Decision ID: dc45f99c-f8c8-4d37-9183-c7f3702ed647
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Eheschutz
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Zürich, 4. Abteilung, vom 17. April 2018 (EE170036-L)
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Rechtsbegehren:
der Gesuchstellerin (Urk. 26 S. 1) " 1. Den Ehegatten sei das Getrenntleben zu bewilligen und es sei fest-
zustellen, dass sie seit dem 4. Dezember 2015 getrennt leben. 2. Die Obhut über den Sohn C._, geb. tt.mm.2016, sei der Ehefrau
zuzuteilen. 3. Dem Ehemann sei ein angemessenes Besuchs- und Ferienrecht zu
gewähren, wobei die Besuche ausschliesslich begleitet durchgeführt und vorerst auf maximal zwei Tage pro Monat beschränkt bleiben sollen; von einem Ferienrecht sei vorerst abzusehen;
4. Der Ehemann sei zu verpflichten, den britischen Reisepass des  C._ bei Gericht zu deponieren;
5. Der Ehemann sei zu verpflichten, der Ehefrau folgende monatlichen Unterhaltsbeiträge zu bezahlen:
Von tt.mm.2016 bis 1. November 2016: CHF 5'862.– Von 1. November 2016 bis 1. Juli 2017: CHF 9'229.– Ab 1. Juli 2017: CHF 9'203.– Jeweils zuzüglich Kinder- und Ausbildungszulagen, sofern vom
Ehemann bezogen; 6. Der Ehemann sei zu verpflichten, der Ehefrau ihre persönlichen Ef-
fekten sowie diejenigen des Sohnes C._ unverzüglich ;
7. Unter o/e-Kostenfolge zu Lasten des Ehemannes."
des Gesuchsgegners (Urk. 28 S. 1 ff.; Urk. 30 Ziff. 4) " 1. Es sei festzustellen, dass die Parteien nie zusammenlebten, sondern
seit der Heirat am tt. Dezember 2015 getrennt leben. 2. Es sei ein Gutachten bei einem/r Sachverständigen am Marie Meier-
hofer Institut in Zürich oder einer vergleichbaren Institution  zur Frage, in Obhut von welchem Elternteil das Wohl des  Kindes C._, geb. tt.mm.2016, besser gewahrt sei. Es sei die Obhut für C._ sodann demjenigen Elternteil .
3. Für den Fall, dass die Obhut für C._ der Gesuchstellerin  wird, sei eine Beistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 1 ZGB zu errichten. Es seien dem Beistand bzw. der Beiständin im Sinne von Art. 308 Abs. 2 ZGB die besonderen Befugnisse zu übertragen, die medizinischen Belange von C._ zu kontrollieren und  notwendige Behandlungsmassnahmen anzuordnen.
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4. Es sei ein Gutachten bei einem/r Sachverständigen am Marie  Institut in Zürich oder einer vergleichbaren Institution  zur Frage, wie das Besuchs- und Kontaktrecht zum nicht  Elternteil kindgerecht zu gestalten sei. Es sei den  nach Eingang des Gutachtens die Gelegenheit zu geben, ihre Anträge zur Ausgestaltung des Besuchs- und Kontaktrechts zu .
5. Es sei der nicht obhutsberechtigte Elternteil zu verpflichten, für die Dauer ab Oktober 2017 angemessene Bar- und  für C._ zu bezahlen, deren Bezifferung bis zum Abschluss der Abklärungen betreffend Obhut und Besuchs- und  vorbehalten bleibt. Die Reisekosten des  Elternteils seien als notwendige Kinderkosten zu berücksichtigen. Für die Dauer von Geburt von C._ bis und mit September 2017 sei festzustellen, dass keine Unterhaltsbeiträge geschuldet sind.
6. Es sei auf die Forderung nach Ehegattenunterhalt mangels  nicht einzutreten; eventualiter sei festzustellen, dass kein Ehegattenunterhalt geschuldet ist.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Gesuchstellerin."
Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 4. Abteilung, vom 17. April 2018: (Urk. 69 S. 36 ff. = Urk. 81 S. 36 ff.)
1. Die Obhut über C._, geboren am tt.mm.2016, wird der Gesuchstellerin
zugeteilt.
2. Der Gesuchsgegner wird für berechtigt erklärt, C._ bis Ende August
2018 jeden zweiten Sonntag während den gesamten Öffnungszeiten des
begleiteten Besuchstreffs im Kinderhaus D._ (aktuell 10.00 Uhr bis
15.45 Uhr) auf eigene Kosten in Abwesenheit der Gesuchstellerin zu besu-
chen.
Von Anfang September 2018 bis Ende August 2020 wird der Gesuchsgeg-
ner für berechtigt erklärt, C._ am ersten und dritten Wochenende eines
jeden Monats am Samstag und am Sonntag jeweils von 10.00 Uhr bis 18.00
Uhr auf eigene Kosten mit sich auf Besuch zu nehmen.
Ab Anfang September 2020 wird der Gesuchsteller [recte: Gesuchsgegner]
für berechtigt erklärt, C._ am ersten und dritten Wochenende eines je-
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den Monats von Samstag 10.00 Uhr bis Sonntag 18.00 Uhr auf eigene Kos-
ten mit sich auf Besuch zu nehmen.
Zudem wird der Gesuchsgegner für berechtigt erklärt, C._ ab Eintritt in
den Kindergarten für die Dauer von je einer Woche zwei mal pro Jahr auf ei-
gene Kosten zu sich oder mit sich in die Ferien zu nehmen. Die Ausübung
des Ferienbesuchsrechts hat der Gesuchsgegner mindestens drei Monate
im Voraus mit der Gesuchstellerin abzusprechen.
3. Von der Errichtung einer Beistandschaft für C._ wird abgesehen.
4. Der Gesuchstellerin wird die Weisung erteilt, dem Gesuchsgegner mitzutei-
len, bei wem C._ medizinisch behandelt und wo er betreut wird.
5. Der britische Reisepass von C._ wird dem Gesuchsgegner sechzig Ta-
ge nach Zustellung dieses Entscheids auf erstes Verlangen ausgehändigt.
6. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin ihre persönlichen
Effekten gegen nachträgliche Erstattung der Kosten zu schicken.
7. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin für sich persönlich
[recte: für den Sohn C._] wie folgt monatliche Unterhaltsbeiträge zu be-
zahlen:
- Fr. 550.– pro Monat rückwirkend vom 1. Januar 2017 bis und mit dem 1. Juni 2017;
- Fr. 2'000.– rückwirkend ab dem 1. Juli 2017 für die weitere Dauer des Getrenntlebens.
Die laufenden Unterhaltsbeträge sind monatlich im Voraus zahlbar, jeweils
auf den Ersten eines jeden Monats. Die rückwirkend zugesprochenen Un-
terhaltsbeiträge sind innert dreissig Tagen seit Zustellung dieses Urteils
zahlbar.
8. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin für sich persönlich
Unterhaltsbeiträge wie folgt zu bezahlen:
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- Fr. 2'560.– rückwirkend vom 1. Januar 2017 bis und mit dem 1. Juni 2017;
- Fr. 3'000.– rückwirkend ab dem 1. Juli 2017 für die weitere Dauer des Getrenntlebens.
Diese Unterhaltsbeträge sind zahlbar monatlich im Voraus, jeweils auf den
Ersten eines jeden Monats. Die rückwirkend zugesprochenen Unterhaltsbei-
träge sind innert dreissig Tagen ab Zustellung dieses Urteils zahlbar.
9. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 4'000.– ; die weiteren Auslagen betragen:
Fr. 1'800.– Dolmetscherkosten
10. Die Kosten werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt.
11. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
12. (Schriftliche Mitteilung)
13. (Rechtsmittelbelehrung: Berufung, Frist 10 Tage, Hinweis auf fehlenden
Fristenstillstand [Art. 145 Abs. 2 ZPO] und sofortige Vollstreckbarkeit
[Art. 315 Abs. 4 lit. b ZPO])
Berufungsanträge:
des Gesuchsgegners und Berufungsklägers (Urk. 80 S. 2 f.): "1. Es seien die Ziffern 1-3 sowie 6-11 des Urteils des Bezirksge-
richts Zürich, 4. Abteilung, vom 17. April 2018 (EE170036)  und im Sinne der folgenden Anträge zu entscheiden:
1.1. Es sei die Obhut für C._, geb. tt.mm.2016, dem  zuzuteilen.
1.2. Es sei der Gesuchstellerin ein Besuchsrecht wie folgt zu :
- bis Ende August 2018 jeden zweiten Sonntag während den gesamten Öffnungszeiten des begleiteten Besuchstreffs im Kinderhaus D._ (10.00 bis 15.45 Uhr) auf eigene  in Abwesenheit der Gesuchstellerin [recte: des ];
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- von Anfang September 2018 bis Ende August 2020 am  und dritten Wochenende eines jeden Monats am  und Sonntag jeweils von 10.00 bis 18.00 Uhr auf eigene Kosten;
- ab Anfang September 2020 am ersten und dritten  eines jeden Monats von Samstag 10.00 bis Sonntag 18.00 Uhr auf eigene Kosten;
- ab Eintritt in den Kindergarten für die Dauer von je einer Woche vier Mal pro Jahr auf eigene Kosten zu sich oder mit sich in die Ferien, unter Absprache mindestens drei Monate im Voraus;
- die Gesuchstellerin sei berechtigt zu erklären, ein  nachzuholen, falls es wegen Gründen, die bei C._, dem Gesuchsgegner oder dem BBT liegen (z.B. Krankheit, Ferienabwesenheit, ferienbedingte Schliessung BBT), nicht ausgeübt werden kann.
Zusätzlich sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, an den , an denen die Gesuchstellerin keinen Besuch bei C._ hat, einen Kontakt per Skype herzustellen, damit C._ die Gesuchstellerin sehen und sprechen kann.
1.3. Eventualiter, falls die Obhut für C._ der Gesuchstellerin  wird, sei umgekehrt dem Gesuchsgegner ein Besuchsrecht gemäss Ziff. 1.2. hiervor zu gewähren. Es sei die Gesuchstellerin zu verpflichten, dem Gesuchsgegner bei Antritt des  einen gültigen Reisepass von C._ zu .
1.4. Eventualiter, falls die Obhut für C._ der Gesuchstellerin  wird, sei eine Erziehungsbeistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 1 ZGB zu errichten. Zusätzlich seien der Beiständin oder dem Beistand im Sinne von Art. 308 Abs. 2 ZGB die  Befugnisse zu übertragen, die medizinischen Belange von C._ zu kontrollieren und allenfalls notwendige  anzuordnen.
1.5. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass die Gesuchstellerin die gewünschten Effekten bereits erhalten hat.
1.6. Es sei die Gesuchstellerin zu verpflichten, dem Gesuchsgegner ab Rechtskraft des Obhutsentscheids angemessene  für C._ in Höhe von CHF 1'210.– pro Monat  die effektiv bezahlten Fremdbetreuungskosten zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus auf den ersten eines jeden Monats.
1.7. So lange C._ in der Obhut der Gesuchstellerin verbleibt, sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, Barunterhalt für C._ wie folgt zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus auf den ersten  jeden Monats:
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- CHF 550.– pro Monat von 1. Januar 2017 bis und mit 1. Juni 2017;
- ab 1. Juli 2017 bis und mit Dezember 2017 CHF 586.– pro Monat zuzüglich 58% der effektiv bezahlten ;
- ab 1. Januar 2018 CHF 434.– pro Monat zuzüglich 43% der effektiv bezahlten Fremdbetreuungskosten, für die weitere Dauer der Obhut bei der Gesuchstellerin.
1.8. Es sei auf den Antrag betreffend Ehegattenunterhalt mangels  nicht einzutreten; eventualiter sei festzustellen, dass kein Ehegattenunterhalt geschuldet ist.
2. Eventualiter seien die Ziffern 1-3 und 6-11 des Urteils des  Zürich, 4. Abteilung, vom 17. April 2018 (EE170036) aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zur Einholung eines Erziehungsfähigkeitsgutachtens der Parteien sowie zum  im Sinne der Anträge des Gesuchsgegners .
3. Es sei der Berufung für die Ziffern 7 bis 8 des angefochtenen Urteils die aufschiebende Wirkung zu erteilen.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich 7.7% MwSt) zu Lasten der Gesuchstellerin."
der Gesuchstellerin und Berufungsbeklagten (Urk. 98 S. 2): "1. Die Berufung sei abzuweisen. 2. Es sei das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich vom 17. April 2018
zu bestätigen. 3. Unter o/e-Kostenfolge zu Lasten des Berufungsklägers."

Erwägungen:
I.
1. Die Parteien heirateten am tt. Dezember 2015 und wurden am
tt.mm.2016 Eltern des gemeinsamen Sohnes C._ (Urk. 1 S. 2 f.; Urk. 26
S. 2). Sie wohnten vor der Heirat nie zusammen; die Gesuchstellerin lebte in Zü-
rich und der Gesuchsgegner in Grossbritannien. Auch nach der Geburt von
C._ wohnte die Gesuchstellerin mit dem Kind weiterhin in Zürich, wo der Ge-
suchsgegner die beiden regelmässig besuchte. In der Folge erwarb der Gesuchs-
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gegner ein Haus in E._ Wells / Grossbritannien. Vom 28. Oktober bis
17. Dezember 2016 lebten die Parteien zusammen mit C._ in diesem Haus.
Dabei traten Differenzen zwischen den Eheleuten auf. Die Gesuchstellerin reiste
in der Folge mit C._ zu ihren Eltern nach Wien. Während ihres Aufenthalts in
Wien strengte der Gesuchsgegner ein Rückführungsverfahren an, in welchem er
verlangte, dass C._ nach Grossbritannien zurück gebracht werde (vgl. zum
Ganzen Urk. 26 S. 2-4; Urk. 28 S. 3-8; Urk. 42 S. 3-5). Sein Antrag auf Rückfüh-
rung wurde zweitinstanzlich vom Landesgericht Wien am 23. Mai 2017 abgewie-
sen (Urk. 24/31). Im Juli 2017 kehrte die Gesuchstellerin zurück in ihre Wohnung
in Zürich (Urk. 28 S. 8; Urk. 42 S. 5).
2. Mit Eingabe vom 3. Februar 2017 machte die Gesuchstellerin bei der
Vorinstanz ein Eheschutzverfahren anhängig (Urk. 1). Der weitere Prozessverlauf
vor Vorinstanz kann dem angefochtenen Urteil entnommen werden (Urk. 81 S. 4).
Am 17. April 2018 erliess die Vorinstanz das eingangs wiedergegebene Urteil
(Urk. 81).
3. Gegen das vorinstanzliche Urteil erhob der Gesuchsgegner mit Einga-
be vom 24. Mai 2018 rechtzeitig (vgl. Urk. 71) Berufung mit den vorne zitierten
Anträgen (Urk. 80). Mit Verfügung vom 29. Mai 2018 wurde der Gesuchstellerin
Frist angesetzt, um zum gesuchsgegnerischen Antrag auf Erteilung der aufschie-
benden Wirkung hinsichtlich der Dispositiv-Ziffern 7 und 8 des angefochtenen Ur-
teils Stellung zu nehmen (Urk. 88, Dispositiv-Ziffer 1). Gleichzeitig wurde vom Ge-
suchsgegner ein Kostenvorschuss von Fr. 5'500.– einverlangt (Urk. 88, Dispositiv-
Ziffer 4). Dieser ging innert Frist bei der Obergerichtskasse ein (Urk. 89). In ihrer
Stellungnahme vom 7. Juni 2018 beantragte die Gesuchstellerin, dass auf die Be-
rufung nicht eingetreten, eventualiter dass das Gesuch um Erteilung der auf-
schiebenden Wirkung abgewiesen werde (Urk. 90 S. 2). Mit Beschluss vom
21. Juni 2018 wurde ihr Antrag auf Nichteintreten abgewiesen und auf die Beru-
fung des Gesuchsgegners eingetreten (Urk. 92). Ferner wurde der Berufung ge-
gen Dispositiv-Ziffer 8 des angefochtenen Urteils (persönliche Unterhaltsbeiträge)
mit Verfügung vom 3. Juli 2018 die aufschiebende Wirkung erteilt, hinsichtlich
Dispositiv-Ziffer 7 des Urteils (Kinderunterhaltsbeiträge) wurde das Gesuch um
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Erteilung der aufschiebenden Wirkung hingegen abgewiesen (Urk. 93). Mit Verfü-
gung vom 20. August 2018 wurde der Gesuchstellerin alsdann Frist angesetzt,
um die Berufung zu beantworten (Urk. 97). Die Berufungsantwort der Gesuchstel-
lerin datiert vom 30. August 2018 (Urk. 98). Da die Gesuchstellerin mit dieser
Rechtsschrift neue Unterlagen ins Recht legte (Urk. 101/2-18) und neue Behaup-
tungen aufstellte (vgl. Urk. 98), wurde dem Gesuchsgegner mit Verfügung vom
18. September 2018 Frist zur Stellungnahme angesetzt (Urk. 102). Mit Eingabe
vom 1. Oktober 2018 liess sich der Gesuchsgegner zur Berufungsantwort und
den Beilagen der Gegenseite vernehmen (Urk. 103) und reichte seinerseits weite-
re Unterlagen ins Recht (Urk. 105/1-22). Gleichzeitig ersuchte er – unter Beilage
seines am 27. September 2018 beim Bezirksgericht Zürich eingereichten Vollstre-
ckungsgesuchs betreffend die Besuchsrechtsregelung gemäss angefochtenem
Urteil (Urk. 105/21) – um Ausstellung einer Teilrechtskraftbescheinigung betref-
fend die Dispositiv-Ziffer 2 Abs. 1 und 2 sowie Dispositiv-Ziffern 4 und 5 des Ur-
teils des Bezirksgerichts Zürich vom 17. April 2018 (Urk. 103 S. 2). Da der Ge-
suchsgegner im Rahmen seiner Berufung mitunter die Aufhebung der vorinstanz-
lichen Besuchsrechtsregelung verlangt (Dispositiv-Ziffer 2 des Urteils, vgl. Urk. 80
S. 2) und dieser Teil des Urteils damit nicht in Rechtskraft erwachsen konnte,
wurde mit Beschluss vom 8. Oktober 2018 betreffend Dispositiv-Ziffer 2 Abs. 1
und Abs. 2 des vorinstanzlichen Urteils eine Vollstreckbarkeitsbescheinigung
ausgestellt (Urk. 106, Dispositiv-Ziffer 2). Betreffend Dispositiv-Ziffern 4 und 5
wurde demgegenüber die Rechtskraftwirkung vorgemerkt (Urk. 106, Dispositiv-
Ziffern 2 und 3). Mit demselben Beschluss wurde das Doppel der Eingabe des
Gesuchsgegners vom 1. Oktober 2018 samt Beilagen der Gesuchstellerin zur
Kenntnis gebracht (Urk. 106, Dispositiv-Ziffer 1). In der Folge legte die Gesuch-
stellerin mit Eingabe vom 23. Oktober 2018 eine Kopie ihrer gleichentags im Voll-
streckungsverfahren vor Bezirksgericht Zürich eingereichten Stellungnahme ins
Recht (Urk. 107; Urk. 108/19). Darüber wurde der Gesuchsgegner durch Zustel-
lung des Doppels dieser Eingabe orientiert (vgl. Urk. 107; Urk. 108/19). Mit Ent-
scheid vom 8. November 2018 hiess das Bezirksgericht Zürich, Einzelgericht Au-
dienz, das vom Gesuchsgegner gestellte Vollstreckungsbegehren gut und wies
die Gesuchstellerin unter Androhung der Ungehorsamsstrafe im Widerhandlungs-
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fall an, dem Gesuchsgegner das Besuchsrecht gemäss Dispositiv-Ziffer 2 Abs. 2
des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 17. April 2018 zu gewähren
(Urk. 111/1, Dispositiv-Ziffer 1). Diesen Vollstreckungsentscheid reichte der Ge-
suchsgegner mit unaufgeforderter Noveneingabe vom 16. November 2018 ins
Recht (Urk. 110). Das Doppel dieser Eingabe wurde der Gesuchstellerin zur
Kenntnis zugestellt (vgl. Urk. 110). Mit Eingabe vom 23. November 2018 orientier-
te Rechtsanwalt Dr. Y1._ unter Beilage einer Vollmacht der Gesuchstellerin
darüber, dass die Gesuchstellerin ihn mit der Interessenwahrung beauftragt habe,
und ersuchte gleichzeitig um Akteneinsicht (Urk. 113; Urk. 114). Am
30. November 2018 teilte der frühere Rechtsvertreter der Gesuchstellerin,
Rechtsanwalt Dr. Y2._, das Erlöschen des Mandatsverhältnisses mit
(Urk. 116). Nach erfolgter Akteneinsicht durch ihren neuen Rechtsvertreter liess
sich die Gesuchstellerin nicht mehr vernehmen. Daraufhin wurde den Parteien mit
Präsidialverfügung vom 7. Dezember 2018 angezeigt, dass das Berufungsverfah-
ren spruchreif und somit in die Phase der Urteilsberatung übergegangen sei
(Urk. 117).
4. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1-79).
II.
A) Prozessuale Vorbemerkungen
1. Betreffend die summarische Natur des vorliegenden Eheschutzverfah-
rens und insbesondere das Erfordernis der blossen Glaubhaftmachung der
rechtserheblichen Tatsachen kann vorweg auf die zutreffenden Ausführungen im
angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 81 E. II/B/1).
2. Mit der Berufung kann eine unrichtige Rechtsanwendung und eine un-
richtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO).
Die Berufungsinstanz verfügt über eine vollständige Überprüfungsbefugnis der
Streitsache, mithin über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfra-
gen, einschliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung (Angemessenheits-
prüfung; Urteil 5A_184/2013 vom 26. April 2013, E. 3.1). In der schriftlichen Beru-
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fungsbegründung (Art. 311 Abs. 1 ZPO) ist hinreichend genau aufzuzeigen, inwie-
fern der erstinstanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten als fehlerhaft
zu betrachten ist bzw. an einem der genannten Fehler leidet (BGE 142 I 93 E. 8.2;
138 III 374 E. 4.3.1). Die Berufungsinstanz hat sich – abgesehen von offensichtli-
chen Mängeln – grundsätzlich auf die Beurteilung der Beanstandungen zu be-
schränken, die in der Berufungsschrift in rechtsgenügender Weise erhoben wer-
den (vgl. BGE 142 III 413 E. 2.2.4).
3.1 Im Berufungsverfahren sind neue Vorbringen nur noch unter
den Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO zulässig. Danach sind neue Tat-
sachen und Beweismittel nur noch zu berücksichtigen, wenn sie – kumulativ –
ohne Verzug vorgebracht werden (Art. 317 Abs. 1 lit. a ZPO) und trotz zumutbarer
Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten (Art. 317
Abs. 1 lit. b ZPO).
3.2. Art. 296 ZPO statuiert für Kinderbelange in familienrechtlichen Angele-
genheiten – wie sie vorliegend mitunter zu beurteilen sind – den Untersuchungs-
und Offizialgrundsatz, weshalb das Gericht in diesem Bereich den Sachverhalt
von Amtes wegen erforscht und ohne Bindung an die Parteianträge entscheidet.
