Decision ID: 4dd65fce-d221-56f0-be4b-4c93c1f9820b
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ bezog seit 1. Dezember 1997 auf Grund einer Angsterkrankung
(Agoraphobie) eine ganze Rente der Invalidenversicherung. Im Jahr 2011 führte die IV-
Stelle des Kantons St. Gallen in Folge eines externen Hinweises ein Revisionsverfahren
durch. Dabei sollte insbesondere geklärt werden, wie sich ihre Reisetätigkeit nach
B._ und andere Aktivitäten mit ihrer Erkrankung vereinbaren lassen
(Standortgespräch vom 5. Mai 2011 [act. G 4.2/70]). Nach zwei Gutachten von Dr.
med. C._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie sowie für
Allgemeinmedizin, vom 20. Dezember 2011 und der MEDAS Bern - ZVMB GmbH
(Innere Medizin, Psychiatrie, Rheumatologie, Orthopädie und Neurochirurgie) vom 15.
Februar 2013 teilte die IV-Stelle St. Gallen der Versicherten mit Vorbescheid vom 17.
Mai 2013 mit, dass ihre Rente aufgehoben werde, da sie ein recht aktives Tagesprofil
und gute Alltagsressourcen zeige und die ZVMB GmbH nurmehr von einer 20 %igen
Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischen Gründen ausgehe (act. G
4.2/136).
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A.b Am 14. Juni 2012 (richtig: 2013) teilte der Rechtsvertreter der IV-Stelle St. Gallen
mit, die Versicherte sei nach der Erstellung des ZVMB-Gutachtens verwitwet und habe
einen depressiven Zusammenbruch erlitten. Der Suizid ihres Ehegatten habe zu
massiven Schuldgefühlen und Selbstvorwürfen geführt. Es seien deshalb weitere
Abklärungen vorzunehmen (act. G 4.2/138.1 f.). Mit Schreiben vom 18. Juli 2013 teilte
die IV-Stelle dem Rechtsvertreter mit, die Versicherte beziehe seit dem 1. Dezember
2012 eine Witwenrente. Gemäss Art. 43 Abs. 1 IVG werde die höhere der beiden
Renten (IV-Rente oder Witwenrente) ausgerichtet. Da die Witwenrente mit Fr. 1'878.--
um rund Fr. 300.-- höher als die bisherige ganze IV-Rente sei, ändere sich durch die
Einstellung der IV-Rente nichts am Anspruch auf die Witwenrente (act. G 4.2/140). Mit
einer weiteren Stellungnahme vom 23. Juli 2013 führte der Rechtsvertreter aus, es
möge zutreffen, dass die Versicherte durch den Wegfall der IV-Rente nicht schlechter
gestellt sei, weil sie die höhere Witwenrente erhalte. Hingegen beziehe sie zusätzlich
Ergänzungsleistungen. Akzeptiere sie das Ergebnis der ZVMB-Begutachtung (was den
Verlust der IV-Rente bedeuten würde), würde ihr bei der EL-Berechnung ein
medizinisch-theoretisches Einkommen von 80 % angerechnet, womit sie auch den
Anspruch auf EL verlieren würde und auf Sozialhilfe angewiesen wäre. Gleichzeitig
verwies der Rechtsvertreter auf ein am 14. Juni 2013 eingereichtes Arztzeugnis von
med. pract. D._, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie, vom 7. Juni 2013, wonach
bei der Versicherten eine rezidivierende depressive Störung mit somatischem Syndrom
(F33.11), eine Sonstige Reaktion auf schwere Belastung (Tod des Ehemannes im
November 20_ [F43.8]) sowie ein thorakolumbales Schmerzsyndrom vorliege.
Zunächst dürfte abzuklären sein, inwiefern wieder von einem stabilen
Gesundheitszustand der Versicherten ausgegangen werden könne. Sollte ein solcher
festgestellt werden, sei sie jedenfalls auf aktive Unterstützung bei der Stellensuche
angewiesen (act. G 4.2/138 und 141).
