Decision ID: 83377cb6-2b03-4b6d-88c8-083593d8299c
Year: 2014
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Ehrenzeller, Engelgasse 214, 9053 Teufen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente (Verrechnung)
Sachverhalt:
A.
A.a Am 14. September 2012 teilte die AHV-Ausgleichskasse Exfour der CSS Ver
sicherung im Hinblick auf eine allfällige Verrechnung von Leistungen mit, A._ stehe
für die Zeit vom 1. Mai 2009 bis 30. September 2010 eine Nachzahlung der AHV/IV/EO
von Fr. 26'220.-- zu, nämlich für Mai 2009 bis Februar 2010 monatlich je Fr. 1'710.--
und für Juni 2010 bis September 2010 monatlich je Fr. 2'280.-- (bei act. G 1.2). Die
CSS als Kollektivtaggeldversicherung gemäss VVG beantragte am 3. Oktober 2012 die
Verrechnung für die Zeit vom 1. Mai 2009 bis 30. November 2009 im Betrag von
Fr. 11'970.-- (bei act. G 1.2). Dem Versicherten teilte sie am selben Tag mit, dass sie in
dieser Zeit Fr. 33'760.40 an Taggeldern bezahlt habe. Das Zusammentreffen mit der
Invalidenrente der IV lasse nun eine Überentschädigung entstehen, weshalb eine
Rückforderung nötig sei. Diese werde sie direkt bei der Ausgleichskasse stellen (bei
act. G 1.2).
A.b Die IV-Stelle des Kantons St. Gallen sprach dem Versicherten mit Verfügung vom
14. Januar 2013 für die Zeit von Mai 2009 bis Februar 2010 eine Dreiviertelsrente der IV
von monatlich Fr. 1'710.-- zu. Mit der Nachzahlung für die zehn Monatsleistungen (von
Fr. 17'100.--) brachte sie nebst weiteren Ansprüchen einen Anspruch von Fr. 11'970.--
der Krankentaggeldversicherung zur Verrechnung (act. G 1.1).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Daniel
Ehrenzeller für den Betroffenen am 14. Februar 2013 erhobene Beschwerde gegen die
IV-Stelle (bezeichnet als Beschwerdegegnerin 1). Die Beschwerde richte sich auch
gegen die CSS Versicherung (bezeichnet als Beschwerdegegnerin 2). Der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers beantragt, die Verrechnung mit der Forderung
der CSS Versicherung von Fr. 11'970.-- sei aufzuheben, eventualiter zu reduzieren,
unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerinnen. Die
CSS Versicherung habe eine Überentschädigung und Rückforderung angekündigt.
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Obwohl der Beschwerdeführer dem aber nie zugestimmt habe, sei nun die
Verrechnung vorgenommen worden. Die CSS Versicherung berufe sich ausschliesslich
auf eine Überentschädigung. Eine solche könne aber höchstens dort beginnen, wo das
Valideneinkommen übertroffen werde. Dieses belaufe sich bei sieben Monaten auf
Fr. 47'016.--. Die für diese Zeit gutgeschriebenen Leistungen von Fr. 45'730.40 würden
die Überentschädigungsgrenze also nicht übersteigen, so dass von einer Verrechnung
abzukommen sei.
B.b Nach einer Sistierung bringt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers am
28. Mai 2013 unter Beilage unter anderem eines Briefwechsels mit der CSS
Versicherung vor, die Überentschädigungsgrenze liege gemäss den AVB der CSS
Versicherung bei der Höhe des im Vertrag versicherten Taggeldes, vorliegend also bei
Fr. 212.10, was pro Jahr Fr. 77'400.-- ausmache. Hier liege die
Überentschädigungsgrenze für sechseinhalb Monate bei Fr. 41'932.--. Da die CSS
Versicherung Fr. 33'760.-- erbracht habe, verbleibe ein Manko von Fr. 8'172.--. Da sie
den November 2009 nur zur Hälfte entschädigt habe, wäre von vornherein nur eine
halbe Rente der IV anzurechnen, so dass ohnehin nur Fr. 11'400.-- verrechnet werden
könnten. Erbringe die Beschwerdegegnerin (1) in der fraglichen Zeit eine Leistung von
Fr. 11'400.-- und bestehe ein Deckungsmanko von Fr. 8'172.--, so verbleibe ein Betrag
von Fr. 3'228.--, worüber höchstens eine Verrechnung zulässig sei. Da sie bereits
Fr. 11'970.-- erhalten habe, sei die CSS Versicherung zu verpflichten, dem
Beschwerdeführer Fr. 8'742.-- zurückzuzahlen.
C.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 19. August 2013 beantragt die Beschwerdegegne-
rin (1) unter Hinweis auf eine Stellungnahme der AHV-Ausgleichskasse Exfour vom
23. Juli 2013 die Abweisung der Beschwerde. Darin war dafürgehalten worden, alle
Bedingungen für eine direkte Auszahlung der Vorschussleistungen an die CSS
Versicherung gemäss Art. 85 Abs. 2 lit. b IVV seien erfüllt. Aus den vertraglichen
Bestimmungen der CSS Versicherung (20.7 der AVB) ergebe sich ein direktes
Rückforderungsrecht gegenüber der AHV/IV. Das Formular habe demnach von der
versicherten Person nicht unterschrieben werden müssen. Die Periodengerechtigkeit
sei gegeben und der Rückforderungsbetrag übersteige die möglichen Leistungen nicht.
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D.
Mit Replik vom 20. September 2013 bringt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
vor, der Hinweis auf Art. 20.7 der AVB der CSS Versicherung helfe nicht weiter, da zur
effektiven Auszahlung oder zur Berechtigung zur Auszahlung der Beschwerdegegnerin
bei Einspruch des Rentenbezügers nichts abzuleiten sei. Es handle sich nicht um
Vorschussleistungen, sondern um eine in der Berechnung umstrittene
Überentschädigung. Der Beschwerdeführer habe sich rechtzeitig dagegen gewehrt,
dass die ganzen Fr. 11'970.-- an die CSS Versicherung gezahlt würden. Im Umfang
von Fr. 8'172.-- sei die Verrechnung aufzuheben, da sie materiell falsch gewesen sei.
Die CSS Versicherung sei primär zur Rückleistung verpflichtet.
E.
Von der ihr mit Schreiben vom 1. Oktober 2013 eingeräumten Möglichkeit, zur Replik
des Beschwerdeführers Stellung zu nehmen, hat die Beschwerdegegnerin (1) keinen
Gebrauch gemacht.

Erwägungen:
1.
1.1 Mit der angefochtenen Verfügung vom 14. Januar 2013 hat die Beschwerde
gegnerin (1) unter anderem eine Verrechnung ihrer Nachzahlung von IV-Invalidenrenten
des Beschwerdeführers für die Zeit vom Mai 2009 bis Februar 2010 mit einer
Forderung der CSS Versicherung, der Kollektivtaggeldversicherung des
Beschwerdeführers nach Versicherungsvertragsgesetz (VVG), in der Höhe von
Fr. 11'970.-- angeordnet. Möglicher Anfechtungsgegenstand einer Beschwerde bildet
einzig diese Verfügung der Beschwerdegegnerin (1), strittig ist davon allein die
Rechtmässigkeit der Verrechnungsanordnung.
1.2 Insofern der Beschwerdeführer (infolge zu hoher Verrechnung durch die
Invalidenversicherung) in der Replik eine Forderung gegen die CSS Versicherung stellt,
beschlägt der Antrag nicht das Beschwerdeverfahren gegen die angefochtene IV-
Verfügung, sondern ist allenfalls Gegenstand einer privatrechtlichen Streitigkeit (vgl.
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unten E. 4.5). Ob der Beschwerdeführer aber mit der Beschwerdeschrift eine
Streitigkeit aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung nach dem
Bundesgesetz über die Krankenversicherung (in Form einer privatrechtlichen
Krankentaggeldversicherung nach VVG) anhängig machen wollte bzw. gemacht hat,
über welche im Kanton St. Gallen gemäss Art. 9 des Einführungsgesetzes zur
Schweizerischen Zivilprozessordnung (EGZPO; sGS 961.2) in Verbindung mit Art. 7 der
Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO; SR 272) das Versicherungsgericht als
einzige kantonale Instanz entscheidet, kann vorliegend offen bleiben. Dieser Entscheid
befasst sich allein mit der IV-Beschwerde.
2.
2.1 Art. 50 Abs. 2 IVG sieht für die Verrechnung der IV eine sinngemässe Anwendung
von Art. 20 Abs. 2 AHVG vor, welcher aber einzig Verrechnungen unter
Sozialversicherungen - und nicht den Einbezug einer Privatversicherung wie der VVG-
Krankentaggeldversicherung - erfasst.
2.2 Art. 22 Abs. 2 ATSG hält (als Ausnahme vom allgemeinen Abtretungs- und
Verpfändungsverbot für den Anspruch auf Leistungen von Sozialversicherungsträgern
nach Abs. 1) fest, dass Nachzahlungen von Leistungen des Sozialversicherers
einerseits dem Arbeitgeber oder der öffentlichen oder privaten Fürsorge, soweit diese
Vorschusszahlungen leisten (lit. a), sowie anderseits einer Versicherung, die
Vorleistungen erbringt (lit. b), abgetreten werden können. Die Rechtsprechung hat
dargelegt, es habe (entgegen dem Wortlaut) nicht dem Willen des Gesetzgebers
entsprochen, die Drittauszahlung von Nachzahlungen der IV (mit Art. 22 Abs. 2 ATSG
neu und zusätzlich) von der Voraussetzung abhängig zu machen, dass die versicherte
Person ihre Nachzahlungsforderung vorgängig an den bevorschussenden oder
vorleistenden Dritten abgetreten hat (vgl. Entscheid des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts i/S H. vom 18. April 2006, I 428/05). Geregelt wurde in der
genannten Bestimmung nicht die Abtretung von Nachzahlungen, sondern die
"Nachzahlung an bevorschussende Dritte". Es handelt sich um eine gesetzliche
Ermächtigung der Sozialversicherer, die Nachzahlung mit befreiender Wirkung an den
bevorschussenden Dritten auszuzahlen. Der korrespondierende gesetzliche
Inkassoanspruch des privaten bevorschussenden Dritten wird in Form eines [neben
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Art. 50 Abs. 2 IVG stehenden] Verrechnungsanspruchs verwirklicht, wie sich aus
Art. 85 Abs. 1 IVV ergibt. Durch eine Verfahrenskoordination wird auch zu Gunsten
von Nicht-Sozialversicherern, die eine Vorleistung oder Vorschüsse erbringen, eine
beschränkte systemübergreifende Verrechnungsmöglichkeit mit den Zielen der
Überentschädigungsvermeidung, der Leistungskoordination und der Inkassohilfe bei
der Rückabwicklung von Vorleistungen geschaffen (vgl. Franz Schlauri, Die
zweigübergreifende Verrechnung und weitere Instrumente der
Vollstreckungskoordination des Sozialversicherungsrechts, in: René Schaffhauser/
Franz Schlauri [Hrsg.], Sozialversicherungsrechtstagung 2004, St. Gallen 2004, S. 190
bis 192). - Nach Art. 85 Abs. 1 IVV können Arbeitgeber, Einrichtungen der beruflichen
Vorsorge, Krankenversicherungen, öffentliche und private Fürsorgestellen oder
Haftpflichtversicherungen mit Sitz in der Schweiz, welche im Hinblick auf eine Rente
der Invalidenversicherung Vorschussleistungen erbracht haben, verlangen, dass die
Nachzahlung dieser Rente bis zur Höhe ihrer Vorschussleistung verrechnet und an sie
ausbezahlt wird. Vorbehalten bleibt die Verrechnung nach Art. 20 AHVG. Die
bevorschussenden Stellen haben ihren Anspruch mit besonderem Formular frühestens
bei der Rentenanmeldung und spätestens im Zeitpunkt der Verfügung der IV-Stelle
geltend zu machen. Als Vorschussleistungen gelten gemäss Art. 85 Abs. 2 IVV
freiwillige Leistungen, sofern die versicherte Person zu deren Rückerstattung
verpflichtet ist und sie der Auszahlung der Rentennachzahlung an die
bevorschussende Stelle schriftlich zugestimmt hat (lit. a), und vertraglich oder aufgrund
eines Gesetzes erbrachte Leistungen, soweit aus dem Vertrag oder dem Gesetz ein
eindeutiges Rückforderungsrecht infolge der Rentennachzahlung abgeleitet werden
kann (lit. b). Die Nachzahlung darf der bevorschussenden Stelle nach Art. 85 Abs. 3
IVV höchstens im Betrag der Vorschussleistung und für den Zeitraum, in welchem
diese erbracht worden ist, ausbezahlt werden.
2.3 Die Krankentaggeldversicherung nach VVG fällt in den Anwendungsbereich von
Art. 85 IVV (vgl. Bundesgerichtsentscheid i/S R. vom 28. Oktober 2008, 9C_300/08;
vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. A. 2009, N 34 und 36 zu Art. 22). - Die in das
System der zweigübergreifenden Verrechnung (der Sozialversicherungsträger) nicht
eingeschlossene Privatversicherung muss sich mit den (eingeschränkten)
Möglichkeiten der Nachzahlung an bevorschussende Dritte begnügen (vgl. Franz
Schlauri, a.a.O., S. 160).
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3.
3.1 Verrechenbar sind im dargelegten Zusammenhang nur Nachzahlungen. Der IV-
Invalidenrenten-Nachzahlungsanspruch des Beschwerdeführers beläuft sich gemäss
der angefochtenen Verfügung insgesamt auf Fr. 17'100.-- (für 1. Mai 2009 bis
28. Februar 2010).
3.2 Des Weiteren können nur Forderungen aus Vorschussleistungen zur Verrechnung
gebracht werden. Eine Vorschussleistung im Hinblick auf eine zu erwartende
Invalidenrente stellt jede Leistung dar, die dasselbe soziale Risiko wie die
Invalidenrente (krankheitsbedingte Erwerbseinbusse) deckt, aber entsprechend der
(meist selbst definierten) Einordnung in die koordinationsrechtliche Rangfolge erst nach
der Invalidenrente erscheint und deshalb - ex post betrachtet - koordinationsrechtlich
zu Unrecht ausgerichtet worden sein kann (sogenannte sachlich kongruente Leistung,
vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S P. vom 8. Mai
2009, IV 2008/143, mit Hinweis auf Franz Schlauri, a.a.O., S. 197; vgl. auch den
Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S Z. vom 9. Dezember 2005, I
632/03 E. 3.3.4). Das trifft vorliegend auf die Krankentaggelder für Unternehmen
gemäss den Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB, Ausgabe 01.2004) der CSS
Versicherung zu. Denn nach deren Art. 20.1 ergänzt diese Versicherung nach Ablauf
der Wartefrist Leistungen, welche die versicherte Person unter anderem aus einer
schweizerischen Sozialversicherung erhält, bis zur Höhe des im Vertrag versicherten
Taggeldes. Gemäss Art. 20.7 der AVB kann die CSS Versicherung die erbrachten
Leistungen direkt beim zuständigen Sozialversicherer geltend machen. Soweit nicht
bereits das Überentschädigungsabschöpfungs- bzw. Rückforderungsrecht auf der
Grundlage der sozialversicherungsrechtlichen Gerichtspraxis, die das
privatversicherungsrechtliche Bereicherungsverbot anerkennt (vgl. BGE 128 V 252 E.
5b), für sich allein genügt (so erkannt im erwähnten Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen IV 2008/143), ist damit auch ein
eindeutiges "Rückforderungsrecht" statuiert. Das Erfordernis der sachlichen Kongruenz
bzw. der Vorschussleistung nach Art. 85 Abs. 2 IVV ist (ebenso wie allenfalls jenes
des eindeutigen Rückforderungsrechts) erfüllt. Die CSS Versicherung hat im Übrigen,
was allerdings nicht relevant ist (vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons
St. Gallen i/S A. vom 20. August 2007, IV 2006/178), in einem Schreiben an den
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Rechtsvertreter des Beschwerdeführers vom 7. März 2013 (act. G 3.1.2) eine
Zustimmung zur Verrechnung geltend gemacht.
4.
4.1 Der Beschwerdeführer bestreitet die Verrechnung in ihrer Höhe. Auch noch nicht
rechtskräftige und selbst bestrittene (Rück-) Forderungen einer Sozialversicherung
dürfen mit Ansprüchen des Versicherten verrechnet werden. Der
Sozialversicherungsträger, der die Nachzahlung schuldet, darf die Verrechnung nach
einer Prüfung - nur, aber immerhin - der Plausibilität der Existenz der Forderung der
andern Verwaltungseinheit anordnen (vgl. dazu den Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S B. vom 11. Januar 2005, IV 2004/54,
aufgehoben aus anderem Grund; vgl. Franz Schlauri, a.a.O., S. 159, 166, 192). Aus
Gründen der Verfahrensökonomie und der Praktikabilität soll nämlich eine vorzeitige
Verrechnung zulässig sein (vgl. IV 2008/143; Franz Schlauri, a.a.O., S. 162).
4.2 Im vorliegenden Verfahren ist zu beurteilen, ob die CSS Versicherung eine
Vorschussleisung auf die betroffene Nachzahlung erbracht habe (d.h. eine Leistung, die
dasselbe soziale Risiko wie die Invalidenrente deckt, aber koordinationsrechtlich
gemäss den AVB der CSS Versicherung erst nach ihr kommt), was bei ihren nach der
Aktenlage ausgerichteten Taggeldern (unten E. 4.3) grundsätzlich der Fall ist.
4.3 Im Übrigen darf die Nachzahlung der bevorschussenden Stelle höchstens im
Betrag der Vorschussleistung und für den Zeitraum, in welchem diese erbracht worden
ist, ausbezahlt werden. Den Beilagen zum Schreiben der CSS Versicherung an den
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers vom 7. März 2013 (namentlich act. G 3.1.5) ist
zu entnehmen, dass die CSS Versicherung dem Beschwerdeführer im Zeitraum der
Bevorschussung, d.h. vom 1. Mai 2009 bis 30. November 2009, insgesamt
Fr. 33'766.40 an Taggeldern ausgerichtet hat (bei einer Deckungshöhe von 80 %; für
November 2009 nur ein halbes Taggeld bei 50 % Arbeitsunfähigkeit, Fr. 2'545.20). Sie
hat approximativ den gesamten Erwerbsausfall auf 80 % ausgeglichen. Der IV-
Nachzahlungsanspruch beläuft sich für den genannten Zeitraum der sieben Monate
vom 1. Mai 2009 bis 30. November 2009 auf Fr. 11'970.-- (7x Fr. 1'710.--). Insofern
besteht zeitliche Kongruenz und ist ein Vorschuss plausibel.
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4.4 Damit sind die Voraussetzungen der Verrechnung, welche in diesem Verfahren
überprüft werden können, erfüllt.
4.5 Nicht geprüft werden kann, ob und inwiefern durch das Zusammenfallen der
Leistungen beim Beschwerdeführer allenfalls eine Überentschädigung entstanden
wäre. Die Auseinandersetzung über Bestand oder Höhe einer Rückforderung (wegen
Überentschädigung) hat ausschliesslich zwischen der fordernden Verwaltungseinheit
(Krankenkasse) und dem betroffenen Versicherten zu erfolgen (vgl. ZAK 1989 S. 322
ff.). Das Bundesgericht hat entschieden, dieser Grundsatz, wonach sich die IV-Stelle
mit einer solchen Streitigkeit nicht zu befassen hat, gelte auch, wenn
privatversicherungsrechtliche Leistungen zurückgefordert würden und die versicherte
Person dementsprechend zur Bestreitung der Forderung den zivilrechtlichen
Rechtsweg einzuschlagen habe. Der Umstand, dass die zivilprozessuale Klägerrolle für
die Betroffenen hinsichtlich Beweislast und Kostenrisiken ungünstiger sei als die
Stellung im Sozialversicherungsverfahren, vermöge kein abweichendes Ergebnis zu
begründen (vgl. Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S S. vom
21. Oktober 2004, I 296/03 E. 4.2). Bestand und Höhe einer durch den IV-
Rentenanspruch des Beschwerdeführers ausgelösten VVG-Rückforderung der CSS
Versicherung (damit auch die Höhe der Überentschädigungsgrenze) - bzw. einer
Forderung des Beschwerdeführers gegen die CSS Versicherung infolge deren
vorliegend als zulässig erklärten Inkassos der IV-Nachzahlung in der Höhe ihres
Vorschusses - sind demnach aufgrund der privatrechtlichen Natur (aus Vertrag) der
nach VVG ausgerichteten Krankentaggelder ausschliesslich auf dem Zivilrechtsweg zu
klären.
5.
5.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
5.2 Nach Art. 69 Abs. 1 IVG ist das IV-Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um
die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen
Versicherungsgericht kostenpflichtig. Da es sich bei Streitigkeiten um Verrechnung
bzw. Drittauszahlung an bevorschussende Dritte nicht um solche Streitigkeiten um die
Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen handelt (vgl. Entscheid des Eidge
bis
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nössischen Versicherungsgerichts i/S Z. vom 9. Dezember 2005, I 632/03, noch zu
Art. 132 OG), sind vorliegend keine Gerichtskosten zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
5.3 Dem Beschwerdeführer ist der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.--
zurückzuerstatten.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP