Decision ID: ee2b52b2-8a5f-4ce6-9941-1c849941f6f1
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1978, war als Bauarbeiter bei der
Y._
, Zürich, tätig und in dieser Eigenschaft bei der Schweizerischen
Unfallversiche
rungsanstalt
(SUVA) gegen Berufs- und Nichtberufsunfälle versichert. Mit Schreiben vom 29. Januar 2013 zeigte der Versicherte der SUVA
ein
Unfaller
eignis
vom 2. März 2010 an, bei welchem er beim Festhalten eines Stromkabels, welches abzurutschen drohte, sofortige Rückenschmerzen verspürte, die einem Schlag ähnelten (Schreiben vom 29. Januar 2013, Urk. 18/1). Die
Erstkonsulta
tion
erfolgte an der Uniklinik
Z._, Orthopädie, am
3.
März 2010. Die behandelnden Ärzte diagnostizierten dabei 1) eine Lumbago mit
p
seudoradiku
lärer
Abstrahlung
gl
uteal
links mit/bei Status nach
Verhebetrauma
am 2. März 2010 und Status nach lateraler Diskushernie L4/5 links mit Kompression Wurzel L5 05/2002 sowie
2) eine i
sthmische
Spondylolisthese
L5/S1 Grad I nach
Mey
erding
(Urk. 18/1/36).
Die SUVA
h
olte die medizinischen
Vorakten
sowie die Akten der
Sozialversiche
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle (Urk. 18/7)
ein, woraufhin Kreisarzt Dr.
med. A._
,
Facharzt für Chirurgie FMH, mit
Bericht vom 5. November 2013 eine Kausalitätsbeurteilung vornahm (Urk. 18/26). Mit Schreiben vom 20. Dezember 2013 teilte die SUVA dem Versicher
ten mit, dass gestützt auf die Beurteilung von Dr.
A._
die
noch
bestehenden Beschwerden spätestens ab dem 9. November 2010 nicht mehr unfallbedingt, sondern ausschliesslich krank
h
after Natur seien. Sie würden entsprechend ihre Leistungspflicht anerkennen, den Fall per 9. November 2010 abschliessen, das Taggeld und
die
Heilkosten einstellen und den Anspruch auf weitere Versiche
rungsleistungen ablehnen
(Urk. 18/28
)
. Der Versicherte zeigte sich in der Folge nicht damit einverstanden (Schreiben vom 10. Februar 2014, Urk. 18/30), woraufhin die SUVA mit Verfügung vom 12. Februar 2014 die
Leistungsein
stellung
per 9. November 2010 bestätigte (Urk. 18/31). Hieran hielt sie -
nach erfolgter Einsprache durch den Versicherten (Einsprache vom 17. März 2014, Urk. 18/33)
sowie Einholung weiterer medizinischer Berichte
und der orthopä
dischen Beurteilung der Ärzte des
V._
Dr. med. B._
, Facharzt für Neurologie FMH
,
und Dr. med. C._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappa
rates, vom 13. Oktober 2014 (Urk. 18/46)
-
mit
Einspracheentscheid
vom
16.
Oktober 2014 fest (Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte am 17. November 2014 Beschwerde (Urk. 1) und beantragte, es seien ihm die Versicherungsleistungen auch nach dem 8. November 2010 weiterhin auszurichten, eventualiter sei er zur Abklärung der Unfallkausalität unfallmedizinisch und psychiatrisch zu begutachten. In pro
zessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen
Prozessfüh
rung
und Bestellung von Rechtsanwältin Dina
Raewel
als unentgeltliche Rechtsvertreterin.
Mit Beschwerdeantwort vom 13. März 2015 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 17 unter Beilage ihrer Akten, Urk. 18/1-58), was dem Beschwerdeführer am 17. März 2015 zur Kennt
nis gebracht wurde (Urk. 20).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
D
ie Beschwerdegegnerin
hielt
dafür
(Urk. 2
und Urk. 17
)
, dass auf die umfas
send und schlüssig begründete Einschätzung der
Dres
.
C._
und
B._
als auch auf die Einschätzung von Dr.
A._
abgestellt werden könne. Somit sei mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass das Unfallereignis vom 2. März 2010 nicht mehr Ursache des Gesundheitsschadens, wie er sich am 8. November 2010 präsentiert habe,
gewesen sei
und der Status quo sine spätestens zu diesem Zeitpunkt erreicht gewesen sei. Die nach diesem Zeitpunkt noch bestehenden Beschwerden seien entsprechend nicht mehr unfallkausal, sondern ausschliesslich noch krankheitsbedingt. Auch dass der Beschwerdeführer vor dem Unfall völlig b
eschwerdefrei gelebt habe, vermö
ge daran nicht
s
zu ändern, da es nicht ausreiche, lediglich geltend zu machen, dass die Beschwerden erst mit dem Unfall aufgetreten seien, zumal vor diesem durchaus ein „stummer“ degenerativer Vorzustand vorge
legen haben könne
(Urk. 2 S. 9 ff.)
.
Die vom Beschwerdeführer vorgebrachten Behauptungen, dass die
erstgradige
Anterolisthese
und der Austritt der Nervenwurzel unfallbedingt seien, würden reine Behauptungen darstellen, da diese Befunde bereits seit 2001 bekannt gewesen seien. Eine richtungsgebende Verschlimmerung liege nicht vor. Soweit eine unfallbedingte Verschlimmerung eines degenerativen Vorzustandes für eine relativ kurze Zeit bejaht werden könne, sei auch das gänzliche Dahinfallen der Unfallkausalität für später geltend gemachte Beschwerden mit überwiegen
der Wahrscheinlichkeit dargetan
(Urk. 2 S. 9 ff.
; Urk. 17 S. 10 f.
)
.
Auch die Ausführungen, dass der Beschwerdeführer seit dem 2. März 2010 nebst anhaltenden und starken lumbalen Beschwerden auch an
Blasenbe
schwerden
und Depression leide, seien eine reine post-hoc-ergo-
propter
-hoc-Argumentation, welche rechtsprechungsgemäss wertlos sei (Urk. 17 S. 10).
Zeit
nah zum Schadenereignis seien unauffällige neurologische Befunde dokumen
tiert worden und die neurologische Symptomatik sei erst nach den verschiede
nen Bandscheibenoperationen aufgetreten, so dass der Kausalzusammenhang nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sei (Urk. 17 S. 11).
Des Weiteren sei keinesfalls ein schweres Unfallereignis vorhanden, sondern ein leichtes, so dass die adäquate Kausalität allfälliger psychischer Gesundheitsstö
rungen von vornherein zu vernein
en
sei. Falls man es als mittelschweres Unfallereignis qualifizieren würde, müssten vier Kriterien erfüllt sein oder eines in besonders ausgeprägter Weise, was nicht der Fall sei (Urk. 17 S. 11 f.).
1.2
Der Beschwerdeführer brachte demgegenüber in der Beschwerde im Wesentli
chen vor,
dass sich die Wirbelsäule des Beschwerdeführers durch den sehr schweren Unfall strukturell verändert habe, was zu den beklagten Beschwerden geführt habe. Die
Antherolisthesis
sei nicht mehr wie bisher nur diskret, sondern nunmehr stationär und
erstgradig
vorhanden. Es ha
be auch nie ein relevanter Vorz
ustand, der einen Status quo sine annähernd rechtfertigen könnte, vorgele
gen.
Es sei durch nichts belegt, dass
die im Jahr 2002 festgestellte Diskushernie, die am Ereignistag vom 2. März 2010 aktiviert worden sei, für die jetzigen Schmerzen und Beschwerden verantwor
tlich
sei
(Urk. 1 S.
8 ff.).
Im Bericht der Uniklinik
Z._
vom 3. März 2010 sei festgehalten worden, dass er über keine degenerative Veränderung seit 2002 verfüge. Die Veränderung
,
die aufgetreten sei, betreffe eine
erstgradige
Anterolisthese
und eine austretende Nervenwurzel, nämlich
eine
strukturelle Veränderung der Wirbelsäule (Urk. 1 S.
13).
Selbst wenn man sich auf den Standpunkt stelle, die geltend gemachten
unfallbe
dingten
Diagnosen seien nicht objektivierbar, liege ein schwerer Unfall vor, so dass der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und einer psychisch bedingten Erwerbsunfähigk
eit in der Regel zu bejahen sei
(Urk. 1
S.
14 ff.).
Des Weiteren sei der Unfallmechanismus dahingehend ungenügend gewürdigt worden, dass bei einer vorhandenen
Spondylolyse
und nachgewiesener
Spon
dylo
listhese
bei vorbestehend engem Spinalkanal ein massives
Verhebetrauma
durchaus zu einer relevanten Schädigung der
Cauda
equina
in einseitiger Beto
nung führen könne (Urk. 1 S. 17).
2.
2.1
2.1.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende
Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
–
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
2.1.2
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich
hiebei
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die ent
sprechende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
–
nicht bei der versicherten Per
son, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten
massge
bend
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des
S
tatus quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
S
tatus quo sine
vel
ante
noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfa
llversicherer gestützt auf Art. 36 Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die
Heilbehandlungskosten nach Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
2.2
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134
V
231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozialversiche
rungsrecht
zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
3.
3.1
3.1.1
Die Ärzte der Uniklinik
Z._
notierten in ihrem Bericht vom 26. April 2002 1) eine laterale Diskushernie L4/5 links mit Kompression Wurzel L5 und 2) eine isthmische
Spondylolisthese
L5 Grad I als Diagnose. Im Sommer 2001 habe der Beschwerdeführer bei der Arbeit ein
Verhebetrauma
erlitten und klage seither über Schmerzen im Gesäss. Zur besseren Abklärung würden weitere Befunde erhoben (Urk. 18/1/38).
3.1.2
Im Verlaufsbericht vom 21. Mai 2002 hielten sie fest, dass das MRI der
Lendenwir
belsäule
(LWS) eine laterale Diskushernie L4/5 mit Kompression der Nervenwurzel L5 gezeigt habe. Die konventionell radiologischen Aufnahmen hätten eine
Lumbalisation
S1 sowie eine
geringgradige
isthmische
Spondylo
listhese
L5/S1 (Grad 1) gezeigt. Sie empfählen dem Beschwerdeführer einen Nervenwurzelblock L5 links zu diagnostischen und therapeutischen Zwecken. Eine klinische Kontrolle nach Durchführung des Nervenwurzelblockes zur Besprechu
ng des weiteren
Procederes
und allfälliger
Operationsindikation sei vorgesehen. Sie hätten keine Arbeitsunfähigkeit ausgestellt (Urk. 18/1/39).
3.2
Der Beschwerdeführer wies sich am 3. März 2010 selbst bei der Uniklinik
Z._
, Orthopädie, ein. Die behandelnden Ärzte hielten in ihrem Bericht vom 17. März 2010 fest (Urk. 18/1/36), dass der Beschwerdeführer auf dem Bau arbeite und am 2. März 2010 am Nachmittag einen Gegenstand aus Eisen mit einem Gewicht von ca. 5-10 kg angehoben habe. Dabei seien akut einschies
sende lumbale Schmerzen aufgetreten, welche in der Folge insbesondere beim Gehen und Liegen in das linke Gesäss und den proximalen Oberschenkel aus
gestrahlt hätten.
Es zeige sich ein leicht hinkendes Gangbild links, der
Einbeinstand
links gehe problemlos. Der Zehenspitzen- und Fersengang sei gut möglich. Der Finger-Boden-Abstand (FBA) sei aufgrund der Schmerzen deutlich erhöht und sowohl die Inklination als auch
Reklination
seien schmerzhaft, das
Seitbanding
sei schmerzfrei. Die
Quadrizeps
Kraft, die Knieflexoren sowie die Fussheber/-senker und der Grosszehenheber seien allseits M5, symmetrisch. Es bestehe kein
Sensi
bilitätsdefizit
im Bereich der gesamten linken
unteren Extremität. PSR und ASR
seien rege und symmetrisch. Es bestünden keine Pyramidenbahnzeichen und keine Hinweise für eine
Cauda
equina
-Symptomatik. Der
Lasègue
sei beidseits negativ (Urk. 18/1/36 f.).
Im Röntgen der LWS
ap
/seitlich sei bei bekannter
Spondylolyse
der
interartikular
portion
L5 beidseits eine stationäre
erstgradige
Anterolisthese
L5/S1 ersichtlich. Die Lordose sei erhalten. 5 LWK. Es bestehe eine stationäre leichtgradige Bandscheibenhöhenminderung L4/L5 und L5/S1. Im Übrigen seien keine degenerativen Veränderungen nachweisbar. Es liege eine
Koprostase
des Colon vor. Im Vergleich zu 2002 bestehe eine stationäre
erstgradige
Antero
listhese
L5/S1 bei bekannter
Spondylolyse
Interartikularp
ortion
L5. Es liege kein Tumoranhalt vor (Urk. 18/1/37).
Der Beschwerdeführer sei über das Krankheitsbild der Lumbago eingehend aufge
klärt worden und es sei eine suffiziente Analgesie verschrieben worden. Solange er
Sirdalud
einnehme, dürfe er nicht Autofahren und keine Baumaschi
nen bedienen. Er sei vom 3. bis zum 7. März 2010 zu 100 % arbeitsunfähig, danach wieder vollumfänglich arbeitsfähig (Urk. 18/1/37).
3.3
Die weitere Behandlung e
rfolgte durch Dr. med. D._
, Spezialarzt
„
FMH für Chirurgie, Wirbelsäulenleiden, Schleudertrauma und orthopädische Traumatologie
“
. In seinem zuhanden der IV-Stelle erstellten Bericht vom
30.
Juli 2010 notierte er ein
lumbo
-vertebrales Syndrom bei
Spondylolisthesis
L5/S1 Grad 1 als Diagnose mit Auswirk
ungen auf di
e Arbeitsfähigkeit
(Urk.
18/7/77
).
Es bestehe seit Jahren ein chronisch rezidivierendes, vor allem
belastungsabhängi
ges
lumbovertebrales
Syndrom mit Ausstrahlung links bei bekannter
Spondylolisthesis
L5/S1. Seit März 2010 seien die Beschwerden pro
gredient, deshalb habe dem Beschwerdeführer ab dem 3. März 2010 eine voll
umfängliche Arbeitsunfähigkeit attestiert werden müssen. Die
Abklärungsun
tersuchungen
mit bildgebenden Verfahren hätten den Befund einer
Spondylo
listhesis
L5/S1 sowie eine kleine Diskushernie L4/L5 links mit möglicher Irrita
tion der Nervenwurzel L5 links sowie eine multisegmentale
Discopathie
im Bereich der LWS ergeben (Urk. 18/7/78).
3.4
Der Beschwerdeführer war im April 2011 in der Rehaklinik
E._
. Im Kurzbe
richt vom 29. April 2011 wurde festgehalten, dass es während der stationären Therapie eher zu einer Z
unahme der lumbalen Beschwerden
mit teils einschies
senden Schmerzen bis ins Skrotum gekommen sei. Neurologische Ausfälle hät
ten keine bestanden. Der Beschwerdeführer sei trotz Ausbau der Analgesie stark im Alltag eingeschränkt gewesen, so dass die stationäre Behandlung vorzeitig beendet worden sei (Urk. 18/7/111
; vgl. auch Arztbericht von Dr.
D._
vom 25. Juli 2011, Urk. 18/25/201
).
3.5
Dr.
D._
hielt in seinem Bericht vom 21. Dezember 2011 ein
lumbovertebra
les
Syndrom bei Status nach
Spondylodese
L4 bis S1 mit PLIF L5/S1 (Operation
am
20. Juli
2011
und Revisionsoperation am 9. Dezember 2011) fest (Urk. 18/25/21).
Nach der Operation am 20. Juli 2011 sei der Verlauf primär sehr gut und kompli
kationslos gewesen und der Beschwerdeführer sei praktisch beschwerde
frei gewesen. Nach der Rückkehr aus der Rehabilitation in
E._
(4 Wochen) sei eine allmähliche, progrediente Verschlechterung eingetreten, so dass schliesslich 3 Monate postoperativ wieder die gleichen invalidisierenden Beschwerden im Sinne eines
lumbovertebralen
Syndroms mit Ausstrahlung in beide Beine wie prä
operativ vorgelegen hätten
. Alle zum Teil wiederholten Abklärungsversuche (Röntgen, CT, MRI und Labor) hätten
-
bei unveränderter Lage der Implantate, o
hne Anhaltspunkte für einen Infe
kt, allerdings bei relativ engem Spinalkanal auf Höhe L5/S1
- keine klare Ursache ergeben. Bei völliger Therapieresistenz auf eine konservative Behandlung einerseits und den relativ engen Spinalkanalverhältnissen auf Höhe L5/S1 (diese Enge
habe
allerdings schon postoperativ
bestanden
, damals sei es dem Beschwerdeführer gut gegan
gen) als einzig mögliche Ursache, habe man sich zur Operation mit Dekompres
sion L5/S1 entschlossen. Am 9. Dezember 2011 sei die Revisionsoperation mit Dekompression L5/S1 und Cachereposition L5/S1 beidseits durchgeführt wor
den. Der postoperative Verlauf sei komplikationslos erfolgt, der Beschwerde
führer habe am 17. Dezember 2011 bei reizlosen Wundverhältnissen in ordentlichem Allgemein- und Ernährungszustand in die Verlaufskontrolle des Operateurs entlassen werden (Urk. 18/25/21).
3.6
Im zuhanden der IV-Stelle erstellten Arztbericht vom
18. April 2012 konsta
tierte Dr.
D._
, dass der weitere Verlauf nach der Operation im Dezember 2011 protrahi
ert und wechselhaft gewesen sei.
E
s sei klar
gewesen
, dass man bei einem Zweiteingriff mit einer längeren Rehabilitationszeit und Rekonvales
zenz habe rechnen müssen. Es sei immer wieder zu heftigen Schmerzattacken gekommen, wobei man mit bildgebenden Verfahren habe klären müssen, ob sich irgendwelche Komplikationen ergeben hätten. So habe mit Röntgen LWS
ap
/
seit
. am 31. Januar und einem MRI der LWS eindeutig gezeigt werden kön
nen, dass es zu keinen pathologischen Veränderungen gekommen sei. Das Synthesematerial sei intakt gewesen, die
Cageposition
sei korrekt gewesen und es bestünden keine Anhaltspunkte für ein
Adjacent
-Segment-Syndrom L3/L4 (Urk. 18/25/172).
3.7
Dr.
D._
überwies den Bes
chwerdeführer an Dr. med. F._
, Fach
arzt FMH für Neurologie. Dr.
F._
konstatierte in seinem Bericht vom
6.
Juni 2012, dass
der Beschwerdeführer seit dem Eingriff vom 9. Dezember 2011 ein ständiges Einschlafgefühl am linken Unterschenkel habe und der Bauch wie aufgebläht sei, zudem habe er ständig den Drang, Wasser zu lösen. Durchschnittlich müsse er 4-5mal täglich Wasser lösen und dabei 2-3mal pres
sen. Wenn der Wasserstrahl aufhöre, müsse er nochmals pressen. Die anderen Miktionen seien dagegen problemlos.
Der Beschwerdeführer berichte auch
, dass seit der genannten Operation die Sexualfunktionen eingeschränkt seien, wohl komme es zu einer Erektion und zu
einem Orgasmus, insgesamt sei aber alles schwächer geworden. Beim Stuhlgang habe er keine Probleme
(Urk.
18/25/55).
Dr.
F._
stellte fest
, dass sich d
ie seit der
Diskushernienoperation
vom Dezem
ber 2011 bestehende Miktionsstörung, mit Neigung zur Polyurie, neuro
logisch nicht erklären
lasse
. Einerseits könne der Beschwerdeführer problemlos Wasser lösen, andererseits müsse er immer wieder pressen, was für eine Obstruktion der ableitenden Harnwege sprechen könnte. Er empfehle deshalb, den Beschwerdeführer ergänzend urologisch untersuchen zu lassen (Urk. 18/25/56).
Im Neurostatus finde sich ein
residueller
senso
-motorischer S1-Ausfall links
. D
ieser Befund habe für die Miktionsstörung keine Bedeutung. Im EMG hätten sich Hinweise für eine früher durchgemachte Läsion der Wurzel S1 links gefun
den. Hinweise für eine frische Läsion fänden sich keine. Die Leitmuskeln L
5 und L4 links sei
en im EMG unauffällig (Urk. 18/25/56).
3.8
Der Beschwerdeführer wurde am 25. und 26. Oktober 2012 von Dr. med.
G._
, Oberarzt der Klinik für Urologie des Universitätsspitals
H._
(
H._
)
,
ambulant untersucht. Er stellte in seinem Arztbericht vom 26. Oktober 2012 folgende Diagnosen (Urk. 18/1/51):
1) Am ehesten neurogene Blasenfunktionsstörung bei Diagnose 3 mit/bei:
Blasenentleerung per
urethram
Urodynamik
10/2012: Hypo- bis hyperkapazitive, hypo- bis
hypersensi
tive
und
akontraktile
Harnblase
Zystoskopie und Zytologie 10/2012: Kein Hinweis für einen Blasentumor
2) Chronische
Testalgie
links seit 03/2010
3)
Lumbovertebrales
Schmerzsyndrom mit/bei:
Status nach Dekompression L5/S1 bei relativer Spinalkanalstenose 12/2011
Status nach
Spondylodese
L4-S1 und L5/S1 07/2011
Status nach Arbeitsunfall 03/2010
4) Status nach Starkstromunfall bei Blitzschlag 07/2005
Dr.
G._
hielt dafür, dass am ehesten eine neurogen bedingte
Blasen
funktionsstörung
vorliege. Die bisher durchgeführten neurologischen Untersuche (EMG)
sprächen
nicht für eine neurogene Blasenfunktionsstörung. Er habe mit dem
Beschwerdeführer eine neurophysiologische Abklärung im Zentrum der Uniklinik
Z._
vereinbart (Urk. 18/1/54).
3.9
PD Dr. med. I._
, Facharzt Neurologie, untersuchte den Beschwerdefüh
rer am 21. Dezember 2012 neurologisch und neurophysiologisch (Urk. 18/1/47).
Dr.
I._
stellte folgende neurologischen Diagnosen:
1) Sehr inkomplettes
Hemicaudasyndrom
links bei
Status nach
Spondylolisthesis
L5/S1 bei bekannter
Spondylolyse
2) Massives
Verhebetrauma
am 2. März 2010
Status nach chronisch rezidivierend und persistierendem
lumbovertebra
lem
Schmerzsyndrom links im Rahmen oben genannter Diagnosen
Status nach
Spondylolyse
L4-S1 mit PLIF L5/S1 (Operation 15.07.2011 sowie Revisionsoperation mit Dekompression bei relativer
lumbaler
Spi
nalkanalstenose
L5/S1 am 9. Dezember 2011
Urologisch diagnostizierte er 1) eine neurogene Blasenstörung bei Diagnosen 1 und 2 mit hypo-hyperkapazitiver, hypo-hypersensitiver und
akontraktiler
Harn
blase und 2) eine chronische
Testalgie
links seit März 2010 (Urk. 18/1/47).
Klinisch-neurologisch und neurophysiologisch zeigten sich weit über die
vorbe
schriebene
Ausdehnung hinaus am ehesten
polyradikuläre
Schäden der Seg
mente L5-S5 links, zum Beispiel als Residuen einer stark linksbetonten
Cauda
-Schädigung.
Die Ausfälle seien gering bis mä
ssig und führten nicht zu relevan
ten Einschränkungen der Bein
funktion und Fussfunktion, wenn
gleich Atrophien im Bereich des linken Fusses deutlich sichtbar seien. Auch im Sphinkter-EMG zeigten sich deutliche Zeichen einer durchgemachten Schädigung mit
axonalen
und neurogenen Umbauzeichen sowie elektrophysiologisch nachweisbarem Reflexverlust auf der linken mehr betroffenen Seite. Auch die neurographischen Befunde auffälliger F-Wellen Veränderungen links in der
Tibialis
-Neurographie bei relativem Ampl
i
tudenverlust wiesen auf eine Schädigung hin, die über
die vormals vermutete Wur
zelschädigung S1 links weit hinausgehe. Anhand der motorisch evozierten Potentiale fänden sich diskrete Leitungsverzögerungen im
Caudabereich
bilateral. Auch
das
Pudendus
-SEP zeige eine leicht pathologische Form bei grenzwertiger Latenz. Die sympathische Hautantwort sei regelrecht (Urk. 18/1/50).
Zusammenfassend sei seines Erachtens der Unfallmechanismus am 2. März 2010 nicht gebührend gewürdigt worden. Bei einer vorhandenen
Spondylolyse
und nachgewiesener
Spondylolisthesis
bei vorbeste
hend engem
lumbalen
Spi
nalkanal
könne es seines Erachtens durch ein massives
Verhebetrauma
durch
aus zu einer relevanten Schädigung der
Cauda-equina
in einseitiger Betonung kommen. Eine Ursache für eine neurogene Blasenstörung sei hiermit gegeben. Die Zusammenhänge des damaligen Unfallmechanismus, der anschliessenden Leidensgeschichte mit chronischen Beschwerden und die Unfallkausalität sollten gegebenenfalls aufgearbeitet werden (Urk. 18/1/50).
3.10
Im Bericht zur Interdisziplinären Schmerzbehandlung vom 22. April 2013 hiel
ten die Ärzte
des Medizinischen Zentrums
J._
interdisziplinär (Chirur
gie, orthopädische Chirurgie, Anästhesiologie, Physikalische Thera
pie/Rheumatologie, Psychiatrie)
folgende Diagnosen
fest
(Urk. 18/25/107):
18.07.05 Blitzschlag (Pat. wurde auf die Seite geschleudert) m
it
/b
ei
s
e
nso
motorische
m
Defizit Unterarm rechts, rechter Fuss
(
H._
)
Lumbovertebrales
Syndrom m
it
/b
ei
Spondylolisth
e
sis
L5/S1
l
aterale Diskushernie
L4/5 li
nks
S
pondylodese
L4-S1
mit
PLIF
L5/S1 am 15.07.11 (Rehaklinik
E._
11.08.11)
Re
vision
09.12.11 (Dr.
D._
21.12.11)
Wurze
llähmungen L5 bis
S5 rechts mit Blasenlähmung und Erektions
störunge
n
Reizreaktion der Weichte
ile dorsal obe
rhalb der
Pedikelschrauben
L3/4
St
atus
n
ach
Spond
ylodese
L4-S1 ohne erkennbare Ne
urokompression
. Ödemat
öse
Imbibierung
der Rücke
nmuskulatur rechtsbetont im Zugangsbereich
(12.04.12 MRI LWS, Dr.
D._
18.04.12)
Anhaltende somatoforme Schmerzs
törung (ICD-10
F45.4)
Mittelgradige depressive
Episode (
ICD-10
F32.1)
D
ie Ärzte konstatierten, dass
die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auch für angepasste Tätigkeiten 0 % betrage (Urk.18/25/113).
3.11
3.11
.1
Am 24. Mai 2013 wurde der Beschwerdeführer von Dr.
D._
im
K._
operiert und es wurde eine OSME der
transpedikulären
Fixation
L4-S1
, eine Dekompression L4/L5 und L5/S
1 links sowie eine
Neurolyse
L4
, L5 und S1 links durchgeführt (vgl. Bericht vom 24. Mai 2013, Urk. 18/33/21).
3.11
.2
Bei Verdacht auf ein infiziertes
Sero
m
wurde der Beschwerdeführer zu
r Revision mit Second Look und Entnahmen für Bakteriologie, Spülung und mehrschichti
gem Wundverschluss sowie Einlage eines
Garamyzin
Schwammes auf Höhe L5/S1 im
August 2013 aufgeboten. Der intra- und postoperative Verlauf sei komplikationslos gewesen, so dass der Beschwerdeführer nach 3 Tagen
Hospi
talisation
am 17. August 2013 in gutem Allgemeinzustand
und unter suffizien
ter Analgesie
habe nach
Hause entlassen werden können (Austrittsbericht vom 17. August 2013, Urk. 18/33/19).
3.11
.3
Vom 26. - 27. September 2013 wurde
der Beschwerdeführer erneut hospitalisiert um eine lumbale Funktionsmyelographie mit Einbringung von Kontrastmitteln
durchzuführen. Dr. med. L._
, Neurochirurgie FMH, hielt fest, dass bei der Kontrastmittelgabe auffällig geworden sei, dass auf der linken Seite der Abgang der L5 und S1/S2-Wurzeln doch ein deutliches Zeichen einer
Wurzel
taschenzyste
zeige. Daraufhin habe er sich entschlossen, eine
postmyelographi
sche
CT-Kontrolle durchzuführen, die den entsprechenden Befund dann auch dahin gehend verifiziert habe, dass davon ausgegangen werden müsse, dass eine Irritation der Wurzel L5/S1 und S2 linksseitig deutlich geworden sei, die mit einer entsprechenden regen Rückbildung der Wurzeltasche und der entspre
chenden Degeneration des Nervs im Sinne der hier vorliegenden Neuropathie nachvollziehbar erscheine (Urk. 18/33/22).
3.12
Dr.
A._
stellte
in seiner
Beurteilung zuhanden der Beschwerdegegnerin vom
5.
November 2013 (Urk. 18/26/4 ff.) fest, dass weder 2002 noch bei den MRI-Untersuchungen der LWS im März und im November 2010 unfallbedingte strukturelle Veränderungen nachgewiesen worden seien, sondern lediglich anla
gebedingte und degenerative Veränderungen. Diese Tatsache habe bereits 2002 die Ablehnung der Rückfallkausalität begründet, die auch von der Krankenkasse akzeptiert worden sei.
Zu klären bleibe somit lediglich noch, ob durch den plötzlichen Zug des Kabels die Veränderungen symptomatisch geworden seien. Falls dieses Ereignis admi
nistrativ als Unfallereignis eingestuft werden sollte, könne davon ausgegangen werden, dass durch den plötzlichen Zug die bestehenden Veränderung
en symptomatisch geworden seien.
B
ei jedoch fehlenden unfallbedingten struktu
rellen Läsionen müsse davon ausgegangen werden, dass es sich lediglich um eine temporäre Verschlimmerung eines bestehenden unfallunabhängigen
Vor
zustandes
handle, wobei spätestens mit dem MRI der LWS vom 08. November 2010, bei dem sich ebenfalls keine wesentliche Änderung zu den Vor-MRIs
gezeigt habe
, von einem Status quo sine auszugehen sei (Urk. 18/26/5).
Bezüglich des
Arztbericht
s
von PD Dr.
I._
, Leitender Arzt Neurologie, vom 27. Dezember 2012
(vgl. E. 3.9)
,
merkte Dr.
A._
an
, dass
es
sich
um
eine Beurteilung
mehr als zweieinhalb Jahre nach
dem Ereignis handle. Der
Erstbe
fund
vom 03. März
2010 der U
niklinik
Z._
widerspreche
dem,
da in diesem Befund zu lesen sei
, dass "die
Quadrice
pskraft
, die Knieflexoren sowie
Fusshe
ber
/-senker und Grosszehenheber allseits M5 symmetrisch s
eien. Kein
Sensibi
litätsdefizit
im Bereich der gesamten linken unteren Extremität.
Rege PSR und ASR, symmetrisch.
Keine Pyramidenbahnzeichen. Keine Hinweis
e für
Cauda
equina
-Symptomatik.
Lasè
gue
beidseits negativ".
Explizit werde hier also eine
Cauda
equina
-Symptomatik verneint, so dass eine Genese der
Cauda
equina
-Symptomatik nicht überwiegend wahrscheinlich unfallbedingt sei. Strukturelle Veränderungen seien erst später operativ gesetzt worden, dies jedoch - wie oben ausgeführt - nicht unfallbedingt, sondern aufgrund des krankhaft bedingten Vorzustandes (Urk. 18/26/5 f.).
3.13
Am 22. Januar 2014 wurde dem Beschwerdeführer im
O._
eine
epidurale
Testelektrode mit externer Stimulationsbatterie implantiert (Urk. 18/33/16).
3.14
Dr. med. M._
, Facharzt FMH für Neurologie, untersuchte den Beschwerde
führer
am 19. März 2014
nach
Zuweisung durch Dr. med. N._
des
O._
(Urk. 18/45/8 ff.). Er diagnostizierte ein inkomplettes
Hemicaudasyndrom
links bei Status nach
Verhebetrauma
2010,
Spondylodese
L4 bis S1 2011 und Revision des Spinalkanals 12/2011 mit per
sistierender Irritation der Wurzel L5, S1 und S2.
Aufgrund der klinischen Untersuchung, seiner elektrodiagnostischen Untersu
chung und der ausführlichen elektrodiagnostischen Untersuchung der Klinik
Z._
müsse eine Irritation und leichte Läsion der sakralen Nervenwurzel angenommen werden. Auch bei seiner Untersuchung h
abe eine
persistierend pathologische Spontanaktivität im S1-innervierten Muskel gesehen werden können, während auf der Gegenseite und oberhalb keine entsprechenden Befunde zu sehen gewesen seien (Urk. 18/45/9).
Die Beschwerden und seine Angaben seien durchaus nachvollziehbar. Sowohl bei der Angabe der Schmerzen wie auch bei der Untersuchung zeigten sich klare neuropathische Muster, insbesondere zeige dies auch die Tatsache, dass neben der Angabe von
Dysästhesien
doch auch
Hyperpathiephänomene
gesehen wer
den könnten. Schwierig zu beurteilen seien die Irritationen, welche von neuro
chirurgischer Seite her im
Myelon
-CT gesehen werden könnten. Hauptproblem sei, dass die Schmerzsituation sich zwischenzeitlich
chronifiziert
habe und dass die bisherigen therapeutischen Ansätze keine Besserung gebracht hätten (Urk. 18/45/9).
3.15
Dr. med.
B._
, Facharzt für Neurologie FMH, und Dr. med.
C._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappa
rates, des
V._
der Beschwerdegegnerin erstellten die Orthopädische Beurteilung vom 13. Oktober
2014 zuhanden der Beschwerdegegnerin (Urk. 18/46).
3.15.1
Sie hielten fest, dass aus den Akten zwei verschiedene Versionen hinsichtlich des Unfallherganges hervorgingen. Die Bewertung der verschiedenen Doku
mentationen lasse aber den Schluss zu, dass es im Rahmen des angegebenen Schadenereignisses zu einem plötzlich einschiessenden Schmerz der
Lendenwir
belsäule
nach einer stärkeren Hebebelastung gekommen sei (Urk. 18/46/13 f.).
Versicherungsmedizinisch müsse zunächst geklärt werden, ob 1) der
Hebevor
gang
in seinem Ablauf als wesentliche Teilursache für die Auslösung eines Bandscheibenvorfalls oder Wirbelgleitens angesehen werden könne und ob 2) der Vorgang geeignet gewesen sei, Anlass zur Manifestation einer Schadenlage, nämlich eines zum Zeitpunkt asymptomatischen degenerativen
Bandscheiben
leidens
oder Wirbelgleitens, zu sein oder ob 3) der Hergang zu einer andauern
den oder vorübergehenden Verschlimmerung einer vorbestehenden bekannten Erkrankung der Lendenwirbelsäule geführt habe (Urk. 18/46/14).
Die
Dres
.
B._
und
C._
kamen
zum Schluss, dass alle im Dossier dokumen
tierten Versionen bezüglich des Schadenherganges unter Berücksichti
gung der entsprechenden wissenschaftlichen Studien und der damit einherge
henden schweizerischen Rechtsprechung, wonach nur Unfallereignisse von besonderer Schwere als Ursache für einen traumatisch bedingten Bandschei
benschaden anerkannt würden, nicht geeignet seien, die klinisch und
kernspin
tomographisch
festgestellten krankhaften Befunde der Lendenwirbelsäule her
vorzurufen (Urk. 18/46/14 f.).
Des Weiteren sei es nicht vorstellbar, dass eine massive Gewalteinwirkung zu einer isolierten Verletzung einer Bandscheibe oder Instabilität eines
Bandschei
bensegmentes
führen könne, ohne „Kollateralschaden" zu hinterlassen.
Unfall
bedingte
Bandscheibenvorfälle oder instabile Bandscheibensegmente müssten immer Zeichen einer frischen Verletzung in den kernspintomographischen Dokumenten wie Blutergussbildungen infolge von Gewebezerreissungen oder Flüssigkeitskollektionen im Halteapparat und der angrenzenden Muskulatur des betroffenen Bandscheibensegmentes aufweisen. Im radiologischen
Befundbe
richt
über das zeitnah dreieinhalb Wochen nach dem angegebenen
Schadener
eignis
erstellten
Kernspintomogramm
der Lendenwirbelsäule seien keinerlei Anzeichen einer traumatisch bedingten Gewalteinwirkung auf die
Lendenwir
belkörper
, die Bandscheibensegmente L4/5 und L5/S1 sowie die umgebenden Haltestrukturen beschrieben. Durch die persönliche Einsichtnahme in die
kern
spintomographische
Bilddokumentation vom 29. März 2010 werde ebenfalls bestätigt, dass sich keine Anzeichen einer relevanten Gewalteinwirkung, wie Ödeme in den Lendenwirbelkörpern, Signalalterationen in dem die Segmente umgebenden Haltebandapparat oder Signalerhöhungen im Bereich der äusseren Weichteilgewebe fänden. Aufgrund der vorliegenden Bilddokumentation sei eine erhebliche Gewalteinwirkung auf die Lendenwirbelsäule infolge des
Scha
denereignisses
vom 2. März 2010 auszuschliessen
(Urk. 18/46/15).
Auch die Dokumentation der klinisch-neurologischen Befunde von Dr.
P._
vom 3. März 2010 und der Bericht von Dr.
med.
Q._
, Neuro
logie FMH,
der Konsultation vom 15. März 2011
spreche mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ebenfalls gegen eine traumatische Ätiologie des
kernspin
tomographisch
gesicherten Bandscheibenvorfalls L4/5 linksseitig und der
Spon
dylolisthesis
L5/S1 (Urk. 18/46/16).
Weiterhin sei bei der versicherungsmedizinischen Anerkennung einer traumati
schen Ätiologie eines Bandscheibenvorfalls gefordert, dass der betroffene Versi
cherte unmittelbar vor dem Schadenereignis beschwerdefrei gewesen sein müsse und keine wesentlichen Vorerkrankungen vorgelegen hätten dürfen. Im Dossier werde in allen Dokumentationen aufgeführt, dass der Beschwerdeführer bereits seit dem Jahre 2001 chronisch rezidivierende Beschwerden mit
Schmerzaus
strahlung
in die Beine beklagt habe, also ein relevanter Vorzustand vorgelegen sei. Darüber hinaus zeige die persönliche Einsichtnahme in die bildgebenden Dokumente eines
Kernspintomogramms
der Lendenwirbelsäule aus dem Jahre 2002 im Vergleich zu den am 29. März 2010 nach dem Schadenereignis erstell
ten kernspintomographischen Bildern der Lendenwirbelsäule identische Befunde der bildgebenden Dokumente beider Untersuchungen bezüglich des Bandschei
benvorfalles L4/5 linksseitig und des Ausmasses des Wirbelgleitens L5/S1 in Form von Grad I nach
Meyerding
. Zeitnah zum inkriminierten Schadenereignis vom 02. März 2010 stelle sich also keine wesentliche Grössenzunahme des Bandscheibenvorfalls L4/5 und kein weiteres Abgleiten des Wirbelkörpers L5 über 51 im
Kernspintomogramm
vom 29. März 2010 dar. Demnach könne auch unter Berücksichtigung von fehlenden Zeichen einer relevanten Gewalteinwir
kung eine
strukturelle Schädigung der Bandscheibensegmente 1-4/5 und L5/S1 infolge des Schadenereignisses vom 02.
März 2
010 mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit
ausgeschlossen werden (Urk. 18/46/16).
3.15.2
Die in den Folgejahren 2011 bis 2014 festgestellte krankhafte neurologische Symptomatik mit Auftreten einer neurogenen Blasenentleerungsstörung, des inkompletten
Hemi
-
Cauda
-
Equina
-Syndroms links und der erektilen Dysfunk
tion seien erst später nach den verschiedenen Bandscheibenoperationen doku
mentiert worden, so dass aufgrund der langen zeitlichen Latenz zum Ereignis und der zwischenzeitlich erfolgten Operation (mit Veränderung der anatomi
schen Verhältnisse?) ein kausaler Zusammenhang zum Ereignis vom
2.
März 2010 nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit angenommen wer
den kö
nn
e
. Die Interpretation Dr.
D._
im
Ver
laufsbericht
zur interdisziplinären Schmerzbehandlung vom 22. August 2014 bezüglich des kausalen Zusammenhangs zwischen dem Auftreten der krank
haften neurologischen Symptomatik und dem angegebenen Schadenereignis sei weder nachvollziehbar noch schlüssig. Aus den schriftlich niedergelegten Äusserungen
des Wirbelsäulenchirurgen geh
e
deutlich hervor, dass er die vorher postulierte Kausalität aufgrund der zeitnah zum Schadenereignis dokumentier
ten unauffälligen neurologischen Befunde selber anzweifle. Das Postulat einer Kausalität von Dr.
D._
müsse auch unter Berücksichtigung der Tatsache, dass er über mehrere Jahre in den Dokumentationen seiner vielfachen klini
schen Untersuchungen die Diagnose „Chronisch rezidivierendes
lumbovertebra
les
Syndrom" verwendet und damit einer traumatischen Ätiologie der festge
stellten krankhaften Befunde keinen Ausdruck verliehen habe, als inkonsistent betrachtet werden
(Urk. 18/46/16
f.)
.
Auch die Einschätzung des Neurologen PD Dr.
I._
und des Neurologen Dr.
M._
bezüglich einer möglichen Kausalität der neurologischen Symptomatik könne nicht gefolgt werden. Höchstwahrscheinlich seien den Neurologen die unauffälligen
Ergebnisse der unmittelbar respektive
ein Jahr nach dem
Scha
denereignis
durchgeführten ne
urologischen Untersuchungen von
Dr.
P._
und Frau Dr.
Q._
nicht bekannt gewesen, so dass dann die Neurolo
gen eine andere Konklusion bezüglich der Kausalität gezogen hätten (Urk. 18/46/17).
3.15.3
Es sei in Folge des vom Beschwerdeführer angegebenen Ereignisses vom 2. März 2010
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nur zu einer leichten Distor
sion der Lendenwirbelsäule ohne relevante Gewaltanwendung und strukturelle Schädigung der Lendenwirbelsäule gekommen. Durch die leichte Distorsion sei eine
vorübergehende Verschlimmerung der bereits vorbestehenden verschleiss- respektive anlagebedingten Erkrankung der Lendenwirbelsäule mit Bandschei
benvorfall L4/5 und Wirbelgleiten (
Spondylolisthesis
) L5/S1 gekommen. Der Status quo sine sei spätestens fünf Monate nach dem angegebenen
Schadener
eignis
, also zum Zeitpunkt des Schreibens Dr.
D._
s an die Helsana Versi
cherung vom 10. August 2010 eingetreten. Die ab Ende 2011 dokumentierten neurologischen Störungen und insbesondere die
Hemi
-
Cauda
-
Equina
-Sympto
matik links stehe nicht in kausalem Zusammenhang mit dem Schadenereignis vom 2. März 2010 (Urk. 18/46/17 f.).
4.
4.1
Die versicherungsmedizinische Beurteilung der
Dres
.
B._
und
C._
ist für die streitigen Belange umfassend, wurde in K
enntnis der
Vorakten
abgegeben und
setzt sich ausführlich mit den abweichenden ärztlichen Berichten und Ein
schätzungen auseinander
. D
ie Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und deren
Beurteilung sind schlüssig,
nachvollziehbar begründet und in sich widerspruchsf
rei. Indizien, welche gegen die
Zuverlässigkeit
der
Beurteilung sprechen,
bestehen
keine
(vgl. E. 2.2).
4.2
4.2.1
Der Beschwerdeführer
bringt dagegen vor, dass
sowohl die
erstgradige
Antero
listhese
als auch der Nerven-Prolaps unmittelbare Folgen des Unfalles seien.
Im Bericht der
R._
werde erstmalig ein Prolaps zum
Recessus
hin bis an die L5-Wurzel links erwähnt.
Es werde
vorliegend
entsprechend
nicht eine neue Verletzung der Bandscheiben geltend gemacht, sondern eine ungünstige Veränderung in der Struktur der Gleitfunktion
der Wirbel an sich (Urk. 1 S. 9 f.
).
Diesbezüglich ist festzuhalten, dass
bereits
anlässlich der Untersuchung
vom 21. Mai 2002
in der Uniklinik
Z._
eine diskrete
Anterolisthesis
L5 über S1 um 1 mm festgestellt wurde (Urk. 18/1/45).
Die Ärzte der Uniklinik
Z._
konsta
tierten in ihrem Bericht vom 17. März 2010, dass im Vergleich zu 2002 eine stationäre
erstgradige
Anterolisthese
L5/S1 bei bekannter
Spondylolyse
Interar
tikularportion
L5 vorliege (Urk. 18/1/36).
Dres
.
B._
und
C._
notierten entsprechend, dass sich zeitnah zum Ereignis vom 3. März 2010 keine wesentli
che Grössenzunahme
des Bandscheibenvorfalls L4/5 und kein weiteres Abglei
ten des Wirbelkörpers L5 über S1 im
Kernspintomogramm
vom 29. März 2010 gezeigt habe (Urk. 18/46/16).
Hinsichtlich des Nerven-Prolaps ist festzuhalten, dass die
Dres
.
C._
und
B._
vom Bericht
von Dr. med. S._
des
R._
(Urk. 18/7/50)
Kenntnis
und Einsicht in die kernspintomographische Dokumen
tation (Urk. 18/46/15) genommen hatten
,
dies in ihrer Beurteilung berücksich
tigten
und eine relevante Gewalteinwirkung verneinten.
4.2.2
Auch das Vorbringen
des Beschwerdeführers, er sei vor dem Unfallereignis - trotz vorbestehender Diagnosen - beschwerdefrei gewesen, so dass die Kausali
tät zu bejahen sei, schlägt fehl. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung
ist
d
ie
Argumentation nach der Formel „
post
hoc ergo
propter
hoc", nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, beweisrechtlich nicht zulässig und vermag zum Beweis natürlicher Kausalzusammenhänge nic
ht zu genügen (BGE 119 V 335 E.
2b/
bb
., Urteil des Bundesgerichts 8
C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E.
5.1).
4.3
Die erstbehandelnden Ärzte der Uniklinik
Z._
notierten in ihr
em Bericht vom 17. März 2010
, dass keine Hinweise für eine
Cauda
-
equina
-Symptomatik vorliege (E. 3.2).
Dr.
D._
hielt in seinem Bericht vom 5. April 2013 fest, dass Dr.
Q._
in ihrem Bericht über die Konsultation vom 15. April 2011 klinisch neurologisch und neurophysiologisch normale Befunde erhoben habe und es keine Hinweise für eine anhaltende Nervenschädigung bei Status nach Blitzschlag am 18. Juli 2005
gebe
, womit sich weitere
Massnahmen
aus neurologischer Sicht erübrigen würden (Urk. 18/25/99).
Auch im Bericht der Ärzte der Rehaklinik
E._
vom 29. April 2011 wurde konstatiert, dass keine neurologischen Ausfälle bestanden hätten (E. 3.4).
Das inkomplette
Hemi
-
Cauda
-
Equina
-Syndrom sowie die neurogene
Blasenent
leerungsstörung
und die
erektile Dysfunktion sind erst
nach der
Rückenopera
tion
vom 9. Dezember 2011 (vgl. E. 3.7)
dokumentiert worden, so dass die Unfallkausalität dieser Beschwerden
entsprechend der Beurteilung der
Dres
.
B._
und
C._
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt ist.
4.4
Zusammenfassen
d
ist g
estützt auf die orthopädische Beurteilung der
Dres
.
B._
und
C._
vom 13. Oktober 2014
mit überwiegender Wahrscheinlich
keit erstellt, dass es in Folge des Schadensereignisses vom 2. März 2010 zu kei
ner nachweisbaren relevanten Gewalteinwirkung oder strukturellen Schädigung der Lendenwirbelsäule gekommen ist
und der
S
tatus quo sine spätestens bei Leistung
seinstellung am 8. November 2010
erreicht war.
Die
neurologischen Störungen und insbesondere die
Hemi
-
Cauda
-
Equina
-Symptomatik links
sind nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit unfallkausal.
5.
5.1
5.1.1
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische Gesundheitsschädigung herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergan
genen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psy
chische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut ver
kraften als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus
versiche
rungsmässiger
Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren (BGE 115 V 133
E.
4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinwei
sen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf – folgende Einteilung vorgenommen wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der dazwischen liegende mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352
E.
5b/
aa
; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
5.1.2
Bei banalen Unfällen wie zum Beispiel bei geringfügigem Anschlagen des Kop
fes oder Übertreten des Fusses und bei leichten Unfällen wie zum Beispiel einem gewöhnlichen Sturz oder Ausrutschen kann der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne wei
teres verneint werden, weil aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung aber auch unter Einbezug unfallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen wer
den darf, dass ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen erheblichen
Gesund
heitsschaden
zu verursachen (BGE 120 V 352
E.
5b/
aa
, 115 V 133 E. 6a).
5.1.3
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte
beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls;
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
körperliche Dauerschmerzen;
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109 E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/
aa
).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genü
gen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, wel
cher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999
Nr.
U 346 S. 428, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.; SVR 1996 UV Nr. 58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Krite
rium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie zum Beispiel eine auffallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit infolge schwierigen Heilungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkriterium beson
deres beziehungsweise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Kriterien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenzbereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffal
lender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Wür
digung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu forschen, die möglicherweise die psychisch bedingte Erwerbsunfä
higkeit mitbegünstigt haben könnten (BGE 115 V 133 E. 6c/
bb
, vgl. auch BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
; RKUV 2001 Nr. U 442
S.
544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S. 448 ff., 1996 Nr. U 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
5.2
5.2
.1
Im Bericht der Uniklinik
Z._
vom 17. März 2010 hielten die behandelnden Ärzte fest, der Beschwerdeführer arbeite auf dem Bau und habe am Nach
-
mittag
des 2. März 2010 einen Gegenstand aus Eisen mit einem Gewicht von ca. 5-10 kg angehoben, wobei akute lumbale Schmerzen eingeschossen seien
(Urk.
18/1/36).
5.2
.2
Im Bericht der Uniklinik
Z._
vom 27. Dezember 2012 konstatierten die Ärzte, der Beschwerdeführer gebe zum Beginn der Symptomatik an, während Arbeiten im
Primetower
in grosser Höhe in einer Notfallsituation ein schwere
s
Stromkabel aufgefangen zu haben (Belastung seiner Schätzung nach mit über 70 kg beschleunigter Masse), um seine Arbeitskollegen vor körperlichen Schä
den durch das herabstürzende Kabel zu schützen (Urk. 18/7/206).
5.2.3
Anlässlich der Besprechung auf der Kreisagentur vom 28. Juni 2013 erklärte der Beschwerdeführer (im Beisein einer Übersetzerin) den Unfallhergang folgender
massen
(Urk. 18/12)
:
„Der
UnfalI
ereignete sich in einem Innenraum der Grossbaustelle
PrimeTower
in Zürich. Ich trug Sicherheitsschuhe mit guter Sohle. Ich trug zum Zeitpunkt des Ereignisses keine Arbeitshandschuhe. Am 2. März 2010, ca. um 09.40 Uhr, musste ich mit zwei Kollegen zusammen ein Stromkabel in einem Liftschacht anbinden und verwendete dazu einen Spanngurt (
Zuggurt
mit Rätsche). Das Kabel hatte einen Durchmesser von 4,5 cm, pro Meter wiegt es 4 kg. Das Kabel war 15 Meter lang. Das Kabel hing senkrecht im Liftschacht neben einer Was
serleitung und einer Betonsäule. Durch den Liftschacht verlief horizontal ein Metallträger als Arbeitshilfe (wird nach den Arbeiten entfernt). Der Metallträger verlief auf
Kniehöhe.
Zum Anbinden verwendeten wir einen Gurt der 5 Tonnen halten kann, anstelle eines solchen für 2 Tonnen, weil ein solcher nicht zur Verfügung stand. Beim Anbinden des Kabels gab es plötzlich einen Ruck nach unten, der untere Teil des Kabels, ca. 15 m, rutschte also plötzlich ab. Der Gurt wird zweimal um das Kabel und den Träger
geschlauft
. Das Kabel war also bereits am Träger gebunden aber ich hielt es noch mit beiden Händen fest, wobei ich leicht in di
e Knie ging. Vor mir stand
T._
und hielt das Kabel ebenfalls fest. Plötzlich gab es einen Ruck am Kabel und
T._
geriet mit den Fingern zwischen Kabel und
Zuggurte
. Der andere
Kollege (
U._
) stand
T._
gegenüber und der Kopf von Herrn
T._
stiess gegen den Oberkörper von Herrn
U._
, wobei beiden der Helm weggeschleudert wurde. Herr
T._
fiel zu
Boden. Er hatte einen blauen Fleck am rechten Knie. Er musste keinen Unfall anmelden. Die Haut an den Fingern des Herrn
T._
war geschürft. Herr
U._
blieb unverletzt. Im Moment als der Zug des Kabels auf mich alleine einwirkte und ich das Kabel immer noch mit beiden Händen festhielt, verspürte ich einen sehr starken Schmerz (Krachen) links der Wirbelsäule, oberhalb des Beckens. Ich bin nicht ausgerutscht als der Schmerz auftrat, ein Sturz erfolgte nicht. Ich lehnte mich wegen des Schmerzes an die Betonsäule an.“
5.2.4
Praxisgemäss stellen die Gerichte im Bereich des Sozialversicherungsrechts in der Regel auf die „Aussagen der ersten Stunde“ ab, denen in beweismässiger Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2
a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis).
Entsprechend ist im vo
rliegenden Fall gestützt auf den
von den
erstbe
handelnden
Ärzten der
Uniklink
Z._
festgehaltenen Hergang davon auszu
gehen, dass ein lediglich banales
Unfallerereignis
vorgelegen hat, so dass die Adäquanz
zwischen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen
gestützt auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung
ohne weiteres verneint werd
en kann (
vgl. Zusammenstellung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zur Kategori
sierung der Unfallereignisse in
Rumo-Jungo
/Holzer, Rechtsprechung des Bun
desgericht
s zum Sozialversicherungsrechts
, Bundesgesetz über die Unfallversi
cherung [UVG], 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2012, S. 61 ff.; vgl. auch
E. 5.1.2).
Vollständigkeitshalber ist festzuhalten, dass
gestützt auf den vom Beschwerdefüh
rer anlässlich der Besprechung vom 28. Juni 2013 geschilderten Unfallhergang (vgl. E. 5.2.3) maximal ein
mittelschwere
s
Unfallereignis
s
im Grenzbereich zu den leichten Unfällen
anzunehmen wäre. D
ie adäquate Kausa
lität
wäre
gleichwohl
zu verneinen, da
keinem Einzelkriterium besonderes beziehungsweise ausschlaggebendes Gewicht zu
kommt und
nicht genügend
unfallbezogene Kriterien erfüllt sind (vgl. E. 5.1.3).
5.3
Entsprechend erweist sich der angefochtene
Einspracheentscheid
als rechtens und die Beschwerde ist abzuweisen.
6.
6.1
Das Verfahren ist kostenlos.
6
.2
Der vorliegende Prozess kann nicht als von vornherein aussichtslos bezeich
net werden und
der Beschwerdeführer
ist
bedürftig (Urk. 3; Urk. 13; Urk. 14/1-8; Urk. 16). Da zudem die anwaltliche Vertretung des Beschwerdeführers geboten war, ist ihm Rechtsanwältin Dina
Raewel
als unentgeltliche Rechtsvertreterin zu bestellen. Rechtsanwältin Dina
Raewel
machte mit ihrer Honorarnote vom 5. Februar 2015 (Urk. 12) einen Aufwand von 17.5 Stunden und Barauslagen von Fr. 35.-- geltend,
was angemessen erscheint. Daraus resultiert eine Entschädi
gung von insgesamt Fr. 3‘817.80 (inklusive Mehrwertsteuer von 8 %) weshalb Rechtsanwältin Dina
Raewel
in diesem Umfang aus der Gerichtskasse zu ent
schädigen ist.
Kommt der Beschwerdeführer künftig in günstige wirtschaftliche Verhältnisse, so kann ihn das Gericht zur Nachzahlung der Auslagen für die unentgeltliche Rechtspflege verpflichten (§ 16 Abs. 4 des Gesetzes über das
Sozialversiche
rungsgericht
,
GSVGer
).
Das Gericht beschliesst,
In Bewilligung des Gesuches vom
17. November 2014
wird dem Beschwerdeführer
Rechts
anwältin Dina
Raewel
, Zürich, als unentgeltliche
Rechtsvertreter
in
für das vorliegende Ver
fahren bestellt,
und erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Die unentgeltliche Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers, Rechtsanwältin Dina Raewel, Zürich,
wird mit Fr.
3'817.80
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) aus der Gerichts
kasse entschädigt.
Der Beschwerdeführer wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
Rechtsanwältin Dina
Raewel
Rechtsanwältin Vera
Häne
Bundesamt für Gesundheit
sowie an:
Gerichtskasse
5.