Decision ID: a777a189-591d-4a8b-be15-2e78b30dc637
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
R._,
Kläger,
vertreten durch Fürsprecher Marco Büchel, LL.M., c/o K & B Rechtsanwälte,
Freudenbergstrasse 24, Postfach 213, 9240 Uzwil,
gegen
F._,
Beklagte,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Hermann Walser, Paulstrasse 5, 8610 Uster,
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betreffend
Invalidenrente
Sachverhalt:
A.
R._ (nachstehend: Versicherter), war vom 1. Februar 1998 bis 31. Juli 2000 als
Projektassistent bei der A._ tätig und dadurch beim F._ (nachstehend: F._) im
Rahmen der beruflichen Vorsorge versichert (IV-act. 10). Am 9. August 2000 beantragte
der Versicherte Leistungen der Arbeitslosenversicherung per 1. August 2000
(Antragsformular, act. G 20.1). Am 11. Juni 2001 gründete er zusammen mit seiner
Ehefrau die B._. Zweck des Unternehmens war die Betreuung von Geschäftskunden.
Der Versicherte war dabei als Chauffeur tätig (IV-act. 12, 19). Im Juni 2001 meldete er
sich auch zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung (IV) an (IV-act. 1). Mit
Verfügung vom 23. Juli 2002 bewilligte die IV berufliche Massnahmen (IV-act. 36). Vom
1. August 2002 bis 31. August 2003 erfolgte zur Unterstützung der selbständigen
Tätigkeit eine Umschulung in den kaufmännischen und tourismusspezifischen Bereich.
Am 20. August 2003 wurde die Kostenübernahme für die Weiterführung der
Umschulung vom 1. September 2003 bis 15. Oktober 2005 verfügt (IV-act. 59). Mit
Schreiben vom 14. Dezember 2004 teilte die IV-Stelle mit, dass R._ die Umschulung
per 30. September 2004 abgebrochen habe und eine weitere medizinische Abklärung
angeordnet worden sei (IV-act. 77). Am 4. Juli 2007 sprach die IV-Stelle dem
Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 65% ab 1. Oktober 2005 eine
Dreiviertelsrente zu. Die halbe Rente bei einem Invaliditätsgrad von 50% ab 1. Oktober
2004 wurde bestätigt (vgl. IV-act. 167). Mit Schreiben vom 27. September 2007 (act. G
1.1 Beilage 1) liess der Versicherte beim F._ eine IV-Rente beantragen. Dieser liess
am 8. Januar 2008 mitteilen, dass aufgrund der IV-Akten eine Leistungspflicht nicht
ausgewiesen sei (act. G 1.1 Beilage 4).
B.
B.a Mit Klage vom 15. Februar 2008 beantragte Fürsprecher Marco Büchel, LL.M.,
Oberuzwil, für den Versicherten, der F._ sei zu verpflichten, dem Kläger aus dem
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Vorsorgeverhältnis eine BVG-Invalidenrente rückwirkend ab 1. Oktober 2004 gestützt
auf den IV-Grad der Invalidenversicherung gemäss den gesetzlichen und
reglementarischen Bestimmungen auszurichten. Auf den Invalidenleistungen sei ab
Klageeinleitung ein Verzugszins von 5% zu bezahlen. Dem Kläger sei die unentgeltliche
Prozessführung zu gewähren. Der Kläger leide bereits seit April 2000 an einer
Anpassungsstörung. Dieser Zeitraum falle vollumfänglich in die Anstellungszeit bei der
Beklagten. Die gesundheitlichen Probleme hätten bereits im Januar 2000 begonnen.
Ab März 2000 sei der Kläger zu 100% krankgeschrieben worden. Von August 2000 bis
Juli 2001 habe die Arbeitsfähigkeit lediglich 50% betragen. Es seien vor allem die
psychischen Probleme gewesen, die letztlich zur Erwerbsunfähigkeit geführt hätten.
Das Schlafapnoe-Syndrom und die Rückenprobleme, welche ab 2004 festgestellt
worden seien, hätten keinen wesentlichen Einfluss auf die Erwerbsunfähigkeit des
Klägers. Bei der selbständigen Tätigkeit habe es sich um einen Eingliederungsversuch
gehandelt. Der Kläger sei von Anfang an chronisch überfordert gewesen. Die während
des Vorsorgeverhältnisses eingetretene Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf sei
nie mehr völlig weggefallen. Mit der von ihm und der Ehefrau gegründeten Firma habe
er nie ein rentenausschliessendes Einkommen erzielen können. Im Jahr 2005 habe der
Kläger praktisch nicht mehr gearbeitet. Auch seien seither kein Abschluss mehr
gemacht und keine Steuererklärungen eingereicht worden. Die Firma sei inaktiv. Der
Versuch, sich eine eigene Existenz aufzubauen, sei gescheitert. Nach der Kündigung
bei der ehemaligen Arbeitgeberin habe er von Krankentaggeldern, Arbeitslosengeldern
und insbesondere Taggeldleistungen der Invalidenversicherung gelebt. Vom Geschäft
habe er nie leben können.
B.b Mit Klageantwort vom 3. April 2008 beantragte Rechtsanwalt Dr. iur. Hermann
Walser, Uster, im Namen der Beklagten, die Klage sei vollumfänglich abzuweisen. Zur
Begründung legte er unter anderem dar, die Arbeitsunfähigkeit des Klägers und die
Behandlung in der Klinik C._ gegen Ende des Arbeitsverhältnisses begründeten noch
keine Leistungspflicht. Der behandelnde Psychiater der Klinik C._ habe ab 1. August
2001 in der selbständigen Tätigkeit wieder eine volle Arbeitsfähigkeit bestätigt.
Bezüglich des Einkommens als Selbständigerwerbender komme es nicht darauf an, ob
die selbständige Tätigkeit zum gewünschten wirtschaftlichen Erfolg führe, sondern ob
es an sich möglich sei, mit der geplanten Tätigkeit ein rentenausschliessendes
Einkommen zu erreichen. Der enge zeitliche Zusammenhang zwischen der noch
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während des Vorsorgeverhältnisses aufgetretenen Arbeitsunfähigkeit und der
schliesslich eingetretenen Invalidität sei unter diesen Umständen nicht gegeben. Dazu
komme, dass beim Kläger lange nach seinem Austritt bei der Beklagten weitere Leiden
aufgetreten seien, die ebenfalls zu seiner Invalidität beitragen würden. Dazu gehörten
insbesondere ab etwa 2004 Rückenprobleme und eine Schlafapnoe. Bezüglich dieser
Leiden fehle auch der sachliche Zusammenhang zwischen der während des
Vorsorgeverhältnisses eingetretenen, rein psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit und
der daraus resultierenden Invalidität. Wenn das angerufene Gericht wider Erwarten eine
Leistungspflicht der Beklagten bejahen sollte, hätte diese lediglich eine BVG-
Mindestleistung zu erbringen.
B.c Am 16. April 2008 bewilligte der Gerichtspräsident die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung des Klägers für das vorliegende Verfahren (act. G 5).
B.d Mit Replik vom 28. April 2008 liess der Kläger unverändert an seinem
Rechtsbegehren festhalten und mitteilen, die IV-Stelle habe ihm rückwirkend ab März
2007 eine ganze Invalidenrente zugesprochen.
B.e Mit Duplik vom 18. Mai 2008 liess auch die Beklagte ihr Rechtsbegehren auf
Abweisung der Klage bestätigen.
B.f Das Versicherungsgericht zog die Arbeitslosenversicherungsakten betreffend den
Kläger bei (act. G 12-20). Die Parteien verzichteten auf eine Stellungnahme (act. G
21-24).

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2005 trat die 1. BVG-Revision, welche auch eine Änderung der
Leistungsvoraussetzungen bei Invalidität (Art. 23 BVG) und der Leistungshöhe (Art. 24
BVG) mit sich brachte, in Kraft. Nach der neuen Fassung von Art. 23 lit. a BVG haben -
im Obligatoriumsbereich - Personen, die im Sinn der IV zu mindestens 40 Prozent
invalid sind und bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt
hat, versichert waren, Anspruch auf Invalidenleistungen. Anspruch auf eine volle
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Invalidenrente besteht, wenn die versicherte Person im Sinn der IV zu mindestens 70
Prozent invalid ist (Art. 24 Abs. 1 lit. a BVG). - In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich
diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen
führenden Tatbestands Geltung haben (BGE 127 V 467). Vorliegend stehen
Invaliditätsleistungen ab 1. Oktober 2004 in Frage, weshalb das bis 31. Dezember 2004
gültig gewesene Recht der obligatorischen beruflichen Vorsorge anzuwenden ist,
soweit ihm neben den reglementarischen Regelungen der Beklagten eine
eigenständige Bedeutung zukommt. Ferner stellt das Versicherungsgericht bei der Fall-
Beurteilung grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen
Entscheids eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 121 V 366; RKUV 2001 S. 101) bzw.
wenn wie vorliegend kein solcher formeller Entscheid vorliegt, auf den bis zur
leistungsablehnenden Mitteilung eingetretenen Sachverhalt.
2.
2.1 Nach der bis 31. Dezember 2004 gültigen Fassung von Art. 23 BVG haben
Anspruch auf Invalidenleistungen Personen, die im Sinn der Invalidenversicherung zu
mindestens 50% invalid sind und die bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache
zur Invalidität geführt hat, versichert waren. Aus der engen Verbindung zwischen dem
Recht auf eine Rente der Invalidenversicherung und demjenigen auf eine
Invalidenleistung nach BVG ergibt sich, dass der Invaliditätsbegriff im obligatorischen
Bereich der beruflichen Vorsorge und in der Invalidenversicherung grundsätzlich der
gleiche ist. Aufgrund von Art. 6 BVG steht es den Vorsorgeeinrichtungen frei, den
Invaliditätsbegriff auch in der obligatorischen Versicherung zugunsten des Versicherten
zu erweitern oder Invalidenrenten schon bei einem Invaliditätsgrad von weniger als
50% auszurichten. Die Vorsorgeeinrichtungen sind frei in der Wahl des
Invaliditätsbegriffs; sie haben sich aber an eine einheitliche Begriffsanwendung zu
halten. Gehen sie ausdrücklich oder unter Hinweis auf das Gesetz vom gleichen
Invaliditätsbegriff aus wie die Invalidenversicherung, sind sie hinsichtlich des
versicherten Ereignisses an die Invaliditätsbemessung der IV-Stellen gebunden, es sei
denn, dass diese sich als offensichtlich unhaltbar erweist (vgl. BGE 126 V 308; BGE
115 V 208 und 215; BGE 118 V 35 Erw. 2b/aa; BGE 120 V 106 Erw. 3c). In BGE 129 V
73 wurde eine Bindungswirkung der invalidenversicherungsrechtlichen Feststellungen
für die Vorsorgeeinrichtung verneint, wenn diese nicht spätestens im
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Vorbescheidsverfahren (Art. 73 IVV) bzw. nach dessen vorübergehender Ersetzung
durch das Einspracheverfahren vom 1. Januar 2003 bis 31. Dezember 2006
angelegentlich der Verfügungseröffnung in das invalidenversicherungsrechtliche
Verfahren einbezogen wird. Hält sich die Vorsorgeeinrichtung demgegenüber im
Rahmen des invalidenversicherungsrechtlich Verfügten, ja stützt sie sich darauf, ist das
Problem des Nichteinbezugs des Vorsorgeversicherers ins IV-Verfahren
gegenstandslos. In diesem Fall kommt ohne Weiterungen die vom Gesetzgeber
gewollte, in den Art. 23ff BVG zum Ausdruck gebrachte Verbindlichkeitswirkung unter
Vorbehalt offensichtlicher Unrichtigkeit des IV-Entscheids zum Zug. Stellt somit die
Vorsorgeeinrichtung auf die invalidenversicherungsrechtliche Betrachtungsweise ab,
muss sich die versicherte Person diese grundsätzlich entgegenhalten lassen, soweit
diese für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend war (vgl.
Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007:
Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] i/S T. vom 14. August 2000 [B
50/99], E. 2b), und zwar ungeachtet dessen, ob der Vorsorgeversicherer im IV-
Verfahren beteiligt war oder nicht (vgl. dazu Urteil des EVG i/S F. vom 9. Februar 2004
[B 39/03], E. 3.1).
2.2 Invalidenleistungen nach BVG werden von derjenigen Vorsorgeeinrichtung
geschuldet, welcher der Ansprecher bei Eintritt des versicherten Ereignisses
angeschlossen war. Dieser Zeitpunkt fällt mit dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit
zusammen, deren Ursache zur Invalidität geführt hat. Die Versicherteneigenschaft muss
nur bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit gegeben sein, dagegen nicht notwendigerweise
auch im Zeitpunkt des Eintritts oder der Verschlimmerung der Invalidität. Für eine
einmal aus - während der Versicherungsdauer aufgetretenen - Arbeitsunfähigkeit
geschuldete Invalidenleistung bleibt die Vorsorgeeinrichtung leistungspflichtig, selbst
wenn sich nach Beendigung des Vorsorgeverhältnisses der Invaliditätsgrad ändert.
Entsprechend bildet denn auch der Wegfall der Versicherteneigenschaft keinen
Erlöschungsgrund (Art. 26 Abs. 3 BVG e contrario; BGE 118 V 35 E. 5; 123 V 262 E.
1a). Auf diese Weise wird dem Umstand Rechnung getragen, dass die versicherte
Person meistens erst nach einer längeren Zeit der Arbeitsunfähigkeit invalid wird. Damit
kommt der Schutz der zweiten Säule zum Tragen, wonach das Invaliditätsrisiko auch
dann gedeckt sein muss, wenn es rechtlich gesehen erst nach einer langen Krankheit
eintritt, während welcher die leistungsanbegehrende Person unter Umständen dem
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Obligatorium nicht mehr unterstanden hat (BGE 118 V 35 Erw. 2b/aa; BGE 120 V 112
Erw. 2b). Damit die frühere Vorsorgeeinrichtung leistungspflichtig bleibt, ist allerdings
nicht nur erforderlich, dass die Arbeitsunfähigkeit zu einer Zeit einsetzte, als die
versicherte Person ihr angeschlossen war, sondern auch, dass zwischen dieser
Arbeitsunfähigkeit und der Invalidität ein direkter und enger Zusammenhang besteht.
Zwischen der Arbeitsunfähigkeit und der Invalidität muss sowohl ein sachlicher als
auch ein zeitlicher Zusammenhang bestehen. Der sachliche Zusammenhang ist
gegeben, wenn der invalidisierende Gesundheitsschaden der gleiche ist, wie er sich
bereits während der Zugehörigkeit zur Vorsorgeeinrichtung manifestierte. Die zeitliche
Konnexität setzt voraus, dass zwischen der früheren Arbeitsunfähigkeit und der
späteren Invalidität bzw. deren Verschlimmerung keine längere Periode der
Arbeitsfähigkeit liegt. Dabei sind die gesamten Umstände des konkreten Einzelfalls zu
würdigen, namentlich die Art des Gesundheitsschadens, dessen prognostische
ärztliche Beurteilung und die Beweggründe, welche die versicherte Person zur
Wiederaufnahme der Arbeit veranlasst haben (BGE 123 V 262 E. 1c S. 264, 120 V 112
E. 2c/aa-bb S. 117 f., mit Hinweisen).
3.
3.1 Gemäss Art. 8.1 des Reglements der Beklagten, gültig ab Januar 2004 (act. G
3.5), gewährt der F._ bei dauernder Arbeitsunfähigkeit infolge Unfall oder Krankheit,
die während der Mitgliedschaft beim F._ festgestellt wird, nach medizinischem
Gutachten seines Vertrauensarztes und in Absprache mit dem Arbeitgeber eine
Invalidenpension. Gemäss Art. 8.3 des Reglements wird das Mitglied bei Teilinvalidität
anteilmässig wie ein Pensionierter behandelt, was eine entsprechende Herabsetzung
der Alterssparguthaben nach sich zieht.
3.2 Die später widerrufene IV-Verfügung vom 23. September 2005 (IV-act. 116, 130)
und jene vom 4. Juli 2007 (IV-act. 156) wurden der Beklagten nicht zugestellt. Auch
beruft sich diese nicht auf das von der IV Verfügte, wenn sie geltend macht, es bestehe
kein zeitlicher (und teilweise auch kein sachlicher) Zusammenhang zwischen der
während des Vorsorgeverhältnisses des Klägers bei ihr eingetretenen
Arbeitsunfähigkeit und der späteren Invalidität (vgl. auch act. G 3 S. 3 unten). Bei dieser
Sachlage ist die Verbindlichkeit des durch die IV-Stelle festgesetzten des
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Invaliditätsgrads (grundsätzlich, masslich und zeitlich) zu verneinen. Das Ausmass und
der Eintritt der massgeblichen Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit und der gegenüber der
Beklagten allenfalls bestehende Anspruch auf Invalidenleistungen sind daher von der
Beklagten bzw. vom angerufenen Versicherungsgericht selbständig abzuklären und
festzulegen. Dabei kann auch auf die im IV-Verfahren produzierten Akten abgestellt
werden, führt doch die fehlende Bindung an die IV-Verfügung nicht dazu, dass auch die
dafür verwendeten Akten ohne Bedeutung für den Entscheid der Vorsorgeeinrichtung
wären. Unter Arbeitsunfähigkeit ist die gesundheitlich bedingte Einbusse an
funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf zu verstehen. Die
Arbeitsunfähigkeit muss erheblich, offensichtlich und dauerhaft sein. Die Erheblichkeit
wird in der Regel dann bejaht, wenn die Einschränkung mindestens 20% beträgt (vgl.
Bundesamt für Sozialversicherung, Mitteilungen über die berufliche Vorsorge, Nr. 44 Rz
258 mit Hinweis auf Urteil des EVG vom 7. Oktober 1998 i/S M.B. [B 48/07]). Die
Ermittlung der Arbeitsunfähigkeit geht von ärztlichen Bewertungen aus. Wenngleich
diese für das Gericht nicht verbindlich sind, so sollen sie dennoch nicht ohne
hinreichenden Grund umgestossen oder abgeändert werden. Der
Beurteilungsspielraum, der dem Arzt oder der Ärztin zukommt, ist auch vom Gericht zu
respektieren (RSKV 1983, S. 266). Für die Festlegung des Beginns und des Grads der
Arbeitsunfähigkeit ist grundsätzlich die nach ärztlicher Beurteilung medizinisch
zumutbare Arbeitsfähigkeit massgebend. Der von einer versicherten Person effektiv
erbrachten Arbeitsleistung kann jedoch soweit Bedeutung zukommen, als durch sie
eine widersprechende ärztliche Beurteilung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit an
Beweiskraft verlieren kann (Entscheid des st. gallischen Versicherungsgerichts vom 25.
Februar 2003 i/S G.D. [BV 2002/2] E. 3b).
3.3 Vom 2. bis 29. April 2000 erfolgte eine stationäre Behandlung des Klägers in der
Klinik C._ (IV-act. 9-3/3). Im Arztbericht vom 26. Juli 2001 diagnostizierte der
Chefarzt der Klinik, Dr. med. D._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, eine
Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10: F 43.21). In der zuletzt
ausgeübten Tätigkeit als Informatiker bzw. Projektassistent habe vom 2. April bis 31.
Juli 2000 eine volle und vom 1. August 2000 bis 31. Juli 2001 eine 50%ige
Arbeitsunfähigkeit bestanden. Ab 1. August 2001 sei keine Arbeitsunfähigkeit mehr
gegeben. In der selbständigen Tätigkeit bestehe ebenfalls seit 1. August 2001 eine
100%ige Arbeitsfähigkeit. In der Tätigkeit als Informatiker bei der A._ habe sich eine
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Mobbing-Situation ergeben. Der Kläger habe deswegen körperliche Beschwerden wie
Kopfschmerzen, Abdominalbeschwerden und thorakales Druckgefühl entwickelt.
Ferner sei eine deutliche depressive Störung aufgetreten (IV-act. 11). Dr. med. E._,
Arzt für Innere Medizin FMH, bescheinigte unter anderem für die Zeit vom 3. bis 19.
März 2000 und vom 6. bis 13. Mai 2000 krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeiten (IV-
act. 9-2/3). Der Arzt der IV-Stelle hielt am 29. Oktober 2001 unter anderem fest, der
Kläger sei seit 1. August 2001 zu 100% arbeitsfähig. Von einer drohenden Invalidität
könne nicht ausgegangen werden (IV-act. 15). Im Bericht vom 10. Januar 2002
bestätigte Dr. D._ die bisherige Arbeitsfähigkeitsschätzung. Zusätzlich legte er dar,
die vom Kläger sehr dramatisch empfundenen Erfahrungen an zwei Arbeitsstellen mit
Mobbing hätten zum Aufbau eines Vermeidungsverhaltens geführt. Er habe sich nicht
mehr vorstellen können, im Angestelltenverhältnis zu arbeiten. Hieraus habe der
Entschluss resultiert, sich selbständig zu machen. (IV-act. 18). Im Bericht vom 8. Mai
2002 bestätigte Dr. D._ seine bisherigen Darlegungen, führte jedoch aus, dass die
Arbeitsfähigkeit des Klägers als Projektassistent oder Taxifahrer im
Angestelltenverhältnis mit höchstens 50 % anzugeben sei. Es sei zu befürchten, dass
der Kläger im Angestelltenverhältnis aufgrund der traumatischen Erfahrungen im Sinn
einer Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion wieder zu 100 % arbeitsunfähig
werde (IV-act. 20, 24). Die Fachstelle für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie kam im
Bericht vom 9. Juli 2002 zum Schluss, in einem Angestelltenverhältnis sei der Kläger
vermindert belastbar, ungefähr zu 50 %. In einer selbständigen Tätigkeit sei eine volle
Einsatzfähigkeit vorhanden. Eine medizinisch begründete Arbeitsunfähigkeit von 20 %
oder mehr habe seit der ersten Kündigung 1994 mit zwischenzeitlicher Besserung und
erneut ab April 2000 bestanden (IV-act. 32).
Dem Bericht der Fachstelle für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie vom 28. Januar
2005 ist die Diagnose einer schweren depressiven Episode ohne psychotische Symp
tome zu entnehmen. Die Lernfähigkeit des Klägers sei schon mit Beginn der Schule
mehr als 30 % eingeschränkt gewesen und im Verlauf des Jahres 2003 noch stärker
gesunken; ein völliger Einbruch habe im Jahr 2004 stattgefunden. Die
Leistungsfähigkeit in der selbständigen Tätigkeit sei mindestens seit Januar 2003 um
20 % oder mehr vermindert. In der selbständigen Tätigkeit bestehe eine ca. 25%ige
Arbeitsfähigkeit. Eine Tätigkeit im Angestelltenverhältnis sei wegen der grossen
Wiederholungsangst in Bezug auf Mobbing zur Zeit nicht zumutbar (IV-act. 80). Am 24.
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Mai 2005 erfolgte beim Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) eine interdisziplinäre
Untersuchung des Klägers. Im Gutachten vom 7. Juni 2005 wurde festgehalten, dass
sowohl in der zuletzt ausgeübten als auch in der erlernten Tätigkeit aus psychischen
Gründen eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bestehe. Die 20%ige Arbeitsunfähigkeit aus rein
pneumologischer Sicht (Schlafapnoe-Syndrom) würde in die psychiatrischerseits
eingeschätzte 50%ige Arbeitsfähigkeit nicht additiv eingehen, da die den
verschiedenen Krankheitsursachen gemeinsamen Fähigkeitseinschränkungen
(Kognition, Ausdauer, Tagesmüdigkeit) in der psychiatrischen Einschätzung bereits
berücksichtigt seien (IV-act. 91). Im Gutachten des G._ vom 26. September 2006
wurde nach einer orthopädischen und einer psychiatrischen Beurteilung die
Arbeitsfähigkeit in der bisherigen und in einer adaptierten Tätigkeit auf 35% festgelegt
(IV-act. 142).
4.
4.1 Zu prüfen ist konkret die Frage, ob beim Kläger während des vom 1. Februar
1998 bis 31. Juli 2000 (vgl. IV-act. 10) dauernden Vorsorgeverhältnisses bei der
Beklagten bzw. der bis Ende August 2000 laufenden Nachdeckungsfrist (Art. 331a Abs.
2 OR) eine Arbeitsunfähigkeit aufgetreten ist, zu der die von der IV ab 1. Oktober 2004
anerkannte Invalidität in sachlichem und zeitlichem Zusammenhang steht. Gemäss den
Bescheinigungen von Dr. D._ vom 26. Juli 2001 und 10. Januar 2002 lag bei
Beendigung des Vorsorgeverhältnisses bzw. der Nachdeckungsfrist eine 50 %ige
Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen vor, welche bis Ende Juli 2001 andauerte
(IV-act. 11, 18). Sowohl Dr. D._ als auch die Fachstelle für Sozialpsychiatrie und
Psychotherapie gingen für die Folgezeit ab August 2001 für eine selbständige Tätigkeit
von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit aus und bescheinigten lediglich für eine
Tätigkeit im Angestelltenverhältnis eine (hälftige) Einschränkung (vgl. IV-act. 11, 15, 18,
20, 26, 32). Anhaltspunkte dafür, dass beim Kläger schon vor Eintritt bei der Beklagten
eine relevante dauernde Teilarbeitsunfähigkeit aufgrund des bei ihm diagnostizierten
psychischen Leidens bestanden hatte, lassen sich den Akten nicht entnehmen.
Demgemäss ist vom Eintritt der (psychisch begründeten) Arbeitsunfähigkeit, welche
später auch zur Rentenzusprechung durch die IV führte, während des streitigen
Vorsorgeverhältnisses auszugehen. Entsprechend ist abzuklären, ob der zeitliche
Zusammenhang zwischen dieser Arbeitsunfähigkeit und der per 1. Oktober 2004
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anerkannten Invalidität - wie die Beklagte geltend macht - aufgrund des ALV-
Leistungsbezugs oder der zwischenzeitlich aufgenommenen selbständigen Tätigkeit
als unterbrochen zu betrachten ist. Zu berücksichtigen sind in diesem Zusammenhang
die in der Arbeitswelt nach aussen in Erscheinung tretenden Verhältnisse (SZS 2003 S.
509 [B 23/01]; Urteil des EVG i/S I. vom 28. Mai 2002 [B 73/00], E. 3a/bb). Einen
Unterbruch des zeitlichen Zusammenhangs hat die Rechtsprechung etwa bei einer
über 17 Monate (SZS 2003 S. 510 [B 4/02]) oder mehr als zwei Jahre (Urteil des EVG i/
S A. vom 7. September 2006 [B 51/05], E. 4.1 und 5.3) hinweg bestehenden
Erwerbstätigkeit ohne nennenswerte Arbeitsunterbrüche und ohne reduzierte
Arbeitsleistung angenommen; in einem Fall erachtete das Eidgenössische
Versicherungsgericht den zeitlichen Zusammenhang - unter Berücksichtigung der
Umstände des Einzelfalls - bereits durch eine sechsmonatige Zeitspanne mit voller
Arbeits- und Erwerbsfähigkeit als unterbrochen (SZS 2002 S. 153 [B 19/98]; ähnlich
Urteil des EVG i/S Pensionskasse D. vom 8. Februar 2006 [B 100/05], E. 3.2
[Unterbruch durch über viermonatige volle Erwerbstätigkeit]). Die vertraglich
festgesetzte Pflicht zur Erbringung von Arbeit und die dafür vorgesehene Entlöhnung
sowie weitere im Rahmen des Arbeitsverhältnisses getroffene Vereinbarungen sind in
der Regel als den realen Gegebenheiten entsprechend zu werten. Nur bei Vorliegen
besonderer Umstände darf die Möglichkeit einer von der arbeitsrechtlich zu Tage
tretenden Situation in Wirklichkeit abweichenden Lage - etwa in dem Sinn, dass ein
Arbeitnehmer zwar zur Erbringung einer vollen Arbeitsleistung verpflichtet war und
auch entsprechend entlöhnt wurde, tatsächlich aber eben doch keine volle
Arbeitsleistung erbringen konnte - in Betracht gezogen werden, wobei gegebenenfalls
aber äusserste Zurückhaltung geboten ist. Andernfalls bestünde die Gefahr, in
Spekulationen zu verfallen, mit der Folge, dass sich der Versicherungsschutz des
Arbeitnehmers verflüchtigen würde, indem dieser jeweils an die Vorsorgeeinrichtung
des früheren Arbeitgebers verwiesen werden könnte (Urteil des EVG i/S I. vom 28. Mai
2002 [B 73/00], E. 3a bb). Findet beispielsweise jemand nach langer Arbeitslosigkeit
eine neue Stelle, bei welcher die Entlöhnung geringer als das hochgerechnete
Einkommen bei einem früheren Arbeitgeber ausfällt, lässt allein diese tiefere Besoldung
noch nicht auf eine gesundheitsbedingte Einschränkung des Leistungsvermögens
schliessen (Urteil des EVG i/S H. vom 21. November 2002 [B 23/01], E. 3.4 ; vgl. auch
Entscheid des st. gallischen Versicherungsgerichts vom 28. November 2005 i/S A.L.R.
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[BV 2004/26], bestätigt durch Urteil des EVG vom 9. März 2007 [B 7/06]); Entscheid
des st. gallischen Versicherungsgerichts vom 14. März 2005 i/S M.S. [BV 2003/25],
bestätigt durch Urteil des EVG vom 7. September 2006 [B 51/05]).
Der Kläger bezog gemäss Auszug aus dem individuellen Konto (IK) in der Zeit von
August 2000 bis November 2001 Arbeitslosenentschädigung (IV-act. 31-2/2). Bereits
während des ALV-Leistungs-bezugs war er ab 11. Juni 2001 in der von ihm und seiner
Ehefrau gegründeten B._ tätig. Dort übte er insofern eine "selbständige"
Erwerbstätigkeit aus, als er - formell als Arbeitnehmer seiner Ehefrau - die anfallenden
Arbeiten in eigener Regie durchführen konnte. Dabei handelte es sich lediglich um eine
stundenweise bzw. teilzeitliche Tätigkeit, für welche sich dem IK für den Zeitraum von
Juli bis Dezember 2001 ein Einkommen von insgesamt Fr. 2'787.-- entnehmen lässt
(vgl. IV-act. 12, 13, 31-2/2). Die Arbeitslosenversicherung rechnete dieses Einkommen
als Zwischenverdienst ab (vgl. act. G 20.1 und IV-act. 37). Gemäss den Angaben des
Klägers gegenüber der Fachstelle für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie war die
Geschäftsgründung auch von der Arbeitslosenversicherung unterstützt worden (IV-act.
32-4/11). Den ALV-Akten lässt sich diesbezüglich entnehmen, dass die
Arbeitslosenversicherung die Kosten für eine Taxi-Fahrausbildung (Verfügung des
Amtes für Arbeit vom 11. Juni 2001) sowie für einen Kurs "Jungunternehmer-HK. Heute
arbeitslos - morgen selbständig" (Verfügung des Amtes für Arbeit vom 12. Oktober
2000) übernahm (act. G 20.1).
4.2 Betreffend zeitliche Konnexität wird vorausgesetzt, dass die versicherte Person
nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit nicht während längerer Zeit wieder arbeitsfähig war,
also weder Taggelder der Arbeitslosenversicherung als voll vermittlungsfähiger
Stellensuchender beanspruchte noch längere Zeit in seinem (neuen) Beruf arbeitete
(SZS 2004, 442). Zu prüfen ist vorweg, ob in der Zeit des ALV-Bezugs ab August 2000
eine volle Vermittlungsfähigkeit des Klägers vorlag und der zeitliche Zusammenhang
deshalb als unterbrochen anzusehen ist. Im ALV-Antragsformular gab der Kläger an,
eine Vollzeitbeschäftigung zu suchen, zur Zeit jedoch lediglich 50% arbeitsfähig zu
sein. Die Rahmenfrist für den ALV-Leistungsbezug dauerte vom 1. August 2000 bis 31.
Juli 2002. Der Kläger hatte während der ganzen zwei Jahre Leistungen bezogen, wobei
für die Monate Juni bis Dezember 2001 und Februar bis Juli 2002 ein
Zwischenverdienst aus der Tätigkeit bei der B._ zu Anrechnung kam. Für August
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2000 bis Juli 2001 erfolgte die Taggeldberechnung wegen der auf 50% reduzierten
Arbeitsfähigkeit auf der Basis des halben versicherten Verdienstes von Fr. 5'551.--, d.h.
auf Fr. 2'776.--. Der Kläger hatte denn auch seine Vermittlungsfähigkeit in den
Kontrollausweisen für diese Monate jeweils mit 50% angegeben (vgl. ALV-
Taggeldabrechnungen, Kontrollausweise und Bescheinigungen über
Zwischenverdienste in act. G 20.1).
Der Kläger war somit jedenfalls in der Zeit von August 2000 bis Juli 2001 bei der ALV
nur teilweise vermittlungsfähig. Er hatte sich sodann bereits im Juni 2001 zum Bezug
von Leistungen der IV angemeldet (IV-act. 1). Im Oktober 2001 liess er bei der IV
berufliche Massnahmen (Einarbeitung als Taxifahrer und Fremdenführer) beantragen
(IV-act. 15). Dr. D._, welcher - wie die Fachstelle für Sozialpsychiatrie und
Psychotherapie (IV-act. 32) - für die ("selbständige") Tätigkeit in der B._ ab August
2001 eine volle Arbeitsfähigkeit bestätigt hatte (IV-act. 11, 15, 18), befürwortete am 10.
Januar 2002 eine Hilfestellung von Seiten der IV. Es bestünden im Moment noch
Anlauf- und Startschwierigkeiten des Geschäfts; der Auftragseingang sei nicht so
erfreulich, wie dies zu wünschen wäre. Für den Fall, dass der Kläger keine Hilfestellung
(von der IV) erfahre, sei zu befürchten, dass er mit einer schweren Depression nach
Aufgabe des Geschäfts reagiere und eine längerfristige Arbeitsunfähigkeit daraus
resultiere (IV-act. 18-2/3). Die RAD-Ärztin Dr. med. H._ bejahte am 15. Februar 2002
eine drohende Arbeitsunfähigkeit und die Notwendigkeit von beruflichen Massnahmen
(IV-act. 21). Während der Durchführung der IV-Massnahme, mit welcher die I._
betraut wurde, und Ausrichtung von IV-Taggeldern arbeitete der Kläger weiterhin bei
der B._ (IV-act. 36, 37, 39). Für das ganze Jahr 2002 rechnete er gemäss IK-Auszug
ein beitragspflichtiges Einkommen von Fr. 5'950.-- ab. Pro Monat war er in diesem Jahr
zwischen 20 und 26 Stunden für die GmbH tätig gewesen (IV-act. 53, 54-3/5).
4.3 Wie dargelegt wurde ärztlicherseits bescheinigt, dass der Kläger in der Lage
gewesen wäre, die im Juni 2001 aufgenommene "selbständige" Tätigkeit bei seiner
GmbH ohne gesundheitsbedingte (psychische) Leistungseinschränkung bis ca. Mai
2002 (Dr. D._; vgl. IV-act. 20) bzw. auch noch für die Folgezeit bis Anfang 2003
(Fachstelle für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie; vgl. IV-act. 32 S. 11 und 80 S.
5-7) auszuüben. Der zeitliche Zusammenhang zwischen der Arbeitsunfähigkeit im Sinn
von Art. 23 BVG und der später eingetretenen Invalidität beurteilt sich - im Gegensatz
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zur Frage des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit im Sinn von Art. 23 BVG - nach der
Arbeitsfähigkeit in einer der gesundheitlichen Beeinträchtigung angepassten
zumutbaren Tätigkeit. Darunter fallen auch leistungsmässig und vom
Anforderungsprofil her mit der früheren Arbeit vergleichbare Tätigkeiten. Diese Tätigkeit
- konkret stand im Zeitraum ab Juli 2001 einzig die Tätigkeit des Klägers bei seiner
GmbH als medizinisch zumutbar zur Diskussion - muss jedoch bezogen auf die
angestammte Tätigkeit die Erzielung eines rentenausschliessenden Einkommens
erlauben (BGE 134 V 20 Erw. 5.3). Dies war konkret offensichtlich nicht der Fall, weil
aus der Tätigkeit des Klägers bei der GmbH im Vergleich zu dem bei der A._ bis
Ende Juli 2000 erzielten Einkommen (vgl. IV-act. 10) lediglich geringe Einnahmen
resultierten. Hierbei ist zum einen in Rechnung zu stellen, dass der unzureichende
finanzielle Ertrag des Unternehmens (vgl. act. G 1.1/5-7) und als Folge davon das
geringe Einkommen des Klägers zweifellos nicht nur gesundheitliche, sondern auch
wirtschaftliche/unternehmerische Gründe hatte. Anderseits ist zu beachten, dass die
Ärztin der Fachstelle für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie im Gutachten vom 9. Juli
2002 eine Einschränkung in der Tätigkeit als selbständiger Taxichauffeur zwar wie
dargelegt verneinte, jedoch darauf hinwies, dass der Kläger noch zusätzliche
Kenntnisse (Aneignung bei der I._; IV-act. 25) und mehr Anlaufzeit für den Auf- und
Ausbau seines Betriebs benötige (IV-act. 32). Die in der Folge mit der Durchführung der
beruflichen Massnahme betraute I._ hielt im Schreiben vom 22. März 2002 unter
anderem fest, die Gesetze des Marktes, die fehlenden kaufmännischen Kenntnisse und
die Unregelmässigkeit der Aufträge hätten zu einer Verschärfung der (psychischen)
Krankheit beim Kläger geführt (IV-act. 25-2/6). Im Bericht der IV-Berufsberaterin vom
11. Juli 2003 wurde sodann die Anordnung einer IV-finanzierten kaufmännischen
Ausbildung diskutiert (IV-act. 41) und mit Verfügung vom 20. August 2003 bewilligt (IV-
act. 59). Diese Umschulung verlief von Anfang an nicht plangemäss (viele Absenzen
des Klägers und fehlende Zwischenprüfungen). Sie wurde Ende 2004 aus
gesundheitlichen und erwerblichen Gründen abgebrochen und eine erneute
psychiatrische Begutachtung angeordnet (IV-act. 63, 67, 68, 76, 78). Diese ergab
gemäss Gutachten der Fachstelle für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie vom 28.
Januar 2005 wie erwähnt eine seit mindestens Januar 2003 um 20% verminderte
Leistungsfähigkeit in der selbständigen Tätigkeit und eine 25%ige Arbeitsfähigkeit des
Klägers im Begutachtungszeitpunkt. Eine Arbeit im Angestelltenverhältnis sei wegen
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der grossen Wiederholungsangst in Bezug auf Mobbing zur Zeit nicht zumutbar (IV-act.
80 S. 5-7). Am 20. April 2005 berichtete der Kläger unter anderem über eine prekäre
finanzielle und persönliche Situation (IV-act. 90). Aufgrund der späteren
Begutachtungen vom Juni 2005 und November 2006 resultierten aus psychischen
Gründen eingeschränkte Arbeitsfähigkeiten von 50 bzw. 35 % (IV-act. 91, 141, 142).
Dr. med. K._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, legte im Teilgutachten vom 21.
Dezember 2006 unter anderem dar, die Störungen beim Kläger fänden sich in erster
Linie in der dysfunktionalen Gestaltung seiner Beziehungen zu seiner sozialen Umwelt
und zu sich selbst und würden zur depressiven Symptomatik sowie schädlichem
Alkoholkonsum führen. Rückblickend könne gezeigt werden, dass die Störungen den
Kläger wiederholt in seiner beruflichen Tätigkeit beeinträchtigt und schlussendlich zum
Scheitern der beruflichen Selbständigkeit geführt hätten. Massgeblich hätten dazu sein
überhöhtes Selbstbild, der Mangel an Kritikfähigkeit und seine dysfunktionale Affekt
regulation beigetragen. Damit ständen ihm grundlegende psychische Funktionen, die er
insbesondere als selbständig erwerbender Taxichauffeur benötigen würde, nur in
erheblich eingeschränktem Masse zur Verfügung (IV-act. 141). Zur Rentenausrichtung
durch die IV kam es wegen des vorangehenden IV-Taggeldbezugs erst ab Oktober
2004 (IV-act. 102, 103, 111, 148, 155f).
Angesichts dieses Verlaufs ist davon auszugehen, dass der Kläger mit der Tätigkeit in
seiner GmbH einerseits aus erwerblichen/wirtschaftlichen, anderseits aber auch wegen
seiner psychischen Voraussetzungen und der fehlenden (kaufmännischen) Kenntnisse
nicht Fuss fassen konnte, wobei entsprechende Umschulungsbemühungen der IV (zur
Verbesserung der beruflichen Kenntnisse) misslangen. Insbesondere mit Blick auf die
von Dr. K._ geschilderten Gegebenheiten ist sodann nicht auszuschliessen, dass der
Kläger von seinen psychischen Voraussetzungen her zum vornherein mit der Tätigkeit
bei der GmbH überfordert und nicht in der Lage war, die Situation realistisch
einzuschätzen. Hierbei ist von Bedeutung, dass die früheren Arbeitsfähigkeits-
Beurteilungen von Dr. D._ (IV-act. 18) und der Fachstelle für Sozialpsychiatrie und
Psychotherapie im Wesentlichen auch auf eigenen Einschätzungen/Äusserungen des
Klägers beruhten: Gemäss der Fachstelle war der Kläger dadurch, dass er selbst
organisieren und einteilen könne und sehr viel Motivation für diese Arbeit zeige, in
seiner Tätigkeit als selbständiger Chauffeur nicht eingeschränkt (IV-act. 32 S. 11).
Dr. D._ wählte eine eher vorsichtigere Formulierung ("... scheint aus unserer Sicht
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100%ige Arbeitsfähigkeit im jetzigen Beruf als Taxifahrer zu bestehen."; IV-act. 18). Die
damaligen Annahmen stellten sich im Nachhinein als nicht realisierbar heraus. Allein
der Umstand, dass der Kläger motiviert war, sich eine neue Existenz aufzubauen,
genügt für sich allein nicht, um von einer dauerhaften Wiedererlangung der
Erwerbsfähigkeit ausgehen zu können. Unter den dargelegten Verhältnissen ist - auch
wegen des bei weitem nicht rentenausschliessenden Lohns (BGE 134 V 20 Erw. 5.3) -
hinsichtlich der Tätigkeit bei der GmbH von einem den zeitlichen Zusammenhang nicht
unterbrechenden blossen Arbeits- bzw. Eingliederungsversuch auszugehen. Dem
Kläger wäre es im Übrigen gemäss den ärztlichen Bestätigungen auch nicht zumutbar
gewesen, anstelle der Tätigkeit in der GmbH eine unselbständige vollzeitliche Tätigkeit
aufzunehmen. So hatte die Fachstelle für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie eine
mindestens 20%ige Arbeitsunfähigkeit seit April 2000 und seit Juli 2002 von 50%
bescheinigt (IV-act. 32). Auch mit einer unselbständigen Tätigkeit hätte er somit
überwiegend wahrscheinlich kein rentenausschliessendes Einkommen erzielen können.
4.4 Der psychische Gesundheitsschaden, der vorliegend zur Arbeitsunfähigkeit des
Klägers während des streitigen Vorsorgeverhältnisses führte, ist im Wesentlichen
derselbe, der auch der späteren Erwerbsunfähigkeit zugrunde liegt. Dr. D._
diagnostizierte im Bericht vom 26. Juli 2001 eine Anpassungsstörung mit längerer
depressiver Reaktion (IV-act. 11). Aus der RAD-Begutachtung vom Mai 2005 resultierte
eine aus psychiatrischen Gründen (Persönlichkeitsakzentuierung mit narzisstischen und
histrionischen Zügen; rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige
Episode) reduzierte Arbeitsfähigkeit von 50%, wobei die Gutachter festhielten, dass die
seitens des internistisch-pneumologischen Fachgebiets eingeschätzten 20%
Arbeitsunfähigkeit aus rein pneumologischer Sicht (Schlafapnoe-Syndrom) in die
psychiatrischerseits geschätzte Arbeitsfähigkeit von 50% nicht additiv eingehen
würden, da die den verschiedenen Krankheitsursachen gemeinsame
Fähigkeitseinschränkung (Kognition, Ausdauer, Tagesmüdigkeit) in der psychiatrischen
Einschätzung bereits berücksichtigt sei (IV-act. 91 S. 11). Die psychisch/orthopädische
Begutachtung des Klägers vom September 2006 ergab eine Arbeitsfähigkeit aus
somatischer Sicht (hochgradige degenerative Spinalkanalstenose; Präadipositas,
Schlafapnoe-Snydrom; schädlicher Gebrauch von Alkohol) von 80% und aus
psychiatrischer Sicht (rezidivierende depressive Störung, mittelgradige Episode;
akzentuierte Persönlichkeit mit narzisstischen und histrionischen Zügen) eine solche
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von 35%. Interdisziplinär bestätigten die Gutachter eine Arbeitsfähigkeit von 35% (IV-
act. 142). Die erwähnten somatischen Befunde, für welche ein sachlicher
Zusammenhang zu verneinen wäre, wirkten sich somit nicht zusätzlich auf die
Arbeitsfähigkeit aus. Im Ergebnis ist ein sachlicher Zusammenhang somit ebenfalls zu
bejahen, da der psychische Gesundheitsschaden bereits für sich allein die
Erwerbsunfähigkeit hätte bewirken können. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass
die Arbeitsunfähigkeit, welche ab 1. Oktober 2004 zur Invalidität des Klägers führte,
während des Vorsorgeverhältnisses mit der Beklagten eintrat und der zeitliche
Zusammenhang dieser Arbeitsunfähigkeit zur späteren Invalidität durch die Tätigkeit
bei der GmbH nicht unterbrochen wurde. Damit ist auch ein Anspruch des Klägers auf
Leistungen der Beklagten grundsätzlich zu bejahen.
5.
5.1 Gemäss Art. 8.1 des Reglements (act. G 3.5) besteht bei dauernder
Arbeitsunfähigkeit, die während der Mitgliedschaft beim F._ festgestellt wird, nach
medizinischem Gutachten des Vertrauensarztes und in Absprache mit dem
Arbeitgeber, Anspruch auf eine (reglementarische) Invalidenpension. Entgegen der
Auffassung des Rechtsvertreters der Beklagten (act. G 3 S. 5) trat beim Kläger noch
während der Mitgliedschaft bei der Beklagten eine dauernde Arbeitsunfähigkeit
bezogen auf die Tätigkeit bei der A._ ein, denn wie erwähnt hatte die Fachstelle für
Sozialpsychiatrie und Psychotherapie eine dauernde, mindestens 20%ige
Arbeitsunfähigkeit seit April 2000 und seit 9. Juli 2002 (Berichtsdatum) von 50%
bescheinigt (IV-act. 32 S. 9 und 10). Der Umstand allein, dass im Zeitpunkt der
Auflösung des Vorsorgeverhältnisses und auch später kein medizinisches Gutachten
des Vertrauensarztes erstellt wurde, kann sich nicht dahingehend auswirken, dass dem
Kläger lediglich BVG-Leistungen (Obligatorium) zustehen. Die Beklagte oder die
damalige Arbeitgeberin haben denn auch nie eine solche vertrauensärztliche
Begutachtung verlangt, obschon der Kläger seit April 2000 arbeitsunfähig bzw. sein
letzter Arbeitstag der 3. April 2000 war (IV-act. 10). Geschuldet ist daher eine
reglementarische Leistung.
5.2 Die Auszahlung der Invalidenpension erfolgt nach Art. 8.4 des Reglements ab
Folgemonat nach Beendigung der Lohn- oder entsprechender Lohnersatzzahlungen für
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die Dauer der Invalidität, bis spätestens zum Tod des Mitglieds. Wie erwähnt richtete
die IV wegen des vorangehenden IV-Taggeldbezugs erst ab Oktober 2004 eine Rente
aus (IV-act. 102, 103, 111 S. 4 unten). Mit Verfügung vom 4. Juli 2007 sprach sie dem
Kläger bei einem Invaliditätsgrad von 65% ab 1. Oktober 2005 eine Dreiviertelsrente zu.
Die halbe Rente bei einem Invaliditätsgrad von 50% ab 1. Oktober 2004 wurde
bestätigt (vgl. IV-act. 167). Im Nachgang zu der gegen diese Verfügung beim
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen erhobenen Beschwerde (IV 2007/363)
beantragte die IV-Stelle teilweise Gutheissung derselben und Feststelllung, dass von
Oktober 2004 bis Februar 2007 bei einem Invaliditätsgrad von 62% Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente und ab März 2007 bei einem Invalidtätsgrad von 73% Anspruch auf
eine ganze Rente bestehe. Sie begründete dies damit, dass bei der
Invaliditätsbemessung auf das RAD-Gutachten vom 7. Juni 2005 (IV-act. 91) und das
MGSG-Gutachten vom November/Dezember 2006 (IV-act. 142) abzustellen sei. Bei der
RAD-Begutachtung wurde wie erwähnt eine 50%ige, durch die mittelgradige
depressive Episode bedingte Arbeitsunfähigkeit festgestellt. Bei der Begutachtung im
Dezember 2006 hatte sich eine Verschlechterung der psychischen Situation mit der
Folge einer lediglich noch 35%igen Arbeitsfähigkeit ergeben. Das auf der Basis des bei
der A._ erzielten Einkommens 1999 (Fr. 63'093.--; IV-act. 171) bemessene und an die
Nominallohnentwicklung bis 2004 (Index des Bundesamtes für Statistik 1999: 1938;
Index 2005: 2095) angepasste Valideneinkommen beträgt Fr. 68'024.--. Ausgehend
von der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) 2004 (TA 1
Durchschnittslohn aller Branchen, Männer Niveau 4) und unter Berücksichtigung einer
betriebsüblichen Wochenarbeitszeit von 41.6 Stunden ergibt sich ein
Jahreseinkommen von Fr. 57'258.--. Bei einer 50%igen Arbeitsfähigkeit resultiert ein
Betrag von Fr. 28'629.-- und bei einer solchen von 35% von Fr. 20'040.--. Unter
Berücksichtigung eines Teilzeit-Abzuges von 10% (BGE 124 V 321 Erw. 3b/aa)
betragen die Invalideneinkommen Fr. 25'766.-- (Arbeitsfähigkeit von 50%) und
Fr. 18'036.-- (Arbeitsfähigkeit von 35%). Die Gegenüberstellung des
Valideneinkommens und der Invalideneinkommen ergibt die von der IV errechneten IV-
Grade von 62% (ab Oktober 2004) und von 73% (ab März 2007). Für die
Verschlechterung des Gesundheitszustands bzw. die Heraufsetzung des IV-Grades
ging die IV von Art. 88a Abs. 2 IVV (SR 831.201) bzw. davon aus, dass die sich die im
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Dezember 2006 attestierte 35%ige Arbeitsfähigkeit erst nach drei Monaten, d.h. ab
März 2007 rentenerhöhend auswirkte.
5.3 Wie dargelegt besteht vorliegend keine Bindung an den IV-Entscheid. Hingegen
liegt im Ergebnis kein sachlicher Grund dafür vor, den Invaliditätsgrad abweichend von
der Bemessung durch die IV festzulegen. Art. 8.1 des Reglements setzt für den
Anspruch auf eine Invalidenpension und damit das Bestehen einer Invalidität eine
dauernde Arbeitsunfähigkeit voraus. Ob sich diese dauernde Arbeitsunfähigkeit auf die
bisherige oder auch auf andere, dem Gesundheitsschaden angepasste Tätigkeiten
bezieht, lässt sich dem Reglement nicht entnehmen. Nachdem vorliegend jedoch das
Arbeitsverhältnis und damit auch das Vorsorgeverhältnis des Klägers bei der Beklagten
nicht mehr besteht, erscheint es sachgerecht, nicht nur seine bisherige Tätigkeit bei der
A._ für die Invaliditätsbemessung zu berücksichtigen, sondern auch andere
zumutbare Arbeiten und damit den Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt im Sinn von Art. 7 ATSG (SR
830.1). Inhaltlich stimmt somit die Umschreibung des Invaliditätsbegriffs in Art. 8.3 des
Reglements mit Art. 8 Abs. 1 ATSG überein, wonach Invalidität die voraussichtlich
bleibende oder dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit ist. Auch für die
Berücksichtigung der psychisch bedingten Verschlechterung des
Gesundheitszustandes gemäss Gutachten vom November/Dezember 2006 erscheint
es gerechtfertigt, eine Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit (mit dauerhaftem
Charakter) erst nach drei Monaten, d.h. ab März 2007, zu berücksichtigen. Dies auch
vor dem Hintergrund, dass die Rentenrevision (bei Veränderung des
Gesundheitszustandes) im Reglement der Beklagten nicht geregelt wurde (vgl. dazu
Hans-Ulrich Stauffer, Berufliche Vorsorge 2005, Rz 951). Ausgehend davon, dass der
IV-Taggeldbezug eine Lohnersatzzahlung im Sinn des Reglements darstellt, hat der
Kläger Anspruch auf reglementarische Leistungen auf der Basis eines
Arbeitsfähigkeitsgrads von 62% mit Wirkung ab Oktober 2004 und von 73% ab März
2007.
6.
6.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beklagte in Gutheissung der Klage
zu verpflichten, dem Kläger ab Oktober 2004 eine reglementarische Invalidenrente auf
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der Basis eines IV-Grads von 62% und ab März 2007 von 73% auszurichten. Die
Angelegenheit ist zur Berechnung der Leistungen an die Beklagte zu überweisen (vgl.
dazu BGE 129 V 450 Erw. 3.4).
6.2 Im Bereich der beruflichen Vorsorge anerkennt die Rechtsprechung die Pflicht zur
Entrichtung von Verzugszinsen bei einer verspäteten Überweisung von
Freizügigkeitsleistungen sowie bei verspäteter Auszahlung eines Alterskapitals oder bei
Invalidenrenten (Hans-Ulrich Stauffer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zur
beruflichen Vorsorge, 1996, S. 27). Enthalten die Statuten keine Bestimmung über die
Höhe des Verzugszinses, beträgt dieser 5% (Art. 104 Abs. 1 OR). Der Beginn der
Zinspflicht richtet sich nach Art. 105 Abs. 1 OR (BGE 119 V 133 Erw. 4 = Pra 83 (1994)
Nr. 67), wonach ein Schuldner, der mit der Entrichtung von Renten im Verzug ist, erst
vom Tag der Anhebung der Betreibung oder der gerichtlichen Klage an Verzugszinsen
zu bezahlen hat. Im vorliegenden Fall hat der Kläger am 15. Februar 2008 die Klage
eingeleitet; somit schuldet ihm die Beklagte ab diesem Zeitpunkt Verzugszins zu 5%
auf den ausstehenden Leistungen.
6.3 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 73 Abs. 2 BVG). Hingegen hat der
Kläger beim erwähnten Verfahrensausgang Anspruch auf eine Parteientschädigung
gegenüber der Beklagten. Die verfügte unentgeltliche Rechtsverbeiständung wird
gegenstandslos. Es rechtfertigt sich, dem Kläger die für derartige Verfahren übliche
Entschädigung von pauschal Fr. 3'500.-- (inkl. Barauslagen und MwSt. zuzusprechen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG