Decision ID: 08ee58fe-e019-4f4d-8161-8075f56e463b
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1968, war von 1991 bis 1997
mit Unterbrüchen haupt
sächlich
vollzeitlich
(vgl. Urk. 1 S. 2, Urk. 3/3/1-10
)
und ab 1997 teilzeitlich als
Vikarin tätig
(vgl. Urk. 1 S. 3, Urk. 7/11/2, Urk. 11/11-17, Urk. 7/2 und Urk. 7/6)
.
Unter Hinweis auf ein
Chronic
Fatigue
Syndrom meldete sich die Versicherte am
1
1.
August 2011 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/6).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizi
ni
sche und erwerbliche Situation ab und holte im Rahmen des
Vorbescheid
ver
fahrens
(
Urk.
7/20-36) bei der
Psychiatrie Y._
ein psy
chi
a
trisches Gutachten ein, das am 2
5.
April 2013 erstattet wurde (
Urk.
7/31).
Mit Verfügung vom
6.
September 2013 verneinte die IV-Stelle einen Renten
anspruch (
Urk.
2
/1
= identische Verfügung datiert vom 1
3.
September 2013,
Urk.
7/37).
2.
Die Versicherte erhob am
4.
Oktober 2013
Beschwerde (
Urk.
1)
gegen die Verfü
gung vom
6.
September 2013
(
Urk.
2
/1
) und beantra
gte, diese sei aufzuheben
und
es sei ihr
ausge
hend von einer verspäteten Anme
l
d
ung mit Wirkung ab 6 Mona
ten seit der Anmeldung im Juni 2011 eine Rente der Invalidenversiche
rung zu
zusprechen
(S. 2
Ziff.
1).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
4.
November 2013
(
Urk.
6
)
die Abweisung der Beschwerde.
Dies wurde
der Beschwerdeführerin am
2
5.
Novem
ber 2013
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den All
g
emeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.
2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
),
in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.
4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a,
122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2/1) davon
aus, dass die vorliegende Diagnose eines
Chronic
Fatigue
Syndroms zu den ätiolo
gisch-
pathogenetisch
unklaren
syndromalen
Zustandsbildern ohne nach
weis
bare organische Grundlage gehöre und den vorliegenden Akten keine ob
jekti
vier
baren anatomischen Befunde zu entnehmen seien, welche aus
versi
che
rungs
medizinischer
Sicht eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit
zu
begründen
ver
möch
ten. Es lägen keine Anhaltspunkte für eine vom Schmerzerleben losge
löste eigen
ständige, erhebliche psychiatrische
Komorbidität
oder sonstige schwere
Funk
ti
on
s
einschränkungen
vor. Ein dauerhafter Gesundheitsschaden sei somit nicht aus
gewiesen (S. 1 f.).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellt
e
sich d
agegen auf den Standpunkt, gemäss
Y._
-Gut
a
chten sei krankheitsbedingt maximal ein 50%iges Pensum möglich. Mit ihrem ausgeübten Pensum von 50
%
überwinde sie aus psychiatrischer Sicht die
Auswirkungen ihrer Krankheit in einem als maximal
zu
bezeichnenden medi
zi
ni
schen Ausmass (
Urk.
1 S.
4).
Die RAD-Stellungnahme, wonach das
Y._
-Gut
achten zwar vollstä
ndig aber nicht schlüssig sei, treffe nicht zu
(S. 6 oben).
Auf
das
Y._
-Gutachten sei abzustellen (S. 7).
Im
Vorbescheidverfahren
sei sodann von
einer Qualifikation als 50
%
Erwerbstätige ausgegangen worden, wobei diese Frage
in der angefochtenen Verfügung offen gelassen worden sei. Sie habe als ge
sunde junge Lehrerin jeweils ein Pensum von 100
%
ausgeübt und
sich
trotz der Erkrankung bemüh
t
, ihr Pensum aufzustocken
. Im Jahre 2009 sei jedoch nach der Aufstockung auf 65
%
eine Verschlechterung der Krankheit einge
tre
ten. Angesichts des Umstandes, dass sie trotz Krankheit vor
der
Ver
schlech
te
rung des Zustandes von 50
%
auf 65
%
aufgestockt habe, sei die Qua
lifikation als 50
%
Erwerbstätige unzutreffend. Im Gesundheitsfall wäre sie voll erwerbs
tätig (S. 9).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin einen invalidisierenden Gesundheitsschaden aufweist, das heisst eine gesundheitliche Beeinträchtigung,
die sie in ihrer Arbeits- und Erwerbsfähigkeit langdauernd beeinträchtigt, so dass
ein rentenbegründend
er Invaliditätsgrad resultiert, sowie die Statusfrage.
3.
3.1
Dr.
med. Z._
, Facharzt für
Allgemeine
Innere Medizin, erstat
tete sein Gutachten
am 1
3.
August 2011 (
Urk.
7/12) zuhanden der
Personal
vor
sorge
der Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin
und
nannte als Diagnose ein chronisches
Müdigkeitssyndrom (S. 4
lit
. d)
.
Er
führte aus, es handle sich um eine 43-jährige Versicherte mit einer Anam
nese
abnormer Müdigkeit und Ermüdbarkeit, die sich einschränkend auf die Akti
vi
täten des Alltags auswirkten. Daneben bestünden Begleitsymptome in Form von
Muskelschmerzen, vegetativen Symptomen und Malaise nach An
strengung. Nach
Ausschluss organischer Ursachen seien die diagnostischen Kriterien für die Diag
nose eines chronischen
Fatigue-Syndromes
erfüllt. Ur
sächliche Faktoren seien
möglicherweise immunologischer und psychischer Art, im Allgemeinen wie auch
im besonderen Fall der Versicherten. Die Krankheit verlaufe chronisch-rezidi
vie
rend. Mit einer Progression müsse aber nicht ge
rechnet werden. Die Prognose sei insgesamt günstig. Seit Frühjahr 2011 bestehe eine Verschlechterung, von welcher sich die Versicherte zu erholen beginne
(S.
3 unten)
.
Es bestehe keine Berufsunfähigkeit.
Die Versicherte werde ihre Tätig
keit als Primarlehrerin nach
den Sommerferien wieder aufnehmen können. Das Pensum betrage 50
%
. In
wie
fern ein grösseres Pensum theoretisch zumutbar wäre, bleibe offen (S.
3 f.). Das
Teilpensum von 50
%
könne in einer Präsenzzeit von 50
%
bewältigt werden
(S.
4)
.
3.2
Dr.
med. A._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, berich
tete
am
1
5.
September 2011 (
Urk.
7/14) und nannte folgende Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1):
chronisches Müdigkeitssyndrom (
CFS)
Differentialdiagnose: Neurasthenie (ICD-10 F48.0)
Differentialdiagnose: mittelschwere depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-190 F32.11)
Er führte aus,
er behandle die Beschwerdeführerin seit 1997 (S. 1
Ziff.
1.2).
Seit 2
009 sei eine deutliche Verschlechterung des Zustandsbildes aufgetreten und die
Beschwerdeführerin sei nach einem grippalen Infekt im Ja
nua
r 2011 voll
ends
dekompensiert
. Seit dem 1
9.
April 2011 sei die Beschwerdeführerin zu 100
%
krankgeschrieben. Seit dem 2
2.
August 2011 laufe ein Arbeitsversuch mit einem 40
%
Pensum entsprechend 12 Wochenlektionen. Die Prognose sei noch unge
wiss. Bezogen auf ein 100%iges Pensum sei die Beschwerdeführerin sicherlich dauernd zu 50
%
arbeitsunfähig, zurzeit noch zu 60
%
. Die Arbeitsfähigkeit im Haushalt könne er nicht einschätzen, sie sei aber sicherlich eingeschränkt (S. 2
Ziff.
1.4).
3.3
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, berichtete am 3
0.
Mai 2012 (
Urk.
7/17)
und nannte folgende Diagnose mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1):
p
hobische Störung (ICD-10 F40.8) als Reaktion auf
das
CFS
Sie führte aus,
das CFS bestimme das Leben der Beschwerdeführerin. Es bestehe eine psychophysische Stressreaktion, wenn die Erholung nicht rechtzeitig mög
lich sei. Die Prognose sei bezüglich der psychiatrischen Diagnose gut
.
Wenn sich das CFS nicht bessere, bleibe die Arbeitsfähigkeit bei maximal 50
%
(S.
2
Ziff.
1.4).
Es finde eine Gesprächspsychotherapie in ein- bis zweiwöchigen Ab
ständen mit kognitiven, verhaltenstherapeutischen und analytischen Elementen statt (S.
2
Ziff.
1.5).
Seit 1997 sei die Beschwerdeführerin durchschnittlich zu 50
%
arbeitsunfähig, wobei von Mitte April bis Mitte Mai 2011 eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit bestanden habe (S.
2
Ziff.
1.6).
Die phobische Störung be
zieh
e sich auf das CFS und sei keine eigenständige Krankheit in diesem Fall und da
mit auch nicht Hauptverursacherin der Arbeitsunfähigkeit (S. 3
Ziff.
1.11).
3.4
Dr.
A._
berichtete am
5.
Juli 2012 (
Urk.
7/18), nannte die bekannten
Diagnosen
(S.
1
Ziff.
1.1)
und führte aus,
seit dem 1
0.
März 2012 habe die Be
schwer
deführerin ihre Arbeit als Lehrerin entsprechend etwa einem halben
Voll
pensum
wieder aufnehmen können. Dies gehe jedoch nur mit grosser An
streng
ung. Sie sei nach der Arbeit immer noch sehr erschöpft. Die Beschwerde
führerin befinde sich noch in regelmässiger Behandlung bei
Dr.
B._
. Die Be
schwerde
führerin werde nie ein Vollpensum als Volksschullehrerin erfüllen können. Sie sei als dauernd
zu
50
%
arbeitsunfähig zu betrachten
(S. 1
Ziff.
1.4)
.
3.5
Dr.
med.
C._
, Praktischer Arzt, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin,
nahm am 2
1.
Juli 2012 Stellung (
Urk.
7/19/2-3) und führte aus,
nach Einschätzung der behandelnden Psychiaterin sei das CFS
entscheidend für die Arbeitsunfähigkeit. Die phobische Störung sei eine Reak
tio
n auf das CFS und habe eine gute Prognose.
Versicherungsmedizinisch gehöre die vorliegende Diagnose zu den ätiologisch-
pathogenetisch
unklaren
syndromalen
Zustandsbildern ohne nachweisbare or
ga
nische Grundlage. Den vorliegenden Akten seien keine objektivierbaren ana
to
mischen Befunde zu entnehmen, welche aus versicherungsmedizinischer Sicht eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit begründen könnten. Es lägen keine Anhalts
punkte für eine vom Schmerzerleben/unspezifischen Leiden losgelöste, eigen
ständige, erhebliche psychische
Komorbidität
oder sonstige schwere
Funktions
einschränkungen
vor. Ein dauerhafter Gesundheitsschaden sei somit nicht aus
gewiesen. Es sei anzumerken, dass die Beschwerdeführerin seit 1997 mit einem Pensum von 50
%
berufstätig sei.
3.6
Die Ärzte der
Psychiatrie Y._
erstatteten ihr psychiat
risches Gutachten am 2
5.
April 2013 (
Urk.
7/31) gestützt auf
die Akten und die
ambulanten psychiatrischen Untersuchungen der Beschwerdeführerin
vom 1
9.
März
und
2.
April 201
3.
Sie
führten aus,
die Beschwerdeführerin gebe eine
subjektiv
eingeschränkte Konzentration und Merkfähigkeit
an. Diese hätten
sich im Gespräch jedoch nicht bemerkbar
ge
macht
beziehungsweise
lägen
objektiv nicht vor.
Die Beschwerdeführerin beschreibe weiter Sorgen über die körperliche
Gesundheit sowie Angst bei Panikerleben in Situationen von Platzmangel, wo
bei
Herzklopfen, Ohrensausen, Schwitzen und intensive
s
Angstempfinden auf
träten.
Ausserdem träten Verzweiflungsgefühle oft zusammen mit
Erschöp
fungsge
fühlen
auf. Die Beschwerdeführerin sei dann affektlabil und müsse wei
nen. Das
Weinen
können
erlebe sie als erleichternd. Im Zusammenhang mit dem abrupten Auf
treten der Müdigkeitsempfindungen
erlebe die Beschwerdeführerin auch häufig plötzliche Stimmungseinbrüche. In solchen Situationen könne sie auch gereizt reagieren (S. 8)
.
Bei der Beschwerdeführerin sei im Jahr 1997 ein
Chronic
Fatigue
Syndrom (CFS
)
mit den entsprechenden Einschränkungen diagnostiziert worden. Diese bestün
de
n vor allem in rascher Ermüdbarkeit und jeweils nach kurzer Anstren
gung auf
tretender plötzlicher Erschöpfungssymptomatik. In der psychiatrischen Unter
suchung seien keine Anhaltspunkte für eine eigenständige psychiatrische Er
kran
kung gefunden worden. Die von der Beschwerdeführerin geschilderten psy
chischen Symptome wie Angst- und Panikerleben, Empfindungen von Hilflosig
keit und Verzweiflung sowie plötzliches
Weinenmüssen
träten jeweils reaktiv als normale und nachvollziehbare psychische Reaktion auf die plötzli
chen Er
schöpfungszustände und die durch die chronische Müdigkeit einge
schränkte Mög
lichkeit, ihr Leben zu gestalten, auf.
Die Beschwerdeführerin habe in den Jahren seit Diagnosestellung ihr Leben an die Erkrankung angepasst und
ge
lernt, die alltäglichen Anforderungen jeweils so zu steuern, dass sie im Alltag ei
nigermassen funktionstüchtig bleibe. Sie verfüge über Ressourcen wie Intelli
genz, Differenziertheit, ein breites Interessenspektrum sowie
Introspektionsfä
hig
keit
, die ihr dies ermöglichten.
In der psychiatrischen Untersuchung sei offen
ersichtlich, dass sie der Erkrankung nicht zu viel Raum in ihrem Leben geben wolle,
um möglichst normal leben zu können. Insofern lasse sich sagen, dass sie über gute
Copingstrategien
verfüge und diese in ihrer Situation mit den geschil
derten Einschränkungen optimal einsetze, um eine möglichst normale
Alltags
funktionsfähigkeit
zu haben (S. 9 Mitte).
Bezüglich der
sogenannten
F
oe
rsterkriterien
lasse sich das Vorliegen einer mit
wirkenden, psychisch ausgewiesenen
Komorbidität
von erheblicher Schwere, Inten
sität, Ausprägung und Dauer nicht feststellen. Die Diagn
ose CFS lasse das
Kriterium Nr. 1 mit chronischer körperlicher
Begleiterkrankung
, mehrjähri
gem
Kr
a
nk
heitsverlauf
bei unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerfristige Remission entfallen, weil das CFS die Grunddiagnose sei.
Bei der Beschwerdeführerin liege ein sozialer Teilrückzug, der wichtige Bereiche des
Lebens umfasse, vor, jedoch kein ausgewiesener sozialer Rückzug in allen Be
lan
g
en des Lebens. Für einen verfestigten, therapeutisch nicht mehr angehbaren innerseelischen Verlauf einer an sich missglückten, psychischen aber entlasten
den Konfliktbewältigung im Sinne eines primären Krankheitsgewinns bestünden bei der Beschwerdeführerin keinerlei Anhaltspunkte. Das Kriterium Nr. 4, die un
befriedigenden Behandlungsergebnisse trotz konsequent durchgeführter am
bulanter und/oder stationärer Behandlungsbemühungen (auch mit unterschied
lichem therapeutischem Ansatz) und gescheiterter Rehabilitationsmassnahmen bei vorhandener Motivation und Eigenanstrengungen der Beschwerdeführerin
,
sei hingegen erfüllt, wobei die
s
üblicherweise für die Diagnose CFS zutreffe (S.
9 f.).
Aus psychiatrischer Sicht könne die durch das CFS begründete Arbeitsunfähig
keit nicht quantitativ bestimmt werden. Die Beantwortung der Frage nach der Überwindbarkeit obliege letztendlich dem Rechtsanwender. Die Schilderungen der Beschwerdeführerin seien konsistent und glaubwürdig. Es fänden sich auch nicht die geringsten Hinweise auf Verdeutlichung, Aggravation oder gar Simu
lation.
Vielmehr sei die Beschwerdeführerin hochmotiviert, mit ihrer Einschrän
kung optimal umzugehen. Dabei zeige sie eine intakte Selbstwahrnehmung und die Fähigkeit, adäquate
Coping
-Strategien zu entwickeln. Sie sei auch bereit, Einbussen hinzunehmen, um ihre Tätigkeit ausüben zu können
. Aus medizi
nisch-psychiatrischer Sicht unternehme die Beschwerdeführerin alles Zumut
bare
, um die ihr mögliche Arbeitsfähigkeit zu verwerten und zu erhalten
. Die Arbeits
fähigkeit der Beschwerdeführerin sei zum jetzigen Zeitpunkt deutlich einge
schränkt. Ein 50%iges Pensum als Primarschullehrerin entspreche dem, was die Beschwerdeführerin aktuell leisten könne
. Sie schöpfe mit diesem Pen
sum ihre vorhandene Restarbeitsfähigkeit voll aus. Die 50%ige Arbeitsfähigkeit erstrecke sich auch auf angepasste Tätigkeiten
(S.
10 Mitte).
Die Arbeitsunfähig
keit be
stehe seit mindestens April 201
1.
E
x
post
könne nicht beurteilt werden, ob die Beschwerdeführerin vo
r
2009 in der Lage gewesen wäre, ein grösseres Pensum zu leisten
(S.
11)
.
Aus psychiatrischer Sicht überwinde die Beschwer
deführerin
bereits jetzt die Auswirkungen ihrer Krankheit in einem als maximal zu be
zeich
nenden medizinisch zumutbaren Rahmen. Eine Steigerung des Pen
sums sei nich
t realistisch
. Ein Versuch in diese Richtung würde überwiegend wahr
schein
lich zu einer Dekompensation führen
(S. 14)
.
3.7
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, RAD, nahm am 1
8.
Juni 2013 Stellung (
Urk.
7/36/2) und führte aus, das aktuelle
Y._
-Gutachten sei zwar vollständig, aber nicht schlüssig. Der Gesundheitsschaden in Form des bekannten CFS werde bestätigt. Die bescheinigte Arbeitsfähigkeit von 50
%
sei aus versicherungsmedizinischer Sicht so nicht nachvollziehbar
, denn
die soge
nan
nten
F
oe
rsterkriterien
zur ausnahmsweisen Unüberwindbarkeit seien aus me
dizinischer Sicht insgesamt nicht erfüllt. Die Überwindbarkeit als solche sei aber vom Rechtsanwender zu prüfen.
4.
4.1
Unstreitig und aufgrund der Akten ausgewiesen ist, dass die Beschwerdeführerin seit 1997 an einem
Chronic
Fatigue
Syndrom (CFS) leidet
(vgl. Bericht von Dr. med.
E._
, Facharzt Innere Medizin, vom 21. Juli 1997; Urk. 7/17/5)
.
Die
Y._
-Gutachter bestätigten diese Diagnose und erachteten
die Beschwerde
füh
rern
deshalb in der angestammten Tä
tigkeit als Primarschullehrerin wie auch in einer angepassten Tätigkeit zu 50
%
arbeitsunfähig
, wobei sie andernorts in widersprüchlicher Weise festhielten, dass aus psychischer Sicht die durch das CFS begründete Arbeitsunfähigkeit nicht quantitativ bestimmt werden könne
(vgl. vorstehend E.
3.6).
Allerdings ist die Müdigkeit, wie sie im Rahmen
eines CFS
auftritt, nach der Rechtsprechung in aller Re
gel durch eine zumutbare
Willens
anstrengung
überwindbar und begründet nur unter beson
deren Um
stän
den, wie sie auch bei einer anhaltenden
somatoformen
Schmerz
störung
vor
aus
g
esetzt werden, eine Invalidität.
4.2
Die Beschwerdegegnerin stellte in ihrer Verfügung vom
6.
September 2013
(
Urk.
2/1) insofern auf das
Y._
-Gutachten (
Urk.
7/31)
ab
, als
sie diagnostisch von
einem CFS ausging und feststellte, dass
gemäss
Gutachten keine
objekt
i
vier
ba
ren
anatomischen Befunde vorlägen.
Sie ging jedoch entgegen den
Y._
-Gut
achtern davon aus, dass die durch das CFS begründete Müdigkeit durch zu
mut
bare
Will
ensanstrengung
überwindbar sei und deshalb keine Invalidität zu begrün
den
ver
möge.
Auf das psychiatrische
Y._
-G
utach
ten (Urk. 7/31)
kann
grundsätzlich
abgestellt werden: Es ist umfassend, beruht a
uf allseitigen Untersu
chungen,
berücksic
htigt
die geklagten Beschwerden
und wurde in Ke
nntnis der
Vorakten
abgegeben.
Eben
falls sind die Beurteilung der medizinischen Situation und Zusammen
hänge
einleuchtend und die Schlussfol
gerung der Experten begründet.
Insgesamt finden
sich keine konkreten Indizien, die gegen die Zu
verlässigkeit des von der
Be
schwer
degeg
nerin
eingeholten psychiatrischen
Gutachtens der
Psychiatrie
Y._
sprechen.
4.
3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son
bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu ver
werten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objek
tiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung
einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen
Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden
kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versi
cherten Per
son
sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
4.4
G
emäss bundesgerichtlicher Rechtspre
chung
ist
das
Chro
nic
Fatigue
Syndrom (chronisches Müdigkeitssyndrom)
eindeutig
den
somatofor
men
Störungen
zu
zu
rechnen
und
gehört
in den gleichen
Syndromen
komplex
wie Konversions
störungen,
Somatisierungsstörungen
, Schmerzstörungen, Hypo
chondrie u.a.m.
Sozialversicherungs
rechtlich
ist es geboten, sämt
liche
pathogenetisch
-ätiolo
gisch
unklaren
syndro
malen
Beschwerdebilder ohne nachweisbare orga
nische Grund
lage den gleichen Anforderungen zu unterstel
len
(
BGE 137 V 64 E. 4.3 S. 68 f.).
Daher
sind
die von der Rechtsprechung im Bereich der
somatoformen
Schmerz
störungen ent
wickelten Grundsätze (
BGE 130 V 352
und seitherige)
auf das
Chronic
Fatigue
Syndrom
analog
zur
Anwen
dung
zu bringen
(Urteil des Bundes
gerichts I 70/07 vom 14.
April 2008, E. 5 mit Verweis auf
Peter A. Berg, Chroni
sches
Mü
digkeits
- und
Fibromyalgiesyndrom
, 2. Aufl., Berlin usw. 2002, S. 227
).
Diese Rechts
prechung wurde in BGE 136 V 279
E. 3.2.1 bestätigt
.
4.5
Eine fachärztlich (psychiatrisch) diagnostizierte anhaltende
somatoforme
Schmerz
störung
begründet als solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht
eine Vermutung, dass die
somatoforme
Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer
zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung
einer psychischen
Komorbidität
von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprä
gung
und Dauer. Massgebend sein können auch weitere mit gewisser Intensität und Konstanz erfüllte Faktoren, so: chronische körperliche
Begleiterkrankun
gen
; ein
mehrjähriger,
chronifizierter
Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progre
dien
ter Symptomatik ohne längerdauernde Rückbildung; ein ausgewiese
ner sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, therapeu
tisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich miss
glückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer
Krank
heitsgewinn
;
„Flucht in die Krankheit"); ein
unbefriedigendes
Behandlungser
gebnis
trotz kon
se
quent durchgeführter ambulanter und/oder stationärer Be
handlung (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) und geschei
terte
Rehabilitations
mass
nahmen
bei vorhandener Motivation und
Eigenan
strengung
(kooperative
Haltung) der versicherten Person. Je mehr dieser Krite
rien zutreffen und je aus
ge
prägter sich die entsprechenden Befunde darstellen, desto eher sind
–
aus
nahms
weise - die Voraussetzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu vernei
nen (BGE 130 V 352, 131 V 49 E. 1.2,
BGE 139 V 547 E. 3
).
In BGE 139 V 547 hat das Bundesgericht an dieser Rechtsprechung unter Ausei
nandersetzung mit der daran geübten Kritik festgehalten und auf die besondere Bedeutung einer fachgerechten Abklärung hingewiesen
(E. 9.1.3, E. 9.2.1). Ins
be
sondere erkannte das Bundesgericht,
dass sich die unklaren Beschwerden hin
sichtlich ihrer invalidisierenden Folgen von anderen (psychischen) Leiden durch die mangelnde Objektivierbarkeit unterscheiden. Dabei hand
elt
es sich um ein sachliches Kriterium, das überprüft werden kann. Die hinreichende Objekti
vier
barkeit der gesundheitlichen Beeinträchtigung
wird
für Ansprüche auf
Sozi
al
ver
sicherungsleistungen
seit jeher vorausgesetzt und ha
t
im Rahmen der 5.
IV-
Re
vision auch Eingang in die Gesetzgebung gefunden (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Von
einer unbegründeten Schlechterstellung
beziehungsweise
einer Dis
krimi
nie
rung
der betroffenen Versicherten in
verfassungsmässigem
Sinne bezie
hungs
weise nach
Massgabe
der EMRK kann daher nicht gesprochen werden (Urteil des Bun
des
gerichts
8C_142/2013 vom 20.
November 2013 E. 4.2 mit Hinweis auf BGE 139 V 547 E. 5.6 in
fine
und
E.
5.7).
Die im Bereich der
somatoformen
Schmerzstörungen entwickelten Grundsätze
werden rechtsprechungsgemäss bei der Würdigung des invalidisierenden Cha
rak
ters von
Fibromyalgien
(BGE 132 V 65 E. 4), dissoziativen Sensibilitäts- und
Empfindungsstörungen (SVR 2007 IV Nr. 45 S. 150, I 9/07 E. 4 am Ende),
Chro
nic
Fatigue
Syndrome (CFS; chronisches Müdigkeitssyndrom) und Neurasthenie
(Urteile 9C_662/2009 vom 17. August 2010 E. 2.3; 9C_98/2010 vom 28. April 2010 E.
2.2.2 und I 70/07 vom 14. April 2008 E.
5), bei dissoziativen Bewe
gungs
störungen (Urteil 9C_903/2007 vom 30. April 2008 E. 3.4), bei einer HWS-Ver
letzung (Schleudertrauma) ohne organisch nachweisbare
Funktionsfä
lle
(BGE 136 V 279, vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_136/2013 vom 16. Februar 2014 E. 4.1-2) sowie bei nicht organischer
Hypersomnie
(BGE 137 V 64 E. 4.1
und 4.2 mit Hinweisen) analog angewendet, nicht hingegen,
wenn sich die Frage
nach der invalidisierenden Wirkung einer
Cancer-related
Fatigue
stellt (
BGE
139 V 346
E. 3
mit Hinweisen
).
In Anwendung dieser Kriterien die Frage zu beantworten, ob der Regelfall oder der Ausnahmefall gegeben ist, obliegt grundsätzlich der Rechtsanwendung. Dies
schliesst
allerdings nicht aus, sondern setzt geradezu voraus, dass aus medizi
nischer Sicht die zur Beurteilung einzelner Kriterien dienlichen anamnestischen und
befundmässigen
Angaben gemacht werden.
4.6
Neben der
psychiatrischerseits
bestätigten Diagnose eines
Chronic
Fatigue
Syn
droms
besteht bei
der
Beschwerdeführer
in
keine ins Gewicht fallende weitere psychische Erkran
kung
. So hielt die behandelnde Psychiaterin
Dr.
B._
im Mai
2012 fest, dass die diagnostizierte phobische Störung keine eigenständige Krank
heit sei
und sich auf das CFS beziehe (
Urk.
7/17 S. 3
Ziff.
1.11)
. Auch die
Y._
-Gutachter fanden in der psychiatrischen Untersuchung vom März bezie
hungs
weise April 2013 keine Anhaltspunkte für eine eigenständige psychiatri
sche Er
krankung
und hielten fest, dass die beschriebenen Symptome
reaktiv als normale
und nachvollziehbare psychische Reaktion auf die plötzlichen Er
schöpfungs
zu
stände auf
träten
(
Urk.
7/31 S.
9 Mitte)
. Eine psychische
Komorbi
dität
von erhe
b
licher Schwere, Aus
prägung und Dauer ist deshalb zu verneinen.
Somit bleiben Intensität und Konstanz der alternativ zum Zuge kommenden weiteren Kriterien zu prüfen.
Das Kriterium der chronischen
körperlichen Begleiterkrankung ist ebenfalls zu
verneinen, da bei der Beschwerdeführerin abgesehen von den psychischen Symp
tomen als Reaktion auf das CFS keine anderen
, insbesondere keine kör
perlichen Begleiterkrankungen festgestellt wurden.
Ob das Kriterium eines mehrjährigen
chronifizierten
Krankheitsverlaufs mit un
veränderter oder progredienter Symptomatik zu bejahen ist, erscheint fraglich. Die CFS-Problematik besteht zwar bereits seit dem Jahr 1997 und dauert auch weiterhin an. Allerdings ist den medizinischen Akten
nicht ein unveränderter Verlauf zu entnehmen und eine Verschlechterung ist erst ab dem Jahr 2009 do
kumentiert.
Somit ist dieses Kriterium höchstens in geringem Masse erfüllt.
Nicht ausgewiesen ist ein sozialer Rückzug de
r Beschwerdeführerin
in allen Be
langen des Lebens, was nicht zuletzt deutlich aus dem
Y._
-Gutachten
hervor
geht.
So fü
hrten die
Y._
-Gutachter klar
aus, dass zwar ein sozialer Teilrückzug
vorliege, zumal die Beschwerdeführerin auf soziale Anlässe im Lehrerkollegium
überwiegend verzichte
, jedoch
nicht von einem
ausgewiesene
n
soziale
n
Rück
zug
in allen Belangen des Lebens
gesprochen werden könne
(
Urk.
7/31 S. 9 un
ten, S. 15)
.
Auch n
icht erkennbar ist sodann ein verfestigter, nicht mehr behandelbarer Ver
lauf einer Konfliktbewältigung, zumal den Akten keine Anhaltspunkte für einen
primären Krankheitsgewinn zu entnehmen sind.
So habe die Beschwer
defüh
rer
in
gemäss
Y._
-Gutachter ihr Leben an die Erkrankung angepasst und gelernt, die all
täglichen Anforderungen jeweils so zu steuern, dass sie im Alltag
einiger
massen
funktionstüchtig bleibe. Die Beschwerdefüh
r
erin verfüge sodann über
Ressourcen wie Intelligenz, Differenziertheit, ein breites
Interessenspekt
rum
sowie
Introspektionsfähigkeit, welche ihr dies ermöglichten. Es sei offen ersichtlich, dass sie der Erkrankung nicht zu viel Raum in ihrem Leben geben wolle. Die
Be
schwerdeführerin verfüge über gute
Coping
-S
trategien und setze diese in ihrer
Situation optimal ein, um eine möglichst normale
Alltagsfunkti
onsfähigkeit
zu haben (
Urk.
7/31 S. 9).
Was das Kriterium des Schei
terns einer konsequent durchgeführten ambulanten oder stationären Behand
lung (auch mit unterschiedlichem therapeutischem An
satz) anbelang
t, so ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin momentan in
zweimonatigen Abständen bei ihrem Hausarzt
Dr.
A._
zur Kontrolle geht
und seit 2011 auch in psychiatrischer gesprächstherapeutischer Behand
lung bei
Dr.
B._
ist. Auch von 1996 bis 2000 hat
sie bereits eine
Gesprächs
psycho
the
ra
pie
besucht, um eine mögliche psychiatrische Ursache der Sympto
matik erkennen und behandeln zu könne
n. Neben der Psychotherapie habe sie eine
Mal
therapie
besucht
sowie eine Magnetresonanz-Therapie, eine psycholo
gische Psy
chotherapie sowie bei einer CFS-Spezialistin in England anhand von
Blut
ana
lysen
verschiedenste Nahrungsergänzungsmittel versucht. Auch sei sie homöo
pa
thisch durch die Klinik
F._
behandelt worden und
habe
eine
Atem
the
rapie
gemacht
(vgl.
Urk.
7/31 S. 7 Mitte).
Dieses Kriterium kann dem
nach als erfüllt betrachtet werden
(vgl. Urk. 7/31 S.10 oben)
.
4.
7
Die Gesamtwürdigung der bei Fehlen einer psychischen
Komorbidität
zu beach
tenden Kriterien führt zum Schluss, dass lediglich das Kriterium
des Schei
terns einer konsequent durchgeführten ambulanten oder stationären Behand
lung
er
füllt ist und jenes eines mehrjährigen
chronifizierten
Krankheitsverlaufs höchs
tens als in geringem Masse als erfüllt betrachtet werden kann. Die restlichen Kriterien sind allesamt zu verneinen. In ihrer Gesamtheit erlauben die Kriterien
nicht den Schluss, die willentliche Überwindung der Beschwerden sei aus
nahms
weise unzumutbar. Damit wäre es de
r
Beschwerdeführer
in
zumutbar, die nötige Willensanstr
engung aufzubringen und die ihre
Leistungsfähigkeit beein
träch
ti
genden Beschwerden zu überwin
den. Insofern kann de
n
Y._
-
Gutachter
n, welche
allein aufgrund der
CFS
-Symptomatik auf eine eingeschränkte Arbeits
fähigkeit schloss
en
, nicht gefolgt werden. Vielmehr ist von einer vollen Ar
beitsfähigkeit
auszugehen. Ein invalidenversicherungsrechtlich relevanter psy
chischer
Gesund
heits
schaden
ist somit nicht ausgewiesen.
Im Übrigen ist es mit der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung vereinbar, einem
Gutachten vollen Beweiswert zuzuerkennen, jedoch von der medizini
schen Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit unter Berücksichtigung
sozialversi
cherungs
recht
licher
Aspekte abzuweichen (vgl. BGE 130 V 352 E. 3.3 S. 358 f.).
4.
8
Zusammenfassend ist daher festzustellen, dass die Beschwerdeführerin aus
inva
liden
versicherungsrechtlicher
Sicht weder in somatischer noch in psychischer Hinsicht in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist.
Da kein invalidisierender
Ge
sundheitsschaden
ausgewiesen ist, erübrigt sich die
Prüfung
der Statusfrage.
Die IV-Stelle hat den An
spruch der Beschwer
deführerin auf eine Invalidenrente somit zu Recht verneint, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
5.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfah
rens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.
anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der
Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen.