Decision ID: d2c8ba54-64e8-420c-b748-822639a30e39
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1961 geborene
X._
war zuletzt als Kioskmitarbeiterin im
A._
in einem Pensum von rund 40 % bis 50 % tätig. Zuvor hatte sie jahrelang als Englischlehrerin gearbeitet. Sie meldete sich am 1
4.
November 2014 (Eingangsdatum) bei der Sozial
versicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle zum Leistungsbezug an (Urk. 7/1). In der Folge klärte die IV-Stelle die medi
zini
schen
und erwerblichen
Verhältnisse ab (Urk. 7/5,
Urk. 7/7,
Urk. 7/15, Urk. 7/22,
Urk.
7/28,
Urk. 7/27, Urk. 7/30,
Urk. 7/40)
. Insbesondere
holte
sie
im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
(
Urk.
7/31, Urk. 7/32 und Urk. 7/41) ein
psychiatrisch
es Gut
achten ein (Urk. 7/51 sowie
Urk.
7/54).
Mit Verfügung vom 23.
Januar 2017 (Urk. 2 [=Urk. 7/59]) wies sie das Leistungsbegehren ab.
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 2
4.
Februar 2017 Beschwerde (Urk. 1) und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr eine Rente zuzusprechen. In prozessualer Hinsicht beantragte sie die Gewährung der unent
geltlichen Prozessführung. Mit Beschwerde
antwort vom
3.
April 2017 (Urk. 6, unter Beilage ihrer Akten Urk. 7/1-65) schloss die Beschwerdegegnerin auf Ab
weisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführer
in
am
5.
April 2017 (Urk. 8) zur Kenntnis gebracht wurde.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung;
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegli
che
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
1.2.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psy
chi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen,
ob ein psychischer Gesundheits
schaden mit Krankheitswert besteht, welcher
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (
vgl.
BGE
139 V 547
E. 5
,
131 V 49
E. 1.2
,
130 V 352
E. 2.2.1
; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme
eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt
eine psychiatrische,
lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (
vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2,
141 V 281 E. 2.1
, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6
). Eine fachärztlich
einwandfrei
festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unab
hängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die
nach einem weit
gehend objektivierten Massstab zu beurteilende
Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arb
eitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7,
139 V 547 E. 5.2
, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG
).
1.2.2
Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei Vorliegen einer anhaltenden somato
formen Schmerzstörung oder eines damit vergleichbaren psychosomatischen Leidens (BGE 141 V 281 E. 4.2) sind Indikatoren beachtlich, die das Bundesgericht wie folgt systematisiert hat
(
BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie „funktioneller Schweregrad"
-
Komplex „Gesundheitsschädigung"
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
-
Komorbiditäten
-
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen)
-
Komplex „Sozialer Kontext"
-
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Lei
dens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungshin
dern
der
äusserer
Belastungsfaktoren einerseits und Kompensations
potenzialen (Resso
urcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungs
vermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2.1).
Beweisrechtlich entscheidend ist der Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4):
Der Indikator einer
gleichmässigen
Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen zielt auf die Frage ab, ob die diskutierte Ein
schrän
kung in Beruf und Erwerb (bzw. bei Nichterwerbstätigen im Aufgaben
bereich) einerseits und in den sonstigen Lebensbereichen (z.B. Freizeitgestaltung) anderseits gleich ausgeprägt ist. Dabei ist das bisherige Kriterium des sozialen Rückzugs (wiederum) so zu fassen, dass neben Hinweisen auf Einschränkungen auch Ressourcen erschlossen werden; umgekehrt kann ein krankheitsbedingter Rückzug aber auch Ressourcen zusätzlich vermindern. Soweit
erhebbar
, empfiehlt sich auch ein Vergleich mit dem Niveau sozialer Aktivität vor Eintritt der Gesundheitsschädigung. Das Aktivitätsniveau der versicherten Person ist stets im Verhältnis zur geltend gemachten Arbeitsunfähigkeit zu sehen (BGE 141 V 281 E. 4.4.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_296/2016 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.1).
Die Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen, das
heisst
das
Ausmass
, in welchem Behandlungen wahrgenommen oder eben vernachlässigt werden, weist (ergänzend zum Gesichtspunkt Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz unter dem Komplex "Gesundheitsschädigung") auf den tatsächlichen Leidensdruck hin. Dies gilt allerdings nur, solange das betreffende Verhalten nicht durch das laufende Versicherungsverfahren beeinflusst ist. Nicht auf fehlenden Leidensdruck zu
schliessen
ist, wenn die Nichtinanspruchnahme einer empfoh
lenen und zugänglichen Therapie oder die schlechte Compliance klarerweise auf eine (unabwendbare) Unfähigkeit zur Krankheitseinsicht zurückzuführen ist. In ähnlicher Weise zu berücksichtigen ist das Verhalten der versicherten Person im Rahmen der beruflichen (Selbst-) Eingliederung. Inkonsistentes Verhalten ist auch hier ein Indiz dafür, die geltend gemachte Einschränkung sei anders begründet als durch eine versicherte Gesundheitsbeeinträchtigung (BGE 141 V 281 E. 4.4.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_296/2016 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.2).
1.2.3
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen, nach BGE 143 V 409 namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach Massgabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen (Änderung der Rechtsprechung).
Speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen hielt das Bundesgericht in BGE 143 V 409 – ebenfalls im Sinne einer Praxisänderung
–
fest, dass eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Gesundheits
schädigung nicht mehr allein mit dem Argument der fehlenden Therapieresistenz
auszuschliessen
sei (E. 5.1; zur bisherigen Gerichtspraxis vgl. statt vieler: BGE 140 V 193 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_13/2016 vom 1
4.
April 2016 E. 4.2). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sind somit auch bei den leichten bis mittelgradigen depressiven Störungen systematisierte Indikatoren beachtlich, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder
äusserer
Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlau
ben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1). Die Therapierbarkeit ist dabei als Indiz in die ge
samthaft vorzunehmende allseitige Beweiswürdigung miteinzubeziehen (BGE 143 V 409 E. 4.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_449/2017 vom
7.
März 2018 E.
4.2.1).
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die
funktionellen
Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesund
heitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrschein
lich
keit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweis
belastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6;
vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3
).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente,
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige
Beur
-
teilung
des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutach
tens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersu
chungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenen
falls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebe
nen
falls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre abweisende Verfügung (Urk. 2) damit, es bestünden keine hinreichenden Gründe dafür, dass die Beschwerdeführerin ihren bisherigen Beruf nicht mehr in vollem Umfang ausüben könne. Dem psy
chiatrischen Gutachten könne entnommen werden, dass die Beschwerdeführerin
aktuell keinen Wunsch zur Aufnahme einer ausserhäuslichen Aktivität hege. Sie habe einen geregelten Tagesablauf und gehe einer aktiven Freizeitbeschäftigung nach. Die psychischen Ressourcen seien daher nicht derart ein
geschränkt
, dass sie die Ausübung der Berufstätigkeit nicht erlauben würde
n
und ein dauerhafter Gesundheitsschaden sei nicht ausgewiesen.
2.2
Demgegenüber brachte die Beschwerdeführerin zusammengefasst vor, sie habe von 2003 bis 2013 bei der
B._
als Englischlehrerin gearbeitet. In der Endphase sei diese Arbeit sehr belastend gewesen, weshalb sie einen Zu
sammenbruch erlitten habe. Aus finanziellen Gründen habe sie anschliessend vorwiegend am Wochenende als Kioskmitarbeiterin gearbeitet, wo sie aufgrund der langen Arbeitszeit erneut einen Zusammenbruch erlitten habe.
Seit Mai 2014 befinde sie sich aufgrund der Depression in psychiatrischer Behandlung, welche in der Regel einmal wöchentlich stattfinde.
Ausserdem bestehe eine
pharma
ko
-
therapeutische
Behandlung, obwohl sie eine solche bislang
abgelehnt
habe, da sie in ihrer Kindheit jahrelang die beeinträchtigenden Medikamenten
nebenwir
kungen bei einer nahen Familienangehörigen
habe
miterleben
müssen. Aufgrund der Behandlungsfrequenz und da sie Medikamente einnehme, sei von einem wesentlichen Leidensdruck auszugehen. Dass sie einen geregelten Tagesablauf habe, soziale Kontakte und Freizeitaktivitäten aufrechterhalte, sei als Krankheits
einsicht zu werten und diene der Behandlung der Depression. Es sei jedoch kein Ausdruck davon, dass sie einer Berufstätigkeit nachgehen könne. Sie habe nach wie vor Angst davor, bei einem Arbeitsversuch dem Druck nicht gewachsen zu sein.
Gestützt auf die Berichte der behandelnden Ärzte
und
das Gutachten bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50 %, weshalb eine entsprechende Rente zu gewähren sei.
3.
3.1
Die Beschwerdeführerin wurde am 1
3.
September 2016 durch
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, psychiatrisch begut
ach
tet
. Das Gutachten vom 2
6.
September 2016 (Urk. 7/51) fasst die bis zur Begut
ach
tung der Beschwerdeführerin aktenkundigen Berichte zusammen (Urk. 7/51/3-5),
weshalb sie an dieser Stelle nicht noch einmal wiedergegeben werden.
Dr.
C._
stellte anlässlich der Untersuchung eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichtgradige Episode (ICD-10 F33.0)
fest. Diese zeige sich
durch den ratlosen, deprimierten und hoffnungslosen Affekt
, die
Verzweiflung, Lust
losigkeit, Überforderung, Interesseverlust, Antriebsarmut, Müdigkeit, Kraft
losig
keit, sozialer Rückzug, Einschränkung der Konzentration und Merkfähigkeit sowie Einschlafstörungen. Zudem bestehe
eine Persönlich
keits
störung mit emo
tional instabiler Färbung (
Borderline
-Typus; ICD
10 F60.3
), da die Beschwerde
führerin deutlich zu wechselnder, instabiler Stimmung
und Überforderung neige und ihr die Fähigkeit vorauszuplanen mangle. Es bestehe eine deutliche Unaus
geglichenheit in den Einstellungen und im Verhalten, in der Affektivität, der Impulskontrolle
, der Wahrnehmung und dem Denken. Das auffällige Verhaltens
muster sei andauernd, tiefgreifend und in vielen persönlichen und sozialen Situationen eindeutig unpassend. Die Störung habe in der Kindheit begonnen und zu deutlichem subjektivem Leiden geführt; ausserdem sei sie mit deutlichen Einschränkungen der beruflichen und sozialen Leistungsfähigkeit verbunden. Bei der ausserdem bestehenden
Störung dur
ch Alkoholabhängigkeit
(ICD
10 F10.2)
handle es sich um ein primäres Suchtgeschehen, mit welchem die
Beschwerde
-
führerin
versuche
,
sich zu beruhigen
(Urk. 7/51/13-14).
3.2
Die Beschwerdeführerin sei im Alter von sechs Monaten durch ihren Stiefvater und ihre Stiefmutter adoptiert worden
, ebenso wie ihr fünf Jahre älterer Bruder. D
ie Familie sei danach nach Pakistan gezogen
und
i
m Alter von zehn Jahren
sei
eine Rückkehr in die Schweiz erfolgt. In der Schul
e sei die
Beschwerdeführerin
oft blossgestellt und ausgelacht worden. Nach Abschluss der Schulzeit (1982) bis zur Geburt der Tochter (1988) habe die Beschwerdeführerin mehrere Stellen inne
gehabt, wobei es nur darum gegangen sei
,
Geld zu verdienen und nicht darum, einer eigentlichen Berufstätigkeit nachzugehen. Weiter habe diese als Englisch
lehrerin gearbeitet und diese Tätigkeit bis 2012 in einem Pensum von rund 50 % ausgeübt. Ab 2012 habe sie sich beweisen wollen, dass sie einer 100%igen Arbeitstätigkeit nachgehen könne, sei damit aber überfordert gewesen.
Seit 2014 befinde sie sich in therapeutischer Behandlung und dank der medikamentösen Regulierung des Schlafes fühle sie sich seit Januar 2016 besser.
Die Beschwer
deführerin habe angegeben
,
alleine zu wohnen, zur 28-jährigen Tochter aber wöchentlich Kontakt zu haben. Zum Kindesvater bestehe jedoch kein Kontakt mehr. Ausserdem habe sie Freundinnen, welche sie einlade, besuchen gehe oder auch in Cafés treffe. Finanziell werde sie vom Sozialamt unterstützt.
Morgens stehe
die Beschwerdeführerin
jeweils um 10.00 Uhr auf, mache ihre Physiotherapie-Übungen und frühstücke. Hernach nehme sie Arzttermine wahr und gehe einkaufen, gefolgt von einem kalten Mittagessen gegen 13.30 Uhr. Während des Tages lese die Beschwerdeführerin gerne Zeitung und besuche regelmässig die Pestalozzi-Bibliothek oder nutze das Internet. Sie betätige sich ausserdem im Haushalt und kümmere sich um ihren kleinen Garten. Zudem
engagiere sie sich im
D._
, welches für IV-Rentner konzipiert sei.
Zunächst habe die Beschwerdeführerin angegeben
,
ihrer eigenen Einschätzung nach täglich zwei bis drei Stunden arbeitsfähig zu sein, was sie dann jedoch auf sechs Stunden pro Woche korrigiert habe. Als Englischlehrerin habe sich die Beschwerdeführerin frühestens in zwei Jahren wiede
r als arbeits
fähig eingeschätzt
(Urk. 7/51/5-13
).
Im sozialen Kontext verfüge die Beschwerdeführerin über mobilisierbare Resso
urcen, da sie über ein gutes Netzwerk, eine gewisse Kommunikationsfähigkeit und eine gute Therapieadhärenz verfüge.
Zwischen den Diagnosen der Depression und der Persönlichkeitsstörung bestehe eine Wechselwirkung und insbesondere Kränkungen würden immer wieder depressive Episoden triggern. Die Kooperation der Beschwerdeführerin bei der Behandlung sei einwandfrei und es bestünden keine weiteren Therapieoptionen. Die mangelnde Kooperation bei der beruflichen Eingliederung sei einerseits durch das Beschwerdebild, andererseits durch die Selbstlimitierung bedingt. Bezüglich der Konsistenz hätten so
wohl Diskrepanzen als auch eine
Aggravationstendenz ausgemacht werden können.
Die Persönlich
keitsstörung und die depressive Störung wirkten sich auf den Beruf und den Haushalt aus, weniger jedoch auf die sozialen und Freizeitaktivitäten. Die ange
stammte Tätigkeit als Englischlehrerin entspreche einer angepassten Tätigkeit.
3.3
Während der Untersuchung habe die Beschwerdeführerin innert Kürze ein Chaos verbreitet. Sie habe die Dinge durcheinandergebracht und sei offenbar überfordert und unkonzentriert gewesen
, wobei sie ein wenig demonstrativ gewirkt habe. Das Selbstwertgefühl sei eingeschränkt und insbesondere habe sich eine ausgeprägte Überforderung und Instabilität gezeigt. Das Denken sei in formaler Hinsicht um
ständlich gehemmt, verlangsamt und zum Teil nur schwer verständlich. Im Affekt sei die Beschwerdeführerin ratlos, deprimi
ert und hoffnungslos. Es bestünden Ver
zweiflung, Lustlosigkeit, Überforderung, Interesseverlust, Antriebsarmut, Müdig
keit, Kraftlosigkeit, sozialer Rückzug und Einschlafstörungen. Die depres
sive Episode imponiere heute
als
leichtgradi
g (Urk. 7/51/9-10).
Die
E._
habe in ihren Berichten mittelgradige bis schwere depressive Episoden festgehalten (Urk. 7/51/12).
3.
4
Dr.
C._
schloss in seiner Diskussion
,
dass
die Beschwerdeführerin davon überzeugt
sei
, im Moment kei
ner Arbeit nachgehen zu können, obschon sich ihr Zustand ihren eigenen Angaben zufolge seit Januar 2016 bei verbesserter Schlaf
qualität subjektiv stark verbessert habe.
Sie
sei in der Lage
,
sich an Regeln anzu
passen, verfüge über eine Selbstbehauptungs- und Gruppenfähigkeit sowie über die Fähigkeit zur Selbstpflege und zur Teilnahme am Verkehr. Die Fähigkeit zur Planung und Strukturierung von Aufgaben, zur Umstellung, zur Anwendung fachlicher Kompetenzen und zur Fällung von Urteilen und Entsche
iden unterliege jedoch
Schwankungen.
Bis im Mai 2014 habe stets eine Arbeitsfähigkeit
von 100 % bestanden, obschon
die Beschwerdeführerin dieses Pensum auf freiwilliger
Basis niemals ausgeschöpft hab
e.
Aufgrund des Zusammenbruchs im Mai 2014 mit depressiver Verstimmung und ausgeprägter Instabilit
ät auf dem Boden der
Borderline
-
Störung habe die Beschwerdeführerin die Arbeit niederlegen müssen.
Seit Januar 2016 habe sich der Zustand jedoch zufolge der medikamentös behan
delten Schlafproblematik gebessert, weshalb ab diesem Zeitpunkt von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % bei einer Leistungsfähigkeit von 100 % auszugehen sei. Ein Arbeitspensum von 100 % sei nicht zumutbar, da die Beschwerdeführerin bei überhöhtem Arbeitstempo, insbesondere bei
Überforderung
,
unter Konzen
trationsschwierigkeiten und Verwirrung leide, was zu einer erhöhten Fehlerquote, verlangsamtem Arbeitstempo und Leistungsabfall führen könne.
Anlässlich der Untersuchung habe eine leichte Inkonsistenz sowie eine Aggravationstendenz festgestellt werden können, da die Beschwerdeführerin dazu neige
,
bei der Angabe ihres Leidens zu übertreiben und die Konzentrationsstörungen zu drama
tisieren
.
Die von der Beschwerdeführerin selbst angeführte Arbeitsunfähigkeit von 100 % für die kommenden zwei Jahre sei aus psychiatrischer Sicht nicht indi
ziert. Diesbezüglich sei von einer subjektiven Krankheits- und Behinde
rungsüberzeugung sowie einer dadurch bedingten Selbstlimitierung auszugehen
. Die bisherige kombinierte Gesprächs- und psychopharmakologische Therapie sei weiterzuführen und könne zu einer weiteren Stabilisierung
und einer Verbesse
rung insbesondere der depressiven Symptomatik
führen. Ob dadurch auch eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit erfolge, könne er jedoch nicht angeben. Gene
rell sei die Prognose nicht ungünstig
. Berufliche Massnahmen seien aus psychia
trischer Sicht indiziert, würden aber an der mangelnden Motivation der Beschwer
deführerin scheitern
(Urk. 7/51/15-18).
3.5
Mit Schreiben vom
1.
November 2016 (Urk. 7/54) erstattete
Dr.
C._
eine ergänzende Stellungnahme zu seinem Gutachten. Darin stellte er klar, dass die diagnostizierte primäre Alkoholabhängigkeit keinen Einfluss auf die Arbeits
fähig
keit der Beschwer
deführerin habe.
D
iese werde durch
die rezidi
vierende
depressive Störung und ganz besonders durch
die Persönlichkeitsstörung (
Border
line
) begründet.
Mit der vorliegenden leichten depressiven Episode (es handle sich um eine leichte depressive Episode, da die Symptome nur in leichtem Grade bestünden) seien auch die aktiven Tätigkeiten der Beschwerdeführerin vereinbar.
Auch sei lediglich eine leichte Aggravationstendenz
auszumachen
. Die Arbeits
unfähigkeit von 50 % ergebe sich aus dem psychischen, invalidisierenden Ge
sundheitsschaden, da die Beschwerdeführerin glaubhaft überfordert sei, an Energie-
und Konzentrationsmangel sowie an Verwirrung leide.
4.
4.1
Das Gutachten
(Urk. 7/51)
beruht au
f einer allseitigen psychiatrischen Unter
suchung der
Beschwerdeführer
in
.
Dr.
C._
erhob eine ausführliche Anam
nese (Urk. 7/
51/5-9),
berücksichtigte die geklagten Beschwerden und
seine
Schluss
folgerung
ergin
g
in
Kenntnis der
Vorakten
(Urk. 7/51
/
3-5
). Das Gutachten genügt daher den an eine beweiskräftige Expertise gestellten Anforderungen (vgl. E. 1.5) und es kann grundsätzlich darauf abgestellt
werden.
4.2
Das Gutachten datiert vom 2
6.
September 2016 und entstand damit vor der Rechtsprechungsänderung zum strukturierten Beweisverfahren (vgl. E. 1.2.3).
Über
gangsrechtlich ist bedeutsam, dass die vor der Rechtsprechungsänderung eingeholten Gutachten nicht einfach ihren Beweiswert verlieren. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein
abschliessendes
Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält (BGE 141 V 281 E. 8 unter Hinweis auf BGE 137 V 210 E. 6). Mithin ist im konkreten Fall zu klären, ob die beigezogenen Gutachten
–
allenfalls zusammen mit weiteren fachärztlichen Berichten
–
eine schlüssige Beurteilung anhand der
massgeblichen
Indikatoren erlauben oder nicht. Je nach Abklärungstiefe und -dichte kann zudem unter Umständen eine punktuelle Ergänzung genügen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 5.2.2 und 8C_300/2017 vom 1. Februar 2018 E. 4.2).
Vorliegend enthält das
psychiatrische Gutachten Angaben zur Gesundheits
schädigung, der Persönlichkeit und dem sozialen Kontext ebenso wie zur Konsis
tenz. Eine schlüssige Beurteilung der psychischen Gesundheitsschädigung anhand
der massgeblichen Indikatoren (vgl. E. 1.2
.2
) ist daher möglich
und es kann auch unter der Anwendung der neuen Rechtsprechung auf das Gutachten abgestellt werden.
4.3
Soweit
Dr.
C._
auf eine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychischen Gründen s
chliessen will und eine Arbeitstätigkeit von lediglich
50 % als zumutbar erachtet, kann ihm indes nicht gefolgt werden.
Hinsichtlich der depressiven Störung schloss
Dr.
C._
aufgrund der wenig ausgeprägten Symptomatik auf eine leichte Ausprägung
(vgl. E. 3.1 und E. 3.5)
, was aufgrund der beschriebenen Auswirkungen (leicht herabgestimmter Affekt, Antriebsarmut und Interessensverlust sowie genereller Energie- und Konzentra
tions
mangel) nachvollziehbar ist.
Die
Ausprägung der
Persönlichkeitsstörung (
Borderline
)
beschrieb
Dr.
C._
mit einem deutlichen subjektiven Leiden und deutlichen Einschränkungen in der beruflichen und sozialen Leistungs
fähig
keit
. Dies
aufgrund der Unausgeglichenheit, Überforderung und den auffälligen Verhaltensmustern
(E. 3.1)
.
Da die Beschwerdeführerin bislang in der Lage war
,
auch über längere Zeit eine geregelte Berufstätigkeit auszuüben und ein intaktes soziales Umfeld aufrecht zu erhalten und da
Dr.
C._
die berufliche und soziale Leistungsfähigkeit zwar eingeschränkt, nicht aber als aufgehoben erach
tet
e,
ist auch bezüglich der Persönlichkeitsstörung von einem leichten diag
no
seinhärenten Schweregrad auszugehen.
Ausser der primären Alkoholabhängig
keit wurden keine weiteren Befunde erhoben. Diese hat nach Angabe von
Dr.
C._
keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (vgl. E. 3.5). Ihr kommt keine ressourcenhemmende Wirkung zu und es bestehen auch keine weiteren Faktoren, welche als Komorbiditäten ins Gewicht fallen würden.
Bei
Weiter
füh
rung der bisherigen Therapie
ist mit
einer Stabilisierung und Verbesserung der Symptomatik zu rechnen (vgl. E.
3.4) weshalb keine
Behandlungsresistenz
auszu
machen ist.
Dr.
C._
beschreibt, dass diverse Fähigkeiten der Beschwerde
führerin insbesondere in Bezug auf Planung und Strukturierung, Umstellung und
Entscheidfällung
Schwankungen unterliegen. Hingegen erachtete er insbesondere die Selbstbehauptungs- und Gruppenfähigkeit, die Selbstpflege und die Teil
nahme am Verkehr als nicht eingeschränkt (E. 3.4). Es ist deshalb davon auszu
gehen, dass die Beschwerdeführerin über erhebliche persönlich Ressourcen verfügt,
welche zu mobilisieren sie in der Lage ist. Darüber hinaus hat sie einen geregelten Tagesablauf und verfolgt divers
e Freizeitaktivitäten, wie etwa
L
esen
und
Biblio
theksbesuche
oder Treffen mit Freundinnen und ihrer Tochter
(E. 3.2)
.
Zu ihrem Bruder pflegt sie ebenfalls ein gutes Verhältnis (vgl. Urk. 7/12).
Ausserdem spielt sie in einem Theaterensemble mit, was sowohl eine aktive Freizeitbeschäftigung darstellt, als auch ein soziales Umfeld garantiert. Auch besorgt sie ihren Haushalt selbständig und unterhält sogar einen kleinen Garten.
Dr.
C._
kommt denn auch nachvollziehbarerweise zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin im sozialen Kontext über mobilisierende Ressourcen verfügt (E. 3.2).
Während sich die Beschwerdeführerin einstweilen für nicht arbeitsfähig erachtet, verfolgt sie in
ihrer Freizeit diverse Aktivitäten, besorgt ihren Haushalt und Garten, trifft sich mit Freundinnen und spielt sogar in einem Theater. Von einer gleichmässigen Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen Lebensbereichen kann daher nicht die Rede sein.
Auch ein erheblicher Leidensdruck lässt sich nicht erkennen.
Zwar nimmt die Beschwerdeführerin regelmässig Termin
e
zur Gesprächstherapie wahr und die Schlafstörung wird
inzwischen
(erfolgreich) mittels Psychopharmaka be
han
delt
, eine medikamentöse Behandlung
der depressiven Störung lehnte sie bis zum März 2016 (Urk. 7/40/2)
– mithin bis nach Erlass des Vorbescheids, welche auf eine fehlende Medikation hinwies – jedoch ab
.
Der beruflichen Eingliederung stehen sodann nicht gesundheitliche Einschränkungen, sondern die fehlende Motivation der Beschwerdeführerin entgegen (E. 3.4).
Ausserdem äusserte sich die Beschwerdeführerin beispielsweise auch bezüglich der Einschätzung ihrer Arbeitsfähigkeit schwankend, indem sie zunächst angab
,
zwei bis drei Stunde täglich
arbeiten zu können, was sie
später
auf
sechs Stunden pro Woche
redu
zierte
(E. 3.2).
Insgesamt
imponiert
daher
das
Verhalten der Beschwerde
führerin auch aufgrund der von
Dr.
C._
beschriebenen Diskrepanzen und Aggra
vationstendenz
sowie der oben beschriebenen Aktivitäten
als inkonsistent.
In der Gesamtschau ist
unter
Berücksichtigung der Standardindikatoren
eine
Ein
schrän
kung der
Arbeitsfähigkeit nicht
ausgewiesen
.
4.4
Angesichts der erheblichen persönlichen und sozialen Ressourcen und insbe
sondere aufgrund der festgestellten Inkonsistenz
ist eine wie im Gutachten atte
stier
te Leis
tungseinschränkung von 5
0 % nicht aufrecht zu erhalten
. Vielmehr ist da
rauf abzustellen
, dass
die Beschwerdeführerin
über eine
volle
Restarbeits
-
fähig
keit ver
fügt, die
sie
auf dem Arbeitsmarkt zu verwerten in der Lage ist.
Hieran vermögen auch die Einwände der Beschwerdeführerin nichts zu ändern:
4.5
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 8)
ist
keine mittel- bis
schwergradige
depressive Episode ausgewiesen.
Dr.
C._
führte sowohl im Gutachten (E. 3.1) als auch in seiner ergänzenden Stellungnahme (E. 3.5)
klar
aus, dass es sich aufgrund der in leichtem Grade vorliegenden Symptomatik um eine leichte Depression handelt.
Weiter wurde d
ie Behandlungsfrequenz von einer wöchentlichen Therapiesitzung i
m Gutachten
berücksichtigt
und
obwohl Dr.
C._
lediglich das Medikament
Sequase
zur Schlafregulation
jedoch
keine Antidepressiva
erwähnt
e
, erachtete er die Ph
armakotherapie als ausrei
chend.
Ob
daher
sämtliche Medikamente bei der Anamnese
erhebung
berücksichtig
t wurden,
ist
vor diesem Hintergrund nicht
relevant.
Der Beschwerdeführerin kann ebenso wenig gefolgt werden, wenn sie einen
Widerspruch zwischen ihrer aktiven
Freizeit
gestaltung und der geltend gemach
ten Arbeitsunfähigkeit
verneint
(Urk. 1 S. 9)
. Wie oben (E. 4.3.1) beschrieben
lassen die Freizeitaktivitäten der Beschwerdeführerin auf mobilisierbare Resso
urcen schliessen und eine ungleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in den unterschiedlichen Lebensbereichen erkennen
. Die daraus ersichtliche Inkon
sistenz lässt den entsprechenden Widerspruch klar erkennen.
4.6
Wie dargelegt
,
sind funktionelle Auswirkungen der genannten psychiatrischen Diagnosen anhand der
Standardindikatoren nicht schlüssig nachgewiesen und ist damit
eine Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt. Infolgedessen kann kein rentenbegründender Inva
lidi
tätsgrad resultieren und die Beschwerde ist abzuweisen.
5.
5.1
Schliesslich würde aber auch die Annahme einer Arbeitsfähigkeit von lediglich 50 %, wie sie im Gutachten erwähnt und auch von der Beschwerdeführerin vorgetragen wird, nicht zu einem rentenbegründend
en Invaliditätsgrad führen
.
5.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.3
Die Beschwerdeführerin hatte stets ein reduziertes Arbeitspensum von maximal 50 % gearbeitet (E. 3.1) obschon sie bis im Mai 2014 zu 100 % arbeitsfähig war (E. 3.4).
Sie hatte sich daher auch als Gesunde aus freien Stücken dauernd mit einer bescheidenen Erwerbstätigkeit begnügt. Daher ist für das
Validenein
kommen
auf dieses
(
unterdurchschnittliche
)
Einkommen abzustellen, wenngleich die Beschwerdeführerin die Möglichkeit gehabt hätte
,
einer besser
entlöhnten
Erwerbstätigkeit nachzugehen (vgl.
Meyer, Bundesgesetz über die
Invalidenver
si
-
cherung
,
3.
Auflage, 2014,
Art.
28a N 71
m.w.H
.
; vgl. auch BGE 142 V 290 E. 5 und Urteil des hiesigen Gerichts IV.2017.00243 vom 23. Mai 2018 E. 7
).
Erzielte
die Beschwerdeführerin nach ihren eigenen Angaben vor Eintritt des Gesund
heits
schaden
s
ein E
inkommen entsprechend einer 50%
igen Erwerbstätigkeit als Englischlehrerin und wäre diese Tätigkeit weiterhin in diesem Umfang zumutbar (vgl. Urk. 7/51/18-19
und IK-Auszug, Urk. 30/1, wonach die Beschwerdeführerin in den Jahren 2008 bis 2012 ein jährliches Einkommen von durchschnittlich rund Fr. 24
'
000.--
erziehl
t
e
)
,
s
o entstünde kein Einkommensverlust infolge der Gesund
heitsschädigung und es würde folglich auch kein Invaliditätsgrad re
sultieren.
Demzufolge wäre die Beschwerde ebenfalls abzuweisen.
6.
6.1
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraus
setzungen für die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche
Verbeistän
dung
notwendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
Diese Voraussetzungen sind vorliegend erfüllt (Urk. 3/3). Antragsgemäss (Urk. 1) ist der Beschwerdeführerin deshalb die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen.
6.2
Gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenver
siche
rung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrens
aufwand und
unabhän
gig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge
legt
.
Vorliegend erw
eist sich eine Kostenpauschale von
Fr. 7
00.
--
als angemess
en.
Ausgangsgemäss
ist diese der
Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen, zufolge Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
-
kasse zu nehmen.
6.3
D
ie
Beschwerdeführer
in
ist auf
§ 16 Abs. 4 des Gesetzes über da
s Sozial
versiche
rungs
gericht
(
GSVGer
)
hinzuweisen, wonach sie zur Nachzahlung der Prozess
kosten verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist.