Decision ID: 8d79187a-e16a-4453-aa2d-52e2b5b0c259
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1983 geborene
X._
ist mehrfach
schwer
behindert
(
Urk.
12/7/1) und
bezieht seit 2002 Zusatzleistungen zu seiner
Invalidenrente (vgl.
Urk.
12/1)
sowie
mindestens seit dem Jahr 2004 eine
Hilflosenentschädigung
aufgrund einer Hilflosigkeit schweren Grades (vgl. Verfügung des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich
im Prozess
IV.2007.01061 vom
9.
November 2007 betreffend den
Versicherten
).
Er steht unter umfassender Beistandschaft seiner
Mutter
Y
._
(
Urk.
3/3). Für sie
erhielt
er
im Rahmen der behinderungsbedingten Kosten jeweils eine Lohnausfallentschädigung (Urk. 12/7/2
). Der Erwerbsausfall wurde
anfangs
mit
Fr. 11'400.-- pro Jahr
beziffert
(
Urk.
12/13
-14
,
Urk.
12/73/1
).
2015 erfolgte eine periodische Überprüfung der
Zusatzleistungen
(
Urk.
12/164).
Am
2.
November 2015 wurde f
ür das Jahr 2015 die Entschädigung für den Erwerbsausfall
von
Y
._
erhöht
.
Neu
wurde eine Erwerbseinbusse von
gerundet
Fr. 47'574.
-- angenommen. Abzüglich der
Hilflosenentschädigung
in der Höhe von Fr. 22'560.-- ergab sich ein anzurechnender Betrag von Fr. 25'014.--.
Zugleich wurde
auch für die vergangenen Jahre
die Erwerbs
ein
busse
neu berechnet
(
Urk.
12/213 und
Urk.
12/216
ff.
,
vgl. auch
Urk.
12/239
).
Dabei ging die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Zusatzleistungen zur AHV/IV
(nachfolgend: Durchführungsstelle), davon aus,
Y
._
würde anstelle der Pflege des
Versicherten
hypothetisch weitere 50
%
und damit doppelt so viel wie ihr effektives 50
%
-Pensum
als Geschäftsführerin einer Krippe
arbeiten und daher auch doppelt so viel verdienen, weshalb sie den Erwerbsaus
fall gleich hoch wie das
im jeweiligen Jahr
tatsächlich erzielte
Nettoe
inkommen festsetzte
(
vgl.
Urk.
12/
213
).
Dies hatte die Anrechnung eines Erwerbsausfalls von F
r. 24'865.--
in den Jahren 2016 und 2017 zur Folge (
Urk.
12/257/2,
Urk.
12/267/2)
, welche am 2
5.
April 2017
rückwirkend
sowie für die Zukunft
auf Fr. 30'10
5
.--
erhöht wurde
(
Urk.
12/279/2
,
Urk.
1
2/280
ff.
)
.
Im Oktober 2017 leitete die Durchführungsstelle eine periodische Üb
erprüfung ein (Urk. 12/295 ff.).
Am
6.
Dezember 2017 liess
Y
._
mitteilen, dass sich ihr Erwerbsausfall aufgrund von personellen Engpässen erhöht habe (
Urk.
12/308).
Im Jahr 2017 habe sie einen Bruttolohn inklusive Essensgeld von Fr. 71'020.-- bezogen (
Urk.
12/310)
, wozu auch die
entsprechenden
Lohn
ab
rechnungen eingereicht wurden (Urk. 12/311-
322)
.
Mit Verfügung vom 1
4.
Dezember 2017 beliess die Durchführungsstelle die Ergänzungsleistungen
auf
da
s folgende Jahr hin
b
ei Fr. 3’730.-- pro Monat (Urk.
12/323/1),
weiterhin
ausgehend von einem
die
Hilflosenentschädigung
übersteigenden respektive anzurechnenden
Erwerbsausfall von Fr. 30'105.-- pro Jahr (Urk. 12/326/2).
Am 1
4.
August 2018 ersuchte
Y
._
erneut darum, ihren Lohnausfall im Jahr 2017 wie jeweils in den Vorjahren zu entschädigen (
Urk.
12/331/1).
Die Durchführungsstelle tätigte daraufhin weiter
e Abklärungen (
Urk.
12/333 ff.).
Mit Verfügung vom 20.
Dezember 2018 setzte die Durchführungsstelle die Ergänzungsleistungen ab
1.
Januar 2019 auf monatlich Fr. 3'731.-- fest (Urk. 12/347/1), wobei sie den Erwerbsausfall weiterhin mit Fr. 30'105.-- pro Jahr bezifferte (
Urk.
12/349/2).
1.2
Mit Verfügung vom 1
5.
Januar 20
19 setzte die Durchführungsstelle
die Ergän
zungsleistungen per
1.
Februar 2019 auf Fr. 1'222.-- pro Monat herab, wobei sie dies damit begründete, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit kein Erwerb
sausfall vorliege, da
Y
._
mit einem Arbeitspensum von 100
%
statt 50
%
nicht einen massgeblich hö
heren Lohn erzielen würde (Urk.
12/354).
Die dagegen erhobene Einsp
rache vom
4.
Februar 2019 (Urk.
12/360)
wies die Durchführungsstelle mit
Einspracheentscheid
vom 1
8.
Juli 2019 ab
. Zugleich wies sie das Gesuch um unentgeltliche Rechtsvertretung im Verwaltungsverfahren ab
(Urk. 12/366 =
Urk.
2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
der Durchführungsstelle
vom
1
8.
Juli 2019 (Urk. 2
)
liess der Versicherte
Beschwerde
erbeben
mit dem Antrag,
der Entscheid
sei aufzuheben und es sei ihm mit Wirkung ab
1.
Februar 2019 weiterhin eine Erwerbsausfallentschädigung
für
Y
._
im bisherigen Rahmen auszu
richten. Zude
m sei ihm sowohl für das erstin
stanzliche
Einspracheverfahren
als
a
uch für das vorliegende Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Rechtsvertre
tung
zu gewähren
(Urk. 1 S. 2
). Mit Entscheid vom 2
9.
Oktober 2019 stimmte
die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) der Bezirke Winterthur und
Andelfingen
der Prozessführung durch die
Beiständin
und Mutter des Beschwerdeführers mit Substitutionsbefugnis betreffend das eingeleitete Verfahren zu (
Urk.
9).
Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Beschwerdeant
wort vom
5.
Dezember
2019 auf Abweisung der Beschwerde (Urk.
11
).
Dies wurde dem Beschwerdeführer mit Gerichtsverfügung vom 1
8.
Dezember 2019 mitgeteilt
. Zugleich wurde ihm Rechtsanwalt Jürg
Bügler
,
Neftenbach
, als unentgeltlicher Rechtvertreter für das vorliegende Verfahren bestellt
(
Urk.
13).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am
1.
Januar 2021 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG) und der Verordnung über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlasse
nen- und Invalidenversicherung (ELV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Da der Anspruch auf Ergänzungsleistungen ab Februar 2019 Gegenstand des Verfahrens bildet, finden folglich die bis 31. Dezember 2020 gültig gewesenen Normen auf den vorliegen
den Fall Anwendung und werden in dieser Fassung zitiert.
1
.
2
Nach Art. 3 Abs. 1 ELG
bestehen die Ergänzungsleistungen aus der jährlichen Ergänzungsleistung (
lit
. a) und aus der Vergütung von Krankheits- und Behinde
rungskosten (
lit
. b).
Die
vergütbaren
Krankheits- und Behinderungskosten - worunter auch die Kosten für Hilfe, Pflege und Betreuung zu Hause sowie in Tagesstätten
fallen (Abs. 1
lit
. b
,
Art.
14
Abs.
1
lit
. b ELG
) - sind im Rahmen bundesrechtlicher Vorgaben (Art. 14 ff. EL
G) durch die Kantone zu bezeichnen (Art. 14 Abs. 2 ELG).
1
.
3
1
.
3
.1
Im Kanton Zürich sieht § 9 des Gesetzes über die Zusatzleistungen zur eidge
nös
sischen Alters-, Hinterlassenen-
und Invalidenversicherung (ZLG
,
in der seit
1.
Januar 2008 gültigen Fassung
) vor, dass die Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten nach Art. 14 ELG auf eine wirtschaftliche und zweckmässige Leistungserbringung zu beschränken ist (Abs. 1). Die Ansätze nach Art. 14 Abs. 3-5 ELG gelten als Höchstbeträge (Abs. 2)
. Die Verordnung des Regierungs
rates bestimmt das Nähere (Abs. 3).
1
.
3
.2
Der Regierungsrat hat die Einzelheiten zur Vergütung der Krankheits- und Behinderungskosten gestützt auf Art. 9 Abs. 3 ZLG in den §§ 3 ff. der Zusatzleis
tungsverordnung (ZLV) vom 5. März 2008 geregelt (rückwirkend in Kraft seit 1. Januar 2008).
Nach § 3 Abs. 1 ZLV (in der seit 1. Januar 2012 gültigen Fassung) besteht der Anspruch auf Vergütung der Kosten nur, soweit nicht Leistungen anderer Ver
sicherungen die Kosten decken. Der Bezug folgender Leistungen wird nicht
berücksichtigt: a.
Hilflosenentschädigung
der AHV, der IV, der Unfall- oder Militärversicherung, b. Assistenzbeitrag der IV.
Gemäss § 11 ZLV werden die Kosten vergütet, wenn eine zu Hause lebende Person wegen Alter, Invalidität, Unfall oder Krankheit der Hilfe, Pflege oder Betreuung bedarf (Abs. 1). Werden die Leistungen durch private Träger erbracht, werden die Kosten insoweit vergütet, als sie den Kosten für die Leistungserbringung durch öffentliche oder gemeinnützige Träger entsprechen (Abs. 2). Werden die Leistun
gen durch Personen erbracht, die weder im gleichen Haushalt leben noch von einer anerkannten Spitex-Organisation eingesetzt sind, so werden höchstens Fr. 25
.--
pro Stunde, insgesamt aber nicht mehr als Fr. 4800
.--
pro Kalenderjahr, ver
gütet (Abs. 4).
Werden die Leistungen durch Familienangehörige erbracht, sieht § 12 ZL
V
vor, dass höchstens die Kosten ihres Erwerbsausfalls vergütet werden (Abs. 1). Die Kosten werden nach Abs. 2 dieser Bestimmung zudem nur vergütet, wenn die betreffenden Familienangehörigen nicht in der Berechnung der Ergänzungsleis
tungen der bedürftigen Person eingeschlossen sind (
lit
. a) und durch die Pflege und Betreuung eine länger dauernde, wesentliche Erwerbseinbusse erleiden
(
lit
.
b).
Ferner geht e
in Anspruch auf einen Assistenzbei
trag der IV
den Ansprüchen gemäss
Abs.
1 und 2 vor
(
Abs.
3).
1
.
3
.3
Der Regierungsrat hat mit dieser Regelung die bis Ende 2007 gültig gewesene bundesrechtliche Regelung (vgl. Art. 13 und 13b der Verordnung über die Vergütung von Krankheits- und Behinderungskoste
n bei den Ergänzungsleis
tun
gen;
ELKV) gemäss seiner erläuternden Begründung inhaltlich weitgehend übernommen, um die Weiterführung der bisherigen Praxis zu gewährleisten (Amtsblatt 2008 S. 424 ff. und S. 428). Es ist daher von einer im Vergleich zu den bis Ende 2007 gültig gewesenen bundesrechtlichen Bestimmungen in Art. 13 und Art. 13b ELKV inhaltlich grundsätzlich unveränderten Regelung aus
zugehen, weshalb die Rechtsprechung zu diesen altrechtlichen Bestim
mungen auch bezüg
lich der seit 1. Januar 2008 gültigen kantonalen Bestimmun
gen in § 11 f. ZLV weiterhin Gültigkeit hat (vgl. Müller in: Rechtsprechung des Bundesgerichts zum ELG, 3. Auflage 2015, S. 279 f.,
Rz
813-816).
1
.
3
.4
Art. 14 Abs. 1
lit
. b ELG hat jene Kosten für Hilfe, Pflege und Betreuung zu Hause zum Gegenstand, die nicht durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung oder die Kostenbeteiligung gemäss Art. 14 Abs. 1
lit
. g ELG gedeckt sind. Dies ist der Fall, wenn die Leistungen aus dem Bundesgesetz über die Krankenversiche
rung (KVG) erschöpft sind oder aber kein Anspruch besteht, etwa wenn die Hilfe durch (nicht als Leistungserbringer zugelassene) Privatperson
en
, namentlich
Fami
lienangehörige, erbracht wird, oder aber nicht krankenkassenpflichtige hauswirt
schaftliche Leistungen in Frage stehen (SVR 2005 EL Nr. 2 S. 7 E. 4.2.2; Urteil des Bundesgerichts P 8/05 vom 14. Februar 2006 E. 2.1 [nicht publiziert in BGE 132 V 121]). Den zuhause wohnenden Personen sollen unter dem Titel Kosten für Hilfe, Pflege und Betreuung jene Defizite ausgeglichen werden, die daraus resul
tieren, dass sie in förderungswerter, weil das Gemeinwesen entlas
tender Weise, trotz ihren Beeinträchtigungen in ihrem gewohnten Umfeld verbleiben und nicht in ein Heim wechseln (SVR 2005 EL Nr. 2 S. 8 E. 5.2; Müller, a.a.O., S. 283 f.
Rz
826-827 und S. 473
Rz
65-66).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 18. Juli 2019
im Wesentlichen
aus, bei der Überprüfung des Anspruchs des
Beschwerdeführers
auf Zusatzleistungen am 1
5.
Januar 2019 sei sie zum Ergebnis gekommen, dass kein Erwerbsausfall
von
Y
._
vorliege. Entsprechend sei die Erwerbsausfallentschädigung per
1.
Februar 2019 weggefallen (
Urk.
2 S. 1).
Die Kosten für Hilfe, Pflege und Betreuung seien höchstens im Umfang
des nachgewiesenen, tatsächlich erlitte
nen Erwerbsausfalls zu vergüten
(
Urk.
2 S. 2-3).
Y
._
sei alleinige Gesellschafterin und Geschäftsführerin der
Z._
GmbH, in welcher sie tätig sei. Ihr Lebenspartner sei ebenfalls in dieser Gesellschaft tätig und für das Controlling zuständig. Bei ihrer Tätigkeit kämen
Y
._
als alleiniges Organ der Gesellschaft gewisse Gestaltungsmöglichkeiten zu, sodass ihre Tätigkeit mit einer selbständigen Erwerbstätigkeit zu vergleichen sei.
In ihrem 50 %-Pensum sei
en
die Geschäfts
führung, die Stellvertretung der Krippenleitung und der Köchin sowie der stundenweise Einsatz bei Ausfällen von Mitarbeitenden enthalten
.
Vor diesem Hintergrund sei es nicht überwiegend wahrscheinlich, dass sie ohne die Pflege ihres Sohnes ihr Pensum erhöhen würde. Hinzu komme, dass ihr Einkommen durch ihren Lebenspartner in Absprache mit ihr selber festgelegt werde, wodurch sie indirekt ihren Erwerbsausfall beeinflussen könne. Ferner sei nicht davon auszugehen, dass sie in einer eher kleinen Kinderkrippe im Zürcher Weinland ein höh
e
res Einkommen erzielen könnte, als sie es
sich bereits
ent
richte. Ein
Ein
kommen von
Fr.
10'000.--
pro Monat
sei jedenfalls realitätsfremd
. Insgesamt sei ein Erwerbsausfall nicht überwiegend wahrscheinlich
(
Urk.
2 S. 3)
.
Der
Beizug
eines Rechtsanwalts sei für das
Einspracheverfahren
- wie im Verwaltungsverfahren üblich - nicht notwendig gewesen, weshalb das Gesuch um unentgeltliche Rechtsvertretung im Verwaltungsverfahren abzuweisen sei (
Urk.
2 S. 4).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte in seiner Beschwerde vom 2
6.
August 2019 dage
gen
zusammengefasst
vor, seine Mutter habe ihren umfangreichen Arbeitseinsatz zu seinen Gunsten sowie zugunsten der Kinderkrippe mit unbestritten gebliebenem Schreiben vom
4.
November 2018 substantiiert und geschildert. Es werde ihre persönliche Befragung beziehungsweise Zeugenaussage sowie ein Fachgutachten zu ihren beiden Arbeitsbereichen angeboten (
Urk.
1 S. 2-3).
Das Salär von 13 x Fr. 5'000.-- sei für ihr 50
%
-Pensum angemessen (
Urk.
1 S. 4
-5
).
Ohne die Pflege
von ihm
würde sie ihre Arbeitstätigkeit erhöhen und dafür einem Mitarbeitenden kündigen. Sie habe zeitlebens immer vollzeitlich gearbeitet und gehe in ihrer Krippentätigkeit auf. Andernfalls würde sie ihre Arbeitskraft als im kaufmännischen Bereich gut ausgebildete Person in einem Fremdunternehmen verwerten (
Urk.
1 S. 5).
Nach dem Gesagten sei weiterhin davon auszugehen,
seine
Mutter erleide durch die notwendige Pflege
von ihm
eine dauernde und wesentliche Erwerbseinbusse, weshalb der Erwerbsausfall zu entschädigen sei.
Bezüglich seines Anspruchs auf unentgeltliche Rechtsvertretung auch im Verwal
tungsverfahren merkte er an, aufgrund seiner zahlreichen Ein
schränkungen, darunter einer Sehbehinderung, und seiner schweren Hilflosigkeit
,
habe
ihm nicht zugemutet werden
können
, die Einsprache selber zu verfassen (
Urk.
1 S. 6). Im Übrigen habe auch die Beschwerdegegnerin ihre Rechtsabteilung eingeschaltet und den
Einspracheentscheid
anders begründet als die Verfügung, was den gewöhnlichen Rechtsuch
enden bereits überfordere (Urk.
1 S. 7).
3.
3.1
Unstrittig ist, dass
Y
._
ihrem Sohn - dem Beschwerdeführer - die notwendige
Hilfe, Pflege und Betreuung zu Hause
zukommen lässt.
Ebenso wenig wurde bestritten, dass sie mit einem Pensum von 50
%
in der
Z._
GmbH, deren einzige Gesellschafterin sie ist, als Geschäftsführerin sowie als Stellvertretung
namentlich
der Krippenleit
erin sowie der Köchin tätig ist (vgl. Urk.
12/190/2-
4;
Arbeitsvertrag vom
23. September 2015,
Urk. 12/
191).
Es ist daher zu prüfen, ob die Mutter des Beschwerdeführers dadurch einen Erwerbsausfall erleidet und falls ja
,
in welcher
Höhe. Dabei ist der Zeitraum ab 1. Febr
uar 2019
strittig, auf welchen Zeitpunkt hin die Verfügung vom 1
5.
Januar 2019 ihre Wirkung entfaltete (
Urk.
12/354)
.
3.2
Fest steht sodann, dass die Beschwerdegegnerin für diese privaten Leistungen unter dem Titel von Art. 14 Abs. 1
lit
. b ELG in Verbindung mit § 12 ZLV in den Jahren 2016 bis
Ende Januar 2019 jeweils Fr. 30'105.-- pro Jahr
-- angerechnet hat (
vgl. vorstehenden Sachverhalt
Ziff.
1.1 am Ende
).
3.3
3
.
3
.1
Als massgebliche rechtliche Grundlagen zur Beurteilung der strittigen Frage zitierte die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid zu Recht die §§ 11 bis 12 ZLV (Urk. 2 S. 2).
Im Urteil 8C_773/2008 vom 11. Februar 2009 hat sich das Bundesgericht zur Auslegung des von Januar 2004 bis Ende 2007 gültig gewesenen Art. 13b ELKV geäussert. Diese Ausführungen haben weiterhin auch unter der seit Januar 2008 gültigen, gleichlautenden Regelung nach § 12 ZLV (in Verbindung mit Art. 14 ELG) Geltung (vgl. E.
1
.
3
.3 hiervor; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 9C_152/2010 vom 24. August 2011 E. 4 zu einem Fall im Kanton Schwyz, der die Regelung von Art. 13b ELKV ebenfalls übernommen hat).
Das Bundesgericht führte aus, es komme nach dem Wortlaut dieser Bestimmung lediglich darauf an, ob die Familienangehörige, welche eine pflegebedürftige
EL-Bezügerin betreue, durch die Pflege eine länger dauernde, wesentliche Erwerbs
einbusse erlitten habe. Bezüglich der Umstände, die zur Erwerbseinbusse führten, enthalte der Wortlaut der Verordnungsbestimmung keine Hinweise, weshalb grundsätzlich sämtliche Tatbestände, die zu einer durch die Pflege bedingten län
ger dauernden, wesentlichen Erwerbseinbusse geführt hätten, von der Bestim
mung erfasst seien. Somit könne jede unter der erwähnten Voraus
setzung ent
standene Erwerbseinbusse von dem in der Verordnungs
bestimmung umschriebe
nen Umfang die vorgesehene Rechtsfolge nach sich ziehen. Eine solche Einbusse könne somit dadurch entstehen, dass die Familienangehörigen aufgrund der Pflege die bisher ausgeübte Erwerbstätigkeit reduzieren oder gar aufgeben müss
ten. Die Ursache für eine Erwerbseinbusse könne aber auch darin liegen, dass die Familienangehörigen wegen des zusätzlichen pflegerischen Aufwandes darin gehindert seien, eine Erwerbs
tätigkeit aufzunehmen oder eine bereits bestehende zu erweitern. Im Rahmen von Art. 13b ELKV könne deshalb auch die hypothe
tische Aufnahme oder die hypothetische Steigerung einer bestehenden Erwerbs
tätigkeit berücksichtigt werden, sofern der Eintritt dieses Umstandes nicht bloss möglich, sondern überwiegend wahrscheinlich sei. Zudem entspreche es gerade Sinn und Zweck der EL, welche das
Zuhausebleiben
von behinderten Personen erleichtern wolle (vgl. AHI 2003 S. 406), dass die Entschä
digung für ein Famili
enmitglied, das anstelle einer Erwerbstätigkeit die Pflege
übernehme, berücksich
tigt werde (Urteil des Bundesgerichts 8C_773/2008 vom 11. Februar 2009 E. 5.1).
In seinem Urteil
9C_122/2019
vom 1
1.
Juni 2019 erkannte das Bundesgericht keine Verletzung des Bundesrechts darin, dass die Vorinstanz i
n Analogie zu einem Urteil betreffend den nachehelichen Unterhalt von einer
(hypothetischen)
vollzeitlichen Erwerbstätigkeit der Mutter
ausgegangen war, nachdem
deren
jüngstes Kind das 16. Altersjahr vollendet hatte (E. 2.2 ff.).
3.
3
.2
Die Frage, ob und allenfalls in welchem Ausmass d
ie
Familienangehörige ohne die Pflege einer Erwerbstätigkeit nachgegangen wäre, ist rechtsprechungsgemäss - auch im Rahmen kantonalen Rechts (vgl. Art. 43 Abs. 1 und 61
lit
. c
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts; ATSG
) - mit Rücksicht auf die persönlichen, familiären, wirtschaftlichen und sozialen Ver
hältnisse unter Berücksichtigung des Umfangs der zu leistenden Pflege zu beur
teilen. Dabei handelt es sich zwangsläufig um eine hypothetische Beurteilung, die auch hypothetische Willensentscheidungen der Pflegeperson berücksichtigen muss, welche indessen als innere Tatsachen einer direkten Beweisführung nicht zugänglich sind und in aller Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden müs
sen. Die Beurteilung hypothetischer Geschehensabläufe ist eine Tatfrage, insoweit sie auf Beweiswürdigung beruht, selbst wenn darin auch Schlussfolgerungen aus der allgemeinen Lebenserfahrung mitberücksichtigt werden. Ebenso sind Feststel
lungen über innere oder psychische Tatsachen Tatfragen. Rechtsfragen sind hin
gegen F
olgerungen, die ausschliesslich
- losgelöst vom konkreten Sachverhalt - auf die allgemeine Lebenserfahrung gestützt werden (Urteil des Bundesgerichts
I
708/06 vom 23. November 2006 E. 3.1). Die Verwaltung hat angesichts der Beweisschwierigkeiten den anspruchs
begründenden Sachverhalt besonders sorg
fältig zu erheben (Urteile des Bundes
gerichts 9C_152/2010 vom 24. August 2011 E. 4.3 und 8C_773/2008 vom 11. Februar 2009 E. 5.2, je mit Hinweis).
Gemäss Art. 43 Abs. 1 ATSG prüft der Versicherungsträger die Begehren, nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein. Mündlich erteilte Auskünfte sind schriftlich festzuhalten. Dieser Bestimmung entspricht im kantonalen Sozialversicherungsprozess Art. 61
lit
. c ATSG. Nach dem Untersuchungsgrundsatz ist der rechtserhebliche Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen. Diese Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht. Der Untersuchungsgrundsatz weist enge
Bezüge zum - auf Verwaltungs- und erstinstanzlicher Gerichtsstufe geltenden - Grund
satz der freien Beweiswürdigung auf. Führen die Abklärungen den
Versiche
rungsträger oder das Gericht bei umfassender, sorgfältiger, objektiver und inhaltsbezogener Beweiswürdigung (BGE 132 V 393 E. 4.1) zur Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten (BGE 126 V 353 E. 5b mit Hinweis) und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, liegt im Verzicht auf die Abnahme weiterer Beweise keine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör oder des Untersuchungsgrundsatzes (antizipierende Beweiswürdigung; vgl. SVR 2001 IV Nr. 10 S. 27 E. 4; BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d, 136 I 229 E. 5.3; Urteil des Bundesgerichts 8C_320/2014 vom 14. August 2014 E. 11). Bleiben jedoch erhebliche Zweifel an Vollständigkeit und/oder Richtigkeit der bisher getroffenen Tatsachenfeststellung bestehen, ist weiter zu ermitteln, soweit von zusätzlichen Abklärungsmassnahmen noch neue wesentliche Erkenntnisse erwar
tet werden können (Urteil des Bundesgerichts 8C_364/2007 vom 19. November 2007 E. 3.2 mit Hinweisen; zum Ganzen: Urteile des Bundesgerichts 9C_152/2010 vom 24. August 2011 E. 4.5 und 8C_773/2008 vom 11. Februar 2009 E. 5.3).
3.
3
.3
Y
._
wurde 19
58
geboren
(vgl.
Urk.
3/3 S. 1)
und gebar
den Beschwerdeführer im Jahr 1983 (vgl.
Urk.
3/3 S. 1), als sie beinahe 25 Jahre alt war. Sie macht geltend, zuvor immer vollzeitlich erwerbstätig gewesen zu sein (
Urk.
1
S. 5
), was die Beschwerdegegnerin nicht überprüft, aber auch nicht ange
zweifelt hat.
In den Jahren 1985 (vgl.
Urk.
12/22/1) und 1988 (vgl. Urk.
12/37) gebar sie je
weils
eine Tochter
und ist
seit dem Jahr 2006 auch
Grossmutter
,
wobei das 2006 geborene Enkelkind während
seiner
ersten
Lebensjahre
zusammen mit seiner Mutter ebenfalls bei ihr lebte (Urk. 12/21-22,
Urk.
12/26,
Urk.
12/93, Urk. 12/95).
Dass sie ihren Kindern gegenüber ein sehr grosses Engagement zeigt, ist nicht nur anhand der Pflegeleistungen zugunsten des Beschwerdeführers ersichtlich, sondern auch daran, dass sie ihre beiden Töchter zeitweise in ihrer Kinderkrippe anstellte (vgl.
Urk.
12/242
/2
)
.
Da sämtliche Kinder aufgrund ihres Alters keinen Betreuungsbedarf mehr hätten, wäre es denkbar, dass sie im Gesundheitsfall des Beschwerdeführers
(beziehungsweise beim Wegfallen ihrer Pflegeleistungen
zu seinen Gunsten
)
vollzeitlich arbeiten würde.
Die Betreuung des Beschwerdeführers nimmt laut ihren Angaben
aus dem Jahr 2018
sechs bis sieben Stunden pro Tag in Anspruch, wobei monatlich und pro Quartal weitere Einsätze hinzukommen (
Urk.
12/335/3-4).
Im Jahr 2015 hatte sie noch einen täglichen Arbeitsaufwand von 4,25
bis
6
Stunden
angegeben
plus tage
weise Einsätze (
Urk.
12/190/3). Unklar ist, ob sich der Pflegebedarf erhöht hat oder ob
sich lediglich die Angaben
von
Y
._
verändert haben.
Diesbezüglich ist gegebenenfalls zu berücksichtigen, dass
«Aussagen der ersten Stunde» in beweismässiger Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen,
die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis).
Der Pflegeaufwand wurde von der Beschwer
degegnerin nicht bestritten. Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass die Mutter dem Beschwerdeführer mindestens im 2015 angegebenen Umfang notwendige Hilfe leistet.
Trotz dieser erheblichen Belastung
hat
sie sich so
organisiert
, dass sie einer 50%igen Tätigkeit nachgehen kann.
Würden diese
pflegerischen
Aufgaben wegfallen, hätte
Y
._
d
emnach ohne Weiteres Kapazitäten, um vollzeitlich zu arbeiten.
Zwar erzielt sie bereits mit ihrem
50%-Pensum ein
je nach Geschäftsgang gutes oder sehr gutes
Einkommen
von monatlich Fr. 3'500.-- bis Fr. 5'000.-- zuzüglich 13. Monatslohn bei entsprechen
dem Geschäftsgang
(vgl.
Urk.
12/191/1
),
sodass aus finanzieller Sicht nicht unbedingt ein vollzeitliches Pensum erforderlich wäre
, jedoch aufgrund der Unsicherheit
bezüglich
der exakten Höhe
wohl
ein Pensum von mehr als 50
%
. Insgesamt hinterlässt sie
- soweit anhand der Akten beurteilbar -
einen engagier
ten Eindruck,
so
dass es überwiegend wahrscheinlich erscheint, dass sie beim Wegfallen der Hilfe, welche sie dem Beschwerdeführer zukommen lässt, vollzeit
lich
oder nahezu vollzeitlich
arbeiten würde.
Die Beschwerdegegnerin verneinte dies unter Hinweis darauf, dass sie bereits in ihrem 50%igen Pensum die Geschäftsführung sowie
die
Stellvertretung sowohl der Krippenleitung als auch der Köchin übernehme. Ebenso den stundenweisen Einsatz infolge Ferien, Krankheit oder Unfall von Mitarbeite
nde
n. Daher sei es nicht überwiegend wahrscheinlich, dass sie ohne die Pflege ihres Sohnes ihr Pensum beziehungsweise ihr Einkommen erhöhen würde - vor allem nicht im angegebenen Umfang (
Urk.
2 S. 3). Der Beschwerdeführer bringt demgegenüber vor, seine Mutter würde
diesfalls
die Arbeit
von
anderen Mitarbeite
nden
übernehmen (Urk.
1 S. 5), beispielsweise
das Controlling
und 10-20
%
der Krippenleitung (Urk. 12/335/5).
Dagegen spricht nichts,
zumal die
Z._
GmbH laut Eintrag im Handelsregister des Kantons Zürich keiner ordentlichen Revision untersteht und auf eine eingeschränkte Revision verzichtet hat.
Ferner wäre ihr dies infolge ihrer Position als alleinige Gesellschafterin ohne
Weiteres
möglich.
A
ufgrund der geschilderten Gesamtumstände
, der vorhande
nen Angaben
von
Y
._
sowie angesichts dessen, dass sie ihre frei gewordene Energie vielleicht
zu einem gewissen Anteil
auch in einem ganz anderen Bereich oder in der Enkelbetreuung einsetzen würde,
ist nach dem Gesagten
davon auszugehen
, dass
Y
._
anstelle der Pflege ihres Sohnes das Controlling
im Umfang von 30 Stellenprozenten
sowie 10 bis 20
Stellen
prozente
der
Krippenleitung übernommen hätte, mithin 90 bis 100
%
arbeiten würde.
Dass in der Einsprache
vom
4.
Februar 2019
die
am
4.
November 2018 angegebenen
10 bis 20 Prozent
(vgl.
Urk.
12/335/5)
dann auf 20 Prozent erhöht wurden (
Urk.
12/
360/3
), ist im Sinne vorstehend zitierter Rechtsprechung betref
fend Aussagen der ersten Stunde nicht zu berücksichtigen.
Von der offerierten
persönliche
n
Befragung
oder
Zeugenaussage
der
Mutter
des Beschwerdeführers
(vgl.
Urk.
1 S.
3)
sind keine
weitergehenden
Erkenntnisse
respektive keine
anderen Angaben zu erwarten, als sie bereits schriftlich gemacht hat, weshalb
in antizipierter Beweiswürdigung davon abgesehen werden kann
(BGE 122 V 157 E. 1d).
3
.
3
.4
Die Beschwerdegegnerin bringt vor,
in einer eher kleinen Kinderkrippe im Zürcher Weinland könne gar kein höheres Einkommen erzielt werden, als die Mutter des Beschwerdeführers es sich bereits
ent
richte (
Urk.
2 S. 3). Der Beschwerdeführer beantragt demgegenüber
die
Weiterausrichtung
der Erwerbsausfallentschädigung
im bisherigen
Rahmen (
Urk.
1 S. 2).
Das
zuvor
angew
andte
System, den Erwerbsausfall gleich hoch festzusetzen wie das mit dem Pensum von 50
%
erzielte effektive Einkommen, erweist sich nicht als tauglich, um den Erwerbsausfall zu bestimmen.
Denn die hypothetische zusätzliche Arbeitstätigkeit würde nicht zwingend mit demselben Stundenlohn vergütet, zumal sie ihr zusätzliches Pensum in einer anderen Funktion ausüben müsste. Hinzu kommt,
dass
Y
._
dadurch, dass sie
im Jahr 2017 während vier Wochen ihrer Ferien gearbeitet hat und sich deshalb den Ferienan
spruch der entsprechenden Zeit
hat
ausbezahlen lassen (Urk. 12/307/2,
Urk.
12/318-319
, Urk. 12/335/3), ihren Erwerbsausfall verringert und nicht vergrössert
hat
, konnte sie doch einen Teil des Erwerbsausfalls durch zusätzliche Arbeit (über das vorgesehene Pensum hinaus, nämlich anstelle von Ferien) wett
machen. Aus einem allenfalls bisher geübten Entgegenkommen kann der Beschwerdeführer für die Zukunft nichts zu seinen Gunsten ableiten.
Hingegen
ist nicht einzusehen, weshalb
sich
Y
._
- wenn sie die Arbeit einer anderen Person übernehmen würde - nicht deren Lohn
zusätzlich
ausbe
zahlen könnte.
Im Jahr 2016 erzielte der für das Controlling zuständige Partner der Mutter,
A._
, ein Einkommen von Fr. 31'500.-- (Urk.
3/8 S. 2)
, im Jahr 2017 eines von Fr. 34'072.80 (
Urk.
3/9 S. 3).
Welche Lohnsummen im Jahr 2019 bei entsprechenden Kündigungen (30%-Pensum Controlling und gemittelt 15
%
des Pensums der Krippenleitung) für die Mutter des Beschwerdeführers frei geworden wären, ist nicht dokumentiert.
Für einen anrechenbaren Erwerbsausfall von weiterhin Fr
.
30'105.-- pro Jahr wäre ein Erwerbsausfall von insgesamt Fr. 52'857.-- erforderlich (Fr. 30'105.-- plus die
Hilflosenentschädigung
im Betrag von Fr. 22'752.-- [12 x Fr. 1'896.--; vgl.
https://www.ahv-iv.ch/p/1.2019.d
S. 5]).
D
ie Höhe
des
hypothetischen
Erwerbs
ausfalls der Mutter des Beschwerdeführers im Sinne von
§
12
Abs.
1 ZLV bleibt
zu
ermitteln
.
Die per Anfang Februar 2019 verfügte und mit
Einspracheentscheid
vom 1
8.
Juli 2019 bestätigte Herabsetzung der Ergänzungsleistungen des Beschwerdeführers erweist sich vor diesem Hintergrund als nicht oder nicht in vollem Umfang gerechtfertigt, weshalb der entsprechende
Einspracheentscheid
aufzuheben ist.
Da der Sachverhalt ungenügend abgeklärt wurde, ist die Sache zur Klärung dieser Frage sowie zum neuen Entscheid an den Versicherungsträger zurückzuweisen
(vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
3.
4
Die Beschwerde ist somit in dem Sinne gutzuheissen, dass der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 18. Juli 2019 aufzuheben ist und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, damit sie nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen über den Anspruch auf Kostenvergütung für Pflege durch die Mutter des Beschwerdeführers ab Februar 2019 neu entscheide.
4.
4.1
Der Beschwerdeführer stellte in der Einsprache vom
4.
Februar 2019 den An
trag auf Gewährung der unentgeltlichen Rechtsvertretung für das
Einsprache
ver
fahren
(Urk.
12/360/1
). Die Beschwerdegegnerin wies dieses Begehren mit
Einspracheentscheid
vom
1
8.
Juli 2019
ab
mit der Begründung, dass
sich keine komplexen Fragen gestellt hätten, welche ausnahmsweise bereits im Verfahren
vor
der Durchführungsstelle
den
Beizug
eines Rechtsanwaltes erforderlich gemacht hätten (Urk. 2 S.
4
).
Gemäss
Art.
37
Abs.
4
ATSG
wird der gesuchstellenden Person im Sozialver
sicherungsverfahren ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bewilligt, wo die Verhält
nisse es erfordern. Unentgeltliche
Verbeiständung
im Verwaltungs
verfahren wird gewährt, wenn die Partei bedürftig ist, die Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheinen und die Vertretung im konkreten Fall sachlich geboten ist (vgl.
Art.
29
Abs.
3
der
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft
[BV]
). Eine anwaltliche Mitwirkung drängt sich nur in Ausnahmefällen auf, wenn schwierige rechtliche oder tatsächliche Fragen dies als notwendig erscheinen lassen und eine
Verbeiständung
durch Verbandsvertreter, Fürsorger oder andere Fach- und Vertrauensleute sozialer Institutionen nicht in Betracht fällt. Könnte der Ein
sprecher im Falle des Unterliegens die unentgeltliche
Verbeiständung
bean
spruchen, hat er bei Obsiegen Anspruch auf eine Parteientschädigung (BGE 132 V 200 E. 4.1 mit Hinweisen; vgl. BGE 125 V 32).
In Bezug auf die Notwendigkeit einer anwaltlichen Vertretung im Verwaltungs
verfahren gilt ein strenger Massstab (vgl. etwa
Urteil des Bundesgerichts 8C_676/2015 vom 7. Juli 2016 E. 7.2 [nicht publiziert in BGE 142 V 342]; BGE 132 V 200 E. 5.1.3, Urteil des Bundesgerichts 8C_835/2016 vom 3. Februar 2017 E. 6.3.).
Dem Einwand vom
4.
Februar 2019 sind nur wenige rechtliche Aus
führungen zu entnehmen
(
Urk.
12/360)
, was darauf hinweist, dass die Vertretung
im Verwal
tungsverfahren
nicht wegen schwieriger rechtlicher Fragen notwendig war.
Der Beschwerdeführer begründete seine Beschwerde diesbezüglich damit, dass
es ihm als Person mit schwerer Hilflosigkeit nicht zumutbar gewesen sei, die Einsprache selber zu verfassen. Die nicht einfache Angelegenheit habe zudem
die
Vertretung durch einen Rechtsbeistand erfordert (
Urk.
1 S. 6). Als Fingerzeig für die Notwen
digkeit einer Vertretung müsse im Übrigen gelten, dass die Einsprache von der Rechtsabteilung der Beschwerdegegnerin und nicht von der zuvor zuständigen Sachbearbeiterin bearbeitet worden sei und die Rechtsabteilung die
Entscheid
begründung
sodann im Vergleich zur ursprünglichen Verfügung geändert habe (
Urk.
1 S. 7).
Dazu ist anzumerken, dass
allein
v
erschiedene Begründungen der
Vori
n
stanz
keine spez
ielle Komplexität zu
begründen
vermögen (
vgl.
Urteil des Bundesge
richts
8C_559/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.4.1 und 7.4.2
).
Fehlende Rechts
kenntnisse der versicherten Person
- respektive hier deren
Beiständin
-
vermögen die Notwendigkeit der anwaltlichen
Verbeiständung
bereits im
Vorbescheidver
fahren
respektive einen
«Ausnahmefall»
im Sinne der Recht
sprechung ebenfalls nicht zu begründen. Die auf Unterstützung angewiesenen Rechtsuchenden haben sich in einem - wie hier -
sachverhaltlich
und rechtlich
nicht speziell komplexen
Verwaltungsverfahren mit dem
Beizug
von Fach- und Vertrauensleuten sozialer Institutionen/unentgeltlicher Rechtsberatungen zu behelfen. Dass dies objektiv nicht möglich gewesen wäre, legt
der Beschwerde
führer
nicht
substanziiert
dar und ist nicht ersichtlich (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_559/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.4.2
mit Hinweisen
).
Dass die Beschwerdegegnerin ihre Rechtsabteilung eingeschaltet hat, führt angesichts der
Offizialmaxime (
Art.
43 ATSG)
auch mit Blick auf das
Prinzip der Chancengleichheit
zu keinem anderen Schluss
(
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_676/2015 vom 7. Juli 2016 E. 7.2 [nicht publiziert in BGE 142 V 342]).
Gemäss der bundesgerichtlichen Recht
sprechung hätte sich der Beschwerdeführer
bzw. seine Mutter als dessen
Beistän
din
deshalb mit dem
Beizug
von Fach- und Vertrauenspersonen sozialer Institutionen oder unentgeltlicher Rechtsberatungen zu behelfen gehabt
.
Nach
dem Gesagten erweist sich d
ie Abweisung des Gesuchs um unentgeltliche Rechts
vertretung im Verwaltungsverfahren als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde
in diesem Punkt
führt.
5.
Nach
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34
Abs.
1
des
Gesetz
es
über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollstän
diges Obsiegen (BGE 137 V 57 E.
2.2)
.
Das Unterliegen
des Beschwerdeführers bezüglich des Anspruchs auf
unentgeltliche Rechtsvertretung im Verwaltungsverfahren rechtfertigt
keine Kürzung der Entschädigung
, da der dadurch verursachte Aufwand nicht ins Gewicht fällt
.
Unter Berücksichtigung dieser Kriterien
sowie in Anbetracht dessen, dass der unentgeltliche Rechtsvertreter trotz des entsprechenden Hinweises in der Gerichtsverfügung vom 1
8.
Dezember 2019 (
Urk.
13 S. 2) keine Honorarnote eingereicht hat,
ist die dem Beschwerdeführer zuzusprechende Parteie
nt
schädi
gung ermessensweise
auf
Fr.
2‘
400.--
(inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer)
festzusetzen.
Die Beschwerdegegnerin hat die Prozessentschädigung direkt dem unentgeltlichen Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt Jürg
Bügler
,
Neftenbach
, auszubezahlen.