Decision ID: ccddbde1-3005-4f2d-9ca7-75e5648a8313
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a Die IV-Stelle sprach A._ mit einer (eine frühere Rentenverfügung ersetzenden)
Verfügung vom 23. Februar 2017 rückwirkend ab Februar 2011 eine Rente bei einem
Invaliditätsgrad von 50 Prozent zu (act. G 5.1.2.70). Im März 2017 meldete sich A._
zum Bezug von Ergänzungsleistungen zu seiner Rente der Invalidenversicherung an
(act. G 5.1.2.64). Dabei gab er unter anderem an, dass er bei einer ausländischen
Sozialversicherung eine Rente beantragt habe. Am 5. September 2017 forderte die EL-
Durchführungsstelle den EL-Ansprecher auf, den „Rentenentscheid aus B._“
einzureichen (act. G 5.1.2.55). Dieser antwortete am 13. November 2017 (act. G
5.1.2.52), das gestalte sich schwierig. Er habe sein Gesuch direkt in B._ einreichen
wollen. Dort habe man ihm aber „nicht helfen“ können. Er frage sich nun, wie er weiter
vorzugehen habe. Die EL-Durchführungsstelle wies den EL-Ansprecher am 17.
November 2017 darauf hin, dass er sich an die schweizerische Ausgleichskasse in
Genf oder an die entsprechenden Behörden im Ausland wenden könne (act. G
5.1.2.48). Am 22. November 2017 teilte der Rechtsvertreter des EL-Ansprechers mit
(act. G 5.1.2.46), er sei schon „im Palast“ der Sozialversicherung in B._ gewesen.
Man habe ihm dort „nicht helfen“ können. Die „IV-Stelle in Genf“ müsse deshalb nun
„direkt und von Amtes wegen“ einen entsprechenden Antrag stellen. Die EL-
Durchführungsstelle antwortete am 24. November 2017 (act. G 5.1.2.44), der EL-
Ansprecher habe den Rentenentscheid einzureichen. Die bereits gesetzte Frist zur
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Einreichung werde selbstverständlich erstreckt, wenn bis zu ihrem Ablauf noch kein
Rentenentscheid vorliege. Im Übrigen habe sie bereits mit einer Verfügung vom 7.
Dezember 2015 ein Verfahren betreffend eine frühere Anmeldung zum
Ergänzungsleistungsbezug bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen Entscheides
betreffend der Schweizer und die Rente aus B._ sistiert. Noch am selben Tag
antwortete der Rechtsvertreter (act. G 5.1.2.44), der EL-Durchführungsstelle gehe es
„nicht um die Sache, sondern um das Schikanieren“. Wenn erst über das
Ergänzungsleistungsbegehren verfügt werde, nachdem der Rentenentscheid aus B._
„wie in der Schweiz über alle Instanzen“ gegangen sei, werde der Rechtsvertreter
„vorher sterben“. Der EL-Ansprecher werde dann „vielleicht auch“ schon tot sein.
Daraufhin erwog die EL-Durchführungsstelle die provisorische Anrechnung einer Rente
aus B._ im Betrag von 150 Franken pro Monat (act. G 5.1.2.45). Offenbar teilte sie
das dem Rechtsvertreter des EL-Ansprechers mit, denn dieser hielt am 27. November
2017 fest (act. G 5.1.2.43), der vorgesehene Betrag sei sicherlich zu hoch. Er erwarte
nach wie vor eine anfechtbare Verfügung. Mit einer Verfügung vom 29. November 2017
wies die EL-Durchführungsstelle das Leistungsbegehren des EL-Ansprechers für den
Zeitraum von Februar 2011 bis und mit April 2013 zufolge eines
Einnahmenüberschusses ab und sie forderte bereits ausbezahlte Ergänzungsleistungen
im Betrag von 14’648 Franken zurück (act. G 5.1.2.23). Bei der Anspruchsberechnung
hatte sie („provisorisch“) eine Rente aus B._ von 1’800 Franken pro Jahr angerechnet
(act. G 5.1.2.24 ff.). Mit einer zweiten Verfügung vom 29. November 2017 wies die EL-
Durchführungsstelle das Leistungsbegehren des EL-Ansprechers auch für die Zeit ab
Mai 2013 ab (act. G 5.1.2.13). Wiederum hatte sie bei der Anspruchsberechnung
(„provisorisch“) eine Rente aus B._ von 1’800 Franken pro Jahr angerechnet (act. G
5.1.2.14 ff.).
A.b Am 6. Dezember 2017 liess der EL-Ansprecher eine Einsprache gegen die beiden
Verfügungen vom 29. November 2017 erheben (act. G 5.1.2.3). Sein Rechtsvertreter
machte geltend, dass fraglich sei, ob der EL-Ansprecher überhaupt eine Rente aus
B._ erhalten werde. Selbst wenn dies der Fall sein sollte, sei deren Höhe nicht
abschätzbar. Er habe ja bereits in Aussicht gestellt, dass er die Rente allenfalls an die
EL-Durchführungsstelle abtreten werde, wenn ihm diese dereinst tatsächlich
zugesprochen werden sollte. Folglich könne die Ergänzungsleistung ohne die
Anrechnung einer ausländischen Rente neu berechnet und entsprechend ausgerichtet
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werden, ohne dass die EL-Durchführungsstelle einen Schaden erleide. Mit einem
Schreiben vom 6. März 2018 teilte die EL-Durchführungsstelle dem EL-Ansprecher mit
(act. G 5.1.3.13), dass sie aufgrund ihrer gesetzlichen Pflicht zur richtigen und
vollständigen Sachverhaltsabklärung den Ausgang des Rentenverfahrens in B._
abwarten müsse. Sie beabsichtige deshalb, das Einspracheverfahren zu sistieren.
Dagegen liess der EL-Ansprecher am 7. März 2018 einwenden (act. G 5.1.3.11), die
Rente aus B._ sei nicht der alleinige Gegenstand des Einspracheverfahrens. Zudem
habe sich die Schweizer Invalidenversicherung noch nie einem Entscheid der
Invalidenversicherung in B._ angeschlossen, weshalb davon ausgegangen werden
müsse, dass die Invalidenversicherung in B._ sich nicht einfach dem Entscheid der
Schweizer Invalidenversicherung anschliessen werde. Nun müsse unverzüglich über
die Einsprache entschieden werden. Mit einer Verfügung vom 8. März 2018 sistierte die
EL-Durchführungsstelle das Einspracheverfahren bis zum Abschluss des kroatischen
Rentenverfahrens (act. G 5.1.3.5).
B.
B.a Am 13. April liess der EL-Ansprecher (nachfolgend: der Beschwerdeführer) eine
Beschwerde gegen die Sistierungsverfügung erheben (act. G 1). Sein Rechtsvertreter
beantragte die Aufhebung der Sistierung des Einspracheverfahrens sowie die
Anweisung an die EL-Durchführungsstelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin),
ohne Verzug über die Ergänzungsleistungen zu entscheiden. Zur Begründung führte er
an, die Beschwerdegegnerin übersehe offenbar, dass sich das Einspracheverfahren
nicht nur um die Frage drehe, ob der Beschwerdeführer einen Anspruch auf eine Rente
aus B._ habe. Die Sistierung des Einspracheverfahrens bis zum Abschluss des
Rentenverfahrens in B._ bringe nichts. Sie führe nur dazu, dass der
Beschwerdeführer noch länger unter dem Existenzminimum leben müsse. Dieser
„Züchtigungsversuch“ verstosse gegen die Garantien der EMRK, weil der
Beschwerdeführer nicht jene Ergänzungsleistungen erhalte, die ein „hiesiger
Versicherter“ erhielte.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 7. Mai 2018 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 5). Zur Begründung führte sie an, sie könne ihre
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Untersuchungspflicht nicht vollständig erfüllen, solange sich das Rentenverfahren in
B._ noch in der Schwebe befinde.
B.c Der Beschwerdeführer liess mit einem am 16. Mai 2018 der Schweizerischen Post
übergebenen superprovisorischen Gesuch die superprovisorische Anweisung an die
Beschwerdegegnerin, „auf die Sistierung zwecks Anrechnung der Rente aus B._
umgehend zu verzichten und eine entsprechende Verfügung zu erlassen“, und die
Verpflichtung des Beschwerdeführers, „über den Erhalt der beantragten Invalidenrente
aus B._ innert zehn Tagen die Beschwerdegegnerin zu informieren respektive diese
umgehend abzutreten“, beantragen (act. G 7). Mit einem verfahrensleitenden Entscheid
vom 31. Mai 2018 wies das Versicherungsgericht dieses superprovisorische Gesuch ab
(act. G 8). Zur Begründung führte es an, die Gutheissung des Gesuchs würde im
Ergebnis einer Gutheissung des weitgehend identischen Beschwerdeantrages und
damit einer unzulässigen Vorwegnahme des Beschwerdeentscheides gleichkommen.
Ohnehin bestehe keine gesetzliche Grundlage für eine Abtretung einer (ausländischen)
Sozialversicherungsleistung an einen anderen Sozialversicherungsträger. Die Abtretung
des allfälligen Anspruchs auf eine aus B._ wäre aber selbst dann unzulässig, wenn
dafür eine gesetzliche Grundlage bestehen würde, denn wegen der sogenannten
Minimalgarantie könnte es zu einer Verwerfung und damit zu einem insgesamt zu
hohen Ergänzungsleistungsbezug kommen. Auf eine vom Beschwerdeführer gegen
diesen Zwischenentscheid erhobene Beschwerde (act. G 9.1) trat das Bundesgericht
mit einem Urteil vom 2. Juli 2018 mangels einer hinreichenden Begründung nicht ein
(Urteil des Bundesgerichtes 9C_443/2018 vom 2. Juli 2018; vgl. act. G 11.1).

Erwägungen
1.
Die angefochtene Verfügung hat das Einspracheverfahren nicht abgeschlossen,
weshalb es sich bei ihr um eine verfahrensleitende Verfügung handeln muss. Gegen
verfahrensleitende Verfügungen kann gemäss dem Art. 52 Abs. 1 ATSG keine
Einsprache erhoben werden. Laut dem Art. 56 Abs. 1 ATSG muss gegen solche
Verfügungen direkt eine Beschwerde erhoben werden. Weder der Art. 61 ATSG noch
das VRP sehen besondere Eintretensvoraussetzungen bezüglich einer Beschwerde
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gegen eine verfahrensleitende Verfügung vor. Allerdings ist die selbständige
Anfechtung von verfahrensleitenden Verfügungen kantonalrechtlich auf wenige Fälle
beschränkt; die Mehrheit der verfahrensleitenden Verfügungen ist gar nicht selbständig
anfechtbar (vgl. URS PETER CAVELTI/THOMAS VÖGELI, Verwaltungsgerichtsbarkeit
im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 564 f.). Diese Regelung wird vom
Verwaltungsgericht und von der Lehre als unbefriedigend qualifiziert, weshalb
lückenfüllend eine selbständige Anfechtung von verfahrensleitenden Verfügungen in
analoger Anwendung der Art. 45 f. VwVG bejaht wird (vgl. CAVELTI/VÖGELI, a.a.O., Rz.
566, mit Hinweisen). Auch das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen tritt
gemäss seiner ständigen Praxis unter den Voraussetzungen der Art. 45 f. VwVG auf
Beschwerden gegen verfahrensleitende Verfügungen ein (vgl. etwa den Entscheid IV
2015/356 des St. Galler Versicherungsgerichtes vom 8. Dezember 2017, E. 1). Die hier
angefochtene verfahrensleitende Sistierungsverfügung vom 8. März 2018 ist geeignet,
einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil im Sinne des Art. 46 Abs. 1 lit. a VwVG zu
bewirken. Der Beschwerdeführer wird nämlich jedenfalls so lange keine
Ergänzungsleistungen erhalten, bis die Beschwerdegegnerin über seine Einsprache
entschieden hat. Als Folge davon könnte eine Sozialhilfeabhängigkeit des
Beschwerdeführers entstehen beziehungsweise bereits entstanden sein. Darin ist ein
Nachteil zu erblicken, der selbst durch einen späteren günstigen Entscheid betreffend
seine Einsprache nicht wieder gutgemacht werden kann. Der Beschwerdeführer ist
nämlich gezwungen, sich für den Zeitraum bis zum Abschluss des
Einspracheverfahrens mit dem sozialhilferechtlichen statt mit dem höheren
ergänzungsleistungsrechtlichen Existenzminimum zu begnügen. Auch wenn er später
eine entsprechende Nachzahlung erhalten sollte, die diesen Nachteil rein
buchhalterisch ausgleichen würde, würde dies nichts am Umstand ändern, dass er sich
bis dahin finanziell hätte einschränken müssen. Die Situation des Beschwerdeführers
stellt sich zudem ähnlich dar wie bei einem Entzug der aufschiebenden Wirkung einer
Beschwerde, weil der Beschwerdeführer für die Dauer des Verfahrens gezwungen ist,
ohne Ergänzungsleistungen auszukommen. Bei der Beurteilung von Gesuchen um die
Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung einer Beschwerde ist die Vermeidung
einer auch nur vorübergehenden Sozialhilfeabhängigkeit gemäss der konstanten
bundesgerichtlichen Rechtsprechung als ein schützenswertes Interesse anerkannt (vgl.
statt vieler das Urteil des Bundesgerichtes 8C_276/2007 vom 20. November 2007, E. 3,
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mit zahlreichen Hinweisen). Dies rechtfertigt es, im Risiko einer allenfalls auch nur
vorübergehenden Sozialhilfeabhängigkeit einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil
zu erblicken (vgl. zum Ganzen auch den Entscheid EL 2016/12, EL 2016/16 des St.
Galler Versicherungsgerichtes vom 13. Dezember 2016, E. 2). Folglich ist auf die frist-
und formgerecht erhobene Beschwerde gegen die (zu Recht förmlich verfügte)
Sistierung des Einspracheverfahrens einzutreten.
2.
2.1 Der Beschwerdeführer lässt sinngemäss geltend machen, dass die allfällige Rente
aus B._ für die Berechnung der Ergänzungsleistung – wenn überhaupt – nur eine
untergeordnete Rolle spielen könne, da fraglich sei, ob überhaupt eine solche Rente
ausgerichtet werde, und da sie, wenn dies der Fall sei, wohl deutlich tiefer als die von
der Beschwerdegegnerin zunächst angerechnete „provisorische“ Rente von 150
Franken pro Monat ausfallen werde. Überdies wäre es viel vernünftiger, die
Ergänzungsleistung ohne die Berücksichtigung der allfälligen Rente aus B._ zu
berechnen und den Beschwerdeführer im Gegenzug zu verpflichten, die allfällige Rente
aus B._ dann an die Beschwerdegegnerin abzutreten.
2.2 Zwar ist verständlich, dass sich der Beschwerdeführer am Umstand stört, dass
eine Unsicherheit bezüglich einer vergleichsweise geringfügigen Einnahmenposition
eine Blockade des gesamten Einspracheverfahrens und damit die Verhinderung der
(allfälligen) Ausrichtung einer Ergänzungsleistung zur Folge haben soll. Aber wie die
Beschwerdegegnerin mit einer überzeugenden Begründung dargelegt hat, ist allein
massgebend, ob der für die Beurteilung des Leistungsbegehrens relevante Sachverhalt
vollständig mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
hat ermittelt werden können. Solange das nicht der Fall ist, kann keine vollständige
Subsumtion des massgebenden Sachverhaltes unter den gesetzlichen Tatbestand
erfolgen, was bedeutet, dass keine Rechtsfolgeanordnung möglich ist respektive dass
nicht rechtsgestaltend entschieden werden kann. Hätte die Beschwerdegegnerin – wie
zunächst geplant und in den im hängigen Einspracheverfahren angefochtenen
Verfügungen umgesetzt – trotz der Unsicherheit betreffend das Sachverhaltselement
„ausländische Rente“ rechtsgestaltend entschieden, hätte sie auf jeden Fall ihre
Untersuchungspflicht (Art. 43 Abs. 1 ATSG) verletzt, das heisst ihr Einspracheentscheid
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wäre rechtswidrig gewesen und hätte entsprechend aufgehoben werden müssen.
Daran ändert der Umstand nichts, dass alle anderen Einnahmen- und
Ausgabenpositionen (angeblich) feststehen, denn die Rechtsanwendung ist jedenfalls
nur möglich, wenn der gesamte massgebende Sachverhalt mit dem erforderlichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt ist. Folglich ist die
Rechtsanwendung nicht nur unzulässig, wenn erst beispielsweise 50 Prozent des
massgebenden Sachverhaltes ermittelt worden sind, sondern eben beispielsweise
auch dann, wenn der massgebende Sachverhalt zu 99 Prozent feststeht. Der
Beschwerdegegnerin bleibt also gar nichts anderes übrig, als den Abschluss des
Rentenverfahrens in B._ abzuwarten, zumal dessen Ausgang ja kaum vorhersehbar
ist, da sich die Behörden in B._ wohl kaum einfach dem Entscheid der Schweizer
Invalidenversicherung anschliessen werden, wie der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers wiederholt betont hat. Eine unzulässige Ungleichbehandlung
gegenüber „hiesigen“ Versicherten ist darin nicht zu erblicken, denn dieselbe
Verfahrenssituation würde eintreten, wenn ein „hiesiger“ Versicherter auf den Entscheid
der zweiten Säule über den Rentenanspruch warten müsste, weil die beiden in Frage
kommenden Vorsorgeeinrichtungen in einem gerichtlichen Streit darüber verwickelt
sind, wer von ihnen beiden die Invalidenrente auszurichten hat.
2.3 Die Unsicherheit kann auch nicht mit der vom Beschwerdeführer angeregten
Abtretung der allfälligen Rente aus B._ umgangen werden. Für eine solche Abtretung
existiert nämlich keine gesetzliche Grundlage. Auf den ersten Blick scheint zwar der
Art. 22 Abs. 2 ATSG eine mögliche Grundlage für die vom Beschwerdeführer ins Auge
gefasste Abtretung zu bieten, aber dieser Eindruck täuscht. Der Art. 22 Abs. 2 ATSG
regelt nämlich den völlig anders gelagerten Fall, in dem eine „Nicht-Sozialversicherung“
eine Vorleistung oder eine Vorschusszahlung erbracht hat, deren spätere
Rückforderung sie dann mit einer allfälligen Sozialversicherungsnachzahlung via
Abtretung „verrechnen“ kann. Die Bestimmung will einer „Nicht-Sozialversicherung“,
die eine Vorleistung oder eine Vorschusszahlung erbracht hat, also das Inkasso für jene
Rückforderung erleichtern, die im Raum steht, sobald Aussicht auf eine Nachzahlung
einer Sozialversicherungsleistung besteht. Beim Beschwerdeführer liegt der Fall aber
gänzlich anders, denn dieser will erwirken, dass ihm die Beschwerdegegnerin eine
möglicherweise rechtswidrige Ergänzungsleistung zuspricht und später versucht, sich
mit einer direkten Auszahlung einer Nachzahlung der Rente aus B._ schadlos zu
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halten. Ein solches Vorgehen ist vom Art. 22 Abs. 2 ATSG nicht gedeckt. Auch der Art.
19 Abs. 4 ATSG erlaubt das vom Beschwerdeführer ins Auge gefasste Vorgehen nicht,
denn der Ergänzungsleistungsanspruch des Beschwerdeführers kann nicht als
ausgewiesen erscheinen, solange eine bestimmte Ausgaben- oder Einnahmenposition
nicht feststeht. Zudem ist fraglich, ob das Sozialversicherungsrecht in B._ die
Abtretung einer Nachzahlung an eine ausländische Sozialversicherung erlaubt. Hinzu
kommt, dass es bei der Ausrichtung einer ohne die Anrechnung der Rente aus B._
ermittelten Ergänzungsleistung verbunden mit einer Abtretung der Rente aus B._ an
die Beschwerdegegnerin zu einer Verwerfung und damit zu einem insgesamt zu hohen
Ergänzungsleistungsanspruch kommen könnte: Wenn sich der Ausgabenüberschuss
ohne die Berücksichtigung der Rente aus B._ nur auf wenige Franken pro Jahr
belaufen würde, hätte der Beschwerdeführer im Jahr 2018 einen Anspruch auf die
sogenannte Minimalgarantie (Art. 26 IVV), das heisst auf eine Ergänzungsleistung von
5’016 Franken pro Jahr (vgl. act. G 5.1.3.23). Seinen eigenen Angaben zufolge dürfte
die allfällige Rente aus B._ aber nicht einmal 1’800 Franken pro Jahr, also deutlich
weniger, betragen. Würde diese Rente nachträglich bei der EL-Anspruchsberechnung
berücksichtigt, könnte schon dann, wenn sie nur wenige Franken pro Jahr betragen
würde, statt eines Ausgabenüberschusses ein Einnahmenüberschuss resultieren. Das
zeigt, dass selbst dann, wenn eine gesetzliche Grundlage für eine Abtretung der
allfälligen Rente aus B._ existieren würde, eine solche Abtretung als unzulässig
qualifiziert werden müsste, weil keine Gewähr dafür bestünde, dass sich die
Beschwerdegegnerin damit komplett „schadlos“ halten könnte. Damit verbleibt
jedenfalls kein Raum, die bestehende Unsicherheit bezüglich des relevanten
Sachverhaltes zu „umgehen“. Die Sistierung des Einspracheverfahrens erweist sich als
die einzige Möglichkeit für die Sicherstellung eines späteren rechtmässigen
Einspracheentscheides. Damit ist die angefochtene Verfügung vom 8. März 2018 als
rechtmässig zu qualifizieren, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
3.
Gerichtskosten sind keine zu erheben. Der unterliegende Beschwerdeführer hat keinen
Anspruch auf eine Parteientschädigung.