Decision ID: fa214bea-6968-5b70-bf39-80dd815d8e42
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Infolge eines 1987 erlittenen Motorradunfalles ist der 1968 geborene
X._
querschnittgelähmt (Urk. 8/2). Nach
Abschluss beruflicher Ein
gliede
rungsmassnahmen per Ende März 1990
(vgl.
Urk.
8/30)
bezog
der
damals als
Lüftungszeichner
voll
erwerbstätig
e
Versicherte
bei einem Invaliditätsgrad von 40 % eine
Viertelsrente
der Invaliden
versicherung (Urk. 8/38).
Im Januar 1995 reduzierte der unter Leistungseinschränkungen leidende
Versicherte
das Arbeitspensum auf 80 % (Urk. 8/101).
Am
21. Juli 1997
verfügte
die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
die Erhöhung auf eine halbe Rente
bei einem Invaliditätsgrad von nunmehr 60 %
mit Wirkung ab 1. September 1996 (Urk. 8/110). Im Rahmen einer im Juli 1999 eingeleiteten Rentenrevision teilte sie dem Versi
cherten am 17. Dezember 1999 mit, dass er weiterhin Anspruch auf eine Rente aufgrund des bisherigen Invaliditätsgrades habe (Urk. 8/115). Im Au
gust 2002 wurde eine erneute Rentenrevision durchgeführt. Mit Mitteilung vom 7. November 2002 wurde dem
ab
September 2001
mit einem Pensum von
50 % als Call Center-Mitarbeiter erwerbstätigen (Urk. 8/125)
Versicherten mitgeteilt, dass die Über
prüfung des IV-Grades keine anspruchsbeeinflussende Änderung ergeben habe, weshalb er aufgrund unveränderter Verhältnisse weiterhin Anspruch auf die entsprechen
den Geldleistungen habe (Urk. 8/130).
Mit Verfügung vom 22. Februar 2005 bestätigte die IV-Stelle dem
inzwischen nicht mehr erwerbstätigen
Versicherten mit Wirkung ab 1. Februar 2005 die Weiterausrichtung der halben Invaliden
rente
(Urk. 8/149, Urk. 8/158)
. Der
Inva
liditätsgrad
wurde dabei auf 50 % festgesetzt. Eine im Januar 2008 eingeleitete Rentenrevision führte zu keiner Änderung des Rentenanspruchs, was dem Ver
sicherten am 10. März 2008 zusammen mit dem weiterhin auf 50 % veran
schlagten Invaliditätsgrad mitgeteilt wurde (Urk. 8/161).
1.2
Am 1. Juni 2012 erkundigte sich der Versicherte bei der IV-Stelle, wieso ihm bei einem mit der Rentenverfügung vom 21. Juli 1997 ermittelten IV-Grad von 60 % auch nach Inkrafttreten der 4. IV-Revision im Januar 2004 lediglich eine halbe statt eine
Dreiviertelsrente
ausgerichtet werde. Weiter fragte er nach dem Grund für die Aufnahme eines Invaliditätsgrades von lediglich 50 % in die Mitteilung vom 10. März 2008 (Urk. 8/182). Daraufhin leitete die IV-Stelle eine Rentenrevision ein (Urk. 8/183 f.)
und führte Abklärungen in medizinischer und erwerblicher Hinsicht durch. Insbesondere beauftragte sie die
Y._
mit
eine
r
neurologisch-orthopädische
n
Begutachtung
(
Gutachten vom 6. Juli 2013,
Urk. 8/207
).
Nach Durchführung des
Vorbescheidverfahrens
(Urk. 8/218 ff.) wies
sie mit
Verfügung vom 20. Februar 2014 das Rentenerhöhungsgesuch ab (Urk. 2).
1.3
Mit
unangefochten in Rechtskraft erwachsenem
Urteil vom 28. Februar 2014 wies das hiesige Gericht ein
e von
X._
am 26. Juli 2013 erhobene
Rechtsverzögerungsbe
schwerde
ab
(Prozess Nr.
IV.2013.00671
;
Urk.
8/224).
2.
Gegen die eine Rentenerhöhung ablehnende Verfügung vom 20. Februar 2014 erhob
X._
am 24. März 2014 Beschwerde mit dem
Rechtsbe
gehren
um
Aufhebung der angefochtenen Verfügung und
Feststellung eines Invaliditätsgrades von 60 %
(Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 30. April 2014 schloss die Verwaltung auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7).
Repli
cando
hielt der Beschwerdeführer
am 6. Juni 2014
an den gestellten An
trägen
fest
(Urk. 11
). Am 7. August 2014 wurde er über den von der
Beschwer
degegnerin
am 4. August 2014 mitgeteilten Verzicht auf Duplik orientiert (Urk. 18-19).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revi
sionsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar.
1.2
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkom
mensvergleichs
(bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Recht
sprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 134 V 131 E. 3 und 133 V 108 E. 5.4 mit Hinweis). Nach der bundesgerichtlichen Rechtspre
chung ist eine Verfügung verzichtbar, wenn bei einer von Amtes wegen durch
geführten Revision keine leistungsbeeinflussende Änderung der Verhältnisse festgestellt wurde (
Art.
74
ter
lit
. f
der Verordnung über die Invalidenversiche
rung; IVV
) und die bisherige Invalidenrente daher weiter ausgerichtet wird. Wird auf entsprechende Mitteilung hin keine Verfügung verlangt (
Art.
74
quater
IVV), ist jene in Bezug auf den Vergleichszeitpunkt einer (ordentlichen) rechts
kräftigen Verfügung gleichzustellen (Urteile des Bundesgerichts 9C_771/2009 vom 10. September 2010 E. 2.2 und 9C_586/2010 vom 15. Oktober 2010 E. 2.2 mit Hin
weisen).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
Die Beschwerdegegnerin lehnte eine Rentenerhöhung ab mit der Begründung, dass dem Beschwerdeführer die Ausübung einer angepassten Bürotätigkeit zu einem Pensum von 50 % zumutbar sei
,
und ermittelte einen Invaliditätsgrad von 53 %
(Urk. 2 S. 2
f.
).
Demgegenüber stellt sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt, dass er aufgrund des eingeholten Gutachtens der
Y._
zu 50 % arbeitsun
fähig
sei
und dazu eine Leistungsminderung von 20 % bis 25 % bestehe
. Die Reduktion des Invaliditätsgrades beruhe auf einer Verwechslung von Arbeits
unfähigkeit und
Invaliditätsgrad
. Die
Z._
habe am 10. Oktober 2001 lediglich festgestellt, dass
er zu 50 % arbeitsfähig sei. In der Folge habe die Beschwerdegegnerin in einem internen Schreiben vom 6. No
vember 2001 die 50%ige Arbeitsunfähigkeit mit einem 50%igen
Invalidi
tätsgrad
gleichgestellt
(Urk. 1 S. 4, Urk. 11 S. 4
, vgl. auch Urk. 8/127 und Urk. 8/129
).
3.
3.1
3.1.1
Der
am 2
1.
Juli 1997 verfügten
Rentenerhöhung per 1. September 1996
(Urk. 8/110)
lagen die Berichte
der behandelnden Ärzte der
Z._
vom 20. September sowie vom 21. Oktober 1996 zugrunde (Urk. 8/32, Urk. 8/96
; vgl. auch Feststellungblatt vom 16. Mai 1997, Urk. 8/97/3)
. Darin
wurde dem Beschwerdeführer eine Arbeitsfähigkeit von 75 % für die damals ausgeübte Tätigkeit als Lüftungszeichner attestiert, welche auf
folgende
n
Diagnosen
beruhte
:
-
Posttraumatische spastische
Paraplegie
motorisch
komplett
Th7
, sensibel in
komplett bei Zustand nach
Flexions-
/
Kompressionsfraktur
BWK
5/6
und Status nach
epiduralem
Hämatom Th4-9 nach dem Unfall vom 26. September 1987
-
neurogene Blasen-/Darmdysfunktion
-
Entwicklung eines Carpaltunnelkompressionssyndroms der linken Hand
3.
1.
2
Die Rentenbestätigung im
Rahmen der 1999 eingeleiteten Rentenrevision
(Urk. 8/112)
beruhte auf de
m
Bericht der
Z._
vom 1. Dezember 1999
, wonach
aus neurologischer Sicht stationäre Verhältnisse
bestanden
.
In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit wurde auf
zwischen 50 % und 70 % liegende
Erfahrungswerte hingewiesen
(Urk. 8/113/4-5
; vgl. auch
Fest
stellungsblatt
vom 14. Dezember 1999, Urk. 8/114
)
.
3.
1.
3
Die
2002 vorgenommene
dem Beschwerdeführer allerdings erst
mit Verfügung vom 2
2.
Februar
2005 mitgeteilte
(
Urk.
8/149)
Herabsetzung des
Invaliditäts
grades
von 60 % auf 50 % unter Weiterausrichtung der halben Rente
(
Urk.
8/130)
stützte sich auf de
n
Verlaufsbericht
von Dr. med.
A._
, Leiter des Ambulatoriums des Zentrum
s
für Paraplegie (damals noch Oberarzt am
ehe
maligen
B._
) der
Z._
,
vom 10. Oktober 2002
(Urk. 8/127; vgl. auch Feststellungsblatt vom 6. November 2001, Urk. 8/129). Dr.
A._
betrachtete eine Arbeitsfähigkeit von 50 % aus medizinischer Sicht als adäquat und begründete dies damit, dass
der Beschwerdeführer zu 50 % in der Kunden
betreuung
(
als Call Center-Mitarbeiter
;
Urk.
8/125)
arbeite
und damit ausge
lastet
sei
.
Ohne weitere Begründung ermittelte die Beschwerdegegnerin daraufhin intern einen neuen Invaliditätsgrad von 50
%
(
Urk.
8/129).
3.1.4
In der Folge verfügte die Beschwerdegegnerin am
2
2.
Mai 2005 (
Urk.
8/149)
ohne dass vorangegangene Abklärungen aktenkundig wären -, dass
dem zwischenzeitlich nicht mehr erwerbstätigen Beschwerdeführer auf der Basis eines Invaliditätsgrades von 50
%
weiterhin eine halbe Invalidenrente ausge
richtet
werde
.
3.
1.
5
Die erneute Rentenbestätigung
unter Angabe des Invaliditätsgrades von 50
%
im Jahre 2008
(
Urk.
8/161)
stellte wiederum auf die Angaben von
Dr.
A._
im Bericht vom 26. Februar 2008 a
b
,
wonach sich
im Verlaufe der letzten Jahre keine arbeitsrelevante Veränderung ergeben
habe
(Urk. 8/159
; vgl. auch
Fest
stellungsblatt
vom 10. März 2008, Urk. 8/160
).
3.2
Aus diesen ärztlichen Stellungnahmen erhellt, dass die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
in der angestammten Tätigkeit als Lüftungszeichner im Ver
lauf der Jahre stetig zurückging und 1999 einen Grad von 50 % bis 70 %
erreichte
. Nach dem Wechsel
zur rein
e
n
Bürotätigkeit als Call Center-Mitarbeiter im Jahr 2001 pendelte sie sich
auf 50 % ein
.
Danach blieb sie stabil.
Allerdings haben sich die erwerblichen Verhältnisse
im Laufe
der Jahre insofern verändert,
als der Beschwerdeführer
im Zeitpunkt der ursprünglichen
Renten
zusprache
noch zu 100
%
erwerbstätig war
(
Urk.
8/35), aber dennoch einen rentenerheblichen Erwerbsausfall erlitt
(
vgl.
Urk.
8/
36). Hernach reduzierte er
das Arbeitspensum
wiederholt, zuletzt auf 50
%
(
Urk.
8/125)
,
und ab 2004
erzielte er
keine Erwerbseinkünfte mehr (
Urk.
8/158). Allein diese erwerblichen Veränderungen
stellten
zweifelsohne eine
n Revisionsgrund nach dem am 1.
Januar 2003 in Kraft
getretenen
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar, welche die
Beschwer
degegnerin
jeweils zur
Neufestsetzung des Invaliditätsgrades
berech
tigten
.
Die formelle Rechtskraft jener Entscheide steht der gerichtlichen Prüfung der vom Beschwerdeführer aufgeworfenen Frage entgegen, ob der von der Beschwerdegegnerin festgesetzte Invaliditätsgrad von 50
%
rechtens war.
Spätestens mit Eröffnung der Verfügung vom 22.
Februar 2005 respektive der Mitteilung vom 1
0.
März 2008 musste der Beschwerdeführer erkennen, dass der Invaliditätsgrad
nurmehr
50
%
beträgt, was er indes trotz zwischenzeitlicher Erwerbslosi
gkeit bis am
1.
Juni 2012 (Urk.
8/182) nicht beanstandete
- wie das Gericht im Übrigen bereits im Urteil vom 2
8.
Februar 2014 E. 3 (
Urk.
8/244) ausführlich darlegte und worauf verwiesen wird -
und
er
sich
grundsätzlich
entgegenhalten lassen muss.
3.3
Auch im Lichte der bundesgerichtlichen Rechtsprechung hat es damit sein Bewen
den. Das Bundesgericht hat in BGE 140 V 514 E. 5.2 erwogen, dass bei der revisionsweisen Rentenherauf- oder H
erab
setzung
die Revisionsverfügung an Stelle der zu revidierenden Verfügung
tritt
. Dasselbe gilt auch dann, wenn in
einem Revisionsverfahren die bisherige Rente nach materieller Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs bestätigt wird (vgl. BGE 133 V 108). Dies bedeutet aber auch, dass selbst dann, wenn nachträglich auf den Wegen der Wiedererwägung oder der Revision auf diese Revisionsverfügung zurückgekommen wird, die ursprüngliche Verfügung von der
Revisionsverfü
gung
konsumiert bleibt und daher nicht wieder auflebt, sondern deren Schicksal teilt. Somit ist bei einem wiedererwägungsweisen Zurückkommen auf eine zweifellos unrichtige Revisionsverfügung der Rentenanspruch ex
nunc
und pro
futuro
ohne Bindung an die ursprüngliche Verfügung in allen seinen Teilen neu zu beurteilen, ohne dass zunächst geprüft werden müsste, ob auch bezüglich der ursprünglichen Verfügung ein
Rückkommenstitel
gegeben wäre.
Die Beschwerdegegnerin hat mit der angefochtenen Verfügung die Frage der Wiedererwägung in den Raum gestellt (
Urk.
2 S. 2 oben), aber dazu nicht mehr ausdrücklich Stellung bezogen. Mit der verfügungsweisen Verneinung der Erhöhung der Invalidenrente unter dem Blickwinkel der Revision hat die Beschwerdegegnerin indes implizit auch eine wiedererwägungsweise Anpassung der früheren Verfügung verneint. Da das Gericht die Verwaltung nicht zu einer Wiedererwägung verhalten, sondern lediglich eine Rentenherabsetzung mittels einer substituierten Begründung schützen könnte, fällt eine Rentenerhöhung durch das Gericht auf dem Wege der Wiedererwägung von vornherein ausser Betracht. Dies trotz des Umstandes,
dass die (erst per
1.
Januar 2004 relevant gewordene) Herabsetzung des Invaliditätsgrades auf 50
%
ohne erwerbliche Berechnungen und damit rechtsfehlerhaft vorgenommen wurde.
Zu prüfen bleibt demnach im Folgenden das Vorliegen von Revisionsgründen.
Ob nun zeitlicher Referenzpunkt
für die Prüfung einer allfälligen anspruchs
-
erheb
lichen Änderung
(
des Gesundheitszustandes
)
die
eine H
erab
setzung des
In
va
liditäsgrade
s
auf 50 %
eröffnende
Verfügung vom 22. Februar 2005
(Urk. 8/149)
oder
die
die Weiterausrichtung einer halben Rente
bestätigende
Mit
teilung vom 10. März 2008 (Urk. 8/161)
bildet (vgl.
dazu
BGE 140 V 514 E.
5
.2
und
Bundesgerichtsurteil
9C_379/2014
vom 26. August 2014
E. 3.3)
,
kann vorliegend offen gelassen werden,
da
sowohl die medizinische Befundlage als auch die Leistungsfähigkeit des
Beschwerdeführers
nach Lage der Akten
ab 2002
praktisch
unverändert blieben
.
4.
4.1
Im ärztlichen Zeugnis vom 13. Juni 2012
fügte Dr.
A._
den bereits erwähnten Diagnosen diejenige einer posttraumatischen
Syringomyelie
mit neu
ralgischer Schulter-Amyotrophi
e hinzu. Weiter führte er aus, e
s würden jährli
che Verlaufskontrollen sowie Kontrollen nach Bedarf stattfinden. Ausser dem
C._
und dem Hausarzt seien keine aktuellen Behandler bekannt. Die Belastungsfähigkeit des Beschwerdeführers sei seit September 1996 unverändert und es sei auch bisher zu keinen wesentlichen Komplikationen gekommen. Aufgrund der Querschnittlähmung sei der Beschwerdeführer auf einen behindertengerechten Arbeitsplatz und Zugang angewiesen und es sollten entsprechende Ruhezeiten zur Entlastung der Haut eingehalten werden. Insge
samt ergebe sich seit September 1996 keine Änderung der bisherigen Arbeitsfä
higkeit (Urk. 8/184
/3
).
4.2
Im Gutachten vom 6. Juni 2013
(
Urk.
8/207)
stellten die Leitenden Oberärzte
des
Schmerz
/Gutachtenzentrum
s
der
Y._
,
Dr. med.
D._
, Facharzt für Neurologie
und
zertifizierter Gutachter SIM, sowie Dr. med.
E._
, Facharzt
für Neurochirurgie, folgende Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit
(S.
19
):
-
St
atus
nach Motorradunfall 09/87 mit/bei
-
Klinisch: Eher schlaffer Paraplegie
sub
Th7 und funktionelle
r
Anästhe
sie/Dysästhesie
sub
Th5 mit neurogener Blasen-, Darm- und
Sexualfunktions
störung
-
Status nach
Fraktur Th4,5 und Th6 und
epid
uraler
Blutung mit
Laminektomie
und Dekompression Th5-8 09/87
-
G
emischt posttraumatische- und
Po
stlaminektomie
-Kyphose
thoracal
sowie
rechts
konvexe
Lähmungsskoliose
thoraco
-lumbal
Keine
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
massen sie dagegen folgenden weite
ren Diagnosen bei:
-
Status nach CTS-Dekompression links vor Jahren
-
Intermittierende Schulterschmerzen rech
ts und Schmerzen am
Epicondylus
media
lis
links im Rahmen einer Ü
berbeanspruchung
-
Atopie
mit Heuschnupfen und Asthma
-
Status nach Unterarmfraktur 1997
-
Anamnestisch Status n. abgelaufener ne
uralgischer
Schulteramyotrophie
links ca. 2008 mi/
bei
-
aktu
ell keinen relevanten funktionel
len Residuen
-
Rezi
d
ivierende Erysipele am Unterschenkel und
Fuss
im Rahmen des
Parasyn
droms
-
Rezidivierende Depressionen
Die Gutachter führten aus, es
bestehe
n
eurologischerseits
kein Zweifel am Vor
liegen einer funktionell kompletten
senso
-motorischen Paraple
gie
sub
Th7 mit aktuell eher schlaffer Beinlähmung und fehlender freier Sitzfunktion bedingt durch einen Unfall i
m September 1
987 mit Zuzug von thorakalen
Wirbelkör
perfrakturen
und nachfolgend Entwickeln eines für die Symptomatik wahr
scheinlich entscheidenden
epiduralen
Hämatoms, welches operativ
ohne anschliessende Besserung
entfernt worden
sei
. Unterstützend zeig
t
en die MRI
Bil
der a
us dem Jahre 1993 eine
Myelonat
rophie
und die Röntgenbilder die typischen Befunde einer Lähmungsskoliose. Deshalb und aufgrund der klini
schen Befunde
sei
ein Update mittels aktuelle
r Magnetresonanztomographie
der
Brustwirbelsäule
von neurologischer Seite her nicht notwen
dig (S. 19 f.).
Neurochirurgischer- und
wirbelsäulenorthopädischerseits
könne
gesagt werden, dass bei
m Beschwerdeführer
eine gemischte posttraumatische und
Post
laminektomie-Kyphose
im mittleren thorakalen Bereich mit eine
r leichten
links
konvexen
Skolio
se bestehe
. Kaudal
von diesem Abschnitt zeige
sich eine
rechts
konvexe
Skoliose mit Scheitelbereich auf der Bandscheibenhöhe Th12/L
1.
Im Vergleich zu den
Röntgenaufnahmen vo
n
1993 zeige
sich lediglich eine minime Progredienz der Krümmungen. Die
hochthoracale
Kyphose im Berei
ch der Ver
letzung sei ausge
prägt, eine zukünftige, lang
same Zunahme der Kyphose scheine
wahrscheinlich zu sein
(S. 20).
Der rollstuhlmobile Patient
habe
sich weitgehend an seine Situation angepasst
. D
er Zustand
sei
durch die Jahre stabil bis sich leicht verschlechternd
,
insbeson
dere was die Gelenksfunktion beziehungsweise
die
damit verbundenen Schmer
zen der oberen Extremitäten auf
grund der
Ü
berbeanspruchung
betreffe
. Ein
z
elne Phänomene wie stark im Vor
dergrund stehende Spasmen
hätten
sich genauso wie die
a
topische
D
ermatitis leicht zurückgebildet. Summa summarum
sei
von einem durch die Jahre
im Maximum
stabilen Zustand auszugeben.
Als weiterer
gegebenenfalls in Zukunft relevant wer
dender
m
edizinischer
Krank
heitsfaktor
sei
die Psyche zu nennen,
weil
der
Beschwerdeführer
zu reaktiven Depressionen neig
e.
Zum Zeitpunkt der Untersuchung
habe
eine solche aller
dings nicht in massgebendem Ausmass vor
gelegen
. Die Hauptproblematik des
Beschwerdeführers
sei
aktuell eher nicht medizinischer
,
sondern beruflicher Natur
(S. 20)
.
Abschliessend attestierten die Gutachter dem Beschwerdeführer eine 50%ige Arbeitsfähigkeit im Halbtagespensum für rein sitzende Arbeiten mit einer Ein
schränkung der Leistungsfähigkeit um 20-25 %
bezogen auf die
Halbtages
t
ä
t
igkeit
(S. 23-25, S. 27).
5.
5.1
Das Gutachten der
Y._
vom 6. Juni 2013 erfüllt sämtli
che von der Rechtsprechung gestellten Anforderungen an eine beweiskräftige medizinische
Entscheidungsgrundlage (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a): Es beruht auf einer eingehenden neurologischen und
wirbelsäulenorthopädi
schen
/neuro
chirurgischen Untersuchung, ist in Kenntnis der
Vorakten
(Anam
nese) abge
geben worden, berücksichtigt die geklagten Beschwerden, setzt sich mit diesen, den früheren ärztlichen Stellungnahmen, den erhobenen Befunden und dem Verhalten des Beschwerdeführers auseinander
was insbesondere hinsichtlich der Verneinung einer depressiven Symptomatik von Bedeutung ist
und leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zu
stände und Zusammen
hänge sowie in Bezug auf die gezogenen Schlussfolge
rungen ein.
Mit Bezug auf die Beurteilung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers und dessen Entwicklung im Verlauf der Jahre besteht Einigkeit zwischen den Gutachtern
,
Dr.
A._
sowie den früheren behandelnden Ärzten, weshalb aus medizinischer Sich erstellt ist, dass beim Beschwerdeführer seit Jahren sta
tionäre
beziehungsweise sich leicht verschlechternde
Verhältnisse vorliegen.
5.2
5.2.1
Mit Bezug auf die Arbeitsfähigkeit gingen sowohl die Gutachter
der
Y._
als auch Dr.
A._
von einem zumutbaren Pensum von 50 %
für eine angepasste sitzende Tätigkeit
aus
.
Darüber hinaus
attestierten
die Gutachter eine
zusätzliche Lei
stungseinschränkung von 20-25 %
.
Wie bereits von der
Beschwer
degegnerin
festgestellt (Urk. 2 S. 2)
,
unterliessen
sie
es
aber
, die
se
zusätzliche Leistungseinschränkung zu begründen.
Die
ausführliche Stellung
nahme
der Gutachter
zu de
n
Veränderungen des Invaliditätsgrads im Verlauf der Jahrzehnte (Urk. 8/207 S. 21 f.)
legt den Schluss nahe
, dass
sie
sich von ergebnisorientierten Überlegungen leiten liessen, um den von der
Beschwerde
gegnerin
1996 auf 60 % festgesetzten
-
und später ihrer Ansicht nach zu Unrecht auf 50 % herabgesetzten
-
Invaliditätsgrad wieder herzustellen.
Zwar finden sich in den älteren Akten Anhaltspunkte für eine erhebliche Leistungseinschränkung des Beschwerdeführers im Arbeitsalltag. Diese
bezog sich
jedoch auf die
damals noch mit einem Pensum von zunächst 100 % und später 80 % ausgeübte
Tätigkeit eines Lüftungszeichners, welche neben Schreibtischarbeit
auch
Baustellenbesichtigungen und eine rasche Beschaffung von Unterlagen zwecks
sofortiger
telefonischer Auskunftserteilung verlangte
. Ausserdem
bedurfte der Beschwerdeführer
zum
WC-Besuch sowie
wegen
den zunehmenden
Spasmen eines erhöhten Pausenbedarfs
(Urk. 8/3/113-
114, Urk. 8/41/5-7, Urk. 8/72, Urk. 8/73/3
, Urk. 8/84, Urk. 8/101, Urk. 8/105/10, Urk. 8/105/13-14
).
Die verstärkt auftretende
Spastizität
führte im September 1993 zur Attestierung einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit durch die behandeln
den Ärzte der
Z._
(Urk. 8/3/42-44, Urk. 8/60).
Nach dem Wechsel zu einer
reinen Bürotätigkeit mit einem Pensum von 50 % im Jahre
2001
lassen sich den Akten keine Anhaltspunkte mehr für
weitergehende
Leis
tungseinschränkungen
entnehmen
.
5.3
Zudem gehen sämtliche befassten Ärzte übereinstimmend davon aus, dass der Gesundheitszustand seit Jahren im Wesentlichen unverändert blieb. Auch wenn die Gutachter der
Y._
von einem leicht verschlechterten Gesund
heitszustand sprachen (
Urk.
8/207 S. 20 und S. 27), genügt dies nicht für eine Rentenrevision, die eine wesentliche tatsächliche Änderung erfordert. Dem Beschwerdeführer ist zwar beizupflichten, dass die Gutachter eine Überbe
lastung des Schultergürtels sowie eine Zunahme der Kyphose und Skoliose beschrieben, aber auf der anderen Seite erwähnten sie auch Verbesserungen der Spasmen und der Dermatitis. Schliesslich verneinten die Gutachter die Frage betreffend die gesundheitliche Veränderung ausdrücklich (
Urk.
8/207 S. 27), so dass nicht auf eine wesentliche Veränderung geschlossen werden darf. Die Beurteilung der Gutachter hat auch unbeachtlich zu bleiben, weil sie letztlich den praktisch gleichen Gesundheitszustand hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit zurückhaltender einschätzten, was rechtsprechungsgemäss keine Revision nach sich zu ziehen vermag (vgl. vorstehende E. 1.1).
Mangels einer Änderung der erwerblichen oder gesundheitlichen Verhältnisse
bleibt
es beim früher
festgesetzten Invaliditätsgrad
, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6
.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr.
800
.-- festzulegen und ausgangsgemäss vom Beschwerdeführer zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).