Decision ID: 66987d09-d536-4a3e-8236-cd675a915dd2
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1957 geborene X._, welche seit 1999 selbständig im Bereich Hauswartung/Reinigung erwerbstätig war (Urk. 7/28/2, Urk. 7/43/2, Urk. 7/113/9 und Urk. 7/117), meldete sich am 16. November 2009 (Urk. 7/7) bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbe
zug an. Nach Vornahme medizinischer und erwerblicher Abklärungen und nach Durchführung des
Vorbescheidverfahrens
(Vorbescheid vom 3. Februar 2011, Urk. 7/32, und Einwand, Urk. 7/35) wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 23. März 2011 ab (Urk. 7/37).
Am 15. Mai 2013 meldete sich die Versicherte erneut zum Leistungsbezug an (Urk. 7/38). In der Folge führte die IV-Stelle ein Standortgespräch durch (Urk. 7/43), zog die Akten der Krankentaggeld-Versicherung der Versicherten bei (Urk. 7/46) und holte einen Bericht der Y._ (Bericht vom 14. Juni 2013, Urk. 7/49) ein. Am 15. Oktober 2013 wurde in der Y._ eine Exzision Morton-Neurom 2/3 und 3/4 am linken Fuss vorgenommen (Bericht vom 24. Oktober 2013, Urk. 7/53, und Operationsbericht vom 15. Oktober 2013, Urk. 7/54). Am 30. Januar 2014 wurde die Versicherte von Dr. med. Z._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst der IV-Stelle (RAD) untersucht (Urk. 7/56). In der Folge stellte die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 25. März 2014 die Abweisung des Leistungs
begehrens in Aussicht (Urk. 7/65). Die Versicherte erhob dagegen am 28. März 2014 Einwand (Urk. 7/67). Nachdem die Versicherte weitere ärztliche Berichte aufgelegt bzw. die IV-Stelle verschiedene Berichte eingeholt hatte (Berichte der A._ vom 7. Mai 2014, Urk. 7/71, der B._ vom 24. Juni 2014, Urk. 7/76, vom 15. Juli, Urk. 7/77, vom 22. Juli 2014, Urk. 7/80, vom 29. Juli 2014, Urk. 7/79, vom 3. Oktober 2014, Urk. 7/84, und vom 31. Januar 2015, Urk. 7/94, sowie von Dr. med. C._, Fachärztin FMH für
Innere Medizin, vom 29. Oktober 2014, Urk. 7/89), wies die IV-Stelle das Leis
tungsbegehren mit Verfügung vom 19. März 2015 ab (Urk. 7/97). Dagegen erhob die Versicherte am 26. März 2015 Beschwerde (Urk. 7/98/3-4). Mit Urteil vom 24. Juni 2015 (Urk. 7/102) hiess das hiesige Gericht die Beschwerde – entspre
chend dem von der Beschwerdegegnerin mit Beschwerdeantwort vom 26. Mai 2015 gestellten Antrag (Urk. 7/101) – in dem Sinne gut, dass die angefochtene Verfügung aufgehoben und die Sache an die IV-Stelle zurückgewiesen wurde, damit diese nach Einholung eines psychiatrischen Gutachtens, über den Renten
anspruch der Versicherten neu entscheide.
In der Folge gab die IV-Stelle bei Prof. Dr. med. D._, Fach
arzt für Neurologie und für Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. med. E._, Fachärztin FMH für Innere Medizin, speziell Rheumaerkrankun
gen, ein
bidisziplinäres
Gutachten in Auftrag (Mitteilung vom 18. November 20185, Urk. 7/111), welches am 17. Februar 2016 (Urk. 7/113) bzw. 6. April 2016 (Urk. 7/115-116) erstattet wurde. Mit Vorbescheid vom 13. Mai 2016 (Urk. 7/124) stellte die IV-Stelle wiederum die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht. Nachdem die Versicherte dagegen Einwand erhoben hatte (Urk. 7/127 und Urk. 7/131), holte die IV-Stelle eine ergänzende Stellungnahme von Dr. E._ ein (Urk. 7/132 und Urk. 7/133). Am 21. Oktober 2016 liess sich die Versicherte zur Stellungnahme von Dr. E._ vernehmen (Urk. 7/136). Am 25. Oktober 2016 setzte die Versicherte die IV-Stelle darüber in Kenntnis, dass sie sich am 9. Januar 2017 einer Fussoperation unterziehen müsse (Urk. 7/137). Nach Vor
nahme der Operation stellte die Versicherte
der IV-Stelle im Januar 2017 (Urk. 7/138 und Urk. 7/140) den entsprechenden Austrittsbericht des F._ zu (Austrittsbericht vom 11. Januar 2017, Urk. 7/141). Gleichzeitig teilte sie mit, dass sie sich einer
ophtalmologischen
Biopsie unterziehen müsse (Urk. 7/138, vgl. Urk. 7/142). Nachdem die Versicherte am 18. September 2017 (Urk. 7/145) der IV-Stelle die
entsprechenden Berichte zugestellt hatte (Berichte des G._ vom 28. April 2017 und vom 12. September 2017, Urk. 7/144), holte die IV-Stelle einen Bericht der Augenklinik des H._ ein (Bericht vom 19. Oktober 2017, Urk. 7/149). Die Versicherte nahm dazu am 15. November 2017 Stellung (Urk. 7/151). Mit Verfügung vom 6. Dezember 2017 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 22. Januar 2018 Beschwerde (Urk. 1) und beantragte, es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihr die gesetzlich geschuldeten Leistungen zu erbringen, insbesondere ab dem 1. Dezember 2013 eine ganze Invalidenrente auszurichten. Eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, weitere medizinische Abklärungen zu tätigen. In prozessualer Hinsicht beantragte die Beschwerdeführerin die Anordnung eines zweiten Schrif
tenwechsels. Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 21. Februar 2018 (Urk. 6) die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerde
führerin – unter dem Hinweis, dass das Gericht die Anordnung eines weiteren Schriftenwechsels nicht als erforderlich erachte – am 22. Februar 2018 angezeigt wurde (Urk. 8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Invali
denrente hat.
1.2
Die Beschwerdegegnerin erklärte mit der angefochtenen Verfügung vom 6. Dezember 2017 (Urk. 2) im Wesentlichen,
in der angestammten Tätigkeit im Reinigungsbereich sei die Beschwerdeführerin nach wie vor zu 100 % arbeitsun
fähig. In einer der Gesundheit angepassten Tätigkeit sei eine 100%ige Arbeitsfä
higkeit ausgewiesen, wobei die Beschwerdeführerin keine schulterbelastenden Tätigkeiten ausüben könne.
Ihre Abklärungen vor Ort im Jahr 2010 hätten ergeben, dass in der selbständigen Tätigkeit eine 94%ige Einschränkung vorliege. Aufgrund dieser Abklärung und da eher tiefe Gewinne erzielt worden seien, stütze sie sich beim Einkommen ohne gesundheitliche Einschränkung auf statistische Werte ab. Daraus resultiere ein Jahressalär von Fr. 54'342.80. Bei einem gestützt auf statistische Werte errech
neten Invalideneinkommen von Fr. 43'944.35 resultiere ein rentenausschliessen
der Invaliditätsgrad von 19 %.
1.3
Die Beschwerdeführerin liess dagegen im Wesentlichen einwenden (Urk. 1), auf das
bidisziplinäre
Gutachten von Prof. D._ und Dr. E._, welches man
gels erhobener psychiatrischer Diagnose massgeblich auf den Einschätzungen von Dr. E._ beruhe, könne entgegen der Beschwerdegegnerin nicht abge
stellt werden. Gemäss Dr. E._ hätten die seit Herbst 2012 und im Zeitpunkt der Gutachtensuntersuchung am 21. März 2016 fortbestehenden einschiessenden Schmerzen im linken Fuss, insbesondere im Fussballen, in keiner Weise Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit. Dabei sei Dr. E._ nicht entgangen, dass sie – die Beschwerdeführerin - massiv gehinkt und den Zehengang vermieden habe. Weil Dr. E._ jedoch habe beobachten wollen, dass sich ihr intermittierend hinkender Gang bei Ablenkung normalisiert habe, habe sie eine Diskrepanz geortet. Prof. D._ habe im Gegensatz zu Dr. E._ keine Diskrepanz gesehen und es hätten sich ihm auch keine Hinweise auf eine Verdeutlichung, Aggravation oder Simulation ergeben. Es sei schlichtweg wahrheitswidrig zu behaupten, die MRI-Untersuchung vom 2. Mai 2014 habe einen guten postope
rativen Befund ergeben, gehe aus dem
auf S. 47 des E._-Gutachtens zitier
ten MRI-Bericht doch hervor, dass
Hyperästhesien
am
Vorfuss
plantar links per
sistierten. Dr. E._ habe auch mit keiner Silbe erwähnt, dass sie – die Beschwerdeführerin - im Nachgang zur Operation wiederholt darauf hingewiesen habe, dass die elektrisierenden Schmerzen trotz Operation fortbestünden, und dass die Ärzte der A._ diese Zehen-Probleme als Ursache für die Schmerzen an der linken LWS und am linken Bein betrachteten und im Mai 2014 von einer akuten Exazerbation geschrieben hätten, welche eine stationäre Behandlung erfordere. Auch dass selbst RAD-Arzt Dr. Z._ angesichts dieser Beurteilung von einer gänzlichen Arbeitsunfähigkeit in
jedwelcher
Tätigkeit aus
gehe, lasse Dr. E._ unerwähnt.
Erst die Operation vom 9. Januar 2017 habe die langersehnte Besserung gebracht. Dieser Behandlungserfolg am linken Fuss alleine sei Beweis genug dafür, dass es sich bei Dr. E._s Einschätzung um eine krasse Fehleinschätzung handle.
Dr. E._ habe in ihrem Gutachten auch die Befunde betreffend die rechte Schulter und die beiden Knie nur unvollständig und mangelhaft erhoben; und die – erst nach der Begutachtung aufgetretenen – Beschwerden am linken Handge
lenk und am rechten Auge seien in ihre Beurteilung ohnehin nicht eingeflossen.
Es sei zwischen dem 21. Dezember 2012 und dem 20. August 2017 von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit in
jedwelcher
Tätigkeit auszugehen. Zur Festset
zung der Arbeitsfähigkeit ab dem 21. August 2017 sei die Sache zur Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, sofern das Gericht nicht vom Fortbestand der gänzlichen Arbeitsunfähigkeit oder mit Dr. C._ von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit ausgehen sollte.
Sollte das Gericht nicht von einer anhaltenden vollständigen Arbeitsunfähigkeit in
jedwelcher
Tätigkeit und damit von einem Invaliditätsgrad von 100 % ausge
hen,
wäre der Invaliditätsgrad zu bemessen. Dabei sei zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführerin die Aufgabe ihrer Tätigkeit als
Selbständigerwerbende
nicht zumutbar sei und daraus folgend, dass zur Bemessung des Invaliditätsgra
des auf die Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit abzustellen sei, und zwar mittels der ausserordentlichen Methode des Betätigungsvergleichs. Selbst wenn das Gericht davon ausgehe, die Aufgabe der Tätigkeit als
Selbständiger
werbende
sei ihr zumutbar, habe sie dennoch Anspruch auf eine Rente, sei das Invalideneinkommen
diesfalls
doch gestützt auf das Median-Einkommen im Sek
tor 3 zu berechnen und ein Abzug vom Tabellenlohn von 25 % vorzunehmen.
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
Der Rentenanspruch entsteht frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs (
Art.
29
Abs.
1 IVG)
.
2.3
2.3.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1
IVG
aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
2.3.2
Der Einkommensvergleich hat auch bei
Selbständigerwerbenden
in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen zif
fernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu verglei
chen. Lassen sich die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen nicht zuverlässig ermitteln oder schätzen, so ist in Anlehnung an die spezifische Methode für Nichterwerbstätige ein
Betätigungsvergleich anzustellen und der Invaliditätsgrad nach Massgabe der erwerblichen Auswirkungen der verminderten Leistungsfä
higkeit in der konkreten erwerblichen Situation zu bestimmen. Der grundsätzliche Unterschied des ausserordentlichen Bemessungsverfahrens zur spezifischen Methode (
Art.
28a
Abs.
2 IVG) besteht darin, dass die Invalidität nicht unmittel
bar nach Massgabe des Betätigungsvergleichs als solchen bemessen wird. Viel
mehr ist zunächst anhand des Betätigungsvergleichs die leidensbedingte Behin
derung festzustellen; sodann ist aber diese im Hinblick auf ihre erwerbliche Aus
wirkung besonders zu gewichten. Eine bestimmte Einschränkung im funktionel
len Leistungsvermögen einer erwerbstätigen Person kann zwar, muss aber nicht notwendigerweise eine Erwerbseinbusse gleichen Umfangs zur Folge haben. Wollte man bei Erwerbstätigen ausschliesslich auf das Ergebnis des Betätigungs
vergleichs abstellen, so wäre der gesetzliche Grundsatz verletzt, wonach bei dieser Kategorie von Versicherten die Invalidität nach Massgabe der Erwerbsunfähigkeit zu bestimmen ist (ausserordentliches Bemessungsverfahren; BGE 128 V 29 E. 1; AHI 1998 S. 120 E. 1a und S. 252 E. 2b je mit Hinweisen). Die ausserordentliche Bemessungsmethode des erwerblich gewichteten Betätigungsvergleichs unter
scheidet sich von der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs
Unselb
ständigerwerbender
gerade dadurch, dass bei der Einkommensermittlung nicht auf die LSE abgestellt wird, sondern deren Festsetzung unter Berücksichtigung der einzelfallbezogenen Kriterien (Betriebsgrösse, Branche, Erfahrung des Betriebsinhabers usw.) zu erfolgen hat (Urteil des Bundesgerichts I 707/06 vom 9. Juli 2007 E. 3.3.1 mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung kann die Aufnahme einer unselbständigen Erwerbstä
tigkeit als zumutbar erscheinen, wenn davon eine bessere erwerbliche Verwer
tung der Arbeitsfähigkeit erwartet werden kann und der berufliche Wechsel unter Berücksichtigung der gesamten
Umstände (Alter, Aktivitätsdauer, Ausbildung, Art der bisherigen Tätigkeit, persönliche Lebensumstände) als zumutbar erscheint (Urteil des Bundesgerichts 9C_356/2014 vom 14. November 2014 E. 3.1 mit Hin
weisen auf Urteile I 116/03 vom 10. November 2003 E. 3.1 und I 145/01 vom 12. September 2001 E. 2b).
2.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
3.
3.1
Dr. Z._
nannte mit Abklärungsbericht vom 3
1.
Januar 2014
(Urk. 7/56)
als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
-
c
hronische schmerzhafte Bewegungs- un
d Belastungseinschränkung recht
es Schultergelenk mit konsekutiver
Muskelverschmä
chtigung
am rechten Ober- und U
n
tera
rm als Zeichen chronischer Gebra
u
chsminde
rung bei Z
u
sta
n
d nach zweimaliger arthrosk
o
pischer Oper
ation
der rech
ten Schulter im Mai und August 2009 mit
subakromialer
Dekompression,
Débridement
und Resektion eines Kalkherdes aus der Supraspinatus-Sehne und postoperativ
algodystrophem
Verlauf
-
c
hronische
Lumboischialgie
links mit Nervenwurzelreizung S1 bei MRI-gesicherter Diskushernie L5/S1
-
c
hronische
Gonalgie
links mit klinisch eindeutiger
Aussenmeniskussymp
tomatik
und Verdacht auf
B
a
kerzyste
bei MRI gesicherter degenerativer
Meniskopathie
mit Ruptur
-
c
hronischer Belastungsschmerz linker
Vorfuss
mit erheblicher Gangst
ö
rung und persistierenden elektrisier
enden Parästhesien bei Zustand n
ach Resektion zweier Morton-Neurome zwischen
2. u
nd
4.
Metatarsale
-Köpf
chen im Oktober 2013
-
c
hronische, belastungsabhängig verstärk
te, distal
betonte Schwellung lin
ker Ober- und Unterschenkel unklarer Genese
In der bisherigen Tätigkeit als Hauswart
in
bestehe
aktuell bzw.
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bereits seit Dezember 2012
keine Arbeitsfähigkeit mehr. Dies gelte vorerst bis auf Weiteres. Nachdem die Gesundheitsschäden aber zum Teil noch unvollständig medi
zinisch
ab
ge
klär
t
und mit Sicherh
e
it auch nicht optimal therapiert worden seien, sei eine Besserung des Gesundheitszustandes medizin
theoretisch möglich, allerdings erfahrungsgemäss erst in einem Zeitraum von etwa 10 bis 1
2
Monaten.
In angepasster Tät
igkeit sei mit Ausnahme eines Zei
traumes von etwa sechs Wochen direkt postoperativ nach der Fuss Operation am 1
5.
Oktober 2013 durch
gehend von ein
e
r 90%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen, resultierend aus einer vollständigen Präsenz und einer geringen
Leistungsminderung von etwa 10
% wegen langsamerer Geschwindigkeit und Notwendigkeit häufigerer Pausen bzw. Arbeitsunterbrechungen.
Als zumutbares Belastungsprofil führte
Dr. Z._
an: Kö
rperlich leichte Tätigkei
ten ohne
Heben und Tragen von Lasten mehr als etwa sechs bis acht Kilogramm, dabei wechselbelastend bis überwiegend sitzend, ohne
Arbeiten in Schulterhöhe oder
über Kopf, ohne häufige
s
Bücken oder andere Zwangshaltungen der Wirbel
säule, ohne Hocken, Knien und Kauern, ohne häufiges Gehen auf unebenem Untergrund oder über längere Strecken (
Urk.
7/56/9).
3.2
Prof.
D._
und
Dr. E._
führten in ihrer
bidisziplinären
Zusammenfas
sung vom
6.
April 2016 (
Urk.
7/115) keine psychiatrischen Diagnosen mit
Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit an. Als psychiatrische Diagnose ohne Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nannte Prof. D._ in seinem psychiatri
schen Teil-Gutachten chronische Schmerzen bei rheumatologischer Grunderkran
kung (ICD-10 R52; Urk. 7/113/20).
Als somatische Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nannten Dr. E._ und Prof. D._ aus
bidisziplinärer
Sicht (Urk. 7/115):
-
verminderte Belastbarkeit und Beschwerden der LWS bei
-
geringen degenerativen Veränderungen,
Osteochondrose
L5/S1 und foraminale Diskushernie L5/S1 links mit Kompression der Nervenwur
zel L5 links mit
-
normalen elektrodiagnostischen Befunden (Januar 2013)
-
ohne radikuläre Zeichen
-
verminderte Belastbarkeit und Beschwerden beider Knie bei
-
rechts: Status nach Arthroskopie am 28. Januar 2015 mit
Teilmenis
kektomie
am Hinterhorn des Innenmeniskus mit guter klinischer Wir
kung
-
links:
subchondraler
Knochen-Zyste im lateralen
Tibiaplateau
bei
-
intakten
Meniski
und intakten Bändern (MRI Juni 2013)
-
ohne wesentliche degenerative Veränderungen (Röntgen Mai 2013)
-
verminderte Belastbarkeit und Beschwerden des rechten Schultergelenks bei
-
Status nach zwei Arthroskopien:
-
29. April 2009 subacromiale Dekompression und Entfernung eines kleinen Kalkherdes
-
26. August 2009 erneute Kalkentfernung und offener Verschluss einer Lücke des M. deltoideus mit
-
passagerer
Frozen
shoulder
und
-
aktuell:
-
normale Beweglichkeit des rechten Schultergelenks und
-
deutliche Reduktion der Umfangsminderungen am rechten Arm gegenüber dem linken Arm im Vergleich zu Januar 2014
-
ohne Verkalkung und ohne Omarthrose (Röntgen März 2016) mit
-
leichter Osteopenie des rechten Radius (T-Wert -1.2) und normaler Knochendichte am linken Radius (T-Wert +0.1) bei
-
deutlicher Osteopenie lumbal und
femoral
(DEXA März 2016)
-
minimaler T-Wert -2.3 im linken Schenkelhals
In einer angepassten Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin zu 100 % arbeitsfähig (Urk. 7/115).
3.3
Dr. C._ erklärte mit Stellungnahme zu Händen der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin vom 17. Juli 2016 (Urk. 7/130), entgegen der Beurteilung von Dr. E._ sei die Beweglichkeit der rechten Schulter eingeschränkt. Aktive Elevation sei nicht möglich. Nacken- und Schürzengriff seien klar einge
schränkt. Damit seien Überkopfarbeiten kaum möglich, Staubsaugen und Böden-Aufnehmen seien massiv erschwert. Es bestünden
auch nach Knie-Arthroskopie mit
Teilmeniskektomie
des Hinterhorn-Innenmeniskus noch Schmerzen im rech
ten Knie, vor allem beim Vornüberbeugen. Knien sei nicht möglich. Gehen sei nur verlangsamt und aufgrund einschiessender Schmerzen im linken Fussballen hinkend möglich. Das Abrollen sei nicht möglich. Die schmerzbedingte Schon
haltung induziere asymmetrische Fehlbelastungen, was die bestehende
lumbos
pondylogene
, partiell
lumboradikuläre
Symptomatik (foraminale Diskushernie L5/S1 links) weiter verstärke.
Treppenauf
- und Treppenabstieg seien erschwert und verlangsamt. Erst nach der Begutachtung aufgetreten sei ein symptomati
sches streckseitiges Handgelenksganglion links, welches am 26. Mai 2016 habe operiert werden müssen.
Im angestammten Beruf als
Hausabwartin
(selbständig) bestehe eine knapp 50%ige Arbeitsfähigkeit. Da die Beschwerdeführerin von ihrer Ausbildung her manuell arbeiten müsse, sei keine angestammte Tätigkeit mit höherer Arbeitsfä
higkeit denkbar. Versicherungsrechtlich stelle sich die Frage, ob mit einer Umschulung eine höhere Arbeitsfähigkeit in einem einkommensmässig gleich
werten Erwerbsfeld möglich wäre. Aktuell sei bei der massiven Beeinträchtigung des Bewegungsapparates eine höchstens 50%ige Arbeitsfähigkeit gegeben.
3.4
Am 23. September 2016 nahm Dr. E._ zu den Einwänden der Beschwerde
führerin sowie dem Bericht von Dr. C._ vom 17. Juli 2016 Stellung (Urk. 7/133). Dr. E._ hielt unter anderem fest, dass Überkopfarbeiten für die Beschwerdeführerin tatsächlich schwierig seien. Betreffend die Stellungnahme von Dr. C._ erklärte sie, leider habe es Dr. C._ unterlassen, ihre Befunde mit der Neutral-Null-Methode oder mit irgendeiner anderen geeigneten Methode zu dokumentieren, sodass sie zu den Abweichungen keine Stellung nehmen könne. Dennoch gehe sie mit Dr. C._ einig, dass die Beschwerdeführerin in ihrer Tätigkeit als selbständige Putzfrau vermutlich in einem Teilbereich einge
schränkt sei. Leider mache Dr. C._ keine Angaben zur Arbeitsfähigkeit in einer
angepassten Tätigkeit. Dr. C._ berichte, dass der Beschwerdeführerin die aktive Elevation der rechten Schulter nicht möglich sei. Bei den Röntgenuntersuchungen beider Schultern am 31. März 2016 sei allerdings die Elevation beidseits normal und seitgengleich möglich gewesen. Im Übrigen schwimme die Beschwerdefüh
rerin gerne und oft. Schwimmen sei in jedem Schwimmstil nur mit einer aktiven Elevation der Schultern möglich. Bei der Operation am linken Handrücken vom 26. Mai 2016 habe es sich um einen halbstündigen ambulanten Eingriff gehan
delt.
3.5
Dr. med. I._, welcher am 9. Januar 2017 Hansen-Osteotomien
II-IV links vorgenommen hatte (Urk. 7/141), berichtete der IV-Stelle am 12.
Okto-ber
2017 (Urk. 7/148), bei der letztmaligen Kontrolle vom 15. August 2017 sei es der Beschwerdeführerin mit dem Fuss sehr gut gegangen. Sie sei mit dem Resultat sehr zufrieden gewesen, sodass sie auch die Arbeit ab dem 21. August 2017 wie
der habe aufnehmen können. Von ihrer Seite aus seien betreffend Fuss keine weiteren Kontrollen mehr nötig.
3.6
Dr. med. J._, Oberarzt, Augenklinik des H._, nannte mit Bericht an die Beschwerdegegnerin vom 19. Oktober 2017 (Urk. 7/149) als
ophtalmologische
Diagnose:
-
Verdacht auf Ziliarkörper-Adenom/Adenokarzinom
Bei aktuell fehlender Grössenprogression begrenze sich die Behandlung momen
tan auf Observation. Es seien regelmässige augenärztliche Kontrollen notwendig. Aus
ophtalmologischer
Sicht sei die Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt.
4.
4.1
4.1.1
Die Beschwerdegegnerin hatte mit Verfügung vom 19. März 2015 (Urk. 7/97) einen Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin verneint. Diese Verfügung basierte im Wesentlichen auf der Einschätzung von Dr. Z._ vom 31. Januar 2014 (E. 3.1).
Das hiesige Gericht
hob
mit Urteil vom 2
4.
Juni 2015 (
Urk.
7/102)
die Verfügung vom 19. März 2015 auf und wies
die Sache zur Einholung eines psy
chiatrischen Gutachtens an die Beschwerdegegnerin z
urück
. In der Folge
gab
die Beschwerdegegnerin nicht nur ein psychiatrisches, sondern ein rheumatologi
sche
s-psychiatrische Gutachten in Auftrag (Urk. 7/111).
Das Gutachten von
Dr. Z._
erfüllt die rechtsprechungsgemässen Anforderungen, welche an beweistaugliche medizinische Gutachten gestellt werden:
Das Gutach
ten ist für die streitigen Belange umfassend, es beruht auf allseitigen Untersu
chungen, es berücksichtigt die geklagten Beschwerden, es ist in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden, es leuchtet in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und die darin enthaltenen Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar begrün
det (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a). In Anbetracht dessen, dass Prof.
D._
in seinem im Nachgang zu
m
Urteil des hiesigen Gerichts vom
24. Juni 2015 (Urk. 7/102)
eingeholten psychiatrischen Teilgutachten keine psychiatrische Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit erheben und entsprechend aus psychiatrischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
feststellen
konnte, was sowohl von der Beschwerdeführerin (
Urk.
1 S. 12) wie auch von der Beschwerdegegnerin zu Recht nicht in Frage gestellt
wird
, bildet das Gutachten von
Dr. Z._
eine zuverlässige Beurteilungsgrundlage für die Arbeitsf
ähigkeit der Beschwerdeführerin
.
4.1.2
Die Einschätzung von
Dr. Z._
deckt sich im Wesentlichen mit derjenigen von
Dr. E._ (Urk. 7/115+116)
. Beide Gutachter erachten die Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit als 100
%
arbeitsfähig. Während
Dr. Z._
davon ausg
ing
, dass in einer angepassten Tätigkeit wegen langsamerer Geschwindigkeit und
der
Notwendigkeit häufigerer Pausen eine Leistungsminderung von etwa 10
%
bestehe
(
Urk.
7/56/9), führte
Dr. E._
keine solche Leistungsminderung an. Wie nachfolgend zu zeigen ist, kann offenbleiben, ob diese Differenz durch eine Verbesserung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin –
was
von Dr.
Z._
in seinem Gutachten ausdrücklich
als
für möglich
gehalten wurde (Urk. 7/59/9)
– oder durch eine unterschiedliche Beurteilung begründet ist.
Hinsichtlich des rheumatologischen (Teil-)Gutachtens von
Dr. E._
ist ins
besondere strittig, ob
Dr. E._
den
von der Beschwerdeführerin geklagten Fussbeschwerden hinreichend Rechnung
trug
.
Dr. E._
stellte einen inter
mittierend hinkenden Gang fest, der sich bei Ablenkung jedoch normalisiert
e
(
Urk.
7/116/
6
4 und
Urk.
7/116/71). Unter Verweis auf die MRI-Untersuchung des linken Fusses vom Mai 2014 und ihrer klinisch erhobenen Befunde stellte sie hinsichtlich des linken Fusses keine Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit (
Urk.
7/116/71). Eine neuerliche bildgebende Untersuchung ordnete sie nicht an, da das genannte MRI einen g
uten postoperativen Befund zeig
e und seither im Bereich der Füsse nic
hts Neues eingetreten sei (Urk.
7/133/1).
Welche Abklärungen
und Untersuchungen für eine umfassende Expertise als not
wendig erscheinen, ist grundsätzlich Sache des begutachtenden Arztes (Urteil des Bundesgerichts 8C_530/2015 vom
6.
Januar 2016 E. 5.2).
Wie si
ch sowohl aus dem Gutachten von Dr. E._
wie auch demjenigen von
Prof.
D._
ergibt,
war bzw.
ist es der Beschwerdeführerin trotz der geklagten Fussbeschwerden möglich, längere Zeit zu gehen. So ist de
m
(Teil-)Gutachten von
Dr. E._
zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin drei- bis viermal täglich während jeweils 20 bis 60 Minuten mit ihrem Hund spazieren geht
.
A
m Vortag der Unter
suchung
unternahm
sie beispielsweise
am Morgen einen Spaziergang mit ihrem Hund, der eine Stunde dauerte
. Am Nachmittag ging sie mit ihrer Tochter und ihrem Hund auf dem
Uetliberg
spazieren. Nach dem Nachtessen machte sie noch
mals einen Spaziergang von ca. einer halben Stunde (
Urk.
7/116/61).
A
ufgrund
dieser
verbliebenen Aktivität der Beschwerdeführerin
steht
fest, dass die Fussbe
schwerden zumindest einer
Tätigkeit, die
dem von
Dr. Z._
erstellten Belastungs
profil, gemäss welchem nur wechselbelastende
bis überwiegend sitzende
Tätig
keit
en
möglich sind,
entspricht, nicht entgegenstehen
.
Da es der Beschwerdefüh
rerin – wie nachfolgend gezeigt (E. 6.) – möglich ist, in einer solchen Tätigkeit ein
rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen, erübrigen sich Weiterungen zu den von Dr. E._ getätigten Abklärungen.
Anzufügen bleibt, dass es sich bei der von Dr. Z._ in seiner Stellungnahme vom 24. Mai 2014 angeführten 100%igen bzw. weitgehenden Arbeitsunfähigkeit (Urk. 7/96/2-3) für eine angepasste Tätigkeit lediglich um die Beurteilung einer zwischenzeitlichen Verschlechterung, nicht aber um die Einschätzung einer län
ger andauernden Arbeitsfähigkeit handelt.
4.2
Die Stellungnahme von Dr. C._ vom 17. Juli 2017 (E. 3.3; Urk. 7/130) vermag die Einschätzung von Dr. Z._ und Dr. E._ nicht in Frage zu stellen. Dr. C._ erklärte in ihrem Bericht, dass die Beschwerdeführerin in der ange
stammten Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig sei, womit sie eine weitergehende Arbeitsfähigkeit als Dr. Z._ und E._ attestierte. Es ist unklar, ob Dr. C._ mit ihrer Stellungnahme der Beschwerdeführerin auch in einer angepassten Tätigkeit lediglich eine 50%ige Arbeitsfähigkeit attestieren wollte. Eine derartige Einschränkung wäre jedenfalls nicht nachvollziehbar, ist doch nicht ersichtlich, weshalb die Beschwerdeführerin eine ihren Leiden angepasste Tätigkeit, das heisst insbesondere eine wechselbelastende bis überwiegend sitzende Tätigkeit, nicht in einem weitergehenden Umfang als die körperlich anstrengende angestammte Tätigkeit ausüben können soll. Mit Bericht vom 29. Oktober 2014 (Urk. 7/89/3) hielt Dr. C._ im Übrigen selber fest, dass ihr zur Beurteilung der komplexen Gesamtsituation das spezifische versicherungsmedizinische Wissen fehle.
4.3
Aus dem Bericht von Dr. I._ 12. Oktober 2017 (E. 3.5, Urk. 7/148) ergibt sich, dass sich die Beschwerden am linken Fuss gebessert hätten. Dies wird auch von der Beschwerdeführerin selber in ihrer Beschwerdeschrift bestätigt (Urk. 1 S. 13). Aus dem Bericht von Dr. I._ ergibt sich somit – zumindest – keine weitergehende
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit als von Dr. Z._ und Dr. E._ attestiert.
4.4
Nachdem Dr. J._ erklärte, dass die Beschwerdeführerin aus
ophtalmologischer
Sicht nicht in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei (E. 3.6) und sich die weiteren aktenkundigen Arztberichte nicht begründet (vgl. Bericht von Dr. med. K._, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, vom 4. Februar 2013, Urk. 7/46/7) bzw. überhaupt nicht zur länger andauernden Arbeitsfähigkeit der Beschwerde
führerin in einer angepassten Tätigkeit äussern (vgl. Berichte von Dr. med. L._, Fachärztin FMH für Neurologie, vom 10. Dezember 2012, Urk. 7/46/11-12, von Dr. med. M._, Facharzt FMH für Innere Medizin, vom 8. Januar 2013, Urk. 7/46/13-14, der Y._ vom 30. Januar 2013, Urk. 7/46/17-19, vom 1. März 2013, Urk. 7/89/48-49, vom 26. März 2013, Urk. 7/89/46-47, vom 22. April 2013, Urk. 7/89/43-45, vom 21. Mai 2013, Urk. 7/46/26-27, vom 4. Juni 2013, Urk. 7/89/41-42, vom 13. Juni 2013, Urk. 7/89/37-38, vom 14. Juni 2013, Urk. 7/49, vom 16. Juli 2013, Urk. 7/89/35-36, vom 28. August 2013, Urk. 7/89/33-34, vom 25. September 2013, Urk. 7/89/31-32, vom 15. Oktober 2013, Urk. 7/89/29-30, vom 28. November 2013, Urk. 7/89/27-28, vom 23. Dezember 2013, Urk. 7/89/25-26, und vom 28. Januar 2014, Urk. 7/89/17-18, der A._ vom 8. April 2014, Urk. 7/89/23-24, vom 22. April 2014, Urk. 7/89/19-20, und vom 7. Mai 2014, Urk. 7/71, der B._ vom 24. Juni 2014, Urk. 7/76, vom 15. Juli 2014, Urk. 7/77, vom 22. Juli 2014, Urk. 7/80, vom 29. Juli 2014, Urk. 7/79, vom 3. Oktober 2014, Urk. 7/84/1-2, und vom 31. Januar 2015, Urk. 7/94, sowie des H._ vom 29. Januar 2015, Urk. 7/98/11-12) bzw. auf längere Sicht eine vollständige Arbeitsfähigkeit attestieren (Bericht der Y._ vom 24. Oktober 2013, Urk. 7/53) und sich den Berichten auch keine Befunde entnehmen lassen, welche die Beurteilungen von Dr. E._ und Dr. Z._ in Frage stellen würden, steht fest, dass die Beschwerdeführerin
auch nach der Begutachtung durch Dr. Z._ zumindest nicht in weitergehendem Umfang als von diesem erhoben für längere Zeit in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt war.
5.
5.1
Es bleibt damit die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen dieser Einschrän
kungen vorzunehmen.
Dabei sind grundsätzlich die
Gegebenheiten im Zeitpunkt des hypoth
etischen Rentenbeginns, mithin jene des Jahres
2013 (vgl. E. 2.2)
,
massgebend
(
BGE 129 V 222 E. 4.3.1).
Die Beschwerdeführerin ist seit 1999
(Urk.
7/28/2,
Urk.
7/43/2,
Urk.
7/113/9,
Urk.
7/117)
im Bereich Hauswar
tung/Reinigung selbständig erwerbstätig. Nachdem sie diese Tätigkeit grössten
teils nicht mehr ausüben kann (vgl. E. 4), gilt es zu prüfen, ob ihr die Aufgabe der selbständigen Tätigkeit zumutbar ist.
5.2
Nach der Rechtsprechung gilt im Gebiet der Invalidenversicherung ganz allge
mein der Grundsatz, dass die versicherte Person, bevor sie Leistungen verlangt, alles ihr Zumutbar
e
selber vorzukehren hat, um die Folgen ihrer Invalidität best
möglich zu mildern. Als Richtschnur bei der Interessenabwägung kann gelten, dass die Anforderungen an die Schadenminderungspflicht zulässigerweise dort strenger sind, wo eine erhöhte Inanspruchnahme der Invalidenversicherung in Frage steht. Dies trifft beispielsweise zu, wenn der Verzicht auf schadenmin
dernde Vorkehren Rentenleistungen auslösen würde (Urteil des Bundesgerichts I 365/03 vom 8. Juli 2004 E. 4.2 mit Hinweisen; BGE 113 V 32). Ein Rentenan
spruch ist dann zu verneinen, wenn die versicherte Person selbst ohne
Eingliede
rungsmassnahmen
, nötigenfalls mit einem Berufswechsel,
zumutbarerweise
in der Lage ist, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Urteil des Bundesgerichts 8C_460/2011 vom 22. September 2011 E. 2 mit Hinweisen).
Für die Auslegung des unbestimmten Rechtsbegriffs der zumutbaren Tätigkeit nach Art.
16 ATSG
im Allgemeinen, wie bei der Aufgabe der selbstständigen Erwerbstätigkeit im Besonderen, sind die gesamten subjektiven und objektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zu berücksichtigen. Im Vordergrund stehen bei den subjektiven Umständen die verbliebene Leistungsfähigkeit sowie die weiteren persönlichen Verhältnisse, wie Alter, berufliche Stellung, Verwurzelung am Wohnort
etc
. Bei den objektiven Umständen sind insbesondere der ausgeglichene Arbeitsmarkt und die noch zu erwartende Aktivitätsdauer
massgeblich
(Urteil
des Bundesgerichts 8C_460/2011 vom 22. September 2011 E. 2 mit Hinweisen).
Rechtsprechungsgemäss
ist eine Betriebsaufgabe nur unter strenger Vorausset
zung unzumutbar und es kann ein Betrieb selbst dann nicht auf Kosten der Inva
lidenversicherung aufrechterhalten werden, wenn die versicherte Person darin Arbeit von einer gewissen
erwerblichen Bedeutung leistet (Urteil des Bundesge
richts 9C_834/2011 vom 2. April 2012 E
. 4.
5.3
Der Umstand, dass die Beschwerdeführerin wenige Jahre vor der Pensionierung steht, steht der Zumutbarkeit eines Berufswechsels nicht per se entgegen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_356/2014 vom 14. November 2014 E. 3.2). Dies gilt vorliegend umso mehr, als ein Berufswechsel aufgrund der Beschwerden schon seit längerer Zeit angezeigt gewesen wäre (vgl. E. 3.1). Wie sich aus den obigen Ausführungen ergibt, ist die Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit praktisch nicht mehr, in einer behinderungsangepassten Tätigkeit jedoch zu 100 % arbeits- bzw. zu 90 % leistungsfähig (E. 4). Die Beschwerdeführerin erzielte mit ihrer selbständigen Erwerbstätigkeit ein stark variierendes, insgesamt aber recht geringes Einkommen (2000: Fr. 41'700.--, 2001: Fr. 32'200.--, 2002: Fr. 9'900.--, 2003: Fr. 8’307.--, 2004: Fr. 24'000.--, 2005: Fr. 30'200.--, 2006: Fr. 54'700.--, 2007: Fr. 8'698.--, 2008: Fr. 30'700.--, 2009: Fr. 28'900.--, 2010: Fr. 34'400.--, 2011: 14'000.--, 2012: Fr. 9'094.--, 2013: Fr. 9'333.--; Urk. 7/117), wobei sie gleichzeitig bis 2011 auch noch für die N._ und O._ tätig war und dabei ein Einkommen von Fr. 4'800.-- bzw. rund Fr. 3'000.-- pro Jahr erzielte (Urk. 7/50). Wie nachfolgend zu zeigen ist, ist es der Beschwerdeführerin – im Gegensatz zur angestammten Tätigkeit – in einer behinderungsangepassten Tätigkeit möglich ein rentenausschliessendes Einkom
men zu erzielen. In Anbetracht des Gesagten und unter Berücksichtigung der der Beschwerdeführerin obliegenden Schadenminderungspflicht ist es ihr daher zumutbar, einen Beruf- bzw. Statuswechsel vorzunehmen.
6.
6.1
6.1.1
Für die Ermittlung des
Valideneinkommens
ist rechtsprechungsgemäss entschei
dend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbe
ginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde, und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da erfah
rungsgemäss die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen von diesem Erfahrungssatz müssen mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit erstellt sein (BGE 135 V 58 E. 3.1).
Die bundesgerichtliche Rechtsprechung
schliesst
nicht aus, dass auch bei Er
werbstätigen unter Umständen nicht auf das zuletzt erzielte Einkommen abge
stellt wird. Das trifft bei selbständig Erwerbenden dann zu, wenn aufgrund der Umstände mit überwiegender Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist, dass der Ver
sicherte im Gesundheitsfall seine nicht einträgliche selbständige Tätigkeit aufge
geben und eine besser
entlöhnte
andere Tätigkeit angenommen hätte, oder dann, wenn die vor der Gesundheitsbeeinträchtigung ausgeübte selbständige Tätigkeit wegen ihrer kurzen Dauer keine genügende Grundlage für die Bestimmung des
Valideneinkommens
darstellt, zumal in den ersten Jahren nach Aufnahme der selbständigen Erwerbstätigkeit üblicherweise aus verschiedenen Gründen (hohe Abschreibungsquote auf Neuinvestitionen etc.) die Betriebsgewinne gering sind. Wenn sich hingegen der Versicherte, auch als seine Arbeitsfähigkeit noch nicht beeinträchtigt war, über mehrere Jahre hinweg mit einem bescheidenen Einkom
men aus selbständiger Erwerbstätigkeit begnügt hat, ist dieses für die Festlegung des
Valideneinkommens
massgebend
, selbst wenn besser
entlöhnte
Erwerbsmög
lichkeiten bestanden hätten. Das gilt auch dann, wenn beim Invalideneinkommen dem Versicherten aufgrund der Schadenminderungspflicht zugemutet wird, in eine
einträglichere unselbständige Tätigkeit zu wechseln (BGE 135 V 58 E. 3.4.6 mit diversen Hinweisen).
6.1.2
Die Beschwerdeführerin war seit 1999
hauptsächlich
selbständig erwerbend
(vgl. Urk. 7/117)
. Wie dargelegt, variierte ihr Einkommen
aus dieser Tätigkeit
relativ stark.
D
as von
der Beschwerdeführerin
erzielte Einkommen
erreichte insgesamt mit Ausnahme der Jahre 2000, 2001 und 2006 (vgl. Urk. 7/117/1 und Urk. 7/117/4) nie die Höhe
des von der Beschwerdegegnerin gestützt auf statisti
sche Daten errechnete
Valideneinkommen
s
von Fr. 54‘342.80 (Urk. 2 und Urk. 7/117)
. Wie nachfolgend zu zeigen ist, muss jedoch nicht
abschliessend
ent
schieden werden, ob das von der Beschwerdegegnerin ermittelte
Valideneinkom
men
rechtens ist, hat die Beschwerdeführerin
doch
so oder anders keinen A
nspruch auf eine Invalidenrente, was im Übrigen auch gilt, wenn – wie von der Beschwerdeführerin verlangt (Urk. 1 S. 20) – auf das Einkommen von Frauen über 50 abgestellt würde.
Diesfalls
beliefe sich das
Valideneinkommen
im Jahr 2013, das
heisst
dem Jahr des frühestmöglichen hypothetischen Rentenbeginns (vgl. E. 2.2), auf Fr. 55‘220.-- (Fr. 4‘393.-- [Schweizerische Lohnstrukturerhebung 2012, Tabelle T17, Ziff. 91] x 12 : 40 x 41,9 [betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirt
schafts
abteilungen in Stunden pro Woche] : 101,9 x 101,9 [Nominallohnindex Frauen, Tabelle T1.2.10, Ziff. 90-96]).
6.2
6.2.1
Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erzielbare Ein
kommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln, wobei an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten keine übermässigen Anforderungen zu stellen sind (Urteil des Bundesgerichts 9C_734/2013 vom 1
3.
März 2014 E. 2.1 mit Hinweis auf SVR 2008 IV Nr. 62 S. 203, 9C_830/2007 E. 5.1).
Beim ausgeglichenen Arbeitsmarkt handelt es sich um eine theoretische Grösse, so dass nicht leichthin angenommen werden kann, die verbliebene Leistungsfä
higkeit sei unverwertbar.
Eine Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ist in denjenigen Fällen anzuneh
men, in denen die zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erschein
t (Urteil des Bundesgerichts 9C_
485/2014 vom 28. Novembe
r 2014 E. 3.3.1 mit Hinweisen).
Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumut
bar ist. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leis
tungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt ab von den Umständen, die mit Blick auf die Anforderungen der Verweisungstätigkeiten massgebend sind (Urteil
des Bundesgerichts 9C_954/2012 vom 10. Mai 2013 E. 2 mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 107 V 17 E. 2c).
Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in die
sem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem
angestammten Bereich sein (Urteil des Bundesgerichts 9C_734/2013 vom 13. März 2014 E. 2.1 mit Hinweisen).
Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt auch davon ab, welcher Zeitraum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht. Die im gesamten Bereich des Sozialversicherungsrechts geltende Schadenminderungspflicht und die daraus abgeleitete Selbsteingliederungslast gebieten grundsätzlich, die Frage nach der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit möglichst früh zu beantworten. Gemäss BGE 138 V 457 E. 3.4 steht die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-) Erwerbs
tätigkeit fest, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuverläs
sige Sachverhaltsfeststellung erlauben (Urteil des Bundesgerichts 9C_734/2013 vom 13. März 2014 E. 2.2 mit weiteren Hinweisen).
6.2.2
Wie dargelegt (E. 4) sind der Beschwerdeführerin angepasste Tätigkeiten noch vollschichtig zumutbar, wobei (höchstens) eine 10%ige Leistungseinschränkung besteht. Unter Beachtung des Zumutbarkeitsprofils (E. 4) stehen ihr weiterhin diverse Arbeitstätigkeiten offen. Insbesondere sind ihr feinmotorische Tätigkei
ten, Überwachungsarbeiten und gewisse Sortierarbeiten weiterhin möglich. In Anbetracht dessen und unter Berücksichtigung, dass die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt, als das Gutachten von Dr. E._ und Prof. D._ (Urk. 7/113 und Urk. 7/115-116) erstattet wurde (April 2016), erst 59 Jahre alt war, womit ihr noch fünf Jahre bis zur ordentlichen Pensionierung blieben, und das Bundesge
richt für die Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit älterer Menschen relativ hohe Hürden entwickelt hat (vgl. Urteil 8C_345/2013 vom 10. September 2013 E. 4.3.3), ist der Beschwerdeführerin – entgegen ihres Einwandes (Urk. 1 S. 20) - die
Verwertbarkeit der verbliebenen Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch möglich und zumutbar.
6.2.3
Da die Beschwerdeführerin ihre verbliebene Arbeitsfähigkeit nicht in
zumutba
rerweise
in einer angepassten Tätigkeit ausschöpft, ist das
Valideneinkommen
gestützt auf Tabellenlöhne zu berechnen. Es ist dabei auf das Einkommen abzu
stellen, welches Frauen, die einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerkli
cher Art ausüben, im Median erzielen. Es besteht kein Anlass, lediglich auf den Sektor Dienstleistungen abzustellen (Urk. 1 S. 21), gibt es doch insbesondere auch im Sektor 2 (Produktion) Tätigkeiten, welche die Beschwerdeführerin weiterhin ausüben kann (vgl. E. 6.2.2). Bei einem Tabellenlohn von Fr. 4‘112.-- (LSE 2012, Tabelle TA1, Total, Kompetenzniveau 1, Frauen) resultiert für das Jahr 2013 ein Einkommen von Fr. 51‘743.70 (Fr. 4‘112.
x 12 : 40 x 41,7
[
betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche] : 102,0 x 102,6 [Nominallohnindex Frauen, Tabelle T1.2.10]) bzw. unter Berücksichtigung einer 10%igen Leistungsminderung von Fr. 46‘569.35 (Fr. 51‘743.70 x 0,9).
6.2.4
Die Beschwerdegegnerin nahm einen Abzug vom Tabellenlohn von 20 % vor (Urk. 2). Es kann offen bleiben, ob dies gerechtfertigt ist, hat die Beschwerdefüh
rerin doch selbst bei einem Abzug von 25 %, was dem höchstens zulässigen Abzug entspricht
(BGE 135 V 297 E. 5.2
)
,
keinen Anspruch auf eine Invaliden
rente ([Fr. 55‘220.-- – Fr. 46‘569.35 x 0,75] :
Fr. 55‘220.-- = 36,8 %).
7.
Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist abzu
weisen.
8.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 800.-- festzulegen und
ausgangsgemäss
von der Beschwerdeführerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).