Decision ID: 85c14bb0-7e63-5c87-bf53-003639504e56
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1962, war bis 1995 in verschiedenen Hilfsarbeiten
tätig
, danach war sie gemäss eigenen Angaben Hausfrau und nicht mehr erwerbstätig (Urk. 5/2/4, Urk. 5/97/7).
Am 19. März 2002 meldete sie sich unter Hinweis auf Depressionen bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 5/2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihr mit Ver
fügung vom 14. Juni 2002 rückwirkend ab 1. März 2001 bei einem Invaliditäts
grad von 100 % eine ganze Rente sowie Kinderrenten zu (Urk. 5/13).
1.2
Mit Mitteilungen vom 11. Juni 2004, 9. September 2008 sowie 14. Januar 2015 bestätigte die IV-Stelle jeweils die ganze Rente bei einem unveränderten Invali
ditätsgrad von 100 % (Urk. 5/25, Urk. 5/35, Urk. 5/62).
1.3
Im Juli 2017 leitete die IV-Stelle eine amtliche Revision ein (Urk. 5/72, Urk. 5/75)
und holte ein
bidisziplinäres
Gutachten (
Psychiatrie/Orthopädie) bei der Y._
ein, welches am 18. Juni 2018 erstattet wurde (Urk. 5/93). Mit Vorbescheid vom 2. August 2018 stellte sie der Versicherten die Einstellung der Invalidenrente in Aussicht
und lud sie am 6. Au
gust 2018 zu einem Standortgespräch betreffend berufliche Massnahmen ein
(Urk. 5/95
, Urk. 5/96
).
Gegen den Vorbescheid erhob die Versicherte am 5. Sep
tember 2018 Einwand
und erbat um eine Nachfrist für die
Ergänzung
der
Begründung
desselben
(Urk. 5/102).
Am 24. Oktober 2018 erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache f
ür ein Bewerbungscoaching
vom 26. November bis 20. Dezember 2018 bei
der
Z._
(Urk. 5/109).
Gleichentags sistierte sie die Frist für die Ergänzung des Einwandes (Urk. 5/108).
Vom
15. Januar bis 14. Juli 2019
fand schliesslich
eine berufspraktische Vorbereitung bei
A._
statt (Urk. 5/131, Urk. 5/154). Mit Vorbescheid vom 7. August und Verfügung vom 19. September 2019 schloss die IV-Stelle die Eingliederungsmassnahmen ab (Urk. 5/160, Urk. 5/161).
Am 2. August 2018 ergänzte die Versicherte ihren Einwand vom 5. September 2018
gegen den
Vorbescheid vom 2. August 2018 (Urk. 5/163). Am 25. September 2019 verfügte die IV-Stelle im angekündigten Sinn
e
(Urk. 5/165 = Urk. 2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am
30. Oktober 2019 Beschwerde und beantragte, es sei die angefochtene Verfügung vom 27. September 2019 aufzuheben und es sei ihr weiterhin die bisherige Rente auszurichten. Eventualiter sei die Sache zur Einholung eines neuen Gutachtens und zu neuer Beurteilung an die Vorinstanz
zurückzuweisen (Urk. 1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerde
antwort vom 22. November 2019 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 4). Dies wurde der Beschwerdeführerin am 26. November 2019 zur Kenntnis gebracht (Urk. 6).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenan
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Ände
rung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Fer
ner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Ände
rung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im
Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kon
text unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.
4
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, wel
che auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
vergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswir
kungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und zur prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4)
.
Dabei braucht es sich nicht um eine formelle Verfügung (Art. 49 ATSG) zu han
deln. Ändert sich nach durchgeführter Rentenrevision als Ergebnis einer materi
ellen Prüfung des Rentenanspruchs nichts und eröffnet die IV-Stelle deswegen das Revisionsergebnis gestützt auf Art. 74
ter
lit
. f
der Verordnung über
die Inva
lidenversicherung (IVV)
auf dem Weg der blossen Mitteilung (Art. 51 ATSG), ist im darauffolgenden Revisionsverfahren zeitlich zu vergleichender Ausgangssach
verhalt derjenige, welcher der Mitteilung zugrunde lag (Urteil des Bundesgerichts 9C_599/2016 vom 29. März 2017 E. 3.1.2 unter Hinweis auf 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E. 3.1.2).
1.
5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung, aus psychiatri
scher Sicht sei eine
Besserung
des Gesundheitszustandes eingetreten. Aus ortho
pädischer und psychiatrischer Sicht könne die Beschwerdeführerin leichte bis mittelschwere, wechselbelastende oder überwiegend sitzende Tätigkeiten in einem Pensum von 100 % ausüben
(
Urk.
