Decision ID: bc2032a4-fe42-579a-bfce-e9f01d2ae872
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1957, arbeitete ab 2
5.
Mai 2013 in
einem
befristeten Arbeitsverhältnis als Gartenarbeiter bei der
Y._
, Zürich, und war über die Arbeitgeberin bei der AXA Versicherun
gen AG (nachfolgend: AXA) obligatorisch unfallve
rsichert, als er am 3
1.
Mai 2013
bei der Arbeit von einem Plastikkübel fiel und sich am rechten Knie ver
letzte (
Urk.
15/A1). Aufgrund zunehmender Beschwerden suchte er am
5.
August 2013 s
einen Hausarzt
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, auf (
Urk.
15/M2). Dieser schrieb ihn arbeitsunfähig und
überwies ihn an
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie FMH (
Urk.
15/M2 und M4).
Dr.
A._
unterzog den Beschwerdeführer am 1
9.
September 2013 bei einer diagnostizierten medialen Meniskusläsion sowie einer traumatisierten medialen Gonarthrose rechts einer
arthroskopischen
medialen und lateralen
Teilmenis
kektomie
(
Urk.
15/M5). Bei schnell zunehmender medialer Gonarthrose rechts folgte am 2
0.
Februar 2014 eine
valgisierende
Tibiakopf
-Osteotomie (
Urk.
15/M17); bei verzögertem Verlauf entfernte
Dr.
A._
sodann am
2
8.
Juli 2014 die proxima
len Schrauben (
Urk.
15/M32);
am
1
9.
Februar 2015
folgte die
vollständige
Metallentfernung
am
Tibiakopf
rechts (
Urk.
15/M41). Die AXA erbrachte die gesetzlichen Leistungen und holte ein Gutachten des orthopä
dischen Facharztes
Dr.
med.
B._
vom 1
3.
November 2015 ein (
Urk.
15/M49).
Vom 2
2.
Februar bis 2
1.
März 2016 unterzog sich der Versicherte einem Rehabi
litationsaufenthalt in der
C._
(
Urk.
15/M52).
Hierauf
teilte die AXA dem Versicherten mit Verfügung vom
9.
Juni 2016 die Leistungseinstellung per 3
0.
April 2016 mit. Einen Rentenanspruch verneinte sie unter Annahme einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit und eines Invaliditätsgrades von 5
%
. Gestützt auf die Beurteilung von
Dr.
B._
sprach sie dem Versicherten eine Integritätsentschädigung aufgrund einer Integritätseinbusse von 15
%
zu (
Urk.
15/A113). Mit der Einsprache vom 1
1.
Juli 2016 liess der Versicherte unter anderem beantragen, es sei eine Ergänzung von
Dr.
B._
zur Beurteilung der
C._
einzuholen (
Urk.
15/A118). Mit Verfügung vom 2
2.
Juli 2016 sprach die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, dem Ver
sicherten eine vom
1.
September
2014
bis 3
0.
Juni 2016 befristete ganze Invali
denrente zu; ab April 2016
ging sie
von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit und einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 21
%
aus, was zur Rentenauf
hebung per Ende Juni 2016 führte
(
Urk.
15/A121).
Nach Einholung eines Aktengutachtens ihres beratenden Arztes
Dr.
med
D._
, Facharzt FMH für physikalische Medizin und Rehabilitation, speziell Rheuma
erkrankungen, vom 1
8.
Mai 2017 (
Urk.
15/M54) wies die AXA mit Entscheid 2
8.
August 2017 die Einsprache des Versicherten ab (
Urk.
2).
D
agegen liess
X._
am 2
9.
September 2017 Beschwerde erheben und beantragen, die Beschwerdeg
egnerin sei zu verpflichten, ihm
eine Invalidenrente auszurichten und die Integritätsentschädigung angemes
sen zu erhöhen. Formell liess er um Bestellung von Rechtsanwalt Dominique
Chopard
zum unentgeltlichen Rechtsvertreter ersuchen (
Urk.
1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin liess mit Vernehmlassung vom 2
2.
Januar 2018 die Abwei
sung der Beschwerde beantragen (
Urk.
14). Mit Verfügung vom 2
5.
Januar 2018 bestellte das Gericht Rechtsanwalt Dominique
Chopard
zum unentgeltlichen Rechtsvertreter in diesem Verfahren (
Urk.
16). Auf telefonische Aufforderung
des Gerichts
vom
2
9.
Januar 2019
hin (
Urk.
18)
liess die Beschwerdegegnerin am 3
0.
Januar 2019 die von ihr beigezogenen Akten der IV-Stelle einreichen (
Urk.
19, 20/1-23/70).
Der Beschwerdeführer liess auf die Zustellung der IV-Akten verzichten (vgl.
Urk.
24).
Auf
die Vorbringen
der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, nachfolgend eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt
ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich 2
5.
Mai 2013 ereignet, weshalb die bis
am
31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden
.
1.2
Gemäss
Art.
6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistun
gen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
li
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
den
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Beding
ungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als
adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.5
Gemäss Art. 36
Abs.
1 UVG werden die Pflegeleistungen und Kostenvergütungen sowie die Taggelder und
Hilflosenentschädigungen
nicht gekürzt, wenn die Gesundheitsschädigung nur teilweise Folge eines Unfalles ist.
Dagegen werden nach Art. 36 Abs. 2 UVG die Invalidenrenten, die Integritätsent
schädigungen und die
Hinterlassenenrenten
angemessen gekürzt, wenn die Gesundheitsschädigung oder der Tod nur teilweise die Folge eines Un
falles ist. Gesundheitsschädigungen vor dem Unfall, die zu keiner Verminderung der Erwerbsfähigkeit geführt haben, werden dabei nicht berücksichtigt.
Diese Bestimmung setzt voraus, dass der Unfall und das nicht versicherte Ereignis eine bestimmte Gesundheitsschädigung gemeinsam verursacht haben. Dagegen ist die Bestimmung nicht anwendbar, wenn die beiden Einwirkungen einander nicht beeinflussende Schäden verursacht haben, so etwa, wenn der Unfall und das nicht versicherte Ereignis verschiedene Körperteile betreffen und sich damit die Krankheitsbilder nicht überschneiden.
Diesfalls
sind die Folgen des versicher
ten Unfalles für sich allein zu bewer
ten (BGE 121 V 326 E. 3c mit Hinweis).
1.6
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorübergehen
den Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärzt
lichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der ver
sicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmass
nahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3). In diesem Zeit
punkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts
8C_377/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
1.7
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10
%
invalid (Art. 8
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs
rech
ts, ATSG
), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.8
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1
.9
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpartei
lichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gutachterin aller
dings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente und ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Integritätsentschädigung
aufgrund einer Integritätseinbusse
von mehr als 1
5
%
hat.
2.2
Die Beschwerdegegnerin verneinte einen Rentenanspruch im angefochtenen Ent
scheid im Wesentlichen mit der Begründung, der Beschwerdeführer sei ent
sprechend der Beurteilung der
C._
, welche vom beratenden Arzt
Dr.
D._
bestätigt worden sei
,
in einer angepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeits
fähig. Die
se
Beurteilungen stünden nicht im Gegensatz zu derjenigen von
Dr.
B._
; vielmehr habe
Dr.
B._
die Abklärung in
C._
zur Ergänzung und Komplementierung seiner Abklärungen empfohlen.
Was die Kausalität der heute geklagten Beschwerden anbelange, werde diese, soweit sie die Symptomatik des rechten Knies betreffe, nicht bestritten. Hingegen könne die sich entwickelnde Schmerzverarbeitungsstörung, soweit dieser über
haupt Krankheitswert zukomme, nicht dem Ereignis vom 3
1.
Mai 2013 zugeord
net werden. Sollte der Beschwerdeführer an einer Teilarbeitsfähigkeit festhalten, müsste folglich die Symptomausweitung als krankheitswertiger Anteil in Abzug gebracht werden. Der Einkommensvergleich führe unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzugs von 5
%
vom Invalideneinkommen zu einem renten
ausschliessenden Invalidität
s
grad von 5
%
.
Die Höhe der Integritätseinbusse sei von
Dr.
B._
und
Dr.
D._
übereinstim
mend mit 15
%
beurteilt worden (
Urk.
2 S. 3 ff.)
.
2.3
Der Beschwerdeführer lässt dagegen den Standpunkt vertreten, der von der Beschwerdegegnerin mit der orthopädischen Be
gutachtung beauftragte
Dr.
B._
sei
von einer höchstens 50%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit ausgegangen. Diese Beurteilung
stehe
in klarem Widerspruch zu derje
nigen der
C._
und der Aktenbeurteilung von
Dr.
D._
. Zudem sei der gewährte Leidensabzug von 5
%
angesichts der qualitativen Einschrän
kungen in der angepassten Tätigkeit rechtsverletzend tief. Die IV-Stelle habe den Abzug unter Berücksichtigung von Alter und Belastungsprofil mit 20
%
gewertet. Was die Integritätsentschädigung anbelange, sei die Arthrose gemäss der Tabelle 5 zu berücksichtigen; die ärztliche Einschätzung der Vorzustände sei nicht trans
parent. In formeller Hinsicht liess der Beschwerdeführer monieren, das Aktengut
achten von
Dr.
D._
sei ihm erst mit dem
Einspracheentscheid
zugestellt wor
den, womit sein rechtliches Gehör verletzt worden sei (
Urk.
1).
3.
Was die vorweg zu be
handelnde,
geltend
gemachte Verletzung des rechtlichen Gehörs
anbelangt,
liess die Beschwerdegegnerin selber einräumen, dass sie, indem sie dem
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
das im
Einspracheverfahren
vom beratenden Arzt erstellte Aktengutachten erst zusammen mit dem
Einspracheent
scheid
zu
stellte
, den Anspruch des Beschw
e
rdeführers
auf rechtliches Gehör ver
letzt hat (
Urk.
14 S. 7; vgl. zum Gehörsanspruch im
Einsprache
verfahren
:
Urteil des Bundesgerichts 8C_738/2014 vom 1
5.
Januar 2015 E. 6 f.).
Dieser Mangel ist einer Heilung im kantonalen Verfahren
grundsätzlich
zugäng
lich, da es sich bei der Beschwerde nach
Art.
56 ff. ATSG um ein vollkommenes Rechtsmittel handelt, welches eine Überprüfung des angefochtenen Entscheides in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht ermöglicht (Urteil 9C_127/2007 vom 1
2.
Februar 2008 E. 2.2).
Der Beschwerdeführer ging offensichtlich, da er
nicht die Rückweisung der Streitsache zur formgerechten Durchführung des Beweis
verfahrens, sondern einen Entsch
eid in der Sache beantragen liess, selber von einer Heilung der Gehörsverletzung aus. Zudem hatte er Gelegenheit, sich beschwerdeweise vollumfänglich zur Aktenbeurteilung von
Dr.
D._
zu äussern
(vgl.
dazu:
BGE 126 I 97 E. 2b
). Entsprechend
ist von einer Heilung der Gehörs
verletzung auszugehen und es
erübrigen sich Weiterungen in formeller Hinsicht, zumal die Sache – wie
im Folgenden erwogen
– ohnehin zu ergänzenden Abklä
rungen zurückzuweisen ist.
4
.
4.1
In materieller Hinsicht
steht
zunächst der Anspruch auf eine Invalidenrente im Streite und dabei insbesondere, in welchem Umfang der Beschwerdeführer
in einer angepassten Tätigkeit unter Berücksichtigung der Unfallfolgen arbeitsfähig ist.
Den medizinischen Akten ist hierzu zusammengefasst Folgendes zu entnehmen:
4.2
4.2.1
Die Beurteilung der vom Hausarzt
Dr.
Z._
veranlassten MR-Aufnahmen des rech
ten Knies der
E._
vom
6.
August 2013 lautete
auf eine Rissbildung des medialen Meniskus, einen Status nach Kontusion
femorotibial
medial, eine
Varusgonarthrose
, eine
Femoropatellararthrose
und einen
mässiggradigen
Gelenk
s
erguss (
Urk.
15/M1).
Dr.
A._
erachtete die Indikation zur
Teilmenis
kektomie
angesichts der Ausdehnung der Meniskusläsion, der Schmerzen bei vor
gängiger Beschwerdefreiheit und der immer
wieder auftretenden Blockaden gemäss Operationsbericht vom 1
9.
September 2013 als gegeben (
Urk.
15/M5).
Der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin,
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für Orthopädisc
he Chirurgie und Traumatologie, erachtete
in seiner Stellungnahme vom 2
9.
Oktober 2013
die Unfallkausalität der medialen Meniskusläsion bei einem Vorzustand im Sinne einer medialen Gonarthrose sowie einem Zustand nach vorderer Kreuzbandruptur im Sinne einer vorübergehenden Verschlimme
rung als gegeben (
Urk.
15/M6).
In einer MR-Abklärung vom 1
4.
November 2013 zeigte sich gemäss
Dr.
A._
eine deutlic
he Zunahme der medialen
Gonarthrose (
Urk.
15/M9 S. 3). Am 2
0.
Dezember 2013 infiltrierte
er
das rechte Knie des Beschwerdeführers bei anhaltender Schmerzhaftigkeit mit
Kenacort
(
Urk.
15/M10)
. Nachdem
Dr.
A._
auf den Röntgenbildern vom 1
7.
Januar 2014 eine weitere Zunahme der Arthrose bei deutlicher Schmerzsymptomatik festgestellt hatte, erachtete
er
die Indikation der sodann am 2
0.
Februar 2014 durchgeführten
Tibiakopf
-Osteotomie als gege
ben (
Urk.
15/M11 S. 2, 15/M17).
Bei
weiterhin
attestierter voller Arbeitsunfähigkeit
zeigte sich zunächst eine lang
same Besserung (vgl. Berichte von
Dr.
A._
vom 1
8.
März 20
14, 2
7.
Mai 2014, 2
3.
Juni 2014:
Urk.
15/M21, 15/M24, 15/M25).
Eine anhaltende schmerzhafte Flexionshemmung bei 85-90° führ
t
e
Dr.
A._
gestützt auf eine CT-Untersuchung vom 1
1.
Juli 2014 darauf zurück, dass zwei der
proximalsten
Schrauben wahrscheinlich die kortikale Grenze und damit eventuell auch die Knorpelgrenze durchstossen hätten, weshalb am 2
8.
Juli 2014 die operative Ent
fernung der Schrauben folgte (
Urk.
15/M29, 15/M32, 15/M34). Anlässlich der Untersuchung vom 1
2.
August 2014 erachtete
Dr.
A._
das Gehen ohne Stöcke im Rahmen der Schmerzgrenze als gestattet; der Beschwerdeführer berichtete am 3
0.
September 2014 über vermehrte Schmerzen bei verbesserter Beweglichkeit (
Urk.
15/M35).
Nach de
r restlichen Metallentfernung a
m
1
9.
Februar 2015
(
Urk.
15/M41) bot
Dr.
A._
den Beschwerdeführe bei zwar verbesserter Gehleistung, aber
weiterhin
eingeschränkter Beweglichkeit und vermehrten Schwellungen neuerlich zu einer CT
-Untersuchung auf. Zudem stellte er die Frage in den Raum, ob allenfalls ein stationärer Aufenthalt in der
C._
zur Verbesserung der Situation angezeigt sei. Mit Sicherheit müsse angenommen werden, dass der Beschwerde
führer
zur Zeit
auf die Schmerzsymptomatik konditioniert sei; eine
Dekonditio
nierung
erachtete er als
wahrscheinlich sinnvoll
(
Urk.
15/M45). Die in der
E._
am
1
5.
Juli 2015 durchgeführte CT-Abklärung liess unter anderem eine winzige
Osteonekrosezone
anterior
am medialen
Femur
kondylus
und eine
odematöse
Reizung des subkutanen Fettgewebes erkennen (
Urk.
1
5
/M47).
4.2.2
Anlässlich der Begutachtung durch
Dr.
B._
am
1
7.
August 2015 klagte der Beschwerdeführer über anhaltende Schmerzen
in Ruhe wie auch bei Belastung und
über eine eingeschränkte Beweglichkeit. Auch müsse
er
sich beim Treppen
steigen immer noch am Geländer halten und das Tragen von Lasten sei ihm nicht möglich. Der Schmerz sei
antero
-medial lokalisiert worden; zudem habe der Beschwerdeführer eine Schwellungstendenz festgestellt. Klinisch notierte
Dr.
B._
ein starkes Entlastungshinken rechts, einen Streckausfall von etwa 5-7° beim Gehen und 5° im Liegen.
Der aktive Streckausfall betrage etwa 15-20°.
Die Beugung liege aktiv bei 60°, passiv bei 70°. Es bestehe eine
Druckdolenz
im Bereich des ganzen geschwollenen
rechten Beines, welches minim livide verfärbt sei. Die Stabilität
beurteilte
Dr.
B._
als gut (
Urk.
15/M49 S.
1 f.).
Seine Diagnose lautete auf einen Status nach
arthroskopischer
Kniechirurgie b
ei
persistierendem Schmerzsyndrom des rechten Kniegelenks und Unterschenkels. Die Beweglichkeit und vor allem die Funktionsfähigkeit seien stark einge
s
chränkt. Aufgrund der starken Empfindlichkeit der Weichteile gehe er davon aus, dass die Funktions- und Gebrauchsfähigkeit des Kniegelenks und des Unterschenkels nur schwer zu verbessern sei. Es
bestehe eine deutliche mediale
und zunehmend auch laterale sowie
retropatelläre
Gonarthrose. Unter Vorbehalt des im Juli durchge
führten MRI, das nur in Bildern
,
nicht aber im Befund vorhanden sei, könnte man sich mittelfristig eine
Kniearthoplastik
überlegen; aufgrund der starken Weich
teilempfindlichkeit befürchte er jedoch, dass dies
e
nicht zu einer wesentlichen Verbesse
rung des Resultats führen würde, vor allem, wenn von der eingeschränk
ten Beweglichkeit ausgegangen werden müsse, welch letztere auf eine Dystrophie schliessen lasse (
Urk.
15/B-M49/1).
Die subjektiven Beschwerden
seien
durch die objektiven Befunde erklärbar. Es bestehe eine klare Einschränkung der Beweglichkeit sowohl in der Beugung als auch in der Streckung. Der Unfall sei sicher
mindestens
eine entscheidende Teil
ursache, wahrscheinlich aber die alleinige Ursache der Beschwerden. Eine allfällig ebenfalls beteiligte
Algodystrophie
dürfte ebenfalls durch den Unfall beziehungs
weise die dadurch notwendig gewordenen Operationen ausgelöst worden sein.
Der angestammte Beruf im Gartenbau sei dem Beschwerdeführer aufgrund des längeren Stehen
s
und Gehens und der Gewichtsbelastung nicht mehr möglich. Da auch ein deutlicher Ruheschmerz vorhanden sei, seien auch die an sich mög
lichen, rein sitzenden Belastungen sicher nur teilweise möglich. Eine Teilarbeits
fähigkeit von 50
%
in einem Büro bezeichnete
Dr.
B._
als an sich möglich, aufgrund der Bildung und der Sprache jedoch als nicht realistisch. Sinnvoll wäre eine wechselbelastende Tätigkeit mit teilweise gehender, hauptsächlich aber sitzender Tätigkeit und einer
Gewichtslimite
von 5 kg. Knien und Kniebeugen seien nicht mehr zumutbar.
Eingeschränkt würde die Arbeitsfähigkeit durch die Schmerzhaftigkeit und die Bewegungseinschränkung. Das normale Gehen sei dem Beschwerdeführer bei Gehstrecken von maximal 15 Minuten stockfrei zumutbar, das Treppensteigen sei über kurze Distanz möglich, wobei aufgrund der Schmerzen die Benutzung eines Lifts sinnvoll sei. Unter Ziffer 7.3 des
Gut
achtens und der Frage nach der maximal zumutbaren täglichen und wöchent
lichen Arbeitszeit in einer angepassten Tätigkeit und allfälligen zusätzlichen
leis
tungsmässigen Einbussen zur zeitlichen Einschränkung erklärte
Dr.
B._
, dass der Beschwerdeführer in einer hauptsächlich sitzenden und teilweise zwischen
durch gehenden Tätigkeit wahrscheinlich nicht zu 100
%
, sondern höchstens zu 50
%
arbeitsfähig sei. Zum genauen Prozentsatz der möglichen Arbeitsfähigkeit empfehle er eine arbeitstechnische Abklärung analog
den
Abklärungen wie sie in der
C._
durchgeführt würden. Unter Ziffer 7.5 und der Frage, wie sich das vorgerückte Alter des Beschwerdeführers auf die Arbeitsfähigkeit aus
wirke, erklärte
Dr.
B._
, dass das vorgerückte Alter des Beschwerdeführers im recht körperbelastenden Beruf als Gartenbauer sicher eine gewisse Rolle spiele; jedoch wäre bei einem Versicherten im mittleren Alter von 42 Jahren mit gleicher Gesundheitsschädigung ebenfalls keine Arbeitsfähigkeit als Gartenbauer gege
ben. In einer angepassten Tätigkeit sei ebenfalls eine Belastungsfähigkeit von höchstens 50 bis 75
%
gegeben.
In den letzten sechs Monaten sei kein wesentlicher Fortschritt in der Heilbehand
lung mehr erzielt worden; von einer weitere
n
Heilbehandlung in Form einer intensiven Physiotherapie oder – unter stationären Bedingungen – eines
Femoralis
- und
Ischiadicuskatheters
sei höchstens noch eine leichte Verbesserung zu erwarten (
Urk.
15/M49).
4.2.3
Dr.
A._
notierte in seinem Bericht vom 2
0.
Januar 2016 zu den Untersuchen vom 2
3.
November 2015 und 1
1.
Januar 201
6
unter anderem
, dass der Beschwer
deführer
immer noch Probleme mit der Beweglichkeit habe und die posttraum
a
tische Arthrose eher zunehme (
Urk.
15/M51 S. 11).
4.2.4
Die Diagnosen im Austrittsbericht der
C._
vom 2
1.
März 2016 lauten wie folgt (
Urk.
15/M52 S. 1 f.):
-
Unfall vom 31.05.2013: Sturz rückwärts, dabei fiel der Presslufthammer auf das Knie rechts
,
AI Distorsion Knie rechts
-
06.08.2013 MRI Knie rechts: Rissbil
dung des medialen Meniskus. Status nach
Kontusion
femorotibial
medial.
Varusgonart
hrose
.
Femoropatellararthrose
,
m
ässiggradiger
Gelenkerguss
.
-
06.08.2013 Röntgen Knie rechts: Gelenkachse 0°. Mediale
r Gelenkspalt deutlich schmaler
als lateral, etwas vermehrte
subchondrale
Sklerosie
rung
a
m med.
Tibiaplateau
. Verdacht auf freie
Gelenkkörper zentral im Bereich der
Eminentia
intercondylica
. Beginne
nde
arthrotische
Verän
derungen.
Tibiakopfv
arus
von 7°
.
-
19.09.2013 Knie-Arthroskopie mit medialer und lateraler
T
eilmenis
kektomie
, Resektion der
Plicae
medio- und
int
rapatellaris
, Entfernung von freien G
elenkkörpern bei ausgedehntem
dorsomedialem
Meniskus
riss, Randruptur des lateralen Me
niskus,
Chondromalazie
Grad
IIb
femoral
und
tibial
medial, Status nach
partieller VKB-Ruptur mit wahr
scheinlich distalem Ausriss
und mehreren Gelenkkörpern, beginnende
femoropatellare
Arthrose mit einklemmender
Plica
mediopatellaris
.
-
13.11.20
1
3 MRI Knie rechts: Deutlicher Gelenkerguss. Bei
Status nach TME des medialen Meniskus
kein Hinweis auf erneute Rissbildung. Lateraler Meniskus
intakt. Diskrete Knorpelläsion.
Normales
oss
ä
res
Signal
.
-
17.01.2014 Röntgen Knie rechts: Gelenkachse 3°
Varus
. Gelen
kspalt medial deutlich schmaler
als lateral, im Verlauf progredient. Keine wesentliche Zunahme d
er
osteophytären
Veränderungen.
Kein Hinweis auf
Osteonekrose
.
Tibiakopfwinkel
7°
Varus
.
-
19.02.2014
Orthoradiographie
untere Extremität beidseit
s: Mecha
nische Achsen rechts 9°
Varus
, links 2.5°
Varus
. Linkes Bein l cm länger als rech
tes Bein. Rechtsbetonte mediale
femorotibiale
Arthrose. Weich
teilverkalkung lateral des Beckenkammes rechts
.
-
20.02.2014 Open
wedge
valgisierende
Tibiakopfosteotomi
e
mit
Tomo
fix-System
rechts bei schnell
zunehmender medialer Gonarthrose
.
-
21.02.2014 Röntgen Knie rechts: Intakte mediale Platte in
achsenge
rechter Stellung sowie
Osteo
tomiespalt
loco
typico
bei Status nach
TVOT. Mä
ssige me
diale Gelenkspaltverschmälerung
sowie
osteophytäre
Anbauten
retropatellär
.
Weichteilschwellung und Erguss.
-
25.02.2014 Röntgen Knie rechts: OSM in adäquater Stellu
ng intakt. Bekannte Gonarthrose
und Retropatellararthrose. Diskreter Erguss im Kniegelenk
.
-
11.07.2014 CT Knie rechts: Partieller
ossärer
Durchbau
des
Osteotomie
spaltes
im lateralen
dorsalen Anteil. In den
anterioren
und medialen
Abschnitt
en ist der
Osteotomiespalt
noch
nicht durchbaut und weist eine maximale Breite von 7 mm auf. Mul
tiple
osteophytäre
Ausziehun
gen
an der
Eminentia
intercondylaris
,
interko
n
dylär
fem
oral
sowie
femorotibial
lateral
und medial. Marginal
Osteophyten
femoropatellär
. Intaktes
festes OSM. Eine der Schrauben
liegt knapp im Niveau der lateral
en
Tibiacorticalis
. Kein Erguss
28.07.2014 Arthroskopie Knie rechts mit Resektion der vernarbten
Plica
medi
opatetl
aris
,
Gelenksdé
bridement
und Ausspülen des Gelenkes, partiell
e Metallent
fernung am
Tibiakopf
rechts bei störende
r
wahrscheinlich partiell int
raartikulär liegende
r
proximale
r
Schraube
.
-
19.02.2015 Metallentfernung
Tibiakopf
rechts bei störendem
Osteosyn
thesematerial
.
-
15.07.2015 MRI Kniegelenk rechts:
Mässiggradige
mediale
Gonarthrose mit etwas stärkerem
Knorpelschaden am medialen
Femurkondylus
mit
ante
rior
winziger
Osteonekrosezone
.
Leichter Knorpelschaden im late
ralen Kompartiment und
mässi
ggradige
Femoropatellararthrose
mit deutlichstem Knorpel
schaden an der medialen
Patellaf
acette
. Rest
meniskus im Bereich
des Corpus aus dem Gelenkspalt weitgehend
protruiert
mit mä
s
siger intramuraler Veränderung. Mä
ssige intramurale Veränderung auch im
Res
tmeniskushinterhorn
und leichte
intramurale Veränder
ung im lateralen Meniskus. Status nach
Tibiakorrekt
urosteo
tomie
mit entsprechenden
postoperativen Veränderungen und angren
zend ödematöser Reizung des subkutanen
Fettgewebes
.
-
13.11.2015 Röntgen Kniegelenke: rechts
Valgus
4-6°. Medial no
ch teil
weise nicht konsolidiert
aber sicher im fortgeschrittenen
Durchbau
befindlich. Deu
tliche medial aber auch lateral
vorhandene Arthrose
.
-
B. Adipositas Grad II
-
Aktuell BMI 35
-
C. Psychiatrische Diagnosen
-
03/2016 RKB: Anpassungsstörungen, kurze depressive Reaktion
(ICD-10: F43.20)
.
In der somatischen Beurteilung sprachen si
ch
die zuständigen ärztlichen Fach
personen der
C._
dafür aus, dass sich das Ausmass der demons
trierten
physischen
Einschränkungen
mit den objektivierbaren pathologischen Befunden der
klinischen Untersuchung und den
bildgebenden Abklärungen sowie den Diagnosen aus somatischer Sicht nur teilweise erklären lasse. MR-tomographisch werde eine
mässiggradige
mediale Gonarthrose mit leichten Knor
pelläsionen im lateralen Kompartiment dargestellt. Die
Menisci
seien posttrau
matisch und degenerativ verändert. Belastungsabhängige Schmerzen seien bei diesem Befund erklärbar. Nicht unbedingt erklärbar seien dadurch das Schmerz
niveau und das Unvermögen längerfristig ohne Stöcke zu gehen und auch die Bewegungseinschränkungen des
Kniegelenks. Während der Rehabilitation habe kein wesentlicher Ei
nfluss auf die Schmerzen und auf
die Beweglichkeit gefunden werden können
.
Der Beschwerdeführer zeige insgesamt ein auffälliges
Schmerz- und Leistungsverhalten.
E
ine mässige Symptomausweitung wurde bejaht (
Urk.
15/M52 S.4).
Anlässlich der psychosomatischen Abklärung hätten sich Symptome von depres
siver Verstimmung, Angst und Insuffizienzgefühl gezeigt.
Der Beschwerdeführer fühle sich bei der alltäglichen Routine und der Bewältigung seines Berufs als Gartenbauer massiv eingeschränkt. Zudem befürchte er, aufgrund seiner Mobili
tät und seines Alters keine Arbeitsstelle mehr zu finden. Die beigezogene Psycho
login schloss, dass die noch anhaltenden belastenden Ereignisse und Lebensum
stände den Beschwerdeführer sehr belasten würden, was am Ehesten mit einer Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion beschrieben werden könne (
Urk.
15/M52 S. 4).
Aufgrund der mässigen Symptomausweitung seien die Resultate der physischen Leistungstests für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nur teilweise verwertbar. Zudem lasse sich das Ausmass der demonstrierten Einschränkungen objektiv nur zum Teil erklären. Die Beurteilung stütze sich daher auch auf medizinisch-theoretische Überlegungen. Keine arbeitsrelevante Leistungsminderung resultiere aus der festgestellten psychischen Störung. Aus unfallkausaler Sicht sei dem Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit im Gartenbau nicht mehr zumutbar. Eine leichte, wechselbelastende Arbeit (Gehen, Stehen, Sitzen) ohne Zwangshal
tun
gen für das rechte Knie
n, ohne Gehen auf unebenem Boden oder Ersteigen von Leitern und Gerüsten
, mit nur ausnahmsweisem
Hantieren von Gewichten bis zu 15 Kilogramm sei dem Beschwerdeführer ganztags zumutbar. Auch die
C._
empfahl den Fallabschluss mangels
namhafter Besserungs
prognose (
Urk.
15/M52 S. 4).
4.2.5
Der beratende Arzt
Dr.
D._
sprach sich in seinem Aktengutachten vom 1
8.
Mai 2017 für die Anerkennung des Zustandes nach medialer
Teilmeniskektomie
und der Verschlimmerung der vorbestehenden Gonarthrose als unfallkausale Folgen aus. Nicht dem versicherten Ereignis zugeordnet werden könne dagegen die Schmerzverarbeitungsstörung, welche sich in der Folge entwickelt habe.
Die heute geklagten Beschwerden seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nur teilweise dem Ereignis vom 3
1.
Mai 2013 zuzuordnen. Unfallkausal seien die Beschwerden des rechten Kniegelenks, die die Belastungsfähigkeit bezüglich Gewichte und bezüglich zeitlicher Dauer
einschränkten, nicht aber jene Beschwerdeanteile, welche in Ruhe und bei geringster mechanischer Belastung angegeben würden.
Dr.
D._
sprach sich dafür aus, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
krankhafte Vorzustände und aktuelle Krankheiten bei den heute angegebenen Beschwerden mitspielen würden. So schätze
er
die Anteile wie folgt: Degenerativer Vorzustand 20
%
, unfallkausale dauernde Verschlimme
rung desselben 20
%
und unfallfremde Schmerzverarbeitungs
störung 60
%
. Die subjektiven Beschwerden seien entsprechend nur zu 40
%
durch die objektiven Befunde erklärbar.
In Übereinstimmung mit der Beurteilung der
C._
bestehe seines Erachtens für eine angepasste Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (
Urk.
15/M54 S. 5 ff.).
4.3
Was die somatischen Unfallfolgen anbelangt, anerkannte die Beschwerdegegne
rin nicht nur die mediale Meniskusläsion am rechten Knie als Unfallfolge, sondern auch die postoperative Verschlimmerung der vorbestehenden Gonarthrose, ist doch – wie
Dr.
D._
nachvollziehbar ausführte (
Urk.
15/M54 S. 5) – hinrei
chend bekannt, dass Meniskuseingriffe, insbesondere wenn
sie
wie hier beidseitig erfolgt
en
, vorbestehende degenerative Zustände destabilisie
ren und folglich eine dauernde Verschlimmerung e
ines Vorzustandes bewirken könn
en.
In Übereinstimmung mit der medizinischen Aktenlage
sind sich die Parteien zudem einig
, dass die Beschwerdegegnerin
den Fall zu Recht
per 3
0.
April 2016
abgeschlossen
hat
, sprachen sich doch sowohl
Dr.
B._
als auch die
zuständi
gen ärztlichen Fachpersonen der
C._
und
Dr.
D._
dafür aus, dass
von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des
(somatischen)
Gesundheitszu
standes
mehr erwartet werden k
önne
(
Urk.
15/M49 S
. 6, 15/M 52 S. 3, 15/M54 S. 7).
Des Weiter
e
n rechtfertigen sich auch keine Zweifel an der ebenfalls übereinstimmend angenommenen Arbeits
unfähigkeit in der angestammten Tätigkeit im Gartenbau.
Was dagegen die Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit anbe
langt, kann der Argumentation der Beschwerdegegnerin, wonach die Beurteilung der
C._
"nicht wirklich" in einem Widerspruch zu derjenigen von
Dr.
B._
stehe, weil letzterer die Restarbeitsfähigkeit nicht abschliessend geschätzt habe und explizit eine umfassende Abklärung in
C._
empfohlen habe (
Urk.
14 S. 12), nicht gefolgt werden.
Dr.
B._
empfahl zwar
in seinem Gutachten
vom 1
3.
November 2015 eine arbeitste
chnische Abklärung zur
Fest
stellung
des genauen Prozentsatzes
der Arbeitsfähig
keit, sprach sich aber
unter Ziffer 7.3
seines Gutachtens (
Urk.
15/M49 S. 4) unmissverständlich für eine deutlich eingeschränkte Restarbeitsfähigkeit von maximal 50
%
aus. Auch
unter Ziffer 7.5 (
Urk.
15/M49 S. 4) sowie in der beiliegenden Beurteilung (
Urk.
15/B-M49 S. 2)
machte
Dr.
B._
deutlich, dass er auf eine deutlich eingeschränkte Restarbeitsfähigkeit schloss.
Dass
Dr.
B._
zur prozentgenauen Evaluierung der Arbeitsfähigkeit
eine arbeitsorientierte Rehabilitation empfahl,
lässt angesichts dessen ni
cht darauf schliessen, dass er von einer
Einschätzung der Arbeitsfähig
keit
grundsätzlich absah
und diese der
C._
delegierte
(vgl. dazu:
Urk.
14 S. 12).
Im Gegensatz zur
Beu
rteilung der Rehaklinik sprach sich
Dr.
B._
sodann
nicht nur für eine
deutliche
Einschränkung
der
Restarbeitsfähigkeit aus, sondern erachtete auch die subjektiven Beschwerden als durch die objektiven Befunde erklärbar (vgl.
Urk.
15/M49 S. 2). Dabei korrelieren die Schmerzangaben seines Erachtens mit den degenerativen Veränderungen
im rechten Kniegelenk
; die Beweglichkeitseinschränkung stellte er in einen allfälligen Zusammenhang mit einer
Algodystrophie
. Zudem mass er im Rahmen
seiner
Beurteilung der Weich
t
eilproblematik
massgebliche Bedeutung bei (
Urk.
15/M49 S. 2
, 15/B-M49).
Die
C._
erachtete zwar belastungsabhängige Schmerzen als durch die degenerativen Befunde im rechten Kniegelenk erklärbar, nicht aber das
demons
trierte
Schmerzniveau
und die Bewegungseinschränkungen
. Ohne sich mit der hiervon abweichenden Meinung von
Dr.
B._
auseinanderzusetzen, insbeson
dere auch ohne Bezugnahme auf die von diesem thematisierte
Algodystrophie
und die
als wesentlich beurteilte
Weichteilproblematik schloss die
C._
mit der Begründung, es liege eine mässige Symptomausweitung und ein auffälliges Schmerzverhalten vor, auf eine 100%ige Restarbeitsfähigkeit (
Urk.
15/M52 S. 4).
Angesichts des Widerspruchs zur Einschätzung v
on
Dr.
B._
wie auch
des Umstands, dass die Symptomausweitung nicht als erheblich, sondern nur als mäs
sig b
eurteilt
wurde (vgl. dazu:
Urk.
15/M52 S. 5)
, vermag die Einschätzung der
C._
nicht abschliessend zu überzeugen.
Dass die Beschwerdegegnerin
diesen Widerspruch in der medizinischen Aktenlage
entgegen dem
sachlich gerechtfertigten
Antrag des Beschwerdeführers im
Ein
spracheverfahren
(
Urk.
15/A112)
nicht durch Einholung einer Stellungnahme von
Dr.
B._
zur
Einschätzung der
C._
zu klären versuchte, muss wohl in leistungsrechtlichen Überlegungen gefusst haben.
Jedenfalls führt das von der Beschwerdegegnerin eingeholte Aktengutachten von
Dr.
D._
vom 1
8.
Mai 2017 nicht zur
Klärung
der Widersprüche
in den von der Beschwerde
gegnerin selber eingeholten medizinischen Akten
. Zwar kann auch einem
reinen Aktengutachten
voller Beweiswert zukommen
, sofern ein lückenloser Befund vor
liegt und es im
Wesentlichen nur um die ärztliche Beurteilung eines an sich fest
stehenden medizinischen Sachverhalts geht (Urteil
des Bundesgerichts
8C_641/2011 vom 2
2.
Dezember 2011 E. 3.2.2 mit Hinweisen).
Der Beurteilung von
Dr.
D._
liegt aber in Abweichung sowohl zur Einschätzung von
Dr.
B._
als auch zu derjenigen der
C._
die Annahme zugrunde, der Beschwerdeführer leide an einer Schmerzverarbeitungsstörung
. Diese von
Dr.
D._
im Wesentlichen
gestützt auf ein von der IV-Stelle im Jahr 2009 ein
geholtes interdisziplinäres Gutachten (rheumatologisch/psychiatrisch) vom 1
8.
November 2009
(
Urk.
23/51-52)
gestellte Diagnose findet in den aktuellen Unterlagen keine Stütze. Zwar
ist auch dem
Austrittsbericht der
C._
eine psychiatrische Diagnosestellung
zu entnehmen
, nämlich diejenige von Anpassungsstörungen und einer kurzen depressiven Reaktion (ICD-10: F43.20). Von einer Schmerzverarbeitungsstörung ist darin aber keine Rede
, son
dern lediglich von einer nicht krankheitswertigen
, mässigen
Symptomauswei
tung
. Damit aber legte
Dr.
D._
seiner Beurteilung keinen medizinisch fest
stehenden Sachverhalt zugrunde, weshalb seine Einschätzung
der Arbeitsfähig
keit
nicht beweiswertig
ist.
Dies g
ilt umso mehr, als
Dr.
D._
als
Facharzt FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation, speziell Rheumaerkrankungen, über keine psychiatrische fachärztliche Ausbildung verfügt
und damit für eine Diagnosestellung aus dem fachpsychiatrischen Bereich nicht prädestiniert
erscheint
.
Angesichts der Widersprüche in der aktuellen medizinischen Aktenlage
lässt sich die
unfallbedingte
Restarbeitsfähigkeit nicht abschliessend feststellen. Die Sache ist
demzufolge
an die Beschwerdegegnerin
zur Ergänzung der bisherigen Akten
lage mittels
Einholung einer ergänzenden Stellungnahme von
Dr.
B._
zur Beurteilung der
C._
vom 2
1.
März 2016
zurückzuweisen
. Sollte sich aufgrund der ergänzten Aktenlage ein zusätzlicher Abklärungsbedarf erge
ben,
wird
die Beschwerdegegnerin
gehalten sein, weitere medizinische Abklärun
gen
in die Wege zu leiten, um die auf den Unfall vom 3
1.
März 2013 zurückzu
führende Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers abschliessend beurteilen zu können.
4.4
Anzufügen bleibt,
dass
die Schätzung der Invalidität mit Bezug auf den gleichen Gesundheitsschaden aufgrund der Einheitlichkeit des Invaliditätsbegriffs (Art. 8 ATSG) in der Invaliden- und Unfallversicherung in beiden Bereichen prinzipiell denselben Invaliditätsgrad zu ergeben hat, soweit nicht die unterschiedliche gesetzliche Regelung oder Rechtspraxis in den einzelnen Versicherungszweigen zu einer abweichenden Invaliditätsbemessung führen. Bereits abgeschlossene Invaliditätsfestlegungen sind
mitzuberücksichtigen
. Es besteht jedoch keine
Bindungswirkung der Invaliditätsschätzung des einen Versicherers für den jeweils anderen Sozialversicherungszweig (Urteil des Bundesgerichts 8C_543/2011 vom 25. August 2011 E. 3 mit Hinweisen auf
BGE 133 V 549
E. 6,
119 V 468
E. 2b).
Mit Verfügung vom 2
2.
Juli 2016 sprach die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, dem Versicherten eine vom
1.
September
2014
bis 3
0.
Juni 2016 befristete ganze Invalidenrente zu
;
gestützt auf die Beurteilung der
C._
ging sie
ab April 2016 von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit und einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 21
%
aus, was zur Rentenaufhebung per Ende Juni 2016 führte (
Urk.
15/A1
21).
Sollte die Beschwerdegegnerin nach Ergänzung der medizinischen Aktenlage weiterhin
ebenfalls
von einer 100%igen Restarbeitsfähigkeit ausgehen,
ist sie gehalten,
die Invaliditätsbemessung der IV-Stelle, auch wenn eine Bindungswir
kung nicht besteht, angesichts der
oben zitierten
höchstrichterlichen Rechtspre
chung zumindest
zur Kenntnis nehmen.
5.
5.1
Streitig ist schliesslich die Bemessung der Integritätsentschädigung.
5.2
5.2.1
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine angemes
sene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erheb
liche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädi
gung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens minde
stens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhanges
3.
Fallen mehrere körperliche oder geistige Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen
zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung fest
gesetzt (Abs. 3).
5.2.2
Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der Integritätsschäden aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht abschliessenden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) wichtige und typische Schäden prozentual gewichtet (RKUV 2004 Nr. U 514 S. 416). Für die darin genannten Integritätsschäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (
Ziff.
1
Abs.
1). Die Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (
Ziff.
1
Abs.
2). Integritätsschäden, die gemäss der Skala 5 % nicht erreichen, geben keinen Anspruch auf Entschädigung (
Ziff.
1
Abs.
3). Die völlige Gebrauchsunfähigkeit eines Organs wird dem Verlust gleichgestellt; bei teilweisem Verlust und teilwei
ser Gebrauchsunfähigkeit wird der Integritätsschaden entsprechend geringer, wobei die Entschädigung jedoch ganz entfällt, wenn der Integritätsschaden weniger als 5 % des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes ergäbe (
Ziff.
2).
Die Medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundesrät
lichen
Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Fein
raster) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für die Parteien nicht verbindlich, umso mehr als
Ziff.
1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, dass der in der Skala angegebene Pro
zentsatz des Integritätsschadens für den «Regelfall» gilt, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewähr
leistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
5.2.3
Verursachen mehrere, teils versicherte, teils nichtversicherte Ereignisse (Vorzu
stand, nicht versicherter Unfall) einen Integritätsschaden, mithin bei einem Beschwerdebild, das medizinisch-diagnostisch nicht in einzelne, voneinander unterscheidbare Beeinträchtigungen aufgeteilt werden kann, ist der Integritäts
schaden gesamthaft nach Anhang 3 zur UVV oder nötigenfalls nach den genann
ten Richtlinien gemäss den Tabellen der Medizinischen Abteilung der SUVA ein
zuschätzen. In einem zweiten Schritt ist die Entschädigung nach Massgabe von
Art.
36
Abs.
2 UVG angemessen zu kürzen (BGE 116 V 156 E. 3a).
5.3
5.3.1
Die Beschwerdegegnerin folgte der Beurteilung des beratenden Arztes
Dr.
D._
vom 1
8.
Mai 2017
(vgl.
Urk.
2 S.
13 f.)
. Dieser legte der Bemessung des Integri
tätsschadens die Suva-Tabelle 5 (Integritätsschaden bei Arthrosen) zugrunde. Nach dieser Tabelle wird der Integr
itätsschaden bei einer mässigen
Pangonarth
rose
mit 10-30
%
und bei einer schweren mit 30-40
%
veranschlagt.
Dr.
D._
schätzte den Integritätsschaden unter Berücksichtigung des Ausmasses der Arth
rose auf 30
%
und
mass dem unfallbedingten Anteil 15
%
bei (
Urk.
15/M54).
5.3.2
Der Beschwerdeführer sprach sich ebenfalls für die Anwendung der Suva-Tabelle 5 zur Bemessung des Integritätsschadens aus, liess aber bemängeln, dass die Ein
schä
tzung des Anteils am Vorzustand
durch
Dr.
D._
mit 50
%
nicht transpa
rent sei, zumal er andernorts den Anteil des Vorzustandes auf 20
%
beziffert habe (
Urk.
1 S. 7).
5.3.3
Dieser Einwand greift im Ergebnis nicht.
In
der
aktuellsten
MR-Aufnahme des rechten Knies
der
E._
vom 1
6.
Juli 2015 zeigte sich eine
mässig
gradige
mediale Gonarthrose und eine ebenfalls
mässiggradige
Femoropatellar
arth
rose
(Beilage zu
Urk.
15/M49). Mit der Veranschlagung des Integri
tätsschadens auf 30
%
schloss
Dr.
D._
auf ein
e
Pangonarthrose
an der Grenze zu den schwe
ren Fällen und trug damit der Schwere des Schadens
grosszügig Rechnung
. Was die hälftige Kürzung aufgrund des Vorzustandes anbelangt, steht diese entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers nicht im Widerspruch zu dem von
Dr.
D._
geschätzten Anteil des degenerativen Vorzustands am
gesamten Beschwerdebild mit 20
%
. Vielmehr steht die hälftige Teilung im Einklang mit dieser Einschätzung, bemass er doch den Anteil der unfallkausalen Verschlimme
rung des Vorzustands
am Gesamtbild
ebenfalls mit 20
%
(vgl.
Urk.
15/M54 S. 6), beurteilte mithin den Vorzustand und den unfallbedingten Anteil als
jeweils
gleich
gross
.
Dass die
Pangonarthrose
vor dem Unfall symptomlos war
und sich nicht erwerbs
vermindernd ausgewirkt hat
, steht der Kürz
ung anders als im Falle einer Invali
denrente nicht entgegen (BGE 114 V 59 E. 2). Entscheidend
ist, dass in der MR-Aufnahme der
E._
vom
6.
August 2013 eine
Varusgonarthrose
und
eine
Femoropatellararthrose
erkennbar waren (
Urk.
15/M1), welche von
Dr.
A._
am 2
0.
August 2013 bereits als fortgeschritten bezeichnet wurde
n
(
Urk.
15/M
3 S. 2), was darauf schliessen lässt, dass unfallfremde Faktoren am bestehenden Integritätsschaden in erheblichem Umfang mitbeteiligt sind. Es besteht deshalb dein Grund, die erhebliche Bedeutung des Vorzustandes in Frage zu stellen und vom Kürzungsmass von 50
%
abzuweichen.
Indirekt bestätigt wird
diese
Bemessung des Integritätsschaden
s
durch
Dr.
B._
, welcher
ebenfalls
auf einen Integritätsschaden von 15
%
schloss
, wobei er die Einschränkungen in der Funktionsfähigkeit
und in
der Beweglichkeit und die Schmerzen
in Abweichung zu beiden Parteien und ohne Auseinandersetzung mit dem Anteil des Vorzustandes
unter die SUVA-Tabelle 2 (Integritätsschäden bei Funktionsstörungen an den unteren Extremitäten) subsumierte
(
Urk.
15/M49
S. 6).
Die Beschwerde erweist sich somit in diesem Punkt als unbegründet.
5.4
Zusammenfassend ist die Beschwerde, soweit sie den Anspruch auf eine Invali
denrente betrifft
,
in dem Sinne
teilweise
gutzuheissen, als der angefochtene Ent
scheid diesbezüglich aufzuheben und
die Sache
zu ergänzenden medizinischen Abklärungen im Sinne der obigen Erwägungen
und zu neuem Entscheid über den Rentenanspruch
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.
6.
6.1
Ausgangs- und antragsgemäss hat der
hinsichtlich des Anspruchs auf eine Inva
lidenrente aufgrund der Rückweisung der Sache an die Verwaltung obsiegende, anwaltlich vertretene Beschwerdeführer
gemäss
§
34
Abs.
1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgeric
ht (
GSVGer
) in Verbindung mit §
7
Abs.
1 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialver
sicherungsgericht (
GebV
SVGer
) Anspruch auf eine
reduzierte
Prozessentschä
digung
.
Diese ist ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens
auf
Fr.
2'000.
-- (inklusive Mehrwertsteuer und Barauslagen)
zu bemessen
(
§
34
Abs.
3
GSVGer
) und dem unentgeltlichen Rechtsbeistand
auszuzahlen (Urteil des Bundesgerichts 5A_754/2013 vom
4.
Februar 2014 E. 5).
6.2
Im übrigen Umfang von
Fr.
1'000.
-- (inklusive Mehrwertsteuer und Barauslagen)
ist der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers infolge der bewilligten unentgelt
lichen Rechtsvertretung aus der Gerichtskasse zu entschädigen.