Decision ID: 0ed64793-c226-4cb2-ae21-7c7a4ddd1a7e
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1971 geborene, bis Ende Mai 2005
als Montagemitarbeiterin tätig
gewesene
X._
meldete
sich am
2.
Dezember 2005 unter Hinweis auf eine psychische Erkrankung bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Le
istungsbezug (Rente) an
(
Urk.
8/3). Mit Verfügung vom 27. April 2006 sprach ihr die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, mit Wirkung ab 1. November 2005 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 50% eine halbe Rente (samt Kinderrenten) zu (
Urk.
8/18 und 8/19).
1.2
Am
2.
März 2009 wies die IV-Stelle das
im Rahmen
einer
amtlichen R
evision von der Versicherten gestellte
Erhöhungsgesuch
-
namen
tlich aufg
rund eines
Gutachten
s
des
Dr.
med.
Y._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie
,
vom 14. Dez
ember 2008 (
Urk.
8/32/5-19) -
bei
unverändertem Inva
liditätsgrad verfügungsweise
ab (weiterh
in halbe Rente;
Urk.
8/41/1-3). Gleichzeitig auferlegte sie der Versicherten eine
Schadenminderungspflicht im Sinne einer kontin
uierlichen fachpsychiatrischen B
ehandlung inklusive
Psycho
pharmakotherapie
(
Urk.
8/40/1-2). Den Anspruch a
uf eine halbe R
ente
bestä
tigte die IV-Stelle
revisionsweise mit Mitteilung vom
2.
August 2010 (
Urk.
8/
50/1-2).
1.3
Nachdem die IV-Stelle im Juni 2013 eine weitere Überprüfung des Rentenan
spruchs eing
eleitet hatte, stellte sie der V
ersicherten mit Vorbescheid vom
14. Oktober 2013 (
Urk.
8/67/1-3) die
wiedererwägungsweise Aufhebung der Verfü
gung vom 27. April 2006
zufolge zweifelloser Unrichtigkeit
beziehung
sweise die Einstellung
der bisherigen
(halben)
Rente in Aussicht
.
Nach dem Scheitern be
ruflicher Massnahmen (Arbeitsvermittlung; vgl.
Urk.
8/87-89 und
Urk.
8/95-96) und g
estützt auf die im Zuge de
s
Vorbescheidverfahrens
erfolgte
psychiatrische Untersuch
ung durch den
Regional
ärztlichen Dienst (RAD; Bericht des med.
pract
.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
vom 10. September 2014;
Urk.
8/103/1-6)
verfügte die IV-Stelle
am 30. Oktob
er 2014
die
– nun
re
visionsweise
-
Aufhebung der halben Rente (
Urk.
2).
2.
Dagegen liess
X._
am
2.
Dezember 2014 – unter Beilage eines Be
richtes der behandelnden
Dr.
med.
A._
,
Ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
santémed
Gesundheitszentren AG,
vom 4. November 2014 (
Urk.
3)
-
Beschwerde erheben mit dem Antrag, die Verfügung vom 30. Oktober 2014 sei aufzuheben und es sei ihr die bisherige halbe Rente weiterhin auszu
richten; eventualiter seien (unter Weiterausrichtung der Rente) zusätzliche Ab
klärungen durchzuführen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu
lasten der Beschwerdegegnerin (
Urk.
1)
.
Die IV-Stelle schloss am 2
2.
Januar 2015 auf Abweisung der Be
schwerde (Beschwerdeantwort;
Urk.
7). Ein Doppel dieser Eingabe wurde der Gegenpartei am 27. Januar 2015 zugestellt (
Urk.
9).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachfo
lgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Die den Invaliditätsgrad und dessen Bemessung betreffenden rechtlichen Grund
la
gen (Art. 28 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG; Art. 16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungs
rechts
, ATSG) sind im angefochtenen Entscheid zutreffend wiedergegeben (Urk. 2 S. 1). Darauf kann verwiesen werden.
2
.
2.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbe
zügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen
(BGE 134 V 131 E. 3 mit Hinweisen)
. Insbeson
dere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes
revidier
bar
. Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswir
kungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar
(
in BGE 136 V 216 [8C_972/2009] nicht publizierte E. 3.2
; Bundesgerichtsurteil 9C_379/2014 vom 26. August 2014
E. 3.2).
Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Renten
anspruchs mit rechtskonformer
Sachverhaltsab
klärung
, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE
134 V 131 E. 3,
133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26
. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig
neu und ohne Bindung an frühere Invaliditätsschätzungen
zu prüfen (BGE
141 V 9, 1
17 V 198 E. 4b; Bundesgerichtsurteil 9C_226/2013 vom 4. September 2013
E. 2.1
mit weiteren Hinweisen).
2.2
Unabhängig von einem materiellen Revisionsgrund kann der Versicherungsträ
ger nach Art. 53
Abs.
2 ATSG wiedererwägungsweise auf formell rechtskräftige Verfügungen, welche nicht Gegenstand materieller richterlicher Beurteilung ge
bildet haben, zurückkommen, wenn sie zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist
. Vorausgesetzt wird, dass kein ver
nünftiger Zweifel an der Unrichtigkeit der Verfügung möglich, folglich nur dieser einzige Schluss denkbar ist
.
Soweit ermessensgeprägte Teile der
An
spruchsprüfung
vor dem Hintergrund der Sach- und Rechtslage einschliesslich der Rechtspraxis im Zeitpunkt der rechtskräftigen Leistungszusprechung (BGE 125 V 383 E. 3) in vertretbarer Weise beurteilt worden sind, scheidet die An
nahme zweifelloser Unrichtigkeit
aber aus (Bundesgerichtsurteile 8C_680/2014 vom 16. März 2015 E. 3.1, 9C_427/2014 vom 1. Dezember 2014 E. 2.2, 8C_473/2014 vom 7. Oktober 2014 E. 2 und 9C_121/2014 vom 3. September 2014 E. 3.2.1, in: SVR 2014 IV Nr. 39 S. 137).
Bei einem
wiedererwägungswei
sen
Zurückkommen auf eine zweifellos unrichtige Revisionsverfügung ist der Rentenanspruch ex
nunc
und pro
futuro
ohne Bindung an die ursprüngliche Verfügung in allen seinen Teilen neu zu beurteilen (BGE 140 V 514 E. 5.2).
2
.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
be
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
2
.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE
134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a und
122 V 157 E. 1c).
D
er Beweiswert von RAD-Be
richten nach Art. 49
Abs.
2 IVV ist
mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikatio
nen verfügt (BGE 137 V 210 E. 1.2.1). Auf das Ergebnis versicherungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – kann allerdings nicht abgestellt werden und sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit
bestehen (BGE 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7,
Bundesgerichtsurteil 8C_197/
2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4).
3.
3
.1
Die Beschwerdegegnerin begründete
die angefochtene rentenaufhebende Verfü
gung vom 30. Oktober 2014 (
Urk.
2)
– nachdem
sie im Vorbescheid vom
14. Oktober 2013 (
Urk.
8/67) noch von einer zweifellosen Unrichtigkeit der Verfü
gung vom 27. A
pril 2006
ausgegangen war und
entsprechend
deren
Wiederer
wägung
in Aussicht gestellt
hatte
- damit
, dass laut den Ergebnissen erneuter medizinischer Abklärung
durch den
RAD
eine
revisionsrechtlich
erhebliche
Ver
besserung des Gesundheitszustandes mit nun voller Arbeits- beziehungsweise Erwerbsfähigkeit eingetreten sei.
3
.2
Die Beschwerdeführerin weist
darauf hin, dass in zeitlicher Hinsicht die Sach
lage von März 2009 (Bestätigu
ng der halben Rente gestützt auf das Gutachten
des Psychiaters
Dr.
Y._
mit jener von Oktober 2014 zu verglei
chen sei
. Sie
macht geltend, die
Voraussetzungen für die Annahme zweifelloser Unrichtigkeit der ursprünglichen Verfügung
seien in keiner Weise erfüllt
, und es
liege
im Übrigen
auch
keine erhebliche Verb
esserung
des Gesundheitszustandes vor
; die
Einschätzung des RAD-Arztes stelle lediglich eine andere Beurteilung
der
nach wie vor bestehenden ge
sundheitlichen Problematik dar.
4
.
4
.1
Die
mit
Verfügung vom
2.
März 2009
bestätigte halbe Rente
beruhte in medizini
scher Hinsicht auf dem Gutachten des Psy
chiaters
Dr.
Y._
vom 14. Dez
ember 2008 (
Urk.
8/32/5-19), welches von der
IV-Stelle in Auftrag gegeben wurde
, nac
hdem der
behandelnde
Dr.
med.
B._
, Spezialarzt für Neurologie, von einer Verschlechterung
der gesundheitlichen Situation
na
mentlich
zufolge monatelanger schwerer Ehekr
ise
ausgegangen war
(vgl.
Urk.
8/27
/3
).
Dr.
Y._
diagnostizierte – mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit – eine Panikstörung mit Agoraphobie und Tendenz zur Gene
ralisierung (ICD-10 F40.01)
ab ungefähr
200
2.
Strukturdiagnostisch bestehe eine akzentuierte Persönlichkeit (ICD-10 Z73.1) mit ängstlich vermeidenden und
de
pendenten
Zügen. Al
s Diagnosen ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit nannte er unter anderem eine rezidivierende depressive Störung,
gegenwärtig remittiert (ICD-10 F33.4); eine erste Episode sei im Rahmen der Geburt des zweiten Kindes ab 1996
aufgetreten (
Urk.
8/27/14). Die
Frage nach dem G
rad der Arbeitsfähigkeit in
bisher
iger Tätigkeit beantwortete er
dahingehend, dass der Gesundheitszustand im Zeitraum von Herbst 2005 bis heute
„
stationär
“
ge
blieben sei. Zwar sei es im Frühjahr 2008 „bei einer Entwicklung von Januar bis März 2008“ zu einer gewissen Versc
hlechterung gekommen, die aber
auch nach
Eigenauskunft der Versicherten
in grossen Teilen wieder rekompensiert sei. Man könne also sagen,
dass die Arbeitsfähigkeit zum Z
eitpunkt der Untersuchung für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit
als Montagemitarbeiterin
weiterhin bei 50
%
liege. Die Versicherte sei dem betreffenden
Anforderungsprofil – vorzugsweise
das Durchführen
genaue
r
Montagearbeiten unter Zeitdruck – nicht gewachsen. Möglich und auch angezeigt sei jedoch de
r Einsatz an einem
leidensadaptierten Arbeitsplatz (
Urk.
8/27/
15-16). I
n angepasster Tätigkeit liege der Grad der Ar
beitsfähigkeit bei 70
%
u
nd könne
durch
geeignete Massnahmen gesteigert wer
den. Derzeit wären
körperlich leic
htere Arbeiten zuzumuten. Allerdings sei Schichtbetrieb
bei
den
vorbekannten psy
chischen Störungen zu vermeiden; auch sei
darauf zu achten, dass die Versicherte nicht in sehr engen Räumen e
inges
etzt werde und
zu den benachbarten Arbeitsplätzen ein gewisser
Abstand eingehalten werde
.
Aktuell
und bis auf weiteres sollten Tätigkeiten mit Publi
kumsverkehr und Arbeiten, bei denen eine erhöhte Verantwortung für Personen oder potentiell gefährliche Maschinen übernommen werden müssten, vermieden werden.
Zu denken wäre hingegen an
leichtere Bürotätigkeiten, die
nur leichte bis allenfalls mittelschwere Anforderungen
an
das
Konzentrations-, Reaktions-, Anpassungs- und Umstel
lungsvermögen
stellte
n
(
Urk.
8/27/16).
Als Massnahmen zur
Verbesserung der medizinisch-theoretischen
Arbeitsfähig
keit
empfahl
Dr.
Y._
eine höher dosierte
Psychopharmakotherapie
sowie eine kognitive Verhaltenstherapie, deren Wirksamkeit bei Angststörungen in kontrollierten Studien nachgewiesen sei und heute als psychotherapeutisches Standardverfahr
en bei
der Behandlung vo
n Angsterkrankungen gelte. Ausser
dem
müsse die häusliche Situation (Ehekonstellation und konsekutiv weitere familiäre und sozioökonomische Probleme)
abgeklärt und bearbeitet werden. Integraler Bestandteil der gesamten Therapie
sollte ei
n Arbeitsversuch sein. Nach gegenwärtigem
Stand de
s medizinischen Wissens dürften
die vorgenann
ten evidenzbasierten therapeutischen Verfahren
etwa innert sechs bis neun Mo
naten
zu einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit von derzeit 70
%
führen (
Urk.
8/32/16-17).
Die therapeutischen Optionen seien noch keineswegs ausge
schöpft (
Urk.
8/32/18). Zusatzfragen der Beschwerdegegnerin beantwortete
Dr.
Y._
dahin
, dass derzeit die Angststörung dominie
re
, während die rezidivierende depressive Störung klinisch nur noch wenig bedeutsam sei. Das klinische Bild
beziehungsweise die
sich daraus ergebenden
Funktionsdefi
zite
sollten wie vorgeschlagen behandelt werden, da sich nur so eine „
im Ü
bri
gen hoch wahrscheinli
che
Verbesserung des Gesundheitszustandes
“
erreichen lasse (
Urk.
8/32/19).
4
.2
Der Arzt des RAD
seinerseits hielt Ende 2008 dafür, dass vollu
mfänglich auf das schlüssige
Gutachten des
Dr.
Y._
abgestellt werden
und entspre
chend von einer in optimal leidensangepasster Tätigkeit
verwertbaren
Restar
beitsfähigkeit
von 70
%
ausgegangen werden könne. Auch sei der Versicherten eine Schadenminderungspflicht im Sinne einer kontinuierlichen
fachpsychiat
rischen
Behandlung e
inschliesslich einer
Pharmakotherapie aufzuerlegen. Die vorgeschlagene Massnahme sei ärztlich indiziert, versicherungsmedizinisch zu
mutbar, reduziere mit hoher Wahrscheinlichkeit den Gesundheitsschaden und wirke sich somit posit
iv auf die Arbeit
sfähigkeit aus (
Urk.
8/34/3-4).
5
.
Dass die Beschwerdegegnerin auf dieser
medizinischen
Grundlage
und nach dur
chgeführtem Einkommensvergleich
befand
, es bleibe angesichts des unver
änderten Invaliditätsgrades b
ei der bisherigen halben Rente, lässt die
entsp
re
chende Verfügung vom
2.
März 2009 (
Urk.
8/41/1-3)
nicht als zweifellos un
richtig im wiedererwägungsrechtlichen Sinn erscheinen. Namentlich kann
mit Blick auf das
– auf eingehender Exploration beziehungsweise Anamnese- und Befunderhebung basierende – Gutachten des
Psychiaters
Dr.
Y._
nicht gesagt werden, die notwendigen fachärztlichen Abklärungen wären nicht oder nicht mit der erforderlichen Sorgfalt durchgeführt worden (vgl. dazu
etwa
Bundesgerichtsurteil 9C_427/2014 vom 1. Dezember 2014 E. 2.2 mit Hinwei
sen).
Auc
h war
die
von der Verwaltung
übernommene
ermessensgeprägte
Schlussfolgerung einer um 30
%
verminderten Arbeitsfähigkeit aufgrund der
dazumal
festgestellten Panikstörung mit Agoraphobie (ICD-10
F.40.01)
-
wel
ches Störungsbild im Unterschied zu den sogenannt unklaren Beschwerden an
hand klinisch psychiatrischer Untersuchungen klar d
iagnostiziert werden kann (so etwa
Bundesgerichtsurteil 8C_730/2015 vom 24. Februar 2016 E. 4.1 mit Hinweisen)
-
nicht unvertretbar, auch wenn angesichts erschwerender psycho
sozialer Faktoren
allenfalls eine andere Einschätzung
in Betracht gefallen wäre
beziehungsweise eine solche
als die plausiblere erschiene (vgl. etwa
Bundesge
richtsurteil
9C_397/2012 vom 30. Oktober 2012 E. 3.3.2).
Dieser Sichtweise entspricht, dass in der
angefochtene
n
leistungsaufhebende
n
Verfügung vom 30. Oktober 2014 (
Urk.
2)
-
im Unterschied zum Vorbescheid vom 14. Oktober 2013 (
Urk.
8/67/1-3)
- nicht mehr von zweifelloser
Unrichtigkeit
der ursprünglichen Verfügung,
sondern von einer
gesundheitlichen Verbesserung im Sinne eines Revisionsgrundes
die Rede ist.
6
.
6
.1
Ob in der Tat
eine revisionsrechtlich erhebliche Veränderung
eingetreten ist, ergibt sich aus dem Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der
Verfü
gung vom
2.
März 2009
bestand
,
mit jene
m
zur Zeit der strittigen
Revisions
verfügung
vom
30. Oktober 2014 (vgl. E. 2.1
hievor
).
Medizinische
Grundlage der Rentenverfügung vom
2.
März 2009
bildete im We
sentlichen
die
vorerwähnte
psychiatrische Expertise des
Dr.
Y._
vom 14. Dezember 2008, wonach
der Beschwerdeführerin angesichts
der diag
nostizierten
Panikstörung mit Agoraphobie und Tendenz zur Generalisierung
(ICD-10, F40.01)
in angepasster Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit
von 70
%
attes
tiert wurde (
zum Ganzen E. 4
.1
hievor
).
6
.2
Zwecks
Beurteilung der
medizinischen Situation
i
m Revisionszeitpunkt
veran
lasste die Besc
hwerdegegnerin eine
n Bericht
ihres
R
AD-Arzt
es
med.
pract
.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psyc
hotherapie. Dessen Stellungnahme
vom 10. Septembe
r 2014 (
Urk.
8/103/1-6
)
genügt den praxisgemässen Anfor
derungen an ein ärztliches Gutachten (vgl. E.
2.4
hievor
); sie
beruht auf einer
einlässlichen
eigenen Untersuchung, ist in Kenntnis und Auseinandersetzung mit den
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden, berücksichtigt die geklagten Beschwerden, leuchtet in der Beurteilung der gesundheitlichen Situation bezie
hungsweise in der Einschätzung des Leistungsvermögens ein und bezieht sich auch ausreichend auf das Beweisthema erhebliche Änderung des Sachverhalts (vgl. dazu Bundesgerichtsurteil 9C_418/2
010 vom 29. August 2011 E. 4.2 [
in: SVR 2012 UV Nr. 18 S. 81
] und seitherige Entscheide
).
Anlässlich der Exploration konnten laut med.
pract
.
Z._
keine psychiatri
sche
n Diagnosen
nach
der
ICD-10 mehr
gestellt beziehungsweise keine gravie
renden Erkrankungen mit Auswirkun
g auf die Arbeitsfähigkeit
gefunden wer
den;
v
ielmehr sehe man im
Vergleich zum Zustand im Jahre
2008 eine Verbes
serung, indem die Beschwerdeführerin nun kurze Einkäufe selber zu
bewältigen vermöge und auch andere
Ängste selber überwinden könne.
Weder in einer Tä
tigkeit als B
ürohilfe noch in einer sonstigen angepassten Tätigkeit bestehe
dem
entsprechend
eine Arbeitsunfähigkeit
(
Urk.
8/103/5-6)
.
6.3
Zwar attestiert die
behandelnde
P
sychiaterin
Dr.
A._
im der Be
schwerde beigelegten Schreiben
vo
m 4. November 2014 (
Urk.
3)
eine
Arbeitsfä
higkeit von nur
20
%
bis maximal 50
%
;
dies selbst
im Rahmen der
von der Beschwerdeführerin momentan ausgeübten
leichten Teilzeitbeschä
ftigung in der Autowerkstatt ihres
Ehemann
e
s
. D
em steht jedoch entgegen, da
ss der begut
achtende Psychiater
Dr.
Y._
im Dezember 2008
,
bei vergleichs
weise schlechterer gesundheitlicher Verfassung
,
von
einem deutlich
höheren
Leistungsvermögen von 70
%
ausgegangen war.
Ausserdem weist
Dr
. A._
– was
im vorliegenden Kontext entscheidend
ist
– aus
drücklich
auf eine seit Behandlungsbeginn eingetretene wesentliche gesund
heitliche Verbesserung durch M
edikamentenwechsel und
kognitiv-
verhaltens
therape
utische
Sitzungen hin; aktuell waren
keine Panikattacken mehr vorhan
den und der Schlaf konnte reguliert werden, wodurch sich Konzentrationsfähig
keit und Belastbarkeit verbesserten (
Urk.
3 S. 1). Damit ist im massgeblichen Vergleichszeitraum eingetreten, was
namentlich
der psychiatrische
Gutachter
Dr.
Y._
im Jahre
2008 prognostiziert hatte, nämlich dass bei adä
quater Ausschöpfung der therapeutischen Optionen mit hoher Wahrscheinlich
keit
binnen relativ kurzer Zeit
eine erhebl
iche Verbesserung der (damals
bereits
auf
70
%
veranschlagten) Arbeitsfähigk
eit
in psychischer Hinsicht
erreicht wer
den dürfte (E. 4
.1
zweiter Absatz
hievor
).
Nennenswerte somatische Einschrän
kungen sind nicht ersichtlich und werden beschwerdeweise zu Recht (vgl.
Urk.
8/103/5 unt
en) auch nicht geltend gemacht.
6
.4
Liegt nach den schlüssigen Ausführungen des RAD-Psychiaters nun kein (invali
disierender) Gesundheitsschaden beziehungsweise
jedenfalls angepasst keine relevante Einschränkung des Leistungsvermögens mehr vor,
bleibt es bei der von der Verwaltung angenommenen vollen Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Verweistätigkeit. In erwerblicher Hinsicht kann damit bei
Beizug
von
Tabellen
löhnen
(vgl. BGE 139 V 592 E. 2.3 mit Hinweis) kein rentenbegründender
Inva
liditätsgrad
von mindestens 40
%
(
Art.
28
Abs.
2 IVG) erreicht werden (
Pro
zentvergleich
; vgl. etwa Bundesgerichtsurteil 9C_898/2015 vom
7.
April 2016
E. 1 mit Hinweis).
Die am 3
0.
Oktober 2014 verfügte revisionsweise Aufhebung der bisherige
n
halben
Rente besteht zu Recht, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen abweichend von Art. 61
lit
. a ATSG vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit
wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten in Höhe von Fr. 700.-- der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.