Decision ID: 82008422-9a2d-4f71-9874-bbadbb77ff4c
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1989 geborene
X._
war vom
8.
Oktober 2018 bis 8.
Januar 2019 bei der
Arbeitsvermittlungsfirma
Y._
als Elektrofachmonteur
angestellt und dadurch bei der
Suva
obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert.
Gemäss
Schadenmeldung vom 14. November 2018 und Fragebogen vom 22. November 2018 verkeilte sich am 17. Oktober 2018
bei einer Wandb
ohrung
d
er
Bohr
er
und verdrehte dem Versicherten die rechte Hand (Urk. 8/1, 8/6). Eine am 6. November 2018 durchgeführte MRT-Untersuchung des rechten Handgelen
kes zeigte eine Rup
tur der ulnaren Anteile des Disk
us
triangularis
sowie ein
periartikuläres
Weichteilganglion
im
ventralen Bereich des Radiokarpalgelenkes (Urk.
8/7
). Am 10. Dezember 2018 musste sich der Versicherte
alsdann einer Ope
ration (
Refixation
des rechten TFCC
)
unterziehen (Urk.
8/14
).
Mit Schreiben vom 7. Januar 2019 lehnte die Suva eine Leistungspflicht ab
(Urk. 8/22
)
. Der Versi
cherte
ersuchte
am 21. Februar 2019
um erneute Prüfung des Schadenfalles (Urk. 8/29). Daraufhin erliess die Suva am 25. Februar 2019
eine
einsprachefähige
Verfügung,
in welcher sie eine Leistungspflicht der Unfallversicherung verneinte, da der Unfallbegriff nicht er
füllt sei und auch keine unfall
ähnliche Körperschä
digung vorliege (Urk. 8/30)
.
Dagegen erhob
en sowohl die
ÖKK Kranken- und Unfallversicherungen AG
als zuständiger Krankenversicherer als auch
der
Versi
cherte
Einsprache
n
(Urk.
8/34,
8/36, 8/40
), welche mit Ent
scheid vom
12. Juni 2019
abgewies
en wurde
n
(Urk. 2
).
2.
Gegen den Einspracheentscheid vom 12. Juni 2019 erhob die
ÖKK Kranken- und Unfallversicherungen AG
mit Eingabe vom 1. Juli 2019 Beschwerde und bean
tragte dessen Auf
heb
ung sowie die Zusprechung von Leistungen aus der Unfall
versicherung im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 17
. Oktober 2018
an
X._
(Urk. 1).
Die Suva schloss mit
Be
schwer
deantwort vom 9. September 2019 auf Ab
wei
sung der Beschwerde (Urk. 7). Mit Verfügung vom 13. September 2019 wurde
X._
zum Prozess beigeladen und ihm Frist angesetzt, um zur Beschwerde vom 1.
Juli 2019 u
nd zur Beschwerdeantwort vom 9.
September 2019 Stellung zu nehmen
und
allfällige Beweismittel zu bezeichnen
und soweit möglich einzureichen
(Urk. 9).
Der Rechtsvertreter des Beigeladenen beantragte m
it Eingabe vom 21.
Oktober 2019
eine
Erstreckung der Frist zur Stellungnahme und
ersuchte
um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege
(Urk. 11
). Mit Ver
fügung vom 24. Oktober
2019
wurde die Frist zur Stellungnahme des Beigelade
nen verlängert. Ausserdem wurde d
em Beigeladen
en
eine Frist von 30
Tagen angesetzt, um das Gesuch um unentge
l
tliche Rechtspflege zu substantiieren (Urk. 14). Mit Eingabe
v
om 4.
No
vember 2019 teilte der Rechtsvertreter mit, dass er die Interessen des Beigeladenen nicht mehr vertrete
(Urk. 17)
. Sowohl die Frist zur Stellungnahme als auch zur Substantiierung des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege liess der Beigeladene in der Folge ungenutzt verstreichen.
Mit Ver
fügung vom 16. Dezember 2019 wurde das Gesuch des Beigeladenen um unent
geltliche Prozessführung und unentgeltliche Rec
htsvertretung abgewiesen und der
Beschwerdeführer
in
die Beschwerdeantwort zur Kenntnis gebracht (Urk. 18).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Zur Beschwerde ist berechtigt, wer durch die angefochtene Verfügung oder den Einspracheentscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren bezie
hungsweise dessen Aufhebung oder Änderung hat (Art. 59
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozi
alversicherungsrechts [ATSG]
). Entsprechend dem Grundsatz der Einheit des Verfahrens dürfen an die Beschwerdebefugnis auf kantonaler Ebene nicht strengere Anforderungen gestellt werden, als sie Art. 89 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über das Bundesgericht (BGG)
für die Legitimation im Verfahren vor dem Bundesgericht vorsieht. Wer im letztinstanzlichen Verfahren beschwerdebefugt ist, muss mithin im erstinstanzlichen Beschwerdeverfahren ebenfalls zum Weiterzug berechtigt sein. Daher sind die mit dieser Bestimmung gesetzten bundesrechtlichen Massstäbe sowie die hierzu ergangene Praxis auch für das kantonale Rechtsmittelverfahren richtungweisend (BGE 131 V 298 E. 2; 130 V 560 E. 3.2). Namentlich ist der Begriff des schutzwürdigen Interesses gemäss Art. 59 ATSG gleich auszulegen wie derjenige nach Art. 89 Abs. 1
lit
. c BGG für das bundesrechtliche Beschwerdeverfahren (BGE 133 V 188 E. 4.1 mit Hinweis).
Die Beschwerdeführerin hat als vorleistungspflichtiger KVG-Versicherer von
X._
offensichtlich ein schutzwürdiges Interesse an der Auf
hebung des angefochtenen
Entscheides. Entsprechend wurden ihr auch die Verfü
gung vom 25. Februar 2019 und der Einspracheentscheid vom 12. Juni
2019 direkt zuge
stellt (Urk. 8/30
und 2).
1
.2
Gemäss Art. 6
des
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (
UVG
)
wer
-
den – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch
bei folgenden
Körperschä
-
digungen
, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurück
-
zuführen sind (Abs. 2): Knochenbrüche (
lit
. a), Verrenkungen von Gelenken (
lit
. b), Meniskus
risse (
lit
. c), Muskelrisse (
lit
. d), Muskelzerrungen (
lit
. e), Sehnenrisse (
lit
. f), Band
läsionen (
lit
. g) und Trommelfellverletzungen (
lit
. h). Ausserdem erbringt die Ver
sicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.3
Ein Unfall ist gemäss Art. 4 ATSG die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Kör
per, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.
1.4
Nach der Rechtsprechung bezieht sich
das
Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich zog. Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er – nach einem objektiven Massstab – den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ausschlag
gebend ist also, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelteinwir
kungen auf den menschlichen Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen allein begründen keine Ungewöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.1 und E. 4.3.1 mit Hinweis).
1.5
Nach Lehre und Rechtsprechung kann das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors in einer unkoordinierten Bewegung bestehen. Bei Körperbewegungen gilt dabei der Grundsatz, dass das Erfordernis der äusseren Einwirkung lediglich dann erfüllt ist, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam «programmwidrig» beeinflusst hat. Bei einer solchen unkoordinierten Bewegung ist der ungewöhnliche äussere Faktor zu bejahen; denn der äussere Faktor – Veränderung zwischen Körper und Aus
senwelt – ist wegen der erwähnten Programmwidrigkeit zugleich ein ungewöhn
licher Faktor (BGE 130 V 117 E. 2.1 mit Hinweisen).
1.6
Selbst bei fehlender Störung des Bewegungsablaufs durch einen äusseren Faktor kann die Aussergewöhnlichkeit auch dann gegeben sein, wenn beim Heben oder Schieben einer Last zufolge ausserordentlichen Kraftaufwandes, das heisst einer sinnfälligen Überanstrengung, eine Schädigung eintritt. Es muss allerdings jeweils geprüft werden, ob die Anstrengung im Hinblick auf Konstitution und berufliche und ausserberufliche Gewöhnung der betreffenden Person ausseror
dentlicher Art war (BGE 116 V 136 E. 3b mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U 180 S. 38). Kein Unfall liegt vor, wenn die Anstrengung nur wegen bestehender krankhafter Veränderungen zu Schädigungen führen kann, weil sich dann eine innere Ursache auswirkt, während der äussere, oft harmlose Anlass bloss den pathologischen Faktor manifest werden lässt (BGE 116 V 136 E. 3b mit Hinwei
sen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte ihre Leistungspflicht im angefochtenen Ent
scheid mit der Begründung, dass aufgrund der Schilderungen des Geschehens durch den Versicherten der
Unfallbegriff im Sinne von Art.
4 ATSG nicht als erfüllt angesehen werden könne. Die gemeldeten Handgelenksbeschwerden wür
den nicht auf speziell sinnfällige Umstände wie etwa ein Stolpern, Ausgleiten, Anstossen, Hängenbleiben oder ein reflexartiges Abwehren eines Sturzes zurück
gehen. Der Sachverhalt liesse sich
auch
nicht mit demjenigen im Urteil des Bun
desgerichts 8C_36/2013 vergleichen, sei in diesem Entscheid doch
ein Körper
schaden infolge
eine
r
Blockierung des Bohrkopfes eines Presslufthammers und nicht eines gewöhnlichen Handbohrers zu beurteilen gewesen. Die im vorliegen
den Fall vom Versicherten beschriebene Bohrmaschine der Marke Bosch weise in keiner Weise dasselbe Gewicht und dieselbe Kraft auf wie ein Presslufthammer, weshalb auch das Auftreffen auf eine beim Bohren in eine Betonwand üblicher
weise vorhandene Eisenarmierung bei Weitem nicht von derselben Intensität in Bezug auf ihre Einwirkung auf den menschlichen Körper sei wie bei einem Press
lufthammer. Da ein Handbohrer damit grundsätzlich viel besser beherrschbar sei, könne das Auftreffen des Bohrkopfes auf eine Armierung im vorliegenden Fall nicht als programmwidrige Beeinflussung des natürlichen Ablaufs einer Körper
bewegung und damit
nicht
als ungewöhnlicher äusserer Fak
tor angesehen wer
den (Urk. 2 S.
5 f.).
2.2
Die Beschwerdeführerin wandte dagegen im Wesentlichen ein,
dass das Ereignis vom 17. Oktober 2018 durchaus ungewöhnlich gewesen sei. Die Arbeit, welche
d
er
Versicherte
an diesem Tag ausgeführt habe, sei zwar alltäglich gewesen. Erschwerend sei aber die Körperhaltung und der Stand auf einer Bockleiter
gewesen
, um die Kernbohrungen über Kopf auf einer Höhe von 2.2 Metern aus
zuführen. Ungewöhnlich und keinesfalls alltäglich sei alsdann gewesen, dass sich der 83 mm Bohraufsatz
beim Bohren in der Wand verhakt
und der Versicherte dadurch die Kontrolle über die Bohrmaschine verloren habe. Die Kraft des Motors sei nicht mehr auf den Bohreinsatz übertragen worden, sondern auf die Maschine in der Hand des Versicherten. Es verstehe sich, dass der Versicherte die Bohrma
schine bei dieser Überkopfarbeit nicht einfach losgelassen, sondern sie zu halten versucht habe. Dabei habe es ihm die Hand verdreht. Ein solches Ereignis sei ein
e nicht alltägliche Programmwid
rigkeit und damit zweifelsohne ungewöhnlich im Si
nne von
Art.
4 ATSG. Im Entschei
d des Bundesgerichts 8C_36/2013 seien Boh
rungen mit einem «
marteau
-pique
u
r» durchgeführt worden. Ein «
marteau
-pique
u
r» könne wie die hier verwendete Elektrobohrmaschine auch für Kernboh
rungen und je nach Einstellung zum Hämmern oder zum Bohren verwendet wer
den. Presslufthammer gebe es in ähnlichen Grössenordnungen wie der hier ver
wendete Elektrobohrer. Das Bundesgericht habe in besagt
em Entscheid korrekt festgehalt
e
n
, das Gewicht der Bohrmaschine sei
nicht entscheidend. Vielmehr sei
von Bedeutung, ob das Gerät noch beherrschbar gewesen sei beziehungsweise ob eine Programmwidrigkeit stattgefunden habe. In
casu
habe der Versi
c
herte die Bohrmaschine infolge einer Programmwidrigkeit nicht mehr beherrschen können (Urk.
1 S. 4
f
f
.).
3.
3.1
Der Versicherte gab der Beschwerdegegnerin gegenüber am 2
0.
Dezember 2018 m
ü
ndlich
zur Auskunft, dass er gelernter Elektroinstallateur sei und seit dem Ende seiner Lehre aus Prinzip immer als Temporär-Mita
rbeiter gearbeitet habe. Am 17.
Oktober 2018 habe er
bei einem
Küchenumbau Kernbohrungen für neue Elektrodosen ausgeführt. Für eine neue Elektrodose (Steckdosenansch
luss) im Bereich der Oberbauten
habe er auf die kurze Bockleiter stehen und mit der schweren Bosch Elektrobohrmaschine und einem B
ohraufsatz mit einem Durch
messer
von 83 mm eine solche Kernbohrung über Kopf ausführen müssen.
Er habe
mit der rechten Hand die Maschine gehalten, geführt und gegen die Wand gedrückt,
als sich plötzlich
der Bohraufsatz in der Mauer
v
erhakt
habe
(
eventuell wegen einem Betoneisen
)
. Durch die hohe Drehzahl und die Wucht der Bohrma
schine habe sich unerwartet die gesamte Maschine und so auch sein rechtes
Handgelenk verdreht, wod
u
r
ch er sich eine
erheb
liche V
erletz
ung am rechten Handgelenk
zugez
ogen habe. Mit der linken Hand habe er sich auf der Bockleiter stehend gesichert bezi
e
hungsweise gehalten
(Urk.
8/18)
.
3.2
In der
MRT vom
6.
No
v
ember 2018
wurde neben einem
periartikulären
Weich
teilganglion im ventralen Bereich des Radiokarpalgelenkes eine
Ruptur der ulna
ren Anteile des Diskus triangularis
festgestellt
(Urk.
8/7)
, welche
am 10. Dezem
ber 2018 durch
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin FMH für Chirurgie und Hand
chirurgie, operiert
wurde
(
Refixation
TFCC rechts [Urk. 8/14
]).
3.3
3.3.1
Ob der Unfallbegriff (vgl. E. 1.3 bis 1.6
) erfüllt ist, ist eine Rechtsfrage. Diese Frage ist ins
besondere nicht durch die ärztlichen Stellungnahmen zu beantworten (Urteil des Bundesgerichts 8C_246/2011 vom 25. August 2011 E. 4.5). Es ist dies
bezüg
lich somit unerheblich, ob die Ärzte einen Zusammenhang zwischen der von ihnen gestellten Diagnose und
dem zu beurteilenden Ereignis herstellen kön
nen. Diese Frage betrifft den
natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Vorfall und der gesund
heit
lichen Beeinträchtigung und ist überhaupt erst von Bedeutung und zu prüfen, wenn ein Unfallereignis oder eine unfallähnliche Kör
perschädigung im Rechts
sinne vorliegt.
3.3.2
Im vorliegenden Fall
stellt sich insbesondere die Frage, ob das für den Unfallbe
griff erforderliche M
erkmal der Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors gegeben ist.
3.3.3
Der äussere Faktor gilt
wie erwähnt (vgl. E. 1.4
)
dann als ungewöhnlich, wenn er - nach einem objektiven Massstab - nicht mehr im Rahmen dessen liegt, was für den jeweiligen Lebensbereich alltäglich und üblich ist. Er ist Gegenstück zur - den Krankheitsbegriff konstituierenden - inneren Ursache. Die Bezeichnung der massgebenden Genese wird aber erst durch die weiter erforderliche Ungewöhn
lichkeit des äusseren Faktors ermöglicht (
BGE 134 V 72
E.
4.1
). Das Merkmal des Ungewöhnlichen macht den alltäglichen Vorgang zum einmaligen Vorfall. Ein
wirkungen, die aus alltäglichen Vorgängen resultieren, taugen in aller Regel nicht als Ursa
che einer Gesundheitsschädigung
(
Urteil des Bundesgerichts 8C
_718/2009
vom 30
.
November 2009 E. 6.1
).
3.3.4
Die vom Versicherten ausgeführte Bewegung (
Vornahme einer Kern
bohrung)
ist als solche nicht ungewöhnlich
, auch wenn sie wie vorliegend über Kopf, auf einer Bockleiter stehend,
vorgenommen
wurde
.
Des Weiteren ist es – wie die Beschwer
degegnerin zu Recht ausführt
e
(Urk. 7 S.
4)
– durchaus alltäglich, dass beim Bohr
vorgang in eine Betonwand auch auf Gegenstände wie Armierungseisen, L
eitun
gen
oder Nägel gebohrt werden kann. Dabei handelt es sich um ein alltägliches Bohrrisiko, welches
insbesondere
für den Versicherten als gelernten und erfahre
nen Elektromonteur nicht ungewöhnlich ist
(berufliche Gewöhnung)
. Etwas Pro
grammwidriges ist darin nicht zu sehen.
Insofern die Beschwerdeführerin
hiegegen einwendet, dass
das Bundesgericht im Urteil 8C_36/2013 vom 14. Januar 2014 einen vergleichbaren Fall als Unf
all qua
lifiziert habe
(Urk.
1 S. 5
), ist ihr nicht zu folgen. Dem erwähnten Entscheid lag ein anderer Sachverhalt zugrunde
,
bei
welchem der
Meissel
eines
«
marte
au
-p
iqu
eur»
während des
Arbeitseinsatzes blockierte
und einen Körperschaden zur Folge hatte
.
Bei einem «
marteau
-piqueur»
handelt es sich allerdings um einen Druck- oder Presslufthammer, der
normaler
weise
nicht nur ein viel schwereres Gewicht, sondern auch eine vi
el stärkere Schlageinwirkung
auf
die damit arbei
tende Person
als
eine übliche Bohrmaschine mit sich bringt.
Er benötigt zur Bedienung denn auch
regelmässig
den Einsatz
beide
r
Hände
und eignet sich nicht für Überkopfarbeiten
.
Mithin ist ein «
marteau
-piqueur» viel schwieriger zu beherrschen als ein durchschnittlicher
Bohrschrauber
der Marke Bosch.
Zwar hat sich das Bundesgericht im besagten Entscheid
– wie von der
Beschwerdeführerin
ins Feld geführt
(Urk.
1 S. 5) -
nicht
im Detail
mit dem Gewicht des «
marteau
-piqueur» auseinandergese
tzt.
Jedoch ergibt sich aus dem
Urteil beziehungsweise den Erwägungen der Vorinstanz unmissverständlich
, dass
das verwendete
Werk
zeug
grösser als ein
durchschn
ittlicher
Bosch-
Bohrschrauber
war
. Die beiden Werkzeuge sind namentlich nicht vergleichbar.
Da e
in
Bohrschrauber
regelmässig
viel kleiner und
– selbst bei Überkopfarbeiten oder auf Leitern stehend – gut
kontrollierbar
ist, kann
beim Auftreffen des Bohrkopfes auf eine Eisenarmierung
deshalb
nicht von einer programmwidrigen Beeinflussung des natürlichen Bewe
gungsablaufes ausgegangen werden.
Folglich kann
die Beschwerdeführerin
aus dem Vergleich mit dem erwähnten Urteil
nicht
s
zu ihren Gunsten ableiten.
Ein
allfälliger
Defekt der Bohrmaschine steht sodann nicht im Raum.
Und aus der Art der Verletzung kann vorliegend nicht auf die Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors geschlossen werden
, zumal
u
ngewöhnliche Auswirkungen allein keine Ungewöhnlichkeit begründen (BGE 134 V 72 E. 4.1 und E. 4.3.1 mit Hinweis).
3.3.5
Damit gilt festzuha
lten, dass das Ereignis vom 17.
Oktober 2018 den
Unfallbegriff im Sinne von Art.
4 ATSG nicht erfüllt.
Ein
e
Ruptur des Diskus triangularis fällt des Weiteren auch nicht unter
die in Art.
6 Abs.
2 UVG abschliessend aufgezähl
ten Körperschädigungen, weshalb auch keine Listendiagnose vorliegt
(vgl.
Urk.
8/13)
.
Damit hat die Beschwerdegegnerin eine Leistungspflicht der Unfall
versicherung für die Fol
gen des Ereignisses vom 17. Oktober 2018 zu Recht ver
neint.
4
.
Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als unbegründet, weshalb sie ab
zuweisen ist.