Decision ID: 3136fc80-3d42-5ed7-bde9-c52bf43a8571
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1961 geborene und zuletzt als Znüni-Kurier
in
und Hauswartin
erwerbstätig gewesene
X._
meldete sich am 7. April 2009 unter Hinweis auf Schmerzen
(
im Nacken, Rücken,
an
Beinen, Schultern und Händen
)
sowie auf
eine
Depression bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 8/2).
Nach Durchführung von Abklä
rungen in medizinischer und erwerblicher Hinsicht stellte die IV-Stelle mit Vor
bescheid vom 15. Februar 2011 die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aus
sicht (Urk. 8/38 f.).
Im Rahmen des Vorbescheidverfahrens ergänzte sie die medizinischen Abklärungen und verfügte am 4. Juli 2012 im angekündigten Sinne (Urk. 2).
2.
Dagegen
erhob
X._
am
6.
September 2012
Beschwerde mit dem Rechtsbegehren um Zusprechung einer Invalidenrente, eventualiter um Veran
lassung einer neutralen Begutachtung.
Ferner
ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 10. Oktober 2012 schloss die Verwaltung auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7). Am 15. Oktober 2012 wurde die Beschwerdeantwort der Beschwerde
führerin zur Kenntnis gebracht (Urk. 9).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkom
mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensver
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unent
geltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
1.5
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beein
trächtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwe
rbstätig wäre
. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhält
nissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (
Bundesgerichtsurteil 8C_812/2011 vom 11. Oktober 2012 E. 4.1 mit Hinweisen
).
1.6
Ist anzunehmen, die versicherte Person wäre ohne gesundheitliche Beeinträchti
gung teilerwerbstätig
oder sie arbeite unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mit
, ohne daneben in einem andern Aufgabenbereich nach Art. 5 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 Abs. 3 ATSG und Art. 28a Abs. 3 IVG sowie Art. 27 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; im Fol
genden: Aufgabenbereich nach Art. 5 Abs. 1 IVG) tätig zu sein, ist die Invalidi
tät ausschliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstätige, somit nach Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG zu bemessen. Die gemischte Methode gelangt hier ebenso wenig zu
r Anwendung wie bei ohne Gesund
heits
schaden voll Erwerbstätigen (Art. 27
bis
IVV). Bei einer hypothetisch (im Gesund
heitsfall) lediglich teilerwerbstätigen versicherten Person ohne einen Aufgaben
bereich nach Art. 5 Abs. 1 IVG bemisst sich somit die Invalidität nach der allge
meinen Methode des Einkommensvergleichs oder einer Untervariante davon (Schätzungs- oder Prozentvergleich, a
usserordentliches Bemessungsver
fahren). Das Valideneinkommen ist nac
h Massgabe der ohne Gesundheitsscha
den aus
geübten Teilerwerbstätigkeit festzulegen. Entscheidend ist
, was die ver
si
cherte Person als Gesunde tatsächlich an Einkommen erzielen würde, und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte. Wäre sie gesundheitlich in der Lage, voll erwerbs
tätig zu sein, reduziert sie aber das Arbeitspensum aus freien Stü
cken, insbesondere um mehr Freizeit zu haben, o
der ist die Ausübung einer Ganz
tagestätigkeit aus Gründen des Arbeitsmarktes nicht möglich, hat dafür nicht die Invalidenversicherung einzustehen
(BGE 125 V 157 E. 5c/bb)
. Das Inva
lideneinkommen bestimmt sich entsprechend den gesetzlichen Vorgaben danach, was die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Dur
chführung allfälliger Eingliede
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage
erzielen könnte. Dabei kann das
vom Arzt festzulegende
Arbeits
pen
sum
unter Umständen grösser sein als das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung geleistete (zum Ganzen: BGE 131 V 53 f. E. 5.1.2).
Nach der dargelegten Konzeption ist die Reduktion des zumutbaren erwerbli
chen Arbeitspensums, ohne dass die dadurch frei werdende Zeit für die Tätigkeit in einem Aufgabenbereich nach Art. 5 Abs. 1 IVG verwendet wird, für die Methode der Invaliditätsbemessung ohne Bedeutung. Die Gründe für eine ohne Gesundheitsschaden bloss teilzeitlich ausgeübte Erwerbstätigkeit sind für die Wahl der Bemessungsmethode lediglich insofern von Interesse, als sie in Zu
sammenhang stehen mit der Tätigkeit in einem Aufgabenbereich nach Art. 5 Abs. 1 IVG. Insbesondere werden allein stehende Personen bei einer Reduktion des Beschäftigungsgrades aus freien Stücken nicht gleichsam automatisch zu Teilerwerbstätigen mit einem Aufgabenberei
ch Haushalt neben der Berufsaus
übung (BGE 131 V 54 E. 5.2).
1.7
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.8
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist ent
scheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderli
chen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berück
sichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person aus
einander setzt
was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räu
mende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U.
Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H. Fredenhagen, Das ärztliche Gutachten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
Die Beschwerdegegnerin
begründet die Rentenablehnung damit
, dass
der
Beschwer
deführerin die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Znüni-Kurier
in
mit einem Pensum von 70 %
seit April 2008
zwar
nur noch zu
50 % zumutbar
sei
.
Für e
ine körperlich leichte, in temperierten Räumen abwechslungsweise sitzend und stehend auszuübende Tätigkeit, ohne häufige Inklination, Reklination oder Rotation, ohne Heben und Tragen von Lasten über 5 kg, ohne häufige Arbeiten über der Horizontalen, ohne Arbeiten mit erhöhter emotionaler Belastung, Stress
belastung, Verantwortung, vermehrtem Kundenkontakt oder
über
du
rch
schnittlicher Dauerbelastung sei sie dagegen lediglich zu 40 %
eingeschränkt
(Urk. 2 S. 1 f.).
Demgegenüber stellt sich die Beschwerdeführerin
im Wesentlichen
auf den Stand
punkt, dass
sie
im Gesundheitsfall zu 100 % erwerbstätig
(
gewesen
)
wäre,
infolge schwerer psychischer Erkrankungen sowie körperlicher Einschränkungen
jedoch
zumindest in absehbarer Zeit nicht mehr arbeitsfähig sei (Urk. 1, insbe
sondere S. 10).
3.
3.1
Aufgrund eines chron
ischen zervi
kobrachialen Schmerzsyndroms liess der Haus
arzt der Beschwerdeführerin, Dr. med.
Y._
, Facharzt für Allge
meine
Innere Medizin,
Z._
, Rheumaklinik und Institut für Physikalische Medizin, ein Arbeitsassessment durchführen (Urk. 8/7 S. 2).
Im
Bericht
dieses Spitals
vom 2. Dezember 2008
(Urk. 8/7 S. 3 ff.)
wurden folgende Diagnosen gestellt
:
-
Chronisches zervi
kobrachiales Schmerzsyndrom beidseits rechtsbetont
-
Status nach Autounfall am 24. März 2008
-
Wirbelsäulenfehlform und
-fehlhaltung
-
muskuläre Dysbalance und Haltungsinsuffizienz
-
multisegmentale Diskopathie ohne Hinweis für Myelopathie
-
Onkovertebralarthrosen mit Einengung der
Neuroforamina
auf Höhe HWK
6/7
mit möglicher Tangierung von C7 beidseits (MRI HWS vom 25. April 2008)
-
Chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom
-
Periarthropathia genu beidseits
-
Leichte depressive Episode
-
Verdacht auf generalisierte Angststörung
Weiter w
u
rd
e
im Bericht ausgeführt, z
um Untersuchungszeitpunkt habe die Beschwerdeführerin über Schmerzen im Schulter-
/
Nackenbereich rechtsbetont mit Ausstrahlung in beide Arme geklagt. Aufgrund der Selbstlimitierung könn
ten mittels der Basistest
s
keine Aussagen über die arbeitsbezogen relevanten Probleme gemacht werden. Die
Versicherte
habe bei den Tests eine mässige Leistungsbereit
schaft gezeigt und sei an beide
n
Testtage
n
zu spät erschienen. Es sei eine deutliche Selbstlimitierung festgestellt worden
. Die Beurteilung der Zumutbarkeit stütze sich deshalb nebst den Ergebnissen der Tests und der kli
nischen Untersuchung auch auf medizinisch-theoretische Überlegungen. Daraus ergebe sich aus somatisch-rheumatologischer Sicht eine zumutbare Arbeitsfä
higkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Znüni-Kurierin von 100 % (Urk. 8/7).
3.2
Vom
8.
bis 21. Juli 2009 war die
Versicherte
im
damaligen
A._
im Rahmen einer Krisenintervention bei depressiver Symptomatik
hospi
talisiert. Im Bericht vom 28. August 2009
(Urk. 8/21)
wurde eine seit 2006 bestehende mittelgradige depressive Störung (ICD-10 F32.11) mit somatischem Syndrom
diagnostiziert und eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit während der Hos
pitalisation attestiert.
Laut den berichtenden Ärzten
war
d
ie
Arbeitsfähigkeit
nach dem Klinikaufenthalt neu
zu
evaluier
en
.
Es wurde angenommen, dass die Versicherte i
m Rahmen der depressiven Episode bei der Ausübung der bisheri
gen Tätigkeit Schwierigkeiten haben könnte. Aus psychiatrischer Sicht und auf
grund der Erfahrung während des kurzen einmaligen stationären Aufenthalts wäre bei der Beschwerdeführerin eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit möglich.
3.3
Die Psychologin
lic. phil.
B._
sowie Dr. med.
C._
, Oberärztin am
D._
,
behandel
te
n die Beschwerde
führerin
im
Ambulatorium D._
ab
Januar
200
9.
Im Bericht vom
12. Januar 2010
(Urk. 8/28
)
stellten sie folgende Diagnosen:
-
E
motio
nal-instabile
Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typus (ICD
10 F6
0.31
)
, bestehend seit mehreren Jahren
-
R
ezidivierende
mittelgradige depressive Episode
mit
somatischem Syn
drom (ICD-10 F33.11), bestehend seit etwa
Mitte 2006
D
ie emotionale Instabilität scheine sich in letzter Zeit etwas ausgeprägt zu haben. Demzufolge sei auch die Gefahr sehr gross, dass die Patientin immer wieder in depressive Episoden gerate. Die allgemeine Schmerzsymptomatik so
wie das starke Übergewicht verschlechterten die Prognose deutlich. Kurz- und mittel
fristig sei keine relevante Steigerung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten. Die Beschwerdeführerin sei sicher nicht in der Lage, in ihrem zuletzt ausgeübten Beruf als Znüni-Kurierin zu arbeiten
.
3.4
Im
orthopädisch-psychiatrischen
Gutachten
der
E._
,
vom 5. August 2010
(
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, und
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie)
wurden fol
gende
Diagnosen
m
it Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
gestellt
(Urk. 8/31
S. 21
)
:
-
D
eutliche Osteochondrose C4-7 mit Einengung des Spinalkanals C4/5 und C5/6 sowie der Neuroforamina C4/5 und geringer C6/7
beidseits
-
D
eutliche Spondylarthrose L4/5 mit linksbetonter birezessaler Stenose und Beeinträchtigung der Nervenwurzel L5 links, eventuell auch rechts sowie Spondylarthrose L5/S1
-
Adipositas
-
R
ezidivierende depressive Störung mit mittelgradigen depressiven Epi
so
den und somatischem Syndrom, bestehend seit etwa 2004 (ICD-10 F33.11)
-
K
omb
inierte Persönlichkeitsstörung
mit emotional-instabilen und ängstli
chen Persönlichkeitszügen (ICD-10 F61.0)
Keine
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
massen die Gutachter Dr
es.
F._
und
G._
dagegen folgenden weiteren Diagnosen bei (Urk. 8/31 S. 21):
-
L
eichte Gonarthrose links und Nullachse
-
Senk-/Spreizfüsse
-
Nikotinabusus
Laut Gutachten klagte die Beschwerdeführerin a
nlässlich der orthopädischen Untersuchung
über
Nackenschmerzen mit Auss
trahlungen in Kopf und Schulter
, über
lumbale Schmerzen, die sich in das linke Kniegelenk fortsetz
t
en
, sowie über
Schmerzen im linken Kniegelenk
(Urk. 8/31 S. 4)
.
Aufgrund der Ergebnisse der klinischen und radiologischen Untersuchung kam Dr.
F._
zum Schluss, dass die Nackenschmerzen und die abnormen Untersuchungsbefunde der Halswirbelsäule auf die in der Magnetresonanztomographie (MRI) sichtbare
Osteochondrose C4-7 mit Einengung des Spinalkanals C4/5 und C5/6 sowie der Neuroforamina C4/5 links und gering auch C6/7 beidseits zurückgeführt werden könnten. Die lumbalen Schmerzen und die pathologischen objektiven Befunde der Lendenwirbelsäule seien im Wesentlichen mit der im MRI nachgewiesenen deutlichen Spondylarthrose L4/5 mit linksbetonter birezessaler Stenose und Beeinträchtigung der Nervenwurzel L5 links, eventuell auch rechts sowie der moderaten Spondylarthrose L5/S1 vereinbar. Prognostisch ungünstig sei das Übergewicht, das zu einer vermehrten Belastung und Abnutzung der vorge
schädigten Lendenwirbelsäule führen könne. Die Kniegelenksschmerzen links seien bei unauffälligem Untersuchungsbefund des linken Kniegelen
ks und radi
ologisch nur leichter
Gonarthrose und Nullachse nicht ganz nachvollziehbar. Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in bisheriger Tätigkeit resultiere aus diesem geringen Befund nicht
(Urk. 8/31 S. 7
, S. 20
)
.
Die psychiatrische Untersuchung durch Dr.
G._
ergab eine rezidivierende depressive Störung, welche
sich
2004 im Zusammenhang mit Arbeitslosigkeit und Partnerproblematik
zu
eine
r
mittelgradige
n
depressive
n
Episode entwickelt habe. 2005 habe sich die Beschwerdeführerin bis zum Tod ihres Ehemannes im November 2006 in guter psychischer Verfassung befunden
.
S
eit dem Tod
des
Ehemannes bestünden mittelgradige depressive Episoden mit somatischem Syn
drom, wobei es 2007/2008 im Rahmen
der
erwerblichen
Tätigkeit als
Znüni-Kurierin
zu beruflichen Belastungssituationen gekommen sei
;
am 24. März 2008
habe die Versicherte
einen Verkehrsunfall erlitten. Seither sei durchgehend eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom anzunehmen. Zusätzlich fänden sich Hinweise für eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen und ängstlichen Persönlichkeitszügen. Aufgrund der rezidivierenden depressiven Störung mit mittelgradigen depressiven Episoden erschienen die emotionale Belastbarkeit, die geistige Flexibilität,
der
Antrieb,
die
Motivation und
die
Dauerbelastbarkeit beeinträchtigt. Trotz der depressiven Störung liessen sich durchaus Ressourcen und Restaktivitäten erheben.
Die
Ver
sicherte
zeige einen relativ strukturierten Tagesablauf mit Versorgung des Haus
haltes und verschiedenen Aktivitäten. Sie versuche sich zu beschäftigen
,
mache Spaziergänge, alleine oder mit Kolleginnen, halte sich viel ausser Haus auf und zeige durchaus Interessen. Es liessen sich keine kognitiven Störungen und keine wesentlichen Kontaktstörungen erheben, mit Ausnahme einer gewis
sen Selbst
unsicherheit. Die depressive Störung führe zu einer Beeinträchtigung der Schmerz
verarbeitung und Schmerzbewältigung. Damit verfüge die Be
schwerde
führerin nicht ausreichend über die notwendigen Ressourcen für den Umgang mit den Schmerzen und es seien diese mit einer zumutbaren Willens
anstrengung nur eingeschränkt überwindbar
(Urk. 8/31 S. 17 f.
, S. 21
).
Im Rahmen der interdisziplinären Beurteilung
legten die
beiden
Gutachter die
aus somatischer Sicht lediglich um 15 % eingeschränkte (Urk. 8/31 S. 8)
Arbeitsfähigkeit als Znüni-Kurierin bei voller Stundenpräsenz seit mindestens April 2008
unter Hinweis auf die
psychischen Einschränkungen
auf 50 % fest. Körperlich leichte Tätigkeiten in temperierten Räumen, die abwechslungsweise sitzen
d
und stehend ausgeübt werden könnten, ohne dass dabei häufig inkli
nierte und reklinierte sowie rotierte Körperhaltungen eingenommen und Gegenstände über
5 kg gehoben oder getragen werden müss
t
en
,
ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne Stressbelast
ung, ohne erhöhte Verantwortung
, ohne vermehrte Kundenkontakte und ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung
dürften
seit April 2008
bei voller Stundenpräsenz zu 60 % zugemutet werden
(Urk. 8/31 S. 22)
.
Weiter
konnte
der psychiatrische Gutachter den Berichten des
damaligen
A._
vom 28. August 2009 (Urk. 8/21) und des
D._
vom 12. Januar 2010 (Urk. 8/28)
be
ziehungsweise den entsprechenden
d
iagnostischen Einschätzungen weitge
hend zustimmen. Die Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seien aus gut
achterlicher psychiatrischer Sicht aber deutlich geringer
einzustufen,
und es liessen sich sowohl in den psychiatrischen Arztberichten als auch bei der jetzi
gen gutachterlichen Untersuchung deutliche Restaktivitäten und Ressourcen erkennen, die eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit nicht rechtfertigten (Urk. 8/31 S. 22).
3.5
Laut
Bericht
des
D._
vom 11. April 2011 an die Rechtsvertreterin
(Urk. 8/45)
leidet
die Beschwerdeführerin
unter starken Stimmungsschwankungen. S
eit etwa vier Monaten
berichte sie
von posttrauma
tischen Erinnerungen, durch welche sie sich
„
überschwemmt
“
fühle.
E
ine statio
näre Behandlung auf der Traumastation
wolle sie sich
finanziell nicht leisten. Der von
ihr
selber gewünschte Auseinandersetzungsversuch im ambulanten Setting sei ihr wegen der Instabilität bis jetzt
allerdings
nicht gelungen. Auf
grund des aktuellen, nu
n
chronifizierten Zustandsbildes
sei die Beschwerdefüh
rerin zu
100 %
arbeitsunfähig
. Eine Eingliederung
im
geschützten Rahmen sei nach kurzem Versuch im Sommer 2009 von der Beschwerdeführerin bei De
kompensation und nachfolgender stationärer Behandlung im
A._
abgebrochen worden. Eine langfristige Prognose erscheine schwierig.
3.6
In seiner Stellungnahme
vom 8. Juni 2011
zum oben wiedergegebenen Bericht des
D._
vom 11. April 2011
(Urk. 8/49)
führte der psychiatrische
E._
-
Gutachter Dr.
G._
aus, mangels zusätzli
che
r
diagnostische
r
Aspekte
und aufgrund der erhobenen Ressourcen ergäben sich aus psychiatrisch gutachterlicher Sicht keine Änderungen bezüglich der Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit in bisheriger und angepasster Tätigkeit. Auch seien aus psychiatrischer Sicht keine weiteren medizinischen Abklärungen erforderlich und aufgrund der vorliegenden psychischen Problematik keine zu
sätzlichen Erkenntnisse zu erwarten.
3.7
Im
Abschlussbericht
des
D._
vom 26. Mai 2011 (Urk. 8/55)
wurde
der Beschwerdeführerin
a
ufgrund der momen
tanen Symptomatik
mit starken Stimmungsschwankungen und schweren depressiven Einbrüchen bei
im Wesentlichen
unveränderten
Diagnosen empfohlen, eine höher
frequente Therapie bei einem niedergelassenen Thera
peuten zu beginnen.
In der Folge übernahm Dr. med.
H._
, Facharzt für Psychiatrie und Psy
chotherapie, die psychotherapeutische Behandlung. Im Bericht vom 1. Februar 2012
(Urk. 8/59)
stellte
er
folgende
Diagnose
n:
-
posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
-
instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typus (ICD-10 F60.31)
-
rezidivierende depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.11)
In der Anamnese berichtete
Dr.
H._
sodann
über die schwere Kindheit der Beschwerdeführerin in
I._
sowie darüber, dass sie im Alter von 18
Jahren von ihrer in
J._
lebenden Freundin und deren Mann während zwei Monaten gezwungen worden sei, sich zu prostituieren.
Letzteres sei für sie wie eine Vergewaltigung gewesen. Sie hasse sich dafür und fühle sich schmutzig, blöd und wertlos. Auch bei intensiver Therapie sei wegen der fest verankerten, ungünstigen depressiven Verarbeitungsweise, beziehungsweise der Selbstblo
ckierung gegenüber anstehenden Problemen, Herausforderungen, persönlichen Kontakten sowie allgemein
en
Situationen des Alltags mittelfristig an eine rele
vante Arbeitsfähigkeit nicht zu denken. Die Grundbefindlichkeit der Beschwer
deführerin werde sich wahrscheinlich verbessern. Ob damit eine Arbeits
fähigkeit einhergehen werde, sei fraglich. Gestützt darauf attestierte Dr.
H._
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit 15. März 2008.
3.8
Vom 10. April bis 16. Juli 2012
somit zur Zeit des Erlasses der angefochtenen Verfügung
befand sich
die Beschwerdeführerin au
f
der Spezialstation für Traumafolgestörungen im
A._
in stationärer Behandlung
.
Im
Bericht
vom 6. August 2012 (Urk. 8/68)
wurden folgende
Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
gestellt
:
-
posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
-
rezidivierende depressive Episode, gegenwärtig mittelgradige Episode, mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.11)
-
Agoraphobie (ICD-10 F40.0)
-
Schleudertrauma im Rahmen eines Verkehrsunfalls 2008
Keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit massen die berichtenden Ärzte hinge
gen einer kombinierten Hyperlipidämie sowie der Adipositas per magna
bei
(BMI 41.1
kg/m
2
).
Weiter führten sie aus, die Diagnosen einer rezidivieren
den depressiven Störung bei gegenwärtig mittelgradiger Episode mit somati
schem Syndrom sowie einer Agoraphobie seien zum aktuellen Zeitpunkt nicht klar abgrenzbar gegenüber der komplexen posttraumatischen Belastungsstörung und könnten je nach Verlauf eventuell auch unter dieser Diagnose subsumiert werden. Eine im Vorfeld aufgetretene akute Suizidalität habe zum
Berichtsz
eit
punkt nicht
mehr
bestanden. Allerdings habe die Beschwerdeführerin passive Todeswünsche angegeben. Eine zuvor mehrfach beschriebene emotional insta
bile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ (ICD-10 F60.31) habe während des dreimonatigen Aufenthalts nicht objektiviert werden können. Zwar habe die Beschwerdeführerin unter rezidivierenden depressiven Stimmungseinbrüchen gelitten, jedoch insgesamt eine durchgehend depressive Stimmungslage gezeigt. Auch habe sie sich während des stationären Aufenthaltes gut in den Klinikalltag einfügen und sich an die Stationsregeln halten können. Ein unberechenbares oder impulsives Verhalten habe nicht beobachtet werden können.
Probleme im Rahmen der Beziehungsgestaltung zu Mitpatienten im Sinne der Nähe-/Distanz
regulierung oder einer Vermeidung von Kontakt zu männlichen Mitpa
tienten sowie anamnestisch beschriebene Männerbeziehungen mit fehlender emo
tionaler Nähe, mangelndem Respekt gegenüber der Patientin und übermäs
sigem Einsatz seitens der Patientin, die Beziehung zu erhalten, liessen sich voll
umfänglich durch eine Bindungsproblematik aufgrund der komplexen post
traumatischen Belastungsstörung in Kombination mit seit der Kindheit erlernten Verhaltensmuster
n
erklären. Als Znüni-Kurierin bestehe bis auf weiteres eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
Es lägen
kognitive Einschränkungen mit Auf
merksamkeits-, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen sowie eine depressive Stimmungslage mit rezidivierenden depressiven Krisen
,
Alpträume und Schlaf
störungen
vor
. Dies
e Symptomatik führe dazu, dass d
ie
Beschwerdeführerin
we
nig belastbar sei und somit Arbeitsqualität und -quantität sowie Lern- und Anpassungsfähigk
eit reduziert seien. Weiter sei
die Beschwerdeführerin in der Arbeitswelt mit organisatorischen und strukturellen Anforderungen rasch überfordert. Diese Problematik sei im Rahmen der komplexen posttraumatischen Belastungsstörung zu sehen und nicht oder nur in geringem Ausmass durch den Willen der Beschwerdeführerin zur Besserung der Symptomatik, welcher durch
aus vorhanden sei, beeinflussbar
. Da es sich um eine schwere und chronifizierte Symptomatik einer komplexen posttraumatischen Belastungsstörung handle, sei auch unter adäquater Therapie im Gegensatz zur Lebensqualität
keine Verbes
serung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten. Ein Arbeitsversuch im geschützten
Rahmen im Mai 2009 sei bereits gescheitert.
Gestützt darauf gingen die berich
tenden Ärzte
aufgrund der psychiatrischen Grunderkrankung von einer bis auf weiteres bestehenden 100%igen Arbeitsunfähigkeit aus
und empfahlen
nach Bedarf die Ausübung von flexiblen Tätigkeiten mit insgesamt geringem Zeit
aufwand, ohne Zeitdruck, ohne erhöhte Verantwortung, Dauerbelastung oder emotionaler Belastung im Sinne einer Tagesstruktur.
Abschliessend wurden
Konzentrations- und Auffassungsvermögen, Anpassungsfähigkeit sowie Belast
barkeit als mittelgradig eingeschränkt eingeschätzt.
4.
4.1
Was die Frage nach dem Vorliegen einer
posttraumatische
n
Symptomatik
angeht, berichtete die Beschwerdeführerin
e
rstmals anlässlich der psychiatri
schen Begutachtung durch Dr.
G._
über ihre schwierige Kindheit
(
Urk.
8/31 S. 17)
.
Anfangs 2011 gab sie
an,
weitere traumatische Erlebnisse
gehabt zu haben
, ohne
diese
allerdings detaillierter zu beschreiben (Urk. 8/45 S. 1, Urk. 8/55 S. 2). Erst im
Januar 2012
erwähnte sie
die zweimonatige Zwangs
prostitution
im Alter von 18 Jahren,
was zur
Diagnosestellung
einer posttrau
matischen Belastungsstörung
seitens des Psychiaters Dr.
H._
und deren Bestätigung durch die Ärzte
der Spezialstation für Traumafolgestörungen
des
A._
führte
(Urk. 8/59 S 2 f.
, Urk. 8/68 S. 2
)
.
4.2
Nach
dem Klassifikationssystem der ICD-10, auf welche Kriterien abzustellen ist (Bundesgerichtsurteil 9C_554/2009 vom 1
8.
August 2009 E.
6
), setzt eine
post
traumatische Belastungsstörung
(
F43.1
)
voraus, dass sie mit einer Latenz von wenigen Wochen bis Monaten nach einem Ereignis mit
aussergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartige
m
Ausmass
auftritt
,
das bei
fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde
(Dilling/Freyberger [Hrsg.], Taschenführer zur ICD-10
-Klassifikation psychischer Störungen,
6.
Aufl. 2012, S. 173-175). Auch in der aktuellen Ausgabe der ICD-10, Version 2013 (abrufbar unter
www.dimdi.de
)
,
wurde an dieser Definition und insbesondere an der Latenzzeit festgehalten. Eine weniger einschränkende Formulierung des Belastungskriteri
ums und damit die Berücksichtigung von Ereignissen, die weder eine ausserge
wöhnliche Bedrohung noch eine Katastrophe darstellen, dennoch aber im Erle
ben einer versicherten Person eine Traumatisierung auslösen können, mag the
rapeutisch Sinn machen. Dasselbe gilt für eine weniger einschränkende Formu
lierung der zeitlichen Latenz mit Berücksichtigung von einem erst lange nach den traumatischen Ereignissen beginnenden Krankheitsverlauf. Hingegen ver
langt die Leistungsberechtigung in der Invalidenversicherung zwangsläufig eine gewisse Objektivierung, weshalb solche Konstellationen ausser Betracht bleiben
müssen (vgl. etwa Bundesgerichtsurteil 9C_228/2013 vom 2
6.
Juni 2013 E. 4.1.2 und 4.1.3 mit Hinweisen).
4.
3
4.3.1
Zwar
mögen
die
e
rlebte
n Traumata
wichtige Bestandteil
e
der Vergangenheit der Beschwerdeführerin
darstellen
. Jedoch
war
sie
bis zum Unfall im Jahre 2008
in ihrer Arbeitsfähigkeit nicht
wesentlich
eingeschränkt
.
Die
se
jahrzehntelange
Latenz
spricht nach den
erwähnten
Kriterien gegen die
(
nachträgliche
)
Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung
.
Davon abgesehen muss u
nabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbese
hen der Ätiologie rechtsprechungsgemäss eine Beeinträchtigung der Erwerbs
fähigkeit ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein.
Entschei
dend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu erfolgende Beurteilung, ob und inwiefern de
r
v
ersicherten
Person
trotz
ihres
Leidens die Verwertung
ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr
nach
ihren
Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar ist (
BGE 127 V 294
E.
4c
; Urteil
8C_180/2011 vom 7. Dezember 2011 E.
6.2.2).
D
abei sind
die Grundsätze zur Überwindbarkeit eines Leidens gemäss der soge
nannten Schmerzstörungspraxis nach
BGE 130 V 352
auch auf posttraumati
sche Belastungsstörung
en
anwendbar. Demzufolge
können solche Störungen
nur dann invalidisierend wirken, wenn ihre Auswirkungen nicht mit zumutbarer Willensanstrengung überwindbar sind (Bundesgerichtsurteil 8C_
483/2012 vom 4. Dezember 2012). Rechtsprechungsgemäss können b
estimmte Umstände, wel
che die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, den Wiederein
stieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung einer psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer. Massgebend sein können auch weitere Faktoren, so: chronische körperli
che Begleiterkrankungen; ein mehrjähriger, chronifizierter Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerdauernde Rück
bildung; ein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krank
heitsgewinn; "Flucht in die Krankheit"); das Scheitern einer konsequent durchgeführten ambulanten oder stationären Behandlung (auch mit unter
schiedlichem therapeutischen Ansatz) trotz kooperativer Haltung der versicher
ten Person. Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die ent
sprechenden Befunde darstellen, desto eher sind - ausnahmsweise - die
Voraus
setzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 130 V
352).
4.3.2
Weder den Berichten des
D._
be
ziehungs
weise
des
Dr.
H._
noch denjenigen der Spezialstation für Trauma
folgestörungen des
A._
lässt sich entnehmen,
dass
die
oben
genannten
Kriterien
betreffend
Unüberwindbarkeit der Auswirkungen der diag
nostizierten posttraumatischen Belastungsstörung erfüllt
wären
.
Vielmehr
schätzten die Ärzte
des
A._
die psychi
schen Funktionen als lediglich
mittel
gradig
eingeschränkt
ein
(Urk. 8/68 S. 8), was der
von ihnen
attestierten 100%
igen Arbeitsunfähigkeit
widerspricht
. Eine mittelgradige Einschränkung der Leistungsfähigkeit entspricht eher
der
Arbeitsfähigkeitse
inschätzung der
E._
-
Gutachter
. Zu deren Begründung gaben die Gutachter
deutliche Restaktivitäten und Ressourcen der Beschwerdeführerin
an
.
Insbesondere die
jahrzehntelang
e Erwerbstätigkeit
mit Arbeitsp
ensen von mind
estens 70 %
weist auf nicht
unbedeutende Ressourcen hin.
4.
4
Bei dieser Aktenlage
kann auch die
Frage nach einer seit der Begutachtung in der
E._
eingetretene
n
Verschlechterung
verneint werden
.
Namentlich
lässt sich
eine
Verschlimmerung der Symptomatik
nicht
daraus ableiten, dass die Beschwerdeführerin erstmals im Januar 2012
von
ihren traumatischen Erleb
nissen
berichtet
e.
Weiter
gaben die Ärzte
des
A._
aufgrund ihrer Beobachtungen
während der
dreimonatigen Hospitalisation
in der Spezialsta
tion für Traumafolgestörungen
an, dass die depressive Störung und die Agora
phobie gegenüber der diagnostizierten komplexen posttraumatischen Belas
tungsstörung nicht klar abgrenzbar seien.
D
ie Symptome für eine emotional-instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typus (ICD-10 F60.31)
konnten
nicht objektiviert
werden
oder
wurden
auf die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung zurückgeführt
(Urk. 8/68 S. 3)
.
Dies lässt
nicht auf eine Ver
schlechterung, sondern vielmehr auf eine andere medizinische Beurteilung
eines seit der Begutachtung weitgehend unverändert gebliebenen
Gesundheitszustan
des schliessen
.
4.
5
Aus diesen Gründen vermag
der Umstand
, dass die
E._
-Gutachter die der Beschwerdeführerin im Alter von 18 Jahren während zwei Monaten aufge
zwungene Prostitution nicht mitberücksichtigen konnten, ihre Schlussfolgerun
gen im
Gutachten vom 5. August 2010
ent
gegen den
Ausführungen in der Beschwerde (Urk. 1 S. 10 f.)
nicht in Frage zu stellen
.
4.6
Hinsichtlich
der
übrigen Diagnosen
und der Einschätzung der der Beschwerde
führerin aus somatischer Sicht noch zumutbaren Arbeitsleistung
besteht eine weitgehende
Übereinstimmung
zwischen
den Berichten
der behandelnden Ärzte
und dem
E._
-G
utachten.
Sogar der Hausarzt Dr.
Y._
widersprach
dem klaren Ergebnis des von ihm veranlassten Arbeitsassessments
im
Z._
nicht
(Urk. 8/7 S. 2
ff.
)
.
4.
7
D
as bidisziplinäre
E._
-Gutachten vom 5. August 2010
erfüllt
sämtliche
Anfor
derungen an eine beweiskräftige medizinische Entscheidungsgrundlage: Es beruht auf einer eingehenden
orthopädischen und
psychiatrischen Untersu
chung, berücksichtigt die geklagten Beschwerden, setzt sich mit diesen und dem Verhalten der Beschwerdeführerin auseinander und leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge sowie in Bezug auf die gezo
genen Schlussfolgerungen ein.
Demgegenüber haben sich die behandelnden Ä
rzte in erster Linie auf die Be
hand
lung zu konzentrieren. Deren Berichte verfolgen nicht den Zweck einer den abschliessenden Entscheid über die Versicherungsansprüche erlaubenden objektiven Beurteilung des Gesundheitszustandes und erfüllen deshalb kaum je die von der Rechtsprechung aufgestellten materiellen Anforderungen an
ein Gut
achten. Sodann ist der Erfahrungstatsache Rec
hnung zu tragen, dass sie mitun
ter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zwei
felsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5). Dies gilt für den Hausarzt wie für den behandelnden Spezi
alarzt mit ihrem besonde
ren Ver
trauensverhältnis (vgl. etwa Bundesgerichtsurteil
I 655/05
vom 20. März 2006 E. 5.4 mit Hinweisen). Dadurch lässt sich die Diskrepanz zwischen
der
Einschätzung
der
E._
-Gutachter
einerseits und derjenigen
der behandeln
den Ärzte im
D._
und im
A._
sowie
des behandelnden Psychiaters
Dr.
H._
andererseits erklären
.
4.8
Schliesslich
legte die Beschwerdeführerin nicht dar
,
i
nwiefern mit Blick auf die medizinischen Einschätzungen und Gegebenheiten de
r
orthopä
dische Gutachter Dr.
F._
als voreingenommen zu
betrachten
wäre
(
wenn
gleich
Bemerkungen zu Staatsbürgersc
haft und Sprachkenntnisse
n
der Exploran
di
n unbestrittenermassen keine für die Orthopädie relevante
n
Gesichtspunkte darstellen
)
. Dr.
F._
konnte -
ebenso wie schon die Ärzte des
Z._
, Rheumaklinik und Institut für Physikalische Medizin (E. 3.1)
-
keine Gründe
ausmachen
, welche
aus orthopädischer Sicht
gegen eine vollstän
dige Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit sprechen würden.
4.9
Bei dieser Sachlage bestehen keine
Gründe
für die Vornahme weiterer Abklärun
gen (vgl. Urk. 1 S. 6).
Die Beschwerdegegnerin hat demzufolge zu Recht auf
die Schlussfolgerungen im bidisziplinären
E._
-Gutachten vom 5. August 2010
abgestellt und ist davon ausgegangen, dass die Beschwerde
führerin
seit April 2008 in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Znüni-Kurier
in
nur noch zu 50 %,
in
leidens
angepasster Tätigkeit
dagegen
zu
60
%
a
r
beitsfähig
ist
.
5.
5.1
Unter den Verfahrensbeteiligten ist unbestritten, dass
die Invaliditätsbemessung
mangels eines Aufgabenbereichs der im Zeitpunkt des Eintritts des Gesund
heitsschadens teilzeitlich erwerbstätigen Beschwerdeführerin
nach der
bei
Erwerbstätige
n
anwendbare
n
Methode des Einkommensvergleichs zu erfolgen hat (Urk. 1 S. 9 f., Urk. 2).
Strittig ist dagegen die Bemessung des
im Gesund
heits
fall
hypothetisch erzielbaren
Valideneinkommens.
D
ie Beschwerdegegnerin ging
dabei
laut Individuellem Konto
vo
m
durch
schnittli
chen Lohn der Jahre
2003
bis 2007
in Höhe von Fr. 43‘127.
(per 2009)
aus (Urk. 2 S.
3
, Urk. 8/62).
Dies begründet sie damit, dass die Beschwer
deführerin bis 2005 als Kassiererin zu 100 % und ab Februar 2007 bis zum Ein
tritt der Invalidität im April 2008 zu einem Pensum von lediglich 70 % als Znüni-Kurierin gearbeitet habe (Urk. 8/2 S. 7, Urk. 8/6, Urk. 8/9). Demgegen
über stellt sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt, dass ein Validen
ein
kommen für eine 100%ige Tätigkeit
angerechnet werden
müsste (Urk. 1 S. 9
f.).
5.2
Nach Lage der Akten war
die
seit 2006 verwitwete
,
nun alleinstehende
Be
schwerdeführer
in
vor Eintritt des
invalidenversicherungsrechtlich relevanten
Gesundheitsschadens im April 2008 mit einem Pensum von 70 % als Znüni-Kurierin erwerbstätig und
ging
daneben
einer Hauswartstätigkeit im Kleinstpensum nach.
D
ie zuvor vollzeitlich erwerbstätig gewesene Beschwerde
führerin
meldete sich nach
dem
Stellenverlust per 1. Oktober 2005 zu einem Pensum von 100 % zur Arbeitsvermittlung an (Urk. 8/17). Am 15. Februar 2007 konnte sie die Teilzeitstelle als Znüni-Kurierin antreten (Urk. 8/9 S. 2). Nach eigener Aussage nahm die Beschwerdeführerin d
ie
se
Anstellung
an
, um die seit Oktober 2005 bestehende Arbeitslosigkeit zu beenden. Ihr Ziel sei
weiterhin
ein Vollpensum gewesen, was die Arbeitgeberin
allerdings
nicht habe anbieten können (Urk. 8/35
).
Demzufolge wäre
die Beschwerdeführerin nach dem Verlust ihrer letzten vollzeitli
chen Anstellung per Ende September 2005
zwar gesundheitlich in der Lage
und grundsätzlich gewillt
gewesen,
weiterhin ganztägig
erwerbstätig zu sein. Die Ausübung einer Ganztagestätigkeit war ihr
jedoch
aus Gründen des Arbeitsmarktes nicht mehr möglich
. Dafür hat die Invalidenversicherung nicht
ein
zustehen, weshalb das Valideneinkommen rechtsprechungsgemäss nach Massgabe der ohne Gesundheitsschaden ausgeübten Teilerwerbstätigkeit fest
zulegen ist (
vgl.
BGE 131 V 51 E. 5.1.2).
Selbst
bei Heranziehung
des von der Beschwerdegegnerin errechneten
und für die Beschwerdeführerin bedeutend günstigeren
Valideneinkommens von
Fr. 43‘127.
(per 2009)
würde aus dem Einkommensvergleich
wie unten dar
zulegen sein wird
ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad resultieren
,
w
es
halb auf eine Ermittlung des Valideneinkommens anhand des auf 12 Monate aufgerechneten Einkommens der Beschwerdeführerin im Jahre
2007 oder anhand der Daten der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohn
strukturerhebung (LSE 2008) verzichtet werden kann.
5.3
Lässt sich das Invalideneinkommen nicht konkret ermitteln, weil die versicherte Person die restliche Arbeits- beziehungsweise Erwerbsfähigkeit nicht zumut
ba
rerweise voll ausnützt, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne
ge
mäss
der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhe
bung
herangezogen werden.
Dabei ist vom Zentralwert (Median) der standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) auszugehen (BGE 126 V 76 E. 3b/bb)
.
Der sta
tistische Durchschnittslohn (Zentralwert) der mit einfachen und repetitiven Auf
gaben (Anforderungsniveau 4) beschäftigten Frauen betr
u
g Fr. 4‘116.
(LSE 2008, Tabelle TA1, Total)
. Unter Berücksichtigung der durch
schnittlichen betriebsüblichen Arbeitszeit im Jahre 2009 von 4
1
.6 Stunden sowie der Nomi
nallohnentwicklung (vgl. Die Volkswirtschaft
9-2013, S. 94 f., Tabellen B 9.2, Zeile G, und B 10.3
) ergibt sich bei einem Arbeitspensum von 60 % ein
E
in
kommen von Fr.
31‘4
74
.
(Fr. 4‘116.
x 12 : 40 x 41,6 : 2499 x 2552 x 60 %)
.
Die Frage, ob und in welchem Ausmass der statistische Lohn zu korrigieren ist, hängt von den gesamten persönlichen und b
eruflichen Umständen des konkre
ten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre,
Nationa
lität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad; BGE 12
6 V 75). Die Be
schwer
deführer
in
kann
zwar
aus gesundheitlichen Gründen
nur noch teilzeit
lich er
werbstätig sein, so dass
sie auf dem Arbeits
mar
kt in Konkurrenz mit gesundheit
lich nicht beeinträchtigten,
vollzeitlich
erwerbs
tätigen Bewerberinnen und Bewer
bern ben
achteiligt ist. Dies wirkt sich jedoch lediglich
in geringem Ausmass
auf das Lohnniveau aus. D
ie
von der Beschwerdegegnerin vor
ge
nommene
, eher
grosszügige
aber nicht zu beanstandende
Herabsetzung des sta
tistischen Lohnes um 1
5
%
führt
zu einem hypotheti
schen Invalideneinkommen von Fr.
26‘7
53
.
(per 2009)
.
5
.4
A
us dem Vergleich der beiden Einkommen (Valideneinkommen:
Fr. 43‘127.
; Invalideneinkommen: Fr.
26‘7
53
.
) resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr.
16‘37
4
.
,
mithin ein
rentenausschliessender In
validitätsgrad von
unter 40
%
(
38
%
).
Nichts anderes ergäbe sich für die Folgejahre, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
6.1
Vorliegend sind bei der
Beschwerdeführer
in
die Voraussetzungen zur Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung und zur Bestellung einer unentgeltl
i
chen Rechtsvertretung gemäss §
16 Abs. 1
des Gesetzes über das So
zialversi
cherungsgericht (GSVGer)
erfüllt
(Urk. 3/6)
.
6
.2
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr.
600
.
festzulegen und ausgangsgemäss von der Beschwerde
führerin
zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG)
,
jed
och zufolge Gewährung der unent
geltlichen Prozessführung einstweilen auf die Gerichts
kasse zu nehmen. Zudem ist
Rechtsanwältin Yolanda Schweri entsprechend ihrer Honorarnote vom
28. Oktober 2010
(Urk.
10)
mit Fr.
2‘169.
--
aus der Gerichtskasse zu entschädigen.
Das Gericht beschliesst,
In Bewilligung des Gesuchs vom 6. September 2012 wird der Beschwerdeführerin Rechtsan
wältin Yolanda Schweri, Zürich, als unentgeltliche Rechtsvertreterin für das vorliegende Ver
fahren bestellt und es wird ihr die unentgeltliche Prozessführung gewährt
,
und erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgew
iesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt
, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse genommen.
Die Beschwerdeführerin wird
auf
§
16
Abs.
4 GSVGer hingewiesen.
3.
Die unentgeltliche Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin, Rechtsanwältin Yolanda Schweri, Zürich,
wird mit
Fr.
2‘169.
-- (inkl. Barauslagen und MWSt) aus der Gerichts
kasse entschädigt.
Die Beschwerde
führerin wird
auf
§
16
Abs.
4 GSVGer hingewiesen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
Rechtsanwältin Yolanda Schweri
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Bundesamt für Sozialversicherungen
O._
sowie an:
Gerichtskasse
5.