Decision ID: eabee340-8b76-5b3d-ae3a-763bb69fb7af
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Die Stiftung X._ (X._; im Folgenden: Beschwerdeführerin)
ersuchte am 2. November 2017 den Schweizerischen Akkreditierungsrat
(nachfolgend auch: Vorinstanz) um die institutionelle Akkreditierung der
X._ als universitäres Institut.
B.
Die Vorinstanz wies dieses Gesuch mit Entscheid vom 12. Juni 2019 ab.
C.
Die Beschwerdeführerin hat am 12. Juli 2019 vor dem Bundesverwaltungs-
gericht Beschwerde gegen den Entscheid vom 12. Juni 2019 erhoben. Sie
hat dabei um dessen Aufhebung und Gutheissung ihres Gesuchs vom
7. (richtig: 2.) November 2017 sowie eventualiter um Rückweisung der An-
gelegenheit zu neuem Entscheid an die Vorinstanz ersucht.
D.
Ebenfalls am 12. Juli 2019 hat die Beschwerdeführerin in derselben Sache
bei der Vorinstanz ein Wiedererwägungsgesuch eingereicht. Darin bean-
tragt die Beschwerdeführerin die wiedererwägungsweise Aufhebung des
Entscheids vom 12. Juni 2019 und die Gutheissung des Gesuchs vom
7. (richtig: 2.) November 2017, eventualiter sei das Gesuch vor dem Ent-
scheid dem Hochschulrat der Schweizerischen Hochschulkonferenz (SHK;
im Folgenden: Hochschulrat) zur Klärung der Frage der Zuweisung der
X._ zu den bestehenden Hochschultypen zu unterbreiten.
E.
Das Bundesverwaltungsgericht hat mit Zwischenverfügung vom 14. August
2019 entschieden, das vorliegende Verfahren bis zum Entscheid der Vor-
instanz über das Wiedererwägungsgesuch zu sistieren.
F.
Die Vorinstanz ist mit Akkreditierungsentscheid vom 9. Juli 2020 auf ihren
Entscheid vom 12. Juni 2019 zurückgekommen und hat die X._
rückwirkend vom 26. Juni 2020 bis zum 25. Juni 2027 unter Auflagen als
universitäres Institut institutionell akkreditiert.
G.
Hierauf hat die Beschwerdeführerin das Bundesverwaltungsgericht mit un-
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aufgeforderter Eingabe vom 13. Juli 2020 um Abschreibung des vorliegen-
den Verfahrens unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Vor-
instanz ersucht. Das Verfahren sei infolge der Wiedererwägung gegen-
standslos geworden.
H.
In ihrer Stellungnahme vom 24. August 2020 weist die Vorinstanz auf
Art. 65 Abs. 2 des Hochschulförderungs- und -koordinationsgesetzes vom
30. September 2011 (HFKG, SR 414.20) in der bis Ende Februar 2021 gül-
tigen Fassung hin, welcher eine Beschwerde gegen ihren Entscheid vom
12. Juni 2019 ausschliesse. Die Verfahrenskosten und die Parteientschä-
digung seien im Abschreibungsentscheid deshalb nicht der Vorinstanz auf-
zuerlegen.
I.
I.a Auf Ersuchen des Bundesverwaltungsgerichts vom 18. Februar 2021
beantwortet das Departement für Volkswirtschaft und Bildung des Kantons
A._ (im Folgenden: Departement) am 19. Februar 2021 (Eingang:
1. März 2021) mehrere Fragen schriftlich.
I.b Die Vorinstanz verzichtet mit Schreiben vom 15. März 2021 auf eine
Stellungnahme.
I.c Die Beschwerdeführerin hält in ihrer Stellungnahme vom 17. März 2021
an ihren Rechtsbegehren vom 13. Juli 2020 fest. Die Auskunft des kanto-
nalen Departements belege zusätzlich, dass es sich im vorliegenden Fall
um eine Streitigkeit im Sinn von Art. 6 Ziff. 1 der Europäischen Konvention
zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten vom 4. November
1950 (EMRK, SR 0.101) handle. Damit sei Art. 65 Abs. 2 HFKG in der bis
Ende Februar 2021 gültigen Fassung nicht anwendbar und ein Eintreten
des Bundesverwaltungsgerichts auf die Beschwerde geboten. Seit der am
1. März 2021 in Kraft getretenen Änderung des HFKG sehe nun auch
Art. 65 Abs. 2 HFKG die Zulässigkeit einer Beschwerde an dieses Gericht
vor. Die bundesrätliche Botschaft habe explizit darauf hingewiesen, dass
diese Anpassung notwendig gewesen sei, um der Rechtsweggarantie zu
genügen.
I.d Das Bundesverwaltungsgericht hat diese Stellungnahme vom 17. März
2021 der Vorinstanz am 18. März 2021 zur Kenntnis gebracht.
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J.
Auf die bisher genannten und weitere Vorbringen der Parteien wird, soweit
entscheiderheblich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
In casu zog die Vorinstanz ihren ursprünglichen gesuchsabweisenden Ent-
scheid vom 12. Juni 2019 zwischenzeitlich in Anwendung von Art. 58 des
Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG,
SR 172.021) in Wiedererwägung. Dabei hat die Vorinstanz in ihrem Wie-
dererwägungsentscheid vom 9. Juli 2020 dem Rechtsbegehren der Be-
schwerdeführerin um Gutheissung ihres Gesuchs vom 2. November 2017
um institutionelle Akkreditierung der X._ als universitäres Institut
unter Auflagen vollumfänglich entsprochen. Die Beschwerdeführerin hat
auf Grund dieser wiedererwägungsweise erfolgten Gutheissung ihres Ak-
kreditierungsgesuches am 13. Juli 2020 um Abschreibung des vorliegen-
den Verfahrens zufolge Gegenstandslosigkeit ersucht. Die Vorinstanz
wandte in ihrer Stellungnahme vom 24. August 2020 ausser ihrer Einrede
der Unzuständigkeit des Bundesverwaltungsgerichts, welche sie im Hin-
blick auf die Kostenfrage vorbringt, nichts gegen eine solche Verfahrens-
abschreibung ein.
Das Beschwerdeverfahren ist daher im einzelrichterlichen Verfahren als
durch Wiedererwägung gegenstandslos geworden abzuschreiben (Art. 23
Abs. 1 Bst. a des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG,
SR 173.32]).
2.
Wird ein Verfahren gegenstandslos, so werden die Verfahrenskosten ge-
mäss Art. 5, Satz 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten
und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE,
SR 173.320.2) in der Regel jener Partei auferlegt, deren Verhalten die Ge-
genstandslosigkeit bewirkt hat. Ist das Verfahren ohne Zutun der Parteien
gegenstandslos geworden, so werden die Kosten auf Grund der Sachlage
vor Eintritt des Erledigungsgrunds festgelegt (Art. 5, Satz 2 VGKE). Analo-
ges gilt für die Parteientschädigung (Art. 15, Satz 2 VGKE).
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Seite 5
2.1 Ist der Beschwerdeentscheid allein noch bezüglich der Kosten zu tref-
fen, ist er nur summarisch zu begründen und kann er ohne weiteres Be-
weisverfahren erfolgen. Denn es entspricht nicht dem Sinn der Regelung
und ist mit dem Grundsatz der Prozessökonomie nicht vereinbar, ein ge-
genstandslos gewordenes Verfahren nur um des Kostenentscheids willen
gleichsam weiterzuführen (vgl. BGE 128 II 247 E. 6.1).
2.2 Vorliegend stellt sich somit die Frage, wessen Verhalten die Gegen-
standslosigkeit bewirkte beziehungsweise wem die Gründe für die am
9. Juli 2020 erfolgte Wiedererwägung zurechenbar sind. Um diese Frage
zu beantworten, ist es angezeigt, die im Wiedererwägungsgesuch ange-
führten Gründe dem ursprünglichen Anerkennungsgesuch sowie die
Gründe, die im Wiedererwägungsentscheid genannt werden, vergleichend
gegenüber zu stellen:
Die Beschwerdeführerin ersuchte ursprünglich, am 2. November 2017, um
institutionelle Akkreditierung als universitäres Institut mit beschränktem An-
gebot. Die Vorinstanz lehnte in ihrem Entscheid vom 12. Juni 2019 die in-
stitutionelle Akkreditierung der Beschwerdeführerin als universitäres Insti-
tut jedoch ab, da sie kein Institut im Sinn des HFKG, sondern eine Univer-
sität darstelle. Sie könnte in ihrer aktuellen Form aber auch nicht als Uni-
versität akkreditiert werden, da sie nicht in der Lage wäre, die für diesen
Hochschultyp spezifischen Forschungsaktivitäten und den dritten Studi-
enzyklus (Doktorat) innerhalb eines ausreichenden Zeitraums einzurich-
ten. Ausschlaggebend für diesen Entscheid war das vorinstanzliche Ver-
ständnis des Kriteriums des eingeschränkten Angebots, welches ein uni-
versitäres Institut aufweisen müsse (Akkreditierungsentscheid vom 9. Juli
2020, S. 8). Dieses Verständnis geht auf einen Beschluss des Hochschul-
rats vom 18. November 2016, eine Auslegungshilfe zur Umsetzung dieses
Beschlusses und ein Schreiben des Hochschulrats vom 28. November
2016 an die Vorinstanz zurück. In diesen Dokumenten hielt der Hochschul-
rat fest, dass sich universitäre Institute thematisch, disziplinär und/oder be-
züglich der angebotenen Abschlüsse durch einen "engen Fokus" von den
Hochschulen unterschieden (vgl. Nichtakkreditierungsentscheid vom
12. Juni 2019, S. 6; Akkreditierungsentscheid vom 9. Juli 2020, S. 3). Der
Hochschulrat übernahm diese Festlegung aus einem Dokument von
swissuniversities vom 24. Oktober 2016 betreffend den aktuellen Diskussi-
onsstand zu Merkmalen der Hochschultypen (Beschwerdebeilage 14).
Trotz der Aufforderung des Hochschulrats, ihm die Fälle, in denen die Zu-
ordnung von Institutionen zu einem Hochschultyp unklar ist, vorzulegen, tat
dies die Vorinstanz im Fall der Beschwerdeführerin nicht (vgl. Schreiben der
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Kommission für Wiedererwägung der Vorinstanz vom 6. August 2019 an
die Vorinstanz, S. 5-7).
In ihrem Wiedererwägungsgesuch vom 12. Juli 2019 beantragte die Be-
schwerdeführerin ihre institutionelle Akkreditierung als universitäres Insti-
tut. Die von der Vorinstanz verlangte Voraussetzung der Monodisziplinari-
tät für universitäre Institute entbehre einer gesetzlichen Grundlage. Zudem
sei die Verweigerung der Akkreditierung unverhältnismässig. Eventualiter
sei das Gesuch dem Hochschulrat zur Klärung der Frage der Zuordnung
der X._ zu den bestehenden Hochschultypen zu unterbreiten. In-
folge dieses Gesuchs legte die Vorinstanz dem Hochschulrat am 27. Sep-
tember 2019 (vgl. E. 7 des an diesem Tag erfolgten Eintretensentscheids
der Vorinstanz [Beilage deren Schreibens vom 15. November 2019 an das
Bundesverwaltungsgericht]) allgemeine Fragen zur Typologie der Hoch-
schulen vor, um eine Neubeurteilung des Akkreditierungsantrags der Be-
schwerdeführerin zu ermöglichen. In seiner Stellungnahme vom 9. März
2020 zu diesen Fragen hielt der Hochschulrat fest, dass ein universitäres
Institut ein eingeschränktes Angebot in Bezug auf Thematik/Disziplin
und/oder Abschlüsse habe, sich aber nicht auf ein einzelnes Fachgebiet
konzentrieren müsse und es auch nicht verpflichtet sein sollte, Studien-
gänge, die zur dritten Qualifikationsstufe (Doktorat) führten, anzubieten.
Nachdem die Vorinstanz hierauf die Beschwerdeführerin am 3. April 2020
eingeladen hatte, zu einer mit Blick auf Art. 29 HFKG allenfalls notwendigen
Änderung ihres Namens "X._" Stellung zu nehmen, da die Akkredi-
tierung als "universitäres Institut" nicht zur Verwendung des Elements "Uni"
im Namen berechtige, erklärte sich die Beschwerdeführerin schriftlich am
30. April 2020 zu einer solchen Änderung bereit. Hiernach hat die Vorinstanz
die Beschwerdeführerin mit ihrem beschränkten Angebot an Studienab-
schlüssen mit Wiedererwägungsentscheid vom 9. Juli 2020 als universitä-
res Institut institutionell akkreditiert. Die Anerkennung erfolgte unter Aufer-
legung von sechs Auflagen und in ausdrücklicher Erwartung, dass die Be-
schwerdeführerin ihren Namen ändere, wie sie sich dazu bereit erklärt
hätte, oder dessen Gebrauch zumindest überall mit einer Erklärung be-
gleite, aus der hervorgehe, dass es sich um eine "universitäre Fernstudien-
einrichtung" handle. Die Vorinstanz verzichtete ausdrücklich auf eine Auf-
lage hinsichtlich des Namens im Entscheiddispositiv (Begründungsteil die-
ses Entscheids, S. 9). Ohne das Entgegenkommen der Beschwerdeführe-
rin wäre der Name "X._" Grund für eine entsprechende Auflage, das
Gesuch aber dennoch gutzuheissen gewesen (vgl. Akkreditierungsent-
scheid vom 9. Juli 2020, S. 9 f.).
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2.3 Im vorbehaltlos gestellten Gesuch darf der Antrag um Gesuchsgutheis-
sung unter Auflagen (a maiore minus) als enthalten betrachtet werden (vgl.
die analoge Situation im Urteil des BGer 1C_156/2012 vom 12. Oktober
2012 E. 2.2, auch wenn hier nur im Rahmen des Eintretens erwogen wur-
de). Trotzdem ist – unabhängig davon, ob und inwiefern die Auflagen zum
Zeitpunkt der Akkreditierung als universitäres Institut mehrheitlich bereits
erfüllt waren – zu berücksichtigen, dass die wiedererwägungsweise erteilte
Anerkennung nicht einfach tel quel, sondern unter Auflagen, die die Be-
schwerdeführerin im Ergebnis akzeptiert hat, erfolgte. Ähnlich einer Auf-
lage ist die Differenz bezüglich des Namens der Beschwerdeführerin zu
berücksichtigen, wenn auch ebenfalls mit eher untergeordnetem Gewicht.
Dieser ist nach Ansicht der Vorinstanz dahingehend abzuändern, dass eine
Verwechslung der "X._" mit einer Universität vermieden wird. Die
Beschwerdeführerin hat der Vorinstanz vorgängig zugesichert, den Namen
wie verlangt zu ändern.
Andererseits ist dem Wiedererwägungsentscheid vom 9. Juli 2020 in Zif-
fer 4 der Erwägungen zu entnehmen, dass für den Nichtakkreditierungs-
entscheid vom 12. Juni 2019 das vorinstanzliche Verständnis des Kriteri-
ums des eingeschränkten Angebots ausschlaggebend war. Auf dieses Ver-
ständnis ist die Vorinstanz nach Beantwortung ihrer Fragen durch den
Hochschulrat (in dessen Schreiben vom 9. März 2020) offenbar zurückge-
kommen. Dieser Umstand wie auch die Kontroverse, ob und wie weit die
Akkreditierung als universitäres Institut im Gegensatz zu jener als Univer-
sität ein eingeschränktes Bildungsangebot bedingt, sind jedenfalls nicht
von der Beschwerdeführerin zu vertreten. Die Vorinstanz hätte dem Hoch-
schulrat die in E. 2.2 erwähnten Fragen zur Hochschultypologie bereits vor
Erlass des negativen Akkreditierungsentscheids vom 12. Juni 2019 von
Amtes wegen stellen können, weil sie als eine dem Untersuchungsgrund-
satz unterworfene Behörde zu einer vollständigen Abklärung des rechtser-
heblichen Sachverhalts verpflichtet ist und das Bundesrecht vom Amtes
wegen richtig anzuwenden hat (vgl. Art. 12 und 49 VwVG). In diesen Um-
ständen, die dem Verhalten der Vorinstanz zuzurechnen sind, liegen die
hauptsächlichen Gründe, die zur Wiedererwägung geführt haben.
Somit ergibt eine summarische Beurteilung in Bezug auf die Fragestellung,
wessen Verhalten die Gegenstandslosigkeit des vorliegenden Verfahrens
bewirkt hat, dass sowohl die Beschwerdeführerin als auch die Vorinstanz,
wenn auch Letztere erheblich schwergewichtiger, Umstände zu vertreten
haben, die zur Wiedererwägung des Nichtakkreditierungsentscheids vom
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12. Juni 2019 beziehungsweise zur Gegenstandslosigkeit des Beschwer-
deverfahrens führten.
2.4 Die Bestimmungen von Art. 5 und 15 VGKE, welche die Kostentra-
gungspflicht bei grundsätzlich nachträglich eingetretener Gegenstandslo-
sigkeit regeln, kommen allerdings nicht zur Anwendung, wenn sich heraus-
stellt, dass das Beschwerdeverfahren aufgrund der bundesgesetzlich aus-
geschlossenen Anfechtbarkeit, mithin wegen fehlender Zuständigkeit des
Bundesverwaltungsgerichts, an einem ursprünglich vorhandenen Prozess-
mangel gelitten hätte. Im Ergebnis läuft diese Fragestellung jedoch auf die
Prüfung der Prozessaussichten hinaus, wie sie sich vor Eintritt der Gegen-
standslosigkeit, mithin vor dem Zeitpunkt des Wiedererwägungsentscheids
vom 9. Juli 2020 (vgl. Art. 15 i.V.m. Art. 5 VGKE), präsentierten und unter-
scheidet sich insofern nicht von der Konstellation wie sie vorläge, wenn der
Grund der nachträglichen Gegenstandslosigkeit keiner der Verfahrensbe-
teiligten eindeutig zugeordnet werden könnte. Die von der Beschwerdefüh-
rerin in ihrer Stellungnahme vom 17. März 2021 vorgebrachte Behauptung,
welche unbesehen vom Zeitpunkt, an dem sich die zu berücksichtigen Pro-
zessaussichten präsentierten, davon ausgeht, dass neues Verfahrensrecht
sofort anwendbar ist, mithin jetzt ohne Weiteres von der Anfechtbarkeit des
negativen Akkreditierungsentscheides vom 12. Juni 2019 auszugehen ist,
erweist sich als unzutreffend.
2.5 Demnach ist die strittige Frage zu prüfen, ob angesichts des bundes-
gesetzlichen Ausschlusses der gerichtlichen Überprüfbarkeit gemäss
Art. 65 HFKG in der bis Ende Februar 2021 gültigen Fassung auf die Be-
schwerde gegen den ursprünglichen Nichtakkreditierungsentscheid vom
12. Juni 2019 überhaupt einzutreten gewesen wäre.
3.
3.1 Ob die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind und auf eine Beschwerde
einzutreten ist, prüft das Bundesverwaltungsgericht von Amtes wegen und
mit freier Kognition (vgl. statt vieler: BVGE 2007/6 E. 1; vgl. auch BGE 133
I 300 E. 1.2 und 133 I 185 E. 2).
3.2 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gemäss Art. 31 VGG Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG, sofern keine Ausnahme
nach Art. 32 VGG vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 VGG ge-
nannten Behörden. Gemäss Art. 33 Bst. h VGG sind auch Organisationen
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Seite 9
ausserhalb der Bundesverwaltung, die in Erfüllung ihnen übertragener öf-
fentlich-rechtlicher Aufgaben des Bundes verfügen, Behörden im Sinn von
Art. 33 VGG.
3.3 Der Schweizerische Akkreditierungsrat ist eine Organisation aus-
serhalb der Bundesverwaltung (vgl. Art. 21 HFKG) und entscheidet in Er-
füllung einer von ihr übertragenen öffentlich-rechtlichen Aufgabe des Bun-
des über Akkreditierungen (vgl. Art. 21 Abs. 3 HFKG). Der Akkreditierungs-
rat stellt somit eine Vorinstanz im Sinn von Art. 33 Bst. h VwVG dar.
3.4 Die Vorinstanz lehnte mit dem ursprünglich angefochtenen Akkreditie-
rungsentscheid die institutionelle Akkreditierung der Beschwerdeführerin
als universitäres Institut ab. Dieser Entscheid war gemäss Art. 65 Abs. 2
HFKG in der bis Ende Februar 2021 gültigen Fassung nicht anfechtbar
(worauf Art. 15 Abs. 5, Satz 1 der Akkreditierungsverordnung HFKG vom
28. Mai 2015 [SR 414.205.3] und Art. 15 Abs. 5 Satz 1 der Akkreditierungs-
richtlinien HFKG vom 28. Mai 2015 [AS 2015 1877, nach wie vor in Kraft]
noch immer hinweisen). Der Akkreditierungsrat entschied daher bis Ende
Februar 2021 grundsätzlich abschliessend über die institutionellen Akkredi-
tierungen (vgl. EPINEY/KERN, Zur Stellung ausländischer und privater Insti-
tutionen des Hochschulbereichs unter dem Hochschulförderungs- und -ko-
ordinationsgesetz, in: Forum Europarecht 32, 2014, S. 29-50, 31).
Es ist die Frage streitig und zunächst zu prüfen, ob der Rechtsmittelaus-
schluss dieser Gesetzesnorm mit Art. 29a der Bundesverfassung vom
18. April 1999 (BV, SR 101) und Art. 6 Ziff. 1 EMRK zu vereinbaren gewe-
sen wäre. Mit Blick auf diese beiden Normen bezweifelt die Beschwerde-
führerin die Zulässigkeit des in Art. 65 Abs. 2 HFKG in der bis Ende Februar
2021 gültigen Fassung festgelegten fehlenden Rechtsschutzes. Der Ent-
scheid sei für die Rechtsstellung der Hochschulen von grosser Bedeutung.
Art. 29a BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK geböten ein Eintreten auf die Be-
schwerde. Seit dem 1. März 2021 sei eine neue Fassung von Art. 65 Abs. 2
HFKG in Kraft, welche den Ausschluss der Anfechtung von Akkreditie-
rungsentscheiden nicht mehr vorsehe. Die bundesrätliche Botschaft habe
diese Gesetzesänderung unter anderem damit begründet, dass dieser
Ausschluss der Rechtsweggarantie von Art. 29a BV widerspreche.
3.4.1 Nach Art. 29a, Satz 2 BV kann der Bund durch Gesetz die richterliche
Beurteilung in Ausnahmefällen ausschliessen. Demnach ist eine solche
Ausnahme verfassungskonform, wenn die fragliche Materie in einem for-
mellen Gesetz ausdrücklich der gerichtlichen Zuständigkeit entzogen ist
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Seite 10
(KIENER/KÄLIN/WYTTENBACH, Grundrechte, 3. Aufl. 2018, § 42 N 12; vgl.
ANDREAS KLEY, in: Ehrenzeller/Schindler/Schweizer/Vallender [Hrsg.], Die
schweizerische Bundesverfassung, St. Galler Kommentar, 3. Aufl. 2014,
Art. 29a N 19; HEINZ AEMISEGGER, Zur Umsetzung der EMRK durch das
Bundesgericht, in: Breitenmoser/Ehrenzeller [Hrsg.], EMRK und die
Schweiz, St. Gallen 2010, S. 43-105, 52; BERNHARD WALDMANN, in: der-
selbe/Belser/Epiney [Hrsg.], Basler Kommentar Bundesverfassung, Basel
2015, Art. 29a N 22; HÄFELIN/HALLER/KELLER/THURNHERR, Schweizeri-
sches Bundesstaatsrecht, 10. Aufl. 2020, Rz. 847).
Art. 65 Abs. 2 HFKG, welcher eine bundesgesetzliche Norm darstellt, ist in
der bis Ende Februar 2021 gültigen Fassung ein Anwendungsfall von
Art. 29a, Satz 2 BV. Er nimmt die Verfügungen des Akkreditierungsrats
über die Akkreditierungen ausdrücklich von der in Art. 29a, Satz 1 BV ver-
ankerten Rechtsweggarantie aus (BERNHARD EHRENZELLER, Hochschul-
recht auf Bundes- und interkantonaler Ebene, in: derselbe [Hrsg.], Bil-
dungs-, Kultur- und Sprachenrecht, Basel 2018, S. 148-234, Rz. 144). Es
war jedoch weder eine verfassungskonforme Begründung für den Aus-
schluss vorhanden, noch handelte es sich bei den betreffenden Akkreditie-
rungsentscheiden um Entscheide mit überwiegend politischem Charakter
(vgl. BBl 2020 3853). Damit ist Art. 65 Abs. 2 HFKG in der bis Ende Februar
2021 gültigen Fassung nicht mit Art. 29a BV konform.
3.4.2 Gemäss Art. 190 BV sind Bundesgesetze und Völkerrecht für die
rechtsanwendenden Behörden, und damit auch das Bundesverwaltungs-
gericht, massgebend. Damit kann Bundesgesetzen weder im Rahmen der
abstrakten noch der konkreten Normenkontrolle die Anwendung versagt
werden. Zwar handelt es sich dabei rechtsprechungsgemäss um ein An-
wendungsgebot und kein Prüfungsverbot und kann es sich rechtfertigen,
vorfrageweise die Verfassungsmässigkeit eines Bundesgesetzes zu prü-
fen. Wird eine Verfassungswidrigkeit festgestellt, muss das Gesetz aber
dennoch angewandt werden. Das Bundesgericht kann lediglich den Ge-
setzgeber einladen, die fragliche Bestimmung zu ändern (BGE 146 II 56
E. 6.2.2, 144 I 340 E. 3.2, 139 I 180 E. 2.2 und 136 II 120 E. 3.5, je mit
Hinweisen; zum Ganzen: Urteile des BVGer A-2902/2019 vom 6. Dezem-
ber 2020 E. 1.5.3 und A-1078/2019 vom 7. Juli 2020 E. 2.3).
Das Massgeblichkeitsgebot des Art. 190 BV steht auch der effektiven rich-
terlichen Kontrolle der bundesrechtlichen Verfahrensgesetzgebung auf ihre
Vereinbarkeit mit Art. 29a BV entgegen (LUKAS SCHAUB, Die gerichtlichen
Verfahrensgarantien: verkannter Gehalt der Rechtsweggarantie nach
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Seite 11
Art. 29a BV, in: Aktuelle Juristische Praxis [AJP] 17 [2008], S. 1124-1132,
1125 Fn. 10). Selbst eine zu weitgehende Ausnahmeregelung durch den
Bundesgesetzgeber kann aufgrund der fehlenden Verfassungsgerichtbar-
keit gegenüber Bundesgesetzen nicht gerichtlich nachgeprüft werden, so
dass letztlich der Gesetzgeber über die Tragweite der in Art. 29a BV fest-
gehaltenen Rechtsweggarantie entscheidet (KIENER/KÄLIN/WYTTENBACH,
a.a.O., § 42 N 16). Daher wäre Art. 65 Abs. 2 HFKG in der bis Ende Februar
2021 gültigen Fassung trotz seiner Unvereinbarkeit mit Art. 29a BV anzu-
wenden gewesen.
Im vorliegenden Fall stellt sich indes zudem die Frage, ob Art. 65 Abs. 2
HFKG in der eben erwähnten Fassung vor der völkerrechtlichen Bestim-
mung von Art. 6 Ziff. 1 EMRK standgehalten hätte.
Die Beschwerdeführerin bestreitet zwar das Massgeblichkeitsgebot des
Art. 190 BV bei der Anwendung von Art. 65 Abs. 2 HFKG in der bis Ende
Februar 2021 gültigen Fassung nicht, erachtet das Völkerrecht indessen
als gegenüber dieser bundesgesetzlichen Norm "gleichermassen massge-
bend" beziehungsweise vorrangig, so dass letztere in casu aus diesem
Grund nicht anzuwenden ist. Die Beschwerdeführerin fordert deshalb auch
eine Überprüfung der Völkerrechtskonformität von Art. 65 Abs. 2 HFKG in
der eben angeführten Fassung hinsichtlich Art. 6 Ziff. 1 EMRK. Die Vorin-
stanz geht demgegenüber davon aus, dass auf die Beschwerde nicht ein-
zutreten gewesen wäre und verneint damit implizit einen Anspruch auf ge-
richtliche Beurteilung im Sinn von Art. 6 Ziff. 1 EMRK.
Damit Art. 6 Ziff. 1 EMRK in casu anzuwenden ist, muss sich einerseits
ergeben, dass diese Völkerrechtsnorm der Beschwerdeführerin einen An-
spruch auf eine materielle gerichtliche Beurteilung ihrer Beschwerde vom
12. Juli 2019 verleiht, und andererseits, dass diese Völkerrechtsnorm der
bundesgesetzlichen Norm von Art. 65 Abs. 2 HFKG in der bis Ende Februar
2021 gültigen Fassung vorgeht.
3.4.3 Gemäss Art. 6 Ziff. 1 EMRK hat jede Person ein Recht darauf, dass
über Streitigkeiten in Bezug auf ihre zivilrechtlichen Ansprüche und Ver-
pflichtungen oder über eine gegen sie erhobene strafrechtliche Anklage
von einem unabhängigen und unparteiischen, auf Gesetz beruhenden Ge-
richt in einem fairen Verfahren, öffentlich und innerhalb angemessener Frist
verhandelt wird. Der Begriff "jede Person" umfasst dabei nach ständiger
Praxis des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) so-
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Seite 12
wohl natürliche als auch juristische Personen. Einzig der Staat oder öffent-
liche Körperschaften können aus Art. 6 EMRK keine Rechte für sich ablei-
ten (zum persönlichen Geltungsbereich: WOLFGANG PEUKERT, in:
Frowein/Peukert, Europäische Menschenrechtskonvention. EMRK-Kom-
mentar, 3. Aufl. 2009, Art. 6 N 4 mit Hinweisen). In sachlicher Hinsicht setzt
die Anwendbarkeit von Art. 6 Ziff. 1 EMRK keinen bestimmten materiellen
Inhalt des innerstaatlichen Rechts voraus. Der Begriff der "Rechte und
Pflichten in einem Rechtsstreit" ist autonom. Es muss aber eine Streitigkeit
über Existenz, Inhalt, Umfang oder Art der Ausübung von derartigen zivil-
rechtlichen Ansprüchen oder Verpflichtungen vorliegen. Dabei wird ver-
langt, dass die Streitigkeit echt und ernsthafter Natur ist und deren Aus-
gang sich für den zivilrechtlichen Anspruch als unmittelbar entscheidend
erweist; bloss weit entfernte Auswirkungen reichen nicht aus (zum Ganzen:
BGE 130 I 388 E. 5.1, unter anderem mit zahlreichen Hinweisen auf die
Rechtsprechung des EGMR, und BGE 130 I 312 E. 3.1.1). Von den "civil
rights" erfasst werden somit vorweg Streitigkeiten, deren Ausgang unmit-
telbar vermögenswerte (pekuniäre) Ansprüche zu berühren vermögen (vgl.
statt vieler: Urteil des EGMR i.S. Éditions Périscope c. Frankreich vom
26. März 1992, Serie A, Band 234-B, Rz. 40, Urteil des EGMR i.S. Orten-
berg c. Österreich vom 25. November 1994, Serie A, Band 295-B,
Rz. 25 ff., und Urteil des EGMR i.S. Beaumartin c. Frankreich vom 24. No-
vember 1994, Serie A, Band 296-B, Rz. 26 ff.; KASPAR SUTTER, Gerichtli-
cher Rechtsschutz in auswärtigen Angelegenheiten, Diss. Bern, Zürich/St.
Gallen 2012, S. 139; ANDREAS KLEY-STRULLER, Der richterliche Rechts-
schutz gegen die öffentliche Verwaltung, Habil. St. Gallen / Zürich 1995,
S. 119 ff.).
Hat die in casu fragliche Akkreditierung ein "civil right" im Sinn von Art. 6
Ziff. 1 EMRK zum Gegenstand, so wäre die Beschwerde vom 12. Juli 2019
gegen den negativen Akkreditierungsentscheid folglich entgegen des Wort-
lauts von Art. 65 Abs. 2 HFKG in der bis Ende Februar 2021 gültigen Fas-
sung materiell zu beurteilen gewesen, sofern auch die Frage, ob Art. 6
Ziff. 1 EMRK der Bestimmung von Art. 65 Abs. 2 HFKG in der eben er-
wähnten Fassung vorgeht, positiv zu beantworten ist.
3.4.4 In casu erachtet die Beschwerdeführerin die Frage der Akkreditierung
der X._ als universitäres Institut als unmittelbar mit zivilrechtlichen
Ansprüchen verbunden, da der angefochtene Akkreditierungsentscheid di-
rekte Auswirkungen auf ihre geldwerten Ansprüche habe. Einerseits ver-
liere sie die wichtigen finanziellen Beiträge im Sinn von Art. 41 ff. HFKG
des Bundes und der Kantone. Andererseits habe die Entscheidung auch
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den Verlust der Rechtsbeziehung zu den Studierenden zur Folge, welche
ebenfalls zur Finanzierung des universitären Instituts beitrügen.
Versagt die Vorinstanz einer Institution des Hochschulbereichs die Akkre-
ditierung, folgt hieraus zwar allein kein direkter Verlust der Rechtsbezie-
hung zu den Studierenden, da die Institution ihre Tätigkeit – wenn auch
allenfalls unter einem anderen Namen (vgl. Art. 29 i.V.m. Art. 62 f. HFKG)
und ohne die mit der Akkreditierung verbundenen Rechte – weiterführen
könnte. Die fehlende Akkreditierung wird jedoch zumindest jene Studieren-
den zu einem Wechsel an eine andere, akkreditierte Hochschule bewegen,
welche einen sogenannt reglementierten Beruf (eine Liste dieser Berufe
findet sich unter <https://www.sbfi.admin.ch> > Bildung > Anerkennung
ausländischer Diplome > Anerkennung und zuständige Behörden > Regle-
mentierte Berufe und Merkblätter, abgerufen am 22. März 2021) anstreben
und daher auf die staatliche Anerkennung ihrer Studienleistungen ange-
wiesen sind, um nach Studienende zu diesen Berufen zugelassen werden
zu können. Dies betrifft Studiengänge wie beispielsweise jenen der Psy-
chologie, welcher auch von der X._ angeboten wird (vgl.
<https://X._.ch> > Bachelor und Master, abgerufen am 22. März
2021). Gemäss Art. 2 des Psychologieberufegesetzes vom 18. März 2011
(PsyG, SR 95.81) sind als inländische Hochschulabschlüsse nur die von
einer nach dem Universitätsförderungsgesetz vom 8. Oktober 1999 bei-
tragsberechtigten oder nach dem Fachhochschulgesetz vom 6. Oktober
1995 akkreditierten schweizerischen Hochschule erteilten Master-, Lizen-
ziats- und Diplomabschlüsse in Psychologie. Zudem anerkennen einige
Universitäten nur Abschlüsse von staatlich anerkannten beziehungsweise
akkreditierten Hochschulen für eine höhere Studienstufe (vgl. beispiels-
weise die Universität St. Gallen [siehe <https://www.unisg.ch> > Studieren
> Zulassung > Anerkennung von Hochschulabschlüssen, abgerufen am
22. März 2021] und die Universität Zürich [siehe <https://www.uzh.ch> >
Studium > Bewerbung & Zulassung > Doktoratsstudium, ebenfalls abgeru-
fen am 22. März 2021]). Daher würden wohl jene Studierenden, die einen
solchen höheren Universitätsabschluss anstreben, die Hochschule verlas-
sen beziehungsweise gar nicht erst ein Studium an einem Institut in Be-
tracht ziehen, das über keine Akkreditierung verfügt.
Insofern berührt der Entscheid über die Akkreditierung unmittelbar vermö-
genswerte Ansprüche der Beschwerdeführerin und damit zivilrechtliche An-
sprüche im Sinn von Art. 6 Ziff. 1 EMRK. Daher wäre bei einem Nichtein-
treten auf diese Beschwerde die Verletzung eines "civil right" im Sinn dieser
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Bestimmung zu bejahen gewesen. Demgemäss besteht in casu ein Kon-
flikt zwischen Art. 190 BV in Verbindung mit Art. 65 Abs. 2 HFKG in der bis
Ende Februar 2021 gültigen Fassung und Art. 6 Ziff. 1 EMRK.
3.4.5 Der Akkreditierungsentscheid vom 9. Juli 2020 hat die institutionelle
Akkreditierung der Beschwerdeführerin gemäss dem HFKG zum Gegen-
stand. Dabei scheint es sich bei letzterer aber nicht um eine "Hochschule"
im Sinn des HFKG zu handeln, da unter diesen Begriff nur die kantonalen
Universitäten, die Eidgenössischen Technischen Hochschulen, die Fach-
hochschulen und die pädagogischen Hochschulen fallen (vgl. Art. 2 Abs. 2
HFKG). Die Beschwerdeführerin ist eine Stiftung im Sinn von Art. 80 ff. des
Schweizerischen Zivilgesetzbuches vom 10. Dezember 1907 (ZGB,
SR 210; Art. 1 der Statuten der Beschwerdeführerin vom 25. März 2008
[Beschwerdebeilage 6]). Daher stellt die Beschwerdeführerin vermutlich
eine "andere private Institution des Hochschulbereichs" dar, für welche nur
Art. 19 Abs. 2 HFKG (Teilnahme an der Rektorenkonferenz der schweize-
rischen Hochschulen) sowie die Bestimmungen des 5. Kapitels (Qualitäts-
sicherung und Akkreditierung, Art. 27-35) und 9. Kapitels (Bezeichnungs-
und Titelschutz, Sanktionen und Rechtsschutz, Art. 62-65) des HFKG gel-
ten (Art. 2 Abs. 4 HFKG). Damit wäre laut der Botschaft des Bundesrats
zum HFKG vom 29. Mai 2009 klargestellt, dass mit einer institutionellen
Akkreditierung keine Beitragsberechtigung der privaten Hochschulen ver-
bunden ist (BBl 2009, S. 4561 ff., 4632). Die institutionelle Akkreditierung
ist zwar gemäss Art. 28 Abs. 2 Bst. b HFKG – welcher auch auf private
Institutionen des Hochschulbereichs Anwendung findet – eine Vorausset-
zung für die Gewährung von Bundesbeiträgen. Art. 19 Abs. 2 HFKG sowie
das 5. und 9. Kapitel des HFGK enthalten aber keine Norm, welche die
übrigen Voraussetzungen für Bundesbeiträge regelt. So gesehen wäre ins-
besondere keine gesetzliche Grundlage für die Ausrichtung von Grundbei-
trägen ersichtlich, da deren Gewährung im 3. Abschnitt des 8. Kapitels
(Art. 49-53 HFKG) geregelt ist. Es bleibt damit unklar, gestützt auf welche
gesetzliche Grundlage die Beschwerdeführerin seit dem Akkreditierungs-
entscheid vom 26. Juni 2020 Grundbeiträge erhält, wie dies die Dienststelle
für Hochschulwesen des Kantons A._ in ihrer Stellungnahme vom
19. Februar 2021 behauptet. Eine allfällige beitragsrechtliche Anerken-
nung der Beschwerdeführerin nach HFKG gälte indessen grundsätzlich un-
befristet, solange sie akkreditiert bleibt (vgl. Schreiben des Staatssekreta-
riats für Bildung, Forschung und Innovation SBFI vom 1. Juli 2019 an die
Vorinstanz [Beschwerdebeilage 11]). Aus dem Jahresbericht 2019 der Be-
schwerdeführerin (S. 32; unter: <https://X._.ch> > Über uns >
Downloads) geht hinwiederum hervor, dass die Beschwerdeführerin unter
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anderem Bundesbeiträge erhält. Die Frage, ob mit der Akkreditierung un-
mittelbar auch ein allfälliger geldwerter Anspruch gegenüber dem Bund be-
troffen ist – wie beispielsweise ein Anspruch auf Grundbeiträge –, kann
vorliegend jedoch offengelassen werden, da in casu die Verletzung eines
"civil right" unabhängig von der Beantwortung dieser Frage zu bejahen ist
(E. 3.4.4 hiervor).
Die Beschwerdeführerin erhält auch kantonale Beiträge (siehe S. 32 des
eben erwähnten Jahresberichts 2019). Die Dienststelle für Hochschulwe-
sen des Kantons A._ hat in ihrer Stellungnahme vom 19. Februar
2021 zwar darauf hingewiesen, dass keine unmittelbare Abhängigkeit der
kantonalen Beiträge von den Bundesbeiträgen – und damit der Akkreditie-
rung durch den Bund – bestehe. Ob dies in der Tat zutrifft, ist aus den Akten
jedoch nicht ersichtlich. Weil in casu auf jeden Fall ein "civil right" verletzt
ist (vgl. E. 3.4.4), können indessen alle Fragen, die sich im Zusammenhang
mit Beiträgen der Kantone stellen, ebenfalls offenbleiben.
3.4.6 Im Fall eines echten Normenkonflikts zwischen Bundes- und Völker-
recht geht die Rechtsprechung grundsätzlich vom Vorrang des Völker-
rechts aus und eine dem Völkerrecht entgegenstehende Bundesgesetzge-
bung bleibt regelmässig unanwendbar, mindestens jedenfalls, soweit es
um die Anwendbarkeit von institutionellen Abkommen geht, die Menschen-
oder Grundrechte zum Gegenstand haben und auf welche die sogenannte
Schubert-Praxis keine Anwendung findet (zum Ganzen: BGE 144 I 126
E. 3 und 142 II 35 E. 3.2, je mit weiteren Hinweisen). Dieser Vorrang be-
steht auch gegenüber späteren, das heisst nach der völkerrechtlichen
Norm in Kraft getretenen Bundesgesetzen; die Lex-posterior-Regel kommt
im Verhältnis zwischen Völker- und Landesrecht nicht zur Anwendung
(BGE 122 II 485 E. 3a; zum Ganzen: BGE 139 I 16 E. 5.1; HÄFELIN/HAL-
LER/KELLER/THURNHERR, Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 10. Aufl.
2020, Rz. 1917 ff., insb. 1924 und 1926; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allge-
meines Verwaltungsrecht, 8. Aufl. 2020, § 2 N 127 ff., je mit weiteren Hin-
weisen).
Selbst wenn in casu die Schubert-Praxis zur Anwendung gelangen würde,
wäre Art. 6 Ziff. 1 EMRK Vorrang gegenüber Art. 65 Abs. 2 HFKG in der bis
Ende Februar 2021 gültigen Fassung einzuräumen. Denn es kann vorlie-
gend nicht davon ausgegangen werden, dass der Gesetzgeber des Art. 65
Abs. 2 HFKG in dieser Fassung bewusst eine Verletzung von Art. 6 Ziff. 1
EMRK in Kauf genommen hat. Der Entwurf des Bundesrats sah nämlich
eine solche Einschränkung des Rechtsschutzes lediglich bei Verfügungen
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Seite 16
des Bundesrats vor (Art. 65 Abs. 2 des Entwurfs des HFKG, in: BBl 2009
4697, 4718 f.; Botschaft des Bundesrats zum HFKG vom 29. Mai 2009, in:
BBl 2009 4561 ff., 4664). Der Antrag zur Nichtanfechtbarkeit des Akkredi-
tierungsentscheids kam von der Subkommission des Ständerats bezie-
hungsweise von der Kommission Wirtschaft, Bildung und Kultur des Stän-
derats (WBK-S). Begründet wurde dieser Antrag damit, dass die Befürch-
tung bestehe, unseriöse private Anbieter im Bildungsbereich würden sich
auf ein jahrelanges Rechtsstreitverfahren einlassen und könnten während-
dessen mit dem Hinweis auf eine beantragte beziehungsweise hängige Ak-
kreditierung weiterhin Kunden in die Irre führen (Votum von Ständerat Theo
Maissen am 30. September 2010, Parlamentsgeschäft 09.057, Amtliches
Bulletin [AB] 2010, S. 1003). Der Nationalrat hat den Antrag des Ständerats
angenommen, ohne dessen Völkerrechtskonformität in Frage zu stellen oder
auch nur zu erwähnen. Die per 1. März 2021 in Kraft getretene Änderung
von Artikel 65 bestätigt die vorstehenden Ausführungen quasi in augen-
scheinlicher Weise.
Somit war Art. 6 Ziff. 1 EMRK gegenüber Art. 65 Abs. 2 HFKG in der bis
Ende Februar 2021 gültigen Fassung in Verbindung mit Art. 190 BV vor-
rangig.
3.4.7 Nach dem bisher Gesagten wäre der Nichtakkreditierungsentscheid
vom 12. Juni 2019 anfechtbar und insofern auf die Beschwerde vom
12. Juli 2019 einzutreten beziehungsweise wäre das Bundesverwaltungs-
gericht für deren materielle Behandlung zuständig gewesen. Es bestehen
keine Anhaltspunkte, wonach es an den übrigen Beschwerdevorausset-
zungen wie der Legitimation, der Einhaltung der Beschwerdefrist, der frist-
gerechten Bezahlung des Kostenvorschusses oder der Form und Inhalt der
Beschwerde gemangelt hätte.
4.
Nachdem von der Zulässigkeit der Beschwerde auszugehen ist (E. 3.4.6
hiervor), bestimmt sich die Kostenauferlegung im vorliegenden Fall nach
den Regeln, die für gegenstandslos abzuschreibende Beschwerdeverfah-
ren gelten, und damit danach, wessen Verhalten die Gegenstandslosigkeit
bewirkte (E. 2 hiervor). Entsprechend bleibt es dabei, dass die Gründe für
die Wiedererwägung des Nichtakkreditierungsentscheids vom 12. Juni
2019 und damit für die Gegenstandslosigkeit des vorliegenden Verfahrens
schwergewichtig der Vorinstanz und in geringerem Masse der Beschwer-
deführerin zuzuschreiben sind (vorn E. 2.3).
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Seite 17
5.
5.1 Die Spruchgebühr richtet sich nach Umfang und Schwierigkeit der
Streitsache, Art der Prozessführung und finanzieller Lage der Parteien
(Art. 63 Abs. 4bis VwVG und Art. 2 Abs. 1 VGKE). Bei Streitigkeiten mit Ver-
mögensinteresse bestimmt sich die Spruchgebühr zudem in Abhängigkeit
des Streitwerts (Art. 4 VGKE). Unter Berücksichtigung des vorzitierten Jah-
resberichts ist von einem Streitwert auszugehen, welcher deutlich über
Fr. 1'000'000.– liegen dürfte. Die Verfahrenskosten werden daher ange-
sichts des Umstands, dass die Beschwerde materiell nicht, aber immerhin
die Prozessaussichten bezüglich der Eintretensfrage vergleichsweise auf-
wendig beurteilt werden musste, auf Fr. 8'000.– festgesetzt.
Da die Vorinstanz die Gegenstandslosigkeit schwergewichtig bewirkt hat,
wären die Kosten des vorliegenden Verfahrens zu 3⁄4 der Vorinstanz aufzu-
erlegen. Vorinstanzen sind jedoch keine Verfahrenskosten aufzuerlegen
(Art. 63 Abs. 2 VwVG).
Im Umfang von 1⁄4, das heisst im Betrag von Fr. 2'000. –, sind die auf
Fr. 8'000.– bezifferten Verfahrenskosten der Beschwerdeführerin aufzuer-
legen. Ihr ist somit der von ihr in Höhe von Fr. 8'000.– geleistete Kosten-
vorschuss im Umfang von Fr. 6'000.– nach Eintritt der Rechtskraft dieses
Urteils aus der Gerichtskasse zurückzuerstatten. Der Restbetrag von
Fr. 2'000.– wird zur Bezahlung des Verfahrenskostenanteils der Beschwer-
deführerin verwendet.
5.2 Als teilweise obsiegende Partei hat die anwaltlich vertretene Beschwer-
deführerin Anspruch auf eine Parteientschädigung für die ihr erwachsenen
notwendigen Kosten (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 7 Abs. 1 VGKE). Diese
umfasst die Kosten der Vertretung sowie allfällige weitere notwendige Aus-
lagen der Parteien (Art. 8 ff. VGKE). Parteikosten sind dann als notwendig
zu betrachten, wenn sie zur sachgerechten und wirksamen Rechtsverfol-
gung oder Rechtsverteidigung unerlässlich erscheinen (BGE 131 II 200
E. 7.2). Das Anwaltshonorar wird nach dem notwendigen Zeitaufwand des
Vertreters bemessen. Dabei beträgt der Stundenansatz für Anwälte min-
destens Fr. 200.– und höchstens Fr. 400.–. Die Mehrwertsteuer ist darin
nicht enthalten (Art. 10 Abs. 1 und 2 VGKE). Das Gericht setzt die Partei-
entschädigung aufgrund der Kostennote für den notwendigen Aufwand fest
(Art. 10 Abs. 1 und Art. 14 Abs. 2 VGKE).
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Seite 18
Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin hat am 13. Juli 2020 eine
Kostennote von Fr. 14'267.35 (inkl. MwSt) eingereicht. Dabei hat sie aus-
schliesslich für das vorliegende Verfahren einen Aufwand von 38.90 Stun-
den bei einem Stundenansatz von Fr. 200.– bis Fr. 420.– (13.6 Stunden à
Fr. 200.–/Std., 7.3 Stunden à Fr. 370.–/Std., 14.5 Stunden à Fr. 400.–/Std.
und 3.5 Stunden à Fr. 420.–/Std.) veranschlagt und Barauslagen von
Fr. 500.30 ausgewiesen. Am 17. März 2021 hat die Rechtsvertreterin ihre
Kostennote um den Betrag von Fr. 4'446.06 für Leistungen im vorliegenden
Verfahren seit dem 31. Juli 2020 ergänzt. Die Rechtsvertreterin hat zusätz-
lich einen Stundenaufwand von 10.34 Stunden bei einem Stundenansatz
von Fr. 375.– bis Fr. 420.– (0.25 Stunden à Fr. 375.–/Std., 8.09 Stunden à
Fr. 380.–/Std. und 2.0 Stunden à Fr. 420.–/Std.) und eine Kleinkostenpau-
schale von Fr. 120.24 geltend gemacht. Der zu einem Stundenansatz von
Fr. 420.– veranschlagte Aufwand ist auf den obgenannten Höchstansatz
von Fr. 400.– herabzusetzen. Weiter erscheint der ausgewiesene Zeitauf-
wand von insgesamt 49.24 Stunden mit Blick auf die sich stellenden
Rechtsfragen als zu hoch. Zudem stellen die Darlegungen zur Gegen-
standslosigkeit des vorliegenden Verfahrens und zu den Kostenfolgen in
der Stellungnahme vom 17. März 2021 Wiederholungen von Inhalt dar, der
bereits in den früheren Rechtsschriften vorgebracht wurde. Die Parteient-
schädigung ist daher vorliegend zu reduzieren. In Würdigung der gesam-
ten Aktenlage erscheint eine Parteientschädigung von insgesamt
Fr. 11'800.– (inkl. MwSt) angemessen. Diese ist zusätzlich im Mass des
Bewirkens der Gegenstandslosigkeit um 1⁄4, das heisst um Fr. 2'950.–, auf
Fr. 8'850.– zu reduzieren.
Die Vorinstanz als verfügende Behörde ist verpflichtet, der Beschwerde-
führerin diesen Betrag als Parteientschädigung zu entrichten (Art. 64
Abs. 2 VwVG). Die Vorinstanz hat keinen Anspruch auf Parteientschädi-
gung (Art. 63 Abs. 2 VwVG, Art. 7 Abs. 3 VGKE).
(Das Dispositiv folgt auf der nächsten Seite.)
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Seite 19
Demnach verfügt das Bundesverwaltungsgericht:
1.
Das Beschwerdeverfahren wird als zufolge Wiedererwägung gegenstands-
los geworden abgeschrieben.
2.
Die Verfahrenskosten werden im Umfang von Fr. 2'000.– der Beschwerde-
führerin auferlegt. Dieser Betrag wird dem von der Beschwerdeführerin ge-
leisteten Kostenvorschuss von Fr. 8'000.– entnommen. Der Restbetrag von
Fr. 6'000.– wird ihr nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils
zurückerstattet.
3.
Die Vorinstanz hat der Beschwerdeführerin für das Beschwerdeverfahren
vor dem Bundesverwaltungsgericht eine reduzierte Parteientschädigung in
Höhe von Fr. 8'850.– zu bezahlen.
4.
Dieser Entscheid geht an:
– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde; Beilage: Rückerstattungs-
formular)
– die Vorinstanz (Gerichtsurkunde)
Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:
Francesco Brentani Andrea Giorgia Röllin
(Die Rechtsmittelbelehrung folgt auf der nächsten Seite.)
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