Decision ID: fa45dac4-8d95-4c72-ba6c-fc117d43c396
Year: 2016
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 7. August 2014 bei der Invalidenversicherung (IV) zum
Leistungsbezug an (IV-act. 1).
A.b Der Versicherte hatte am 1. August 2007 das Eidgenössische Fähigkeitszeugnis
als Bodenleger textile und elastische Beläge erworben (IV-act. 6). Bis zum 31. Juli 2008
hatte er anschliessend im Lehrbetrieb eine interne Weiterbildung als Parkettleger
absolviert (Arbeitszeugnis vom 12. August 2008, IV-act. 28-9). Danach hatte er an
verschiedenen Stellen im Gastronomiebereich (vgl. Arbeitszeugnisse vom 10. März
2009 [IV-act. 28-8], vom 31. Juli 2011 [IV-act. 28-6] und betreffend eine Stelle als
Betriebsleiter/Chef de Bar vom 1. Februar 2013 bis 28. Februar 2014 [IV-act. 28-4 f.])
und dazwischen kurzzeitig als Handlanger Eisenleger und Eisenleger gearbeitet
(Arbeitszeugnis vom 29. Mai 2009 [IV-act. 28-7]; vgl. auch IV-act. 30-2).
A.c Der Versicherte hatte im Jahr 2003 das rechte Knie verrenkt, und es hatte der
Verdacht auf eine Zerrung des medialen Seitenbandes bestanden (Bericht
Röntgeninstitut B._ an Dr.med. C._, Innere Medizin FMH, vom 24. Oktober 2003,
IV-act. 4-27). Am 11. September 2005 hatte er eine weitere (nach eigenen Angaben die
dritte oder vierte) Luxation der Kniescheibe und eine vollständige Ruptur des medialen
Streckapparates erlitten. In der Folge waren am 19. September 2005 am rechten Knie
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eine diagnostische Arthroskopie, eine offene Refixation eines kleinen ossären Ausrisses
medial, eine Raffung des medialen Retinaculums sowie ein perkutanes Release des
lateralen Retinaculums durchgeführt worden (vgl. Berichte der Klinik für Orthopädische
Chirurgie des Kantonsspitals St. Gallen [KSSG] vom 12. September 2005 [IV-act. 4-24
f.], vom 26. September 2005 [IV-act. 4-17 f.] und den undatierten Operationsbericht [IV-
act. 4-22 f.]). Am 8. April 2006 hatte der Versicherte eine Distorsion des linken
Kniegelenks erlitten (Bericht Klinik für Orthopädische Chirurgie, KSSG, vom 10. April
2006 [IV-act. 4-14 f.]). Am 26. August 2007 war eine Luxation der Patella links
diagnostiziert worden (Berichte Klinik für Orthopädische Chirurgie, KSSG, vom 27.
August 2007 [IV-act. 4-12 f.] und vom 4. September 2007 [IV-act. 4-10 f.]). Eine weitere
Kniegelenksdistorsion links hatte der Versicherte sich am 28. November 2007
zugezogen (Bericht Spital D._ vom 29. November 2007 [IV-act. 4-1 f.]). Nach einer
erneuten Distorsion am 25. Mai 2010 waren am 14. Juni 2010 eine partielle Ruptur im
medialen Bandapparat des linken Knies sowie ausgeprägte ödematöse Veränderungen
um den medialen Bandapparat herum festgestellt worden (MRI-Bericht vom 14. Juni
2010, IV-act.4-2). Das Institut für Radiologie des KSSG hatte am 26. November 2010
über einen Kniegelenkserguss nach fraglicher Patellaluxation links berichtet (IV-act.
4-9), und die Klinik für Orthopädische Chirurgie KSSG hatte in Berichten vom 6. und
vom 10. Dezember 2010 die Diagnose einer Meniskusläsion am linken Knie sowie den
Röntgenbefund von Fragment bzw. Ossikel und Knochenmarksödem am medialen
Patellapool und einer gering imprimierten Fraktur festgehalten (IV-act. 4-6 f.; IV-act. 4-4
f.).
A.d Dr. C._ berichtete am 4. November 2015 (richtig: 2014; Posteingang 10.
November 2014), bereits 2005 sei es erstmals zu Knieproblemen gekommen
(wiederholte Luxationen der Kniescheibe mit auch knöchernem Ausriss an der
medialen Patella). In der Folge hätten sich diese Knieprobleme gehäuft, so dass der
Versicherte die Arbeit als Bodenleger immer weniger gut habe ausführen können und er
eine neue Arbeit gesucht habe. Der Versicherte leide nach wie vor an Knieschmerzen,
vor allem bei längeren Belastungen. Die Arbeit als Bodenleger sei definitiv nicht mehr
möglich, eine Umschulung sei notwendig (IV-act. 20). Der RAD nahm am 12. November
2014 Stellung, aufgrund der plausiblen hausärztlichen Beurteilung bestehe seit 2010
als Bodenleger keine Arbeitsfähigkeit mehr (IV-act. 21-2).
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A.e Die IV-Stelle teilte dem Versicherten am 20. November 2014 mit, sie gewähre ihm
Berufsberatung und Abklärung der beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten (IV-act.
23). Nach Vorliegen des Eingliederungsplans (IV-act. 44) und des Antrages des
Eingliederungsverantwortlichen vom 23. Juli 2015 (IV-act. 45) teilte die IV-Stelle dem
Versicherten am 28. Juli 2015 mit, sie übernehme die Mehrkosten der erstmaligen
beruflichen Ausbildung zum Technischen Kaufmann beim E._, ab 24. August 2015
bis 1. April 2017. Während der Dauer der Massnahme erhalte er ein Taggeld. Der im
Rahmen des Praktikums erzielte Lohn werde ans Taggeld angerechnet. Für das
Taggeld erhalte er eine separate Verfügung. Der Anspruch auf das Taggeld bestehe,
solange die Eingliederungsmassnahme tatsächlich durchgeführt werde (IV-act. 48). Mit
Verfügung vom 31. Juli 2015 sprach die IV-Stelle dem Versicherten für die Taggeld-
Verfügungsperiode vom 24. August bis 31. Dezember 2015 ein Taggeld von Fr. 103.80
zu. Über den Taggeldanspruch ab 1. Januar 2016 wurde dem Versicherten zu
gegebener Zeit eine neue Verfügung in Aussicht gestellt (IV-act. 51).
A.f Der Versicherte stellte am 11. Dezember 2015 ein Gesuch um Wiedererwägung der
"Verfügungen" vom 28. und 31. Juli 2015. Er habe die Lehre als Bodenleger im Juli
2007 erfolgreich abgeschlossen. Im November 2007 habe er einen Sportunfall erlitten
und sich am linken Knie verletzt. Zwar hätten schon während der Erstausbildung zum
Bodenleger Beschwerden am rechten Knie bestanden, welche jedoch nie so stark
gewesen seien, dass sie zu einem invaliditätsbedingten Abbruch geführt hätten. Die
massgebende Invalidität sei somit erst nach seiner Erstausbildung als Bodenleger
eingetreten. Als die Beschwerden am linken Knie nach dem Sportunfall im November
2007 nicht abgeheilt seien, habe er seine berufliche Tätigkeit in die
Gastronomiebranche gewechselt. Diese Tätigkeit könne als Zweitausbildung betrachtet
werden. Die "Verfügung" vom 28. Juli 2015 betrachte die Ausbildung zum technischen
Kaufmann als erste Ausbildung und sei folglich zweifellos unrichtig. Ein grosses
Taggeld der IV erhalte, wer mindestens 18 Jahre alt und vor Eintritt des
Gesundheitsschadens erwerbstätig gewesen sei. Diese Voraussetzungen seien
gegeben. Darum sei die Taggeldverfügung vom 31. Juli 2015 unrichtig und in
Wiedererwägung zu ziehen. Aufgrund der unterschiedlichen Taggeldansätze sei die
Berichtigung der Verfügungen für ihn von erheblicher Bedeutung (IV-act. 56).
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A.g Mit Verfügung vom 15. Dezember 2015 sprach die IV-Stelle dem Versicherten für
die Taggeld-Verfügungsperiode vom 1. Januar bis 31. Dezember 2016 ein Taggeld von
Fr. 122.10 zu (IV-act. 57).
B.
B.a A._ erhebt am 29. Dezember 2015 Beschwerde gegen die Verfügung vom 15.
Dezember 2015. Er beantragt, diese sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen
aufzuheben und es sei ihm ein "grosses IV-Taggeld" zuzusprechen. Es werde
bestritten, dass eine erstmalige berufliche Ausbildung vorliege und dementsprechend
die Ausrichtung eines "kleinen IV-Taggeldes" rechtmässig sei. Die massgebende
Invalidität sei erst nach seiner Ausbildung als Bodenleger eingetreten. Die Ausbildung
zum Technischen Kaufmann stelle eine Umschulung dar, weshalb ihm ein "grosses IV-
Taggeld" zustehe (act. G 1).
B.b Mit Verfügung vom 1. Februar 2016 trat die IV-Stelle auf das
Wiedererwägungsgesuch vom 11. Dezember 2015 nicht ein (IV-act. 63).
B.c In ihrer Beschwerdeantwort vom 4. März 2016 beantragt die Beschwerdegegnerin,
die Beschwerde sei abzuweisen. Bei Dauerverfügungen werde während der gesamten
Leistungsbezugszeit Rechtsbeständigkeit der Grundverfügung angenommen. Die
bereits in der Grundverfügung enthaltenen Berechnungsfaktoren dürften daher in den
nachfolgenden Dauerverfügungen nicht mehr überprüft werden. Vorliegend entspreche
die Taggeldverfügung 1 (vom 31. Juli 2015, IV-act. 51) der Grundverfügung. In dieser
sei gestützt auf die Mitteilung (28. Juli 2015, IV-act. 48) davon ausgegangen worden,
dass der Beschwerdeführer eine erstmalige berufliche Ausbildung absolviere, weil
angenommen worden sei, dass sich das gesundheitliche Leiden bereits während der
Lehre auf seine Arbeitsfähigkeit ausgewirkt habe. Weil der Antrag des
Beschwerdeführers darauf abziele, die Berechnungsfaktoren in der Grundverfügung
abzuändern, stelle die Beschwerde faktisch ein Gesuch um Wiedererwägung der
Mitteilung vom 28. Juli 2015 und der Verfügung vom 31. Juli 2015 dar. Dies sei im
hängigen Verfahren nicht zulässig, zumal zwischenzeitlich auf das
Wiedererwägungsgesuch (vom 11. Dezember 2015) nicht eingetreten worden sei. Die
angefochtene Verfügung sei rechtmässig (act. G 5).
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B.d In seiner Replik vom 24. März 2016 führt der Beschwerdeführer aus, es treffe nicht
zu, dass ein Rechtsmittel gegen die Verfügung vom 15. Dezember 2015 nicht zulässig
sei. Die Beschwerdegegnerin gebe zu, dass sie ihren Entscheid aufgrund der offenbar
unrichtigen Annahme getroffen habe, dass sich die gesundheitlichen Leiden des
Beschwerdeführers bereits während der Lehre auf seine Arbeitsfähigkeit ausgewirkt
hätten. Damit habe sie die Untersuchungspflicht grundlegend verletzt. Es sei ihm nie
mitgeteilt worden, dass er nur Anspruch auf ein "kleines Taggeld" der IV habe, lediglich
dessen Höhe sei ihm mittels Verfügung eröffnet worden. Als Laie sei er davon
ausgegangen, dass die Beschwerdegegnerin die notwendigen Abklärungen getroffen
habe, bis er von Mitstudenten erfahren habe, dass er als einziger nur ein "kleines IV-
Taggeld" erhalte. Dannzumal sei es für das Ergreifen eines Rechtsmittels gegen die
Verfügung vom 31. Juli 2015 schon zu spät gewesen. Aus diesem Grund sei die
Verfügung vom 15. Dezember 2015 aufzuheben und ihm ein "grosses IV-Taggeld"
zuzusprechen (act. G 7).
B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 9).

Erwägungen
1.
1.1 Streitgegenstand im verwaltungsrechtlichen Verfahren bilden die in Verfügungen
geregelten Rechtsverhältnisse (und nicht deren einzelne Elemente bzw. "Teilaspekte"),
soweit sie angefochten, somit als Prozessthema vor das Gericht gezogen sind (vgl.
BGE 125 V 415 f., E. 2a und 2b; BGE 130 V 502, E. 1.1). Der Streitgegenstand des
vorliegenden Beschwerdeverfahrens umfasst mithin den Taggeldanspruch des
Beschwerdeführers als Ganzes, soweit nicht bereits rechtskräftig darüber entschieden
wurde.
1.2 Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung vom 15. Dezember
2015, mit welcher die Beschwerdegegnerin den Taggeldanspruch für die
Verfügungsperiode vom 1. Januar bis 31. Dezember 2016 festlegte (IV-act. 57). Dieser
vorangegangen waren die Mitteilung vom 28. Juli 2015 betreffend Übernahme der
Kosten für den Lehrgang zum Technischen Kaufmann und die nicht mit Beschwerde
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angefochtene Verfügung vom 31. Juli 2015 betreffend Taggeldanspruch vom 24.
August bis 31. Dezember 2015 (IV-act. 51). Am 11. Dezember 2015 hatte der
Beschwerdeführer die Beschwerdegegnerin um Wiedererwägung der Mitteilung vom
28. Juli 2015 und der Verfügung vom 31. Juli 2015 ersucht. Mit Verfügung vom 16.
Februar 2016 trat die Beschwerdegegnerin auf das Wiedererwägungsgesuch nicht ein,
da die Voraussetzungen dafür nicht erfüllt seien (IV-act. 63).
2.
Gemäss Art. 22 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) haben Versicherte während der Durchführung von Eingliederungsmassnahmen
Anspruch auf ein Taggeld, wenn sie an wenigstens drei aufeinander folgenden Tagen
wegen der Massnahmen verhindert sind, einer Arbeit nachzugehen, oder in ihrer
gewohnten Tätigkeit zu mindestens 50% arbeitsunfähig sind. Versicherte in der
erstmaligen beruflichen Ausbildung und Versicherte, die das 20. Altersjahr noch nicht
vollendet haben und noch nicht erwerbstätig gewesen sind, haben Anspruch auf ein
Taggeld, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit ganz oder teilweise einbüssen (Art. 22 Abs.
1bis IVG). Das Taggeld besteht unter anderem aus einer Grundentschädigung von 80
% des letzten ohne gesundheitliche Einschränkung erzielten Erwerbseinkommens,
jedoch nicht mehr als 80 % des Höchstbetrages des Taggelds nach Art. 24 Abs. 1 IVG
(Art. 23 Abs. 1 IVG; "grosses" Taggeld). Die Grundentschädigung beträgt 30 % des
Höchstbetrages nach Art. 24 Abs. 1 IVG für Versicherte, die das 20. Altersjahr vollendet
haben und ohne Invalidität ihre Ausbildung abgeschlossen und eine Erwerbstätigkeit
aufgenommen hätten (Art. 23 Abs. 2 IVG). Die Grundentschädigung beträgt höchstens
30 % des Höchstbetrages des Taggeldes nach Art. 24 Abs. 1 IVG für Versicherte in der
erstmaligen beruflichen Ausbildung und für Versicherte, die das 20. Altersjahr noch
nicht vollendet haben und noch nicht erwerbstätig gewesen sind (Art. 23 Abs. 2bis IVG,
"kleines" Taggeld). Somit ist im Hinblick auf den Taggeldanspruch von Bedeutung, ob
die zugesprochene Ausbildung als erstmalige berufliche Ausbildung oder als
Umschulung zu qualifizieren ist (vgl. Entscheid des Versicherungs¬gerichts vom 8.
November 2001, IV 2009/326, E. 2.2 und 3.1 ff.).
3.
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3.1 Die Beschwerdegegnerin macht geltend, der materiellen Überprüfung der
angefochtenen Verfügung vom 15. Dezember 2015 (IV-act. 57) stehe die Rechtskraft
der Verfügung vom 31. Juli 2015 (IV-act. 51) entgegen, in welcher ein "kleines Taggeld"
entsprechend dem Anspruch bei einer erstmaligen Ausbildung festgesetzt wurde. Der
Beschwerdeführer trägt vor, die Verfügung vom 31. Juli 2015 sei fehlerhaft, weil er
Anspruch auf eine Umschulungsmassnahme und entsprechend auf ein "grosses
Taggeld" habe, was er erst nach Eintritt von deren formeller Rechtskraft erkannt habe.
Indes verlange er nicht die Aufhebung der Verfügung vom 31. Juli 2015, sondern
ausschliesslich derjenigen vom 15. Dezember 2015, was aus rechtsstaatlichen
Gründen und aufgrund des Rechtsgleichheitsgebotes möglich sein müsse (act. G 7
Ziff. 4).
3.2 Zwar sind Taggeldverfügungen im Voraus auf einen bestimmten Zeitraum (so
genannte Taggeld-Verfügungsperiode) befristet. Ihre Rechtsbeständigkeit erstreckt
sich gemäss Rechtsprechung jedoch auf die gesamte Dauer des Versicherungsfalles,
das heisst der gewährten beruflichen Massnahme (Urteil des Bundesgerichts vom 16.
April 2010, 9C_782/2009, E. 3.2 und E. 3.4). Die Taggeldverfügungen für einzelne
Phasen dieser Massnahme sind bei solchen Verhältnissen nicht wie Verfügungen über
neue Leistungsgesuche (ohne Rechtskraftbindung) zu behandeln (Entscheid des
Versicherungs¬gerichts vom 26. Mai 2011, IV 2010/431, E. 3.3). Die betreffenden
Anspruchsvoraussetzungen und Leistungsbemessungsfaktoren können daher
vorbehältlich einer prozessualen Revision oder Wiedererwägung des rechtskräftigen
Entscheids (Art. 53 Abs. 1 und Art. 61 lit. i bzw. Art. 53 Abs. 2 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]) nicht bei
jeder neuen Bezugsperiode in Frage gestellt und geprüft werden (BGE 136 V 373 E.
3.1.1; Urteil des Bundesgerichts vom 16. April 2010, 9C_782/2009, E. 2; U. KIESER,
Kommentar ATSG, 3. Aufl. Zürich 2015, Art. 53 N 16). Die Art des Taggeldes wurde
somit durch die Verfügung vom 31. Juli 2015 (IV-act. 51) grundsätzlich für die ganze
Dauer der Massnahme - nicht nur für die Verfügungsperiode vom 24. August bis 31.
Dezember 2015, sondern auch für diejenige vom 1. Januar bis 31. Dezember 2016 -
rechtskräftig festgelegt. Es fragt sich indes, ob sich der Beschwerdeführer unter den
gegebenen Umständen die Rechtskraft der Verfügung vom 31. Juli 2015
entgegenhalten lassen muss.
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3.3 Gemäss Art. 49 Abs. 3 Satz 2 ATSG sind die Verfügungen zu begründen, wenn sie
dem Begehren der Parteien nicht voll entsprechen. Die Begründungspflicht ergibt sich
auch aus dem in Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung (BV; SR 101) verankerten
Anspruch auf rechtliches Gehör und verlangt, dass eine Verfügung so begründet wird,
dass der Betroffene in die Lage versetzt wird, die Tragweite der Entscheidung zu
beurteilen und sie in voller Kenntnis der Umstände an eine höhere Instanz
weiterzuziehen. Es muss ersichtlich sein, von welchen Überlegungen sich die Behörde
leiten liess. An die Begründungspflicht werden höhere Anforderungen gestellt, je
komplexer die Sach- und Rechtslage ist (BGE 129 I 336 E. 3.2; BGE 118 V 58; U.
KIESER, a.a.O., Art. 49 N 56).
3.4 Die Mitteilung vom 28. Juli 2015 (IV-act. 48) beinhaltet die Kostenübernahme für
eine erstmalige berufliche Ausbildung und verweist für das Taggeld auf eine spätere,
am 31. Juli 2015 erlassene Verfügung (IV-act. 51). In dieser werden die Gesamtdauer
der Massnahme (24. August 2015 bis 2. April 2017) sowie die Taggeld-
Verfügungsperiode (24. August 2015 bis 31. Dezember 2015) aufgeführt und darauf
hingewiesen, dass über den Taggeldanspruch ab 1. Januar 2016 zu gegebener Zeit
eine neue Verfügung erlassen werde. Weiter vermerkt die Verfügung, das Taggeld
entspreche dem zulässigen Höchstbetrag gemäss Art. 23 IVG und nennt den Ansatz
von Fr. 103.80 (IV-act. 51). Somit geht weder aus der Mitteilung vom 28. Juli 2015 noch
aus der Verfügung vom 31. Juli 2015 hervor, weshalb dem Beschwerdeführer eine
erstmalige Ausbildung und nicht eine Umschulung zugesprochen wurde, und der
Zusammenhang zur Art des gewährten Taggeldes ist nicht ersichtlich, zumal der
erwähnte Art. 23 IVG Grundlage sowohl des "kleinen" als auch des "grossen"
Taggeldes bildet. Der Beschwerdeführer konnte daher aufgrund der Verfügung vom 31.
Juli 2015 nicht nachvollziehen, dass ihm lediglich ein "kleines" Taggeld zugesprochen
wurde und weshalb dies der Fall war. Anhand der Begründung, welche im
Wesentlichen die Aussage enthält, das ihm gewährte Taggeld entspreche dem
Höchstsatz gemäss Art. 23 IVG, konnte sich der Beschwerdeführer ohne Kenntnisse
der gesetzlichen Zusammenhänge und der Rechtsprechung kein umfassendes Bild
über die rechtliche Situation machen. Die Verfügung vom 31. Juli 2015 verletzt daher
die Begründungspflicht.
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3.5 Aus einer mangelhaften Eröffnung einer Verfügung darf der betroffenen Person
kein Nachteil erwachsen (Art. 49 Abs. 3 Satz 3 ATSG). Die mängelfreie Eröffnung
umfasst auch die Wahrung der Begründungspflicht (vgl. KIESER, a.a.O., Art. 49 Rz 60).
Deren Verletzung (bzw. das Fehlen einer Begründung überhaupt) setzt indes keinen
Nichtigkeitsgrund (U. HÄFELIN/G. MÜLLER/F. UHLMANN, Allgemeines
Verwaltungsrecht, 7. Aufl., Zürich 2016, Rz. 1125). Auch aus dem Grundsatz, dass den
Parteien aus mangelhafter Eröffnung keine Nachteile erwachsen dürfen, kann nicht eine
Nichtigkeit der Entscheidung abgeleitet werden. Vielmehr sind die Rechtsfolgen je nach
Einzelfall festzulegen (indem etwa ein verspätetes Rechtsmittel entgegenzunehmen ist;
vgl. KIESER, a.a.O., Art. 49 Rz 60 und Rz 62).
3.6 Es ist nach den konkreten Umständen des Einzelfalls zu prüfen, ob die betroffene
Partei durch den gerügten Eröffnungsmangel tatsächlich irregeführt und dadurch
benachteiligt worden ist (KIESER, a.a.O., Art. 49 Rz 61). Vorliegend ist zu
berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer insbesondere auch aufgrund des
Hinweises auf den Höchstsatz des gewährten Taggeldes in der Verfügung vom 31. Juli
2015 (IV-act. 51) nachvollziehbarerweise von einer rechtzeitigen Prüfung der Verfügung
absah. Aufgrund der unzureichenden Begründung dieser Verfügung war für den
Beschwerdeführer selbst aufgrund der gesetzlichen Vorschriften nicht absehbar, dass
sich ein allfälliger Fehler in der Verfügung vom 31. Juli 2015 auf die gesamte
Leistungsdauer und damit auch auf die vorliegend angefochtene Verfügung vom 15.
Dezember 2015 auswirken würde. Dies vermag zwar die Wiederherstellung der
Anfechtbarkeit der Verfügung vom 31. Juli 2015 nicht zu rechtfertigen, hier überwiegt
das öffentliche Interesse an der eingetretenen Rechtskraft. Insofern beantragt der
Beschwerdeführer zu Recht nicht die Aufhebung der bereits rechtskräftigen Verfügung
vom 31. Juli 2015. Hingegen ist der Beschwerdeführer im Vertrauen zu schützen, dass
sich die Verfügung vom 31. Juli 2015 lediglich auf die Verfügungsperiode vom 24.
August bis 31. Dezember 2015 beziehe und dass er allenfalls spätere Verfügungen für
künftige Taggeld-Verfügungsperioden materiell überprüfen lassen könne. Die Annahme
einer Bindungswirkung der Verfügung vom 31. Juli 2015 für die noch nicht
rechtskräftige, vorliegend angefochtene Verfügung vom 15. Dezember 2015 würde für
den Beschwerdeführer einen durch die Verletzung der Begründungspflicht
entstandenen Nachteil bewirken, was Art. 49 Abs. 3 ATSG und dem Vertrauensschutz
widersprechen würde. Zudem hätte die Beschwerdegegnerin in Anbetracht der
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Meldepflicht und der Möglichkeit der Anpassung gemäss Art. 17 ATSG das Taggeld
ohne weiteres für die gesamte Dauer der Ausbildung zusprechen können. Wenn sie
das Taggeld in der Verfügung vom 31. Juli 2015 ohne Begründung nur befristet für
einen Teil der Ausbildung zugesprochen hat, ist es dazu widersprüchlich, wenn sie sich
nun auf eine Bindungswirkung über das Ende der Befristung hinaus beruft. Aus diesen
Gründen ist die Rechtmässigkeit der angefochtenen Verfügung in diesem
Beschwerdeverfahren unabhängig von der Verfügung vom 31. Juli 2015 zu prüfen.
4.
4.1 Es ist somit im Folgenden darüber zu befinden, ob die Ausbildung des
Beschwerdeführers als erstmalige berufliche Ausbildung oder als Umschulung zu
qualifizieren ist. Die Beschwerdegegnerin vertritt die Ansicht, die gesundheitlichen
Beschwerden hätten sich bereits während der Lehre auf die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers ausgewirkt, weshalb es sich bei der zugesprochenen Massnahme
um eine erstmalige berufliche Ausbildung handle (act. G 5 Ziff. 2; vgl. auch
Feststellungsblatt, IV-act. 47).
4.2 Nach Art. 16 Abs. 1 IVG haben Versicherte, die noch nicht erwerbstätig waren und
denen infolge der Invalidität bei der erstmaligen beruflichen Ausbildung in
wesentlichem Umfange zusätzliche Kosten entstehen, Anspruch auf Ersatz dieser
Kosten, sofern die Ausbildung den Fähigkeiten der versicherten Person entspricht (Art.
16 Abs. 1 IVG). Der erstmaligen beruflichen Ausbildung gleichgestellt ist die berufliche
Neuausbildung invalider Versicherter, die nach dem Eintritt der Invalidität eine
ungeeignete und auf die Dauer unzumutbare Erwerbstätigkeit aufgenommen haben
(Art. 16 Abs. 2 lit. b IVG). Anspruch auf Umschulung haben Versicherte, wenn die
Umschulung infolge der Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit
voraussichtlich erhalten oder wesentlich verbessert werden kann (Art. 17 Abs. 1 IVG).
Als Umschulung gelten Ausbildungsmassnahmen, die versicherte Personen nach
Abschluss einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder nach Aufnahme einer
Erwerbstätigkeit ohne vorgängige berufliche Ausbildung wegen ihrer Invalidität zur
Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit benötigen (Art. 6 Abs. 1 IVV).
Musste eine erstmalige berufliche Ausbildung wegen Invalidität abgebrochen werden,
so ist eine neue berufliche Ausbildung der Umschulung gleichgestellt, wenn das
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während der abgebrochenen Ausbildung zuletzt erzielte Erwerbseinkommen höher war
als das Taggeld nach Art. 23 Abs. 2 IVG (Art. 6 Abs. 2 IVV). Diese Bestimmung ist nach
bundesgerichtlicher Rechtsprechung auch anwendbar, wenn die versicherte Person die
erstmalige berufliche Ausbildung nach Eintritt des Versicherungsfalles zwar noch
abschliesst, eine Betätigung auf dem erlernten Beruf jedoch invaliditätsbedingt als
ungeeignet und auf die Dauer nicht zumutbar erscheint (BGE 121 V 186).
4.3 Zur Abgrenzung zwischen erstmaliger beruflicher Ausbildung und Umschulung
kommt es gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung zunächst darauf an, ob die
versicherte Person vor Eintritt des Versicherungsfalls ein ökonomisch massgebliches
Erwerbseinkommen erzielte (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG;
seit 1. Januar 2007 sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 16. März
2006, I 159/05, E. 2; Entscheid des Versicherungsgerichts vom 8. November 2011, IV
2009/326, E. 2.2 und 3.1 ff.). Ein massgebliches Erwerbseinkommen liegt vor, wenn die
versicherte Person bereits während sechs Monaten drei Viertel der minimalen vollen
einfachen ordentlichen Invalidenrente erzielte (BGE 118 V 13 E. 1c/aa). Bei beruflichen
Eingliederungsmassnahmen tritt der Versicherungsfall ein, wenn der
Gesundheitsschaden sich dermassen schwerwiegend auf die gegenwärtige
erwerbliche Situation auswirkt, dass die versicherte Person ohne die in Frage stehende
berufliche Vorkehr nicht mehr als hinreichend eingegliedert erscheint. Die
gesundheitliche Beeinträchtigung muss ein solches Ausmass angenommen haben,
dass sie die Ausübung der fraglichen Tätigkeit längerfristig verunmöglicht und
unzumutbar erscheinen lässt, womit eine solche berufliche Massnahme objektiv
angezeigt ist (Urteil des EVG vom 16. März 2006, I 159/05, E. 3.2.2).
4.4 Anlässlich eines Telefonats mit der Sachbearbeiterin der Beschwerdegegnerin am
1. Oktober 2014 äusserte der Beschwerdeführer, aufgrund der gesundheitlichen
Einschränkungen als Bodenleger habe er sich beruflich umorientiert und in die
Gastronomiebranche gewechselt. Zwischendurch habe er als Boden- und Eisenleger
gearbeitet, was aber aufgrund der Schmerzen nie über längere Zeit möglich gewesen
sei. Da sich die gesundheitlichen Beschwerden vermehrt auf die Tätigkeit im
Gastronomiebereich ausgewirkt hätten, habe er schliesslich die Arbeitsstelle gekündigt
(IV-act. 22-3). Nach seinen im Assessmentprotokoll vom 7. Januar 2015
aufgezeichneten Aussagen habe er die Stelle im Gastronomiebereich gekündigt, weil er
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viel gearbeitet, kein Privatleben mehr und das Nachtleben satt gehabt habe (IV-act.
30-2). Es ist daher nicht klar, inwieweit die Stellen subjektiv aufgrund der
Kniebeschwerden aufgegeben wurden. Diesbezüglich ist auf die medizinischen Akten
abzustellen. Bezüglich des rechten Knies sind seit der Operation vom 19. September
2005 mit nachfolgender rund dreimonatiger Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 62) keine neuen
Verletzungen oder Behandlungen mehr aktenkundig. Am linken Knie erlitt der
Beschwerdeführer zwar am 8. April 2006, mithin vor seinem Lehrabschluss, eine erste
Distorsion (IV-act. 4-14 f.). Dennoch war es ihm möglich, seine Lehre im August 2007
erfolgreich abzuschliessen (IV-act. 6). Im Anschluss daran absolvierte er eine
Weiterbildung als Parkettleger (IV-act. 28-9), nach eigener Aussage, um im bisherigen
Lehrbetrieb arbeitstätig bleiben zu können (IV-act. 30-2, Assessmentprotokoll vom 7.
Januar 2015). Es ist anzunehmen, dass er dieses Weiterbildungsjahr nicht angetreten
hätte, wenn sich der erlernte Beruf schon damals als ungeeignet herausgestellt hätte.
Die Patellaluxation vom 26. August 2007 erforderte eine Ruhigstellung,
Stockentlastung, Kühlung und Hochlagerung. Der Beschwerdeführer wurde vom 26.
August bis 2. September 2007 100 % arbeitsunfähig geschrieben (Bericht der Klinik für
Orthopädische Chirurgie KSSG vom 27. August 2007, IV-act. 4-12 f., wobei die
Arbeitgeberin am 26. Januar 2016 eine Arbeitsfähigkeit bis zum 30. September 2007
angab, IV-act. 62). Die Kniedistorsion vom 28. November 2007 wurde mit einem
Voltaren Salbenverband und Stockentlastung behandelt (Bericht Spital D._ vom 29.
November 2007, IV-act. 4-1). Die Auflistung der Absenzen durch die Arbeitgeberin vom
26. Januar 2016 weist zwischen Dezember 2004 und Januar 2006 rund sechs Monate
unfallbedingte Abwesenheit aus; im Jahr 2007 waren es noch 30 und im Jahr 2008
noch fünf Tage (IV-act. 62). Das Arbeitszeugnis der Lehrfirma vom 12. August 2008
enthält keinen Hinweis auf einen beabsichtigten Berufswechsel; im Gegenteil wird
festgehalten, dass der Beschwerdeführer die berufliche Erfahrung noch weiter vertiefen
müsse (IV-act. 28-9). Dr. C._ berichtete am 4. November 2014, bereits 2005 sei es
beim Beschwerdeführer erstmals zu Knieproblemen gekommen. Diese hätten sich mit
der Zeit gehäuft, so dass die Arbeit als Bodenleger immer weniger gut möglich
gewesen sei und der Beschwerdeführer eine neue Arbeit gesucht habe. Es sei klar
gewesen, dass er die Arbeit als Bodenleger nicht mehr würde aufnehmen können. Da
das Knieproblem während der Tätigkeit als Geschäftsführer (in der Gastronomie) keine
Rolle mehr gespielt habe, sei es damals in den Sprechstunden kein Thema mehr
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gewesen (IV-act. 20-1 f.). Diese Formulierung legt nahe, dass nach Ansicht des
Hausarztes eine Rückkehr in den bisherigen Beruf erst nach der Knieverletzung im Jahr
2010 endgültig nicht mehr möglich war. Gravierendere Verletzungen des linken Knies
sind denn auch erst nach der Distorsion am 25. Mai 2010 dokumentiert (partielle
Ruptur im medialen Bandapparat gemäss Kernspintomografie vom 14. Juni 2010, IV-
act. 4-2, Meniskusläsion gemäss Bericht der Klinik für Orthopädische Chirurgie vom 6.
Dezember 2010, IV-act. 4-6 f.). Der RAD folgte der hausärztlichen Einschätzung und
attestierte ab 2010 (gemeint ist wohl ab der Distorsion vom 25. Mai 2010) eine volle
Arbeitsunfähigkeit als Plattenleger (IV-act. 21-2). Aufgrund dieser Aktenlage kann nicht
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit darauf geschlossen werden, dass die
Kniebeschwerden bereits während der Ausbildung oder des Weiterbildungsjahres eine
weitere Tätigkeit als Bodenleger längerfristig verunmöglichten. Es liegt somit nicht ein
den in Art. 6 Abs. 2 IVV geregelten Fällen gleichzustellender Sachverhalt vor, indem
sich die Tätigkeit als Bodenleger bereits während der Ausbildung als längerfristig
ungeeignet herausgestellt hätte. Der Beschwerdeführer erzielte während seiner
Zusatzausbildung als Parkettleger zwischen Januar und August 2008 ein Einkommen
von Fr. 24'616.-- (Auszug aus dem Individuellen Konto [IK], IV-act. 29-1), was
monatlich Fr. 3'077.-- entspricht und deutlich über dem Grenzwert von drei Vierteln der
vollen einfachen ordentlichen Invalidenrente liegt. Der Beschwerdeführer hat demnach
Anspruch auf ein "grosses" Taggeld.
4.5 Ohnehin könnte die Frage ausgeworfen werden, ob nicht schon in der Mitteilung
vom 28. Juli 2015 Leistungen für eine Umschulungsmassnahme zugesprochen wurden
(IV-act. 48): Gemäss dieser Mitteilung übernimmt die IV die gesamten Schulkosten für
die Vollzeitausbildung zum Technischen Kaufmann und nicht bloss die vom
Beschwerdeführer geltend zu machenden invaliditätsbedingten Mehrkosten. Die
zugesprochene Leistung entspricht somit inhaltlich einer Umschulung im Sinne von Art.
17 Abs. 1 IVG und nicht einer erstmaligen beruflichen Ausbildung nach Art. 16 Abs. 1
IVG. Auch wurde in den verwaltungsinternen Abklärungen am 20. November 2014
durch die IV-Stelle festgehalten, ein Umschulungsanspruch könne gewährt werden.
Der Versuch des Beschwerdeführers, sich aufgrund der Knieproblematik selbst on-the-
job "umzuschulen", sei nicht geglückt; er sei als gelernter Bodenleger zu qualifizieren
(IV-act. 22-4). Die Frage kann jedoch offen gelassen werden, weil sich der
Beschwerdeführer für die Beurteilung des streitigen Taggeldanspruchs ab 2016 die
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Bindungswirkung der Mitteilung vom 28. Juli 2015 und der Taggeldverfügung vom 31.
Juli 2015 nicht entgegenzuhalten braucht (vgl. E. 3 hiervor).
5.
5.1 Gemäss Art. 23 Abs. 1 IVG beträgt die Grundentschädigung 80 % des letzten ohne
gesundheitliche Einschränkungen erzielten Erwerbseinkommens. Liegt die vom
Versicherten zuletzt voll ausgeübte Tätigkeit mehr als zwei Jahre zurück, ist gemäss
Art. 21 Abs. 3 IVV auf das Erwerbseinkommen abzustellen, welches er durch die
gleiche Tätigkeit unmittelbar vor der Eingliederung erzielt hätte, wenn er nicht invalid
geworden wäre (vgl. Urteile vom 4. September 2013, 8C_405/2013, E. 2.1, vom 25.
März 2013, 9C_797/2012, E. 3.2 und vom 5. April 2013, 9C_847/2012, E. 3).
5.2 Aufgrund der Angaben des Beschwerdeführers und der medizinischen Aktenlage
(E. 4.4) ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer den Bodenlegerjob
zugunsten der Tätigkeit im Gastronomiebereich vorübergehend aufgeben wollte und
alsdann eine Rückkehr in den erlernten Beruf nach der Knieverletzung im Mai 2010
endgültig nicht mehr möglich war. Massgeblich ist demnach das Einkommen, das der
Beschwerdeführer unmittelbar vor seiner Aus- bzw. Weiterbildung zum Technischen
Kaufmann als gesundheitlich nicht eingeschränkter Bodenleger hypothetisch erzielt
hätte. Die Beschwerdegegnerin hat festgehalten, gemäss Angaben der früheren
Arbeitgeberin verdiene ein Bodenleger mit drei- bis vierjähriger Berufserfahrung ca. Fr.
4'500.-- (Strategieprotokoll vom 11. Februar 2016, IV-act. 68-2). Für die durch die
Beschwerdegegnerin vorzunehmende Bestimmung des Taggelds ist zu
berücksichtigen, dass es sich dabei um einen - verglichen mit den Löhnen eines
Plattenlegers - unterdurchschnittlichen Lohn handelt (vgl. etwa www.lohncheck.ch/
lohn/bau/Plattenleger, eingesehen am 25. November 2016, wo ein Medianlohn von Fr.
5'200.-- angegeben wird, sowie den Gesamtarbeitsvertrag [GAV] für das
Plattenlegergewerbe der Gebiete AG, BE, GL, LU, NW, OW, SZ, SO, UR, ZG, ZH, AI,
AR, GR, SH, SG und TG [eingesehen am 25. November 2016 unter http://
www.gavservice.ch/Contract.aspx?stellaNumber=365002&versionName=10], wo für
Plattenleger mit eidg. Fähigkeitsausweis ein Mindestlohn von Fr. 5'130.-- festgelegt
wird).
6.
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6.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen und die Sache zur
Neuberechnung des Taggeldes an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als volles
Obsiegen (BGE 132 V 235 E. 6). Die unterliegende Beschwerdegegnerin hat deshalb
die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten.
6.3 Eine Parteientschädigung ist nicht geschuldet, nachdem der Beschwerdeführer bei
der Beschwerdeerhebung durch eine angestellte Juristin einer
Rechtsschutzversicherung vertreten war, welche nicht zu berufsmässigen Vertretung
vor Versicherungsgericht zugelassen ist, womit kein Vergütungsanspruch für die
Vertretungskosten besteht (Art. 10 Abs. 1 und Art. 11 lit. c des st. gallischen
Anwaltsgesetzes und Art. 12 lit. b des Bundesgesetzes über die Freizügigkeit der
Anwältinnen und Anwälte [SR. 935.61]).