Decision ID: ee6e7195-ecd3-44d4-ba40-ef622480f435
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1960 und
zuletzt
tätig als Näherin/Strickerin, meldete sich am 1
4.
Juni 2016 (Eingangsdatum) unter Hinweis auf Schmerzen im linken Fuss
gelenk seit einem Unfall im Dezember 2015 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
,
zum Leistungsbezug
,
insbesondere für Hilfsmittel
,
an (
Urk.
5/1). Am
7.
Oktober 2016 erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache für orthopädische S
erienschuhe (
Urk.
5
/19).
Am 1
4.
März 2019 (Eingangsdatum) meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf einen Unfall im April 2017 und damit einhergehende Probleme im linken Fuss erneut bei der IV-Stel
le zum Leistungsbezug an (
Urk.
5
/27).
In der Folge tätigte die IV-Stelle erwerbliche und medizinische Abklärungen. Nach durchge
führtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 2
1.
November 2019,
Urk.
5/46; Einwand vom 1
3.
Dezember 2019,
Urk.
5/50, ergänzende
Einwandbegründung
vom 2
0.
Dezember 2019,
Urk.
5/53) wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren mit Verfügung vom
6.
Januar 2020 ab (
Urk.
5/55
=
Urk.
2
).
Die Suva als zuständige Unfallversicherung trat auf den Schaden aus
den Folgen des Unfalles vom Frühling
2017
ein und erbrachte bis zum 1
6.
Februar 2019
die gesetzlichen Leistungen (Schreiben vom
4.
Juli 2017,
Urk.
5/31/163; Schreiben vom
1
9.
Februar 2019,
Urk.
5/31/12
)
.
2.
Gegen die Verfügung vom
6.
Januar 2020
erhob die Versicherte am 1
5.
Januar 2020 Beschwerde am hiesigen Gericht und beantragte, die angefochtene Verfü
gung sei aufzuheben und es sei die Sache zur weiteren Abklärung respektive Ein
holung eines umfassenden medizinischen Gutachtens an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (
Urk.
1)
. Mit Beschwerdeantwort vom 26.
Februar 2020 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
4 unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
5/1-56), worüber die Beschwerdeführerin am 2
7.
Februar 2020 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
6).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung dafür, dass gestützt auf die vorliegenden Arztberichte eine Arbeitsunfähigkeit seit dem 17.
Mai 2017 bestanden habe und bei Ablauf des Wartejahres eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen gewesen sei. Die Anmeldung sei erst am 1
4.
März
2019 erfolgt, womit der frühestmögliche
Rentenbeginn September 2019 sei. Zu diesem Zeitpunkt habe aber in einer angepassten Tätigkeit eine volle Arbeits
fähigkeit bestanden,
so dass die Beschwerdeführerin
ein rentenausschliessendes Einkommen
erzielen
könnte
. Ein Leidensabzug sei nicht gerechtfertigt (
Urk.
2).
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber geltend, dass
die Ärzte der
Y._
eine volle Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit attestiert hät
ten, sie hätten aber auch eine lumbale Schmerzursache nicht ausgeschlossen. Der behandelnde Hausarzt habe demgegenüber eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
attestiert. Entsprechend bestünden widersprüchliche Angaben, wonach ein Gut
achten einzuholen sei. Hinzu komme, dass eine ausgewiesene, nicht ausreichend durch eine körperliche Störung oder
ein physiologisches Gesc
hehen
erklärbare Schmerzproblematik
vorliege, was ebenfalls durch ein Gutachten unter Berück
sichtigung des strukturierten Beweisverfahrens abzuklären sei (
Urk.
1).
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
mei
nen Teil
des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zum
utbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
3.
Der medizinische Sachverhalt präsentiert sich im Wesentlichen folgendermassen:
3.1
Die Ärzte der
Y._
hielten i
n ihrem Austrittsbericht vom 6.
Juni 2017 über die
Hospitalisation
vom 3
1.
Mai bis
3.
Juni 2017 eine laterale
Malleolarfraktur
(Typ Weber B) mit
Wagstaffe
-Fragment und Zerrung hintere
Syndesmose
links als Diagnose fest. Sie hätten eine offene Reposition und Osteosynthese lateraler
Malleolus
mit
Refixierung
des
Wagstaffe
-Fragmentes links durchgeführt. Der postoperative Verlauf zeige sich komplikationslos bei stets schmerzkompensierter Beschwerdeführerin (
Urk.
5/31/181).
Bei komplikationslosem Verlauf sechs Wochen postoperativ stellten die behan
delnden Ärzte der
Y._
die Indikation zur Entfernung der Stellschraube (Bericht vom 1
7.
Juli 2017,
Urk.
5/31/155), welche am 2
6.
Juli 2017 durchgeführt wurde (
Urk.
5/31/142).
In der Folge zeigte sich bezüglich der linken
Malleolarfraktur
viereinhalb Monate postoperativ ein regelrechtes Ergebnis (
Urk.
5/31/123), allerdings zeigte si
ch in der Bildgebung vom 1
9.
Oktober 2017 eine mässige Dege
n
er
ation im Bereich der TMT I-
III-Gelenke mit zusätzlich Zeichen einer
ossären
Stressreaktion im proxi
malen MT II, ohne dass eine Stressfraktur abgrenzbar war (
Urk.
5/31/111).
Der behandelnde Physiotherapeut konstatierte am 1
4.
Februar 2018, dass die Beschwerdeführerin seit dem
4.
Oktober 2017 bei ihm in Behandlung sei und die Schmerzen immer noch vorhanden seien, sie mittlerweile allerdings 30 Minuten gehen könne, wobei die Schmerzen ab dann stärker würden (
Urk.
5/31/84).
Im Bericht der behandelnden Ärzte der
Y._
vom 2
3.
März 2018 konstatierten diese, dass sich in der klinischen Untersuchung die Schmerzen insbesondere im Bereich
de
s vorderen oberen Sprunggelenk
(OSG)-Spaltes
sowie am Sinus
tarsi
zeigten. Auch die
Peronealsehnen
seien symptomatisch (
Urk.
5/31/59).
3.2
Am 1
0.
Juli 2018 erfolgte ein neues MRI und die Ärzte der
Y._
diagnostizierten F
olgendes (
Urk.
5/31/39):
-
Aktivierte
Talonavikular
-Arthrose Fuss links mit/bei:
-
Degeneration unteres Sprunggelenk (USG),
Ca
l
caneocuboidal
und TMT I-III-Gelenke
-
Tendinopathie
Peronealsehnen
mit Verdacht auf Läsion
Peroneus
brevis
Sehne
-
Status nach Stressreaktion Basis Os
metatarsale
II links
-
Status nach Stellschrauben-Entfernung und intraoperative Prüfung der
Syndesmosenstabilität
OSG links am 2
6.
Juli 2017 mit/bei:
-
Status nach offener Reposition und Osteosynthese lateraler
Malleolus
mit
Refixierung
des
Wagstaffe
-Fragmentes links vom 3
1.
Mai 2017 mit/bei
-
l
ateraler
Malleolarfraktur
(Typ Weber B) mit
Wagstaffe
-Fragment und Zerrung hintere
Syndesmose
links
-
Penicillinallergie
: Pruritus
MR-tomographisch zeigten sich oben genannte degenerative Veränderungen. Klinisch sowie aktenanamnestisch sei
Punctum
maximum
der Beschwerden
talo
na
vikulär
. Aufgrund der degenerativen Veränderungen verschiedener Lokali
sa
tio
nen besprächen sie die Anpassung eines orthopädischen Serienschuhs. Die Phy
sio
therapie sei bis vor kurzem durchgeführt worden und habe gegen Ende die Sympto
matik nicht mehr positiv beeinflussen können, weswegen sie diesbezüg
lich nun eine Pause vereinbarten (
Urk.
5/31/40).
3.3
Der Kreisarzt
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie des Bewegungsapparates, hielt in seinem Bericht vom 1
2.
August 2018 dafür, dass die ab Anfang 2018 durchgeführten Behandlungen nicht mehr unfallkausal seien (
Urk.
5/31/37).
3.4
Die Ärzte der
Y._
diagnostizierten
im Bericht vom 1
2.
No
vember 2018
neben den bereits beka
nnten Diagnosen (1) eine
Iliopsoa
ssehnen
-Reizung Hüfte rechts mit/bei
Pincer
-Konfiguration und (2) einen Verdacht auf
Meralgia
paraesthetica
nocturna
Hüfte links (
Urk.
5/31/25). Die Beschwerde
führerin berichte, seit Sommer 2017 intermittierend, primär belastungsabhängige Schmerzen und ein inguinales Stechen in der rechten Hüfte zu haben. Dies teils nach 30-60 Minuten Belastung. Teils habe sie über Tage keinerlei Beschwerden. Weiterhin berichte sie, linksseitig eine nächtliche Sensibilitätsstörung und ein Taubheitsgefühl am linken lateralen Oberschenkel zu haben. Ansonsten bestün
den keine sensomotorischen Defizite oder Auffälligkeiten am Blasen-Mastdarm
bereich und ebenfalls keine Lumbalgien.
3.5
Im Bericht vom 3
1.
Dezember 2018 über die Sprechstunde vom 1
8.
Dezember 2018 konstatierten die Ärzte der
Y._
, dass am 2
4.
Oktober 2018 eine Infiltration in den Sinus
tarsi
durchgeführt worden sei, wobei die Beschwerdeführerin eine 20-30%ige Besserung der Beschwerden für et
wa 4
Wochen angebe. Analgesie und Physiotherapie hätten nicht stattgefunden. Die Beschwerdeführerin verspüre weiterhin Beschwe
rden bei
Belastung, wobei sie angebe, dass die angepassten Schuhe zu einer Beschwerdelinderung geführt hätten. Es würden Schmerzen über dem Ansatz der Achillessehne angegeben, sie stellten den klinischen Verdacht auf
Achillessehnentendinitis
und verordneten Physiotherapie sowie eine weitere Infiltration
talonavikulär
auf der linken Seite (
Urk.
5/31/19 f.).
3.6
Im von der Beschwerdegegnerin eingeholten Bericht
von
Dr.
med.
A._
, Assistenzarzt Orthopädie der
Y._
,
vom 2
8.
Mai 2019
, hielt
diese
r
folgende, gekürzt wiedergegebenen Diagnosen fest (
Urk.
5/37/7):
-
Aktivierte
Talonavikular
-Arthrose Fuss links
-
Status nach
Iliopsoassehnen
-Reizung Hüfte rechts
-
Lumboglutealgie
links, differentialdiagnostisch muskulär bedingt, bei ISG-
Arthropathie
,
lumbospondylogen
-
Status nach Stellschrauben-Entfernung intraoperative Prüfung der
Syn
d
esmosenstabilität
OSG links am 2
6.
Juli 2017
-
Penicillinallergie
: Pruritus
Sie hätten vom 1
7.
Mai bis zum
3.
Oktober 2017 eine volle Arbeitsunfähigkeit, vom 1
9.
Oktober 2017 bis zum 2
0.
März 2018 eine
50%ige, vom 2
1.
März bis zum 2
8.
August 2018 eine 40%ige, vom 2
9.
August bis zum
9.
September 2018 eine
20%ige, vom
2
2.
Oktober
bis 2
1.
Dezember 2018 eine 40%ige und ab dem 1
8.
Dezember 2018 eine 60%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert.
Die
talonavikuläre
Infiltration habe zwar zu einer Beschwerdelinderung geführt, mit einer anhaltenden Beschwerdelinderung könne jedoch nicht gerechnet werden. Allgemein sei keine langfristige Besserung der Beschwerden unter ausge
schöpfter Therapie denkbar. Daher werde auch ihre Arbeitsfähigkeit für
belas
tende Arbeiten, Gehen und S
tehen, sich im weiteren Verlauf wohl nicht bessern. Ein operatives Vorgehen mittels
talonavikulärer
Arthrodese
habe die Beschwer
deführerin abgelehnt.
Für nicht belastende Arbeiten im Sinne
einer sitzenden Tätigkeiten
mit Möglich
keit zur selbständigen Pausengestaltung sei eine volle Arbeitsfähigkeit denkbar.
Nebst der Fussproblematik habe sich die Beschwerdeführerin auch aufgrund einer
Lu
m
boglutealgie
links bei symptomatischer ISG-
Arthropathie
als auch mit einer transienten
Iliopsoassehnenreizung
der rechten Hüfte vorgestellt. Diese Faktoren könnten einer Eingliederung im Wege stehen.
Im Haushalt sei sie nicht einge
schränkt.
3.7
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Chirurgie, notierte in seinem von der Beschwer
degegnerin eingeholten Berich
t, dass er im Jahr 2019 vom
1.
bis
3
0.
Juni 2019 eine volle Arbeitsunfähigkeit und vom
3.
Juli bis zum 2
8.
September 2019 eine 60%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert habe.
Die Beschwerdeführerin habe Dauerschmerzen auch nachts und bei Belastung am linken Fuss. Eine sitzende Tätigkeit sei während 4 Stunden täglich zumutbar. Das Alter, die Motivation und die fehlende Berufsausbildung stünden einer Einglie
derung im Weg. Im Haushalt habe sie keine Einschränkungen (
Urk.
5/42).
3.8
Der Arzt des Regionalen Ärztlichen Dienstes
(RAD)
Dr.
med. C._
, Fach
arzt für Chirurgie, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie
,
nahm am 1
6.
September 2019 Stellung (
Urk.
5/45/4 ff.).
Er hielt
als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (1) ein Schmerzsyndrom linker Fuss bei Arth
r
ose USG,
Talonavikular
- und
Calcaneocuboidalgelenk
,
Pes
planovalgus
links mit
subfibulärem
Impingement
und Status nach Osteosynthese einer OSG-Fraktur am 3
1.
Mai 2017, (2) ein
l
um
bospondylogenes
Schmerzsyndrom links und (3) eine ISG-
Arthropathie
links fest. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei ein Status nach
Iliopsoassehnen
-Reizung Hüfte rechts.
Es lägen
eine verminderte Belastbarkeit und Schmerzen im linken Fuss sowie eine reduzierte Belastbarkeit des Achsenskelets vor als funktionelle Einschränkung in der bisherigen Tätigkeit, in der angestammten Tätigkeit bestehe seit dem
3.
Juli 2019 eine 60%ige Arbeitsunfähigkeit.
In angepasster Tätigkeit bestehe seit dem 2
9.
Mai 2019 eine volle Arbeitsfähig
keit. Tätigkeiten mit Geh-, Steh-, Vibrations- oder Schlagbelastung des linken Fusses sollten vermieden werden. Zwangshaltungen des Fusses
(
z.B. in gebückter oder kauernder Stellung
)
und motorisch koordinative Anforderungen
(
wie z.B. das Bedienen von Pedalen
)
seien nicht zumutbar. Wechselbelastende, körperlich leichte, überwiegend sitzende Tätigkeiten ohne Dauerbelastung der Füsse seien zumutbar.
Es liege ein dauerhafter Gesundheitsschaden mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit vor. Die Belastbarkeit des linken Fusses sei deutlich vermindert. Zusätz
lich wirkten sich Dauerschmerzen des Fusses und lumbale Beschwerden auf die Leistungsfähigkeit aus. Die stehende Tätigkeit als Betriebsmitarbeiterin sei nach
vollziehbar nur noch reduziert zumutbar. Über die Arbeitsfähigkeit in einer leich
ten, überwiegend sitzenden Tätigkeit gebe es widersprüchliche Aussagen. Während die behandelnden Fusschirurgen in einer leidensadaptierten Tätigkeit unter Berücksichtigung einer flexiblen Pausengestaltung von einer vollen Arbeit
sfähigkeit ausgingen, attestier
e
Dr.
B._
nur noch ein
e 50%ige Arbeits
fähigkeit. Die
Einschätzung
von
Dr.
B._
beruhe nicht auf eigener Untersu
chung, er verweise auf die Untersuchungsbefunde der Fusschirurgie
Y._
. Zudem würden in seine Beurteilung auch IV-fremde Faktoren wie Ausbildung, Alter und Motivation einfliessen. Deshalb werde empfohlen, auf die fusschirurgi
sche Beurteilung vom 2
9.
Mai 2019 abzustellen.
4.
Aufgrund der Aktenlage ist erwiesen, dass die Beschwerdeführerin seit Mai 2017 erheblich in der angestammten Tätigkeit eingeschränkt ist, was auch seitens der Parteien unbestritten blieb. Die Anmeldung erfolgte allerdings erst
im März 2019, womit Leistungen frühestens ab September 2019 zu erbringen sind (
Art.
29
Abs.
1 IVG).
4.1
Die Beurteilung
von
Dr.
A._
vom 2
8.
Mai 2019
beruht auf umfassenden Untersuchungen in der
Y._
, wo sich die Beschwerdeführe
rin seit dem 1
7.
Mai 2017 regelmässig in Behandlung b
efindet. Er führte schlüssig aus
, dass die Probleme am Fuss eine erhebliche Auswirkung auf ein mögliches Tätigkeitsprofil haben und auch unter regelmässiger Therapie keine langfristige Besserung zu erwarten ist. Lediglich
ein operatives Vorgehen mittels
Talonaviku
lärarthrodese
könnte allenfalls zu einer anhaltenden Besserung der Beschwerden führen. Entsprechend attestierte er in der angestammten Tätigkeit, welche regel
mässiges Gehen erforderte (vgl. hierzu Bericht vom 3
1.
Oktober 2017,
Urk.
5/31/114 ff.), eine 60%ige Arbeitsunfähigkeit, konstatierte allerdings gleich
zeitig, dass eine volle Arbeitsfähigkeit bestehe für nicht-belastende Arbeiten (vgl. E. 3.6).
RAD-Arzt
Dr.
C._
kam zum gleichen Schluss und präzisierte das Belastungs
profil dahingehend, dass
Tätigkeiten mit Geh-, Steh-, Vibrations- oder Sc
hlag
belastung des linken Fusses, Tätigkeiten mit
Zwangshaltungen des Fusses
(
z.B. in gebückter oder kauernder Stellung
)
und
Tätigkeiten mit
motorisch koordinative
n
Anforderungen
(
wie z.B
. das Bedienen von Pedalen
)
nicht zumutbar
seien
. Wech
selbelastende, körperlich leichte, überwiegend sitzende Tätigkeiten ohne Dauer
bel
astung der Füsse seien zumutbar (vgl. E. 3.8).
4.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber geltend, dass auf
die Beurteilung von
Dr.
B._
abzustellen sei, welcher weiterhin eine 60%ige Arbeitsunfähigkeit attestiere.
Dr.
B._
führte aus
, dass als Funktionseinschränkungen noch die Belastungs
schmerzen im linken Fuss beim Laufen vorlägen, welche einschränkend sei
en
(E.
3.7). Er legte dabei die Berichte der Orthopädie der
Y._
vom 2
0.
März 2019 und 1
7.
April 2019 bei.
Dass - wie von der Beschwerde
führerin sinngemäss geltend gemacht - die im Bericht der
Y._
vom 1
7.
April 2019 diagnostizierte
Lumboglutealgie
links, differential
-
diagnostisch muskulär bedingt, bei ISG-
Arthropathie
,
lumbospondylogen
, einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zeitigen würde, geht weder aus dem Bericht der
Y._
hervor, no
ch wird dies seitens
Dr.
B._
entsprechend dargelegt.
Weitergehende Befunde oder Diagnosen, welche zusätzlich zu den bereits von den Ärzten der
Y._
berücksichtigten
eine Funktions
einschränkung nach sich ziehen würden, gehen aus dem Bericht von
Dr.
B._
nicht hervor. Warum der Beschwerdeführerin
eine sitzende Tätigkeit nur während vier Stunden täglich zumutbar sein soll, ist entsprechend nicht nachvollziehbar.
4.3
Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, dass eine ausgewiesene, nicht ausrei
chend durch eine körperliche Störung oder ein physiologisches Geschehen erklär
bare Schmerzproblematik vorliege, kann dies aufgrund der medizinischen Akten nicht nachvollzogen werden, da aus keinem der Berichte Hinweise darauf vorlie
gen.
4.4
Zusammenfassend erweist sich die medizinische Aktenlage hinreichend abgeklärt und
es ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die Beschwerde
führerin in
einer dem Leiden angepassten Tätigkeit in dem in
casu
leistungsrele
vanten Zeitraum ab September 2019 vollumfänglich arbeitsfähig ist.
5.
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der in qualitativer Hinsicht eingeschränkten Arbeitsfähigkeit.
5.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
vergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypotheti
schen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invali
ditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
5.2
Die Beschwerdegegnerin zog für die Festsetzung des
Valideneinkommens
das
gemäss
Auszug aus dem individuellen Konto im Jahr 2016 erzielte Einkommen in Höhe von
Fr.
57‘512.-- (
Urk.
5/30) heran und bereinigte es um die Nominal
lohnentwicklung bis ins Jahr 2019, womit ein
Valideneinkommen
von
Fr.
58‘320.90 resultierte (Einkommensvergleich vom 2
1.
November 2019,
Urk.
5/44).
Das Invalideneinkommen setzte sie fest anhand des Tabellenlohns für Hilfsarbei
ten für Frauen
nach der
vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schwei
zeri
schen Lohnstrukturerhebung (LSE)
in Höhe von
Fr.
4‘363.
—für das
Jahr 2016
(
LSE
2016
, TA1 Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor, Total, Frauen, Kompetenzni
veau 1 Einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art).
Diesen berei
nigte sie um die betriebsübliche Wochenarbeitszeit und die Nominallohnentwick
lung bis ins Jahr 2019, woraus ein Invalideneinkommen von
Fr.
55'348.70 resul
tierte (
Urk.
5/44).
Die beiden von der Beschwerdegegnerin im Rahmen der Invaliditätsbemessung e
rmittelten Vergleichseinkommen ergeben einen Invaliditätsgrad von rund 5
%
, was von der Beschwerdeführerin nicht beanstandet wurde.
Für eine nähere Prüfung
des
Einkommensvergleiches
von Amtes wegen besteht kein Anlass
(BGE
125 V 413 E. 1b und 2c).
5.3
Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass ein Leidensabzug vorlie
gend nicht gerechtfertigt ist: RAD-Arzt
Dr.
C._
berücksichtigte bei d
er Beurtei
lung der medizinisch-theoretischen
Arbeitsfähigkeit bereits sämtliche Einschrän
kungen. Entsprechend der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind diese nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzuges einzubringen, da dies ansonsten zu einer doppelten Anrechnung der gleichen Gesichtspunkte führen würde (
Urteile des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1 und 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1). Hinzu kommt, dass
der Umstand, dass nur noch
wechselbelastende, körperlich leichte, überwiegend sitzende Tätig
keiten ohne Dauerbelastung der Füsse,
zumutbar sind, kein Grund für einen leidensbedingten Abzug ist, zumal der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_447/2019 vom 8. Oktober 2019 E. 4.3.2).
5.4
Zusammenfassend erweist sich die angefochtene Verfügung vom
6.
Januar 2020 als rechtens und die Beschwerde ist vollumfänglich abzuweisen.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss sind sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.