Decision ID: d71f1231-d0e3-5688-8078-825be5394409
Year: 2019
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Die Beschwerdeführenden ersuchten am 10. November 2015 in der
Schweiz um Asyl. Dabei machten sie hauptsächlich eine in Zusammen-
hang mit der Verfolgung ihres Ehemannes beziehungsweise Vaters
D._ stehende Reflexverfolgung geltend. Das SEM stellte mit Verfü-
gung vom 9. Juni 2016 fest, die Beschwerdeführenden erfüllten die Flücht-
lingseigenschaft nicht, lehnte deren Asylgesuche ab und ordnete ihre Weg-
weisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an. Mit Urteil E-4289/2016
vom 12. Oktober 2016 wies das Bundesverwaltungsgericht eine gegen
diese Verfügung erhobene Beschwerde vom 11. Juli 2016 vollumfänglich
als offensichtlich unbegründet ab.
Für den weiteren Inhalt und die detaillierte Prozessgeschichte dieses or-
dentlichen Asylverfahrens wird auf die Akten verwiesen. Soweit für das vor-
liegende Verfahren wesentlich, wird darauf in den nachfolgenden Erwägun-
gen eingegangen.
B.
Mit Eingabe vom 25. November 2016 richteten die Beschwerdeführenden
ein erstes Wiedererwägungsgesuch an das SEM. Darin beantragten sie
die wiedererwägungsweise Aufhebung der Verfügung des SEM vom
9. Juni 2016, die Gewährung von Asyl sowie eventualiter die Anordnung
der vorläufigen Aufnahme. In der Begründung wurden nach dem Urteil vom
12. Oktober 2016 eingetretene gesundheitliche, insbesondere (...) Prob-
leme bei der erstrubrizierten Beschwerdeführerin geltend gemacht, welche
in Zusammenhang mit ihren Fluchtgründen stünden.
Das SEM wies das Wiedererwägungsgesuch mit Verfügung vom 25. Okto-
ber 2017 ab.
Mit Urteil E-6756/2017 vom 9. Januar 2018 wies das Bundesverwaltungs-
gericht eine gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde vom 29. No-
vember 2017 vollumfänglich als offensichtlich unbegründet ab. In der Be-
gründung hielt das Gericht fest, dass Revisionsgründe im Rahmen eines
Revisionsgesuchs beim Bundesverwaltungsgericht hätten geltend ge-
macht werden müssen und eine medizinisch begründete wesentlich verän-
derte Sachlage nicht zu erkennen sei. Die auf Beschwerdestufe geltend
gemachte Konversion der zweitrubrizierten Beschwerdeführerin zum
Christentum und deren behauptungsgemässe Integrationsfortschritte
seien im Übrigen im erstinstanzlichen Wiedererwägungsverfahren nicht
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vorgebracht worden und könnten somit auch nicht Prozessgegenstand des
Beschwerdeverfahrens sei, sondern diese seien allenfalls mittels Mehr-
fach- beziehungsweise erneutem Wiedererwägungsgesuch beim SEM zu
deponieren.
Für den weiteren Inhalt und die detaillierte Prozessgeschichte dieses ers-
ten Wiedererwägungsverfahrens wird auf die Akten verwiesen. Soweit für
das vorliegende Verfahren wesentlich, wird darauf in den nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
C.
Mit Eingabe vom 21. Juni 2018 richteten die Beschwerdeführenden ein
schriftliches „drittes Asylgesuch“ an das SEM, mit welchem sie die Aufhe-
bung der Verfügung des SEM vom 9. Juni 2016, die Feststellung ihrer
Flüchtlingseigenschaft, eventualiter die Gewährung der vorläufigen Auf-
nahme sowie in verfahrensrechtlicher Hinsicht den Beizug der (...) Asylver-
fahrensakten von D._ und die Anordnung vollzugshemmender vor-
sorglicher Massnahmen beantragten.
In der Begründung machten sie zunächst auf die schulischen Fortschritte
der hochbegabten und integrationswilligen zweitrubrizierten Beschwerde-
führerin sowie auf deren im Jahre 2017 erfolgte, als subjektiver Nachflucht-
grund anzuerkennende Konversion zum Christentum aufmerksam. Diese
neuen Tatsachen seien durch einen Bericht der (...) vom (...) 2017 und ein
Bestätigungsschreiben eines (...) vom (...) 2017 – beide mit der Be-
schwerde vom 29. November 2017 im Wiedererwägungsverfahren einge-
reicht – belegt. Im Weiteren verweisen sie auf ein nun vorlegbares, am 22.
Mai 2018 per E-Mail eingegangenes (...) Gerichtsurteil vom (...) März 2018
(recte [...] Februar 2018) betreffend den „Noch-Ehemann“ und Vater der
Beschwerdeführenden, wonach dieser in E._ aufgrund seiner Ver-
folgung im Iran als Flüchtling anerkannt worden sei. Dieses neue Beweis-
mittel belege nun ihre bereits im ordentlichen Asylverfahren geltend ge-
machte Reflexverfolgung. Ein Anspruch auf (Familien-) Asyl ergebe sich
auch bereits aus Art. 51 Abs. 1 AsylG, woran das aktuell hängige und mit-
tels zivilgerichtlicher Verfügung belegte Scheidungsverfahren nichts än-
dere, zumal dieses die iranischen Behörden ohnehin nicht interessiere.
Diese entscheiderheblichen neuen Tatsachen und Beweismittel zielten auf
die Flüchtlingseigenschaft ab und müssten daher gemäss BVGE 2015/39
praxisgemäss im Rahmen der Beurteilung eines Mehrfachasylgesuchs zur
Gewährung von Asyl führen, zumal ihre Vorbringen nun nicht mehr als un-
glaubhaft eingestuft werden könnten. Zumindest hätten sie Anspruch auf
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eine vorläufige Aufnahme, auch angesichts der Diskriminierung von
Frauen im Iran.
D.
Am 27. Juni 2018 ordnete das SEM antragsgemäss einen einstweiligen
Vollzugsstopp an.
E.
Mit Verfügung vom 6. Februar 2019 – eröffnet am darauf folgenden Tag –
qualifizierte das SEM das „dritte Asylgesuch“ einenteils (betreffend Konver-
sion der zweitrubrizierten Beschwerdeführerin zum Christentum) als Mehr-
fachgesuch und andernteils (betreffend Reflexverfolgung aufgrund der
Flüchtlingsanerkennung von D._ in E._) als sinngemässes
qualifiziertes Wiedererwägungsgesuch. Beide lehnte es ab. Gleichzeitig
ordnete es die Wegweisung der Beschwerdeführenden und den Vollzug
an, in welchem Rahmen es insbesondere die vorgebrachten gesundheitli-
chen Probleme bei der erstrubrizierten und die Integrationsfortschritte und
intellektuelle Begabung bei der zweitrubrizierten Beschwerdeführerin als
nicht vollzugshinderlich beurteilte. Den Antrag auf Aktenbeizug lehnte das
SEM ebenso ab.
F.
Mit gegen diese Verfügung gerichteter Beschwerde vom 11. März 2019 be-
antragen die Beschwerdeführenden deren Aufhebung, die Gewährung von
Asyl, eventualiter die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft, subeventu-
aliter die Anordnung der vorläufigen Aufnahme sowie in prozessualer Hin-
sicht die Anordnung vollzugshemmender vorsorglicher Massnahmen, die
Erteilung aufschiebender Wirkung und – als Eventualantrag zu einer allfäl-
ligen Kostenfolge – die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung mit
Beiordnung des rubrizierten Rechtsvertreters als unentgeltlichen Rechts-
beistand.
G.
Mit Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 14. März
2019 stellte der Instruktionsrichter den rechtmässigen Aufenthalt der Be-
schwerdeführenden während des Beschwerdeverfahrens fest. Gleichzeitig
wurde auf die Anträge betreffend Anordnung vollzugshemmender vorsorg-
licher Massnahmen und Erteilung aufschiebender Wirkung mangels Be-
schwer nicht eingetreten. Schliesslich erhob der Instruktionsrichter einen
Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 750.–, zahlbar bis zum 29. März 2019
und unter Androhung des Nichteintretens bei ungenutzter Frist.
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H.
Mit Eingabe vom 27. März 2019 ergänzten die Beschwerdeführenden ihre
Beschwerde. Gleichzeitig bekräftigten sie ihr mit der Beschwerde gestell-
tes Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und legten hierfür eine Un-
terstützungsbestätigung vor, wobei für den Fall der Gesuchsablehnung die
Kostenvorschussfrist angemessen zu erstrecken sei.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Nachdem gemäss Lehre und Praxis Wie-
dererwägungsentscheide grundsätzlich wie die ursprüngliche Verfügung
auf dem ordentlichen Rechtsmittelweg weitergezogen werden können, ist
das Bundesverwaltungsgericht für die Beurteilung der vorliegenden Be-
schwerde zuständig. Es entscheidet auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-
gel und auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83
Bst. d Ziff. 1 BGG).
1.2 Für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der
Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September
2015).
1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die
Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben
ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105
und aArt. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf
die Beschwerde ist einzutreten.
1.4 Mit dem vorliegenden materiellen Entscheid in der Hauptsache wird
das nachträgliche sinngemässe Gesuch um Verzicht auf die Erhebung des
eingeforderten Kostenvorschusses hinfällig.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
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richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise
einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-
hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines
Schriftenwechsels verzichtet.
4.
4.1 Das Wiedererwägungsverfahren ist im Asylrecht spezialgesetzlich ge-
regelt (vgl. Art. 111b ff. AsylG). Ein entsprechendes Gesuch ist dem SEM
innert 30 Tagen nach Entdeckung des Wiedererwägungsgrundes schrift-
lich und begründet einzureichen (Art. 111b aAbs. 1 AsylG).
In seiner praktisch relevantesten Form bezweckt das Wiedererwägungs-
gesuch die Änderung einer ursprünglich fehlerfreien Verfügung an eine
nachträglich eingetretene erhebliche Veränderung der Sachlage (vgl.
BVGE 2014/39 E. 4.5 m.w.H.). Falls die abzuändernde Verfügung unange-
fochten blieb – oder ein eingeleitetes Beschwerdeverfahren mit einem
blossen Prozessentscheid abgeschlossen wurde – können auch Revisi-
onsgründe einen Anspruch auf Wiedererwägung begründen (zum soge-
nannten "qualifizierten Wiedererwägungsgesuch" vgl. BVGE 2013/22
E. 5.4 m.w.H.). Ein weiterer und eher seltener Anwendungsbereich der
Wiedererwägung betrifft die Konstellation, dass die abzuändernde Verfü-
gung beim Bundesverwaltungsgericht angefochten und durch dieses ma-
teriell beurteilt wurde, die Revision des Urteils aber ausgeschlossen ist,
weil die geltend gemachten Tatsachen und/oder Beweismittel nach dem
Urteil entstanden sind (vgl. Art. 123 Abs. 2 Bst. a [in fine] BGG). Für solche
Fälle hat das Bundesverwaltungsgericht im Grundsatzentscheid BVGE
2013/22 (vgl. dort E. 12.3) den Rechtsweg via ein beim SEM einzureichen-
des Wiedererwägungsgesuch ermöglicht.
4.2 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
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politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen
Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder
zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Be-
hörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gege-
ben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
5.
5.1 Das SEM qualifizierte das „dritte Asylgesuch“ insoweit als Mehrfach-
asylgesuch, als darin die Konversion der zweitrubrizierten Beschwerdefüh-
rerin zum Christentum und eine daraus fliessende Verfolgungssituation
geltend gemacht wird. Das Vorbringen sei jedoch flüchtlingsrechtlich nicht
beachtlich, weil keine Hinweise vorlägen, wonach sie ihren neuen Glauben
aktiv nach aussen trage. Die in Zusammenhang mit der Verfolgungslage
von D._ gestellte und mit dem (...) Gerichtsurteil als neuem Be-
weismittel unterlegte behauptungsgemässe Reflexverfolgung der Be-
schwerdeführenden ziele sodann auf eine Fehlerhaftigkeit der ursprüngli-
chen Verfügung des SEM vom 9. Juni 2016 ab, weshalb es sich hierbei um
einen Wiedererwägungsgrund nach Art. 111b aAbs. 1 AsylG i.V.m. Art. 66
Abs. 2 Bst. a VwVG handle. Diese Reflexverfolgung sei aber bereits Ge-
genstand des zweistufigen ordentlichen Asylverfahrens gewesen und die
dortige Erkenntnis der Unglaubhaftigkeit dieser Reflexverfolgung könne mit
dem blossen Verweis auf das (...) Urteil nicht umgestossen werden; daran
ändere die gemäss jenem Urteil an D._ zugesprochene Flüchtlings-
eigenschaft nichts. Das Beweismittel vermöge daher die Rechtskraft der
Verfügung vom 9. Juni 2016 nicht zu beseitigen und auf einen Beizug der
(...) Asylverfahrensakten von D._ könne verzichtet werden. Die ge-
setzliche Regelfolge der Ablehnung des Gesuchs vom 21. Juni 2018 sei
die Wegweisung aus der Schweiz. Deren Vollzug in den Heimatstaat sei
unter dem Aspekt von Art. 5 Abs. 1 AsylG und Art. 3 EMRK völkerrechtlich
zulässig. Er sei, wie in den Verfügungen und Urteilen des ordentlichen Asyl-
verfahrens und des vorangegangenen Wiedererwägungsverfahrens unter
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Berücksichtigung der gesundheitlichen Situation der erstrubrizierten Be-
schwerdeführerin bereits einlässlich erkannt, ebenso zumutbar. Das neue
Gesuch ändere an dieser Einschätzung nichts. Dies gelte insbesondere für
die vorgebrachte Hochbegabung und fortgeschrittene Integration der
zweitrubrizierten Beschwerdeführerin, zumal angesichts begünstigender
Reintegrationsvoraussetzungen. Der Vollzug der Wegweisung sei im Übri-
gen technisch möglich und praktisch durchführbar.
5.2 In der Beschwerde und der Ergänzungseingabe bekräftigen die Be-
schwerdeführenden ihre Asylvorbringen gemäss ordentlichem Asylverfah-
ren, die Vorbringen gemäss dem vorangegangenen Wiedererwägungsver-
fahren wie auch jene gemäss ihrem „dritten Asylgesuch“. Zudem verweisen
sie auf die in den besagten Verfahren vorgelegten Beweismittel. Im Beson-
deren bekräftigen sie die Bedeutsamkeit des (...) Asylurteils betreffend
D._, aus welchem dessen Verfolgungssituation und ebenso die Ge-
fährdung seiner Familie hervorgehe. Das SEM verkenne nicht nur ihren
aus Art. 51 Abs. 1 AsylG und der FK fliessenden Anspruch auf Einbezug in
die Flüchtlingseigenschaft von D._, sondern ebenso die aufgrund
dieses Asylurteils sich nunmehr ergebende Glaubhaftigkeit ihrer Reflexver-
folgung. Im Lichte der Erkenntnisse dieses (...) Gerichtsurteils würden sich
die Einschätzungen der schweizerischen Asylbehörden gemäss den bis-
herigen Verfügungen des SEM und Urteilen des Bundesverwaltungsge-
richts in den vorangegangenen Verfahren betreffend die Glaubhaftigkeit
der Reflexverfolgung als unzutreffend darstellen. Vielmehr hätten sie auf-
grund der neuen Sach- und Beweislage Anspruch auf Asyl. Weiter sei die
Konversion der zweitrubrizierten Beschwerdeführerin entgegen dem SEM
durchaus bedeutsam, da Christen gemäss dem Bundesverwaltungsgericht
im Iran diskriminiert würden, der christliche Glaube für sie identitätsstiftend
sei und sie ihn daher auch bei einer Rückkehr in den Iran engagiert würde
praktizieren wollen oder verheimlichen müsste, was durchaus eine rele-
vante religiös motivierten Verfolgung darstelle. Verschärfend hinzu komme
ihre Diskriminierung als Frau im Iran und ihr auszugsweise dokumentiertes
regimefeindliches exilpolitisches Engagement (...). Es müsse ihre Identifi-
zierung durch den iranischen Geheimdienst und in der Folge eine langjäh-
rige Gefängnisstrafe befürchtet werden. Diese Gefährdungslage werde
durch eine beiliegende E-Mail-Korrespondenz des Rechtsvertreters mit ei-
nem (...) vom (...) März 2019 bestätigt. Hinsichtlich der Zumutbarkeitsfrage
seien die durch verschiedene Beweismittel unterlegte Hochbegabung so-
wie Verwurzelung und Integration der zweitrubrizierten Beschwerdeführe-
rin in der Schweiz zwingend zu beachten; aufgrund dieser Umstände er-
scheine der Wegweisungsvollzug aller Beschwerdeführenden unzumutbar.
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Seite 9
6.
6.1 Zunächst ist zu prüfen, inwieweit der von den Beschwerdeführenden
eingeschlagene Rechtsweg eines Mehrfachasylgesuchs sowie die vom
SEM vorgenommene Qualifikation des Gesuchs in einen Teil Mehrfach-
asylgesuch und einen Teil Wiedererwägungsgesuch korrekt sind.
6.1.1 In Berücksichtigung des oben in E. 4.1 (letzter Teil) Erwogenen hat
das SEM zutreffend erkannt, dass die in Zusammenhang mit der Verfol-
gungslage von D._ gestellte und mit dem (...) Gerichtsurteil als
neuem Beweismittel unterlegte behauptungsgemässe Reflexverfolgung
der Beschwerdeführenden auf eine Fehlerhaftigkeit der ursprünglichen
Verfügung des SEM vom 9. Juni 2016 abziele, weshalb es sich hierbei um
einen Wiedererwägungsgrund nach Art. 111b aAbs. 1 AsylG i.V.m. Art. 66
Abs. 2 Bst. a VwVG handle. Das Beweismittel entstand nach Abschluss
des ordentlichen Asyl- und des ersten Wiedererwägungsverfahrens. Diese
zutreffende Qualifikation wird seitens der Beschwerdeführenden auf Be-
schwerdestufe nicht (mehr) bestritten, nachdem sie im erstinstanzlichen
Verfahren noch die Qualifikation als neues Asylgesuch behauptet, ihre Auf-
fassung aber auf einen für die Klärung dieser Frage untauglichen BVGE-
Entscheid (BVGE 2015/39 betreffend Tariffestsetzungen im Krankenversi-
cherungswesen) abgestützt haben.
6.1.2 Unzutreffend ist hingegen die von den Beschwerdeführenden be-
hauptete und vom SEM bestätigte Qualifikation als Mehrfachasylgesuch
insoweit, als im Gesuch vom 21. Juni 2018 die Konversion der zweitrubri-
zierten Beschwerdeführerin zum Christentum und eine daraus fliessende
Verfolgungssituation geltend gemacht wird. Hierbei handelt es sich nämlich
um ein Vorbringen, das bereits Thema des ersten Wiedererwägungsbe-
schwerdeverfahrens war (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-
6756/2017 vom 9. Januar 2018 E. 5.4) und somit kein echtes Novum dar-
stellt, sondern unter Hinweis auf oben E. 4.1 und den dort erwähnten BVGE
2013/22 E. 5.4 (vgl. dort insb. in fine) ebenfalls als Wiedererwägungsgrund
nach Art. 111b aAbs. 1 AsylG i.V.m. Art. 66 Abs. 2 Bst. a VwVG zu behan-
deln gewesen wäre. Wie unten in E. 6.1.4 festzuhalten sein wird, erwächst
den Beschwerdeführenden dadurch kein prozessualer oder materiellrecht-
licher Nachteil. Vielmehr liegt gar auf der Hand, dass die Erfolgsaussichten
retrospektiv deshalb als überaus gering einzustufen gewesen wären, weil
das Konversionsvorbringen offensichtlich bereits vor Iniziierung des ersten
Wiedererwägungsverfahrens und jedenfalls vor Ergehen der Verfügung
vom 25. Oktober 2017 hätte geltend gemacht werden können und müssen.
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6.1.3 Soweit im Gesuch die Hochbegabung und fortgeschrittene Integra-
tion der zweitrubrizierten Beschwerdeführerin sowie – ansatzweise – die
gesundheitliche Situation der erstrubrizierten Beschwerdeführerin geltend
gemacht und daraus die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges ab-
geleitet werden, ist ebenso auf die Qualifikation als Wiedererwägungsge-
such zu schliessen, wobei auf die Ausführungen zuvor (E. 6.1.2) zu ver-
weisen ist und der Integrationsfortschritt zudem als nachträglich (seit dem
Urteil vom 9. Januar 2018) eingetretene Veränderung der Sachlage be-
trachtet werden kann (vgl. wiederum oben E. 4.1., ersterwähnte Variante
der Wiedererwägung).
6.1.4 Es ergibt sich somit, dass es sich beim „dritten Asylgesuch“ der Be-
schwerdeführenden vom 21. Juni 2018 nicht um ein Mehrfachasylgesuch,
sondern ausschliesslich um ein Wiedererwägungsgesuch handelt. Indes-
sen bleiben die Erwägungen in der angefochtenen Verfügung, auch wenn
sie Teile betreffen, die es im Rahmen eines Mehrfachasylgesuchs geprüft
hat, Gegenstand der materiellen Überprüfung durch das Bundesverwal-
tungsgericht. Die Beschwerdeführenden haben durch die teilweise unzu-
treffende Verfahrensqualifikation (vgl. oben E. 6.1.2) jedenfalls keinen
Nachteil erlitten, sondern sind sogar in den Genuss einer umfassenderen
materiellen Beurteilung gekommen, als ihnen zugestanden wäre. Es recht-
fertigt sich daher auch nicht die Rückweisung der Sache an das SEM, zu-
mal dies einen prozessualen Leerlauf darstellen würde. Im Folgenden ist
somit zu prüfen, ob das SEM die als Wiedererwägungsgesuch zu qualifi-
zierende Eingabe vom 21. Juni 2018 zutreffend abgelehnt hat.
6.2
6.2.1 Das SEM ist mit vollumfänglich zutreffender Begründung zur Erkennt-
nis gelangt, die von den Beschwerdeführenden in Zusammenhang mit der
Verfolgungslage von D._ gestellte und mit dem (...) Gerichtsurteil
als neuem Beweismittel unterlegte behauptungsgemässe Reflexverfol-
gung der Beschwerdeführenden sei bereits Gegenstand des zweistufigen
ordentlichen Asylverfahrens gewesen und die dortige Erkenntnis der Un-
glaubhaftigkeit dieser Reflexverfolgung könne mit dem blossen Verweis auf
das (...) Asylurteil nicht umgestossen werden. Auf die betreffenden Erwä-
gungen kann verwiesen werden. Die Beschwerde führt zu keiner anderen
Sichtweise. Die Beschwerdeführenden verkennen zum einen, dass die Re-
flexverfolgung im ordentlichen Asylverfahren schon für sich alleine bese-
hen als nicht glaubhaft erkannt wurde, unbesehen einer allfälligen Verfol-
gungslage von D._, und sie zum andern nie Partei eines Asylver-
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fahrens in E._ waren. Überdies wäre für das Familienasyl bezie-
hungsweise den Einbezug in die Flüchtlingseigenschaft des (Noch-) Ehe-
mannes, nicht schweizerisches sondern durch die (...) Behörden anzuwen-
dendes (...) Recht massgeblich. Eine entsprechende Verfahrensanstren-
gung in E._ ist den Beschwerdeführenden nicht verwehrt. Das SEM
hat im Übrigen ebenso rechtskonform auf einen Beizug der (...) Asylverfah-
rensakten von D._ verzichtet. Hierbei ist ergänzend anzumerken,
dass es sich um fremdländische Verfahrensakten handelt, auf die die
Schweiz grundsätzlich keinen Zugriff hat und für deren Beizug auch keine
Einwilligung von D._ vorläge. Es wäre Sache der Beschwerdefüh-
renden gewesen, sich bei den (...) Behörden um diese Akten zu bemühen.
6.2.2 Die Vorinstanz hat ebenso die aus der Konversion zum Christentum
abgeleitete angebliche Verfolgungslage der zweitrubrizierten Beschwerde-
führerin zutreffend als nicht flüchtlingsrechtlich relevant eingestuft. Die be-
treffenden Erwägungen gemäss angefochtener Verfügung sind nicht zu be-
anstanden und es kann zur Vermeidung von Wiederholungen darauf ver-
wiesen werden. Die Beschwerde drängt auch in dieser Hinsicht keine an-
dere Betrachtungsweise auf. Dabei erübrigt sich eine vertieftere materielle
Auseinandersetzung, da die Beschwerdeführenden auf Art. 66 Abs. 3
VwVG aufmerksam zu machen sind, wonach neue Tatsachen und Beweis-
mittel nicht zugelassen sind, wenn sich die Gesuchsteller bereits im or-
dentlichen Asylverfahren darum hätten bemühen können. Die Konversion
erfolgte unbestrittenermassen vor dem Urteil E-6756/2017 des Bundesver-
waltungsgerichts vom 9. Januar 2018 und auch vor Ergehen der mit die-
sem Urteil bestätigten Verfügung des SEM vom 25. Oktober 2017. In die-
sem Urteil erwog das Bundesverwaltungsgericht in E. 5.4, dass das Kon-
versionsvorbringen nicht Gegenstand des erstinstanzlichen Wiedererwä-
gungsverfahrens gewesen sei, womit es auch nicht zum Gegenstand des
damaligen Beschwerdeverfahrens habe werden können. Es ist nun auch
nicht einzusehen, weshalb es den Beschwerdeführenden bei Anwendung
der zumutbaren Sorgfalt nicht hätte möglich sein sollen, das Vorbringen im
damaligen erstinstanzlichen Verfahren und jedenfalls vor Ergehen der Ver-
fügung vom 25. Oktober 2017 zu deponieren.
Der Vollständigkeit halber anzumerken bleibt, dass die erwähnten Vorbrin-
gen vorliegend auch nicht geeignet sind, eine drohende menschenrechts-
widrige Behandlung oder ein anderes völkerrechtliches Wegweisungshin-
dernis annehmen und damit Art. 66 Abs. 3 VwVG unwirksam werden zu
lassen (vgl. Entscheide und Mitteilungen der vormaligen Schweizerischen
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Seite 12
Asylrekurskommission [EMARK] 1998 Nr. 3 und BVGE 2013/22 E. 5.4 letz-
ter Abschnitt).
6.2.3 Auch betreffend die Frage der Durchführbarkeit, insbesondere der
Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges drängt sich unter Berücksichti-
gung der wiedererwägungsweise geltend gemachten Vorbringen und Be-
weismittel keine gegenüber der angefochtenen Verfügung und gegenüber
den beiden Verfügungen des SEM und den beiden Urteilen des Bundes-
verwaltungsgerichts in den vorangegangenen Verfahren andere Betrach-
tungsweise auf. Auch hierbei kann auf die Erwägungen des SEM verwie-
sen werden. Die Vorbringen sind weder revisionsrechtlich bedeutsam noch
beinhalten sie eine beachtenswerte nachträgliche wesentliche Verände-
rung der Sachlage. Insbesondere ist klarzustellen, dass die Hochbegabung
nicht neu ist und die angeblichen Integrationsfortschritte und Verwurzelun-
gen in die hiesigen Verhältnisse nur dann als vollzugshinderlich bedeutsam
werden können, wenn damit gleichzeitig eine Entwurzelung aus den hei-
matlichen Verhältnissen und eine dadurch bestehende konkrete Gefähr-
dung einhergeht. Eine solche ist bei der zweitrubrizierten zum einen nicht
zu erkennen und zum andern ist mitzuberücksichtigen, dass die Beschwer-
deführenden seit dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 12. Ok-
tober 2016 – weniger als ein Jahr nach der Einreise – bereits rechtskräftig
zur Ausreise verpflichtet waren, sich dieser aber bislang entzogen haben.
6.2.4 Betreffend den in der Beschwerde geltend gemachten politischen
Exilaktivismus der zweitrubrizierten Beschwerdeführerin (...) ist abermals
auf das bereits im Urteil E-6756/2017 des Bundesverwaltungsgerichts vom
9. Januar 2018 in E. 5.4 Erwogene hinzuweisen, wonach nicht Gegenstand
des Beschwerdeverfahrens sein kann, was nicht bereits Gegenstand des
erstinstanzlichen Wiedererwägungsverfahrens gewesen ist. Unbesehen
dessen liegt das hierzu vorgelegte Beweismittel (angeblich [...]-Auszug mit
Posts und Kommentaren) nach wie vor nicht in einer schweizerischen
Amtssprache vor, weshalb der angeblich gefährdungsbegründende Inhalt
nicht erkennbar ist. Im Übrigen ist nicht einzusehen und wird auch nicht
schlüssig dargetan, weshalb ein Identifizierungsrisiko bestehen sollte,
wenn die (...)-Inhalte gar nicht unter eigenem Namen verfasst sind. Es ist
nicht einmal erstellt, dass die zweitrubrizierte Beschwerdeführerin über-
haupt die Urheberin dieser Inhalte ist und wann diese produziert wurden.
Weitere Ausführungen hierzu erübrigen sich.
6.2.5 Schliesslich ist festzustellen, dass weite Teile der Beschwerde blosse
Wiederholungen und Bekräftigungen von Vorbringen des ordentlichen
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Seite 13
Asylverfahrens und des ersten Wiedererwägungsverfahrens sowie Kritik
an den dort ergangenen erst- und zweitinstanzlichen Entscheiden darstel-
len. Die Beschwerdeführenden sind – auch im Hinblick auf die Begehung
allfälliger künftiger ausserordentlicher Verfahrensschritte – mit Nachdruck
darauf aufmerksam zu machen, dass eine Wiedererwägung, eine Revision
oder ein Mehrfachasylgesuch nicht beliebig zulässig ist und namentlich
nicht dazu dienen darf, blosse Urteilskritik zu üben, die Rechtskraft von
Verwaltungs- und Gerichtsentscheiden immer wieder infrage zu stellen
oder die Fristen für die Ergreifung von Rechtsmitteln zu umgehen. Sollten
sie eine Familienvereinigung in E._ nach wie vor nicht in Betracht
ziehen wollen, liegt es an ihnen sowie an ihrem medizinisch behandelnden,
rechtlich beratenden und sie anderweitig betreuenden Umfeld, konstruktiv
auf die Realisierung der Ausreise hinzuwirken und die Rückkehr in ihre
Heimat als Chance zu einem Neubeginn in einem sozial, kulturell und
sprachlich vertrauten Umfeld zu verstehen und zu nutzen.
6.3 Nach dem Gesagten ist zusammenfassend nicht von einem wiederer-
wägungsrelevanten Vorliegen neuer erheblicher Tatsachen und Beweismit-
tel im Sinne von Art. 66 Abs. 2 Bst. a VwVG oder einer wesentlichen Ver-
änderung der Sachlage auszugehen. Die Rechtskraft der Verfügung des
SEM vom 9. Juni 2016 bleibt bestehen. Das SEM hat das Wiedererwä-
gungsgesuch somit zu Recht abgewiesen.
7.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich zusammenfassend, dass die ange-
fochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen
Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und
– soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist
abzuweisen. Es erübrigt sich, auf deren Inhalt sowie die vorgelegten Be-
weismittel näher einzugehen, da sie am Ergebnis nichts zu ändern vermö-
gen. Ebenso erübrigt es sich, die in Aussicht gestellten, aber bislang ohne
entsprechende Erklärung nicht nachgereichten weiteren Beweismittel (vgl.
Beschwerde Ziff. II/A/8 und 10) längerer abzuwarten, da nach dem Erwo-
genen auch diesen keine Bedeutsamkeit zukommen kann.
8.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den Beschwer-
deführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt
Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1‒3 des Reglements vom 21. Februar 2008
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht
[VGKE, SR 173.320.2]).
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Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung nach
Art. 65 Abs. 1 VwVG ist abzuweisen, da die Beschwerde gemäss den vor-
stehenden Erwägungen als aussichtslos zu bezeichnen ist und es daher
an einer gesetzlichen Voraussetzung zur Gewährung der unentgeltlichen
Prozessführung fehlt. Damit ist auch der nach Art. 65 Abs. 2 VwVG (statt
aArt. 110a Abs. 1 AsylG; vgl. dessen Abs. 3) zu beurteilende Antrag um
Beiordnung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes abzuweisen.
(Dispositiv nächste Seite)
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