Decision ID: a7a9f37f-fb11-4342-a261-27fea8fd9171
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Forderung
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Meilen vom 30. Oktober 2014; Proz. CG120028
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Rechtsbegehren:
"1. Der Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger CHF 198'069.45 nebst Zins zu 5% seit 1. April 2011 zu bezahlen.
2. Der Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr. ... des  Höfe (Zahlungsbefehl vom 19. April 2011) sei zu beseitigen.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MWSt zu Lasten des Beklagten." (act. 2)
Urteil des Bezirksgerichtes Meilen vom 30. Oktober 2014:
1. Der Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger CHF 198'069.45 nebst Zins zu
5% ab 1. April 2011 zu bezahlen.
2. Der vom Beklagten in der Betreibung Nr. ... des Betreibungsamtes Höfe,
Zahlungsbefehl vom 19. April 2011, erhobene Rechtsvorschlag wird im Um-
fang von CHF 186'969.06 nebst Zins zu 5% ab 1. April 2011 und der Betrei-
bungskosten beseitigt.
3. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf CHF 12'700.–.
4. Die Gerichtskosten werden dem Beklagten auferlegt und mit dem Vorschuss
des Klägers verrechnet.
5. Der Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger eine Parteientschädigung von
CHF 19'750.– zu bezahlen. Zudem hat der Beklagte dem Kläger den geleis-
teten Vorschuss von CHF 12'700.– zu ersetzen.
6./7. Mitteilung / Rechtsmittel
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Berufungsanträge:
des Beklagten (act. 54):
"1. Das Urteil CG120028 des Bezirksgerichts Meilen vom 30.10.2014 sei voll-
umfänglich aufzuheben.
2. Die Berufung sei gutzuheissen und die Klage sei abzuweisen.
3. Eventualiter sei die Sache zur ergänzenden Sachverhaltsabklärung und zur
Durchführung eines Beweisverfahrens an die Vorinstanz zurückzuweisen.
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Klägerin."
des Klägers (act. 63):
"1. Die Berufung des Beklagten bzw. Berufungsklägers vom 5. Dezember 2014
sei vollumfänglich abzuweisen.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWST) zu Lasten des Be-
klagten bzw. Berufungsklägers."

Erwägungen:
I. Sachverhalt / Verfahrensablauf
1. Sachverhalt
1.1. Nach dem soweit unbestrittenen Sachverhalt schlossen die Parteien am
4. März 2010 den Darlehensvertrag Nr. 2 ab (nachfolgend als 'Darlehensvertrag'
bezeichnet; der früher abgeschlossene Darlehensvertrag Nr. 1 ist vorliegend nicht
von Bedeutung). Gemäss diesem Vertrag gewährte der Kläger dem Beklagten zu
Geschäftszwecken ein Darlehen über CHF 1'650'000.–, welches fällig und voll-
ständig zurückzuzahlen war per 31. März 2011. Die Parteien vereinbarten, dass
der Darlehensvertrag rückwirkend mit Auszahlung des Darlehens am 20. Oktober
2009 in Kraft treten solle. Als Darlehenszins wurde ein Zinssatz von 5% pro Jahr
vereinbart (act. 2 S. 3; act. 4/3; act. 10 S. 3).
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1.2. Zur Sicherung des Darlehens schlossen die Parteien ‒ ebenfalls am 4. März
2010 ‒ einen Pfandvertrag ab, und zwar wurden dem Kläger das Aktienzertifikat
Nr. 1 über 100'000 Inhaberaktien der C._ AG mit einem Nominalwert von
CHF 1.– pro Aktie sowie ein Schuldschein der Gesellschaft über den Betrag von
CHF 1'550'000.– als Pfandgegenstände übergeben (act. 10 S. 6; act. 16 S. 10;
act. 25).
1.3. Der Beklagte zahlte mit Überweisung vom 22. Dezember 2010 den Betrag
von CHF 1'550'000.– an den Kläger zurück. Die Restschuld aus dem Darlehen
von CHF 100'000.– sowie den Darlehenszins bezahlte der Beklagte nicht. Beides
fordert der Kläger mit der vorliegenden Klage ein, wobei er die Gesamtschuld des
Beklagten auf CHF 198'069.45 beziffert, zuzüglich Zins zu 5% seit dem 1. April
2011 (act. 2 S. 4). Diese Berechnung wird seitens des Beklagten nicht in Frage
gestellt (act. 10 S. 3 f.).
1.4. Im April 2011 leitete der Kläger gegen den Beklagten über den Betrag von
CHF 186'969.06 nebst Zins von 5% seit 20. Oktober 2009 Betreibung ein, welche
vom Betreibungsamt Höfe mit der Nummer ... ans Register genommen wurde.
Der Zahlungsbefehl wurde am 19. April 2011 aus- und dem Beklagten am 2. Mai
2011 zugestellt, worauf dieser Rechtsvorschlag erhob. Der Kläger verlangt im vor-
liegenden Verfahren auch die Beseitigung des Rechtsvorschlags (act. 2 S. 4;
act. 4/6).
2. Verfahrensgang vor Vorinstanz
Am 30. April 2012 (Datum der Postaufgabe) reichte der Kläger gegen den Beklag-
ten beim Friedensrichteramt Meilen das Schlichtungsgesuch ein. Nachdem an-
lässlich der Schlichtungsverhandlung vom 3. Juli 2012 keine Einigung zustande
gekommen war, erteilte der Friedensrichter dem Kläger am 17. Juli 2012 die Kla-
gebewilligung (act. 1).
Am 27. September 2012 (Datum des Poststempels) erhob der Kläger mit dem
eingangs erwähnten Rechtsbegehren Klage beim Bezirksgericht Meilen (act. 2).
Für den vorinstanzlichen Verfahrensgang kann auf die ausführliche Darstellung im
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angefochtenen Entscheid verwiesen werden (act. 57 S. 3/4 Ziff. 2). Zu erwähnen
ist, dass die Vorinstanz ein Beweisverfahren für nicht notwendig hielt.
3. Verfahrensgang vor der Berufungsinstanz
Gegen das am 5. November 2014 zugestellte Urteil (act. 52/1) liess der Beklagte
unterm 5. Dezember 2014 rechtzeitig Berufung erheben mit den eingangs aufge-
führten Anträgen. Den ihm mit Verfügung vom 6. Januar 2015 auferlegten Kos-
tenvorschuss (act. 58) leistete er fristgerecht (act. 59 und 60).
Mit Verfügung vom 16. Februar 2015 wurde dem Kläger Frist zur Erstattung
der Berufungsantwort angesetzt (act. 61). Diese ging mit Eingabe vom 19. März
2015 fristgerecht ein (act. 63). Eine Kopie ist dem Beklagten zugestellt worden
(act. 64). Eine Stellungnahme dazu ging nicht ein. Das Verfahren ist spruchreif.
II. Materielles
1. Mit der Berufung kann die unrichtige Rechtsanwendung oder die unrichtige
Feststellung des Sachverhaltes durch die Vorinstanz geltend gemacht werden
(Art. 310 ZPO). Die Berufungsschrift hat sodann bestimmten inhaltlichen Anforde-
rungen zu genügen: sie muss Berufungsanträge enthalten, d.h. es muss aus ihr
hervorgehen, wie der vorinstanzliche Entscheid abgeändert werden soll. Daneben
muss der Rechtsmittelkläger in seiner Berufungsschrift aufzeigen, inwiefern die
Vorinstanz den rechtserheblichen Sachverhalt falsch erstellt und/oder das Recht
unrichtig angewandt hat; dies bedeutet, dass sich der Rechtmittelkläger mit den
Erwägungen im angefochtenen Entscheid auseinandersetzen muss. Dabei ge-
nügt es nicht, wenn der Rechtsmittelkläger in seiner Berufungsschrift lediglich auf
die Vorakten verweist, pauschale Kritik am angefochtenen Entscheid übt oder nur
das wiederholt, was bereits vor der Vorinstanz vorgetragen worden ist; erforder-
lich ist vielmehr eine sachbezogene Auseinandersetzung mit den Entscheidgrün-
den der Vorinstanz (REETZ/THEILER in Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger,
ZPO Komm., Art. 311 N 36). Nach Art. 317 Abs. 1 ZPO können ferner neue Tat-
sachen und Beweismittel im Berufungsverfahren nur noch berücksichtigt werden,
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wenn sie ohne Verzug vorgebracht werden und wenn sie trotz zumutbarer Sorg-
falt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten.
Die Berufungsschrift enthält konkrete Anträge und eine Begründung (act. 54).
Damit ist auf die Berufung grundsätzlich einzutreten.
2. Die Vorinstanz erwog unter dem Titel "Parteistandpunkte", der Beklagte an-
erkenne, das ihm gewährte Darlehen nicht vollständig zurückbezahlt und die
Zinszahlungen überhaupt nicht geleistet zu haben (act. 57 S. 6 Ziff. 4.1.). Bei die-
ser Feststellung stützte sich die Vorinstanz zu Recht auf die eigene Sachdarstel-
lung des Beklagten in der Klageantwort (act. 10 S. 3/4). Diese Feststellung kriti-
siert der Beklagte in seiner Berufungsschrift nicht, sondern anerkennt sie aus-
drücklich (act. 54 S. 21 Rz 47). Die Forderung des Klägers ist damit grundsätzlich
ausgewiesen.
Vor Vorinstanz widersetzte sich der Beklagte dem klägerischen Anspruch
mit der Begründung, der Kläger habe ihm die Pfandgegenstände nie zur Rückga-
be angeboten und ihm einen enormen Schaden zugefügt, welchen er mit der klä-
gerischen Forderung verrechnet haben wollte (act. 10 S. 4 Rz 2; S. 18 ff.). Die
Vorinstanz verwarf beide Standpunkte (act. 57 S. 7 ff.).
3.1. Der Beklagte kritisiert in seiner Berufungsschrift zunächst, die Vorinstanz
habe es sich zu einfach gemacht, indem sie einzig die beiden Verträge vom
4.3.2010 (Darlehensvertrag Nr. 2 und Pfandvertrag) beurteilt und nur anhand die-
ser beiden Verträge das Rechtsverhältnis zwischen den Parteien gewürdigt habe.
Sie habe einen in tatsächlicher Hinsicht sehr vielschichtigen Sachverhalt (zu)
stark vereinfacht. Demgegenüber seien sich beide Parteien einig, dass es sich um
einen komplexen Sachverhalt handle (act. 54 S. 7 Rz 14).
Zutreffend ist, dass beide Parteien vor Vorinstanz den Sachverhalt als kom-
plex bezeichneten (act. 10 S. 4 Rz 3; act. 16 S. 3 Rz 7). Hieraus lässt sich jedoch
noch nichts zu Gunsten des Beklagten ableiten; auch ist damit noch keine unrich-
tige Darstellung des Sachverhaltes durch die Vorinstanz dargetan. Festzuhalten
ist, dass ein vielschichtiger Sachverhalt nicht ohne weiteres rechtlich schwierige
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Fragen aufwirft. Entgegen der Meinung des Beklagten (act. 54 S. 7 Rz 14) hatte
die Vorinstanz aufgrund des ihr vorgelegten Rechtsbegehrens ‒ Rückzahlung ei-
nes Restbetrages eines gewährten Darlehens plus Zins ‒ zu prüfen, ob dieses
ausgewiesen ist oder nicht; es ging indes nicht um eine Liquidation der verschie-
denen rechtlichen Beziehungen der Parteien oder eine Würdigung von deren
Rechtsverhältnis. Wie erwähnt ist im Rechtsmittelverfahren aufzuzeigen, inwiefern
die Vorinstanz den Sachverhalt unrichtig festgestellt hat. Die blosse Bemerkung,
die Vorinstanz habe den Sachverhalt zu vereinfacht dargestellt, genügt dabei
nicht. Weiterungen zu diesem Punkt erübrigen sich.
3.2.1 Der Beklagte machte vor Vorinstanz geltend, die Darlehensforderung samt
Zins nicht vollständig zurückbezahlt resp. beglichen zu haben, weil der Kläger ihm
die Pfandgegenstände nie zur Rückgabe angeboten bzw. dieser die Pfandgegen-
stände noch als Sicherheit bei sich gehabt habe. Er habe über den damaligen
Rechtsvertreter des Klägers, welcher auch die Pfandgegenstände bei sich im Sa-
fe verwahrte, die Sache endgültig klären, die Schlusszahlungen bereinigen und
die verpfändeten Wertpapiere zurück haben wollen (act. 10 S. 10 Rz 10). Aus
dem vorgängigen Verhalten des Klägers sei klar gewesen, dass dieser die Pfand-
gegenstände auch nach vollständiger Rückzahlung des Darlehens nicht zurück-
geben werde. Einzig deswegen habe er zunächst die Sicherheit haben wollen,
dass er nachvollständiger Rückzahlung das Faustpfand zurückerhalte; zumindest
habe er eine Aufhebungsvereinbarung gewollt (act. 20 S. 16 Rz 24).
3.2.2 Die Vorinstanz erwog, Ziffer 4 des von den Parteien geschlossenen Pfand-
vertrages enthalte unter der Überschrift "Untergang des Pfandrechts" folgende
Bestimmung (act. 25 S. 3):
"Mit vollständiger Tilgung der Pfandforderung durch den Pfandgeber [] geht das Pfandrecht an den Pfandgegenständen automatisch unter. Nach Tilgung der Pfandforderung ist der Pfandnehmer [Kläger] verpflichtet, die Pfandgegenstände an den Pfandgeber [Beklagten] herauszugeben. Das Pfandrecht geht nicht unter, wenn nur ein Teil der Pfandforderung getilgt wird."
Als "Pfandforderung" werde in Ziffer 2 des Pfandvertrags das Darlehen von
CHF 1'650'000.– (zuzüglich Zins) definiert (act. 25 S. 2). Anschliessend referierte
die Vorinstanz die Vorbringen des Beklagten, um weiter zu erwägen, es treffe die
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Prozessparteien die Pflicht, ihre Sachdarstellungen zu substantiieren, d.h. ihre
Behauptungen nicht nur in Grundzügen sondern so umfassend und klar darzule-
gen, dass darüber Beweis abgenommen werden könne. Sodann hielt die Vor-
instanz fest, der Wortlaut des Pfandvertrages sei klar und werde von den Parteien
nicht in Zweifel gezogen. Danach habe die Herausgabe der Pfandgegenstände
erst nach vollständiger Tilgung der Pfandforderung zu erfolgen. Es bestehe ge-
mäss Pfandvertrag somit eine Vorleistungspflicht des Beklagten, d.h. erst wenn er
das Darlehen (zuzüglich Zins) zurückbezahlt habe, könne er vom Kläger die Her-
ausgabe der Pfandgegenstände verlangen. Dass sich die Parteien in Abweichung
von diesem Wortlaut tatsächlich anders verstanden hätten, sei nicht behauptet
worden (act. 57 S. 7/8 Ziff. 5.1.-5.4.).
3.2.3 Der Beklagte stellt sich in seiner Berufungsschrift kurz gefasst auf den
Standpunkt, wer selber einen Vertrag verletze, könne vom Vertragspartner nicht
die Einhaltung vertraglicher Nebenpflichten verlangen. Damit spricht er auf das
Verhalten/Gebaren des Klägers an, welches dieser nach der Auszahlung der Dar-
lehensvaluta am 20. Oktober 2009, der Unterzeichnung der Verträge am 4. März
2010 und der Rückzahlung des Darlehens am 22. Dezember 2010 im Zusam-
menhang mit der C._ AG an den Tag gelegt haben soll (act. 54 S. 8-13
Rz 17-30) und in dem er eine mehrfache Verletzung des Pfandvertrages erblickt
(act. 54 S. 13-15 Rz 31-35).
Vorab ist klar zu stellen, dass die unterlassene Rückzahlung eines Darle-
hensrestes entgegen der Meinung des Beklagten (act. 54 S. 14 Rz 34) nicht bloss
die Nichterfüllung einer vertraglichen Neben-, sondern einer Hauptpflicht darstellt.
Vom Beklagten in der Berufungsschrift nicht kritisiert werden die Erwägungen der
Vorinstanz, wonach der Inhalt des Pfandvertrages klar und unbestritten und der
Beklagte vorleistungspflichtig sei. In dem Sinne setzt er sich mit den Erwägungen
im angefochtenen Entscheid nicht auseinander und legt nicht dar, inwiefern diese
zutreffenden Ausführungen unrichtig sein sollen. Insoweit kommt er seiner Be-
gründungspflicht nicht nach. Zur Verdeutlichung ist nochmals festzuhalten, dass
der Beklagte dem Kläger zunächst das Darlehen inklusive Zinsen vollständig zu-
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rückzuzahlen hat; danach kann er vom Kläger die Herausgabe der diesem über-
lassenen Sicherheiten verlangen.
3.3.1 Die Vorinstanz erwog weiter unter Darlegung der entsprechenden Vorbrin-
gen des Beklagten, dessen Sachdarstellung in Bezug auf die vorzeitige Kündi-
gung des Darlehens durch den Kläger sei widersprüchlich ausgefallen und er
habe nicht genügend substantiiert, weshalb er aufgrund des nicht näher beschrie-
benen Drucks des Klägers das Darlehen vorzeitig habe zurückzahlen müssen
(act. 57 S. 8 Ziffer 5.5.).
3.3.2 In seiner Berufungsschrift bezeichnet der Beklagte diese Ausführungen der
Vorinstanz als schwer nachvollziehbar und willkürlich. Der Kläger habe am
27.7.2010 vertragswidrigerweise die vorzeitige Rückzahlung des Darlehens über
CHF 1'650'000 verlangt. Diese vorzeitige Beendigung sei zwischen den Parteien
umstritten. Die Vorinstanz habe sich zu dieser Frage nur ansatzweise und unver-
bindlich geäussert (act. 54 S. 11/12 Rz 28). Auch macht er geltend, er habe vor
Vorinstanz den auf ihm lastenden Druck beschrieben (act. 54 S. 15 Rz 36 f.).
3.3.3 Richtig ist, dass die Darstellungen der Parteien darüber, wer die Rückzah-
lung des Darlehens vorzeitig verlangt oder offeriert haben soll, auseinandergehen
(act. 10 S. 10, act. 16 S. 16). Richtig ist allerdings auch, dass die Ausführungen
des Beklagten dazu uneinheitlich ausgefallen sind. In der Klageantwort machte
der Beklagte geltend, es sei im Frühling 2010 zwischen ihm und dem Kläger zu
Konflikten gekommen und am 27.7.2010 zum endgültigen Bruch. Obwohl das
Darlehen erst per 31.3.2011 rückzahlbar und damit nicht vorzeitig kündbar gewe-
sen sei, habe der Kläger die kurzfristige Rückzahlung verlangt. Er habe diesem
Druck nachgeben und das Darlehen zurückzahlen müssen; die Rückzahlung von
CHF 1'550'000 sei am 22.12.2010 erfolgt (act. 10 S. 10). [Ein Vierteljahr später
war das Darlehen gemäss Vertrag rückzahlbar.] Worin dieser Druck, das Darle-
hen zurückzuzahlen bestanden haben soll, ergibt sich aus den Ausführungen des
Beklagten in der Klageantwort aber nicht. In der Duplik führte der Beklagte aus,
der Kläger habe immer mehr versucht, sich in die Geschäftsführung der C._
AG einzumischen. So habe er Zugriff auf den Zahlungsverkehr gewünscht, so
dass bei der VP Bank in Zürich ein Konto eröffnet worden sei, über welches der
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Kläger via Online-Zugriff Kontrolle habe ausüben können. Ebenso sei einzig auf
klägerischen Wunsch hin die damalige D._ AG ins Spiel gekommen, ein wei-
terer Versuch des Klägers, über seinen Vertrauten Herrn E._ Einfluss zu
nehmen (act. 20 S. 18/19 Rz 28). Stellt man auf diese Darstellung ab, beschreibt
der Beklagte damit einzig vom Kläger an ihn herangetragene Wünsche, denen er
in der Folge nachgekommen ist. Inwiefern dadurch für den Beklagten eine Druck-
situation entstanden bzw. worin diese bestanden haben soll, ist damit aber nicht
dargetan. Ebenso wenig lässt sich aus diesen Darlegungen ein Zusammenhang
oder eine Drucksituation in Bezug auf die Rückzahlung des Darlehens herstellen.
Dass als Folge der Rückzahlung des Darlehens der Beklagte sich nach anderen
Kreditgebern umsehen musste und er sich deswegen subjektiv unter Druck ge-
setzt gefühlt haben mag, hat mit der Frage, worin der Druck bestanden habe, das
Darlehen wie behauptet vorzeitig zurückzahlen zu müssen, nichts zu tun. Dazu
machte der Beklagte vor Vorinstanz keine konkreten Angaben. Wie die Vorinstanz
zutreffend festgehalten hat (act. 57 S. 8/9 Ziffer 5.5.), kommt es hierauf aber nicht
entscheidend an, weil die Herausgabe der Pfandgegenstände durch den Kläger
an den Beklagten nach dem klaren Wortlaut des Pfandvertrages (act. 25 S. 3 Zif-
fer 4) erst nach vollständiger Tilgung des Darlehens geschuldet gewesen ist, was
auch der gesetzlichen Regelung entspricht (Art. 889 ZGB). Dem widerspricht der
Beklagte nicht.
Wenn der Beklagte nun in der Berufungsschrift vorbringt, er habe vor Vo-
rinstanz den Druck, der auf ihm gelastet habe, beschrieben, der darin bestanden
habe, dass der Kläger einerseits je länger je mehr Einfluss auf die Geschäftsfüh-
rung habe ausüben wollen und dass andererseits der Druck darin bestanden ha-
be, dass das Bauprojekt in finanzieller Hinsicht auf der Kippe gestanden habe
(act. 54 S. 16 Rz 40), ist ihm entgegenzuhalten, dass letztere Behauptung so vor
Vorinstanz nicht vorgetragen wurde und daher im Berufungsverfahren nicht mehr
berücksichtigt werden kann (Art. 317 ZPO), und erstere Behauptung nur das wie-
derholt, was vor Vorinstanz zwar vorgebracht wurde, das aber, wie ausgeführt,
weder die Drucksituation noch deren Zusammenhang zur behaupteten vom Klä-
ger vorzeitig verlangten Rückzahlung des Darlehens ausreichend darlegt, m.a.W.
unsubstantiiert ist. Nicht eingegangen werden kann im Berufungsverfahren auf die
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weiteren neuen Darlegungen des Beklagten in diesem Zusammenhang, wie auf
die angeblich ursprünglich gemeinsamen Absichten der Parteien, die durch den
Kläger in Aussicht gestellten weiteren Finanzmittel gegen Einräumung eines
grösseren Einflusses resp. einer Beteiligung desselben, mit denen der Beklagte
die behauptete Drucksituation erläutert (act. 54 S. 15 Rz 40), da weder ersichtlich
noch dargetan ist, weshalb diese Behauptungen nicht schon vor Vorinstanz vor-
gebracht werden konnten.
3.4. In der Klageantwort führte der Beklagte aus, er habe dem Kläger
CHF 100'000.‒ plus Zinsen nicht zurückbezahlt, weil dieser ihm selber noch
Geld geschuldet und v.a. das Aktienzertifikat, den Schuldschein und den Wechsel
als Sicherheit bei sich gehabt habe (act. 10 S. 10). Dieses Vorhaben habe er dem
Kläger bereits am 27. Juli (2010) und zwei Tage später in einer e-mail mitgeteilt
(vgl. act. 13/11). In der Duplik gab er zudem an, er habe sich zu seiner eigenen
Sicherheit gezwungen gesehen, einen relativ bescheidenen Teil des Darlehens
zurückzubehalten, da der Kläger den Darlehensvertrag mittels vorzeitiger Kündi-
gung verletzt habe und ausserdem mit dem verpfändeten Aktienzertifikat sich be-
reits widerrechtlich die C._ AG habe aneignen wollen (act. 20 S. 25). Die
Vor-instanz erwog, der Beklagte habe nicht substantiiert behauptet, aufgrund wel-
cher Umstände oder welchen Verhaltens des Klägers er, der Beklagte, darauf ge-
schlossen habe oder für ihn klar gewesen sei, der Kläger würde ihm die Pfandge-
genstände nach vollständiger Tilgung des Darlehens nicht zurückgeben (act. 57
S. 9 Ziffer 5.6.). Diese Erwägung vermag der Beklagte mit seinen Ausführungen
in der Berufungsschrift nicht umzustossen. Er räumt ein, die Vorinstanz führe zu
Recht aus, dass die Rückgabe der Pfandgegenstände erst nach vollständiger Be-
zahlung der Pfandforderung geschuldet sei, um anzufügen, diese Argumentation
sei streng legalistisch (act. 54 S. 20 Rz 45). Dem ist entgegenzuhalten, dass sich
die Erwägung der Vorinstanz auf den Pfandvertrag der Parteien stützt, den der
Beklagte selber unterzeichnet hat und den er gegen sich gelten lassen muss.
Dass die Parteien nachträglich in Änderung des Pfandvertrages eine Zug-um-Zug
Abwicklung der Rückzahlung des Darlehens und Rückgabe der Sicherheiten ver-
einbart hätten, machte der Beklagte vor Vorinstanz nicht geltend. Für eine einsei-
tige Abänderung der vertraglichen Vereinbarung, wie dies der Beklagte vor Vor-
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instanz für gerechtfertigt hielt (act. 20 S. 16), bleibt kein Raum. Sodann bringt der
Beklagte mit Darlegungen in der Berufungsschrift auch keine Anhaltspunkte für
das vor, was die Vorinstanz moniert hat, nämlich konkrete Anzeichen oder klare
Hinweise darauf, dass der Kläger nicht gewillt war, die Pfandgegenstände nach
vollständiger Rückzahlung des Darlehens zurückzugeben. Im Übrigen hatte der
Beklagte bereits Ende Juli 2010 nicht die Absicht, das Darlehen vollständig zu-
rückzuzahlen, sondern gewissermassen als Sicherheit einen Teil zurückzubehal-
ten, wie er selber einräumt (act. 10 S. 10; act. 20 S. 25; act. 54 S. 20). Ein Zu-
sammenhang seines Vorhabens mit den von ihm beanstandeten Verhaltenswei-
sen des Klägers nach Juli 2010 (act. 54 S. 12 f.) ist nicht ersichtlich.
3.5. In der Duplik brachte der Beklagte vor, er habe zumindest eine Aufhebungs-
vereinbarung gewollt bzw. er und der Kläger seien übereingekommen, dass eine
Aufhebungsvereinbarung abzuschliessen sein werde. Dies habe der Kläger seit-
her verweigert (act. 20 S. 16). Die Vorinstanz führte dazu unter anderem aus, der
Beklagte habe unterlassen anzugeben, welches der Inhalt einer solchen Verein-
barung hätte sein sollen (act. 57 S. 9 Ziffer 5.7). Ergänzend ist anzufügen, dass
der Beklagte vor Vorinstanz auch nicht angab, wann, wo, bei welcher Gelegenheit
und unter welchen konkreten Umständen diese angebliche Übereinkunft mit dem
Kläger über eine noch abzuschliessende Aufhebungsvereinbarung zustande
gekommen sein soll. Da der Beklagte diesen Punkt in seiner Berufungsschrift
(act. 54) nicht mehr aufgreift, erübrigen sich weitere Ausführungen dazu.
4. Der Beklagte machte in seiner Klageantwort eine Verrechnungsforderung
geltend, welche er einerseits als Ersatz für den aus der Verletzung des Vertrages
durch den Kläger entstandenen Schaden und anderseits als Ersatz für damit in
Zusammenhang stehende Auslagen und Kosten begründete (act. 10 S. 18 ff.).
Der Kläger seinerseits vertrat in der Replik die Auffassung, der Beklagte habe in
Ziffer 9.2. des Pfandvertrages auf sein Verrechnungsrecht verzichtet (act. 16
S. 23 f.). In der Duplik schliesslich liess der Beklagte ausführen, die fragliche Zif-
fer 9.2. des Pfandvertrages sehe einzig vor, dass Forderungen des Pfandgebers
nicht mit Forderungen des Pfandnehmers aus dem Pfandvertrag verrechnet wer-
den können. Der Darlehensvertrag Nr. 2 äussere sich nicht zu einem Verrech-
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nungsverzicht. Es stelle sich daher die Frage, wie es zu verstehen sei, dass er auf
die Verrechnung von Forderungen "aus dem Pfandvertrag" verzichtet habe. Für
ihn sei immer klar gewesen, dass er eigene Forderungen mit dem Darlehen des
Klägers verrechnen könne. Es sei ihm aber auch klar gewesen, dass er Pflichten
aus dem Pfandvertrag übernommen und zu erfüllen habe. Im Pfandvertrag sei
aber nicht geregelt, dass er dem Kläger das Darlehen von CHF 1'650'000.‒ zu-
rückzubezahlen habe. Dafür sei der Darlehensvertrag Nr. 2 abgeschlossen wor-
den. Dieser habe die finanziellen Pflichten geregelt, der Pfandvertrag habe diese
Forderung sichergestellt. Beim in Ziffer 9.2. bezeichneten Verrechnungsverzicht
handle es sich nur um Forderungen aus dem Pfandvertrag, nicht aus dem Darle-
hensvertrag. Darin fehle ein Hinweis auf einen Verrechnungsverzicht. Der Kläger
bzw. sein Rechtsvertreter habe sämtliche Verträge formuliert, so dass er sich un-
klare Bestimmungen nach dem Grundsatz "in dubio contra stipulatorem" entge-
genhalten lassen müsse. Daraus folge, dass die Parteien hinsichtlich der mit Dar-
lehensvertrag vom 3.4.2010 geregelten Darlehensforderung keinen Verrech-
nungsverzicht vereinbart hätten. Selbst wenn der Verrechnungsverzicht aus dem
Pfandvertrag auch für den Darlehensvertrag gelten würde, könnte er seine Ge-
genforderungen in Verrechnung bringen, da der Kläger ihm durch gezielte Aktio-
nen und widerrechtliche Versuche, sich die C._ AG anzueignen, einen Scha-
den verursacht habe. Es wäre in hohem Masse rechtsmissbräuchlich, wenn der
im Ausland wohnhafte Kläger unter Berufung auf einen im Voraus erklärten Ver-
rechnungsverzicht sich der Bezahlung eines von ihm böswillig verursachten
Schadens entziehen könnte (act. 20 S. 33/34).
4.1. Die Vorinstanz äusserte sich ausführlich zur strittigen Frage des Verrech-
nungsverzichtes. Unter Hinweis auf den Pfandvertrag und dessen Auslegung hielt
sie fest, dieser definiere in seiner Ziffer 2 als Pfandforderung das Darlehen des
Klägers gegenüber dem Beklagten zuzüglich Zins und weiteren Ansprüchen, wel-
ches mit den Pfandgegenständen gesichert werde. Ziffer 5 des Pfandvertrages
sehe weiter vor, dass sich die Fälligkeit der Pfandforderung nach dem Darlehens-
vertrag richte, was bedeute, dass die Fälligkeit der Pfandforderung identisch sei
mit der Fälligkeit von Ansprüchen des Klägers aus dem Darlehensvertrag. In dem
Sinne könne dem Pfandvertrag eine Pflicht des Beklagten entnommen werden,
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dem Kläger das Darlehen zurückzuzahlen. Die Vorinstanz erwog gestützt auf wei-
tere Bestimmungen im Pfandvertrag, die Parteien hätten die beiden Verträge nicht
scharf voneinander abgegrenzt, sondern als Einheit betrachtet, was den Um-
stand, dass sich das Verrechnungsverbot nur im Pfandvertrag findet, massgeblich
relativiere. Sodann führte die Vorinstanz aus, den Beklagten treffe aus dem
Pfandvertrag die Hauptpflicht, dem Kläger den Besitz an den Pfandgegenständen
durch Übergabe zu verschaffen. Bei diesen handle es sich um nicht vertretbare
Sachen (Aktienzertifikat, Schuldschein). Es sei nicht ersichtlich, welche praktische
Bedeutung ein Verrechnungsverzicht habe, der sich nur auf den Pfandvertrag be-
ziehe, da eine reelle Verrechnungsmöglichkeit der konkreten Forderung des Klä-
gers auf Besitzübertragung an den Pfandgegenständen mit einer Forderung des
Beklagten nicht bestehen könne. Es könne objektiv nicht angenommen werden,
dass vernünftig und redlich handelnde Parteien eine dermassen unangemessene
resp. unsinnige Lösung tatsächlich gewollt haben. Zusammenfassend kam sie
zum Schluss, dass die Forderung des Klägers auf Rückzahlung des Darlehens
objektiv als Forderung aus dem Pfandvertrag im Sinne von dessen Ziffer 9.2. zu
qualifizieren sei.
Weiter erwog die Vorinstanz, der Beklagte habe für seine Behauptung, der
Verrechnungsverzicht habe sich nach dem übereinstimmenden Parteiwillen tat-
sächlich nur auf unmittelbar dem Pfandvertrag entspringende Forderungen des
Klägers bezogen, trotz erfolgter Aufforderung weder konkrete Tatsachenbehaup-
tungen aufgestellt noch Beweismittel bezeichnet. Ein Beweisverfahren sei daher
unnötig. Damit bleibe es dabei, dass der Beklagte der Forderung des Klägers kei-
ne Verrechnungsforderungen gegenüber stellen könne.
Schliesslich verwarf die Vorinstanz auch den vom Beklagten geltend ge-
machten Rechtsmissbrauch des Klägers (act. 57 S. 10-17).
4.2. In seiner Berufungsschrift wirft der Beklagte der Vorinstanz vor, sie habe
zwar den Verrechnungsverzicht eingehend analysiert, bei ihrer Beurteilung, dass
sich dieser auch auf die Forderung aus dem gleichentags abgeschlossenen Dar-
lehensvertrag beziehe, die ganze widersprüchliche Argumentation des Klägers
nicht beachtet. Die Feststellung, der Verrechnungsverzicht sei wirksam, basiere
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wiederum auf der fehlerhaften da verkürzten Sachverhaltsfeststellung durch die
Vorinstanz. In der Folge referiert der Beklagte das aus seiner Sicht widersprüchli-
che Verhalten des Klägers im Prozess (act. 54 S. 20f. Rz 46 ff).
4.3. Wie einleitend ausgeführt (II.1.) muss der Rechtsmittelkläger in seiner Beru-
fungsschrift aufzeigen, inwiefern die Vorinstanz den rechtserheblichen Sachver-
halt falsch erstellt und/oder das Recht unrichtig angewandt hat; der Rechtmittel-
kläger muss sich somit mit den Erwägungen im angefochtenen Entscheid ausei-
nandersetzen. Dabei genügt es nicht, wenn der Rechtsmittelkläger in seiner Beru-
fungsschrift lediglich auf die Vorakten verweist, pauschale Kritik am angefochte-
nen Entscheid übt oder nur das wiederholt, was er bereits vor der Vorinstanz vor-
getragen hat; erforderlich ist vielmehr eine sachbezogene Auseinandersetzung
mit den Entscheidgründen der Vorinstanz (REETZ/THEILER in Sutter-Somm/Hasen-
böhler/Leuenberger, ZPO Komm., Art. 311 N 36). In seinen Ausführungen be-
schreibt resp. wiederholt der Beklagte das von ihm bereits im vorinstanzlichen
Verfahren angeprangerte Geschäftsgebaren des Klägers resp. dessen aus seiner
Sicht widersprüchliches Verhalten im hängigen Prozess. Eine (kritische) Ausei-
nandersetzung mit den ausführlichen Erwägungen der Vorinstanz nimmt er hin-
gegen nicht vor; seine Kritik richtet sich vielmehr und hauptsächlich gegen den
Prozessgegner resp. dessen Vorbringen vor Vorinstanz. Damit kommt er aber
seiner Verpflichtung, sich sachbezogen mit den Überlegungen bzw. Entscheid-
gründen der Vorinstanz zu befassen, nicht nach: In dem Sinne genügen seine
Ausführungen, die sich in pauschaler Kritik erschöpfen, den Anforderungen an
eine Berufungsbegründung nicht. Unter diesen Umständen erübrigen sich Weite-
rungen.
4.4. Nicht anders verhält es sich mit dem vom Beklagten gerügten unterbliebe-
nen Beweisverfahren durch die Vorinstanz (act. 54 S. 23/24 Rz 51-54). Die Vor-
instanz legte die Gründe für den Verzicht auf ein Beweisverfahren dar, weil es an
konkreten tatsächlichen Behauptungen und dazu offerierten Beweismitteln fehle
(act. 57 S. 15/16 Ziffern 6.5. und 6.6.). Die vom Beklagten in der Berufungsschrift
vorgebrachten allgemeinen Ausführungen zum Recht auf Beweis (act. 54 S. 23)
sind durchaus zutreffend, gehen aber hier an der Sache vorbei. Die Vorinstanz
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erwog, der Beklagte habe für seine Behauptung eines vom Auslegungsergebnis
abweichenden übereinstimmenden Parteienwillens trotz Aufforderung (Prot. VI
S. 8, act. 18) weder konkrete Tatsachenbehauptungen aufgestellt noch Beweis-
mittel dazu bezeichnet (act. 57 S. 15/16). Dies stellt der Beklagte in seiner Beru-
fungsschrift nicht in Abrede (act. 54 S. 23/24). Weiterungen dazu sind keine erfor-
derlich.
5. Bei diesem Ergebnis bleibt es beim vorinstanzlichen Entscheid. Anlass für
eine Rückweisung an die Vorinstanz besteht keiner.
IV. Kosten- und Entschädigungsfolge
Dem Beklagten als im Berufungsverfahren unterliegende Partei sind
sodann die Kosten dieses Verfahrens aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO); die
Gerichtsgebühr ist in Anwendung der §§ 4 Abs. 1 und 2 sowie 12 GebV OG auf
Fr. 8'400.‒ festzusetzen und aus dem geleisteten Kostenvorschuss zu beziehen.
Ferner hat der Beklagte den Kläger für die Berufungsantwort zu entschädigen. In
Berücksichtigung der §§ 4 und 13 AnwGebV ist die Entschädigung auf Fr. 8'000.‒
zuzüglich 8% MwSt zu veranschlagen.