Decision ID: 246bd86b-060c-5bea-8fda-1115ca99c797
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ war als Lehrbeauftragter an der Kantonsschule B._ beim Kanton St. Gallen
angestellt, als er am 25. Juli 2009 während seiner Ferien in C._ auf einer Wanderung
stürzte. Er zog sich dabei ein hirnorganisches Psychosyndrom nach Schädelhirntrauma
sowie eine Maxillarknochen-, Jochbogen- und Orbitabodenfraktur zu (UV-act. 11, 21,
28, 36). Die CSS Versicherung AG (nachfolgend CSS) erbrachte Heilbehandlungs- und
Taggeldleistungen (vgl. UV-act. 3, 160). Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
(nachfolgend SUVA) übernahm für die CSS die Schadensabwicklung.
A.b Mit Schreiben vom 1. Februar 2011, bestätigt durch Verfügung vom 18. März 2013
(UV-act. 214) und Einspracheentscheid vom 17. Dezember 2013 (UV-act. 229), stellte
die CSS gestützt auf die verwaltungsinternen Berichte von med. pract. D._, Facharzt
FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, Versicherungspsychiatrischer Dienst der
SUVA, vom 8. Oktober 2010 (UV-act. 144) sowie von Dr. med. E._, Facharzt FMH für
Neurologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie, Abteilung Versicherungsmedizin der
SUVA, vom 25. Januar 2011 (UV-act. 160.1) ihre Leistungen per 28. Februar 2011 ein
(UV-act. 160). Die gegen den Einspracheentscheid erhobene Beschwerde vom 17.
Januar 2014 wies das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom
14. August 2014 (UV 2014/1) ab (UV-act. 235).
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A.c Gegen diesen Entscheid erhob der Versicherte am 30. September 2014
Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Schweizerischen
Bundesgericht und beantragte sinngemäss, es sei ihm unter dessen Aufhebung und
unter Berücksichtigung des noch nicht erstellten MEDAS-Gutachtens bezüglich der
Untersuchungen vom 7. bis 10. Juli 2014 eine Invalidenrente der Unfallversicherung
sowie eine Integritätsentschädigung zuzusprechen. Das polydisziplinäre MEDAS-
Gutachten vom 26. September 2014 reichte der Versicherte mit Eingabe vom 9.
Oktober 2014 nach (vgl. UV-act. 246). Mit Urteil vom 27. April 2015 (8C_721/2014)
hiess das Bundesgericht die Beschwerde gut. Es hob den Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 14. August 2014 und den
Einspracheentscheid der CSS vom 17. Dezember 2013 auf und wies die Sache zu
neuer Verfügung an die CSS zurück. Hinsichtlich des eingereichten polydisziplinären
MEDAS-Gutachtens hielt das Bundesgericht fest, dieses stelle, da es erst nach dem
angefochtenen Entscheid entstanden sei, ein echtes Novum dar. Dessen Vorbringen
vor Bundesgericht sei praxisgemäss unzulässig. Des Weiteren begründete das
Bundesgericht seinen Rückweisungsentscheid wie folgt: Die CSS habe ihre
Leistungseinstellung massgeblich auf die Gutachten des med. pract. D._ vom 8.
Oktober 2010 und des Dr. E._ vom 25. Januar 2011 gestützt. Bei diesen beiden
Gutachten handle es sich einerseits um verwaltungsinterne Gutachten und andererseits
um reine Aktengutachten, was im Rahmen der Beweiswürdigung zu berücksichtigen
sei. Der zu beurteilende Gesundheitsschaden berühre angesichts der beim Unfall vom
25. Juli 2009 erlittenen Verletzungen mehrere Fachrichtungen. Nachdem die CSS ihre
Leistungseinstellung lediglich auf eine psychiatrische und eine neurologische
Beurteilung abgestützt habe, könne nicht gesagt werden, dass der
Gesundheitszustand des Versicherten allseitig abgeklärt worden sei. Es bleibe
anzufügen, dass auch keine interdisziplinäre Diskussion der beiden beteiligten SUVA-
Ärzte stattgefunden habe. Nach der Rechtsprechung bedürfe es zu einer
überzeugenden psychiatrischen Exploration in aller Regel eines Gesprächs mit dem
Patienten, sei doch gerade im Rahmen der Psychiatrie der persönliche Eindruck von
ausschlaggebender Bedeutung. Weder med. pract. D._ noch Dr. E._ hätten jedoch
den Versicherten persönlich gesehen, sondern sich alleine auf die vorhandenen Akten
gestützt. Aktengutachten seien jedoch nur beweistauglich, sofern es im Wesentlichen
lediglich um die Beurteilung eines feststehenden medizinischen Sachverhalts gehe.
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Dies sei in der zu beurteilenden Angelegenheit nicht der Fall, da insbesondere streitig
sei, ob der Versicherte im Nachgang zum Schädelhirntrauma eine
Persönlichkeitsveränderung durchgemacht habe und im Zeitpunkt der
Leistungseinstellung noch unter den Folgen eines organischen Psychosyndroms
gelitten habe. Weiter hätten die beiden Ärzte mangels persönlichen Eindrucks keine
zuverlässigen Schlussfolgerungen über den Stand der Beschwerden bei
Leistungseinstellung abgeben können. Diese Mängel würden auch durch die
einlässliche Auseinandersetzung mit den Vorakten nicht aufgehoben, zumal die
behandelnden Beteiligten, welche verschiedenen Fachrichtungen angehörten, eine
gegenteilige Meinung geäussert hätten. Insgesamt würden die Aktengutachten von Dr.
E._ und med. pract. D._ keine ausreichende Grundlage bilden, um die
Leistungseinstellung zu begründen. Der vorinstanzliche Entscheid sei deshalb
aufzuheben und die Sache an die CSS zurückzuweisen, damit diese den
Leistungsanspruch unter Einbezug einer externen polydisziplinären Begutachtung neu
beurteile (UV-act. 246).
B.
B.a In der Folge zog die SUVA die Akten der liechtensteinischen Invalidenversicherung
bei (UV-act. 247) und legte den Fall, insbesondere das MEDAS-Gutachten vom 26.
September 2014, der Abteilung Versicherungsmedizin vor (UV-act. 251). Diese kam
zum Schluss, dass das Gutachten nicht verwertbar sei, da unter anderem keine
Kausalitätsbeurteilung erfolgt sei. Es müssten aber auch noch die Unterlagen der IV-
Stelle St. Gallen beigezogen werden (UV-act. 254). Vom Kantonsspital St. Gallen
(KSSG) wurden das neurologische Gutachten vom 25. November 2013 und das MRI
Neurocranium nativ vom 29. November 2013 beigezogen (UV act. 258 und 259). Mit
Schreiben vom 22. März 2016 teilte der Case Manager der SUVA dem Versicherten
mit, dass vorgesehen sei, ein interdisziplinäres Gutachten mit den Fachrichtungen
Neurologie (Schwergewicht und Federführung durch Dr. med. F._), Psychiatrie (durch
Dr. med. G._) und Neuropsychologie (durch Prof. Dr. rer. nat. H._) realisieren zu
lassen. Er erhielt Gelegenheit, sich zur Notwendigkeit der Begutachtung an sich, zur
vorgeschlagenen Begutachtungsstelle und zum Fragenkatalog mit Sachverhalt zu
äussern (UV-act. 268).
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B.b In seiner Stellungnahme vom 14. Juli 2016 hielt der Versicherte im Wesentlichen
fest, der Schadenfall sei ausreichend mit medizinischen Berichten und Bildgebungen
dokumentiert und es sei nicht anzunehmen, weitere Abklärungen würden für die
Beurteilung des Sachverhalts neue Erkenntnisse bringen, weshalb darauf verzichtet
werden könne. Entgegen der von der Abteilung Versicherungsmedizin der SUVA
geäusserten Auffassung bestätige das Ärztekonsilium der Schweizerischen
Invalidenversicherung das MEDAS-Gutachten vollumfänglich, insbesondere im Hinblick
auf die polydisziplinäre Kausalitätsbeurteilung. Das MRI vom 29. November 2013
belege sodann auch für die Zeit nach dem 1. März 2013 das Vorliegen einer - von Dr.
E._ bestrittenen - organisch-strukturellen Hirnschädigung. Von den Ärzten seien
einzig Sturzfolgen erhoben und diagnostiziert worden; es handle sich um eine
Gesundheitsbeeinträchtigung, die seit dem Sturzereignis vom 25. Juli 2009 eine
Arbeitsunfähigkeit und eine Erwerbseinbusse von 100% verursache. Des Weiteren
befasst sich die Stellungnahme mit dem von der SUVA vorgeschlagenen Fragenkatalog
und den einleitenden Ausführungen unter “Problemstellung“. Diese seien einseitig
suggestiv und würden die Gutachter in deren objektiver Expertise beeinflussen (vgl.
UV-act. 277, worin sich auch der Bericht IV-Stelle für Versicherte im Ausland vom 18.
März 2016 sowie der ausführliche ärztliche Bericht vom 21. September 2015 zuhanden
der Verwaltungskommission für die Soziale Sicherheit der Wanderarbeiter befinden).
B.c Mit Schreiben vom 25. Juli 2016 stellte die IV-Stelle für Versicherte im Ausland der
SUVA ihren gleichentags erlassenen Vorbescheid zu, gemäss welchem sie die
leistungsverweigernde Verfügung vom 15. Juli 2011 in Wiedererwägung ziehen und
einen aufgrund der Folgeschäden des Sturzes vom 25. Juli 2009 seit 1. Juli 2010
bestehenden Anspruch auf eine ganze Rente anerkennen werde (UV-act. 279). Am 18.
August 2016 teilte die SUVA dem Versicherten zurückkommend auf seine
Stellungnahme mit, dass weder das Gutachten der MEDAS Ostschweiz vom 26.
September 2014 noch die übrigen seit dem Urteil des Bundesgerichts vom 27. April
2015 ergangenen medizinischen Akten die von diesem geforderte Neubeurteilung unter
Einbezug einer externen polydisziplinären Begutachtung zu ersetzen vermöchten. Sie
halte deshalb an der angeordneten Begutachtung fest. Aufgrund seiner Ausführungen
habe sie die Formulierung unter “Problemstellung“ etwas angepasst; seine im
Zusammenhang mit unterschiedlichen ärztlichen Beurteilungen gestellten expliziten
Fragen seien überflüssig, weil die entsprechende Auseinandersetzung ohnehin zu einer
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korrekten Begutachtung gehöre (UV-act. 281). Am 10. September 2016 hielt der
Versicherte an seinen Fragen fest. Er wies allerdings darauf hin, dass das vom
Bundesgericht geforderte polydisziplinäre Gutachten mit dem fehlerfreien MEDAS-
Gutachten vom 26. September 2014 bereits vorliege. Nur weil es im Ergebnis nicht den
Vorstellungen der SUVA entspreche, dürfe es nicht als nicht ausreichend abqualifiziert
werden. Die Ursächlichkeit des Unfalls für die Gesundheitsschäden sei im Gutachten
ebenso festgestellt wie die Art der Gesundheitsschäden und deren Ausmass (UV-act.
288).
B.d Am 22. November 2016 hielt die CSS in einer Zwischenverfügung fest, das
Bundesgericht habe das MEDAS-Gutachten bei seinem Rückweisungsentscheid
gekannt, also vermöge dieses die geforderte externe Begutachtung nicht zu ersetzen.
Das Gutachten werde sie wie vorgeschlagen in Auftrag geben. Gegen die
vorgeschlagenen Gutachter seien keine Einwände erhoben worden. Die vom
Versicherten gestellten Zusatzfragen vermöchten nicht zur Feststellung des
Sachverhalts beizutragen; es werde deshalb nur der etwas angepasste Fragenkatalog
unterbreitet (UV-act. 293).
C.
C.a Gegen diese Zwischenverfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 23.
Dezember 2016. Der Versicherte (nachfolgend Beschwerdeführer) beantragt darin
deren Aufhebung und die Zusprache einer vollen Invalidenrente der Unfallversicherung
sowie einer Integritätsentschädigung ohne neuerliche externe polydisziplinäre
Begutachtung. Eventuell seien seine Zusatzfragen den Gutachtern zu stellen; der
Fragekatalog und die “Problemstellung“ der CSS (nachfolgend Beschwerdegegnerin)
seien im Sinne seiner Begehren anzupassen. Die Kosten- und Entschädigungsfolgen
seien der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Eventuell sei die unentgeltliche
Rechtspflege zu bewilligen (act. G1).
C.b Die Beschwerdegegnerin beantragt mit Beschwerdeantwort vom 1. Februar 2017
die Abweisung der Beschwerde; unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G3).

Erwägungen
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1.
Nach Art. 52 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann gegen Verfügungen innerhalb von 30
Tagen bei der verfügenden Stelle Einsprache erhoben werden; davon ausgenommen
sind prozess- und verfahrensleitende Verfügungen. Gegen diese steht direkt die
Beschwerde nach Art. 56 Abs. 1 ATSG zur Verfügung (vgl. UELI KIESER, ATSG-
Kommentar, 3. Aufl. 2015, N 44 zu Art. 52). Gemäss Art. 55 Abs. 1 ATSG i.V.m. Art. 46
Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren (VwVG; SR 172.021)
sind Zwischenverfügungen allerdings nur dann ausnahmsweise selbständig anfechtbar,
wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können. Die
Anordnung einer polydisziplinären Begutachtung stellt einen Schritt während des
Verfahrens dar (vgl. KIESER, a.a.O., N 47 zu Art. 52), welcher bei fehlendem Konsens
grundsätzlich in Form einer anfechtbaren Zwischenverfügung zu erlassen ist (vgl.
KIESER, a.a.O., N 27 zu Art. 44 mit Hinweis auf die die frühere Rechtsprechung
ändernden BGE 132 V 93, 137 V 256 f. und 138 V 323). Der Beschwerdeführer wohnt in
I._ und damit im Ausland. Zuständig zur Beurteilung seiner Beschwerde ist deshalb
nach Art. 58 Abs. 2 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem sein
letzter schweizerischer Arbeitgeber Wohnsitz hat. Der letzte schweizerische
Arbeitgeber war die Kantonsschule B._ im Kanton St. Gallen. Der von der
Zwischenverfügung berührte und an ihrer Aufhebung interessierte Beschwerdeführer
(Art. 59 ATSG) hat seine Beschwerde fristgerecht (Art. 60 ATSG) beim
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen eingereicht. Sie ist ausreichend begründet
und erfüllt auch die übrigen formellen Anforderungen an eine Beschwerde (Art. 61 lit. b
ATSG). Im angefochtenen Zwischenentscheid wurde eine interdisziplinäre
Begutachtung des Beschwerdeführers angeordnet. Wie nachfolgend ausgeführt, wäre
eine solche mit einem Eingriff in das Persönlichkeitsrecht des Beschwerdeführers
verbunden (vgl. E. 5.5, BGE 137 V 257), was einen nicht wieder gutzumachenden
Nachteil bedeuten würde. Es ist somit auf die Rechtsvorkehr einzutreten.
2.
Anfechtungsgegenstand der vorliegenden Beschwerde ist der Zwischenentscheid vom
22. November 2016, womit die Beschwerdegegnerin eine polydisziplinäre
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Begutachtung durch Dr. F._, Dr. G._ und Prof. H._ anordnete. Diese sollten eine
integrative Gesamtbeurteilung durch Neurologie, Psychiatrie und Neuropsychologie
aufgrund des Fragenkatalogs vom 18. August 2016 mit Sachverhalt und
“Problemstellung“ (vgl. UV-act. 280) abgeben. Es ist die Zulässigkeit dieser Anordnung
zu prüfen. Nicht verfügt hat die Beschwerdegegnerin über den Rentenanspruch und die
Integritätsentschädigung. Diese gehören nicht zum Anfechtungsgegenstand. Auf den
Antrag auf Zusprechung entsprechender Versicherungsleistungen ist daher nicht
einzutreten.
3.
Die Beschwerdegegnerin hatte im Nachgang zum Unfall des Beschwerdeführers vom
25. Juli 2009 Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen erbracht. Diese stellte sie per
28. Februar 2011 ein (UV-act. 160). Wie einleitend dargestellt, geschah dies gestützt
auf die verwaltungsinternen Berichte von med. pract. D._ (UV-act. 144) und Dr. E._
(UV-act. 160.1). Diese stellten nach Auffassung des Bundesgerichts keine
ausreichende Grundlage für die Leistungseinstellung dar, weshalb es die Sache mit
Urteil vom 27. April 2015 an die Beschwerdegegnerin zurückwies, damit sie den
Leistungsanspruch unter Einbezug einer externen polydisziplinären Begutachtung neu
beurteile (UV-act. 246). In diesem Zeitpunkt lag das Gutachten der MEDAS Ostschweiz
vom 26. September 2014, welches die Fachbereiche Neurologie, Psychiatrie/
Psychotherapie und Neuropsychologie umfasste, anders als zur Zeit, als das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen seinen Entscheid gefällt hatte (14. August
2014), bereits vor. Der Beschwerdeführer hatte es dem Bundesgericht nach Erhalt
eingereicht. Das Bundesgericht befand, dass es sich bei diesem Beweismittel um ein
echtes Novum handle, weil nicht erst der vorinstanzliche Entscheid zu seiner Erstellung
Anlass gab (Art. 99 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR
173.110]). Solche Beweismittel sind unzulässig (Urteil des Bundesgerichts vom 30.
Januar 2015, 8C_277/2014 E. 2 mit Hinweis); sie können im Verfahren nicht
berücksichtigt werden (Urteil des Bundesgerichts vom 18. Mai 2010, 2C_761/2009 E.
4.2). Die Beschwerdegegnerin hat die Rückweisung des Bundesgerichts zur
Neubeurteilung des Leistungsanspruchs “unter Einbezug einer externen
polydisziplinären Begutachtung“ so interpretiert, als könne das in jenem Zeitpunkt
bereits vorhandene MEDAS-Gutachten dieses Erfordernis nicht erfüllen. Diese
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Interpretation ist unzutreffend. Das Bundesgericht konnte dieses Gutachten nach dem
Gesagten bei seiner Entscheidfindung gar nicht berücksichtigen, auch wenn es ihm in
dem Sinn bekannt war, als der Beschwerdeführer es während des noch hängigen
Verfahrens als Beweismittel eingereicht hatte. Ob die vom Bundesgericht gewählte
Formulierung der Rückweisung, die gerade nicht von einer neuen polydisziplinären
Begutachtung spricht, impliziert, auf eine solche sei angesichts der vorhandenen
MEDAS-Begutachtung zu verzichten, ist angesichts des Berücksichtigungsverbots
echter Noven nicht anzunehmen. Die Formulierung lässt die Berücksichtigung des
fraglichen MEDAS-Gutachtens als Beweismittel im wieder aufzunehmenden
Verwaltungsverfahren aber jedenfalls grundsätzlich zu.
4.
4.1 Gemäss Art. 43 Abs. 1 Satz 1 ATSG prüft der Versicherungsträger die Begehren,
nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen
Auskünfte ein (vgl. zum Untersuchungsgrundsatz Urteil des Bundesgerichts vom 1.
April 2011, 8C_73/2011 E. 4.1). Als Beweismittel haben Gutachten im
sozialversicherungsrechtlichen Leistungsverfahren insbesondere bei der Feststellung
einer gesundheitlichen Beeinträchtigung eine herausragende Bedeutung (vgl. KIESER,
a.a.O., N 41 zu Art. 43 mit Hinweis auf N 14ff. zu Art. 44). Die Untersuchungen sind
einzustellen, wenn die Akten vollständig sind, das heisst, wenn die inhaltlichen und
beweismässigen Anforderungen, welche an die einzelnen Beweismittel gestellt werden,
erfüllt sind und eine Würdigung dieser Beweismittel mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit einen bestimmten Sachverhalt ergibt. Es besteht
insoweit kein Anspruch bzw. keine Berechtigung, zusätzliche “second opinions“
einzuholen, und zwar weder seitens der versicherten Person noch seitens des
Versicherungsträgers (vgl. KIESER, a.a.O., N 27 zu Art. 43). Soweit ärztliche oder
fachliche Untersuchungen für die Beurteilung notwendig und zumutbar sind, hat sich
die versicherte Person diesen zu unterziehen (Art. 43 Abs. 2 ATSG).
4.2 Für das Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des
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Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Fachperson
begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder
die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a).
4.3 Im Nachgang zum bundesgerichtlichen Rückweisungsentscheid wurde das
Gutachten der MEDAS Ostschweiz der Abteilung Versicherungsmedizin der SUVA
vorgelegt (UV-act. 251). Die einzige aktenkundige Würdigung dieses massgeblichen
Beweismittels durch die Beschwerdegegnerin stammt vom 7. September 2015. Med.
pract. J._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH und Fachärztin für
Neurologie FMH, und med. pract. K._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
stellten lediglich fest, das Gutachten der MEDAS Ostschweiz sei für sie (gemeint die
Beschwerdegegnerin) nicht verwertbar, da unter anderem keine Kausalitätsbeurteilung
erfolgt sei. Eine weitere Würdigung des Gutachtens nahmen sie nicht vor, obwohl die
Beschwerdegegnerin dazu im Rahmen der korrekten Umsetzung des
bundesgerichtlichen Rückweisungsentscheides verpflichtet gewesen wäre. Um den
Zwischenentscheid, mithin die Notwendigkeit einer weiteren polydisziplinären
Begutachtung, überprüfen zu können, sind die unterlassenen Würdigungen
nachfolgend nachzuholen und die Beweiskraft des MEDAS-Gutachtens vom 26.
September 2014 gerichtlich zu beurteilen.
5.
5.1 Die MEDAS-Gutachter listeten als Hauptdiagnosen mit Einschränkung der
zumutbaren Arbeitsfähigkeit ein organisches Psychosyndrom bei Status nach Schädel-
Hirn-Trauma am 25. Juli 2009 mit retrograder Amnesie und Kurzzeitgedächtnisstörung
für mehrere Tage (ICD-10: F07.2) sowie eine Fraktur des Jochbeins, des Jochbogens
und des Orbitabodens rechts auf (UV-act. 243, S. 37). Aus psychiatrischer Sicht sei der
Beschwerdeführer seit dem Sturzereignis vom 25. Juli 2009 sowohl für die zuletzt
ausgeübte Tätigkeit als auch für allfällige somatisch adaptierte Tätigkeiten zu 100%
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arbeitsunfähig. Aus somatischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt (UV-
act. 243, S. 43 und 45).
5.2 Das MEDAS-Gutachten, insbesondere das Teilgutachten von Dr. med. L._,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, enthält nur wenige anamnestische
Angaben über die Zeit vor dem Unfall vom 25. Juli 2009 (vgl. UV-act. 243, S. 21, 30
und 37). Dr. L._ hielt zwar fest, der Beschwerdeführer habe schon vor dem Unfall an
Depressionen gelitten, welche gegenwärtig remittiert seien, und sei deswegen in
fachärztlicher psychotherapeutischer Behandlung gewesen. Weiter gab Dr. L._ einige
psychiatrische Vorakten auszugsweise wieder, setzte sich jedoch nicht vertieft mit
diesen auseinander (vgl. UV-act. 243, S. 33 f.). Wie nachfolgend ausgeführt, ist damit
die Schlussfolgerung von Dr. L._, wonach es sich aus psychiatrischer Sicht um ein
im Vordergrund stehendes organisches Psychosyndrom nach Schädel-Hirn-Trauma
handle (UV-act. 243, S. 34), nicht nachvollziehbar.
5.2.1 PD Dr. med. M._, Spezialarzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, hatte
in seinem Gutachten vom 11. Juli 2006 festgehalten, beim Beschwerdeführer bestehe
seit der Adoleszenz eine erheblich schwere Sozialphobie. Gemäss seinem Gutachten
hat der Beschwerdeführer trotz zwei abgeschlossener Studien beruflich nie wirklich
Fuss fassen können und war in unterschiedlichen Berufsfeldern jeweils nicht längere
Zeit tätig (UV-act. 99). Prof. Dr. med. N._ und Dr. med. O._, Klinik für Neurologie,
KSSG, hatten in ihrem Gutachten vom 5. November 2013 auf bereits während der
Schulzeit kaum vorhandene soziale Kontakte hingewiesen. Es sei ein Drama gewesen,
dass seine Mutter nicht mitgekommen sei, als er sein Studium in P._ aufgenommen
habe. Auch bei der beruflichen Tätigkeit seien soziale Kontakte schwierig gewesen, es
sei zu Kündigungen und psychischen Problemen gekommen. Die Beziehung mit seiner
späteren Frau sei anfangs schwierig gewesen, da er keine Nähe habe ertragen können.
Seine Probleme im Umgang mit Menschen, ein verminderter Antrieb sowie eine
depressive Stimmungslage seien vor und nach dem Unfall gleich gewesen (bei den
ZAS-Akten).
5.2.2 Dr. med. Q._, Facharzt für Psychiatrie, hatte den Beschwerdeführer im
Zeitraum vom 27. Februar 2004 bis 27. Dezember 2006 wegen einer reaktiven
depressiven Störung (Schreiben vom 26. Januar 2010; UV-act. 56) behandelt und ihm
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von Januar 2006 bis Januar 2007 eine Arbeitsunfähigkeit von 100% attestiert (UV-act.
144, S. 4 f., vgl. UV-act. 63 bis 75). Dr. Q._ hatte am 27. Dezember 2006
festgehalten, der Beschwerdeführer komme mit seiner Situation weiterhin schlecht
zurecht, sei wütend, leicht kränkbar und zeige die Symptome einer emotional instabilen
Persönlichkeit vom Borderline-Typ. Die depressive Symptomatik sei jedoch
zwischenzeitlich remittiert (UV-act. 63). Der Dokumentation über die Behandlung bei
Dr. Q._ ist ausserdem zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer sich bereits vor
2004 während mehrerer Jahre aufgrund der emotional instabilen Persönlichkeit vom
Borderline Typ in psychotherapeutischer Behandlung befunden hatte (UV-act. 95). Dr.
Q._ hatte am 20. April 2010 berichtet, die bis 2006 bestehende Depression sei durch
einen schweren Partnerkonflikt, sowie durch Konflikte am Arbeitsplatz und durch eine
äussert rigide Persönlichkeitsstruktur mit zwanghaften und schizoiden
Persönlichkeitsanteilen verursacht worden. Trotz intensiver Psychotherapie sowie einer
medikamentösen Therapie sei es im Verlauf der depressiven Erkrankung zu einer
chronischen Suizidalität sowie fast zu einer Invalidisierung gekommen. Die aktuelle
Situation werde durch den stattgehabten Unfall in C._ noch verkompliziert. Aufgrund
der Persönlichkeitsstruktur des Beschwerdeführers bestehe seit Jahren ein dysthymes
Zustandsbild, welches sich bei exogenen Belastungsmomenten zu mittelgradig bis
schwer ausgeprägten Episoden entwickeln könne. Bei Rückkehr in den Lehrberuf sei
sowohl aufgrund dieser Neigung als auch aufgrund des bestehenden leichtgradigen
organischen Psychosyndroms mit neuerlichen depressiven Episoden zu rechnen (UV-
act. 111). Der Beschwerdeführer hatte anlässlich einer Besprechung vom 18. Januar
2010 mit dem Case Manager der Suva angegeben, im Oktober 2007 seien seine
Depressionen verschwunden gewesen. Schwerwiegend während der ganzen
vergangenen Zeit sei auch gewesen, dass seine Frau zunehmend Ansprüche in Bezug
auf die Kinder geltend gemacht habe. Unmittelbar vor dem Islandurlaub habe sie einen
Antrag auf Änderung des Besuchsrechts gestellt. Zum Zeitpunkt seiner Ferien in C._
sei seine psychische Verfassung wiederum nicht sehr stabil gewesen (UV-act. 50).
5.2.3 Zusammenfassend hatte med. pract. D._ am 8. Oktober 2010 festgehalten,
es seien verschiedene unfallfremde Faktoren bekannt, die den psychischen Zustand
des Beschwerdeführers massgeblich beeinflussten, deren psychische Folgen sich als
neurokognitive Störungen zeigten und das kognitive Leistungsprofil des
Beschwerdeführers beeinflussten. So werde seit mindestens der Adoleszenz das
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Bestehen einer schweren sozialen Phobie sowie einer emotional instabilen
Persönlichkeitsstörung mit zwischenmenschlichen Beziehungsschwierigkeiten; eine
rezidivierende depressive Störung mit Episoden im Jahre 2004 und 2007 sowie,
vermutlich schon vor dem Ferienaufenthalt im Juli 2009, eine aktuelle depressive
Episode mit Ablehnung einer antidepressiven Medikation; und zahlreiche psychosoziale
Belastungsfaktoren (Schwierigkeiten die Verletzungen zu verarbeiten, Scheidung und
Trennung von seinen Kindern mit persistierenden juristischen Streitereien, Angst vor
Rückkehr zur Lehrertätigkeit im Frontalunterricht, Fehlen eines tragfähigen sozialen
Umfeldes an seinem Wohnort, Fixierung an eine Mediationsausbildung in R._ als
alleinige richtungsweisende Zukunftsperspektive) beschrieben. Aus psychiatrischer
Sicht und angelehnt an die verschiedenen Berichte der behandelnden Psychiater/
Psychologen und Psychotherapeuten bestünden kaum Anhaltspunkte für die
Entwicklung direkter psychischer Folgen nach dem Sturz im Sinne einer
psychotraumatologischen Reaktion. Die Entwicklung einer Anpassungsstörung könnte
am Anfang postuliert werden, wobei aufgrund der Unterlangen anzunehmen sei, dass
eher unfallfremde Belastungsfaktoren sowie die auf die vorbestehenden psychischen
Störungen zurückzuführenden Beschwerden diese bedingten bzw. bald in den
Vordergrund rückten. Es sei anzunehmen, dass die Folgen des Unfalls kaum einen
Einfluss auf das Weiterbestehen der psychiatrischen Diagnosen ausübten. Das damals
diagnostizierte organische Psychosyndrom sei eine direkte Unfallfolge gewesen, zum
jetzigen Zeitpunkt sei jedoch das Weiterbestehen desselben als kritisch anzusehen. Es
sei anzunehmen, dass das organische Psychosyndrom remittiert sei und das die zum
Teil weiter beschriebenen Beschwerden auf die anderen psychiatrischen Störungen
zurückzuführen seien (UV-act. 144, S. 10).
5.2.4 Damit bestehen insgesamt zahlreiche Hinweise auf bereits vor dem Unfall
bestehende bzw. nicht unfallkausale psychische Probleme, welche mindestens
zeitweise zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führten (vgl. bezüglich der vor
dem MEDAS-Gutachten bestehenden Aktenlage und der damals verneinten
Unfallkausalität der Restbeschwerden Entscheid des Versicherungsgericht St. Gallen
vom 14. August 2014; UV-act. 235). Dr. L._ stellte den Sachverhalt vor dem Unfall
unvollständig dar, setzte sich nicht ausreichend mit den Vorakten auseinander und
begründete seine abweichende Einschätzung nicht überzeugend. Er begründete zwar,
die vom behandelnden Psychiater erwähnten schizoiden Persönlichkeitsanteile
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könnten nicht ausgeschlossen werden, da die kognitiven und emotionalen Störungen
des hirnorganischen Psychosyndroms im Vordergrund stünden. Depression und/oder
Angst gehörten zum Bild eines organischen Psychosyndroms. Es sei klinisch
nachvollziehbar, dass sich die Symptome dieser verschiedenen Diagnosen mit dem
organischen Psychosyndrom überlappten (UV-act. 243, S. 34). Woraus er aber schloss,
das organische Psychosyndrom stehe im Vordergrund, ist nicht ersichtlich.
5.3 Dr. L._ stützte seine Diagnose des noch persistierenden organischen
Psychosyndroms zudem massgeblich auf die Ergebnisse der neuropsychologischen
Untersuchung.
5.3.1 Die neuropsychologische Teilgutachterin lic. phil. S._, Fachpsychologin für
Neuropsychologie FSP, hielt fest, der Beschwerdeführer habe in der überwiegenden
Mehrheit der durchgeführten Testverfahren deutlich unterdurchschnittliche Ergebnisse
erbracht, d.h. die Leistungen lägen eine bis mehr als drei Standardabweichungen
unterhalb des Mittelwertes der Alters- und Bildungsgruppe. Die Ergebnisse der
Symptomvalidierung seien in drei verschiedenen Verfahren in allen Effort-Kennwerten
auffällig. Die cut-off-Werte für adäquate Leistungsmotivation würden zum Teil sehr
deutlich unterschritten. Auch das Leistungsprofil über die verschiedenen Untertests im
Vergleich zur Referenzgruppe sei nicht plausibel. So erreiche der Beschwerdeführer die
schwächsten Leistungen in den einfachsten Tests, während bei den schwierigen Tests
ein geringerer Abstand zur Referenzgruppe bestehe. Bei einer authentischen
Gedächtnisstörung wäre jedoch genau das umgekehrte Profil zu erwarten. Die erzielten
Werte des Beschwerdeführers in den Effort-Tests lägen weit unter dem Bereich
verschiedener klinischer Populationen mit guter Anstrengungsbereitschaft inklusive
Schädel-Hirn-Trauma-Patienten, depressiver Patienten und solchen mit objektivierten
Gedächtnisdefiziten. Das Profil des Beschwerdeführers zeige eine hohe
Übereinstimmung im Profil mit Personen, die eine Gedächtnisstörung simulieren
sollten. Die Ergebnisse des Beschwerdeführers lägen etwa im Bereich von
hospitalisierten Demenz-Patienten im fortgeschrittenen Stadium. Für eine
fortgeschrittene Demenz oder ein ähnlich schweres Zustandsbild gebe es beim
Beschwerdeführer weder aus der klinischen Symptomatik, noch aus dem
Fähigkeitsniveau im Alltag Hinweise. Auch innerhalb der übrigen durchgeführten
neuropsychologischen Testverfahren zeigten sich Auffälligkeiten und Inkonsistenzen,
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die auf eine neuropsychologisch unplausible Symptomproduktion hinwiesen und nicht
mit den wissenschaftlichen Modellen pathologischer Hirnfunktion zu erklären seien. Die
Ergebnisse der aktuellen neuropsychologischen Untersuchung seien daher insgesamt
als nicht valide einzuschätzen und wiesen auf eine nicht ausreichende
Anstrengungsbereitschaft hin. Lic. phil. S._ beurteilte, aus neuropsychologischer
Sicht ergäben sich aus der Zusammenschau der Verhaltensbeobachtung, des
Vergleichs der Testleistungen im Verlauf, des Testprofils und der Ergebnisse der
Symptomvalidierung Hinweise für vor allem nicht-authentische neuropsychologische
Störungen. Somit könnten aufgrund der aktuell erhobenen Testwerte weder Art und
Ausmass der kognitiven Defizite, noch Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit
angegeben werden. Über die Gründe der neuropsychologisch unplausiblen
Symptomproduktion und deren Bewusstheitsgrad könnten aus neuropsychologischer
Sicht keine sicheren Angaben gemacht werden. In Frage komme neben
schwerwiegenden psychopathologischen und hirnorganischen Zuständen, welche die
Willensfreiheit oder das Urteilsvermögen stark einschränkten, auch eine bewusste
Aggravation oder Simulation kognitiver Beeinträchtigungen (UV-act. 243-31 ff.).
5.3.2 Dr. L._ führte aus, zum klinischen Bild eines organischen Psychosyndroms
gehöre auch, dass durch psychologische Tests kein deutlicher objektiver Nachweis
einer deutlichen Beeinträchtigung zu erheben sei, was erkläre, weshalb
testpsychologische Untersuchungen zu verschiedensten Schlussfolgerungen kommen
könnten. Auch die Ergebnisse der neuropsychologischen Untersuchung vom 10. Juli
2014 seien nicht eindeutig und hinsichtlich einer hirnorganischen Schädigung auch
nicht aufschlussreich (UV-act. 243, S. 34). Ob sich mit dieser Begründung die sehr
auffälligen und gemäss lic. iur. S._ nicht validen, inkonsistenten Testergebnisse der
neuropsychologischen Untersuchung erklären lassen, erscheint fraglich. Daran ändert
auch der Hinweis Dr. L._s, wonach es sich bei der Neuropsychologie um eine
Hilfswissenschaft handle, die letztendlich die Ätiologie und die invalidisierende Wirkung
einer gefundenen Pathologie nicht für sich alleine beurteilen könne, nichts (UV-act. 243,
S. 34 f.). Zwischen psychologischen Problemen und neuropsychologischen kognitiven
Leistungen können Wechselbeziehungen bestehen. Bei auffälligen Testwerten kann
deshalb nicht ohne weiteres auf eine traumatisch bedingte organische Unfallfolge
geschlossen werden; die Ursache der kognitiven Beeinträchtigungen kann auch
psychisch bedingt sein. Dabei ist darauf hinzuweisen, dass auch frühere
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neuropsychologische Testungen, so insbesondere die Abklärung vom 5. November
2013 im KSSG (bei den ZAS-Akten), bereits zu auffälligen, inkonsistenten und nur
bedingt nachvollziehbaren Ergebnissen geführt hatten, was von den MEDAS-
Gutachtern anerkannt wurde (vgl. UV-act. 243, S. 40 f.).
5.4 Vor diesem Hintergrund überzeugen die Diagnosestellung des noch
persistierenden organischen Psychosyndroms und die Begründung für eine
traumatische Ursächlichkeit desselben durch Dr. L._ nicht. Neben den nicht
aufschlussreichen neuropsychologischen Untersuchungsergebnissen hat Dr. L._ die
für ein organisches Psychosyndrom notwendigen Kriterien mit kaum aussagekräftigen
Hinweisen begründet. So erwähnte er beispielsweise Klagen über unangenehme
Empfindungen und allgemeines Krankheitsgefühl, emotionale Labilität und Reizbarkeit
durch emotionale Erregung und Stress provozierbar, wie sie auch mit anderen
psychischen Beeinträchtigungen in Verbindung gebracht werden könnten. Inwiefern,
wie von ihm erwähnt, die angestrebte Umschulung zum Mediator in R._ eine
hypochondrische, überwertige Idee sein soll, ist sodann nicht erkennbar (vgl. UV-act.
243, S. 34), zumal der Beschwerdeführer die Ausbildung mindestens teilweise
erfolgreich absolvieren konnte (vgl. Neurologische Abklärung des KSSG vom 5.
November 2013; bei den ZAS-Akten, S. 9) und andere Ärzte die Ausbildung als möglich
bzw. gar besonders geeignet erachteten (UV-act. 111, UV-act. 117). Schliesslich
begründete Dr. L._ auch nicht, weshalb die Diagnose des organischen
Psychosyndroms zu einer Arbeitsunfähigkeit von 100% sowohl für die zuletzt
ausgeübte, als auch allfällige somatisch adaptierte Tätigkeiten führen sollte (vgl. UV-
act. 243, S. 35).
5.5 Damit ist die Beweiskraft des MEDAS-Gutachtens, insbesondere des
psychiatrischen Teilgutachtens, für das vorliegende unfallversicherungsrechtliche
Verfahren zu verneinen. Die Unfallkausalität der noch vorhandenen Beschwerden und
eine allfällige unfallbedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit lassen sich nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit feststellen. Die beabsichtigte polydisziplinäre
Begutachtung zur vollständigen Sachverhaltsfeststellung ist zudem verhältnismässig,
zumal der damit verbundene Eingriff in die Persönlichkeit des Beschwerdeführers (vgl.
Art. 10 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft; BV, SR
101) nicht besonders schwer wiegt.
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6.
Weiter beantragt der Beschwerdeführer eventualiter, der Fragekatalog bzw. die
“Problemstellung“ der Beschwerdegegnerin seien abzuändern. Die nachfolgenden
Ausführungen beziehen sich auf die nach Intervention des Beschwerdeführers (vgl. UV-
act. 277) bereits leicht angepassten Formulierungen (vgl. UV-act. 280 f.).
6.1 In der den Fragekatalog einleitenden “Problemstellung“ hielt die
Beschwerdegegnerin fest, der Beschwerdeführer sei bereits vor dem Unfall wegen
Sozialphobie, depressiver Episode und Persönlichkeitsproblematik in psychiatrischer
Behandlung gewesen. Nach dem Unfall vom 25. Juli 2009 habe sich der Zustand
verschlechtert. Die letzte neuropsychologische Testung habe widersprüchliche
Befunde ergeben, welche eine zuverlässige Beurteilung nicht zugelassen hätten. Die
Versicherungsleistungen seien mangels einer unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit per 28.
Februar 2011 eingestellt worden. Im anschliessenden Beschwerdeverfahren habe das
Bundesgericht mit Urteil vom 27. April 2015 die Sache nach Durchführung einer
externen polydisziplinären Begutachtung und zur Neubeurteilung zurückgewiesen (UV-
act. 280). Die “Problemstellung“ ist damit eine kurze Zusammenfassung des
Sachverhaltes und entspricht dem gängigen Vorgehen bei Gutachtensaufträgen.
Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers (act. G1) ist der wiedergegebene
Verlauf nicht objektiv falsch, sondern entspricht im Wesentlichen den vorherigen
Erwägungen (vgl. E. 5). Ein Suggestivcharakter ist nicht erkennbar, zumal der im
Vergleich zur ersten Version der “Problemstellung“ (vgl. UV-act. 267) nicht mehr explizit
erwähnte Vorzustand ein für die Beurteilung des Kausalzusammenhanges notwendiges
Kriterium ist. Die medizinische Beurteilung obliegt sodann ohnehin ausschliesslich den
beauftragten Gutachtern, welche sich nicht zwingend an die Feststellungen der
Beschwerdegegnerin halten müssen.
6.2 Der Fragekatalog der Beschwerdegegnerin enthält die zur Beurteilung der
Leistungsansprüche notwendigen Fragen (UV-act. 280). Der Beschwerdeführer bringt
dagegen im Wesentlichen vor, die Fragen seien bereits durch das MEDAS-Gutachten
und die weiteren vorliegenden Akten beantwortet (act. G1). Dem ist mit Verweis auf die
Erwägungen bezüglich der Beweiskraft des MEDAS-Gutachtens (E. 5) nicht zu folgen.
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6.3 Insgesamt ist der Fragekatalog der CSS inklusive “Problemstellung“ damit nicht zu
beanstanden und der Antrag des Beschwerdeführers auf Korrektur derselben abzu-
weisen.
7.
Schliesslich ist darüber zu befinden, ob die Zusatzfragen des Beschwerdeführers an
die Gutachter zulässig sind.
7.1 Der Beschwerdeführer hat grundsätzlich einen Anspruch darauf, Ergänzungsfragen
an die Gutachter zu stellen (Art. 42 ATSG, KIESER, a.a.O., N 26 zu Art. 42 mit Hinweis),
was ihm die Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 22. März 2016 ermöglicht hat
(vgl. UV-act. 268). Sehr detaillierte, umfangreiche Fragen, wie sie der Beschwerdeführer
stellen möchte, sind jedoch weder üblich, noch sinnvoll. Es besteht ein
Zusammenhang zwischen Fragestellung und Qualität der Gutachten. Durch verfeinerte
Fragen und mit zunehmender Anzahl derselben steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der
Gutachter bei der Beantwortung mindestens einen relevanten Fehler begeht, der das
gesamte Gutachten in seiner Funktion als Beweismittel gefährdet. Der
Gutachtensauftrag sollte auf wenige, mit grösserer Zuverlässigkeit beantwortbare
Fragen beschränkt werden, damit vertrauenswürdige Antworten erwartet werden
können (JÖRG JEGER, Gute Frage – schlechte Frage: Der Einfluss der Fragestellung
auf das Gutachten, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.],
Sozialversicherungsrechtstagung 2009, 2010, S. 177 und 197, vgl. BGE 137 V 210, E.
3.4.2.9, BGE 141 V 330).
7.2 Die Fragen des Beschwerdeführers zielen vor allem auf die Auseinandersetzung
der Gutachter mit den Vorakten ab und dienen der Aufdeckung von Inkonsistenzen.
Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht geltend macht (UV-act. 293), gehört dies
ohnehin zu einer korrekten Begutachtung, weshalb sich explizite, detaillierte Fragen
erübrigen und nicht geeignet sind, zur Feststellung des massgebenden Sachverhalts
beizutragen (vgl. Leitlinien der Schweizerischen Gesellschaft für
Versicherungspsychiatrie für die Begutachtung psychischer Störungen, in:
Schweizerische Ärztezeitung, 2004, S. 1049 f.). Im Kern sind die Fragen des
Beschwerdeführers bereits im Fragekatalog der Beschwerdegegnerin (UV-act. 280)
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enthalten. So ist die Frage des Beschwerdeführers, ob der Befund vom 21. August
2009 zum am Magnetresonanz Institut I._ erstellten MRI korrekt sei, mindestens
implizit in der offener formulierten Frage der Beschwerdegegnerin nach
Gesundheitsschäden, welche mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf einem
organischen Substrat beruhen und mit welchen Befunden sich dies objektivieren lasse
(UV-act. 280, Frage 3), enthalten. Dasselbe gilt für die Fragen des Beschwerdeführers
bezüglich des Befunds des Kantonsspitals St. Gallen vom 5. November 2013 zum
damals aktuellen zerebralen MRI und der darauf basierenden Beurteilung (vgl. act. G1,
S. 12). Es ist sodann nicht Aufgabe der Gutachter, die Korrektheit der Feststellungen
von Dr. L._ zur Neuropsychologie als Hilfswissenschaft zu beurteilen. Die
neuropsychologischen Befunde werden sie bereits aufgrund des Fragekatalogs der
Beschwerdegegnerin erheben (vgl. UV-act. 280, Frage 1). Soweit die Fragen des
Beschwerdeführers auf den vor dem Unfall allenfalls bereits bestehenden
Gesundheitszustand abzielen (insbesondere Fragen zum Gutachten von PD Dr. M._
vom 11. Juli 2006), haben sie den gleichen Hintergrund wie die Frage der
Beschwerdegegnerin nach der Trennung von Gesundheitsschäden mit und ohne
kausalen Zusammenhang zum Unfall bzw. unfallfremde Faktoren (UV-act. 280, Frage.
3, 4). Es liegt in der Kompetenz der Gutachter, die Relevanz von Vorakten zu beurteilen
und entsprechende Schwerpunkte zu setzen. Die umfangreichen Fragen zu einzelnen
Vorakten bzw. Auszügen davon, wie sie der Beschwerdeführer stellen möchte, könnten
dazu führen, dass die Gutachter einen stärkeren Fokus auf aus ihrer Sicht weniger
relevante Vorakten legen müssten.
7.3 Der Antrag des Beschwerdeführers auf Zulassung seiner Ergänzungsfragen ist
damit abzuweisen.
8.
8.1 Nach dem Gesagten ist auf den Antrag auf Zusprechung einer Invalidenrente und
einer Integritätsentschädigung nicht einzutreten. Im Übrigen ist die Beschwerde
abzuweisen.
8.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
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8.3 Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Als Versicherungsträger hat die obsiegende Beschwerdegegnerin
praxisgemäss keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung, soweit - wie vorliegend -
die Prozessführung der Gegenpartei nicht als mutwillig oder leichtsinnig zu bezeichnen
ist (vgl. KIESER, a.a.O., N 199 zu Art. 61).