm entgegen zu halten,
dass die von der Vorinstanz im Anschluss an das genannte Rückweisungs-
urteil bei der Eidgenössischen Ausgleichskasse veranlassten Abklärungen
ein AHV-pflichtiges Bruttoeinkommen von Fr. 2'400.- für das Jahr 1966 er-
geben haben (act. 78 und 83). Versicherte können die Berichtigung von IK-
Eintragungen bei Eintritt des Versicherungsfalles nur verlangen, soweit de-
ren Unrichtigkeit offenkundig ist oder dafür der volle Beweis erbracht wird
(Art. 141 Abs. 2 und 3 AHVV). Das gilt nicht nur für unrichtige, sondern
auch für unvollständige bzw. fehlende Eintragungen in den IK, wie bei-
spielsweise die Nichtregistrierung tatsächlich geleisteter Zahlungen (BGE
117 V 261 E. 3a). Der in Art. 141 Abs. 3 AHVV geforderte volle Beweis
schliesst den Untersuchungsgrundsatz nicht aus. Der Mitwirkungspflicht
des Betroffenen kommt jedoch ein erhöhtes Gewicht zu. Im Fall der Be-
weislosigkeit fällt der Entscheid zu Ungunsten jener Partei aus, die daraus
Rechte ableiten will (BGE 117 V 261 E. 3b mit Hinweisen; vgl. auch Urteile
EVG [heute Bundesgericht] H 41/04 vom 19. Oktober 2004 E. 4 sowie
H 141/03 vom 8. Oktober 2003 E. 3.1).
Der Beschwerdeführer bringt keine Tatsachen vor, welche den Schluss auf
eine offensichtliche Unrichtigkeit der Eintragungen im individuellen Konto
zuliessen (Art. 141 Abs. 3 AHVV). Insbesondere vermag er mit den am
14. März 2019 eingereichten Dokumenten (Beilagen zu BVGer act. 23)
nicht rechtsgenüglich nachzuweisen, dass er in der Zeit von April bis Sep-
tember 1966 effektiv einen AHV-Lohn von Fr. 4'800.- bezogen und hierfür
AHV-Beiträge entrichtet hätte. Weder die Verfügung vom 14. April 1966 be-
treffend Ermächtigung zur Anstellung des Beschwerdeführers an der ETH
noch der Zahlungsbeleg über einen am 25. August 1996 überwiesenen Be-
trag von Fr. 780.60 erbringen den gebotenen vollen Beweis für die Abrech-
nung entsprechender Sozialversicherungsbeiträge. Soweit er demnach
eine Korrektur des anrechenbaren AHV-Einkommens für 1966 fordert,
kann ihm nicht gefolgt werden.
3.6 Aus dem Gesagten folgt, dass die Beschwerde abzuweisen und der
angefochtene Einspracheentscheid vom 6. März 2015 zu bestätigen ist.
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Seite 20
4.
4.1 Das Verfahren ist für die Parteien kostenlos (Art. 85bis Abs. 2 AHVG),
weshalb keine Verfahrenskosten zu erheben sind.
4.2 Die obsiegende Vorinstanz hat als Bundesbehörde keinen Anspruch
auf Parteientschädigung (Art. 7 Abs. 3 des Reglements vom 21. Februar
2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-
gericht [VGKE, SR 73.320.2]). Dem unterliegenden Beschwerdeführer ist
entsprechend dem Verfahrensausgang ebenfalls keine Parteientschädi-
gung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario).
(Für das Urteilsdispositiv wird auf die nächste Seite verwiesen).
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