Decision ID: 0445cf30-ee3d-442d-9e8f-649567ba1460
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach
4358, 6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
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A.
A.a A._, geboren 1975, war seit 2008 bei der B._ GmbH, angestellt und dadurch
bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: Suva) obligatorisch
gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er sich gemäss Unfallmeldung vom 15.
Mai 2012 am 20. März 2012 beim Abladen von schweren Pflanzen einen Riss in der
linken Schulter zuzog (Suva-act. 1). Ein am 1. Juni 2012 durchgeführtes MRI der
Schulterregion links ergab eine intakte Muskulatur, insbesondere auch im Bereich von
Deltoideus und Biceps, sowie Hinweise auf etwas Ödem in der Bursa subacromialis/
subdeltoidea im Sinne von Bursitis (Suva-act. 11). Dr. med. C._, Allgemein Medizin,
Chirotherapie, Amtsarzt, gab im Arztzeugnis vom 7. Juni 2012 als Datum der
Erstbehandlung den 10. Mai 2012 an und stellte die Diagnose Muskelfaserriss M.
Biceps (Suva-act. 12).
A.b Mit Schreiben vom 19. Juni 2012 teilte die Suva dem Versicherten mit, es habe
sich nach ihren Unterlagen kein Unfallereignis zugetragen. Auch seien die
Voraussetzungen zur Übernahme des Schadenfalls als unfallähnliche
Körperschädigung nicht erfüllt (Suva-act. 13).
A.c Gestützt auf die persönliche Besprechung eines Aussendienstmitarbeiters mit dem
Versicherten vom 25. Juli 2012 (Suva-act. 16) lehnte die Suva ihre Leistungspflicht mit
Verfügung vom 6. August 2012 mit der Begründung ab, dass weder ein Unfall noch
eine unfallähnliche Körperschädigung vorliege (Suva-act. 18).
A.d Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte am 27. August 2012 mündlich
Einsprache (Suva-act. 22-1). Gemäss Einsprache-Protokoll gleichen Datums
beantragte er die Übernahme des Schadenfalls durch die Suva und reichte zur
Begründung den Behandlungsbericht von Dr. C._ vom 16. August 2012 ein. Darin
führte dieser aus, bei der Untersuchung am 10. Mai 2012 habe sich ihm ein
geschwollener und stark schmerzempfindlicher M. Biceps Caput longum gezeigt. Das
MRI vom 1. Juni 2012 habe seine Diagnose (Muskelfaserriss im M. Biceps) insofern
bestätigt, als die Muskelläsion inzwischen abgeheilt gewesen sei und sich nur noch ein
Ödem in der Bursa subacromialis habe nachweisen lassen (Suva-act. 22-2).
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A.e Mit Einspracheentscheid vom 18. Oktober 2012 wies die Suva die Einsprache des
Versicherten ab. Zur Begründung wurde angeführt, es liege kein Unfallereignis vor, da
das Erfassen von Pflanzenballen mit Schwung zum Aufgabenkreis des Versicherten
gehöre und den Rahmen des Alltäglichen oder Üblichen nicht überschreite. Auch
fehlten Hinweise für eine Programmwidrigkeit. Im Weiteren liege auch keine
unfallähnliche Körperschädigung vor, da es an einem unfallähnlichen bzw. sinnfälligen
Ereignis fehle (Suva-act. 28).
B.
