Decision ID: a1509450-218a-59d8-873e-da41c677ec76
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Die Beschwerdeführerin stellte am 25. Juli 2014 ein Asylgesuch in der
Schweiz. Mit Verfügung vom 21. März 2016 stellte das SEM die Flücht-
lingseigenschaft der Beschwerdeführerin fest und gewährte ihr Asyl.
B.
Die Beschwerdeführerin ersuchte das SEM am 16. Februar 2018 um Ein-
bezug ihrer am (...) in der Schweiz geborenen Tochter C._ in ihre
Flüchtlingseigenschaft und um Gewährung von Asyl. Mit Verfügung vom
12. Oktober 2018 entsprach das SEM diesem Gesuch.
C.
Am (...) gebar die Beschwerdeführerin den Sohn D._.
D.
Mit Eingabe vom 1. Oktober 2020 ersuchte die Beschwerdeführerin das
SEM, B._ in ihre Flüchtlingseigenschaft einzubeziehen und ihm
Asyl zu gewähren. Sie brachte vor, sie habe B._ am (...) in
E._ geheiratet. C._ und D._ seien ihre gemeinsa-
men Kinder. Ihr Ehemann lebe in E._ und sei dort aufenthaltsbe-
rechtigt, besuche sie jedoch regelmässig in der Schweiz. Es sei ihr
Wunsch, gemeinsam in der Schweiz zu leben und für die Kinder zu sorgen
Sie reichte Ausweise betreffend ihren Ehemann und ihre Tochter, Geburts-
urkunden ihrer Kinder sowie den (...) Trauschein vom (...), je in Kopie, zu
den Akten.
E.
Mit Schreiben vom 25. November 2020 stellte das SEM der Beschwerde-
führerin einen Fragekatalog zur Abklärung des Sachverhalts zu und for-
derte sie zur Einreichung von Belegen betreffend eine bereits in Eritrea
geführte Beziehung sowie Chat- und Telefonauszügen der vergangenen
Monate und Fotos von B._ und den Kindern auf.
F.
Die Beschwerdeführerin nahm mit Eingabe vom 9. Dezember 2020 Stel-
lung und reichte Fotos und einen Chatverlauf, je in Kopie, zu den Akten.
Sie führte im Wesentlichen aus, es habe bereits in Eritrea eine Beziehung
zwischen ihr und B._ bestanden; sie seien beide von (...) bis (...)
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im Militärdienst gewesen, hätten sich dort kennen gelernt und seien
Freunde geworden. Letztmals hätten sie sich Ende (...) gesehen. Sie sei
anfangs (...) aus Eritrea geflohen und B._ im Jahr (...). Im Jahr (...)
hätten sie sich per Facebook wiedergefunden und es sei zu den ersten
telefonischen Kontakten gekommen. Sie habe in ihrem Asylverfahren die
Beziehung zu B._ nicht erwähnt, weil sie noch nicht verheiratet ge-
wesen seien.
G.
Mit Verfügung vom 23. Dezember 2020 – eröffnet am 24. Dezember 2020 –
lehnte das SEM das Gesuch um Familiennachzug ab und verweigerte
B._ die Einreise in die Schweiz.
H.
Die Beschwerdeführerin erhob gegen diesen Entscheid mit Eingabe vom
18. Januar 2021 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Sie bean-
tragt unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung sinngemäss die Be-
willigung der Einreise in die Schweiz, die Gutheissung des Gesuchs um
Familienzusammenführung und die Gewährung von Asyl für ihren Ehe-
mann. In prozessualer Hinsicht ersucht sie um Gewährung der unentgeltli-
chen Prozessführung.
Der Rechtsmitteleingabe war der eritreische Personal- und Studentenaus-
weis von B._, je im Original, beigelegt.
I.
Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte der Beschwerdeführerin den
Eingang der Beschwerde am 19. Januar 2021.
J.
Mit Eingabe vom 19. Mai 2021 reichte die Beschwerdeführerin ein Foto ein,
angeblich aufgenommen Mitte (...) in Eritrea, welches sie mit ihrem heuti-
gen Ehemann an einer Hochzeit zeige.
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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung
von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und
entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend –
endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Die Beschwerdefüh-
rerin ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48
VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzu-
treten (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG).
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG.
3.
Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist im Ver-
fahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten
Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG)
ohne Weiterungen und mit summarischer Begründung zu behandeln
(Art. 111a Abs. 2 AsylG).
4.
4.1. Die Vorinstanz kam in der angefochtenen Verfügung zum Schluss,
dass die zum heutigen Zeitpunkt bestehende Beziehung der Beschwerde-
führerin zu ihrem Ehemann nicht als vorbestanden erachtet werde. Die Be-
schwerdeführerin habe ihren Partner weder in der BzP vom (...) noch in
der Anhörung vom (...) erwähnt. Sie habe nicht glaubhaft gemacht, mit
B._ in einer schützenswerten, vorbestandenen Beziehung gelebt
zu haben, bevor sie in die Schweiz eingereist sei. Diese Einschätzung
werde dadurch gestützt, dass sie trotz Aufforderung keinerlei Beweismittel
von ihrer angeblich bereits in Eritrea geführten Beziehung eingereicht
habe. Es wäre zu erwarten, dass sie über weitere Fotos oder andere Be-
lege, wie beispielsweise Briefe oder weitere Korrespondenz, welche den
Kontakt zwischen ihr und B._ über all die Jahre hinweg belegen
könnten, verfügen würde. Sie sei ausserdem seit März 2016 anerkannter
Flüchtling in der Schweiz und reiche erst mehr als vier Jahre nach ihrer
Asylgewährung das Gesuch um Familiennachzug ein. Ihre Begründung,
dies wegen Überlastung nicht vorher gemacht zu haben, vermöge nicht zu
überzeugen. Es würden dadurch Zweifel an einer vorbestandenen Famili-
engemeinschaft und einem konstanten Interesse daran bestehen. Durch
ihr Verhalten, ihren Partner im Asylverfahren nicht zu erwähnen und die
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erst späte Gesuchsstellung sei demnach auch kein Bemühen um eine Wie-
dervereinigung mit Ihrem Partner erkennbar gewesen. Insgesamt sei nicht
von einer bereits zum Zeitpunkt ihrer Ausreise aus Eritrea bestandenen,
schützenswerten Familiengemeinschaft auszugehen.
4.2. Die Beschwerdeführerin brachte in ihrer Rechtsmitteleingabe vorab er-
gänzend vor, sie und ihr Ehemann hätten sich bereits als Kinder gekannt,
weil ihre Eltern miteinander befreundet gewesen seien. Später hätten sie
während (...) Jahren in Eritrea im obligatorischen National Service zusam-
mengearbeitet. Sie seien beide im zivilen Sektor tätig gewesen, ihr Ehe-
mann als (...). Ihre Büros seien nahe beieinander gewesen. Es sei dadurch
eine Liebe entstanden, die ohne Unterbruch und ohne Drittbeziehung bis
heute anhalte. Es sei zutreffend, dass sie wegen des National Service in
Eritrea vor ihrer Flucht keinen gemeinsamen Haushalt geführt hätten. Dies
sei wegen ihres niedrigen Gehalts nicht möglich gewesen. Sie hätten da-
mals auch keine technischen Hilfsmittel gehabt, um ihre Liebe fotogra-
phisch oder schriftlich zu dokumentieren. Sie hätten sich schliesslich auf-
grund ihrer Flucht und mangels technischer Hilfsmittel aus den Augen ver-
loren, sich aber ununterbrochen gesucht. Erst (...) hätten sie über Face-
book zueinander gefunden und danach regelmässig telefonischen Kontakt
gepflegt. Ihr Ehemann habe sie nach der Heirat am (...) im Rahmen der
erteilten Bewilligungen regelmässig besucht. Er sei Vater ihrer beiden Kin-
der C._ und D._, die als Flüchtlinge bei ihr wohnen würden.
Die eheliche Gemeinschaft werde von ihnen im Rahmen der rechtlichen
Möglichkeiten intensiv gelebt. Es treffe somit entgegen den Darlegungen
im angefochtenen Entscheid nicht zu, dass sie ihren Ehemann erst nach
der Einreise in die Schweiz kennengelernt habe. Es sei richtig, dass sie
ihren Partner im Rahmen ihres Asylverfahrens weder bei der BzP noch an
der Anhörung erwähnt habe. Der Grund liege darin, dass sie zum damali-
gen Zeitpunkt weder staatlich noch kirchlich mit ihm verheiratet gewesen
sei und seine Erwähnung deshalb nicht als relevant erachtet habe. Eine
vor der Flucht bestandene Familiengemeinschaft habe gar nicht begründet
werden können. Die Gründe dazu würden im unmenschlichen System des
National Service in Eritrea liegen. Die Umstände dort würden Verlobten
keine Familiengemeinschaft erlauben, weil sie jahrelang im engen Korsett
des Nationalservice leben müssten. Es sei unbestritten, dass B._
jetzt ihr Ehemann sei, und es sei gerichtsnotorisch, dass eine Familienge-
meinschaft zwischen Verlobten vor der Flucht eben durch dieses un-
menschliche System schlicht nicht ermöglicht werde. Sie rege daher eine
Änderung der Rechtsprechung in dem Sinne an, dass bei politischen Kons-
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tellationen wie in Eritrea vom Erfordernis einer vorbestandenen Familien-
gemeinschaft abgesehen werde, wenn eine solche gar nicht möglich sei
und die Ehe erst nach der Flucht abgeschlossen werde. Es sei vorliegend
ausserdem ein völkerrechtlicher Anspruch auf Familiennachzug zu prüfen.
Es gehe hier um die Vereinigung einer Familie. Wie das Bundesgericht
erstmals in seinem Entscheid BGE 109 lb 183 festgestellt habe, vermöge
das in Art. 8 EMRK verankerte Recht auf Achtung des Familienlebens unter
gewissen Voraussetzungen Ausländerinnen und Ausländern einen An-
spruch auf Erteilung einer ausländerrechtlichen Bewilligung einzuräumen.
Dieser Rechtsanspruch sei insbesondere in jenen Situationen von grösster
Bedeutung, in denen aufgrund der ausländerrechtlichen Bestimmungen
kein oder kein selbständiger Anspruch für den Ehegatten auf Erteilung ei-
ner Bewilligung bestehe.
5.
5.1. Gemäss Art. 51 Abs. 1 AsylG werden Ehegatten von Flüchtlingen und
ihre minderjährigen Kinder als Flüchtlinge anerkannt und erhalten Asyl,
wenn keine besonderen Umstände dagegensprechen (Familienasyl). Wur-
den die anspruchsberechtigten Personen durch die Flucht getrennt und be-
finden sie sich im Ausland, ist ihre Einreise auf Gesuch hin zu bewilligen
(Art. 51 Abs. 4 AsylG).
5.2. Die Erteilung einer Einreisebewilligung nach Art. 51 Abs. 4 AsylG setzt
gemäss konstanter Rechtsprechung eine zum Zeitpunkt der Flucht vorbe-
standene Familiengemeinschaft, die Trennung der Familie durch die Flucht
sowie die fest beabsichtigte Familienvereinigung in der Schweiz voraus
(BVGE 2012/32 E. 5).
Zentrale Bedingung für die Erteilung einer Einreisebewilligung zum Zwecke
der Familienzusammenführung im Sinne von Art. 51 Abs. 4 AsylG ist, dass
bereits vor der Flucht aus dem Verfolgerstaat eine Familiengemeinschaft
zwischen der gesuchstellenden und der anspruchsberechtigten Person be-
standen hat und diese Familienbeziehung auch nach der Flucht im Rah-
men des Möglichen aufrechterhalten wird und vom Willen der Wiederver-
einigung der Familie getragen ist. Das Familienasyl nach Art. 51 Abs. 4
AsylG dient insbesondere nicht der Aufnahme von vor der Flucht noch gar
nicht gelebten oder der Wiederaufnahme von zwischenzeitlich abgebro-
chenen Beziehungen (vgl. BVGE 2012/32 E. 5.4.2, 5.1 m.w.H.).
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Bei Familien, die bereits vor der Ausreise des asylberechtigten Mitglieds im
Heimatstaat örtlich getrennt gelebt haben, geht das Gericht dann gleich-
wohl von einer vorbestandenen gelebten Familiengemeinschaft aus, wenn
zwingende Gründe für das Getrenntleben in der Heimat vorgelegen haben
(vgl. BVGE 2018 VI 6 E. 5.2).
Das Erfordernis der «Trennung durch die Flucht» setzt voraus, dass zwi-
schen der nachzugsberechtigten Person und dem anspruchsberechtigten
Familienmitglied im Zeitpunkt der Flucht eine Familiengemeinschaft be-
standen haben muss, welche im Heimat- oder Drittstaat getrennt wurde.
Die Trennung der Familie in einem Drittstaat stellt eine mögliche Konstel-
lation des Anwendungsbereichs von Art. 51 Abs. 4 AsylG dar (vgl. Urteil
des BVGer E-273/2018 vom 22. Juli 2018 E. 8.4).
6.
6.1. Das Bundesverwaltungsgericht teilt die Auffassung der Vorinstanz,
dass die Beschwerdeführerin keine zum Zeitpunkt ihrer Ausreise im Hei-
matstaat vorbestandene Familiengemeinschaft im Sinne von Art. 51 Abs. 4
AsylG glaubhaft machen konnte.
Die Beschwerdeführerin und B._ heirateten nach ihrer Flucht am
(...) in E._. Es ist unbestritten, dass sie vor ihrer Flucht nicht in ei-
nem gemeinsamen Haushalt gelebt haben. Entgegen der in der Rechts-
mittelschrift vertretenen Auffassung sind allerdings keine zwingenden
Gründe für das Getrenntleben ersichtlich, zumal weder kulturelle noch fi-
nanzielle Gründe gemäss bundesverwaltungsgerichtlicher Rechtspre-
chung solche Gründe darstellen (vgl. Urteil des BVGer E-298/2021 vom
25. Februar 2021 E. 6.2). Es gelingt der Beschwerdeführerin insgesamt
nicht, eine vorbestandene Familiengemeinschaft glaubhaft zu machen. Als
einziges Beweismittel diesbezüglich reichte sie mit Eingabe vom 19. Mai
2021 ein Foto ein, welches sie angeblich mit ihrem Partner bei einer eritre-
ischen Hochzeit im Jahr (...) zeigt. Daraus vermag sie indes nichts abzu-
leiten, zumal weder Zeitraum noch Ort oder Umstände der Bildaufnahme
entnommen werden können. Zudem spricht auch das Verhalten der Be-
schwerdeführerin nach ihrer Ausreise gegen eine tatsächlich gelebte Be-
ziehung im Heimatstaat. Weder in der Befragung zur Person vom (...) (vgl.
SEM act. A3 Pt.3) noch in der Anhörung (SEM act. A18) erwähnte sie eine
Partnerschaft mit B._, was gegebenenfalls zumindest auf die Frage
nach Beziehungen im Heimatstaat zu erwarten gewesen wäre (vgl. SEM
act. A3 Pt.3). Eine vor der Ausreise der Beschwerdeführerin tatsächlich ge-
lebte familiäre Beziehung im Sinne von Art. 51 Abs. 4 AsylG ist somit nicht
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erkennbar. Die Vorinstanz hat das Gesuch um Familienzusammenführung
bereits aus diesem Grund zu Recht abgelehnt.
6.2. Ergänzend ist festzuhalten, dass der Familiennachzug von Personen,
die in einem Dublin-Mitgliedstaat bereits einen flüchtlingsrechtlichen
Schutzstatus (Flüchtlingseigenschaft und Asyl) erhalten haben, zu ihren in
der Schweiz asylberechtigten Familienmitgliedern nicht von den Asylbehör-
den, sondern von den fremdenpolizeilichen Behörden nach den Regeln
des Ausländerrechts (AIG und Art. 8 EMRK) zu behandeln sind (vgl. BVGE
2019 VI/3). Einer internen Aktennotiz der Vorinstanz zufolge (vgl. SEM
act. B11/2) ist der Ehemann der Beschwerdeführerin in E._ aner-
kannter Flüchtling und ihm wurde dort offenbar Asyl gewährt. Sollte dies
zutreffen, was sich aus den zu den Akten gereichten (...) Aufenthaltsdoku-
menten – soweit ersichtlich – nicht mit letzter Klarheit ergibt, so würde dies
ungeachtet der Erwägungen unter E. 6.1 hievor als «besonderer Umstand»
im Sinne von Art. 51 Abs. 1 AsylG dem Einbezug in das Familienasyl ent-
gegenstehen (vgl. BVGE 2019 VI/3 E. 5).
6.3. Soweit in der Beschwerde die Ansicht vertreten wird, dass gestützt auf
Art. 8 EMRK ein völkerrechtlicher Anspruch auf Familiennachzug bestehe,
ist festzuhalten, dass Art. 8 EMRK nicht ergänzend angewendet werden
kann, wenn die Voraussetzungen des Familienasyls gemäss Art. 51 AsylG
nicht erfüllt sind (vgl. bspw. Urteile des BVGer D-5588/2019 vom 4. De-
zember 2019 E. 3.2; D-150/2016 vom 25. Oktober 2017 E. 5.3 und
D-7400/2015 vom 28. Juni 2017 E. 7.3.1). Die Frage nach einem allfälligen
Anspruch auf einen Aufenthalt ihres Ehemannes in der Schweiz wäre im
Rahmen eines ausländerrechtlichen Familiennachzugsverfahrens zu beur-
teilen, in dem wiederum Art. 8 EMRK Rechnung zu tragen wäre, weshalb
an dieser Stelle weitere Ausführungen in Bezug auf Art. 8 EMRK unterblei-
ben können.
7.
Zusammenfassend sind die Voraussetzungen von Art. 51 Abs. 1 und 4
AsylG nicht erfüllt, weshalb die Vorinstanz das Gesuch um Bewilligung der
Einreise von B._ in die Schweiz und um Familienzusammenführung
zu Recht abgelehnt hat.
8.
8.1. Die Beschwerdeführerin beantragt die Gewährung der unentgeltlichen
Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG. Aufgrund der vorstehenden
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Erwägungen ergibt sich, dass ihre Begehren als aussichtslos zu gelten ha-
ben. Damit ist eine der beiden kumulativ zu erfüllenden Voraussetzungen
(Bedürftigkeit und Nicht-Aussichtslosigkeit) nicht gegeben, weshalb das
Gesuch abzuweisen und auf die behauptete Bedürftigkeit nicht näher ein-
zugehen ist.
8.2. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Beschwerde-
führerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.–
festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die
Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,
SR 173.320.2]).
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