A.c In der Folge holte die IV-Stelle bei med. pract. D._ einen Arztbericht ein. Er
diagnostizierte nunmehr eine schwere depressive Episode (F32.2) seit Dezember 2012
sowie eine posttraumatische Belastungsstörung (act. G 4.2/144). Zudem holte sie einen
Bericht der behandelnden Rheumatologin, Dr. med. E._, Innere Medizin und
Rheumatologie FMH, ein. Diese diagnostizierte mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine undifferenzierte Kollagenose mit ANA-Erhöhung ab 2008 sowie anamnestisch eine
Panikstörung und Agoraphobie, bestehend seit vielen Jahren (act. G 4.2/154).
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Anschliessend liess die IV-Stelle die Versicherte erneut psychiatrisch und
rheumatologisch von der ZVMB GmbH begutachten. Dr. med. F._, Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, diagnostizierte in seinem Verlaufsgutachten vom 5. Dezember
2014 eine Sonstige Reaktion auf schwere Belastung (F43.8) und eine Angst und
depressive Störung gemischt (F41.2), während Dr. med. G._, Physikalische Medizin
FMH und Rheumatologie, keine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (als
Hausfrau) stellen konnte. Die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit wurde von
den Gutachtern auf eine Vollzeittätigkeit mit gegenwärtig noch um 20 % reduzierter
Leistungsfähigkeit aus psychiatrischen Gründen festgelegt. Die Einschränkung solle
sich jedoch voraussichtlich spätestens sechs Monate nach Arbeitsbeginn durch
Anpassung an die Arbeitswelt zurückbilden, sodass danach von einer 100 %igen
Leistungsfähigkeit auszugehen sei (act. G 4.2/187.17, 187.25 und 187.27). Mit
Stellungnahme vom 7. Januar 2015 ging der RAD Ostschweiz (Dr. med. H._) davon
aus, dass die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht 20 %
betrage, im Sinn einer reduzierten Leistungsfähigkeit. Ohne die psychosoziale
Belastung durch den Suizid des zweiten Ehemannes wäre bereits heute mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer 100 %igen Arbeitsfähigkeit auszugehen
(act. G 4.2/188.2).
A.d Am 21. Oktober 2015 stellte die IV-Stelle der Versicherten erneut einen
Vorbescheid zu, in welchem die Aufhebung der Rente angekündigt wurde, da nunmehr
von einer Verbesserung des Gesundheitszustands auszugehen sei (act. G 4.2/190). Mit
Stellungnahme vom 23. November 2015 führte der Rechtsvertreter aus, dass die
Rentenaufhebung auf Grund der medizinischen Beurteilung und der daraus folgenden
medizinisch-theoretischen Einschätzungen wohl nicht zu verhindern sei, wenn diese
Einschätzungen auch im Widerspruch zu den Beurteilungen der behandelnden Ärzte
ständen. Es würden deshalb berufliche bzw. Eingliederungsmassnahmen beantragt
(act. G 4.2/191). Mit Verfügung vom 18. Januar 2016 hob die IV-Stelle St. Gallen die
Rente der Versicherten ankündigungsgemäss per Ende Februar 2016 auf (act. G
4.2/192). Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft (vgl. act. G 4.1/3.1).
B.
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B.a Mit Verfügung vom 17. Januar 2013 hatte die Ausgleichskasse des Kantons St.
Gallen der Versicherten eine Invalidenrente in Höhe von Fr. 1'862.-- (ab 1. Januar 2013:
Fr. 1'878.--) pro Monat zugesprochen, beginnend am 1. Dezember 2012 bzw. ab
diesem Datum mit dem Verwitwetenzuschlag von 20 % (vgl. Art. 36 Abs. 2 IVG in
Verbindung mit Art. 35bis AHVG; vgl. Rententabelle 2011, Skala 44, massgebendes
durchschnittliches Jahreseinkommen Fr. 32'016.-- bzw. ab 1. Januar 2013:
Rententabelle 2013, Skala 44, Fr. 32'292.-- [act. G 4.1/25]). Nach der Einstellung der
Invalidenrente per Ende Februar 2016 berechnete die Ausgleichskasse St. Gallen die
Witwenrente neu, wobei sie nunmehr auf das Einkommen (ACOR-Berechnungsblatt)
des verstorbenen Ehemannes der Versicherten abstellte. Dabei ergab sich bei einem
massgebenden durchschnittlichen Jahreseinkommen von Fr. 18'330.-- und der
anwendbaren Rentenskala 34 ein Rentenanspruch von Fr. 783.--, beginnend am 1.
März 2016 (Verfügung vom 15. Februar 2016 [act. G 4.1/6]; vgl. auch Rententabelle
2015, Skala 34, Fr. 18'330.--, Hinterlassenenrenten/ Witwen [beinhaltend einen
Abschlag von 20 % gemäss Art. 36 AHVG]).
B.b Mit Einsprache vom 24. Februar 2016 machte der Rechtsvertreter geltend, es sei
wohl davon auszugehen, dass der Anspruch der Versicherten auf die Witwenrente in
Höhe von Fr. 1'878.-- im Sinn einer Bestandesgarantie erhalten bleibe (act. G 4.1/3).
Mit Entscheid vom 9. Mai 2016 wies die Ausgleichskasse die Einsprache ab. Es sei
nicht ersichtlich, inwiefern die Berechnung der Witwenrente fehlerhaft sein könnte und
dies werde von der Einsprecherin auch nicht dargetan. Zwar seien die Angaben der IV-
Sachbearbeiterin im Schreiben vom 18. Juli 2013, wonach im Fall einer IV-
Renteneinstellung die Witwenrente um rund Fr. 300.-- höher ausfallen dürfte, nicht
korrekt. Indes habe sich der Rechtsvertreter von dieser fehlerhaften Auskunft nicht
davon abhalten lassen, gegen die im Vorbescheid vom 17. März 2013 (richtig: 17. Mai
2013) angekündigte Renteneinstellung Einwand zu erheben. Er habe auf den
drohenden Verlust eines Anspruchs auf Ergänzungsleistungen hingewiesen. Zudem
habe er medizinische Aspekte eingebracht, die eine erneute Begutachtung
unumgänglich gemacht hätten. Es sei nicht anzunehmen, dass der Rechtsvertreter im
Zeitpunkt der verfügten Renteneinstellung am 18. Januar 2016 nur deshalb auf die
Erhebung einer Beschwerde verzichtet habe, weil er davon ausgegangen sei, dass die
der Einsprecherin auszurichtende Witwenrente höher als die wegfallende IV-Rente sein
würde. Im Übrigen falle die Rentenberechnung in den Zuständigkeitsbereich der
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Ausgleichskasse und nicht in jenen der IV-Stelle, weshalb der Rechtsvertreter ohnehin
nicht auf die Auskunft hätte vertrauen dürfen (act. G 1.1).
C.
C.a Gegen diesen Entscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 9. Juni 2016
mit dem Antrag auf Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids. Der
Beschwerdeführerin sei sodann mit Wirkung ab 1. März 2016 eine Witwenrente von Fr.
1'878.-- pro Monat auszurichten. Bedingt durch den Suizid des Ehemannes habe die
Beschwerdeführerin ab Dezember 2012 einen Anspruch auf eine Witwenrente
begründet. Diese sei um rund Fr. 300.-- höher gewesen als die IV-Rente (zuletzt Fr.
1'878.-- anstatt Fr. 1'565.--). Um das IV-Revisionsverfahren abzuschliessen, habe die
IV-Stelle am 17. Mai 2013 einen Vorbescheid erlassen, wobei der Tod des Ehemannes
berücksichtigt gewesen sei. Auf Seite 5 sei dort ausgeführt worden, die IV-Rente sei
durch eine höhere Witwenrente abgelöst worden. Mit Schreiben der IV-Stelle vom 18.
Juli 2013 sei gegenüber der Beschwerdeführerin sodann unter Hinweis auf Art. 43 Abs.
1 IVG bekräftigt worden, es ändere sich nichts am Anspruch auf Witwenrente, wenn die
IV-Rente eingestellt werde. Die von der SVA St. Gallen ausgehenden Mitteilungen in
diesem Zusammenhang genössen offensichtlich einen erhöhten Vertrauensschutz. Im
Vertrauen auf die erwähnten Auskünfte habe es die Beschwerdeführerin unterlassen,
gegen die Rentenaufhebungsverfügung vom 18. Januar 2016 Beschwerde beim
Versicherungsgericht zu erheben. Indem die Witwenrente nun nur noch Fr. 783.--
anstatt der mehrfach kommunizierten Fr. 1'878.-- betragen soll, sei die
Beschwerdeführerin regelrecht hinters Licht geführt worden. Im IV-Rentenverfahren sei
sie im Glauben gelassen worden, sie sei mit der Witwenrente allein um rund Fr. 300.--
besser gestellt als mit der IV-Rente, weshalb sie gegen die Rentenaufhebung vom 18.
Januar 2016 nichts mehr unternommen habe (act. G 1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 17. Juni 2016 beantragt die Verwaltung unter Hinweis
auf die Begründung im angefochtenen Einspracheentscheid Abweisung der
Beschwerde (act. G 4).
C.c Mit Gesuch vom 9. Juni 2016 beantragt die Beschwerdeführerin zudem die
Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung, die mit Präsidialverfügung vom
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21. Juni 2016 - beschränkt auf einen einfachen Schriftenwechsel - gewährt wird (act. G
2 und G 5).

Erwägungen
1.
Abgeleitet aus dem Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 9 der Bundesverfassung
[BV; SR 101]), der den Bürger und die Bürgerin im berechtigten Vertrauen auf
behördliches Verhalten schützt, können falsche Auskünfte von Verwaltungsbehörden
unter bestimmten Voraussetzungen eine vom materiellen Recht abweichende
Behandlung der rechtsuchenden Person gebieten. Gemäss Rechtsprechung und
Doktrin ist dies der Fall, 1. wenn die Behörde in einer konkreten Situation mit Bezug auf
bestimmte Personen gehandelt hat; 2. wenn sie für die Erteilung der betreffenden
Auskunft zuständig war oder wenn die rechtsuchende Person die Behörde aus
zureichenden Gründen als zuständig betrachten durfte; 3. wenn die Person die
Unrichtigkeit der Auskunft nicht ohne weiteres erkennen konnte; 4. wenn sie im
Vertrauen auf die Richtigkeit der Auskunft Dispositionen getroffen hat, die nicht ohne
Nachteil rückgängig gemacht werden können, und 5. wenn die gesetzliche Ordnung
seit der Auskunftserteilung keine Änderung erfahren hat. Diese Voraussetzungen
müssen kumulativ erfüllt sein (BGE 131 V 480 E. 5 mit Hinweisen).
2.
2.1 Vorliegend ist zu Recht nicht umstritten, dass die schriftliche Auskunft der
Beschwerdegegnerin vom 18. Juli 2013, wonach eine Einstellung der IV-Rente keinen
Einfluss auf die Ausrichtung einer Witwenrente in Höhe von Fr. 1'878.-- habe, falsch
war. So erhält die Beschwerdeführerin als "Nur"-Witwe eine monatliche Witwenrente in
Höhe von Fr. 783.--, deren Berechnung auf den Einkommens- und Beitragsjahren des
am 14. November 20_ verstorbenen Ehemannes beruht, wobei dessen im Vergleich zu
seinem Jahrgang nicht vollständige Beitragsdauer zu einer Teilrente gemäss Skala 34
führt, während sie als invalide Witwe Anspruch auf eine nach ihren Einkommen,
Erziehungsgutschriften und (vollständigen) Beitragsjahren berechnete Rente in Höhe
von Fr. 1'887.-- (einschliesslich Verwitwetenzuschlag) hätte (Stand 2016). Dabei sind
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die Rentenberechnungen als solche vorliegend unbestritten und erscheinen aufgrund
einer summarischen Aktenprüfung als korrekt. Gemäss Art. 43 Abs. 1 IVG hat die
Beschwerdeführerin sodann Anspruch auf die höhere der beiden Renten. Mithin ist
aufgrund der unterschiedlichen Berechnungsgrundlagen für den Anspruch auf die
höhere Rente - entgegen der fraglichen Auskunft - gerade entscheidend, dass die
Beschwerdeführerin als Erwerbsunfähige anerkannt wird (wobei bei verwitweten
Personen eine Teilerwerbsunfähigkeit [mindestens 40 %] für den Anspruch auf eine
ganze Invalidenrente ausreicht [Art. 43 Abs. 1 IVG]).
2.2 Umstritten ist demgegenüber insbesondere Punkt 4 der obgenannten
Voraussetzungen, weshalb zunächst darauf einzugehen ist. Der Rechtsvertreter macht
dazu geltend, er habe im Vertrauen auf die schriftliche Auskunft der IV-Stelle vom 18.
Juli 2013 (act. G 4.2/140) und den Angaben im Vorbescheid vom 17. Mai 2013 (act. G
4.2/136) auf die gerichtliche Überprüfung der Renteneinstellung per Ende Februar 2016
verzichtet. Dies stelle für die Beschwerdeführerin eine Disposition dar, die nicht ohne
Nachteil (bzw. überhaupt nicht) rückgängig gemacht werden könne, sei doch die
Verfügung vom 18. Januar 2016 - einen Tag vor Erhalt der angefochtenen
Rentenverfügung vom 15. Februar 2016 - in Rechtskraft erwachsen. Dem ist jedoch mit
der Beschwerdegegnerin entgegen zu halten, dass der Rechtsvertreter seinerzeit
ausdrücklich am Einwand vom 14. Juni 2012 (richtig: 2013) gegen den Vorbescheid
vom 17. Mai 2013 festgehalten hatte. In seiner Antwort vom 23. Juli 2013 auf das
Schreiben der IV-Stelle St. Gallen vom 18. Juli 2013 führte er aus, es möge zutreffen,
dass die Beschwerdeführerin bei Wegfall der Invalidenrente finanziell nicht schlechter
gestellt sei, weil sie eine (höhere) Witwenrente erhalte. Der Status als Erwerbsunfähige
sei für die Beschwerdeführerin jedoch vorteilhafter, da diesfalls bei der Berechnung der
Ergänzungsleistung kein hypothetisches Einkommen zu berücksichtigen sei. Im
Weiteren machte er medizinische Vorbehalte geltend (Verschlechterung des
Gesundheitszustands auf Grund des Suizids des Ehemannes [(act. G 4.2/141]). Bereits
dieses Schreiben vom 23. Juli 2013 belegt, dass sich der Rechtsvertreter nicht durch
die falsche Auskunft der IV-Stelle vom 18. Juli 2013 von der weiteren Überprüfung der
vorgesehenen Rentenaufhebung abbringen liess. In seiner weiteren Stellungnahme
vom 23. November 2015 betreffend Vorbescheid vom 21. Oktober 2015 anerkannte er
sodann grundsätzlich die Ergebnisse der zusätzlich durchgeführten medizinischen
Abklärung, wenn sie auch den Beurteilungen der behandelnden Ärzte widersprächen.
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Folgerichtig verlangte er einzig die Gewährung von beruflichen und
Eingliederungsmassnahmen. Auch die Argumentation, dass ein Status als
Erwerbsunfähige bei der Berechnung der Ergänzungsleistung vorteilhafter wäre, wurde
nicht wieder aufgegriffen (act. G 4.2/191). Obwohl die beantragten beruflichen
Massnahmen nicht bewilligt wurden - die Beschwerdeführerin verfüge über keine
Ausbildung und habe vor Eintritt des Gesundheitsschadens lediglich
Gelegenheitsarbeiten ausgeführt, zudem fühle sie sich subjektiv arbeitsunfähig (act. G
4.2/192) - wurde gegen diesen Entscheid keine Beschwerde erhoben. Der Entschluss,
gegen die Rentenaufhebung per Ende 2016 kein Rechtsmittel zu ergreifen, beruht
damit im Wesentlichen darauf, dass der Rechtsvertreter keine realistische Möglichkeit
mehr gesehen hat, gegen das Resultat der Begutachtung vom 15. April 2014
(Gutachten vom 5. Dezember 2014 [act. G 4.2/187]) als Basis der verfügten
Rentenaufhebung erfolgreich opponieren zu können. Diese Einschätzung dürfte auf
Grund des klaren medizinischen Abklärungsergebnisses denn wohl zutreffend gewesen
sein. Demgegenüber spielte das Schreiben der IV-Stelle vom 18. Juli 2013 zu diesem
Zeitpunkt - sollte es der Rechtsvertreter überhaupt noch im Hinterkopf behalten haben
- nur noch eine marginale Rolle. Es fehlt damit an einem natürlichen
Kausalzusammenhang zwischen der falschen Auskunft der IV-Stelle vom 18. Juli 2013
und dem Verzicht auf das Einreichen einer Beschwerde gegen die
Rentenaufhebungsverfügung vom 18. Januar 2016. Die nachteilige Disposition
(Nichtbeschreiten des Rechtswegs) erfolgte somit nicht im Vertrauen auf die Richtigkeit
der fraglichen Auskunft, sondern überwiegend aus anderen Gründen. Sollte der
Rechtsvertreter schliesslich der Meinung sein, mit dem Schreiben vom 18. Juli 2013 sei
der Beschwerdeführerin fälschlicherweise direkt, d.h. unabhängig vom Ausgang eines
allfälligen Rechtsmittelverfahrens zur Überprüfung der Rentenaufhebung, ein Anspruch
auf eine Witwenrente in Höhe von Fr 1'878.-- (Stand 2013) zuge¬sichert worden (vgl.
Beschwerdeantrag Nr. 2; wovon offenbar auch die Beschwerdegegnerin auszugehen
scheint [vgl. Stellungnahme Fachbereich vom 7. März 2016, act. G 4.1/1.2]), würde es
diesbezüglich ohnehin an einer nachteiligen Disposition fehlen, weshalb auch daraus
kein Anspruch auf Zusprache einer Rente in dieser Höhe abgeleitet werden kann.
Nachdem nicht alle - der kumulativ zu erfüllenden - Voraussetzungen für die
Gewährung des Vertrauensschutzes bzw. zur Wiedereinsetzung der
Beschwerdeführerin in die Rechtsposition vor Ablauf der Beschwerdefrist der
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Rentenaufhebungsverfügung vom 18. Januar 2016 erfüllt sind, ist weder die
Beschwerdefrist wieder herzustellen noch der Beschwerdeführerin eine Witwenrente in
Höhe von Fr. 1'878.-- zuzusprechen.
3.
3.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.
3.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Auf Grund der
gewährten unentgeltlichen Rechtsverbeiständung hat der Staat jedoch die
entsprechenden Kosten zu übernehmen. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art.
61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr.
12'000.--. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat keine Kostennote
eingereicht. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit mit einfachem
Schriftenwechsel erscheint eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 2'500.-- (inkl.
Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu
kürzen (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70). Somit hat der Staat den
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin pauschal mit Fr. 2'000.-- (inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
3.3 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist während zehn
Jahren zur Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der
Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes
über die Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).