Decision ID: 17eae849-dcc3-4ab9-9d90-23868b4fca03
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
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A./ Die D. AG mit Sitz in S. ist Eigentümerin des im Nordosten der Politischen
Gemeinde W. gelegenen, 12'287 m grossen Grundstücks Nr. X. Das Grundstück ist
gemäss Zonenplan der Gemeinde W. vom 6. Dezember 1995 dem übrigen
Gemeindegebiet zugeteilt. Im Süden grenzt es an das Grundstück Nr. Y, das mit den
zwei noch südlicher gelegenen Grundstücken Nr. U und Nr. Z einen mit Wald
bewachsenen Hügel ("B.") bildet. Südlich dieser Waldgrundstücke liegen mehrere
kleine, ebenfalls im übrigen Gemeindegebiet gelegene Grundstücke. Das umliegende
Gebiet ist der Landwirtschaftszone zugeordnet. Das Grundstück Nr. X wird über die
unmittelbar an seinem östlichen Ende von Süden nach Norden vorbeiführende
Kantonsstrasse 2. Klasse erschlossen.
Mit Verfügung vom 7. Februar 1972 erteilte der Gemeinderat W. der D. AG eine
Bewilligung für die Erstellung eines Lagerplatzes auf dem Grundstück Nr. X. Anlässlich
einer allgemeinen Überprüfung von Betrieben im Bereich "Bauschuttrecycling" stellte
das Amt für Umweltschutz (heute Amt für Umwelt und Energie, abgekürzt AFU) fest,
dass für bestimmte Tätigkeiten der D. AG keine Bewilligungen vorlagen. Das Amt für
Raumentwicklung (heute Amt für Raumentwicklung und Geoinformation, abgekürzt
AREG) erliess am 30. November 2004 die folgende Verfügung:
1. Es wird festgestellt, dass
a) die Nutzung des Grundstücks Nr. X als Lager- und Werkplatz für ein Baugeschäft
rechtmässig vorbestanden ist im Umfang gemäss der Baubewilligung vom 7. Februar
1972;
b) soweit Flächen genutzt werden, die über die fragliche Baubewilligung hinausgehen,
der Platz nicht bewilligt ist, obwohl im Zeitpunkt der Errichtung eine solche gesetzlich
vorgeschrieben war;
c) für die Teilüberdeckung keine Baubewilligung vorliegt, obwohl im Zeitpunkt der
Errichtung eine solche gesetzlich vorgeschrieben war;
d) die Entgegennahme, das Sortieren/Verkleinern und die Lagerung von
Abbruchmaterial (Recycling) nicht als rechtmässig vorbestanden gelten und eine
entsprechende Baubewilligung fehlt.
2
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2. Die Grundeigentümerin der Parzelle Nr. X bzw. die Betreiberin, derzeit D. AG, wird
verpflichtet, den rechtmässigen Zustand wiederherzustellen:
a) Sie erhält die Möglichkeit, innert einer Frist von einem Monat (innert vier Monaten
bei einem UVP-pflichtigen Vorhaben/Recycling-Platz) ab Rechtskraft des
Gesamtentscheides beim Gemeinderat W. ein nachträgliches Baugesuch für die
streitigen Anlagenteile, die Ueberdeckung bzw. die Zweckänderung auf dem
Grundstück Nr. X einzureichen oder
b) sie erhält die Möglichkeit, innert sechs Monaten ab Rechtskraft des
Gesamtentscheides die Nutzung als Recycling-Platz aufzugeben, die dazugehörigen
Materialdepots und die Ueberdachung zu entfernen sowie auf den Teilflächen gemäss
Ziff. 1 lit. b die Nutzung als Lager- und Werkplatz aufzugeben und diesbezüglich den
rechtmässigen Zustand (= Grünflächen) wiederherzustellen.
Für den Fall, dass die Grundeigentümerin bzw. Betreiberin die Fristen gemäss lit. a
und b hievor ganz oder teilweise ungenutzt verstreichen lässt, wird die Ersatzvornahme
für die Räumung bzw. Wiederherstellung im Umfang gemäss lit. b hievor hiermit
angedroht.
3. Die grundsätzliche Pflicht zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes ist im

Sinn der Erwägungen nach Art. 44 Abs. 1 (der Raumplanungsverordnung; abgekürzt)
RPV (SR 700.1) als öffentlich-rechtliche Eigentumsbeschränkung im Grundbuch,
derzeit Parzelle Nr. X, wie folgt anzumerken:
"Pflicht zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes nach RPV"
(Ziffern 4 und 5)
Am 15. Dezember 2004 eröffnete der Gemeinderat W. der D. AG die vom AREG mit
Verfügung vom 30. November 2004 gefassten Feststellungen und Beschlüsse.
B./ a) Mit Eingabe vom 4. Januar 2005 erhob die D. AG gegen den Beschluss des
Gemeinderats W. vom 15. Dezember 2004 Rekurs ("Rekurs I") beim Baudepartement
mit den folgenden Begehren:
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1. Der Entscheid des Gemeinderates W. vom 15. Dezember 2004 sei aufzuheben;
2. Der Rekurrentin sei zu bewilligen, ein nachträgliches Baugesuch für die streitigen
Anlageteile, die Ueberdachung bzw. die Zweckänderung auf dem Grundstück Nr. X
einzureichen;
3. Der Rekurrentin sei zu bewilligen, ein Umzonungsgesuch für das Grundstück Nr. X
einzureichen;
4. Die Rekurrentin sei einstweilen davon zu befreien, die Wiederherstellung des
rechtmässigen Zustandes in die Wege zu leiten;
unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
In der innert Nachfrist eingereichten Rekursbegründung vom 31. Januar 2005 wies die
D. AG darauf hin, dass sie am 28. Januar 2005 bei der Gemeinde W. ein
Umzonungsbegehren eingereicht habe. Der Gemeinderat W. trat auf dieses Begehren
mit Beschluss vom 23. Februar 2005 nicht ein.
Am 3. November 2005 reichte die D. AG dem Gemeinderat W. ein mit einem
Umweltverträglichkeitsbericht vom 23. Mai 2005 ergänztes Gesuch um Bewilligung
eines Lager- und Recyclingareals für Bauschutt sowie den Neubau eines Unterstands
auf dem Grundstück Nr. X ein. Gegen dieses Baugesuch gingen während der vom 18.
November bis 1. Dezember 2005 dauernden Auflagefrist keine Einsprachen ein.
Die Bauverwaltung der Politischen Gemeinde W. leitete das Gesuch am 28. Dezember
2005 zur Prüfung an das AREG weiter mit dem Hinweis, dass die Baukommission dem
Baugesuch ablehnend gegenüberstehe. Im Anschluss an einen am 27. April 2006
durchgeführten Augenschein nahm das AFU mit Schreiben vom 12. und 15. Mai 2006
Stellung zum Baugesuch sowie zum Umweltverträglichkeitsbericht. Das AREG erliess
am 16. Mai 2006 die folgende Teilverfügung:
1. Die nachträgliche Zustimmung zur Erweiterung des Lager- und Abstellplatzes auf
dem Grundstück Nr. X, ausgeführt in den siebziger Jahren, wird im Sinn der
Erwägungen erteilt.
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a) Zur Sicherung der Beschränkung der baulichen Nutzungserweiterung wird als
öffentlich-rechtliche Eigentumsbeschränkung zulasten des Grundstücks Nr. X
angeordnet:
"Beschränkung der baulichen Nutzungserweiterung nach RPV"
b) Diese Eigentumsbeschränkung ist zulasten des Grundstücks Nr. X wie folgt im
Grundbuch anzumelden:
"Beschränkung, Auflagen und Bedingungen nach RPV"
c) Die zuständige Gemeindebehörde ist beauftragt und ermächtigt, die Anmerkung im
Grundbuch anzumerken.
2. Die Zustimmung zur Umnutzung des Grundstückes in einen Bauschutt-
Recyclingplatz wird wegen Nichteinhaltung der raumplanungsrechtlichen Vorschriften
verweigert.
3. Die Zustimmung zur Erstellung einer offenen Lagerhalle wird wegen Nichteinhaltung
der raumplanungsrechtlichen Vorschriften und der Bestimmungen über den
Waldabstand verweigert.
4. Der Gemeinderat W. hat im Sinn der Erwägungen die Wiederherstellung des
rechtmässigen Zustandes anzuordnen und zumindest die weitere Entgegennahme von
Bauschutt zwecks Recycling zu untersagen.
(5. Kosten)
Am 12. Juli 2006 verfügte der Gemeinderat W. unter Ziff. 9 unter anderem was folgt:
a) Die Baubewilligung für die Erweiterung des offenen Lager- und Abstellplatzes wird
nachträglich erteilt.
b) Die Baubewilligung für ein Recyclingareal mit Betrieb eines mobilen Brechers und
der Neubau eines Unterstandes wird vollumfänglich abgelehnt.
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c) Die Beschränkung der baulichen Nutzungserweiterung wird als Eintrag ins
Grundbuch verfügt.
d) Die D. AG wird verpflichtet, den Unterstand zu beseitigen und den rechtmässigen
Zustand vom Grundstück Nr. X bis spätestens 30. November 2006 wieder herzustellen.
[e) und f)]
g) Das heute auf dem Platz zum Brechen bereit liegende Material ist abzuführen. Eine
Bewilligung zum Brechen ist abgelehnt.
[h) Kosten]
B./ b) Mit Eingabe vom 21. Juli 2006 erhob die D. AG Rekurs beim Baudepartement
("Rekurs II") mit den Anträgen, die Verfügung des Gemeinderates W. vom 12. Juli 2006
sei aufzuheben und ihr sei die Baubewilligung für ein redimensioniertes Baugesuch
(ohne Unterstand) zu erteilen inkl. einer Bewilligung für das Recycling von 7'000 t
Bauschutt pro Jahr. Eventualiter sei ihr die Bewilligung für das Recycling von 1'000 t
Bauschutt pro Jahr zu erteilen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
B./ c) Am 26. August 2008 entschied die Regierung in bezug auf die beiden Rekurse
der D. AG das folgende:
1. Die Rekurse der D. AG werden im Sinn der Erwägungen teilweise infolge
Gegenstandslosigkeit abgeschrieben; im Uebrigen abgewiesen.
2. a) Ziff. 9 d der Verfügung des Gemeinderates W. vom 12. Juli 2006 wird wie folgt
geändert:
Die D. AG wird verpflichtet, den Unterstand zu beseitigen und den rechtmässigen
Zustand des Grundstücks Nr. X innert dreier Monate ab Rechtskraft dieses
Entscheides wiederherzustellen.
b) Satz 1 von Ziffer 9. g der Verfügung des Gemeinderates W. vom 12. Juli 2006 wird
gestrichen.
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1. Die D. AG bezahlt unter Anrechnung der am 26. Januar 2005 und 17. August 2006
geleisteten Kostenvorschüsse von je Fr. 1'000.-- eine Entscheidgebühr von Fr.
4'000.--.
2. Das Begehren der D. AG um Ersatz der ausseramtlichen Kosten wird abgewiesen.
Die Regierung erwog im wesentlichen, die Nutzung des Areals als Recyclingplatz
schon vor dem Jahr 1972 sei nicht ausgewiesen, weshalb die Bestandesgarantie nach
Art. 24c des Bundesgesetzes über die Raumplanung (SR 700, abgekürzt RPG) nur für
den Lagerplatz, nicht aber für die Recyclingtätigkeit sowohl im Umfang von 7'000 t als
auch der eventualiter beantragten 1'000 t geltend gemacht werden könne. Die
Einrichtung eines Recyclingbetriebs sei unabhängig von der Menge des effektiv
verarbeiteten Materials als Zweckänderung zu betrachten, die eine Bewilligung nach
Art. 37a RPG in Verbindung mit Art. 43 der Raumplanungsverordnung (SR 700.1,
abgekürzt RPV) erfordere. Die Voraussetzungen für eine Zweckänderung seien jedoch
weder für die Mengen von 7'000 t noch von 1'000 t erfüllt, da eine Recyclingtätigkeit in
diesem Ausmass mit wesentlichen neuen Auswirkungen verbunden und folglich nach
Art. 43 RPV unzulässig wäre. Die Bestandesgarantie erfasse die Recyclingtätigkeit
deshalb auch nach Art. 37a RPG nicht. Die D. AG dürfe das Grundstück Nr. X unter
dem Vorbehalt bestehender umweltrechtlicher Auflagen jedoch rechtmässig als
Lagerplatz nutzen.
C./ Mit Eingabe vom 18. September 2008 erhob die D. AG beim Verwaltungsgericht
Beschwerde mit den Begehren, der Entscheid der Regierung vom 26. August 2008 sei
aufzuheben und ihr sei eine Bewilligung zum Recycling von 7'000 t Bauschutt pro Jahr
auf dem Grundstück Nr. X zu erteilen. Eventualiter sei ihr die Bewilligung für das
Recycling von 1'000 t Bauschutt pro Jahr zu erteilen, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. Zur Begründung führte die D. AG im wesentlichen an, der
Gemeinderat W. habe am 15. Dezember 2004 festgestellt, dass ein Lager- und
Werkplatz für ein Baugeschäft rechtmässig bewilligt worden sei. Sie dürfe das
Grundstück Nr. X deshalb nicht nur als Lager-, sondern auch als Werkplatz nutzen. Seit
jeher habe das besagte Grundstück nicht nur der Lagerung von Baumaterial, sondern
auch der Bearbeitung von Abbruchmaterial gedient. Aus den vorhandenen
Beweismitteln ergebe sich eindeutig, dass auf dem Grundstück Nr. X schon in der Zeit
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vom 5. Februar bis 1. Juli 1972 Bauschutt bearbeitet worden sei, weshalb die
Bestandesgarantie gemäss Art. 24c RPG auch für diese Tätigkeit Platz greifen müsse.
Schliesslich liege beim Zerkleinern von Abbruchmaterial keine Zweckänderung im
Sinne von Art. 37a RPG vor, da die Art der ausgeführten Arbeiten dieselbe wie früher
sei und sich nur der Einsatz der Mittel geändert habe.
Mit Vernehmlassung vom 23. Oktober 2008 beantragte die Regierung die Abweisung
der Beschwerde. Ergänzend fügte sie an, ein Unterstand auf dem Platz sei entgegen
der Darstellung der D. AG nicht bewilligt worden. Aus den Akten der Politischen
Gemeinde W. gehe hervor, dass gegen eine dennoch erstellte Baute eine
Abbruchverfügung erlassen und ein nachträglich eingereichtes Baugesuch nach
Verweigerung der Zustimmung durch die kantonale Stelle mit Verfügung des
Gemeinderats W. vom 25. Juli 1974 abgelehnt worden sei. Für die Wiederherstellung
bzw. den Abbruch der Baute sei in der Folge aber offenbar eine sehr lange
Übergangsfrist eingeräumt worden. Überdies sei für die raumplanungsrechtliche
Beurteilung einer Zweckänderung im Sinne von Art. 43 Abs. 1 lit. b RPV einzig die
Aussage massgebend, dass pro Jahr maximal etwa 5'000 allein mit dem
Recyclingbetrieb verbundene Fahrten zu erwarten seien, was als wesentliche neue
Auswirkung eingestuft werde.
Die Politische Gemeinde W. beantragte mit Stellungnahme vom 5. November 2008 die
Abweisung der Beschwerde und verwies zur Begründung auf den angefochtenen
Entscheid.
Die D. AG erhielt ihrerseits Gelegenheit zur Stellungnahme zu den Eingaben der
Regierung und der Politischen Gemeinde W., liess sich jedoch innert Frist nicht
vernehmen.
Auf die weiteren Vorbringen der Verfahrensbeteiligten wird, soweit erforderlich, in den
nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Die
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Beschwerdeführerin ist zur Ergreifung der Beschwerde legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Eingabe vom 18. September 2008 entspricht
zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist
einzutreten.
Die Beschwerdeführerin beantragt die Durchführung eines Augenscheins. Der
Augenschein ist die unmittelbare sinnliche Wahrnehmung von Tatsachen durch die
entscheidende Instanz und dient dem besseren Verständnis des Sachverhalts. Ob ein
Augenschein durchzuführen ist, liegt im pflichtgemässen Ermessen der urteilenden
Instanz (Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen
2003, Rz. 966). Wie aus den nachfolgenden Erwägungen hervorgeht, sind im konkreten
Fall Rechtsfragen streitig. Der massgebliche Sachverhalt ergibt sich aus den
Verfahrensakten. Welche zusätzlichen Erkenntnisse an einem Augenschein gewonnen
werden sollten, ist nicht ersichtlich. Auf die Durchführung des beantragten
Augenscheins ist deshalb zu verzichten.
2. Streitgegenstand ist die Nutzung des Grundstücks Nr. X als Lager- und Werkplatz
durch die Beschwerdeführerin.
2.1. Gemäss Art. 24c Abs. 1 RPG werden bestimmungsgemäss nutzbare Bauten und
Anlagen ausserhalb der Bauzonen, die nicht mehr zonenkonform sind, in ihrem
Bestand grundsätzlich geschützt. Solche Bauten und Anlagen können mit Bewilligung
der zuständigen Behörde erneuert, teilweise geändert, massvoll erweitert oder
wiederaufgebaut werden, sofern sie rechtmässig erstellt oder geändert worden sind. In
jedem Fall bleibt die Vereinbarkeit mit den wichtigen Anliegen der Raumplanung
vorbehalten (Art. 24c Abs. 2 RPG). Gestützt auf Art. 24c RPG sollen sich bestehende
Bauten und Anlagen, die einer Nichtbauzone zugewiesen worden sind, unter gewissen
Voraussetzungen baulich weiterentwickeln können (Waldmann/Hänni, Kommentar
RPG, Bern 2006, N 3 zu Art. 24c). Art. 24c RPG stellt eine Konkretisierung der
Bestandesgarantie dar; er ist gemäss Art. 41 RPV anwendbar auf Bauten und Anlagen,
die seinerzeit in Übereinstimmung mit dem materiellen Recht erstellt oder geändert
wurden, durch die nachträgliche Änderung von Erlassen oder Plänen jedoch
zonenwidrig geworden sind. Massgebender Stichtag für die Beurteilung der
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Bestandesgarantie ist das Inkrafttreten des früheren Gewässerschutzgesetzes am 1.
Juli 1972, da mit diesem erstmals eine klare Trennung von Bau- und Nichtbaugebiet
vorgenommen wurde (BGE 129 II 398 E. 4.2.1; P. Hänni, Planungs-, Bau- und
besonderes Umweltschutzrecht, 5. Aufl., Bern 2008, S. 201; B. Heer, St. Gallisches
Bau- und Planungsrecht, Bern 2003, Rz. 460).
2.2. Nach Art. 37a RPG regelt der Bundesrat, unter welchen Voraussetzungen
Zweckänderungen gewerblich genutzter Bauten und Anlagen zulässig sind, die vor
dem 1. Januar 1980 erstellt wurden oder seither als Folge von Änderungen der
Nutzungspläne zonenwidrig geworden sind. Diesem gesetzlichen Auftrag ist er mit dem
Erlass von Art. 43 RPV nachgekommen. Zweckänderungen und Erweiterungen von
zonenwidrig gewordenen gewerblichen Bauten und Anlagen können gemäss Art. 43
Abs. 1 RPV bewilligt werden, wenn die Baute oder Anlage rechtmässig erstellt oder
geändert worden ist (lit. a), keine wesentlichen neuen Auswirkungen auf Raum und
Umwelt entstehen (lit. b), die neue Nutzung nach keinem anderen Bundeserlass
unzulässig ist (lit. c), höchstens eine geringfügige Erweiterung der bestehenden
Erschliessung notwendig ist (lit. d), sämtliche Infrastrukturkosten, die im
Zusammenhang mit der Zweckänderung der Bauten und Anlagen anfallen, auf den
Eigentümer überwälzt werden (lit. e) sowie keine wichtigen Anliegen der Raumplanung
entgegenstehen (lit. f). Die Bestimmungen von Art. 37a RPG und Art. 43 RPV
spezifizieren die in Art. 24c RPG geregelte Bestandesgarantie für gewerbliche Bauten
und Anlagen im Zusammenhang mit Zweckänderungen und Erweiterungen. Sie sollen
Umstrukturierungen und Erweiterungen von ausserhalb der Bauzone gelegenen
Gewerbebetrieben ermöglichen und deren Konkurrenzfähigkeit erhalten. Im Gegensatz
zu Art. 24c Abs. 2 RPG lässt Art. 37a RPG zur Erhaltung von aktiven Gewerbebetrieben
ausserhalb der Bauzone die vollständige Zweckänderung eines solchen Betriebs zu
(Hänni, a.a.O., S. 208; Waldmann/Hänni, a.a.O., N 3 f. zu Art. 37a; BGE 127 II 223 E.
4b).
2.3. Die Beschwerdeführerin rügt zunächst eine Verletzung der Bestandesgarantie im
Sinne von Art. 24c RPG.
2.3.1. Nach Darstellung der Beschwerdeführerin ergibt sich aus den vorhandenen
Beweismitteln eindeutig, dass auf dem Grundstück Nr. X schon in der Zeit vom
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5. Februar 1972 bis zum 1. Juli 1972 Bauschutt bearbeitet worden sei. Die
Bestandesgarantie gemäss Art. 24c RPG müsse deshalb auch für die im Jahr 1972
zugesicherte Zerkleinerung und Aufbereitung von Material im gleichen Umfang gelten,
wie sie seit Jahren vorgenommen werde (7'000 t oder mindestens 1'000 t pro Jahr). Die
Beschwerdeführerin sei aufgrund des Beschlusses der Beschwerdebeteiligten vom 15.
Dezember 2004 berechtigt, das Grundstück Nr. X nicht nur als Lager-, sondern auch
als Werkplatz zu benutzen. Auch ergebe sich daraus der Beweis, dass bereits seit 1972
eine Bewilligung für die Zerkleinerung von Baumaterial bestanden habe. Seit jeher sei
auf dem Grundstück Nr. X nicht nur Baumaterial gelagert, sondern auch
Abbruchmaterial bearbeitet worden. Die Art der Arbeit, der Einsatz der Maschinen und
die Gesetzgebung hätten sich seit 1972 erheblich verändert, weshalb man die
Ablagerungsproblematik nicht ausschliesslich aus heutiger Sicht beurteilen könne. Der
stringente Beweis für eine Recyclingtätigkeit im Frühjahr 1972 könne durch die
Beschwerdeführerin nicht erbracht werden, weil die Aufbereitung von Bauschutt in der
damaligen Zeit noch nicht im grossen Stil betrieben worden sei. Trotzdem sei die
Beschwerdeführerin von der Vorinstanz verpflichtet worden, zur Annahme der
Bestandesgarantie einen Beweis für etwas zu erbringen, was noch gar nicht bestanden
habe. Dies sei unfair.
2.3.2. Die Beschwerdeführerin macht zu Recht geltend, die Beschwerdebeteiligte habe
mit Beschluss vom 15. Dezember 2004 festgestellt, dass die Nutzung des Grundstücks
Nr. X als Lager- und Werkplatz für ein Baugeschäft im Umfang der Baubewilligung vom
7. Februar 1972 rechtmässig vorbestanden sei. Auch die Vorinstanz stellt dies in ihrer
Stellungnahme grundsätzlich nicht in Abrede. Sie bringt jedoch vor, es sei unabhängig
von den in den verschiedenen weiteren Korrespondenzen und Verfügungen
verwendeten Bezeichnungen ausschlaggebend, dass in der Baubewilligung
ausdrücklich nur von einem Lagerplatz die Rede sei und die Beschwerdebeteiligte die
Bewilligung einer mit Immissionen verbundenen Tätigkeit bereits mit Schreiben vom
6. September 1971 ausgeschlossen habe. Aus dem Wortlaut des besagten
Beschlusses ist entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin klar erkennbar, dass die
Beschwerdebeteiligte das Vorbestehen als Lager- und Werkplatz nur im Umfang der
Baubewilligung anerkannt hat. Auch den Akten sind keine konkreten Anhaltspunkte zu
entnehmen, wonach sich die Baubewilligung auch auf die Erstellung eines Werkplatzes
erstrecken sollte. Überdies wies die Beschwerdebeteiligte die Beschwerdeführerin
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mehrmals, unter anderem mit erwähntem Schreiben vom 6. Juli 1971 sowie mit
Vernehmlassung vom 10. Mai 1973 zum Rekurs vom 24. April 1973, ausdrücklich auf
die Bewilligungspflicht einerseits von Terrainveränderungen, die über die Errichtung
eines Lagerplatzes hinausgingen, sowie andererseits auf diejenige für die Erstellung
einer Zufahrtsstrasse und von Bauten hin. Unter den gegebenen Umständen vermag
die Tatsache, dass AREG und Beschwerdebeteiligte mit Verfügung vom 30. November
2004 und Beschluss vom 15. Dezember 2004 – über 30 Jahre nach Erteilung der
Baubewilligung – den Begriff des Lager- und Werkplatzes verwendet haben, am
Umfang der Baubewilligung deshalb nichts zu ändern. Entscheidend ist im konkreten
Fall allein, was die Beschwerdebeteiligte zum damaligen Zeitpunkt verfügt hat. Die
Beschwerdeführerin ist somit weder gestützt auf die Baubewilligung vom 7. Februar
1972 noch auf den Beschluss vom 15. Dezember 2004 berechtigt, das Grundstück Nr.
X als Werkplatz zur Zerkleinerung bzw. Aufbereitung von Bauschutt zu benutzen.
Die Vorinstanz anerkennt, der angefochtene Entscheid sei durchaus unter
Berücksichtigung der Tatsache erfolgt, dass ein strikter Nachweis der früheren
tatsächlichen Nutzung des Platzes aufgrund des langen Zeitablaufs auch seitens der
Beschwerdeführerin selbst nur schwerlich erbracht werden könne. Sie habe deshalb
unter Berücksichtigung aller noch erhältlichen bzw. eingereichten Unterlagen und
Auskünfte entschieden. Unter anderem stellte sie fest, dass keine Unterlagen
vorhanden seien, die eine Recyclingtätigkeit während der nur rund fünfmonatigen und
damit sehr kurzen Belegung des Grundstücks vom 5. Februar bis zum 1. Juli 1972
konkret bewiesen. In der Tat sind in den Akten keinerlei Hinweise für die systematische
Trennung, Bearbeitung und Wiederverwertung von angeliefertem Baumaterial während
des besagten Zeitraums zu finden. Der Beschluss der Beschwerdebeteiligten vom 15.
Dezember 2004 hält explizit fest, dass das Grundstück Nr. X nicht als Recyclingplatz
bewilligt worden sei und für die Teilüberdachung überdies keine Baubewilligung
vorgelegen habe. Aus der blossen Behauptung, seit jeher sei auf dem Grundstück Nr. X
nicht nur Baumaterial gelagert, sondern auch Abbruchmaterial verarbeitet worden,
kann die Beschwerdeführerin mangels aussagekräftiger Beweise nicht auf das
Bestehen einer Recyclingtätigkeit schliessen. Daran ändern auch die von der
Beschwerdeführerin ins Recht gelegten Rechnungen nichts, die zwar auf eine gewisse
Werktätigkeit auf dem Grundstück Nr. X hinweisen, jedoch allesamt erst Ende der
1970er-Jahre und damit nach dem hier interessierenden Zeitraum ausgestellt worden
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sind. Die Beschwerdeführerin bringt zu Recht vor, dass sich der heutige Begriff des
"Recycling" stark von dem in den 1970er-Jahren geläufigen Begriff unterscheide.
Dennoch kann insbesondere das Verbrennen von Baumaterial weder aus damaliger
noch aus heutiger Sicht als Recycling-, sondern bloss als Entsorgungstätigkeit
bezeichnet werden. Dafür spricht auch, dass die Beschwerdebeteiligte mit Verfügung
vom 13. Juni 1980 der Beschwerdeführerin das Entfachen von Feuer ausdrücklich
untersagt hat. Schliesslich geht die Beschwerdeführerin fehl in der Annahme, aus dem
Mangel an Beweisen könne mittels Umkehrschluss gefolgert werden, dass im Zeitraum
vom 5. Februar bis zum 1. Juli 1972 systematisch Material verarbeitet worden sei. Die
Bestandesgarantie im Sinne von Art. 24c RPG kann somit weder auf die von der
Beschwerdeführerin geltend gemachte Menge von 7'000 t noch von 1'000 t
Anwendung finden. Die Vorbringen der Beschwerdeführerin erweisen sich folglich als
unbegründet.
2.4. Die Beschwerdeführerin bestreitet sodann das Vorliegen einer Zweckänderung im
Sinne von Art. 37a RPG.
2.4.1. Zweckänderungen sind nach Auffassung der Beschwerdeführerin nur dann
bewilligungspflichtig, wenn sie geeignet sind, örtlich fassbare Auswirkungen auf die
Nutzungsordnung zu zeitigen. Die bestehende Baubewilligung aus dem Jahr 1972
umfasse auch das Zerkleinern von Material, das offensichtlich mit Lärm verbunden sei.
Mit dem zu beurteilenden Projekt würde ein- bis zweimal pro Jahr eine Maschine in
Betrieb genommen, die an wenigen Tagen genauso Lärm verursache wie früher das
Brechen von Material mittels Werkzeugen. Die Art der ausgeführten Arbeiten sei
dieselbe, nur der Einsatz der Mittel sei anders; früher seien es menschliche
Arbeitskräfte gewesen, heute kämen Maschinen zum Einsatz. Unter diesem Vorgang
könne keine Zweckänderung verstanden werden. Schliesslich habe die
Beschwerdeführerin die Erstellung des Umweltverträglichkeitsberichts ausdrücklich
unterstützt und sich bereit erklärt, eine Bewilligung mit Auflagen zu akzeptieren. Das
AFU habe den grössten Teil des Projekts als umweltverträglich eingestuft, und nur das
Thema des Lärmschutzes sei strittig. Nach Meinung der Beschwerdeführerin könne
aber auch dieses Problem gelöst werden.
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2.4.2. Nachfolgend ist zu prüfen, ob die Vorinstanz gemäss Art. 37a RPG in Verbindung
mit Art. 43 RPV überhaupt zur Prüfung der Voraussetzungen für eine Zweckänderung
des Grundstücks Nr. X berechtigt war. Die Beschwerdeführerin verneint dies, da die
Baubewilligung vom 7. Februar 1972 auch die Bearbeitung und das Zerkleinern von
Material erfasse. Wie in E. 2.3.2. ausgeführt, verkennt die Beschwerdeführerin jedoch,
dass die Baubewilligung nur die Nutzung des Grundstücks als Lagerplatz erlaubt,
während dessen Nutzung als Werkplatz für Recyclingtätigkeiten vor dem 1. Juli 1972
nicht nachgewiesen ist. Unter diesen Umständen ist nicht zu beanstanden, dass die
Vorinstanz das Vorliegen der Voraussetzungen einer Zweckänderung gemäss Art. 37a
RPG in Verbindung mit Art. 43 RPV geprüft hat, widerspricht doch die Nutzung für
Recyclingtätigkeiten den Bestimmungen der Baubewilligung. Auch stellte die
Vorinstanz zu Recht fest, dass eine zusätzliche Bewilligung für Recyclingtätigkeiten
nach dem 1. Juli 1972 nicht vorliege und auch nicht mit dem damaligen materiellen
Recht im Einklang gestanden sei. In bezug auf Art. 43 Abs. 1 lit. b RPV macht die
Beschwerdeführerin geltend, dass mangels örtlich fassbarer Auswirkungen auf die
Nutzungsordnung gar keine Zweckänderung vorliegen könne. Dabei verkennt sie
jedoch, dass das AREG mit Verfügung vom 16. Mai 2006 die Bearbeitung von 7'000 t
Material als UVP-pflichtige Tätigkeit qualifizierte, die mit wesentlichen neuen
Auswirkungen verbunden und deshalb nach Art. 43 RPV unzulässig sei. Überdies sei
auch bei einer reduzierten und damit nicht UVP-pflichtigen Menge von 1'000 t Material
zu berücksichtigen, dass selbst bei einer Beschränkung auf ein bis zwei Tage pro Jahr
mindestens 126 bis 168 Lastwagenfahrten anfielen, ohne Beschränkung gar bis zu
5'000 Fahrten. Vor diesem Hintergrund ist die Argumentation der Beschwerdeführerin
nicht nachvollziehbar, inwiefern die Auswirkungen des Projekts nicht örtlich fassbar
sein sollten. Die Vorbringen der Beschwerdeführerin erweisen sich somit als
unbegründet.
Nach diesen Ausführungen nicht näher einzugehen ist schliesslich auf die Vorbringen
der Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit dem Umweltverträglichkeitsbericht
sowie auf das Thema des Lärmschutzes, da diese an der Beurteilung des Falles nichts
zu ändern vermögen.
2.5. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerde abzuweisen ist.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 16/17
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St.Galler Gerichte
3. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 4'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 des Gerichtskostentarifs,
sGS 942.12). Sie ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu
verrechnen.
Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen (Art. 98bis VRP).
Demnach hat das Verwaltungsgericht