Decision ID: 0970d555-5eaa-445a-bdb6-6af2a522cdef
Year: 2014
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Kaspar Noser, Waisenhausstrasse 14,
9000 St. Gallen,
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gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 26. August 2008 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an. Dabei gab er an, an Rücken- und Schulterschmerzen zu
leiden. Die Behinderung bestehe seit einem Unfall vom 27. April 2007 (Arbeitsunfall mit
Rippenthoraxprellung toracal V-VIII sowie grossem, nach caudal sequestriertem
Diskusprolaps LWK5/SWK1 mit Verlagerung der Wurzel S1 sowie enger
Lagebeziehung zur Wurzel S1 rechts [act. G 4.1/8.71 und 75]). Er beantragte eine
Umschulung und eine Rente (act. G 4.1/1). Im Arztbericht vom 13. Oktober 2008
diagnostizierte der Hausarzt, med. prakt. B._, Allgemeine Medizin FMH, ein
chronisches lumbospondylogenes Syndrom beidseits und ein sensibles
lumboradikuläres Ausfallsyndrom S1 rechts bei sequestrierter Diskushernie L5/S1,
muskulärer Dysbalance und Wirbelsäulenfehlform und -fehlhaltung. Weiter
diagnostizierte er eine Periarthropathia humeroscapularis mit aktivierter AC-
Gelenksarthrose mit Impingement der rechten Schulter bei Partialruptur der
Infraspinatussehne, eine Anpassungsstörung mit vorwiegender Beeinträchtigung von
anderen Gefühlen, sowie massiver, vegetativer Dysregulation bei Schmerzexazerbation
mit Schweissausbrüchen, Schwindel und Kreislaufstörungen. Es bestehe bis auf
Weiteres eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als
Chauffeur (act. G 4.1/17.1 ff.). Am 13. Oktober 2008 kündigte die C._ AG das
Arbeitsverhältnis auf den 31. Dezember 2008 (act. G 4.1/19.8).
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A.b Auf Anregung des RAD ordnete die IV-Stelle St. Gallen am 20. Oktober 2008 eine
Begutachtung bei der MEDAS Ostschweiz an (act. G 4.1/20). Diese klärte den
Versicherten vom 12. bis zum 16. Januar 2009 ab und erstattete am 27. Februar 2009
das polydisziplinäre Gutachten. Dabei stellten die Experten die Hauptdiagnosen eines
cervicolumbalen Schmerzsyndroms, ausstrahlend ins linke Bein, einer Diskushernie L5/
S1, einer Hypästhesie L5 links, radiologisch nachweisbarer degenerativer
Veränderungen im Bereich des gesamten Achsenskeletts, elektrophysiologisch keiner
Hinweise auf eine Läsion der Nervenwurzeln L5 oder S1 beidseits, eines
Supraspinatussyndroms der rechten Schulter mit endgradigen Bewegungsschmerzen
bei Anteversion und Aussenrotation am rechten Schultergelenk sowie einer leichten
depressiven Störung ohne somatisches Syndrom. Für die bisherige Tätigkeit als
(Lastwagen-)Chauffeur mit Entladetätigkeiten von schweren Gegenständen erachteten
die Gutachter den Versicherten für nicht mehr einsetzbar. Aktuell seien dem
Versicherten leichte bis mittelschwere Tätigkeiten unter Vermeidung wiederholter
Überkopfarbeiten gesamthaft mit einer Einschränkung von maximal 30 % zuzumuten.
Diese Einschränkung beziehe sich auf eine volle Präsenzzeit mit vermindertem
Rendement (act. G 4.1/25.13 ff.).
A.c Nachdem ein Eingliederungsversuch im D._ via RAV nicht erfolgreich war bzw.
nur kurzzeitig angetreten wurde, wurde die berufliche Eingliederung mit Verfügung vom
4. Juni 2010 wieder eingestellt (act. G 4.1/42, 44 - 46, 51 - 53, 55 - 57).
A.d Am 19. November 2010 reichte der Rechtsvertreter des Versicherten einen Arzt
bericht von Dr. med. F._, Radiodiagnostik FMH, vom 9. Oktober 2009 ein. Darin
diagnostizierte Dr. F._ gestützt auf ein MRI LWS vom 9. Oktober 2009 einen Morbus
Scheuermann sowie ein Schmorl'sches Knötchen an der Bodenplatte L4. Weiter
diagnostizierte er Diskopathien Th 12/L1 und L4/5, auf letzterer Höhe mit einer
breitbasigen Dorsalprotrusion der dehydrierten Bandscheibe (act. G 4.1/62). Mit
Stellungnahme vom 14. März 2011 wies der RAD darauf hin, dass ohne sorgfältige
klinisch-ärztliche Befunderhebung und Beurteilung keine iv-rechtlich relevante
Verschlechterung des Gesundheitszustands nachvollzogen werden könne (act.
G 4.1/63). Mit Vorbescheid vom 14. April 2011 kündigte die IV-Stelle St. Gallen die
Abweisung des Rentengesuchs an, da bei einem errechneten Invaliditätsgrad von 35 %
kein Rentenanspruch bestehe (act. G 4.1/68).
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A.e Mit Einwand vom 30. Mai 2011 machte der Rechtsvertreter im Wesentlichen
geltend, es sei namentlich der beantragte Verlaufsbericht des Hausarztes med. prakt.
B._ nicht eingeholt worden. Dieser Bericht liege mittlerweile vor (Bericht vom 19. Mai
2011). Darin führe med. prakt. B._ neue, zusätzliche Befunde auf, die im MEDAS-
Gutachten noch keine Berücksichtigung gefunden hätten. B._ selber führte im
genannten Bericht aus, wegen Zunahme der Beschwerden, insbesondere im linken
Bein mit radikulärer Symptomatik L4/5 links, sei am 9. Januar 2009 (richtig: 9. Oktober
2009) ein MRI der LWS durchgeführt worden. Dabei hätten sich eine Retrolisthesis L4/5
gegenüber L5/S1 infolge Degeneration der betreffenden Gelenke sowie eine
breitbasige Diskusprotrusion L4/5 mit dehydrierter Bandscheibe gezeigt. Damit hätten
zusätzliche Befunde vorgelegen, die den instabilen Verlauf in Bezug auf die subjektive
Beschwerdezunahme der Rückenschmerzen und mit Ausstrahlungen ins linke Bein
erklärten. Ein lumboradikuläres Reizsyndrom L4, eine PHS tendopathica beidseits
sowie ein Carpaltunnelsyndrom am linken Handgelenk seien auch von Dr. med. G._,
FMH Rheumatologie und Physikalische Medizin, diagnostiziert worden. Auch dieser
habe eine Diskrepanz zwischen den MRI von 2007 und von 2009 bemerkt. Auf Grund
der erhobenen neuen Befunde und der instabilen Schmerzsituation sei eine ergänzende
Beurteilung medizinisch indiziert (act. G 4.1/69.1 ff. und 69.7 f). Mit Stellungnahme vom
12. September 2011 schlug der RAD Ostschweiz eine Verlaufsbegutachtung mit
neurologischem Schwerpunkt vor (act. G 4.1/73.2 f.).
A.f Die MEDAS Ostschweiz untersuchte den Versicherten erneut vom 31. Oktober bis
2. November 2011. Im neurologisch-orthopädisch-psychiatrischen Gutachten vom
1. März 2012 diagnostizierten die Gutachter (mit Einschränkung der zumutbaren
Arbeitsfähigkeit) ein chronisches cervikolumbales Schmerzsyndrom (M54.90), eine
Osteochondrose L4/5 (M42.1), eine Spondylose und Spondylarthrose der unteren LWS
(M47.8) sowie ein subacromiales Impingement der Schulter rechts (M75.1). Ohne
wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit wurde unter anderem eine
leichtgradige depressive Episode (F32.00) sowie eine anhaltende somatoforme
Schmerzstörung (F45.4) diagnostiziert. Es bestehe klinisch-neurologisch sowie
orthopädisch keine Befundprogredienz bei ebenfalls stationären Röntgenbefunden der
LWS im Vergleich zum Vorgutachten vom Februar 2009. Aus psychiatrischer Sicht sei
die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung zu stellen, die im
Vorgutachten noch nicht gestellt worden sei. Da aber auch damals schon Schmerzen
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bestanden hätten, die somatisch nicht ausreichend erklärt werden konnten, habe
möglicherweise rückblickend schon damals eine anhaltende somatoforme
Schmerzstörung bestanden. Körperlich schwere Tätigkeiten wie die angestammte als
Chauffeur mit Entladetätigkeiten seien dem Versicherten nicht mehr zumutbar. Bei
adaptierter Tätigkeit bestehe, wie bereits im Vorgutachten festgestellt, eine
Einschränkung von 30 % (act. G 4.1/97.26 ff.).
A.g Mit weiterer Stellungnahme vom 4. September 2012 machte der Rechtsvertreter
geltend, die festgestellte Einschränkung von lediglich 30 % in einer adaptierten
Tätigkeit sei unangemessen tief. Überdies bewirke selbst eine solche Einschränkung
erfahrungsgemäss eine Einkommensminderung von deutlich mehr als 30 % (act.
G 4.1/105). Mit Verfügung vom 9. November 2012 wies die IV-Stelle St. Gallen das
Rentengesuch ab (act. G 4.1/106).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom
10. Dezember 2012 mit dem Antrag auf Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Dem
Beschwerdeführer sei sodann eine IV-Rente zuzusprechen. Eventuell sei der
Sachverhalt zu ergänzen. Zur Begründung der Beschwerde wird ausgeführt, dass das
Verlaufsgutachten vom 1. März 2012 trotz stationärem, unverändertem
Untersuchungsbefund gleichwohl neue Feststellungen enthalte, namentlich die
Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung, die über die ursprüngliche
Diagnose einer leichtgradigen Depression eindeutig hinausgehe. Es stehe keineswegs
fest, dass es dem Beschwerdeführer möglich und zumutbar wäre, durch Anstrengung
seines Willens die somatoforme Schmerzstörung zu überwinden. So treffe nicht zu,
dass er in der Familie nicht isoliert sei. Vielmehr sei er seit längerem eigenwillig und
unduldsam geworden, was in der Familie zu Spannungen und Streitigkeiten führe.
Erfahrungsgemäss seien damit auch Probleme am Arbeitsplatz zu erwarten. Im
Weiteren bestehe ein Widerspruch in den psychiatrischen Einschätzungen der
Arbeitsfähigkeit, wenn im ersten Gutachten auf Grund der leichten Depression von
einer 20 %igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, im zweiten Gutachten dagegen -
trotz unverändertem bzw. nicht verbessertem psychischem Gesundheitszustand - von
einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit ausgegangen werde. Diese Einschätzungen
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seien widersprüchlich und damit erneut abklärungsbedürftig. Ebenso bestehe ein
Widerspruch in der Gesamtarbeitsfähigkeitsschätzung, wenn im ersten Gutachten eine
Tätigkeit mit Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um 30 % bei vollem Rendement für
zumutbar erachtet werde, im zweiten Gutachten dagegen eine zeitliche Einschränkung
von 30 % durch langsames Arbeitstempo und vermehrte Pausen postuliert werde.
Beim Einkommensvergleich sei zudem zu berücksichtigen, dass mit der Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit um 30 % nicht alle gesundheitlich bedingten
Leistungseinschränkungen berücksichtigt seien bzw. dass ein Leidensabzug
gerechtfertigt sei (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 21. Februar 2013 beantragt die Verwaltung
Abweisung der Beschwerde. Es könne auf das polydisziplinäre Gutachten vom 1. März
2012 abgestellt werden. Die Anamnese sowie die Befunde seien erhoben worden. Die
Beschwerdebeschreibung des Beschwerdeführers sowie sämtliche Vorakten hätten
Eingang in das Gutachten gefunden. Die Beurteilung der zumutbaren Arbeitsleistung
sei nach Kenntnisnahme der Vorakten abgegeben worden. Ohne Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit seien die anhaltende somatoforme Schmerzstörung und die
leichtgradige depressive Episode ohne somatisches Syndrom. Diese sei eine
Begleiterscheinung zur Schmerzstörung und somit nach der Rechtsprechung des
Bundesgerichts nicht invalidisierend. Ein Leidensabzug sei nicht geschuldet, da der
Beschwerdeführer vollzeitig arbeiten könne und sich das Alter nicht zwingend
lohnsenkend auswirke (act. G 4).
B.c Mit Replik vom 28. Mai 2013 reicht der Rechtsvertreter im Wesentlichen neue
Arztberichte ein, die einen verschlechterten rheumatologischen und psychiatrischen
Gesundheitszustand belegen würden (act. G 8).
B.d Mit Duplik vom 27. Juni 2013 weist die Beschwerdegegnerin darauf hin, dass die
neuen Berichte erst nach Verfügungserlass erstellt worden und deshalb unbeachtlich
seien (act. G 10).
B.e Mit weiterer Stellungnahme vom 13. November 2013 macht der Rechtsvertreter
des Beschwerdeführers darauf aufmerksam, dass die in den neuen Arztberichten
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dargestellten Vorgänge schon vor Verfügungserlass ihren Anfang genommen hätten
und deshalb nicht ausser Acht gelassen werden dürften (act. G 12).

Erwägungen:
1.
1.1 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente besteht gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie wenigstens zu 60 % invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50 % vor,
wird eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % eine
Viertelsrente zugesprochen. Eine Invalidität von weniger als 40 % wird von der
Invalidenversicherung rentenmässig nicht entschädigt.
1.2 Um den Grad der Arbeitsunfähigkeit und der Erwerbsunfähigkeit bzw. der
Invalidität bemessen zu können, sind Verwaltung und Gericht auf Unterlagen
angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu
stellen haben. Aufgabe der ärztlichen Sachverständigen ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis
der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
2.
2.1 Vorliegend ist zunächst auf die in der Replik geltend gemachte Verschlechterung
einzugehen. Dabei reichte der Rechtsvertreter diverse Arztberichte aus der Zeit nach
Verfügungserlass vom 9. November 2012 ein. So findet sich ein Bericht von Dr. med.
H._, Fachärztin FMH Radiologie und Kinderradiologie, vom 17. Dezember 2012 über
eine MRI-Untersuchung der Lendenwirbelsäule am selben Datum. Sie hielt darin fest,
dass sich die ausgeprägtesten Veränderungen im Segment L4/5 mit breitbasiger,
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mediolinkslateraler, nach caudal umschlagender Diskushernie mit Verlagerung der L5-
Wurzel auf der linken Seite fänden. Durch die breitbasige Diskusprotrusion werde auch
die L5-Wurzel rechts etwas verlagert. Es bestehe eine geringe Retrolisthese von L4
gegenüber L5, sodass eine Instabilität in diesem Segment nicht ausgeschlossen
werden könne. Nebenbefundlich bestehe eine Übergangsanomalie mit Sacralisation
von L5 sowie ein enger Spinalkanal mit kurzen Pedikeln (act. G 8.1). Weiter findet sich
ein Kurzbericht von Dr. med. I._, FMH Radiologie, vom 10. Januar 2013, über eine
MRI-Untersuchung der Halswirbelsäule vom 9. Januar 2013. Darin stellte Dr. I._ eine
knöchern abgestützte, breitbasige mediale Diskusprotrusion des HWK 5/6 mit
konsekutiver neuroforaminaler Enge beidseits fest. Ausserdem hielt er eine Irritation der
Wurzel C6 beidseits für möglich (act. G 8.2). Mit ärztlichem Attest vom 25. Februar
2013 diagnostizierte sodann Dr. med. J._, FMH Physikalische Medizin und
Rehabilitation, ein lumbospondylogenes Syndrom links bei ausgeprägten
degenerativen Veränderungen und enger "Lageziehung" (wohl: Lagebeziehung, act. G
4.1/8.71) zum Nerv L5 und S1 links, ein cervicospondylogenes Syndrom links bei
ausgeprägten degenerativen Veränderungen und neuroforaminaler Enge C5/6 beidseits
sowie einen Verdacht auf eine Depression. Nach erfolgloser Durchführung von
Infiltrationen L5 und C6 leite sich weder lumbal noch cervikal eine Operationsindikation
ab, sodass die Prognose eher ungünstig und eine bleibende Arbeitsunfähigkeit
abzusehen sei. Momentan bestehe eine Arbeitsfähigkeit von maximal 50 % (täglich 4
bis 5 Stunden) mit einer Pause von 30 Minuten nach 2 Stunden. Möglich seien
wechselbelastende Tätigkeiten ohne Tragen und Heben von Gewichten sowie ohne
Zwangshaltungen. Stark repetitive Tätigkeiten seien zu vermeiden. Die angestammte
Tätigkeit als Chauffeur mit vielen Tragetätigkeiten und Zwangshaltungen sei nicht mehr
möglich (act. G 8.3). Schliesslich reichte der Rechtsvertreter einen Bericht der Klinik
K._ vom 19. April 2013 ein, wo sich der Beschwerdeführer ab 13. März 2013
psychiatrisch behandeln lassen hatte. Die Psychologin L._ und Dr. med. M._,
Oberarzt, diagnostizierten eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
schwere Episode ohne psychotische Symptome (F33.2) sowie eine andauernde
Persönlichkeitsänderung bei chronischem Schmerzsyndrom (F62.8). Die
Schmerzsymptomatik sei so stark ausgeprägt, dass auch für leichte bis mittelschwere
Tätigkeiten von einer 100 %igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei. Allein aus der
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schwer ausgeprägten Depression resultiere eine rezidivierende Arbeitsunfähigkeit
unterschiedlichen Ausmasses (act. G 8.4).
2.2 Zwar ist mit dem Rechtsvertreter davon auszugehen, dass insbesondere die neue
psychiatrische Beurteilung durch die Klinik K._ geeignet ist, eine deutliche
Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustands glaubhaft zu machen.
Indessen ist nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass
diese Verschlechterung vor Verfügungserlass vom 9. November 2012 eingetreten ist.
So führte die Klinik K._ im April 2013 aus, dass sich die depressive Symptomatik
zwar seit längerem aufgebaut, in den vergangenen Monaten aber verschärft habe (act.
G 8.1 S. 2 oben). Nicht ausgeschlossen werden kann zudem, dass die
Verschlechterung gerade als Folge der abweisenden Verfügung eingetreten ist,
beschreibt doch auch die Klinik, dass die psychische Situation massgeblich mit der
desolaten finanziellen Lage des Beschwerdeführers zusammenhänge und nicht
ausschliesslich auf die Schmerzproblematik zurückgeführt werden könne (act. G 8.1
S. 2).
2.3 In Bezug auf die lumbalen und cervikalen Beschwerden ergeben sich aus den
Untersuchungen von Ende 2012/Anfang 2013 kaum wesentlich neue Erkenntnisse. Die
von Dr. J._ gestützt auf die Bildgebung vom 17. Dezember 2012 und 9. Januar 2013
diagnostizierten lumbospondylogenen und cervicospondylogenen Syndrome, je links
bei ausgeprägten degenerativen Veränderungen und enger Lagebeziehung zum Nerv
L5 und S1 links bzw. neuroforaminaler Enge C5/6 beidseits dürften im Wesentlichen
dem von den gutachterlichen Experten diagnostizierten chronischen cervikolumbalen
Schmerzsyndrom (M54.90) entsprechen. Die von Dr. H._ festgestellte
Osteochondrose L4/5 zeigte sich ebenfalls in den Röntgenaufnahmen der Rodiag vom
31. Oktober 2011, die dem Gutachten zu Grunde liegen. Die von dieser Ärztin - bei
eingeschränkter Bildqualität - beschriebene Diskushernie mit Verlagerung der L5-
Wurzel auf der linken Seite und breitbasiger Diskusprotrusion mit Verlagerung der L5-
Wurzel rechts konnte in den Voraufnahmen der Rodiag vom 31. Oktober/2. November
2011 (vgl. act. G 4.1/97.13) noch nicht nachgewiesen werden. Die neurologische
Gutachterin ging von einem Dermatom L5 bei im Übrigen fehlender radikulärer
Symptomatik aus (act. G 8.1 und 4.1/97.14). Nachdem Dr. J._ in ihrer Stellungnahme
vom 25. Februar 2013 - gestützt auf die bildgebenden Verfahren vom 17. Dezember
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2012 und vom 9. Januar 2013 - im Wesentlichen ebenfalls von einem syndromalen
Zustand an der Lenden- und Halswirbelsäule bei ausgeprägten degenerativen
Veränderungen ausgeht, und eine vorbestehende Nervenwurzelkompression nicht
eindeutig bestätigt werden konnte (bzw. für die Halswirbelsäule explizit
ausgeschlossen wurde [act. G 8.2]), erscheint eine massgebende Verschlechterung des
Zustands in Bezug auf die lumbale und cervikale Symptomatik zumindest bis zum
Verfügungszeitpunkt ebenfalls nicht überwiegend wahrscheinlich. Dies steht auch im
Einklang zur anamnestischen Angabe von Dr. J._ vom Februar 2013, wonach sich
die Rückenproblematik "seit einigen Monaten" verstärkt habe (act. G 8.3). Im Übrigen
geht auch der Rechtsvertreter davon aus, dass der Bericht von Dr. J._ im Vergleich
zu den bisherigen medizinischen Akten und insbesondere zum MEDAS-Gutachten
nichts Neues und nichts Anderes aussagt. Soweit sich der mit den neuen Arztberichten
dokumentierte Gesundheitszustand des Beschwerdeführers verschlechtert haben
sollte (was wohl insbesondere für den psychischen Teil zutreffen könnte), ist nach dem
Gesagten nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die
Verschlechterung vor Verfügungserlass eingetreten ist. Eine allfällige Verschlechterung
ist daher nicht im vorliegenden Verfahren zu berücksichtigen. Aus dem Gesagten ergibt
sich weiter, dass die neuen Arztberichte, die allenfalls eine Verschlechterung des
Gesundheitszustands nach Verfügungserlass als glaubhaft erscheinen lassen können,
nicht geeignet sind, die Feststellungen und Schlussfolgerungen des Gutachtens vom
1. März 2012 in Frage zu stellen, zumal Dr. J._ einzig prognostisch - bei angegebener
Verschlechterung der Rückenproblematik - immer noch von einer maximalen 50 %igen
Arbeitsfähigkeit in leichten, wechselbelastenden Tätigkeiten ausgeht (act. G 8.3).
2.4 Im Weiteren macht der Rechtsvertreter gestützt auf den Bericht der Klinik K._
vom 19. April 2013 geltend, es werde eine somatoforme Schmerzstörung, also eine
rein psychisch verursachte Schmerzproblematik verneint. Die Klinik befasse sich
ausführlich mit dieser von der MEDAS gestellten Diagnose und verneine diese, weil der
Beschwerdeführer entsprechend dem Arztbericht von Dr. J._ eine nachweisbare
körperliche Schmerzursache habe. Die Ausführungen der Beschwerdegegnerin zur
nicht invalidisierenden somatoformen Schmerzstörung würden dadurch
gegenstandslos. Wie bereits ausgeführt gehen sowohl die Gutachter als auch Dr. J._
von einem somatischen Geschehen aus, das sie als chronisches cervikolumbales
Schmerzsyndrom (M54.90) bzw. als lumbospondylogenes und cervikospondylogenes
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Syndrom bezeichnen. Sowohl die Gutachter als auch Dr. J._ attestieren dem
Beschwerdeführer eine Arbeitsunfähigkeit aus somatischen Gründen. Demgegenüber
lag die von der Klinik K._ diagnostizierte schwere Depression mit vollständiger
Arbeitsunfähigkeit zum Zeitpunkt der Begutachtung und zum Zeitpunkt der Verfügung
noch nicht vor (vgl. Erwägung 2.2). Die vom psychiatrischen Gutachter festgestellte
leichte depressive Episode ohne somatisches Syndrom (F32.00), welcher er aus
medizinischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von 20% beimass, vermag keine
invalidisierende Arbeitsunfähigkeit zu bewirken. Um die vom Hausarzt med.
prakt. B._ mit Schreiben vom 19. Mai 2011 - gestützt auf ein MRI der
Lendenwirbelsäule vom 9. Oktober 2009 (act. G 4.1/62) - eingebrachten Einwände,
wonach auf Höhe L4/5 eine breitbasige Diskusprotrusion mit dehydrierter Bandscheibe
bestehe, abzuklären, wurde eigens ein weiteres Gutachten angeordnet. Die
neurologische Gutachterin kommt nun zum Schluss, dass weiterhin keine radikulären
motorischen Ausfälle beständen, die einschränkend wirken würden. Somit sei die
klinische Progredienz wie von med. prakt. B._ beschrieben im Sinn eines
lumboradikulären Reizsyndroms im Bereich L4 klinisch-neurologisch nicht
nachvollziehbar (act. G 4.1/97.15). Auch der orthopädische Gutachter konnte im
Vergleich zum Vorgutachten vom Februar 2009 keine Veränderung an der
Lendenwirbelsäule feststellen, wobei er davon ausgeht, dass die durch die
Röntgenbilder der LWS nachgewiesenen Veränderungen die geäusserten
Beschwerden erklären könnten (act. G 4.1/97.18 f.).
2.5 Demgegenüber äusserte sich der psychiatrische Gutachter N._ dahingehend,
dass die Schmerzen gemäss Hauptgutachterin nicht ausreichend somatisch erklärbar
seien, weshalb die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung zu
stellen sei. Unabhängig davon, ob dies zutrifft, ist mit N._ jedenfalls davon auszu
gehen, dass die Kriterien für die ausnahmsweise Unüberwindbarkeit der Beschwerden
vorliegend nicht erfüllt sind. Gemäss N._ ist nur ein Kriterium erfüllt, nämlich
dasjenige der somatischen Komorbidität, bzw. des mehrjährigen Verlaufs mit einer
unveränderten oder progredienten Symptomatik und unbefriedigenden
Behandlungsergebnissen. Selbst wenn man von der Annahme ausgehen würde, dass
eine gewisse Isolation innerhalb der Familie stattgefunden hat, würde dies insgesamt
noch nicht ausreichen für eine vollständige Unüberwindbarkeit der Schmerzstörung,
weshalb auf entsprechende Weiterungen der Sachverhaltserhebung (Anhörung der
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Ehefrau und der Tochter) zu verzichten ist. Zusammenfassend ist damit in
medizinischer Hinsicht auf das MEDAS-Gutachten abzustellen.
2.6 Ausgehend von den gutachterlich gestellten Diagnosen, die auch im Zeitpunkt des
Verfügungserlasses noch Gültigkeit hatten und die im Wesentlichen auch mit den von
Dr. J._ gestellten Diagnosen übereinstimmen, erscheint plausibel, dass der
Beschwerdeführer die angestammte schwere Tätigkeit als Lastwagenchauffeur mit
Entladetätigkeiten nicht mehr ausüben kann. Im Weiteren erscheint plausibel, dass eine
leidensadaptierte Tätigkeit im Wesentlichen auf die Rückenproblematik Rücksicht zu
nehmen hat, weshalb wiederholtes Lastenheben auf 10 kg limitiert ist (wobei der
orthopädische Gutachter von 5 kg ausgeht [act. G 4.1/97.20]). Im Übrigen sollte die
Tätigkeit vor allem im Gehen ausgeübt werden, wobei kurzzeitiges Sitzen unter einer
halben Stunde und noch kürzeres Stehen zumutbar sind. Zudem sollten wiederholte
Überkopfarbeiten mit dem rechten Arm vermieden werden (act. G 4.1/97.29). Auch
Dr. J._ umschreibt eine adaptierte Tätigkeit ähnlich, wenn auch in Bezug auf das
Hantieren von Gewichten noch restriktiver. So geht sie davon aus, dass die Tätigkeit
wechselbelastend, ohne Tragen und Heben von Gewichten sowie ohne
Zwangshaltungen ausgeübt werden können sollte. Stark repetitive Tätigkeiten seien zu
vermeiden. Als möglich erachtet sie leichte Sortierarbeiten, Arbeiten im Sitzen ohne
starke Vorhalte oder an einem Empfang. Die Arbeitsfähigkeit aus psychischer Sicht ist
dagegen bis zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses nicht wesentlich eingeschränkt.
Insgesamt gehen die Administrativgutachter von einer Einschränkung im Umfang von
30 % aus (act. G 4.1/97.29). Entgegen der Ansicht des Rechtsvertreters geht auch das
zweite - wie schon das erste - Gutachten von einer entsprechenden Einschränkung der
Leistung bei voller Präsenzzeit aus (vgl. Ziff. 9.4.3). Auch die von ihm zitierte Stelle in
Ziff. 6.10 verweist auf die Einschränkung durch langsames Arbeitstempo und
vermehrte Pausen, sodass mit der dort erwähnten "zeitlichen Einschränkung" letztlich
auch das Rendement gemeint ist. Es besteht mithin kein Widerspruch zum ersten
Gutachten. Wenn Dr. J._ prognostisch eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit postuliert,
vermag diese Prognose die Einschätzung im Gutachten nicht in Zweifel zu ziehen. Es
ist somit bis Verfügungserlass von einer Arbeitsfähigkeit von 70 % in einer leichten,
wechselbelastenden, vorwiegend im Gehen ausgeübten Tätigkeit auszugehen, wobei
wahrscheinlich eher von 5 kg Gewichtslimite (repetitiv) auszugehen ist, wie dies von Dr.
O._ postuliert wurde.
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2.7 Die Beschwerdegegnerin errechnete in der angefochtenen Verfügung einen
Invaliditätsgrad von 35 %. Dabei ging sie von einem Valideneinkommen von
Fr. 64'350.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 41'985.-- aus (TA1, Männer,
Niveau 4, betriebsübliche Arbeitszeit, 2008 in: IVG-Ausgabe der Informationsstelle
AHV/IV, Anhang 2). Das Valideneinkommen ergibt sich aus der zuletzt ausgeübten
Tätigkeit des Beschwerdeführers als Chauffeur bei der C._ AG. Dort verdiente er im
Jahr 2008 Fr. 4'950.-- (x13 [act. G 4.3/19.10]), was den von der Beschwerdegegnerin
eingesetzten Betrag von Fr. 64'350.-- ergibt und vom Beschwerdeführer nicht
bestritten wird. In Bezug auf das Invalideneinkommen macht der Rechtsvertreter
geltend, es sei ein Leidensabzug vom Tabellenlohn zu gewähren. Der
Beschwerdeführer sei 56 Jahre alt, körperlich und psychisch beeinträchtigt. Selbst
wenn er bei einer 30 %igen Arbeitsunfähigkeit zeitlich ein volles Pensum leisten könnte,
stehe auf Grund der Akten fest, dass er nur noch körperlich leichte Tätigkeiten
ausführen könne, wobei intellektuell anspruchsvolle und/oder kaufmännische Arbeiten
wegen der sprachlichen Limitierung des Beschwerdeführers ausser Betracht fielen.
Dazu komme, dass die psychisch bedingte Unleidigkeit des Beschwerdeführers sich
nicht nur in der Familie, sondern mit grosser Wahrscheinlichkeit auch in einem
Arbeitsverhältnis nachteilig bemerkbar machen würde. Mit dem Beschwerdeführer, der
über keinen in der Schweiz anerkannten Berufsabschluss verfügt (act. G 4.1/37.2), ist
festzustellen, dass er nur noch körperlich leichte Hilfstätigkeiten (maximal 10 kg
repetitiv) ausüben kann. Die zuvor ausgeübte Tätigkeit als Lastwagenchauffeur mit
Entladetätigkeit, die im Gutachten als körperlich belastend umschrieben wird (act.
G 4.1/97.29), ist ihm dagegen unbestrittenermassen nicht mehr möglich. Nachdem
diese Einschränkung noch nicht im verminderten Rendement enthalten ist, ist ein
Leidensabzug von 10 % angemessen. Ob weitere Faktoren zu berücksichtigen sind -
insbesondere das Alter des Beschwerdeführers -, kann vorliegend offen bleiben,
nachdem praktisch erst der Maximalabzug von 24 %, der vorliegend ausser Betracht
fällt, zu einem Invaliditätsgrad von 50 % und damit zum Anspruch auf eine halbe Rente
führen würde.
2.8 Unter Berücksichtigung eines Leidensabzugs von 10 % und eines
Invalideneinkommens von Fr. 37'787.-- (Fr. 59'979.-- x 70 % x 90 %) ergibt sich ein
Invaliditätsgrad von 41,3 % ([Fr. 64'350.-- - Fr. 37'787.--] : Fr. 64'350.-- x 100). Der
Beschwerdeführer hat damit Anspruch auf eine Viertelsrente. Im Gutachten vom
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27. Februar 2009 wird davon ausgegangen, dass die vollständige Arbeitsunfähigkeit in
der angestammten Tätigkeit seit dem Unfall vom 27. April 2007 besteht (act.
G 4.1/25.15). Davon geht auch der Beschwerdeführer in der Anmeldung vom 26.
August 2008 aus (act. G 4.1/1.6). Im Gutachten vom 1. März 2012 wird sodann
angegeben, dass die angestammte Tätigkeit seit der letzten Begutachtung nicht mehr
ausgeübt werden könne (act. G 4.1/97.29). Infolge verspäteter (nach Juni 2008
erfolgter) Anmeldung entsteht der Rentenanspruch erst ab dem 1. Februar 2009 (Art.
28 Abs. 1 i.V.m. Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG; vgl. auch BGE 138 V 475 E. 3.4).
3.
3.1 Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 9. November 2012
aufzuheben und dem Beschwerdeführer eine Viertelsrente, beginnend am 1. Februar
2009 zuzusprechen.
3.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um
die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor
dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1’000.-- festgelegt. Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die
Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen werden.
Vorliegend erscheint eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- als angemessen und ist der
unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von
Fr. 600.-- ist dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten.
3.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei
insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen
ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Nachdem der
Rechtsvertreter keine Kostennote eingereicht hat, ist praxisgemäss von einer
Pauschale von Fr. 3'500.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) auszugehen. Der
Rechtsvertreter beantragt zusätzlich die Übernahme der Kosten für den Bericht der
Klinik K._ vom 19. April 2013 in Höhe von Fr. 264.-- (act. G 8.4 und 8.5). Solche
Kosten sind entschädigungsberechtigt, wenn der eingeholte Arztbericht massgeblich
bis
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für die Beurteilung der Streitfrage war (vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Auflage,
Zürich 2009, N 113 zu Art. 61 mit Hinweisen auf BGE 115 V 62 f. und SVR 2001 UV
Nr. 1; vgl. auch Urteil 9C_158/2010 vom 29. Juni 2010 E. 6.2). Nachdem der genannte
Bericht den Beweis für die geltend gemachte Verschlechterung des psychischen
Gesundheitszustands vor Verfügungserlass nicht erbringen konnte (vgl. vorstehende
E. 2.2), sich dieser mithin als unmassgeblich erweist, sind die entsprechenden Kosten
nicht von der Beschwerdegegnerin zu übernehmen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP