Decision ID: e6766901-0e11-5ad8-9861-fb80d22cb394
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
Z._,
Beschwerdeführerin,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Urs Glaus, Oberer Graben 44, Postfach,
9001 St. Gallen,
betreffend
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Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
Die 1961 geborene Z._ war bei der A._ tätig und dadurch bei der Suva
unfallversichert, als sie am 26. Januar 2004 beim Aussteigen aus dem Bus stürzte. Dr.
med. B._, Uzwil, bestätigte eine Kontusion der linken Schulter und des linken Knies
mit Erstbehandlung am 30. Januar 2004. Der Röntgenbefund ergab keine ossären
Verletzungen an der linken Schulter. Seit dem 25. Februar 2004 arbeitete die
Versicherte wieder zu 50% im bisherigen Beruf als Raumpflegerin (UV-act. 1, 4, 5, 7).
Nach Durchführung von weiteren ärztlichen Behandlungen und Abklärungen, und
nachdem die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis mit der Versicherten auf den 31. Mai
2005 gekündigt hatte (UV-act. 67.1), eröffnete die Suva der Versicherten mit Schreiben
vom 4. Oktober 2005 die Einstellung der Taggeldleistungen auf den 1. November 2005
(UV-act. 106). Nach Vornahme von weiteren Abklärungen verfügte die Suva am 22.
Januar 2007 die Einstellung aller Versicherungsleistungen, da keine
behandlungsbedürftigen Unfallfolgen mehr beständen. Die psychischen Störungen
seien keine adäquatkausale Folge des Unfalls. Es bestehe lediglich eine unfallbedingte
Erwerbseinbusse von 0.23%, weshalb kein Anspruch auf eine Rente gegeben sei. Die
Voraussetzungen für die Ausrichtung einer Integritätsentschädigung seien nicht
gegeben (UV-act. 204). Die hiegegen erhobene Einsprache (UV-act. 210) wies die Suva
mit Einspracheentscheid vom 25. April 2007 ab.
B.
B.a Gegen diesen Entscheid erhob die Versicherte am 25. Mai 2007 Beschwerde mit
den Anträgen, der Entscheid sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu
verpflichten, ihr die mit Verfügung vom 22. Januar 2007 eingestellten
Versicherungsleistungen zu erbringen und die Rentenfrage und die Frage der
Integritätsentschädigung zu prüfen. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die
Restfolgen des Unfalls bezüglich des linken Knies abzuklären und Leistungen zu
erbringen. Die psychischen Beschwerden seien als Unfallfolge zu anerkennen. Zur Zeit
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habe sie starke Schmerzen im Schulterbereich. Die Schulter sei stark geschwollen und
die Schmerzen strahlten in den Nacken und den Hinterkopf aus. Die Ausstrahlungen
seien so stark, dass sie jegliche Aktivitäten meiden und ständig liegen müsse. Die
Schulthess Klinik habe ebenfalls festgestellt, dass es sich um erhebliche Unfallfolgen
handle und die erste Operation keinen Erfolg gebracht habe. Die Beschwerdegegnerin
habe es offenbar absichtlich versäumt, eine umfassende Abklärung der Beschwerden
und des Arbeitsfähigkeitsgrads vorzunehmen.
B.b In der Beschwerdeantwort beantragte Rechtsanwalt Dr. Urs Glaus, St. Gallen, für
die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies er auf
den angefochtenen Entscheid und legte unter anderem dar, dass die Übernahme einer
dritten Operation an der linken Schulter zu Recht abgelehnt worden sei. Das fragliche
Ereignis vom 26. Januar 2004 sei als leichter Unfall zu qualifizieren und die Adäquanz
der psychischen Beschwerden daher ohne weiteres zu verneinen. Selbst wenn das
Ereignis als Unfall der mittelschweren Kategorie qualifiziert würde, wäre die Adäquanz
zu verneinen, da keines der in diesem Bereich zu erfüllenden Kriterien gegeben sei.
Eine weitere Abklärung von angeblichen Kniebeschwerden dränge sich mit Blick auf
die medizinischen Akten nicht auf.
B.c Mit Replik vom 17. September 2007 hielt die Beschwerdeführerin an ihrem
Standpunkt fest und legte zusätzlich dar, sie habe im Dezember 2003 einen Autounfall
erlitten, wobei sie sich die Schulter und das Knie verletzt habe. Obwohl die Schmerzen
ständig vorhanden gewesen seien, habe sie weder bei der Beschwerdegegnerin, bei
welcher sie damals versichert gewesen sei, noch bei der Haftpflichtversicherung
Versicherungsleistungen beantragt. Ob bei diesem Unfall grosse somatische Schäden
entstanden seien, wisse sie nicht, und man habe dies bis heute auch nicht detailliert
abgeklärt.
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 9).

Erwägungen:
1.
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Streitig ist, inwieweit die gesundheitlichen Probleme der Beschwerdeführerin in einem
adäquat-kausalen Zusammenhang zum Unfall vom 26. Januar 2004 stehen bzw., ob ab
22. Januar 2007 (Verfügungsdatum; UV-act. 204) noch behandlungsbedürftige Folgen
dieses Unfalls vorlagen. Streitig ist im weiteren, ob der Beschwerdeführerin eine
Invalidenrente sowie eine Integritätsentschädigung zusteht. Die Beschwerdegegnerin
legte im angefochtenen Entscheid die rechtlichen Voraussetzungen des Vorliegens
eines adäquaten Kausalzusammenhang zwischen Gesundheitsschädigung und in
Frage stehendem Unfall sowie der Bemessung von Invalidenrente und
Integritätsentschädigung zutreffend dar (Erwägungen 2, 4a, 5a, 6a); darauf ist zu
verweisen. Nicht Gegenstand des angefochtenen Entscheids bildet das von der
Beschwerdeführerin in der Replik geltend gemachte Ereignis vom Dezember 2003
(Autounfall), bei welchem sie sich nach ihren Angaben die Schulter und das Knie
verletzte, diesbezüglich jedoch bei der Beschwerdegegnerin bislang keine
Versicherungsleistungen beantragte (vgl. act. G 7). Die Folgen dieses Ereignisses
können somit auch nicht Gegenstand dieses Verfahrens bilden; in diesem Umfang ist
auf die Beschwerde nicht einzutreten.
2.
2.1 Eine Kernspintomographie der linken Schulter der Beschwerdeführerin vom 3. März
2004 zeigte Mikrofrakturierungen älteren Datums, eine partielle intrinsische Läsion im
Bereich der subacromialen Supraspinatussehne sowie eine leichte Traumatisierung des
AC-Gelenks (UV-act. 10). Eine kreisärztliche Untersuchung durch Dr. med. E._ ergab
gemäss Bericht vom 31. August 2004 reizlose Verhältnisse sowohl im Bereich des
linken Knies als auch der linken Schulter. Ab 6. September 2004 sei von einer
Arbeitsfähigkeit von 75% und ab 4. Oktober 2004 von einer vollen Arbeitsfähigkeit
auszugehen (UV-act. 21). Gestützt auf eine MRI-Abklärung der linken Schulter vom 16.
August 2004 bestätigten die Ärzte der Spital Thurgau AG unter anderem einen
Verdacht auf Ruptur der langen Bizepssehne sowie einen Status nach Teilruptur der
Supraspinatussehne (UV-act. 24). Ab 5. November 2004 bestand wieder eine
unfallbedingte volle Arbeitsunfähigkeit (UV-act. 48). Am 11. Februar 2005 erfolgte in der
Schulthess Klinik, Zürich, eine Arthroskopie der linken Schulter. Die Ärzte
diagnostizierten Schulterbeschwerden links bei Status nach Spontanruptur der langen
Bizepssehne und chronischer Tendinopathie, Vernarbung des Bizepsstumpfs und
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mässiggradige Kapsulitis (UV-act. 56). Die Arbeitgeberin kündigte das Arbeitsverhältnis
mit der Beschwerdeführerin auf den 31. Mai 2005 (UV-act. 67.1). Am 12. April und 16.
August 2005 berichteten die Ärzte der Schulthess Klinik über eine Schmerzproblematik
in der linken Schulter und bescheinigten weiterhin eine volle Arbeitsunfähigkeit (UV-act.
78, 96). Am 23. September 2005 teilte Dr. med. F._, Schulthess Klinik, Kreisarzt Dr.
E._ telefonisch mit, er sei entgegen der schriftlichen Bestätigung der Meinung, dass
die Beschwerdeführerin arbeitsfähig sei. Er habe ja geschrieben, dass er sich die
Beschwerden aufgrund der Befunde nicht erklären könne (UV-act. 102). Eine
kreisärztliche Untersuchung durch Dr. E._ ergab gemäss Bericht vom 28. September
2005 eine massive Verdeutlichungstendenz. Es bestünden keine
Schonungszeichen am linken Arm und am linken Knie. Das linke Knie und die linke
Schulter seien klinisch bland und unauffällig. Die Patientin habe unbeobachtet eine
volle Schultergelenksbeweglichkeit. Anrecht auf eine Integritätsentschädigung bestehe
nicht. Die Patientin sei für jede Arbeit, ohne Einsatz des linken Armes über der
Horizontalen und ohne Tragen von Lasten über 20 kg, voll arbeitsfähig; dies sowohl
von Seiten des linken Knies als auch von Seiten der linken Schulter. Ein weiterer
Eingriff an der linken Schulter werde nicht toleriert. Ein chronifiziertes Schmerzsyndrom
und eine psychosoziale Problematik liessen sich nicht operativ korrigieren (UV-act.
104). Hierauf gab Dr. med. G._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie FMH,
Frauenfeld, am 3. Oktober 2005 bekannt, die Patientin klage glaubhaft über starke
Schmerzen mit massiver Einschränkung der aktiven Beweglichkeit. In diesem Zustand
sei die Wiederaufnahme der Arbeit als einfache Arbeiterin nicht denkbar. Therapeutisch
sei eine offene Acromioplastik angezeigt (UV-act. 108).
2.2 Ab 17. September 2004 war die Beschwerdeführerin in Behandlung bei Dr. med.
H._, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Wil. Dieser Arzt bestätigte im
Bericht vom 2. November 2005 die Diagnose einer Anpassungsstörung mit Angst und
depressiver Reaktion gemischt, auf dem Boden einer ängstlichen Persönlichkeit nach
einem Unfall mit Verletzung der Schulter links. Aus rein psychiatrischer Sicht halte er
die Beschwerdeführerin weiterhin für voll arbeitsunfähig. Eine weitere psychiatrische
Behandlung sei notwendig (UV-act. 26.2, 112). Von der Schulthess Klinik wurde am
15. November 2005 wiederum eine volle Arbeitsunfähigkeit bis zum nächsten
Kontrolltermin bescheinigt und unter anderem festgehalten, bei der Untersuchung habe
sich eine deutlich positive subacromiale Impingementsymptomatik gezeigt (UV-act.
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114). Nachdem die Ärzte der Schulthess Klinik eine Schulterarthroskopie empfohlen
und Suva-Arzt Dr. med. I._ die Zustimmung dazu erteilt hatte, fand am 4. September
2006 eine Operation in der Schulthess Klinik statt (UV-act. 126, 132, 136, 142, 166,
167). Dr. H._ bestätigte im Bericht vom 10. Oktober 2006 im Wesentlichen seine
früheren Ausführungen und legte unter anderem dar, die ungünstigen Faktoren
(insbesondere die lang dauernde erfolglose Behandlung der körperlichen
Beschwerden, die zum Teil Folge der spät erkannten posttraumatischen
Veränderungen seien, aber auch der anakastischen Persönlichkeitszüge der
Beschwerdeführerin mit starker Selbstwertproblematik) hätten dazu beigetragen, dass
sich der Zustand chronifiziert und einen invalidisierenden Verlauf genommen habe (UV-
act. 169). Die anschliessende kreisärztliche Abschlussuntersuchung vom 12. Oktober
2006 ergab gemäss Bericht von Dr. med. C._ die Diagnosen von persistierenden
Schulterbeschwerden links bei/mit Status nach posttraumatischer Capsulitis
(umschrieben im antero-inferioren Bereich mit Ummauerung der Scapularissehne,
arthroskopisch gelöst) und bei/mit Status nach Schulterarthroskopie links mit
interartikulärem Débridement des Bizepssehnenstumpfes sowie Resektion der
Vernarbung im Intervall bei Zustand der Spontanruptur der langen Bizepssehne im
Rahmen einer chronischen Tendinopathie der langen Bizepssehne. Die Ärztin legte dar,
für die gezeigte Bewegungseinschränkung und die Kraftverminderung finde sich bei
(bis auf die Bizepssehne) unlädierten Sehnen der Rotatorenmanschette und den nun
operativ gelösten Verklebungen aus rein somatischer, unfallbedingter Sicht keine
hinreichende Erklärung. Die Funktionseinschränkungen könnten somit nur anderweitig,
als schmerzbedingt im Rahmen einer Symptomausweitung, eventuell bei psychischer
Genese, erklärt werden. Indiz für eine Symptomausweitung sei auch der Befund einer
Hand-/Greifschwäche links, die in keiner Weise durch die Schulterläsion oder allenfalls
eine neurologische Läsion erklärt werden könne. Von weiterer physiotherapeutischer
Behandlung sei keine namhafte Besserung mehr zu erwarten; eine Indikation für einen
erneuten operativen Eingriff finde sich nicht. Aus rein somatischer Sicht sei zumindest
eine leichte Tätigkeit, ohne Heben von Gewichten über 5 kg über die Horizontale und
ohne repetitive, monotone Schulterbewegungen und Überkopfarbeiten links, ganztags
zumutbar. Aus rein somatischer, unfallbedingter Sicht liege eine leichte Form einer
Periarthrosis humeroscapularis vor. Eine Integritätsentschädigung sei nicht geschuldet
(UV-act. 177, 178). Dr. G._ bestätigte am 17. Januar und 22. März 2007 seine
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bisherige Beurteilung (UV-act. 206, 218). Dr. med. D._, Facharzt für Neurologie, legte
im Bericht vom 16. März 2007 unter anderem dar, von neurologischer Seite bestehe
zumindest eine qualitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, so dass lediglich leichte
Gegenstände gehoben werden dürften; zudem sollten keine monotonen Arbeiten
erledigt werden. Er gehe im Wesentlichen von einem weiterhin nur schwer
therapierbaren chronischen Schmerzsyndrom aus (UV-act. 217). Dr. med. J._,
Oberarzt Orthopädie, Schulthess Klinik, verneinte in den Berichten vom 18. Oktober
2006 und 13. April 2007 die Notwendigkeit weiterer Massnahmen und von
Physiotherapie (UV-act. 183, 219). Am 12. Mai 2007 verneinte Dr. D._ das Vorliegen
von fokal-neurologischen Defiziten (UV-act. 238). Am 23. Mai 2007 äusserte sich Dr.
B._ zu einer im ABI Basel erfolgten Begutachtung der Beschwerdeführerin. Dem
Bericht liegt eine "Beschwerde" gegen die Begutachtungsstelle vom 21. Februar 2007
bei (UV-act. 242, 245).
3.
3.1 Die Suva-Ärztin Dr. C._ begründete im Bericht vom 12. Oktober 2006
einleuchtend, wieso aus ihrer Sicht die von der Beschwerdeführerin gezeigte
Bewegungseinschränkung und Kraftverminderung in der linken Schulter aus
somatischer, unfallbedingter Sicht keine hinreichende Erklärung finde. Die Ärztin
erachtete zumindest eine leichte Tätigkeit, ohne Heben von Gewichten über 5 kg über
die Horizontale und ohne repetitive, monotone Schulterbewegungen und
Überkopfarbeiten links, ganztags zumutbar (UV-act. 177). Die Berichte von Dr. D._
stehen mit dem Bericht von Dr. C._ insofern in Einklang, als dieser Arzt fokal-
neurologische Defizite verneinte und die Arbeitsfähigkeit - wie Dr. C._ - lediglich als
qualitativ (auf leichte, nicht monotone Tätigkeiten) eingeschränkt erachtete (UV-act.
217, 238). Sodann bezeichnete Dr. J._ die Beurteilung von Dr. G._ (Notwendigkeit
einer weiteren Operation bei weiterhin voller Arbeitsunfähigkeit) als nicht
nachvollziehbar und stimmte ihr dementsprechend nicht zu (UV-act. 230.2). Was
sodann die geltend gemachten gesundheitlichen Probleme am linken Knie betrifft, so
ist vorweg mit der Beschwerdegegnerin festzuhalten, dass diese nicht Gegenstand des
angefochtenen Entscheids bildeten und damit auch in diesem Verfahren nicht
abschliessend geprüft werden können. Dennoch rechtfertigen sich diesbezüglich einige
Bemerkungen: Am 7. Juli 2004 hatte die Beschwerdeführerin dem Suva-Kundenberater
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zu Protokoll gegeben, das linke Knie sei beim Sturz vom 26. Januar 2004 nicht
betroffen gewesen (UV-act. 16). Es ist somit nicht als erstellt anzusehen, dass sie sich
anlässlich des streitigen Unfalls eine Kniekontusion zuzog. Das von Dr. G._ am 9.
März 2004 noch erwähnte posttraumatische Femoropatellarsyndrom (UV-act. UV-act.
8) findet sich sodann in den späteren Berichten dieses Arztes nicht mehr. Am 13.
August 2004 hatte Dr. G._ vermerkt, das linke Knie sei lokal reizlos und frei
beweglich (UV-act. 12f, 22, 27, 29f, 37, 46, 84, 108, 131, 184, 206, 223, 245). Dr. E._
berichtete am 28. September 2005, die klinische Untersuchung durch den Orthopäden
sei, abgesehen von einer leichten Atrophie des Vastus medialis, unauffällig gewesen.
Das linke und das rechte Knie würden eine gute, seitengleiche Stabilität zeigen. Ein
Erguss liege beidseits nicht vor (UV-act. 104.1, 104.2). Dr. B._ legte am 11. Oktober
2005 dar, die Beschwerdeführerin sei aufgrund der Beschwerden im Knie und in der
Schulter in der Schulthess Klinik und bei Dr. G._ in Behandlung. Das linke Knie
wurde jedoch in den Berichten der Schulthess Klinik (UV-act. 56, 78, 96, 114, 126, 132,
136, 166f, 183, 219) nie thematisiert, und gegenüber der Suva-Ärztin Dr. C._
erwähnte die Beschwerdeführerin keinerlei Kniebeschwerden (UV-act. 178.1). Im
vorliegenden Verfahren legte sie nicht einmal dar, inwiefern im Knie-Bereich aktuell eine
Einschränkung bestehe. Ein Anlass für eine weitere Abklärung des linken Knies,
jedenfalls soweit es um Folgen des Unfalls vom 26. Januar 2004 geht, ist daher nicht
ersichtlich. Die Einstellung der Leistungen (Heilungskosten) auf den 22. Januar 2007
(UV-act. 204) lässt sich daher nicht beanstanden.
3.2 Was den Einwand der Beschwerdeführerin betrifft, Dr. E._ sei "wegen
psychischen Beschwerden in den Ruhestand geschickt worden" (act. G 1), ist
festzuhalten, dass Dr. E._ im März 2006 "krankheitsbedingt abwesend" war (UV-act.
139). Dieser Umstand ist als solcher nicht geeignet, die Qualität der Berichte von Dr.
E._ in Frage zu stellen, zumal entsprechende Anhaltspunkte weder aus den Akten
ersichtlich sind noch von der Beschwerdeführerin geltend gemacht werden.
Hinsichtlich des weiteren Einwandes, wonach Frau Dr. C._, die Rheumatologin sei,
"praktisch bei Schulterverletzungen nicht viel zu sagen" habe, ist festzuhalten, dass die
erwähnte Ärztin über einen FMH-Titel im Bereich physikalische Medizin und
Rehabilitation sowie Sportmedizin SGSM verfügt (UV-act. 178.2). Ihre fachliche
Kompetenz, eine Schulterverletzung und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
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zu beurteilen, erscheint daher ohne weiteres ausgewiesen. Ihre Beurteilung wurde
zudem wie dargelegt im Ergebnis durch diejenige des Orthopäden Dr. J._ bestätigt.
3.3 Hinsichtlich der psychischen Beschwerden und der diesbezüglich bestätigten
vollen Arbeitsunfähigkeit (vgl. UV-act. 26.2, 112, 169) kann die Frage der natürlichen
Unfallkausalität, wie nachstehend zu zeigen ist, offen bleiben (vgl. SVR 1995 UV Nr. 23,
S. 68 Erw. 3c). Bezüglich Adäquanz der psychischen Beschwerden gingen die Parteien
beim Unfall vom 26. Januar 2004 mit Sturz auf die linke Schulter und das linke Knie
beim Aussteigen aus einem Bus zu Recht von einem mittelschweren Unfall im
Grenzbereich zu den leichten Ereignissen aus. Dramatische Begleitumstände oder eine
besondere Eindrücklichkeit liegen offensichtlich nicht vor. Die erlittenen Verletzungen
waren im Vergleich zu anderen Fällen (vgl. die Darlegungen im Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts] i. S. R. vom 15. März 2005 [U 214/04]) nicht
besonders schwer oder von der Art her erfahrungsgemäss geeignet, psychische
Fehlentwicklungen auszulösen.
Die versicherte Person hat Anspruch auf die zweckmässige Behandlung (Art. 10 Abs. 1
UVG) der Unfallfolgen für solange, als von ihrer Fortsetzung eine namhafte Besserung
des Gesundheitszustandes erwartet werden kann (Art. 19 Abs. 1 UVG e contrario). Im
Nachgang zum Unfall vom 26. Januar 2004 erfolgten am 11. Februar 2005 und 4.
September 2006 operative Eingriffe an der linken Schulter. Im Bericht vom 12. Oktober
2006 verneinte Dr. C._ das Bestehen weiterer therapeutischer und operativer
Verbesserungsmöglichkeiten und wies darauf hin, dass die Ruptur der Bizepssehne
durch die Orthopäden als Spontanruptur und nicht als unfallbedingt erachtet werde
(UV-act. 177). Die insgesamt rund zweieinhalbjährige Behandlung kann nun zwar nicht
ohne weiteres als kurz bezeichnet werden. Hingegen ist zu beachten, dass es sich bei
der arthroskopischen Schulterrevision in der Schulthess Klinik vom 4. September 2006
um einen "Wahleingriff" handelte, bei welchem die Beschwerdeführerin vorgängig
darauf hingewiesen worden war, dass Schmerzbefreiung nicht garantiert werden
könne. Die Operateure verzichteten damals aufgrund des klinisch blanden Befundes
und insbesondere aufgrund des unauffälligen MR-Befundes auf eine extraartikuläre
diagnostische Bursoskopie (UV-act. 230). Die medizinische Notwendigkeit dieses
letzten Eingriffs war daher teilweise in Frage gestellt. Von einer ungewöhnlich langen
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Dauer der ärztlichen Behandlung bezüglich der somatischen Unfall-Verletzungen lässt
sich auf jeden Fall nicht sprechen. Sodann lagen weder ein schwieriger Heilungsverlauf
noch erhebliche Komplikationen oder eine die Unfallfolgen erheblich verschlechternde
ärztliche Behandlung vor.
Nach dem streitigen Unfall bejahte Suva-Arzt Dr. E._ am 28. September 2005 aus
somatischer Sicht wieder eine volle Arbeitsfähigkeit. Er vermerkte unter anderem eine
massive Verdeutlichungstendenz (UV-act. 104). Danach wurde von Seiten der
Schulthess Klinik für die Zeit vor der Operation vom 4. September 2006 eine erneute
Arbeitsunfähigkeit bestätigt, wobei allerdings auf eine erhebliche
Motivationsproblematik der Patientin mit sekundärem Krankheitsgewinn hingewiesen
wurde (UV-act. 126, 136). Daraufhin bescheinigte Frau Dr. C._ am 12. Oktober 2006
eine volle Arbeitsfähigkeit in einer dem Gesundheitsschaden angepassten Tätigkeit.
Dem späteren Bericht von Dr. J._ lässt sich keine abweichende Beurteilung
entnehmen (UV-act. 219). Die Beschwerdeführerin war bereits seit 17. September 2004
bei Dr. H._ in psychiatrischer Behandlung. Dieser Arzt bestätigte eine psychisch
bedingte Arbeitsunfähigkeit (UV-act. 26.2, 112). Soweit aus den späteren ärztlichen
Berichten eine Arbeitsunfähigkeit hervorgeht, ergingen diese Einschätzungen im
Wesentlichen unter Berücksichtigung der psychischen bzw. der nichtorganischen
Faktoren und der unfallfremden Beschwerden, die vorliegend ausser Acht bleiben
müssen. Nachdem das Schmerzempfinden jedenfalls im späteren Verlauf durch die
psychische bzw. psychosoziale Komponente und die unfallfremden
Gesundheitsbeeinträchtigungen beeinflusst war - Dr. D._ ging, wie bereits Kreisarzt
Dr. E._ (UV-act. 104), von einem schwer therapierbaren chronischen
Schmerzsyndrom aus (UV-act. 217) -, können auch körperliche Dauerschmerzen nicht
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bejaht werden. Aber selbst wenn somatisch
bedingte Dauerschmerzen zu bejahen wären, müsste der adäquate
Kausalzusammenhang zwischen den Unfällen und den psychischen Beschwerden
verneint werden, da lediglich ein erfülltes Kriterium für die Bejahung der Adäquanz
nicht genügt. Für die Bemessung der unfallbedingten Invalidität können
dementsprechend lediglich die unfallbedingten Beeinträchtigungen in somatischer
Hinsicht miteinbezogen werden.
4.
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4.1 Für die Festlegung des Valideneinkommens 2006 von Fr. 52'998.-- ging die
Beschwerdegegnerin von den Angaben der früheren Arbeitgeberin aus (UV-act. 196).
Dieser unbestritten gebliebene Betrag ist nachzustehend zugrunde zu legen.
4.2 Das Invalideneinkommen legte die Beschwerdegegnerin gestützt auf DAP-Zahlen,
d.h. die Arbeitsplätze Nr. 4774, 9980, 8318, 6800 und 2957) in UV-act. 202, mit
Fr. 52'875.-- (Durchschnitt der Durchschnittswerte) fest. Im Hinblick auf die geforderte
Repräsentativität der DAP-Profile und der daraus abgeleiteten Lohnangaben hat die
Beschwerdegegnerin nach der Rechtsprechung, zusätzlich zur Auflage von mindestens
fünf DAP-Blättern, Angaben zu machen über die Gesamtzahl der aufgrund der
gegebenen Behinderung in Frage kommenden dokumentierten Arbeitsplätze, über den
Höchst- und den Tiefstlohn sowie über den Durchschnittslohn der dem jeweils
verwendeten Behinderungsprofil entsprechenden Gruppe. Im Beschwerdeverfahren ist
es Sache des angerufenen Gerichts, die Rechtskonformität der DAP-
Invaliditätsbemessung zu prüfen, gegebenenfalls die Sache an den Versicherer
zurückzuweisen oder an Stelle des DAP-Lohnvergleichs einen Tabellenlohnvergleich
gestützt auf die LSE vorzunehmen (Urteil des EVG vom 28. August 2003 i/S C. [U
35/00] Erw. 4.2.2). Konkret liegen die von der Rechtsprechung geforderten Angaben
vor, zumal die von der Beschwerdegegnerin ausgewählten DAP-Arbeitsplätze den
behinderungsbedingten Einschränkungen der Beschwerdeführerin grundsätzlich
angepasst sind (Heben lediglich leichter Gewichte, keine monotonen Bewegungen).
Zum Vergleich ist das zumutbare Invalideneinkommen anhand der
Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik zu ermitteln und dabei auf
Tabelle 1 (Privater Sektor) Niveau 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) abzustellen.
Zugrunde zu legen sind - wie beim Valideneinkommen - die Zahlen des Jahres 2006.
Die Beschwerdeführerin ist zwar auf leichte Hilfsarbeiten beschränkt, aber sie wäre in
der Lage, ihre Restarbeitsfähigkeit in vielen Branchen zu verwerten, sowohl im Sektor
Produktion als auch im Sektor Dienstleistungen. Auszugehen ist deshalb vom
allgemeinen Durchschnittslohn aller Branchen. Aus der LSE 2006 TA 1 Niveau 4 ist für
Frauen ein Monatssalär von Fr. 4'019.-- ersichtlich. Das hieraus errechnete Jahressalär
von Fr. 48'228.-- basiert auf 40 Wochenstunden und ist auf die betriebsübliche
durchschnittliche Arbeitszeit 2006, d.h. auf 41.7 Stunden, aufzurechnen, woraus sich
ein Betrag von Fr. 50'278.-- ergibt. Es ist nicht davon auszugehen, dass die
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Beschwerdeführerin ihre Erwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt wegen
der Beschränkung auf leichte, nicht monotone Tätigkeiten lediglich mit
unterdurchschnittlichem Erfolg verwerten kann. Ein (unfallbedingter) Leidensabzug
erscheint daher nicht gerechtfertigt. Ein Teilzeitabzug fällt ebenfalls ausser Betracht. Im
Vergleich zum Valideneinkommen von Fr. 52'998.-- ergibt sich eine Erwerbsunfähigkeit
von 5% (abgerundet; zur Prozentgenauigkeit vgl. BGE 130 V 121 Erw. 3.2). Ein
Rentenanspruch ist damit nicht gegeben (Art. 18 Abs. 1 UVG).
5.
In der Beurteilung des Integritätsschadens vom 12. Oktober 2006 gelangte Dr. C._
zum Schluss, aus rein somatischer, unfallbedingter Sicht liege eine leichte Form einer
Periarthrosis humeroscapularis vor. Gemäss Suva-Tabelle 1 (Funktionsstörung an den
oberen Extremitäten) sei somit keine Integritätsentschädigung geschuldet (UV-
act. 177). Angesichts dieser begründeten Stellungnahme besteht kein Anlass für eine
weitere Abklärung des unfallbedingten Integritätsschadens. Ein unfallbedingter Befund
ist ausschliesslich an der linken Schulter medizinisch ausgewiesen. Die
Beschwerdeführerin legte denn auch nicht dar, weshalb aus ihrer Sicht eine
Integritätsentschädigung geschuldet sei. Mit Bezug auf die psychischen Probleme
entfällt mangels Adäquanz auch ein unfallbedingter Integritätsschaden.
6.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde, soweit darauf einzutreten
ist, abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG