Decision ID: 88468148-94d6-57a0-8e9c-9766b95fc3c4
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Werner Bodenmann, Waisenhausstrasse 17,
Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Invalidenrente und Integritätsentschädigung
Sachverhalt:
A.
A.a Die 1959 geborene A._ war als Reinigerin bei der B._ tätig und dadurch bei
der Suva gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 10. Oktober 2005 stürzte sie
bei der Arbeit und verletzte sich am linken Handgelenk (UV-act. 1 und 10). Ihr Hausarzt,
Dr. med. C._, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, schloss eine Fraktur oder Luxation
aus und diagnostizierte eine Handgelenksdistorsion (UV-act. 2). Als die Beschwerden
andauerten, wurde die Versicherte an Dr. med. D._, Fachärztin FMH für Chirurgie und
Handchirurgie, überwiesen. Diese diagnostizierte eine Scaphoidfraktur entlang einer
bestehenden Zyste, die sie wegen eines beginnenden CRPS (Complex Regional Pain
Syndrome, früher Morbus Sudeck genannt) zunächst konservativ und am 8. Mai 2006
operativ behandelte (UV-act. 3 bis 7 und 11 bis 16). Per 31. August 2006 löste die
Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis mit der Versicherten auf (UV-act. 20 und 27). Die
belastungsabhängigen Schmerzen im verletzten linken Handgelenk dauerten an,
ebenso die volle Arbeitsunfähigkeit. Hinzu kamen - unfallfremd - auch Schmerzen im
rechten Handgelenk (UV-act. 24, 33, 30, 47, 48 und 54). Vom 6. Juni bis 4. Juli 2007
hielt sich die Versicherte zur stationären Rehabilitation in der Rehaklinik Bellikon auf
(UV-act. 75). Dr. med. E._, Facharzt FMH für Chirurgie und Kreisarzt der Suva
schätzte am 26. Juli 2007 die Integritätseinbusse der Versicherten auf 10% (UV-act.
78).
A.b Am 6. August 2007 teilte die Suva der Versicherten mit, gestützt auf den
Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon vom 9. Juli 2007 sei ihr unfallbedingt wieder
eine volle Arbeitstätigkeit zuzumuten. Im Sinn einer Übergangszeit würde sie ab
20. August 2007 zu 50% und ab 1. Oktober 2007 zu 100% arbeitsfähig betrachtet. Eine
erhebliche Erwerbseinbusse und einen Anspruch auf eine Invalidenrente verneinte sie,
hingegen stellte sie die verfügungsweise Zusprechung einer Integritätsentschädigung
in Aussicht (UV-act. 83). Mit Verfügung vom 9. August 2007 wurden die
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Integritätsentschädigung auf Fr. 10'680.-- (10% von Fr. 106'800.--) festgelegt und die
Leistungen für Heilbehandlung eingestellt (UV-act. 84). Darauf beauftragte die
Versicherte Rechtsanwalt lic.iur. W. Bodenmann, St. Gallen, mit der Vertretung ihrer
Interessen. Dieser erhob gegen das Schreiben vom 6. August 2007, das in formeller
Hinsicht als Verfügung zu betrachten sei, und gegen die Verfügung vom 9. August 2007
betreffend Integritätsentschädigung Einsprache und reichte innert Nachfrist am
8. Oktober 2007 eine Einsprachebegründung nach (UV-act. 87, 88 und 93). Am
11. Oktober 2007 gestaltete die Suva ihr Schreiben vom 6. August 2007 auch als
formelle Verfügung (UV-act. 95). Dagegen erhob Rechtsanwalt Bodenmann am
14. November 2007 ebenfalls Einsprache (UV-act. 96). Mit Einspracheentscheid vom
14. Mai 2008 hielt die Suva fest, sie sei nur für Unfallfolgen leistungspflichtig, die
adäquat kausal zum Unfall seien, was bei der Versicherten lediglich für die
Beschwerden am linken Handgelenk zutreffe. Ihre (unfallbedingte) Erwerbseinbusse
betrage weniger als 10%, weshalb keine Invalidenrente geschuldet sei. Die Inte
gritätseinbusse sei mit 10% richtig eingeschätzt. Die Suva wies daher die Einsprachen
ab; auf den Antrag, die Taggelder rückwirkend ab Januar 2006 neu zu berechnen, trat
sie nicht ein (UV-act. 101).
B.
B.a Gegen den Einspracheentscheid vom 14. Mai 2008 richtet sich die Beschwerde
vom 16. Juni 2008 mit den Anträgen, der Entscheid sei aufzuheben, der
Beschwerdeführerin sei eine Rente basierend auf einem Invaliditätsgrad von
mindestens 50% sowie eine Integritätsentschädigung von mindestens 15%
zuzusprechen, und es sei eine angemessene Nachfrist zur einlässlichen
Beschwerdebegründung anzusetzen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur
Begründung lässt die Beschwerdeführerin in der Beschwerde und in der
Beschwerdebegründung vom 8. Juli 2008 im Wesentlichen anführen, sie könne ihr
linkes Handgelenk nur sehr eingeschränkt benutzen, ohne Schiene sei es gar nicht
belastbar. Zudem sei die Handgelenkbeweglichkeit erheblich eingeschränkt. Es könne
daher nicht nachvollzogen werden, dass sie für leichte Tätigkeiten 100% arbeitsfähig
sein solle, abgesehen davon, dass es gar keine Arbeitstätigkeiten gebe, bei denen die
linke Hand bzw. das linke Handgelenk nicht eingesetzt werden müssten. Es gehe nicht
an, dass die Beschwerdegegnerin bei der Bewertung des Valideneinkommens die
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Einkommenszahlen für die Ostschweiz verwende, für die Berechnung des
Invalideneinkommens jedoch auf gesamtschweizerische Zahlen abstelle. Beide
Berechnungen wären nach den gleichen Zahlen vorzunehmen gewesen. Es wird ein
Invaliditätsgrad von 15% errechnet. Für die bleibende Integritätseinbusse sei eine
Entschädigung von 15% angemessen, da eine Zunahme der Arthrose aufgrund der
medizinischen Akten möglich und bei einer schweren Handgelenksarthrose eine
Integritätsentschädigung zwischen 10 und 25% angemessen sei.
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 3. September 2008 beantragt die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde mit der Begründung, der Ermittlung
des Invaliditätsgrads sei zu Recht die detaillierte Zumutbarkeitsbeurteilung im
Gutachten der Rehaklinik Bellikon vom 9. Juli 2007 (Suva-Akt. 75) zugrunde gelegt
worden. Die unbegründete Bemerkung des behandelnden Arztes im kurzen
Verlaufsbericht vom 3. Mai 2007 (Suva-Akt. 62), das linke Handgelenk sei ohne Schiene
nicht belastbar, vermöge daran nichts zu ändern. Die Unterschiedlichkeit der
Fragestellung (Unterdurchschnittlichkeit des Validenlohns einerseits, Höhe des
Invalidenlohns andererseits) sowie das rechtsprechungskonforme Vorgehen
rechtfertige den Beizug unterschiedlicher Berechnungsgrundlagen. Selbst wenn auch
der Invalidenlohn mit den Zahlen der Region Ostschweiz berechnet werde, resultiere
ein Invaliditätsgrad unter 10%. Zudem sei der Leidensabzug im Einspracheentscheid
mit 15% zu hoch ausgefallen, da übersehen worden sei, dass die nicht dominante
Hand betroffen sei, was nur einen Abzug von 10% rechtfertige. Die Bemessung der
Integritätsentschädigung sei durch den ärztlichen Sachverständigen korrekt erfolgt. Es
bestehe kein Anlass, darauf zurückzukommen.
