Decision ID: 23961a36-40e0-47a2-9b8a-8e9254e213ae
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1984,
absolvierte
nach dem obligatorischen Schul
besuch sow
ie einem Hauswirtschaftsjahr ab August 2002
bei der Schweizeri
schen Rückversicherungs-Gesellschaft
(
Y._
)
eine
Ausbildung als
Hotel
fachassistentin (
Fähigkeitszeugnis vom 1
1.
August 2005,
Urk.
8/4) und wurde
von dieser
anschliessend noch bis Ende November 2005 weiterbeschäftigt (Urk.
8/5/4 und
Urk. 8/11
)
.
Am 2
7.
Juni 2005 ersuchte die
Y._
die
Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle
,
darum, der Versicherten
Hilfe bei der Stellenvermittlung
zu gewähren (Urk.
8/6, unter Beilage des
von der Versicherten gleichentags
unterze
ichneten Anmeldeformulars, Urk.
8/5
; vgl.
Urk.
8/2
)
.
Die IV-Stelle
klärte die
medizinischen (Urk.
8/8
,
Ur
k.
8/12
und Urk.
8/20/3
)
und beruflichen Verhältnisse (
Urk.
8/11 und
Urk.
8/24)
ab
und gewährte der Versicherten m
it Verfügung vom
1.
März 2006 Beratung und Un
t
erstützung bei
der Stellensuche
(
Urk.
8/29). Sodann sprach sie ihr, ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 50
%
,
mit Verfügungen vom 14.
März 2006 mit Wirkung ab
1.
Juni 2004 ein
e halbe Invalidenrente zu (Urk.
8/
30-
31).
Am 2
2.
Juni 2006 verfügte die IV-Stelle unter Hinweis darauf, dass gemäss den An
gaben der Versicherten eine Arbeitsvermittlung zur Zeit
– wegen Schwanger
schaft -
nic
ht möglich sei
, den Abschluss der Ar
beitsvermittlung (Urk.
8/39).
2.
Im Rahmen des
im Dezember 2008 von Amtes wegen eingeleiteten Revisions
verfahrens holte die IV-Stelle den „Fragebogen für Revision der Invaliden
r
ente/Hilflosenentschädigung“
(
Urk.
8/51), die Auszüge aus dem Individuellen Konto der Versicherten (
Urk.
8/52)
sowie den Bericht ihrer Hausärztin,
Dr.
med.
Z._
, FMH Allgemeine Innere Medizin, vom 3
0.
März 2009 (
Urk.
8/56/1-7, unter Beilage des Austrittsberichts des Psychiatrie-Zentrums
G._
vom 2
3.
Februar 2009 [
Urk.
8/56/8-11])
ein
. Am
5.
Oktober
2009
wurde eine psychiatrische Standortbestimmung im Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) durchgeführt (
Urk.
8/60 und
Urk.
8/105/2). Im Weiteren tätigte die IV-Stelle Abklärungen zur beruflichen Situation
(Urk.
8/72)
und
leistete daraufhin
Kostengutsprachen
für ein Belastbarkeits
- und Aufbau
training bei „ASCOL by Brüggli“
in Romanshorn
vom 2
2.
März bis 21.
Juni 2010 (Mit
teilung vom 1
2.
März 2010, Urk.
8/73)
resp. vom 2
2.
Juni bis 2
1.
Dezember 2010 (Mitteilung
vom 1
4.
Juni 2010,
Urk.
8/79).
Am
2
9.
Juni 2010
teilte die Versicherte mit, dass
sie aus persönlichen Gründen das Aufbautraining nach der Sommerferienpause nicht fortsetz
en könne (Urk.
8/81/2-3)
.
Am
1.
November
2010 liess die IV-Stelle
durch ihren Abklärungsdienst
eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeits
fähigkeit in Beruf und Hau
shalt
durchführen
(Bericht vom 1
2.
November 2010,
Urk.
8/87).
Am 18. November 2010
verfügte
sie
– nach durchgeführtem Vorbe
scheidverfahren (
Urk.
8/83) -
die Einstellung der Integrationsma
ssnahme per 13.
Juli 2010 (Urk.
8/88)
. N
ach weiteren Abklärungen (Urk.
8/91)
gewährte sie der Versicherten
Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche während eines Jahres durch die
A._
AG in Zürich (Mitteilung vom 2
6.
Apr
il 2011, Urk.
8/92).
Im Rahmen des
A._
-Program
ms fand die Versicherte per 29.
März 2012 eine befristete Anstellung bei der
B._
AG al
s Unterhaltsreinigerin im
I._
(Urk.
8/95-97).
Die IV-Stelle zog den Bericht
der
C._
–
O._
,
Ambulatorium
P._
,
vom 21.
November 2012 (Urk.
8/103
[mit handsc
hriftlichen Korrekturen] = Urk.
8/118 [korrigierte Version]
) sowie eine
Stellungnahme des RAD (Urk.
8/105/4)
bei und
kündigte
der Versicherten
mit Vorbescheid vom
29.
Januar 2013 die
Einstell
ung der Invalidenrente an (Urk.
8/107).
Dagegen er
hob diese
am 11
. Februar 2013 Einwand (Urk.
8/109, unter Beilage der ärztli
chen Stellungnahme de
r
C._
vom
4.
Februar 2013 [
Urk.
8/108
]
). Mit Verfügung vom 18.
März 2013 hob die IV-Stelle die Rente
auf
das
Ende des der Zustellung der Verfü
gung folgenden Monats, mithin per Ende April 2013,
auf (Urk.
8/112 =
Urk.
2).
3.
Hiergegen liess die Versicherte du
rch Rechtsanwalt Adrian Zogg
am 3
0.
April 2013 Beschwerde erheben und beantragen, es sei die V
erfügung vom 1
8.
März 201
3 aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihr die gesetzli
chen Leistungen
, insbesondere mindestens eine Dreiviertelsrente, auszurichten.
In
prozessualer Hinsicht liess
sie
um Anordnung eines zweiten Schriftenwech
sels
ersuchen
(
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin stellte in ihrer Beschwerdeant
wort vom
6.
Juni 2013 den Antrag auf Abweisung der Beschwerde
(Urk.
7), was der Beschwerdeführerin am 1
0.
Juni 2013 unter Hinweis darauf, dass für die Anordnung eines förmlichen zweiten Schriftenwechsels kein Anlass bestehe, angezeigt wurde (
Urk.
9). Die
daraufhin
seitens der Beschwerdefüh
rerin einge
reichte Eingabe vom 2
4.
September 2013 (
Urk.
10) wurde der Beschwerdegeg
nerin am 2
5.
September 2013 zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 11).
4.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie d
ie eingereichten Unterlagen ist
, soweit erforderlich, in den nach
folgenden Erwägungen einzugehen
.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Di
e Beschwerdegegnerin
führte zur Begründung der
Rentenaufhebung aus
, ge
mäss ihren Abklärungen seien der Beschwerdeführerin die angestammte Tätig
keit als Hotelfachassistentin sowie angepasste Tätigkeiten
aus medizinischer Sicht
w
eiterhin in einem Pensum von 50
% zumutbar. Die Abklärungen vor Ort hätten ergeben, dass sie ohne Gesundheitsschaden heute aufgrund der Geburt
ihrer Tochter
einer T
ätigkeit zu einem Pensum von 50
% nac
hgehen würde.
Da ihr aus medizinischer Sicht eine Arbeitstätigkeit in einem Pensum von 50
%
zumutbar sei, bestehe im Erwerbsbereich keine Einbusse meh
r. Im Haushaltbe
reich seien
keine (rententangierenden) Einschränkungen
vorhanden
(
Urk.
2).
1.2
Die Beschwerdeführerin brachte dagegen
einerseits
vor, dass die Arbeitsfähig
keit zu hoch festgesetzt worden
sei. Die
C._
habe ihr im Bericht vom 2
1.
November 2012 eine Arbeitsfähigkeit von „maximal“ 50
%
attestiert, wobei sie dies unter dem Titel „Prognose“ dahingehend präzisiert habe, dass sowohl im angestammten Beruf als Hotelfachassistentin als auch in einer angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 30
%
bis 50
%
möglich sei. Werde praxis
gemäss der Mittelwert genommen, ergebe sich eine Arbeitsfähigkeit von 40
%
. Aktuell sei sie laut
C._
sogar
lediglich zu 30
%
arbeitsfähig (
Urk.
1 Seite 4). Anderseits sei s
ie
weiterhin
als Vollerwerbstätige zu
qualifizieren
.
Aufgrund der Arbeitsunfähigkeit von 60
%
(allenfalls sogar 70
%
) resultiere ein Invaliditäts
grad von mindestens 60
%
(
Urk.
1).
2.
2.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetz
t oder aufgehoben (
Art.
17 Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechtes [
ATSG
]
). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen.
Die Invalidenrente ist daher nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revi
dierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebe
nen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben oder eine andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwe
ndung gelangt (BGE 130 V 343 E.
3.5 Seite
349).
2.2
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vor
instanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer). Gemäss ständiger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung - da diese das Verfahren verlängert und verteuert - abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abge
lehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der entscheidrelevante Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. SVR 1995 ALV Nr. 27 S. 69).
3
.
3
.1
3
.1.1
Aus den
von der Beschwerdegegnerin vor Erlass der ursprünglichen Rentenver
fügung
en
vom 1
4.
März 2006
(
Urk.
8/30-31)
beigezogenen Akten geht hervor,
dass die Beschwerdeführerin erstmals im Alter von 14 Jahren wegen wahnhafter Wahrnehmungen im Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst
(KJPD)
D._
abgeklärt worden ist
.
Seit Lehrbeginn
bei der
Y._
im Sommer 2002 zeigte
die Beschwerdeführerin manisch anmutende Phasen und in der Folge Phasen, die von Niedergeschlagenheit
und Antriebslosigkei
t geprägt waren, wobei sie zum Teil auch Ideen von wahnhaftem Charakter geäussert hat
(
Urk.
8/12/2)
.
3
.1.2
Dr.
med.
E._
von der Beratungsstelle für Jugendprobleme der
C._
, bei welcher die Beschwerdeführerin seit dem
5.
August 2003 in Behandlung stand,
diagnostizierte in seinem Bericht
an die Beschwerdegegnerin vom
1
5.
August 2005
eine schizoaffektive Störung (ICD-10
F25.0), bestehend seit
ca.
dem 14.
Altersjahr (Urk.
8/12/1). Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin sei stationär.
Sie sei auf einen Arbeitsplatz angewiesen,
an welchem auf ihre
ver
minderte Leistungsfähigkeit infolge der Negativsymptomatik eingegangen und Rücksicht genommen werden könne. Zudem müsse
von einem phasischen Ver
lauf
mit im Vordergrund stehender manischer Symptomatik
ausgegangen wer
den. Der Arbeitsplatz sollte
wiederholte krankheitsbedingte Abwesenheiten aufgrund manischer oder gemischt schizomanischer Episoden tolerieren können (
Urk.
8/12/2).
3
.1.3
Dr.
med.
F._
vom RAD hielt in seiner Stellungnahme vom 3. November 2005 fest, eine Restarbeitsfähigkeit
in der freien Wirtschaft
sei nur bei einem
verständnisvollen und über das Leiden der
Beschwerdeführerin informierten
Arbeitgeber
möglich
.
Auch dann dürfte man lediglich von einer Leistung von 50
%
bei einem vollen Pensum ausgehen können (
Urk.
8/20/3).
3.1.4
Gestützt darauf ging die Beschwerdegegnerin
bei der ursprünglichen Rentenzu
sprache im März 2006 von
einer 50%igen Erwerbsfähigkeit der Beschwerde
führerin aus (
Urk.
8/31/5).
3
.2
3
.2.1
Den von der Beschwerdegegnerin im Rahmen des Revisionsverfahrens beigezo
genen Akten ist zu entneh
men, dass die Beschwerdeführerin vom 15. Januar bis 2
0.
Februar 2009 im Psychiatrie-Zentrum
G._
hospitalisiert war
. Im betref
fen
den Austrittsbericht vom 23.
Februar 2009 wurde eine bipolare affektive Störung, gegenwärtig manische Episode (ICD-10 F31.1; Differentialdiagnose: schizoaffektive Störung, gegenwärtig manische Episode [ICD-10 F25.2], vor
diagnostiziert 2005 im
C._
erhoben. Zur Arbeitsfähigkeit wur
den keine Anga
ben gemacht (Urk.
8/
56/
8-11).
3
.2.2
Die Hausärztin der Beschwerdeführerin,
Dr.
Z._
, führte in ihrem Bericht an die Beschwerdegegnerin vom 3
0.
März 2009 als Diagnose mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähi
gkeit eine bipolare Störung an.
Aus
allgemeinmedi
zinischer Sicht
könne sie
keine Angaben zur Arbeitsfähigkeit mache
n
(
Urk.
8/56
/6
-7
).
3
.2.3
L
aut der psychiatrischen Standortbestimmung von
Prof.
Dr.
med.
H._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom RAD
vom
5.
Oktober 2009 verhindert bei der
Beschwerdeführerin ein seit der Adoleszenz bestehender Gesundheitsschaden mit Krankheitswert (ICD-10 F31.6; ICD-10 Z60.1) die volle Ausschöpfung der funktionellen Leistungsfähigkeit für beruflich zu verwerte
nde Tätigkeiten
. Aus versicherungsmedizinischer Sicht bestehe medizinisch-theore
tisch
eine Restarbeitsfähigkeit in beruflich frei auf dem Markt zu entfaltender Tätigkeit mit Tendenz zum mit hoher Wahrscheinlichkeit zu steigernden Pen
sum, wenn die Beschwerdeführerin eine eingliederungsorientierte Unterstützung bei flankierender
kontinuierlicher
, störungsspezifisch eingesetzter Behandlung erhalte (
Urk.
8/105/2).
Gemäss der ergänzenden Stellungnahme von RAD-Arzt
Prof.
Dr.
H._
vom 29. Dezember 2009 ist medizinisch-theoretisch die Restarbeitsfähigkeit in an
gepasster Tätigkeit auf 50
%
eines Pensums von 100
%
zu beziffern (Urk. 8/105/3).
3
.2.4
Im Bericht des Ambulatoriums
P._
der
C._
vom 2
1.
November 2012
wurde
eine bipolare Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F31.7), bestehend seit mindestens 2005
, diagnostiziert (
Urk
.
8/118/1-2)
.
In der zuletzt ausgeübten
Tätigkeit als Hotelfachassistentin bestehe seit mindestens
5.
März 2009 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit
. A
ktuell
sei die bisherige Tätigkeit
mit einer maxi
malen Arbeitszeit von ca. drei bis maximal fünf Stunden zumutbar
(Urk.
8/118/3)
.
Seit Anfang April 2012 arbeite die Beschwerdeführerin im Reini
gungsbereich des
I._
mit einem ungefähren Pensum von 30 %. Mit einer Erhöhung der Einsatzfähigkeit könne kurzfristig nicht gerechnet wer
den. Eine gewisse Steigerung (auf ca. 50
%
) sei theoretisch möglich (Urk. 8/118/4).
3
.2.5
RAD-Arzt
Dr.
med.
J._
, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie, hielt in seiner
Stellungnahme vom 1
6.
Januar
2013
fest, analog Aktenlage und Arzt
be
richt der
C._
v
om 2
1.
November 2012 (
Urk.
8/103
) leide die Beschwerdefüh
rerin an einer die Arbeitsfähigkeit vermindernden ernsten Erkrankung, nämlich einer bipolaren Störung (ICD-10 F31.7), mindestens seit 200
5.
Analog Arztbericht bleibe die Arbeitsfähigkeit angestammt und angepasst bei maximal 50
%
. Der Bericht der
C._
sei plausibel und nachvollziehbar und entspreche zugleich der RAD-Stellungnahme vom
29. Dezember 200
9.
Es sei von einem stationären Gesundheitszustand auszugehen
(
Urk.
8/105/3).
3.3
Laut Bericht vom 1
2.
November 2010 über die Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt vom
1.
November 2010 (
Urk.
8/87) hat die Beschwerdeführerin
anlässlich des Abklärungsgesprächs
h
insichtlich der Frage, ob sie heute
ohne Behinderung eine Erwerbstätigkeit ausüben würde, er
klärt, bei guter Gesundheit wäre sie
heute mindestens zu 50
% ausserhäuslich tätig. Wenn die Arbeitsstelle in
K._
oder Umgebung wäre, würde sie die Tochter ihrer Mutter bringen. Sonst müsste sie die Tochter in eine Krippe geben oder zu einer Tagesmutter bringen. Die Abklärungsperson merkte dazu an,
d
en Aufbau von Integrationsmassnahmen – Beginn ab 2
2.
März 2010, Einstellung per 1
3.
Juli 2010 – habe die Beschwerdeführerin aus familiären Gründen abge
brochen.
Nach deren Angaben
sei der Abbruch im Zusammenhang mit der Auf
nahme einer befristeten Erwerbstätigkeit ihres Ehemannes, der bis dahin infolge Arbeitslosigkeit die Kinderbetreuung während ihrer Abwesenheit habe über
nehmen können, gestanden. Wenn die Anreise nicht so weit gewesen wäre, hätte sie die Kinderbetreuung ihren Eltern in
K._
überlassen können. Da das Aufbautraining jedoch in Romanshorn stattgefunden habe, wäre das Brin
gen/Holen
ihrer Tochter
zu aufwändig gewesen. Mittlerweile sei es so, dass ihr Ehemann seit Anfang Oktober 2010 wieder eine feste Arbeitsstelle habe.
Dieser Umstand habe die Situation gesamthaft beruhigt.
Die Beschwerdeführerin
selber erkläre, dass sie bei guter Gesundheit in den letzten Jahren wohl im Rahmen von 50
%
ausserhäusli
ch tätig gewesen wäre. Eine 100
%-Stelle hätte sie wegen ihrer Tochter nicht angestrebt, jedoch eine solche von 50
%
, damit sie zum Familienunterhalt den nötigen Beitrag hätte leisten können. Die Angabe der
Beschwerdeführerin, wonach sie heute bei guter Gesundheit im Rahmen von 50 % ausserhäuslich tätig wäre, sei aufgrund der Gesamtsituation glaubhaft. Sie sei deshalb entsprechend (50
%
Erwerb, 50
%
Haushalt) zu qualifizieren (Urk. 8/87/3).
4
.
4
.1
Strittig i
st in erster Linie
, ob die Beschwerdegegnerin den seit
dem
1.
Juni 2004
laufenden Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine halbe
Invalidenrente mit Wirkung ab
1.
Mai 2013
i
nfolge einer Veränderung des Erwerbsstatus verneinen durfte.
4
.2
D
ie Beschwerdegegnerin geht davon aus, dass sich der diesbezügliche Sachver
halt, wie er der ursprünglichen Rentenverfügung vom
1
4.
März 2006
zugrunde gelegen hatte, durch die Geburt der Tochter im August 2006 erheblich verändert hat, indem die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall nicht mehr voll, sondern noch in einem Pensum von 50
%
erwerbstätig
wäre.
Sie
stützt sich dabei ins
besondere auf die im Abklärungsbericht vom 1
2.
November
2010 (Urk. 8/87) wiedergegebene
Aussage der Beschwerdeführerin, wonach sie sich ohne ge
sund
heitliche Einschrä
nkungen mit einem Pensum von 50
% am Familienunter
halt beteiligen würde (
Urk.
2).
Die Beschwerdeführerin brachte dagegen vor, bereits mit Blick auf die Akten könne festgestellt werd
en, dass sie
als Vollerwerbstätige zu qualifizieren sei. So habe sie in einem Erstgespräch am
2.
Februar 2007 erklärt, dass sie (mit einer halben Leistung) unbedingt ganztags anwesend sein wolle. Ausserdem sei die Betreuung der Tochter gewährleistet (
Urk.
1 Seite 5).
Die von ihr anlässlich der
Haushaltabklärung vom
1.
November 2010 gemachten Aussagen stünden unter dem Eindruck ihrer psychischen Erkrankung
, weshalb darauf nicht abgestellt werden könne
(
Urk.
1 Seiten 6 bis
7 und
Urk.
10).
4
.3
4
.3.1
Nach der Rechtsprechung stellt ein Statuswechsel von Vollerwerbstätigkeit zu Teilerwerbstätigkeit mit Aufgabenbereich (Haushalt) ein Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar (Urteil des Bundesgerichtes
9C_582/2012 vom 2
7.
Mai 2013 E. 4.1 mit Hinweis).
Die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, ist mit Rücksicht auf die gesamten persön
lichen Umstände, so die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse
,
zu beantworten. Dabei handelt es sich zwangsläufig um eine hypothetische Beurteilung, die auch hypothetische Willensentscheidungen der
versicherten Person berücksichtigen muss. Solche inneren Tatsachen sind einer direkten Beweisführung nicht zugänglich, sie müssen in aller Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden
(Urteil des Bundesgerichtes 9C_374/2013 vom 1
2.
November 2013 E. 3.2).
Massgebend sind die Verhältnisse, wie sie sich bis zum Erlass der
Revisions
v
erfügung
entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit
oder Nichterwerbstätigkeit
der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit erforderlich ist
(vgl. Urteil des Bundesgericht
e
s 8C_35/2011 vom 2
4.
Mai 2011 E. 3.3
mit Hinweis
)
.
4.3.2
Dass die Beschwerdeführerin am 1
1.
A
ugust 2006 Mutter geworden ist
(Urk. 8/46)
, ist
ein neuer Fakt im Sinne von
Art. 17
ATSG,
welcher
geeignet
erscheint
, ihren Status zu beeinflussen.
Es ist somit zu prüfen, ob bzw. in wel
chem Umfang die Beschwerdeführerin bei im Übrigen unveränderten Verhält
nissen
im Revisionszeitpunkt (1
8.
März 2013)
im erwerblichen Bereich bzw. im Haushaltbereich täti
g gewesen wäre, wenn keine gesundhei
tliche Beeinträchti
gung bestanden hätte
(Urteil des Bundesgerichtes 9C_582/2012 vom 2
7.
Mai 2013 E. 4.1 mit Hinweis)
.
4.3.3
D
ie
im
Rahmen einer Haushaltabklärung
gemachte
n
Aussagen
der versicherten Person
sind
praxisgemäss stärker zu gewichten als spätere, anderslautende Erklärungen, welche von Überlegungen sozialversicherungsrechtl
icher Natur geprägt sein können.
Vorausgesetzt ist aber, dass die versicherte Person in der Lage ist, die ihr gestellte Statusfrage einwandfrei zu erfassen (
vgl.
Urteil des Bundesgerichtes 9C_286/2013 vom 2
8.
August 2013 E. 4.3
mit Hinweis
).
Das Bundesgericht stellte
in diesem Zusammenhang
fest, dass
(unter anderem)
seit früher Jugend gesundheitlich beeinträchtigte Versicherte Mühe haben dürften, sich ein Leben ohne Behinderung vorzustellen und die Frage nach der hypothe
tischen Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall zu beantworten. In einem solchen Fal
l seien
für die Einschätzung, in welchem Ausmass die versicherte Person als Gesunde arbeiten würde, primär die konkreten Lebensumstände während der letzten Jahre massgebend (Urteil des Bundesgerichtes 9C_444/2013
vom 10. Dezember 2013 E. 4.2).
Gemäss den vorliegenden medizinischen Akten besteht die massgebliche psy
chische
Beeinträchtigung seit
dem 1
4.
Altersjahr (vgl. Erwägung
3.1.1
).
Nicht zuletzt dank der Rücksich
tnahme der
Y._
gelang es der Beschwerdeführe
rin
zwar gleichwohl
, die
im Sommer 2002 begonnene
Lehre im Sommer 200
5 im zweiten Anlauf
abzuschliessen
, und wurde sie anschliessend von
der
Y._
– zur Überbrückung bis zu einer Anstellung bei einem Drittarbeit
geber
– noch bis
Ende 2005 zu 100 % in einem geschützten Rahmen weiterbe
schäftigt
(
Urk.
8/6,
Urk.
8/11/1,
Urk.
8/24/2, Urk.
8/72/1)
. In der Folge ging die Be
schwerdeführerin
indessen
, soweit ersichtlich, bis
Ende
März 2012 keiner
aus
serhäuslichen
Erwerbstätigkeit
mehr
nach
(Urk. 8/52 und Urk. 8/58
)
.
Unter diesen Umständen kann nach dem Gesagten
jedenfalls
nicht unbesehen
auf die Aussagen der Beschwerdeführerin
anlässlich der Haushaltabklärung
vom
1.
November 2010
(
Urk.
8/87)
abgestellt werden. Dies gilt umso mehr, als
diese in Bezug auf die Statusfrage nicht eindeutig erscheinen. So hielt die Abklä
rungsperson unter dem Titel „Anmerkung AD“ zwar fest, die Beschwerdeführe
rin selber habe erklärt, dass sie in den letzten Jahren
wegen der Tochter kein 100%iges Pensum angestrebt
hätte, aber ein solches von 50
%, damit
sie zum Familienunterhalt den nötigen Beitrag hätte leisten können. Zuvor hatte die Abklärungsperson auf Seite 3 Ziffer 2.5 des Berichtes auf die Frage, ob heute ohne Behinderung eine Erwerbstätigkeit ausgeübt würde,
jedoch
als Antwort aufgeführt, die Beschwerdeführerin erkläre, dass sie bei guter Gesundheit heute
„
mind.“ 50
%
ausserhäuslich tätig wäre
(
Urk.
8/87/3)
.
Die Statusfrage ist daher vorliegend
in erster Linie
nach Massgabe der gesamten Umstände (persönliche, familiäre, soziale und erwerbliche) in den letzten Jahren zu beurteilen.
4.3.4
Was die erwerblichen Verhältnisse betrifft, so
ist die Aufgabe der Erwerbstätig
keit
per
Ende November 2005 unstrittig invaliditätsbedingt geprägt und wurde von der Beschwerdegegnerin zu Recht nicht als Argument dafür verwendet, dass sie im
Gesundheitsfall seit der Geburt der Tochter im August 2006 nicht mehr zu 100 % ausserhäuslich tätig
gewesen
wäre
(
vgl.
Urteil
e
des Bundesge
richtes
9C_35/2011 vom 2
4.
Mai 2011 E. 5.5 und
9C_582/2012 vom 2
7.
Mai 2013 E. 4.3
)
.
4.3.5
Hinsichtlich der weiteren Umstände ist den Akten zu entnehmen
, dass die Beschwerdeführerin
zusammen mit ihrem Ehemann und
ihrer Tochter in einer Dr
eizimmerwohnung in
L._
wohnt
(Urk.
8/87/3-4). Am 27.
April 2006
– also noch vor der Geburt der Tochter im August 2006 –
hat
sich die Beschwerde
führerin gegenüber der Beschwerdegegnerin
dahingehend geäussert, dass sie ar
beiten müsse. Nur mit der Rente und dem Einkommen des Ehemannes träten finanzielle Probleme auf.
In der betreffenden Aktennotiz
(
Urk.
8/42
) wurde im Weiteren vermerkt, dass noch unklar sei
, was die Beschwerdeführerin nach Ab
lauf der Mutterschaftsentschädigung machen wolle/müsse (Wunsch, zu Hause zu bleiben versus finanzieller Druck). Laut der
– seitens der Beschwerdeführerin zur Begründung ihres Standpunktes -
angeführten
Aktennotiz der Beschwerde
gegnerin vom 2
6.
Februar 2007 suchte die Beschwerdeführerin seit Dezember
2005 via R
egionales Arbeitsvermittlungszentrum (R
AV
)
L._
eine 100%ige Anstellung als Hotelfachangestellte resp. Raumpflegerin. Anlässlich des „Erst
gespräches“ bei der Beschwerdegegnerin vom
2.
Februar 2007 habe die Be
schwerdeführerin angegeben, dass sie unbedingt ganztags anwesend sein w
olle mit einer halben Leistung. Die Betreuung des Kindes sei gewährleistet
(
Urk.
8/44).
Damals hatte offenbar die
Schwiegermutter
während vier bis fünf Monaten
bei der Beschwerdeführerin gewohnt.
Nachdem diese wieder ausgereist war
, setzte das
RAV
L._
laut Beschwerdeführerin ihre
Vermittlungsfähigkeit von 100
%
auf 50
%
herab (Urk.
8/87/2
). Im Mai 2009 teilte die Beschwerde
führerin der Beschwerdegegnerin auf
Anfrage hin mit, sie sei am 11.
August 2006 Mutter geworden und sei „wie bisher mit 50 % erwerbstätig.“
Die Betreu
ung des Kindes übernehme ihre Mutter (Urk.
8/58-59 und Urk
.
8/105/2). Während des Belastbarkeitstrainings bei „Ascol by Brüggli“ in Romanshorn
(2
2.
März bis 21.
Juni 2010)
kümmerte sich der damals arbeitslose Ehemann um die Tochter. Als dieser Ende Juni 2010 für drei Wochen eine befristete Anstel
lung gefunden hatte, brach die Beschwerdeführerin d
ie Integrationsmassnahme
ab, wobei sie dies
gegenüber der Eingliederungsberatung der Beschwerdegegne
rin
damit begründete, dass die Kinderbetreuung nicht gewährleistet und die familiäre Situation auch sonst ganz schwierig sei (
Urk.
8/81/2-3).
Laut den Aussagen
der Beschwerdeführerin anlässlich der Haushaltabklärung vom
1.
N
ovember 2010 waren sie und ihr Ehem
ann von Mai bis September 2010 vom Sozialamt abhängig. Ab anfangs Oktober
2010 habe der Ehemann wieder übe
r eine feste Anstellung verfügt (Urk.
8/87/1-2)
.
Im Gesundheitsfal
l hätte sie, falls sie eine Stelle in
K._
oder Umgebung gehabt hätte, die Kinder
betreuung
ihren Eltern
überlassen, ansonsten hätte sie
die Tochter in die Krippe gebracht
oder eine Tagesmutter
organisiert
(
Urk.
8/87/3)
.
I
m Einwand vom 1
1.
Februar
2013 (Urk. 8/109) gegen den Vorbescheid vom 29.
Januar 2013 (
Urk.
8/107)
hielt die Beschwerdeführerin unter anderem fest, dass ihr
Ehemann
seit November 2011 erwerbslos sei und sich deshalb um die Tochter und den Haushalt kümmern könne. Laut Beschwerdeschrift vom 30.
April 2013 war er in diesem Zeitpunkt n
ach wie vor arbeitslos (Urk.
1 Sei
te 6
). Gemäss
Schlussbericht der
A._
AG vom 1
2.
April 2013 hat die Be
schwerdeführerin im März 2013 erklärt, dass
ihr Ehemann arbeitslos und
die ganze Familie vom Sozialamt abhängig sei (Urk. 8/117).
4.3.6
Die von der Beschwerdeführerin im April 2006 und Februar 2007 gegenüber der Beschwerdegegnerin gemachten Aussagen
(
Urk.
8/42 und
Urk.
8/44)
stel
len Indizien
dafür dar, dass
sie
bei
guter Gesundheit nach der Geburt der Tochter im August 2006
ihre Erwerbstätigkeit nicht unter allen Umständen reduziert hätte. Vielmehr
hätte sie den
Umfang
ihrer ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit
sowohl
von den
wirtschaftlichen Verhältnisse
n
der Familie
als auch
von der
Gewähr
leistung
der Kinderbetreuung abhängig gemacht
.
Aufgrund der vorliegenden Akten können indessen die wirtschaftlichen Verhältnisse sowie die Frage, in welchem
(maximalen)
Umfang die
Tochter anderweitig
hätte betreut werden können,
nicht abschliessend beurteilt werden.
So
wurde im Abklärungsbericht vom 12. November 2010 lediglich festgehalten, dass
der Ehemann
seit anfangs Oktober 2010 wieder über eine feste Anstellung (als Kehrichtbelader) verfüge
(
Urk.
8/87/3)
.
Zur Höhe seines Einkommens sowie zu den Lebenshaltungskosten der Familie der Beschwerdeführerin wurden in diesem Bericht hingegen keine
Feststellungen gemacht
.
Auch
wurde seitens der Abklärungsperson nicht nach
gefragt, ob
die Betreuung der
Tochter „heute“
auch bei einem Pensum von über 50
%
gewährleistet wäre.
Aufgrund der genannten Angaben der Beschwerde
führerin
im Einwand vo
m 11. Februar 2013 (Urk. 8/109
) sowie im Schlu
ssbe
richt der
A._
AG vom 12.
April 2013 (Urk. 8/117)
kann sodann nicht ausge
schlossen werden, dass sich
seit der Haushaltabklärung
am
1.
November 2010
bis zum massgeblichen Zeitpunkt der Revisionsverfügung
(
18.
März 2013
; vgl. Erwägung 4.3.1
)
sowohl die wirtschaftlichen Verhältnisse als auch die Betreu
ungssituation infolge länger andauernder Arbeitslosigkeit des Ehemannes
in einem für die Beurteilung der Statusfrage relevanten Ausmass verändert haben.
4.4
Es ergibt sich somit, dass bei der Abklärung über den hypothetischen Status
der Beschwerdeführerin
im Gesundheitsfall
insbesondere
wirtschaftliche Fragen
nicht geklärt wurden. Ebenso wenig wurde
geprüft
, ob
allenfalls auch bei einer
über 50%igen Erwerbstätigkeit der Beschwerdeführerin
die Betreuung ihrer Tochter sichergestellt
(gewesen)
wäre.
Dies wäre nach dem Gesagten jedoch erforderlich gewesen.
Die Sache ist daher an die Beschwerdegegnerin zurück
zuweisen, damit sie über d
ie gesamten Umstände
eines Statuswechsels
(vgl. Er
wägung 4.3.3
)
, namentlich auch über die wirtschaftlichen
Verhältnisse
sowie die Betreuungssituation
, Abklärungen trifft
und darüber neu entscheide
t
.
5.
Der Vollständigkeit halber ist zu bemerken, dass sich die medizinischen Akten al
s äusserst dürftig erweisen. Insbesondere
fehlt es an nachvollziehbaren
ärzt
lichen Feststellungen zum Verlauf des
psychischen Leidens sowie der Arbeits
fähigkeit der Beschwerdeführerin
seit der ursprünglichen Rentenzusprache im März 200
6.
So ist dem in diesem Zeitpunkt
aufliegenden Bericht von
Dr.
E._
vom 1
5.
August 2005
zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin damals unter einer schizoaffektiven Störung (ICD-10 F25.0) litt
(vgl. Erwägung 3.1.2
)
. Laut der betreffenden Stellungnahme
von
RAD-Arzt Dr.
F._
vom
3.
November 2005
war von einer L
eistungsfähigkeit von
50
%
bei einem vollen Pensum a
uszugehen
(vgl.
Erwägung 3.1.3)
. Anlässlich der am 5.
Oktober 2009 im Rahmen des Revisionsverfahrens durchgeführten psychiatrischen Standort
bestimmung erhob
RAD-Arzt
Prof. Dr.
H._
eine bipolare affek
tive Störung, gegenwärtig gemischte Episode (ICD-10 F31.6), was darauf
hin
deutet
, dass damals
keine
schizophrenen
, jedoch weiterhin affektive
Symptome
vorgelegen hatten
.
Die medizinisch-theoretische Restarbeitsfähigkeit in ange
passter Tätigkeit bezifferte er
in seiner ergänzenden Stellungnahme vom 2
9.
Dezember 2009
auf 50
% eines Pensums von 100
%
, wobei er diese
Beur
tei
lung nicht begründete
(Urk.
8/105/3
)
. Im Bericht der
C._
vom 21. November 2012
wurde eine bipolare affektive
Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F31.7),
mithin
ein vergleichsweise
in milderer Form vorhandenes psychisches Leiden
,
diagnostiziert
.
Gleichwohl wurde darin
die Arbeitsfähigkeit
mit
lediglich
30 % bis 50
% resp. drei bis fünf Stunden pro Tag beziffert
, was
mit Blick auf die Vorakten
nicht
ohne Weiteres
nachvollziehbar erscheint.
Gleiches gilt für die
von RAD-Arzt Dr.
J._
in seiner Stellungnahme vom 16.
März 2013 – un
ter
blossem Hinweis
auf den Bericht der
C._
vom 21.
November 2012 sowie die
Stellungnahme von RAD-Arzt
Prof.
Dr.
H._
vom 29.
Dezember 2009 – vorgenommene Beurteilung, wonach von einem
statio
nä
ren Gesund
heits
zustand und einer Ar
beitsfähigkeit von weiterhin 50
% ange
stammt und ange
passt auszugehen ist
(
Urk.
8/105/4)
.
D
ie Beschwerdegegnerin wird daher
nebst
der Statusfrage (vgl. Erwägung
4.4) auch den Verlauf des
psychischen Leidens sowie der Arbeitsfähigkeit der Be
schwerdeführerin
seit der ursprünglichen
Rentenzusprache im März 2006
bis zum aktuellen Zeitpunkt
gründlich
abzuklären haben
.
J
e nach
dem Ergebnis der Aktenergänzungen wird
zudem eine
psychiatrische
Beurteilung der Fähigkeit der Beschwerdeführerin, ihre Aufgaben im H
aushalt zu erfüllen, erforderlich sein
.
6
.
Es ergibt sich somit, dass
die vorliegenden Akten eine zuverlässige Beurteilung des Rentenanspruches der Beschwerdeführerin ab
1.
Mai 2013 nicht erlauben. Die Verfügung
vom 1
8.
März 2013
ist deshalb
aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin z
urückzuweisen
, damit diese
die erforderlichen Aktener
gänzungen (vgl. Erwägungen
Ziffern 4.4 und 5)
vornehme und hernach
über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin ab
1.
Mai 2013 neu verfüge. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
7
.
7
.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das vorliegende Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach
dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
])
und er
mes
sensweise auf Fr. 600.-- anzusetzen.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zu weiterer Abklärung
und neuer
Verfügung als Obsiegen (statt vieler: Urteil des Bundesgerichtes 9C_651/2013 vom
6.
Januar 2014 E. 5), weshalb die Kosten
der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen
sind
.
7
.2
Die vertretene Beschwerdeführerin hat überdies Anspruch auf eine Prozessent
schädigung, welche nach pflichtgemässem Ermessen auf Fr. 1‘400.--
(inklusive Baraus
lagen und Mehrwertsteuer
) festzusetzen ist
(vgl.
§
34 GSVGer)
.