Decision ID: dc600e86-e475-52ef-a324-a552d6a58527
Year: 2010
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer Georgien eigenen Angaben zufolge am 27. Juni 2010 verliess und am 4. Juli 2010 in der Schweiz um Asyl nachsuchte,
dass er bei der Erstbefragung im Empfangs- und Verfahrenszentrum Vallorbe vom 12. Juli 2010 und der direkten Anhörung zu den Asyl - gründen durch das BFM vom 23. Juli 2010 im Wesentlichen geltend machte, er sei im Februar 2009 und im Sommer 2009 für den in Geor - gien obligatorischen Militärdienst aufgeboten worden, habe diesem Aufgebot aber keine Folge geleistet,
dass er sich einen Monat vor seiner Ausreise deshalb in B._ vor Gericht hätte verantworten sollen,
dass das BFM mit gleichentags mündlich eröffneter Verfügung vom 23. Juli 2010 (Art. 13 Abs. 1 und 2 des Asylgesetzes vom 26.  1998 [AsylG, SR 142.31]) in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf das Asylgesuch nicht eintrat und die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,
dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, der  habe zwar vorgebracht, seine georgische  sei im August 2008 bei einem Brand seines Hauses zerstört , dieses Vorbringen aber keineswegs belege,
dass er sich anschliessend noch fast zwei Jahre lang in Georgien auf - gehalten habe, weshalb er über genügend Zeit verfügt hätte, sich neue Dokumente zu beschaffen,
dass ernsthafte Anhaltspunkte dafür bestünden, er versuche die wirk  Reiseumstände zu verheimlichen und gebe die Reisepapiere nicht ab, um den Wegweisungsvollzug zu erschweren,
dass die geltend gemachte Militärdienstverweigerung angesichts der klaren Widersprüche in den Aussagen des Beschwerdeführers  sei,
dass eine Bestrafung aufgrund von Militärdienstverweigerung  nicht relevant wäre,
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dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle, und aufgrund der Aktenlage keine Hinweise für die Notwendigkeit von zusätzlichen Abklärungen zum Bestehen der Flüchtlingseigenschaft oder von Wegweisungsvollzugshindernissen bestünden,
dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 30. Juli 2010 gegen  Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und dabei beantragte, die angefochtene Verfügung sei vollumfänglich , die Angelegenheit sei zur materiellen Prüfung des  an die Vorinstanz weiterzuleiten, das BFM sei anzuweisen, ihn zufolge Unzumutbarkeit des Vollzugs vorläufig in der Schweiz , und es sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege inklusiv  auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu gewähren,
dass für den Inhalt der Beschwerde auf die Akten zu verweisen und, soweit entscheidwesentlich, nachfolgend darauf einzugehen ist,
dass die vorinstanzlichen Akten am 2. August 2010 beim  eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht im Bereich des Asyls endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),
dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung  berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung  Änderung hat und daher zur Einreichung der  legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde  ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG),
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dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen (Art. 32-35 AsylG), die Beurteilungskompetenz der  grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,
dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den  als unrechtmässig erachtet – einer selbständigen  Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl.  und Mitteilungen der Schweizerischen  [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),
dass dementsprechend in einem diesbezüglichen  ungeachtet der vorzunehmenden Überprüfung eines formellen Nichteintretensentscheides auch die Flüchtlingseigenschaft  bildet (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73),
dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs  prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle Kognition zukommt,
dass das Beschwerdeverfahren im vorliegenden Verfahren aufgrund des in Französisch abgefassten Eröffnungsprotokolls grundsätzlich in französischer Sprache zu führen wäre, aufgrund der in Deutsch  Beschwerde jedoch in deutscher Sprache geführt werden kann (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 33a Abs. 2 VwVG),
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichter  Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters  wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie  aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der  nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen  verzichtet wurde,
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dass auf ein Asylgesuch nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG),
dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet, wenn  glaubhaft machen können, sie seien dazu aus entschuldbaren Gründen nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), auf Grund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die  festgestellt wird (Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG) oder sich auf Grund der Anhörung erweist, dass zusätzliche Abklärungen zur  der Flüchtlingseigenschaft oder eines  nötig sind (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),
dass der Beschwerdeführer keine entschuldbaren Gründe für die Nichtabgabe eines beweistauglichen Identitätsdokuments (vgl. BVGE 2007/7 E. 4-6) innerhalb der Frist von 48 Stunden nach  des Asylgesuchs glaubhaft zu machen vermag (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG; vgl. BVGE 2007/8 E. 3.2),
dass der Beschwerdeführer geltend machte, seine Identitätskarte sei im Jahr 2008 bei einem Hausbrand vernichtet worden, jedoch nicht plausibel darlegen konnte, weshalb er sich danach kein heimatliches Identitätspapier mehr ausstellen liess, da seine Angabe, er habe sich nach dem ersten Aufgebot für den Militärdienst nicht mehr nach B._ begeben, nicht zu überzeugen vermag,
dass das Bundesverwaltungsgericht aufgrund der gesamten Aktenlage die Auffassung des BFM, der Beschwerdeführer sei mit eigenen  versehen in die Schweiz gelangt, nicht zuletzt aufgrund der stereotypen Angaben zur Art der Reise teilt,
dass das BFM somit entgegen der in der Beschwerde vertretenen  nicht verpflichtet war, auf das Asylgesuch einzutreten, da kei - ne entschuldbaren Gründe für das Nichteinreichen von Reise- und Identitätspapieren vorliegen,
dass sodann im vorliegenden Fall aufgrund der Aktenlage, wie sie sich nach der Direktanhörung vom 23. Juli 2010 präsentierte, unter Verzicht auf zusätzliche tatbestandliche oder rechtliche Abklärungen im  einer bloss summarischen Prüfung der Schluss gezogen werden konnte, er erfülle die Flüchtlingseigenschaft offenkundig nicht, und
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ebenso offenkundig stünden einem Vollzug der Wegweisung keine  entgegen (Art. 32 Abs. 3 Bstn. b und c AsylG),
dass der Beschwerdeführer bei der Erstbefragung angab, er sei im Februar 2009 mündlich für den Militärdienst aufgeboten worden und habe kein schriftliches Aufgebot erhalten,
dass er ebenso vorbrachte, er sei einen Monat vor seiner Ausreise von den Behörden mündlich vor Gericht geladen worden,
dass er auf Nachfrage, wie es komme, dass er kein schriftliches  erhalten habe, angab, dies nicht zu wissen (act. A1/14 S. 5),
dass er bei der direkten Anhörung angab, der zuständige Beamte sei im Februar 2009 zu ihm nach Hause gekommen und habe ihm ein schriftliches Aufgebot für den Militärdienst überreicht (act. A9/9  26),
dass er des Weiteren geltend machte, er habe im Sommer 2009 ein zweites Aufgebot erhalten (act. A9/9 Antwort 29),
dass er schliesslich behauptete, der zuständige Beamte habe ihm auch eine Vorladung vor Gericht nach Hause gebracht (act. A9/9  30),
dass das BFM aufgrund der hinsichtlich des einzigen Ausreisegrundes in mehrfacher Hinsicht widersprüchlichen Aussagen des  berechtigterweise geschlossen hat, dessen Asylvorbringen  offensichtlich haltlos,
dass der Vollständigkeit halber ebenso festzuhalten ist, dass eine strafrechtliche Ahndung von Dienstverweigerung in der Regel  legitim und somit flüchtlingsrechtlich nicht relevant ist,
dass der Beschwerdeführer vorliegend keinerlei Aussagen machte, die eine Bestrafung der von ihm geltend gemachten Dienstverweigerung als rechtsstaatlich illegitim erscheinen lassen könnte,
dass in der Beschwerde diesbezüglich nichts vorgebracht wird, was zu einer anderen Würdigung führen könnte,
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dass das BFM demnach zu Recht gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a i.V.m. Art. 32 Abs. 3 AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist,,
dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die  aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein  auf Erteilung einer solchen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht  wurde,
dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den  Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern , wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]),
dass bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gemäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts und seiner Vorgängerorganisation ARK der gleiche Beweisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft gilt, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel, Rz. 11.148,
dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrecht  Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),
dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land  werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),
dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung dieser massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig
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ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen,  das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung ersichtlich sind, die dem Beschwerdeführer in Georgien droht,
dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als  erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),
dass weder die allgemeine Lage in Georgien noch individuelle Gründe auf eine konkrete Gefährdung des Beschwerdeführers im Falle einer Rückkehr schliessen lassen,
dass der junge und gemäss Aktenlage gesunde Beschwerdeführer in seiner Heimat über ein Beziehungsnetz und über Berufserfahrung , weshalb der Vollzug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist,
dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den  schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse  (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es ihm obliegt, bei der Beschaffung  Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG),
dass nach dem Gesagten der vom Bundesamt verfügte Vollzug der Wegweisung zu bestätigen ist,
dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde  ist,
dass das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines  angesichts des direkten Entscheids in der Hauptsache  wird,
dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege  Art. 65 Abs. 1 VwVG zufolge Aussichtslosigkeit der Beschwerde abzuweisen ist,
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dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.– (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
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