Decision ID: 72c6a750-1202-43ec-b80c-6d4b028ec25d
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1966 geborene
X._
war vom
1.
Juli 2005 bis
am
3
1.
März 2011 als Leiter der Abteilung Informatik und Organisation bei der
Y._
angestellt (
Urk.
7/3/8)
, wobei er vom
5.
Mai bis 30.
Novem
ber 2010 zu 100
%
und vom
1.
bis 1
4.
Dezember 2010 zu 50
%
arbeitsunfähig war (
Urk.
7/6/3)
. Ab Mai 2011 arbeitete
er als Projektleiter
beim
Verband Z._
und war dadurch bei der
BVG-Sammelstiftung
A._
berufs
vorsorgeversichert
(
Urk.
7/
21
,
vgl. Urk. 7/14
). Am
8.
April 2013 meldete er sich unter An
gabe eines Burnouts bzw. einer
Depression bei der Sozialver
siche
rungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zur Früherfassung (
Urk.
7/1
) und am
8.
Mai 2013 (Eingangsdatum) zum Leistungsbezug an
(
Urk.
7/6). Die IV-Stelle holte
Berichte
der Privatklinik
B._
, in welcher der
Versicherte vom 2
0.
Juni bis 4.
Oktober 2013
stationär
behandelt
wo
rde
n war
(
Urk.
7/18)
,
und
von
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, und
Dipl.-Psych. FSP
D._
(
Urk.
7/24) sowie einen Arbeitgeberbericht des
Verbandes Z._
(
Urk.
7/21)
, welche
r das Arbeitsverhältnis per 31.
Dezember 2013 gekündigt hatte (
Urk.
7/21/1),
ein
.
In der Folge
erteilte
die IV-Stelle
Kostengut
sprache für eine
vom
3.
bis 2
8.
März 2014 dauernde
Potenzial
abklärung in der
Psychiatrischen
Klinik E._
(
Urk.
7/31,
Urk.
7/44) und
sprach
dem Versicherten
für die Dauer der Abklärung
Taggelder
zu
(
Urk.
7/32,
Urk.
7/38,
Urk.
7/45,
Urk.
7/62). Mit Mitteilung vom
2.
Mai 2014 hielt die IV-Stelle fest, dass sie aufgrund der Resultate der Potenzialabklärung keine weiteren
beruflichen Massnahmen eingeleitet habe, da keine erkennbaren Resso
urcen vorhanden seien, um nächste Schritte im beruflichen Rehabilitations
pro
zess einzuleiten (
Urk.
7/64).
In der Folge holte
die IV-Stelle
einen weiteren Bericht von
Dr.
C._
und
D
ipl.-
P
sych.
D._
(
Urk.
7/67) sowie einen Bericht von
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, (
Urk.
7/72) ein
. Am
9.
Dezember 2014 erstatte
te
Dr.
med.
G._
, Fach
arzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
ein Gutachten zu Händen der
A._
(
Urk.
7/89).
Die IV-Stelle stellte daraufhin mit
Vorbescheid vom 2
4.
Februar 2015
in Aussicht, einen
Anspruch des Versicherten auf Leistungen der Invaliden
versicherung zu vernei
nen
(
Urk.
7/98). Dagegen erhob
dieser
Einwand (
Urk.
7/10
5,
Urk.
7/111) und reichte einen Bericht von
Dr.
med.
H._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psy
cho
therapie, und
Dr.
phil.
I._
, klinischer Psychologe und Supervisor,
beide vom
Medizinisches Z
entr
um
J._
,
ein (
Urk.
7/112,
Urk.
7/113). Die IV-Stelle
zog
daraufhin einen Be
r
i
cht von
Dr.
med. Otmar
K._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, bei welchem der Versiche
r
te seit Oktober 2014 in Behandlung
stand,
bei
(
Urk.
7
/115) und holte
von
Dr.
G._
eine ergänzende Stellungnahme zu den Berichten von
Dr.
K._
und der Fachper
sonen de
s
Medizinischen Zentrums J._
ein (
Urk.
7/116,
Urk.
7/117).
Die IV-Stelle erteilte
a
m 9.
Februar 2016 Kostengutsprache für ein vom 2
2.
Februar bis
2
1.
August 2016
dauernde
s
Aufbautraining bei der
L._
AG (
Urk.
7/124) und
am 1
6.
August 2016 für ein vo
m 2
2.
August 2016 bis 2
1.
Februar 2017
dauerndes
Arbeits
trai
ning bei der
M._
mit einem Job Coaching durch die
L._
AG
(
Urk.
7/138)
.
Sie
richtete dem Versicherten
während der Dauer der Mass
nahme
n
Taggelder aus (
Urk.
7/125, Urk.
7/127,
Urk.
7/139,
Urk.
7/140). Mit Mittei
lung vom
1.
März 2017 hielt die IV-Stelle fest, dass die Voraussetzungen für Arbeitsvermittlung plus erfüllt seien (
Urk.
7/148
) und mit
Mitteilun
g vom 4.
Oktober 2017
(
Urk.
7/115)
erteilte sie Kostengutsprache für ein vom
2.
Oktober 2017 bis 30. März 2018 dauerndes Arbeitstraining
an der
M._
(
Urk.
7/155).
Für die Dauer des Arbeitstrainings sprach die IV-Stelle dem Versicherten ein Taggeld zu
(Urk.
7/156,
Urk.
7/158). Da der Versicherte a
b
dem
2
6.
März 2018 in einem Arbeitspensum von 80
%
bei der
N._
angestellt war (
Urk.
7/160),
erklärte
die IV-Stelle
mit Mit
teilung vom 3
1.
August 2018
die beruflichen Massnahmen
für
erfolgreich abgeschlossen (
Urk.
7/163). Mit Vorbescheid vom
5.
November 2018 stellte
sie
in Aussicht, einen Rentenanspruch des Versicherten zu verneinen (
Urk.
7/168).
Nachdem der Ver
sicherte d
agegen Einwand
erhoben hatte (
Urk.
7/174), holte d
ie IV-
Stelle je einen Bericht von Dr.
K._
(
Urk.
7/180) und von
Dr.
med.
O._
, Fachärztin
FMH für Allgemein Innere Medizin,
ein (
Urk.
7/183).
Mit Verfügung vom 3
0.
Janu
ar
2020 verneinte
sie
einen Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente (
Urk.
2).
2.
Dagegen liess der Versicherte mit Eingabe vom
2.
März 2020
durch Rechts
anwältin Annemarie Gurtner
(
Urk.
1) Beschwerde erheben und beantragen, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die die Beschwerdegegnerin zu ver
pflichten, ihm die gesetzlichen Leistungen der In
va
lidenversicherung auszurich
ten, insbesondere eine unbefristete Rente. In pro
zessualer Hinsicht ersuchte der
Beschwerdeführer um Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels. Die Beschwer
degegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
6.
April 2020 die Abwei
sung der Beschwerde
(
Urk.
6)
, was dem Beschwer
deführer mit Verfügung vom 2
0.
April 2020 (
Urk.
8) unter dem Hinweis, dass das Gericht die Anordnung eines weiteren Schriftenwechsels nicht als erforderlich erachte, es den Parteien jedoch unbenommen bleibe, sich nochmals zur Sache zu äussern und weitere sachbe
zo
gene Unterlagen
einzureichen, angezeigt wurde.
Mit Einga
be vom 17. Juni 2021 (Urk. 9) teilte Rechtsanwältin
Anjushka
Früh mit, dass sie neu den Beschwer
deführer vertrete. Gleichzeitig reichte sie einen Bericht der
Psychiatrie P._
vom 23. April 2021 ein (Urk. 10).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
der
lich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG)
. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Inva
liditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medi
zinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
Übergangsrechtlich ist bedeutsam, dass die vor der Rechtsprechungsänderung eingeholten Gutachten nicht einfach ihren Beweiswert verlieren. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Ge
gebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Ab
stellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält (BGE
141 V 281 E. 8 unter Hinweis auf BGE 137 V 210 E. 6). Mithin ist im konkreten Fall zu klären, ob die beigezogenen Gutachten – allenfalls zusammen mit wei
te
ren fachärztlichen Berichten – eine schlüssige Beurteilung anhand der massgeb
lichen Indikatoren erlauben oder nicht. Je nach Abklärungstiefe und -dichte kann zudem unter Umständen eine punktuelle Ergänzung genügen (vgl. Urteile des Bun
desgerichts 8C_604/2017 vom 15. März 2018 E.
5.2.2 und 8C_
300/2017 vom 1. Februar 2018 E. 4.2).
1.3
1.3.1
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.4
Nach den allgemeinen Regeln des Sozialversicherungsrechts hat der Versiche
rungsträger den rechtserheblichen Sachverhalt abzuklären. Er ist nach dem in Art. 43 Abs. 1 ATSG statuierten Untersuchungsgrundsatz verpflichtet, die not
wendigen Abklärungen von Amtes wegen vorzunehmen und die erforderlichen Auskünfte einzuholen. Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leistungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschieden werden kann (Urteil des Bun
desgerichts 8C_815/2012 vom 21. Oktober 2013 E. 3.2.1).
2.
2.1
Die Beschwerdege
g
nerin ging in der angefochtenen Verfügung vom 3
0.
Januar 2020 (
Urk.
2) davon aus, dass der Beschwerdeführer seit
März 2018 in der freien Wirtsc
h
a
ft in einem 80%-
Pensum
tätig sei.
Es bestehe kein
psychisches Leiden, welches die Arbeitsfähigkeit weitgehend einschränke und somit eine Invalidität begründe.
Ein Einkommensvergleich werde jeweils zum Zeitpunkt des möglichen Eintritt
s
des Versicherungsfalles erstellt. Dabei werde berücksichtigt, wo die versicherte Person bei Gesundheit arbeiten würde. Der Beschwerdeführer sei vor seiner gesundheitlichen Beeinträchtigung und der damit zusammenhängenden Arbeitsunfähigkeit ab April 2013 beim
Verband Z._
als Projekt
le
iter tätig gewesen. Somit stütz
e sie sich zur Festlegung des
Valideneinkommens
auf die Angaben des
Verbandes Z._
. Im Jahr 2012 habe der Be
schwerdeführer
beim
Verband Z._
ein
Einkommen von Fr. 122'900.
--
erzielt. U
nter Berücksichtigung der Nomin
allohnentwicklung
ergebe dies für das Jahr 2020 ein
Valideneinkommen
von
Fr. 128'284.
--
.
2.2
Der Beschwerdeführer liess dagegen im Wesentlichen einwenden
(
Urk.
1)
,
auf das Gutachten von
Dr.
G._
könne nicht abgestellt werden. Nebst der Tatsache, dass gemäss Rechtsprechung nicht auf ein Gutachten abgestellt werden könne, das vor über fünf Jahren erstattet worden sei und damit keine Auskunft über den Gesundheitszustand im massgebenden Verfügungszeitpunkt gebe, überzeuge das Gutachten auch inhaltlich nicht. Aus dem Gutachten sei nicht ersichtlich, wie der Gutachter die beiden Hauptprobleme der Gedächtnis- und Konzentrationsstörung sowie die Belastbarkeit abgeklärt habe. Er komme ohne B
e
gründung
zum Schluss, dass keine Beeinträchtigung vorliege. Gemäss den Leitlinien für versicherungs
psy
chiatrische Gutachten hätte eine Qualifizierung und Quantifizierung von noch möglichen Aktivitäten nach ICF vorgenommen we
rden müssen. Eine leitlinien
gere
chte Einschätzung fehle jedoch gänzlich. Weiter halte der Gutachter fest, dass er
– der Beschwerdeführer -
in seiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit nicht einge
schränkt sei. Aus dieser Aussage gehe nicht hervor, auf welche Tätig
k
eit
der Gut
achter
abstelle. Ausgehend vom Begutachtungszeitpunkt sei er zuletzt beim
Verband Z._
als Projektleiter tätig gewesen. Diese Tätigkeit habe
jedoch
bei Weitem nicht mehr den Anforderungen seiner angestammten Tätigkeit bei der
Y._
entsprochen, welche er vor Krankheitsbeginn innegehabt habe.
Er habe
erstmals im Jahr 2010 eine depressive Episode erlitten. Damals sei er bei der
Y._
angestellt gewesen. Dies sei als seine angestammte Tätigkeit zu betrachten.
Der Verlauf der Eingliederungsmassnahmen zeige, dass es ihm drei Jahre nach
dem der Gutachter
Dr.
G._
eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert gehabt habe, immer noch nicht gelungen sei, seine Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Stelle auf 100
%
zu steigern.
Beim Abschluss des Arbeitstrainings habe nur eine 50%ige Arbeitsfähigkeit erreicht werden könne
n
.
Per 2
6.
März 2018 habe er bei der
N._
eine 80%-Stelle angetreten. Dabei handle es sich um eine angepasste Tätigkeit, die sich vorwiegend auf Routinetätigkeiten be
schränke. Zu berücksichtigen sei
zudem
, dass die behandelnden
Ärzte Dr.
K._
und
Dr.
O._
darauf hinwiesen, dass er auch mit eine
m
80%-Pensum häufig überfordert sei.
Ein 60- bis 70
%
-
Pensum würde seiner Leistungsfähigkeit eher
ent
sprechen. Die Beschwerdegegnerin ignoriere, dass er seine Leistungsfähig
k
eit in angepasster Tätigkei
t
nur auf 80
%
habe steigern können.
Dem vermöge der RAD-Arzt med.
pract
.
Q._
nichts entgegenzuhalten. Wo
bei med.
pract
.
Q._
fachärztlich ohnehin nicht genügend qualifiziert sei, ver
f
üg
e er doch über keine psychiatrische Facharztausbildung. Sodann bestätige er seine Einschätzung vom
5.
Februar 2015, in der er davon ausgegangen sei, dass keine relevante Beeinträchtigung der Arb
eitsfähigkeit bestehe und stell
e gleichzeitig fest, dass lediglich ein 80%-Pensum ausgeübt werden könne. Dam
it widerspreche sich der RAD-Ar
zt selbst.
Ohne Eintritt des Gesundheitsschaden
s
wäre er mit überwiegender Wahrschein
lichkeit immer noch bei der
Y._
als Mitglied des oberen Kaders tätig. Gemäss der letzten Lohnabrechnung habe sein Monatslohn Fr. 12'916.
--
betragen, woraus ein Jahreslo
hn von Fr. 167'980.
--
resultiere. Weiter sei auch die überwiegend
wahrscheinliche Lohnentwicklung zu berücksichtigen. Mitarbeiter einer ver
glei
ch
baren Position in der höchsten Kaderstufe und mit der gleichen Anzahl Dienst
jahre verdienten bei der
Y._
im Schnitt Fr. 173
'
000.--- bis Fr. 250'000.--. E
r
hätte mit überwiegender Wahrscheinlichkeit einen Lohn von über Fr. 200'000.
--
erzielt. Dieses
V
a
lideneinkommen
sei seinem Einkommen
bei der
N._
von
F
r
. 100'000.
--
gegenüberzuste
l
len
. Daraus ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 50
%
. Im Übrigen sei darauf hinzuweisen, dass selbst wenn auf den zuletzt erzielten Lohn bei der
Y._
abgestellt würde, eine Einkom
mens
einbusse von Fr. 67'980.
--
und damit ein rentenbegründender Invaliditätsgrad von 40
%
resultiere.
3.
3.1
Dr.
med.
R._
, Oberarzt, und
Dr.
med.
S._
, Assistenz
ärztin, von der Privatklinik
B._
, in welcher der Beschwerdeführer vom 2
0.
Juni bis
4.
Oktober
2013 in
stationärer Behandlung war, nannten mit Aus
trittsbericht vom 2
2.
Oktober 2013 (
Urk.
7/18) als Diagnosen:
-
mi
ttelgradige depressive Episode bei rezidivierender depressiver Störung (ICD-10 F33.1)
-
l
ithiuminduziert
e (iatrogene) latente Hypothyre
ose
-
Hypercholesterinämie
-
Neurodermitis
Der Beschwerdeführer sei bei der Invalidenversicherung angemeldet und es wäre sinnvoll, wenn ihm nach entsprechender Abklärung eine IV-gestützte berufliche Integrationsmassn
a
hme zukommen würde. Ein ambulantes A
r
beitstraini
n
g zur Einschätzung der Belastbarkeit und zur Einschätzung des Ausmasses seiner aktu
ell noch eingeschränkten kognitiven Fäh
igkeite
n (mit Konzentrations- und teils Gedächtnisstörungen) werde ihrerseits empfohlen. Im Sinne
eines
B
e
rufs
orien
tierungs-Coaching
s
könnten zudem
die
Kompetenzen, Ressourcen und Fähig
keiten
des Beschwerdeführers
herausgearbeitet werden und
das
für ihn richtige bzw. zu empfehlend
e
Stellenprofil (auch in Anbetracht seiner rezidivierenden depressiven Störung) erstellt werden.
Im Rahmen der depressiven Erkrankung habe der Be
schwerdeführer gemerkt, dass seine analytischen Fähigkeiten teils reduziert seien, er nicht mehr so schnell komplexe Zusammenhänge erfassen könne und auch seine planerischen Fähigkeiten reduzie
rt seien. E
r
habe Konzen
tration
sprobleme und eine reduzierte Belastbarkeit. Das permanent Unvorherge
sehene in der bishe
rigen Projektarbeit mit Zeit
-
und Kostendruck habe ihm zu
nehmend Schwierig
keiten bereit
et
. Auch seien ihm dann kreative Lösungswege weniger eingefallen. Ein exaktes Arbeit
en
sei ihm schwerer gefallen und er habe gehäuft Fehler ge
macht. Sie
hätten
den Beschwerdeführer in deutlich gebessertem und stimmungs
stabilem Zustand nach Hause
entlassen
. Es sei gegebenenfalls abzuwägen, ob der Beschwerdeführer mittelfrist
ig
eine Stelle im Teilzeit-Pensum anstreben könn
t
e, welche ihm genügend Zeit zur Regeneration bieten würde. Die
Dres
.
R._
und
S._
attestierte
n
dem Beschwerdeführer vom 2
0.
Juni bis 3
1.
Oktober 2013 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
3.2
Dr.
C._
und
D
ipl.
-P
sych.
D._
nannten mit Bericht
an
die Beschwerdegegnerin
vom 1
8.
Dezember 2013 (
Urk.
7/24) als Diagnosen mit Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
-
rezidivierende depressive Störung mit somatischem Syndrom, gegen
wärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.11)
,
seit Jugend
-
k
ombinierte Persönlichkeitsstörung mit anankastischen und depressiven Zügen (ICD-10 F61.0) seit Jugend
-
Verdacht auf ADS seit Kindheit
Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit führten sie
eine l
ithiuminduzierte (iatrogene) latente Hypothyreose,
eine Hypercholesterinämie und eine
Neurodermitis
an
.
Der Beschwerdeführer berichte
,
seit Jugend eine Tendenz zu hohen Leis
tungs
zielen, Überforderungserleben, Aufmerksamkeitsdefizite
n
und depressive
r
Ver
stim
mung
zu haben
. Laut Fremdanamnese der Ehe
frau
seien zuerst während der Wintermonate depressive Ver
stimmungen mit geringem Antrieb und
in den letzten Jahren anhaltende depressive
Verstimmungen beobachtet worden. Der Beschwerdeführer
berichte
über
zunehmende Überforderungsgefühle und Schl
af
losigkeit seit acht Jahre
n
und
eine psychische Dekompensation mit Burnout
im Jahr 201
0.
Es sei ein Klinikaufenthalt in
T._
, jedoch keine völlige Remission der depressiven Symptome
erfolgt
. Beim ber
uflichen Wiedereinstieg beim Verband Z._
habe
der Beschwerdeführer
im Hinblick auf die psy
chische Vulnerabilität bewusst eine Stellung mit weniger Verantwortung gewählt. E
s
sei eine erneute Überforderung und psychische Dekompensation im April 2013 erfolgt. Seither beste
he eine 100
%
ige
Arbeitsunfähigkeit. Es sei bisher zu keiner Remission der depressiven Symptome gekommen. E
s
könne ab Frühling 2014 im Rahmen der beruflichen Eingliederung der Invalidenversicherung mit eine
r
Wiederaufnahme einer beruflichen Tätigkeit in einem Umfang von 20 bis 30
%
gerechnet werden.
3.3
Dr.
C._
und
Dipl.-P
sych.
D._
führten mit Bericht
an die Be
schwerdegegnerin
vom 2
1.
Mai 2014 (
Urk.
7/67) die gleichen Diagnosen wie im
Bericht vom 1
8.
Dezember 2013 an. Sie attestierten dem Beschwerdeführer seit d
em 1
8.
April 2013 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit und erklärten, dass nach erfolg
ter psychischer Stabilisierung die Weiterführung der beruflichen Einglie
derung durch die Invalidenversicherung geplant sei. Aufgrund des schleppenden Heilver
laufs sei der Zeitpunkt jedoch derzeit ungewiss.
3.4
Dr.
F._
hielt mit Bericht an die Beschwerdeg
egnerin vom 1
4.
Juni 2014 (Urk.
7/72) als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine De
pression mit Persönlichkeitsstörung und einen Verdacht auf ein ADS seit Kindheit fest. Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nannte er: Hyperlipidämie, Neurodermitis speziell an Händen und Füssen seit 2006, Status nach Appendektomie 2003, Status nach
Hernienplastik
beidseits mit etwa 20 Jahren, Status nach
Hernienplastik
beidseits 1999 und Status nach unklaren Thoraxschmerzen bei V
er
dacht auf Pleuritis/Perikarditis 199
8.
Der Beschwerde
führer habe seit März 2010 primär über Schlafstörungen und Auftreten von Hand- und Fussekzemen/Neurodermitis bei Verdacht auf psychische Genese ge
klagt. Dann
sei es zusätzlich zu Magen-Darm-Problemen mit intermittierend
en
Diarrhoen
gekommen
. Im Verlauf der Zeit habe sich das Vollbild einer Depres
sion/psychisch-physischen Erschöpfung bei Problemen am Arbeitsplatz gezeigt.
Dr.
F._
attestierte dem Beschwerdeführer von Mai bis November 2010 eine 100%ige, von
1.
b
is 1
4.
Dezember 2010 eine 50%ige und seit dem
4.
April 2013 wieder eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
3.5
Dr.
G._
nannte in seinem Gutachten vom
9.
Dezember 2014 zu Händen der
A._
(
Urk.
7/89) als Diagnose
(
Urk.
7/89/22)
:
-
Neurasthenie (ICD-10 F48.0)
-
b
ei gemäss Akten rezidivierender depressiver Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F33.4)
-
b
ei akzentuierten (narzisstisch, übergenau, emotional expressiv) Per
sön
lichkeitszügen (ICD-10 Z731.1)
Anlässlich der aktuellen Untersuchung am 1
8.
November 2014 seien die objek
tivierbaren psychopathologischen Befunde gar nicht bis sehr gering ausgeprägt. In der Interaktion sei der Beschwerdeführer narzisstisch (ich bezogen), emotional expressiv und übergenau. Im Affekt sei er klagsam. Eine Verdeutlichungstendenz sei vorhanden. Auch mit Hilfe der MADRS könne kein klinisch relevantes de
pressives Syndrom bestätigt werden. Zudem seien ausdrücklich keine objektive
n Defizite in den Bereichen mn
estische Funktionen (Auffassung, Aufmerksamkeit, Konzentration, Merkfähigkeit, Gedächtnis) und for
maler Gedankengang zu erkennen.
In den Akten werde ein depressives Syndrom des Beschwerdeführers mit Arbeits
unfähigkeit im
Jahr
2010 und ab April 2013 genannt. Trotz aller (aus gut
ach
terlicher Sicht) Mängel der (vor allem für 2010 und nach Oktober 2013) vor
liegenden Dokumente sei retrospektiv mit überwiegender Wahrscheinlichkeit da
von auszugehen, dass der Beschwerdeführer im Jahr 2010 und zwischen April und Oktober 2013 an einer depressiven Episode gelitten habe, die aufgrund der damit verbundenen Defizite zur jeweils ärztlich attestierten Arbeitsunfähigkeit geführt habe. Diese beiden depressiven Episoden seien remittiert (ICD-10 F33.4). Die hierzu widersprüchlichen Berichte ab Oktober 2013 seien nur teilweise ver
wertbar und/oder nicht nachvollziehbar. Es könne auf die darin dokumentierten Meinungen nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit abgestellt werden (keine ausreichenden objektiven tatsächlichen psychopathologischen Befunde, keine kritische differenzierte Stellungnahme zu krankheitsfremden Einflüssen, teilweise widersprüchliche Angaben und anderes mehr).
Die IC
D-10 Kriterien einer de
pressiven Ep
isode (gemäss F32
/F33) seien nicht (mehr) erfüllt
. Insbesondere die Eingangskrit
er
i
en der Kategorie sei
e
n ab Oktober 2013 nicht mehr als erfüllt
anzuerkennen. Der Schweregrad erreiche nicht (mehr) das notwendige Ausmass. Beim Beschwerdeführer bestünden keine der genannten Sy
mptome in ausrei
chen
der Schwere beziehungsweise
in ausreichender Länge, um eine lang dauernde depressive Episode zumindest leichten Grades diagnostizieren zu können. Die subjektiv angegeben
e depressive Verstimmung erklär
e sich vollständig als Teil einer Neurasthenie und begründe alleine nicht ausreichend eine depressive Epi
sode gemäss ICD-10
(
Urk.
7/89/26-28)
.
Aufgrund der subjektiven Angaben des Beschwerdeführers, der vorliegenden Akten
und der eigenen aktuellen Untersuchungsergebnisse könne beim Beschwerde
führer mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ab Oktober 2013 von einer Neura
sthenie gemäss ICD-10 F48.0 ausgegangen werden. Sie sei Folge der depressiven Episode zwischen April und Oktober 2013 bei vorbestehenden akzentuierten Per
sönlichkeitszügen. Darüber hinaus könne aufgrund der Hinweise des Beschwer
deführers (beispielsweise psychosomatische Beschwerden, verschiedene Phasen von Instabilität, kein entsprechendes Selbstvertrauen) plausibel angenommen wer
den, dass eine Neurasthenie auch schon vor 2010 bestanden habe, die aber den erfolgreichen beruflichen (und privaten) Lebenslauf des Beschwerdeführers nicht wesentlich behindert habe
(
Urk.
7/89/28)
.
Die mit der Neurasthenie verbundenen
Defizite seien vom Beschwerdeführer tat
sächlich überwindbar (vgl. vielfältige Teilnahme am sozialen Leben, freiwillige berufliche Tätigkeit, Interesse am sozialen Geschehen – wenn auch alles subjektiv ein
ge
schränkt). Eine weitere Willensanstrengung zur Überwindung der objektiv gar nicht bis sehr gering ausgeprägten und vor allem rein subjektiv beschreib
baren Defizite sei weiterhin zumutbar
(
Urk.
7/89/29)
.
Bei seiner ärztlichen Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit habe er nicht krank
heitsbedingte Aspekte (Verdeutlichungstendenz und psychosoziale Faktoren wie beispielsweise finanzielle Sorgen/Hypothekarschul
den, Lage am Arbeitsmarkt, persönliche Berufswünsche, Krankhe
it des Sohnes, Lebensalter) mit
bedacht und
von
krankheitsbedingten objektivierbaren Befunden abgegrenzt. Diese krank
heits
fremden Gesichtspunkte besässen eine allfällige therapeutische und sozialar
beiterische Relevanz. Sie gingen nicht (weder positiv noch negativ) in die Beur
teilung der medizinisch-theoretischen Zumutbarkeit einer allfälligen Tätig
keit aus psychiatrisch-psyc
hotherapeutischer Sicht mit ein (
Urk.
7/89/2
9
-
30
).
In den Berichten von
Dr.
C._
vom 1
8.
Dez
ember 2013 und vom 3
0.
Januar 2
014 werde unter anderem ein Verdacht auf «ADS seit Kindheit» angeführt. Dabei werde allein auf die Angabe des Beschwerdeführers, e
in Sohn habe ADS, sowie pauscha
l auf eine leichte Beeinträchtigung der Konzentration und der Auffassung im Fall des
Beschwerdeführers selbst hingewiesen. Eine Abgrenzung zur gleich
zeitig postulierten depressiven Störung erfolge nicht. Auch anlässlich der aktu
ellen Untersuchung
habe
der Beschwerdeführer sowohl allfällige spezifische (objektive) Symptome als auch eine entsprechende Selbsteinschätzung
verneint
(
Urk.
7/89/
24-
25).
Die Diagnose kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F61.0) könne schliess
lich auch nicht begründet werden. E
s
lägen keine Belege vor, welche die Ein
gangskriterien der Kategorie als erfüllt annehmen liessen. Im Gegenteil habe der Beschwerdeführer eine kulturell vollständig angemessene schulische, berufliche, persönliche, familiäre und soziale Integration in sehr erfolgreicher Art und Weise bis mindestens April 2013 erreicht. Die akzentuierten (narzisstisch, überge
nau/
anankastisch, emotional expressiv/depressiv) Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1) des Beschwerdeführers stellten Varianten der Norm im Sinne von Eigenheiten der Person dar, die von sich aus alleine keinen Krankheitswert besässen. Persön
lich
keitszüge begründeten zunächst auch keine fehlende Kapazität zur Verarbeitung innerpsychischer Konflikte (
Urk.
7/89/25).
Zusammenfassend b
e
gründe
im Fall des Beschwerdeführers eine N
eurast
heni
e
aus rein medizinischer
Sich
t
keine relevante (mehr als 20%ige) längerfristig
e
Arbeits
unfähigkeit. Es seien aus psychiatrisch-psychotherapeutischer (medizinischer) Sicht auch keine weiteren besonderen Hinweise vorhanden, die schwere Defizite aufgrund eines Gesundheitsschadens und/oder eine Unzumutbarkeit zu deren Überwindung begründen könnten (beispielsweise durch fehlende krankheitsbe
dingte Ressourcen). Diese Einschätzung könne ab Oktober 2013 angenommen werden (
Urk.
7/89
/
30
).
3.6
Pract
. med.
Q._
, Facharzt für Arbeitsmedizin,
vom Regionalen Ärzt
lichen Dien
st (RAD) der Beschwerdegegnerin
erklärte mit Stellungnahme vom
5.
Februa
r 2015 (
Urk.
7/96/3-4), aus versicherungsmedizinischer Sicht erg
ä
ben sich aufgrund der vorliegenden Unterlagen und vor allem auch unter Berück
sichtigung des Gutachtens von
Dr.
G._
folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit: Neurasthenie (ICD-10 F48.0), rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F33.4)
,
und akzentuierte Persönlichkeits
züge (ICD-10 Z73.1). Die bisherige Tätigkeit als Projektleiter sei weiterhin zu
mutbar. Der Beschwerdeführer sei von April bis Oktober 2013 zu 100
%
arbeits
unfähig gewesen. Danach habe wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit be
standen.
3.
7
Dr.
H._
und
Dr.
phil.
I._
vom
Medizinischen Zentrum J._
führten
mit Bericht vom
9.
März 2015 (
Urk.
7/112) als Diagnosen
an
:
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F33.1)
-
kombinierte Persönlichkeitsstörung mit ausgeprägt anankastischen und depressiven Zügen (ICD-10 F61.0)
-
Psoriasis (hausärztliche Behandlung)
Der Beschwerdeführer sei seit dem
4.
April 2013 zu 100
%
arbeitsunfähig.
3.8
Dr.
K._
nannte mit Bericht an die Beschwerdegegnerin vom
1
3.
Juli 2015 (Urk.
7/115) als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.11)
-
kombinierte Persönlichkeitsstörung mit ausgeprägt anankastischen und depressiven Zügen (ICD-10 F61.0)
Dr.
K._
attestierte dem Beschwerdeführ
er vom 2
1.
Oktober 2014 bis 15.
Febru
ar 2015 eine 100%ige, vom 1
6.
Februar 2015 bis 3
1.
Mai 201
5
eine 80%ige und ab dem
1.
Juni 2015 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit. Ein Arbeitsversuch im ge
schützten Rahmen – 50
%
auf vier Tage verteilt mit wenig Zeit-
und
Leis
tungsdruck und wenig Lärm in wechselbelastenden Tätigkeiten
-
wäre dem Be
schwerdeführer seines Erachtens zuzumuten. Es handle sich um psychische Ein
schränkungen mit deutlich verminderter Auffassung, Aufmerksamkeit, Kon
zen
tration sowie Einschränkungen der Funktionen des Arbeitsgedächtnisses. Diese wirkten sich bei der Arbeit im Sinne einer verminderten Belastbarkeit aus. Der Beschwerdeführer arbeite seit Sommer 2014 auf Empfehlung der Berufs
beraterin der
I
n
validenversicherung
im Rahmen freiwilliger Arbeit. Aktuell sei er vier bis sechs Stunden pro Woche tätig.
3.9
Mit Stellungnahme vom 2
2.
Juli 2015 erklärte
RAD-Arzt
pract
. med.
Q._
, es seien die Berichte von
Dr.
K._
sowie von
Dr.
H._
und
Dr.
phil.
I._
Dr.
G._
vorzulegen (
Urk.
7/166/3-4). Unabhängig von der Prüfung des Sach
verhaltes zu
Art.
28 IVG erscheine aus versicherungsmedizinischer Sicht in diesem Fall das erneute Prüfen von beruflichen Massnahmen angezeigt. Laut Be
ri
cht von
Dr.
K._
sei
seit Juni 2015 eine Arbeitsfähigkeit mindestens für
Inte
grationsmassnahmen ausgewiesen. Belastungsprofil: wechselbelastende Tätig
keit, wenig Zeit- und Leistungsdruck, wenig Lärm
.
3.
10
Am
9.
August 2015 nahm
Dr.
G._
zu den Berichten von
Dr.
H._
und
Dr.
phil.
I._
sowie von
Dr.
K._
Stellung (
Urk.
7/117).
Zum Bericht von
Dr.
H._
und
Dr.
phil.
I._
erklärte
er
, anlässlich der Untersuchung des Beschwerde
führers am 1
8.
November 2014 seien ausdrücklich keine objektiven Defizite
in den Bereichen mnestische Funktionen (Auffassung, Aufmerksamkeit, Konzen
tration, Merkfähigkeit, Gedächtnis) und formaler Gedankengang zu erkennen
gewesen
. Zu neuropsychologischen subjektiven und objektiven Befunden, Dia
gno
sen, Therapien und/oder zur Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers aus neuropsychologischer
Sicht
könne er jedoch (formal) aus rein psychiatrisch-psychotherapeutischer Sicht nicht abschliessend Stellung nehme
n
. Es bleibe aber im vorli
e
genden Bericht unklar, o
b
einer der Autoren eine spezial
is
i
erte neuro
psychologische Qualifikation besitze. Bei der Darstellung der Ergebnisse werde zudem eine allfällige Symptomvalidierung nicht dokumentiert. Zur Arbeits
fähig
keit werde nicht differenziert Stellung genommen. Die (psychiatrischen) Diagno
sen würden mit Bezug zum Klassifikationssystem weder beschrieben noch dis
ku
tier
t
. Sie seien nicht kritisch differenziert nachvollziehbar. Die objektiven psy
chopathologischen Befunde liess
en
qualitativ ein depressiv-resigniertes Syndrom knapp nachvollziehen. Der Schweregrad (insbesondere der postulieren «depres
si
ven Episode») bleibe unklar. Im Gutachten vom
9.
Dezember 2014 werde ausführ
lich die Abgrenzung zwischen
«akzentuierten Persönlichkeitszügen» und einer «Persönlichkeitsstörung» jeweils mit Bezug zum ICD-10 diskutiert. Hierzu würden im Bericht von
Dr.
H._
und
Dr.
phil.
I._
keine widersprüchlichen Angaben formuliert. Die
Formulierung «neuropsychologisch vorbestehend laienhaft ermit
tel
t
e erhöhe Werte in SCL-90» sei schliesslich zumindest missverständlich. Eine neuropsychologische Beurteilung im
engeren
Sinne werde im Gutachten vom
9.
Dezember 2014 nicht formuliert. Der Selbstbeurteilungstest SCL-90-R erfasse weder neuropsychologische Befunde noch werde er für eine neuropsychologische Beurteilung im e
ngeren
Sinne genutzt. Und «laienhaft» seien die Angaben (bzw. Ergebnisse/Werte) des Beschwerdeführers insofern, als es sich ausdrücklich um einen Selbstbeurteilungsfragebogen handle.
Zum Bericht von
Dr.
K._
erklärte
Dr.
G._
, die Diagnosen würden mit Bezug zum Klassifikationssystem weder beschrieben noch diskutiert. Sie seien nicht kritisch differenziert nachvollziehbar. Die objektiven psychopathologischen Be
funde liessen qualitativ ein
dyst
hy
mes
Syndrom knapp nachvollziehen. Der Schweregrad (insbesondere der postulierten «depressiven Episode») bleibe unklar. Hinsichtlich Persönlichkeitsstörung führte
Dr.
G._
dasselbe wie zum Bericht von
Dr.
H._
und
Dr.
phil.
I._
aus.
Die beiden Berichte änderten an seiner Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht
s
.
3.
1
1
Mit Stellungnahme vom
4.
März 2019 e
rklärte
RAD-Arzt
med.
pract
.
Q._
(
Urk.
7/195/2-6)
, nach dem Gutachten von
Dr.
G._
seien neue Arztberichte der behandelnden Ärzte des Beschwe
r
deführers eingegangen, welche zu einer anderen Einschätzung der Leistungsfähigkeit gekommen seien. Diese Arztberichte seien
Dr.
G._
zur Stellungnahem vorgelegt worden.
Dr.
G._
gehe in seiner Stellungnahme vom
9.
August 2015 unter Berücksichtigung dieser Arztbericht
e
von einem unveränderten medizinischen Sachverhalt aus und es ergäben sich keine
Änderungen bezüglich seiner Einschätzung der Arbeitsfähigkeit.
Zusam
men
fassend könne somit aus versicherungsmedizinscher Sicht festgehalten wer
den, dass an der RAD-Stellungnah
me
vom
5.
Februar 2015 bezüglich des Ge
sund
heits
zustandes des Beschwerdeführers zum damaligen Zeitpunkt unverän
dert festgehalten werde könne. Ob sich der Gesundheitszustand seit 2015 wes
ent
lich verändert habe
,
sei nicht beurteilbar. Zum aktuellen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers könne aus versicherungsmedizinischer Sicht nicht Stellung genommen werden, da keinerlei aktuelle medizinische Unterlagen vorlägen.
3.1
2
Dr.
K._
erklärte mit Verlaufsbericht zu Händen der Beschwerdegegnerin vom 2
8.
März 2019 (
Urk.
7/180), seit dem 2
6.
März 2018 arbeite der Beschwerdeführer – anfänglich mit einem befristeten Vertrag - bei der
N._
mit einem Pensum von 70 bis 80
%
. E
r
sei dort in der Funktion eines
Sachbearbeiters Zentrale Dienste
a
ngestellt. Beim genannten 80%
-
Pensum zeigten
sich erneut depressive Symptome in Form von Beeinträchtigung von Auffassung, Aufmerksamkeit und Konzentration sowie der übrigen kognitiven Leistungen. Seines Erachtens besteh
e
bei bekanntem extrem hohem Leistungsanspruch die Gefahr, dass durch eine längerdauernde Arbeitsbelastung mit einem 80%
-
Pensum eine erneute depressive Episode ausgelöst werden könn
t
e. Dabei sei zu bedenken, dass der Beschwerdeführer einerseits aufgrund seiner leistungsorientierten Per
sönlichkeit die Arbeit äusserst schätze und die damit verbundene Struktur für sich begrüsse, ander
er
seits die Belastung nur schlecht einschätzen könne. Diesbezüg
lich sei die Prognose
, was die A
r
beitsfäh
i
gkeit
mittelfristig betreffe, äusserst un
gewiss. Der Beschwerdeführer gebe an, zeitweilig beruflich stark überfordert zu sein.
Gegenüber der Zeit vor der Erkrankung (
Y._
bis 2010) bestehe eine deutlich verminderte Belastbarkeit und sei
en
Auffassung, Aufmerksamkeit un
d Konzen
tration beeinträchtigt.
3.1
3
Dr.
O._
nannte mit Bericht an die Beschwerdegegnerin vom
7.
April 2019 (
Urk.
7/183) als Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidi
vierende depressive Störung (ICD-10 F33.0). Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigke
it führte sie einen Vitamin B12-
Mangel, Psoriasis und Gicht an. Der Beschwerdeführer arbeite zurzeit 80
%
, sei jedoch häufig überfordert. Dann habe er Schlaf- und Konzentrationsstörungen und körperliche Symptome. Durch intensive
Therapie beim Psychiater und bei ihr habe eine Verschlechterung aufgehalten werden könne
n
. Prognostisch sehe sie den Beschwerdeführer aber mit einem Arbeitspensum von 70
%
. Sowohl die angestammte als auch eine an
gepasste Tätigkeit seien zu
sechs, maximal sieben
Stunden pro Tag zumutbar. Überforderungen führten zum Entstehen erneuter depressiver Episoden.
3.1
4
Mit Stellungnahme vom
2
9.
April 2019 (
Urk.
7/195/4) erklärte
RAD-Arzt
pract
. med.
Q._
, es könne bis etwa 2015 an seinen Stellungnahmen
vom 5.
Febru
ar bzw. 2
2.
Juli 2015 (vgl. E.
3.6 und E. 3.9)
festgehalten werden. Im weiteren Verlauf sei der Beschwerdeführer dann durch die Invalidenversicherung mit berufl
i
chen Massnahmen im Sinne einer Eingliederung unterstützt worden. Trotz
vom Gutachter
Dr.
G._
attestier
t
e
r
100%igen Arbeitsfähigkeit habe es im Rahmen
der Eingliederungsmassnahmen bis 2018 gedauert, um die Arbeits
fähig
keit des Beschwerdeführers auf dem
1.
Arbeitsmarkt umzusetzen. Für den Zeit
raum der Eingliederungsmassnahmen lägen keine medizinischen Bericht
e
vor, somit könne für diesen Zeitraum auch keine weitere Angabe zur Arbeitsfähigkeit
gemacht
werden, gegebenenfalls könne hier auf die praktisch erreichte Arbeits
fähigkeit im Rahmen der beruflichen Massnahmen abgestellt werden. Aus rein medizin-theoretischer Sicht ergäben sich keine neuen Erkenntnisse für diese
n Zeitraum. Seit März 2018 setz
e der Beschwerdeführe eine 80%ige Arbeitsfähigkeit an einer adäquaten Arbeitsstelle um und sei noch für sechs weitere Monate durch sie begleitet.
Die Berichte von
Dr.
K._
vom 2
8.
März 2019 und
Dr.
O._
vom
7.
April 2019 änderten aus medizin
isch
-theoretischer Sicht nichts an der medizinischen Be
fundlage bezüglich Einschätzung der Arbeitsfähigkeit. In der praktischen Ein
schätzung erreiche der Beschwerdeführer eine maximale Umsetzung seiner Arbeitsf
ähigkeit
von 80
%
, mit einer Einschätzung durch den Behandler, dass in diesem Pensum di
e Gefahr einer erneuten Dekompensation bestehe. Somit ergä
ben sich aus ver
sicherungsmedizinischer Sicht bezüglich der Fragestellung nach
Art.
28 IVG
seit
der RAD-Stellungnahme aus dem Jahre 2015
keine neuen medizin
i
schen Erkennt
nisse. Aufgrund der beschriebenen drohenden Verschlech
terung des Gesundheits
zustandes erscheine es au
s
versicherungsmedizinischer Sicht sinnvoll
–
gege
be
nenfalls unabhängig von der Fragestellung zu
Art.
28 IVG – erneut den Unter
stützungsbedarf bezüglich berufliche
r
Massnahmen zu prüfen.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung
vom 3
0.
Januar 2020
(
Urk.
2)
– wie dargelegt
(E. 2.1)
–
davon aus, dass der Beschwerdeführer in einem
80%-Pensum tätig sei und dabei ein rentenausschliessendes Einkommen erziele.
Hierbei gilt es jedoch zu beachten, dass der Beschwerdeführer erst seit
dem 26.
März 2018 in einem Arbeitspensum von 80
%
für die
N._
tätig ist
(
Urk.
7/160).
Nachdem
er
sich
bereits
am
8.
Mai 2013 (Eingangsdatum)
zum Leistungsbezug angemeldet hatte (
Urk.
7/6), war bzw. ist sein Leistungsanspruch ab November 2013 (
Art.
29
Abs.
1 IVG) beziehungsweise sein Gesundheitszustand ab mindestens November 2012 zu prüfen
(
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG; vgl. auch nachstehend E. 4.
3
)
. Es kann
insbesondere auch aufgrund d
ieses
langen zu beurteilenden Zeitraums
nicht
einfach
gestützt auf die im Ver
fügungszeitpunkt ausgeübte Arbeitstätigkeit rückwirkend auf die Leistungsfähig
keit
während des gesamten massgebenden Zeitraums
geschlossen werden
. Dies gilt vorliegend umso mehr, als
der Beschwerdeführer
vor Stellenantritt während längerer Zeit berufliche Massnahmen der Invalidenversicherung in Anspruch genommen hatte
, namentlich vom 22.
Februar bis 2
1.
August 2016 ein Aufbau
training
bei der
L._
AG (Urk.
7/124),
anschliessend vom 2
2.
August 2016 bis 2
1.
Februar 2017 ein Arbeitstraining bei der
M._
(
Urk.
7/138)
und ab dem
2.
Oktober 2017 bis zum Stellenantritt bei der
N._
erneut
ein Arbeitstraining an der
M._
(
Urk.
7/155)
. Die
L._
AG, welche den Beschwerdeführer im Rahmen der beruflichen Massnahmen betreut hatte,
h
atte
mit Abschlussbericht
betreffend Arbeitstraining
vom 1
3.
Februar 2017
zudem
auch festgehalten
,
dass
der Beschwerdeführer im Rahmen der Eingliederu
ng eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
habe
aufbauen können. Er habe sich stets motiviert gezeigt, die Einglie
derungsziele zu erreichen. Auffallend sei
en
über den gesamten
Massnahme
ver
lauf
hinweg eine erhöhte Erschöpfung, Unsicherheiten in Bezug auf die eigene Leistungsfähigkeit
und ein tiefes Selbstwertgefühl gewesen
. Der Beschwerde
führer sei während des g
esamten Verlaufes therapeutisch
begleitet worden (
Urk.
7/146/4). Nach Einschätzung der
L._
AG erreichte der Beschwerdeführer somit bis Februar 2017 lediglich eine 50%ige Arbeitsfähigkeit.
Wie RAD-Arzt
pract
. med.
Q._
zutreffend fest
hielt (E. 3.14)
,
liegen
für den Zeitraum der Eingliederungsmassnahmen
jedoch
keine medizinischen Berichte
vor
. Dement
sprechend ist auch nicht nachvollziehbar, ob die von der
L._
AG festgehaltene reduzierte Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers durch einen invalidenver
sicherungsrechtlich relevanten Gesundheitsschaden begründet war.
4.2
In seiner abschliessenden Stellungnahme
vom 2
9.
April 2019 (E. 3.14)
erklärte
RAD-Arzt
pract
. med.
Q._
, auf welchen sich die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen stützte,
dass bis etwa 2015 an seinen früheren Stellungnahmen festgehalten werden könne, gemäss welche
n
auf das Gutachten von
Dr.
G._
abgestellt und von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit des Beschwerde
führers ausgegangen werden könne. Gleichzeitig erklärte er aber auch, dass es trotz
von
Dr.
G._
attestier
ter
100%igen Arbeitsfähigkeit im Rahmen der Ein
gliederungsmassnahmen bis 2018 gedauert habe, um die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auf
dem
1.
Arbeitsmarkt umzusetzen. Gegebenenfalls könne für den Zeitraum der beruflichen Massnahmen auf die praktisch erreichte Arbeits
fähigkeit abgestellt werden.
Pract
. med.
Q._
legt
e
in keiner Weise dar, wie es zu erklären sei, dass dem Beschwerdeführer zwar von
Dr.
G._
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit attestiert wurde, er in der Folge jedoch trotz beruflicher Mass
nahmen nicht eine 100%ige Arbeitsfähigkeit realisieren konnte.
Es ist daher unklar, ob die reduzierte Leistung des Beschwerdefüh
rers medizinisch begründet war. Es ist zudem auch nicht nachvollziehbar, dass
pract
. med.
Q._
bis 2015 gestützt auf das Gutachten von
Dr.
G._
von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit ausging, in der Folge jedoch lediglich die tatsächlich realisierte Leistung als massgebend erachten möchte. Eine reduzierte Arbeitsfähigkeit im Vergleich zu Begutachtung wäre einzig bei einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers nach der Begutachtung zu begründen. Eine solche wird jedoch weder von
pract
. med.
Q._
dargetan noch liegen Anhaltspunkte da
für vor. Die Einschätzung von
pract
. med.
Q._
erweist sich somit
als nicht schlüssig
.
4.
3
Soweit die Beschwerdegegnerin – mangels hinreichender medizinischer Abklä
rungen – davon ausging,
dass das vom Beschwerdeführer seit
März 2018
erzielte Einkommen
– unabhängig davon, ob er auch ein noch höheres Einkommen erzielen könnte – ein rentenausschliessendes Einkommen darstellt
, gilt es zu beachten, dass diese Annahme
nur
ohne Weiteres
unter der
Bedingung
zutrifft
,
dass das
Valideneinkommen
gestützt
auf die Tätigkeit des Beschwerdeführers beim
Verband Z._
zu berechnen ist
(vgl. Urk.
7/1
60; vgl. auch
Urk.
7/
21/,
Urk.
7/11
Urk.
7/59)
.
Diese Annahme ist ohne schlüssige Abklärung des medizini
schen Sachverhaltes jedoch nicht zulässig, ergeben sich aus den Akten doch Hinweise darauf,
dass der Beschwerdeführer
die bis
Ende März 2011
ausgeübte Tätigkeit
bei der
Y._
aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste
und diese weiterhin nicht ausüben kann
(vgl. E. 3.4, E. 3.5)
.
4.
4
Nach dem Gesagten
ist eine 80%ige Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zu
mindest nicht für einen längeren Zeitraum durch ärztliche Berichte ausgewiesen
. Die Beurteilung von RAD-Arzt
pract
. med.
Q._
erweist sich zudem als nicht schlüssig.
Auch
gestützt auf die übrigen ärztlichen Berichte
, namentlich auch
gestützt
auf
den Bericht der
Psychiatrie P._
vom 23. April 2021 (Urk. 10) und
das Gutachten von
Dr.
G._
(vgl. E. 3.5)
, welches mehr als fünf Jahre vor dem angefochtenen Entscheid
v
erfasst wurde und somit keine Würdi
gung der
vom Beschwerdeführer
während der beruflichen Massnahmen gezeigten Leistung enthalten und ent
sprechend
auch
keine Auskunft über den Leistungs
fähigkeit des Beschwerde
führers während des gesamten massgebenden Zeitraums
geben kann
(vgl. Urteil
e
des Bundesgericht 8C_551/2015 vom 1
7.
März 2016 E. 6
und
8C_143/2019 vom 2
1.
August 2019 E. 4.1
)
,
lässt sich
die
Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers nicht
für den gesamten zu beurteilenden Zeitraum schlüssig
beurteilen. Der
rechtserhebliche Sachverhalt
wurde daher von der Beschwerde
geg
nerin
ungenü
gend abgeklärt. Die Sache ist
deshalb
an
sie
zurückzuweisen, damit sie die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers für den gesamten mass
gebenden Zeit
raum rechtsgenügend abklärt und hernach, allenfalls nach Vor
nahm
e
erwerblicher
Abklärung
en
, über den Leistungsanspruch des Beschwerde
führers neu befindet.
5
.
5.1
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach de
m Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.
festgelegt. Vorlie
gend sind sie auf Fr.
8
00.
--
fest
zu
setzen.
Die Rückweisung an die Verwaltung gilt nach ständiger Rechtsprechung als voll
ständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb die Gerichtskosten der Be
schwerdegegnerin aufzuerlegen sind.
5.2
Der vertretene Beschwerdeführer hat Anspruch auf eine Prozessentschädigung (§ 34 Abs. 1
des Gesetzes über
das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
).
Diese wird ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
).
Die dem Beschwerdeführer von der Beschwerdegegnerin auszurichtende Prozes
sentschädigung ist unter Berücksichti
gung der genannten Kriterien ermes
sensweise auf Fr. 2’500.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) festzusetzen.