Decision ID: c033c521-e2fb-495f-9737-f2df73e5ad4d
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Eduard M. Barcikowski, Hegibachstrasse 22,
Postfach 1969, 8032 Zürich,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich im April 2002 aufgrund eines am 1. September 2000 erlittenen
Schleudertraumas zum Bezug einer Rente der Invalidenversicherung bei der IV-Stelle
des Kantons St. Gallen an (IV-act. 1).
A.b Am 21. Mai 2002 liess die Suva als zuständige obligatorische Unfallversicherung
der IV-Stelle die bis zu diesem Datum angefallenen Akten des
Unfallversicherungsverfahrens zugehen. Diesen lässt sich entnehmen, dass die in
einem Pensum von 80 % in der Verwaltung/Elektronikabteilung eines Betriebs tätig
gewesene Versicherte am 1. September 2000 in einen Verkehrsunfall verwickelt
worden sei, wobei sie sich am Arm und an einem Finger rechts sowie am Kopf verletzt
habe (Suva-act. 1). Am 13./14. September 2000 hatte Dr. med. B._, Facharzt FMH
für Innere Medizin, eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 1. bis 17. September 2000
und eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit ab dem 18. September 2000 attestiert (Suva-
act. 2 f.). Am 27. September 2000 hatte Dr. B._ eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab
dem 21. September 2000 attestiert (Suva-act. 4). Gegenüber dem zuständigen
Schadeninspektor der Suva hatte die Versicherte am 29. September 2000 über
Schwindel, vermehrte Müdigkeit, Vergesslichkeit, Kopfschmerzen, Brechreiz und
Nackenschmerzen beim Drehen des Kopfes geklagt; am schlimmsten sei der
Schwindel, der insbesondere beim Aufstehen oder bei abdrehenden
Körperbewegungen häufig auftrete (Suva-act. 5). Am 8. November 2000 hatten die
Ärzte der C._ Klinik einen Bericht betreffend eine neuro-orthopädische Untersuchung
erstattet, in dem sie bei unauffälliger neurologischer Untersuchung und
altersentsprechenden Röntgenaufnahmen der Halswirbelsäule ein persistierendes
Cervicooccipitalsyndrom und Kopfschmerzen vom Spannungstyp bei Dysbalance im
Nacken-/Schulterbereich diagnostiziert, eine (nicht näher spezifizierte)
Teilarbeitsfähigkeit attestiert und die Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess und
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die genaue Festlegung der Arbeitsfähigkeit durch den Hausarzt empfohlen hatten
(Suva-act. 22). Am 5. Dezember 2000 hatte die Arbeitsgruppe für Unfallmechanik eine
biomechanische Kurzbeurteilung abgegeben. Ein seitlicher Kopfanprall sei aus
technischer Sicht schwer nachvollziehbar; aufgrund des Resonanzeffekts der zweiten
Kollision seien die Beschwerden der Versicherten ansonsten aber eher erklärbar (Suva-
act. 23). Am 8. März 2001 war eine kreisärztliche Untersuchung erfolgt, anlässlich
welcher persistierende cervico-cephale Beschwerden mit Schwindelgefühl, Übelkeit
und Konzentrationsstörungen sowie der Verdacht auf eine Luxation des Kleinfingers
rechts diagnostiziert und weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden
waren; die Versicherte hatte im Rahmen der Untersuchung unter anderem
Panikattacken und Herzrhythmusstörungen angegeben (Suva-act. 33). Am 29. März
2001 hatte die Versicherte mitteilen lassen, dass sie sich neu in psychiatrisch-
psychotherapeutischer Behandlung bei Dr. med. D._, Facharzt FMH für Psychiatrie
und Psychotherapie, befinde, da sich die psychische Problematik in der Woche davor
stark verschärft habe (Suva-act. 42). Vom 19. Juni bis 17. Juli 2001 hatte sich die
Versicherte in stationärer Rehabilitation in der Rehaklinik E._ befunden. Im
entsprechenden Austrittsbericht vom 27. Juli 2001 war ein Status nach Verkehrsunfall
mit Distorsion der Halswirbelsäule, Contusio capitis mit leichter traumatischer
Hirnverletzung (Commotio cerebri) und cervicocephalem Symptomenkomplex,
lumbosacralem Schmerzsyndrom, vegetativer Dysregulation, neuropsychologischen
Funktionsstörungen und ängstlich-depressivem Zustandsbild diagnostiziert und eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit bis auf weiteres attestiert worden (Suva-act. 56). Eine
Besprechung mit den damaligen Vorgesetzten der Versicherten vom 23. April 2002
hatte unter anderem ergeben, dass die Versicherte im Jahr 2000 für ein Vollpensum
einen Lohn von Fr. 4’350.-- × 13 pro Jahr und in den Jahren 2001–2003 eine
Lohnerhöhung von 1,9 %, 1 % bzw. 0,9 % erhalten hätte (vgl. nicht nummeriertes
Aktenstück zwischen Suva-act. 98.1 und Suva-act. 99), dass die Reduktion auf ein
80%iges Pensum nur vorübergehend erfolgt sei, da die Versicherte angegeben habe,
ihre Mutter pflegen zu müssen, und dass es sich um eine Tätigkeit gehandelt habe, die
mit einer Bürolehre und einiger Erfahrung gut machbar gewesen sei, eine KV-
Abgängerin aber unterfordert hätte (Suva-act. 70). Am Folgetag war ein Augenschein in
einem Take Away durchgeführt worden, der durch den damaligen Lebenspartner der
Versicherten geführt wurde; gemäss Auskunft einer Angestellten hatte die Versicherte
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jeweils nur ab und zu nach dem Rechten geschaut, aber nicht im eigentlichen Sinn
mitgearbeitet (Suva-act. 69).
A.c Am 10. Juni 2002 erfolgte eine weitere kreisärztliche Untersuchung, anlässlich
welcher eine weiterhin bestehende 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde (Suva-
act. 75).
A.d Am 12. Juni 2002 erstattete Dr. D._ einen Arztbericht zuhanden der IV-Stelle. Er
diagnostizierte einen Status nach Heckauffahrkollision mit Distorsionstrauma der
Halswirbelsäule, Contusio capitis und leichter traumatischer Hirnverletzung, einen
cervicocephalen Symptomenkomplex, ein lumbosacrales Schmerzsyndrom,
neuropsychologische Funktionsstörungen sowie eine posttraumatische
Belastungsstörung mit Angstzuständen und Demoralisation und attestierte eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit ab 1. September 2000 (IV-act. 13–5 f.).
A.e Am 4. Oktober 2002 liess die Versicherte der IV-Stelle die
Buchhaltungsabschlüsse des Take Away der Jahre 1999–2001 zugehen. Gemäss
diesen war im letzten Trimester 1999 bei einem Umsatz von Fr. 133’235.-- ein Verlust
von Fr. 29’090.-- zu verzeichnen gewesen, in den ersten fünf Monaten des Jahres 2000
bei einem Umsatz von Fr. 133’400.-- ein solcher von Fr. 29’927.-- und in den andern
sieben Monaten des Jahres 2000 bei einem Umsatz von Fr. 200’650.-- ein solcher von
Fr. 12’387.--; im Jahr 2001 war bei einem Umsatz von Fr. 418’672.-- ein Gewinn von
Fr. 17’136.-- erzielt worden. Die Lohnkosten hatten sich in diesen Zeiträumen auf
Fr. 24’066.--, Fr. 27’448.--, Fr. 68’250.-- bzw. Fr. 137’258.-- belaufen (IV-act. 15).
A.f Am 4. Dezember 2002 erstatteten die Ärzte der Rehaklinik E._ einen
neuropsychologischen Bericht, in welchem sie insgesamt deutliche Minderleistungen
mit Schwerpunkt auf frontale Funktionen feststellten, dabei aber auf Interferenzen
aufgrund der damals noch stark reduzierten psychischen Belastbarkeit und der
emotionalen Labilität hinwiesen (Suva-act. 85). Am 21. Februar 2003 fand eine
fachärztliche Untersuchung durch Dr. med. F._, Facharzt FMH für
Otorhinolaryngologie, statt, anlässlich welcher eine peripher-vestibuläre
Funktionsstörung rechts festgestellt, aus rein ORL-ärztlicher Sicht aber eine volle
Arbeitsfähigkeit attestiert wurde (Bericht bei Suva-act.; Nummer nicht erkennbar).
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A.g Nach Rücksprache mit der Motorfahrzeug-Haftpflichtversicherung des
Unfallverursachers bot die Suva der Versicherten am 3. November 2003 telefonisch
den vergleichsweisen Fallabschluss mit Zusprache einer Rente entsprechend einem
Invaliditätsgrad von 50 % an (Suva-act. 100). Der Rechtsvertreter der Versicherten
teilte der Suva darauf hin mit, dass der Ansatz von 50 % zu tief angesetzt sei; mit
einem Ansatz von 60 % wäre die Versicherte einverstanden (Suva-act. 101). In der
Folge wurde eine Begutachtung in die Wege geleitet.
A.h Am 15. Februar 2005 erstattete Frau lic. phil. K._ ein neuropsychologisches
Gutachten, in welchem sie nach wie vor bifrontale Hauptdefizite feststellte, wobei die
gesamten Befunde aufgrund des diesbezüglich positiven Verlaufs im
Untersuchungszeitpunkt nicht mehr von einer eingeschränkten psychischen
Befindlichkeit überlagert würden; die Befunde würden auf leicht bis mittelstark
ausgeprägte Hirnfunktionsstörungen hinweisen (Suva-act. 126). Am 18. Februar 2005
erstattete Dr. med. G._, Facharzt FMH für Neurologie, ein neurologisches Gutachten
unter Berücksichtigung der Ergebnisse des neuropsychologischen Gutachtens von
Frau K._. Er hielt fest, dass ein seitlicher Kopfanprall entgegen der Ansicht der
Arbeitsgruppe für Unfallmechanik durchaus denkbar sei, da die Entfernung zwischen
Kopf und Wagendach gering gewesen sei; ausserdem könnte die von Dr. F._
festgestellte periphere Vestibulopathie nicht erklärt werden, wenn kein Kopfanprall
stattgefunden hätte. Bezüglich Arbeitsfähigkeit hielt Dr. G._ fest, die Führung eines
Spezialitätengeschäfts (die Versicherte hatte den Betrieb des Take Away
zwischenzeitlich aufgegeben) sei im Umfang von maximal vier Stunden täglich
zumutbar (Suva-act. 126).
A.i Am 29. März 2005 erstattete der Unfallanalytiker H._ ein unfallanalytisches
Gutachten zuhanden der Motorfahrzeug-Haftpflichtversicherung des
Unfallverursachers, in welchem er zum Schluss kam, es sei mit Sicherheit nicht zu
einem Kopfanprall gekommen; die durch die erste Kollision bedingte
Geschwindigkeitsänderung habe zwischen 10,9 und 14,7 Kilometern pro Stunde
gelegen, die durch die zweite Kollision bedingte zwischen 6,3 und 9,5 Kilometern pro
Stunde; Resonanzeffekte seien nicht auszuschliessen (Suva-act. 131). Am 7. April 2005
nahm Dr. med. I._, Facharzt FMH für Neurologie, Stellung zum Gutachten von
Dr. G._. Er hielt fest, die Diagnose einer milden traumatischen Hirnverletzung könne
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bereits bei einer Benommenheit oder einer Erinnerungslücke gestellt werden; sie sei im
vorliegenden Fall aber ohnehin „am hintersten Rand des Spektrums“ anzusiedeln,
weshalb sie keine bleibenden Symptome verursachen sollte. Eine Commotio cerebri
habe Dr. G._ zu Recht verneint. Die Frage nach einem allfälligen Kopfanprall sei
damit „ziemlich irrelevant“ (Suva-act. 131).
A.j Am 31. Oktober 2005 erstattete Herr med. pract. J._ ein psychiatrisches
Gutachten. Er diagnostizierte eine mittelgradige generalisierte Angststörung und
attestierte eine Arbeitsfähigkeit von etwa vier Stunden pro Tag für einfache Tätigkeiten
(nicht nummeriertes Suva-act.). Am 30. November 2005 nahm Dr. G._ Stellung zum
Gutachten von Herrn J._. Er erklärte sich mit der Diagnose einer Angststörung
grundsätzlich einverstanden, regte aber eine nochmalige otoneurologische
Untersuchung an, bevor die „anscheinend bestehenden Angstanfälle rein
psychiatrisch“ interpretiert würden (Suva-act. 150). Am 3. März 2006 nahm Dr. D._
Stellung zum Gutachten von Herrn J._. Die Angststörung sei zu undifferenziert
beurteilt worden; die Resultate der neuropsychologischen Untersuchung vom
11. Februar 2005 durch Frau K._ seien falsch interpretiert worden; die einseitige
Klassifikation der Schmerzen als psychogen sei unzutreffend. Die Arbeitsfähigkeit sei
im Übrigen zwischenzeitlich praktisch auf null zurückgegangen (Suva-act. 165). Am
9. Juni 2006 erstattete Dr. med. L._, Facharzt FMH für Otorhinolaryngologie, einen
Arztbericht, in welchem er einen multimodalen somatoformen Schwindel mit
sensomotorischer Dissoziation und chronischem Schmerzsyndrom bei Status nach
Distorsionstrauma der Halswirbelsäule mit vorübergehender peripher-vestibulärer
Funktionsminderung rechts und traumatischem Lagerungsschwindel diagnostizierte
(nicht nummeriertes Suva-act.).
A.k Nach einer Besprechung mit dem Rechtsvertreter der Versicherten am 11.
Dezember 2006 (Suva-act. 185) erklärte sich die Suva mit der Ausrichtung einer
Invalidenrente entsprechend einem Invaliditätsgrad von 60 % ab 1. Januar 2007, von
Taggeldleistungen entsprechend einem Arbeitsunfähigkeitsgrad von 100 % bis
31. Dezember 2006 sowie einer Integritätsentschädigung von 30 % von Fr. 106’800.--
einverstanden (Suva-act. 186). Der Vergleich wurde mit Verfügung vom 10. Januar
2007 eröffnet (Suva-act. 192). Bei der Festlegung der Rentenhöhe wurde auf eine im
Mai 2006 durch die ehemalige Arbeitgeberin der Versicherten erstattete Mitteilung,
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dass die Versicherte in den Jahren 2004–2006 Lohnerhöhungen von 0,5 %, 1,5 % bzw.
1 % erhalten hätte (Suva-act. 172), abgestellt.
B.
B.a Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die Medizinische Abklärungsstelle (MEDAS)
Zentralschweiz am 7. Februar 2008 ein polydisziplinäres Gutachten. Die Gutachter
diagnostizierten im Wesentlichen einen Status nach Heck- und Frontalkollision mit
Distorsion der Halswirbelsäule, Contusio capitis und Luxation des Kleinfingers rechts,
möglicherweise mit milder traumatischer Hirnverletzung sowie Contusio labyrinthii,
psychologische Faktoren und Verhaltensfaktoren bei andernorts klassifizierter
Krankheit, Residuen einer polymorphen posttraumatischen Angststörung sowie ein
begrenztes mentales Leistungsniveau in der neuropsychologischen Testung und
attestierten eine 65%ige Arbeitsfähigkeit für die angestammte Tätigkeit als
Büromitarbeiterin und als selbständig Erwerbstätige in einem Take Away-Geschäft,
eine 80%ige Arbeitsfähigkeit im eigenen Haushalt und eine 65%ige Arbeitsfähigkeit für
körperlich leichte, gelegentlich mittelschwere, wenn möglich in Wechselposition – mit
Dominanz des Sitzanteils – ausübbare Tätigkeiten mit einer maximalen Gewichtslimite
von fünf Kilogramm, ohne gehäufte Verrichtungen über Kopf und ohne
ausschliessliches Sitzen in einer Zwangshaltung, unter Vermeidung exponierter
Arbeitsplätze auf Leitern etc. und ohne hohe Anforderungen an die Konzentration. Den
Beginn der so geschätzten reduzierten Arbeitsfähigkeit setzten die Gutachter auf das
Datum der Schlussbesprechung (30. Januar 2008) fest (IV-act. 74).
B.b Am 1. September 2008 liess die Versicherte der IV-Stelle einen Bericht von
Dr. med. O._, Facharzt FMH für Otorhinolaryngologie, vom 11./12. Juli 2008
zugehen. Darin waren die Schlussfolgerungen der Dres. F._, L._ und M._
(psychiatrischer Consiliargutachter der MEDAS Zentralschweiz) kritisiert und die
posttraumatische Symptomatik als objektivierbar qualifiziert worden (IV-act. 82).
B.c Am 12. September 2008 liess die Versicherte der IV-Stelle ein Arztzeugnis von
Dr. D._ vom 26. August 2008 zugehen, in welchem die theoretische Arbeitsfähigkeit
auf etwa 25 % bis maximal 40 % geschätzt worden war (IV-act. 84). In einem weiteren
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Zeugnis vom 24. März 2009 gab Dr. D._ eine unveränderte
Arbeitsfähigkeitsschätzung ab (IV-act. 94).
B.d Mit Vorbescheid vom 21. September 2009 teilte die IV-Stelle mit, dass bei einem
Invaliditätsgrad von 37 % die Abweisung des Rentengesuchs vorgesehen sei (IV-
act. 108).
B.e Dagegen liess die Versicherte am 21. Oktober 2009 Einwand erheben. Die
Gutachter hätten zum Verlauf der Arbeitsfähigkeit in der Zeit zwischen dem Unfall und
ihrer Schlussbesprechung keine Stellung genommen; für diese Zeit sei auf die Suva-
Akten abzustellen. Ausserdem seien bei der Berechnung des Invaliditätsgrades ein
Abzug vom Tabellenlohn vorzunehmen und die wöchentliche Arbeitszeit zu korrigieren.
Das Einkommen aus dem Betrieb des Take Away sei sodann falsch bzw. zu niedrig
festgelegt worden. Das Gutachten der MEDAS Zentralschweiz überzeuge ebenfalls
nicht. Die Gutachter hätten Einschätzungen zur Arbeitsfähigkeit im Haushalt und im
Take Away-Betrieb abgegeben, ohne die genauen Verhältnisse zu kennen; die
neuropsychologische Untersuchung sei ungenügend, da nur verhaltensanalytisch und
psychometrisch untersucht worden sei; das psychiatrische Consiliargutachten sei
schwer verständlich, und der Consiliargutachter habe sich auch nicht mit den
abweichenden Meinungen in den übrigen Berichten auseinandergesetzt; im
neurologischen Consiliargutachten sei der Einfluss einer angeblichen Beobachtung der
Versicherten ausserhalb der Praxisräume fragwürdig; wenn im rheumatologischen
Consiliargutachten eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit ab Unfalldatum attestiert werde,
widerspreche dies sämtlichen früheren Berichten; sodann habe keine eigenständige,
vollständige ORL-Untersuchung stattgefunden; schliesslich sei auch die Begründung
für die integrale Schätzung der Arbeitsfähigkeit nichtssagend und nicht nachvollziehbar
(IV-act. 109).
B.f Auf entsprechende Rückfrage der IV-Stelle hin (IV-act. 120) führten die Gutachter
der MEDAS Zentralschweiz mit Schreiben vom 9. März 2010 ergänzend aus, es sei
initial von einem relativ hohen Arbeitsunfähigkeitsgrad auszugehen, ab Oktober 2005
von einem solchen von etwa 50 % und ab August 2007 von einem solchen von 35 %,
wobei genaue Angaben zum Verlauf aufgrund der dürftigen Aktenlage schwierig seien
(IV-act. 121).
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B.g Mit Verfügung vom 10. Juni 2010 wies die IV-Stelle das Rentengesuch bei einem
Invaliditätsgrad von 37 % ab, wobei sie bezugnehmend auf die Einwände der
Versicherten insbesondere zum Beweiswert des Gutachtens der MEDAS
Zentralschweiz, zur integralen Arbeitsfähigkeitsschätzung, zum Einkommen aus dem
Take Away-Betrieb und zum Abzug vom Tabellenlohn Stellung nahm (IV-act. 132).
C.
C.a Dagegen richtet sich die am 13. Juli 2010 erhobene Beschwerde, mit der die
Zusprache einer vollen (gemeint wohl: ganzen) Rente für den Zeitraum vom 9. April
2001 bis 10. Januar 2007 und einer Rente entsprechend einer Arbeitsunfähigkeit
(gemeint wohl: Erwerbsunfähigkeit) von 60 % ab 11. Januar 2007 sowie eventualiter die
Erstellung eines neuen Gutachtens beantragt werden und zur Begründung im
Wesentlichen ausgeführt wird, die Beschwerdegegnerin habe es rechtswidrigerweise
unterlassen, die ergänzenden Angaben der Gutachter der MEDAS Zentralschweiz vom
9. März 2010 zu berücksichtigen, es fehle aber ohnehin an einer fundierten,
genügenden Auseinandersetzungen mit den Akten betreffend den Zeitraum zwischen
Unfall und Begutachtung durch die MEDAS Zentralschweiz; zudem hätte die
Beschwerdegegnerin auf die Ergebnisse des Unfallversicherungsverfahrens abstellen
müssen. Im Wesentlichen entspricht die weitere Beschwerdebegründung der
Begründung des Einwands vom 21. Oktober 2009 (act. G 1).
C.b Die Beschwerdegegnerin schliesst auf Abweisung der Beschwerde. In ihrer
Beschwerdeantwort vom 7. September 2010 führte sie zur Begründung im
Wesentlichen aus, es bestehe keine Bindungswirkung zwischen Entscheiden der
obligatorischen Unfallversicherung und der Invalidenversicherung, das Gutachten der
MEDAS Zentralschweiz stelle eine genügende Grundlage für die Bemessung des
Invaliditätsgrades dar, doch fehle es den festgestellten Gesundheitsbeeinträchtigungen
an einer invalidisierenden Wirkung, weshalb für den gesamten Zeitraum von voller
Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit auszugehen sei, womit kein
Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe (act. G 4).
C.c Mit Replik vom 8. Oktober 2010 liess die Beschwerdeführerin an ihren mit
Beschwerde vom 13. Juli 2010 gestellten Anträgen festhalten. Es lägen keine triftigen
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Gründe vor, nicht auf den Entscheid der Suva abzustellen und von einer 60%igen
Erwerbsunfähigkeit auszugehen; dass schliesslich von voller Arbeitsfähigkeit in einer
leidensadaptierten Tätigkeit ausgegangen werde, sei nicht haltbar (act. G 8). Ihrer
Replik liess die Beschwerdegegnerin eine ärztliche Beurteilung von Dr. F._ vom 6.
September 2010 beilegen, in welcher festgehalten worden war, dass die Behandlungen
vom 2./3. August 2009 infolge eines Sturzes mit Wahrscheinlichkeit in kausalem
Zusammenhang mit dem Unfallereignis stünden (act. G 8.2); sodann lag der Replik ein
Schreiben von Dr. med. N._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 4. August 2010 bei, in welchem Bezug
auf einen Sturz am 29./30. Juli 2009 genommen und darauf hingewiesen worden war,
dass dieser Sturz wohl kausal durch den andernorts festgestellten Schwindel
verursacht worden sei (act. G 8.4).
C.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 10).

Erwägungen:
1.
Was die Relevanz der Rentenverfügung der Suva als obligatorischer Unfallversicherung
für die vorliegend zu beurteilende Angelegenheit betrifft, so ist auf folgendes
hinzuweisen: Die Begriffe der Arbeitsunfähigkeit, der Erwerbsunfähigkeit und der
Invalidität wie auch die Bemessung des Invaliditätsgrades vollzeitlich erwerbstätiger
Versicherter sind im Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) definiert (Art. 6–8 und 16 ATSG). Da das
ATSG die Koordination des Sozialversicherungsrechts unter anderem durch
einheitliche Begriffsdefinitionen bezweckt (Art. 1 lit. a ATSG), folgt daraus, dass die
genannten Begriffe grundsätzlich zweigübergreifend bzw. einheitlich zu verstehen sind.
Nach dem Willen des Gesetzgebers soll grundsätzlich im Bereich der
Invalidenversicherung z.B. unter „Invalidität“ nicht etwas anderes verstanden werden
als im Bereich der Unfallversicherung; andernfalls wäre die Definition nicht ins ATSG
aufgenommen worden. Indessen weisen die erwähnten Begriffe, gerade derjenige der
Invalidität, wiewohl sie grundsätzlich zweigübergreifend bzw. einheitlich zu verstehen
sind, gewisse zweigspezifische Besonderheiten auf. So wird beispielsweise im Bereich
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der Unfallversicherung nur denjenigen Beeinträchtigungen Rechnung getragen, die auf
ein bestimmtes versichertes Ereignis zurückzuführen sind und sich auf eine bestimmte
versicherte Tätigkeit auswirken. Krankheitsbedingte Beeinträchtigungen werden mithin
in der Regel nicht berücksichtigt, ebenso wenig wie Beeinträchtigungen im
Aufgabenbereich. Eine Vereinheitlichung der Sozialversicherungen ist angesichts
dessen zwar nicht möglich, wohl aber eine Koordination (vgl. BBl 1999 4540). Soweit
möglich, sollen – sofern nicht zweigspezifischen Besonderheiten Rechnung zu tragen
ist – unterschiedliche Festlegungen gerade des Invaliditätsgrades vermieden werden
(vgl. BGE 133 V 549 E. 6.1 S. 553 mit Hinweisen). Daraus folgt weiter, dass zwar jeder
Sozialversicherungsträger den Invaliditätsgrad autonom zu bestimmen hat, sich aber
Vorarbeiten anderer Zweige zunutze machen kann, was besonders angebracht ist, wo
bei gleichen Rechtsgrundlagen ein identischer Sachverhalt gegeben ist; der
Sozialversicherungsträger darf dann auf zusätzliche Abklärungen verzichten, wenn
identische Verhältnisse den Invaliditätsgrad bestimmen und der Sachverhalt
ausreichend abgeklärt ist (Franz Schlauri, Koordinationsfragen in der
Unfallversicherung – de lege lata und ferenda, SZS 3/2008, S. 234 f.). Die früher vom
Bundesgericht noch postulierte Bindung der Invalidenversicherung an Entscheide der
Unfallversicherung (vgl. BGE 112 V 174) wurde aufgegeben (vgl. BGE 119 V 468; BGE
126 V 288; BGE 133 V 549), wobei ohnehin keine Bindung bestanden hatte, wenn die
eine Sozialversicherung den Invaliditätsgrad durch einen Vergleich festgesetzt hatte
(vgl. BGE 112 V 174; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgericht I 82/03 vom
29. August 2003 E. 2.4). Eine irgendwie geartete Bindung zum
Unfallversicherungsverfahren besteht nicht.
2.
Für die Bemessung des Invaliditätsgrades ist zunächst die medizinische Aktenlage zu
würdigen.
2.1 Für die Zeit unmittelbar nach dem Unfall ist von vollständiger Arbeitsunfähigkeit
auszugehen, nachdem in den echtzeitlichen Berichten des Kreisarztes der Suva (Suva-
act. 33 und 75) und der Ärzte der Rehaklinik E._ (Suva-act. 56) eine solche plausibel
attestiert worden ist und auch die Gutachter der MEDAS Zentralschweiz in Würdigung
der medizinischen Akten festhielten, der Arbeitsunfähigkeitsgrad sei in dieser Zeit
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„relativ hoch“ gewesen; dass die Ärzte der C._ Klinik in ihrem Bericht vom
8. November 2000 die Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess empfohlen und eine
nicht näher spezifizierte Teilarbeitsfähigkeit attestiert haben (vgl. Suva-act. 22), ändert
daran nichts, überliessen sie es doch dem Hausarzt, den Arbeitsfähigkeitsgrad
verbindlich festzulegen, und wiesen sie damit vor allem darauf hin, dass eine Teil
arbeitsfähigkeit allenfalls wieder erreicht werden könne. Auch Dr. D._ attestierte in
seinem Bericht vom 12. Juni 2002 eine seit dem Unfall bestehende 100%ige Arbeits
unfähigkeit (IV-act. 13–5 f.), was angesichts der erwähnten übrigen medizinischen
Berichte aus dieser Zeit zu überzeugen vermag. Im Dezember 2002 erfolgte dann die
erste neuropsychologische Untersuchung, anlässlich welcher zwar deutliche
Minderleistungen festgestellt wurden, allerdings bei Interferenzen aufgrund der damals
noch stark reduzierten psychischen Belastbarkeit und der emotionalen Labilität (Suva-
act. 85). Kurz darauf, im Februar 2003, stellte Dr. F._ dann eine peripher-vestibuläre
Funktionsstörung rechts fest, was allerdings lediglich eine qualitative Arbeitsunfähigkeit
zur Folge hatte (insb. Vermeidung von Arbeiten auf Leitern; Bericht bei Suva-act.;
Nummer nicht erkennbar). Abgesehen von diesen beiden Berichten finden sich in den
Akten der Suva und der Beschwerdegegnerin praktisch keine medizinischen Berichte
betreffend den Zeitraum von Sommer 2002 bis Februar 2005. Erst im Februar 2005
erfolgte eine von der Suva veranlasste medizinische Begutachtung. Die
Neuropsychologin Frau K._ stellte leicht bis mittelstark ausgeprägte
Hirnfunktionsstörungen fest (Suva-act. 126), Dr. G._ bejahte unter Berücksichtigung
dieses neuropsychologischen Berichts sowie der Ergebnisse der Untersuchung durch
Dr. F._ ein unfallkausales, somatisches Korrelat der Beschwerden (Suva-act. 126)
und schätzte den Arbeitsunfähigkeitsgrad auf etwa 50 %, Herr J._ dagegen verneinte
somatisch bedingte Beschwerden weitgehend und führte die von ihm ebenfalls
anerkannte Arbeitsunfähigkeit von rund 50 % auf eine generalisierte Angststörung
zurück (nicht nummeriertes Suva-act.). Die Zuverlässigkeit dieser letztgenannten
Beurteilung wurde indessen sowohl von Dr. D._ (Suva-act. 165) als auch von
Dr. G._ (Suva-act. 150) und Dr. M._ (IV-act. 74–77) angezweifelt. Im Juni 2006
konnte Dr. L._ sodann keine somatische Ursache der Schwindelbeschwerden mehr
feststellen (nicht nummeriertes Suva-act.). Immerhin geht aus den genannten Berichten
hervor, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit Sommer 2002
deutlich verbessert hatte: Die Neuropsychologin Frau K._ wies auf eine Stabilisierung
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des psychischen Zustandes hin; die Gutachten von Dr. G._ und Herrn J._ stimmen
immerhin insofern überein, als eine 50%ige Arbeitsfähigkeit attestiert wurde. Auch die
somatische Ursache des Schwindels war zwischenzeitlich offenbar weggefallen, was
allerdings nicht ohne weiteres bedeutet, dass es der Beschwerdeführerin deshalb
diesbezüglich besser ging, wie die Gutachter der MEDAS Zentralschweiz
nachvollziehbar und überzeugend dargelegt haben (vgl. IV-act. 74–41 f.). Zwar hielt
Dr. D._ in seiner Stellungnahme vom 3. März 2006 fest, die Arbeitsfähigkeit sei
wieder praktisch auf null zurückgegangen (Suva-act. 165), doch lassen sich seiner
Stellungnahme keine konkreten Befunde entnehmen, die Zweifel an den
Arbeitsfähigkeitsschätzungen von Dr. G._ und Herrn J._ aufkommen liessen,
sodass insgesamt davon auszugehen ist, dass sich der Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin im Zeitraum zwischen Sommer 2002 und Herbst 2005 erheblich
verbessert hatte. Die Gutachter der MEDAS Zentralschweiz datierten diese
Verbesserung auf Oktober 2005, da sie nur den Verlauf der psychiatrischen
Gesundheitsbeeinträchtigung prüften und sich dabei – mangels weiterer aus
sagekräftiger Berichte – notwendigerweise am Gutachten von Herrn J._ orientierten
(IV-act. 121). Zum weiteren Verlauf bis zur Begutachtung durch die MEDAS
Zentralschweiz im August 2007 fehlen wiederum weitgehend medizinische Berichte in
den Akten. Wenn auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung der Gutachter der MEDAS
Zentralschweiz abgestellt würde, wäre von einer zwar relevanten, aber mässigen und
insofern gut nachvollziehbaren Verbesserung des Gesundheitszustandes in diesem
Zeitraum mit Erhöhung der Arbeitsfähigkeit von 50 % auf 65 % auszugehen, wie auch
die Gutachter der MEDAS Zentralschweiz dargelegt haben; die offenbar passagere
Verschlechterung zu Beginn des Jahres 2006 fällt dabei nicht ins Gewicht, da sie keine
längerfristigen Folgen zeitigte (vgl. IV-act. 121). Bezüglich des gesamten dargelegten
Verlaufs ist zu berücksichtigen, dass keine weiteren relevanten medizinischen Akten im
Recht liegen, und dass es nachträglich nicht mehr möglich ist, weitere aussagekräftige
Belege anzufertigen. Namentlich ist von weiteren medizinischen Expertisen keine neue
Erkenntnis bezüglich des Verlaufs in der Vergangenheit zu erwarten. Es rechtfertigt sich
daher, diesbezüglich auf das insofern nachvollziehbare und überzeugende Gutachten
der MEDAS Zentralschweiz abzustellen und für den Zeitraum von September 2000 bis
September 2005 von 100%iger und für den Zeitraum von Oktober 2005 bis August
2007 von 50%iger Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Die erstmals im Herbst 2005
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ausgewiesene Verbesserung wird deshalb nicht auf Oktober 2005 datiert, weil Herr
J._ im Oktober 2005 zwar seinen Bericht verfasste (woran sich die Gutachter der
MEDAS Zentralschweiz orientierten), die Beschwerdeführerin aber bereits am 19. und
26. September 2005 untersucht hatte; ausschlaggebend ist das Untersuchungsdatum,
nicht das Datum der Berichterstattung.
2.2 Dafür, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin nach August
2007 wesentlich verändert hätte, liegen in den Akten keine Hinweise vor, abgesehen
von einem Sturz Mitte 2009, der aber offensichtlich lediglich vorübergehende Folgen
zeitigte (vgl. act. G 8.2–4). Die Beschwerdeführerin macht denn auch keine
längerfristigen Veränderungen geltend. Es ist deshalb anhand der nach August 2007
erstellten medizinischen Akten, die im Recht liegen, zu beurteilen, inwiefern die
Beschwerdeführerin seither in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt ist. Zu
berücksichtigen sind insbesondere das Gutachten der MEDAS Zentralschweiz (IV-
act. 74), der Bericht von Dr. O._ (IV-act. 82) und die beiden Arztzeugnisse von
Dr. D._ vom 26. August 2008 (IV-act. 84) und 24. März 2009 (IV-act. 94). Was das
Gutachten der MEDAS Zentralschweiz betrifft, so rügt die Beschwerdeführerin
dasselbe in mehrerlei Hinsicht:
2.2.1 Zunächst macht die Beschwerdeführerin geltend, die neuropsychologische
Begutachtung sei ungenügend bzw. nicht umfassend; die Gutachter hätten Tests, die
an sich zum Minimalstandard gehören würden, nicht durchgeführt und daher eine nicht
genügend objektivierte Einschätzung abgegeben. Tatsächlich lässt sich dem
neuropsychologischen Consiliargutachten nicht entnehmen, welche Tests die
Gutachter durchgeführt haben. Allerdings erhellt, dass die Gutachter nebst einer
Verhaltensanalyse auch psychometrische Testungen durchgeführt haben, namentlich
zur Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit, zu den Aufmerksamkeitsleistungen, zur
mnestischen Leistungsfähigkeit, zur visuell-räumlichen Wahrnehmungsfähigkeit, zur
räumlichen Konstruktionsfähigkeit, zur Planungs- und Strukturierungsfähigkeit, zur
Flexibilität, zur sprachlichen Leistungsfähigkeit, zur logischen Denkfähigkeit und zum
Abstraktionsvermögen (IV-act. 74–66). Die Ärzte der Rehaklinik E._ hatten in der
neuropsychologischen Untersuchung vom 28. November 2002 Tests betreffend
Aufmerksamkeitsfunktionen, mnestische Prozesse, frontal-exekutive Funktionen und
räumlich-visuelle Funktionen durchgeführt; die durchgeführten Tests listeten sie
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namentlich auf (Suva-act. 85). Frau K._ hatte schliesslich in der
neuropsychologischen Untersuchung vom 15. Februar 2005 anhand nicht namentlich
erwähnter Tests Aussagen zur allgemeinen Testintelligenz, zur Aufmerksamkeit und zur
Konzentration, zur Sprache, zum Rechnen, zu den mnestischen Prozessen und zur
Lernfähigkeit, zur visuellen Wahrnehmung und zum Raumsinn sowie zu den
Denkprozessen und den komplexeren Funktionen gemacht (Suva-act. 126). Im
Vergleich mit den beiden vorherigen neuropsychologischen Untersuchungen fiel die im
Rahmen der Begutachtung durch die MEDAS Zentralschweiz durchgeführte
neuropsychologische Untersuchung damit nicht ungenügend oder zu wenig umfassend
aus. Die Untersuchung dauerte denn auch drei Stunden (vgl. IV-act. 74–66), was in
etwa der Untersuchungsdauer der zuvor durchgeführten, erwähnten Untersuchungen
entspricht (Rehaklinik E._: keine Angabe ersichtlich; Frau K._: dreieinhalb Stunden;
Suva-act. 126). Die im neuropsychologischen Consiliargutachten der MEDAS
Zentralschweiz beschriebenen Befunde erscheinen entsprechend fundiert. Im Übrigen
fand eine Auseinandersetzung mit den vorbestehenden neuropsychologischen
Berichten statt, und die Gutachter haben ebenso nachvollziehbar und überzeugend
dargelegt, weshalb sie zu anderen Resultaten gelangt sind, wie sie auch insgesamt
nachvollziehbar und überzeugend ihre Schlussfolgerungen begründet haben. Die von
den Gutachtern statuierte Verbesserung des Gesundheitszustandes im Vergleich zu
den Voruntersuchungen steht in Einklang mit den weiteren medizinischen Akten, in
denen bereits für den Zeitraum von Sommer 2002 bis Februar 2005 aus somatischer
Sicht eine erhebliche Verbesserung des Zustands ausgewiesen worden war, und mit
den übrigen Consiliargutachten der MEDAS Zentralschweiz. Es ist mit anderen Worten
kein Grund ersichtlich, nicht darauf abzustellen bzw. eine weitere neuropsychologische
Begutachtung durchzuführen.
2.2.2 Die Rügen der Beschwerdeführerin am psychiatrischen Consiliargutachten
erweisen sich sodann als haltlos. Das Gutachten erscheint nicht „schwer verständlich“,
sondern durchaus nachvollziehbar; der Gutachter legte die Grundlagen seiner
Beurteilung offen und zog gestützt darauf verständliche und überzeugende Schlüsse.
Wie bereits erwähnt, kommt der Vergleichsverfügung der Suva im vorliegenden Fall im
Allgemeinen wie auch bezüglich der psychiatrisch attestierten Arbeitsunfähigkeit im
Besonderen keine Bindungswirkung zu. Die Ausführungen des Rechtsvertreters der
Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang sind denn auch nicht nachvollziehbar
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und, soweit ersichtlich, unbegründet; aus den Akten der Suva geht jedenfalls nirgends
hervor, dass eine somatische Komponente mit 50 % und eine psychische Komponente
mit 10 % berücksichtigt worden wären. Dass Dr. D._ durchgehend eine deutlich
höhere Arbeitsunfähigkeit attestiert hat, weckt sodann keine Zweifel an der Beurteilung
des psychiatrischen Consiliargutachters der MEDAS Zentralschweiz, denn einerseits
hat Dr. D._, wie die Beschwerdeführerin ausführen liess, jeweils integrale
Arbeitsfähigkeitsschätzungen vorgenommen, und andererseits fehlt es an konkreten
Hinweisen in den Berichten von Dr. D._, die vom psychiatrischen Consiliargutachter
der MEDAS Zentralschweiz nicht berücksichtigt worden wären. Letzterer hat sich
vielmehr eingehend und nachvollziehbar mit den abweichenden Beurteilungen von
Dr. D._ und Herrn J._ auseinandergesetzt. In psychiatrischer Hinsicht ist deshalb
auf das entsprechende Consiliargutachten der MEDAS Zentralschweiz abzustellen.
2.2.3 Was das neurologische Consiliargutachten betrifft, so geht der Einwand der
Beschwerdeführerin, dessen Schlussfolgerungen würden massgeblich auf einer
„detektivischen Beobachtungssituation“ beruhen, offensichtlich fehl. Die Neurologin
wies darauf hin, dass bereits in der klinischen Untersuchung Anzeichen für eine
psychische Überlagerung (was nicht mit Simulation gleichzusetzen ist) bestanden
hätten. Insbesondere wies sie darauf hin, dass es der Beschwerdeführerin unter
Ablenkung möglich gewesen war, mit geschlossenen Augen sicher zu stehen. Sodann
entsprechen die Schlussfolgerungen im Wesentlichen jenen von Dr. L._. Auch fiel der
Neurologin auf, dass bei der Untersuchung durch Dr. G._ die Gangproben unauffällig
gewesen waren, was dahingehend interpretiert werden kann, die
Schwindelbeschwerden seien bereits damals wesentlich psychisch überlagert
gewesen. Die Beobachtung der Beschwerdeführerin im Anschluss an die
Untersuchung schloss sich lediglich als weitere Beurteilungsgrundlage an diese
Grundlagen an. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern dies unzulässig sein soll oder nicht in
die Beurteilung einfliessen dürfte, ist es doch notwendig, dass sich die Gutachter ein
möglichst umfassendes Bild von den Exploranden verschaffen, gerade auch in
unbeobachteten Momenten. Jedenfalls überzeugt auch das neurologische
Consiliargutachten.
2.2.4 Zu Recht weist die Beschwerdeführerin aber darauf hin, dass der
rheumatologische Consiliargutachter seine rückwirkende Arbeitsfähigkeitsschätzung –
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er attestierte eine 20%ige Beeinträchtigung ab Unfalldatum – nicht begründete, obwohl
diese in offensichtlichem Widerspruch zu früheren, echtzeitlichen Schätzungen steht.
Dass es sich dabei um eine missverständliche Formulierung handeln könnte, wie die
Beschwerdeführerin ausführen liess, erscheint durchaus plausibel, vermag das
rheumatologische Consiliargutachten doch ansonsten zu überzeugen und wurden
insbesondere die übrigen Schlussfolgerungen einlässlich begründet. Die rückwirkende
Arbeitsfähigkeitsschätzung hat jedenfalls unbeachtlich zu bleiben.
2.2.5 Dass keine weitere otorhinolaryngologische Untersuchung durchgeführt
wurde, ist hingegen nicht zu beanstanden. Vor der Begutachtung durch die MEDAS
Zentralschweiz war die Beschwerdeführerin bereits zweimal entsprechend untersucht
worden. Die Gutachter der MEDAS Zentralschweiz konnten darauf sowie auf die
klinischen Befunde anlässlich ihrer eigenen Untersuchungen, insbesondere der
neurologischen, abstellen, denn entscheidend ist letztlich nicht, ob allenfalls ein
somatisches Korrelat vorliegt, sondern vielmehr, wie sich die Störung praktisch
auswirkt bzw. inwiefern die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin dadurch
beeinträchtigt wird. So hatte denn auch bereits Dr. F._, der ein somatisches Korrelat
feststellte, keine quantitative Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit aufgrund des
Schwindels attestiert. Selbst Dr. O._, der in eher schwer verständlicher und nicht
nachvollziehbarer Weise die Berichte der Dres. F._, L._ und M._ kritisierte und
ein somatisches Korrelat festgestellt haben will, attestierte keine quantitative
Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit. Die mit der Replik eingereichten Berichte haben
aus diesem Grund ebenfalls keine Relevanz, könnte anhand derselben doch höchstens
belegt werden, dass es ein somatisches Korrelat für den Schwindel gab, nicht aber,
dass von einem höheren Arbeitsunfähigkeitsgrad auszugehen ist. Ohnehin führten die
Ärzte aber keine eigene Untersuchungen in Bezug auf den Schwindel durch, sondern
stellten lediglich auf die früheren Ergebnisse ab, noch dazu, ohne die Berichte von
Dr. L._ und der Gutachter der MEDAS Zentralschweiz zu berücksichtigen. Dass die
Gutachter der MEDAS Zentralschweiz keine weiteren diesbezüglichen Untersuchungen
durchgeführt haben, rechtfertigt es jedenfalls nicht, nicht auf das Gutachten
abzustellen bzw. ein weiteres Gutachten in Auftrag zu geben. In antizipierender
Beweiswürdigung ist vielmehr davon auszugehen, dass eine weitere
otorhinolaryngologische Untersuchung keine neuen Erkenntnisse in Bezug auf die
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin verschaffen würde.
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2.2.6 Schliesslich rügt die Beschwerdeführerin die integrale
Arbeitsfähigkeitsschätzung. Die Gutachter hätten die vom Rheumatologen und der
Neurologin attestierte Arbeitsunfähigkeit zu Unrecht und ohne Begründung als durch
die vom Psychiater attestierte Arbeitsfähigkeit konsumiert qualifiziert. Entgegen der
Ansicht der Beschwerdeführerin vermag das Vorgehen der Gutachter aber zu
überzeugen. Der Rheumatologe attestierte nämlich eine 20%ige Beeinträchtigung
aufgrund der Notwendigkeit regelmässiger Pausen (IV-act. 74–54). Bezogen auf eine
Verweistätigkeit attestierte er im Übrigen überhaupt keine quantitative
Beeinträchtigung, was allerdings angesichts der Ausführungen zur körperlich leichten
angestammten Tätigkeit nicht ohne Weiteres überzeugt. Jedenfalls kann seinen
Ausführungen entnommen werden, dass die Arbeitsfähigkeit in quantitativer Hinsicht
aufgrund der Notwendigkeit zusätzlicher Pausen zu höchstens 20 % beeinträchtigt ist.
Die Neurologin attestierte sodann eine Arbeitsunfähigkeit von höchstens 10 %, und
zwar ebenfalls in Form zusätzlicher Pausen (IV-act. 74–62). Der Psychiater attestierte
schliesslich eine 35%ige Arbeitsunfähigkeit, allerdings, ohne diese näher zu
spezifizieren; es ist davon auszugehen, dass damit gesamthaft der reduzierten
Belastbarkeit Rechnung getragen werden sollte (IV-act. 74–41 und 74–80). Eine
35%ige Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit bedeutet, dass im Verlaufe eines
Arbeitstages nur knapp zwei Drittel der üblichen Leistung erbracht werden können, was
sowohl Folge eines verlangsamten Arbeitstempos als auch Folge vermehrter Pausen
sein kann. Insgesamt überzeugt die Schlussfolgerung der Gutachter, die vom
Rheumatologen und der Neurologin attestierten quantitativen Beeinträchtigungen der
Arbeitsfähigkeit seien bereits berücksichtigt, wenn gesamthaft eine 65%ige
Arbeitsfähigkeit für leidensadaptierte Tätigkeiten attestiert werde (IV-act. 74–41).
2.3 Gesamthaft ist aufgrund des insofern überzeugenden Gutachtens der MEDAS
Zentralschweiz ab August 2007 von einer 65%igen Arbeitsfähigkeit für
leidensadaptierte Tätigkeiten im dort umschriebenen Sinne auszugehen. Diese
Schätzung hat auch Gültigkeit für die zuvor ausgeübte Tätigkeit als Büroangestellte,
wogegen sich die Beschwerdeführerin zu Recht nicht wendet. Ob auch für den Betrieb
eines Take Away von einer 65%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden kann, und
ob im Haushalt von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen ist, kann offen bleiben,
denn einerseits ist die Beschwerdeführerin als vollzeitig Erwerbstätige zu qualifizieren
(die Arbeitsfähigkeit im Haushalt ist daher ohne Belang für das vorliegende Verfahren),
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und andererseits hat sie den Take Away-Betrieb aufgegeben, sodass sich die Frage
der Zumutbarkeit des Wechsels in eine unselbständige Anstellung nicht stellt.
2.4 Die Beschwerdegegnerin ist allerdings der Ansicht, es sei von 100%iger Arbeits
fähigkeit auszugehen, da das von den Gutachtern der MEDAS Zentralschweiz
diagnostizierte „pathogenetisch-ätiologisch unklare syndromale Beschwerdebild ohne
nachweisbare organische Genese“ nicht invalidisierend sei. Es sei nämlich davon
auszugehen, dass die Beschwerdeführerin ihre Beeinträchtigungen mittels zumutbarer
Willensanstrengung überwinden könne. Dabei verkennt sie jedoch, dass auch aus
rheumatologischer und neurologischer Sicht eine quantitative Beeinträchtigung der
Arbeitsfähigkeit attestiert wurde, die Beschwerdeführerin mithin nicht allein aus
psychiatrischer Sicht arbeitsunfähig ist; die Rechtsprechung des Bundesgerichts zur
somatoformen Schmerzstörung (BGE 130 V 352 und 136 V 279) kann deshalb nicht
ohne Weiteres auf den vorliegenden Fall angewendet werden. Ohnehin bedeutet eine
Anwendung der Rechtsprechung des Bundesgerichts zur somatoformen
Schmerzstörung im Einzelfall aber nicht, dass entweder von vollständiger
Arbeitsunfähigkeit oder von vollständiger Arbeitsfähigkeit auszugehen wäre – es gibt
nicht nur ein „Alles“ oder „Nichts“, sondern auch ein „Teilweise“. Einer versicherten
Person kann unter Umständen nämlich, wenn sie an einem entsprechenden
Beschwerdebild leidet, die (nur, aber immerhin) teilweise Verrichtung einer
Erwerbstätigkeit zugemutet werden. Ob und in welchem Umfang sie arbeitsfähig ist, ist
eine rein medizinische Frage, die entsprechend nicht vom Juristen, sondern vom
Mediziner zu beantworten ist. Legt der medizinische Sachverständige nachvollziehbar
und überzeugend dar, dass und weshalb eine versicherte Person teilweise
arbeitsunfähig ist, ihr mithin die Verrichtung von Arbeit trotz ihrer Beschwerden nur,
aber immerhin teilweise zugemutet werden kann, ist darauf abzustellen. Eine solche
fachärztliche Einschätzung ist nämlich geeignet, die natürliche Vermutung, die
Verrichtung von Arbeit sei trotz Beschwerden vollumfänglich zumutbar, zu widerlegen.
Vorliegend haben die Gutachter der MEDAS Zentralschweiz überzeugend dargelegt,
weshalb es der Beschwerdeführerin nicht zumutbar ist, mehr als 65 % Leistung in einer
leidensadaptierten Tätigkeit zu erbringen. Es ist darauf abzustellen.
3.
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Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das
Erwerbseinkommen, das die Beschwerdeführerin nach Eintritt der Invalidität durch eine
ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
3.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist zu prüfen, welcher Erwerbstätigkeit
bzw. welchen Tätigkeiten die Beschwerdeführerin nachgegangen wäre, wenn sie nicht
invalid geworden wäre, und welches Einkommen sie dabei hätte erzielen können.
Gemäss den Akten war die Beschwerdeführerin vor dem Unfall vom 1. September
2000 hauptsächlich als unselbständig erwerbstätige, ausgebildete Büroangestellte
tätig, mehrheitlich im Vollpensum, zuletzt in einem Pensum von 80 %. Gegenüber ihrer
damaligen Arbeitgeberin gab sie an, das Pensum nur vorübergehend auf 80 %
reduzieren zu wollen, um ihre Mutter pflegen zu können (vgl. Suva-act. 70). Gegenüber
den Gutachtern der MEDAS Zentralschweiz gab sie dann aber an, sie habe ihr Pensum
zugunsten ihrer selbständigen Erwerbstätigkeit reduziert (vgl. IV-act. 74–25). Jedenfalls
hielt sich das Engagement der Beschwerdeführerin bezüglich selbständiger
Erwerbstätigkeit bereits vor dem Unfall vom 1. September 2000 in eher bescheidenem
Rahmen, was den Schluss zulässt, sie hätte die unselbständige Erwerbstätigkeit mit
geregeltem Einkommen nicht ohne Weiteres zugunsten einer selbständigen
Erwerbstätigkeit mit unsicheren Einkommensaussichten aufgegeben. Da die
Beschwerdeführerin nur jeweils kurz selbständig erwerbstätig war und das Geschäft
zusammen mit ihrem jeweiligen Lebenspartner führte, fehlen aussagekräftige Fakten,
anhand derer eine zuverlässige Prognose abgegeben werden könnte. Es rechtfertigt
sich vor diesem Hintergrund gesamthaft, die Beschwerdeführerin als vollzeitig
unselbständig Erwerbstätige zu qualifizieren und die Vergleichseinkommen
entsprechend festzulegen. Im Jahr 2000 hätte sie gemäss den Angaben ihrer
damaligen Arbeitgeberin ohne Unfall im unselbständigen Haupterwerb ein Einkommen
von Fr. 56’550.-- (= Fr. 4’350.-- × 13; vgl. IV-act.11–2 und nicht nummeriertes
Aktenstück zwischen Suva-act. 98.1 und Suva-act. 99) erzielt.
3.2 Als unselbständig erwerbstätige Büroangestellte könnte die Beschwerdeführerin
heute ohnehin ein höheres Einkommen erzielen denn als selbständig erwerbstätige
Wirtin oder Verkäuferin, zumal sie eine Bürolehre abgeschlossen hat und über
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langjährige Berufserfahrung in diesem Bereich verfügt. Ausserdem erweist sich die
Tätigkeit als Büroangestellte als leidensangepasst, indem sämtlichen qualitativen
Beeinträchtigungen der Arbeitsfähigkeit Rechnung getragen werden kann. Hinsichtlich
der Höhe des so erzielbaren Einkommens bietet es sich an, auf den zuletzt in einer
solchen Tätigkeit erzielten Lohn abzustellen, denn die Beschwerdeführerin befand sich
im Unfallzeitpunkt noch in der Probezeit und erzielte damit einen entsprechend
branchenüblichen Anfangslohn. Aufgrund ihrer medizinisch-theoretisch anerkannten
Beeinträchtigungen ist sie indessen lediglich noch zu 65 % leistungsfähig. Auch wenn
sie diese Leistung in einem Vollzeitpensum erbringen kann, ist zu prüfen, ob ein Abzug
vom Tabellenlohn aufgrund der lediglich noch teilweisen Leistungsfähigkeit
vorzunehmen ist. Diesbezüglich ist nämlich kein Grund ersichtlich, Personen, die eine
teilweise Leistung in einem Vollpensum erbringen, gegenüber solchen, die eine volle
Leistung in einem Teilpensum erbringen, zu benachteiligen (vgl. den Entscheid
IV 2009/52 des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 7. Dezember 2010,
E. 5.2, sinngemäss bestätigt im Urteil des Bundesgerichts 9C_1041/2010 vom 30. März
2011, E. 6.2). Vor diesem Hintergrund und unter Berücksichtigung der weiteren zu
beachtenden Einschränkungen wie verminderter Konzentrationsfähigkeit, verminderter
Flexibilität und erhöhtem Krankheitsrisiko, welche die erwerbliche Verwertung der
Restarbeitsfähigkeit ebenfalls beeinträchtigen, rechtfertigt es sich vorliegend, einen
Abzug von 10 % vorzunehmen. Damit ergibt sich für das Invalideneinkommen ein
Ausgangswert von Fr. 50’895.-- (= Fr. 4’350.-- × 13 × 90 %; Stand 2000).
3.3 Wie in E. 2.1 und 2.3 dargelegt, ist für den Zeitraum von September 2000 bis
25. September 2005 von 100%iger, für den Zeitraum von 26. September 2005 bis
8. August 2007 von 50%iger und ab 9. August 2007 von 35%iger Arbeitsunfähigkeit
auszugehen. Angesichts der in E. 3.1 und 3.2 ermittelten Vergleichseinkommen
entsprechen diese Arbeitsunfähigkeitsgrade einem jeweiligen Invaliditätsgrad von
100 %, 55 % (= [Fr. 56’550.-- – Fr. 50’895.-- × 50 %] ÷ Fr. 56’550.--) bzw. 42 %
(41,5 % = [Fr. 56’550.-- – Fr. 50’895.-- × 65 %] ÷ Fr. 56’550.--). Da die
Beschwerdeführerin die übrigen Voraussetzungen für die Zusprache einer Rente der
Invalidenversicherung erfüllt, ist ihr eine entsprechende abgestufte Rente
zuzusprechen.
4.
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4.1 Bei der Zusprache der abgestuften Rente handelt es sich sinngemäss um die
Zusprache einer Rente bei gleichzeitiger Vornahme zweier Anpassungen im Sinne von
Art. 17 Abs. 1 ATSG. Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung sind im Zuge der
analogen Anpassungen die Bestimmungen der Art. 88a f. der Verordnung über die
Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) zu beachten. Das hat namentlich zur Folge,
dass die jeweilige Verbesserung der Erwerbsfähigkeit erst ab dem Zeitpunkt zu
berücksichtigen ist, da angenommen werden kann, sie werde voraussichtlich längere
Zeit dauern, spätestens aber, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei
Monate gedauert hat (Art. 88a Abs. 1 IVV).
4.2 Das so genannte Wartejahr erfüllte die Beschwerdeführerin am 1. September
2001, da sie in diesem Zeitpunkt während eines Jahres zu 100 % arbeitsunfähig
gewesen war. Der Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung entstand mithin
in diesem Zeitpunkt. Allerdings meldete sich die Beschwerdeführerin erst im April 2002
zum Bezug einer Rente der Invalidenversicherung an. Gemäss aktueller Rechtslage
wäre ihr infolge dieser verspäteten Anmeldung erst ab 1. Oktober 2002 eine Rente
zuzusprechen. Die Anmeldung erfolgte jedoch vor Inkrafttreten der Änderungen im
Rahmen der 5. IV-Revision. Damals sah das Bundesgesetz über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) vor, dass eine Rente grundsätzlich frühestens
bis zwölf Monate vor Anmeldung (statt neu frühestens sechs Monate nach Anmeldung)
zurück ausgerichtet werden könne. Da die Beschwerdeführerin aufgrund der
geänderten Rechtslage wesentlich schlechter gestellt würde als wenn die Beurteilung
ihres Rentengesuchs vor Inkrafttreten der 5. IV-Revision erfolgt wäre, ist bezüglich
Beginn der Rentenauszahlung auf das alte Recht abzustellen. Die Rente ist mithin ab
1. September 2001 auszurichten, da die Anmeldung weniger als zwölf Monate später
erfolgte (vgl. zum Ganzen auch das IV-Rundschreiben Nr. 253).
4.3 Die Beschwerdeführerin hat demnach Anspruch auf eine ganze Rente für den
Zeitraum von 1. September 2001 bis 31. Dezember 2005, auf eine halbe Rente für den
Zeitraum von 1. Januar 2006 bis 30. November 2007 und auf eine Viertelsrente ab 1.
Dezember 2007. Die Sache ist an die Beschwerdegegnerin zur Berechnung der
entsprechenden Rentenbeträge zurückzuweisen.
5.
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Insofern ist die vorliegende Beschwerde gutzuheissen und die angefochtene Verfügung
vom 10. Juni 2010 aufzuheben. Dem „Überklagen“ ist bei der Verlegung der
Gerichtskosten und der Parteientschädigung nicht Rechnung zu tragen, da sich die
Beschwerdeführerin veranlasst sah, die Aufhebung der angefochtenen Verfügung zu
beantragen, sie insofern mit ihrem Anliegen vollumfänglich durchgedrungen ist und
sich das „Überklagen“ nicht entscheidend auf den Aufwand ausgewirkt hat. Die
gemäss Art. 69 Abs. 1 IVG zu verlegenden und angesichts des durchschnittlichen
Aufwands praxisgemäss auf Fr. 600.-- festzusetzenden Gerichtskosten sind deshalb
vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der von der Beschwerdeführerin
geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist dieser zurückzuerstatten. Sodann hat
die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin pauschal mit Fr. 3’500.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht