Decision ID: 8686462b-7c73-4bd5-9b37-0faed8ef4416
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1967,
ist
Vater von vie
r Kindern (
Urk.
8/3 Ziff.
3.1). Er verfügt
über ein Studium als Elektroingenieur (
Urk.
8/14 S. 2
Ziff.
1) und war unter anderem als Businessanalyst tätig
(
Urk.
8/11 S. 2
Ziff.
2 oben). Unter Hinweis auf Angstzustände und weitere Beschwerden meldete er sich am
2.
Juli 2014 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/3
Ziff.
6.2).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
tätigte
medizini
sche
Abklärungen
(
Urk.
8/15/6-7,
Urk.
8/18,
Urk.
8/25-26
,
Urk.
8/32,
Urk.
8/34,
Urk.
8/53) und holte ein psychiatrisches Gutachten (
Urk.
8/49) ein.
In der Folge erteilte
sie
Kostengutsprachen für Eingliederungsmassnahmen
(Urk.
8/73,
Urk.
8/76
,
Urk.
8/89
).
Der Versicherten erhielt
daraufhin
eine Anstellung als Soft
wareentwickler (
Urk.
8/102). Die beruflichen Massnahmen wurden am
4.
Oktober 2017 abgeschlossen (
Urk.
8/103).
1.2
Die IV-Stelle holte
sodann
weitere medizinische Berichte (
Urk.
8/
112,
Urk.
8/22), einen Arbeitgeberbericht (
Urk.
8/123) und ein psychiatrisches Gutachten (Urk.
8/131) ein. Am
4.
Februar 2019 (
Urk.
8/137) erliess sie den Vorbescheid. Der Versicherte brachte dagegen Einwände (
Urk.
8/141,
Urk.
8/155) vor. Der psychia
tri
sche Gutachter nahm
im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
am 10.
Juli 2019 ergänzend Stellung (
Urk.
8/158).
Mit Verfügung vom
6.
September 2019 (
Urk.
8/161 =
Urk.
2) verneinte die IV
Stelle einen Rentenanspruch.
2.
Der Versicherte erhob am
4.
Oktober 2019 Beschwerde gegen die Verfügung vom
6.
September 2019
(
Urk.
2)
und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihm eine halbe Rente zuzusprechen. Eventuell sei ein psychiatrisches Gerichtsgut
achten in Auftrag zu geben (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
1-3 oben).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
1
1.
Dezember 2019 (
Urk.
7) die Abweisung der Beschwerde.
Am
3.
März 2020
reichte der Beschwerdeführer
die Replik (
Urk.
12) ein. Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 2
6.
März 2020 (
Urk.
14) auf eine Duplik, was dem Beschwerdeführer am
2.
April 2020 zur Kennt
nis gebracht wurde (
Urk.
15).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
hielt
im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2)
fest, der Beschwerdeführer habe
nach einem Arbeitstraining
eine Festanstellung erhalten
(
S. 1 unten). Gemäss dem
neu
eingeholten psychiatrischen Gutachten sei
ihm
ein rentenausschliessendes Arbeitspensum von 100
%
zumutbar
(S. 2 oben).
Eine neuropsychologische Untersuchung vom
8.
Mai 2019 habe keine Anzeichen für eine relevante kognitive neuropsychologische Störung ergeben
.
Der
dies
be
zügliche
Bericht stehe
nicht im
Widerspruch zum Gutachten vom 12.
Dezember 2018 (S. 2 Mitte).
Der psychiatrische Gutachter
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
habe sich auf Seite 33 des Gutachtens mit den
erfolgten
Eingliederungsmassnahmen auseinandergesetzt. Die Anpas
sung der derzeitigen Tätigkeit auf einen
Leistungslohn von 50
%
lasse sich aus psychiatrischer Sicht
nicht hinreichend begründen
.
Gemäss
dem
Gutachter sei in den
Vorakten
fast ausschliesslich auf die Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers abgestellt worden
(
Urk.
7 S. 2
Ziff.
2 oben).
Dr.
Y._
habe anders als der behandelnde Arzt keine Persönlichkeitsstörung feststellen können. Daraus resultiere die unter
schiedliche Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit durch den Gutachter
. Im psychia
trischen Gutachten vom 1
8.
Januar 2016 sei eine Persönlichkeitsstörung ebenfalls verneint worden
(
Urk.
7
S. 3
Ziff.
3).
Im aktuellen Gutachten sei
die im Bericht vom 1
6.
Mai 2018 festgehaltene Verschlechterung der Symptomatik ausdrücklich erwähnt
worden
(
Urk.
7
S. 3
Ziff.
4).
2.2
Der Beschwerdeführer
stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1)
,
Dr.
Y._
habe das für die Eingliederung zentrale Dokument lediglich in zwei Sätzen zusammengefasst. Unerwähnt bleibe, dass
sein
Vorgesetzte
r
die Arbeits
menge anlässlich einer Besprechung vom
3.
April 2017
«
auf pathologische Art als Schwierigkeit erwähnt
»
habe
. Dabei handle es sich
um eine fremd
anamnesti
sche Angabe und
nicht um eine subjektive Einschätzung, wie der Gutachter
vor
bringe
(S.
4 f.
Ziff.
2
).
Das objektiv festgestellte einschränkte Arbeitstempo und das geänderte Aufga
ben
gebiet
hätten sich
schliesslich im Lohn niedergeschlagen (S. 5 unten).
Der Beschwerdeführer habe
beim neuen Arbeitgeber
eine andere Aufgabe über
nommen. Er sei von der Forschung in die Testung übernommen worden, womit er eigentlich in eine angepasste Tätigkeit eingegliedert worden sei (S. 5 f.).
Im
psychiatrischen
Gutachten fehle weiter
eine nachvollziehbare Diskussion von anderslautenden Arztberichten (S. 7
Ziff.
3).
Schliesslich fehle eine nachvoll
ziehbare Begründung, weshalb der Gutach
ter seit Dezember 2017 von einem
gleichbleibenden Gesundheitszustand ausgehe und er eine Verschlechterung nicht anerkenne (S. 8
Ziff.
3).
Im Zusammenhang mit dem Gutachten vom 1
8.
Januar 2016
sei nie der Vorwurf
einer
Aggravation im Raum gestanden (S. 9
Ziff.
5 unten).
Aufgrund der Unver
wertbarkeit des aktuellen psychiatrischen Gutachtens stütze
er
sich
auf die Berichte der behandelnden Ärzte (S. 11
Ziff.
6 oben).
2.3
Streitig ist, ob ein Rentenanspruch besteht.
Zu prüfen ist namentlich
, ob auf das psychiatrische Gutachten von
Dr.
Y._
vom 1
2.
Dezember 2018 abgestellt werden kann.
3.
3.1
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, nannte im Bericht vom 1
5.
Augst 2014 (
Urk.
8/15/6-7) als Diagnosen (S. 1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichtgradige Episode
(ICD-10 F33.0)
-
Differentialdiagnose bipolare affektive Störung Typ 2
-
Persönlichkeitsstörung mit ängstlich-vermeidenden Zügen (ICD-10 Z73.1/F61.0, bestehend seit 2006
3.2
Der Beschwerdeführer
war
seit Juli 2012 bei
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, in ambulanter psychiatrischer Behandlung (
Urk.
8/26 S. 1
Ziff.
1.2).
Dr.
A._
stellte im Bericht vom 1
2.
Dezember 2014 (
Urk.
8/26) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.
1
):
-
Verdacht auf ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.6, seit der Kindheit)
-
rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33.4), Differentialdiagnose: bipolare Störung Typ 2, erste Episode 2006, gegebenenfalls frühere Epi
soden
-
Verdacht auf einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung
bei
Erwachsenen (ICD-10 F90.0), objektivierbar seit 2012
-
Abweichungen in wechselseitiger sozialer Interaktion und Kommunika
tion,
Differentialdiagnose
im Rahmen der Persönlichkeitsstörung,
Diffe
rentialdiagnose
hochfunktionaler Autismus
Dr.
A._
gab zur Anamnese an,
der Beschwerdeführer sei
ihm
im Sommer 2012 zur Behandlung einer Depression und einer psychophysischen Erschöpfung überwiesen worden.
Er
habe angegeben, dass er bei der Arbeit ablenkbar se
i, s
ich aber
nicht
traue
, a
uf Schwierigkeiten hinzuweisen
(S. 3
Ziff.
1.
3
oben). Mit der Kündigung der Arbeitsstelle im Oktober 2012 habe sich die initial vorhandene depressive Begleitsymptomatik zum Bild einer mittelgradigen depressiven Epi
sode verschlechtert. Eine medikamentöse Behandlung habe schliesslich zur Remission der depressiven Symptomatik geführt (S. 3 Mitte).
Klinisch und fremd
anamnestisch seien deutliche Beeinträchtigungen aufgefallen in der Selbstorga
nisation, im Priorisieren und im Zeitmanagement. Die Abklärung eines ADHS habe keine eindeutigen Resultate ergeben. Im direkten Gespräch, im sozialen Kontakt und
in
sozialen Lebenssituationen hätten sich fremdanamnestisch sowie testpsychologisch Hinweise auf eine Störung auf der Persönlichkeitsebene erge
ben im Sinne einer ängstlich-verm
eidenden Persönlichkeitsstörung. Die Auf
fälligkeiten seien konstant feststellbar und hätten sich nicht gebessert (S. 3 f.).
Der Patient neige bei der Arbeit zu hohen Selbsterwartungen, Perfektionismus und einer starken Vermeidungs- und
Prokrastinations
tendenz
(S. 4 oben).
Eine Anstellung im Frühjahr 2014 habe
er
in der Probezeit wieder verloren
, d
ies nach
dem sich typische Schwierigkeiten im Rahmen seiner Beeinträchtigungen ergeben hätten (S. 4 unten).
Dr.
A._
gab zur Arbeitsfähigkeit an, diese hänge von den Anforderungen der Arbeitsstelle und vom Arbeitsumfeld ab.
Es
bestünden wenig Vergleichsmöglich
keiten, so dass das Ausmass
der Arbeitsfähigkeit
schwer abzuschätzen sei. Aus
gehend von der Symptomatik werde aktuell
von einer Arbeitsunfähigkeit von 50
%
ausgegangen, die seit dem 1
7.
November 2014 bestehe (S. 5
Ziff.
1.6).
Der Patient könne an einem angepassten Arbeitsplatz wohl eine gute Leistungsfähig
keit erreichen
. Es müsse sich um ein akzeptierendes und wohlwollendes Arbeits
umfeld handeln,
das
auf kommunikative
Schwierigkeiten des Patienten
eingehe
(S. 6
Ziff.
1.7 unten).
Die bisherige Tätigkeit sei weiterhin zumutbar.
Zu
Beginn einer Arbeitstätigkeit sei jedoch ein n
iedriges
Arbeitspensum besser, damit sich der Patient besser a
uf die Arbeit fokussieren könne
(S. 6
Ziff.
1.7 oben). Sofern ein Arbeitsplatz gefun
den werde, der den angepassten Kriterien entspreche, sei die Wiederaufnahme der Arbeit ab sofort denkbar (S. 7
Ziff.
1.9).
Berufliche Massnahmen sollten möglichst rasch geprüft werden (S. 7
Ziff.
1.11).
3.3
Die Ärzte der
Klinik B._
berichteten am
1
6.
September 2015 (
Urk.
8/34)
über die stationäre Behandlung des Beschwerdeführers vom 2
9.
Januar bis 3.
März 2015 (
Ziff.
3.1).
Sie
nannte
n
als Diagnose eine rezidivierende depressive Störung bei gegenwärtig mittelgradiger Episode
(ICD-10 F33.1)
. Aktenanam
nestisch bestehe seit 2006 eine Persönlichkeitsstörung mit ängstlich-vermeiden
den, selbstunsicheren sowie zwanghaften Zügen (ICD-10 Z73.1
, Differential
diagnose: ICD-10 F61.0
,
Ziff.
1.2).
3.4
3.4.1
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, erstattete am 1
8.
Januar 2016 (
Urk.
8/49) ein Gutachten
im Auftrag der Beschwerde
gegnerin
. Die
Untersuchung fand
am
5.
Januar 2016
statt
(S. 1).
Der Gutachter führte zur Anamnese aus, der Beschwerdeführer habe ein Studium der Elektrotechnik und ein Nachdiplomstudium am Institut für Automatik absol
viert (S. 8 unten). Ab 2005 habe
er
bei der Allianz in der Entwicklung von Datenbanken gearbeitet
, wo er
insgesamt acht Jahre tätig gewesen
sei
(S. 9 unten). Die übrige persönliche Anamnese sei
bis zur aktuellen Krankheits
entwicklung ab de
m Jahr 2013 unauffällig (S. 9 f.). Der Beschwerdeführer habe angegeben, dass sich sein Zustand seit Dezember 2015 massiv verschlechtert habe. Er sei völlig unmotiviert, habe
keinen Antrieb und das
Gefühl, dass er nichts zustande
bringe. Weiter könne er keinen klaren Gedanken fassen (S. 12 unten).
Er sei
bei
Dr.
A._
,
den er einmal pro Woche sehe,
in ambulanter Behandlung
(S. 13 unten).
Der Beschwerdeführer sei im Gesprächsverhalten durchgängig gehemmt-unsi
cher, ängstlich und den Blickkontakt
überwiegend
vermeidend erschienen. In der Auffassungs- und Konzentrationsfähigkeit sei er deutlich herabgesetzt
gewesen und habe
gegen Ende der Untersuchung
eine zunehmend nachlassende kognitive Leistungsfähigkeit unter Dauerbelastung
vermittelt. In der Stimmungslage sei er deutlich niedergestimmt und depressiv ausgelenkt gewesen
(S. 14
Ziff.
4 unten).
3.4.2
Dr.
A._
stelle
die Diagnose einer rezi
divierenden depressiven Störung,
die zum Zeitpunkt des Berichtes remittiert sei. Differentialdiagnostisch
werde
eine bipolare Störung, ein Verdacht auf eine einfache Aktivitäts- und Aufmerksam
keitsstörung und ein Verdacht auf eine ängstlich-vermeidende Persönlichkeits
störung gestellt (S. 15
Ziff.
5 unten).
Die im testpsychologischen Bericht vom 1
4.
Oktober 2014 aufgelistete Diagnose einer ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsstörung könne aus dem Bericht nicht nachvollzogen werden (S. 16 Mitte).
Dr.
A._
habe lediglich die Ver
dachtsdiagnose für eine Persönlichkeitsstörung gestellt.
Die Ärzte der Klinik
B._
hätten im Bericht über
eine
stationäre Behandlung vom 2
9.
Januar bis
3.
März 2015 die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung bestätigt. Persönlichkeitsstrukturell seien sie
aber
lediglich v
on einer ängstlich-vermeiden
den,
selbstunsicheren sowie zwanghaften Persönlichkeitsakzentuierung gemäss ICD-10 Z73.1 ausgegangen. Diese Beurteilung könne im Rahmen der aktuellen gutachterlichen Abklärung nachvollzogen werden (S. 16 unten).
Die vom behan
delnden Psychiater attestierte Arbeitsunfähigkeit von 50
%
seit November 2014 sei nicht durchgängig nachvollziehbar. Als einzig gesicherte Diagnose bestehe eine rezidivierende depressive Störung, die zum Zeitpunkt des Berichtes im Dezember 2014 als remittiert aufgelistet worden sei (S. 17 Mitte).
Im Rahmen der vorliegenden Exploration seien keine validen Informationen für das Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung und keine entsprechend ausgeprägten Befunde objektiviert worden. Dagegen sprächen die Angaben zur beruflichen und privaten Anamnese, das hohe Ausbildungsniveau, das erfolgreich abgeschlossene Studium mit Promotion und die jahrelange Berufstätigkeit auf hohem Niveau (S. 17 f.).
