Decision ID: 1b5430b9-6b6c-4639-a26e-7010916716c9
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1967 geborene
X._
war zuletzt bis 2014 als wissenschaft
liche Zeichnerin für das
Y._
tätig. Am 1
5.
April 2009 (Ein
gangsdatum) meldete sie sich bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
,
zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/9). Die IV-Stelle tätigte in der Folg
e
medizinische Abklärung
en
und liess die Versicherte insbesondere polydis
ziplinär (internistisch, rheumatologisch, psychiatrisch) begutachten (Gutachten vom 2
1.
November 2010,
Urk.
6/31).
Danach
beschied sie der Versicherten mit Vorbescheid vom
9.
Juni 2011 die voraussichtliche Abweisung des Leistungsbe
gehrens (
Urk.
6/40). Nachdem die Versicherte
dagegen
Einwand erhoben hatte (
Urk.
6/44), verfügte die IV-Stelle am 2
0.
Februar 2012 die Abweisung des Leis
tungsbegehren mangels anspruchsbegründendem Invaliditätsgrad (
Urk.
6/50).
1.2
Am 2
0.
Oktober 2017 (Eingangsdatum
,
Urk.
6/53
) meldete sich
X._
erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug.
In der Folge tätigte die IV-Stelle
wiederum
medizinische Abklärungen und teilte der Versicherten
mit Vor
bescheid vom
2
7.
April 2018 mit, es sei kein dauerhafter Gesundheitsschaden ausgewiesen, weshalb das Leistungsbegehren voraussichtlich abgewiesen werde (
Urk.
6/68). Nachdem die Versicherte hiergegen Einwand erhoben hatte (
Urk.
6/72)
,
verfügte die IV-Stelle
am 2
9.
August 2018
im angekündigten Sinn und wies das Leistungsbegehren ab (
Urk.
2 [=
Urk.
6/75]).
2.
Dagegen liess die Versicherte
am
3.
Oktober 2018
Beschwerde (
Urk.
1) erheben und beantragen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Angelegen
heit sei zur Durchführung weiterer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Mit Beschwerdeantwort vom
8.
November 2018 (
Urk.
5) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerde
führerin am
9.
November 2018 (
Urk.
7) mitgeteilt wurde.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG)
.
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicher
ung,
IVG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Wurde eine Rente
w
egen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität
der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuan
meldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invali
ditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117
V
198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad
seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegrün
dende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.3
Im Gebiet der Invalidenversicherung gilt ganz allgemein der Grundsatz, dass die invalide Person, bevor sie Leistungen verlangt, alles ihr Zumutbare selber vorzu
kehren hat, um die Folgen ihrer Invalidität bestmöglich zu mildern (BGE 113
V
22 E. 4a mit Hinweisen). Dieses Gebot der Selbsteingliederung ist Ausdruck des in der ganzen Sozialversicherung geltenden Grundsatzes der Schadenminde
rungspflicht (vgl. BGE 120 V 368 E. 6b, 117 V 275 E. 2b), wobei jedoch von der versicherten Person nur
Vorkehren verlangt werden können, die unter Berück
sichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzel
falles zumutbar sind (BGE 113 V 22 E. 4a mit Hinweisen auf Lehre und Recht
sprechung; ZAK 1989 S. 214 E. 1c). Als Ausdruck der allgemeinen Schadenmin
derungspflicht geht die Pflicht, die notwendigen Schritte zur Selbsteingliederung zu unternehmen, nicht nur dem Renten-, sondern auch dem gesetzlichen Einglie
derungsanspruch vor (Urteil des Bundesgerichts 9C_356/2014 vom 14. November 2014 E. 3.1 mit Hinweisen auf Urteile I 116/03 vom 10. November 2003 E. 3.1 und I 145/01 vom 12. September 2001 E. 2b).
Für die Beantwortung der Frage nach der Zumutbarkeit der Behandlung oder Eingliederungsmassnahme im Sinne von
Art.
21
Abs.
4 ATSG kann auf die zu Art. 31
Abs.
1 IVG in der bis 3
1.
Dezember 2002 gültig gewesenen Fassung ergangene Rechtsprechung verwiesen werden, da sich diesbezüglich mit dem neuen Recht nichts geändert hat (vgl. auch SVR 2007 IV Nr. 34 S. 121, E. 3.1,
I
744/06; Urteile des Bundesgerichts I 1068/06 vom 3
1.
August 2007 E. 2.2 und I 824/06 vom 13. März 2007 E. 3.1.1). Danach sind die gesamten persönlichen Ver
hältnisse, namentlich die berufliche und soziale Stellung der versicherten Person, zu berücksichtigen. Massgebend ist aber das objektiv Zumutbare, nicht die sub
jektive Wertung des Versicherten (ZAK 1982 S. 495, E. 3; Urteil des Bundesge
richts I 105/93 vom 11. März 1994 E. 2a; Meyer-Blaser, Zum Verhältnismässig
keitsgrundsatz im staatlichen Leistungsrecht,
Diss
. Bern 1985, S. 189). Die gesetz
liche Vorgabe, wonach Massnahmen, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, nicht zumutbar sind, bedeutet nicht, dass eine Vorkehr, die keine sol
che Gefahr darstellt, automatisch zumutbar ist (ZAK 1985 S. 326, E. 1;
Kieser
, a.a.O., N 60 zu Art. 21; Meyer-Blaser, a.a.O., S. 138 f.); sie weist aber doch darauf hin, dass nur Gründe von einer gewissen Schwere zur Unzumutbarkeit führen. Die Zumutbarkeit ist sodann in Relation einerseits zur Tragweite der Massnahme, andererseits zur Bedeutung der in Frage stehenden Leistung zu beurteilen. Insbe
sondere bei medizinischen Massnahmen, die einen starken Eingriff in die persön
liche Integrität der versicherten Person darstellen können, ist an die Zumutbarkeit kein strenger Massstab anzulegen (ZAK 1985 S. 325 f., E. 1). Umgekehrt ist die Zumutbarkeit eher zu bejahen, wenn die fragliche Massnahme unbedenklich ist (RKUV 1995 Nr. U 213 S. 68 f., E. 2b). Sodann sind die Anforderungen an die Schadenminderungspflicht dort strenger, wo eine erhöhte Inanspruchnahme der Invalidenversicherung in Frage steht, namentlich wenn der Verzicht auf schaden
mindernde Vorkehren Rentenleistungen auslöst (BGE 113 V 22
E. 4d.; SVR 2007 IV Nr. 34 S. 121, E. 3.1; Urteil des Bundesgerichts 8C_128/2007 vom 14. Januar 2008 E. 3.1 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung (
Urk.
2) damit, es bestehe kein dauerhafter Gesundheitsschaden, weshalb kein Anspruch auf Leis
tungen der Invalidenversicherung bestehe. Eine psychiatrische Diagnose sei in den Akten nicht ausgewiesen und die Beschwerdeführerin befinde sich auch nicht in psychiatrischer Behandlung. Es bestehe eine rheumatologische Erkrankung, welche von der Beschwerdeführerin aber nicht ausreichend behandelt werde.
Die Anerkennung einer
invalidisierenen
Erkrankung setze voraus, dass etablierte The
rapieverfahren erfolglos geblieben seien.
Da keine (ausreichende) Behandlung der
Erkrankung
stattfinde, sei auch eine medizinische Begutachtung nicht zielfüh
rend, da diese nur Therapieoptionen benennen könne, aber – mangels gesund
heitlich feststehendem Zustand – die Leistungsfähigkeit nicht festlegen könne.
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen geltend (
Urk.
1),
sie habe 2014 nach 23 Jahren ihre Stelle als medizinische Illustratorin am
Y._
verloren, weil sie aufgrund ihrer gesundheitlichen Erkran
kung ihre Arbeit nicht mehr habe erfüllen könne. Zuletzt sei sie zu 30 % ange
stellt gewesen
,
habe aber ihr Pensum bereits in den Jahren zuvor gesundheitsbe
dingt reduzieren müssen.
Die seit 2009 eingetretene Verschlechterung des Gesundheitszustandes sei augenfällig.
Ihr behandelnder Rheumatologe schätze die Arbeit
sunfähigkeit seit 2012 auf 70 %.
E
s sei daher aktenwidrig, wenn die Beschwerdegegnerin feststelle, es läge kein invalidisierender Gesundheitsschaden vor. Zur Begründung dieser Arbeitsunfähigkeit spiele nebst der rheumatologi
schen auch eine psychiatrische Erkrankung eine Rolle. Eine psychiatrische Erkrankung habe die Beschwerdegegnerin, obwohl sie dazu verpflichtet sei
,
nicht überprüft.
Eine weitergehende Behandlung der rheumatologischen Erkrankung sei ihr nicht zumutbar, da sie gewisse Medikamente nicht vertrage, an vielen chronischen Erkrankungen leide und auch niemanden habe, der sie nach der erschöpfenden Behandlung betreuen würde. Es lägen gesundheitliche Leiden mit invalidisierender Wirkung vor. Auf die anderslautende Einschätzung des RAD könne ni
cht abgestellt werden, da es an
einer umfassenden polydisziplinären Abklärung, welche aufgrund der Polymorbidität der Beschwerdeführerin zwin
gend erforderlich sei,
fehle.
3.
3.1
Ob eine anspruchsrelevante Änderung eingetreten ist, beurteilt sich im Vergleich des Sachverhalts
,
wie er sich im Zeitpunkt der leistungsverneinenden Verfügung vom 2
0.
Februar 2012 (
Urk.
6/50) präsentierte, mit jenem, welcher der nun ange
fochtenen Verfügung vom 2
9.
August 2018 (
Urk.
2) zugrunde liegt.
3.2
Der leistungsverneinenden Verfügung vom 2
0.
Februar 2012 lag in medizinischer Hinsicht das polydisziplinäre Gutachten vom 2
1.
November 2010 (
Urk.
6/31) zugrunde:
3.2.1
Die rheumatologische Gutachterin
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin für Physi
kalische Medizin und Rehabilitation
,
diagnostizierte eine Minderbelastbarkeit des linken Knies mit/bei einer asymmetrischen
Oligoarthritis
aufgrund eines hoch
gradigen Verdachts auf Psoriasis-Arthritis/-
Arthropathie
und Funktionsein
schränkungen in geringem Ausmass. Die Arbeitsfähigkeit nicht beeinträchtigend, stellte sie eine ausgeprägte muskuläre
Dysbalance
und
Dekonditionierung
fest (
Urk.
6/31/27).
Die Gutachterin notierte
, aufgrund der medizinischen Unterlagen sei eine Psor
ia
sis-Arthritis etwa seit 2000 mit
seit etwa acht Jahren bestehender
rezidivierender
Oligoarthritis
im linken Kniegelenk
bekannt. Im Bereich des Ach
senorgans seien keine Psoriasis-Arthritis typischen Veränderungen zu erkennen. Funktionseinschränkungen der Halswirbelsäule seien auf eine ausgeprägte mus
kuläre
Dysbalance
zurückzuführen.
Manualmedizinisch
könnten keine segmen
talen Funktionsstörungen objektiviert werden und auch die konventionellen Röntgendarstellungen würden keine richtungsweisenden anatomischen Patholo
gien ergeben. Bildgebend seien im
link
en Kniegelenk nur
gering ausgeprägte
Ver
änderungen zu objektivieren, was angesichts der anamnestisch erfolgten 30-maligen Punktion des Kniegelenks mit immer wieder auftretenden arthritischen Reizzuständen erstaune. Dies insbesondere da keine Basistherapie durchgeführt werde.
Zusammengefasst bestehe daher aus rheumatologischer Sicht lediglich eine reduzierte Belastbarkeit des linken Knies, welche im Längsschnitt aufgrund des erhöhten Pausenbedarfs eine 20%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bewirke (
Urk.
6/31/28-30). Bei der Psoriasis-Arthritis sei die Linderung der ent
zündungsbedingten Beschwerden sowie die Erhaltung der Gelenksfunktion und der allgemeinen Beweglichkeit oberstes Therapieziel. Hierfür kämen nebst physi
otherapeutischer Behandlung auch operative Massnahmen in Betracht, welche im Falle der Beschwerdeführerin bei rezidivierenden Kniegelenksergüssen in Erwä
gung zu ziehen sei
en
. Aus rheumatologischer Sicht sei die Installation einer Basistherapie zu empfehlen, welche bislang als einziges Mittel
nachweisbar
dazu in der Lage sei
, eine Progression der Knorpel- und Knochendestruktion zu stop
pen. Eine solche Therapie sei von der Beschwerdeführerin
bislang abgelehnt wor
den (Urk.
6/31/30).
3.2.2
In psychiatrischer Hinsicht
stellte
Dr.
med. A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
, keine Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
.
Dazu führte er aus, die Beschwerdeführerin gebe an, sich psychisch gut zu fühlen. Während den Krankheitsschüben (der Psoriasis-Arthritis) komme es jedoch zu einer depressiven Stimmungslage, sie fühle sich alleine und leide darunter
,
nicht mehr sämtliche Aktivitäten ausüben zu können. Aus solchen Phasen komme sie jedoch schnell wieder heraus; sie habe ihr Schicksal akzeptiert und könne im Alltag gut damit umgehen. Sie habe Freude und Interessen
;
Suizidgedanken hät
ten sie noch nie geplagt. Da sie immer wieder unter Herzrasen leide, habe sie im letzten Jahr zur Abklärung einer Panik- und Angststörung einen Psychiater kon
sultiert. Dieser habe jedoch festgestellt, dass keine Hinweise auf eine P
anik- oder Angststörung best
ünden
und das Herzrasen somatisch bedingt sei.
Ängste habe die Beschwerdeführerin verneint (
Urk.
6/31/32-33).
Dr.
A._
hielt fest, aus psy
chiatrischer Sicht ergäben sich keine Hinweise, welche auf eine Erkrankung oder eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit schliessen l
iessen
. Insbesondere eine Depression könne ausgeschlossen werden. Zwar berichte die Beschwerdeführerin über Phasen mit depressiver Verstimmung, diese seien aber jeweils nur kurz und zu wenig ausgeprägt, um eine Depression
zu
diagnostizieren. Ebenso wenig liege eine Angststörung vor, da die Bes
chwerdeführerin Ängste verneine (Urk.
6/31/35).
3.2.3
Der internistische Gutachter
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Innere Medizin, stellte eine
psoriasis
guttata
mit vorwiegendem Befall der Kopfhaut, des Gesässes und der unteren Extremitäten fest. Ansonsten habe sich der internistische Status unauffällig präsentiert, wobei anamnestisch rezidivierende paroxysmale Tachykardien bestanden hätten
. Die kardiologischen Abklärungen hätten jedoch keine strukturelle Herzkrankheit ergeben. Die Blutwerte seien, mit Ausnahme einer diskret erhöhten Blutsenkung im Rahmen der Psoriasis, normal gewesen. Aufgrund der internistischen Diagnosen (vgl. auch
Urk.
6/31/36) sei die Beschwerdeführerin in ihrer Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt
(
Urk.
6/31/39
-40
).
3.2.4
In der Gesamtschau kamen die Gutachter zum Schluss, dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin aufgrund der rheumatologischen Einschränkungen sowohl in der angestammten als auch in einer angepassten Tätigkeit um 20 % eingeschränkt sei.
Internistisch und psychiatrisch ergebe sich keine Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
6/31/41).
3.3
Im Rahmen des aktuellen Verfahrens präsentiert sich der medizinische Sachver
halt wie folgt:
3.3.1
Am 2
6.
September 2012 (vgl. provisorischer Austrittsbericht vom 2
6.
September 2012,
Urk.
6/52
/1-5
) begab sich die Beschwerdeführerin wegen einer paroxysma
len supraventrikulären Tachykardie ins
Y._
. Die behandelnden Ärzte führten aus, die Beschwerdeführerin habe sich wegen eines erhöhten Herzschlages selbst ein
gewiesen. Seit 1990 sei eine AV
Knoten-
Reent
ry
-
Tachykardie mit seither 5maliger Episode bekannt. Die blutdruckstabile Patientin habe im EKG eine supraventrikuläre Tachykardie mit einer Herzfre
quenz von 200/min gezeigt. Nach der Gabe von 6mg Adenosin sei sie in den Sinusrhythmus konvertiert und hernach
hämodynamisch
stabil gewesen.
3.3.2
Am 1
7.
Dezember 2015 fand eine Kontrolle mit kontrastmittelverstärktem Ultra
schall zur Abklärung einer Leberzyste statt (vgl. Bericht vom 2
4.
Dezember 2015,
Urk.
6/52/6-7). Die behandelnde Ärztin stellte fest, es
seien
drei simple Leberzys
ten im rechten Unterlappen
zur Darstellung gekommen
. Anhaltspunkte für eine Malignität bestünden nicht. Weitere Abklärungen seien nicht geplant,
es seien aber gelegentliche
sonographische
Nachkontrollen durchzuführen.
3.3.3
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Rheumatologie und Rehabilitation
,
berichtete am 1
9.
Oktober 2016 (
Urk.
6/52/8), die Beschwerdeführerin befinde sich seit 2005 gelegentlich in seiner Behandlung aufgrund einer entzündlich-rheumatischen Gelenkserkrankung. Im Laufe der letzten Jahre hätten die subjek
tiven Beschwerden, die durch die Gelenksentzündungen verursachten Behinde
rungen und die objektivierbaren Gelenksveränderungen zugenommen.
Es seien jedoch noch nicht alle therapeutischen Optionen ausgeschöpft worden (zum Teil wegen schlechter Verträglichkeit).
3.3.4
Die Beschwerdeführerin gab in ihrer Anmeldung (
Urk.
6/53/6) an, durch
Dr.
med. D._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie
,
fachpsy
chiatrisch behandelt zu werden.
Dr.
D._
teilte am
9.
November 2017 mit, dass sie die Beschwerdeführerin
nie behandelt habe (
Urk.
6/58/6). Die Beschwerdeführerin teilte daraufhin mit, dass sie versehentlich die falsche Ärztin angegeben habe und tatsächlich durch
Dr.
med. E._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie
,
behandelt werde (
Urk.
6/60/1).
Dr.
E._
teilte der Beschwerdegegnerin am 1
9.
Februar 2018 telefonisch mit, dass
sich die Beschwerdeführerin schon lange nicht mehr in ihrer Behandlung befinde und
überhaupt
nur kurzzeitig eine Behandlung stattgefunden habe. Sie habe der Beschwerdeführerin bereits mitgeteilt, dass sie sie nicht mehr als Ärztin angeben solle (
Urk.
6/63). Einen Arztbericht verfasste
Dr.
E._
folglich nicht.
Am 5.
März 2018 (Eingangsdatum) teilte die Beschwerdeführerin mit, dass sie sich derzeit nicht in psychiatrischer Behandlung befinde (
Urk.
6/65).
3.3.5
Im Bericht vom 1
3.
Dezember 2017
(
Urk.
6/61/6-7)
führte
Dr.
med. F._
, Facharzt für Innere Medizin
,
als Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfä
higkeit eine Erschöpfungsdepression
mit Angststörung
(seit 2014)
, eine
Psoriasis
arthropathie
mit rezidivierenden Gonarthritiden und eine beidseitige
Coxarthrose
auf. Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit n
annte er eine AV-Knoten-
Reentry
-
Tachykardie, eine Psoriasis
guttata
und
ein
seborrhoisches
Ekzem. Er führte aus, es bestehe eine depressive Grundstimmung ohne suizidale Gedanken. Die Arbeitsunfähigkeit habe von 1990 bis 2014 anamnestisch 50-70 % betragen. Seit 2014 bestehe eine Arbeitslosigkeit. Die künftige Arbeitsfähigkeit könne
von ihm
nicht prognostiziert werden.
3.3.6
Im Bericht vom 2
3.
März 2018 (
Urk.
6/66
/
1-8) teilte
Dr.
C._
mit, die (rheu
matologische) Situation sei weitgehend identisch mit jener aus seinem Bericht aus dem Jahr 200
9.
Die Entzündung habe sich jedoch weiter ausgedehnt und betreffe nun insbesondere die Hand- und Fingergelenke
. Immer wieder würden auch Arthritis-Schübe in den Knien auftreten. Nach Angabe der Patientin sei 2015 ein Burnout mit Panikattacken aufgetreten. Eine danach aufgenommene psychiatrische Behandlung sei nach drei Sitzungen abgebrochen worden. Aus Angst vor möglichen Nebenwirkungen habe sich die Beschwerdeführerin nach wie vor nicht zu ei
ner Basistherapie der Psoriasis-
Arthritis entscheiden können.
Es werde situativ
Ponstan
eingenommen sowie homöopathische Mittel
verwen
det
.
Aktuell seien beide Radiokarpalgelenke und alle Fingergrundgelenke geschwollen.
Es bestehe eine
Synovitis
der Ellbogen und Kniegelenke mit wahr
scheinlicher Ergussbildung. Radiologisch bestünden eine Abnutzung (Usur) im linken Kniegelenk und Veränderungen im Sinne einer Psoriasis-
Art
h
ropathie
im rechten Radiokarpalgelenk, die Fingergelenke seien unauffällig. Glücklicherweise seien damit destruierende Veränderungen nur am rechten Handgelenk und am linken Knie dokumentiert. Leider sei es bislang nicht möglich gewesen eine Basistherapie zu installieren; die Beschwerdeführerin befürchte hier Nebenwir
kungen. Er weise sie jedoch regelmässig darauf hin, dass die Behandlung nicht adäquat erfolge. Die Ablehnung der Therapie
hänge
seiner Ansicht nach
zweifel
los mit der psychischen Konstitution der Beschwerdeführerin zusammen, zu der er sich mangels fachlicher Kompetenz jedoch nicht äussern könne.
4.
4.1
Zu prüfen ist, ob der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin respektive des
sen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seit Erlass der leistungsverneinenden Verfügung vom 2
0.
Februar 2012 (
Urk.
6/50) bis zum Erlass der Verfügung vom 2
9.
August 2018 (
Urk.
2) eine anspruchsrelevante Änderung erfahren haben.
4.2
In psychiatrischer Hinsicht konnte
Dr.
A._
2010 keine Anhaltspunkte für eine psychiatrische Erkrankung finden. Er stellte fest, dass die Beschwerdeführer
in
gelegentlich – aufgrund der rheumatischen Krankheitsschübe – depressiv ver
stimmt sei, befand dies aber als ungenügend ausgeprägt für die Diagnose einer Depression. Ebenso
wenig fanden sich Hinweise fü
r eine Angststörung (vgl. E.
3.2.2).
Die Beschwerdeführerin selbst gibt an
,
2015 ein Burnout mit Panikatta
cken erlitten zu haben. Eine fachärztliche Diagnose hierzu liegt nicht vor, da sich die Beschwerdeführerin nicht fachpsychiatrisch behandeln
liess und
lässt
. Die
vor einigen Jahren
initiierte
Behandlung
wurde
nach kurzer Zeit
wieder abgebrochen und liess keine
medizinische
Einschätzung zu (vgl. E. 3.3.4). Auf die fachfremde Diagnose einer Erschöpfungsdepression durch
Dr.
F._
kann bereits mangels fachärztlicher Qualifikation nicht abgestellt werden, andererseits beschreibt auch er (nach wie vor) lediglich eine depressiv
e Grundstimmung (vgl. E. 3.3.5)
. Ebenso wenig vermag die (explizit als fachfremd deklarierte) Feststellung von Dr.
C._
, die Behandlungsweigerung der Beschwerdeführerin stehe in einem Zusam
menhang mit deren psychischer Konstitution (vgl. E. 3.3.6)
,
eine psychische Gesundheitsschädigung zu begründen. Zusammengefasst lassen sich den auflie
genden Akten keine Hinweise darauf
entnehmen
, dass sich seit der Begutachtung im Jahr 2010 eine anspruchsrelevante Änderung des psychischen Gesundheits
zustandes ergeben hätte. Dies gilt umso mehr, als seither auch keine namhafte psychotherapeutische Behandlung stattgefunden hat und keine fachpsychiatri
schen Diagnosen vorliegen. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin ist es nicht Aufgabe der Beschwerdegegnerin
,
in dieser Konstellation – in welcher sich die Beschwerdeführerin nicht psychiatrisch behandeln lässt und mit Aus
nahme ihrer eigenen Angaben und fachfremd geäusserter Verdachtsdiagnosen keine Hinweise auf ein
relevantes
psychisches Krankheitsgeschehen
vorliegen
– weiterführende medizinische Abklärungen zu veranlassen.
4.3
In Bezug auf die
Diagnose einer AV-Knoten-
Reentry
-
Tachykardie ist festzustel
len, dass diese seit 1990 bekannt ist und im Gutachten aus dem Jahr 2010 berücksichtigt wurde, ihr aber keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zuer
kannt wurde (vgl. E.
3.2.3).
Seither hat die Beschwerdeführerin soweit ersichtlich eine weitere Episode erhöhten Herzschlages erlebt, welche gut und unverzüglich behandelt werden konnte (vgl. E. 3.3.1). Eine Änderung des diesbezüglichen Sachverhaltes ist nicht ausgewiesen, zumal auch
Dr.
F._
nicht
von einem Ein
fluss auf die Arbeitsfähigkeit ausgeht (vgl. E. 3.3.5).
Die neuerdings festgestellten Leberzysten wiesen keine Malignität auf und waren nicht weiter behandlungsbe
dürftig (vgl. E. 3.3.2), weshalb eine Auswirkung auf die Leistungsfähigkeit daraus nicht ersichtlich ist.
4.4
Die rheumatische Erkrankung vor dem Hintergrund einer Psoriasis-Arthritis war bereits in der Begutachtung 2010 bekannt. Dabei wurde festgestellt, dass wieder
holt entzündliche Schübe auftreten würden, weshalb die Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin als um 20 % eingeschränkt erachtet wurde (E. 3.2.1). Wäh
rend damals ein Krankheitsgeschehen am linken Knie im Vordergrund stand, besteht aktuell vorwiegend eine Sch
wellung der Handgelenke und Fing
er (vgl. E. 3.3.6).
Eine massgebliche Veränderung der rheumatologischen Situation kann darin jedoch nicht erblickt werden; dies umso
weniger
, als
Dr.
C._
die Situ
ation im Vergleich zu seinem Bericht aus dem Jahr 2009 als weitgehend identisch beschreibt.
Hinweise auf eine höhere Einschränkung der Arbeitsunfähigkeit sind daher nicht ausgewiesen.
Die im Bericht von
Dr.
F._
erwähnte
Coxarthrose
(vgl. E. 3.3.5)
findet sich im
fachärztlich
en
Bericht von
Dr.
C._
nicht
(E.
3.3.6), weshalb sich eine solche nicht bestätigen lässt.
4.5
Es
bleibt anzumerken, dass sich in den Akten keine Anhaltspunkte dafür finden,
dass die Behandlung der Psoriasis-Arthritis
der Beschwerdeführerin
nicht zumut
bar wäre
.
So weist insbesondere
Dr.
C._
darauf hin, dass eine weiterführende Therapie
indiziert sei und die derzeitige Behandlung nicht adäquat erfolge
(vgl. E. 3.3.6)
. Als Grund für die
Ablehnung der erwähnten
Therapieoptionen
nennt er (ausdrücklich als solche deklarierte) fachfremde Gründe
im Sinne
der
psychi
schen
Situation der Beschwerdeführerin
.
Eine
psychiatrische Erkrankung
wurde im Gutachten aus dem Jahr 2010 ausdrücklich verneint und
auch aktuell
lässt sich eine
relevante psychiatrische Krankheit
nicht bestätigen
(vgl. E. 4.2)
. Umso weniger
kann da
mit
die Unzumutbarkeit einer
rheumatologischen
Behandlung
begründet werden.
Auch das von der Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang Angeführte ver
mag nicht zu überzeugen. Dem Bericht von
Dr.
C._
kann zwar entnommen werden, dass einige Therapieoptionen schlecht verträglich gewesen seien (vgl. E. 3.3.3
;
wobei unklar bleibt
,
ob die Unverträglichkeit subjektiv oder objektiv begründet war). Dies weist jedoch nicht auf eine generelle Unverträglichkeit (sämtlicher) möglicher Behandlungsoptionen hin, zumal
Dr.
C._
eine weiter
führende Behandlung ausdrücklich und seit langem als indiziert erachtete
(vgl.
E.
3.3.6). In seinem Bericht, wie auch den Berichten der übrigen Ärzte, finden sich
keine
rlei
Hinweis
e
, welche
eine
Behandlung
unzumutbar erscheinen liessen
. Von der Beschwerdeführerin angeführte aber nicht ärztlich gestützte Mutmassungen über die Unverträglichkeit respektive Unzumutbarkeit einer medizinischen Behandlung sind
daher
unbeachtlich. Ebenso wenig vermag die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin alleine wohnt
,
eine Behandlung
für
unzumutbar erschei
nen
lassen
.
Im Rahmen ihrer Schadenminderungspflicht (vgl. E. 1.3) ist die Beschwerdeführerin daher gehalten, die ihr zumutbaren
Behandlungsoptionen wahrzunehmen.
4.6
In Anbetracht der aufliegenden Akten ist weder in somatischer noch in psychiat
rischer Hinsicht eine anspruchsrelevante Änderung des Gesundheitszustandes oder dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin aus
gewiesen.
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin ist es nicht zu beanstan
den, dass die Beschwerdegegnerin auf die Einschätzung ihres RAD (vgl.
Urk.
6/67/5) abstellte und sowohl die Therapierbarkeit der gesundheitlichen Ein
schränkungen für zumutbar hielt, als auch keinen (weiter) invalidisierenden Gesundheitsschaden für ausgewiesen erachtete.
D
ie Beschwerdegegnerin hat in Nachachtung des Untersuchungsgrundsatzes den medizinischen Sachverhalt unter Einholung von Berichten der behandelnden Ärzte ausreichend abgeklärt. Dass sich gestützt darauf keine anspruchsrelevante Änderung respektive keine invalidisierende Gesundheitsschädigung
erstellen lässt, führt zu
k
einer weiteren Abklärungspflicht
ihrerseits
. Weitere Abklärungen sind daher
,
entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin
,
nicht angezeigt.
5.
Mit Blick auf die Erwägungen erweist sich die angefochtene Verfügung damit als rechtens, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
6.
Die Kost
en des Verfahrens sind auf Fr. 6
00.-- festzusetzen und ausgangsgemäss von der Beschwerdeführerin zu tragen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).