Decision ID: 7b408762-8c6b-4edf-95e7-30d1ccc78fbe
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1959, war seit Januar 2006 als Floristin
im Stun
denlohn
bei
der Gärtnerei
Y._
in
Z._
angestellt (
Urk.
7/2/9
Ziff.
1-3,
Urk.
7/10
Ziff.
1,
2
.1,
2.7
und 2.10
).
Daneben verrichtete
sie
einfache Büroarbeiten (
Urk.
7/3
Ziff.
5.5). Die
Gärtnerei
kündigte
am 2
6.
November 2010
das Arbeitsverhältnis
mit der Versicherten
auf den 2
8.
Februar 2011 (
Urk.
7/24 S. 1).
1.2
Die Versicherte meldete sich am 1
8.
April 2010
wegen Rückenbeschwerden
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/3
Ziff.
6.2
-6.3
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
holte medizinische Berichte (
Urk.
7/14-15,
Urk.
7/28), einen Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug,
Urk.
7/8) und einen Arbeitgeberbericht (
Urk.
7/10) ein und zog Akten des Krankentaggeldversicherers (
Urk.
7/9) bei.
Die IV-Stelle teilte der Versicherten am
3.
Dezember 2010 mit, dass aufgrund ihres Gesundheitszustandes zurzeit keine Eingliederungsmassnahmen möglich sei
e
n (
Urk.
7/27).
I
n der Folge
veranlasste die IV-Stelle
eine Evaluation der funktionellen
Leistungsfähigkeit
der Versicherten
(
Urk.
7/39).
Nach durchge
führtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/44-53) sprach die IV-Stelle
ihr
mit
Ver
fügung vom
9.
Januar 2012 (
Urk.
7/55
=
Urk.
2) ab November 2010 befristet bis
Ende
O
ktober 2011
eine ganze Rente zu. Ab dem
1.
November 2011
verneinte die IV-Stelle bei einem Invaliditätsgrad von 39
%
einen Rentenanspruch.
2.
Gegen die Verfügung vom
9.
Januar 2012 (
Urk.
2) erhob die Versicherte am
8.
Februar 2012 Beschwerde mit den Anträgen, die Befristung der zugesproche
nen ganze
n
Rente sei aufzuheben und es sei ihr auch ab dem
1.
November 2011 unbefristet eine ganze Rente zuzusprechen, basierend auf einem Invaliditätsgrad von mindestens 70
%
. Eventuell sei der Invaliditätsgrad mit Wirkung ab November 2011 auf mindestens 51
%
festzusetzen. Des Weiteren sei die IV-Stelle anzuweisen, geeignete berufliche Massnahmen zu prüfen und durchzu
füh
ren und danach über den Invaliditätsgrad neu zu entscheiden (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
1-3).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
2.
März 2012 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde. Dieses Schreiben wurde der Versicherten am 2
2.
Mai 2012 zugestellt (
Urk.
9). Mit Gerichtsverfügung vom 3
1.
Mai 2012 wurde die Pensionskasse Gärtner und Floristen in Zürich
z
um Verfahren beige
lad
en (
Urk.
10 Dispositiv
Ziff.
1
), welche sich innert angesetzter Frist nicht ver
nehmen liess (vgl.
Urk.
12).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen) Art. 88a der Ver
ordnung über die Invalidenversicherung (IVV) festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Ände
rung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Ver
gleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des
Renten
beginns
mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung bzw. Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5). Spricht die Verwaltung der versi
cherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die un
bestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert bleiben (BGE 125 V 413 f. E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfas
sen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hin
weisen).
1.
4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
sprach der Beschwerdeführerin
in der
angefochtenen Verfügung
für
die
Monate
November 2010 bis Oktober 2011 eine ganze Rente zu.
Für die Folgezeit
stellte
sie
darauf ab,
dass
der Beschwerdeführerin
nach den medizinischen Abklärungen
ab Juli 2011 eine behinderungsangepasste
Tätigkeit zu 75
% zumutbar sei.
Ihre
psychischen, reaktiven Probleme
seien nicht IV-re
levant.
Die Beschwerdegegnerin
ermittelte
revisionsweise
mit Wirkung ab dem
1.
November 2011 einen Invaliditätsgrad von 39
%
. Einen
Leidensabzug g
e
währte
sie nicht
. Als Begründung gab
die Beschwerdegegnerin
an
, dass
bei der attes
tierten Arbeitsfähigkeit von 75
% der Einschränkung der Leistungsfähigkeit
der Beschwerdeführerin
bereits Rechnung getragen
worden sei
(
Urk.
2, Verfü
gungsteil 2
S. 2).
2.
2
Die Beschwerdeführerin
machte geltend,
sie verfüge über keine kaufmännische Ausbildung. Ein E
insatz im Büro
sei undenkbar (
Urk.
1 S. 4
Ziff.
4a). Mit all
ihren
gesundheitsbedingten Einschränkungen sei ihr nur eine Tätigkeit in einem
mehr oder weniger geschützten Rahmen möglich
, wo sie nicht mehr als
Fr.
18‘000.-- im Jahr verdienen könne
(
Urk.
1 S. 5 unten).
Sollte davon ausge
gangen werden
, dass
sie
die
von ärztlicher Seite
attestierte Arbeitsfähigkeit auf
dem er
sten Arbeitsmarkt verwerten könne
,
sei den vielschichtigen
Einschrän
kungen mit einem Leidensabz
ug von 25
%
Rechnung zu tragen. Z
umindest sei ein Abzug von 20
%
ausgewiesen, womit sich ein Invaliditätsgrad von 51
%
ergebe (
Urk.
1 S. 6 unten).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch
der Beschwerdeführerin über den 3
1.
Oktober 2011
hinaus
zu Recht verneinte.
Die Beschwerdeführerin
stellte
in der Beschwerde selbst
zutreffenderweise
fest, dass die von ihr beantragte Prüfung beruflicher Massnahmen nicht Gegenstand des vorliegenden
Beschwerdev
erfahrens bildet (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
3, S. 7
Ziff.
6)
, womit sich die formelle Abhandlung der entsprechenden Anträge erübrigt.
3.
3.1
Die Beschwerdeführerin ist seit dem
8.
September 200
9 bei
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für Neurochirurgie, in Behandlung (
Urk.
7/14
Ziff.
1.2).
Nach einem Bericht von
Dr.
A._
vom 2
4.
November 2009
litt
die
Be
schwerdeführerin
an einem therapieresistenten,
chronifizierten
Lumbovertebral
-
Syndrom, begleitet von
pseudoradikulären
Schmerzen in den
Beinen
(
Urk.
7/2/2).
A
m 2
6.
November 2009
wurde sie
a
m Rücken operiert (
Urk.
7/15/5).
Dr.
A._
stellte
in einem Bericht vom
9.
Dezember 2009
die
Diagnose eine
r schweren
degenerative
n
Torsionsskoliose der Lendenwirbelsäule mit chro
nischem
Lumbovertebral
-
Syndrom (
Urk.
7/15/5).
3.2
Dr.
A._
attestierte in einem Bericht vom 1
3.
September 2010 (
Urk.
7/14) für die
zuletzt
ausgeübte Tätigkeit
der Beschwerdeführerin
als Floristin seit dem 2
5.
November 2009 bis auf
Weiteres
eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(
Ziff.
1.6).
3.3
A
m
7.
und
8.
J
uli 2011 wurde
in der
Klinik B._
eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL)
zur Beurteilung der beruflichen physi
schen Belastbarkeit der Beschwerdeführerin
durchgeführt (
Urk.
7/39 S. 1).
C._
, Therapeutin
Ergonomie, med.
pract
.
D._
, Fach
arzt Physikalische Medizin und Rehabilitation, und
Dr.
med.
E._
, Facharzt Physikalische Medizin und Rehabilitation, Medizinischer Leiter und Stellvertretender Medizinischer Direktor,
B._
, stellten im Bericht vom 2
1.
Juli 2011 (
Urk.
7/39) die Diagnose (S. 1):
chronifizierte
und invalidisierende Rückenschmerzen seit Jahren bei ausge
prägter degenerativer Torsions
s
koliose der Lendenwirbelsäule
2
6.
November 2009:
langstreckige
Korrekturspondylodese
bei L2-S1
A
ls aktuelle Probleme
nannten die Fachpersonen
im Bericht
Schmerzen im
lum
balen
Rückenbereich, betont beim Bücken und Heben von Gewichten von über 5 kg, stark eingeschränkte Rückenbeweglichkeit, eingeschränk
te Gehstrecke und -
dauer, belastungs- und bewegungsabhängige Nackenschmerzen und vermin
derte Schlafqualität (S. 1).
Die Fachpersonen führten weiter aus, die Beschwer
deführerin gebe an,
dass es ihr
nach der Operation im November 2009 zwar besser, aber nicht gut
gehe
.
Das Hauptproblem seien die verminderte Beweg
lichkeit der Wirbelsäule und Schmerzen beim Bücken oder wenn sie Gewichte hebe oder trage. Ihren angestammten Hobbies, Tanzen und Töff fahren, könne sie nicht mehr nachgehen.
I
m Sitzen
spüre sie
einen Druck lumbal. Auch beim Stehen und Gehen stelle sich dieser Druck ein, aber erst nach einer Gehstrecke beziehungsweise einer Dauer von zirka zwei Stunden am Stück. Nach
einer hal
ben Stunde Auto fahren
würden die Schmerzen zunehmen. Daneben leide sie unter Schlafproblemen. In letzter Zeit hätten sich
immer stärker
Nackenprob
leme
bemerkbar gemacht. Sie sei deswegen schon mit Cortison behandelt wor
den
. Eine Operation wolle sie momentan nicht
(S. 1 f.).
Anamnestisch sei es nach der Operation vom 2
6.
November 2009 zu einer Ver
besserung der Beschwerden gekommen. Eine weitgehende Schmerzfreiheit sei aber nicht erreicht worden. Die
mit
der Operation
einhergehenden funktionellen Einschränkungen lägen auf der Hand. Seit Frühjahr des Jahres bestehe eine angespannte psychosoziale Situation
nach
plötzlichem Auszug des Ehemannes der Beschwerdeführerin aus dem gemeinsamen Haus (S. 2 unten). Die Tätigkeit als Floristin sei nicht mehr zumutbar.
Die
se
Tätigkeit beinhalte
wiederholtes Han
tieren
und
Tragen
von bis zu
mittelschweren Lasten und längerdauernde Arbei
ten in vorgeneigter und/oder verdrehter Rumpfposition, Arbeiten über
Schulter
höhe, ganztägiges Stehen und wiederholtes Bücken.
Eine sehr leichte Arbeit sei ganztags zumutbar. Die Beschwerdeführerin benö
tige
dabei
zusätzliche Pausen von insgesamt zwei Stunden pro Tag, verteilt auf mehrere Einzelpausen (starke Zunahme von Rücken- und Nackenbeschwerden nach längerdauernder Belastung, Verlangsamung der Bewegungsausführung).
Einschränkend
sei zu beachten,
dass sie
eine wechselbelastende Tätigkeit
benö
tige
(ein bis maximal zwei Stunden Sitzen
am Stück). Zu vermeiden seien
län
gerdauerndes Arbeiten in vorgeneigter und/oder verdrehter Rumpfposition, Arbeiten über Schulterhöhe und wiederholtes Bücken (S. 3).
Die Beschwerdeführerin habe
früher
im Umfang von zirka acht Stunden
pro Woche Büroarbeiten erledigt
(S. 6 Mitte).
3.4
Dr.
med.
F._
, Allgemeine Medizin FMH, vom Regionalärztlichen Dienst
der Beschwerdegegnerin (RAD) führte in einer Stellungnahme vom 2
9.
Juli 2011 (
Urk.
7/43 S. 5) aus,
nach dem Bericht zur EFL sei in der bisheri
gen Tätigkeit als Floristin keine Arbeitsfähigkeit mehr ausgewiesen.
Aus
versi
cherungsmedizini
scher
Sicht
sei
gestützt auf die
EFL
für eine angepasste Tätig
keit von einer Ar
beitsfähigkeit
bei einem vermehrten
Pausenbedarf von gesamthaft zwei Stunden pro Tag b
ei einer Präsenzzeit von 100
%
auszugehen.
3.5
Dr.
med.
G._
, Psychiatrie und Psychotherapie, führte in einem Bericht vom
6.
August 2011 (
Urk.
7/41) aus, die Beschwerdeführerin habe am 1
7.
März 2011 eine Behandlung bei ihm begonnen. Der Anstoss seien
Beziehungsprob
leme
gewesen, die damals heftig hervorgetreten seien (S. 1). Der Zustand der Beschwerdeführerin sei unter dem Druck der Ereignisse wechselhaft geworden und schliesse Verzweiflung, Unruhe und ängstliches Gedankenkreisen mit ein (S. 2 Mitte).
Dr.
G._
diagnostizierte narzisstische Kränkungserlebnisse mit einer Erschütterung des emotional
en Fundamentes, die
in Ängsten und variie
renden depressiven Stimmungen hervortreten würden. Differentialdiagnostisch sei ein Übergang in eine pathologische Trauerreaktion mit protrahiertem oder limitiertem Genesungsverlauf jederzeit möglich
(S. 3 Mitte). Aufgrund der labi
len psychischen Verfassung der Beschwerdeführerin sei an eine Arbeitsleistung
derzeit
nicht zu denken (S. 3 unten).
3.6
Dr.
F._
nahm am 2
5.
August 2011
ergänzend
dahingehend Stellung (
Urk.
7/43
S. 7)
,
zusammenfassend sei
für die bisherige Tätigkeit
seit dem 2
5.
November 2009 von ein
er Arbeitsunfähigkeit von
100
%
und
f
ür eine ange
passte Tätigkeit
seit dem 2
1.
Juli 2011
von einer Arbeitsfähigkeit von 75
%
aus
zugehen. Medizinische Massnahmen seien nicht zu empfehlen. Eine massgebli
che Verbesserung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit sei nicht zu erwarten.
3.7
Dr.
A._
bestätigte in einem ärztlichen Zeugnis vom 2
8.
Oktober 2011 (
Urk.
7/52),
dass
die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer gesundheitlichen Prob
leme (Zustand nach komplizierter Rückenoperation an der Lendenwirbelsäule, chronische Probleme an der Halswirbelsäule) in ihrem angestammten Beruf als Floristin bleibend zu 100
%
arbeitsunfähig
sei
. In einer angepassten Tätigkeit sei sie maximal zu 50
%
arbeitsfähig.
4.
4.1
Die
Beschwerdeführerin
ist
in der angestammten Tätigkeit als Floristin
un
be
strit
ten
ermassen
nicht mehr arbeitsfähig.
Strittig ist der Umfang der Arbeitsfä
higkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit.
4.2
Die Fachleute der
B._
legten im Bericht zur EFL vom
2
1.
Juli
2011
gestützt auf die
durchgeführten Tests
nachvollziehbar dar, dass der Be
schwerdeführerin eine
behinderungsangepasste
Arbeit möglich
ist.
Es muss eine sehr leichte Arbeit sein und der zusätzliche Pausenbedarf beträgt zwei Stunden pro Tag (E. 3.3).
Der Bericht zur EFL erfüllt die Anforderung an den Beweiswert eines
medizinischen
Berichtes (vgl. E.
1.4).
Die
zumutbare Arbeitsfähigkeit
für eine solche Tätigkeit
ist
mit dem RAD
der Beschwerdegegnerin
mit 75
%
(E. 3.6)
zu veranschlagen.
Es
ist
demnach
auf den Bericht zur EFL
vom 2
1.
Juli 2011
und
die Stellungnahmen des
RAD
und nicht auf die abweichende Beurteilung im ärztlichen Zeugnis von
Dr.
A._
vom 2
8.
Oktober 2011
abzustellen
, wonach die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit maximal 50
%
be
trage (E. 3.7)
.
Die im Bericht von
Dr.
G._
vom
6.
August 2011
beschriebenen psychischen Beschwerden
(E. 3.5)
vermögen
sodann
keinen IV-relevanten
Ge
sundheitsschaden
zu begründen.
Nach dem Ergebnis zur EFL ist die Beschwer
deführerin
entgegen ihren Vorbringen (
Urk.
1 S. 5 unten)
nicht auf einen geschützten Rahmen angewiesen
.
Der medizinische Sachverhalt ist
demnach
als dahingehend erstellt zu erachten, dass
in
einer behinderungsangepassten Tätigkeit
ab dem
1.
November 2011
eine Arbeitsfähigkeit von 75
%
besteht.
5.
5.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
Bei der Ermittlung des ohne invalidisierenden Gesundheitsschaden erzielbaren Einkommens (
Valideneinkommen
) ist entscheidend, was die versicherte Person aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit
ohne den Gesundheitsschaden, aber sonst bei un
veränderten Verhältnissen verdienen würde (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 E. 3b mit Hinweisen).
Da nach
empirischer Feststellung in der Regel die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall weitergeführt worden wäre, ist Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des
Valideneinkommens
grundsätzlich der zuletzt erzielte, der Teuerung sowie der realen Einkommensentwicklung angepasste Verdient (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 101 E. 3b am Ende, ZAK 1990 S. 519 E. 3c).
5.2
Die Beschwerdegegnerin ermittelte für die
angestammte
Tätigkeit als Floristin
wie auch für
die
von der Beschwerdeführerin
verrichteten einfachen
Büroar
beiten
anhand von Tabellenlöhnen
ein
Valideneinkommen
von
Fr.
65‘419.30 (
Urk.
2, Verfügungsteil 2 S. 2).
Die Beschwerdegegnerin hielt dazu in der ange
fochtenen Verfügung fest, es lasse sich nicht mehr zuverlässig eruieren, welche Tätigkeit die Beschwerdeführerin
heute
mit welchem Pensum ohne
Gesund
heitsschaden
ausüben
würde (
Urk.
2, Verfügungsteil 2
S. 1). Das
Validenein
kommen
ist daher anhand von Tabellenlöhnen zu bestimmen.
F
ür den Sektor
drei
Dienstleistungen
ist mit der Beschwerdegegnerin von
Anfor
de
rungs
niveau
drei
und damit
von einem
Lo
hn von
Fr.
5‘143.-- pro Mo
nat auszugehen
(LSE 2010, S. 27 Tabelle TA1
Ziff.
45-96
). B
ei einer
Nominal
lohnentwicklung
von 1
%
im Jahr 2011
und einer wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden
(Die
Volkswirtschaft, 9-2013, S. 95 Tabelle B10.2, S. 94 Ta
belle B9.2) resultiert ein
E
inkommen von
Fr.
64‘982.--
(
Fr.
5‘143.-- x
12 :
40 x 41.7 x 1.01)
.
Als
Valideneinkommen
sind daher
Fr.
64‘982.-- zu veranschlagen.
5.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, na
mentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 f. E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu
grunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende
be
triebsübliche
Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 f. E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür
zen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ur
sprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
5.4
Die Beschwerdegegnerin
gewährte der Beschwer
deführerin keinen Leidensabzug vom Tabellenlohn (
Urk.
2, Verfügungsteil 2 S. 2 unten), was seitens der Be
schwerdeführerin beanstandet wird.
Die Festlegung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn beschlägt eine typische Ermessensfrage. Das Gericht darf sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss sich somit auf Gegeben
heiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung nahe liegender erscheinen lassen. Ein Ermessensmissbrauch im Besonderen ist gege
ben, wenn die Beschwerdegegnerin zwar im Rahmen des ihr eingeräumten Ermessens bleibt, sich aber von unsachlichen, dem Zweck der massgebenden
Vorschriften fremden Erwägungen leiten lässt oder allgemeine Rechtsprinzipien, wie das Verbot von Willkür und von rechtsungleicher Behandlung, das Gebot von Treu und Glauben sowie den Grundsatz der Verhältnismässigkeit verletzt (vgl. BGE 132 V 393 E. 3.3).
Bei der von ärztlicher Seite attestierten
Arbeitsfähigkeit von 75
%
bei voller Präsenzzeit ist der erhöhte Pausenbedarf der Beschwerdeführerin bereits be
rück
sichtigt. Indes ist davon auszugehen, dass sie
aufgrund ihrer
behinderungs
be
dingten
Einschränkungen
auf dem Arbeitsmarkt
mit einer zusätzlichen
Lohn
ein
busse
zu rechnen hat.
Es steht ihr ein relativ kleines Arbeitsmarktsegment offen. Sie kann nur noch sehr leichte Arbeiten verrichten und ihr zusätzlicher
Pausen
bedarf
beträgt zwei Stunden täglich, verteilt auf mehrere Einzelpausen. Um ein 75%-Pensum auszufüllen, ist sie auf eine vollzeitige Präsenz angewie
sen. Sie wird somit ihre behinderungsbedingte Einschränkung auf der
Stellensu
che
of
fenlegen müssen, was sich im Lohn niederschlagen wird. Ein
Durch
schnittslohn
, wie ihn die bei der Bestimmung des Invalideneinkommens heranzuziehenden Tabellenlöhne abbilden, wird für die Beschwerdeführerin nicht zu erzielen sein. Aus diesen Überlegungen drängt
sich
ein Abzug vom Tabellenlohn von 10
%
im Lichte der Gleichbehandlung auf
.
Nach dem Ergebnis der EFL sind der Beschwerdeführerin einfache Büroarbeiten weiterhin möglich.
Für die Ermittlung des Invalideneinkommens kann
daher
auf den mittleren Monatslohn abgestellt werden, den Frauen im Durchschnitt aller Wirtschaftszweige in einer einfachen und repetitiven Tätigkeit im Jahr 2010 er
zielten, welcher
Fr.
4‘225
.--
betrug (LSE 2010, S. 26 Tabelle TA1). Umgerechnet auf ein Jahr, angepasst an die wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden im Jahr 2011 (Die Volkswirtschaft, a.a.O., S. 94
Tabelle B9.2) ergibt sich bei einer Nominallohnentwicklung von 1
%
im Jahr 2011 (Die Volkswirtschaft, a.a.O., S.
95 Tabelle B10.2) ein Invalideneinkommen von
Fr.
36‘034.-- (
Fr.
4‘225.-- x
12 :
40 x 41.7 x 0.75 x 0.9 x 1.01).
5.5
Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
64‘982.-- und einem
Invalideneinkom
men
von
Fr.
36‘034.-- resultiert eine Erwerbseinbusse von
Fr.
28‘948.-- bezie
hungsweise ein Invaliditätsgrad von rund 45
%
.
Zusammenfassend besteht bei einem Invaliditätsgrad von 45
%
ab dem
1.
November 2011 Anspruch auf eine
Viertelsrente
der Invalidenversicherung.
Die Beschwerde ist daher teilweise gutzuheissen.
6.
6.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).
Vorliegend sind die Kosten auf
Fr.
700.-- anzusetzen. In Anbetracht des teil
weisen Obsiegens der Beschwerdeführerin sind die
Gerichtsk
osten den Parteien je zur Hälfte aufzuerlegen.
6.2
Die Beschwerdeführerin hat gestützt auf
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) Anspru
ch auf Ersatz der Parteikosten.
Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Gestützt auf die genannten Kriterien ist der Beschwerdeführerin eine
reduzierte
Prozessentschädigung von
Fr.
1‘800
.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwert
steuer) zuzusprechen.