Decision ID: 364b7abc-bd3e-4199-9561-dcb70740cf76
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1971
,
ohne Berufsbildung, reiste 1991 in die Schweiz ein
und
arbeitete
seit
1.
November 2006 als Lagermitarbeiter bei der
Y._
(
Urk.
10
/10, Urk. 10
/26
/1
). Am
23
.
Juli
2009
(Urk. 10/26
/10
)
wurde
ihm
aus disziplinarischen
Gründe
n
per
3
0.
September 2009
gekündigt
.
Danach
bezog er Leistungen der Arbeitslosenversicherung
(Urk. 10
/
15
).
Im Jahr 2010 bis 2011 arbeitete
er
zudem
bei der
Z._
als Lagerist
sowie bei der
A._
als
Chauffeur, Lagerist und Monteur (Urk. 10/51, Urk. 10/64/31
Ziff.
7.2.2).
Am 2
2.
Mai 2011 (Urk. 10/39
, vgl. dazu auch Urk. 10/9/1
, Urk. 10/9/3
) erlitt der Be
schwerde
führer einen Unfall, als er während des Duschens infolge einer erlittenen Bewusstlosigkeit zu Boden
stürzte. Dabei zog
er
sich
Prellungen an der rechten Körperseite, hauptsächlich im Hüftgelenksbereich rechts und am Kopf rechts, sowie eine leichte commotio cerebri zu
. Davor hatte
er
schon
diverse Unfälle erlitten
:
am
2
2.
November 2000 (
Sp
r
iess auf den Kopf gefallen,
Urk.
10/60/
6
, vgl. dazu auch Unfall
mel
dung vom 2
2.
November 2000, Urk. 10/60/8),
Sturz vom Gerüst am
2
2.
Februar 2001
(
Urk
.
10/60/
1-3, Urk. 10/60/
5
)
zusammengeschlagen am
1
6.
Juni 2004
(
Urk. 10/21) sowie
Sturz vom Sofa am
2
7.
Juli 2004
.
1.2
Am 1
6
.
Januar 2011 (Urk. 10/10) meldete sich d
e
r
Versicherte bei der Invaliden
ver
sicherung zum
Le
i
stungsbezug
an
. Die Sozial
ver
sicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
holt
e Auskünfte der Arbeitslosenver
s
i
cherung (Urk. 10/
15),
einen medizinische
n
Bericht
(Urk.
10/18
),
einen Arbeitgeberbericht (Urk. 10/26) sowie
eine
n
Ausz
u
g aus dem individuellen Konto (Urk.
10/32)
ein
. Mit Vor
bescheid vom
3.
Juli 2012 (Urk. 10/35) stellte
die IV
Stelle dem Versicherten die Abweisung des Leistungsbegehren in Aussicht. Nach Prüfung der Einwände des Versicherten vom
5.
Juli 2012
(Urk. 10/37) beziehungsweise 27.
August 2012 (Urk. 10/39)
veranlasste sie eine poly
disziplinäre Be
gutachtung bei der MEDAS
B._
(Urk. 10/44
, Urk. 10/53
, Urk. 10/58
; vgl. dazu Gutachten vom
2
6.
März 2013, Urk. 10/64
).
Am 3
0.
April 20
13
(Urk. 10/66) verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch des Ver
sicherten. Mit Verfügung vom
3.
Mai 2013 (Urk. 10/68) hob die IV-Stelle die Ver
fügung vom 3
0.
April 2013 noch vor Ablauf der Beschwerdefrist wieder
er
wägungs
we
ise auf
mit der Begründung, dass
dem Versicherten das rechtliche Gehör nicht gewährt
worden sei
. Mit Schreiben vom
3.
Mai 2013 (Urk. 10/69) wurde dem Versicherten das Gutachten der
MEDAS
B._
vom
2
6.
März 2013 zur Stellung
nahme zugestellt. Nach Prüfung der Stellungnahme des Versicherten vom 1
4.
Mai 2013 (Urk. 10/70)
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 10. Juni 2013 (Urk.
2
) einen Rentenanspruch
sowie einen Anspruch auf Arbeitsvermittlung
des Versicherten.
2.
A
m 9. Juli 2013 (Urk. 1)
erhob der Versi
cherte Beschwerde gegen die Verfü
gung vom
10. Juni 2013
und be
antragte, diese sei aufzuheben,
es sei ihm mittels Arbeitsvermittlung eine leichte, angepasste Tätigkeit zuzuführen
und es sei ihm
nach Durchführung der notwendigen medizinischen Abklärungen eine Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen.
Mit Beschwerdeantwort vom
10
.
September 2013 (Urk. 9
) schloss die IV-Stelle auf Ab
wei
sung der Beschwerde
, was dem Beschwerdeführer am 13.
September
2013
zur Kennt
nis ge
bracht wurde (Urk. 11
).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien wird, soweit erforderlich, in den nach
fol
gen
den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
). Er
werbs
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs
möglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbs
un
fähig
keit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück
sichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus ob
jektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invaliden
ein
kom
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Ein
kom
mens
vergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommens
ver
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist ent
scheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf all
seitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück
sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Dar
legung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Ex
pertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerde
gegnerin
hielt
in der angefochtenen Verfügung
vom 1
0.
Juli 2013
(Urk. 2, vgl. dazu auch Urk. 8/1)
fest
, dass beim Beschwerdeführer
zwar
vom
2
2.
Mai 2012
(richtig 2011, vgl. dazu Urk. 8/1)
bis 21. Oktober 2011 eine Arbeitsunfähigkeit
von 100 %
in seiner bisherigen Tätigkeit als
Lagermitarbeiter bestanden habe,
er
indes
in seiner bisherigen Tätigkeit a
b 1.
November 2011 wieder zu 100
%
arbeits
fähig
ge
wesen sei
, so dass
keine Arbeitsunfähigkeit von durch
schnittlich
mindestens 40
%
(während eines Jahres)
vorgelegen habe
und der Beschwerdeführer somit keinen An
spruch auf eine Invalidenrente habe.
2.2
Diesen Entscheid liess der
Beschwerdeführ
e
r
unter ver
schiedenen
Aspekten rügen
(Urk. 1)
.
Insbesondere
äusserte
er
diverse
Kritikpunkte gegen das
M
EDAS
-Gutachten
vom 2
6.
März 2013
.
3.
3.1
Dr.
med.
C._
,
Assistenzarzt
,
D._
), Chirurgischer Not
fall,
führte
am
8.
Dezember 2000 (Urk. 10/60/7, vgl. dazu auch
Unfall
mel
dung vom 2
2.
November 2000,
Urk. 10/60/8)
aus, der Beschwerdeführer habe angegeben, er sei im Dunkeln mit
dem Kopf gegen ein Garagentor gelaufen. Dabei sei er nicht be
wusst
los geworden.
Dr.
C._
schilderte
fünf
Riss
quetschwunden am Kopf und attestierte dem Beschwerdeführer eine Arbeits
un
fähigkeit von 10
0
%
vom 22.
bis 2
4.
November 200
0.
Für eine weitere Beurteilung ver
wies er auf den Hausarzt.
3.2
Am 1
0.
Januar 200
1 (Urk. 10/60/6) nannte
Dr.
med.
E._
, Arzt für Allgemeine Medizin FMH,
als Diagnose fünf Rissquetschwunden,
davon drei o
kzipital und zwei am Hinterkopf
. Die Wiederaufnahme der Arbeit zu 100
%
sei auf
den 23.
Dezember 2000 vorgesehen.
3.
3
Mit
ärztlichem Zwischenbericht
vo
m 2
5.
September 2001 (Urk. 10/60/3
)
diagnostizierte
Dr.
E._
eine Daumendistorsion links.
Ferner führte er aus, dass eine
Wieder
auf
nahme der Arbeit zu 100
%
auf
1.
April 2001 vorgesehen
sei
(
vgl. dazu Unfallmeldung vom 2
8.
Februar
2001
betreffend Sturz vom Gerüst
, Urk. 10/60/5
).
3.
4
Dr.
med
.
F._
, Oberarzt, und
Dr.
med.
G._
, Assistenzärztin,
H._
, diagnostizierte
n
am
2
2.
Mai 2011 (Urk. 10/9/1)
eine Synkope sowie einen Status nach Schädel-Hirn-Trauma im Jahr 200
4.
Dr.
F._
und
Dr.
G._
führten aus, sie hätten den Beschwerdeführer am 22. Mai 2011 amb
ulant auf
dem Notfall behandelt, der
ihnen
via Sanität nach
stattgefundener Synkope zugewiesen worden
sei
.
Äussere
Verletzungen
habe er keine aufgewiesen. Er habe aber
über Nacken
schmerzen, die jedoch vorher bereits bestanden hätten und sich bei Druck auf den musculus trapezius als muskulo-skelettaler
Genese
hätten identi
fizieren las
sen
, geklagt
.
Laut Be
schwerde
führer sei dies seine vierte Synkope nach einem S
chädel-Hirn-Trauma im Jahr 2004
.
3.
5
Im ärztlichen Bericht vom
1.
Juni 2011 (
Urk. 10/9
/3
)
diagnostizierte
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Neurologie
, einen Status
nach Sturz infolge Synkope mit c
ommotio cerebri am 2
2.
Mai 2011
.
In seiner Beurteilung führte
Dr.
I._
aus,
die Ursache der am 2
2.
Mai 2011 während des Duschens erlittenen Bewusstlosi
gkeit mit Sturz zu Boden sei am ehesten eine vago-vasal ausgelöste Synkope gewesen. Beim Sturz zu Boden sei es zu Prellungen an der rechten Körperseite, hauptsächlich im Hüft
gegelenks
be
reich rechts und am Kopf rech
ts mit wahrscheinlich leichter c
om
motio cerebri ge
kommen. Die Beschwerden im Hüftgelenksbereich rechts und in der Kreuz
region seien bis heute teilweise zurückgegangen, wogegen die Nacken- und Kopf
schmerzen einen eher progredienten Verlauf gezeigt hätten. Im Status be
stehe eine schmerzbedingte Bewegungseinschränkung der H
alswirbelsäule (HWS)
, so dass der Be
schwerde
führer zusätzlich auc
h eine gewisse Überdehnung der HWS
erlitten haben müsse. Neurologisch seien die Befunde unauffällig ge
wesen, so dass eine Ver
letzung am Nervensystem nicht anzunehmen sei.
3.
6
Mit Bericht
vom
7.
Februar 2012 (Urk. 10/18) nannte
Dr.
J._
, Psy
chiatrie und Psychotherapie FMH
, als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit eine vasovagale Synkope und eine Anpassungsstörung sowie eine depressive Reaktion (ICD-10 F43.20) seit 2
2.
Mai 2011
und attestierte ihm vom 2
2.
Mai
bis zum 3
1.
Oktober 2011 als Lagerist/Cha
u
ffeur eine Arbeits
un
fähigkeit von 100
%.
Dr.
J._
berichtete, dem Beschwerdeführer sei am 2
1.
Mai 2011 fristlos gekün
digt worden. Der Beschwerdeführer habe diffuse Schmerzen am Bewe
gungs
ap
parat
beklagt. Gegenwärtig sei keine Behandlung mehr nötig respektive
ledig
lich eine
nieder
frequente
Psychotherapie zur Erhaltung der Arbeits
fähig
keit. Aktuell be
stünden keine
körperlichen, geistigen und psy
chischen
Ein
schränkungen in der bis
herigen Tätigkeit mehr und die
se
sei dem Be
schwerde
führer wieder zu 100
%
und zwar seit dem 1.
November 2011 zumutbar.
Eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei dem Beschwerde
führer im Umfang von acht Stunden pro Tag zumutbar.
Die Pro
gnose sei gut.
3.7
Die Fachpersonen der
MEDAS
B._
nannten
im Gutachten vom 2
6.
März 2013 (Urk. 10/64) nach einer neurologischen, psychiatrischen, orthopädischen,
internistischen sowie neuropsychologischen Untersuchung
folgende Diagnosen
(S. 35
Ziff.
8.
1.
f.)
:
Hauptdiagnosen mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit
Emotional instabile Persönlichkeitsakzentuierung vom impulsiven Typus (ICD-10 Z73.1)
Mittelschwere neuropsychologische Defizite, am ehesten im Rahmen eines etwas eingeschränkten prämorbiden Funktionsniveau
s
(ICD-10 F09)
Rezidivierend
e vasovagale Synkopen (ICD-10 R55)
Nebendiagnosen ohne wesentliche Einschränkung
der
Arbeitsfähigkeit
Dysthymia (ICD-10 F34.1)
Thoraxschmerz wahrscheinlich muskuloskelettal ausgelöst (keine Hin
weise auf kardiale Genese)
Verdacht auf trockenes Integument mit/bei rezidivierendem Pruritus
Verdacht auf Interdigitalmykose Füsse beidseits
Status nach anamnestisch Duodenalulkus, aktuell keine Beschwerden
Adipositas, Body-Mass-Index 33.5
Verdacht auf arterielle Hypertonie
Hypercholesterinämie
Unspezifische Beschwerden am Bewegungsapparat ohne erklärbare Ur
sache (ICD-10 M54.5)
Be
ginnende Osteochondrose L3/4 (ICD-10 M51.3)
Chronische Kopfschmerzen
, Verdacht auf posttraumatischer
Kopf
schmerz (IHS 5.2.2, ICD-10 G44.31)
In ihrer polydisziplinären versicherungsmedizinischen Beurteilung
führten die MEDAS-Gutachter aus
(S. 35 ff.
Ziff.
8.2.1
ff.
)
,
insgesamt müsse festgestellt wer
den, dass die Angaben des Beschwerdeführers lückenhaft seien, auch die vor
liegenden Akten
würden
nur wenige medizinische Sachverhalte
dokumentieren
. Ins
be
sondere sei es schwierig, vom Beschwerdeführer klare zeitliche Angaben zu er
halten. Einerseits gebe er an, dass er erst seit dem Sturz in der Du
sche vom Mai 2011 Kopfschmerzen
habe, an anderer Stelle werde jedoch festgehalten, dass er auch bereits nach Arbeitsunfällen im Jahr 2001 an Kopfschmerzen ge
lit
ten habe.
Aus orthopädischer und internistischer Sicht be
stün
den keine relevanten Erkrankungen, die die Arbeitsfähigkeit ein
schränken wür
den
. Aus psy
chiatri
scher Sicht liege eine Dysthymie vor, die jedoch die Arbeits
fähig
keit nicht wesent
lich einschränke. Ob die Kriterien für einen post
traumatischen Kopf
schmerz erfüllt seien, sei aufgrund der Erinnerungs
lücken des Versicherten
nicht klar. Die Kopf
schmer
zen müssten binnen sieben Tagen nach dem Unfall begonnen haben,
damit diese
Diagnose
gestellt werden könne
. Eine relevante Einschränkung der Arbeits
fähig
keit resultiere aus den Kopfschmerzen aber nicht
(S. 36
Ziff.
8.2.2)
.
Aus psychiatrischer Sicht ergäben sich
zudem
qualitative Ein
schränkungen, in dem Sinne, dass Arbeitsplätze mit vielen zwischen
mensch
lichen Kontakten gemieden werden sollten, da der Be
schwerde
führer offen
sicht
lich zu einer gewissen Impulsivität neige. Aus dem gleichen Grund sei der Beschwerde
führer auch für eine Tätigkeit als Chauffeur nicht einsetz
bar. Die neuro
psychologischen Defizite schränkten auch kognitiv an
spruchs
volle Tätig
keiten ein. Aufgrund der Synkopen-Neigung, welche aus neuro
logischer Sicht ein
deutig keine epi
leptischen Anfälle seien (kein Zungen
biss, kein
Urin
abgang, unauffäll
ige craniale Magnettomographie [cMRT]
und
Elektro
enze
phalo
grafie [EEG]
, rasche Reorientierung, vorgängiges Schwarz-werden-vor-Augen respek
tive Schwindel oder Unwohlsein), sollte das Arbeiten auf Gerüsten und Leitern et cetera sowie das Hantieren mit gefährlichen Maschinen ver
mieden werden. Unter Berücksichtigung dieser qualitativen Einschränkungen sei der Beschwer
de
führer in vollem zeitlichem Umfang voll arbeitsfähig. Aus neuro
psycho
logischer Sicht müsse festgehalten werden, dass die diversen Stürze und Synko
pen respektive Arbeitsunfälle keine struk
t
urelle Hirnläsion hinter
las
sen hätten.
Die geklagten neuropsychologischen Defizite seien somit nicht als Folge einer strukturellen Hirnschädigung erklärbar, sondern lägen offensichtlich be
reits prämorbid vor und hätten sich durch die Dysthymie verstärkt. Das Vor
liegen einer relevanten psychiatrischen Erkrankung wie zum Beispiel eine schwere Depression oder eine posttraumatische Belastungsstörung werde von psy
chiatri
scher Seite verneint
(S. 36 f.
Ziff.
8.2.3)
.
Hin
sichtlich der Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Lagerist be
ziehungsweise Chauffeur führten die MEDAS-Gutachter aus (S. 37
Ziff.
9.1.1 ff.), das positive Leistungsbild des Beschwerdeführers werde eingeschränkt auf
grund einer impulsiven Persönlichkeitsakzentuierung mit aggressiven Ten
denzen, die vor allem im zwischenmenschlichen Bereich zu Problemen ge
führt hätten und auch weiterhin führen könnten. Ausserdem bestünden auch mittel
schwere bis teils schwere neuropsychologische Defizite, die aber nicht hirn
organisch bedingt seien (wiederholt unauffälliges cMRT), sondern offen
sicht
lich bei unklarer Ätiologie vorbestehend gewesen seien. Eine Tätig
keit als Chauf
feur sollte aufgrund dieser Fähigkeitsabnormität nicht durch
geführt wer
den. Zusätzlich sprächen auch die rezidivierenden vasovagalen Syn
kopen gegen eine (zumindest berufsmässige) Teilnahme am Strassenverkehr. Ge
gebenen
falls müsste eine verkehrsmedizinische Untersuchung die Fahr
eignung überprüfen. In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit bestehe beim Be
schwerde
führer aus psy
chi
atrischen und neuropsychologischen Gründen eine vol
le Arbeits
un
fähig
keit.
Der Be
ginn dieser Einschränkung könne nicht genau bestimmt werden, die Ein
schränkungen bestünden aber sicherlich ab dem
9.
Januar 2013 (S. 38
Ziff.
10
, vgl. dazu auch S. 39
Ziff.
5
).
In einer adaptierten Tätigkeit unter Berücksichtigung der genannten quali
tativen Einschränkungen sei von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszu
gehen
(S. 37
Ziff.
9.
2.1)
.
Es
sollte auf das Arbeiten auf Gerüsten, Leitern respektive mit gefährlichen Maschinen aufgrund der Synkopen-Neigung verzichtet werden
.
Ferner sei aufgrund der impulsiven Persönlichkeitszüge von einer Tätigkeit mit intensiven zwischenmenschlichen Kontakten Abstand zu nehmen. Ausserdem bestehe keine Arbeitsfähigkeit für eine Chauffeurtätigkeit. Schliesslich seien auch kognitiv anspruchsvolle Tätigkeiten nicht möglich (S. 37 f.
Ziff.
9.2.2).
In ihrer prognostischen Einschätzung erläuterten sie
schliesslich
(S. 38
Ziff.
9.4), insgesamt sei die Prognose eher schlecht, da es sich um subjektiv ver
festigte Krankheitsvorstellungen handle. Der Beschwerdeführer selbst s
e
he keine realistische Möglichkeit zur Rückkehr in das Berufsleben. Negativ wirke sich sicher
lich die geringe Berufsausbildung aus, prognostisch günstig sei
en
je
doch die familiäre Situation mit einer offensichtlich stabilen Partnerschaft und zwei kleinen Kindern sowie die relativ gute Integration und die recht guten Sprach
kennt
nisse.
4.
4.1
Vorwegzuschicken ist, dass das
MEDAS-
Gutachten
vom 2
6.
März 2013
(
E. 3.7
) in sämtlichen Punkten den praxisgemässen Anforderungen an den Be
weiswert einer Expertise entspricht
(E. 1.4
hievor)
. So ist es für die Be
ant
wor
tung der gestellten Fragen um
fassend, gibt es
doch detailliert Auskunft über die Arbeits
fähigkeit in einer ange
passten Tätigkeit unter Berücksichtigung einer die Arbeitsfähigkeit in quantitativer Hinsicht nicht beein
flus
senden psy
chischen Patho
logie
sowie der geklagten somatischen
Beschwerden.
Ferner basiert die Expertise
auf
ein
lässlichen
neurologischen, psychiatrischen, orthopädischen
,
internistischen sowie neuropsychologischen
Unter
suchungen
,
berück
sichtigt die geklagten Beschwerden und setzt sich mi
t diesen sowie dem Ver
halten des Beschwerdeführers
auseinander.
Das
Gutachten wurde weiter in Kennt
nis
der
Vorakten ab
ge
geben. So nahmen
die Ärzte Einblick in die Vor
berichte
und würdigten die Er
geb
nisse im
Rahmen ihrer Gesamtbeurteilung
.
Ins
besondere setzten sie sich mit
der Beurteilung
des
behandelnden Psychiaters
Dr.
J._
vom
7.
Februar
2012
(
Urk.
10/64
S. 17
Ziff.
5.4.2
)
und dem
Bericht von
Dr.
F._
und
Dr.
G._
(Urk. 10/64 S. 32 Ziff.
7.4.2) sowie
von
Dr.
I._
vom
1.
Juni 2011 (Urk. 10/64 S.
38
Ziff.
10)
auseinander.
Das Gutachten leuchtet ferner in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein. Demgemäss sind die Schlussfolgerungen der medi
zi
ni
schen Experten in einer Weise begründet, dass die rechts
an
wen
dende Person sie prüfend nachvollziehen kann.
Es ist schlüssig dar
gelegt wor
den,
dass
d
e
r Be
schwerde
führer
zwar in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit arbeits
unfähig
,
in einer adaptierten Tätigkeit
unter Berücksichtigung der ge
nannten qualitativen
Einschränkungen
(vgl. dazu Urk. 10/64 S.
37
Ziff.
9.1.1)
indes
zu 100
%
arbeitsfähig
ist
.
Schliess
lich bestätigte auch
der behandelnde
Dr.
J._
, dass dem Beschwer
deführer eine be
hinderungs
angepasste Tätigkeit zu acht Stunden pro Tag zu
mut
bar sei
(E.
3.6
)
.
4.2
Die übrigen vorliegenden (fach-)ärztlichen Beurteilungen
vermögen
den Be
weis
wert des MEDAS
-Guta
chtens vom 2
6.
März 2013 (E. 3.7
hiervor) nicht zu schmälern.
Weder
Dr.
F._
und
Dr.
G._
noc
h
Dr.
I._
äusserten sich abweichend vom MEDAS-Gutachten,
hielten
sie
in ihren Berichten vom 2
2.
Mai 2011 (E. 3.4 und E. 3.5 hievor)
doch
weder funktionelle
Ein
schränkungen
fest noch machten sie Angaben zur Arbeits
fähig
keit in bisheriger oder in adaptiert
er
Tätigkeit.
4.3
Die vom Beschwerdeführer vorgetragenen Ein
wände vermögen
an
dieser
Be
ur
teilung
ebenfalls
nichts zu ändern
:
4.3.1
D
er Beschwerdeführer
macht
geltend
(Urk. 1 S. 4
Ziff.
8-9), dass die Aus
führungen in der Verfügung betreffend die Arbeitsfähigkeit in bisheriger Tätig
keit nicht zum Ergebnis des MEDAS-Gutachtens
und umgekehrt
die dies
bezüg
lichen Aus
führungen der MEDAS
nicht zum Verlauf der Arbeits
un
fähig
keit
passten
.
Angesichts des Umstandes
, dass dem Beschwerdeführer in be
hin
de
rungs
angepasste
r
Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde, ist auf diesen Einwand nicht näher einzugehen.
4.3.2
Der
Beschwerdeführer
br
ingt
weiter vor
(
Urk. 1
S. 4 f.
Ziff.
11)
, dass die dia
gnostizierte emotional in
stabile Persönlichkeitsakzentuierung vom im
pul
siven Typus (ICD-10 Z73.1) derart sei, dass sie auch in be
hinderungs
ange
passter Tätig
keit
zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
führe
. Dies
be
züglich ist festzuhalten, dass es an
ge
sichts der je
unterschiedlichen Bean
spruchung
nicht als wider
sprüch
lich
erscheint
, dass er
zwar im Beruf als Lagerist be
ziehungs
weise Chauffeur arbeits
unfähig ist, er je
doch einer behinderungs
an
ge
passter Tätig
keit unter den vorgegebenen Be
dingungen vollzeitlich nach
gehen kann.
4.3.3
Soweit der Beschwerdeführer das Gutachten als mangelhaft erachtet, weil es keine Antwort auf die Genese der Synkopen und die neuropsychologischen Defizite gibt (
Urk.
1 S. 5
Ziff.
12 ff.), kann ihm nicht gefolgt werden. Vielmehr spricht es gerade für die Qualität des Gutachtens, dass die offenbar nicht geklärte Frage offengelassen wurde. Invalidenversicherungsrechtlich relevant ist ohnehin weder die Diagnose noch die Genese, sondern vielmehr die medi
zinische-theoretische Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Und diese ist hin
länglich und nachvollziehbar beantwortet.
Worauf der Beschwerdeführer sodann mit seinem Verweis auf eine nicht zulässige Abhandlung der Förster Kriterien hinzielt, ist nicht erkennbar, findet doch eine solche (an der von ihm zitierten Stelle im Zusammenhang mit den Synkopen) gerade nicht statt (
Urk.
10/64/38
Ziff.
10 lit. b
Abs.
2). Die ent
sprechende Abhandlung des psychiatrischen Facharztes (
Urk.
10/64/18 f.
Ziff.
5.4.3) steht sodann im Zusammenhang mit der diagnostizierten Dysthymie und ist ohne Relevanz.
4.3.
4
Der Einwand des Beschwerdeführers, wonach auch bei einer diagnostizierten Syn
kope keine angepasste Tätigkeit mehr möglich
sei
(S. 6
Ziff.
16)
, zielt ins Leere, handelt es sich
dabei doch
um eine lediglich vorübergehende Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit.
4.3.
5
D
er Beschwerdeführer
bring
t
ferner vor
, dass die adaptierte Tätigkeit derart spezifiziert sei
(Urk. 1 S. 6
Ziff.
17)
, dass eine solche Tätigkeit realistischer
W
eise im ersten Arbeits
markt kaum vorhanden sei
.
E
r macht demnach geltend, dass die gutachterlich festgestellte Arbeitsfähigkeit von 1
00
% in einer leidens
angepassten Tätigkeit mit den anerkannten Ein
schränkungen
im
ersten Arbeits
markt
nicht umsetzbar sei.
Dies
bezüglich ist festzuhalten, dass f
ür die Invaliditätsbemessung nich
t mass
geblich
ist
, ob eine invalide
Person unter den konkreten Arbeits
markt
ver
häl
tnis
sen ver
mittelt werden kann,
sondern einzig, ob sie die ihr verbliebene A
rbeits
kraft noch wirtschaftlich
nutzen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätz
e dem Angebot an Arbeitskräften
entsprechen würden (AHI 1998 S. 287
E. 3b S.
290 f., I 198/97).
Der ausgeglichene Arbeitsmarkt ist gekennzeichnet durch ein ge
wisses Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach Arbeits
kräften und weist einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten auf (BGE 110 V 273, E. 4b; vgl. auch BGE 134 V 64 E. 4.2.1). Das gilt sowohl bezüglich der dafür ver
langten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsicht
lich des kör
per
lichen Einsatzes. Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst auch
so
genannte Nischen
arbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei wel
chen Be
hinderte mit einem sozialen Entgegenkommen vonseiten des Arbeitge
bers rechnen kön
nen (Urteil des Bundesgerichts vom 2
9.
August 2007, 9C_95/2007, E. 4.3 mit Hinweisen). Es darf nicht von realitätsfremden Einsatz
möglichkeiten aus
ge
gangen werden. Insbesondere können nur Vorkehren ver
langt werden, die unter Berück
sichtigung der gesamten objektiven und subjek
tiven Gegebenheiten des Einzel
falles zumutbar sind. An die Konkretisierung von Arbeits
gelegen
heiten und Verdienstaussichten sind jedoch rechtsprechungsge
mäss keine über
mäs
sigen Anforderungen zu stellen (SVR 2008 IV Nr. 62 S. 203, 9C_830/2007 E. 5.1 mit Hinweis).
Von einer Arbeitsgelegen
heit kann nicht mehr gesprochen
werden, wenn die zumutbare Tätigkeit nur
mehr in so ein
ge
schränkter Form
möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsm
arkt praktisch nicht kennt oder
sie nur unter nicht realistischem Entgegen
kommen eines durch
schnittlichen
Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer
ent
spre
chenden Stelle daher von
vornherein als ausgeschlossen erscheint (z.B. U
rteil 9C_82/2009 vom
9.
Oktober
2009 E. 5.5 mit Hinweisen).
Dass letztere Voraussetzungen im konkreten Fall erfüllt sind, ist weder dargetan noch ersichtlich.
Unter diesen Gesichtspunkten ist vorliegend davon aus
zu
ge
hen, dass die Verwertba
rkeit des noch vorhandenen L
eistungsvermögens (auf dem als ausgeglichen unterstellten Arbeitsmarkt) grundsätzlich ge
währ
leistet ist.
In Industrie und Gewerbe gibt es verschiedene einfache Hilfs
tätigkeiten,
die dem durch die MEDAS-Gutachter zumutbaren Tätigkeitsprofil in leidensangepasster Tätig
keit entsprechen (vgl. dazu Belastungsprofil, Urk. 10/64 S. 37 f.
Ziff.
9.1.1,
Ziff.
9.2.1,
Ziff.
9.2.2).
4.3.5
Schliesslich
machte der Beschwerdeführer geltend,
dass
die Feststellung,
wonach
die
ge
klagten Kopfschmerzen, bei welchen es sich aus neurologischer Sicht am ehesten um posttraumatische Kopfschmerzen handle
,
keine wesentli
che Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit darstellten, unzutreffend sei
(
Urk.
1 S.
6
Ziff.
18)
. Dem Be
schwerde
führer ist insofern zuzustimmen, als der begut
ach
tende Neurologe
Dr.
K._
im MEDAS-Gutachten
einzig den n
eu
ro
lo
gischen Status erhob
en hat
(vgl. dazu Urk. 10/64 S. 10
Ziff.
4)
, ohne eine ent
sprechende Diagnose zu stellen beziehungsweise eine entsprechende Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit abzugeben.
Indem er aber bei der poly
dis
zipli
nären
Be
sprechung vom
1
0.
Januar 2013
mitgewirkt hat, gilt dieser Mangel als geheilt. Dies
insbesondere
auch vor dem Hintergrund, dass er einzig einen unauffälligen Neuro
status als Befund erhoben hatte
.
4.4
Nach dem Gesagten ist gestützt auf das polydisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 2
6.
März 2013 erstellt, dass der Beschwerdeführer in einer behinderungs
an
ge
passten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig ist.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die festgestellte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im Erwerbsbereich auswirkt.
5.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invaliden
einkom
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Validen
ein
kom
men). Der Einkom
mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Ein
kommens
differenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensver
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hin
weisen).
5.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerbli
chen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, na
mentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebun
gen (LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 f. E. 3b/aa und bb, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40
Wochenstunden zu
grunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 f. E. 3b/bb, 124 V 321 E. 3b/aa; AHI 2000 S. 81 E.
2a).
5.4
Nachdem d
e
r Beschwerdeführ
seit Ende
September 2009
keiner
vollzeitlichen
Erwerbstätigkeit mehr nachgegangen ist und keine regelmässige Erwerbs
bio
gra
phie aus
weist, sind für die Ermittlung des Valideneinkommens Tabellen
löhne bei
zu
ziehen und vom mittleren Lohn für
Männer
, die Hilfsarbeiten aus
führten (Zentral
wert), auszugehen.
Da auch das Invalideneinkommen in angepasster Tätigkeit anhand der Tabellen
löhne nach LSE – und wiederum unter Einstufung
des
Beschwerde
führers als Hilfsarbeiter
– zu ermitteln ist, kann rechnerisch ein Prozent
vergleich vorge
nommen werden. Eine möglichst genaue Bezifferung und Gegen
überstellung der beiden hypothetischen Erwerbseinkommen, um aus der Einkommensdifferenz den Invaliditätsgrad bestimmen zu können, erübrigt sich somit. Der Invalidi
tätsgrad entspricht – ohne Berücksichtigung eines allfälligen leidensbedingten Abzugs – mithin der im
MEDAS-
Gutachten attestierten Arbeitsunfähigkeit von
0
%.
5.5
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berück
sichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesund
heits
schadens auch für leichtere Arbeiten nurmehr beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfs
arbeiter nicht erreichen. Der ursprüng
lich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Ab
zug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungs
be
dingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Aus
wirkungen auf die Höhe des Lohnes haben kön
nen. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesund
heitlich bedingte (Rest
)Arbeits
fähigkeit auf dem allgemeinen Arbeits
markt nur mit unter
durch
schnitt
lichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Be
stim
mung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fal
lenden Merk
male auf das Invaliden
ein
kom
men unter Würdigung der Um
stände im Einzel
fall gesamthaft zu schätzen und ins
gesamt auf höchstens 25
%
des Tabellen
lohnes zu be
grenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu be
achten, dass all
fällige bereits bei der Parallelisierung der Vergleichs
ein
kom
men mit
verant
wort
liche invaliditäts
fremde Faktoren im Rahmen des so
ge
nannten Leidens
abzuges nicht noch
mals berück
sichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Da selbst bei Gewährung eines maximalen Tabellenlohn
abzuges von 25
%
kein renten
begründender Invaliditätsgrad resultieren würde, hat die Be
schwerde
geg
nerin
einen
Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Rente der Invaliden
ver
si
cherung zu Recht verneint
.
5.6
Zusammenfassend führt dies
zur
Abweisung der Beschwerde
in diesem Punkt
.
6.
6.1
Zu prüfen ist
ferner
, ob ein Anspruch des Beschwerdeführers auf Arbeitsver
mit
t
lung
besteht.
6.2
Arbeitsunfähige (
Art.
6 ATSG) Versicherte, welche eingliederungsfähig sind, haben gemäss
Art.
18
Abs.
1 IVG Anspruch auf aktive Unterstützung bei der Suche eines geeigneten Arbeitsplatzes (lit. a) und auf begleitende Beratung im Hinblick auf die Aufrechterhaltung ihres Arbeitsplatzes (lit. b). Die IV-Stelle veranlasst diese Massnahmen unverzüglich, sobald eine summarische Prüfung ergibt, dass die Voraussetzungen dafür erfüllt sind (
Abs.
2).
Der Anspruch dauert grundsätzlich so lange, wie der Versicherte nicht platziert und einge
gliedert ist (vgl. Meyer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG,
Art.
18
Abs.
1 IVG, S
. 205).
Die
se per
1.
Januar 2008 neu in Kraft getretene Fassung von
Art.
18
Abs.
1 IVG
enthält
im Vergleich zur früheren geltenden Regelung eine Erweiterung des Anspruches auf Arbeitsvermittlung. Der Anspruch steht neu schon – ohne dass eine (leistungsspezifische) Invalidität vorausgesetzt würde – dem arbeitsunfähigen Versicherten zu, mithin allen Personen, die ihre bis
herige Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben können und
eingliederungsfähig
sind
(vgl. dazu wiederum Meyer, Rechtsprechung des Bundes
gerichts zum IVG, Art.18 IVG, S. 204 ff)
.
6.
3
Da dem Beschwerdeführer im MEDAS-Gutachten aufgrund der
ge
nannten Diagno
sen einer emotional instabilen Persönlichkeitsakzentuierung vom im
pul
siven Typus und der mittelschweren neurologischen Defizite sowie der rezi
di
vierenden vasovagalen Synkopen und den damit verbundenen Ein
schränkungen
Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Lagerist be
ziehungs
weise Chauffeur
attestiert wurde
,
ist der
Beschwerdeführer
als arbeits
unfähig
im Sinne von
Art.
6 ATSG zu
qualifizieren.
Schliesslich
ist auch die Eingliederungsfähig
keit des Beschwerdeführers, namentlich die
objektive Möglichkeit sowie die subjektive Bereitschaft des Be
schwerdeführers, zu bejahen
.
Indem der Beschwer
deführer die Beschwerde
gegnerin
schon vor Ver
fügungs
erlass am 1
0.
Juni 2013 um Arbeitsvermittlung ersucht hatte
und an diesem Antrag auch beschwer
deweise fest
gehalten hat
,
tat
er seine
sub
jektive
Bereitschaft kund,
sich ein
gliedern zu lassen. Daran vermag auch nichts zu ändern, dass er sich anläss
lich der Begutachtung durch die MEDAS subjektiv noch als arbeitsunfähig erachtet hatte.
6.4
Somit hat der Beschwerdeführer Anspruch auf Arbeitsvermittlung durch die Be
schwerde
gegnerin.
7.
7.1
Da es um die Bewilligung oder die Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen der gesetzlichen Vorgabe (
Art.
69 Abs. 1
bis
IVG) auf Fr.
8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie
zu 3/4
dem
überwiegend
unterliegenden Beschwerdeführer
und zu 1/4 der Beschwerdegegnerin
aufzu
erlegen.
7.2
Ausgangsgemäss steht dem Beschwerdeführer eine reduzierte Prozessentschädi
gung zu (
§
34
Abs.
1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer), welche mit
Fr.
600.-- (inkl. Barauslagen und MWSt) zu bemessen ist.