Decision ID: 06e49676-c1ed-5ced-b3d2-d5c9ce1d127a
Year: 2010
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge seine Heimat am 10. Oktober 2008 verlassen hat und, über Niger, Libyen und Italien reisend, am 9. Oktober 2009 in die Schweiz einreiste, wo er  um Asyl nachsuchte,
dass er anlässlich der Kurzbefragung im Centro di Registrazione e di Procedura di Chiasso (CRP) vom 26. Oktober 2009 sowie der direkten Anhörung vom 23. März 2010 zur Begründung des Asylgesuchs im Wesentlichen geltend machte, er sei in Lagos geboren, im Dorf B._, aufgewachsen und habe vor der Ausreise wieder in Lagos gelebt,
dass er in Lagos unter anderem als Taxifahrer gearbeitet habe und am 4. Oktober 2008 im Quartier C._ in Lagos eine schwangere Frau angefahren und dabei getötet habe,
dass er aus seinem Taxi ausgestiegen sei, um nachzusehen, wie es der Frau gehe, woraufhin ihn der Mann der angefahrenen Frau angegriffen und so schwer verletzt habe, dass er ins Spital eingeliefert worden sei,
dass der Ehemann der getöteten Frau ihn umbringen wolle und die Behörden ihn suchten,
dass er zunächst zu einem Freund nach D._ geflüchtet sei, wo er am Fernsehen von der Suche nach ihm erfahren habe, worauf er ausgereist sei,
dass das BFM auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers mit  vom 25. März 2010 – am 30. März 2010 zugestellt – in  von Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht eintrat und die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,
dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, dass keine entschuldbaren Gründe vorliegen würden, welche es dem  verunmöglichen würden, Reise- oder Identitätspapiere einzureichen,
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dass die Vorbringen des Beschwerdeführers widersprüchlich und  seien, weshalb er die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 und 7 AsylG nicht erfülle und zusätzliche Abklärungen aufgrund der Aktenlage nicht erforderlich seien,
dass daher auf das Asylgesuch nicht einzutreten sei,
dass die Wegweisung die Regelfolge eines Nichteintretensentscheides darstelle und der Wegweisungsvollzug zulässig, zumutbar und möglich sei, da weder die im Heimatland des Beschwerdeführers herrschende politische Situation noch andere Gründe gegen die Zumutbarkeit eines Wegweisungsvollzuges sprechen würden,
dass für die weitere Begründung auf die vorinstanzliche Verfügung vom 25. März 2010 zu verweisen ist,
dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 3. April 2010 () gegen diesen Entscheid Beschwerde erhob und dabei  beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und das BFM sei anzuweisen, auf sein Asylgesuch einzutreten,
dass auf die Begründung der Beschwerde, soweit , im Folgenden eingegangen wird,
dass die vorinstanzlichen Akten am 8. April 2010 beim  eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden  Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) des BFM  (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-34 des  vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),
dass der Beschwerdeführer zur Beschwerdeerhebung legitimiert ist und auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde  ist (Art. 108a AsylG sowie Art. 37 VGG i.V.m. Art. 48 und 52 VwVG),
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dass mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide die  der Beschwerdeinstanz auf die Überprüfung der Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das  nicht eingetreten ist,
dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den  als unrechtmässig erachtet – einer selbständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen  [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),
dass indessen im Falle des Nichteintretens auf ein Asylgesuch  Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG über das Nichtbestehen der Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, soweit dies im Rahmen einer summarischen Prüfung möglich ist (vgl. BVGE 2007/8 insb. E. 5.6.5 S. 90 f.),
dass dementsprechend in einem diesbezüglichen  ungeachtet der vorzunehmenden Überprüfung eines formellen Nichteintretensentscheides auch die Flüchtlingseigenschaft Prozessgegenstand bildet (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73),
dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs materiell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle Kognition zukommt,
dass gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf ein Asylgesuch nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs Reise- oder  abgeben,
dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet, wenn  glaubhaft machen können, sie seien dazu aus  Gründen nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), oder wenn auf Grund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseigenschaft festgestellt wird (Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG)
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oder wenn sich auf Grund der Anhörung die Notwendigkeit  Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines Wegweisungsvollzugshindernisses ergibt (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in  Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters  einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen  verzichtet wurde,
dass die vorinstanzlichen Erwägungen nach einer Prüfung der Akten und unter Berücksichtigung der Beschwerdeeingabe im Ergebnis als zutreffend zu erachten sind,
dass es der Beschwerdeführer im vorliegenden Asylverfahren  hat, Reise- oder Identitätspapiere im Sinne von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des  abzugeben,
dass die Erklärungen des Beschwerdeführers, er habe nie  Papiere gehabt und sei ohne Papiere, und ohne jemals kontrolliert worden zu sein, von Nigeria bis in die Schweiz gereist, als stereotype Vorbringen zu qualifizieren sind, die keine plausible  für die Nichtabgabe von Reise- oder Identitätspapieren zu liefern vermögen (A1, S. 4f. und 7; A17, S. 2ff. und 11f.),
dass sich darüber hinaus auch die Ausführungen des  zu seinen Reiseumständen, insbesondere bezüglich der  Hilfe seines Freundes und anderer fremder Personen unterwegs, als konstruiert, weltfremd und im Ergebnis unglaubhaft erweisen (A1, S. 7f.; A17, S. 11f.),
dass sich der Beschwerdeführer zudem bezüglich der verschiedenen Stationen sowie der Dauer seiner Aufenthalte in den verschiedenen Städten – insbesondere in Italien – während seiner Reise laufend widersprach (A1, S. 2 und 7; A17, S. 12),
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dass deshalb davon auszugehen ist, der Beschwerdeführer sei in Wirklichkeit im Besitz von Papieren, mit denen er gereist ist, und wolle diese den Behörden nicht offenlegen,
dass der Beschwerdeführer somit insgesamt nicht glaubhaft  vermochte, er sei durch nicht selbst zu verantwortende  an der unverzüglichen Einreichung von Reise- oder Identitäts - papieren im Sinne von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG gehindert worden (vgl. Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG),
dass der Beschwerdeführer im CRP ausführte, nachdem er am 4. Oktober 2008 die Frau angefahren habe, sei er von deren Ehemann mit einem Messer niedergestochen und derart schwer verletzt worden, dass er – ohnmächtig geworden – ins Spital gebracht worden sei, wo er habe operiert werden müssen und wo er am 6. Oktober 2008 wieder erwacht sei (A1, S. 6),
dass er demgegenüber an der direkten Anhörung aussagte, die Verletzungen stammten von Scherben und einer Eisenstange, und er sei nach einem Tag Ohnmacht im Spital erwacht und die Wunden seien genäht worden (A17, S. 4 und 7),
dass er sich – trotz zweitägiger Behandlung und angeblich schweren Verletzungen – an den Namen des Spitals nicht erinnern kann, was seltsam anmutet (A1, S. 6; A17, S. 6),
dass der Beschwerdeführer im CRP ausführte, dass er vom Ehemann der getöteten Frau sowie von den Behörden gesucht worden sei (A1, S. 5 f.),
dass er demgegenüber an der direkten Anhörung einerseits aussagte, dass er nichts mit der Polizei zu tun habe, sondern vor dem Ehemann geflüchtet sei (A17, S. 8, Fragen 80 ff.), um später – auf die Frage, ob die Polizei ihn nicht schützen könne – anzuführen, dass die Polizei nach ihm gesucht habe, weil er die Frau umgebracht habe (A17, S. 10, Frage 105 ff.),
dass auch die Aussagen, wie er sich bei einem Freund in D._ versteckt habe, gänzlich unsubstanziiert ausfallen (A1, S. 6),
dass die Vorinstanz zutreffend festhielt, es gebe Widersprüche betreffend den Zeitpunkt seiner Ohnmacht, betreffend das Mitführen
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eines Fahrgastes im Taxi, sowie betreffend der Art und Weise wie auch betreffend des Grundes seiner Flucht aus dem Spital,
dass die Vorbringen des Beschwerdeführers zu seinen Fluchtgründen konstruiert wirken und nicht geglaubt werden können,
dass in der Beschwerdeschrift zu den Asylvorbringen und der Argumentation der Vorinstanz nichts angeführt wird, was der  nicht bereits in den Befragungen angab, weshalb die Beschwerde nicht geeignet ist, die Einschätzung der Unglaubhaftigkeit seiner Vorbringen umzustossen,
dass die Argumentation des BFM hinsichtlich der Unglaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschwerdeführers zu stützen ist und die  demnach zu Recht feststellte, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 und 7 AsylG nicht und  Abklärungen diesbezüglich seien aufgrund der Aktenlage nicht erforderlich,
dass anzumerken ist, dass eine polizeiliche Abklärung des Unfalls und eine allfällige strafrechtliche Ahndung durch die Behörden grundsätzlich ohnehin keine Asylrelevanz entfalten könnte,
dass das BFM zu Recht davon ausging, es seien keine weiteren  zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines all - fälligen Wegweisungshindernisses erforderlich,
dass das BFM demnach gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a i.V.m. Art. 32 Abs. 3 AsylG zu Recht nicht auf das Asylgesuch des  eingetreten ist,
dass gemäss Art. 44 Abs. 1 AsylG die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die  aus der Schweiz zur Folge hat, vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat (Art. 32 Bst. a der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]) und sich der Beschwerdeführer auch nicht auf einen dahingehenden Anspruch berufen kann (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die  Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht,
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dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den  Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht  oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]),
dass sich der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers ins  unter Berücksichtigung der völkerrechtlichen Verpflichtungen der Schweiz (Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum  der Menschenrechte und Grundfreiheiten [Europäische , EMRK, SR 0.101], Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [, FK, SR 0.142.30]) und der Bestimmungen von Art. 5 Abs. 1 AsylG sowie Art. 25 Abs. 2 und 3 der Bundesverfassung der  Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) als  im Sinne von Art. 83 Abs. 3 AuG erweist, da vor dem Hinter - grund der obenstehenden Erwägungen nicht von drohenden Menschenrechtsverletzungen auszugehen ist und die  nicht besteht,
dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als  erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),
dass es sich beim Beschwerdeführer gemäss Aktenlage um einen gesunden, jungen und alleinstehenden Mann handelt,
dass weder die allgemeine Lage im Heimat- bzw. Herkunftsstaat des Beschwerdeführers noch individuelle Gründe auf eine konkrete  im Falle einer Rückkehr schliessen lassen, weshalb der  der Wegweisung vorliegend zumutbar ist,
dass daran auch die Ausführungen des Beschwerdeführers in seiner Beschwerde, wonach vieles in Nigeria nicht in Ordnung sei und ein Leben in Nigeria mit Selbstmord gleichzusetzen sei, nichts zu ändern vermögen,
dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den  schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse  (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt,
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bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG),
dass nach dem Gesagten der vom Bundesamt verfügte Vollzug der Wegweisung zu bestätigen ist,
dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde  ist,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr 600.- (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
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