B.c Mit Replik vom 9. Oktober 2008 liess die Beschwerdeführerin an ihrem
Standpunkt festhalten. Die Suva hat darauf verzichtet, eine Duplik einzureichen.
B.d Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der
weiteren Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.

Erwägungen:
1.
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Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin einen Anspruch der
Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente der Unfallversicherung zu Recht verneint
und den Integritätsschaden mit 10% korrekt festgelegt hat.
2.
2.1 Die Beschwerdegegnerin hat im angefochtenen Einspracheentscheid die
rechtlichen Voraussetzungen des Anspruchs auf eine Invalidenrente der
Unfallversicherung zutreffend dargelegt (Erwägung 3). Darauf kann verwiesen werden.
2.2 Unbestritten ist der Zeitpunkt des Rentenbeginns bzw. der Prüfung des
Rentenanspruchs nach dem Rehabilitationsaufenthalt in der Rehaklinik Bellikon per
4. Juli 2007. Zu diesem Zeitpunkt stand im Sinn von Art. 19 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) fest, dass von einer
Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des
Gesundheitszustands mehr erwartet werden konnte und somit die Prüfung des
Rentenanspruchs der Beschwerdeführerin zu erfolgen hatte. Nachdem die
Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin entgegenkommenderweise bzw. im Sinn
einer Anpassungsphase bis Ende September 2007 Taggelder ausgerichtet hatte (UV-
act. 95), erscheint es angebracht, eine allfällige Rente ab 1. Oktober 2007 auszurichten.
2.3 Als Folge des Sturzes vom 10. Oktober 2005 blieb bei der Beschwerdeführerin
eine schmerzhafte Funktionsstörung des linken Handgelenks mit mässiger
radioscaphoidaler und scaphotrapezialer Arthrose zurück. Die Einschränkungen der
linken Hand äussern sich mit dauernden, bewegungs- und belastungsverstärkten
Schmerzen im Handgelenk mit Taubheitsgefühl der Hand und der Finger sowie mit
einer Bewegungseinschränkung des Handgelenks, wobei die linke Hand die nicht
dominante Hand der Beschwerdeführerin ist (UV-act. 75). Gemäss
Zumutbarkeitsbeurteilung der Ärzte an der Rehaklinik Bellikon ist ihr die zuletzt
ausgeübte berufliche Tätigkeit als Büroreinigerin oder mindestens eine leichte Arbeit
ganztags zumutbar, wobei als spezielle Einschränkungen keine häufig wiederholten
Handgelenksbewegungen links, kein grösserer Kraftaufwand der linken Hand und keine
Tätigkeit auf Leitern aufgeführt werden (UV-act. 75). Als nicht dominante Hand war die
linke Hand schon vor dem Unfall vom 10. Oktober 2005 die helfend bzw. unterstützend
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eingesetzte Hand. Die Ausführungen der medizinischen Experten der Rehaklinik
Bellikon beruhen auf Beobachtungen, Therapieergebnissen und Tests während des
vierwöchigen Rehabilitationsaufenthalts und ihr Bericht sagt nicht aus, die linke Hand
könne nicht mehr eingesetzt werden, wie es die Beschwerdeführerin in der
Beschwerde bzw. Beschwerdebegründung ausführen lässt. Die behandelnde
Handchirurgin berichtet am 3. Mai 2007 über die Konsultation vom 12. April 2007 und
fasst im Bericht vom 11. Mai 2007 die Krankengeschichte besonders zur Begründung
des Therapievorschlags einer ambulanten Rehabilitation zusammen (UV-act. 62 und
70). Die darin enthaltene Angabe, bereits im Alltag trage die Beschwerdeführerin mehr
oder weniger dauernd ihre Handgelenksmanschette, hält eine Aussage der
Beschwerdeführerin fest und gibt keine Stellungnahme von Dr. D._ zu dieser
Tatsache wieder. Nach der Rechtsprechung zur Beweiskraft medizinischer Berichte
kann auf den Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon vom 9. Juli 2007 (UV-act. 75)
abgestellt werden, da dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis
der Vorakten - auch der Berichte von Dr. D._ vom 3. und 11. Mai 2007 - bzw. der
Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
da die Schlussfolgerungen der medizinischen Fachpersonen begründet und
nachvollziehbar sind (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 mit Hinweis; BGE 122 V 157 E. 3c
S. 160f. mit Hinweisen; RKUV 4/2000 KV 124 S. 214f.).
2.4 Die Beschwerdegegnerin hat das Valideneinkommen der Beschwerdeführerin
2007 mit Fr. 39'639.-- bei einer 100%-Tätigkeit korrekt berechnet ([2'016 h x Fr. 17.78
x 1,0833] + [2'016 h x Fr. 17.78 x 1,0833 : 12 Monate x 0,25] = Fr. 39'639.--; Angaben
UV-act. 80). Dies wird auch von der Beschwerdeführerin akzeptiert. Auf diesen Betrag
kann somit abgestellt werden. Die Beschwerdegegnerin hat weiter festgestellt, dass
das Valideneinkommen unter dem branchenüblichen Jahreslohn liegt und eine
Korrektur vorgenommen, indem sie das massgebliche Valideneinkommen auf das
Niveau der statistischen Durchschnittslöhne gemäss der Schweizerischen
Lohnstrukturerhebung (LSE-Tabellenlöhne) in der Region Ostschweiz für Frauen im
Bereich öffentlicher und persönlicher Dienstleistungen, Anforderungsprofil 4,
angehoben hat. Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens hat die
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Beschwerdegegnerin dann allerdings als Basis die LSE-Tabellenlöhne für die gesamte
Schweiz herangezogen.
2.4.1 Da keine Anhaltspunkte vorliegen, dass sich die Beschwerdeführerin aus
freien Stücken mit einem bescheideneren d.h. unterdurchschnittlichen
Einkommensniveau begnügen wollte, kann angenommen werden, dass die gleichen
Faktoren, welche sich negativ auf das Valideneinkommen auswirkten, auch Einfluss auf
das Invalideneinkommen haben. Es ist daher grundsätzlich richtig, eine Parallelisierung
der Vergleichseinkommen vorzunehmen und entweder das Valideneinkommen
aufzuwerten oder das Invalideneinkommen abzuwerten (vgl. BGE 135 V 58, BGE 134 V
322 und Urteil 8C_486/2008 vom 22. Dezember 2008, E. 3). Voraussetzung für die
Parallelisierung der Vergleichseinkommen ist nach der höchstrichterlichen
Rechtsprechung jedoch eine erhebliche Unterdurchschnittlichkeit des Validen
einkommens. Bei der Parallelisierung der Vergleichseinkommen ist dieselbe
Bemessungsbasis bzw. sind die gleichen Tabellenlöhne für die Aufwertung des
unterdurchschnittlichen Valideneinkommens wie für die Berechnung des
Invalideneinkommens heranzuziehen (Parallelität der Bemessungsfaktoren vgl. BGE
129 V 222 E. 4.4 S. 225 und Urteil U 454/05 vom 6. September 2006, E. 6.3 und E. 6.4).
Vorliegend ist es angebracht, das Valideneinkommen der Beschwerdeführerin von
Fr. 39'639.-- mit dem Tabellenlohn von Frauen für sonstige öffentliche und persönliche
Dienstleistungen im Anforderungsniveau 4 (einfache und repetitive Tätigkeit [90 - 93];
Tabelle TA1, privater Sektor, ganze Schweiz, der LSE 2006) von monatlich Fr. 3'813.--
zu vergleichen, da gemäss Rechtsprechung vom Tabellenlohn für die ganze Schweiz
auszugehen ist (vgl. Urteil 8C_610/2007 vom 15. Mai 2008, E. 5.1; Urteil 9C_466/2007
vom 25. Januar 2008, E. 4.2; Urteil I 424/05 vom 22. August 2006, E. 3.2.3, und Urteil
U 75/03 vom 12. Oktober 2006, E. 8). Unter Berücksichtigung einer betriebsüblichen
wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden und der branchenspezifischen
Nominallohnerhöhung von 0.7% für das Jahr 2007 (Lohnentwicklung 2007, Bundesamt
für Statistik [BFS] 2008, Tabelle T1.93) ergibt dies einen branchenüblichen jährlichen
Durchschnittslohn von Fr. 48'035.--. Das Valideneinkommen der Beschwerdeführerin
liegt damit 17,5% unter Durchschnitt, was zweifellos erheblich ist. Die Parallelisierung
der Vergleichseinkommen ist daher vorliegend gerechtfertigt.
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2.4.2 Werden die beiden Vergleichseinkommen auf das gleiche Niveau
angehoben, so entspricht, wenn die versicherte Person in einer der Behinderung
angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig ist, der Invaliditätsgrad dem allfällig zu
gewährenden Leidensabzug. Die Beschwerdegegnerin hat bei der Ermittlung des
Invalideneinkommens im Einspracheentscheid vom 14. Mai 2008 einen
leidensbedingten Abzug von 15% vom herangezogenen Tabellenlohn vorgenommen.
Zu dessen Begründung führte sie an, der Beschwerdeführerin seien gemäss
Zumutbarkeitsprofil nur noch leichte Tätigkeiten zumutbar, diese könnten jedoch
ganztags ausgeübt werden und spezielle Einschränkungen bestünden lediglich
bezüglich des linken Handgelenks. Da aber die Beschwerdegegnerin bei ihrem
Einkommensvergleich den Faktor der Unterdurchschnittlichkeit des
Valideneinkommens nicht nach dem Grundsatz der Parallelisierung der
Vergleichseinkommen gänzlich eliminiert hat, ermittelte sie im Einspracheentscheid
einen Invaliditätsgrad von 4,6 %. In der Beschwerdeantwort hat sie schliesslich
ausgeführt, der Abzug sei korrekterweise auf 10% zu reduzieren, da die Unfallfolgen
nur die linke, nicht dominante Hand beträfen und nebst einer leidensbedingten
Reduktion keine weiteren Abzugstatbestände erfüllt seien. Die Höhe des
leidensbedingten Abzugs ist im Gegensatz zur Rechtsfrage, ob ein solcher
vorzunehmen ist, eine typische Ermessensfrage (BGE 132 V 393 E. 3.3 in fine S. 399,
Urteil 8C_64/2008 vom 4. Februar 2009, E. 3.2, und Urteil 9C_973/2008 vom
19. Januar 2009, E. 3). Unter Berücksichtigung vergleichbarer Fälle (Urteil U 173/06
vom 4. Dezember 2006, E. 3.1 mit Hinweisen) ist der leidensbedingte Abzug von 10%
der Situation der Beschwerdeführerin angemessen. Sie hat damit Anspruch auf eine
Invalidenrente der Unfallversicherung im Umfang von 10% des versicherten
Verdienstes.
2.5 Die Beschwerdegegnerin hat in UV-act. 82 den "Jahresverdienst vom 10. Oktober
2004 bis 9. Oktober 2005" durch Addition der jeweiligen Bruttomonatslöhne mit
Fr. 20'812.-- ermittelt. Offenbar wollte sie damit den versicherten Verdienst der
Beschwerdeführerin für die Bemessung der Rente gemäss Art. 15 Abs. 2 UVG
berechnen. Es fällt allerdings auf, dass die Bruttolöhne zwischen Fr. 660.25 für den
Oktober 2004 und Fr. 2'642.85 für September 2005 schwankten und dass im Mai 2005
ein eigentlicher Lohnsprung zu verzeichnen ist, indem die Bruttobeträge ab Juni 2005
nicht mehr unter Fr. 2'500.-- fielen, während sie in der Zeitspanne davor bis maximal
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Fr. 1'520.-- im Dezember 2004 erreichten. Unklar ist bei dieser Ausgangslage
insbesondere, ob ein Sonderfall gemäss Art. 15 Abs. 3 UVG bzw. Art. 22 Abs. 4 Satz 2
oder Art. 24 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) vorliegt.
Für die entsprechenden Abklärungen und die Berechnung der Invalidenrente der
Beschwerdeführerin ist die Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
3.
3.1 Von der Beschwerdegegnerin sind im angefochtenen Einspracheentscheid auch
die rechtlichen Voraussetzungen des Anspruchs auf eine Integritätsentschädigung
zutreffend dargelegt worden (Erwägung 7b). Darauf kann ebenfalls verwiesen werden.
3.2 Laut Computertomogramm (CT) vom 19. Februar 2007 und Beurteilung von
Dr. med. F._, Facharzt FMH für Radiologie, ist die Scaphoidfraktur in guter Stellung
konsolidiert und zeigen sich, bei ansonsten normalen Bildern des linken Handgelenks,
mässiggradige Arthrosezeichen radioscaphoidal und zwischen Scaphoid und
Trapezium (UV-act. 67). Dr. E._ hat am 26. Juli 2007 gestützt auf die Akten, darunter
insbesondere den Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon vom 9. Juli 2007 (UV-act. 75)
sowie die erwähnten CT, die Integritätseinbusse der Beschwerdeführerin auf 10%
geschätzt (UV-act. 78). Der Kreisarzt ist dabei von der mässiggradigen Arthrose
ausgegangen und hat unter Berücksichtigung des durchgemachten CRPS den oberen
Wert für mässige Handgelenksarthrosen gewählt, der gemäss Tabelle 5 der
Integritätsschäden bei Arthrosen zwischen 5 und 10% liegt (vgl. https://
wwwsapp1.suva.ch/sap/public/bc/its/mimes/zwaswo/99/pdf/02870_05_d.pdf). Eine
weitergehende Verschlimmerung hat Dr. E._ ausdrücklich nicht berücksichtigt.
3.3 Der Kreisarzt hat die Integritätseinbusse unter Berücksichtigung der wichtigsten
ärztlichen Aussagen festgelegt und begründet. Seiner Einschätzung kommt voller
Beweiswert zu (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a S. 352). Es sind keine Anhaltspunkte
ersichtlich, wonach von seiner Einschätzung abzuweichen ist. Eine Verschlimmerung
des Integritätsschadens gemäss Art. 36 Abs. 4 UVV ist aufgrund der medizinischen
Akten nicht voraussehbar und daher nicht zu berücksichtigen. Die Festsetzung der
Integritätsentschädigung auf Fr. 10'680.-- (10% von Fr. 106'800.--) ist damit korrekt
erfolgt.
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4.
4.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist der Einspracheentscheid vom 14. Mai
2008 insofern aufzuheben und die Beschwerde teilweise gutzuheissen, als der
Beschwerdeführerin die Ausrichtung einer Invalidenrente verweigert wird. Der
Beschwerdeführerin ist mit Wirkung ab 1. Oktober 2007 eine Rente auf der Basis eines
Invaliditätsgrades von 10% zuzusprechen. Zur Abklärung des versicherten Verdienstes
und zur Berechnung der Rentenleistungen ist die Streitsache an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.
4.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Hingegen hat die
Beschwerdeführerin bei diesem Verfahrensausgang Anspruch auf eine
Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG). Diese ist bei teilweisem Obsiegen auf
pauschal Fr. 3'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen,
wie in gleichartigen Verfahren ohne mündliche Verhandlung. Eine höhere
Entschädigung erscheint nicht ausgewiesen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG