Decision ID: cd82fab0-652c-4ac0-9561-e94f5c3affd2
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. X._, geboren am _1981 oder _1982 in Y._, Kosovo, oder in Slowenien, ist
slowenischer Staatsangehöriger. Am _2004 heiratete er in Z._ A._ (ledig: B._),
geboren am _1984 in W._, Kosovo, ebenfalls slowenische Staatsangehörige. Aus der
Ehe gingen die Kinder C._, geboren am _2005, D._, geboren am _2010, und E._,
geboren am _2018, alle slowenische Staatsangehörige, hervor. Ab August 2016 resp.
15. Oktober 2016 wohnte die Familie in der Schweiz. Mit Verfügung vom
23. Februar 2017 wies das Migrationsamt ein Gesuch von A._ vom
29. November 2016/9. Dezember 2016 um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung EU/
EFTA ab und ordnete deren Wegweisung an. Seit dem 26. Juni 2017 verfügt sie wie
auch ihre Kinder über eine bis 25. Juni 2022 gültige Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA.
X._ reichte am 29. August 2016 ein Gesuch um Aufenthaltsbewilligung ein, wobei er,
wie auch anlässlich seiner Einvernahme am 29. Oktober 2016, fälschlicherweise angab,
nicht vorbestraft zu sein. Mit Verfügung vom 18. Januar 2017 wies das Migrationsamt
dieses Gesuch ab und wies X._ aus der Schweiz weg. Am 17. Februar 2017 verliess er
die Schweiz (Vorakten Migrationsamt X._ [fortan: Dossier A, S. 5 f., 10 f., 34-37, 60,
63, 68-71, 79, 83 f.], Vorakten Migrationsamt A._ [fortan: Dossier B, S. 4, 14-17, 39-42
und 98], Vorakten Migrationsamt C._ [fortan: Dossier C, S. 3 und 9], Vorakten
Migrationsamt D._ [fortan: Dossier D, S. 3 und 9], act. 2/2a).
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B. X._ trat, soweit ersichtlich, folgendermassen strafrechtlich in Erscheinung
(Dossier A, S. 60-65, 85 f., 108-115, 120-122 und 125-130):
Ein Strafverfahren wegen Einfuhr von mutmasslich 11 kg Heroin nach Italien gegen ihn
ist am Gericht von Pescara noch hängig. Mit Beschluss vom 28. Juni 2016 (act. 2/4)
sah die überwachungsstaatsanwältin von Triest von der Vollstreckung der mit Urteil
vom 22. Juni 2010 angeordneten Ausweisung aus Italien ab. Am 31. Juli 2016 wurde
X._ eigenen Angaben zufolge in Italien vorzeitig aus dem Strafvollzug entlassen
(act. 7/1, S. 6 Ziff. II/2).
C. Am 1. August 2017 reiste X._ in die Schweiz ein, wo er am 17. August 2017 um
Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA ersuchte. Mit Verfügung vom
16. April 2018 verweigerte das Migrationsamt die Erteilung der Aufenthaltsbewilligung
EU/EFTA und ordnete die Wegweisung von X._ unter Ansetzung einer Ausreisefrist
von 30 Tagen nach Rechtskraft der Verfügung an (Dossier A, S. 91, 93-95, 178-185).
Mit Urteil des Gerichts von Mailand vom 22. Juni 2010, bestätigt vom
Berufungsgericht Mailand mit Urteil vom 3. Mai 2011, wurde er wegen
Drogenhandels, begangen vom 3. Juli 2006 bis 18. Juli 2006 in Albanien und Italien,
zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und einer Geldstrafe von EUR 18'000
verurteilt und als Nebenstrafe unter anderem seine Ausweisung aus Italien
angeordnet;
–
Mit Urteil vom 16. März 2011 des Ermittlungsrichters des Gerichts von Ravenna,
teilweise abgeändert durch das Urteil des Berufungsgerichts Bologna vom
3. Februar 2012, wurde er wegen unerlaubter Veräusserung (begangen am
19. November 2005 in Ravenna) und unerlaubter Einfuhr von Drogen (begangen in
einem früheren Zeitraum und kurz vor dem 24. Juli 2006 in Ravenna) zu einer
Freiheitsstrafe von sechs Jahren und einer Geldstrafe von EUR 30'000 verurteilt;
–
Mit Strafbefehl des Untersuchungsamtes Gossau vom 3. Februar 2017 wurde er
wegen versuchter Täuschung der Behörden mit einer Geldstrafe von 20
Tagessätzen zu je CHF 30, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von zwei
Jahren und einer Busse von CHF 250, ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von drei
Tagen, verurteilt.
–
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Dagegen rekurrierte X._ durch seinen Rechtsvertreter am 27. April 2018 an das
Sicherheits- und Justizdepartement (act. 7/1). Mit Entscheid vom 2. Juli 2018 (versandt
am 3. Juli 2018) wies das Departement den Rekurs ab (act. 2/2). Gegen den Entscheid
des Sicherheits- und Justizdepartements (Vorinstanz) vom 2. Juli 2018 erhob X._
(Beschwerdeführer) am 20. August 2018 durch seinen Rechtsvertreter Beschwerde
beim Verwaltungsgericht mit dem Rechtsbegehren, es sei der angefochtene Entscheid
unter Kostenfolge aufzuheben und ihm mit Wirkung ab 1. August 2017 eine
Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA zu erteilen (act. 1). Mit Vernehmlassung vom
24. September 2018 schloss die Vorinstanz auf Abweisung der Beschwerde (act. 6).
Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten und die Akten wird, soweit

wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. [...]
2. Der Beschwerdeführer wirft der Vorinstanz zunächst vor (act. 1, S. 7 f. Ziff. II/3), sie
habe sich mit den Einschätzungen der überwachungsstaatsanwältin von Triest nicht
auseinandergesetzt. Überdies wäre sie gehalten gewesen, ihn mündlich anzuhören.
2.1. Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 der
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR 101, BV) folgt die
Verpflichtung der Behörde, ihren Entscheid zu begründen. Dabei kann sie sich auf die
für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Die Begründung muss so
abgefasst sein, dass sich die betroffene Person über die Tragweite des Entscheids
Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz
weiterziehen kann. In diesem Sinn müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt
werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid
stützt. Es genügt dabei, wenn die Begründung implizit erfolgt (vgl. BGer 8C_606/2017
vom 7. November 2017 E. 3.2 mit Hinweisen).
In Sachverhalt lit. F des angefochtenen Entscheids (act. 2/2, S. 5 f.) berücksichtigte die
Vorinstanz die gestützt auf den Beschluss der überwachungsstaatsanwältin von Triest
vom 28. Juni 2016 ergangenen Vorbringen des Beschwerdeführers. In Erwägung 4
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(S. 7-10) ging sie jedoch nicht mehr darauf ein. Damit brachte sie implizit zum
Ausdruck, dass dieser Beschluss ihrer Meinung nach nicht weiter von Belang ist.
Dessen ungeachtet vermochte der Beschwerdeführer den angefochtenen Entscheid
durchaus sachgerecht anzufechten. Die Vorinstanz begründete ihren Entscheid
insoweit hinreichend. Eine Verletzung des Anspruchs des Beschwerdeführers auf
rechtliches Gehör liegt nicht vor.
2.2. Der Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) soll unter anderem
sicherstellen, dass sich die Betroffenen vor Erlass eines in ihre Rechtsstellung
eingreifenden Entscheids zur Sache äussern können. Dabei handelt es sich um ein
persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht. In welcher Form den Betroffenen
Gelegenheit zur Stellungnahme einzuräumen ist, regelt Art. 29 Abs. 2 BV jedoch nicht.
Jedenfalls ergibt sich aus der genannten Bestimmung nach ständiger Rechtsprechung
kein genereller Anspruch auf eine vorgängige mündliche Äusserung oder Anhörung
durch das Gericht (vgl. BGer 2C_702/2016 vom 30. Januar 2017 E. 3.3.2 mit
Hinweisen). Dementsprechend kann der Vorinstanz keine Verletzung des rechtlichen
Gehörs des Beschwerdeführers vorgeworfen werden, wenn sie von einer mündlichen
Anhörung absah, auch wenn es im Rahmen von Art. 29 Abs. 2 BV geboten sein kann,
eine mündliche Anhörung zu einer allfälligen sogenannten biografischen Kehrtwende
durchzuführen (vgl. BGer 2C_94/2016 vom 2. November 2016 E. 3.2, 5.4 und 6.2).
2.3. Entgegen anderslautender Darstellung des Beschwerdeführers finden sich sodann
keine Anhaltspunkte dafür, dass er im vorinstanzlichen Rekursverfahren eine mündliche
Anhörung beantragt hätte. Trotz entsprechendem Beweisantrag des
Beschwerdeführers (act. 1, S. 8) kann darauf im vorliegenden Beschwerdeverfahren
verzichtet werden. Die entscheidrelevanten tatsächlichen Verhältnisse ergeben sich aus
den Verfahrensakten (vgl. dazu BGer 8C_649/2017 vom 4. Januar 2018 E. 7.6.2 mit
Hinweisen und BGE 141 I 60 E. 3.3 mit Hinweisen).
3. Der Beschwerdeführer behauptet weiter, von ihm gehe kein hinreichendes
Rückfallrisiko mehr aus (act. 1, S. 6-8 Ziff. II/3 f.) und die Nichterteilung der
Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA sei unverhältnismässig (act. 1, S. 8-10 Ziff. 4 f.).
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3.1. Als slowenischer Staatsangehöriger kann sich der Beschwerdeführer auf das
Abkommen zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der
Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die
Freizügigkeit (SR 0.142.112.681, FZA) berufen, welches ihm einen grundsätzlichen
Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung einräumt (vgl. Art. 4 FZA; Art. 6
Abs. 1 Anhang I FZA). Gemäss Art. 2 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die
Ausländerinnen und Ausländer (Ausländergesetz; SR 142.20, AuG) gilt das AuG für den
Beschwerdeführer als Angehörigen eines Mitgliedstaates der Europäischen
Gemeinschaft nur soweit, als das FZA keine abweichenden Bestimmungen enthält oder
das AuG günstigere Bestimmungen vorsieht. Die Nichterteilung von Bewilligungen ist
im FZA nicht geregelt, so dass Entfernungs- und Fernhaltemassnahmen gegenüber
Angehörigen von Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft gestützt auf
Art. 60-68 AuG angeordnet werden. Dasselbe ergibt sich aus Art. 24 der Verordnung
über die schrittweise Einführung des freien Personenverkehrs zwischen der
Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäische Union und deren
Mitgliedstaaten sowie unter den Mitgliedstaaten der Europäischen
Freihandelsassoziation (Verordnung über die Einführung des freien Personenverkehrs;
SR 142.203, VEP). Ist einer der in Art. 62 AuG niedergelegten Widerrufsgründe erfüllt
und ist die Massnahme verhältnismässig im Sinn von Art. 96 Abs. 1 AuG und Art. 8 Ziff.
2 der Europäischen Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten
(SR 0.101, EMRK), ist zu prüfen, inwiefern das FZA zusätzliche Schranken auferlegt
(vgl. BGer 2C_793/2015 vom 29. März 2016 E. 4 mit Hinweisen). Die landesrechtlichen
Voraussetzungen dürfen nicht derart ausgestaltet sein, dass sie einen staatsvertraglich
gewährleisteten Anspruch auf Aufenthalt vereiteln (vgl. BGer 2C_52/2014 vom
23. Oktober 2014 E. 3.2).
3.2. Der Widerrufsgrund von Art. 62 Abs. 1 lit. b AuG ist durch die zwei Verurteilungen
in Italien zu vier und sechs Jahren Freiheitsstrafe zweifellos erfüllt, zumal unbestritten
geblieben ist, dass diese Verurteilungen durch ausländische Gerichte berücksichtigt
werden dürfen (vgl. hierzu BGer 2C_8/2014 vom 8. Januar 2015 E. 2.2 mit Hinweisen).
Bei der Interessenabwägung nach Art. 8 EMRK bzw. Art. 96 AuG sind namentlich die
Schwere des Delikts, das Verschulden des Betroffenen, der seit der Tat vergangene
Zeitraum, das Verhalten des Ausländers während diesem, der Grad seiner Integration
bzw. der Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die ihm und seiner Familie
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drohenden Nachteile zu berücksichtigen. Keines dieser Elemente ist für sich allein
ausschlaggebend; erforderlich ist eine Gesamtsicht aller Umstände im Einzelfall. Bei
gewichtigen Straftaten und bei wiederholter (unverbesserlicher) Delinquenz besteht
regelmässig ein wesentliches öffentliches Interesse daran, die Anwesenheit eines
Ausländers zu beenden, der die hier geltenden elementaren Werte geringschätzt. Das
trifft insbesondere zu, wenn der Betroffene besonders hochwertige Rechtsgüter
verletzt oder in Gefahr gebracht hat bzw. er zeigt, dass er auch künftig weder gewillt
noch fähig ist, sich an die hiesige Rechtsordnung zu halten (vgl. BGer 2C_740/2017
vom 6. März 2018 E. 2.1 und 2.2.1 mit Hinweisen).
Gemäss den auf den Beschwerdeführer als Unionsbürger anwendbaren Grundsätzen
von Art. 5 Anhang I FZA ist für Entfernungs- und Fernhaltemassnahmen
freizügigkeitsrechtlich erforderlich, dass von der betroffenen Person eine gegenwärtige,
tatsächliche und hinreichend schwere Gefahr ausgeht, die ein grundlegendes
Schutzinteresse der Gesellschaft berührt; generalpräventive Überlegungen genügen
hierzu nicht. Eine (frühere) strafrechtliche Verurteilung darf berücksichtigt werden, wenn
die ihr zugrundeliegenden Umstände ein persönliches Verhalten erkennen lassen, das
eine gegenwärtige Gefährdung der öffentlichen Ordnung darstellt. Das schliesst nicht
aus, aufgrund des bisherigen Verhaltens den Grad der fortbestehenden Gefährdung
abzuschätzen. Die erforderliche Gefahr setzt nicht voraus, dass ein Straftäter mit
Sicherheit wieder delinquieren wird; ebensowenig ist umgekehrt verlangt, dass
überhaupt kein Restrisiko mehr besteht. Je schwerer die befürchtete bzw.
vernünftigerweise absehbare Rechtsgutsverletzung wiegt, umso weniger ist die
Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls hinzunehmen. Als schwerwiegend gelten
Beeinträchtigungen der physischen, psychischen und sexuellen Integrität, der
Drogenhandel und die organisierte Kriminalität sowie Terrorismus und
Menschenhandel (vgl. BGer 2C_740/2017 vom 6. März 2018 E. 2.2.2, BGer
2C_828/2016 vom 17. Juli 2017 E. 3.1 f., BGer 2C_108/2016 vom 7. September 2016
E. 2.3 und BGer 2C_476/2012 vom 30. Oktober 2012 E. 3.1 und 3.3 je mit Hinweisen,
siehe auch Burri/Priuli, Landesverweisung und Freizügigkeitsabkommen, in: AJP
7/2017, S. 886, S. 893 ff., und M. Spescha, Migrationsrecht, 4. Aufl. 2015,
Art. 5 Anhang I FZA N 5).
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3.3. Gemäss dem Strafregisterauszug vom 16. September 2016 (Dossier A, S. 60-65)
ist der Beschwerdeführer mit Urteil des Gerichts von Mailand vom 22. Juni 2010 zu
einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und mit Urteil des Gerichts von Ravenna vom
16. März 2011 zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt worden. Ein solches
Strafmass indiziert ein erhebliches migrationsrechtliches Verschulden, liegt es doch
über der Grenze von einem Jahr, welche für die Möglichkeit des Widerrufs massgeblich
ist (vgl. BGer 2C_140/2017 vom 12. Januar 2018 E. 6.2 mit Hinweisen). Grundlage für
die verfahrensauslösenden Freiheitsstrafen von insgesamt zehn Jahren bildeten
Drogendelikte. Die begangene Rechtsgutverletzung wiegt schwer, erachtet das
Bundesgericht doch den Drogenhandel angesichts der Gefährdung der öffentlichen
Gesundheit als schwere Straftat, die ein hohes öffentliches Interesse an einer
Ausweisung bzw. Fernhaltung der Täter begründet (vgl. BGE 139 I 16 E. 2.2.1 mit
Hinweisen). Das migrationsrechtliche Verschulden wird somit durch die Deliktart noch
erschwert. Anhaltspunkt dafür, dass dabei nur eine geringe Betäubungsmittelmenge
gehandelt worden wäre, der Beschwerdeführer nur auf einer niedrigen Hierarchiestufe
tätig oder selbst drogenabhängig gewesen wäre oder er aus finanzieller Not heraus
delinquiert hätte, bestehen nicht und werden vom Beschwerdeführer auch nicht weiter
dargetan. Vielmehr weigert sich der Beschwerdeführer nach wie vor in Verletzung
seiner weitreichenden Mitwirkungspflicht (Art. 90 AuG, vgl. BGer 2A.485/2003 vom
20. Februar 2004 E. 2.1 mit Hinweisen), welche auch im Anwendungsbereich des FZA
zum Tragen kommt (vgl. BGer 2C_292/2017 vom 8. März 2018 E. 4.2, allerdings in
Bezug auf das Vorliegen einer Scheinehe), für die Prüfung seines Gesuchs um Erteilung
einer Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA sämtliche Strafurteile aus Italien mit vollständiger
deutscher Übersetzung einzureichen (vgl. Dossier A, S. 124, und act. 2/3). Im Weiteren
musste er nach seiner vorzeitigen Entlassung aus dem Strafvollzug in Italien am
31. Juli 2016 (act. 7/1, S. 6 Ziff. II/2), in der Schweiz erneut strafrechtlich belangt
werden, selbst wenn die Verurteilung vom 3. Februar 2017 wegen versuchter
Täuschung der Behörden (Dossier A, S. 85 f.) keinen Bezug zu den Drogendelikten in
Italien aufwies und nicht überbewertet werden darf. Ferner muss im administrativen
Verfahren anders als im Strafverfahren, wo vor einer rechtskräftigen Verurteilung die
Unschuldsvermutung gilt, mangels Verurteilung nicht davon ausgegangen werden, der
Beschwerdeführer habe sich nichts zuschulden kommen lassen (vgl. VerwGE
B 2012/140 vom 8. November 2013 E. 4.2.4 mit Hinweis auf BGer 2C_318/2010 vom
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16. September 2010 E. 2.1 und 3.2, www.gerichte.sg.ch). Folglich ist auch zu
berücksichtigen, dass in Italien ein weiteres Strafverfahren wegen Einfuhr von
mutmasslich 11 kg Heroin hängig ist. Die vom Beschwerdeführer verübten Taten
offenbaren eine erhebliche kriminelle Energie und zeigen eine Gleichgültigkeit und
Geringschätzung gegenüber der italienischen und damit auch der hiesigen
Rechtsordnung. Der Beschwerdeführer hat die Bereitschaft gezeigt, die Gesundheit
vieler Menschen aufs Spiel zu setzen, was er auch wissen musste. Damit besteht
grundsätzlich ein erhebliches öffentliches Interesse, den Beschwerdeführer wegen
seiner aus rein finanziellen Interessen begangenen Drogendelikte von der Schweiz
fernzuhalten.
Angesichts der vom Beschwerdeführer begangenen schweren Delikte sind die
Anforderungen an die gegenwärtige Wahrscheinlichkeit einer Rückfallgefahr nicht hoch.
Auch wenn die überwachungsstaatsanwältin von Triest ihm mit Beschluss vom
28. Juni 2016 (act. 2/4) in strafrechtlicher Hinsicht eine gute Legalprognose zugestand
und eine gegenwärtige Gefährdung der öffentlichen Ordnung verneinte, kann eine
Rückfallgefahr ausländerrechtlich (vgl. zum strengerer Beurteilungsmassstab
BGer 2C_831/2016 vom 26. Januar 2017 E. 3.2.1 mit Hinweisen, insbesondere auf
BGE 137 II 233 E. 5.2.2) nicht ausgeschlossen werden: Angesichts der Weigerung des
Beschwerdeführers, die Strafurteile aus Italien mit deutscher Übersetzung
einzureichen, kann die Feststellung der überwachungsstaatsanwältin, Kontakte und
Beziehungen des Beschwerdeführers zur organisierten Kriminalität seien nicht
nachgewiesen, nicht nachvollzogen werden. Weiter hielten den Beschwerdeführer
weder seine Heirat am 30. Oktober 2004 noch die Geburt seiner ältesten Tochter am
10. September 2005 davon ab, die Drogendelikte in den Jahren 2005 und 2006,
aufgrund derer er in Italien bisher verurteilt wurde, zu begehen. Die von der
überwachungsstaatsanwältin ins Feld geführten stabilen Familienbeziehungen
schliessen demzufolge einen Rückfall nicht aus. Abgesehen vom hängigen
Strafverfahren in Italien wurde der Beschwerdeführer sodann, soweit ersichtlich, seit
seiner vorzeitigen Entlassung aus dem Strafvollzug in Italien, in welchem ein tadelloses
Verhalten regelmässig erwartet werden darf (vgl. BGE 139 II 121 E. 5.5.2, in:
Pra 103 [2014] Nr. 1), am 31. Juli 2016 (act. 7/1, S. 6 Ziff. II/2) und damit seit knapp
eineinhalb Jahren nicht mehr wegen Drogendelikten verurteilt. Selbst wenn sich die
bisherigen Verurteilungen auf in den Jahren 2005 bis 2007 begangene Delikte
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beschränkten, erweist sich die seit seiner Haftentlassung abgelaufene Bewährungszeit
mit Blick auf die von ihm verletzten Rechtsgüter mithin als zu kurz, als dass bereits von
einer grundlegenden und gefestigten Wandlung ("biografische Kehrtwende")
ausgegangen werden könnte (vgl. BGE 130 II 493 E. 5, in: Pra 94 [2005] Nr. 99). Selbst
wenn beim Beschwerdeführer nicht mehr von einer hohen, sondern nurmehr von einer
mässigen Rückfallgefahr auszugehen wäre, ist in Anbetracht dieser Umstände und der
Art und Schwere der begangenen Delikte nicht ausreichend sichergestellt, dass der
Beschwerdeführer die öffentliche Sicherheit und Ordnung künftig nicht mehr stören
wird, sodass die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und die Wegweisung
des Beschwerdeführers aus der Schweiz mit Art. 5 Anhang I FZA vereinbar ist.
Dem öffentlichen Interesse an der Wegweisung des Beschwerdeführers sind die
privaten Interessen an dessen Verbleib in der Schweiz gegenüberzustellen. Der
Beschwerdeführer ist im Alter von 34 oder 35 Jahren erstmals in die Schweiz
eingereist, lebt nun seit knapp eineinhalb Jahren wieder in der Schweiz, weshalb für ihn
eine Rückkehr nach Slowenien oder Italien ohne weiteres zumutbar ist. Daran ändert
nichts, dass er, wie offenbar zuvor auch seine Ehefrau, welche allerdings keine
entsprechenden Lohnabrechnungen einreichte (Dossier B, S. 10-15, 26 und 39-42),
eigenen Angaben gemäss nach wie vor für die Q._ GmbH arbeitet (Dossier A, S. 87 f.,
act. 1, S. 10 Ziff. II/5). Wie die Vorinstanz in Erwägung 5b des angefochtenen
Entscheids (act. 2/2, S. 11) nachvollziehbar ausgeführt hat, musste ihm bei
Stellenantritt aufgrund der vom Migrationsamt am 18. Januar 2017 rechtskräftig
verfügten Wegweisung bewusst gewesen sein, dass er nicht über eine
Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA verfügt. Seine hier seit dem 26. Juni 2017
aufenthaltsberechtigte 34-jährige Ehefrau lebt seit zwei Jahren in der Schweiz. Sie hat
sich in der Schweiz weder beruflich noch ausserfamiliär gesellschaftlich integriert.
Vielmehr räumt sie selbst ein, dass sie im Falle einer Wegweisung des
Beschwerdeführers ergänzend von der Sozialhilfe unterstützt werden müsste (act. 1,
S. 8 Ziff. II/4). Der Ehefrau und ihren mittlerweile drei Kindern kann somit zugemutet
werden, ihr Familienleben mit dem Beschwerdeführer in Slowenien zu führen. Es steht
ihr jedoch frei, vorderhand in der Schweiz zu verbleiben. In diesem Fall würde der
Beschwerdeführer von seiner Frau und seinen Kindern insofern getrennt, als das
Familienleben, wie bereits während des Strafvollzugs in Italien zwischen 2010 und 2016
(act. 2/4), nicht dauerhaft gelebt werden könnte. Den Kontakt können sie im Rahmen
https://www.swisslex.ch/doc/unknown/3f6b5e6d-578d-436e-b35d-54af5a0bb007/citeddoc/6e843941-83e4-49e3-8734-120908ef10fa/source/document-link
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von gegenseitigen Besuchen und mittels der Nutzung von modernen
Kommunikationsmitteln aufrechterhalten. Gesamthaft betrachtet überwiegt das
öffentliche Interesse an der Wegweisung des Beschwerdeführers dessen privates
Interesse am Verbleib in der Schweiz. Die Nichterteilung der Aufenthaltsbewilligung EU/
EFTA erweist sich als verhältnismässig und wurde von der Vorinstanz zu Recht
bestätigt. Die Beschwerde ist abzuweisen.
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