Decision ID: 9a4928a4-3568-4ebb-98c9-3868682eb770
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1961, erlitt am 7. Oktober 2002 einen Arbeitsunfall mit Handverletzungen (Urk. 12/7/33) und meldete sich am 25. August 2003 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 12/2). Die Sozialversiche
rungsanstalt des
Kantons Zürich, IV
Stelle,
sprach ihm
mit Verfügung vom 19. Juli 2004 (
Urk.
12/27) und
Einspracheentscheid
vom 8. November 2005 (
Urk.
12/86) eine befristete ganze Invalidenrente von Oktober 2003 bis Februar 2004 zu.
Das hiesige Gericht änderte den
Einspracheentscheid
mit Urteil vom
4.
Januar 2007 im Verfahren Nr.
IV.2005.01380 dahingehend ab, dass der Rentenanspruch bis November 2003 befristet wurde (
Urk.
12/109/1-18). Dies wurde vom Bundes
gericht mit Urteil vom
4.
Februar 2008 bestätigt (
Urk.
12/118/2-9
=
Urk.
3/3
).
1.2
Am
8.
November 2018 meldete sich der Versicherte
unter Hinweis auf Herzprob
leme
erneut an (
Urk.
12/139
Ziff.
6.2
).
Die IV-Stelle teilte ihm am 27.
Februar 2019 mit, es seien keine Eingliederungsmassnahmen
möglich (Urk.
12/151).
Nach
durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
12/180,
Urk.
12/186,
Urk.
12/
1
92) sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom
4.
Juni 2020 eine befristete ganze Rente von Juli bis Dezember 2019 zu (
Urk.
12/203+195 =
Urk.
2).
2.
Der Versicherte erhob am
6.
Juli 2020 Beschwerde gegen die Verfügung vom 4.
Juni 2020 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei teilweise aufzuheben und es sei ihm über den 3
1.
Dezember 2019 hinaus eine Rente auszurichten (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
I.1
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
4.
August 2020 (
Urk.
11) die Abweisung der Beschwerde. Dies w
urde dem Beschwerdeführer am 1.
Sep
tember 2020 zur Kenntnis gebracht,
wobei
gleichzeitig
und antragsgemäss (vgl.
Urk.
1 S. 2
Ziff.
I.2) die
unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung
bewilligt wurde
(
Urk.
13).
3.
Gemäss
Einspracheentscheid
der Suva
vom
5.
Dezember 2007 hat der Beschwer
deführer
seit Januar 2004 bei einem Invaliditätsgrad von 34
%
Anspruch auf eine Invalidenrente der Unfallversicherung (
Urk.
12/115 S. 2
lit
. B).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche
rung
(
IVG
)
aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede
rungs
massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeits
marktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkom
men ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestim
men lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.3
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls rele
vanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversi
cherung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 f. zu Art.
28a
). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3
).
1.4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den LSE herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungs
zeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Renten
revisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Mass
gabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reich
muth
,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
1.5
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Ein
zelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschrän
kt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
1.6
Gemäss
Art.
43
Abs.
1 Satz 1 ATSG prüft der Versicherungsträger die Begehren, nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erfor
derlichen Auskünfte ein.
Auch unter der Herrschaft des ATSG fällt es der IV-Stelle zu, nach Eingang der Anmeldung zum Leistungsbezug die Verhältnisse abzuklären (
Art.
57
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung
,
IVG, in Verbindung mit
Art.
69 ff.
der Verordnung über die Invalidenversicherung
,
IVV). In Ergänzung und Präzi
sierung zu
Art.
43
Abs.
1 ATSG hält
Art.
69
Abs.
2 IVV (in der seit
1.
Januar 2003 in Kraft stehenden Fassung in Verbindung mit
Art.
1 und
Art.
57
Abs.
2 IVG) fest, dass die IV-Stelle, wenn die versicherungsmässigen Voraussetzungen erfüllt sind, die erforderlichen Unterlagen, insbesondere über den Gesundheitszustand, die Tätigkeit, die Arbeits- und Eingliederungsfähigkeit der versicherten Person sowie die Zweckmässigkeit bestimmter Eingliederungsmassnahmen, beschafft und zu diesem Zwecke Berichte und Auskünfte verlangen, Gutachten einholen, Abklärungen an Ort und Stelle vornehmen sowie Spezialisten der öffentlichen oder privaten Invalidenhilfe beiziehen kann. Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unter
lagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund
heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden (BGE 132 V 93 E. 4).
