Decision ID: 4e6f82b5-dd64-44ed-9d01-2df72b951564
Year: 2019
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_002
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

Sachverhalts. Der AHV-Ausgleichskasse sei es somit weiterhin nicht
möglich, einen allfälligen Vermögensverzicht zu überprüfen bzw.
auszuschliessen, geschweige denn die Höhe des Vermögensverzichts zu
beziffern. Mithin könne der Anspruch auf Ergänzungsleistungen weiterhin
nicht berechnet werden und die angefochtene Verfügung vom 8.
November 2017 erweise sich somit als rechtens. Ebenso wurde im
Einspracheentscheid der Antrag auf unentgeltliche Rechtsverbeiständung
infolge Aussichtslosigkeit abgelehnt.
7. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A._ (nachfolgend:
Beschwerdeführer) am 16. Januar 2018 Beschwerde an das
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden und beantragte, die
Verfügung der AHV-Ausgleichskasse vom 30. November 2017 sei
aufzuheben und es sei sein Anspruch auf Ergänzungsleistungen per
Datum der Anspruchsberechtigung zu berechnen. Zudem sei ihm mit
Wirkung ab dem 27. September 2017 für das Verfahren vor der
Vorinstanz sowie das vorliegende Beschwerdeverfahren die
unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu gewähren und Rechtsanwalt lic.
iur. Adrian Scarpatetti als Rechtsvertreter zu bestellen. Zur Begründung
führte der Beschwerdeführer im Wesentlichen aus, es seien die
Verfahrensakten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht des
Kantons Graubünden VGU S 15 31 beizuziehen sowie sämtliche
Verfahrensakten bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung von der
AHV-Ausgleichskasse anzufordern. Weitere Unterlagen seien schlicht
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nicht mehr zu beschaffen. Die AHV-Ausgleichkasse habe sich mit der
neuen Ausgangslage und seinen Vorbringen in der Einsprache überhaupt
nicht befasst, was eine Verletzung des rechtlichen Gehörs darstelle. Die
AHV-Ausgleichskasse übersehe auch, dass der Nachweis über die
Auszahlung des BVG-Kapitals von rund Fr. 1 Mio. jetzt erbracht und bei
der vorliegenden Neuanmeldung vom Mai 2017 zu berücksichtigen sei.
Seine Aufstellung anhand der vorhandenen Dokumente sei nun ohne
weiteres nachvollziehbar. Bis auf die Investitionen von Fr. 50'000.-- in das
Einfamilienhaus im Ausland seien sämtliche Mittelabflüsse anhand von
Belegen eruierbar. Fr. 50'000.-- für das Einfamilienhaus seien für eine
Eigentumsdauer von sieben Jahren nicht sonderlich viel. Es verstehe sich
von selbst, dass ein Einfamilienhaus sowie ein Schloss regelmässig
gepflegt werden müsse und dementsprechend Investitions- und
Reparaturkosten anfallen würden. Auch belegt sei ein Darlehen der
Eheleute an die C._ (Betreibergesellschaft des Schlosses) über Euro
420'000.-- im Jahre 1998, das infolge Einstellung dieser Gesellschaft
verloren gegangen sei. Sodann seien die Darlehen deklariert und nicht
einzusehen, inwiefern die Verwendung dieser Darlehen relevant sei, da er
nicht Darlehensgläubiger sondern Darlehensschuldner sei und die
Darlehen zurückzuzahlen seien. Die B._ sei eine reine
Immobiliengesellschaft, die keine aufwändige Buchhaltung erfordere, und
nach der Zwangsverwertung des Schlosses, das heisst dem Entzug des
einzigen Aktivums, als leerer Mantel weiterbestehe. Eine Liquidation
könne er sich nicht leisten. Alsdann seien die in der Aufstellung der
Eheleute für den eigenen Lebensbedarf eingesetzten Fr. 11'000.-- pro
Jahr während 20 Jahren sicherlich viel zu wenig. Es verstehe sich von
selbst, dass die entsprechenden Ausgaben nicht belegt werden könnten.
Mangels fehlender Belege dürfte sodann auch das als Ausgangsbasis
aufgeführte Vermögen von Fr. 400'000.-- nicht berücksichtigt werden. Die
Wirtschaftskrise im Jahr 2008 habe zu seinem Ruin geführt.
Zusammengefasst sei der Vermögensabfluss mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit nachvollziehbar. Im Falle der Beweislosigkeit für den
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(überdurchschnittlichen) Vermögensrückgang müsse ein
Vermögensverzicht angenommen werden und ein hypothetisches
Vermögen sowie ein darauf entfallender Ertrag angerechnet werden.
8. Mit Vernehmlassung vom 31. Januar 2018 beantragte die AHV-
Ausgleichskasse (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der
Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf das Verfahren des
Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden VGU S 15 31, die Akten
sowie die Ausführungen im Einspracheentscheid vom 30. November
2017.
Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften sowie auf den
angefochtenen Einspracheentscheid wird, soweit erforderlich, in den
nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Verfahren bildet der
Einspracheentscheid vom 30. November 2017 der Beschwerdegegnerin.
Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in
Verbindung mit Art. 19 des Gesetzes über kantonale
Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und
Invalidenversicherung (Kantonales Gesetz über Ergänzungsleistungen;
BR 544.300) kann gegen Einspracheentscheide der AHV-
Ausgleichskasse innerhalb von 30 Tagen seit Mitteilung des
Einspracheentscheids Beschwerde an das Versicherungsgericht
desjenigen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der
Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat, erhoben werden. Der
Beschwerdeführer wohnt in X._, womit die örtliche Zuständigkeit des
angerufenen Gerichts zur Beurteilung der vorliegenden Streitsache
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gegeben ist. Dessen sachliche Zuständigkeit ergibt sich aus Art. 57 ATSG
in Verbindung mit Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Auf die im Übrigen form-
und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten (Art. 60
und Art. 61 lit. b ATSG).
2.1. Gemäss Art. 2 Abs. 1 des Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen
zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung vom 6. Oktober
2006 (ELG; SR 831.30) gewähren der Bund und die Kantone Personen,
welche die Voraussetzungen nach den Art. 4-6 ELG erfüllen,
Ergänzungsleistungen zur Deckung ihres Existenzbedarfs. Die
Ergänzungsleistungen bezwecken eine angemessene Deckung des
Existenzbedarfs. Die Einkommensgrenzen haben die doppelte Funktion
einer Bedarfslimite und eines garantierten Mindesteinkommens. Es gilt
deshalb der Grundsatz, dass bei der Anspruchsberechtigung nur
tatsächlich vereinnahmte Einkünfte und vorhandene Vermögenswerte zu
berücksichtigen sind, über die der Leistungsansprecher ungeschmälert
verfügen kann. Dies gilt selbst dann, wenn der Leistungsansprecher vor
der Anmeldung zum Bezug der Ergänzungsleistungen über seine
Verhältnisse gelebt haben könnte. Das Ergänzungsleistungssystem bietet
nämlich keine gesetzliche Handhabe dafür, eine wie auch immer geartete
„Lebensführungskontrolle“ vorzunehmen. Dieser Grundsatz findet
allerdings dort eine Einschränkung, wo der Versicherte im Sinne von Art.
11 Abs. 1 lit. g ELG ohne rechtliche Verpflichtung und ohne angemessene
Gegenleistung auf Vermögen verzichtet, wo er einen Rechtsanspruch auf
bestimmte Einkünfte und Vermögenswerte hat, davon faktisch aber nicht
Gebrauch macht bzw. seine Rechte nicht durchsetzt. In diesem Fall kann
sich der Versicherte nicht auf den gegebenen Vermögensstand berufen,
sondern muss sich die Frage nach den Gründen für den
Vermögensrückgang gefallen und mangels entsprechenden Beweisen
hypothetisches Vermögen entgegenhalten lassen (vgl. BGE 121 V 204
E.4a und 4b m.w.H.).
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2.2. Die jährliche Ergänzungsleistung entspricht dem Betrag, um den die
anerkannten Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9
Abs. 1 ELG). Die anrechenbaren Einnahmen werden nach Art. 11 ELG
ermittelt. Als Einkommen anzurechnen sind unter anderem Einkünfte und
Vermögenswerte, auf die verzichtet worden ist (Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG).
Eine Verzichtshandlung liegt, wie bereits erläutert, vor, wenn die
leistungsansprechende Person ohne rechtliche Verpflichtung und ohne
adäquate Gegenleistung auf Einkünfte oder Vermögen verzichtet hat.
Diese Voraussetzungen müssen nicht kumulativ erfüllt sein; es reicht aus,
wenn alternativ eines der beiden Elemente gegeben ist (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 9C_115/2016 vom 12. Juli 2016 E.2; BGE 131 V 329
E.4.2 ff. m.H.).
3.1. Im vorliegenden Fall ist streitig und zu prüfen, ob der Beschwerdeführer
seine Vermögenshingabe rechtsgenüglich hat belegen können oder nicht.
Unbestritten ist, dass das Mahn- und Bedenkzeitverfahren im
Oktober/November 2017 korrekt durchgeführt wurde.
3.2. Im Sozialversicherungsverfahren gilt der Untersuchungsgrundsatz.
Danach haben der Versicherungsträger oder das Durchführungsorgan
und im Beschwerdefall das kantonale Versicherungsgericht von sich aus
für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen
Sachverhalts zu sorgen. Die Versicherten resp. die Parteien trifft jedoch
eine Mitwirkungspflicht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG), vor
allem in Bezug auf Tatsachen, die sie besser kennen als die
(Verwaltungs- oder Gerichts-)Behörde und welche diese sonst gar nicht
oder nicht mit vernünftigem Aufwand erheben könnte. Kommen die
versicherte Person
oder andere Personen, die Ergänzungsleistungen beanspruchen, den
Auskunfts- oder Mitwirkungspflichten in unentschuldbarer Weise nicht
nach, so kann die EL-Durchführungsstelle aufgrund der Akten verfügen
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oder die Erhebungen einstellen und Nichteintreten beschliessen. Sie
muss diese Personen vorher schriftlich mahnen und auf die Rechtsfolgen
hinweisen; ihnen ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen (Art. 43
Abs. 3 ATSG i.V.m. Art. 2 ATSG und Art. 1 Abs. 1 ELG) (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 9C_763/2016 vom 9. Oktober 2017 E.2.1 f. m.w.H.).
3.3. Im Bereich der Ergänzungsleistungen gilt die Besonderheit, dass gerade
das Fehlen bzw. der Verbrauch von anrechenbarem Einkommen oder
Vermögen den Anspruch auf Leistungen zu begründen vermag. Dessen
Fehlen ist somit eine anspruchsbegründende Tatsache, weshalb die
Beweislast beim Leistungsansprecher liegt (vgl. BGE 121 V 204 E.6a
m.w.H.). Ist somit ein einmal bestehendes Vermögen nicht mehr
vorhanden, so trägt der Leistungsansprecher die Beweislast dafür, dass
es in Erfüllung einer rechtlichen Verpflichtung oder gegen adäquate
Gegenleistung hingegeben worden ist, wobei der Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit gilt (vgl. Urteile des Bundesgerichts
9C_732/2014 vom 12. Dezember 2014 E.4.1.1; 9C_934/2009 vom 28.
April 2010 E.3 m.w.H. und E.4.2.2; BGE 121 V 204 E.6b). Entgegen der
Auffassung des Beschwerdeführers genügen somit die Möglichkeit eines
bestimmten Sachverhalts oder bloss glaubhaft gemachte
Sachbehauptungen nicht (Urteil des Bundesgerichts 9C_115/2016 vom
12. Juli 2016 E.4.1; zum Ganzen MÜLLER, Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum ELG, 3. Aufl., 2015, Art. 11 Rz. 481 ff. m.w.H.).
Gemäss dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit gilt der
Beweis als erbracht, wenn für die Richtigkeit der Sachbehauptung nach
objektiven Gesichtspunkten derart wichtige Gründe sprechen, dass
andere denkbare Möglichkeiten vernünftigerweise nicht massgeblich in
Betracht fallen. Im Falle der Beweislosigkeit, d.h. wenn es dem
Leistungsansprecher nicht gelingt, einen (überdurchschnittlichen)
Vermögensrückgang zu belegen oder die Gründe dafür rechtsgenügend
darzutun, wird ein Vermögensverzicht angenommen und hypothetisches
Vermögen sowie darauf entfallender Ertrag angerechnet (vgl. Urteile des
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Bundesgerichts 9C_115/2016 vom 12. Juli 2016 E.4.1; 9C_732/2014 vom
12. Dezember 2014 E.4.1.1) bzw. es fällt im Falle der Beweislosigkeit der
Entscheid zu Ungunsten jener Partei aus, die aus dem unbewiesen
gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift
allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des
Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen
Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich
hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 138 V 218 E.6).
4.1. Die Beschwerdegegnerin macht hauptsächlich geltend, der
Beschwerdeführer habe die mit Schreiben vom 4. Oktober 2017
angeforderten, notwendigen Unterlagen, um einen allfälligen
Vermögensverzicht überprüfen bzw. ausschliessen zu können, nicht
eingereicht, weshalb der Anspruch auf Ergänzungsleistungen nicht
berechnet werden könne (vgl. Bg-act. 62).
4.2. Demgegenüber stellt sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt, der
Vermögensrückgang sei anhand seiner Aufstellung inklusive der
zugestellten Belege mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
nachvollziehbar.
5.1. Vorliegend wurden sämtliche Akten der Beschwerdegegnerin eingeholt
(Bg-act. 1-67; März 2014 bis Januar 2018) und die Verfahrensakten
S 15 31 des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden beigezogen.
Im Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden vom 29.
September 2015 (VGU S 15 31) wurde festgehalten, dass Belege bzw.
Nachweise für das bezogene BVG-Kapital, für die geltend gemachten
Investitionen und Renovationen im Einfamilienhaus sowie im Schloss für
die Verwendung der deklarierten Darlehensschulden sowie für die
aktuellen finanziellen Verhältnisse der B._ (Jahresabschlüsse,
Bilanzen, Konti und dergleichen) fehlen würden. Aufgrund der
mangelnden Unterlagen wurde die damals erhobene Beschwerde
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abgewiesen (vgl. VGU S 15 31 E.6). Im Nachfolgenden ist damit zu
prüfen, ob diese Belege bzw. Nachweise im Rahmen der erneuten
Anmeldung des Beschwerdeführers zum Bezug von
Ergänzungsleistungen vom 29. Mai 2017 nun beigebracht wurden.
5.2. Der Beschwerdeführer reichte mit seiner neuen Anmeldung zum Bezug
von Ergänzungsleistungen vom 29. Mai 2017 (Bg-act. 39) folgende
Unterlagen (Bg-act. 40-43) ein:
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- Mietvertrag vom 26. August 2013 (Bg-act. 40/1-3);
- Kontoauszüge des PostFinance Privatkontos und Sparkontos per
31. Dezember 2016 (Bg-act. 40/7-8);
- Bescheinigungen über die Rentenbezüge AHV/IV des
Beschwerdeführers und seiner Ehefrau im Jahr 2016 und 2017 (Bg-
act. 40/9-10 und 40/11-12);
- Schreiben Lebensversicherung vom 23. November 1995 betreffend
Freizügigkeitsleistung aus der Vorsorgestiftung für den Aussendienst
(VSA) (Bg-act. 40/13 und 41/3);
- Bescheinigung über ausländische Rente der Ehefrau im Jahr 2016
und 2017 (Bg-act. 40/16-17);
- Schreiben des Beschwerdeführers vom 30. Mai 2017 betreffend
Antrag auf Ergänzungsleistungen (Bg-act. 40/23-24);
- selbst erstellte Aufstellung des Beschwerdeführers über
Vermögenszu- und abgänge in den Jahren 1995 bis 2014 (Bg-act.
41/1-2);
- Kaufvertrag betreffend Einfamilienhaus im Ausland im Jahr 1995 (Bg-
act. 41/4-10);
- Kaufvertrag betreffend Schloss im Ausland durch B._ vom
15. November 1997 (Bg-act. 41/11-14);
- Auszug aus dem Hypothekenregister vom 3. August 2011 (Bg-act.
41/15-17);
- Vertrag betreffend Verkauf des Einfamilienhauses vom 3. und 12. Juni
2002 (Bg-act. 41/18-26);
- Belege betreffend Zwangsverwertungsverfahren des Schlosses (Bg-
act. 41/27-36);
- Diverse Belege im Zusammenhang mit den Verkaufsbemühungen des
Schlosses (Bg-act. 41/37-60);
- Definitive Veranlagungsverfügung Kantons- und Gemeindesteuer
2015 der Steuerverwaltung des Kantons Graubünden (Bg-act. 41/61-
62);
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- Unterlagen betreffend (Auflösung der) C._, inkl. Bilanz per
30. Juni 2011 (Bg-act. 41/63-127);
- Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 17. Februar 2015
(Bg-act. 41/128-130);
- Beschwerde des Beschwerdeführers vom 5. März 2015 (Bg-
act. 41/131-136);
- Vernehmlassung der Beschwerdegegnerin vom 13. März 2015 (Bg-
act. 41/137-140);
- Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden vom
29. September 2015 (Bg-act. 41/141-160);
- Versicherungspolice der Krankenkasse vom Oktober 2016 (Bg-act.
42/1-2);
- Definitive Veranlagungsverfügung Kantons- und Gemeindesteuer
2016 der Steuerverwaltung des Kantons Graubünden (Bg-act. 43/1-2).
5.3.1. In der neuen Anmeldung für Ergänzungsleistungen vom 29. Mai 2017
wird bezüglich Kapitalauszahlung auf eine Kapitalauszahlung im Jahr
1994 von Fr. 1'005'014.-- und auf das der Anmeldung beigelegte
Schreiben der Lebensversicherung vom 23. November 1995 verwiesen
(vgl. Bg-act. 39/9 und 40/13). Aus Letzterem geht hervor, dass dem
Beschwerdeführer aus der Vorsorgestiftung für den Aussendienst (VSA)
ein Freizügigkeitsanspruch von Fr. 1'005'014.-- per 30. November 1995
zustehe und dieser Betrag wunschgemäss auf das neu zu eröffnende
Freizügigkeitssparkonto, lautend auf den Beschwerdeführer, überwiesen
werde (Bg-act. 40/13). Damit ist – im Gegensatz zum Verfahren VGU S
15 31 – nun zumindest die Freizügigkeitsleistung der VSA in der Höhe
von Fr. 1'005'014.-- per 30. November 1995 belegt, wenn auch nach wie
vor nicht mit Kontoauszügen des erwähnten Freizügigkeitskontos, auf
welches die Freizügigkeitsleistung überwiesen worden sein soll. Weiterhin
nicht belegt ist aber die Verwendung dieser Summe, ist nämlich eine
Freizügigkeitsleistung zweckgebunden und darf diese nur für
Vorsorgezwecke verwendet werden (vgl. auch selbst erstellte Aufstellung
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des Beschwerdeführers über Vermögenszu- und abgänge in den Jahren
1995 bis 2014, Bg-act. 41/1-2).
5.3.2. Alsdann geht aus der selbst erstellten Übersicht des Beschwerdeführers
betreffend Vermögenszu- und abgänge (Bg-act. 41/1-2) hervor, dass
insbesondere für folgende angeblichen Investitionen keine Belege
vorhanden sind:
Fr. 400‘000 Ausgangslage: freies Vermögen Fr. 50‘000 Investitionen in Einfamilienhaus im Ausland,
finanziert aus Eigenmitteln. Keine Belege vorhanden.
Fr. 370‘000 Gründung der Gesellschaft „B._“ mit einem Kapital von 1‘630‘000 Francs bzw.
EUR 250‘000 bzw. rund CHF 370‘000. (1997!)
Fr. 970‘000 Fr. 640‘000 (Hypothek) Fr. 330‘000
Kauf Schloss mit der B._ Eigenmittel aus bestehendem Vermögen finanziert.
Fr. 490‘000 Überweisung von rund CHF 490‘000 (EUR 420‘000) des privaten Vermögens an die C._ als Darlehen
Fr. 1‘990‘000 Ausführliche Renovation des Schlosses. Finanzierung mittels Aufnahme einer Hypothek. Gläubigerin Frau D._
Fr. 220‘000 Die Finanzierung unseres Lebens und der Verluste der C._ in all diesen Jahren lief zu Lasten unseres Vermögens (aus den übrigen freien Vermögensmitteln und Freizügigkeitsgelder). Keine Belege vorhanden für den Vermögensverzehr des privaten
Lebensunterhalts über den Zeitraum von 20 Jahren. Geschätzte Höhe von total CHF
220'000 = CHF 11'000 Vermögensverzehr p.a.
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Bei der Position Fr. 370'000 gibt der Beschwerdeführer als Beleg zwar
den "Kaufvertrag – Käuferbeschrieb mit Angabe Kapital" an (Bg-act. 41/1
und 41/11-14). Daraus ist jedoch lediglich das Gesellschaftskapital der
B._ von Francs 1'630'000 ersichtlich, was aber nicht bedeutet, dass
auch effektiv dieser Betrag bei der Gründung von den Gesellschaftern
einbezahlt werden musste bzw. wurde, zumal über die finanziellen und
rechtlichen Verhältnisse der B._ nichts bekannt ist. Auch wenn das
Gesellschaftskapital der geleisteten Einlage der Gründer entsprach, ist
nicht belegt, von wem und mit welchen Mitteln dieser Betrag geleistet
wurde.
Bei der Position Fr. 970'000 (Kauf Schloss mit der B._)/Fr.640'000
(Hypothek)/Fr. 330'000 (Eigenmittel) erschliessen sich dem Gericht die
dargetanen Summen nicht und sie sind nicht belegt.
Im Weiteren ist das angebliche Darlehen der Eheleute im Jahr 1998 in der
Höhe von Fr. 490'000 bzw. Euro 420'000 an die C._ unklar. Der
Beschwerdeführer verweist in diesem Zusammenhang auf die Bilanz
2011 der C._, in welcher die Darlehensschuld enthalten sei (vgl.
Beschwerdeschrift S. 5). Diesbezüglich gilt festzuhalten, dass kein
Darlehensvertrag vorhanden ist und der Bilanz der C._ per 30. Juni
2011 kein Darlehen, sondern vielmehr eine Kontokorrentschuld ("Dettes –
Total Comptes courants d'associés") von Euro 419'719 zu Lasten der
Eheleute entnommen werden kann (Bg-act. 41/107 und 41/123).
Bei der Position Fr. 1'990'000 nennt der Beschwerdeführer als Nachweis
dieses Betrages ebenfalls einen Beleg, namentlich das
Hypothekenregister (Bg-act. 41/2 und 41/15-17). Mit diesem Dokument ist
jedoch weder belegt, dass Renovationen am Schloss tatsächlich
vorgenommen wurden noch, dass sich die effektiven Kosten dieser
angeblich getätigten Renovationen auf Fr. 1'990'000 beliefen.
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Was sodann den Betrag des Vermögensverzehrs für den privaten
Lebensunterhalt von Fr. 220'000 angeht, erscheint die Angabe betreffend
einen Zeitraum von 20 Jahren verwirrend, betrifft dieser Betrag gemäss
Angaben des Beschwerdeführers die Jahre 1997 bis 2014, mithin nur
17 Jahre (vgl. Bg-act. 41/2).
5.3.3. Ungenügend belegt ist auch die Verwendung der Darlehen, wie sie im
Verfahren VGU S 15 31 vorgetragen wurden (Bg-act. 9/1-31) und im
vorliegenden Beschwerdeverfahren nur noch am Rande erwähnt werden.
So wurden im Rahmen des erneuten Anmeldeverfahrens denn auch
keine Unterlagen diesbezüglich eingereicht (vgl. E.5.2 vorstehend).
5.4. Dem Beschwerdeführer ist zwar zugute zu halten, dass er auf
Aufforderung der Beschwerdegegnerin hin sich bemühte, die
Vermögensverhältnisse 1995 bis 2014 zusammenzustellen (Bg-act. 40
und 41), indessen nach wie vor nur rudimentär belegt. Im Rahmen des
Mahn- und Bedenkzeitverfahrens im Oktober/November 2017 wurde er
am 4. Oktober 2017 erneut aufgefordert, Nachweise über die
Investitionen/Renovationen des Einfamilienhauses und des Schlosses,
die Belege bzw. Nachweise über die Verwendung der Darlehen und
Belege bzw. Nachweise der B._ (Jahresabschlüsse, Bilanzen, Konti
oder dergleichen sowie über deren aktuelle finanzielle Verhältnisse)
einzureichen. Es wurde ihm eine Frist bis zum 6. November 2017 gesetzt
und er wurde darüber orientiert, dass ohne die geforderten
Unterlagen/Angaben auf Grund der vorhandenen Akten verfügt oder die
Erhebungen eingestellt und ein Nichteintreten beschlossen würde (Bg-
act. 57). Ausser einer Eingabe des Rechtsvertreters des
Beschwerdeführers vom 12. Oktober 2017 (Bg-act. 58), wonach die
geforderten Belege schlicht nicht aufgetrieben werden könnten und nicht
vorhanden seien, wurde nichts ins Recht gelegt.
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5.5. Bis auf eine mutmassliche BVG-Leistung von rund Fr. 1'005'000.-- ist
vorliegendenfalls nicht einmal das Anfangsvermögen, d.h. das angeblich
einmal bestehende Vermögen, belegt. Ferner ist möglich aber nicht
rechtsgenüglich belegt, dass ein einmal bestehendes Vermögen nicht
mehr vorhanden ist. Im Bereich der Ergänzungsleistungen gibt es keine
zeitliche Beschränkung in der Berücksichtigung des Vermögensverzichts.
Ein Vermögensverzicht ist in ergänzungsleistungsrechtlicher Hinsicht
auch von Belang, wenn er mehr als fünf Jahre vor der Anmeldung zum
Leistungsbezug erfolgte. Somit ist jeder Vermögensverzicht ohne zeitliche
Beschränkung zu berücksichtigen (MÜLLER, a.a.O., N 480 zu Art. 11
ELG). Der Beschwerdeführer hat weder Belege über die
Investitionen/Renovationen am Einfamilienhaus und/oder am Schloss
eingereicht, noch über die Verwendung der Darlehen, noch über die
finanzielle Entwicklung/Situation der B._ (vgl. E.5.2 vorstehend). Auf
dieser Basis ist es nach wie vor nicht möglich, das angeblich vorhandene
bzw. aufgebrauchte Vermögen zu beziffern. Damit ist die
Anspruchsabweisung und der Einspracheentscheid der
Beschwerdegegnerin vom 30. November 2017 rechtens und zu schützen.
Die vorliegende Beschwerde ist folglich abzuweisen.
6.1. Gemäss Art. 61 lit. a ATSG ist das kantonale Beschwerdeverfahren in
Sozialversicherungssachen für die Parteien grundsätzlich kostenlos.
Demnach werden für das vorliegende Beschwerdeverfahren keine Kosten
erhoben.
6.2. Der obsiegenden Beschwerdegegnerin steht praxisgemäss kein Anspruch
auf Ersatz der Parteikosten zu (Art. 61 lit. g ATSG e contrario).
6.3.1. Der Beschwerdeführer beantragte die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung. Nach Art. 29 Abs. 3 der Bundesverfassung der
Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) hat jede Person, die
nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, Anspruch auf unentgeltliche
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Rechtspflege, wenn ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint.
Soweit es zur Wahrung ihrer Rechte notwendig ist, hat sie ausserdem
Anspruch auf einen unentgeltlichen Rechtsbeistand (vgl. auch Art. 76
VRG und. Art. 61 lit. f ATSG). Praxisgemäss setzt die unentgeltliche
Verbeiständung voraus, dass der Prozess nicht aussichtslos erscheint,
die Partei bedürftig und die Verbeiständung durch einen Anwalt oder eine
Anwältin geboten erscheint (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_746/2012
vom 22. Oktober 2012 E.2.1; BGE 125 V 201 E.4a m.w.H.). Aussichtslos
ist ein Prozess, dessen Gewinnchancen beträchtlich geringer sind als die
Verlustgefahr und kaum als ernsthaft bezeichnet werden können.
Hingegen darf nicht von Aussichtslosigkeit ausgegangen werden, wenn
sich Gewinnaussichten und Verlustgefahr ungefähr die Waage halten
oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine
Partei, die über die nötigen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger
Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde. Eine Partei soll einen
Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde,
nicht allein deshalb anstrengen können, weil er nichts kostet (vgl. Urteil
des Bundesgerichts 9C_746/2012 vom 22. Oktober 2012 E.2.2.1; BGE
138 III 217 E.2.2.4; 129 I 129 E.2.3.1; 122 I 267 E.2b). Ob im Einzelfall
genügende Erfolgsaussichten bestehen, beurteilt sich aufgrund einer
vorläufigen und summarischen Prüfung der Prozessaussichten, wobei die
Verhältnisse im Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs massgebend sind
(vgl. BGE 138 III 217 E.2.2.4).
6.3.2. Die vorliegende Beschwerde muss als aussichtslos bezeichnet werden.
Vorliegend war dem Beschwerdeführer bereits aus dem Verfahren VGU
S 15 31 im Grossen und Ganzen bekannt, welche Akten er einzureichen
hat, um seinen Anspruch auf Ergänzungsleistung durchsetzen zu können
(vgl. E.5.1 vorstehend). Er strengte das vorliegende
Beschwerdeverfahren an, obschon er diese Unterlagen nicht beibrachte
bzw. nicht beibringen konnte. Das Risiko, im Beschwerdeverfahren erneut
zu unterliegen, war unter diesen Umständen bedeutend höher, als die
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Chance zu obsiegen. Vor diesem Hintergrund hätte der
Beschwerdeführer erkennen müssen, dass seine Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid vom 30. November 2017 kaum Erfolgschancen hat.
Dem Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung wird demnach
infolge Aussichtslosigkeit der Beschwerde nicht stattgegeben. Eine
Beurteilung der Bedürftigkeit kann damit unterbleiben.