Decision ID: d189ece6-9f1f-4724-bd65-a45528e429f5
Year: 2004
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Im Rahmen des Umfahrungsprojektes Bazenheid (Strassenbauprojekt 513.004)
baut der Kanton St. Gallen eine neue Kantonsstrasse (Staatsstrasse Nr. 13 [H 16],
Gemeinde Kirchberg), in deren Trassee ein unterirdischer Kabelkanal verlegt wird. Die
Kabelschutzrohranlage beinhaltet 10 Leerrohre. Der Kanton St. Gallen hat gemäss Art.
6 des kantonalen Strassengesetzes (sGS 732.1) die Hoheit über die Staatsstrassen und
ist zugleich Eigentümer des Bodens für die neue Umfahrungsstrasse Bazenheid.
Mit Eingabe vom 5. Februar 2002 stellte die Swisscom AG beim Tiefbauamt des
Kantons St. Gallen gestützt auf Art. 35 Abs. 1 des Fernmeldegesetzes (SR 784.10,
abgekürzt FMG) ein Bewilligungsgesuch um Inanspruchnahme des Trassees der
gesamten Neubaustrecke (inkl. Kunstbauten) des Projektes Umfahrungsstrasse
Bazenheid für den Bau und den Betrieb der Leitungen und beanspruchte gestützt auf
Art. 37 Abs. 1 FMG das Eigentum sowie die unbefristete Nutzungsdauer an der im
Rahmen des Bauvorhabens geplanten Kabelschutzrohranlage (inkl. Leerrohre und
Kabel, welche in die Leerrohre eingezogen werden).
Mit Verfügung vom 2. Juli 2002 erteilte das Kantonale Strasseninspektorat der
Swisscom AG folgende strassenpolizeiliche Bewilligung:
" 1. Die Swisscom AG erhält gestützt auf Art. 35 FMG die Bewilligung, in dem durch
den Kanton St. Gal-len zu erstellenden unterirdischen Kabelkanal der Umfahrung
Bazenheid 4 bzw. 2 Leerrohre zu benützen und ihre Übertragungsleitungen
einzuziehen.
Der Verlauf des kantonseigenen unterirdischen Kabelkanales ist aus beiliegenden
sieben Situationsplänen 1 : 500 (Teilstrecken 1 bis 7) der Ingenieurgemeinschaft Näf &
Partner AG, St. Gallen/ Steiger + Partner AG, Bütschwil vom 12. Juli 2002, ersichtlich.
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Die der Bewilligungsnehmerin zur Nutzung überlassenen Leerrohre im unterirdischen
Kabelkanal sind im Querprofilplan 1 : 100, vom 12. Juli 2002, von derselben
Ingenieurgemeinschaft, gekennzeichnet und ersichtlich. Die Kabel der
Bewilligungsnehmerin müssen in den Schächten eindeutig gekennzeichnet werden. Die
acht Beilagepläne, vom verfügenden Strasseninspektor unterzeichnet, bilden einen
integrierenden Bestandteil dieser Verfügung.
2. Sämtliche Unterhalts- und allenfalls Erneuerungskosten der Übertragungsleitungen
sind ausschliesslich Sache der Bewilligungsnehmerin.
Unterhalts- und Erneuerungskosten am kantonseigenen Rohrblock samt den
erforderlichen Schächten werden der Bewilligungsnehmerin zum jeweiligen Zeitpunkt
anteilmässig in Rechnung gestellt.
Die Ausführung der erstmaligen Erstellungsarbeiten der Leitungen der
Bewilligungsnehmerin hat in Koordination mit dem Bau der Umfahrungsstrasse
Bazenheid zu erfolgen und ist mit der kantonalen Bauleitung, Baubüro Toggenburg,
Bürgistrasse 11, 9620 Lichtensteig (Tel. 071/988 24 57) abzusprechen. Den
Anordnungen der kantonalen Amtsstellen ist uneingeschränkt Folge zu leisten.
3. Vor Inangriffnahme von Bau-, Unterhalts- oder Erneuerungsarbeiten im Trassee der
Umfahrungsstrasse ist dem kantonalen Strasseninspektorat Gossau, Werkhof Eichen,
9200 Gossau (Tel.071/388 86 00), bei Kunstbauten dem kant. Strasseninspektorat, Abt.
Kunstbautenunterhalt, 9001 St. Gallen (Tel. 071/229 30 62), Mitteilung zu machen.
Im Zusammenhang mit späteren Unterhalts-/Erneu-erungsarbeiten dürfen die unter
Verkehr stehenden Anlagen der Umfahrungsstrasse nicht betreten werden. Ausnahmen
sind mit dem Strasseninspektorat Gossau vorgängig abzusprechen. Der Aufwand des
Strasseninspektorates für Signalisationsmassnahmen wird der Bewilligungsnehmerin in
Rechnung gestellt.
4. Die Bewilligungsnehmerin ist verpflichtet, die Übertragungsleitungen in den
kantonseigenen Rohren auf eigene Kosten zu verlegen, wenn seitens des Eigentümers
eine Benützung beabsichtigt ist, die sich mit der Leitungsführung der Swisscom AG
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nicht verträgt. Es gilt insbesondere Art. 35 Abs. 2 FMG und Art. 28 StrG
[Strassengesetz, sGS 732.1].
5. Die im kantonseigenen unterirdischen Kabelkanal verlegten Übertragungsleitungen
dürfen nur für die unter das Fernmeldegesetz fallende fernmeldetechnische
Übertragung von Informationen (Art. 2 FMG) durch die Bewilligungsnehmerin
einschliesslich der von ihr Dritten zu gewährenden Interkonnektion (Art. 11 FMG)
benützt werden. Alle darüber hinausgehenden Nutzungen bedürfen der ausdrücklichen
Bewilligung des Tiefbauamtes des Kantons St. Gallen, Abt. Strasseninspektorat.
Die vorliegende Bewilligung darf ohne Zustimmung des Tiefbauamtes des Kantons St.
Gallen, Abt. Strasseninspektorat, nicht übertragen werden.
6. Für die Beanspruchung des vom Kanton St. Gallen finanzierten unterirdischen
Kabelkanales gemäss den in Ziffer 1 umschriebenen Situationsplänen hat die
Bewilligungsnehmerin dem Kanton St. Gallen eine einmalige anteilmässige
Entschädigung an die Erstellungskosten von Fr. 282'328.50 (2 Kabelschutzrohre im
Bereich Trassee und Kunstbauten 2'590 lfm zu Fr. 51.35/lfm und 4 Kabelschutzrohre
Bereich Trasseebau, Anschluss Zwizach und Kunstbauten 1'480 lfm zu Fr. 100.90/lfm)
zu entrichten. (Konto Nr. 615300.631100/513.004.501/601).
7. Die Gebühr für diese Verfügung beträgt Fr. 2'000.-- und geht zulasten der
Bewilligungsnehmerin (Konto Nr. 6135300.431000/05.962).
Die anteilmässige Entschädigung an die Erstellungskosten und die Bewilligungsgebühr
wird separat in Rechnung gestellt.
Auf die Erhebung einer Durchleitungsentschädigung für die Inanspruchnahme des
kantonseigenen Bodens wird aufgrund von Art. 35 Abs. 4 FMG verzichtet."
B./ Gegen diese Verfügung erhob die Swisscom AG, Bern, vertreten durch die
Swisscom Fixnet AG, und die Swisscom Fixnet AG, Bern, am 17. Juli 2002 Rekurs
beim Baudepartement mit dem folgenden Rechtsbegehren:
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" 1. Ziff. 1 der Bewilligungsverfügung des Kantonalen Strasseninspektorates vom 02.
Juli 2002 sei aufzuheben und anstelle einer Nutzung von überlassenen Leerrohren sei
der Rekurrentin das Eigentum an den beanspruchten Leerrohren zuzusprechen.
2. Ziff. 4 der Bewilligungsverfügung vom 02. Juli 2002 sei aufzuheben.
3. Ziff. 5 Abs. 1 der Bewilligungsverfügung vom 02. Juli 2002 sei aufzuheben.
4. Die einmalige anteilmässige Entschädigung an die Erstellungskosten der
Kabelschutzrohranlage gemäss Ziff. 6 der Bewilligungsverfügung vom 02. Juli 2002 sei
aufzuheben.
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen."
Ferner wurde beantragt, der von der Swisscom AG eingereichte Rekurs im Namen der
Swisscom Fixnet AG entgegenzunehmen. Zur Begründung wurde angeführt, per 1. Juli
2002 sei die im Rahmen einer Neustrukturierung der Swisscom-Gruppe angestrebte
Holding-Struktur mit rechtlich selbständigen Tochtergesellschaften realisiert worden;
die Sparte Festnetztelefonie sei in die Swisscom Fixnet AG als eigenständige
Tochtergesellschaft der Swisscom AG überführt worden.
Nach einer Einigungsverhandlung zwischen den Beteiligten am 5. Dezember 2002
wurde das Rekursverfahren am 28. März 2003 sistiert. Nachdem die anschliessenden
Verhandlungen nicht zu einer Einigung zwischen den Beteiligten führten, wurde die
Sistierung am 14. November 2003 aufgehoben und das Rekursverfahren fortgesetzt.
Mit Entscheid vom 2. August 2004 hiess das Baudepartement den Rekurs teilweise
gut, indem Ziff. 4 der angefochtenen Verfügung wie folgt geändert wurde:
" Die Bewilligungsnehmerin ist verpflichtet, die Übertragungsleitungen in den
kantonseigenen Leerrohren zu verlegen, wenn seitens des Kantons eine Benützung des
Grundstücks beabsichtigt ist, die sich mit der Leitungsführung nicht verträgt (Art. 35
Abs. 2 FMG). Die Kostentragung richtet sich nach Art. 37 ff. FDV."
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Im weiteren wurde davon Vormerk genommen, dass die Swisscom Fixnet AG neu als
Bewilligungsnehmerin auftritt. Die übrigen Anträge der Rekurrentin, insbesondere der
Antrag auf Feststellung des Eigentums der Swisscom Fixnet AG an den Leerrohren,
wurden abgewiesen.
C./ Mit Eingabe vom 18. August 2004 erhob die Swisscom Fixnet AG Beschwerde
beim Verwaltungsgericht und beantragt, der Entscheid des Baudepartementes vom 2.
August 2004 sei dahingehend abzuändern, dass der Beschwerdeführerin anstelle der
nutzungsweisen Gebrauchsüberlassung Eigentum an den Leerrohren sowie
anteilmässiges Miteigentum an dem von ihr mitfinanzierten unterirdischen Kabelkanal
(Kabelschutzrohranlage mit 10 Leerrohren) zuerkannt werde, unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen. Zur Begründung wurde im wesentlichen angeführt, gemäss Art.
35 Abs. 1 und Art. 37 Abs. 1 FMG stehe das Eigentum an der Kabelschutzrohranlage
(inkl. Leerrohre) der Beschwerdeführerin zu.
Mit Vernehmlassung vom 9. September 2004 beantragt das Baudepartement die
Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung wird im wesentlichen auf die

Erwägungen im angefochtenen Entscheid verwiesen.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1./ Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Die
Beschwerdeführerin ist zur Beschwerde legitimiert, und die Eingabe vom 18. August
2004 entspricht zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 64
Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Insoweit ist auf die
Beschwerde einzutreten.
2./ a) Es stellt sich die Frage, ob das Baudepartement als Verwaltungsbehörde sachlich
zuständig war, über den Antrag auf Feststellung der Eigentumsverhältnisse an der
Kabelschutzrohranlage und den Leerrohren durch Verfügung bzw. Entscheid zu
befinden.
b) Die sachliche Zuständigkeit ist gegeben, wenn die angerufene Behörde befugt ist,
über den Streitgegenstand zu befinden. Im Grundsatz gilt, dass der Streitgegenstand
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im Verwaltungsverfahren bzw. im verwaltungsgerichtlichen Verfahren öffentlich-
rechtlicher Natur sein muss. Die sachliche Zuständigkeit einer Rechtspflegeinstanz des
Verwaltungsverfahrens ist daher in der Regel nicht gegeben, wenn privatrechtliche
Verhältnisse zu beurteilen sind. Im Anfechtungsverfahren ist die sachliche
Zuständigkeit in der Regel deshalb gegeben, weil Verfügungen und Entscheide
öffentlich-rechtliche Beziehungen zum Gegenstand haben (vgl. Kölz/Bosshart/Röhl,
Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 2. Aufl., Zürich
1999, § 5 N 5; Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St.
Gallen 2003, Rz. 477 ff.).
Auch bei der Beurteilung von Verträgen ist zur Bestimmung der sachlichen
Zuständigkeit deren Rechtsnatur festzustellen; ob es sich um einen öffentlich-
rechtlichen oder einen privatrechtlichen Vertrag handelt, ergibt sich aus dem
Gegenstand der darin geregelten Rechtsverhältnisse und in seltenen Fällen aus dem
Gesetz (z.B. Art. 15 Transportgesetz, SR 742.40; vgl. Häfelin/Müller, Allgemeines
Verwaltungsrecht, 4. Aufl., Zürich 2002, Rz. 1057 f.).
Im Bereich der öffentlich-rechtlichen Klage wird für die sachliche Zuständigkeit
ausdrücklich an den öffentlich-rechtlichen Charakter einer Streitigkeit oder einer
umstrittenen Vereinbarung angeknüpft (Art. 76 lit. a und b VRP; Art. 79 Abs. 1 lit. a und
b und Art. 79 Abs. 2 VRP; zur sachlichen Zuständigkeit vgl. auch Kölz/Häner,
Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, Zürich 1998, 2. Aufl.,
Rz. 480).
Massgebend ist die Rechtsnatur der Streitsache und die "Art der Rechtssätze, die den
Streitgegenstand regeln". Die Rechtsauffassung der Parteien ist für die rechtliche
Qualifikation nicht entscheidend. Dieses Vorgehen zur Abgrenzung ist überall
angebracht, wo Zuständigkeiten von Rechtspflegeinstanzen zu überprüfen sind,
sowohl für die Abgrenzung der Verwaltungsrechtspflege von der Zivilgerichtsbarkeit
(vgl. BGE 102 Ib 314) als auch innerhalb der Instanzen der Verwaltungsrechtspflege (F.
Gygi, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 76 ff.).
Der Verwaltung ist es grundsätzlich verwehrt, privatrechtliche Rechtsbeziehungen
durch Verfügungen verbindlich zu regeln; damit ist die Beurteilung über die sachliche
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Zuständigkeit mit der Problematik der Unterscheidung zwischen öffentlichem und
privatem Recht verbunden. Ob ein Rechtsverhältnis zivil- oder öffentlich-rechtlicher
Natur ist, ist mangels einer gesetzlichen Regelung anhand der von Lehre und
Rechtsprechung entwickelten Unterscheidungsmerkmale zu entscheiden, wobei zur
Bestimmung der sachlichen Zuständigkeit häufig materielle Vorfragen zu prüfen sind
(vgl. Gygi, Bundesverwaltungsrechtspflege, a.a.O., S. 89 f.; Kölz/Bosshart/Röhl, a.a.O.,
§ 5 N 6; BVR 2004/10 S. 466).
c) Zur Beurteilung der sachlichen Zuständigkeit des Baudepartementes zum Erlass des
angefochtenen Entscheides ist vorfrageweise zu prüfen, ob es sich bei den
Eigentumsverhältnissen an den Leerrohren und dem Kabelkanal um eine öffentlich-
rechtliche oder eine privatrechtliche Rechtsbeziehung handelt.
aa) In der Lehre sind verschiedene Kriterien entwickelt worden, nach denen die
Zuordnung eines Rechtsverhältnisses zum einen oder andern Rechtsbereich
vorgenommen werden soll. Die Subjektstheorie stellt darauf ab, ob das Gemeinwesen
an einem Rechtsverhältnis beteiligt ist, die Subordinationstheorie, ob zwischen den
Beteiligten ein Verhältnis von Über- bzw. Unterordnung besteht; die Interessentheorie
sodann nimmt die Unterscheidung nach den in Frage stehenden Interessen vor. Ihr
verwandt ist schliesslich die Funktionstheorie, welche danach fragt, ob der dem
Rechtsverhältnis zugrunde liegende Sachverhalt in den Regelungsbereich einer der
öffentlichen Verwaltung gesetzlich übertragenen Aufgabe fällt oder nicht (vgl. Rhinow/
Krähenmann, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, Ergänzungsband, Basel
1990, Nr. 1; F. Gygi, Verwaltungsrecht, Bern 1986, S. 36 ff.; Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz.
480 ff.).
Das Bundesgericht hat sich auf keine dieser "Theorien" festgelegt. Je nach
Sachzusammenhang wird dem einen oder andern Element ein besonderes Gewicht
zugemessen; die Abgrenzung zwischen zivilrechtlichen und öffentlich-rechtli-chen
Streitigkeiten ist nach den Kriterien vorzunehmen, die den konkreten Umständen am
besten entsprechen (vgl. statt vieler BGE 120 II 412). Diesen pragmatischen Kurs
verfolgt auch das Verwaltungsgericht. Bei der Frage, ob es sich um eine
privatrechtliche oder eine öffentlich-rechtliche Angelegenheit handelt, hat der Richter
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von den anwendbaren Rechtsnormen und deren Auslegung auszugehen. Für diesen
Vorgang liefern ihm die verschiedenen Methoden Anhaltspunkte und
Begründungsmuster. Der Entscheid beruht aber letztlich auf einer sachlich zu
begründenden Bewertung und nicht auf der Befolgung einer der genannten Methoden
(Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 482).
Ausnahmsweise ist die Abgrenzung von öffentlichem und privatem Recht für die Frage
der Sachzuständigkeit nicht massgebend, weil das Gesetz die Beurteilung gewisser
öffentlich-rechtlicher Streitigkeiten ausdrücklich dem Zivilrichter überträgt oder eine
Instanz der Verwaltungsrechtspflege über zivilrechtliche Angelegenheiten befindet. So
entscheidet etwa der Zivilrichter im Bereich der Entschädigungsansprüche gegenüber
dem Staat, öffentlich-rechtlichen Körperschaften oder Anstalten (vgl. Art. 72 VRP);
zivilrechtliche Ansprüche beurteilt sodann die Verwaltungsrekurskommission bei
Klagen betreffend fürsorgerischem Freiheitsentzug, Bevormundung, Verbeiratung und
Verbeiständung (vgl. Art. 71a ff. VRP), und der Gemeinderat bzw. das Departement und
das Verwaltungsgericht entscheiden über privatrechtliche Bau-
einsprachen nach Art. 684 ZGB (vgl. Art. 86 des Baugesetzes,
sGS 731.1; Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 483).
bb) Die Kabelschutzrohranlage befindet sich auf öffentlichem Boden. Es stellt sich
vorab die Frage, ob für die Beurteilung der strittigen Eigentumsverhältnisse als
privatrechtliche oder als öffentlich-rechtliche Angelegenheit von Bedeutung ist, ob der
Kabelkanal und die Leerrohre als öffentliche Sachen gelten.
Nach Art. 37 Abs. 1 FMG stehen Leitungen zur fernmeldetechnischen Übertragung von
Informationen im Eigentum der Konzessionärinnen, die sie erstellt oder von Dritten
erworben haben. Fallen die Leerrohre und der Kabelkanal im vorliegenden Fall nicht
unter den Begriff der Leitungen nach Art. 37 Abs. 1 FMG, würden sie als Zugehör zum
Grundstück (Akzessionsprinzip nach Art. 644 ZGB) im Eigentum des Kantons stehen
und damit ebenfalls als öffentliche Sachen gelten. Werden sie indes unter den
Leitungsbegriff nach Art. 37 Abs. 1 FMG subsumiert, wird das Akzessionsprinzip
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gestützt auf Art. 37 Abs. 1 FMG durchbrochen und es würde sich nicht um öffentliche
Sachen handeln.
aaa) Öffentliche Sachen im weiteren Sinne sind alle Sachen, denen sich der Staat zur
Erfüllung seiner Aufgaben bedient. Massgebend für die Zugehörigkeit zu den
öffentlichen Sachen i.w.S. ist deren Zweckbestimmung und die Verfügungsmöglichkeit
(Hoheit) des Staates darüber. Dagegen bildet das Eigentum kein Anknüpfungskriterium;
öffentliche Sachen können auch im Privateigentum stehen. Die öffentlichen Sachen
i.w.S. werden nach Lehre und Rechtsprechung eingeteilt in Finanzvermögen und
öffentliche Sachen im engeren Sinn. Letztere werden wiederum unterteilt in
Verwaltungsvermögen und öffentliche Sachen im Gemeingebrauch. Unter
Gemeingebrauch ist die jedermann zugängliche bestimmungsge- mässe, also die mit
der Zweckbestimmung im Einklang stehende Benutzung einer öffentlichen Sache zu
verstehen (Gygi, Verwaltungsrecht, a.a.O., S. 232; Imboden/Rhinow, Schweizerische
Verwaltungsrechtsprechung, 6. Aufl., Basel/Frankfurt a.M. 1986, Nr. 115 B). Die
Kantone unterscheiden beim Gemeingebrauch öffentlicher Sachen in der Regel
zwischen (schlichtem) Gemeingebrauch, gesteigertem Gemeingebrauch und
Sondernutzung (Häfelin/Müller, a.a.O., Rz. 2326 ff. und Rz. 2371 ff.).
bbb) Die Gesetzgebung auf dem Gebiet des Zivilrechts ist Sache des Bundes (Art. 122
der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, SR 101). In Art. 641 ff.
ZGB hat der Bundesgesetzgeber das zivile Sachenrecht geregelt. Öffentliche Sachen
stehen nach Art. 664 Abs. 3 ZGB jedoch unter kantonaler Hoheit, und weil die Kantone
in ihren öffentlich-rechtlichen Befugnissen durch das Bundeszivilrecht nicht beschränkt
werden dürfen (Art. 6 Abs. 1 ZGB), wären die Kantone befugt, die Anwendung des
Bundesprivatrechts im Bereich des Eigentums an öffentlichen Sachen auszuschliessen
und diese öffentlich-rechtlichen Regeln zu unterwerfen. Davon hat indes kein Kanton
Gebrauch gemacht (BGE 112 II 109; 97 II 29; 97 II 378; vgl. auch Imboden/Rhinow,
a.a.O., Nr. 115 B IV a). Regelt der Kanton die Anwendbarkeit des Bundesprivatrechts
für öffentliche Sachen nicht, so wendet die Praxis privatrechtliche Rechtssätze an,
soweit diese mit dem öffentlichen Zweck, dem die Sache dienen soll, vereinbar sind
(Imboden/Rhinow, a.a.O., Nr. 115 B IV mit Hinweis; BGE 112 II 109). So hatte das
Bundesgericht in BGE 112 II 107 zu beurteilen, ob ein Anspruch auf Übertragung einer
öffentlichen Sache (Wegparzelle) in das Privateigentum, welcher sich auf einen
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öffentlich-rechtlichen Vertrag stützte, nach Bundeszivilrecht oder nach öffentlichem
Recht zu entscheiden ist. Es entschied, dass sich der Anspruch nach Bundeszivilrecht
beurteilt, obwohl sich die entsprechende Grundlage in einem öffentlich-rechtlichen
Vertrag fand, welcher an sich nach öffentlichem Recht zu beurteilen war (BGE 112 II
109; 103 II 234 f.). Nach der in Deutschland und in der Schweiz massgeblichen
dualistischen Theorie finden auf öffentliche Sachen i.e.S. (Verwaltungsvermögen und
öffentliche Sachen im Gemeingebrauch) sowohl privates als auch öffentliches Recht
Anwendung. Das Privatrecht bestimmt namentlich Begriff und Inhalt des Eigentums
und der dinglichen oder obligatorischen Rechte an öffentlichen Sachen i.e.S. sowie die
Formen der Begründung und Übertragung dieser Rechte. Demgegenüber richten sich
Verfügungsmacht (Hoheit des Staates, Zuständigkeit des Gemeinwesens und des
Organs) und Zweckbestimmung im Allgemeinen nach den Vorschriften des öffentlichen
Rechts (insbesondere Nutzungsmöglichkeiten, Schutz der öffentlichen Sachen i.e.S.
vor Beschädigungen sowie Abgaben für bestimmte Arten der Benutzung; vgl. Häfelin/
Müller, a.a.O., Rz. 2365; ZBl 10/2004, S. 551).
ccc) Für die Beurteilung der Eigentumsverhältnisse an der Kabelschutzrohranlage als
privatrechtliche oder als öffentlich-rechtliche Angelegenheit ist es daher nicht relevant,
ob es sich beim Kabelkanal und den Leerrohren um öffentliche Sachen handelt oder
nicht, da sie ohnehin Objekte des Rechtsverkehrs sind, der sich nach den
privatrechtlichen Vorschriften vollzieht (vgl. BGE 112 II 110). Im Gegensatz zur
Konzessionserteilung des Bundes zum Betreiben einer Fernmeldeanlage und zur
hoheitlichen Erteilung der Bewilligung nach Art. 35 FMG handelt es sich bei den
Eigentumsverhältnissen an der Kabelschutzrohranlage um einen Gegenstand, der nicht
durch hoheitliche Anordnungen zu regeln ist. Die Eigentumsverhältnisse ergeben sich
vielmehr aus den sachenrechtlichen Bestimmungen des Bundeszivilrechtes und sind
im Streitfall vom Zivilrichter zu beurteilen (Art. 1 Abs. 1 lit. a des Zivilprozessgesetzes,
sGS 961.2).
Es bleibt anzufügen, dass Eigentum auch nach öffentlichem Recht übergehen kann, so
das Grundeigentum im Enteignungsverfahren oder bei der Landumlegung in einem
Quartierplanverfahren, doch treffen solche Ausnahmen vorliegend nicht zu (vgl. BGE
112 II 109).
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d) Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Vorinstanz sachlich nicht zuständig war,
über die Eigentumsverhältnisse an der Kabelschutzrohranlage hoheitlich durch
Verfügung bzw. Entscheid zu befinden und zwar unabhängig davon, ob es sich bei den
beanspruchten Leerrohren und dem Kabelkanal um öffentliche Sachen handelt oder
nicht. Der angefochtene Entscheid des Baudepartementes vom 2. August 2004 ist
demnach aufzuheben.
e) In der Verfügung des Strasseninspektorates vom 2. Juli 2002, welche bis auf die
geänderte Ziff. 4 vom Baudepartement im Rekursverfahren bestätigt wurde, wird vom
Eigentum des Kantons am Kabelkanal sowie an den Leerrohren ausgegangen
("Bewilligung" ... "Leerrohre zu benützen"; "kantonseigenen unterirdischen
Kabelkanales"; "kantonseigenen Rohrblock"). Wie dargelegt besteht aber gerade in der
Frage der Eigentumsverhältnisse am Kabelkanal und an den Leerrohren Uneinigkeit
zwischen den Parteien, und die für die Bewilligung zuständige Verwaltungsbehörde
bzw. die entsprechende Rechtsmittelinstanz sind nicht befugt, über die strittigen
Eigentumsverhältnisse hoheitlich mittels Verfügung bzw. Entscheid zu befinden. Käme
der Zivilrichter zum Schluss, das Eigentum am Kabelkanal stehe der
Beschwerdeführerin zu, wäre die Verfügung des Strasseninspektorates vom 2. Juli
2002 im wesentlichen gegenstandslos, da die Beschwerdeführerin keine Bewilligung
für die Benutzung der in ihrem Eigentum stehenden Leerrohre bzw. des Kabelkanals
benötigen würde; würde der Zivilrichter das Eigentum der Beschwerdeführerin an den
Leerrohren, nicht indes am ganzen Kabelkanal feststellen, so wären sämtliche die
Eigentumsverhältnisse an den Leerrohren betreffenden Punkte in der Verfügung
entsprechend anzupassen.
Aus dem Gesagten ergibt sich, dass sich die genannte Verfügung auf eine wesentliche
Grundlage stützt, über die zwischen den Parteien Uneinigkeit besteht und über die
noch nicht rechtsgültig befunden worden ist. Mit dem Antrag der Beschwerdeführerin
um Zuerkennung von Eigentum sind somit sämtliche Teile der Verfügung des
Strasseninspektorates bzw. des Rekursentscheides angefochten, welche die
Leerrohre, Kabelschutzrohre und Kabelkanäle zum Gegenstand haben, mit hin also die
gesamte Sachverhaltsgrundlage der Verfügung bzw. des Entscheids. Der
Rekursentscheid vom 2. August 2004 sowie die Verfügung des Strasseninspektorates
vom 2. Juli 2002 sind daher aufzuheben. Über die Nutzungsmodalitäten und die damit
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zusammenhängenden Rechte und Pflichten der Bewilligungsnehmerin ist erst dann
mittels Verfügung bzw. Entscheid zu befinden, wenn die Eigentumsverhältnisse am
Kabelkanal, den Leerrohren und Kabelschutzrohranlagen vom Zivilrichter oder durch
eine aussergerichtliche Einigung zwischen den Parteien geklärt sind.
e) Gestützt auf die obigen Erwägungen ist auch das Verwaltungsgericht nicht befugt,
über den Antrag der Beschwerdeführerin betreffend die Eigentumsverhältnisse am
Kabelkanal und an den Leerrohren zu befinden. Auf diesen Antrag ist daher nicht
einzutreten.
3./ Die Kostenverlegung erfolgt nach Obsiegen und Unterliegen (Art. 95 Abs. 1 VRP).
Nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtes ist es für die Frage des
Obsiegens oder Unterliegens grundsätzlich nicht von Belang, mit welcher Begründung
ein bestimmtes Verfahrensergebnis erreicht wird. Entscheidend ist einzig, in welchem
Mass dem Begehren der Beteiligten gefolgt wird (R. Hirt, Die Regelung der Kosten
nach st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss. St. Gallen 2004, S. 94 mit
Hinweisen). Da dem Rechtsbegehren der Beschwerdeführerin betreffend die
Eigentumsverhältnisse am Kabelkanal nicht entsprochen wird, ist die
Beschwerdeführerin unterlegen, weshalb ihr die amtlichen Kosten aufzuerlegen sind
(Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 3'000.-- ist angemessen (Ziff. 382
Gerichtskostentarif, sGS 941.12). Sie ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss in
gleicher Höhe zu verrechnen.
Ausseramtliche Entschädigungen sind nicht zuzusprechen (Art. 98bis VRP).
Demnach hat das Verwaltungsgericht