Decision ID: b528adf3-bde1-5961-a3ed-ba74af4eec53
Year: 2014
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Fürsprecher Gerhard Hauser, Schwarztorstrasse 7, Postfach 6520,
3001 Bern,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach
4358, 6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherter) war als Grenzwächter bei der B._ tätig und
dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen
von Unfällen versichert, als er laut Unfallmeldung vom 18. Juni 2007 am 7. Mai 2007
beim Hinuntersteigen einer Kellertreppe über ein Kabel stolperte und stürzte. Dabei
schlug er sich die rechte Schulter zuerst an einer Mauer und danach an einer am
Boden liegenden Kabelrolle an (Suva-act. 1). Hausarzt Dr. med. C._, FMH für Innere
Medizin, Praxis D._, bestätigte im Arztzeugnis UVG vom 6. März 2008 eine
Erstbehandlung am 30. Mai 2007 und erhob als Befunde eine Druckdolenz über dem
AC-Gelenk, Schmerzen beim Crossover Griff sowie eine Beweglichkeitseinschränkung
des Schultergelenks. Bei unauffälligem Röntgenbefund stellte er die Diagnose einer
AC-Luxation Tossy I mit sekundärer Frozen Shoulder. Eine Arbeitsunfähigkeit wurde
verneint und als Behandlungsabschluss wurde der 28. November 2007 vermerkt (Suva-
act. 5). Die Suva kam für die Heilungskosten auf. Am 17. April 2008 schloss sich
sodann auf Zuweisung von Dr. med. E._, FMH für orthopädische Chirurgie und
Traumatologie, noch eine durch Dr. med. F._, FMH medizinische Radiologie, Klinik
Stephanshorn, St. Gallen, durchgeführte MRI-Untersuchung der rechten Schulter an
(Suva-act. 6).
A.b Am 27. März 2012 erfolgte durch die Arbeitgeberin eine als Rückfall zum Unfall
vom 7. Mai 2007 bezeichnete Schadenmeldung (Suva-act. 7). Dr. C._ stellte im
Arztzeugnis UVG vom 17. April 2012 als Befunde Schmerzen in der rechten Schulter
bei Abduktion und Aussenrotation fest und diagnostizierte bei wiederum unauffälligem
ossärem Röntgenbefund chronische Schulterbeschwerden im Sinne einer Frozen
shoulder nach Trauma. Er bejahte sodann das ausschliessliche Vorliegen von
Unfallfolgen und vermerkte als Therapie eine Infiltration subacromial am 13. Dezember
2011. Eine Arbeitsunfähigkeit wurde erneut verneint (Suva-act. 12).
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A.c Nach einer Kurzbeurteilung mit Verneinung einer mindestens wahrscheinlichen
Rückfallkausalität durch Suva-Kreisarzt Prof. Dr. med. G._, Facharzt für Orthopädie
und Unfallchirurgie FMH, am 8. Juni 2012 (Suva-act. 16) zwischen dem Unfall vom 7.
Mai 2007 und den gemeldeten Schulterbeschwerden, teilte die Suva dem Versicherten
mit Schreiben vom 11. Juni 2012 mit, dass sie nicht leistungspflichtig sei (Suva-act.
17). Mit Schreiben vom 3. Juli 2012 nahm der Versicherte zur Leistungsablehnung
Stellung (Suv-act. 18), worauf die Suva Prof. G._ um eine ausführliche Begründung
seiner Beurteilung ersuchte (Suva-act. 19).
A.d Nachdem dieser am 17. Juli 2012 seine Begründung eingereicht hatte (Suva-act.
20), eröffnete die Suva dem Versicherten mit Verfügung vom 2. November 2012, dass
zwischen dem Ereignis vom 7. Mai 2007 und den gemeldeten Schulterbeschwerden
kein sicherer oder wahrscheinlicher Kausalzusammenhang bestehe. Die Suva sei
demzufolge nicht leistungspflichtig (Suva-act. 25).
B.
Die gegen diese Verfügung von Fürsprecher Gerhard Hauser, Bern, für den Ver
sicherten am 7. Dezember 2012 erhobene Einsprache (Suva-act. 28) wies die Suva mit
Einspracheentscheid vom 5. Februar 2013 ab (Suva-act. 32).
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid erhob Fürsprecher Hauser für den
Versicherten am 8. März 2013 Beschwerde mit dem Antrag, der Einspracheentscheid
vom 5. Februar 2013 sei aufzuheben und die Suva sei anzuweisen, die Kosten für
Pflegeleistungen, namentlich für die Physiotherapie, für das Mineralheilbad und für eine
allfällige Operation zu übernehmen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 1).
Zusammen mit der Beschwerde reichte Fürsprecher Hauser einen
Untersuchungsbericht von Dr. E._ vom 1. März 2013 ein, worin dieser ein aktuell
angefertigtes Röntgenbild erwähnte (act. G 1.8).
C.b Mit Schreiben vom 24. April 2013 beantragte die Beschwerdegegnerin, das von
Dr. E._ erwähnte neu angefertigte Röntgenbild sei zusammen mit dem
entsprechenden Befundbericht zu edieren. Ebenfalls zu edieren seien die MRI-Bilder
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vom 17. April 2008. Der Prozess sei bis zum Vorliegen dieser Unterlagen zu sistieren.
