Decision ID: e85c6be6-54d5-5395-a782-f0cc0b3eda6b
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
gegen
Helsana Unfall AG, Postfach, 8081 Zürich Helsana,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
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A.
A.a A._ ist seit August 2000 mit einem wöchentlichen Pensum von durchschnittlich
13.36 Stunden beim Spitex-Verein, (nachfolgend: 1. Arbeitgeber), als Haushelferin und
in gleicher Funktion seit 14 Jahren mit einem weiteren Pensum von wöchentlich drei
Stunden für eine Privatperson (nachfolgend: 2. Arbeitgeber) tätig. In beiden
Arbeitsverhältnissen ist die Helsana Versicherungen AG (nachfolgend: Helsana) ihr
obligatorischer Unfallversicherer (act. K1, K5).
A.b Am 17. November 2010 stürzte die Versicherte vom Fahrrad und erlitt eine Ell
bogenluxation links mit Radiusköpfchentrümmerfraktur und Abriss des Processus
coronoideus (act. K1, M2, M4).
A.c Die Helsana anerkannte ihre Leistungspflicht und vergütete die Kosten der
Heilbehandlung, teilte jedoch der Versicherten mit Schreiben vom 23. Februar 2011
mit, dass sie beim 2. Arbeitgeber obligatorisch nur gegen Berufsunfälle, nicht aber
gegen Nichtberufsunfälle wie denjenigen vom 17. November 2010 versichert sei, womit
sie für den Lohn beim 2. Arbeitgeber nicht versichert bzw. dafür kein Taggeldanspruch
entstanden sei (act. K7). Mit Verfügung vom 9. März 2011 bestätigte die Helsana die
Ablehnung der Übernahme von Lohnausfallleistungen des 2. Arbeitgebers (act. K9).
B.
Die gegen diese Verfügung erhobene Einsprache (act. K10) wies die Helsana mit
Einspracheentscheid vom 18. April 2011 ab (act. K12).
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die Beschwerde der Versicherten
vom 22. Mai 2011. Sie beantragt, der Einspracheentscheid sei aufzuheben und die
geschuldeten Leistungen seien auszurichten (act. G1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 10. Juni 2011 beantragt die Beschwerdegegnerin
Abweisung der Beschwerde (act. G3).
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C.c Mit Replik vom 28. Juni 2011 hält die Beschwerdeführerin an ihrem Antrag fest
(act. G5). Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet.
C.d Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der
übrigen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.

Erwägungen:
1.
Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20)
erbringt die Unfallversicherung Leistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und
Berufskrankheiten. Als Berufsunfälle gelten Unfälle (Art. 4 des Bundesgesetzes über
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]), die der
versicherten Person zustossen bei Arbeiten, die sie auf Anordnung des Arbeitgebers
oder in dessen Interesse ausführt (Art. 7 Abs. 1 lit. a UVG), sowie während der
Arbeitspausen und vor und nach der Arbeit, wenn sie sich befugterweise auf der
Arbeitsstätte oder im Bereich der mit ihrer beruflichen Tätigkeit zusammenhängenden
Gefahren aufhält (Art. 7 Abs. 1 lit. b UVG). Als Nichtberufsunfälle gelten alle Unfälle
(Art. 4 ATSG), die nicht zu den Berufsunfällen zählen (Art. 8 Abs. 1 UVG). Gemäss Art. 8
Abs. 2 UVG in Verbindung mit Art. 7 Abs. 2 UVG und Art. 13 der Verordnung über die
Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) sind teilzeitbeschäftigte Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmer nicht gegen Nichtberufsunfälle versichert, sofern ihre wöchentliche
Arbeitszeit nicht mindestens acht Stunden beträgt. Für teilzeitbeschäftigte Personen,
welche dieses Mindestmass nicht erreichen, gelten Unfälle auf dem Arbeitsweg als
Berufsunfälle (Art. 13 Abs. 2 UVV). Ist die versicherte Person infolge des Unfalls voll
oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG), so hat sie Anspruch auf ein Taggeld (Art. 16
Abs. 1 UVG). Taggelder und Renten werden nach dem versicherten Verdienst
bemessen (Art. 15 Abs. 1 UVG). Als versicherter Verdienst gilt für die Bemessung der
Taggelder der letzte vor dem Unfall bezogene Lohn (Art. 15 Abs. 2 UVG). War die
versicherte Person vor dem Unfall bei mehr als einem Arbeitgeber tätig, so ist der
Gesamtlohn massgebend (Art. 23 Abs. 5 UVV). Erleidet ein Versicherter, der bei
mehreren Arbeitgeberin beschäftigt ist, einen Berufsunfall, so ist der Versicherer jenes
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Arbeitgebers leistungspflichtig, in dessen Dienst der Versicherte verunfallt ist (Art. 99
Abs. 1 UVV). Bei Nichtberufsunfällen ist der Versicherer jenes Arbeitgebers
leistungspflichtig, bei dem die versicherte Person vor dem Unfall zuletzt tätig und für
Nichtberufsunfälle versichert war (Art. 99 Abs. 2 UVV).
2.
Die Beschwerdeführerin war vor dem Unfall vom 17. November 2010 zuletzt beim
1. Arbeitgeber tätig. Der Unfall ereignete sich auf dem Heimweg von der Arbeit.
Nachdem die wöchentliche Arbeitszeit beim 1. Arbeitgeber mehr als acht Stunden
beträgt, ist zu Recht nicht umstritten, dass der fragliche Unfall auf dem Arbeitsweg als
Nichtberufsunfall einzustufen ist (Art. 7 Abs. 1 UVG in Verbindung mit Art. 8 Abs. 1 UVG
und Art. 13 UVV), zumindest der beim 1. Arbeitgeber erzielte Lohn als versicherter
Verdienst für die Bemessung der Taggelder gilt (Art. 15 Abs. 2 UVG) und der
Versicherer des 1. Arbeitgebers leistungspflichtig ist (Art. 99 Abs. 2 UVV). Streitig ist
hingegen, ob der Lohn, den die Beschwerdeführerin im Rahmen ihrer weiteren
Teilzeitbeschäftigung mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von drei Stunden bei der
Privatperson erzielt, gestützt auf Art. 23 Abs. 5 UVV ebenfalls als versicherter Verdienst
gilt bzw. zum Gesamtlohn gehört.
3.
3.1 Art. 23 Abs. 5 UVV regelt die Bemessung des versicherten Verdienstes von ver
sicherten Personen mit mehreren Arbeitgebern und schreibt ausdrücklich und
uneingeschränkt, d.h. ungeachtet dessen, ob Lohnersatz wegen eines Berufsunfalls
(nachfolgend: BU) oder eines Nichtberufsunfalls (nachfolgend: NBU) geschuldet ist und
welcher Versicherer zu entschädigen hat, die Berücksichtigung des Gesamtlohns vor.
Das Eidgenössische Versicherungsgericht (EVG; seit 1. Januar 2007 sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts) führte dazu in E. 3.4 des Urteils U 266/06 vom
28. Dezember 2006 (in BGE 133 V 196 nicht veröffentlicht) aus, die Bestimmung von
Art. 23 Abs. 5 UVV habe zum Zweck, eine Benachteiligung der mehrfachbeschäftigten
Teilzeit-Arbeitnehmenden gegenüber den bei einem einzigen Arbeitgeber Beschäftigten
zu vermeiden. Denn nur wenn für die Bemessung der Taggelder der in allen
Arbeitsverhältnissen versicherte Verdienst (Gesamtlohn) herangezogen werde, sei ihre
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auf einen Unfall zurückzuführende Arbeitsunfähigkeit auch voll versichert. Dabei werde
nicht unterschieden, ob es sich um Teilzeitbeschäftigte mit einer Arbeitszeit von mehr
oder weniger als acht Wochenstunden und damit um obligatorisch auch gegen die
Folgen von NBU Versicherte handle oder nicht. Die Weiterführung dieser Erwägungen
erlaubt ebenfalls die Schlussfolgerung, dass es für die Festlegung des versicherten
Verdienstes für die Taggelder nicht darauf ankommt, ob die versicherte Person beim
nicht leistungspflichtigen Unfallversicherer eines weiteren Arbeitgebers gegen NBU
versichert ist.
3.2 Eine Qualifikation des von einer bei mehreren Arbeitgebern beschäftigten
versicherten Person erlittenen Unfalls als BU oder NBU hat hingegen zu erfolgen, wenn
es um die Bestimmung des leistungspflichtigen Unfallversicherers geht (vgl. Art. 99
Abs. 1 und 2 UVV). In E. 3.3 des Urteils U 266/06 vom 28. Dezember 2006 führte des
EVG aus, es sei von den Legaldefinitionen des BU und NBU in Art. 7 Abs. 1 und 2 UVG
einerseits sowie Art. 8 Abs. 1 UVG andererseits auszugehen. Diese beiden Begriffe
würden in der UVV vorausgesetzt und insbesondere in Art. 99 UVV in keiner Weise
ergänzt oder konkretisiert. Alle Unfälle, bei denen keines der in Art. 7 Abs. 1 lit. a und b
UVG sowie in Art. 7 Abs. 2 UVG genannten objektiven Kriterien (sachliche, zeitliche und
örtliche Umstände) erfüllt sei, würden unter den Begriff des NBU (Art. 8 Abs. 1 UVG)
fallen. Diese gesetzliche Begriffsumschreibung schliesse aus, dass bei
Mehrfachbeschäftigten für die Einstufung eines Unfalls als BU oder NBU auf das
einzelne Arbeitsverhältnis und den entsprechenden Arbeitgeber abgestellt werden
dürfte, so dass ein und derselbe Unfall für das Arbeitsverhältnis, in dem der
Arbeitnehmer einen Unfall erlitten habe, als BU zu qualifizieren wäre, während für die
anderen Arbeitsverhältnisse ein NBU vorläge. Massgebend seien vielmehr für alle
Arbeitsverhältnisse gemeinsam und ausschliesslich die äusseren (sachlichen, zeitlichen
und örtlichen) Umstände im Sinn von Art. 7 UVG, unter denen der Versicherte verunfallt
sei.
4.
4.1 Der Unfall der Beschwerdeführerin vom 17. November 2010 stellt - wie bereits
erwähnt - einen NBU dar. Die Beschwerdegegnerin leitet für die Bemessung des
versicherten Verdienstes aus den vorstehenden Erwägungen des EVG im Urteil vom
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28. Dezember 2006 (U 266/06; Erwägung 3.2) ab, für sämtliche Arbeitsverhältnisse sei
auf dasjenige Arbeitsverhältnis abzustellen, in dem die Beschwerdeführerin den Unfall
erlitten habe, was bedeute, dass mit Bezug auf den 2. Arbeitgeber ebenfalls ein NBU
vorliege, wogegen jedoch mit wöchentlich nur drei Arbeitsstunden kein
Versicherungsschutz bestanden habe und diesbezüglich auch keine Prämien entrichtet
worden seien. Die Beschwerdegegnerin macht die Bemessung des versicherten
Verdienstes mithin von der Versicherungsdeckung bzw. der Qualifikation des
vorliegenden Unfalls als BU oder NBU gemäss der gesetzlichen Begriffsumschreibung
mit seinen objektiven Anknüpfungspunkten abhängig.
4.2
4.2.1 Die Anwendung von Art. 23 Abs. 5 UVV bzw. die Bemessung des versicherten
Verdienstes hat indessen nicht im Sinne der Erwägung 3.2 zu erfolgen. Der Wortlaut
der fraglichen Verordnungsbestimmung lässt, wie bereits erwähnt (Erwägung 3.1.), in
keiner Weise eine solche Sinndeutung zu. Indirekt wird diese Beurteilung auch durch
die Erwägungen im Urteil 8C_1029/2010 vom 20. April 2011 des Bundesgerichts (SVR
2012 UV Nr. 1 S. 1) gestützt. Das Bundesgericht hatte zwar im fraglichen Urteil
ebenfalls nur über die Frage der Qualifikation eines Unfalls als BU oder NBU bzw. des
leistungspflichtigen Unfallversicherer und nicht explizit über die Frage nach der
Bemessung des versicherten Verdientes zu befinden. Wie auch im vorliegenden Fall
stand ein Unfall einer bei mehreren Arbeitgebern teilzeitbeschäftigten Person auf dem
Arbeitsweg zur Diskussion. Diese befand sich im Zeitpunkt des Unfalls auf dem Weg
von der Arbeitsstelle eines Arbeitgebers, bei welchem sie 20 Stunden pro Woche
arbeitete und womit eine Versicherungsdeckung bezüglich BU und NBU bestand, zu
einem anderen Arbeitsplatz, wo sie nur drei Stunden pro Woche tätig und demzufolge
nur gegen die Folgen von BU versichert war. Das Bundesgericht stellte in Anwendung
von Art. 7 Abs. 1 und 2 UVG sowie Art. 13 UVV fest, wenn eine teilzeitbeschäftigte
Person, die für mehrere Arbeitgeber tätig sei, auf dem Weg zu einem Arbeitgeber, für
welchen sie weniger als acht Stunden pro Woche arbeite, einen Unfall erleide, gelte
dieser Unfall als NBU, sofern die verunfallte Person aufgrund eines anderen,
mindestens acht Wochenstunden umfassenden Teilzeit-Arbeitsverhältnisses gegen
NBU versichert sei. Der Unfall sei somit in diesem Fall nicht als BU im Sinn von Art. 7
Abs. 2 UVG, sondern als NBU zu qualifizieren. Die Qualifikation des vorliegenden
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Unfalls der sich auf dem Arbeitsweg ereignet hat, als BU oder als NBU, hänge nach
dem Wortlaut von Art. 7 Abs. 2 UVG von der Voraussetzung ab, ob die versicherte
Person mindestens acht Stunden pro Woche (beim gleichen Arbeitgeber) arbeite oder
nicht. Das zu erreichende Mindestmass von acht Arbeitsstunden werde dabei nicht im
Hinblick auf jedes einzelne Arbeitsverhältnis separat vorausgesetzt. Es genüge, wenn
die Arbeitnehmerin in einem ihrer verschiedenen Arbeitsverhältnisse die geforderten
acht Wochenstunden erreiche, um generell gegen NBU versichert zu sein und die
Voraussetzung von Art. 7 Abs. 2 UVG nicht mehr zu erfüllen. Das entspreche dem
Willen des Gesetzgebers, der mit der Erweiterung des Versicherungsschutzes der BU-
Versicherung für den Weg zur und von der Arbeit eine Lücke im Unfallschutz habe
schliessen wollen. Die Ausnahmeregelung von Art. 7 Abs. 2 UVG solle nur denjenigen
Teilzeitbeschäftigten zugutekommen, welche aufgrund einer Wochenarbeitszeit von
insgesamt weniger als acht Stunden nicht gegen NBU versichert seien. Mit der
Erweiterung des Versicherungsschutzes in Art. 7 Abs. 2 UVG solle die Regelung des
Art. 8 Abs. 2 UVG gemildert werden. Die unterschiedliche Behandlung von Unfällen auf
dem Arbeitsweg, je nachdem ob eine NBU-Deckung vorliege oder nicht, sei vom
Gesetzgeber gewollt und folge der in Art. 7 Abs. 2 UVG vorausgesetzten Bedingung zur
Erlangung des zusätzlichen Versicherungsschutzes. Sie könne jedenfalls nicht als
willkürlich und als mit dem Rechtsgleichheitsgebot unvereinbar bezeichnet werden.
4.2.2 In Abweichung zur versicherten Person im EVG-Urteil U 266/06 vom
28. Dezember 2006, welche bei zwei Arbeitgeberin ohne NBU-Versicherungsdeckung
tätig war, bestand also in dem vom Bundesgericht zu beurteilenden Fall bei einem von
mehreren Arbeitgebern eine NBU-Versicherungsdeckung. Die Ausführungen des
Bundesgerichts im Urteil 8C_1029/2010 vom 20. April 2011 können nur so verstanden
werden, dass es von einem möglichst umfassend konzipierten Versicherungsschutz bei
NBU ausgeht. Ein Versicherungsschutz der NBU-Versicherung ist offensichtlich nur
noch in denjenigen Fällen nicht gewährleistet, in welchen eine versicherte Person in
einem einzigen Arbeitsverhältnis mit weniger als acht Wochenstunden oder in
mehreren solchen Arbeitsverhältnissen steht. Der so konzipierte Versicherungsschutz
bedingt, dass bei Vorliegen einer NBU-Deckung die Löhne sämtlicher Arbeitgeber in
die Bemessung des versicherten Verdienstes für das Taggeld einzubeziehen sind. Der
beschwerdegegnerische Standpunkt, den Lohn beim 2. Arbeitgeber im vorliegenden
Fall nicht bei der Bemessung des versicherten Taggelds zu berücksichtigen, erweist
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sich aber auch aus folgendem Grund als nicht haltbar: Für den Unfall der
Beschwerdeführerin auf dem Arbeitsweg bestand klarerweise in beiden
Arbeitsverhältnissen Versicherungsschutz - wenn auch beim 2. Arbeitgeber nur aber
doch immerhin im Rahmen der Deckung gegen BU. Das Argument, sie hätte im
entsprechenden Umfang keine Prämie entrichtet, sticht also gerade nicht. Ein
Widerspruch zum EVG-Urteil U 266/06 vom 28. Dezember 2006 ist sodann nicht
auszumachen: Bezüglich Versicherungsdeckung stand darin eine andere
Sachverhaltslage zur Diskussion. Die versicherte Person stand in zwei
Arbeitsverhältnissen, im Rahmen welcher sie obligatorisch nur gegen die Folgen von
BU versichert war. Schliesslich ist auch aus dem in der Empfehlung der Ad-hoc-
Kommission Schaden UVG Nr. 2/98 vom 11. September 1998 (Revision per
16. November 2011; abrufbar unter: <http//:www.uvgadhoc.ch>) unter Ziffer 2,
Versicherter Verdienst NBU/BU, angeführten zweiten Fallbeispiel indirekt zu schliessen,
dass für die Bemessung des versicherten Verdienstes sämtliche, bei den
verschiedenen Arbeitgebern erzielten Lohnsummen zusammenzuzählen sind. Die
förmlichen Empfehlungen der Ad-hoc-Kommission der Schadenleiter der UVG-
Versicherer stellen zwar laut Rechtsprechung des EVG weder eine
Verwaltungsverordnung noch Weisungen der Aufsichtsbehörde an die
Durchführungsorgane dar. Sie sind nicht einmal, wie sich schon aus ihrem Titel
"Empfehlungen" ergibt, für die einzelnen Versicherer, die an der Durchführung des UVG
mitwirken, verbindlich, geschweige denn für das Gericht. Dennoch kommt ihnen unter
dem Gesichtspunkt der Rechtsgleichheit eine gewisse Bedeutung zu (BGE 126 V 356
E. 3, 114 V 318 E. 5c). Soweit die Ad-hoc-Kommission Schaden UVG in der genannten
Empfehlung Nr. 2/98 vom 11. September 1998 mit der Revision vom 16. November
2011 unter Ziffer 2, Versicherter Verdienst NBU/BU, mit Bezug auf das EVG-Urteil
U 266/06 vom 28. Dezember 2006 ein erstes Fallbeispiel eingefügt und den
versicherten Verdienst unterschiedlich berechnet hat, je nachdem ob die versicherte
Person, die bei einem von drei Arbeitgebern Deckung nur für BU hat (während bei zwei
weiteren Arbeitgebern Deckung für BU und NBU besteht), einen BU oder NBU erlitten
hat, ist die Revision der Empfehlung Nr. 2/98 nicht nachvollziehbar. Dies zum einen,
weil das EVG-Urteil U 266/06 keine Aussagen macht zur Berechnung des versicherten
Verdiensts bei einem NBU, und zum andern, weil sich die Beispiele 1 und 2 der
Empfehlung bezüglich versicherten Verdiensts bei einem NBU widersprechen, was die
http://www.uvgadhoc.ch/
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anvisierte rechtsgleiche Behandlung durch die verschiedenen Versicherer, die zur
Durchführung der obligatorischen Unfallversicherung zugelassen sind, gerade nicht
gewährleistet.
4.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin den
massgebenden Lohn bzw. versicherten Verdienst für das Taggeld für den NBU der
Beschwerdeführerin vom 17. November 2010 zu Unrecht nicht nach Massgabe des
Gesamtlohns im Sinn von Art. 23 Abs. 5 UVV, d.h. unter Einschluss des beim
2. Arbeitgeber erzielten Lohns, bemessen hat.
5.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
angefochtenen Einspracheentscheids vom 18. April 2011 gutzuheissen. Es sind keine
Gerichtskosten zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).