Decision ID: 078ee815-4097-4f43-98f7-f25ad0fc576d
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1962, Elektromonteur, arbeitete seit 2003 bis zum 31. August 2008 bei der Bank
Y._
als interner Kurier (
Urk.
10/1
Ziff. 1.1-1.3, 5.2, 5.4).
Seit dem 1. September 2008 war er arbeitslos, und am 20. August 2010 meldete er sich
wegen seit November 2009 bestehender psychischer Be
schwerden
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug (berufliche In
tegration, Rente) an (
Urk.
10/1 Ziff. 5.7
, 6.7
).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte einen Aus
zug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug,
Urk.
10/7)
,
eine
n
Arbeitgeber
be
richt
(
Urk.
10/8)
und
einen
medizinische
n
Bericht (
Urk.
10/10)
ein
und
zog die Akten der Arbeitslosenkasse (
Urk.
10/5) bei
. Nach durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(
Urk.
10/13)
verneinte sie
ausgehend von einer vollen Arbeitsfähig
keit seit August 2010
mit Verfügung vom 8. März 2011 (
Urk.
10/14) den An
spruch des Versicherten auf berufliche Massnahmen und auf eine Rente. Diese Verfügung erwuchs in Rechtskraft.
1.2
Am
2.
August
beziehungsweise am
2.
September
2011 meldete sich der Versi
cherte erneut zum Leistungsbezug an
und
beantragte berufliche Massnahmen (
Urk.
10/18-19). Mit Schreiben vom 7. Oktober 2011 forderte die IV-Stelle ihn zur Glaubhaftmachung einer wesentlichen Veränderung der tatsächlichen Ver
hältnisse auf (
Urk.
10/
22).
Am 13. Dezember 2011 reichte der Versicherte wei
tere Unterlagen ein (
Urk.
10/24-25). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfah
ren
(
Urk.
10/28-29,
Urk.
10/31) trat die IV-Stelle mit Verfügung vom 11. Mai 2012 auf das neue Leistungsbegehren nicht ein (
Urk.
10/33 =
Urk.
2).
2.
Gegen die Verfügung vom 11. Mai 2012 (
Urk.
2) erhob de
r
Versicherte am
7. Juni 2012 Beschwerde und beantragte d
ie
Aufhebung
der angefochtenen Verfü
gung
und
die
Rückweisung der Sache
an die
Vorinstanz
(
Urk.
1 S. 2). Mit
Be
schwerdeantwort
vom 11. Juli 2012 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
9).
Am 27. September 2012 teilte der
Versicherte
innert Frist (
Urk.
11) mit, dass er an der Beschwerde festhalte
und ersuchte wegen aktueller medizinischer Abklärungen um Fristerstreckung für die Replik
(
Urk.
13). Mit Replik vom 30. November 2012
hielt er
an den beschwerdeweise gestellten An
trägen fest
und reichte das Gutachten der
Z._
,
Psy
-
ch
i
atriezentrum
A._
, vom 20. November 2012 sowie den Bericht des
B._
vom 14. November 2012 ein
(
Urk.
15/1-2;
Urk.
14)
.
A
m 13. Dezember 2012 er
stattete die
IV-Stelle
ihre Duplik (
Urk.
17), welche dem
Versicherten
am 18. De
zember 2012 zur Kenntnisnahme zugestellt wurde (
Urk.
19).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird
nach Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den An
spruch erheblichen Weise geändert hat.
1.2
Nach Eingang einer Neuanmeldung ist die Verwaltung zunächst zur Prüfung verpflichtet, ob die Vorbringen der versicherten Person überhaupt glaubhaft sind; verneint sie dies, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Dabei wird sie u.a. zu berücksichtigen haben, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon längere Zeit zurückliegt, und dement
sprechend an die Glaubhaftmachung höhere oder weniger hohe Anforderungen stellen (ZAK 1966 S. 279, vgl. auch BGE 130 V 64 ff. E. 5.2, 72 E. 2.2 mit Hin
weisen). Insofern steht ihr ein gewisser Beurteilungsspielraum zu, den das Ge
richt grundsätzlich zu respektieren hat. Daher hat das Gericht die Behandlung der
Eintretensfrage
durch die Verwaltung nur zu überprüfen, wenn das Eintre
ten streitig ist, d.h. wenn die Verwaltung gestützt auf Art. 87
Abs.
3 IVV Nicht
eintreten beschlossen hat und die versicherte Person deswegen Beschwerde führt; hingegen unterbleibt eine richterliche Beurteilung der
Eintretensfrage
, wenn die Verwaltung auf die Neuanmeldung eingetreten ist (BGE 109 V 108
E. 2b).
1.3
Zur Frage des Bedeutungsgehalts des Art. 87
Abs.
3 und 4 IVV (in der bis 31. Dezember 2002 gültig gewesenen Fassung; heute: Art. 87
Abs.
2 und 3 IVV) hat das Bundesgericht in BGE 130 V 64 f. E. 5.2.5 entschieden, dass die versi
cherte Person mit dem Revisionsgesuch oder der Neuanmeldung die massgebli
che Tatsachenänderung glaubhaft machen muss, ihr mithin ausnahmsweise eine Beweisführungslast zukommt. Tritt die Verwaltung auf das erneute
Leistungsbe
gehren
ein, hat sie demgegenüber gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (Art. 43
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG, Art. 57
des Bundesgesetzes über die Inva
lidenversicherung,
IVG
,
in Verbindung mit Art. 69 ff. IVV; SVR 2006 IV Nr. 10 S. 39 E. 4.1 [I 457/04]).
1.4
Gesetz und Verordnung enthalten keine Vorschriften über die
materiellrechtli
che
Revision von Eingliederungsleistungen wegen einer seit ihrer Zusprechung eingetretenen Veränderung der Verhältnisse. Ebenso wenig ist geregelt, unter welchen Voraussetzungen im Falle einer vorangegangenen Verweigerung von Eingliederungsleistungen ein neues Gesuch entgegenzunehmen und zu prüfen ist. In BGE 105 V 173 hat das Bundesgericht entschieden, dass
Eingliederungs
leistungen
gleich wie Renten und
Hilflosenentschädigungen
zu behandeln sind und dass demzufolge Art. 17 ATSG sowie die dazugehörigen
Verordnungsbe
stimmungen
in analoger Weise auch auf die Revision von
Eingliederungsleis
tungen
angewendet werden müssen. Art. 87
Abs.
3 IVV
betrifft - trotz seiner Stel
lung im Abschnitt E «Die Revision der Rente und der
Hilflosenentschädi
gung
» - zwar nicht die eigentliche
materiellrechtliche
Revision laufender Leis
tungen, sondern einen andern Sachverhalt, nämlich die Neuprüfung nach vo
rangegangener Leistungsverweigerung. Es rechtfertigt sich aber, die vorer
wähnte Rechtsprechung auch auf Art. 87
Abs.
3 IVV
auszudehnen und diese Be
stimmung ebenfalls in analoger Weise auf Eingliederungsleistungen anzu
wenden. Aufgrund der dortigen Verweisung auf Art. 87
Abs.
2 IVV ist daher, wenn eine Eingliederungsleistung verweigert wurde, eine neue Anmeldung nur zu prüfen, wenn die versicherte Person glaubhaft macht (vgl. BGE 130 V 64 ff. E. 5.2, 72 E. 2.2 mit Hinweisen), dass sich die tatsächlichen Verhältnisse in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert haben (BGE 125 V 410 E. 2b, 109 V 119 E. 3a; AHI 2000 S. 233 E. 1b).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
begründete das Nichteintreten auf die Neuanmeldung damit,
dass der Beschwerdeführer mit dem neuen Gesuch nicht glaubhaft dar
gelegt habe, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten Verfügung wesentlich verändert hätten. Der Sachverhalt sei im Wesentlichen gleich geblie
ben; es liege lediglich eine andere Beurteilung desselben Sachverhalts vor (
Urk.
2).
Die Diagnose der rezidivierenden depressiven Episoden sei bereits im Rahmen der Erstanmeldung geprüft worden und vermöge
rechtsprechungsge
mäss
keinen invalidisierenden Gesundheitsschaden zu begründen, und die gel
tend gemachte Verschlechterung bewege sich immer noch im Rahmen dieser Diagnose. Zudem sei die Verstärkung der Vermeidungstendenz auf die Aussteu
erung als invaliditätsfremder Faktor zurückgeführt worden, und bereits bei der Abweisung der Erstanmeldung hätten invaliditätsfremde Faktoren im Vorder
grund gestanden (
Urk.
9 S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer wandte dagegen ein, dass sich sein Gesundheitszustand insbesondere aus psychischer Sicht verschlechtert habe und
er
dies durch den anlässlich der Neuanmeldung eingereichten Arztbericht
von
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 4. Dezem
ber 2011
auch glaubhaft dargelegt
habe
(
Urk.
1
S. 4
).
Gestützt
dara
uf wäre ein Eintreten auf das neue Gesuch angezeigt gewesen (
Urk.
13).
Aufgrund des Be
richtes der
D._
und der Arztberichte von
Dr.
C._
, der
Z._
und des
B._
sei belegt, dass sich sein physi
scher und psychischer Gesundheitszustand verschlechtert habe
(
Urk.
14
S. 3 ff.
).
Entgegen der telefonischen Zusicherung gegenüber der Mitarbeiterin der Sozia
len Dienste
habe die Beschwerdegegnerin
sodann ein Nichteintreten verfügt
, ohne vorgängig die Aufnahme in die IIZ zu prüfen
(
Urk.
14 S. 5). Da sich die Beschwerdegegnerin beim Erstgesuch weder einlässlich mit der Arbeitsfähigkeit noch mit der Ermittlung des Invaliditätsgrades befasst habe, seien an die Glaubhaftmachung
bei der Neuanmeldung
keine hohen Anforderungen zu stel
len (
Urk.
14 S. 7 f.).
2.3
Streitig ist, ob die Beschwerdegegnerin am 11. Mai 2012 zu Recht nicht auf die Neuanmeldung
(
Urk.
10/18-19)
eingetreten ist (
Urk.
2).
Zu prüfen ist demnach, ob der Beschwerdeführer mit den innert der von der IV-Stelle unter Androhung von Nichteintreten im Säumnisfall angesetzten Frist
(
Urk.
10/22)
und im Rahmen des
Einwandverfahrens
eingereichten medizini
schen Berichte glaubhaft gemacht hat, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse zwischen dem Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung der IV-Stelle vom
8. März 2011
(
Urk.
10/14)
und der Neuanmeldung am
2.
August 2011
in
anspruchsrele
vanter
Weise verändert haben.
Nach dem Gesagten (vgl. vorstehend
E. 1.4) gel
ten
diese Voraussetzungen nicht nur für die Prüfung des Rentenanspruchs, son
dern auch für die vom Beschwerdeführer beantragten beruflichen Massnahmen.
3.
Die Verfügung vom
8. März 2011 (
Urk.
10/14)
fusste im Wesentlichen auf dem medizinischen Sachverhalt
gemäss Arztbericht von
Dr.
C._
vom
1. November 2010 (
Urk.
10/10,
Urk.
10/11 S. 2). D
arin
diagnostizierte
die
be
-
han
delnde Psychiaterin
seit 2001 bestehende, rezidivierende, gegenwärtig remit
tierte
,
depressive Episoden sowie ein COPD und nannte eine Arbeits
-
unfähigkeit von 0 % als Elektromonteur und Kurier (
Urk.
10/10
Ziff.
1.1, 1.6). Vom 5. Au
gust bis zum 5. November 2009
sei
der Beschwerdeführer in stationärer Be
handlung in der
Z._
gewesen (
Urk.
10/10
Ziff.
1.3). Die depressiven Episoden hätten vor allem im Zusammenhang mit Arbeits
-
platzverlusten
gestan
den, und momentan sei der Beschwerdeführer noch voll
vermittelbar und ar
beitsfähig; bei längerer Arbeitslosigkeit könnte sich die Belastbarkeit vermin
dern (
Urk.
10/10
Ziff.
1.4, 1.11)
.
4.
4.1
Im Rahmen der Neuanmeldung ging
der Bericht von
Dr.
C._
vom
4.
Dezember 2011 ein, wonach der Beschwerdeführer an rezidivierenden de
pressiven Episoden leide, welche momentan remittiert seien. Daneben bestünden seit längerem einschränkende soziale Ängste mit starker Tendenz, Konflikten auszuweichen und sich zurückzuziehen. Daraus sei im Jahre 2009 ein Suizid
versuch mit nachfolgender
Hospitalisation
resultiert. Durch die Arbeitslosigkeit und vor allem die Aussteuerung im Juni 2011 habe sich diese
Vermeidungsten
denz
noch erheblich verstärkt. Der Beschwerdeführer könne sich schlecht für seine Belange einsetzen, sei wenig belastbar und unflexibel mit der Tendenz, sich vordergründig anzupassen. Diese Problematik habe auch schon im August 2010 bestanden, wenn auch in geringerem Ausmass. Massnahmen zur Abklä
rung der genauen Leistungs- und Arbeitsfähigkeit sowie
Wiedereingliederungs
massnahmen
in einem vorerst geschützten Rahmen seien dringend indiziert (
Urk.
10/25/9).
4.2
Am 2
0.
November 2012 erstatteten die Ärztinnen der
Z._
,
Psychiatriezent
rum
A._
,
ihr Gutachten und nannten darin folgende Diagnosen (
Urk.
15/1 S. 12):
r
ezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.10)
Status nach Suizidversuch am
5.
August 2009
Persönlichkeit mit ängstlich-vermeidenden Zügen (ICD-10 F60.6)
m
ittelschwere kognitive Defizite
a
namnestisch Verdacht auf schädlichen Alkoholkonsum (ICD-10 F10.20)
In ihrer Beurteilung führten
d
ie
Ärzt
innen
aus, der Beschwerdeführer leide seit etwa 2001 unter einer rezidivierenden depressiven Störung, die jeweils durch sehr ungünstige psychosoziale Faktoren
getriggert
werde. Zur Zunahme der Störung sei es im Rahmen des Verlustes der Arbeitsstelle gekommen.
Zudem weise der Beschwerdeführer ängstlich-vermeidende Persönlichkeitszüge auf, die ihn hinsichtlich der geeigneten
Copingstrategien
im Umgang mit der depressi
ven Störung behinder
te
n.
Die objektivierten neuropsychologischen Leistungsstörungen hätten insofern Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit des Exploranden, als dass Arbeitsstellen, die Anforderungen an die visuelle räumliche Wahrnehmung und Vorstellungen an
die räumlich konstruktiven Funktionen stellten, ausgeschlossen werden sollten. Ausserdem s
eien
Arbeiten unter Zeitdruck und Arbeiten, die eine selbstständige Problemlösung erforderten,
zu vermeiden
.
Die Wiedereingliederung sollte am besten stufenweise stattfinden und das passende Arbeitspensum anhand der
Be
obachtung der Belastbarkeit im Arbeitsalltag festgestellt werden (
Urk.
15/1
S. 12 f.).
4.3
Mit Bericht vom 1
4.
November 2012 nannten die Ärzte des
B._
folgende Diagnosen
(
Urk.
15/
2
S. 1):
COPD GOLD Stadium B
a
namnestisch Pollenallergie
Verdacht auf arterielle Hypertonie
Adipositas
Aufgrund der Diagnose einer COPD GOLD Stadium B bestehe nur eine leicht eingeschränkte Arbeitsfähigkeit für schwere körperliche Arbeit; eine Arbeit mit leichter bis mittelschwerer körperlicher Anstrengung sei zu 100 % möglich. Der Beschwerdeführer sollte keinem Kontakt mit Dämpfen, Staub und Abgasen aus
gesetzt sein (
Urk.
15/
2
S. 2).
5.
Den
Berichte
n
der behandelnden Psychiaterin
Dr.
C._
vom
1.
November 2010 und vom
4.
Dezember 2011
(
Urk.
10/10,
Urk.
10/25/9;
vgl. vorstehend E. 3 und E. 4.1)
ist zu entnehmen
, dass
sowohl im Zeitpunkt des
Er
lass
es
der
ersten
leistungsabweisenden Verfügung
als auch im Rahmen
der Neu
anmeldung
remittierte,
rezidivierende
depressive Episoden
und ein
e
COPD vor
lagen
. Die Arbeitsfähigkeit
war laut
dem
frühere
n
Bericht
von
Dr.
C._
nicht
eingeschränkt
, und
i
n ihre
m späteren Bericht hielt
sie
Massnahmen zur Abklärung der genauen Leistungs- und Arbeitsfähigkeit
zwar
für angezeigt
, be
urteilte aber die Arbeitsfähigkeit
als solche
nicht
.
Die einzigen neuen Befunde,
welche
die Ärztin
im späteren Bericht
nannte, sind einschränkende soziale Ängste und ein Vermeidungsverhalten, welches sich durch die Arbeitslosigkeit und die Aussteuerung im Juni
2011 erheblich verstärkt habe. D
araus
resultiert
jedoch weder ein invalidenversicherungsrechtlich relevante
r
Gesundheitsscha
den
noch eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
. Angesichts der gleichblei
benden Diagnosen und der unveränderten beziehungsweise fehlenden Beurtei
lung der Arbeitsfähigkeit
ist
eine
erhebliche
Verschlechterung des Gesundheits
zustandes
aufgrund des Berichtes
von
Dr.
C._
vom
4.
Dezember 2011 (
Urk.
10/25/9)
nicht glaubhaft
gemacht
.
Was
die
beschwerdeweise eingereichten Berich
te
(
Urk.
15/1-2;
vgl. vorstehend E. 4.2-4.3)
angeht, so
lassen
auch diese
keine Rückschlüsse auf
eine
noch
vor
E
rlass
der
Nichteintretensverfügung
(1
1.
Mai 2012)
eingetretene Verschlechte
rung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers
zu.
Wohl
gingen die Ärztinnen der
Z._
,
Psychiatriezentrum
A._
,
vom Vorliegen einer mit
telgradigen depressiven Episode sowie
von
mittelschweren kognitiven Defiziten mit
noch näher abzuklärenden
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit aus
(
Urk.
15/1)
, und die Ärzte des
B._
hielten
aufgrund der
diagnostizierten
COPD die Arbeitsfähigkeit für leicht eingeschränkt
(
Urk.
15/2)
.
Dies weist auf
eine mögliche Verschlechterung des
Gesundheitszustand
s
des Beschwerdeführers
im Zeitpunkt der Erstellung der Berichte im November 2012
hin
.
Da
sich
die Ärzte
jedoch
weder
zum
Krankheitsverlauf noch zum Zeitpunkt des Eintritts einer allfälligen Arbeitsunfähigkeit
äusserten, ist eine bis zum Verfügungserlass am 1
1.
Mai 2012 eingetretene erhebliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers
aufgrund dieser
Berichte
nicht glaubhaft
dargetan
.
Entgegen
der Auffassung des Beschwerdeführers (
Urk.
14 S. 7 f.)
vermag sodann
der Umstand, dass die Beschwerdegegnerin im Rahmen der Erstanmeldung keine weiter gehenden Abklärungen tätigte, nichts an den Voraussetzungen der Glaubhaftmachung
im Rahmen
der Neuanmeldung zu ändern; zudem bestand angesichts der klaren Aktenlage kein Anlass für irgendwelche Weiterungen.
Vielme
hr sind aufgrund der nur kurzen
zwischen der ersten
leistungsabweisen
den
Verfügung (
8.
März 2011) und der Neuanmeldung (
2.
August beziehungs
weise
2.
September 2011,
Urk.
10/18-19) liegenden Zeitspanne hohe Anforde
rungen an die Glaubhaftmachung zu stellen.
Indessen weisen die Arztberichte
der
Z._
,
Psychiatriezentrum
A._
,
und des
B._
auf eine mögliche
Verschlechterung des Ge
sundheitszustandes des Beschwerdeführers
im November 2012 hin
. Daher
wird d
ie Beschwerdegegnerin - wie bereits
von ihr
in Aussicht gestellt (
Urk.
17) -
das Schreiben
des Beschwerdeführers
vom 2
9.
November 2012
(
Urk.
18)
im Sinne einer Neuanmeldung
prüfen
.
Zusammenfassend besteht die angefochtene Verfügung zu Recht, sodass die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.
6.
6.1
Der Beschwerdeführer stellte das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung (
Urk.
1 S. 2).
6.2
Die unentgeltliche Rechtspflege kann nur gewährt werden, wenn die
Rechtsvor
kehr
nicht aussichtslos ist. Als aussichtslos sind nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung Prozessbegehren anzusehen, bei denen die Gewinnaus
sich
ten (ex ante betrachtet) beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können. Dagegen gilt ein Be
gehren nicht als aussichtslos, wenn sich Ge
winnaussichten und Verlustgefahren ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massge
bend ist, ob eine Partei, die über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde; eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb anstrengen können, weil er sie nichts kostet (BGE 133 III 614 E. 5 S. 616 mit Hinweisen).
6.3
Der vorliegende Prozess ist als aussichtslos zu qualifizieren: Im Rahmen der in Bezug auf die Abschätzung der Prozesschancen vorzunehmenden prospektiven Beurteilung ergibt sich, dass sich die Beschwerdegegnerin, nachdem sie de
n
Beschwerdeführer
ausdrücklich
zur Glaubhaftmachung einer wesentlichen Ver
änderung aufgefordert hatte (
Urk.
10/22)
,
zu den im Verwaltungsverfahren er
hobenen Vorbringen (
Urk.
10/19
,
Urk.
10/21,
Urk.
10/24,
Urk.
10/31
) eindeutig und klar äusserte (10/
33,
Urk.
2)
und dagegen beschwerdeweise nichts erheblich Neues vorgebracht wurde (Urk. 1,
Urk.
13,
Urk.
14).
Mit Verfügung des hiesigen Gerichts vom 2
4.
August 2012 wurde dem Beschwerdeführer sodann Gelegen
heit zum Rückzug der Beschwerde eingeräumt, unter Hinweis darauf, dass das Gericht die Auffassung der Beschwerdegegnerin teile (
Urk.
11).
Auch was die aufgelegten Arztberichte von
Dr.
C._
, der Ärzte der
Z._
,
Psychi
atriezentrum
A._
,
und der Ärzte des
B._
(
Urk.
10/25/9,
Urk.
15/1-2)
anbelangt, ergibt sich daraus - wie oben erwähnt - klarerweise für den massgebenden Zeitpunkt vor Erlass der angefochtenen Verfügung
keine Veränderung des Gesundheitszustandes und damit
nichts, was die Position des Beschwerdeführers stützen könnte. Insgesamt erweisen sich die den Standpunkt des Beschwerdeführers stützenden Argumente mithin von An
fang an als so bescheiden, dass anzunehmen ist, eine über die nötigen finan
ziellen Mittel verfügende Partei hätte sich bei vernünftiger Überlegung wohl nicht zu einem Prozess entschlossen. Dem Gesuch um Gewährung der unent
geltlichen Prozessführung ist darum nicht stattzugeben.
6.4
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
) und
er
messensweise
auf Fr. 600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.