Decision ID: 11ffaef2-93c1-49c6-9273-92765119b1a4
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1961
geborene
X._
, welche in ihrem Heimatland keine Ausbildung
abgeschlossen hatte
, reiste 1979 in die Schweiz ein und
war vom 1. April 1994 bis am 29. Februar 2004
in Teilzeitarbeit
(50 %)
als Reinigungsmitarbeiterin
angestellt. A
m 25. Mai 2004
(Eingangsdatum) meldete sie sich unter Hinweis auf Beschwerden in der rechten Schulter, bestehend seit
einem Unfall
vom
1. Juni 2001, bei der Sozialver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich
, IV-Stelle, zum Bezug von Leis
tungen der Invalidenversicherung an
(Urk. 6/5
, Urk. 6/9
).
Die IV-Stelle klärte die erwerblichen un
d medizinischen Verhältnisse ab und
veranlasste eine Haushaltabklärung, welche am
3. Juni 2005
bei der Versicher
ten zu Hause vorgen
ommen wurde und eine Einschrän
kung im Aufgabenb
e
reich Haushalt
– bei einer Aufteilung Erwerbsbereich und Haushalt von je 50 % –
von
gegenwärtig
13 %
und von
jeweils
30 % für die Zeitperiode vom 19. November 2002 bis am 12. Mai 2003 sowie vom 4. Mai 2004 bis am 2. September 2004
ergab (Urk. 6/86
).
Die IV-Stelle
zog
sodann
die Akten der
Unfallversicherung bei
, aus welchen sich ergab
, dass die
se
der Versicherten mit Verfügung vom 7. Februar 2008 ab dem 1. November 2007 eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 13 % sowie eine Integritätsentschädigung von Fr. 13‘350.-- bei einer Integritätseinbusse von 12.5 % zugesprochen hat (Urk. 6/84).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 21. Februar 2008 [Urk. 6/91], Einwand vom 6. März 2008 [Urk. 6/95]) wurde der Versicherten mit Verfügung vom 11. September 2008 eine befr
istete Rente der Invalidenversicherung zugesprochen und zwar eine halbe Rente vom 1.
No
-
vember
2003
bis am 31. Dezember 2003 (gestützt auf die vor der
4.
IVG-Revision
in Kraft gewesenen Rechtsnormen
) und eine
Dreiviertelsrente
vom 1. Januar 2004 bis am 28. F
ebruar 2007 bei gleichgebliebenem
Inva
-
liditätsgrad
von 65 % (Urk. 6/100 und Urk. 6/105).
1.2
Am 13. Mai 2014 (Eingangsdatum) meldete sich die
Ve
rsicherte mit einem Abschlussbericht Physiotherapie/Ergotherapie des
Y._
vom 4. März 2014 (Urk. 6/107)
und
unter Hinweis auf
seit September 2013 ver
stärkte
Rückenschmerzen
erneut bei der IV-Stelle zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (Urk. 7/108
).
Diese klärte die erwerblichen und medizinischen Verhältnisse ab und stellte der Versicherten mit Vorbescheid vom 21. Januar 2015 in Aussicht, das Leistungsbegehren abzuweisen (Urk. 6/124). Dagegen erhob die Versicherte am
12. Februar
2015 Einwand (Urk. 6/
125;
Ein
wandbegründung
vom 27. März 2015, Urk. 6/
129). Am 15. Dezember 2015 ver
anlasste die IV-Stelle eine rheumatologische Begutachtung der Versicherten
sowie eine
Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) (Urk. 6/140). Die
Z._
erstattete das Gutachten am 4. April 2016 (Urk. 6/145)
und ergänzte es am 9. Mai 2016 (Urk. 6/147). Die Versicherte nahm am 30. Juni 2016 dazu Stellung (Urk. 6/151). Mit Verfügung vom 12. August 2016 verneinte die IV-Stelle einen Anspruch auf eine Invali
denrente (Urk. 2 [= Urk. 6/157]).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 23. August 2016 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei festzu
stellen, dass
sie
Anspruch auf mindestens eine halbe Rente habe. Es sei eine neue Begutachtung zu veranlassen. Eventuell sei die Sache zur Haushaltabklä
rung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (Urk. 1). Mit Beschwerdeant
wort vom 20. September 2016 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 21. September 2016 angezeigt wurde (Urk. 7).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
1.1.1
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der
Verordnung über die Invalidenversicherung
(
IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 die
ser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analo
ger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1
des Bundesge
setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
vorzu
gehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
Dies gilt auch für Neuanmeldungen nach einer rückwirkend befristet zugespro
chenen Rente (BGE 133 V 263).
1.1.2
Zur Frage des Bedeutungsgehalts des
Art.
87
Abs.
2 und 3 IVV hat das Bundesge
richt in BGE 130 V 64 E. 5.2.5 festgehalten, dass die versicherte Per
son mit dem Revisionsgesuch oder der Neuanmeldung die massgebliche Tatsa
chenänderung glaubhaft machen muss, ihr mithin ausnahmsweise eine Beweisführungslast zukommt. Tritt die Verwaltung auf das erneute Leistungsbe
gehren ein, hat sie demgegenüber gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (Art. 43 ATSG, Art. 57 IVG in Verbindung mit Art. 69 ff. IVV; SVR 2006 IV Nr. 10 S. 39 E. 4.1 [I 457/04]; vgl. auch BGE 117 V 198 E. 3a).
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit o
der Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesge
setzes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversiche
rung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gut
achten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
I
m angefochtenen Entscheid (Urk.
2) erwog die Beschwerdegegnerin
,
die Beschwerdeführerin sei als Teilzeiterwerbstätige mit einer Aufteilung
Erwerbtä
tigkeit und Haushalt von
je 50 % zu qualifizieren. Bei einem Einkommensver
gleich resultiere eine Erwerbseinbusse von Fr. 16‘953.25, was einem Invalidi
tätsgrad von 32.5 % im Erwerbsbereich entspreche. Im Haushaltsbereich bestehe keine Einschränkung, weshalb unter Berücksichtigung der gemischten Methode ein Gesamtinvaliditätsgrad von 16 % resultiere (Urk. 2).
2.2
Demgegenüber brachte d
ie Beschwerdeführerin vor (Urk.
1),
die Anwendung der gemischten Methode sei aufgrund der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte
(EGMR)
nicht mehr anwendbar
, weshalb grundsätzlich von einem von der Beschwerdegegnerin errechneten Invaliditäts
grad von 32.5 % auszugehen sei. Abgesehen davon sei die Beschwerdeführerin ohnehin als Vollerwerbstätige zu qualifizieren, da sie
im Gesundheitsfall
eine volle Arbeitstätigkeit
aufgenommen hätte
. Die Gutachter hätten sodann in ihrer Beurteilung die Schulterbeschwerden sowie die Hüftproblematik der Beschwer
deführerin nicht berücksichtigt. Es sei seit 2008 zu einer schleichenden Ver
schlechterung gekommen, wobei eine leichte Tätigkeit über 50 % (mit Pausen) heute undenkbar sei. Es sei ein maximaler Leidensabzug von 25 % vorzuneh
men, da die Beschwerdeführerin über 55 Jahre
alt und
in der Schweiz immer im selben Betrieb tätig gewesen sei
, da sie
keine Berufsausbildung absolviert und
unvollständige Deutschkenntnisse habe.
3.
3.1
3.1.1
Die
befristete
Rentenzusprache
(
Verfügung
vom 11. September 2008,
Urk. 6/100 und Urk. 6/105) erfolgte gestützt auf die Beurteilung des Regionalen Ärztlichen Dienstes vom
11. Februar 2008 (Urk. 6/89/7 f.)
beziehungsweise
vom 1./
4. April 2008 (
Urk.
6/98).
Deme
ntsprechend dient die
damalige Einschätzung
des RAD
als Vergleichsbasis
für die Beantwortung der Frage,
ob im aktuellen Rentenrevisionsverfahren von einer Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse auszugehen ist.
3.
1.
2
Der
RAD bezog sich in seiner Beurteilung vom 11. Februar 2008
(Urk. 6/89/7
f.
)
auf den Austrittsbericht der
A._
vom 28. Februar 2007 (Urk. 6/74/6-25) sowie auf den Bericht
von Dr. med.
B._
, Fachärztin FMH
für Neurologie, vom 9. November 2007 (Urk. 6/81) und ging von den folgenden Diagnosen aus:
-
Cervikoradikuläres
Reiz- und sensibles Ausfallsyndrom C6 rechts bei
-
mediolate
raler
rechtsseitiger
Discusherni
e
C5/6
-
Myelopathie links
betont auf Höhe C6 ungeklärter Ätiologie
-
k
eine Hinweise auf eine Myelopathie klin
isch und elektrophysiolo
gisch
-
a
namnestisch und klinisch keine Hinweise auf eine entzündliche ZNS Erkrankun
g
-
DD posttraumatisch
-
Sturz auf
rechte Schulter und Knie am 1.
6.2001: Intervall-Läsion mit Unterflächenruptur der
Supraspinatussehne
, partieller Ruptur der
Bizepssehne
, SLAP-Läsion
und
subakromialem
Impingement
-
11.2002 Schulterarthroskopie,
Refixation
SLAP-Läsion,
Dé
bridement
der Läsionen von
Bizepssehne
sowie
Supraspinatusunterfläch
e
,
sub
akromiale
Dekompression
-
4.2004 Schulterarthroskopie,
Bizep
stenotomie
,
Rotatorenmanschetten
re
konstruktion
,
Acromioplastik
,
AC-Resektion bei Low-grade-
lnfekt
, nachfolgend antibiotische Therapie
-
Restbeschwerden der rechten Schulter
-
a
namnestisch Heckauffahrkollisionen (als Beifahrerin) am 26.1
2.
und 27.12.2006 mit zweimalig festgestellter HWS-Distorsion QTF II
-
Ängstlich betonte Anpassungsstörung mit Schonverhalten
-
Thalassämie
-
Hypothyreose, substituiert mit
Eltroxin
-
leichtes
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom
Der RAD hielt sodann fest (Urk. 6/89/8), g
emäss Bericht
der
A._
liege
keine psychische Störung mit Krankheitswert vor. Auch die drei zuletzt genannte
n Diagnosen hätten
keinen Einfluss auf die Ar
beitsfähigkeit. Somit resultiere
die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus den funktionell-somati
schen Leiden.
Für die Tätigke
it als Reinigungsangestellte sei von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit
auszugeben
,
sofern folgende Einschränkungen und Hilfsmittel beachtet bzw.
genutzt wü
rden: verme
hrte Kurzpausen von insgesamt 1
Stunde/Tag, keine länger daue
rnden Tätigkeiten über Kopfhöhe
oder mit häu
figem Kraftaufwand des rechten dominanten Armes, Nutzung eines Dreitrittes und
von
Reinigungs
werkzeugen mit langem Stiel.
Angepasste leichte körperli
che Tätigkeiten
seien der Beschwerdeführerin
mit den
soeben genannten Ein
schränkungen
zu 100
%
zumutbar. Bei dieser Einschätzung
werde von den
Angaben im Bericht der
A._
ausgegangen
. Die Einschränkungen bei der Haushaltsführung sollten im Rahmen der
Aussendienst
abklärung fest
gelegt werden. Die dauerhafte 20%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
in bisheriger Tätigkeit bestehe
nach
dem Abschluss des
Verfahrens
der Unfallversi
cherung
,
mithin
seit
November
2002.
3.1.3
In der Stellungnahme
vom
1.
April 2008 (Urk.
6/98
) hielt der RAD fest, im Ein
wand werde auf eine unfallfremde, degenerative HWS- und LWS
-
Problematik hingewiesen, die unabhängig von der unfallbedingten Schulterproblematik sei.
Klinisch
hätten aber
eindeutig keine assoziierten motorischen Defizite nachge
wiesen werden
können
. Die kernspintomog
raphische Untersuchung der LWS (
Bericht
der
C._
vom 29. Januar 2008) habe
eine breitflächige
Protrusion
L4/5
ergeben
, die im Zusammenhang mit einer bilateralen
Spon
dylarthrose
zu einer deu
tlichen Spinalkanalstenose führe, mit einem etw
as engeren Eingang zum
Recessus
lateralis
links g
egenüber rechts. Eine Hernie sei
nic
ht darstellbar. Ansonsten würden
sich eine regelrechte Nervenwurzeldarstel
lung und ein normal weiter Spinalkanal
zeigen
. Ärztliche Angaben
,
die eine klinische
Verschlechterung der F
unktionalität ausweisen würden
, die letztlich für die A
rbeitsfähigkeit entscheidend sei, lägen nicht vor. Somit könne
auf die objektivierbaren klinischen Untersuchungsbefunde der LWS, die im Bericht de
r
A._
vom 28. Februar 2007 beschrieben worden seien
, Bezug genommen werden.
In den Akten fänden
sich keine Hinweise, dass sich der Gesundheitszustand in einer für das vorliegende Verfahren relevanten Weise verschlechtert haben könnte oder aber neue medizinische Aspekte mit Relevanz auf die Funktionalität und
somit Arbeitsfähigkeit vorlägen
, die zum Zeitpunkt der letzten S
tellungnahme nicht bekannt gewesen seien
. Das in der Stellung
nahme
des
RAD
vom 11. Februar
2008 genannte Leistungsbil
d für angepasste Tätigkeiten sei
unverändert zu 100% zumutbar. Aus
den oben dargelegten Gründen sei
keine Notwendigkeit einer weiteren Begutachtung ersichtlich.
Weiter führte der RAD in der Stellungnahme vom 4.
April 2008 (Urk.
6/
98
) aus, i
m Rahmen der früheren orthopädischen Abklä
r
ungen (
A._
28. Februar
2007) seien die LWS Beschwerden
bereits als leichtes
lumboverteb
rales
Schmerzsyndrom (FBA 10cm,
lumbal keine
Druckdolenz
,
Lasègue
beidseits
negativ) ohne wesentliche zusätzliche Einschränkung der Zumutbarkeit gewür
digt
worden
. Der jetzige alleinige Nachweis von degenerativen Verände
rungen der Lendenwirbelsäule (siehe
MRI
der LWS,
C._
, 29.
Januar
2008) mittels bildgebender Verfahren ohne sichere Hinweise für eine beg
leitende adä
quate Klinik bedinge
für sich allein noch keine Einschränkung von Funktion und Fähigkeiten.
Es werde dennoch empfohlen,
Zwangshaltungen des Rumpfes sowie Vibrationen und Erschütterungen, Heben, Tragen und Transportieren ab mittelschweren Lasten ohne Hilfsmittel, häufiges Klettern und Steigen, feucht
kalte Witterungseinflü
sse zu vermeiden. Es bestehe weiterhin eine
100
%ige
Arbeitsfähigkeit
(in angepasster Tätigkeit)
.
3.
2
3.2.1
Im rheumatologischen Gutachten der
Z._
vom 4. April 2016 wurden die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt (Urk. 6/145/28):
-
Chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom
-
Wirbelsäulenfehlform und Fe
hlhaltung
-
mittelschwere zentrale Spinalkanalstenose Niveau L4/5 bei
mediolatera
ler
Diskushernie L4/5, Facettengelenkarthrose und Liga
mentum
flavum
Hypertrophie mit vor allem
rezessaler
Einengung links, Facettengelenkarthrose auch auf Niveau L3/4 und L5/S1 durch
Diskusprotrusion
und
Anulus
fibrosus
Riss (MRI
Lendenwirbelsäule [
LWS
]
2.10.2013)
-
intermittierende
lumboradikuläre
Reizung L5 links, elektrophysiolo
gisch im Kennmuskel L5 links ohne Anzeichen eines akut- oder chro
nisch-neurogenen Schadens (elektrodiagnostische Untersuc
hung vom 18.
2.2014)
-
Hüftabduktoren-
Tendinopathie
sowie
lliopsoas-Tendinopathie
Hüfte links
-
CAM-Deformität
-
mässiggradige
Ansatztendin
opathie
der Hüftabduktoren
bds
.
-
beginnende
Coxarthrose
bds
.
-
Chronisches
cervicospondylogenes
Schmerzsyndrom
-
mediolaterale
rechtsseitige Diskushernie Niveau C3/4,
Diskusprotru
sion
C5/6 (MRI
Halswirbelsäule [
HWS
]
25.
5.2005)
-
pseudoradikul
äre
Schmerzausstrahlungen in die rechte obere Extremi
tät
-
muskuläre
Dysbalance
mit
Myogelosen
der Schultergürtel- und
Nackenmuskulatur
-
Chronisc
he
Periarthropathia
humeroscapul
aris
Typ
tendinotica
Schulter rechts
-
Status nach Sturztrauma vom
1.6.2001 auf die rechte Schulter
-
Status nach diagnostischer Arthroskopie,
transarthroskopischer
Re-Fixa
tion einer SLAP-Läsion,
Debridement
der Läsion der
Bicepssehne
sowie der
Supraspinatus
Unterflächenläsion,
subacromiale
Dekom
pression Schulter rechts (15.11.2002)
-
Status nach Schulter-Arthroskopie,
Bizepstenotomie
,
Rotatorenman
schetten
-
Rekonstruktion
,
Acromio
plastik
, ACG-Resektion und Ent
na
hme von Biopsie
n Schultergelenk rechts vom 30.
4.2004
-
in den intraoperativen Gewebeproben Nachweis positiv anaerober Kok
ken und Durchführung einer Antibiose für mehrere Wochen post
operativ
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden aufgeführt (Urk. 6/145/29):
-
Status nach Teil-
Thyreoidektomie
ca.
2012
-
Eisenmangelanämie
-
Symptomatische
Extrasystolie
-
Thalassämie
-
Status nach Hysterektomie 2013 bei ovariellen Zysten
Die Gutachter führten sodann aus
(Urk. 6/145/29 f.
)
,
b
ei
der
54-jährigen
Beschwerdeführerin bestehe
eine langjährige und chronische
muskuloskelettale
Schmerzsymptomatik akzentuiert zum einen im Bereich der lumbalen Wirbel
säule bei bekannten degenerativen LWS-Verän
derungen und multisegmentaler
Di
skopathie
mit zentraler mittelschwerer Spinalkanalstenose L
4/5 und Facetten
gelenkarthrosen;
diese
Schmerzsymptomatik bestehe
seit
circa 200
7.
Ferner bestehe ein chronisches
cervicospon
dylogenes
Schmerzsyndrom bei vorbeste
hender
cervicaler
Diskushernie
C3/4 und C5/6 mit
pseudoradikul
ären
Schmerz
ausstrahlungen in die rechte obere Extremität sowie mit
Myogelosen
der Schultergürtel- und Nackenmuskulatur, akzentuiert im Bereich der
Musculi
tra
pezii
beidseits. Im Bereich d
er grossen Körpergelenke bestehe
zum einen eine
periarthropatische
Schmerzsymptomatik im Bereich des rechten Schultergelen
kes bei Status nach zweimaliger
Rotatorenmanschetten
-
Rekonstruktion, erstma
lig aufgetreten
nach einem Sturzereignis vom
1.
Juni
200
1.
Die Schult
ergelenk
beweglichkeit rechts sei
bei aktiver Elevation und Abduktion schmerzbedingt eingeschränkt mit chronischen belastungsabhängigen Beschwerden im Sinne einer
Periarthropathia
humeroscapularis
Typ
tendinotica
. Es best
ünden
myofas
ziale
Schmerzaus
strahlungen und Kribbelparästhesien bis in die Finger
Dig
.
l und II der rechten Hand
.
Fe
rner bestehe
eine chronische Beckenschmerzsymp
tomatik mit Leistenschmerzen links
aufgrund der radiologisch nach
gewiesenen beginnenden
Coxarthrose
beidseits sowie der
CAM-Deformität und
Ansatz
tend
inopathie
der Beckengürtelmuskulatur links. Die Wegstrecke
sei schmerzbe
dingt redu
ziert, das Treppensteigen erschwert. In den vorgängigen ne
urologi
schen Abklärungen hätten
bezüglich der
cervicalen
und lumbalen
Diskopathie
keine definierten neurologischen Ausfallerscheinungen verifiziert werden
kön
nen
.
Klinisch bestünden
im Bereich der LWS Einschränkungen ins
besondere bei Flexion und Dorsal
extension unter Schmerzangab
e. Die Beweglichkeit der HWS sei
nicht signifikant eingeschränkt. Die
Schulterbeweglichkeit rechts sei
über der Horizontalen schmerzhaft eingeschränkt. Die
Hüftgelenkflexion links sei
passiv ab 90° zunehmend schmerzbedingt eingeschränkt. Die
neurologische Untersu
chung zeige
sich aktuell unauffällig.
In den
–
aktuell im Rahmen der Be
gut
achtung
durch
geführten – Röntgenaufnahmen zeige
sich die beginnende
Coxarthrose
beidseits,
weiter zeigten sich
im Bereich der Lendenwirbelsäule eine
thorakolumbale
diffuse idiopathische
skelettale
Hyperostose
(DISH) sowie leichtgradige multisegmentale degenerative LWS-Veränderungen. Bezü
glich der
rechten Schulter zeige
sich eine gute Zentrierung des
Humeruskopfes
im
Glenoid
, ohne Kalzifikationen und mit unauffälligem
Subacromialraum
.
Die Gutachter führten des Weiteren aus (Urk. 6/145/27 f.), infolge mä
ssiger Selbstl
imitierung und Inkonsistenz seien
die Resultate der physischen Leis
tungstests für die Beurteilung der zumutbaren Belastbarkeit nur teilweise ver
wertbar.
Es sei
dav
on auszugeben, dass bei gutem
Ef
fort
eine bessere Leistung erbracht werden könnte als bei de
n Leistungstests gezeigt worden sei. Bei den Hebetests habe
sich die
Beschwerdeführerin
im
merhin bis zur Belastungsstufe „
schwer
“ belastet
. Das Ausmass der demonstrierten
physischen Einschränkun
gen lasse
sich mit den objektivierbaren pathologischen Befunden aus somati
scher Sicht nur zum Teil erklären. Die Beu
rteilung der Zumutbarkeit stütze
sich deshalb auf medizinisch-theoretische Überlegungen unter Berücksichtigung der Beobachtungen bei den Leistungstests. Eine weitergehende Einsc
hränkung der Belastbarkeit lasse
sich medizinisch-theoretisch nicht begründen. Aufgrund der Beoba
chtungen bei der EFL-Testung sei
der
Beschwerdeführerin
die berufliche Tätigkeit als Büroreinigungskraft nicht zumutbar, da insbesondere fol
gende Anforderungen zu hoch seien
: längeres vorgeneigtes Stehen (Staubsaugen, Abstauben usw.), Heben und Tragen von Wassereimern von etwas über 10
kg.
Dagegen sei
der
Beschwerdeführerin
eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit ganztags mit zusätzlichen Pausen von insgesamt zwei Stunden pro Tag zumut
bar. Die vermehrten Pausen
dienten der
Beschwerdereduktion bei der vorliegen
den
höhergradigen
lumba
len Spinalkanalstenose
.
Die Gutachter gelangten zum Schluss (Urk. 6/145/30), a
ufgrund der objektivier
baren klinischen Befunde sowie der durchgeführten radiologischen Diagnostik und der Ergebnisse der EFL (Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit) sowie aus medizinisch-theoretischen Aspekten
sei
die letzte berufliche Tätigkeit
als Teil
zeitmitarbeiterin in der Büro-Reinigung als nicht zumutbar
zu betrach
ten.
Limitierend
seien
insbesondere die zu hohen Anforderungen im Bereich des vorgeneigten Stehens und des Hebens und Tragens von Gewichten
.
In de
r aktu
ell durchgeführten EFL sei
eine Selbstlimitierungstendenz der
Beschwerdeführe
rin
vorhanden. Eine le
ichte, wechselbelastende
Tätigkeit ohne Ü
berkopfarbeiten rechts
sei
in einem Pensum von 75% zumutbar. Die 25%
ige Einschränkung sei
durch die Notwendigkeit von ver
mehrten Pausen aufgrund der v
orliegenden
höhergradigen
lumbalen Spinal
kanalstenose bedingt.
3.2.2
In der Ergänzung vom 9. Mai 2016
(Urk. 6/147)
hielten die Gutachter fest, die retrospektive Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei grundsätzlich schwierig. Da die Beschwerdeführerin eine Verschlechterung ab September 2013 geltend gemacht habe, gelte die festgelegte Arbeitsfähigkeit in der bis
herigen sowie in
einer angepassten Tätigkeit
ab September 2013
, mit Ausnahme eines stationä
ren Aufenthalts in der Rheumaklinik des
Y._
vom 17. Februar bis 5. März 2014.
4.
4.1
Das
rheumatologische
Gutachten
der
Z._
vom 4. April 2016 (Urk. 6/145) inklusive Ergänzung vom 9. Mai 2016 (Urk. 6/147)
vermag die an eine beweiskräftige ärztliche Expertise gestellten Anforderungen vollumfänglich zu erfüll
en (E.
1.5). So tätigte
n die Gutachter
sorgfältige, umfassende Ab
klä
run
gen, berücksichtigte
n
die geklagten Beschwerden und begründete
n
ihre Ein
schätzung in nachvollziehbarer Weise sowie in Auseinandersetzung mit den vorgelegten
Vorakten
. Sie legte
n
die medizinischen Zusammenhänge und die medizinische Situation einleuchtend dar und begründete
n ihre Schlussfolgerun
gen nachvollziehbar. Das Gutachten erweist sich somit
als be
weistauglich.
Der Umstand, dass das Gutachten ergänzt werden musste (Urk. 1 S. 5), ändert nichts an s
einer Verwertbarkeit, zumal
mit der
Ergänzung
bloss darzutun war,
ab wann die neue Einschätzung der Arbeitsfähigkeit gelte
und welchen Verlauf sie genommen habe
.
4.2
Entgegen dem Vorbringen der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 4) berücksichtig
t
en
die Gutachter
die
Schulterbeschwerden
und
die
Hüftproblematik bei der Beur
teilung der Arbeitsfähigkeit
(E. 3.1)
.
Der Umstand, dass die
Gutachter
eine glo
bale Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit
vor
nahmen, darf nicht zur Annahme ver
leiten, sie hätten nicht sämtliche gesundheitlichen Beeinträchtigungen berück
sichtigt
, denn es können mehrere
somatische
Beeinträchtigungen (jeweils ein
zeln oder auch kumulativ)
dazu führen, dass bloss noch
leichte wechselbelas
tende Tätigkeit
en
zumutbar
sind
.
Das Unterlassen von
Überkopfarbeiten
(rechts)
kann denn auch aus verschiedenen Gründen gerechtfertigt sein, vorliegend beispielsweise aufgrund der
rechtsbetonten
c
ervikalen
Schmerzen
und
/oder
der
Schulterbeschwerden
rechts
.
4.
3
Es sind sodann
keine
Gründe ersichtlich, weshalb die gutachterliche Beurteilung unzutreffend sein sollte.
D
er Hin
weis der Beschwerdeführerin auf
Ziff. 1.6 des Berichts des
Y._
(
Y._
)
, Klinik für Rheumatologie, vom 22. Juli 2014 und die darin geäusserte Einschätzung zur Arbeitsfähigkeit (Urk. 1 S. 5 f.)
erweist sich jeden
falls als unbehelflich
.
Im besagten Bericht wurde festgehalten, die Beschwerde
führerin sei sicher zu 100 %
arbeitsunfähig für körperlich belastende oder kör
perlich einseitige Arbeiten. Eine leichte Arbeit mit wechselnder Tätigkeit sei ebenfalls schwierig. Diesbezüglich sei die Beschwerdeführerin aktuell nicht beurteilt worden, dies müsse im Verlauf nochmals evaluiert werden. Eine Arbeit für leichte Tätigkeiten über 50 % sei derzeit sicherlich auch unrealistisch (Urk. 6/117/3). An anderer Stelle im Bericht (Ziff. 1.7
und Ziff. 1.11
) wurde aus
geführt, aktuell sei nicht be
urteilbar, in welchem Umfang und
seit wann eine behinderungsangepasste Tätigkeit mit welchem Belastungsprofil möglich sei
. Hinsichtlich einer genauen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit werde das Durchführen einer EFL empfohlen
(Urk. 6/117/3).
Die Ärzte des
Y._
äusserten sich also nicht
klar und auch nicht
abschliessend zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit.
Die von
den Ärzten des
Y._
empfohlene EFL wurde von den Gutachtern schliesslich durchgeführt und ergab eine mä
ssige Selbstl
imitierung und Inkon
sistenz, weshalb
die Resultate der physischen Leistungstests für die Beurteilung der zumutbaren Belastbarkeit nur teilweise verwertbar
war
en
(E. 3.2.1)
.
Wenn die Beschwerdeführerin vorbringt, eine Selbstlimitierungstendenz
könne ihr nicht vorgeworfen werden
(Urk. 1 S. 5), so ist ihr entgegenzuhalten, dass bereits im Erstanmeldungsverfahren
eine solche
festgestellt
werden konnte
. Im Aus
trittsbericht der
A._
vom 28. Februar 2007
wurde festgehalten
, bei der
Beschwerdeführerin,
welche zwar regelmässig an den Th
erapien teilge
nommen habe,
sich
aber
nur auf sehr tiefem Niveau
habe
belasten lassen
, habe weder eine subjektive noch eine objektive Verbesserung erzielt werden können. Sie habe sich ausserstande gezeigt, an funktionellen
Limiten
zu trainieren und sei nicht bereit gewesen, ein gewisses unvermeidliches Mass an Schmerzen zu tolerieren. In den Belastungstests habe sie keine Kooperation gezeigt und sie sei nicht bereit gewesen, auch nur geringe Lasten zu hantieren. Bei der klinischen Untersuchung sei ein übertriebenes Schmerzverhalten ersichtlich geworden und eine starre Körperhaltung (Urk. 6/74/8).
4.4
Des Weiteren widerspricht sich die Beschwerdeführerin selbst, wenn sie vor
bringt, die gesundheitliche Verschlechterung sei nicht erst ab September 2013 eingetreten, sondern habe sich seit 2008 schleichend eingestellt (Urk. 1 S. 5), denn in ihrer Neuanmeldung vom
13.
Mai 2014
machte sie
aufgrund der Rückenproblematik
eine
(revisionsrelevante)
Verschlechterung ab
September 2013
geltend
(Urk.
7/108).
Ein
leichtes
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom
bestand bereits seit längerer Zeit (vgl. E. 3.1.3).
G
egenüber d
en Ärzten des
Y._
schilderte
die Beschwerdeführerin
im Jahr 2014
dann auch
, sie leide seit einigen Jahren unter lumbalen Rückenschmerzen
,
welche sie immer wieder mittels Physiotherapie und Gehtraining im Griff gehabt habe.
Sie gab aber auch an, es sei (erst) i
m Herbst 2013 zu einer zunehmenden
Schmerzexazerbation
der lum
balen Schmerzen mit Ausstrahlung der Schmerzen ins linke Bein gekommen (Urk. 6/117/2).
4.5
Nach dem Ges
agten ist festzuhalten, dass der
Beschwerdeführer
in
gemäss der gutachterlichen Einschätzung mit dem im Sozialversicherungsrecht massgeben
den Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit eine
le
ichte,
wechselbe
lastende
Tätigkeit ohne Ü
berkopfarbeiten rechts in einem Pensum von 75% zumutbar
ist
. Die 25%
ige Einschränkung ist
durch die Notwendigkeit von ver
mehrten Pausen aufgrund der v
orliegenden
höhergradigen
lumbalen Spinal
ka
nalstenose bedingt.
Damit ist eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes ausgewiesen.
Ob
diese Verschlechterung
genügt
,
um eine
anspruchsbegrün
dende Invalidität
zu bejahen (E. 1.1),
ist mittels Einkommensvergleichs unter
Berücksichtigung des Belastungs
profils zu prüfen.
Weiterführende medizinische Abklärungen, insbesondere die Einholung eines neuen Gutachtens, sind
demge
genüber
nicht notwendig.
5.
5.1
Grundsätzlich
ist
zunächst zu prüfen, ob die gemischte Methode
zur Anwen
dung gelangt
, da die Beschwerdeführerin im Erstanmeldungsverfahren als Teil
erwerbstätige (50 % Erwerbstätigkeit/50 % H
aushalt) qualifiziert worden war
. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin wurde die gemischte Methode zur Bemessung des Invaliditätsgrades
mit Urteil der zweiten Kammer des Europäi
schen Gerichtshofs f
ür Menschenrechte (EGMR) vom 2.
Februar 2016 (7186/09) nicht grundsätzlich in Frage gestellt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_28/2016 vom 2
5.
April 2016 E. 5.1 f.), sondern bloss im Zusammenhang mit der Renten
aufhebung bei einer Versicherten, bei welcher davon ausgegangen wurde, sie würde ohne gesundheitliche Einschränkungen nach der Geburt ihrer Kinder nur noch teilzeitlich erwerbstätig sein.
Bei der Beschwerdeführ
erin sind
hingegen
keine Gründe ersichtlich
, weshalb sie heute
– anders als im Erstanmeldungs
verfahren –
als Voll
zeit
erwerbstätige
zu qualifizieren wäre
. Die Beschwerde
führerin gab zwar an, im Gesundheitsfall
hätte
sie
ihr Arbeitspensum
kurz nach Abschluss der obligatorischen Schulbildung des jüngsten Kindes, welches
im Jahr 2004 15 Jahre alt war
(insgesamt drei Kinder, vgl. Urk. 6/6/4-5),
auf 100 %
aufstocken wollen
(Urk. 1 S. 3 f.).
Im Neuanmeldungsverfahren
konnte
sie
aller
dings
keine Suchbemühungen für eine Vollzeitstelle
(
im Übrigen
auch für keine Teilzeitstelle)
vorlegen, obwohl
sie gemäss unangefochten gebliebener Verfü
gung vom 11. September 2008 bereits ab
Februar
/März
2007
in einer
a
nge
passte
n
leichte
n
körperliche
n
Tätigkeit
zu 100 %
arbeitsfähig
war
(vgl. dazu auch Urteil des Bundesgerichts 8C_157/2017 vom 6. November 2017 E. 2 und 3)
.
5.2
5.2.1
Doch selbst wenn die Beschwerdeführerin als Vollzeiterwerbstätige qualifiziert würde, ergäbe sich kein rentenbegründender Invali
ditätsgrad, was der nachfol
g
ende Einkommensvergleich ergibt. Damit ist auch keine weitere Haushaltab
klärung zu veranlassen (Urk. 1 S. 4).
5.2.2
Gemäss dem Arbeitgeberfragebogen vom 9. Juni 2004 (Urk. 6/9) hätte die Beschwerdeführerin in ihrer Tätigkeit als Reinigungsmitarbeiterin im Jahr 2004 einen Stundenlohn von Fr. 23.64 erzielt, was bei einer 100%igen Tätigkeit ein Jahreseinkommen von Fr.
46
‘
665.
--
(Fr. 23.64 x 8.4 Stunden pro Tag x 5 Tage pro Woche x 47 Wochen/Jahr)
ergibt
.
Dieses Einkommen entspricht auch in etwa dem Doppelten des Durchschnittseinkommens der Jahre 1999 bis 2002 gemäss Auszug aus dem individuellen Konto der Beschwerdeführerin vom 8. Juni 2004 (Urk. 6/8).
Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2014
(Indexstand 2360 [2004
]
auf
2673
[2014];
vgl. Bundesamt für Statistik,
Schweizerischer Lohnindex
,
Landesindex der Konsumentenpreise,
T
39,
Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise un
d der Real
löhne, 1976-2016,
Nominallöhne
Frauen
)
resultiert
somit
ein Valideneinkom
men von Fr.
52
‘
854
.
--
(
Fr.
46
‘
665.
--
/ 2360 x 2673).
5.2.3
Da der Beschwerdeführerin die bisherige Arbeitstätigkeit nicht mehr zumutbar ist, sind zur Bemessung des Invalideneinkomme
ns die Tabellenlöhne der Schwei
zerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2014 heranzuziehen.
Die Beschwerdeführerin verfügt über
keine abgeschlossene Berufsausbildung, wes
halb
auf das standardisierte monatliche Einkommen für weibliche Arbeitskräfte (LSE 2014, TOTAL in der T
abelle TA1) im Kompetenzniveau 1
von Fr.
4‘
300
.
-- abzustellen ist
. Dieses monatliche Einkommen ist unter Berü
cksichtigung der durchschnittlichen Arbeitszeit im Jahr 2014
von 41,7 Stunden pro Woche (vgl.
Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilun
gen [NOGA 2008], in Stunden pro Woche, 2004-2015, A-S
01-96)
auf ein Jah
reseinkommen
für eine 75%ige Tätigkeit
hochzurechnen. Es resultiert somit ein
Jahreseinkommen
von Fr. 40‘345.-- (Fr. 4‘300.-- x
12 :
40 x 41,7 x 75
%
).
Die
Beschwerdegegnerin berücksichtigte aufgrund der
körperlichen Einschrän
kungen
–
zusätzlich zur reduzierten
Leistungsfähigkeit aufgrund zusätzlicher Pausen von 25 %
–
einen Abzug vom Tabellenlohn
von 10 % (Urk. 2 S. 2), was
nicht als gerechtfertigt erscheint, da die
reduzierte Leistungsfähigkeit
bereits
mit der
Pensumsreduktion
von
25 % abgegolten ist.
Ein Abzug vom Tabellenlohn rechtfertigt sich
sodann
auch aus anderen Gründen
nicht.
Bei
Frauen
wirkt sich
eine
Teilzeitbeschäftigung tendenziell
sogar eher lohnerhöhend aus
(v
gl. Urteil des Bundesgerichts I 575/00 vom 9.
Mai 2011
; vgl. auch Urteil des Bundesge
richts
9C_578/2010
vom 9. September 2010 E. 3.2
).
Auch
fällt das Alter der Beschwerd
eführerin, die im Zeitpunkt der ange
fochtenen Verfügung 55 Jahre alt
war,
nicht negativ ins Gewicht, weil Hilfsarbeiten auf dem massgebenden hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt grundsätzlich altersunabhängig angeboten werden und sich das Alter im Kompetenzniveau 1
(ehemaliges Anforderungsniveau 4)
sogar eher lohnerhöhend auswirkt. Dass das Alter die Stellensuche faktisch negativ beeinflussen kann, muss als invaliditätsfremder Faktor unberücksichtigt bleiben (Urteil des Bun
desgerichts 8C_808/2013 vom 14. Februar 2014 E.
7.3).
Im Hinblick auf die der
Beschwerdeführerin
zumutbare Erwerbstätigkeit im
Kompetenzniveau 1
lässt sich ein Abzug vom Tabellenlohn infolge sprachlicher Schwierigkeiten ebenfalls nicht rechtfertigen.
Gleich
es gilt für den Umstand, dass sie
dem Arbeitsmarkt
seit Jahren
fernblieb.
Auch nimmt die Bedeutung der Anzahl Dienstjahre im privaten Sektor ab, je niedriger das Anforder
ungsprofil ist
, weshalb mit Blick auf das K
ompetenzniveau 1 gemäss LSE 2014
auch die lange Betriebszugehörigkeit keinen Abzug zu rechtfertigen vermag (Urteil des Bundesgerichts
8C_939/2011
vom
13. Februar 2012 E. 5.2.3
mit
weiteren
Hinweisen).
Selbst wenn mit der Beschwerdegegnerin
aber dennoch
ein
Lohnabzug von 10 % gewährt
und das
Invalideneinkommen
auf
Fr. 36‘311
.
--
(
Fr. 40‘345.
-- x 90 %)
festgesetzt würde
, resultiert
e
kein rentenbe
gründender Invaliditätsgrad, wie
nachfolgende Berechnung zeigt.
5.2.4
Die aus dem Einkommensvergleich resultiere
nde Erwerbseinbusse beträgt
Fr.
16
‘
543
.--
(Valideneinkommen von
Fr.
52
‘854
.
--
abzüglich Invaliden
ein
kommen von
Fr. 36‘311
.
--
), was einem rentenausschliessenden I
nvaliditäts
grad von gerundet 31
% entspricht.
6.
Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist.
7.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 800.-- festzulegen und ausgangsgemäss von der Beschwerdeführerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).