Decision ID: be9cf9a8-74fd-52bb-86f9-93d871f9e474
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
H._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Josef Jacober, Oberer Graben 44, Postfach,
9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente (Wiederanmeldung)
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St.Galler Gerichte
Sachverhalt:
A.
A.a H._ meldete sich am 24. Mai 2001 zum Bezug von IV-Rentenleistungen an. Er
machte geltend, an chronischen Atembeschwerden zu leiden (act. G 5.2). Mit
Verfügung vom 29. Oktober 2002 lehnte die IV-Stelle aufgrund des von ihr ermittelten
Invaliditätsgrads von 18% einen Rentenanspruch des Versicherten ab (act. G 5.44). Die
dagegen gerichtete Beschwerde vom 29. November 2002 (act. G 5.48) wies das
Versicherungsgericht mit Urteil vom 28. Oktober 2003, IV 2002/241, ab (act. G 5.53).
A.b Am 2. Februar 2004 meldete sich der Versicherte erneut zum Bezug von IV-
Rentenleistungen an. Zur Begründung gab er an, dass er nebst einer chronischen
Atemnot auch an einem Stimmungstief und an Übergewicht leide (act. G 5.56). Die IV-
Stelle trat auf das Leistungsbegehren nicht ein (Verfügung vom 2. Juli 2004, act.
G 5.73). Letztinstanzlich wurde das Nichteintreten durch das damalige Eidgenössische
Versicherungsgericht (EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des
Bundesgerichts) bestätigt (Urteil des EVG vom 15. Juli 2005, I 260/05).
A.c Der Versicherte meldete sich am 7. Juni 2006 ein weiteres Mal zum Bezug von IV-
Leistungen an (Rente und Eingliederungsmassnahmen, act. G 5.105; vgl. auch act.
G 5.109). Am 11. September 2006 gab er ergänzend an, dass er aufgrund von
Atembeschwerden, Asthma, Herzbeschwerden, (Hoch-)Blutdruck, "Nervose" und
"Zuckerkrankheiten" in seiner Leistungsfähigkeit eingeschränkt sei. Für eine
Umschulung sei er "zu alt, krank und schulungsungewohnt (nur 8 Jahre Schulbesuch
im Heimatland)". Andere Eingliederungsmassnahmen hielt er für sinnlos (act. G 5.120).
A.d Der behandelnde Dr. med. A._, Facharzt FMH für Innere Medizin, gab im
Verlaufsbericht vom 24. Dezember 2006 an, dass sich der Gesundheitszustand des
Versicherten seit dem letzten Arztbericht vom 28. August 2006 (vgl. hierzu act.
G 5.114-5 ff.) verschlechtert habe. Es bestehe eine multifaktorielle
Anstrengungsdyspnoe (DD Adipositas, DD beginnendes Asthma, DD beginnende
COPD, DD psychogen), eine geringgradige interstitielle Lungenstrukturvermehrung und
Bronchialwandverdickung unspezifischer Ätiologie, eine funktionell restriktive
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Ventilationsstörung, eine morbide Adipositas (BMI 42kg/m ), eine
Ruhesinustachykardie unklarer Genese, eine schwere Insomnie mit
Durchschlafstörungen (DD psychisch bedingt), eine leichte bis mittelschwere
Depression sowie ein Verdacht auf POS (act. G 5.122). Im Arztbericht vom 17. März
2007 diagnostizierte der behandelnde Dr. med. A._, Facharzt FMH für Psychiatrie
und Psychotherapie, ein depressives Syndrom leicht bis mittelgradig ausgeprägt mit
vermutlich "psychoganischen" Anteilen sowie einen Verdacht auf
Somatisierungsstörung mit psychischer Überlagerung der körperlichen Beschwerden
(act. G 5.125).
A.e Am 20. und 22. Februar 2008 wurde der Versicherte durch die ABI Aerztliches
Begutachtungsinstitut GmbH polydisziplinär (internistisch/allgemeinmedizinisch,
psychiatrisch, neurologisch und pneumologisch) begutachtet. Mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit diagnostizierten die Experten eine leichte depressive Episode (ICD-10:
F32.0), chronische Kopfschmerzen (ICD-10: R51), eine chronische Lumbago (ICD-10:
M54.5), ein Asthma bronchiale (ICD-10: J45.9) sowie eine Gangataxie unklarer Ätiologie
(ICD-10: R26.8). Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestünden ein metabolisches
Syndrom und eine Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10: F54). Die Gutachter kamen
zum Schluss, dass der Beschwerdeführer für körperlich leichte bis selten mittelschwere
leidensadaptierte Tätigkeiten über eine 80%ige Arbeitsfähigkeit verfüge. Die
neurologischen, pneumologischen und psychiatrischen Einschränkungen könnten nicht
addiert werden, da der Versicherte "die gleichen Zeitabschnitte zum Einlegen von
Pausen und zur Erholung nutzen" könne. Als Beginn der andauernden, 20%igen
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierten Tätigkeiten könne das Datum
der IV-Anmeldung vom 10. August 2006 genommen werden (act. G 5.144).
A.f Im Vorbescheid vom 1. Juli 2008 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in Aussicht,
einen Anspruch auf Rentenleistungen zu verneinen. Dem Vorbescheid legte sie einen
Invaliditätsgrad von 20% zugrunde (act. G 5.148).
A.g Dagegen erhob der Versicherte am 1. September 2008 Einwand (act. G 5.151). In
der Einwandbegründung vom 29. September 2008 beantragte er die Einholung eines
neutralen Obergutachtens. Ferner sei die Angelegenheit pendent zu halten, bis
Abklärungsberichte des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) vorlägen. Eventualiter seien
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berufliche Massnahmen durchzuführen. Subeventualiter sei ihm eine Viertelsrente
zuzusprechen. Zur Begründung führt er im Wesentlichen aus, dass die Beurteilung
durch die ABI nicht beweistauglich und die Höhe der Vergleichseinkommen
unzutreffend seien. Abschliessend weist der Versicherte darauf hin, dass er "auch
gerne Massnahmen beruflicher Art in Anspruch" nehme (act. G 5.154).
A.h Am 15. Oktober 2008 berichteten die Ärzte des Departements Innere Medizin,
Endokrinologie / Diabetologie, des KSSG, dass ein Verdacht auf eine
Schilddrüsenhormon-Resistenz, ein Diabetes mellitus Typ 2, ein Verdacht auf ein
obstruktives Schlafapnoe-Syndrom, eine Adipositas Klasse WHO Grad III (BMI 43,2kg/
m ), eine arterielle Hypertonie, eine Dyslipidämie und eine Depression bestünden (act.
G 5.160-3 ff.). Der seit 6. Oktober 2008 behandelnde Dr. med. B._, Facharzt FMH für
Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte im Bericht vom 16. Dezember 2008
eine schwere depressive Episode (ICD-10: F32.2) sowie eine anhaltende somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10: F45.4; act. G 5.163-4 ff.). Dr. med. C._, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) führte in
seiner Stellungnahme vom 2. Februar 2009 aus, dass das Ergebnis des ABI-
Gutachtens durch die nachgereichten ärztlichen Befundberichte nicht widerlegt sei,
insbesondere auch nicht durch die Ausführungen von Dr. B._, der denselben
Sachverhalt, wie er sich dem psychiatrischen ABI-Gutachter dargestellt habe, von
einigen nicht nachvollziehbaren unzutreffenden Voraussetzungen ausgehend lediglich
anders beurteilt habe (act. G 5.165).
A.i Die IV-Stelle verfügte am 11. Februar 2009 im Sinn des Vorbescheids vom 1. Juli
2008 und wies einen Rentenanspruch ab (act. G 5.166).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 11. Februar 2009 richtet sich die vorliegend zu
beurteilende Beschwerde vom 18. März 2009. Der Beschwerdeführer beantragt darin
unter Kosten- und Entschädigungsfolge deren Aufhebung und die Rückweisung der
Sache an die Beschwerdegegnerin zur Abklärung und Neubeurteilung. Es sei ein
neutrales Obergutachten einzuholen. Eventualiter seien berufliche Massnahmen
durchzuführen. Subeventualiter sei ihm eine Viertelsrente zuzusprechen. Er stellt sich
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auf den Standpunkt, dass die Beurteilung durch die ABI mit Blick auf die davon
abweichenden Einschätzungen der behandelnden Ärzte, der im September 2008
gestellten Verdachtsdiagnose eines obstruktiven Schlafapnoe-Syndroms und der
gutachterlichen Verneinung eines Einflusses der Adipositas auf die Arbeitsfähigkeit
nicht zu überzeugen vermöge. Des Weiteren sei nicht nachvollziehbar, wieso eine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20% aus neurologischer und von 20% aus
psychiatrischer Sicht gesamthaft eine Einschränkung von 20% ergäben. Der
Beschwerdeführer rügt ferner die Höhe der Vergleichseinkommen und macht eine
Verletzung des Gehörsanspruchs geltend, da die Beschwerdegegnerin auf seine
Anträge bezüglich Eingliederungsmassnahmen nicht eingegangen sei (act. G 1). Der
Beschwerde legt er u.a. einen Bericht des Departements Innere Medizin, Allgemeine
Innere Medizin, des KSSG vom 22. Oktober 2008 bei (act. G 1.3).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt am 7. Mai 2009 die Beschwerdeabweisung.
Sie sieht keine Veranlassung, an der Beurteilung durch die ABI zu zweifeln. Die vom
Beschwerdeführer dagegen vorgebrachten Rügen seien nicht stichhaltig. Unter
Gewährung eines 10%igen Leidensabzugs errechnet sie einen Invaliditätsgrad von
32%. Da der Beschwerdeführer gemäss Aktenlage nicht eingliederungsfähig sei, habe
er von vornherein keinen Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen (act. G 5).
B.c Der Beschwerdeführer hält in der Replik vom 26. Juni 2009 an den gestellten
Anträgen und deren Begründung fest. Ergänzend rügt er, dass an der psychiatrischen
ABI-Begutachtung kein Dolmetscher teilgenommen habe (act. G 10).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 13).

Erwägungen:
1.
Der Beschwerdeführer beantragt u.a. die Durchführung von beruflichen Massnahmen.
1.1 Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich lediglich
Rechtsverhältnisse zu überprüfen bzw. zu beurteilen, zu denen die zuständige
Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich - in Form einer Verfügung - Stellung
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genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung den beschwerdeweise
weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem
Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und
insoweit keine Verfügung ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1).
1.2 Was die Ansprüche auf berufliche Massnahmen oder andere
Eingliederungsmassnahmen anbelangt, so ist festzustellen, dass diese weder
Gegenstand der Verfügung vom 11. Februar 2009 (act. G 5.166) noch des
Vorbescheids vom 1. Juli 2008 (act. G 5.148) bildeten. Im Hinblick darauf, dass in der
angefochtenen Verfügung ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von 20%
ermittelt wurde, ist die Frage betreffend berufliche Massnahmen auch nicht
notwendigerweise deren Gegenstand. Unter diesen Umständen ist der Anspruch auf
berufliche Massnahmen sowie andere Eingliederungsmassnahmen nicht
Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens, weshalb darauf nicht einzutreten
ist. Ergänzend ist zu bemerken, dass der Beschwerdeführer bereits im Einwand vom
1. /29. September 2008 die Durchführung von beruflichen Massnahmen (eventualiter)
beantragt (act. G 5.151 und G 5.154) und die Beschwerdegegnerin bis anhin noch
keinen entsprechenden Entscheid erlassen hat. Es ist daher an der
Beschwerdegegnerin, nun zügig über den Anspruch des Beschwerdeführers auf
Massnahmen beruflicher Art zu befinden.
