Decision ID: 85a3bb10-a588-5dc1-a528-9d0b7a9ac9dc
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich am 12. August 2015 unter Bezugnahme auf einen Bericht des
Psychiatrie-Zentrums B._ (Dr. med. C._, Fachärztin für Psychiatrie; IV-act. 74) zum
zweiten Mal bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (IV-act. 73).
A.a.
Die Versicherte hatte am 5. Dezember 2005 ein erstes Leistungsgesuch gestellt,
da sie seit anfangs 2003 an Kopf-, Nacken- und Armschmerzen leide und seit
1. November 2005 zu 50 % arbeitsunfähig geschrieben sei (IV-act. 1). Sie war im
Rahmen dieses Verfahrens zweimal rheumatologisch und psychiatrisch begutachtet
worden (Psychiatrisches Gutachten Dr. med. D._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, vom 6. November 2006, IV-act. 24; rheumatologisches
Gutachten Dr. med. E._, Spezialarzt FMH für Innere Medizin, speziell
Rheumaerkrankungen, vom 24. November 2006, IV-act. 25; bidisziplinäres Gutachten
MEDAS Ostschweiz, Dr. med. F._, Rheumatologie; Dr. med. G._, Psychiatrie, vom
31. Oktober 2007, IV-act. 34 f.). Eine gegen die abweisende Verfügung vom 28. Januar
2008 (IV-act. 47) erhobene Beschwerde (vom 29. Februar 2008, IV-act. 54-2 ff.) hatte
das Versicherungsgericht mit Entscheid vom 17. September 2009 abgewiesen
(Verfahren IV 2008/124; IV-act. 65). Es hatte erwogen, aus rheumatologischer Sicht sei
die Versicherte in einer adaptierten Tätigkeit zu 90 % arbeitsfähig (E. 3.1 a.E., IV-
act. 65-10). In psychiatrischer Hinsicht habe Dr. G._ die diagnostizierte
Schmerzstörung als leichtgradig qualifiziert und die vollständige Überwindbarkeit von
deren Folgen angenommen (vgl. E. 3.2, IV-act. 65-10 ff.).
A.b.
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In der Folge war die Versicherte wiederholt wegen eines lumbovertebralen
Schmerzsyndroms bzw. einer Osteochondrose und Facettengelenksarthrose im
Bereich L4/5 sowie leichter Spondylarthrose im Bereich L5/S1 abgeklärt und behandelt
worden (IV-act. 82-56 ff.). Am 17. September 2012 hatte sich die Versicherte einer
Appendektomie und Fenestration einer Ovarialzyste rechts unterziehen müssen (IV-
act. 82-34 und 37 ff.). Die Versicherte hatte danach weiterhin in Abklärung beklagter
rechtsseitiger Unterbauchschmerzen gestanden (Bericht Frauenklinik des
Kantonsspitals St. Gallen [KSSG] vom 9. April 2013, IV-act. 82-27 f.; Bericht Dr. med.
H._, Facharzt für Gastroenterologie und Innere Medizin, vom 30. April 2013, IV-
act. 82-25 f.). Sodann hatte sie an anhaltender anämisierender Hypermenorrhoe
gelitten, weshalb am 27. August 2013 eine laparoskopische Hysterektomie erfolgt war
(Austrittsbericht Frauenklinik KSSG vom 2. September 2014, IV-act. 82-19 ff.; Bericht
Frauenklinik KSSG vom 24. September 2014, IV-act. 82-34). Schliesslich war am
20. Januar 2015 eine diagnostische Arthroskopie und Patellarezentrierung am rechten
Knie durchgeführt worden (Austrittsbericht Klinik für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates KSSG vom 30. Januar 2015, IV-act. 114-6 ff.;
siehe auch Operationsbericht, IV-act. 82-32 f.).
A.c.
Dr. med. C._, Fachärztin für Psychiatrie, Psychiatrie-Zentrum B._, hielt in
einem Bericht an die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin vom 12. August 2015
bzw. im Arztbericht vom 29. Oktober 2015 fest, sie behandle die Versicherte seit
10. Februar 2015 in ihrer Muttersprache; zuvor sei die Versicherte während ca. drei bis
vier Jahren bei Dr. med. I._ in Behandlung gewesen. Sie diagnostiziere eine
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1),
sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4). Aufgrund der
multiplen körperlichen Beschwerden sei die Psyche der Versicherten seit einem Jahr
sehr angeschlagen, sie fühle sich müde, antriebs- und kraftlos, depressiv, leide unter
Interessenverlust, Freudlosigkeit, Ein- und Durchschlafstörungen. Sie nehme sich wie
eine alte Frau wahr und benötige bei den meisten Haushaltstätigkeiten Unterstützung
der Familienangehörigen. Aufgrund der Chronifizierung der Schmerzsymptomatik und
der damit einhergehenden depressiven Symptomatik sei der Versicherten in
absehbarer Zeit aus fachärztlich psychiatrischer Sicht keine Arbeitsfähigkeit auf dem
freien Arbeitsmarkt zumutbar (IV-act. 74; IV-act. 80).
A.d.
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Eine Sonografie des Abdomens beim Röntgeninstitut J._ vom 19. November
2015 wegen chronischer Bauchschmerzen ergab kein Korrelat für die bestehende
Symptomatik. Die Untersuchungsbedingungen seien stark eingeschränkt gewesen, da
die Versicherte nicht nüchtern gewesen sei (IV-act. 82-4). Dr. med. K._, Allgemeine
Medizin FMH, berichtete am 24. November 2015, der Gesundheitszustand habe sich
seit 2006 deutlich verschlechtert. Neu seien eine depressive Entwicklung, ein Colon
irritabile mit äusserst aggressiven Exazerbationen sowie ein weichteilrheumatisches
Schmerzsyndrom zu diagnostizieren. Bisherige medikamentöse und
physiotherapeutische sowie komplementärmedizinische Behandlungen hätten keine
bzw. nur kurzzeitige Erfolge bewirkt. Ihre im Jahr 2006 noch zu 30 % ausgeübte
Erwerbstätigkeit habe die Versicherte aufgeben müssen, den Haushalt erledigten die
Töchter und der Ehemann (IV-act. 82-2 f.). RAD-Arzt Dr. med. L._, Facharzt für Innere
Medizin, nahm am 9. Dezember 2015 im Wesentlichen Stellung, die aufgeführten
Gesundheitsschäden könnten die Arbeitsfähigkeit nicht dauerhaft einschränken. In den
Berichten zeigten sich eine ausgesprochene Inanspruchnahme des
Gesundheitswesens und Hinweise auf Aggravation bzw. Simulation (IV-act. 83).
Gestützt darauf stellte die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom
10. Dezember 2015 in Aussicht, auf das neue Gesuch nicht einzutreten, da eine
Veränderung der Verhältnisse seit der letzten Verfügung (vom 28. Januar 2008) nicht
glaubhaft gemacht sei (IV-act. 85). Hiergegen liess die Versicherte am 1. Februar 2016
Einwand erheben (IV-act. 90).
A.e.
Im Mai 2016 musste sich die Versicherte einer laparoskopischen Cholezystektomie
bei symptomatischer Cholezystolithiasis unterziehen (vgl. IV-act. 112-5; vgl. auch IV-
act. 100-29). Dr. C._ führte im Verlaufsbericht vom 20. Juni 2016 aus, seit dem
12. August 2015 habe sich der Zustand nicht wesentlich verändert. Aufgrund der
chronischen Schmerzsymptomatik habe sich bei der Versicherten eine depressive
Symptomatik entwickelt, wobei aktuell von einer mittelgradigen Episode mit gedrückter
Stimmung, rascher Ermüdbarkeit, Motivations- und Kraftlosigkeit, Interessenverlust
und Freudlosigkeit sowie Ein- und Durchschlafstörungen auszugehen sei. Aufgrund der
Chronifizierung der somatischen und psychiatrischen Beschwerdebilder sei in
absehbarer Zeit nicht mit einer Arbeitsfähigkeit im freien Arbeitsmarkt zu rechnen (IV-
act. 97-2 f.).
A.f.
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Die Versicherte wurde am 8. und 16. September 2016 im Auftrag der IV-Stelle
durch die MEDAS Zentralschweiz bidisziplinär (rheumatologisch und psychiatrisch)
begutachtet (Dr. med. M._, Rheumatologie FMH; Dr. med. N._, Psychiatrie/
Psychotherapie FMH; Gutachten vom 24. November 2016; IV-act. 100). Die Gutachter
diagnostizierten mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches vertebrales und
Halbseitenschmerzsyndrom rechts mit somatischen und psychischen Faktoren
(ICD-10: F45.41) sowie Schwierigkeiten bei der kulturellen Eingewöhnung (ICD-10:
Z60.2; IV-act. 100-28). Es seien mehrfach funktionelle oder unklare abdominale
Beschwerden beschrieben worden. Es bestehe aber auch ein Status nach mehreren
operativen Eingriffen im Abdominalbereich (IV-act. 100-27). Es sei davon auszugehen,
dass bei Fehlen von relevanten organischen Befunden aus diesen (abdominalen)
Beschwerden keine Arbeitsunfähigkeit abgeleitet werden könne. Bezüglich des
Kniegelenks würden keine Beschwerden mehr geschildert. Zusammenfassend seien
unter Berücksichtigung der gesamten chronischen Schmerzsymptomatik und des
Zustands nach verschiedenen Eingriffen im Abdominalbereich aus rheumatologischer
Sicht leichte körperliche Tätigkeiten zumutbar. Unter Berücksichtigung der muskulären
Insuffizienz - auch als Folge der Adipositas - sei aus medizinischer Sicht eine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auf 80 % nachvollziehbar, es fehlten aber
evidenzbasierte Angaben (IV-act. 100-28). Der psychiatrische Experte hielt fest, das
Zustandsbild habe sich seit den Begutachtungen von 2006 und 2007 tendenzmässig
eher verschlechtert (IV-act. 100-39). Auch aus Sicht eines Laien sei offensichtlich, dass
die Versicherte nie mehr werde Lohnarbeit verrichten können (IV-act. 100-40). Die
Beeinträchtigungen seien umfassend, berührten alle Lebensbereiche und schränkten
die Existenz-Entfaltung im Alltag massiv ein (IV-act. 100-40). Psychiatrisch spielten eine
psychosoziale Dimension, ein soziokultureller Hintergrund ebenso eine Rolle wie
psychiatrische Faktoren im engeren Sinne. Die Aufteilung des gesamten Unvermögens
zu arbeiten auf die beiden Aspekte sei Ermessenssache und sollte der
Rechtsanwendung überlassen werden. Er schlage vor, je zur Hälfte soziokulturelle und
Krankheitsteile anzunehmen (IV-act. 100-29, 40 f.).
A.g.
Am 23. September 2016 war die laparoskopische Versorgung einer
symptomatischen supraumbilicalen irreponiblen Trokarhernie mittels intraperitonealem
Onlay-Mesh erfolgt. (IPOM; Operationsbericht Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Endokrin-
A.h.
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und Transplantationschirurgie KSSG, IV-act. 112-5 f.; definitiver Austrittsbericht vom
27. September 2016, IV-act. 112-3 ff.).
RAD-Arzt Dr. L._ äusserte am 21. Dezember 2016, die Gutachter verneinten eine
objektive Verschlechterung im Verlauf, es spielten IV-fremde Faktoren eine bedeutende
Rolle. Hinsichtlich abdomineller Beschwerden habe die Versicherte multiple Fachärzte
konsultiert. Diese könnten aus Sicht des internistischen Fachgebietes keine
nennenswerte Arbeitsunfähigkeit begründen (IV-act. 101). Der Rechtsdienst der IV-
Stelle legte am 22. Dezember 2016 dar, der Gesundheitszustand habe sich seit der
abweisenden Rentenverfügung vom 28. Januar 2008 nicht erheblich verändert,
weshalb alleine aus diesem Grund kein Anspruch auf eine IV-Rente gegeben sei. Die
Versicherte stelle ihre Schmerzen eindeutig übertrieben dar, es liege ein deutlich
inkonsistentes Verhalten vor. Es stünden erhebliche soziokulturelle Belastungsfaktoren
und ein sekundärer Krankheitsgewinn im Vordergrund, die bei der Bemessung der
Invalidität ausgeklammert bleiben müssten. Eine psychische Komorbidität sei nicht
gegeben. Die Versicherte sei aus juristisch-psychiatrischer Sicht voll arbeitsfähig.
