Decision ID: 116f166c-aca7-4aa7-980f-27dee197cbf3
Year: 2014
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ A.Z. und B.Z. sind Eigentümer der Parzelle Nr. 0, Grundbuch Flawil. Das 1'884 m
grosse Grundstück liegt gemäss Zonenplan der Politischen Gemeinde Flawil vom
28. März 1995 in der Wohn-Gewerbe-Zone WG3. Dieses ist mit einer
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Autowaschanlage, bestehend aus einer Bürstenwaschanlage (Autowaschstrasse) und
vier überdachten Reinigungsplätzen (zwei Lanzenwasch- und zwei Staubsaugerplätze),
überbaut. Die Anlage wird von der Y. AG betrieben, die gleichzeitig Nehmerin des
Baurechts Nr. 00001 auf Parz.-Nr. 0 ist. Die Aktiengesellschaft ist seit 30. November
2010 im Handelsregister des Kantons St. Gallen eingetragen. Verwaltungsratsmitglied
bzw. Präsident der Betreiberin sind die beiden Grundeigentümer. B.Z. ist zudem
einziges Verwaltungsratsmitglied der X. AG, die auf dem westlich angrenzenden
Grundstück Nr. 0002 eine Autogarage betreibt. Die beiden Grundstücke liegen am
westlichen Dorfausgang an der Kreuzung der R.-Strasse (Parz.-Nr. 0002) und der T.-
Strasse (Parz.-Nr. 0), beides Kantonsstrassen 2. Klasse.
B./ a) Am 7. Juli 2009 stellte die X. AG das Baugesuch für die Erstellung der
vorerwähnten Autowaschanlage auf Parz.-Nr. 0. Gemäss Baugesuch waren folgende
Öffnungszeiten vorgesehen:
werktags: 7.00 Uhr bis 22.00 Uhr
Samstag: 7.00 Uhr bis 19.00 Uhr
Sonntag/allgemeine Feiertage: 8.00 Uhr bis 19.00 Uhr
Gegen das Baugesuch erhoben D.K. und E.K., beide Flawil, unmittelbare Nachbarn der
geplanten Waschanlage, Einsprache. Die Baubehörde hiess die Einsprache insofern
teilweise gut, als sie die Betriebszeiten mit Blick auf das Vorsorgeprinzip wie folgt
beschränkte:
werktags: 7.00 Uhr bis 22.00 Uhr
Samstag: 8.00 Uhr bis 17.00 Uhr
Sonntag/allgemeine Feiertage: 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr
Darüber hinaus wies sie die Einsprache ab und bewilligte das Baugesuch mit Entscheid
vom 10. März 2010 dementsprechend, wobei sie im Zusammenhang mit der Auflage
festhielt, dass die im Einspracheenscheid fixierten Betriebszeiten strikt einzuhalten und
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entsprechende Vorkehrungen zu treffen seien, damit diese nicht überschritten werden
könnten. Die Nachbarn erhoben gegen die Baubewilligung beim Baudepartement des
Kantons St. Gallen Rekurs, zogen diesen nach dem Rekursaugenschein vom 20. Juli
2010 aber zurück. Die Bauherrin ihrerseits akzeptierte den Beschluss bzw. die
eingeschränkten Betriebszeiten, weshalb sie keinen Rekurs erhob. Mit Abschreibung
des Rekurses vom 27. Juli 2010 wurde die Bau- und Betriebsbewilligung mit den
reduzierten Betriebszeiten formell rechtskräftig.
b) Am 21. Juni 2012 ersuchte die Y. AG um folgende Erweiterungen der
Öffnungszeiten:
werktags: 7.00 Uhr bis 22.00 Uhr
Samstag: 7.00 Uhr bis 22.00 Uhr
Sonntag/allgemeine Feiertage: 8.00 Uhr bis 21.00 Uhr
aa) Zur Begründung machte sie geltend, die tatsächlichen Kundenfrequenzen
entsprächen nicht ihren Erwartungen. Aus betriebswirtschaftlichen Gründen sei es
angezeigt, die Öffnungszeiten am Wochenende und an den allgemeinen Feiertagen
auszudehnen. Dagegen erhoben die vormaligen Einsprecher erneut Einsprache, wobei
sie beantragten, dass die Verlängerungen der Öffnungszeiten nicht zu bewilligen seien.
bb) Die Baubehörde hiess die Einsprache mit Beschluss vom 25. September 2012 gut,
soweit sie darauf eintrat. Auf das Baugesuch trat sie nicht ein. Zur Begründung brachte
sie an, die Betriebszeiten seien bereits rechtskräftig verfügt. Die Beschränkung sei
umweltschutzrechtlich begründet und es lägen keine Gründe vor, weshalb darauf
zurückzukommen sei.
cc) Die Gesuchstellerin erhob am 25. September 2012 zusammen mit der X. AG gegen
den Nichteintretensentscheid beim Baudepartement Rekurs, wobei sie verlangten,
dass der angefochtene Entscheid kostenpflichtig aufgehoben und das Baugesuch
bewilligt werde. Das Baudepartement trat auf den Rekurs der X. AG nicht ein und wies
den Rekurs der Anlagebetreiberin ab, beides unter Kostenfolge.
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C./ Dagegen erhoben am 15. März 2013 beide Rekurrenten beim Verwaltungsgericht
des Kantons St. Gallen Beschwerde. Sie beantragen die kostenpflichtige Aufhebung
des angefochtenen Rekursentscheids und dass die nachgesuchte Erweiterung der
Öffnungszeiten wie beantragt bewilligt werde. Eventuell seien die Entscheide der
Vorinstanzen aufzuheben und an diese zur Bewilligungserteilung zurückzuweisen. Zur
Begründung machen sie unter anderem geltend, die Baubehörde verletze ihre
verfassungsmässig garantierte Handels- und Gewerbefreiheit, wenn sie ihr Baugesuch
abschlage bzw. gar nicht erst darauf eintrete.
D./ Die Vorinstanz beantragt mit Vernehmlassung vom 22. April 2013, die Beschwerde
abzuweisen. Die Beschwerdegegner und die Beschwerdebeteiligte liessen sich nicht
vernehmen.
E./ Die Beschwerdeführerinnen nahmen am 24. Juni 2013 zur Vernehmlassung der
Vorinstanz Stellung. Darauf und auf die übrigen von den Verfahrensbeteiligten
vorgebrachten Ausführungen wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden

Erwägungen eingegangen.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. (...).
2. Die Beschwerdeführerin 1 ist erst seit dem Rekursverfahren am Verfahren beteiligt.
2.1. Zur Erhebung des Rekurses ist berechtigt, wer an der Änderung oder Aufhebung
einer Verfügung ein eigenes schutzwürdiges Interessse dartut (Art. 45 Abs. 1 VRP).
2.2. Die Beschwerdeführerin 1 ist - entgegen ihrer Behauptung - nicht Gesuchstellerin
der Betriebszeitenerweiterung. Sie ist aber auch nicht Grundeigentümerin oder
Baurechtsnehmerin des betroffenen Grundstücks Nr. 0. Alsdann war sie auch nicht
Einsprecherin. Am Bewilligungsverfahren hat sie überhaupt nicht teilgenommen,
weshalb sie auch nicht Adressatin des Nichteintretensentsentscheids der Baubehörde
bzw. des Einspracheentscheids war. Dementsprechend fehlt ihr für die
Rekurserhebung die notwendige formelle Beschwer (Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, N 403 f.).
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2.3. Es gibt aber auch sonst keinen Grund, dass die Beschwerdeführerin 1 gleichwohl
am Rekursverfahren teilnehmen konnte.
2.3.1. Die Beschwerdeführerin 1 sieht das Recht an ihrer Teilnahme am Verfahren unter
anderem darin, dass einer der Grundeigentümer der betroffenen Parzelle Nr. 0 Mitglied
ihres Verwaltungsrats ist bzw. dass beide Grundeigentümer Mitglieder des
Verwaltungsrats der Betreiberin der Autowaschanlage sind. Dies tut aber ebenso wenig
zur Sache wie der Umstand, dass die Beschwerdeführerin 1 das Personal für den
Betrieb der Autowaschanlage stellt und dass die Baukosten für die Waschanlage in
den Büchern beider Gesellschaften bilanziert sind. Ein bloss wirtschaftliches Interesse
an der Erteilung einer Baubewilligung gilt nicht als schutzwürdig, wie bereits die
Vorinstanz richtig ausgeführt hat (Cavelti/Vögeli, a.a.O., N 430 mit Hinweis). So sind
einzig an Geschäftsbeziehungen interessierte bzw. vertraglich mit dem Adressaten
verbundene Drittpersonen regelmässig nicht legitimiert. Auch die blosse
Gläubigergemeinschaft reicht dafür nicht aus (M. Bertschi in: Alain Griffel [Hrsg.],
Kommentar VRG, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, N 79 zu § 21).
2.3.2. Nichts anderes ergibt sich aus dem Einwand der Beschwerdeführerin 1, die
Zufahrt zur Autowaschanlage führe über das Grundstück Nr. 0002 der Autogarage der
Beschwerdeführerin 1. Es ist zwar unbestritten, dass die Zufahrt zur Waschanlage
tatsächlich über das Nachbargrundstück Nr. 0002 bzw. das Gelände der Autogarage
geführt wird. Zum Einen befindet sich die Liegenschaft Nr. 0 aber selber direkt an einer
Kantonsstrasse, womit sie grundsätzlich eigenständig erschlossen ist. Und zum
Anderen wird die hinreichende Erschliessung der Autowaschanlage auch im
Zusammenhang mit den zu erweiternden Betriebszeiten von niemandem in Frage
gestellt. Die Beschwerdeführerin macht im Gegenteil gerade selber geltend, ihre
Zustimmung zeige sich darin, dass sie zusammen mit der Beschwerdeführerin 2 gegen
den Bauabschlag rekurriert und nun Beschwerde erhoben habe. Aber auch ohne diese
- wie es die Beschwerdeführerin 1 nennt - "implizite" Zustimmung durfte auf Grund der
vorliegenden personellen und wirtschaftlichen Verflechtungen und der sich daraus
ergebenden gemeinsamen Interessenlage angenommen werden, dass die
(privatrechtliche) Zustimmung für die Zufahrt über das Nachbargrundstück ohne
Weiteres vorliege. Mithin stellte sich die Frage, ob die Beschwerdeführerin 1 von Amtes
wegen einzubeziehen gewesen wäre, im Bewilligungsverfahren gar nicht. Daran ändert
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auch nichts, dass die Beschwerdeführerin 1 ursprüngliche Gesuchstellerin der nunmehr
rechtskräftigen Bau- und Betriebsbewilligung für die Autowaschanlage war. Denn wie
bereits die Vorinstanz zu Recht darauf hingewiesen hat, ist die Baubewilligung nicht an
eine bestimmte Person gebunden. Die Bewilligung haftet im Gegenteil einem
Grundstück an, weshalb sie ohne Weiteres auf einen Rechtsnachfolger übergeht (BGer
1C_277/2012 vom 16. November 2012 mit Hinweisen).
2.4. Aus dem Gesagten folgt, dass die Vorinstanz auf den Rekurs der
Beschwerdeführerin 1 zu Recht nicht eingetreten ist, womit ihre Beschwerde
abzuweisen ist.
3. Die Baubehörde hat die Bewilligung für die Errichtung der Autowaschanlage vor vier
Jahren erteilt, wobei sie die nachgesuchten Öffnungszeiten bloss mit einschränkenden
Auflagen bewilligt hat. Die Baubewilligung samt Auflagen ist in Rechtskraft erwachsen,
nachdem die Einsprecher ihren Rekurs dagegen zurückgezogen haben. Die Bauherrin
ihrerseits hatte die gegenüber ihrem Gesuch bloss reduziert bewilligten Öffnungszeiten
unangefochten akzeptiert. Die Beschwerdeführerin 2 ist nun der Ansicht, sie habe
gleichwohl wieder einen Anspruch auf eine Verlängerung der Betriebszeiten.
3.1. Die Baubewilligung ist die behördliche Feststellung, dass der Verwirklichung des
Bauvorhabens keine öffentlich-rechtlichen Hindernisse im Weg stehen (Art. 87 Abs. 1
des Baugesetzes, sGS 731.1, abgekürzt BauG). Bewilligungspflichtig sind etwa das
Errichten oder Ändern von Bauten und Anlagen, aber auch Zweckänderungen, die
Einwirkungen auf die Umgebung oder eine Vergrösserung des Benützerkreises zur
Folge haben, so auch das Erweitern von Öffnungszeiten. Unter Umständen kann somit
selbst eine blosse Änderung eines Betriebskonzepts bewilligungspflichtig sein (Art. 78
Abs. 1 und Abs. 2 lit. o BauG). Hindernisse von untergeordneter Bedeutung können
dabei mit Nebenbestimmungen, das heisst mit Auflagen und Bedingungen nach Art. 87
Abs. 2 BauG beseitigt werden (B. Heer, St. Gallisches Bau- und Planungsrecht, Bern
2003, N 869).
3.2. Mit den bewilligten Bauarbeiten muss innerhalb eines Jahres begonnen und diese
sodann ohne erhebliche Unterbrechung zu Ende geführt werden, ansonsten die
Baubewilligung erlischt. Die Bewilligung kann zweimal um ein Jahr verlängert werden
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(Art. 88 Abs. 1 und 2 BauG). Für das gleiche Projekt können zwar verschiedene
Gesuche eingegeben werden, wobei es dem Bauherrn sodann frei steht, welches der
bewilligten Projekte er realisieren will. Für eine Betriebsbewilligung gilt das Gleiche
sachgemäss.
3.3. Wird von einer Baubewilligung aber Gebrauch gemacht, kommt dem
entsprechenden Beschluss Rechtsbeständigkeit zu. Das heisst, er kann grundsätzlich
nicht mehr einseitig aufgehoben oder zum Nachteil des Adressaten abgeändert werden
(VerwGE B 2010/106 vom 26. Januar 2011 E. 2.1., abrufbar unter: www.gerichte.sg.ch,
mit Hinweis auf Tschannen/Zimmerli, Allgemeines Verwaltungsrecht, 2. Auflage, Bern
2005, § 31 Rz. 10 f.).
3.4. Bei negativen Verfügungen gilt das Gesagte gleichermassen. Auch ihnen kommt
grundsätzlich Rechtsbeständigkeit zu. Ansonsten müssten sich die Baubehörde und
die einspracheberechtigten Dritten immer wieder mit dem gleichen, bereits
abgewiesenen Baugesuch bzw. mit dem bloss mit Einschränkungen bewilligten
Bauvorhaben befassen bzw. sich dagegen wehren (Bertschi, a.a.O., N 18 zu §§
86a-86d).
3.5. Von diesem Grundsatz kann bloss in bestimmten Fällen abgewichen werden. So
kann Art. 29 Abs. 1 und 2 der Bundesverfassung (SR 101, abgekürzt BV) insbesondere
bei Dauerverfügungen einen Anspruch auf Prüfung des Anpassungsgesuchs vermitteln,
wenn sich die rechtlichen und tatsächlichen Verhältnisse seit der ersten Verfügung
wesentlich geändert haben (Bertschi, a.a.O., N 17 zu §§ 86a-86d). Anspruch auf
materielle Wiedererwägung besteht auch dann etwa, wenn wichtige Tatsachen oder
Beweise geltend gemacht werden, die zur Zeit der ersten Entscheidung nicht bekannt
waren oder nicht geltend gemacht werden konnten (Wiederaufnahme gemäss Art. 81
Abs. 1 lit. c VRP; Cavelti/Vögeli, a.a.O., N 575; Häfelin/Müller/Uhlmannn, Allgemeines
Verwaltungsrecht, 6. Auflage, Zürich/St. Gallen 2010, N 1833).
Für weitere allgemeine Ausführungen zur Rechtsbeständigkeit und zur Frage, unter
welchen Voraussetzungen auf eine rechtskräftige Verfügung zurückgekommen werden
soll, kann auf die korrekten Ausführungen der Vorinstanz in E. 4. verwiesen werden.
Diese sind entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin 2 einwandfrei, und daran
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ändern auch die Verweise der Vorinstanz auf Entscheide in anderen Sachgebieten im
Verwaltungsrecht nichts. Vorliegend geht es um eine grundsätzliche Frage des
allgemeinen Verwaltungsrechts, weshalb es - von hier nicht interessierenden
Besonderheiten abgesehen - keine Rolle spielt, dass die erwähnten Entscheide
verschiedene Sachgebiete des allgemeinen Verwaltungsrechts betreffen. Somit liegt
auch kein ausserordentlich schwer wiegender inhaltlicher Mangel vor, der - wie von der
Beschwerdeführerin 2 angeführt - zumindest in Ausnahmefällen zur Nichtigkeit des
Nichteintretensentscheids führen kann (Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O., N 981). Daran
vermag auch der (unbestrittene) Einwand der Beschwerdeführerin 2 nichts zu ändern,
dass die Erweiterung der Betriebszeiten der Waschanlage bewilligungspflichtig ist.
Darüber hinaus besteht regelmässig kein Anspruch darauf, dass auf ein
Wiedererwägungsgesuch eingetreten wird. Es liegt vielmehr im Ermessen der Behörde,
ob sie das Gesuch behandeln will oder nicht (Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O., N 1041
mit Verweis). Somit kann die Beschwerdeführerin 2 allein aus dem Umstand, dass
andere Baubehörden in ähnlichen Fällen auf ein Wiedererwägungsgesuch eingetreten
sind, nichts zu ihren Gunsten ableiten.
3.6. Konkrete Gründe, die ein Zurückkommen auf die rechtskräftig eingeschränkten
Betriebszeiten der Autowaschanlage rechtfertigen würden, liegen keine vor.
3.6.1. Das Amt für Umweltschutz des Kantons St. Gallen hat am 21. Juni 2010 zum
ursprünglichen Gesuch festgehalten, die geplante Waschanlage könne am
vorliegenden, bereits vorbelasteten Standort keine wahrnehmbar stärkeren
Lärmimmissionen erzeugen (act. 10, Rekursakten 10-2175, act. 7). Der im vorliegenden
Verfahren erneut vorgebrachte Berechnungsbericht der Conterlärm Gossau vom
29. Januar 2010 ist der Lärmfachstelle dabei bereits vorgelegen. Auch die Baubehörde
hatte die ursprüngliche Bewilligung bzw. den damit zusammenhängenden
Einspracheentscheid vom 10. März 2010 auf dieses Lärmgutachten abgestützt und
dabei berücksichtigt, dass die Planungswerte eingehalten werden. Diese Werte sind für
die Bewilligung der Autowaschanlage aber nicht einzige Voraussetzung. So ist die
Benützung einer Autowaschanlage auch regelmässig mit so genanntem menschlichem
Verhaltenslärm verbunden. Auch solcher "untechnischer" Alltagslärm ist störend, selbst
wenn dafür keine spezifischen Belastungsgrenzwerte bestehen. Verhaltenslärm ist
deshalb soweit zu begrenzen, dass die Bevölkerung dadurch in ihrem Wohlbefinden
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nicht erheblich gestört wird (vgl. BGer 1C_58/2011 vom 13. Juli 2011 E. 4.1). Weiter
findet in diesem Zusammenhang das Vorsorgeprinzip gemäss Art. 1 Abs. 2 und Art. 11
Abs. 2 des Umweltschutzgesetzes (814.01, abgekürzt USG) Anwendung. Demnach
sind Emissionen unabhängig von der bestehenden Umweltbelastung so weit zu
begrenzen, als dies technisch und betrieblich möglich und wirtschaftlich tragbar ist.
3.6.2. Konkret hat die Baubehörde die nachgesuchten Betriebszeiten in Anwendung
des Vorsorgeprinzips gemäss Art. 1 Abs. 2 und Art. 11 Abs. 2 USG sowie Art. 7 Abs. 1
der Lärmschutzverordnung (SR 814.41) eingeschränkt und dies damit begründet, dass
am Wochenende und an den allgemeinen Feiertagen ein erhöhtes Ruhebedürfnis
bestehe. Die damalige Gesuchstellerin hat die Beschränkung mit dieser Begründung
akzeptiert, womit nach dem Gesagten die Richtigkeit der rechtskräftigen Verfügung
nicht mehr ohne Weiteres über den Umweg eines neuen Baugesuchs überprüft werden
kann. Daran ändert auch die angerufene Wirtschaftsfreiheit nach Art. 27 BV und Art. 19
der Kantonsverfassung (sGS 111.1) nichts. Davon abgesehen, dass eine
entsprechende Verletzung im Rahmen des ursprünglichen Bewilligungsverfahrens hätte
geltend gemacht werden müssen, sei nebenbei erwähnt, dass die Wirtschaftfreiheit
nicht absolut gilt, sondern wie jedes Grundrecht unter den Voraussetzungen von Art.
36 BV beschränkt werden kann.
3.6.3. Die Beschwerdeführerin 2 macht sodann geltend, das Freizeitverhalten der
Kunden sei "auch gerade so, dass an Wochenenden Autos gewaschen werden
möchten und das nicht nur bis 17.00 Uhr". Dieser Einwand mag durchaus auf
zahlreiche Automobilisten zutreffen. Allerdings war dies bei der ursprünglichen
Bewilligung der Waschanlage schon nicht anders, als die Baubehörde die
Betriebszeiten am Wochenende und an den Feiertagen gegenüber dem Baugesuch im
Rahmen des umweltschutzrechtlichen Vorsorgeprinzips eingeschränkt hatte. Dass sich
die Bedeutung des Wochenendes und der Feiertage sowie das damit
zusammenhängende Ruhebedürfnis der betroffenen Anwohner der Waschanlage und
der Strassenanstösser seither entscheidend verändert haben sollten, macht die
Beschwerdeführerin 2 selbst nicht geltend und ist auch sonst nicht ersichtlich. Es wäre
aber an der Gesuchstellerin gewesen, eine entsprechende tatsächliche Änderung
glaubhaft zu machen und mit entsprechenden Beweismitteln darzulegen, worin eine
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solche bestehe und weshalb ihretwegen die formell rechtskräftige Baubewilligung zu
ändern sei (Bertschi, a.a.O., N 17 zu §§ 86a-86d).
3.6.4. Am Gesagten vermag schliesslich auch ihr Einwand nichts zu ändern, dass sie
die erhofften Umsatzzahlen nicht habe erreichen können und die Anlage nicht so
kosteneffizient betreiben könne, wie sie sich das vorgestellt habe. Die entsprechend
tieferen Umsatzzahlen beruhen offensichtlich auf einer unternehmerischen
Fehleinschätzung des Marktes und sind nicht Folge einer tatsächlichen oder
rechtlichen Änderung der Rahmenbedingungen, weshalb die beklagten
Mindereinnahmen im Rahmen des unternehmerischen Risikos von der
Beschwerdeführerin 2 selber zu tragen sind. Aus Sicht der Betreiberin ist es zwar
verständlich, dass sie ihre Anlage optimal auslasten will. Ihr Interesse an einer
Gewinnmaximierung vermag das Interesse an der Rechtssicherheit und am Bestand
der rechtskräftigen Bewilligung und des Einspracheentscheids - insbesondere der am
Einspracheverfahren beteiligten Nachbarn - jedoch nicht aufzuwiegen. Zudem bringt
die Beschwerdeführerin 2 nichts vor, inwiefern die im Hinblick auf das Vorsorgeprinzip
erlassene Betriebszeitenbeschränkung am Samstag auf 8.00 Uhr bis 17.00 Uhr, am
Sonntag und an den allgemeinen Feiertagen auf 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr im Sinn der
Umweltschutzgesetzgebung nicht mehr tragbar sein soll. Ihre Behauptung allein, dass
sich die Anlage betriebswirtschaftlich nicht rechne bzw. besser ausgelastet werden
könnte, wenn die Schliessungszeiten an den Ruhetagen verkürzt würden, vermag keine
Änderung der tatsächlichen oder rechtlichen Verhältnisse zu begründen. Dazu kommt,
dass sich die Frage, ob eine Massnahme der vorsorglichen Emissionsbegrenzung
wirtschaftlich tragbar sei, ohnehin nicht an Hand einer individuellen
betriebswirtschaftlichen Untersuchung der betroffenen Anlage entscheiden liesse.
Abzustellen wäre vielmehr auf einen mittleren und wirtschaftlich gesunden Betrieb
derselben Branche, worauf aber bereits die Vorinstanz hingewiesen hat (vgl.
angefochtener Entscheid act. 2 E. 4.6.2 mit Hinweisen).
3.6.5. Alsdann hat die Vorinstanz zu Recht aufgezeigt, dass die vorliegenden
Öffnungszeiten im Vergleich zu anderen Mitkonkurrenten grosszügig ausgefallen sind
(E. 4.6.3). In diesem Zusammenhang sei daran erinnert, dass sich die Autowaschanlage
in einer Wohn-Gewerbe-Zone, in einer gemischten Zone also, befindet, wo die
Wohnnutzung auf gleicher Stufe wie die gewerbliche steht. Dieser Umstand bedeutet
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für die dort ansässige Bevölkerung, dass sie in der Mischzone im Vergleich zu einem
reinen Wohngebiet zwar bloss eine weniger hohe Lärmempfindlichkeit geltend machen
kann. Er führt aber nicht dazu, dass hier am Wochenende und an allgemeinen
Feiertagen gar kein Bedürfnis nach Ruhe zu berücksichtigen wäre. Vorliegend wurde
der Tatsache, dass in einer Mischzone im Vergleich zu einer reinen Wohnzone eine
verminderte Lärmempfindlichkeit gilt, insofern Rechnung getragen, als den Anwohnern
hier zugemutet wird, dass am Samstag Morgen bereits ab 8.00 Uhr bis 17.00 Uhr am
Abend und sonntags von 10.00 bis 17.00 Uhr Autos gewaschen werden dürfen. Dies
ist mit entsprechendem Lärm verbunden, was insbesondere an den - auch in den
Mischzonen - ruhigeren Wochenend- und Feiertagen sehr störend sein kann und in
einer reinen Wohnzone von Vornherein kein Thema wäre. Mithin würde sich an der
Sache selbst dann nichts ändern, wenn die Betriebszeitenbeschränkung materiell
überprüft werden müsste.
4. Zusammengefasst ist nicht zu bemängeln, dass die Vorinstanz auf den Rekurs der
Beschwerdeführerin 1 nicht eingetreten ist. Zum Einen fehlt ihr das dafür nötige
schutzwürdige Interesse und zum Anderen ist sie vom Nichteintretensentscheid nicht
beschwert. Sodann ist die Baubehörde mangels Änderung der massgeblichen
Verhältnisse ihrerseits zu Recht nicht auf das Baugesuch eingetreten, weshalb die
Vorinstanz den Rekurs der Beschwerdeführerin 2 ebenfalls zu Recht abgewiesen hat.
Die Beschwerde ist somit abzuweisen.
5. In Streitigkeiten hat jener Beteiligte die Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz
oder teilweise abgewiesen werden (Art. 95 Abs. 1 VRP). Sind Prozessvoraussetzungen
umstritten, ist, obwohl eine materielle Prüfung unterblieben ist, diejenige Partei als
unterliegend zu betrachten, deren prozessuale Stellung vom Entscheid negativ
betroffen ist. So trägt jener Beteiligte die Kosten, dessen Teilnahme für nicht zulässig
erklärt wird (R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st. gallischem
Verwaltungsrechtspflegegesetz, Lachen/St. Gallen 2004, S. 100). Vorliegend waren die
Rekursberechtigung der einen Beschwerdeführerin zu beurteilen und hinsichtlich der
anderen Beschwerdeführerin die Eintretensvorausetzungen eines neuen Gesuchs bei
bereits rechtskräftiger Bewilligung. Der Aufwand hinsichtlich dieser beiden
Fragestellungen hielt sich in etwa die Waage. Dem Verfahrensausgang entsprechend
gehen die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens somit zu gleichen Teilen
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zulasten der beiden Beschwerdeführerinnen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von insgesamt Fr. 3'000.-- ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Diese werden den Beschwerdeführerinnen 1
und 2 ausgangsgemäss je zur Hälfte auferlegt. Die gesamte Entscheidgebühr ist mit
dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 3'000.-- zu verrechnen.
6. Parteientschädigungen werden entsprechend nach Obsiegen und Unterliegen
auferlegt (Art. 98bis VRP). Ausgangsgemäss haben die beiden Beschwerdeführerinnen
keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung. Die Beschwerdegegner haben sich am
Verfahren nicht beteiligt, womit auch sie nicht zu entschädigen sind.
Demnach hat das Verwaltungsgericht