Decision ID: 05827dcf-9b97-5463-91f0-6e23e4622b75
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
D._,
Beschwerdeführerin,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente (Nichteintreten auf neues Leistungsbegehren)
Sachverhalt:
A.
A.a Die 1964 geborene D._ meldete sich am 7./9. Mai 2001 erstmals zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung an und beantragte namentlich Berufsberatung
und eine Rente. Sie sei Mutter zweier Kinder (1985 und 1988) und seit 1998
geschieden. Sie sei als Bestückerin tätig und leide an einem Burnout und einer
Kachexie. Die Behinderung bestehe seit 1984 (act. 2). Dr. med. A._, Arzt für
Allgemeine Medizin FMH, gab im Arztbericht vom 1./5. Juni 2001 (act. 6) an, es lägen
als Diagnosen eine Anorexie (ab 1989, zurzeit 35 kg) und eine Erschöpfung (seit 1995)
vor. Die Versicherte sei seit dem 28. April 2001 zu 50 % arbeitsunfähig. Sie sei zu 50 %
angestellt, arbeite aber gegenwärtig aus finanziellen Gründen sechs Stunden pro Tag.
In einer Arbeitgeberbescheinigung vom 12. Juli 2001 (act. 8) wurde angegeben, die
Versicherte sei seit dem 14. September 1998 als Aushilfe im Stundenlohn für die
Printbestückung angestellt und arbeite im Rahmen von etwa 60 bis 70 %. Im Jahr 2000
habe sie einen Jahreslohn von Fr. 48'108.70 erzielt. Am 9. Oktober 2001 fand eine
Abklärung an Ort und Stelle statt, bei welcher festgestellt wurde, dass die Versicherte
bei der Haushalttätigkeit nicht beeinträchtigt sei. Die Sozialversicherungsanstalt/IV-
Stelle sprach der Versicherten mit Verfügung vom 25. Januar 2002 (act. 16) ab
1. Januar 2002 eine halbe Rente bei einem Invaliditätsgrad von 40 % zu (berechnet
anhand der gemischten Methode bei einer Aufteilung in 80 % Erwerbs- und 20 %
Haushalttätigkeit, mit einem Einkommensvergleich zwischen einem Valideneinkommen
von Fr. 47'530.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 23'765.--). Am 9. Januar 2004
wurde der Anspruch ab 1. Januar 2004 bei unverändertem Invaliditätsgrad zufolge der
4. IV-Revision auf eine Viertelsrente herabgesetzt.
A.b Am 13. Februar 2006 ersuchte Dr. A._ um Zustellung eines Arztzeugnisses, damit
eine Neueinstufung der Rente zur Beurteilung komme. Die Versicherte stosse seit gut
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zwei Jahren an die Grenzen ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit (act. 19). Im
Fragebogen für die Revision gab die Versicherte am 24. Februar 2006 an, ihr
Gesundheitszustand sei gleich geblieben. Dr. A._ bestätigte dies im Arztbericht vom
4. April 2006 (act. 29). Der Versicherten seien Arbeiten bis zu einer Belastung von 50 %
möglich. Bei halbtägiger Arbeit sei sie voll belastbar. In der Arbeitgeberbescheinigung
vom 28. April 2006 (act. 30) wurde angegeben, die Versicherte habe im Jahr 2004
Fr. 32'442.95 und im Jahr 2005 Fr. 37'669.40 verdient. Das Pensum von 50 %
übersteige oft ihre (Leistungs-)Grenzen. Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der
Invalidenversicherung befürwortete am 30. Mai 2006, weiterhin von einer
Arbeitsfähigkeit von 50 % auszugehen. Die IV-Sachbearbeiterin hielt am 30. Mai 2006
dafür, da die Versicherte in den Jahren 2002 bis 2005 höhere Einkommen erzielt habe,
als es ihr angerechnet worden sei, sei die Rente unter wirtschaftlichem Aspekt zu
prüfen, ferner im Hinblick auf die Qualifikation und auf die Einschränkungen im
Haushalt. Am 17. August 2006 wurden die Verhältnisse an Ort und Stelle neu abgeklärt.
Im Bericht (act. 36) wurde festgehalten, die Versicherte habe angegeben, es gehe ihr
seit ca. eineinhalb Jahren schlechter. Die Belastbarkeit habe ab- und die
Beanspruchung bei der Arbeit habe zugenommen. Sie brauche vermehrte und längere
Erholungsphasen. Sie arbeite seit der Rentenzusprechung zu ca. 70 %. Mit
Vorbescheid vom 22. September 2006 (act. 39 f.) stellte die Sozialversicherungsanstalt/
IV-Stelle der Versicherten die Einstellung des Rentenanspruchs in Aussicht. Das
Valideneinkommen betrage Fr. 51'199.-- und das Invalideneinkommen Fr. 38'045.--,
die Einschränkung also 26 %. Bezogen auf einen Anteil der Erwerbstätigkeit von 80 %
ergebe das einen Gesamtinvaliditätsgrad von 21 %. Am 27. September 2006 erhob die
Versicherte Einwand. Am 3. Oktober 2006 (Eingangsstempel; act. 45) erklärte sie
ergänzend, sie habe über ihre Kräfte hinaus gearbeitet. Sie wisse nicht, woher sie die
Kraft nehmen sollte, noch mehr zu arbeiten. Sie sei körperlich am Ende und könne
nachts nicht mehr schlafen, weil sie sich sorge, wie es ohne Rente sollte weitergehen
können. Dr. A._ reichte am 10. Oktober 2006 (act. 42) für sie Lohnausweise aus der
Zeit von 1998 bis 2005 ein und erklärte, es lasse sich daraus nachvollziehen, dass sie
ihren Lohn nur mit Überstunden erreiche. Die Einstellung der Rente sei medizinisch
betrachtet nicht gerechtfertigt. Mit Verfügung vom 8. November 2006 (act. 47) wurde
die Rente eingestellt. Die Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
B.
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B.a Am 2./27. April 2007 (act. 48) meldete sich die Versicherte erneut bei der
Invalidenversicherung an und teilte mit, sie leide an einer Neurasthenie bei 37 kg
Körpergewicht und sei seit dem 13. September 1998 nur zu 50 % arbeitsfähig.
B.b Mit Schreiben vom 10. Mai 2007 (act. 50) wies die Sozialversicherungsanstalt/IV-
Stelle die Versicherte darauf hin, dass in einem Revisionsgesuch eine
anspruchserhebliche Änderung des Invaliditätsgrades glaubhaft zu machen sei. Bis
9. Juni 2007 habe sie deshalb Nachweise wie etwa Arztberichte einzureichen, aus
denen sich der Verlauf und die allfälligen rechtserheblichen Änderungen ersehen lassen
würden. Würden innert Frist keine Unterlagen oder lediglich solche Unterlagen
eingereicht, welche keine Revisionsgründe nachweisen würden, müsse sie mit einem
Nichteintretensentscheid rechnen.
B.c Dr. A._ teilte der Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle für die Versicherte am
31. Mai 2007 (act. 51) mit, seit dem letzten Arztbericht habe sich die Situation der
Versicherten insofern verschlimmert, als sich wegen stressbedingten Erbrechens eine
chronische Hypokaliämie eingestellt habe. Nach Absprache mit dem behandelnden
Psychiater sei ein Erlass der ausbezahlten Ergänzungsleistungen wünschenswert, denn
die kachektische Versicherte komme mit der Rückzahlung von ca. Fr. 24'000.-- noch
mehr unter Druck. Mit Schreiben vom 7. Juni 2007 (act. 52) ersuchte Dr. med. B._,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, um Zustellung der Akten.
B.d Mit Verfügung vom 9. Juli 2007 trat die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle auf das
Gesuch (Neuanmeldung) vom 2./27. April 2007 nicht ein. Die Versicherte habe darin
keine neuen Tatsachen geltend gemacht.
C.
Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde vom 14. August 2007. Die
Beschwerdeführerin beantragt, ihr eine halbe Rente zuzusprechen und ihren
"Wiedererwägungsgrund" zu prüfen. Sie leide zunehmend an Schlafstörungen,
depressiver Verstimmung und Suizidgedanken. Deshalb habe sie sich zu einer
Psychotherapie entschieden. Die Schlafstörungen hätten ihren Gesundheitszustand
weiter verschlechtert und es komme gelegentlich zu Kreislaufzusammenbrüchen am
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Arbeitsplatz. Auch für den Haushalt brauche sie Hilfe, denn ihr fehle die Kraft. Bei einer
Tätigkeit zu 50 % könne sie sich wenigstens halbtags regenerieren. In dem beigelegten
(von Dr. B._ visierten) Schreiben vom 13. August 2007 legte lic. phil. C._,
Fachpsychologin für Psychotherapie FSP, dar, am 8. November 2006 sei die Rente der
Beschwerdeführerin wegen deren Fehlverhaltens eingestellt worden. Die
Beschwerdeführerin habe in Unkenntnis der gesetzlichen Regelung zeitweilig mehr als
50 % gearbeitet, um Schulden abzahlen zu können. Sie sei am 20. März 2007 in
psychotherapeutische Behandlung gekommen und leide an einer
Erschöpfungsdepression mit dysphorischer Verstimmung, habe Suizidgedanken und
sei seit Jahren körperlich stark untergewichtig. In der Anamnese gebe es Hinweise auf
eine chronifizierte posttraumatische Belastungsstörung, die zu einer andauernden
Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung geführt habe. Die Therapie sei gut
angelaufen. Damit sie greifen könne, sei für ein weiteres Jahr die Ausrichtung einer
halben Rente notwendig. Die Beschwerdeführerin benötige Entlastung und ausserdem
Zeit, um in die Therapie zu kommen und ihr Verhaltenstraining zu machen.
D.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 2. Oktober 2007 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Zu vergleichen seien die Sachverhalte im Zeitpunkt
vom 8. November 2006 und im Zeitpunkt vom 9. Juli 2007. Medizinisch neue Fakten
habe Dr. A._ im einzigen eingereichten Bericht vom 31. Mai 2007 nicht ausgewiesen.
Auch dem im Beschwerdeverfahren eingereichten Schreiben von Dr. B._ lasse sich
keine massgebliche Gesundheitsveränderung der Beschwerdeführerin entnehmen.
Diese befinde sich nämlich gerade wegen der von Dr. A._ bereits am 5. April 2006
bzw. am 8. Juni 2001 beschriebenen Beschwerden dort in Behandlung.
E.
Mit Replik vom 17./18. Oktober 2007 bringt die Beschwerdeführerin vor, ihr Zustand
habe sich massiv verschlechtert. Weil ihr Dr. A._ nicht habe helfen können, habe er
sie an Dr. B._ überwiesen. Bis anhin gehe es ihr trotz wöchentlicher Therapie nicht
besser. Sie sei körperlich und psychisch am Ende.
F.
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Die Beschwerdegegnerin hält am 8./12. November 2007 an ihrem Antrag fest.

Erwägungen:
1.
1.1 Da ein Sachverhalt zu beurteilen ist, wie er sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses der
angefochtenen Verfügung am 9. Juli 2007 entwickelt hat, sind die auf den 1. Januar
2008 in Kraft getretenen Rechtsänderungen nicht anwendbar.
1.2 Die Beschwerdeführerin hatte sich neu angemeldet, nachdem ihr Rentenanspruch
mit Verfügung vom 8. November 2006 eingestellt worden war. Der
Einkommensvergleich für den Erwerbsteil hatte eine Erwerbsunfähigkeit von 26 %
ergeben. Mit der angefochtenen Verfügung ist die Beschwerdegegnerin auf dieses
neue Gesuch vom 2./27. April 2008 nicht eingetreten. Sie hat sich auch nicht
tatsächlich (vgl. BGE 117 V 8 E. 2b/aa in fine; BGE 109 V 262 E. 2a) auf die materielle
Behandlung der Neuanmeldung eingelassen. Gegenstand des vorliegenden
Beschwerdeverfahrens kann damit ausschliesslich die Frage sein, ob die
Beschwerdegegnerin auf die Neuanmeldung hätte eintreten müssen. Auf den Antrag
der Beschwerdeführerin, ihr eine Rente zuzusprechen, kann indessen nicht eingetreten
werden.
2.
2.1 Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird
gemäss Art. 87 Abs. 4 IVV eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die
Voraussetzungen gemäss Abs. 3 erfüllt sind. Nach jener Bestimmung muss in einem
Revisionsgesuch glaubhaft gemacht werden, dass sich der Grad der Invalidität in einer
für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Die beiden geregelten
Konstellationen sind allerdings nicht ohne Unterschied: Die Rechtskraft einer
leistungszusprechenden Verfügung steht einer neuen Prüfung der Ansprüche (von
Wiedererwägung und prozessualer Revision abgesehen) so lange entgegen, als der
seinerzeit beurteilte Sachverhalt sich in der Zwischenzeit nicht verändert hat (vgl. BGE
130 V 68 E. 5.2.3; BGE 125 V 410; BGE 109 V 262). Mit einer Eintretenshürde soll
verhindert werden, dass sich die Verwaltung immer wieder mit gleich lautenden und
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nicht näher begründeten, d.h. keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden
Gesuchen befassen muss (BGE 133 V 112 E. 5.3.1; BGE 117 V 200 E. 4b). Die
Rechtskraft einer Anspruchsablehnung, wie sie vorliegend voranging, wirkt sich aber
nicht gleich aus wie diese Rechtskraft der leistungszusprechenden Verfügung. Bei der
Abweisung eines Leistungsgesuchs kann einem Betroffenen nicht zugemutet werden,
die Unzulänglichkeiten der Verfügung zu rügen, sofern ihr Ergebnis (trotzdem) zutrifft.
Entgegen dem nicht massgebenden Wortlaut von Art. 87 Abs. 4 IVV lautet der
allgemeine Verfahrensgrundsatz der Eintretenshürde bei Neuanmeldungen nach einer
vorausgegangenen Rentenabweisung lediglich, dass der Gesuchsteller das Vorliegen
eines aktuell rentenbegründenden Sachverhalts glaubhaft machen muss. Ein
Sachverhaltsvergleich auf der Zeitachse ist - anders als im Rentenrevisionsverfahren -
hier nicht erforderlich (Franz Schlauri in SBVR, 2. A., Die Militärversicherung, Rz 137,
Fn 187; anders BGE 130 V 71 E. 3.2.3 und BGE 133 V 112 E. 5.4). Während eine
lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen
Sachverhalts für Revisionstatbestände unmassgeblich ist (vgl. etwa BGE 112 V 371 E.
2b), kann sie bei repetitiven Neuanmeldungen die Eintretensvoraussetzung erfüllen
helfen. Bei der Eintretensfrage interessiert eben nur, ob jetzt eine rentenbegründende
Invalidität glaubhaft dargetan sei. Erst die dem Eintreten folgende neue materielle
Prüfung ermittelt das aktuelle gesundheitliche Schadensbild und gewichtet die daraus
resultierende Invalidität. Veränderungen interessieren insoweit in der Eintretensfrage für
Neuanmeldungen nicht direkt (so auch die nicht veröffentlichten Entscheide des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S O.S.-S. vom 14. November 2006, i/S
G.F. vom 19. Juni 2006 und i/S S.A.-S. vom 21. November 2005).
2.2 Die versicherte Person muss mit der Neuanmeldung die massgeblichen Tatsachen
glaubhaft machen. Der Untersuchungsgrundsatz spielt insoweit nicht (BGE 130 V 64
E. 5.2.5). Der Gesuchsteller hat die Indizien zu liefern. Er kann sich nicht darauf
beschränken, zu behaupten und sich auf die Untersuchungspflicht der Verwaltung zu
berufen, die dann die Behauptung auf ihre Glaubwürdigkeit zu überprüfen hätte (vgl.
nicht veröffentlichter Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S
U.S. vom 16. September 2006).
2.3 Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Frist zur Einreichung
von Beweismitteln angesetzt und die Fristansetzung mit der Androhung verbunden,
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dass ansonsten gegebenenfalls auf Nichteintreten zu erkennen sei. Die Gerichte legen
ihrer beschwerdeweisen Überprüfung nach der Rechtsprechung in dieser Situation den
Sachverhalt zugrunde, wie er sich der Verwaltung bot (BGE 130 V 64 E. 5.2.5).
3.
3.1 Massgebend ist somit, ob die Beschwerdeführerin in ihrer Neuanmeldung vom
2./27. April 2007 oder mit bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung eingereichten
Unterlagen glaubhaft gemacht habe, dass ein leistungsbegründender Sachverhalt
vorliege.
3.2 In ihrem neuen Gesuch gab die Beschwerdeführerin an, sie sei (seit September
1998) nur zur Hälfte arbeitsfähig. Dr. A._ berichtete am 31. Mai 2007 von einer
Verschlimmerung der gesundheitlichen Situation. Wegen stressbedingten Erbrechens
sei eine chronische Hypokaliämie aufgetreten. Ausserdem liess sich aus dem Bericht
schliessen, dass die Beschwerdeführerin in psychiatrischer Behandlung stehe.
Dr. A._ machte zwar keine Ausführungen zur Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin. Ob sich die chronische Hypokaliämie auf ihre Leistungsfähigkeit
auswirke, ist daher nicht bekannt geworden. Dass es indessen bei der stark
untergewichtigen Beschwerdeführerin (offenbar über längere Zeit hinweg)
stressbedingt zu Erbrechen gekommen ist und sie sich in psychiatrische Behandlung
begeben musste, deutet auf eine (renten-) erhebliche (nun möglicherweise auch
psychisch bedingte) Beeinträchtigung des Gesundheitszustands hin. Dies erfüllt die
erforderlichen Voraussetzungen einer Eintretenspflicht der Verwaltung. Denn diese
setzt nicht bereits einen Beweis des behaupteten Sachverhalts durch die versicherte
Person mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit voraus, sondern
ein Glaubhaftmachen reicht aus. Es genügt, dass gewisse Anhaltspunkte dafür
sprechen, der geltend gemachte Sachverhalt sei tatsächlich eingetreten, selbst wenn
noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, dies werde sich bei einer eingehenden
Abklärung nicht bestätigen lassen (vgl. Entscheid des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts i/S E. vom 20. März 2003 [I 238/02] zum Revisionstatbestand).
3.3 Insbesondere muss eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der
Grössenordnung der geltend gemachten 50 % in diesem Sinne als wenigstens
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glaubhaft gemacht betrachtet werden. Denn eine solche Arbeitsunfähigkeit ist der
Beschwerdeführerin noch am 4. April 2006 (und am 10. Oktober 2006 sinngemäss)
attestiert worden und für eine Verbesserung gibt es keine Anhaltspunkte. In ihrer
Neuanmeldung hat sie sich auf eine Arbeitsunfähigkeit in diesem Ausmass berufen. Zu
berücksichtigen ist in diesem Zusammenhang insbesondere, dass die
Beschwerdeführerin wie oben erwähnt (ohne zeitlichen Vergleich) das Vorliegen eines
aktuell rentenbegründenden Sachverhalts glaubhaft zu machen hat. Bei einer
Arbeitsunfähigkeit des genannten Umfangs erscheint eine rentenbegründende
Invalidität durchaus denkbar, selbst wenn die gemischte Methode der
Invaliditätsbemessung zur Anwendung gelangen muss.
3.4 Die Beschwerdegegnerin hätte demnach auf die Neuanmeldung der
Beschwerdeführerin eintreten müssen.
4.
Die Beschwerdeführerin ersucht in ihrer Beschwerdeschrift vom 14. August 2007
darum, ihren "Wiedererwägungsgrund" zu prüfen. Insofern davon auszugehen ist, dass
sie auch ein Wiedererwägungsgesuch bezüglich der Verfügung vom 8. November 2006
stellte, ist dieses zuständigkeitshalber der Beschwerdegegnerin zu überweisen.
5.
5.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde, soweit auf sie
eingetreten werden kann, unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 9. Juli
2007 zu schützen und die Sache ist der Beschwerdegegnerin zur Behandlung der
Neuanmeldung vom 2./27. April 2007 zurückzuweisen.
5.2 Angesichts des Unterliegens der Beschwerdegegnerin rechtfertigt es sich, ihr die
Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert
festgelegt werden (Art. 69 Abs. 1 IVG), gesamthaft aufzuerlegen (vgl. Art. 95 Abs. 1
VRP/SG). Eine Entscheidgebühr von Fr. 600.-- erscheint angemessen. Der
Beschwerdeführerin ist der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.--
zurückzuerstatten.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
bis
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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG