Decision ID: 0d548e9f-d5aa-4d52-8930-80a6fb908bae
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1974, schloss im Jahr 1995 eine Berufslehre
als Elek
tromechaniker
mit Fähigkeitsausweis ab und war in den Folgejahren als tech
ni
scher Kundenberater und im Bereich
Product
Management erwerbstätig
.
Im Juni 2007
meldete
er
sich unter Angabe
eines
seit A
ugust 2005 bestehenden
Ti
n
nitus und
aufgrund von
Depressionen
erstmals
zum Bezug von Leistungen
bei der Inva
lidenversicherung an (Urk. 2/4/12 Ziff. 6 und Ziff. 7). Die IV-Stelle des Kantons T
hurgau sprach ihm
ab Juni 2007 eine
halbe
und ab S
eptember 2007 eine
unbe
fristete ganze Rente zu
(Verfügung vom 1. Juli 2008 [
Urk. 2/4/59
]
)
.
Im Rahmen von Eingliederungsbemühungen im Rentenrevisionsverfahren gewährte
die IV-Stelle
von
Juli bis Dezember 2009 Einarbeitungszuschüsse
(Urk. 2/4/71 und Urk.
2/4/102)
, aufgrund welcher sie die Rentenleistungen per 1. Juli 2009 ein
stellte (Urk. 2/4/135)
.
Am 6. S
eptember 2011
teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit,
dass sie ihn als
rentenausschliessend eingegliedert
erachte
und schloss die
beruflichen Eingliederungsmassnahmen
ab
(
Urk.
2/4/137
)
.
1.2
Vom 1. November 2011
bis 30. November 2013
war der Versicherte als t
echni
scher
Berater im i
nternationalen Verkauf bei der
Z._
AG
angestellt
und bei der
Personalstiftung der
X._
vorsorgeversichert (vgl. Urk. 1
3
Ziff. 4).
Dieses Arbeitsverhältnis kündigte der Versicherte selber
(
Urk.
2/4/172/8 f.
)
.
Ab
1.
Januar 2014
war
er
als Area
Sale
Manager bei
der
A._
AG angestellt
(Urk. 2/4/227/5) und bei
ASGA Pensionskasse Genossenschaft
vorsorgeversichert (vgl. Urk. 2/13). Dieses
Arbeitsverhältnis
kündigte
die
Arbeitgeber
in
während der Probezeit
am 16. Januar
per 26. Januar 2014 (Urk. 2/4/227/6)
.
Im Februar und M
ärz 2014 bezog der Versicherte
Taggeldleistungen der Arbeitslosenversicherung und war über die
Stiftung A
uffangeinrichtung berufsvorso
r
geversichert
(vgl. Urk.
2/4/16
6/5 f.). Ab 1. April 2014 war
er
bei der
B._
AG angestellt (vgl. Urk. 2/4/192)
und bei der
META Sammelstiftung für KMU
vorsorgever
sichert.
Dieses
Arbeitsversverhältnis
wurde
am 20. Mai 2014 innerhalb der Probe
zeit
per 27. Mai 2014
d
urch d
ie
Arbeitgeber
in
gekündigt
und der Versicherte per sofort freigestellt
(Urk. 2/4/190/7)
.
1.3
Am 28. Mai 2014
meldete der
behandelnde
Dr. med.
C._
, Psychiatrie und Psy
chotherapie
,
den
Versicherte
n
u
nter Angabe, dass seit
1. Januar 2014 wieder
hol
te
Absenzen
aufgetreten seien
und seit 14.
Mai 2014
eine 100%ige Arbeits
unfähig
keit bestehe
,
bei der Invalidenversicherung
zur Früherfassung
an (Urk.
2/4/141 Ziff. 2
; vgl. auch Urk. 2/4/157
).
Am 26
.
Juni
2014
reichte
der Ver
sicherte
die Anmeldung zum
Bezug von Leistun
ge
n der Invalidenversicherung ei
n, wobei er
unter
Angabe
n
zur gesundheitlichen Beeinträchtigung eine Depres
sion mit Angst
erkrankung
,
erstmals bestehend
seit 2006/2007
mit
Rückfall seit April 2014
,
auf
führte
(Urk. 2/4/159 Ziff. 6). Die
neu
zuständige
Sozialversicherungs
an
stalt des Kantons St. Gallen
, IV-Stelle
,
t
ätigte
medizinische
und berufliche Abklä
rungen und
erteilte Kostengutsprache für
ein Belas
tbarkeitstraining
vom 14. Juli bis 9.
Oktober
2015
(Urk.
2/4/195
und Schlussbericht vom
23
.
November
2015 [Urk.
2/4/203
]
).
N
ac
h Abschluss der Massnahmen und nachdem
die IV-Stelle
die Akten ihrem regionalen ärztlichen Dienst
(RAD)
zur Stellungnahme unterbreitet hatte (Urk. 2/4/217/2-3), stellte sie mit Vorbescheid vom 19. Mai 2016 die
Zu
sprache
einer ganzen Rente ab 1.
April
2015 in Aussicht (Urk. 2/4/221).
Dagegen erhob der
Versicherte
Einwand und beantragte unter anderem
,
der Beginn der
Arbeitsunfähigkeit sei auf
den
8. Januar 2014
festzulegen
und die ganze Rente ab
1. Januar 2015 auszurichten (Urk. 2/4/225 und 2/4/227).
Nach erneuter Stel
l
ung
nahme des RAD (Urk. 2/4/229)
verfügte die IV-Stelle am 13. Dezember 2016
(Urk.
2/4/239 und 2/4/240)
in angekündigtem Sinne
,
legte
den
Beginn der
Arbeits
unfähigkeit und der
einjährigen
Wartezeit
per
1.
A
pril 2014 fest und
sprach bei
einem
Invaliditätsgrad von 76 %
eine
ganze Rente ab 1. April 2015
zu
.
Diese Verfügung wurde auch der Stiftung Auffangeinrichtung BVG sowie der META Sammelstiftung für
KMU
zugestellt (Urk. 2/4/240). Letztere richtete darauf
hin ab
1. April 2015 unter dem Titel Vorschussleistungen eine Invalidenrente in der Höhe
von Fr. 1'317.-- monatlich aus und ersuchte den Versicherten, sich bei
der ver
mutungsweise leistungspflichtigen Vorsorgeeinrichtung zu melden (Urk. 2/6
f.), was dieser in der Folge unter Hinweis auf das
Rückgriffsrecht
und die eigen
stän
dige Klageberechtigung der META Sammelstiftung für
KMU
ablehnte (Urk.
2/8).
1.4
Mit
drei
Schreiben vom 9. November 2019
(Urk. 2/9
,
Urk. 2/10 und Urk. 2/1
1
)
forderte
die
META Sammelstiftung für KMU
die
ASGA Pensionskasse Genossen
schaft
, die
Stiftung Auffangeinrichtung
und
die
Personalvorsorgestiftung der
X._
zur
Rück
erstattung
von
Vorleistungen
auf
.
Die
se
lehnten
ihre
Leistungspflicht ab (vgl. Urk. 2/12,
Urk. 2/13 und Urk.
2/14).
2.
2.1
Mit Eingabe vom 1. Oktober 2020 erhob die Stiftung
Convitus
Sammelstiftung für Personalvorsorge
als Rechtsnachfolgerin der META Sammelstiftung für KMU in Liquidation (vgl. Urk. 2/1)
Klage gegen die
ASGA Pensionskasse Genossen
schaft, die Stiftung Auffangeinrichtung und die Personalvorsorgestiftung der
X._
mit folgendem Rechtsbegehren (Urk. 1 S. 2):
«
1.
Es
sei
festzustellen, welche der drei Beklagten leistungspflichtig ist.
2.
Die als leistungspflichtig erkannte Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin die erbrachte Vorleistung von monatlich Fr. 1'317 seit dem 1. April 2015 an den Versicherten zurückzuzahlen.
Unter Entschädigungsfolge zuzüglich Mehrwertsteuer zu Lasten der Be
klagte
n
1 resp. Beklagten 2 resp. Beklagten 3.
»
2.2
Während sich die Beklagte 1 nicht vernehmen liess
,
beantragte die Beklagte 2 in ihrer
Klageantwort vom 11.
Dezember
20
20
die vollumfängliche Abweisung der
gegen sie gerichteten
Klage
,
unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der
Klägerin (Urk. 11
S. 2).
Die Beklagte 3 beantragte in ihrer Klageantwort vom 23. Dezember 2020
,
die Klage sei
,
soweit sie sich gegen sie richte, vollumfänglich abzuweisen
,
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (Urk. 13).
Mit Replik vom
4.
März 2021 (Urk. 1
8
) und D
uplik der Beklagten 2 vom 18. März 2021 (Urk. 24) hielten die Parteien an ihren Anträgen fest. Die Beklagte 3 verzichtete am 14. April 2021 (Urk. 25) auf Duplik während sich die Beklagte 1 erneut nicht ver
nehmen liess. Mit Verfügung vom 11
.
Mai 2021 (Urk. 27) wurde
Y._
zum Prozess
beigeladen. Dieser lies
s
sich innert Frist nicht vernehmen, was den Verfahrensbeteiligten am 30. Juni 2021 (Urk. 29) zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 24 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die berufliche Alters-, Hinter
las
senen- und Invalidenvorsorge (BVG)
hat der Versicherte Anspruch auf eine volle Invalidenrente, wenn er im Sinne der Invalidenversicherung mindestens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn er mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn er mindestens zur Hälfte und auf eine
Viertelsrente
, wenn er mindestens zu
40 % invalid ist. Gemäss Abs. 1 von Art. 26 BVG gelten für den Beginn des An
spruchs auf Invalidenleistungen sinngemäss die entsprechenden Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (Art. 29 IVG).
1.2
Anspruch auf Invalidenleistungen haben gemäss Art. 23 BVG Personen, die im Sinne der Invalidenversicherung zu mindestens 40 % invalid sind und bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert waren. Nach Art. 23 BVG versichertes Ereignis ist einzig der Eintritt der rele
vanten Arbeitsunfähigkeit, unabhängig davon, in welchem Zeitpunkt und in welchem Masse daraus ein Anspruch auf Invalidenleistungen entsteht. Die Ver
sicherteneigenschaft muss nur bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit gegeben sein, dagegen nicht notwendigerweise auch im Zeitpunkt des Eintritts oder der Ver
schlimmerung der Invalidität. Diese wörtliche Auslegung steht in Einklang mit Sinn und Zweck der Bestimmung, nämlich denjenigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern Versicherungsschutz angedeihen zu lassen, welche nach einer längeren Krankheit aus dem Arbeitsverhältnis ausscheiden und erst später invalid
werden. Für eine einmal aus
während der Versicherungsdauer aufgetre
tene
-
Arbeitsunfähigkeit geschuldete Invalidenleistung bleibt die Vorsorgeeinrichtung somit leistungspflichtig, selbst wenn sich nach Beendigung des Vorsorgever
hält
nisses der Invaliditätsgrad ändert. Entsprechend bildet denn auch der Wegfall der Versicherteneigenschaft kein Erlöschungsgrund (Art. 26 Abs. 3 BVG e
contrario
; BGE 123 V 262 E. 1a, 118 V 35 E. 5).
1.3
Art. 23 BVG kommt auch die Funktion zu, die Haftung mehrerer Vorsorgeein
richtungen gegeneinander abzugrenzen, wenn eine in ihrer Arbeitsfähigkeit be
reits beeinträchtigte versicherte Person ihre Arbeitsstelle (und damit auch die Vor
sorgeeinrichtung) wechselt und ihr später eine Rente der Invalidenver
siche
rung zugesprochen wird. Der Anspruch auf Invalidenleistungen nach Art. 23 BVG ent
steht in diesem Fall nicht gegenüber der neuen Vorsorgeeinrichtung, sondern ge
genüber derjenigen, welcher die Person im Zeitpunkt des Eintritts der inva
lidisie
renden Arbeitsunfähigkeit angehörte.
Damit eine Vorsorgeeinrichtung, der eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitnehmer beim Eintritt der Arbeitsunfähigkeit angeschlossen war, für das erst nach Be
endigung des Vorsorgeverhältnisses eingetretene Invaliditätsrisiko aufzukommen
hat, ist indes erforderlich, dass zwischen Arbeitsunfähigkeit und Invalidität ein enger sachlicher und zeitlicher Zusammenhang besteht (BGE 130 V 270 E. 4.1). In sachlicher Hinsicht liegt ein solcher Zusammenhang vor, wenn der der Inva
lidität zu Grunde liegende Gesundheitsschaden im Wesentlichen derselbe ist, der zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat. Sodann setzt die Annahme eines engen zeit
lichen Zusammenhangs voraus, dass die versicherte Person nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit nicht während längerer Zeit wieder arbeitsfähig wurde. Die frühere Vorsorgeeinrichtung hat nicht für Rückfälle oder Spätfolgen einer Krank
heit einzustehen, die erst Jahre nach Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit eintreten. Demnach darf nicht bereits eine Unterbrechung des zeitlichen Zusam
menhangs angenommen werden, wenn die Person bloss für kurze Zeit wieder an die Arbeit zurückgekehrt ist. Ebenso wenig darf die Frage des zeitlichen Zusam
menhangs zwischen Arbeitsunfähigkeit und Invalidität in schematischer (analo
ger) Anwendung der Regeln von Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Invali
den
versicherung (IVV) beurteilt werden, wonach eine anspruchsbeeinflussende Verbesserung der Erwerbsfähigkeit in jedem Fall zu berücksichtigen ist, wenn sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich andauern wird. Zu berücksichtigen sind vielmehr die gesamten Umstände des konkreten Einzelfalles, namentlich die Art des Gesundheitsschadens, dessen prog
nostische ärztliche Beurteilung und die Beweggründe, die die versicherte Person zur Wiederaufnahme der Arbeit veranlasst haben (BGE 123 V 262 E.
lc
, 120 V 112 E. 2c/
aa
und 2c/
bb
mit Hinweisen).
1.
