Decision ID: 1c7c7783-b01b-516b-b3cd-44dd8652d19f
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
W._ AG,
Beschwerdeführerin,
gegen
1. Amt für Arbeit, Unterstrasse 22, 9001 St. Gallen,
2. Staatssekretariat für Wirtschaft Seco, Arbeitsmarkt /
Arbeitslosenversicherung, Effingerstrasse 31, 3003 Bern,
Beschwerdegegner,
betreffend
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Kurzarbeitsentschädigung (Betriebsabteilung)
Sachverhalt:
A.
A.a Die W._ AG mit Sitz in St. Gallen bezweckt den Handel mit _ (act. G 7.1/A4).
Am 19. März 2009 meldete die W._ AG beim Kantonalen Amt für Arbeit St. Gallen
(nachfolgend: Amt für Arbeit) Kurzarbeit für drei Betriebsabteilungen, namentlich die
Abteilungen "Einkauf/Fakturierung", "Telefonverkauf" und "Logistik", für die Zeit von
1. April 2009 bis 31. August 2009 an. Den zu erwartenden Arbeitsausfall bezifferte sie
für die Abteilungen "Logistik" (10 Arbeitnehmende) und "Einkauf/Fakturierung" (3
Arbeitnehmende) auf 40% (act. G 7.1/A1 und A5). Für die Abteilung "Telefonverkauf" (6
Arbeitnehmende) ging sie von einem Arbeitsausfall von 20% aus (act. G 7.1/A5). Zur
Begründung führte die W._AG an, dass aufgrund der Wirtschaftskrise zahlreiche
Bauherren ihre Projekte zurückgestellt hätten, was sie als Zulieferer unmittelbar zu
spüren bekomme. Der konjunkturbedingte Umsatzrückgang betrage ca. 20% (act.
G 7.1/A1).
A.b Unter Hinweis auf eine Weisung des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco),
wonach einer Durchführung von Kurzarbeit für längstens drei Monate zugestimmt
werden darf, erhob das Amt für Arbeit mit Verfügungen vom 30. März 2009 insoweit
Einspruch gegen die Auszahlung von Kurzarbeitsentschädigung, als eine Ausrichtung
von Kurzarbeitsentschädigung für die Zeit nach dem 30. Juni 2009 beantragt wurde
(act. G 7.1/A8 - A10). Im Übrigen erhob es keinen Einspruch.
A.c Mit Schreiben vom 14. Mai 2009 erhob das Seco gegen die Verfügungen des
Amtes für Arbeit vom 30. März 2009 Einsprache und beantragte, dass die
Organisationseinheiten "Logistik", "Einkauf/Fakturierung" und "Telefonverkauf" nicht
als eigenständige Betriebsabteilungen anzuerkennen, sondern zu einer
Betriebsabteilung zusammenzufassen seien (act. G 7.1/A11).
B.
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B.a Mit Entscheid vom 24. Juni 2009 hiess das Amt für Arbeit die vom Seco erhobene
Einsprache teilweise gut, hob die Verfügung betreffend Betriebsabteilung
"Telefonverkauf" auf und erhob insoweit Einsprache gegen die Auszahlung von
Kurzarbeitsentschädigung. Gleichzeitig wurden die Verfügungen betreffend die
Betriebsabteilung "Logistik" und die Betriebsabteilung "Einkauf/Fakturierung" bestätigt.
In der Begründung wurde ausgeführt, das Ressort "Telefonverkauf" verfolge einen
eigenen Betriebszweck und bilde eine organisatorische Einheit mit selbständiger
innerbetrieblicher Leitung und mit eigenen personellen und technischen Mitteln. Die
Betriebsabteilung "Einkauf/Fakturierung" mit einem Personalbestand von drei
Angestellten stelle noch keine Gruppe mit wenigen Arbeitnehmenden im Sinne von Ziff.
C34 des Kreisschreibens des Seco über die Kurzarbeitsentschädigung (KS KAE) dar.
Eine Beschäftigungsschwankung von wenigen Mitarbeitern in einem mittleren Betrieb
von 45 Mitarbeitern gehöre zum üblichen Betriebsrisiko.
B.b Gegen den Einspracheentscheid des Amtes für Arbeit vom 24. Juni 2009 gelangte
die W._AG mit Beschwerde vom 13. Juli 2009 ans Versicherungsgericht des Kantons
St. Gallen und beantragte die Aufhebung des angefochtenen Entscheides, soweit darin
der Abteilung "Telefonverkauf" die Eigenschaft als Betriebsabteilung abgesprochen
werde (act. G 7.1/A19).
B.c Mit Schreiben vom 10. August 2009 erklärte das Amt für Arbeit, im Dispositiv des
angefochtenen Einspracheentscheides seien die Betriebsabteilungen "Telefonverkauf"
und "Einkauf/Fakturierung" verwechselt worden. Die kantonale Amtsstelle kündigte den
Erlass eines korrigierten Einspracheentscheides an (act. G 7.1/A21, A22). Entsprechend
erliess sie am 11. August 2009 einen neuen Einspracheentscheid, hob darin die
Verfügung betreffend die Betriebsabteilung "Einkauf/Fakturierung" auf und bestätigte
die beiden ursprünglichen Verfügungen betreffend die Betriebsabteilungen "Logistik"
und "Telefonverkauf" (act. G 7.1/A23). Mit Verfügung vom 20. August 2009 schrieb die
Vizepräsidentin der Abteilung I des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen die
von der W._AG gegen den Einspracheentscheid vom 24. Juni 2009 erhobene
Beschwerde zufolge Gegenstandslosigkeit ab (act. G 7.1/A24).
C.
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C.a Gegen den korrigierten Einspracheentscheid vom 11. August 2009 richtet sich die
von der W._AG am 14. August 2009 beim Versicherungsgericht des Kantons
St. Gallen erhobene Beschwerde. Darin beantragt die Beschwerdeführerin die
Aufhebung des angefochtenen Entscheides, soweit darin der Abteilung "Einkauf/
Fakturierung" die Eigenschaft einer eigenständigen Betriebsabteilung abgesprochen
werde. Zur Begründung führt die Beschwerdeführerin an, dass die Abteilung "Einkauf/
Fakturierung" einer eigenen innerbetrieblichen Leitung unterstehe, dass die
entsprechenden Leistungen auch von externen Betrieben erbracht werden könnten und
dass der Abteilung innerhalb des Gesamtbetriebs klar gewisse Autonomien zukämen
(act. G 1).
C.b Mit Schreiben vom 23. September 2009 beantragt der Beschwerdegegner 1 die
Abweisung der Beschwerde und verweist auf die Begründung im angefochtenen
Einspracheentscheid vom 11. August 2009 (act. G 7).
C.c Mit Eingabe vom 28. September 2009 beantragt der Beschwerdegegner 2 die
Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des Einspracheentscheides vom 11.
August 2009. Eine Anerkennung der Abteilung "Einkauf/Fakturierung" als
Betriebsabteilung würde eine Entleerung der 10 Prozentklausel im Zusammenhang mit
dem geforderten Mindestarbeitsausfall und der Höchstbezugsdauer der
Kurzarbeitsentschädigung zur Folge haben. Zudem müsse eine Betriebsabteilung
innerhalb des Gesamtbetriebs eine gewisse Autonomie geniessen (act. G 8).
C.d Ein weiterer Schriftenwechsel fand nicht statt (act. G 12).
C.e Am 18. Januar 2010 forderte das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen die
Akten der Kantonalen Arbeitslosenkasse St. Gallen zum vorliegenden Fall ein (act.
G 13). Darüber wurden die Parteien mit Schreiben vom 20. Januar 2010 informiert, und
es wurde ihnen das Recht eingeräumt, die Akten bis 3. Februar 2010 einzusehen und
dazu Stellung zu nehmen (act. G 15). Von diesem Recht machten die Parteien keinen
Gebrauch.

Erwägungen:
1.
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Streitgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet im Lichte der
Parteianträge einzig die Frage, ob die Organisationseinheit "Einkauf/Fakturierung" als
eigenständige Betriebsabteilung anzuerkennen sei. Die vorliegend vorzunehmende
Überprüfung des angefochtenen Einspracheentscheides des Beschwerdegegners 1
vom 11. August 2009 hat sich daher auf diesen Punkt zu beschränken. Zu beachten ist
ferner, dass die Beschwerdeführerin bei der Kantonalen Arbeitslosenkasse St. Gallen
bislang für den Monat Juni 2009 keinen Antrag auf Kurzarbeitsentschädigung für die
Organisationseinheit "Einkauf/Fakturierung" gestellt hat (act. G 11). Mangels
Rechtsschutzinteresses ist daher der Entschädigungsanspruch für besagten Monat
nicht zu prüfen. Zu prüfen bleibt demnach lediglich, ob die Organisationseinheit
"Einkauf/Fakturierung" für die Monate April und Mai 2009 als eigenständige
Betriebsabteilung im Sinne von Art. 51 Abs. 2 der Verordnung über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIV; SR 837.02) zu
qualifizieren ist.
2.
2.1 Arbeitnehmer, deren normale Arbeitszeit verkürzt oder deren Arbeit ganz eingestellt
ist, haben unter den in Art. 31 Abs. 1 lit. a-d des Bundesgesetzes über die
obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG; SR
837.0) genannten Voraussetzungen Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung. Der
Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung setzt gemäss Art. 31 Abs. 1 lit. b AVIG unter
anderem voraus, dass der Arbeitsausfall anrechenbar ist. Gemäss Art. 32 Abs. 1 AVIG
ist ein Arbeitsausfall anrechenbar, wenn er auf wirtschaftliche Gründe zurückzuführen
und unvermeidbar ist (lit. a) und pro Abrechnungsperiode mindestens 10 Prozent der
Arbeitsstunden ausmacht, die von den Arbeitnehmern des Betriebes normalerweise
insgesamt geleistet werden (lit. b). Kleinere Beschäftigungsschwankungen hat der
Arbeitgeber selbst zu tragen.
2.2 In Art. 32 Abs. 4 AVIG wird der Bundesrat ermächtigt zu bestimmen, unter welchen
Voraussetzungen eine Betriebsabteilung einem Betrieb gleichgestellt ist. Von dieser
Kompetenz hat der Bundesrat in Art. 52 Abs. 1 AVIV Gebrauch gemacht. Danach ist
eine Betriebsabteilung einem Betrieb gleichgestellt, wenn sie eine mit eigenen
personellen und technischen Mitteln ausgestattete organisatorische Einheit bildet, die
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einer eigenen innerbetrieblichen Leitung untersteht (lit. a) oder Leistungen erbringt, die
auch von selbständigen Betrieben erbracht und auf dem Markt angeboten werden
könnten (lit. b).
2.3 Wird eine organisatorische Einheit eines Betriebes als Betriebsabteilung im Sinne
von Art. 52 Abs. 1 AVIV qualifiziert, bildet sie (und nicht mehr der gesamte Betrieb, vgl.
oben E. 2.1) die massgebliche Bezugsgrösse für die Berechnung des
Mindestarbeitsausfalls. Eine allzu grosszügige Anerkennung von Betriebsabteilungen
führt deshalb dazu, dass die 10 Prozentklausel im Zusammenhang mit dem
geforderten Mindestarbeitsausfall (Art. 32 Abs. 1 lit. b AVIG) ihres Inhalts entleert wird
(vgl. Rz C34 des Kreisschreibens des Seco über die Kurzarbeitsentschädigung,
Fassung gültig ab Januar 2005, abgekürzt KS KAE). Die Qualifikation als
Betriebsabteilung setzt deshalb eine gewisse Autonomie der fraglichen
Organisationseinheit innerhalb des Gesamtbetriebs voraus. Die Organisationseinheit
muss eine Arbeitnehmergruppe umfassen, die im Gesamtbetrieb eine organisatorische
Einheit bildet. Sie muss einem eigenen Betriebszweck dienen oder im
innerbetrieblichen Produktionsablauf eigene Leistungen (z.B. Herstellung eines
Zwischenprodukts) erbringen. Eine räumliche Trennung ist nicht erforderlich. Gegen
eine Betriebsabteilung spricht eine enge personelle und technische Verflechtung mit
anderen betrieblichen Einheiten. Ebenfalls keine Betriebsabteilung liegt vor, wenn die
Gruppe nur wenige Arbeitnehmende oder gar nur eine einzelne Person umfasst (vgl. Rz
C31 ff. KS KAE).
2.4 Das Eidgenössische Versicherungsgericht (EVG; ab 1. Januar 2007:
Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts) befasste sich mit der Frage, wann
die Organisationseinheit eines Betriebes eine Betriebsabteilung im Sinne von Art. 52
Abs. 1 AVIV darstellt, bis heute soweit erkennbar lediglich in zwei Fällen eingehend.
2.4.1 Das Urteil vom 2. Dezember 1985 (ARV 1986, Nr. 8, S. 35 ff.) betraf die
Bauunternehmung B. AG, deren Abteilung "Hochbau" mit insgesamt 60 Mitarbeitern in
die zwei Bereiche "Industrie- und Wohnungsüberbauungen" und "Umbau/
Renovationen/ Kundenarbeiten" gegliedert war. Da der von der B. AG geltend
gemachte Arbeitsausfall bezogen auf die gesamte Abteilung Hochbau den
erforderlichen Mindestarbeitsausfall von 10% nicht erreichte, forderte die B. AG die
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Qualifikation der beiden genannten Bereiche als eigenständige Betriebsabteilungen im
Sinne von Art. 52 Abs. 1 AVIV. Zur Begründung brachte sie vor, dass beide Bereiche je
von einem eigenen Bauführer betreut und sich u.a. auch in Bezug auf die personelle
Zusammensetzung, das Baustelleninventar/die Gerätschaften sowie die Versorgung
der Baustellen mit Baumaterialien erheblich unterscheiden würden. Auch würden die
von den einzelnen Bauführern geleiteten Baustellen über eine weitgehende Autonomie
verfügen. So wäre es bspw. denkbar, dass die Abteilung Hochbau auf eine der
genannten Bereiche verzichten und sich nur noch im anderen Bereich betätigen würde.
Beide Abteilungen könnten zudem direkte ausserbetriebliche Kontakte pflegen und
Rechtshandlungen wie autonome Materialbestellungen vornehmen. Das EVG erkannte,
dass es aufgrund dieser Umstände nicht dargetan sei, dass jede der erwähnten
Gruppierungen eine mit eigenen personellen und technischen Mitteln ausgestattete
organisatorische Einheit bilde. So sei eine Versetzung von Mitarbeitern des einen
Bereiches in den anderen möglich. Auch würden die wichtigeren Entscheidungen von
der obersten Geschäftsleitung der B. AG getroffen, wogegen die einzelnen
Gruppierungen über keine eigentliche Stabsorganisationen verfügen würden. Das EVG
bestätigte deshalb, dass der Bereich Hochbau von der Verwaltung zu Recht nur als
eine Betriebseinheit im Sinne von Art. 52 Abs. 1 AVIV qualifiziert worden sei und wies
die Beschwerde ab.
2.4.2 Im Urteil vom 3. Juni 1992 (ARV 1992, Nr. 5, S. 84 ff.) stellte sich die Frage, ob
der Bereich "Ressort 2 Holz" der K. AG, die sich mit der Produktion, dem Vertrieb und
der Montage von Jalousieläden (samt Beschlägen), Rollladen, Lamellen- und
Sonnenstoren beschäftigte, als eigene Betriebsabteilung im Sinne von Art. 52 Abs. 1
AVIV zu qualifizieren war. Die K. AG beschäftigte insgesamt 411 Mitarbeiter, 49 im
genannten Bereich. 44 dieser 49 Mitarbeiter waren von der angemeldeten Kurzarbeit
betroffen. Die K. AG stellte sich auf den Standpunkt, dass der Bereich "Ressort 2 Holz"
vom Produktionsbereich Metall und von den übrigen Betriebsbereichen vollständig
getrennt sei und zudem einer eigenen Ressortleitung unterstehe, die auch den
Holzeinkauf erledige und das Personal selbständig rekrutiere. Dieses umfasse
Berufsgruppen mit eigenem Gesamtarbeitsvertrag und könne nicht in den anderen
Betriebszweigen beschäftigt werden. Die Holzproduktion erfolge in separaten
Gebäuden mit eigenen Betriebsmitteln, die gefertigten Holzjalousieläden würden auf
dem Markt als eigenständige Produkte angeboten. Dem Bereich "Ressort 2 Holz" sei
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nur noch die Direktion als Gesamtleitung des Unternehmens übergeordnet, die
betriebswirtschaftliche Abrechnung erfolge selbständig. Unter Berücksichtigung der
weitgehenden Autonomie des Bereiches "Ressort 2 Holz" und dem Umstand, dass den
gefertigten Holzjalousien durchaus auch der Charakter eines Fertigproduktes
zugesprochen werden konnte, kam das EVG zum Schluss, dass es sich bei besagtem
Bereich um eine eigenständige Betriebsabteilung im Sinne von Art. 52 Abs. 1 AVIV
handle.
3.
3.1 Unter Berücksichtigung der dargelegten Rechtsprechung und des Umstands, dass
eine zu grosszügige Interpretation von Art. 51 Abs. 2 AVIV unweigerlich eine Entleerung
der 10%-Klausel im Zusammenhang mit dem geforderten Mindestarbeitsausfall zur
Folge hätte, ist die vom Seco und der Rechtsprechung für die Qualifikation als
Betriebsabteilung vorausgesetzte "gewisse Autonomie" der fraglichen
Organisationseinheit restriktiv auszulegen.
3.2 Die Abteilung "Einkauf/Fakturierung" weist bereits aufgrund ihrer engen
wirtschaftlichen Verknüpfung mit den anderen Organisationseinheiten der
Beschwerdeführerin keine ausreichende Autonomie auf, sind doch beide Teilbereiche
"Einkauf" und "Fakturierung" systemimmanent von den realisierten Verkäufen und
damit insbesondere von den Bereichen "Verkauf/Innendienst", "Laden" und
"Aussendienst" abhängig. Ausserdem ist – gerade im Hinblick auf die
innerbetrieblichen Abhängigkeitsverhältnisse – davon auszugehen, dass die
massgeblichen Geschäftsentscheide von der Geschäftsleitung getroffen werden und
der Abteilung "Einkauf/Fakturierung" deshalb auch in dieser Hinsicht nicht die
erforderliche Autonomie zukommt. Hinzu kommt, dass die Abteilung einen
Personalbestand von lediglich drei Arbeitnehmenden aufweist, was gemäss den
zitierten Verwaltungsweisungen ebenfalls gegen die Anerkennung als eigenständige
Betriebsabteilung spricht.
3.3 Bei der Organisationseinheit "Einkauf/Fakturierung handelt es sich demnach nicht
um eine eigenständige Betriebsabteilung im Rechtssinne.
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3.4 Die Beschwerde ist demnach abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben
(Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG, SR 830.1]).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53
GerG entschieden:
1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.
Publikationsplattform St.Galler Gerichte Entscheid Versicherungsgericht, 01.04.2010 Art. 51 Abs. 2 AVIV. Die vom Seco und der höchstrichterlichen Rechtsprechung für die Qualifikation einer Organisationseinheit als Betriebsabteilung geforderte "gewisse Autonomie" ist restriktiv auszulegen. Vorliegend ungenügende Autonomie der Abteilung "Einkauf/Fakturierung" eines mittleren Handelsunternehmens (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 1. April 2010, AVI 2009/68).
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2021-09-19T18:11:54+0200 "9001 St.Gallen" Publikationsplattform Kanton St.Gallen