Decision ID: 1afca809-70a5-4020-9501-726ffcf78590
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1966,
arbeitete zuletzt bis zur Kündigung durch die Arbeit
geberin per 3
0.
Oktober 2020 als Lastwagencha
u
ffeur
bei der
Y._
AG
(
Urk.
7/24/1)
. Er meldete
sich am 1
5.
Oktober 2020 (
Urk.
7/10) bei der Eidge
nössischen Invalidenversicherung
unter Hinweis
auf
eine unfallbedingte Arbeits
un
fähigkeit seit dem 1
9.
Mai 2020
zum Leistungsbezug
an
.
Die Sozialversiche
rungs
anstalt des Kantons Züric
h, IV-Stelle, klärte die medizi
nische und erwerb
liche Situation ab und zog die Akten der Suva bei.
M
it Verfügung vom
5.
März
2021 (
Urk.
2) verneinte d
ie IV-Stelle wie vorbeschieden (
Urk.
7/25) einen Anspruch
auf eine Invalidenrente und auf berufliche Massnahmen.
1.2
Für
den
Unfall
vom 1
9.
Mai 2020
, bei welchem der Versicherte beim Aussteigen aus einem LKW gestürzt war und sich das rechte Knie verletzt hatte (
Urk.
7/12/96), erbrachte die
Suva
als obligatorischer Unfallversicherer
die ge
setz
lichen Leis
tungen
.
Mit Verfügung vom 13. Januar 2021 (
Urk.
7/23/2-5) ver
neinte
sie
einen Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente und sprach ihm eine Integritätsentschädigung bei einer
Integritätseinbusse
von 10
%
zu.
M
it Entscheid vom 27. April 2021 (Urk. 7/34/2-9)
wies sie
die dagegen erhobene Ein
sprache ab. Das Urteil im dagegen
angehobenen
Beschwerdeverfahren (Prozess-Nr. UV.2021.00119) ergeht mit heutigem Datum.
2.
Gegen die Verfügung vom
5.
März 2021
erhob der Versicherte am 19.
April 2021 (
Urk.
1) Beschwerde und beantragte, die
angefochtene
Verfügung sei aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese
über das
Leistungsgesuch (berufliche
Massnahmen
und/oder Invalidenrente) neu
entscheide
, wenn sich der Gesundheitszustand stabilisiert hat
(S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 26. Mai 2021 (
Urk.
6) schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer
am
2
7.
Mai 2021 (
Urk.
8) zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, si
ch im Aufgabenbereich zu betä
ti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Gemäss
Art.
28a
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
16 ATSG wird bei Erwerbstä
tigen für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medi
zinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Be
ziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre.
1.3
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte haben gemäss Art. 8
Abs. 1
IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
wieder herzustellen
, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind
.
1.4
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver
lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten.
(BGE 125 V 351 E.
3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
verneinte einen Anspruch des Beschwerdeführers auf Leistungen der Invalidenversicherung mit der Begründung,
dass
zwar die bis
herige Tätigkeit als Chauffeur nicht mehr zumutbar sei,
in einer angepassten mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeit
jedoch
eine 100%ige Arbeitsfähig
keit bestehe. Der Beschwerdeführer habe anlässlich eines Telefongesprächs vom
4.
Januar 2021
zudem
mitgeteilt, dass er
momentan
auf Abruf arbeite und keine Unterstützung der IV
-Stelle
benötige
(
Urk.
2)
.
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend
(
Urk.
1)
, dass die Beschwer
degegnerin zu früh über sein Leistungsgesuch entschieden habe, zumal die ärzt
liche Behandlung noch gar nicht abgeschlossen und der medizinische Endzustand noch gar nicht eingetreten sei. Es fehle somit an einem stabilen Gesundheits
zu
stand, weshalb noch gar nicht feststehe, ob und in welchem Ausmass der Be
schwerdeführer in der angestammten und
einer
angepassten Tätigkeit länger
dauernd arbeitsunfähig bleibe. Offen sei auch noch, ob berufliche Massnahmen nötig sein werden, da dies auch vom voraussichtlich dauernden Gesundheits
scha
den mit Auswirkung auf das Zumutbarkeitsprofil abhängen werde. Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin habe er nie zum Ausdruck bringen wollen, dass er die Unterstützung bei der beruflichen Wiedereingliederung nicht benötige. Diesbezüglich liege ein Missverständnis anlässlich des Telefongesprächs vom
4.
Januar 2021 vor (S. 4).
2.3
In ihrer Beschwerdeantwort vom 2
6.
Mai 2021 (
Urk.
6) führte
die Beschwerde
geg
nerin
aus, dass eine weitere Stabilisierung des Gesundheitszustands des Be
schwer
d
eführers nicht abgewartet werden müsse, da der Beschwerdeführer ge
mäss den medizinischen Unterlagen bereits seit 2
4.
Dezember 2020 in einer ange
passten Tätig
keit wieder zu 100
%
arbeitsfähig sei.
Diese angepasste Tätigkeit entspreche einer mittelschweren, wechselbelastenden, ganztägigen Tätigkeit, bei welcher das Gehen auf unebenem Gelände, repetitive Arbeiten in kniender oder kauernder Stellung sowie repetitives Besteigen von Leitern/Gerüsten/Treppen zu vermeiden seien. Die angestammte Tätigkeit als Chauffeur sei ihm nicht mehr ganz unein
geschränkt zumutbar. Es liege kein rentenbegründender Gesundheitszustand vor. Eine weitere Besserung des Gesundheitszustandes würde nicht
s
am Entscheid ändern (S. 1 f.).
Momentan arbeite der Beschwerdeführer auf Abruf wieder als Cha
u
ffeur und habe am
4.
Januar 2021 telefonisch mitgeteilt, dass er auf der Suche nach einer anderen Tätigkeit sei, da die jetzige nicht ideal sei. Er habe bereits mehrere Bewerbungen verschickt und benötige keine Unterstützung der IV-Stelle. Selbst wenn ein Missverständnis vorgelegen habe und der Beschwerde
führer doch Unterstützung bei der beruflichen Wiedereingliederung benötige, sei
ein
Anspruch
auf berufliche Massnahmen der Invalidenversicherung
nicht ge
geben. Dies zeige sich dadurch, dass er bereits wieder arbeitsfähig sei, eigen
ständig bereits diverse Bewerbungen verschickt und auf der Suche nach einer geeigneten Arbeitsstelle sei. Eine Invalidität oder drohende Invalidität bestehe somit nicht. Es sei dem Beschwerdeführer zumutbar
,
selbständig eine seinem Leiden besser angepasste Arbeitsstelle zu suchen. Die Unterstützung der IV-Stelle sei hier nicht angezeigt (S. 2).
2.
4
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invali
denrente
und auf
berufliche Massnahmen.
3.
3.1
Dr.
med.
Z._
, leitender Arzt an der Klinik für Orthopädie, Hand- und Un
fall
chirurgie des
Spitals A._
,
hielt in seinem Bericht vom
7.
Juni 2020 (
Urk.
7/
12/63-64
)
gestützt auf das MRI vom 2
6.
Mai 2020 (Urk. 7/12/85) folgende Diagnose fest
:
-
Kniedistorsion vom 1
8.
Mai 2020 mit:
-
h
öhergradiger
Partialruptur des vorderen Kreuzbands im proximalen Abschnitt
-
Horizontalriss im medialen
Meniskushinterhorn
-
b
eginnende
femorotibiale
Arthrose im medialen Kompartiment
Der Beschwerdeführer habe zwei Wochen nach initialem Trauma schon eine deutliche Verbesserung der Schmerzsituation gezeigt und gebe in der wieder erreichten flüssigen Mobilität keine expliziten Instabilitäten an (S. 1). Es sei eine Physiotherapie zum
Auftrainieren
der kniegelenkszentrierenden Muskulatur für propriozeptives Training und für
die
Instruktion des Heimtrainings vereinbart worden. Als Chauffeur werde
der Beschwerdeführer
für vier Wochen zur 100
%
arbeitsunfähig geschrieben. Dann könne er unter Begleitung des Hausarztes seine Arbeit, wenn möglich partiell wiederaufnehmen. Eine nächste klinische Verlaufs
kontrolle sei in zwei Monaten geplant (S. 2).
3.2
Die beratende Ärztin
des Unfallversicherers
,
Dr.
med.
B._
, Fachärztin
für Allgemeinchirurgie und Traumatologie,
führte in ihrem Bericht vom 23.
Septem
ber 2020 (
Urk.
7/
12/45-48
) aus, dass die Gesundheit des Beschwerde
führers durc
h eine
Femorotibialarthr
ose
schon vor dem Unfall beeinträchtigt gewesen sei (S. 1). Der Unfall habe
aufgrund der Teilruptur des Kreuzbandes
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
zu einer
richtunggebende
n
Verschlimmerung geführt (S. 2).
3.3
Aus der Sprechstunde am
Spital A._
vom 2
6.
September
2020 (Urk. 7/12/27-28) wurde berichtet, dass sich ein ordentliches funktionelles und klinisches
Ergebnis zeige. Theoretisch könne der Beschwerdeführer seine Tätigkeit als Chauffeur wieder zu 50 % aufnehmen; da er aber aktuell arbeitssuchend sei,
sei dies nicht möglich, weshalb eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % für die nächsten
sechs Wochen bescheinigt werde. Danach sollte die Wiederaufnahme der Tätigkeit wieder gut möglich sein.
3.4
Am
8.
November 2020 (Urk. 7/1
6
/71-
7
2) wurde von den zuständigen Fachärzten des
Spitals B._
vom weitergeführten konservativen Prozedere mit Phy
sio
therapie und Mobilisation mit Vollbelastung berichtet. Es seien keine weiteren klinischen Kontrollen geplant. Da der Beschwerdeführer wieder ins Arbeitsleben einsteigen wolle, habe man auf dem Unfallschein eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % bis zum 1
1.
November 2020 bescheinigt.
3.5
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Neurochirurgie, stell
t
e in seinem Bericht
vom 9. November 2020 (
Urk.
7/16/63-64
) die Diagnose eines chronischen
lumbospon
dy
logenen
und
lumboradikulären
Schmerzsyndroms bei radiologisch
breitbasig
schwerer Facettengelenksarthrose LWK 4/5 und LWK 5/SWK 1 und eine
m
flachen
breitbasigen
Bandscheibenvorfall i
n den
Segment
en
LWK 2/3, 3/4, 4/5 und 5/S
1.
Der Beschwerdeführer habe berichtet, er sei am 1
9.
Mai 2020 aus der Lastwagenkabine auf den rechten Fuss sowie das Gesäss gefallen und habe sich dabei den Rücken angeschlagen. Er habe danach starke Schmerzen im Rücken, Knie und rechten Fuss ohne Ausstrahlung gehabt. Zusätzlich habe der Beschwer
deführer über Nackenschmerzen mit Ausstrahlung im Bereich
zerviko
-okzipital und beide Schultern geklagt (S. 1). Es bestehe vom
5.
August bis 23. September 2020 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 2).
3.
6
Dr.
med.
B._
hielt in ihrer Stellungnahme vom 2
4.
Dezember 2020 (Urk. 7/18
/16-18
) fest, dass die Behandlung im
Spital A._
inzwischen abgeschlossen worden sei. Von weiteren Behandlungen könne mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine namhafte Besserung des unfallbedingten Gesundheits
zustandes mehr erwartet werden. Die angestammte Tätigkeit des Beschwerde
füh
rers als Chauffeur mit
Be
- und Entladetätigkeiten könne ihm nicht mehr uneinge
schränkt zugemutet werden. Dem Beschwerdeführer sei eine mittelschwere, wech
sel
belastende, ganztägige Tätigkeit zuzumuten, wobei das Gehen auf unebenem Gelände, repetitive Arbeiten in kniender oder kauernder Stellung sowie
das
repe
titive Besteigen von Leitern/Gerüsten/Treppen zu vermeiden sei
en
. In angepasster Tätigkeit sei der Beschwerdeführer ab sofort wieder 100
%
arbeitsfähig (S. 3).
3.7
Die zuständigen Fachärzte der Universitätsklinik
D._
hielten in ihrem Bericht
vom 1
1.
Februar 2021 (
Urk.
3/3
) fest, die MRI Bildgebung habe
zwar
keine voll
ständige Ruptur des vorderen Kreuzbands gezeigt. Der Beschwerdeführer weise
aber dennoch
klinisch eine symptomatische sagittale Instabilität mit positivem Pivot-
Shift
auf. Darüber hinaus bestehe eine kleine Läsion des
Hinterhorns
des
Innenmeniskus. Aus diesem Grund werde dem Beschwerdeführer zur Simulation einer stabileren Situation eine
DonJoy
-Schiene für vier Wochen empfohlen. Dann werde der Beschwerdeführer versuchen
,
für zwei Wochen ohne Schiene zu arbei
ten (S. 2).
3.
8
Im
Bericht vom
6.
April 2021 (
Urk.
3/4
) hielten die zuständigen Fachärzte der Uni
versitätsklinik
D._
fest, die vor sechs Wochen angepasste
DonJoy
-Schiene habe dem Beschwerdeführer keine eigentliche Besserung bezüglich Instabilitäts
gefühl gebracht. Aufgrund des Alters sei eine Rekonstruktion des vorderen Kreuz
bands mit einem Fragezeichen bezüglich
Benefit
zu versehen. Dies werde aktuell jedoch als einzige Möglichkeit erachtet, da der Leidensdruck gross sei und der Beschwerdeführer so nicht arbeiten könne. Es werde zudem intraoperativ möglich
sein zu entscheiden, ob zusätzlich eine Meniskusnaht medial oder eine
Teil
meni
s
kektomie
durchgeführt werden müsse. Der Beschwerdeführer werde sich
mit seinem Hausarzt
überlegen, ob er noch weiter abwarten und physiotherapeutisch aufgebaut
werden möchte
und dann die Operation durchgeführt werde
n soll
(S. 2).
4.
4.1
Gestützt auf die
die
s
bezüglich
übereinstimmenden ärztlichen Einschätzungen
steht fest
, dass dem Beschwerdeführer
die bisherige Tätigkeit als Lastwagen
chauf
feur
mit schweren
Be
- und Entladetätigkeiten
seit
seinem Unfall vom 1
9.
Mai 2020
nicht mehr zumutbar ist
.
4.2
Es stellt sich somit die Frage, wie es sich mit der Arbeitsfähigkeit in einer an
gepassten Tätigkeit verhält.
Vorweg ist
hierzu
anzumerken, dass
eine allfällige Behandelbarkeit oder Thera
pie
bedürftigkeit der Kniebeschwerden
entgegen der Auffassung des Beschwerde
führers
trotz des diesbezüglich irreführenden Wortlauts von
Art.
28
Abs.
1
lit
. a
einem allfälligen Leistungsanspruch
der Invalidenversicherung nicht
entgegen
steht
IVG
(BGE 143 V 409 E. 4.2.1, BGE 127 V 294 E. 4b)
. Insbesondere hat
eine
Stabilisierung des Gesundheitsleidens (
Urk.
1 S. 2) in der Invalidenversicherung - anders als in der Unfallversicherung -
im Hinblick auf den
Zeitpunkt der An
spruchs
prüfung keine Relevanz.
Unbesehen von einer allfälligen Therapierbarkeit ist
einzig
e
r
forderlich
, dass im Zeitpunkt der Prüfung des Leistungsanspruchs die Voraussetzungen für die Ausrichtung der jeweiligen Leistungsart (E. 1.1-1.3) erfüllt sind.
Dr.
B._
nahm im Rahmen ihrer Beurteilung vom 2
4.
Dezember 2020
(E. 3.6)
umfassend Kenntnis von der Aktenlage und berücksichtigte die geklagten Beschwerden. Mit Blick auf diese Grundlagen hat sie nachvollziehbar aufgezeigt, dass der Beschwerdeführer nach Abschluss der Behandlung im
Spital A._
trotz verbliebenem Instabilitätsgefühl im rechten Knie
in einer Tätigkeit
mit näher beschriebenem Belastungsprofil spätestens ab Dezember 2020
wieder voll arbeitsfähig war.
Diese Einschätzung steht auch im Einklang mit der Beurteilung der behandelnden Ärzte am
Spital A._
, die bereits im September 2020 ausführten, dass die Beschwerden deutlich
regredient
seien und sich ein ordentliches funktionelles sowie klinisches Ergebnis gezeigt habe (E. 3.3). Die zuständige Ärztin ging schon damals davon aus, dass
innert
sechs Wochen eine vollständige Wiederaufnahme
der beruflichen Tätigkeit möglich sei. Anlä
sslich der Untersuchung vom 4.
Nove
m
ber 2020 berichtete der Beschwerdeführer, dass er sich beschwerdefrei bewegen könne und keine Schmerzmedikamente benötige. Die zuständigen Fachärzte sahen keine Indikation für weitere Kontrollen und planten ein weiteres konser
vatives Prozedere mit Physiotherapie und Mobilisation mit Vollbelastung. Sie attestierten bis zum 1
1.
November 2020 einzig aus dem Grund erst eine 50-prozentige Arbeitsfähigkeit, weil der Beschwer
deführer einen langsamen Einstieg ins Arbeitsleben wünschte (E. 3.4).
Wie
schliesslich
aus dem Bericht von
Dr.
C._
vom 9. November 2020 (E. 3.5) hervorgeht, wirkten sich die
zeitweilig
aufgetretenen Rückenschmerzen über den 2
3.
September 2020 nicht auf die Arbeitsfähigkeit aus.
Damit ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer spätestens
ab
Dezember
2020 in
knieschonenden
Tätigkeiten
wieder voll arbeitsfähig war.
In Frage kommt hierbei unter anderem auch eine Tätigkeit als Chauffeur, sofern diese keine schwere
Be
- und Entladetätigkeiten enthält. Der Beschwerdeführer selber bezeich
nete im Rahmen der Eingliederungsberatung eine Tätigkeit als Buschauffeur als ideal, da er hierbei keine Gewichte heben müsse.
Die Schwierigkeit sei für ihn
lediglich
, ohne die entsprechenden Beziehungen eine Stelle zu finden
(
Urk.
7/20)
.
4.3
Bei einer 100-prozentigen Arbeitsfähigkeit in einer
angepassten
T
ätigkeit
, bei der
vorliegend
mit
gleichen
Verdienstmöglichkeit
en zu rechnen ist
wie in der ange
stammten Tätigkeit als Lastwagenchauffeur,
erübrigt
sich ein Einkommensver
gleich und besteht kein Anspruch auf eine Invalidenrente
(E
. 1.1 und E.
1.2)
.
Ebenso wenig besteht ein Anspruch auf berufliche Massnahmen der Invaliden
versicherung, da der Beschwerdeführer
bei voller Arbeitsfähigkeit
weder invalid noch von einer Invalidität bedroht ist
(E.
1.1 und
E.
1.3)
.
Für die - nicht aus
gesundheitlichen Gründen - erschwerte Stellensuche sei er auf die
Beratung durch die Arbeitslosenversicherung verwiesen.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
5
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das vorliegende Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
b
is
IVG) und ermessensweise auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.