Decision ID: d7669ce6-3a19-56fd-89b1-7bfe34ed5b44
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
geboren 19
56
,
arbeitet
seit
1998
als Reinigungs
kraft
bei der
Y._
in einem
35%-Pen
sum
(Urk. 7/14)
.
Vom 2
1.
Mai 2007 bi
s zum 3
0.
November 2010 war sie
zudem
als
Printmedienverarbeiterin
bei der
Z._
in einem 50%-Pensum
angestellt
(Urk. 7/14, Urk. 7/32/3). Ferner
war sie seit
199
9
als Reini
gungskraft für
die
A._
in einem
15
%-Pensum
tätig, wo
bei
das Arbeit
s
verhältnis
im März 2012
aufgelöst
wurde
(Urk. 7/
14
,
Urk. 7/23, Urk. 7/25
, Urk. 7/32/1
).
Seit dem
1.
Dezember 2010
(Urk.
7
/10/3)
bezog die Versicherte
Taggelder der Arbeits
losen
ver
sicherung des Kantons Zürich
.
1.2
Am 1
3
.
Februar
201
2
(Urk.
7
/1
4
) meldete
sich die Versicherte
unter Hinweis auf Schulter- und Kreuz
schmerzen, Schmer
zen in den Füssen und Händen sowie
Zucker
krankheit
bei der
Sozial
versicherungs
an
stalt
des Kantons
Zürich, IV-Stelle, zum
Leistungs
bezug
an. Die IV-Stelle
tätigte medizinische (Urk. 7/18, Urk. 7/24)
und
berufliche (Urk. 7/21-23
, Urk. 7/26
) Ab
klärungen
. Am
3.
April 2012 (Urk. 7/30)
teilte
die IV-Stelle
der Ver
sicherten unter anderem mit, dass sie Be
ratung und Unter
stützung bei der
Stellen
suche
erhalte.
Sodann
tätigte
die IV-Stelle
weitere be
ruf
liche (vgl
. dazu auch Urk. 7/44 S. 4 ff.)
und medizinische
Ab
klärungen
(vgl. dazu Stellung
nahme
von
Dr.
med.
B._
,
Facharzt für Ortho
pädische Chirurgie und Traumatologie, Re
gionaler Ärztlicher Dienst
[
RAD
]
,
vom
2
9.
August 2012 [Urk. 7/41]).
Am 2
4.
Oktober 2012 (Urk. 7/43) teilte sie der Ver
sicherten mit, dass die Arbeits
ver
mit
tlung abgeschlossen werde, da es nicht ge
lungen sei, sie innert an
ge
mes
se
ner Zeit wieder ganz in den Arbeitsmarkt zu inte
grieren.
Nach durch
ge
führtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 7/47) und Prüfung der Ein
wände
(
Urk. 7/48
, Urk. 7/51
)
verneinte
die IV-Stelle
mit Verfügung vom 1
9.
Juli 2013 (Urk. 7/53
= Urk. 2
)
einen Anspruch
der Versicherten auf eine Rente der In
validen
ver
sicherung
.
2.
Dagegen erhob d
ie
Versi
cherte am 2
0.
August 2013
(Urk. 1)
unter Auflage ver
schiedener medizinischer Berichte von
Dr.
med.
C._
,
Allgemeine Medizin FMH
(Urk. 3/1-2)
, Beschwerde
und be
antragte eine erneute Abklärung ihres Gesund
heits
zu
standes du
rch medizinisches Fachpersonal und die Zusprechung einer ange
mes
senen Rente.
Mit Beschwerdeantwort vom
18
.
September 2013 (Urk. 6
) schloss die IV-Stelle
auf Ab
wei
sung der Beschwerde, was de
r
Beschwerdeführer
in
am 1
6
.
Oktober
201
3
(Urk.
8
)
zur Kennt
nis gebracht wurde.
Mit Eingabe vom 1
4.
Oktober 2013 (Urk. 9) machte die Beschwerdeführerin
unter
anderem
eine Ver
schlechterung ihrer gesundheitlichen Situation geltend
.
3.
Auf die Ausführungen der Parteien wird, soweit erforderlich, in den nach
fol
gen
den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den All
g
emeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
tei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
)
, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invalidi
täts
grad
bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist ent
scheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf all
seitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berück
sichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Dar
legung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Ex
pertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung vom 1
9
.
Juli
2013
(Urk. 2
S. 2
) dafür,
a
ufgrund der medizinischen Beurteilung sei der Be
schwer
de
führerin
eine behinderungsangepasste Tätigkeit
(zum Beispiel als
Pro
duktions
mitarbeiterin
, Hilfskraft in einer Kleintierbetreuung oder als Büro
an
ge
stellte
)
zu 100
%
zumutbar.
Mittels allgemeiner Methode des
Einkom
mens
ver
gleichs
er
mittelte sie einen rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von
14
%.
Ferner führte sie
hinsichtlich des Einwandes vom 2
1.
November 2012
aus, eine
Speise
röhrenschleimhaut
- und eine Magenschleimhautentzündung
könnten the
ra
peutisch gut angegangen werden
und
bedingten
keine lang andauernde Arbeits
unfähigkeit
. Dasselbe gelte für einen Harnweg
s
infekt. An
sonsten habe
Dr.
C._
keine neuen Befunde und
Diagnosen angeführt.
Ver
sicherungs
medi
zinisch
könn
t
e
n
aus dem vorliegenden Arztzeugnis
k
eine wesent
lichen Verän
derungen des Gesundheitszustandes
hergeleitet werden
,
wel
che zu einer verän
derten Beurteilung der Arbeitsfähigkeit führten.
Die aus
ge
wiesene Arbeitsfähig
keit von 50
%
in bisheriger und
von 100
% in angepasster Tätigkeit sei
un
ver
ändert (S. 2).
In der Vernehmlassung vom 1
8.
September 2013 (Urk. 6 S. 2 f. unten)
hielt sie ergänzend fest, dass
es d
e
r
Beschwerdeführerin trotz ihres Alters von 57 Jahren zumut
bar sei, ihre Restarbeitsfähigkeit in einem angepassten Belastungsprofil
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten. Für die
ihr
noch zumut
ba
ren
Tätigkeiten
(
wie Produktionsmitarbeiterin, Hilfskraft in der
Klein
tier
be
treu
ung
, Büroangestellte) seien zumeist keine spezifischen Berufs- oder Fach
kennt
nisse gefordert und es sei auch nicht von einem lange dauernden
Ein
arbei
tungs
- und Umstellungsaufwand auszugehen. Die Be
schwerde
führerin sei zu
dem seit 1972 in verschiedenen Hilfstätigkeiten an
gestellt gewesen, so zum Bei
spiel als Büro
gehilfin, Locherin, Service
fach
angestellte oder
Datatypistin
(Urk. 7/32) und könne
damit bereits in unter
schied
lichen Bereichen Berufs
er
fahrungen vorweisen. Da
durch bestünden trotz fehlender Berufsbildung reelle Chancen auf eine Arbeits
stelle auf dem aus
ge
glichenen Arbeitsmarkt.
2.2
Demgegenüber
machte die Beschwerdeführerin geltend
(Urk.1)
,
sie sei mit dem Ent
scheid der Beschwerdegegnerin nicht einverstanden.
Ins
be
sondere
führte
sie
aus
, den be
igelegten ärztlichen Zeugnissen von
Dr.
med.
C._
,
Allgemeine Medi
zin FMH, vom 1. März 2012 respektive 2
9.
Juli 2013 (Urk. 3/1-2)
sei zu
ent
nehmen, dass ihre Beschwerden nicht heilbar seien. Die gesundheitliche Si
tua
tion verschlechtere sich dauernd. Durch die zunehmenden Fussschmerzen sei es ihr zeitweise nicht möglich, zu gehen oder zu stehen.
Es sei ihr nicht möglich, eine geeignete Arbeit zu finden, da bekanntlich auch eine sitzende Tätigkeit nicht realisierbar sei.
2.3
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Rente der Invalidenversicherung.
3.
3.
1
Im Bericht vom
2.
März 2010 (Urk. 7/24/12-13) diagnostizierten
Dr.
med.
D._
,
Fachärztin für Rheumatologie und Allgemeine innere Medizin,
und
Dr.
med.
E._
,
Fachärztin für
Physikalische Medizin und Rehabili
tation
,
F._
,
eine Polyarthrose beider
Hände, ein
Dupuytren
beider Hände,
eine AC-Gelenksarthrose und eine Tendinitis
calcarea
beidseits, ein
lu
m
bo
spondylo
genes
Syndrom bei
Facetten
gelenken
LWK 4/5 und LWK 5/SWK 1 beidseits im Rahmen einer
Spondylar
t
hrose
und flachbogige
n
rechtskonvexe
n
Tor
sions
skoliose
, eine
Cox
arthrose
links
,
moderate
Metatar
sophalangeal
ge
lenk
s
ar
th
rose
Dig
I beid
seits
und
geringgra
dige
DIP-Gelenksarthrosen
Dig
II beidseits.
Die Ärztinnen führten aus, d
ie Beschwerdeführerin leide an ausgeprägten Arthro
sen verbunden mit einer massiven muskulären
Dysbalance
. Radiologisch hätten sich eine deutliche AC-Gelenks
a
rthrose und
eine
kalzifizierende Tendini
tis darstellen lassen. Klinisch-radiologisch und laborchemisch habe sich kein Hin
weis auf ein entzündlich rheumatisches Geschehen finden lassen.
3.
2
Am
9.
Februar 2012 (Urk. 7/24/6) diagnostizierte
Dr.
med.
G._
,
Ophthal
molo
gie/
Ophthalmochirurgie
FMH, einen Diabetes mellitus Typ II seit 2006, eine anam
nes
tisch etwas ver
besserte Blutzuckereinstellung
, eine diskret beginnende Kata
rakta
senilis
mit peripheren Speichen rechts und hyperintensive
Fundus
blut
ge
fäss
ver
änderungen
.
Aktuell habe sich kein Hinweis auf eine diabetische Retino
pathie finden lassen.
3.
3
Im Bericht vom
2
0.
Februar 2012 (Urk. 7/18)
nannte
Dr.
med.
H._
,
Fachärztin FMH für Neurologie,
Neuroangiologie
, EMG, EEG, evozierte Potentiale,
eine seit zwei Jahren bestehende vorwiegend sensible, schmerzhafte, distal symmetrische
Poly
neuropathie
der Beine (Ätiologie am ehesten
diabetogen
), einen Diabetes
mel
litus (Erstdiagnose Dezember 2006), ein
lumbo
spondylo
genes
Schmerz
syn
drom
, eine
Poly
arthrose
der Hände
und
eine seit längerer Zeit bestehende leichte
depressive Symptomatik
(vgl. auch Bericht vom 5. Januar 2012, Urk. 7/24/7-9)
.
D
urch die Polyneuropathie der Beine sei das Gleichgewicht und die Stand- und
Gang
unsicherheit
beeinträchtigt. Die Arme seien momentan noch nicht be
trof
fen,
das könne sich
im Verlauf der Krankheit aber
noch ändern
. Des Weiteren bestehe eine reaktive depressive Symptomatik in Folge von erheb
lichen sozialen und familiären Problemen. Die Polyarthrose und
lumbo
spondylo
gene
Proble
matik
würden
die Beschwerdeführerin zusätzlich in ihrer Beweglichkeit
und Belastbarkeit ein
schränken
. Aus rein neurologischer Sicht
betrage
die Arbeits
fä
higkeit der Beschwerdeführerin als
Reinigungs
fach
frau
maximal noch
40
%
.
3.4
Im Bericht vom
1.
März 2012 (Urk.
7/24/1-5
) nannte
Hausarzt
Dr.
C._
als Diagnosen
mit Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ein diffuses
Schmerz
syndrom
bei einer
Poly
arthrose
und einem
Dupuytren
beider Hände,
einer
Peri
arthritis
humerosca
pularis
in beiden Schultern,
einer
beg
innenden
Cox
arth
rose
vor allem links, ei
nem
lumbospondylogenen
Schmerzsyndrom bei
Osteo
chon
drose
und Sko
liose, einer distalen und vor allem sensiblen
Poly
neuro
pathie
, ein reaktiv depressives Zustandsbild bei familiären und sozialen Problemen, einen Diabetes mellitus mit Polyneuropathie und eine zunehmenden Seh
störung bei
hyper
ten
siven
V
er
änderungen und eine
r
Katarakt. Als Diagnose ohne Aus
wir
kung
en auf die Ar
beitsfähigkeit führte er eine Hypertonie auf.
Die diffusen Schmerzen seien sicher das Hauptproblem der Beschwerdeführerin, welche
s
durch die
Polyneuropathi
en
(wahrscheinlich im Rahmen des
Diabetes
mellitus) und ihre psychisch sicher depressive Grundstörung noch verstärkt w
erde
.
Dazu komme eine zunehmende Sehstörung, die zu vermehrten Reaktio
nen der Kunden geführt habe. Die Beschwerdeführerin werde sicher nie mehr 100
%
als Reinigungsfachfrau arbeiten können. Seit sie ihre 50%-Stelle verloren
habe, gehe es ihr besser, sie sei aber weiterhin nicht beschwerdefrei.
Die Be
schwer
deführerin sei
seit
wenigstens
November 2010 zu min
destens 50
%
arbeits
unfähig.
Ihre bisherige Tätigkeit als Putzfrau sei natürlich mit ihren mul
tiplen Arthrosen und der
Visusverschlechterung
sehr schlecht vereinbar. Eine 100%ige Arbeitsfähigkeit könne nicht mehr erreicht werden.
3.
5
In seiner Stellungnahme vom 2
9.
August 2012 (Urk.
7/41 S. 2 f.) hielt RAD-Arzt
Dr.
B._
gestützt auf die Akten
fest, mit der Diagnose einer vorwiegend
sensiblen Pol
yneuropathie der Beine bei einem
Diabetes mellitus, einer
Polyar
throse
und eine
m
Morbus
Du
pu
y
tren
beider Hände, e
inem
lumbospondylogenen
Syndrom
, einer
Peri
arthritis
humeroscapularis
in beiden Schultern, einer begin
n
en
den
Coxarthrose
vor allem links und
einer
Arthrose D I und D II
in beiden
Füsse
n
liege seit November 201
0
ein relevanter Gesundheitsschaden vor, der die
Arbeitsfähigkeit in ange
stamm
ter Tätigkeit beeinträchtige
. Bei diskret
er
beginn
en
der Katar
akta
senilis
rechts und
einem
Diabetes mellitus Typ II ohne Hinweis auf eine diabetische Retino
pathie beidseits lägen mit erhaltenem
Visus
keine die Arbeits
fähigkeit ein
schränkenden Augenerkrankungen vor. Die Diagnose einer
Fibro
my
algie
ver
möge keine IV-Leistungen auszulösen. Die psy
chiatrischen
Dia
g
nosen seien psy
cho
sozialer Natur und hätten keine länger dauernde Arbeits
unfähigkeit zur Folge. Die Arztberichte seien schlüssig und weit
gehend deckungs
gleich be
zie
hungs
weise sich ergänzend, weshalb
darauf Bezug genom
men werden
könne
.
Die Arbeitsfähigkeit in bisheriger Tätigkeit betrage seit November 2010 50
%
.
In an
ge
passter Tätigkeit (mit körperlich leichter, wechselbelastender Tätigkeit ohne
regel
mässige
Hebe- und Tragebelastungen über 10 kg, ohne Arbeiten auf Lei
tern und Gerüsten, ohne häufiges Treppensteigen, ohne häufige
hüft
be
lastende
Zwangshaltungen (bücken, hocken, knien), ohne häufiges Gehen auf un
ebenem
Gelände, ohne häufige lendenwirbelsäulenbelastende Tätigkeiten wie längeres Arbei
ten in Armvorhalte- oder gebückter Stellung, ohne andauernde
Vibra
tions
belastungen
und Nässe-/Kälteexposition, ohne häufige die Schultern und die
Hände stark belastende Tätigkeiten (zum Beispiel Überkopfarbeit) sei durch
gehen
d eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
gegeben.
Im Rahmen der Mitwirkungspflicht sollte die Beschwerdeführerin darauf hin
ge
wiesen werden, dass sie sich zur Einstellung des Blutdrucks, des Blut
zuckers und
zur Behandlung des „depressiven
Z
ustandbildes
“ in fach
ärztliche
Be
hand
lung zu begeben habe.
3.
6
Im Bericht vom
2
8.
März 2013
(Urk. 7/51)
nannte
Dr.
C._
im Vergleich zum letzten Bericht vom
1.
März 2012 (
Urk.
7/24/1-5
)
als zusätzliche Diagnosen eine
Re
flux-
Oesophagitis
und eine
Korpusgastritis
(Gastro
skopie vom
6.
November 2012)
sowie
einen Harnwegsinfekt mit
Makro
häma
turie
(Dif
ferential
diagnose:
t
umorbedingt).
Dr.
C._
führte weiter aus, seit seinem letzten Bericht habe sich vor allem die soziale Situation zugespitzt. Nebst der finanziell prekären Situation habe die Be
lästigung durch
ihre
psychisch ebenfalls kranke Tochter zu
genommen.
Diese
mache ihr immer wieder schwere Vorwürfe, drohe ihr
in nächtlichen Telefona
ten mit Suizid, lasse sich aber selbst psychiatrisch nicht be
handeln. Das führe zu
Schlafstöru
ngen usw
.
Der Diabetes sei eingestellt und die so
eben stattgefundene Augenkontrolle habe keine diabetische Retinopathie, aber zunehmende Veränderungen im Sinne der Hypertonie und beginnende Katarakte gezeigt.
Die Beschwerdeführerin sei bei ihren Putzarbeiten vor allem durch ihre rheuma
tolo
gischen Beschwerden (Rü
cken-, Hand- und Fingerprobleme
) deut
lich be
hin
dert
. Sie sei weiterhin zu 50
%
arbeitsunfähig
und
aus den erwähnten Gründen auch psychisch zunehmend erschöpft.
3.
7
In seiner
Stellungnahme
vom 2
0.
Juni 2013 (Urk. 7/52) hielt
Dr
.
B._
fest, eine Speise
röhren- und
Magenschleimhautentzündung könn
e therapeutisch gut angegangen werden und
würde
keine lang andauernde Arbeits
un
fähig
keit
be
dingen
. Dasselbe gelte für einen Harnweg
s
infekt. An
sonsten habe
Dr.
C._
keine
neuen Befunde und
Diagnosen angeführt.
Er ha
be eine Arbeitsfähigkeit von 50
% in der bisherigen „Putz-Tätigkeit“ bestätigt.
V
er
sicherungs
medizinisch
kön
n
ten
aus dem vorliegenden Arztzeugnis keine wesent
lichen Veränderungen
des Gesundheitszustandes hergeleitet werden, wel
che zu einer veränderten Beur
teilung der Arbeitsfähigkeit führten.
Die aus
ge
wiesene Arbeitsfähigkeit von
50
%
in bisheriger und
von (medizinisch-theoretisch)
100
%
in angepasster Tä
ti
g
keit seien unverändert (S. 2).
4.
4.1
Ausweislich der medizinischen Akten bestehen bei der Beschwerdeführerin so
wohl somatische als auch psychische Beeinträchtigungen. Unbe
stritten und aus
ge
wiesen ist, dass die Beschwerdeführerin in ihrer an
gestammten Tätigkeit als Reinigungs
kraft massgeblich in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist.
4.2
Die Beschwerdegegnerin stützte sich in ihrem Entscheid auf die Einschätzungen ihres RAD-Arztes
Dr.
B._
vom
2
9.
August 2012 (E. 3
.5) und 2
0.
Juni 2013 (E.
3
.7), welcher eine – näher bezeichnete – behinderungsangepasste Tätigkeit als vollumfänglich zumutbar erachtete.
Auf seine internen Aktenbeurteilung
en
kann in
des – aus
gehend von der Rechtsprechung zum Beweiswert ärztlicher Be
richte (E. 1.4
hievor
) – nicht abgestellt
werden
:
Diese ärztlichen Stellungnahmen be
ruhen
nicht auf einer eigenen persönlichen
Untersuchun
g der Be
schwerde
führerin
, was sich
insbesondere
bei diesem komplexen und verschiedene Körper
teile
be
tref
fenden
Be
schw
erdebild
aber aufgedrängt hätte,
um sich ein konkretes
Bild über das Ausmass der geklagten
arthrotischen
Veränderungen zu ver
schaffen
. Unter diesen Umständen kann dem von ihm evaluiertem
Belastungs
profil
kein Beweiswert beigemessen werden.
Ferner
leuchten
die Schluss
fol
ge
rungen in den beiden Stel
lung
nahmen insbesondere hin
sicht
lich der Beur
teilung der Arbeits
fähig
keit in behinderungsangepasster Tätig
keit bei der vor
liegenden medizini
schen Situation nicht
ein, da
bei diesem
Be
schwerde
bild
nicht ohne weiteres auf eine voll
um
fängliche Arbeits
fähig
keit der Beschwerdeführerin in angepasster Tä
tigkeit geschlossen werden kann,
ohne dass das vielschichtige Beschwerdebild polydisziplinär beurteilt worden wäre.
Es kann aber auch nicht auf die weiteren
vorliegenden
medizinischen Berichte ab
gestellt wer
den, da sich
die behandelnden Ärzte entweder gar nicht zur Ar
beits
fähigkeit äusserten (E.
3.1-2) oder nur Angaben hinsichtlich der bis
herigen Tätigkeit als Reinigungskraft (E.
3.3-4, E.
3.6
hievor
) machten
. Insoweit
sind
die Berichte von
Dr.
C._
und
Dr
.
H._
für
die sich stellenden Fragen nicht um
fassen
d
.
4.
3
Da sich die vorliegenden Abklärungen für die abschliessende Beurteilung des
Leistungs
anspruchs
in Bezug auf den medizinischen Sachverhalt, insbesondere hin
sichtlich der Arbeitsfähigkeit in behinderungsangepasster Tätigkeit, als un
zu
länglich erweisen, ist die Sache an die
Be
schwerdegegnerin
zurück
zu
weisen,
damit diese die Arbeitsfähigkeit der Be
schwerdeführerin sowohl in der bis
heri
gen
als auch in einer
leidensange
pass
ten
Tätigkeit
poly
disziplinär
ab
kläre und her
nach über
den
Rentenanspruch neu verfüge. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
5.
Die Kosten des Verfahrens sind auf
Fr.
6
00.-- festzulegen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).