Decision ID: 078c7ded-17d5-45e2-b73c-5be8c090cd2d
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) meldete sich am 26. August 2014 bei der IV-
Stelle des Kantons St. Gallen (nachfolgend: IV-Stelle) für berufliche Massnahmen und
Rentenleistungen an (IV-act. 15; zur Früherfassung vgl. IV-act. 1 ff.). Er gab in der IV-
Anmeldung an, an einem Geburtsgebrechen zu leiden (IV-act. 15 S. 6). Im Jahre 1990
oder 1991 war beim Versicherten aufgrund einer kongenitalen Kyphoskoliose eine
Korrekturspondylodese Th6-Th8 durchgeführt worden. Der Versicherte war damals
bereits einmal bei der Invalidenversicherung (IV) angemeldet gewesen (vgl. IV-act. 48
S. 10 und 43 S. 1, oben; vgl. ferner act. G 1.4 ff. und G 5.2.7 S. 3). Im Zeitpunkt der IV-
Anmeldung vom August 2014 war der Versicherte bei der B._ AG als
Betriebsmitarbeiter angestellt gewesen (vgl. IV-act. 21 und 35 S. 1), jedoch war er seit
Mitte April 2014 von seinem Hausarzt Dr. med. C._, Innere Allg. Medizin FMH, zu 100
% krankgeschrieben worden (vgl. IV-act. 19 S. 2; vgl. ferner act. G 5.2.1 S. 5). Im _
2014 hatte ein Arbeitsversuch in einem Pensum von 50 % stattgefunden. Nach dem
Scheitern des Arbeitsversuchs aufgrund zu starker Schmerzen hatte Dr. C._ dem
Versicherten erneut eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt (vgl. IV-act. 19 S. 2
i.V.m. 8 S. 2). Am 9. Juli 2014 war der Versicherte bei der Klinik D._ wegen seit einem
halben Jahr bestehender Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in das Hinterhaupt und in
die linke Schulter bis in den Arm und die Finger vorstellig geworden. Der Versicherte
A.a.
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hatte anlässlich der Konsultation angegeben, dass er wegen dieser Schmerzen seit
Mitte April 2014 zu 100 % arbeitsunfähig sei. Die letzte Kontrolluntersuchung
hinsichtlich der Korrekturspondylodese sei 1995 erfolgt. Er sei diesbezüglich lange Zeit
beschwerdefrei gewesen. Manchmal habe er rechtsseitige Rückenschmerzen (IV-
act. 48 S. 10). Vom 9. Juli bis 9. August 2014 war dem Versicherten seitens eines
Arztes der Klinik D._ eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden (IV-act. 19
S. 1). Dr. med. E._, FMH Neurologie, Klinik D._, hatte am 13. August 2014 eine
elektrophysiologische Untersuchung durchgeführt, wobei sich keine
richtungsweisenden Befunde für eine radikuläre Symptomatik gezeigt hatten. Auch die
klinische Untersuchung hatte keine eindeutigen richtungsweisenden Befunde für eine
radikuläre Reizung ergeben. Weiter hatte Dr. E._ anlässlich der Untersuchung
festgestellt, dass sich MR-tomographisch entgegen den Beschwerden eine
rechtsseitige Betonung einer Diskushernie im Bereich C5/6 zeige (IV-act. 48 S. 12 ff.).
Noch am gleichen Tag hatte Dr. E._ die zuvor von einem anderen Arzt der Klinik
D._ attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis zum 9. September 2014 verlängert (IV-
act. 19 S. 4). Am 4. September 2014 unterzog sich der Versicherte in der Klinik D._
einer periforaminalen Infiltration C5 und C6 links, die jedoch zu keiner
Beschwerdelinderung führte (IV-act. 70 S. 11). Am _ Oktober 2014 wurde der
Versicherte in der Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) vorstellig. Die
behandelnden Ärzte sahen keine Indikation zur operativen Versorgung und wiesen den
Versicherten dem Schmerzzentrum zu (IV-act. 38 S. 4 f.). Die Arbeitgeberin kündigte
das Arbeitsverhältnis aufgrund der lange dauernden Arbeitsunfähigkeit per 31. Oktober
2014 (IV-act. 35 S. 8).
Am _ 2014 wurde der Versicherte erstmals im Schmerzzentrum des KSSG
vorstellig. Als Diagnose nannten die behandelnden Ärzte ein chronifiziertes,
nozizeptives Schmerzsyndorm (vgl. IV-act. 38 S. 6 ff.). Dr. C._ erwähnte in einem
Verlaufsbericht vom 19. Dezember 2014 als Diagnosen eine kongenitale
Halbwirbelbildung mit Kyphose/Skoliose Th6, eine Diskushernie C5/C6 linksbetont und
differentialdiagnostisch eine Depression. Weiter führte er aus, dass dem Versicherten
die bisherige Tätigkeit nicht mehr zumutbar sei. Eine leichte, abwechselnde Tätigkeit
ohne Heben von Gewichten über 5 kg sei ihm initial zu 50 % zumutbar. Je nach
A.b.
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Beschwerden und Schmerzen bestehe aber auch in diesem zeitlichen Rahmen eine
verminderte Leistungsfähigkeit. Die Arbeitsfähigkeit sollte durch unabhängige Ärzte
geprüft werden (IV-act. 38 S. 1 ff.). Anlässlich eines psychologischen Assessments im
Schmerzzentrum des KSSG vom _ 2015 stellte die behandelnde Psychotherapeutin
die Diagnose einer depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradig ausgeprägt, vor dem
Hintergrund eines Bandscheibenvorfalls und einer Rückenoperation mit Versteifung.
Weiter hielt die behandelnde Therapeutin fest, dass der Versicherte gegenüber
psychologischen Gesprächen und Psychopharmaka offen sei, weshalb eine
diesbezügliche Behandlung in die Wege geleitet worden sei (IV-act. 48 S. 1 ff.). Am 23.
März 2015 wurde der Versicherte im Auftrag der Krankentaggeldversicherung
orthopädisch und psychiatrisch untersucht (act. G 5.2.4 S. 4 ff.). Dr. med. F._,
Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, nannte in ihrem bei der
Taggeldversicherung am 25. März 2015 eingegangenen Teilgutachten folgende
Diagnosen: Verminderte Belastbarkeit der Wirbelsäule bei Status nach
Korrekturspondylodese in Höhe BWK 6-8 bei angeborener Skoliose, Rippenbuckel
links (radiologisch liege das Material in situ ohne Bruch- oder Lockerungszeichen),
Fehlstatik der Wirbelsäule, Haltungsinsuffizienz, mässig gut trainierte
Rumpfmuskulatur, kein nervenwurzelbezogenes neurologisches Defizit, beidseits
deutlich verkürzte Ischiokruralmuskulatur ohne Dehnungsschmerzen mit negativen
Auswirkungen auf Haltung und Statik, freie Funktionen der grossen und kleinen
Gelenke der oberen und unteren Extremitäten, klinischer Anhalt auf ausgesprochene
körperliche Schonung und weitgehend schlanker Habitus (act. G 5.2.4 S. 26). Sodann
hielt Dr. F._ fest, dass der Versicherte bei einer verminderten Belastbarkeit der
Wirbelsäule auf Dauer für körperlich leichte und gelegentlich mittelschwere Tätigkeiten
geeignet sei, die bevorzugt aus wechselnder Ausgangslage verrichtet werden könnten.
Schweres Heben und Tragen, häufiges Bücken, ständige Zwangshaltungen, aber auch
Tätigkeiten über Kopf sowie Tätigkeiten mit ständiger Inklination des Kopfes müssten
vermieden werden. Einschränkungen ergäben sich auch für Arbeiten bei Kälte und
Nässe (act. G 5.2.4 S. 28 f.). Dr. med. G._, Facharzt FMH für Psychiatrie und
Psychotherapie, hielt in seinem Teilgutachten vom 25. März 2015 folgende Diagnosen
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit fest: Anhaltende depressive Episode, aktuell
schweren Grades mit somatischem Syndrom und Suizidgedanken sowie leichten
psychotischen Symptomen (differentialdiagnostisch sekundäre/reaktive
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Anpassungsstörung auf die chronische Schmerzproblematik), chronisches nozizeptives
zervikozephales Schmerzsyndrom bei kongenitaler, thorakaler Kyphoskoliose mit
Zustand nach Aufrichtungsspondylodese der Brustwirbelsäule (BWS) 1991, Status
nach Cannabiskonsum, gegenwärtig abstinent, zuvor schädlicher Gebrauch (act.G
5.2.4 S. 14). Sodann kam Dr. G._ zum Schluss, dass beim Versicherten aus rein
psychiatrischer Sicht aufgrund der ausgeprägten depressiven Symptomatik eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe. Nach verbesserter und angepasster Medikation
werde diese in den nächsten ein bis zwei Monaten remittieren. Die Remission sei
jedoch auch von der weiteren Entwicklung der somatischen Schmerzproblematik sowie
des Erfolgs des geplanten interdisziplinären Schmerzprogramms sowie dem Finden
einer angepassten Tätigkeit im Rahmen der Wiedereingliederung durch die IV abhängig
(act. G 5.2.4 S. 18). Von _ bis _ 2015 nahm der Versicherte an einem
Schmerzprogramm des KSSG teil (act. G 5.2.6 S. 3 ff.). Am 19. August 2015 fand im
Auftrag der Krankentaggeldversicherung eine fachvertrauliche
Reevaluationsuntersuchung durch Dr. G._ statt (act. G 5.2.7 S. 2 ff.). Dieser kam in
seinem Untersuchungsbericht zum Schluss, dass aus rein psychiatrischer Sicht die
Arbeitsfähigkeit aufgrund der noch immer bestehenden schweren Depression zu 100
% aufgehoben sei. Deswegen sei nun eine stationäre Behandlung vorgesehen. Aus
psychiatrischer Sicht könne durchaus wieder mit einer namhaften Besserung bzw.
vollständigen Remission der Depression gerechnet werden (act. G 5.2.7 S. 14 f.). Vom
23. September bis 27. Oktober 2015 nahm der Versicherte an einer stationären
psychosomatischen Behandlung in der Klinik H._ teil. Im Kurzaustrittsbericht vom 27.
Oktober 2015 nannten die behandelnden Ärzte die Diagnosen chronische
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren und mittelgradige
depressive Episode. Sie attestierten dem Versicherten vom 23. September bis 8.
November 2015 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Für die Zeit ab dem 9. November
2015 empfahlen sie einen beruflichen Wiedereinstieg in einem Pensum von höchstens
50 % (IV-act. 87 S. 1 f.; vgl. ferner IV-act. 94 S. 1 ff.).
Anlässlich eines invalidenversicherungsrechtlichen Assessmentgesprächs vom 21.
Dezember 2015 brachte der Versicherte zum Ausdruck, dass es ihm eher schlechter
als besser gehe. Er sei verärgert, dass man ihn nun einfach zu 50 % arbeitsfähig
geschrieben habe, da die Ärzte nicht mehr weiter wüssten. Gleichwohl erklärte er sich
A.c.
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bereit, an einem Einsatzprogramm oder einer beruflichen Abklärung probeweise
teilzunehmen (IV-act. 98 S. 1 ff.). Am 3. März 2016 unterzeichnete der Versicherte einen
Eingliederungsplan der IV-Stelle mit dem Ziel der Eingliederung in den ersten
Arbeitsmarkt (IV-act. 101). Mit Mitteilung vom 7. März 2016 gewährte die IV-Stelle
Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche (IV-act. 103). Am 28. April 2016 teilte
der Versicherte der IV-Stelle mit, dass er eine Stelle als Z._ mit
Aussendiensttätigkeiten erhalten habe. Er sei im Stundenlohn angestellt, wobei ein
Pensum von 50 % garantiert sei (IV-act. 135 S. 2). Am 19. Mai 2016 teilte er der IV-
Stelle telefonisch mit, dass er die Stelle wieder verloren habe. In den Tagen darauf
erklärte er, dass der Betrieb mangels Aufträgen eingestellt worden sei. Die Arbeit habe
ihm gut gefallen, jedoch sei das Laufen zu viel für ihn gewesen, sodass er wieder
Schmerzen bekommen habe (IV-act. 135 S. 3).
Am 3. August 2016 berichtete Dr. med. I._, Facharzt für Rheumatologie FMH,
über eine Vorstellung des Versicherten vom 22. Juli 2016. Als Diagnosen nannte er ein
chronisches panvertrebrales Syndrom sowie eine Depression. Weiter hielt er fest, dass
er aufgrund der Gesamtsituation beim Versicherten höchstens eine Restarbeitsfähigkeit
von 50 % für leichte Tätigkeiten ohne Belastung der Wirbelsäule und mit der
Möglichkeit zur Wechselbelastung sehe (IV-act. 136 S. 71 ff.).
A.d.
Im Zeitraum vom 19. August bis 10. Oktober 2016 wurde der Versicherte im
Auftrag der IV-Stelle von der SMAB AG polydisziplinär (internistisch, orthopädisch,
neurologisch und psychiatrisch) untersucht (IV-act. 136 S. 1). In der
Konsensbeurteilung ihres Gutachtens vom 17. November 2016 (vgl. IV-act. 136 S. 1)
nannten die beteiligten Fachärzte als Diagnosen mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit ein chronisch rezidivierendes zervikobrachiales Schmerzsyndrom links
bei linkskonvexer thorakaler Kyphoskoliose mit rechtskonvexer zervikaler
Gegenschwingung und eine depressive Episode, nicht näher bezeichnet (IV-act. 136
S. 13). Weiter hielten sie fest, dass die Arbeitsfähigkeit als Betriebsmitarbeiter bei der
Firma B._ AG seit dem 14. April 2014 aufgehoben sei. In einer angepassten Tätigkeit
betrage die Arbeitsfähigkeit aktuell ca. 70 % (IV-act. 136 S. 16). Möglich seien leichte
bis gelegentlich mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten ohne Zwangshaltungen
der Wirbelsäule und ohne häufige Überkopfarbeiten. Geeignet seien kognitiv eher
einfache, gut vorstrukturierte, überwiegend sachbezogene (d.h. mit keinem oder
A.e.
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allenfalls wenig Kundenkontakt verbundene) Tätigkeiten ohne erhöhte Anforderungen
an die emotionale Belastbarkeit und ohne unregelmässige Arbeitszeiten.
Nachtschichten sollten vermieden werden (IV-act. 136 S. 15). Aus orthopädischer Sicht
habe in einer leidensangepassten Tätigkeit durchgehend eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
bestanden. Aus psychiatrischer Sicht sei spätestens ab Januar 2015 eine mittelgradige
depressive Episode mit einer damit einhergehenden Arbeitsunfähigkeit von 50 % in
adaptierten Tätigkeiten vorhanden gewesen. Unter Berücksichtigung der beiden
Gutachten von Dr. G._ vom 25. März und 19. August 2015 dürfte ab März 2015 bis
zum Eintritt in die Klinik H._ eine schwere depressive Episode vorgelegen haben.
Somit sei die Arbeitsfähigkeit von März 2015 bis zum Austritt aus der Klinik H._ am
27. Oktober 2015 aufgehoben gewesen. Danach habe die Arbeitsfähigkeit bei einer
mittelgradigen depressiven Episode über längere Zeit 50 % betragen. Inzwischen sei
es zu einer Besserung gekommen. Am ehesten sei anzunehmen, dass diese
spätestens seit Anfang September 2016, als die Medikation mit Trittico abgesetzt
worden sei, eingetreten sei. Die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit werde
daher seit September 2016 auf 70 % geschätzt (IV-act. 136 S. 16). Zusammenfassend
kamen die Gutachter zum Schluss, dass für angepasste Tätigkeiten von April 2014 bis
Januar 2015 eine 100%ige, von Januar bis Februar 2015 eine 50%ige, von März bis
Oktober 2015 eine 0%ige, von November 2015 bis August 2016 eine 50%ige und ab
September 2016 eine 70%ige Arbeitsfähigkeit bestanden habe (IV-act. 136 S. 16,
unten). In einer Stellungnahme vom 22. November 2016 hielt der regionale ärztliche
Dienst (RAD) fest, dass das Gutachten die versicherungsmedizinischen Anforderungen
erfülle. Aus versicherungsärztlicher Sicht könne auf die administrative Expertise
abgestellt werden (IV-act. 137 S. 1).
Mit Schreiben vom 2. März 2017 machte der Versicherte gegenüber der IV-Stelle
geltend, dass ihm eine 70%ige Arbeitsfähigkeit weder körperlich noch seelisch möglich
sei. Eine Arbeitsfähigkeit von 50 % wäre für ihn vertretbar. Er bitte um eine
Rentenprüfung (IV-act. 145).
A.f.
Am _ März 2017 berichteten die behandelnden Ärzte der Klinik für Orthopädische
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates des KSSG davon, dass eine
Facettengelenksinfiltration C5/6 beidseits vom _ Dezember 2016 beim Versicherten
während ca. vier Tagen zu einer Schmerzminderung geführt habe. Am _ Februar 2017
A.g.
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sei eine zweite Infiltration C5/6 beidseits durchgeführt worden, von welcher der
Versicherte nicht habe profitieren können. Eine MRT-Untersuchung vom _ Februar
2017 habe eine Osteochondrose betont C3/4, eine ausgeprägte Unkarthrose C5/6
sowie eine Facettengelenksarthrose C6/7 links gezeigt. Somit weise die
Halswirbelsäule (HWS) des Versicherten für sein Alter fortgeschrittene Veränderungen
auf mehreren Etagen auf. Die Unkarthrose stelle die grösste Veränderung dar. Der
Versicherte leide unter starken belastungsabhängigen Cervicalgien der unteren HWS.
Intermittierend bestünden Kribbelparästhesien entlang der Vorderseite des linken
Oberarmes und der Speiche bis in alle Finger, jedoch stehe letztgenannte Symptomatik
im Hintergrund. Inwieweit eine Schmerzlinderung durch eine Fusion des Segments
C5/6 erreicht werden könne, sei fraglich (IV-act. 152). Am _ April 2017 berichteten die
Ärzte, dass der Versicherte nun ein operatives Vorgehen wünsche (IV-act. 153). Am _
April 2017 wurde eine erneute Facettengelenksinfiltration durchgeführt, wobei diese
wiederum ohne Erfolg blieb. Die Ärzte hielten in einem Verlaufsbericht vom _ Mai 2017
fest, dass sie dem Versicherten aufgrund der therapieresistenten
Beschwerdesymptomatik eine Diskektomie und Fusion C5/6 empfohlen hätten, wobei
sie ihn darüber informiert hätten, dass der postoperative Schmerzrückgang aufgrund
der multisegmentalen Veränderungen möglicherweise nicht zufriedenstellend sein
werde (IV-act. 155).
Am 7. Juni 2017 verfügte die IV-Stelle nach einem entsprechenden Vorbescheid
(vgl. IV-act. 151) die Abweisung des Begehrens um berufliche Massnahmen, da sich
der Versicherte nicht im Umfang der ihm gutachterlich attestierten Arbeitsfähigkeit
arbeitsfähig fühle und eine Prüfung des Rentenanspruchs wünsche (IV-act. 154).
A.h.
Mit Vorbescheid vom 15. Juni 2017 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht, da er aus medizinischer Sicht eine
leidensangepasste Tätigkeit noch in einem Pensum von 70 % ausüben könne (IV-act.
158).
A.i.
Gegen diesen Vorbescheid erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt R.
Pedergnana, St. Gallen, am 21. Juni 2017 Einwand. Er machte darin im Wesentlichen
geltend, dass die gutachterliche Einschätzung einer 70%igen Arbeitsfähigkeit in
leidensangepassten Tätigkeiten nicht nachvollziehbar sei. Auch mit dem
A.j.
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B.
Valideneinkommen sei er nicht einverstanden. Er habe ein Geburtsgebrechen und habe
schon kurz nach der Geburt Leistungen der IV bezogen (IV-act. 159). In einem
Schreiben vom 29. Juni 2017 führte der Versicherte ergänzend aus, dass er seit der
Geburt gesundheitlich eingeschränkt sei, weshalb mit einem höheren
Valideneinkommen gerechnet werden müsse. Überdies sei er auch
behinderungsbedingt eingeschränkt, was zu einem leidensbedingten Abzug führen
müsse (IV-act. 163).
Anlässlich einer Verlaufskontrolle vom _ Juli 2017 nach der Durchführung einer
Cage Fusion der Etage C5/6 vom _ Juni 2017 berichtete der Versicherte von neuen
neuropathischen Schmerzen entlang des Dermatoms C6. Ausserdem erwähnte er,
dass die Nackenschmerzproblematik nur leicht besser sei. Er spüre noch immer
deutliche Verspannungen im gesamten Schultergürtel (IV-act. 164).
A.k.
In einer Stellungnahme vom 9. August 2017 hielt der RAD fest, dass das SMAB-
Gutachten fundiert auf die Wirbelsäulenproblematik eingegangen sei. Insofern würden
die zwischenzeitlich vorgelegten Berichte des KSSG keinen neuen medizinischen
Zustand aufzeigen. Es bestehe keine Veranlassung, die Einschätzungen der Gutachter
abzuändern. Sollte die medizinische Indikation der Halswirbelsäulenoperation korrekt
gewesen sein und die Heilung regelhaft verlaufen, sei sogar von einer Verbesserung
des Zustandes auszugehen (IV-act. 165 S. 1 f.).
A.l.
Mit Verfügung vom 10. August 2017 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren des
Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 22 % ab (IV-act. 166).
A.m.
Gegen diese Verfügung erhob der noch immer durch den gleichen Anwalt
vertretene Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 12. September 2017
Beschwerde. Darin beantragte er, die Verfügung vom 10. August 2017 sei aufzuheben
und ihm sei eine halbe, eventualiter eine Viertelsrente zuzusprechen; alles unter
Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der IV-Stelle (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin; act. G 1). Mit Schreiben vom 9. November 2017 beantragte der
Beschwerdeführer die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung (act. G 4).
B.a.
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Erwägungen
1.
Vorliegend strittig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine
Invalidenrente.
2.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 13. November 2017 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 5). Gleichentags
entsprach der verfahrensleitende Richter dem Gesuch um Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung für das Verfahren vor Versicherungsgericht ab
dem Zeitpunkt der Gesuchsstellung vom 9. November 2017 (act. G 6).
B.b.
Mit Schreiben vom 16. Februar 2018 reichte die Beschwerdegegnerin einen
Verlaufsbericht der Klinik für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates des KSSG vom _ Januar 2018 ein (act. G 12 und 12.1). In
diesem war im Wesentlichen festgehalten worden, dass sich die neuropathischen
Schmerzen im Dermatom C6 zurückgebildet hätten. Der Versicherte habe die
Operation als Erfolg mit Besserung der Beschwerdesymptomatik beurteilt. Seit einigen
Monaten würde er nun aber neu unter rechtsseitigen Beinschmerzen leiden. Eine MRT
der Lendenwirbelsäule (LWS) vom Dezember 2017 habe kein entsprechendes Korrelat
ergeben (act. G 12.1)
B.c.
In seiner Replik vom 20. Februar 2018 hielt der Beschwerdeführer an seinen bisher
gestellten Anträgen fest (act. G 14).
B.d.
In ihrer Duplik vom 23. März 2018 hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem in der
Beschwerdeantwort gestellten Rechtsbegehren fest (act. G 16).
B.e.
Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
2.1.
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3.
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR
830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit wird in Art. 7 Abs. 1 ATSG als der durch eine
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichen
Arbeitsmarkt definiert. Die Invalidität ist grundsätzlich durch einen
Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen kann, in Beziehung
gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Art. 16 ATSG). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad
von mindestens 50 % besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
Um den Arbeitsfähigkeitsgrad bestimmen zu können, ist die Verwaltung - und im
Beschwerdefall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu
Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswerts
eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben
worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der
Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweis).
2.2.
Zunächst ist zu prüfen, ob aufgrund der vorliegenden medizinischen Aktenlage der
Arbeitsfähigkeitsgrad des Beschwerdeführers mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
feststeht (zum Beweismass siehe BGE 138 V 221 E. 6 und Urteil des Bundesgerichts
vom 2. August 2017, 8C_128/2017, E. 2).
3.1.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 12/19
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Die Beschwerdegegnerin hat sich für die Ablehnung des Rentenanspruchs in erster
Linie auf das eingeholte SMAB-Gutachten gestützt, wonach der Beschwerdeführer ab
September 2016 in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 70 % arbeitsfähig sei (IV-
act. 136 S. 16 und act. G 1.2, 5 und 16). Der Beschwerdeführer sieht sich lediglich als
zu 50 % arbeitsfähig. Er macht in seiner Replik geltend, dass die SMAB-Gutachter
keine nachvollziehbare Begründung dafür geliefert hätten, warum die von Dr. I._
vorgenommene Einschätzung einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit falsch sein sollte
(act. G 14 S. 4 f.). Ausserdem ist der Beschwerdeführer der Ansicht, dass seine
Arbeitsfähigkeit aktuell auch aus psychischer Sicht nur zu maximal 50 % verwertbar
sei. Denn erst kürzlich hätte sich ein Partnerschaftskonflikt mit seiner Lebenspartnerin
ereignet, der völlig eskaliert sei, womit ihm eine wichtige Stütze weggebrochen sei.
Aufgrund dieser jüngsten Entwicklungen sei die attestierte 70%ige Arbeitsfähigkeit neu
zu evaluieren (act. G 14 S. 4). Schliesslich sei er seit dem 11. Dezember 2017 bei der
Stiftung J._ im zweiten Arbeitsmarkt beschäftigt. Aus einem Kurzbericht der Stiftung
vom 18. Januar 2018 gehe hervor, dass es ihm aktuell nicht möglich sei, länger als
viereinhalb Stunden am Stück zu arbeiten (act. G 14 S. 6).
3.2.
Der vom Beschwerdeführer in seiner Replik vom 20. Februar 2018 angesprochene
Konflikt mit der Lebenspartnerin und eine allfällig dadurch bedingte Destabilisierung
des psychischen Gesundheitszustandes ist für das vorliegende Beschwerdeverfahren
nicht relevant, da aufgrund der Schilderungen in der Replik davon auszugehen ist, dass
sich der Konflikt erst nach Erlass der angefochtenen Verfügung ereignet hat. Sollte sich
der Gesundheitszustand aufgrund dieses Partnerschaftskonflikts längerfristig
verschlechtert haben, steht es dem Beschwerdeführer frei, sich erneut bei der
Beschwerdegegnerin anzumelden. Gleiches gilt für den vom Beschwerdeführer
eingereichten Bericht der Stiftung J._. Angesichts des erst seit dem 11. Dezember
2017 laufenden Beschäftigungsverhältnisses kann dieser Bericht keine für den
vorliegenden Beurteilungszeitraum relevanten Erkenntnisse liefern (vgl. act. G 14.1).
Ergänzend ist anzumerken, dass die Arbeitsfähigkeit in erster Linie medizinisch-
theoretisch zu bestimmen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 28. Mai 2009,
9C_332/2009, E. 3; vgl. ferner act. G 16 S. 4).
3.3.
Das SMAB-Gutachten beruht auf eigenständigen Abklärungen. Die medizinischen
Vorakten und die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden sind berücksichtigt
worden. Weiter bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass objektiv wesentliche
Tatsachen im Gutachten nicht berücksichtigt worden wären. Namentlich haben sich die
Gutachter auch mit den rechtsprechungsgemäss zu berücksichtigenden
Standardindikatoren auseinandergesetzt (vgl. insbesondere IV-act. 136 S. 17 ff. und 61
3.4.
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ff.). Die bescheinigte Arbeitsfähigkeit leuchtet sodann in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein.
So stimmt die Einschätzung der Gutachter, wonach aus orthopädischer Sicht –
abgesehen von allfälligen nicht zu berücksichtigenden kurzen Unterbrechungen – stets
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für angepasste Tätigkeiten bestanden habe, mit der
Beurteilung von Dr. F._ überein (vgl. act. G 5.2.4 S. 28 f.). Die gutachterliche
Beurteilung, wonach aus neurologischer Sicht keine Diagnosen mit Relevanz für die
Arbeitsfähigkeit vorlägen, steht in Einklang mit den in der Klinik D._ im August 2014
durchgeführten elektrophysiologischen und klinischen Untersuchungen (vgl. IV-act. 48
S. 12 ff.). Die psychiatrische Einschätzung, wonach ab Januar 2015 eine mittelgradige
depressive Episode mit einer damit einhergehenden 50%igen Arbeitsunfähigkeit in
adaptierten Tätigkeiten vorgelegen habe, findet ihre Stütze im Bericht des
Schmerzzentrums des KSSG über das psychologische Assessment vom _ 2015 (IV-
act. 48 S. 1 ff.) sowie im Bericht von Dr. C._ vom 19. Dezember 2014 (IV-act. 38 S. 1
ff.). Die gutachterliche Attestierung einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit aufgrund einer
schweren depressiven Episode im Zeitraum März 2015 bis 27. Oktober 2015 stimmt
weitestgehend mit den Beurteilungen von Dr. G._ vom 25. März und 19. August 2015
(vgl. act. G 5.2.4 S. 18 und 5.2.7 S. 15 ff.) sowie der Beurteilung der Ärzte der Klinik
H._ überein (vgl. IV-act. 87 S. 1 f.). Die Annahme der Gutachter, dass nach dem
Austritt aus der Klinik eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten
bestanden habe, steht grundsätzlich ebenfalls in Einklang mit der Beurteilung der Ärzte
der Klinik H._ (vgl. IV-act. 87 S. 1 f.). Schliesslich ist auch die gutachterliche
Schätzung einer 70%igen Arbeitsfähigkeit ab September 2016 mit der Begründung,
dass zu diesem Zeitpunkt das Medikament Trittico abgesetzt worden sei (vgl. IV-
act. 136 S. 16), nachvollziehbar, zumal der psychiatrische Gutachter den
Beschwerdeführer im Oktober 2016 eingehend exploriert hat (vgl. IV-act. 136 S. 1). Die
gutachterliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit wirkt somit im Kontext der gesamten
medizinischen Aktenlage stimmig. Einzig die von April 2014 bis Januar 2015 attestierte
100%ige Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten (vgl. IV-act. 136 S. 16) lässt
sich aufgrund der medizinischen Aktenlage nicht ohne weiteres nachvollziehen (vgl. IV-
act. 19 S. 1 f.). Die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit für diesen Zeitraum ist für den
vorliegenden Fall jedoch nicht von Relevanz, da der frühestmögliche Beginn eines
allfälligen Rentenanspruchs, wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen werden,
ohnehin erst auf den 1. April 2015 fällt (vgl. dazu E. 4.2). Zur Einschätzung von Dr. I._
vom 3. August 2016 hat sich der orthopädische Gutachter dahingehend geäussert,
dass er die von diesem attestierte Restarbeitsfähigkeit von 50 % anhand der
erhobenen klinischen und radiologischen Befunde von orthopädisch-traumatologischer
Seite nicht nachvollziehen könne. Die erfolgte Korrektur-Spondylodese der mittleren
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Brustwirbelsäule von 1991 habe im zeitlichen Verlauf stabile Verhältnisse gezeigt und
habe bis 2014 bei den diversen, teilweise körperlich deutlich stärker belastenden
Tätigkeiten des Beschwerdeführers keine Schwierigkeiten oder Einschränkungen
verursacht (IV-act. 136 S. 41). Demnach hat der orthopädische Gutachter durchaus
nachvollziehbar begründet, warum er die Einschätzung von Dr. I._ nicht teilt. Wie der
Beschwerdeführer zu Recht einwendet (vgl. act. G 14 S. 5), geht aus der Aktenlage
zwar hervor, dass er teilweise ausgeführt hat, der Rücken habe ihm auch schon vor
dem Jahr 2014 immer wieder einmal Probleme bereitet (vgl. z.B. IV-act. 8 S. 2).
Gleichzeitig hat der Beschwerdeführer teilweise aber auch angegeben, praktisch
beschwerdefrei gewesen zu sein (vgl. z.B. IV-act. 48 S. 10). Jedenfalls ist den Akten zu
entnehmen, dass der Beschwerdeführer erst ab Mitte April 2014 längerfristig
arbeitsunfähig geworden ist (vgl. z.B. IV-act. 15 S. 4 und 19 S. 2) und dass er davor
teilweise auch körperlich anspruchsvolle Tätigkeiten ausgeführt hat (vgl. z.B. IV-act. 11
S. 1 ff.). Insofern ist die Kritik des orthopädischen Gutachters an der Beurteilung von
Dr. I._ nachvollziehbar. Weiter ist zu berücksichtigen, dass Dr. I._ die
Arbeitsfähigkeit aufgrund der Gesamtsituation des Beschwerdeführers auf 50 %
geschätzt hat. Angesichts der von Dr. I._ im Bericht vom 3. August 2016 genannten
Depression ist davon auszugehen, dass er auch psychische Aspekte in die Beurteilung
hat einfliessen lassen, obwohl er selber Rheumatologe ist (vgl. 141 S. 1 ff.). Aus
psychischen Gründen haben die Gutachter dem Beschwerdeführer bis August 2016
ebenfalls eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit und ab September 2016 eine 30%ige
Arbeitsunfähigkeit attestiert (vgl. IV-act. 136 S. 16). Die gutachterliche Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit unterscheidet sich somit nicht besonders stark von derjenigen von Dr.
I._. Dabei ist zu bedenken, dass es bei einer medizinischen
Arbeitsfähigkeitsschätzung zumeist einen gewissen Ermessensspielraum gibt (vgl.
Urteile des Bundesgerichts vom 4. März 2013, 9C_794/2012, E. 4.2 und vom 10.
August 2011, 8C_997/2010, E. 3.2). Schliesslich ist zu berücksichtigen, dass die
behandelnden Ärzte aufgrund ihrer auftragsrechtlichen Vertrauensstellung eher geneigt
sein können, zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten auszusagen (BGE 135 V 470
E. 4.5; Urteil des Bundesgerichts vom 29. Oktober 2014, 8C_677/2014, E. 7.2). Der
Bericht von Dr. I._ vom 3. August 2016 erweckt demnach keine ernsthaften Zweifel
an der Richtigkeit der gutachterlichen Einschätzung. Warum die nach dem
Begutachtungszeitpunkt, jedoch vor dem Verfügungserlass eingereichten Berichte des
KSSG nichts an der gutachterlichen Einschätzung zu ändern vermögen, hat der RAD in
seiner Stellungnahme vom 9. August 2017 nachvollziehbar dargelegt (IV-act. 165 S. 1
f.). Zusammenfassend lässt sich somit festhalten, dass auf die schlüssige
Arbeitsfähigkeitsschätzung der Gutachter abgestellt werden kann. Demnach ist davon
auszugehen, dass beim Beschwerdeführer in einer leidensangepassten Tätigkeit von
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4.
Januar bis Februar 2015 eine Arbeitsfähigkeit von 50 %, von März bis Oktober 2015
eine solche von 0 % und von November 2015 bis August 2016 eine solche von 50 %
bestanden hat. Ab September 2016 ist sodann eine 70%ige Arbeitsfähigkeit in einer
leidensangepassten Tätigkeit anzunehmen (vgl. IV-act. 136 S. 16).
Ausgehend von der gutachterlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung bleiben die
erwerblichen Auswirkungen der Leistungsbeeinträchtigung zu prüfen. Dabei ist der
Invaliditätsgrad anhand eines Einkommensvergleichs zu bestimmen (vgl. E. 2).
4.1.
Massgebend für den Einkommensvergleich sind grundsätzlich die Verhältnisse im
Zeitpunkt des Beginns des Rentenanspruchs (vgl. BGE 129 V 222). Die Anmeldung des
Beschwerdeführers ist bei der IV-Stelle am 26. August 2014 eingegangen (vgl. IV-act.
15). Der früheste Beginn eines allfälligen Rentenanspruchs im Sinne von Art. 29 Abs. 1
und 3 IVG wäre somit der 1. Februar 2015. Das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b
IVG ist zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht verstrichen gewesen, da die
Arbeitsunfähigkeit gemäss der gutachterlichen Einschätzung erst am 14. April 2014
eingetreten ist (vgl. IV-act. 136 S. 16; vgl. ferner IV-act. 19 S. 2). Unter
Berücksichtigung des Wartejahres fällt der frühestmögliche Rentenbeginn auf den 1.
April 2015 (vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. b i.V.m. 29 Abs. 3 IVG). Für den Einkommensvergleich
massgebend ist somit das Jahr 2015.
4.2.
Für das Valideneinkommen ist entscheidend, was die versicherte Person aufgrund
ihrer beruflichen und persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit im massgebenden Zeitpunkt des allfälligen
Rentenbeginns verdient hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG;
BGE 135 V 59 E. 3.1 und 139 V 30 E. 3.3.2, je mit Hinweisen). Die Beschwerdegegnerin
hat das Valideneinkommen gestützt auf das im Jahr 2011 vom Beschwerdeführer
gemäss Auszug aus dem individuellen Konto der Sozialversicherungsanstalt (SVA)
erzielte Einkommen ermittelt (vgl. IV-act. 156 i.V.m. 32 S. 1). Warum die
Beschwerdegegnerin auf das Jahr 2011 abgestellt hat, ist nicht nachvollziehbar, zumal
der Beschwerdeführer in diesem Jahr noch nicht bei der B._ AG, sondern bei einer
anderen Arbeitgeberin tätig gewesen ist (vgl. IV-act. 32 S. 1 i.V.m. IV-act. 21 S. 1). Die
Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers hat ihren Anfang mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit am 14. April 2014 genommen (vgl. IV-act. 136 S. 16 und 19 S. 2). In
diesem Zeitpunkt ist der Beschwerdeführer bei der B._ AG als Betriebsmitarbeiter
angestellt gewesen und hat einen Jahreslohn von Fr. 58'150.-- verdient (13 x
Fr. 3'550.-- + 12 x Fr. 1'000.--; vgl. IV-act. 21 S. 1, 15 S. 6 und 35 S. 2). Es ist davon
4.3.
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auszugehen, dass er ohne die im April 2014 eingetretene Arbeitsunfähigkeit diese
Stelle weiterhin innegehabt hätte und somit zum Zeitpunkt des potentiellen
Rentenbeginns im Jahr 2015 weiterhin bei dieser Arbeitgeberin tätig gewesen wäre.
Folglich ist auf das bei der B._ AG erzielte Einkommen abzustellen. Hochindexiert auf
das Jahr 2015 ergibt sich somit ein Valideneinkommen von gerundet Fr. 58'648.--
(Fr. 58'150.-- / 2220 x 2239; vgl. Tabelle T 39, Entwicklung der Nominallöhne, der
Konsumentenpreise und der Reallöhne, 2010-2018, des schweizerischen Bundesamtes
für Statistik). Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, ihm sei das Einkommen
eines Y._ als Validenlohn anzurechnen, da seine Invalidität schon viel früher
eingetreten sei und dazu geführt habe, dass er die Lehre als Y._ habe abbrechen
müssen (vgl. act. G 1 S. 6), kann ihm nicht gefolgt werden. Erstens ist aufgrund der
Aktenlage nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass er ohne
Spondylodese die Lehre als Y._ tatsächlich zu Ende geführt hätte bzw. dass im
Wesentlichen gesundheitliche Gründe für den Abbruch der Lehre verantwortlich
gewesen sind. Es ist auch nicht ersichtlich, inwiefern die vom Beschwerdeführer nach
Abbruch der Y._-lehre absolvierte Ausbildung im Bereich des Verkaufs seinen
gesundheitlichen Einschränkungen besser angepasst gewesen sein soll (vgl. IV-act. 11
S. 2). Zweitens hat der Beschwerdeführer in der Vergangenheit teilweise in körperlich
anspruchsvollen Tätigkeiten gearbeitet (vgl. IV-act. 11 S. 1 ff.). Insofern ist
anzunehmen, dass ihm aus gesundheitlichen Gründen bis zum Eintritt der
Arbeitsunfähigkeit im Jahr 2014 auch eine Tätigkeit als Y._ möglich gewesen wäre.
Diesbezüglich sind auch aus den Akten, deren Beizug der Beschwerdeführer beantragt
(vgl. act. G 1 S. 3), keine wesentlichen Erkenntnisse zu erwarten. Insbesondere geht
aber aus den bereits vorliegenden Akten hervor, dass die Beschwerdegegnerin die vom
Beschwerdeführer gewünschten Akten ohnehin nicht mehr beibringen kann (vgl. IV-
act. 43 S. 1 und 162 S. 1). Folglich kann dem Antrag des Beschwerdeführers auf den
Beizug der früheren IV-Akten nicht entsprochen werden.
Für das Invalideneinkommen hat die Beschwerdegegnerin auf die Werte der
Tabelle TA 1 der schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2014 des Bundesamtes
für Statistik abgestellt. Dabei ist sie vom Zentralwert der im Kompetenzniveau 1
beschäftigten Männer ausgegangen, was grundsätzlich nicht zu beanstanden ist
(vgl. IV-act. 156 S. 1). Dieses Gehalt ist allerdings noch auf das Jahr 2015 zu indexieren
(vgl. E. 4.2). Folglich ergibt sich bei einem Pensum von 100 % und unter
Berücksichtigung einer wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden ein
Invalideneinkommen von Fr. 66'633.-- (vgl. Anhang 2 der Gesetzesausgabe der
Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2019). Bei LSE-Daten handelt es sich allerdings
lediglich um statistische Durchschnittswerte, was sich daran zeigt, dass der
4.4.
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Beschwerdeführer im vorliegenden Fall als Gesunder in einem Pensum von 100 % ein
unter dem LSE-Wert für Hilfsarbeitertätigkeiten liegendes Einkommen erzielt hat. Da
die Akten keinerlei Anhaltspunkte dafür liefern, dass der Beschwerdeführer freiwillig auf
ein höheres Einkommen verzichtet hat, ist anzunehmen, dass die
Unterdurchschnittlichkeit seines Validenlohns auf die für die Invaliditätsbemessung
nicht zu berücksichtigenden Zwänge des realen Arbeitsmarktes zurückzuführen ist.
Auch wenn nicht erstellt ist, dass dem Beschwerdeführer eine Y._-lehre aus
gesundheitlichen Gründen verwehrt gewesen ist, so kann gleichwohl auch nicht
ausgeschlossen werden, dass die mit dem Geburtsgebrechen einhergehenden leichten
Beschwerden möglichweise dazu beigetragen haben, dass er seine Erwerbsfähigkeit
auch vor dem Jahr 2014 nur mit unterdurchschnittlichen Erfolg hat verwerten können.
Folglich ist davon auszugehen, dass sein Erwerbspotential als Gesunder mindestens
dem LSE-Wert für Hilfsarbeitertätigkeiten entsprochen hat, sodass das
Valideneinkommen auf den LSE-Lohn anzuheben ist. Da demnach im vorliegenden Fall
sowohl hinsichtlich des hypothetischen Valideneinkommens als auch bezüglich des
Invalideneinkommens derselbe Lohn für ein Pensum von 100 % zugrunde zu legen ist,
kann der Einkommensvergleich anhand eines sogenannten Prozentvergleichs
vorgenommen werden. Dabei entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der
Arbeitsunfähigkeit, allenfalls unter Berücksichtigung eines Abzugs vom Tabellenlohn
(vgl. BGE 126 V 75).
Aufgrund der bestehenden Rückenproblematik (vgl. IV-act. 136 S. 39), die zu
qualitativen Einschränkungen im Leistungsprofil führt (vgl. IV-act. 136 S. 15 f.), gepaart
mit den psychischen Problemen, welche die Arbeitsfähigkeit auch in quantitativer
Hinsicht einschränken (vgl. IV-act. 136 S. 15 f. und 62 f.), bedarf der Beschwerdeführer
einer erhöhten Rücksichtnahme in einem Betrieb. Auch ist er nicht gleich flexibel
einsetzbar wie andere Arbeitnehmende. Beispielsweise wird es ihm kaum möglich sein,
kurzfristig Überstunden zu leisten oder an einem anderen Arbeitsplatz eingesetzt zu
werden. Folglich ist anzunehmen, dass der Beschwerdeführer die ihm verbliebene
Restarbeitsfähigkeit nur mit unterdurchschnittlichem Erfolg verwerten können wird.
Daher ist ein Tabellenlohnabzug von 10 % angezeigt.
4.5.
Bei einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 0 %, wie er im Zeitraum März bis Oktober
2015 vorgelegen hat, besteht ein Invaliditätsgrad von 100 % und somit ein Anspruch
auf eine ganze Rente, wobei dieser erst ab dem 1. April 2015 beginnt (vgl. E. 4.2). Bei
einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 50 %, wie er im Zeitraum November 2015 bis August
2016 bestanden hat, beträgt der Invaliditätsgrad 55 % (= 100 % - 90 % x 50 %).
Folglich besteht in diesem Zeitraum ein Anspruch auf eine halbe Rente, wobei die
4.6.
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5.