Decision ID: 912170fe-d2fb-44d8-bbc9-992800d8395e
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherter) war als Informatiker bei der B._ GmbH tätig
und dadurch bei der Vaudoise Allgemeine Versicherungs-Gesellschaft AG
(nachfolgend: Vaudoise) gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 3. Januar 2017
liess er durch seine Arbeitgeberin einen Unfall vom 29. Dezember 2016 mit folgendem
Sachverhalt melden: „Beim Aussteigen aus dem Lift geschlipft.“ Dadurch habe er sich
am rechten Knie verletzt (UV-act. 1). Eine Erstbehandlung erfolgte am 3. Januar 2017
durch med. pract. C._, Facharzt für Allgemeinmedizin, welcher den Versicherten
infolge eines Verdachts auf einen Innenmeniskusriss rechts für ein MRT an Dr. med.
D._, FMH Radiologie, überwies. Das MRT vom 4. Januar 2017 bestätigte eine Ruptur
des medialen Meniskus (UV-act. 2), worauf med. pract. C._ den Versicherten ab 5.
Januar 2017 bis 12. Januar 2017 100 % arbeitsunfähig schrieb und ihn für weitere
Abklärungen an die Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates des Spitals E._ überwies (UV-act. 3). Deren Ärzte untersuchten
den Versicherten am 12. Januar 2017 und diagnostizierten eine Innenmeniskusläsion
rechts sowie eine Distorsion des medialen Kollateralbandes (UV-act. 4).
A.b Am 20. Januar 2017 führte Dr. med. F._ beim Versicherten eine diagnostisch/
therapeutische Kniegelenksarthroskopie rechts mit Teilmeniskektomie des Hinterhorns
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des Innenmeniskus durch (UV-act. 5). Der Versicherte wurde daraufhin vom 21. Januar
2017 bis 5. Februar 2017 100 % arbeitsunfähig geschrieben (UV-act. 6).
A.c Am 22. Januar 2017 liess der Versicherte der Vaudoise den ausgefüllten
Fragebogen "Unfallbegriff-mit AU" zukommen (UV-act. 7).
A.d Am 31. Januar und 9. Februar 2017 stellte med. pract. C._ weitere Zeugnisse für
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit des Versicherten bis 12. (UV-act. 8) bzw. 26. Februar
2017 aus (UV-act. 9).
A.e Nach Einholung einer Beurteilung ihres beratenden Arztes Dr. med. G._,
Facharzt Chirurgie FMH, Spez. Allgemeinchirurgie und Traumatologie FMH, vom 3.
März 2017, teilte die Vaudoise dem Versicherten mit Verfügung vom 15. März 2017 mit,
dass die Kniebeschwerden rechts nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis vom 29. Dezember 2016
zurückgeführt werden könnten. Die Vaudoise könne daher keine
Versicherungsleistungen erbringen (UV-act. 11).
B.
B.a Mit Schreiben vom 28. März 2017 liess sich med. pract. C._ zur
Leistungsablehnung vernehmen (UV-act. 12), worauf ihm die Vaudoise mit Schreiben
vom 4. April 2017 mitteilte, dass er nicht zur Einsprache legitimiert sei (UV-act. 13).
B.b Mit Schreiben vom 16. April 2017 erhob der Versicherte Einsprache gegen die
Verfügung vom 15. März 2017 (UV-act. 14).
B.c Mit Einspracheentscheid vom 30. Mai 2017 wies die Vaudoise die Einsprache des
Versicherten ab (UV-act- 16).
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid liess der Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführer) durch Fürsprecher Urs Kröpfli, S-E-K Advokaten, Frauenfeld, mit
Eingabe vom 30. Juni 2017 Beschwerde erheben mit folgenden Anträgen: 1. Der
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Einspracheentscheid der Vaudoise (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) sei
aufzuheben. 2. Es seien gegenüber dem Beschwerdeführer die gesetzlichen
Leistungen auszurichten. 3. Eventualiter sei die Angelegenheit zur weiteren
Sachverhaltsabklärung im Rahmen eines externen medizinischen Gutachtens an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 4. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten,
den Beschwerdeführer angemessen ausserrechtlich zu entschädigen (act. G 1).
C.b In der Beschwerdeantwort vom 12. Oktober 2017 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des
Einspracheentscheids (act. G 5). Zusammen mit der Beschwerdeantwort reichte sie die
Beurteilung ihres beratenden Arztes Dr. G._ vom 8. Oktober 2017 ein (act. G 5.1).
C.c Mit Replik vom 15. Dezember 2017 hielt der Beschwerdeführer an seinen
Beschwerdeanträgen fest (act. G 9).
C.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Schreiben vom 4. Januar 2018 auf eine
Duplik (act. G 11).
C.e Am 15. Januar 2018 reichte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers eine
Honorarnote über insgesamt Fr. 2'899.75 (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer)
ein (act. G 13).

Erwägungen
1.
Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung
(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur
Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die
sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem
Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden,
nachdem ein Ereignis vom 29. Dezember 2016 zu beurteilen ist, die bis 31. Dezember
2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.
2.
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2.1 Der Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung setzt zunächst einen Unfall im
Sinne von Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) voraus. Als solcher gilt eine plötzliche,
nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors
auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder
geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Gestützt auf Art. 6 Abs. 1 UVG hat
der Unfallversicherer bei Vorliegen eines Unfalls (Art. 4 ATSG) für einen
Gesundheitsschaden nur insoweit Leistungen zu erbringen, als dieser in einem
natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten Ereignis steht
(ALEXANDRA RUMO-JUNGO/ANDRÉ PIERRE HOLZER, Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 53 ff.). Für die Beantwortung
der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der
Medizin ist das Gericht in der Regel auf Angaben ärztlicher Experten oder Expertinnen
angewiesen. Die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber
eine Rechtsfrage, die vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis entwickelten
Regeln zu beurteilen ist (BGE 129 V 177 E. 3.1, 123 III 110, 112 V 30). Bei physischen
Unfallfolgen hat indessen die Adäquanz gegenüber dem natürlichen
Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 118 V 291 f. E.
3a). Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände,
ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als
in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann.
Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen
Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder
unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende
Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität
der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten als
Teilursache nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene
gesundheitliche Störung entfiele (BGE 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit
Hinweisen). Ob ein natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist, beurteilt sich nach
dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit; die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen;
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THOMAS LOCHER/THOMAS GÄCHTER, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4.
Aufl., Bern 2014, § 70 Rz. 58 f.; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 4). Bei der Frage,
ob ein Kausalzusammenhang überhaupt jemals gegeben war, handelt es sich um eine
anspruchsbegründende Tatfrage. Die diesbezügliche Beweislast liegt insofern bei der
versicherten Person, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu ihren Lasten
ausfällt. Selbstverständlich greift die genannte Beweisregel erst dann Platz, wenn die
Verwaltung und – im Beschwerdefall – das Gericht dem Untersuchungsgrundsatz
rechtsgenüglich nachgekommen sind bzw. es sich als unmöglich erweist, im Rahmen
des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu
ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu
entsprechen (BGE 138 V 222 E. 6, 117 V 264 E. 3b, je mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U
206 S. 328 E. 3b).
2.2 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die
urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln
sowie umfassend und pflichtgemäss, zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig
davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten (UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2015, N 120 zu
Art. 61 ATSG). Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob
der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw.
der Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 351, E. 3a mit
Hinweis). Auch den Berichten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kann
rechtsprechungsgemäss Beweiswert beigemessen werden, solange nicht konkrete
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Auf das Ergebnis
versicherungsinterner ärztlicher Abklärungen - zu denen die Beurteilungen der
beratenden Ärzte der Vaudoise gehören - kann nicht abgestellt werden, wenn auch nur
geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (BGE 139 V 225 E.
5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7; Urteil des Bundesgerichts vom 16. September 2014,
8C_385/2014, E. 4.2.2; SVR 2018 IV, Nr. 4, S. 12, E. 3.2). Sollten solche geringen
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Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen, sind ergänzende
Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465, E. 4.6).
3.
Vorliegend anerkannte die Beschwerdegegnerin, dass der Beschwerdeführer am 29.
Dezember 2016 einen Unfall im Sinne von Art. 4 UVG erlitten hat (vgl. Ziff. 1-3 act. G
1-3 f.; lit. B act. G 5-2; Ziff. 2.2 UV-act. 16). Umstritten und nachfolgend zu prüfen ist
hingegen, ob zwischen dem Unfallereignis vom 29. Dezember 2016 und der am 4. und
20. Januar 2017 kernspintomographisch bzw. arthroskopisch diagnostizierten medialen
Meniskusruptur am rechten Kniegelenk des Beschwerdeführers ein natürlicher
Kausalzusammenhang gegeben ist. Diese Frage wird von der Beschwerdegegnerin
insbesondere gestützt auf die Beurteilung ihres beratenden Arztes Dr. G._ vom 8.
Oktober 2017 (act. G 5.1) verneint. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers macht
demgegenüber beschwerdeweise geltend, die Beurteilung von Dr. G._ könne nicht
zu einer Leistungsverweigerung führen, da dieser jegliche Begründung vermissen lasse
und ausschliesslich behaupte, dass der Gesundheitsschaden nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis zurückzuführen sei (Ziff. Act. G 1-3). Med.
pract. C._ weise in seinem Bericht vom 28. März 2017 (UV-act. 14a) nachvollziehbar
und begründet darauf hin, dass ein adäquates Trauma vorgelegen habe und die
medizinischen Befunde in eindeutigem und unbestrittenem Kausalzusammenhang zu
diesem Ereignis stünden (Ziff. 9 act. G 1-6).
4.
4.1 Wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen, sprechen tatsächlich verschiedene
Gründe gegen die Zuverlässigkeit bzw. Vollständigkeit der Beurteilung von Dr. G._
vom 8. Oktober 2017 (act. G 5.1).
4.2 Im Rahmen der von Dr. D._ am 4. Januar 2017 durchgeführten MRT-
Untersuchung des rechten Kniegelenks wurden ein kleinvolumiger Gelenkserguss, ein
Kapselödem medial, eine Ober- und Unterfläche erreichende Signalveränderung des
medialen Meniskushinterhorns und der Pars intermedia, eine Ödemzone der Tibia
medial gegen aussen hin, ein mässiger Knorpelschaden des lateralen Femurkondylus
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zentral bis dorsal sowie eine Volumenminderung und diffuse Signalveränderungen des
lateralen Meniskusvorderhorns erhoben. Die Signalveränderung des medialen
Meniskushinterhorns beurteilte Dr. D._ als mediale Meniskusruptur (UV-act. 2). Bei
der am 20. Januar 2017 durchgeführten Kniegelenksarthroskopie rechts des
Hinterhorns des Innenmeniskus zeigte sich im medialen Kompartiment eine flächige
Chondropathie femoral und tibial II-III° sowie ein degenerativ in seiner gesamten Länge
mit mehreren Horizontalrissen bis an die Basis heranreichend aufgefasertes Hinterhorn
(UV-act. 5). In Bezug auf Meniskusläsionen gilt es zu beachten, dass diese als Folge
eines Traumas auftreten können und dass Kniegelenksmenisken grundsätzlich zur
Degeneration neigen (vgl. dazu ALFRED BÜHLER, Die unfallähnliche
Körperschädigung, in: SZS 1996; ALFRED M. DEBRUNNER, Orthopädie,
Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2002, S. 1056; ROCHE LEXIKON, Medizin, 5.
Aufl. München 2003, S. 1204, 1852; PSCHYREMBEL, Klinisches Wörterbuch 2014,
267. Aufl. Berlin 2017, S. 997, 1146, 1829).
4.3 Gemäss Dr. G._ reisst ein normaler Meniskus nur bei entsprechend starker
Gewalteinwirkung und dann nicht isoliert. Es seien immer auch andere Strukturen
(Bänder/Knochen) mitverletzt (Ziff. 3, act. G 5.1-3). Der medizinischen Lehre kann
jedoch nicht entnommen werden, dass es für eine traumatische Meniskusläsion
zwingend einer starken Gewalteinwirkung bedarf. Als entscheidend für eine
traumatische Meniskusläsion wird hingegen der Bewegungsmechanismus
beschrieben, welcher im Rahmen des Unfallereignisses stattgefunden hat. Gemäss
medizinischer Literatur ist eine Distorsion bzw. ein Rotationstrauma (Verletzung durch
Drehbewegung) dazu geeignet, eine Meniskusläsion hervorzurufen (vgl. zum Ganzen H.
BILOW/S. WELLER, in: Marx (Hrsg.), Medizinische Begutachtung, Grundlagen und
Praxis, S. 394; ALFRED M. DEBRUNNER, a.a.O., S. 1057; PSCHYREMBEL, a.a.O., S.
1146). Der Beschwerdeführer beschrieb den Unfallhergang vom 29. Dezember 2016
folgendermassen: "Beim Wegrutschen des Fusses rechtes Kniegelenk verdreht." (UV-
act. 3), was ein Rotationstrauma vermuten lässt. Des Weiteren diagnostizierte das
Spital E._ am 16. Januar 2017 eine Distorsion des medialen Kollateralbandes (UV-
act. 12b), was auf einen für eine Meniskusläsion typischen Bewegungsmechanismus
hinweist. Gemäss medizinischer Literatur werden der Meniskusriss sowie Verletzungen
anderer Strukturen des Knies sodann als Kombinationsverletzungen und auch als
eigenständige bzw. isolierte Verletzung beschrieben (vgl. PSCHYREMBEL, a.a.O., S.
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950 f., 997, 1146; DEBRUNNER, a.a.O., S. 1060, 1098). Dass Verletzungen
verschiedener Strukturen zwingend gleichzeitig auftreten müssten, wird nirgends
gesagt. Insofern kann ein Meniskus auch isoliert reissen. Vor diesem Hintergrund lässt
sich aufgrund der obengenannten Begründung von Dr. G._ eine traumatische
Meniskusläsion nicht ohne Weiteres ausschliessen.
4.4 Dr. G._ führt in seiner Beurteilung weiter aus, dass eine akute
Zusammenhangstrennung einer Struktur sofortige starke Beschwerden verursache,
welche die Gebrauchsfähigkeit des betroffenen Körperteils stark einschränken würde
(Ziff. 3, act. G 5.1-4). Im Fragebogen "Unfallbegriff - mit AU" der Beschwerdegegnerin
hielt der Beschwerdeführer am 22. Januar 2017 fest, dass er gleich bzw. direkt nach
dem Unfallereignis Schmerzen verspürt habe (UV-act. 7). Gegenüber den
untersuchenden Ärzten des Spitals E._ berichtete er sodann am 12. Januar 2017, seit
dem Unfall Schmerzen im linken (richtig wohl: rechten) Kniegelenk zu haben. Die
Schmerzen äusserten sich wie ein Stich und würden ohne erkennbares
Bewegungsmuster auftreten. Zudem weise er eine starke Schwellung auf. Die klinische
Untersuchung der Ärzte des Spitals E._ bestätigte sowohl die geklagten Schmerzen
als auch die Schwellung des rechten Kniegelenks (UV-act. 4). Insofern finden sich in
den Akten durchaus zeitnah zum Unfall Hinweise auf eine Sachlage, wie sie von Dr.
G._ als auf eine traumatische Meniskusläsion hinweisend beschrieben wird.
Allgemein ist ausserdem anzufügen, dass gemäss medizinischer Literatur Blockaden
eines Gelenks nur kurze Augenblicke andauern oder sogar ganz fehlen können. Selbst
akute Schmerzen können innerhalb von Tagen zurückgehen (DEBRUNNER, a.a.O., S.
1058). Typisch ist hingegen ein unvermittelter, plötzlicher starker Schmerz, so wie ihn
der Beschwerdeführer direkt nach dem Unfallereignis angeblich verspürt hat (UV-act.
7), oftmals einhergehend mit einem Gelenkerguss (PSCHYREMBEL, a.a.O., S. 1146).
Wie bereits erwähnt, hat das MRT vom 4. Januar 2017 beim Beschwerdeführer einen
kleinvolumigen Gelenkerguss zur Darstellung gebracht (UV-act. 2). Gemäss Dr. G._
bedarf es eines ausgeprägten und schmerzhaften Gelenkergusses. Weshalb dies der
Fall sein soll, erläutert er nicht und auch der medizinischen Literatur ist nicht zu
entnehmen, wie "gross" ein Gelenkerguss zu sein hat (PSCHYREMBEL, a.a.O., S.
1146). Dass der Erguss des Beschwerdeführers nicht schmerzhaft gewesen sein soll,
ist im Übrigen nicht erstellt. Insofern ist nicht nachvollziehbar, weshalb nicht bereits
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aufgrund eines kleinvolumigen Gelenkergusses auf eine Meniskusläsion infolge des
Unfallereignisses geschlossen werden kann.
4.5 Für Dr. G._ erfolgte die Operation vom 20. Januar 2017 ausschliesslich aufgrund
der degenerativen Meniskusveränderungen und nicht aufgrund des Unfallereignisses.
Wie bereits erwähnt (vgl. Erwägung 2.1), genügt es jedoch für die Bejahung einer
Leistungspflicht des Unfallversicherers bereits, wenn der Unfall eine Teilursache der
gesundheitlichen Störung darstellt. Betreffend Teilursächlichkeit wurde weder vom
Bundesgericht noch vom Gesetzgeber ein Mindestmass bestimmt. Insofern vermag
auch eine Verschlimmerung eines degenerativen Vorzustands eine Leistungspflicht des
Unfallversicherers zu begründen. Gemäss medizinischer Literatur führt eine plötzlich
hohe Impulseinwirkung (Trauma) auch bei einem degenerativen Vorzustand dazu, dass
es zu einem Meniskusriss bzw. einer Vergrösserung desselben kommen kann, was
dann als teilkausale Unfallfolge anzuerkennen wäre (H. BILOW/S. WELLER, a.a.O., S.
392 und 394; PSCHYREMBEL, a.a.O., S. 1829). Vorliegend bezweifelt Dr. G._ nicht,
dass der Beschwerdeführer am 29. Dezember 2016 ein Knietrauma erlitten hat (UV-act.
3-3). Betrachtet man dieses Knietrauma im Zusammenhang mit dem MRT-Bericht vom
4. Januar 2017, so erscheint auch bei einem degenerativ vorgeschädigten Meniskus
nicht ausgeschlossen, dass es eine Verschlimmerung der gesundheitlichen Situation
bewirkt hat. Die Frage einer allfälligen Verschlimmerung eines Vorzustandes bleibt von
Dr. G._ jedoch vollständig unbeantwortet. Die Beschwerdegegnerin selbst beruft sich
in ihrer Beschwerdeantwort vom 12. Oktober 2017 auf Fälle "wie den vorliegenden, wo
es darum geht, zu prüfen, ob das Unfallereignis zu einer richtunggebenden
Verschlimmerung eines degenerativen Vorzustandes geführt hat." (act. G 5-3).
4.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beurteilungen von Dr. G._ (act. G
5.1) keine zuverlässige medizinische Grundlage für den Entscheid bildet, ob das
Unfallereignis vom 29. Dezember 2016 zumindest Teilursache für die beim
Beschwerdeführer am 4. und 20. Januar 2017 kernspintomographisch bzw.
arthroskopisch diagnostizierte und am 20. Januar 2017 operativ behandelte mediale
Meniskushinterhornläsion rechts ist. Dem Gericht ist es nicht möglich, mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu beurteilen, ob die mediale
Meniskushinterhornläsion am rechten Kniegelenk des Beschwerdeführers die Folge
einer am 29. Dezember 2016 erlittenen traumatischen Verletzung bzw.
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Verschlimmerung eines degenerativen Vorzustandes ist oder aber einen rein
degenerativen Zustand darstellt. Für eine Leistungsablehnung der Beschwerdegegnerin
genügt diese Beweislage nicht. Die Beschwerdegegnerin wäre gemäss Art. 43 Abs. 1
ATSG zur Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen hinsichtlich der
Unfallkausalität verpflichtet gewesen. Da bereits geringe Zweifel an der Schlüssigkeit
ärztlicher Feststellungen ergänzende Abklärungen erforderlich machen, wird sie solche
nachzuholen haben. Die Angelegenheit ist mithin zur Veranlassung weiterer
Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.
Grundsätzlich kommt der Beschwerde an das kantonale Versicherungsgericht als
ordentlichem Rechtsmittel Devolutiveffekt zu (Art. 56 ATSG); die Behandlung der Sache
geht also mit Einreichung der Beschwerde auf die Beschwerdeinstanz über. Insoweit
ist es dem Versicherungsträger grundsätzlich verwehrt, nach Einreichung der
Beschwerde weitere oder zusätzliche Abklärungen vorzunehmen; nach der
Rechtsprechung sind lediglich punktuelle Abklärungen (wie z.B. das Einholen von
Bestätigungen, Bescheinigungen oder auch Rückfragen) zugelassen. Wegleitende
Gesichtspunkte für die Beantwortung der Frage, was im kantonalen Verfahren noch
zulässiges Verwaltungshandeln darstellt, bilden die inhaltliche Bedeutung der
Sachverhaltsvervollständigung und die zeitliche Intensität allfälliger weiterer
Abklärungsmassnahmen (vgl. BGE 136 V 2 E. 2.7 mit Hinweis auf BGE 127 V 228 E.
2b/aa und bb; KIESER, a.a.O., N 123 zu Art. 61 ATSG). Die Beschwerdegegnerin stützt
ihren Einspracheentscheid vom 30. Mai 2017 auf die von Dr. G._ vorgenommene
Beurteilung anhand eines Fragenkatalogs mit vorformulierten Fragen vom 8. Oktober
2017 ohne medizinische Erläuterungen des beratenden Arztes (UV-act. 10). Mit
Beschwerdeantwort vom 12. Oktober 2017 reichte die Beschwerdegegnerin einen
neuen, ausführlich begründeten 5-seitigen Bericht von Dr. G._ ein (act. G 5.1). Mit
Blick auf das Ergebnis (Rückweisung der Angelegenheit zu weiteren Abklärungen) kann
jedoch offengelassen werden, ob dieses Vorgehen vor der obengenannten
bundesgerichtlichen Rechtsprechung standhält oder der Devolutiveffekt durch als
verletzt zu betrachten ist.
6.
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6.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid vom 30. Mai 2017 gutzuheissen und die Streitsache zu
ergänzenden Abklärungen im Sinne der Erwägungen und anschliessend neuer
Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
6.3 Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer einen Anspruch auf eine
Parteientschädigung für die Kosten der Vertretung und Prozessführung (Art. 61 lit. g
ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht
nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten
(HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1‘000.-- bis Fr. 12‘000.--. Der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers reichte eine Honorarnote über Fr. 2‘899.75 (inklusive Barauslagen
und Mehrwertsteuer) ein (act. G 13). Diese erscheint vorliegend als angemessen, womit
die Beschwerdegegnerin die Rechtsvertretung des Beschwerdeführers mit diesem
Betrag zu entschädigen hat.