2 S. 2). Das Gutachten sei einleuchtend und
enthalte keine Widersprüche (Urk. 2 S. 3)
. Nach durchgeführtem Einkom
mensvergleich ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 0 %. Die Beschwerdeführerin sei mit beruflichen Massnahmen zur Wiedereingliederung unterstützt worden. Weitere Massnahmen seien insbesondere aufgrund der mangelnden Deu
tsch
kenntnisse nicht angezeigt
. Es bestehe kein Anspruch mehr auf eine Rente
(Urk. 2 S. 2).
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt,
das
Y._
-Gutachten sei – aus näher dargelegten Gründen (Urk. 1 S. 3 ff.) – teil
weise unvollständig, aktenwidrig, teilweise auch widersprüchlich und tendenziös (Urk. 1 S. 5 f.). Es sei der Beschwerdeführerin daher weiterhin eine ganze Rente auszurichten. Eventualiter sei der Sachverhalt durch die Einholung eines neuen Gutachtens nochmals abzuklären (Urk. 1 S. 2 und 6).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die Rente der Beschwerde
führerin zu Recht revisionsweise per Ende Oktober 2019 eingestellt hat.
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung
des Gesundheitszustandes
bildet
die
rentenzusprechende Verfügung vom 14. Juni 2002
, mit welcher
der Beschwerdeführerin eine
ganze Rente
bei einem Invalidi
tätsgrad von 100 % zugesprochen wurde (Urk. 5/13)
.
Denn
diese basierte auf einer
umfassenden
materiellen Prüfung des Rentenanspruchs (vgl. E. 1.3 hiervor). Nicht massgebend ist demgegenüber die Mitteilung vom 14. Januar 2015 (Urk. 5/62), da diese lediglich auf zwei kurzen
Verlaufsberichten
des Hausarztes Dr. med.
B._
, Facharzt für Allgemeinmedizin, sowie der behandeln
den Psychiaterin Dr. med.
C._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, sowie einer knappen Stellungnahme des RAD
-Arztes
basierten. Weder Dr.
B._
noch Dr.
C._
äusserten sich jedoch in ihren Berichten zur
Arbeitsfähigkeit
(Urk. 5/52/5, Urk. 5/57/1)
.
Dasselbe gilt für die Mitteilungen vom 1
1.
Juni 2004 und vom
9.
September 2008 (
Urk.
5/
25, Urk.
5/35). Auch
hier
holte die Beschwerdegegnerin jeweils nur einen Verlaufsbericht des Hausarztes
Dr.
B._
ein
, in denen er sich
jedoch
nicht zur Frage der Arbeitsfähigkeit äusserte
(
Urk.
5/23,
Urk.
5/33).
3.
3.1
Der rentenzusprechenden Verfügung vom 14. Juni 2002 (Urk. 5/13) lagen
im Wesentlichen
die nachfolgenden Berichte zugrunde:
3.
2
Dr.
B._
nannte mit Bericht vom 5. April 2002 eine depressive Grund
stimmung sowie den Status nach rezidivierenden Panikattacken mit Hyperventi
lationssyndrom als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Die Beschwerdeführerin sei seit Oktober 1997 bis heute zu 100 % arbeitsunfähig in ihrer zuletzt ausgeübten
Tätigkeit. Dazu ergänzte er, die Beschwerdeführerin sei nach eigenen Angaben seit 14 Jahren depressiv. Die Depression sei durch einen Autounfall, bei dem die Schwester des Ehemannes tödlich verunglückt
sei
,
und ein Erdbeben in der Türkei verstärkt worden. Bis ins Jahr 1997 habe die Beschwerdeführerin als Hilfsarbeiterin gearbeitet und fühle sich seither arbeits
unfähig. Er habe
sie
im Oktober 2001 ins Psychiatriezentrum
D._
überwiesen zur Gesprächstherapie, antidepressiven Therapie und zur Beurteilung einer Berentung (Urk. 5/5/3).
Seines Erachtens müsse mit einer 100%igen Invali
disierung gerechnet werden. Er habe die Beschwerdeführerin lediglich im September 1999 und im August 2001 gesehen, weshalb er um Kontaktaufnahme mit dem
D._
bitte (Urk. 5/5/4).
3.3
Der Behandler des
D._
nannte in seinem Bericht vom 10. April 2002 als Diag
nosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine mittelschwere depressive Episode (ICD-10 F32.1), seit zirka 1995, eine Angststörung mit Panikstörung (ICD-10 F41.0), eine Agoraphobie (IC
D
-10 F40.0) sowie gener
alisierte Ängste (ICD-10 F41.1)
seit 198
7.
Der ängstlich-vermeidenden und abhängigen Persön
lichkeitsstörung (ICD-10 F60.6/60.7) seit der Jugend mass er keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu (Urk. 5/7/3). Gemäss eigenen Angaben sei die Beschwerdeführerin seit Beginn der Angststörung im Jahr 1987 bereits teilweise in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen (Urk. 5/7/3 f.).
Im Jahr 1990 sei sie praktisch nicht mehr arbeitsfähig gewesen, woraufhin sie ihre Arbeitsstelle verloren habe. Seitdem betätige sie sich im eigenen Haushalt. Sie sei seit dem 4. Februar 2002 bis heute zu 100 % arbeitsunfähig in ihrer Tätigkeit als Hilfsar
beiterin. In der Tätigkeit als Hausfrau sei sie zu 50 % arbeitsfähig (Urk. 5/7/4).
Aufgrund der bisher kurzen Behandlungsdauer sei eine mittelfristige Prognose nicht sicher zu stellen. Die bereits seit der Jugend bestehende Persönlichkeitsstö
rung, die eingeschränkten persönlichen Ressourcen sowie die langjährige chroni
fizierte Erkrankung würden prognostisch negative Indikatoren darstellen. Dementsprechend sei mit einem Fortbestehen der Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit als Hausfrau zu rechnen (Urk. 5/7/5).
3.4
RAD-Arzt Dr. med.
E._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, erklärte in seiner Stellungnahme vom 29. April 2002, die Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin betrage 0 %, weshalb der Antrag auf eine ganze Rente gut
zuheissen sei (Urk. 5/9).
3.5
Die IV-Stelle qualifizierte die Beschwerdeführerin bei der
Rentenzusprache
im Jahr 2002 als Vollerwerbstätige und ging im Wesentlichen gestützt auf die Diag
nosen einer mittelschweren depressiven Störung, einer Angststörung mit Panik
störung,
einer
Agoraphobie und
von
generalisierten Ängsten von einer vollstän
digen Arbeitsunfähigkeit in jeder Tätigkeit aus (
Urk.
5/8-9).
4.
4.1
Beim Erlass der vorliegend angefochtenen Verfügung waren die folgenden Berichte aktenkundig:
4.2
Nachdem Dr.
B._
am 5. September 2014 unter anderem eine beginnende Gonarthrose beidseits diagnostiziert hatte (Urk. 5/52/5), hielt er in
seinem Bericht vom 28. September 2017 als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine mittelschwere depressive Episode, eine Hypothyreose sowie eine morbide Adipositas (Body-Mass-Index [BMI] von 41 kg/m
2
) fest. Die psychische Situation habe sich in den letzten Monaten leicht verschlechtert, da sich der Ehemann der Beschwerdeführerin von ihr getrennt habe. Die Frage nach dem Ressou
r
cenprofil respektive der Arbeitsfähigkeit könne er nicht beantworten. Er sehe die Beschwer
deführerin zirka zweimal pro Jahr.
Am 3
1.
Januar 2018 wies er auf Kniebeschwerden und eine beginnende Gonarth
rose hin sowie einen Diabetes mellitus Typ II bei ausgeprägter Adipositas hin
, ohne indes eine Arbeitsunfähigkeit zu bescheinigen
(
Urk.
5/86).
4.3
Die behandelnde Psychiaterin
,
Dr.
C._
,
nannte in ihrem Bericht vom 10. Oktober 2017 als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, zur Zeit mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.1), Panikattacken, Agoraphobie sowie gene
ralisierte Ängste. Die Frage nach dem Ressourcenprofil könne sie nicht beantwor
ten (Urk. 5/79/1). Zudem ergänzte sie, es fänden drei bis fünf Konsultationen pro Jahr statt (Ur
k
. 5/79/3).
4.4
Die neu behandelnde Psychiaterin, Dr. med.
F._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, erklärte mit Bericht vom 26. Februar 2018, sie behandle die Beschwerdeführerin seit dem 1
1.
Oktober 201
7.
Die Behandlung sei am 5. Februar 2018 abgeschlossen worden (Urk. 5/90/2). Als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte sie anamnestisch eine rezidivierende depressive Störung, remittiert (ICD-10 F33.4) und eine Panikstörung (ICD-10 F41.0, Urk. 5/90/3). Die Arbeitsfähigkeit in einer beruflichen Tätigkeit und im Haushalt seien nicht beurteilbar (Urk. 5/90/2 und 5). Die Beschwerdeführerin wirke stets ruhig, freundlich, passiv, nicht ängstlich oder depressiv (Urk. 5/90/3).
4.5
4.5.1
Am 18. Juni 2018 erstattete das
Y._
sein
bidisziplinäres
Gutachten in den Fachbereichen Orthopädie und Psychiatrie (
Urk.
5/93)
. Als relevante Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hielten die Gutachter eine fortgeschrittene Retropatellararthrose mit geringer Funktionseinschränkung beidseits fest. Demgegenüber seien die Adipositas Grad III,
die
bildmorphologische Spinal
kanalste
nose ohne objektives klinisches Befundkorrelat, die weitgehend remittier
te rezidi
vierende depressive Störung, die teilremittierte Panikstörung, die teil
remittierte Angststörung und der Fehlgebrauch eines Benzodiazepins ohne leistungsein
schränkende Wirkung (Urk. 5/93/7). In einer angepassten Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin aus psychiatrischer sowie orthopädischer Sicht zu 100 % arbeitsfähig.