Eventualiter werde um Erstreckung der Frist zur Einreichung der Beschwerdeantwort
ersucht (act. G 3). Mit Schreiben vom 25. April 2013 forderte das Versicherungsgericht
bei Fürsprecher Hauser die beantragten Unterlagen ein, sah hingegen von einer
Verfahrenssistierung ab und nahm der Beschwerdegegnerin dafür die angesetzte Frist
zur Einreichung der Beschwerdeantwort vorderhand ab. Mit Zustellung der
eingeforderten Unterlagen erfolge eine neue Fristansetzung (act. G 4). Mit Schreiben
vom 17. Mai 2013 übermittelte das Versicherungsgericht der Beschwerdegegnerin
Röntgenbilder vom 13. Dezember 2011 und 28. Februar 2013 sowie eine CD mit
Röntgenbildern des Spitals H._ vom 8. April 2008 (act. G 6, G 5.1).
C.c Nachdem der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, die Beschwerdegegnerin
und das Versicherungsgericht erneut miteinander über die MRI-Bilder der Klinik
Stephanshorn vom 17. April 2008 korrespondiert hatten (act. G 7 ff.), beantragte die
Beschwerdegegnerin mit Beschwerdeantwort vom 9. August 2013 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 13). Sie stützte sich dabei auf eine von PD Dr. med. I._, Facharzt
für Orthopädische Chirurgie FMH von der Abteilung Versicherungsmedizin der Suva am
30. Juli 2013 erstellte orthopädische Beurteilung (Suva-act. 46).
C.d In der Replik vom 27. September 2013 hielt der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers an seinem Antrag unverändert fest (act. G 19) und reichte
verschiedene weitere Beweismittel ein (act. G 19.1.-4.).
C.e Mit Duplik vom 29. Oktober 2013 bestätigte die Beschwerdegegnerin ihren Antrag
auf Beschwerdeabweisung (act. G 21).
C.f Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die Ausführungen in
den medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.
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1.1 Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Einspracheentscheid die recht
liche Voraussetzung der für eine Leistungspflicht des Unfallversicherers erforderlichen
natürlichen und adäquaten Kausalität zwischen Unfall und in dessen Folge aufge
tretener Gesundheitsschädigung (Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetz über die Unfallver
sicherung [UVG; SR 832.20]; BGE 129 V 181 E. 3) sowie die Leistungspflicht bei
Rückfällen (Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung [UVV; SR 832.202])
zutreffend dar; darauf ist zu verweisen. Die Beurteilung des natürlichen
Kausalzusammenhangs erfolgt aufgrund der Feststellungen bei den medizinischen
Untersuchungen und ist Aufgabe des Arztes oder der Ärztin. Demgegenüber obliegt es
dem Gericht, die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten
(BGE 123 III 110 und 112 V 30; PVG 1984 Nr. 82, 174). Bei physischen Unfallfolgen hat
allerdings die Adäquanz gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch
keine selbständige Bedeutung (BGE 118 V 291 f. E. 3a).
1.2 Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die beklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerung
des Experten oder der Expertin begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert
eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels
noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als
Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E: 3a mit Hinweis). Insofern sind auch Berichte
und Gutachten, welche die Versicherungen während des Administrativverfahrens von
ihren eigenen bzw. beratenden Ärzten einholen, beweistauglich, solange ihre
Richtigkeit nicht durch konkrete Indizien erschüttert wird (BGE 125 V 352 E. 3). Auch
Berichte aufgrund der Akten, wie sie vorliegend von Dr. G._ und Dr. I._ erstellt
wurden, sind nicht an sich unzuverlässig, wenn genügend Unterlagen von persönlichen
Untersuchungen vorliegen (RKUV 1993 Nr. U 167 S. 95).
1.3 Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers legte mit der Beschwerde einen
Untersuchungsbericht von Dr. E._ vom 1. März 2013 vor, dem zu entnehmen war,
dass neue Röntgenbilder vorliegen würden. Die Beschwerdegegnerin beantragte
daraufhin unter anderem beim Versicherungsgericht mit Schreiben vom 24. April 2013
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die Edition dieser Röntgenbilder und stellte ein Sistierungsbegehren. Es sei
erforderlich, in die genannten Röntgenbilder und den dazugehörigen Befundbericht
Einsicht zu nehmen bzw. diese hinsichtlich Rückfallkausalität medizinisch prüfen und
einen Vergleich zum früheren MRI-Untersuchungsergebnis vom 17. April 2008 erstellen
zu lassen. In diesem Zusammenhang werde auch zu prüfen sein, ob allenfalls eine
Wiedererwägung im Sinne von Art. 53 Abs. 3 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) zu erfolgen habe
(vgl. Suva-act. 37). Nachdem Empfang der neuen Röntgenbilder und des MRI-
Untersuchungsergebnisses vom 17. April 2008 holte die Beschwerdegegnerin sodann
während des laufenden Verfahrens, d.h. pendente lite, die orthopädische Beurteilung
von Dr. I._ vom 30. Juli 2013 zu den Fragen - Stehen die seit Ende März 2012
geklagten Beschwerden an der rechten Schulter mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit zumindest teilweise in einem natürlichen
Kausalzusammenhang zum Unfall vom 7. Mai 2007? Wenn ja, weshalb und auf welche
objektivierbaren organischen Unfallfolgen sind diese zurückzuführen? Wenn nein,
weshalb nicht? (Suva-act. 46) - ein. Grundsätzlich kommt der Beschwerde an das
kantonale Versicherungsgericht als ordentlichem Rechtsmittel Devolutiveffekt zu; die
Behandlung der Sache geht also mit Einreichung der Beschwerde auf die
Beschwerdeinstanz über. Insoweit ist es dem Versicherungsträger grundsätzlich
verwehrt, nach Einreichung der Beschwerde weitere oder zusätzliche Abklärungen
vorzunehmen; nach der Rechtsprechung sind lediglich punktuelle Abklärungen (wie
z.B. Einholen von Bestätigungen oder Rückfragen) zugelassen (vgl. BGE 127 V 232 f.;
U. Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl. Zürich 2009, Art. 61 Rz. 73). Zwar erwies sich
eine fachärztliche Einsichtnahme in die zum Entscheidzeitpunkt noch nicht
existierenden medizinischen Akten als angemessen, um die Rückfallkausalität oder
allenfalls eine Wiedererwägung zu beurteilen. Dennoch gilt es festzustellen, dass die
14-seitige orthopädische Beurteilung von Dr. I._ massgebend differenzierter und
ausführlicher abgefasst ist, als die kreisärztliche Beurteilung von Prof. G._ vom 17.
Juli 2012 (Suva-act. 20) und die Kausalitätsfrage darin nochmals umfassend und
detailliert geprüft wurde. Mit der fraglichen Beurteilung ist der Devolutiveffekt und die
obgenannte bundesgerichtliche Rechtsprechung damit als verletzt zu betrachten. Aus
verfahrensökonomischen Überlegungen rechtfertigt es sich jedoch, die Beurteilung von
Dr. I._ ungeachtet dessen im vorliegenden Beschwerdeverfahren zu
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berücksichtigten. Der Rechtsvertreter konnte sich nachträglich zur orthopädischen
Beurteilung von Dr. I._ im Rahmen des vom Versicherungsgericht angeordneten
zweiten Schriftenwechsels äussern, womit auch dem Anspruch auf rechtliches Gehör
Genüge getan ist (vgl. dazu Urteil des EVG vom 29. April 2003, I 679/02, E. 1.3).
1.4 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach haben die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für
die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen.
Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den
Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a, je mit
Hinweisen; vgl. auch BGE 130 I 183 f. E. 3.2). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst
die Beweislast im Sinn der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im
Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien die Beweislast nur insofern, als
im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus
dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Bei der hinsichtlich
Rückfall zu erfüllenden Anspruchsvoraussetzung eines erneuten natürlichen
Kausalzusammenhangs handelt es sich um eine anspruchsbegründende Tatsache. Die
diesbezüglichen Konsequenzen bei Beweislosigkeit trägt damit die versicherte Person.
Diese Beweisregel greift jedoch erst Platz, wenn im Rahmen des
Untersuchungsgrundsatzes kein wahrscheinlicher (die blosse Möglichkeit genügt nicht;
BGE 117 V 360 E. 4a mit Hinweisen) Sachverhalt ermittelt werden kann (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.328 E. 3b, RKUV 1990 Nr. U 86 S. 50; A. Rumo-Jungo/A.P. Holzer,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz
über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf, S. 29; A. Rumo-Jungo,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz
über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich 2012, S. 78 f.).
2.
Streitig und zu prüfen ist, ob zwischen den am 27. März 2012 gemeldeten
Beschwerden in der rechten Schulter des Beschwerdeführers und seinem am 7. Mai
2007 erlittenen Sturz, wobei er sich zweimal die rechte Schulter angeschlagen hat, ein
natürlicher Kausalzusammenhang besteht, so dass ein Rückfall bejaht werden kann.
Während die Beschwerdegegnerin insbesondere gestützt auf die orthopädische
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Beurteilung von Dr. I._ vom 30. Juli 2013 (Suva-act. 46) davon ausgeht, die natürliche
Kausalität zwischen den fraglichen Schulterbeschwerden und dem Unfall vom 7. Mai
2007 sei nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
nachgewiesen, stellt sich der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers in erster Linie
gestützt auf das Arztzeugnis UVG von Dr. C._ vom 17. April 2012 (Suva-act. 12) und
den Bericht von Dr. E._ vom 1. März 2013 (Suva-act. 36) auf den Standpunkt, der
Unfall spiele für die fragliche Schulterproblematik mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit eine kausale Rolle.
3.
3.1 Im Zusammenhang mit der Kausalitätsfrage gilt es zunächst noch einmal einen
Blick auf den Grundfall zu werfen. Die bei einem Unfall erlittene Verletzung, welche
durch die Unfalldiagnose beschrieben wird, bildet den massgebenden Ausgangspunkt
für die Beurteilung traumatischer Folgeschäden. Entsprechend wesentlich sind die
unmittelbar nach dem Unfall sowie die insgesamt im Rahmen des Grundfalls
erhobenen Befunde und Beschwerden. Für die Annahme unfallkausaler somatischer
Restfolgen wird im Regelfall eine strukturelle Läsion bzw. eine schlecht verheilte
strukturelle Läsion als objektivierbares Korrelat verlangt. Von organisch objektiv
ausgewiesenen Unfallfolgen kann erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen
Befunde mit - wissenschaftlich anerkannten (BGE 134 V 231) - apparativen/
bildgebenden Abklärungen bestätigt werden (Urteil des Bundesgerichts vom 28.
Oktober 2009, 8C_216/2009, E. 2).
3.2
3.2.1 Dr. C._ erhob anlässlich der Erstbehandlung vom 30. Mai 2007 die
Befunde einer Druckdolenz über dem AC-Gelenk, Schmerzen beim Crossover Griff
sowie eine Beweglichkeitseinschränkung des Schultergelenks. Die von ihm
durchgeführte röntgenologische Untersuchung brachte keine Auffälligkeiten hervor. Als
Diagnose vermerkte Dr. C._ eine AC-Luxation Tossy I mit sekundärer Frozen
Shoulder (Suva-act. 5). Im Rahmen der in der Klinik Stephanshorn am 17. April 2008
durchgeführten MRI-Untersuchung der rechten Schulter zeigten sich sodann
organische Substrate in Form einer leicht- bis mässiggradigen Tendinopathie der
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Sehne des Musculus supraspinatus mit Verdacht auf eine humeruskopfnahe,
kurzstreckige Partialruptur im mittleren/dorsalen Drittel, in Form eines leichtgradigen
eingeengten Subacromialraums, zusammen mit dem Befund der Sehne des Musculus
supraspinatus vereinbar mit einem Impingement, und einer leichtgradigen
Tendinopathie der Sehne des Musculus subscapularis sowie eines AC-Gelenks mit
leichtgradiger Arthrose (Suva-act. 6).
3.2.2 Die Beschwerdegegnerin anerkannte im Grundfall einen Leistungsanspruch
des Beschwerdeführers. Dass er wegen des Unfalls an vorübergehenden Schmerzen
und Einschränkungen litt, wurde demnach im Grundfall nicht in Frage gestellt.
Entsprechend hält Dr. I._ in seiner orthopädischen Beurteilung vom 30. Juli 2013
fest, die Angaben zum Unfallmechanismus - in der Schadenmeldung vom 18. Juni
2007 wird eine zweimalige Kontusion der rechten Schulter beschrieben (Suva-act. 1) -
und der 23 Tage später erhobene klinische Befund würden auf eine mögliche
Gewalteinwirkung auf das rechte Schultergelenk hinweisen (Suva-act. 46). Allein wegen
dieser Kontusionen lassen sich jedoch keine fortdauernden unfallkausalen
Beschwerden erklären. Bei einer Kontusion handelt es sich um eine Weichteilverletzung
ohne strukturelle Schädigung der Gelenke und Knochen, die auch bei Vorliegen
degenerativer Vorzustände nach der medizinischen Erfahrung ohne spezifische
Behandlung immer innert kurzer Zeit folgenlos ausheilt und bei der sich die damit
verbundenen Beschwerden demzufolge gänzlich zurückbilden (Alfred M. Debrunner,
Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2002, S. 412). Insofern äussert sich
Dr. I._ notwendigerweise ausführlich zu den einzelnen, beim Beschwerdeführer im
Grundfall radiologisch erhobenen organischen Substraten und zur damals gestellten
Diagnose (AC-Luxation Tossy I, Frozen shoulder, acromioclaviculäre Arthrose; Suva-
act. 46) bzw. eruiert er gestützt darauf das Vorliegen relevanter unfallkausaler
somatischer Befunde im Sinn struktureller Veränderungen.
3.2.3 Laut Dr. I._ können Beschwerden im Bereich des AC-Gelenks bzw.
Schultereckgelenks traumatischen und degenerativen Ursprungs sein.
Verletzungsgefährdend seien insbesondere Kontaktsportarten und Stürze mit direktem
Anprall. Degenerative Veränderungen seien Folge des natürlichen Alterns, könnten
jedoch auch aufgrund häufiger, chronischer Überbeanspruchung resultieren.
Verletzungen des Schultereckgelenks seien aufgrund des klinischen Befunds und der
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radiologischen Bildgebung zu klassifizieren. Die gebräuchlichste Einteilung basiere auf
Tossy mit drei Typen. Typ I sei definiert als Zerrung der Bänder zwischen Schulterdach
und Schlüsselbein. Erst ab Typ II komme es zu strukturellen Verletzungen und
Zerreissungen, welche bei Typ III auch die Bänder zwischen Rabenschnabelfortsatz
und Schlüsselbein betreffen würden. Die Diagnose einer Typ I-Verletzung stütze sich
ausschliesslich auf Anamnese und Befund, die Bildgebung zeige keine Auffälligkeit.
Eine Luxation, d.h. eine Verrenkung zweier durch Gelenk verbundener Knochenenden
zueinander, sei daher definitionsgemäss bei einer Schultereckgelenkverletzung Typ I
nicht gegeben. Es herrsche allgemein Einigkeit in der Empfehlung, dass Verletzungen
vom Typ I konservativ zu behandeln seien. In Bezug auf die Frozen shoulder führt Dr.
I._ sodann allgemein aus, dass in der Literatur kaum eine Entität seitens der
Ätiologie, der Diagnostik und der Therapie so schillernd dargestellt worden sei. Laut
medizinischer Literatur sei die Frozen shoulder eine gutartige, eigenständige
Erkrankung mit schleichendem Beginn und regelmässigem Ablauf. Der führende
klinische Befund sei die Reduktion der aktiven und passiven Beweglichkeit, welche
stadienabhängig von starken Schmerzen begleitet, und wobei vor allem die Rotation
betroffen sei. Die Diagnose sei primär klinisch zu stellen. Unterschieden würden
primäre und sekundäre Formen. Bei der primären Schultersteife sei die Ursache
bekannt; Häufungen in Verbindung mit Stoffwechselerkrankungen seien beschrieben.
Bei den sekundären Formen seien Verletzungen oder Operationen der Schultersteife
vorausgegangen. Entscheidend für die Diagnose einer adhäsiven Frozen shoulder sei
die sorgfältige körperliche Untersuchung mit klar zwischen globaler und rein
glenohumeraler Beweglichkeit differenzierenden Befunden (Suva-act. 46 S. 7 f.).
3.2.4 Dr. I._ zieht sodann aus seinen allgemeinen medizinischen Darlegungen
Schlussfolgerungen in Bezug auf den vorliegenden Fall bzw. weist auf die
widersprüchliche Diagnose von Dr. C._ - Tossy Typ I/Luxation - und
Unzulänglichkeiten hinsichtlich der Diagnose "Frozen shoulder" hin. Terminologisch
und pathoanatomisch sei bezüglich einer Typ I-Verletzung Wert auf die Feststellung zu
legen, dass es sich hierbei definitionsgemäss nicht um eine Luxation, d.h. eine
Verrenkung des Gelenks handle, sondern lediglich um eine Zerrung der
gelenkstabilisierenden Bänder zwischen Schulterdach und Schlüsselbein. Dr. I._
anerkennt also eine Typ I-Verletzung, nicht jedoch eine Luxation. Eine solche sei
aufgrund der vorliegenden Dokumente als Folge des Geschehens vom 7. Mai 2007
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unwahrscheinlich. Diese Schlussfolgerung ist mit Blick auf die auch von Dr. C._
gestellte Diagnose bzw. Einstufung der Verletzung Typ I überzeugend begründet und
erscheint als nachvollziehbar. Die Diagnose einer "blossen" Zerrung wird dadurch
gestützt, dass eine Erstbehandlung bei Dr. C._ erst rund drei Wochen nach dem
Unfall stattfand, der Unfall vom 7. Mai 2007 keine Arbeitsunfähigkeit zur Folge hatte,
die Verletzung konservativ mit Physiotherapie und Analgesie therapiert wurde und am
28. November 2007 der Behandlungsabschluss bei Dr. C._ erfolgte. Auch Dr. E._
hält schliesslich in seinem Bericht vom 1. März 2013 fest, dass anlässlich seiner
Untersuchung vom 22. April 2008 im MRI eine Verletzung des AC-Gelenks im Sinne
einer Verletzung nach Tossy I vorgelegen habe (act. G 1.8). Die von Dr. C._ erhobene
und offensichtlich Grundlage der weiteren Teildiagnose der sekundären Frozen
shoulder bildende eingeschränkte Beweglichkeit des Schultergelenks ist sodann laut
Dr. I._ nicht durch differenzierte Befunde belegt. Dem Einwand des Rechtsvertreters
des Beschwerdeführers in der Replik vom 27. September 2013, das Erstellen eines
Bewegungsstatus werde üblicherweise nur im Rahmen eines Gutachtens erstellt und
sei keinesfalls Teil einer ärztlichen Routineuntersuchung, kann nicht generell gefolgt
werden, womit der Hinweis von Dr. I._ als Unzulänglichkeit bestehen bleibt. Die
Diagnose ist die genaue Zuordnung von Befunden - diagnostischen Zeichen oder
Symptomen - zu einem Krankheitsbegriff. Anders gesagt bedingt eine positive
Diagnose, dass die erhobenen anamnestischen Angaben und/oder Befunde spezifisch
für ein Krankheitsbild sind. Sind sie hierfür nicht ausreichend, werden in der Regel
weitere Untersuchungen zur Diagnosesicherung notwendig (vgl. Pschyrembel,
Klinisches Wörterbuch 2013, 264. Aufl. Berlin 2012, S. 473; Roche Lexikon Medizin,
a.a.O. S. 424). Insofern ist es Aufgabe jedes untersuchenden, eine Diagnose stellenden
Arztes, vorab die Befunde zu erheben und diese bei Erstellen eines Arztberichts
lückenlos anzuführen. Zwar soll damit nicht eine damalige
Beweglichkeitseinschränkung in Abrede gestellt werden, jedoch das konkrete Vorliegen
einer Frozen shoulder, deren Diagnose offensichtlich eine feststehende schmerzhafte
Beweglichkeitseinschränkung voraussetzt (vgl. dazu auch Pschyrembel, Klinisches
Wörterbuch 2011, 262. Aufl. Berlin 2010, S. 1579, unter "Periarthropathia
humeroscapularis").
3.2.5 Eine Arthrose - wie sie anlässlich der MRI-Untersuchung vom 17. April 2008
im Bereich des AC-Gelenks ebenfalls erhoben wurde - kann sodann definitionsgemäss
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keine primäre Unfallverletzung, sondern einzig eine degenerative Erkrankung sein, bei
welcher grundsätzlich beide von den Verfahrensparteien vertretenen Kausalitäten
denkbar sind. Auf diese Weise kann eine Arthrose sowohl im Rahmen eines normalen
Alterungsprozesses oder durch Überbeanspruchung entstehen, aber auch als
unfallkausaler Gesundheitsschaden sekundär, d.h. als Spätfolge einer primären
Verletzung - hautsächlich nach einer schlecht verheilten intraartikulären Fraktur, geheilt
ohne anatomisch exakte Reposition - auftreten (vgl. dazu Debrunner, a.a.O., S. 579 ff.,
S. 700 f., S. 735; Pschyrembel, a.a.O., S. 172 f.). Der Beschwerdeführer erlitt jedoch
laut radiologischen Untersuchungsbefunden im AC-Bereich keine arthrosetauglichen
Verletzungen. Entsprechend geht Dr. I._ im konkreten Fall von einer Arthrose des
AC-Gelenks aus, die in ihrer primären Ausprägung Ausdruck eines weitestgehend
altersentsprechenden Normalbefunds mit einer gering ausgeprägt dargestellten
Degeneration sei. Auf dem am 8. April 2008 angefertigten konventionellen Röntgenbild
der rechten Schulter sei lediglich eine kleine knochendichte Verschattung im
Ansatzbereich des Musculus supraspinatus am Tuberculum majus auffällig, welche
einer kleinen Kalkeinlagerung entsprechen könnte. Unfallfolgen seien durch die
Röntgenaufnahmen nicht dokumentiert. Auch dem MRI-Befund vom 17. April 2008
seien entgegen dem Bericht von Dr. E._ vom 1. März 2013 (act. G 1.8) keine
Hinweise zu entnehmen, welche die Diagnose einer Verletzung des Schultereckgelenks
bestätigen könnten. Die Schlussfolgerung von Dr. I._, der Arthrosebefund stehe
damit in keinem kausalen Zusammenhang mit dem Unfall vom 7. Mai 2007, erscheint
angesichts der obigen Darlegungen schlüssig und nachvollziehbar. Es bestehen keine
beweiskräftigen Hinweise, aufgrund welcher überwiegend wahrscheinlich eine
sekundäre, unfallbedingte Arthrose anzunehmen wäre. Von einer solchen geht letztlich
offenbar auch Dr. E._ nicht aus, wenn er in seinem Bericht vom 22. April 2008
festhält, es handle sich um einen eher chronischen Zustand mit bereits verschmälerter
Supraspinatussehne auf den ein Trauma gekommen sei. Es sei sogar möglich, dass die
Verkalkung vor dem Unfall bestanden habe, jedoch asymptomatisch gewesen sei (act.
G 19.4). Eine Kontusion, die konkret stattgefunden hat, kann sodann zwar bewirken, -
wie von Dr. E._ angenommen - dass eine Arthrose symptomatisch wird, doch kann in
diesem Fall nach der medizinischen Erfahrung nur von einer vorübergehenden
unfallkausalen Verschlimmerung eines Vorzustands ausgegangen werden, die sich im
Regelfall durch eine stetige Besserung des unfallkausalen Beschwerdeanteils
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auszeichnet (vgl. dazu auch Bär/Kiener, Prellung, Verstauchung oder Zerrung der
Wirbelsäule, Medizinische Mitteilungen der Suva Nr. 68, S. 17; vgl. Erwägung 3.2.2).
Eine Ausnahme von der Regel ist grundsätzlich nicht ausgeschlossen, doch muss sie
sich gerade als solche - beispielsweise eben in Form einer strukturellen Verletzung im
Arthrosebereich - präsentieren. Ferner kann auch im Schweregrad der im konkreten
Fall erhobenen "nur" leichtgradigen Arthrose kein Hinweis auf eine überwiegend
wahrscheinlich richtunggebende Verschlimmerung eines degenerativen Vorzustands
gesehen werden.
3.2.6 Die im Bericht vom 18. April 2008 über die MRI-Untersuchung vom 17. April
2008 erwähnte leicht- bis mässiggradige Tendinopathie (auch Tendopathie genannt)
der Supraspinatussehne ist schliesslich eine primär nicht entzündliche oder
degenerative, mechanisch bedingte Irritation der Sehnen und Sehnenansätze. Als
Ursache werden in der medizinischen Literatur eine chronische Überlastung, aber auch
Mikrotraumen sowie Stoffwechsel- oder Durchblutungsstörungen angeführt. Die
Tendopathie als Folge eines Traumas wird hingegen nicht beschrieben (vgl. hierzu
Pschyrembel, a.a.O, S. 2065; Roche Lexikon Medizin, 5. Aufl. München 2003, 264.
Aufl. Berlin 2012, S. 1808). Diese wird denn auch in den medizinischen Akten nirgends
als Unfallfolge diskutiert. Angesichts des Umstands, dass die humeruskopfnahe,
kurzstreckige Partialruptur im mittleren/dorsalen Drittel im MRI-Untersuchungsbericht
im Zusammenhang mit der Tendopathie erwähnt wird und die Ursache für eine
Rotatorenmanschettenruptur laut medizinischer Literatur eben häufig in einer
degenerativen Krankheit liegt (Pschyrembel, a.a.O., S. 1835; Debrunner, a.a.O., S. 728),
besteht kein massgebender Grund, gerade im vorliegenden Fall von einer traumatisch
bedingten Rotatorenmanschettenruptur auszugehen. Wie Prof. G._ in seiner
Beurteilung vom 17. Juli 2012 im Übrigen zutreffend feststellte, wurde die Partialruptur
im MRI-Untersuchungsbericht lediglich als Verdacht ausgesprochen. In einer
Verdachtsdiagnose ist jedoch nur eine mögliche organische Ursache zu sehen. Eine
solche vermag nicht den im Sozialversicherungsrecht geltenden Anforderungen an den
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu genügen (vgl. Th. Locher,
Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3. Aufl. Bern 2003, S. 451 f.). Prof. G._
stellt sodann ohnehin den Partialruptur-Befund als Ursache der Schmerzen in Frage,
nachdem durch die Infiltration des rechten Schultergelenks vom 13. Dezember 2011
(Suva-act. 12) keine wesentliche Besserung eingetreten sei (Suva-act. 20).
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3.2.7 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die medizinischen Abklärungen im
Rahmen des Grundfalls keine durch den Unfall bedingten organisch strukturellen, nicht
reversiblen Befunde ergeben haben. Dieser Umstand spricht bereits massgeblich
gegen das Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen den am 27.
März 2012 als Rückfall gemeldeten Schulterbeschwerden und dem Unfall vom 7. Mai
2007.
3.3
3.3.1 Der Beschwerdeführer hat sich nach Abschluss des Grundfalls bzw. infolge
der als Rückfall gemeldeten Beschwerden in Bezug auf die rechte Schulter nochmals
medizinisch abklären lassen (Suva-act. 12, act. G 1.8). Unfallkausale strukturelle
Veränderungen oder eine richtunggebende Verschlimmerung eines degenerativen
Vorzustands konnten jedoch nach wie vor keine festgestellt werden.
3.3.2 Ein von Dr. C._ im Arztzeugnis UVG für Rückfall vom 17. April 2012
angegebener Röntgenbefund der rechten Schulter wurde abermals als "ossär
unauffällig" beschrieben (Suva-act. 12). Dr. I._ lagen sodann Röntgenaufnahmen des
rechten Schultergelenks vom 13. Dezember 2011 und vom 28. Februar 2013 vor. Laut
seiner Beurteilung ist die in der Aufnahme vom 28. Februar 2013 gering ausgeprägt
dargestellte Degeneration des Schultereckgelenks (acromioclaviculäre Arthrose) als
altersentsprechend bei einem 52-jährigen Patienten einzuschätzen und eine
wesentliche Änderung des Befunds im röntgenologischen Verlauf seit dem 8. April
2008 nicht festzustellen. Auch Dr. E._ fand laut Bericht vom 1. März 2013 in dem am
28. Februar 2013 angefertigten Röntgenbild eine leichte Arthrose des AC-Gelenks
rechts und damit offensichtlich keine im Schweregrad verschlimmerte Arthrose (act. G
1.8). Wie in Erwägung 3.2 dargelegt, bestehen keinerlei Hinweise auf eine ursprüngliche
strukturelle Unfallverletzung, womit eine unfallkausale sekundäre Arthrose ausser
Betracht fällt und vom Normalfall, nämlich von einem rein degenerativen Prozess
auszugehen ist. Auch nicht in Frage kommt angesichts der konkreten Umstände eine
unfallkausale richtunggebende Verschlimmerung der Arthrose.
3.3.3 Im Rahmen des Rückfalls wurden von Dr. C._ im Arztzeugnis UVG für
Rückfall vom 17. April 2012 (Suva-act. 12) und von Dr. E._ im Untersuchungsbericht
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vom 1. März 2013 (act. G 1.8) die Diagnosen chronische Schulterbeschwerden im
Sinne einer Frozen shoulder nach Trauma bzw. posttraumatische Frozen shoulder und
leichtgradige Arthrose rechts (act. G 1.8) gestellt. Dr. C._ erhob als Befund
Schmerzen in der rechten Schulter bei Abduktion und Aussenrotation, Dr. E._ eine
Einsteifung der Schulter sowie eine Druckdolenz über dem AC-Gelenk rechts.
Bezüglich der Diagnose "Frozen shoulder" hält Dr. I._ in seiner orthopädischen
Beurteilung fest, dass die Angabe von Dr. C._ über eine schmerzhafte, aber doch
mögliche Abduktion und Aussenrotation gegen eine adhäsive Kapsulitis spreche (Suva-
act. 46 S. 11). Entsprechend lassen die Ausführungen in Erwägung
3.3.4 auch eine spätere unfallkausale Frozen shoulder im Rahmen des Rückfalls nicht
als überwiegend wahrscheinlich erscheinen. Dr. I._ weist insbesondere darauf hin,
dass von Dr. E._ fünf Jahre und 10 Monate nach dem fraglichen Unfallereignis eine
posttraumatische Frozen shoulder diagnostiziert worden sei, ohne dass ein die
fragliche Diagnose begründender, differenzierter Befund dokumentiert sei (Suva-act. 46
S. 11).
3.4 Ein mögliches Indiz für eine Rückfallkausalität bilden sodann Brückensymptome,
die das Geschehen über eine leistungsfreie Zeit hinweg als Einheit kennzeichnen.
Entgegen dem Standpunkt des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers sind
Brückensymptome im konkreten Fall nicht rechtsgenüglich nachgewiesen. Nach dem
im Grundfall von Dr. C._ im Arztzeugnis UVG vom 6. März 2008 vermerkten
Behandlungsabschluss vom 28. November 2007 (Suva-act. 5) folgte am 18. April 2008
die MRI-Untersuchung in der Klinik Stephanshorn wegen seit 10 Monaten andauernder
Schmerzen in der rechten Schulter nach Kontusion (Suva-act. 6). Laut Aufstellung der
Konsultationen der Praxis D._ vom 3. September 2013 folgte am 13. Dezember 2011,
d.h. rund eineinhalb Jahre nach der MRI-Untersuchung, eine Injektion subacromial mit
Mephameson, Triamcort und Lidocain bei einem Dr. J._, was zumindest auf
Schulterbeschwerden hinweist, und am 30. Dezember 2011 eine Konsultation bei Dr.
C._ ohne Verabreichung von Medikamenten (act. G 19.2), wobei der Aufstellung der
Grund für die Konsultation nicht entnommen werden kann. Die vom Rechtsvertreter
des Beschwerdeführers in der Replik vom 27. September 2013 erwähnte
Physiotherapie (act. G 19), welche sich angeblich an die MRI-Untersuchung vom 18.
April 2008 anschloss, ist in den Akten nicht dokumentiert. Gesamthaft stellt sich damit
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der Sachverhalt bezüglich ausgewiesener ärztlicher Behandlungen im Zeitraum
zwischen dem Behandlungsabschluss bei Dr. C._ und der Rückfallmeldung vom 27.
März 2012 äusserst lückenhaft dar und lässt vor allem ein Intervall von rund dreieinhalb
Jahren gänzlich ohne ärztliche Behandlung oder Kontrolle mit offensichtlich
durchgehender Arbeitsfähigkeit erkennen, was eindeutig für einen Unterbruch der nach
dem Unfall aufgetretenen Beschwerden spricht. Je grösser der zeitliche Abstand
zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen Beeinträchtigungen ist,
desto strengere Anforderungen sind an den Wahrscheinlichkeitsbeweis des natürlichen
Kausalzusammenhangs zu stellen. Die lange Latenzzeit im vorliegenden Fall stellt ein
gewichtiges Indiz für die fehlende Unfallkausalität dar. Auch in diesem Lichte erscheint
- ebenso von Dr. I._ in seiner Beurteilung berücksichtigt - ein natürlicher
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den am 27. März 2012 als Rückfall
gemeldeten Schulterbeschwerden fraglich bzw. höchstens möglich.
3.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich aufgrund des Unfallmechanismus,
der ursprünglich gestellten Unfalldiagnose bzw. der ursprünglich aufgetretenen
Beschwerden, der im Rahmen des Rückfalls erhobenen Diagnosen, des zeitlichen
Ablaufs sowie des Ergebnisses der radiologischen Untersuchungen betreffend
Vorliegen relevanter somatischer Befunde im Sinn irreversibler struktureller
Veränderungen keine Anhaltspunkte für eine Unfallkausalität der am 27. März 2012
gemeldeten Schulterbeschwerden rechts ergeben. Dr. I._ würdigt in seiner
orthopädischen Beurteilung vom 30. Juli 2013 (Suva-act. 46) umfassend die gesamte
Aktenlage. Seine Beurteilung umfasst die vorgenannten, im Rahmen der
Kausalitätsbeurteilung massgebenden Beurteilungskriterien und erscheint damit in der
Schlussfolgerung einer Verneinung der Unfallkausalität der Schulterbeschwerden -
welche vor allem auch ohne weiteres degenerativ bedingt sein können - schlüssig und
überzeugend.
3.6 Der Bericht von Dr. E._ vom 1. März 2013 (act. G 1.8) und das Arztzeugnis UVG
von Dr. C._ vom 17. April 2012 (Suva-act. 12) vermögen der orthopädischen
Beurteilung von Dr. I._ nichts Überzeugendes entgegenzusetzen. Dr. E._ formuliert
in seinem Bericht, dass das heutige Leiden eindeutig auf den Unfall zurückzuführen sei.
Allein damit liegt jedoch keine überzeugende, schlüssig begründete ärztliche
Einschätzung vor, womit sich ein natürlicher Kausalzusammenhang mit dem
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Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit begründen liesse. Seine
Feststellung, dass die juristischen Voraussetzungen eines plötzlichen und von aussen
kommenden Ereignisses gegeben seien, ist unangefochten. Das Ereignis vom 7. Mai
2007 wurde von der Beschwerdegegnerin richtigerweise als Unfall anerkannt. Doch
erfasst Dr. E._ damit nicht die massgebende Frage nach unfallkausalen strukturellen,
nicht reversiblen Verletzungen. Die von Dr. E._ im Bericht angeführten
Gesundheitsschäden - Tendinopathie, Partialruptur, Verletzung nach Tossy I, Arthrose,
Frozen shoulder - können jedenfalls nicht als solche betrachtet werden. Insgesamt
beruft sich Dr. E._ damit nur auf die Beweisregel "Post hoc ergo propter hoc" im Sinn
der Vermutung, Beschwerden müssten unfallbedingt sein, wenn eine vorbestehende
Erkrankung der Schulter bis zum Unfall schmerzfrei war (vgl. auch act. G 19.4). Diese
Beweisregel ist unfallmedizinisch jedoch nicht haltbar und beweisrechtlich untauglich,
sofern der Unfall keine strukturellen Läsionen an der Schulter verursacht hat (vgl. A.
Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, Bern 1985, S. 460 Fn. 1205; Urteil
des Bundesgerichts vom 11. Juni 207, U 290/06, E. 4.2.3 mit Hinweisen). Auch die
blosse Bejahung von ausschliesslichen Unfallfolgen von Dr. C._ im Arztzeugnis UVG
vom 17. April 2012 stellt sich sodann gänzlich ohne eigentliche, fallbezogene
Begründung dar (Suva-act. 12), womit sie ebenfalls nicht zu überzeugen vermag.
4.
4.1 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass aufgrund der medizinischen Akten nicht
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als erstellt gelten kann,
dass es sich bei den am 27. März 2012 gemeldeten Schulterbeschwerden um eine
natürlich-kausale Folge des Unfallereignisses vom 7. Mai 2007 handelt. Es ist deshalb
nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin einen Anspruch auf erneute
Leistungen abgelehnt hat.
4.2 Von einer Prüfung der Rechtsfrage, ob der Beschwerdeführer mit Blick auf Art. 10
Abs. 1 und 19 Abs. 1 UVG Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der
Unfallfolgen hat bzw. der Anspruch auf Heilbehandlung dahinfällt, und ob die Akten
überhaupt eine genügende Beweislage dafür bilden, kann unter den genannten
Umständen abgesehen werden. Diese Rechtsfrage stellt sich erst bzw. überhaupt nur
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bei einer Bejahung kausaler Unfallfolgen. Entsprechend war sie auch nicht Gegenstand
des angefochtenen Einspracheentscheids (Suva-act. 32).
5.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen den angefochtenen
Einspracheentscheid vom 5. Februar 2013 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 ATSG). Bei diesem Verfahrensausgang hätte der Beschwerdeführer
grundsätzlich keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung. Gestützt auf die
Schlussfolgerungen in Erwägung 1.3 (Verletzung des Devolutiveffekts; Verletzung
bundesgerichtlicher Rechtsprechung [BGE 127 V 232 f.]) erscheint es jedoch
gerechtfertigt, dem Beschwerdeführer eine volle Parteientschädigung zuzusprechen.
Wäre der Bericht von Dr. E._ nämlich nicht als Beweismittel zugelassen worden, so
wäre es zu einer Gutheissung und zu einer Rückweisung an die Beschwerdegegnerin
gekommen, was praxisgemäss einen Anspruch auf eine volle Parteientschädigung
ausgelöst hätte. Für UVG-Prozesse mit üblicherweise doppeltem Schriftenwechsel
beträgt die Parteientschädigung pauschal Fr. 3'500.-- bis Fr. 4'500.--, mit einer
mittleren Entschädigung von Fr. 4'000.--. Im vorliegenden Fall erscheint eine
Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer)
als angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39
VRP