Decision ID: 059e37e7-0071-4cff-8929-24fc7e7e838c
Year: 2009
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law

Sachverhalt:
A. Am 14. Juni 2004 erhob A._ beim Untersuchungsrichteramt  wegen Ehrverletzung und Zuwiderhandlung gegen das UWG Strafklage gegen B._ sowie „evt. Mitbeteiligte“ (BK act. 1.1). Die  des Kantons Bern ist unbestritten; das Verfahren ist hängig bei der Gerichtspräsidentin 16 des Gerichtskreises VIII Bern-Laupen (BK act. 5 mit Verweis).
Am 2. Juli 2004 stellte B._ bei derselben Untersuchungsbehörde  gegen A._ wegen am 8. Juni 2004 begangener  (BK act. 1.2). Die Generalprokuratur des Kantons Bern übermittelte diese Anzeige zuständigkeitshalber an den Kanton Zürich. Das  Zürich lehnte es mangels formgültiger Ehrverletzungsklage mit  vom 7. Oktober 2004 ab, auf die Eingabe einzutreten (BK act. 1.5). Das Obergericht des Kantons Zürich und in der Folge das Bundesgericht schützten den Nichteintretensentscheid am 11. Dezember 2004  am 23. Februar 2005 (BK act. 1.7 und 1.9).
Mit Eingabe vom 8. November 2004 erhoben B._ und die C._ AG beim Untersuchungsrichteramt Bern-Mittelland erneut  gegen A._ wegen dessen mit „Bern, Zürich, 24. September 2004“ datierten Pressemitteilung in Form einer E-Mail (BK act. 1.4 und 1.6). Das Untersuchungsrichteramt anerkannte die  der Berner Behörden (BK act. 1.8). Auf Beschwerde von A._ hin erklärte auch die Generalprokuratur des Kantons Bern am 14. März 2005 nach Meinungsaustausch mit der Oberstaatsanwaltschaft des Kantons  den Gerichtsstand Bern als gegeben (BK act. 1.10 und 5.3).
B. Mit Beschwerde vom 29. März 2005 ruft A._ die Beschwerdekammer
des Bundesstrafgerichts an und beantragt unter Kosten- und , es sei festzustellen, dass der Kanton Bern für die Behandlung der von B._ und der C._ AG gegen ihn zur Anzeige gebrachten Vorgänge nicht zuständig sei. Weiter verlangt er, der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu gewähren (BK act. 1).
Die Generalprokuratur des Kantons Bern (BK act. 5), die  des Kantons Zürich (BK act. 7), B._ und die C._ AG (BK act. 6) erkennen auf Abweisung der Rechtsbegehren.
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Auf die Ausführungen der Parteien sowie die eingereichten Akten wird,  erforderlich, in den rechtlichen Erwägungen eingegangen.

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:
1. Der Beschuldigte ist legitimiert, den Gerichtsstand anzufechten, auch wenn dieser zwischen den für die Strafverfolgung in Frage kommenden Kantonen nicht streitig ist (vgl. der Entscheid der Beschwerdekammer BK_G 127/04 vom 21. Oktober 2004; SCHWERI/BÄNZIGER, Interkantonale  in Strafsachen, 2. Aufl., Bern 2004, N. 612 f.). Die Beschwerde ist an keine Frist gebunden (SCHWERI/BÄNZIGER, a.a.O., N. 623). Die  des Bundesstrafgerichts ist zur Behandlung derselben zuständig (SCHWERI/BÄNZIGER, a.a.O., N. 584). Auf die Beschwerde ist demnach einzutreten.
2. 2.1 Die Beschwerdegegnerin 1 stellte sich für ihren Entscheid im Einverständ-
nis mit der Beschwerdegegnerin 2 auf den Standpunkt, dass der  mit der Datierung der inkriminierten Pressemitteilung „Bern, Zürich, 24. September 2004“ den Eindruck erweckte, er habe auch von Bern aus gehandelt. Der Kanton Zürich könne überdies einem allfälligen Übernahmeersuchen mit gewissen Erfolgschancen entgegenhalten, der Kanton Bern habe seine Zuständigkeit bereits materiell anerkannt, weil er sich auf die Klage eingelassen habe. Die Frage des Begehungsortes könne offen gelassen werden, da in Abweichung von einem allfällig gesetzlichen Gerichtsstand im Kanton Zürich der Umstand, dass eine vom  erhobene Privatstrafklage, die dasselbe Thema betreffe, bereits im Kanton Bern hängig sei. Aus Gründen der Prozessökonomie und der Zweckmässigkeit könne deshalb der Gerichtsstand Bern anerkannt . Die Beschwerdegegner 3 und 4 fügen in ihrer Beschwerdeantwort an, dass der Beschwerdeführer als verantwortlicher Redaktor der  auch für den Versandort Bern verantwortlich sei.
2.2 Der Beschwerdeführer bringt dagegen vor, dass nur der Kanton Zürich  sei, die ihm vorgeworfene Handlung zu verfolgen. Die  habe sich auf Fakten und nicht auf Hypothesen zu . Es sei aber klar, dass der Begehungsort im Kanton Zürich liege, was sich auch aus den Beweissicherungsanträgen der Beschwerdegegner 3 und 4 sowie aus dem Umstand ergebe, dass die erste Strafklage des  3 vom Kanton Bern dem Kanton Zürich zur Behandlung
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übergeben worden sei. Eine Abweichung vom gesetzlichen Gerichtsstand verbiete sich aber, weil kein hinreichender Anknüpfungspunkt im Kanton Bern bestehe; insbesondere liege den von ihm und den  3 und 4 angestrengten Privatstrafklageverfahren kein einheitlicher Vorfall zugrunde.
3. 3.1 Gemäss Art. 346 Abs. 1 Satz 1 StGB sind für die Verfolgung und Beurtei-
lung einer strafbaren Handlung die Behörden des Ortes zuständig, wo die strafbare Handlung ausgeführt wurde. Bei Vorliegen bestimmter, von der Praxis bei der Prüfung von Einzelfällen entwickelter Gründe kann in  von Art. 262 bzw. 263 BStP vom gesetzlichen Gerichtsstand  werden. Nach Gerichtspraxis und Lehre sind Art. 262 und 263 StGB analog bei allen Gerichtsstandstreitigkeiten anwendbar (/BÄNZIGER, a.a.O., N. 423 und N. 428). Wird vom gesetzlichen  abgewichen, sollten jedoch die folgenden notwendigen Bedingungen erfüllt sein: Die Tat sollte dort verfolgt werden, wo das Rechtsgut verletzt wurde; der Richter sollte sich ein möglichst vollständiges Bild von Tat und Täter machen können; der Beschuldigte sollte sich am Ort der Verfolgung leicht verteidigen können; das Verfahren sollte wirtschaftlich sein (/BÄNZIGER, a.a.O., N. 434). Jedenfalls muss an demjenigen Ort, an dem in Abweichung vom gesetzlichen Gerichtsstand eine Tat verfolgt wird, ein  Anknüpfungspunkt für die Verfolgung vorliegen (BGE 120 IV 280, 282 E. 2b).
3.2 Grundsätzlich zutreffend bringt der Beschwerdeführer vor, dass für die  des Gerichtsstandes der Begehungsort – wenn auch nicht vom Kläger, sondern von der zuständigen Behörde – zu ermitteln und der  daran anzuknüpfen ist. Vorliegend liess die Generalprokuratur diese Frage insoweit offen, als sie den Anschein einer möglichen  im Kanton Bern genügen liess. Das ist zulässig, wenn die  Bedingungen für die Abweichung von einem möglichen oder  gesetzlichen Gerichtsstand im Kanton Zürich erfüllt sind und triftige Gründe für diese Lösung sprechen.
Die notwendigen Voraussetzungen sind vorliegend erfüllt, insbesondere ist mit der Datierung der inkriminierten Pressemitteilung mit „Bern, Zürich, 24. September 2004“ sowie mit dem Umstand, dass im Kanton Bern  denselben Parteien bereits eine mit dem vorliegenden Handel in  stehende Ehrverletzungsklage hängig ist, ein örtlicher  für die Abweichung vom allfälligen gesetzlichen  im Kanton Zürich gegeben. Positiv sprechen im Weiteren die nach-
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folgenden Gründe für eine Abweichung: Zwar handelt es sich nicht um  einheitlichen Vorfall, der den beiden Privatstrafklagen zugrunde liegt; hingegen ist klar, dass in beiden Verfahren die inkriminierten Aussagen der jeweiligen Kläger zur Person des jeweils Beklagten wechselseitig  bezogen sind. Das zuständige Gericht wird für die Tatbestandsprüfung der Art. 173 ff. StGB die materielle Wahrheit zu erforschen und  haben, ob die jeweils wechselseitig erhobenen Vorwürfe wahr sind oder der jeweils Beklagte wenigstens hinreichende Gründe hatte, sie für wahr zu halten. Es liegt auf der Hand, dass sich das gerichtliche Verfahren  vereinfacht und die Erforschung der materiellen Wahrheit erleichtert wird und zugleich vollständiger und zuverlässiger sein wird, wenn die  vor derselben Gerichtsbehörde verhandelt werden als dies der Fall wäre, wenn die so aufeinander bezogenen Verfahren in verschiedenen Kantonen geführt würden. Ausserdem wird bei diesem Vorgehen auch die mögliche und vom Beschwerdegegner 3 und 4 bereits vorgeschlagene  Erledigung der Streitsachen wahrscheinlicher.
Es rechtfertigt sich deshalb vorliegend, den Kanton Bern für berechtigt und verpflichtet zu erklären, die von den Beschwerdegegnern 3 und 4 gegen den Beschwerdeführer angehobene Privatstrafklage zu behandeln. Die  ist demnach abzuweisen.
Infolge Entscheids in der Hauptsache wird das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung gegenstandslos.
4. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer die Kosten
zu tragen (Art. 245 BStP i.V.m. Art. 156 Abs. 1 OG). Die Gebühr wird auf Fr. 1’000.-- festgesetzt (Art. 3 des Reglements über die Gerichtsgebühren vor dem Bundesstrafgericht; SR 173.711.32), unter Anrechnung des  Kostenvorschusses in der Höhe von Fr. 500.--.
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