Decision ID: eb158bee-77c3-46b0-b336-01bf6e7f6b87
Year: 2016
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich im Februar 2011 bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen zum
Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 1). Sie gab an, wegen eines
Nervenzusammenbruchs und einer Depression seit dem 6. September 2010 zu 100 %
arbeitsunfähig zu sein.
A.b Am 6. September 2010 war die Versicherte wegen aktueller Suizidalität der
Psychiatrischen Klinik B._ zugewiesen worden (Austrittsbericht vom 20. Dezember
2010, IV-act. 84-12 ff.). Als Diagnose wurde eine mittelgradige depressive Episode
(ICD-10: F32.1) und als Differentialdiagnose eine Anpassungsstörung (F43.2)
angegeben. Die Klinikärzte hatten erklärt, dass sie insbesondere psychopathologische
Auffälligkeiten im affektiven Bereich mit deutlicher Ratlosigkeit und Hoffnungslosigkeit
gesehen hätten. Die Versicherte sei deutlich deprimiert gewesen, habe ausgeprägte
Insuffizienzgefühle gezeigt und sei im Antrieb verlangsamt gewesen mit sozialem
Rückzug und suizidalen Äusserungen. Insgesamt habe sie vom stationären Aufenthalt
profitieren können: Die depressive Symptomatik habe sich zurückgebildet. Beim
Austritt (10. Dezember 2010) habe die Versicherte deutlich vitaler, schwingungsfähiger
und hoffnungsvoller gewirkt.
A.c Vom 13. Dezember 2010 bis 14. Januar 2011 hatte die Versicherte einen
ambulanten Rehabilitationsaufenthalt in der Klinik C._ absolviert (Bericht vom 25.
Januar 2011, IV-act. 84-8 ff.). Als Diagnosen hatte Dr. med. D._, Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, eine mittelgradige depressive Episode mit somatischen
Symptomen im Rahmen einer längeren depressiven Anpassungsstörung (F43.21) und
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eine intermittierende Akzentuierung der emotional-instabilen und histrionischen
Persönlichkeitszüge (Z73.1) angegeben. Er hatte weiter ausgeführt, dass sich die
Versicherte situationsentsprechend sehr gut in der tagesklinischen Behandlung
eingelebt habe. Am Anfang der Behandlung hätten eine starke Affektlabilität,
Unruhezustände und eine körperliche Erschöpfung im Vordergrund gestanden. Im
Verlauf sei es zu einer zunehmenden Verbesserung des psychophysischen Zustandes
gekommen. Gegen Ende der Rehabilitation habe die Versicherte selbst über eine
Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit, eine Normalisierung der
Schlafqualität, eine Verbesserung der Stimmungslage sowie ein zum Teil
wiedergewonnenes Selbstvertrauen berichtet. Bei weiterhin sehr belastender
psychosozialer Situation bzw. dem bevorstehenden juristischen Verfahren sei es bei
der Versicherten jedoch bis Ende der Rehabilitation zu wiederholten
Stimmungseinbrüchen und einer Akzentuierung der Persönlichkeitszüge gekommen.
Aufgrund der immer noch reduzierten psychischen Belastbarkeit müsse im Verlauf des
Februars 2011 noch mit einer 100 %igen Arbeitsunfähigkeit gerechnet werden.
A.d E._ berichtete am 28. Februar 2011, dass sie die Versicherte vom 26. August
2009 bis 6. September 2010 zu 100 % als Mitarbeiterin Kasse beschäftigt habe (IV-act.
14). Das Arbeitsverhältnis sei gekündigt worden, weil die Versicherte über einen
längeren Zeitraum überdurchschnittlich viele Stornos getätigt habe und die Waren in
der Filiale nicht mehr vorhanden gewesen seien. Der letzte effektive Arbeitstag sei der
6. September 2010 gewesen. Gemäss den beigelegten Lohnjournalen hatte der
monatliche Bruttolohn der Versicherten im Jahr 2010 Fr. 3‘750.-- (zzgl. 13. Monatslohn)
betragen (IV-act. 14-18).
A.e Dr. D._ teilte der RAD-Psychiaterin Dr. med. G._ am 1./3. März 2011 mit (IV-
act. 16), dass die Versicherte an einer mittelgradigen depressiven Störung und an einer
akuten Belastungsreaktion auf die fristlose Entlassung wegen des ungerechtfertigten,
von der Arbeitgeberin inszenierten Verdachts auf Diebstahl leide. Die Versicherte sei
noch wenig belastbar und erlebe rasche Stimmungs- und Aggressionseinbrüche. In
einem Arbeitstraining in einem geschützten Bereich sei sie vier Stunden pro Tag
arbeitsfähig. Er denke, dass die Versicherte ihre volle Arbeitsfähigkeit wieder erreichen
werde. Nach drei Monaten Arbeitstraining sollte eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit in der
freien Wirtschaft bestehen.
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A.f Am 27. Mai 2011 wurde der Versicherten mitgeteilt, dass die Kosten für ein
Aufbautraining bei H._ vom 18. April 2011 bis am 15. Juli 2011 übernommen würden
(IV-act. 36). Die Eingliederungsverantwortliche notierte am 23. Juni 2011 (IV-act. 39),
dass die Anwesenheit im Aufbautraining vier Stunden pro Tag betrage. Die Versicherte
zeige sehr viel Motivation und Durchhaltewillen. Trotzdem sei sie noch oft sehr
erschöpft und müde. Von einer 50 %igen Arbeitsfähigkeit in der freien Wirtschaft sei
heute noch nicht auszugehen. Die Versicherte benötige für den Aufbau noch etwas
länger. Am 8. Juli 2011 wurde der Versicherten mitgeteilt, dass die Kosten für die
Verlängerung des Aufbautrainings vom 8. August 2011 bis 4. November 2011
übernommen würden (IV-act. 43). Die Eingliederungsverantwortliche hielt am 30.
Dezember 2011 fest (IV-act. 58), dass die Versicherte sich während der Massnahme
habe stabilisieren können und eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit erreicht worden sei. Eine
weitere Steigerung sei prognostisch gut möglich. Im Januar 2012 könne die Versicherte
eine 50 %-Anstellung als Servicefachangestellte bei einem früheren Arbeitgeber
antreten. Am 14. Februar 2012 teilte Dr. D._ der Eingliederungsverantwortlichen
telefonisch mit, dass die Versicherte den Arbeitsversuch habe abbrechen müssen, weil
sie überfordert gewesen sei. Er gehe weiterhin davon aus, dass die Versicherte in einer
gut strukturierten Tätigkeit ohne Hektik in einem Pensum von 50 % arbeiten könne (IV-
act. 78-4).
A.g Der Personalberater des RAV teilte der Eingliederungsverantwortlichen am 21. Mai
2012 per E-Mail mit (IV-act. 70), dass die Versicherte ab dem 29. Mai 2012 zu 50 % bei
I._ arbeiten werde. Anlässlich einer Standortbesprechung am 8. August 2012 erklärte
die Leiterin des I._, dass die Leistungen der Versicherten sehr unterschiedlich seien.
An schlechten Tagen spüre man bereits nach kurzer Zeit, dass es der Versicherten
nicht gut gehe. Eine Stabilität sei noch nicht vorhanden. Es wurde vereinbart, dass das
Pensum während der letzten drei Monate versuchsweise im September auf 60 %, im
Oktober auf 70 % und im November auf 80 % gesteigert werde. Der Rechtsvertreter
der Versicherten informierte anlässlich der Standortbesprechung darüber, dass die
Versicherte von der Anklage der ehemaligen Arbeitgeberin freigesprochen worden sei.
Am 20. September 2012 hielt die Eingliederungsverantwortliche fest, dass die Situation
zwischen der Versicherten und der Leiterin des I._ zu eskalieren drohe. Der
Versicherten gehe es psychisch wieder sehr schlecht. Am 26. September 2012 notierte
die Eingliederungsverantwortliche, dass das Einsatzprogramm im I._ abgebrochen
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worden sei (IV-act. 78-6 ff.). Am 12. November 2012 teilte die IV-Stelle der Versicherten
mit (IV-act. 81), dass die beruflichen Eingliederungsmassnahmen abgeschlossen
würden, da das Arbeitspensum während des Einsatzprogrammes durch das RAV nicht
habe gesteigert werden können.
A.h Dr. D._ berichtete am 12. Dezember 2012 (IV-act. 82), dass die Versicherte seit
September 2010 an einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig
mittelgradige Episode mit somatischen Symptomen (F33.11), leide. Mit einer
vollständigen Rückbildung der depressiven Symptome sei nicht mehr zu rechnen. Die
Versicherte sei von September 2010 bis am 4. November 2011 zu 100 %
arbeitsunfähig gewesen; seit dem 5. November 2011 sei sie zu 50 % arbeitsunfähig.
Die 50 %ige Arbeitsunfähigkeit (4 Stunden pro Tag) bestehe sowohl in der
angestammten als auch in einer adaptierten Tätigkeit. Als Einschränkungen nannte Dr.
D._ eine rasche körperliche und geistige Ermüdung, Konzentrationsstörungen,
Antriebsstörungen, eine reduzierte psychische Belastbarkeit und eine reduzierte
geistige Flexibilität. Dr. med. J._, Facharzt FMH Innere Medizin, berichtete am 29.
Dezember 2012 (IV-act. 84), dass die Versicherte an einem Vitamin B12-Mangel leide,
der jedoch keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit habe. In ihrer bisherigen Tätigkeit
sei die Versicherte nicht mehr arbeitsfähig. In einer adaptierten Tätigkeit betrage die
Arbeitsfähigkeit noch vier Stunden pro Tag. Dr. J._ verwies diesbezüglich auf das
RAV-Einsatzprogramm. Als Einschränkungen nannte er häufige
Spannungskopfschmerzen und ein traumatisiertes Vertrauen in die Arbeitswelt mit
Angst vor Vorgesetzten, fehlendem Vertrauen und depressiver Grundstimmung mit
Perspektivlosigkeit.
A.i RAD-Ärztin Dr. G._ erklärte am 28. Januar 2013 (IV-act. 85), aufgrund der
vorliegenden Daten und Diagnosen sei nicht nachvollziehbar, weshalb eine weitere
Steigerung der Arbeitsfähigkeit nicht möglich sein sollte. Der Steigerungsversuch im
Einsatzprogramm im September 2012 sei scheinbar auch wegen der
Rahmenbedingungen/Vorgesetzten gescheitert. Für die Rentenprüfung sei eine
psychiatrische Begutachtung notwendig.
A.j Am 3. April 2013 wurde die Versicherte von Dr. med. K._, Facharzt FMH für
Psychiatrie und Psychotherapie, psychiatrisch begutachtet (Gutachten vom 19. April
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2013, IV-act. 91). Dr. K._ kam zum Schluss, dass die Versicherte an einer Dysthymia
(F34.1) leide, die keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit habe. Zum Zeitpunkt der
Untersuchung hätten noch gewisse depressive Symptome bestanden: Die
Grundstimmung sei etwas zum depressiven Pol hin verschoben und die affektive
Modulationsfähigkeit zum positiven Pol hin sei etwas eingeschränkt gewesen. Die
Versicherte habe über eine Ambivalenz, Insuffizienzgefühle, eine innere Unruhe, eine
Minderung der Vitalgefühle und eine Affektarmut geklagt. Das Vorliegen dieser
Symptome habe sie auf gezieltes Nachfragen hin bejaht; die spontan vorgebrachten
Klagen seien deutlich unspezifischer gewesen. In der Hamilton Depressionsskala habe
sie 13 Punkte erreicht. Aufgrund der Phänomenologie gehe er nicht davon aus, dass
die Kriterien für das Vorliegen einer eigentlichen depressiven Episode (leicht,
mittelgradig oder schwer) erfüllt seien. Die Versicherte sei wegen einer depressiven
Episode in der Psychiatrischen Klinik B._ hospitalisiert gewesen; diese habe eine
Verbesserung des Zustandes beschrieben. Anschliessend sei in der Tagesklinik C._
zwar wiederum eine mittelgradige depressive Episode diagnostiziert worden, im
Psychostatus sei aber nur noch eine milde Symptomatik beschrieben worden und es
sei auch die Diagnose einer Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion in
Erwägung gezogen worden. Die Versicherte selber habe erklärt, dass es ihr heute
besser gehe als zu der Zeit, als sie in der Psychiatrischen Klinik B._ gewesen sei. Sie
sei aber rasch müde, alles koste sie viel Kraft, sie studiere immer wieder und habe
keine Interessen. Dr. K._ erklärte, dass weiterhin eine gewisse depressive
Symptomatik, jedoch nicht im Ausmass einer eigentlichen depressiven Episode,
bestehe. Da aufgrund des Zeitkriteriums die Diagnosen einer Anpassungsstörung und
einer längeren depressiven Reaktion nicht mehr in Frage kämen, habe er die Diagnose
einer Dysthymie gestellt. Insbesondere zu Beginn der Störung könnte allerdings eine
leichte depressive Episode vorgelegen haben. Von einer Dysthymia Betroffene hätten
gewöhnlich zusammenhängende Perioden von Tagen und Wochen, in denen sie ein
gutes Befinden beschrieben. Aber meistens, oft monatelang, fühlten sie sich müde und
depressiv; alles sei für sie eine Anstrengung und sie könnten nichts geniessen. Sie
grübelten und beklagten sich, schliefen schlecht und fühlten sich unzulänglich. Bei
Beginn im höheren Lebensalter trete die Störung häufig nach einer abgrenzbaren
depressiven Episode nach einem Trauerfall oder einer anderen offensichtlichen
Belastung auf. Diese Beschreibung treffe auf die Symptomatik der Versicherten zu.
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Insgesamt handle es sich eindeutig um eine Reaktion auf eine psychosoziale
Belastungssituation, die weiter anhalte. Zu den früheren ärztlichen Einschätzungen
nahm Dr. K._ wie folgt Stellung: Nicht wirklich plausibel sei die Diagnose einer
mittelgradigen depressiven Episode der Tagesklinik C._, da im Austrittsbericht der
Psychiatrischen Klinik B._ eine Verbesserung der Symptomatik beschrieben worden
sei. Zudem hätte die Diagnose einer Anpassungsstörung nicht gestellt werden dürfen,
wenn die Versicherte tatsächlich mittelgradig depressiv gewesen wäre. Und obwohl im
Bericht der Klinik C._ auch eine Verbesserung des psychophysischen Zustandes der
Versicherten beschrieben worden sei, sei weiterhin von einer 100 %igen Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit ausgegangen worden. Auch sei die Erklärung von Dr. D._, dass
die Versicherte mehrere depressive Phasen in unterschiedlichem Ausmass (leicht bis
schwer) gehabt habe, nicht plausibel: In allen Berichten sei regelmässig eine
Stabilisierung der Situation beschrieben worden. Die einzige aktenkundige
Verschlechterung sei während des Einsatzprogrammes eingetreten, weil die
Versicherte mit der Leiterin des Einsatzprogrammes nicht zurechtgekommen sei. Auch
hierbei habe es sich um eine Reaktion auf eine psychosoziale Belastung gehandelt.
A.k RAD-Psychiaterin Dr. G._ erklärte am 20. Juni 2013, dass das psychiatrische
Gutachten von Dr. K._ umfassend, in sich widerspruchsfrei und nachvollziehbar sei
(IV-act. 93).
A.l Mit Vorbescheid vom 2. Juli 2013 (IV-act. 96) kündigte die IV-Stelle der Versicherten
die Abweisung des Rentengesuchs an. Zur Begründung hielt sie fest, dass es sich bei
einer Dysthymie nicht um einen Gesundheitsschaden mit anhaltender Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit handle. Die Versicherte sei sowohl in der angestammten Tätigkeit
als Mitarbeiterin Kasse als auch in sämtlichen anderen Tätigkeiten zu 100 %
arbeitsfähig. Dagegen liess die Versicherte am 21. August 2013 einwenden (IV-act. 99),
dass sich das Gutachten selber widerspreche, die Laborwerte nicht hinterfragt worden
seien, die Diagnosestellungen der behandelnden Ärzte nicht gewürdigt und
fachspezifische Einschätzungen (Hamilton Depressionsskala) übergangen worden
seien. Auch fehle eine fachliche fundierte Wertung der eigenen und der fremden
psychopathologischen Befunde. Schliesslich widersprächen auch die
Untersuchungsergebnisse der Diagnose einer Dysthymie. RAD-Psychiaterin Dr. G._
hielt in ihrer Stellungnahme vom 18. Oktober 2013 (IV-act. 100) zu diesen
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Einwendungen fest, der Hausarzt habe dem Vitamin B12-Mangel keinen Einfluss auf
die Arbeitsfähigkeit beigemessen. Der vom Gutachter erhobene minimal erhöhte
Leberwert des GPT sei unspezifisch und ebenfalls ohne Bedeutung für die
Arbeitsfähigkeit. Der erhöhte CD-Transferrinwert weise zwar auf einen Eisenmangel hin,
habe aber mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ebenfalls keinen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit. Der Gutachter habe seine Befunde fachlich fundiert gewertet und
seine Diagnosestellungen ausführlich diskutiert. Berücksichtigt werden müsse auch,
dass viele Symptome nur bei gezielter Nachfrage bejaht worden seien. Die Befunde der
Klinik C._ seien in sich widersprüchlich und nicht nachvollziehbar: Die im Bericht vom
Januar 2011 beschriebene Symptomatik entspreche allenfalls einer leichten
depressiven Störung i.R. einer Anpassungsstörung, nicht jedoch einer mittelgradigen
Depression; sie könne keine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit begründen. Im Befund vom
28. November 2012 sei gegenüber dem Vorbefund zudem eine vermehrte Symptomatik
beschrieben worden. Im Widerspruch dazu seien jedoch keine schwereren Diagnosen
gestellt worden und die Arbeitsunfähigkeit sei mit 50 % sogar geringer eingeschätzt
worden. Die Einschätzung der Klinik C._ sei auch in Frage zu stellen, weil die
Psychiatrische Klinik B._ als Eintrittsdiagnose eine mittelgradige depressive Episode
(DD Anpassungsstörung) angegeben, im Verlauf jedoch eine Rückbildung der
depressiven Symptome beschrieben habe. Weiter habe der Gutachter nachvollziehbar
beschrieben, dass er aufgrund der Gesamtphänomenologie bei einer Punktezahl von
13 (10-20 Punkte werden bei leichten depressiven Störungen erreicht) nicht von einer
eigentlichen depressiven Episode ausgehe. Hierbei handle es sich um eine
professionelle Handhabung von psychologischen Testungen, welche nur im
Gesamtkontext gelesen und bewertet werden dürften.
A.m Mit Verfügung vom 21. Oktober 2013 wies die IV-Stelle das Rentengesuch aus den
im Vorbescheid angegebenen Gründen ab (IV-act. 101). Bezüglich des Einwandes
verwies sie auf die RAD-Stellungnahme vom 18. Oktober 2013.
B.
B.a Gegen diese Verfügung liess die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin)
am 4. November 2013 Beschwerde erheben (act. G 1). Ihr Rechtsvertreter beantragte
die Aufhebung der Verfügung und die Zusprache einer halben, eventualiter einer
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ganzen IV-Rente. Zur Begründung machte er geltend, dass RAD-Ärztin Dr. G._ die
fachliche Kompetenz zur Beurteilung des Gutachtens fehle, da sie wohl keine
Psychiaterin sei. Der Beschwerdeschrift lag eine Stellungnahme von Dr. med. L._,
Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 12. August 2013, bei (act. G 1.6).
Dieser hatte das Gutachten von Dr. K._ als in Teilen widersprüchlich und in Teilen
tendenziös bezeichnet. Die aus den Untersuchungsbefunden nachvollziehbare
Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit sei durch Dr. K._ verworfen worden. Eine fachlich fundierte Wertung
und Diskussion der eigenen und fremden psychopathologischen Befunde sei nicht
erfolgt. Weiter seien der Vitamin B12-Mangel, die Hinweise auf einen schädlichen
Gebrauch von Benzodiazepinen und Alkohol, die somatischen Symptome und der
Verlauf der depressiven Symptome nicht diskutiert resp. gewertet worden. Auch eine
Persönlichkeitsdiagnostik sei nicht erfolgt.
B.b Am 20. Dezember 2013 erklärte RAD-Ärztin Dr. G._ (IV-act. 107), dass die Kritik
von Dr. L._ am Gutachten von Dr. K._ unhaltbar sei und weiterhin an den
Einschätzungen des Gutachters festgehalten werden könne.
B.c Am 16. Januar 2014 beantragte die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin)
die Abweisung der Beschwerde (act. G 4). Betreffend die Vorwürfe gegen das
Gutachten von Dr. K._ verwies sie vollumfänglich auf die RAD-Stellungnahme vom
20. Dezember 2013 und erklärte diese zum integrierenden Bestandteil der
Beschwerdeantwort. Sieführte zudem aus, dass die Diskussion, ob das Gutachten in
Sachen Diagnosestellung zu überzeugen vermöge oder nicht, ohnehin obsolet sei. Es
sei nämlich offensichtlich erstellt, dass die psychischen Probleme der
Beschwerdeführerin einzig aus der Kündigung und dem Vorwurf des Arbeitgebers, ein
deliktisches Verhalten an den Tag gelegt zu haben, resultiert seien. Es handle sich
somit um ein rein psychosoziales Problem. Das geltend gemachte Leiden sei schon
deshalb nicht invalidisierend.
B.d In seiner Replik vom 11. Februar 2014 (act. G 7) brachte der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin ergänzend vor, dass das Erlebte (insbesondere die
ungerechtfertigten Unterstellungen und Anwürfe) sicherlich seinen Teil dazu
beigetragen habe, dass sich die Beschwerden vorübergehend verstärkt hätten. Aus
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dem Gutachten ergebe sich jedoch nicht, dass die Beschwerden darauf
zurückzuführen seien.
B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 9).
B.f Im März 2016 beschloss das Gericht, ein Gerichtsgutachten über den psychischen
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin einzuholen. Am 15. April 2016 (act. G 16)
unterbreitete Dr. med. M._, Arzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des
Universitätsspitals Zürich (USZ), dem Gericht eine Offerte für ein Gerichtsgutachten.
Der Kostenrahmen wurde mit Fr. 5'000.-- bis Fr. 10'000.-- veranschlagt.
B.g Am 20. April 2016 (act. G 17) informierte das Gericht die Parteien darüber, dass es
beabsichtige, ein psychiatrisches Gerichtsgutachten einzuholen. Den Parteien wurde
Gelegenheit eingeräumt, Einwände gegen die Begutachtung vorzubringen und allfällige
Ergänzungsfragen zu stellen. Die Parteien verzichteten darauf (vgl. act. G 18).
B.h Der zuständige Vizepräsident erteilte Dr. M._ am 13. Mai 2016 den Auftrag, ein
monodisziplinäres psychiatrisches Gutachten über die Beschwerdeführerin zu erstellen
(act. G 20).
B.i Am 21. Juli 2016 stellte die Gutachterstelle dem Gericht eine Rechnung eines
medizinischen Labors über einen Betrag von Fr. 138.40 zu (act. G 28). Am 1.
September 2016 reichte Dr. M._ das psychiatrische Gerichtsgutachten ein (act. G
31). Er hatte die Beschwerdeführerin am 23. und 30. Juni untersucht (siehe act. G 24).
Als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gab er eine mittelgradige
depressive Episode (F32.1) und einen Verdacht auf eine posttraumatische
Belastungsstörung (F43.1) als Folge der Bezichtigung des Diebstahls am Arbeitsplatz
an. Dr. M._ führte aus, dass die vorliegende Niedergestimmtheit, der Interessen- und
Freudeverlust, der verminderte Antrieb und die gesteigerte Ermüdbarkeit, die
Insuffizienzgefühle, die Schuldgefühle, die Konzentrationsstörungen, die
Schlafstörungen und der gesteigerte Appetit charakteristische Symptome einer
depressiven Störung seien. Bei der Gesamtzahl von sieben Symptomen liege gemäss
ICD-10 eine mittelgradige Ausprägung vor, was mit den Ergebnissen der Hamilton
Depressionsskala übereinstimme. Der Interessen- und Freudeverlust, das
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Früherwachen und der Libidoverlust seien Merkmale eines somatischen Syndroms. Für
die Diagnose eines somatischen Syndroms gemäss ICD-10 müssten allerdings
mindestens vier Symptome vorhanden sein, was bei der Beschwerdeführerin nicht der
Fall sei. Die Angaben der Beschwerdeführerin, dass sich die depressiven Zustände im
Anschluss an das Ereignis bei E._ im September 2010 entwickelt hätten und es ihr
seither nie länger als einige Tage in Folge wirklich gut gegangen sei, weise auf eine
Manifestation der depressiven Störung im September 2010 und einen seither
chronischen Verlauf hin. Dr. K._ habe den Verlauf der Störung anders eingeschätzt.
Die in seinem Gutachten dokumentierten Symptomklagen hätten
Konzentrationsstörungen, Grübeln und Gedankenkreisen, Ambivalenz,
Insuffizienzgefühle, innere Unruhe, Gereiztheit, Ängste, Deprimiertheit, Minderung der
Vitalgefühle, Affektarmut, Antriebsarmut, Lebensüberdruss, Schlafstörungen,
Energieverlust und Libidoverlust umfasst. Da Dr. K._ als "festgestellte Symptome"
nur eine Merkfähigkeitsstörung, eine depressive Grundstimmung und eine
eingeschränkte affektive Modulation zum positiven Pol hin sowie eine Hypomimie
beschrieben habe, sei davon auszugehen, dass er die übrigen Symptomklagen als zu
wenig ausgeprägt vorhanden beurteilt habe. Allerdings fehle eine explizite Begründung
dafür, wieso er diese Symptomklagen nicht als psychopathologisch ausgeprägte
Symptome interpretiert habe. Würden diese als solche interpretiert, wären sieben
Symptomkriterien für eine depressive Störung gemäss ICD-10 erfüllt, was einer
mittelgradigen depressiven Episode entsprechen würde. Da das Ereignis an der letzten
Arbeitsstelle formal die Definition für eine traumatische Erfahrung nicht erfülle und in
der Untersuchung die depressive Symptomatik dominiert habe, könne nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass neben der
depressiven Störung eine posttraumatische Belastungsstörung vorliege. Vom
behandelnden Psychiater (Dr. D._) sei die initiale Ausnahmesituation nach dem
Ereignis an der letzten Arbeitsstelle als Ausdruck einer akuten Belastungsreaktion
interpretiert worden. Von der Aufnahmeklinik (Psychiatrische Klinik B._) sei diese
Diagnose jedoch nicht gestellt worden. Aus einer akuten Belastungsreaktion entwickle
sich relativ häufig eine posttraumatische Belastungsstörung. Eine solche sei gemäss
den vorliegenden Akten jedoch nie diagnostiziert worden. Eine organisch bedingte
depressive Störung sei bei normaler Bildgebungsuntersuchung des Schädels im Juni
2011 und derzeit normalen Vitamin B12- und Schilddrüsenwerten unwahrscheinlich.
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Hinweise auf eine Suchterkrankung bestünden nicht. Ob die Persönlichkeitszüge der
Beschwerdeführerin derart ausgeprägt seien, dass eine Persönlichkeitsakzentuierung
vorliege, wie es der behandelnde Psychiater eingeschätzt habe, lasse sich nicht mit
Sicherheit sagen. Die Diagnose akzentuierter Persönlichkeitszüge oder einer
Persönlichkeitsstörung verlange fundierte Informationen zur Persönlichkeitsentwicklung
und der bisherigen Lebensgestaltung, welche im Rahmen eines Gutachtens kaum zu
erheben seien. Zudem erschwere bis verunmögliche die derzeitige psychische Störung
die Beurteilung, ob eine Persönlichkeitsstörung vorliege, da die aktuellen Symptome
die zugrundeliegenden Persönlichkeitsmerkmale maskieren oder verfälschen könnten.
Soziokulturelle Faktoren, welche massgeblich zur im Alltag gezeigten
Leistungsfähigkeit beitrügen, lägen nicht vor. Zwischen der subjektiven
Beschwerdeschilderung, den Fremdangaben, der psychometrischen Untersuchung
und dem Verhalten der Beschwerdeführerin in der Untersuchungssituation bestünden
keine Diskrepanzen. Die Beschwerdeführerin habe ihre Beschwerden differenziert und
nachvollziehbar geschildert, ohne appellativ oder theatralisch zu wirken. Auch bestehe
keine Diskrepanz zwischen der subjektiv geschilderten psychischen Beeinträchtigung
und der Inanspruchnahme von therapeutischer Hilfe. Das psychosoziale
Funktionsniveau im Alltag stimme gut überein mit der gezeigten Leistung im Beruf.
Primär wirkten sich die Konzentrationsstörungen, die Störungen der Affektqualitäten
und die gesteigerte Ermüdbarkeit negativ auf die Arbeitsfähigkeit aus. Die
Arbeitsfähigkeit im letzten Beruf als Mitarbeiterin Kasse sei um 55 % eingeschränkt.
Die Diskrepanz zur Einschätzung von Dr. K._ sei auf die unterschiedliche
diagnostische Einschätzung zurückzuführen. Von September 2010 bis Ende 2011 sei
die Beschwerdeführerin in jeglicher Tätigkeit voll arbeitsunfähig gewesen. Gestützt auf
den Schlussbericht zur beruflichen Integrationsmassnahme sei davon auszugehen,
dass in der angestammten Tätigkeit ab Anfang 2012 eine Arbeitsunfähigkeit von 55 %
bestanden habe. Die Arbeitsfähigkeit in der derzeitigen Tätigkeit als Küchengehilfin
sowie in jeder anderen Verweistätigkeit betrage seit anfangs 2012 rund 50 %. Die
Prognose sei offen. Der mehrjährige Krankheitsverlauf sei prognostisch eher ungünstig.
Andererseits seien die Behandlungsoptionen nicht vollständig ausgeschöpft. Auch mit
diesen zusätzlichen Massnahmen sei allerdings kaum von einer raschen Besserung
auszugehen. Am 19. September 2016 reichte das USZ eine Rechnung für das
Gutachten im Betrag von Fr. 8'517.-- ein (act. G 33).
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B.j Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin erklärte am 28. September 2016 (act.
G 34), das Gutachten von Dr. M._ sei umfassend und sorgfältig abgefasst. Die
diagnostische Erhebung sei sorgfältig und nachvollziehbar und es seien
fremdanamnestische Auskünfte eingeholt worden. Die Einschätzung der
Leistungsfähigkeit stimme mit den erhobenen Befunden überein und decke sich mit der
Kritik von Dr. L._ am Gutachten von Dr. K._.
B.k Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Stellungnahme zum Gutachten von
Dr. M._ und zur Stellungnahme des Rechtsvertreters vom 28. September 2016 (vgl.
act. G 35).
B.l Am 10. Oktober 2016 stellte das Gericht dem psychiatrischen Gutachter Dr. M._
eine Rückfrage (act. G 36). Es wollte wissen, weshalb er trotz des Vorliegens von acht
Symptomen eine mittelgradige und nicht eine schwere Ausprägung der depressiven
Episode diagnostiziert habe. Dr. M._ antwortete am 20. Oktober 2016 (act. G 37),
dass tatsächlich acht und nicht wie fälschlicherweise geschrieben sieben Symptome
einer depressiven Episode vorlägen. Gemäss ICD-10 wäre mit der Mindestzahl von
acht erfüllten Symptomkriterien die Diagnose einer schweren depressiven Episode
formal gerechtfertigt. Allerdings liege kein somatisches Syndrom vor, von welchem
gemäss ICD-10 angenommen werde, dass es bei der Mehrzahl der schweren
depressiven Episoden vorhanden sei. Die Gesamtpunktzahl in der Hamilton Depression
Skala weise auf eine mittelschwere Ausprägung der Depression hin. Gemäss DSM-5
seien bei der Beschwerdeführerin, bei einer geforderten Mindestzahl von fünf
Symptomen, sieben der insgesamt neun Symptomkriterien einer Major Depression
erfüllt. Die Intensität der Symptome sei von der Beschwerdeführerin noch teilweise
bewältigbar, was sich in einer zumindest partiellen Aufrechterhaltung des beruflichen
Funktionsniveaus zeige. Damit sei die Major Depression gemäss DSM-5 mittelgradig
ausgeprägt. Zusammenfassend sei die depressive Störung somit je nach Anwendung
des Algorithmus zur Bestimmung des Schweregrades zwischen mittelgradig und
schwergradig ausgeprägt. Im Übrigen würde die Annahme einer schwergradig anstatt
mittelgradig ausgeprägten depressiven Episode an der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
nichts ändern, da diese auf der Grundlage der erhobenen Symptome und nicht der
Diagnose bzw. deren Schweregrad ermittelt worden sei.
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B.m Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin nahm am 25. Oktober 2016 Stellung
zur Antwort von Dr. M._ vom 20. Oktober 2016. Er erklärte, die massgebende
Aussage des psychiatrischen Gutachtens sei die Einschätzung der Leistungsfähigkeit
und deren medizinische Grundlegung und Herleitung der Psyche der
Beschwerdeführerin (act. G 39). Darin sei das Gutachten überzeugend. Der
Rechtsvertreter bat darum, bei der Festsetzung der Parteientschädigung zu
berücksichtigen, dass das Verfahren wegen des Gutachtens umfangreicher gewesen
sei.
B.n Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Stellungnahme hierzu (act. G 40).

Erwägungen
1.
1.1 Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin einen
Rentenanspruch der Beschwerdeführerin bei einem IV-Grad von 0 % abgelehnt. Strittig
ist demnach, ob die Beschwerdeführerin einen Anspruch auf eine Invalidenrente hat
oder nicht.
1.2 Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). Invalidität ist gemäss Art.
8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach
zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG).
1.3 Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist der Invaliditätsgrad
grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das
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Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu
erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst
genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden; sie können aber auch nach
Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände geschätzt werden (AHI 1998 S. 120).
Wird eine Schätzung vorgenommen, muss diese nicht unbedingt in einer
ziffernmässigen Festlegung von Annäherungswerten bestehen. Vielmehr kann auch
eine Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen genügen (sog. Prozentvergleich; BGE
114 V 310 E. 3a mit Hinweisen).
2.
2.1 Um das Invalideneinkommen und damit den IV-Grad ermitteln zu können, muss die
Arbeitsfähigkeit mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
feststehen.
2.2 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt
der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und
das Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das
Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle
Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und
danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige
Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei
einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen,
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es
auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
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abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich
somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten
oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten. Dennoch hat es
die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar
erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten
Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen. So weicht das Gericht bei
Gerichtsgutachten nach der Praxis nicht ohne zwingende Gründe von der
Einschätzung des medizinischen Experten ab, dessen Aufgabe es ist, seine
Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten
Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn
die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingeholtes
Obergutachten in überzeugender Weise zu anderen Schlussfolgerungen gelangt. Eine
abweichende Beurteilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche
Meinungsäusserungen anderer Fachexperten dem Gericht als triftig genug erscheinen,
die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die
Überprüfung durch einen Oberexperten für angezeigt hält, sei es, dass es ohne
Oberexpertise vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerungen
zieht (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweisen).
2.3 Zunächst ist somit zu prüfen, ob das Gerichtsgutachten eine beweiskräftige
Grundlage für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit und damit des Rentenanspruchs
bildet.
2.4 Dr. M._ hat das Gerichtsgutachten in Kenntnis der Vorakten abgefasst (Ziff. 3
des Gutachtens). Zudem hat er die Beschwerdeführerin detailliert zur Anamnese und zu
ihren aktuellen Beschwerden befragt (Ziff. 4 des Gutachtens). Ergänzend hat er
Fremdangaben beim Hausarzt der Beschwerdeführerin und bei deren Tochter eingeholt
(Ziff. 5 des Gutachtens). Des Weiteren hat Dr. M._ die erhobenen
psychopathologischen Befunde eingehend diskutiert und die subjektiven Angaben der
Beschwerdeführerin auf ihre Konsistenz hin überprüft und eine Beschwerdevalidierung
durchgeführt (Ziff. 6 und Ziff. 8.7). Als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
hat er eine mittelgradige depressive Episode und einen Verdacht auf eine
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posttraumatische Belastungsstörung als Folge der Bezichtigung des Diebstahls am
Arbeitsplatz angegeben. In der Gutachtensbegründung hat er letztere Diagnose
allerdings insoweit relativiert, als er erklärt hat, dass das Ereignis an der letzten
Arbeitsstelle formal die Definition für eine traumatische Erfahrung nicht erfülle. Da in der
Untersuchung die depressive Symptomatik dominiert habe, könne nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass neben der
depressiven Störung eine posttraumatische Belastungsstörung vorliege. Obwohl Dr.
M._ die Diagnose eines Verdachts auf eine posttraumatische Belastungsstörung in
der Diagnoseliste unter den Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit aufgelistet
hat, hat er ihr also keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen. Gemäss
ICD-10 F43.1 entsteht eine posttraumatische Belastungsstörung als eine verzögerte
oder protrahierte Reaktion auf ein belastendes Ereignis oder eine Situation kürzerer
oder längerer Dauer, mit aussergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem
Ausmass, die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde. [...]. Die
Bezichtigung des Diebstahls und die daraus folgende fristlose Kündigung des
Arbeitsverhältnisses ist ohne Zweifel ein sehr belastendes Ereignis für die
Beschwerdeführerin gewesen. Mit Dr. M._ ist jedoch davon auszugehen, dass dieses
Ereignis objektiv nicht als aussergewöhnliche Bedrohung oder als von
katastrophenartigem Ausmass qualifiziert werden kann. Hinzu kommt, dass diese
Diagnose von den behandelnden Psychiatern nie gestellt worden ist. Die Einschätzung
von Dr. M._, dass der Verdacht auf eine posttraumatische Belastungsstörung keinen
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hat, überzeugt daher. Der behandelnde Psychiater Dr.
D._ hat die Diagnose einer akuten Belastungsreaktion genannt. Gemäss ICD-10:
F43.0 handelt es sich hierbei um eine vorübergehende Störung, die sich bei einem
psychisch nicht manifest gestörten Menschen als Reaktion auf eine aussergewöhnliche
physische oder psychische Belastung entwickelt, die im Allgemeinen innerhalb von
Stunden oder Tagen abklingt [...]. Wenn die Symptome andauern, sollte eine Änderung
der Diagnose in Erwägung gezogen werden. Eine akute Belastungsreaktion kann somit
definitionsgemäss nur kurzfristig einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit haben. Eine
Invalidität begründet jedoch nur eine zumindest längere Zeit dauernde
Arbeitsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Diagnose einer akuten Belastungsreaktion
ist somit für die Arbeitsfähigkeitsschätzung im Rahmen der Invaliditätsbemessung
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irrelevant, weshalb offen gelassen werden kann, ob die Beschwerdeführerin tatsächlich
vorübergehend an einer akuten Belastungsreaktion gelitten hat.
2.5 Somit bleibt zu prüfen, ob die von Dr. M._ gestellte Diagnose einer
mittelgradigen depressiven Episode überzeugt. Dr. M._ hat die mittelgradige
Ausprägung der Depression damit begründet, dass sieben Symptome gemäss ICD-10
vorlägen. Bei acht Symptomen gelte eine depressive Episode als schwer ausgeprägt.
Dem Gutachten sind allerdings nicht sieben, sondern acht depressionstypische
Symptome zu entnehmen (Niedergestimmtheit, Interessen- und Freudeverlust,
verminderter Antrieb und gesteigerte Ermüdbarkeit, Insuffizienzgefühle, Schuldgefühle,
Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen, gesteigerter Appetit). Dr. M._ hat diese
Diskrepanz auf Rückfrage hin am 20. Oktober 2016 bestätigt. Er hat erklärt, dass zwar
die formalen Kriterien für die Diagnostizierung einer schweren depressiven Episode
erfüllt seien. Da kein somatisches Syndrom vorliege, da die Gesamtpunktzahl in der
Hamilton Depression Skala auf eine mittelschwere Ausprägung der Depression
hinweise und da die Depression gemäss der DSM-5 ebenfalls mittelgradig ausgeprägt
sei, habe er trotzdem eine mittelgradig ausgeprägte Depression diagnostiziert. Im
Übrigen würde die Annahme einer schwergradig statt mittelgradig ausgeprägten
depressiven Episode an der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nichts ändern, da diese
auf der Grundlage der erhobenen Symptome und nicht aufgrund der Diagnose bzw.
deren Schweregrad ermittelt worden sei. Die Diagnose einer mittelgradigen
depressiven Episode leuchtet vor den von Dr. M._ erhobenen psychopathologischen
Befunden ein. Seine ergänzenden detaillierten Ausführungen dazu, weshalb er keine
schwergradige Ausprägung der Depression angenommen hat, überzeugen
insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass die behandelnden Ärzte nie eine
schwere, sondern stets eine mittelgradige depressive Episode diagnostiziert haben. Im
Gegensatz zu Dr. M._ hat der Vorgutachter Dr. K._ lediglich eine Dysthymia
diagnostiziert. Dr. M._ hat ausgeführt, dass die unterschiedliche Einschätzung des
Schweregrads der depressiven Symptomatik darauf zurückzuführen sei, dass Dr. K._
nicht alle Symptomklagen berücksichtigt habe. Allerdings fehle eine ausreichende
Begründung dafür, weshalb er diese Symptome (mit Ausnahme einer
Merkfähigkeitsstörung, einer depressiven Grundstimmung, einer eingeschränkten
affektiven Modulation zum positiven Pol hin sowie einer Hypomimie) nicht als
psychopathologisch ausgeprägt interpretiert habe. Dr. K._ hat in seinem Gutachten
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erklärt, dass die Beschwerdeführerin das Vorliegen einer Ambivalenz, von
Insuffizienzgefühlen, einer inneren Unruhe, einer Minderung der Vitalgefühle und einer
Affektarmut auf gezieltes Nachfragen hin bejaht habe, dass die spontan vorgebrachten
Klagen aber deutlich unspezifischer gewesen seien. Die Einschätzung von Dr. M._,
dass Dr. K._ diese Symptome als zu wenig ausgeprägt eingestuft hat, überzeugt
daher. Mit Dr. M._ ist davon auszugehen, dass diese Begründung nicht ausreichend
ist: Allein aus der Tatsache, dass eine zu begutachtende Person ein
depressionsspezifisches Symptom nicht von sich aus nennt, kann nicht ohne weiteres
geschlossen werden, dass dieses Symptom nicht resp. nicht in einem relevanten
Ausmass vorhanden ist. Da es Dr. K._ unterlassen hat, überzeugend zu begründen,
weshalb die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Symptomatik bei der
Diagnosestellung (und damit auch bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung) nicht zu
berücksichtigen ist, kann auf seine Beurteilung resp. auf sein Gutachten nicht
abgestellt werden. Dr. M._ hat in seinem Gutachten erklärt, dass zwischen der
subjektiven Beschwerdeschilderung, den Fremdangaben, der psychometrischen
Untersuchung und dem Verhalten der Beschwerdeführerin in der
Untersuchungssituation keine Diskrepanzen bestanden hätten. Die Beschwerdeführerin
habe ihre Beschwerden differenziert und nachvollziehbar geschildert, ohne appellativ
oder theatralisch zu wirken. Es bestehe auch keine Diskrepanz zwischen der subjektiv
geschilderten psychischen Beeinträchtigung und der Inanspruchnahme von
therapeutischer Hilfe. Dr. M._ hat die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin
also nicht unkritisch übernommen, sondern auf ihre Konsistenz hin überprüft. Demnach
ist auf die Beurteilung von Dr. M._ abzustellen, wonach die Beschwerdeführerin mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit an einer mittelgradigen depressiven Episode leidet.
2.6 Die Beschwerdegegnerin hat argumentiert, dass die psychischen Probleme der
Beschwerdeführerin einzig aus der Kündigung und dem Vorwurf des Arbeitgebers, ein
deliktisches Verhalten an den Tag gelegt zu haben, resultiert seien. Das geltend
gemachte Leiden sei schon deshalb nicht invalidisierend. Dass sich die Depression im
Anschluss an das vorgenannte Ereignis manifestiert hat, ist unbestritten. Allein aus
diesem Grund kann dem depressiven Leiden jedoch nicht von Vornherein eine
invalidisierende Wirkung abgesprochen werden. Die Invalidenversicherung ist eine
finale Versicherung. Das heisst, es wird nicht nach der Art und Genese eines
Gesundheitsschadens gefragt, welcher die Erwerbsunfähigkeit verursacht. Der
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Gesundheitszustand ist folglich immer gesamtheitlich zu betrachten. Selbst eine
Erwerbsunfähigkeit, deren psychogene krankhafte Grundlage (auch) durch eine
soziokulturelle Überforderung verursacht worden ist, fällt in den Geltungsbereich der
Invalidenversicherung, vorausgesetzt es handelt sich um ein verselbständigtes
psychisches Leiden. Eine rentenbegründende Invalidität kann damit nicht allein mit
dem Hinweis auf das Vorhandensein soziokultureller oder psychosozialer
Belastungsfaktoren verneint werden (Urteil des Bundesgerichts vom 29. April 2014,
8C_830/2013 E. 5.2.3; BGE 136 V 279 E. 3.2.1). Die mittelschwere depressive Episode
hat im Verfügungszeitpunkt bereits seit über drei Jahren bestanden (September 2010
bis Oktober 2013). Auch im Zeitpunkt der Begutachtung durch Dr. M._ im Juni 2016
hat sie weiterhin angedauert. Bereits aufgrund der Tatsache, dass die mittelschwere
depressive Episode nun schon seit Jahren andauert, muss davon ausgegangen
werden, dass es sich bei ihr um ein selbständiges psychisches Leiden handelt. Diese
Annahme wird dadurch untermauert, dass sich die psychische Verfassung der
Beschwerdeführerin durch den gemäss den Angaben des Rechtsvertreters im Jahr
2012 erfolgten Freispruch vom Vorwurf des Diebstahls nicht zurückgebildet hat.
Demnach spielt der Auslöser der mittelschweren depressiven Episode für die Frage, ob
dieser im Rahmen der Invaliditätsbemessung einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
beizumessen ist, keine Rolle.
2.7 Im Urteil 9C_530/2016 vom 14. Oktober 2016 (wie auch in früheren Entscheiden)
hat das Bundesgericht die Auffassung vertreten, dass leichte bis mittelgradige
depressive Störungen nur dann invalidisierende Krankheiten seien, wenn sie
erwiesenermassen therapieresistent seien. Nur dann erfüllten sie die normativen
Anforderungen des Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG. Zudem müsse die Therapie die
indizierten, zumutbaren Behandlungsmöglichkeiten in kooperativer Weise optimal und
nachhaltig ausgeschöpft haben. Damit ordnet das Bundegericht an, dass teilweise auf
einen fiktiven Sachverhalt abzustellen sei: Real soll die Diagnose bleiben (leichte bis
mittelschwere Depression), aber deren reale Auswirkungen auf die
arbeitsfähigkeitsrelevanten Ressourcen einer versicherten Person sollen durch die
Fiktion ersetzt werden, dass diese Ressourcen trotz der leichten bis mittelschweren
Depression weiter in vollem Umfang zur Verfügung stünden. Als gesetzliche Grundlage
für diesen Ersatz des mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
erstellten Sachverhalts (bedeutende Einschränkung der arbeitsfähigkeitsrelevanten
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Ressourcen) durch einen vorgegebenen fiktiven Sachverhalt (keine Einschränkung der
arbeitsfähigkeitsrelevanten Ressourcen) führt das Bundesgericht nur den Art. 7 Abs. 2
Satz 2 ATSG an. Mit dieser Gesetzesbestimmung ist gemäss den
Gesetzgebungsmaterialien aber einzig bezweckt worden, die sogenannte zumutbare
Willensanstrengung (als selbstverständliches Element jeder Arbeitsfähigkeitsschätzung
bei jeder Art von Gesundheitsbeeinträchtigung) schärfer zu fassen (vgl. die Botschaft
des Bundesrates zur 5. IV-Revision, BBl 2005 4459 ff., S. 4577). Der Gesetzgeber hat
mit dem Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG also nur klarstellen wollen, dass die objektiv
bestehende Situation einer versicherten Person massgebend sein muss, d.h. dass nie
auf die Selbsteinschätzung der Arbeitsfähigkeit durch die versicherte Person abgestellt
werden darf. Der Sinn und Zweck der mit dem Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG kodifizierten,
aber eigentlich schon immer im Begriff der Arbeitsunfähigkeit enthaltenen zumutbaren
Willensanstrengung hat also ganz offensichtlich nichts mit der Frage zu tun, ob eine
objektiv bestehende ausgewiesene und auch bei einer zumutbaren Willensanstrengung
nicht überwindbare Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit soll ignoriert und durch die
Fiktion ersetzt werden müssen, dass keine die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigenden
Folgen der Gesundheitsbeeinträchtigung vorlägen, d.h. dass bei der Diagnose einer
leichten bis mittelschweren (allenfalls sogar bei einer mittelschweren) Depression
immer − ausser es liegt eine nachgewiesene Therapieresistenz vor − von einer fiktiven
uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit auszugehen sei. Die bundesgerichtliche
Rechtsprechung beruht somit auf einer Fehlinterpretation des Art. 7 Abs. 2 Satz 2
ATSG. Dies zeigt sich auch darin, dass die „spezielle“ Auslegung durch das
Bundesgericht nur auf eine einzige Krankheit bzw. Diagnose, nämlich auf die
Depression, beschränkt sein soll. Für alle anderen Krankheiten beinhaltet der Art. 7
Abs. 2 Satz 2 ATSG auch nach der Auffassung des Bundesgerichts nur eine
Kodifikation der bereits im Arbeitsunfähigkeitsbegriff enthaltenen zumutbaren
Willensanstrengung. Wenn der Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG nicht die gesetzliche
Grundlage der „Fiktionspraxis“ des Bundesgerichts sein kann, dann kommt dafür nur
noch die allgemeine Schadenminderungspflicht in ihrer Ausprägung als medizinische
Eingliederungspflicht in Frage. Darauf weist ja auch die Aussage des Bundesgerichts
hin, die Fiktion der uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit komme dann nicht zur
Anwendung, wenn im Einzelfall eine ausgewiesene Therapieresistenz bestehe. Die
bundesgerichtliche „Fiktionspraxis“ wäre demnach so zu verstehen, dass so lange
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keine Arbeitsunfähigkeit (und damit keine rentenbegründende Invalidität) vorliegen
könne, als die objektiv bestehende, reale Arbeitsunfähigkeit noch durch eine Therapie
überwunden werden könne, wobei es irrelevant sei, innert welcher Zeit mit einem
solchen Erfolg einer Therapie gerechnet werden könne. Dieser Versuch, der
„Fiktionspraxis“ ein gesetzliches Fundament zu schaffen, scheitert bereits daran, dass
gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG auch eine längere Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit eine
anspruchsbegründende Invalidität entstehen lässt. Zudem lässt sich nicht erklären,
warum die Invaliditätsdefinition in Art. 8 Abs. 1 ATSG nur bei einer einzigen Krankheit,
der Depression, nicht auch bei einer längere Zeit dauernden Arbeitsunfähigkeit −
während der Therapie – erfüllt sein soll. Hinzu kommt, dass die erfolgversprechende
Therapierbarkeit praktisch jeder leichten bis mittelgradigen Depression entgegen der
Behauptung des Bundesgerichts alles andere als eine gesicherte medizinische
Erfahrung ist (vgl. ULRIKE HOFFMANN-RICHTER, Psychische Beeinträchtigungen in
der Rechtsprechung: Ein Blick aus psychiatrischer Sicht, in: UELI KIESER [Hrsg.],
Sozialversicherungsrechtstagung 2015, S. 78). Ein Lichtblick bietet ein Entscheid des
Bundesgerichts, der kurz nach dem oben genannten, nämlich am 4. November 2016,
ergangen ist (9C_391/2016). In diesem Entscheid hatte das Bundesgericht einer
Versicherten, die an einer generalisierten Angststörung und an einer rezidivierenden
depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradig, ohne somatisches Syndrom, gelitten
hatte, ausgehend von einer 100 %ige Arbeitsunfähigkeit eine ganze Rente
zugesprochen, obwohl sich die Versicherte bis anhin einer zumutbaren, eine
wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit versprechenden Behandlung mittels
Psychopharmaka widersetzt hatte (E. 3.3 f.; der ausführliche Sachverhalt ist dem
aufgehobenen Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 31.
März 2016, IV.2015.00132 zu entnehmen). Dr. M._ hat erklärt, dass die
Behandlungsoptionen nicht vollständig ausgeschöpft seien und eine auf das Ereignis
an der letzten Arbeitsstelle fokussierte psychotherapeutische Auseinandersetzung im
Sinne einer Konfrontationsbehandlung sowie den Ausbau der
psychopharmakologischen Therapie empfohlen. Dr. M._ hat aber angemerkt, dass
auch mit diesen zusätzlichen Massnahmen kaum von einer raschen Besserung
auszugehen sei. Auch vor diesem Hintergrund spricht die Tatsache, dass (noch) keine
Therapieresistenz vorliegt, im vorliegenden Fall nicht gegen eine invalidisierende
Wirkung der mittelgradigen depressiven Episode.
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2.8 Dr. M._ hat der Beschwerdeführerin für die Zeit von September 2010 bis Ende
Dezember 2011 eine volle Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit attestiert. Ab dem 1.
Januar 2012 hat er die Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als
Mitarbeiterin Kasse auf 55 % und in einer adaptierten Tätigkeit auf 50 % geschätzt.
Von September bis Dezember 2010 ist die Beschwerdeführerin in der Psychiatrischen
Klinik B._ hospitalisiert gewesen. Nach dem Klinikaustritt hat sie bis Mitte Januar
2011 einen ambulanten Rehabilitationsaufenthalt in der Klinik C._ absolviert. Für den
Zeitraum vom September 2010 bis Januar 2011 ist eine volle Arbeitsunfähigkeit somit
ausgewiesen. Im Juni 2011 hat die Eingliederungsverantwortliche festgehalten, dass
aktuell noch nicht von einer 50 %igen Arbeitsfähigkeit in der freien Wirtschaft
auszugehen sei. Das Aufbautraining war deshalb bis und mit November 2011
verlängert worden. Im Dezember 2012 hatte der behandelnde Psychiater berichtet,
dass die Beschwerdeführerin seit dem 5. November 2011 wieder zu 50 % arbeitsfähig
sei. Weshalb Dr. M._ erst ab Januar 2012 von einer 50 %igen Arbeitsfähigkeit
adaptiert ausgegangen ist, ist nicht ersichtlich, zumal auch er auf die Ergebnisse aus
den Arbeitsversuchen abgestellt hat; wahrscheinlich handelt es sich um ein Versehen.
Die in einem Arbeitsversuch gezeigte Leistungsfähigkeit widerspiegelt nicht immer die
einer versicherten Person aus objektiver Sicht zumutbare Arbeitsleistung. Im
vorliegenden Fall stimmt jedoch die Selbsteinschätzung der Beschwerdeführerin
bezüglich ihrer Arbeitsfähigkeit − sie arbeitet seit Sommer 2014 wieder zu 50 % als
Küchenmitarbeiterin (siehe act. G 31-27) − mit der Einschätzung von Dr. M._ überein.
Aus diesem Grund scheint es im vorliegenden Fall gerechtfertigt, das Wiedererlangen
der Teilarbeitsfähigkeit auf die Zeit nach Abschluss des Aufbautrainings festzusetzen.
Die Beschwerdeführerin ist somit in der Zeit von September 2010 bis November 2011
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in jeglicher Tätigkeit vollständig arbeitsunfähig
gewesen. Auch die Einschätzung von Dr. M._, dass die Beschwerdeführerin ab
Januar 2012 in einer adaptierten Tätigkeit wieder zu 50 % arbeitsfähig gewesen ist,
überzeugt angesichts der von ihm erhobenen Symptome (insbesondere
Konzentrationsstörungen, gesteigerte Ermüdbarkeit und Störungen der
Affektqualitäten) und der daraus resultierenden Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit
(„Beeinträchtigung der Einzelfähigkeiten „Aufmerksamkeit fokussieren“, „die tägliche
Routine durchführen“ und „mit Stress und anderen psychischen Anforderungen
umgehen“). Sie stimmt auch mit der Beurteilung des behandelnden Psychiaters Dr.
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D._ überein. Die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit hat somit ab Dezember
2011 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 50 % betragen.
3.
3.1 Somit bleibt noch der Einkommensvergleich vorzunehmen. Die
Beschwerdeführerin hat sich im Februar 2011 zum Bezug von IV-Leistungen
angemeldet. Gestützt auf Art. 29 Abs. 1 IVG (sechsmonatige Wartefrist) hätte sie
frühestens ab dem 1. August 2011 Anspruch auf eine IV-Rente. Allerdings ist die
Beschwerdeführerin erst seit dem 1. September 2010 in ihrer Arbeitsfähigkeit
eingeschränkt, weshalb das Wartejahr erst zu diesem Zeitpunkt zu laufen begonnen
hat und demnach erst am 31. August 2011 abgelaufen ist. Die Beschwerdeführerin hat
somit frühestens ab 1. September 2011 einen Anspruch auf eine IV-Rente. Der
Einkommensvergleich ist daher anhand der (hypothetischen) Einkommenszahlen des
Jahres 2011 vorzunehmen. Die Beschwerdeführerin hat vor Eintritt des
Gesundheitsschadens als Mitarbeiterin Kasse im Detailhandel gearbeitet. Gemäss
eigenen Angaben hat sie in N._ eine Ausbildung zur Hochbauzeichnerin und eine
Ausbildung zur Verkäuferin absolviert. Die Tätigkeit als Hochbauzeichnerin fällt als
Validenkarriere nicht in Betracht, da sie gar nie auf diesem Beruf gearbeitet hat (act. G
31-26) und ihre Arbeitsfähigkeit deshalb in diesem Beruf auch als Gesunde nicht mehr
verwerten könnte, da sie diese Ausbildung in den Achtzigerjahren absolviert hat und
sich der Beruf seither aufgrund der gewaltigen technischen Fortschritte stark verändert
hat. Bis zu ihrem 40. Lebensjahr hat die Beschwerdeführerin in langjährigen
Anstellungen im Service gearbeitet. Ab August 2009 ist sie dann als Mitarbeiterin Kasse
im Detailhandel tätig gewesen. Die Beschwerdeführerin hat somit offenbar auch nie im
erlernten Beruf der Verkäuferin gearbeitet, zumal für die Tätigkeit als Mitarbeiterin
Kasse keine Verkaufslehre erforderlich ist. Die Beschwerdeführerin hätte somit im
Verfügungszeitpunkt auch als Gesunde keine Anstellung als gelernte Verkäuferin mehr
gefunden, da sie die Ausbildung vor über 20 Jahren abgeschlossen hat und keine
Berufserfahrung vorweisen kann. Die Beschwerdeführerin ist in der Schweiz stets als
Hilfsarbeiterin tätig gewesen, weshalb die Validenkarriere einer Hilfsarbeit entspricht.
Die Beschwerdeführerin hat zuletzt, d.h. im Jahr 2010, ein monatliches
Bruttoeinkommen von Fr. 3‘750.-- (zzgl. 13. Monatslohn) erwirtschaftet, was einem
Jahreseinkommen von Fr. 48‘750.-- entspricht. Der durchschnittliche Lohn einer
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Hilfsarbeiterin hat im selben Jahr, aufgerechnet auf die betriebsübliche wöchentliche
Arbeitszeit von 41.6 Stunden, etwas höher gelegen, nämlich bei Fr. 52‘728.-- (siehe
Anhang 2 der Lohnentwicklung der IVG-Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV,
Ausgabe 2015). Die Beschwerdeführerin hat somit lediglich einen
unterdurchschnittlichen Hilfsarbeiterinnenlohn erzielt. Es ist davon auszugehen, dass
sie nicht freiwillig zu einem unterdurchschnittlichen Lohn gearbeitet hat, sondern
aufgrund der Wirtschaftslage keine besser bezahlte Arbeitsstelle gefunden hat. Dem
Valideneinkommen ist daher nicht das zuletzt erzielte, unterdurchschnittliche
Erwerbseinkommen als Mitarbeitern Kasse zugrunde zu legen, sondern der Lohn, den
die Beschwerdeführerin bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage hätte erzielen können,
nämlich der durchschnittliche Lohn einer Hilfsarbeiterin. Als Invalidenkarriere kommt
ebenfalls nur eine Hilfsarbeit in Frage. Eine Umschulung in eine höherwertige Tätigkeit
fällt krankheitsbedingt von Vornherein nicht in Betracht. Da das Validen- und das
Invalideneinkommen anhand des durchschnittlichen Einkommens einer Hilfsarbeiterin
zu ermitteln sind, erübrigt sich deren genaue Ermittlung, da der Invaliditätsgrad in
solchen Fällen dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines allfälligen
Abzugs vom Tabellenlohn entspricht (sog. Prozentvergleich). Die Beschwerdeführerin
arbeitet zwischenzeitlich wieder zu 50 % als Hilfsarbeiterin (Küchenmitarbeiterin). Der
Arbeitgeber weiss nicht, dass sie an Depressionen leidet. Er hat ihr sogar angeboten,
das Pensum von 50 auf 70 % zu erhöhen (act. G 31-27). Der Arbeitgeber scheint somit
zufrieden zu sein mit den Leistungen der Beschwerdeführerin, die sie im Pensum von
50 % erbringt. Hieraus kann geschlossen werden, dass ihre Leistungsfähigkeit im
Rahmen der 50 %igen Arbeitstätigkeit derjenigen einer gesunden Arbeitnehmerin
entspricht. Vor diesem Hintergrund ist im vorliegenden Fall kein Abzug vom
Tabellenlohn angezeigt. Bei einer vollen Arbeitsunfähigkeit beträgt der IV-Grad 100 %
und bei einer 50 %igen Arbeitsunfähigkeit 50 %. Die Beschwerdeführerin hat somit ab
dem 1. September 2011 Anspruch auf eine ganze IV-Rente. Eine Verbesserung der
Erwerbsfähigkeit ist zu berücksichtigen, wenn sie ohne wesentliche Unterbrechung drei
Monate gedauert hat (vgl. Art. 88a Abs. 1 IVV). Die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit
auf 50 % ist per 1. Dezember 2011 zu berücksichtigen. Für den Dezember 2011, den
Januar 2012 sowie den Februar 2012 ist der Invaliditätsgrad somit noch anhand der
100 %igen Arbeitsunfähigkeit zu berechnen. Die Beschwerdeführerin hat somit ab dem
1. März 2012 noch Anspruch auf eine halbe Rente.
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3.2 In Gutheissung der Beschwerde ist die Verfügung vom 21. Oktober 2013
aufzuheben und der Beschwerdeführerin ist für die Dauer vom 1. September 2011 bis
28. Februar 2012 eine ganze Rente und ab dem 1. März 2012 eine halbe Rente
zuzusprechen. Zur Festsetzung der Rentenhöhe sowie zur Ausrichtung der
geschuldeten Leistungen ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.
4.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Aufgrund des mit der Einholung des
Gerichtsgutachtens verbundenen Zusatzaufwandes erscheint eine Gerichtsgebühr von
Fr. 1'000.-- in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem
Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen. Der Beschwerdeführerin ist der geleistete Kostenvorschuss von Fr.
600.-- zurückzuerstatten.
4.2 Die Kosten des Gerichtsgutachtens haben sich auf insgesamt Fr. 8'655.40 (Fr.
8'517.-- + Fr. 138.40) belaufen. Angesichts des von Dr. M._ getätigten Aufwands ist
die Höhe dieser Kosten angemessen. Gemäss der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung sind die Kosten für Gerichtsgutachten durch eine Medas den IV-
Stellen aufzuerlegen und nach der tarifvertraglichen Regelung zu berechnen (vgl. BGE
137 V 210 E. 4.4.2). Da es sich beim in Auftrag gegebenen Gerichtsgutachten um ein
monodisziplinäres Gutachten gehandelt hat, für welche keine Tarifverträge zwischen
den Gutachterstellen und dem BSV bestehen, ist die oben erwähnte Praxis auf den
vorliegenden Fall nicht anwendbar. Demzufolge hat die Beschwerdegegnerin die
gesamten Kosten des Gerichtsgutachtens von Fr. 8'655.40 zu tragen.
4.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art.
22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der
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Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat keine Honorarnote eingereicht. In einem
Fall mit mittlerem Aufwand und Schwierigkeitsgrad wird praxisgemäss eine
Pauschalentschädigung von Fr. 3'500.-- ausgerichtet. Im vorliegenden Fall erscheint
wegen des im Zusammenhang mit dem Gerichtsgutachten angefallenen Mehraufwands
eine Parteientschädigung von Fr. 4'500.-- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer) als angemessen.