Decision ID: 67f10ba7-6a6a-5662-a9cc-84b0bc79e1dc
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A.a Der Beschwerdeführer ersuchte am 1. September 2015 im Empfangs-
und Verfahrenszentrum (EVZ) B._ in der Schweiz um Asyl. Am
8. September 2015 wurde er summarisch zu seiner Person, dem Reiseweg
und den Asylgründen befragt (Befragung zur Person; BzP). Mit am 12. Ok-
tober 2015 in Rechtskraft erwachsener Verfügung vom 29. September
2015 trat die Vorinstanz nicht auf sein Asylgesuch ein und verfügte die
Wegweisung nach Ungarn, wo er zuvor ein Asylgesuch gestellt hatte. Am
24. November 2015 reichte der Beschwerdeführer beim SEM ein Wieder-
erwägungsgesuch ein und beantragte in der Hauptsache die Feststellung
der Zuständigkeit der Schweiz für sein Asylverfahren. Mit Zwischenverfü-
gung vom 8. Dezember 2015 erachtete das SEM das Gesuch des Be-
schwerdeführers als aussichtslos und erhob einen Kostenvorschuss. In-
folge Nichtleistung des Kostenvorschusses trat die Vorinstanz mit Verfü-
gung vom 29. Dezember 2015 nicht auf das Wiedererwägungsgesuch ein.
Auch diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft. Am 16. Feb-
ruar 2016 wurde der Beschwerdeführer nach Ungarn rücküberstellt.
A.b Am 13. April 2016 reiste der Beschwerdeführer illegal wieder in die
Schweiz ein und meldete sich wiederum im EVZ B._. Mit Verfügung
des SEM vom 10. Mai 2016 wurde er erneut nach Ungarn weggewiesen.
Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe seines
Rechtsvertreters vom 23. Mai 2016 Beschwerde beim Bundesverwaltungs-
gericht, welches diese mit Urteil E-3229/2016 vom 18. Juli 2017 guthiess
und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückwies.
B.
Am 26. Oktober 2017 suchte der Beschwerdeführer im Rahmen einer ein-
lässlichen Einvernahme durch das zuständige Amt für Migration und In-
tegration des Kantons C._ zum zweiten Mal in der Schweiz um Asyl
nach. Er wurde in der Folge am 21. November 2017 vertieft zu seinen Asyl-
gründen angehört und machte dabei im Wesentlichen geltend, eritreischer
Staatsangehöriger tigrinischer Ethnie aus D._ beziehungsweise
E._ zu sein. Im Kindesalter sei er mit seiner Familie in den Sudan
geflohen, wo sie zunächst im Flüchtlingslager F._ gelebt hätten und
im Jahre 2001 nach G._ gegangen seien. Im Sudan habe er die
Schule besucht. Im Jahre 2003 seien sie nach Eritrea zurückgekehrt und
hätten im Flüchtlingslager H._ in I._ gelebt. Seine Mutter
lebe zurzeit immer noch dort, sein Vater sei mittlerweile verstorben. Er
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habe mit seiner Ehefrau, die im Sudan lebe und von der er getrennt sei,
zwei Kinder. Aufgrund familiärer Streitigkeiten sei er im Jahre 2007 nach
G._ zurückgekehrt, habe sich beim Roten Kreuz gemeldet und eine
Flüchtlingskarte erhalten. Er habe sein Geld als (...) verdient. Von
G._ aus sei er alle paar Monate illegal nach I._ gereist, um
seine Mutter zu besuchen. Seine Mutter sei muslimischen Glaubens, wäh-
rend sein Vater dem orthodoxen Glauben angehört habe, weswegen die
Brüder seiner Mutter ihn bereits als Kind dazu hätten überreden wollen,
zum Islam zu konvertieren, was er jeweils verweigert habe. Als er im Jahre
2008 beziehungsweise 2014 in I._ gewesen sei, seien seine Onkel
vorbeigekommen, hätten ihn mitgenommen und mehrere Stunden bis zum
Hals in heissem Sand eingegraben. Er sei von Passanten entdeckt und
ausgegraben worden. Aufgrund der Probleme mit seinen Onkeln habe er
die Besuche bei seiner Mutter eingestellt. Seine Onkel hätten ihn aber auch
im Sudan während sieben Jahren gesucht und ihn umbringen wollen. Er
habe den Sudan mit einem gefälschten Pass im April 2014 beziehungs-
weise Februar 2015 verlassen und sei über Istanbul, Griechenland und die
Balkanroute zuerst nach Deutschland, danach in die Schweiz gelangt.
C.
Mit Schreiben vom 5. September 2018 gewährte die Vorinstanz dem Be-
schwerdeführer das rechtliche Gehör zu den an den Anhörungen festge-
stellten Widersprüchen. Die Frist zur Einreichung einer Stellungnahme
liess der Beschwerdeführer ungenutzt verstreichen.
D.
Mit Verfügung vom 28. September 2018 – eröffnet am 23. Oktober 2018 –
stellte die Vorinstanz fest, dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingsei-
genschaft nicht erfülle, lehnte sein Asylgesuch ab und ordnete die Wegwei-
sung aus der Schweiz sowie den Vollzug der Wegweisung an.
E.
Die Verfügung der Vorinstanz focht der Beschwerdeführer – handelnd
durch den rubrizierten Rechtsvertreter – mit Eingabe vom 2. November
2018 beim Bundesverwaltungsgericht an. Er beantragte, die Verfügung sei
aufzuheben und ihm sei unter Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft
Asyl in der Schweiz zu gewähren. Eventualiter sei die Verfügung aufzuhe-
ben und er sei wegen Unzulässigkeit und Unzumutbarkeit des Wegwei-
sungsvollzugs vorläufig in der Schweiz aufzunehmen. Subeventualiter sei
die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
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In verfahrensrechtlicher Sicht beantragte er die unentgeltliche Prozessfüh-
rung unter Verzicht auf Erhebung eines Kostenvorschusses sowie die Bei-
ordnung seines mandatierten Rechtsvertreters als amtlicher Rechtsbei-
stand.
F.
Mit Zwischenverfügung vom 23. November 2018 wies das Bundesverwal-
tungsgericht die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessfüh-
rung und um amtliche Rechtsverbeiständung ab und erhob einen Kosten-
vorschuss von Fr. 750.–.
G.
Mit Eingabe vom 26. November 2018 machte der Beschwerdeführer unter
Beilage eines ärztlichen Kurzberichts des Kantonsspitals J._ vom
15. November 2018 geltend, HIV-positiv zu sein und ersuchte um Wieder-
erwägung der Zwischenverfügung vom 23. November 2018 sowie um Gut-
heissung der Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
und um amtliche Rechtsverbeiständung.
H.
Mit Zwischenverfügung vom 30. November 2018 wurde der Beschwerde-
führer aufgefordert, innert Frist einen detaillierten ärztlichen Bericht zu den
Akten zu reichen.
I.
Dieser Aufforderung kam der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 10. De-
zember 2018 unter Beilage einer detaillierten und aktualisierten Version
des Arztberichts des Kantonsspital J._ vom 15. November 2018
nach. Gemäss dem eingereichten Arztbericht wurde beim Beschwerdefüh-
rer eine HIV-Infektion im Stadium A3 sowie eine Schlafstörung diagnosti-
ziert. Unter der antiretroviralen Therapie mit Triumeq sei ein guter Verlauf
bei langfristiger kompletter Virussupression zu erwarten. Auch die Schlaf-
störung werde medikamentös behandelt.
J.
Mit Zwischenverfügung vom 13. Dezember 2018 wurden die Gesuche um
Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um amtliche Rechts-
verbeiständung des mandatierten Rechtsvertreters wiedererwägungs-
weise gutgeheissen. Gleichzeitig wurde die Vorinstanz zur Einreichung ei-
ner Vernehmlassung eingeladen.
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K.
Mit Eingabe vom 28. Januar 2019 nahm die Vorinstanz, nach gewährter
Fristerstreckung, zu den Beschwerdevorbringen Stellung und hielt mit er-
gänzenden Ausführungen zum medizinischen Sachverhalt an ihren Erwä-
gungen fest.
L.
Mit Zwischenverfügung vom 1. Februar 2019 wurde der Beschwerdeführer
zur Einreichung einer Replik eingeladen.
M.
Mit Replik vom 4. März 2019 nahm der Beschwerdeführer, nach gewährter
Fristerstreckung, entsprechend Stellung.
N.
Der Beschwerdeführer ist in der Schweiz wiederholt unter anderem wegen
Vermögensdelikten und Beschaffungskriminalität strafrechtlich in Erschei-
nung getreten.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Am 1. März 2019 ist die Teilrevision des AsylG vom 26. Juni 1998
(AS 2016 3101; SR 142.31) in Kraft getreten. Für das vorliegende Verfah-
ren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur
Änderung des AsylG vom 25. September 2015).
1.2 Am 1. Januar 2019 wurde das Ausländergesetz vom 16. Dezember
2005 (AuG, SR 142.20) teilrevidiert (AS 2018 3171) und in Ausländer- und
Integrationsgesetz (AIG) umbenannt. Der vorliegend anzuwendende Ge-
setzesartikel (Art. 83) ist unverändert vom AuG ins AIG übernommen wor-
den.
2.
2.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher
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zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-
ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-
son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche
Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb
das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet.
2.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
2.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist
durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-
würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung; er ist
daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108
Abs. 6 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-
schwerde ist einzutreten.
3.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
4.
4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken.
4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die
Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
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Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG; vgl. zur Glaubhaftmachung
BVGE 2015/3 E. 6.5.1; 2013/11 E. 5.1; 2012/5 E. 2.2; 2010/57 E. 2.3).
Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft-
machen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt
dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE
2015/3 E. 6.5.1 m.w.H.).
5.
5.1 Die Vorinstanz kommt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss,
dass massive Widersprüche in den zentralen Vorbringen des Beschwerde-
führers ersichtlich seien. So habe er an der BzP ausgeführt, in D._
geboren und im Alter von drei Jahren in den Sudan gegangen zu sein, wo
er die neunte Klasse abgebrochen habe. Seine Mutter gehöre der Kunama-
Ethnie an. Seine Identitätskarte habe er 1998 beantragt und im Sudan zu-
rückgelassen. Er sei 2010 nach I._ gegangen, von wo aus er im
Jahr 2014 endgültig in den Sudan gereist sei. Demgegenüber habe er an
der Anhörung ausgeführt, in E._ geboren zu sein, im fünften oder
sechsten Lebensjahr in den Sudan gezogen zu sein und dort die zehnte
Klasse abgeschlossen zu haben. Seine Mutter sei eine ethnische Bilen. In
Bezug auf die Identitätskarte habe er angebracht, diese sei im Jahr 2002
ausgestellt und ihm im Sudan gestohlen worden. Zuletzt habe er sich im
Oktober oder November 2014 in Eritrea aufgehalten. Die widersprüchli-
chen Angaben seinen Lebenslauf betreffend habe er nicht auflösen können
beziehungsweise die Möglichkeit zu einer schriftlichen Stellungnahme
nicht genutzt. Des Weiteren habe er erst an der Anhörung vorgebracht, von
seinen Onkeln im Sudan während sieben Jahren gesucht worden zu sein,
während er an der BzP noch erläutert habe, den Sudan wegen der fehlen-
den Aufenthaltserlaubnis verlassen zu haben. Darauf angesprochen habe
er zunächst erklärt, an der BzP von der Verfolgung durch seine Onkel ge-
sprochen zu haben, der Dolmetscher habe ihn jedoch nicht verstanden.
Den Protokollen seien aber keine Verständigungsprobleme zu entnehmen;
vielmehr habe er bestätigt, den Dolmetscher gut zu verstehen. Mithin sei
seine Begründung nicht stichhaltig und aufgrund des nachgeschobenen
Vorbringens sei an dessen Wahrheitsgehalt zu zweifeln. Soweit seine On-
kel ihn zur Konversion zum Islam gezwungen hätten, sei es unplausibel,
dass der Beschwerdeführer nicht einmal ansatzweise habe präzisieren
können, wie eine solche hätte erfolgen sollen. Es erscheine ausserdem
unglaubhaft, dass er sich während sieben Jahre vor seinen Onkeln habe
verstecken müssen. Schliesslich handle es sich bei den behaupteten
Schwierigkeiten um eine Verfolgung durch private Drittpersonen, welche
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durch die heimatlichen Behörden geahndet würde. Selbst bei vorausge-
setzter Glaubhaftigkeit der Vorbringen wäre der Beschwerdeführer nicht
auf den Schutz eines Drittstaates angewiesen. Überdies wies die
Vorinstanz auf das deliktische Verhalten des Beschwerdeführers hin, wel-
ches auf asylfremde Motive des Aufenthalts in der Schweiz hindeute. Die
illegale Ausreise aus Eritrea führe zudem gemäss Rechtsprechung des
Bundesverwaltungsgerichts nicht zu Sanktionen, die die Schwelle von
Art. 3 Abs. 2 AsylG erreichen würden.
5.2 Dem wird in der Beschwerde entgegnet, dass die Vorinstanz schwer-
wiegende Verfahrensfehler begangen habe und insbesondere der An-
spruch auf rechtliches Gehör mehrfach grob verletzt worden sei. Einerseits
sei die Rechtsvertretung ohne ersichtlichen Grund übergangen worden.
Andererseits sei der Sachverhalt nicht sorgfältig abgeklärt worden. Ausser-
dem hätten die Schilderungen des Beschwerdeführers eine Vielzahl von
Realkennzeichen sowie einen hohen Detaillierungsgrad aufgewiesen. In
Bezug auf seinen Geburtsort habe er bereits an der Anhörung erklärt, in
E._ geboren zu sein, danach aber in D._ gelebt zu haben.
Er habe auch nachvollziehbar erläutern können, dass seine Mutter ethni-
sche Bilen sei. Ob seine eritreische Identitätskarte im Jahre 1998 oder
2002 ausgestellt worden sei, sei ausserdem nicht relevant. Aus beiden Be-
fragungsprotokollen gehe zudem hervor, dass ihm diese im Sudan abhand-
engekommen sei. Nachdem er Eritrea im Jahre 2007 verlassen habe, sei
er regelmässig zwischen dem Sudan und Eritrea hin und her gependelt.
Da es sich jeweils um kurze Aufenthalte gehandelt habe, habe er diese
jedoch nicht für relevant erachtet. Ebenso wenig von Belang sei, in wel-
chem Alter er mit seiner Familie in den Sudan ausgereist sei. Er wisse le-
diglich, dass er sich im Vorschulalter befunden habe, was er übereinstim-
mend an allen Befragungen vorgebracht habe. Dass er seine Fluchtgründe
erst im Rahmen der eingehenden Anhörung vorgetragen habe sei dem
Umstand geschuldet, dass die Vorinstanz ihn an der BzP nicht weiter dazu
befragt habe. Der Vorwurf, seine Vorbringen seien nachgeschoben, sei mit-
hin haltlos. Er habe des Weiteren glaubhaft darlegen können, dass er seit
seiner Kindheit von seinen Onkeln schikaniert sowie physisch und psy-
chisch misshandelt worden sei, mit dem Ziel der Konversion. Soweit die
Vorinstanz ausführe, die Bedrohung gehe von privaten Drittpersonen aus,
sei dem zu entgegnen, dass sich der Beschwerdeführer mangels eines le-
galen Aufenthaltsstatus nicht an die dortigen Behörden hätte wenden kön-
nen und die Flucht sein einziger Ausweg gewesen sei. Insgesamt erfülle
der Beschwerdeführer die Voraussetzungen von Art. 3 AsylG im Zeitpunkt
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der Flucht. Die vorinstanzliche Bemerkung zu seiner Straffälligkeit sei fer-
ner fehl am Platz und zeige eine gewisse Voreingenommenheit des SEM.
6.
Zunächst kann der Vollständigkeit halber festgehalten werden, dass die in
der Beschwerde angedeuteten formellen Rügen nicht substanziiert wurden
und sich für Verfahrensrechtsverletzungen durch die Vorinstanz auch aus
den Akten keine Anhaltspunkte ergeben. Insbesondere wird in der Be-
schwerdeschrift nicht konkretisiert, wodurch die Vorinstanz die Verfahrens-
rechte des Beschwerdeführers verletzt haben soll. Eine Rückweisung des
Verfahrens an die Vorinstanz kommt mithin vorliegend von vornherein nicht
in Betracht.
7.
7.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt sodann nach der Prüfung der
Akten in materieller Hinsicht zum Schluss, dass die Vorinstanz das Asylge-
such des Beschwerdeführers mit zutreffender Begründung abgelehnt hat.
Die Entgegnungen in der Beschwerdeeingabe vermögen zu keiner ande-
ren Betrachtungsweise zu führen. Zur Vermeidung von Wiederholungen
kann vorab vollumfänglich auf die entsprechenden Erwägungen in der an-
gefochtenen Verfügung verwiesen werden (s. angefochtene Verfügung
S. 3 ff.).
7.2 So hat die Vorinstanz zutreffend festgestellt, dass die biografischen An-
gaben des Beschwerdeführers über weite Teile widersprüchlich und unein-
heitlich ausgefallen sind. Seine Ausführungen an der BzP unterscheiden
sich weitestgehend von denjenigen an der Anhörung. An der BzP brachte
er beispielsweise vor, in D._ geboren zu sein (act. A4/11 F1.07), als
Dreijähriger in den Sudan gegangen zu sein (act. A4/11 F2.04), die
9. Klasse im Sudan abgebrochen zu haben (act. A4/11 F1.17.04) und im
Jahre 1998 eine eritreische ID beantragt und diese im Sudan zurück ge-
lassen zu haben (act. A4/11 F4.03). An der Anhörung hingegen führte er
aus, in E._ geboren und in D._ aufgewachsen zu sein
(act. B9/23 F1.07), nach seinem fünften oder sechsten Lebensjahr in den
Sudan geflüchtet zu sein (act. B9/23 F2.01 S. 23), die zehnte Klasse im
Sudan abgeschlossen zu haben (act. B9/23 F1.17.04) sowie im Jahr 2002
eine eritreische ID beantragt zu haben, welche ihm im Jahre 2004 gestoh-
len worden sei (act. B9/23 F4.03). Seine Erklärung, er habe bei der BzP
D._ als seinen Geburtsort angegeben, weil er schliesslich dort auf-
gewachsen sei (act. B9/23 F1.07) oder die in der Beschwerde angebrachte
Begründung, es sei irrelevant, wann er in den Sudan gereist sei oder seine
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ID beantragt habe, vermögen nicht zu überzeugen. Auch der Einwand,
dass es an der BzP zu Verständigungsschwierigkeiten gekommen sein
soll, ändert an dieser Einschätzung nichts, zumal er an der BzP erklärt
hatte, den Dolmetscher gut zu verstehen (act. A4/11 F9.02; act. B9/23 h
und F9.02) und ohnehin die zahlreichen Widersprüche nicht nur mit sprach-
lichen Schwierigkeiten erklärt werden könnten. Im Übrigen kam es eben-
falls innerhalb der Anhörung zu Widersprüchen, beispielsweise was seinen
letzten Aufenthalt in I._ anbelangt, der 2008 (act. B9/23 F2.01),
2010 (act. A4/11 F2.02) oder 2014 (act. A4/11 F5.02) gewesen sein soll.
7.3 Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, von seinen Onkeln zur Kon-
version zum Islam gezwungen zu sein, ist mit der Vorinstanz festzuhalten,
dass er erst im Rahmen der Anhörung ausgeführt hat, auch im Sudan sol-
cherlei Probleme gehabt zu haben (act. B9/23 F7.01 S. 12). An der BzP
brachte er lediglich vor, von Familienangehörigen zur Konversion gedrängt
worden zu sein, jedes Mal wenn er sich in Eritrea aufgehalten habe. Den
Sudan habe er jedoch mangels einer Aufenthaltsbewilligung verlassen
(act. A4/11 F7.01). Des Weiteren vermochte er die Verfolgung durch seine
Onkel nicht zu substantiieren. Seine diesbezüglichen Ausführungen sind
knapp, äusserst detailarm und wiederum widersprüchlich ausgefallen, ins-
besondere was den Vorfall anbelangt, bei welchen er von den Onkeln in
Sand eingegraben worden sein soll (act. B9/23 F7.01 S. 12 u. S. 14). Trotz
mehrfacher Nachfrage von Seiten des Sachbearbeiters blieben seine
Schilderungen sehr verallgemeinert, vage und ausweichend (act. B9/23
F7.01 S. 15), was vor dem Hintergrund, dass er seit klein auf von den On-
keln dazu gedrängt worden sein soll, nicht nachvollziehbar ist. Schliesslich
gelang es ihm auch nicht, den Fluchtzeitpunkt und -grund zu nennen. Statt-
dessen wich er den Fragen erneut aus und verwies auf die allgemein
schwierige Lage in Eritrea und dem Sudan (act. B9/23 F7.01 S. 16). Insge-
samt ist es dem Beschwerdeführer nicht gelungen, Asylgründe, welche im
Heimatstaat begründet liegen, glaubhaft machen.
7.4 Auch die illegale Ausreise des Beschwerdeführers führt vorliegend
nicht zur Bejahung der Flüchtlingseigenschaft.
7.4.1 Das Bundesverwaltungsgericht befasste sich im Rahmen des Urteils
D-7898/2015 vom 30. Januar 2017 (als Referenzurteil publiziert) mit der
Frage, ob Eritreerinnen und Eritreer, die ihr Land illegal verlassen haben,
allein deswegen bei einer Rückkehr Verfolgung zu befürchten haben. Das
Gericht kam dabei zum Schluss, dass sich die bisherige Praxis nicht mehr
aufrechterhalten lasse und vom SEM zwischenzeitlich zu Recht angepasst
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worden sei. Für die Entscheidfindung des Gerichts war auch die Tatsache
von Bedeutung, dass seit einiger Zeit Personen aus der eritreischen
Diaspora für kurze Aufenthalte in ihren Heimatstaat zurückkehren und sich
unter ihnen auch Personen befinden, die Eritrea zuvor illegal verlassen hat-
ten. Es sei mithin nicht mehr davon auszugehen, dass einer Person einzig
aufgrund ihrer unerlaubten Ausreise aus Eritrea eine flüchtlingsrechtlich re-
levante Verfolgung droht. Von der begründeten Furcht vor intensiven und
flüchtlingsrechtlich begründeten Nachteilen sei nur dann auszugehen,
wenn zur illegalen Ausreise weitere Faktoren hinzukommen, welche die
asylsuchende Person in den Augen der eritreischen Behörden als misslie-
bige Person erscheinen lassen (vgl. a.a.O. E. 5).
7.4.2 Vorliegend fehlt es an konkreten Anhaltspunkten dafür, dass beim
Beschwerdeführer – neben der behaupteten illegalen Ausreise – zusätzli-
che Faktoren hinzukommen, welche ihn in den Augen der eritreischen Be-
hörden als missliebige Person erscheinen liessen und aufgrund welcher er
deshalb bei einer Rückkehr in seinem Heimatstaat Sanktionen zu befürch-
ten hätte, welche ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG darstellen
würden.
7.5 Der Beschwerdeführer befürchtet, bei einer Rückkehr nach Eritrea in
den Militärdienst eingezogen zu werden. Die blosse Möglichkeit, in Zukunft
eingezogen zu werden, ist indessen flüchtlingsrechtlich schon deshalb
nicht relevant, weil es sich dabei nach Lehre und Praxis nicht um eine
Massnahme handeln würde, die in einem der in Art. 3 Abs. 1 AsylG er-
wähnten Motive begründet wäre (vgl. bereits Entscheidungen und Mittei-
lungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2006 Nr. 3
E. 4.7 und E. 4.10; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts [BVGer]
D-7898/2015 vom 30. Januar 2017 [als Referenzurteil publiziert] E. 5.1
S. 42 und D-246/2018 vom 11. September 2018 E. 6.3). Des Weiteren hat
der Beschwerdeführer zu keinem Zeitpunkt vorgebracht, von den eritrei-
schen Militärbehörden gesucht oder in den Militärdienst einberufen worden
zu sein. Folglich ist nicht davon auszugehen, dass er zum Zeitpunkt seiner
Ausreise aus dem Heimatstaat in einem spezifischen Kontakt zu den Mili-
tärbehörden im Zusammenhang mit einer Rekrutierung gestanden hat.
7.6 Im Ergebnis ist es dem Beschwerdeführer nicht gelungen, asylrele-
vante Fluchtgründe nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen.
Die Vorinstanz hat das Asylgesuch zu Recht abgelehnt.
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8.
8.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet
den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa-
milie (Art. 44 AsylG).
8.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-
derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-
lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet
(Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
9.
9.1 Die Vorinstanz führte in der angefochtenen Verfügung betreffend den
Wegweisungsvollzug aus, dass keine konkreten Hinweise gegeben seien,
wonach dem Beschwerdeführer bei der Rückkehr nach Eritrea mit beacht-
licher Wahrscheinlichkeit eine Behandlung oder Strafe nach Art. 3 EMRK
drohe. Aufgrund der unglaubhaften Angaben des Beschwerdeführers sei
es zudem nicht möglich, die Frage der Unzulässigkeit abschliessend zu
prüfen. Überdies sei nicht auszuschliessen, dass der Beschwerdeführer
vom Nationaldienst suspendiert, daraus entlassen worden sei oder diesen
bereits ordentlich abgeschlossen habe. Des Weiteren könne in Eritrea we-
der von einem Krieg, Bürgerkrieg oder einer Situation allgemeiner Gewalt
beziehungsweise einer generellen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvoll-
zugs ausgegangen werden, noch seien individuelle Wegweisungsvollzugs-
hindernisse ersichtlich. So sei der Beschwerdeführer jung und gesund, ver-
füge über eine Schulbildung und jahrelange Berufserfahrung als Händler.
Seine Mutter und eine Schwester würden seinen Angaben zufolge in
I._ leben; mehrere Onkel und Tanten seien ebenfalls in Eritrea
wohnhaft. Eine Reintegration sei somit durchaus möglich, selbst unter der
Annahme, dass der Beschwerdeführer sowohl in Eritrea als auch im Sudan
gelebt haben soll. Der Wegweisungsvollzug sei somit zulässig, zumutbar
und praktisch auch möglich.
9.2 In der Beschwerdeschrift wird zum Wegweisungsvollzug ausgeführt,
der Beschwerdeführer habe in Eritrea keinen Nationaldienst geleistet und
es sei davon auszugehen, dass er bei einer Rückkehr noch am Flughafen
in Asmara verhaftet, unter unmenschlichen Bedingungen inhaftiert und
dem Nationaldienst zugeführt werde. Ausserdem sei er HIV-positiv und
eine adäquate Behandlung seiner Krankheit sei im Heimatstaat nicht ge-
währleistet. Nebst seiner betagten Mutter und seinen Kindern habe er zu
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Seite 13
keinen weiteren Verwandten mehr Kontakt. Ein Wegweisungsvollzug sei
mithin weder zulässig noch zumutbar.
9.3 In der Vernehmlassung führte das SEM in Bezug auf die HIV-Erkran-
kung des Beschwerdeführers aus, dass gemäss einem länderspezifischen
medizinischen Consulting die antiretrovirale Therapie des Beschwerdefüh-
rers mit Triumeq in Eritrea gewährleistet sei. Ferner könne er gegen seine
Schlafstörungen auf Diazepam statt wie bisher Mirtazepin zurückgreifen.
Unter diesen Umständen ergebe sich in Bezug auf die bejahte Zumutbar-
keit des Wegweisungsvollzugs im angefochtenen Entscheid keine Ände-
rung.
9.4 Dem wurde in der Replik entgegnet, dass das vorinstanzliche medizi-
nische Consulting Fragen offenlasse, namentlich bezüglich Zugänglichkeit
und Kosten der Behandlung in Eritrea, und daher der Sachverhalt nicht
vollständig abgeklärt worden sei. Gemäss einer Information der Schweize-
rischen Flüchtlingshilfe (SFH) vom 4. März 2019 sei das Medikament Tri-
umeq in Eritrea ausserdem nicht erhältlich.
10.
10.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis
nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme
(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG).
Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss
Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei
der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen,
wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft
zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
10.2
10.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen
der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den
Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3
AIG).
10.2.2 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land
gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem
Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft,
zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1
AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 FK).
E-6265/2018
Seite 14
Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember
1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-
gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3
EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender
Strafe oder Behandlung unterworfen werden.
10.2.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-
rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur
Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem
Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-
dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG
verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren
keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers nach
Eritrea ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.
10.2.4 Aufgrund des Alters des Beschwerdeführers – bei seiner Ausreise
aus Eritrea und im heutigen Zeitpunkt – erscheint seine Befürchtung, bei
einer Rückkehr in den Nationaldienst eingezogen zu werden, zwar wenig
wahrscheinlich (vgl. zur eritreischen Musterungspraxis das Urteil des
BVGer D-2311/2016 vom 17. August 2017 [als Referenzurteil publiziert]
E. 13.2–13.4). Dennoch gibt sie zu folgenden Ausführungen Anlass:
10.2.5 Das Bundesverwaltungsgericht hat sich im Koordinationsentscheid
BVGE 2018 VI/4 mit der Frage befasst, ob der Vollzug der Wegweisung
angesichts einer drohenden Einziehung in den eritreischen Nationaldienst
als zulässig qualifiziert werden könne. Dies hat das Gericht nach einer aus-
führlichen Auswertung der zur Verfügung stehenden Länderinformationen
mit den folgenden Erwägungen bejaht:
10.2.5.1 Die Verpflichtung eritreischer Staatsbürgerinnen und Staatsbür-
ger, Nationaldienst zu leisten, kann nach Auffassung des Gerichts nicht als
Ausübung quasi-eigentumsrechtlicher Befugnisse durch den eritreischen
Staat bezeichnet werden. Zudem kann, auch wenn der Nationaldienst for-
mal nicht befristet ist und sich teilweise über Jahre erstreckt, nicht von je-
nem dauerhaften Zustand ausgegangen werden, der für die Annahme von
Leibeigenschaft vorausgesetzt wäre. Beim eritreischen Nationaldienst han-
delt es sich demnach weder um Sklaverei noch um Leibeigenschaft im Sinn
von Art. 4 Abs. 1 EMRK (vgl. a.a.O. E. 6.1 insbes. E. 6.1.4).
10.2.5.2 In seiner heutigen Ausgestaltung (namentlich angesichts seiner
Zweckentfremdung als Mittel zur Arbeitskraftbeschaffung für das gesamte
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E-6265/2018
Seite 15
Wirtschaftssystem und der unabsehbaren Dauer) kann der eritreische Na-
tionaldienst nach Auffassung des Bundesverwaltungsgerichts weder als
Dienstleistung militärischer Art beziehungsweise Ersatzdienst im Sinne von
Art. 4 Abs. 3 Bst. b EMRK noch als «übliche Bürgerpflicht» im Sinne von
Art. 4 Abs. 3 Bst. d EMRK verstanden werden. Die Bedingungen im Natio-
naldienst sind folglich grundsätzlich als Zwangsarbeit im Sinne von Art. 4
Abs. 2 EMRK zu qualifizieren. Für die Annahme der Unzulässigkeit des
Wegweisungsvollzugs reicht diese Einschätzung jedoch nicht aus. Viel-
mehr wäre hierfür erforderlich, dass durch die Einziehung in den National-
dienst das ernsthafte Risiko einer flagranten Verletzung von Art. 4 Abs. 2
EMRK bestünde, der eritreische Nationaldienst mithin diese Bestimmung
ihres essenziellen Inhalts berauben würde. Eine solche Situation liegt in-
dessen – auch unter Berücksichtigung der Dienstdauer, der niedrigen Be-
soldung und der Berichte über Misshandlungen und Übergriffe während
der Dienstzeit – nach Auffassung des Gerichts nicht vor (vgl. a.a.O. E. 6.1,
insbes. E. 6.1.5).
10.2.5.3 In der Folge befasste sich das Bundesverwaltungsgericht im ge-
nannten Koordinationsentscheid mit der Frage, ob bei einer Rückkehr nach
Eritrea aufgrund der Verhältnisse im Nationaldienst oder im Zusammen-
hang mit einer allfälligen Inhaftierung – beispielsweise aufgrund einer ille-
galen Ausreise – eine Verletzung des konventionsrechtlichen Verbots von
Folter oder unmenschlicher Behandlung (Art. 3 EMRK) drohen könnte.
Auch in diesem Zusammenhang ging das Gericht davon aus, dass in Erit-
rea Misshandlungen und sexuelle Übergriffe während der Dienstzeit oder
im Fall einer Inhaftierung nicht derart flächendeckend sind, dass jede nach
Eritrea zurückkehrende dienstpflichtige Person dem ernsthaften Risiko
ausgesetzt wäre, selbst solche Übergriffe zu erleiden. Es besteht daher
auch insoweit kein ernsthaftes Risiko von Folter oder einer unmenschli-
chen Behandlung (vgl. a.a.O. E. 6.1, insbes. E. 6.1.6 und E. 6.1.8).
10.2.6 Nach dem oben Ausgeführten stehen einerseits das Verbot der
Sklaverei und der Leibeigenschaft (Art. 4 Abs. 1 EMRK) dem Vollzug der
Wegweisung des Beschwerdeführers auch bei einer anstehenden Einzie-
hung in den Nationaldienst nicht entgegen. Andererseits ist aufgrund der
verfügbaren Quellen auch nicht davon auszugehen, dass generell das
ernsthafte Risiko einer krassen Verletzung des Verbots der Zwangs- und
Pflichtarbeit während des Nationaldiensts besteht (Art. 4 Abs. 2 EMRK).
Zudem lässt sich nicht darauf schliessen, dass der Beschwerdeführer bei
einer Rückkehr in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit
E-6265/2018
Seite 16
eine nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung
zu befürchten hat.
10.2.7 Was die gesundheitlichen Probleme des Beschwerdeführers anbe-
langt, ist Folgendes festzustellen: Gemäss dem eingereichten Arztbericht
vom 15. November 2018 wurde beim Beschwerdeführer eine HIV-Infektion
im Stadium A3 sowie eine Schlafstörung diagnostiziert. Unter der antiretro-
viralen Therapie mit Triumeq sei ein guter Verlauf bei langfristiger komplet-
ter Virussupression zu erwarten. Auch die Schlafstörung werde medika-
mentös behandelt.
10.2.8 Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat in
seinem Entscheid D. gegen Vereinigtes Königreich (Urteil vom 2. Mai 1997,
Beschwerde Nr. 30240/96) festgestellt, dass die Ausweisung einer in der
terminalen Phase an AIDS erkrankten Person unter ganz aussergewöhnli-
chen Umständen eine Verletzung von Art. 3 EMRK darstellen könne. Hin-
gegen hat der EGMR schon mehrfach festgehalten, dass die Wegweisung
von HIV-infizierten Personen, die noch nicht an AIDS erkrankt sind, Art. 3
EMRK nicht verletzt (vgl. EGMR N. gegen Vereinigtes Königreich, Urteil
vom 27. Mai 2008, Grosse Kammer, Beschwerde Nr. 26565/05). Im Urteil
Paposhvili gegen Belgien vom 13. Dezember 2016 (Beschwerde
Nr. 41738/10) stellte der EGMR klar, dass ausserordentliche Umstände
nicht nur in Fällen gegeben seien, in denen sich eine von einer Ausschaf-
fung betroffene Person in unmittelbarer Gefahr befinde zu sterben, sondern
auch Erkrankungen, bei welchen sich die betroffene Person – angesichts
fehlender Behandlungsmöglichkeiten im Zielstaat der Ausschaffung – ei-
nem realen Risiko einer schwerwiegenden, raschen und irreversiblen Ver-
schlechterung des Gesundheitszustands aussetze, die zu heftigen Leiden
oder einer erheblichen Reduktion der Lebenserwartung führe.
10.2.9 Nachdem sich die HIV-Infektion des Beschwerdeführers im Stadium
A3, somit nicht in der terminalen Phase befindet, und gemäss Erkenntnis-
sen des Bundesverwaltungsgerichts eine HIV-Behandlung in Eritrea kos-
tenlos im Rahmen nationaler Programme zugänglich ist (EASO, Länderbe-
richt Eritrea, Mai 2015, S. 24), kann der Vollzug der Wegweisung des Be-
schwerdeführers nicht als unmenschlich beziehungsweise als gegen Art. 3
EMRK verstossend erachtet werden.
10.2.10 Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat
lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig
erscheinen.
E-6265/2018
Seite 17
10.2.11 Der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers erweist sich
damit – sowohl im Sinn der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestim-
mungen – als zulässig.
10.3
10.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-
grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-
dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung
festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige
Aufnahme zu gewähren.
10.3.2
10.3.2.1 Im Koordinationsurteil D-2311/2016 vom 17. August 2017 (als Re-
ferenzurteil publiziert) hat sich das Bundesverwaltungsgericht auch mit der
Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs nach Eritrea eingehend
auseinandergesetzt. Dabei kam es nach Auswertung der zur Verfügung
stehenden Quellen zum Schluss, dass angesichts der dokumentierten Ver-
besserungen in der Nahrungsmittel- und Wasserversorgung, im Bildungs-
wesen sowie im Gesundheitssystem Eritreas die frühere Praxis, wonach
eine Rückkehr nur bei begünstigenden individuellen Umständen zumutbar
ist (vgl. EMARK 2005 Nr. 12), nicht länger berechtigt ist. Angesichts der
trotzdem noch zu bejahenden schwierigen allgemeinen – und insbeson-
dere wirtschaftlichen – Lage des Landes muss bei Vorliegen besonderer
individueller Umstände aber nach wie vor von einer Existenzbedrohung
ausgegangen werden. Die Frage der Zumutbarkeit bleibt daher im Einzel-
fall zu beurteilen (vgl. a.a.O. E. 17.2).
10.3.2.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat sich sodann im bereits zitier-
ten Koordinationsentscheid BVGE 2018 VI/4 ebenfalls mit der Frage be-
fasst, ob der Vollzug der Wegweisung auch im Falle einer drohenden Ein-
ziehung in den eritreischen Nationaldienst als zumutbar zu qualifizieren ist.
Es stellte fest, dass der drohende Einzug in den eritreischen Nationaldienst
mangels einer hinreichend konkreten Gefährdung auch nicht generell zur
Feststellung der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs gemäss
Art. 83 Abs. 4 AIG führt (vgl. a.a.O. E. 6.2).
10.3.3
10.3.3.1 Eine medizinische Notlage, welche zur Annahme einer konkreten
Gefährdung im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AIG führt, liegt des Weiteren nur
dann vor, wenn eine notwendige medizinische Behandlung im Heimatland
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E-6265/2018
Seite 18
nicht zur Verfügung steht und die Rückkehr eine rasche und lebensgefähr-
dende Beeinträchtigung des Gesundheitszustandes der betroffenen Per-
son nach sich zieht. Dabei wird als wesentlich die allgemeine und drin-
gende medizinische Behandlung erachtet, welche zur Gewährleistung ei-
ner menschenwürdigen Existenz absolut notwendig ist. Unzumutbarkeit
liegt jedenfalls dann noch nicht vor, wenn im Heimat- oder Herkunftsstaat
eine nicht dem schweizerischen Standard entsprechende medizinische
Behandlung möglich ist (vgl. BVGE 2009/2 E. 9.3.2 mit weiteren Hinwei-
sen).
10.3.3.2 Nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts ist der
Vollzug der Wegweisung einer HIV-positiven asylsuchenden Person grund-
sätzlich zumutbar, solange die HIV-Infektion das Stadium C noch nicht er-
reicht hat, das heisst AIDS noch nicht «ausgebrochen» ist. Nebst dem Sta-
dium der HIV-Infektion sind jedoch bei der Beurteilung der Frage der Zu-
mutbarkeit stets auch die konkrete Situation im Heimat- oder Herkunftsland
der betroffenen Person, insbesondere die medizinische Versorgung, die
Sicherheitslage und das persönliche Umfeld (Verwandtschaft, berufliche
Qualifikation, finanzielle Verhältnisse) massgeblich zu berücksichtigen. So-
mit können je nach den konkreten Umständen bereits das Erreichen des
Stadiums B3 oder gar B2 den Wegweisungsvollzug als unzumutbar er-
scheinen lassen, während umgekehrt das Auftreten von AIDS definieren-
den Krankheiten, mithin das Stadium C, den Wegweisungsvollzug noch
nicht zwingend als unzumutbar erscheinen lässt (vgl. BVGE 2009/2
E. 9.3.4).
10.3.3.3 Wie bereits oben ausgeführt (E. 10.2.7), befindet sich der Be-
schwerdeführer im Stadium A3 seiner Erkrankung und die Einzelpräparate
seiner antiretroviralen Therapie sind nach den Erkenntnissen des Bundes-
verwaltungsgerichts in Eritrea erhältlich. Das Bundesverwaltungsgericht
geht daher nicht davon aus, dass der Beschwerdeführer bei einer Rück-
kehr in eine lebensbedrohende Situation geraten würde, weil er nicht die
notwendige medizinische Versorgung erhalten könnte. Das Gesundheits-
wesen in Eritrea hat in den letzten Jahren grosse Fortschritte gemacht und
ist massgeblich staatlich finanziert. Für Personen mit Armenausweis ist der
Zugang kostenlos (vgl. Urteil des BVGer D-2311/2016 [als Referenzurteil
publiziert] E. 16.17; EASO, Länderbericht Eritrea, Mai 2015, S. 24). Wie
von der Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung vom 28. Januar 2019 unter
Hinweis auf die entsprechende medizinische Abklärung festgestellt, ist des
Weiteren von der Verfügbarkeit der notwendigen Medikamente in Eritrea
E-6265/2018
Seite 19
auszugehen. Die Einwände in der Replik des Beschwerdeführers vermö-
gen zu keiner anderen Beurteilung zu führen, zumal sich aus der einge-
reichten Kurzabklärung ergibt, dass in Eritrea eine HIV-Erkrankung medi-
kamentös behandelt wird. Eine im Heimat- oder Herkunftsstaat allenfalls
nicht dem schweizerischen Standard entsprechende medizinische Be-
handlung der Krankheit des Beschwerdeführers steht dem Wegweisungs-
vollzug ebenso wenig entgegen (vgl. BVGE 2009/2 E.9.3.2 und 2011/50
E. 8.3). Darüber hinaus kann der Beschwerdeführer bei Bedarf medizini-
sche Rückkehrhilfe beantragen.
10.3.3.4 Ausserdem verfügt der Beschwerdeführer über eine Schulbildung
Berufserfahrung. Im Heimatstaat leben seine Mutter und seine Kinder,
seine Schwester lebt im Sudan. Es ist mithin davon auszugehen, dass ihm
eine Reintegration gelingen wird. Der Vollzug der Wegweisung erweist sich
demnach nicht als unzumutbar im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AIG.
10.4 Die zwangsweise Rückführung abgewiesener Asylsuchender nach
Eritrea ist zurzeit generell nicht möglich. Die Möglichkeit der freiwilligen
Rückkehr steht jedoch praxisgemäss der Feststellung der Unmöglichkeit
des Wegweisungsvollzugs entgegen. Es obliegt daher dem Beschwerde-
führer, sich bei der zuständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine
Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4
AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12).
Der Vollzug der Wegweisung ist deshalb als möglich zu bezeichnen
(Art. 83 Abs. 2 AIG).
10.5 Schliesslich steht auch die Corona-Pandemie dem Wegweisungsvoll-
zug nicht entgegen. Die Anordnung einer vorläufigen Aufnahme setzt vo-
raus, dass ein Vollzugshindernis nicht nur vorübergehender Natur ist, son-
dern voraussichtlich eine gewisse Dauer – in der Regel mindestens zwölf
Monate – bestehen bleibt. Ist dies nicht der Fall, so ist dem temporären
Hindernis bei den Vollzugsmodalitäten Rechnung zu tragen (vgl. EMARK
1995 Nr. 14 E. 8d und e). Bei der Corona-Pandemie handelt es sich – wenn
überhaupt – um ein bloss temporäres Vollzugshindernis, welchem im Rah-
men der Vollzugsmodalitäten durch die kantonalen Behörden Rechnung zu
tragen ist, indem etwa der Zeitpunkt des Vollzugs der Situation im Heimat-
land angepasst wird.
E-6265/2018
Seite 20
10.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu
Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der
vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).
10.7 Bei diesem Ausgang kann auch eine weiterführende Auseinanderset-
zung mit der Frage unterbleiben, ob angesichts des strafbaren Verhaltens
des Beschwerdeführers Art. 83 Abs. 7 AIG zur Anwendung gelangen
würde.
11.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.
12.
12.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Be-
schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Ein mit der Be-
schwerde gestelltes Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozess-
führung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wurde jedoch mit Instruktions-
verfügung vom 13. Dezember 2018 gutgeheissen. Folglich sind keine Ver-
fahrenskosten zu erheben.
12.2 Ebenfalls mit Instruktionsverfügung vom 13. Dezember 2018 wurde
das Gesuch um Beiordnung des rubrizierten Rechtsvertreters als amtlicher
Rechtsbeistand im Sinne vom aArt. 110a Abs. 1 AsylG gutgeheissen. Ihm
ist ein amtliches Honorar für die notwendigen Aufwendungen im Beschwer-
deverfahren auszurichten (vgl. aArt. 110a Abs. 1 AsylG i.V.m. Art. 9–14 des
Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen
vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die mit der
Replik eingereichte Kostennote weist einen Stundenaufwand von 8.75, bei
einem Stundenansatz von Fr. 150.– im Falle des Unterliegens sowie Bar-
auslagen in der Höhe von Fr. 36.– auf. Der Aufwand scheint in zeitlicher
Hinsicht angemessen. Ausgehend vom Stundenansatz von Fr. 150.– ist
dem amtlich beigeordneten Rechtsvertreter zu Lasten des Gerichts dem-
nach ein amtliches Honorar von aufgerundet Fr. 1'350.– (inkl. Auslagen)
auszurichten.
(Dispositiv nächste Seite)
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