Decision ID: a7c14635-040f-4f60-b941-99480c896dac
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1987, arbeitete seit April 2006 bei der Z._ und schloss im Jahr 2011 eine Anlehre als Haustechnik
praktiker EBA erfolgreich ab (Urk. 6/2, 6/3/3, 6/7/2-3, 6/9 und 6/24). Er verrichtete als
Bauspengler
körperlich schwere Tätigkeiten (Urk. 6/7/2). Dr. med.
A._
, Facharzt FMH für Innere Medizin, attestierte ihm ab dem 11. April 2013 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 6/11/10-12 und 11/26-30), worauf
der zuständige Krankentaggeldversicherer Taggeld
leistungen erbrachte (Urk. 6/11
/2-4, 6/11/7-9 und 6/59).
Der Versicherte meldete sich am 2. Dezember 2013 bei der Sozial
versi
cherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungs
bezug an (vgl. Urk. 6/3 und das Aktenverzeichnis). Diese führte mit ihm am 18. Dezember 2013 ein Stand
ort
gespräch durch (Urk. 6/7) und zog anschliessend das Dossier des Krankentag
geldversicherers bei (Urk. 6/11). Überdies tätigte sie wei
tere erwerbliche (Urk. 6/
9
und 6/14) und medizinische (Urk. 6/13) Abklärungen. Mit Schreiben vom 12.
März 2014 teilte die IV-Stelle dem Versicherten den Abschluss der Dienst
leistungen im Bereich der beruflichen Eingliederung mit (Urk. 6/17). In der Folge
holte sie weitere erwerbliche (Urk. 6/22 und 6/24) und medizinische (Urk. 6/21, 6/25, 6/28 und 6/34) Auskünfte ein.
Vom 2. bis zum 27. Februar 2015 fand eine interne Abklärung in der B._ statt (Urk. 6/46). Am 30. März 2015 informierte der Versicherte die Berufsberatung über eine geplante Operation, die wegen einer kürzlich diagnostizierten Zyste am Steissbein nötig sei (Urk. 6/50/3). Es wurde ihm darauf mit Schreiben vom 31. März 2015 mitgeteilt, er habe keinen Anspruch auf berufliche Massnahmen, da solche aufgrund seines Gesundheitszustandes aktuell nicht möglich seien (Urk. 6/49).
In der Folge holte die IV-Stelle weitere medizinische Auskünfte ein (Urk. 6/54, 6/58 und 6/62). Am 12. November 2015 liess sie den Versicherten durch Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Chirurgie, vom Regionalen Ärz
tlichen
Dienst (RAD) orthopädisch-rheumatologisch untersuchen (Urk. 9/21). Am 10. Dezem
ber 2015 wurde mit dem Versicherten ein Gespräch betreffend Ein
glie
derungsmassnahmen geführt, welche mit Schreiben vom gleichen Tag als ab
geschlossen erklärt wurden, da er sich aus gesundheitlichen Gründen ausser Stande sehe, an beruflichen Massnahmen teilzunehmen (Urk. 6/68-69). Überdies wurde wiederholt erfolglos ein Bericht der behandelnden Psychiaterin Dr. med. D._, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, angefordert (
Urk. 6/70-71 und 6/74). Mit Vorbescheid vom 17. März 2016 stellte die IV-Stelle
dem Versicherten ab dem 1. Juni 2014 eine ganze Invalidenrente, ab dem 1. Janu
ar
2015 eine
Dreiviertelsrente
und vom 1. März bis zum 31. Mai 2015 eine
Viertelsrente
in Aussicht (Urk. 6/79). Dagegen liess er Einwand erheben
(Urk. 6/81) und Stellungnahmen von Dr. med.
E._
, Fach
ärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 4. April 2016 (Urk. 6/85/1) und von Dr. A._ vom 14. April 2016 (Urk. 6/87) einreichen. Am 29. April 2016 wurde der Einwand ergänzend begründet (Urk. 6/88). Die IV-Stelle sprach dem Versicherten mit Verfügung vom 16. August 2016 wie angekündigt eine ganze Invalidenrente vom 1. Juni bis zum 31. Dezember 2014, eine
Dreiviertels
rente
vom 1. Januar bis zum 28. Februar 2015 und eine
Viertelsrente
vom 1. März bis zum 31. Mai 2015 zu (Urk. 2; vgl. auch Urk. 6/92-93 und 6/96).
2.
Gegen die Verfügung vom 16. August 2016 liess der Versicherte, vertreten durch
Y._ von der AXA-ARAG Rechtsschutz AG, mit Eingabe
vom 14. September 2016 (Urk. 1) Beschwerde erheben mit dem Antrag, die ange
fochtene Verfügung sei aufzuheben und die Sache sei zur
ergänzenden Ab
klä
rung an die IV-Stelle zurückzuweisen. Es sei dem Beschwerdeführer eine unbe
fristete Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter seien ihm eine ange
messene befristete Rente und hernach berufliche Massnahmen (Umschulung, Arbeitsver
mittlung etc.) zuzusprechen. Alles
unter Kosten- und Entschädi
gungs
folgen zu Lasten der Be
schwe
r
degegnerin (Urk. 1 S. 2). Am 14. Oktober 2016 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5). Davon wurde dem Beschwer
de
führer mit Verfügung vom 17. Oktober 2016 Kenntnis gegeben (Urk. 7). Mit Beschluss vom 4. Mai 2018 wurde der Beschwerdeführer darauf aufmerksam gemacht, dass das Gericht die Verfügung zu seinem Nachteil ändern könnte (
refor
matio
in
peius
), und es wurde ihm Gelegenheit eingeräumt, um dazu Stel
lung zu nehmen und die Beschwerde gegebenenfalls zurückzuziehen (Urk. 8). Er liess sich darauf nicht vernehmen.
Auf die einzelnen Ausführungen in den Rechtsschriften und wird, soweit erfor
der
lich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Die Invalidität kann
Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bun
de
s
gesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für
die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete Invalidenrente um
fasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhe
bung. . Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen) Art. 88a der Ver
ordnung über die Invalidenversicherung (IVV) fest
zusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den
Ren
tenanspruch erhebliche Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten und da
mit der für die Befristung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des Rentenbeginns mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinwei
sen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5). Spricht die Verwaltung der ver
sicherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die un
be
stritten geblie
benen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert bleiben (BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr
den Renten
anspruch für den gesamten ver
fügungsweise geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.4
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, d
as heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflicht
gemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die ver
füg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsan
spruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medi
zinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arzt-berichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange um
fassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Be
schwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweis
mittels noch die Bezeich
nung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
Es ist strittig und zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin den massgeblichen Sachverhalt rechtsgenügend abgeklärt hat (vgl. Urk. 1 und 2).
3.
3.1
Die Anmeldung zum Leistungsbezug erfolgte im Dezember 2013
(
Urk. 6/3 und das Aktenverzeichnis
)
. Es steht somit ein Rentenanspruch ab dem 1. Juni 2014 zur Diskussion
(Art. 29 Abs. 1 IVG). Für dessen Beurteilung ist massgebend, wie sich die medizinischen Verhältnisse, namentlich die Arbeits- und Erwerbs
fähig
keit, zwischen dem 1. Juni 2013 (vgl. Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG) und der ange
fochtenen Verfügung vom 16. August 2016 präsentierten. Diesbezüglich lässt sich den Akten Folgendes entnehmen:
3.2
Der Versicherte suchte am 25. März 2013 wegen lumbaler Beschwerden mit Schmerzen nach längerem Liegen, beim Anlaufen und nach 5-10 Minuten Sitzen seinen Hausarzt Dr. A._ auf (Urk. 6/11/12). Dieser attestierte ihm ab dem 11. April 2013 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 6/11/10-12), ver
an
lasste eine
chiropraktische
Behandlung und überwies den Versicherten für weitere Untersuchungen ans F._ (Urk. 6/11/12).
3.3
Am 28. Mai 2013 wurde der Versicherte in der Klinik für Rheumatologie des
F._
untersucht und die folgende Diagnose gestellt (Urk. 6/11/21
):
Persistierende lumbale Rückenschmerzen, Symptombeginn 02/2013 mit/bei
-
DD
lumbovertebral
,
Spondarthropathie
-
minimaler
Ventrolisthese
und LWK5 mit entsprechender Spondylarthrose und Hypertrophie der Ligamenta
flava
sowie
intraforaminaler
Kom
pres
sion der Wurzel L5 links (MRI LWS vom 03.04.2013).
Im weiteren Verlauf wurde eine axiale
Spondarthropathie
, ED 06/2013 mit/bei
-
beidseitiger ISG-Arthritis im inferioren Quadranten mit
subchondralen
T2-Hyperintensitäten sowie kleinen punktförmigen Usuren beidseits (MRI ISG vom 30. Mai 2013)
-
Symptombeginn 02/2013
-
CRP-Erhöhung
-
entzündlichen Rückenschmerzen seit Symptombeginn
diagnostiziert (Urk. 6/11/16). Als
Bauspengler
sei der Versicherte zu 100 % arbeits
unfähig. Eine leichte bis
mittelschwere Arbeit sei bei einem guten Ansprechen auf die am 27. August 2013 eingeleitete TNF-Alphablocktherapie mit
Humira
durchaus möglich, dies müsse aber im Verlauf beurteilt werden (Urk. 6/11/17).
Nachdem unter der eingeleiteten Therapie keine Besserung der Beschwerden ein
getreten war, habe man sich einem weiteren Bericht der Klinik für Rheu
matologie des F._ vom 30. Dezember 2013 zufolge für einen Wechsel zu Enbrel® 50 mg einmal wöchentlich ab Januar 2014 entschie
den (Urk. 6/13/6-7). Aufgrund der durch die
Spondylarthropathie
verursachten lumbalen Rücken- und ISG-Schmerzen, welche sowohl in Ruhe als auch schon bei geringer Belastung aufträten, sei der Versicherte aktuell für sämtliche Tätigkeiten zu 100 % arbeitsunfähig (Urk. 6/13/7).
Schliesslich führten die Behandelnden der Klinik für Rheumatologie des F._ in einem Bericht vom 8. Mai 2014 (Urk. 6/21) aus, der Versicherte habe bei einer Verlaufskontrolle vom März 2014 weiterhin über starke lumbale Schmerzen ohne Besserung der Symptomatik geklagt. Nach er
neuter Evaluierung der Beschwerdesymptomatik habe sich der Verdacht erge
ben,
dass eine mechanische Komponente für die lumbalen Schmerzen ursächlich sein könnte. Zur weiteren Abklärung sei eine HLA-B27-Bestimmung erfolgt, welche negativ ausgefallen sei. Ein erneutes MRI des
Sakrums
ohne Kontrast
mittel habe eine einzige kleine Usur am inferioren ISG rechts ergeben. Nach nochmaligem eingängigem Akten- und Röntgenstudium sei eine
Spondylolyse
LWK5 im Röntgenbild der Lendenwirbelsäule aufgefallen. In der Zusammen
schau der Befunde und bei klinisch fehlendem Ansprechen auf TNF-Alpha
blocker gehe man aktuell von einer mechanischen Ursache der Beschwerden aus
, hervorgerufen durch die
Sponylolyse
LWK5. Die primäre Verdachts
diag
nose der axialen
Sponylarthropathie
habe man verworfen und den TNF-
Alphablocker abgesetzt. Mit der weiteren Diagnostik und Therapie habe man die Kollegen der G._ betraut.
3.4
Aus dem Bericht der Abteilung für Orthopädie der
G._
vom 14. Mai
2014 geht hervor, dass der Versicherte tags zuvor in der Wirbelsäule-Sprech
stunde untersucht worden war. Man habe ein
lumbospondylogenes
Schmerz
syn
drom bei
Spondylolyse
LWK5 diagnostiziert. Es hätten sich keine Anhalts
punkte für eine
Listhese
ergeben, ebenso wenig für eine Einengung des
Neuro
foramens
und des Spinalkanals. Zur weiteren Differenzierung der Schmerz
ursache emp
fehle man vorerst eine Infiltration der
Lyse
beidseits unter CT-Kon
trolle (Urk. 6/25/6-7).
3.5
Dr. med. H._, Facharzt FMH für Rheumatologie und Mitarbeiter der Rheumapoliklinik des F._, bestätigte in seinem Bericht vom 30. Juli 2014 die Diagnose eines
lumbospondylogenen
Schmerzsyndroms bei
Spondylolyse
LWK5 (Urk. 6/28/1). Aktuell werde eine operative Behandlung evaluiert. Aufgrund der Schmerzen sei gegenwärtig kaum eine sinnvolle Tätig
keit möglich. Falls es nicht gelinge, die
Spondylolyse
muskulär oder operativ zu stabilisieren, sei von einem chronischen Problem auszugehen. Je nach Therapie
erfolg sei auch eine vollständige
Regredienz
der Beschwerden und die Wieder
erlangung einer zumindest für einen nicht körperlich belastenden Beruf vollstän
digen Arbeitsfähigkeit denkbar (Urk. 6/28/2-3).
3.6
Vom 15. September bis zum 12. Oktober 2014 hielt sich der Versicherte wegen
der chronischen lumbalen Schmerzen zur stationären Rehabilitation in der
I._
auf (Urk. 6/34/3). Dem Austrittsbericht vom 7. Oktober 2014 (Urk. 6/34) ist zu entnehmen, eine
myofasziale
Beteiligung sei sehr wahrscheinlich, da eine Infiltration der
Lysezone
in der G._ keinen Erfolg gebracht habe (Urk. 6/34/4). Man habe erneut das HLA-B27 bestimmt, das jedoch nicht nachweisbar gewesen sei. Ebenso sei serolo
gisch keine Entzündungsaktivität vorhanden (CRP, Senkung, Leukozyten). Das Anti-CCP, RF,
Anti-SSA, Anti-SSB sowie Anti Scl-70 seien nicht erhöht. Für den Versicherten sei es nur schwer verständlich, dass initial eine "falsche Diag
nose" gestellt worden sei (Spondylarthritis). Man habe ihm mehrfach erklärt, dass
zum damaligen Zeitpunkt eine
Spondylarthropathie
am wahrscheinlichsten gewe
sen sei und deshalb damals die Therapieindikation gegeben gewesen sei. Bezüg
lich eines operativen Vorgehens sehe man aktuell keine Indikation (Urk. 6/34/4).
Zusammen mit der Physiotherapie habe man rumpfstabilisierende Übungen be
gonnen. Man habe dem Versicherten die besondere Bedeutung stabilisierender und anhaltender muskulärer Kräftigung nahegelegt, da dies der Schlüssel zur Beschwerdebesserung sei, allerdings trete erst innerhalb von Wochen ein Erfolg ein. Gemäss einem durchgeführten
Hebetest
und einem funktionellen Leis
tungs
test anhand der beruflichen Anforderung als
Bauspengler
sei der Versicherte mit seinen körperlichen Fähigkeiten diesen Anforderungen bei Weitem nicht ge
wach
sen. Bis auf das Ausmessen, welches aufgrund des deutlichen Defizits an statischer Kraft/Ausdauer auch zeitlich stark limitiert wäre, seien alle weiteren Arbeiten in der Vorbereitung, dem Materialtransport und der Montage zu belas
tend (Urk. 6/34/4).
Die effektive funktionelle Belastbarkeit liege aktuell im leichten Bereich (5 bis 10 kg), wobei die Belastung eines
Bauspenglers
mindestens als schwer (25 bis
45 kg) eingestuft werden müsse. Die aktuelle Restarbeitsfähigkeit erscheine deut
lich als zu gering, als dass sie für einen
Spenglerbetrieb
wirtschaftlich verwertet werden könnte; es bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestamm
ten Tätigkeit. Man habe dem Versicherten eine Umschulung empfohlen. Es bestehe aktuell eine medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit für leichte Tätig
keiten, die im Verlauf steigerbar sei (Urk. 6/34/4-5).
Ferner wurde erwähnt, man habe in der psychosomatischen Mitbeurteilung keinen Hinweis für eine funktionelle Beteiligung gefunden. Allerdings werde die grosse psychische Belastung durch die langandauernde Arbeitslosigkeit und Schmerz
situation deutlich (Urk. 6/34/4).
3.7
Die B._-Abklärung vom 2. bis zum 27. Februar 2015 im Zentrum B._ (vgl. Urk. 6/46) führte zum Schluss, die klinischen physikalischen Befunde wie
auch die Ergebnisse der bildgebenden Untersuchungen stünden in einem schwie
rigen Verhältnis zum präsentierten Schmerzbild. Es erscheine wahrscheinlich, dass die belastende Arbeitshypothese eines Morbus Bechterew mit hoch spezi
fischer Therapie in Form von
Humira
und
Embrel
dem Versicherten das nach
haltige und kaum mehr korrigierbare Gefühl gegeben habe, schwer krank zu sein. Es erkläre, weshalb er sich nicht verstanden fühle bei der Aufforderung, aktiv an der Gestaltung seiner Zukunft zu arbeiten und das resignierte leidende Wesen zu bekämpfen (Urk. 6/46/7-8).
Zweifellos sei eine Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf nicht mehr gege
ben. Aufgrund der objektivierbaren Befunde wäre eine wechselbelastende, ge
wichtsreduzierte Tätigkeit ohne Heben und Tragen von Lasten über 5 bis 7 kg,
selten 10-12 kg, und mit Vermeiden von Arbeiten in Zwangspositionen sowie Näss
e und Kälte in einem vollen Pensum durchaus zumutbar, vorausgesetzt, dass sich der Versicherte in seinem Schmerzverhalten neu orientieren könne. Da die kognitiven Leistungstests kein günstiges Bild zeigten, und die eher einge
schränkte kognitive Leistungsfähigkeit die beruflichen Entfaltungsmöglichkeiten beeinträchtige, werde die Eingliederungsfähigkeit erheblich kompromittiert. Aus praktischen Erwägungen sei deshalb ein Arbeitstraining, flankiert von engma
schiger und psychologischer und psychotherapeutischer Betreuung, anzustreben (Urk. 6/46/8).
Aufgrund des während der Abklärungszeit stetig zunehmenden Schmerz
ver
haltens habe sich keine konkrete Anschlusslösung in die Wege leiten lassen. Grundsätzlich könnte im Hinblick auf das Tätigwerden des Versicherten in der Industrie ein vorbereitendes Arbeitstraining/Praktikum im Bereich Montagen/ Elek
tromontagen empfohlen werden – bei solchen Aufgaben habe seine Stärke gelegen. Allerdings kämen solche beruflichen Massnahmen nur dann in Frage,
wenn sie von einer versicherten Person auch als Chance wahrgenommen werden
könnten, was beim Versicherten während der Abklärungszeit nicht der Fall ge
wesen sei (Urk. 6/46/8-9).
3.8
Im März 2015 wurde ein symptomatischer
Pilonidalsinus
diagnostiziert (vgl. Urk. 6/50/3, 6/62/1 und 6/62/28-33), weswegen am 22. Juni 2015 im F._ eine selektive
Fistulektomie
durchgeführt wurde. Tags darauf konnte der Versicherte bei reizlosen Wundverhältnissen und in gutem Allge
meinzustand nach Hause entlassen werden
(Urk. 6/58/6 =6/62/50 und 6/62/11). Es wurde eine Arbeitsunfähigkeit bis zum 5. Juli 2015 attestiert (Urk. 6/62/51).
3.9
Dr. A._ vertrat in seinem Bericht vom 25. August 2015 die Auffassung, die Prognose sei aufgrund der Chronifizierung der Schmerzen ungünstig. Bei Bedarf werde der Versicherte mit Analgetika behandelt. Überdies unterziehe er sich einer Psychotherapie bei Dr. J._ (Urk. 6/62/2). In der angestammten Tätigkeit bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit; Angaben zur Arbeitsfähig
keit in einer angepassten Tätigkeit wurden keine gemacht (Urk. 6/62/2-3).
3.10
Bei der RAD-Untersuchung am 13. November 2015 erklärte der Versicherte, er
sei tags zuvor zum ersten Mal bei der Psychiaterin Dr.
D._
gewesen. Man h
abe ein weiteres Treffen vereinbart, um dann die Therapie und Behandlung einzu
leiten (Urk. 6/65/1).
Der RAD-Arzt Dr. C._ diagnostizierte ein chronisches LWS-Syndrom bei
Spondylolyse
L5 und
myofascialer
Beteiligung, welches die Arbeitsfähigkeit beein
trächtige (Urk. 6/65/7). In der angestammten Tätigkeit als
Bauspengler
bestehe seit März 2013 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 6/65/8).
Aus versicherungsmedizinischer Sicht bestehe bei Erkrankungen der Lenden
wirbelsäule eine verminderte Belastbarkeit für regelmässiges mittelschweres und schweres Heben, Tragen und Transportieren von Lasten, für Arbeiten mit Überstreckbelastung der Wirbelsäule über Kopf- und Schulterhöhe, auf Leitern und Gerüsten, für ausschliesslich stehende Tätigkeiten, für häufiges Bücken und Arbeiten in vorgeneigter Körperposition sowie für Tätigkeiten in körperlichen Zwangshaltungen (Urk. 6/65/8).
Leichte (angepasste) Tätigkeiten in Wechselbelastung unter Ausschluss ungüns
tiger Witterungsbedingungen, auch mit gelegentlichem Heben, Tragen und Trans
portieren von
Lasten bis maximal 10 kg körpernah, ohne Verharren in Zwangs
haltungen, seien medizinisch-theoretisch zumutbar (Urk. 6/65/8).
In Anbetracht des Austrittsberichtes der
I._
vom 7. Okto
b
er 2014, in dem bereits von einer stundenweisen und im weiteren Verlauf steiger
baren Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit gesprochen werde, sei die Arbeits
fähigkeit in einer angepassten Tätigkeit wie folgt festzulegen (Urk. 6/65/8):
1.11.2014 bis 31.12.2014: 20 %
1.01.2015 bis 28.02.2015: 40 %
1.03.2015 bis 31.05.2015: 60 %
1.06.2015 bis 31.07.2015: 80 %
1.08.2015 bis auf Weiteres: 100 %.
3.11
Dr. E._, welche den Versicherten spätestens seit Februar 2015 be
handelte (vgl. Urk. 6/72), übte am 4. April 2016 schriftlich Kritik am Vorbe
scheid, ohne selbst eine Diagnose zu stellen oder eine Arbeitsunfähig
keitsbeur
teilung abzugeben (vgl. Urk. 6/85).
3.12
In seiner Stellungnahme vom 14. April 2016 monierte Dr. A._, es fehle
eine psychiatrische Beurteilung. Aufgrund der Diskrepanz zwischen den Schmerz
beschwerden und den erhobenen Befunden erscheine ihm eine solche als zwingend notwendig. Die orthopädische Beurteilung Dr. C._ erscheine ihm hypothetisch und versicherungstechnisch bedingt. Die Begründung der Arbeitsfähigkeit respektive der Art der Tätigkeit erscheine ihm aufgrund der objektivierbaren Befunde nicht nachvollziehbar (Urk. 6/87).
4.
4.1
In medizinischer Hinsicht ist unbestritten und mit der geschilderten Aktenlage
belegt, dass der Beschwerdeführer aufgrund eines
lumbospondylogenen
Schmerz
syndroms bei
Spondylolyse
LWK5 in seiner angestammten Tätigkeit als
Bau
spengler
seit März/April 2013 zu 100 % arbeitsunfähig ist (vgl. Urk. 6/11/10-12, 6/11/17, 6/13/7, 6/25/6-7, 6/28/1-3, 6/34/4-5, 6/46/8, 6/62/2-3 und 6/65/8). Strittig und zu prüfen ist, wie sich die Arbeitsfähigkeit in einer behinde
rungs
angepassten Tätigkeit entwickelte (vgl. Urk. 1, 2, 6/81 und 6/88).
4.2
Bereits am 12. Januar 2015 hatte der Beschwerdeführer bei der Berufsberatung
geltend gemacht, er habe zunehmend psychische Probleme wegen fehlender Per
spektive und längerer Abwesenheit von der Arbeit. Er habe von seinem Haus
arzt Dr. A._ Antidepressiva erhalten und sei auf der Warteliste bei
Dr.
J._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie (Urk. 6
/50/2). Über
dies erklärte der Beschwerdeführer am 10. Dezember 2015 an
lässlich der Einglie
derungsberatung, er sei bei Dr. D._ in delegierter psy
chia
trischer Behandlung (Urk. 6/69/1 und 6/69/3). Schliesslich bestätigte die Psy
chiaterin Dr. E._ im Februar 2015, den Versicherten zu behan
deln (vgl. Urk. 6/72). Aus diesen Hinweisen ergeben sich zumindest Anhalts
punkte dafür, dass der Gesundheitszu
stand des Beschwerdeführers seit einiger Zeit durch ein psychisches Leiden beeinträchtigt sein könnte. Dies muss umso mehr gelten, als Dr. A._ in seiner Stellungnahme vom 14. April 2016 ausdrücklich auf die Diskrepanz zwischen den Schmerzbeschwerden und den erhobenen Befunden hingewiesen und deshalb eine psychiatrische Beurteilung als zwingend notwendig erachtet hatte (Urk. 6/87).
4.3
Zwar forderte die Beschwerdegegnerin mehrfach erfolglos einen Bericht bei Dr. D._ an (vgl. Urk. 6/70-71 und
6/74). Dies genügte indessen nicht, um ihrer Sachverhaltsabklärungspflicht hinreichend nachzukommen. Vielmehr wäre es angezeigt gewesen, zumindest bei Dr. E._ einen Bericht einzu
holen, der sich zur Diagnostik und Arbeitsunfähigkeitsbeurteilung aus psychia
tri
scher Sicht äussert, oder den Beschwerdeführer durch ihren RAD psychia
trisch untersuchen zu lassen. Je nach Ergebnis hätte sie auch eine inter
dis
zi
plinäre Beurteilung der
Arbeits
(
un
)
fähigkeit
in angepasster Tätigkeit einholen müssen, die alle rechtsprechungsgemäss erfor
derlichen Kriterien für beweis
kräftige ärztliche Entscheidungsgrundlagen erfüllt (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). Es werden entsprechende Abklärungen nach
zuholen sein.
4.4
Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, dass dem Beschwerdeführer gemäss den Resultaten der B._-Abklärung vom Februar 2015 im Zentrum B._ – aus rein somatischer Sicht – bereits damals eine behinderungsangepasste Tätig
keit in einem vollen Pensum zumutbar war (Urk. 6/46/8). Mit dieser Beurteilung setzte sich der RAD-Arzt Dr. C._ – soweit ersichtlich – nicht ausein
ander. Seine retrospektive Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit vermag daher nicht zu überzeugen, zumal er auch die von ihm an
ge
nomme
nen Steigerungsmöglichkeiten von jeweils 20 % nicht schlüssig begrün
dete. Der pauschale Verweis auf den Austrittsbericht der I._ vom 7. Oktober 2014, in welchem von einer im Verlauf steigerbaren Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit gesprochen wurde, genügt jedenfalls nicht.
Die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit aus rein somatischer Sicht lässt sich mit den bereits vorhandenen medizinischen Unterlagen nicht beurtei
len, ungeachtet der Erfahrungstatsache, dass behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Ver
trauensstellung in Zwei
felsfällen eher zu Gunsten
ihrer Patientin
nen
und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
Die betreffenden Berichte enthalten zum fraglichen Punkt entweder keine oder lediglich prognostische Angaben.
Eine
Leistungszusprache
einzig gestützt auf die Angaben eines behandelnden Arztes kommt zudem rechtsprechungsgemäss kaum je in Frage (BGE 135 V 465 E. 4.5).
4.5
Zusammenfassend ergibt sich, dass über den strittigen Leistungsanspruch nicht ohne zusätzliche medizinische Abklärungen betreffend die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer angepassten Tätigkeit entschieden werden kann. Da die
selben grundsätzlicher Natur sind, wird die Beschwerde
gegnerin diese vorzu
nehmen haben. Der angefochtene Entscheid ist somit in Gutheissung der Be
schwerde auf
zuheben und die Sache ist zur Durchführung der not
wendigen Abklärungen und zu neuer Entscheidung an die Beschwerdegegnerin
zurück
zu-weisen
(§ 26 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht;
GSVGer
; vgl. auch BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4). Damit wird auch der von der Beschwerde
gegnerin vorgenommene Einkommensvergleich hinfällig. Dennoch ist die Be
schwer
degegnerin darauf aufmerksam zu machen, dass zu Recht geltend gemacht wurde, es sei der Invaliditätsbemessung ein zu geringes
Valideneinkommen
zu Grunde gelegt worden, da der 13. Monatslohn des Beschwerde
füh
rers (Urk. 6/24/3, 6/24/10, 6/24/12, 6/24/14 und 6/24/16) fälschlicherweise ausser Acht gelassen wurde (vgl. Urk. 2 und 6/76).
5.
5.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 1‘000.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- festzusetzen. Nach ständi
ger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen
Verfügung als vollständiges Obsiegen der
be
schwerdeführenden
Partei (BGE 137 V 57 E. 2.1 mit Hinweisen). Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der unterliegenden Beschwerde
gegnerin aufzuerlegen.
5.2
Überdies hat der obsiegende Beschwerdeführer Anspruch auf den Ersatz der Partei
kosten (§ 34 Abs. 1
GSVGer
). Die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung wird ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der
Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen
(§ 34 Abs. 3
GSVGer
). Vorliegend erscheint eine Prozessentschädi
gung von Fr. 1‘000.-- (inkl. Barauslagen) als angemessen.