Decision ID: e77ca53b-8c2e-553e-8495-370018730d1a
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich am 22./24. August 2005 (IV-act. 1) zum Bezug von Leistungen
der Invalidenversicherung an. Er sei seit 1987 an seiner gegenwärtigen Arbeitsstelle als
Maschinist angestellt. Er habe sich drei Rücken- und zwei Nierenoperationen
unterziehen müssen. Seine gesundheitliche Einschränkung bestehe seit 1994. - In der
Arbeitgeberbescheinigung vom 1. September 2005 (IV-act. 10) wurde angegeben, der
Versicherte sei bis zum 28. Februar 2005 als Facharbeiter tätig gewesen, seither sei er
im Krankenstand. Ohne Gesundheitsschaden würde er monatlich Fr. 5'295.-- (pro Jahr
Fr. 68'835.--) verdienen. - Dr. med. B._, FMH Physikalische Medizin, berichtete am
5. September 2005 (IV-act. 13), es lägen (als Hauptdiagnosen) ein
lumbospondylogenes Schmerzsyndrom bei Status nach Diskushernienoperation L3/4
rechts 1994 und Status nach Diskushernienoperation L5/S1 2001 und 21.03.2005, eine
Rezidivhernie L5/S1, ein chronisches Cervicovertebralsyndrom bei degenerativen
Veränderungen C4/5 und C6/7 und Blockwirbel C3/4 und (seit einigen Monaten) eine
Depression vor. Seit 1. März 2005 sei der Versicherte in seinem bisherigen schweren
Beruf voll arbeitsunfähig. In Frage kämen noch körperlich wenig belastende Arbeiten,
und zwar seit 8. August 2005 zu 50 % mit dem Ziel, die Arbeitsfähigkeit bald auf 100 %
zu steigern. Zurzeit sei der Versicherte aus psychiatrischen Gründen zu 50 %
arbeitsunfähig. - Dr. med. C._, Innere Medizin FMH, erklärte im Arztbericht vom
10. September 2005 (IV-act. 14), der Versicherte sei zurzeit voll arbeitsunfähig; eine
leichte bis mittelschwere wechselbelastende Tätigkeit wäre ihm an ca. vier Stunden pro
Tag zumutbar. - Die Klinik Valens teilte im Arztbericht vom 22. September 2005 (IV-
act. 16) mit, zumindest für eine leichte bis mittelschwere wechselbelastende Tätigkeit
A.a.
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bestehe aus rheumatologischer Sicht eine volle Arbeitsfähigkeit, aus psychiatrischer
Sicht aber wegen der aktuell bestehenden mittelschweren Depression nur eine solche
von 50 %. Für die bisherige Tätigkeit werde der Versicherte wahrscheinlich voll
arbeitsunfähig bleiben. - Das Ambulatorium für Sozialpsychiatrie gab am 3. Januar
2006 (IV-act. 19) an, es liege eine mittelgradige depressive Episode bei chronifiziertem
Schmerzsyndrom vor. Vom 23. August 2005 bis 31. Dezember 2005 sei der Versicherte
deswegen voll arbeitsunfähig gewesen. Zurzeit sei keine Leistung realisierbar. - Mit
Verfügung vom 22. August 2005 (IV-act. 30) wies die Sozialversicherungsanstalt/IV-
Stelle des Kantons St. Gallen das Gesuch des Versicherten um berufliche Massnahmen
ab; solche seien zurzeit wegen seines Gesundheitszustandes nicht möglich. Am 4. Mai
2006 (IV-act. 37) sprach sie ihm ab 1. März 2006 eine ganze Rente (bei einem
Invaliditätsgrad von 100 %; Valideneinkommen Fr. 68'835.--) zu.
Am 7. Juni 2007 (IV-act. 43) nahm die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle eine
erste Revision auf. Dr. B._ erklärte am 25. Juni 2007, der Gesundheitszustand des
Versicherten habe sich verschlechtert. - In einem Gutachten vom 8. Februar 2008 (IV-
act. 53) gaben Dr. med. D._, Spezialarzt Orthopädische Chirurgie FMH, und Dr. med.
E._, Facharzt für Psychiatrie und Neurologie, an, orthopädisch gesehen betrage die
Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten bei voller Stundenpräsenz 70 %,
psychiatrisch gesehen 80 %, interdisziplinär 70 %. Der Gesundheitszustand des
Versicherten habe sich seit Beginn des Jahres 2006 verschlechtert, zumal das MRI der
LWS nebst einer Spondylarthrose L4 bis S1 mit leichter beidseitiger foraminaler Enge
und eventueller Irritation der Nervenwurzel L5 links auch eine deutliche
Spinalkanalstenose L3/4 zeige. Ergänzend wurde auf Anfrage angegeben (IV-act. 57),
die Arbeitsunfähigkeit von 30 % sei ab März 2006 anzunehmen. - Mit Verfügung vom
17. Juli 2008 (IV-act. 78) setzte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle den Anspruch
des Versicherten ab 1. September 2008 auf eine Viertelsrente (bei einem
Invaliditätsgrad von 47 %, Valideneinkommen Fr. 70'358.--, Invalideneinkommen
Fr. 37'188.--) herab. - Auf Beschwerde hin hob das Versicherungsgericht des Kantons
St. Gallen die Verfügung mit Entscheid vom 26. März 2010 (IV-act. 99) auf. Die
Verbesserung der Arbeitsfähigkeit unter psychiatrischem Gesichtspunkt sei bereits vor
dem Erlass der ursprünglichen Verfügung vom 4. Mai 2006 eingetreten, weshalb die
Voraussetzungen einer Anpassung fehlten. Das Gericht könne die Verfügung nicht mit
A.b.
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einer substituierten Wiedererwägungsbegründung schützen. - Das Bundesgericht hob
den kantonalen Entscheid mit Urteil vom 5. Juli 2010 auf (IV-act. 104).
Am 24. Februar 2012 (IV-act. 108) ging ein Bericht der Klinik für Orthopädische
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates am Kantonsspital St. Gallen
vom 27. Januar 2012 ein. Danach lag beim Versicherten unter anderem ein chronisches
lumbospondylogenes Schmerzsyndrom aktuell mit progredienter Claudicatio spinalis
vor. Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen schrieb dem
Versicherten am 5. März 2012 (IV-act. 109), Ärzte seien nicht anmeldelegitimiert. Bis
anhin sei eine relevante Änderung des rechtserheblichen Sachverhalts nicht glaubhaft
gemacht. Damit sein Revisionsgesuch geprüft werden könne, müssten bis 20. März
2012 weitere Nachweise eingereicht werden, andernfalls könne auf das Gesuch nicht
eingetreten werden. - Am 30. März 2012 wurde dem Versicherten mitgeteilt, es werde
angenommen, dass er auf eine Überprüfung des Leistungsanspruchs verzichte. - Am
7. September 2012 (IV-act. 111) ging ein IV-Arztbericht der Klinik für Neurochirurgie am
Kantonsspital St. Gallen vom 30. August 2012 ein, wonach beim Versicherten eine
Lumboischialgie seit fünf Tagen massiv exazerbiert sei. Die Arbeitsfähigkeit sei
arbeitsmedizinisch abzuklären. - Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle schrieb dem
Versicherten am 10. September 2012 (IV-act. 112 f.) wiederum, er habe innert Frist bis
24. Oktober 2012 weitere Dokumente einzureichen, damit das Revisionsgesuch geprüft
werden könne. - Am 9. Oktober 2012 wurde unter anderem zum einen ein
Überweisungsschreiben von Dr. C._ vom 13. Juli 2012 (IV-act. 114) zu einer
Vorstellung des Versicherten am Schmerzzentrum am Kantonsspital St. Gallen
eingereicht; dieser habe sich zur Operation entschlossen. Zum andern ging ein Bericht
der Klinik für Neurochirurgie am Kantonsspital St. Gallen vom 23. August 2012 (IV-
act. 116) ein, wonach am 7. August 2012 eine PRT (periradikuläre Therapie) und am
10. August 2012 eine interlaminäre Fenestration LWK3/4 links und Sequestrektomie
vorgenommen worden seien. Des Weiteren wurde ein ärztlicher Kurzbericht des
Ambulatoriums der Psychiatrischen Klinik vom 1. Oktober 2012 (IV-act. 115)
eingereicht, wonach der Versicherte seit 30. Juni 2008 wieder in Behandlung stehe und
eine mittelgradige depressive Episode ohne somatisches Syndrom bestehe. Die
Symptomatik bewirke einen deutlichen sozialen Rückzug. - Die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle schrieb dem Versicherten am 6. November 2012
A.c.
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(IV-act. 118), zur Gesuchsprüfung sei ausserdem ein Erhöhungsgesuch nötig, das er
bis 21. November 2012 einzureichen habe. Andernfalls könne auf das Gesuch nicht
eingetreten werden. - Am 15. November 2012 (IV-act. 119) brachte der Versicherte im
Sinn eines Anpassungsgesuchs vor, er habe bereits fünf Wirbelsäulen- und drei
Nierenstein-Operationen gehabt. Jedes Mal seien sehr viele Nerven beschädigt
worden. Die darauffolgenden, sehr schmerzhaften Ausstrahlungen würden nie ein Ende
nehmen. Die Schmerzen in den Beinen würden ihn daran hindern, selbst eine leichte
Arbeit zu bekommen. Er könne nur sehr kurze Zeit gehen oder stehen, so dass ein
geeigneter Arbeitsplatz nicht zu finden sei. Auch seine familiäre Situation sei äusserst
prekär; unter anderem sei seine Ehefrau an Krebs erkrankt. - Auf Anfrage der
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle ging am 20. Dezember 2012 (IV-act. 123) ein
Bericht der Klinik für Neurochirurgie am Kantonsspital St. Gallen vom 13. September
2012 ein, wonach ein Status nach Sequestrektomie LWK3/4 links bei einer lumbalen
Diskushernie LWK3/4 linksseitig und eine Lumboischialgie links bei Status nach
viermaliger lumbaler Wirbelsäulenoperation vorlägen. Die akute Radikulopathie habe
gut behandelt werden können; zurzeit herrsche wieder das bekannte chronische
Schmerzbild vor. - Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung hielt
am 20. Dezember 2012 (IV-act. 124) dafür, von Januar 2012 bis Mitte November 2012
habe vorübergehend eine volle Arbeitsunfähigkeit bestanden, seither liege wieder die
frühere 30-prozentige vor. - Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons
St. Gallen wies das Erhöhungsgesuch mit Verfügung vom 5. März 2013 (IV-act. 128)
ab. Ab Mitte November 2012 - zu der Zeit, da er auch das Erhöhungsgesuch gestellt
habe - habe nach zehnmonatiger voller Arbeitsunfähigkeit wieder die bisherige
Arbeitsunfähigkeit (von 30 %) bestanden.
Am 13. September 2013 (IV-act. 129) ging ein Arztbericht der Klinik für
Neurochirurgie am Kantonsspital St. Gallen vom 28. August 2013 ein, wonach beim
Versicherten eine exazerbierte Lumboischialgie links vorliege. Am 14. August 2013 sei
eine Re-Fenestration LW5/SWK1 links vorgenommen worden. - Die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle reagierte auf diese Eingabe nach der Aktenlage
nicht.
A.d.
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B.
Am 18. März 2015 (IV-act. 130) wurde erneut ein Arztbericht eingereicht, nämlich
ein solcher der Klinik für Neurochirurgie am Kantonsspital St. Gallen vom 6. März 2015,
wonach am 4. März 2015 nochmals eine Operation (Dekompression L4/5 links mit
Sequestrektomie und Nukleotomie) stattgefunden habe. - Am 13. April 2015 (IV-
act. 132) stellte Dr. C._ (mit Ermächtigung zur Akteneinsicht, IV-act. 149) für den
mitunterzeichnenden Versicherten unter Beilage verschiedener Arztberichte
ausdrücklich ein Revisionsgesuch. Auf ein Gesuch vom 3. März 2011 [soweit ersichtlich
nicht als solches aktenkundig] sei mangels zureichender Dokumentation der
Sachverhaltsänderung nicht eingetreten worden. Inzwischen sei der Versicherte wieder
dreimal an der Wirbelsäule operiert worden. Insgesamt hätten an der unteren lumbalen
Wirbelsäule also sieben Operationen stattgefunden. Der Versicherte sei auch für leichte
Arbeiten nicht mehr arbeitsfähig. - Der RAD hielt am 19. Juni 2015 (IV-act. 152) dafür,
der Gesundheitszustand werde frühestens ab Juni 2015 stabil sein. Es seien Berichte
einzuholen. - Nachdem weitere Berichte der Klinik für Neurochirurgie am Kantonsspital
St. Gallen vom 4. Mai 2015 (IV-act. 154) und vom 20. Oktober 2015 (IV-act. 160)
eingereicht worden waren, befürwortete der RAD am 16. November 2015 (IV-act. 161)
eine rheumatologische Begutachtung. - Nach einer Untersuchung vom 14. Dezember
2015 berichtete der bestimmte Gutachter der Rheumatologie, es bestehe beim
Versicherten sicherlich eine leichte bis mittelgradige Depression, ausserdem wäre eine
Evaluation der funktionellen Arbeitsfähigkeit (EFL) hilfreich und schliesslich sei zurzeit
ein verdächtiger Befund im Bereich der Halswirbelsäule (Knoten) in Abklärung. - Der
RAD war mit einer Ausdehnung des Begutachtungsumfangs einverstanden (IV-
act. 166).
B.a.
In einem bidisziplinären Gutachten der Arbeitsmedizin Zentrum Winterthur GmbH
(Dr. med. F._, FMH für Rheumatologie, und Dr. med. G._, FMH für Psychiatrie und
Psychotherapie) vom 12. Mai 2016 (IV-act. 171; eingereicht mit Schreiben vom 17. Mai
2016) wurden als (Haupt-) Diagnosen angegeben (verkürzt wiedergegeben) ein
chronisches lumboradikuläres und lumbospondylogenes Restsyndrom links (L3, L4, L5,
S1?) und eine Cervikobrachialgie rechts. Aus psychiatrischer Sicht liege kein die
Arbeitsfähigkeit tangierendes Leiden vor. Ohne Auswirkung darauf seien akzentuierte
Persönlichkeitszüge, Probleme in Verbindung mit Berufstätigkeit und Arbeitslosigkeit
B.b.
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und Anpassungsprobleme bei Veränderung der Lebensumstände. Die frühere Tätigkeit
im Strassenbau sei dem Versicherten nicht mehr zumutbar. In einer adaptierten
Tätigkeit sei der Versicherte zu 50 % arbeitsfähig, verteilt über den ganzen Tag. Die
Einschränkung sei rheumatologisch bedingt. Nach der Begutachtung von 2008 habe
sich eine erneute Verschlechterung ergeben, die schliesslich 2012 zu einer weiteren
Rückenoperation [sc. wohl: interlaminäre Fenestration LWK3/4 links und
Sequestrektomie vom 10. August 2012] geführt habe. Die Arbeitsfähigkeit von 50 %
habe seit August 2012 bzw. seit Ende 2012 bestanden; bis November 2012 habe (nach
der Operation) noch eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % vorgelegen. Die Prognose sei
ungünstig; über das Resultat der neusten Abklärungen verdächtiger Befunde (Lungen,
Mediastinum, Halswirbelsäule) seien die Gutachter nicht orientiert. Dem Gutachten
liess sich auch entnehmen, dass beim Versicherten erstmals 1994 bei der Arbeit im
Tiefbau ein einschiessender Stich im Rücken und Ausstrahlungen ins rechte Bein
aufgetreten seien, worauf in jenem Jahr eine erste Diskushernienoperation
stattgefunden habe. Er habe danach frühzeitig die Arbeit im Lager wieder
aufgenommen und später auf Baumaschinen (_) gearbeitet. Auch kurz nach der
Operation im Jahr 2001 wegen Wiederauftretens der Rückenschmerzen und
Ausstrahlungen sei er wieder zur Arbeit gegangen. 2005 sei es zu einer weiteren
Operation und zur Entlassung aus dem Arbeitsverhältnis gekommen. - Der RAD gab
am 14. Juni 2016 (IV-act. 172) an, ab August 2012 sei von einer Arbeitsfähigkeit von
50 % auszugehen. Entscheidend sei das Revisionsdatum vom April 2015.
Mit Vorbescheid vom 21. Juli 2016 (IV-act. 175) teilte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle dem Versicherten mit, die Rente werde ab 1. April
2015 auf eine halbe Rente (bei einem Invaliditätsgrad von 57 %; Valideneinkommen
Fr. 76'326.--, Invalideneinkommen Fr. 33'077.--) angehoben werden.
B.c.
Der Versicherte liess am 8. August 2016 (IV-act. 176) die Zusprache der
gesetzlichen Leistungen, eventualiter weitere Abklärungen, beantragen. Am
21. September 2016 (IV-act. 179) wurde ergänzt, das Gutachten beruhe nicht auf
umfassendem Kenntnisstand. Es würden noch Abklärungen zu gesundheitlichen
Problemen (ungenügender Blutfluss bzw. Verstopfung der Blutbahnen im Halsbereich)
des Versicherten laufen. Das Valideneinkommen betrage zudem Fr. 77'701.--, das
Invalideneinkommen Fr. 28'115.-- (bei Abzug von 15 %). Es ergebe sich damit ein
B.d.
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Invaliditätsgrad von 64 % und Anspruch auf eine Dreiviertelsrente. Spätestens ab
1. Januar 2013 sei mindestens eine halbe Rente auszurichten. Bei Berücksichtigung
der weiteren gesundheitlichen Beeinträchtigungen und des Alters werde sich aber ohne
Weiteres ein Anspruch auf eine Dreiviertelsrente ergeben. - Am 11. November 2016 (IV-
act. 184) reichte die Rechtsvertreterin des Versicherten medizinische Berichte ein. Die
festgestellten gesundheitlichen Probleme verursachten ständig Schmerzen, schnelle
Ermüdung und Konzentrationsprobleme. - Die Klinik für Angiologie des Departements
Innere Medizin am Kantonsspital St. Gallen hatte in einem Bericht vom 9. Februar 2016
(IV-act. 185) bekannt gegeben, es lägen (nebst einer medio-links-lateralen Diskushernie
L4/5) ein funktionelles venöses Abflusshindernis suprathorakale Venen links unklarer
Ätiologie, ein rezidivierendes chronisches Fremdkörpergefühl pharyngeal links,
degenerative HWS-Veränderungen, bildgebende Zeichen einer interstitiellen
Pneumopathie und mehrere pulmonale Noduli, eine arterielle Hypertonie, eine
persistierende Restnephrolithiasis rechts 12/2010 und eine depressive Episode vor. Die
Hals-Nasen-Ohren- (HNO-) Klinik am Kantonsspital St. Gallen hatte am 8. Juni 2016
(IV-act. 188) berichtet, bei einer Sonographie vom 20. Mai 2016 habe sich eine
grössenkonstante bis teils grössenregrediente zervikale Lymphadenopathie beidseits
gezeigt.
Der RAD hielt am 2. Dezember 2016 (IV-act. 187) dafür, die Störung mit den
Blutbahnen im Halsbereich sei bereits 2010 dokumentiert gewesen. Es sei eine Anfrage
an Dr. C._ zu stellen. - Dr. C._ erklärte, er habe am 2. Februar 2016 Arztbericht
erstattet (IV-act. 191; Bericht soweit ersichtlich nicht aktenkundig). - Die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle ersuchte die Kliniken für Neurochirurgie,
Angiologie und HNO am 9. Dezember 2016 (IV-act. 192 ff.) um die Berichte ab
1. Januar 2016. - Die Klinik für Neurochirurgie am Kantonsspital St. Gallen hatte am
25. Februar 2016 (IV-act. 196) unter anderem bekannt gegeben, es seien aktuell wieder
vermehrt linksseitige Beinschmerzen, am ehesten L5 entsprechend, aufgetreten. Es
werde deswegen eine erneute MRT-Untersuchung vorgenommen werden. Am 2. März
2016 (IV-act. 197) war festgehalten worden, dabei habe sich keine
Nervenwurzelkompression gezeigt. - Die Klinik für Angiologie am Kantonsspital
St. Gallen hatte am 2. Februar 2016 (IV-act. 198-6 ff.) auch noch einen linkszervicalen
Lymphknoten und eine Tonsillen- und Zungengrundhyperplasie erwähnt. - Letztere und
B.e.
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C.
Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwältin Karin Herzog, M.A. HSG in
eine reaktive Lymphadenopathie zervikal beidseits waren auch in einem Bericht vom
22. Dezember 2015 (IV-act. 200-5) über eine Tumorkontrolle der HNO-Klinik als
Diagnose angegeben worden. - Der RAD stellte sich am 22. Februar 2017 (IV-act. 201)
auf den Standpunkt, es seien keine neuen Tatsachen geltend gemacht worden.
Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle bot dem Versicherten am 1. März 2017 (IV-
act. 202) wiederum rechtliches Gehör. Sie hielt daran fest, dass ab 1. April 2015 eine
Erhöhung auf eine halbe Rente vorgesehen sei (bei einem Invaliditätsgrad von 57 %;
Valideneinkommen Fr. 77'086.--, Invalideneinkommen Fr. 33'360.--).
B.f.
Der Versicherte liess am 24. März 2017 (IV-act. 203) unter anderem einwenden,
zwar seien die Durchflussstörungen seit 2010 dokumentiert, jedoch sei über sie in den
IV-Akten nichts zu finden.
B.g.
Auf Anfrage gab die Klinik für Angiologie am Kantonsspital St. Gallen am 4. April
2017 (IV-act. 209) bekannt, über den Verlauf seit der Abklärung des funktionellen
Abflusshindernisses der suprathorakalen Venen links vor einem Jahr sei sie (die Klinik)
nicht orientiert. Für die Ausübung der meisten Berufe, namentlich wenn dabei keine
(wohl:) Über-Kopf-Arbeiten nötig seien, stelle dieses Leiden jedoch keine
Einschränkung dar. - Dr. C._ erklärte am 14. April 2017 (IV-act. 211), die
Arbeitsfähigkeit in einem adaptierten Tätigkeitsbereich werde durch die
Lungenveränderungen (bei der im Januar 2016 festgestellten interstitiellen
Pneumopathie handle es sich um einen radiologischen Zufallsbefund) nicht beeinflusst.
- Und die HNO-Klinik am Kantonsspital St. Gallen gab am 25. April 2017 (IV-act. 214)
bekannt, es lägen eine reaktive Lymphadenopathie zervikal beidseits und eine
idiopathische Karotidynie rechts vor. Eine Arbeitsunfähigkeit sei nicht bescheinigt
worden.
B.h.
Nach einem dritten Vorbescheid vom 5. Mai 2017 (IV-act. 216) setzte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen die Rente des Versicherten
mit Verfügung vom 19. Juni 2017 (IV-act. 220) ab 1. April 2015 auf eine halbe Rente
herauf.
B.i.
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Law, für den Betroffenen am 21. August 2017 erhobene Beschwerde. Die
Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers beantragt, die angefochtene Verfügung sei
aufzuheben und dem Beschwerdeführer sei eine Dreiviertelsrente auszurichten. Dieser
sei inzwischen 56 Jahre alt. Er habe nie eine berufliche Ausbildung absolviert und sei
einzig als Maschinist im Strassen- und Tiefbau arbeitstätig gewesen. Seit über zehn
Jahren sei er nicht mehr erwerbstätig. Er müsste in eine vollständig neue Tätigkeit mit
den verschiedenen Adaptationskriterien eingearbeitet werden. Er könne also seine
Restarbeitsfähigkeit nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichen Erfolg verwerten.
Zudem würde ein Arbeitgeber eher (als ihn) zwei Personen mit einer Arbeitsfähigkeit
von 50 % anstellen, die während des halben Tages die volle Leistung erbringen
könnten, so dass der Output am Arbeitsplatz pro Tag 100 % ausmachen würde. Ein
hälftiges Arbeitspensum über einen ganzen Arbeitstag verteilt erbringen zu können, sei
nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung (Bundesgerichtsurteil vom 8. Januar 2008,
9C_603/2007 E. 4.2.3) betriebswirtschaftlich eine lohnmässig relevante Erschwernis.
Für ein Teilzeitpensum von 50 bis 74 % ergebe sich bei Männern statistisch eine
Lohneinbusse von 11.56 %. Es sei daher ein Abzug vom Tabellenlohn von 15 %
gerechtfertigt, womit sich ein Invalideneinkommen von rund Fr. 28'356.-- und - somit
bei einem Invaliditätsgrad von 63 % - ab April 2015 Anspruch auf eine Dreiviertelsrente
- ergebe.
D.
Mit Beschwerdeantwort vom 16. Oktober 2017 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Unbestrittenermassen sei aufgrund des Gutachtens vom
17. Mai 2016 davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer wegen einer
rheumatologischen Verschlechterung nur noch zu 50 % arbeitsfähig sei, dass der
Zeitpunkt der Rentenerhöhung am 1. April 2015 sei und dass das Valideneinkommen
Fr. 77'086.-- betrage. Mit dem Beschwerdeführer sei anzunehmen, dass für das
Invalideneinkommen vom LSE-Wert 2014 von Fr. 63'744.-- (vor Umrechnung von 40
auf 41.7 Arbeitsstunden pro Woche) auszugehen sei, womit ein - minim von seinen
Angaben (Fr. 66'719.--) abweichender - massgeblicher Jahreslohn von Fr. 66'453.--
resultiere. Strittig sei, ob ein Abzug vorzunehmen sei. Die Limitierung der
Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers habe der Experte der Rheumatologie mit
dessen Bedarf an Pausen zur Erholung begründet. Er sei also nur auf
Arbeitsunterbrüche, nicht auf eigentliche Teilzeitarbeit angewiesen. Das
bundesgerichtliche Urteil von 2008 sei aufgrund einer neueren konstanten
Rechtsprechung überholt. Unter dem Titel eines leidensbedingten Abzugs könnten nur
Umstände berücksichtigt werden, die auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt als
ausserordentlich zu bezeichnen seien und die vorliegend nicht ersichtlich seien. Die
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lange Abwesenheit vom Arbeitsmarkt gelte nicht als abzugsrelevant. Im Übrigen wäre
zu prüfen, ob nicht invaliditätsfremde Gründe hierfür verantwortlich seien. Auch das
Alter und die fehlende berufliche Ausbildung vermöchten keinen Abzug zu
rechtfertigen. Die mangelnden Sprachkenntnisse seien bereits durch die Verwendung
der Tabellenlöhne im Kompetenzniveau 1 abgegolten.
E.
In ihrer Replik vom 14. Dezember 2017 bringt die Rechtsvertreterin des
Beschwerdeführers vor, die von der Beschwerdegegnerin erwähnte Rechtsprechung
betreffe hohe Restarbeitsfähigkeiten von 70 bis 80 %. Bei einer ganztägigen
Anwesenheit und einer Leistungsfähigkeit von 50 % könne eine Person aber mit
Sicherheit nicht den gleichen Lohn erzielen wie mit einer vollen Leistungsfähigkeit
während eines halben Tages. Damit sei die Anwendung der genannten
Rechtsprechung dort nicht sachgerecht. Am 14. Oktober 2017 habe der
Beschwerdeführer, bei dem schon seit vielen Jahren ein Abflusshindernis der
suprathorakalen Venen links bestehe, einen ischämischen Hirninfarkt im linken
Mediastromgebiet erlitten. Er sei vom 14. bis 19. Oktober 2017 im Kantonsspital
St. Gallen und anschliessend bis 22. November 2017 in der Rehaklinik H._
hospitalisiert gewesen und sei durch die Folgen dieses Infarkts - Parese der rechten
Körperhälfte, Schwierigkeiten beim Sprechen, leichte bis mittelschwere kognitive
Störungen - zusätzlich eingeschränkt. Es wurden entsprechende Berichte beigelegt.
F.
Die Beschwerdegegnerin hat am 22. Dezember 2017 auf die Erstattung einer Duplik
verzichtet. - Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers hat am 19. Januar 2018 eine
Honorarnote eingereicht, die einen Betrag von Fr. 4'515.55 ausweist (Fr. 4'022.50
Honorar, Fr. 160.90 Barauslagen, Fr. 332.15 total Mehrwertsteuer). Mit Schreiben vom
29. Januar 2019 stellt sie den Antrag, es sei in Anwendung von Art. 29 HonO in der
Fassung ab 1. Januar 2019 zusätzlich zum geltend gemachten Honorar die
Mehrwertsteuer zu entschädigen, da der Anspruchsteller nicht im Verzeichnis der
mehrwertsteuerpflichtigen Personen verzeichnet sei.
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Erwägungen
1.
2.
Im Streit liegt die Anpassungsverfügung vom 19. Juni 2017, mit welcher die
Beschwerdegegnerin die Rente des Beschwerdeführers (von einer Viertelsrente) mit
Wirkung ab 1. April 2015 auf eine halbe Rente anhob. Das Rentenerhöhungsgesuch sei
im April 2015 gestellt worden. Der Beschwerdeführer beantragt, eine Anhebung auf
eine Dreiviertelsrente vorzunehmen.
1.1.
Für die richterliche Beurteilung sind grundsätzlich die tatsächlichen Verhältnisse
massgebend, wie sie bis zum Zeitpunkt der angefochtenen Verwaltungsverfügung
bestanden haben (BGE 121 V 362 E. 1b; BGE 125 V 150 E. 2c). Tatsachen, die sich
erst später verwirklichen, sind insoweit zu berücksichtigen, als sie mit dem
Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die
Beurteilung im Zeitpunkt des Verfügungserlasses zu beeinflussen (vgl.
Bundesgerichtsentscheid vom 4. Juli 2012, 9C_67/2012; vgl. BGE 99 V 98). - Die
Veränderungen nach dem 19. Juni 2017, namentlich die nach der Aktenlage
eingetretene Verschlechterung vom 14. Oktober 2017, bilden demnach nicht mehr
Gegenstand des vorliegenden Verfahrens.
1.2.
Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.1.
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente
von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht,
herabgesetzt oder aufgehoben (vgl. Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision
gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist,
den Invaliditätsgrad und damit den Anspruch zu beeinflussen (vgl. BGE 130 V 343 E.
3.5), während eine lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich
gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich ist (vgl. BGE
141 V 9 E. 2.3).
2.2.
Ob eine revisionsbegründende Änderung eingetreten ist, beurteilt sich nach der
Rechtsprechung durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der letzten (der
2.3.
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3.
versicherten Person eröffneten) rechtskräftigen Verfügung bestand, welche auf einer
materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung,
Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten
für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht
(vgl. BGE 133 V 108), mit demjenigen zur Zeit der streitigen Neubeurteilung (vgl. BGE
130 V 351 E. 3.5.2; BGE 125 V 369 E. 2).
Der Beschwerdeführer bezog zuletzt vor der angefochtenen Verfügung (gestützt
auf ein höchstrichterliches Urteil vom 5. Juli 2010 und gemäss der
Anpassungsverfügung der Beschwerdegegnerin vom 17. Juli 2008) für die Zeit ab
1. September 2008 eine Viertelsrente bei einem Invaliditätsgrad von 47 %
(Valideneinkommen Fr. 70'358.--, Invalideneinkommen Fr. 37'188.--).
3.1.
Erstmals am 24. Februar 2012 ging danach ein Arztbericht betreffend den
Beschwerdeführer ein, worin Anhaltspunkte für Verschlechterungen dessen
Gesundheitszustands enthalten waren. Da der Beschwerdeführer (auf den Hinweis der
Beschwerdegegnerin vom 5. März 2012 hin) in der Folge nicht mehr reagierte, ging die
Beschwerdegegnerin zu Recht nicht auf ein Gesuch ein. - Das Datum der Eingabe vom
7. September 2012 allerdings wäre zeitlich als Eingangszeitpunkt eines genügenden
Anpassungsgesuchs zu betrachten gewesen. Denn der Beschwerdeführer hat
daraufhin alle Anforderungen der Beschwerdegegnerin vom 10. September 2012
fristgerecht erfüllt. Erst im Nachhinein, am 6. November 2012, noch auf die zusätzliche
Notwendigkeit eines Gesuchs - mit der Folge erst dann eintretender Gesuchsfolgen -
aufmerksam zu machen, geht daher nicht an. Der Beschwerdeführer liess jedoch die
Verfügung vom 5. März 2013 in formelle Rechtskraft erwachsen, weshalb das Gericht
auf sie von vornherein nicht zurückkommen kann. - Am 13. September 2013 wurde
erneut durch Einreichung eines Arztberichts eine Verschlechterung geltend gemacht.
Die Beschwerdegegnerin reagierte darauf nach der Aktenlage nicht, was nicht
sachgerecht war. Da der Beschwerdeführer seinerseits sich jedoch nach der Aktenlage
danach ebenfalls bis 13. April 2015, also mehr als ein Jahr (etwa eineinhalb Jahre) lang,
nicht mehr gemeldet hat, ist auch bezüglich der faktischen Nichtanhandnahme der
Beschwerdegegnerin von einer formellen Rechtskraft auszugehen.
3.2.
Da selbst die formelle Verfügung vom 5. März 2013 nach einem nur geringen
Abklärungsaufwand erging und lediglich summarisch begründet war, kann der
Zeitpunkt ihres Erlasses nicht als Vergleichszeitpunkt für eine allfällige
Sachverhaltsveränderung (gemäss BGE 133 V 108) dienen, wie es eine Verfügung tut,
3.3.
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4.
die auf einer nach Massgabe des Untersuchungsgrundsatzes umfassenden materiellen
Anspruchsprüfung beruht. - Zu vergleichen ist somit der Sachverhalt vom 17. Juli 2008
mit den allfälligen Sachverhaltsentwicklungen bis 19. Juni 2017.
Eine Erhöhung der Renten erfolgt, sofern die versicherte Person die Revision
verlangt, nach Art. 88 Abs. 1 lit. a IVV allerdings frühestens von dem Monat an, in
dem das Revisionsbegehren gestellt wurde. Vorliegend massgeblich ist nach dem
Dargelegten das Gesuch vom 13. April 2015.
3.4. bis
Der Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers wurden
innerhalb des massgeblichen Vergleichszeitraums (nämlich in der Zeit zwischen dem
14. Dezember 2015 und dem 23. März 2016, unter Einschluss einer EFL)
rheumatologisch und psychiatrisch begutachtet. Das Gutachten vom 12. Mai 2016
basiert auf einer Kenntnisnahme von den Vorakten sowie der Erhebung der Anamnese
und der Angaben des Beschwerdeführers zu seinen Beschwerden.
4.1.
Der Gutachter der Rheumatologie gab in Kenntnis der Ergebnisse der
bildgebenden Verfahren und der Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit, nach
Erhebung einer fremdanamnestischen Angabe und nach Erhebung der
Untersuchungsbefunde an, die vom Beschwerdeführer geschilderten
Rückenschmerzen und Ausstrahlungen in die Beine seien glaubhaft und würden mit
den Arztberichten der Klinik für Neurochirurgie am Kantonspital St. Gallen
übereinstimmen. Es bestünden noch deutliche Restbeschwerden und Einschränkungen
der körperlichen Belastbarkeit. Offenbar sei zwischenzeitlich (seit Oktober 2015) eine
erneute Intervention diskutiert worden. Schon im Gutachten von 2008 sei von einer
Verschlechterung gegenüber 2006 berichtet worden. Nach dem Gutachten von 2008
habe sich der Zustand des Beschwerdeführers weiter verschlechtert. Die Einschätzung
der Klinik für Neurochirurgie am Kantonsspital St. Gallen vom 13. September 2012 sei
zu optimistisch gewesen; schon im August 2013 habe erneut eine weitere
Rückenoperation stattfinden müssen. Seither sei keine Besserung mehr eingetreten
und es sei am 4. März 2015 nochmals zu einer Rückenoperation gekommen.
Insgesamt seien es sieben, eventuell acht Rückenoperationen gewesen. Zudem leide
der Beschwerdeführer an einer Cervicobrachialgie rechts bei Blockwirbelbildung C3/C4
und degenerativen Veränderungen und Diskushernie C5/C6 rechts mit mässiger
Kompression C6 rechts. Die Funktion sei entsprechend deutlich eingeschränkt. Die
rezidivierende Nephrolithiasis mit St. nach verschiedenen operativen Interventionen sei
in beschwerdefreier Zeit für die Arbeitsfähigkeit nicht von Bedeutung. In der
4.1.1.
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anstrengenden Tätigkeit im Strassenbau sei der Beschwerdeführer seit der dritten
Diskushernienoperation vom 21. März 2015 voll arbeitsunfähig. Während früher für
adaptierte Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit von 70 % bestanden habe, sei diese nun
auf 50 % gesunken, wie sich aufgrund der weiteren Anamnese, der Arztberichte und
der jetzigen Befunde ergebe. Diese Schätzung gelte für die Zeit ab Ende 2012 (ab
August 2012 bis dahin noch postoperativ volle Arbeitsunfähigkeit).
Der Gutachter der Psychiatrie hielt nach seiner Exploration fest, es seien keine
Symptome festgestellt worden, die einer die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigenden
psychischen Störung zugeordnet werden könnten. Die Krebserkrankung der Ehefrau
stelle sicherlich für die ganze Familie eine Belastung dar. Durch den Verlust des
Berufes, der Position in der Familie und der Anerkennung in seinem sozialen Umfeld
würden die Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers gestützt. Anhaltspunkte für eine depressive Störung hätten sich
nicht gefunden. Aufgrund der eingenommenen Medikamente bestünden
möglicherweise eine Beeinträchtigung des Reaktionsvermögens und eine Gefährdung
bei Arbeiten mit laufenden Maschinen oder beim Führen von Kraftfahrzeugen.
4.1.2.
Auf das Ergebnis des Gutachtens vom 12. Mai 2016 kann angesichts der
Grundlagen, der Abklärungen und der Begründung abgestellt werden. Das Resultat der
neusten Abklärungen verdächtiger Befunde (Lungen, Mediastinum, Halswirbelsäule)
war den Gutachtern zwar noch nicht bekannt, doch ergab sich nachträglich, dass
diesbezüglich keine zusätzliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit anzunehmen ist.
Weder das venöse Abflusshindernis noch die Lungenveränderungen, die reaktive
Lymphadenopathie zervikal beidseits oder die idiopathische Karotidynie rechts
beeinträchtigten nach der Aktenlage die Arbeitsfähigkeit. Dass das funktionelle
Abflusshindernis der suprathorakalen Venen links bedauerlicherweise inzwischen zu
einem Hirninfarkt geführt hat, lässt nicht darauf schliessen, dass es zuvor die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers für eine angepasste Tätigkeit (ohne Über-
Kopf-Arbeiten) relevant eingeschränkt haben könnte. - Der Beschwerdeführer selber
hatte sich, wie er bei der Begutachtung angab, eine leichte Arbeit während vier
Stunden, unter anderem mit höchstens 5 bis 7 kg Gewichtsbelastung, vorstellen
können, hatte jedoch gleichzeitig auch befürchtet, dass bei erneuter Wiederaufnahme
der Arbeit in wenigen Monaten wieder eine weitere Rückenoperation nötig werden
könnte (IV-act. 171-58).
4.1.3.
Demnach ist medizinisch gesehen von einer Sachverhaltsänderung im Sinn einer
dauerhaften Verschlechterung des Gesundheitszustands und ab Ende 2012, d.h. ab
1. Dezember 2012 (da bis November 2012 noch volle Arbeitsunfähigkeit vorlag, vgl. IV-
4.2.
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5.
act. 171-4), von einer Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers von 50 % in adaptierter
Tätigkeit auszugehen. Davor hatte postoperativ ab 10. August 2012 (ohne wesentlichen
Unterbruch) eine volle Arbeitsunfähigkeit vorgelegen.
Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist gemäss
Art. 28a Abs. 1 IVG Art. 16 ATSG anwendbar. Danach wird für die Bestimmung des
Invaliditätsgrads das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der
Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen). - Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist
rechtsprechungsgemäss entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des
frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde (vgl. BGE 129 V 222; vgl.
etwa auch Bundesgerichtsentscheid 9C_422/2015 vom 7. Dezember 2015). In der
Regel wird am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkommensentwicklung angepassten Lohn angeknüpft, da es der Erfahrung
entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden
wäre (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 12. Februar 2019, 8C_728/2018 E. 6.1). -
Vorliegend ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer ohne Eintritt des
Gesundheitsschadens weiterhin am bisherigen, lange Zeit innegehabten Arbeitsplatz
verblieben wäre. Nach Angaben in der Arbeitgeberbescheinigung vom 1. September
2005 hätte sein Einkommen dort ohne Gesundheitsschaden (Valideneinkommen)
damals (2005) jährlich Fr. 68'835.-- betragen. Bei einem (zusätzlichen)
Einkommensvergleich für das Jahr 2015 (IV-act. 202) kann von dem von der
Beschwerdegegnerin errechneten Jahresbetrag von Fr. 77'086.-- als
Valideneinkommen ausgegangen werden.
5.1.
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär
von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person
konkret steht. Übt sie - wie der Beschwerdeführer - keine Erwerbstätigkeit mehr aus,
sind hierfür statistische Werte beizuziehen (vgl. BGE 129 V 472 E. 4.2.1, vgl. etwa auch
Bundesgerichtsentscheid vom 26. Januar 2016, 9C_762/2015). - Der
Beschwerdeführer kann gemäss dem Gutachten seine bisherige schwere Tätigkeit im
Strassenbau nicht mehr ausüben (vgl. IV-act. 171-71). Es ist zu schliessen, dass ihm
auch keine vergleichbar schweren Tätigkeiten mehr zumutbar sind. Eine adaptierte
5.2.
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Tätigkeit sollte in geheizten Räumen stattfinden und in wechselnder Stellung - d.h.
ohne stereotype Positionen - ausgeübt werden können. Es sollten keine repetitiven
Gewichtsbelastungen über 10 kg, keine Arbeiten in vornüber geneigter Stellung, keine
Rotationen und kein Leitersteigen erforderlich sein. Ausserdem muss darauf Rücksicht
genommen werden, dass unter Medikamenteneinnahme die Aufmerksamkeit und
Reaktionsfähigkeit des Beschwerdeführers eventuell vermindert ist (vgl. IV-act. 171-3).
Diese erforderlichen Einschränkungen sind zwar in ihrer Gesamtheit deutlich, aber nicht
so einschneidend, dass sie eine Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit als
unrealistisch erscheinen lassen würden. Für die Invaliditätsbemessung ist im Übrigen
ein ausgeglichener Arbeitsmarkt massgebend, der sich - zur Abgrenzung der Risiken
von Arbeitslosigkeit und Invalidität (vgl. Entscheide des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts [seit 1. Januar 2007: Bundesgericht] vom 10. Juli 2006, I 186/05
E. 2.3, vom 3. Juni 2004, I 252/03 E. 2.2.3, und vom 16. Juli 2003, I 758/2002; BGE
110 V 276 E. 4b) - durch ein gewisses Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage
auszeichnet und, was die verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen
wie auch den körperlichen Einsatz angeht, einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten
aufweist (vgl. Bundesgerichtsentscheide vom 9. Januar 2015, 8C_652/2014, und vom
10. April 2019, 8C_811/2018 E. 4.4.1). Grundsätzlich kann daher auf die Tabellenlöhne
abgestellt werden.
Das statistische Durchschnittseinkommen von Männern für einfache und repetitive
Tätigkeiten des Anforderungsniveaus 4 hatte im Jahr 2005 Fr. 58'389.-- betragen (vgl.
Anhang 2 der Textausgabe Invalidenversicherung, Allgemeiner Teil des
Sozialversicherungsrechts, Gesetze und Verordnungen, 2008, herausgegeben von der
Informationsstelle AHV/IV, S. 204, basierend auf der Schweizerischen
Lohnstrukturerhebung LSE des Bundesamtes für Statistik). Bei einer Arbeitsfähigkeit
von 50 % hätte der Beschwerdeführer somit dementsprechend ein durchschnittliches
Einkommen von rund Fr. 29'194.-- erreichen können. - Wird der Einkommensvergleich
auch noch für das Jahr 2015 gemacht, ist von einem (statistischen) Einkommen bei
50 % Arbeitsfähigkeit von Fr. 33'316.-- auszugehen. Denn im Jahr 2015 betrug das
erhobene Durchschnittseinkommen von Männern, seit 2012 nun aufgrund des
Kompetenzniveaus 1 der Lohnstrukturerhebungen berechnet, d.h. für einfache
Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art, Fr. 66'633.-- (vgl. Anhang 2 der
erwähnten Textausgabe, Ausgabe 2019, S. 228).
5.3.
Bestehen im Einzelfall Anhaltspunkte dafür, dass die versicherte Person ihre
gesundheitlich zumutbare verbleibende (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen
Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann, ist
5.4.
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ein Abzug von den Tabellenlöhnen zu machen. Bei der Bestimmung der Höhe des
Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das
Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu
schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl.
BGE 134 V 322 E. 5.2 und BGE 126 V 75).
Die fehlende berufliche Ausbildung des Beschwerdeführers vermag nach der
Rechtsprechung (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 18. August 2014, 9C_426/2014 E. 4.2)
einen Abzug nicht zu rechtfertigen. Denn im Rahmen des (hier beigezogenen)
Anforderungsniveaus 4 bzw. des Kompetenzniveaus 1 der Tabellenlöhne sind keine
Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt.
5.4.1.
Da Hilfsarbeiten auf dem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt
altersunabhängig nachgefragt werden, wirkt sich auch der Faktor Alter - der
Beschwerdeführer war bei Erlass der angefochtenen Verfügung 56 Jahre alt - nicht
(zwingend) lohnsenkend aus (vgl. Bundesgerichtsurteile vom 16. Mai 2019,
8C_705/2018 E. 4.3, und vom 29. Februar 2016, 9C_808/2015 E. 3.4.2).
5.4.2.
Der Beschwerdeführer ist viele Jahre lang im gleichen Arbeitsverhältnis angestellt
gewesen und nun darauf angewiesen, an einer neuen Stelle eine Arbeit aufzunehmen.
Die Bedeutung der Anzahl Dienstjahre nimmt allerdings im privaten Sektor ab, je
niedriger das Anforderungsniveau ist. Im Rahmen des Anforderungsniveaus 4 kommt
der langen Betriebszugehörigkeit praxisgemäss keine relevante Bedeutung zu (vgl.
Bundesgerichtsurteil vom 2. September 2015, 9C_874/2014 E. 3.3.2), weshalb unter
diesem Aspekt allein kein relevanter Abzug am Platz ist.
5.4.3.
Dass der Beschwerdeführer lange vom Arbeitsmarkt abwesend war, vermag
vorliegend einen Abzug nicht zu rechtfertigen.
5.4.4.
Der Beschwerdeführer hat nach der Aktenlage vor Eintritt des zur
Arbeitsunfähigkeit führenden Gesundheitsschadens stets körperlich schwere Arbeit
geleistet, die ihm seither nicht mehr möglich ist (vgl. IV-act. 171-71). Die
Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Tabellenlohn, wenn
eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in
ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist. Sind hingegen leichte bis mittelschwere
Arbeiten zumutbar, ist allein deswegen auch bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit
nach der (jüngeren) Rechtsprechung noch kein Abzug gerechtfertigt. Denn der
Tabellenlohn umfasst im Anforderungsniveau 4 (bzw. Kompetenzniveau 1) bereits eine
Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten (vgl. Bundesgerichtsurteil vom
5.4.5.
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7. August 2017, 8C_381/2017 E. 4.2.2). Die Berücksichtigung des Umstands, dass vor
Eintritt der Gesundheitsschädigung auch körperliche Schwerarbeit verrichtet worden
ist, während danach (wenn auch vollzeitlich) nur noch leichte Tätigkeiten möglich sind,
wurde in der Rechtsprechung als fraglos rechtens bezeichnet (vgl. Bundesgerichtsurteil
vom 11. Dezember 2017, 8C_579/2017 E. 7.4.1 mit Hinweisen). Dem
Beschwerdeführer ist körperlich schwere Arbeit wie erwähnt nicht mehr zumutbar. Bei
der EFL zeigte er eine Belastbarkeit, die im Wesentlichen einer leichten Tätigkeit
entsprach (er habe mit Gewichten von maximal 5 bis 7.5 kg hantiert; vgl. IV-
act. 171-99). Das Schmerzverhalten sei gut gewesen, aber die Beschreibung von
Schmerz und Einschränkungen, das Leistungsverhalten und die Konsistenz seien
schlecht gewesen, weshalb sich zusammenfassend eine erhebliche
Symptomausweitung ergebe (vgl. IV-act. 171-98 f., -104). Deshalb war im Bericht über
die EFL befürwortet worden, unter dem Zumutbarkeitsaspekt aus somatischer Sicht
eine höhere Leistungsfähigkeit anzunehmen (vgl. IV-act. 171-99 bzw. -66). Der
Gutachter der Rheumatologie umschrieb die angepasste Tätigkeit in der Folge unter
Berücksichtigung der EFL-Ergebnisse (vgl. IV-act. 171-74) als eine solche mit
Wechselbelastung in stehender, gehender und sitzender Stellung (oft Möglichkeit zum
Wechsel nötig), auszuüben in geheizten Räumen, mit Gewichtsbelastung regelmässig
höchstens bis 10 kg, ohne vornüber geneigte Stellung und unter Vermeidung von
Rotationen und von Leitersteigen (vgl. IV-act. 171-75 f.). Insgesamt seien die beklagten
Beschwerden und die Befunde in sich konsistent gewesen (vgl. IV-act. 171-74). Bei der
zumutbaren adaptierten Tätigkeit handelt es sich nach gutachterlicher
rheumatologischer Beurteilung um eine leichte Tätigkeit (vgl. IV-act. 171-76). Insgesamt
ist von einer gewissen Einschränkung auch bei leichter Arbeit auszugehen (vgl. dazu
unten E. 5.4.8).
Was das zeitliche Belastungsniveau betrifft, war im EFL-Bericht festgehalten
worden, es sollte eine ganztägige Arbeit mit Wechselbelastung möglich sein (Stehen,
Gehen und Sitzen je maximal drei Stunden; vgl. IV-act. 171-99 bzw. -66). Gemäss dem
rheumatologischen Gutachten (vgl. IV-act. 171-76) bzw. dem bidisziplinären Konsens
(vgl. IV-act. 171-3) liegt eine zumutbare, aus rheumatologischen Gründen
eingeschränkte Arbeitsfähigkeit von 50 % vor (entsprechend reduziertes Rendement).
Nach der medizinischen Sachlage ist dem Beschwerdeführer demnach noch immer
eine vollzeitliche Präsenz am Arbeitsplatz zumutbar, er ist insofern vollzeitlich
arbeitsfähig. Indessen ist ihm dabei nur noch eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit
möglich. - Ein Abzug vom Tabellenlohn ist nach der Rechtsprechung aufgrund des
Beschäftigungsgrades am Platz, weil teilzeitbeschäftigte Männer mit einem
5.4.6.
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Beschäftigungsgrad von maximal 89 % (auf allen Anforderungsniveaus) in der Regel
(statistisch gesehen) überproportional weniger verdienen als Vollzeitangestellte (vgl.
Bundesgerichtsurteil vom 4. März 2009, 9C_980/2008 E. 3.1.2 und BGE 124 V 321 E.
3b/aa). Das Bundesgericht stützte sich bei der Begründung des Abzuges auf die
zwischen Vollzeittätigkeiten (Pensen über 90 %) und prozentual abgestuften
Teilzeittätigkeiten (Pensen von 25 % und weniger bis maximal 90 %) differenzierende
Tabelle 13* der LSE 1994 (vgl. Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts
vom 2. November 2007, I 69/07 E. 5.1 und BGE 124 V 321 E. 3b/aa). Erfasst werden
solle mit diesem Abzug demnach nur die Teilzeitarbeit, nicht aber eine vollzeitliche
Tätigkeit mit eingeschränkter Leistungsfähigkeit. Bei Letzterer verbiete es sich,
regelmässig eine über die Einschränkung der Leistungsfähigkeit hinausgehende,
überproportionale Lohneinbusse anzunehmen und - in Analogie zum Abzugsfaktor
"Beschäftigungsgrad" oder als eigenständiges neues Merkmal - beim leidensbedingten
Abzug zu berücksichtigen (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 4. März 2009, 9C_980/2008
E. 3.1.2). In einem Urteil vom 19. November 2009, 9C_708/2009 E. 2.5.2, liess das
Bundesgericht die Frage nach einer allfälligen Praxisänderung (Abzug zulassen) offen.
Später lehnte es eine Praxisänderung ab (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 16. August
2012, 8C_344/2012 E. 3.2, bei Sachverhalt mit 50 % Arbeitsunfähigkeit). Zwar mag es
nach der Rechtsprechung also zutreffen, dass Arbeitskräfte mit reduzierter
Leistungsfähigkeit die Infrastruktur des Arbeitgebers ineffizienter und damit
kostenintensiver beanspruchen als Arbeitskräfte mit zeitlich uneingeschränktem
Einsatzvermögen (vgl. a.a.O.). Aber es können auch Faktoren angeführt werden,
welche eine Vollzeittätigkeit mit eingeschränktem Leistungsvermögen für einen
Arbeitgeber attraktiver erscheinen lassen als eine Teilzeittätigkeit, etwa, dass eine
vollzeitliche Anwesenheit grössere Flexibilität bei der Einsatzplanung bietet (vgl.
Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 2. November 2007, I 69/07
E. 5.2, und 8C_344/2012 a.a.O.). Der Umstand, dass eine Tätigkeit vollzeitlich, aber mit
eingeschränktem Rendement, möglich ist, ist nach der mehrfach bestätigten
Rechtsprechung des Bundesgerichts demnach nicht abzugsrelevant (vgl. etwa
Bundesgerichtsentscheide vom 16. Mai 2019, 8C_705/2018 E. 4.3 [Sachverhalt mit
20 % Arbeitsunfähigkeit], vom 13. Februar 2017, 9C_762/2016 E. 5 [Sachverhalt mit
30 % Arbeitsunfähigkeit], und vom 8. Mai 2018, 8C_211/2018 E. 4.4 [Sachverhalt mit
30 % Arbeitsunfähigkeit]). Dass eine Leistung von [nur] 50 % lediglich über einen
ganzen Arbeitstag verteilt erbracht werden kann und nicht beispielsweise vormittags
oder nachmittags, ist, wie das Bundesgericht noch 2015 (vgl. Bundesgerichtsurteil vom
20. Januar 2015, 8C_536/2014 E. 4.4; vgl. auch Bundesgerichtsurteil vom
21. September 2010, 9C_728/2009 E. 4.3.2) allerdings ebenfalls festgehalten hat, aus
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betriebswirtschaftlicher Sicht (Auslastung des Arbeitsplatzes) als lohnmässig relevante
Erschwernis für die erwerbliche Verwertung der verbliebenen Arbeitsfähigkeit
anzuerkennen (vgl. dazu auch das Bundesgerichtsurteil vom 9. Mai 2019, 9C_38/2019
E. 3.5.2). - Vorliegend ist jedenfalls zu berücksichtigen, dass die Leistungsfähigkeit des
Beschwerdeführers nicht nur zu 20 oder 30 %, sondern dass sie zur Hälfte, also
vergleichsweise deutlich, eingeschränkt ist.
Ob angesichts der dargelegten bundesgerichtlichen Rechtsprechung der Aspekt
der um 50 % verminderten Leistungsfähigkeit bei vollzeitlicher Beschäftigung für sich
allein einen Teilzeitabzug zu rechtfertigen vermöchte, kann vorliegend dahingestellt
bleiben, denn jedenfalls ist bei einer rechtsprechungsgemäss erforderlichen Würdigung
aller zu berücksichtigenden und beim Beschwerdeführer zusammenfallenden Faktoren
insgesamt ein Abzug erforderlich und vorzunehmen:
5.4.7.
So ist etwa zusätzlich zu den erwähnten Umständen zu berücksichtigen, dass
zwar die gesundheitlich bedingten Einschränkungen des Beschwerdeführers mit
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit in der medizinisch begründeten
Arbeitsunfähigkeitsschätzung enthalten sind (insbesondere der Pausenbedarf), dass
der Beschwerdeführer aber auch an psychiatrischen Beschwerden leidet, die nicht zu
der im Gutachten attestierten Arbeitsunfähigkeit beitragen, dass er nämlich
akzentuierte Persönlichkeitszüge, Probleme in Verbindung mit Berufstätigkeit und
Arbeitslosigkeit und Anpassungsprobleme bei Veränderung der Lebensumstände hat.
Die erforderliche Umstellung auf eine neue Tätigkeit ist ihm demnach aus
gesundheitlichen Gründen erschwert. Auch bei den im Übrigen adaptierten Tätigkeiten
ist er ausserdem insofern nur bedingt arbeitsfähig, als Rücksicht darauf zu nehmen ist,
dass sein Reaktionsvermögen unter Medikamentengebrauch möglicherweise
beeinträchtigt ist und bei Arbeiten mit laufenden Maschinen oder beim Führen von
Kraftfahrzeugen eine Gefährdung bestehen kann.
5.4.8.
Insgesamt ist bei den erwähnten Gegebenheiten damit zu rechnen, dass der
Beschwerdeführer auch auf einem als ausgeglichen anzunehmenden Arbeitsmarkt im
Vergleich mit einem gesunden Mitbewerber eine Lohneinbusse in Kauf zu nehmen hat,
so dass ein Abzug vom Tabellenlohn vorzunehmen ist. Ermessensweise ist dieser
Abzug auf 10 % festzulegen. Dieser Prozentsatz ist als Minimum zu betrachten,
während eine Kürzung um mehr als 20 % nicht angebracht ist.
5.4.9.
Mit dem erforderlichen Abzug von 10 % ergibt sich ein Invalideneinkommen (für
2005 von Fr. 26'275.--, für 2015 von Fr. 29'984.--), das zu einem Invaliditätsgrad (für
2005 von 61.8 % bzw. rund 62 %, für 2015 von 61.1 % bzw. rund 61 %) führt, der zu
5.5.
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6.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass nach der längerdauernden gesundheitlichen
Verschlechterung ein Invaliditätsgrad von mehr als 60 % (und weniger als 70 %)
eingetreten ist, der ab dem Gesuchsmonat April 2015 (vgl. Art. 88 Abs. 1 lit. a IVV) zu
einer Anpassung der Rente zu führen hat. Denn damals hatte die höhere
Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit (und entsprechend höhere Invalidität) bereits
wesentlich länger als während den für eine Erhöhung mindestens erforderlichen drei
Monaten gemäss Art. 88a Abs. 2 IVV angehalten (eine anspruchsbeeinflussende
Änderung ist bei einer Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit zu berücksichtigen,
sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat; Art. 29 ist
sinngemäss anwendbar).
7.