Decision ID: 0192dba6-ba99-5ef8-b724-6a69f5b1719e
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich am 13. Januar 2016 unter Hinweis auf Knie- und
Nackenschmerzen erneut bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen zum Leistungsbezug
an (IV-act. 88). Zuvor hatte er ab dem 1. Februar 2004 eine ganze Rente bezogen, die
per 30. November 2010 aufgehoben wurde, da er aufgrund der Verbesserung seines
Gesundheitszustandes wieder einer vollen Erwerbstätigkeit nachging (vgl. IV-act. 85
und 81). Am 15. August 2015 hatte sich der Versicherte beim Aussteigen aus dem Bus
eine Kniedistorsion links mit Zerrung des medialen Retinaculums mit subkutanem
Ödem präpatellar und entlang der Quadricepssehne bei intakten Kreuz-Lateralbändern
zugezogen (Fremdakten-1-227 und 1-266). Die Schweizerische
Unfallversicherungsanstalt (Suva) war für die Folgen des Unfalls aufgekommen
(Fremdakten 1-252). Der Versicherte war vom 1. April bis 31. Oktober 2015 bei der
B._ AG als Maschinenführer angestellt gewesen (IV-act. 111-2 ff.).
A.a.
Im Bericht des Kreisarztes Dr. med. C._, Facharzt Neurochirurgie, vom 9. März
2016 wurde eine retropatelläre Chondromalazie dritten Grades Knie links bei Status
nach Kniegelenksarthroskopie links mit lateraler TME am 30. Oktober 2014
diagnostiziert. Die bisherige Tätigkeit als Maschinenführer mit schwerer körperlicher
Belastung sei betreffend das linke Knie nicht mehr zumutbar. Für eine leichte,
gelegentlich mittelschwere, wechselbelastende, jedoch vornehmlich sitzende Tätigkeit
sei er arbeitsfähig. Betreffend Zumutbarkeitsprofil wird festgehalten: Gehen auf
ebenem Gelände unbegrenzt, kein längeres Stehen und keine Zwangshaltungen wie
Hocken bzw. Knien, gelegentliches Treppensteigen, kein Leiternsteigen sowie
Vermeidung von Gehen auf unebenem Grund. Zudem wurde berichtet, dass die
strukturellen Veränderungen im linken Knie gravierend und dauerhaft seien und einen
A.b.
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Anspruch auf Integritätsentschädigung begründen würden (Fremdakten 9-3 f.). Mit
Schreiben vom 10. März 2016 teilte die Suva dem Versicherten die Einstellung der
Taggeldleistungen per 1. April 2016 mit, da der Versicherte ab diesem Zeitpunkt wieder
zu 100% in adaptierter Tätigkeit arbeitsfähig sei (Fremdakten 14-1 f.).
Vom 13. April bis 1. Juni 2016 nahm der Versicherte an einem vom Regionalen
Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) organisierten Einsatzprogram Z._ mit einem
Pensum von 50% teil (vgl. IV-act. 118-3). Aufgrund einer Zunahme der körperlichen
Beschwerden wurde er zu 100% arbeitsunfähig geschrieben und musste das
Einsatzprogramm frühzeitig beenden (IV-act. 124, 122)
A.c.
Vom 27. Juni bis 23. Juli 2016 war der Versicherte in den Kliniken Valens zur
Ausschöpfung der konservativen Therapiemassnahmen, zur Verhinderung einer
weiteren operativen Versorgung sowie zur beruflichen Reintegration hospitalisiert. Die
behandelnden Ärzte berichteten im Austrittsbericht vom 8. August 2016 von einer
Zervikobrachialige beidseits linksbetont mit/bei Fehlhaltung der HWS, muskuläreren
Dysbalancen im Schulterbereich, Diskusprotrusion C3/4 rechts und C6/7 links und
Status nach Diskektomie und Spondylodese C4-6 (Mai 2011). Der Versicherte habe die
eingangs schmerzbedingte deutlich eingeschränkte Beweglichkeit im Halswirbelsäulen-
und linken Armbereich gut verbessern können. Es sei jedoch weiterhin zu
belastungsabhängigen starken Schmerzexazerbationen gekommen, vor allem bei
Bewegungen über Schulterhöhe. Betreffend die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als
Maschinenführer bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100%. In einer leichten bis
mittelschweren, wechselbelastenden Verweistätigkeit sei er ab dem 25. Juli 2016 zu
50% arbeitsfähig. Stehend vorgeneigte Tätigkeiten sollten nur manchmal und das
Heben von Lasten bis max. 15 kg sowie Arbeiten über Schulterhöhe nur selten
vorkommen (IV-act. 130 und 129).
A.d.
Dr. med. D._ des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD), Fachärztin für
Arbeitsmedizin, attestierte dem Versicherten am 29. August 2016 nach Würdigung
verschiedener Arztberichte eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in angestammter Tätigkeit
und eine Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit von 50%, zügig steigerbar auf ein
Vollpensum (für Adaptionskriterien vgl. IV-act. 135-2). Mit Mitteilung vom 24. Oktober
A.e.
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2016 wurde dem Versicherten Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche
zugesprochen (IV-act. 148).
Der Eingliederungsverantwortliche der IV-Stelle führte im Schlussbericht vom 7.
Februar 2017 aus, der Versicherte habe vom 26. September 2016 bis 25. Januar 2017
erneut an einem vom RAV organisierten Einsatzprogramm in E._ teilgenommen. Dort
habe er mit einem Pensum von 50% in einer adaptierten Tätigkeit (CNC
Programmierung, sitzende Tätigkeit am Computer) gearbeitet. Aus dem Schlussbericht
des Einsatzprogrammes (vgl. IV-act. 153-3 ff.) sei deutlich geworden, dass der
Versicherte sehr motiviert gewesen sei, jedoch aus gesundheitlichen Gründen (Rücken-
und Nackenprobleme) keine Verbesserung habe erzielt werden können und der
Versicherte am Schluss nur noch mit einem Pensum von 20% gearbeitet habe. Das Ziel
einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit sei zu keinem Zeitpunkt des Einsatzprogrammes
möglich gewesen infolge des instabilen Gesundheitszustandes. Es sei ihm sehr schwer
gefallen, über längere Zeit zu stehen und zu sitzen, nach einem einstündigen Intervall
habe er sich bewegen müssen. Nach einem halben Tag seien die Schmerzen so gross
gewesen, dass er sich zu Hause habe ausruhen müssen und seine Konzentration nicht
mehr vorhanden gewesen sei. In seinem Fazit hält der Eingliederungsverantwortliche
fest, dass die aktuelle Arbeitsfähigkeit auf dem 1. Arbeitsmarkt nicht verwertbar sei und
trotz grossem Bemühen die gesundheitliche Situation nicht habe verbessert werden
können (IV-act. 154-3 f.).
A.f.
Im Auftrag der IV-Stelle wurde der Versicherte von der PMEDA AG Zürich im Juli
2017 polydisziplinär (orthopädisch, internistisch, psychiatrisch und neurologisch)
untersucht (IV-act. 186-3). Im polydisziplinären Konsens ihres Gutachtens vom 10.
November 2017 (vgl. IV-Act. 186-37 ff.) nannten die Sachverständigen als Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Diskektomie und Spondylose C4 bis C6 im
Jahre 2011 und eine medial betonte Gonarthrose rechts. Als Diagnose ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ermittelten die Gutachter eine mögliche C7-
Wurzelirritation links bei Status nach Spondylodese HWK 4-6 (Mai 2011), eine
Cephalgie, eine Opioid-Fehlmedikation, den Verdacht auf eine arterielle Hypertonie und
eine Knochenzyste am Grundglied IV-Zehe rechts. In der bisherigen und in
vergleichbaren körperlich schweren Tätigkeiten bestehe aufgrund des postoperativen
spinalen Status und einer Gonarthrose eine dauerhafte vollständige Arbeitsunfähigkeit.
A.g.
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In einer körperlich leichten, wechselbelastend oder überwiegend sitzend ausgeübten
Tätigkeit des allgemeinen Arbeitsmarktes bestehe spätestens seit 2010 eine
Arbeitsfähigkeit von 100% (IV-act. 186-44 f.).
Im Bericht vom 18. Dezember 2017 hielt Dr. med. F._, Facharzt Orthopädische
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, folgende Diagnosen fest:
schwere mediale Gonarthrose mit subchondraler Reaktionszone und degenerativ
verändertem Meniskus rechts sowie Status nach Kniegelenksarthroskopie mit lateraler
Teilmeniskektomie bei retropatellärer Chondromalazie 3. Grades am 30. Oktober 2014
links. Aufgrund akuter Schmerzen und einer Schwellung im rechten Kniegelenk, ohne
erneutes Trauma, sei eine Kniegelenksinfiltration rechts durchgeführt worden. Er
schrieb den Versicherten vom 18. Dezember 2017 bis 2. Februar 2018 zu 100%
arbeitsunfähig (IV-act. 192 und 197).
A.h.
Am 21. Dezember 2017 würdigte der RAD, Dr. med. G._, Fachärztin für
Allgemeine Innere Medizin, das Gutachten als konsistent, widerspruchsfrei, umfassend
und schlüssig. Die im Konsens abgeleiteten medizinischen Schlussforderungen seien
versicherungsmedizinisch nachvollziehbar und die wesentlichen Einschränkungen
hätten in der Beurteilung Berücksichtigung gefunden. Betreffend den aktuellen Bericht
von Dr. F._ hielt der RAD überdies fest, dass die Aktivierung der Gonarthrose des
rechten Kniegelenks durchaus eine vorübergehende vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit
zu bewirken vermöge. Die Erwerbsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt sei
jedoch nicht längerfristig beeinflusst und die im Gutachten genannten
Adaptionskriterien würden die mangelnde Belastbarkeit der Kniegelenke bereits
einschliessen (IV-act. 194).
A.i.
Am 18. Januar 2018 berichtete Dr. F._ von einer Kniegelenksarthroskopie rechts
mit Resektion am medialen Meniskus und Débridement lateral, Steadman-Bohrungen
am medialen Femurkondyl und Tibiaplateau sowie einer ausgedehnten Synovektomie
von über 90% der Synovitis (IV-act. 198-4). Im Arztbericht zur beruflichen Integration/
Rente vom 28. Mai 2018 hielt Dr. med. H._, Chirurgische Klinik Spital I._, fest, am
25. Januar 2018 habe eine Kniegelenkspunktion und -arthroskopie mit
Hämatomausräumung und Kniegelenksspülung nach der am 18. Januar
durchgeführten Kniegelenksarthroskopie durchgeführt werden müssen. Bei bekannter
A.j.
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Gonarthrose habe bei der letzten Kontrolle am 15. Mai 2018 eine persistierende
Schwellneigung und ein deutlicher intraartikulärer Kniegelenkserguss bestanden. Der
Versicherte sei auf Schmerzmittel angewiesen und weiterhin bei hauptsächlich
medialen Kniegelenksschmerzen im Alltag eingeschränkt. In der klinischen
Untersuchung bestehe das Schmerzproblem hauptsächlich bei Belastung und beim
Anlaufen. Betreffend Prognosen sei anzumerken, dass bei Pangonarthrose mittel- bis
langfristig entsprechend des Leidensdruckes mit einem endoprothetischen
Kniegelenksersatz zu rechnen sei. Für körperlich anspruchsvolle Tätigkeiten sowie
einseitig belastende Tätigkeiten für das Kniegelenk (langes Stehen, Treppenlaufen,
längere Gehstrecken) werde der Versicherte eingeschränkt sein. In der angestammten
Tätigkeit sei er vollständig arbeitsunfähig, in adaptierter Tätigkeit bestehe eine
Arbeitsfähigkeit von 6-8 Stunden pro Tag (IV-act. 205).
Am 5. Juni 2018 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sein
Leistungsbegehren für berufliche Massnahmen abgewiesen werde (IV-act. 208).
A.k.
Mit Vorbescheid vom 29. Juni 2018 stellte die IV-Stelle dem Versicherten bei einem
Invaliditätsgrad von 0% die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht. Der
Versicherte sei in einer leidensadaptierten Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig. Dabei solle
es sich um eine körperlich leichte Tätigkeit handeln, welche wechselbelastend oder
überwiegend im Sitzen ausgeübt werden könne (IV-act. 214). Mit Verfügung vom 2.
Oktober 2018 verfügte die IV-Stelle entsprechend dem Vorbescheid (IV-act. 220).
A.l.
Mit Schreiben vom 1. Oktober 2018 liess der Versicherte über Rechtsanwalt lic.
iur. Roman Schmidlin, geltend machen, dass sein Gesundheitszustand noch nicht
abschliessend beurteilt werden könne. Er verwies dabei auf den Bericht von Dr. med.
J._, Arzt Rheumatologie Spital I._, vom 27. September 2018 (vgl. IV-act. 229 bzw.
241-7 f.). Aufgrund der neuen Erkrankung, welche Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
habe, müsse von einer Verfügung zum aktuellen Zeitpunkt abgesehen werden (IV-act.
228). Am 9. Oktober 2018 widerrief die IV-Stelle ihre Verfügung vom 2. Oktober 2018
und stellte eine neue Verfügung in Aussicht (IV-act. 231).
A.m.
RAD-Ärztin Dr. G._ nahm am 16. Oktober 2018 erneut Stellung und kam zum
Schluss, dass aus medizinischer Sicht die gutachterlichen Ausführungen zur
A.n.
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B.
Arbeitsfähigkeit bei der Bemessung der IV-Leistungen weiterhin zu Grunde gelegt
werden könnten. Die klinischen Beschwerden im Bereich der linken oberen Extremität
seien gegenüber dem Gutachtenszeitpunkt übereinstimmend geschildert worden. Die
Bildgebung im Rahmen des Gutachtens sei aufgrund der schriftlichen Befundung
identisch mit dem MRI vom 10. September 2018 und eine mögliche C7 Wurzelirritation
links sei bereits im Gutachten diskutiert worden. Im Gutachten sei mittels klinisch-
neurologischer Untersuchung und Neurographie eine neurogene Schädigung im
Bereich der linken oberen Extremität ausgeschlossen worden. Aktuell sei weder eine
neurologische Untersuchung noch eine Neurographie durchgeführt worden. Auch
betreffend das rechte Kniegelenk sei im Bericht von Dr. H._ vom 28. Mai 2018 ein
weitgehend identischer klinischer Untersuchungsbefund wie im orthopädischen
Gutachten beschrieben worden (IV-act. 234-3).
Am 18. Oktober 2018 verfügte die IV-Stelle erneut gemäss dem Vorbescheid und
verwies auf die RAD-Stellungnahme vom 16. Oktober 2018. Es habe sich aufgrund der
eingereichten Arztberichte kein neuer medizinischer Sachverhalt ergeben, weshalb
weiterhin auf das Gutachten abzustützen sei (IV-act. 235).
A.o.
Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 19.
November 2018. Es wird beantragt, dass die Verfügung der IV-Stelle vom 18. Oktober
2018 aufzuheben und dem Beschwerdeführer eine ganze Rente auszurichten sei.
Eventualiter sei die Sache zur weiteren Sachverhaltsabklärung und zum neuen
Entscheid an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Alles unter Kosten- und
Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegnerin. Weiter beantragt der
Beschwerdeführer die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege sowie
Rechtsverbeiständung. Zur Begründung lässt der Beschwerdeführer über seinen
Rechtsvertreter geltend machen, das polydisziplinäre Gutachten sei aufgrund des
Berichtes von Dr. J._ bereits wieder überholt und könne folglich für die
Anspruchsprüfung nicht herangezogen werden. Es liege eine wesentliche
Verschlechterung des Gesundheitszustandes vor. Des Weiteren seien diverse
Unstimmigkeiten im polydisziplinären Gutachten festzustellen. Das Gutachten sei
unvollständig, da keine rheumatologische Begutachtung erfolgt sei, weshalb ergänzend
B.a.
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ein rheumatologisches Gutachten in Auftrag zu geben sei. Weiter überzeuge das
orthopädische Teilgutachten nicht. Einerseits sei durch Dr. J._ nun ein Korrelat zu
den erheblichen zervikalen Schmerzen gefunden worden und andererseits könne der
klinisch unauffällige Befund des linken Knies nicht nachvollzogen werden, zumal der
Suva Kreisarzt eine strukturelle Veränderung im linken Knie festgestellt und eine
Integritätsentschädigung vorgeschlagen habe. Unverständlich seien auch die
Ausführungen im neurologischen Teilgutachten, welches die Medikation mit zwei
Opioiden als auffällig bezeichnet und das Fehlen eines Schmerzkalenders moniert
habe. Zusammenfassend sei das Gutachten nicht verwertbar und die Verfügung zu früh
erfolgt, weshalb weitere Abklärungen erforderlich seien. Nach Einschätzung des
Beschwerdeführers sei von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen, welche
einen Anspruch auf eine ganze Rente nach sich ziehe (act. G 1).
Mit Beschwerdeantwort vom 7. Januar 2019 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde und erklärt, die Kritik des Beschwerdeführers am
polydisziplinären Gutachten sei unbegründet. Aufgrund des eingereichten Berichtes
von Dr. J._ würden keine neuen Diagnosen gestellt, welche im Gutachten nicht
bereits berücksichtigt worden wären und es könne nicht von einer wesentlichen
respektive dauernden Verschlechterung des Gesundheitszustandes ausgegangen
werden. Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers sei mit dem im Auftrag
gegebenen polydisziplinären Gutachten genügend abgeklärt worden und es sei keine
rheumatologische Begutachtung erforderlich (act. G 3).
B.b.
Am 17. Januar 2019 bewilligte das Gericht das Gesuch um unentgeltliche
Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung durch Rechtsanwalt Roman Schmidlin) für das
Beschwerdeverfahren (act. G 4).
B.c.
Mit Replik vom 5. März 2019 hält der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest.
Das polydisziplinäre Gutachten sei sehr einseitig ausgefallen und berücksichtige nicht
sämtliche Faktoren, die zum heutigen Zeitpunkt bekannt seien. Insbesondere sei durch
Dr. J._ ein Korrelat zu der beschriebenen Schmerzsymptomatik gefunden worden.
Der Behandlungserfolg sei abzuwarten und je nach Therapieerfolg seien die starken
Schmerzen bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit zu berücksichtigen. Des Weiteren
B.d.
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Erwägungen
1.
sei der von der Beschwerdegegnerin durchgeführte Einkommensvergleich sehr
speziell. Es sei unverständlich, dass das Invalideneinkommen höher als das
Valideneinkommen sei, weshalb hier korrigierend eingegriffen werden müsse (act. G 8)
Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 11. März 2019 auf die Einreichung einer
Duplik (act. G 10).
B.e.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist ein
Rentenanspruch des Beschwerdeführers.
1.1.
Gemäss Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) wird unter Invalidität die voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit
verstanden. Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens
einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie
aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Der Grad der für einen
allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG durch
einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die versicherte
Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen
und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage
erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum
Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen).
1.2.
Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person
mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60%, auf eine
halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50%, und auf eine Viertelsrente, wenn sie
mindestens zu 40% invalid ist.
1.3.
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Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 138 V 218 E. 6 mit
Hinweisen). Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob
über den streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen
haben Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche
Abklärungen stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Im Sozialversicherungsrecht hat
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nichts abweichendes vorsieht, nach
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse
Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht.
Die Richterin und der Richter haben vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen,
die sie von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigen
(BGE 126 V 353 E. 5b; BGE 125 V 193 E. 2, je mit Hinweisen).
1.4.
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen). Ob einer
versicherungsmedizinischen Expertise oder einem ärztlichen Bericht Beweiswert
zukommt, stellt eine frei überprüfbare Rechtsfrage dar. Diese ist zu bejahen, wenn der
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie
der medizinischen Situation einleuchtet und die Schlussfolgerungen der Experten
begründet sind. Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG
eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten
externer Spezialärzte (sogenannte Administrativgutachten) darf voller Beweiswert
zuerkannt werden, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der
Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts
vom 20. August 2018, 9C_86/2018, E. 5.1 mit Hinweisen).
1.5.
In Bezug auf Berichte von Hausärzten darf und soll das Gericht der
Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre
auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten
1.6.
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2.
aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Dies gilt auch für Stellungnahmen behandelnder
Spezialärzte (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 6. April
2006, I 803/05, E. 5.5). Widersprechen Berichte behandelnder Ärzte dem von der
Verwaltung bei externen Spezialärzten eingeholten Gutachten, ist die unterschiedliche
Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Ärzte einerseits und
Begutachtungsauftrag der amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits zu
beachten (Urteil des EVG vom 18. April 2006, I 783/05, E. 2.2). Es ist deshalb nicht
zulässig, ein medizinisches Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu
stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden
Ärzte später zu anderslautenden Einschätzungen gelangen oder an vorgängig
geäusserten abweichenden Auffassungen festhalten. Vorbehalten bleiben aber Fälle, in
denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte
wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende – Aspekte
benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben
sind (Urteil des Bundesgerichts vom 20. August 2018, 9C_86/2018, E. 5.4.1 mit
Hinweisen).
Zunächst ist zu prüfen, ob aufgrund der vorliegenden medizinischen Aktenlage der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers genügend abgeklärt wurde, um der
Beschwerdegegnerin eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit zu ermöglichen.
2.1.
Die Beschwerdegegnerin stützt sich für die Ablehnung des Rentenanspruchs auf
das polydisziplinäre Gutachten der PMEDA vom 10. November 2017 (IV-act. 186),
welches dem Beschwerdeführer in einer körperlich leichten, wechselbelastend oder
überwiegend sitzend ausgeübten Tätigkeit ab dem Jahr 2010 eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit bescheinigt, sowie auf die RAD-Stellungnahme
vom 16. Oktober 2018 zum Verlauf nach dem Gutachtenszeitpunkt (IV-act. 234). Der
Beschwerdeführer hingegen spricht dem polydisziplinären Gutachten der PMEDA den
Beweiswert ab. Zur Begründung werden insbesondere die Erkenntnisse aus dem
Sprechstundenbericht von Dr. med. J._ vom 27. September 2018 herbeigezogen. Zu
prüfen ist demnach, ob dem polydisziplinären Gutachten materiell-rechtlich gefolgt
werden kann, oder ob konkrete Indizien gegen dessen Zuverlässigkeit sprechen (vgl. E.
1.5 vorstehend). Auf die einzelnen Kritikpunkte am Gutachten wird nachfolgend, soweit
entscheidrelevant, konkret eingegangen.
2.2.
Soweit der Beschwerdeführer moniert, der orthopädische Gutachter habe
entgegen dem Bericht von Dr. J._ kein ausreichendes Korrelat für die angegebenen
2.3.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 12/20
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erheblichen zervikalen Schmerzen gefunden, kann er - wie nachfolgend aufzuzeigen ist
- nichts zu seinen Gunsten ableiten.
Dr. J._ berichtete am 27. September 2018, dass ab Mitte August 2018 eine
ausgeprägte Schmerzsymptomatik im Bereich der Halswirbelsäule mit einem
"Einschlafen" des linken Armes bei bestimmten Bewegungen bestanden habe. Er
diagnostizierte ein Zervikales Schmerzsyndrom derzeit radikulär C7 links bei einer
moderaten Osteochondrose HWK 3/4 und HWK 6/7 mit geringen Bandscheibenhernien
und potenziellen foraminalen Kompressionen der Nervenwurzeln C4 rechts und C7
beidseits; Status nach Daktylitis D4 der linken Hand und eine Gicht. Eine CT-
gesteuerte Infiltration sei bereits geplant. Eine prognostische Aussage zur Dauer der
100%igen Arbeitsunfähigkeit sei derzeit nicht möglich, da der Erfolg der Therapien
abzuwarten sei (IV-act. 229-1 f. bzw. 241-7 f.).
2.3.1.
Im orthopädischen Teilgutachten hält Dr. med. K._, Facharzt für orthopädische
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, fest, dass sich aus
orthopädischer Sicht eine geringe Einschränkung der HWS-Beweglichkeit finde und die
spontane Mobilität nicht namhaft limitiert erscheine. Das MRI der HWS vom 28. Juli
2017 zeige degenerative Veränderungen und Diskusprotrusionen in den
Anschlusssegmenten bei Status nach Spondylodese HWK 4-6 bei gut erhaltenem
Alignement. Es lasse sich kein ausreichendes Korrelat für die angegebenen erheblichen
zervikalen Schmerzen und Sensibilitätsstörungen im linken Arm finden (IV-act. 186-29
f.).
2.3.2.
Aus dem neurologischen Teilgutachten geht hervor, dass Dr. med. L._,
Facharzt Neurologie, eine mögliche C7-Wurzelirritation links bei Status nach
Spondylodese HWK 4 bis 6 (Mai 2011) diskutierte (IV-act. 186-22 f.). Aus den
neurologischen Untersuchungsbefunden lasse sich kein nervales Defizit schlüssig und
biologisch plausibel erheben. Die angegebenen sensiblen Störungen würden keinem
radikulären oder anderweitig plausiblen Muster folgen, die Kraftproben seien durch
Zeichen einer mangelhaften Mitarbeit geprägt (wechselnde Willkürtonisierung) und
insbesondere die symmetrischen Eigenreflexe der Arme sprächen gegen eine namhaft
radikuläre Läsion. Allenfalls komme es aufgrund anamnestischer Angaben zu einer
Schmerzprojektion infolge einer C7-Wurzelirritation, die sich im Befund jedoch auch
nicht nachvollziehen liesse. Bei einem Status nach zervikaler Spondylodese HWK 4-6
sei die Halswirbelsäulenbeweglichkeit und -belastbarkeit zwar als leicht limitiert
anzusehen, in der klinischen Beobachtung der spontanen Mobilität habe jedoch keine
namhafte Einschränkung bestanden. Zudem habe die Elektroneurographie der Arme
2.3.3.
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regelrechte Befunde gezeigt, sodass sich auch hieraus kein namhaftes nervales Defizit
ergebe. Im spinalen MRI der HWS vom 28. Juli 2017 zeige sich eine Diskusprotrusion
in den Höhen HWK 3/4 und HWK 6/7. Eine Myelopathie,
Spinalnervenwurzelkompression oder anderweitig postoperative Alterationen mit
eigenständigem Krankheitswert hätten sich nicht gezeigt. Infolge des postoperativen
spinalen Status bestehe betreffend schwerer körperlicher Arbeit eine
Arbeitsunfähigkeit. Aus neurologischer Sicht sei für eine wechselbelastende oder
überwiegend sitzende, körperlich leichte Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
gegeben (IV-act. 186-22 f. und 55).
Aus den Akten, welche den Gutachtern vorgelegen haben (vgl. IV-act. 186-7),
geht weiter hervor, dass bereits Dr. med. M._, Neurochirurgie Kantonsspital St.
Gallen, am 18. Februar 2016 von epi- und subfusionellen Diskusprotrusionen HWK 3/4
und HWK 6/7 mit jeweiliger foraminaler Einengung und von einer geplanten
Nervenwurzelinfiltration C4 und C7 berichtete (vgl. Arztbericht IV-Abklärung, IV-act.
113-3). Im Rahmen einer Zweitmeinung berichtete Prof. Dr. med. N._, Facharzt
orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, am 7. Juni
2016 von einer Schmerzexacerbation auf der linken Seite mit Kribbelparästhesien des
gesamten Armes, wobei die neurologischen Abklärungen unauffällig gewesen seien.
Die im Kantonsspital durchgeführten Nervenwurzelinfiltrationen C4 und C7 hätten zu
keiner Linderung der Beschwerden geführt. Es werde nun eine mikrochirurgische
Dekompression mit gleichzeitiger Spondylodese geplant (IV-act. 125-3 f.). Im weiteren
Verlauf hatte Dr. N._ am 30. November 2016 festgehalten, dass bei Besserung der
Schmerzsymptomatik die Physiotherapie weiter beibehalten werden soll und die
ursprünglich angedachte operative Versteifung von C3-C7 kaum erfolgsversprechend
sei (IV-act. 157-6). Die von Dr. J._ geplante Infiltration der Nervenwurzel wurde nach
dem Gesagten bereits im Jahre 2016 ohne nennenswerte Besserung der Beschwerden
durchgeführt, weshalb ein weiteres Zuwarten für die Beurteilung des Therapieerfolges –
welches in der Replik vom 5. März 2019 für notwendig gehalten wurde (vgl. act. G 8) –
keinen entscheidrelevanten neuen Aufschluss erwarten lässt.
2.3.4.
Betreffend die geklagten Beschwerden und Befunde der Halswirbelsäule
ergaben sich aus dem Bericht von Dr. J._ gemäss vorstehenden Erwägungen keine
neuen Erkenntnisse, welche nicht bereits durch den RAD oder die Gutachter gewürdigt
worden sind. Die Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit durch Dr. J._ wird ferner nicht
weiter begründet und es geht aus dessen Bericht insbesondere nicht hervor, ob sie die
bisherige Tätigkeit oder auch eine adaptierte Tätigkeit beschlägt. Das vom
Beschwerdeführer geltend gemachte Korrelat zu den zervikalen Schmerzen wurde
2.3.5.
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vielmehr bereits im neurologischen Gutachten diskutiert und im Rahmen der
Konsensbesprechung bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt (vgl. IV-
act. 186-42 ff.).
Der Beschwerdeführer bemängelt weiter die Einschätzung des orthopädischen
Gutachters bezüglich der unauffälligen klinischen Befunde für das linke Kniegelenk. Der
Gutachter habe sich nicht genügend mit der medizinischen Aktenlage
auseinandergesetzt, insbesondere vor dem Hintergrund, dass der Suva-Kreisarzt
gemäss eigener Untersuchung eine Integritätsentschädigung aufgrund gravierenden
strukturellen Veränderungen im linken Knie befürwortete (vgl. Fremdakten 9-4). Der
orthopädische Gutachter hält betreffend beide Knie fest, das Gangbild sei leicht rechts
hinkend, es bestehe ein Druckschmerz beim medialen und lateralen Gelenkspalt
beidseits sowie ein geringer Erguss im rechten Kniegelenk, eine geringe mediale
Aufklappbarkeit rechts und Angabe eines endgradigen Beugeschmerzes rechts. Es
bestehe keine Seiteninstabilität links. Der klinische Befund für das linke Knie sei
unauffällig, rechtsseitig zeige sich im MRI eine medial betonte trikompartimentelle
Gonarthrose IV (IV-act. 186-27 ff.). Der orthopädische Gutachter hatte Kenntnis von
den Vorakten und hat die geklagten Beschwerden des Beschwerdeführers im Bereich
beider Kniegelenke berücksichtigt, in der medizinischen Befundaufnahme bezüglich
des linken Knies im Zeitpunkt des Gutachtens jedoch keine Auffälligkeiten (z.B.
Schwellung, Überwärmung, Erguss etc.) festgestellt. Betreffend die Arbeitsfähigkeit hält
der Gutachter fest, dass nur noch für leichte körperliche Arbeiten, bevorzugt sitzend
oder wechselbelastend, eine Arbeitsfähigkeit von 100% bestehe (IV-act. 186-29). Dies
deckt sich mit der Einschätzung des Suva Kreisarztes betreffend zumutbarer Tätigkeit
bezogen auf das linke Knie (vgl. Fremdakten 9-4). Dem Beschwerdeführer ist insoweit
zuzustimmen, dass die bisherige Diagnose Retropatelläre Chondromalazie dritten
Grades Knie links bei Status nach Kniegelenksarthroskopie mit lateraler
Teilmeniskektomie (vgl. Suva Bericht vom 9. März 2016, Fremdakten 9-3; Bericht von
Dr. F._ vom 18. Januar 2018, IV-act 198-4) im Gutachten nicht aufgelistet ist.
Invalidenversicherungsrechtlich kommt es nach der Rechtsprechung grundsätzlich
indessen nicht auf die Diagnose, sondern einzig darauf an, welche Auswirkungen eine
Erkrankung auf die Arbeitsfähigkeit hat (Urteil des Bundesgerichtes vom 28. Juni 2018,
9C_273/2018, E. 4.2 mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer vermag nicht aufzuzeigen,
inwiefern aufgrund der geklagten Beschwerden an der Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit durch den orthopädischen Teilgutachter
betreffend das linke Knie zu zweifeln wäre. Hinzu kommt, dass die Rechtsprechung
sogar bei massiven Kniebeschwerden davon ausgeht, dass diesem Leiden mit dem
Zumutbarkeitsprofil einer wechselbelastenden Tätigkeit angemessen Rechnung
2.4.
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getragen wird (Urteile des EVG vom 17. August 2004, I 643/03, E. 4.2 und des
Bundesgerichts vom 31. Mai 2011, 9C_49/2011, E. 3.3). Auch diese Kritik vermag
somit an der Zuverlässigkeit des Gutachtens nichts zu ändern.
Weiter lässt der Beschwerdeführer geltend machen, dass eine rheumatologische
Abklärung notwendig sei. Festzuhalten ist diesbezüglich, dass es grundsätzlich den
Gutachterpersonen überlassen ist, über Art und Umfang der aufgrund der konkreten
Fragestellung erforderlichen Untersuchungen zu befinden (Urteil des Bundesgerichts
vom 14. Februar 2018, 8C_682/2017, E. 6.2 mit Hinweisen). Weder der RAD noch die
PMEDA-Gutachterstelle hatten eine rheumatologische Begutachtung für erforderlich
gehalten. Betreffend Beurteilung des Gesundheitszustandes ist zudem anzumerken,
dass an der Erstellung des PMEDA-Gutachtens vom 17. November 2017 je ein
Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, für
Innere Medizin, für Neurologie und für Psychiatrie und Psychotherapie beteiligt waren.
Die Fachkompetenz des Orthopäden und Internisten erstreckt sich auch auf
rheumatologische Leiden. Gegenstand der Rheumatologie - als Teildisziplin der Inneren
Medizin - sind (chronische) Schmerzen des Bewegungsapparates, was unter anderem
auch auf die Orthopädie zutrifft (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 14. Februar 2018,
8C_682/2017, E. 6.2 mit Hinweisen). Weshalb insbesondere der Orthopäde und der
Neurologe nicht in der Lage gewesen sein sollten, die HWS-Schmerzen und das
Einschlafen des linken Armes sowie die damit einhergehende Arbeitsfähigkeit
kompetent zu beurteilen, ist nicht ersichtlich, zumal Dr. J._ dieselben Diagnosen wie
im Gutachten stellt. Ferner kann gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung eine den
Beweisanforderungen grundsätzlich genügende medizinische Expertise nicht in Frage
gestellt werden und es besteht kein Anlass zu weiteren Abklärungen, wenn die
behandelnden Ärzte und Ärztinnen zu einer unterschiedlichen Sichtweise gelangen (vgl.
E. 1.6 vorstehend). Wie bereits ausgeführt benennt der beigezogene Rheumatologe Dr.
J._ keine objektiven Gesichtspunkte, die gegen die Beurteilung der Gutachter
sprechen würden und im Rahmen der Begutachtung unerkannt geblieben waren. Es
besteht somit kein Anlass für weitere medizinische Abklärungen und solche lassen
keinen entscheidrelevanten neuen Aufschluss erwarten (antizipierte Beweiswürdigung,
vgl. BGE 136 I 229, E. 5.3).
2.5.
Letztlich bemängelt der Beschwerdeführer, das PMEDA-Gutachten setze sich
nicht mit den Resultaten aus dem vom RAV angesetzten Einsatzprogramm und den
darin enthaltenen Einschätzungen zur Arbeitsfähigkeit auseinander. Der Programmleiter
des Einsatzprogrammes berichtete am 24. Januar 2017, dass der Beschwerdeführer
sehr motiviert, aber sein Gesundheitszustand während der ganzen Zeit sehr instabil
2.6.
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und eine Steigerung des Arbeitspensums nicht möglich gewesen sei. Es sei dem
Beschwerdeführer schwergefallen, über längere Zeit zu stehen und zu sitzen, wobei er
sich nach einer Stunde sitzen immer wieder habe bewegen müssen. Er habe öfters
aufgrund der Schmerzen die Arbeit früher verlassen müssen. Am Ende hätte er nur
noch mit einem Pensum von 20% arbeiten können (IV-act. 153-3 ff.). Es trifft zu, dass
die Gutachter sich mit dieser Thematik nicht befasst haben und eine Diskussion
wünschenswert gewesen wäre. Nach dem Gesagten lassen sich im Bericht des
Einsatzprogrammes vom 24. Januar 2017 jedoch keine Rückschlüsse auf die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers aus medizinischer Sicht ziehen. Vielmehr zeigt
der Situationsbericht die Einschätzung der Programmleitung betreffend
Leistungsfähigkeit und Arbeitsverhalten des Beschwerdeführers insbesondere
aufgrund des subjektiven Beschwerdevortrages. Die Beurteilung des
Gesundheitszustandes sowie der Arbeitsfähigkeit ist denn wie vorstehend erläutert
auch nicht Aufgabe von betreuenden Personen im Einsatzprogramm, sondern der
medizinischen Fachpersonen (vgl. E. 1.5). Dies haben die Gutachter denn auch getan
und aufgrund somatischer Gründe eine Arbeitsunfähigkeit in der angestammten
Tätigkeit attestiert. Der orthopädische, der internistische und der psychiatrische
Gutachter hielten fest, dass keine Schonhaltung, Schonsitz, Auffälligkeiten der
Spontanmotorik und kein schmerzgeplagter Eindruck vorliegen würden (IV-act. 186-14
und 186-25, 186-36). Der neurologische Gutachter berichtete, dass der
Beschwerdeführer während der Anamnese nach 45 Minuten unter Angabe von
Armschmerzen links und einer Verkrampfung der linken Schulter- und Armmuskulatur
habe aufstehen müssen, wobei nach circa 3-4 Minuten wieder eine Besserung
eingetreten sei. Der Kopf könne spontan frei in alle Richtungen gewandt werden (IV-
act. 186-18). In der Konsensbesprechung kamen die Gutachter zum Schluss, dass
aufgrund der objektiven Befunde einer nicht namhaften Beeinträchtigung der
spontanen Mobilität und der Kontextfaktoren in adaptierter Tätigkeit, als körperlich
leicht, wechselbelastend oder überwiegend sitzend beschrieben, eine Arbeitsfähigkeit
von 100% bestehe. Eine insbesondere vom Hausarzt attestierte geringere
Arbeitsfähigkeit stütze sich mehrheitlich auf den subjektiven Beschwerdevortrag und
überzeuge aus gutachterlicher Sicht nicht ausreichend (vgl. IV-act. 186-38 f.). Diese
Schlussfolgerungen sind - auch unter Berücksichtigung des Berichtes aus dem
Einsatzprogramm - nicht zu beanstanden.
Zusammenfassend lässt sich nach dem vorstehend Gesagten festhalten, dass der
medizinische Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt wurde. Das Gutachten erfüllt
sowohl die formellen als auch die inhaltlichen Voraussetzungen. Dem Gutachten
kommt folglich Beweiswert zu und es besteht kein Anlass, bezüglich der medizinisch-
2.7.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 17/20
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3.
theoretischen Arbeitsfähigkeit von dessen Einschätzungen abzuweichen. Nach der
Begutachtung kam es lediglich zu einer vorübergehenden Verschlechterung des
Gesundheitszustandes, weshalb weiterhin auf das Gutachten abgestellt werden kann.
Wie in den vorstehenden Erwägungen dargetan (vgl. E. 2.1-5), handelt es sich bei den
von den Gutachtern abweichenden Arbeitsfähigkeitsschätzungen der behandelnden
Ärzte um eine andere Einschätzung desselben Sachverhaltes bzw. diese bezogen sich
nicht ausdrücklich auf eine adaptierte Tätigkeit. Insofern überzeugt auch die
ausführliche Einschätzung in der RAD-Stellungnahme vom 16. Oktober 2018 zu den
nach der Begutachtung erstatteten Berichten (IV-act. 234). Damit ist überwiegend
wahrscheinlich davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in der angestammten
Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig ist. In einer körperlich leichten, wechselbelastend oder
überwiegend sitzend ausgeübten Tätigkeit besteht seit spätestens 2010 eine
Arbeitsfähigkeit von 100% (IV-act. 186-44 ff.).
Der Beschwerdeführer beantragt die Zusprechung einer ganzen Invalidenrente und
beanstandet im Zusammenhang mit der konkreten Berechnung des
Einkommensvergleichs, es sei unlogisch, dass er mit dem Gesundheitsschaden ein
höheres Erwerbseinkomme erziele würde als ohne gesundheitliche Beeinträchtigung.
Es sei hier korrigierend einzugreifen, indem entweder auf einen anderen Tabellenlohn
abgestellt oder ein Abzug vom Tabellenlohn vorgenommen werde. Gemäss Art. 29 IVG
entsteht der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach
Geltendmachung des Leistungsanspruchs. Vorliegend ist daher ein Rentenanspruch
frühestens ab Juli 2016 zu prüfen.
3.1.
Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlungen und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Art. 16 ATSG). Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen
Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als
Gesunde tatsächlich verdienen würde. Hierzu wird in der Regel am zuletzt erzielten, der
Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft,
da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne
Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (BGE 135 V 58). Das
Invalideneinkommen bezeichnet das mit Invalidität, genauer mit dem invalidisierenden
3.2.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 18/20
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Gesundheitsschaden - zumutbarerweise noch erzielbare Erwerbseinkommen, welches
im Rahmen von Art. 28a IVG in Verbindung mit Art. 16 ATSG einzusetzen und dem
Valideneinkommen gegenüberzustellen ist (vgl. E. 1.2 vorstehend).
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in der die versicherte Person konkret steht. Hat sie
nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich
zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so sind statistische Werte
(Tabellenlöhne) beizuziehen (BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Beim Invalideneinkommen
handelt es sich begrifflich um eine hypothetische Tatsache. Sofern auf Tabellenlöhne
abgestellt wird, sind grundsätzlich immer die aktuellsten statistischen Daten zu
verwenden (BGE 142 V 178 E. 2.5.5). Die Rechtsprechung wendet dabei in der Regel
die Monatslöhne gemäss LSE Tabelle TA1, Zeile "Total Privater Sektor" an (Urteil des
Bundesgerichts vom 6. August 2018, 8C_458/2017, E. 6.2.3). Rechtsprechungsgemäss
gibt es durchaus Konstellationen, in welchem das Invalideneinkommen höher als das
Valideneinkommen ist (Urteil des Bundesgerichts vom 9. Dezember 2019,
9C_674/2019, E. 3.4.4 mit Hinweisen)
3.3.
Die Beschwerdegegnerin stellt für das Valideneinkommen auf das Einkommen des
Beschwerdeführers aus dem Jahr 2015 ab. Damals hatte der Beschwerdeführer bei der
B._ AG ein Jahreseinkommen von Fr. 65'000.-- verdient (IV-act. 111-3). Dem IK-
Auszug (IV-act. 90) ist zu entnehmen, dass er zuvor noch nie Einkommen in dieser
Höhe erwirtschaftet hat. Das Invalideneinkommen ermittelt die Beschwerdegegnerin
anhand der Tabellenlöhne der Lohnstrukturerhebung 2014 (LSE) des Bundesamtes für
Statistik und rechnete dies zu einem Jahreseinkommen von Fr. 66'453.-- hoch (vgl.
Anhang 2 Lohnentwicklung der IV-Textausgabe der Informationsstelle AHV/IV). Einen
zusätzlichen leidensbedingten Abzug (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2) vom
Invalideneinkommen nahm sie nicht vor (vgl. IV-act. 212). Eine Gegenüberstellung des
Valideneinkommens von Fr. 65'000.-- und des Invalideneinkommens von Fr. 66'453.--
ergebe einen Invaliditätsgrad von 0% und löse somit keinen Rentenanspruch aus.
3.4.
Die Beschwerdegegnerin hat korrekterweise auf den Monatslohn von Fr. 5'312.--
basierend auf 40 Arbeitsstunden pro Woche gemäss LSE Tabelle TA1 Zeile "Total
Privat Sektor" für Männer im Kompetenzniveau 1 abgestellt und diesen entsprechend
der betriebsüblichen Arbeitszeit aufgerechnet. Eine Ausnahme betreffend Abstellen auf
ein statistisches Durchschnittseinkommen einer einzelnen Branche liegt nicht vor (vgl.
Urteil des Bundesgerichts vom 6. August 2018, 8C_458/2017, E. 6.2.3). Wie
vorstehend dargetan, handelt es sich beim Invalideneinkommen um eine hypothetische
Tatsache und bei den Tabellenlöhnen um statistische Annahmen (vgl. E. 3.2), deren
3.5.
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4.