B.a Gegen den Einspracheentscheid vom 18. Oktober 2012 richtet sich die
vorliegende Beschwerde vom 14. November 2012 mit dem sinngemässen Antrag, der
Einspracheentscheid sei aufzuheben und der Sachverhalt sei näher zu überprüfen. Der
Beschwerdeführer macht im Wesentlichen geltend, der zugelassene Amtsarzt Dr. C._
habe die Diagnose eines Muskelfaserrisses gestellt. Auch stelle das Heben schwerer
Lasten bei einer seitlichen Drehbewegung eine starke Belastung der beanspruchten
Körperteile dar. Die normale physiologische Beanspruchung der Körperteile sei in
Kombination mit dem ungewöhnlichen Bewegungslauf der Drehbewegung im
vorliegenden Fall durchaus überschritten worden. Der beschriebene Arbeitsvorgang sei
nicht alltäglich und berge ein erhöhtes Gefahrenpotential. Zu seinen Aufgaben zähle
nur bedingt das Heben schwerer Lasten und er helfe beim Abladen nur in seltenen
Fällen. Schliesslich hätten seine bei der persönlichen Einsprache vom 27. August 2012
vorgetragenen Argumente im Einspracheentscheid scheinbar keine Berücksichtigung
gefunden (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 14. Dezember 2012 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde unter Bestätigung des
Einspracheentscheides vom 18. Oktober 2012. Der Beschwerdeführer habe zur
Begründung seiner Einsprache auf den Behandlungsbericht vom 16. August 2012
verwiesen, welcher bei der Entscheidfindung sehr wohl berücksichtigt worden sei. Wie
aus dem Gesprächsprotokoll vom 26. Juli 2012 hervorgehe, sei der Beschwerdeführer
als Gartenbauarbeiter häufig mit dem Entladen beschäftigt. Dabei habe er den
Pflanzenballen nicht etwa angehoben oder getragen, sondern lediglich mit Schwung
gezogen. Das Ziehen einer Last im beschriebenen Sinn stelle eine normale
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Beanspruchung des Körpers dar. Ausserdem sei der Schmerzeintritt vor der
Drehbewegung erfolgt, weshalb diese nicht als Schmerzursache verstanden werden
könne. Ferner sei nicht hinlänglich erstellt, dass das Ereignis vom 20. März 2012 einen
Muskelriss bewirkt habe, da keine echtzeitlichen Akten vorlägen. Die spätere Diagnose
sei somit als blosse Vermutung zur Kenntnis zu nehmen (act. G 3).
B.c Mit Replik vom 27. Januar 2012 (Postaufgabe: 29. Januar 2013) hält der
Beschwerdeführer an seinem Antrag fest. Darüber hinaus macht er geltend, am 27.
August 2012 habe ein ca. 30-minütiges Gespräch stattgefunden, in welchem er der
Verfügung widersprochen und seine Argumente vorgetragen habe. Eine Verletzung des
rechtlichen Gehörs sei bereits mit der einseitigen Erstellung des Gesprächsprotokolls
vom 26. Juli 2012 ohne Kopie zur Kenntnisnahme und ohne Rechtsbelehrung erfolgt.
Im Weiteren sei ein "Ziehen mit Schwung" eine völlig unrealistische Darstellung des
Arbeitsablaufes; eine Drehbewegung beim Abladen sei unumgänglich (act. G 5).
B.d Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet (act. G 7).

Erwägungen:
1.
Zwischen den Parteien unumstritten ist, dass das Geschehen vom 20. März 2012 die
Voraussetzung des Vorliegens eines ungewöhnlichen äusseren Faktors nicht erfüllt und
somit kein Unfall im Sinn von Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) vorliegt. Streitig ist jedoch, ob die
Beschwerdegegnerin das Vorliegen einer unfallähnlichen Körperschädigung gemäss
Art. 6 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) in
Verbindung mit Art. 9 Abs. 2 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR
832.202) zu Recht verneint hat.
2.
2.1 Vorab ist zwischen den Parteien umstritten, ob aus medizinischer Sicht eine
unfallähnliche Körperschädigung im Sinn von Art. 9 Abs. 2 lit. a-h UVV bestätigt ist. Der
Beschwerdeführer verweist diesbezüglich auf die von Dr. C._ im Arztzeugnis vom 7.
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Juni 2012 (Suva-act. 12) und im Behandlungsbericht vom 16. August 2012 (Suva-act.
22-2) gestellte Diagnose Muskelfaserriss M. Biceps. Die Beschwerdegegnerin bringt
ihrerseits vor, dass nicht erstellt sei, dass das Ereignis vom 20. März 2012 einen
Muskelriss i.S.v. Art. 9 Abs. 2 lit. d UVV bewirkt habe, da die Diagnose des
behandelnden Arztes Dr. C._ nicht auf echtzeitlichen Befunden basiere.
2.2 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die
urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln
sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig
davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der
Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 351, E. 3a mit
Hinweis). Erachtet das Sozialversicherungsgericht die rechtserheblichen tatsächlichen
Entscheidgrundlagen bei pflichtgemässer Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den
Prozess ohne Weiterungen - insbesondere ohne Anordnung eines Gerichtsgutachtens -
abschliessen (RKUV 1997 Nr. U 281 S. 281 E. 1a).
2.3 Soweit die Beschwerdegegnerin vorbringt, es könne nicht auf die Ausführungen
von Dr. C._ abgestellt werden, da behandelnde Ärzte erfahrungsgemäss zu Gunsten
ihres Patienten aussagen, ist festzuhalten, dass den Berichten eines Hausarztes nicht
von vornherein jede Glaubwürdigkeit abgesprochen werden kann (vgl. hierzu das Urteil
des Bundesgerichts vom 21. Dezember 2005, 4P.254/2005, E.4, mit Hinweis). Dr. C._
legte im Bericht vom 16. August 2012 schlüssig dar, dass die in der Erstbehandlung
vom 10. Mai 2012 gestellte Diagnose Muskelfaserriss M. Biceps durch den
Röntgenbefund vom 1. Juni 2012 (Ödem in der Bursa subacromialis, Suva-act. 11)
bestätigt werde. Aufgrund der Akten besteht kein Anlass, die Ausführungen von Dr.
C._ in Zweifel zu ziehen. Ein Muskelriss ist eine bei Überdehnung eines Muskels
entstehende Schädigung einer Muskelfaser oder eines Muskelfaserbündels, welche
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sich neben einem akuten, plötzlich einschiessenden Schmerz u.a. auch durch ein
auftretendes Hämatom auszeichnet (vgl. hierzu Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch,
264. Aufl. Berlin 2013, S. 1389). Der Beschwerdeführer gab seinerseits im Gespräch
mit dem Aussendienstmitarbeiter der Beschwerdegegnerin am 25. Juli 2012 an, dass
der linke Oberarm stark blau verfärbt worden sei (Suva-act. 16). Damit ist mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit als erstellt zu erachten, dass das Ereignis vom 20.
März 2012 beim Beschwerdeführer zu einem Muskelfaserriss geführt hat.
3.
3.1 Bezüglich der Sachverhaltsdarstellung ist zwischen den Parteien zunächst der
genaue Hergang des Ereignisses vom 20. März 2012 streitig. Während die
Beschwerdegegnerin sich auf den Standpunkt stellt, der Beschwerdeführer habe die
70-80kg schweren Pflanzenballen lediglich mit Schwung gezogen und der
Schmerzeintritt sei vor der Drehbewegung erfolgt, macht dieser geltend, man müsse
die Pflanzen anheben, um sie lösen und abladen zu können. Ein Ziehen mit Schwung
sei eine völlig unrealistische Darstellung des Arbeitsablaufs.
3.2 Im Unfallversicherungsrecht herrscht, wie allgemein im Sozialversicherungsrecht,
der Untersuchungsgrundsatz. Der Unfallversicherer und im Streitfall das Gericht haben
den Sachverhalt von Amtes wegen zu ermitteln. Allerdings ist die
leistungsansprechende Person gesetzlich verpflichtet, dabei mitzuwirken. Sie muss die
einzelnen Umstände des Unfallgeschehens glaubhaft machen. Kommt sie dieser
Forderung nicht nach, indem sie unvollständige, ungenaue oder widersprüchliche
Angaben macht, die das Bestehen eines unfallmässigen Schadens als unglaubwürdig
erscheinen lassen, besteht keine Leistungspflicht des Unfallversicherers (BGE 114 V
305 E. 5b; RKUV 1990 Nr. U 86 S. 50). Bei sich widersprechenden Angaben der
versicherten Person über den Unfallhergang kann praxisgemäss auf die Beweismaxime
abgestellt werden, wonach die sogenannten spontanen "Aussagen der ersten Stunde"
in der Regel unbefangener und zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, die
bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher
oder anderer Art beeinflusst sein können. Wenn die versicherte Person ihre Darstellung
im Lauf der Zeit wechselt, kommt den Angaben, die sie nach dem Unfall gemacht hat,
meistens grösseres Gewicht zu als jenen nach Kenntnis einer Ablehnungsverfügung
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des Versicherers (BGE 121 V 47 E. 2a mit Hinweisen; A. Rumo-Jungo, Rechtsprechung
des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, 3. Aufl. Zürich 2003, S. 21). Das Gericht stellt auf jene
Sachverhaltsdarstellung ab, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die
wahrscheinlichste würdigt (BGE 117 V 360 E 4a mit Hinweisen). Der
Untersuchungsgrundsatz schliesst eine Beweislast im Sinn der Beweisführungslast
begriffsnotwendig aus. Die Parteien tragen aber eine Beweislast insofern, als im Fall
der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem
unbewiesenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel kommt zur
Anwendung, wenn im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes kein wahrscheinlicher
Sachverhalt ermittelt werden kann (BGE 114 V 305 E. 2b). Wird also auf dem Weg der
Beweiserhebung das Vorliegen eines Unfallereignisses nicht wenigstens mit
Wahrscheinlichkeit erstellt - die blosse Möglichkeit genügt nicht (Th. Locher, Grundriss
des Sozialversicherungsrechts, Bern 2003, 3. Aufl., S. 451 f.) - so hat dieses als
unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten der Person auswirkt, die Anspruch auf
Versicherungsleistungen erhebt.
3.3 Nach der in Erwägung 3.2 dargelegten Beweisregel sind insbesondere diejenigen
Ausführungen massgebend, die der Beschwerdeführer im Gespräch mit dem
Aussendienstmitarbeiter der Beschwerdegegnerin am 25. Juli 2012 getätigt hat. Der
Beschwerdeführer schilderte den Hergang gemäss den Aufzeichnungen des
Aussendienstmitarbeiters folgendermassen: "Jeweils im Frühjahr ist hier Einiges los. Es
kommen mehrere 40-Tonnen-Lastwagen und liefern Pflanzen ab. Der 20. März 2012
war wieder so ein Tag, an welchem mehrere LKWs entladen werden mussten. Dabei
haben diese LKWs Pflanzenballen bis unters Dach hochgeschichtet und wir müssen
auf der Ladebrücke mit einem Haken die Ballen fassen und mit Schwung eine
Drehbewegung ausführen, damit die Ballen auf die Staplerschaufel geschleudert
werden. Diese Ballen inkl. der Pflanze wiegen bis zu 70/80kg. [...] Als ich mit dem
Haken in den Ballen hineingestochen und mit der rechten Hand die Pflanze gehalten
habe und zum Schwung ausgeholt habe, hat es mir einen Riss im Oberarm links
gegeben. Ob in diesem Moment der Haken im Wurzelballen sich gelöst hat und
nachgerutscht ist, kann ich Ihnen so nicht sagen. Es hat einfach einen Ruck gegeben
und der Schmerz im Oberarm ist aufgetreten. Anfänglich hatte ich das Gefühl, dass ich
angeschlagen habe, was aber nicht der Fall war. Der linke Oberarm wurde stark blau
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verfärbt und hat mir entsprechend Schmerzen bereitet." (vgl. das Gesprächsprotokoll
vom 26. Juli 2012, Suva-act. 16). Diese Schilderung des Geschehens deckt sich im
Wesentlichen mit derjenigen in der Beschwerde vom 14. November 2012 (act. G 1) und
in der Replik vom 27. Januar 2013 (act. G 5). Es ist somit davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer die Pflanzen angehoben hat, um sie mit Schwung mit einer
Drehbewegung auf die Staplerschaufel befördern zu können, und sie nicht, wie von der
Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort vom 14. Dezember 2012 (act. G 3)
geltend gemacht, mit Schwung gezogen hat.
4.
4.1 Gestützt auf diese Hergangsversion ist zu prüfen, ob der Muskelfaserriss unter
unfallähnlichen Bedingungen durch die Einwirkung eines schädigenden äusseren
Faktors entstanden ist. Die Beschwerdegegnerin hat den Begriff der unfallähnlichen
Körperschädigungen sowie die Rechtsprechung des Bundesgerichtes, wonach ein
äusseres Ereignis vorausgesetzt wird, d.h. ein ausserhalb des Körpers liegender,
objektiv feststellbarer, sinnfälliger, eben unfallähnlicher Vorfall (vgl. BGE 129 V 466;
BGE 123 V 43), zutreffend dargelegt. Darauf ist zu verweisen. Hinzuzufügen ist, dass
der äussere Faktor sodann auch zu bejahen ist, wenn die in Frage stehende
Lebensverrichtung einer mehr als physiologisch normalen und psychologisch
beherrschten Beanspruchung des Körpers, insbesondere seiner Gliedmassen,
gleichkommt (BGE 129 V 471 E. 4.2.2). Das Erfordernis des äusseren schädigenden
Faktors ist ausserdem bei Änderungen der Körperlage erfüllt, die nach
unfallmedizinischer Erfahrung häufig zu körpereigenen Traumen führen können, also im
Sinn der bisherigen Rechtsprechung das plötzliche Aufstehen aus der Hocke, die
heftige und/oder belastende Bewegung und die durch äussere Einflüsse
unkontrollierbare Änderung der Körperlage im Sinne der von der Rechtsprechung
positiv beurteilten Sachverhalte (BGE 129 V 470 E. 4.2.3; BJV 2003 S. 918 f.).
Erforderlich für die Bejahung eines äusseren Faktors ist demzufolge ein gesteigertes
Schädigungspotential, sei es zufolge einer allgemein gesteigerten Gefahrenlage, sei es
durch Hinzutreten eines zur Unkontrollierbarkeit der Vornahme der alltäglichen
Lebensverrichtung führenden Faktors (BGE 129 V 471 E. 4.3).
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4.2 Die Beschwerdegegnerin verneint das Vorliegen eines gesteigerten
Gefährdungspotentials insbesondere gestützt auf die berufliche Position des
Beschwerdeführers und macht geltend, ein gesteigertes Gefährdungspotential müsse
beim Erfassen von Pflanzenballen mit Schwung durch einen Vorarbeiter im Gartenbau
verneint werden. Das Gefährdungspotential überschreite den üblichen Rahmen der
Tätigkeit eines Gartenbauarbeiters, welche allgemein mit schweren körperlichen
Belastungen verbunden sei, nicht. Der Beschwerdeführer beschrieb seine Tätigkeit im
Gespräch vom 25. Juli 2012 folgendermassen: "Ich bin Vorarbeiter im Gartenbau. Ich
bin vor allem hier im Park zuständig für all die Pflanzen, die an- und abgeliefert werden.
Im Frühjahr machen wir die Lagerplätze für die Pflanzen bereit und stellen sie
entsprechend ein. Während des Jahres stellen wir gemäss Lieferschein die Lieferung
bereit. Die Gewichtsbelastung liegt schon bei 40-50kg. Obwohl wir Stapler und andere
Hebezeuge zur Verfügung haben, ist doch viel Handarbeit erforderlich." (vgl. das
Gesprächsprotokoll vom 26. Juli 2012, Suva-act. 16). In der Beschwerde vom 14.
November 2012 (act. G 1) führt der Beschwerdeführer aus, zu seinen Aufgaben als
Vorarbeiter zähle nur bedingt das Heben schwerer Lasten. Seine hauptsächlichen
Aufgaben seien die Koordination und Leitung der ihm unterstellten Mitarbeiter zu
effizienten Abwicklung der auszuführenden Arbeiten. In der Replik vom 27. Januar
2012 (act. G 5) präzisiert der Beschwerdeführer, er sei als "Leiter bei der B._ GmbH"
beschäftigt und arbeitsvertraglich als "Leiter D._, Gehaltsgruppe Vorarbeiter"
angestellt.
4.3 Die Beschwerdegegnerin führt in der Beschwerdeantwort vom 14. Dezember 2012
an, soweit die Sachverhaltsbehauptungen der Beschwerdeschrift von den Angaben im
Gespräch vom 25. Juli 2012 abwichen, könne nicht auf diese abgestellt werden. Dem
ist entgegenzuhalten, dass die Aussagen des Beschwerdeführers in der
Beschwerdeschrift und in der Replik im Wesentlichen mit denjenigen im Gespräch vom
25. Juli 2012 – als so genannte Aussagen der ersten Stunde (vgl. hierzu Erwägung 3.2)
– im Einklang stehen. Wie vom Beschwerdeführer im Zusammenhang mit seiner
beruflichen Tätigkeit plausibel dargelegt, entspricht es dem Aufgabenbereich eines
Vorarbeiters, dass er hauptsächlich mit der Führung von Mitarbeitern sowie der
Planung und Koordination der zu erledigenden Tätigkeiten betraut ist. Dies bedeutet
indes nicht, dass der Beschwerdeführer als Vorarbeiter bzw. in leitender Position nicht
auch mit der Ausführung körperlicher Arbeiten konfrontiert würde, jedoch gehören
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diese nicht zu seinen Hauptaufgaben. Damit ist das Abladen von Pflanzenballen
entgegen den Ausführungen der Beschwerdegegnerin nicht als alltägliche Verrichtung
des als Vorarbeiters angestellten Beschwerdeführers zu sehen, zumal dieses Entladen
in zeitlicher Hinsicht auch vorwiegend im Frühling geschieht. Hinzu kommt, dass der
Beschwerdeführer mit einer Gewichtsbelastung von über 70kg konfrontiert wurde,
wogegen die übliche Arbeitsbelastung bei der gewöhnlichen, körperlichen
Gartenbauarbeit mit 40-50kg angegeben wurde. Das Bundesgericht hat denn auch in
einem Fall die schädigende äussere Einwirkung beim Aufheben oder Abstellen von
Gewichten von 40-50kg anerkannt (vgl. BGE 116 V 149 E 4). Im vorliegenden Fall
kommt zum Heben des Gewichtes ausserdem das Ausholen zum Schwung respektive
die Drehbewegung und der vom Beschwerdeführer beschriebene "Ruck" hinzu.
Insgesamt ist damit das für die Bejahung des äusseren Faktors nötige Erfordernis eines
gesteigerten Gefährdungspotentials durch das Anheben eines Pflanzenballens von
70-80kg mit Drehbewegung respektive Ausholen zum Schwung erfüllt.
5.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass unter Berücksichtigung aller Umstände mit
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon auszugehen ist, dass
eine unfallähnliche Körperschädigung im Sinne von Art. 6 Abs. 2 UVG i.V.m. Art. 9 Abs.
2 lit. d UVV vorliegt. Entsprechend ist die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin für
die Folgen des Ereignisses vom 20. Mai 2012 gegeben. Eine Prüfung der gerügten
Gehörsverletzung kann bei diesem Ergebnis unterbleiben.
6.
Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
Einspracheentscheides vom 18. Oktober 2012 gutzuheissen und die
Beschwerdegegnerin zu verpflichten, für das Ereignis des Beschwerdeführers vom 20.
März 2012 die gesetzlichen Leistungen zu erbringen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39