Decision ID: c7b76295-38a5-4ca9-b2d3-366d4d145b79
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1954 und von November 1998 bis Mai 2008 teilzeit
lich als Sozialpädagogin bei der Y._ angestellt gewesen (Urk. 15/12), ersuchte am 5. August 2008 wegen einer seit 1. April 2008 bestehenden reaktiven Erschöpfungsdepression erstmals um Leistungen der Invalidenversicherung (Urk. 15/2) und trat am 1. November 2008 eine neue Arbeitsstelle als Sozialpädagogin bei der Z._ an (Urk. 15/14, Urk. 15/15/2, Urk. 15/25/3). Daraufhin verneinte die Sozialversi
cherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, mit Verfügung vom 22. Juni 2009 (Urk. 15/21) einen Rentenanspruch der Versicherten mangels Erfüllung des Wartejahres. Dieser Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
1.2
Am 23. Februar 2013 erneuerte die seit 1. Januar 2012 mit einem Pensum von 80 % als Sozialpädagogin in der A._ (Urk. 15/36) angestellte X._ ihr Leistungsbegehren unter Hinweis auf einen im Oktober 2012 diagnostizierten Hirntumor (Urk. 15/26). Nach dem Verlust dieser Arbeits
stelle per Ende August 2013 und verschiedenen, in der Zeit vom 30. September 2013 bis 30. September 2014 durchgeführten Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung
(
Integrationsmassnahmen in Form von
Belastbarkeits
-
[Urk. 15/
30,
Urk. 15/33, Urk. 15/
45
] und
Aufbautraining
[Urk. 15/
38,
Urk. 15/41, Urk. 15/
54/1-4
] sowie wirtschaftsnaher Integration mit Support am Arbeitsplatz [WISA; Urk. 15/
49,
Urk. 15/54/5-7, Urk. 15/
58
]; Arbeitsversuch [Urk. 15/
60,
Urk. 15/63
,
Urk. 15/
67
]) trat sie am 1. Oktober 2014 eine zunächst bis 28. Februar 2015 befristete 50 %-Stelle als Betreuerin bei der B._ an. Dieses Anstellungsver
hältnis wurde in der Folge weitergeführt, wobei das Arbeitspensum per 1. September 2015 auf 40 % reduziert wurde (Urk. 15/66, Urk. 15/99). Nach durchlaufenem Vorbescheidverfahren (Vorbescheide vom 22. April [Urk. 15/
85] und 3. Dezember 2015 [
Urk. 15/
105]), anlässlich dessen die
Berichte von lic.
phil.
C._
, Fachpsychologin für Neuropsychologie und Psychotherapie, vom 15. Juni
2015 (Urk. 15/89) und Dr. med. D._, Facharzt für Neurologie, vom
9./10. August 2015 (
Urk. 15/93) ergingen, sprach die IV-Stelle der Versi
cherten mit Verfügung vom 29. Februar 2016 (Urk. 2) gestützt auf einen Invali
ditätsgrad von 41 % eine Viertelsrente ab 1. Oktober 2014 zu.
2.
Hiergegen erhob X._ am 5. April 2016 Beschwerde mit folgenden Anträgen (Urk. 1 S. 2):
„1.
Die Verfügung vom 29. Februar 2016 sei aufzuheben und es sei der Be
schwerdeführerin ab 1. Oktober 2014 eine halbe Invalidenrente auszu
richten.
2.
Es seien die Abklärungskosten der Neurologischen und Neuro
psychologi
schen Standortbestimmung im Betrag von CHF 800.00 für den Neurologischen Bericht und von CHF 1'599.60 für die Neuro
psy
chologische Standortbestimmung der Beschwerdeführerin seitens der Beschwerdegegnerin zu Vergüten.
3.
Eventualiter: Es sei ein gerichtliches MEDAS-Gutachten einzuholen.
4.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerde
geg
nerin.“
Mit Eingabe vom 20. April 2016 (Urk. 6) reichte die Beschwerdeführerin ihre Anfrage an die B._ vom 2. März 2016 (Urk. 7/2) und deren Stellungnahme vom 15. April 2016 (Urk. 7/1) zu den Ak
ten. Die IV-Stelle schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 8. Juni 2016 (Urk. 10) auf Abweisung der Beschwerde, wovon der Beschwerdeführerin am 14. Juni 2016 Kenntnis gegeben wurde (Urk. 12).

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Ge
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
1.3.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom
men), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkom
mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ein
ander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensver
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Validenein
kommens entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkom
mensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfah
rung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortge
setzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE
139 V 28 E. 3.3.2
,
135 V 58 E. 3.1
,
134 V 322 E. 4.1 mit Hin
weis).
1.3.3
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung zumutbarerweise noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Er
werbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3
,
135 V 297 E. 5.2
,
129 V 472 E. 4.2.1
,
126 V 75 E. 3b/aa).
1.4
Bei Teilerwerbstätigen ohne Aufgabenbereich ist
gemäss BGE 142 V 290
(Urteil des Bundesgerichts 9C_178/2015 vom 4. Mai 2016)
bei der Ermittlung des In
validitätsgrades die (aus dem Einkommensvergleich resultierende) Einschrän
kung im erwerblichen Bereich proportional
–
im Umfang des hypothetisch-er
werblichen Teilzeitpensums
–
zu berücksichtigen.
Eine neue Rechtsprechung wie die
se
ist im Grundsatz sofort und überall anwend
bar und gilt nicht nur für künftige, sondern für alle im Zeitpunkt der Änderung hängigen Fälle (vgl. Urteil
des Bundesgerichts 9C_222/2016 vom 19. Dezember 2016 E. 6.4
).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.6
Der Rent
enanspruch entsteht gemäss Art.
29 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art
.
29 Abs.
1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahres folgt (Abs.
1). Der Anspruch entsteht nicht, solange die versi
cherte Person ein Taggeld nach Art. 22 IVG beanspruchen kann (Abs. 2).
1.7
1.7.1
Für die Bejahung eines Rentenanspruchs im Rahmen einer Neuanmeldung nach
vorausgegangener rechtskräftiger Verneinung wird analog zur Rentenrevision gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG eine erhebliche Änderung des Invaliditätsgrades verlangt (BGE 130 V 71, 117 V 198 E. 3a mit Hinweis; vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2 mit Hinweisen). Die Frage, ob eine solche Änderung eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhaltes im Zeitpunkt der letzten mate
riellen rentenverweigernden rechtskräftigen Verfügung mit demjenigen zur Zeit des auf die Neuanmeldung hin ergangenen Entscheids (BGE 130 V 64 E. 2 mit Hinweis, 130 V 71 E. 3.1 mit Hinweisen). Dabei ist zu beachten, dass Anlass zur Rentenrevision jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen gibt, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Dagegen stellt eine bloss unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sach
verhaltes keine revisionsbegründende Tatsachenänderung im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (BGE 112 V 371 E. 2b; vgl. auch BGE 133 V 545 E. 6.1, 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen).
1.7.2
War indes ein Rentengesuch zufolge Nichtablaufs der Wartezeit nach Art. 28 Abs.
1
lit. b
IVG
(vgl. E. 1.2 hiervor
) rechtskräftig
abgelehnt worden
, so darf die Verwaltung im Hinblick auf ein neues Gesuch nicht geltend machen, die Invali
dität habe nicht zugenommen (vgl. Meyer/Reichmuth,
Rechtsprechung des Bun
desgerichts zum IVG, 3.
Auflage 2014,
Art. 30-31 N
118
S. 456 mit Hinweis auf BGE 97 V 58 E.
2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt dafür
(Urk. 2, Urk. 10), die seit Oktober 2012 (
Warte
zeitbeginn
) in ihrer Arbeits- beziehungsweise Leistungsfähigkeit einge
schränkt
e
Beschwerdeführerin habe vom 30. September 2013 bis 30. September 2014 berufliche Eingliederungsmassnahmen durchlaufen
und dabei ein IV-Tag
geld ausbezahlt erhalten, sodass ein
allfälliger Rentenanspruch erst ab 1. Oktober 2014 entstehen
könne.
Seit diesem Datum übe
sie
eine angepasste Tätigkeit als Betreuerin bei der
B._
aus und könne m
it dem ihr zumutbaren 50 %-Pensum ein
Invaliden
einkommen von
Fr.
41‘150.20
pro Jahr
erzielen.
Verglichen
mit dem Valideneinkommen von Fr. 69‘299.10
resultiere
eine Erwerbseinbusse
von
Fr. 28‘150.20 entsprechend einem Invaliditätsgrad von 41
%
. Damit stehe der Beschwerdeführerin ab 1. Oktober 2014 eine Viertelsrente zu. Anhand der eingereichten Berichte von lic. phil.
C._
und Dr.
D._
vom 15. Juni und 9. August 2015 sei keine wesentliche gesundheitliche Verschlechterung ausgewiesen. Die Kosten für die neuropsychologische Standortabklärung
durch
lic. phil.
C._
könnten nicht vergütet werden
.
2.2
Dagegen brachte die Beschwerdeführerin vor
(Urk. 1, Urk. 6)
, die involvierten Ärzte mit Ausnahme des
regionalen ärztlichen Dienstes (RAD)
gingen
überein
stimmend von einer Einsatzfähigkeit von maximal 40 % in einer angepassten Tätigkeit aus.
Demzufolge
könne
als Invalideneinkommen
nicht der Lohn eines Pensums von 50 %, sondern nur jener eines solchen von 40 %
im Betrag von Fr. 32‘920.55
angerechnet werden, was im Vergleich mit dem
unbestrittenen Valideneinkommen von Fr.
69‘299.10 ein
en
Invaliditätsgrad von 53 % ergebe. Da
ihr
das vom 1. Oktober 2014 bis 31. August 2015
an der B._
geleistete 50 %-Pensum
aus medizinischer Sicht
nicht zumutbar sei
, könne
der dabei erzielte Verdienst nicht angerechnet werden
. Aus diesem Grund sei ihr
ab dem 1. Oktober 2014 eine halbe Rente zu
zusprechen.
3.
Im Zuge des mit Erstanmeldung vom 5. August 2008 (Urk. 15/2) angehobenen Verfahrens lautete die Diagnose auf eine reaktive Erschöpfungsdepression (vgl. Arztzeugnis von Dr. med. E._ vom 29. Januar 2008 [Urk. 15/11/2] sowie deren Berichte vom 5. April und 15. Juli 2008 [Urk. 15/11/3-8]). Nach der Auf
lösung des Arbeitsverhältnisses mit der Genossenschaft Y._ per 31. Mai 2008 (Urk. 15/12) trat die Beschwerdeführerin am 1. November 2008 eine neue Teilzeitstelle als Sozialpädagogin bei der Z._ an (Urk. 15/14, Urk. 15/15/2, Urk. 15/25/3). Daraufhin ver
neinte die Beschwerdegegnerin mit
unangefochten gebliebener Verfügung vom 22. Juni 2009 (Urk. 15/21) einen Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Rente der Invalidenversicherung mangels Erfüllung des Wartejahres.
4.
4.1
Im Rahmen des mit Neuanmeldung vom 23. Februar 2013 (
Urk. 15/
26) eingeleite
ten Verfahrens ergingen unter anderem folgende ärztliche Einschät
zungen:
4.2
Die Ärzte der
F._
, wo die Be
schwerdeführerin vom 11. bis 17. Dezember 2012 hospitalisiert gewesen war (vgl. Austrittsbericht,
Urk. 15/
69/13-14), stellten in ihrem Bericht vom 8. Oktober 2014 folgende Diagnose (
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit; Urk. 15/
69/1-4 S. 1 Ziff. 1.1):
-
Ausgedehntes fronto-parietal links gelegenes Meningeom WHO-Grad II mit/bei:
-
Status nach Kraniotomie und mikrochirurgischer Exstirpation am 12. Dezember 2012
-
Status nach postoperativer Strahlentherapie vom 22. Februar bis 4. April 2013
-
S
chwere akute reaktive Depression mit ausgeprägten Ängsten im Rah
men der Tumordiagnose und Prognose
-
Status nach ausgeprägtem krankheits- und therapiebedingtem psycho
physischem Erschöpfungssyndrom.
Sie empfahlen regelmässige bildgebende und klinische Nachkontrollen und äus
serten sich nicht
näher
zur Arbeits(un)fähigkeit. Eine entsprechende Angabe findet sich auch nicht in den Berichten an den Hausarzt vom 4. und 11. Dezember 2012, 10. Juni und 10. Dezember 2013 sowie 19. Juni 2014 (
Urk. 15/
69/5-14).
4.3
Dr. med.
G._
, Leitender Arzt
H._
, nannte in seinem Bericht vom
24. Oktober 2014
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit
(Urk. 15/
71
/6-7 S. 1 Ziff. 1.1)
:
-
Status nach Kraniotomie und mikrochirurgischer Exstirpation eines Me
ningeoms WHO Grad II fronto-parietal links am 12. Dezember 2012, anschliessend chronische cerebrale Probleme mit rezidivierenden Kopf
schmerzen und Konzentrationsstörungen
-
Reaktive schwere Depression mit ausgeprägter Angstsymptomatik
-
Mittelschweres CAS-Syndrom
Er berichtete, die Beschwerdeführerin stehe seit April 2013 wegen einer Poly
symptomatik in seiner Behandlung und habe insbesondere nach der Strahlen
therapie stark reagiert in Form einer Erschöpfung mit neurologischen Ausfällen und zentraler Symptomatik, wobei sich die Situation mittlerweile ein wenig sta
bilisiert habe. Die Beschwerdeführerin leide an einer deutlichen Konzentrati
onsschwäche und klage über Kopfschmerzen sowie unspezifischen Schwindel bei stabilem Kreislauf. Die Prognose sei aufgrund der Vorgeschichte und des aktuellen Verlaufs unsicher. Es sei kaum zu erwarten, dass sich die Beschwer
deführerin im nächsten Jahr noch weiter stabilisieren werde (S. 1
Ziff. 1.4
). Als Einschränkungen bestünden rasche Ermüdbarkeit und Erschöpfung, Konzentra
tionsschwäche sowie Schmerzentwicklung mit der Folge, dass die Arbeit nur in begrenzter Zeit durchgeführt werden könne und ausgedehnte Ruhephasen not
wendig seien. Die bisherige Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin noch im Um
fang von 50 % zumutbar. Sie sei aktuell in einem reduzierten Rahmen tätig
(S. 2 Ziff. 1.7)
.
4.4
Der ab November 2012 behandelnde Dr. med.
I._
, Facharzt für Allgemein
medizin, stellte in seinem Bericht vom 25. Oktober 2014 folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk. 15/
73
S. 1 Ziff. 1.1):
-
Status nach Kraniotomie und mikrochirurgischer Exstirpation eines Menin
geoms WHO Grad II fronto-parietal links am 12. Dezember 2012
-
Status nach postoperativer Radiotherapie vom 22. Februar bis 4. April 2013
-
Status nach schwerer akuter reaktiver Depression
-
Status nach ausgeprägtem krankheits- und therapiebedingtem psycho
phy
sischem Erschöpfungssyndrom
Er führte aus, die Beschwerdeführerin habe sich vom Eingriff und der anschlies
senden Radiotherapie nur sehr langsam erholt und verzeichne weiterhin häufig Kopfschmerzen, einen leichten „Trümmel“, Parästhesien im Bereich der Narbe sowie Gefühllosigkeit im Bereich der Zehen rechts. Überdies klage sie über ra
sche Ermüdung und eine eingeschränkte Konzentrationsfähigkeit. Sie habe seit 1. Oktober 2014 eine 50 %-Festanstellung als „Mädchen für alles“ (nicht im bis
herigen Beruf als Heilpädagogin) an der
B._
. Die Arbeit gefalle ihr, e
ine Steigerung der Arbeitszeit
sei in nächster Zeit aber nicht möglich. Ein entsprechender Versuch habe zur Überforderung geführt (S. 2 Ziff. 1.4).
Dr.
I._
attestierte folgende Arbeitsunfähigkeiten für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit: 29. Oktober bis 15. November 2012 100 %, 16. bis 30. November 2012 60 %,
1. Dezember 2012 bis 2. Februar 2014 100 %, 3. Februar bis 4. Mai 2014 50 %, 5. Mai bis 22. Juni 2014 40 %, 23. Juni 2014 bis auf weiteres 50 % (S. 2 Ziff. 1.6).
Er vermerkte
, die bisherige Tätigkeit sei infolge rascher Ermü
dung und eingeschränkter Konzentrationsfähigkeit nicht mehr zumutbar (S. 2 Ziff. 1.7).
4.5
In ihrem Bericht vom 15. Juni 2016 betreffend die auf Zuweisung von Dr.
D._
erfolgte neuropsychologische Standortbestimmung vom 12. Juni 2015 konstatierte lic. phil.
C._
(
Urk. 15/
89 S. 6 f.), es seien deutliche Störun
gen bei den Lern- und Gedächtnisfunktionen, im Aufmerksamkeitsbereich, bei der kognitiven Umstellfähigkeit sowie gelegentlich auftretende dysphasische Symptome objektivierbar. Affektregulation, psychomentale Dauerbelastbarkeit und Stresstoleranz seien herabgesetzt. Die Befunde seien als mittelschwere neuropsychologische Funktionsstörung und als Folge der Tumorerkrankung zu werten.
Aus neuropsychologischer Sicht bestehe in der angestammten Tätigkeit als Sozialpädagogin oder Betreuerin keine wirtschaftlich verwertbare Arbeitsfä
higkeit mehr. Auch bei Tätigkeiten mit einem einfachen kognitiven Anforde
rungsprofil, wie es zum Beispiel beim Einsatz als Küchenhilfe zu bewältigen sei, sei die Dauerbelastbarkeit aufgrund der erhöhten Ermüdbarkeit deutlich redu
ziert. Die Exazerbation von Beschwerden (Kopfschmerzen, Nackenbeschwerden) und die im aktuellen Untersuchungsverlauf ebenfalls beobachteten, ermüdungs
bedingt zunehmenden Leistungsblockaden seien ein deutlicher Hinweis darauf, dass das ihr aktuell zugemutete 50 %-Pensum auch bei der einfacheren Tätig
keit als Küchenhilfe noch überhöht sei. Eine Stabilisierung der Beschwerdesitu
ation könne erst nach einer zumindest 10%igen weitere
n
Reduktion des Ar
beitspensums erwartet werden. Ein Anhalten der jetzigen Überforderungssitua
tion könne zu einer weiteren psychomentalen Leistungsdekompens
at
ion führen.
4.6
Dr.
D._, welcher am
19. Mai 2015 auf Veranlassung des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin
eine neurologische
Standortbestimmung
vorgenommen und beim F._
zusätzliche Berichte
angefordert hatte,
führte i
n sei
ne
m Bericht vom 9. August 2015 (
Urk. 15/
93/6-9) aus,
es
bestünden noch ganz erhebliche, multiple Residuen nach der Entfernung und Nachbestrahlung eines sehr grossen Meningeoms links fronto-parietal mit zusätzlicher ausgeprägter re
aktiver Depression. Die Funktionseinschränkungen beträfen in erster Linie die deutlich reduzierte Belastbarkeit bei gleichzeitigen mittelschweren kognitiven Funktionsstörungen (gemäss neu
ropsychologischer Untersuchung vo
m Juni 2006 [richtig: 2015]). Auch die Motorik sei erheblich beeinträchtigt mit erwar
tungsgemässer Betonung der rechten Körperseite und weiterhin deutlicher Unsi
cherheit im Gleichgewicht. Das zumutbare zeitliche Pensum sei mit 50 % zu hoch. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit betrage gleichzeitig die Leistung pro Zeiteinheit weniger als 100
%
. Das bedeute, dass die maximale zumutbare Arbeitsfähigkeit klar unter 50 % liege für sehr einfache Arbeiten. Als Sozialpä
dagogin bestehe keine Arbeitsfähigkeit mehr (S. 4).
4.7
Dr.
I._
führte am 8. Dezember 2015 (
Urk. 15/
110) zuhanden des Rechtsver
treters der Beschwerdeführerin aus, er habe im Bericht vom 25. Oktober 2014 vermerkt, dass seit dem 1. Oktober 2014 eine Festanstellung zu 50 % für einfache Arbeiten bestehe und er eine Steigerung des Pensums als nicht möglich erachte. In der Folge habe sich gezeigt, dass auch das 50 %-Pensum zur völligen Erschöpfung führe. Ab 1. September 2015 habe das Pen
sum auf 40 % reduziert werden müssen. Diese Beobachtung sei gestützt worden durch die neurologische
n
und neuropsychologische
n
Abklärung
en
vom Mai/Juni 2015 bei Dr.
D._
beziehungsweise
lic. phil.
C._
. Dabei habe sich nebst der bekannten reaktiven Depression und der erheblich eingeschränk
ten Motorik auch eine bis anhin nicht in diesem Ausmass erkannte mittel
schwere kognitive Funktionsstörung gezeigt. Seine hausärztlichen Beobachtun
gen deckten sich mit dem Bericht von Dr.
D._
. Wie bereits am 25. Oktober 2014 erwähnt, sei eine Tätigkeit im angestammten Beruf als Sozialpädagogin wegen den bekannten Einschränkungen nicht möglich. Die dafür notwendige Konstanz und anhaltende Konzentrationsfähigkeit könne die Beschwerdeführe
rin nicht mehr aufbringen. Die Anstellung zu 50 %
respektive
ab 1. September 2015 zu 40 % beziehe sich deshalb auch ausdrücklich auf einfachere „Mädchen für alles“-Tätigkeiten.
4.8
Die nach der Pensionierung von Dr.
I._
behandelnde Hausärztin Dr. med.
J._
, laut Medizinalberuferegister (https://www.medregom.admin.ch) Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, führte im Bericht vom 8. März 2016 (Urk. 3/9) zuhanden des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin aus, in Über
einstimmung mit der Beurteilung des Neurologen Dr.
D._
habe
sie
in den bisherigen Konsultationen feststellen können, dass noch sehr ausgeprägte Be
schwerden infolge des im Dezember 2012 operierten und im Jahr 2013 nachbe
strahlten Meningeoms bestünden. Bekanntermassen könnten Konzentrationsbe
einträchtigungen
und
rasche Ermüdbarkeit als Folge einer Strahlentherapie des Gehirns nach Abschluss der Behandlung persistieren und auch im Laufe der Zeit eher zunehmen. Der Beschwerdeführerin sei eine Tätigkeit als Sozialpädagogin nicht mehr zuzumuten, da die Konzentrationsfähigkeit eingeschränkt sei. Selbst bei der aktuellen Tätigkeit in der Küche der
B._
benötige sie für die Arbeiten mehr Zeit als eine gesunde Person. Die Arbeit dort sei nur möglich, weil man ihr das eigene Arbeitstempo zugestehe. Die Beschwerdeführerin leide täglich unter Kopfschmerzen, welche im Bereich der ehemaligen Tumorregion und Radiotherapie lokalisiert seien. Daneben be
stehe weiterhin eine ausgeprägte reaktive Depression.
E
in Einsatz als Sozialpä
dagogin
sei
nicht mehr möglich und auch mit medizinischen Massnahmen nicht zu erreichen. Das derzeitige Arbeitspensum von 40 % sei nicht steigerungsfähig. Gegebenenfalls würde eine fachärztliche Beurteilung im Sinne einer Begutach
tung bei den Kollegen der Radioonkologie des
K._
bezüg
lich möglicher Langzeitfolgen der Radiotherapie noch weiterhelfen.
5.
5.1
Nachdem die Beschwerdegegnerin das Leistungsbegehren der Beschwerdeführe
rin vom 5. August 2008 (Urk. 15/2) mit rechtskräftiger Verfügung vom 22. Juni 2009 (Urk. 15/21) mangels Erfüllung der einjährigen Wartezeit abgewiesen hat
te
, darf das neuerliche Leistungsgesuch vom 23. Februar 2013 (Urk. 15/26) nicht unter dem eingeschränkten Blickwinkel der Revision (vgl. E. 1.7.1 hiervor) beurteilt werden. Vielmehr ist im Sinne einer Erstanmeldung –
respektive
ohne Rücksicht auf die Revisionsregeln beziehungsweise das Vorliegen einer für den Anspruch erheblichen Änderung der tatsächlichen Verhältnisse – zu prüfen, ob der Beschwerdeführerin eine Invalidenrente zusteht (vgl. E. 1.7.2 hiervor).
5.2
Es steht aufgrund der Akten fest und ist unbestritten
,
dass die Beschwerdeführe
rin wegen den im Zusammenhang mit der im Oktober 2012 diagnostizierten Tumorerkrankung aufgetretenen Beschwerden in ihrer angestammten Tätigkeit als Sozialpädagogin nicht mehr einsatzfähig und sie auf eine
angepasste, mithin eine
körperlich leichte Tätigkeit mit nur einfachen kognitiven Anforderungen angewiesen ist
(vgl. E. 4.4-4.8 hiervor)
.
Strittig und zu prüfen ist die Höhe der Arbeitsfähigkeit in einer solchen Verwei
sungstätigkeit, wobei unter Berücksichtigung des während der Dauer der Ein
gliederung vom 30. September 2013 bis 30. September 2014 erfolgten Taggeld
bezugs (
Urk. 15/
35,
Urk. 15/
47-48,
Urk. 15/
52,
Urk. 15/
62) insbesondere die Zeit ab 1. Oktober 2014 zu betrachten ist. Denn nach Art. 29 Abs. 2 IVG entsteht der Rentenanspruch nicht, solange die versicherte Person ein Taggeld nach Art. 22 IVG beanspruchen kann (vgl. E. 1.
6
hiervor).
5.
3
Die Beschwerdegegnerin legte ihrem Renten
entscheid vom 29. Februar 2016
(Urk. 2) eine Arbeitsfähigkeit von 50 %
in einer Verweisungstätigkeit
zu Grunde und stützte sich dabei auf die Einschätzung
ihres
RAD
, namentlich auf die Ak
tenbeurteilung von pract. med.
L._
, Facharzt für Arbeitsmedizin, welcher am 27. Januar (
Urk. 15/
83/5) und 25. August 2015 (
Urk. 15/
103/3) sowie 14. Januar 2016 (
Urk. 15/
113/2) zum medizinischen Sachverhalt Stellung ge
nommen hatte.
Der
besagte
RAD-Arzt bestätigte die bereits bekannten Diagno
sen und
anerkannte
die im Bericht der
H._
vom 24. Oktober 2014 (vgl. E. 4.
3
hiervor) genannten Einschränkungen (rasche Ermüdbarkeit und Er
schöpfung, Konzentrationsschwäche, Schmerzentwicklung) sowie das Ange
wiesensein auf vermehrte Ruhepausen. Bezüglich Höhe und Verlauf der Ar
beitsunfähigkeit verwies er auf die Angaben von Dr.
I._
im Bericht vom 25. Oktober 2014 (vgl. E. 4.4 hiervor), welche er unter Verweis auf die Diagno
sen, die durch die Erkrankung bedingten funktionellen Einschränkungen und die Ausführungen der Eingliederungsberatung im Protokoll vom 24. November 2014 (
Urk. 15/
78) als plausibel nachvollziehbar einstufte. Er erklärte, mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit sei die ab 23. Juni 2014 bestehende Arbeitsunfä
higkeit von 50 % dauerhaft.
De
m Bericht von Dr.
D._
vom 9. August 2015
(vgl. E. 4.6 hiervor)
sei keine wesentliche Verschlechterung des Gesundheitszu
standes zu entnehmen im Vergleich zum Zeitpunkt der Berichterstattung durch Dr.
I._
am 25. Oktober 201
4.
Somit sei bezüglich de
ssen
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit von einer anderen Beurteilung des gleichen Sachverhaltes aus
zugehen. Die Beschwerdeführerin habe im Rahmen von Eingliederungsmass
nahmen mit einem Pensum von 50 % in einer angepassten (einfachen) Tätigkeit in den ersten Arbeitsmarkt integriert werden können. Seit der Eingliederung sei keine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustandes ausgewiesen. Die von Dr.
D._
beschriebenen Einschränkungen hätten mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit bereits im Jahr 2014 bestanden. Namentlich sei
en
bereits im Be
richt der
H._
vom 24. Oktober 2014 eine rasche Ermüdbarkeit und Erschöpfung, Konzentrationsschwäche und Sc
hmerzentwicklung genannt wor
den
.
5.4
Wie die Beschwerdeführerin zu Recht einwandte, vermag diese kurz gehaltene Einschätzung des RAD nicht zu überzeugen. Pract. med.
L._
hat unbe
strittenermassen keine eigene Untersuchung durchgeführt, sondern eine reine Aktenbeurteilung vorgenommen. Soweit er von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit ausging
,
geht dies zurück auf Dr.
I._
, w
elcher sich am 25. Oktober 2014 zunächst für eine
Einsatz
fähigkeit
in dieser Höhe ausgesprochen hatte (vgl. E.
4
.
4
hiervor). Nach Kenntnis der neuropsychologi
schen und neurologischen Zusatzabklärungen
durch lic. phil. C._
und Dr.
D._
konstatierte der Hausarzt
indes
am 8. Dezember 2015 (vgl. E.
4
.
7
hiervor), die bestehende mittelschwere kognitive Funktionsstörung sei bis anhin nicht in diesem Ausmass erkannt worden. Das am 1. Oktober 2014 angetretene 50 %-Pensum habe zur völligen Erschöpfung geführt und ab 1. September 2015 auf 40 % reduziert werden müssen. Damit im Einklang stehend stufte auch die Neuropsychologin lic. phil.
C._
das im Zeitpunkt ihrer Untersuchung
von der Beschwerdeführerin bekleidete
50 %-Pensum als überhöht ein und erachtete eine zumindest 10%ige weitere Reduktion des Arbeitspensums als erforderlich (vgl. E. 4.
5
hiervor). Auch Dr.
D._
ging davon aus, dass
das
50 %-Pensum zu hoch sei und die maximal zumutbare Arbeitsfähigkeit
(klar)
darunter liege (vgl. E. 4.
6
hiervor). Dr.
J._
schliesslich sprach ebenfalls von noch sehr ausgeprägten Beschwerden und bezeichnete das
von der Beschwerdeführe
rin ab 1. September 2015
ausgeübte 40 %-Pensum als nicht steigerungsfähig
(vgl. E. 4.8 hiervor)
. Damit
gelangten
alle im fraglichen Zeitraum mit der Be
schwerdeführerin befassten versicherungsexternen
Fachpersonen
zum Schluss
, dass
deren
Leistungsgrenze
bei einem Pensum von (höchstens) 40 % liegt. Von dieser Arbeitsfähigkeit ist – jedenfalls für die Zeit ab 1. September 2015 – aus
zugehen, zumal
gemäss Angaben der
B._
vom 15. April 2016 (Urk. 7/1) die
ab dem genannten Datum vollzogene
Reduktion des
P
ensums von 50 auf 40 % (
letzteres
verrichtet an drei Wochenta
gen) zu einer Verbesserung
der Arbeitsleistung geführt hat und Hinweise auf eine Selbstlimitierung in den Akten nicht auszumachen
sind. Im Gegenteil war die Beschwerdeführerin stets bemüht, ihre Arbeitsfähigkeit zu steigern und sich bestmöglich zu integrieren. Die
Argumentation des RAD
(vgl. E. 5.3 hiervor)
, wonach die
von Dr. D._ (Bericht vom 9. August 2015) beschriebenen
Ein
schränkungen
unter Berücksichtigung des Berichts der H._
vom 24. Oktober 2014
bereits
im Jahr 2014
vorgelegen
hätten,
greift insoweit zu kurz
,
als
mit
deren
Bestand
noch nichts über
ihr Ausmass und ihre
Auswirkun
gen
auf die Arbeitsfähigkeit
gesagt
ist
.
Diesbezüglich erfolgten eingehende Ab
klärungen durch Dr. D._ und lic. phil. C._. Die Beschwerdegegnerin res
pektive ihr RAD hat deren fachkundige Einschätzungen indes (weitestgehend) ignoriert und stattessen
in undifferenzierter und durch die Akten in keiner W
eise abgestützten Art auf eine anhaltende 50%ige Arbeitsfähigkeit geschlos
sen.
6.
6.1
Zu prüfen bleibt, wie sich
das
eingeschränkte
Leistungsvermögen
in erwerbli
cher Hinsicht auswirkt. Dabei besteht unter den Parteien – zu Recht – Einigkeit darüber, dass die Beschwerdeführerin als im Gesundheitsfall mutmasslich zu 80 % Teilerwerbstätige ohne Aufgabenbereich einzustufen ist. Demgemäss kommt vorliegend zur Invaliditätsbemessung die allgemeine Methode des Ein
kommensvergleichs (vgl. E. 1.3 hiervor) zur Anwendung, wobei nach der
mit BGE 142 V 290 präzisierten
Rechtsprechung die daraus resultierende Einschrän
kung proportional –
im Umfang des hypothetisch-erwerblichen Teilzeitpensums – zu berücksichtigen ist
(vgl. E. 1.4 hiervor).
6.2
Die Beschwerdeführerin war
im Zeitpunkt
der Tumordiagnose mit einem
80 %-
Pensum
als
Sozialpädagogin be
i der A._ tätig und verlor diese Arbeitsstelle
per
31.
August 2013 aus gesundheitlichen Gründen (vgl.
Kündi
gungsschreiben der Arbeitgeberin vom 29. Mai 2013, Urk. 15/
36/15). Gemäss Auszug aus dem Individuellen Konto
(IK)
vom 6. Dezember 2013
(Urk. 15/
43 S. 4) erzielte sie dabei im Jahr 2012 einen Verdienst von Fr. 68‘136.--. Dieser Wert liegt etwas über dem im Arbeitgeberbericht
vom 20. September 2013
(
Urk. 15/
36/10 Ziff. 2.10) für das Jahr 2013 (prognostisch und deswegen wohl ohne
Berücksichtigung der
vollständige
n
Zulagen) angegebenen Jahresverdienst von Fr. 67‘129.40 und ist zu Gunsten der Beschwerdeführerin als Ausgangswert für die Bemessung des Valideneinkommens
heranzuziehen
. Unter Berücksichti
gung der geschlechts- und branchenspezifischen Nominallohnentwicklung (In
dex 2012: 101.0, Index 2014: 101.4; vgl. BFS, Tabelle T1.2.10 Nominallohnin
dex Frauen 2011-2016, Ziff. 86-88 Gesundheitswesen, Heime und Sozialwesen) resultiert ein Valideneinkommen von Fr. 68‘405.85 (Fr. 68‘136.-- : 101 x 101.4) für das Jahr 2014.
Laut Angaben des Schulamtes der
B._
(
Urk. 15/
66/1-2,
Urk. 15/
99) betrug der von der Beschwerdeführerin im Rahmen ihrer
40 %-
Anstellung als Betreuerin bei der
B._
erzielte
Jahres
verdienst
Fr. 32‘920.55 (Fr. 2‘532.35 x 13).
Aus der Gegenüberstellung dieser beiden Vergleichsgrössen resultiert eine Er
werbseinbusse von Fr. 35‘485.30 (Fr. 68‘405.85 - Fr. 32‘920.55) beziehungs
weise 51.87 %. Sie ist angesichts der Qualifikation als Teilerwerbstätige ohne Aufgabenbereich in Anwendung der Rechtsprechung gemäss BGE 142 V 290 entsprechend dem Beschäftigungsgrad von 80 % mit dem Faktor 0.8 zu ge
wichten. Daraus ergibt sich ein Invaliditätsgrad von gerundet 41 % (zur Run
dung vgl. BGE 130 V 121 E. 3.2), womit
es bei der zugesprochenen Viertelsrente sein Bewenden hat und die Beschwerde im Rentenpunkt abzuweisen ist.
6.3
Angesichts dessen, dass die Zugrundelegung einer Arbeitsfähigkeit von 40 % nicht zu eine
r
höheren als
der
zugesprochene
n
Viertelsrente führt, kann offen
bleiben, ob die Beschwerdeführerin wie von ihr geltend gemacht (Urk. 1 S. 5 Ziff. 8) mit dem vom 1. Oktober 2014 bis 31. August 2015 geleisteten Pensum von 50 % über das ihr zumutbare Mass hinaus erwerbstätig war.
Falls sich die Beschwerdeführerin den auf der Basis eines 50 %-Pensums erzielten Verdienst namentlich mangels hinreichender Anhaltspunkte für eine Soziallohnkompo
nente als Invalidenlohn anzurechnen hätte (vgl. E. 1.3.3 hiervor), würde dadurch unter Berücksichtigung der Rechtsprechung gemäss BGE 142 V 290 in diesem Zeitraum der Anspruch auf die Viertelsrente in Frage gestellt.
Da
praxis
gemäss
von einer Abänderung des Entscheids zu Ungunsten der beschwerde
führenden Partei zurückhaltend Gebrauch zu machen und eine solche auf Fälle zu beschränken ist, in denen de
r angefochtene
Entscheid offensichtlich unrich
tig und die Korrektur von erhe
blicher Bedeutung ist (vgl. BGE 142 V 337 E. 3.1, 119 V 241 E.
5; Ueli Kieser, A
TSG-Kommentar, 3.
Auflage, Züric
h/Basel/Genf 2015, N 156 zu Art.
61 ATSG), wäre
indes
vorliegend von einer reformatio in peius (Schlechterstellung) in Bezug auf die Zeit vom 1. September 2014 bis 31. August 2015 abzusehen. Im Übrigen stünde der Beschwerdeführerin die Möglichkeit offen, ihre Beschwerde zurückzuziehen, womit es
auch im fragli
chen Zeitraum
bei der von der Beschwerdegegnerin zugesprochenen V
iertels
rente bliebe, zumal die solchermassen in Rechtskraft erwachsene Verfügung vom 29. Februar 2016 (Urk. 2) mit Blick auf die Rechtsprechungsänderung vom Mai 2016 (vgl. E. 1.4 hiervor) kaum einer Wiedererwägung gemäss Art. 53 Abs. 2 ATSG durch die Beschwerdegegnerin zugänglich sein dürfte.
7.
7
.1
Nach der Rechtsprechung kann das verwaltungsgerichtliche Verfahren aus pro
zessökonomischen Gründen auf eine ausserhalb des Anfechtungsgegenstandes, das heisst ausserhalb des durch die Verfügung bestimmten Rechtsverhältnisses liegende spruchreife Frage ausgedehnt werden, wenn diese mit dem bisherigen Streitgegenstand derart eng zusammenhängt, dass von einer Tatbestandsge
samtheit gesprochen werden kann, und wenn sich die Verwaltung zu dieser Streitfrage mindestens in Form einer Proz
esserklärung geäussert hat (BGE
130 V 503, 122 V 34 E. 2a mit Hinweisen).
7.2
Die Beschwerdeführerin beantragte, die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihr die Kosten der Abklärungen durch lic. phil.
C._
und Dr.
D._
(Be
richte vom 15. Juni [
Urk. 15/
89] und 9. August 2015 [
Urk. 15/
93]) im Betrag von Fr. 1‘599.60 und Fr. 800.-- zu vergüten (Urk. 1 S. 2).
Im Dispositiv der angefochtenen Verfügung
vom 29. Februar 2016
(Urk. 2) erging diesbezüglich kein Entscheid.
Sodann
hat sich die Beschwerdegegnerin in den Erwägungen der angefochtenen Verfügung hinsi
chtlich Kostenüber
nahme
betreffend den
Bericht von lic. phil. C._,
nicht aber betreffend den Bericht von Dr.
D._ (
vgl. den entsprechenden Antrag in der Eingabe der Beschwerdeführerin vom 17. August 2015,
Urk. 15/
95)
,
(
abschlägig
) geäussert (Urk. 2 S. 5 oben), wobei sie die massgebenden Rechtsgrundlagen nicht darlegte. In ihrer Beschwerdeantwort (Urk. 10) hat sich die Beschwerdegegnerin schliess
lich zur Frage der Kostenvergütung ebenfalls nicht vernehmen lassen.
In diesem Punkt ist daher auf die Beschwerde nicht einzutreten.
7.3
Die Sache ist nach Eintritt der Rechtskraft
dieses Entscheids
an die
Beschwerde
gegnerin zu überweisen, damit sie unter Berücksichtigung der einschlägigen Rechtsgrundlagen (Art. 45 Abs. 1 ATSG, Art. 78 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV]; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 9C_764/2014 vom 21. Juli 2015 E. 3.2.2 mit Hinweis auf Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Auflage 2015, N 19 ff. und N 44 zu Art.
45 ATSG
) und nach Gewährung des rechtlichen Gehörs über den Antrag der Beschwerdeführerin auf Vergütung der Abklärungskosten verfüge.
8.
Die Ko
sten des Verfahrens gemäss Art. 69 Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr. 8
00.-- anzusetzen und
entsprechend dessen Ausgang
der unterliegenden Beschwerdeführerin
aufzuerlegen
.