Decision ID: 7e22dae8-a253-5729-8f04-c38f2f349524
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Duri Poltera, Hadwigstrasse 6a, 9000 St. Gallen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Invalidenrente und Integritätsentschädigung
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Sachverhalt:
A.
A.a A._, (act. G 3.3), war als Mitarbeiter bei einem Schlachtbetrieb obligatorisch bei
der Suva gegen Unfallfolgen versichert. Der Versicherte stürzte am 15. Oktober 2004
auf dem Arbeitsweg mit seinem Fahrrad auf die rechte Schulter (act. G 3.1) und zog
sich dabei eine Supraspinatus- und Subscapularis-Sehnenruptur rechts zu (vgl. den
Bericht der erstbehandelnden Ärzte der Klinik für Orthopädische Chirurgie des
Kantonsspitals B._ vom 18. Januar 2005, act. G 3.3). Die Suva erbrachte in der Folge
Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen.
A.b Am 25. Januar 2005 unterzog sich der Versicherte, Rechtshänder, einer Schulter
arthroskopie rechts sowie einer Subscapularissehnen-Intervall- und Supraspinatus
sehnenrekonstruktion der rechten Schulter (act. G 3.8 f.). Im Spital C._ fand am
16. Mai 2006 ein Pectoralissehnentransfer auf die Subscapularissehnenansatzstelle
rechts statt (act. G 3.26). In der Folge fanden im Spital C._ weitere Operationen an
der rechten Schulter statt (am 7. Juni 2007 offene Revision mit Aufsuchen der
Pectoralissehne und Refixation am Tuberculum minus mit Hilfe von 5 Mitec-Ankern,
act. G 3.40; am 12. Juni 2007 Revision mit erneuter Refixation der Pectoralissehne am
Tuberculum minus, diesmal mit transossär geführten Fäden um den Sulcus bicipitalis
herum, act. G 3.42; am 1. Juli 2007 eine Arthroskopie der rechten Schulter mit
Schleimbiopsie anterior im Gelenk für die Bakteriologie und Lavage und eine Revision
der detoideopectoralen Wunde im distalen Abschnitt, act. G 3.47).
A.c Der Kreisarzt Dr. med. D._, Facharzt für Chirurgie FMH, stellte in der Beurteilung
vom 5. Juni 2008 die Diagnose einer schmerzhaften und von Instabilität gezeichneten
Einschränkung der Belastbarkeit der rechten Schulter nach Rekonstruktion einer
traumatisch bedingten Ruptur der Supraspinatus- und Subscapularissehne rechts mit
komplikationsreichem Verlauf nach Sturz mit dem Fahrrad vom 15. Oktober 2004. Er
kam zum Schluss, dass dem Versicherten ein ganztägiger Einsatz für leichte
körperliche Arbeiten ab sofort möglich sei (act. G 3.68, S. 5). Am 19. Juni 2008 fand in
der Uniklinik E._ eine weitere Operation der rechten Schulter statt
(Schulterarthroskopie, Biopsie [6x], Debridement, anterolaterale Akromioplastik, AC-
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Gelenkresektion; act. G 3.75). Im Rahmen der Interinstitutionellen Zusammenarbeit (IIZ)
wurde der Versicherte am 10. November 2008 vom RAD-Arzt Dr. med. F._, Facharzt
für Arbeitsmedizin FMH, untersucht. Dieser bestätigte die kreisärztliche Einschätzung,
dass der Versicherte für leidensangepasste Tätigkeiten über eine uneingeschränkte
Arbeitsfähigkeit verfüge (Bericht vom 13. November 2008, act. G 3.99). Ab dem
26. November 2008 nahm der Versicherte an einem Einsatzprogramm in einer
Arbeitsstätte teil (E-Mail des Personalberaters IIZ vom 26. November 2008, act.
G 3.100). Der Versicherte verliess am 26. Februar 2009 das Einsatzprogramm auf
eigenen Wunsch, da er grosse Mühe gehabt habe, sich mit den vielen Ausländern und
den Jugendlichen zu arrangieren (act. G 3.112).
A.d Weitere operative Eingriffe fanden am 17. März (Schulterarthrodese rechts, act.
G 3.114) und am 21. August 2009 (Revision Schulterarthrodese, Schraubenwechsel,
Knochen-Autograft in Subacromialraum rechts, act. G 3.122) statt. Der Versicherte
befand sich vom 16. Dezember 2009 bis 13. Januar 2010 zur Rehabilitation in der
Rehaklinik G._. Die dort behandelnden medizinischen Fachpersonen hielten die
Verrichtung von leichten bis mittelschweren Arbeiten für zumutbar (Austrittsbericht vom
20. Januar 2010, act. G 3.152, S. 2). Im Bericht vom 2. Dezember 2010 teilten die Ärzte
der Uniklinik E._ mit, dass keine Möglichkeit mehr bestehe, durch einen weiteren
Eingriff eine Verbesserung des Gesundheitszustandes des Versicherten zu erzielen (act.
G 3.169). Der Kreisarzt Prof. Dr. med. H._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, setzte den Integritätsschaden
entsprechend einer Versteifung des Gleno-humeral-Gelenkes auf 25% fest (Beurteilung
vom 13. Dezember 2010, act. G 3.171). Hinsichtlich der Restleistungsfähigkeit des
Versicherten verwies er auf die Einschätzung der Rehaklinik G._ (Austrittsbericht vom
20. Januar 2010, act. G 3.152, S. 2), wonach der Versicherte für leidensangepasste
Tätigkeiten über eine 100%ige Arbeitsfähigkeit verfüge (Stellungnahme vom
13. Dezember 2010, act. G 3.172). In der Verfügung vom 10. Januar 2011 sprach die
Suva dem Versicherten eine Invalidenrente entsprechend einer 17%igen Invalidität und
eine 25%ige Integritätsentschädigung zu (act. G 3.177).
A.e Dagegen erhob der Versicherte am 12. Januar 2011 Einsprache (act. G 3.178). In
der Einsprachebegründung vom 10. Februar 2011 beantragte er, es sei eine MEDAS-
Begutachtung anzuordnen bzw. eine eventuelle IV-Begutachtung abzuwarten. Ferner
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sei eine berufliche Eingliederung durchzuführen bzw. eine entsprechende IV-
Massnahme abzuwarten. Eventualiter sei die Integritätseinbusse mit mindestens 30%
zu bewerten und eine Invalidenrente mit einem Erwerbsunfähigkeitsgrad von
mindestens 42% auszurichten. Der Versicherte wandte ein, dass mit Blick auf die nicht
hinreichend abgeklärte medizinische Situation und die noch nicht abgeschlossenen
Eingliederungsbemühungen der Fall noch nicht abschlussreif sei. Bei der Bemessung
der Integritätsentschädigung sei die Beschwerdeverschlimmerung im Alterungsprozess
sowie die erhebliche Beeinträchtigung des dominanten Armes nicht mitberücksichtigt
worden. Betreffend die Bemessung der Invalidenrente sei zu beachten, dass er
bestenfalls zu 75% arbeitsfähig sei und der für die Ermittlung des
Invalideneinkommens beigezogene DAP-Lohn zu hoch sei (act. G 3.186).
A.f Die Suva wies die Einsprache am 1. Juni 2011 ab. Sie stellte sich auf den
Standpunkt, dass die medizinische Situation hinreichend abgeklärt worden und die
Festsetzung des Rentenbeginns korrekt erfolgt sei. Es bestünde ferner kein Anlass,
vom beigezogenen DAP-Lohn abzuweichen. Eine Erhöhung des vom Kreisarzt
festgesetzten Integritätsschadens sei nicht gerechtfertigt (Einspracheentscheid vom
1. Juni 2011, act. G 3.190).
B.
B.a Gegen den Einspracheentscheid vom 1. Juni 2011 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 23. Juni 2011. Der Beschwerdeführer beantragt darin dessen
Aufhebung. Die übrigen Anträge und deren Begründung stimmen wortwörtlich mit
denjenigen der Einsprachebegründung vom 10. Februar 2011 überein (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 14. Juli 2011
die Beschwerdeabweisung (act. G 3).
B.c Mit Präsidialentscheid vom 13. September 2011 wurde dem Beschwerdeführer die
unentgeltliche Rechtsverbeiständung in der Person von Dr. iur. D. Poltera bewilligt (act.
G 5).
B.d Der Beschwerdeführer verzichtete auf eine Replik (act. G 6).

Erwägungen:
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1.
Der Beschwerdeführer erachtet die medizinische Situation für nicht rechtsgenüglich
abgeklärt und fordert eine multidisziplinäre MEDAS-Begutachtung. Er bestreitet, dass
er für leidensangepasste Tätigkeiten über eine 100%ige Arbeitsfähigkeit verfüge (act.
G 1).
1.1 Im Verfahren um Zusprechung oder Verweigerung von
Sozialversicherungsleistungen besteht kein förmlicher Anspruch der Versicherten auf
eine versicherungsexterne Begutachtung. Eine solche ist indessen anzuordnen, wenn
auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der
versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen bestehen (BGE 135 V 465).
1.2 Der Beschwerdeführer wurde von verschiedenen medizinischen Fachpersonen
wiederholt untersucht und beurteilt. Es ergeben sich aus deren Berichten keine
wesentlichen Abweichungen bezüglich der Diagnose und des Zumutbarkeitsprofils
einer leidensangepassten Tätigkeit. Des Weiteren wird in keiner medizinischen
Einschätzung - sofern nicht ausdrücklich eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bescheinigt
wird - eine quantitative Einschränkung für leidensangepasste Tätigkeiten beschrieben
(siehe zum Ganzen etwa kreisärztliche Beurteilungen vom 13. Dezember 2010, act.
G 3.172; Bericht des RAD vom 13. November 2008, act. G 3.99; Austrittsbericht der
Rehaklinik G._ vom 20. Januar 2010, worin hauptsächlich das Verhalten des
Beschwerdeführers als Problem bei der Wiedereingliederung beschrieben wurde, act.
G 3.152, S. 2 und 3; Bericht der Uniklinik E._ vom 30. August 2010, act. G 3.164).
Gestützt auf diese medizinische Aktenlage besteht keine Veranlassung für weitere
Abklärungen, zumal auch der Beschwerdeführer keine konkreten Gesichtspunkte
benennt, die Zweifel an dieser Sichtweise entstehen liessen. Die Beschwerdegegnerin
durfte daher zu Recht von weiteren medizinischen Abklärungen absehen und von einer
100%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten ausgehen. Dass sich der
Beschwerdeführer selbst für "bestenfalls" zu 75% arbeitsfähig hält (act. G 1), vermag
daran nichts zu ändern. Ergänzend kann auf die zutreffenden Ausführungen der
Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort vom 14. Juli 2011 verwiesen werden
(act. G 3, Rz 6.1 ff. und Rz 8).
2.
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Der Beschwerdeführer rügt weiter, dass der Fallabschluss zu früh erfolgt sei (act. G 1,
S. 3).
2.1 Gemäss Art. 19 Abs. 1 Satz 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung
(UVG; SR 832.20) entsteht der Invalidenrentenanspruch, wenn von der Fortsetzung der
ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der
versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige
Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Der Begriff
"namhafte Besserung" verdeutlicht, dass die durch weitere Heilbehandlung zu
erwartende Besserung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen
genügen indessen nicht (BGE 134 V 115 E. 4.3 mit Hinweisen). Der vorbehaltene
Abschluss allfälliger Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung bezieht sich
nur auf Vorkehren, die geeignet sind, den der Invalidenrente der Unfallversicherung zu
Grunde liegenden Invaliditätsgrad zu beeinflussen (RKUV 2004 Nr. U 508 S. 265).
2.2 Mit Blick darauf, dass der ärztliche Direktor der Uniklinik E._ im Bericht vom
2. Dezember 2010 keine Möglichkeit mehr sah, mit einem Eingriff den
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers zu verbessern (act. G 3.169), und sich
aus der übrigen medizinischen Aktenlage nichts anderes ergibt, ist mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass keine namhafte Verbesserung mehr
erwartet werden kann. Auch der Beschwerdeführer benennt im Übrigen keine
erfolgversprechende ärztliche Behandlung.
2.3 Die - vom Beschwerdeführer nicht bestrittenen - telefonischen Abklärungen der
Beschwerdegegnerin bei der SVA haben ergeben, dass lediglich eine
Arbeitsvermittlung zugunsten des Beschwerdeführers durchgeführt werde. Wie die
Beschwerdegegnerin zu Recht darlegt, sind damit keine einem Fallabschluss
entgegenstehenden Eingliederungsmassnahmen am laufen, die den der Invalidenrente
der Unfallversicherung zu Grunde liegenden Invaliditätsgrad zu beeinflussen
vermöchten (act. G 3, Rz 7.2.2). Damit geht einher, dass auch der Beschwerdeführer
nichts Gegenteiliges substanziiert vorbringt (act. G 1, S. 3).
3.
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Soweit der Beschwerdeführer von der Beschwerdegegnerin berufliche
Eingliederungsmassnahmen verlangt, begründet er nicht, gestützt auf welche
gesetzliche Grundlage ein solcher Anspruch bestehen könnte. Unter Hinweis auf die
zutreffenden Ausführungen der Beschwerdegegnerin, wonach im Rahmen der
obligatorischen Unfallversicherung kein Anspruch auf berufliche
Eingliederungsmassnahmen besteht (act. G 3, Rz 7.1), erübrigen sich Weiterungen
hierzu.
4.
Ausgehend von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten (vgl.
vorstehende E. 1.2) ist der Invaliditätsgrad zu ermitteln.
4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Art. 16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
4.2 Ist die versicherte Person infolge des Unfalls zu mindestens 10% invalid (Art. 8
ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Die
Invalidenrente beträgt bei Vollinvalidität 80% des versicherten Verdienstes; bei
Teilinvalidität wird sie entsprechend gekürzt (Art. 20 Abs. 1 UVG).
4.3 Die Höhe des Valideneinkommens von Fr. 64'045.-- ist unbestritten (act. G 1, S. 3).
Es ergeben sich aus den Akten keine Hinweise, welche eine Korrektur durch das
Gericht erforderlich machen würde, weshalb darauf abzustellen ist.
4.4 Hingegen rügt der Beschwerdeführer, dass bei der Bestimmung des
Invalideneinkommens ein zu hoher DAP-Lohnwert berücksichtigt worden sei. Im Sinn
eines Leidens- und Teilzeitabzuges sei aufgrund der Umstände, dass der
Beschwerdeführer als Quereinsteiger und Langzeitabwesender vom Arbeitsmarkt in
den von der Beschwerdegegnerin ausgewählten Arbeitsfeldern (EDV-Anwender,
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Dreher, Druckmaschinenbediener usw.) zu werten sei, auf den DAP-Minimallohn von
Fr. 49'655.-- abzustellen (act. G 1, S. 3). Es ergeben sich vorliegend keine
Anhaltspunkte dafür, dass die von der Beschwerdegegnerin ausgewählten DAP-Löhne
nicht den Anforderungen gemäss BGE 129 V 472 ff. (Repräsentativität, Angaben über
Höchst-, Tiefst- und Durchschnittslöhne etc.) entsprechen würden. Der
Beschwerdeführer macht auch nichts Entsprechendes geltend. Er wendet lediglich ein,
dass vorliegend nicht auf den ausgewählten Durchschnittslohn, sondern angesichts der
genannten konkreten Umstände auf den ermittelten Minimallohn der DAP-Löhne
abzustellen sei (act. G 1, S. 2). Vorliegend gilt es zu beachten, dass die
Beschwerdegegnerin bei der Bestimmung des Invalideneinkommens nicht auf den
Durchschnittslohn der dem Anforderungsprofil des Beschwerdeführers
entsprechenden DAP-Stellen von Fr. 53'640.-- für das Jahr 2010 abstellte, sondern auf
den darunter liegenden Durchschnitt von 5 ausgewählten DAP-Löhnen von
Fr. 53'314.-- (act. G 3.175a). Durch diese Auswahl hat sie sämtlichen massgebenden
persönlichen und beruflichen Aspekten hinreichend Rechnung getragen, zumindest
besteht keine Veranlassung für eine gerichtliche Korrektur, zumal der berücksichtigte
Wert erheblich unter dem LSE-Durchschnittslohn des Jahres 2009 (Tabelle TA1, Total,
Anforderungsniveau 4, Männer) von Fr. 61'392.-- liegt.
4.5 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 64'045.-- und einem Invalideneinkommen
von Fr. 53'314.-- resultieren eine Erwerbseinbusse von Fr. 10'731.-- und ein
Invaliditätsgrad von aufgerundet 17% ([Fr. 10'731.-- / Fr. 64'045.--] x 100). Die von der
Beschwerdegegnerin zugesprochene Rentenleistung ist damit nicht zu beanstanden,
zumal Anhaltspunkte gegen die Richtigkeit der betraglichen Rentenhöhe nicht
ersichtlich und auch nicht geltend gemacht worden sind.
5.
Zu prüfen bleibt damit die Höhe der Integritätsentschädigung.
5.1 Gemäss Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine
angemessene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde
erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet.
Die Bemessung der Integritätsentschädigung richtet sich laut Art. 25 Abs. 1 UVG nach
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der Schwere des Integritätsschadens. Gestützt auf Art. 25 Abs. 2 UVG hat der
Bundesrat in Anhang 3 zur Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202)
Richtlinien für die Bemessung der Integritätsschäden aufgestellt und in einer als
gesetzmässig erkannten, nicht abschliessenden Skala (BGE 124 V 32 E. 1b) häufig
vorkommende und typische Schäden prozentual gewichtet. In Weiterentwicklung der
bundesrätlichen Skala hat die Suva Feinraster in tabellarischer Form erarbeitet. Soweit
sie lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung der Versicherten
gewährleistet werden soll, sind sie mit Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29
E. 1c).
5.2 Die Beschwerdegegnerin anerkannte eine 25%ige Integritätseinbusse. Sie stützte
sich auf die kreisärztliche Beurteilung vom 13. Dezember 2010. Der Kreisarzt kam darin
zum Schluss, dass ein stabiler, nicht mehr veränderbarer Zustand der rechten Schulter
vorliege und dass gestützt auf Suva-Tabelle 5, Integritätsschaden bei Arthrosen, eine
Versteifung des Gleno-humeral-Gelenks eine 25%ige Integritätseinbusse rechtfertige
(act. G 3.171). Der Beschwerdeführer erachtet hingegen eine Erhöhung des
Integritätsschaden gerechtfertigt, da eine Beschwerdeverschlimmerung im
Alterungsprozess und die erhebliche Beeinträchtigung des dominanten rechten Arms
nicht zureichend berücksichtigt worden seien (act. G 1).
5.3 Weder aus der kreisärztlichen Schätzung vom 13. Dezember 2010 noch aus den
übrigen medizinischen Akten ergibt sich ein Hinweis für eine voraussehbare
Verschlimmerung im Sinn von Art. 36 Abs. 4 UVV, was eine Erhöhung des
Integritätsschadens rechtfertigen könnte. Der Beschwerdeführer begründet denn auch
seinen Standpunkt in allgemeiner Weise mit dem Alterungsprozess, ohne konkret
darzulegen, inwiefern mit dem fortschreitenden Alter vorliegend eine
Beschwerdeverschlimmerung einhergehen soll. Des Weiteren ist darauf hinzuweisen,
dass das fortgeschrittene Alter an sich als unfallfremder Faktor ohnehin bei der
Bemessung des Integritätsschadens ausser Acht zu bleiben hat. Entgegen dem
Vorbringen des Beschwerdeführers wurde bei der Bemessung des Integritätsschadens
die Beeinträchtigung des dominanten rechten Arms rechtsgenüglich berücksichtigt,
zumal der Beschwerdeführer im wesentlichen schmerzfrei ist und "problemlos" noch
wesentliche Verrichtungen mit der rechten oberen Extremität verrichten kann (Hand
zum Mund oder Stirn führen, Kontaktlinsen anbringen und entfernen usw.; Bericht der
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Uniklinik E._ vom 2. Dezember 2010, act. G 3.169). Der angefochtene
Einspracheentscheid erweist sie somit auch unter dem Gesichtspunkt der
Integritätsentschädigung als rechtmässig.
6.
6.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.
6.2 Es sind keine Gerichtskosten zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
6.3 Dem Beschwerdeführer wurde die unentgeltliche Rechtsverbeiständung am
13. September 2011 bewilligt (act. G 5). Wenn seine wirtschaftlichen Verhältnisse es
gestatten, kann er jedoch zur Nachzahlung verpflichtet werden (Art. 123 der
Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes
über die Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]). Der Staat bezahlt zufolge
unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der Rechtsvertretung des
Beschwerdeführers. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht
festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache
und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der
Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22
Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers verzichtete auf das Einreichen einer Kostennote. In der vorliegend
zu beurteilenden Angelegenheit erscheint mit Blick darauf, dass die knapp vierseitige
Beschwerdeeingabe des Rechtsvertreters vom 23. Juni 2011 (act. G 1) grösstenteils
wortwörtlich der Einsprachebegründung vom 10. Februar 2011 (act. G 3.186)
entspricht und dass lediglich ein einfacher Schriftenwechsel durchgeführt wurde, eine
pauschale Parteientschädigung von Fr. 1'000.-- angemessen. Diese ist um einen
Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70). Somit hat der
Staat den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers pauschal mit Fr. 800.-- (inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39
VRP entschieden:
1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
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2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.
3. Der Staat entschädigt den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers zufolge
unentgeltlicher Rechtsverbeiständung mit Fr. 800.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer).
Publikationsplattform St.Galler Gerichte Entscheid Versicherungsgericht, 26.01.2012 Art. 6, Art. 18 und Art. 24 UVG: Rentenanspruch und Integritätsentschädigung. Rentenbeginn. Bestimmung des Invalideneinkommens aufgrund von DAP-Löhnen. Bemessung Integritätsentschädigung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 26. Januar 2012, UV 2011/50).
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