2.
Zu prüfen bleibt damit der Rentenanspruch des Beschwerdeführers.
2.1 Am 1. Januar 2008 sind die im Zug der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung
über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz,
dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der
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zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V
467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am
11. Februar 2009 ergangen, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem
Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008
begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine am 7. Juni 2006
(act. G 5.105) angemeldete Dauerleistung betrifft, über die noch nicht rechtskräftig
verfügt wurde, ist entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für
die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals geltenden Bestimmungen und ab
diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der 5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-
Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04,
E. 1). Diese übergangsrechtliche Lage zeitigt indessen keine materiellrechtlichen
Folgen, da die 5. IV-Revision hinsichtlich des Begriffs und der Bemessung der
Invalidität keine substantiellen Änderungen gegenüber der bis Ende 2007 gültig
gewesenen Rechtslage gebracht hat. Nachfolgend werden die seit 1. Januar 2008
gültigen Bestimmungen des ATSG und IVG wiedergegeben.
2.2 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 ATSG). Erwerbsunfähigkeit
ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für einen allfälligen
Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG durch einen
Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die versicherte Person
nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und
zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen
könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Einkommen,
das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine
Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von
mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad
von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
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2.3 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und
demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung
des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Die Rechtsprechung hat es mit dem
Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte
Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung
aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das im Rahmen des Verwaltungsverfahrens
eingeholte Gutachten von externen Spezialärzten, die aufgrund eingehender
Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht
erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen,
besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien
gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb).
3.
Vorab ist die Frage zu beantworten, ob die medizinische Aktenlage eine
rechtsgenügliche Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erlaubt.
3.1 In medizinischer Sicht stützte sich die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen
Verfügung vom 11. Februar 2009 (act. G 5.166) auf das ABI-Gutachten vom 21. April
2008 (act. G 5.144). Der Beschwerdeführer erachtet dieses aus verschiedenen Gründen
für nicht beweistauglich.
3.2 Gegen das ABI-Gutachten bringt der Beschwerdeführer vor, dass dessen
psychiatrische Beurteilung nicht mit denjenigen von Dr. A._ vom "15. Februar
2007" (richtig: 17. März 2007, act. G 5.125) und Dr. B._ vom 16. Dezember 2008 (act.
G 5.163-4 ff.) zu vereinbaren sei (act. G 1, S. 7).
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3.2.1 Die ABI-Gutachter hatten Kenntnis vom genannten Bericht von Dr. A._
(act. G 5.144-4). Des Weiteren setzte sich der psychiatrische Teilgutachter damit
auseinander. Er legte dar, weshalb die von Dr. A._ aufgrund eines leicht- bis
mittelgradig ausgeprägten depressiven Syndroms und eines Verdachts auf
Somatisierungsstörung bescheinigte 100%ige Arbeitsunfähigkeit für jegliche
Tätigkeiten nicht nachvollziehbar ist (act. G 5.144-11). Ergänzend ist zu bemerken,
dass Dr. A._ seinen Bericht vom 17. März 2007 nicht auf aktuelle Untersuchungen,
sondern allein auf die Aufzeichnungen aus der psychiatrischen Behandlung im
Zeitraum vom 13. September 2004 bis 3. Juli 2006 stützte. Hinzu kommt, dass die
psychiatrische Befunderhebung äusserst knapp ausgefallen ist (act. G 5.125). Vor
diesem Hintergrund vermag der im Rahmen der ABI-Begutachtung diskutierte Bericht
von Dr. A._ keinen Zweifel am ABI-Gutachten entstehen zu lassen.
3.2.2 Dr. B._ diagnostizierte im Bericht vom 16. Dezember 2008 eine schwere
depressive Episode sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung. Er
bescheinigte dem Beschwerdeführer eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (act.
G 5.163-4 ff.). Vorweg ist zu erwähnen, dass Dr. B._ bei der Beurteilung der
Leistungsfähigkeit keine Unterscheidung zwischen der angestammten und einer
leidensadaptierten Tätigkeit vornimmt. Ferner setzt er sich nicht mit dem ihm
vorgelegenen ABI-Gutachten auseinander. Er nimmt damit - ohne Diskussion der
Ausführungen des psychiatrischen ABI-Gutachters - lediglich eine eigene Würdigung
des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers vor. Dabei stützt er sich
grösstenteils auf die Angaben des Beschwerdeführers bzw. auf
"aussenanamnestische" Angaben. Es ergeben sich aus seiner Beurteilung des
Weiteren weder objektive Hinweise für eine gesundheitliche Verschlechterung noch
wesentliche Gesichtspunkte, die anlässlich der ABI-Begutachtung ausser Acht
gelassen worden wären. Ferner ist darauf hinzuweisen, dass eine psychiatrische
Exploration von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen kann. Sie eröffnet
dem begutachtenden Psychiater daher praktisch immer einen gewissen Spielraum,
innerhalb dessen verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich,
zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte - wie vorliegend - lege artis
vorgegangen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 16. Mai 2008, 8C_809/2007,
E. 4.1). Schliesslich kann auch auf die psychiatrische Stellungnahme des RAD vom
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2. Februar 2009 verwiesen werden, worin die von Dr. B._ vorgenommene Beurteilung
kritisch hinterfragt wird (act. G 5.165).
3.3 Der Beschwerdeführer sieht den Beweiswert des psychiatrischen Teils des ABI-
Gutachtens auch darin erschüttert, dass die Begutachtung ohne Dolmetscher erfolgt
sei (act. G 10, S. 4).
3.3.1 Wie der Beschwerdeführer richtig bemerkt hat, kommt der bestmöglichen
Verständigung zwischen Gutachter und Exploranden bei der psychiatrischen
Begutachtung grosses Gewicht zu (Urteil des Bundesgerichts vom 4. Januar 2008,
I 77/07, E. 5.1.1). Es ist unbestritten und ergibt sich auch aus den Akten (vgl. etwa act.
G 5.125-2), dass der Beschwerdeführer über eingeschränkte Kenntnisse der deutschen
Sprache verfügt. Vor diesem Hintergrund wäre ein Beizug einer Übersetzungshilfe
anlässlich der psychiatrischen Begutachtung wünschenswert gewesen.
3.3.2 Vorliegend ist jedoch entscheidend, dass aus dem ABI-Gutachten die
geklagten Beschwerden und Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers mit
hinreichender Genauigkeit hervorgehen, weshalb mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden darf, dass die Exploration mittels
Dolmetscher zwar allenfalls zu ausführlicheren Antworten geführt, im Ergebnis indessen
nichts geändert hätte. Dies gilt umso mehr, als die psychiatrische Behandlung des
Beschwerdeführers, der auch nur über eingeschränkte Serbischkenntnisse verfügt,
durch den deutsch und serbisch sprechenden Dr. A._ ohne Beizug einer
Übersetzungshilfe erfolgte (vgl. act. G 5.125; vgl. ferner auch das ohne
Übersetzungshilfe entstandene psychiatrische Gutachten vom 22. September 2002,
act. G 5.40; der Beschwerdeführer selber gab in seinem Lebenslauf an, dass er über
"sehr gute mündliche" Deutschkenntnisse verfüge, act. G 5.156-33). Hinzu kommt,
dass die ABI-Gutachter die Deutschkenntnisse als ausreichend beschrieben (act.
G 5.144-9 und G 5.144-12). Diese Betrachtungsweise findet ihre Bestätigung darin,
dass sich dem unter Beizug einer Übersetzungshilfe erstellten Bericht von Dr. B._
vom 16. Dezember 2008 (act. G 5.163-4 ff.) keine rechtsrelevanten Angaben
entnehmen lassen, die nicht bereits im ABI-Gutachten enthalten sind. Der
Beschwerdeführer zeigt denn auch nicht auf, welche entscheidenden Gesichtspunkte
vom ABI-Psychiater infolge sprachlicher Verständigungsschwierigkeiten
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unberücksichtigt geblieben sind (vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts vom
17. März 2008, 9C_456/07, E. 4.2). Daran ändert nichts, dass der psychiatrische ABI-
Gutachter festhielt, dass der Beschwerdeführer einfachste Fragen erst nach
mehrmaliger Aufforderung richtig, gewisse Fragen aber problemlos habe beantworten
können (act. G 5.144-9). Denn diese Feststellung beruht nicht auf einer mangelnden
sprachlichen Verständigung, sondern auf der Zurückhaltung des Beschwerdeführers
bei der Beantwortung der vom Experten gestellten Fragen. So führte der Experte in
diesem Zusammenhang aus, dass der Beschwerdeführer die gestellten Fragen häufig
pauschal damit beantwortete, dass er keine Auskunft geben könne (act. G 5.144-9). Es
geht aus dem Gutachten oder den übrigen Akten nicht hervor, dass der
Beschwerdeführer die gestellten Fragen wegen sprachlicher Hürden nicht
verstanden hätte.
3.4 Der Beschwerdeführer bemängelt am ABI-Gutachten weiter, dass von der im
KSSG "im September 2008" gestellten Verdachtsdiagnose eines obstruktiven
Schlafapnoe-Syndroms im Gutachten keine Rede sei (act. G 1, S. 8).
3.4.1 Im Bericht der Abteilung Endokrinologie / Diabetologie des KSSG vom 15.
Oktober 2008 findet sich u.a. die Verdachtsdiagnose eines obstruktiven Schlafapnoe-
Syndroms. Die Ärzte des KSSG sahen aber diesbezüglich keinen weiteren
Abklärungsbedarf, sondern empfahlen lediglich eine gute Frequenzkontrolle. Sie hielten
ferner fest, dass der Beschwerdeführer eine entsprechende Therapie (CPAP-
Behandlung) ablehne (act. G 5.160.3 ff.). Die Abteilung Allgemeine Innere Medizin des
KSSG sah eine multifaktoriell bedingte Anstrengungsdyspnoe NYHA III im Vordergrund
(bei Verdacht auf obstruktives Schlafapnoe-Syndrom; act. G 1.3).
3.4.2 Die erst nach dem ABI-Gutachten vom 21. April 2008 erhobene
Verdachtsdiagnose gemäss KSSG-Bericht vom 15. Oktober 2008 ist indessen nicht
geeignet, die gut-achterliche Beurteilung in Frage zu stellen. Der Beschwerdeführer
wurde im Rahmen der Begutachtung pneumologisch untersucht und die nächtlichen
Leiden sowie eine Anstrengungsdyspnoe Grad III-IV wurden berücksichtigt (act.
G 5.144-14 ff.). Damit geht einher, dass die Abteilung Allgemeine Innere Medizin des
KSSG primär von einer - auch im ABI-Gutachten beschriebenen -
Anstrengungsdyspnoe spricht (Bericht vom 22. Oktober 2008, act. G 1.3) und sich
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weder daraus noch aus dem Bericht vom 15. Oktober 2008 (act. G 5.160-3 ff.) ein
Abklärungsbedarf bezüglich des lediglich auf Verdacht hin diagnostizierten
Schlafapnoe-Syndroms ergibt. Wie die Beschwerdegegnerin richtig bemerkt hat (act.
G 5, S. 4), geht aus diesen beiden Berichten auch nicht hervor, dass der genannten
Verdachtsdiagnose zusätzlich zum übrigen Leidensbild eine wesentliche
Einschränkung der Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers zukommen würde.
3.5 Für den Beschwerdeführer ist es ferner unverständlich, dass im ABI-Gutachten die
Adipositas ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit betrachtet worden sei. Diese habe
auch bei leichteren Tätigkeiten Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (act. G 1, S. 8). Die ABI-
Gutachter kamen bei ihrer Beurteilung zum Schluss, dass die Adipositas die
Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht zusätzlich einschränken würde (act.
G 5.144-19). Sie wiesen u.a. darauf hin, dass der Beschwerdeführer "faktisch durch
das tägliche Fortbewegen seines eigenen Uebergewichts von 50kg unter Beweis stellt,
dass er eigentlich andauernd mindestens mittelschwere Belastungen im Alltag
ausübt" (act. G 5.144-20). Es besteht vorliegend kein Anlass, von dieser
gutachterlichen Beurteilung abzuweichen. Dies umso weniger, als der
Beschwerdeführer nicht darlegt, inwiefern er für leichte körperliche und einfache
administrative Tätigkeiten durch sein Übergewicht zusätzlich zum übrigen Leidensbild
beeinträchtigt wäre.
3.6 Schliesslich rügt der Beschwerdeführer die Bemessung der für leidensadaptierte
Tätigkeiten gutachterlich bescheinigten Arbeitsunfähigkeit. Es sei nicht nachvollziehbar,
wieso eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20% aus neurologischer Sicht sowie
eine Einschränkung von 20% aus psychiatrischer Sicht gesamthaft eine Einschränkung
von ebenfalls 20% ergeben solle (act. G 1, S. 8).
3.6.1 Vorab ist darauf hinzuweisen, dass sich beim Zusammentreffen
verschiedener Gesundheitsbeeinträchtigungen deren erwerblichen Auswirkungen
überschneiden können, weshalb der Grad der Arbeitsunfähigkeit diesfalls aufgrund
einer sämtliche Behinderungen umfassenden ärztlichen Gesamtbeurteilung zu
bestimmen ist. Eine einfache Addition verschiedener Teilarbeitsunfähigkeiten kann je
nach den konkreten Fallmerkmalen ein zu hohes oder aber auch zu niedriges Ergebnis
zeitigen (SVR 2008 IV Nr. 15 S. 44, E. 2.1). Entsprechend vermag bei mehreren
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fachärztlich ausgewiesenen Teilarbeitsunfähigkeiten das isolierte Abstellen lediglich auf
die Teilarbeitsunfähigkeit einer Fachdisziplin ohne nähere Auseinandersetzung und
Diskussion des Verhältnisses zu den übrigen Teilarbeitsunfähigkeiten nicht zu
überzeugen.
3.6.2 Zwar erscheint es auf einen ersten Blick in der Tat fraglich, ob die
Bemessung der Arbeitsunfähigkeit mit 20% bei aus verschiedenen Fachdisziplinen
(neurologisch und psychiatrisch) je isoliert bescheinigter 20%iger Arbeitsunfähigkeit
zutreffend ist. Vorliegend fällt indessen ins Gewicht, dass sich die Gutachter im
Rahmen des multidisziplinären Konsensus mit dem gesamten Beschwerdebild
auseinandersetzten und begründeten, weshalb sich die beeinträchtigenden
Auswirkungen der neurologischen und psychiatrischen Leiden hinsichtlich einer
leidensadaptierten Tätigkeit überschneiden (act. G 5.144-19). Es bestehen damit an der
polydisziplinär festgelegten 20%igen Einschränkung keine erheblichen Zweifel, die
geeignet wären, den Beweiswert des ABI-Gutachtens zu erschüttern.
3.7 Insgesamt ist mit Blick darauf, dass das polydisziplinäre ABI-Gutachten auf
umfassenden Untersuchungen beruht, in Würdigung der Vorakten und in
Auseinandersetzung mit den abweichenden ärztlichen Stellungnahmen sowie unter
Berücksichtigung des vollständigen Beschwerdebildes erfolgte, mit der
Beschwerdegegnerin gestützt auf die gutachterliche Beurteilung davon auszugehen,
dass der Beschwerdeführer für eine leidensangepasste Tätigkeit über eine
Restarbeitsfähigkeit von 80% verfügt.
4.
Ausgehend von einer Restarbeitsfähigkeit von 80% bleiben noch die erwerblichen
Auswirkungen der Leistungsbeeinträchtigung zu prüfen.
4.1 Die Frage, ob zugunsten des Beschwerdeführers das von ihm geltend gemachte
Valideneinkommen für das Jahr 2008 von Fr. 65'331.-- (act. G 1, S. 9; die
Beschwerdegegnerin ging von einem Valideneinkommen für das Jahr 2008 von
Fr. 59'908.-- aus, act. G 5.146 und G 5.166) im Rahmen des Einkommensvergleichs zu
berücksichtigen ist, kann vorliegend offen gelassen werden. Denn selbst wenn darauf
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abgestellt würde, so resultierte kein Rentenanspruch, wie sich aus nachstehenden
Erwägungen ergibt.
4.2 Das Invalideneinkommen ist mit den Parteien gestützt auf den LSE-
Durchschnittslohn 2008 gemäss Tabelle TA 1, Total, Anforderungsniveau 4, Männer, zu
bestimmen. Dieser beträgt, bei einer 40-stündigen Arbeitswoche monatlich Fr. 4'806.--.
Angepasst an eine betriebsübliche Wochenarbeitszeit von 41,6 Stunden (vgl.
Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen)
resultiert ein Jahreseinkommen von Fr. 59'976.--. Unter Berücksichtigung der 80%igen
Restarbeitsfähigkeit und eines Tabellenabzugs von höchstens 15% ergibt sich ein
Invalideneinkommen von Fr. 40'784.-- (Fr. 59'976.-- x 0.8 x 0.85), eine
Erwerbseinbusse von Fr. 24'547.-- (Fr. 65'331.-- - Fr. 40'784.--) und ein nicht
rentenbegründender Invaliditätsgrad von (auf)gerundet 38% ([Fr. 24'547.-- /
Fr. 65'331.--] x 100). Der vom Beschwerdeführer beantragte Tabellenabzug von
mindestens 20% erscheint namentlich mit Blick auf die im Zeitpunkt der
angefochtenen Verfügung (11. Februar 2009, act. G 5.166) bestehende noch mehr als
14-jährige Aktivitätsdauer, die 80%ige Restarbeitsfähigkeit und die nicht weitgehend
einschränkenden Anforderungen an eine zumutbare Tätigkeit als den Umständen nicht
angemessen. Die Verneinung eines Rentenanspruchs durch die Beschwerdegegnerin
erfolgte damit zu Recht.
5.
5.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten
ist.
5.2 Dem Beschwerdeführer wurde die unentgeltliche Prozessführung (Befreiung von
den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) am
8. Mai 2009 bewilligt (act. G 6). Wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse des
Beschwerdeführers es gestatten, kann er jedoch zur Nachzahlung der Gerichtskosten,
der Aus-lagen für die Vertretung und der vom Staat entschädigten Parteikosten
verpflichtet werden (Art. 288 Abs. 1 ZPO/SG i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP/SG).
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5.3 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem
unterliegenden Beschwerdeführer sind die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.--
aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist er von der Bezahlung zu
befreien.
5.4 Der Staat ist zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung zu verpflichten, für die
Kosten der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers aufzukommen. Die
Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht
auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des
Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das
Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.--
bis Fr. 12'000.--. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers verzichtete auf das
Einreichen einer Kostennote. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit
erscheint mit Blick auf die Anforderungen und Komplexität der Streitsache eine
pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- angemessen. Diese ist um einen
Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 AnwG). Somit hat der Staat den Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers pauschal (BGE 125 V 201) mit Fr. 2'800.-- (inkl. Barauslagen und
Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG