Decision ID: 9aac7b0f-d2af-54cf-9db0-dd963b204e0b
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
K._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Irja Zuber, c/o procap, Schweizerischer
Invaliden-Verband, Froburgstrasse 4, Postfach, 4601 Olten,
gegen
SWICA Versicherungen, Römerstrasse 37, Postfach, 8401 Winterthur,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Invalidenrente
Sachverhalt:
A.
Die 1950 geborene K._ war als Wirtin des A._ tätig und als Selbständigerwerbende
bei der Swica Versicherungen AG, Winterthur, gegen die Folgen von Berufs- und
Nichtberufsunfällen versichert, als sie sich am 1. September 1994 bei einem Sturz auf
einer Treppe am rechten Handgelenk eine Navikularfraktur zuzog. Gemäss Dr. med.
A._ war sie deswegen ab 20. Januar 1995 zu 100% und ab 17. Mai 1996 zu 50%
arbeitsunfähig. Nachdem die Beschwerden im rechten Handgelenk weiter anhielten,
jedoch nach einem weiteren Sturz im Dezember 1996 auch Beschwerden im linken
Knie ärztlich behandelt werden mussten und die Arbeitsfähigkeit wegen der
Knieverletzung eingeschränkt war, liess die Swica am 27. April 1998 von Dr. med.
B._, Facharzt für Plastische- und Wiederherstellungschirurgie, speziell Handchirurgie,
ein Gutachten erstellen. Im Arztbericht vom 10. September 1998 wies Dr. A._ darauf
hin, die Versicherte habe sich in den letzten Jahren bei verschiedensten
Bagatellunfällen Traumatisierungen der meisten Gelenke zugezogen. Die Aufzählung
der krankheits- und unfallbedingten Untersuchungen würde zu weit führen. Wichtig
erscheine die Traumatisierung des Vorderarms mit persistierenden Beschwerden im
Handgelenk. Er riet zu einer persönlichen Abklärung der Situation vor Ort (act. G
9.2/30). Diese wurde einerseits am 6. Oktober 1998 im Auftrag der Swica (act. G
9.2/38) und anderseits am 29. März 1999 durch die IV-Stelle des Kantons St. Gallen
vorgenommen, welche darüber den Abklärungsbericht für Selbständigerwerbende vom
27. April 1999 verfasste (act. G 9.2/47). Dr. A._ berichtete am 7. Juli 1999 hinsichtlich
der Handverletzung von einem unveränderten, sehr variablen Verlauf. Nach Angaben
der Versicherten sei an einen Gebrauch der Hand nicht zu denken, weil immer wieder
Schmerzen auftreten würden. Nachdem die Swica für die vertraglichen Leistungen
(Heilkosten und Taggelder) aufgekommen war, sprach sie der Versicherten mit
Verfügung vom 19. April 2000 für die Folgen des Unfalls vom 1. September 1994 ab 1.
Januar 2000 eine Rente für eine Erwerbsunfähigkeit von 50% und eine Entschädigung
für einen Integritätsschaden von 30% zu (act. G 9.2/56). Diese Verfügung ist
unangefochten in Rechtskraft erwachsen.
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B.
Am 8. Januar 2001 erlitt die Versicherte einen Sturz, bei dem sie auf die linke
Körperseite fiel. Dabei zog sie sich gemäss Arztbericht von Dr. A._ vom 15. März
2001 eine Distorsion des linken Handgelenks ohne knöcherne Verletzung zu. Dr. A._
attestierte bis 15. März 2001 eine vollständige und danach die bereits vorbestehende
Arbeitsunfähigkeit von 50%. Die Swica erbrachte bis 15. März 2001 die vertraglichen
Leistungen und betrachtete den Fall danach als abgeschlossen (act. G 9.3).
C.
Am 9. Juli 2001 erlitt die Versicherte als Fahrzeuglenkerin in Lugano einen Auffahrunfall.
Während sie an einer Ampel wartete, fuhr ein Fahrzeug auf das Heck ihres Fahrzeugs
auf. Sofort nach dem Unfall verspürte sie Kopfweh und starke Schmerzen an Nacken,
Armen und Rücken. Dr. A._ berichtete am 13. Juli 2001 von massiver Übelkeit und
leichtem Schwindel ohne Bewusstlosigkeit. Abklärungen der nach dem Unfall auch im
Bereich der linken Hüfte und dem Oberschenkel auftretenden Schmerzen ergaben
keine Hinweise auf unfallbedingte Läsionen. Gemäss Unfallschein war die Versicherte
ab 19. April 2002 in Folge dieses Unfalls wieder im üblichen Rahmen arbeitsfähig (act.
G 9.4/11).
D.
D.a Im Bericht vom 25. April 2003 erwähnte Dr. med. C._, Orthopädie am Rosenberg,
einen Sturz nach hinten im Jahr 2000 und den Auffahrunfall im Juli 2001 und
diagnostizierte ein (posttraumatisches) Verspannungssyndrom paravertebral thorakal
linksbetont mit Ausstrahlungen im Sinn eines Zervikobrachialsyndroms links,
degenerative Entwicklungen (mit fraglicher zusätzlich posttraumatischer Komponente)
im karpalen bzw. radiokarpalen Bereich links und einen Status nach diversen
Traumatisierungen in den Jahren 2000 und 2001 auch im Brust-, Lenden- und
Halswirbelbereich sowie im Hüftbereich. Die bisher durchgeführten Physiotherapien
hätten keinen Erfolg gebracht. Auch die Einnahme von Analgetika sei ohne grossen
Effekt geblieben. Es wurden weitere fachärztliche Abklärungen empfohlen (act. G
9.4/12 und /21). Ab 11. Juni 2003 stand die Versicherte wegen der in Folge des Unfalls
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vom 9. Juli 2001 aufgetretenen bis in den linken Arm ausstrahlenden Nacken- und
Kreuzschmerzen bei Dr. D._, Chiropraktor, in Behandlung (act. G 9.4/13). Die
Schmerzen im linken Handgelenk wurden durch Dr. med. E._, Orthopädie am
Rosenberg, am 22. Mai 2003 mittels Infiltration zu lindern versucht (act. G 9.4/20).
D.b Eine rheumatologische Abklärung durch Dr. med. F._, Ärztehaus L._, ergab
gemäss Bericht vom 31. Juli 2003 als Diagnosen eine aktivierte Polyarthrose, eine
Fehlhaltung der LWS, muskuläre Insuffizienz der Bauch- und Rückenmuskulatur,
statische Probleme im Bereich der Füsse (Senk-/Spreizfüsse, Hallux valgus beidseits),
eine arterielle Hypertonie und Adipositas. Die Versicherte klagte vor allem über
Schmerzen im Bereich der Finger- und Zehengelenke beidseits sowie über
belastungsabhängige Schmerzen in den Knie- und Hüftgelenken. Dr. F._ empfahl
medikamentöse Behandlungen und eine Gewichtsreduktion (act. G 9.4/38).
D.c Am 8. und 16. November 2004 wurde die Versicherte durch die Medizinische
Abklärungsstelle Ostschweiz, St. Gallen (nachfolgend: Medas), interdisziplinär
begutachtet. Im Gutachten vom 9. Februar 2005 attestierten die Gutachter Dr. med.
G._, Facharzt für Innere Medizin speziell Rheumatologie und Dr. med. H._,
Facharzt für Neurologie, Allgemeine Medizin sowie Psychiatrie und Psychotherapie, im
Sinn einer Gesamtbeurteilung der gesundheitlichen Situation eine Arbeitsfähigkeit als
Wirtin im eigenen Betrieb mit vorwiegend organisatorischen Aufgaben ganztags mit
einer Leistungseinschränkung von 50%. Die Tätigkeit als Wirtin mit weitgehend
organisatorischen Aufgaben sei als ideal zu bezeichnen. Für diese Tätigkeiten würden
die zervikobrachialen Beschwerden keine zusätzliche Verminderung der
Arbeitsfähigkeit bedeuten. Die Einschränkung durch die rechte Hand sei schon durch
die bestehende Rente berücksichtigt. Die Beschwerden der linken Hand- und
Nackenregion seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit degenerativ bedingt und
nicht geeignet, die vorbestehende Arbeitsunfähigkeit als Wirtin im eigenen Betrieb zu
verstärken. Bezüglich der Beschwerden in der linken Nackenregion und im linken
Handgelenk sei der Auffahrunfall vom Juli 2001 eine mögliche Ursache der geäusserten
Beschwerden. Als weitere mögliche Ursache dokumentiert sei in den Akten ein Sturz
durch Ausrutschen auf Schnee auf die linke Seite mit Distorsion des linken
Handgelenks am 8. Januar 2001. Eine Handgelenksdistorsion ohne knöcherne
Frakturen, wie sie bei der Versicherten seit dem Sturz auf die linke Seite am 8. Januar
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2001 diskutiert werde, heile nach spätestens 12 Wochen aus. Hier sei der Status quo
sine spätestens drei Monate nach dem Unfall erreicht gewesen (act. 9.4/36).
E.
E.a Mit Schreiben vom 1. März 2005 gewährte die Swica der Versicherten das
rechtliche Gehör zu den Ergebnissen der medizinischen Abklärungen betreffend die
Rückfallmeldung zum Unfall vom 9. Juli 2001. Unter Hinweis auf 14 zwischen 1991 und
2003 erlittene Unfälle führte die Swica aus, gemäss dem Gutachten vom 9. Februar
2005 sei der Unfall vom 1. September 1994 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
Ursache für die Beschwerden im rechten Handgelenk. Dafür erbringe sie bereits die
laufende Rente für eine Erwerbsunfähigkeit von 50%. Die Beschwerden in der linken
Nackenregion und im linken Handgelenk seien gemäss dem Gutachten nur
möglicherweise auf das Ereignis vom 9. Juli 2001 zurückzuführen. Bezüglich der beim
Sturz vom 8. Januar 2001 erlittenen Verletzungen sei der Status quo sine gemäss der
Beurteilung der Gutachter erreicht. Es seien vorwiegend degenerative, also
krankheitsbedingte Veränderungen in den Gelenken festgestellt worden. Ein Rückfall
könne somit nicht anerkannt werden (act. G 9.1/1).
E.b Die Versicherte nahm am 8. April 2005 Stellung. Aufgrund der geschwächten linken
Körperseite sei der Bewegungsapparat auf der rechten Seite stärker beansprucht. Die
erhöhten Abnützungserscheinungen der Gelenke und der Muskulatur seien auf die
einseitige Belastung zurückzuführen. Sollte der Unfall im Jahr 2001 tatsächlich keine
Auswirkungen auf die Rücken-/Nackenregion, die linke Schulter, den linken Becken-/
Ober-schenkelbereich und das linke Handgelenk haben, handle es sich also um
Spätfolgen des Unfalls vom 1. September 1994. Mit den Ausführungen im Schreiben
vom 1. März 2005 sei sie nicht einverstanden.
F.
F.a Mit Verfügung vom 17. Juni 2005 lehnte die Swica die Anerkennung eines Rückfalls
zum Unfall vom 9. Juli 2001 ab. Die Rente für die Folgen des Unfalls vom 1. September
1994 am rechten Handgelenk werde weiter ausgerichtet. In der dagegen gerichteten
Einsprache vom 6. Juli/28. September 2005 beantragte die Versicherte unter Hinweis
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auf die Schreiben von Dr. F._ vom 26. September 2005 und 31. Juli 2003 (act
G 9.4/38) sowie den Bericht von Prof. Dr. med. I._, Chefarzt der Klinik für Hand-,
Plastische- und Wiederherstellungschirurgie, vom 10. Juni 2005 (act. G 9.4/37) eine
Erhöhung der Rente.
F.b Hinsichtlich des Zustands der rechten Hand wurde von Prof. I._ im Bericht vom
10. Juni 2005 zur Beschwerdelinderung eine mediokarpale Arthrodese empfohlen.
Wegen identischer Verschleissveränderungen im linken Handgelenk sei auch hier die
gleiche Massnahme zu befürworten. Die Versicherte wolle noch zuwarten (act. G
9.4/37).
F.c Die Swica wies die Einsprache mit Entscheid vom 12. Dezember 2005 ab. Streitig
sei, ob die Beschwerden der Versicherten am Nacken und im linken Handgelenk in
einem natürlichen Kausalzusammenhang mit einem der Unfälle vom 1. September
1994 und vom 9. Juli 2001 stehe. Dr. F._ habe eine entzündliche Polyarthrose bei der
Versicherten festgestellt. Diese sei krankheits- und nicht unfallbedingt. Zudem seien die
Behandlungen der Beschwerden im Handgelenk und im Nacken innert kurzer Zeit nach
den Unfällen beendet worden. Bereits im Jahr 2001 habe Dr. A._ keine Unfallfolgen
mehr feststellen können. Angesichts der deutlich krankhaften Veränderungen im linken
Handgelenk sei eine Unfallarthrose nicht wahrscheinlich. Zwei Jahre nach dem Unfall
würden die wieder aufgetretenen Nackenbeschwerden von Seiten der
Beschwerdeführerin als unfallkausal bezeichnet. Auch an der HWS würden indessen
erhebliche degenerative Veränderungen vorliegen, die nicht unfallkausal seien. Es sei
auf das Gutachten der Medas abzustellen. Die ab April 2003 geklagten Beschwerden
im linken Handgelenk und im Nacken seien nicht durch einen der versicherten Unfälle
verursacht worden. Eine Leistungspflicht dafür bestehe nicht.
G.
Dagegen richtet sich die von Rechtsanwältin lic. iur. Irja Zuber, Olten, für die Betroffene
eingereichte Beschwerde vom 9. März/28. April 2006 mit dem Antrag auf Zusprache
einer höheren Invalidenrente und einer Integritätsentschädigung. Bezüglich der
Ursachen der Beschwerden am linken Handgelenk würden unterschiedliche ärztliche
Berichte vorliegen. Während die Gutachter der Medas keine Unfallursache erkannt
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hätten, würden Dr. F._ und Prof. I._ von Unfallfolgen ausgehen. Die
Beschwerdeführerin habe deshalb eine weitere Meinung bei Dr. med. J._, Spezialarzt
für Chirurgie, eingeholt. Dr. J._ habe aufgrund der Akten und nach eigenen
Untersuchungen im Bericht vom 12. April 2006 (act. G 5.1) festgestellt, dass die Unfälle
vom 8. Januar 2001 und 9. Juli 2001 als ursächlich für die gesundheitlichen Probleme
an der linken Hand anzusehen seien. Er habe unter Berücksichtigung der bestehenden
Arbeitsunfähigkeit wegen der rechten Hand von 50%, eine Arbeitsunfähigkeit von
insgesamt 70 bis 75% in der Tätigkeit als Wirtin angegeben und deren Beginn auf
Januar 2003 festgesetzt. Da der Gutachter der Medas Facharzt für innere Medizin und
Rheumatologie und nicht Traumatologe sei, habe dieser die schwer erkennbare
Diagnose einer SLAC-Wrist Stadium II im linken Handgelenk wohl nicht richtig erkannt.
Der Beschwerdeführerin stehe somit eine Rente entsprechend der Arbeitsunfähigkeit
von 75% zu. Ihr seien zudem die Kosten für die Begutachtung zu ersetzen.
H.
In der Beschwerdeantwort vom 27. Juli 2006 beantragt die Beschwerdegegnerin
Abweisung der Beschwerde. Bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit und der Ursachen
der geklagten Beschwerden sei auf das Gutachten der Medas vom 9. Februar 2005
abzustellen. Bei dem diesem Gutachten widersprechenden Bericht von Dr. J._
handle es sich offensichtlich um ein Parteigutachten, welchem weniger Gewicht
zukomme als dem Gutachten der Medas. Die bestehenden, nur teilweise
objektivierbaren Handbeschwerden seien nicht geeignet, die bereits auf 50%
reduzierte Arbeitsfähigkeit zusätzlich herabzusetzen. Es sei davon auszugehen, dass
die Beschwerdeführerin neben den unbestrittenen degenerativen Veränderungen im
Nackenbereich und in den Fingern (Arthrosen) auch am linken Handgelenk
degenerative Veränderungen aufweise.
I.
Die Beschwerdeführerin hält replicando an ihren Anträgen fest. Der Einwand der
Beschwerdegegnerin, auch im Bereich des linken Handgelenks handle es sich um
degenerative Veränderung, sei eine Behauptung, die sich mit ärztlichen
Einschätzungen nicht beweisen lasse. Untauglich sei auch der Vorhalt, der ärztlichen
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Beurteilung von Dr. J._ komme geringerer Beweiswert zu, weil es sich um ein
Parteigutachten handle. Seine Einschätzung stimme mit den Diagnosen der
Spezialärzte Dr. E._ und Prof. I._ überein. Bei den Gutachtern der Medas habe es
sich nicht um Spezialärzte des vorliegend interessierenden Bereichs gehandelt. Zu
verweisen sei auch auf die Beurteilung von Dr. med. K._, Leitender Arzt der
Handchirurgie der Schulthess Klinik, vom 31. Mai 2006. Die von der Beurteilung durch
die Medas abweichenden ärztlichen Meinungen seien erdrückend. Es könne daran
nicht festgehalten werden. Der Beschwerdeführerin seien manuelle Tätigkeiten wegen
der Schmerzen nicht mehr zumutbar.
J.
Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet. Beide Parteien
haben auf die Durchführung einer mündlichen Verhandlung verzichtet.
K.
Mit Schreiben des Gerichts vom 13. Juni 2007 wurde Dr. J._ darauf hingewiesen,
dass sich die von ihm im Bericht vom 12. April 2006 unterstellte Sachverhaltsannahme
nicht mit dem echtzeitlichen Akten decke und er wurde aufgefordert, zu verschiedenen
konkreten Fragen des Gerichts Stellung zu nehmen. Dieser Aufforderung ist Dr. J._
am 3. Juli 2007 nachgekommen (act. G 19). Im Wesentlichen und unter Verweis auf
seine Beurteilung vom 12. April 2006 legt er dar, dass die Beschwerden im linken
Handgelenk auf den Unfall vom Januar 2001 zurückzuführen seien. Verletzungen des
scapholunären Bandes, Scaphoidfrakturen und aseptische Knochennekrosen würden
häufig übersehen oder als Prellung des Handgelenks oder als
Sehnenscheidenentzündung fehlgedeutet. Die länger dauernde Arbeitsunfähigkeit nach
der Handgelenksdistorsion sowie das allmähliche Verschwinden der Beschwerden
seien ebenfalls typisch. Die Folgen der im akuten Stadium nicht sichtbaren Verletzung
würden aber später wieder auftreten, wie es auch vorliegend geschehen sei.
L.
Die Beschwerdeführerin verzichtete am 11. Juli 2007 auf weitere Ausführungen. In der
Stellungnahme vom 17. September 2007 anerkannte die Beschwerdegegnerin
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aufgrund der Ausführungen von Dr. J._, dass die Beschwerden im linken Handgelenk
auf einen Unfall zurückzuführen seien. Sie wies aber darauf hin, dass die
Beschwerdeführerin gemäss dem Auszug aus dem individuellen Konto in ihrer
Geschäftstätigkeit durch die Handgelenksbeschwerden nicht zusätzlich eingeschränkt
gewesen sei. Ohne Erwerbseinbusse resultiere jedoch keine Invalidität. Die
Angelegenheit sei daher an sie zurückzuweisen, damit sie die Rentenfrage eingehend
prüfen könne.
M.
Mit Schreiben vom 11. Dezember 2007 hielt die Beschwerdeführerin an der
Beschwerde fest. Die Beschwerdegegnerin habe im Schreiben vom 17. September
2007 zwar anerkannt, dass die Beschwerden im linken Handgelenk Unfallfolgen seien.
Sie bringe allerdings vor, es habe deswegen keine Erwerbseinbusse festgestellt werden
können. Die Beschwerdeführerin sei Selbstständigerwerbende und führe das A._.
Mangels einer umfassenden Buchhaltung werde der Betriebsgewinn und somit ihr
Einkommen aus dem Betrieb nicht allein aufgrund effektiver Einnahmen und Ausgaben
berechnet. Zudem seien darin auch steuerliche Ermessenszuschläge enthalten. Der
Arbeitsausfall sei im Betrieb auf verschiedene Weise durch zusätzliche
Personaleinsätze kompensiert worden. Nachdem bereits seit 1994 nur noch ein
teilweiser Einsatz der Beschwerdeführerin möglich gewesen sei, seien ihr nun auch
diese Arbeiten nicht mehr möglich. Während selbst reine Überwachungsarbeiten nur
sinnvoll seien, wenn bei Bedarf eingegriffen werden könne, sei sie auch bei
Betreuungsaufgaben eingeschränkt, weil sie den Gästen nicht mehr bei der Garderobe
behilflich sein könne und ihnen nicht mehr den Stuhl hinschieben könne. Die in der
Beschwerde beantragte Rückweisung zur Vornahme weiterer Abklärungen werde
hiermit erneuert.

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2003 sind das Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) und die zugehörige Verordnung (ATSV; SR
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830.11) in Kraft getreten. Vorliegend stellt sich die Frage, ob als Folge der beiden
Unfälle vom 8. Januar und 9. Juli 2001 Beschwerden im linken Handgelenk vorhanden
sind, welche die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdegegnerin zusätzlich einschränken. Der
Rückfall wird ab April 2003 geltend gemacht. Der Einsprache-Entscheid erging am 12.
Dezember 2006. Vor dem Inkrafttreten des ATSG wurden für die vorliegend fraglichen
Unfälle aus dem Jahr 2001 keine Dauerleistungen rechtskräftig festgesetzt. Nachdem
die in Art. 82 Abs. 1 ATSG niedergelegte Übergangsregelung für bereits
zugesprochene Dauerleistungen somit vorliegend keine Anwendung findet, ist das seit
1. Januar 2003 geltende Recht anwendbar. Dies ist aber insofern nicht von Bedeutung
als das ATSG in Bezug auf den Unfallbegriff keine materielle Änderung bewirkt hat (Art.
4 ATSG; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 30. September 2004 i/
S R. [U 252/04]; vgl. auch BGE 130 V 445). Auch bezüglich des
unfallversicherungsrechtlichen Begriffs des natürlichen und adäquaten
Kausalzusammenhangs und dessen Bedeutung als eine Voraussetzung für die
Leistungspflicht nach dem Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20)
hat das ATSG zu keinen Änderungen geführt (Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgericht vom 5. November 2004 i/S C., E. 2 mit Hinweisen [U 106/04]). Die
formellen Bestimmungen - das heisst Art. 27 bis Art. 62 ATSG - sind sofort in Kraft
getreten (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, Art. 82 Rz. 8). Für die Unfallverletzung am
rechten Handgelenk bezieht die Beschwerdeführerin seit 1. Januar 2000 eine Rente der
Beschwerdegegnerin für einen Erwerbsunfähigkeitsgrad von 50% (act. G 9.2).
2.
Nachdem die Beschwerdegegnerin die Beschwerden im linken Handgelenk der
Beschwerdeführerin aufgrund der ergänzenden Begründung von Dr. J._ im Verlauf
des vorliegenden Verfahrens als Unfallfolge anerkannt hat, stellt sich die Frage, in
welchem Ausmass die Beschwerdeführerin deshalb in ihrer Leistungsfähigkeit als
selbständige Wirtin (zusätzlich) eingeschränkt ist. Zur Beurteilung dieser Frage
beantragen beide Parteien die Rückweisung der Angelegenheit an die
Beschwerdegegnerin. Da die Beschwerdegegnerin zum Ausmass der
Erwerbsunfähigkeit bisher nicht Stellung genommen hat, ist diesem Antrag ohne
weiteres zu folgen.
3.
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3.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
Einsprache-Entscheids vom 12. Dezember 2005 teilweise gutzuheissen. Die
Angelegenheit ist an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie im Hinblick
auf die beantragte Invalidenrente zusätzliche Abklärungen im Sinn der Erwägungen
durchführe und darüber entscheide. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 66 lit. a
ATSG). Hingegen steht der durch Rechtsanwältin Irja Zuber, procap, Schweizerischer
Invaliden-Verband, vertretenen (BGE 122 V 278) und teilweise obsiegenden
Beschwerdeführerin (die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz gilt als Obsiegen;
SVR 1999 IV Nr. 10 S. 28 Erw. 3) eine Parteientschädigung nach Ermessen des
Gerichts zu (Art. 61 lit. g ATSG i.V.m. Art. 98 ff. VRP). Ausgehend von der Bedeutung
der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses ist diese mangels detaillierter
Kostennote, wie in vergleichbaren derartigen Fällen vor dem angerufenen Gericht
üblich, auf Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.
3.2 Unter dem Titel Parteientschädigung sind der obsiegenden Partei auch die
notwendigen Expertenkosten zu ersetzen. Die Beschwerdeführerin verlangt die
Vergütung der noch durch eine entsprechende Rechnung auszuweisenden Kosten für
die von ihr selbst veranlasste medizinische Begutachtung durch Dr. J._ (Gutachten
vom 12. April 2006). Art. 45 Abs. 1 ATSG legt zum einen fest, dass unter bestimmten
Voraussetzungen eine Übernahme der Kosten einer Massnahme auch erfolgt, wenn
diese nicht durch den Versicherungsträger angeordnet wurde. Dazu muss die in Frage
stehende Massnahme zur Beurteilung des Anspruchs unerlässlich gewesen sein, das
heisst dieselbe Massnahme wäre im Rahmen der Untersuchungspflicht der Verwaltung
ebenfalls anzuordnen gewesen. Nicht verlangt ist indessen, dass mit der Massnahme
neue, von den bisherigen Resultaten abweichende Ergebnisse gewonnen werden;
vielmehr reicht es aus, wenn die so gewonnenen Ergebnisse für die Abklärung
verwendbar sind. Zum andern hat gemäss Art. 45 Abs. 1 ATSG eine Kostenübernahme
auch zu erfolgen, wenn die Massnahme Bestandteil nachträglich zugesprochener
Leistungen bildet (Ueli Kieser, ATSG Kommentar, Art. 45 Rz 12; BVR 2004 S. 283).
Vorliegend hatte die Beschwerdegegnerin bereits verschiedene Berichte über
fachärztliche Abklärungen in den Akten. Dazu hat sie auch eine interdisziplinäre
Begutachtung bei der Medas erstellen lassen. Auch wenn sich ein zusätzliches
Gutachten aus ihrer Sicht zur Beurteilung des Leistungsanspruchs nicht als notwendig
aufdrängte, hat sich dennoch gezeigt, dass das fragliche Gutachten das Gericht zu
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zusätzlichen Abklärungen und die Beschwerdegegnerin letztlich zu einer anderen
medizinischen Beurteilung veranlasste. Demgemäss hat die Beschwerdegegnerin der
Beschwerdeführerin die Kosten der Begutachtung durch Dr. J._ zu vergüten.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG