Decision ID: 6b28f8b4-b34d-4f9c-b5b6-1b41aab4c549
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ bezog seit Jahren eine Ergänzungsleistung zu seiner Invalidenrente. Am 5.
März 2012 füllte er das Formular zur periodischen Überprüfung der laufenden
Ergänzungsleistung aus (EL-act. 132). Er legte einen Mietvertrag vom 13. April 2011 bei
(EL-act. 136), laut dem sich die Nettomiete auf Fr. 1'277.-, die Nebenkostenpauschale
auf Fr. 290.- und der Betrag für den Geschirrspüler auf Fr. 25.- monatlich beliefen. Da
A._ auf den Nettomietzins einen Rabatt von Fr. 177.- erhielt, hatte er nicht Fr. 1'592.-,
sondern nur Fr. 1'415.- monatlich zu bezahlen. Der zuständige Sachbearbeiter der EL-
Durchführungsstelle notierte am 20. November 2012 (EL-act. 127), A._ habe am 20.
November 2012 angegeben, der Mietzins sei unverändert. Der Sachbearbeiter hielt
dazu fest, im eingereichten Zahlungsbeleg über Fr. 1'455.- seien die Kosten eines
Parkplatzes von Fr. 40.- monatlich enthalten. Bis anhin sei der Betrag für den
Geschirrspüler abgezogen worden. Dieser Abzug werde nun aber nicht mehr gemacht.
Die Anpassung erfolge laufend, da sie sich mit der Korrektur der BVG-Rente (Fr. 27.-)
ausgleiche. Bei der Anspruchsberechnung ab Dezember 2012 berücksichtigte die EL-
Durchführungsstelle auch den Betrag für den Geschirrspüler von Fr. 25.- monatlich und
damit einen Mietzins von Fr. 1'415.- bzw. Fr. 16'980.- als Mietzinsabzug (EL-act. 124).
Da damit der bundesrechtliche Höchstbetrag für den Mietzinsabzug von Fr. 13'200.-
überschritten war, erhöhte die EL-Durchführungsstelle die ausserordentliche
Ergänzungsleistung ab dem 1. Dezember 2012 auf Fr. 3'780.- bzw. Fr. 315.- pro
Monat. Die ordentliche Ergänzungsleistung belief sich neu auf Fr. 1'055.- (EL-act. 125).
Da A._ in der Folge keine Veränderung des Mietzinses meldete, wiesen die
Anspruchsberechnungen jeweils einen Mietzinsabzug von Fr. 16'980.- (Fr. 13'200.- und
Fr. 3'780.-) aus. Ab Januar 2013 belief sich die ordentliche Ergänzungsleistung auf Fr.
1'066.-, die ausserordentliche Ergänzungsleistung unverändert auf Fr. 315.- (EL-act.
122). Ab November 2013 sank die ordentliche Ergänzungsleistung auf Fr. 332.-
monatlich, da A._ eine Erwerbstätigkeit aufgenommen hatte. Die (nur vom –
A.a.
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unveränderten – Mietzins abhängige) ausserordentliche Ergänzungsleistung blieb
unverändert bei Fr. 315.- (EL-act. 100). Ab Januar 2014 betrug die ordentliche
Ergänzungsleistung Fr. 344.-, die ausserordentliche Ergänzungsleistung weiterhin Fr.
315.- (EL-act. 99). Das Arbeitsverhältnis wurde per 31. März 2014 wieder aufgelöst. Der
Wegfall des Erwerbseinkommens liess die ordentliche Ergänzungsleistung per 1. April
2014 auf Fr. 1'078.- monatlich ansteigen; die ausserordentliche Ergänzungsleistung
verharrte auf Fr. 315.- (EL-act. 92). Ab Januar 2015 machte die ordentliche
Ergänzungsleistung Fr. 1'170.-, die ausserordentliche Ergänzungsleistung unverändert
Fr. 315.- aus (EL-act. 88). Ab Januar 2016 erhielt A._ eine ordentliche
Ergänzungsleistung von Fr. 1'182.- und eine ausserordentliche Ergänzungsleistung von
Fr. 315.- (EL-act. 83). Am 24. Februar 2016 füllte er erneut ein Formular zur
periodischen Überprüfung der laufenden Ergänzungsleistung aus. Dabei gab er u.a. an,
der aktuelle Mietzins belaufe sich auf Fr. 1'118.- monatlich (EL-act. 75-3). Effektiv
bezahlte er Fr. 1'218.- monatlich (EL-act. 76-3). Die Differenz von Fr. 100.- monatlich
resultierte aus der Miete für eine Garage. Die EL-Durchführungsstelle forderte die AHV-
Zweigstelle auf, bei A._ Unterlagen zu dieser Mietzinsreduktion anzufordern (EL-act.
74). Die AHV-Zweigstelle teilte am 19. September 2016 mit, sie habe von A._ trotz
zweimaliger Aufforderung keine Unterlagen erhalten (EL-act. 72-1). Daraufhin ersuchte
die EL-Durchführungsstelle selbst A._, diese Unterlagen einzureichen, ansonsten sie
die laufende Ergänzungsleistung wegen einer Verletzung der Mitwirkungspflicht ab 1.
November 2016 einstellen müsse (EL-act. 71). Am 27. Oktober 2016 verfügte sie die
Einstellung der Ergänzungsleistung per 31. Oktober 2016 (EL-act. 70). Diese Verfügung
erwuchs in formelle Rechtskraft.
A._ meldete sich am 6. Dezember 2016 wieder zum Bezug einer
Ergänzungsleistung an (EL-act. 62). Er gab dabei u.a. an, er bezahle einen
Bruttomietzins von Fr. 1'218.- monatlich. Als Belege dafür reichte er den Mietvertrag
vom 13. April 2011 (EL-act. 66-3) und ein Schreiben der Vertreterin des Vermieters vom
19. Oktober 2016 (EL-act. 66-1) ein, laut dem die Nettomiete bis Ende 2016 nicht nur
um den "Eigentümerrabatt" von Fr. 177.- monatlich, sondern auch um eine
"Zusatzverbilligung II" von Fr. 272.- monatlich reduziert wurde. Die EL-
Durchführungsstelle forderte A._ am 14. Dezember 2016 auf, den "Mietzinsverlauf"
lückenlos nachzuweisen (EL-act. 61). Am 20. Dezember 2016 teilte Dr. med. B._ von
A.b.
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den Psychiatrischen Diensten C._ der EL-Durchführungsstelle mit (EL-act. 60), dass
A._ als Folge seiner beeinträchtigten psychischen Gesundheit unter einem
ausgeprägten Vermeidungsverhalten leide. Dieses Verhalten sei der Grund für die
Überforderung bei den administrativen Angelegenheiten gewesen. A._ reichte der
EL-Durchführungsstelle am 20. Januar 2017 eine Kopie des vollständigen
Mietvertrages vom 13. April 2011 ein (EL-act. 57-4 f.). Darin war ihm ein "Rabatt" von
Fr. 177.- monatlich auf unbestimmte Zeit gewährt worden. Die "Zusatzverbilligung II"
von Fr. 272.- monatlich war ihm gemäss einem Schreiben der Vertreterin des
Vermieters vom 16. April 2014 (EL-act. 57-7) an jenem Tag rückwirkend ab Januar
2014 gewährt worden. Die EL-Durchführungsstelle nahm rückwirkend ab April 2014
eine Neuberechnung der Ergänzungsleistung vor, wobei sie einen Mietzins von Fr.
1'118.- bzw. Fr. 13'416.- berücksichtigte (EL-act. 54). Erst damit fand der Betrag für
den Geschirrspüler von Fr. 25.- monatlich nicht mehr als Teil der Mietzinsausgaben
Eingang in die Anspruchsberechnung. Bei Mietzinsausgaben von Fr. 13'416.-
resultierten für die Periode April bis Dezember 2014 eine ordentliche
Ergänzungsleistung von Fr. 1'078.- monatlich und eine ausserordentliche
Ergänzungsleistung von Fr. 18.- monatlich. Für die Periode Januar bis Dezember 2015
rechnete die EL-Durchführungsstelle aus nicht nachvollziehbaren Gründen wieder
einen Mietzins von Fr. 1'415.- bzw. Fr. 16'980.- an, so dass sich keine Veränderung
gegenüber der ursprünglichen Anspruchsberechnung ergab (EL-act. 55). Die
Neuberechnung für die Periode Januar bis Oktober 2016 beruhte dann wieder auf
einem Mietzins von Fr. 1'118.- bzw. Fr. 13'416.-. Das ergab eine ordentliche
Ergänzungsleistung von Fr. 1'182.- monatlich und eine ausserordentliche
Ergänzungsleistung von Fr. 18.- monatlich (EL-act. 52). Mit einer Verfügung vom 24.
Januar 2017 forderte die EL-Durchführungsstelle für die Perioden April bis Dezember
2014 und Januar bis Oktober 2016 insgesamt Fr. 5'643.- (19 x Fr. 297.-) zurück (EL-
act. 51). Mit dieser Rückforderung verrechnete sie eine Nachzahlung für November
2016 bis Januar 2017 von Fr. 2'617.-, so dass sich die noch offene Rückforderung auf
Fr. 3'026.- belief.
A._ erhob am 23. Februar 2017 Einsprache gegen diese Verfügung (EL-act. 45).
Er machte geltend, im Formular "periodische Revision" habe er am 14. März 2016 die
richtige Miete angegeben. Die EL-Durchführungsstelle habe die Anspruchsberechnung
A.c.
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zu spät korrigiert. Das Bundesamt für Wohnungswesen habe ihm eine Mietsenkung
gewährt, weil seine Kinder finanziell nirgends berücksichtigt worden seien, obwohl sie
fast ein Drittel des Jahres bei ihm verweilt hätten. Er habe diesen Aufenthalt mit seiner
IV- und BVG-IV-Rente sowie mit der Ergänzungsleistung finanziert. Er hätte nie
gedacht, dass er als Profiteur eines Gesetzes gegen ein anderes verstosse. Er sei
gutgläubig davon ausgegangen, dass er seiner Informationspflicht im März 2016
nachgekommen sei. Es wäre eine grosse Härte, wenn er die Rückforderung leisten
müsste. Die zuständige Sachbearbeiterin der EL-Durchführungsstelle notierte am 6.
April 2017, irrtümlicherweise sei für 2015 keine Mietzinsanpassung vorgenommen
worden (EL-act. 39). Dadurch erhöhe sich die Rückforderung um Fr. 3'564.- (12 x Fr.
297.-). Die entsprechende Neuberechnung wies nun für die Periode Januar bis
Dezember 2015 ebenfalls einen Mietzins von Fr. 1'118.- bzw. Fr. 13'416.- aus (EL-act.
37). Die EL-Durchführungsstelle wies A._ am 29. Juni 2017 darauf hin, dass eine
reformatio in peius (Erhöhung der Rückforderung von Fr. 3'026.- auf Fr. 6'590.-) drohe
(EL-act. 38). Am 31. August 2017 wiederholte A._ die bereits in der Einsprache
vorgebrachten Argumente (EL-act. 35). Am 22. September 2017 wies A._ darauf hin,
dass er nur um den Erlass der Rückforderung ersuchen könne, wenn er seine
Einsprache zurückziehe. Damit wäre aber eine Anerkennung seiner Schuld verbunden.
Das könne er mit seinem Gewissen nicht vereinbaren. Zudem würde dies dem guten
Glauben "entgegenwirken" (EL-act. 32). Die EL-Durchführungsstelle wies A._ am 11.
Oktober 2017 darauf hin, dass es nur darum gegangen sei, ihm das rechtliche Gehör
zu gewähren. Der Entscheid über das weitere Vorgehen liege ohne Druck bei ihm (EL-
act. 31). Am 17. Oktober 2017 zog A._ seine Einsprache zurück. Er ersuchte darum,
seine Eingabe vom 23. Februar 2017 als Erlassgesuch zu behandeln (EL-act. 29). Die
EL-Durchführungsstelle schrieb das Einspracheverfahren wegen Gegenstandslosigkeit
am 23. Oktober 2017 ab (EL-act. 28).
Die EL-Durchführungsstelle wies das Erlassgesuch mit einer Verfügung vom
22. November 2017 ab (EL-act. 27). Zur Begründung führte sie aus, die Reduktion des
Mietzinses auf Fr. 1'118.- monatlich sei per 1. April 2014 eingetreten. Sie sei aber erst
im März 2016 gemeldet worden. Zu diesem Zeitpunkt sei sie also bereits annähernd
zwei Jahre in Kraft gewesen. In dieser Zeit habe A._ drei Neuberechnungen erhalten.
Mit jeder der drei Verfügungen sei auf seine Melde- und Kontrollpflicht aufmerksam
A.d.
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gemacht worden. Er habe die Kontrollpflicht mehrmals verletzt; seiner Meldepflicht sei
er verspätet nachgekommen. Damit habe er die zuviel ausgerichtete
Ergänzungsleistung nicht gutgläubig empfangen. Die Prüfung der kumulativ zu
erfüllenden Erlassvoraussetzung der grossen Härte erübrige sich damit. Die zuständige
Sachbearbeiterin der EL-Durchführungsstelle notierte am 27. Dezember 2017 (EL-act.
23), A._ habe telefonisch angegeben, er habe die Verfügung vom 22. November 2017
nicht erhalten. Erst bei einem Anruf bei der EL-Durchführungsstelle habe er erfahren,
dass über sein Erlassgesuch bereits verfügt worden sei. Die Sachbearbeiterin hielt
dazu fest, sie seien so verblieben, dass sie A._ die Verfügung vom 22. November
2017 mit A-Post mit einer neuen Rechtsmittelfrist nachsenden werde. Am gleichen Tag
stellte sie A._ die Verfügung vom 22. November 2017 nochmals zu (EL-act. 22). Sie
wies im Begleitschreiben darauf hin, dass die Rechtsmittelfrist unter Berücksichtigung
des Fristenstillstandes am 1. Februar 2018 enden werde. A._ erhob am 31. Januar
2018 Einsprache (EL-act. 17). Er machte sinngemäss geltend, dass er gutgläubig
gehandelt habe. Die Ursache sei die Kollision zweier Bundesgesetze gewesen. Er sei
davon ausgegangen, dass er seiner Informationspflicht im März 2016 nachgekommen
sei. Das Bundesamt für Wohnungswesen habe ihm eine Mietsenkung gewährt, weil
seine Kinder finanziell nirgends berücksichtigt gewesen seien. Er habe den Aufenthalt
der Kinder in der Schweiz mit seinen beiden Invalidenrenten und der
Ergänzungsleistung finanziert. Er sei von der "Rechtsabteilung" der EL-
Durchführungsstelle gezwungen worden, seine Schuld einzugestehen, um eine
angedrohte Zahlung von Fr. 6'590.- zu vermeiden. Es sei nicht zulässig, Geständnisse
unter Druck zu erzwingen. Die zuständige Sachbearbeiterin der EL-Durchführungsstelle
notierte am 23. April 2018 sinngemäss (EL-act. 8), der Mietzins habe sich von April
2014 bis Dezember 2016 auf Fr. 1'118.- belaufen. In der Anspruchsberechnung sei
aber ein Mietzins von Fr. 1'415.- berücksichtigt worden. Hätte A._ seine
Kontrollpflicht wahrgenommen, so wäre ihm aufgefallen, dass der Mietzins nicht
korrekt in der Berechnung berücksichtigt worden sei. Ausserdem hätte er seine
Meldepflicht wahrnehmen und die Änderung des Mietzinses bereits bei deren Eintritt
melden müssen. Die Tatsache, dass A._ für die Kinder habe aufkommen müssen,
wenn diese sich bei ihm aufgehalten hätten, könne nicht als Grund für die Verletzung
der Kontroll- und Meldepflicht herhalten. Da die Einnahmen der Kinder nicht
berücksichtigt worden seien, sei nicht nachvollziehbar, weshalb ihnen auf der
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B.

Erwägungen
1.
Die ursprünglichen Anspruchsberechnungen für die Perioden April bis Dezember 2014
und Januar bis Oktober 2016 beruhten auf der Annahme, der Jahresmietzins belaufe
Ausgabenseite hätte Rechnung getragen werden müssen. Ausserdem sei die
Zusatzverbilligung nicht spezifisch wegen der Kinder gewährt worden. Die EL-
Durchführungsstelle wies die Einsprache am 27. April 2018 ab (EL-act. 7). Sie
begründete diesen Entscheid insbesondere damit, dass A._ die Mietzinssenkung per
1. April 2014 fast zwei Jahre zu spät gemeldet habe, wobei zu jenem Zeitpunkt
allerdings noch nicht klar gewesen sei, ab welchem Zeitpunkt nur noch der tiefere
Mietzins geschuldet gewesen sei. Bei einer korrekten Erfüllung der Prüfungspflicht
hätte A._ bemerkt, dass ab 1. April 2014 ein zu hoher Mietzins als Ausgabe
berücksichtigt worden sei. Der Grund der Mietzinssenkung sei nicht von Bedeutung
gewesen und habe A._ nicht von der Pflicht zu einer unverzüglichen Meldung
entbunden. Damit könne sich A._ nicht auf den guten Glauben berufen.
A._ (im Folgenden: Rekurrent) erhob am 28. Mai 2018 einen Rekurs gegen
diesen Einspracheentscheid (act. G 1). Er beantragte den Erlass der Rückforderung von
Fr. 3'026.-. Zur Begründung führte er sinngemäss an, er habe übersehen bzw. nicht
damit gerechnet, dass der positive Entscheid des Bundesamtes für Wohnungswesen
ihn gegen ein anderes Gesetz habe verstossen lassen. Anlässlich der Revision der
Ergänzungsleistung habe er selbstverständlich alles korrekt angegeben. Die
Ergänzungsleistung sei erst fünf bis sieben Monate später angepasst und
zurückgefordert worden. Er sei mit dem amtlichen Vorgehen und den Gesetzen völlig
überfordert gewesen. Von der EL-Durchführungsstelle (im Folgenden: Vorinstanz) sei
ihm dazu geraten bzw. sei er eher gezwungen worden, die Rückforderung zu
akzeptieren, damit diese sonst von Fr. 3'026.- auf Fr. 6'590.- angestiegen wäre. Es sei
nicht zulässig, Geständnisse unter Drohung zu erzwingen.
B.a.
Die Vorinstanz beantragte am 13. Juni 2018 die Abweisung des Rekurses (act.
G 3).
B.b.
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sich auf Fr. 16'980.-. Damit war der bundesrechtliche Höchstbetrag der abzugsfähigen
Mietzinsausgaben von Fr. 13'200.- überschritten. Die rückwirkende Berücksichtigung
der "Zusatzverbilligung II" und die Reduktion um den Betrag für den Geschirrspüler
haben daran nichts geändert, denn der Mietzins hat sich dadurch nur auf Fr. 13'416.-
vermindert, d.h. die abzugsfähigen Mietzinsausgaben haben nach wie vor den
bundesrechtlichen Höchstbetrag von Fr. 13'200.- überschritten. Die ordentliche
Ergänzungsleistung hat also durch die Reduktion des Mietzinses auf Fr. 13'416.- keine
Veränderung erfahren. Hingegen hat sich die ausserordentliche Ergänzungsleistung,
die dazu gedient hat, den das bundesrechtliche Mietzinsmaximum von Fr. 13'200.-
überschreitenden Teil des Mietzinses abzudecken (bis 31. Dezember 2015 aArt. 5 ELG/
SG, ab 1. Januar 2016 Art. 25 lit. a ELG/SG), verändert. Die ausserordentliche
Ergänzungsleistung hat statt Fr. 3'780.- (bzw. Fr. 315.- monatlich) nur noch Fr. 216.-
(bzw. Fr. 18.- monatlich) betragen. Das bedeutet, dass die Rückforderung von Fr.
5'643.- rein kantonalrechtlicher Natur ist. Die gerichtliche Beurteilung erfolgt somit im
Rahmen eines Rekursverfahrens; die Art. 56 ff. ATSG sind nicht anwendbar.
2.
Das die Verfügung vom 24. Januar 2017 betreffende Einspracheverfahren ist von der
Vorinstanz am 23. Oktober 2017 als Folge des Rückzuges der Einsprache wegen
Gegenstandslosigkeit abgeschrieben worden. Dieser Abschreibungsentscheid ist
unangefochten in formelle Rechtskraft erwachsen. In seiner Einsprache gegen die
Abweisung des Erlassgesuches hat der Rekurrent dann sinngemäss geltend gemacht,
er sei im abgeschriebenen ersten Einspracheverfahren von der Vorinstanz gezwungen
worden, seine Schuld einzugestehen; Geständnisse dürften aber nicht unter Drohung
erzwungen werden. Das könnte als ein an die Vorinstanz gerichtetes Gesuch um eine
prozessuale Revision des Abschreibungsentscheides vom 23. Oktober 2017
(Beeinflussung durch ein Vergehen) interpretiert werden. Die Wiederholung dieser
Argumentation im Rekursschreiben wäre dann wohl eine
Rechtsverweigerungsbeschwerde mit der Begründung, die Vorinstanz habe das
Gesuch um eine prozessuale Revision des Abschreibungsentscheides in rechtswidriger
Weise ignoriert. Damit würde die Argumentation des Rekurrenten aber aus ihrem
Zusammenhang herausgerissen. Eine prozessuale Revision des
Abschreibungsentscheides vom 23. Oktober 2017 hätte nämlich, was auch für den
Rekurrenten offenkundig gewesen ist, höchstwahrscheinlich eine reformatio in peius in
der Form einer Erhöhung der Rückforderung zur Folge. Das hätte der Rekurrent aber
auch haben können, indem er an der Einsprache gegen die Verfügung vom 24. Januar
2017 festgehalten hätte. Die Argumentation des Rekurrenten bezieht sich offenkundig
nur auf die Beweislage im Zusammenhang mit der Erlassvoraussetzung des guten
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Glaubens. Da also kein an die Vorinstanz gerichtetes Gesuch um eine prozessuale
Revision des Abschreibungsentscheides vom 23. Oktober 2017 vorliegt, kann der
Rekurrent auch keine Rechtsverweigerungsbeschwerde eingereicht haben.
3.
Die Rückforderungsverfügung vom 24. Januar 2017 ist durch den Rückzug der gegen
sie gerichteten Einsprache in formelle Rechtskraft erwachsen. Sie ist also für den
Rekurrenten und die Vorinstanz, aber auch für das Gericht verbindlich. Deshalb ist
nicht zu prüfen, ob die Neuberechnung als Folge der Nachzahlung der
"Zusatzverbilligung II" für Januar bis März 2014 bereits mit dem 1. Januar 2014 hätte
einsetzen müssen. Ebensowenig ist zu prüfen, ob nicht auch für das Jahr 2015 eine
Korrektur und in der Folge eine Rückforderung hätte erfolgen müssen. Gegenstand der
gerichtlichen Beurteilung bildet einzig die Frage, ob die verfügte Rückforderung zu
erlassen ist.
4.
Der Rekurrent scheint davon ausgegangen zu sein, dass sich die Rückforderung, um
deren Erlass er nachgesucht hatte, auf Fr. 3'026.- belaufe. Das trifft nicht zu. Effektiv
beläuft sich die Rückforderung auf Fr. 5'643.-, denn die Vorinstanz hat eine
Nachzahlung für November 2016 bis Januar 2017 von Fr. 2'617.- mit dieser
Rückforderung "verrechnet". Da vor dem rechtskräftigen Abschluss des
Erlassverfahrens noch gar nicht feststeht, ob der Rekurrent der Vorinstanz tatsächlich
Fr. 5'543.- schuldet, kann diese "Verrechnung" keine Tilgung bewirkt haben. Entgegen
der Darstellung in der Verfügung vom 24. Januar 2017 hat die Vorinstanz damit
lediglich – vorsorglich – die Ausrichtung der Nachzahlung von Fr. 2'617.- an den
Rekurrenten verweigert. Damit kann das vom Rekurrenten in der Einsprache vom 23.
Februar 2017 bzw. im Rückzugsschreiben vom 17. Oktober 2017 gestellte
Erlassgesuch nur so interpretiert werden, dass es sich auf die gesamte Rückforderung
von Fr. 5'643.- bezieht. Im Rekursverfahren ist also zu prüfen, ob dem Rekurrenten die
Rückerstattung von Fr. 5'643.- zu erlassen ist. Bei einem allfälligen Erlass der
gesamten Rückforderung hätte die Vorinstanz dem Rekurrenten also noch Fr. 2'617.-
auszuzahlen.
5.
Gemäss Art. 13 lit. c ELG/SG ist die Bundesgesetzgebung über den allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) sachgemäss auf den Erlass der
5.1.
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Rückerstattung unrechtmässig bezogener ausserordentlicher Ergänzungsleistungen
anwendbar. Der Art. 25 Abs. 1 Satz 2 ATSG sieht vor, dass wer (unrechtmässig)
Leistungen in gutem Glauben empfangen hat, diese nicht zurückerstatten muss, wenn
eine grosse Härte vorliegt. Die beiden Voraussetzungen des gutgläubigen Empfangs
und der grossen Härte einer Rückerstattung müssen kumulativ erfüllt sein (vgl. etwa U.
Kieser, ATSG-Kommentar, 3.A., N. 52 zu Art. 25 ATSG). Praxisgemäss ist davon
auszugehen, dass eine Person unrechtmässige Leistungen dann in gutem Glauben
empfangen hat, wenn sie weder gewusst hat noch hätte wissen müssen, dass sie von
Gesetzes wegen keinen Anspruch auf diese Leistungen gehabt hat (vgl. etwa das Urteil
des Versicherungsgerichts EL 2017/51 vom 12. Juli 2019). Wer also weiss, dass er
aufgrund eines Fehlers der EL-Durchführungsstelle unrechtmässig
Ergänzungsleistungen bezieht, empfängt diese nicht in gutem Glauben. Dasselbe gilt,
wenn eine Person zwar nicht weiss, dass sie unrechtmässige Ergänzungsleistungen
bezieht, ihr dies aber bewusst sein müsste. Weiss eine Person dagegen nicht um die
Unrechtmässigkeit der Leistungen und muss sie auch nicht darum wissen, empfängt
sie die Leistungen gutgläubig; nach der bundesgerichtlichen Terminologie fehlt ihr das
Unrechtsbewusstsein. Rechtsprechungsgemäss ist ein Erlass einer Rückforderung
darüber hinaus aber auch ausgeschlossen, wenn eine Person die unrechtmässigen
Leistungen zwar gutgläubig bezogen, aber mit einer Verletzung ihrer Melde- oder ihrer
Kontroll- und Hinweispflicht jenen Fehler mitverursacht hat, der zur Ausrichtung
unrechtmässiger Leistungen geführt hat. Nach der Terminologie des Bundesgerichtes
kann sich die versicherte Person in einem solchen Fall nicht auf ihren guten Glauben
berufen (BGE 102 V 245 E. 3a f. S. 245 f. mit Hinweisen). Damit ist gemeint, dass es
rechtsmissbräuchlich wäre, wenn eine versicherte Person durch eine (grobe)
Nachlässigkeit in der Form einer Verletzung ihrer Melde- oder ihrer Kontroll- und
Hinweispflicht einen Fehler mitverursacht hätte, die Beseitigung der Folgen dieses
Fehlers (durch eine Rückerstattung) aber unter Berufung auf ihre Gutgläubigkeit beim
Leistungsbezug verhindern könnte. Der Erlass einer Rückforderung ist daher
rechtsprechungsgemäss auch dann ausgeschlossen, wenn eine Person ihre Melde-
oder ihre Kontroll- und Hinweispflicht in grober Weise verletzt und dadurch den Fehler
der EL-Durchführungsstelle mitverursacht hat (vgl. zum Ganzen auch das Urteil
EL 2013/31 des Versicherungsgerichtes vom 21. Oktober 2014, E. 2.1).
Entgegen der vom Rekurrenten vertretenen Auffassung ist es für die Prüfung der
Erlassvoraussetzung des gutgläubigen Empfangs unrechtmässiger Leistungen
irrelevant, ob der Rekurrent im Zusammenhang mit dem unrechtmässigen
Leistungsbezug ein wie auch immer geartetes "Geständnis" abgelegt hat oder nicht.
Genauso irrelevant ist der Grund für die Gewährung der "Zusatzverbilligung II" bzw. der
5.2.
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Umstand, dass der Rekurrent auch noch aus einer anderen Quelle Leistungen zur
Deckung seines Existenzbedarfs erhalten hat. Massgebend ist einzig, ob der Rekurrent
gewusst hat oder hätte wissen müssen, dass er im Umfang von Fr. 297.- monatlich von
April 2014 bis Oktober 2016 unrechtmässig ausserordentliche Ergänzungsleistungen
bezogen hat. Den dem Gericht vorliegenden (vollständigen) Akten lässt sich kein Indiz
dafür entnehmen, dass der Rekurrent den entsprechenden Fehler in der
Anspruchsberechnung gekannt und dass er deshalb um die teilweise
Unrechtmässigkeit der ihm ausgerichteten ausserordentlichen Ergänzungsleistung
gewusst hätte. Es deutet auch nichts darauf hin, dass der Rekurrent – bis zur Reaktion
der Vorinstanz auf seine Angaben zum Mietzins im Formular zur periodischen
Überprüfung im Februar 2016 – bei gebührender Sorgfalt um den unrechtmässigen
Bezug einer ausserordentlichen Ergänzungsleistung hätte wissen müssen. Zu prüfen
bleibt, ob er aufgrund einer groben (vgl. U. Kieser, a.a.O., N. 48 zu Art. 25 ATSG)
Verletzung seiner Mitwirkungspflichten in der Form der Meldepflicht (Art. 31 Abs. 1
ATSG i.V.m. Art. 24 ELV) oder in der Form der (in Art. 28 Abs. 1 ATSG nur sehr
allgemein geregelten) sog. Kontroll- und Hinweispflicht beim unrechtmässigen Bezug
einer ausserordentlichen Ergänzungsleistung nicht gutgläubig gewesen ist.
Anlässlich der periodischen Überprüfung des Jahres 2012 hat die Vorinstanz
erfahren, dass der Rekurrent neu einen "Eigentümerrabatt" von Fr. 177.- monatlich auf
dem Mietzins erhalten hat. Dementsprechend hat sie ab Dezember 2012 nur noch den
um diese Fr. 177.- monatlich reduzierten Mietzins als Ausgabe angerechnet. Für den
Rekurrenten ist also aus dem (Teil der Verfügungsbegründung bildenden)
Berechnungsblatt klar ersichtlich gewesen, dass die Vorinstanz den abzugsfähigen
Mietzins um den Eigentümerrabatt von Fr. 177.- monatlich reduziert hat. Bei
gebührender Sorgfalt hätte der Rekurrent also damit rechnen müssen, dass auch die
"Zusatzverbilligung II" zu einer Reduktion des anrechenbaren Mietzinses und damit zu
einer Reduktion der ausserordentlichen Ergänzungsleistung führen könnte. In dieser
Situation hätte er die Vorinstanz noch im April 2014 darauf hinweisen müssen, dass er
zusätzlich zum "Eigentümerrabatt" von Fr. 177.- monatlich nun auch noch eine
"Zusatzverbilligung II" von Fr. 272.- erhalte, um ihr so die Möglichkeit zu geben, die
Relevanz dieser Veränderung für die laufende ausserordentliche Ergänzungsleistung zu
prüfen. Unter diesen Umständen muss das Unterbleiben der entsprechenden Meldung
an die Vorinstanz als grobe Meldepflichtverletzung qualifiziert werden. Daran
vermöchte auch ein starkes krankheitsbedingtes Vermeidungsverhalten nichts zu
ändern, denn der Rekurrent hätte jemand anderen (z.B. den behandelnden Arzt) bitten
müssen, der Vorinstanz die Zusprache der "Zusatzverbilligung II" zu melden. Diese
Meldung hätte sich darauf beschränken können, der Vorinstanz kommentarlos eine
5.3.
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Kopie des entsprechenden Schreibens der Vertreterin des Vermieters vom 16. April
2014 zuzustellen. Auch die Überlegung des Rekurrenten, die "Zusatzverbilligung II"
solle nicht zu einer Reduktion der ausserordentlichen Ergänzungsleistung führen, weil
er diese Mietzinsreduktion benötige, um die Aufenthalte seiner Kinder zu finanzieren,
vermag das Unterlassen der Meldung nicht zu entschuldigen. Der Rekurrenten hätte
nämlich aufgrund der laufenden Anrechnung des "Eigentümerrabatts" damit rechnen
müssen, dass auch die "Zusatzverbilligung II" anzurechnen sein würde. Er hat keine
Veranlassung gehabt anzunehmen, er dürfe die Höhe der ausserordentlichen
Ergänzungsleistung zum Zweck der Finanzierung der Aufenthalte der Kinder
beeinflussen. Der Rekurrent hat seine Meldepflicht also in grober Weise verletzt, indem
er die Vorinstanz nicht bereits im April 2014 über die damals zugesprochene
"Zusatzverbilligung II" orientiert hat. Dass der Rekurrent der Vorinstanz im Formular zur
periodischen Überprüfung im Februar 2016 den um die "Zusatzverbilligung II"
reduzierten Mietzins angegeben hat, bedeutet nicht, dass ihm die Rückerstattung der
danach noch bis Oktober 2016 weiter ausgerichteten zu hohen ausserordentlichen
Ergänzungsleistung erlassen werden könnte. Die Vorinstanz hat nämlich auf seine
Angaben im Formular reagiert, indem sie von ihm entsprechende Unterlagen
angefordert hat. Spätestens ab diesem Zeitpunkt hätte er sich bei gebührender
Sorgfalt bewusst sein müssen, dass er im Umfang der Differenz zwischen dem von ihm
selbst im Formular angegebenen Mietzins und dem im Berechnungsblatt 2016
ausgewiesenen Mietzins unrechtmässig ausserordentliche Ergänzungsleistungen
bezogen haben könnte. Damit muss die Frage nach einer allfälligen
Meldepflichtverletzung bzw. nach einer allfälligen Verletzung der Kontroll- und
Hinweispflicht für diesen Teil der Rückforderung gar nicht gestellt werden. Die
Erlassvoraussetzung ist also weder für die Zeit vor Februar 2016 noch für die Zeit
danach erfüllt. Damit erübrigt sich die Prüfung der Erlassvoraussetzung der grossen
Härte, da die beiden Voraussetzungen kumulativ erfüllt sein müssen. Die Vorinstanz hat
zu Recht den Erlass des Teils der Rückforderung ausserordentlicher
Ergänzungsleistungen verweigert, der aus der Nichtanrechnung der "Zusatzverbilligung
II" von Fr. 177.- monatlich (Fr. 5'168.-) resultiert hat.
Die Vorinstanz hat im Rahmen der periodischen Überprüfung 2012 ab Dezember
2012 bewusst einen Betrag von Fr. 25.- monatlich für den Geschirrspüler
berücksichtigt, obwohl der Vermieter diesen Betrag nicht mehr eingefordert hat. Aus für
das Gericht nicht nachvollziehbaren Gründen ist dieser Betrag in der Folge nicht aus
der Anspruchsberechnung entfernt worden. Die angerechneten Mietzinsausgaben sind
also bis Oktober 2016 um Fr. 25.- monatlich zu hoch gewesen. Dementsprechend ist
auch die ausserordentliche Ergänzungsleistung bis zu diesem Zeitpunkt um Fr. 25.-
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Abschliessend ist festzuhalten, dass die Rückerstattung der ausserordentlichen
Ergänzungsleistung von insgesamt Fr. 5'643.- im Umfang von Fr. 475.- zu erlassen ist.
In diesem Teil ist der Rekurs gutzuheissen. Im Restbetrag von Fr. 5'168.- hat der
Rekurrent keinen Anspruch auf einen Erlass. Diesbezüglich ist der Rekurs abzuweisen.
Da der Art. 13 ELG/SG die sachgemässe Anwendung des ATSG nur für das
Verwaltungsverfahren (inklusive das Einspracheverfahren) vorschreibt, kommt der Art.
61 lit. a (Kostenfreiheit im gerichtlichen Verfahren) auf das Rekursverfahren nicht zur
Anwendung. Gemäss Art. 95 Abs. 1 VRP/SG wäre demnach eine Gerichtsgebühr zu
erheben, die anteilsmässig dem Rekurrenten und der Vorinstanz aufzuerlegen wäre.
Gemäss Art. 95 Abs. 3 VRP/SG werden von einem Gemeinwesen in Fällen nur
ausnahmsweise amtliche Kosten erhoben. Das muss auch für die Vorinstanz gelten, die
eine selbständige öffentlich-rechtliche Anstalt ist. Da es sich um ein völlig normales
Rekursverfahren handelt, liegt keine besondere Verfahrenskonstellation vor, welche die
ausnahmsweise Erhebung amtlicher Kosten bei der Vorinstanz rechtfertigen würde.
Vom Rekurrenten wäre an sich gestützt auf Art. 95 Abs. 1 VRP/SG in dem Umfang eine
Gerichtsgebühr zu erheben, in dem er unterliegt. Da das Gericht aber praxisgemäss in
all jenen Verfahren, in denen ein (kostenloses) Beschwerdeverfahren betreffend eine
ordentliche Ergänzungsleistung mit einem Rekursverfahren betreffend eine
monatlich zu hoch ausgefallen. Mit der Verfügung vom 24. Januar 2017 hat die
Vorinstanz diesen Fehler für die Perioden April bis Dezember 2014 und Januar bis
Oktober 2016 korrigiert; sie hat Fr. 475.- (19 x Fr. 25.-) zurückgefordert. Der Rekurrent
hat die Ursache der weiteren Berücksichtigung von Fr. 25.- monatlich als Teil des
Mietzinsabzuges mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht nachvollziehen können.
Dementsprechend hat er auch nicht gewusst oder wissen können, dass er im Umfang
von Fr. 25.- monatlich eine zu hohe ausserordentliche Ergänzungsleistung erhalten hat.
Eine Meldepflichtverletzung liegt nicht vor, denn eine Veränderung in Bezug auf die
Anrechenbarkeit dieses Betrages als Teil des Mietzinsabzuges ist für den Rekurrenten
nicht erkennbar gewesen. Es liegt auch keine Verletzung der Kontroll- und
Hinweispflicht vor, denn es ist dem Rekurrenten nicht bekannt gewesen, dass die
Vorinstanz beabsichtigt hatte, den Mietzinsabzug nach einer bestimmten Zeit um den
Betrag von Fr. 25.- monatlich zu reduzieren. Das bedeutet, dass der Rekurrent die
ausserordentliche Ergänzungsleistung im Umfang von Fr. 475.- zwar unrechtmässig,
aber gutgläubig bezogen hat. In diesem Umfang ist ihm die Rückerstattung also zu
erlassen.
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ausserordentliche Ergänzungsleistung kombiniert ist, auf die Erhebung amtlicher
Kosten für das Rekursverfahren verzichtet, wäre die Erhebung amtlicher Kosten beim
Rekurrenten eine unzulässige Ungleichbehandlung. Auf die Erhebung einer anteiligen
Gerichtsgebühr beim Rekurrenten wird deshalb gestützt auf Art. 97 VRP/SG verzichtet.