Decision ID: 95df6088-3152-5f44-a472-0148f0a66c45
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
K._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Roland Hochreutener, St. Leonhard-Strasse 20,
Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse des Kantons St.
Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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St.Galler Gerichte
betreffend
Ergänzungsleistung zur IV
Sachverhalt:
A.
A.a K._, Jahrgang 1969, wurde von der IV-Stelle St. Gallen mit Verfügung vom
14. März 2008 bei einem Invaliditätsgrad von 65% rückwirkend ab 1. März 2006 eine
Dreiviertelsrente der Invalidenversicherung (IV) zugesprochen (EL-act. 20-23). Im Mai
2008 meldete sie sich zum Bezug von Ergänzungsleistungen (EL) zur Invalidenrente an
(EL-act. 21). Mit drei Verfügungen vom 12. Juni 2008 und einer vom 3. Juli 2008 sprach
die EL-Durchführungsstelle der Versicherten rückwirkend ab 1. März 2006 EL zu. In der
Berechnung berücksichtigte sie jeweils ein hypothetisches Erwerbseinkommen (EL-
act. 8, 11, 13, 14).
A.b Gegen die Verfügungen vom 12. Juni 2008 erhob die Versicherte am 5. Juli 2008
Einsprache. Sie beantragte sinngemäss die Aufhebung der Verfügungen. Weil sie
100% krank sei, könne sie kein Erwerbseinkommen erzielen (EL-act. 7). Mit Schreiben
vom 11. August 2008 reichte sie ein Schreiben von Dr. med. A._, Facharzt FMH für
Allgemeinmedizin, vom 4. Juli 2008 ein, in dem dieser bestätigte, die Versicherte sei
aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage, einer geregelten Erwerbstätigkeit
nachzugehen und ein regelmässiges Einkommen zu erzielen (EL-act. 2, 3). Die EL-
Durchführungsstelle wies die Einsprache mit Entscheid vom 12. September 2008 ab.
Gemäss den Abklärungen der IV-Stelle sei die Versicherte weiterhin zu 50%
arbeitsfähig. Darauf sei abzustellen. Nichtmedizinische Gründe, die eine Verwertbarkeit
der Restarbeitsfähigkeit ausschlössen, mache die Versicherte nicht geltend. Ihr sei zu
Recht ein hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet worden (act. G 1.1).
B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die Beschwerde der Versicherten
vom 6. Oktober 2008. Sie beantragt die Aufhebung des Entscheids und die Zusprache
der ihr gesetzlich zustehenden EL, wobei insbesondere auf die Anrechnung eines
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hypothetischen Einkommens zu verzichten sei, unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen. Mit dem Aufbau ihrer selbstständigen Massagepraxis nütze sie
ihre Erwerbsmöglichkeiten aufgrund der ihr derzeit zur Verfügung stehenden
Ressourcen bestmöglich aus. Somit sei ihr weder möglich noch zumutbar, das von der
Beschwerdegegnerin angenommene hypothetische Einkommen zu erzielen. Ihre
Jahresabrechnung bzw. Steuererklärung dokumentiere ihre Einkommenslage, sie
erziele kein Einkommen mit der Arbeit als Masseurin. Eine ihrer Behinderung optimal
angepasste Tätigkeit von 50%, wie im MEDAS-Gutachten als massgebend erachtet,
gebe es nicht (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 21. Oktober
2008 die Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdeführerin habe ihre
selbstständige Tätigkeit als Masseurin per September 2005 aufgenommen. Diese
Tätigkeit sei bisher nicht gewinnbringend gewesen. Im Zeitpunkt der EL-Anmeldung im
Mai 2008 könne nicht mehr von einer Aufbauphase gesprochen werden. Vieles spreche
dafür, dass die Beschwerdeführerin mit der selbstständigen Tätigkeit als Masseurin in
absehbarer Zeit kein relevantes Einkommen erzielen könne. Sie hätte sich daher um
eine mit einem regelmässigen Einkommen verbundene unselbstständige Tätigkeit
bemühen müssen (act. G 3).
B.c In der Replik vom 1. Dezember 2008 hält der unterdessen mit der Vertretung der
Beschwerdeführerin betraute Rechtsanwalt lic. iur. Roland Hochreutener an den
Anträgen gemäss Beschwerde fest. Gemäss MEDAS-Gutachten vom 22. Mai 2007 sei
die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Persönlichkeitsstörung und der Ängste
höchstens "in einem familiären Betrieb ohne richtiges hierarchisches Gefüge"
einsetzbar. Aufgrund der gesundheitlichen Beschwerden besteht nach Ansicht des
Rechtsvertreters keine realistische Chance auf Erzielung eines eigentlichen
Erwerbseinkommens aus unselbstständiger Tätigkeit. Die Beschwerdeführerin könnte –
wenn überhaupt – nur für eine Arbeit in einem geschützten Rahmen eingesetzt werden,
aus welcher kein massgebliches Erwerbseinkommen erzielbar wäre. Die
Beschwerdeführerin habe erstmals im Mai 2005 mit der Tätigkeit als selbstständige
Masseurin begonnen. Aufgrund der mit dem IV-Abklärungsverfahren verbundenen
Belastung habe sie diese Tätigkeit bisher noch nicht wirklich mit der gewünschten
Effizienz und Zielstrebigkeit in Angriff nehmen können. Sei auch nach einer längeren
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Aufbauphase kein Erwerbseinkommen erzielbar, werde die Beschwerdegegnerin
prüfen müssen, ob und gegebenenfalls in welchem Umfang ein Erwerbseinkommen
aus unselbstständiger Tätigkeit tatsächlich realisierbar sei. Dabei müsse erschwerend
beachtet werden, dass die Beschwerdeführerin mittlerweile seit längerer Zeit aus dem
Arbeitsprozess ausgeschieden sei und auch aus diesem Grund zumindest zu Beginn
höchstens eine sehr bescheidene Teilzeitarbeit in einem geschützten Rahmen erzielen
könnte (act. G 7).
B.d Mit Schreiben vom 5. Dezember 2008 hält die Beschwerdegegnerin an ihrem
Abweisungsantrag fest und verzichtet auf eine weitere Stellungnahme (act. G 9).
B.e Die Gerichtsleitung verlangte am 4. März 2009 bei der SVA St. Gallen die IV-Akten
der Beschwerdeführerin ein (act. G 11), die ihr mit Schreiben vom 9. März 2009
zugestellt wurden (act. G 12). Die Beschwerdeführerin wurde über den Aktenbeizug
informiert (act. G 13) und verzichtete auf eine Einsichtnahme.

Erwägungen
1.
Auf den 1. Januar 2008 ist das neue Bundesgesetz über Ergänzungsleistungen zur
Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG; SR 831.30) in Kraft getreten.
Es ersetzt das ELG vom 19. März 1965 in der bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen
Fassung. In Bezug auf die vorliegend einzig umstrittene Frage der Anrechnung eines
hypothetischen Erwerbseinkommens für die Beschwerdeführerin hat sich die
Rechtslage materiell jedoch nicht geändert.
2.
Gegen die Verfügung vom 3. Juli 2008 mit Wirkungszeitraum ab 1. August 2008 hat die
Beschwerdeführerin wohl versehentlich keine Einsprache erhoben. Analog zu einer
Invalidenrentenzusprache für die Zukunft und einer (möglicherweise getrennt verfügten)
Rentenzusprache für die Vergangenheit hat jedoch auch hier zu gelten, dass die
Verfügungen vom 12. Juni 2008 und 3. Juli 2008 juristisch als eins zu betrachten sind
und insgesamt als angefochten zu gelten haben (vgl. zu nicht beanstandeten, allein
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aber nicht rechtskraftsfähigen Teilaspekten eines Rechtsverhältnisses BGE 125 V 413;
BGE 131 V 164, Erw. 2.3). Die Beschwerdegegnerin hat im Einspracheentscheid somit
zu Recht den EL-Anspruch ganzheitlich und nicht nur den Zeitraum 1. März 2006 bis
31. Juli 2008 überprüft.
3.
3.1 Die jährliche EL entspricht dem Betrag, um den die anerkannten Ausgaben die
anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 ELG). Die anerkannten Ausgaben
und die anrechenbaren Einnahmen, worin in bestimmtem Umfang auch das Vermögen
einbezogen ist, werden nach den in den Art. 10 und 11 ELG und den in Art. 11 bis 18
ELV festgelegten Bestimmungen ermittelt. Als Einnahmen anzurechnen sind nach
Art. 11 Abs. 1 ELG unter anderem Einkünfte, auf die verzichtet worden ist (lit. g). Eine
Verzichtshandlung liegt vor, wenn die versicherte Person ohne rechtliche Verpflichtung
auf Vermögen verzichtet hat, wenn sie einen Rechtsanspruch auf bestimmte Einkünfte
und Vermögenswerte hat, davon aber faktisch nicht Gebrauch macht bzw. ihre Rechte
nicht durchsetzt oder wenn sie aus von ihr zu verantwortenden Gründen von der
Ausübung einer möglichen und zumutbaren Erwerbstätigkeit absieht (EVGE P 18/02
vom 9. Juli 2002; BGE 121 V 205 Erw. 4a; AHI 2001 S. 133 Erw. 1b).
3.2 Basierend auf Art. 9 Abs. 5 lit. c ELG betreffend die Anrechnung von Einkommen
aus einer zumutbaren Erwerbstätigkeit bei Teilinvaliden sieht Art. 14a ELV vor, dass
Invaliden als Erwerbseinkommen grundsätzlich der Betrag angerechnet wird, den sie
im massgebenden Zeitraum tatsächlich verdient haben (Abs. 1). Invaliden unter 60 Jah
ren sind aber bei einem Invaliditätsgrad von 60% bis unter 70% mindestens zwei
Drittel des Höchstbetrags für den Lebensbedarf von Alleinstehenden nach Art. 10
Abs. 1 lit. a Ziff. 1 ELG anzurechnen (Art. 14a Abs. 2 lit. c ELV). Dieser Höchstbetrag
belief sich im Jahr 2006 auf Fr. 17'640.- bzw. in den Jahren 2007 und 2008 auf
Fr. 18'140.-.
3.3 Die in Art. 14a Abs. 2 ELV aufgestellte gesetzliche Vermutung ist widerlegbar, d.h.
sie kann durch den Beweis des Gegenteils umgestossen werden (vgl. etwa BGE 115 V
88 ff.). Allerdings kann sich dieser Beweis nicht gegen die von der IV-Stelle ermittelten
medizinischen Grundlagen der Invaliditätsbemessung (Arbeitsfähigkeitsgrad,
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Umschreibung der noch zumutbaren Erwerbstätigkeiten) richten. Diese bleiben für die
EL-Durchführungsstelle massgebend, denn nur durch eine i.w.S.
koordinationsrechtliche Bindung kann der Gefahr widersprüchlicher Entscheide
begegnet werden (Entscheide des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen
EL 2008/38 vom 16. Februar 2009, Erw. 3.2; EL 2003/42 vom 12. August 2004,
Erw. 2c; Entscheid P 35/07 des Bundesgerichts vom 9. Oktober 2007, Erw. 2.2).
3.4 Im vorliegenden Verfahren behauptet die Beschwerdeführerin anders als im
Einspracheverfahren zu Recht nicht mehr, sie sei zu 100% arbeitsunfähig. Eine allfällige
gesundheitliche Verschlechterung wäre im Rahmen eines IV-Revisionsverfahrens
geltend zu machen. Somit ist weiterhin davon auszugehen, dass die
Beschwerdeführerin in einer optimal adaptierten Tätigkeit zu 50% arbeitsfähig ist.
3.5 Die Beschwerdeführerin lässt geltend machen, ihre selbstständige
Erwerbstätigkeit als Masseurin befinde sich noch in der Aufbauphase, weshalb ihr kein
hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet werden dürfe. Zwar habe sie die
Tätigkeit bereits im Mai 2005 aufgenommen, sich aber aufgrund der Belastungen im
Zusammenhang mit der IV-Abklärung noch nicht ausreichend engagieren können.
Diese Darstellung ist wenig überzeugend. Im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen
EL-Verfügungen war die Beschwerdeführerin bereits seit über drei Jahren als
selbstständige Masseurin tätig. Bei den Akten befinden sich Aufstellungen der
Einnahmen und Ausgaben aus der Zeit von Juli 2006 bis April 2008. Die Einnahmen
waren in dieser ganzen Zeit sehr gering und vermochten Fr. 500.- pro Monat kaum je
zu übersteigen. Ihnen standen jeweils höhere Ausgaben gegenüber. Nur in zwei der
Monate sind sehr bescheidene Gewinne ausgewiesen; insgesamt resultiert ein klarer
Verlust (EL-act. 20-4 ff.). Von einer Aufbauphase kann aufgrund der Dauer von
mehreren Jahren nicht mehr gesprochen werden. Dass die Belastung des laufenden IV-
Verfahrens mit seinen Abklärungen für die Beschwerdeführerin zu gross gewesen sei,
um sich richtig um das Geschäft zu kümmern, vermag ebenfalls nicht zu überzeugen.
Selbst wenn man eine gewisse Beeinträchtigung durch das laufende IV-Verfahren
anerkennen wollte, wäre doch zu beachten, dass die MEDAS-Abklärung bereits im
März 2007 stattfand; seither kam es offenbar nicht mehr zu zeitlich oder anderweitig
belastenden Abklärungen, die einen Ausbau der selbstständigen Tätigkeit verhindert
hätten. Mit der Beschwerdegegnerin ist somit davon auszugehen, dass die
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Beschwerdeführerin nicht in der Lage ist, die ihr verbleibende Restarbeitsfähigkeit als
selbstständigerwerbende Masseurin hinreichend auszuschöpfen, dass sie der ihr
obliegenden Schadenminderungspflicht also nicht genügend nachkommt.
3.6 Weiter lässt die Beschwerdeführerin geltend machen, die ihr verbleibende
Restarbeitsfähigkeit sei nicht verwertbar. Sie ist gelernte Augenoptikerin. Gemäss
MEDAS-Gutachten vom 22. Mai 2007 ist sie in diesem Bereich weiterhin zu 50%
arbeitsfähig, wobei die Tätigkeit in einer Reparaturwerkstätte oder einer kleinen
Manufaktur für optische Geräte in Frage komme. In einer anderen, adaptierten
Tätigkeit, die von der Personalstruktur des Mitarbeiterteams und vom Arbeitsanfall
einem sehr ruhigen Kleinbetrieb entspreche, sei ebenfalls eine Arbeitsunfähigkeit von
mehr als 50% nicht objektivierbar. Bei einer Heimarbeit dürfte die Arbeitsunfähigkeit
auch nicht unter 50% liegen (act. G 7.1, S. 18 f.). Dr. med. B._, Facharzt FMH für
Psychiatrie und Psychotherapie, hatte in seinem psychiatrischen Teilgutachten vom
2. Mai 2007 festgehalten, wegen der Persönlichkeitsstörung und der Ängste sei die
Beschwerdeführerin nur in einem familiären Betrieb einsetzbar ohne richtig
hierarchisches Gefüge, ohne Kundenbetreuung (act. G 7.1, S. 8 des psychiatrischen
Teilgutachtens). Durch die beschriebenen Einschränkungen vermindert sich
unbestrittenermassen das Spektrum der der Beschwerdeführerin grundsätzlich offen
stehenden Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt. Doch selbst wenn ihre Chancen, eine
geeignete Arbeitsstelle zu finden, als eher gering einzustufen wären, kann bei der
aktuellen Aktenlage doch nicht von einer gänzlichen Unverwertbarkeit der
Restarbeitsfähigkeit ausgegangen werden. Ebenso wenig ist erstellt, dass die
Beschwerdeführerin nur noch im geschützten Rahmen eingesetzt werden könnte;
solches lässt sich aus dem MEDAS-Gutachten nicht schliessen. Die
Beschwerdeführerin ist folglich grundsätzlich gehalten, sich ernsthaft und intensiv um
eine Arbeitsstelle zu bemühen. Gelingt es ihr trotz solcher von ihr nachzuweisender
Stellenbemühungen nicht, auf dem konkreten Arbeitsmarkt eine für sie geeignete Stelle
zu finden, so wäre für die Zukunft von der Anrechnung eines hypothetischen
Erwerbseinkommens abzusehen. Bedingung dafür wäre jedoch, dass die
Beschwerdeführerin fortgesetzt den Nachweis der erfolglosen Arbeitsbemühungen
erbringt.
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3.7 Zu prüfen bleibt, ob die rückwirkende Anrechnung eines hypothetischen
Erwerbseinkommens per 1. März 2006 rechtens war. Das letzte Arbeitsverhältnis als
Optikerin endete per 30. Juni 2005. Am 25. Oktober 2005 konstatierte der im Auftrag
der Krankentaggeldversicherung begutachtende Psychiater Dr. med. C._, die
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin belaufe sich aktuell auf ca 10%. Angesichts
des bisher allgemein bessernden Verlaufs halte er jedoch ab Anfang 2006 einen
Arbeitsversuch von 50% für zumutbar (IV-act. 10-11). Die Krankentaggeldversicherung
reduzierte die Taggelder schliesslich ab 6. Februar 2006 auf 50%. Der Hausarzt Dr.
A._ bezeichnete am 7. Februar 2006 eine Arbeitsfähigkeit von 30% ab Anfang
Februar als angemessen. Noch am 2. Februar 2006 hatte Dr. A._ festgehalten, mit
einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit bis gegen 50% in den nächsten Monaten zu
rechnen (IV-act. 10-8). Die Psychiaterin Dr. med. D._ von der
Krankentaggeldversicherung teilte der Beschwerdeführerin offenbar mit Schreiben vom
20. März 2006 mit, dass sie eine Arbeitsfähigkeit von 50% für zumutbar halte. Diese
Ansicht bekräftigte die Krankentaggeldversicherung gegenüber der Rechtsvertretung
der Beschwerdeführerin nach den im MEDAS-Gutachten zitierten Akten am 28. August
2006 und am 25. September 2006 (vgl. die Aktenzitate im MEDAS-Gutachten,
act. G 7.1, S. 8 ff.). Die MEDAS-Gutachter kamen schliesslich ebenfalls zu einer
Arbeitsfähigkeitsschätzung von 50%. Bei dieser Aktenlage musste die
Beschwerdeführerin also bereits im Zeitpunkt des EL-Anspruchsbeginns am 1. März
2006 davon ausgehen, dass ihr die Verwertung einer Restarbeitsfähigkeit zumutbar
wäre. Die Krankentaggeldversicherung hatte ihre Leistungen zu jenem Zeitpunkt auf
der Grundlage einer Arbeitsfähigkeit von 50% bereits reduziert. Die
Beschwerdeführerin wäre also schon damals gehalten gewesen, im Rahmen ihrer
Schadenminderungspflicht nach einer geeigneten Arbeitsstelle zu suchen. Selbst im
März 2006 konnte nicht mehr von einer eigentlichen Aufbauphase der selbstständigen
Erwerbstätigkeit als Masseurin gesprochen werden, die ein Ausschöpfen der
Restarbeitsfähigkeit verhindert hätte. Die Anrechnung des hypothetischen Einkommens
ab März 2006 war also rechtens.
3.8 Die konkret angerechneten Beträge des hypothetischen Einkommens
entsprechen der Vorgabe des Art. 14a Abs. 2 lit. c ELV und sind somit rechtmässig.
4.
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4.1 Gemäss den obenstehenden Erwägungen ist der angefochtene
Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin nicht zu beanstanden und die
Beschwerde abzuweisen.
4.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG