Decision ID: f9fbe1ec-ddff-5398-ae03-53a385d4f036
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
I.
A.
A.a Der Gesuchsteller ersuchte am (...). Oktober 2021 um Asyl in der
Schweiz. Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank
(EURODAC) ergab, dass er am 26. Juli 2012 in Österreich um Asyl ersucht
hatte. Das entsprechende Gesuch des SEM um Übernahme des Gesuch-
stellers gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. d der Verordnung (EU) Nr. 604/2013
des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Fest-
legung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der
für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen
in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zu-
ständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO) hiessen die österreichischen Be-
hörden am (...) 2021 gut.
A.b Der Gesuchsteller machte geltend, mehrmals aus Österreich wegge-
wiesen worden zu sein, weshalb er im April 2020 das Land eigenständig
verlassen habe, um nicht nach Afghanistan deportiert zu werden. Er sei
dann nach Italien und von dort Richtung Griechenland in die Türkei gereist,
wo er rund vier Monate geblieben sei. Danach sei er zu seiner Familie in
den Iran weitergereist, wo er sieben Monate verbracht habe, bevor er nach
Afghanistan ausgeschafft worden sei. Dort sei er rund einen Monat geblie-
ben und im Juli 2021 erneut ausgereist. Er sei über den Iran und die Türkei
nach Italien gegangen, wo er im Oktober 2021 angekommen sei und sich
nach einem einwöchigen Aufenthalt in die Schweiz begeben habe. Belege
für seinen Aufenthalt ausserhalb Europas könne er – bis auf einen Betrag
von 5'000 Touman, den er bei sich habe – nicht vorlegen.
A.c Mit Verfügung vom 1. Dezember 2021 trat das SEM in Anwendung von
Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf das Asylgesuch des Gesuch-
stellers nicht ein und verfügte seine Überstellung nach Österreich. Es er-
achtete die Aussagen des Gesuchstellers über das Verlassen des Dublin-
Raums als wenig wahrscheinlich, da er trotz eingeräumter Frist keine Be-
weismittel für seinen Aufenthalt ausserhalb des Dublin-Raume eingereicht
habe.
A.d Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Bundesverwaltungsge-
richt mit Urteil E-5321/2021 vom 9. Dezember 2021 ab.
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Der Eingabe hatte der Gesuchsteller ein ausgedrucktes Foto, das ihn zu-
sammen mit seiner Mutter und den Nachbarn im Sommer 2020 in
B._ zeige, sowie ein Video, in welchem ihn seine Familienangehö-
rigen umarmen, zu den Akten gereicht. Ausserdem kündigte er die Nach-
reichung eines Flugtickets an.
Zur Begründung der Abweisung der Beschwerde führte das Bundesverwal-
tungsgericht aus, das Foto sei augenscheinlich ungeeignet, eine Ausreise
aus dem Dublin-Raum beziehungsweise einen mehrmonatigen Aufenthalt
im Iran glaubhaft zu machen, zumal es deutliche Anzeichen einer Foto-
montage aufweise. Auch dem Video komme aufgrund der fehlenden Zeit-
angabe kein grosser Beweiswert zu. Zweifel kämen zudem bezüglich des
Ortes auf, an welchem sich die Szene abgespielt haben solle. Das Ge-
bäude sehe eher dem Imam Khomeini International Airport in Teheran als
einem Busterminal ähnlich. Merkwürdig erscheine überdies, dass trotz
Maskenpflicht (im Sommer 2020) niemand eine Schutzmaske trage.
Schliesslich sei im Video nicht erkennbar, ob die Personen den Gesuch-
steller tatsächlich in Empfang nähmen oder sich von ihm verabschieden
würden. Insgesamt vermöge er daher aus dem Video nichts zu seinen
Gunsten abzuleiten. Dem Gesuchsteller sei es demnach vor dem Hinter-
grund des geringen Beweiswertes der eingereichten Belege, deren inhalt-
licher Unstimmigkeiten, deren fehlender Eignung, seine Präsenz an einem
bestimmten Ort zu belegen sowie der fehlenden Glaubhaftigkeit der be-
haupteten Ausreise nicht gelungen, den geltend gemachten Aufenthalt
ausserhalb des Dublin-Raums für mehr als drei Monate nachzuweisen.
Eine Nachfrist zur Nachreichung von Beweismitteln wurde nicht gewährt,
zumal dem Gesuchsteller bereits im erstinstanzlichen Verfahren ausrei-
chend Gelegenheit gewährt worden sei, Beweismittel einzureichen, welche
er nicht genutzt habe.
II.
B.
Mit Eingabe vom 20. Dezember 2021 ersuchte der Gesuchsteller das SEM
um Neubeurteilung beziehungsweise Wiedererwägung des Nichteintre-
tensentscheids vom 1. Dezember 2021 sowie um Aussetzung des Vollzugs
der Wegweisung. Der Rechtsschrift legte er ein Foto eines Flugtickets, da-
tierend vom (...) 2021 (von Herat nach Kabul) bei. Dieses habe er erst we-
nige Tage zuvor erhältlich machen können, da er das Dokument verloren
E-5584/2021
Seite 4
und die Organisation einer Kopie mehrerer, langwieriger Abklärungen be-
durft habe. Damit belege er nun die geltend gemachte Rückkehr nach Af-
ghanistan beziehungsweise den mehrmonatigen Aufenthalt ausserhalb
des Dublin-Raums, weshalb die Zuständigkeit der Schweizer Behörden für
die Beurteilung seines Asylgesuchs gegeben sei. Sollte das SEM am
Wahrheitsgehalt zweifeln, könne es weitere Abklärungen bei der Flugge-
sellschaft treffen. Weitere Beweismittel würden nicht existieren, da er sich
jeweils illegal über die Landesgrenzen bewegt habe. Familienmitglieder
und Nachbarn könnten aber bei Bedarf seine Angaben bestätigen.
C.
Das SEM überwies die Eingabe mit Schreiben vom 21. Dezember 2021
(Nachreichung der Originaleingabe am 30. Dezember 2021) zuständig-
keitshalber zur weiteren Behandlung an das Bundesverwaltungsgericht, da
keine Gründe angeführt worden seien, die erstinstanzlich im Rahmen eines
Wiedererwägungsverfahrens oder erneuten Asylverfahrens zu beurteilen
wären. Die Begehren würden vielmehr auf die Neubeurteilung des Sach-
verhalts abzielen, mit welchem sich das Bundesverwaltungsgericht bereits
befasst habe, weshalb es sich um Revisionsgründe handle.
D.
Mit superprovisorischer Massnahme vom 23. Dezember 2021 setzte die
zuständige Instruktionsrichterin des Bundesverwaltungsgerichts gestützt
auf Art. 126 BGG den Vollzug der Wegweisung aus.
E.
Mit Zwischenverfügung vom 29. Dezember 2021 entschied die Instrukti-
onsrichterin über die definitive Aussetzung des Vollzugs der Wegweisung
für die Dauer des Verfahrens. Sie wies das entsprechende Gesuch mit der
Begründung ab, dass sich das Revisionsgesuch als aussichtslos erweisen
dürfte, zumal sich sowohl die Frage nach der Rechtzeitigkeit stellen und in
materieller Hinsicht die Beweiskraft des neuen Beweismittels kaum geeig-
net sein dürfte, die Rechtskraft des angefochtenen Urteils in Frage zu stel-
len. Dem erheblichen öffentlichen Interesse am Vollzug der in Rechtskraft
erwachsenen Verfügung des SEM vom 1. Dezember 2021 setze der Ge-
suchsteller kein entscheidendes privates Interesse gegenüber, ein solches
sei auch nicht erkennbar. Entsprechend hob sie die superprovisorische
Massnahme vom 23. Dezember 2021 auf und erklärte die Verfügung vom
1. Dezember 2021 für vollstreckbar. Gleichzeitig forderte sie den Gesuch-
steller dazu auf, bis am 10. Januar 2022 einen Kostenvorschuss über
Fr. 1'500.– zu bezahlen.
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Seite 5
F.
Mit Eingabe vom 10. Januar 2022 liess der Gesuchsteller um unentgeltli-
cher Prozessführung und amtliche Verbeiständung durch den mandatier-
ten Rechtsvertreter ersuchen. Sodann sei der Entscheid betreffend Aus-
setzung des Vollzugs der Wegweisung angesichts des fehlenden dringli-
chen öffentlichen Interesses in Wiedererwägung zu ziehen. Eine umfas-
sende Würdigung des Sachverhalts und der Beweise könne nur mit seinem
Verbleib in der Schweiz wirksam gewährleistet werden. Er legte dazu er-
neut dar, es lägen mittlerweile genügend Beweise beziehungsweise An-
haltspunkte vor, wonach zumindest glaubhaft sei, dass er sich mehr als
drei Monate ausserhalb des Dublin-Raums aufgehalten habe. Gegenteilige
Anhaltspunkte würden keine vorliegen. Das eingereichte Video zeige ihn
sehr wohl am Busterminal in Teheran "Jünob" und nicht am Imam Khomeni
International Airport, wovon im Urteil vom 9. Dezember 2021 fälschlicher-
weise ausgegangen werde. Das Flugticket – dessen Nachreichung bereits
im Beschwerdeverfahren angekündigt worden sei – habe er umgehend
nach Erhalt eingereicht. Bei Bedarf könne das Gericht weitere Abklärungen
treffen. Seine Mutter habe nach Bekanntwerden des negativen Entscheids
des Bundesverwaltungsgerichts nochmals nach Beweismitteln gesucht
und ein ärztliches Rezept vom 3. August 2020 gefunden, gemäss welchem
ihm durch Dr. C._ des staatlichen Universitätsspitals diverse Medi-
kamente verschrieben worden seien.
Der Eingabe legte der Gesuchsteller diverse Fotoausdrucke des Bustermi-
nals "Jünob" in Teheran sowie eine Kopie des ärztlichen Rezepts vom
3. August 2020 in fremder Sprache bei.
G.
Mit Zwischenverfügung vom 12. Januar 2022 wies die Instruktionsrichterin
die Gesuche um unentgeltliche Prozessführung und um amtliche Verbei-
ständung mangels Erfolgschancen des Gesuches ab und setzte dem Ge-
suchsteller eine Notfrist von drei Tagen ab Erhalt der Verfügung zur Leis-
tung des Kostenvorschusses. Gleichzeitig wies sie den Antrag um Wieder-
erwägung der Zwischenverfügung vom 29. Dezember 2021 hinsichtlich der
Aussetzung des Wegweisungsvollzuges ab und stellte fest, die Verfügung
vom 1. Dezember 2021 bleibe vollstreckbar.
H.
Der Kostenvorschuss wurde fristgerecht bezahlt.
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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet gemäss Art. 105 AsylG
(SR 142.31) auf dem Gebiet des Asyls in der Regel endgültig über Be-
schwerden gegen Verfügungen des SEM (vgl. zur Ausnahme Art. 83 Bst. d
Ziff. 1 BGG). Es ist ausserdem zuständig für die Revision von Urteilen, die
es in seiner Funktion als Beschwerdeinstanz gefällt hat (vgl. BVGE
2007/21 E. 2.1).
1.2 Gemäss Art. 45 VGG gelten für die Revision von Urteilen des Bundes-
verwaltungsgerichts die Art. 121–128 BGG sinngemäss. Nach Art. 47 VGG
findet auf Inhalt, Form und Ergänzung des Revisionsgesuches Art. 67
Abs. 3 VwVG Anwendung.
1.3 Im Revisionsgesuch ist insbesondere der angerufene Revisionsgrund
anzugeben, wobei die in Art. 121-123 BGG enthaltene Aufzählung der Re-
visionsgründe abschliessend ist. Sodann ist die Rechtzeitigkeit des Revisi-
onsbegehrens im Sinne von Art. 124 BGG darzutun. Das Gesuch hat auch
die Begehren für den Fall eines neuen Beschwerdeentscheides zu enthal-
ten (Art. 67 Abs. 3 VwVG i.V.m. Art. 47 VGG).
1.4 Das Revisionsgesuch ist ein ausserordentliches Rechtsmittel, das sich
gegen einen rechtskräftigen Beschwerdeentscheid richtet. Wird das Ge-
such gutgeheissen, beseitigt dies die Rechtkraft des angefochtenen Urteils
und die bereits entschiedene Streitsache ist neu zu beurteilen (vgl. MO-
SER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsge-
richt, 2. Aufl. 2013, S. 303 Rz. 5.36).
2.
2.1 Der Gesuchsteller ist durch das Beschwerdeurteil E-5321/2021 vom
9. Dezember 2021 besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Inte-
resse an dessen Aufhebung oder Änderung. Er ist daher zur Einreichung
des Revisionsgesuchs legitimiert (Art. 89 Abs. 1 BGG analog; vgl.
MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 5.70).
2.2 In seiner Eingabe nennt der Gesuchsteller zumindest sinngemäss den
Revisionsgrund des nachträglichen Auffindens von entscheidenden Be-
weismitteln gemäss Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG (Flugticket und ärztliches
Rezept) und auch die übrigen Formvorschriften sind grundsätzlich erfüllt.
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Seite 7
3.
3.1 Gemäss Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG kann die Revision eines Urteils in
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten verlangt werden, wenn die ersu-
chende Partei nachträglich erhebliche Tatsachen erfährt oder entschei-
dende Beweismittel auffindet, die sie im früheren Verfahren nicht beibrin-
gen konnte, unter Ausschluss der Tatsachen und Beweismittel, die erst
nach dem Entscheid entstanden sind. Neue Beweismittel, welche eine be-
reits vorgebrachte, angeblich erhebliche Tatsache betreffen, müssen ge-
eignet sein, die tatbestandliche Grundlage des in Revision zu ziehenden
Entscheides zu ändern und bei zutreffender rechtlicher Würdigung zu ei-
nem anderen, für die gesuchstellende Partei günstigeren Ergebnis zu füh-
ren.
3.2 Der Revision nicht zugänglich sind Tatsachen und Beweismittel im
Sinne von Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG, die von der ersuchenden Partei bei
genügender Sorgfalt bereits in das frühere Verfahren hätten eingebracht
werden können (vgl. Art. 46 VGG sowie NIKLAUS OBERHOLZER in: Bundes-
gerichtsgesetz, Handkommentar, 2. Aufl. 2015, Art. 123 BGG N. 8 S. 663).
Die entschuldbaren Gründe für das verspätete Vorbringen müssen objek-
tiver Natur sein; ein Verschulden schliesst die Geltendmachung des Revi-
sionsgrundes demnach aus. Entschuldbar heisst, dass es für den Gesuch-
steller bei aller Umsicht unmöglich gewesen sein muss, die Tatsache oder
das Beweismittel rechtzeitig beizubringen (vgl. DOMINIK VOCK in: Bundes-
gerichtsgesetz, Praxiskommentar, 2. Aufl. 2013, Art. 123 BGG N. 4
S. 640).
4.
4.1 Der Gesuchsteller bringt – wie eingangs dargelegt – neu ein angebli-
ches ärztliches Rezept vom 3. August 2020, Fotos des Busterminals
"Jünob" in Teheran (ohne Angabe betreffend deren Entstehen) sowie ein
Foto eines elektronischen Flugtickets datierend vom 10. Juni 2021 und lau-
tend auf seinen Namen von Herat nach Kabul zu den Akten.
4.2 Dem Gesuchsteller wäre zuzumuten gewesen, bereits im ordentlichen
Verfahren allfällige Beweismittel hinsichtlich seines angeblich mehr als
dreimonatigen Aufenthalts ausserhalb des Dublin-Raums erhältlich zu ma-
chen und beizubringen. Dies insbesondere, nachdem bereits das SEM ihn
im erstinstanzlichen Verfahren auf seine Mitwirkungspflicht nach Art. 8
AsylG hingewiesen und ihm eine Frist zur Einreichung von Beweismitteln
gewährt hatte. Es ist somit – vor allem im Hinblick auf das ärztliche Rezept
vom 3. August 2020 – davon auszugehen, dass er dieses spätestens im
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Verlaufe des Beschwerdeverfahrens hätte beibringen können. Der pau-
schale Hinweis, die Mutter des Beschwerdeführers habe nach dem Be-
schwerdeurteil E-5321/2021 (a.a.O.) nochmals nach Beweisen gesucht
und sei auf das Rezept gestossen, ist offensichtlich keine entschuldbare
Erklärung für die Verspätung. Dass völkerrechtliche Bestimmungen eine
materiellrechtliche Beurteilung bedingen würden, ist offensichtlich nicht der
Fall.
4.3 Auch in Bezug auf das beigebrachte Flugticket stellt sich – wie bereits
in den Zwischenverfügungen vom 29. Dezember 2021 und vom 12. Januar
2022 festgehalten – die Frage der Rechtzeitigkeit. Es trifft zwar zu, dass
der Gesuchsteller bereits im Beschwerdeverfahren darauf aufmerksam ge-
macht hat, dass er ein Flugticket nachreichen wird. Das Bundesverwal-
tungsgericht wies den Antrag um Gewährung einer entsprechenden Nach-
frist jedoch ab, da der Gesuchsteller bereits im Vorverfahren ausreichend
Gelegenheit gehabt habe Beweismittel einzureichen (vgl. Urteil
E-5321/2021, a.a.O., E. 2.3). Immerhin ist festzustellen, dass die Lage in
Afghanistan nach dem Machtwechsel naheliegenderweise auch Auswir-
kungen auf die inländischen Fluglinien gehabt haben könnte. Die Frage,
ob das betreffende Beweismittel früher hätte eingebracht werden können,
braucht indessen nicht abschliessend geklärt zu werden, da es sich – wie
zu sehen sein wird – ohnehin als revisionsrechtlich unerheblich erweist.
Der Gesuchsteller macht geltend, es sei mit dem neu eingereichten Flugti-
cket nun glaubhaft, dass er sich mehrere Monate ausserhalb des Dublin-
Raums aufgehalten habe. Es ist vorab festzustellen, dass das Beweismittel
an sich nur eine sehr geringe Beweiskraft aufweist, zumal nur ein Foto ei-
nes elektronischen Flugtickets vorliegt, leicht zu fälschen ist und auch
keine entsprechende Korrespondenz hinsichtlich des Erhältlichmachens
beigebracht wird. Ausserdem zeugt das Flugticket allein nicht davon, dass
der Gesuchsteller diesen Flug auch tatsächlich angetreten, und dass er
sich mehr als drei Monate ausserhalb des Dublin-Raums aufgehalten hat.
Da dieses Beweismittel revisionsrechtlich offensichtlich unerheblich ist, er-
übrigen sich weitere Ausführungen, wobei festzuhalten bleibt, dass der Ge-
suchsteller mit seinen Beweisofferten im Übrigen zu verkennen scheint,
dass er sich in einem ausserordentlichen Rechtsmittelverfahren befindet.
Der Gesuchsteller macht überdies geltend, das Bundesverwaltungsgericht
gehe im angefochtenen Urteil falsch in der Annahme, dass das bereits im
ordentlichen Verfahren eingereichte Video seiner Ankunft im Iran am Flug-
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hafen aufgenommen worden sei. Dieses sei, wie bereits im Beschwerde-
verfahren festgehalten, an der Bushaltestelle "Jünob" in Teheran entstan-
den. Dies könne er mit den eingereichten Fotoauszügen belegen. Auch
diese Fotoauszüge sind offensichtlich unerheblich, womit die Frage, ob sie
überhaupt der Revision zugänglich sind, offengelassen werden kann. Ab-
gesehen davon, dass der Gesuchsteller auf den Bildern nicht zu sehen ist,
verkennt er, dass die Argumentation des Gerichts im angefochtenen Urteil
hinsichtlich der Beweiskraft des Videos nicht allein auf dem Ort des Ge-
schehens beruht (vgl. Urteil E-5321/2021, a.a.O., E. 5.4.1).
Zusammenfassend sind beide Beweismittel (Fotos der Bushaltestelle und
Flugticket) offensichtlich nicht dazu geeignet, die Einschätzung des Bun-
desverwaltungsgerichts im Urteil E-5321/2021 (a.a.O.), der Gesuchsteller
habe einen Aufenthalt ausserhalb des Dublin-Raums von mehr als drei Mo-
naten nicht glaubhaft gemacht, in Frage zu stellen.
5.
Insgesamt ist festzuhalten, dass keine revisionsrechtlich relevanten
Gründe dargetan sind. Das Gesuch um Revision des Urteils
E-5321/2021 des Bundesverwaltungsgerichts vom 9. Dezember 2021 ist
abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
6.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von Fr. 1'500.– dem
Gesuchsteller aufzuerlegen (Art. 37 VGG i.V.m. Art. 63 Abs. 1 VwVG;
Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
Der einbezahlte Kostenvorschuss ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten
zu verwenden.
(Dispositiv nächste Seite)
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