4
Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der Invaliden
versicherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG ergibt sich, dass der Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich der beruflichen Vorsorge und in der Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist (BGE 123 V 269 E. 2a, 120 V 106 E. 3c, je mit Hinweisen).
Praxisgemäss sind daher die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzlichen Mindestvorsorge (Art. 6 BVG) an die Feststellungen der IV-Organe (Eintritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit, Eröffnung der Wartezeit, Festsetzung des
Invaliditätsgrades) gebunden, soweit die IV-rechtliche Betrachtung aufgrund einer
gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar erscheint (BGE 126 V 309 E. 1 in
fine
). Diese Konzeption fusst auf der Überlegung, die Organe der (obligatorischen) beruflichen Vorsorge von eigenen aufwändigen Abklä
run
gen freizustellen, und gilt nur bezüglich Feststellungen und Beurteilungen der
IV-Organe, welche im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren für die Fest
legung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend waren (BGE 132 V 1 E. 3.2). So hat beispielsweise eine verspätete Anmeldung zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung rechtsprechungsgemäss die freie Überprüfbarkeit des leistungserheblichen Sachverhaltes durch die Vorsorgeeinrichtung beziehungs
weise das Berufsvorsorgegericht zur Folge (Urteil des Bundesgerichts 9C_49/2010 vom 23. Februar 2010 E. 2.1).
Diese Bindungswirkung setzt voraus, dass die Vor
sorgeeinrichtung (spätestens) ins
Vorbescheidverfahren
( Art.
73
ter
IVV
einbe
zo
gen
und ihr die Rentenverfügung formgültig eröffnet wurde (Urteil des Bundes
ge
richts
9C_81/2010 vom 16. Juni 2010 E. 3.1, mit Hinweisen). Dem BVG-Ver
sicherer steht
ein selbständiges Beschwerderecht im Verfahren nach IVG zu. Vorbehalten sind jene Fälle, in denen eine gesamthafte Prüfung der Aktenlage ergibt, dass die Invaliditätsbemessung der Invalidenversicherung offensichtlich unhaltbar war (BGE 130 V 270 E. 3.1).
1.
5
Die Annahme einer offensichtlichen Unhaltbarkeit der Feststellungen der Invali
den
versicherung ist rechtsprechungsgemäss an strenge Voraussetzungen geknüpft
. Es bedarf einer qualifizierten Unrichtigkeit des IV-Entscheides. Dieser muss ge
radezu willkürlich sein. Willkür in der Rechtsanwendung
liegt aber nur vor, wenn der angefochtene Entscheid offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeits
ge
danken zuwiderläuft; dabei ist erforderlich, dass der Entscheid nicht nur in der Begründung, sondern auch im Ergebnis willkürlich ist. Willkürlich ist ein Ent
scheid jedoch nicht schon dann, wenn eine andere Lösung ebenfalls als vertretbar oder gar zutreffender erscheint (Urteil des Bundesgerichts 9C_30/2014 vom 6. Mai 2014 E. 2.3 mit Hinweis auf BGE 140 III 16 E. 2.1;
Hürzeler
, BVG und FZG – Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenver
sicherung sowie über die Freizügigkeit in der beruflichen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung, Bern 2010, Art. 23 N 14;
Hürzeler
, Invaliditäts
prob
lematiken in der beruflichen Vorsorge, Basel 2006, S.
202
f. und Moser, Die berufsvorsorgerechtliche Bindungswirkung von IV-Entscheiden: «Ruhekissen» oder «
Prokrustesbett
»?, in: AJP 2002 S. 927).
2.
2.1
2.1.1
Die Klägerin führte zur Kla
gebegründung aus (Urk. 1 S. 3
),
als Rechtsnachfolgerin der
META Sammelstiftung für die berufliche Vorsorge
richte sie im Rahmen der Vorleistungspflicht gemäss Art. 26 Abs. 4 BVG rückwirkend seit dem 1. April 2015 eine Invalidenrente in der Höhe von Fr. 1
'
317
.--
aus.
Dabei
gehe
a
us den Berichten des behandelnden Arzt
es
Dr.
C._
hervor, dass die Aufnahme der neuen Arbeitsstelle anfangs 2014 zu einem Rezidiv der be
stehenden depressiven Erkrankung geführt habe. Bei Antritt der Arbeitsstelle bei der Firma
B._
AG im April 2014 sei der Versicherte durch seine depressive Stimmung in seiner Leistungsfähigkeit bereits eingeschränkt gewesen und
somit sei
davon auszuge
h
en, dass die relevante Arbeitsunfähigkeit anfangs Januar 2014 durch den Stellenantritt bei der Firma
A._
AG eingetreten
sei
(S.
7
ff.). D
ie Argumentation des RAD
sei
für die Frage der zuständigen Pen
sions
kasse
nicht
relevant (S. 10).
2.1.2
Duplicando
führte sie aus (Urk. 18 S. 3 f.),
b
etreffend IV-Wartejahr und Zu
ständigkeit
nach BVG
bestünden unterschiedliche
Voraussetzungen.
Ergebe sich eine Zuständigkeit einer Vorsorgeeinrichtung aufgrund eines engen sachlichen und zeitlichen Zusammenhanges bei zwischenzeitlich mehrfachen Arbeitsver
su
chen, könne der Beginn des Wartejahres der IV
bezüglich der Frage der Zu
stän
digkeit
irrelevant sein. In einem solchen Fall müsse und könne die Pensionskasse dies weder im
Vorbescheidverfahren
geltend machen, noch könne sie eine Be
schwerde gegen die IV-Verfügung erheben, da ihr ein rechtlich geschütztes Inte
resse fehle (S. 3 f.).
2.2
Die Beklagte
2
stellte sich
auf den Standpunkt (Urk. 11
S. 8
f.),
dass sowohl die
Klägerin
als auch di
e
Beklagten 1-3
in
das IV-
Vorbescheidverfahren
einbezogen
worden seien
und
die IV-
Verfügung vom 13. Dezember 2016 zumindest der Klägerin und ihr (der Beklagten 2)
zugestellt
worden sei.
Da
die Verfügung
in Rechtskraft
erwachsen
sei
,
besteh
e
für
sie als
Beklagte 2
als auch
für die Klägerin
eine
Bindungswirkung
in
Bezug auf die Ausführungen in
der
I
V-Verfügung
.
Dabei könne aufgrund der Akten nicht davon ausgegangen werden, dass die Wartefrist und damit der Beginn der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit des Versicherten durch die IV-Stelle offensichtlich unrichtig festgelegt worden sei.
D
en
IV-Akten
seien
auch keine genügend konkreten Hinweise
zu entnehmen
, wonach die invalidisierende Arbeitsunfähigkeit des Versicherten gerade während der Taggeldbezüge bei der Arbeitslosenversicherung mit Versicherungsdeckung bei der Beklagten 2 eingetreten sei (S. 9).
2.3
Die Beklagte 3 machte geltend (Urk. 13
Ziff. 22),
es sei während ihrer Ver
sicherungszeit
von November 2011 bis Dezember 2013
weder eine Arbeitsun
fähigkeit ausgewiesen noch aktenkundig, dass eine gesundheitsbedingte Leis
tungseinbusse arbeitsrechtlich in
Erscheinung getreten sei
. Aus den Akten gehe
hervor, dass der Versicherte erstmals wieder in Zusammenhang mit Schwierig
keiten mit der neuen Stelle vom 8
.
Januar 2014 bis 31. Januar 2014 und in der Folge ab dem 14. Mai 2014 zu 100 % arbeitsunfähig geworden sei.
3.
3.1
Was den Zeitpunkt des Eintritts der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit anbe
langt, stellt sich vorab die Frage der Bindungswirkung (vgl. BGE 130 V 270 E.
3.1 f.)
der im vorliegenden Verfahren involvierten Einrichtungen der beruflichen Vorsorge
an die von der IV-Stelle im Rahmen ihres Rentenentscheids getroffenen Feststellungen.
3.2
Der Klägerin
respektive ihrer Rechtsvorgängerin
,
der
META
Sammelstiftung für KMU
in Liquidation
,
bei welcher der
Beigeladene
zuletzt aufgrund
seiner
An
stellung
vom 1. April
bis
27
. Mai 2014 bei der
B._
AG im Rahmen eines Besc
häftigungsgrades von 100
% unter anderem für das Invaliditätsrisiko vorsorgeversichert war (
Sachverhalt E
. 1.2
)
, wurde
die
Verfügung der IV-Stelle vom 13
.
Dezember 2016
(Urk.
2/4/240), mit welcher
ab 1.
April 2015
die
ganze Rente zugesprochen wurde, zugestellt. Der
Klägerin
war zuvor auch der Vorbe
s
cheid zugestellt worden (Urk. 2/4/232). Überdies
brachte
sie
sich
bereits
auch
früher
aktiv ins
Verwaltungsfahren ein, indem sie respektive
ihre Rückver
siche
rung
elipsLife
etwa die Akten der Inv
alidenversicherung einforderte und
mit ihr Diskussionen über die zuständige Vorsorgeversicherung
führte
(vgl. Urk. 2/4/18
6
,
Urk. 2/4/189
und
Urk. 2/4/218
)
.
Die formellen Voraussetzungen für eine Bin
dungswirkung des Entscheides der Invalidenversicherung für die
Klägerin sind somit erfüllt.
3.3
3.3
.1
Eine verspätete Anmeldung
des Versicherten
zum Leistungsbezug bei der Inva
lidenversicherung liegt nicht vor, sprach die IV-Stelle nach der bereits im
26
.
Juni
2014
erfolgten Anmeldung
(Urk. 2/4/159)
doch erst mit Wirkung ab 1.
April 2015
Rentenleistungen zu
.
Die ab 14. Juli 2015 ausgerichteten IV-Taggelder hatten keinen Einfluss auf den Rentenbeginn und wurden nachträglich mit den
Renten
betreffnissen
verrechnet (vgl. Urk. 2/4/241).
Was den Zeitpunkt des Eintritts der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit anbelangt, setzte die IV-Stelle den Beginn der Wartezeit auf
1. April 2014 fest (vgl. Urk. 2/4/239).
Mit Blick auf die Anmeldung
des Versicherten
für IV-Leistungen im
Juni 2014
hätte damit bereits ein früherer Rentenanspruch zum Gegenstand einer prozess
ualen Beurteilung gemacht werden können, nämlich
ab
1.
Dezember 2014
(vgl. Art. 29
IVG)
, sofern in diesem Zeitpunkt die Wartezeit nach Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG erfüllt
gewesen
w
ä
r
e
. Folglich interessierte die IV-Stelle der Verlauf der ge
sundheitlich bedingten Arbeitsunfähigkeit ab
Dezember 2013. In der Renten
ver
fügung vom 13
.
Dezember 2016
hielt die IV-Stelle fest, dass
der Versicherte seit 1. April 2014 (Beginn der einjährigen Wartezeit) in seiner Arbeitsfähigkeit erheb
lich eingeschränkt
gewesen
sei
, weshalb
sie die einjährige Wartezeit ab 1.
April 2014
eröffnete. Diese Festlegungen
von Teilaspekten des Rentenanspruchs
betra
fen die
Klägerin insofern unmittelbar, als der Versicherte
bei ihr seit
1. April 2014
vorsorgeversichert war (
Sachverhalt E. 1.2
).
3.3.2
Zu Recht weist die K
lägerin darauf hin
, dass
die
Regelungen für die berufliche Vorsorge
eine erhebliche und dauerhafte Einbusse des funktionellen Leistungs
ver
mögens von mindestens 20 % und einen engen sachlichen und zeitl
ichen Zu
sammenhang zwischen der
eingetretenen Arbeitsunfähigkeit
und
der späteren Invalidität voraussetzen
(E. 1.3)
.
Wenn die Klägerin jedoch vorbringt,
bereits im Zeitraum vor Eintritt
des Beigeladenen
in
ihre
Vorsorgeeinrichtung
a
m 1. April
2014
habe
eine ununterbrochene gesundheitsbedingte Einschränkung der Arbeits
fähigkeit von mindestens 20 % bestanden (zum Vorbr
ingen der
Klägerin
vgl. Urk.
18)
,
dann beanstande
t
sie
die IV-rechtliche Leistungszusprechung an sich, was Voraussetzung für die Rechtsmittelbefugnis der Vorsorgeeinrichtung ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_824/2018 vom 4. Juni 2019 E. 4.3 mit Hinweisen).
Eine ununterbrochene Arbeitsu
nfähigkeit von mindestens 20 % seit 8. Januar 2014
,
wie die
Klägerin
geltend macht, hätte vorliegend hinsichtlich Eröffnung und Ablauf der Wartezeit sowie bezüglich Beginn
s
des Rentenanspruchs zu
einem anderen Entscheid geführt
.
Denn
diesfalls
wäre
das Wartejahr, wie
der
Beige
ladene
in den Einwendungen im Verwaltungsfahren gegen
den
Vorbescheid
noch
geltend machte
(vgl. Urk. 2/4/227)
,
bereits im
Januar 2015
erfüllt gewesen
.
Damit wäre
aber auch
die
Klägerin
berechtigt gewesen, den IV-Entscheid anzufechten mit dem Antrag, es sei
dem
Beigeladenen
ab 1.
Januar 2015
eine
dem Durch
schnitt der Arbeitsunfähigkeit im zurückgelegten Wartejahr entsprechende
Rente zuzusprechen (Art. 28 Abs. 1
lit
. b und c IVG).
3.3.3
Da die
Klägerin
die Verfügung vom
13. Dezember 2016
nicht angefochten hat, obschon sie hierzu berechtigt gewesen wäre, ist der Entscheid der IV-Stelle und dabei insbesondere die Frage des Eintritts der massgeblichen Arbeitsunfähigkeit gegenüber der
Klägerin
nicht frei, sondern im Lichte offensichtlich unhaltbarer, geradezu willkürlicher Feststellungen der IV-Organe und einer qualifizierten Un
richtigkeit des IV-Entscheides zu prüfen (E. 1.
5
hiervor).
3.4
Gestützt auf die Akten gilt es dabei insbesondere zu würdigen, ob es sich als offensichtlich unhaltbar erweist, dass die Invalidenversicherung
den Eintritt der
massgeblichen
Arbeits
un
fähigkeit
per
April 2014 festlegte.
3.
4.1
Der behandelnde Psychiater Dr.
C._
bescheinigte dem
Beigeladenen
die fol
genden Arbeitsunfähigkeiten respektive Arbeitsfähigkeiten:
In der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vom 8. Januar 2014 (Urk. 2/4/142/3); zu 100 % arbeitsunfähig seit dem 8. Januar 2014 bis 31. Januar 2014
.
In
der
Arbeitsfähigkeitsbescheinigung vom 12
.
Februar 2014 (Urk. 2/4/142/2
); zu 1
00 % arbeitsfähig seit dem 1. Februar
2014 bis
auf weiteres.
In der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vom 19. Mai 2014 (Urk. 2/4/142/1); zu 100 % arbeitsunfähig seit dem 14. Mai 2014 bis 31. Mai 2014.
3.
4.2
Im Bericht vom 5. Juli 2014 (Urk. 2/4/16
4
) führte Dr.
C._
aus,
der
Beigeladene
stehe seit August 2005 in seiner psychiatrischen Behandlung und habe
im Jahre 2009
dank des Einsatzes der IV wieder in das Berufsleben ei
ngegliedert werden können und
sei
bis 31. Dezember 2013 wieder
100 % arbeitsfähig gewesen
.
Im Zusammenhang mit der neuen Stelle
(ab 1. Januar 2014, vgl. Urk. 2/4/168/)
habe es Probleme gegeben, die im weiteren Verlauf zu einem Rezidiv der bestehenden depressiven Erkrankung geführt hätten. Zwar sei es dem
Beigeladenen
gelungen
,
einen neuen Arbeitsplatz Ende März 2014 anzutreten, jedoch sei der Einstieg schon
durch das Vorliegen einer depressiven Stimmung erschwert gewesen und im wei
teren Verlauf habe sich gezeigt, dass zum einen der Arbeitsplatz eine Über
forde
rung dargestellt habe und zum anderen die erneute depressive Episode schon so weit fortgeschritten gewesen
sei, dass
ab dem 14. Mai 2014 eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit eingetreten sei.
Seit d
em Beginn des Rezidiv
s
Mitte März
2014
erfolge eine
intensive Therapie
einmal wöchentlich und
eine
Steigerung der Dauerme
di
kation.
Im IV-Arztbericht vom 4. September 2014 (Urk. 2/4/168) stellte Dr.
C._
den Verlauf identisch dar (Ziffer 1.4). Zur Frage nach der medizinisch begründeten Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20 % für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit (Ziffer 1.6) führte Dr.
C._
aus, «als Aussendienstmitarbeiter 100 % erstmalig
ab 1.1.2
014, durchgehend seit dem 14.5.
2014 bis 30.6.2014; 70 % 1.7.2014 bis auf
weiteres».
3.
4.3
RAD A
rzt Dr.
med.
D._
, Psychiatrie und Psychotherapie
,
führte
in seiner Aktenbeurteilung vom
27. Juli 2016
(Urk. 2/4/229)
aus,
gemäss
den Angaben de
s Versicherten in der Anmeldung, habe
der Rückfall der Depression mit Angster
krankung seit April 2014 bestand
en
.
Dr.
C._
berichte i
n einem Schreiben vom 5.
J
uli 2014
,
der Versicherte
sei
bis
31. Dezember 2013 voll arbeitsfähig
gewesen. In
einem
weiteren
Schreiben vom 23. Juni
2016 (vgl. Urk. 2/4/227/3)
berichte dieser Arzt
, dass er bis 31. Januar 2014 eine vo
lle Arbeitsunfähigkeit bestätigt
und im
Anschluss
den Versicherten für voll arbeitsfähig
im Rahmen der Stellen
suche
erachte
t
habe
.
Dabei
führe der Arzt aus, dass er
an
seine
r
Beurteilung
fest
halte
,
wonach
der Versicherte
mit der ab Ende März 2014 angetretenen Stelle überfordert
gewesen
sei
und
sich
erst durch den Stellenantritt die Arbeitsun
fähig
keit
manifest
iert habe
.
Weiter hielt
Dr.
D._
fest
, t
rotz des sich bereits abzeichnende
n Rezidivs M
itte März 2014
hätten
s
owohl Dr.
C._
, wie auch der Versicherte
im Rahmen der Anmeldung
ihre
Beurteilung, die Auswirkungen
der depressiven Episode auf die Arbeitsfähigkeit
hab
e im April 2014 begonnen, bestätigt
. Aus medizinischer
Sicht ersc
heine
es heikel, rückblickend ü
ber schriftlich festge
haltene Beurtei
lungen zu spe
kulieren und diese rü
ckwirkend anzupassen. Tatsa
che sei
, dass Dr.
C._
den Versicherten über zwei Monate
im Rahmen der Stellensuche
als voll arbeitsfähig
beurteilt habe
und daran auch
heute noch festhalte. Die
Situation
sei
von Dr.
C._
im Juli 2014
klar dargelegt worden und es sei zum damaligen
Zeitpunkt keine Korr
ektur der attestierten vollen Arbeitsfähigkeit vorgenommen
worden
. Z
wei Jahre später
zu behaupten, der Versicherte sei auch vorher schon voll arbeitsunfähig gewesen, erscheine aus medizinischer
Sicht wenig überzeu
gend. Überzeugender erscheine der vom Versicherten
erbrachte Realbeweis einer erfolgreichen Stellensuche
, weshalb an der Beurteilung festgehalten werde.
4.
4.1
RAD
A
rzt
Dr.
D._
legte in seiner Stellungnahme vom 27. Juli 2016 be
gründete dar, dass aufgrund der Angaben des
Beigeladenen
in seiner Anmeldung zum Leistungsbezug vom
26. Juni 2014 (Urk. 2/4/159 Ziff. 6) und den zeitnah zur Anmeldung erfolgten Angaben des behandelnden Psychiaters Dr.
C._
(vgl. E. 3.4.1 und 3.4.2 hiervor)
die Arbeitsunfähigkeit aufgrund der
Auswirkungen der
Depressionen
erst
im April 2014
ausgewiesen
ist. Diesbezüglich wies der RAD Arzt auch zu Recht darauf hin, dass diese Angaben zuverlässiger sind, als die
mehr als zwei Jahre später erfolgten
Ü
berlegungen, welche
Dr.
C._
in seinem Bericht vom 23. Juni 2016 (Urk. 2/227/3) hinsichtlich einer Arbeitsunfähigkeit
bereits
ab 8. Januar 2014
anstellte
. Jedenfalls erweist sich d
er Entscheid der
Invalidenversicherung, welcher hinsichtlich der Wartezeiteröffnung per April 2014
auf die RAD-S
tellungnahme ab
ge
stellt hat
,
zumindest nic
ht als offensichtlich unhaltbar (vgl. E. 1.
5
hiervor)
. Da auch im Übrigen keine Anhaltspunkte für eine offensichtliche Unhaltbarkeit
oder Willkür
des Entscheids der Invalidenversi
che
r
ung bestehen, ist die
Klägerin
an den Entscheid der Invalidenversicherung ge
bun
den.
Daran ändert auch nicht
s
, dass sich die Beklagte 1
im vorliegenden Ver
fah
ren nicht hat vernehmen lassen (
z
u den klägerischen Ausführungen vgl. Urk. 18 S. 3). Denn
auf
eine
Anerkennung ihrer Leistungspflicht
kann
hieraus
nicht
ge
schlossen
werden
, zumal
die Beklagte 1
der Klägerin bereits am 12. Februar
2019
eröffnet hatte
, dass sie eine Leistungspflicht ablehne (Urk. 2/13). Ferner gilt im Bereich der beruflichen Vorsorge der Untersuchungsgrundsatz (Art. 73 Abs. 2 BVG).
4.2
Demzufolge ist die
Klägerin
an den invalidenversicherungsrechtlichen Entscheid
gebunden und
es
ist nicht ausgewiesen, dass eine der Beklagten zu Leistungen verpflichtet wäre.
Mit Blick
auf das klägerische
Rechtsbegehren
ist die Klage damit abzuweisen.
5.
Art. 73 Abs. 2 BVG schliesst einen Anspruch der obsiegenden Versicherungs
trägerin auf eine Prozessentschädigung zwar nicht aus. Indes werden den Trägern der beruflichen Vorsorge gemäss BVG beziehungsweise den mit
öffentlich
recht
lichen
Aufgaben betrauten Organisationen in Anlehnung an die Rechtsprechung zu Art. 159 Abs. 2 des bis Ende 2006 in Kraft gestandenen Bundesgesetzes über die Organisation der Bundesrechtspflege (Bundesrechtspfle
gegesetz/OG) praxis
ge
mäss keine
Parteientschädigungen zugesprochen.
Es besteht kein Grund, bei den
Beklagten
2 und 3 – trotz ihrer Anträge -
anders zu verfahren (vgl. BGE 128 V 133 E. 5b, 126 V 150 E. 4a, 118 V 169 E. 7 und 117 V 349 E. 8, mit Hinweisen; vgl. auch BGE 122 V 125 E. 5b und 320 E. 1a und b sowie 112 V 356 E. 6).