Decision ID: 3a7d6a32-e83c-4571-9f5f-9bb6d10975ca
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
geboren 1958 und
diplomierte
Hundecoiffeuse (Urk.
7/
1/8)
,
übte
– unterbrochen durch Phasen der Arbeitslosigkeit – verschiedene
berufli
che T
ätigkeiten
aus
(Urk. 7/6, Urk. 7/69/1)
und
war
zuletzt
vom 1.
Oktober 2000
bis 30.
Juni 2001 als
Disponentin
/
Telefonistin
in der
Y._
angestellt
(
Urk. 7/5,
Urk.
7/
7
)
.
Hernach
wurde sie von der Sozialbehörde ihrer Wohnge
meinde finanziell unterstützt (Urk. 7/16).
Am 27. September 2005
meldete
sie
sich
unter
Angabe
eine
s seit August 2003 bestehenden Krankheitsgeschehens
zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung
an (Urk. 7/2).
Die
Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
traf
in der Folge
beruflich-erwerbliche
(Urk. 7/6-7)
und medizinische Abklärungen
(
Urk. 7/8
,
Urk. 7/10-11,
Urk.
7/19
), wobei sie
das Gutachten
des
Z._
vom
24. Juli 2007 (Urk. 7/25)
einholte
.
Gestützt darauf
wies sie das Leis
tungsbe
gehren der Versicherten mit
unangefochten gebliebener Verfügung vom 22. Januar 2008 (Urk.
7/
29) mangels
Invalidität
ab.
1.2
Am 20. April 2010
ersuchte
die Versicherte
unter
Hinweis auf
eine Schmerz
zunahme seit
August 2003
erneut um Leistungen der Invalidenversicherung
(Urk.
7/
33)
.
Nachdem die IV-Stelle zunächst mit
Vorbescheid
vom 6. September 2010 (Urk. 7/40)
Nichteintreten
auf das neue Leistungsbegehren
angezeigt
hatte, holte sie
auf Einwand hin (Urk. 7/41, Urk. 7/45)
einen hausärztlichen Bericht ein (Urk. 7/48) und
ordnete eine Untersuchung
durch
ihren
Regionalen Ärztli
chen Dienst (RAD)
an
(Urk. 7/51).
Al
s
dann
gewährte
sie
Eingliederungsberatung (
Urk.
7/56
, Urk. 7/68
)
und
veranlasste
im Rahmen von beruflichen Massnahmen
eine vier
monatige
Arbeitsdiagnostik in
der
A._
(
Urk.
7/55)
,
welche
vorzeitig beendet
wurde
(
Urk. 7/
63)
. Nach Ab
schluss der Eingliederungsbemühungen (Urk. 7/67) und
Durch
führ
ung des
Vor
bescheidverfahren
s
(
Urk. 7/77
, Urk. 7/81
)
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 24. Januar 2013 (Urk. 2) einen Rentenanspruch der Versicherten
gestützt auf
eine
n
Invaliditätsgrad von 20 %.
2.
Gegen die Verfügung vom 24. Januar 2013
erhob
die Versicherte
a
m
25. Feb
ruar 2013 (Urk. 1) Beschwerde und beantragte, die
se
sei aufzuheben und ihr sei mit Wirkung ab 1. Oktober 2010 eine ganze
R
ente zuzusprechen. In prozessua
ler Hinsicht ersuchte sie um B
ewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und Bestellung von Rechtsanw
ältin
Ursula Sintzel
als unentgeltliche
Rechtsver
treterin.
Die IV-Stelle schloss
mit
Beschwerdeantwort vom 3. April 2013 (Urk.
6) auf Abweisung der Beschwerde, was der Beschwer
deführerin am 8. April 2013 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG
). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG). Erwerbsunfähigkeit
ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög
lichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksich
tigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkun
gen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätig
keit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchti
gung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person so
zial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40
%
besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50
%
auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60
%
auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70
%
auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.
5
Für die Bejahung eines Rentenanspruchs im Rahmen einer Neuanmeldung nach vorausgegangener rechtskräftiger Verneinung wird analog zur Rentenrevision ge
mäss Art. 17 Abs.
1 ATSG eine erhebliche Änderung des Invaliditätsgrades verla
ngt (BGE 130 V 71, 117 V 198 E.
3a
mit Hinweis
; vgl. auch BGE 133
V 108 E. 5.2 mit Hinweisen
). Die Frage, ob eine sol
che Änderung eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der letzten materi
ellen rentenverweigernden rechtskräftigen Verfü
gung mit demjenigen zur Zeit de
s
auf die Neuanmeldung hin ergangenen
Ent
scheids
(BGE 130 V 64 E.
2
mit
Hinweis
,
130 V
71 E.
3.1
mit Hinweisen).
Dabei ist zu beachten, dass Anlass zur Rentenrevision jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen
gibt, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu
beeinflussen (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hinwei
sen).
Dagegen stellt
eine
bloss unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen
gleich
gebliebenen
Sach
verhalts keine
revisionsbegründende Tatsachenän
de
rung im Sinne von Art. 17
Abs.
1 ATSG dar
(BGE 112 V 371 E.
2b; vgl. auch BGE 133 V 5
45 E. 6.1, 130
V 343 E.
3.5 mit Hinweisen).
2.
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer
allfälli
gen
anspruchserheblichen Änderung
der tatsächlichen Verhältnisse
(vgl. E. 1.5 hiervor)
bildet vorliegend die
rechtskräftige
Verfügung vom 22. Januar 2008 (Urk. 7/29)
, mit welcher ein Rentenanspruch der Beschwerdeführerin
mangels Vorliegens einer Invalidität
verneint wurde. Diese
Rentenablehnung
erging
massgeb
lich
gestützt auf das
Gutachten
des
Z._
vom 24
. Juli 2007 (Urk. 7/25), worin
die involvierten Fach
ärzte
folgende Diagnosen
stellten
(S. 20):
thorako- und lumbovertebrales Schmerzsyndrom mit/bei
:
Status nach Morbus Scheuermann mit Fehlform und sekundären dege
nerativen Veränderungen
geringer Chondrose und Spondylose L4/5 und Spon
dylarthrosen
muskulärer Dekonditionierung
tendomyotisches Cervicalsyndrom bei Chondrose C5/6 und
Spondyl
ar
t
h
ro
sen
coxogene Schmerzen bei Coxa valga und suboptimaler Pfannenüber
dach
ung, ohne radiologische Arthrosezeichen
Störungen durch Alkohol (ICD-10 F10.20) und durch Cannabinoide (ICD-10 F12.20)
Verdacht auf emotional instabile Persönlichkeitsstörung
Die Gutachter verneinten eine depressive Symptomatik und
hielten fest
,
es fän
den
sich
Persönlichkeitszüge
(explosives Verhalten, unbeständige Beziehungen, wiederholte emotionale Krisen, selbstschädigende Handlungen, gestörtes eigenes Selbstbild)
,
welche
den Verdacht auf eine emotional instabile Persönlichkeits
störung nahelegten
.
Jedoch habe d
ie Beschwerdeführerin bis
ins
Jahr 2001 im
mer wieder
beruflichen T
ätigkeiten nachgehen können und dadurch auch eine Struktur und einen Arbeitsrhythmus erhalten.
E
ine a
nhaltende somatoforme Schmerzst
ö
rung
komme ebenso wenig
in Betracht
, da die geklagten Hüft- und Rü
ckenschmerzen völlig im Hintergrund stünden. In psychiatrischer Hinsicht seien einzig Störungen durch Alkohol und Cannabinoide (ICD-10 F10.20 und F12.20) auszumachen, welche
indes
die Arbeitsfähigkeit
nicht einschränkten (S. 23 f.).
D
en übrigen (somatischen) Diagnosen
massen die
Fachärzte
ebenfalls keinen
entscheidenden Einfluss auf
das Leistungsvermögen
der Beschwerdefüh
rerin
bei. Sie
bescheinigten
dieser
aus polydisziplinärer Sicht eine volle Arbeits
fähigkeit
für die zuletzt ausgeübte
Tätigkeit als Disponentin/
Telefonistin und
alle anderen
körperlich leichten bis mittelschweren Arbeiten
sowie
für die
Füh
rung des Haushaltes
(S. 20 und S. 22-25).
3.
3.1
In der angefochtenen Verfügung (Urk. 2)
hielt
die
Beschwerdegegnerin
ausge
hend
von einer 20%igen Verminderung der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen und in einer angepassten Tätigkeit seit
September 2010
dafür
, dass
f
ür wech
sel
belastende oder sitzende, körperlich leichte bis mittelschwere, kognitiv eher einfache Tätigkeiten
eine Arbeitsfähigkeit von 80 %
bestehe,
welche im weite
ren Verlauf auf 100 % gesteigert werden könne. Folglich sei (zwischenzeitlich) von einem nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad von 20 % auszugehen.
Die Beschwerdegegnerin stützte sich dabei insbesondere auf die Einschätzung ihres RAD (vgl. Urk. 7/75 S. 2-6, Urk. 7/83 S. 2) und hielt in ihrer
Beschwerde
antwort (Urk. 6)
an
ihrem
Standpunkt
fest.
3.2
Dagegen brachte
die Beschwerdeführerin
insbesondere
vor
, dass zu Unrecht auf die Einschätzung des RAD
abgestellt worden sei, da
es
diese
r
an
der erforderli
chen Neutralität
fehle
und
sie
auch inhaltlich nicht zu überzeugen vermöge. Nach
der Aktenlage
sei derzeit und zumindest in mittelfristiger Zukunft keine verwertbare Restarbeitsfähigkeit gegeben, weshalb ihr ab 1. Oktober 2010
– sechs Monate nach der Neua
nmeldung – eine ganze
Invalidenr
ente zustehe (Urk. 1 S. 3 ff.).
4.
4.1
Der seit 11. März 2009 behandelnde Hausarzt
med. prakt.
B._
, Praktischer Arzt, nannte im Bericht vom
17. Mai 2010
zuhanden der
Beschwerdeführerin
(Urk. 7/37)
als Diagnosen
eine Impulsstörung
, eine mittelgradige depressive Epi
sode bei diversen psychosozialen Belastungen, ein Abhängigkeitssyndrom durch Alkohol und Cannabis, eine Chronalgesie bei Periarthropathia coxae beidseits bei beidseitiger Hüftdysplasie und ein panvertebrales Schmerzsyndrom.
Er qua
lifizierte die psychischen Probleme als deutlich im Vordergrund stehend und
er
klärte, die Beschwerdeführerin
habe durch eine Zunahme des Suchtverhaltens und ansteigende Aggressionen gegenüber der Umwelt eine Erleichterung der emotionalen Anspannung erlebt. U
nter
Anpassung
der Medikation
habe sich
eine
deutliche Stabilisierung der Psyche
gezeigt
und
durch die Anschaffung ei
nes zweiten Hundes
sei die
Tagesstruktur
verbessert worden
.
Von S
eiten der Schmerzen
sei bisher bei unzureichender Verträglichkeit entsprechender Medi
kamente
keine befriedigende Lösung
gefunden worden
.
Gesamthaft betrachtet
sei
die Beschwerdeführerin
auf dem freien Arbeitsmarkt nicht einsetzbar.
A
uf Anfrage der Beschwerdegegnerin
, ob seit Mai 2007 eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten sei,
berichtete der
Hausarz
t am 27. März 2011
(Urk. 7/48)
von einer unveränderten und stabilen Situation
der letztmals Mitte September 2010 bei ihm vorstellig gewesenen Beschwerdeführerin
.
4.
2
Nach am 26. Juli 2011 erfolgter Untersuchung stellte die RAD-Ärztin Dr. med.
C._
, Fachärztin für
Psychiatrie und Psychotherapie
, im Bericht vom 28. Juli 2011 (Urk. 7/51)
die
Diagnose
einer
bedrückte
n
Stimmung im Sinne ei
ner anhaltenden af
f
ektiven Störung gemäss
ICD-10 F34.9
(
DD
: rezidivierende depressive Störung mit leichtgradigen Episoden und weitgehender Remission unter der aktuellen antidepressiven Medikation [
ICD-10 F33.0
]
beziehungsweise
im Sinne von ICD-10
F10.54
[alkoholinduziert]
) mit/bei
:
Problemen in Verbindung mit Arbeitslosigkeit
(ICD-10 Z56) und
ökono
mi
schen Verhältnissen (ICD-
10
Z
59
)
Problemen in Verbi
ndung mit der sozialen Umgebung
Alleinleben (ICD-10 Z60.2), sozialer Rückzug
Negative Kindheitserlebnisse mit Herauslösen aus dem Elternhaus und Heimaufenthalt in der Kindheit (ICD-10 Z61.1, Z61.8, Z62.2)
Störung durch Alkohol, Abhängigkeitssyndrom (ICD-10 F
10.2)
mit/bei
:
Verdacht auf Persönlic
hkeits- oder Verhaltensstörung,
DD: emotional instabile Persönlichkeitszüge
(ICD-10
Z73.1)
Status nach Störung durch Cannabinoide, gegenwärtig abstinent
(
ICD-10 F12.20
)
Die RAD-Ärztin berichtete, die Beschwerdeführerin habe in der Untersuchung angegeben
, dass ihr die Decke auf den Kopf falle und sie gerne wieder arbeiten würde. Sie könne sich dies jedoch nicht mehr vorstellen, da sie keine Stelle mehr finde (Alter, lange Arbeitsabstinenz) und durch ihre Kreuzschmerzen mit Ausstrahlung in
da
s
linke Bein bis zum Knie sehr behindert sei. Psychisch schwanke ihre Stimmung, sie sei
aber
nicht traurig, eher gereizt. Seit der Be
handlung
durch
med. prakt.
B._
habe sie keine Schlafprobleme mehr, was sie auf die verabreichte Medikation zurückführe
. Sie verzeichne auch keine Stimmungsausbrüche mehr und habe sich seit Jahren nicht mehr selbst verletzt.
I
m Herbst 2010 – nach
Eintreffen einer Busse von Fr.
900.-- wegen Verletzung der Meldepflicht betreffend Hundehaltung –
habe sie nach über zweijähriger Alkoholabstinenz wieder zu trinken begonnen
(zirka 1.5 bis 2.4 Liter Bier pro Abend).
Zudem habe sie sich i
m Rahmen der erneuten IV-A
nmeld
ung durch das Sozialamt stark
unter Druck gesetzt gefühlt (S.
2-4).
Dr.
C._
beurteilte
, d
ie
vo
n
med. prakt.
B._
genannten rheumatolo
gischen und psychiatrischen Diagnosen sei
en bereits im Zeitpunkt der
Begut
achtung
im
Z._
bekannt g
ewesen. Mit der
vom Hausarzt
attestierten Impuls
störung und der beschriebenen Symptomatik seien die bereits im
Z._
-Gutach
ten diagnostizierten emotional instabilen Persönlichkeitszüge gemeint, welche allenfalls
auch
im Rahmen des Alkoholkonsums bedingt sein könnten.
Anhand
seiner
Ausführungen
sei keine
Verschlechterung des
psychische
n Gesundheits
zustandes
erstellt.
Vielmehr
spreche
med. prakt.
B._
von einer deutlichen Stabilisierung der Psyche und
gebe
auch
die
Beschwerdeführerin, welche
nicht in regelmässige
r
psychiatrisch-psychotherapeutische
r
Behandlung steh
e,
nicht eine psychische, sondern eine somatische
Zustandsverschlechterung an
.
A
nhand der aktuellen Untersuchung könne im Vergleich zum
Z._
-
Gutachten
vom Juli 2007 festgestellt werden, dass die Beschwerdeführerin unverändert über die beschriebenen körperlichen Schmerzen klage und sich dadurch in ihrer Arbeitsfähigkeit deutlich eingeschränkt sehe. Eine wesentliche Ver
schlechte
rung der somatischen Beschwerden sei nicht ausgewiesen. Aus psychiatrischer Sicht zeige und fühle sich die Beschwerdeführerin
ruhiger und ausgeglichener bei
je
doch
anhaltend vermindertem Antrieb, bedrückter Stimmungslage mit zirka
dia
nem Rhythmus, Hinweisen
für eine verminderte Genussfähigkeit, verminder
tem Appetit, Zukunftssorgen und leichten Insuffizienzgefühle
n.
S
eit der Einnah
me von Remeron
beklage sie
keine Schlafstörungen mehr. Es fänden sich leichte Insuffizienzgefühle
aufgrund der Arbeitslosigkeit, einen leicht
verminderten An
trieb, aber kein Interessen
s
verlust, keine Schuldgefühle, keine Suizidalit
ät, keine erhöhte Ermüdbarkeit und
keine Traurigkeit. Der berichtete soziale Rückzug sei nicht ausschlie
sslich durch den erlebten Schmerz und der dadurch bedingten Lustlosigkeit/Antriebsstörung
begründet, sondern werde von der Beschwerde
führerin
auch im Rahmen der verminderten finanziellen Möglichkeiten und der gefühlten Ausgrenzung aus der Gesellschaft infolge Arbeitslosigkeit erklärt. An
hand der Aktenlage und Anamnese bestünden Hinweise auf eine rezidivierende depressive Störung und eine vulnerable Persönlichkeitsstruktur.
Derzeit seien
je
doch
d
ie
Kriterien
für eine depressive Störung
nicht erfüllt
. Ebenso wenig könne
eine somatoforme S
chmerzstörung
nachgewiesen werden, denn d
ie Darbietung der körperlichen Symptome sei we
nig ausgeprägt und
ein
entsprechender
Lei
densdruck werde von der Beschwerdeführer
in
wenig ausgedrückt.
Sie
fühle sich
vielmehr
belastet durch die schwierige psychosoziale Situa
tion. Diese Faktoren führten zu einer
deprimierten Stimmungslage
und
zu
wiederholtem Alkoholabu
sus, begründeten eine reduzierte Belastbarkeit,
aber
keinen wesentlichen Krank
heitswert.
Ein entscheidender ursächlicher Zusammenhang der Beschwerden mit
emotionalen Konflikten bestehe nicht. Ein primärer Krankheitsgewinn sei nicht eruierbar. Die beschriebenen Sym
p
tome der bedrückten Stimmung
inklusive verminderter Konzentrations- und Aufmerksamkeitsfähigkeit
sowie
sozialem Rückzug seien im Rahmen der belastenden psychosozialen Situation und im Zusammenhang mit der Alkoholabhängigkeit zu erklären.
Im
Herbst 2010 sei es aufgrund zunehmender psychosozialer Belastungsfaktoren mit zunehmenden Ängsten und Insuffizienzgefühlen zu einem Rückfall der früheren Suchtproble
matik (Alkohol)
gekommen.
Seit September 2010 sei von einer 20%igen Ver
minderung der Arbeitsfähigkeit in bisheriger und angepasster Tätigkeit aus
zu
g
ehen
, wobei bei Beruhigung der aktuellen psychosozialen Belastungs
faktoren (IV-Entscheid
und Busse
wegen Verletzung der Meldepflicht
betreffend
Hunde
haltung)
mit einer Verbesserung und Stabilisierung der leicht verschlech
terten Symptomatik
zu rechnen sei und eine volle Arbeitsfähigkeit in bisheriger und angepasster Tätigkeit
erreicht werden könne. Empfohlen werde eine inten
sive psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung, speziell eine Entzugsbe
hand
lung mit weiterführender stützender, ambulant-psychiatrischer Therapie.
4.
3
Die im Rahmen von beruflichen Massnahmen für den Zeitraum vom 5. bis 30. März 2012 (Mitteilung vom 6. Februar 2012
, Urk. 7/55
) geplante Arbeits
di
agnostik in
der
A._
wurde gemäss Abschlussbericht vom 4. April 2012 (Urk. 7/63
; vgl. auch Zwischenbericht vom 20. März 2012
, Urk. 7/61
) per 16. März 2012 vorzeitig beendet, nachdem die Beschwerdeführerin
nur
an sechs von zehn möglichen Tagen
am Programm
teilgenommen hatte. Der zuständige Ergo-/Arbeitstherapeut
erachtete eine Rückkehr in eine arbeitsmarktnahe Be
lastungssituation als
nicht
realistisch und befand, eine deutliche Steigerung der Arbeitsfähigkeit bis
auf
50 % sei auch mittelfristig nicht zu erwarten.
4.
4
Wegen rezidivierender Lumbalgien mit Ausstrahlung in den linken Oberschen
kel fand a
m 6. August 2012
im MR
Institut der
D._
eine Mag
netresonanz (MR)-Untersuchung der Lendenwirbelsäule (LWS)
statt
.
Gemäss
Be
urteilung von Dr. med.
E._
, Facharzt für Radiologie, vom gleichen Datum wurde da
bei
weder eine Diskushernie noch eine sonstige Neurokompression
zur Darstellung
gebracht
(Urk. 7/73).
Nachdem am 16. Oktober 2012 e
benfalls in der
D._
eine Röntgen
untersuchung
von Becken und Hüfte beidseits
erfolgt war
(Urk
. 7/72/5-6), wur
de am
31. Oktober 2012
gleichenorts
eine diagnostische Hüftgelenksinfiltration beidseits
durchgeführt
(Urk. 7/72/1-2).
Dabei wurde
eine beginnende Dyspla
sie
-C
oxarthrose beidseits
bei leichter Hüftdysplasie beidseits
festgestellt und zu de
ren Behandlung einstweilen Physiotherapie empfohlen
(Urk. 7/72/3-4).
5
.
5
.1
5.1.1
Der
sorgfältig abgefasste
RAD
-
Untersuchungsbericht
von Dr.
C._
vom
28. Juli 2011
(vgl. E.
4
.2
hiervor) ist für die streitigen
psychischen
Belange um
fassend
, beruht auf einer eigenen Untersuchung der Beschwerdeführerin und erging unter Berücksichtigung der relevanten medizinischen Vorakten wie auch der geklagten Beschwerden
.
Er leuchtet in der Darlegung und Beurteilung der medizinischen Verhältnisse im Wesentlichen ein und die darin gezogenen Schlussfolgerungen sind begründet, sodass
die praxisgemässen Anforderungen, welche an beweiskräftige medizinische Be
richte gestellt werden (vgl. E.
1.
4
hier
vor), erfüllt sind.
5.1.2
Entgegen der Auffassung der
Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 3-6)
ergeben
sich anhand der Akten
keine Anhaltspunkte dafür, dass Dr.
C._
im Rahmen ihrer Beurteilung
nicht lege artis vorgegangen wäre oder
objektiv wesentliche Tatsachen ausser Acht gelassen hätte.
Soweit die Beschwerdeführerin die Neut
ralität der RAD-Ärztin in Abrede stellt mit dem Argument, Dr.
C._
sei im Zeitpunkt der Untersuchung vom 26. Juli 2011 vorbefasst gewesen, da sie sich am 25. August 2010
bezüglich der Eintretensvoraussetzungen abschlägig
ge
äussert
(Urk. 7/38 S. 2 f.) und am 17. März 2011
eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes verneint
(Urk.
7/75 S. 2 f.)
habe, dringt sie damit
nicht durch.
Weder ist im
wiederholten Beizug der RAD-Ärztin
eine
unzulässige
Vor
befassung zu erblicken (vgl.
BGE 132 V 93 E.
7.2.2
)
noch
liegen
Umstände
vor
, welch
e den Anschein
und die Gefahr
der
Voreingenommenheit
objektiv zu be
gründen vermö
cht
en
.
Hinzu kommt, dass
Ausstands- oder Ablehnungsgründe
praxisgemäss
so früh wie möglich geltend gemacht
werden müssen (BGE 132 V 93 E.
7.4.2
) und sich die
von der Beschwerdeführerin
erstmals im Einwand vom 7. Januar 2013 (Urk. 7/81 S. 3 f.) gegen den abschlägigen Vorbescheid vom 21. November 2012 (Urk. 7/77)
erhobene Rüge der
Vorbefassung der RAD-Ärztin als verspätet er
weist.
Wenn die Beschwerdeführerin
in diesem Zusammenhang
geltend macht
, die Mehrfachbefassung durch die RAD-Ärztin
sei
von
ihr
respektive
ihrer Rechtsvertreterin
erst nach Zugang der Akten anfangs Dezember 2012 (
vgl.
Schreiben der Beschwerd
egegnerin vom 5. Dezember 2012, Urk. 7/79
) erkannt worden,
so mag dies zutreffen. Indes ist diesem Einwand
entgegenzuhalten, dass der Rechtsvertreterin
im Zuge der am 8. November 2010 gewährten Akten
einsicht (Urk. 7/47)
das Feststellungsblatt vom 6. September 2010
samt
Stel
lungnahme von
Dr.
C._
vom 25. August 2010 (Urk.
7/38 S. 2 f.) zugestellt wurde
(vgl. Aktenverzeichnis, Urk. 7/47/3-4 S. 2),
weshalb ihr nach Erhalt des Aufgebots
für die RAD-Untersuchung a
m 11. Mai 2011 (Urk. 7/50)
bekannt
sein m
usste
, dass die in Aussicht genommene RAD-Ärztin
bereits
im Rahmen der Prüfung der Eintretensfrage beigezogen worden war.
Damals
wurden
keine Einwendungen
gegen die RAD-Ärztin
erhoben
, weshalb die Verwaltung die Untersuchun
g ohne weiteres
veranlassen
durfte
.
5
.2
5
.2.1
A
us dem Vergleich
d
es
Untersuchungsberichts
von Dr.
C._
mit dem
Z._
-Gutachten ergibt sich, dass
in psychischer
Hinsicht
keine anspruchsbeeinflus
sende Änderung ausgewiesen ist.
Namentlich
konnte ein psychischer Gesund
heitsschaden mit Krankheitswert, welch
er
als nicht überwindbar zu gelten hätte und
die Erwerbsfähigkeit
der Beschwerdeführerin
auf dem allgemeinen Ar
beitsmarkt beeinträchtigen würde
, nicht
festgestellt werden
.
Im Gegenteil
zeigte
sich
eine gewisse
Besserung (Stabilisierung der Psyche
;
Wegfall der Schlafstö
rungen
, der
Stimmungsausbrüche
und des s
elbstver
let
zenden Verhaltens;
Zu
nahme der inneren Ruhe und Ausgeglichenheit
)
.
Die RAD-Ärztin legte nach
vollziehbar und überzeugend dar, dass die Voraussetzungen e
iner depressiven Störung und einer somatoformen Schmerzstörung
weiterhin
nicht erfüllt sind.
D
as
psychische Beschwerdebild
wird
nach
einleuchtender
Einschätzung von Dr.
C._
augenfällig durch
auch vom Hausarzt festgestellte
psychosoziale
Belastungsf
aktoren (lange
Arbeitslosigkeit mit Aussteuerung bei der Arbeitslo
senkasse;
anhaltende
Abhän
gigkeit von der Sozialhilfe und
damit verbundene finanzielle
Schwierigkeiten sowie daraus resultierende
Minderung des Selbst
wertgefühls
;
offenbar auf Druck der Sozialbehörde initiierte
s
IV-Verfahren;
Busse von Fr. 900.-- wegen Verletzung der Meldepflicht betreffend Hundehal
tung)
bestimmt und unterhalte
n
, wobei davon auszugehen ist, dass bei
deren Wegfall
auch eine wesentliche Besserung der psychischen Befindlichkeit und der durch diese eingeschränkten Arbeitsfähigkeit erwartet werden kann.
Da diese
invaliditätsfremden Faktoren
bei der
Beurteilung des Anspruchs auf eine Invalidenrente rechtspr
echungsgemäss (
vgl.
BGE 127 V 294 E.
5a)
grundsätzlich
ausser Acht zu bleiben
haben, kann der psychischen
Beeinträchtigung
vorlie
gend kein
invalidisierende
r
Charakter
zuerkannt werden
.
D
ie Beschwerdeführe
rin
nimmt denn auch
nach Lage der Akten keine fachpsych
iatrische Behandlung in Anspruch
, was nicht für einen erheblichen Leidensdruck und gegen ein gra
vierendes psychisches Leiden
spricht. Damit besteht für die Anerkennung einer
psychisch bedingten
Verminderung des beruflich
en Leistungsvermögens kein Raum
.
5
.2.2
Was die Beschwerdeführerin dagegen vorbringt (Urk. 1 S. 6-10), ist nicht stich
haltig. Die von ihr
angerufenen Berichte der ärztlichen und therapeutischen Fachpersonen
vermögen zu keiner anderen Beurteilung zu führen, fehlt es
doch
dem Hausarzt med.
prakt.
B._
(vgl. E. 4.1 hiervor), dem Ergo-/Arbeitsthe
rapeuten der
A._
(vgl. E. 4.3 hiervor) und den Ärzte
n
der
D._
(vgl. E. 4.4 hiervor) an der
erforderlichen Sachkunde zur Beurteilung des psychischen Gesundheitszustandes
der Beschwerdeführerin
.
Entsprechend
fehlt es ihren Ausführungen – soweit darin überhaupt zu den psychischen
Diagnosen und zur Arbeitsfähigkeit Stellung genommen wurde –
an einer nachvollziehbar begründeten und
durch
objektive
Befunde untermauerte
n
medizinisch-theoreti
sch
en Einschätzung.
Im Weiteren
kann im Wi
ederaufflackern der Alkoholproblematik
von Vornhe
r
-
ein
keine
anspruchsbeeinflussende Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse erblickt werden. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 7) steht anhand der vorliegenden Akten mit hinreichender Klarheit fest, dass das Wiederaufflackern des Alkoholproblems
invalidenversicherungsrechtlich
nicht bedeutsam ist. Nach ständiger Rechtsprechung begründet ein Suchtgeschehen für sich alleine keine Invalidität, sondern nur in Verbindung mit einem die Er
werbsfähigkeit beeinträchtigenden geistigen, körperlichen oder psychischen Ge
sundheitsschaden mit Krankheitswert, der zur Sucht geführt hat oder als deren Folge eingetreten ist (BGE 102 V 167, 99 V 28 E. 2; AHI 2002 S. 30 E. 2a, 2001 S. 228 f. E. 2b; SVR 2001 IV Nr. 3 S. 7 E. 2b; Urteil des Bundesgerichts I 940/05 vom 10. März 2006 E. 2.1 mit Hinweisen). Solche Umstände sind vorliegend nicht gegeben, ist doch weder ein
als Folge des
erhöhten
Alkoholkonsums ein
getretener Gesundheitsschaden
aktenkundig noch liegt
diesem
eine
ausreichend schwere und ihrer Natur nach für die Entwicklung einer Suchtkrankheit geeig
nete Gesundheitsstörung zugrunde
, welche zumindest eine erhebliche Teilursa
che
(vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 8C_906/2013 vom 23. Mai 2014 E. 2.2)
der Alkoholsucht darste
llt.
5
.
3
In somatischer Hinsicht ist im vorliegend massgebenden Zeitraum unter Be
rück
sichtigung der im Rahmen der Neuanmeldung ergangenen medizinischen
Be
richte
insbesondere des
Hausarztes (vgl. E.
4
.
1
hiervor) und der Ärzte
der
D._
(vgl. E. 4
.
4
hiervor)
ebenfalls keine anspruchsbeeinflussende Änderung ausgewiesen.
Dem Hinweis der
Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 10)
auf den Bericht des Ergo-/Arbeitstherapeuten der
A._
vom
20. März 2012 (Urk. 7/61) und ihre E-Mail vom 19. Juli 2012 (Urk. 7/68 S. 5 f.) an den Berater des
F._
(vgl. Urk. 7/65), mit welcher sie ihre Teilnahme am geplanten Schnuppertag für einen Einsatz im
G._
infolge zu starker Belastung des Handgelenks bei PC-
Arbeiten kurzfristig absagte
,
ist
nichts zu ihren Gunsten
abzugewinnen
.
Zum einen ist ärztlicherseits nirgends dokumentiert, dass
sie infolge von Handge
lenksbeschwerden in ihrer Arbeitsfähigkeit
erheblich
beeinträchtigt
wäre
.
Zum anderen
verbringt die Beschwerdeführerin
eigenen Angaben
zufolge
jeweils
ei
nige Stunden
täglich
am Computer (Bearbeitung von Fotos und Bewirtschaf
tung
ihres
Web-Albums,
S
piele, E-Mail-Verkehr mit Kollegen
und Behörden
; vgl. Urk. 7/51 S. 2 f.)
und
ver
zeichnet
dabei offenbar keine
einschränkende
n
Be
schwerden
.
5
.
4
V
on den beantragten
(Urk. 1 S. 6 und S. 10)
zusätzlichen Abklärungen der me
dizinischen
Verhältnisse
sind
bei der gegebenen Sach- und Rechtslage
keine
entscheidwesentlichen
Erkenntnisse zu erwarten
, weshalb darauf zu verzichten ist (
antizipierte Beweis
würdigung; BGE 122 V 157 E. 1d).
5.5
Fehlt es nach dem Dargelegten an einer anspruchsbeeinflussenden Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse seit der rechtskräftigen Rentenablehnung
vom
22. Januar 2008 (Urk. 7/29), so steht der Beschwerdeführerin weiterhin keine Rente der Invalidenversicherung zu. Demzufolge erweist sich die angefochtene Verfügung vom 24. Januar 2013 (Urk. 2) als rechtens, was zur Abweisung der dagegen gerichteten Beschwerde führt.
6
.
6
.1
Mit ihrer Beschwerde
vom 25. Februar 2013
beantragte die Beschwerdeführerin, es sei ihr die unentgel
tliche Prozessführung zu
bewilligen
und ihr in der Person von Rechtsanwältin Ursula Sintzel, Zürich, eine unentgeltliche Rechtsvertreterin für das Beschwerdeverfahren zu bestellen
(Urk. 1 S. 2 f.
).
6.2
D
ie Voraussetzungen zur
Gewährung
der unentgeltlichen
Rechtspflege
gemäss § 16 Abs. 1 und
2 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer)
sind vorliegend
erfüllt
(vgl. Urk. 3 und Urk. 10)
, weshalb dem Gesuch der Be
schwe
rdeführerin zu entsprechen ist.
Die Beschwerdeführerin wird auf
§ 16 Abs. 4 GSVGer hingewiesen, wonach sie zur Nachzahlung der ihr erlassenen Gerichtskosten und der Kosten ihrer Rechts
vertretung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist.
6.3
Die mit heutigem Beschluss bestellte unentgeltliche Rechtsvertreterin der Be
schwerdeführerin, Rechtsanwältin Ursula Sintzel, machte mit Honorarnote vom 24. Juni 2014 (Urk. 10) einen Aufwand von 5.76 Stunden und Barauslagen von Fr. 30.30 geltend, wofür ihr ausgehend vo
m
gerichtsüblichen Stundenansatz
von Fr. 200.-- eine Entschädigung in Höhe von
Fr.
1'276.90 (inklusive Baraus
lagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse zuzusprechen ist.
6
.4
Die
Ger
ichtskosten
gemäss
Art. 69 Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise
auf Fr.
7
00.-- festzusetzen
und ausgangsgemäss der
unterliegenden
Beschwerde
führer
in
aufzuerlegen
,
jedoch
zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozess
führung einstweilen auf die Gerichtskasse z
u nehmen.