Demnach sei unter Berücksichtigung der körperlichen Einschränkung von einer
Arbeitsfähigkeit von 80 % in einer adaptierten Tätigkeit auszugehen (IV-act. 102).
A.i.
Mit Vorbescheid vom 4. Januar 2017 gewährte die IV-Stelle der Versicherten das
rechtliche Gehör zur vorgesehenen Abweisung des Leistungsbegehrens unter
Festlegung eines Invaliditätsgrades von 20 % (IV-act. 105).
A.j.
Mit Einwand vom 9. Februar 2017 machte die Versicherte unter anderem geltend,
nach den gutachterlichen Untersuchungen vom 8./16. September 2016 sei ein
Nabelbruch operativ versorgt worden. In der Vorwoche sei sie erneut notfallmässig
hospitalisiert worden, da sie vor Schmerzen nicht mehr habe stehen können. Es habe
sich herausgestellt, dass eine Operation am linken Knie indiziert sei. Es sei eine
Ergänzung des Gutachtens durch dieselben Gutachter angezeigt. In Anbetracht der
durch den Gutachter nicht zuzuordnenden erhöhten Blutsenkung sei anzunehmen,
dass die Beschwerden unter Umständen auch somatisch erklärt werden könnten.
Entgegen dem RAD-Bericht vom 21. Dezember 2016 treffe nicht zu, dass die Gutachter
keine objektivierbaren Verschlechterungen hätten feststellen können. Aufgrund der im
A.k.
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B.
Gutachten beschriebenen Einschränkungen sei ein mindestens 10 %iger Leidensabzug
zuzulassen (IV-act. 108).
Die Versicherte wurde am 8. Februar 2017 bei vorliegender aktivierter
patellafemoraler Arthrose im linken Knie erfolgreich infiltriert (Bericht Klinik für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates des KSSG, IV-
act. 114-3 ff.). RAD-Arzt Dr. L._ nahm dazu Stellung, es hätten zwei operative
Eingriffe (Hernie und Knie) mit gutem Erfolg stattgefunden. Ein erhebliche und
dauerhafte Arbeitsunfähigkeit könne daraus sicher nicht abgeleitet werden (IV-
act. 115).
A.l.
Mit Verfügung vom 1. Juni 2017 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren unter
Bezugnahme auf die Stellungnahmen des RAD und des Rechtsdienstes ab (IV-
act. 116).
A.m.
Gegen die Verfügung vom 1. Juni 2017 erhebt A._, vertreten durch
Rechtsanwältin lic. iur. Filiz-Felice Aydemir Séquin, am 6. Juli 2017 Beschwerde. Sie
beantragt, die angefochtene Verfügung sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen
vollumfänglich aufzuheben und es sei ihr eine ganze (eventualiter Dreiviertels-, halbe
oder Viertelsrente) zuzusprechen. Eventualiter sei das MEDAS-Gutachten vom
24. November 2016 unter Berücksichtigung ihres aktuellen Gesundheitszustandes
durch dieselben Gutachter zu ergänzen und seien die zusätzlichen Einschränkungen
aufgrund der zahlreichen Bauchoperationen gastroenterologisch-chirurgisch/
endokrinologisch zu beurteilen. Subeventualiter sei die Angelegenheit zu weiteren
Abklärungen des Sachverhalts an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Weiter sei
ihr die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. Psychiatrisch entfalle gemäss
MEDAS-Gutachten vom 24. November 2016 eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % auf
soziokulturelle Faktoren, so dass invalidenversicherungsrechtlich eine relevante
Arbeitsunfähigkeit von 50 % resultiere. Es sei nicht nachvollziehbar, dass die
Beschwerdegegnerin von der gutachterlich festgestellten 50 %igen Arbeitsunfähigkeit
nochmals einen 50 %igen Abzug vornehme. Es werde bestritten, dass keine
objektivierbare Funktionseinschränkung vorliege. Der rheumatologische Gutachter
halte eine zusätzliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit durch die rezidivierenden
B.a.
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Bauchoperationen für begründbar, was jedoch den Rahmen einer rheumatologisch-
psychiatrischen Untersuchung sprenge. Damit bestätige er eine zusätzlich zur
rheumatologisch begründeten Arbeitsunfähigkeit von 20 % bestehende
Arbeitsunfähigkeit, die nicht in seine Beurteilung eingeflossen sei, weil sie nicht
rheumatologisch beurteilbar sei. Es seien Operationen eines Nabelbruchs und am
linken Knie erfolgt, was durch die Gutachter ergänzend zu berücksichtigen sei. Es sei
davon auszugehen, dass die beklagten Beschwerden aufgrund der neuerlichen
Befunde/Operationen auch in somatischer Hinsicht erklärt werden könnten. Den seit
2011 ergangenen Berichten könnten entgegen dem RAD-Bericht vom 9. Dezember
2015 keine Hinweise auf Aggravation oder Simulation entnommen werden. Die im
RAD-Bericht vom 21. Dezember 2016 angeführten Befunde und Inkonsistenzen seien
überholt. Entgegen diesem Bericht hätten die Gutachter eine objektivierbare
Verschlechterung festgestellt. Entgegen der Stellungnahme des RAD (richtig:
Rechtsdienstes) vom 22. Dezember 2016 liege keine Aggravation vor. Vielmehr zeigten
das intensive Aufsuchen von Behandlungsstellen und die zahlreichen Operationen die
Intensität der Beschwerden. Aufgrund der von den Gutachtern beschriebenen
Einschränkungen und der zusätzlichen Anforderungen an den Arbeitsplatz (zusätzliche
Pausen etc.), des Übergewichts und eines deutlich erhöhten Krankheitsrisikos sei ein
10 % bis 15 %iger Leidens- und Teilzeitabzug zuzulassen (act. G 1).
Mit Beschwerdeantwort vom 2. August 2017 beantragt die Beschwerdegegnerin,
die Beschwerde sei abzuweisen. Zur Begründung verweist sie auf die Stellungnahme
des Rechtsdienstes vom 22. Dezember 2016 (act. G 3).
B.b.
Die verfahrensleitende Versicherungsrichterin bewilligt am 4. August 2017 die
unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten, unentgeltliche
Rechtsverbeiständung; act. G 4).
B.c.
Mit Replik vom 14. September 2017 hält die Beschwerdeführerin an ihrem
Standpunkt fest. Die soziokulturellen Faktoren seien bereits im Rahmen der
psychiatrischen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt worden. Die jüngst
stattgefundenen Eingriffe beim Oberbauch und am linken Knie hätten nicht lediglich
kurzfristige Veränderungen des Gesundheitszustandes bewirkt. Eine Neubeurteilung
der Arbeitsfähigkeit dränge sich umso mehr auf, als der rheumatologische Gutachter
B.d.
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Erwägungen
1.
die quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nicht habe beziffern können. Er
habe eine zusätzliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit durch die bisherigen
Bauchoperationen durchaus als begründbar erachtet. Neu könnten die
Abdominalschmerzen organisch erklärt werden. Es sei nicht nachvollziehbar, inwieweit
sie mit ihren zahlreichen Einschränkungen "leichtere" Arbeiten erledigen könnte
(act. G 6).
Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 8).B.e.
Ein erstes Leistungsgesuch der Versicherten wurde mit rechtskräftig gewordener
Verfügung vom 28. Januar 2008 abgewiesen (IV-act. 47; IV-act. 65). Die
Beschwerdegegnerin ist auf die Wiederanmeldung vom 12. August 2015 eingetreten,
hat eine bidisziplinäre Begutachtung angeordnet und das Gesuch mit angefochtener
Verfügung vom 1. Juni 2017 abgewiesen (IV-act. 116). Streitig ist, ob die
Beschwerdeführerin gestützt auf das neue Leistungsgesuch vom 12. August 2015
erfolgreich einen Rentenanspruch geltend machen kann.
1.1.
Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen.
Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar
ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2.
Ein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden setzt eine auf
objektivierten Beschwerden beruhende fachärztlich gestellte Diagnose nach einem
wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 130 V 396 E. 5.3 und
E. 6, BGE 141 V 289 E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts vom 22. Februar 2016,
8C_1/2016, E. 4.3). Erforderlich ist zudem, dass die geltend gemachten Beschwerden
objektiviert werden können und sich auf die Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit auswirken
1.3.
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(vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 30. November 2017, 8C_350/2017, E. 5.4, und
vom 27. März 2015, 8C_673/2014, E. 5.1.1; BGE 143 V 427 E. 6). Für somatisch
unklare Beschwerdebilder (somatoforme Schmerzstörung und gleichgestellte
Diagnosen) sowie psychische Erkrankungen wie namentlich Depressionen ist der
Beweis nach dem strukturierten Verfahren mittels Indikatoren zu führen (vgl. dazu BGE
141 V 281 und BGE 143 V 428, E. 7.1). Der Beweis für eine lang andauernde und
erhebliche gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit kann nur dann als geleistet
betrachtet werden, wenn die Prüfung der massgeblichen Beweisthemen im Rahmen
einer umfassenden Betrachtung ein stimmiges Gesamtbild einer Einschränkung in allen
Lebensbereichen (Konsistenz) für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit zeigt (BGE 143
V 427, E. 6 a. E.).
Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person
mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60 %, auf eine
halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 %, und auf eine Viertelsrente, wenn sie
mindestens zu 40 % invalid ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).
1.4.
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind
(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1). Im Sinne einer Richtlinie
ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen
Spezialärzten und -ärztinnen, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und
1.5.
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Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise
sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/bb).
Die medizinischen Gutachter haben sich nicht auf die Diagnosestellung zu
beschränken, sondern die Leistungsfähigkeit bzw. die funktionellen Auswirkungen
unter Beachtung der einschlägigen Indikatoren einzuschätzen (BGE 141 V 307 E. 5.2.1;
BGE 143 V 427 E. 6). Die ärztliche Arbeitsunfähigkeitsschätzung kann, zumindest ohne
einlässliche Befassung mit den spezifischen normativen Vorgaben und ohne
entsprechende Begründung, den rechtlich geforderten Beweis einer
Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 Abs. 2 ATSG) nicht erbringen, weil sie weitgehend vom
Ermessen des Sachverständigen abhängt (BGE 143 V 427, E. 6). Die
Rechtsanwendenden prüfen insbesondere, ob die Ärzte ausschliesslich funktionelle
Ausfälle berücksichtigt haben, welche Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung
sind (Art. 7 Abs. 2 erster Satz ATSG), sowie, ob die versicherungsmedizinische
Zumutbarkeitsbeurteilung auf objektivierter Grundlage erfolgt ist (Art. 7 Abs. 2 zweiter
Satz ATSG). Recht und Medizin tragen je nach ihren fachlichen und funktionellen
Zuständigkeiten zur Festlegung ein und derselben Arbeitsunfähigkeit bei. Es soll keine
losgelöste juristische Parallelüberprüfung nach Massgabe des strukturierten
Beweisverfahrens stattfinden, sondern im Rahmen der Beweiswürdigung überprüft
werden, ob die funktionellen Auswirkungen medizinisch anhand der Indikatoren
schlüssig und widerspruchsfrei festgestellt wurden und somit den normativen
Vorgaben Rechnung tragen (BGE 141 V 307, E. 5.2.2 f.; BGE 144 V 54, E. 4.3; Urteil
des Bundesgerichts vom 2. Dezember 2019, BGE 145 V 361 E. 3.2).
1.6.
Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a).
Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den
streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben
Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen
stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Im Sozialversicherungsrecht hat
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht,
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V
360 E. 5b; BGE 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen).
1.7.
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2.
Medizinische Grundlage der angefochtenen Verfügung ist das bidisziplinäre
Gutachten der MEDAS Zentralschweiz vom 24. November 2016 (IV-act. 100). Es ist im
Folgenden zu prüfen, ob dieses Gutachten beweiskräftig ist. Diese Frage ist unter
Mitberücksichtigung der übrigen medizinischen Akten, insbesondere der früheren
Gutachten Dr. E._/Dr. D._ vom November 2006 und der MEDAS Ostschweiz vom
Oktober 2007, zu beurteilen.
2.1.
Die Beschwerdeführerin schilderte anlässlich der Begutachtungen vom September
2016, sie leide an Schmerzen, die hauptsächlich die ganze rechte Körperseite
umfassten. Diese erstreckten sich vom Nacken, Rücken in die rechte Schulter, den
rechten Arm und von der Hüfte abwärts ins rechte Bein und den Fuss. Die linke Seite
sei etwas weniger schmerzhaft. Die Schmerzen seien derart intensiv, dass sie sich
kaum bewegen könne. Auch das Liegen sei schmerzhaft. Nachts müsse sie aufstehen
und umhergehen. Sie habe keinen durchgehenden Schlaf. Gemäss der visuellen
Analogskala zur subjektiven Messung der Schmerzstärke (VAS) betrage die aktuelle
Schmerzintensität VAS 6 bis 7/10, wenn sie vom Hausarzt eine Spritze erhalte VAS 2
bis 3/10 (IV-act. 100-19 f., 36). Schliesslich leide sie seit etwa 2005 oder 2007 an
Bauchschmerzen. In der Bauchgegend sei etwas "gerissen", was mindestens dreimal
habe genäht werden müssen. Es sei eine weitere Operation diskutiert worden. Der
Schmerz sei punktförmig, als ob "etwas angehängt" würde. Beim Sitzen seien die
Schmerzen geringer, alle anderen Lagen und Belastungen führten zur Verstärkung. Seit
2005 nähmen die Beschwerden stetig zu. Sie habe keine Lebensqualität mehr, sei
müde, erschöpft und häufig nervös (IV-act. 100-20). Sie sitze oder liege ausschliesslich
in der Wohnung. Ausser gelegentlichem Lesen (Zeitung) habe sie keine Hobbys (IV-
act. 100-18). Sie schaue selten fern und sei praktisch den ganzen Tag alleine. Auch am
Wochenende werde kaum je etwas unternommen. Sie habe sich schon früher nie in der
Freizeit engagiert, sei praktisch während des ganzen Lebens auf die Ursprungsfamilie
und heute auf die aktuelle Familie beschränkt geblieben. Im Haushalt könne sie
praktisch nichts mehr machen, alle Arbeiten würden von den Töchtern übernommen.
Das Leben sei langweilig, sie habe keinerlei Anregungen. Mit ihren zwei in der Schweiz
lebenden Brüdern und deren Familien pflege sie noch Kontakte, mit den Eltern und
dem in O._ lebenden Bruder werde oft telefoniert. Die Reise nach O._ sei dieses
Jahr nicht möglich gewesen. Sie sei verzweifelt und könne nicht verstehen, wieso sie
mit solchen Leiden belastet werde. Die Situation habe sich über 10 Jahre schleichend
verschlimmert, mittlerweile könne sie nie mehr allein die Wohnung verlassen und nur
mit Mühe die drei Geschosse bis zur Wohnungstüre hochsteigen. Sie werde zu
2.2.
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Terminen stets begleitet. Es fänden monatlich psychiatrische Konsultationen statt, an
denen Alltäglichkeiten besprochen würden (IV-act. 100-36).
2.3.
Der rheumatologische Gutachter hielt fest, die "Schmerzfixierung" habe eine
abschliessende Beurteilung der Funktionalität des Bewegungsapparates
verunmöglicht. Während der Untersuchung seien fortlaufend Schmerzäusserungen
erfolgt, selbst bei geringster Belastung und Berührung. Die Befunde seien - soweit
erhebbar - praktisch überall nicht konsistent zur spontanen Beweglichkeit beim Sitzen,
Entkleiden, ebenso bei wiederholter und teilweise bei abgelenkter Prüfung der
einzelnen Abschnitte des Bewegungsapparates (IV-act. 100-21, 26 ff.). Eine Sonografie
der rechten Schulter vom 8. September 2016, Röntgenbilder des rechten Knies sowie
der LWS und der HWS vom 8. September 2016, wo sich leichte bis mässige
Spondylarthrosen hauptsächlich L4 bis S1, eine möglicherweise beginnende
arthrotische Entwicklung im ISG links und eine beginnende Spondylose anterior in der
HWS gezeigt hätten (IV-act. 100-23), erklärten die aktuellen Beschwerden nicht. Es
bestehe aber auch ein Status nach mehreren operativen Eingriffen im
Abdominalbereich. Die aktuelle Untersuchung zeige eine Berührungsempfindlichkeit
um den Nabel, der Bauch sei weich, die Abdominalgeräusche seien unauffällig.
Zusammenfassend müsse von einem Schmerzsyndrom ohne eindeutige somatische
Grundlage ausgegangen werden (IV-act. 100-27 f.). Diese Beurteilung stimmt im
Wesentlichen mit den rheumatologischen Vorgutachten überein. Auch damals konnte
die Beweglichkeit der Wirbelsäule nicht gezielt geprüft werden, da die
Beschwerdeführerin unter Angabe von Angst vor Schmerzen nur eingeschränkt
mitwirkte (IV-act. 25-6, IV-act. 34-9).
2.3.1.
Hinsichtlich der abdominellen Beschwerden hielt RAD-Arzt Dr. L._ am 21.
Dezember 2016 unter Bezugnahme auf die aktenkundigen gastroenterologischen,
schmerzklinischen, chirurgischen und gynäkologischen Abklärungen fest, die
Beschwerdeführerin habe multiple Fachärzte konsultiert. Die beschriebenen
abdominellen Gesundheitsschäden könnten aus internistischer Sicht keine
nennenswerte Arbeitsunfähigkeit begründen (IV-act. 101). Die Bauchschmerzen wurden
gynäkologisch (Berichte Frauenklinik des KSSG vom 2. Oktober 2012, IV-act. 82-29 ff.,
vom 9. April 2013, IV-act. 82-27, vom 13. September 2013, IV-act. 82-36, und vom
24. September 2014, IV-act. 82-34), gastroenterologisch (Bericht Dr. H._ vom
30. April 2013, IV-act. 82-25 f.) und zweimal stationär abgeklärt (Berichte Klinik für
Allgemein-, Viszeral-, Endokrin- und Transplantationschirurgie des KSSG vom 13. und
2.3.2.
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15. Oktober 2015, IV-act. 82-5 ff.). Mit dem rheumatologischen Gutachter ist mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass eine Begutachtung in
weiteren medizinischen Fachgebieten keine neuen Erkenntnisse zu den
Bauchschmerzen gebracht hätte.
Nach den gutachterlichen Untersuchungen am 8. und 13. September 2016
wurde am 23. September 2016 ein laparoskopischer Eingriff bei symptomatischer
supraumbilicaler irreponibler Trokarhernie notwendig, welcher komplikationslos verlief
(Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Endokrin- und Transplantationschirurgie des KSSG,
definitiver Austrittsbericht vom 27. September 2016 und Operationsbericht, IV-
act. 112-3 ff.). Am 8. Februar 2017 wurde die Beschwerdeführerin wegen aktivierter
patellafemoraler Arthrose im linken Knie infiltriert, was zu einer Linderung der
Schmerzen führte (Klinik für orthopädische Chirurgie KSSG, Operationsbericht,
Berichte Nachkontrollen vom 15. Februar 2017 und vom 6. April 2017, [IV-
act. 114-1 ff.]). RAD-Arzt Dr. L._ nahm am 18. Mai 2017 abschliessend Stellung: Es
hätten zwei Eingriffe mit gutem Erfolg stattgefunden. Eine erhebliche und dauerhafte
Arbeitsunfähigkeit könne daraus nicht abgeleitet werden (IV-act. 115). Die
Beschwerdeführerin macht zwar geltend, mit der Notwendigkeit der erneuten
Operation seien die abdominellen Beschwerden zumindest teilweise organisch
erklärbar (act. G 1), führt aber keine objektiven Gesichtspunkte an, welche die
Beurteilung des rheumatologischen Gutachters und von RAD-Arzt Dr. L._ in Frage
stellen würden. Mithin ist das Gutachten in somatischer Hinsicht vollständig und
begründet nachvollziehbar, dass für die geklagten Beschwerden kein hinreichendes
organisches Korrelat erhoben werden konnte.
2.3.3.
2.4.
Der psychiatrische Gutachter diagnostizierte in Übereinstimmung mit den
psychiatrischen Vorgutachtern (vgl. psychiatrisches Gutachten Dr. D._ vom
6. November 2006, IV-act. 24, und psychiatrisches Consiliargutachten Dr. G._ vom
4. Oktober 2007, IV-act. 35) eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und
psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41) und daneben Schwierigkeiten bei der
kulturellen Eingewöhnung (ICD-10: Z60.3; IV-act. 100-38). Er hielt fest, die
Beschwerdeführerin nehme sich als schwer krank und berechtigt zum Kranksein wahr
(IV-act. 100-24 f., 37). Es sei schwierig, die ganze Problematik nach dem ADMP-
System darzulegen. Es hätten sich weder Bewusstseins- noch Orientierungsstörungen
gefunden. Aufmerksamkeit und Gedächtnis seien nicht offensichtlich beeinträchtigt,
wobei das Gedächtnis aufgrund der Unschärfe der Angaben nicht habe beurteilt
2.4.1.
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3.
werden können. Befürchtungen, Zwänge, Sinnestäuschungen oder Ich-Störungen
hätten sich nicht feststellen lassen. Gestik und Mimik seien eindrücklich lebendig
gewesen. Die Beschwerdeführerin habe offensichtlich sofort wahrgenommen, was
gesprochen worden sei und habe bei Belanglosigkeiten auch herzhaft lachen können.
Diese Persönlichkeitsaspekte kontrastierten mit der Darstellung der Beschwerden. Die
Beschwerdeführerin verlasse nach ihrer Auffassung aus körperlichen Gründen die
Wohnung nicht mehr, die Kontakte seien immer auf ihren Kulturkreis beschränkt
gewesen. Ein eindeutiger sozialer Rückzug und vegetative Störungen hätten sich nicht
eruieren lassen (IV-act. 100-37). Zu der von der behandelnden Psychiaterin Dr. C._
im Bericht vom 29. Oktober 2015 diagnostizierten rezidivierenden depressiven Störung,
gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1), bestehend seit ca. 4 Jahren (IV-
act. 80), befand der psychiatrische Gutachter, die Beschwerdeführerin habe immer
lebendig gesprochen, gute Emotionen gezeigt und auf die Umgebung eingehen
können. Der Verlauf sei deutlich mehr als 10 Jahre chronifiziert, sodass die Diagnose
einer ausschliesslich somatisch manifestierten Depression nicht aufrecht zu erhalten
sei (IV-act. 100-24, 38). Er führte aus, die Beschwerdeführerin habe auch beschrieben,
dass sie schmerzbedingt ihre Vitalität verloren habe (IV-act. 100-25, 40), und ordnete
damit die von der behandelnden Psychiaterin erwähnten depressiven Symptome der
Schmerzstörung zu. Aufgrund dieser Diagnose ist im Folgenden zu prüfen, ob die
Gutachter die Arbeitsfähigkeit unter Ausschluss IV-fremder Kriterien und nach dem
strukturierten Beweisverfahren bzw. den einschlägigen Indikatoren nachvollziehbar
bestimmt haben.
Eine medizinische Arbeitsfähigkeitsschätzung ist invalidenversicherungsrechtlich
massgebend, wenn sie ausschliesslich auf funktionellen Auswirkungen eines
Gesundheitsschadens gründet und auf objektivierten Zumutbarkeitskriterien beruht. Ist
dies der Fall, besteht kein Raum für eine juristische Parallelbeurteilung. Fehlt es daran,
ist das Gutachten jedoch in medizinischer Hinsicht beweistauglich, sind also
Anamnese, Befundaufnahme, Diagnostik und die Beschreibung der funktionellen
Einschränkungen vollständig, nachvollziehbar und schlüssig und äussern sich die
medizinischen Akten gegebenenfalls ausreichend zu den gemäss strukturiertem
Beweisverfahren erforderlichen Indikatoren, kann die rechtsanwendende Verwaltung
(im Beschwerdefall das Gericht) entsprechend den normativen Vorgaben die
invalidenversicherungsrechtlich massgebliche Arbeitsfähigkeit abweichend einschätzen
(vgl. E. 1.6).
3.1.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 16/20
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Der rheumatologische Experte hielt fest, es bleibe letztlich Ermessenssache,
inwieweit (subjektiv gutachterlich) das chronische Schmerzsyndrom ohne wesentliche
somatische Grundlage tatsächlich die Arbeitsfähigkeit einschränke. Die "Zumutbarkeit"
sei unter dieser Voraussetzung nicht mehr ein abschliessend medizinisch zu
beurteilender Faktor (IV-act. 100-28). Unter Berücksichtigung der gesamten
chronischen Schmerzsymptomatik sei eine mittelschwere bis schwere körperliche
Tätigkeit nicht mehr sinnvoll. Dabei sei auch der Status nach verschiedenen operativen
Eingriffen im Abdominalbereich berücksichtigt. Bezugnehmend auf die Vorgutachten
und unter Berücksichtigung der muskulären Insuffizienz auch als Folge der Adipositas
sei eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auf 80 % nachvollziehbar, wobei
evidenzbasierte Angaben fehlen würden (IV-act. 100-28). Gegenüber den Vorgutachten
von 2006 und 2007 sei keine (erhebliche) Verschlechterung eingetreten (IV-act. 100-29).
Dafür spricht auch, dass die analgetische Medikation tendenziell eher reduziert wurde
(2007: 3 x 150 mg Tramal, 4 x 0,5 mg Novalgin, IV-act. 34-3; 2016: 2 x Novalgin und
Zaldiar nach Bedarf, IV-act. 100-21). Der psychiatrische Gutachter hielt fest, wenn man
die Beschwerdeführerin "als Laie" beobachte, scheine offensichtlich, dass sie nie mehr
erwerbstätig sein könne. Das gesamte Unvermögen zu arbeiten, entfalle einerseits auf
die psychosoziale Dimension und den soziokulturellen Hintergrund, andererseits auf
psychiatrische Faktoren im engeren Sinne. Die Aufteilung sei Ermessenssache und
obliege der Rechtsanwendung. Er schlage eine hälftige Annahme des soziokulturellen
Anteils und der Krankheitsteile vor, mithin eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % (IV-
act. 100-40 f.). Die psychiatrische Einschätzung erfolgte somit unter Berücksichtigung
der IV-fremden Faktoren und mit explizitem Vorbehalt der Rechtsanwendung.
3.2.
Die Gutachter betonten zunächst übereinstimmend, die Schmerzen schränkten die
Beschwerdeführerin (subjektiv) in allen Lebensbereichen massiv ein (IV-act. 100-27,
40). Der psychiatrische Gutachter führte aus, gemäss Mini-ICF-APP seien die Fähigkeit
zur Anpassung an Regeln und Routinen, zur Strukturierung und Planung von Aufgaben,
die Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit, die Widerstands- und Durchhaltefähigkeit, die
Konversation und Kontaktfähigkeit zu Dritten, die Gruppenfähigkeit, die Fähigkeit zu
engen dyadischen Beziehungen mässig, die Flexibilität und Umstellungsfähigkeit, die
Selbstbehauptungsfähigkeit, die Fähigkeit zur Selbstpflege und Selbstversorgung
sowie die Mobilität und Verkehrsfähigkeit leicht und die Fähigkeiten zur Kompetenz-
und Wissensanwendung sowie zu Proaktivität und Spontanaktivitäten erheblich
beeinträchtigt (IV-act. 100-42 f.). Akzentuierte Persönlichkeitszüge oder gar eine
Persönlichkeitsstörung werden nicht beschrieben (vgl. IV-act. 100-37). Der
psychiatrische Experte fährt sodann fort, die Beschwerdeführerin schildere ihr
bisheriges Leben unbeteiligt, interesselos und gebe an, sich nicht zu erinnern bzw.
3.3.
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nichts berichten zu können. Sie sei nicht gefordert worden, habe sich nicht assimilieren
wollen und eine Familie gegründet, in welcher der Ehemann die Schutzfunktion der
Ursprungsfamilie übernommen und sie sich unter Entlastung durch ihre Mutter der
Kindererziehung gewidmet habe. Das Leben der Beschwerdeführerin sei auf ihre
Beschwerden und ihre Familie fokussiert und es sei ihr nicht gelungen, es zu
reflektieren und ihm eine übergeordnete Perspektive zu geben. Die Schmerzkrankheit
oder Schmerzverarbeitungsstörung sei als neues Element aufgetreten und habe zu
einer Unzufriedenheit mit dem hiesigen Gesundheitssystem, zu einem erheblichen
Leidensdruck, aber auch zu einer gewissen Entlastung geführt (IV-act. 100-24 f., 37).
Dies lässt auf geringe persönliche Ressourcen schliessen. Zum sozialen Kontext lässt
sich dem Gutachten entnehmen, dass sich die Beschwerdeführerin schon immer
ausschliesslich auf den eigenen Kulturkreis und ihr familiäres Umfeld bezogen habe,
der ganze soziale Rückzug aber schleichend über die Jahre immer ausgeprägter und
umfassender geworden sei (IV-act. 100-39). Der soziale Kontext sei einfach, die vier
weiteren Familienangehörigen stünden im Erwerbsleben und unterstützten damit die
Regression, das Schonklima der Beschwerdeführerin und entlasteten sie ganz
entscheidend (IV-act. 100-40). Bereits die Vorgutachter massen dem soziokulturellen
Umfeld, dem Krankheitsverständnis und einem sekundären Krankheitsgewinn eine
wesentliche Bedeutung bei (IV-act. 34-15).
Zur Konsistenz hielt der rheumatologische Gutachter fest, die aktuellen Befunde
seien - soweit erhebbar - inkonsistent. Die "Schmerzfixierung" verunmögliche eine
abschliessende Beurteilung der Funktionalität des Bewegungsapparates (IV-
act. 100-26 f.). Es bleibe rheumatologisch schwierig abschätzbar, ob die dominant
vorhandene Inkonsistenz der Befunde, die passive Krankheitsbewältigung und das
"eindrückliche Schmerzverhalten" während der Untersuchung bewusstseinsnah oder -
fern seien. Die Beschwerdeführerin wirke auf ihn konzentriert, nicht bedrückt, sodass
hinter die Konsistenz der Beschwerden (in Bezug auf den geschilderten Alltag) gewisse
Fragezeichen zu setzen seien (IV-act. 100-27). Bereits die vorbegutachtenden
Rheumatologen berichteten, dass die Beschwerdeführerin unter Berufung auf
Schmerzen die Untersuchungen teilweise nicht zugelassen habe und Inkonsistenzen
aufgefallen seien (Gutachten Dr. E._ vom 24. November 2006, IV-act. 25-6;
Gutachten Dr. F._ vom 31. Oktober 2007, IV-act. 34-9), womit die
Konsistenzbeurteilung nicht darauf zurückgeführt werden kann, dass zwischen dem
rheumatologischen Gutachter und der Beschwerdeführerin kein konstruktiver Rapport
entstehen konnte. Der psychiatrische Gutachter vermerkte eine Diskrepanz zwischen
dem Zugewandtsein, der sofortigen Wahrnehmung des Gesprochenen und dem
gelegentlichen herzhaften Lachen bei der Schilderung von Belanglosigkeiten einerseits
3.4.
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4.
Da die Beschwerdeführerin seit über 10 Jahren vom Arbeitsmarkt abwesend ist und
keine taugliche Grundlage für die Bemessung besteht, sind das Valideneinkommen
sowie das Invalideneinkommen nach dem Tabellenlohn gemäss Lohnstrukturerhebung
(LSE) des Bundesamtes für Statistik (BFS), Kompetenzniveau 1 bzw.
Anforderungsniveau 4, Frauen, zu bemessen und ein Prozentvergleich vorzunehmen
(Urteil vom 4. Februar 2015, 9C_888/2014, E. 2). Somit resultiert bei einer gemäss der
rheumatologischen Einschätzung anzunehmenden Arbeitsunfähigkeit von 20 % eine
invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse von 20 %. Lediglich ein im vorliegenden Fall nicht
gerechtfertigter maximaler Tabellenlohnabzug von 25 % (vgl. BGE 126 V 75) würde zu
und der Darstellung der Beschwerden andererseits (IV-act. 100-37). Er führte aus, die
Beschwerdeführerin gebe auch nach intensivem Rückfragen pauschal an, dass "alles
immer schlimmer werde", so dass sich eine Verschlechterung des psychischen
Zustandes nicht objektivieren lasse (IV-act. 100-39). Er hielt die Konsistenz jedoch in
dem Sinne für gegeben, dass die Beeinträchtigungen sämtliche Lebensbereiche
umfassten und im laufenden Jahr nicht einmal mehr die geschätzte Flugreise in die
Heimat möglich gewesen sei (IV-act. 100-40).
Zusammenfassend ergibt sich, dass das Gutachten der MEDAS Zentralschweiz
vom 24. November 2016 die Anforderungen an die Beweistauglichkeit erfüllt, was den
medizinischen Teil bzw. die diagnostizierten Erkrankungen und die daraus folgenden
funktionellen Beeinträchtigungen betrifft. Das rheumatologische Gutachten ist
insbesondere auch hinsichtlich der abdominalen Beschwerden vollständig. Aus den
Berichten der behandelnden Ärzte ergeben sich keine objektiven Aspekte, welche die
Gutachter nicht berücksichtigt haben. So hat sich der psychiatrische Gutachter
insbesondere auch zur von Dr. C._ gestellten Diagnose einer Depression geäussert.
Der rheumatologische Gutachter hat die für Gutachten üblichen Untersuchungen
durchgeführt (IV-act. 100-21 f.). Er konnte keine durch das Schmerzsyndrom
verursachten funktionellen Einschränkungen feststellen, die eine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit von mehr als 20 % rechtfertigen. Im Unterschied zum psychiatrischen
Gutachter berücksichtigte er dabei die bei der Beschwerdeschilderung und
Untersuchung aufgefallenen Inkonsistenzen. Dies erklärt auch, dass der psychiatrische
Gutachter eine höhere Arbeitsunfähigkeit von 50 % in Betracht zieht. Da
invalidenversicherungsrechtlich jedoch ausschliesslich objektivierte Einschränkungen
zu berücksichtigen sind und die Abwägung der Indikatoren unter Berücksichtigung der
Konsistenz ein stimmiges Gesamtbild ergeben muss, hat die Beschwerdegegnerin
bezüglich Arbeitsfähigkeit zu Recht auf die rheumatologische Einschätzung abgestellt.
3.5.
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einem Invaliditätsgrad von 40 % und somit zu einem Anspruch auf eine Viertelsrente
führen. Die Beschwerdeführerin selber beantragt einen "Leidens- und Teilzeitabzug"
von 10% bis 15%, wobei sie als Abzugsgründe gesundheitliche Einschränkungen,
Teilzeit und Übergewicht [act. G 1 S. 12 f.] aufführt. Ob und inwieweit die von der
Beschwerdeführerin geltend gemachten Faktoren abzugsrelevant sind (vgl. Urteile vom
25. November 2016, 9C_532/2016 E. 4.1.2, und vom 14. Oktober 2019, 9C_400/2019
E. 4), kann dahingestellt bleiben. Selbst wenn ein Tabellenlohnabzug in der beantragten
Höhe gewährt würde, wäre ein Invaliditätsgrad in rentenrelevanter Höhe nicht erreicht.
Der Maximalabzug ist jedenfalls offenkundig nicht zu rechtfertigen.
5.