Decision ID: 9f7a2482-78c2-4556-8db0-60974020e345
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1960, erlangte 1980 das Handelsdiplom
und
war
in der Folge
für verschiedene Arbeitgeber
tätig
. Von 1998 bis 2002 lebte
und arbeitete
sie im Ausland. S
eit
ihrer Rückkehr
ist sie
als kaufmännische Angestellte
im Ge
schäft ihres Lebenspartners, dem
Geschäft Y._
, Nachfolger
Z._
,
in A._
,
tätig,
wobei sich das dort ausgeübte Pensum seit No
vember 2005 auf
10
%
beläuft
. Von Jan
u
a
r bis August 2008 und von Jan
uar 2009 bis
Januar 2010 hatte
die Versichert
e
ferner
zwei
weitere
Teilzeitstellen
inne
(
Urk.
7/1
Ziff.
4.1 und
Ziff.
5.3,
Urk.
7/6-7,
Urk.
7/16
Ziff.
2.1,
Ziff.
2.7 und
Ziff.
2.9,
vgl. auch
Urk.
7/13/5 oben)
.
Z
udem
bezog
sie
mehrfach Leistungen der
Arbeitslosenversicher
ung, zuletzt vom 1. Februar 2010 bis
15. Juli 2011 bei ei
ner
Vermittlungsfähigkeit von 60
%
(
Urk.
7/6,
Urk.
7/9)
.
A
b Juni 2011
erhielt
die
Ver
sicherte
L
eistungen
ihres Krankentaggeldversicherers (
Urk.
7/1
Ziff.
4.4,
Urk.
7/12/1
,
Urk.
7/19/13
).
1.2
Am 27. Februar 2012 meldete sich die Versicherte zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (
Urk.
7/1
Ziff.
6.2-3 und
Ziff.
11). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte
Arztberichte (
Urk.
7/11,
Urk.
7/13,
Urk.
7/24),
einen Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug,
Urk.
7/6) sowie einen
Arbeitgeber
bericht (
Urk.
7/16) ein und zog Akten der Arbeitslosenkasse (
Urk.
7/9) sowie des Krankentaggeldversicherers
(
Urk.
7/12,
Urk.
7/19) bei.
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (
Urk.
7/30,
Urk.
7/36)
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
13.
November
2012
(
Urk.
7/
38 =
Urk.
2)
einen Anspruch der Versicherten auf Leistungen der Invalidenversicherung.
2.
Gegen die Verfügung vom 13. November 2012 (
Urk.
2) erhob die Versicherte am
14.
Dezember
2012
Beschwerde
und beantragte die Ausrichtung einer ganzen Invalidenrente
(
Urk.
1 S. 2). Die IV-Stelle schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 23. Januar 2013 (
Urk.
6) auf Abweisung der Beschwerde. Mit Replik vom
15. Mai 2013 beantragte die Be
schwerdeführerin die Gutheissung der Beschwer
de
(
Urk.
13 S. 2) und reichte ei
nen weiteren Arztbericht (
Urk.
14) ein. Am 19. Juni 2013 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf das Einreichen einer Duplik (
Urk.
16), was der Beschwerdeführerin am 5. Juli 2013 zur Kenntnis gebracht wurde
(
Urk.
17).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
men
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Zur Annahme der Invalidität nach Art. 8 ATSG ist - auch bei psychischen Er
krankungen - in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)
ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits-
und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosoziale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunfts
ängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vorder
grund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss
eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden
sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beein
trächtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrüh
ren,
bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Be
funde zu um
fassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungszuständen klar un
ter
scheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen da
mit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der sozio
kul
tu
rellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbst
stän
digte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Ar
b
eits- und Er
werbs
fähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentli
chen nur Befunde er
hebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hin
reichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidi
sie
render psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) davon aus, dass
bei der Beschwerdeführerin keine Invalidität im Sinne von Art. 8
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
bestehe. Eine chronifizierte, erhebliche psychische Erkrankung mit Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
sei zu verneinen.
Im Krankheitsgeschehen würden invaliditätsfremde psychosoziale Belastungsfaktoren überwiegen (S. 1 unten).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber
geltend, die Beschwerdegegnerin
gehe zu Unrecht davon aus, dass
bei ihrem Beschwerdebild
psychosoziale Fak
tor
überwiegen würden. Ärztlicherseits würden von psychosozialen Faktoren klar zu unterscheidende Befunde erhoben (
Urk.
1 S. 3 f.
Ziff.
3,
Urk.
13 S. 4 lit. C.1). Sie leide an einem dauerhaften erheblichen Gesundheitsschaden, welcher ihre Arbeitsfähigkeit seit längerem vollständig einschränke und auch noch bis auf wei
teres einschränken werde, weshalb ihr ab August 2012 eine ganze Inva
li
den
rente auszurichten sei (
Urk.
13 S. 5
Ziff.
2-3)
.
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung hat und in diesem Zusammenhang insbesondere, ob ein invalid
enversicherungsrechtlich relevanter
Gesundheitsschaden besteht.
3.
3.1
Am 26. August 2011 berichtete der Hausarzt der Beschwerdeführerin,
Dr.
med.
B._
Facharzt
FMH Allg
emeine
Medizin
, zu Handen des Krankentaggeldversicherers (
Urk.
7/12), die Beschwerdeführerin habe ihn am 16. Juni 2011 in einem psychosozialen Ausnahmezustand mit Zeichen einer Erschöpfungsdepression aufgesucht. Er habe eine antidepressive medikamentöse Therapie eingeleitet und die Beschwerdeführerin in psychotherapeutische Behandlung überwiesen (
Ziff.
2).
In seinem Bericht vom 2
2.
März 2012 (
Urk.
7/11) nannte
Dr.
B._
als
Diagno
sen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine
generalisierte Angststörung
(ICD-10 F41.1)
sowie eine
seit Frühjahr 2011 bestehende
s
chwere depr
essive
Epi
s
ode ohne psychotische Symptome
(ICD-10 F32.2). Er
attestierte der Be
schwer
deführerin
seit 16. Juni 2011 und vorläufig auch weiterhin eine
volle Ar
beitsunfähigkeit
in all
en
Tätigkeiten (
Ziff.
1.6-7)
.
3.2
Am 19. April 2012 berichteten
Dr.
C._
, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie
, und
lic. phil. D._
, Psychothera
peutin SPV (
Urk.
7/13), bei welchen die Beschwerdeführerin seit 21. Juni 2011 in
Behandlung steht (
Ziff.
1.2).
Als Diagnose nannten sie eine seit Juni 2011 bestehende mi
ttelgradige depressive Episode (
ICD-10 F32.1
), wobei sie
ausführ
ten
, dass
die Beschwerdeführerin höchstwahrscheinlich schon früher erkrankt sei
(
Ziff.
1.1
).
Anamnestisch führten sie unter anderem aus, die Beschwerdefüh
rerin habe - nebst ihrer 10%igen Anstellung im Geschäft ihres Lebenspartners - 2008 eine 60
%
-Stelle gefunden,
wo sie
sich aber von Anfang an nicht sehr gut mit der Chefin verstanden
habe
. D
iese
habe ihr gekündigt
.
2009 habe s
i
e
eine Stelle als Sachbearbeiterin angenommen. Der Chef habe sich bezüglich Überstunden und Ferien überhaupt nicht an den Vertrag gehalten. Sie hätten sich gestritten
und er habe ihr gekündigt. Auf dem Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV
) habe es sodann Schwierigkeiten gegeben, da nicht korrekt mit ihrer 90%igen Arbeitslosigkeit umgegangen worden sei. Zu diesen Arbeitsschwierig
keiten seien noch erhebliche Schwierigkeiten in der Partnerschaft dazugekommen.
In einem bereits mittelgradig depressiven Zustand, in welchem die
Beschwerdeführerin keinen Ausweg gesehen habe, habe sie sich, nachdem der
Hausarzt sie bereits krankgeschrieben gehabt habe, in psychoth
erapeutische Behand
lung begeben (
Urk.
7/13/5 oben). N
ach Beginn der psychiatrisch-psychotherapeut
ischen Behandlung im Juni 2011 habe
die Symptomatik kurz
zugenommen
zu
eine
r
schwere
n
depressive
n Episode mit vielen Ängsten
. Unter psychotherapeutischer Behandlung und antidepressiver Medikation habe die Symptomatik
abgenommen zu der
aktuell mittelgradige
n
depressiven Erkrankung mit weiterhin vielen begleitenden Ängsten
(
Urk.
7/13/5 unten).
Als kaufmännische Angestellte sei die Beschwerdeführerin seit 1. Juni 2011 und bis auf weiteres zu 100
%
arbeitsunfähig (
Ziff.
1.6). Konzentrations-
,
Gedächtnis- und
Merkfähig
keitsstörungen sowie Ängste verhinderten zur Zeit jede Arbeitstätigkeit (
Ziff.
1.7).
Mit
einer
Erhöhung der Einsatzf
ähigkeit könne gerechnet werden, wobei eine Über
prüfung in sechs Monaten sinnvoll wäre
(
Ziff.
1.9)
.
3.3
Am
31. Mai 2012
berichteten
Dr.
C._
und lic. phil.
D._
zu Handen des Kran
kentaggeldversicherers
(
Urk.
7/19/11-12)
. Sie
nannten die
gleiche
Di
ag
nose
wie im Vorbericht
(S. 1 Mitte)
. Zum aktuellen Befund führten sie aus,
das Auf
fassungsvermögen der Beschwerdeführerin sei verlangsamt, sie habe starke Konzentrations- und Gedächtnisstörungen und ihre Merkfähigkeit sei stark be
einträchtigt, was ihr heute bei den Tätigkeiten im Haushalt auffalle. Ihr Denken
sei eingeengt. Perseverierend grüble sie über ihre eigene Situation nach und leide
unter starkem Gedankendrängen. Sie habe sich von ihrem Partner ge
trennt, lebe aber weiterhin in seinem Hause. Sie sei nur noch mittelgradig de
primiert, sei innerlich unruhig und habe grosse Ängste, was die Zukunft angehe. Sie sei antriebsgehemmt, klagsam und leide unter Insuffizienzgefühlen und un
ter
unangemessenen Schuldgefühlen. Es bestehe eine deutlich ausgeprägte Am
bivalenz,
unter der sich die Beschwerdeführerin kaum zu Entscheidungen durchringen könne.
Am Morgen gehe es ihr schlechter als am Abend. Schlafen könne sie
unter Medikation gut. Sozial scheine sie sich zurückgezogen zu haben (S.
1 Mitte).
G
esamthaft sei es zu einer Besserung der Depression
,
nicht
aber der Konzentrations- und Gedächtnisstörungen sowie der Merkfähigkeit gekommen (S. 1 unten).
Therapieziele seien (unter anderem) die weitere Besserung der de
pressiven Erkrankung und somit der Konzentrations- und Gedächtnisst
örungen sowie der Merkfähigkeit,
d
es Weiteren eine Verminderung von aktuellen Be
lastungsfaktoren und eine Verbesserung ihrer gegenwärtigen Lebenssituation (S.
1
unten).
Aktuell sei die Beschwerdeführerin zu 100
%
arbeitsunfähig (S. 2 oben)
.
3.4
In seinem Bericht vom 15. September 2012 (
Urk.
7/24
) nannte
Dr.
C._
als Diagnose eine leichte depressive Episode, ICD-10 F32.0
(
Besserung nach schwe
rer Episode). Er führte aus, die
Konzentrations-, Merkfähigkeits-, Gedächtnisstörungen und Ängste
seien
noch vorh
anden, allerdings weniger stark als früher (
Ziff.
1.6).
Im psychosozialen Umfeld hätten sich keine wesentlichen Änderungen ergeben (
Ziff.
1.4). Die Beschwerdeführerin grüble perseverierend über
ihre eigene Situation nach und leide unter starkem Gedankendrängen. Sie sei vor
allem gegenüber ihrem Partner sehr misstrauisch. Sie sei völlig ratlos, ihre Vital
gefühle seien gestört. Sie sei leicht deprimiert und innerlich etwas unruhig, leide unter Insuffizienzgefühlen und unter unangemessenen Schuldgefühlen. Sie habe starke Existenzängste und sei etwas antriebsgehemmt (
Urk.
7/24/3
Ziff.
1.4).
Auf
grund des bisherigen Verlaufs sei von einer günstigen
Prognose
auszugehen
(
Ziff.
1.4)
. Die bisherige Tätigkeit als kaufmännische Angestellte sei der Beschwerdeführerin
aktuell noch nicht zumutbar.
Eine angepasste Tätigkeit könnte die Beschwerdeführerin auszuüben beginnen, zunächst im Umfang von wenigen Stunden
, m
it
Steigerung nach Möglichkeit
(
Ziff.
1.7)
. D
er direkte Sprung in die freie Wirtschaft sei zu gross, es würde ein dep
ressiver Zusammenbruch erfolgen. Daher seien jetzt Massnahmen zur sozialberuflichen Rehabilitation angezeigt, die der Wiedererlangung der Eingliederungsfähigkeit und der Angewöhnung an den Arbeitsprozess dienten
(
Urk.
7/24/3
Ziff.
1.9).
3.5
In ihrer Stellungnahme vom 4. Oktober 2012
(
Urk.
7/28/4 f.
)
führte
Dr.
med.
E._
, FMH Arbeitsmedizin und FMH Allgemeinmedizin, aus, aus
versicherungsmedizinischer Sicht könne kein dauerhafter, erheblicher, die bis
herige Bürotätigkeit in wesentlichem Ausmas
s einschränkender Gesundheitsscha
den
erkannt werden. Es würden invaliditä
t
s
fremde psychosoziale Belastungsfaktoren
im Krankheitsgeschehen
überwiegen
und es
sei überwiegend wahrschein
lich von einem r
eaktiven und therapiefähigen, e
pisodischen Geschehen und nicht
von einer endogenen, chronifizierten, erheblichen psychischen Erkrankung auszugehen. Die b
isherige Bürotätigkeit
sei der Beschwerdeführerin seit jeher zumutbar gewesen.
3.6
Im Rahmen des vorliegenden Beschwerdeverfahrens reichte die Beschwerdeführerin einen Bericht von
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom
2.
Mai 2013
(
Urk.
14)
ein.
Als
Diagnose
n
nannte er eine mittlere bis schwere depressive Episode ohne psychotische
Symptome (
ICD-10
F32.11/32.2),
Differenzialdiagnose
:
Erschöpfu
ngsdepression, Burnout (ICD-10 Z73.0) sowie eine nicht näher bezeichnete Angststörung, ICD-10 F41.9 (
Ziff.
2). Er berichtete,
dass er
die Beschwerdeführerin seit März 2013 be
handle
(S.
1 Mitte). Vor ihm sei sie während eineinhalb Jahren psychotherapeutisch und her
nach in der
psychiatrischen Anstalt G._
behandelt worden, wo ihr ein
stationärer klinischer Aufenthalt empfohlen worden sei, den
sie
jedoch abgelehnt habe (
Ziff.
6).
Die Beschwerdeführerin gebe an, unter Angst vor der Zukunft zu leiden. Da sie sich nicht konzentrieren könne und meist auch nicht in der Lage sei, zusammenhängend zu denken, zu
dem schnell erschöpft sei (nach
weniger als einer halben Stunden konzentrierter Arbeit fühle sie sich bereits kraft
los und erschöpft), glaube si
e
nicht, dass sie in absehbarer Zeit arbeiten könne. Sie leide an Gefühlen der Wertlosigkeit, Schuldgefühlen, Schlafstörungen
etc. Zudem leide sie an Interessenverlust, frühmorgendlichem Erwachen, Morgentief, motorischer Hemmung, mangelnder Fähigkeit, auf eine freundliche Um
gebung und erfreuliche Ereignisse emotional zu reagieren (
Ziff.
4). Die
Beschwer
deführerin
werde
mittels Psycho- und Pharmakotherapie
behandelt
(
Ziff.
8).
Ak
tuell sei sie zu 100
%
arbeitsunfähig (
Ziff.
10). Die Prognose sei gut. Da die Be
schwerdeführerin sehr an einer Genesung interessiert sei und sich entsprechend in der Therapie für sich einsetze, werde sie wahrscheinlich genesen, was jedoch längere Zeit dauern werde (
Ziff.
11).
4.
4.1
Aus den medizinischen Berichten ergibt sich, dass sich die Beschwerdeführerin im Juni 2011 im Rahmen einer psychosozialen Ausnahmesituation in psychiat
risch-psychotherapeutische Behandlung begab. Fachpsychiatrischerseits wurde zum damaligen Zeitpunkt die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Epi
sode gestellt, wobei die Depressivität
gemäss Bericht des behandelnden Psychi
a
ters und der behandelnden Psychotherapeutin
nach Aufnahme der Behandlung
für kurze Zeit schwer
ausgeprägt war, unter psychiatrisch-psychotherapeuti
sche
r
Behandlung jedoch wieder abnahm und jedenfalls im April 2012 als mit
telgra
dig
ausgeprägt bezeichnet wurde (vorstehend E. 3.2).
Bei der von
Dr.
C._
und lic. phil.
D._
genannten Diagnose „mittel
gra
dige de
pressive Episode“ mit dem verwendeten Diagnose-Code ICD-10 F32.1 handelt es sich definitionsgemäss um ein vorübergehendes Leiden, indem solche Episoden im Mittel etwa sechs Monate, selten länger als ein Jahr dauern und
länger dau
ernde Störungen unter F33 (rezidivierende depressive Störung) oder F34
(an
haltende affektive Störung) zu subsumieren sind
(Urteil des Bundes
ge
richts 8C_80/2011 vom 1
4.
Juni 2011 E. 6.3.2 mit Hinweis auf Urteil I 152/05 vom 2
3.
Mai 2006 E. 3.3).
Da
s Bundesgericht
hat zudem
wiederholt festgestellt,
dass leichte bis höchstens mittelschwere psychische Störungen aus dem de
pressi
ven Formenkreis grundsätzlich als therapeutisch angehbar gelten (vgl. etwa
Ur
teile 9C_266/2012 vom 2
9.
August 2012 E. 4.3.2, 9C_302/2012
vom 1
3.
Au
gust
2012 E. 4.3.2).
Davon ist auch im Falle der Beschwerdeführerin auszugehen, belegen die Akten
doch, dass ihre Depressivität mittels psychiatrisch-psychotherapeutischer Be
hand
lung beinahe zum Verschwinden gebracht werden konnte, diagnostizierte
Dr.
C._
im September 2012 doch lediglich noch eine leichte depressi
ve Episode (vorstehend E. 3.4).
Bereits dieser
Verlauf
steht
der Annahm
e einer dau
erhaften
psychischen Schädigung
entgegen
. Soweit
Dr.
C._
auch im Sep
tember 2012 noch eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätig
keit als kaufmännische Angestellte beziehungsweise eine Arbeitsfähigkeit von lediglich wenigen Stunden in einer angepassten Tätigkeit attestierte
(vgl. vor
stehend E. 3.4)
, vermag dies
angesichts der
erhobenen,
nurmehr dezenten Be
funde -
Dr.
C._
bezeichnete die Beschwerdeführer unter anderem lediglich noch als leicht
deprimie
rt, innerlich etwas unruhig sowie etwas antriebsge
hemmt -
nicht zu überzeugen,
weisen diese sowie die gestellte Diagnose einer nurmehr leichten depressiven Episode doch
auf eine wesentliche Verbesserung
des psychischen Zustands
und damit der Arbeitsfähigkeit
hin
.
Abgesehen davon r
echtfertigt nicht zuletzt seine therapeutische und auftragsrechtliche Nähe zur Beschwerdeführerin eine gewisse Zurückhaltung bei
der
Würdigung seiner Be
urteilung (vgl. BGE 125 V 352 E. 3b/cc).
Im Übrigen
bestätigte auch die Be
schwerdeführerin in ihrer Einsprache vom
1.
November 2012
(
Urk.
7/36)
, dass es
ihr
unterdessen viel besser gehe
(S. 2 unten)
, wovon
nicht zuletzt
ihre
rund drei
Seiten umfassende, differen
zierte Einsprache
zeugt.
4.2
Von entsc
heidwesentlicher Bedeutung ist schliesslich auch, dass es sich - jeden
falls bei der im September 2012 noch feststellbaren dezenten psychischen
Pro
blematik
-
doch eher um einen auf belastende psychosoziale Faktoren zu
rück
zuführenden Befund handel
t
, worauf nicht zuletzt auch die Vorbringen der Be
schwerdeführerin in ihrer Einsprache vom
1.
November 2012 (
Urk.
7/36) schliesse
n lassen.
Die leichte Depressivität mit
leichte
r
Deprimiertheit sowie leichte
r
innere
r
Unruhe und Antriebsgehemmtheit
lässt sich
ohne Weiteres mit d
er andauernden
schwierigen Arbeitssituation mit
Arbeitslosigkeit,
der Tren
nung
vom Lebenspartner
, welche unter anderem den Umzug in eine eigene Wohnung zur Folge hatte (
vgl.
Urk.
7/36/2 unten),
und den aus dieser persönlichen Situation resultierenden Insuffizienzgefühlen und Existenzängsten, mithin durch die psychosoziale Situation bedingt, erklären.
4.
3
Nach dem Gesagten ergibt sich, dass ein invalidisierender Gesundheitsschaden zu verneinen ist. Daran vermag auch der
im Rahmen des Beschwerdeverfahrens eingereichte Bericht von
Dr.
F._
vom Mai 2013
(vorstehend E. 3.6)
nichts zu
ändern, da massgebender Zeitpunkt für die
ge
richtliche Überprüfungsbefugnis j
ener des Verfügungserlasses
(BGE 132 V 215 E. 3.1.1), mithin der 1
3.
Novem
ber
2012, ist, und gestützt auf
die dargelegte medizinische Aktenlage
davon aus
zu
gehen ist,
dass jedenfalls
im Verfügungszeitpunkt
eine wesentliche Ver
besse
rung
des psyc
hischen Zustands eingetreten war
, sodass - zumindest vor
übergehend - auch von einer Steigerung des erwerblichen Leistungsvermö
gens ausgegangen werden musste.
Aufgrund des Berichtes von
Dr.
F._
vom Mai 2013 ist indes nicht auszu
schliessen, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin nach Verfügungserlass verschlechtert hat.
Diese allfällige Verschlechterung des Gesundheitszustands und gegebenenfalls
deren erwerbliche Auswirkungen sind von der Beschwerdegegnerin zu prüfen. Zu
diesem Zweck sind ihr nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Ent
scheids die Akten zu überweisen.
4.4
Nach dem Gesagten erweist sich die angefochtene Verfügung
als rechtens, was zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.
5.
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr.
6
00.-
-
festzulegen und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerle
gen.