Decision ID: 3da02fd4-a36d-4413-a2e2-84fae6cc1132
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1956, meldete sich im Februar 2011 bei der Invalidenversi
cherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/8). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, verneinte mit Verfügung vom 1
2.
Januar 2012 einen Rentenanspruch (
Urk.
7/36).
1.2
Nach erneuter Anmeldung vom 1
7.
Dezember 2012 (
Urk.
7/39) verneinte die IV
Stelle mit Verfügung vom 1
7.
Februar 2014 einen Rentenanspruch (Urk.
7/92). Die dagegen am 1
7.
März 2014 erhobene Beschwerde hiess das hiesige Gericht mit Urteil vom
5.
August 2014 im Verfahren Nr. IV.2014.00315 gut und wies die Sache zu ergänzenden Abklärungen an die IV-Stelle zurück (
Urk.
7/99).
Diese holte in der Folge unter anderem ein polydisziplinäres Gutachten ein, das am 1
6.
September 2015 erstattet wurde (
Urk.
7/133
=
Urk.
3/4
).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/137
=
Urk.
3/3
,
Urk.
7/153
)
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
5.
Februar 2016 einen Rentenan
spruch (
Urk.
7/157 =
Urk.
2).
2.
Der Versicherte
erhob am 2
3.
Februar 2016 Beschwerde gegen die Verfügung vom
5.
Februar 2016 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es seien ihm die gesetzlich geschuldeten Leistungen zuzusprechen, eventuell seien ergänzende medizinische Abklärungen anzuordnen (
Urk.
1 S. 2 oben
Ziff.
1-2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 3
0.
März 2016 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am
8.
April 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversi
cherung (IVG)
aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen
Erwerbsein
kommen
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenüberge
stellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest
)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens
25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitver
antwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten
Leidens
abzuges
nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
1.4
Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erzielbare Einkommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln, wobei an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und
Verdienstaus
sich
ten
keine übermässigen Anforderungen zu stellen sind (Urteil des Bundesge
richts 9C_734/2013 vom 1
3.
März 2014 E. 2.1 mit Hinweis auf SVR 2008 IV
Nr. 62 S. 203, 9C_830/2007 E. 5.1).
Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
realistischerweise
nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumutbar ist. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt ab von den Umständen, die mit Blick auf die Anforderungen der Verweisungstätigkeiten massgebend sind (Urteil
des Bundesgerichts 9C_954/2012 vom 10. Mai 2013 E. 2 mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 107 V 17 E. 2c).
Nach der Rechtsprechung (Urteil des Bundesgerichts 9C_918/2008 vom 2
8.
Mai 2009 E. 4.2.2) wurde bei einem 60-jährigen Versicherten, welcher mehrheitlich als Wirker in der Textilindustrie tätig gewesen war, mit Bezug auf den hypothe
tischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt die Möglichkeit, eine Stelle zu finden bejaht mit der Begründung, dass Hilfsarbeiten auf dem hypothetischen, ausge
glichenen Arbeitsmarkt grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt würden, und dass der Versicherte zwar eingeschränkt (weiterhin zumutbar waren leichte und mittelschwere Arbeiten im Gehen, Stehen und Sitzen in geschlossenen Räumen), aber immer noch im Rahmen eines Vollpensums arbeitsfähig gewesen sei (Urteil des Bundesgerichts I 376/05 vom
5.
August 2005 E. 4.2).
Bejaht wurde zudem die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit eines (ebenfalls) 60-jährigen Versicherten mit einer aufgrund verschiedener psychischer und physischer Limitierungen um 30
%
eingeschränkten Leistungsfähigkeit (Urteil I des Bundesgerichts I 304/06 vom 2
2.
Januar 2007 E. 4.1 und 4.2).
Verneint wurde demgegenüber die Verwertbarkeit einer im 6
4.
Altersjahr stehen
den versicherten Person, welche als gelernte Schneiderin vorwiegend als Küchenhilfe in einer Grossküche tätig war, welche indes die bestehende medizi
nisch-theoretische Arbeitsfähigkeit in einer Grossküche ausserhalb der bisher ausgeübten Tätigkeit nicht mehr verwerten konnte, und welcher, die für sie angesichts ihres beruflichen Werdeganges und ihrer eher bescheidenen Ausbil
dung am ehesten in Frage kommenden körperlichen Hilfsarbeiten (
Reinigungs
arbeiten
oder Beschäftigungen in der industriellen Montage), nicht mehr zumutbar waren, da ihr nur noch Verweistätigkeiten zumutbar waren, die in temperierten Räumen ausgeübt werden und bei denen die linke Hand nicht gebraucht wird (Urteil des Bundesgerichts 9C_153/2011 vom 2
2.
März 2012 E.
3.3).
Des Weiteren wurde die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bei einem über 61-jährigen Versicherten verneint, der über keine Berufsausbildung verfügte, der bezüglich der aus medizinischer Sicht im Umfang von 50
%
zumutbaren feinmotorischen Tätigkeiten über keinerlei Vorkenntnisse verfügte, dessen
Teil
arbeitsfähigkeit
weiteren krankheitsbedingten Einschränkungen unterlag und dem von den Fachleuten der Berufsberatung die für einen Berufswechsel erfor
derliche Anpassungsfähigkeit abgesprochen wurde (Urteil des Bundesgerichts I 392/02 vom 2
3.
Oktober 2003 E. 3.2 und 3.3).
Als unverwertbar erachtet wurde auch die durch verschiedene Auflagen limitierte Arbeitsfähigkeit von 50
%
eines knapp 64-jährigen Versicherten mit mul
tiplen, die Arbeitsfähigkeit einschränkenden Beschwerden (Urteil des Bundesge
richts I 401/01 vom
4.
April 2002 E. 4c und d), ebenso eine 50%ige Arbeitsfä
higkeit einer im Verfügungszeitpunkt 61 Jahre und einen Monat alten Versi
cherten, die bezüglich der für sie in Frage kommenden Tätigkeiten einer Umschulung bedurft hätte (Urteil des Bundesgerichts 9C_437/2008 vom 19.
März 2009 E. 4).
Das
f
ortgeschrittene
Alter führt nicht automatisch zu einem Abzug, zumal sich dieses im
tiefsten
Anforderungsniveau sogar eher lohnerhöhend auswirkt. Es ist jedoch bezogen auf die durchschnittliche Lebensarbeitszeit als ein
abzugs
rele
vanter
Aspekt immer unter Berücksichtigung aller konkreten Umstände des Ein
zelfalles zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 9C_455/2013 vom
4.
Oktober 2013 E. 4.2). Dass das Alter die Stellensuche faktisch negativ beeinflussen kann, muss als invaliditätsfremder Faktor unberücksichtigt bleiben (Urteil des Bundes
gerichts 8C_808/2013 vom 1
4.
Februar 2014 E. 7.3).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Dabei lässt es
die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeu
tisch tätigen (Fach-) Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits nicht zu, ein
Administrativ
gutachten
nur deshalb in Frage zu stellen, weil
behandelnde Ärzte zu anders
lautenden Einschätzungen gelangen
, es sei denn,
eine abweichende Beurteilung
d
räng
e sich auf
, weil die behandelnden Ärzte wichtige - und nicht rein subjek
tiver ärztlicher Interpretation entspringende - Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (
vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_892/2014 vom 2
3.
April 2015 E. 4.3,
9C_24/2008 vom 2
7.
Mai 2008
E. 2.3.2
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus, dass der Beschwerdeführer in einer näher umschriebenen Tätigkeit seit Mitte August 2012 zu 80
%
arbeitsfähig sei, womit ein Invaliditätsgrad von 35
% resultiere (S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1),
er leide seit Jahren an einem Schmerzsyndrom und psychischen Beschwerden; wegen der erlittenen Herzinfarkte sei sein Gesundheitszustand labil, so dass er zusätzlich in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei (S. 8
Ziff.
3.1). Auf die im eingeholten Gutachten attestierte Arbeitsfähigkeit von 80
%
könne mangels Nachvollziehbarkeit und Begründetheit nicht abgestellt werden (S. 8 unten). Abzustellen sei vielmehr auf die von behandelnder Seite erstatteten
Berichte (S.
9
Ziff.
3.2).
Bei der Festsetzung des Invalideneinkommens sei ein
Leidens
ab
zug
von 25
%
vorzunehmen (S. 9
Ziff.
3.4).
Zudem
sei zu beachten, dass er unter anderem aufgrund seiner mangelnden Ausbildung und Deutschkenntnisse sowie des Alters von 59 Jahren mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keinen Arbeitgeber mehr finden werde, der ihn für eine zumutbare Tätigkeit einstelle
n
würde (S. 9
Ziff.
3.3).
3.
3.1
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin
für
Physikalis
che Medizin und Reha
bi
litation
,
nannte in ihrem Bericht vo
m 1
2.
Juli 2012 (
Urk.
7/44/9 = Urk.
7/49/4 =
Urk.
7/51/23) folgende Diagnosen (S. 1
Ziff.
1.1):
traumatisch aktiviertes
lumboradikuläres
Reizsyndrom mit sensorischen Defiziten L5 links infolge Sturzereignis am 2
4.
Februar 2012
MRI 2
8.
März 2012: Verdacht auf
extraforaminale
Diskushernie mit Abdrängung der Wurzel L5
extraforaminal
leichte Restbeschwerden mit funktioneller Instabilität bei Status nach OSG-Distorsionstrauma links am 2
4.
Februar 2012
im MRI keine Bandläsionen, kleiner lokalisierter Knorpelschaden an der lateralen
Talusschulter
Sie führte
unter anderem
aus,
es
bestehe schon eine mehrmonatige Arbeitsunfä
higkeit. Eine möglichst baldige berufliche Wiedereingliederung sollte angestrebt werden. Therapeutisch empfehle sie deshalb dringend eine intensive stationäre Rehabilitation mit dem Ziel, die Rückenproblematik zu stabilisieren und die Belastbarkeit wieder aufzubauen.
3.2
Der
Chiropraktor
Dr.
A._
führte in seine
m
Bericht vom
1
8.
August 2012
(
Urk.
7/44/8 =
Urk.
7/49/3) unter anderem aus, d
ie Arbeitsunfähigkeit als Maler betrage derzeit immer noch 100
%
. Die zwar leichte motorische Parese lasse unter anderem ein sicheres Arbeiten auf Leitern nicht zu. Der Beschwerdeführer sollte baldmöglichst eine stationäre Rehabilitationskur durchführen. Eine Besserung sei dadurch möglich.
3.3
Gemäss
Zeugnis
vom 1
7.
September 2012 (
Urk.
7/44/7) weilte der Beschwerde
führer vom
2.
bis 2
2.
September 2012 stationär in der
Klinik B._
, wo eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit vom
1.
September bis
6.
Okto
ber 2012 attestiert und eine Neubeurteilung durch die Hausärztin am
5.
(richtig:
7.)
Oktober 2012 vorgesehen wurde
(vgl. nun auch
Urk.
7/117/23
24).
3.4
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin,
führte in ihrem Bericht vom 1
5.
Mai 2013 (
Urk.
7/52/6-8)
aus
, sie behandle den Beschwerdeführer seit dem 1
4.
Januar 2005 (
Ziff.
1.2) und nannte folgende Diagnosen (
Ziff.
1.1):
chronisches
lumboradi
kuläres
Schmerzsyndrom L5-S1 links
andauernd depressive Episoden, aktuell leichten Grades
In den letzten Monaten sei eine progrediente Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 50
%
erfolgt. Es könne mit einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit gerechnet werden (
Ziff.
1.4).
Bei der entsprechenden Frage verneinte sie das Vorliegen von
geistigen oder psychischen Einschränkungen
; d
ie körperliche Einschränkung
bewirke eine Verminderung des Arbeitst
empos und der Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.7)
.
3.5
Dr.
med.
D._
, Facharzt Orthopädische Chirurgie
und Traumatologie des Bewegungsapparates
, führte in seinem
Bericht vom 1
5.
Mai 2013
(
Urk.
7/52/9 =
Urk.
7/83/1) unter anderem aus,
am 1
9.
April 2013
sei
eine
periradikulär
e
Infiltration L5 links erfolgt
, worauf der Beschwerdeführer über eher etwas gebesserte lumbale Schmerzen bei gleichbleibenden Ischialgie-Schmerzen links berichtet habe. Der Beschwerdeführer wünsche eine Arbeitsaufnahme zu 50
%
, ganztags bei halber Leistung
; dem
stehe aus seiner Sicht nichts im Wege. Soll
ten die Schmerzen aber wieder
exazerbieren
, empfehle er die
Spondylodese
L5/S
1.
3.6
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, führte in sei
nem Bericht vom
6.
Dezember 2013 (
Urk.
7/64/5-10) aus, er behandle den Beschwerdeführer seit dem 1
3.
Dezember 2010 (
Ziff.
1.2) und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
rezidivierende depressive Störung, bestehend seit zirka 2005
diverse Schmerzsyndrome in Rücken, Hüfte, Schulter, Sprung- und Hand
gelenk, teilweise von früheren Unfällen
2004 Sturz von Gerüst mit Schulter- und Hüftkontusion sowie Rippen-frakturen
Sturz von Leiter am 2
4.
Februar 20
12 mit Reaktivierung eines
lumbo
radi
kulären
Reizsyndroms
Status nach zweimaligem Myokardinfarkt 2010 und am 1
8.
Juli 2013
Anamnestisch
führte
er
aus, i
m August 2010 habe der Beschwerdeführer einen Herzinfarkt erlitten. Im Austrittsbericht der
Klinik F._
sei eine depressive Episode konstatiert worden, weshalb der Beschwerdeführer im Dezember 2010 von der Hausärztin zur Behandlung an ihn überwiesen worden sei. Mit der Zeit sei es dem Beschwerdeführer gelungen, die Arbeitsfähigkeit schrittweise wieder auf 100
%
zu steigern, so dass die Behandlung im November 2011 habe abgeschlossen werden können. Doch im Februar 2012 sei der Beschwer
deführer von einer Leiter gefallen, wodurch ein
lumboradikuläres
Reizsyndrom reaktiviert worden sei
;
vom
2.
bis 2
9.
September 2012
habe sich der Beschwerdeführer wiederum
in der
Klinik B._
zur
Rehabi
litation aufgehalten, wo
wiederum eine depressive Episode diagnostiziert wor
den
sei
, weshalb der Beschwerdeführer im Anschluss wieder zu ihm gekommen sei. Neben der Depression mit Angst vor einem erneuten Infarkt seien ver
schiedene Schmerzsyndrome im Vordergrund gestanden. Aufgrund von Schmerzen und Depression habe die Arbeitsfähigkeit als Flachmaler zwischen 30
%
und 50
%
variiert. Am 1
8.
Juli 2013 habe der Beschwerdeführer einen zweiten Herzinfarkt erlitten. Wegen der anschliessenden ambulanten Rehabili
tation im
G._
sei er von der Hausärztin weiterhin zu 65
%
arbeitsunfähig geschrieben worden. Seit dem 1
8.
November 2013 arbeite er wieder zu 50
%
(
Ziff.
1.4).
Zur Prognose führte er aus, d
ie Schmerzen im Bewegungsapparat hätten die Tendenz zur Ausweitung. Zusätzlich best
ünden
eine koronare Herzerkrankung mit zwei Infarkten und eine rezidivierende depressive Störung. Aufgrund dieser sich überlagernden Erkrankungen sei der Beschwerdeführer nicht mehr in der Lage, ein volles Arbeitspensum zu leisten. Seit dem Sturz im Februar 2012 komme er über eine 35
-
bis 50%ige Arbeitsfähigkeit nicht hinaus. Es sei davon auszugehen, dass dies bis auf weiteres auch so bleiben werde. Der Beschwerde
führer verfüge nicht über die notwendigen psychischen Ressourcen, um die zahlreichen erlittenen Schicksalsschläge durch Krankheiten und Unfälle bewäl
tigen zu können und dabei noch zu 100
%
auf dem freien Arbeitsmarkt im glo
balisierten Wettbewerb bestehen zu können (
Ziff.
1.4).
Der Beschwerdeführer erhalte neben den somatischen Therapien auch eine inte
grierte, stützende, ambulante, psychiatrische Behandlung mit Sitzungen in zwei- bis vierwöchigen Abständen und Medikation (
Ziff.
1.5). Als Flachmaler sei er seit etwa Oktober 2012 zu 50
%
bis 65
%
arbeitsunfähig (
Ziff.
1.6). Redu
ziert seien Belastbarkeit, Ausdauer, Konzentrationsvermögen und Anpassungs
fähigkeit (
Ziff.
1.7 und
Urk.
7/64/10). Der Beschwerdeführer erbringe als Maler eine Leistung von 35 bis 50
%
, arbeite aber stundenmässig länger. Dazu komme, dass er keine schweren Lasten mehr heben könne. Der Arbeitsmodus sei behinderungsangepasst und durch die Hausärztin Dr.
C._
festgelegt worden (
Ziff.
1.7).
3.7
Ein am 2
0.
November 2013 erstelltes
Arthro
-MRI der linken Schulter ergab
unter anderem
eine
transmu
rale
Ruptur der ventralen
Supra
spinatussehne
mit Retraktion bis auf die Höhe des AC-Gelenkes
(
Urk.
7/84
).
Ein a
m 2
2.
November 2013
erstelltes
Arthro
-MRI des rechten Handgelenks
ergab
eine Pseudoarthrose nach Fraktur des Os
lunatum
und eine radio-
k
arpale Arthrose, betont auf Höhe des
Lunatum
(
Urk.
7/85
).
3.8
Im Urteil vom
5.
August 2014 (
Urk.
7/99) kam das hiesige Gericht zum Schluss, auf die Beurteilungen
durch
Dr.
C._
(vorstehend E. 3.4) und
Dr.
E._
(vorstehend E. 3.6) könne, aus näher dargelegten Gründen, nicht abgestellt wer
den (S. 14).
Deshalb wies es die Sache für ergänzende Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurück (S. 14 f. E. 5.2).
4.
4.1
Dr.
D._
(vorstehend E. 3.5) führte in seinem Bericht vom
7.
Februar 2014 über die gleichentags erfolgte Untersuchung unter anderem aus, zum jetzigen Zeitpunkt könne die Arbeitsfähigkeit als Maler für leichte Arbeiten zu 50
%
, unter Berücksichtigung gewisser Einschränkungen wie Heben und Tragen bis maximal 10 kg und keine Überkopfarbeiten, aufrechterhalten werden (Urk.
7/107/6
=
Urk.
7/114/6
=
Urk.
7/117/7
).
4.2
Dr.
Z._
(vorstehend E. 3.1) führte in ihrem Bericht vom 3
1.
Mai 2014
(
Urk.
7/107/9-10)
unter anderem aus, seit 2-3 Monaten leide der Patient nun neuerdings an
lumbosakralen
Schmerzen (S. 1 unten). Sie empfahl eine sta
tionäre Rehabilitation und attestierte eine Arbeitsfähigkeit von 30
%
ab 1.
Juni 2014 (S. 2 Mitte).
4.3
Vom 1
7.
Juni bis
6.
Juli 2014 weilte der Beschwerdeführer stationär in der
Klinik B._
, worüber am 2
8.
Juli 2014 berichtet wurde (Urk.
7/107/12-15
=
Urk.
7/117/14-17 =
Urk.
7/119/13-16
). Es wurden
die
fol
gen
de
n,
hier leicht gekürzt angeführte
n
Diagnosen gestellt (S. 1):
chronisch rezidivierendes
lumbosakrales
Schmerzsyndrom und
radikulä
res
Reizsyndrom L5 links
cervikozephales
Schmerzsyndrom bei degenerativen Veränderungen,
Fehl
haltung
und Fehlbelastung
chronische Schulterschmerzen links bei Status nach Schultertrauma 2004
chronische Handgelenksschmerzen rechts bei Pseudoarthrose des Os
luna
tum
sowie radiokarpaler Arthrose
Status nach
Nicht-ST-Hebungsinfarkt (NSTEMI)
am 1
9.
Juli 2013
rezidivierende depressive Störung, aktuell mittelgradig
Verdacht auf benigne Prostatahyperplasie
In der Beurteilung wurde ausgeführt, der Beschwerdeführer habe in verbesser
tem Allgemeinzustand sowie verbesserter Belastbarkeit in die gewohnte häusli
che Umgebung entlassen werden können (S. 3 Mitte). Es wurde eine Arbeitsun
fähigkeit von 100
%
bis 2
0.
Juli 2014 attestiert; danach sei eine Neubeurteilung empfohlen (S. 4 oben).
4.4
Vom
9.
bis 1
2.
September 2014 war der Beschwerdeführer aufgrund von brennen
den retrosternalen Beschwerden im
Spital H._
hospitalisiert, wo laut Austrittsbericht vom 1
2.
September 2014 (
Urk.
7/107/20-21
= Urk.
7/119/11-12
) thorakale Schmerzen (am ehesten stressbedingt im Rahmen privater
Belastungssituation), eine koronare Einwegerkrankung und ein bekannter
gastroösophagealer
Reflux diagnostiziert wurden (S. 1).
4.5
Dr.
C._
(vorstehend E. 3.4) nannte in ihrem Bericht vom 2
8.
Oktober 2014 (
Urk.
7/107/1-5) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit (
Ziff.
1.1):
chronisch rezidivierendes
lumbosakrales
Schmerzsyndrom und
radikulä
res
Reizsyndrom L5 links (seit 2007)
zervikozephales
Schmerzsyndrom bei degenerativen Veränderungen,
Fehl
haltung
(seit Januar 2014)
chronische Schulterschmerzen links bei Status nach Schultertrauma 2004
chronische Handgelenksschmerzen rechts bei Pseudoarthrose des Os
lunatum
sowie radiokarpaler Arthrose
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte sie (
Ziff.
1.1):
rezidivierend depressive Störung (seit zirka 2005)
Status nach zweimaligem Myokardinfarkt 2010 und 2013
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
seit November 2013 (
Ziff.
1.6). Der Patient sei in seiner Mobilität und aufgrund der depressiven Störung auch in seinem Arbeitstempo eingeschränkt. Die bishe
rige Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht eher nicht mehr zumutbar
; sie könne aus medizinischer Sicht nicht mehr ausgeübt werden (
Ziff.
1.7). Mit einer Erhö
hung der Einsatzfähigkeit könne nicht gerechnet werden (
Ziff.
1.9).
4.6
Dr.
Z._
führte in ihrem Bericht vom 1
0.
April 2015 (
Urk.
7/117/1-4) aus, sie behandle den Beschwerdeführer seit dem
7.
Juni 2012 (
Ziff.
1.2) und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
subakute Leistenschmerzen links, Verdacht auf aktivierte
Coxarthrose
chronisch rezidivierendes
lumbosakrales
Schmerzsyndrom und
radikulä
res
Reizsyndrom L5 links bei
foraminaler
Stenose L5/S1 links und
Osteo
chondrose
L5/S1
cervikozephales
Schmerzsyndrom bei degenerativen Veränderungen,
Fehl
haltung
und Fehlbelastung
chronische Schulterschmerzen links bei Status nach Schultertrauma 2004
im MRI
transmurale
Supraspinatussehnenruptur
, Partialruptur
Triceps
sehne
sowie
Tendinopathie
Subscapularis
und
Infraspinatus
chronische Handgelenksschmerzen rechts bei Pseudoarthrose des Os
lunatum
sowie radiokarpaler Arthrose
Status nach Myokardinfarkt bei koronarer Einwegerkrankung 3
1.
Juli 2013
Zur Arbeitsunfähigkeit als Maurer führte sie aus, diese habe wiederholt 100
%
betragen, in der übrigen Zeit habe sie seit zirka Juni 2012 30-50
%
betragen (
Ziff.
1.6).
Eine körperlich leichte Tätigkeit wäre vermutlich zu 30-50
%
möglich (
Ziff.
1.7). Mit einer Erhöhung der Arbeitsfähigkeit könne nicht gerechnet werden (Ziff.
1.9).
4.7
Dr.
E._
(vorstehend E. 3.6) nannte in seinem Bericht vom 2
0.
April 2015 (Urk.
7/119/1-5) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
sonstige rezidivierende depressive Störung
mit mittelgradiger Episode
, bestehend seit zirka 2005
diverse Schmerzsyndrome
bei degenerativen Prozessen in
Rücken, Hüfte, Schulter, Sprung- und Handgelenk, teilweise von früheren Unfällen
Status nach
Sturz von Gerüst
2004
mit Schulter-
und Hüftkontusion sowie Rippen
frakturen
Sturz von Leiter am 2
4.
Februar 20
12 mit Reaktivierung eines
lumbo
radi
kulären
Reizsyndroms
Status nach zweimaligem Myokardinfarkt 2010 und Juli 2013
Die Arbeitsunfähigkeit als Flachmaler betrage 50-65
%
seit Oktober 2012 (Ziff.
1.6). Reduziert seien Belastbarkeit, Ausdauer, Konzentration und Anpas
sungs
fähigkeit, Flexibilität und Umstellung, Durchhaltefähigkeit; die bisherige Tätigkeit sei zirka 4-5 Stunden täglich zumutbar mit einer Leistung von 70
80
% (
Ziff.
1.7). Mit einer Erhöhung der Einsatzfähigkeit sei nicht zu rech
nen (
Ziff.
1.9).
4.8
Am 1
6.
September 2015 erstatteten die Ärzte des
I._
ein Gutachten im Auftrag der Beschwerdegegnerin (
Urk.
7/133/1-26). Sie stützten sich dabei auf die ihnen überlassenen Akten (S. 3 ff.) und die am 2
7.
und 3
0.
Juli 2015 erfolgten Untersuchungen, über welche in
Teil
gutachten
orthopädisch-
traumatologischer
(
Urk.
7/133/27-40), internisti
scher (
Urk.
7/133/41-51), neurologischer (
Urk.
7/133/52-58) und psychiatrischer (
Urk.
7/133/59-67) Richtung berichtet wurde.
Die Gutachter nannten folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähig
keit (S. 18
lit
. D1):
t
ransmurale
Ruptur der ventralen
Supraspinatus
-Sehne mit Retraktion bis auf
Höhe des AC-Gelenks,
Tendinopathie
mit
art
i
kularseitiger
Parti
alruptur
der
verbliebenen Sehnenfasern der
posterioren
distalen
Supra
spinatus-Sehne
, leichte
Atrophie des
Musculus
supraspinatus
mit dis
kreter Verfettung,
Tendinopathie
der
Subscapularis
-Sehne,
Delamination
der distalen
Infraspinatus
-Sehne, Partialruptur
der Bizeps-Sehne sowie
AC-Gelenksarthrose linkes Schultergelenk mit
eingeschränkter Belast
barkeit und Beweglichkeit
r
adiokarpale Arthrose rechtes Handgelenk bei
Pseudarthrose
des Os
luna
tum
mit
2 grossen,
randsklerosierten
Frakturfragmenten mit einge
schränkter Belastbarkeit
und Beweglichkeit
c
hronisch rezidivierendes
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom mit leichter
radikulärer
Reizung der Spinalnervenwurzel L5 links bei
kaudalwärts
zunehmender
Chondrose
sowie einer mittelgradigen
Osteochondrose
und moderaten
Retrospondylose mit
Spondy
l
arthrose
im Segment L5/S1 und Verdacht auf eine
grossvolumige, links
extraforaminale
Diskushernie mit Abdrängung der
Spinalnervenwurzel L5 links
Coxarthrose
links
k
oronare Herzkrankheit mit:
Status nach
ST-Hebungsinfarkt (STEMI)
am 2
1.
August
2010
; d
amals PCI/DE-Stent eines subtotalen RIVA
-
Verschlusses
Status nach
NSTEMI am 1
8.
Juli 2
013 bei angiographisch subtotaler thrombotischer
ostialer
Stenose erster
Septa
l
ast
; d
aneben subtotale periphere Stenose
zweiter Diagonalast
; k
eine Intervention
n
ormaler Auswurffraktion (60
%
im Echo
9.
April 2
015)
r
ezidivierende depressive Störung, nicht näher bezeichnet (F33.9)
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie (S. 18 f.
lit
. D2):
r
ezidivierende Arthralgie linkes oberes Sprunggelenk bei reizlosem
Knor
pel
schaden
an der lateralen
Talusschulter
Senk-Spreiz-Plattfuss beidseits
k
ardiovaskuläre Risikokonstellation mit:
p
ersistierendem N
i
kotinabusus
koronare Herzkrankheiten (
KHK
)
in der Familie
Dyslipidämie
- behandelt
g
astrooesophageales
Refluxle
i
den
Verdacht auf Prostata-Hyperplasie
Hypästhesie und
Hypalgesie
im Bereiche des linken Unterschenkels an der
Aussenseite betont unklarer Ätiologie,
Differentialdiagnose (
DD
)
residuell
, funktionell
Die Gutachter führten sodann
aus, aus orthopädisch-
traumatologischer
Sicht bestünden z
usammenfassend beurteilt
beim
Versicherten eine Einschränkung der Beweglichkeit
und Belastbarkeit des linken Schultergelenkes, des rechten Handgelenkes, der rechten Hand und des
linken Hüftgelenkes sowie vor allem nicht
radiku
l
är
bedingte Beschwerden im Bereich der Hals- und
Lendenwirbel
säule
. Die bisherige Tätigkeit
als
angelernter Maler
sei
bei diesen teilweise erheblichen
gesundheitl
i
chen Einschränkungen des Versicherten aus orthopä
disch-
traumato
l
ogischer
Sicht nicht
mehr durchführbar. Für leichte Tätigkeiten mit Wechsel von Sitzen, Stehen und Gehen
sei
der Versicherte hingegen mit voller Arbeitszeit und Leistung arbeitsfähig. Ausgeschlossen
seien schwere und mittel
schwere Arbeiten mit häufigem Bücken, Tätigkeiten mit häufigen
Zwangs
haltungen
der Wirbelsäule, Tätigkeiten mit Klettern auf Gerüsten und Leitern sowie Über-Kopf-Arbeiten
(S. 19 f.)
.
Von den internistischen Störungen g
ing
en nur von Seiten der koronaren Herz
krankheit gewisse Beeinträchtigungen der Arbeitsfähigkeit aus. In einer Ver
weistätigkeit, welche dem Belastungsprofil entspr
eche
, k
önne
eine volle Arbeits
fähigkeit von internistisch-kardiovaskulärer Seite her postuliert werden
(S. 20 oben)
.
Von neurologischer Seite her sei die Arbeitsfähigkeit u
nter Berücksichtigung fehlender motorischer gravierender St
örungen und einem negativen
Lasè
gue
nicht
eingeschränkt
; d
ie Arbeitsfähigkeit als Maler sowie in einer
Verweistätig
keit
betrage
100
%
(S. 20 Mitte).
Von psychiatrischer Seite lieg
e
derzeit nur eine m
ä
ssige depressive Symptoma
tik vor, wie sich sowohl im Untersuchungsgespräch
ge
zeigt
hab
e, aber auch anhand der vom Versicherten beschriebenen üblichen Tagesaktivitäten sehr deutlich
geworden sei
. Es l
ä
gen weder eine Antriebsminderung noch ein Verlust von Interesse und Lebensfreude vor, und auch die vorliegende depressive Ver
stimmung
sei
eher m
ä
ssig ausgeprägt. Es
seien
erhebliche Inkonsistenzen auf
gefallen
. So
habe
der Versicherte Lustlosigkeit
beklagt
, aber auf der anderen Seite durchaus Interessen
und
Aktivitäten
(
wie sich regelmässig mit Kollegen treffen, sich im Fernsehen Sendungen anschauen, im Internet Filme
anschauen
etc.) beschrieben
,
was
gegen „Lustlosigkeit"
spreche
. Der Versicherte
habe
des Weiteren kognitive Störungen (Gedächtnisschwäche, Konzentrationsstörung)
beklagt; i
n der Untersuchungssituation
hätten
sich diesbezüglich aber keine Einschränkungen
gezeigt (S. 20 unten)
. Gegen eine stärker ausgeprägte Depression spr
eche
weiter, dass die Medikation seit 2010 (gemäss Angaben des Ver
sicherten) nicht verändert
worden sei
, ferner dass bislang keinerlei teil- oder vollstationäre psychiatrische Behandlung erfolgt
s
e
i
, ferner auch, dass die Psychopharmaka-Spiegel unterhalb des therapeutischen Bereichs l
ä
gen
, was
am ehesten als Hinweis auf eine unregelm
ä
ssige Einnahme der Medikation auf
grund weniger stark ausgeprägten Leidensdrucks anzusehen
sei (S. 20 f.
).
Ü
ber die Depression hinaus
lägen
keine anderen
komorbiden
psychischen Störungen und keine (
gegebenenfalls
ressourcenhemmenden) persönlichkeitsstrukturellen Auffälligkeiten vor. Aus rein psychiatrischer Sicht lieg
e
eine
arbeitsunfähig
keitsrelevante
rezi
divierende depressive Störung mit Fähigkeitsstörungen in den
Bereichen Durchhaltevermögen, Flexibilität und Umstellungsfähigkeit sowie emotionale Belastbarkeit vor. Es erg
ebe
sich daraus eine quantitative Verringe
rung der Arbeitsfähigkeit um 20
%
(S. 21 oben)
.
Das zusammenfa
ssende Belastungs-/Ressourcenprofil im polydisziplinären Konsens
wurde wie folgt umschrieben (S. 21):
Zu empfehlen sind leichte, gut strukturierte, überwiegend sachorientierte Tätigkeiten mit regelmässigem Wechsel von Sitzen, Stehen und Gehen. Aus
geschlossen sind schwere und mittelschwere Arbeiten mit häufigem Bücken, Tätigkeiten mit häufigen Zwangshaltungen der Wirbelsäule, Tätigkeiten mit Klettern auf Gerüsten und Leitern, Über-Kopf-Arbeiten, Arbeiten unter starkem Tempodruck (Akkordarbeiten), Tätigkeiten mit hektischen, raschen und hefti
gen motorischen Aktivitäten, Tätigkeiten mit erhöhten Anforderungen an die Durchhaltefähigkeit, die Flexibilität und die Umstellungsfähigkeit, die
Dauer
aufmerksamkeit
sowie die emotiona
l
e Belastbarkeit.
Zusammenfassend
sei
die bisherige Tätigkeit des Versicherten als angelernter Maler bei den teilweise erheblichen gesundheitlichen Einschränkungen vor allem aus orthopädisch
-
traumatologischer
Sicht nicht mehr durchführbar
(S.
21).
In einer leidensadaptierten Tätigkeit besteh
e
eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
, da aufgrund der rezidivierenden depressiven Störung mit Fähigkeitsstörungen in den Bereichen Durchhaltevermögen, Flexibilität, Umstellungsfähigkeit sowie emotionaler Belastbarkeit eine quantitative Verringerung der Arbeitsfähigkeit des Versicherten um 20
%
resultier
e (S. 20 unten).
Zum Verlauf wurde ausgeführt, d
er Versicherte
sei
aus gutachterlicher Sicht in der leidensadaptierten Tätigkeit vom Beginn des Infarktereignisses am 21.
August
2010 bis
zirka 2
1.
November
2010 zu 100
%
arbeitsunfähig
gewe
sen
. Bis zu seinem erneuten Arbeitsunfall am 2
4.
Februar
2012
sei
er mit voller Arbeitszeit und Leistung arbeitsfähig
gewesen
. Durch den Arbeitsunfall am 2
4.
Februar
2012
habe zirka
bis Ende Mai 2012 eine 100%ige Arbeitsunfähig
keit
bestanden.
Ab Juni 2012
habe
für leichte Tätigkeiten mit Wechsel von Sitzen, Stehen und Gehen eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
bestanden.
Ab dem
1
7.
Dezember
2012 w
erde e
ine psychiatrisch bedingte Arbeitsunfähigkeit von überwiegend 20
%
eingeschätzt. Ab dem Ereignis vom 1
8.
Juli
2013, bei dem das Koronarsyndrom nur leichten Grades
gewesen sei
,
habe
für
zirka
4 Wochen eine 50%ige Arbeitsminderung
bestanden (S. 22 Mitte).
5.
5.1
In der Beschwerde (
Urk.
1) wurde geltend gemacht, die im Gutachten attestierte Arbeitsfähigkeit von 80
%
in adaptierter Tätigkeit sei nicht nachvollziehbar und nicht begründet (S. 8 unten), dies im Unterschied zu den Einschätzungen von behandelnder Seite (S. 9
Ziff.
3.2).
Dazu ist vorab festzuhalten
,
(was zu Recht auch nicht bemängelt wurde), dass das Gutachten für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht sowie in Kenntnis der
Vorakten
und
unter
Berücksichtigung der geklagten Beschwerden erstellt wurde. Dies kommt exemplarisch in der sehr genauen und ausführlichen Diagn
osestellung zum Ausdruck, die so in keinem der Vorberichte anzutreffen ist.
5.2
Von behandelnder Seite wurde die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätig
keit wie folgt eingeschätzt:
Dr.
D._
attestierte im Februar 2014 eine Arbeits
fähigkeit von 50
%
(vorstehend E. 4.1),
Dr.
C._
im Oktober 2014 eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
(vorstehend E. 4.5),
Dr.
Z._
im April 2015 eine solche von 30-50
%
(vorstehend E. 4.6) und der
Psychiater Dr.
E._
erachtete im April 2015 eine
Leistung
von
70-80
%
bei 4-5 Stunden täglich als
zumut
bar (vorstehend E. 4.7).
Demgegenüber kamen die Gutachter
zum
Schluss, dass in der angestammten Tätigkeit vor allem wegen der orthopädisch-
traumatologisch
begründeten Ein
schränkungen gar keine Arbeitsfähigkeit mehr besteht.
Sie beurteilten damit die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in der angestammten Tätigkeit weit zurückhaltender als die behandelnden Ärztinnen und Ärzte. Dies ist ein sehr gewichtiger Hinweis darauf, dass die Gutachter ausschliesslich
und mit Erfolg bestrebt waren
, eine allseitig abgewogene, möglichst objektivierte Beurteilung abzugeben.
5.3
Zur Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit äusserten sich weder
Dr.
D._
(vorstehend E. 4.1) noch
Dr.
C._
(vorstehend E. 4.5) noch
Dr.
E._
(vor
stehend E. 4.7). Einzig
Dr.
Z._
führte ohne nähere Begründung aus, eine körperlich leichte Tätigkeit „wäre vermutlich zu 30-50
%
möglich“ (vorste
hend E. 4.6).
Von anderer Qualität ist hingegen, was die Gutachter dazu ausführten. Sie legten aus
der Sicht jeder beteiligten
Disziplin dar, ob und allenfalls
inwiefern Ein
schränkungen auch für angepasste Tätigkeiten bestehen, und sie formulier
ten als Synthese aus den fachspezifischen Feststellungen
ein detailliertes und differenziertes Belastungsprofil.
Dementsprechend resultieren aus den erhobenen gesundheitlichen Beeinträchti
gungen in erster Linie qualitative, im Anforderungsprofil berücksichtigte Ein
schränkungen, sowie
eine
psychiatrisch begründete quantitative Verringerung der Arbeitsfähigkeit
um 20
%
.
5.4
Damit erweisen sich auch die gutachterlichen Feststellungen zur Arbeitsfähig
keit in adaptierter Tätigkeit als sorgfältig hergeleitet und überzeugend begrün
det. Dies führt zum Schluss, dass das Gutachten alle praxisgemässen Kriterien (vorstehend E. 1.5) vollumfänglich erfüllt, so dass darauf abzustellen ist.
Der medizinische Sachverhalt ist mithin dahingehend erstellt, dass für näher umschriebene leidensangepasste Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
besteht.
6.
6.1
Der Einwand, die gutachterlich festgestellte Arbeitsfähigkeit sei aus bestimmten Gründen nicht mehr verwertbar (
Urk.
1 S. 9
Ziff.
3.3), ist nicht stichhaltig. Soweit er mit dem Lebensalter von 59 Jahren begründet wurde, ist auf die dies
bezügliche Rechtsprechung zu verweisen (vorstehend E. 1.4). Soweit mangelnde Ausbildung und Deutschkenntnisse angeführt wurden, handelt es sich um nachgerade klassische invaliditätsfremde Faktoren, die zwar eine Erschwerung auf dem Arbeitsmarkt bedeuten mögen, aber nicht von der Invalidenversiche
rung erfasst sind.
6.2
Das
Valideneinkommen
wurde beschwerdeweise nicht beanstandet. Es ist - mit der Beschwerdegegnerin (
Urk.
7/136)
-
bezogen auf das Jahr 2013 mit Fr.
72‘072.-- einzusetzen.
6.3
Das Invalideneinkommen ist unter
Beizug
der Tabellenlöhne der Schweizeri
schen Lohnstrukturerhebung (LSE) festzusetzen. Im Jahr 2012 betrug das von Männer
n
auf der tiefsten Qualifikationsstufe (
Kompetenzniveau 1)
im Durch
schnitt aller Wirtschaft
s
zweige erzielte
mittlere Einkommen
Fr.
5‘210.-- (LSE
2012 Tabelle TA1_tirage_skill_level), was umgerechnet auf ein Jahr und der Nominallohnentwicklung von 0.8
%
(T 39, 2013, Männer) sowie einer
Wochen
arbeitszeit
von 41.7 Stunden (Die Volkswirtschaft, 3/4-
2015, S. 88, Tab.
B
9.2)
an
g
epasst
im Jahr 2013 rund
Fr.
65‘699.--ergibt (
Fr.
5‘210.-- x 12 x 1.008 : 40.0 x 41.7), was bei einem Pensum von 80
%
rund
Fr.
52‘559.-- entspricht.
Ferner ist zu berücksichtigen, dass das eingeschränkte Belastungsprofil eine gewisse lohnmässige Schlechterstellung zur Folge haben dürfte, wie auch die Beschränkung auf ein Pensum von 80
%
, die sich bei Männern der tiefsten Qualifikationsstufe in einem rund 5
%
tieferen mittleren Einkommen nieder
schlägt (LSE 2006, S. 16, Tabelle T2*).
Als angemessen erscheint ein Abzug von gesamthaft 15
%
, womit sich das hypo
thetische Invalideneinkommen auf rund
Fr.
44‘675.-- reduziert (Fr.
52‘559.-- x 0.85).
6.4
Beim
Valideneinkommen
von
Fr.
72‘072.-- (vorstehend E. 6.2) und dem
Invaliden
einkommen
von
Fr.
44‘675.-- (vorstehend E. 6.3) beträgt die
Einkom
menseinbusse
Fr.
27‘397.--, was einen Invaliditätsgrad von 38
%
ergibt.
Damit besteht kein Rentenanspruch. Die angefochtene Verfügung erweist sich dementsprechend als zutreffend, womit die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.
7.
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
des Bundesgesetzes über die Invali
denversicherung (IVG) sind ermessensweise auf
Fr.
900.-- festzusetzen und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.