In Verfahren, welche der umfassenden Untersuchungsmaxime unterstehen, kön-
nen die Parteien auch im Berufungsverfahren neue Tatsachen und Beweismittel
unbeschränkt vorbringen. Die Bestimmung von Art. 317 Abs. 1 ZPO gilt somit
nicht für Verfahren, in welchen Kinderbelange zu beurteilen sind (BGE 144 III 349
E. 4.2.1).
B) Prozessgegenstand
1. Der Gesuchsgegner wehrt sich im Rahmen seiner Berufung gegen die
vorinstanzlichen Anordnungen betreffend die Kinderbelange Obhut, Besuchsrecht
und Kinderunterhaltsbeiträge, gegen den vorinstanzlichen Verzicht auf Errichtung
einer Beistandschaft, gegen das Eintreten der Vorinstanz auf den gesuchstelleri-
schen Antrag auf Ehegattenunterhalt sowie gegen die vorinstanzliche Kosten- und
Entschädigungsregelung (vgl. Urk. 80 S. 2 f.). Die Dispositiv-Ziffern 4 und 5 des
vorinstanzlichen Urteils blieben unangefochten und sind damit in Rechtskraft er-
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wachsen, was bereits mit Beschluss vom 8. Oktober 2018 vorgemerkt wurde
(Urk. 106, Dispositiv-Ziffer 3).
2. Ferner verlangt der Gesuchsgegner mit seiner Berufung die Aufhebung
der Dispositiv-Ziffer 6 des vorinstanzlichen Urteils, mit welcher er verpflichtet wur-
de, der Gesuchstellerin ihre persönlichen Effekten gegen nachträgliche Erstattung
der Kosten zu schicken. Er beantragt, es sei stattdessen davon Vormerk zu neh-
men, dass die Gesuchstellerin die gewünschten Effekten bereits erhalten habe
(Urk. 80 Rechtsbegehren Ziffern 1 und 1.5, S. 2 f.). Im Rahmen seiner Berufungs-
begründung führt er diesbezüglich allerdings selber aus, dass sich "dieses Thema
(...) erledigt" habe, da die Gesuchstellerin zwischenzeitlich alle von ihr gewünsch-
ten Effekten erhalten habe (Urk. 80 Rz 53). Auch die Gesuchstellerin hält in die-
sem Zusammenhang fest, sie habe den Transport ihrer Gegenstände von Eng-
land in die Schweiz selber organisiert und die entsprechenden Kosten direkt be-
zahlt, womit der Gesuchsgegner keine Kosten habe tragen müssen (Urk. 98
Rz 36). Damit verfügt der Gesuchsgegner im Berufungsverfahren über kein
schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung der Dispositiv-Ziffer 6 des angefoch-
tenen Urteils. Auf seine diesbezüglichen Berufungsanträge ist daher nicht einzu-
treten.
C) Internationale Zuständigkeit und anwendbares Recht
1. Dem vorliegenden Eheschutzverfahren liegt aufgrund der österreichi-
schen Staatsangehörigkeit der Gesuchstellerin, der britischen Staatsangehörigkeit
des Gesuchsgegners sowie dessen Wohnsitzes in Grossbritannien ein Sachver-
halt mit Auslandsbezug zugrunde. Daher richten sich Zuständigkeit und anwend-
bares Recht nach dem Bundesgesetz über das Internationale Privatrecht (nach-
folgend IPRG) respektive nach den gemäss Art. 1 Abs. 2 IPRG vorgehenden völ-
kerrechtlichen Verträgen.
2. Hinsichtlich sämtlicher Kinderbelange ist die Zuständigkeit des hiesigen
Gerichts unter Hinweis auf die diesbezüglichen zutreffenden vorinstanzlichen Er-
wägungen und die dort aufgeführten einschlägigen Bestimmungen (Art. 5 Ziff. 2
lit. c und Art. 67 Ziff. 1 des Übereinkommens über die gerichtliche Zuständigkeit
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und die Anerkennung und Vollstreckung von Entscheidungen in Zivil- und Han-
delssachen vom 30. Oktober 2007, nachfolgend LugÜ; Art. 5 des Haager Kindes-
schutzübereinkommens vom 19. Oktober 1996, nachfolgend HKsÜ) zu bejahen
(vgl. Urk. 81 E. II/A/2.1).
3.1. Die Vorinstanz bejahte auch ihre Zuständigkeit zur Regelung des Ehe-
gattenunterhalts. Dabei erwog sie im Wesentlichen, dass hinsichtlich des Ehegat-
tenunterhalts keine Staatsverträge vorlägen, womit sich die Zuständigkeit nach
Art. 46 IPRG richte. Massgebend seien die Verhältnisse im Zeitpunkt des Urteils
(mit Verweis auf BGE 133 III 539 E. 4.3). Zu diesem Zeitpunkt hätten die Gesuch-
stellerin und C._ in Zürich gewohnt, was zur Begründung der Zuständigkeit
des Bezirksgerichts Zürich genüge. Entsprechend könne offengelassen werden,
wie es sich vorliegend mit dem Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt bei Einlei-
tung des Verfahrens verhalten habe (Urk. 81 E. II/A/2.2).
3.2 Der Gesuchsgegner ist der Ansicht, die Vorinstanz sei zu Unrecht auf
den Antrag betreffend persönlichen Unterhalt für die Gesuchstellerin eingetreten.
Er macht hierzu im Wesentlichen geltend, dass erstens für die Frage der Zustän-
digkeit betreffend Ehegattenunterhalt nicht Art. 46 IPRG, sondern das LugÜ an-
wendbar sei. Zweitens sei der relevante Zeitpunkt für die Bestimmung der Zu-
ständigkeit bei der Einleitung einer "Eheschutzklage", analog zu einer Schei-
dungsklage, nicht die Urteilsfällung, sondern die Rechtshängigkeit der Klage. So
sei BGE 133 III 539, auf welchen sich die Vorinstanz zur Begründung ihrer Zu-
ständigkeit stütze, vorliegend nicht einschlägig. Vielmehr gelte gemäss bundesge-
richtlicher Rechtsprechung für Scheidungsklagen – und entsprechend auch im
Eheschutzverfahren – die Ausnahme, dass die Zuständigkeit bereits im Zeitpunkt
der Anhängigmachung der Klage gegeben sein müsse (mit Verweis auf BGE 116
II 9 E. 5). Vorliegend habe die Gesuchstellerin im Zeitpunkt der Einleitung des
Eheschutzverfahrens – am 3. Februar 2017 – weder Wohnsitz noch gewöhnlichen
Aufenthalt in der Schweiz gehabt. Als sie im Herbst 2016 zum Gesuchsgegner
nach England gezogen sei, habe sie zweifellos die Absicht dauernden Verblei-
bens in England gehabt. Somit habe sie ihren Wohnsitz in der Schweiz aufgege-
ben. Daran vermöge auch der Umstand nichts zu ändern, dass sie sich bereits
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nach wenigen Wochen in England entschieden habe, doch nicht dort zu bleiben.
So sei sie nämlich nach ihrem mehrwöchigen Aufenthalt in England nicht in die
Schweiz, sondern in ihre alte Heimat nach Wien zurückgekehrt und habe dort für
mehrere Monate gewöhnlichen Aufenthalt begründet. Folglich sei die Vorinstanz
hinsichtlich der Frage des Ehegattenunterhalts nicht zuständig und habe mit ih-
rem Eintreten auf den entsprechenden Antrag der Gesuchstellerin gegen Art. 2
und Art. 5 Abs. 2 lit. b LugÜ verstossen (Urk. 80 S. 4 f.).
3.3 Grundsätzlich sind die ehelichen Verhältnisse vom sachlichen Anwen-
dungsbereich des LugÜ ausgeschlossen (Art. 1 Ziff. 2 lit. a LugÜ). Bezüglich des
ehelichen Unterhalts besteht jedoch eine Ausnahme. Dies ergibt sich einerseits
daraus, dass Unterhaltssachen nicht vom Negativkatalog des Art. 1 Ziff. 2 LugÜ
erfasst sind und andererseits auch explizit aus Art. 5 Ziff. 2 LugÜ, der für Unter-
haltssachen eine besondere Zuständigkeit vorsieht. Der Begriff der "Unterhaltssa-
che" im Sinne dieser Bestimmung ist weit auszulegen; er beschlägt insbesondere
Unterhaltsforderungen des Kindes gegen die Eltern wie auch eheliche und nach-
eheliche Unterhaltsansprüche von Ehegatten (BSK LugÜ-Hofmann/Kunz, Art. 5
N 380 f.; Kren Kostkiewicz, OFK-IPRG/LugÜ, Art. 5 LugÜ N 47). Hat die beklagte
Partei ihren Wohnsitz in einem Vertragsstaat, richtet sich die Zuständigkeit nicht
nach dem IPRG, sondern nach dem LugÜ (Art. 1 Abs. 2 IPRG). Das LugÜ regelt
die Zuständigkeit in den erfassten Unterhaltssachen abschliessend (Oberham-
mer, in: Dasser/Oberhammer [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar zum Lugano-
Übereinkommen [LugÜ], 2. Aufl. 2011, Art. 5 N 99).
Vorliegend hat der Gesuchsgegner – als beklagte Partei – Wohnsitz in
Grossbritannien und damit in einem Vertragsstaat des LugÜ. Insofern bestimmt
sich die Zuständigkeit hinsichtlich des ehelichen Unterhalts – wie der Gesuchs-
gegner zu Recht vorbringt – nach dem LugÜ und nicht nach dem IPRG.
3.4 Art. 5 Ziff. 2 LugÜ stellt – neben dem allgemeinen Gerichtsstand am
Wohnsitz der beklagten Partei (Art. 2 Ziff. 1 LugÜ) – zusätzliche Gerichtsstände
für Unterhaltssachen zur Verfügung. Zum Einen erlaubt Art. 5 Ziff. 2 lit. a LugÜ
den Unterhaltsberechtigten, an seinem eigenen Wohnsitz oder an seinem ge-
wöhnlichen Aufenthalt Klage einzuleiten. Zum Anderen werden mit Art. 5 Ziff. 2
- 15 -
lit. b und c LugÜ Annexzuständigkeiten eröffnet. Diese ermöglichen, dass sich
das mit Fragen des Personenstands oder der elterlichen Verantwortung befasste
Gericht gleichzeitig auch mit den damit zusammenhängenden Unterhaltsfragen
beschäftigen und damit die Streitigkeit umfassend beurteilen kann (BSK LugÜ-
Hofmann/Kunz, Art. 5 N 366 ff., mit weiteren Hinweisen).
Gestützt auf Art. 5 Ziff. 2 lit. a LugÜ lässt sich die Zuständigkeit der Schwei-
zer Gerichte zur Regelung des ehelichen Unterhalts zwar nur bejahen, sofern die
Gesuchstellerin im Zeitpunkt der Anhängigmachung der Klage Wohnsitz oder ge-
wöhnlichen Aufenthalt in der Schweiz gehabt hätte (zum massgeblichen Zeitpunkt
vgl. BGE 116 II 9 E. 5; 116 II 209 E. 2b/bb; BGer 5A_235/2012 vom 31. August
2012, E. 5.1; Buhr/Gabriel/Schramm, in: Furrer/Girsberger/Müller-Chen, CHK-
Handkommentar zum Schweizer Privatrecht, 3. Aufl. 2016, Art. 20 IPRG N 17).
Demgegenüber wird die Zuständigkeit für Unterhaltssachen bei Art. 5 Ziff. 2 lit. b
und c LugÜ an der Zuständigkeit für die Hauptsache, d.h. für das Verfahren über
den Personenstand (lit. b) bzw. die elterliche Verantwortung (lit. c) angeknüpft.
Damit sind sämtliche Verfahren gemeint, in welchen über den personenrechtli-
chen Status einer Person oder über elterliche Verpflichtungen entschieden wird,
sei es im Rahmen eines Scheidungs- oder eines Eheschutzverfahrens. Von Art. 5
Ziff. 2 lit. b und c LugÜ erfasst wird demnach nicht nur der nacheheliche Unterhalt
(gegenüber Ehegatten und Kindern), sondern auch der Unterhalt während beste-
hender Ehe – etwa Trennungsunterhalt oder Unterhalt während eines hängigen
Scheidungsverfahrens (BSK LugÜ-Hofmann/Kunz, Art. 5 N 423 f. und N 426).
Aus Art. 5 Ziff. 2 lit. b und c LugÜ ergeben sich keine Einschränkungen zeitlicher
Natur. Erforderlich ist einzig, dass der Hauptsachenprozess hängig ist (BSK
LugÜ-Hofmann/Kunz, Art. 5 N 432).
Mit dem vorliegenden Eheschutzverfahren liegt ein Verfahren in Bezug auf
die elterliche Verantwortung vor, für welches hinsichtlich der Kinderbelange Ob-
hut, Besuchsrecht und Beistandschaft gestützt auf Art. 5 HKsÜ in Zürich eine in-
ternationale und örtliche Zuständigkeit besteht. Bereits deshalb ist die Annexzu-
ständigkeit im Sinne von Art. 5 Ziff. 2 lit. c LugÜ nicht nur für den Kinderunterhalt,
sondern auch für den Ehegattenunterhalt zu bejahen. Damit ist die Vorinstanz im
- 16 -
Ergebnis zu Recht auf die entsprechenden Rechtsbegehren der Gesuchstellerin
eingetreten. Bei dieser Ausgangslage kann offengelassen werden, ob die Ge-
suchstellerin im Zeitpunkt der Anhängigmachung des Eheschutzverfahrens
Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in der Schweiz hatte bzw. ob vorliegend
auch Art. 5 Ziff. 2 lit. a LugÜ erfüllt wäre. Entsprechend zielen die diesbezüglichen
Rügen des Gesuchsgegners ins Leere.
4. In Bezug auf das anwendbare Recht kann auf die zutreffenden Ausfüh-
rungen der Vorinstanz verwiesen werden (vgl. Urk. 81 E. II/A/3).
III.
A. Obhut
1. Zur Obhutszuteilung und dem vom Gesuchsgegner in diesem Zusam-
menhang beantragten Gutachten erwog die Vorinstanz zusammengefasst, dass
sich im Eheschutzverfahren die Einholung eines Gutachtens nur dann rechtferti-
ge, wenn aufgrund besonderer Umstände vertiefter Abklärungsbedarf bestehe,
was im gegebenen Fall zu verneinen sei. So vermöge der Umstand, dass sich die
Gesuchstellerin mit Spiritualität und Yoga beschäftige, ihre Erziehungsfähigkeit
nicht in Frage zu stellen. Auch die vom Gesuchsgegner geäusserten Bedenken
hinsichtlich der gesundheitlichen Versorgung von C._ hätten vorliegend aus
dem Weg geräumt werden können, indem die Gesuchstellerin glaubhaft dargelegt
habe, dass sie C._ nicht vegan ernähre, mit ihm regelmässig zum Arzt gehe
und die Impfungen nachgeholt worden seien. Im Übrigen habe der Gesuchsgeg-
ner auch nicht erwähnt, dass er während seines Besuches von C._ gesund-
heitliche Probleme festgestellt habe. Zu beachten sei ferner, dass C._ auf-
grund der begleiteten Besuche und der Fremdbetreuung in der Krippe regelmäs-
sig in Kontakt mit verschiedenen Fachpersonen stehe. Diese könnten erkennen,
wenn es C._ an etwas fehlen würde und gegebenenfalls – im grundsätzlich
nicht zu erwartenden Fall – die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde benach-
richtigen.
- 17 -
Der Gesuchsgegner habe C._ während mehr als neun Monaten nicht
gesehen. Es könne nicht gesagt werden, dass die Gesuchstellerin von sich aus
grosse Anstrengungen unternommen habe, um den Kontakt zwischen Vater und
Sohn möglichst schnell wieder aufzubauen. In diesem Zusammenhang sei jedoch
zu beachten, dass das Verhältnis zwischen den Parteien belastet sei. Ausserdem
erscheine es aufgrund des vom Gesuchsgegner eingeleiteten Rückführungsver-
fahrens auch verständlich, dass die Gesuchstellerin gewisse "Ressentiments" ge-
gen den Gesuchsgegner habe bzw. eine Entführung von C._ befürchte.
Nichtsdestotrotz habe sie der vorsorglichen Besuchsrechtsvereinbarung freiwillig
zugestimmt, sodass der Gesuchsgegner C._ in der Zwischenzeit habe besu-
chen können. Dies indiziere zumindest eine genügende Bindungstoleranz der
Gesuchstellerin, weshalb auch unter diesem Gesichtspunkt die Einholung eines
Gutachtens als unnötig erscheine. Insgesamt bestünden damit keine Zweifel an
der Erziehungsfähigkeit der Gesuchstellerin. Diese sei seit der Geburt von
C._ unbestrittenermassen dessen Hauptbezugs- und Hauptbetreuungsper-
son und habe im Übrigen zwecks Kinderbetreuung ihre Stelle aufgegeben sowie
einen Umzug zum Gesuchsgegner nach England auf sich genommen, wohinge-
gen die berufliche Situation des Gesuchsgegners stabil geblieben sei. Eine Um-
stellung des – wenn auch nur für kurze Zeit – gelebten Betreuungsmodells in dem
Sinne, dass der Gesuchsgegner neu 60 % und die Gesuchstellerin 100 % arbei-
ten würde, käme vor diesem Hintergrund nur bei schwerwiegenden Zweifeln an
der Erziehungsfähigkeit der Gesuchstellerin in Frage. Zu berücksichtigen sei fer-
ner, dass ein Rollentausch aus Anlass der Trennung auch ein tieferes Gesamt-
einkommen der Parteien zur Folge hätte. Auch das wäre nur dann im Interesse
von C._ hinzunehmen, wenn gravierende Zweifel an der Erziehungsfähigkeit
der Gesuchstellerin bestünden. Wie gesehen, gebe es daran aber grundsätzlich
keine Zweifel. Insofern sei nicht ersichtlich, wieso C._ eine dermassen starke
Änderung zuzumuten sei. Demgemäss sei die Obhut über C._ ohne Weite-
res der Gesuchstellerin zuzuteilen (vgl. zum Ganzen Urk. 81 E. II/D/3-7, S. 10 ff.).
2. Mit seiner Berufung verlangt der Gesuchsgegner die Aufhebung des
vorinstanzlichen Obhutsentscheids und in seinem Hauptantrag die Zuteilung der
Obhut über C._ an sich (Urk. 80 Rechtsbegehren Ziffern 1 und 1.1, S. 2).
- 18 -
Eventualiter beantragt er die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur Ein-
holung eines Erziehungsgutachtens der Parteien und zum Entscheid im Sinne
seines Hauptantrags (Urk. 80 Rechtsbegehren Ziffer 2, S. 3).
Zur Begründung macht er im Wesentlichen geltend, die Vorinstanz sei bei
der Obhutszuteilung auf die Erziehungsfähigkeit der Gesuchstellerin und nament-
lich auf die von ihm eingehend dargelegte fehlende Bindungstoleranz nur am
Rande eingegangen. Damit habe sie den Sachverhalt nicht richtig festgestellt und
Art. 176 Abs. 3 i.V.m. Art. 275 Abs. 2 ZGB sowie Art. 254 Abs. 2 i.V.m. Art. 296
Abs. 1 ZPO nicht richtig angewandt (Urk. 80 Rz 15, S. 6). Aufgrund der gesamten
Umstände sei bei der Gesuchstellerin von einer stark eingeschränkten Bin-
dungstoleranz auszugehen, welche ihre Erziehungsfähigkeit erheblich reduziere
und die grosse Gefahr beinhalte, dass bei C._ ein sog. Parental Alienation
Syndrom auftrete. Dies zeige sich nicht nur in den bereits im vorinstanzlichen Ver-
fahren thematisierten Punkten, sondern insbesondere auch im weiteren Verhalten
der Gesuchstellerin im Verlaufe des Verfahrens (Urk. 80 Rz 17, S. 6). So habe die
Gesuchstellerin seit der Geburt von C._ nicht zugelassen, dass sich der Ge-
suchsgegner um das Kind kümmere. Sie habe sich lange geziert, mit dem Ge-
suchsgegner zusammen zu leben, sei nach wenigen Wochen in England wieder
abgereist und habe den Gesuchsgegner im Glauben lassen, sie werde nach
Weihnachten zurückkehren. Daraufhin sei sie jedoch monatelang mit dem Kind in
Wien geblieben, habe dem Gesuchsgegner das Kind vorenthalten und sodann ei-
nem begleiteten Besuchsrecht nicht freiwillig, sondern erst im Rahmen und unter
Druck des laufenden Verfahrens zugestimmt. In der Folge habe sie den Besuchs-
beginn hinausgezögert bzw. vereitelt und sei sogar im laufenden Verfahren nicht
in der Lage gewesen, das Kind im begleiteten Besuchstreff (nachfolgend BBT) al-
leine dem Gesuchsgegner zu überlassen. Dieses Verhalten der Gesuchstellerin
sei "pathologisch". Es lasse erhebliche Zweifel an der Bindungstoleranz und damit
an ihrer Erziehungsfähigkeit aufkommen. Wegen der Kombination der zahlreichen
Faktoren bestehe vorliegend im Rahmen der Obhutszuteilung ein vertiefter Abklä-
rungsbedarf (Urk. 80 Rz 27, S. 8 f.). Auch die gesundheitlichen Bedenken des
Gesuchsgegners habe die Vorinstanz zu leichtfertig übergangen (Urk. 80 Rz 28,
S. 9). Insgesamt habe es sich die Vorinstanz beim Entscheid über die Obhutszu-
- 19 -
teilung zu einfach gemacht. So gehe es nicht an, ohne nähere Prüfung davon
auszugehen, dass beide Eltern gleichermassen erziehungsfähig seien und ge-
stützt auf das von der Kindsmutter geschaffene fait-accompli über die Obhut zu
entscheiden. Der Gesuchsgegner sei ein liebevoller Vater, der alle Bedürfnisse
seines Kindes mit Hingabe erfülle, wenn man ihn denn liesse. Auch würde er den
Kontakt des Kindes zur Mutter nicht einschränken. Es sei noch nicht zu spät, die
Weichen für das zukünftige Leben des Sohnes richtig zu stellen. Indem die Vorin-
stanz das eigenmächtige Handeln einer Mutter schütze, welche ihr Kind als ihr
Eigentum und dessen Vater als lästige Drittperson betrachte, werde dem Kind
massiv geschadet. Dies verletze Art. 8 EMRK sowie Art. 8, 9, 11 und 14 BV
(Urk. 80 Rz 34, S. 10).
3. Hinsichtlich der grundsätzlichen rechtlichen Prämissen in Bezug auf die
massgeblichen Kriterien zur Obhutszuteilung kann zur Vermeidung unnötiger
Wiederholungen auf die zutreffenden vorinstanzlichen Ausführungen und die dort
aufgeführten Zitate aus Lehre und Praxis verwiesen werden (Urk. 81 E. II/D/1,
S. 8 f.). Ergänzend ist festzuhalten, dass die vom Bundesgericht für den Schei-
dungsfall entwickelten Grundsätze durch die Besonderheiten des Eheschutzver-
fahrens gewisse Modifizierungen erfahren. Die Aufhebung des gemeinsamen
Haushalts ist eine Eheschutzmassnahme. Sie bezweckt in erster Linie eine Be-
wältigung der ehelichen Krise und ist als vorübergehende Massnahme gedacht
(BK-Hausheer/Reusser/Geiser, Art. 176 ZGB N 45). Das Bundesgericht hat für
die Regelung der Obhut im Rahmen solcher Verfahren mit nur vorläufigem Cha-
rakter deshalb den Grundsatz aufgestellt, dass derjenige Elternteil den Vorzug
verdient, der in der Lage ist, das Kind – ohne dass dieses gefährdet wäre – weit-
gehend persönlich und in der bisherigen Umgebung zu betreuen (BGE 111 II 223
E. 3; BGer 5P.14/2004 vom 23. Februar 2004, E. 3.2; 5A_972/2013 vom 23. Juni
2014, E. 6.2.4, in: FamPra.ch 2014 S. 1024). Im Eheschutzverfahren geht es in
erster Linie darum, möglichst rasch eine optimale Situation für die Kinder zu
schaffen. Langwierige Abklärungen, etwa durch kinderpsychologische oder kin-
derpsychiatrische Gutachten, sollten auch im Streitfall nicht die Regel sein, son-
dern nur angeordnet werden, wenn besondere Umstände vorliegen. Entgegen der
Ansicht des Gesuchsgegners steht die Frage, welcher Elternteil in Zukunft die
- 20 -
bessere Gewähr für stabile Verhältnisse bietet, in einem Eheschutzverfahren nicht
im Vordergrund. In der Regel ist im Zeitpunkt der Aufhebung des gemeinsamen
Haushalts ohnehin noch offen, wie sich die Verhältnisse der Eheleute, d.h. der El-
tern, in Zukunft entwickeln. Daher ist insbesondere auf das soziale Umfeld des
Kindes besonderes Gewicht zu legen. Seine bisherigen Lebensumstände sollten
nicht ohne Not verändert werden. Insofern hat die eheschutzrichterliche Instanz
diejenigen Anordnungen zu treffen, die zur Zeit am ehesten stabile, von der Zu-
wendung und elterlicher Verantwortung geprägte Verhältnisse garantieren und
das Kind vor Krisen soweit als möglich schützen (ZK-Bräm/Hasenböhler, Art. 176
ZGB N 90).
Die (auch im summarischen Verfahren in Kinderbelangen geltende) Unter-
suchungsmaxime gibt keinen allgemeinen Anspruch auf Einholung eines Gutach-
tens. In aller Regel hat und vermag das Gericht die ihm übertragene Aufgabe oh-
ne Beizug eines Sachverständigen zu erfüllen. Ein Gutachten hat es nur dann
einzuholen, wenn es an die Grenzen seiner Beurteilungsfähigkeit stösst, wobei
ihm diesbezüglich ein gewisses Ermessen zukommt. Die Einholung eines Gutach-
tens ist insbesondere in pathologischen Fällen in Betracht zu ziehen bzw. wenn
aussergewöhnliche Umstände vorliegen, welche die Entwicklung des Kindes
ernstlich gefährden. Generell ist ein Gutachten dann angezeigt, wenn Fragen zu
klären sind, die nur ein Fachmann abschliessend beurteilen kann (vgl. Hinder-
ling/Steck, Das schweizerische Ehescheidungsrecht, 4. Aufl. 1995, S. 486 f.; BK-
Bühler/Spühler, Art. 156 ZGB N 68 f., und Ergänzungsband, Art. 156 ZGB N 69;
ZR 90/1991 Nr. 82, E. II/2.8.1).
4. Der Gesuchsgegner ist – wie bereits erwähnt – der Ansicht, dass vor-
liegend aufgrund des "pathologischen" Verhaltens der Gesuchstellerin und insbe-
sondere wegen der Geschehnisse im Zusammenhang mit dem Besuchsrecht sol-
che aussergewöhnlichen Umstände vorlägen, welche die Einholung eines Gut-
achtens erforderten. Dabei beanstandet er am angefochtenen Urteil im Wesentli-
chen, dass die Vorinstanz bei der Frage der Bindungstoleranz sowohl die Um-
stände betreffend das Zustandekommen des ersten begleiteten Besuches wie
auch die Tatsache, dass die Gesuchstellerin – entgegen der Vereinbarung der
- 21 -
Parteien – bis im Mai 2018 bei den Besuchen im BBT weiterhin renitent anwe-
send geblieben sei, komplett ignoriert habe (vgl. Urk. 80 Rz 18-22, S. 6 f.).
In der Vereinbarung betreffend vorsorgliche Massnahmen, welche die Par-
teien unter Mitwirkung der Vorinstanz am 13. September 2017 abgeschlossen
haben, einigten sich die Parteien für die Dauer des Verfahrens auf ein begleitetes
Besuchsrecht des Gesuchsgegners, welches jeden zweiten Sonntag im Monat
von 10.00 Uhr bis 15.45 Uhr im Besuchstreff im Kinderhaus D._ stattfinden
sollte. Dabei erklärte sich der Gesuchsgegner mit der Anwesenheit der Gesuch-
stellerin beim ersten Besuch einverstanden. Für die weiteren Besuche war vorge-
sehen, dass die Gesuchstellerin je nach Empfehlung der betreuenden Person
anwesend sein konnte (vgl. zum Ganzen Urk. 30 Ziffer 1 b). Dieser Vereinbarung
haben beide Parteien – wenn auch beide unter dem Druck des laufenden Verfah-
rens – freiwillig zugestimmt. Was im Rahmen der gerichtlichen Vergleichsgesprä-
che im Einzelnen besprochen wurde, resp. wer dabei aus welchen Motiven was in
der Vereinbarung festgeschrieben haben wollte, spielt – entgegen der Ansicht des
Gesuchsgegners (vgl. Urk. 80 Rz 19 f.) – keine entscheidende Rolle. Auch aus
dem Umstand, dass die Gesuchstellerin sich nicht früher auf eine aussergerichtli-
che vorsorgliche Besuchsrechtsvereinbarung eingelassen hat, kann der Ge-
suchsgegner nichts zu seinen Gunsten ableiten, zumal dies bei belasteten Ver-
hältnissen zwischen Parteien nichts Aussergewöhnliches ist. Unbestrittenermas-
sen fand am 5. November 2017, mithin rund sieben Wochen nach Abschluss der
Vereinbarung, der erste begleitete Besuchstag statt (Urk. 80 Rz 21; Urk. 98
Rz 12). Selbst wenn es nach dem langem Kontaktunterbruch zwischen Vater und
Sohn wünschenswert gewesen wäre, das erste Treffen innert kürzerer Frist zu or-
ganisieren, kann in diesem Zusammenhang nicht von einem vereitelnden Verhal-
ten der Gesuchstellerin gesprochen werden. So räumt selbst der Gesuchsgegner
ein, dass die Organisation der Besuchstage beim BBT einen gewissen Vorlauf
benötige (Urk. 103 Rz 37). Dass die Vorinstanz diesem Umstand bei der Obhuts-
zuteilung keine besondere Bedeutung zugemessen hat, ist – wie die Gesuchstel-
lerin zu Recht vorbringt (vgl. Urk. 98 Rz 12) – nicht zu beanstanden.
- 22 -
Sodann ist unbestritten, dass die Gesuchstellerin sich bis im Mai 2018 nicht
dazu bewegen liess, C._ im begleiteten Besuchstreff dem Gesuchsgegner
alleine zu überlassen (Urk. 80 Rz 22; Urk. 98 Rz 11). Auf die Empfehlung der zu-
ständigen Sozialarbeiterin des Sozialzentrums F._, wonach die Besuche ab
Februar 2018 grundsätzlich in Abwesenheit der Gesuchstellerin stattzufinden hät-
ten, da die Anwesenheit der Gesuchstellerin den Beziehungsaufbau zwischen
C._ und seinem Vater erschwere (Urk. 54), reagierte die Gesuchstellerin mit
einer umfassenden Stellungnahme, in welcher sie mitunter verlangte, in den
kommenden acht Wochen weiterhin im Nebenraum des Besuchstreffs anwesend
zu sein (Urk. 56). Die Vorinstanz hat diese Geschehnisse in ihrem Entscheid im
Rahmen des Besuchsrechts ausführlich behandelt und dabei zutreffend festgehal-
ten, dass die Gesuchstellerin kein Recht hat, bei den begleiteten Besuchen an-
wesend zu sein (Urk. 81 E. II/E/3.2, S. 17-19). Berufungsweise macht der Ge-
suchsgegner geltend, die Vorinstanz habe dieses aktenkundige Verhalten der
Gesuchstellerin, welches den Verdacht der fehlenden Bindungstoleranz bekräfti-
ge, bei der Beurteilung der Erziehungsfähigkeit und der Frage, ob ein Gutachten
dazu einzuholen sei, in Verletzung der Untersuchungs- und Offizialmaxime nicht
berücksichtigt (Urk. 80 Rz 22). In seiner Noveneingabe vom 1. Oktober 2018 führt
er dazu ausserdem aus, er habe C._ am 10. und 24. Juni, am 8. Juli sowie
am 19. und 26. August 2018 im BBT gesehen. Die Besuche seien – wie aus den
eingereichten Tagesprotokollen des BBT hervorgehe – durchwegs positiv verlau-
fen (Urk. 103 Rz 4 ff. mit Verweis auf Urk. 105/1-5 und Urk. 105/10-11). Nichts-
destotrotz verweigere die Gesuchstellerin ihm nun die unbegleiteten Besuche im
September 2018, welche gemäss – angefochtenem, aber sofort vollstreckbarem –
Urteil der Vorinstanz erstmals am ersten Septemberwochenende hätten stattfin-
den sollen. So habe der Gesuchsgegner C._ am ersten Septemberwochen-
ende gar nicht sehen können. Am dritten Septemberwochenende habe die Ge-
suchstellerin einerseits wiederum darauf beharrt, bei den Besuchen anwesend zu
sein, und andererseits die Besuchszeit am Sonntag eigenmächtig auf den Nach-
mittag beschränkt (Urk. 103 Rz 4). Aufgrund der Renitenz der Gesuchstellerin ha-
be er in Bezug auf das ihm zustehende Besuchsrecht ein Vollstreckungsverfahren
am Bezirksgericht Zürich anhängig gemacht (Urk. 103 Rz 29 mit Verweis auf
- 23 -
Urk. 105/21). Die Gesuchstellerin bestreitet, dass bei ihr eine fehlende Bin-
dungstoleranz bestehe. Sie ist der Ansicht, dass sie sich kooperativ verhalte und
das Besuchsrecht zwischen dem Gesuchsgegner und C._ fördere. Insbe-
sondere habe sie, als Besuche im BBT wegen C._s Krankheit nicht hätten
stattfinden können, dem Gesuchsgegner ermöglicht, C._ bei ihr zu Hause zu
besuchen (Urk. 98 Rz 13 f.). Die Gesuchstellerin räumt sodann zwar ein, dass der
Gesuchsgegner in den vergangenen Monaten seine Beziehung zu C._ habe
verbessern können. Gleichzeitig äussert sie aber auch Bedenken darüber, ob der
Gesuchsgegner die zweitägige Betreuung des Sohnes ab September 2018 alleine
bewerkstelligen könne (Urk. 98 Rz 21). In ihrer im Vollstreckungsverfahren vor
Bezirksgericht Zürich eingereichten Stellungnahme, welche sie als Reaktion auf
die Noveneingabe des Gesuchsgegners vom 1. Oktober 2018 auch im vorliegen-
den Berufungsverfahren einreichte, bringt sie alsdann unmissverständlich zum
Ausdruck, dass sie nicht gewillt ist, die ab September 2018 unbegleitet durchzu-
führenden Besuche zu fördern, sondern stattdessen weiterhin die Durchführung
begleiteter Besuche verlangt (Urk. 107; Urk. 108/19). Ihre diesbezüglichen Vor-
bringen, wonach der Gesuchsgegner weiterhin nicht ausreichend auf die Bedürf-
nisse von C._ eingehe und insbesondere dessen Bedürfnis nach einem Mit-
tagsschlaf oder sonstiger Erholung nicht respektiere, sodass C._ an Be-
suchstagen wegen Übermüdung häufig Blessuren davon trage (Urk. 108/19
Rz 24), stehen jedoch im Widerspruch zu den in den Tagesprotokollen des BBT
wiedergegebenen Wahrnehmungen der Betreuungspersonen. Diese beschreiben
den Umgang des Gesuchsgegners mit C._ insbesondere als liebevoll, auf-
munternd, altersgerecht und zugewandt und halten mitunter fest, dass der Ge-
suchsgegner auf C._s Bedürfnisse eingehe, sich fürsorglich und interessiert
zeige, die von der Gesuchstellerin erwünschten Handlungen zeitgerecht und ge-
schickt erledige, den Sohn nicht aus den Augen lasse und auch beim Mittagessen
auf eine ausgewogene Ernährung C._s achte (Urk. 83/3; Urk. 105/1;
Urk. 105/3). Ferner geht aus den Tagesprotokollen des BBT hervor, dass
C._ seinen Vater seit Ende Juni 2018 bei den Besuchen jeweils erkannte
und die Übergaben mit jedem Besuch besser verliefen (Urk. 105/4-5; Urk. 105/10-
11). Hinsichtlich der Gesuchstellerin wird in den Protokollen erwähnt, dass diese
- 24 -
Mühe habe, sich von C._ zu lösen, dass sie dem Gesuchsgegner jeweils ge-
naue Vorschriften mache und ihm gegenüber in verschiedenen Situationen mehr-
fach vorwurfsvoll und unwirsch reagiert habe (Urk. 62; Urk. 83/3; Urk. 105/1).
Dass die Protokolle nicht immer wahrheitsgemäss und objektiv abgefasst worden
seien – wie es die Gesuchstellerin vorbringt (vgl. Urk. 108/19 Rz 16 und Rz 20) –
ist nicht glaubhaft. Es besteht kein Grund, die Einschätzungen der Betreuungs-
personen des BBT in Zweifel zu ziehen. So ist entgegen der Ansicht der Gesuch-
stellerin nicht ersichtlich, inwiefern die Betreuungspersonen ein Interesse daran
haben sollten, die Protokolle bloss deshalb so zu verfassen, damit der Gesuchs-
gegner in ein gutes Licht gerückt werde. Aufgrund all dieser vorstehend geschil-
derten Umstände ist zwar glaubhaft, dass die Gesuchstellerin den Kontakt zwi-
schen Vater und Kind weder begünstigt noch fördert. Dieser Aspekt für sich allein
begründet jedoch noch kein pathologisches Verhalten und auch keine ausserge-
wöhnlichen Verhältnisse, welche die Entwicklung C._s ernsthaft gefährden
würden. Insbesondere liegen bei C._ auch keine Anzeichen einer Entfrem-
dung vor. Vielmehr ist festzuhalten, dass es dem Gesuchsgegner trotz der
schwierigen Umstände gelang, eine Beziehung zu C._ aufzubauen. Diese
Beziehung gilt es künftig weiter zu festigen, wobei aufgrund der zwischenzeitlich
angeordneten Vollstreckungsmassnahme (Androhung der Ungehorsamsstrafe
nach Art. 292 StGB im Widerhandlungsfall, vgl. Urk. 111/1, Dispositiv-Ziffer 1) da-
von auszugehen ist, dass die Einhaltung des Besuchsrechts sichergestellt ist.
Entgegen der Ansicht des Gesuchsgegners besteht zum jetzigen Zeitpunkt kein
vertiefter Abklärungsbedarf in Bezug auf die Bindungstoleranz der Gesuchstelle-
rin. Daran vermag auch der Umstand nichts zu ändern, dass die Gesuchstellerin –
wie sie selbst einräumt (vgl. Urk. 98 Rz 15) – nicht gewillt ist, C._s Englisch-
kenntnisse zu fördern. Da Kleinkinder bei regelmässigen Kontakten zum fremd-
sprachigen Elternteil dessen Sprache grundsätzlich rasch erlernen, ist auch die-
sem Umstand im Zusammenhang mit der Obhutsfrage keine besondere Bedeu-
tung zuzumessen. Vielmehr genügt es auch hierbei, den regelmässigen Kontakt
zwischen Vater und Sohn sicherzustellen, sodass C._ dadurch die Sprache
seines Vaters erlernen kann. Soweit der Gesuchsgegner im Übrigen zur Begrün-
dung seiner Zweifel an der Erziehungsfähigkeit der Gesuchstellerin anführt, diese
- 25 -
habe sich seit C._s Geburt in einem schädlichen Mass an ihn geklammert
und ihn vom Vater ferngehalten resp. nicht zugelassen, dass der Gesuchsgegner
sich um C._ kümmere, ist darauf hinzuweisen, dass die Parteien hinsichtlich
der Zeitspanne seit Geburt von C._ bis nach Abschluss des Rückführungs-
verfahrens sehr unterschiedliche Sachverhaltsdarstellungen wiedergeben (vgl.
Urk. 80 Rz 27 und 32; Urk. 98 Rz 16). Daraus wird deutlich, dass die Parteien in
Bezug auf das Zusammenleben und den Umgang mit C._ unterschiedliche
Erwartungen und Ansichten hatten resp. haben. Rückschlüsse auf ihre Erzie-
hungsfähigkeiten lassen sich daraus allerdings nicht ableiten. Insofern sind die
entsprechenden Hintergründe im vorliegenden Verfahren nicht weiter zu beleuch-
ten. Sie sind für die Frage der Obhut nicht von Belang, da diese losgelöst davon
zu beantworten ist, welcher Elternteil für das Scheitern ihrer Beziehung die Ver-
antwortung trägt. Des Weiteren hat die Vorinstanz – entgegen der Ansicht des
Gesuchsgegners (vgl. Urk. 80 Rz 28 ff.) – seine gesundheitlichen Bedenken nicht
leichtfertig übergangen. Vielmehr ist festzuhalten, dass es sich dabei um blosse
Behauptungen handelt, welche weder belegt noch glaubhaft sind (vgl. Urk. 81
E. II/D/4, S. 10 f.). Insbesondere bestehen keine Hinweise dafür, dass C._s
Hautprobleme auf eine Mangelernährung durch die Gesuchstellerin zurückzufüh-
ren wären. Da C._ ausserdem unbestrittenermassen unter regelmässiger
ärztlicher Kontrolle steht (vgl. Urk. 81 E. II/D/4, S. 10), ist nicht anzuzweifeln, dass
die Gesuchstellerin C._s grundlegenden Bedürfnisse nach medizinischer
Versorgung erfüllt. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es unter den gege-
benen Umständen hinsichtlich sämtlicher vom Gesuchsgegner aufgeworfenen
Fragen nicht angezeigt war, einen Sachverständigen beizuziehen. Es ist daher
nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz ohne Einholung eines Gutachtens über
die Obhutsfrage entschieden hat.
Ferner hat die Vorinstanz auch die übrigen Umstände richtig gewürdigt. Ins-
besondere hat sie berücksichtigt, dass die Gesuchstellerin unbestrittenermassen
seit der Geburt von C._ dessen Hauptbezugs- und Hauptbetreuungsperson
ist und dass die bisherigen Lebensumstände des Kindes nicht ohne Not verändert
werden sollten (vgl. Urk. 81 E. II/D/7, S. 12). Hinweise auf eine Gefährdung des
Kindeswohls von C._ unter der Obhut der Gesuchstellerin bestehen, wie ge-
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sehen, keine. Seit Juli 2017 leben C._ und die Gesuchstellerin wieder in der
Schweiz. Nach ihrem verlängerten Mutterschaftsurlaub und der Kündigung ihrer
Arbeitsstelle beim Bund stieg die Gesuchstellerin im Dezember 2017 mit einem
Pensum von 40 % wieder ins Berufsleben ein; aktuell arbeitet sie in einem 60 %-
Pensum (Urk. 43/52; Urk. 80 Rz 84; Urk. 98 Rz 53). Während ihrer Erwerbstätig-
keit – d.h. aktuell an drei vollen Tagen pro Woche – wird C._ in der Kita be-
treut (Urk. 98 Rz 63). Diese besucht er seit November 2017. In der übrigen Zeit
betreut die Gesuchstellerin C._ persönlich (vgl. Prot. I S. 31). Zwar macht
auch der Gesuchsgegner geltend, im Falle einer Obhutszuteilung an ihn sein Ar-
beitspensum zwecks persönlicher Betreuung von C._ auf 60 % reduzieren zu
wollen (Urk. 28 Rz 42; Urk. 80 Rz 80). Aus den Tagesprotokollen des BBT geht
im Übrigen – wie gesehen – hervor, dass auch er durchaus in der Lage ist,
C._ persönlich zu betreuen. Nach dem Gesagten ist daher davon auszuge-
hen, dass vorliegend beide Elternteile nicht nur gewillt und fähig, sondern auch in
der Lage sind, C._ persönlich zu betreuen. Bei dieser Ausgangslage kommt
es im Eheschutzverfahren hinsichtlich der Obhutszuteilung entscheidend auf die
Stabilität der örtlichen und familiären Verhältnisse an. Letztere sprechen klar da-
für, die Obhut der Gesuchstellerin zuzuteilen bzw. sie ihr zu belassen. So kann
C._ weiterhin die Kita der Stiftung G._ besuchen, wo er sich mittlerweile
eingewöhnt hat und sowohl die Betreuungspersonen wie auch die anderen Kinder
kennt. Demgegenüber wäre C._ in der Obhut seines Vaters nicht nur in örtli-
cher, sondern auch in sozialer Hinsicht einer gänzlich neuen Situation ausgesetzt,
in der er sich zusätzlich an eine andere Sprache gewöhnen müsste. Einen sol-
chen einschneidenden Wechsel bei der Betreuung des Kindes, das seit seiner
Geburt immer bei der Gesuchstellerin gelebt hat, gilt es zu vermeiden. Insofern
kann dem Gesuchsgegner nicht gefolgt werden, wenn er verlangt, dass die Obhut
aus Gründen des Kindeswohls ihm zuzuteilen sei. Die Berufung ist daher auch in
diesem Punkt abzuweisen und der vorinstanzliche Entscheid zu bestätigen.
B. Besuchsrecht
1. Die Vorinstanz räumte dem Gesuchsgegner mit angefochtenem Urteil
ein schrittweise in vier Phasen aufzubauendes Besuchsrecht ein. Der persönliche
- 27 -
Verkehr solle bis Ende August 2018 jeden zweiten Sonntag begleitet und in Ab-
wesenheit der Gesuchstellerin im Kinderhaus D._ stattfinden (1. Phase), und
von Anfang September 2018 bis Ende August 2020 in Form von je sechsstündi-
gen Besuchen am ersten und dritten Samstag und Sonntag eines jeden Monats
(2. Phase), ab September 2020 am ersten und dritten Wochenende eines jeden
Monats von Samstag 10.00 Uhr bis Sonntag 18.00 Uhr (3. Phase) sowie ab dem
Eintritt C._s in den Kindergarten zusätzlich zweimal jährlich für die Dauer von
je einer Ferienwoche (4. Phase) durchgeführt werden (Urk. 81, Dispositiv-Ziffer 2).
2. Diese Besuchsrechtsregelung blieb in Bezug auf die Phasen 1-3 in den
Grundzügen unangefochten (vgl. Urk. 80 S. 2 f.). Der Gesuchsgegner beantragt
lediglich, dass diese Regelung ergänzt wird um eine Verpflichtung des obhutsbe-
rechtigten Elternteils zur Herstellung von Skype-Kontakten sowie um ein Nachhol-
recht des besuchsberechtigten Elternteils, wenn Besuche wegen Gründen, die bei
C._, dem obhutsberechtigten Elternteil oder dem BBT liegen (z.B. Krankheit,
Ferienabwesenheit, ferienbedingte Schliessung des BBT), nicht ausgeübt werden
können (Urk. 80 S. 2). Hinsichtlich der 4. Phase beantragt der Gesuchsgegner
ferner die Erhöhung der Ferien von zwei auf vier Einzelwochen pro Jahr (Urk. 80
S. 2).
Zur Begründung macht er im Wesentlichen geltend, die Vorinstanz habe
seine Ausführungen zu den weiteren Besuchen und persönlichen Kontakten in
den Plädoyernotizen vom 13. September 2017 überhaupt nicht berücksichtigt und
keine Veranlassung gesehen, von der gerichtsüblichen Praxis abzuweichen. Da-
bei habe sie sich nicht mit der internationalen Komponente des Falles auseinan-
dergesetzt und insbesondere nicht berücksichtigt, dass bei Familienverhältnissen,
in denen der nicht obhutsberechtigte Elternteil im Ausland lebe, grosszügigere Fe-
rienbesuche auszusprechen seien, um den fehlenden Kontakt zu kompensieren.
Auch sei in diesem Spezialfall dem nicht obhutsberechtigten Elternteil die Mög-
lichkeit einzuräumen, Besuche, die wegen Krankheit des Kindes, Abwesenheiten
des Obhutsinhabers oder ferienbedingter Schliessung des BBT ausfielen, nach-
zuholen, um die ohnehin knapp bemessene gemeinsame Zeit nicht weiter einzu-
schränken. Weiter habe sich die Vorinstanz nicht damit auseinandergesetzt, dass
- 28 -
andere Kontaktmöglichkeiten denkbar wären, wie z.B. über Skype (Urk. 80
Rz 39).
3. Im vorinstanzlichen Verfahren vertrat der Gesuchsgegner noch die
Meinung, Besuche jedes zweite Wochenende seien unter Berücksichtigung der
Flug- und Unterkunftskosten für keinen Elternteil über längere Zeitdauer
durchführbar und finanziell tragbar. Entsprechend komme ein gerichtsübliches
Besuchsrecht vorliegend aufgrund der Distanz der Wohnorte der Eltern nicht in
Frage. Sinnvoll sei vielmehr, dass die Besuche bis zum Kindergartenalter
C._s an verlängerten Wochenenden stattfänden, wobei die Abstände nicht
zu lang sein sollten (Urk. 28 Rz 59). Im Berufungsverfahren beanstandet der
Gesuchsgegner hinsichtlich der ersten drei Phasen die Häufigkeit und Dauer der
Besuchskontakte gemäss vorinstanzlichem Urteil allerdings nicht. Auch stellt er
nicht in Abrede, dass es sich bei der vorinstanzlichen Regelung um ein
gerichtsübliches Besuchsrecht handelt (vgl. Urk. 80 Rz 39; Urk. 81 E. II/E/3.1-
3.4). Es ist daher davon auszugehen, dass der Gesuchsgegner nunmehr –
entgegen seiner im vorinstanzlichen Verfahren vertretenen Ansicht – bereit und
gewillt ist, künftig weiterhin zweimal monatlich in die Schweiz zu reisen, um
seinen Sohn zu besuchen. Zwar ist es richtig, dass Ferienbesuche sowie die
anderen Formen des persönlichen Verkehrs – wie beispielsweise Kontakte über
Skype – umso wichtiger sind, je grösser die Entfernung zwischen dem Wohnort
des Kindes und demjenigen des besuchsberechtigten Elternteils ist (BK-
Hegnauer, Art. 273 ZGB N 67). Dabei kommt es allerdings nicht alleine auf die
räumliche Distanz als solche an; vielmehr ist massgebend, ob periodische
Wochenendbesuche wegen der Distanz denn auch nicht möglich bzw. nicht
zumutbar sind (BK-Hegnauer, Art. 273 ZGB N 99). Ein solcher
Kompensationsbedarf besteht vorliegend aufgrund der Bereitschaft des
Gesuchsgegners zur Wahrnehmung der zweimal monatlich in der Schweiz
durchzuführenden Besuchswochenenden gerade nicht. Insofern kann dem
Gesuchsgegner nicht gefolgt werden, wenn er geltend macht, vorliegend seien
grosszügigere Ferienbesuche, andere Kontaktmöglichkeiten (via Skype) sowie ein
Nachholrecht für ausgefallene Besuche nötig, um den "fehlenden Kontakt zu
- 29 -
kompensieren". Seine gegen die vorinstanzliche Besuchsrechtsregelung
erhobenen Einwände sind damit unbegründet.
In Bezug auf die von der Gesuchstellerin geäusserten Bedenken hinsichtlich
der unbegleiteten Besuche ab September 2018 (vgl. Urk. 98 Rz 30) kann auf das
vorstehend Ausgeführte verwiesen werden (vgl. oben E. III/A/4). Wie zudem be-
reits die Vorinstanz ausführte (vgl. Urk. 81 E. II/E/2.5, S. 14 f.), lässt sich aus den
von der Gesuchstellerin geschilderten "Missgeschicken" des Gesuchsgegners
keine grundsätzliche Pflichtvergessenheit ableiten. Auch im Vollstreckungsverfah-
ren vermochte die Gesuchstellerin in Bezug auf die unbegleiteten Besuche keine
Gründe vorzubringen, welche das Kindeswohl von C._ ernsthaft gefährden
würden (vgl. Urk. 111/1 E. 2.3, S. 4 f.). Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass
die Gesuchstellerin die vorinstanzliche Besuchsrechtsregelung nicht angefochten
hat und die unbegleiteten Besuche – wenn allenfalls auch unter Druck des Voll-
streckungsverfahrens – am ersten und zweiten Oktober- sowie am ersten No-
vemberwochenende 2018 stattgefunden haben (vgl. Urk. 110 S. 1; Urk. 111/1
E. 2.3 S. 5). Es ist daher davon auszugehen, dass die Gesuchstellerin ihre Be-
denken hinsichtlich der unbegleiteten Besuche nach einer Eingewöhnung und
Überwindung der Anpassungsschwierigkeiten ablegen kann.
Alles in allem bestehen vorliegend keine Gründe, um die vorinstanzliche Be-
suchsrechtsregelung aufzuheben resp. abzuändern. Vielmehr erscheint das
schrittweise aufzubauende Besuchsrecht unter Berücksichtigung aller relevanter
Umstände als angemessen und im Sinne des Kindeswohls. Dispositiv-Ziffer 2 des
angefochtenen Urteils ist demnach zu bestätigen.
C. Beistandschaft
1. Hinsichtlich der bereits vor Vorinstanz beantragten Errichtung einer Er-
ziehungsbeistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 1 ZGB samt Übertragung von
besonderen Befugnissen an den Beistand (Art. 308 Abs. 2 ZGB; Kontrolle der
medizinischen Belange von C._, Anordnung notwendiger Behandlungs-
massnahmen) erwog die Vorinstanz, dass die Bedenken des Gesuchsgegners bei
den Gesundheitsthemen übertrieben seien. So ernähre die Gesuchstellerin
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C._ nicht vegan; sie sei wegen den Ekzemen beim Arzt gewesen und habe
die üblichen Impfungen nachgeholt. Höchst bedenklich sei jedoch die Haltung der
Gesuchstellerin in Bezug auf die Besuchssonntage. Diese Haltung zeige sich er-
neut in ihrem mehrseitigen E-Mail an die zuständige Sozialarbeiterin, in welchem
sie begründe, weshalb C._ aus ihrer Sicht – selbst unter der Aufsicht der
Fachpersonen in einem Besuchstreff – noch nicht mit dem Vater allein gelassen
werden könne. Dabei schildere sie bloss alltägliche Probleme, mit welchen alle El-
tern zu kämpfen hätten, auch solche, die mit ihren Kindern im selben Haushalt
lebten. Wenn die Gesuchstellerin in diesen alltäglichen Situationen stets herbeiei-
le und C._ übernehme, hätten der Gesuchsgegner und C._ keine Chan-
ce, sich aneinander zu gewöhnen. Da jedoch eine Beistandschaft an dieser be-
denklichen Haltung der Gesuchstellerin kaum etwas ändern könne, sei vorliegend
von der Errichtung einer Erziehungsbeistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 1
ZGB abzusehen. Auch eine Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 2 ZGB sei vorlie-
gend nicht zu errichten. Zwar wäre eine solche geeignet, wenn es darum ginge,
anstelle eines Elternteils für eine angemessene medizinische Versorgung des
Kindes zu sorgen. Dies sei vorliegend jedoch gerade nicht nötig, zumal die Ge-
suchstellerin die Bedenken des Gesuchsgegners betreffend Impfungen, vegane
Ernährung und Ekzeme relativiert habe (Urk. 81 E. II/F/3, S. 21).
2. Berufungsweise macht der Gesuchsgegner zum Einen geltend, die
Vorinstanz sei trotz seiner diesbezüglichen Ausführungen nicht auf die Notwen-
digkeit einer Erziehungsbeistandschaft bei fehlender Bindungstoleranz eingegan-
gen, sondern habe ihren Entscheid lediglich damit begründet, eine Beistandschaft
sei nicht erforderlich, um für angemessene medizinische Versorgung zu sorgen.
Ebenso hätte die Vorinstanz alle zur fehlenden Bindungstoleranz vorgebrachten
Noven – insbesondere die "Vereitelung der begleiteten Besuche bis am
5. November 2017" und "die Behinderung der Besuche im BBT" – auch im Rah-
men der Errichtung einer Beistandschaft, würdigen sollen. Eine Erziehungsbei-
standschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 1 ZGB sei vorliegend zu errichten, damit
die Gesuchstellerin Rat und Tat erhalte, um ihre fehlende Bindungstoleranz abzu-
bauen und um den Kontakt zum Vater zu erleichtern (Urk. 80 Rz 44).
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Wie die vorstehend wiedergegebenen Erwägungen der Vorinstanz zeigen,
hat die Vorinstanz die problematische Haltung der Gesuchstellerin im Zusam-
menhang mit den Besuchen im BBT hinsichtlich der Frage der Notwendigkeit ei-
ner Erziehungsbeistandschaft sehr wohl berücksichtigt und gewürdigt. Allerdings
erachtet die Vorinstanz eine solche Kindesschutzmassnahme nicht als geeignet,
um an der Haltung der Gesuchstellerin etwas zu ändern. Dieser Erwägung setzt
der Gesuchsgegner nichts entgegen. Stattdessen weist er erneut auf die angebli-
che "Vereitelung der begleiteten Besuche" der Gesuchstellerin hin. Diesbezüglich
wurde bereits aufgezeigt, dass hinsichtlich des verzögerten Beginns der begleite-
ten Besuche nicht von einem vereitelnden Verhalten der Gesuchstellerin die Rede
sein kann (vgl. oben E. III/A/4). Auch mit dem vom Gesuchsgegner erneut ins
Feld geführten Verhalten der Gesuchstellerin bei den Besuchen im BBT geht –
wie gesehen (vgl. oben E. III/A/4) – aktuell keine Gefährdung des Kindeswohls
einher. Vielmehr gilt es in diesem Zusammenhang zu berücksichtigen, dass mitt-
lerweile bereits mehrere unbegleitete Besuchstage stattgefunden haben (vgl.
Urk. 110 S. 1; Urk. 111/1 E. 2.3 S. 5). Im Übrigen ist aufgrund der zwischenzeit-
lich angeordneten Vollstreckungsmassnahme (Androhung der Ungehorsamsstra-
fe nach Art. 292 StGB im Widerhandlungsfall, vgl. Urk. 111/1, Dispositiv-Ziffer 1)
davon auszugehen, dass sich die Gesuchstellerin künftig auch ohne einen ent-
sprechenden Rat einer Beistandsperson an die Besuchsrechtsregelung halten
wird. Aus diesem Grund ist die Notwendigkeit der Anordnung der beantragten Er-
ziehungsbeistandschaft zu verneinen. Alles in allen ist damit nicht zu beanstan-
den, dass die Vorinstanz keine Erziehungsbeistandschaft im Sinne von Art. 308
Abs. 1 ZGB errichtete.
3. Zum Anderen beanstandet der Gesuchsgegner, dass die Vorinstanz
seine Bedenken in Bezug auf C._s Ernährung und dessen medizinische Ver-
sorgung auch im Zusammenhang mit der beantragten Beistandschaft im Sinne
von Art. 308 Abs. 2 ZGB als übertrieben erachtete. Er ist der Ansicht, diese Be-
denken seien aufgrund der gesamten Umstände des Falles und wegen des Ver-
haltens der Gesuchstellerin nachvollziehbar und müssten zum Wohl des Kindes
genauer untersucht werden (Urk. 80 Rz 45).
- 32 -
Dass in diesem Zusammenhang vorliegend kein Abklärungsbedarf besteht,
wurde bereits ausgeführt (vgl. oben E. III/A/4). Da wie gesehen keine Hinweise
dafür bestehen, dass C._s Hautprobleme auf ein Fehlverhalten der Gesuch-
stellerin zurückzuführen wären und C._ ausserdem unter regelmässiger ärzt-
licher Kontrolle steht, ist nicht erforderlich, dass ein Beistand die medizinischen
Belange von C._ überwacht bzw. anstelle der Gesuchstellerin die notwendi-
gen Behandlungsmassnahmen anordnet. Daran vermögen auch die Vorbringen
des Gesuchsgegners zum Thema Impfungen nichts zu ändern, zumal gemäss
glaubhafter und auch unbestritten gebliebener Darstellung der Gesuchstellerin die
Impfungen nicht verpasst, sondern auf Empfehlung des Kinderarztes bei C._
erst später vorgenommen wurden (vgl. Urk. 80 Rz 47; Urk. 98 Rz 34; Urk. 103
S. 12 f.). Soweit der Gesuchsgegner darüber hinaus Kritik daran übt, dass die Vo-
rinstanz der Gesuchstellerin mit Dispositiv-Ziffer 4 des Urteils die Weisung erteilte,
dem Gesuchsgegner mitzuteilen, bei wem C._ medizinisch behandelt und wo
er betreut wird, ist darauf hinzuweisen, dass diese Anordnung unangefochten
blieb und daher in Rechtskraft erwuchs (vgl. Urk. 106, Dispositiv-Ziffer 2). Ent-
sprechend erübrigen sich Weiterungen dazu.
4. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass vorliegend zur Wahrung des
Kindeswohls von C._ weder eine Beistandschaft im Sinne von Art. 308
Abs. 1 ZGB noch eine solche im Sinne von Art. 308 Abs. 2 ZGB zur Kontrolle und
Sicherstellung einer angemessenen medizinischen Versorgung von C._ nötig
ist. Umso weniger stellt sich vorliegend – entgegen der Andeutung des Gesuchs-
gegners (vgl. Urk. 80 Rz 48) – die Frage nach der Einschränkung der elterlichen
Sorge der Gesuchstellerin im Bereich der medizinischen Belange C._s. Da-
mit erweist sich die Berufung des Gesuchsgegners auch in diesen Punkten als
unbegründet, womit Dispositiv-Ziffer 3 des angefochtenen Urteils zu bestätigen
ist.
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D. Unterhaltsbeiträge
1. Ausgangslage
1.1 Die Vorinstanz setzte die Unterhaltsbeiträge in zwei Phasen fest, wobei
die Berechnung in der ersten Phase von Januar bis und mit Juni 2017 nach Ös-
terreichischem Recht erfolgte und diejenige in der zweiten Phase ab 1. Juli 2017
nach Schweizer Recht (Urk. 81 E. II/A/3.1-3.2, S. 6 und E. II/H/4 ff., S. 27 ff.).
1.2 Der Gesuchsgegner anerkennt den Kinderunterhaltsbeitrag der ersten
Phase von Fr. 550.– pro Monat (Urk. 80 Rz 56). Zwar ging die Vorinstanz bei die-
ser Berechnung – wie noch zu zeigen sein wird (vgl. nachfolgend E. III/D/3) – von
einem zu tiefen Nettoeinkommen des Gesuchsgegners aus. Da der auf Basis die-
ses Einkommens errechnete Unterhaltsbeitrag jedoch ohnehin die Angemessen-
heitsgrenze nach Österreichischem Recht massiv überschritten hätte (vgl. Urk. 81
E. II/H/4, S. 27), ist die vorinstanzliche Unterhaltsberechnung in der ersten Phase
im Ergebnis nicht zu beanstanden. Mithin bleibt es dabei, dass der Gesuchsgeg-
ner zu verpflichten ist, der Gesuchstellerin für die Zeit vom 1. Januar bis 30. Juni
2017 monatliche Kinderunterhaltsbeiträge von Fr. 550.– zu bezahlen.
1.3 Für den Fall des Eintretens auf die gesuchstellerischen Anträge betref-
fend Ehegattenunterhalt verlangt der Gesuchsgegner die Feststellung, dass kein
Ehegattenunterhalt geschuldet sei (Urk. 80 Rechtsbegehren Ziff. 1.8, S. 3). Damit
wehrt er sich grundsätzlich auch gegen die vorinstanzliche Festsetzung der per-
sönlichen Unterhaltsbeiträge in der ersten Phase. Seine Vorbringen in der Beru-
fungsschrift betreffen aber allesamt – wie er selbst festhält – lediglich die vor-
instanzliche Unterhaltsberechnung der zweiten Phase (vgl. Urk. 80 Rz 54 ff.).
Damit fehlt es hinsichtlich des nach Österreichischem Recht festgesetzten Ehe-
gattenunterhalts in der ersten Phase an konkreten Rügen. Mangels Begründung
ist daher auf den Feststellungsantrag des Gesuchsgegners – soweit dieser den
persönlichen Unterhalt in der ersten Phase betrifft – nicht einzutreten. Im Ergebnis
bleibt es demzufolge auch dabei, dass der Gesuchsgegner zu verpflichten ist, der
Gesuchstellerin für die Zeit vom 1. Januar bis 30. Juni 2017 persönliche Unter-
haltsbeiträge von monatlich Fr. 2'560.– zu bezahlen.
- 34 -
1.4 Hinsichtlich der zweiten Phase beanstandet der Gesuchsgegner zu-
nächst die von der Vorinstanz angewandte Berechnungsmethode. Ferner macht
er geltend, die Vorinstanz habe sein Einkommen zu hoch und seinen Bedarf zu
tief angesetzt und auch auf Seiten der Gesuchstellerin das Einkommen falsch be-
rechnet. Zudem ist der Gesuchgegner mit den von der Vorinstanz im Barbedarf
des Kindes angerechneten Fremdbetreuungskosten nicht einverstanden (vgl. zum
Ganzen Urk. 80 Rz 54 ff. S. 14 ff.).
2. Berechnungsmethode
2.1 Die Vorinstanz berechnete die Unterhaltsbeiträge für C._ und die
Gesuchstellerin in der zweiten Phase nach der zweistufigen Methode. Sie errech-
nete dabei auf Seiten des Gesuchsgegners ein erweitertes Existenzminimum von
Fr. 10'962.– pro Monat (inkl. Steuern) und ein monatliches Einkommen von
Fr. 17'797.– (vor Steuern). Die anrechenbaren Ausgaben im Haushalt der Ge-
suchstellerin (erweitertes Existenzminimum der Gesuchstellerin zusammen mit
C._) bezifferte die Vorinstanz auf Fr. 6'834.– pro Monat, wobei sie den Anteil
von C._ mit Fr. 2'600.– pro Monat auswies. Hinsichtlich des Einkommens der
Gesuchstellerin stellte die Vorinstanz ausgehend von einem 60 %-Pensum auf ei-
nen Betrag von Fr. 5'446.– pro Monat ab, wobei unklar bleibt, ob darin Familien-
zulagen eingerechnet wurden. Gestützt auf diese Zahlen errechnete die Vorin-
stanz einen monatlichen Gesamtüberschuss der Parteien von Fr. 5'447.–, welcher
zu rund 2/3 (d.h. im Betrag von Fr. 3'650.–) der Gesuchstellerin und C._ so-
wie zu rund 1/3 (d.h. im Betrag von Fr. 1'798.–) dem Gesuchsgegner zugewiesen
wurde. Entsprechend ermittelte die Vorinstanz ein Zieleinkommen der Gesuch-
stellerin (zusammen mit C._) von monatlich Fr. 10'483.– (Fr. 6'834.– [anre-
chenbare Ausgaben] + Fr. 3'650.– [Überschussanteil]), womit unter Berücksichti-
gung der Eigenversorgungskapazität der Gesuchstellerin im Umfang von
Fr. 5'446.– ein monatlicher Unterhaltsbeitrag von gerundet Fr. 5'000.– resultierte.
Diesen sprach die Vorinstanz im Betrag von Fr. 2'000.– pro Monat als Kinderun-
terhalt und im Betrag von Fr. 3'000.– pro Monat als Ehegattenunterhalt zu (vgl.
zum Ganzen Urk. 81 E. II/H/9, S. 28 ff.).
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2.2 Der Gesuchsgegner ist der Ansicht, dass vorliegend nicht mit der zwei-
stufigen Methode mit Überschussverteilung gerechnet werden könne, zumal le-
diglich über den Kinderunterhalt, mangels örtlicher Zuständigkeit aber nicht über
die persönlichen Unterhaltsbeiträge zu entscheiden sei. Stattdessen seien die be-
legten effektiven Kosten des Kindes im Verhältnis der Leistungsfähigkeit auf die
Eltern zu verteilen. Entsprechend sei der Barbedarf von C._ zu berechnen.
Von einem Betreuungsunterhalt für C._ sei abzusehen, da dieser einerseits
offenbar teilweise in einer Krippe fremdbetreut werde – was beim Barunterhalt zu
berücksichtigen sei – und beide Parteien netto mehr als Fr. 3'500.– pro Monat
verdienen würden (Urk. 80 Rz 54 und 57).
Weiter bringt der Gesuchsgegner vor, dass auch deshalb nicht zweistufig
gerechnet werden dürfe, da es im gegebenen Fall gar keinen gemeinsam geleb-
ten Standard vor der Trennung gegeben habe. In diesem Zusammenhang habe
die Vorinstanz zu Recht festgehalten, dass der vorliegende Fall atypisch sei, weil
die Parteien nur während weniger Wochen Ende 2016 in einem Haushalt in Eng-
land gelebt hätten und diese Phase zu kurz gewesen sei, um daraus etwas abzu-
leiten. Es sei darauf hinzuweisen, dass die Parteien in England zwar in einem
Haushalt, aber in getrennten Schlafzimmern gelebt hätten. Die zweistufige Be-
rechnungsmethode basiere auf der Annahme, dass es einen gemeinsam gelebten
Standard vor der Trennung gegeben habe, was hier nicht der Fall gewesen sei.
Die zweistufige Berechnungsmethode dürfe deshalb in diesem atypischen Fall
nicht angewandt werden. Weil es keinen gemeinsamen Lebensstandard gegeben
habe, müsse der Gesuchsgegner auch nicht nachweisen, dass aufgrund des –
nicht vorhandenen – gemeinsamen Lebensstandards eine Sparquote bestanden
habe (Urk. 80 Rz 58).
Zuletzt macht der Gesuchsgegner geltend, dass die Ehe der Parteien – trotz
des gemeinsamen Kindes – nicht lebensprägend gewesen sei. Sie habe bis zur
"Trennung als Paar" lediglich rund ein Jahr gedauert, wobei die Parteien in die-
sem Jahr nur wenige Wochen in England zusammen "unter einem Dach" ver-
bracht hätten. Beide Parteien seien im gleichen Masse als internationale Steuer-
experten hochqualifizierte Berufsleute. Sie hätten geplant, dass beide kurz nach
- 36 -
der Geburt von C._ wieder arbeiten und ihre Karriere weiterverfolgen wür-
den. Berücksichtige man die Einkünfte, welche die Gesuchstellerin im Jahr 2016
erzielt habe, werde deutlich, dass sie denn auch keine ehebedingte Nachteile er-
litten habe. Die Gesuchstellerin habe ihr Einkommen erst 2017 und mithin nach
der Trennung reduziert. Auf diese von ihr erst nach der Trennung geschaffenen
Fakten dürfe bei der Frage der Unterhaltsberechnung nicht abgestützt werden
(Urk. 80 Rz 61 f.).
2.3 Die Parteien sind nach wie vor miteinander verheiratet. Sie schulden
einander gemäss Art. 159 Abs. 1 ZGB Treue und Beistand und haben gemeinsam
für den gebührenden Unterhalt der Familie zu sorgen. Dies hat zur Folge, dass –
im Gegensatz zum nachehelichen Unterhalt – der Grundsatz des Anspruchs auf
Teilhabe an der Lebenshaltung massgebend ist, auf die sich die Ehegatten ver-
ständigt haben und die sie tatsächlich gelebt haben. Eine Anknüpfung an die vor-
ehelichen Verhältnisse, wie sie beim nachehelichen Unterhalt bei nicht lebens-
prägenden Ehen erfolgt, ist während bestehender Ehe nicht angezeigt, sondern
steht frühestens nach der Teilrechtskraft des Scheidungspunktes in Frage. Wäh-
rend mit Bezug auf den nachehelichen Unterhalt die Ehedauer von Bedeutung ist,
ist dieses Kriterium für den Unterhalt während bestehender Ehe unbeachtlich, da
die Ehe während des Eheschutzverfahrens eben gerade noch besteht. Es geht in
diesem Sinne nicht um eine nacheheliche Solidarität, sondern um den während
der Ehe von Gesetzes wegen bestehenden Unterhaltsanspruch. Dieser beginnt
aber in vollem Umfang mit der Heirat und entsteht nicht erst allmählich im Laufe
der Ehe (Hausheer/Spycher, Handbuch des Unterhaltsrechts, 2. Aufl. 2010,
Rz 04.04; BGE 119 II 314 E. 4b/aa).
Die Ehe der Parteien dauert – ungeachtet des vorliegenden Eheschutzver-
fahrens – nach wie vor an. Die Gesuchstellerin hat daher grundsätzlich Anspruch
auf Teilhabe an der gemeinsamen Lebenshaltung. Von diesem Grundsatz ist nur
dann abzuweichen, wenn eine gemeinsame Lebenshaltung gar nicht begründet
wurde. Dies ist namentlich dann der Fall, wenn die Ehegatten nie einen gemein-
samen Haushalt und stets getrennte Kassen geführt haben oder der gemeinsame
Haushalt nur sehr kurz geführt wurde. Wenn die Ehegatten nämlich nur vorüber-
- 37 -
gehend, während einigen Wochen oder Monaten zusammengelebt haben, kön-
nen ihre vorehelichen Biographien meistens ungehindert fortgesetzt werden. So
wurden ihre Lebensverhältnisse diesfalls durch die Ehe noch nicht geprägt und
ein gemeinsamer Lebensstandard wurde nie erreicht. Damit fehlt es in solchen
Fällen an der Bemessungsgrundlage für einen gebührenden Unterhalt (Haus-
heer/Spycher, a.a.O., Rz 04.07 mit Hinweis auf ZBJV 2002, S. 70).
Eine solche Ausnahme liegt hier aus den nachfolgenden Erwägungen nicht
vor. Zwar ist unbestritten, dass die Parteien lediglich während weniger Wochen
gemeinsam in einem Haushalt gelebt haben. Allerdings hat die Vorinstanz hin-
sichtlich des zuletzt gelebten Lebensstandards nicht auf diese kurze Phase des
Zusammenlebens in einem gemeinsamen Haushalt abgestellt. Vielmehr erwog
sie, dass die vorherige Phase, in welcher die Parteien noch ein Paar mit zwei
Haushalten gewesen seien, massgebend sei (Urk. 81 E. II/H/6, S. 29). Diese
Phase endete am 28. Oktober 2016, als die Gesuchstellerin mit C._ nach
England abreiste, und dauerte damit rund neun Monate. Während dieser Zeit wa-
ren die Gesuchstellerin und C._ nicht auf finanzielle Unterstützung des Ge-
suchsgegners angewiesen, weil die Gesuchstellerin auch nach ihrem Mutter-
schaftsurlaub – dank Abgeltungsansprüchen aus Überstunden – bis zur Beendi-
gung ihres Arbeitsverhältnisses Ende Oktober 2016 weiterhin über genügende
Einkünfte verfügte (vgl. Urk. 24/2; Urk. 80 Rz 62; Urk. 98 Rz 53). Entsprechend
führten die Parteien in dieser Zeit nicht nur zwei getrennte Haushalte, sondern
grundsätzlich auch getrennte Kassen. Entgegen der Ansicht des Gesuchsgegners
kann aus diesen Umständen allerdings nicht abgeleitet werden, dass es vorlie-
gend keine ehebedingten Nachteile auszugleichen gebe. Ebenso wenig kann sei-
ner Auffassung gefolgt werden, wonach keine lebensprägende Ehe vorliege. Eine
Ehe gilt in der Regel bereits als lebensprägend, wenn aus ihr gemeinsame Kinder
hervorgegangen sind (BGE 135 III 59 E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). Vorliegend
sind die Parteien kurz nach ihrer Heirat Eltern geworden. Der Gesuchstellerin,
welche die Hauptverantwortung für die Kinderbetreuung und -erziehung des heute
dreijährigen Sohnes trägt, kann keineswegs zugemutet werden, weiterhin ein Ein-
kommen in dem Umfang zu erzielen, wie sie es noch vor der Geburt von C._
in einem Vollzeitpensum konnte, weshalb sie ihre voreheliche Biographie nicht
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ungehindert fortsetzen kann. Insofern durfte der Gesuchsgegner nicht davon aus-
gehen, dass die Gesuchstellerin nach der Geburt von C._ weiterhin über sol-
che Einkünfte verfügen würde. Ferner kann es keine Rolle spielen, ob die Partei-
en – wie der Gesuchsgegner vorbringt – während des Zusammenlebens gemein-
sam entschieden haben, dass beide Ehegatten kurz nach der Geburt von
C._ wieder arbeiten und ihre Karriere weiterverfolgen werden. Denn solche
Entscheidungen werden unter der Prämisse des fortdauernden Zusammenlebens
getroffen. Nach der Trennung ist demgegenüber einzig massgebend, ob die Le-
bensverhältnisse der Gesuchstellerin durch die Ehe geprägt wurden, was vorlie-
gend zweifellos zu bejahen ist. Bereits deshalb hat die Gesuchstellerin Anspruch
auf Teilhabe an der Lebenshaltung, auf welche sich die Ehegatten verständigt
und welche sie tatsächlich gelebt haben. Da die Parteien bereits in der ersten
Phase ihrer Ehe trotz getrennter Haushalte und getrennter Kassen eine Lebens-
gemeinschaft begründeten und diese Form der Gemeinschaft immerhin rund
neun Monate lang lebten, wohingegen der gemeinsame Haushalt in England le-
diglich ein paar Wochen anhielt, erscheint es sachgerecht, dass die Vorinstanz
hinsichtlich des zuletzt gelebten Lebensstandards auf die Lebensverhältnisse der
Parteien während der ersten Phase ihrer Ehe abstellte.
2.4 Für die Bemessung der Unterhaltsbeiträge hat der Gesetzgeber keine
bestimmte Berechnungsmethode vorgeschrieben und den Gerichten damit ein
weites Ermessen zugestanden. Leben die Ehegatten in günstigen wirtschaftlichen
Verhältnissen, sind die notwendigen Ausgaben zur Aufrechterhaltung der wäh-
rend der Ehe gepflegten Lebenshaltung zu berücksichtigen, was eine konkrete
Berechnung der Lebenshaltung voraussetzt (sog. einstufig-konkrete Methode; vgl.
BGer 5A_776/2015 vom 4. Februar 2016, E. 3 mit weiteren Hinweisen;
BGer 5A_41/2011 vom 10. August 2011, E. 4.1). Zu zulässigen Ergebnissen kann
nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung auch die zweistufige Methode der
Berechnung des um gewisse Positionen erweiterten betreibungsrechtlichen Exis-
tenzminimums mit Überschussverteilung führen, gemäss welcher der beidseitige
Grundbedarf und das Gesamteinkommen einander gegenübergestellt werden und
der Überschuss anschliessend nach einem bestimmten Schlüssel unter den Ehe-
leuten verteilt wird. Dies ist jedenfalls dann zulässig, wenn der zuletzt gelebte
- 39 -
Standard nicht zuverlässig ermittelt werden kann bzw. feststeht, dass die Ehegat-
ten während des Zusammenlebens das verfügbare Einkommen für den laufenden
Unterhalt verbraucht haben oder der Unterhaltsschuldner nicht nachweist, dass
die Ehegatten tatsächlich Ersparnisse anhäufen konnten, oder aber wenn die
trennungsbedingten Mehrkosten oder neue Bedarfspositionen die bisherige Spar-
quote aufbrauchen. In diesen Fällen kann die Methode des erweiterten Existenz-
minimums mit Überschussverteilung den zuletzt gemeinsam gelebten Standard
bzw. die zufolge ehebedingter Mehrkosten reduzierte Lebenshaltung konkretisie-
ren und daher für die Festsetzung des geschuldeten Unterhaltsbeitrages heran-
gezogen werden (BGE 137 III 102 E. 4.2.1.1; BGer 5A_323/2012 vom 8. August
2012, E. 5.1; BGer 5A_776/2015 vom 4. Februar 2016, E. 4.3). Haben die Ehe-
leute während der Dauer des gemeinsamen Haushalts das verfügbare Einkom-
men hingegen nicht gänzlich ausgegeben, sondern erwiesenermassen teilweise
angespart, und übersteigt die Sparquote auch die trennungsbedingten Mehrkos-
ten, so erweist sich die zweistufige Methode in der Regel als ungeeignet (BGer
5A_267/2014 vom 15. September 2014, E. 5.1).
Stellt sich der unterhaltspflichtige Ehegatte auf den Standpunkt, dass die
Eheleute das laufende Haushaltseinkommen zur Aufrechterhaltung des zuletzt
gemeinsam gelebten Lebensstandards nicht gänzlich verbraucht, also eine Spar-
quote erzielt haben, und hält er diesen Umstand der Unterhaltsforderung des an-
dern Ehegatten entgegen, so trägt er dafür die Behauptungs- und die Beweislast
(Art. 8 ZGB). Dass das Gericht den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen
hat (Art. 272 ZPO), enthebt den Unterhaltsschuldner zwar von der subjektiven
Beweislast oder Beweisführungslast, entbindet ihn aber nicht von seiner Mitwir-
kungspflicht, aufgrund derer er eine allfällige Sparquote zu behaupten, zu bezif-
fern und soweit möglich zu belegen hat (BGE 140 III 485 E. 3.3).
2.5 Vor Vorinstanz machte der Gesuchsgegner geltend, die zweistufige
Berechnung mit Überschussverteilung sei vorliegend "anzuzweifeln". In einem
"normalen Eheschutzverfahren" komme diese zur Anwendung, wenn nicht nach-
gewiesen werden könne, dass eine Sparquote bestehe. Vorliegend hätten beide
Parteien in der Zeit vor der Trennung "gutes Einkommen" und eine Sparquote ge-
- 40 -
habt. Die Gesuchstellerin habe damals über Fr. 10'000.– verdient. Entsprechend
sei eine einstufige Berechnung vorzunehmen, womit die Gesuchstellerin darzule-
gen habe, wieviel sie resp. das Kind effektiv brauche (Prot. I S. 24).
Dem entgegnete die Gesuchstellerin, dass die Gegenseite "bis heute" keine
Bankunterlagen eingereicht habe, aus denen eine Sparquote ersichtlich wäre. Es
sei somit naheliegend, dass zweistufig zu rechnen sei. Da der Gesuchsgegner
keine Sparquote dargelegt habe, sei anzunehmen, dass keine solche bestanden
habe (Prot. I S. 36 f.).
2.6 Im Berufungsverfahren ergänzt der Gesuchsgegner seine Vorbringen
in Bezug auf die behauptete Sparquote dahingehend, als dass er vorbringt, die
Gesuchstellerin habe Ende 2016 erhebliche Ersparnisse von rund Fr. 216'000.–
gehabt (mit Verweis auf Urk. 43/49), wohingegen es Ende 2014 lediglich rund
Fr. 156'000.– gewesen seien (mit Verweis auf Urk. 27/38). Auch er selber habe
bis Ende 2016 über erhebliche Ersparnisse verfügt, welche er "bis dorthin" durch
seine Arbeitstätigkeit erworben und in das Haus in E._ Wells investiert habe
(mit Verweis auf Urk. 29/22). Die zweistufige Berechnungsmethode habe nach
der Rechnung der Vorinstanz einen hohen Überschuss von Fr. 5'447.– ergeben.
Werde der Gesuchstellerin ein entsprechend hoher Überschussanteil zugeteilt,
könne sie mit den zugesprochenen Unterhaltsbeiträgen Vermögen bilden, was
nicht "Sinn von Unterhaltsbeiträgen" sei (Urk. 80 Rz 59 f.).
2.7 Weder mit seinen pauschalen Vorbringen vor Vorinstanz noch mit sei-
nen ergänzenden Ausführungen im Berufungsverfahren hat der Gesuchsgegner
die behauptete Sparquote substantiiert dargelegt, geschweige denn beziffert. Un-
behelflich sind in diesem Zusammenhang auch seine Verweise auf das steuerba-
re Vermögen der Gesuchstellerin und der Vergleich der entsprechenden Vermö-
gensstände Ende 2014 und Ende 2016. So ergibt sich aus den Vermögenszahlen
der Gesuchstellerin nicht, inwiefern die Ersparnisse aus der Differenz zwischen
dem Familieneinkommen und den Lebenshaltungskosten der Familie resultierten.
Ferner haben die Parteien erst am 4. Dezember 2015 geheiratet, weshalb ein
Vermögenszuwachs zwischen den Jahren 2014 und 2016 auch vorehelich ent-
standen sein kann. Zudem ist darauf hinzuweisen, dass einmalige grössere Aus-
- 41 -
gaben nicht ohne Weiteres auf eine regelmässige Ersparnisbildung im Sinne einer
Sparquote schliessen lassen. Diesbezüglich unterliess es der Gesuchsgegner,
konkret aufzuzeigen, in welcher Zeit er welche Geldbeträge für den Hauskauf an-
gespart haben soll. Da darüber hinaus nicht ausgeschlossen ist, dass die dafür
verwendeten Mittel zumindest teilweise durch einen anderen Vermögenszufluss
bereit gestellt wurden, kann auch aus den pauschalen Behauptungen nicht ohne
Weiteres auf eine Sparquote geschlossen werden. Ein regelmässiger monatlicher
Sparbetrag ist damit weder auf Seiten der Gesuchstellerin noch auf Seiten des
Gesuchsgegners glaubhaft gemacht worden. Daran vermag auch der Hinweis auf
den vorinstanzlich resultierenden Überschuss in der Höhe von Fr. 5'447.– nichts
zu ändern, zumal es sich beim Überschuss um eine rein rechnerische Position bei
der zweistufigen Unterhaltsberechnung handelt, welche nicht mit einer Sparquote
gleichzusetzen ist.
Da es dem Gesuchsgegner demzufolge nicht gelungen ist, für die Zeit vor
der Trennung eine Sparquote glaubhaft darzutun, ist nicht zu beanstanden, dass
die Vorinstanz die zweistufige Berechnungsmethode angewandt hat.
2.8 Auch soweit der Gesuchsgegner geltend macht, die effektiven Kosten
C._s seien im Verhältnis der Leistungsfähigkeit der Parteien zu verteilen
(Urk. 80 Rz 57), kann ihm nicht gefolgt werden. In diesem Zusammenhang ist ei-
nerseits darauf hinzuweisen, dass die Leistungsfähigkeit des Gesuchsgegners
diejenige der Gesuchstellerin bei Weitem übersteigt. Andererseits leistet der Ge-
suchsgegner mit seinem gerichtsüblichen Besuchsrecht keinen Betreuungsanteil,
der eine Verteilung von Barunterhaltskosten rechtfertigen würde (vgl. dazu Fam-
Komm Scheidung/Schweighauser, Art. 285 N 51 f.). Entsprechend ist der Barbe-
darf von C._ voll auf den Gesuchsgegner zu verlegen. Dies gilt auch für die
Fremdbetreuungskosten. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass
gemäss neuster bundesgerichtlicher Rechtsprechung dem hauptbetreuenden El-
ternteil – im Sinne einer Richtlinie – erst ab der Einschulung des jüngsten Kindes
eine Erwerbstätigkeit im Umfang von 50 % zuzumuten ist (BGer 5A_384/2018
vom 21. September 2018, E. 4.7; zur amtlichen Publikation bestimmt). Der Um-
stand, dass die Gesuchstellerin trotz des noch jungen Alters des Kindes bereits
- 42 -
heute in einem 60 %-Pensum tätig ist und mit dem dabei erzielten Einkommen
(vgl. dazu unten E. III/D/4) unbestrittenermassen in der Lage ist, ihren (erweiter-
ten) Bedarf (vgl. dazu unten E. III/D/6) selber zu decken, hat zur Folge, dass vor-
liegend kein Betreuungsunterhalt geschuldet ist. Würde die Gesuchstellerin dage-
gen – im Sinne der genannten Richtlinie – bis zur Einschulung C._s auf eine
eigene Erwerbstätigkeit verzichten, würden zwar keine Fremdbetreuungskosten
anfallen. Allerdings wäre der Gesuchsgegner diesfalls zweifellos zur Bezahlung
eines Betreuungsunterhalts zu verpflichten. Ausgehend vom Bedarf der Gesuch-
stellerin und der Leistungsfähigkeit des Gesuchsgegners ist anzunehmen, dass
ein solcher Betreuungsunterhalt um einiges höher ausfallen würde, als die Kos-
ten, welche vorliegend entstehen, da die Gesuchstellerin C._ während ihrer
Erwerbstätigkeit in einer Krippe betreuen lässt (zu den Fremdbetreuungskosten
siehe unten E. III/D/7.3). Unter diesen Umständen kann es nicht angehen, von der
Gesuchstellerin eine Beteiligung an den Fremdbetreuungskosten zu verlangen.
Vielmehr rechtfertigt es sich, dem Gesuchsgegner auch die Fremdbetreuungskos-
ten vollumfänglich aufzuerlegen.
3. Einkommen des Gesuchsgegners
3.1 Hinsichtlich des Einkommens des Gesuchsgegners erwog die Vorin-
stanz, dass sich dieses im Steuerjahr 2015/2016 auf GBP 163'422.– und im
Steuerjahr 2016/2017 auf GBP 172'904.– belaufen habe. Durchschnittlich habe
der Gesuchsgegner damit in den letzten beiden Steuerjahren ein monatliches
Einkommen (vor Steuern) von rund GBP 14'000.– pro Monat erzielt, was bei ei-
nem Umrechnungskurs von GBP 1.– = Fr. 1.27 rund Fr. 18'000.– ergebe (Urk. 81
E. II/H/7, S. 30). Gemäss Arbeitsvertrag habe der Gesuchsgegner in den ersten
drei Jahren seiner Anstellung Anspruch auf vertraglich fixierte Bonuszahlungen,
danach stünden die Bonuszahlungen im Ermessen des Arbeitgebers. Damit sei
das künftige Einkommen des Gesuchsgegners zwar ungewiss. Es sei aber davon
auszugehen, dass es sich in ähnlicher Höhe bewegen werde, da mit zunehmen-
der Erfahrung und zunehmenden Dienstjahren beim selben Arbeitgeber das Ein-
kommen eher steige, als dass es abnehmen würde. Die Position des Gesuchs-
gegners auf dem Arbeitsmarkt erscheine stark genug, um zukünftig beim jetzigen
- 43 -
oder einem anderen Arbeitgeber ein vergleichbares Einkommen zu erzielen. Ent-
sprechend stellte die Vorinstanz in ihrer tabellarisch dargestellten Unterhaltsbe-
rechnung auf den (nicht gerundeten) Betrag von Fr. 17'797.– ab (Urk. 81 E. II/H/9,
S. 34). Die Steuerabzüge berücksichtigte sie nicht beim Einkommen, sondern im
Bedarf des Gesuchsgegners. Dabei stellte sie wiederum auf die Steuerjahre
2015/2016 und 2016/2017 ab und errechnete eine durchschnittliche Steuerlast
von GBP 61'896.– pro Jahr resp. von GBP 5'158.– pro Monat. Zudem berücksich-
tigte die Vorinstanz, dass der Gesuchsgegner gemäss britischem Steuerrecht
aufgrund der zu leistenden Unterhaltsbeiträge einen jährlichen Steuerabzug von
maximal GBP 326.– erhalten werde (Urk. 81 E. II/H/8, S. 32 f.). Insgesamt ging
die Vorinstanz damit von einer monatlichen Steuerbelastung von GBP 5'130.–
([GBP 61'896.– ./. GBP 326.–] geteilt durch 12 Monate) entsprechend Fr. 6'516.–
aus (vgl. 81 E. II/H/9, S. 34).
3.2 Der Gesuchsgegner macht berufungsweise zunächst geltend, die Vor-
instanz habe einerseits mit einem durchschnittlichen monatlichen Einkommen von
rund Fr. 10'548.– nach Abzug der Quellensteuer (mit Verweis auf Urk. 81 S. 27)
und andererseits mit einem solchen von rund Fr. 18'000.– vor Steuern gerechnet
(mit Verweis auf Urk. 81 S. 30 und S. 34). Die Differenz der beiden Beträge be-
trage Fr. 7'452.–; letztlich habe die Vorinstanz jedoch aus nicht nachvollziehbaren
Gründen lediglich Fr. 6'516.– für Steuern eingesetzt. Damit habe sie sowohl das
Einkommen wie auch den Steuerbetrag falsch berechnet. Das durchschnittliche
Einkommen 2015-2017 nach Steuern sei ausgewiesen (mit Verweis auf
Urk. 29/68-72) und betrage umgerechnet Fr. 10'548.– pro Monat. Mit diesem Be-
trag sei für das Jahr 2017 zu rechnen (Urk. 80 Rz 63 f.).
Diese Vorbringen sind unbegründet. Die Vorinstanz hat zur Berechnung des
Einkommens vor Steuern auf die in den Steuerbescheinigungen 2015/2016 und
2016/2017 ausgewiesenen Beträge abgestellt (vgl. Urk. 29/69; Urk. 29/71) und
gestützt darauf ein durchschnittliches monatliches Einkommen (vor Steuern) von
rund GBP 14'000.– berechnet (GBP 163'422.34 + GBP 172'904.48 geteilt durch
24 Monate ergibt GBP 14'013.60), was umgerechnet (mit dem vorinstanzlich an-
gewandten Umrechnungskurs von GBP 1.– = Fr. 1.27) einem Betrag von
- 44 -
Fr. 17'797.– entspricht. Auch die durchschnittliche monatliche Steuerbelastung
hat die Vorinstanz korrekt ermittelt. So ergibt sich unter Berücksichtigung des in
der Steuerbescheinigung 2015/2016 ausgewiesenen Betrages von GBP 65'369.–
und in Abzug des zu viel bezahlten Betrages von GBP 5'825.– für das Steuerjahr
2015/2016 eine Steuerbelastung von GBP 59'544.– (vgl. Urk. 29/69-70). Im Steu-
erjahr 2016/2017 betrug die Steuerbelastung sodann GBP 64'129.–
(GBP 59'565.– [Urk. 29/71] + GBP 4'564.– [Urk. 29/72]). Dies ergibt eine durch-
schnittliche Steuerbelastung von GBP 61'836.50 pro Jahr. Weiter berücksichtigt
hat die Vorinstanz einen Steuerabzug von GBP 326.– pro Jahr, welche britische
Steuerpflichtige für Unterhaltsbeiträge erhalten – was vom Gesuchsgegner nicht
in Abrede gestellt wird. Demgemäss reduziert sich die durchschnittliche Steuerbe-
lastung auf GBP 61'510.50 pro Jahr bzw. auf GBP 5'126.– pro Monat. Dies ergibt
umgerechnet rund Fr. 6'510.– pro Monat. Insofern ist nicht zu beanstanden, dass
die Vorinstanz im Bedarf des Gesuchsgegners monatlich Fr. 6'516.– für Steuern
anrechnete. Unter Berücksichtigung der nicht gerundeten Beträge beträgt das
monatliche Nettoeinkommen nach Steuern demnach Fr. 11'287.– (Fr. 17'797.– ./. Fr. 6'510.–), was im Übrigen auch die Gesuchstellerin im Berufungsverfahren an-
erkennt (vgl. Urk. 98 Rz 42). Soweit der Gesuchsgegner – sowie im Zusammen-
hang mit der Unterhaltsberechnung der 1. Phase auch die Vorinstanz – auf ein
tieferes Nettoeinkommen abstellt (Fr. 10'548.–; vgl. Urk. 80 Rz 63 f.; Urk. 81
E. II/H/3, S. 26 f.), kann ihm nach dem Gesagten nicht gefolgt werden.
3.3 Ferner macht der Gesuchsgegner im Berufungsverfahren geltend, ab
2018 sei nur noch mit dem garantierten Einkommen von GBP 7'079.94, d.h. von
umgerechnet Fr. 8'991.50 zu rechnen (mit Verweis auf Urk. 83/11). Er habe dies-
bezüglich bereits vor Vorinstanz erklärt und belegt, dass ihm als Anreiz zum Stel-
lenwechsel spezielle Einstiegsboni für die ersten drei Geschäftsjahre garantiert
worden seien (mit Verweis auf Urk. 28 Rz 87; Urk. 29/29 Rz 6.4 f.). Aus dem Ar-
beitsvertrag sei weiter ersichtlich, dass er ansonsten dem Bonusprogramm der
Arbeitgeberin unterstehe, welches im Ermessen Letzterer liege und worauf kein
Anspruch bestehe (mit Verweis auf Urk. 29/29 Rz 6.6 f.). Da seine Arbeitgeberin,
H._, bis heute kein allgemein gültiges Bonusreglement erlassen habe, könne
er keine Unterlagen zum im Arbeitsvertrag erwähnten Bonusprogramm einrei-
- 45 -
chen. Die Zahlen von H._ in England seien schlecht; auch das würde die Ar-
beitgeberin jedoch nie schriftlich bestätigen. Die fehlende Aussicht auf Boni sei
der Grund, weshalb der bisherige Vorgesetzte des Gesuchsgegners, I._,
H._ Ende März 2018 verlassen habe. I._ bestätige mit Schreiben vom
17. Mai 2018, dass er – wie auch der Gesuchsgegner – neben dem vertraglich
zugesicherten Einstiegsbonus, dem sog. "golden hello", keinen weiteren Bonus in
diesem Jahr oder in mittlerer Zukunft erhalten werde. Demnach dürfe nicht davon
ausgegangen werden, dass der Gesuchsgegner in Zukunft Boni in der Höhe der
Einstiegsboni erhalten werde. Die letzte Tranche dieses Einstiegsbonus sei "An-
fang 2018 für 2017" bezahlt worden (Urk. 80 Rz 65 ff.).
Die Gesuchstellerin hält demgegenüber mit der Vorinstanz dafür, dass sich
das Einkommen des Gesuchsgegners in Zukunft auf dem durchschnittlichen Ni-
veau der Vorjahre bewegen werde. Insbesondere sei es gerade nicht so, dass der
Gesuchsgegner völlig aus dem Bonusprogramm fallen werde. Vielmehr werde der
Bonus künftig im Ermessen der Arbeitgeberin liegen. Mit grosser Wahrscheinlich-
keit werde es auch inskünftig einen Bonus geben. Auch der Umstand, dass das
Einkommen des Gesuchsgegners im Steuerjahr 2016/2017 gegenüber demjeni-
gen im Steuerjahr 2015/2016 einen nicht unwesentlichen Anstieg erfahren habe,
spreche gegen die behauptete Senkung des Einkommens. Zudem habe der Ge-
suchsgegner in den Jahren 2015/2016 und 2016/2017 zusätzlich zum vertraglich
festgeschriebenen Bonus jeweils einen sog. "discretionary bonus" erhalten. Fer-
ner sei zu berücksichtigen, dass der Gesuchsgegner gemäss eigenen Angaben
im Jahr 2018 nochmals den vertraglich zugesprochenen Bonus erhalten habe.
Entsprechend wäre es falsch, ab 2018 nur noch von einem Nettoeinkommen von
Fr. 8'991.50 nach Abzug der Steuern auszugehen. Da das Gesamtjahresein-
kommen mit allen vom Gesuchsgegner erhaltenen Bonuszahlungen entscheidend
sei, könne – entgegen der Ansicht des Gesuchsgegners – nicht bloss auf eine be-
liebige Monatslohnabrechnung des Jahres 2018 abgestellt werden (Urk. 98
Rz 43 f.).
Im Arbeitsvertrag vom 27. Oktober 2014 resp. 5. November 2014 vorgese-
hen ist neben dem nach Ablauf des ersten und zweiten Jahres der Anstellung
- 46 -
verdienten "Anniversary Bonus" von je GBP 32'500.– pro Jahr ein "one-time rest-
ricted cash award" von GBP 65'000.– sowie ein "discretionary annual perfor-
mance bonus" (vgl. Urk. 29/29 Ziff. 6.4-6.6). Angesprochen auf diese verschiede-
nen Boni gab der Gesuchsgegner im Rahmen der persönlichen Befragung vom
13. November 2017 an, die Barauszahlung über GBP 65'000.– sei eine Beloh-
nung, welche er beim Eintritt in die Firma erhalten habe und welche ihn motivieren
solle, drei Jahre in der Firma zu bleiben. Diese Belohnung sei ihm am Anfang
versprochen worden. Sie werde aber erst nach Ablauf von drei Jahren ausbe-
zahlt. Die beiden "Anniversary Boni" habe er im ersten und im zweiten Jahr erhal-
ten. Im dritten Jahr werde er die Anfangsbelohnung erhalten. Danach bekomme
er nichts mehr. Auch den "Discretionary Bonus" habe er in den Jahren 2015/2016
und 2016/2017 erhalten. Dies sei der normale Bonus, der jährlich ausbezahlt
werden könne und von der erbrachten Leistung abhängig sei. Somit könne dieser
GBP 0.– betragen oder auch relativ hoch ausfallen. Im ersten Jahr sei ihm – so-
weit er sich erinnere – ein "Discretionary Bonus" von GBP 2'000.– und im zweiten
Jahr ein solcher von GBP 8'000.– ausbezahlt worden. Dass dieser Bonus auch in
Zukunft ausbezahlt werde, sei schon möglich. Die Vorgesetzten hätten sich aller-
dings dahingehend geäussert, dass dieses Jahr das Ziel nicht erreicht worden sei,
weshalb es dieses Jahr wahrscheinlich keinen Bonus geben werde (Prot. I S. 32
f.). In seiner im vorinstanzlichen Verfahren eingereichten Zusammenstellung sei-
ner Einkünfte in den Steuerjahren 2015/2016 und 2016/2017 führte der Gesuchs-
gegner im März 2016 eine Auszahlung des "Anniversary bonus" von
GBP 32'500.– und eine Auszahlung des "Discretionary bonus" von GBP 2'500.–
auf. Im März 2017 ist wiederum die Auszahlung des "Anniversary bonus" von
GBP 32'500.– und zusätzlich eine Auszahlung des "Discretionary bonus" von
GBP 8'100.– aufgelistet (Urk. 29/68). Das Arbeitsverhältnis mit der H._ Ltd
begann am 16. Februar 2015 (Urk. 29/29 Ziff. 2.1). Unter Berücksichtigung der
entsprechenden Vertragsklauseln (Urk. 29/29 Ziff. 6.4-6.6) sowie der vorstehend
wiedergegebenen Angaben des Gesuchsgegners im vor-instanzlichen Verfahren
ist zwar glaubhaft, dass der Gesuchsgegner ab dem Jahr 2018 keinen "Anniver-
sary Bonus" von GBP 32'500.– mehr ausbezahlt erhält. Allerdings ist davon aus-
zugehen, dass der Gesuchsgeger im Jahr 2018 – seinem dritten Anstellungsjahr
- 47 -
– stattdessen die Barzahlung über GBP 65'000.– und damit den doppelten Betrag
des "Anniversary Bonus" erhielt. Bereits aus diesem Grund ist ab 2018 keinesfalls
lediglich mit dem in der Lohnabrechnung vom April 2018 ausgewiesene Einkom-
men von GBP 7'079.94 zu rechnen. Vor dem Hintergrund, dass der Gesuchsgeg-
ner für das Jahr 2018 keine weiteren Lohnabrechnungen ins Recht legte, und ihm
in den Jahren 2016 und 2017 jeweils im März zusätzlich zu den Einstiegsboni ein
"Discretionary Bonus" ausbezahlt wurde, ist im Übrigen auch nicht glaubhaft, dass
der Gesuchsgegner ab 2018 gar keinen Bonus mehr erhalten wird. Daran vermag
auch das vom Gesuchsgegner eingereichte Schreiben von I._ nichts zu än-
dern. Zudem bringt die Gesuchstellerin zu Recht vor, dass bereits das Basisbrut-
toeinkommen des Gesuchsgegners im Laufe seiner Anstellung gestiegen ist. So
betrug dieses im Jahr 2015 monatlich GBP 10'833.34, im Jahr 2016 monatlich
GBP 11'083.34 sowie ab 2017 monatlich GBP 12'095.75 (Urk. 29/30; Urk. 29/68;
Urk. 83/11). Zu diesen nicht unwesentlichen Lohnerhöhungen äusserte sich der
Gesuchsgegner in keiner Weise. Unter Berücksichtigung all dieser Umstände ist
nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz auch hinsichtlich des künftigen Ein-
kommens des Gesuchsgegners – trotz gewisser unbestimmter Faktoren – auf die
Durchschnittswerte gemäss Steuerbescheinigungen 2015/2016 und 2016/2017
abstellte. Entgegen der Ansicht des Gesuchsgegners ist damit auch ab 2018 mit
einem monatlichen Nettoeinkommen nach Steuern von Fr. 11'287.– zu rechnen.
4. Einkommen der Gesuchstellerin
4.1 Hinsichtlich des Einkommens der Gesuchstellerin stellte die Vorinstanz
auf die Vorbringen der Gesuchstellerin ab, wonach sie künftig in einem 60 %-
Pensum arbeiten wolle und dabei ein monatliches Nettoeinkommen von
Fr. 5'446.– erzielen werde. Die Vorinstanz erwog, dass dieser Betrag realistisch
erscheine, zumal es nicht ungewöhnlich sei, dass Teilzeitstellen verhältnismässig
schlechter bezahlt seien als Vollzeitstellen (Urk. 81 E. II/H/7, S. 29).
4.2 Der Gesuchsgegner macht hierzu im Wesentlichen geltend, die Vorin-
stanz habe zu Unrecht auf den von der Gesuchstellerin geltend gemachten Be-
trag abgestellt; dieser sei im Übrigen unbelegt geblieben. Belegt sei demgegen-
über, dass die Gesuchstellerin im Jahr 2016 ein Einkommen von Fr. 113'515.–
- 48 -
verdient habe, was einem monatlichen Einkommen von Fr. 11'351.50 entspreche.
Das Einkommen, welches die Gesuchstellerin in einem 60 %-Pensum erzielen
könne, sei auf der Basis des bisher erzielten Einkommens anzurechnen. Zumut-
bar und möglich sei demnach ein Monatseinkommen von rund Fr. 6'811.–
(Urk. 80 Rz 81-83).
4.3 Die Gesuchstellerin ist demgegenüber der Ansicht, die Vorinstanz habe
zu Recht mit einem Einkommen von Fr. 5'446.– gerechnet. Unter Verweis auf die
im Berufungsverfahren eingereichten Lohnabrechnungen der Monate Mai bis Au-
gust 2018 führt sie zudem aus, sie sei heute in einem 60 %-Pensum unbefristet
bei der J._ AG in Zürich angestellt (Urk. 98 Rz 54 f.).
4.4 Aus den Lohnabrechnungen der Monate Mai bis August 2018 geht
hervor, dass die Gesuchstellerin monatlich netto Fr. 5'196.45 verdient (exkl. Fami-
lienzulagen von Fr. 200.–; Urk. 101/13). Da die Gesuchstellerin bereits während
ihrer befristeten Anstellung bei der J._ AG über einen anteilsmässigen
13. Monatslohn verfügte (Urk. 43/52 Ziffer 5.2), ist davon auszugehen, dass ihr
der Betrag von Fr. 5'196.45 dreizehnmal jährlich ausbezahlt wird. Damit verfügt
sie aktuell über ein monatliches Nettoeinkommen von ca. Fr. 5'630.– (exkl. Fami-
lienzulagen von Fr. 200.–). Im Rahmen seiner Stellungnahme zur Berufungsant-
wort stellt auch der Gesuchsgegner auf diesen Betrag ab (vgl. Urk. 103 Rz 53).
Entsprechend erübrigen sich weitere Ausführungen dazu.
5. Bedarf des Gesuchsgegners
5.1 Der Gesuchsgegner ist der Ansicht, die Vorinstanz habe seine Ausga-
ben zu tief angesetzt. Konkret beanstandet er die von der Vorinstanz angerechne-
ten Kosten für das Wohnen, den Arbeitsweg und das Besuchsrecht (vgl. Urk. 80
Rz 70 ff.).
5.2 In Bezug auf die Wohnkosten erwog die Vorinstanz, der vom Gesuchs-
gegner geltend gemachte Betrag sei mitsamt allen Reparaturen und Nebenkosten
beinahe doppelt so hoch wie die Wohnkosten der Gesuchstellerin von Fr. 1'778.–.
Das Haus in E._ Wells sei einiges repräsentativer als die Wohnung der Ge-
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suchstellerin. Eine Einzelperson ohne Kind benötige jedoch eine kleinere Woh-
nung, um denselben Lebensstandard zu haben "wie ein Einelternhaushalt mit ei-
nem Kind". Allerdings sei auch zu berücksichtigen, dass das Preisniveau in Lon-
don rund anderthalbmal so hoch sei wie in Zürich. Es rechtfertige sich daher,
beim Gesuchsgegner für die Wohnkosten denselben Betrag einzusetzen wie bei
der Gesuchstellerin (Urk. 81 E. II/H/8, S. 31).
Der Gesuchsgegner bringt hiergegen vor, es seien ihm die effektiven Wohn-
kosten ungekürzt im Bedarf anzurechnen. Immerhin gehe doch auch die Vorin-
stanz davon aus, dass die Parteien die Anschaffung eines gemeinsamen Hauses
in England zusammen geplant hätten. So lange die Frage der Obhut nicht geklärt
sei, könne ihm auch nicht zugemutet werden, die "als Wohnhaus für die Familie
geplante" Liegenschaft wieder zu verkaufen. Selbst wenn ein Verkauf oder eine
Vermietung des Hauses als zumutbar erachtet würde, wäre ihm dafür eine ange-
messene Übergangsfrist von mindestens einem Jahr nach Rechtskraft des Urteils
einzuräumen, lasse sich ein altes, grosses Haus auf dem Land erfahrungsgemäss
nicht innert kurzer Zeit verkaufen oder vermieten (Urk. 80 Rz 72).
Demgegenüber ist die Gesuchstellerin der Ansicht, die Vorinstanz habe dem
Gesuchsgegner für die Wohnkosten einen angemessenen Betrag angerechnet
(Urk. 98 Rz 48).
Gemäss Ziff. III/1.3 des Kreisschreibens der Verwaltungskommission des
Obergerichts betreffend Richtlinien für die Berechnung des betreibungsrechtlichen
Existenzminimums vom 16. September 2009 (nachfolgend Kreisschreiben) setzen
sich die anrechenbaren Wohnkosten bei selbstbewohntem Wohneigentum aus
den Hypothekarzinsen, den öffentlichen Abgaben und den Unterhaltskosten zu-
sammen. Nicht im Bedarf aufzunehmen sind demgegenüber Amortisationszah-
lungen für Hypothekardarlehen, zumal diese der Schuldenreduktion und somit der
Vermögensbildung dienen (OGer ZH LY170028 vom 15. Januar 2018, E. 2.3.5.2;
OGer ZH LE170049 vom 22. November 2017, E. 6.5; Hausheer/Spycher, a.a.O.,
Rz 02.43 f.). Der Liegenschaftenaufwand hat dem ortsüblichen Mietzins zu ent-
sprechen. Sind die Hypothekarzinsbelastungen dagegen unangemessen hoch, so
sind diese nach Ablauf einer angemessenen Übergangsfrist auf ein Normalmass
- 50 -
herabzusetzen (vgl. Ziff. III/1.3 des Kreisschreibens mit Verweis auf BGE 129 III
526 E. 2; 116 III 15 E. 2 lit. d; 114 II 12 E. 2 und 4).
Zwar bringt der Gesuchsgegner zu Recht vor, dass ihm zumindest während
einer Übergangsfrist die effektiven Wohnkosten anzurechnen wären. Vor Vorin-
stanz bezifferte er die Kosten für die Hypothek des Hauses – bestehend aus Zin-
sen und Amortisationen – auf monatlich rund GBP 1'851.– (Urk. 28 Rz 91), was
ca. Fr. 2'351.– entspricht. Für Unterhalt und Reparaturen – ohne "Council Tax"
und Reinigungskosten (Urk. 28 Rz 94, 95 und 97) – machte er einen Betrag von
gesamthaft GBP 569.– (entsprechend ca. Fr. 723.–) pro Monat geltend (Urk. 28
Rz 93 und 96), für Nebenkosten einen solchen von insgesamt GBP 226.50 (ent-
sprechend ca. Fr. 288.–) pro Monat (Urk. 28 Rz 98-102). Allerdings ist zu berück-
sichtigen, dass die Hypothekarzinsbelastung monatlich lediglich rund GBP 547.–
resp. Fr. 694.– beträgt (GBP 4'920.– für 9 Monate, vgl. Urk. 29/32 S. 2), wohinge-
gen die nicht im Bedarf anrechenbaren Amortisationsraten monatlich rund
GBP 1'317.– resp. Fr. 1'672.– ausmachen (GBP 16'770.– ./. GBP 4'920.–, ent-
sprechend GBP 11'850.– für 9 Monate, vgl. Urk. 29/32). Unter Berücksichtigung
der monatlichen Hypothekarzinsbelastung sowie der vom Gesuchsgegner geltend
gemachten Beträge für Nebenkosten, Unterhalt und Reparaturen resultiert ein ef-
fektiver Liegenschaftenaufwand von rund Fr. 1'705.– (ohne Amortisation). Damit
weichen die (behaupteten) effektiven Wohnkosten – soweit anrechenbar – nicht
massgebend vom Betrag ab, welchen die Vorinstanz dem Gesuchsgegner als
ortsüblichen Mietzins zugestanden hat. Bei dieser Ausgangslage erübrigt es sich,
hinsichtlich der Wohnkosten mit zwei verschiedenen Beträgen resp. in zwei Pha-
sen zu rechnen. Entsprechend bleibt es bei dem von der Vorinstanz angerechne-
ten Betrag von Fr. 1'778.– pro Monat.
5.3 Für den Arbeitsweg berücksichtigte die Vorinstanz mit Verweis auf die
vom Gesuchsgegner eingereichte Kaufquittung seines ÖV-Abonnements einen
Betrag von Fr. 455.– pro Monat (Urk. 81 E. II/H/9, S. 34 mit Verweis auf
Urk. 29/59). Dabei erwog sie, dem Gesuchsgegner seien keine Autokosten anzu-
rechnen, zumal es ihm mit dem für Wohnkosten anrechenbaren Betrag möglich
wäre, so zu wohnen, dass er nicht auf ein Auto angewiesen sei. Nur weil der Ge-
- 51 -
suchsgegner von seinem Arbeitgeber für ein Auto eine Pauschalentschädigung
von GBP 500.– pro Monat erhalte, bedeute dies noch nicht, dass er zwingend da-
rauf angewiesen sei (Urk. 81 E. II/H/8, S. 31).
Der Gesuchsgegner macht berufungsweise geltend, er sei bei seiner aktuel-
len Wohnsituation – welche auf einem gemeinsamen Entscheid der Parteien be-
ruhe – zur Bewältigung seines Arbeitsweges neben dem Zug auch auf ein Auto
angewiesen. Er fahre jeweils mit dem Zug nach London zur Arbeit. Sein Wohnort
liege aber rund drei Kilometer vom Bahnhof "E._ Station" entfernt und es ge-
be keine öffentlichen Verkehrsmittel, mit denen er den Weg vom Haus zum Bahn-
hof bewältigen könne. Auch zur Erledigung von Einkäufen sei er auf ein Auto an-
gewiesen, da sich auch die Einkaufsmöglichkeiten ca. drei Kilometer vom Haus
entfernt befänden (Urk. 80 Rz 73).
Im vorinstanzlichen Verfahren führte der Gesuchsgegner hinsichtlich seiner
Mobilitätskosten aus, er habe aktuell zwei Fahrzeuge. Dies deshalb, weil die Ge-
suchstellerin insistiert habe, dass er für die Familie einen grösseren Wagen kaufe.
Er brauche das Auto für Einkäufe und für den Arbeitsweg resp. den Weg vom
Haus zum Bahnhof (Urk. 28 Rz 110). So fahre er jeweils mit dem Auto zum ca.
2.5 Kilometer entfernten Bahnhof und nehme dort den Zug in die Innenstadt von
London (Urk. 28 Rz 117). Die Gesamtkosten beider Fahrzeuge, samt Steuern und
Benzinkosten, bezifferte er auf rund GBP 296.– (entsprechend ca. Fr. 376.–) pro
Monat (vgl. Urk. 28 Rz 111-116), die Kosten für sein ÖV-Abonnement auf
GBP 365.– pro Monat (Urk. 28 Rz 118).
Im Rahmen der Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums
werden lediglich unumgängliche Berufsauslagen berücksichtigt (Kreisschreiben
Ziff. III/3). Sofern einem Automobil Kompetenzqualität zukommt (zur Ausübung
des Berufs oder für die Fahrten zum Arbeitsplatz), sind dafür – je nach Grösse
des Fahrzeugs und der Entfernung vom Arbeitsort – die festen und veränderli-
chen Kosten von Fr. 100.– bis Fr. 600.– pro Monat zu berechnen. Wird zum Ar-
beitsort ein Fahrzeug benützt, obwohl diesem keine Kompetenzqualität zukommt,
kann hierfür nur der Auslagenersatz wie bei der Benützung der öffentlichen Ver-
kehrsmittel eingesetzt werden (Kreisschreiben Ziff. III/3.4/e).
- 52 -
Gemäss Arbeitsvertrag und Lohnabrechnungen erhält der Gesuchsgegner
von seiner Arbeitgeberin monatlich eine Pauschalentschädigung von GBP 500.–
für Fahrspesen (Urk. 29/29 Ziff. 6.3; Urk. 29/30; Urk. 83/11). Da der Gesuchsgeg-
ner nicht dargelegt hat, dass diesen Fahrspesen im Zusammenhang mit der Be-
rufsausübung effektive Kosten gegenüberstünden, gilt die Pauschalentschädi-
gung als Lohnbestandteil. Entsprechend wurde der Betrag von GBP 500.– bei der
Berechnung des Nettomonatseinkommens des Gesuchsgegners zu Recht nicht in
Abzug gebracht. Bei dieser Ausgangslage gilt es im Bedarf des Gesuchsgegners
die Kosten für die Fahrten zum Arbeitsplatz anzurechnen. Aufgrund der Angaben
des Gesuchsgegners ist glaubhaft, dass er angesichts seines Wohnortes zur Be-
wältigung seines Arbeitsweges sowohl auf ein Fahrzeug als auch auf die öffentli-
chen Verkehrsmittel angewiesen ist. Der Argumentation der Vorinstanz, mit dem
für Wohnkosten anrechenbaren Beitrag wäre es dem Gesuchsgegner möglich so
zu wohnen, dass er nicht auf ein Auto angewiesen sei (Urk. 81 S. 31), ist nicht zu
folgen. Tatsache ist, dass der Gesuchsgegner bis auf Weiteres an seinem heuti-
gen Wohnort wohnhaft ist. Wird bei den Wohnkosten nicht mit zwei Phasen ge-
rechnet (dazu vorne unter III/D/5.2), kann dies auch bei den Fahrtkosten nicht
gemacht werden. Dass der Gesuchsgegner den Weg zum Bahnhof bei jeder Wit-
terung mit dem Fahrrad oder zu Fuss bewältigt, ist – entgegen der Ansicht der
Gesuchstellerin (vgl. Urk. 98 Rz 49) – nicht zumutbar. Da sich bereits die Kosten
für die öffentlichen Verkehrsmittel auf rund Fr. 455.– pro Monat belaufen (vgl.
Urk. 29/59), rechtfertigt es sich, dem Gesuchsgegner für die Fahrten zum Arbeits-
platz den Maximalbetrag gemäss Kreisschreiben von Fr. 600.– pro Monat anzu-
rechnen.
5.4 Die Vorinstanz rechnete dem Gesuchsgegner eine Besuchsrechtspau-
schale von Fr. 800.– pro Monat an. Sie erwog dabei, dass das Besuchsrecht
grundsätzlich auf eigene Kosten des Besuchsberechtigten auszuüben sei. Dies
sei angemessen, solange die Eltern höchstens ein paar Dutzend Kilometer ausei-
nander wohnen und die Kinder den anderen Elternteil zu Hause besuchen wür-
den. Vorliegend fliege der Gesuchsgegner jedoch zweimal pro Monat nach Zü-
rich, um seinen Sohn zu sehen. Ausserdem werde ihm in absehbarer Zukunft ein
Besuchsrecht an beiden Tagen des Wochenendes einzuräumen sein, womit nicht
- 53 -
nur Flug- sondern auch Hotelkosten anfallen würden. In dieser Situation würden
die Kosten ein Ausmass erreichen, das zu ignorieren nicht gerecht wäre. Da sich
die Preise für Flüge und Hotels laufend ändern würden, liessen sich die Kosten
nur abschätzen. Zu berücksichtigen sei dabei, dass der Gesuchsgegner in Zu-
kunft ein wenig günstiger reisen könne, weil er früher und serienmässig buchen
könne. Ermessensweise seien für die Reisen nach Zürich Fr. 800.– pro Monat
anzurechnen (Urk. 81 E. II/H/8, S. 31 f.).
Der Gesuchsgegner macht hierzu im Wesentlichen geltend, mit dem von der
Vorinstanz eingeräumten Besuchsrecht müsse er zweimal pro Monat von London
nach Zürich und zurück reisen sowie während der Dauer des begleiteten Be-
suchsrechts jeweils mindestens einmal, danach sogar mindestens zwei Mal pro
Besuch in Zürich übernachten. Sodann sei er verpflichtet worden, weiterhin die
Kosten des BBT zu übernehmen, welche sich auf Fr. 50.– pro Besuch beliefen.
Die effektiven Besuchskosten würden damit bei den begleiteten Besuchen ge-
samthaft Fr. 1'157.10 (Flugkosten: Fr. 566.85; Flughafentransfers: Fr. 90.25;
2 Hotelübernachtungen in Zürich: Fr. 400.–; Kosten BBT: Fr. 100.–) betragen, bei
unbegleiteten Besuchswochenenden insgesamt Fr. 1'457.10 (Flugkosten:
Fr. 566.85; Flughafentransfers: Fr. 90.25; 4 Hotelübernachtungen in Zürich:
Fr. 800.–). Indem die Vorinstanz dem Gesuchsgegner für die gesamte Dauer nur
Fr. 800.– für Besuchskosten angerechnet habe, habe sie ihr Ermessen überschrit-
ten und willkürlich entschieden. Der tiefere Betrag lasse sich auch nicht mit lau-
fend ändernden Preisen rechtfertigen. Ausserdem handle es sich bereits bei den
vom Gesuchsgegner angeführten Kosten um Durchschnittswerte (Urk. 80 Rz 74-
78).
Dem hält die Gesuchstellerin zusammengefasst entgegen, der vorinstanzlich
angerechnete Betrag von Fr. 800.– sei bereits sehr hoch. Der Gesuchsgegner
gehe davon aus, dass ihm sämtliche geltend gemachten Kosten für das Besuchs-
recht in Zürich zu erstatten seien. Darauf sei die Vorinstanz zu Recht nicht einge-
gangen. Die tieferen Kosten liessen sich neben den von der Vorinstanz erwähn-
ten Umständen auch damit rechtfertigen, dass der Gesuchsgegner berufsbedingt
ein "Vielflieger" sei, sodass er regelmässig Flugmeilen der British Airways einlö-
- 54 -
sen könne. Ferner sei bereits darauf hingewiesen worden, dass der Gesuchsgeg-
ner nicht zwingend in Zürich übernachten müsse, zumal es Flugverbindungen ge-
be, bei denen er morgens hin- und abends wieder zurückfliegen könne. Insofern
seien auch an den unbegleiteten zweitägigen Besuchswochenenden nicht zwin-
gend zwei Nächte in Zürich notwendig. Ausserdem seien die geltend gemachten
Übernachtungskosten von Fr. 800.– überhöht. Es sei dem Gesuchsgegner zu-
mutbar, Übernachtungsmöglichkeiten unter Fr. 200.– pro Nacht in Anspruch zu
nehmen. In Zürich könne man auch für weniger als Fr. 100.– pro Nacht übernach-
ten, beispielsweise in einem Zimmer über "Airbnb". Alles in allem seien die vo-
rinstanzlich angerechneten Fr. 800.– sehr grosszügig bemessen. Dem Gesuchs-
gegner könne nicht die Luxusvariante zugestanden werden. Solche Kosten habe
er selber zu tragen (Urk. 98 Rz 50).
Der Gesuchsgegner bestreitet, dass er aktuell ein "berufsbedingter Vielflie-
ger" sei und regelmässig Flugmeilen der British Airways einlösen könne. Ausser-
dem fliege er oft auch mit Swiss oder Easyjet nach Zürich, da diese Flüge zeitlich
am günstigsten lägen. Er habe deshalb nie genug Meilen, um damit auch nur ei-
nen einzigen Flug zu bezahlen (Urk. 103 Rz 52). Diese Vorbringen sind glaubhaft
und werden von der Gesuchstellerin nicht in Abrede gestellt. Der für Flugkosten
geltend gemachte Betrag von rund Fr. 567.– pro Monat erscheint im Übrigen für
zwei Hin- und Rückflüge der Strecke London-Zürich auch nicht als übersetzt.
Demgegenüber sind die vom Gesuchsgegner geltend gemachten Flughafentrans-
fer-Kosten bei den Besuchsrechtskosten nicht aufzurechnen. Solche Kosten, wel-
che in der Schweiz mit rund Fr. 7.– pro Weg zu veranschlagen sind (ZVV-Billett
für 3 Zonen), bewegen sich im Rahmen dessen, was besuchsberechtigte Eltern
im Regelfall für die Ausübung ihres Besuchsrechts ausgeben. Wie die Vorinstanz
zutreffend festhielt, werden dafür im Kanton Zürich grundsätzlich keine Besuchs-
rechtskosten im Bedarf berücksichtigt. Insofern sind vorliegend lediglich diejeni-
gen Kosten aufzurechnen, welche dem Gesuchsgegner aufgrund der grossen
Entfernung zwischen den Wohnorten der Parteien entstehen. Dazu gehören spä-
testens ab Beginn der unbegleiteten zweitägigen Besuche auch Übernachtungs-
kosten. Dass der Gesuchsgegner immer am Betreuungstag sowohl hin- als auch
zurückfliegen soll, wie es die Gesuchstellerin von ihm verlangen will, ist über län-
- 55 -
gere Zeit nicht zumutbar. Mithin sind die Besuchsrechtskosten ab Beginn der un-
begleiteten Besuchswochenenden so zu bemessen, dass es dem Gesuchsgegner
möglich ist, zumindest einmal pro Monat für zwei Nächte in Zürich zu bleiben. Da-
bei erscheint nicht glaubhaft, dass pro Übernachtung weniger als Fr. 100.– anfal-
len sollen. Zu Recht bringt der Gesuchsgegner in diesem Zusammenhang vor, die
Unterkunft müsse hinsichtlich Infrastruktur und Grösse angemessen sein, sodass
er C._ auch einmal dorthin mitnehmen könnte, wenn das Wetter schlecht sei
(vgl. Urk. 103 Rz 52). Angemessen erscheint die Übernachtung in einem 3-
Sterne-Hotel. Solche sind in gut erreichbarer Distanz zum Wohnort C._s so-
wie zum Flughafen für ca. Fr. 150.– pro Nacht verfügbar (vgl. www.booking.ch,
zuletzt besucht am 21. Dezember 2018). Da mit dem von der Vorinstanz zuge-
standenen Betrag von Fr. 800.– pro Monat neben den Flugkosten von monatlich
Fr. 567.– keine drei Übernachtungen pro Monat finanziert werden können, sind ab
Beginn der begleiteten Besuchswochenenden etwas höhere Besuchsrechtskos-
ten anzurechnen. Nach dem Gesagten erscheint ein Pauschalbetrag von
Fr. 1'000.– pro Monat als angemessen. Demgegenüber erweisen sich die vor-
instanzlich angerechneten Fr. 800.– pro Monat für die Dauer der begleiteten Be-
suche als ausreichend, zumal die Wahrnehmung des bloss fünf- bis sechsstündi-
gen Besuchsrechts nicht zwingend eine Übernachtung in Zürich erfordert und
dem Gesuchsgegner während dieser kurzen Phase einmal pro Monat auch ein
Besuch ohne Übernachtung zugemutet werden kann. Zusammenfassend ist fest-
zuhalten, dass bis Ende August 2018 mit Besuchsrechtskosten von monatlich
Fr. 800.– sowie ab September 2018 mit solchen von Fr. 1'000.– pro Monat zu
rechnen ist.
5.5 Da die übrigen Bedarfspositionen des Gesuchsgegners im Berufungs-
verfahren von keiner Partei beanstandet werden und sich diese überdies als an-
gemessen erweisen, erübrigen sich weitere Ausführungen dazu. Insgesamt ist auf
Seiten des Gesuchsgegners damit – ohne Einrechnung der Steuern, welche be-
reits auf der Einkommensseite berücksichtigt wurden (vgl. oben E. III/D/3) – von
folgendem Bedarf auszugehen:
- 56 -
bis 31.08.2018 ab 01.09.2018 Grundbetrag Fr. 960.- Fr. 960.-
Wohnkosten Fr. 1'778.- Fr. 1'778.-
auswärtige Verpflegung Fr. 240.- Fr. 240.-
Mobilitätskosten Fr. 600.- Fr. 600.-
Berufsverbände Fr. 38.- Fr. 38.-
zusätzliche Gesundheitskosten Fr. 10.- Fr. 10.-
Telefon/Internet Fr. 100.- Fr. 100.-
Radio-/TV-Empfangsgebühr Fr. 16.- Fr. 16.-
Hausrat-/Haftpflichtversicherung Fr. 49.- Fr. 49.-
Besuchsrechtskosten Fr. 800.- Fr. 1'000.-
Total Fr. 4'591.- Fr. 4'791.-
6. Bedarf der Gesuchstellerin
6.1 Die Gesuchstellerin macht unter Einreichung einer eigenen Steuerbe-
rechnung geltend, der vorinstanzlich angerechnete Betrag für die Steuern von
monatlich Fr. 778.– sei zu tief. Anzurechnen seien Fr. 1'046.– (Urk. 98 Rz 56 mit
Verweis auf Urk. 101/18). Der Gesuchsgegner lässt sich zu diesen Ausführungen
nicht vernehmen (vgl. Urk. 103).
Die Steuerbelastung auf Seiten der Gesuchstellerin ist unter Zuhilfenahme
des kantonalen Steuerrechners annähernd zu berechnen. Ausgehend vom aktuel-
len Nettojahreseinkommen der Gesuchstellerin von rund Fr. 69'960.– (inkl.
13. Monatslohn, inkl. Familienzulagen von Fr. 200.– pro Monat, vgl. oben
E. D/III/4) und mutmasslichen Unterhaltsbeiträgen von ca. Fr. 51'400.– (geschätz-
ter Mittelwert) pro Jahr sowie unter Berücksichtigung von geschätzten Steuerab-
zügen von gesamthaft Fr. 33'039.– pro Jahr (Fr. 4'615.– für Berufsauslagen, vgl.
Urk. 58 S. 3; Fr. 5'124.– für Beiträge an die 3. Säule, vgl. Urk. 58 S. 3; Fr. 3'900.–
für Versicherungsprämien, vgl. Urk. 58 S. 3; Fr. 10'100.– für Fremdbetreuungs-
kosten, Maximalbetrag; keine Krankheits- und Unfallkosten wegen der 5 %-
Schranke, Fr. 300.– für gemeinnützige Zuwendungen, vgl. Urk. 58 S. 3 sowie
Kinderabzug von Fr. 9'000.–) beläuft sich das steuerbare Einkommen der Ge-
suchstellerin auf ca. Fr. 88'321.–. Als steuerbares Vermögen ist sodann gestützt
auf die Steuererklärung 2017 ein Betrag von Fr. 130'654.– zu berücksichtigen
- 57 -
(vgl. Urk. 58 S. 4). Setzt man diese Berechnungsgrundlagen in den kantonalen
Steuerrechner ein, so resultiert eine monatliche Steuerbelastung für Staats-, Ge-
meinde- und Bundessteuern von rund Fr. 859.– pro Monat. Statt der vorinstanz-
lich angerechneten Fr. 778.– sind der Gesuchstellerin somit Fr. 859.– pro Monat
im Bedarf zu berücksichtigen.
6.2 Die übrigen Bedarfspositionen, welche die Vorinstanz der Gesuchstel-
lerin anrechnete, wurden im Berufungsverfahren von keiner Partei beanstandet
und erweisen sich im Übrigen auch als angemessen. Bei der Gesuchstellerin ist
damit von folgendem Bedarf auszugehen (vgl. Urk. 81 E. II/H/9, S. 34):
Grundbetrag Fr. 1'350.-
Wohnkosten (abzüglich 1/3-Anteil von C._) Fr. 1'185.-
Krankenkasse (KVG/VVG) Fr. 270.-
zusätzliche Gesundheitskosten Fr. 39.-
auswärtige Verpflegung Fr. 180.-
Mobilitätskosten Fr. 65.-
Berufsverbände Fr. 15.-
Telefon/Internet Fr. 100.-
Radio-/TV-Empfangsgebühr Fr. 38.-
Hausrat-/Haftpflichtversicherung Fr. 49.-
Steuern Fr. 859.-
Total Fr. 4'150.-
7. Barbedarf von C._
7.1 Die Vorinstanz rechnete bei C._ mit einem Barbedarf von rund
Fr. 2'600.–. Dabei ging sie von einem Grundbetrag von Fr. 400.–, einem Wohn-
kostenanteil von Fr. 593.–, Gesundheitskosten von Fr. 33.– sowie Fremdbetreu-
ungskosten von Fr. 1'575.– aus (vgl. Urk. 81 E. II/H/9, S. 34).
7.2. Aufgrund der angewandten Berechnungsmethode ist der Grundbetrag
von Fr. 400.– nicht zu erhöhen (vgl. zu den diesbezüglichen Vorbringen des Ge-
suchsgegners Urk. 80 Rz 90). Der Wohnkostenanteil im Umfang von einem Drittel
der Gesamtwohnkosten der Gesuchstellerin von Fr. 1'778.–, welche die Vorin-
stanz C._ zugewiesen hat, erweist sich als angemessen und wurde im Übri-
- 58 -
gen auch vom Gesuchsgegner anerkannt (vgl. Urk. 80 Rz 96). Wie der Gesuchs-
gegner ferner zu Recht vorbringt (vgl. Urk. 80 Rz 95), gehören auch die Kranken-
kassenprämien zu den direkten Kinderkosten. Diese sind ausgewiesen und be-
tragen monatlich Fr. 87.– für die Grundversicherung sowie Fr. 14.– für die Zusatz-
versicherung (Urk. 43/51). Angesichts der finanziellen Verhältnisse der Parteien
rechtfertigt es sich, im Barbedarf von C._ auch die Kosten der Zusatzversi-
cherung anzurechnen. Insgesamt sind damit Krankenkassenprämien von
Fr. 101.– pro Monat zu berücksichtigen. Belegt sind ferner weitere Gesundheits-
kosten von monatlich Fr. 33.– (Urk. 24/13).
7.3 Hinsichtlich der Fremdbetreuungskosten erwog die Vorinstanz im We-
sentlichen, dass bei einem Arbeitspensum der Gesuchstellerin von 60 % Krippen-
kosten für drei Tage pro Woche anzurechnen seien. Dabei sei mit dem regulären
Tarif zu rechnen. So seien nicht alle Krippenplätze subventioniert. Auch wenn die
Gesuchstellerin vom Einkommen her die Subventionsvoraussetzungen erfülle,
habe sie damit noch keinen subventionierten Krippenplatz (Urk. 81 E. II/H/8,
S. 32).
Der Gesuchsgegner beanstandet, dass die Vorinstanz bei der Anrechnung
des Betrages von Fr. 1'575.– pro Monat auf ein nicht unterzeichnetes und nicht
ausgefülltes Dokument mit dem Titel "Betreuungsvertrag" abgestellt habe (Urk. 80
Rz 92). Sodann hält er den Erwägungen der Vorinstanz entgegen, dass in der
Stadt Zürich wohnhafte Eltern bei Unterschreiten gewisser Einkommens- und
Vermögensverhältnisse Anspruch auf Subventionen hätten. Mit dem in der Steu-
ererklärung 2017 deklarierten Einkommen habe die Gesuchstellerin für das Jahr
2018 mit Sicherheit Anspruch auf erhebliche Subventionen. Die Vorinstanz habe
sich auf willkürliche Annahmen gestützt, anstatt die notwendigen Belege einzuho-
len. Die Gesuchstellerin sei daher zu verpflichten, eine Kopie ihres Antrags um
Subventionen für einen Krippenplatz, den Entscheid der Stadt Zürich betreffend
Subventionen, Rechnungen der Kita und Belege über effektive Zahlungen an die
Kita seit Anfang 2018 einzureichen, damit hinsichtlich der Kinderbetreuungskos-
ten mit den effektiv belegten Zahlungen gerechnet werden könne (Urk. 80
Rz 92 f.).
- 59 -
Dem hält die Gesuchstellerin entgegen, die Betreuung von C._ an drei
Tagen pro Woche koste regulär Fr. 1'575.– pro Monat. In der Steuererklärung
2017 sei lediglich das Einkommen der Gesuchstellerin ab August 2017 deklariert.
Zusätzlich werde die Gesuchstellerin inskünftig Unterhaltsbeiträge von total
Fr. 5'000.– pro Monat erhalten, womit sie kein Anrecht auf einen subventionierten
Kitaplatz habe. Im Übrigen hätte der Gesuchsgegner seine Editionsbegehren be-
reits im vorinstanzlichen Verfahren stellen können und müssen. Mit dem einge-
reichten Betreuungsvertrag – welchen zu unterschreiben der Gesuchsgegner
verweigert habe – habe die Gesuchstellerin die "Kinderkosten" im geltend ge-
machten Umfang dargetan (Urk. 98 Rz 62 f.).
Vorab ist festzuhalten, dass der Gesuchsgegner nicht bestreitet, dass
C._ an drei Tagen pro Woche die Kita besucht. Ebenso wenig stellt er die
Angemessenheit des Fremdbetreuungsumfangs in Frage. Wird die Betreuung des
Kindes – wie vorliegend – bei Drittpersonen eingekauft, so sind solche Fremdbe-
treuungskosten als direkte Kinder- oder Barunterhaltskosten Unterhaltsbestandteil
(FamKomm Scheidung/Aeschlimann/Schweighauser, Allgemeine Bemerkungen
zu Art. 276-293 N 13 und N 30). Mithin gilt es zu klären, mit welchem Betrag vor-
liegend für die Betreuung in der Kita an drei Tagen pro Woche zu rechnen ist.
Dass die Vorinstanz dabei hinsichtlich des regulären Tarifs auf den nicht unter-
zeichneten Betreuungsvertrag (Urk. 47) abstellte, ist an sich nicht zu beanstan-
den. Dieser ist durchaus geeignet, um die regulären (nicht subventionierten) Be-
treuungskosten glaubhaft zu machen. Mithin ist davon auszugehen, dass die re-
gulären (nicht subventionierten) Kosten beim erwähnten Betreuungsumfang
Fr. 1'575.– pro Monat betragen würden.
Gemäss der vorliegend anwendbaren Verordnung über die familienergän-
zende Kinderbetreuung in der Stadt Zürich (VO KB, Stadtratsbeschluss vom
12. März 2008 mit Änderungen bis 12. Juli 2017) beteiligt sich die Stadt Zürich an
den Betreuungskosten in Zürich wohnhafter und im kommunalen Einwohnerregis-
ter eingetragener Kinder mit Beiträgen an die Eltern. Die Höhe dieser Beiträge ist
einkommens- und vermögensabhängig (vgl. Art. 2 Abs. 3 und 4, Art. 7 VO KB).
Dabei wird die finanzielle Situation der Eltern resp. bei getrennt lebenden Eltern
- 60 -
diejenige des Elternteils, bei dem das Kind gemeldet ist, in einen Beitragsfaktor
umgerechnet. Hinsichtlich der Einkommens- und Vermögensverhältnisse wird
grundsätzlich auf die neuste definitive Gemeinde- und Staatssteuerrechnung ab-
gestellt. Eltern, deren Einkommens- und Vermögensverhältnisse in der Zeit von
Trennung oder Scheidung steuerlich noch nicht geregelt sind, haben demgegen-
über aktuelle Einkommens- und Vermögensnachweise einzureichen (vgl. Art. 11
VO KB). Soweit der Gesuchsgegner hinsichtlich des behaupteten Subventionsan-
spruchs der Gesuchstellerin vorbringt, die Gesuchstellerin hätte mit dem in der
Steuererklärung 2017 deklarierten Einkommen für das Jahr 2018 sicherlich Sub-
ventionen erhalten, kann ihm nicht gefolgt werden. So ist die Gesuchstellerin doch
erst seit Dezember 2017 wieder berufstätig (vgl. Urk. 43/52), womit im Rahmen
einer Subventionsanspruchsprüfung mangels Aktualität wohl nicht auf die Steuer-
unterlagen des Jahres 2017 abgestellt worden wäre. Da auch die Vorinstanz da-
von ausging, dass die Gesuchstellerin nicht zwingend Anspruch auf einen sub-
ventionierten Krippenplatz habe, kann es der Gesuchstellerin nicht zum Vorwurf
gemacht werden, dass sie sich bis anhin offenbar nicht um einen solchen Krip-
penplatz bemüht hat. Angesichts der vorinstanzlich zugesprochenen Unterhalts-
beiträge von gesamthaft Fr. 5'000.– pro Monat ist denn auch nicht offensichtlich,
dass ein für das Jahr 2018 gestellter Subventionsantrag der Gesuchstellerin gut-
geheissen worden wäre. Allerdings ist es der Gesuchstellerin zuzumuten, sich
künftig um einen subventionierten Krippenplatz zu bemühen. Der künftige Eltern-
beitrag ist daher unter Zuhilfenahme des Beitragsrechners der Stadt Zürich (ab-
rufbar unter www.stadt-zuerich.ch/beitragsrechner-betreuung) zu schätzen. Aus-
gehend von einem steuerbaren Einkommen von Fr. 88'321.– und einem steuerba-
ren Vermögen von Fr. 130'654.– (vgl. dazu oben E. III/D/6.1) resultiert unter An-
wendung des Beitragsrechners ein monatlicher Elternbeitrag von rund Fr. 1'160.–.
Entsprechend sind im Barbedarf von C._ künftig nur noch Fremdbetreuungs-
kosten von Fr. 1'160.– pro Monat zu berücksichtigen. Die Gesuchstellerin hat sich
umgehend um die Subventionierung zu bemühen. Da sie ihren Betreuungsvertrag
mit der privaten Kinderkrippe der Stiftung G._ dafür aber allenfalls kündigen
muss, sofern dieser durch die Stadt Zürich nicht anerkannt würde, erscheint es
unter Berücksichtigung der Kündigungsmodalitäten (vgl. Urk. 47 S. 3) als ange-
- 61 -
messen, die tieferen Fremdbetreuungskosten von Fr. 1'160.– ab 1. Juni 2019 in
Anrechnung zu bringen.
7.4 Alles in allem ist damit von folgendem Barbedarf C._s auszuge-
hen:
bis 31.05.2019 ab 01.06.2019 Grundbetrag Fr. 400.- Fr. 400.-
Wohnkostenanteil Fr. 593.- Fr. 593.-
Krankenkasse inkl. VVG Fr. 101.- Fr. 101.-
Gesundheitskosten Fr. 33.- Fr. 33.-
Fremdbetreuungskosten Fr. 1'575.- Fr. 1'160.-
Barbedarf ohne Fremdbetreuungskosten Fr. 1'127.- Fr. 1'127.-
Barbedarf mit Fremdbetreuungskosten Fr. 2'702.- Fr. 2'287.-
8. Unterhaltsberechnung
8.1 Grundlagen
Zusammenfassend ergeben sich folgende, für die Unterhaltsberechnung
massgebenden Grundlagen:
Phase 2 Phase 3 Phase 4 01.07.2017 -
31.08.2018 01.09.2018 - 31.05.2019
ab 01.06.2019
Einkommen Gesuchstellerin
Fr. 5'630.00 Fr. 5'630.00 Fr. 5'630.00
Einkommen Gesuchsgegner
Fr. 11'287.00 Fr. 11'287.00 Fr. 11'287.00
Einkommen C._
Fr. 200.00 Fr. 200.00 Fr. 200.00
Total Fr. 17'117.00 Fr. 17'117.00 Fr. 17'117.00
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Bedarf Gesuchstellerin
Fr. 4'150.00 Fr. 4'150.00 Fr. 4'150.00
Bedarf Gesuchsgegner
Fr. 4'591.00 Fr. 4'791.00 Fr. 4'791.00
Bedarf C._
Fr. 2'702.00 Fr. 2'702.00 Fr. 2'287.00
Total Fr. 11'443.00 Fr. 11'643.00 Fr. 11'228.00
Gesamtüberschuss Fr. 5'674.00 Fr. 5'474.00 Fr. 5'889.00
8.2 Überschussverteilung
Der Überschuss in den einzelnen Phasen ist nach richterlichem Ermessen
zu verteilen. Die bislang in der Praxis angewandte 2/3 zu 1/3-Lösung zu Gunsten
des betreuenden Elternteils – wie sie vorliegend auch die Vorinstanz anwandte
(vgl. Urk. 81 E. II/H/9, S. 34) – ist unter Geltung des neuen Kinderunterhaltsrechts
nicht mehr sachgerecht, da der Barbedarf des Kindes separat ausgewiesen wer-
den muss. Der Überschuss ist entsprechend auf beide Elternteile und das Kind in
Prozenten aufzuteilen, wobei es sich rechtfertigt, pro erwachsene Person den
doppelten Prozentsatz eines Kindes einzusetzen (vgl. Leitfaden neues Unterhalts-
recht des Obergerichts des Kantons Zürich, publiziert auf http://www.gerichte-
zh.ch, S. 18 f.). Vorliegend erscheint es angemessen, den Parteien je 40 % und
C._ 20 % des Überschusses zuzuweisen. Entsprechend ergibt sich folgen-
des Bild:
Phase 2 Phase 3 Phase 4 01.07.2017 -
31.08.2018 01.09.2018 - 31.05.2019
ab 01.06.2019
Überschussanteil Gesuchstellerin / Gesuchsgegner
Fr. 2'270.00 Fr. 2'190.00 Fr. 2'356.00
Überschussanteil C._
Fr. 1'135.00 Fr. 1'095.00 Fr. 1'178.00
Da die Gesuchstellerin nach Deckung ihres Bedarfs in allen Phasen über ei-
ne Leistungsfähigkeit von Fr. 1'480.– verfügt (Fr. 5'630.– [Einkommen Gesuch-
stellerin] - Fr. 4'150.– [Bedarf Gesuchstellerin]), sind zur Berechnung der vom Ge-
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suchsgegner zu leistenden Unterhaltsbeiträge die Überschussanteile der Ge-
suchstellerin und des Sohnes um gesamthaft Fr. 1'480.– zu kürzen. Bei der Ge-
suchstellerin ist der Überschussanteil in den einzelnen Phasen jeweils um
Fr. 987.– (2/3 von Fr. 1'480.–) zu kürzen, bei C._ jeweils um Fr. 493.– (1/3
von Fr. 1'480.–). Demgemäss ergeben sich folgende Ansprüche zur Deckung der
Überschussanteile:
Phase 2 Phase 3 Phase 4 01.07.2017 -
31.08.2018 01.09.2018 - 31.05.2019
ab 01.06.2019
Anspruch der  zur Deckung ihres Überschussanteils
Fr. 1'283.00 Fr. 1'203.00 Fr. 1'369.00
Anspruch C._s zur Deckung  
Fr. 642.00 Fr. 602.00 Fr. 685.00
8.3 Barunterhalt C._
Vom ermittelten Barbedarf C._s sind sodann dessen Familienzulagen
abzuziehen, denn diese Leistungen sind ausschliesslich für den Unterhalt des
Kindes bestimmt und werden nach der Rechtsprechung nicht zum Einkommen
des bezugsberechtigten Elternteils hinzugezählt, sondern sind bei der Ermittlung
des durch den Unterhaltsbeitrag zu deckenden Bedarfs des Kindes vorweg in Ab-
zug zu bringen (BGE 137 III 59 E. 4.2.3; 128 III 305 E. 4b). Nach Abzug der Fami-
lienzulagen von Fr. 200.– pro Monat, welche vorliegend von der Gesuchstellerin
bezogen werden (vgl. Urk. 101/13), sowie unter Hinzurechnung des Anspruchs
zur Deckung des Überschussanteils ergeben sich somit folgende Barunterhalts-
beiträge:
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Phase 2 Phase 3 Phase 4 01.07.2017 -
31.08.2018 01.09.2018 - 31.05.2019
ab 01.06.2019
Bedarf Fr. 2'702.00 Fr. 2'702.00 Fr. 2'287.00 + Anspruch zu  des 
Fr. 642.00 Fr. 602.00 Fr. 685.00
./. Familienzulagen Fr. 200.00 Fr. 200.00 Fr. 200.00 Total Fr. 3'144.00 Fr. 3'104.00 Fr. 2'772.00
Wie bereits erwähnt, ist der Barbedarf von C._ vollumfänglich auf den
Gesuchsgegner zu verlegen. Entsprechend ist der Gesuchsgegner zu verpflich-
ten, an den Barunterhalt von C._ monatliche Kinderunterhaltsbeiträge wie
folgt zu bezahlen:
- Fr. 550.– vom 1. Januar 2017 bis 30. Juni 2017 (Phase 1, vgl.
oben E. III/D/1.2);
- Fr. 3'144.– vom 1. Juli 2017 bis und 31. August 2018 (Phase 2);
- Fr. 3'104.– vom 1. September 2018 bis 31. Mai 2019 (Phase 3);
- Fr. 2'772.– ab 1. Juni 2019 für die weitere Dauer des Getrenntle-
bens (Phase 4).
8.4 Persönlicher Unterhalt Gesuchstellerin
Zur Errechnung des persönlichen Unterhaltsanspruchs der Gesuchstellerin
sind vom Einkommen des Gesuchsgegners sein eigener Bedarf unter Hinzuzäh-
lung seines Überschussanteils sowie der an C._ zu leistende Unterhaltsbei-
trag abzuziehen. Was verbleibt, entspricht dem Betrag, auf welchen die Gesuch-
stellerin zur Deckung ihres Überschussanteils Anspruch hat (vgl. oben
E. III/D/8.2), und ist somit als persönlicher Unterhaltsbeitrag zuzusprechen.
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Phase 2 Phase 3 Phase 4 01.07.2017 -
31.08.2018 01.09.2018 - 31.05.2019
ab 01.06.2019
Einkommen Gesuchsgegner
Fr. 11'287.00 Fr. 11'287.00 Fr. 11'287.00
./. Bedarf Gesuchsgegner
Fr. 4'591.00 Fr. 4'791.00 Fr. 4'791.00
./.  Gesuchsgegner
Fr. 2'270.00 Fr. 2'190.00 Fr. 2'356.00
./. Kinderunterhalt Fr. 3'144.00 Fr. 3'104.00 Fr. 2'772.00 persönlicher  gerundet:
Fr. 1'282.00 Fr. 1'202.00 Fr. 1'368.00
9. Zusammenfassung
Insgesamt sind damit folgende monatlichen Unterhaltsbeiträge geschuldet:
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Phase 1 (1. Januar 2017 bis 30. Juni 2017, vgl. oben E. III/D/1.2-1.3):
- Kinderunterhalt C._: Fr. 550.–
- persönlicher Unterhalt Gesuchstellerin: Fr. 2'560.–
- Total: Fr. 3'110.–
Phase 2 (1. Juli 2017 bis und 31. August 2018, vgl. oben E. III/D/8.3-8.4):
- Kinderunterhalt C._: Fr. 3'144.–
- persönlicher Unterhalt Gesuchstellerin: Fr. 1'282.–
- Total: Fr. 4'426.–
Phase 3 (1. September 2018 bis 31. Mai 2019, vgl. oben E. III/D/8.3-8.4):
- Kinderunterhalt C._: Fr. 3'104.–
- persönlicher Unterhalt Gesuchstellerin: Fr. 1'202.–
- Total: Fr. 4'306.–
Phase 4 (ab 1. Juni 2019, vgl. oben E. III/D/8.3-8.4):
- Kinderunterhalt C._: Fr. 2'772.–
- persönlicher Unterhalt Gesuchstellerin: Fr. 1'368.–
- Total: Fr. 4'140.–
E. Prozesskosten des erstinstanzlichen Verfahrens
1. Trifft die Rechtsmittelinstanz einen neuen Entscheid, so entscheidet sie
auch über die Prozesskosten des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 318 Abs. 3
ZPO).
2. Die Vorinstanz setzte die Gerichtskosten unangefochten auf Fr. 4'000.–
fest und bezifferte die weiteren Auslagen auf Fr. 1'800.– (Dolmetscherkosten). Sie
erwog, dass es sich hinsichtlich der streitigen Kinderbelange rechtfertige, die Kos-
ten ungeachtet des Verfahrensausgangs hälftig aufzuerlegen. Vorliegend lasse
sich nur grob schätzen, welcher Teil der Gerichtsgebühr auf die Kinderbelange
und welcher Teil auf Fragen des Ehegattenunterhalts entfiele, wobei nur bei Letz-
terem eine exakte Quantifizierung des Obsiegens und Unterliegens möglich wäre.
Die Gesuchstellerin erhalte für die Zukunft etwas mehr als die Hälfte der geforder-
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ten Unterhaltsbeiträge zugesprochen, jedoch seien keine Unterhaltsbeiträge für
die Zeit vor dem Zusammenleben in England zuzusprechen. Je nachdem, ob die
Parteien in ferner oder naher Zukunft geschieden würden, sei das "ein etwas
mehr oder etwas weniger als hälftiges Obsiegen". Vor diesem Hintergrund seien
die Gerichtskosten in Anwendung von Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO den Parteien je
hälftig aufzuerlegen und keine Parteientschädigungen zuzusprechen (Urk. 81
E. III/A, S. 35).
3. Wie die Vorinstanz zutreffend festhielt, rechtfertigt sich hinsichtlich der
nicht vermögensrechtlichen Kinderbelange unabhängig vom Verfahrensausgang
eine hälftige Kostenauflage (Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO; ZR 84 Nr. 41). Anderes gilt
demgegenüber in Bezug auf den Unterhaltsstreit. Diesbezüglich ist zu berücksich-
tigen, dass die Gesuchstellerin vor Vorinstanz die Zusprechung von monatlichen
Unterhaltsbeiträgen von Fr. 5'862.– für die Zeit vom tt.mm. bis 1. November 2016
(d.h. für rund 9 Monate; entsprechend ca. Fr. 53'000.–), von Fr. 9'229.– für die
Zeit vom 1. November 2016 bis 1. Juli 2017 (d.h. für 8 Monate; entsprechend ca.
Fr. 74'000.–) sowie von Fr. 9'203.– ab 1. Juli 2017 verlangte (vgl. Urk. 26 S. 1).
Bei einer angenommenen Gültigkeitsdauer der vorliegenden Eheschutzmass-
nahmen bis 30. April 2020 forderte die Gesuchstellerin damit gesamthaft rund
Fr. 440'000.– (Fr. 53'000.– + Fr. 74'000.– + Fr. 313'000.– [Fr. 9'203.– x 34 Mona-
te]). Zugesprochen werden insgesamt rund Fr. 165'000.– ([Fr. 3'110.– x 6 Monate]
+ [Fr. 4'426.– x 14 Monate] + [4'306.– x 9 Monate] + [Fr. 4'140.– x 11 Monate];
vgl. oben E. III/D/9). Ausgehend von ihren Anträgen im vorinstanzlichen Verfahren
obsiegt die Gesuchstellerin damit hinsichtlich der Unterhaltsbeiträge lediglich zu
rund 40 %. Aufwandmässig erweist es sich als angemessen, sowohl den Unter-
haltsstreit wie auch die nicht vermögensrechtlichen Kinderbelange mit je 50 % zu
gewichten; die übrigen Belange (Getrenntleben und Wohnung/Mobiliar/Hausrat)
erscheinen von ihrem Aufwand her vernachlässigbar. Gesamthaft betrachtet ist
damit von einem Obsiegen der Gesuchstellerin von rund 45 % auszugehen, wo-
mit sich die vorinstanzliche Kostenverteilung als angemessen erweist. Demge-
mäss sind die erstinstanzlichen Gerichtskosten – bestehend aus Fr. 4'000.– Ent-
scheidgebühr und Fr. 1'800.– Dolmetscherkosten – den Parteien hälftig aufzuer-
- 68 -
legen und sind für das erstinstanzliche Verfahren keine Parteientschädigungen
zuzusprechen.
IV.
1. Die Entscheidgebühr für das Berufungsverfahren ist gestützt auf § 12
Abs. 1 und 2 i.V.m. § 5 Abs. 1 und § 6 Abs. 2 lit. b der Gebührenverordnung des
Obergerichts vom 8. September 2010 (GebV OG) auf Fr. 5'500.– festzusetzen.
2.1 Im Berufungsverfahren umstritten waren die nicht vermögensrechtli-
chen Kinderbelange der Obhut, des Besuchsrechts und der Beistandschaft sowie
die Unterhaltsleistungen des Gesuchsgegners an die Gesuchstellerin und an das
Kind. Aufwandmässig erweist es sich auch im Berufungsverfahren als angemes-
sen, sowohl den Unterhaltsstreit wie auch die nicht vermögensrechtlichen Kinder-
belange mit je 50 % zu gewichten.
2.2 Hinsichtlich der nicht vermögensrechtlichen Kinderbelange sind die
Parteien – wie bereits erwähnt – praxisgemäss je zur Hälfte als obsiegende Partei
zu betrachten (Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO; ZR 84 Nr. 41).
2.3 Mit Bezug auf die Unterhaltsbeiträge beantragte der Gesuchsgegner
mit seiner Berufung anstelle der von der Vorinstanz festgesetzten Unterhaltsbei-
träge (Fr. 3'110.– pro Monat vom 1. Januar bis 30. Juni 2017 sowie Fr. 5'000.–
pro Monat ab 1. Juli 2017; vgl. Urk. 81 Dispositiv-Ziffern 7 und 8, S. 37) die Zu-
sprechung folgender Unterhaltsbeiträge: Fr. 550.– pro Monat vom 1. Januar bis
30. Juni 2017, Fr. 586.– pro Monat zuzüglich 58 % der effektiv bezahlten Fremd-
betreuungskosten vom 1. Juli bis 31. Dezember 2017 und Fr. 434.– pro Monat
zuzüglich 43 % der effektiv bezahlten Fremdbetreuungskosten ab 1. Januar 2018
(Urk. 80 S. 3, Rechtsbegehren 1.7 und 1.8). Zugesprochen werden Unterhaltsbei-
träge von gesamthaft rund Fr. 165'000.– (vgl. oben E. III/E/3). Unter Berücksichti-
gung der effektiv angerechneten Fremdbetreuungskosten von monatlich
Fr. 1'575.– bis 31. Mai 2019 sowie von monatlich Fr. 1'160.– ab 1. Juni 2019 so-
wie unter Annahme einer mutmasslichen Gültigkeitsdauer der vorliegenden Ehe-
schutzmassnahme bis 30. April 2020 ist damit hinsichtlich des Unterhaltsstreites
- 69 -
im Berufungsverfahren von einem Obsiegen des Gesuchsgegners zu rund 1/6
auszugehen.
2.4 Gesamthaft betrachtet, obsiegt der Gesuchsgegner somit im vorliegen-
den Berufungsverfahren zu rund 1/3. Die Kosten des Berufungsverfahrens sind
daher der Gesuchstellerin zu 1/3 und dem Gesuchsgegner zu 2/3 aufzuerlegen.
3. Die volle Parteientschädigung für das Berufungsverfahren ist in An-
wendung von § 5 Abs. 1, § 6 Abs. 1 und Abs. 3, § 11 und § 13 der AnwGebV auf
Fr. 6'600.– anzusetzen. Ausgangsgemäss ist der Gesuchsgegner zu verpflichten,
der Gesuchstellerin eine auf 1/3 reduzierte Parteientschädigung von Fr. 2'200.–
zu bezahlen. Mangels eines entsprechenden Antrags (vgl. Urk. 98 S. 2) ist kein
Mehrwertsteuerzusatz zuzusprechen (vgl. Kreisschreiben der Verwaltungskom-
mission des Obergerichts über die Mehrwertsteuer vom 17. Mai 2006, S. 3).