Decision ID: 4fd9b96e-54f4-45cf-828c-2031ad777f47
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren 1953,
meldete sich a
m 21. Oktober 2004
wegen
Knieproblemen bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug (Umschulung
auf eine neue Tätigkeit und Rente) an (Urk. 5/4 Ziff. 7.2 und Ziff. 7.8). Die
Sozi
al
versicherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, verneinte nach Durch
füh
run
g
medizinischer
und erwerblicher Abklärungen mit
Ver
fügung vom 20. Juli 2005
einen Anspruch des Versicherten auf berufliche Mass
nahmen
(Urk. 5/23)
und mit
Verfügung vom 21. Juli 2005 eine
n solchen auf eine Rente (Urk. 5/22
). Diese Verfügungen erwuchsen unangefochten in Rechtskraft.
Am 3. Januar 2006 machte der Versicherte eine Verschlechterung seines Gesund
heitszustandes geltend (Urk. 5
/28
).
D
ie IV-Stelle verneinte mit Verfü
gung vom
9. Januar 2007
erneut
einen Rentenanspruch des Versicherten (Urk. 5/63). Die da
gegen am 8. Februar 2007 erhobene Beschwerde (Urk. 5/71/3-16) wurde vom hie
sigen Gericht am 14. Mai 2007 in dem Sinne gutgeheissen, als die angefochtene Ver
fügung aufgehoben und die Sache zur erneuten Ab
klärung an die IV-Stelle zurückgewiesen wurde (Prozess-Nr. IV.2007.00225;
Urk.
5
/72).
Nach Durchführung entsprechender Abklärungen verneinte die IV-Stelle mit Ver
fügung vom 26. November 2008 erneut einen Rentena
nspruch des Versi
cherten
(Urk. 5/103). Die dagegen am 13. Januar 2009 erhobene Beschwerde (
Urk.
5/107/
3-17) wurde vom hiesigen Gericht am 2
7.
Juli 2009 in dem Sinne gut
geheissen, als die angefochtene Ver
fügung aufgehoben und die Sache zur er
neuten Abklärung an die IV-Stelle zurückgewiesen wurde (Prozess-Nr. IV.2009.00033
;
Urk.
5
/109
)
.
Die IV-Stelle holte daraufhin Arztberichte (
Urk.
5/124;
Urk.
5/126/2-3;
Urk.
5/128/1-9;
Urk.
5/133)
ein
und veranlasste eine Begutachtung des Versi
cher
ten an der Medizinischen Abklärungsstelle (MEDAS)
Y._
,
deren Gut
achten am
2.
Dezember 2011 erstattet wurde (
Urk.
5/143). Im Rahmen des
Vor
bescheidverfahrens
(
Urk.
5/153-157) wurde
n
eine Stellungnahme der MEDAS (
Urk.
5/159)
sowie weitere Arztberichte (
Urk.
5/169-170)
eingeholt und eine Eva
luation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL
) veranlasst (
Bericht vom
7.
Mai 2013;
Urk.
5/175).
Mit Verfügung vom
5.
November 2013 (
Urk.
5/182 =
Urk.
2) verneinte die IV-Stelle
einen Rentenanspruch des Versicherten.
2.
Gegen die Verfügung vom
5.
November 2013 (
Urk.
2) erhob der Versicherte am
5.
Dezember 2013 Beschwerde mit dem Antrag auf Aufhebung der angefochte
nen Verfügung und
Zusprache
einer Rente basierend auf einem Invaliditätsgrad von mindestens 56
%
für die Zeit vom 1
5.
Oktober 2003 bis 3
0.
September 2008
und mindestens 72
%
ab
1.
Oktober 2008 (
Urk.
1 S.
2). Mit Beschwerdeantwort vom 2
4.
Januar 2014 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Be
schwerde (
Urk.
4), was dem Beschwerdeführer am 2
9.
Januar 2014 mitgeteilt wurde
(
Urk.
6).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den All
ge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit lieg
t zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, er
halten oder verbessern können;
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine
halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Drei
viertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
3
Gemäss
§ 26 Abs. 2
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) ist nach einer Rückweisung dem neuen Entscheid jene rechtliche Beurteilung zu Grunde zu legen, mit der die Rückweisung begründet wurde.
2.
2.1
Streitig und zu prüfen ist der Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers.
2.2
Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf ihre Abklärungen davon aus, dass dem Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit als Dachdecker und Spengler
seit Oktober 2003 nicht mehr, jedoch eine angepasste Tätigkeit zu 100
%
zu
mut
bar sei. Ab
1.
Oktober 2008 sei eine angepasste Tätigkeit noch zu 80
%
zu
mut
bar. Auch die EFL habe eine ganztägige Arbeitsfähigkeit mit vermehrten Pausen im Umfang von etwa zweieinhalb Stunden pro Tag ergeben. Der
Ein
kom
mens
vergleich
sei korrekt. Berufliche Wiedereingliederungsmassnahmen habe der Be
schwerdeführer immer abgelehnt
(
Urk.
2 S. 2 ff.)
.
2.3
Dem hielt der Beschwerdeführer entgegen,
dass auf das MEDAS-Gutachten
nicht abgestellt werden könne. Es sei nicht nachvollziehbar, wie die 80%ige
Rest
arbeitsfähigkeit
begründet werde, und es seien anlässlich der Begutachtung keine
Belastungstests vorgenommen worden. Die Berichte der behandelnden Ärzte seien
nicht berücksichtigt worden. Es sei davon auszugehen, dass er be
reits ab 1
5.
Ok
tober 2003 mindestens zu 35
%
in seiner Arbeitsfähigkeit einge
schränkt gewe
sen sei. Die EFL habe sodann schwere Beeinträchtigungen gezeigt. Es seien auch nach Einschätzung des behandelnden Chirurgen einzig noch
wechsel
belas
tende
Tätigkeiten im Umfang von drei bis vier Stunden pro Tag zumutbar, wo
bei
weitere näher beschriebene Einschränkungen zu beachten seien (
Urk.
1 S.
5 ff.). Weiter sei der Einkommensvergleich nicht korrekt erfolgt
(S. 11 ff.).
3.
3.1
Da die dem Rückweisungsurteil vom 2
7.
Juli 2009 zugrunde liegenden
Arztbe
richte
als nicht genügend aussagekräftig beurteilt wurden (vgl. E.
5 und 6 im
Pro
zess Nr. IV.2009.00033;
Urk.
5/109), ist darauf nicht weiter einzugehen.
Es ist
somit anhand der im Nachgang
zu diesem
Urteil ergangenen Berichte zu prüfen, wie es s
ich mit der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
und
seinem
Inva
lidi
tätsgrad
verhält.
3.2
Dr.
med.
Z._
,
Orthopädische Chirurgie FMH, stellte mit Bericht vom 1
8.
März 2010 (
Urk.
5/124) folgende Diagnosen (S.
1):
mediale
Gonarthrosen
Knie links mit Status nach
Kniegelenksarthrosko
pie
links
Pridiebohrungen
am medialen
Tibiaplateau
am 2
5.
Oktober 2007
medialbetonte
Gonarthrose
rechts mit grosser Knochenzyste im medialen
Tibiaplateau
bei Status nach Kniegelenksarthroskopie und
Teilmenis
kek
tomie
Status nach Hüft-Teilprothese rechts am
4.
September 2009 bei
Femur
kopfnekrose
rechts
Status nach Disk
ektomie und lumbaler Diskushernie vor 25 Jahren
Status nach Dekompressionsoperation einer lumbalen
Spinalkanalste
nose
2007
Bereits bei der ersten Konsultation im September 2007 habe eine erhebliche
Ein
schränk
ung der Arbeitsfähigkeit bei beidseitig beginnender
Varusgonarthrose
be
standen
.
Das Heben und Tragen von Lasten sei damals kaum mehr möglich gewesen. Durch die E
ingriffe an Knie und Hüfte habe,
mindestens was die Hüfte betreffe
,
eine deutliche Schmerzreduktion, jedoch kaum eine Steigerung der Ar
beitsfähigkeit im Vergleich zu der Situation vor September 2007 erreicht wer
den können. Auch nach der für den 2
4.
März 2010 geplanten Implantation ei
ner
Kniehemiprothese
links werde die Arbeitsfähigkeit deutlich eingeschränkt bleiben. Heben und Tragen von schweren Lasten werde auch nach abgeschlos
sener Rehabilitation nicht mehr möglich sein. In einer vorwiegend sitzenden Tätigkeit sei mit ein
er Arbeitsunfähigkeit von rund 4
0
%
in der Tätigkeit als Wirt zu rechnen; dies sei jedoch erst etwa ein halbes Jahr nach der Operation verlässlich beurteilbar. Wie stark die Arbeitsfähigkeit durch das Rückenleiden eingeschränkt sei, könne
Dr.
Z._
nicht beurteilen (S. 2).
3.3
Dr.
med.
A._
,
Oberarzt Klinik für Urologie,
B._
,
diagnostizierte mit Bericht vom
1.
November 2010 (
Urk.
5/133) ein
Pros
ta
ta
karzinom
und einen Status nach
laparoskopischer
Prostatektomie
vom 2
7.
September 201
0.
Die bisherige Tätigkeit sei aus medizinscher Sicht noch zu 100
%
zumutbar, wobei vermutlich eine eingeschränkte Tragefähigkeit bestehe.
3.4
Die Gutachterin und die Gutachter der MEDAS
Y._
stellten in ihrem nach Berücksichtigung der Akten, Erhebung der Anamnese und der Befunde und Durchführung einer internistischen, rheumatologischen und psychiatrischen Untersuchung am
2.
Dezember 2011 erstatteten Gutachten (
Urk.
5/143) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 34
f.
):
chronisches persistierendes
Lumbovertebralsyndrom
mit begleitend
radi
kulärem
intermittierendem Reizsyndrom L3 und L4 rechts sowie mögli
chem intermittierendem sensomotorischem Ausfallsyndrom L5 und S1 linksbetont mit und bei
Zustand nach
Bandscheibenhernienoperation
L5/S1 1978
Zustand nach Dekompression bei fortgeschrittener Spinalstenose 2007
residual weiterhin bestehende degenerative Veränderungen der Wir
bel
säule mit radiologisch beschreibbarer
foraminaler
Einengung der LWS
konventionell-radiologisch
osteopenisches
Achsenskelett, allerdings ohne
Nachweis prävalenter Wirbelkörperfrakturen oder
osteoporoti
scher
Wirbelkörperdeformitäten
Wirbelsäulenfehlform (grossbogig thorakal linkskonvexe Skoliose, kurz
streckig
thorakolumbale
rechtskonvexe Skoliose)
intermittierend aktivierende
belastungs
ge
triggerte
Gonarthrose
rechts
aktuell wenig aktiv
deutliche
Witterungsfühligkeit
Zustand nach Knieprothesenversorgung links vom 2
4.
März 2010
Zustand nach
arthroskopischer
Meniskektomie
rechts vor Jahren
intermittierend
belastungsgetriggerte
aktive
Coxarthrose
links mit
Witte
rungsfühligkeit
aktuell wenig aktiv
bei Zustand nach Hüftgelenksprothese rechts nach
Femurkopfnekrose
September 2009
rezidivierendes
zervikovertebrales
Syndrom bei fortgeschrittenen dege
ne
rativen Segmentkaskaden vor allem der mittleren
Halswirbelsäule
(
HWS
)
Zustand nach Fahrradsturz 2008
merkliche
Witterungsfühligkeit
aktuell wenig aktiv
aus rheumatologischer Sicht keine klinischen Hinweise für
radikuläre
Reizproblematik oder
myelopathische
Störung
kein Nachweis posttraumatischer Läsionen
Die folgenden Diagnosen hätten keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 35):
laut Akten: Zustand nach
Prostatektomie
am 2
7.
September 2010 bei
Pros
tatakarzinom
in der rheumatologischen Expertise keine Hinweise für Problematik oder Störungen im Zusammenhang mit dieser Diagnose
unbehandelte arterielle Hypertonie
Diabetes mellitus mit zurzeit
leichtgradig
erhöhten Werten
Nikotinabusus
regelmässiger Alkoholkonsum
Der
Beschwerdeführer
schildere
ein Rückenschmerzproblem, welches konklusiv einem
lumbovertebralen
Syndrom zugeordnet werden könne. Die Kreuzschmer
zen seien einem organischen Korrelat zuzuordnen, und auch
die
Ausstrahlungen könnten als
pseudoradikulär
interpretiert werden. Gleichzeitig fänden sich Hin
weise für begleitende
radikuläre
Störungen. Die
ossären
foraminalen
Einengun
gen der Wurzelkanalregion könnten sich bei der axialen Belastung im Alltag und bei bestimmten Bewegungen entsprechend akzentuiert auswirken. Die sub
jektive Einschätzung der erfolgreichen prothetischen Versorgung der Hüfte und des Knies könne objektiv gestützt werden; aus versicherungsmedizinischer Sicht
würden diese Gelenke keine Bedeutung erlangen.
Die jeweiligen Gegenseiten sei
e
n degenerativ verändert im Sinne von beginnenden Arthrosen. Wenn auch
die
klinische Untersuchung heute keine wesentlichen Reizzustände oder Ein
schrän
kungen zeige, so sei es doch nachvollziehbar, dass belastungs- und
tätig
keits
be
dingt
wie auch witterungsabhängig Beschwerden auftreten könnten (S.
37 f.).
Die zervikale Situation decke sich ebenfalls gut mit der subjektiven Einschät
zung des Beschwerdeführers. Tätigkeits- und belastungsabhängig sowie nach
vollziehbar
witterungsfühlig
bestehe ein rezidivierend aktives
zervikovertebrales
Syndrom, wenn auch diesem angesichts der Rückenbeschwerden zumindest ak
tu
el
l keine vordergründige Bedeutung zukomme. Insgesamt habe der Be
schwer
de
führer in der rheumatologischen Expertise uneingeschränkt ei
ne adä
quate Com
pliance gezeigt (S. 38).
Für die ehemalige Tätigkeit als Eisenleger, Dachdecker und Spengler sei der Be
schwerdeführer aus rheumatologischer Sicht nicht mehr arbeitsfähig. Für eine Tätigkeit als Gastronom und Wirt sei er zu mindestens 80
%
arbeitsfähig. Dabei
würde keine Einschränkung des zeitlichen Pensums gelten; eine Arbeit sei an fünf
Tagen zu je acht Stunden möglich. Allenfalls müsste eine maximal 20%ige Ein
schränkung der Leistungsfähigkeit zugestanden werden, bedingt durch einen ver
mehrten Pausenbedarf mit Kurzpausen zur Ermöglichung von Lockerungsü
bung
en und aufgrund der Einhaltung der rückenergonomischen
Verhaltensdis
ziplin
, was sich vielleicht auf das Bewegen von Stückgut im Betrieb auswirken könne (S.
38). Für geeignete Verweistätigkeiten sei der Beschwerdeführer eben
falls zu 80
%
arbeitsfähig, wobei auch hier keine Einschränkung des zeitlichen Pensums bestehe, sondern analog eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit. Da
bei müsste folgendes berücksichtigt werden: Individuelle Wahl von
Wechsel
positionen
, Vermeidung von repetitiven Torsions- und Schwenkbewegungen mi
t
dem Oberkörper sowie monoton vorgebeugte, kniende oder kauernde Tätig
kei
ten,
Überkopftätigkeiten höchstens eine halbe Stunde am Stück und höchs
tens zwei
mal im
Halbtag
, Heben und Tragen von Lasten bis Lendenhöhe und in Brust
höhe
maximal 20 kg, Gehen im ebenen Gelände bis zu einer Stunde, eher nicht in un
ebenem Gelände, Tätigkeiten mit den oberen Extremitäten uneinge
schränkt leicht und vorübergehend mittelschwer zumutbar, untere Extremitäten
überwie
gend leicht und nur kurzfristig mittelschwer zumutbar, Sitzen bei Vo
raus
set
zung
der Wechselbelastung ohne spezielle
Limiten
möglich, Stehen am Ort unter der gleichen Voraussetzung maximal eine halbe Stunde am Stück (S.
39).
Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Aus
internistischer Sicht sei die angepasste Arbeitsfähigkeit noch nicht einge
schränkt
,
aber es liege ein signifikant erhöhtes Risiko für kardio- und
zerebro
vaskuläre
Er
krankungen vor (S. 40).
Eine medizinisch begründete Arbeitsunfähigkeit von 20
%
und mehr bestehe seit
dem 1
5.
Oktober 2003 (S.
42
Ziff.
3.6). Die angestammte Tätigkeit sei seit
dem
sel
ben
Zeitpunkt nicht mehr zumutbar. Eine Arbeitsunfähigkeit für die ak
tuelle Tätigkeit als Wirt und Gastronom sowie für angepasste Verweistätigkeiten habe sich wie folgt entwickelt (S. 42
Ziff.
3.7):
0
%
vom 1
5.
Oktober bis 1
7.
November 2003
1
00
%
vom 1
8.
November bis 3
1.
Dezember 2003 (Arthroskopie linkes Knie
)
0
%
vom
1.
Januar 2004 bis
1
3.
Februar 2007
100
%
vom 1
4.
Februar bis 3
1.
Mai 2007 (Dekompression Spinalstenose L2-S1)
0
%
vom
1.
Juni bis 2
4.
Oktober 2007
100
%
vom 2
5.
Oktober bis 1
5.
Dezember 2007 (Arthroskopie linkes Knie)
0
%
vom 1
6.
Dezember bis etwa 2
5.
Mai 2008
100
%
von etwa 2
6.
Mai bis 3
0.
Juni 2008 (Sturz mit dem Velo)
0
%
vom
1.
Juli bis 3
0.
September 2008
20
%
vom
1.
Oktober 2008 bis
3.
September 2009 (Diagnose einer
Hüft
kopfnekrose
)
100
%
vom
4.
September bis 3
1.
Dezember 2009 (Implantation einer Hüft-Teilprothese rechts)
20
%
vom
1.
Januar bis 2
2.
März 2010
100
%
vom 2
3.
März bis 3
0.
Juni 2010 (Implantation einer
Hemiprothese
Knie links und Auffüllen eines
Enochondroms
am
Tibiakopf
rechts)
20
%
vom
1.
bis 2
7.
Juli 2010
100
%
vom 2
8.
Juli bis 1
5.
August 2010 (Operation eines
radio-palma
ren
Handgelenksganglion rechts)
100
%
vom 2
6.
September bis 3
0.
November 2010 (
Prostatektomie
)
20
%
vom
1.
Dezember 2010 bis aktuell
3.5
Mit Stellungnahme vom 1
8.
Juli 2012 (
Urk.
5/159) führten die Fachleute der MEDAS
Y._
aus, es sei bei der Begutachtung bewusst auf die Durchfüh
rung einer Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) verzichtet wor
den, da sich der Beschwerdeführer über die ganze Begutachtungszeit in keiner
Weise
compliant
gezeigt habe. So sei er zum ersten Termin nicht erschienen und
habe später während der Anamneseerhebung kaum Auskunft gegeben und viele
Antworten verweigert und sich mürrisch und abweisend gezeigt. Durch diese ne
gative Haltung und die Forderung nach einer ganzen Rente sei zu er
warten ge
wesen, dass auch eine EFL nicht mit guter Compliance durchgeführt werden
könne und diese somit nicht verwertbar wäre. Die Einschätzung der Ar
beits
fähig
keit sei deshalb medizinisch-theoretisch erfolgt. Die Durchführung ei
ner EFL hätte
am Endresultat nichts geändert.
3.6
Die Ärzte des
B._
, Departement Chirurgie, be
rich
te
ten am
7.
November 2012 (
Urk.
5/169) über eine am 2
0.
September 2012 durch
geführte Operation an der Wirbelsäule und stellten folgende Diagnosen:
residuelle
Fuss-/
Grosszehenheberparese
links bei
Status nach mikrochirurgischer
Fenestration
LWK 3/4 und LWK 4/5,
Sequesterektomie
LWK 4/5 und Mikrodiskektomie am 2
0.
September 2012 bei
Rezidivdiskusprolaps
LWK 4/5 lin
k
s und Reststenose LWK 3/4 mit akuter
Fussheberplegie
links
Status nach Spinalkanalstenosen-Dekompression LWK 2 bis SWK1 (2007)
Status nach
Diskushernienoperation
unklarer Höhe (1978)
Trotz intensivierter Physiotherapie habe sich leider keine Verbesserung der Kraft
der linken Fussheber eingestellt. Es sei eine Fussschiene angepasst worden.
Bein
s
chmerzen
seien nicht vorhanden; die Rückenschmerzen seien entsprechend den vergangenen Jahren. Die fussbedingte Einschränkung erlaube weder das Be
stei
gen von Gerüsten oder Leitern noch Arbeiten in unwegsamem Gelände. Auf
grund
der mehrfachen Rückenoperationen
seien
zudem am Arbeitsplatz das Heben schwerer Lasten und das Arbeiten über Kopf sowie in gebückter Haltung nicht
möglich. Auch als Wirt sei der Beschwerdeführer damit nur
teilarbeitsfä
hig
. Mass
nahmen zum Ausbau der
A
rbeitsfähigkeit seien in e
inem
Berufsas
sessment
zu klären.
3.7
Dr.
med.
C._
,
B._
,
wiederholte mit Bericht vom 1
4.
Januar 2013
(
Urk.
5/170) im Wesentlichen die bereits gestellten Diagnosen und
Ausfüh
r
ung
en
und führte aus, der Beschwerdeführer sei als Wirt vom 2
0.
September bis
7.
No
vember 2012 zu 100
%
und seit diesem Datum zu 50
%
arbeitsunfähig. Eine exakte Festlegung könne nur im Rahmen eines
Berufsassessments
erfolgen. Dies
auch wenn der Beschwerdeführer in einer rückengerechten Arbeit weitge
hend voll
ständig integrierbar
sei (
Ziff.
1.6, 1.9).
3.8
Am 1
6.
und 1
7.
April 2013 fand eine EFL statt. Mit Bericht vom
7.
Mai 2013
(
Urk.
5/175) führten die Fachpersonen
aus, als aktuelle Probleme würden Schmerzen und eine Schwellung des linken Fusses sowie lumbale Schmerzen und Schmerzen
im Handgelenk
angegeben (S.
2). Am
zweiten Testtag
seien
eine deut
liche Zunahme der Schwellung des linken oberen Sprunggelenks und eine Ein
schränkung der Beweglichkeit aufgefallen. Arbeitsrelevante Probleme beträ
fen eine Unsicherheit während des Gehens auf unebenem Boden und der Treppe so
wie beim Knien und in die Hocke gehen. Eine Symptomausweitung sei nicht fest
stellbar. Information und Verständnis des Beschwerdeführers bezüglich Therapien
schienen kaum vorhanden zu sein, daher
erscheine
die Bereitschaft zur Um
setzung und die eventuell zu erzielenden Erfolge als fragwürdig. Unter diesen Umständen seien sowohl gezielte Physiotherapien als auch weiterfüh
rende reha
bilitative Massnahmen wenig sinnvoll (S. 3).
Eine leichte Arbeit mit Wechselbelastung, wenig Gehen, vor allem nicht auf un
ebenem Gelände und ohne häufiges Treppensteigen
,
sei ganztags mit zusätzli
chen
Pausen von etwa zweimal einer halben Stunde zumutbar. Eine generelle Ent
lastung des Fusses sei sinnvoll, da durch die Instabilität des Fusses Schmer
zen und Schwellungen provoziert würden, die eine Tätigkeit limitierten (S.
3).
Der Beschwerdeführer beschreibe, dass er im Alltag lediglich beim Gehen auf unebe
nem Boden eingeschränkt sei. Ausserdem würde er sich im Alltag selten beson
ders anstrengen, so dass ihm keine weiteren Beschwerden bewusst seien (S. 6).
4.
4.1
Anlässlich der MEDAS-Begutachtung
2011
wurde erstmals eine
Gesamtbeurtei
lung
der im Zeitpunkt der Begutachtung vorliegenden gesundheitlichen Beein
trächtigungen des Beschwerdeführers vorgenommen. Insbesondere wurde die rheu
matologische Situation ausführlich abgeklärt und beurteilt.
Der rheumato
lo
gische
Gutachter
hielt fest, dass die geschilderten Beschwerden mit den ob
jektivierbaren Befunden übereinstimmten und es nachvollziehbar sei, dass die
Schmerzen und Beeinträchtigungen belastungs-, tätigkeits- und witterungsbe
dingt auftreten könnten. In psychischer Hinsicht
wurde
keine Einschränkung
fest
gestellt
; internistisch bestehe jedoch ein erhöhtes Risiko für eine kardio- und
zerebrovaskuläre
Erkrankung (vgl. vorstehend E.
3.4). Das Gutachten wurde sorg
fältig und genau erstellt und nennt ein ausführliches Belastungsprofil.
Aus der Diagnosestellung wie auch dem Belastungsprofil und der Formulierung des
Pau
senbedarfs
geht hervor, dass
die
beschwerdeverstär
kende
Wirkung einer Belas
tung
erkannt und ihr
grundsätzlich genügend Rechnung getragen wurde. Diese
Feststellungen haben für den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers Geltung,
wie er sich anlässlich der Begutachtung im August und September 2011 präsen
tierte.
Auf das Gutachten kann deshalb grundsätzlich abgestellt werden. Nicht gefolgt werden kann jedoch der
Darstellung
der Gutachtenden, wonach aus
Gründen fehlender Compliance keine EFL durchgeführt worden sei (vgl. vor
steh
end
E.
3.5), da im Gutachten ausdrücklich von einer uneinge
schränkt adäquaten Compliance des Beschwerdeführers
mindestens
in der rheumatologischen Exper
tise berichtet wurde (vgl. S. 38 des Gutachtens).
4.2
Unbestritten ist, dass die angestammte Tätigkeit als Dachdecker, Eisenleger und Spengler seit Oktober 2003 nicht mehr zumutbar ist.
A
us der rheumatologischen
MEDAS-
Beurteilung wie auch der
im Gutachten vorgenommenen
Aufstellung
über die Entwicklung der Arbeitsfähigkeit in der behinderungsangepassten Tä
tig
keit geht hervor, dass der Beschwerdeführer - abgesehen von vorübergehen
den
operationsbedingten Arbeitsunfähigkeiten - seit Oktober 2003 als Wirt zu 100
%
arbeitsfähig war. Dass er
seine
Arbeitsfähigkeit nicht in diesem Umfang ver
wer
tete, ist
im Wesentlichen
auf invaliditätsfremde Gründe zurückzuführen: Anläss
lich der Abklärung für
Selbständigerwerbende
im Oktober 2008 teilte der Be
schwerdeführer mit, dass
sein
Restaurant mehrheitlich von der Geschäftsfüh
re
rin und den Angestellten geführt werde und er nur etwa zu 30
%
im Betrieb mit
arbeite
. Der Restaurantbetrieb liege ihm nicht
(vgl.
Urk.
5/101/4 unten f.).
Ab
1.
Oktober 2008 gingen die MEDAS-Gutachter aufgrund der ab diesem Zeit
punkt verstärkten Beeinträchtigungen mit notwendigem Gelenksersatz und
Hand
gelenkbeschwerden
von einer Restarbeitsfähigkeit von 80
%
aus.
Davon ist bis zum Zeitpunkt der Begutachtung im Herbst 2011 auszugehen.
4.3
Vor dem Erlass der hier angefochtenen Verfügung vom
5.
November 2013 musste
sich der Beschwerdeführer einer weiteren Operation unterziehen, die
Restbe
schwer
den
im linken Fuss mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit verur
sachte (vgl. vorstehend E.
3.6 f.). Dies wurde
auch
anlässlich der EFL im Früh
ling
2013
be
obachtet. Das zumu
tbare Belastungsprofil wurde dahingehend er
gänzt, dass eine
generelle Entlastung des Fusses sinnvoll sei. Eine leichte wechselbelastende Tätig
keit mit wenig Gehen sei ganztags mit zusätzlichen Pausen von etwa zweimal einer halben Stunde zumutbar (vgl. vorstehend E. 3.8).
Dies steht der Annahme einer Restarbeitsfähigkeit von 80
%
gemäss MEDAS-Gutachten nicht entgegen,
zumal das
im Gutachten formulierte
Anfor
derungsprofil
(S.
38) mit der Beschrän
kung des Gehens auf bis zu einer Stunde ohne Gehen in unebenem Gelände und ohne Besteigen von Leitern und ähnli
chen Tätigkeiten den Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers grundsätzlich bereits genügend Rechnung trägt.
Somit ist auch nach Durchführung der EFL
weiterhin
von einer Restarbeitsfähigkeit von 80
%
seit
1.
Oktober 2008
auszu
gehen.
5.
5.1
Bei dem 1953 geborenen Beschwerdeführer stellt sich auch bei Annahme einer
verhältnismässig hohen
Restarbeitsfähigkeit von 80
%
die Frage nach deren Ver
wertbarkeit. Rechtsprechungsgemäss (
BGE 138 V 457) ist das
trotz der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erzielbare Einkommen bezo
gen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln, wobei an die Konkre
tisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten keine
übermässigen
Anforderungen zu stellen sind (im Einzelnen dazu Urteil 9C_830/2007 vom
2
9.
Juli 2008 E.
5.1, in: SVR 2008 IV Nr. 62 S.
203). Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und berufli
chen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person ver
bliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
realisti
scher
weise
nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch ge
stützt auf die Selbsteingliederungslast nicht mehr zumutbar ist. Fehlt es an einer
wirtschaftlich verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt eine vollständige Erwerbs
un
fähigkeit vor, die einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente be
gründet (Urteil I 831/05 vom 2
1.
August 2006 E. 4.1.1 mit Hinweisen). Der Ein
fluss des
Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf dem aus
geglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allge
meinen Regel bemessen, sondern hängt von den Umständen des Einzelfalls ab.
Massgebend
können die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und
seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in die
sem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabun
gen und
Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Be
rufs
erfahrung aus dem angestammten Bereich sein (Urteile 9C_153/2011 vom 2
2.
März 2012 E. 3.1; 9C_918/2008 vom 2
8.
Mai 2009 E. 4.2.2 mit Hin
weisen).
F
ür den Zeitpunkt, in welchem die Frage nach der
Verwertbarkeit der (Rest-)Ar
beitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter
beantwortet wird, ist auf das Feststehen der medizinischen Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbstätigkeit abzustellen. Diese steh
t fest, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuverlässige
Sach
verhaltsfeststellung
erlauben
(
BGE 138 V 457
E. 3).
5.2
Erst mit der Durchführung einer EFL im Frühling 2013 - wie im
Rückweisungs
ent
scheid
des hiesige Gerichts
vom 2
7.
Juli 2009 empfohlen (vgl.
Urk.
5/109 S.
13
E.
6.2) -
stand die medizinische Zumutbarkeit einer Teilerwerbstätigkeit des Beschwerdeführers fest, da erst in diesem Zeitpunkt die Gesamtsituation unter Berücksichtigung aller Beeinträchtigungen vorlag. In diesem Zeitpunkt war der Beschwerdeführer 60 Jahre alt. Er leidet an mehrfachen degenerativen
Beein
trächtigungen
, welche die verbleibenden Tätigkeiten stark einschränken
und sich
bei Belastung verstärken
. Die b
isher als behinderungsangepasst
erachtete Tätig
keit als Wirt erscheint
- nebst dem Umstand, dass
er
das
Restaur
ant
im Sep
tem
ber
2012 verkauft hat (
Urk.
5/175/10) -
aufgrund der
Fussheberparese
nicht mehr als optimal
, da damit viel Gehen und Stehen verbunden
ist. Eine an
dere Tätig
keit müsste
viele Kurzpausen bieten, dem Beschwerdeführer eine indi
viduelle Wahl der Position ermöglichen und ohne repetitive Torsions- und
Schwenkbe
wegungen
auskommen; auch stehen sollte der Beschwerdeführer nicht mehr als eine halbe Stunde.
Selbst l
eichte Kontroll- und
Überwachungstä
tigkeiten
wären
so
mit nur eingeschränkt
ausübbar
.
Bei einem
derart
umfangreichen
zu beach
ten
den Belastungsprofil
, der langjährigen selbständigen Tätigkeit als Wirt und nicht
zuletzt der Persönlichkeitsstruktur des Beschwerdeführers, wel
cher
beispiels
weise
bereits in früheren Jahren seine Berufstätigkeit für länger
dauernde
Ausland
auf
enthalte
aufzugeben bereit war (vgl.
Urk.
5/101 S.
3) und anlässlich der inter
nis
tischen MEDAS-Untersuchung dezidiert eigene Vorstel
lungen von Kooperation zeigte (vgl.
Urk.
5/143/25),
erscheint eine
Umgewöh
nung in ein
Anstellung
s
ver
hältnis
und eine Verwertung der Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt als stark erschwert. Angesichts dieser Faktoren würde der Beschwer
deführer
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keinen Arbeitgeber mehr fin
den,
der ihn für eine geeignete, leichte Verwei
sungstätigkeit einstellte. Namentlich der Umstand, dass er im
massgebenden
Zeitpunkt nur noch
knapp
fünf Jahre vor seiner Pensionierung stand, würde ei
nen durchschnittlichen Arbeitgeber da
von abhalten, die mit seiner Beschäfti
gung verbundenen Risiken wie
krank
heits
bedingte
Ausfälle, berufliche Uner
fahrenheit und
nicht nur
altersbedingt geringe
Anpassungsfähigkeit einzuge
hen, zumal behindertengerechte Arbeitsplätze von Behinderten in jungem und mittlerem Alter ebenfalls stark nachgefragt werden
(vgl. dazu das Urteil des Bundesgerichts
9C_954/2012 vom 1
0.
Mai 2013)
.
In Gesamtwürdigung
der für die Zumutbarkeitsfrage im vorliegenden Fall
mass
gebenden
objektiven und subjektiven Umstände
ist davon auszugehen
, dass die dem Beschwerdeführer verbliebene Einsatzfähigkeit mit Einschränkungen auch bei leichten Tätigkeiten auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit Blick auf sein fortgeschrittenes Alter
realistischerweise
nicht mehr nachgefragt wird und ihm deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zugemutet werden kann.
Ist
aber
seine Resterwerbsfähigkeit wirtschaftlich nicht mehr verwertbar, liegt eine vollständige Invalidität im Sinne von
Art.
8
Abs.
1 ATSG vor.
6.
6.1
Es stellt sich die Frage nach dem Rentenbeginn. Das Wartejahr
(
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG)
begann im Oktober 2003 zu laufen. Ab diesem Zeitpunkt war dem Be
schwerdeführer
nach dem Gesagten
die angestammte Tätigkeit nicht mehr, hin
gegen eine behinderungsangepasste Tätigkeit
zu 100
%
zumutbar
(vgl. vor
stehend E.
4.2
)
. Ab Oktober 2008 bestand eine Restarbeitsfähigkeit von 80
%
, di
e nach dem Gesagten
(vorstehend E. 5.2)
ab dem Zeitpunkt der EFL im April 2013 erwerblich nicht mehr verwertbar war. Hier i
st jedoch zu bedenken, dass die
Be
schwerdegegnerin
in Umsetzung des Urteils des hiesigen Gerichts bereits 2009 eine Begutachtung inklusive EFL in Auftrag gegeben hatte (vgl.
Urk.
5/113;
Urk.
5/119), welche aufgrund eines Auslandaufenthaltes des Beschwerdeführers
nicht stattfand (vgl.
Urk.
5/117-118). Dass diese notwendige Untersuchung in der
Folge
zunächst nicht mehr veranlasst und
sodann
erst im April 2013 durchge
führt wurde, hat nicht der Beschwerdeführer zu vertreten. Es ist deshalb für den Zeitpunkt des Anspruchsbeginns auf die rheumatologische MEDAS-Begut
ach
tung im September 2011
abzustellen, wie wenn
bereits
zu diesem Zeitpunkt eine EFL durchgeführt worden wäre.
Der
Versicherungsfall
ist somit
als in diesem Zeitpunkt erfolgt zu betrachten,
was zum Beginn des Anspruches auf die ganze Invalidenrente ab
1.
September 2011
führt (
Art.
29
Abs.
3 IVG
).
6.2
Der angefochtene Entscheid erweist sich somit als nicht rechtens. Dies führt zur
teilweisen
Gutheissung der Beschwerde.
7.
7.1
Die Gerichtskosten
nach
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG)
sind
auf
Fr.
8
00.-- anzusetzen
und
ausgangsgemäss
der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
7.2
Nach
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem
Mass
des Obsiegens be
messen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
) und sind beim
praxisgemässen
Stundenansatz von
Fr.
200.-- (ohne
MWSt
) auf
Fr.
2‘2
00.-- (inkl.
MWSt
und Auslagenersatz) fest
zusetzen.