Decision ID: 8a9229f9-2ce4-4d57-87da-5566809c6608
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1965 und Mutter von vier Kindern (Jahrgang 1986, 1988, 1990 und 1993), reiste im Jahr 2000 in die Schweiz ein (
Urk.
5/6/3
) und war zuletzt seit
Januar 2008
bei der
Y._
AG als Reinigungs
mit
arbeiterin im Stundenlohn in einem Arbeitspensum von zehn Stunden pro Woche angestellt (Arbeitgeberfragebogen,
Urk.
5/16/7-10
Ziff.
2.1, 2.9 und 2.10).
Am
22
.
Februar 2016 meldete sie sich unter Angabe von seit drei Jahren bestehenden Rücken
-
, Bein
-
und Zehenschmerzen
bei der Eidgenössischen Invalidenver
siche
ru
ng zum Leistungsbezug an (
Urk.
5/6
Ziff.
6.1
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen und zog die Akten
der Krankentaggeldversicherung (
Urk.
5/7, 5/37
)
bei. Sodann liess sie die
Versicherte
im
Zentrum
Z._
bidisziplinär
abklären (Gutachten vom 2
0.
April 2017,
Urk.
5
/
50
). Mit Vorbescheid vom
3
0.
Juni 2017 (
Urk.
5
/
55
) stellte sie die Verneinung eines Anspruchs auf Invalidenleistunge
n in Aussicht und verfügte am 1
2.
September
2017 (
Urk.
2) in angekündigtem Sinne.
2.
Hiergegen erhob die
Versicherte am 1
5.
September 2017 Beschwerde mit dem
si
nngemässen Rechtsbegehren (
Urk.
2
),
auf Aufhebung der
Verfügung
vom 12.
September 2017 und
Zusprache
von Leistungen
. Die IV-Stelle schloss i
n ihrer
Be
schwerdeantwort vom 2
4.
Oktober 2017 (
Urk.
4
) auf Abweisung der Beschwer
de
, was der
Beschwerdeführer
in
am 2
6.
Oktober 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
6).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Sie kann Folge von Geburts
ge
brechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung, IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei Versicherten, die
nur zum Teil erwerbstätig sind
, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
ben
bereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG); dies ist die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung (vgl. BGE 141 V 15 E. 3.2 mit Hinweisen).
Nach der
hier anwendbaren
bis 3
1.
Dezember 2017 gültigen Gerichts- und Ver
waltungspraxis zur Invaliditätsbemessung nach der gemischten Methode wird zunächst der Anteil der Erwerbstätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Auf
gabenbereich (vgl. Art. 27
der Verordnung über die Invalidenversicherung,
IVV
)
ermittelt. Die Invalidität bestimmt sich in der Folge dadurch, dass im Erwerbs
bereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei im Erwerbsbereich praxisgemäss berücksichtigt wird, was die versicherte Person im Gesundheitsfall aus ihrer Teilerwerbstätigkeit erzielen würde. Die Gesamtinvalidität ergibt sich aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten
Teilinvaliditäten
(BGE 131 V 51 E. 5.5.1, 130 V 393 E. 3.3, 125 V 146 E. 2b und 5c).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
-
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Leistungsabweisung damit (
Urk.
2), die
medizinischen Abklärungen (
Z._
-Gutachten)
hätten
gezeigt, dass in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als
Reinigungsfachfrau in einem
Pensum
von 25
%
keine Einschränkung
bestehe. Diese Tätigkeit entspreche einer leichten Tätigkeit und
beinhalte keine Arbeiten, die
das Heben oder Tragen von
Lasten von
mehr als
zehn
Kilogramm
erforderten
. Das Gutachten zeige auch, dass keine Einschrän
kungen in der Tätigkeit im Haushalt
sbereich
bestünden. Folglich sei kein Inva
lidi
tätsgrad ausgewiesen.
2.2
Die
Beschwerdeführer
in
stellte sich auf
den Standpunkt (
Urk.
1
),
sie müsse am Arbeitsplatz Eimer mit 20 Liter Wasser und d
amit 20 kg heben und tragen. Der
Wagen mit Putzmittel
n
sei ca. 25
kg
schwer und
sie
müsse
ihn
schieben. Beim Reinigen müsse sie in gebeugten Positionen arbeiten. Eine leichte Arbeit mit Tragen und Heben von Lasten bis 10 kg sei damit überschritten.
Wegen der Schmerzen sei sie
auch nicht in der Lage
,
den eigenen Hau
s
halt zu erledigen, weshalb die beiden Töchter und Schwiegert
öchter täglich die Wohnung putz
en, die Wäsche wasch
en und bügeln,
das Es
s
en
vorbereiten
und beim Ein
kaufen helfen würden. Wegen der starken Schmerzen müsse sie täglich Schmerz
mittel nehmen, oft zum Arzt
gehen
, welcher ihr Spritzen ver
a
breiche
,
könne
auch
nicht gut schlafen und habe weniger Lebenslust.
2
.3
Im Streit liegt d
ie angefochtene Verfügung vom 1
2.
September
2017, mit der ein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung verneint wurde (
Urk.
2). Die Anmeldung zum Leistungsbezug erfolg
te am 2
2.
Februar 2016 (
Urk.
5
/6/8). Damit fällt in Bezug auf Rentenleistungen ein möglicher Anspruch frühestens ab August 2016 in Betracht. Mit Blick auf das Wartejahr sind die medizinisch begründeten Arbeitsunfähigkeiten ab August 2015 mit den entsprechenden Berichter
stattun
gen relevant (vgl. E. 1.2 hiervor).
Die aufgelegten Arztberichte wurden im Gut
achten
des
Z._
vom 2
0.
April 2017 (
Urk.
5/50/2-4, vgl. auch
Urk.
5/48/2-6
) zusammengefasst, weshalb sie vorliegend nur insoweit wiedergegeben werden, als sie dem Sachverhaltsverständnis dienlich sind.
3.
3.1
Im von der Beschwerdegegnerin eingeholten
interdisziplinären Gutachten des
Z._
vom 2
0.
April 2017 (
Urk.
5
/
50
), beruhend auf
psychiatrischen und rheuma
tologischen
Untersuchungen
mit
zusätzlicher Durchführung einer Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL)
, wurden die fol
genden Diagnosen gestellt (S. 8
):
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
-
Generalisiertes Schmerzsyndrom, mit betont Beinschmerzen rechts etwas mehr
als
links (im Rahmen eines
lumbospondylogenen
Schmerzsyndroms)
-
Aktenanamnestisch
Diskusprotrusio
n
L4/5 mit möglicher Irritation
von L4
-
Paramediane Diskushernie L5/S1 mit möglicher Irritation von S1 ohne
Wurzelkompression
-
Aktenanamnestisch bildgebend
Coxa
profunda
, rundliche
Osteolyse
am ISG rechts
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
-
Arterielle Hypertonie, medikamentös therapiert
-
Cholesterinämie
, anamnestisch medikamentös therapiert
-
Aktenanamnestisch latente Tuberkulose
-
Adipositas
Psychiat
rische Diagnosen mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit
-
Keine
Psychiatrische Diag
nosen ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit
-
Schä
dlicher Nikotingebrauch (ICD-10
F17.1
)
3.2
Aufgrund sein
er Untersuchungen vom 2
8.
März 2017 hielt der psychiatrische
Sach
verständige fest
(
Urk.
5/48 S. 8
)
,
d
ie Beschwerdeführerin sei pünktlich zum abgemachten Termin, begleitet von ihrem Ehemann gekommen und habe das Unter
suchungszimmer mit hinkendem Gang betreten. Sie wirke ordentlich ge
pflegt, bewusstseinsklar und allseits orientiert. Das Gespräch sei von Albanisch in Deutsch und umgekehrt übersetzt worden. Während des Gespräches habe
sie
klare, jedoch datenmässig unpräzise Angaben in Bezug auf ihre Lebensgeschichte und Krankheitsentwicklung abgegeben, was auf unauffällige mnestische Funk
tionen, allerdings aber auf ein niedriges Bildungsniveau hindeute. Im formalen Denken sei sie geordnet und inhaltlich hätten sich keine Hinweise auf Wahnideen, Halluzinationen oder Ich-Störungen
ergeben. Stimmungsmässig sei sie
ausge
gli
chen, die affektive Schwingungsfähigkeit und der Elan
vitae
seien erhalten. Affektiv sei sie modulierbar und ein affektiver Rapport habe gut her
ge
stellt werden könne
n
. Im Antrieb und Motorik sei sie unauffällig und es hätten sich
keine Hinweise auf eine Selbst- oder Fremdgefährdung ergeben
. T
estpsy
chol
o
gi
sch nach
der
Montgomery-
Asberg
Depression
Scale
(MADRS
)
deute die Gesamt
punktzahl von 2 (leichte Durchschlafstörungen) auf keine depressive Sympto
matik mit Krankheitswert hin und im
Mini-ICF-APP
zur Quantifizierung von Fä
higkeitsstörungen im Kontext
mit psychischen
Störungen
sei
en
in keinem Bereich
Beeinträchtigungen festzustellen
.
Unter Prognose und Beurteilung führte der Psychiater aus (S. 9), bei fehlenden Hinweisen auf ein anhaltend auffälliges Verhaltensmuster bezüglich Kognitionen, Wahrnehmungen und sozialer Interaktionen sowie bei fehlenden Hinweisen auf
anhaltende Störungen der Affekt- und Impulskontrolle könn
t
e
n
bei der Beschwer
deführerin
psychische
P
robleme mit Krankheitswert inklusive
einer Persönlich
keits
störung oder Intelligenzminderung, unter Mitberücksichtigung des fehlenden Schulbesuches, klar ausgeschlossen werden. Es ergäben sich auch keine Hinweise auf gegenwärtig
e
schwerwiegende bewusste/unbewusste emotionale Konflikte oder auf eine schwerwiegend belastende psychosoziale Situation, womit ebenfalls keine Störung aus de
m somatoformen Formenkreis inklusive
einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung diagnostiziert werden könne
. Die Beschwerde
führerin weise unauffällige psychokognitive Funktionen
auf
wie Gedächtnisfunk
tionen, Konzentrationsvermögen, Auffassungsvermögen, Merkfähigkeit, formales und inhaltliches Denken, Stimmungslage, Elan
vitae
, affektive Schwingungs
fähigkeit, Antrieb und Psychomotorik, weshalb ihr aus psychiatrischer Sicht auch keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert werden könne.
3.3
Die
rheumatologische Sachverständige
wies im Gesamtgutachten darauf hin (
Urk.
5
/
50 S.
7
)
,
in Bezug auf die Beschwerden
sei
sowohl
während der
Anamnese
als auch
während der
klinischen Untersuchung auffällig, dass die Beschwerde
führerin nicht klar und deutlich konsistente Antworten
gegeben habe. Zudem habe
sie
selber angegeben
,
sehr vergesslich
zu
sei
n. E
in MRI des Hirns und ein
Angio
-MRI
vom
5.
Februar 2016 h
ä
tt
e
n
multiple
supratentorielle
Marklagerlä
sionen, die für das Alter zu zahlreich seien
,
gezeigt und es
sei auch eine
ver
plumpte
,
nichtaneurysmatisch
erweiterte
Arteria
communicans
anterior
beschrie
ben
worden
. Die Rheumat
ologin und der Physiotherapeut hätten
auch bei der EFL ein
auffälliges Verhalten der
Beschwerdeführerin beobachtet
. Ob hier ein
e Demenzentwicklung im Gange sei, h
ätt
e
n
die
Rheumatologin und
der
Physio
the
rapeut nicht abschliessend darlegen
können
. Bei der psychiatrischen
Abklärung
habe
der Psychiater
befunden,
dass die
Beschwerdeführerin
klare, doch daten
mässig
unpräzise Angaben gemacht
habe. Dies
sei
als niedriges Bildungsniveau interpretiert
worden
.
Selbst wenn aber
psychiatrisch keine Hinweise
zu
finden
seien
,
sei
hier wohl ein Verlaufs-MRI
des
Schädel
s
oder eine Demenzabklärung zu erwägen. Sel
bst wenn jemand Analphabetin sei
,
könne
er wörtlich,
das heisse
verbal,
insbesonde
re mit Hilfe eines Dolmetschers,
konz
isere Angaben auf Fragen
machen,
die
bei der rheumatologisch-orthopä
dischen Abklärung nicht erfolgt sei
en
.
Aufgrund
der rein klinischen, somatischen Untersuchungsbefunde
könne
keine
irgendwie namhafte Funktionse
inschränkung attestiert werden. Bei der Eval
ua
tion der funktionellen Leistungsfähigkeit
habe
die
Beschwerdeführerin eine nicht zuverlässige
Leistungsbereitschaft
und eine erhebliche Selbstlimitierung gezeigt. D
ie Konsistenz
sei mässig gewesen. Insbesondere
bei den Hebetests
habe sie
ledig
lich eine Gewichtsbelastung von
2.5 kg
bewältigt
, was deutlich unt
er der minimalen Performance liege. Zudem
hätten sich medizinisch
nicht
plausibel
nachvollziehbare Gegebenheiten
gezeigt, wie
bei
den Tests
für
Arbeiten
über Kopf
,
die
die Belastbarkeit des Nacken-/Schultergürtelbereichs
prüf
t
en und unter Angabe
von Schmerzen in den Händen
abgebrochen worden seien. Auch d
ie wiederholten Kniebeugen
seien wegen
Schmerzen in den Händen
abgebrochen worden. Dabei habe die Beschwerdeführerin auch
Schwindel an
gegeben und
habe sich
theatralisch mit dem Ges
icht auf den Boden gepresst hingelegt
. Ein solches Verhalten sei auch bei Versicherten mit
Schwindel nicht vorzufinden. Insgesamt
habe
die
Beschwerdeführerin
zahlreiche Auffälligkeiten
gezeigt, die
differenzial
diagnostisch an die
Entwicklung einer Demenz, eines
allen
falls verminderten Intel
lektes,
einer psychischen Problematik oder einer bewuss
tseinsnahen Darstel
lung erinnere,
bzw. eine solche erwägen liessen.
3.4
Zur Arbeitsfähigkeit hielten die Gutachter fest (S. 10), aus rein rheumatologisch-orthopädischer Sicht sei die Beschwerdeführerin zumindest f
ür eine leichte bis knapp mittel
schwere Tätigkeit mit Heben und Tragen bis zu 10 kg, an
gesichts der Rückenproblematik wechsel
belastend, als
o
ganztags, also
zu
100
%
arbeitsfähig
.
Die angestammte Tätigkeit in der Reinigung bezeichneten die Gutachter als leicht.
Ebenso sei die Haushalttätigkeit zu 100 % zumutbar, wobei grössere Tragemen
gen
und Gewichtsbelastungen umorganisiert werden könnten.
A
us psychiatrischer Sicht bestehe
keine Arbeitsunfähigkeit.
4.
4.1
Das auf rheumatologischen und psychiatrischen Untersuchung
en
basierende
Gut
achten des
Z._
vom 2
0.
April 2017 setzt sich mit den Aspekten der gesundheit
lichen Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin auseinander, berücksichtigt die medizinischen
Vorakten
und ist hinsichtlich der
aus
rheumatolo
gisch/
ortho
pädischer und psychiatrischer Sicht
erfolgten
Diagnosestellung nachvollziehbar.
Was
die Beurteilung der Resta
rbeitsfähigkeit anbelangt,
gingen die Gutachter auf
grund der Diagnosen eines
generalisierten Schmerzsyndroms
bei
Diskusprotru
sion
auf Höhe L4/5 mit möglicher Irritation von L4 und paramedianer Dis
kus
hernie L5/S1
,
mit möglicher Irritation von S1
,
ohne Wurzelkompression und einer
Coxa
profunda
(Störung an der Hüfte im Bereich der Gelenkspfanne)
und einer
rundliche
n
Osteolyse
(Knochenabbau)
am ISG
(
Iliosakralgelenk
)
von ein
er
100%igen Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit
und im Haushalt
aus. Aus psy
chiatrischer Sicht konnte sodann keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit gestellt werden (E. 3.4 hiervor).
Wegen des a
nlässlich der rheumatologischen Abklärung und
der EFL-Abklärung
von der Beschwerdeführerin gezeigten
auffälligen
Verhaltens wurde
indes
von
der
Rheumatologin und dem
Physiotherapeut
en die Frage aufgeworfen, o
b
b
ei der Be
schwerdeführerin
eine
Demenzentwicklung im Gange sei. Dabei wurde auf
das
MRI des Geh
irns und ein
Angio
-MRI vom
5.
Februar 2016
hingewiesen (vgl.
Urk.
5/21/20-21)
,
welches
multiple
supratentorielle
Marklagerläsionen, die für das Alter
der Beschwerdeführerin als
zu zahlreich
gesehen wurden
,
und
e
ine
ver
plumpte
,
aber
nicht
aneurysmatisch
erweiterte
Arteria
communicans
anterior
gezeigt hatte
.
Die Gutachter folgerten
daraus
, dass s
elbst wenn psychiatrisch keine
Hinweise zu finden
sind
,
ein Verlaufs-MRI Schädel oder eine Demenz
ab
klärung zu erwägen
ist
(E. 3.3 hiervor und
Urk.
5/50/7
-
8
)
.
4.2
Die von den Gutachte
rn attestierte 100%ige Arbeits
fähigkeit in angestammter und in angepasster Tätigkeit
sowie im Haushalt
beruht damit nicht auf
allseitigen Untersuchungen
(E.
1.4 hiervor). Dabei fehlt es insbesondere an
einer neurolo
gischen Beurteilung der Bildgebung des Schädels. Die von den Gutachtern als erforderlich erachtete Demenzabklärung wird in diesem Rahmen nachzuholen sein
.
Eine
entsprechende
Würdigung respektive eine Begründung,
weshalb
auf eine solche Untersuchung verzichtet werden kann, lieferte
denn
auch der regio
nale ärztliche Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin in seiner Stellungnahme vom
9.
Mai 2017 (
Urk.
5/54/6-7) nicht.
4.3
D
as Gutachten des
Z._
ist damit in den Schlussfolgerungen der Experten ohne die fehlenden Abklärungen
für die streitigen Belange
nicht umfassend.
Ange
sichts dessen, dass es die Beschwerdegegnerin im Verwaltungsverfahren bei den bestehenden Unklarheiten hinsichtlich der medizinischen Beurteilung bewenden liess, rechtfertigt es sich im Lichte der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4) nicht, bereits zu diesem Zeitpunkt der Abklärungen ein gerichtliches Gutachten einzuholen, was denn auch nicht beantragt wurde. Vielmehr ist die Sache unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom
1
2.
September
2017 (
Urk.
2) an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit
sie
die
erwähnten
medizinische
n Abklärungen tätige
und hernach allenfalls eine
neue
Gesamtbeurteilung veranlasse
.
Die Sache ist damit an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen und in Gut
heissung der Beschwerde ist d
ie angefochtene Verfügung vom 1
2.
September
2017
aufzuheben.
5.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.