Decision ID: 4e12c214-8fbc-5d2e-9e21-88a4cdf4fd5a
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
F._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Roland Hochreutener, St. Leonhard-Strasse 20,
Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
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und
Carena Schweiz, Schulstrasse 5, 8355 Aadorf,
Beigeladene,
betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a F._ erlitt am 15. November 2007 einen Verkehrsunfall (UV-act. 7.1 und 7.10; vgl.
auch die biomechanische Kurzbeurteilung vom 25. März 2008 in UV-act. 7.77). Der
behandelnde Dr. med. A._, Facharzt für Neurologie, diagnostizierte im Arztbericht
vom 25. Januar 2008 einen Status nach Heckauffahrunfall mit HWS-Distorsionstrauma
mit chronifiziertem cerviko-cephalem Schmerzsyndrom und degenerative cervikale
Wirbelsäulenveränderungen ohne Radikulopathie bei Status nach lumbaler
Wirbelsäulenoperation ca. 1990. Die bildgebend nachweisbaren HWS-Veränderungen
seien degenerativ und nicht unfallbedingt (UV-act. 7.32). Die Suva erbrachte in der
Folge Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen.
A.b Ab 13. Februar 2008 nahm der Versicherte einen Arbeitsversuch auf (UV-act.
7.35), der in der Folge scheiterte (UV-act. 7.53). Die Suva teilte dem Versicherten am
10. April 2008 mit, dass - sofern im Rahmen des am 9. April 2008 begonnenen
Aufenthalts in der Rehaklinik Bellikon keine Heilung eintreten würde - von einem
Endzustand ausgegangen und über kurz oder lang der Fallabschluss geprüft werden
müsse (UV-act. 7.87). Am 15. April 2009 wurde die Suva von der leistungspflichtigen
Haftpflichtversicherung unterrichtet, dass der Versicherte observiert worden sei (UV-
act. 7.93). Mit Schreiben vom 28. April 2008 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass
sie aufgrund neu bekannt gewordener Tatsachen gezwungen sei, die Haftungsfrage zu
überprüfen. Ab sofort müsse daher die Ausrichtung weiterer Versicherungsleistungen
unterbrochen werden (UV-act. 7.95).
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A.c Die Ärzte der Rehaklinik Bellikon, wo sich der Versicherte vom 9. April bis 6. Mai
2008 stationär aufhielt, bescheinigten ihm im Austrittsbericht vom 7. Mai 2008 für die
bisherige Tätigkeit als Metallzuschneider eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Es sei
davon auszugehen, dass mit der Zeit die bisherige Tätigkeit wieder aufgenommen
werden könne. Eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit sei dem Versicherten ganztags
zumutbar. Zusammenfassend habe bei fraglicher Kooperation und
Leistungsbereitschaft des Versicherten keine Zustandsverbesserung erzielt werden
können. Rein aufgrund der objektivierbaren Befunde seien die Schmerzen und die
demonstrierte Behinderung nicht zu erklären. Die Beschwerden würden durch die
psychosozialen Belastungsfaktoren mit unterhalten. Deshalb werde die Weiterführung
der psychotherapeutischen Unterstützung beim behandelnden Dr. med. B._,
Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, empfohlen (UV-act. 7.101).
A.d Die IV-Stelle des Kantons St. Gallen verfügte am 11. Juli 2008, dass kein
Anspruch auf berufliche Massnahmen bestünde. Zur Begründung führte sie aus, es sei
keine Invalidität ausgewiesen (UV-act. 7.114).
A.e Gestützt auf die Akten der Suva sowie unter Berücksichtigung der von der
Haftpflichtversicherung eingeholten Überwachungsberichte nahm Prof. Dr. med. C._,
Facharzt FMH für Neurologie, Rehaklinik Bellikon, eine neurologische Beurteilung vor.
In seiner Stellungnahme vom 24. November 2008 hielt der Experte fest, es bestünden
keinerlei Hinweise auf eine relevante körperliche Beeinträchtigung des Versicherten.
Die von ihm in der Rehaklinik Bellikon und bei anderen Ärzten geklagte
Schmerzsymptomatik habe keine Verhaltensrepräsentanz im Alltag. Es ergäben sich
keinerlei Hinweise darauf, dass die Arbeitsfähigkeit des Versicherten in relevanter
Weise beeinträchtigt sein könnte. Behandlungsbedürftige Beschwerden seien nicht
feststellbar (UV-act. 7.125).
A.f Am 2. Dezember 2008 hiess der Versicherte Berichte von Dr. med. D._,
Facharzt FMH für Neurologie, (UV-act. 7.129) und von Dr. med. E._, Facharzt FMH
für Otorhinolaryngologie, einreichen. Dr. D._ gab an, dass keine neurologischen
Ausfälle bestünden. Dr. E._ führte im audio-neurootologischen Bericht vom
3. November 2008 aus, dass eine Aggravation und/oder Simulation mit 95%iger
Sicherheit ausgeschlossen werden könne. Er empfahl weiter die Vornahme einer HWS-
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MRI-Verlaufskontrolle und die Durchführung einer "up-right-dynamic kinetic"
funktionellen Kernspintomographie (UV-act. 7.129).
A.g Am 17. Dezember 2008 verfügte die Suva, dass die Versicherungsleistungen
mangels unfallbedingter Behandlungsbedürftigkeit und mangels Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit per 28. April 2008 eingestellt bleiben würden (UV-act. 7.133).
B.
B.a Dagegen erhob der Versicherte am 30. Januar 2009 Einsprache. Er beantragte,
die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es seien ihm die gesetzlichen
Leistungen rückwirkend per 29. April 2008 weiterhin auszurichten. Eventualiter seien
weitere Abklärungen vorzunehmen. Er stellte sich auf den Standpunkt, dass die von der
Haftpflichtversicherung veranlassten Überwachungsakten nicht verwertet werden
dürften. Ferner bestehe weiterhin eine unfallbedingte Behandlungsbedürftigkeit. Ein
Endzustand sei noch nicht erreicht (UV-act. 7.147).
B.b Mit Entscheid vom 28. April 2009 wies die Suva die Einsprache ab (UV-act.
7.151).
C.
C.a Gegen den Einspracheentscheid vom 28. April 2009 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 29. Mai 2009. Der Beschwerdeführer beantragt darin unter Kosten-
und Entschädigungsfolge dessen Aufhebung sowie die Ausrichtung der gesetzlichen
Leistungen auch für die Zeit nach dem 28. April 2008. Eventualiter seien weitere
Abklärungen vorzunehmen. Er rügt im Wesentlichen den Zeitpunkt des Fallabschlusses
und macht geltend, dass die von ihm geklagten Beschwerden natürlich kausal zum
Unfallereignis vom 15. November 2007 seien. Des Weiteren hätte eine poly-/
interdisziplinäre Begutachtung durchgeführt werden müssen. Die Adäquanzprüfung sei
zu früh erfolgt. Vorliegend hätte immer noch eine namhafte Besserung der
gesundheitlichen Beschwerden erwartet werden können. Ferner seien die
Überwachung sowie die Verwertung der Observationsergebnisse mangels begründeten
Anfangsverdachts unzulässig (act. G 1).
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C.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 12. Oktober
2009 die Beschwerdeabweisung sowie die Beiladung des obligatorischen
Krankenversicherers (Carena Schweiz). Sie macht geltend, dass vorliegend kein Anlass
für eine poly-/interdisziplinäre Begutachtung bestünde. Was den Zeitpunkt des
Fallabschlusses anbelange, so habe bereits die Abklärung in der Rehaklinik Bellikon
ergeben, dass von weiteren Massnahmen keine namhafte Besserung des
Gesundheitszustands erwartet werden könne. Der Endzustand sei im Zeitpunkt der
Leistungseinstellung klar erreicht gewesen, weshalb die Adäquanzprüfung zu Recht
erfolgt sei. Die Adäquanz des Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis und
den geltend gemachten Beschwerden sei zu verneinen. Die Überwachung des
Beschwerdeführers sei zulässig gewesen und deren Ergebnisse seien im
unfallversicherungsrechtlichen Verfahren verwertbar. Namentlich habe ein begründeter
Anfangsverdacht bestanden. Ohnehin würde die Unzulässigkeit der Überwachung bzw.
eine fehlende Verwertbarkeit der Überwachungsergebnisse nichts an der
Rechtmässigkeit der Leistungseinstellung ändern (act. G 7).
C.c Die Beigeladene schloss sich den Ausführungen des Beschwerdeführers an (vgl.
Stellungnahme vom 28. Oktober 2009, act. G 10).
C.d In der Replik vom 10. Dezember 2009 hält der Beschwerdeführer unverändert an
seinen Anträgen fest (act. G 15). Die Beschwerdegegnerin hält ihrerseits in der Duplik
vom 19. Januar 2010 an ihrem Antrag fest (act. G 17).

Erwägungen:
1.
Zwischen den Parteien ist vorab der Zeitpunkt des Fallabschlusses und - damit
verbunden - der Adäquanzprüfung streitig.
1.1 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG;
SR 832.20) werden bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten
Versicherungsleistungen gewährt. Der Unfallversicherer hat jedoch für einen
Gesundheitsschaden nur insoweit Leistungen zu erbringen, als dieser nicht nur in
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einem natürlichen, sondern auch in einem adäquaten Kausalzusammenhang zu einem
versicherten Ereignis steht (BGE 119 V 338 E. 1).
1.2 Nach bundesgerichtlicher Praxis (BGE 134 V 109) ist die Adäquanzprüfung im
Zeitpunkt des Fallabschlusses vorzunehmen. Dem Gesetz lässt sich nicht entnehmen,
zu welchem Zeitpunkt der Unfallversicherer den Fall abschliessen und die
Heilbehandlungen und Taggelder einstellen darf. Dieser Zeitpunkt ergibt sich jedoch
aus Art. 19 Abs. 1 UVG, wonach der Rentenanspruch entsteht, wenn von der
Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des
Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und
allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind.
Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin.
Nach konstanter Rechtsprechung bedeutet dies, der Versicherer hat die
Heilbehandlung und das Taggeld nur solange zu gewähren, als von der Fortsetzung der
Heilbehandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet
werden kann. Trifft dies nicht mehr zu, ist der Fall unter Einstellung der
vorübergehenden Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs auf eine
Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen (BGE 134 V 109
E. 4.1). Eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes der Versicherten
bestimmt sich namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder
Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist.
"Namhaft" bedeutet, dass die Besserung ins Gewicht fallen muss und unbedeutende
Verbesserungen ebenso wenig genügen wie die blosse Möglichkeit einer Besserung
(BGE 134 V 109 E. 4.3; Urteil des Bundesgerichts vom 12. Juni 2009, 8C_25/09,
E. 4.1.1 mit Hinweisen).
1.3 Vorliegend standen dem Fallabschluss keine Eingliederungsmassnahmen der
Invalidenversicherung entgegen. Entsprechende Vorkehren, die geeignet wären, den
einer UVG-Invalidenrente zu Grunde liegenden Invaliditätsgrad zu beeinflussen, werden
denn vom Beschwerdeführer auch nicht geltend gemacht.
1.4 Der Beschwerdeführer bringt vor, dass von einer Fortsetzung der Heilbehandlung
eine namhafte Besserung des Gesundheitszustands hätte erwartet werden können und
der Fallabschluss per 28. April 2008 unzulässig gewesen sei (act. G 1).
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1.4.1 Der behandelnde Dr. med. G._ berichtete am 29. Januar 2008, dass
bisher sowohl Analgetika wie auch Physiotherapie keine Besserung gebracht hätten
(UV-act. 7.34). Im ambulanten Assessment vom 14. März 2008 hielten die
medizinischen Fachpersonen der Rehaklinik Bellikon bezüglich weiterer Behandlung/
Rehabilitation fest, dass es bei der empfohlenen stationären Rehabilitation inhaltlich vor
allem um Coping sowie um steigernde Aktivierung gehe. Die Erfolgschancen einer
stationären Rehabilitation bezeichneten sie als "eher fraglich". Dennoch scheine ein
Behandlungsversuch sinnvoll, um dem Beschwerdeführer "ein intensives Coping-
Programm unterbreiten zu können, und ihm stets vor Augen zu halten, dass sein
Schmerz ihn nicht einschränken soll" (UV-act. 7.75). Am 23. April 2008 berichtete der
Beschwerdeführer, der sich seit dem 9. April 2008 in der stationären Rehabilitation
befand, dass es ihm noch nicht viel besser als zu Beginn der Rehabilitation gehe (UV-
act. 7.95/1).
1.4.2 Aufgrund der genannten Aktenlage muss der Schluss gezogen werden,
dass die bislang durchgeführten Behandlungen erfolglos waren (UV-act. 7.34) und die
angeordnete stationäre Rehabilitation bereits von Anfang an wenig
erfolgsversprechend gewesen ist (UV-act. 7.75), was sich im Verlauf des Reha-
Aufenthalts bereits am 23. April 2008 erhärtete (UV-act. 7.95/1). Vor diesem
Hintergrund konnte bereits am 28. April 2008 nicht mehr mit Wahrscheinlichkeit davon
ausgegangen werden, dass im Rahmen weiterer Behandlungen eine wesentliche
Besserung des Gesundheitszustands erreicht werden könnte. Hinzu kommt, dass der
Aufenthalt in Bellikon nicht darauf ausgerichtet war, eine ins Gewicht fallende
Steigerung der Arbeitsfähigkeit zu erreichen. Vielmehr beschränkte sich diese
Massnahme auf Coping und steigernde Aktivierung, mithin auf die Anleitung zur
Stärkung der Eigenverantwortung (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 28. Juli 2008,
8C_141/07, E. 5.2.2). Auch aus der übrigen Aktenlage ergeben sich keine
Behandlungsvorschläge, von denen eine ins Gewicht fallende Besserung des
Gesundheitszustands hätte erwartet werden können (vgl. UV-act. 7.32 und 7.34). Damit
geht einher, dass auch die Experten der Rehaklinik in ihrem Austrittsbericht vom 7. Mai
2008 den Fallabschluss empfohlen (UV-act. 7.101, S. 2) und kein weiteres im Sinn von
Art. 19 Abs. 1 UVG massgebendes Behandlungspotenzial mehr benannt haben (UV-
act. 7.101, S. 1). Die Weiterführung der psychotherapeutischen Unterstützung
befürworteten sie ausschliesslich aus unfallfremden Gründen (psychosoziale
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Belastungsfaktoren; UV-act. 101, S. 3). Vor diesem Hintergrund kann die Frage offen
gelassen werden, ob die getroffenen Vorkehren überhaupt die Behandlung von
unfallbedingten Leiden zum Gegenstand hatten.
1.4.3 An der Rechtmässigkeit des Fallabschlusses vermögen die vom
Beschwerdeführer eingereichten Berichte von Dr. D._ vom 22. August 2008 sowie
von Dr. E._ vom 3. November 2008 (UV-act. 7.129) nichts zu ändern. Was den
Bericht von Dr. D._ anbelangt, so erfolgte dieser nicht in Kenntnis der bisherigen
Aktenlage und stützte sich im Wesentlichen allein auf die Schmerzangaben des
Beschwerdeführers. Er vermag daher die bisherigen ärztlichen Stellungnahmen zur
Heilbehandlung nicht in Zweifel zu ziehen. Ohnehin bestätigte er vielmehr, dass die
bisherigen Physiotherapien keine anhaltende Besserung zu bewirken vermochten und
die berufliche Wiedereingliederung "wohl schwierig" sein dürfte. Aus seiner nicht näher
begründeten Feststellung, dass der Beschwerdeführer weiterhin zur Behandlung
Physiotherapien und Analgetika benötige, kann vor allem mit Blick auf seine übrigen
genannten Angaben nicht geschlossen werden, dass noch eine namhafte Besserung
des Gesundheitszustandes zu erwarten gewesen wäre. Bezüglich der medizinischen
Einschätzung von Dr. E._ ist vorweg auf dessen Bemerkung "Ich bin überzeugt, dass
der Rechtsvertreter des Patienten, anhand von diesen klaren objektivierbaren Befunden
gute Ausgangsposition hat, dem Entscheid der Versicherungen entgegen zu wirken."
hinzuweisen (UV-act. 7.129, S. 14). Die Einschätzung von Dr. E._ hatte somit
augenfällig den Zweck, primär den vom Beschwerdeführer gegen die Versicherungen
vertretenen Standpunkt zu untermauern, was bei der Beweiswürdigung nicht ausser
Acht gelassen werden kann. Er empfahl, ein diagnostisch-therapeutisches Verfahren
nach N. Bogduk durchzuführen (UV-act. 7.129, S. 14). Dazu ist in Nachachtung der
höchstrichterlichen Rechtsprechung der Hinweis zu machen, dass die Methode nach
Bogduk (noch) nicht validiert ist (Urteil des Bundesgerichts vom 1. September 2009,
8C_964/08, E. 3.2.3). Des Weiteren spricht Dr. E._ lediglich von einer "Möglichkeit",
den Reizzustand zu reduzieren und/oder auszuschalten (UV-act. 7.129, S. 13), was das
Erfordernis der zu erwartenden namhaften Besserung des Gesundheitszustandes nicht
zu erfüllen vermag (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 12. Juni 2009, 8C_25/09,
E. 4.1.2).
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1.5 Nach dem Gesagten hat die Beschwerdegegnerin den Fall daher zu Recht per
28. April 2008 abgeschlossen. Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass -
entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers - bei der Beschwerdegegnerin die
Absicht zum baldigen Fallabschluss bereits vor Kenntnis der Überwachung und deren
Ergebnisse bestand. So stellte sie dem Beschwerdeführer bereits am 10. April 2008
"über kurz oder lang" die Prüfung des Fallabschlusses in Aussicht (UV-act. 7.87; vgl.
auch die Telefonnotiz vom 4. Februar 2008, UV-act.
7.33)
2.
Zu prüfen bleibt damit die Unfallkausalität der über den 28. April 2008 geltend
gemachten Beschwerden.
2.1 Vorliegend kann die Frage nach der natürlichen Kausalität offen gelassen werden,
da ohnehin - wie im nachfolgenden ausgeführt wird - die adäquate Unfallkausalität zu
verneinen ist. Vor diesem Hintergrund ist dem Antrag des Beschwerdeführers auf die
Einholung eines polydisziplinären Gutachtens im Sinn von BGE 134 V 109 ff. nicht zu
folgen. Denn wie er selbst anerkennt (vgl. act. G 1, S. 9, Rz 34), ist ein solches
Gutachten allenfalls zur Klärung der natürlichen Kausalität noch vorhandener
Beschwerden angezeigt. Kann hingegen schon - wie vorliegend - die adäquate
Kausalität verneint werden, so lässt sich der Fall in aller Regel ohne beweismässige
Weiterungen abschliessen (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Februar 2010,
8C_837/09, E. 2.2). Dies gilt vorliegend umso mehr, als sich aus den medizinischen
Akten kein Anlass für weitere Abklärungen ergibt. So erkannten weder Dr. A._ (UV-
act. 7.32), noch die Ärzte der Rehaklinik Bellikon (UV-act. 7.101) oder Dr. D._ (UV-
act. 7.129) einen weiteren Abklärungsbedarf. Lediglich Dr. E._ empfahl weitere
Untersuchungen. Bezüglich der von ihm vorgeschlagenen funktionellen
Kernspintomographie hat das Bundesgericht in BGE 134 V 233 ff. E. 5.2 bis 5.5
allerdings festgestellt, dass der Beweiswert eines mittels funktioneller
Kernspintomographie (auch: funktionelle Magnetresonanztomographie, fMRT, resp.
functional magnetic resonance imaging, fmri; vgl. BGE 134 V 119 E. 7.2) erhobenen
Befundes für die Beurteilung der Unfallkausalität von Beschwerden nach
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Schleudertrauma der Halswirbelsäule und äquivalenter Unfallmechanismen nach dem
aktuellen Stand der medizinischen Wissenschaft verneint wird (bestätigt in Urteil des
Bundesgerichts vom 29. Januar 2010, 8C_409/09, E. 3.4.2). Was die von Dr. E._
weiter empfohlene HWS-MRI-Verlaufskontrolle anbelangt (UV-act. 7.129, S. 9), so ist
angesichts der vorliegenden medizinischen Aktenlage und der bereits durchgeführten
(u.a. bildgebenden; vgl. UV-act. 7.26) Untersuchungen nicht ersichtlich, inwieweit aus
der Verlaufskontrolle neue Erkenntnisse zur Frage der Unfallkausalität erwartet werden
könnten.
2.2 Die Beschwerdegegnerin hat zur Adäquanzprüfung die Schleudertraumapraxis
(BGE 117 V 359 ff. und 134 V 109 ff.) herangezogen. Ob vorliegend die Schleuder
trauma- oder Psychopraxis (BGE 115 V 133 ff.) Anwendung findet, kann letztlich
offenbleiben, da, wie nachstehend ausgeführt wird, auch nach der für den
Beschwerdeführer günstigeren Schleudertraumapraxis kein adäquater
Kausalzusammenhang angenommen werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
11. März 2010, 8C_963/09, E. 3.1). Im Einspracheentscheid vom 28. April 2009 hat die
Beschwerdegegnerin ausführlich in Würdigung der Aktenlage dargelegt, dass der
vorliegende Unfall als leicht zu qualifizieren sei. Selbst wenn zugunsten des
Beschwerdeführers von einem mittelschweren Unfall an der Grenze zu den leichten
Unfällen ausgegangen würde, so sei keines der für die Bejahung der adäquaten
Kausalität erforderlichen Kriterien erfüllt (UV-act. 7.151, S. 8 f.). Aus den Akten ergeben
sich keine Anhaltspunkte, die gegen die Ausführungen der Beschwerdegegnerin zur
adäquaten Kausalität sprechen. Auch der Beschwerdeführer führt dagegen keine
substanziierten Einwände ins Feld, weshalb auf die überzeugenden Erwägungen im
Einspracheentscheid (UV-act. 7.151, S. 8 f.) verwiesen werden kann. Der Fallabschluss
und die Leistungseinstellung per 28. April 2008 erfolgten damit zu Recht.
3. Mangels Entscheidwesentlichkeit können die Fragen bezüglich der Zulässigkeit
der vom Haftpflichtversicherer durchgeführten Überwachung und der Verwertbarkeit
der Überwachungsergebnisse offen gelassen werden.
4.
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Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Bei diesem Prozessausgang hat der
Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG