Decision ID: ffb9815c-9c7e-50f5-9785-2b7d9443718f
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich am 2. Dezember 2013 unter Hinweis auf eine gesundheitliche
Beeinträchtigung infolge epileptischer Anfälle zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 2). Der Versicherte war zuvor vom 1. Januar 2008 bis
31. August 2011 bei der B._ AG als Betriebsmitarbeiter angestellt gewesen (IV-act.
10).
A.a.
Dem Bericht der Klinik für Neurologie des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) vom 2.
Mai 2011 an den Hausarzt Dr. med. C._, Facharzt Allgemeine Innere Medizin, waren
die folgenden Diagnosen zu entnehmen gewesen: Epilepsie mit einfach-, komplex-
partiellen und sekundär generalisierten Anfällen bei zweimaligen Grand Mal-Anfällen
aus dem Schlaf heraus, seit ca. vier Jahren intermittierende Auren mit Angstgefühlen
mit teilweiser Bewusstseinsstörung sowie episodischem Spannungskopfschmerz (IV-
act. 18-29 f.)
A.b.
Im ärztlichen Bericht zur Eingliederung vom 3. Februar 2014 hielten die
behandelnden Ärzte der neurologischen Klinik des KSSG eine Epilepsie mit
dyskognitiven und bilateral-tonisch-klonischen Anfällen mit Erstdiagnose im Jahr 2011
und Erstmanifestation im Jahr 2007 und aktuell keiner Anfallsfreiheit fest. Aufgrund der
Epilepsie würden Einschränkungen für Arbeiten in grossen Höhen, auf Leitern und
Gerüsten bestehen, weiter seien Arbeiten mit schweren und potenziell eigen- oder
fremdgefährdenden Maschinen zu meiden. Aufgrund der generellen Fahruntauglichkeit
im aktuellen Zeitpunkt komme das Führen motorisierter Fahrzeuge ebenfalls nicht in
Frage. Über das zeitliche Ausmass der täglichen Arbeitsfähigkeit könne erst nach einer
neuropsychologischen Untersuchung der vom Versicherten berichteten kognitiven
Defizite eine Aussage getroffen werden. Eine verkürzte tägliche Arbeitszeit, auch
A.c.
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infolge der Fatiguesymptomatik, sei jedoch wahrscheinlich (IV-act. 18-1 f.). Mit
Nachtrag vom 5. März 2014 hielten die behandelnden Ärzte zudem fest, dass geregelte
Arbeitszeiten mit ausreichend Nachtschlaf einzuhalten seien, Schichtarbeit ungünstig
sei sowie Nachtarbeiten zu vermeiden seien (IV-act. 25).
Mit Vorbescheid vom 24. Februar 2014 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Abweisung des Antrags auf berufliche Massnahmen und Rentenleistungen in Aussicht
(IV-act. 22). Mit Einwand vom 29. April 2014 beantragte der Versicherte, vertreten
durch die Procap St. Gallen-Appenzell, weitere Abklärungen betreffend die
Restarbeitsfähigkeit. Er reichte zudem einen Austrittsbericht des Schweizerischen
Epilepsie-Zentrums Zürich (nachfolgend: EPI-Klinik) vom 18. Februar 2014 (IV-act. 28-7
ff.) ein und berichtete von weiteren geplanten medizinischen Abklärungen (IV-act. 28-1
f.). Daraufhin wiederrief die IV-Stelle am 11. Juni 2014 den Vorbescheid vom 24.
Februar 2014 (IV-act. 31).
A.d.
In der Folge nahm die IV-Stelle die Eingliederungsberatung auf
(Assessmentprotokoll vom 11. August 2014, IV-act. 42; Mitteilung vom 20. Oktober
2014 betreffend Arbeitsvermittlung, IV-act. 49). Vom 17. Juni bis 16. September 2015
hatte der Versicherte einen Arbeitsversuch in der D._ AG als Mitarbeiter Recovery,
beginnend mit einem Pensum von 50%, absolviert (IV-act. 74 und 68). Eine
anschliessende Festanstellung bei der D._ AG ergab sich jedoch nicht (vgl.
Verlaufsprotokoll Eingliederungsberatung vom 22. Oktober 2015, IV-act. 80-8 und
82-1). Mit Mitteilung vom 30. Oktober 2015 schloss die
IV-Stelle die Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche erfolglos ab (IV-act. 83).
A.e.
Dr. med. E._ vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD), Fachärztin für Allgemeine
Medizin, hielt in ihrer Stellungnahme vom 6. September 2016 nach Einholung und
Prüfung weiterer medizinischer Unterlagen eine Arbeitsfähigkeit von 75%, bei
Verteilung auf ein Arbeitspensum von 75% mit etwas längeren Pausen zur Erholung,
bei einem stabilen Gesundheitszustand fest. Für eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit
auf dem ersten Arbeitsmarkt seien die verordneten Medikamente vom Versicherten
regelmässig einzunehmen (IV-act. 113).
A.f.
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Mit Vorbescheid vom 27. September 2016 kündigte die IV-Stelle dem Versicherten
die Abweisung des Rentenantrages an. Für die Tätigkeit als Betriebsmitarbeiter sowie
andere angepasste Tätigkeiten sei der Versicherte unter Berücksichtigung der
Adaptionskriterien (keine Fahrfähigkeit, keine Tätigkeiten mit Sturzgefahr und mit
gefährlichen Maschinen) 75% arbeitsfähig. Unter Berücksichtigung des
Minderverdienstes resultiere ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad (IV-act. 116).
Mit Einwand vom 28. Oktober 2016 liess der Versicherte über die Procap St. Gallen-
Appenzell geltend machen, dass zwei neuropsychologische Abklärungen vorliegen
würden, welche beide objektiv mittelschwere kognitive Funktionsstörungen festhielten.
Die behandelnden Ärzte würden von einer Restarbeitsfähigkeit von 50% bei einer
zeitlichen Präsenz von 75% ausgehen. Die vom RAD unterstellte, möglicherweise
unregelmässige Medikamenteneinnahme werde zurückgewiesen. Zudem sei eine
weitere stationäre Abklärung in der EPI-Klinik geplant, weshalb diese abzuwarten sei
(IV-act. 127). Mit Schreiben vom 5. Januar 2017 teilte die Rechtsvertreterin des
Versicherten mit, dass aktuell kein stationärer Aufenthalt in der EPI-Klinik geplant sei,
jedoch eine EEG Long-Term-Ableitung im Kantonsspital St. Gallen vom 9. Januar bis
24. Januar 2017 (IV-act. 129).
A.g.
Nach Würdigung der ärztlichen Stellungnahme der behandelnden Ärzte des KSSG
(IV-act. 135) kam die zuständige RAD-Ärztin am 30. März 2017 zum Schluss, dass auf
die Beurteilung der Klinik für Neurologie abgestellt werden könne und eine verwertbare
Arbeitsfähigkeit von 50% bei einem Pensum von 75% gegeben sei (IV-act. 136).
A.h.
Im Rahmen einer zweiten Anhörung informierte die IV-Stelle die Rechtsvertreterin
über die von ihr getätigten zusätzlichen Abklärungen und gewährte erneut Möglichkeit
zur Stellungnahme zur weiterhin geplanten Abweisung des Rentenbegehrens (IV-act.
138). In der Stellungnahme vom 7. April 2017 hielt die Rechtsvertreterin fest, dass
aufgrund der neuropsychologischen Abklärungen mittelschwere kognitive
Funktionsstörungen vorliegen würden, aufgrund derer nur noch eine Arbeitsfähigkeit
von 37.5% vorhanden sei. Infolge einer therapierefraktären Epilepsie verschlechtere
sich die kognitive Situation mit jedem Anfall zusätzlich. Die letzte neuropsychologische
Abklärung hätte vor drei Jahren stattgefunden. Zudem sei beim Einkommensvergleich
auch der tatsächliche Minderverdienst anzurechnen (IV-act. 139).
A.i.
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Nach der Einholung weiterer medizinischer Unterlagen plante die IV-Stelle zunächst
die Einholung eines polydisziplinären Gutachtens (Neurologie, Neuropsychologie,
Psychiatrie und Allgemeine Medizin; vgl. Strategieprotokoll vom 2. Mai 2017, IV-act.
140). Nachdem im April 2017 jedoch eine neuropsychologische Abklärung
stattgefunden hatte, erachtete der RAD lediglich eine bidsiziplinäre Begutachtung
(Neurologie und Psychiatrie) für notwendig (RAD-Stellungnahme vom 29. Juni 2017, IV-
act. 151). Im Auftrag der IV-Stelle wurde der Versicherte schliesslich durch Prof. Dr.
med. F._, Facharzt Neurologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie, IME
Interdisziplinäre medizinische Expertisen, bidisziplinär (neurologisch und psychiatrisch
am 9. Oktober 2017) abgeklärt (Psychiatrisches Fachgutachten vom 20. November
2017, IV-act. 157-89 ff.; Neurologisches Fachgutachten vom 20. November 2017, IV-
act. 157-4 ff.). Am 8. November 2017 fand im Auftrag von Prof. F._ eine zusätzliche
neuropsychologische Untersuchung bei G._, Fachpsychologin für Neuropsychologie
FSP, statt (IV-act. 157). Dem bidisziplinären Konsens vom 20. November 2017 (IV-act.
157-1 ff.) ist als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine
therapierefraktäre Epilepsie unklarer Ätiologie seit vermutlich 2007 und als Diagnose
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein Verdacht auf eine organisch bedingte
affektive Störung zu entnehmen. Es sei von einer Anfallshäufigkeit von ca. zwei bis drei
epileptischen Anfällen pro Monat auszugehen, die beim Versicherten gemäss
behandelnden Neurologen zu postiktalen neurokognitiven Einbussen von ca. jeweils
zwei bis drei Tagen mit massiver Verlangsamung und Antriebsschwäche führen
würden. Durchschnittlich müsse deshalb an 6.5 von 22 Arbeitstagen (ca. 30% eines
Vollpensums) ein krankheitsbedingter Arbeitsausfall angenommen werden. Es
bestünden qualitative Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit aufgrund der Epilepsie:
keine Tätigkeiten auf Leitern und Gerüsten sowie im Wasser, im Schichtdienst und
Nachdienst sowie solche, bei denen ein Fahrzeug zu steuern oder gefährliche
Maschinen zu bedienen seien. Weiter seien Tätigkeiten mit Verantwortung für Personen
und komplexe Abläufe nicht leidensgerecht. Infolge der eingeschränkten Aussagekraft
des neuropsychologischen Zusatzuntersuches aufgrund einer verminderten Mitwirkung
des Versicherten hätten keine relevanten kognitiv bedingten Einschränkungen
nachgewiesen werden können, welche bei kognitiv einfachen Tätigkeiten zu einer
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führen würden. Gesamthaft bestehe eine
quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 30% (70% arbeitsfähig) bezogen
A.j.
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auf ein Vollpensum in der zuletzt ausgeübten (leidensgerechten) und adaptierten
Tätigkeit. Diese Einschätzung gelte seit der Anmeldung zum Leistungsbezug. Während
der stationären Aufenthalte habe definitionsgemäss eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
gegolten (IV-act. 175-1).
Mit Vorbescheid vom 21. Februar 2018 kündigte die IV-Stelle dem Versicherten
wiederum die Abweisung des Rentenbegehrens an. Infolge der Anfälle bestünden eine
Leistungseinbusse von 30% und eine verwertbare Arbeitsfähigkeit von 70% (IV-act.
163). Im dagegen erhobenen Einwand vom 13. April 2018 mit Ergänzung vom 16. Mai
2018 liess der Versicherte über seine Rechtsvertreterin geltend machen, dass weder
der Versicherte noch der behandelnde Neurologe die Schlussfolgerung der
neuropsychologischen Testung im Gutachten hätten nachvollziehen können. Deshalb
habe der behandelnde Neurologe eine weitere neuropsychologische Testung in der
EPI-Klinik (Klinik H._) angemeldet, welche abzuwarten sei. Zudem sei bei der
Bemessung des Invaliditätsgrades der Minderverdienst zu berücksichtigen und es sei
der maximale Leidensabzug zu gewähren, da er aufgrund der Anfälle immer wieder
krankheitsbedingt ausfalle (IV-act. 169 und 166).
A.k.
Dem Bericht vom 3. September 2018 über die erneute neuropsychologische
Untersuchung vom 28. August 2018 an der Klinik H._ ist zu entnehmen, dass sich
weder aus den Beobachtungen noch aus den Resultaten der
Leistungsvalidierungsverfahren Hinweise für eine verminderte Leistungsmotivation oder
Aggravation hätten finden lassen, so dass von validen neuropsychologischen Befunden
und authentischen neuropsychologischen Beeinträchtigungen auszugehen sei. Die
Beeinträchtigungen liessen sich im Ergebnis im Rahmen der vorliegenden
Grunderkrankung begründen und hätten Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit des
Versicherten (IV-act. 175).
A.l.
In der Stellungnahme vom 29. Oktober 2018 zu den Untersuchungsbefunden der
Klinik H._ verwies Prof. F._ auf die Stellungnahme der Psychologin G._ vom 19.
Oktober 2018, weshalb weiterhin auf die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit im
bidisziplinären Gutachten abgestellt werden könne. Auch in der Untersuchung in der
Klinik H._ hätten bei zweifelhafter Beurteilung der Symptomvalidierungsergebnisse
leichtgradige neuropsychologische Einschränkungen festgestellt werden können, die
A.m.
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B.
mit einer 30%igen Arbeitsunfähigkeit korrekt bewertet worden seien. Es sei an der im
Gutachten festgelegten Arbeitsunfähigkeit von 30% festzuhalten (IV-act. 179).
Im Bericht vom 7. November 2018 gelangte die RAD-Ärztin zum Schluss, es könne
an der bisherigen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit festgehalten werden. Aufgrund
eines stabilen Gesundheitszustandes seien keine weiteren Abklärungen angezeigt (IV-
act. 180).
A.n.
Nach Durchführung einer zweiten Anhörung (vgl. IV-act. 181 und 185) erliess die
IV-Stelle am 4. Januar 2019 eine Verfügung entsprechend dem Vorbescheid. Es sei
keine befristete Rente geschuldet, da bereits im Zeitpunkt des Vorbescheides im
September 2016 von einer 75%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen worden sei. Die
nachfolgenden medizinischen Abklärungen und insbesondere das Gutachten
bestätigten diese hohe Restarbeitsfähigkeit. Betreffend des Minderverdienstes sei
festzuhalten, dass das Einkommen der letzten Jahre jeweils tiefer ausgefallen sei als
der Durchschnittsverdienst gemäss der Lohnstrukturerhebung. Der Versicherte habe
sich freiwillig zu tieferen Konditionen anstellen lassen, weshalb der Minderverdienst
nicht angerechnet werden könne. Ein Leidensabzug könne vorliegend nicht
vorgenommen werden, da die geltend gemachten Einschränkungen (z.B. die
Regenerationszeit nach einem Anfall) bereits in der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
gesamthaft berücksichtigt worden seien (IV-act. 187).
A.o.
Gegen diese Verfügung erhob der nun nicht mehr vertretene Versicherte am 7.
Februar 2019 Beschwerde. Darin beantragt er die Aufhebung der Verfügung vom 4.
Januar 2019 und die Zusprache mindestens einer halben Rente. Zudem stellte der
Beschwerdeführer ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege. Im Wesentlichen macht
er geltend, dass die Gutachter unrechtmässig von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit in
adaptierten Tätigkeiten ausgehen würden, da er aufgrund seiner kognitiven
Einschränkungen rascher ermüde und sich schlechter konzentrieren könne. Zudem sei
die retrospektive Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht möglich. Weiter sei der
Einkommensvergleich anzupassen, da er das unterdurchschnittliche Einkommen nicht
freiwillig akzeptiert habe. Bei der Berechnung des Invaliditätsgrades sei ferner zu
berücksichtigen, dass es für ihn auf dem Arbeitsmarkt schwierig werde eine Stelle zu
B.a.
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finden, infolge der durch die epileptischen Anfälle unplanbaren Krankheitsabsenzen
(act. G 1).
In ihrer Beschwerdeantwort vom 27. März 2019 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Dem bidisziplinären Gutachten
von Prof. F._ komme volle Beweiskraft zu. Die Zweifel am Gutachten durch den
Bericht der Klinik H._ vom 3. September 2018 hätten durch die Stellungnahme der
Gutachter Prof. F._ und der Psychologin G._ vom 19. sowie 29. Oktober 2018
entkräftet werden können. Aus den Akten sei auch keine Verschlechterung des
Gesundheitszustandes seit der Begutachtung ersichtlich und eine solche werde vom
Beschwerdeführer auch nicht geltend gemacht. Betreffend das unterdurchschnittliche
Valideneinkommen hält die Beschwerdegegnerin fest, dass für die freiwillige
Erwirtschaftung eines unterdurchschnittlichen Einkommens keine Gründe ersichtlich
seien. Demnach sei somit ein Minderverdienst anzurechnen bzw. die
Vergleichseinkommen seien zu parallelisieren. Vorliegend lasse sich ein
Minderverdienst in der Höhe von Fr. 19'182.-- bzw. von 28.8% errechnen. Gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung sei lediglich der 5% übersteigende
Minderverdienst zu parallelisieren und somit konkret 23.87%. Es lasse sich folglich ein
parallelisiertes Invalideneinkommen von Fr. 35'413.15 ([Fr. 66'453.-- : (23.87% x Fr.
66'453.--)] x 70%) errechnen. Ins Verhältnis mit dem Valideneinkommen von Fr.
47'271.-- gesetzt, resultiere ein Invaliditätsgrad von 25%. Ein Leidensabzug können
vorliegend nicht gewährt werden, da die invaliditätsfremden Faktoren mittels
Parallelisierung ausreichend berücksichtigt würden und die unplanbaren
Krankheitsabsenzen bedingt durch die epileptischen Anfälle bereits in der 30%igen
Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt worden seien (act. G 5).
B.b.
Am 3. April 2019 wird dem Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtspflege (Befreiung von Gerichtskosten) für das Verfahren vor
Versicherungsgericht entsprochen (act. G 6).
B.c.
Der Beschwerdeführer verzichtet auf eine Replik (act. G 8)B.d.
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Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist ein
Rentenanspruch des Beschwerdeführers.
1.1.
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder
die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a),
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40%
arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40%
invalid sind (lit. c). Gemäss Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) wird unter Invalidität die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit verstanden. Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche
Beeinträchtigung verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die
Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2.
Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person
mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60%, auf eine
halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50%, und auf eine Viertelsrente, wenn sie
mindestens zu 40% invalid ist.
1.3.
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen). Ob einer
versicherungsmedizinischen Expertise oder einem ärztlichen Bericht Beweiswert
zukommt, stellt eine frei überprüfbare Rechtsfrage dar. Diese ist zu bejahen, wenn der
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
1.4.
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2.
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie
der medizinischen Situation einleuchtet und die Schlussfolgerungen der Experten
begründet sind. Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG
eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten
externer Spezialärzte (sogenannte Administrativgutachten) darf voller Beweiswert
zuerkannt werden, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der
Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts
vom 20. August 2018, 9C_86/2018, E. 5.1 mit Hinweisen).
Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 138 V 218 E. 6 mit
Hinweisen). Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob
über den streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen
haben Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche
Abklärungen stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Im Sozialversicherungsrecht hat
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nichts abweichendes vorsieht, nach
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse
Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht.
Die Richterin und der Richter haben vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen,
die sie von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigen
(BGE 126 V 353 E. 5b; BGE 125 V 193 E. 2, je mit Hinweisen).
1.5.
Zunächst ist zu prüfen, ob aufgrund der vorliegenden medizinischen Aktenlage der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers genügend abgeklärt wurde. Die
Beschwerdegegnerin stützt sich auf die im bidsiziplinären Gutachten vom 20.
November 2017 und in der gutachterlichen Stellungnahme vom 29. Oktober 2018
attestierte Arbeitsfähigkeit von 70% in angestammter und in adaptierter Tätigkeit. Der
Beschwerdeführer hingegen bestreitet die Höhe und den zeitlichen Verlauf dieser
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit (act. G 1).
2.1.
Prof. F._ hielt im neurologischen Teilgutachten zum subjektiven
Beschwerdevortrag fest, dass es in den letzten Monaten vor der Begutachtung alle
eineinhalb bis zwei Wochen in der Nacht zu tonisch-klonischen Anfällen gekommen
2.2.
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sei. Nach einem solchen Anfall sei der Beschwerdeführer für zwei bis drei Tage deutlich
verlangsamt sowie desinteressiert, könne den Alltag selbständig nicht mehr
ausreichend bewältigen und fühle sich vermehrt müde sowie kognitiv weniger
einsetzbar (IV-act. 157-74). Aus neurologischer Sicht ziehe die Epilepsie eine
quantitative und qualitative Einschränkung der mittel- und langfristigen Arbeitsfähigkeit
nach sich. Es sei von einer Anfallshäufigkeit von circa zwei bis drei epileptischen
Anfällen pro Monat auszugehen, die beim Beschwerdeführer zu postiktalen
neurokognitiven Einbussen von circa zwei bis drei Tagen mit massiver Verlangsamung
und Antriebsschwäche führe. Dies bedinge einen Arbeitsausfall von minimal vier bis
maximal neun Tagen im Monat. Folglich müsse im Durchschnitt von einem
krankheitsbedingten Arbeitsausfall an 6.5 von 22 Arbeitstagen ausgegangen werden.
Der Beschwerdeführer dürfe zudem keine Tätigkeit auf Leitern und Gerüsten oder im
Wasser ausüben. Tätigkeiten mit Wechselschichten oder Nachtdiensten seien zu
vermeiden, ebenso Tätigkeiten, die das Führen eines Fahrzeuges oder Bedienen von
gefährlichen Maschinen erfordern. Auch Aufsichtstätigkeiten mit Verantwortung für
Personen und komplexen Abläufen seien nicht leidensgerecht. Es bestehe eine 30%ige
Arbeitsunfähigkeit bezogen auf ein Vollpensum in der angestammten sowie in
adaptierten Tätigkeiten, wobei allfällige neuropsychologische Einschränkungen nicht
berücksichtigt worden seien. Diese Einschätzung gelte seit der Anmeldung, für
stationäre Aufenthalte habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden (IV-act. 157-85
ff.).
Im psychiatrischen Teilgutachten berichtete Prof. F._ von Hinweisen auf eine nur
bedingte motivationale Anstrengungsbereitschaft des Beschwerdeführers in der
neuropsychologischen Testung und in der bidisziplinären Untersuchung. Das
Aktivitätenniveau im privaten Kontext scheine deutlich weniger eingeschränkt als die
beruflich geltend gemachten Einschränkungen. Die Diagnosestellung sei erheblich
erschwert gewesen infolge der nur unzureichenden Mitarbeit des Beschwerdeführers
insbesondere in der neuropsychologischen Testung (IV-act. 157-115). Der
psychiatrische Querschnittsuntersuch hätte keine tiefgreifenden Störungen der
Impulsivität oder Affektivität aufdecken können. Es dürfe jedoch nicht daraus
geschlossen werden, dass beim Beschwerdeführer keine kognitiven Einbussen im
Rahmen der Epilepsie vorliegen würden (IV-act. 157-116 f.). Diagnostisch könne nur ein
Verdacht auf eine organisch bedinge affektive Störung gestellt werden, die sich zwar
nicht objektivieren, aber auch nicht gänzlich habe ausschliessen lassen (IV-act.
157-118). Beim Beschwerdeführer lägen keine objektivierbaren Fähigkeitseinbussen
vor, die in der zuletzt ausgeübten und in adaptierten Tätigkeiten eine Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit von mehr als 20% begründen würden. Die Diskrepanz zur
2.3.
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Einschätzung der Arbeitsfähigkeit der behandelnden Ärzte sei damit zu erklären, dass
diese von subjektiven Angaben ausgegangen seien und hierauf ihre Diagnosen und die
Arbeitsunfähigkeitsschätzung fokussierten. Im Gutachten seien solche Störfaktoren
jedoch objektiviert worden (IV-act. 157-120).
Im Bericht zur neuropsychologischen Abklärung hielt G._ Auffälligkeiten und
Inkonsistenzen in den Symptomvalidierungsverfahren und den neuropsychologischen
Tests fest, welche auf eine neuropsychologisch unplausible Symptomproduktion
hinweisen würden und nicht mit wissenschaftlichen Modellen zu pathologischen
Hirnfunktionen erklärbar seien. In mehreren Aufgaben hätte der Beschwerdeführer
aktuell erwartungsgerechte Ergebnisse, in einigen jedoch auch weit unter der
Erwartung liegende Resultate erbracht. Es könne davon ausgegangen werden, dass er
über weite Strecken in der Testung gut mitgearbeitet habe. Insgesamt könne eine
flukturierende und zu einigen Zeitpunkten nicht ausreichende Anstrengungsbereitschaft
jedoch nicht ausgeschlossen werden. Gravierende Gedächtnisstörungen seien jedoch
auszuschliessen und es sei von keinen relevanten kognitiv bedingten Einschränkungen
der Arbeitsfähigkeit in einer kognitiv einfachen Tätigkeit auszugehen. In der aktuellen
Testung sei ein weit unterdurchschnittlicher nonverbaler IQ erhoben worden. Eine
derart niedrige Intelligenz, welche im Bereich einer leichten Intelligenzminderung
anzusiedeln wäre, sei weder mit der Schulbildungsanamnese noch mit dem klinischen
Eindruck in der Testsituation vereinbar. Sie könne auch nicht mit den Folgen der
epileptischen Anfälle erklärt werden. Es sei jedoch nicht auszuschliessen, dass es sich
bei diesen Testresultaten um Folgen einer verminderten Anstrengungsbereitschaft in
der Bewältigung der Testaufgabe handle. In den Voruntersuchungen seien keine
Beschwerdevalidierungen dokumentiert, weshalb diese für die Einschätzungen der
Auswirkungen von kognitiven Funktionsstörungen auf die berufliche Leistungsfähigkeit
nicht geeignet seien. Die in der Voruntersuchung beschriebenen mittelschweren bis
schweren Störungen von Lernen und Gedächtnis hätten sich aktuell nicht objektivieren
lassen. Insgesamt erscheine das kognitive Niveau und die Verhaltensregulation deutlich
weniger stark beeinträchtigt als in der Voruntersuchung beschrieben (IV-act. 157-130
ff.).
2.4.
In der am 28. August 2018 durchgeführten neuropsychologischen Untersuchung in
der Klinik H._ ist von validen Untersuchungsergebnissen berichtet worden, welche
die aktuelle Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers wiedergeben würden. Die
neuropsychologische Untersuchung habe Beeinträchtigungen in attentionalen
Funktionen (insbesondere verlangsamte Verarbeitungsgeschwindigkeit) sowie im
Bereich der episodischen Gedächtnisfunktionen (Beeinträchtigungen im Behalten und
2.5.
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verzögerten Erinnern von verbalen Informationen) ergeben. Überdies hätten sich
Schwierigkeiten bei der Impulskontrolle und geteilten Aufmerksamkeit gezeigt. Weder
aus der Beobachtung noch aus den Resultaten der Leistungsvalidierungsverfahren
hätten sich Hinweise für eine verminderte Leistungsmotivation oder Aggravation
ergeben. Im Vergleich zur gutachterlichen neuropsychologischen Untersuchung zeige
sich ein weitgehend stabiles kognitives Leistungsprofil mit unterdurchschnittlichen
Verarbeitungsgeschwindigkeiten, verminderter Reaktionsgüte im Go/Nogo-Test,
verminderter verbaler Ideenproduktion sowie Abrufleistung von Wörtern und
Rechenfähigkeiten, Schwierigkeiten beim Zeichnen einer Uhr sowie insgesamt
genügenden visuell-räumlichen Gedächtnisleistungen. Die Datenauswertung in der
gutachterlichen neuropsychologischen Untersuchung sei nicht konservativ erfolgt,
sondern im Sinne einer sehr hohen Sensitivität bezüglich Aggravation. Die Daten und
der Verlauf seien jedoch nicht hinreichend vor dem Hintergrund der organischen
Ursachen, d.h. der strukturellen cerebralen Auffälligkeiten, auffälligen
Entzündungsparametern, unvollständigen Anfallskontrolle sowie der antiepileptischen
Polymedikation mit potentiell kognitiver Störwirkungen interpretiert worden. Aus Sicht
der Untersucher der Klinik H._ liessen sich die Beeinträchtigungen im Rahmen der
vorliegenden Grunderkrankung begründen und hätten Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit (Bericht vom 3. September 2018, IV-act. 175-6 f.).
In ihrer Stellungnahme zum Bericht der Klinik H._ hielt die Psychologin G._
fest, dass ihre nicht konservative Auslegung der Daten im Rahmen der gutachterlichen
Untersuchung gerechtfertigt und der Beschwerdeführer ausdrücklich auf seine
Mitwirkungspflicht hingewiesen worden sei. Im Testprofil des Beschwerdeführers
hätten sich zahlreiche Inkonsistenzen und unplausible Testergebnisse zu einem
Leistungsbild addiert, welches nicht mehr als valides Abbild einer authentischen
kognitiven Störung im Rahmen der bekannten organischen Störung interpretiert
werden könne und zumindest partiell von einer verminderten Anstrengungsbereitschaft
hätte ausgegangen werden müssen (IV-act. 179-3). In der Untersuchung der Klinik
H._ hätte der Beschwerdeführer Leistungsverbesserungen und nun normgerechte
Ergebnisse in mehreren Verfahren aufgezeigt, in denen er in der gutachterlichen
Untersuchung unterdurchschnittliche Ergebnisse erbracht hätte. Unter der Annahme,
dass es sich bei der Untersuchung der Klinik H._ um ein valides Testprofil handelte,
wären die Defizite laut aktueller Empfehlung des Berufsverbandes der Schweizer
Neuropsychologen (SVNP) als leichte neuropsychologische Störung einzuordnen und
hätten eine Arbeitsunfähigkeit von 10 bis 30% zur Folge. Im Falle einer kognitiv
einfachen Tätigkeit könne die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im konkreten Fall mit
maximal 20% eingeschätzt werden. Diese Einschränkung von maximal 20% würde in
2.6.
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der im Gutachten vom 20. November 2017 festgelegten Arbeitsunfähigkeit von 30%
aufgehen (IV-act. 179-4 f.). Prof. F._ beschränkte sich in seiner Stellungnahme auf
einen Verweis zur Beurteilung der Psychologin G._ und hielt an der im Gutachten
erfolgten Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit von 30% ohne weitere Ausführungen
oder Begründung fest (IV-act. 179-2).
Der Stellungnahme von Prof. F._ ist zwar nicht zu entnehmen, ob sich die
neuropsychologisch festgestellte Einschränkung zusätzlich auf die Arbeitsfähigkeit
auswirkt. Dies namentlich vor dem Hintergrund, dass er die Arbeitsunfähigkeit von 30%
im neurologischen Gutachten rein aus neurologischer Sicht festgelegt und allfällige
neuropsychologischen Defizite in die 30%ige Arbeitsunfähigkeit explizit nicht
einbezogen hatte (vgl. IV-act. 157-86). Im psychiatrischen Teilgutachten hatte er jedoch
festgehalten, dass den Ergebnissen des neuropsychologischen Teilgutachtens infolge
der verminderten Mitwirkung des Beschwerdeführers beschränkte Aussagekraft
zukomme und keine relevanten kognitiv bedingten Einschränkungen nachgewiesen
worden seien, welche die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer kognitiv
einfachen Tätigkeit beeinträchtigen würden. Zusammenfassend könne nicht
geschlossen werden, dass keine kognitiven Einbussen vorliegen würden. Die
Abschätzung eventuell tatsächlich vorhandener Leistungseinbussen erfolge auf der
Grundlage der auswertbaren Testergebnisse und der Psychopathologie in Kenntnis der
medizinischen Vorberichte (IV-act. 157-119). Auf der Grundlage der medizinischen
Fakten, der Fremdanamnese, der eigenen psychopathologischen Untersuchung und
des neuropsychologischen Zusatzuntersuchs mit Vierfachsymptomvalidierung komme
er zum Schluss, dass beim Beschwerdeführer keine objektivierbaren
Fähigkeitseinbussen vorlägen, die in der zuletzt ausgeübten und in adaptierter Tätigkeit
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von mehr als 20% begründen würden. Da eine
derartige organisch bedingte Störung überdauernd wäre, könnte indirekt
geschlussfolgert werden, dass diese Einschätzung seit Antragsstellung anhaltend
gelte. Die Diskrepanz zur Arbeitsfähigkeitsschätzung der Behandler bestehe darin,
dass diese von subjektiven Angaben ausgegangen seien und hierauf ihre Diagnose
sowie die Arbeitsfähigkeitsschätzung fokussiert hätten. Hingegen seien diese
Störfaktoren im hiesigen Untersuch objektiviert worden (IV-act. 157-120). Dieses
Vorgehen in der Stellungnahme überzeugt, da es rechtsprechungsgemäss
grundsätzlich Aufgabe des psychiatrischen Facharztes ist, die Arbeitsfähigkeit unter
Berücksichtigung allfälliger neuropsychologischer Defizite einzuschätzen (Urteil des
Bundesgerichts vom 12. April 2019, 9C_752/2018, E. 5.3 mit Hinweisen). Prof. F._
kam in seiner psychiatrischen Begutachtung unter Einbezug der nicht validen
Ergebnisse der neuropsychologischen Untersuchung von G._ zum Schluss, dass -
2.7.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 15/20
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3.
wenn auch nicht objektivierbar - Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit im Bereich von
ungefähr bzw. nicht mehr als 20% vorliegen würden. Die neu vorliegende nun valide
neuropsychologische Untersuchung der Klinik H._ kommt zum Ergebnis, dass die
festgestellten Beeinträchtigungen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers hätten (IV-act. 175-7), legt aber deren Umfang nicht fest. Dies holt
G._ in ihrer Beurteilung vom 19. Oktober 2018 nach und leitet gemäss den SVNP-
Empfehlungen, die den Grad der Arbeitsunfähigkeit bei einer leichten
neuropsychologischen Störung von 10 bis 30% einordnen, eine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit von maximal 20% ab. Diese gehe in der im Gutachten von November
2017 festgehaltenen Arbeitsunfähigkeit von 30% auf. Diese Schlussfolgerung
überzeugt ohne weiteres, da die bidisziplinäre Begutachtung die mutmasslich
vorhandenen neuropsychologischen Einschränkungen bereits angemessen
berücksichtigte. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass dem Gutachten von Prof.
F._ genügend Beweiswert zukommt und es die Qualitätskriterien für ein Gutachten
erfüllt (vgl. E. 1.4 vorstehend). Es besteht kein Anlass, bezüglich der medizinisch-
theoretischen Arbeitsfähigkeit von der Einschätzung des Gutachtens abzuweichen.
Gesamthaft durfte die Beschwerdegegnerin von einer um 30% eingeschränkten
Arbeitsfähigkeit für die angestammte sowie für adaptierte Tätigkeiten ausgehen.
Der Gutachter attestierte dem Beschwerdeführer eine Arbeitsunfähigkeit von 30%
in der zuletzt ausgeübten (leidensgerechten) und in einer adaptierten Tätigkeit seit der
Antragstellung. Während die Beschwerdegegnerin diese Einschätzung für den
gesamten relevanten Zeitraum für massgeblich hält, ist der Beschwerdeführer der
Ansicht, der Gutachter könne nicht retrospektiv über die Arbeitsfähigkeit befinden (act.
G 1 und G 5).
3.1.
Gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht ein Rentenanspruch frühestens nach Ablauf
von sechs Monaten nach der Geltendmachung des Leistungsanspruchs. Der
Beschwerdeführer meldete sich am 2. Dezember 2013 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Da der Beschwerdeführer seit April 2011 wegen
der epileptischen Anfälle die neurologische Sprechstunde des KSSG besucht (IV-act.
18-29) und nach Aussage seines Hausarztes seine bisherige Arbeitsstelle aufgrund der
gesundheitlichen Einschränkung per 31. August 2011 kündigen musste (IV-act. 5-4),
erscheint es gerechtfertigt, den Beginn der für das Rentengesuch wesentlichen
Arbeitsunfähigkeit in das Jahr 2011 zu legen (vgl. dazu auch die Stellungnahme des
RAD vom 10. Januar 2014 (IV-act. 17). Unter Berücksichtigung des Wartejahres i.S.v.
3.2.
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Art. 28 Abs. 1 IVG fällt der frühestmögliche Rentenbeginn somit auf den 1. Juli 2014
(Art. 28 Abs. 1 i.V.m. Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG).
Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, das bidisziplinäre Gutachten sei vor
dem Hintergrund der retrospektiven Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht
beweiskräftig, kann ihm nicht gefolgt werden. Betreffend retrospektivem Verlauf der
Arbeitsfähigkeit ist den Akten zu entnehmen, dass es im vorliegend relevanten
Vergleichszeitpunkt der Anmeldung im Dezember 2013 beim Beschwerdeführer zu
zwei bis drei Anfällen pro Monat gekommen sei (vgl. Berichte der behandelnden Ärzte
des KSSG vom 6. August 2013 und vom 2. Dezember 2013, IV-act. 18-8 und 18-6).
Gemäss den Berichten der behandelnden Ärzte vom 10. und vom 27. Juni 2014 ist es
sodann im Jahr 2014 alle zwei Wochen zu Anfällen (IV-act. 39 und 58) und im Jahr
2015 zu einer Anfallshäufigkeit von durchschnittlich zwei bis drei Anfällen pro Monat
gekommen (vgl. Berichte vom 10. Juni 2015, vom 10. und 22. Dezember 2015; IV-act.
69, 91 und 92). Auch im Jahr 2016 ist es gemäss den vorliegenden Arztberichten
durchschnittlich alle zwei bis drei Wochen zu ein bis zwei Grand Mal-Anfällen
gekommen (Berichte vom 9. März 2016, vom 12. Juli 2016, vom 20. Dezember 2016,
IV-act. 96, 105 und 129). Auch im Jahr 2017 sei es alle zwei bis drei Wochen zu ein bis
zwei Anfällen gekommen (Berichte vom 6. März 2017, vom 12. April 2017 vom 19. Juni
2017, IV-act. 134, 135, 149 und 150). Im bidisziplinären Gutachten wird sodann auf S.
86 festgehalten, dass im Durchschnitt von einer Anfallshäufigkeit von circa zwei bis drei
epileptischen Anfällen pro Monat auszugehen sei (IV-act. 157-86). Ein eigentlicher
Anfallskalender, welcher die Daten, Anfallsformen und Häufigkeit der Anfälle des
Beschwerdeführers festhält, liegt nicht bei den Akten, weshalb auf die vorhandenen
Berichte und die darin enthaltene durchschnittliche Anfallshäufigkeit abzustellen ist. Die
Analyse der Anfallshäufigkeit der letzten Jahre bis zum Gutachtenszeitpunkt zeigt, dass
es seit der Anmeldung im Dezember 2013 durchschnittlich alle zwei bis drei Wochen zu
ein bis zwei Anfällen gekommen ist, wobei monatliche Abweichungen nicht
auszuschliessen sind. Betreffend Erholungsnotwendigkeit nach den Anfällen sind den
Akten Erholungszeiten von zwei bis drei Tagen bis zu einer Woche zu entnehmen,
wobei diese Angaben jeweils auf dem subjektiven Beschwerdevortrag des
Beschwerdeführers beruhen. Wenn Prof. F._ im neurologischen Gutachten nach
Kenntnis der Vorakten daraus eine Gültigkeit der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit seit
der Anmeldung bei der IV-Stelle im Dezember 2013 ableitet, so erscheint diese
Beurteilung als nachvollziehbar und schlüssig. Der Beschwerdeführer bringt hiergegen
auch keine weiteren Ausführungen oder fachärztliche Stellungnahmen zur
Arbeitsfähigkeit vor, welche diese Einschätzung in Zweifel ziehen würden. Im
psychiatrischen Gutachten hat Prof. F._ zudem für die attestierte nicht höher als
3.3.
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4.
20%ige Einschränkung festgehalten, dass diese organisch bedingt und deshalb seit
Antragsstellung vorhanden sei (IV-act. 157-120). Die vollständigen Arbeitsunfähigkeiten
während der Spitalaufenthalte waren jeweils von kurzer Dauer (aus den Akten lassen
sich folgende Spitalaufenthalte entnehmen: vom 6. bis 13. Januar 2013 im KSSG, act.
5-5 und 18-17; vom 25. bis 29. Juli 2013 in der Psychiatrischen Klinik I._, vgl. IV-act.
18-12 und 28-8; vom 21. bis 31. Januar 2011 in der EPI-Klinik, IV-act. 18-3 und 28;
vom 2. bis 6. Mai 2016 im KSSG, IV-act. 108; sowie vom 9. bis 16. Januar 2017 im
KSSG, IV-act. 132 und 134).
Zu bestimmen bleibt der Invaliditätsgrad. Die Beschwerdegegnerin nahm in der
Verfügung vom 4. Januar 2019 einen Einkommensvergleich vor und ermittelte einen
Invaliditätsgrad von 2%. Dabei ging sie von einem Valideneinkommen von Fr. 47'271.--
und einem Invalideneinkommen von Fr. 46'517.-- aus (IV-act.162, 187). Mit der
Beschwerdeantwort vom 28. März 2019 führte sie eine Parallelisierung der
Vergleichseinkommen durch und errechnete einen Invaliditätsgrad von 25% unter der
Annahme eines Valideneinkommens von Fr. 47'271.-- und eines parallelisierten
Invalideneinkommens von Fr. 35'413.45 (act. G 5). Der Beschwerdeführer rügt die
fehlende Berücksichtigung des unterdurchschnittlichen Einkommens und beantragt die
Gewährung eines Leidensabzugs (act. G 1).
4.1.
Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Art. 16 ATSG i.V.m. Art. 28a Abs. 1 IVG). Der Invaliditätsgrad ist durch
einen Prozentvergleich (BGE 114 V 310 E. 3a) zu ermitteln, wenn Validen- und
Invalideneinkommen sich nicht hinreichend genau oder nur mit unverhältnismässig
grossem Aufwand bestimmen lassen und in letzterem Fall zudem angenommen werden
kann, die Gegenüberstellung der nach Massgabe der im Einzelfall bekannten
Umstände geschätzten, mit Prozentzahlen bewerteten hypothetischen Einkommen
ergebe ein ausreichend zuverlässiges Resultat (Urteil des Bundesgerichts vom 24.
Januar 2019, 9C_492/2018, E. 4.3.2 mit Hinweisen). Beim Prozentvergleich wird das
ohne Invalidität erzielbare hypothetische Erwerbseikommen mit 100% bewertet,
während das Invalideneinkommen auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz
veranschlagt wird, so dass sich aus der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt
(Urteil des Bundesgerichts vom 4. Februar 2018, 9C-888/2014, E. 2).
4.2.
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Bei der Bemessung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte
Person nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit im Zeitpunkt des
Rentenbeginns tatsächlich verdienen würde, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(BGE 125 V 146 E. 5c/bb). Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu
erfolgen. Dabei wird grundsätzlich am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und
der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft (BGE 135 V 58
E. 3.1). Gemäss dem Fragebogen für Arbeitgebende hätte der Beschwerdeführer bei
einem monatlichen Einkommen von Fr. 3'850.-- ein Jahresverdienst von 46'200.--
erzielt. Aus den eingereichten Belegen der Lohnbuchhaltung wird ersichtlich, dass sich
der Bruttolohn seit dem Jahr 2009 steigerte und zusätzlich Schichtzulagen ausgerichtet
wurden (IV-act. 10). Dem IK-Auszug ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer im
Jahr 2008 bei der B._ AG AHV-pflichtige Einkommen von Fr. 55'996.--, im 2009 von
Fr. 56'819.--, im Jahr 2010 von Fr. 55'521.-- und für die Monate Januar bis August
2011 von Fr. 33'809.-- erzielte (IV-act. 4). Dabei fällt auf, dass der (hochgerechnete)
Jahresverdienst für das Jahr 2011 tiefer ausfällt, als für die vorherigen Jahre. Den Akten
lässt sich nicht entnehmen, weshalb es konkret zu diesem tieferen Jahreseinkommen
gekommen ist und inwiefern dies mit den gesundheitlichen Beschwerden in
Zusammenhang stehe. Den ärztlichen Berichten lässt sich immerhin entnehmen, dass
im Jahre 2011 die Diagnose Epilepsie zum ersten Mal gestellt wurde und ab Mai 2011
gemäss ärztlichem Zeugnis Nachtschichten vermieden werden sollten (IV-act. 5 und
18-29). Somit ist davon auszugehen, dass das Einkommen des Beschwerdeführers im
Jahr 2011 bereits infolge der gesundheitlichen Beschwerden beeinträchtigt war. Da der
Beschwerdeführer sowohl vor als auch nach dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung als Hilfsarbeiter tätig sein kann, während drei Jahren
konstant höhere Einkommen erzielte und insbesondere in Anbetracht seiner familiären
Verpflichtungen (er ist Vater von fünf Kindern) ist nicht davon auszugehen, dass er sich
freiwillig mit einem im Vergleich zum statistischen Hilfsarbeiterlohn niedrigeren
Einkommen begnügt hatte. Somit rechtfertigt es sich, für das Valideneinkommen vom
Tabellenlohn für Hilfsarbeiter auszugehen. Nachdem das Invalideneinkommen auf der
Basis der Tabellenlöhne ermittelt werden kann und die beiden Vergleichseinkommen
somit gleich hoch sind, kann ein Prozentvergleich vorgenommen werden.
4.3.
Zu prüfen bleibt, ob ein sogenannter Tabellenlohnabzug zu gewähren ist. Mit
einem solchen ist zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen,
die selbst bei leichten (Hilfsarbeiter)Tätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll
leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren arbeitnehmenden Personen
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen
rechnen müssen. Sodann wird dem Umstand Rechnung getragen, dass weitere
4.4.
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persönliche und berufliche Merkmale einer versicherten Person, wie Alter, Dauer der
Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie
Beschäftigungsgrad, Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 129 V 481
E. 4.2.3, vgl. auch BGE 134 V 327 E. 5.2). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das
Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen. Der
Abzug ist auf höchstens 25% begrenzt (Urteil des Bundesgerichts vom 20. April 2018,
9C_833/2017 E. 2.2; BGE 134 V 322 E. 5.2).
Neben der reduzierten Arbeitsfähigkeit von 30% treten beim Beschwerdeführer
leidensbedingte Einschränkungen hinzu. Gemäss dem formulierten Zumutbarkeitsprofil
dürfen keine Tätigkeiten auf Leitern und Gerüsten oder im Wasser ausgeübt werden.
Tätigkeiten, die das Führen eines Fahrzeuges oder Bedienen von gefährlichen
Maschinen erfordern, sind ebenfalls unzumutbar. Auch Aufsichtstätigkeiten mit
Verantwortung für Personen und komplexen Abläufen sind nicht leidensgerecht. Der für
den Beschwerdeführer in Betracht fallende Arbeitsmarkt ist sodann erheblich
eingeschränkt. Die betrieblichen Einsatzmöglichkeiten und die auch bei Hilfsarbeitern
von potentiellen Arbeitgebern geforderte Flexibilität werden durch die möglichen
nächtlichen oder frühmorgendlichen epileptischen Anfälle sowie die Vermeidung von
Tätigkeiten mit Wechselschichten und Nachtdiensten (regelmässiger Schlaf-Wach-
Rhythmus erforderlich) weiter eingeschränkt. Dieser Umstand kann somit ebenfalls
einen Einfluss auf die Höhe des Lohnes haben, um im Wettbewerb mit körperlich
gesunden und voll arbeitsfähigen Hilfsarbeitern konkurrenzfähig zu bleiben. Der
Beschwerdegegnerin ist insofern beizupflichten, als regelmässig wiederkehrende
krankheitsbedingte Absenzen vom Arbeitsplatz grundsätzlich bei der Festlegung des
zeitlich zumutbaren Umfangs der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt sind (Urteil des
Bundesgerichts vom 22. Mai 2018, 8C_179/2018, E. 4.2 mit Hinweisen) und dies
vorliegend auch geschah. Diese Regel gilt jedoch gemäss der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung nicht ausnahmslos. Nicht vorhersehbare und schwer kalkulierbare
Absenzen, wie sie durch Krankheitsschübe verursacht werden, können einen
Tabellenlohnabzug rechtfertigen (Urteile des Bundesgerichts vom 21. September 2017,
9C_414/2017 E. 4.3; vom 21. September 2010, 9C_728/2009, E. 4.3.1). Die
epileptischen Anfälle treten gemäss gutachterlicher Feststellung zwar überwiegend
nachts auf, führen jedoch trotzdem zu Arbeitsausfällen von minimal vier bis maximal
neun Tagen pro Monat und zu einer Arbeitsunfähigkeit von durchschnittlich 30% (vgl.
E. 2.2 vorstehend). Da die Anfälle und die damit einhergehenden Arbeitsunfähigkeiten
sehr unregelmässig auftreten, wird ein potentieller Arbeitgeber dieses Risiko von
vermehrten und unplanbaren Ausfällen aufgrund der epileptischen Anfälle mit einer
vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit und/oder zumindest stark verminderten
4.5.
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