Decision ID: d057576e-06b4-4dbe-92f2-735c6b5606cf
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der im Jahre 1958 geborene
X._
arbeitete seit dem
6.
Januar 1992 be
i der
Y._
und war gestützt auf dieses Arbeitsver
hältnis bei der
Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt
(
SUVA
)
obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und
Nichtbe
rufsunfällen
versichert. Am 1
1.
April 2005
zog
er
sich an der lin
ken Schulter
eine
Rotatorenmanschettenruptur
sowie eine Partialruptur der
Bi
zepssehne
zu
, wobei
im Juli 2005 ein operativer Eingriff
nötig wurde. Ab dem
9.
Januar 2006 war der Versicherte wieder voll arbeits
fähig.
Nach einer
Rück
fallmeldung
im Juni 2006 kam es vorübergehend wieder zu einer
Arbeitsunfä
higkeit, wobei der Fall mangels weiterer Behandlungen im Januar 2007
abge
schlossen werden konnte (
Urk.
2 S.
2).
Seit dem
1.
Oktober 2007 war der Versicherte als Schreiner bei der
Z._
AG in
A._
angestellt und gestützt auf dieses Arbeitsverhältnis
eben
falls
bei der SUVA obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und
Nicht
be
rufsun
fällen
versichert
(
Urk.
14/1)
.
Am
1
5.
März 2010 verletzte er sich an der rechten Schulter, wobei am 2
8.
Mai 2010
abermals
ein operativer Eingriff nötig wurde (offene
Rotatorenmanschettennaht
mit
transossärer
Fixation,
Urk.
14/4). In der Folge erbrachte die S
UVA die gesetzlichen Leistungen.
I
n der Zeit vom 1
2.
Januar bis 1
6.
Februar 2011
weilte
der Versicherte
zur stationären Rehabili
tation in der
B._
(
Urk.
14/47).
Im Rahmen der kreisärztlichen Un
tersuchung vom 2
4.
Oktober 2011
hielt
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für
or
tho
pädische Chirurgie und Traumatologie, fest, dass die Voraussetzungen für den versicherungstechnischen Abschluss des Falles erfüllt seien
,
und formulierte das Zumutbarkeitsprofil; die Einschätzung des Integritätsschadens erfolgte am
2
5.
Oktober 2011 (
Urk.
14/79 f.). In der Zeit vom
3.
Januar bis
3.
Februar 2012 fand in der BEFAS
D._
eine Abklärung statt (Schlussbericht vom 1
7.
Feb
ruar
2012,
Urk.
14/153), wobei ab dem
6.
Februar 2012 an der gleichen Insti
tu
tion bis
A
nfang August 2012
(unter Federführung der IV-Stelle)
ein
Ar
beits
trai
ning
durchgeführt wurde (
Urk.
14/15
3 S. 11). Die Einstellung der
Tag
geldleis
tungen
erfolgte mit Schreiben vom 1
0.
Februar 2012 per
2.
Januar 2012, unter Hinweis auf die Taggelder der IV sowie die laufenden beruflichen Mass
nahmen (
Urk.
14/93). Mit Verfügung vom 1
4.
Februar 2013 verneinte die SUVA den An
spruch auf eine Invalidenrente und sprach dem Versicherten - ausgehen
d
von einem Integritätsschaden von 10 % - eine Integritätsentschädigung zu (
Urk.
15/31). Daran wurde in der Folge mit
Einspracheentscheid
vom
7.
August 2013
festgehalten (
Urk.
15/34 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Vertreter des Versicherten am
4.
September 2013 Be
schwer
de und beantragte, es sei dem Beschwerdeführer eine Invalidenrente auf der Basis
eines Invaliditätsgrades von 31
%
auszurichten, eventualiter sei die Sache zur Einholung eines medizinischen Gutachtens an die
Beschwerdegegne
rin
zurück
zu
weisen. Weiter sei festzustellen, dass die Integritätseinbusse 20
%
betrage; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Gunsten des Beschwerde
führers (
Urk.
1
S.
2). Mit Schreiben vom 1
9.
September 2013 liess der Be
schwerdeführer
zudem eine aktuelle medizinische Beurteilung
bezüglich
der rechten Schulter ein
reichen (
Urk.
7 f.).
Mit Beschwerdeantwort vom 2
0.
Dezember 2013
beantragte die
Beschwerde
geg
nerin
, es sei das Verfahren
vorläufig
bis zum Abschluss des vom Beschwerde
füh
rer gemeldeten Rückfalls
zu sistieren (
Urk.
13), unter Hinweis auf eine ortho
pädische Beurteilung von PD
Dr.
med.
E._
, Facharzt FMH für orthopädi
sche Chirurgie, vom
9.
Dezember 2013 (
Urk.
16).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
43
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (
ATSG
)
prüft der Versicherungsträger die Begehren, nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erfor
derlichen Auskünfte ein.
1.2
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist,
in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Ex
per
ten
begründet sind (BGE 125
V 352 E.
3a, 122 V 160 f. E
.
1c, je mit Hinwei
sen).
2.
2.1
Strittig ist im vorliegenden Verfahren
– neben der Höhe des Integritätsschadens -
insbesondere, von welchem Zumutbarkeitsprofil für die Ermittlung des
Invali
deneinkommens
auszugehen ist.
Im Rahmen des
Einspracheentscheids
hielt die Beschwerdegegnerin diesbezüg
lich
fest, dass die Einschätzung von
Dr.
C._
vom 2
4.
Oktober 2011 mass
gebend sei
.
An dieser Einschätzung vermöge auch der Schlussbericht der BEFAS
D._
vom 1
7.
Februar 2012 nichts zu ändern, da dieser
bei der
Be
urteilung der Zumutbarkeit
auch unfallfremde Beschwerden
berücksichtige
. Zu
dem habe der Beschwerdeführer die Arbeitstage von 7.5 Stunden gut einhalten können und
es sei von einer möglichen Leistungssteigerung auf ein durch
schnittliches Niveau aus
zugehen, was der kreisärztlichen Beurteilung entspreche (
Urk.
2 S. 8).
2.2
Demgegenüber machte der Vertreter des Beschwerdeführers
bezüglich des
Zu
mutbarkeitsprofils
im Wesentlichen geltend, dass
der Schlussbericht der BEFAS
D._
vom 1
7.
Februar 2012 allein aufgrund der Schulterbeschwerden weiter
gehende Einschränkungen vorsehe, welche
Dr.
C._
aufgrund des zeit
lichen Ablaufs nicht habe berücksichtigen können. Im Rahmen des
Arbeitstrai
nings
habe der Beschwerdeführer bei einem Arbeitstag von 7.5 Stunden eine Leistung von 55 % erzielen können. Auch wenn noch eine Steigerung möglich sei, sei klarzustellen, dass die Arbeitshaltung beim Arbeitstraining gut gewesen sei (
Urk.
1 S.
5).
2.3
In ihrer Beschwerdeantwort vom 2
0.
Dezember 2013 führte die
Beschwerde
geg
nerin
in der Folge aus, dass das
kreisärztlich umschriebene
Zumutbarkeitsprofil
aufgrund der BEFAS-Abklärung sowie der eingeholten Beurteilung von PD
Dr.
E._
vom
9.
Dezember 2013 doch in Frage zu stellen sei. An und für sich wäre im vorliegenden Fall ein Gerichtsgutachten zur Frage der Zumut
barkeit ein
zuholen. Da es inzwischen aber zu einem Rückfall (
Reruptur
der
Supraspinatus
sehne
) gekommen sei, sei das Verfahren bis zum Abschluss des Rückfalls zu sis
tieren (
Urk.
13).
3.
3.1
In seinem Bericht vom 2
5.
Oktober 2011 (kreisärztliche Untersuchung vom 2
4.
Oktober 2011) hielt
Dr.
C._
fest, dass
entsprechend der Beurteilung der
Fachärzte der
B._
(Aufenthalt vom 1
2.
Januar bis 1
6.
Februar 2011)
in einer leichten bis mittelschweren Tätigkeit (Maximalbelastung 10 bis 15 kg) von einer vollzeitigen Arbeitsfähigkeit auszugehen
sei
. Nur selten und mit geringer Belastung zumutbar seien Überkopfarbeiten und körperferne Tätig
keiten (über 50 cm vom Körper entfernt)
;
nicht zuzumuten seien solche
,
die zu starken Erschütterungen oder Vibrationen in den Schultergelenken führen wür
den. Die Einschränkungen würden dabei
– in Abweichung
vom Austrittsbericht
der
B._
-
für beide Schultergelenke gelten
(
Urk.
14/79 S. 7).
3.2
Die für den Schlussbericht der BEFAS
D._
vom 1
7.
Februar 2012
verant
wortlichen Fachärzte gingen von den folgenden invalidisierenden Diagnosen aus:
Beidseitige unklare Schulterschmerzen bei Status nach Arthroskopie Schulter
rechts und offene
Rotatorenmanschettennaht
der
Supraspinatussehne
rechts
am
1
7.
Mai 2010, nach traumatischer
Rotatorenmanschettenläsion
Schulter rechts
am
1
5.
März 2010 und Status nach Arthroskopie, offener
Rota
torenmanschetten
naht
und
Tenodese
der langen
Bizepssehne
sowie
Akromio
plastik
Schulter links bei trau
matischer
Rotatorenmanschettenläsion
Schulter links
am
1
1.
April 2005 (
Urk.
14/153 S. 3).
Aus medizinischer Sicht könnten Tätigkeiten als behinderungsangepasst gelten,
wenn sie bezüglich der Schultern und oberen Extremitäten nur noch mit leich
ten
bis allenfalls gelegentlich maximal mittelschweren Belastungen einhergehen wür
den, unter
der
Voraussetzung eines möglichst nur noch unter Schulterhöhe ge
forderten Armeinsatzes beidseits und auch o
hne geforderte grössere
Kraftauf
wendungen
im Bereich der oberen Extremitäten
. Zudem müssten bei visuell und feinmotorisch nicht anspruchsvollen industriellen Fertigungsarbeiten die Tätig
kei
ten überwiegend auf Tischhöhe, mit Abstützmöglichkeiten der Vorderarme
,
aus
geführt werden können. Dabei seien Vibrations- und Schlageinwirkungen auf
die oberen Extremitäten zu vermeiden
;
zudem sollte das Einnehmen von
Wech
sel
positionen
sowie belastungsabhängige kurze Entlastungspausen ge
währleistet werden können. Bei einem Pensum von 7.5 Stunden habe der Be
schwerdeführer eine Leistung von 55
%
erbringen
können
, welche mit zunehmender Routine erfahrungsgemäss auf eine durchschnittliche Leistung gesteigert werden könne (
Urk.
14/153 S.
9 f.
).
3.3
PD
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für orthopädische Chirurgie, diag
nos
ti
zierte in seinem
Bericht vom 1
2.
September 2013 eine
Reruptur
der
anteriore
n
Hälfte der
Supraspinatussehne
rechts
bei Status nach traumatischer
Rotatoren
manschettenruptur
am 1
5.
März 2010 und Status nach offener
Rotatorenman
schettenrekonstruktion
am 2
8.
Mai 201
0.
Es liege eine
Rotatorenmanschetten
rup
tur
vor, allenfalls seien Sehnen nach der Rekonstruktion 2010 nicht einge
heilt. Aufgrund der relevanten Beschwerden empfehle er eine
Revisionsopera
tion
(
Urk.
8/1).
3.4
In seiner orthopädischen Beurteilung vom
9.
Dezember 2013
hielt PD
Dr.
E._
fest, dass der Schlussbericht der BEFAS
D._
vom 1
7.
Februar 2012
in der
Ver
fügung vom 1
4.
Februar 2013 keine Berücksichtigung gefunden habe. Auf
grund
des zeitlichen Intervalls könne im Zeitpunkt der Verfügung nicht mehr
mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit von einer Gültigkeit der
kreisärztli
chen
Zu
mutbarkeitsbeurteilung ausgegangen werden. Für die Definition einer aktuellen
Zumutbarkeit sei eine körperliche Untersuchung des Beschwerdefüh
rers erfor
der
lich (
Urk.
16).
3.5
Unbestritten ist, dass der Schlussbericht der BEFAS
D._
vom 1
7.
Februar
2012 im Rahmen der
Verfügung vom 1
4.
Februar 2013 nicht berücksichtigt wurde.
Ab
gestellt wurde seinerzeit auf die kreisärztliche Einschätzung von
Dr.
C._
vom 2
5.
Oktober 2011, welcher sich seinerseits auf die Einschät
zung der Fach
ärzte der
B._
(stationäre Rehabilitation vom 1
2.
Ja
nuar bis 1
6.
Februar 2011)
ab
stützte. Weiter wird entsprechend den Aus
führungen in der Beschwerdeantwort auch nicht mehr an der Einschätzung fest
gehalten, dass der Schlussbericht der BEFAS
D._
die kreisärztliche Beur
tei
lung nicht in Frage zu stellen vermag, was sich auch aus den vorliegenden Akten ergibt. So ist festzuhalten, dass die BEFAS-Abklärung rund ein Jahr später erfolgte als diejenige an der
B._
, so dass ihr schon allein des
halb ein erheb
liches Gewicht
zukommt. Für die Ermittlung des
Zumutbar
keitsprofils
konnte dabei ebenfalls auf die Ergebnisse einer stationären Unter
suchung zurückge
griffen werden. Unzutreffend ist weiter, dass die höheren An
forderungen an ei
nen behinderungsangepassten Arbeitsplatz allein
mit Blick auf
un
fallfremde
Gründe
definiert
worden sind. So ergeben sich insbesondere wei
ter
gehende Ein
schränkungen bei der Pausengestaltung, beim Abstützen
der Arme
, be
züglich
der ge
nerellen Schwere der Arbeiten sowie bei der zumutbaren
Ar
beits
höhe
. Weiter schloss die Beschwerdegegnerin aufgrund der Aussage, dass er
fahrungsgemäss eine Steigerung der Leistung von 55
%
auf eine durch
schnitt
liche Leistung
möglich sei, auf eine entsprechende Leistungssteigerung im kon
kre
ten Fall. Zu berücksichtigen ist
indes
, dass der Beschwerdeführer im An
schlus
s an die BEFAS-Abklärung ein Arbeitstraining unter der Leitung der IV-Stelle an
t
reten konnte. Dabei klagte er bereits im April 2012 wieder über deutliche
Schul
terrestbeschwerden
(
Urk.
14/105). Frau
G._
von der BEFAS
D._
hielt dies
bezüglich anlässlich einer Besprechung vom
3.
Juli 2012 fest, dass die Be
schwer
den nach zwei bis drei Stunden Arbeit stark zunehmen würden. Eine Leis
tungssteigerung, wie sie im BEFAS-Bericht prognostiziert worden sei, habe nicht
erreicht
werden können (
Urk.
14/115 S.
3
).
Aus dem Be
richt von PD
Dr.
F._
vom 1
2.
September 2013 ergibt sich weiter der Verdacht, dass die Be
schwerden allenfalls auch durch eine schlechte
Einheilung nach dem operativen Eingriff
verursacht worden sind; weiter konnte mittels MRI eine
Reruptur
der
Supraspinatussehne
objektiviert werden.
Insgesamt ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin ihrer
gesetzlichen Pflicht
zur richtigen und vollständigen
Abklärung
von Amtes wegen nicht genügend
nachgekommen ist. So hätte einerseits der Schlussbericht der BEFAS
D._
für die Ermittlung des Zumutbarkeitsprofils
mit
einbezogen wer
den müssen
;
an
derseits
wäre
der Sachverhalt für die
verbleibenden
rund
1.5 Jahre
bis zum an
gefochtenen
Einspracheentscheid
f
undiert
abzuklären gewesen,
umsomehr
als der Beschwerdeführer in dieser Zeit an einem
Arbeits
training
teilnahm.
Die vor
liegenden Akten legen dabei den Schluss nahe, dass im Zeitpunkt des
Ein
spra
cheentscheids
kein stabiler Gesundheitszustand vorge
legen hat.
Da weiter auch der BEFAS-Bericht keine abschliessende Einschätzung der Arbeitsfähigkeit ent
hält, erscheint n
ach Abschluss des gemeldeten Rückfalls die Einholung eines or
tho
pädischen Gutachtens sinnvoll, wie dies sowohl die Beschwerdegegnerin als auch der Vertreter des Beschwerdeführers in seinem Eventualantrag beantragt.
Entgegen den Ausführungen der Beschwerdegegnerin steht dabei nicht ein
Ge
richts
gutachten
im Vordergrund.
A
uch die
Be
schwerdegegnerin
ist
aus heutiger Sicht der Auffassung, dass der medizinische Sachverhalt nich
t abschliessend abgeklärt wurde;
Beweis über sozialversicherungsrechtliche Ansprüche abe
r soll s
chwergewichtig auf der Stufe des Administrativverfahrens geführt werden. Das
Gebot, im Falle nicht hinreichend beweiswertiger Abklärungsergebnisse aus dem
Verwaltungsverfahren eine Gerichtsexpertise einzuholen (BGE 137 V 210 E.
4.4.1.3,
138 V 318 E. 6.1.1), soll dem relativ hohen Mass an Ungleichheit der
Be
teiligten (zu Gunsten der Verwaltung) entgegenwirken beziehungsweise die
Waffen
gleichheit
gewährleisten. Es dient mithin der versicherten Person, die vor
liegend aber selber eventualiter die Rückweisung an die Verwaltung beantragt hat.
Die Sache ist damit zu weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, wo
mit
die Frage der Sistierung des vorliegenden Verfahrens obsolet wird.
Von der Beschwerdegegnerin anerkannt wird, dass für jede Schulter ein
Integri
tätsschaden
von 5
%
und damit insgesamt
(
mindestens
)
ein solcher
von 10
%
ge
geben ist
(
Urk.
2 S.
12). Aufgrund der nun objektiv ausgewiesenen
Reruptur
der
Supraspinatussehne
rechts
erscheint es
nicht ausgeschlossen, dass nach Abschluss
des Rückfalls
der Integritätsschaden an der rechten Schul
ter
allenfalls
höher
eingestuft werden muss.
E
s
erscheint
sinnvoll, auch die
defini
tive
Einschätzung des Integritätsschadens nach abschliessender Klärung des medizini
schen Sach
verhaltes vorzunehmen, da so auf eine Abgrenzung zwi
schen bereits vor dem Rückfall best
anden
en und allfälligen neuen
Schäden ver
zichtet werden kann.
Zusammenfassend führt dies
zur
Gutheissung der Beschwerde
in dem Sinne, dass
die Sache in
Auf
hebung des ang
efochtenen
Einspracheentscheids
zur weiteren Ab
klärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist.
4.
Ausgangsgemäss ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerde
führer eine angemessene Prozessentschädigung zu bezahlen, welche in Anwen
dung von
Art.
61
lit
. g ATSG, namentlich unter Berücksichtigung der Bedeu
tung der Streitsache und der Schwi
erigkeit des Prozesses auf
Fr.
2'1
00.-- (in
klu
sive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.