Decision ID: 7760599b-5776-4e72-9a6f-dbe07371675f
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1979, arbeitete seit 25. März 2013 als Bauarbeiter bei der Y._ AG und war damit bei der Suva gegen Unfälle versichert. Am 13. August 2014 erlitt er einen Unfall, als er beim
Eingerüsten
nach einem Fehl
tritt aus einer Höhe von etwa 2,5 m abstürzte. Dabei zog er sich ein Polytrauma zu (Radiusfraktur, Commotio cerebri, Kontusion Lendenwirbelsäule [LWS] und Brustwirbelsäule [BWS], Kontusion/Schürfung und Hämatom Unterschenkel links, Rissquetschwunde [RQW] am Kinn, Zahnschäden 21 + 22, Urk. 11/1,
Urk. 11/16/2-3 und Urk. 11/59/3). Am 15. August 2014 erfolgte eine offene Repo
sition und interne Fixation mit Plattenosteosynthese Radius rechts (Urk. 11/15). Bei protrahiertem Heilungsverlauf (Urk. 11/31) erfolgte vom 24. November bis 30. Dezember 2014 eine stationäre Rehabilitation in der Rehaklinik Z._ (Urk. 11/68).
Am 5. Februar 2015 (Urk. 11/74) teilte die Suva dem Versicherten mit, gemäss medizinischer Beurteilung sei die angestammte Tätigkeit als Bauarbeiter nicht mehr möglich, auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt bestehe - in einer näher um
schriebenen Tätigkeit - ab sofort wieder eine volle Arbeitsfähigkeit. Der Schaden
fall werde per 28. Februar 2015 unter Einstellung sämtlicher Versicherungs
leistungen abgeschlossen. Das Taggeld werde dem Arbeitgeber - ohne Präjudiz - während der allfälligen Kündigungsfrist bis am 30. April 2015 ausgerichtet. Am 30. April 2015 (Urk. 11/97) wurde die winkelstabile palmare Platte distaler Radius rechts bei ossär komplett geheilter Fraktur entfernt.
Am 12. Mai 2015 (Urk. 11/101) teilte die Suva dem Versicherten die Weiter
aus
richtung des Taggeldes (100 % ab 30. April 2015, 50 % ab 15. Mai 2015, 0 % ab 22. Mai 2015) sowie die Einstellung sämtlicher Versicherungsleistungen per 31. Mai 2015 mit. Mit Verfügung vom 26. Juni 2015 (Urk. 11/116) lehnte die Suva die Ausrichtung einer Invalidenrente sowie einer Integritätsentschädigung ab. Auf Einsprache vom 27. August 2015 (Urk. 11/126) und 3. November 2015 (Urk. 11/133) hin veranlasste die Suva eine Untersuchung bei Dr. med.
dent
. A._ (Urk. 11/156). Mit Entscheid vom 9. September 2016 (Urk. 2) wurde die Ein
spra
che abgewiesen.
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 9. September 2016 erhob der Versicherte am 13. Oktober 2016 (Urk. 2) Beschwerde mit den folgenden Anträgen (S. 2):
1.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
der SUVA vom 9. September, 2016, Referenz-Nr.: E 1938/15, 08.41829.14.0, sei aufzuheben.
2.
Es seien dem Beschwerdeführer bis zum Erreichen des medizinischen End
zustands weiterhin Taggelder ab Einstellung, d.h. ab 1. Juni 2015, auszu
richten. Anschliessend sei neu zu verfügen, unter Beachtung der gesetzlichen Leistungspflicht inklusive Integritätsentschädigung.
3.
Der Beschwerdeführer sei interdisziplinär (inkl. Zahnheilkunde und HNO-Abklärung) zu begutachten, und es sei eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) durchzuführen.
4.
Es sei ein zweiter Schriftenwechsel durchzuführen.
5.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin.
Es sei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche
Verbeiständung
für das Be
schwerdeverfahren in der Person der Unterzeichnenden einzuräumen.
Am 21. Oktober 2016 (Urk. 5) zog der Beschwerdeführer das Gesuch um unent
geltliche Rechtsvertretung zurück. Die Suva schloss am 3. Februar 2017 (Urk. 10) auf Abweisung der Beschwerde. Im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels hiel
ten die Parteien an den gestellten Anträgen fest (Urk. 13 und Urk. 16).
3.
Mit heutigem Urteil hat das hiesige Gericht im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren betreffend Leistungsansprüche gegenüber der Sozialversiche
rungsan
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, entschieden (Prozess-Nr. IV.2018.00416).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am
9. Novem
ber 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
set
zes
über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallver
siche
rung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am 13. August 2014 ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorüber
geh-enden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine
Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztli
c
hen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicher
ten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3). In diesem Zeitpunkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundes
gerichts 8C_377/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits
fähig
keit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Be
griffes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch
wei
tere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erh
offte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durchführung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbes. auf BGE 134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invali
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kau
sal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis
zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
1.4.1
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.4.2
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamt
wür
di
gung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
-
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
-
körperliche Dauerschmerzen;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109 E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/
aa
).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beur
teilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den
schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr. U 346 S. 428, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.; SVR 1996 UV Nr. 58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie zum Beispiel eine auf
fallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit infolge schwie
rigen Heilungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes beziehungs
weise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Krite
rien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenz
bereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berück
sichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz. Damit
entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu forschen, die möglicher
weise
die psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit mitbegünstigt haben könnten (BGE 115 V 133 E. 6c/
bb
, vgl. auch BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S. 448 ff., 1996 Nr. U 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte zur Begründung des angefochtenen
Einsprache
entscheides
(Urk. 2) aus, in somatischer Hinsicht verblieben Unfallrestfolgen im Bereich des rechten Handgelenks. Die angestammte Tätigkeit als Bauhilfsarbeiter sei nicht mehr vollumfänglich zumutbar. Eine leichte bis mittelschwere Arbeit sei indes ganztags zumutbar (S. 4). Betreffend die geklagten psychischen Beschwer
den mangle es an der Adäquanz (S. 7). Es resultiere keine Einkommenseinbusse und - bei abgeheilter Radiusfraktur - keine Integritätseinbusse (S. 10 und S. 12).
2.2
Der Beschwerdeführer hielt dagegen (Urk. 1), die Zumutbarkeitsbeurteilung, auf welche sich die Beschwerdegegnerin stütze, sei unbegründet. Es sei unver
ständlich, wie er mit extrem starken Handgelenks-, Nacken-, Kopf- sowie Knie
schmerzen einer leichten bis mittelschweren Arbeit nachgehen sollte (S. 5). Sodann sei der medizinische Endzustand nicht erreicht (S. 7). Weiter sei der adä
quate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den psychischen respek
tive organisch nicht nachweisbaren Beschwerden gegeben (S. 9). Schliesslich monierte der Beschwerdeführer den gewährten Abzug vom Tabellenlohn von 5 % und schloss auf einen solchen von 20 % (S. 10 f.). Den Integritätsschaden bezifferte er mit je 25 % betreffend Handgelenk sowie Zahnschaden (S. 11 f.).
3.
3.1
Die am Unfalltag erstbehandelnden Ärzte des Kantonsspitals B._ diag
nostizierten im Arztzeugnis UVG vom 31. August 2014 (Urk. 11/16/2-3) ein Poly
trauma bei Sturz aus 2.5 m Höhe am 13. August 2014 mit intraartikulärer distaler Radiusfraktur rechts, nach volar disloziert, eine Commotio cerebri, Kontusion LWS/BWS, Kontusion/Schürfung und Hämatom Unterschenkel links
prätibial
, RQW am Kinn, Zahnschäden 21 + 22. Das Ganzkörper-Trauma-CT habe keine aktuellen knöchernen
Traumafolgen
am
Neurokranium
, Thorax oder Abdomen und keine Unterschenkelfraktur gezeigt (Urk. 11/27/3).
Es wurde berichtet, gemäss den Arbeitskollegen sei der Beschwerdeführer auf die rechte Seite gefallen mit Anprall des Kopfes und des Gesichts. Beim Eintritt hätten Schmerzen im Ober- und Unterarm rechts sowie im Unterschenkel links bestan
den und eine Wunde am Kinn mit Zahnverletzung der oberen Schaufelzähne. Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes sei er immer wieder eingetrübt gewesen. Der Glasgow-
coma
-
scale
(GCS) Wert habe bei Eintreffen der Rettung 13 betragen, während des Transports bleibend 12-13. Es habe eine retrograde Amnesie für das Ereignis bestanden.
Die Ärzte attestierten eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit bis am 26. August 2014 und verwiesen für die Wiederaufnahme der Arbeit auf die Resultate der Nachkontrolle beim Hausarzt und die Abschlusskontrolle sechs Wochen postope
rativ nach der Radius-Operation.
3.2
Dr. med. C._, leitender Arzt Handchirurgie am Kantonsspital B._, be
rich
tete am 15. Oktober 2014 (Urk. 11/31) über eine Radiusfraktur als einzige
wesentliche Verletzung, welche anlässlich der Computertomographie erhoben worden
sei. Aufgrund multipler Beschwerden im Bereich der Halswirbelsäule (HWS) sei eine MR-Tomographie veranlasst worden (vgl. Bericht vom 9. Oktober 2014, Urk. 11/32). Diese habe keine
Traumafolgen
gezeigt, sondern lediglich degenerative Veränderungen ohne Wurzeleinengung. Auch habe eine
Skaphoid
fraktur
am linken Handgelenk ausgeschlossen werden können. Es sei mit einem erheblich protrahierten Verlauf zu rechnen. Von Seiten der Radiusfraktur könnte der Beschwerdeführer die Hand eigentlich wieder rasch belasten. Aufgrund dessen empfahl er eine stationäre Rehabilitation samt Überwachung der Motivation.
3.3
3.3.1
Die Fachpersonen der Rehaklinik Z._ bestätigten mit Austrittsbericht vom 12. Januar 2015 (Urk. 11/68) die bekannten Diagnosen und verwiesen ergänzend auf ein Röntgen des rechten Handgelenkes vom 25. November 2014, welches ein
intaktes
Osteosynthesematerial
ohne Lockerung gezeigt habe, hingegen eine
Ulnaminusvariante
(3 mm) sowie Erosionen an der MC Basis
Dig
. V und am Os
hamatum
.
Die Ärzte schilderten folgende Pro
bleme b
ei
Austritt
:
Schmerzen und pulsierendes Gefü
h
l
i
m rechten Handgelenk - idem zum Eintritt
, e
ingeschränkte Beweglichkeit: rechtes H
andgel
enk
-
i
d
e
m zum E
i
ntrittsbefund
,
d
ie rechte Hand wird nur ein
geschrän
kt benutzt (dominante
Seite) -
i
dem zum Eintritt, Schmerzen Nacken und
H
i
nterkopfbereich
dauerhaft -
i
dem zum Eintritt
,
Gefühl der Kraftlos
i
gkeit im linken Knie
-
id
e
m zum Eintritt
,
Schmerzen
i
m linken Knie
- idem zum Eintritt
,
Schmerzen unter Belastung
i
m Daumensattelgelenk links - idem zum Eintritt
(S. 1).
3.3.2
Die Fachpersonen führten aus, d
as Ausmass der demonstrierten physischen Ein
schränkungen
la
ss
e
sich mit den objekt
i
v
i
erbaren p
a
tholog
i
schen Befunden der
kl
i
nischen Untersuchung und bildgebenden Abklärung sowie den Diagnosen aus somat
i
sc
h
er Sicht nicht erklären. Es
sei
eine erhebliche Symptomauswe
i
tung beobachtet
worden
.
Im Rahmen der psy
chosomat
i
sche
n Abklärung hätten sich
Symptome wie Gefühlsabstumpf
u
ng und Vermeidung in Bezug auf die Erinne
rung an den Unfall bemerkbar
gemacht
und der
Beschwerdeführer habe
von einer seit dem Unfall bestehenden Lärmempfindlichkeit mit Schreckh
a
ft
i
gke
i
t und Alpträumen
berichtet
. Er hinterl
a
ss
e
einen depress
i
ven Eindruck mit
g
edrückter Stimmung und Freudlos
i
gk
ei
t. Die aktuelle Symptomatik weis
e
mindestens auf eine Anpassungsstörung hin mit einer länger and
a
uernden gehemmt-depressiven
Reaktion, psychotraumatischen Symptomen und
Somatisierungstendenzen
, erfüll
e
j
edoc
h
nicht die engen Kriterien (vor
a
l
l
em hinsichtlich der Unfallschwere) für eine
p
osttraumatische Belastungsstörung
(S. 3)
.
Die Beobachtungen bei den Le
i
stungstests und im Behandlungsprogramm wiesen auf eine er
h
ebl
i
che Symptomauswe
i
tung hin. Die Beschreibung der Schmerzen
sei
undifferenziert, das Schmerzverhalten
nicht adäquat. Das Leistungsverhalten beurte
il
ten
sie als
schlecht. Das Verhalten bezüglich Rehabilitat
i
on werte
te
n
sie
als negativ. Aufgrund sprachlicher Barrieren
sei
eine Vermittlung von Informa
tio
nen und Anregungen über einen besseren Umgang mit Schmerzen nur sehr eingeschränkt möglich
gewesen
, zudem
habe
der
Beschwerdeführer
eine massiv reduzierte Toleranz gegenüber aktive
n
Bewegungen
gezeigt
. Auf passive Behand
lungstechniken
habe
verzichtet werden
müssen
, da der
Beschwerdeführer j
eweils deutliche Schmerzen nur schon beim Berühren (Handgelenk, Nacken, Knie rechts) ang
e
geben ha
be.
W
ä
hrend des Aufenthaltes
hätten
sich keiner
l
ei Verände
rungen
im Verhalten
gezeigt
.
Der Beschwerdeführer habe sich
bei Austritt weiterhin massiv eingeschränkt und leidend
gegeben, er sei
während seines Aufenthaltes
regel
mäss
i
g psychotherapeut
i
sch betreut
worden. T
herapeut
i
sch
hätten
subjektiv wie objektiv keine Fortschritte erzielt werden
können
, da letztendl
i
ch selbst mit einem Dolmetscher kein richtiger Zugang zum Patienten
habe
etabliert werden k
ö
nne
n
. Einer psychopharmakolog
i
schen Behandlung zur St
i
mmun
g
saufhellung
sei
der
Beschwerdeführer
skept
i
sc
h
gegenüber
gestanden
. Am 1
6. Dezember 20
14
sei der Beschwerdeführer
aufgrund unklarer rechtss
eitiger
Unterbauchbe
schwer
den mit V
erdacht auf
akute Appendiz
i
tis zur weiteren Abk
lä
rung an das Kantons
sp
i
tal Baden transfer
i
ert
worden.
Der Verdacht
sei
nicht bestätigt
worden
und die Symptomati
k sei
in weiterer Folge
regredient
gewesen
. Bei Austritt
habe der Beschwerdeführer keine
Bauchbeschwerden an
gegeben (S. 3 f.)
.
3.3.3
Die Fachpersonen fassten zusammen, i
m Rahmen der
s
tati
o
när
e
n Reha
bi
litat
i
on
habe
keinerlei Verbesserung der Beschwerden erzielt werden
können
. Weiter
e
physiotherapeut
is
che Massnahmen s
e
i
e
n nicht vorgesehen.
Sie empfahlen die
Fortsetzung des instruierten Heimprogrammes. Die Ziele
seien eine
s
u
kzess
i
ve Verbesserung be
ru
fsspezifischer Kraft- und Ausd
a
uerkomponenten sowie eine allg
e
meine
Rekond
i
t
i
on
i
erung
(S. 2)
.
3.3.4
Zur
Arbeitsf
ä
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t und E
i
ngl
i
ederungsperspektive
hielten sie fest, e
s
sei
eine erhebliche Symptomauswe
i
tung beobachtet
worden.
Die Resultate der physischen Le
i
stungstests s
e
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eshalb für die Beurteilung der zumu
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körperlichen Belastbarkeit nicht verwertbar. Das Ausmass der demonstrierten ph
ysischen Einschr
ä
n
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i
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den der klinischen Untersuchung und bildgebenden Abklärung sowie den Diag
nosen aus somatischer Sicht nicht erklären
.
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-
theoretische Überlegungen unter Berück
sichtigung der Beobachtungen bei den Le
i
stungstests und
i
m Behand
l
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a
mm. Eine weitergehende Einschränkung d
er Belastbarkeit la
ss
e
sich med
i
z
i
n
i
sch
-
theoretisch nicht begründen
.
Die
festgestellte psychische Störung begründe aktuell eine mindestens leichte arbeitsre
l
evante Le
i
stungsm
i
nderung
.
Es best
ünden
Einschränkungen durch die affekt
i
ven und psycho
m
otorischen Symptome, weshalb
der Beschwerdeführer
aktuell reduziert belastbar
sei.
Eine Ar
b
e
i
t mit Höhenexpos
i
t
i
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grund der Gefahr einer
Retraumat
i
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i
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zu vermeiden.
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be
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fliche Tätigkeit als H
i
lfsar
b
e
i
ter am
Bau sei
aktuell nic
h
t zumutbar
, die
Anforderungen
seien
zu
hoch (sehr schwere Arbeit). Aktuell seien leichte bis mittelschwere Arbeiten gan
ztags zumutbar, a
ktuell ohne repetitive Hand
g
elenksbewegungen rechts
(S. 2)
.
3.4
Dr. A._ diagnostizierte in seinem Bericht vom 3. Juni 2016 (Urk. 11/156) eine Fraktur des Handgelenks, eine Schmelz-
Dentinfraktur
des Zahnes 22 (ohne Pulpa
beteiligung), eine Kontusion 12, 11 und 21 mit Sensibilitätsstörung sowie
Schmelzabfrakturen
44 und 45. Er verwies auf ein Taubheitsgefühl sowie
Druck
dolenzen
und schilderte eine unveränderte Symptomatik seit Behandlungsbeginn am 3. Juni 2016, namentlich zeigten sich im Einzelröntgenbild keine Verän
de
rungen. Die Schmerzsymptomatik sei nicht schlimmer geworden. Es sei auf eine Überlastung der Frontzähne zu achten, da immer schlechtere Verhältnisse im Seitenzahnbereich vorlägen und der Beschwerdeführer kariöse Zähne nicht ver
sorgen lasse.
3.5
Dr. med.
dent
. A._, beratender Zahnarzt der Beschwerdegegnerin, schloss am 14. Juli 2016 (Urk. 11/157/2), die geklagten Symptome könnten nicht auf dentale Befunde zurückgeführt werden. Weitere zahnärztliche Abklärungen erachte er bis auf weiteres nicht als notwendig.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin erklärte den Endzustand als per 31. Mai 2015 erreicht und stellte ihre Leistungen ein, wobei Taggelder bis am 14. Mai 2015 erbracht wurden (Urk. 11/101 und Urk. 11/116). Zum Zeitpunkt des Fallabschlusses ist fest
zu
halten, dass Dr. C._ bereits im Oktober 2014 eine
Skaphoidfraktur
ausschloss, die Radiusfraktur als einzige wesentliche Verletzung beschrieb und
und
festhielt, der Beschwerdeführer könne die Hand eigentlich wieder rasch be
las
ten (E. 3.2). Die Fachpersonen der
Rehaklink
Z._ bestätigten dann im Januar 2015 (E. 3.3.1) eine vollumfängliche Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit und erachteten die bisherige Tätigkeit als Bauhilfsarbeiter als nicht mehr möglich (E. 3.3.4).
4.2
Bei vollumfänglicher Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit kann nicht mehr von einer zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits
fähigkeit ausgegangen werden. Dies namentlich vor dem Hintergrund, dass die Ärzte bei (abgeheilter) Radiusverletzung die bisherige Tätigkeit nicht mehr emp
fahlen und damit auf eine angepasste Tätigkeit abzustellen ist. Nach der Material
entfernung am 30. April 2015 ging der Operateur von einer Schonung für zwei Wochen aus mit nachfolgendem Übergang auf Vollbelastung (Urk. 11/97/2). Suva-Arzt Dr. med. D._, Facharzt für Chirurgie, bestätigte den Endzustand (prognostisch) vier Wochen nach der Operation (Urk. 11/98). Der Beschwerde
führer legte keine abweichende Stellungnahme eines Arztes auf, weshalb hiervon auszugehen und der Fallabschluss per 31. Mai 2015 zu bestätigen ist. Dies unter der Prämisse, dass weder die HWS- noch die psychische Problematik kausal zum
Unfall sind. Hierzu und zur Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ergibt sich Folgendes.
5.
5.1
Dr. C._ ging im Oktober 2014 bei der Diagnose einer
Skaphoidfraktur
am linken Handgelenk davon aus, dass der Beschwerdeführer die Hand eigentlich wieder rasch belasten könne. Die Beschwerden im Bereich der HWS interpretierte er als degenerativ bedingt;
Traumafolgen
erkannte er keine (E. 3.2).
Die Fachleute der Rehaklinik Z._ schilderten ein intaktes
Osteosynthese
material
ohne Lockerung, hingegen eine
Ulnaminusvariante
(3 mm) sowie Erosio
nen an der MC Basis
Dig
. V und am Os
hamatum
(E. 3.3.1). Aufgrund dieser Diag
nose erachteten sie die bisherige Tätigkeit als Bauhilfsarbeiter nicht mehr als geeignet und attestierten in einer angepassten Tätigkeit eine vollumfängliche Arbeits
fähigkeit (E. 3.3.4).
5.2
Diese Einschätzung überzeugt. Die Klinikfachleute legten dar, dass in bildge
ben
der Hinsicht eine verbleibende Pathologie besteht, diese aber einer leichten Tätigkeit nicht entgegensteht. Anzufügen bleibt, dass allfällige Folgen einer vor 15 Jahren im Heimatland des Beschwerdeführers erlittenen
Unterarmschaft
fraktur
links mit bleibender Fehlstellung (Urk. 11/93) keinen Eingang in die Beur
teilung finden können. Die Nackenbeschwerden sind
ausgewiesenermassen
nicht traumatisch, sondern degenerativ bedingt (E. 3.2). Die in Frage stehenden Zahn
beschwerden führen offenkundig nicht zu einer Einschränkung der Arbeitsfähig
keit, was der Beschwerdeführer anerkannte (Urk. 1 S. 7).
5.3
Die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Schmerzen (Urk. 1 S. 5) vermögen diese Einschätzung nicht in Frage zu stellen. Aufgrund der bildgebenden Unter
suchungsresultate ist erstellt, dass - abgesehen von der
Ulnaminusvariante
sowie Erosionen an der MC Basis
Dig
. V und am Os
hamatum
- keine organischen Schäden auszumachen sind. Die Kausalität ist demgemäss nicht ohne weiteres gegeben, da keine (die Schmerzklagen erklärenden) o
bjektivierbar
en
Untersu
chungsergebnisse
vorliegen. Diese müssten
reproduzierbar
u
nd von der Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten unabhängig s
ein
. Von orga
nisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen kann
rechtsprechungsgemäss
erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit
apparati
v
en
/bild
ge
benden Abklärungen bestätigt werden (BGE 138 V 248 E. 5.1 mit Hinweis).
Dies ist vorliegend nicht der Fall.
6.
6.1
Der Beschwerdeführer brachte sodann vor, er habe eine HWS-Distorsion erlitten, welche sich bis heute stark auf seine Leistungsfähigkeit auswirke (Nacken- und Kopfschmerzen, Urk. 1 S. 3). Weiter sind den Akten Hinweise auf psychische Be
schwerden zu entnehmen (Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion
(Bericht der p
sychiatrischen
Klinik E._
vom 15. Juni
2015, Urk. 11/112
).
6.2
Zur thematisierten HWS-Distorsion ist festzuhalten, dass eine solche Diagnose durch keinen Arzt gestellt wurde. Ebenso wenig ist dokumentiert, dass er inner
halb von 72 Stunden über Nackenschmerzen geklagt hat und die einschlägigen Beschwerden später hinzugetreten sind (vgl. zu den einschlägigen Vorausset
zungen
Urteil des Bundesgerichts U 336/06 vom 30. Juli 2007 E. 5.1)
.
Die erstbehandelnden Ärzte schilderten Schmerzen im Ober- und Unterarm rechts sowie im Unterschenkel links (E. 3.1). Nackenbeschwerden wurden nicht beklagt. Weiter traten auch keine einschlägigen Symptome ein (diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüd
bar
keit,
Visusstörungen
, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensverän
de
rung; BGE 117 V 359 E. 4b). Der Beschwerdeführer klagte lediglich über Schmerzen und nicht über ein buntes Beschwerdebild. Eine Depression wurde wohl im Rahmen einer Anpassungsstörung diagnostiziert, was für die Annahme eines bunten Beschwerdebildes aber nicht ausreicht.
Bei dieser Aktenlage ist nicht vom Vorliegen einer HWS-Distorsion auszugehen.
6.3
6.3.1
Zur erlittenen Commotio cerebri respektive den im Verlauf aufgetretenen psy
chischen Auffälligkeiten, welche vom Beschwerdeführer beschwerdeweise nicht mehr substantiiert vorgetragen wurden (lediglich Hinweis auf eine unzureichende ärztliche Äusserung zu den psychischen Beschwerden ohne Darlegung der konkreten Problematik geschweige denn Verweis auf eine Behandlung; Urk. 13 S. 2 f.), ist zu bemerken, dass
das Bundesgericht die zum Schleudertrauma entwickelte Rechtsprechung sinngemäss auch bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und den Folgen eines Schädel-Hirn-Traumas (BGE 117 V 369 E. 4b) oder den Folgen einer dem Schleudertrauma ähnlichen Verletzung der Halswirbelsäule anwendet (vgl. RKUV 1999 Nr. U 341 S. 408 E. 3b; SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 2; ferner BGE 134 V 109 E. 10.2 f.)
.
Nach allgemein anerkannter Lehrmeinung setzt die Diagnose einer milden trau
matischen Hirnverletzung entweder eine Episode von Bewusstlosigkeit oder einen Gedächtnisverlust für Ereignisse unmittelbar vor oder nach dem Unfall oder eine Bewusstseinsstörung (z.B. Benommenheitsgefühl, Desorientierung) im Zeitpunkt
der Verletzung voraus. Anderseits darf die Störung nicht mit einer Bewusstlosig
keit von mehr als 30 Minuten, einem Schweregrad nach der GCS von 13 bis 15 nach 30 Minuten oder einer posttraumatischen Amnesie von mehr als 24 Stunden verbunden sein (Urteil des Bundesgerichts 8C_210/2007 vom 15. Mai 2008 E. 7.2 mit Hinweisen).
Gemäss
Rechtsprechung genügt ein Schädel-Hirntrauma, welches höchstens den Schweregrad einer Commotio cerebri - nicht im Grenzbereich zu einer
Contusio
cerebri - erreicht, grundsätzlich nicht für die Anwendung der Schleudertrauma-Praxis. Eine Commotio cerebri ist ein Zustand vorübergehender, schnell rever
sibler neurologischer Dysfunktion, der mit kurzzeitiger Bewusstlosigkeit kurz nach der Verletzung einhergeht. Der Verletzte hat oft eine Amnesie für die Zeit der Verletzung und/oder für die Zeit vor der Verletzung. Es bestehen aber keine neurologischen Auffälligkeiten. Die
Contusio
cerebri ist eine fokale Gewaltan
wen
dung auf das zerebrale Gewebe, die mit kleinen parenchymatösen Blutungen oder einem lokalen Ödem einhergeht (Urteil des Bundesgerichts 8C_75/2016 vom 18. April 2016 E. 4.2 mit Hinweisen).
6.3.2
Vorliegend zeigte der Beschwerdeführer bei Spitaleintritt einen GCS von 13 nach unmittelbarer Spitaleinweisung mittels Krankenwagen. Demgemäss diagnos
ti
zier
ten die Ärzte in nachvollziehbarer Weise eine Commotio cerebri und nicht eine
Contusio
cerebri. Diese genügt nicht für die Anwendung der Schleuder
trauma-Praxis.
6.4
Die Adäquanzprüfung der bildgebend nicht nachweisbaren Beeinträchtigungen (psychische Komponente sowie Restfolgen der Commotio cerebri) richtet sich dem
gemäss nach der Praxis zu psychischen Fehlentwicklungen. Der Unfall ist als mittelschwer zu fassen.
Besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklichkeit des Unfalls sind nicht gegeben.
Zu beachten ist, dass jedem mindestens mittel
schwe
ren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist, welche somit noch nicht für eine Bejahung des Kriteriums ausreichen kann. Im Rahmen dieses Kriteriums wird nur das Unfallgeschehen an sich und nicht die dabei erlittene Verletzung be
trachtet (Urteil des Bundesgerichts 8C_114/2018 vom 22. August 2018 E. 6.3 mit Hinweisen).
Ein Sturz aus knapp zweieinhalb Metern reicht hierfür nicht aus.
Der Beschwerdeführer erlitt keine schweren Verletzungen oder solche, die
erfahrungsgemäss geeignet wären, psychische Fehlentwicklungen auszulösen. Die Radius
fraktur wurde als einzige wesentliche Verletzung genannt, was nicht als schwere Verletzung gelten kann.
Eine ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung ist - bezogen auf die bildgebend nachweisbare Pathologie - nicht erkennbar. Wohl hatte der Beschwer
deführer Schwierigkeiten mit dem
Osteosynthesematerial
, dieses wurde indes in der Folge entfernt, was einem nicht unüblichen Verlauf entspricht.
Der Beschwerdeführer klagte über körperliche Dauerschmerzen, diese waren aber nur zu einem geringen Teil objektivierbar.
Eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmerte, ist nicht erkennbar.
Der Heilverlauf gestaltete sich wohl als schwierig, dies lag aber am nicht objek
tivierbaren Schmerzerleben des Beschwerdeführers.
Der Grad und die Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit lag in unauf
fälligem Rahmen. Schon bald war eine vollumfängliche Arbeitsfähigkeit in ange
passter Tätigkeit wieder möglich.
Damit ergibt sich, dass keines der praxisgemässen Kriterien gegeben ist, weshalb keine adäquate Kausalität zwischen dem Unfall und den noch geklagten, nicht objektivierbaren Beschwerden gegeben ist.
6.5
Damit muss die Beschwerdegegnerin nur für die Leistungseinbusse einstehen, welche sich dadurch ergibt, dass der Beschwerdeführer keine schweren, sondern nur noch leichte Tätigkeiten verrichten kann.
7.
7.1
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche
rungs
rechts, ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Ein
glie
derungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
7.2
7.2.1
Die Beschwerdegegnerin bemass das
Valideneinkommen
mit Fr. 59’127.-- und ging dabei von den Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin aus (Wert 2015: Stundenlohn Fr. 25.85, Ferien-/Feiertagsentschädigung 10.6 %, 13. Monatslohn
8.3 %, Jahresstunden 2112; Urk. 11/80/1). Wollte man die Ferienentschädigung einberechnen, was bei effektiv verrichteten 40.5 Stunden pro Woche (Urk. 11/82) nicht angezeigt ist, ergäbe sich ein höchstmögliches Einkommen von
Fr. 65'414.--.
7.2.2
Das Invalideneinkommen berechnete die Beschwerdegegnerin aufgrund der Lohn
strukturerhebung (LSE) des Bundesamts für Statistik mit Fr. 63'039.-- unter Ge
wäh
rung eines Abzuges vom Tabellenlohn von 5 %. Die LSE 2014 weisen für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art ein Einkommen von Fr. 5'312.-- aus, was angepasst an die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden (Betriebsübliche Arbeitszeit, Bundesamt für Statistik, T 03.02.03.01.04.01) sowie an die Nominallohnentwicklung 2015 (Index 103.2 auf 103.5, Nominallohnindex Männer, Bundesamt für Statistik. T1.1.10) einem Wert von Fr. 66'646.-- entspricht.
Für den vom Beschwerdeführer beantragten Abzug vom Tabellenlohn von 20
%
bleibt kein Raum.
V
orwegzuschicken ist, dass das Sozial
v
ersicherungsgericht sein
Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der
V
erwaltung setzen
darf und
diesfalls
Gegebenheiten darlegen muss, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (
BGE
126
V
75 E. 6 mit Hinweisen). Ein Abweichen ist grundsätzlich nur bei
Unangemessenheit
möglich (
BGE
137
V
71 E. 5.1).
Die gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, weiterhin körperlich schwere Arbeit zu
v
errichten, führt nicht automatisch zu einer
V
erminderung des hypothetischen In
v
alidenlohns.
V
ielmehr ist der Umstand allein, dass nurmehr leichte bis mittel
schwere Arbeiten zumutbar sind, auch bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit kein
Grund für einen zusätzlichen leidensbedingten Abzug, weil der Tabellenlohn im Kompetenzni
v
eau 1 (bis LSE 2010 Anforderungsni
v
eau 4) bereits eine
V
iel
zahl
v
on leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundes
gerichts 8C_805/2016
v
om 22. März 2017 E. 3.4.2 unter Hinweis auf 9C_455/2013
v
om 4. Oktober 2013 E. 4.4 und 9C_386/2012
v
om 18. September 2012 E. 5.2).
Eine starke Einschränkung der Gebrauchsfähigkeit der Hand (Urk. 1 S. 11) ist nicht erkennbar. Die mangelnden Sprachkenntnisse bleiben im in Frage kommenden Segment ohne wesentliche Auswirkungen.
Damit ist kein Grund für einen Abzug vom Tabellenlohn gegeben.
7.3
Selbst wenn man noch einen
Abzug
von 10
%
gewähren wollte (weil ein Abzug in der Regel mindestens 10
%
zu betragen hat,
vgl. Meyer/Reichmuth,
Recht
sprechung
des
Bundesgerichts
zum
Sozialversicherungsrecht, Bun
des
gesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage, Zürich 2014, Art. 28a
Rz
10
4), resultierte ein
Invalideneinkommen von Fr. 59‘981.-- (Fr.
66'646.-- x 0.9), was einem Inva
liditätsgrad von maximal 8.3 % entspricht. Dies liegt unter der rentenbe
grün
den
den Schwelle von 10 %, weshalb der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Erwerbsunfähigkeitsrente hat.
Eine Anpassungszeit (Urk. 1 S. 10) ist praxisgemäss nicht zu gewähren (
Urteil des Bundesgerichts 8C_83/2017 vom 1
1.
Dezember 2017 E. 5.2 f.)
.
8.
8.1
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ange
messene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erheb
liche Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
8.2
Suva-Arzt Dr. D._ beschrieb am 12. Februar 2016 (Urk. 11/145) einen Status nach Radiusfraktur rechts ohne Stufenbildung in korrekter Reposition und schloss auf keinen relevanten Integritätsschaden. Operateur Dr. med. F._, Facharzt für Chirurgie, bestätigte am 30. April 2015 eine mögliche Vollbelastung nach zwei Wochen bei ossär komplett geheilter Fraktur (Urk. 11/97/2). Bei dieser Ausgangs
lage ist keine Integritätsschädigung zu erkennen. Eine leichte Gelenkinstabilität führt nach Suva-Tabelle 6 (Integritätsschädigung gemäss UVG) zu keiner Ent
schädigung. Eine massgebliche Einschränkung des proximalen Radius ist nicht erkennbar. Hier wäre eine massivere Schädigung nötig, um einen Anspruch zu begründen.
Eine unfallbedingte Einschränkung der Kaufähigkeit liegt sodann nicht vor. Der Beschwerdeführer erlitt Schäden an den Zähnen 21 und 22 (E. 3.1), später wurden Schmelz-
Dentinfrakturen
sowie Kontusionen auch weiterer Zähne festgestellt. Diese Schäden entsprechen nicht den praxisgemässen Voraussetzungen für die Ausrichtung einer Integritätsentschädigung (Suva-Tabelle 15). Namentlich verlor der Beschwerdeführer keine Zähne und ist die Zahnpathologie zum grossen Teil auf mangelnde Versorgung kariöser Zähne zurückzuführen (E. 3.4).
9.
Zusammenfassend ist weder ein Invaliditätsgrad von mindestens 10 % noch eine relevante Schädigung der Integrität des Beschwerdeführers ausgewiesen. Der angefochtene
Einspracheentscheid
erweist sich demgemäss als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.