Decision ID: 23c3463e-eaec-59bf-b526-0f79b36e3b73
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ X.Y. (geb. 1980) stammt aus Guinea (Conakry) und reiste am 4. April 2002 in die
Schweiz ein. Das Asylgesuch, das er als E.D. (geb. 1984) einreichte, wurde am 18.
August 2003 abgewiesen. Er ist der Vater von K., den die Schweizerin B.S. (geb. 1982)
am 30. Oktober 2006 zur Welt brachte. X.Y. kehrte am 11. Januar 2007 nach Guinea
zurück. Während seiner Anwesenheit als (abgewiesener) Asylbewerber in der Schweiz
wurde er sechsmal strafrechtlich belangt und zu Freiheitsstrafen von insgesamt 15
Monaten verurteilt.
B./ Am 19. November 2007 heiratete X.Y. in Guinea B.S., die am 6. Juli 2007 von N.I.
(geb. 1978, Gambia) geschieden worden war. X.Y. reiste am 5. August 2008 wieder in
die Schweiz ein. Ab 4. Oktober 2008 wohnte er zusammen mit B.S., dem
gemeinsamen Sohn und der Tochter (geb. 2003) der Ehefrau aus ihrer früheren Ehe in
Wil. Vom 13. November 2010 bis 15. August 2011 lebten die Eheleute getrennt. Am 16.
November 2011 kamen sie in einem von B.S. angestrengten neuerlichen
Eheschutzverfahren überein, dass X.Y. spätestens am 30. November 2011 die
gemeinsame Wohnung wieder verlasse.
X.Y. war von Oktober 2008 bis Mai 2009 als Mitarbeiter der Q. und anschliessend bis
September 2009 als Maschinenbediener bei der H. in Wil angestellt. Seit Dezember
2009 arbeitet er als Recyclist und Maschinenführer bei der Z. AG, Gossau.
Strafrechtlich wurde X.Y. nach seiner erneuten Einreise in die Schweiz am 3. März 2009
wegen Fälschung eines Ausweises (Führerausweis von Guinea, bedingte Geldstrafe
von zehn Tagessätzen zu 100 Franken, Busse 300 Franken), im Zusatz dazu am 27.
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April 2010 wegen mehrfacher Verletzung einer Ausgrenzung (aus dem Gebiet der Stadt
Winterthur begangen vom 23. März 2006 bis 11. Januar 2007) und Widerhandlung
gegen das Betäubungsmittelgesetz (Verkauf von fünf Portionen Kokain zum Preis von
400 Franken und Besitz von zwei weiteren Portionen am 4. August 2009, 320 Stunden
gemeinnützige Arbeit anstelle einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu 90 Franken), am
9. Juni 2011 wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz (Besitz von vier
Gramm Marihuana, Busse 200 Franken) sowie am 23. Dezember 2011 wegen
Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes (gelegentlicher Konsum von Marihuana)
sowie mehrfacher Beschimpfung und Hinderung einer Amtshandlung (begangen am
21. Juni 2011 anlässlich einer polizeilichen Personenkontrolle, Geldstrafe von 30
Tagessätzen zu 80 Franken, davon 15 Tagessätze bedingt bei einer Probezeit von drei
Jahren, Busse von 300 Franken) belangt.
C./ Das kantonale Migrationsamt verwarnte X.Y. am 4. August 2010 wegen der
zahlreichen strafrechtlichen Verfehlungen. Es verlängerte seine Aufenthaltsbewilligung
– nachdem es am 15. Juli 2011 angesichts der Trennung von der Ehefrau den Widerruf
der Aufenthaltsbewilligung in Aussicht gestellt hatte, die Eheleute aber wieder
zusammenlebten - am 5. September 2011 bis 4. August 2013. Nach der neuerlichen
Trennung von der Ehefrau widerrief das Migrationsamt am 5. Juni 2012 die
Aufenthaltsbewilligung. Das Sicherheits- und Justizdepartement wies den dagegen
erhobenen Rekurs am 4. Februar 2013 ab. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege trug
der Kanton die Entscheidgebühr von 1'000 Franken und entschädigte die
Rechtsvertreterin von X.Y. mit 1'300 Franken zuzüglich Mehrwertsteuer.
D./ X.Y. (nachfolgend Beschwerdeführer) erhob gegen den am 5. Februar 2013
versandten Rekursentscheid des Sicherheits- und Justizdepartementes (nachfolgend
Vorinstanz) durch seine Rechtsvertreterin mit Eingabe vom 20. Februar 2013 und
Ergänzung vom 8. April 2013 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem
Rechtsbegehren, unter Kosten- und Entschädigungsfolge, eventualiter unter
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege, sei der angefochtene Entscheid
aufzuheben und die Aufenthaltsbewilligung weiterhin zu gewähren.
Die Vorinstanz beantragte mit Vernehmlassung vom 11. April 2013, die Beschwerde sei
abzuweisen. Ebenfalls am 11. April 2013 wurde der Beschwerdeführer wegen Gewalt
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und Drohung gegen Behörden und Beamte und versuchter einfacher Körperverletzung
– er hatte sich am 12. August 2012 erneut verbal und physisch einer polizeilichen
Personenkontrolle widersetzt – zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je 60
Franken, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von drei Jahren, und einer Busse
von 400 Franken verurteilt. Der Verwaltungsgerichtspräsident wies am 24. April 2013
das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und –verbeiständung ab.
Am 24. Juli 2013 übermittelte das Migrationsamt dem Gericht und der Vorinstanz ein
Schreiben der Freundin des Beschwerdeführers sowie die Kopien eines von ihr und
dem Beschwerdeführer unterzeichneten Gesuchs um Durchführung des
Vorbereitungsverfahrens der Eheschliessung und einer vom Beschwerdeführer am 1.
Juli 2013, nicht aber von seiner Ehefrau unterzeichneten Ehescheidungsvereinbarung
und weiterer Dokumente. Die Unterlagen wurden am 30. Juli 2013 der
Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers zur Kenntnis gebracht.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die
Akten wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, abgekürzt VRP).
Anfechtungsgegenstand ist der abschlägige Rekursentscheid der Vorinstanz vom 4.
Februar 2013, der zum Widerruf der bis 4. August 2013 gültigen Aufenthaltsbewilligung
des Beschwerdeführers ergangen ist. Mit Ablauf der Gültigkeitsdauer ist die
Aufenthaltsbewilligung erloschen (Art. 61 Abs. 1 lit. c des Bundesgesetzes über die
Ausländerinnen und Ausländer; SR 142.20, abgekürzt AuG). Insofern ist das
Widerrufsverfahren gegenstandslos. Der Rechtsstreit betrifft mithin nun die
Nichtverlängerung einer Aufenthaltsbewilligung (vgl. dazu BGer 2C_1020/2012 vom 15.
Oktober 2012 E. 2.1; 2C_235/2012 vom 13. März 2013 E. 1.1). Der Beschwerdeführer,
der während der Dauer des Verfahrens in der Schweiz anwesenheitsberechtigt bleibt
(vgl. Art. 59 Abs. 2 der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit;
SR 142.201, abgekürzt VZAE), ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Eingabe vom 20. Februar 2013 wurde
rechtzeitig eingereicht und erfüllt zusammen mit der Ergänzung vom 8. April 2013 die
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gesetzlichen Anforderungen in formeller und inhaltlicher Hinsicht (Art. 64 in Verbindung
mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2. Gemäss Art. 42 Abs. 1 AuG haben ausländische Ehegatten von Schweizerinnen
Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit
diesen zusammenwohnen. Im Eheschutzverfahren wurde der Beschwerdeführer am 16.
November 2011 verpflichtet, die eheliche Wohnung an der C.-strasse 0 in Wil
spätestens bis Ende November 2011 zu verlassen. Per 1. Dezember 2012 mietete er
eine eigene Wohnung an der V.-strasse 00 in Wil. Auch wenn die Ehefrau des
Beschwerdeführers, welche im Rahmen des Eheschutzverfahrens zunächst möglichst
schnell geschieden werden wollte (act. 13/275), mittlerweile die Scheidungsklage
zurückgezogen hat (vgl. act. 25) und die Rechtsvertreterin als Adresse des
Beschwerdeführers die frühere eheliche Wohnung angibt, wird in der Beschwerde nicht
geltend gemacht, der Beschwerdeführer lebe erneut mit seiner Ehefrau zusammen.
Vielmehr hat der Beschwerdeführer mit der Unterzeichnung einer
Ehescheidungsvereinbarung am 1. Juli 2013 (act. 25) zum Ausdruck gebracht, dass er
von einem definitiven Scheitern der Ehe ausgeht. Daher kommt eine Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung wegen wichtiger Gründe für einen getrennten Wohnsitz nach
Art. 49 AuG nicht in Betracht (vgl. dazu BGer 2C_195/2010 vom 23. Juni 2010 E. 3).
3. Zu prüfen ist, ob der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine
Aufenthaltsbewilligung gemäss Art. 42 Abs. 1 AuG im Sinn eines nachehelichen
Härtefalls weiterbesteht.
3.1. Gemäss Art. 50 Abs. 1 Ingress und lit. a AuG besteht nach Auflösung der Ehe oder
der Familiengemeinschaft der Anspruch des Ehegatten auf Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung nach Art. 42 AuG weiter, wenn die Ehegemeinschaft mindestens
drei Jahre bestanden hat und eine erfolgreiche Integration besteht. Bei der Berechnung
der absolut geltenden Dreijahresfrist kommt es gemäss bundesgerichtlicher
Rechtsprechung auf die in der Schweiz gemeinsam verbrachte Zeit an
(BGer 2C_366/2012 vom 1. Mai 2012 E. 2.1, 2C_430/2011 vom 11. Oktober 2011
E. 4.1 und 4.1.1, BGE 136 II 113 E. 3.3). Massgeblicher Zeitpunkt für die retrospektive
Berechnung der Dauer der ehelichen Gemeinschaft ist in der Regel die Aufgabe der
Hausgemeinschaft (BGE 136 II 113 E. 3.2). Der Beschwerdeführer wendet sich nicht
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gegen die vorinstanzliche Feststellung, angesichts seiner Einreise in die Schweiz am 5.
August 2008 und des Getrenntlebens seit 13. November 2010 – unterbrochen vom 15.
August bis 16. November 2011 – habe das gemeinschaftliche Ehe- und Familienleben
lediglich rund zweieinhalb Jahre gedauert.
3.2. Der Beschwerdeführer begründet seinen Anspruch auf Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung mit der Beziehung zu seinem 2006 geborenen Sohn, der zufolge
Abstammung Schweizer ist.
3.2.1. Gemäss Art. 50 Abs. 1 Ingress und lit. b und Abs. 2 AuG besteht nach Auflösung
der Ehe oder der Familiengemeinschaft der Anspruch des Ehegatten auf Verlängerung
der Aufenthaltsbewilligung nach Art. 42 AuG auch dann weiter, wenn wichtige
persönliche Gründe einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen,
namentlich dann, wenn der Ehegatte Opfer ehelicher Gewalt wurde oder die Ehe nicht
aus freiem Willen geschlossen hat oder die soziale Wiedereingliederung im
Herkunftsland stark gefährdet erscheint. Diese Aufzählung ist nicht abschliessend (vgl.
BGer 2C_422/2012 vom 16. Dezember 2012 E. 3.3, BGE 136 II 1 E. 5.3; zur Bedeutung
von Art. 31 VZAE in diesem Zusammenhang vgl. BGer 2C_195/2010 vom 23. Juni 2010
E. 6.3).
Zu berücksichtigen sind auch die Interessen gemeinsamer Kinder, soweit zu ihnen eine
enge Beziehung besteht und sie in der Schweiz gut integriert sind. Dabei ist den
verfassungsrechtlichen bzw. staatsvertraglichen Ansprüchen (Art. 13 der
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, SR 101, abgekürzt BV;
Art. 8 der Europäischen Konvention zum Schutz der Menschenrechte und
Grundfreiheiten, SR 0.101, abgekürzt EMRK) Rechnung zu tragen. Der Schutz des
Kindeswohls gemäss Art. 11 BV und Art. 3 des Übereinkommens über die Rechte des
Kindes (SR 0.107) führt zu keinen über Art. 13 Abs. 1 BV und Art. 8 EMRK
hinausgehenden Ansprüchen auf Bewilligung (vgl. BGer 2C_828/2012 vom 26. März
2013 E. 2.3.2, BGer 2C_339/2013 vom 18. Juli 2013 E. 2.9 mit Hinweis auf BGE 124 II
361 E. 3b).
Da Art. 8 EMRK ein intaktes und tatsächlich gelebtes Familienleben schützt, setzt der
Anspruch voraus, dass die Beziehung zum Kind intakt und bereits bisher sachgerecht
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gelebt worden ist. Der nicht sorge- bzw. obhutsberechtigte Elternteil kann die familiäre
Beziehung mit seinen Kindern schon aus zivilrechtlichen Gründen von vornherein nur in
einem beschränkten Rahmen leben, nämlich durch Ausübung des ihm eingeräumten
Besuchsrechts. Hierzu ist nicht erforderlich, dass er dauernd im gleichen Land wie das
Kind lebt und dort über eine Aufenthaltsbewilligung verfügt. Ein solcher Anspruch ist
ausnahmsweise dann zu bejahen, wenn zwischen dem Ausländer und dessen Kindern
in wirtschaftlicher und affektiver Hinsicht besonders enge Beziehungen bestehen, die –
würde eine Bewilligung verweigert – wegen der Distanz zwischen der Schweiz und dem
Land, in welches der Ausländer vermutlich auszureisen hätte, praktisch nicht
aufrechterhalten werden könnte. Zudem muss sich der Ausländer tadellos verhalten
haben. Nur unter diesen Voraussetzungen kann das private Interesse am Verbleib im
Land gestützt auf ein Besuchsrecht ausnahmsweise das öffentliche Interesse an einer
einschränkenden nationalen Einwanderungspolitik im Rahmen von Art. 8 Ziff. 2 EMRK
überwiegen (vgl. BGer 2C_578/2011 vom 1. Dezember 2011 E. 3.4.1-3.4.3,
2C_925/2011 vom 22. Juni 2012 E. 5.1, BGE 137 I 284 E. 2.3.1, 136 II 497 E. 4.3).
3.2.2. Der Beschwerdeführer hat sich bisher nicht tadellos verhalten. Im Jahr 2002
ersuchte er nach der illegalen Einreise in die Schweiz unter falschen Angaben zu seiner
Identität um Asyl. Der mit dem im Jahr 2003 ergangenen abschlägigen Asylentscheid
verbundenen Pflicht zur Ausreise kam er erst im Januar 2007 nach. Während seiner
Anwesenheit als (abgewiesener) Asylbewerber in der Schweiz wurde er sechsmal
strafrechtlich belangt und unter anderem wegen Hinderung von Amtshandlungen,
Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes und Gewalt und Drohung gegen Behörden
und Beamte zu Freiheitsstrafen von insgesamt 15 Monaten verurteilt. Entgegen der in
der Beschwerde vertretenen Auffassung wird dieses Verhalten des Beschwerdeführers
mit seiner Ausreise in sein Heimatland nicht unbeachtlich. Der Vollzug der Pflicht, die
Schweiz zu verlassen, war nicht die Folge strafrechtlich relevanten Verhaltens, sondern
des abschlägigen Asylentscheides. Abgesehen davon reiste der Beschwerdeführer in
seine Heimat zurück mit der Aussicht, in Kürze erneut in die Schweiz einzureisen. Der
vorübergehende Aufenthalt ausserhalb der Schweiz kann deshalb nicht dazu führen,
dass das frühere Verhalten in der Schweiz nicht mehr von Belang ist.
Der Beschwerdeführer wurde auch nach seiner erneuten Einreise in die Schweiz am 5.
August 2008 mehrfach strafrechtlich verurteilt. Er handelte am 4. August 2009 – also
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nach seiner Heirat mit einer Schweizerin und der Geburt von K., mit denen zusammen
er wohnte, und trotz seiner Erwerbstätigkeit - mit Kokain (Verkauf von fünf Portionen
und Besitz von zwei weiteren Portionen) und wurde deswegen am 27. April 2010 -
anstelle einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen – zu 320 Stunden gemeinnütziger Arbeit
verpflichtet. Auch nachdem er am 4. August 2010 ausländerrechtlich verwarnt und ihm
am 5. Juli 2011 der Widerruf seiner Aufenthaltsbewilligung in Aussicht gestellt worden
war, fiel er strafrechtlich auf. Obwohl ihm also bewusst sein musste, dass sein
Anwesenheitsrecht in der Schweiz fraglich war, musste er am 9. Juni 2011 wegen des
Besitzes von vier Gramm Marihuana mit 200 Franken gebüsst und am 23. Dezember
2011 wegen mehrfacher Beschimpfung und Hinderung einer Amtshandlung – er hatte
sich am 21. Juni 2011 einer polizeilichen Personenkontrolle, nachdem er die Beamten
als "Arschlöcher" und "Rassisten" bezeichnet hatte, durch Flucht entzogen – und
wegen Konsums von Marihuana – nach seinen Angaben raucht er monatlich zwei bis
vier Joints – zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je 80 Franken, davon 15
Tagessätze bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von drei Jahren, und einer Busse
von 200 Franken verurteilt werden. Selbst während des Rekursverfahrens legte er sich
am 12. August 2012 – wiederum anlässlich einer Personenkontrolle – mit der Polizei an
und wurde am 11. April 2013 wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und
Beamte sowie wegen versuchter einfacher Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 30
Tagessätzen zu je 60 Franken, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von drei
Jahren, und einer Busse von 400 Franken verurteilt. Soweit der Beschwerdeführer
wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz belangt wurde, fällt
darunter nicht bloss der Besitz von Marihuana zum Eigenkonsum, der – worauf in der
Beschwerde hingewiesen wird – nicht sonderlich schwer wiegt, sondern vor allem der
Verkauf von Kokain.
Offen bleiben kann unter diesen Umständen, ob die Fälschung des Führerausweises
von Guinea – in der Beschwerde wird vorgebracht, in diesen Staaten würden oft
gefälschte Ausweise abgegeben, ohne dass die Inhaber dies wüssten – für sich allein
einem tadellosen Verhalten des Beschwerdeführers entgegenstehen würde.
3.2.3. Über die Beziehung zwischen dem am 30. Oktober 2006 geborenen K. und dem
Beschwerdeführer bis zu dessen Ausreise am 11. Januar 2007 lässt sich den Akten
nichts entnehmen.
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K. war knapp zwei Jahre alt, als der Beschwerdeführer anfangs August 2008 erneut in
die Schweiz einreiste. Anschliessend lebten sie rund zwei Jahre in einem gemeinsamen
Haushalt. Einem knappen Jahr der Trennung folgten noch einmal rund drei Monate in
gemeinsamem Haushalt. Soweit die Beziehung zwischen den Eltern intakt war, hat sich
der Beschwerdeführer insbesondere wenn die Ehefrau ihrer Arbeit und Ausbildung
nachging an der Betreuung und Erziehung von K. aktiv beteiligt. Er hat am ersten
Elternabend im Kindergarten teilgenommen (act. 18/12) und besuchte mit ihm seit 2009
regelmässig das "VAKI-Tschutten" (act. 13/134). Obwohl die Ehefrau das Engagement
des Beschwerdeführers vor allem im Eheschutzverfahren eher ungünstig schilderte
(vgl. act. 13/157 und 312), wurde in den Eheschutzverfahren ein Besuchsrecht im
üblichen Umfang mit der Möglichkeit der Eltern, sich über ein weitergehendes
Kontaktrecht von Fall zu Fall zu einigen, festgelegt (vgl. act. 13/141, Entscheid
betreffend Eheschutzmassnahmen vom 28. Januar 2011, und 259, Entscheid
betreffend Eheschutzmassnahmen vom 16. November 2011). Im ersten Verfahren
betreffend Widerruf der Aufenthaltsbewilligung beschrieb die Ehefrau am 17. Juli 2011
eine affektiv und wirtschaftlich enge Beziehung zwischen dem Beschwerdeführer und
K.: Zur Erleichterung der gemeinsamen Kinderbetreuung suchten und fanden die Eltern
für den Beschwerdeführer eine Wohnung, deren Garten an jenen der Familienwohnung
grenzte. Die Ehefrau schickte die Kinder auch unter der Woche, wenn sie Spätdienst/
Nachtwache hatte, zum Beschwerdeführer, mit dem sie öfters im Garten zusammen
sassen und viel Zeit verbrachten. K. besuchte den Beschwerdeführer regelmässig
mindestens jedes zweite Wochenende. Beide nahmen regelmässig jeden
Samstagmorgen am "VAKI-Tschutten", das der Beschwerdeführer auch bezahlte, teil.
Da K. extrem Heimweh (nach seinem Vater) hatte, sich oft in den Schlaf weinte, kaum
mehr ass und stets nach seinem Vater fragte, kam der Beschwerdeführer öfters am
Abend vorbei, um die Kinder gemeinsam zu Bett zu bringen. Im Sommer kletterte K.
öfters zum Beschwerdeführer auf den Balkon und wünschte ihm "Gute Nacht". Der
Beschwerdeführer bezahlte mehr als die vorgesehenen monatlichen Alimente von 500
Franken (vgl. die Ausführungen der Ehefrau des Beschwerdeführers act. 13/133-135).
Während der Phasen der Trennung übte der Beschwerdeführer das ihm in den
Eheschutzverfahren eingeräumte Besuchsrecht - soweit ihm dies von der Mutter von K.
zugestanden wurde (vgl. act. 13/311 und 312) - regelmässig aus und gestaltete die
gemeinsame Zeit – soweit aus den Akten ersichtlich – aktiv, indem er beispielsweise
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am 12. August 2012 mit K. den Freizeitpark Niederbüren besuchte. Nachbarn und
Bekannte des Beschwerdeführers beschreiben eine affektiv enge Beziehung zwischen
dem Beschwerdeführer und K. Von einem affektiv intakten Verhältnis und vom
Bestreben des Beschwerdeführers, das ihm zustehende Besuchsrecht auch tatsächlich
ausüben zu können, zeugt auch der Bericht der Jugend- und Familienbegleitung der
Sozialen Dienste der Stadt Wil vom 5. März 2013 (vgl. act. 9/10).
3.2.4. Im Eheschutzverfahren vereinbarten die Ehefrau und der Beschwerdeführer ein
Besuchsrecht im üblichen Umfang. Soweit dies das ihm zustehende Besuchsrecht und
die Ehefrau zulassen, pflegt der Beschwerdeführer in affektiver und wirtschaftlicher
Hinsicht eine intakte Beziehung zu seinem Sohn. Unter Berücksichtigung des
schwierigen partnerschaftlichen Verhältnisses – die Ehefrau wünschte zunächst im
Eheschutzverfahren eine möglichst schnelle Scheidung, zog allerdings die Klage wieder
zurück, nachdem die Absicht des Beschwerdeführers, eine andere Schweizer Bürgerin
zu heiraten, bekannt geworden war – erscheint die Beziehung zwischen dem
Beschwerdeführer und seinem Sohn vergleichsweise intensiv (vgl. anders in BGer
2C_195/2010 vom 23. Juni 2010 E. 6, 2C_1045/2012 vom 7. Januar 2013 E. 2.3). In
dieser Intensität wird sie nach einer Rückkehr des Beschwerdeführers in seine Heimat
nicht weiterzuführen sein. Insbesondere dürfte die praktische Umsetzung eines
modifizierten Besuchsrechts – soweit es in Guinea ausgeübt werden sollte - am Willen
der Ehefrau und – soweit es in der Schweiz ausgeübt werden sollte – an den
wirtschaftlichen Verhältnissen des Beschwerdeführers scheitern. Ebenso lässt sich –
was im Beschwerdeverfahren unwidersprochen geblieben ist – eine elektronische
Kommunikation zwischen K. in der Schweiz und seinem Vater in Guinea
möglicherweise nur schwer organisieren. Einigermassen regelmässig und zuverlässig
wird der Kontakt wohl lediglich auf dem üblichen Postweg aufrechterhalten bleiben
können. In wirtschaftlicher Hinsicht dürfte die bisher regelmässig geleistete finanzielle
Unterstützung des Beschwerdeführers wegfallen.
Dem Interesse, die vergleichsweise intensive Beziehung im Rahmen des
Besuchsrechts in der Schweiz weiter zu pflegen, steht das Verhalten des
Beschwerdeführers entgegen, das angesichts der zahlreichen strafrechtlichen
Verurteilungen nicht als tadellos bezeichnet werden kann. Selbst die unmittelbare
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Anwesenheit der von ihm betreuten Kinder hat ihn nicht daran gehindert, mit Kokain zu
handeln und sich bei einer polizeilichen Personenkontrolle renitent zu verhalten.
Insbesondere in dieser Hinsicht unterscheidet sich der Sachverhalt von jenem der
Angelegenheit Udeh gegen die Schweiz, in welcher der Europäische Gerichtshof für
Menschenrechte die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung als Verletzung von
Art. 8 EMKK beurteilte (Nr. 12020/09 vom 16. April 2013, noch nicht rechtskräftig; vgl.
BGer 2C_339/2012 vom 18. Juli 2013 E. 2.9). Jener Beschwerdeführer hatte sich in der
Schweiz, die seit mehr als siebeneinhalb Jahren den Mittelpunkt seines privaten und
familiären Lebens bildete, nicht das geringste Delikt zuschulden kommen lassen ("n'a
jamais commis le moindre délit en Suisse") und sein Verhalten nach der vorzeitigen
Entlassung aus dem Strafvollzug in Deutschland im Mai 2008 war tadellos ("son
comportement après avoir été remis en liberté était également irréprochable"). Das
Argument der Schweiz, angesichts der Verurteilung wegen des Handels mit 257
Gramm reinem Kokain zu einer Freiheitsstrafe von 42 Monaten in Deutschland, bestehe
eine Gefahr für die öffentliche Ordnung und Sicherheit in der Schweiz, erschien
deshalb als spekulativ.
3.2.5. Der 1980 geborene Beschwerdeführer verbrachte die prägende Kindheit und
Jugend bis zum 22. Altersjahr in seinem Heimatland. Seit April 2002 lebt er in der
Schweiz, wobei seine Anwesenheit durch einen Aufenthalt im Heimatland, welcher von
Januar 2007 bis August 2008 dauerte, unterbrochen wurde. Insgesamt hat er damit
bisher rund neun Jahre und damit eine beträchtliche Zeit seines Lebens in der Schweiz
verbracht. Er ist seit Oktober 2008 unselbständig erwerbstätig und damit beruflich
integriert. Dies ändert allerdings nichts daran, dass seine Wiedereingliederung im
Heimatland jedenfalls im Sinn von Art. 50 Abs. 2 AuG nicht als stark gefährdet
erscheint, was im Übrigen in der Beschwerde auch nicht geltend gemacht wird.
4. Zusammenfassend hat sich der Beschwerdeführer bis zum Zeitpunkt der Auflösung
der ehelichen Gemeinschaft weniger als drei Jahre in der Schweiz aufgehalten. Der in
affektiver und wirtschaftlicher Hinsicht vergleichsweise intensiven Beziehung zu seinem
Sohn steht das nicht als tadellos zu bezeichnende Verhalten des Beschwerdeführers in
der Schweiz gegenüber, so dass insgesamt keine ausreichenden wichtigen
persönlichen Gründe vorliegen, die für einen weiteren Verbleib in der Schweiz sprechen
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würden. Deshalb erweist sich der Widerruf bzw. die Nichtverlängerung der
Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers als recht- und verhältnismässig. Die
Beschwerde ist dementsprechend unbegründet und abzuweisen.
5. (...).
Demnach hat das Verwaltungsgericht