1.
7
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funkti
onelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49 IVV beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fach
kompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich unter
suchen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
1.
8
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der
Begründung zur
angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus, die a
ngestammte Tätigkeit als Gerüstbauer sei
dem Beschwer
deführer
nicht mehr zumutbar, doch nach Abschluss der Rehabilitation per 2
5.
September 2019
habe sich
sein
Gesundheitszustand verbessert und eine ange
passte Tätigkeit sei
ihm
zu 70
%
zumutbar
(S. 2 oben)
. Dabei werde auf Beurtei
lungen
des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD)
abgestützt. Die behan
delnde Kardiologin habe
, obschon
sie mehrfach darum gebeten wurde,
keinen Bericht eingereicht
.
Dem RAD sei es möglich gewesen,
unter anderem
anhand der Mess
werte der kardiologischen
Behandlerin
, ein Belastungsprofil und eine
Arbeits
fähigkeit in angepasster Tätigkeit
festzustellen.
Von einer Begutachtung werde deshalb abgesehen (S. 2 unten).
Beim Einkommensvergleich sei ke
in leidensbedingter Abzug vorzunehmen.
Der Beschwerdeführer
sei in angepasster Tätigkeit hochgradig arbeitsfähig. Das zumut
bare Belastungsprofil sei für den ausgeglichenen Arbeits
markt nicht stark eingeschränkt (S. 3 oben).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1), die Beschwerdegegnerin
stütze sich auf zwei RAD-Beurteilungen, einmal eines Orthopäden, einmal einer Fachärztin für
Allgemeine
Innere Medizin, die
ihn
nicht gesehen hätten. Diese Berichte seien trotz Fehlens eines kardiologischen Berichtes zur
Arbeitsfähigkeit beziehungsweise
zum Belastungsprofil erstellt worden
(S
.
6 f.
Ziff.
15).
Eine Arbeitsunfähigkeit
in angepasster Tätigkeit von
lediglich
3
0
%
sei nicht nachvollziehbar. Die Beschwerdegegnerin
habe selber im Vorfeld der Beschluss
fassung erhebliche Zweifel daran gehabt, ob der med
izinische
Sachver
halt ausreichend abgeklärt sei
(S. 7
Ziff.
16)
. Es sei ein Gutachten einzuholen, das über die tatsächliche
Arbeitsunfähigkeit p
er
1.
Januar 20
20 unter Berücksich
tigung sämtlicher gesundheitliche
r
Einschränkungen Auskunft gebe
(S. 8 f.
Ziff.
19)
.
Beim Einkommensv
ergleich sei
hinsichtlich des
Valideneinkommens
von den Zahlen
der Lohnstrukturerhebung (LSE)
von 2018 auszugehen
(S. 10
Ziff.
22
)
und b
eim Invalideneinkommen sei ein Leidensabzug von mind
estens
20
%
vorzu
nehmen
(S. 11
Ziff.
24)
.
2.3
Strittig und zu prüfen sind die Befristung des Rentenanspruchs bis Dezember 2019 und die Höhe der Vergleichseinkommen.
3.
3.1
Vom 1
8.
bis 2
5.
Juli 2018 weilte der Beschwerdeführer stationär im Kantonsspital
Y._
, wo gemäss Austrittsbericht vom 3
0.
Juli 2018 (
Urk.
12/149/9-10)
die
folgende
n
, hier verkürzt angeführte
n
Diagnosen genannt wurden (S. 1):
-
bilaterale Otitis
externa
1
8.
Juli 2018
-
koronare 3-Gefässerkrankung aktuell:
-
instabile Angina
pectoris
mit typischen kardialen Beschwerden
-
Ureterolithiasis
2
6.
Juni 2018
-
oberlappenbetontes
zentrilobuläres
Lungenemphysem
-
unklare narbige Divertikel
Es sei eine notfallmässige
Selbstvorstellung aufgrund starker thorakaler Schmer
zen
erfolgt
. Als Ursache habe eine instabile Angina
pectoris
bei bekannter koro
narer 3-Gefässerkrankung diagnostiziert werden können.
Ein a
kutes Koronar
syndrom habe ausgeschlossen werden können.
Die
Indikation für
eine
erneute Koronarangiographie
sei
gegeben
(S. 2 oben)
.
Die
Ursache
für die
Schmerzen des linken Ohres sei eine bilaterale Otitis
externa
. Unter Therapie sei es
zu
r
Besserung der Symptome gekommen
(S. 2).
3.2
Vom
2.
bis
4.
August 2018 weilte der Beschwerdeführer stationär in der Wochen
klinik des
Y._
, wo gemäss Austrittsbericht vom
3.
August 2018 (Urk.
1
2/149/7-8) die bereits genannten Diagnosen gestellt wurden (S. 1), dies mit folgender Ergänzung:
Am
2.
August 20
18 habe
eine
Koronarangiographie stattgefunden. Koro
na
rangiographisch sei eine
äusserst schwierige
Hauptstamm-Trifurkati
-
ons
intervention
erfolgt, es seien
einzel
ne Stents gelegt worden.
Der Patient sei i
n gutem Allgemeinzustand nach Hause entlassen worden
(S. 2)
.
3.3
Im Bericht vom
7.
September 2018 über die
pneumologische
Sprechstunde
im
Y._
vom
4.
September 20
18 (
Urk.
12/149/5-6)
wurde ausgeführt, i
m Rahmen der
Hospitalisation
aufgrund eines Myokardinfarktes im Februar 2018
(vorste
hend E. 3.1) habe ein
bei anhaltenden
Thoraxschmerzen
erfolgtes
CT-Thorax als Zufallsbefund
ein p
artiell abgekapselte
s
Pneumomediastinum
hochparatracheal rechts mit Verdacht auf diverse
tracheomediastinale
Fistelgänge in der proxi
malen Trachea rechts sowie
subkarinär
ergeben
.
Der Patient
klage
diesbezüglich
über
keine Beschwerden (S. 2 oben). Im Rahmen der Erstkonsultation habe der Patient
über
g
elegen
tliche nächtliche Kurzatmigkeit
g
eklagt, die sich
im Verlauf bereits gebessert
habe
.
Es habe sich eine nur
leichte, positionsabhängige obstruk
tive Schlafapnoe
gezeigt und aus näher dargelegten Gründen werde auf eine
Therapie
mittels
CPAP
(
continous
positive
airway
pressure
) verzichtet (S. 2 Mitte). Der Patient
klage
über
eine b
elastungsabhängige Kurzatmigkeit
letztlich auch noch unklarer Ätiologie (S. 2 unten).
3.4
Med.
pract
.
Z._
,
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, nannte mit
Zeugnis vom 2
3.
Oktober 2018 (
Urk.
12/137 =
Urk.
3/4)
folgende
Diagnosen (S. 1 Mitte):
-
koronare
3-Gefäss-Gefässerkrankung
-
arterielle
Hypertonie
-
Ad
ipositas
-
Nikotinkonsum
-
zystische
thorakale Formatio
n
-
DD
(Differentialdiagnose) a
ngeboren
/
Pos
tintubationsschaden
-
Zufallsbefund
i
m CT Th
o
rax (
Pneumomed
i
astinum
paratracheal rechts mit
Fistulierung
zur Trachea
)
-
Hyperu
rikämie
-
Uretrolithiasis
-
Status nach
Pigtailka
t
hetereinlage
links am 2
6.
Juni
2018
-
c
hronische Gastritis
-
d
epressiver Zustand nach mehrmaligen Herzeingriffen und Interventionen
Er führte aus,
beim Patienten
seien
mehrmalige
Herzintervention
en
mit mehr
maligen
Korangi
ographien
durchgeführt
worden
.
Er
benötig
e
regelmässige kardio
logische Kontrollen,
ebenfalls brauche
er nach diesen Herzeingriffen
Rehabili
tation, regelmässige hausärztliche Betreuung, Blutuntersuch
ung und
regel
mässige Medikamenteneinnahme
.
Wegen psychischer Dekompensation sowie Depression brauch
e
er
auch psychologische Betreuung
(S. 1)
.
Der Patient sei für jegliche Tätigkeit zu 100
%
arbeitsunfähig (S. 2 oben).
Mit Bericht vom 2
4.
Dezember 2018 zu
Handen
der Beschwerdegegnerin (Urk.
12/149/2-3)
führte
med.
pract
.
Z._
aus,
der Patient befinde sich seit 2006 in seiner hausärztlichen Betreuung (
Ziff.
1.1), dies mit 1-2 Konsultationen pro Monat (
Ziff.
1.2). Er attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
seit
1.
Februar 2018 (
Ziff.
1.3) und führte aus, die
Prognose
sei
nicht gut. Neben Handbe
schwerden
bestehe
neu
eine
koronare
3-
Gefässerkrankung
. Der Patient habe nach
zweimaliger
Herzintervention vermehrte Angstzustände, Panikattacken
und eine
depressive Entwicklung.
Dazu kämen ein
Schlafapnoesyndrom
und
Atem
beschwerden bei multiplen
tracheomediastinalen
Fisteln
unklarer Ätiologie (
Ziff.
2.7 ff.).
Med.
pract
.
Z._
und
lic
. phil.
A._
führten mit
psychologische
m
Bericht
vom 1
1.
Januar 2019
(
Urk.
12/149/4)
aus, es fänden seit 1
9.
März 2018 psy
cho
therapeutische Gespräche
statt
.
Psychisch mache der Patient einen depressiven und niedergeschlagenen Eindruck. Er fühle sich oft nervös, könne keine Ruhe finden. Seine Stressempfindlichkeit erscheine erhöht, die psychische Belastbarkeit deutlich reduziert. Dabei bereite ihm vor allem auch die desolate finanzielle Situation immer wieder Sorgen und es quälten ihn Zukunftsängste. Als Diag
nosen nannten sie eine l
ängere depressive Episode
(ICD-10 F32) und eine
Anpas
sungsstörung
/
ein p
osttraumatisches Belastungssyndrom
(ICD-10 F
43.2
)
.
Es bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
auf län
gere Sicht,
die
Prognose
sei
relativ schlecht.
3.5
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Chirurgie sowie für Orthopädische Chirur
gie und Traumatologie des Bewegungsapparates, RAD, führte mit Stellungnahme vom
1.
April 2019
(
Urk.
12/177
S. 4
)
aus, die
Angaben zur kardialen und psychi
atrischen Erkrankung seien nicht ausreichend.
Es sei bei der
Kardiologie
des
Y._
ein Bericht mit Angaben
zu Arbeitsfähigkeit
in angepasster
Tätigkeit
und Belas
tungsprofil einzuholen
(S. 4
oben
)
.
3
.
6
Dr.
med.
C._
, Oberarzt P
neumologie
,
Y._
, führte mit Bericht vom 2
0.
Mai 2019
(
Urk.
12/161/3-9 =
Urk.
3/9)
aus, die letzte
Kontrolle
sei am
28.
März 2019 erfolgt (
Ziff.
1.1).
Aus rein
pneumologischer
Sicht lägen aktuell lungenfunktionelle Normalbefunde vor. Die
tracheomediastinalen
Fisteln hätten keinen wesentlichen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit
. Das med
izinische
Haupt
problem sei sicherlich die schwere koronare Dreigefässerkrankung, so dass die
Arbeitsfähigkeit d
urch die Kollegen der Kardiologie beurteilt werden müsse
(
Ziff.
2.7)
.
3.7
D._
, Assistenzärztin Departement
Medizin, Kardiologie,
Y._
, nannte mit Bericht vom 2
1.
Mai 2019 (
Urk.
12/160/1-5 =
Urk.
3/8)
als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine k
oronare
Herzkrankheit
(KHK) und
AV-Blockierung
en
2.
Grades
Wenckebach
und
Mobitz
(
Ziff.
2.5). Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte sie
multiple
tracheomediasti
nale
Fisteln unklarer Ätiologie
und eine
leichte, positionsabhängige obstruktive Schlafapnoe
(
Ziff.
2.6)
.
Aus
kardiologischer Sicht sei eine
Arbeitsfähigkeit von
100
%
nicht möglich
(
Ziff.
2.7).
Eine S
chrittmacherimplantation sei für 2
2.
Mai 20
19 geplant
(
Ziff.
2.8)
.
Die Frage
n, wie viele Stunden
die
bisherige oder
eine
angepasste Tätigkeit zumutbar wäre, konnte
sie
nicht beantworten
(
Ziff.
3).
3.8
Dr.
B._
, RAD (vorstehend E. 3.5)
,
führte mit
Stellungnahme
vom 2
7.
Juni 2019
(
Urk.
12/177
S. 4 f.
)
aus, es
liege kein Bericht über die geplante Implantation eines Herzschrittmachers vor. Die jetzige
Arbeitsunfähigkeit von
100
%
sei nur auf kardiologischem Fachgebiet ausgewiesen
(S. 4 unten)
.
In der angestammten Tätigkeit als Gerüstmonteur sei der Beschwerdeführer bereits seit
7.
März 2003 zu 100
%
arbeitsunfähig (S. 5 oben).
3.9
Dr.
med.
E._
, Leitende Ärztin Kardiologie,
Y._
,
führte mit Bericht vom
2
5.
September
2019
an den Hausarzt
(
Urk.
12/172 =
Urk.
3/10
)
aus
,
der Beschwerdeführer habe vom 2
6.
April bis 2
5.
September 2019 eine ambulante kardiologische Rehabilitation absolviert (S. 1 Mitte). A
m 2
2.
Mai 2019 sei eine Schrittmacherimplantation erfolgt. Der Patient habe motiviert am medizinischen Trainingsprogramm teilgenommen und habe gute Fortschritte erzielt. So sei die
ergonometrisch
erfasste Leistung -
mit 94 Watt
bei Eintritt
(S. 2 unten)
bei 55
%
des Solls -
mit 155 Watt bei Austritt (S. 3 oben)
bei 87
%
des Solls gewesen (S. 3 Mitte).
Mit Bericht vom
3.
Oktober 2019
an die Beschwerdegegnerin (
Urk.
12/174 = Urk.
3/11) führte
Dr.
E._
aus, der Gesundheitszustand sei verbessert, es bestehe eine normale linksventrikuläre systolische Funktion (
Ziff.
1.3). Betreffend
Ressour
cenprofil für
eine
berufliche Tätigkeit führte sie aus, die bisherige Tätig
keit sei nicht bekannt, laut Akten sei
der
Beschwerdeführer IV-Rentner (
Ziff.
2.1). Die Frage betreffend Verminderung der Leistungsfähigkeit erklärte sie nicht beantworten zu können (
Ziff.
2.2). Zur Prognose vermerkte sie «stabile KHK (koronare Herzkrankheit) derzeit» (
Ziff.
3.3). Die Frage, ob eine Belastbarkeit für Massnahmen der Wiedereingliederung bestehe, erklärte sie nicht beantworten zu können (
Ziff.
4.2
)
.
3.10
Dr.
B._
, RAD (vorstehend E. 3.5)
,
nannte mit Stellungnahme vom 5.
Novem
ber 2019
(
Urk.
12/177
S.
5
f.
)
als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine traumatisierte
Radioscaphoidal
-Arthrose rechts
und eine koronare 3-Gefässerkrankung (S. 5 unten). Das Belastungsprofil für angepasste Tätigkeiten umschrieb er folgendermassen:
körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeiten ohne erhöhte Anforderung an die Kraft und Haltefunktion der Hände, ohne Besteigen von Leitern und Gerüsten, ohne Heben
und Tragen von Lasten und ohne Arbeiten mit ungünstigen Hebelwirkungen am Handgelenk, ohne repe
titive Beanspruchung der Hände und ohne erhöhte Anforderungen an das fein
motorische Geschick der Hände
(S. 6 oben).
Als Gerüstmonteur sei der Beschwerdeführer seit
7.
März 2003 zu 100
%
arbeits
unfähig. Die Arbeitsunfähigkeit in angep
asster Tätigkeit bezifferte Dr.
B._
wie folgt (S. 6 Mitte):
-
100
%
vom
7.
März bis 3
0.
November 2003
-
0
%
vom
1.
Dezember 2003 auf Dauer
-
100
%
vom 1
8.
Juli 2018 bis 2
5.
September 2019 (Abschluss Rehabili
tation)
-
30
%
vom 2
6.
September 2019 auf Dauer
Eine w
esentliche Änderung des
Gesundheitszustandes
sei nicht zu erwarten, med
izinische
Massnahmen
seien
nicht erforderlich. Aus rein
pneumologischer
Sicht
bestehe
keine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit. Gemäss dem
im Bericht von
Dr.
E._
vom
3.
Oktober 2019 (vorstehend E. 3.9)
angegebenen Ergebnis der Belastung
liege
eine normale linksventrikuläre systolische Funktion vor. In der Ergometrie könne auf 155 Watt belastet werden. Dies entspreche einer leichtgra
digen funktionellen Einschränkung. Eine psychiatrische Behandlung erfolge nicht
(S. 6)
.
3.1
1
Dipl. med.
F._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, RAD, führte mit Stellungnahme vom
6.
November 2019
(
Urk.
12/177/S. 7 f.
)
aus, d
ie psych
iatrischen
Diagnosen seien nicht fachärztlich belegt, sie seien vom Hausarzt und der Psychologin gestellt worden. Der psychopathologische Befund erfülle die
Kriterien für eine depressive Episode nicht, es sei eher von einer Anpassungs
störung auszugehen
(S. 7 Mitte).
Aufgrund diverser somatischer Erkrankungen könne
der
Beschwerdeführer seine
bisherige Tätigkeit als Ge
rüstmont
eur nicht mehr verrichten, diesbezüglich betrage die Arbeitsunfähigkeit 100
%
. In einer angepassten Tätigkeit sei der
Beschwerdeführer
hingegen weniger eingeschränkt. Die von
Dr.
B._
getroffene Beurteilung könne aus
allgemeinmedizinisch-
internistischer Sicht unterstützt werden. Es könne von einer
Arbeitsfähigkeit
von 70
%
ab September 2019 ausgegangen werden
(S. 7 unten)
.
3.12
In einem Dokument vom
1
9.
November 2019 (
Urk.
3/14)
listete
Dr.
Z._
die (bekannten) Diagnosen (S. 1) und die aktuelle Medikation (S. 2)
auf
.
Dr.
E._
,
Y._
(vorstehend E. 3.
9
)
,
führte mit Bericht vom 2
8.
April 2020
an den Hausarzt
(U
rk.
3/12) aus, gleichentags habe
aufgrund eine
s
lokalen Schmerzes
eine
vorzeitige
Schrittmacherkontrolle stattgefunden. Sie hielt eine r
egelrechte DDD-Funktion
(DDD: 2-Kammerschrittmacher)
, normale
Sensing
- und Reiz
schwellenw
erte und normale Elektrodenimpe
danzen
fest
. Auf Druck lateral am Aggregat
bestehe ein
Druckschmerz
,
ebenso
bestehe
b
ei Bewegung
der
linke
n Schulter ein
leichter Schmerz an laterale
r
Kante Aggregat.
Sie ve
r
ordnete
Volta
ren für 3 Wochen
. Der Patient
solle sich bei fehlender Besserung wieder melden.
Der n
ächste Kontrolltermin sei
vorgesehen für
April 2021.
Der Hausarzt notierte in der Krankengeschichte (
Urk.
3/13) am
2.
Mai 2020 «Schrittmacherkontrolle 2
8.
April 2019 alles ok» (S. 2 unten).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin hat am
4.
April 2019 (
Urk.
12/156) telefonisch sowie am 1
3.
Mai 2019 (
Urk.
12/158 =
Urk.
12/159) brieflich einen Arztbericht der
Y._
-Kardiologie erbeten. In der Folge erhielt sie ein von einer Assistenzärztin
am 21.
Mai 2019
handschriftlich ausgefülltes Berichtsformular
(vorstehend E. 3.7), dem hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit lediglich zu entnehmen war, eine Arbeits
fähigkeit von 100
%
sei nicht möglich (
Ziff.
2.7)
,
und die Fragen, wie viele Stun
den die bisherige oder eine angepasste Tätigkeit zumutbar wäre, könnten nicht beantwortet werden (
Ziff.
3).
Daraufhin wurde die
Y._
-Kardiologie erneut um einen Arztbericht ersucht, schriftlich am
7.
August 2019 (
Urk.
12/169) und telefonisch am
1
4.
August 2019 (
Urk.
12/170)
. In der Folge erstattete
Dr.
E._
, Leitende Ärztin Kardiologie, am 2
5.
September 2019 und am
3.
Oktober 2019 einen Bericht (vorstehend E. 3.9).
4.2
Dr.
E._
berichtete dem Hausarzt am 2
5.
September 2019, der Patient habe gute Fortschritte gemacht. Namentlich habe sich die
ergonometrisch
erfasste Leistung von 55
%
bei Eintritt auf 87
%
des Solls verbessert. Im Bericht vom
3.
Oktober 2019 an die Beschwerdegegnerin bezeichnete sie den Gesundheitszustand als ver
bessert und die koronare Herzkrankheit als derzeit stabil. Fragen zu
r
Arbeits
fähigkeit erklärte sie nicht beantworten zu können (vorstehend E. 3.9).
Im Bericht vom 2
8.
April 2020 über eine aufgrund lokaler Schmerzen vorzeitige Schrittmacherkontrolle erwähnte sie bestimmte Schmerzbefunde, verordnete Voltaren für 3 Wochen und nahm den nächsten Kontrolltermin für Ap
ril 2021 -
mithin in einem Jahr - in Aussicht
.
Der Hausarzt hielt daraufhin in seiner Krankengeschichte fest, bei der Schrittmacherkontrolle sei
«
alles ok
»
gewesen
(vorstehend E. 3.12).
4.3
Die
Y._
-Berichte vermitteln zwei wesentliche Erkenntnisse.
Zum gesundheitlichen Verlauf ist ihnen zu entnehmen, dass im Juli 2018 koronare Beschwerden aufgetreten sind (vorstehend E. 3.1), die zu einer koronar
angiograph
isch
en Intervention im August 2018 (vorstehend E. 3.2) und zum Einsetzen eines Schrittmachers im Mai 2019 mit anschliessender ambulanter Reha
bilitation im
Y._
führte
, so dass im September 2019 ein verbesserter Gesund
heitszustand und eine normale linksventrikuläre systolische Funktion festge
halten werden konnten (vorstehend E. 3.9).
Damit kann die kardiologische Behandlung als abgeschlossen betrachtet werden. Ihr folgten sehr weitmaschig terminierte Schrittmacherkontrollen (vorstehend E. 3.12).
Zur Arbeitsfähigkeit ist den Berichten nur, aber immerhin, zu entnehmen, dass im Mai 2019 eine volle Arbeitsfähigkeit als aus kardiologischer Sicht nicht mög
lich bezeichnet wurde (vorstehend E. 3.7). Konkretere Angaben erklärten die angefragten Ärztinnen explizit nicht machen zu können.
4.4
Dr.
B._
, RAD, verwertete bei seiner Beurteilung im November 2019 (vor
stehend E. 3.10) die anamnestischen Angaben und Befundschilderungen in den
Y._
-Berichten. Er bezeichnete körperlich leichte, wechselbelastende und der Beeinträchtigung am rechten Handgelenk Rechnung tragende Tätigkeiten als angepasst. Darauf bezogen attestierte er eine vollständige Arbeitsfähigkeit von Dezember 2003 bis im Juli 2018, sodann eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (für die Dauer der akuten koronaren Problematik) und eine Arbeits
un
fähigkeit von 30 % ab 2
6.
September 201
9.
Mit den qualitativen Einschränkungen wurde somit
- ab 2003 -
der Handprob
lematik
Rechnung getragen und mit der quantitativen Einschränkung
ab Ende
September 2019
um 30
%
der durchgemachten koronaren Problematik mit einer daraus resultierenden dauernden Reduktion der Leistungsfähigkeit.
4.5
Die Beurteilung durch
Dr.
B._
erfüllt alle praxisgemässen Kriterien (vorste
hend E. 1.8) vollumfänglich. Demnach ist auf sie abzustellen, was umso mehr gilt, als es gerade Aufgabe des RAD ist, auf der Basis der ihm erstatteten Berichte die Arbeitsfähigkeit festzulegen (vorstehend E. 1.7).
Von weiteren Abklärungen sind keine zusätzlichen Erkenntnisse zu erwarten, so dass in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. BGE
136 I 229 E. 5.3
) davon abzu
sehen ist.
4.6
Die Beschwerdegegnerin hat im Rahmen des Einkommensvergleichs (
Urk.
12/175 =
Urk.
12/176) für die Festsetzung des
Valideneinkommens
auf LSE-Tabellen
löhne zurückgegriffen, was angesichts des
vom Beschwerdeführer als Gerüstbauer letztmals im Jahr 2002 ganzjährig erzielten
Einkommens (vgl.
Urk.
1
2/135 S. 5,
Urk.
12/136 S. 1) nicht zu
beanstanden ist (vorstehend E.
1.3). Gleiches gilt für die Verwendung der Lohndaten im Baugewerbe (
Ziff.
41-43).
Dieser betrug im Jahr 2018 für ungelernte Männer (was bei
m
Beschwerdeführer zutrifft)
Fr.
5
'
622
.--, was umgerechnet auf ein Jahr und angepasst an eine bran
chenübliche Wochenarbeitszeit von 41.6 Stunden sowie die Nominallohnent
wicklung
(Tabelle T1.15)
vom Indexstand 2018 (101.2) auf den Indexstand 2019 (102.2) rund
Fr.
70'856.-- ergibt (
Fr.
5'622.-- x
12 :
40.0 x 41.6 : 101.2 x 102.2).
4.7
Für das Invalideneinkommen ist auf den (tiefsten) LSE-Tabellenlohn von Kompe
tenzniveau 1 abzustellen, der im Jahr 2018 für Männer
in allen Wirtschafts
zweigen
Fr.
5'417.-- betrug, was umgerechnet auf ein Jahr und angepasst an eine durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden sowie die Nominallohn
entwicklung (Tabelle T1.15) vom Indexstand 2018 (101.6) auf den Indexstand 2019 (102.5) bei einer Arbeitsfähigkeit von 70
%
rund Fr. 47'857.
ergibt (
Fr.
5'417.-- x 12 : 40.0 x 41.7 : 101.6 x 102.5).
Mit der Beschwerdegegnerin ist sodann davon auszugehen, dass kein Abzug vom Tabellenlohn anzeigt ist. Weder das Vorhandensein der im Anforderungsprofil genannten - entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers nicht sehr zahlrei
chen - Einschränkungen noch die von ihm angeführten schlechten Deutschkennt
nisse (
Urk.
1 S. 11
Ziff.
24) rechtfertigen beim gegebenen relativ hohen Grad der Arbeitsfähigkeit und den für
das
Kompetenzniveau typischen
bescheidenen
Anfor
derungen einen Abzug.
4.8
Somit steht dem
Valideneinkommen
von
Fr.
70'856.-- (vorstehend E. 4.6) ein Invalideneinkommen von
Fr.
47'857.-- (vorstehend E. 4.7) gegenüber, was eine Einkommenseinbusse von
Fr.
22'999.-- und damit einen Invaliditätsgrad von
rund
32 % ergibt.
Somit hat die Beschwerde
gegnerin
die
Rentenzusprache
zu Recht bis Ende 2019 befristet und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.
5.
5.1
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr. 700.-- festzusetzen und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen
,
infolge bewilligter unentgeltlicher Prozessführung
indes
einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen, dies unter Hinweis auf
§
16
Abs.
4
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
.
5.2
Der unentgeltliche Rechtsvertreter hat mit
Kostennote
vom
1
0.
September 2020 (
Urk.
16)
einen Aufwand von 29.9 Stunden, eine Auslagenpauschale von 4
%
sowie
Fr.
80.-- für «Mandatsadministration / Archivierung» in Rechnung gestellt.
5.3
Nach
§
34
Abs.
3
GSVGer
bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozes
ses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert. Gemäss
§
8 in Verbindung mit
§
7
Abs.
1 der seit
1.
Juli 2011 in Kraft stehenden Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialver
sicherungsgericht (
GebV
SVGer
) wird - auch im Rahmen der unentgeltlichen Rechtsvertretung - namentlich für unnötigen Aufwand kein Ersatz gewährt.
5.4
Der geltend gemachte Aufwand ist der Bedeutung der Streitsache und der Schwie
rigkeit
des Prozesses nicht angemessen.
Namentlich erscheint ein Aufwand von
25
Stunden für
Aktenstudium, Verfassen und Versenden (!) der
Beschwerdeschrift als
deutlich
überhöht.
Angesichts der
im Rahmen der erneuten Anmeldung und der angefochtenen Verfügung
zu studierenden gut
60
Aktenstücke der Beschwer
degegnerin
(
Urk.
12/137 bis
Urk.
12/201)
,
wovon - wie den Beschwerdebeilagen zu entnehmen ist - deren 15 relevant waren, sowie
der etwa
zehn Textseiten umfassenden Beschwerde
, den Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Gesuch um unentgeltliche Rechtsver
tret
ung sowie
mit Blick auf die
in ähnlichen Fällen zugesprochenen Beträge
sind insgesamt
11
Stunden zu entschädigen, womit d
ie Entschädigung
beim
gerichtsüblichen Stundenansatz von
Fr.
2
2
0.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer)
und der grosszügig bemessenen Spesenpauschale von 4
%
auf
Fr.
2'711.
--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen
ist
.