Decision ID: b8545535-b191-4199-b6bd-73d001585065
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1950 geborene
X._
meldete sich am 9. Juli 1992 zum Bezug von Leistungen (Berufsberatung, Umschulung auf eine neue Tätigkeit, Arbeitsver
mittlung, Rente)
bei
der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) an (Urk. 10/1). Nachdem sie medizinische, erwerbliche sowie berufliche Abklärun
gen getroffen hatte, schrieb die Ausgleichskasse des Kantons Zürich das Gesuch um berufliche Massnahmen – unter Hinweis darauf, dass der Versicherte ange
messen einge
gliedert sei – mit Verfügung vom 29. Juli 1993 (Urk. 10/7 = Urk. 10/8) als erle
digt ab. Am 10. März 1994 verfügte sie - ausgehend von ei
nem Invaliditätsgrad von 27 % - die Abweisung des Rentenbegehrens (Urk. 10/15).
1.2
Am 21. Februar 1996 ersuchte der Versicherte erneut um Leistungen der IV (Urk. 10/17). Nachdem die IV-Stelle den Anspruch auf berufliche Massnahmen im Sommer 1996 verneint hatte (vgl. Vorbescheid vom 1. Juli 1996 [Urk. 10/25] und Verfügung vom 22. August 1996 [Urk. 10/33]), wies sie – nach Durchfüh
rung des
Vorbescheidverfahrens
(Urk. 10/50) - mit Verfügung vom 29. September 1997 (Urk. 10/51) sowohl das diesbezügliche Wiedererwägungs- (Urk. 10/38 S. 1) als auch das Rentengesuch ab.
1.3
Am 24. März 2000 stellte
X._
abermals ein Leistungsbegehren (Berufsbe
ratung, Umschulung auf eine neue Tätigkeit, Arbeitsvermittlung, Rente; Urk. 10/56). Im Rahmen ihrer daraufhin getätigten Abklärungen liess die IV-Stelle den Versicherten am 6. Juli 2001 von den Ärzten des
Y._
, Rheumaklinik und Institut für Physikalische Medizin, begutachten (vgl. Expertise vom 28. August 2001, Urk. 10/69). Am 25. Juli 2002 teilte sie ihm mit, dass sein Gesuch um berufliche Massnahmen abgeschrieben werde, da er gemäss eigenen Angaben keine beruflichen Massnahmen beziehungsweise keine Arbeitsvermittlung wünsche (Urk. 10/74). In Bestätigung ihres Vorbe
scheides vom 22. August 2002 (Urk. 10/81) sprach sie ihm in der Folge mit Verfügung vom 18. Oktober 2002 (Urk. 10/87 = Urk. 10/9 S. 3 f.; vgl. auch Verfügung vom 5. Februar 2003 [Urk. 10/95]) mit Wirkung ab 1. Juli 2002 eine auf einem Invaliditätsgrad von 55 % beruhende halbe Rente zu. Diese bestätigte sie, nachdem sie den Versicherten im Rahmen des im Jahr 2005 von Amtes we
gen durchgeführten Revisionsverfahrens (Urk. 10/96) nochmals von den Ärzten des
Y._
, Rheumaklinik und Institut für Physikalische Me
dizin, hatte begutachten lassen (vgl.
Expertise vom 15. Dezember 2006,
Urk. 10/101), in der Folge mit
Mitteilung
vom 11. Januar 2007 (Urk. 10/103).
1.4
Gestützt auf die am 19. Mai 2009 von der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zü
rich erhaltene Mitteilung, dass gegen den Versicherten ein Strafverfahren (we
gen Betrugs [vgl. Urk. 10/120, Urk. 10/126]) laufe (vgl. Urk. 10/113), leitete die IV-Stelle am 20. Mai 2009 erneut ein Rentenrevisionsverfahren ein (vgl. Urk. 10/114, Urk. 10/115), in dessen Rahmen sie auch - die von
X._
seit der Rentenzusprechung ausgeübten Erwerbstätigkeiten beziehungs
weise die dabei erzielten Einkommen dokumentierende
n
- Akten der Staatsan
waltschaft Zürich (vgl. Urk. 10/116-137) beizog. Mit Schreiben vom 29. Juni 2009 (Urk. 10/142) drohte die IV-Stelle dem Versicherten - unter Einräumung einer Frist bis 7. Juli 2009 - für den Fall, dass dieser sich weiterhin weigere, die Zusatzfragen auf dem Beiblatt (Urk. 10/143) zum Fragebogen betreffend Revi
sion der IV-Rente (Urk. 10/115) zu beantworten, an, über seinen weiteren Ren
tenanspruch gestützt auf die ihr vorliegenden Akten zu entscheiden, wobei eine Rentenaufhebung nicht auszuschliessen sei. Nachdem der Versicherte der IV-Stelle seine Antworten zu den Zusatzfragen (Urk. 10/143) daraufhin hatte zu
kommen lassen, verfügte diese am 10. Juli 2009 die sofortige Sistierung der In
validenrente und entzog einer allfälligen Beschwerde gegen diesen Entscheid (Urk. 10/144) die aufschiebende Wirkung. Die
vom Versicherten
hiegegen
am 14. September 2009 im Prozess Nr. IV.2009.00883 erhobene Beschwerde (Urk. 10/153 S. 3-7) wies das hiesige Gericht mit Urteil vom 30. November 2009 (Urk. 10/165) ab.
1.5
Am 2. Dezember 2009 liess die IV-Stelle
X._
– nun von den Ärzten des
Z._
, Klinik für Rheumatologie und Rehabilitation – er
neut begutachten (vgl. Expertise vom 13. Dezember 2009, Urk. 10/164). Am 29. Januar 2010 ersuchte der Versicherte die IV-Stelle um Hilfsmittel (Hörge
räte; vgl. Urk. 10/175 und Urk. 10/183 sowie Urk. 10/192). Am 16. Februar 2010 wurde er des gewerbsmässigen Betrugs (zum Nachteil einerseits der Sozi
alen Dienste der Stadt Zürich und andererseits des Amtes für Zusatzleistungen zur AHV/IV) im Sinne von Art. 146 Abs. 1 und Abs. 2 des Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB) schuldig gesprochen (vgl. Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 16. Februar 2010, Urk. 10/176 und Urk. 10/188). Mit Urteil vom 27. September 2010 (Urk. 10/198) bestätige das Obergericht des Kantons Zürich – auf vom Versicherten erhobene Berufung hin – dessen Verurteilung wegen gewerbsmässigen Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 und Abs. 2 StGB; redu
zierte indes hinsichtlich der (ebenfalls bestätigten) Geldstrafe von 300 Tages
-
sätzen
den Tarif von Fr. 30.-- auf Fr. 10.-- pro Tag. In der Folge teilte die IV-Stelle
X._
am 4. November 2010 mit, dass sie zur Beurteilung seines Leistungsanspruchs eine medizinische Abklärun
g für erforderlich halte und die
A._
mit der Begutachtung betrauen werde (Urk. 10/200). Am 25. November 2010 erteilte sie Kostengutsprache für zwei Hörgeräte (Urk. 10/2
04). Am 9. Dezember 2010 gab die
A._
dem Versicherten die Daten der (internistischen, orthopädischen und psychiatrischen) Untersuchungen sowie die Namen der involvierten Ärzte be
kannt (Urk. 10/205). Daraufhin teilte der Versicherte der IV-Stelle mit Schrei
ben vom 5. Januar 2011 (Urk. 10/207) mit, dass sich die
Einholung eines Gut
achtens bei der
A._
aufgrund der bereits vorliegenden Expertise des
Z._
erübrige. Sofern dennoch daran festgehalten werde, ersuche er um Er
streckung der Frist zur Geltendmachung von
Ablehnungsgrün
den
und zur Ein
bringung von Gegenvorschlägen bis 17. Januar 2011, d
a die von ihm bei der
A._
eingeforderten Informationen noch aussteh
end seien. Vorsorglich werde die
A._
bereits wegen seiner fehlenden Unab
hängigkeit abgele
hnt. Nachdem der Versicherte der
A._
telefonisch mit
geteilt hatte, dass er die einzelnen Begutachtungstermine nicht wahrnehmen werde (Urk. 10/208), machte er mit Schreiben vom 17. Januar 2011 (Urk. 10/209) erneut geltend, dass eine weitere Begutachtung nicht notwendig sei. Zwischenzeitl
ich habe der Geschäftsführer der
A._
wohl telefonisch gewisse rudimentäre Angaben gemacht, die ihm konkret gestellten Fragen indes im Wesentlichen unbeantwortet gelassen. Die gesamten Umstände liessen auf eine Befangenheit beziehungsweise Voreinge
nommenheit der Gutachter schliessen.
In der Folge gab die IV-Stelle dem Versicherten am 14. März 2011 bekannt, dass die Ärzte des
B._
mit der erforderli
chen medizinischen Abklärung beauftragt würden (Urk. 10/210); gl
eichzeitig widerrief sie den der
A._
erteilten Begutachtungsauftrag (Urk. 10/211). Am 7. Dezember 2011 gab das
B._
dem Versicherten die
Untersuchungster
mine
und die Namen der einzelnen Gutachter bekannt (Urk. 10/224). Mit Schreiben vom 16. Januar 2012 (Urk. 10/225) legte
X._
dar, dass er sämtliche vorgesehenen Gutachter ablehne, da diese befangen seien. Sofern an der – an sich gar nicht erforderlichen – Begutachtung festgehalten werde, sei diese durch von ihm vorgeschlagene Ärzte vorzunehmen. Mit
Zwischenverfü
gung
vom 20. April 2012 (Urk.
10/226
) teilte die IV-Stelle dem Versicherten schliesslich mit, dass sie an der Begutachtung durch das
B._
festhalte. Die
hie
gegen
vom Versicherten am 23. Mai 2012 im Prozess Nr. IV.2012.00532 erho
bene Beschwerde
(Anhang zu Urk. 10/229)
hiess das hiesige Gericht mit Urteil vom 26. September
2013
(Urk.
10/
232
) in dem Sinne gut, dass es die Sache an die IV-Stelle zurückwies, damit diese dem Versicherten
die vorgesehenen
Fach
disziplinen
und den
Fragenkatalog mit der Möglichkeit, innert zehn Tagen
Zu
satzfragen
zu stellen, mit
teile
.
1.6
In Nachachtung dieses Urteils (Urk. 10/232
)
teilte die IV-Stelle dem Versicher
ten, dem zwischenzeitlich per 1. Januar 2014 eine (
wegen
Vorbezugs
um zwei Jahre
betraglich
gekürzte) Altersrente der Alters- und
Hinterlassenenversiche
rung
(AHV) zugesprochen worden war (vgl. Verfügung vom 16. Dezember 2013, Urk. 10/236),
am
11. April 2014
die vorgesehenen Fachgebiete sowie den Fra
genkatalog (Urk. 10/238 S. 3 ff
.
) für die Begutachtung mit und gab ihm Gele
genheit, Zusatz
f
ragen zu stellen
(Urk. 10/239); am 2. Juli 2014 gab sie ihm das Begutachtungsinstitut und die Namen der mit der Begutachtung betrauten Ärzte bekannt (Urk. 10/247).
In der Folge wurde der Versicherte im August 2014 von den Ärzten der
MEDAS C._
polydisziplinär untersucht (vgl. Exper
tise vom 10. September 2014 (Urk. 10/253).
Daraufhin verfügte die IV-Stelle am 17. April 2015 – unter Hinweis einerseits auf einen Invaliditätsgrad von 30 % sowie andererseits auf eine Meldepflichtverletzung und in Bestätigung ihres Vorbescheids vom 17. November 2014 (Urk. 10/258) – die Aufhebung der Rente
rückwirkend
per 1. Januar 2003
(Urk. 2).
2.
Gegen diese Verfügung (Urk. 2) liess
X._
am 21. Mai 2015 mit nachste
henden Anträgen Beschwerde erheben (Urk. 1 S. 2):
„1.
Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 17. April 2015 sei aufzuhe
ben.
2.
Die Sistierung der IV-Rente sei aufzuheben.
3.
Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die Zahlung der halben Rente wieder aufzunehmen, unter Nachzahlung der Rentenbeträge ab der Sistierung;
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der
Beschwerdegeg
nerin
(inkl. 8 %
MWSt
).
4.
Dem Beschwerdeführer sei für das vorliegende Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Rechtspflege sowie die unentgeltliche
Rechtsverbei
ständung
durch den unterzeichnenden Rechtsanwalt zu gewähren.“
Die IV-Stelle schloss am
30. Ju
ni 201
5
auf Abweisung der Beschwerde (vgl. Beschwerdeantwort, Urk. 9)
, was dem Beschwerdeführer am 2. Juli 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 11)
.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen ein
zugehen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 IVG
in der seit 1. Januar 2008 in Kraft stehenden Version
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG
in der seit 1. Januar 2004 geltenden Fassung
).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG
(in Kraft seit 1. Januar 2008)
aufgrund ei
nes Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog
enanntes
Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum
Erwerbs
einkommen
, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (so
g
enanntes
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen zif
fernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog
enannte
allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von Art. 17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.5
Fehlen die in Art. 17 ATSG genannten Voraussetzungen, so kann die
Rentenverfü
gung
lediglich nach den für die Wiedererwägung rechtskräftiger Verwaltungsverfügungen geltenden Regeln abgeändert werden. Danach ist die Verwaltung befugt, auf eine formell rechtskräftige Verfügung, welche nicht Ge
genstand materieller richterlicher Beurteilung gebildet hat, zurückzukommen, wenn sich diese als zweifellos unrichtig erweist und ihre Berichtigung von er
heblicher Bedeutung ist (Art. 53
Abs.
2 ATSG; BGE 110 V 176 E. 2a
mit Hin
weisen). Das Gericht kann eine zu Unrecht ergangene Revisionsverfügung gege
benenfalls mit der substituierten Begründung schützen, dass die ursprüngliche Rentenverfügung zweifellos unrichtig und die Berichtigung von erheblicher Be
deutung ist (BGE 125 V 368 E. 2 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 128 V 272 E. 5b/
bb
; Urteile des Bundesgerichts 9C_121/2014 vom
3.
September 2014 E. 3.2.2, 9C_762/2013 vom 2
4.
Juni 2014 E. 4.2 und 9C_562/2008 vom 3. November 2008 E. 2.2 je mit Hinweisen).
1.6
1.6
.1
Nach Art. 31 Abs. 1 ATSG ist j
ede wesentliche Änderung in den für eine Leis
tung massgeben
den Verhältnissen
von den Bezügerinnen und Bezügern, ihren Angehörigen oder Dritten, denen die Leistung zukommt, dem Versicherungsträ
ger oder dem jeweils zuständigen Durchführungsorgan zu melden.
Für den Bereich des Invalidenversicherungsrechts ist die Meldepflicht zudem in Art. 77
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
geregelt.
1.
6
.2
Gemäss Art. 7b Abs. 2
lit
. a IVG können
d
ie Leistungen in Abweichung von Art
.
21 Abs
.
4 ATSG ohne Mahn- und
Bedenkzeitverfahren
gekürzt oder ver
weigert werd
en, wenn die versicherte Person
der Meldepflicht nach Art
.
31 Abs
.
1 ATSG nicht nachgekom
men ist.
Beim Entscheid über die Kürzung oder Verweigerung von Leistungen sind alle Umstände des einzelnen Falles, insbe
sondere das Ausmass des Verschuldens der versicher
ten Person, zu berücksich
tigen (Abs. 3).
2.
2.1
Die IV-Stelle begründete die Renten
aufhebung
– unter Hinweis auf
das Gutach
ten der
MEDAS C._
vom 10. September 2014 (Urk. 10/253) – damit, dass
es zwar zu einer Verschlechterung der im Zusammenhang mit dem Bewe
gungsapparat stehenden Beschwerden gekommen sei,
der Beschwerdeführer
in
des –
seit
1996
–
in einer körperlich leichten
, vorzugsweise wechselbelastenden
Tätigkeit
, wie es auch die zuletzt und langjährig ausgeübte Tätigkeit als reiner Chauffeur mit B-Bewilligung (Taxichauffeur) sei,
zu 75
% arbeitsfähig
und da
mit in der Lage
sei
, ein 30 % unter dem (ursprünglich zu hoch bemessenen)
Va
lideneinkommen
liegendes
und demnach rentenausschliessendes
Salär zu erzie
len
(Urk. 2 S. 2 f.)
.
Die Tätigkeit als Chauffeur respektive Aushilfskurierfahrer, der der Beschwerdeführer ab 2003 mit einem Monatspensum von bis zu 230 Stunden nachgegangen sei, sei ihm gemäss den ärztlichen Beurteilungen, auf denen die Rentenverfügung vom 18. Oktober 2002 (Urk. 10/87) beruht habe,
höchstens noch im Umfang von 50 % zumutbar gewesen. Aufgrund des effektiv geleisteten Pensums sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer – mel
depflichtigen – wesentlichen Verbesserung des Gesundheitszustands auszuge
hen.
Da
d
er
Beschwerdeführer
es
indes
unterlassen habe, ihr die
ab
2003 ausge
übte Tätigkeit als Chauffeur
respektive Aushilfskurierfahrer
mitzuteilen bezie
hungsweise
diese
auf dem Revisionsfragebogen anzugeben,
rechtfertige es sich, die
Rente
rückwirkend per 1. Januar 2003
einzustellen (Urk. 2 S. 3
f.).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt,
gemäss dem Gutachten der Rheumaklinik des
Y._
vom 28.
August
2001
(Urk. 10/69)
, auf dem die
am
18. Oktober 2002 verfügte halbe Rente ab 1. Juli 2002 basiert habe, seien ihm damals körperlich schwere Tätigkeiten nicht mehr und mittelschwere Tätigkeiten lediglich noch im Pensum von 50 % zu
mutbar gewesen; in einer leichten Tätigkeit sei ihm eine 100%ige Arbeitsfähig
keit attestiert worden. Diese Arbeitsfähigkeitseinschätzung hätten die Ärzte der Rheumaklinik des
Y._
in der Folge in ihrer Expertise vom 7. J
uli 2006
[richtig: 15. Dezember 2006 (vgl. Urk. 10/101)]
bestätigt. Die Un
tersuchung durch die Ärzte der
MEDAS C._
habe nicht etwa eine gesundheitliche Verbesserung
seit der
Rentenzusprache
, sondern vielmehr eine – schon seit 2003 bestehende – massivere Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
ergeben
, sei ihm doch
neu
auch in einer
körperlich
leichten Tätigkeit eine
(
25%ige
)
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bescheinigt worden.
W
ie sich auch aus der Expertise der
MEDAS C._
ergebe,
habe sich
sein Gesund
heitszustand
in den letzten Jahren
noch
weiter
verschlechtert. So leide er nun auch an einer Schwerhörigkeit, und
es s
eien ihm auch leichte Tätigkeiten
nur noch (zu 75 %)
unter Berücksichtigung zusätzlicher Leistungseinschränkungen
zumutbar. Die Rentenaufhebung entbehre demnach
einer rechtlichen Grundlage
(Urk. 1 S. 3 ff.)
. Die effektiv von ihm in den Jahren ab 2003 noch ausgeübte
– den Gutachtern der
MEDAS C._
durchaus bekannte – Erwerbstätig
keit ändere daran nichts. Zu berücksichtigen sei diesbezüglich auch, dass die geleisteten Arbeitsstunden und die damit erzielten Einkünf
te stets stark ge
schwankt und dass keine besonders stabilen Arbeitsverhältnisse vorgelegen hätten, in denen er seine Restarbeitsf
ähigkeit dauerhaft optimal habe
verwerten können. Er habe die fragliche Stelle denn zwischenzeitlich auch verloren
,
und überdies sei ihm
der Führerausweis der für eine –
körperlich mittelschwere und nicht, wie seitens des Rechtsdiensts der
IV-Stelle angenommen, leichte
–
Tätig
keit als Taxichauffeur geltenden Kategorie vor geraumer Zeit entzogen worden
, weshalb für das Invalideneinkommen nicht
auf
die
damit
erzielten Einkünfte abgestellt werden könne
(S. 5)
.
Da sich die Verhältnisse nicht wesentlich verän
dert hätten
und die ursprüngliche
Rentenzusprache
nicht unrichtig gewesen sei, habe er weiterhin Anspruch auf zumindest eine halbe Rente.
Eine
Meldepflicht
verletzung
habe er sich, auch wenn die IV-Stelle keine detaillierte Kenntnis von seiner Erwerbstätigkeit gehabt habe, nicht vorzuwerfen, seien doch nach Art. 31 ATSG lediglich wesentliche Änderungen zu melden und der Umfang der Er
werbstätigkeit für die Höhe d
er bestehenden Invalidität
nicht ausschlaggebend
beziehungsweise nicht anspruchsrelevant
gewesen
(S. 5 f.)
.
3.
3.1
Die am 18. Oktober 2002 mit Wirkung ab 1. Juli 2002 verfügte halbe Rente (Urk. 10/87) basierte im Wesentlichen auf dem Gutachten des
Y._
, Rheumaklinik und Institut für Physikalische Medizin, vom 28. August 2001 (Urk. 10/69). Darin stellten die Ärzte
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S.
7):
Chronisches
lumbospondylogenes
Syndrom bei/mit
degenerativen Veränderungen der unteren Lendenwirbelsäule ([LWS],
Chondrose
L3/4,
Osteochondrose
L4/5, diskrete
Spondylarthrose
L4/5)
lumbosakraler
Übergangsstörung (
Lumbalisation
L5)
Wirbelsäulenfehlstatik bei
Fehlform
(S-förmige Skoliose, Flachrücken
thorakolumbal
)
muskulärer
Dysbalance
Diabetes mellitus Typ II (Erstdiagnose 1983, insulinabhängig)
Adipositas
Schlafapnoesyndrom
Der Beschwerdeführer habe angegeben, unter tieflumbalen Rückenschmerzen, die linksseitig betont über das Gesäss bis diffus in beide Beine ausstrahlten, zu leiden. Die Beschwerden nähmen insbesondere bei längerem Verharren in der gleichen Körperposition zu, weshalb er beispielsweise nur während einer Minute ruhig sitzen könne und dann die Stellung wechseln müsse, um die zunehmen
den Rückenschmerzen und Ausstrahlungen in die Beine etwas zu lindern. Bei der derzeitigen Tätigkeit als Taxichauffeur habe er häufig
abhängig vom je
weilig gelenkten Fahrzeug beziehungsweise von der Qualität des Sitzes - aus
ge
prägte Beinschmerzen. Bei der Arbeit als Taxichauffeur bestünden zudem auch Probleme beim Ein- und Ausladen von Gepäckstücken (S. 3).
Aus rheumatologischer Sicht sei der Explorand in seiner früher ausgeübten
körperlich
schweren – beruflichen
Tätigkeit als Mechaniker, Maschinist und Lagerist zu 100 % arbeitsunfähig. In einer körperlich mittelschweren, wechsel
belastenden Tätigkeit und damit auch in der aktuellen Tätigkeit als
Taxichauf
feur
sei der Beschwerdeführer zu 50 % arbeitsfähig. In jeder rückenadaptierten, körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit bestehe eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Eine Verbesserung der Leistungsfähigkeit sei nicht mehr zu erwarten (S. 6 f.).
3.2
Die Bestätigung der halben Rente mit Mitteilung vom
11. Januar 2007 (Urk. 10/103) im Rahmen des im Jahr 2005 von Amtes wegen initiierten
Revisi
onsverfahrens
(Urk. 10/96) erging gestützt auf das Gutachten
des
Y._
, Rheumaklinik und Institut für Physikalische Medizin,
vom 15. Dezember 2006 (Urk. 10/101). Darin stellten die Experten
nachstehe
nde Di
agnosen (
S. 8):
Chronisches
lumbospondylogenes
Syndrom, linksbetont, mit/bei
degenerativen Veränderungen der unteren LWS (
Osteochondrose
L3/4, L4/5 und L5/S1)
lumbosakrale
Übergangsstörung/
Lumbalisation
von
Lendenwirbelkör
per
(LWK) 5
Wirbelsäulenfehlstatik bei
Fehlform
(S-förmige Skoliose,
thorakolum
ba
ler
Flachrücken)
muskulärer
Dysbalance
und Haltungsinsuffizienz
Leichte
Coxarthrose
beidseits
Intermittierende
periarthropathische
Beschwerden im Schulterbereich beidseits, seit sechs Monaten
Diabetes mellitus Typ I [richtig wohl: Typ II] (Erstdiagnose 1983),
in
sulin
abhängig
diabetische periphere Polyneuropathie
anamnestisch diabetische Retinopathie
Adipositas (BMI 33,7
kg/m
2
)
Schlafapnoesyndrom und chronische obstruktive
Pneumopathie
mit
aktuellem ESS-Score von 3 von 24
Koronare Zweigefässerkrankung (Erstdiagnose August 2002)
Anamnestisch verliefen die Beschwerden langsam progredient. Angesichts der vom Patienten glaubhaft geschilderten Beeinträchtigungen sei von einer blei
benden arbeitsrelevanten Belastungseinschränkung vor allem im Bereich d
er LWS auszugehen (
S. 8). Die neu festgestellte leichte
Coxarth
rose
zeitige in einer körperlich leichten bis mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeit ohne Trep
pensteigen oder Gehen von längeren Strecken keine zusätz
liche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Die seit sechs Monaten bestehende
Periarthropathie
beider Schultergelenke verunmögliche repetitives Überkopfar
beiten (
S. 10).
In Anbetracht der
Chronifizierung
der
lumbospondylogenen
Schmerzsymptoma
tik
beziehungsweise des Umstands, dass weder die medikamentöse Behandlung
noch die Physiotherapie zu einer Verbesserung des Gesundheitszustands geführt hätten, sei wohl kein Behandlungserfolg und damit auch keine Steigerung der Arbeitsfähigkeit meh
r zu erwarten (
S. 10).
3.3
3.3.1
Betreffend den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im Zeitpunkt der am 17. April 2015 verfügten Rentenaufhebung per Anfang 2003 (Urk. 2) geht aus den medizinischen Akten im Wesentlichen Folgendes hervor:
Die Ärzte des
Z._
,
stellten, nachdem sie de
n Beschwerde
führer am 2. Dezember 2009
im Auftrag der IV-Stelle
untersucht hatten, in ih
rem Gutachten vom 13. Dezember 2009 folgende Diagnosen (Urk. 10/164 S. 26 f.):
Diabetes mellitus Typ II (Erstdiagnose 1983, insulinabhängig seit 1989), mit
beginnender Polyneuropathie
diskreter nicht p
r
oliferativer diabetischer Retinopathie (Mai 2007)
leichter Niereninsuffizienz
ohne Mikroalbuminurie
Adipositas (BMI 41.21 kg/m
2
)
Anstrengungsdyspnoe (NYHA II bis III)
Koronare Zweigefässerkrankung, Erstdiagnose August 2002,
Stenting
70%ige
Rivastenose
und grössere 90%ige RCX-Stenose im August 2002, 40 % Stenose
Ramus
diagonalis
Chronische Bronchitis bei Status nach Nikotinkonsum (sistiert im Juli 2008, kumuliert 41 Pack
Years
)
Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom, Erstdiagnose 2001, CPAP-Therapie 2001 bis 2003, Wiederaufnahme seit Juli 2007
Aktenkundige psychosoziale Schmerzverarbeitungsstörung
Rechtsseitig betonte Hüftschmerzen
bei
Coxarthrose
beidseits
(Röntgenbilder vom 2. Dezember 2009)
Chronisches lumbales Schmerzsyndrom
bei Wirbelsäulenfehlstatik (Vorlast) und muskulärer
Dysbalance
bei ausgeprägten degenerativen Veränderungen der unteren LWS mit ventraler
Spondylophytose
sowie
Osteochondrosen
in den untersten drei Segmenten (Röntgenbilder vom 2. Dezember 2009)
Zehennagelmykose
Status nach
periarthropathischen
Beschwerden
Als Lagerist sei der Explorand zu 100 % arbeitsunfähig (S. 31).
Eine
behinderungs
angepasste
, rein sitzende Tätig
k
eit ohne körperliche Belastung (ohne Stehen, Gehen und Heben), wie es auch diejenige
als Aushilfschauffeur ohne Heben
und Tragen von Gegenständen sei, sei
ihm
aus rein rheumatologi
scher Sicht noch zu 50 % zumutbar. Unklar sei indes, inwiefern sich die diabe
tische Stoffwechsellage und die Reti
nopathie, die offenbar schon im Jahr 2001 (S. 31)
zum Entzug des Lastwagen- und Taxi-Führerscheins geführt hätten, sich auf das Leistungsvermögen auswirkten
. Aus medizinischer Sicht gebe es keine Möglichkeit, die Arbeitsfähigkeit zu verbessern (S. 27 f.
und S. 32
).
Der Gesund
heitszustand habe sich im Laufe der letzten Jahre stetig leicht verschlechtert, dabei sei es leider auch zu einer Gewicht
s
zunahme gekommen. Die Beurteilung der Ärzte des
Y._
vom 15. Dezember 2006 könne voll
umfänglich bestätigt werden. Die Tatsache, dass der Beschwerdeführer versucht habe, als Chauffeur ohne Laden von Materialien Geld zu verdienen, ändere an der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nichts (S. 30).
Es sei davon auszugehen, dass die halbe Rente über all die Jahre hinweg stets gerechtfertigt gewesen sei (S. 31).
Für eine umfassende Beurteilung der aktuellen Arbeitsfähigkeit seien an sich zusätzlich eine internistische und verkehrsmedizinische Abklärung erfor
derlich (S. 32).
3.3.2
Die Ärzte der
MEDAS C._
stellten gestützt auf die Ergebnisse ihrer im August 2014 durchgeführten polydisziplinären Untersuchung im Gutachten vom 10. September 2014 nachstehende Diagnosen mit Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit (Urk. 10/253 S. 33 f.):
Chronisches
lumbovertebragenes
und
lumbospondylogenes
Schmerzsyn
drom
mit/bei
Fehlstatik mit Halteinsuffizienz und muskulärer
Dysbalance
sowie mit leichter lumbaler Hyperlordose und leichter linkskonvexer Skoliose
Dauerüberlastung durch die massive Adipositas
leichten bis
mässiggradigen
polysegmentalen degenerativen Verände
rungen L3 bis S1 im Sinne von
Osteochondrosen
und
Spondylar
throsen
;
Baastrup
-Phänomen L4/5
fraglicher Übergangsanomalie
Chronisches
femoropatelläres
Schmerzsyndrom beidseits bei beginnender medialer Gonarthrose und diskreter
Femoropatellararthrose
beidseits
überlastungsbedingt bei Adipositas
morbide Adipositas (BMI knapp 40)
Keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit resultiere aus folgenden Diagnosen (S. 34):
Periarthropathia
coxae
beidseits, linksbetont
chronische
Insertionstendinose
beidseits mit möglicher Begleitbursitis; radiologisch altersentsprechender Hüftgelenksbefund
Sakro-Coccygodynie
bei Status nach Operation einer Sinus
pilonidalis
(Differentialdiagnose bezüglich Sinus
pilonidalis
: Analfisteloperation)
Mögliche adhäsive
Capsulitis
beider Schultergelenke bei Diabetes melli
tus
Schmerzlos eingeschränkte Halswirbelsäulenbeweglichkeit
Dupuytren
-Kontraktur Grad I Strahl II
I
bis V links und
I
II bis IV rechts
Asymptomatische Knick-Senk-Spreizfüsse
Langjähriger Diabetes mellitus, Erstdiagnose 1983, Insulin ab November 1989
von Anfang an schlechte Einstellbarkeit, immer hohe HbA1c, frühere Vermutungsdiagnose einer Insulinresistenz
diabetische Polyneuropathie
Katarakt beidseits
ausgeprägtes Nabel-Ekzem; Differentialdiagnose: Mykose
ausgeprägte Parodontose
Aktenanamnestisch arterielle Hypertonie, Erstdiagnose 1996
Koronare Zweigefässerkrankung, Erstdiagnose im August 2002
Stenting
einer 70%igen RIVA-Stenose und einer über 90%igen RCX-Stenose am 27. August 2002
damals bei der Koronarangiographie auch noch 40%ige Stenose eines
Ramus
diagonalis
Chronische Bronchitis bei Status nach
Nikotinabusus
Schlafapnoe-Syndrom, Erstdiagnose 2000, nächtliche Überdruck
-
beat
mung
Schwerhörigkeit beidseits, trägt Hörapparate
Chronisch-venöse Insuffizie
n
z
Penicillinallergie
Zudem bestehe ein Status nach Herniotomie beidseits, nach Hepatitis A, nach
Circumcision
zirka 2000 und nach Kieferhöhlenoperation beidseits 1993 (S. 34). Körperlich schwere Tätigkeiten seien dem Beschwerdeführer seit 1996 nicht mehr zumutbar. In einer körperlich mittelschweren Tätigkeit, mithin auch
derje
nigen
als Taxifahrer, sei er
von
1996
bis vor zwei bis drei Jahren
noch zu 50 % arbeitsfähig
gewesen
. Für körperlich leichte Tätigkeiten
sei ihm
1996 noch eine Arbeit
sfähigkeit von 80 bis 100 % attestiert worden. Aufgrund der im Rahmen der aktuellen Begutachtung durchgeführten Untersuchungen sei – durchgehend seit 1996 – von einer 75%igen Arbeitsfähigkeit in einer körperlich leichten, vorzugsweise wechselbelastenden Tätigkeit auszugehen. Darunter falle auch die zuletzt langjährig ausgeübte Tätigkeit als „reiner“ Chauffeur mit B-Bewilligung ohne Lastenheben.
Konkret sei betreffend
eine (körperlich leichte, vorzugsweise wechselbelastende) Verweistätigkei
t zu beachten, dass der
Sitzanteil etwas hö
her als der stehend-gehende Anteil sein
müsse und dass der Beschwerdeführer
keine rückenbelastende
n
und ergonomisch ungünstigen Tätigkeiten wie Kauern oder Knien oder Tätigkeiten mit abgedrehtem oder vornüber geneigtem Ober
körper ausüben
könne.
Arbeiten auf
oder über Schulterniveau fielen ausser Be
tracht,
und
auch Gehen auf unebenen Böden sei
ihm
nicht zumutbar
. Aufgrund seiner Schwerhörigkeit könne der Beschwerdeführer, der Hörapparate trage, schliesslich nicht in lärmigem Milieu und auch nicht mit Maschinen, bei denen auf akustische Signale geachtet werden müsse, arbeiten (S. 35 f.). Seit der letz
ten Rentenrevision sei es
(namentlich)
hinsichtlich des
Zustands des
Bewe
gungsapparats
zu einer
weiteren
Verschlechterung gekommen,
deretwegen
dem Beschwerdeführer nun lediglich noch – im Umfang von 75 %
–
körperlich leichte Tätigkeiten zumutbar seien. Bei der von zirka 2002 bis 2009 tatsächlich ausgeübten Tätigkeit als Lieferchauffeur habe es sich denn auch um eine kör
perlich leichte Arbeit gehandelt, habe der Beschwerdeführer doch keine Lasten heben beziehungsweise höchstens gelegentlich Gegenstände von geringem Ge
wicht ins Auto laden müssen
(
S. 36 f.).
3.3.3
Dr. med.
D._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, Arzt des
Regio
nalärztlichen
Diensts (RAD) der IV, gelangte in seiner Stellungnahme vom 12. September 2014 (Urk. 10/
256 S. 11 f.) zum Schluss, dass auf das Gutachten der
MEDAS C._
vom 10. September 2014 (Urk. 10/253) abgestellt werde
n könne.
4.
4.1
Die
IV-Stelle begründete die
Rentenaufhebung per 1. Januar 2003
mit
eine
r
– auf diesen Zeitpunkt hin eingetretenen und ihr in Verletzung der Meldepflicht nicht mitgeteilten –
anspruchsrelevante
n
gesundheitliche
n
Verbesserung und damit mit einem
Revisionsgrund. Dass die ursprüngliche
Rentenzusprache
zweifellos unrichtig im wiedererwägungsrechtlichen Sinne war, machte
sie
zu Recht nicht geltend. So beruhte der damalige Entscheid im Wesentlichen auf der Einschätzung der Gutachter des
Y._
, Rheumaklinik und Institut für Physikalische Medizin, vom 28. August 2001 (Urk. 10/69), welche in der Folge nicht nur von den fraglichen Experten selbst (vgl. Gutachten vom 15. Dezember 2006, Urk. 10/101), sondern auch von denjenigen des
Z._
(vgl. Gutachten vom 13. Dezember 2009, Urk. 10/164) und der
MEDAS C._
(vgl. Gutachten vom 10. September 2014, Urk. 10/253) im Wesentlichen bestätigt wurde.
4.2
4.2.1
Was die Frage des Eintritts einer wesentlichen gesundheitlichen Verbesserung anbelangt, litt der Beschwerdeführer im Zeitpunkt des
Erlass
es
der
Rentenverfü
gung
vom 18. Oktober 2002 (Urk. 10/87
)
gemäss dem Gutachten des
Y._
, Rheumaklinik und Klinik Institut für Physikalische Medizin, vom 28. August
2001 an einem (mit objektivierbaren organischen Befunden zu erklärenden) chronischen
lumbospondylogenen
Syndrom sowie an Diabetes mellitus Typ II, Adipositas und einem Schlafapnoesyndrom.
Ab dem 9. Dezember 1996 attestierten ihm die Experten
des
Y._
daher für körperlich schwere Tätigkeiten eine 100%ige und für mittelschwere wechselbelastende Tätigkeiten eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit.
Rückenadap
tierte
, körperlich leichte wechselbelastende Tätigkeiten hielten sie dem Be
schwerdeführer noch für zu 100 % zumutbar (Urk. 10/69 S. 7). Diese
Arbeitsfä
higkeitseinschätzung
ergänzten die
genannten Gutachter in der Folge in ihrer – nach erneuter Untersuchung des Beschwerdeführers – gut fünf Jahre später verfassten Expertise vom 15. Dezember 2006
insofern noch, als sie
festhielten, Überkopfarbeiten und Treppensteigen sowie längeres Gehen seien dem Be
schwerdeführer unzumutbar. Unter Berücksichtigung dieser zusätzlichen Ein
schränkung sei d
i
e
se
r in einer körperlich mittelschweren wechselbelastenden Tätigkeit, mithin auch derjenigen als Taxichauffeur, weiterhin zu 50 % und in einer rückenadaptierten, körperlich leichten und wechselbelastenden Tätigkeit nach wie vor zu 100 % arbeitsfähig (Urk. 10/101 S. 9 f.). Aufgrund dieser Be
urteilung bestätigte die IV-Stelle den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine halbe Rente mit Mitteilung vom 11. Januar 2007 (Urk. 10/103).
4.2
.2
Aus den aktenkundigen me
dizinischen Beurteilungen, insbesondere auch
aus dem Gutachten
der
MEDAS C._
vom 10. September 2014 (Urk. 10/253), auf das sich
in der angefochtenen Verfügung
auch die IV-Stelle beruft (Urk. 2 S. 2),
geht übereinstimmend hervor
, da
ss sich der Gesundheitszu
stand
seither nicht verbessert, sondern gar verschlechtert hat. So sind dem Be
schwerdeführer aufgrund einerseits der stetigen Progredienz der schon im Zeit
punkt der
Leistungszusprache
vorhandenen (insbesondere lumbalen) Beschwer
den und andererseits der seither neu aufgetretenen Gesundheitsstörungen, na
mentlich der beidseitigen
Coxarthrose
, der
Periarthropathie
beider Schulterge
lenke und des – mit einer beginnenden Gon- und einer diskreten
Femoropa
tellararthrose
beidseits zu erklärenden – chronische
n
femoropatellären
Schmerzsyndroms körperlich mittelschwere Tätigkeiten
nun
gar nicht mehr und leichte Tätigkeiten nur noch mit einem zusätzliche funktionelle Einschränkun
gen be
rücksichtigenden
Anforderungsprofil
zumutbar (vgl. Gutachten
Y._
vom 15. Dezember 2006 [Urk. 10/103 S. 8 ff.], Gutachten
Z._
vom 13. Dezember 2009 [Urk. 10/164 S. 26 ff.], Gut
achten
MEDAS C._
vom 10. September 2014 [Urk. 10/253 S. 33 ff.], Stellungnahme RAD-Arzt Dr.
D._
vom 12. Septemb
er 2014 [Urk. 10/256 S. 11 f.]).
Dieser
von den Ärzten
dokumentierte
gesundheitliche Verlauf wird durch die erwerblichen
Realitäten
nicht widerlegt. Entgegen den entsprechenden Ausfüh
rungen der IV-Stelle lassen die
nach der
Rentenzusprache
per 1. Juli 2002
(Urk. 10/87)
vom Beschwerdeführer effektiv noch ausgeübten
(und a
uf dem „Fragebogen für Revision der Invalidenrente/
Hilflosenentschädigung
“ vom 11. November 2005
in – wie bereits im Urteil vom
30. November 2009 im Pro
zess Nr. IV.2009.00883 in Sachen der Parteien
[
Urk. 10/165
]
dargelegt – schwerwiegender Verletzung der Meldepflicht nicht angegebenen)
Tätigkeiten
nämlich
auf keine
Verbesserung der Arbeitsfähigkeit schlie
ssen. Während nach Lage der im Zeitpunkt des Urteils des hiesigen Gerichts vom 30. November 2009 im Prozess Nummer IV.2009.00883 in Sachen der Parteien
(Urk. 10
/165)
vor
handenen Akten
noch davon auszugehen war, dass der Beschwerdeführer kör
perlich mittelsc
hweren Tätigkeiten (in teilweise das
ihm
damals
diesbezüglich noch zumutbare Pensum von 50 %
bei weitem übersteigendem Ausmass
) nach
gegangen war,
ist den seither ergangenen Akten zu entnehmen, dass es sich tatsächlich um körperlich leichte – und dem Beschwerdeführer demnach
voll
zeitlich
zumutbare
(vgl. Urk. 10/10/69 S. 7)
– Tätigkeiten gehandelt hat. So
hatte der Beschwerdeführerin im Rahmen der fraglichen Beschäftigungen – an
ders als in der (entgegen den einschlägigen Ausführungen der
Beschwerdegeg
nerin
[Urk. 2 S. 3]
) als mittelschwer zu qualifizierenden Tätigkeit als Taxifahrer
(vgl.
hiezu
Urk. 10/69 S. 3, Urk. 10/253 S. 35)
– keine beziehungsweise lediglich leichte Lasten zu heben und zu tragen. Die Gutachter des
Z._
und diejenigen der
MEDAS C._
befanden daher übereinstim
mend und durchaus einleuchtend, dass sich die
nach der
Rentenzusprache
auf
genommene
Arbeitstätigkeit
als Chauffeur beziehungsweise Aushilfskurierfahrer ohne Heben von Lasten
– sowohl hinsichtlich des Anforderungsprofils als auch betreffend den zeitlichen Umfang – ohne Weiter
es mit der
der
Rentenverfügung vom 18. Oktober 2002 (Urk. 10/87)
zu Grunde liegenden
Arbeitsfähigkeitsein
schätzung
(100%ige Arbeitsfähigkeit in einer körperlich leichten
Verweistätig
keit
)
vereinbaren lasse (Urk.
10/164 S. 30 f., Urk. 10/253 S. 35
und S. 37
).
4.2.3
Dass die Experten der
MEDAS C._
dem Beschwerdeführer in einer körperlich leichten Tätigkeit – anders als die Gutachter des
Y._
und diejenigen des
Z._
, die
diesbezüglich
von keiner zeitlichen Einschränkung ausgingen – ei
ne 25%ige Arbeitsunfähigkeit attestierten, ist mit einer (revisionsrechtlich nicht relevanten; vgl. E. 1.4) ande
ren Beurteilung eines an sich gleich gebliebenen Sachverhalts zu erklären, be
trachteten die MEDAS-Ärzte den Beschwerdeführer in einer optimal
leidensan
gepassten
Tätigkeit doch bereits seit 1996 (und weiterhin) als lediglich zu 75 % arbeitsfähig (Urk. 10/253 S. 36 f.).
Die aufgrund
der nach der
Rentenzusprache
neu aufgetretenen
arthrotischen
Beschwerden
betreffend eine Verweistätigkeit zusätzlich zu berücksichtigenden Belastungseinschränkungen bestanden sodann bereits im Zeitpunkt der – sich auf das Gutachten des
Y._
, Rheumaklinik und Institut für Physikalische Medizin, vom 15. Dezember 2006 (Urk. 10/101) stützenden – Bestätigung der halben Rente mit Mitteilung vom 11. Januar 2007 (Urk. 10/103) und stellen daher keine für den weiteren Renten
anspruch bedeutsame Veränderung dar
(zur zeitlichen Vergleichsbasis vgl. E. 1.4 in
fine
)
.
4.2.4
Aus medizinischer Sicht liegt d
emnach
kein Grund für eine
Rentenrevision vor.
4.3
Einen solchen stellen
s
chliesslich a
uch die
im Rahmen der Verwertung der attes
tierten Restarbeitsfähigkeit erzielten
Erwerbsein
künfte
nicht dar. Ein das
Invalideneinkommen von Fr. 40‘873.--
, auf dem die ursprüngliche
Rentenverfü
gung
basierte
(
vgl.
Urk. 10/81 S. 2)
,
übersteige
ndes Salär
erzielte der Beschwer
deführer nämlich einzig im Jahr 200
3, und dieses lag – mit 41‘675.--
(Urk. 10/125)
– nur unwesentlich über dem
der Bemessung des Invaliditätsgrads
(
55 %)
zu Grunde gelegte
n
hypothetische
n
Einkommen in einer
Verweistätig
keit
.
4.4
Da nach dem Gesagten weder ein Revisions- noch ein Wiedererwägungsgrund
vorliegt
, entbehrt die Rentenaufhebung einer rechtlichen Grundlage. Die Be
schwerde ist demnach gutzuheissen.
5.
5.1
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen abweichend von Art. 61
lit
. a ATSG vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit
wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten in Höhe von Fr. 900.-- der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Ausgangsgemäs
s ist
Beschwerdeführer
, dessen Rechtsvertreter trotz entsprechen
der telefonischer Aufforderung (vgl. Urk. 13) keine Honorarnote eingereicht hat,
gestützt auf Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) eine Entschä
digung zuzusprechen, wobei ein Betrag von Fr.
2‘400
.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen erscheint.
5.3
Das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege (Urk. 1 S. 2) erweist sich damit als obsolet.