Decision ID: 7a5131a2-01b1-4f80-8190-e66aa76cda20
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1959, heiratete am 2
6.
August 1983
Y._
, geboren 194
9.
Am 29. Dezember 1983 wurde ihr gemeinsamer Sohn
Z._
geboren.
Mit Urteil des Bezirksgerichts Pfäffikon ZH vom 24. November
1987 wurde die Ehe ge
schieden (
Urk.
7/50).
Nachdem
Y._
am
1
8.
Septem
ber 1998
verstorben war, beantragte
X._
mit Anmeldung vom
1
9.
Oktober 1998
bei der
E
idgenö
ssischen Alters- und
Hinterlassenenver
siche
rung
die Ausrichtung
von
Hinterlassenenrente
n
für
sich und
ihren Sohn
Z._
(vgl.
Urk.
7
/
53
).
Mit Verfügung
en
vom
1
9.
Januar 1999
sprach die Ausgleichs
kasse
X._
mit Wirkung ab
1.
Oktober
1998
eine ordentliche
Witwenrente sowie
dem Sohn
Z._
eine ordentliche Waisen
rente zu (
Urk.
7/1-2)
.
1.2
Im Rahmen der Überprüfung der Anspruchsberechtigung
auf die
Waisenrente
ersuchte die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
Ausgleichskasse
,
X._
mit Schreiben vom
5.
November 2001 um Angabe, ob sich
Z._
nach Vollendung des 1
8.
Altersjahres im Dezember 2001 weiterhin in Ausbildung befinde (
Urk.
7/3). In der Folge reichte der Arbeitgeber von
Z._
eine
Bestätigung
ein,
wonach die
Lehre als Bauzeichner
bis 15. August 2003 dauere
(Urk. 7/5).
Mit Schreiben vom
4.
Juli 2003 teilte die Ausgleichskasse
X._
mit, dass infolge Beendigung der Ausbildung der Renten
anspruch von
Z._
per 3
1.
August 2003 erl
ösche
(
Urk.
7/11).
1.3
Am
6.
Februar 2019
stellte
X._
der
Ausgleichskasse
Handel Schweiz
einen An
trag auf eine Rentenvorausberechnung
(
Urk.
7/42)
, welche d
as Gesuch
zuständigkeitshalber
an die Ausgleichskasse
überwies
(
Urk. 7/42/7
)
.
Die
se
wies
X._
mit Ver
fügung vom
7.
Mai 2019
darauf hin, dass ihr Anspruch auf eine Witwenrente nur so lange bestanden habe, bis ihr Sohn das 1
8.
Altersjahr erreicht habe. Sie verpflichtete
X._
zur Rück
zahlung der in den letzten fünf Jahren zu viel ausbezahlten Rentenleistungen in der Höhe von Fr. 104'714.-
- (
Urk.
7/59).
Die dagegen erhobene Einsprache vom 2
7.
Mai 2019 (
Urk.
7/64) sowie ergänzend vom
4.
November 2019 (
Urk.
7/69),
6.
und 1
6.
März 2020 (
Urk.
7/81, Urk. 7/84) wies die Ausgleichskasse mit
Ein
spracheentscheid
vom 1
0.
Juni 2020 ab (
Urk.
7/87 =
Urk.
2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 1
0.
Juni 2020 erhob
X._
am 9. Juli 2020 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei auf
zuheben und von der Rückforderung der Witwenrente im Umfang von Fr. 104'714.-
- sei abzusehen (Urk. 1).
Mit Beschwerdeantwort vom 1
4.
September (recte: August) 2020 schloss die Be
schwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6, unter Beilage ihrer Ak
ten [Urk. 7/1-88]), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom
9.
Sep
tem
ber 2020 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Laut
Art.
23
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenen
versicherung
(AHVG)
haben Witwen oder Witwer Anspruch auf eine Witwen- oder Witwerrente, sofern sie im Zeitpunkt der Verwitwung Kinder haben.
Der Anspruch auf die Witwen- oder Witwerrente entsteht am ersten Tag des dem Tod des Ehemannes oder der Ehefrau folgenden Monats
(
Art.
23
Abs.
3 AHVG).
Nach Art.
24a
Abs.
1 AHVG ist eine geschiedene Person einer verwitweten gleich
ge
stellt (und hat somit nach dem Tod des früheren Ehepartners Anspruch auf eine Witwen- oder Witwerrente im Sinne der
Art.
23 f. AHVG), wenn sie eines oder mehrere Kinder hat und die geschiedene Ehe mindestens zehn Jahre gedauert hat (
lit
. a) oder die geschiedene Ehe mindestens zehn Jahre gedauert hat und die Schei
dung nach Vollendung des 4
5.
Altersjahres erfolgte (
lit
. b) oder das jüngste Kind sein 1
8.
Altersjahr vollendet hat, nachdem
die geschiedene Person ihr 45.
Alters
jahr zurückgelegt hat (
lit
. c).
Ist nicht mindestens eine
dieser
Voraus
setzungen erfüllt, so besteht ein An
spruch auf eine Witwen- oder Witwerrente nu
r, wenn und solange die geschie
dene Pe
rson Kinder unter 18 Jahren hat (Art. 24a
Abs.
2 AHVG). Die Witwen
rente erlischt, mit Ablauf des Monats, in welchem das jüngste Kind das 18. Alters
jahr vollendet (
Rz
3415 ff.
Wegleitung über die Ren
ten [RWL]
i
n der Eidgenös
sisch
en Alters-
, Hinterlassen
en- und Inva
liden
ver
siche
rung, gültig ab
1.
Januar 2003; Stand: 1. Ja
nuar
2021)
.
1.2
Nach
Art.
25
Abs.
1 Satz 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
ver
sicherungsrechts (ATSG) sind unrechtmässig bezogene Leistungen zu
rück
zuerstatten. Wer Leistungen in gutem Glauben empfangen hat, muss sie nicht zurückerstatten, wenn eine grosse Härte vorliegt (
Art.
25
Abs.
1 Satz 2 ATSG).
1.3
D
er Rückforderungsanspruch erlischt mit dem Ablauf eines Jahres, nachdem die Versicherungseinrichtung davon Kenntnis erhalten hat, spätestens aber mit dem Ablauf von fünf Jahren nach der Entrichtung der einzelnen Leistung. Wird der Rückerstattungsanspruch aus einer strafbaren Handlung hergeleitet, für welche das Strafrecht eine längere Verjährungsfrist vorsieht, so ist diese Frist mass
gebend (
Art.
25
Abs.
2 ATSG).
Die Auslösung der relativen Verwirkungsfrist von einem Jahr setzt nach der Recht
sprechung nicht eine tatsächliche Kenntnisnahme voraus. Es genügt schon, dass der Versicherungsträger bei Beachtung der zumutbaren Aufmerksamkeit hätte erkennen müssen, dass die Voraussetzungen für eine Rückerstattung be
stehen (
BGE 146 V 217 E. 2.1
;
Ueli
Kieser
, ATSG-Kommentar,
4
.
Auflage, Zürich/
Basel/Genf 2020
, N
85
zu
Art.
25 ATSG). Geht die unrechtmässige Leistungs
ausrichtung auf einen Fehler des Versicherungsträgers zurück, beginnt die ein
jährige Frist nicht mit der Leis
tungs
ausrichtung zu laufen; massgeblich ist viel
mehr der (spätere) Zeitpunkt, in welchem der Versicherungsträger anlässlich einer Kontrolle
zumutbarerweise
den Fehler hätte entdecken können. Mit anderen Wor
ten ist bei solchen Konstella
tio
nen nicht der ursprüngliche Irrtum, sondern erst ein «zweiter Anlass», nämlich die zumutbare Kenntnis über den ursprünglichen Irrtum von Belang (
Kieser
, a.a.O., N 58 zu
Art.
25 ATSG mit Hinweisen). Das für die Auslösung der
Einjahres
frist
vorausgesetzte zweite Ereignis ist also erst gegeben, wenn Grund für eine erneute Prüfung des Dossiers besteht (
BGE 146 V 217 E. 2.2;
Felix Frey, in: Ueli
Kieser
/Kaspar Gehrig/
Susanne Bollinger [Hrsg.], KVG-UVG-Kommentar, Zürich 2018, S. 631, N 9 zu
Art.
25 ATSG)
.
2.
2.1
Im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom
1
0.
Juni 2020
(
Urk.
2) führte die Be
schwer
de
gegnerin im Wesentlichen aus,
die unrechtmässige Leistungsaus
rich
tung
an die Beschwerdeführerin
sei ab Januar 2002, nachdem ihr
Sohn das 18.
Alters
jahr vollendet habe, erfolgt.
Ab diesem Zeitpunkt
habe
kein An
spruch auf eine Wit
wen
rente mehr bestanden. Indessen sei ihr die Witwenrente weiter ausbezahlt worden. Dabei handle es sich um den ersten,
(für die Verwirkung) nicht massgebenden
Irrtum. Der zweite Anlass, der Gelegenheit zur Kontrolle ge
boten
habe und für die relative Verjährung mass
gebend sei, sei die Anmeldung für eine provisorische Renten
be
rechnung am 6. Fe
bru
ar 2019 gewesen
, womit die einjährige Verjährungsfrist zu laufen begonnen habe
.
Die Rückforderungs
ver
fügung vom
7.
Mai 2019 sei recht
zeitig erfolgt und der Rückforderungsanspruch deshalb nicht verwirkt. Anders als geltend gemacht, habe die Beschwerdegegnerin
ihren Fehler nicht bei Erlöschen der Waisenrente im Juli 2003 erkennen können. Diese Schreiben würden durch ein gesetztes Datum im System automatisch aus
gelöst und dann versendet wer
den und nicht von einem Kundeberater persönlich ausgestellt. Das Setzen des Datums führe automatisch dazu, dass das jeweilige Schreiben verfasst und die ent
sprechende Rente in Abgang genommen werde. Demnach biete das Erlöschen einer Rente weder Anlass andere Renten zu über
prüfen, noch könne dabei ent
deckt werden, dass eine Rente fälschlicherweise aus
bezahlt werde.
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde vom
9.
Juli 2020 (
Urk.
1) zusammengefasst geltend, es sei bereits im Zeitpunkt der
Zusprache
der Witwenrente im Januar 1999 festgestanden, dass sie mangels Erfüllung der Vor
aussetzungen gemäss
Art.
24a
Abs.
1 AHVG bloss einen Anspruch auf eine Witwenrente habe, solange ihr Sohn noch nicht das 1
8.
Altersjahr erreicht habe. Trotzdem sei ihr eine unbefristete Witwenrente zugesprochen worden.
Dies
sei als erstmaliges unrichtiges Handeln zu qualifizieren. Im Hinblick auf das Erreichen des 1
8.
Altersjahres habe sich die Beschwerdegegnerin im Rahmen eines auf die
sen Zeitpunkt hin eröffneten Revisionsverfahrens bei der Beschwerdeführerin am 5.
November 2001 erkundigt, ob deren Sohn nach wie vor in Ausbildung stehe. Im Rahmen dieses Revisionsverfahrens hätte die Beschwerdegegnerin merken müssen, dass der Anspruch der Beschwerdeführerin per Dezember 2001 zu termi
nie
ren gewesen wäre
, spätestens jedoch bei der erneuten Rentenrevision im Juni 2003 als die Waisenrente des Sohnes aufgehoben worden
sei
. Dass die Beschwer
de
gegnerin ein computergesteuertes System verwende, könne nicht zu Lasten der Beschwerdeführerin gehen.
Die einjährige Verwirkungsfrist
sei somit im Novem
ber 2002, spätestens jedoch im Juni 2004 abgelaufen, weshalb von der Rückfor
de
rung der bezogenen Witwenrente abzusehen sei.
3.
3.1
Nach Lage der Akten ist zwischen den Parteien zu Recht nicht umstritten, dass die Beschwerdeführerin ab
Januar
2002 keinen Rentenanspruch mehr hatte, aber trotzdem Rentenzahlungen in
massgeblicher
Höhe erhielt.
Strittig und zu prüfen ist, ob die von der Beschwerdegegnerin geltend gemachte Rückforderung der ab
Januar 200
2
unrechtmässig ausbezahlten Witwen
rente
für die letzten fünf Jahre
seit Juni 2014
in der Höhe von
Fr.
104'714.--
verwirkt ist oder nicht. Entscheidend ist hierfür, wann im vorliegenden Fall die einjährige Verwirkungs
frist von
Art.
25
Abs.
2 Satz 1 ATSG zu laufen begann.
3.2
Bei einer erstmals auszurichtenden Witwenrente ist zu prüfen,
ob die geschiedene Ehe von der Trauung bis zur Rechtskraft der Scheidung mindestens 10 Jahre ge
dauert hat und die geschiedene Frau entweder Kinder hat oder die Scheidung nach Vollendung des 4
5.
Altersjahres der Frau erfolgte oder wenn die Ehe nicht 10 Jahre gedauert hat, ein Kind nach dem 4
5.
Altersjahr der geschiedenen Frau 18-jährig wird (vgl.
Rz
. 4326ff. RWL). Vorliegend
ist belegt (
Urk.
7/53
), dass die Beschwerdegegnerin im Zeitpunkt der ursprüng
lichen
Rentenzusprache
über
die Scheidung
der Beschwerdeführerin informiert war, aber irrtümlicherweise eine ordentliche Rente anstatt einer
befristeten Wit
wen
rente
verfügte
(
Urk.
7/1)
.
Da diesem ursprünglichen Irrtum nach dem Gesagten
jedoch
keine fristauslöse
nde Wirkung zukommen kann (E. 1.3
), ist zu prüfen, ob bereits vor
dem Antrag zur
provisorischen Rentenberechnung
im
Februar 2019
(vgl.
Urk.
7/
42
) ein Anknüp
fungs
punkt besteht, in welchem die Beschwerde
gegnerin den ihr bei der
erst
maligen
Renten
zusprache
unterlaufenen Fehler hätte erkennen müssen.
3.3
A
us dem Umstand, dass die Beschwerdegegnerin
die Waisenrente des Sohnes der
Beschwerdeführerin
per Ende August 2003 - nachdem sie im November 2001 betreffend den Stand der Ausbildung des Sohnes bei der Beschwerdeführerin nach
gefragt (vgl.
Urk.
7/3) und von dessen Lehrmeister informiert wurde (vgl.
Urk.
7/5) - infolge Beendigung der Ausbildung aufhob
(vgl.
Urk.
7/11
), kann die Beschwerdeführerin nichts zu ihren Gunsten ableiten.
Auch
a
nlässlich des Errei
chens des 1
8.
Altersjahres des Sohnes der Beschwerdeführerin im Dezember 2001 ergab sich kein Anlass der Beschwerdegegnerin zur Über
prüfung der Witw
enrente der Beschwerdeführerin. Vielmehr wurde dadurch systembedingt die Überprüfung der Waisenrente veranlasst und autom
atisch das Schreiben vom
5.
November 2001 generiert. Aufgrund der Bestätigung der Lehre bis Mitte August 2003 wurde ein neues Datum gesetzt und im Juli 2003 erneut automatisch der Versand des Schreibens vom
4.
Juli 2003 veranlasst (vgl.
Urk.
2).
D
iese
Schreiben
wurden also
erstellt, ohne Einblick in das Dossier des Rentenbezügers zu nehmen. Es leuchtet ein, dass lückenlose und systematische Einsichtnahmen und (anlasslose) Prüfun
gen an
ge
sichts der Vielzahl der Rentenbezüger aus praktischen und finanziellen Gründen nicht möglich sind.
Beim Erreichen des 1
8.
Altersjahres des Sohnes der Beschwer
de
führerin lag das Hauptaugenmerk
auf der Überprüfung der Waisen
rente.
I
m Rahmen derer
war
die Beschwer
de
gegnerin
nicht gehalten
,
die
Witwen
r
enten
berechnung und ihre Grund
lagen anzuschauen oder zu überprüfen
,
da es sich bei der Witwen- und Waisenrente um
unterschiedliche
Leistungsansprüche mit zwei verschiedenen Anspruchsberechtigten handelt
und
sie nicht unter
ein
ander akzessor
isch sind
. Aus den Abklärungen der Beschwerdegegnerin in Bezug
auf die Waisenrente ergaben sich denn auch keine Hinweise, die für die An
spruchsberechtigung der Beschwerdeführerin auf eine Witwenrente relevant ge
wesen wäre
n
.
Daraus folgt, dass
weder das
Schreiben vom
5.
Novem
ber 2001
noch dasjenige vom 4.
Juli 2003 die einjährige Verwirkungsfrist auslösen konnten
.
In Bezug auf die Witwenrente der Beschwerdeführerin erfolgte d
ie Festlegung und
Prüfung der Rentenberechnungsfaktoren das erste und einzige Mal im Rah
men der Fest
setzung de
r
Witwenrente
im
Januar 1999
.
3.4
E
rst im
Februar 2019
erlangte
d
ie Beschwerdegegnerin anlässlich
d
es Gesuchs um
provisorische Rentenvorausberechnung
Kenntnis von den irrtümlichen Renten
auszahlungen (vgl.
Urk.
7/42
). Zu diesem Zeitpunkt wurde die einjährige Ver
wirkungsfrist von
Art.
25
Abs.
2 Satz 1 ATSG in Gang gesetzt. Mit Erlass der Ver
fügung vom
7.
Mai 2019
(
Urk.
7/59
) wahrte die Beschwerdegegnerin diese Frist.
Die Rückforderung der Beschwerdegegnerin ist demnach nicht verwirkt.
Soweit die Beschwerdeführerin in der Beschwerde im Rahmen der Sachverhalts
schil
derung darauf hinweist, dass ihr von der Beschwerdegegnerin dreimal, nämlich im September 1998, im Dezember 2001 sowie im Juli/August 2003, telefonisch
die Richtigkeit der Auszahlung der Witwenrente bestätigt worden sei (Urk. 1 S. 3),
ist anzumerken, dass sich in den Akten keinerlei Hinweis auf entsprechende Tele
fongespräche finden (vgl.
insbs
. Urk. 7/76). Die Beschwerdeführerin macht denn auch keine näheren Angaben dazu, etwa zu den Namen der Gesprächspartner auf Seiten der Beschwerdegegnerin. D
ie Fo
lgen der Beweislosigkeit hat die Be
schwer
deführerin
zu tragen. Im Übrigen hat die Rechtsprechung in Bezug auf mündliche
und namentlich telefonische Zusicherungen und Auskünfte erkannt, dass die blosse
, unbelegte Behauptung einer telefonischen Auskunft oder Zusage nicht genügt, um einen Anspruch aus dem Grundsatz des Vertrauensschutzes zu be
gründen. Praxisgemäss ist eine nicht schriftlich belegte telefonische Auskunft zum Beweis von vornherein kaum geeignet (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_847/2017 vom 31. Mai 2018 E. 5.1 und 8F_6/2013 vom 25. Juni 2013 E. 2 je mit Hinweisen, BGE 143 V 341 E. 5.3.1).
Leistungsrelevante Anfragen bei der IV-Stelle sind nicht telefonisch, sondern schriftlich zu stellen. Telefonische Aus
künfte sind sich schriftlich bestätigen zu lassen. Die gegenteilige Auffassung führte zu einer gesetzwidrigen Umkehr der Beweislast (vgl. Urteil des Bundes
gerichts 9C_493/2012 vom 25. September 2012 E. 6).
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Allerdings ist die Beschwer
de
führerin darauf hinzuweisen, dass die Möglichkeit eines Erlassgesuches besteht.