Decision ID: ab7fe9fc-b917-52df-b797-08da906a9ad9
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 31.03.2017 Revision gemäss lit. a Abs. 1 Schlussbestimmungen IVG: Rentenrevision erfolgte innerhalb der gesetzlichen Frist. Rentenaufhebung gestützt auf das beweiskräftige Gutachten (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 31. März 2017, IV 2016/63). Entscheid vom 31. März 2017 Besetzung Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterinnen Marie Löhrer und Marie-Theres Rüegg Haltinner; Gerichts- schreiberin Jeannine Bodmer Geschäftsnr. IV 2016/63 Parteien A._, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Claudia Lehmann, Anwaltsbüro Lehmann, Bahnhofstrasse 85, 9240 Uzwil, gegen IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen, Beschwerdegegnerin, Gegenstand Rentenrevision (Einstellung 6a) Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 29. April 2002 wegen Kopfschmerzen, Schwindel,
Verspannung, Herzklopfen, Körperschmerzen, Schlaflosigkeit, Traurigkeit, Alpträumen,
Angst und Müdigkeit bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (IV-act. 1). Gemäss dem
Arztbericht seines Hausarztes Dr. med. B._ vom 9. Juli 2002 litt er unter
Spannungskopfschmerzen und Schwindelgefühl sowie einem Cervikalsyndrom. Der
Hausarzt attestierte dem Versicherten vom 19. März 2001 bis 31. Juli 2001, vom 7. bis
21. Dezember 2001 und ab Januar 2002 bis auf Weiteres eine Arbeitsunfähigkeit von
100% (IV-act. 6-1). Am 5. November 2002 berichteten die den Versicherten
behandelnde Ärzte der Sozialpsychiatrischen Beratungsstelle C._ über eine
Verbesserung des Gesundheitszustands. Sie erachteten eine Dysthymie F34.1 sowie
eine Somatisierungsstörung F45.0 als für die Arbeitsunfähigkeit verantwortlich und
schätzten die Arbeitsfähigkeit seit Oktober 2002 auf 50% (IV-act. 10).
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A.b Mit Verfügung vom 25. September 2003 sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit
Wirkung ab 1. Dezember 2002 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 56% eine halbe
Rente zu (IV-act. 28).
A.c Die in den Jahren 2004 und 2009 durchgeführten Revisionsverfahren ergaben
einen unveränderten Rentenanspruch (IV-act. 37, 50).
A.d Im Rahmen des Mitte 2013 eingeleiteten weiteren Revisionsverfahrens (vgl. IV-act.
52) gab die IV-Stelle am 10. Februar 2015 eine polydisziplinäre Begutachtung durch
das Zentrum für Medizinische Begutachtung (ZMB), Basel, in Auftrag (IV-act. 68).
Gestützt auf die vom 20. bis 24. April 2015 erfolgten internistischen, orthopädischen,
neurologischen und psychiatrischen Untersuchungen stellten die Experten im
Gutachten vom 16. Juni 2015 als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode, ein chronisches
cervicovertebragenes Schmerzsyndrom sowie funktionelle Beschwerden mit Schwindel
und Bewusstseinsstörungen fest. Sie schätzten die Arbeitsfähigkeit des Versicherten in
adaptierten, körperlich leichten Tätigkeiten auf 70% (IV-act. 74-35, 74-37).
A.e RAD-Arzt Dr. med. D._, Facharzt für Innere Medizin, Rheumatologie,
Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH, Fähigkeitsausweis SAMM, zertifizierter
medizinischer Gutachter (SIM), befand das Gutachten mit Stellungnahme vom 8.
Oktober 2015 als nachvollziehbar und die Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten
von 70% als plausibel (IV-act. 80).
A.f Gemäss Gesprächsprotokoll vom 2. November 2015 kam die IV-Stelle zum
Schluss, dass zwar auf das ZMB-Gutachten, nicht aber auf die Beurteilung der
30%igen Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht abgestellt werden könne.
Insbesondere sei eine leichte depressive Störung als Hauptdiagnose gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht invalidisierend (IV-act. 81). Mit Vorbescheid
vom 20. November 2015 stellte die IV-Stelle dem Versicherten daher die Einstellung
der Invalidenrente in Aussicht (IV-act. 84). Ebenfalls mit Schreiben vom 20. November
2015 bot sie ihm an, an Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen, wobei er bis zum
Abschluss der Massnahmen, längstens aber für zwei Jahre, vom Anspruch auf
Weiterzahlung der bisherigen Rentenleistungen profitiere (IV-act. 85).
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A.g Gegen den Vorbescheid liess der Versicherte am 12. Januar 2016 durch
Rechtsanwältin lic. iur. C. Lehmann-Schreiber Einwand erheben (IV-act. 86).
A.h Mit Verfügung vom 22. Januar 2016 stellte die IV-Stelle die Rentenleistungen auf
den ersten Tag des zweiten Monats nach Zustellung der Verfügung ein und entzog
einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung (IV-act. 88).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde vom 24. Februar 2016 mit den
Begehren, die angefochtene Verfügung aufzuheben und die aufschiebende Wirkung
unverzüglich wieder herzustellen. Eventualiter sei festzustellen, dass der
Beschwerdeführer Anspruch auf Massnahmen zur Wiedereingliederung nach Art. 8a
der Schlussbestimmungen mit Weiterführung der Rente bis zum Abschluss der
Massnahmen habe. Eventuell sei ihm eine ganze Rente zuzusprechen. Zur Begründung
macht er im Wesentlichen geltend, dass der Beschluss zur Überprüfung der
Rentenrevision gestützt auf die Schlussbestimmungen erst am 15. Januar 2015 und
damit verspätet erfolgt sei. Damit sei die Einstellung der Rentenleistung nicht zulässig.
Weiter genüge das Gutachten den neuen Anforderungen an die Sachverhaltsabklärung
gemäss Bundesgericht nicht. Es fehle insbesondere die Umschreibung eines
Tätigkeits-/Belastungs- und Ressourcenprofils. Der Beschwerdeführer verfüge nicht
über die notwendigen Ressourcen, um seine verbleibende Arbeitsfähigkeit verwerten
zu können (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 25. April 2016 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde und das Festhalten am Entzug der aufschiebenden
Wirkung der Beschwerde (act. G 7).
B.c Ebenfalls am 25. April 2016 bewilligt die Abteilungspräsidentin des
Versicherungsgerichts das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den
Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) unter
Anrechnung des bereits geleisteten Kostenvorschusses von Fr. 700.-- (act. G 8).
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B.d Mit Entscheid vom 29. Juni 2016 weist die Einzelrichterin des
Versicherungsgerichts das Gesuch um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung
ab (act. G 14).
B.e Mit Replik vom 9. August 2016 hält der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest,
die angefochtene Verfügung aufzuheben und eventualiter eine ganze Invalidenrente
zuzusprechen (act. G 17).
B.f Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf die Einreichung einer Duplik (act. G 19).

Erwägungen
1.
Gegenstand der angefochtenen Verfügung bildet die Aufhebung des Rentenanspruchs
des Beschwerdeführers gestützt auf lit. a der Schlussbestimmungen der Änderung vom
18. März 2011 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20;
nachfolgend Schlussbestimmungen). Nicht Gegenstand der angefochtenen Verfügung
bilden die in Abs. 2f. dieser Schlussbestimmung geregelten Ansprüche (Massnahmen
der Wiedereingliederung und davon abhängige Weiterausrichtung der Rente während
längstens zwei Jahren). Der Beschwerdeführer hat denn auch in der Replik den
Eventualantrag betreffend Wiedereingliederungsmassnahmen fallen gelassen (act. G
17).
2.
2.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Rentenaufhebung auf lit. a der
Schlussbestimmungen, wonach Renten, die bei pathogenetisch-ätiologisch unklaren
syndromalen Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage
gesprochen wurden, innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten dieser Änderung (1.
Januar 2012) neu überprüft werden. Sind die Voraussetzungen nach Art. 7 Abs. 1 und 2
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG;
SR 830.1; Erwerbsunfähigkeit) nicht erfüllt, so wird die Rente herabgesetzt oder
aufgehoben, auch wenn der Tatbestand von Art. 17 Abs. 1 ATSG (Revision) nicht
verwirklicht ist.
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2.2 Ausgangspunkt für die Bemessung der Invalidität bildet die Frage, ob und in
welchem Ausmass es einer versicherten Person zumutbar ist, trotz ihres
Gesundheitsschadens ein Erwerbseinkommen zu erzielen. In Art. 7 Abs. 2 ATSG, der
mit der 5. IVG-Revision am 1. Januar 2008 in Kraft getreten ist, wird festgelegt, dass
eine Erwerbsunfähigkeit nur vorliegt, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar
ist. Damit wurde gesetzlich verankert, dass die Zumutbarkeit nicht nach dem
subjektiven Empfinden der versicherten Person, sondern nach objektiven
Gesichtspunkten zu beurteilen ist. Art. 7 Abs. 2 ATSG schreibt somit auf Gesetzesstufe
das Erfordernis der Objektivierbarkeit fest.
2.3 Das Bundesgericht hat mit BGE 141 V 281 vom 3. Juni 2015 seine die
Bestimmung von Art. 7 Abs. 2 ATSG beschlagende Rechtsprechung zu den
Voraussetzungen, unter denen anhaltende somatoforme Schmerzstörungen und
vergleichbare psychosomatische Leiden eine rentenbegründende Invalidität zu
bewirken vermögen, geändert. Es hat die von ihm geschaffene
Überwindbarkeitsvermutung und den sich an den Foersterkriterien orientierenden
Prüfungsraster aufgegeben. Das bisherige Regel/Ausnahme-Modell wurde durch ein
„strukturiertes“ Beweisverfahren ersetzt. Nach der neuen Rechtsprechung hat die
Invaliditätsbemessung bei psychosomatischen Störungen den Aspekt der funktionellen
Auswirkungen zu berücksichtigen, was sich schon in den diagnostischen
Anforderungen niederschlagen muss. Massgebend seien in Schweregrad und
Konsistenz der funktionellen Auswirkungen eingeteilte Standardindikatoren. Die
Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrads sei nur zulässig, wenn die
funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen
Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und
widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen
seien (BGE 141 V 307 f. E. 6; vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 23. September 2015,
8C_421/2015, E. 5.2).
2.4 Auf Grund dessen, dass die Vorschrift von lit. a Abs. 1 der Schlussbestimmungen
eine Überprüfung bisheriger Rentenansprüche in Nachachtung von Art. 7 ATSG
verlangt und die neue Rechtsprechung gemäss BGE 141 V 281 auch auf laufende
Verfahren Anwendung findet (Urteil des Bundesgerichts vom 23. September 2015,
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8C_421/2015, E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 137 V 266 E. 6), ist diese auch für die
Prüfung der vorliegenden Rentenaufhebung massgebend.
3.
3.1 Vorab ist in formeller Hinsicht zu prüfen, ob die Dreijahresfrist für die Durchführung
der Revision gestützt auf lit. a der Schlussbestimmungen eingehalten wurde. Die
Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers bringt vor, zwar sei die Überprüfung gemäss
den Schlussbestimmungen am 9. Dezember 2014 angekündigt worden, der eigentliche
interne Beschluss zur Überprüfung sei jedoch erst am 15. Januar 2015 ergangen, als
auch gleichzeitig die entsprechende Begutachtung beschlossen worden sei. Bis Ende
2014 sei eine Überprüfung gestützt auf die Schlussbestimmungen damit weder
eingeleitet noch durchgeführt worden (act. G 1, II Ziff. 13 Bst. c).
3.2 Aus den Akten geht hervor, dass der Beschwerdeführer den „Fragebogen:
Revision der Invalidenrente/Hilflosenentschädigung“ am 28. Juni 2013 unterschrieben
hat (IV-act. 52). Mit Schreiben vom 11. Juli 2013 ersuchte die Beschwerdegegnerin den
Hausarzt des Beschwerdeführers, Dr. B._, um Beantwortung eines Fragebogens zur
Überprüfung des medizinischen Sachverhalts. Bereits in diesem Schreiben bezog sich
die Beschwerdegegnerin darauf, sie habe den medizinischen Sachverhalt im Rahmen
der Gesetzesrevision 6a des IVG erneut zu überprüfen (IV-act. 58-1f.). Mit
Eingangsstempel vom 7. Oktober 2013 kam der Fragebogen ausgefüllt an die
Beschwerdegegnerin zurück (IV-act. 58-3). Sodann forderte die Beschwerdegegnerin
nach längerer Pause, während welcher keine Aktivitäten in den Akten festgehalten sind,
bei der Psychiatrischen Klinik E._ am 12. November 2014 einen Verlaufsbericht ein.
Dieser wurde mit Datum vom 19. November 2014 ausgefüllt an sie zurückgesandt (IV-
act. 60). In der Folge informierte die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer mit
Schreiben vom 9. Dezember 2014, dass sein weiterer Anspruch auf Rente gegenwärtig
überprüft werde. Im Rahmen der laufenden Rentenrevision erfolge auch eine
Anspruchsprüfung nach den Schlussbestimmungen und die Abklärung von möglichem
Eingliederungspotential gemäss Auftrag der IV-Revision 6a (IV-act. 61). Unter diesen
Umständen ist unerheblich, dass die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer
ihren Entscheid zur Vornahme einer Begutachtung erst am 15. Januar 2015, d.h. nach
Ablauf der Dreijahresfrist für die Überprüfung nach den Schlussbestimmungen,
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mitteilte. Nachdem die Überprüfung bereits im Jahr 2013 ihren Anfang nahm und dem
Beschwerdeführer im Dezember 2014 innerhalb der Dreijahresfrist explizit unter
Hinweis auf die IV-Revision 6a mitgeteilt wurde, ist die Frist für eine allfällig
revisionsweise Herabsetzung oder Aufhebung der Rente nach den
Schlussbestimmungen eingehalten (in diesem Sinne auch das Urteil des
Bundesgerichts vom 26. Oktober 2015, 8C_286/2015, E. 3.2.2 mit Hinweisen). Somit
sind nachfolgend die materiellen Voraussetzungen dazu zu prüfen.
4.
4.1 Zunächst stellt sich die Frage, ob die mit Mitteilung vom 21. Oktober 2009
(revisionsweise) erfolgte unveränderte Bestätigung einer halben Rente (IV-act. 50) auf
Grund eines pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebilds ohne
nachweisbare organische Grundlage im Sinne der Schlussbestimmungen erfolgte.
4.2 Vom Anwendungsbereich von lit. a der Schlussbestimmungen sind laufende
Rentenansprüche auszunehmen, wenn und soweit sie auf erklärbaren Beschwerden
beruhen. Lassen sich unklare Beschwerden von erklärbaren Beschwerden trennen,
können die Schlussbestimmungen der 6. IV-Revision auf erstere Anwendung finden
(BGE 140 V 197).
4.3 Der revisionsweise letztmals am 21. Oktober 2009 bestätigte Anspruch des
Beschwerdeführers auf eine halbe Rente stützte sich in medizinischer Hinsicht auf den
Verlaufsbericht der Psychiatrischen Klinik E._ vom 18. Juni 2009 (IV-act. 46). Dieser
verneinte die Frage nach einer Änderung der Diagnose. Auch der vorangehende
Verlaufs¬bericht vom 4. Mai 2004 verneinte eine Diagnoseänderung. Sowohl die
Dysthymie F34.1 als auch die Somatisierungsstörung F45.0 hätten Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit. Diese betrage seit dem 14. Oktober 2002 50% (IV-act. 36). Auch im
Verlaufsbericht vom 24. Januar 2003 befanden die Ärzte der Sozialpsychiatrischen
Beratungsstelle C._, dass beide Diagnosen zusammen zu einer Arbeitsfähigkeit von
50% führen würden (IV-act. 12-1, vgl. auch den Bericht vom 5. November 2002, IV-act.
10-1). Mit der Somatisierungsstörung F45.0 ist folglich ein pathogenetisch-ätiologisch
unklares syndromales Beschwerdebild ohne nachweisbare organische Grundlage im
Sinne der Schlussbestimmungen diagnostiziert. Nachdem die Dysthymie, wenn sie
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nicht zusammen mit anderen Befunden wie etwa einer - hier von keinem Facharzt
diagnostizierten - ernsthaften Persönlichkeitsstörung auftritt, nach der Rechtsprechung
nicht einem Gesundheitsschaden im Sinne des Gesetzes gleichkommt und sie allein
somit als regelmässig nicht invalidisierend gilt (vgl. Urteil vom 28. April 2010,
9C_98/2010 E. 2.2.2, SVR 2008 IV Nr. 8 S. 23, I 649/06 E. 3.3.1 mit Hinweisen), war die
Somatisierungsstörung (im Zusammenhang mit der Dysthymie) für die
Rentenzusprache wesentlich bzw. nicht wegzudenken.
4.4 Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die der Verfügung vom 25. September 2003
(IV-act. 28) sowie den Mitteilungen vom 2. Juni 2004 (IV-act. 37) und 21. Oktober 2009
(IV-act. 50) zugrunde gelegte Arbeitsunfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten
hauptsächlich auf pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage im Sinne der
Schlussbestimmungen beruhte, womit der Tatbestand von Abs. 1 lit. a der
Schlussbestimmungen erfüllt ist. Die Beschwerdegegnerin hat die Rentenleistung des
Beschwerdeführers deshalb zu Recht einer Überprüfung im Sinne der
Schlussbestimmungen unterzogen.
5.
5.1 Des Weiteren ist zu prüfen, ob der medizinische Sachverhalt bezogen auf die
Rechtsprechung BGE 141 V 281 rechtsgenüglich abgeklärt worden ist, was der
Beschwerdeführer verneint (act. G 1). Im Rahmen des auf Grund der
Schlussbestimmungen eingeleiteten Revisionsverfahrens holte die
Beschwerdegegnerin beim ZMB das interdisziplinäre (internistische, orthopädische,
neurologische und psychiatrische) Gutachten vom 16. Juni 2015 ein (IV-act. 74). Von
internistischer Seite wurde ein Verdacht auf arterielle Hypertonie festgestellt und
angegeben, dass die vom Beschwerdeführer geklagten Kopfschmerzen
differentialdiagnostisch auch im Rahmen der nicht behandelten arteriellen Hypertonie
erklärt werden könnten. Des Weiteren bestehe ein Wolff-Parkinson-White-Syndrom
(WPW-Syndrom), eine Herzrhythmusstörung, ED 1996. Der Beschwerdeführer gebe
anamnestisch Episoden von Herzklopfen an, welche wenige Minuten dauern würden.
Eine Tachykardie sei in den Akten bisher während Jahrzehnten aber nie objektiviert
worden, anamnestisch und klinisch hätten sich auch keine Hinweise für eine manifeste
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Kardiopathie gefunden, klinisch sei die Herzfunktion kompensiert. Insgesamt liessen
sich aus internistischer Sicht keine Gründe für eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
nennen. Auf Grund der orthopädischen Untersuchung fand Dr. med. F._ ein
chronisches cervicovertebragenes Schmerzsyndrom mit lokalen Tendomyosen,
Insertionstendinosen und einer Spannungskopfschmerz-Komponente bei Fehlstatik
und degenerativen Veränderungen auf Höhe C5/6. Die Funktion der HWS sei
geringgradig eingeschränkt. Die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden im
Bereich der HWS und des Nackens könnten mit den bildgebenden Befunden erklärt
werden. Des Weiteren bestehe radiologisch eine lumbosacrale Hyperlordose mit
Facettenarthrosen, derzeit symptomfrei. Bildgebend sei im 2011 eine initiale
Coxarthrose beidseits festgestellt worden, welche jedoch ebenfalls klinisch nicht
apparent gewesen sei. Diese röntgenmorphologische Veränderung sei erneut bestätigt
worden. Zusammenfassend befand der Gutachter die körperlich anstrengende
Tätigkeit als Bauarbeiter auf Grund der orthopädischen Befunde als nicht zumutbar.
Demgegenüber hielt er adaptierte, körperlich leichte bis intermittierend mittelschwere
Tätigkeiten ohne repetitive Überkopfarbeit als durchaus möglich. Aus neurologischer
Sicht interpretierte der Gutachter die Kopfschmerzen bei täglicher Analgetikaeinnahme
im Sinne eines analgetikainduzierten Spannungstypkopfschmerzes. Im Übrigen fanden
sich im neurologischen Status keine pathologischen Befunde. Die beklagte
Symptomatik (Schwindel und Bewusstseinsstörung) hatte kein neurologisches Korrelat.
Von einer funktionellen Aetiologie wurde ausgegangen. Als einzige Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit in qualitativer Hinsicht hielt der neurologische Gutachter fest, dass der
Beschwerdeführer wegen der genannten Symptomatik nicht für absturzgefährdete
Arbeiten (Leiter, Gerüste, etc.) eingesetzt werden sollte (IV-act. 74-35f.).
5.2 Im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung durch Dr. med. G._ zeigte sich
der Beschwerdeführer in Stimmung und Affekt herabgestimmt, bedrückt, pessimistisch
und hoffnungslos. Die Vitalgefühle seien deutlich beeinträchtigt gewesen und die
Schwingungsfähigkeit eingeschränkt. Die mnestischen Funktionen seien objektiv nicht
beeinträchtigt gewesen, es hätten keine psychischen Werkzeugsstörungen bestanden.
Die Einschätzung der Intelligenz sei durchschnittlich gewesen, wobei der
Beschwerdeführer sehr einfach strukturiert sei und wenig Schulbildung genossen habe.
Er selber sehe sich in einer angepassten Tätigkeit durchaus als arbeitsfähig und habe
während des Gesprächs immer wieder gesagt, dass er gerne halbtags arbeiten würde,
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wenn es eine Arbeit gäbe, die er machen könnte. Im Beck-Depressions-Inventar (BDI)
hätten sich 23 von 64 möglichen Punkten gezeigt, was einer leichten depressiven
Episode entspreche. Im Mini ICF habe sich eine leichte Beeinträchtigung der Fähigkeit
zur Anpassung an Regeln und Routinen gefunden, keine Beeinträchtigung bei der
Planung und Strukturierung von Aufgaben. Die Flexibilität und Umstellungsfähigkeit sei
auf Grund des längeren sozialen Rückzugs mittelgradig beeinträchtigt, die Anwendung
fachlicher Kompetenzen sei leicht beeinträchtigt. Die Entscheidungs- und
Urteilsfähigkeit sei auf Grund des fehlenden Selbstvertrauens mittelgradig bis schwer
beeinträchtigt. Die Durchhaltefähigkeit sowie auch die Selbstbehauptungsfähigkeit
seien ebenfalls schwer beeinträchtigt. Die Kontaktfähigkeit zu Dritten sei schwer
beeinträchtigt wie auch die Gruppenfähigkeit. Demgegenüber sei die Fähigkeit zu
familiären und intimen Beziehungen nicht beeinträchtigt, die Fähigkeit zu
Spontanaktivitäten sei mittelgradig beeinträchtigt, die Selbstpflege sei nicht
beeinträchtigt und die Verkehrsfähigkeit sei gegeben. Anlässlich der Untersuchung
hätten sich keine Symptome einer Somatisierungsstörung gefunden. Es finden sich
auch keine Anamnese bezüglich vieler ärztlicher Untersuchungen mit negativen
Befunden oder ergebnislosen Operationen. Anamnestisch liege eine depressive und
Angstkomponente in Bezug auf die körperlichen Symptome vor, die jedoch gebessert
sei. Hingegen habe eine langdauernde Störung des sozialen, interpersonalen und
familiären Verhaltens, ohne Missbrauch von Medikamenten, festgestellt werden
können. Gestützt auf das Überprüfungsraster nach der früheren Rechtsprechung, kam
die Gutachterin zum Schluss, dass - obwohl keine somatoforme Schmerzstörung im
engeren Sinne vorliege - die Relevanz der Foerster-Kriterien dennoch gegeben sei. So
sei das Kriterium einer somatischen oder psychiatrischen Begleiterkrankung nicht
erfüllt. Dagegen habe in den letzten Jahren ein ausgewiesener sozialer Rückzug in allen
Belangen des Lebens stattgefunden. Es liege ein verfestigter innerseelischer Konflikt
vor, der therapeutisch angesichts der einfachen psychischen Struktur des
Beschwerdeführers schwierig anzugehen sei. Die psychiatrisch-psychotherapeutischen
Behandlungsergebnisse bezüglich der Ängste seien zufriedenstellend (IV-act. 74-30f.).
Im Rahmen der Gesamtbetrachtung diagnostizierten die Gutachter als mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte
Episode (ICD-10 F33.0), ein chronisches cervicovertebragenes Schmerzsyndrom mit
lokalen Tendomyosen, Insertionstendinosen und einer Spannungskopfschmerz-
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Komponente bei Fehlstatik (Skoliose, Kyphose), Osteochondrose C5/6 (Rx 22.04.2012)
sowie funktionelle Beschwerden mit Schwindel und Bewusstseinsstörungen (IV-act.
74-35). Sie kamen zum Schluss, dass beim Beschwerdeführer für adaptierte, körperlich
leichte Tätigkeiten, ohne Begehen von Leitern und Gerüsten, ohne repetitive
Überkopfarbeiten, ohne häufiges Bewegen von Lasten über 10 kg eine 70%ige
Arbeitsfähigkeit bestehe. Die Einschränkung von 30% werde begründet mit den
psychiatrischen Faktoren. Der Beschwerdeführer weise eine Beeinträchtigung der
Flexibilität und der Umstellfähigkeit auf. Er sei in seiner Durchhaltefähigkeit ebenfalls
beeinträchtigt, auf Grund dieser Funktionsstörungen müsse eine geringgradige
Einschränkung ab dem Gutachtensdatum attestiert werden (IV-act. 74-37).
5.3 RAD-Arzt Dr. D._ hielt das ZMB-Gutachten in seiner Stellungnahme vom 8.
Oktober 2015 für schlüssig und nachvollziehbar. Er hob hervor, dass die Erhebung und
Anamnese auf Grund der einfach strukturierten Persönlichkeit des Beschwerdeführers
schwierig gewesen sei. Die Kooperation sei jedoch tadellos gewesen und eine
Aggravation liege gemäss dem Gutachten nicht vor. Der Beschwerdeführer selber habe
seinen psychischen Zustand als gebessert bezeichnet (durch Psychotherapie und
Medikation). Er habe sogar das Gefühl geäussert, dass er die bestehenden Probleme
grösser empfinde, als sie wirklich seien. Die Diagnose einer Somatisierungsstörung
werde nicht mehr gestellt. Erwähnenswert sei jedoch, dass u.a. grosse finanzielle
Probleme bestünden. Insgesamt sei nachvollziehbar, dass die Gutachter aus
psychiatrischer Sicht eine adaptierte Arbeitsunfähigkeit von 30% attestierten. Es könne
von einer gewissen Verbesserung des Gesundheitszustands seit 2002 ausgegangen
werden, was der Beschwerdeführer selbst bestätigt habe (IV-act. 80).
6.
6.1 Entgegen dem Gutachten ging der Hausarzt des Beschwerdeführers, Dr. B._, im
Verlaufsbericht vom 26. Dezember 2014 von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit bei
stationärem Gesundheitszustand aus. Der Beschwerdeführer sei unter dauernder
Behandlung mit Psychopharmaka, in gutem Allgemeinzustand, allseits orientiert und
verstehe recht gut Deutsch. Er sei immer gehemmt, depressiv, mit schlechtem
affektivem Rapport und dauernd in gleicher, depressiver Stimmung. Er klage über
dauernde Kopfschmerzen und über immer wieder auftretenden Schwindel (IV-act.
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63-2ff.). Die ZMB-Gutachter befanden diese Begründung des Hausarztes als zu
pauschal und nicht nachvollziehbar (IV-act. 74-34). Dieser wiederum hielt in der
Stellungnahme vom 8. Januar 2016 fest, dass sich der Zustand des
Beschwerdeführers über die Jahre nicht verändert habe. Wenn er jetzt gegenüber den
Gutachtern angegeben habe, es gehe ihm besser, habe er in seiner einfach
strukturierten Persönlichkeit lediglich den Wünschen der Ärzte entsprechen wollen.
Wenn er (aber) unter Druck käme, bekäme er mit Bestimmtheit wieder Schwindel,
Kopfschmerzen, Nackenschmerzen und könne sicher keiner Arbeit mehr nachgehen
(act. G 1.5). Nachdem Dr. B._ den Beschwerdeführer jedoch bereits seit Juli 2002
(IV-act. 6) ununterbrochen auf Grund seines psychischen Gesundheitszustands zu
100% arbeitsunfähig befand, was selbst die behandelnden Psychiater ab spätestens
Januar 2003 nicht mehr stützten (vgl. IV-act. 12, 18-16f.), vermag diese Einschätzung
nicht zu überzeugen.
6.2 Der Beschwerdeführer bemängelt am ZMB-Gutachten schliesslich, dass es sich
nicht zu den Ressourcen des Beschwerdeführers äussere, was gemäss der neuen
Rechtsprechung Voraussetzung für die Beweiskraft eines Gutachtens sei. Da das
Gutachten noch vor der neuen Rechtsprechung zustande kam, enthält es zwar keine
expliziten Ausführungen unter dem Titel „Ressourcen“. Jedoch ist ihm zu entnehmen,
dass dem Beschwerdeführer aus körperlicher, rein orthopädischer Sicht leichte und
mittelschwere Tätigkeiten zumutbar sind. Bei Durchführung einer Physiotherapie mit
cervicaler Muskelpflege sollte eine Reduktion der Nackenbeschwerden möglich sein
(vgl. IV-act. 74-21). Gemäss Schilderung des Beschwerdeführers litt er im Zeitpunkt der
Begutachtung nicht unter gravierenden Problemen im Bereich des Bewegungssystems.
Die dargestellten Beschwerden hätten ihm vor allem während der Berufstätigkeit auf
dem Bau zu schaffen gemacht, seien aber mit der aktuellen körperlichen Entlastung in
den Hintergrund getreten (vgl. IV-act. 74-19). Diese Schilderung steht im Einklang mit
den Befunden des Orthopäden. Auf Grund einer Einschränkung der adaptierten
Tätigkeiten auf körperlich leichte bis intermittierende mittelschwere, erscheinen in
diesem Sinne Ressourcen vorhanden zu sein. Dass die Arbeitsfähigkeit in quantitativer
Hinsicht allein durch psychiatrische Faktoren, wie eine Beeinträchtigung der Flexibilität
und der Umstellfähigkeit sowie der Durchhaltefähigkeit beeinträchtigt wird (vgl. IV-act.
74-37), halten die Gutachter sodann ausdrücklich fest. Demgegenüber habe sich der
Beschwerdeführer als motiviert bezeichnet eine adaptierte Teilzeitstelle zu finden.
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Zudem sei die Verkehrsfähigkeit und die Fähigkeit zu familiären und intimen
Beziehungen nicht und die Fähigkeit zu Spontanaktivitäten mittelgradig beeinträchtigt
(IV-act. 74.30). Dass die Stellensuche dennoch mit grossen Schwierigkeiten verbunden
sein dürfte, halten die Gutachter ebenfalls fest. So sei der Beschwerdeführer seit
Jahren der Arbeit entwöhnt, was zusammen mit der geringen Schulbildung, der einfach
strukturierten Persönlichkeit (IV-act. 74-30), dem infolge des Stellenverlustes
einhergegangenen sozialen Rückzug und der Problematik, welche die langjährige
Abwesenheit der Familie ausgelöst hatte (vgl. IV-act. 74-31), jedoch als IV-fremde
Faktoren zu werten seien (vgl. IV-act. 74-38).
6.3 Damit erscheint das ZMB-Gutachten insgesamt vollständig und nachvollziehbar,
was auch der RAD vollumfänglich bestätigte. Zudem hält es den Anforderungen einer
Prüfung des Rentenanspruchs unter der neuen Rechtsprechung stand. Daher ist an der
unter Berücksichtigung sämtlicher gesundheitsrelevanter Faktoren und unter
Ausschluss von IV-fremden Anteilen von den ZMB-Gutachtern bescheinigten 30%igen
Arbeitsunfähigkeit festzuhalten.
7.
7.1 Ausgehend von einer Arbeitsunfähigkeit von 30% verbleibt die Bestimmung des
Invaliditätsgrads. Dieser ist vorliegend auf Grund eines Einkommensvergleichs zu
bestimmen. Nachdem der Beschwerdeführer gemäss IK-Auszug (IV-act. 4) fast
zwanzig Jahre bis 1997 für dieselbe Baufirma und danach bis ins Jahr 2001 noch mit
Unterbrüchen ebenfalls auf dem Bau tätig war, ist für das Valideneinkommen auf die
Löhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE; Tabelle TA1) abzustellen.
Danach hätte er im Jahr 2012 im Baugewerbe (Wirtschaftszweige 41-43)
Kompetenzniveau 1 einen Monatslohn von Fr. 5'430.-- bzw. ein Jahreseinkommen (x
12) von Fr. 65'160.-- erzielt. Dieses angepasst an die betriebsübliche
Wochenarbeitszeit von 41.5h und unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung
von 0.8% hätte er im Jahr 2013 ein Jahreseinkommen von Fr. 68'145.-- verdient. Für
das Invalideneinkommen 2013 ist vom Durchschnittswert des Kompetenzniveaus 1,
Männer, gemäss Lohnstrukturerhebung (LSE) 2012 und Aufrechnung anhand des
Nominallohnindexes 2013 (in Informationsstelle AHV/IV, IV, Ausgabe 2015, Anhang 2)
auszugehen, der Fr. 65'654.-- beträgt. Unter Berücksichtigung der gutachterlich
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attestierten Arbeitsunfähigkeit von 30 % resultiert ein Jahreseinkommen von Fr.
45'958.-- (Fr. 65'654.-- x 70%). Ob ein Tabellenlohnabzug von maximal 10% zu
gewähren ist, weil der Beschwerdeführer lediglich noch adaptierte leichte bis
mittelschwere Tätigkeiten verrichten kann, kann offen gelassen werden, denn selbst bei
einem Tabellenlohnabzug von 10 % ergibt sich ein Invalideneinkommen von Fr.
41'362.-- (Fr. 45'958.-- x 0.9), ein Erwerbsausfall von Fr. 26'783.-- (Fr. 68'145.-- - Fr.
41‘362) und in der Folge ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von 39 % (100 /
Fr. 68'145.-- x Fr. 26'783.--). Damit hat die Beschwerdegegnerin die Rente des
Beschwerdeführers zu Recht eingestellt.
8.
8.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.
8.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Dem unterliegenden Beschwerdeführer sind die Gerichtskosten in der
Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist er von der
Bezahlung zu befreien.
8.3 Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der
Rechtsvertretung des Beschwerdeführers. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art.
61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr.
12'000.--. Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers hat eine Honorarnote in Höhe
von Fr. 4'271.25 (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuern) eingereicht (act. G 21).
Diese erscheint unter Berücksichtigung des vorliegenden Aktenumfangs angemessen.
Unter Abzug des bereits vom Beschwerde-führer geleisteten Kostenvorschusses von
Fr. 700.-- (act. G 6) resultiert eine Entschädigung von Fr. 3'571.25. Diese ist um einen
Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70). Somit hat der
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Staat die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers pauschal mit Fr. 2'857.-- (inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
8.4 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur
Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).