Decision ID: ab04d9ff-f29e-4866-8643-fa69146c9ab0
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
Z._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Simon Näscher, Alte Landstrasse 106,
9445 Rebstein,
gegen
UNIA Arbeitslosenkasse, Bahnhofstrasse 24, Postfach 142, 9443 Widnau,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Arbeitslosenentschädigung (Beitragszeitbefreiung)
Sachverhalt:
A.
Z._ wurde von der Invalidenversicherung mit Verfügung vom 9. März 2006 wegen
einer mittelgradigen depressiven Episode mit somatischem Syndrom sowie Verdachts
auf eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung eine halbe IV-Rente, rückwirkend ab
1. Februar 2003, zugesprochen (act. G 5/95 - 96 und 5/79.9). Der Versicherte meldete
sich darauf hin per 12. April 2006 zum Bezug von Leistungen der
Arbeitslosenversicherung an. Dabei gab er an, er suche eine Teilzeitstelle im Umfang
von höchstens 50 %. Sein letztes Arbeitsverhältnis bei der A._, sei im Jahr 1996
aufgelöst worden. Seither leide er an Rückenproblemen (act. G 3.1). Da sich aus den
Anmeldungsunterlagen eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit ergab, klärte das RAV
Heerbrugg die Vermittlungsfähigkeit ab und gelangte mit Verfügung vom 24. Mai 2006
zum Schluss, dass der Beschwerdeführer ab Antragstellung für eine 50 %-Stelle
vermittlungsfähig sei (act. G 3.3). Mit Verfügung vom 29. Mai 2006 verneinte jedoch die
Arbeitslosenkasse Unia den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung, da der
Versicherte weder über genügend Beitragszeiten verfüge noch von der Erfüllung der
Beitragszeit befreit sei (act. G 3.4). Die gegen diese Verfügung gerichtete Einsprache
des Versicherten vom 21. Juni 2006 wies die Unia mit Entscheid vom 23. Juni 2006 ab
(act. G 3.7).
B.
B.a Gegen diesen Entscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 25. August
2006 mit dem Antrag auf Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids. Dem
Beschwerdeführer seien sodann ab dem 12. April 2006 Arbeitslosentaggelder auf der
Basis einer Arbeitsfähigkeit von 50 % auszurichten. Zudem sei dem Beschwerdeführer
die unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu gewähren. Die den Beschwerdeführer
behandelnden Psychiater, die Dres. B._ und C._, hätten eine seit Juni 2001
bestehende mittelgradige depressive Episode diagnostiziert. Auf Grund dieser
Diagnose hätten sie den Beschwerdeführer ab diesem Zeitpunkt zu 100 %
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arbeitsunfähig erachtet. Zudem habe auch der Hausarzt dem Beschwerdeführer bis
zum Erhalt der IV-Verfügung vom 9. März 2006 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %
attestiert. Auch wenn der Beschwerdeführer im Medas-Gutachten vom 15. September
2005 seit 1. Juni 2001 zu 50 % für adaptierte Tätigkeiten als arbeitsfähig bezeichnet
werde, bedeute dies nicht, dass er bereits ab jenem Zeitpunkt einer Arbeit im
genannten Umfang habe nachgehen müssen. Von dieser Einschätzung habe der
Beschwerdeführer erst mit dem Erhalt der IV-Verfügung vom 9. März 2006 erfahren. Bis
dahin habe er von der vom Hausarzt und von den Psychiatern erwähnten
Arbeitsunfähigkeit ausgehen dürfen (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 25. September 2006 beantragt die Verwaltung
Abweisung der Beschwerde. Aus den Akten der IV gehe hervor, dass der Hausarzt im
Jahre 2004 bestätigt habe, dass seit der erstmaligen IV-Anmeldung keine Änderung
des Gesundheitszustandes eingetreten sei. Das Medas-Gutachten ergebe denn auch,
dass der Beschwerdeführer seit 2001 zu maximal 50 % arbeitsunfähig gewesen sei. Er
habe somit nicht erst mit dem Rentenentscheid erfahren, dass eine teilweise
Arbeitsfähigkeit bestanden habe (act. G 3).
B.c Mit Replik vom 27. November 2006 führt der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers aus, dass der Hausarzt nur in Bezug auf die Rückenprobleme keine
Veränderung festgestellt habe. Bezogen auf alle, insbesondere die psychischen Leiden
des Beschwerdeführers, stelle der Arzt eine Verschlechterung des
Gesundheitszustandes fest. Sein Psychiater habe dem Beschwerdeführer ab Juni 2001
eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit bestätigt. Aus dem Schreiben des RAD vom 7.
November 2005 gehe sodann hervor, dass der Sozialpsychiatrische Dienst Heerbrugg
auch zu diesem Zeitpunkt noch eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit bestätigt habe. Der
Beschwerdeführer habe somit auf diese Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung seines
Psychiaters vertrauen dürfen. Der Beschwerdeführer habe erst mit dem Erhalt des
zweiten Rentenbescheides von seiner 50 %-igen Arbeitsfähigkeit ab 2001 erfahren
(act. G 13). Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 15).
B.d Mit Verfügung vom 3. November 2006 wird dem Beschwerdeführer die
unentgeltliche Rechtsverbeiständung durch Rechtsanwalt lic. iur. Simon Näscher
bewilligt (act. G 9).
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B.e Auf entsprechende Anfrage des Gerichts erklärt die Fachstelle für Sozialpsychiatrie
und Psychotherapie mit Schreiben vom 15. August 2007, der Beschwerdeführer sei im
Juni/Juli 2001 erstmals in ihrer Behandlung gewesen. Im Mai 2003 habe er sich erneut
angemeldet. Die Behandlung habe in drei- bis vierwöchigen Intervallen stattgefunden.
Dem Beschwerdeführer sei mit Attest vom 6. Juni 2005 eine Arbeitsunfähigkeit von
100 % bescheinigt worden. Seit der Beurteilung durch Dr. C._ im September 1998
habe sich die depressive Symptomatik verschärft (act. G 23). Der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers macht dazu im Wesentlichen geltend, dass letzterer nicht erst nach
diesem Attest habe davon ausgehen dürfen, er sei zu 100 % arbeitsunfähig. Vielmehr
habe ihm Dr. B._ schon seit Beginn der erneuten Behandlung immer wieder mündlich
erklärt, dass eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % für sämtliche Tätigkeiten bestehe (act.
G 25). Ergänzend führte Dr. B._ am 15. November 2007 aus, dass dem
Beschwerdeführer mit Sicherheit im Frühjahr 2004 mündlich eine 100 %-ige
Arbeitsunfähigkeit mitgeteilt worden sei, weil bei Anforderung eines Berichts durch die
IV dieser Punkt mit dem Patienten thematisiert werde. Es sei ebenfalls sicher, dass
man dem Beschwerdeführer auch schon vorher die Einschätzung seiner
Arbeitsfähigkeit mitgeteilt habe. Es könne jedoch nicht mehr rekonstruiert werden, ob
dabei eine Prozentangabe gemacht worden sei (act. G 30).

Erwägungen:
1.
Zu den Voraussetzungen des Anspruchs auf Arbeitslosenentschädigung gehört unter
anderem, dass die versicherte Person die Beitragszeit erfüllt hat oder von der Erfüllung
der Beitragszeit befreit ist (Art. 8 Abs. 1 lit. e AVIG). Nach Art. 13 Abs. 1 AVIG hat die
Beitragszeit erfüllt, wer innerhalb der zweijährigen Rahmenfrist für die Beitragszeit
(Art. 9 Abs. 3 AVIG) während mindestens zwölf Monaten eine beitragspflichtige
Beschäftigung ausgeübt hat. Angerechnet werden auch Zeiten, in denen die
versicherte Person zwar in einem Arbeitsverhältnis steht, aber wegen Krankheit (Art. 3
ATSG) oder Unfalls (Art. 4 ATSG) keinen Lohn erhält und daher keine Beiträge bezahlt
(Art. 13 Abs. 2 lit. c AVIG). Von der Erfüllung der Beitragspflicht ist gemäss Art. 14
Abs. 1 AVIG befreit, wer innerhalb der Rahmenfrist während mehr als zwölf Monaten
unter anderem wegen Krankheit oder Unfall (lit. b) nicht in einem Arbeitsverhältnis
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stand und deshalb die Beitragszeit nicht erfüllen konnte (Kausalitätsprinzip). Dabei ist
dieser Befreiungstatbestand nur dann gegeben, wenn es der versicherten Person auch
nicht möglich und zumutbar war, mit einer Teilzeitbeschäftigung die Beitragszeit zu
erfüllen (BGE 130 V 231 Erw. 1.2.3; 126 V 387 Erw. 2b; 121 V 342 f. Erw. 5b; vgl. auch
Thomas Nussbaumer, Arbeitslosenversicherung, in: Schweizerisches
Bundesverwaltungsrecht, Band XIV, Soziale Sicherheit, 2. Aufl., Rz 239).
2.
2.1 Vorliegend ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer in der massgebenden
Rahmenfrist für die Beitragszeit vom 12. April 2004 bis 11. April 2006 über keine
Beitragszeiten verfügt, nachdem er seine letzte Arbeitsstelle vor nunmehr über zehn
Jahren verloren hat. Der Beschwerdeführer stellt sich jedoch auf den Standpunkt, dass
er von der Erfüllung der Beitragszeit befreit sei, da er während mindestens zwölf
Monaten zu 100 % arbeitsunfähig gewesen sei. Dazu beruft er sich in erster Linie auf
die Beurteilung des Sozialpsychiatrischen Dienstes Heerbrugg, Dr. med. B._ und Dr.
med. C._, vom 29. Juli 2004 (act. G 5/69), wonach er seit Juni 2001 wegen
psychischer Beschwerden zu 100 % arbeitsunfähig sei. Ausserdem sei er vom
Hausarzt Dr. med. D._, ab 1996 bis zum Erlass der IV-Verfügung vom 9. März 2006
stets zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben worden. Auch wenn dem Beschwerdeführer
im Medas-Gutachten vom 15. September 2005 eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % ab
dem 1. Juni 2001 in einer adaptierten Tätigkeit attestiert werde, bedeute dies nicht,
dass er bereits ab diesem Zeitpunkt einer Arbeit im Umfang von 50 % hätte nachgehen
müssen. Von dieser Einschätzung habe der Beschwerdeführer erst durch die
Verfügung der IV vom 9. März 2006 erfahren.
Demgegenüber stellt sich die Beschwerdegegnerin auf den Standpunkt, dass Dr.
D._ im März 2004 bestätigt habe, dass seit dem abschlägigen Rentenbescheid keine
Befundsveränderung eingetreten sei. Der Untersuch durch die Medas bestätige auch,
dass der Beschwerdeführer seit 2001 zu 50 % arbeitsfähig gewesen sei. Aus dem
Arztzeugnis von Dr. D._ vom 18. April 2006 gehe hervor, dass ab 1. Juni 2002 eine
Arbeitsunfähigkeit von 50 % bestanden habe. Es könne somit nicht davon gesprochen
werden, dass der Beschwerdeführer erst mit dem Rentenentscheid erfahren habe,
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dass eine teilweise Arbeitsfähigkeit in der Rahmenfrist für die Beitragszeit vorhanden
gewesen sei.
2.2 Zunächst ist mit dem Beschwerdeführer davon auszugehen, dass nicht auf das
Arztzeugnis von Dr. D._ vom 18. April 2006 (act. G 3.2) abzustellen ist. Dieses wurde
erst in Kenntnis des Entscheides der IV (halbe Rente) erstellt. Dafür spricht die
rückwirkende Datierung der Arbeitsunfähigkeit auf den 1. Juni 2002. Dieses Datum,
welches dem Ablauf der einjährigen Wartezeit nach Auftreten der psychischen
Probleme im Juni 2001 entspricht, wurde auch Dr. D._ in der "Mitteilung des
Beschlusses" vom 13. Februar 2006 zur Kenntnis gebracht (act. G 5/93.1, vgl. auch
act. G 5/85.1). Dieses Arztzeugnis vermag somit keinen Nachweis zu erbringen, dass
Dr. D._ den Beschwerdeführer bereits ab Juni 2002 für 50 % arbeitsfähig angesehen
hat. Indessen finden sich in den ebenfalls eingeholten IV-Akten auch keine Hinweise
darauf, dass Dr. D._ den Beschwerdeführer - wie von diesem behauptet - ab 1996
stets als 100 % arbeitsunfähig angesehen hat. So erachtete Dr. D._ den
Beschwerdeführer in seinem Arztbericht vom 9. September 1997 für leichte Arbeiten zu
50 % arbeitsfähig (act. G 5/7.2 Ziff. 4.3). In seinem Bericht vom 20. März 2004 gab Dr.
D._ sodann an, dass sich bezüglich der Rückenproblematik objektiv nichts verändert
habe. Zu den angegebenen psychischen Beschwerden äusserte er sich nicht näher
(act. G 5/66.2).
2.3 Nachdem die Fachstelle für Sozialpsychiatrie, Heerbrugg, den Beschwerdeführer
am 18. November 2003 erneut bei der IV anmeldete (act. G 5/54), führten Dr. B._ und
Dr. C._ in ihrem Arztbericht vom 29. Juli 2004 zu Handen der IV aus, dass dem
Beschwerdeführer weder die angestammte noch eine andere Tätigkeit zumutbar seien,
da die psychische Störung unabhängig von der Art der Tätigkeit sei. Es sei keine
Möglichkeit der Adaption vorstellbar (act. G 5/69.4 - 69.5). Als Diagnosen mit
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit stellten sie eine seit Juni 2001 bestehende
mittelgradige depressive Episode (ICD 10: F 32.1) sowie ein chronisches
lumbovertebrales Schmerzsyndrom fest (act. G 5/69.1). Auf entsprechende Anfrage
des Gerichts führte die Fachstelle weiter aus, dass der Beschwerdeführer erstmals im
Juni/Juli 2001 in ihrer Behandlung gestanden habe, die Behandlung aber nach sechs
Konsultationen abgebrochen habe. Seit seiner erneuten Anmeldung im Mai 2003 stehe
er nun seit 26. Mai 2003 durchgehend in ihrer Behandlung. Die Konsultationen seien
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durchschnittlich in drei- bis vierwöchentlichen Intervallen erfolgt. Im Jahr 2003 hätten
acht, 2004 zehn, 2005 vierzehn und 2006 (bis April) vier Konsultationen stattgefunden.
Dabei habe es sich um psychiatrisch-psychotherapeutische Gespräche im
Einzelsetting gehandelt. Im April 2004 hätten auch die ersten beiden Teilnahmen an der
Ergotherapie im Gruppensetting stattgefunden. Nach den vorliegenden Unterlagen sei
dem Beschwerdeführer gegenüber am 6. Juni 2005 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %
attestiert worden. Weiter führte die Fachstelle aus, dass seit der im ersten IV-Verfahren
1998 erfolgten Beurteilung durch Dr. C._ sich aus der damals beschriebenen leichten
psychischen Überlagerung der körperlichen Beschwerden eine mittelgradige
depressive Episode entwickelt habe (act. G 23).
Auf Anfrage des Gerichts präzisierte Dr. B._ seine Auskunft dahin gehend, dass
dem Beschwerdeführer mit Sicherheit spätestens im Frühjahr 2004 mündlich eine
100 %-ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden sei, da eine solche Mitteilung bei
Anforderung eines Berichts durch die IV erfolge. Sicher sei zudem, dass eine
mündliche Mitteilung über die Arbeitsunfähigkeit auch bereits vorher erfolgt sei, jedoch
könne nicht mehr festgestellt werden, ob damals auch eine Prozentangabe gemacht
worden sei (act. G 30).
2.4 Mit dem Beschwerdeführer ist somit davon auszugehen, dass dem
Beschwerdeführer von Seiten der behandelnden Ärzte des Sozialpsychiatrischen
Dienstes spätestens nach der formellen Wiederanmeldung im Februar 2004 mündlich
eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde. Der genaue Zeitpunkt der Mitteilung
lässt sich zwar nicht mehr eruieren. Nach den Angaben der Fachstelle ist aber davon
auszugehen, dass die Mitteilung auf den Zeitraum zwischen dem Versand des
Formulars des Arztberichts am 16. Februar 2004 und dem Ausfüllen des
entsprechenden Formulars am 29. Juli 2004 eingegrenzt werden kann. Möglicherweise
erfolgte die Orientierung anlässlich der Untersuchung vom 27. Mai 2004 (act. G 5/69.1
und 69.3). Der Beschwerdeführer durfte somit spätestens ab 29. Juli 2004 von einer
100 %-igen Arbeitsunfähigkeit ausgehen. Dass die IV diese Beurteilung nicht teilt,
erfuhr der Beschwerdeführer frühestens mit der Mitteilung vom 13. Februar 2006,
wonach er eine halbe IV-Rente erhalte bzw. mit der Rentenverfügung vom 9. März
2006 (act. G 5/93 und 5/95-96). Mithin war der Beschwerdeführer während der
massgebenden Rahmenfrist (12. April 2004 bis 11. April 2006) mindestens 18 Monate
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(29. Juli 2004 bis 13. Februar 2006) wegen Krankheit an der Ausübung einer Arbeit
verhindert. Er ist deshalb von der Erfüllung der Beitragspflicht befreit.
3.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen und der
Einspracheentscheid vom 23. Juni 2006 aufzuheben. Die Streitsache ist sodann zur
Prüfung der übrigen Anspruchsvoraussetzungen an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Hingegen
hat der Beschwerdeführer bei diesem Verfahrensausgang, der im Hinblick auf die
Parteientschädigung als vollständiges Obsiegen gilt, Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten. Diese werden vom Gericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den
Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des
Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das
Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75)
pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr.12'000.--. Der Rechtsvertreter reichte am 29. November
2007 eine Kostennote über insgesamt Fr. 4'364.25 ein (Honorar pauschal Fr. 3'900.--,
Barauslagen Fr. 156.--, Mehrwertsteuer Fr. 308.25; act. G 32.2). Nachdem der
Rechtsvertreter seine Aufwendungen nicht näher spezifiziert hat, ist jedoch
praxisgemäss von einer Pauschalentschädigung von Fr. 3'500.-- (inkl. Barauslagen und
Mehrwertsteuer) - entsprechend einem aufwendigen Fall - auszugehen. Damit erübrigt
sich die Festsetzung des Honorars aus unentgeltlicher Prozessverbeiständung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG