Decision ID: 566fbad7-c914-4053-a951-fa33abd24b11
Year: 2021
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_005
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

I. Sachverhalt:
1. Gegen das vom 18. Oktober bis 7. November 2019 öffentlich aufgelegte
Baugesuch von D._ vom 7. Oktober 2019 betreffend den Abbruch und
Neubau des Wohnhauses mit Autounterstand und Abstellraum auf der
Nordwestseite, Parkplätzen im Freien, einer Wärmepumpenanlage mit
Erdsonden sowie einer Photovoltaikanlage auf der Dachfläche auf Parzelle
B._ am C._ in E._ erhoben am 1. November
2019 unter anderem A._ bei der Stadt E._ Einsprache und
beantragten was folgt: 1. Das Baugesuch vom 7.10.2019 für den Abbruch und Neubau eines
Einfamilienhauses mit Carport und Abstellraum, auf Grundstück E._ Nr. B._, sei abzuweisen.
2. Eventualiter seien bei Erteilung der Baubewilligung folgende Auflagen in den Bauentscheid aufzunehmen:
 Die Gesuchsteller haben die Parkierung der Baustellenfahrzeuge auf eigenem Boden (Parz. B._) sicherzustellen.
 Der F._ darf nicht für Parkierungszwecke benützt werden. Der Baustellenverkehr ist so abzuwickeln, dass der Zugang zu den Nachbargrundstücken und die Sicherheit für Fussgänger und spielende Kinder stets gewährleistet ist.
3. Unter Kostenfolge zulasten der Gesuchsteller.
Begründend bemängelten sie insbesondere, dass das neue
Einfamilienhaus gegenüber dem bestehenden Haus massiv erhöht werde.
Die Firsthöhe betrage beim bestehenden Haus rund 8 m. Das neue Haus
solle gemäss Profilen rund 11.5 m hoch werden. Das Dachgeschoss
werde zu einem Vollgeschoss ausgebaut. Damit hebe sich das
Bauvorhaben sowohl in seiner Höhe als auch von der Gestaltung her
deutlich von der bestehenden Bebauungsstruktur im Quartier ab.
Massgebend seien die Ästhetikvorschriften des Baugesetzes der Stadt
E._ und die darauf gestützten Erhaltungsbereiche. Die
ausgewiesene Gebäudehöhe verletze die im G._ geltenden
Gestaltungsvorschriften. Die geplante Baute wirke wie ein Fremdkörper im
Quartier. Der schützenswerte Charakter dieses Quartiers zeichne sich
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dadurch aus, dass die Einfamilienhäuser die gesetzlich zulässigen Masse
der Wohnzone W2 nicht vollends ausschöpften.
2. Am 2. Dezember 2019 beantragten D._ die Abweisung der
Einsprache und die Erteilung der Baubewilligung, unter gesetzlicher
Kostenfolge zulasten der Einsprechenden. Begründend brachten sie im
Wesentlichen vor, nach Gesprächen mit den Nachbarn hätten sie sich
entschieden, die Höhe der geplanten Baute freiwillig um 38 cm zu
reduzieren. Im Quartier seien mehrere Bauten wie das geplante Haus
zweigeschossig und zusätzlich werde das Dachgeschoss auch teilweise
oder ganz genutzt. Die Vorschriften gemäss Zonenschema seien
eingehalten. Auch der generelle Charakter des Quartiers stehe der
Ausnützung der maximal zulässigen Gebäudehöhe nicht entgegen.
3. D._ reichten das vorerwähnte Projektänderungsgesuch am 7. Januar
2020 bei der Stadt E._ ein.
4. Am 10., mitgeteilt am 23. März 2020, bewilligte der Stadtrat von
E._ auf Antrag der Baukommission das Baugesuch inkl.
Projektänderung unter Bedingungen und Auflagen. Zudem wies er unter
anderem die Baueinsprache von A._ ab, soweit er darauf eintrat. Die
Kosten für das Einspracheverfahren wurden der Bauherrschaft auferlegt.
Der Stadtrat erwog im Wesentlichen, unbestritten sei, dass das
Bauvorhaben sämtliche Baumasse und insbesondere die Gebäudehöhe
gemäss Art. 57 BG (Zonenschema) beachte. Umstritten sei dagegen, ob
die Ästhetik- und Gestaltungsvorschriften, die im Wohnschutzgebiet
G._ zur Anwendung gelangten, vom Neubau eingehalten werden
könnten. Dies sei vorliegend der Fall. Die zulässige Gebäudehöhe von 7.5
m werde gemäss Projektänderung sogar um 38 cm unterschritten. Die
Gebäudedichte werde respektiert. Die Dachform und die gewählten
Baumaterialien entsprächen der Quartierüblichkeit. Die (Wohn-) Nutzung
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bleibe unverändert. Der hohe Grünanteil und die charakteristische
Grünstruktur würden nicht tangiert. Die Quartierstrassen genügten für eine
Erschliessung und die massgebliche Ausnützungsziffer von 0.4 werde
eingehalten. Aufstockungen seien mit Blick auf den Verdichtungsgrundsatz
erwünscht und zulässig. Auf die Rüge betreffend Entzug von Licht, Sonne
und Aussicht sei nicht einzutreten.
5. Dagegen erhoben A._ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 5. Mai
2020 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden und
beantragten was folgt:
1. Der Baubescheid Nr. H._ des Stadtrates von E._ vom I._, mitgeteilt am J._, sei aufzuheben und die Baubewilligung sei zu verweigern.
2. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen, unter der Anweisung, ein unabhängiges Gutachten zum denkmalschützerischen Stellenwert der zwischen 1945 und 1955 erstellten Einfamilienhaus-Siedlungen auf beiden Seiten der S._ im Allgemeinen und am F._/K._/L._/M._ im Speziellen einzuholen.
3. Vorsorglicher Verfahrensantrag: Der Beschwerde sei im Sinne einer vorsorglichen Massnahme die aufschiebende Wirkung zuzuerkennen.
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegner, zzgl. 7.7 % MWST.
Die Beschwerdeführer rügten eine fehlerhafte Sachverhaltsfeststellung
sowie Rechtsverletzungen (Verletzung des Baugesetzes der Stadt
E._, Verletzung von Art. 3 RPV, Verletzung des KRG,
Rechtsfehler bei der Ausübung behördlichen Ermessens, Verletzung des
Willkürverbots) durch die Vorinstanz.
Die Einsprecher hätten in ihrer Replik vom 9. Januar 2020 (Rz. 57 ff.)
verschiedene Punkte geltend gemacht (die nähere Umgebung des
Baugrundstücks zeichne sich gestalterisch durch eine typische,
kleinformatige Einfamilienhaussiedlung aus; das Quartier zwischen
F._, K._, N._ und L._ zeichne sich
durch eine besonders einheitliche und ungestörte Gebäudelandschaft aus;
das mehrgeschossige Einfamilienhaus am F._ 13 liege am
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äussersten Rand des Planungsgebiets, dort sei das Terrain wesentlich
tiefer, ca. 1.6 m abgesenkt, dessen Gesamthöhe betrage ca. 10 m und das
Gebäude überrage die Nachbargebäude lediglich um rund 0.8 m; die
Häuser auf Parzellen O._, P._, Q._ und
R._ befänden sich nicht im Quartier und wirkten sich gestalterisch
nicht aus; nur das Wohnhaus auf Parzelle O._ bilde hinsichtlich
der Höhe eine Ausnahme, dieses sei aber schon viele Jahre in seiner
heutigen Höhe vorbestehend gewesen). Mit diesen Vorbringen habe sich
die Vorinstanz nicht auseinandergesetzt. Dies sei durch das
Verwaltungsgericht zu korrigieren.
Das Gebiet sei auch im ISOS für die Stadt E._ als schützenswerte
Bebauung verzeichnet (Gebiet Nr. 12, Einfamilienhaus-Siedlungen auf
beiden Seiten der S._, um 1945-1955; kleine Bauten mit
Giebeldächern; mit besonderer architekturhistorischer Qualität). Die Stadt
E._ habe die Vorgaben des ISOS im GGP mit den entsprechenden
Erhaltungsbereichen für verschiedene Quartiere umgesetzt. Damit sei das
ISOS im hier interessierenden Quartier zu berücksichtigen. Ausserdem
liege das Quartier im Gebiet mit besonderer Wohnqualität und es seien die
Gestaltungsgrundsätze für das Gebiet G._ anwendbar (Art. 79 BG
und Art. 73 Abs. 1 KRG). Mit Art. 79 BG habe die Stadt E._ Art. 73
Abs. 1 KRG noch verschärft.
Vorliegend gehe es um einen Erhaltungsbereich, der – wie die Baumasse
auch – auf Gesetzesstufe basiere und damit gleichrangig wie die
Vorschriften zu den Gebäudemassen sei. Zudem zeichne sich das Gebiet
G._ durch eine bemerkenswerte Homogenität und Einheitlichkeit
der Gebäudelandschaft aus, womit Gestaltungsvorschriften an Bedeutung
gewännen. Dies übersehe die Vorinstanz.
Die bauliche maximale Ausnützung müsse in einem Gebiet mit
ausgeprägtem Gestaltungsbedarf regelmässig hinter der guten Gestaltung
und Einordnung zurückstehen, vor allem in Gebieten mit Erhaltungswert im
ISOS. Die Auffassung der Vorinstanz, den Baumassevorschriften sei
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gegenüber den Gestaltungsvorschriften den Vorrang zu geben, verletze
übergeordnetes Recht (Art. 78 Abs. 1 BV, Art. 17 RPG, Art. 43 KRG und
Art. 79 BG).
Zudem fehle eine Interessenabwägung zwischen den gesetzlich
verankerten Interessen der Quartiererhaltung und Wohnqualität und dem
Interesse an einer maximalen Ausnützung. Der Stadtrat habe einfach der
maximalen baulichen Ausnützung den Vorzug gegeben und die Interessen
der Quartiererhaltung hintenangestellt.
Mit der Aussage, dass in diesem Quartier generell von einer beschränkten
Lebensdauer der Häuser auszugehen sei, spreche der Stadtrat dem Gebiet
G._ jegliches Erhaltungsbedürfnis ab, was in krassem
Widerspruch zu den gesetzlich verankerten Erhaltungszielen stehe.
Das Bauvorhaben auf Parzelle B._ habe überdies nichts mit
Verdichtung zu tun. Eine solche finde nicht statt. Das Bauvorhaben ersetze
ein Einfamilienhaus und es werde wieder ein solches gebaut.
Der Stadtrat habe seine Kompetenzen und sein Ermessen überschritten.
Es gehe nicht an, die Erhaltungsziele gemäss GGP und ISOS durch
Nichtbeachtung faktisch aufzuheben, und das noch mit dem Argument der
Verdichtung, das hier völlig sachfremd sei. Wenn schon bedürfte ein
solcher Paradigmawechsel einer Änderung des GGP.
Die besondere Wohnqualität im Quartier stelle ein öffentliches Interesse
dar, das bei der Bewilligung von Bauvorhaben in solchen Gebieten
berücksichtigt werden müsse. Bei kleinen Hausabständen bewirkten schon
geringe Gebäudeerhöhungen eine relevante Zunahme der Beschattung.
Bei Erhöhung der Baute von über 3 m führe der dadurch verursachte
Schattenwurf zu einer starken Einschränkung der Besonnung. Was
andernorts ausdrücklich als Vorgabe zur Minimalbesonnung auf
Gesetzesstufe verankert werde (vgl. Art. 26 Baugesetz Davos), müsse in
der Stadt E._ zumindest in Gebieten mit besonderer Wohnqualität
ebenfalls Beachtung finden. Die Vorinstanz habe die Wohnqualität in
diesem Sinne nicht gewürdigt. Damit sei die gemäss Art. 3 RPV für das
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vorliegende Bauvorhaben vorzunehmende Interessenabwägung
sachwidrig unvollständig geblieben und somit fehlerhaft erfolgt. Es liege
nicht im Ermessen der Baubehörde, relevante Interessen zu ignorieren,
wenn dafür keine sachlichen Gründe vorgebracht werden könnten. Die
Vorinstanz sei damit in Willkür verfallen.
6. Mit Beschwerdeantwort vom 28. Mai 2020 beantragten D._
(nachfolgend: Beschwerdegegner), die Beschwerde sei abzuweisen, unter
Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdeführer.
Als Entgegenkommen hätten sie ein ebenfalls bewilligungsfähiges Projekt
durch eines ersetzt, welches 38 cm unter der zulässigen Gebäudehöhe von
7.5 m liege.
Die Beschwerdeführer hätten unter anderem versucht, den Stadtrat auf
politischer Ebene zu beeinflussen. Es seien Unterschriften im Quartier
gesammelt und eine Petition eingereicht worden. Auch die Sprechstunde
des Stadtrates sei genutzt worden, um das Projekt zu torpedieren.
Die Visualisierungen der Beschwerdeführer seien irreführend. Sie
berücksichtigten die geplante Materialisierung (Farbgebung) nicht.
Entscheidend sei nicht die Höhe des bisherigen Hauses, sondern die
gemäss Zonenschema zulässige Höhe. Im Bereich des
Wohnschutzgebietes G._ seien zahlreiche Aufstockungen
vorgenommen worden, beispielsweise auf Parzellen T._,
U._, V._, W._, X._, R._,
Q._, P._ und Y._. Im Quartier gebe es keine
einheitliche Bauhöhe.
Je nach Argumentationslinie grenzten die Beschwerdeführer das "Quartier"
weiter oder enger ein.
Das von den Beschwerdeführern ins Recht gelegte ISOS-Dokument
gelange vorliegend nicht zur Anwendung. Das Ortsbild sei noch nicht
vollständig aufgenommen.
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Massgebend seien hier das städtische Baugesetz und die Planungshilfe für
das Wohnschutzgebiet G._. Die Planungshilfe verlange den Erhalt
der zusammenhängenden rasterförmigen Einfamilienhausstruktur mit
würfelförmigen Einzelbauten und einem hohen Durchgrünungsgrad.
Bezüglich Höhe der Bauten seien in der Planungshilfe keine
Einschränkungen zu finden. Massgebend sei die maximale Höhe von 7.5 m
gemäss Art. 57 BG (Zonenschema).
Werde aus ästhetischen Gründen eine Reduktion der grundsätzlich
zugelassenen Baumasse verlangt, müsse diese Reduktion durch
überwiegende öffentliche Interessen, wie z.B. den Schutz
denkmalgeschützter Bauten und Gebäudekomplexe, gerechtfertigt
werden. Ein solches öffentliches Interesse liege nicht vor, zumal die
Planungshilfe gerade keine Bestimmungen betreffend Gebäudehöhe
enthalte. Aufstockungen seien gemäss der Planungshilfe möglich.
Der Neubau halte die Bestimmungen der Regelbauweise unstreitig ein. Die
Vorgaben der Planungshilfe würden umgesetzt. Die Zonenordnung könne
nicht durch Berufung auf die Ästhetikklausel ausser Kraft gesetzt werden.
Übergeordnetes Recht werde nicht verletzt. Der Gesetzgeber habe das
Gebiet bewusst der Wohnzone W2 zugeordnet, in welcher Bauten bis 7.5
m Höhe zulässig seien.
Eine Interessenabwägung nach Art. 3 RPV sei hier nicht vorzunehmen.
Solange die ästhetischen Vorgaben der Planungshilfe und die Masse
gemäss Zonenschema eingehalten würden, bedürfe es keiner
Interessenabwägung. Es gehe auch nicht um eine Interessenabwägung
zwischen baulicher Ausnützung und Quartiererhaltung. Vielmehr habe der
Stadtrat prüfen müssen, ob das Projekt den strengen ästhetischen und
gestalterischen Anforderungen der Planungshilfe zu genügen vermöge. Zu
Recht sei er zum Schluss gekommen, dass diese Vorgaben erfüllt würden.
Eine ausreichende Besonnung sei vorliegend offensichtlich gewährleistet.
Eine gute Wohnqualität hänge zudem nicht allein von der Besonnung ab,
sondern ergebe sich aus einem Zusammenspiel zwischen beruhigter
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Erschliessung, fehlendem Gewerbe, grosszügigen Grünflächen und tiefer
Ausnützungsziffer. Das Projekt beeinträchtige diese hohe Wohnqualität
nicht.
Eine Rückweisung sei nicht angezeigt. Das Baugesetz der Stadt
E._ sehe gerade bei Baugesuchen in Gebieten mit besonderer
Wohnqualität den Beizug der Baukommission vor. Darin sässen Experten
aus den Bereichen Architektur, Raumplanung und Heimatschutz. Die
Baukommission habe sich als Expertengremium mit den hier
aufgeworfenen Fragen befasst, weshalb ein Gutachten zum
denkmalschützerischen Stellenwert der Baute nicht notwendig sei. Die
bestehende Baute habe zudem keinen denkmalschützerischen
Stellenwert. Der Hinweis in der nicht publizierten ISOS-Liste betreffend
Einfamilienhaussiedlungen aus den Jahren 1945-1955 auf beiden Seiten
der S._ habe keinen Einfluss auf das Bauvorhaben.
7. Mit Verfügung vom 29. Mai 2020 erkannte der Instruktionsrichter der
Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu.
8. Mit Vernehmlassung vom 25. Juni 2020 schloss die Stadt E._
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) auf kostenfällige Abweisung der
Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei, und Bestätigung des
angefochtenen Baubescheids.
Das bestehende Gebäude selbst sei in keinem Inventar verzeichnet.
Zudem sei der Sachverhalt nicht unzulänglich festgestellt worden.
Insbesondere sei daran festzuhalten, dass im Wohnschutzgebiet
G._, welches sich nicht nur auf die Häuser im Geviert F._,
L._, N._ und K._ beschränke, Gebäude mit
unterschiedlichsten Ausbaustandards und Abmessungen anzutreffen
seien, ohne dass diese die vorhandene typische Baustruktur des Quartiers
beeinträchtigten.
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Das ISOS gelte nur bei der Erfüllung von Bundesaufgaben unmittelbar. Hier
stehe keine Bundesaufgabe zur Debatte, weswegen der Schutz von
Ortsbildern durch kantonales und kommunales Recht gewährleistet werde.
Aber auch bei der Erfüllung kantonaler und kommunaler Aufgaben seien
Bundesinventare wie das ISOS von Bedeutung. Die Pflicht zur Beachtung
finde Niederschlag in der Anwendung der die Schutzanliegen umsetzenden
(Nutzungs-)Planung und auch darin, dass im Einzelfall erforderliche
Interessenabwägungen im Lichte der Heimatschutzanliegen vorzunehmen
seien. Es sei ein Amtsbericht der Denkmalpflege Graubünden einzuholen,
zumal das besagte Gebiet (provisorisch) im ISOS aufgenommen sei und
im Wesentlichen die rechtskonforme Umsetzung und Anwendung im
Rahmen der kommunalen Nutzungsplanung zur Debatte stehe.
Die Festlegung in der Wohnzone W2 und im Wohnschutzgebiet
G._ (Erhaltungsbereich Gebiete mit besonderer Wohnqualität)
lasse die Errichtung des geplanten Wohngebäudes ohne Weiteres zu.
Sämtliche Baumasse seien unbestritten eingehalten. Die zulässige
Gebäudehöhe werde sogar um 38 cm unterschritten. Die
Gestaltungsvorschriften des Wohnschutzgebietes G._ würden mit
dem Neubau eingehalten.
Die Beschwerdegegnerin habe sich nicht nur mit der Einhaltung der
Zonenordnung, sondern auch mit der Einhaltung der
Gestaltungsvorschriften befasst und diese auf Übereinstimmung mit dem
vorliegenden Projekt überprüft. Eine Interessenabwägung sei
vorgenommen worden. Es habe gegolten, eine einseitige Beurteilung,
wonach im gesamten Wohnschutzgebiet aufgrund der Ästhetikklausel
keine Aufstockungen mehr möglich seien, zu verhindern.
Es sei nicht nachvollziehbar, wenn die Beschwerdeführer in Bezug auf die
E-Mail des Stadtpräsidenten vom 13. April 2020 ausführten, dadurch werde
die gesetzliche Vorgabe zur Erhaltung eines im ISOS verzeichneten
Quartiers mit Füssen getreten.
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Die Beschwerdegegnerin habe ihr Ermessen nicht überschritten. Sie habe
im angefochtenen Entscheid darauf hingewiesen, dass ein erhebliches
öffentliches Interesse daran bestehe, die Baumasse vollumfänglich
auszunützen. Die Siedlungsentwicklung zur haushälterischen Nutzung des
Bodens sei nach innen zu lenken und es seien kompakte Siedlungen zu
schaffen (Verdichtungsgrundsatz). Werde daher aus ästhetischen Gründen
eine Reduktion der Baumasse verlangt, müsse dies durch überwiegende
öffentliche Interessen, wie z.B. durch den Schutz denkmalgeschützter
Bauten und Gebäudekomplexe, gerechtfertigt sein. Ein derart gelagertes,
überwiegendes öffentliches Interesse sei vorliegend nicht ersichtlich.
Die Ästhetik- und Gestaltungsvorschriften seien eingehalten. Der
Gemeinderat habe Planungs- und Gestaltungsgrundsätze für das Gebiet
G._ festgelegt und das Hochbauamt habe eine
Entscheidungsgrundlage in Form einer Planungshilfe verfasst. Die
Kompetenz, die Einhaltung der darin verankerten Grundlagen anhand
eines Bauvorhabens zu prüfen, komme der Baubehörde auf Antrag der
Baukommission zu. Der Baubehörde wiederum stehe bei der Anwendung
von Ästhetikbestimmungen ein erheblicher und geschützter
Ermessensspielraum zu. Weder die Planungsgrundsätze des
Gemeinderates noch die Vorgaben der Planungshilfe seien verletzt.
Zu Recht nicht eingetreten sei die Beschwerdegegnerin auf die Rüge, mit
dem Neubau werde der einsprecherischen Liegenschaft Licht, Sonne und
Aussicht entzogen. Diesen Einwänden komme im öffentlich-rechtlichen
Baueinspracheverfahren keine selbständige Bedeutung zu. Im Gegensatz
zum geltend gemachten Baugesetz Davos kenne die Beschwerdegegnerin
keine Vorschriften zur Minimalbesonnung. Entsprechend sei eine solche
Vorgabe auch nicht anwendbar.
9. Am 14. Juli 2020 hielten die Beschwerdeführer replicando an ihren
Anträgen fest. Hier stelle sich offensichtlich die Grundsatzfrage, welche
Bedeutung dem ISOS für das vorliegende Quartier und dessen Umsetzung
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über das Baugesetz der Beschwerdegegnerin und die gestützt darauf
erlassene Planungshilfe in Zukunft noch zukommen solle, wenn von
Bauherrschaften der Druck auf bestehende, als erhaltenswert beurteilte
Wohnstrukturen stetig erhöht werde. Im Zusammenhang damit sei auch die
Frage zu klären, welche Bedeutung die Erhaltung von Besonnung in
Quartieren mit hoher Wohnqualität haben solle, wenn diese durch
Neubauten wie im vorliegenden Fall ohne grosse Hindernisse derart
eingeschränkt werden dürfe.
10. Am 17. Juli 2020 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf die Einreichung
einer Duplik.
11. Mit Duplik vom 7. August 2020 hielten die Beschwerdegegner an ihren
Rechtsbegehren fest und beantragten zudem, es sei auf die Einholung
eines Amtsberichts der kantonalen Denkmalpflege zu verzichten.
12. Mit Schreiben vom 11. August 2020 reichten die Rechtsvertreter der
Beschwerdeführer und der Beschwerdegegner ihre Honorarnoten im
Betrag von CHF 6'574.35 bzw. CHF 6'600.10 ein.
13. Am 16. Juli 2021 ersuchte der Instruktionsrichter die Beschwerdegegnerin
um Angabe, ob an der Baukommissionssitzung Nr. 01/2020 vom 22.
Januar 2020 eine Vertreterin resp. ein Vertreter der Denkmalpflege
teilgenommen habe. Falls ja, würde das Gericht auf die Einholung eines
Amtsberichts der Denkmalpflege verzichten, falls nein, würde es einen
solchen Bericht einholen.
14. Nachdem die Beschwerdegegnerin das Gericht am 21. Juli 2021 darüber
informierte, dass Z._ von der Denkmalpflege Graubünden beim
besagten Traktandum Einsitz genommen hatte, teilte der Instruktionsrichter
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den Parteien am 22. Juli 2021 mit, diesfalls werde auf die Einholung eines
Amtsberichts verzichtet und das Verfahren weitergeführt.
15. Am 16. September 2021 führte das Verwaltungsgericht im Beisein der
Parteien einen Augenschein durch. Der Augenschein wurde protokolliert
und das Protokoll nach der Zustellung zur Stellungnahme an die Parteien
unter Einschluss ihrer Stellungnahmen zu den Akten genommen. Am 24.
September 2021 äusserten sich die Beschwerdegegner dahingehend,
dass die Ausführungen im Protokoll korrekt und keine Korrekturen
notwendig seien. Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 4. Oktober 2021
auf die Einreichung einer Stellungnahme zum Augenscheinprotokoll. Die
Beschwerdeführer hielten in ihrer Stellungnahme vom 7. Oktober 2021 fest,
dass das Protokoll inhaltlich in Ordnung sei. Jedoch lasse die Qualität der
Fotoaufnahmen zu wünschen übrig. Die streitrelevanten Profile auf
Parzelle B._ seien Gegenstand des Augenscheins an den
Standorten I, II, V und VIII gewesen. Man sehe die Profile auf den
Fotoaufnahmen kaum. Immerhin scheine die Aktuarin diesen Mangel
selbst erkannt zu haben und habe die Aufnahme des Standorts VIII mit
roten Markierungen versehen, um die Profile sichtbar zu machen. Es werde
daher beantragt, solche Markierungen auch auf den Fotoaufnahmen zu
den Standorten I, II, V und VIII anzubringen; andernfalls müssten die
Aufnahmen mit einer besseren Fotokamera vor Ort wiederholt werden.
Diesbezüglich führten die Beschwerdegegner am 15. Oktober 2021 aus,
dass die Nachbearbeitung von Fotos nicht statthaft sei. Die Richter hätten
sich vor Ort ein umfassendes Bild der Situation machen können.
16. Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften und auf
den angefochtenen Baubescheid sowie auf die vorliegenden Beweismittel
wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
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1. Gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) beurteilt das
Verwaltungsgericht Beschwerden gegen Entscheide von Gemeinden,
soweit diese nicht bei einer anderen Instanz angefochten werden können
oder nach kantonalem oder eidgenössischem Recht endgültig sind.
Angefochten ist vorliegend der Baubescheid vom 10., mitgeteilt am 23.
März 2020, mit welchem die Beschwerdegegnerin auf Antrag der
Baukommission das Baugesuch inkl. Projektänderung der
Beschwerdegegner unter Bedingungen und Auflagen bewilligte und unter
anderem die Baueinsprache der Beschwerdeführer abwies, soweit sie
darauf eintrat. Dieser Entscheid ist weder endgültig noch kann er bei einer
anderen Instanz angefochten werden. Folglich stellt er ein taugliches
Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor dem Verwaltungsgericht des
Kantons Graubünden dar. Gemäss Art. 50 Abs. 1 VRG ist zur Beschwerde
legitimiert, wer durch den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein
schutzwürdiges Interesse an seiner Aufhebung oder Änderung hat oder
wer durch besondere Vorschrift dazu ermächtigt ist. Die Beschwerdeführer
sind Gesamteigentümer der Parzelle AA._, welche unmittelbar an
die Bauparzelle B._ grenzt. Demnach kann aufgrund der
räumlichen Nähe von einer besonderen Beziehungsnähe und
grundsätzlich von einem schutzwürdigen Interesse an der Aufhebung oder
Abänderung des angefochtenen Baubescheids ausgegangen werden. Auf
die zudem form- und fristgerecht erhobene Beschwerde (vgl. Art. 38 Abs.
1 und 2, Art. 39 Abs. 1 lit. a sowie Art. 52 Abs. 1 VRG) ist somit im Rahmen
der vor Verwaltungsgericht zulässigen Rügen einzutreten.
2. Die Kontrollbefugnis des Verwaltungsgerichts bezieht sich gemäss Art. 51
Abs. 1 VRG auf Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung oder
Missbrauch des Ermessens (lit. a) sowie auf unrichtige oder unvollständige
Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts (lit. b).
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3.1. Dem prozessualen Antrag der Beschwerdeführer, wonach der Beschwerde
die aufschiebende Wirkung zu erteilen sei, ist der Instruktionsrichter
gestützt auf Art. 53 Abs. 2 VRG mit prozessleitender Verfügung vom 29.
Mai 2020 nachgekommen, weshalb er nicht mehr Beschwerdethema ist.
3.2. In Bezug auf den Antrag der Beschwerdegegnerin, welchem sich die
Beschwerdeführer angeschlossen haben, wonach zum vorliegenden
Bauprojekt ein Amtsbericht der Denkmalpflege Graubünden einzuholen
sei, ist auf Folgendes hinzuweisen: Nachdem die Beschwerdegegnerin das
streitberufene Gericht am 21. Juli 2021 darüber informierte, dass
Z._ von der Denkmalpflege Graubünden beim besagten
Traktandum in der Baukommissionssitzung Nr. 01/2020 vom 22. Januar
2020 Einsitz genommen hatte, teilte der Instruktionsrichter den Parteien am
22. Juli 2021 mit, dass diesfalls auf die Einholung eines Amtsberichts
verzichtet und das Verfahren weitergeführt werde. Die entsprechende
prozessleitende Verfügung des Instruktionsrichters erwuchs
unangefochten in Rechtskraft. Folglich ist auch dieser Antrag nicht mehr
Beschwerdethema.
3.3. Hinsichtlich des Antrags der Beschwerdeführer, es sei die Denkmalpflege
Graubünden zu einer schriftlichen Stellungnahme zu ihrer an der
Baukommissionssitzung Nr. 01/2020 vom 22. Januar 2020 vertretenen
Haltung aufzufordern, ist darauf hinzuweisen, dass die kantonale
Denkmalpflege anlässlich der erwähnten Baukommissionssitzung ihren
Standpunkt hat einbringen können und ihre allfällige Meinungsäusserung
entweder obsiegt hat oder unterlegen ist. Eine Stellungnahme der
Denkmalpflege Graubünden zu ihrer an der besagten
Baukommissionssitzung vertretenen Haltung einzuholen, erscheint dem
streitberufenen Gericht nicht erforderlich. Auch eine knappe Niederlage
oder ein knapper Sieg stellt eine Niederlage bzw. einen Sieg dar. Somit ist
dieser Antrag der Beschwerdeführer abzulehnen.
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4.1. Die Beschwerdeführer machen geltend, die von der Beschwerdegegnerin
im angefochtenen Baubescheid übernommenen Behauptungen der
Beschwerdegegner gemäss Stellungnahme vom 2. Dezember 2019 (vgl.
Akten der Beschwerdegegnerin, Dossier B, act. 10, Rz. 20) seien bereits
mit der Replik der Beschwerdeführer vom 9. Januar 2020 (vgl. Akten der
Beschwerdegegnerin, Dossier B, act. 11, Rz. 57 ff.) widerlegt worden und
entsprächen daher nicht den Tatsachen, weshalb eine fehlerhafte
Sachverhaltsfeststellung der Beschwerdegegnerin vorliege. Wie die
nachstehenden Ausführungen (vgl. E.8.1.3) ergeben, entsprechen die
Behauptungen der Beschwerdegegner in ihrer Stellungnahme vom 2.
Dezember 2019 den vorliegenden Tatsachen. Die Sachverhaltsrüge der
Beschwerdeführer erweist sich somit als unbegründet.
4.2. Soweit die Beschwerdeführer im Zusammenhang mit der Ästhetik- und
Gestaltungsfrage eine Verletzung der aus dem Anspruch auf rechtliches
Gehör nach Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft (BV; SR 101) fliessenden Prüfungspflicht behaupten,
erweist sich ihre Rüge als nicht stichhaltig. Die Beschwerdegegnerin hat
sich im angefochtenen Baubescheid mit den Vorbringen der
Beschwerdeführer ernsthaft auseinandergesetzt und ist auf die
entscheidwesentlichen Einwände eingegangen (vgl. Akten der
Beschwerdeführer, act. 1 S. 7 f.). Damit ist die Beschwerdegegnerin ihrer
Prüfungspflicht, gestützt auf den Antrag der fachkundigen Baukommission
(vgl. Art. 3 und 4 des Baugesetzes der Beschwerdegegnerin [BG]), in
genügender Art und Weise nachgekommen.
5.1. Die Beschwerdeführer rügen den unzulässigen Entzug von Licht bzw.
Sonneneinstrahlung sowie Aussicht durch das geplante Bauvorhaben. Die
Erhöhung des Wohnhauses bewirke eine massive Beeinträchtigung der
Sicht und der Belichtung, was in einem Erhaltungsbereich berücksichtigt
werden müsse. Was andernorts ausdrücklich als Vorgabe zur
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Minimalbesonnung auf Gesetzesstufe verankert werde (vgl. Art. 26
Baugesetz Davos), müsse in der Stadt E._ zumindest in Gebieten
mit besonderer Wohnqualität ebenfalls Beachtung finden. Demgegenüber
führt die Beschwerdegegnerin aus, dass diesen Einwänden im öffentlich-
rechtlichen Baueinspracheverfahren keine selbständige Bedeutung
zukomme. Im Gegensatz zum Baugesetz Davos kenne die Stadt
E._ keine Vorschriften zur Minimalbesonnung. Entsprechend sei
eine solche Vorgabe auch nicht anwendbar. Die Beschwerdeführer hätten
die mit einer baugesetz- und zonenkonformen Überbauung des
Nachbargrundstückes einhergehenden Beeinträchtigungen in Kauf zu
nehmen und seien – sofern aufgrund der erwähnten Einwirkungen dennoch
Ansprüche wie eine Wertverminderung geltend gemacht werden sollten –
auf den Zivilweg zu verweisen. Schliesslich halten die Beschwerdegegner
fest, die Schlussfolgerung der Beschwerdegegnerin, wonach die
Besonnung in diesem Verfahren nicht weiter zu prüfen sei, weil die
öffentlich-rechtlichen Vorgaben eingehalten würden, sei keinesfalls
willkürlich.
5.2. Grundsätzlich ist es zulässig, zur Wahrung der Wohnqualität
Höhenbeschränkungen in der Grundordnung vorzusehen. Es ist Aufgabe
der Planungsbehörden die Interessen der Nachbarn an ausreichender
Besonnung respektive das öffentliche Interesse an gesundem Wohnen
(vgl. Art. 3 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die Raumplanung
[Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700]) und dem in Art. 75 Abs. 1 BV und
Art. 1 Abs. 1 RPG umschriebenen öffentlichen Interesse an der
haushälterischen Bodennutzung abzuwägen. Im Baubewilligungsverfahren
können die entsprechenden Entscheidungen in der Regel nicht mehr in
Frage gestellt werden (vgl. zum Ganzen Urteile des Bundesgerichts
1C_158/2016 vom 18. Oktober 2016 E.4.4, 1C_114/2015 vom 10. Juli
2015 E.7.2.1 und 1C_539/2011 vom 3. September 2012 E.4.9). Das BG
sieht denn auch in Art. 70 eine spezifische Regelung für Hochhäuser vor.
- 18 -
Gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung gelten hingegen nur Gebäude mit einer
Gebäudehöhe von mehr als 21 m als Hochhäuser. Das vorliegend strittige
Bauvorhaben erreicht diese Gebäudehöhe im Sinne von Art. 67 Abs. 2 BG
aber nicht. Einen Anspruch auf (direkte) Besonnung lässt sich auch nicht
aus Art. 31 BG ableiten, verlangt dieser doch lediglich eine natürliche
Belichtung, was insbesondere entsprechende Gebäudeöffnungen
voraussetzt. Ein weitergehender Schutz der Nachbarn vor Schattenwurf
und Lichtentzug ist auch im kantonalen Recht nicht vorgesehen, auch wenn
mit Art. 79 des Raumplanungsgesetzes für den Kanton Graubünden (KRG;
BR 801.100) eine allgemeine Bestimmung bezüglich Sicherheit und
Gesundheit von Bauten besteht. Neben den vorstehend erwähnten, (auch)
den Interessen der Nachbarschaft dienenden (Begrenzungs-)Normen,
haben die Nachbarn mangels spezifischer gesetzlicher Regelungen zum
Schattenwurf aber keinen Anspruch auf einen darüber hinausgehenden
Schutz (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1C_233/2016 vom 20. Januar 2017
E.5.4 mit Hinweis auf 1C_539/2011 vom 3. September 2012 E.4.6).
Darüber hinausgehende Ansprüche auf die Gewährleistung von Licht- und
Sonneneinfall sind nach den zivilrechtlichen Regelungen über Inhalt und
Beschränkung des Grundeigentums geltend zu machen, wobei in der
Regel keine Verletzung von Art. 684 des Schweizerischen
Zivilgesetzbuches (ZGB; SR 210) vorliegt, wenn – wie im konkreten Fall –
die massgebenden öffentlich-rechtlichen Bauvorschriften eingehalten
werden (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 1C_506/2008 vom 12. Mai
2009 E.5). Dementsprechend kann darauf nicht eingetreten werden.
6. Materiell streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin das
Bauvorhaben der Beschwerdegegner gemäss Baugesuch resp.
Projektänderung vom 7. Oktober 2019 bzw. 7. Januar 2020 (Abbruch und
Neubau des Einfamilienhauses) zu Recht bewilligte oder nicht.
- 19 -
7.1. Die Beschwerdegegnerin ist (wohl) seit 1992 im Bundesinventar der
schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung (ISOS)
gemäss der entsprechenden Verordnung (VISOS; SR 451.12) aufgeführt.
Im (provisorischen) ISOS wird das Gebiet, in welchem die
streitgegenständliche Bauparzelle liegt, der Aufnahmekategorie B
(ursprüngliche Struktur, d.h. das historische Gefüge der Räume besteht,
die Mehrheit der Bauten hat ähnliche epochenspezifische oder
regionaltypische Merkmale) mit dem Erhaltungsziel B (Erhalten der
Struktur: Anordnung und Gestalt der Bauten und Freiräume bewahren, für
die Struktur wesentliche Elemente und Merkmale integral erhalten)
zugeordnet (vgl. Akten der Beschwerdeführer, act. 6 und 7). Das
streitbetroffene Bauprojekt selbst ist unbestrittenermassen nicht als
schützenswertes Einzelelement eingestuft.
7.2. Durch die Aufnahme in ein Inventar des Bundes (z.B. ISOS) wird dargetan,
dass das Objekt in besonderem Masse die ungeschmälerte Erhaltung,
jedenfalls unter Einbezug von Wiederherstellungs- oder angemessenen
Ersatzmassnahmen die grösstmögliche Schonung verdient (Art. 6 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Natur- und Heimatschutz [NHG; SR 451]).
Diese Schutzbestimmung gilt indes, wie Art. 6 Abs. 2 NHG festhält, lediglich
bei der Erfüllung von Bundesaufgaben (Art. 2 und 3 NHG) in unmittelbarer
Weise. Was unter der Erfüllung einer Bundesaufgabe im Sinne von Art. 78
Abs. 2 BV zu verstehen ist, führt Art. 2 Abs. 1 NHG in nicht abschliessender
Weise aus: Dazu gehören insbesondere die Planung, Errichtung und
Veränderung von Werken und Anlagen durch den Bund, wie z.B. Bauten
und Anlagen der Bundesverwaltung, Nationalstrassen oder Bauten und
Anlagen der Schweizerischen Bundesbahnen (lit. a), die Erteilung von
Konzessionen und Bewilligungen, wie zum Bau und Betrieb von
Verkehrsanlagen, Transportanstalten, Werken und Anlagen zur
Beförderung von Energie, Flüssigkeiten oder Gasen oder zur Übermittlung
von Nachrichten sowie Bewilligungen zur Vornahme von Rodungen (lit. b),
- 20 -
die Gewährung von Beiträgen an Planungen, Werke und Anlagen, wie
Meliorationen, Sanierungen landwirtschaftlicher Bauten,
Gewässerkorrektionen, Anlagen des Gewässerschutzes und
Verkehrsanlagen (lit. c). Entscheide kantonaler Behörden über Vorhaben,
die voraussichtlich nur mit Beiträgen nach Abs. 1 lit. c NHG verwirklicht
werden, sind der Erfüllung von Bundesaufgaben gleichgestellt (Art. 2 Abs.
2 NHG). Steht keine Bundesaufgabe in Frage, wird der Schutz des
Ortsbildes vorab durch kantonales (und kommunales) Recht gewährleistet.
Dies ergibt sich verfassungsrechtlich aus Art. 78 Abs. 1 BV, wonach die
Kantone für den Natur- und Heimatschutz zuständig sind (vgl. BGE 135 II
209 E.2.1; MARTI, in EHRENZELLER/SCHINDLER/SCHWEIZER/VALLENDER
[Hrsg.], St. Galler Kommentar BV, 3. Aufl., Zürich/St. Gallen 2014, Art. 78
Rz. 4; DAJCAR/GRIFFEL, in: WALDMANN/BELSER/EPINEY [Hrsg.], Basler
Kommentar BV, Basel 2015, Art. 78 Rz. 8 ff.). Auch bei der Erfüllung von
kantonalen (und kommunalen) Aufgaben sind Bundesinventare wie das
ISOS indes von Bedeutung. Die Pflicht zur Beachtung findet ihren
Niederschlag zum einen in der Anwendung der die Schutzanliegen
umsetzenden Nutzungsplanung, zum andern darin, dass bei Bauvorhaben
im Einzelfall erforderliche Interessenabwägungen im Lichte der
Heimatschutzanliegen vorzunehmen sind (vgl. grundlegend dazu BGE 135
II 209 E.2.1; Urteile des Bundesgerichts 1C_488/2015 vom 24. August
2016 E.4.3, 1C_227/2015 vom 7. Januar 2016 E.3.1 und 1C_130/2014 vom
6. Januar 2015 E.3.2).
7.3. Das Erteilen von Baubewilligungen im Baugebiet ist grundsätzlich eine
kantonale Aufgabe und für das zu beurteilende Bauvorhaben sind
unbestrittenermassen keine zusätzlichen "(Bundes-)Bewilligungen"
erforderlich. Somit steht vorliegend keine Bundesaufgabe in Frage und der
Schutz des Ortsbildes wird vorab durch das kantonale und kommunale
Recht gewährleistet.
- 21 -
7.4. Die sich aus dem ISOS ergebenden Planungsempfehlungen hat der
Kanton Graubünden gestützt auf Art. 17 RPG i.V.m. Art. 43 KRG
dahingehend umgesetzt, dass er die für die Bauordnung zuständigen
Gemeinden verpflichtet hat, Siedlungsbereiche und Einzelbauten von
besonderer künstlerischer, historischer, architektonischer oder
landschaftsprägender Bedeutung gestützt auf Siedlungsanalysen oder auf
andere Grundlagen als generell geschützte Siedlungsbereiche und
Einzelbauten in den Generellen Gestaltungsplan (GGP) aufzunehmen (Art.
43 Abs. 1 KRG) (vgl. zu alldem Urteil des Bundesgerichts 1C_578/2016
vom 28. Juni 2017 E.3.2).
7.5. Die Beschwerdegegnerin hat entsprechend diesen kantonalen Vorgaben
das Gebiet G._ gestützt auf Art. 79 BG im GGP als
Erhaltungsbereich Gebiete mit besonderer Wohnqualität bezeichnet.
Art. 79 BG lautet wie folgt:
Art. 79 Erhaltungsbereich Gebiete mit besonderer Wohnqualität 1 Zur Erhaltung schützenswerter Wohnlagen werden Gebiete mit besonderer Wohnqualität ausgeschieden. Sie sind im Generellen Gestaltungsplan als Erhaltungsbereiche bezeichnet. 2 In Gebieten mit besonderer Wohnqualität ist die gebietstypische Bau-, Garten- und Freiraumstruktur sowie die Qualität des öffentlichen Raumes zu erhalten und nach Möglichkeit zu verbessern. 3 Der Gemeinderat erlässt im Anhang zum Baugesetz die Gestaltungsgrundsätze.
Für die ausgeschiedenen Erhaltungsbereiche gilt gemäss Anhang zum BG
Folgendes:
Für die folgenden Erhaltungsbereiche gilt als Planungszweck die quartierspezifische Qualitätssicherung und Strukturerhaltung von Gebieten mit besonderer Wohnqualität. Es gelten über die Bestimmungen in Art. 79 hinaus die folgenden Planungsgrundsätze:
 Überdurchschnittliche Wohnqualität sichern und Wohngebiet vor Übernutzung sowie Nutzungsumwandlung schützen
 Gebietstypische Baustruktur sichern  Neubauten ordnen sich in die vorhandene Quartierstruktur ein  Hohen Grünanteil und charakteristische Grünstruktur sichern und ergänzen  Gebietspezifischen Charakter des öffentlichen Raumes pflegen  Parkierung im Strassenraum anbieten, um Parkierung auf privatem Grund
zu minimieren  Quartierdurchlässigkeit verbessern
- 22 -
Für jedes Gebiet mit besonderer Wohnqualität stehen im Sinne von Leitbildern Studien zur Verfügung, die jedoch keinen rechtsverbindlichen Charakter haben. Für die Wohnanteile findet die Regelung über Ausnützungstransporte sinngemäss Anwendung.
Die beschwerdegegnerische Bauparzelle befindet sich gemäss GGP im
Erhaltungsbereich Gebiete mit besonderer Wohnqualität (Gebiet
G._) (vgl. dazu die Ausführungen weiter oben). Das
streitbetroffene Wohnhaus der Beschwerdegegner liegt am Rand des
besagten Gebiets und ist als solches in keinem Inventar verzeichnet (vgl.
vorstehend E.7.1). Für dieses Gebiet gilt gemäss Anhang zum BG
ausserdem Folgendes:
Gebiet G._ Planungszweck Erhalten der Einheit der zusammenhängenden, rasterförmigen Einfamilienhausstruktur mit einem hohen Durchgrünungsgrad
Nutzungsart und -mass Wohnquartier (minimaler Wohnanteil 60 %) Für die im Zonenplan bezeichneten lärmvorbelasteten Gebiete findet die Vorschrift zur minimalen Wohnnutzung keine Anwendung
Gestaltungsgrundsätze Baustruktur Erhalten der rasterartigen Quartierstruktur mit würfelförmigen Einzelbauten Grünstruktur Sichern der starken Durchgrünung und Verringerung der Versiegelung Erhalten und langfristiges Gewährleisten des hohen Anteils an hochstämmigen Bäumen Fördern der Hecken entlang Parzellengrenzen Öffentlicher Raum Erhalten und Ergänzen von Abschlüssen des privaten Raumes (Parzellengrenzen) gegenüber dem öffentlichen Raum mit durchgehenden Einfriedungen (Hecken, Zaun, keine Mauern, Öffnungen in Einfriedungen mit Toren schliessen) Aufwerten des Strassenraumes innerhalb des Quartiers als öffentlicher multifunktioneller Raum (Begegnung, Spiel, Erschliessung, Parkierung) Visualisieren der Eingangssituationen des Quartiers
Erschliessungsgrundsätze Reduktion des quartierfremden motorisierten Verkehrs innerhalb des Quartiers Angebot von anwohnerprivilegiertem Parkieren im öffentlichen Raum, um neuen Parkplätzen in Privatgärten aktiv entgegenzuwirken Parkierung auf privatem Grund gestalterisch der Parzelle zuordnen Ergänzen der Quartierdurchlässigkeit für Fussgänger
- 23 -
Schliesslich wurde vom Hochbauamt betreffend Wohnschutzgebiet
G._ eine Planungshilfe für Bauherrschaften und Planerinnen und
Planer sowie eine Entscheidungsgrundlage für Behörden erarbeitet
(Planungshilfe, Ausgabe vom Oktober 2010), womit die Beurteilungspraxis
und der Ermessensspielraum für die Festlegung der gebietstypischen Bau-
, Garten- und Freiraumstruktur sowie der Qualität des öffentlichen Raumes
definiert werden (vgl. Akten der Beschwerdegegnerin, Dossier A, act. 7).
7.6. Bei der Auslegung dieser kommunalen Bestimmungen, die über die
Vorgaben des eidgenössischen und kantonalen Rechts hinausgehen,
kommt der Beschwerdegegnerin ein relativ erheblicher Beurteilungs- und
Ermessensspielraum und damit Autonomie zu. Nur wenn die
Beschwerdegegnerin den ihr zuzugestehenden Handlungsspielraum bei
der Auslegung der fraglichen Bestimmungen in unvertretbarer Weise
ausgeübt hat, darf das Verwaltungsgericht in deren Ermessensausübung
eingreifen und sein Ermessen an die Stelle desjenigen der
Beschwerdegegnerin setzen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1C_578/2016
vom 28. Juni 2017 E.3.4).
8.1.1. Die streitgegenständliche Bauparzelle, auf welcher das bestehende
Wohnhaus der Beschwerdegegner abgebrochen und ein neues
Einfamilienhaus erstellt werden soll, liegt gemäss der Zonenordnung der
Beschwerdegegnerin in der Wohnzone W2. Unbestritten ist, dass dieses
Bauvorhaben sämtliche Baumasse und damit insbesondere die in der
Wohnzone W2 maximal zulässige Gebäudehöhe von 7.5 m gemäss Art. 57
BG (Zonenschema) einhält. Hingegen ist umstritten, ob das geplante
Bauprojekt die Vorgaben des (umgesetzten) ISOS und damit die
Bestimmungen von Art. 79 BG und die gestützt darauf vom Gemeinderat
erlassenen Vorschriften über die Erhaltungsbereiche, im Speziellen über
den Erhaltungsbereich G._, einhält. Diesbezüglich machen die
Beschwerdeführer in ihrer Beschwerde bzw. Replik geltend, das
- 24 -
bestehende Haus befinde sich im Gebiet G._, das sich durch eine
regelmässige, einheitliche und sehr charakteristische Bebauungsstruktur
von Einfamilienhäusern mit einem Obergeschoss und niedrigem Dachstock
von gleicher Gestaltung, Kubatur und Bauart auszeichne. Das neue
Einfamilienhaus werde gegenüber dem bestehenden Haus massiv erhöht.
Das Dachgeschoss, das im Bestand heute ein niedriger Estrich sei, solle
zu einem Vollgeschoss ausgebaut werden. Die Fassade werde nach oben
gezogen, der Dachstuhl angehoben und das Dach stärker geneigt. Das
Bauvorhaben hebe sich damit sowohl in seiner Höhe als auch von der
Gestaltung her deutlich von der bestehenden Bebauungsstruktur ab. Das
Bauvorhaben sei massiv grösser als die rundum bestehenden Häuser.
Dabei handle es sich um das erste Neubauvorhaben in diesem Quartier,
das inmitten der kleinen Einfamilienhäuser mit relativ flachen
Dachneigungen und einheitlichen Gebäudehöhen dermassen
heraussteche. Der Neubau steche dominant und turmartig aus der
bestehenden Kubatur und Gebäudelandschaft heraus. Es gebe in diesem
Quartier keinen Neubau, der zu einer solchen Veränderung des
Quartierbildes führe. Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden.
8.1.2. Vorab ist darauf hinzuweisen, dass die Anwendung einer positiven
Ästhetikklausel nicht dazu führen darf, dass die Zonenordnung generell
ausser Kraft gesetzt wird. Hat der Gesetzgeber z.B. eine bestimmte
Geschosszahl zugelassen, geht es nicht an, generell nur ein Geschoss
weniger zu bewilligen mit der Begründung, nur dadurch würde eine gute
Gesamtwirkung erreicht. Die Ästhetikklausel darf auch nicht die Funktion
einer Planungszone übernehmen und dazu verwendet werden, die
bestehenden Bauvorschriften ausser Kraft zu setzen und eine künftige
Nutzungsordnung zu sichern (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1C_434/2012
vom 28. März 2013 E.3.3 mit Hinweisen). Ausserdem entspricht die
Ausnutzung der maximalen Baumasse grundsätzlich einem öffentlichen
Interesse, da die schweizerische Raumordnungspolitik das wichtige Ziel
- 25 -
verfolgt, die Siedlungsentwicklung zur haushälterischen Nutzung des
Bodens nach innen zu lenken und kompakte Siedlungen zu schaffen. Wird
aus ästhetischen Gründen eine Reduktion der grundsätzlich zugelassenen
Baumasse verlangt, muss diese Reduktion deshalb durch überwiegende
öffentliche Interessen, wie z.B. den Schutz von denkmalgeschützten
Bauten oder Gebäudekomplexen, gerechtfertigt werden (vgl. BGE 145 I 52
E.4.4 mit Hinweisen). Ein solches überwiegendes öffentliches Interesse ist
vorliegend nicht ersichtlich, weshalb die Beschwerdegegnerin zu Recht
darauf verzichtete, die baugesetzliche Höhenvorschrift einzuschränken.
Abgesehen davon haben die Beschwerdegegner die in der massgebenden
Wohnzone W2 maximal zulässige Gebäudehöhe von 7.5 m (vgl. Art. 57
BG) mit Projektänderungsgesuch vom 7. Januar 2020 sogar um 38 cm
unterschritten (vgl. Akten der Beschwerdegegnerin, Dossier A, act. 2).
8.1.3. Die Auffassung der Beschwerdegegnerin, wonach das
streitgegenständliche Bauvorhaben die vorliegend einschlägigen Ästhetik-
und Gestaltungsvorschriften einhalte, ist nicht zu beanstanden. Der
umstrittene Neubau orientiert sich an der bestehenden, rasterartigen
Quartierstruktur mit würfelförmigen Einzelbauten und fügt sich einwandfrei
in die Gebäudedichte des Quartiers ein (vgl. Akten der
Beschwerdegegnerin, Dossier A, act. 7 [Planungshilfe Wohnschutzgebiet
G._ vom Oktober 2010, P1.01 und P1.04], Dossier B, act. 7
[Situationsplan]). Anlässlich des durchgeführten Augenscheins konnte
festgestellt werden, dass sich die Ausrichtung und die flächenmässige
Ausdehnung des geplanten Neubaus sowohl am bestehenden Wohnhaus
wie auch an den Nachbarbauten orientieren. Wie bereits erwähnt, wird die
Gebäudedichte im Quartier respektiert und die in der hier massgebenden
Wohnzone W2 maximal zulässige Gebäudehöhe gemäss BG eingehalten.
Zudem entsprechen die Dachform sowie die gewählten Baumaterialien der
Quartierüblichkeit (vgl. Akten der Beschwerdegegnerin, Dossier A, act. 1,
act. 2, act. 7 [Planungshilfe Wohnschutzgebiet G._ vom Oktober
2010, P1.07 und P1.11], Akten der Beschwerdegegner, act. 3) und die
- 26 -
(Wohn-)Nutzung bleibt unverändert. Der Beschwerdegegnerin ist
zuzustimmen, wenn sie ausführt, dass die überdurchschnittliche
Wohnqualität und die gebietstypische Baustruktur mit dem geplanten
Neubau offensichtlich gesichert blieben, auch wenn die Giebelhöhe höher
ausfalle als in der unmittelbaren Umgebung. Der hohe Grünanteil und die
charakteristische Grünstruktur werden des Weiteren durch das strittige
Bauvorhaben nicht tangiert, was sich auch anlässlich des durchgeführten
Augenscheins bestätigt hat. Die Quartierstrassen genügen zudem
unbestrittenermassen für eine Erschliessung. Auch wird die massgebliche
Ausnützungsziffer von 0.4 gemäss Art. 57 BG eingehalten und die geplante
Baute führt zu keiner Übernutzung. Ferner kann der Ansicht der
Beschwerdeführer, wonach sich im Quartier keine höheren Bauten
befänden und ein Dachgeschossausbau unüblich sei, nicht gefolgt werden.
Am durchgeführten Augenschein hat sich dem Gericht gezeigt, dass sich
in der unmittelbaren Umgebung innerhalb des Perimeters des
Wohnschutzgebiets G._ zahlreiche Bauten befinden, die deutlich
höher sind als die bestehenden Gebäude der Beschwerdegegner und
Beschwerdeführer. Mehrere Bauten sind wie der geplante Neubau
zweigeschossig und zusätzlich wird das Dachgeschoss teilweise oder ganz
genutzt. So wurde z.B. auf der Parzelle T._ am F._ 13 ein
Wohnhaus abgebrochen und durch einen höheren Neubau ersetzt (vgl.
Foto betreffend Standort VII im Augenscheinprotokoll, S. 9). Soweit die
Beschwerdeführer bezüglich des mehrgeschossigen Einfamilienhauses
am F._ 13 vorbringen, dass dieses am äussersten Rand des
Planungsgebiets liege und dort den Übergang zu wesentlich höheren
Mehrfamilienhaussiedlungen mache, ist ihnen entgegenzuhalten, dass
dasselbe auch in Bezug auf den geplanten Neubau der Beschwerdegegner
gilt (vgl. vorstehend E.7.5, Akten der Beschwerdegegnerin, Dossier B, act.
7 [Situationsplan]). Sodann wurde auf der Parzelle O._ an der
N._ 44 ein Einfamilienhaus aufgestockt und auf der benachbarten
Parzelle U._ an der N._ 46 steht ein älteres
- 27 -
Mehrfamilienhaus mit drei Vollgeschossen und einem steilen Satteldach
(vgl. Fotos betreffend Standort III im Augenscheinprotokoll, S.4, Akten der
Beschwerdegegnerin, Dossier A, act. 7 [Planungshilfe Wohnschutzgebiet
G._ vom Oktober 2010, P1.05]). Auf den Parzellen P._,
Q._ resp. AB._ an der N._ 36, 38 bzw. 39
befinden sich ebenfalls höhere Bauten (vgl. Fotos betreffend Standort IV
im Augenscheinprotokoll, S. 6). Vor diesem Hintergrund kann von einer
einheitlichen Bauhöhe bzw. einer einheitlichen Anzahl an Geschossen im
Wohnschutzgebiet G._ nicht die Rede sein. An dieser Stelle ist
darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführer das "Quartier" je nach
Argumentationslinie weiter oder enger eingrenzen. Einerseits verweisen
sie auf die ISOS-Liste, gemäss der die Einfamilienhaussiedlungen auf
beiden Seiten der S._ "geschützt" seien. Geht es jedoch um
Vergleiche über die Bauhöhe, dann schrumpft das "Quartier" und der
Blickwinkel auf ein paar wenige Häuser in der nachbarschaftlichen
Umgebung der Beschwerdeführer. Im Übrigen ist festzuhalten, dass die im
konkreten Fall zu überprüfenden Vorschriften betreffend den
Erhaltungsbereich G._ keine Bestimmungen über die
Gebäudehöhe enthalten. Im Gegenteil, gemäss der Planungshilfe vom
Oktober 2010 sind nachträgliche Gebäudeaufstockungen bzw. vertikale
Erweiterungen, die mit dem bestehenden Gebäude als eine Einheit
verschmelzen und optisch nicht als eigenständige Baukörper (kein
Huteffekt) in Erscheinung treten, zulässig (vgl. Akten der
Beschwerdegegnerin, Dossier A, act. 7 [Planungshilfe Wohnschutzgebiet
G._ vom Oktober 2010, P1.08]). Soweit die Beschwerdeführer die
Auffassung vertreten, der schützenswerte Charakter des Quartiers zeichne
sich dadurch aus, dass die Einfamilienhäuser die gesetzlich zulässigen
Masse der Wohnzone W2 nicht vollends ausschöpften, ist ihnen
entgegenzuhalten, dass hierfür eine gesetzliche Grundlage fehlt. Als
zutreffend erweist sich demgegenüber die Ansicht der Beschwerdegegner,
(auch) der generelle Charakter des Quartiers stehe der Ausnützung der
- 28 -
maximal zulässigen Gebäudehöhe nicht entgegen. Aus dem Gesagten
erhellt, dass die Beschwerdegegnerin mit Erteilung der Baubewilligung den
ihr bei Gestaltungsfragen zustehenden, geschützten Beurteilungs- und
Ermessensspielraum – entgegen der Auffassung der Beschwerdeführer –
keinesfalls missbraucht oder überschritten hat.
8.2. Des Weiteren machen die Beschwerdeführer geltend, dass die
Beschwerdegegnerin die rechtliche Bindungswirkung der vorliegend
geltenden Gestaltungsvorschriften falsch beurteilt und diese zu Unrecht
hierarchisch unter die Vorschriften über die Gebäudemasse gestellt habe.
Würde man der Auffassung der Beschwerdegegnerin folgen, wären
Bauvorhaben, welche die gesetzlichen Gebäudemasse einhielten, per se
auch gut genug gestaltet, um Ästhetikvorschriften zu genügen.
Zusammengefasst ergebe sich, dass die Auffassung der
Beschwerdegegnerin, den Baumassevorschriften gegenüber den
Gestaltungsvorschriften den Vorrang einzuräumen, übergeordnetes Recht
(Art. 78 Abs. 1 BV, Art. 17 RPG, Art. 43 KRG und Art. 79 BG) verletze.
Gemäss ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts haben Bauten
nicht nur die geltende Bau- und Zonenordnung einzuhalten, sondern auch
den Anforderungen allfälliger ästhetischer Schutzbestimmungen zu
genügen. Ästhetikvorschriften haben eine eigenständige Bedeutung. Sie
sind nicht von vornherein eingehalten, wenn die Bauvorschriften respektiert
werden, denn die Schutzbereiche der Normen decken sich nicht zwingend
(vgl. BGE 114 Ia 343 E.4b; Urteile des Bundesgerichts 1C_42/2018 vom 8.
August 2018 E.3.4 und 1C_434/2012 vom 28. März 2013 E.3.3). Dem
angefochtenen Baubescheid ist zu entnehmen, dass die
Beschwerdegegnerin – in Übereinstimmung mit der dargelegten
bundesgerichtlichen Rechtsprechung – sowohl die Einhaltung der
geltenden Bau- und Zonenordnung als auch die Einhaltung der hier
massgeblichen Gestaltungsvorschriften überprüft hat und dabei
richtigerweise zum Ergebnis gelangt ist, dass die Voraussetzungen für
- 29 -
beides erfüllt sind (vgl. Akten der Beschwerdeführer, act. 1 S. 6 ff.). Die
Beschwerdegegnerin hat nach der Bejahung der Einhaltung der
Bauvorschriften zu Recht nicht automatisch darauf geschlossen, dass
damit auch die Ästhetikvorschriften eingehalten sind. Von einem Vorrang
der Bauvorschriften gegenüber den Gestaltungsvorschriften und damit
einer Verletzung übergeordneten Rechts kann somit keine Rede sein.
8.3. Soweit die Beschwerdeführer schliesslich in Bezug auf Art. 3 der
Raumplanungsverordnung (RPV; SR 700.1) behaupten, dass eine
Abwägung zwischen den gesetzlich verankerten Interessen der
Quartiererhaltung und der Wohnqualität und dem Interesse an einer
Maximalausnützung im Sinne einer gesamtheitlichen Betrachtung über die
Bauparzelle hinweg nicht stattgefunden habe, erweist sich ihre Rüge als
nicht stichhaltig. Die Erhaltungsinteressen, die sich für das fragliche Gebiet
aus der (provisorischen) ISOS-Aufnahme ergeben, sind – wie bereits
dargelegt – im Rahmen der Umsetzung in die Nutzungsplanung
eingeflossen. So hat die Beschwerdegegnerin das Gebiet G._ im
GGP als Erhaltungsbereich Gebiete mit besonderer Wohnqualität
bezeichnet und in Art. 79 BG bzw. im entsprechenden Anhang sowie in der
Planungshilfe vom Oktober 2010 wurde hinsichtlich des
Erhaltungsbereichs G._ insbesondere festgehalten, dass die
überdurchschnittliche Wohnqualität zu sichern und die rasterartige
Quartierstruktur mit würfelförmigen Einzelbauten zu erhalten sei (vgl.
vorstehend E.7.1 ff.). Diesbezüglich ist die Beschwerdegegnerin im
angefochtenen Baubescheid – wie ebenfalls bereits erwähnt – zu Recht
davon ausgegangen, dass sich der geplante Neubau an der bestehenden,
rasterartigen Quartierstruktur orientiert und die überdurchschnittliche
Wohnqualität offensichtlich gesichert bleibt (vgl. vorstehend E.8.1.3). Damit
wurden die seitens der Beschwerdeführer geltend gemachten Interessen
bereits im Rahmen der korrekten Rechtsanwendung berücksichtigt,
weshalb sie nicht noch in eine separate, allgemeine Interessenabwägung
- 30 -
nach Art. 3 RPV einzufliessen haben. Von einer sachwidrig unvollständig
gebliebenen Interessenabwägung resp. von Willkür kann folglich nicht
gesprochen werden.
9. Nach dem Gesagten kann dem beschwerdeführerischen Hauptantrag nicht
stattgegeben werden. Ebenfalls abzuweisen ist der Eventualantrag der
Beschwerdeführer auf Einholung eines unabhängigen Gutachtens zur
denkmalschützerischen Bedeutung des Quartiers sowie zu den
Auswirkungen des Bauprojekts der Beschwerdegegner. Wie die
vorstehenden Ausführungen zeigen, lassen sich die strittigen Fragen −
nachdem sich das angerufene Gericht anlässlich des Augenscheins vom
16. September 2021 einen Eindruck an Ort und Stelle verschaffen konnte
− auch ohne Einholung des ersuchten Gutachtens beantworten, weshalb
diesem Eventualantrag in antizipierter Beweiswürdigung nicht
stattgegeben wird. Zudem wurde der Antrag der Beschwerdegegnerin und
der Beschwerdeführer auf Einholung eines Amtsberichts der
Denkmalpflege Graubünden zum umstrittenen Bauprojekt vom
Instruktionsrichter unangefochten abgewiesen (vgl. vorstehend E.3.2).
10. Mit Schreiben vom 20. September 2021 erhielten die Parteien das
Augenscheinprotokoll vom 16. September 2021 zugestellt. Im Rahmen
ihrer Stellungnahmen dazu befanden sie dieses inhaltlich für in Ordnung.
Neues lässt sich dem besagten Augenscheinprotokoll nicht entnehmen.
Die Kritik der Beschwerdeführer an der Qualität der Fotoaufnahmen ist für
das streitberufene Gericht nicht nachvollziehbar. Wenn Profile durch
Sträucher und Bäume teilweise verdeckt werden, gehört dies zu den
örtlichen Gegebenheiten. Die Aufnahme des Standorts VIII auf S. 10 des
Augenscheinprotokolls ist auf Ersuchen der Beschwerdeführer vom
Arbeitsplatz von AC._ aus erfolgt. Die Distanz zwischen diesem
Standort und dem Wohnhaus der Beschwerdegegner beträgt
schätzungsweise 70 bis 80 m. Das Fotografieren mittels Teleobjektiv
- 31 -
(Zoomen) würde die entsprechende Aufnahme verfälschen. Dies gilt im
Übrigen auch für die anderen, näher am Augenscheinsobjekt getätigten
Aufnahmen. Das Anbringen von Markierungen auch auf den
Fotoaufnahmen zu den Standorten I, II, V und VIII (S. 2, 3, 7 und 10 des
Protokolls) bzw. die Wiederholung der Aufnahmen mit einer besseren
Fotokamera vor Ort mit der Anweisung an die Beschwerdegegner, die in
der Zwischenzeit bereits abgebauten Profile wieder zu errichten, erweist
sich als nicht notwendig, zumal sich das streitberufene Gericht ein
umfassendes Bild der Situation vor Ort machen konnte. Ausserdem hätten
die Beschwerdeführer die Möglichkeit gehabt, selbst vom Büro von
AC._ aus Fotos aufzunehmen und diese dem angerufenen Gericht
einzureichen. Daher sind die dargelegten Anträge der Beschwerdeführer
abzuweisen.
11. Zusammenfassend ist der angefochtene Baubescheid vom 10., mitgeteilt
am 23. März 2020, rechtens, was zur Bestätigung desselben und zur
Abweisung der Beschwerde vom 5. Mai 2020 führt.
12.1. Im Rechtsmittelverfahren hat in der Regel die unterliegende Partei die
Kosten zu tragen (Art. 73 Abs. 1 VRG), wobei mehreren Parteien die
Kosten zu gleichen Teilen aufzuerlegen sind, soweit die Behörde nichts
anderes entscheidet (Art. 73 Abs. 2 VRG). Die Verfahrenskosten bestehen
aus der Staatsgebühr, den Gebühren für die Ausfertigungen und
Mitteilungen des Entscheids sowie den Barauslagen (Art. 75 Abs. 1 VRG).
Die Staatsgebühr beträgt höchstens CHF 20'000.-- und richtet sich nach
dem Umfang und der Schwierigkeit der Sache sowie nach dem Interesse
und der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Kostenpflichtigen (Art. 75
Abs. 2 VRG).
Im vorliegenden Beschwerdeverfahren wird die Staatsgebühr im Sinne von
Art. 75 Abs. 2 VRG auf CHF 4'000.-- festgesetzt. Sie wird zusammen mit
- 32 -
den Kanzleiausgaben dem Ausgang des Verfahrens entsprechend den
unterliegenden Beschwerdeführern je zur Hälfte und unter solidarischer
Haftbarkeit auferlegt.
12.2. Gemäss Art. 78 Abs. 1 VRG wird die unterliegende Partei in der Regel
verpflichtet, der obsiegenden Partei alle durch den Rechtsstreit
verursachten notwendigen Kosten zu ersetzen. Bund, Kanton und
Gemeinden sowie mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben betrauten
Organisationen wird in der Regel keine Parteientschädigung
zugesprochen, wenn sie in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegen (Art.
78 Abs. 2 VRG).
Vorliegend wird die Parteientschädigung dem Ausgang des Verfahrens
entsprechend zu Gunsten der obsiegenden Beschwerdegegner und zu
Lasten der unterliegenden Beschwerdeführer zugesprochen. Der
Rechtsvertreter der Beschwerdegegner legte mit Schreiben vom 11.
August 2020 zwei Honorarnoten über total CHF 6'600.10 (Honoraraufwand
von 22.8 h à CHF 260.--, Barauslagen von CHF 200.20, 7.7 % MWST von
CHF 471.90) ins Recht. Wie die Beschwerdeführer zutreffend festhalten,
umfassen die eingereichten Honorarnoten den Zeitraum vom 20.
November 2019 bis und mit 7. August 2020 und damit auch das
Einspracheverfahren vor der Beschwerdegegnerin. Folglich sind bei der
Festlegung der Parteientschädigung lediglich die Aufwandpositionen ab
dem 3. April 2020 zu berücksichtigen. Ausserdem machte der
Rechtsvertreter der Beschwerdegegner am 24. September 2021 weitere
2.5 h à CHF 260.-- für den Augenschein, Korrespondenzen, Telefonate
sowie Vor- und Nachbesprechungen und damit total CHF 650.-- zzgl. 7.7
% MWST geltend. Die Praxis des Verwaltungsgerichts (Praxisänderung
vom 5. September 2017, vgl. dazu Urteile des Verwaltungsgerichts U 16
92 vom 25. Oktober 2017 E.13b, S 17 15 vom 27. September 2017 E.7b
und R 18 17 vom 18. September 2019 E.9.2.1) geht gestützt auf die
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Verordnung über die Bemessung des Honorars der Rechtsanwältinnen und
Rechtsanwälte (Honorarverordnung [HV; BR 310.250]) dahin, dass bei
Einreichen einer Honorarvereinbarung der geltend gemachte
Stundenansatz übernommen wird, sofern er den Ansatz von CHF 270.--
nicht überschreitet. Ist Letzteres der Fall, wird er auf CHF 270.--
herabgesetzt. Wird keine Honorarvereinbarung eingereicht, beträgt der
Stundenansatz höchstens CHF 240.-- (vgl. Praxisänderung vom 5.
September 2017). Angesichts dieser Praxis und weil vorliegend keine
Honorarvereinbarung eingereicht wurde, sind die Honorarrechnungen des
beschwerdegegnerischen Rechtsvertreters anzupassen, indem nicht ein
Stundenansatz von CHF 260.--, sondern ein solcher von CHF 240.-- zur
Anwendung gelangt. Damit resultiert ein zuzusprechendes Honorar von
CHF 4'680.60. Die Beschwerdeführer haben somit die Beschwerdegegner
mit total CHF 4'680.60 unter solidarischer Haftbarkeit aussergerichtlich zu
entschädigen. Der Beschwerdegegnerin steht gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG
keine Parteientschädigung zu.