Der Beschwerdeführer habe in der vorliegenden Untersuchung ein ausgeprägt depressives Zustandsbild gezeigt mit deutlichen kognitiven Einschränkungen in der Aufmerksamkeits- und Konzentrationsleistung sowie formale
n
Denk
störungen mit Stocken des Gedankengangs, reduziertem Antrieb und deutlich depressiver
Affektlage (S. 18 Mitte). Bezüglich der Persönlichkeit erreiche die Pathologie klinisch psychiatrisch den Schweregrad einer Persönlichkeits
akzentuierung, die
nicht
das Ausmass einer Persönlichkeitsstörung erreiche, die aber Einfluss auf den Gesundheitszustand, das Verhalten und die berufliche Leistungsfähigkeit des Exploranden habe
, d
ies im Rahmen einer Komorbidität mit der rezidivierenden depressiven Störung in Phasen depressiver Rezidive
(S. 18 unten)
Dr.
C._
nannte als Diagnose (S. 19 oben):
-
rezidivierende depressive Störung, aktuell mittel- bis zeitweise schwergra
dige depressive Episode (ICD-10 F33.1/2) mit/bei:
-
persönlichkeitsstruktureller Akzentuierung mit selbstunsicher-ängstli
chen und gehemmt-zwanghaften Zügen (ICD-10 Z73.1), nicht das Aus
mass einer Persönlichkeitsstörung erreichend
Die Diagnose einer seit 2012 bestehenden rezidivierenden depressiven Störung könne nachvollzogen und bestätigt werden. Aktuell liege erneut ein depressives Krankheitsrezidiv vor, nachdem der Explorand nach zuvor eingetretener vollstän
diger Remission des Krankheitsgeschehens das Antidepressivum erneut reduziert habe (S. 19 Mitte). Die Diagnose einer Aufmerksamkeits- und Aktivitätsstörung könne weder aufgrund der Aktenlage noch
anhand
der aktuellen Untersuchung nachvollzogen werden (S. 19 unten).
3.4.3
Der Explorand sei psychopathologisch durch die erneut aufgetretene depressive Symptomatik beeinträchtigt. Im Kontext der aktuell
exazerbierten
affektiven Erkrankung nehme zusätzlich die persönlichkeitsstrukturelle Pathologie mit selbstunsicheren und ängstlich-zwanghaft vermeidenden Zügen Einfluss, welche als mit
limitierend zu gewichten seien. Funktionell
lägen
eine verminderte kogni
tive Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit sowie eine reduzierte emotionale Stabi
lität und Belastbarkeit vor. Weiter bestünden eine deutlich ein
geschränkte Anpassungsfähigkeit,
situative Flexibilität und Interaktionsfähigkeit, insbeson
dere bezogen auf Arbeits-, Gruppen und soziale Prozesse sowie eine alle Bereiche betreffende eingeschränkte Durchhaltefähigkeit (S. 20 oben). Als limitierend und eher nicht geeignet seien selbständige und eigenverantwortliche Arbeits- oder Forschungs- beziehungsweise Projektentwicklungsprozesse zu qualifizieren (S. 20 Mitte).
Als Ressourcen seien das hohe intellektuelle Ausgangs- und Ausbildungsniveau zu nennen und die jahrelang trotz der anzunehmenden
p
ersönlichkeitsbedingten Schwierigkeiten erbrachte Arbeitsleistung auf hohem Niveau, bei anzunehmen
den teilweise gut angepassten Nischenbedingungen. Weitere Ressourcen seien die Motivation für einen beruflichen Wiedereingliederungsprozess und die Bereit
schaft zur erneuen Anpassung der Medikamente. Für das angestammte Tätig
keitsprofil als
promovierter Elektrotechniker ETH liege aus psychiatrischer Sicht aktuell keine stabil verwertbare Arbeitsfähigkeit vor
(S. 20 unten).
Für ein ange
passtes Tätigkeitsprofil sei von klar vorgegebenen, einfach strukturierten Aufga
ben auszugehen mit engmaschiger Begleitung und supportiver Betreuung, ohne selbständiges Arbeiten und ohne Leistungs- und Arbeitsdruck. Möglich seien wissenschaftliche Hilfsarbeiten, die klar vorgegeben seien und die
der Beschwer
deführer
ohne Zeitdruck selber ausführen könne, oder Hilfsarbeiten im Rahmen von Projekten mit klar definierten Teilaufträgen. Eine solche Tätigkeit sei mit einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
realisierbar. Der Beschwerdeführer sei dabei auf flankierende Massnahmen und unterstützende Schritte von Seiten der Invaliden
versicherung angewiesen (S. 20 f.). Im zeitlichen Verlauf b
estehe die Arbeits
fähigkeit seit
der erneuten Zustandsverschlechterung mindestens seit Dezember 201
5.
Davor lasse sich eine durchgängige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nicht begründen. Dies gelte insbesondere aufgrund der berichteten zeitweisen vollständigen Remission der depressiven Erkrankung
(S.
21 Mitte).
Der Beschwerdeführer sei beim Wiedereinstieg in
den
Arbeitsprozess auf unter
stützende Massnahmen seitens der Invalidenversicherung angewiesen. Für den vorbereitenden Zwischenschritt könne dabei auch eine eng begleitete Beschäfti
gungsstruktur ohne Zeit- und Leistungsdruck unter geschü
tzten Bedingungen notwendig sein
(S. 22 oben). Weiter werde die erneute
Aufdosierung
des Anti
depressivums empfohlen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit sei dabei zeitnah eine Remission der depressiven Erkrankung zu erwarten. Dabei könne innerhalb von drei bi
s sechs Monaten bezogen auf ein
optimal angepasstes Tätigkeitsprofil eine Arbeitsfähigkeit von 70-100
%
erreicht werden (S. 22 unten).
3.5
Eine Auti
smus-Spektrum-Abklärung in der p
sychiatrischen
K
linik
D._
ergab gemäss dem Be
richt vom 1
8.
Februar 2018
keine Autismus-Spektrum-Störung im Sinne eines Asperger-Syndroms (
Urk.
8/53 S. 3).
3.6
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin
,
nahm am
7.
Juli 2016 (Urk.
8/136 S. 4 f.) Stellung zum Gutachten von
Dr.
C._
.
Er
führte aus,
gemäss dem Gutachter liege in der bisherigen Tätigkeit
des Beschwerdeführers
als promovierter Elektrotechniker keine verwertbare Arbeitsfähigkeit vor. In einer angepassten Tätigkeit
sei mindestens eine Teilbelastbarkeit im Rahmen einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
realisierbar
. Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit gelte mindestens seit Dezember 2005
(S. 4 f.). Auf das Gutachten könne abgestellt werden.
Somit bestehe
ein Gesundheitsschaden, der die Arbeitsfähigkeit mittel
fristig beeinträchtige. Der
Beginn einer medizinisch-theoretischen Arbeitsfähig
keit könne noch nicht festgelegt werden (S. 5 Mitte).
3.7
Dr.
A._
bezeichnete den Gesundheitszustand im Verlaufsbericht vom 8.
Dezember 2017 (
Urk.
8/112) als stationär (
Ziff.
1.1). Als Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er (
Ziff.
1.2):
-
kombinierte Persönlichkeitsstörung mit ängstlich (vermeidenden), selbst
unsicheren und zwanghaften Zügen (ICD-10 F61.0), seit Jugendalter, in Behandlung seit 2006
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F33.4), Differentialdiagnose: bipolare affektive Störung Typ 2 (ICD-10 F31), seit mindestens 2006
Dr.
A._
führte aus, die Symptomatik habe sich seit den letzten Berichten nicht verändert.
Nach wie vor bestünden deutliche und anhaltende Beeinträchti
gungen und Befunde im Rahmen der Persönlichkeitsstörung und periodische Beeinträchtigungen im Rahmen der rezidivierenden affektiven Erkrankung.
Von Seiten der Persönlichkeit bestehe
eine ausgeprägte Verunsicherung und Angst, sich eine Blösse zu geben und negativ beurteilt zu werden. Dies könne durch den Patienten ungenügend reguliert werden. Aufgrund dieser Ängste sei es erschwert, Entscheidungen zu treffen und dafür Verantwortung zu übernehmen. Deshalb sei es für ihn schwierig, Abgabetermine einzuhalten und konkrete Resultate zu liefern. Die Erfahrung habe gezeigt, dass der Patient deshalb auf einen ange
passten Arbeitsplatz angewiesen sei, wo ihm ein Übermass an Wohlwollen, Tole
ranz und Vertrauen entgegengebracht werde (S. 1
Ziff.
1.3).
3.8
Der Beschwerdeführer ist seit dem 2
7.
November 2017 bei Dipl. med.
F._
,
praktischer Arzt und
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, in ambulanter Behandlung (
Urk.
8/122
Ziff.
1.1). Der Psychiater stellte
im Bericht vom 1
6.
Mai 2018 (
Urk.
8/122)
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
2.5):
-
schwere rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33.2)
-
ängstlich/vermeidende Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.6)
-
ADS (ICD-10 F90.0)
Dipl. med.
F._
nannte als Symptome
Schlafstörungen, kognitive Einbussen (zunehmend ausgeprägter) und Konzentrationsstörung. Der Patient sei
zudem
im Denken
deutlich verlangsamt
un
d sozial schnell überfordert. Er
lebe zurück
gezogen und könne sich zu nichts aufraffen. Der Antrieb und die Energie seien vermindert
. Eine Eigengefährdung bestehe nicht
(
Ziff.
2.2). Im Verlauf
sei es zu einer
zunehmende
n
Verschlechterung der Symptomatik
gekommen
(
Ziff.
2.7). Eine angepasste Tätigkeit sei für sechs bis acht Stunde pro Tag an vier Tagen pro Woche
zumutbar (
Ziff.
4.2). Aufgrund der chronischen Erkrankung werde der Patient die angestammte Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht mehr in vollem Umfang ausüben können (
Ziff.
4
.3).
3.9
3.9.1
Dr.
Y._
erstattete am 1
2.
Dezember 2018 (
Urk.
8/131/2-46) im Auftrag der Beschwerdegegnerin
ein
psychiatrisches Gutachten. Die Untersuchung erfolgte am 2
1.
November 2018 (S. 1).
Dr.
Y._
führte
aus, der Beschwerdeführer habe
mitgeteilt
, dass er eine halbe Rente
wolle. Für den
Zeitraum
in welchem
er erwerbslos und ausgesteuert gewe
sen sei, wünsche er sich nachträglich eine ganze Rente (S. 12
Ziff.
3.1). Weiter habe er angegeben, dass er gerade wieder in einer «depressiven Phase» sei. Vor dem Untersuchungstermin habe er schlecht geschlafen (S. 12
Ziff.
3.2 oben). Der Beschwerdeführer sei 2012 bis 2017 durch
Dr.
A._
ambulant
behandelt wor
den. Bei
D
ipl. med.
F._
erfolge die Behandlung mit unklarer Frequenz, even
tuell alle zwei bis drei Wochen (S. 13 oben).
Eine einmalige vollstationäre Behandlung in der
Klinik B._
und eine anschliessende tagesklinische Behandlung seien Anfang 2015 erfolgt.
Der Beschwerdeführer habe i
nsbesondere nach Dezember 2015 unter rezidivierenden Ang
stgefühlen und einer inneren
Unsicherheit gelitten. Aufgrund von Selbstzweifeln sei es
für ihn
in der zwischen
menschlichen Kommunikation schwierig geworden (S. 13 unten).
Seit Oktober 2017 bestehe i
m Rahmen der
Tätigkeit als Softwaree
ntwickler bei der
G._
AG
eine unbefristete Festanstellung. Er erfülle eine volle Präsenzzeit von 40 Arbeitsstunden pro Woche
,
erhalte jedoch
nur einen Leistungslohn von 50 %, der
hälftig als Geldzahlung und in Aktenoptionen ausgerichtet
werde
(S.
14 oben).
Die Leistungsminderung von 50
%
sei dadurch begründet, dass Riesen
probleme bei geringsten Herausforderungen
bestünden
. So sei
der Beschwerde
führer
beispielsweise bei der Anfertigung eines Elektromodells
für einen Kunden
verlangsamt, blockiert und verunsichert (S. 14 unten). Aus der Ehe des Beschwerde
führers stammten vier Kinder, die bei seiner Exfrau lebten (S. 17 oben).
Im
Vordergrund der subjektiv empfundenen Beeinträchtigung stehe eine nieder
geschlagene (depressiv)-ängstliche Verstimmung bei einer übergenau (zwang
haft)-unsicheren Grundhaltung (S. 18
Ziff.
3.3 unten).
3.9.2
Der Gutachter gab zu den erhobenen Befunden an, d
er Beschwerdeführer habe
zu Beginn
der Untersuchung
am Kopfende des Tisches Platz genommen. Er habe die Grundhaltung wie bei einer geschäftlichen Besprechung gezeigt, die er zu leiten vorhabe, und habe die Gesprächsführung übernommen (S. 19 f.
Ziff.
4.1).
Es sei
eine
aussergewöhnliche Verdeutlichungstendenz und eine nicht authentisch wirkende Selbstdarstellung bezüglich
solcher
Angaben
vorhanden
gewesen
, die der Beschwerdeführer als Ausdruck eines depressiven Syndroms vermute (S. 20
Ziff.
4.1 oben). Daten habe er ungenau angegeben. Darüber hinaus
hätten
keine Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörungen
bestanden
. Das Denken sei umständlich und
konkretistisch
. Darüber hinaus seien keine formalen Denk
störungen festgestellt worden
(S. 21 oben).
Eine Störung der Affektivität bestehe nicht und es bestünden keine
Antriebs- oder psychomotorische Störungen (S. 21 Mitte).
Aufgrund des durchgeführten Tests lasse sich ein depressives Syndrom nicht objektivieren (S. 23 Mitte).
Gemäss einem weiteren Test seien genügend Ressourcen für eine therapeutische Intervention vorhanden. Die Balance zwischen Sel
bstschutz und Selbstöffnung sei gut.
Weiter sei zumindest eine Aggravation, möglicherweise auch eine Simulation zu beachten (S. 24 Mitte).
3.9.3
Dr.
Y._
nannte als Diagnose (S. 24
Ziff.
6):
Angst und depressive Störung gemischt
-
bei
akzentuierten (selbstunsicher
- ängstlich
en
, histrionisch
en
,
psychas
thenischen
,
gehemmt-zwanghaft
en
, narzisstischen) Persönlichkeitszügen (ICD-10 Z73.1)
-
bei depressiver Störung (gegenwärtig remittiert, ICD-10 F33.4)
Der Beschwerdeführer habe als Folge sozialer Belastungen wie Konflikte am Arbeitsplatz, Kündigung des Anstellungsvertrages, eheliche Konflikte/Trennung im Jahr 2012 eine depressive Episode entwickelt. Diese sei spätestens im Dezem
ber 2014 remittiert gewesen. Eine voll- und teilstationäre Behandlung Anfang 2015
liege
in einem unklaren psychopathologischen Syndrom begründet. Es handle sich um das Attest einer angeblich mittelgradig ausgeprägten depressiven Episode bei ausdrücklich «
eutyhmem
Affekt»
,
welche
ebenfalls Folge s
ozialer Belastungen sei (S. 25 oben).
Dr.
C._
habe im Gutachten vom 1
8.
Januar 2016 eine mittelgradige depres
sive Episode
bei einer rezidivierenden Störung
attestiert, die
seit zirka Dezember 2015
bestehe
.
Er
habe dabei auf eine
vorangegangene
Reduktion der Psycho
pharmakotherapie im Oktober 2015
sowie auf
akzentuierte Persönlichkeitszüge
hingewiesen, die a
uch in den
Vorakten
beschrieben worden
seien. Die Persön
lichkeitszüge hätten
in Phasen depressiver Rezidive Einfluss auf den Gesundheits
zustand, das Verhalten und die berufliche Leistungsfähigkeit. Eine Persönlich
keitsstörung sei ausdrücklich nicht vorhanden.
Dr.
C._
habe die Verdachtsdiagnose einer einfachen Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung nicht bestätigen können (S. 25 Mitte). Die Verdachtsdiagnose einer Autismus-Spektrum-
Störung im Sinne eines
Asperger
-Syndroms sei im weiteren Verlauf
ebenfalls
nicht bestätigt worden. Die rezidivierende depressive Störung sei von den jeweils behandelnden Psychiatern im Dezember 2017 als remittiert und im Mai 2018 als schwer ausgeprägt eingeschätzt worden. Die diagnostischen Beur
teilungen seien jedoch weder mit noch ohne Bezug zum Klassifikationssystem beschrieben und/oder diskutiert worden (S. 25 f.).
Die im Mai 2018 aufgeführten objektiven psychopathologischen Befunde seien spärlich und unspezifisch. Dabei lasse sich qualitativ
knapp
ein ängs
tliches Syndrom nachvollziehen, d
er Schweregrad bleibe
aber
unklar. Das Postulat einer schweren Ausprägung stehe dabei im Widerspruch zu
r
zeitgleich
als
weitgehend unbeeinträchtigt ausgeführ
ten beruflichen Tätigkeit. Der Hinweis auf unklare kognitive, hirnorganische Abbauprozesse werde nicht substanziiert (S. 26 oben).
Es sei die Diagnose Angst und depressive Störung, gemischt zu stellen
,
die sich bei vielfältigen sozialen Belastungen entwickelt habe.
Diese
zeige sich im Verlauf veränderlich vor dem Hintergrund akzentuierter Persönlichkeitszüge und einer bewusstseinsnahen Aggravation (aussergewöhnliche Verdeutlichungstendenz, teilweise nicht authentisch wirkende Selbstdarstellung, Überbetonung von Krank
heitssymptomen
, Zustimmungstendenz,
Erheischen von Aufmerksamkeit
,
S. 26 Mitte).
Die diagnostischen Kriterien seie
n erfüllt. Die niedergeschlagen
-ängstliche Verstimmung bei einer übergenau-unsicheren Grundhaltung erfülle die Defini
tion einer eigenständigen Diagnose wie beispielsweise einer Angststörung nicht ausreichend (S. 26 f.).
Der Beschwerdeführer habe manche Symptome einer depressiven Episode genannt. Nach Januar 2016 hätten objektiv aber keine Symptome in ausreichen
der Schwere beziehungsweise Länge
vorgelegen
, um eine depressive Episode zumindest leichten Grades diagnostizieren zu können (S. 28 oben). Die akzen
tuierten Persönlichkeitszüge des Beschwerdeführers stellten Varianten der Norm im Sinne von Eigenheiten der Person dar, die von sich aus alleine keinen Krank
heitswert besitzen würden, im Gegensatz zu Persönlichkeitsstörungen
. Dabei handle es sich um eine sogenannte Z-Kodierung
(S. 28 f.).
Beim Beschwerdeführer habe bis 2012 eine sehr erfolgreiche persönliche, familiäre und soziale Lebens
bewährung bestanden, worauf auch
Dr.
C._
hingewiesen habe (S. 29 oben).
3.9.4
Der Beschwerdeführer habe im Jahr 2012 eine depressive Episode entwickelt, die spätestens Ende 2014 remittiert gewesen sei. Eine erneut attestierte depressive Episode seit spätestens Ende 2017 als remittiert einzuordnen (S. 30
Ziff.
7.1 oben). Beim Verlauf der Störung sei
en
auch nicht krankheitsbedingte soziale Faktoren zu nennen. Diese Gesichtspunkte
würden
aus versicherungspsychiatrischer Sicht
nicht
in die Beurteilung
der
medizinisch-theoretischen Zumutbarkeit einer Tätig
keit
einfliessen
.
Bezüglich der
Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers sei zudem eine bewusstseinsnahe Aggravation zu beachten (S. 31 unten). Die Diagnose von Angst und depressive Störung, gemischt stelle grundsätzlich eine Indikation für eine regelmässige psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung dar. Die Motivation für eine Behandlung bestehe (S. 32
Ziff.
7.2 unten).
Der Beschwerdeführer habe die Eingliederungsmassnahmen
der Invalidenversi
cherung
erfolgreich wahrgenommen. Die erfolgte inhaltliche Anpassung der
jetzigen
Tätigkeit
sowie ein
verminderter Leistungslohn von 50
%
liessen sich aus versicherungspsychiatrischer Sicht
aber
nicht hinreichend begründen.
In den Akten
werde
in diesem Zusammenhang
fast ausschliesslich auf die Selbstein
schätzung des Beschwerdeführers abgestellt. Es handle sich um Schwankungen im Gemütszustand bei ängstlicher Unsicherheit mit Ablenkbarkeit, Arbeitsblocka
den und Perfektionismus (S. 33 Mitte).
Zur Konsistenz wurde ausgeführt, objektivierbare psychopathologische Befunde seien gar nicht bis nur sehr gering ausgeprägt
vorhanden
. Eine aussergewöhnli
che Verdeutlichungstendenz und eine nicht authentisch wirkende Selbstdar
stellung seien bezüglich Angaben vorhanden, die der Beschwerdeführer als Aus
druck eines depressiven Syndroms vermutet habe. Die Angaben zu den subjekti
ven Beschwerden seien trotz mehrfachem Nachfragen ausweichend, allgemein, oberflächlich und vage geblieben (S. 34 oben). Aus versicherungspsychiatrischer Sicht bestünden Belege für eine aktuelle und im Verlauf stattgefunden
e
bewusst
seinsnahe Aggravation (S. 36 unten). In der bisherigen Tätigkeit bestehe eine ganztägige Arbeitsfähigkeit. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit bestehe nicht (S. 40
Ziff.
8.1
unten
). Für den Zeitraum bis und mit Januar 2016 könne auf die Einschätzung im Gutachten von
Dr.
C._
abgestellt werden (S. 41 oben).
In einer angepassten Tätigkeit bestehe ebenfalls eine volle Arbeitsfähigkeit (S. 41
Ziff.
8.2).
In den
Unterlagen
zu den
beruflichen Eingliederungsmassnahmen stehe die Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers im Vordergrund wie Schwankungen im Gemütszustand bei ängstlicher Unsicherheit mit Ablenkbarkeit, Arbeit
s
blockaden und Perfektionismus. Diese sei
nicht kritisch diskutiert worden. Sie erkläre sich zumindest teilweise als Ausdruck einer Angst und depressiven Störung gemischt.
Zudem sei eine
bewusstseinsnahe Aggravation zu beachten. Das Arbeitstraining sei schliesslich trotz Einschränkungen in d
en Bereichen Selbststrukturierung
, Konzentrationsfähigkeit, Zeitmanagement und Arbeits
tempo erfolgreich beendet worden
(S. 43
Ziff.
8.4 unten).
3.10
Dr.
Y._
antwortete am 3
0.
Dezember 2018 (
Urk.
8/133) auf eine Rückfrage der Beschwerdegegnerin. Er gab an, er weiche nicht grundsätzlich von der diagnosti
schen
Zuordnung durch
Dr.
C._
ab. Eine Schweregradeinteilung
«
bis
»
, wie von
Dr.
C._
vorgenommen,
sei gemäss ICD-10 F3 jedoch nicht vorgesehen
. Je nach Anzahl der massgebenden Symptome werde das Ausmass einer depressiven Episode als leicht (oder mittel oder schwer) bewertet,
«Zwischen
stufen»
würden
nicht definiert (S. 1).
Bis Januar 2016 könne d
er Verlauf der Arbeitsunfähigkeit aus dem Gutachten
von
Dr.
C._
übernommen werden (S.
2).
3.11
RAD-Arzt
Dr.
E._
führte in einer
weiteren
Stellungnahme vom 1
1.
Januar 2019 (
Urk.
8/136 S. 9 f.)
zum Gutachten von
Dr.
Y._
aus, gemäss
dem Gut
achter
liege keine depressive Episode mehr vor. Dies sei in dem Sinne zu verste
hen, dass eine Verbesserung eingetreten sei. Der Gutachter habe eine Persönlich
keitsstörung explizit verneint und habe akzentuierte Persönlichkeitszüge diagnostiziert (selbstunsicher-ängstlich, histrionisch,
psychasthenisch
, gehemmt-zwanghaft, narzisstisch). In der bisherigen und in einer angepassten Tätigkeit bestehe keine Arbeitsunfähigkeit. Eine Arbeitsunfähigkeit von 0
%
bei Remission der depressiven Störung
liege mit überwiegender Wahrscheinlichkeit seit Dezember 2017 vor (S. 9 unten).
3.12
H._
, Neuropsychologin und Fachpsychologin für Psychotherapie FSP, und Prof.
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Neurologie, Klinik für Neurologie, Universitätsspital
J._
, berichteten am
8.
Mai 2019 (
Urk.
8/154/16-19) über eine neuropsychologische Untersuchung des Beschwerdeführers
vom glei
chen Tag
. Sie führten zur Anamnese aus,
der
Beschwerdeführer habe angegeben, dass er sich vor einigen Jahren nicht arbeitsfähig gefühlt habe. Seit zwei Jahren habe er eine feste Anstellung, die nicht opti
mal sei (Lohn, unklare Aufträ
ge). Er erhoffe sich herauszufinden, inwieweit er aktuell arbeitsfähig sei (
S.
1 unten). Der Beschwerdeführer habe sich bereits vor der Untersuchung auffallend besorgt und ausführlich über die Eckdaten der Untersuchung erkundigt (S. 2 Mitte).
N
ach zwei Jahren am gleichen Arbeitsplatz
habe er sich
als nun leistungsfähiger beschrieben.
Die neuropsychologischen Leistungen hätten fast alle im alters- und bildungskorrigierten
Normb
ereich gelegen.
Stärken hätten sich im visuell episo
dischen Gedächtnis und der kognitiven Verarbeitungsgeschwindigkeit gezeigt.
Die Leistung im Bereich des verbalen Kurzzeitgedächtnisses sei diskret vermindert gewesen.
Anzeichen für eine diagnostisch relevante kognitive, neuropsycho
l
ogische Störung bestünden nicht
(S. 3 oben)
.
Gemäss der
Verhaltensbeobachtung und der Persönlichkeitsstruktur bestünden Hinweise auf ein Asp
er
ger-Syndrom. Unter anderem seien eine erhöhte Antwortlatenz, eine Detailorientierung,
Umständlichkeit und eine geringe Fehlertoleranz aufgefallen
. Weiter habe die Schwierigkeit
des Beschwerdeführers
bestanden, auf offene, eher unpräzise Fragen zu antworten
(S. 3
Mitte
).
Die autistischen Züge
schi
e
nen
klinisch relevant geworden
zu sein
, als der Beschwerdeführer mit beruflichen und privaten Verän
derungen konfrontiert worden sei (S. 3 unten).
Im Rahmen der beruflichen Veränderungen 2012 bis 2016 dürfte die Arbeitsfä
higkeit deutlich reduziert gewesen sein. Der Beschwerdeführer scheine si
ch an seinen neuen Arbeitsplatz
nun
weitgehend gewöhnt zu haben
(S. 3 f.)
. Aus neuropsychologischer Sicht sollte die Arbeitsfähigkeit unter bestimmten «
autismus
freundlichen
» Arbeitsbedingungen voll vorhanden sein. Hierzu gehör
ten
unter anderem
eine klare und wertschätzende Kommunikation, insbesondere bei Erw
artungen
,
feste Ansprechpartner, konstante Umgebungsfaktoren und keine plötzlichen und
un
vermittelten Veränderungen der Arbeitsinhalte und
abl
ä
ufe
(S. 4).
3.13
Dr.
A._
antwortete am
5.
Juni 2019 (
Urk.
8/154/1-8) auf die Fragen der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers.
Er
gab
zur Diagnostik
an, es müssten Achse-I-Störungen (aktuelle psychische Störungen ohne Persönlichkeitsstörungen) und Achse-II-Störungen (über
dauernde Störungen auf der Persönlichkeitsebene) unterschieden werden. Er sei mit der Diagnose
einer rezidivierenden depressiven Störung einverstanden
. Diese
sei unbestritten und gesichert. Während der Behandlung
durch ihn
seien depressive Episoden aufgetreten mit mittelgradiger bis schwerer Symptomatik
. Ob eine depressive Episode vorliege,
müsse
durch den aktuell
en
behandelnden Arzt beurteilt werden (S. 2
Ziff.
2 oben).
Er,
Dr.
A._
, gehe von einer kombinierten Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F61.0) aus. Die Diskrepanz zur Einschätzung durch die Gutachter liege vor allem in der Beurteilung der überdauernden Persönlichkeitssymptomatik einerseits und der
en
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit andererseits
. Während sich
Dr.
C._
mit
diesen
Fragen
zumindest teilweise auseinandergesetzt habe, stelle
Dr.
Y._
praktisch vollständig auf das Gutachten von
Dr.
C._
ab. Eine
erneute
kritische Ausein
andersetzung finde nicht statt
(S. 2
Ziff.
2 unten).
Zur Diagnostik einer Persönlichkeitsstörung sei anzumerken, dass es sich immer um die Beurteilung des Längsschnittes handle. Aufgrund eines Querschnittes sei die Diagnose nicht einfach zu stellen
, wenn gleichzeitig eine Achse-I-Störung vorliege, wie zum Zeitpunkt des Gutachtens von
Dr.
C._
(S. 3 unten).
Die langjährige psychotherapeutische Behandlung erlaube einen umfangreicheren und detaillierteren Einblick in die Persönlichkeitsproblematik und eine fundierte Beurteilung (S. 4 oben).
Es sei Ausdruck
seines
ängstlich-vermeidenden und zwanghaft-vorsichtigen Kommunikationsstils, dass der Patient nicht auf den Punkt komme und Dinge nicht klar benenne.
Dr.
Y._
und
Dr.
C._
hätten die zugrundeliegende ängstlich-vermeidende und zwanghaft-vorsichtige Persönlichkeitsproblematik nicht erkannt. Aus den vagen Angaben des Beschwerdeführers sei
sodann
irrtümlicherweise Aggravation abgeleitet worden (S. 4 unten).
Die berufliche Laufbahn sei
bezüglich der Diagnostik
kein hartes Ausschlusskriterium.
Entgegen den Gutachtern sei es sehr wohl möglich, auch mit einer Persönlichkeitsstörung beruflich erfolgreich zu sein (S. 5 oben).
Für die angestammte Tätigkeit als pro
movierter Elektrotechniker habe sich die Symptomatik während der
Behand
lungsdauer
als ausgeprägte Beziehungs- und Arbeitsstörung gezeigt (S. 6
Ziff.
3 Mitte). Die Einschränkungen äusserten sich nicht
nur
in einem reduzierten Pen
sum, sondern auch in einer Arbeitsstörung, welche den Leistungsgrad reduziere, unter anderem durch eine Reduktion des Arbeitstempos. Zudem
sei
die Produkti
vität durch Prokrastination behindert, so dass selbständiges Arbeiten nur beschränkt möglich sei (S. 6 f.).
Es sei von einer Störung auf der Persönlichkeitsebene auszugehen.
Diese
habe deutlichen Krankheitswert und beträchtliche Auswirkungen auf die
Arbeitsfähig
keit, die
deutlich eingeschränkt
sei
. Darüber hinaus komme es zu episodischen Depressionen, welche das Krankheitsbild vorübergehend verschlechterten und die die Arbeitsfähigkei
t vorübergehend weiter reduzierten
(S. 8 oben).
Er habe die Reduktion des Leistungsgrades mit zirka 50
%
veranschlagt (S. 8 unten).
3.14
Dipl. med.
F._
antwortete am 1
9.
Juni 2019 (
Urk.
8/154/9-10) ebenfalls auf die Fragen der Rechtsvertreterin. Er gab an, er stimme lediglich der Diagnose einer mittelgradigen bis schweren depressiven Störung (ICD-10 F33.1/2) zu. Bezüglich der Achse-II-Störung
(Persönlichkeitssymptomatik)
stimme er
Dr.
A._
zu. Seines Erachtens liege eine gemischte Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F61.0) vor (S. 1
Ziff.
1-2).
Bei der Diagnose eines ADS habe es sich um eine Verdachtsdiagnose gehandelt, die sich nicht bestätigt habe. Der Beschwer
deführer sei in seiner Arbeitsfähigkeit durchgehend reduziert. Neben der beschriebenen Persönlichkeitsstörung mit erheblichem Krankheitswert liege durchgehend eine depressive Symptomatik vor in Form
von Schlafstörungen, gemindertem
Antrieb/Energie, der Notwendigkeit
von vielen Pausen, kognitiven
Einbussen, intervallartigen Stimmungseinbrüchen und einem sozialen Rückzug. Im angestammten Beruf des Beschwerdeführers bestehe mindestens eine Minde
rung der Arbeitsfähigkeit von 50
%
(S. 1 f.
Ziff.
3 und 5). Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers habe sich im Behandlungsverlauf bezüglich der beschriebenen Psychopathologie verschlechtert (S. 2
Ziff.
6). Der derzeitige Arbeitsplatz entspreche
einem geschützten Arbeitsplatz bei einer Leistungsfähig
keit von lediglich 50
%
(S. 2
Ziff.
7).
3.15
Dr.
Y._
nahm am 1
0.
Juli 2019 (
Urk.
8/158) Stellung zu
den S
chreiben der behandelnden Ärzte,
dem Bericht
der Ärzte des
J._
vom
8.
Mai 2019
und dem Schreiben der Rechtsvertreterin
. Er führte aus
, der Bericht
vom
8.
Mai 2019
stehe
nicht im
Widerspruch zum Gutachten vom 1
2.
Dezember 201
8.
Nach
der Ein
schätzung
durch die Ärzte des
J._
sei bei Rücksicht auf die Persönlichkeitszüge des Beschwerdeführers keine Minderung der Arbeitsfähigkeit anzunehmen
(S. 2 oben).
Dr.
A._
halte an seiner Einschätzung fest, die bei der Erstellung des Gutachtens bekannt gewesen sei.
Dabei
interpretiere
er
die diagnostischen Regeln spekulativ weit
, statt sachgerecht eng. Seine Hinweise seien daher nicht zu bestätigen.
Dr.
A._
verkenne weiter die differenzierte Diskussion zur Konsistenz und Plausibilität im Gutachten
(S. 2 unten).
Dipl. med.
F._
habe in seiner Stellungnahme keine relevanten Angaben mit Bezug zu seinem Gutach
ten formuliert (S. 3 unten).
4.
4.1
Der Beschwerdeführer erhielt nach
der
Beendigung eines
Arbeitstraining
s
bei der
G._
AG
per
1.
Oktober 2017 eine Festanstellung als Softwareentwickler. Bei einer vollen Präsenzzeit erhält er einen reduzierten Leistungslohn (
Urk.
8/102).
4.2
Die
Beschwerdegegnerin
hielt im Verlaufsprotokoll
vom
5.
Oktober 2017 (Urk.
8/104)
zur
Eingliederungsberatung
fest
,
der Beschwerdeführer habe nach mehreren gescheiterten Arbeitsversuchen 2014 und 2015 Unterstützung bei der Wiedereingliederung benötigt (S. 1 unten). Durch
ein Arbeitstraining
bei der
G._
AG habe er
seine Arbeits- und Leistungsfähigkeit steigern können.
Zum
Ende der beruflichen Massnahmen
habe er
per
1.
Oktober 2017
einen Arbeitsver
trag
als Softwareentwickler abschliessen können. Die fachlichen Kompetenzen und die intellektuellen Fähigkeiten seien unbestritten
vorhanden
und nicht eingeschränkt. Einschränkungen bestünden in der Selbststrukturierung, der Konzentrationsfähigkeit und der Ablenkbarkeit, dem Zeitmanagement und dem Arbeitstempo aufgrund der Tendenz zu Perfektionismus
. Dabei komme es beim Prüfen von Alternativen zu Arbeitsblockaden
(S. 1 f.).
Über eine Besprechung vom
3.
April 2017
zwischen dem Beschwerdeführer und den
Verantwortlichen der
G._
AG wurde
im Verlaufsprotokoll
festgehalten, der Beschwerdeführer
habe angegeben, dass er viel Zeit brauche, um anzu
kommen und sich in der Firma einzugliedern. Der Tätigkeitsbereich liege bei der Evaluation von
Kundenbedürfnissen und der Konz
eption von Lösungen für Kunden (S. 5 f.).
Sein Vorgesetzter
sehe in der kurzen Zeit
des Arbeitstrainings
Fortschritte. Der Besc
hwerdeführer sei konzentrierter,
habe an Selbstvertrauen gewonnen und an Geschwindigkeit zugelegt. Die Arbeitsmenge werde
aber
auf pathologische Art als Schwierigkeit erwähnt
. Dies sei in persönlichen Gesprächen geklärt worden. Ziel sei
,
eine höhere Präsenzzeit anzustreben und die Produkti
vität zu erhöhen
(S. 6 oben).
5.
5.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
5.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE
145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E.
2.1, 130 V 396
E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE
145 V 215 E. 5.3.2,
1
43 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E.
3.7, 13
9 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
5.3
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
-
erlau
ben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2,
E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15
.
Februar 2018 E.
5.1). Die Anerkennung eines renten
begründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchs
grundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachge
wiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_
580/2017 vom 16. Januar 2018 E.
3.1 mit Hinweisen).
5.4
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
6.
6.1
Dr.
A._
nannte in den Berichten vom 1
2.
Dezember 2014 und
8.
Dezember 2017 als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen Verdacht auf eine Persönlichkeitsstörung beziehungsweise eine kombinierte Persönlichkeits
störung mit ängstlich (vermeidenden), selbstunsicheren und zwanghaften Zügen sowie eine rezidivierende depressive Störung
. Weiter
nannte
er
ein
en Verdacht auf eine einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung
bei Erwachsenen
(vor
stehend E.
3.2 und 3.7).
Dipl. med.
F._
nannte
im Bericht vom 1
6.
Mai 2018
als Diagnosen eine schwere rezidivierende depressive Störung, eine ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung und ADS (E. 3.8).
Dr.
A._
attestierte eine
Arbeitsunfähigkeit
von 50
%
(E. 3.2).
Dipl. med.
F._
attestierte für eine angepasste Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von sechs bis acht Stunden pro Tag an vier Tagen die Woche (E. 3.8).
Dr.
C._
nannte als Diagnose eine rezidivierende depressive Störung bei akzentuierten Persönlichkeitszügen (E. 3.4.2
hiervor
).
Dr.
Y._
nannte als Diagnose Angst und depressive Störung gemischt bei
akzentuierten (selbst
unsicher
-ängstlich
en
, histrionisch
en
,
psychasthenisch
en
, gehemmt-zwanghaften
und narzisstischen Persönlichkeitszügen
und einer depressiven Störung
(E. 3.9.3).
Dr.
Y._
stellte zudem eine bewusstseinsnahe Aggravation
fest
(E. 3.9.2)
. Gemäss der Beurteilung durch
Dr.
Y._
ist der Beschwerdeführer in der
der
zeitigen und in einer angepassten Tätigkeit
uneingeschränkt arbeitsfähig (E
.
3.9.4 hiervor).
6.2
Das psychiatrische Gutachten von
Dr.
Y._
vom 1
2.
Dezember 2018
erfüllt
die Anforderungen an den
Beweiswert eines Gutachtens
(vgl. E. 5.1)
.
Es berücksich
tigt
die gek
lagten Beschwerden u
nd
wurde
in Kenntnis und in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
erstellt.
Dr.
Y._
kam
wie
Dr.
C._
zur Ein
schätzung, dass die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung
gestützt auf die
bei der
Begutachtung erhobenen Befunde
nicht gestellt werden kann. Entgegen den Aus
führungen des Beschwerdeführers (
Urk.
1 S. 7
Ziff.
3) setzte sich der Gutachter mit der
abweichenden
Beurteilung durch die behandelnden Ärzte auseinander
(E.
3.9.3).
Dass
er
nur einige
wesentliche
Aspekte des Eingliederungsdossiers
der Beschwerdegegnerin
wiedergab (vgl.
Urk.
1 S. 4
Ziff.
2), schadet nicht, da
er
auf die wesentlichen
Schwierigkeiten
des Beschwerdeführers
im Verlauf des Arbeits
trainings
einging
, denen er aber keinen Krankheitswert beimass
(E. 3.9.4 hiervor).
Entgegen der Kritik des Beschwerdeführers erweisen sich die Darlegung der medizinischen Situation und die Schlussfolgerungen
von
Dr.
Y._
als über
zeugend.
Dass er zu einer anderen diagnostischen Einschätzung als die behan
delnden Ärzte gelangte, kann nicht gegen den Beweiswert des Gutachtens angeführt werden. Nachdem die depressive Symptomatik
zum Zeitpunkt der Begutachtung durch
Dr.
Y._
vollständig remittiert war
, leuchtet es ein, dass er zu einer höheren Arbeitsfähigkeit gelangte als
Dr.
C._
.
Auf das Gutachten von
Dr.
Y._
kann daher abgestellt werden.
6.
3
Weiter
ist der
Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit
durch
Dr.
Y._
und
nicht
der
Einschätzung durch
Dr.
A._
und Dipl. med.
F._
zu folgen
.
Dr.
A._
stellte
im Bericht vom 1
2.
Dezember 2014 z
unächst
lediglich die Verdachts
diagnos
e einer
Persönlichkeitsstörung, womit eine gewisse Unsicherheit
im Hin
blick auf die Diagnose
zum Ausdruck kommt.
Gegen die Beurteilung durch die behandelnden Ärzte spricht weiter, dass Dipl.
med.
F._
, nachdem
Dr.
A._
eine rezidivierende depressive Störung im Dezember 2017 noch als remittiert bezeichnet hatte
(E. 3.7)
,
nur
fünf Monate
später
zur Einschätzung ei
ner schweren Depression gelangt
e
(E. 3.8)
.
Im Bericht von Dipl. med.
F._
vom 1
6.
Mai 2018
fehlt denn auch eine ausreichende Begründung, um den Schweregrad
der depressiven Störung
nachvollziehen
zu können.
Dr.
Y._
wies
weiter darauf hin, dass
Dipl. med.
F._
trotz einer schweren Depression von einer relativ hohen zumutbaren Ar
beitsfähigkeit aus
gegangen sei (vorstehend E. 3.9.3). Weiter ist auf den Grundsatz hinzuweisen, wonach Berichte der behandelnden Ärzte aufgrund ihrer auftragsrechtlichen Ver
trauensstellung zum Patienten mit Vorbehalt zu würdigen sind (BGE 125 V 313 E. 3b/cc). Dies gilt für einen all
gemein praktizierenden Hausarzt wie auch für einen behandelnden Spezialarzt (Urteil des Bundesgerichts I 803/05 vom
6.
April 2005 E. 5.5). Der abweichenden Beurteilung durch die behandelnden Ärzte kann daher nicht gefolgt werden
.
Die im Verlaufsprotokoll der Beschwerdegegnerin vom
5.
Oktober 2017 wieder
gegebenen Schwierigkeite
n im Verlauf der Eingliederungsmassnahmen
liegen in der Persönlichkeit des Beschwerdeführers
begründet
. Die
beschriebenen
Ein
schränkungen
vermögen die fundierte Beurteilung im psychiatrischen Gutachten von
Dr.
Y._
jedoch
nicht zu widerlegen.
6.4
Bei der Prüf
ung der Standardindikatoren sind das
von
Dr.
C._
und
Dr.
Y._
beschriebene
Ausbildungsniveau und die bisherige berufliche Tätig
keit des Beschwerdeführers auf hohem Niveau
als
erhebliche
Ressource des
Beschwerdeführers
zu erwähnen.
Ganz generell setzte sich
Dr.
Y._
eingehend mit den Standardindikatoren (vorstehend E.
5.4
) auseinander (vgl.
vorstehend E.
3.9.4
).
Seine
Beurteilung umfasste das ganze Leistungsprofil mit sowohl nega
tiven als auch positiven Anteilen und ist so verfasst, dass die attestierte Arbeits
unfähigkeit «gleichsam aus dem Saldo aller wesentlichen Belastungen und Ressourcen» (BGE 141 V 281 E. 3.4.2.1) abgeleitet wurde. D
er
psychiatrische Gut
achter ist bei der Beantwortung der Frage, wie
er
das Leistungsvermögen ein
schätzte, den ein
schlägigen Indikatoren gefolgt und hat
ausschliesslich funktio
nelle Ausfälle berücksichtigt, welche Folge der gesundheitlichen Beeinträchti
gung sind, und ihre versicherungsmedizinische Zumutbarkeitsbeurteilung ist auf objektivierter Grundlage erfolgt. Die von der Rechtsanwendung zu prüfende Frage, ob er sich an die massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten und das Leistungsvermögen in Berücksichtigung der einschlägigen Indikatoren eingeschätzt
hat (BGE 141 V 281 E. 5.2.2), ist klar zu bejahen. Die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrund
lage lassen sich anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachweisen
(vgl. BGE 145 V 361)
, weshalb auf das Gutachten abzustellen ist.
Gestützt darauf kann
dem Beschwerdeführer
eine
Arbeitsfähigkeit von 100 % in der derzeitigen und in einer angepassten Tätigkeit zugemutet werden.
Hinsicht
lich des Verlaufs ist festzuhalten, dass nach Ablauf des Wartejahrs im November 2015 (vgl. vorstehend E. 3.2) durch
Dr.
C._
die Eingliederungsfähigkeit des Beschwerdeführers klar bejaht wurde (vgl.
3.4.3) und der Beschwerdeführer damit die Voraussetzung von
Art.
28
Abs.
1
lit
. a IVG für die Bejahung eines Renten
anspruchs nicht erfüllte. Es gelang ihm denn auch, eine vollzeitige Festanstellung anzutreten.
6.5
Zusammenfassend ist gestützt auf das Gutachten von
Dr.
Y._
vom 12.
Dezem
ber 2018 davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer in der derzeit ausgeüb
ten und in einer angepassten Tätigkeit eine Arbeits
fähigkeit von 100
%
zumutbar ist. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass er mit seiner Tätigkeit bei der
G._
AG seine Arbeitsfähigkeit in lohnmässiger Hinsicht nicht
ausschöpft
, wofür nach dem Gesagten keine medizinischen Gründe bestehen. Zumutbar ist vielmehr die Erzielung eines
rentenausschliessende
n
Einkommen
s
.
Die Beschwerdegegnerin hat einen Rentenanspruch daher zu Recht verneint.
Der angefochtene Entscheid erweist sich nach dem Gesagten als rechtens. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
7.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Vor
liegend sind die Kosten auf
Fr.
900.-- festzusetzen. Ausgangsgemäss sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.