4.5.2
Der orthopädische Gutachter, Dr. med.
G._
, Facharzt für Orthopä
dische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, führte aus, die Beschwerdeführerin beklage Schmerzen in beiden Kniegelenken und lumbale Schmerzen, welche seit zirka 10 Jahren bestehen würden. Die Kniegelenks
beschwerden liessen sich im Kontext der gewichtsbedingten Überlastung der Knie
gelenke und der daraus resultierenden degenerativen Veränderungen beider Knie
gelenke verstehen (Urk. 5/93/24). Die Korrelation zwischen den dege
ne
rativen Befunden sei nicht sonderlich stark
. Diese Ausführungen würden auch auf die spinale Situation zutreffen. Auch hier seien die Bildbefunde nicht eigenstän
dig/alleinig krankheitswertig, zumal ein objektives klinisches Befund
korrelat der subjektiven Beschwerden nicht ersichtlich sei. Die Behand
lungs
optionen seien also nicht ausgeschöpft. Dies seien eine Gewichtsreduktion mittels Diät und regelmässige körperliche Aktivität
.
Die Beschwerdeführerin habe im klinis
chen Eindruck nicht immer ihrer anamnestisch hohen Schmerzintensität entsprechend beeinträchtigt gewirkt. Anamnestisch ergebe sich eine ausreichende Selbständig
keit, Selbstversorgung und Aktivität im Alltag, was die Annahme einer schwer
wiegenden Beeinträchtigung nicht stütze (Urk. 5/93/25).
In einer angepassten, wechselbelastenden oder überwiegend sitzenden Tätigkeit
bei körperlich leichten bis mittelschweren Arbeiten sei die Beschwerdeführerin zu 100 % arbeitsfähig. Angesichts der erheblichen Adipositas und der notwendigen Gewichtsreduktion sei eine schrittweise Eingliederung in vierteljährlichen Arbeitsfähigkeitsinkrementen zu je 25 % zu empfehlen. Dies, um eine Eingewöh
nung zu ermöglichen, sodass nach einem Jahr eine Arbeitsfähigkeit von 100 % in
einer
angepassten Tätigkeit zu erwarten sei. Die Einschätzung gelte seit dem Jahr 2008 (Urk. 5/93/27).
4.5.3
Dr. med.
H._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, hielt anlässlich der psychiatrischen Begutachtung einen weitgehend unauffälligen Befund fest (Urk. 5/93/45 ff.). Die Beschwerdeführerin fühle sich unruhig, erschöpft, schlafe schlecht und halte sich für depressiv verstimmt. Sie neige zu Ängsten und Sorgen
,
begleitet von Bauchschmerzen, Schwindel, Tinnitus, Schwitzen und Herzsensationen. Die Panikattacken seien
bis
auf etwa vier Anfälle im Jahr rückläufig. Typische Symptome einer posttraumatischen Belastungsstö
rung würden verneint (kein Wiedererleben, kein Vermeidungsverhalten, kein
Hyperarousal
, kein
Numbing
, Urk. 5/93/47). Im psychiatrischen Befund gemäss AMDP seien die ICD-10-Achsenkriterien einer depressiven Episode (vitale Trau
rigkeit, Antriebs- und Freud-/ Interessenverlust) nicht ausreichend zu objektivie
ren. Dieser Eindruck werde gestützt durch die Verhaltensbeobachtung (gute Schwingungsfähigkeit, mehrfaches Lachen und selbstbewusster Rapport) und die
Beschreibung der Alltagsaktivität (soziale Einbindung, regelmässige Türkeirei
sen).
Es werde über wiederkehrende depressive Störungsepisoden seit etwa 1995 berichtet, welche meist durch familiäre Belastungssituationen ausgelöst worden seien. Es sei ferner eine jahrelange antidepressive Medikation
durchgeführt wor
den
. Darüber hinausgehende Behandlungsmassnahmen (Psychotherapie, statio
näre Behandlungen, psychosomatische Heilverfahren) seien nicht
an Hand genommen
worden. Die Möglichkeit
en
einer leitliniengerechten Behandlung seien somit bei Weitem nicht ausgeschöpft.
Der dargestellte Verlauf spreche in Übereinstimmung mit den aktenkundigen psy
chiatrischen Vorberichten für eine rezidivierende depressive Störung, die aktuell weitgehend remittiert sei (Urk. 5/93/48).
Die ICD-10-Kriterien für eine Panikstö
rung seien
ebenfalls
erfüllt. Gemäss Angaben der Beschwerdeführerin sei es anfangs mindestens zu wöchentlichen Panikattacken gekommen und mittlerweile sei nur noch mit einem
quartalsweisen Auftreten
der Panikattacken zu rechnen. Ferner könne eine generalisierte Angststörung diagnostiziert werden. Die Beschwerdeführerin gebe an, dass das Ausmass der Beschwerden unter der laufenden Medikation rückläufig sei und es vielleicht noch einmal pro Monat zu gravierenden Symptomen komme. Dies spreche für eine Teilremission (Urk. 5/93/49). Hingegen fänden sich keine Hinweise für eine ängstlich-vermei
dende und abhängige Persönlichkeitsstörung, welche im Jahr 2002 diagnostiziert worden sei. Da laut Aktenlage zumindest teilweise eine anteilig wesentliche organische Grundlage für den Schmerz beschrieben worden sei, würden wichtige ICD-10-Kriterien für eine somatoforme Schmerzstörung fehlen.
Bei der Konsis
tenzprüfung würden einige Kriterien für eine nicht plausible Präsentation spre
chen. Es bestehe eine auffällige Diskrepanz zwischen der demonstrativen
Beschwerdeschilderung und der fehlenden Beeinträchtigung bei der Verhaltens
beobachtung und im klinischen Eindruck. Es sei auffällig, dass seit 1987 keine Besserung der psychischen Beschwerden habe erzielt werden können, gleichzeitig aber das zurückhaltende Behandlungsausmass (etwa vier psychiatrische Behand
lungstermine pro Jahr
seit 2014, Urk. 5/93/52
) nicht intensiviert worden sei.
Eine sachliche Diskussion über mögliche Verweistätigkeiten sei nicht möglich gewesen, da die Beschwerdeführerin sich kategorisch als
nicht arbeitsfähig
ansehe. Ausserdem hätten sich bei dem orientierten Test zur Beschwerdevalidie
rung (Rey Memory Test) deutliche Hinweise auf ein nicht glaubwürdiges Ant
wortverhalten gezeigt. Bei Ansprache dieser Inkonsistenzen habe die Beschwer
deführerin ausweichend reagiert und die Plausibilitätslücke nicht auflösen können (Urk. 5/93/50).
Die Wiederaufnahme einer Arbeit sei aus therapeutischer Sicht zu befürworten (Urk. 5/93/53). Angesichts der mindestens teilweisen Remission der depressiven und ängstlichen Symptome und der bei Weitem nicht ausgeschöpften leitliniengerechten Behandlungsoptionen sei bei ausreichender Therapiemotivation eine weitere Besserung zu erzielen. Die Prognose zur Wieder
eingliederung sei günstig. Die Beschwerdeführerin könne ihre angestammte Tätigkeit als Hilfsarbeiterin
aus psychiatrischer Sicht vollschichtig verrichten. Aufgrund der noch bestehenden Restsymptome solle eine berufliche Wiederein
gliederung parall
el zur laufenden psychiatrisch-
psychotherapeutischen Behand
lung schrittweise innerhalb von etwa drei Monaten erfolgen
,
mit einer monatli
chen Steigerung von jeweils 25 %
(Urk. 5/93/54). Arbeiten in grösseren Menschenansammlungen, unter hoher Stressbelastung und mit hohen Anfor
derungen an die soziale Kompetenz seien aufgrund der teilremittierten Panik- und genera
lisierten Angststörung derzeit weniger
geeignet (Urk. 5/93/55). Anlässlich der psychiatrischen Untersuchung seien neben einem Rückgang der depressiven und ängstlichen Beschwerden auch deutliche Hinweise auf eine Aggravation gefun
den worden. Seit der letzten Rentenrevision im Jahr 2015 habe sich die Gesund
heitsstörung aber auch so verbessert, da eine gravierende Depressivität nicht mehr zu objektivieren und die Panik-/Angststörung eher rückläufig sei. Die Aktivität der Beschwerdeführerin spreche für eigentlich gute Ressourcen (Urk. 5/93/58).
5.
5
.1
Die Beschwerdegegnerin stellte bei der rentenaufhebenden Verfügung vom 27. September 2019 auf
das
Y._
-Gutachten
ab, wonach
zumindest ab dem Zeitpunkt der Begutachtung
eine
B
esserung des psychischen Gesundheitszustan
des
habe
objektiviert werden können und die Beschwerdeführerin
aus psychiat
rischer Sicht
nun
in ihrer angest
a
mmten als auch in einer angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei. Aus orthopädischer Sicht sei sie
seit dem Jahr 2008
in einer angepassten Tätigkeit voll arbeitsfähig
(Urk. 2 S. 2
, Urk. 5/93/8
, 27
und 55
).
Insbesondere führte der psychiatrische Gutachter
aus,
die ICD-10-Achsenkriterien einer depressiven Episode (vitale Traurigkeit, Antriebs- und Freud-/Interessenver
lust) hätten im psychiatrischen Befund nicht
mehr
ausreichend objektiviert wer
den können, was durch die Verhaltensbeobachtung (gute Schwingungsfähigkeit, mehrfaches Lachen und selbstbewusster Rapport) und die Beschreibung der Alltagsaktivität (soziale Einbindung, regelmässige Türkeireisen)
bestätigt werde
. D
er dargestellte Verlauf spreche in Übereinstimmung mit den aktenkundigen psy
chiatrischen Vorberichten für eine rezidivierende depressive Störung, die aktuell weitgehend remittiert sei (Urk. 5/93/48)
. Ferner sei
en
auch die Angst- und Panik
störung teilweise remittiert (Urk. 5/93/52).
Diese Feststellung korreliert insbesondere mit dem Bericht der
behandelnden Psy
chiaterin
Dr.
F._
vom 26. Februar 2018, wonach die Beschwerdeführe
rin stets ruhig, freundlich, passiv und nicht ängstlich oder depressiv gewirkt habe
und die depressive Störung remittiert
und nicht weiter behandlungsbedürftig
sei
(Urk. 5/90/3).
Diese Schlussfolgerung wird nicht in Frage gestellt durch die Beur
teilung von
Dr.
C._
, die
im November 2014 noch von einer chaotischen Ausdrucksweise und einer angstvollen depressiven Stimmungslage
sprach
(Urk. 5/57/1)
, was einer späteren gesundheitlichen Besserung nicht entgegen steht
.
5.2
Soweit die Beschwerdeführerin gegen die Verwertbarkeit des Gutachtens vor
bringt,
sie sei
im Hinblick auf den Anlass der Begutachtung nicht aufgeklärt wor
den (Urk. 1 S. 6), kann ihr nicht gefolgt werde
n. Die Beschwerdeführerin wurde am
2
5.
Januar und
26. Februar 2018
unter Beilage der Fragen an die Sachver
ständigen
über die
bidisziplinäre
Begutachtung informiert
(
Urk.
5/84-85
,
Urk.
5/89
). Sie
tauschte
sich mit
Dr.
B._
darüber aus, wie seinem Bericht vom 3
1.
Janua
r
2018 zu entnehmen ist (
Urk.
5/86)
,
und erklärte gegenüber dem psychiatrischen Gutachter von sich aus, sie stelle sich zur Überprüfung ihrer Invalidenrente vor (Urk. 5/93/39). Der Anlass der Begutachtung war
ihr
damit hinreichend klar, womit sich eine
nochmalige
explizite
Aufklärung erübrigte.
Die Beschwerdeführerin brachte weiter hervor, dass der psychiatrische Gutachter lediglich von einer teilweisen Remission der rezidivierenden depressiven Störung sowie der Angst- und Panikstörung
gesprochen habe
, weshalb eine vollständige
Wiedererlangung der Erwerbsfähigkeit ex
nunc
nicht einleuchtend sei
(Urk. 1
S. 5).
Aus den Akten ergibt sich jedoch,
dass der Gutachter
einen weitgehend unauffälligen psychischen Befund er
hob
. Insbesondere
berichtete er von eine
r
unauffälligen Stimmung, guter Schwingungsfähigkeit, mehrfacher Auslenkung zum positiven Pol sowie eine
m
formal geordneten Denken
(Urk. 5
/
93/45 f.)
.
Die von der
ehemals b
ehandelnde
n
Psychiaterin Dr.
C._
im November 2014 noch
festgestellte chaotische
Ausdrucksweise und angstvolle depressive Stim
mungslage
(
Urk. 5/57/1)
war
nicht mehr er
kennbar
.
Zudem gab
die Beschwerde
führerin selbst an,
es komme mittlerweile nur noch
quartalsweise zu einem Auf
treten
der Panikattacken und vielleicht noch einmal pro Monat zu gravierenden Symptomen der Angststörung Urk. 5/93/49).
Eine Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit durch diese
eher
geringe Frequenz
der Symptome
und die
objektivierbare
unauffällige Befundlage in Bezug auf das depressive Geschehen
in einer ange
passten Tätigkeit, ohne grössere Menschenansammlungen, ohne hohe Stressbe
lastung und ohne hohe Anforderungen an die soziale Kompetenz verneinte der Gutachter daher in nachvollziehbarer Weise (Urk. 5/93/55).
Inwiefern das psychi
atrische Gutachten
diesbezüglich
widersprüchlich sein sollte
(
Urk.
1 S. 5)
, ist nicht ersichtlich.
Im Weiteren
ist es entgegen der vertretenen Auffassung der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 5) nicht entscheidend, dass der Gesundheitszustand im Jahr 2015 als unverändert betrachtet und dementsprechend die ganze Rente bestätigt wurde (Urk. 5/62). Denn – wie bereits dargelegt – ist als Vergleichsbasis die rentenzu
sprechende Verfügung aus dem Jahr 2002 heranzuziehen (vgl. E. 2.3 hiervor).
Schliesslich
tut es dem
psychiatrischen
Gutachten in
beweiswertiger
Hinsicht keinen Abbruch, dass der Gutachter die Akten der behandelnden Psychiaterin Dr.
F._
nicht beizog (vgl.
Urk.
1 S. 4)
, insbesondere da diese in ihrem Bericht vom Februar 2018 auf die fehlende Ängstlichkeit und Depressivität hin
wies
(Urk. 5/90/3)
, was die Einschätzung des Gutachters, wonach eine
Besserung
des Gesundheitszustandes
vorliege
, bestätigt
.
Rechtsprechungsgemäss sind sodann
schriftliche oder mündliche Auskünfte der behandelnden Arztpersonen nicht zwingend erforderlich (Urteil
des Bundesgerichts
8C_308/2012 vom 2
9.
Mai 2012 E. 4.3.4
).
Inwiefern es sich bei der Beschreibung der Aktivität der Beschwerdeführerin um eine unsachgemässe interpretative Übertreibung handeln sollte (
Urk.
1 S. 5), legt die Beschwerdeführerin nicht weiter dar
und ist auch nicht ersichtlich
. Immerhin erklärte sie gegenüber dem psychiatrischen Gutachter,
dass
sie
sich um ihre beiden Enkel
kümmere
und häufiger im Park spazieren
gehe
;
sie fliege zweimal pro Jahr in
die Türkei und halte sich dort für einige Wochen auf
, was durchaus auf die seitens des Gutachters festgestellte rege Reiseaktivität
und einen aktiven Alltag
schliessen lässt
(Urk. 5/93/44
und 58
).
Ob es der Beschwerdeführerin an der nötigen Therapiemotivation mangelt – was sie bestreitet (Urk. 1 S. 4) – kann
im Übrigen
dahingestellt bleiben.
Denn der Gutachter führte aus, dass die Beschwerden trotz mangelhafter Ausschöpfung der leitliniengerechten Behand
lung
zumindest
teilweise remittiert seien (Urk. 5/93/52).
Das Gutachten erfüllt somit alle
rechtsprechungsgemäss
zu beachtenden Anfor
derungen vollumfänglich, so dass darauf abzustellen ist
(
vgl
. E. 1.5
).
In diesem Sinne kann von einer
Besserung
des Gesundheitszustandes seit der rentenzuspre
chenden
Verfügung vom 14. Juni 2002
ausgegangen werden und es ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit
(wechselbelastend
oder
überwiegend sitzend bei
körperlich leicht
er
bis mittelschwe
re
r Arbeit
, ohne grössere Menschenansammlungen, ohne hohe Stressbelastung und ohne hohe Anforderungen an die soziale Kompetenz, Urk. 5/93/27 und 55)
zu 100 % arbeits
fähig ist
.
6.
6.1
Bei Personen, deren Rente revisionsweise herabgesetzt oder aufgehoben werden soll, sind nach mindestens fünfzehn Jahren Bezugsdauer oder wenn sie das 55. Altersjahr zurückgelegt haben, praxisgemäss in der Regel vorgängig Einglie
derungsmassnahmen durchzuführen, bis sie in der Lage sind, das medizinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene Leistungspotenzial mittels Eigenanstrengung auszuschöpfen und erwerblich zu verwerten (BGE 145 V 209 E. 5.1).
6.2
Im Zeitpunkt der
rentenaufhebenden
Verfügung vom
27. September 2019
(Urk. 2) war die am
2. Juli 1962
geborene Beschwerdeführerin
57 Jahre
alt
. Die Rente bezog sie seit dem
1. März 2001 (Urk. 5/13), mithin seit 18 Jahren.
Damit fällt sie unter den vom Bundesgericht besonders geschützten Personenkreis.
Hinsichtlich der beruflichen Eingliederung lässt sich den Akten entnehmen, dass
die Beschwerdeführerin vom 26. November bis 20. Dezember 2018 bei der
Z._
ein Bewerbungscoaching erhielt (Urk. 5/109) und vom 15. Januar bis 14. Juli 2019 eine berufspraktische Vorbereitung bei
A._
stattfand (Urk. 5/131, Urk. 5/154). Mit Vorbescheid vom 7. August und Verfügung vom 19. September 2019 schloss die
Beschwerdegegnerin
schliesslich die Eingliede
rungsmassnahmen
insbesondere aufgrund der mangelnden Deutschkenntnisse der Beschwerdeführerin
ab (Urk. 5/160, Urk. 5/161)
, wogegen diese keine Einwände erhoben hat
.
Ob der Abschluss der beruflichen Massnahmen aufgrund der
Sprachschwierigkeiten
gerechtfertigt war, mag unter Berücksichtigung des Umstandes, dass es der
Beschwerdeführerin
in der Massnahme
offenbar möglich war, einfache Konversationen zu führen (Urk. 5/155/2)
,
zweifelhaft erscheinen, kann jedoch dahingestellt bleiben. Denn
bei der Beschwerdeführerin
ist
ohnehin
auch
die
subjektive Eingliederungsfähigkeit
zu verneinen
.
So
ist dem psychiatri
schen Gutachten zu entnehmen, dass eine sachliche Diskussion über Verweistä
tigkeiten nicht möglich gewesen sei, weil die Beschwerdeführerin kategorisch
eine
Arbeitsunfähigkeit für sich reklamiert habe (Urk. 5/93/52).
Dies bestätigte sie im Rahmen des Erstgesprächs der Eingliederungsberatung
und beantragte auch beschwerdeweise keine neuen Eingliederungsmassnahmen
(Urk. 5/110/5
, Urk. 1 S.
2
).
Im Eingliederungsbericht der
A._
führte die Fachperson schliess
lich aus, dass die Präsenz der Beschwerdeführerin im Laufe der Zeit abgenommen habe und sie bis zum Ende des Programmes ein bis eineinhalb Tage pro Woche gefehlt habe. Die unzuverlässige Präsenz bei einer vereinbarten Programmteil
nahme von 50 % habe schliesslich dazu geführt, dass nicht mehr wirksam an den Zielen habe gearbeitet werden können. Ihr Interesse sei nicht immer spürbar gewesen (Urk. 5/155/3).
Aufgrund der vielen Absenzen sah die Fachperson der Eingliederungsberatung eine Integration in den ersten Arbeitsmarkt denn auch nicht als realistisch an (Ur
k. 5/162/15).
Die
de
r Beschwerdeführerin zustehende
Eingliederungshilfe
wurde
demnach
– wenn auch erfolglos
–
geleistet.
Vor diesem Hintergrund ist es nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin keine wei
teren Eingliederungsmassnahmen durchführte.
7
.
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen.
Die
Parteien
gehen soweit ersichtlich übereinstimmend und nach der Aktenlage zu Recht
von einer Qualifi
kation als Vollerwerbstätige
aus (
Urk.
1 S. 1 ff.,
Urk. 5/8/2, Urk. 5/97/1
).
Insbe
sondere dem Bericht des
D._
vom 10. April 2002 lässt sich
diesbezüglich
entnehmen
, dass
die Beschwerdeführerin
ihre letzte Arbeits
stelle krankheitsbe
dingt verlor, in der Folge im eigenen Haushalt tätig war und danach wieder einen (erfolglosen) Arbeitsversuch unternahm
(Urk. 5/7/4
).
Es ist
daher anzunehmen
, dass die Beschwerdeführerin bei Gesundheit weiterhin zu 100 % erwerbstätig wäre.
Davon ausgehend ermittelte die
Beschwerdegegnerin
den Invaliditätsgrad ohne genaue
Bezifferung
der
Vergleichseinkommen anhand der
Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung
(LSE) für eine Hilfsarbeiterin
(
Urk.
5/94/1).
Diese
Vorgehensweise
wurde
von der Beschwerdeführerin nicht bestritten und ist mit Blick auf
ihre
Ausbildung sowie Er
werbsbiografie nachvoll
ziehbar.
So war sie bis ins Jahr 1995/1996 als Hilfsarbeiterin in verschiedenen Bereichen tätig
und
arbeitet
seither nicht mehr
(Urk. 5/8/1, Urk. 5/122).
Dementsprechend ist
zur Ermittlung des
Valideneinkommens
auf
die Hilfsarbeitertätig
keit gemäss LSE
abzustellen.
Derselbe
Tabellenlohn
ist auch bei der Ermittlung des Einkommens, das die Beschwerdeführerin
zumutbarerweise
in einer
ange
passten Tätigkeit in einem 100
%-Pensum verdienen könnte (Invalideneinkom
men), massgebend.
Sind Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom glei
chen Tabellenlohn zu berechnen,
erübrigt sich deren genaue Ermittlung.
Diesfalls
entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berück
sichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn
(Urteil des Bundesgerichts 8C_148/2017 vom 19. Juni 2017 E. 4 unter Hinweis auf Urteil 9C_675/2016 vom 18. April 2017 E. 3.2.1).
Ein Abzug vom Tabellenlohn ist hier nicht
gerechtfertigt
(
vgl. zum Ganzen: BGE 126 V 75 und 134 V 322 E. 5.2) und wird von der Beschwerdeführerin auch nicht geltend gemacht
.
Ausgehend von einer Arbeits
unfähigkeit von 0 %
resultiert ein
gleich hoher Invaliditätsgrad von
0 %, welcher keinen Anspruch auf eine Invalidenrente beg
ründet
.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
8
.
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfen war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rensaufwand sowie unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf
Fr.
7
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der
unterliegenden Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen.