Decision ID: e76d0fb2-fece-49d4-8712-afb827493368
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law

Die Beschwerdekammer hält fest, dass:
- das Amtsgericht Düsseldorf gegen A. ein Insolvenzverfahren führte bzw.
führt und in diesem Zusammenhang eine Insolvenzverwaltung einsetzte
(act. 1.8, Beilage 9);
- A. mit Schreiben vom 5. Februar 2021 an die Bundesanwaltschaft (nachfol-
gend «BA») gelangte; A. darin diverse Rechtsverletzungen seitens deut-
scher Behörden durch «Bespitzelung» geltend machte und um Schutz durch
die BA ersuchte (act. 1.2);
- die BA A. mit Schreiben vom 11. Februar 2021 mitteilte, welche Bereiche der
Strafverfolgung in die Zuständigkeit der BA fallen und um eine konkrete Dar-
legung bat, wer sich wann, wo und wie strafbar gemacht haben könnte, so-
fern sie der Ansicht sei, dass die BA für die Verfolgung der angezeigten Ta-
ten zuständig sei (act. 1.3);
- A. mit Eingabe vom 23. April 2021 ihre Ausführungen im Schreiben vom
5. Februar 2021 präzisierte, diverse Grundrechtsverletzungen im Zusam-
menhang mit dem in Deutschland gegen sie eingeleiteten Steuerstrafverfah-
ren geltend machte und deshalb gegen zahlreiche deutsche Richter, Beamte
und vom Amtsgerichts Düsseldorf als Insolvenzverwalter bestellte Rechts-
anwälte Strafanzeige einreichte (Verfahrensakten BA, Ordner, Lasche 1);
- A. ihre Eingabe vom 23. April 2021 mit Schreiben vom 25. Juni und 15. Ok-
tober 2021 ergänzte und die erhobenen Vorwürfe um verbotene Handlungen
für einen fremden Staat nach Art. 271 StGB erweiterte (act. 1.8; Verfahren-
sakten BA, Ordner, Lasche 3);
- die BA mit Nichtanhandnahmeverfügung vom 22. November 2021 das Straf-
verfahren nicht anhand nahm (act. 1.1);
- A. gegen die Nichtanhandnahmeverfügung mit Eingabe vom 29. November
2021 bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde er-
hob; A. sinngemäss die Aufhebung der Nichtanhandnahmeverfügung und
die Eröffnung einer Strafuntersuchung verlangt (act. 1);
- die BA der Beschwerdekammer auf entsprechende Aufforderung hin am
2. Dezember 2021 die Verfahrensakten übermittelte (act. 2-3).
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Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
- gegen eine Nichtanhandnahmeverfügung der Bundesanwaltschaft die Be-
schwerde an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts zulässig ist
(Art. 310 Abs. 2 i.V.m. Art. 322 Abs. 2 StPO und Art. 37 Abs. 1 StBOG);
- gemäss Art. 309 Abs. 1 lit. a StPO für die Eröffnung einer Untersuchung ein
hinreichender Tatverdacht verlangt wird, welcher sich aus den Informationen
und Berichten der Polizei, aus der Strafanzeige oder aus eigenen Feststel-
lungen der Staatsanwaltschaft ergeben kann;
- wie die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Nichtanhandnahmever-
fügung richtig ausführt, sie weder die Aufsichtsbehörde über in- oder auslän-
dische Gerichte noch Beschwerdeinstanz für deren Urteile ist und eine Straf-
anzeige keinen Ersatz für die zur Verfügung stehenden Rechtsmittel in ei-
nem Straf-, Verwaltungs- oder Zivilverfahren darstellt (act. 1.1);
- die Beschwerdeführerin weder in den bei der Beschwerdegegnerin einge-
reichten Schreiben noch in der vorliegend zu beurteilenden Beschwerde ei-
nen hinreichenden Anfangsverdacht in Bezug auf eine Straftat darzulegen
vermochte, für welche die Schweizer Zuständigkeit gegeben wäre;
- die Beschwerdegegnerin daher zu Recht keine Strafuntersuchung eröffnet
hat;
- sich die Beschwerde gegen die Nichtanhandnahmeverfügung nach dem Ge-
sagten als offensichtlich unbegründet erweist, weshalb sie ohne die Durch-
führung eines Schriftenwechsels abzuweisen ist (Art. 390 Abs. 2 StPO
e contrario);
- bei diesem Ausgang des Verfahrens die Gerichtskosten der Beschwerdefüh-
rerin aufzuerlegen wären (Art. 428 Abs. 1 StPO);
- die Beschwerdeführerin sinngemäss um unentgeltliche Rechtspflege ersucht
(BP.2021.94, act. 1);
- da die vorliegende Beschwerde als offensichtlich aussichtslos zu bezeichnen
ist, das Gesuch BP.2021.94 ohne Überprüfung der finanziellen Situation der
Beschwerdeführerin abzuweisen ist (vgl. Art. 136 Abs. 1 lit. b StPO);
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- die Gerichtskosten auf das gesetzliche Minimum von Fr. 200.-- festzusetzen
(Art. 73 StBOG und Art. 5 und 8 Abs. 1 des Reglements des Bundesstrafge-
richts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigun-
gen in Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]) und der Beschwer-
deführerin aufzuerlegen sind.
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