Decision ID: e9c7c9f1-134f-4424-ba31-321d5b5fbc3a
Year: 2022
Language: de
Court: AG_VB
Chamber: AG_VB_002
Canton: AG
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 

Das Gericht entnimmt den Akten:
1.
Mit Verfügung vom 18. März 2021 wurde A. von der Steuerkommission Q.
für das Jahr 2019 zu einem steuerbaren Einkommen von CHF 133'000.00
und zu einem steuerbaren Vermögen von CHF 30'000.00 veranlagt. Der
Veranlagung liegen der Selbstdeklaration entsprechend
Liegenschaftsunterhaltskosten von CHF 1'334.00 zu Grunde. Im
Veranlagungsverfahren hat die Steuerkommission Q. unter anderem die in
der Buchhaltung der Einzelfirma "C." verbuchten CHF 54'761.00 für die
Sitzplatz-/Teichsanierung der Privatliegenschaft als Einkommen aus
selbständiger Erwerbstätigkeit aufgerechnet und als nicht abzugsfähige
Investition qualifiziert.
2.
Gegen die Verfügung vom 18. März 2021 erhob A. mit Schreiben vom 29. März
2021 Einsprache und stellte die folgenden Anträge:
1. "Die Veranlagungsverfügung vom 18.03.2021 über die Kantons- Ge-
meinde- und Kirchensteuern sind aufzuheben;
2. Die Veranlagung sei neu wie folgt vorzunehmen
a. Die Liegenschaftskosten von CHF 54'761 für die Sanierung des beste-
henden Teiches und Sitzplatzes, welche korrekterweise aus der Be-
triebsbuchhaltung der Einzelfirma C. gestrichen wurden, sind den
effektiven Unterhaltskosten der Liegenschaft am X-Weg 2 anzurechnen.
b. Diese Liegenschaftskosten sind korrekterweise unter den Hausbesit-
zern, A. und D. aufzuteilen, sodass jeder zusätzliche Unterhaltskosten
von je CHF 27'380.50 geltend machen kann."
3.
Mit Entscheid vom 8. Juni 2021 wies die Steuerkommission Q. die
Einsprache ab.
4.
Den Einspracheentscheid vom 8. Juni 2021 (Zustellung am 11. Juni 2021)
hat A. mit rechtzeitigem Rekurs vom 17. Juni 2021 (Postaufgabe am
18. Juni 2021) an das Spezialverwaltungsgericht, Abteilung Steuern,
weitergezogen. Er stellt das folgende Begehren:
"Die Liegenschaftskosten für Teich und Sitzplatzsanierung im Gesamtbetrag
von CHF 54761 seien zu je 50% zwischen Fr.D. und Hr.A., d.h. zu je
CHF 27380.50 zum Abzug zuzulassen"
Auf die Begründung wird, soweit für die Entscheidung erforderlich, in den
Erwägungen eingegangen.
- 3 -
5.
Die Abteilung Steuern der Gemeinde Q. und das Kantonale Steueramt
beantragen die Abweisung des Rekurses.
6.
A. hat eine Replik erstattet.
- 4 -

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
Der vorliegende Rekurs betrifft die Kantons- und Gemeindesteuern 2019.
Massgebend für die Beurteilung sind das Steuergesetz vom 15. Dezember
1998 (StG) und die Verordnung zum Steuergesetz vom 11. September
2000 (StGV).
2.
2.1.
Der Rekurrent und D. sind je hälftig Eigentümer der von ihnen bewohnten
Liegenschaft am X-Weg 2 in Q.. Im Jahr 2019 haben sie den Sitzplatz und
den Teich sanieren lassen. Dadurch sind Kosten von total CHF 54'761.00
entstanden. Der Rekurrent beantragt, es seien diese Kosten je zur Hälfte
bei ihm und D. als Liegenschaftsunterhalt zum Abzug zuzulassen.
2.2.
Die Steuerkommission Q. hat die Abzugsfähigkeit dieser Kosten als
Liegenschaftsunterhalt mit der folgenden Begründung verneint (vgl. Ein-
spracheentscheid, S. 2 f.):
"- Rückbau des bisheri[geri]gen Sitzplatzes mit Neuaufbau an einem anderen
Standort näher am Haus stellt, keinen Liegenschaftsunterhalt (LUK) dar.
- Erweiterung des neuen Sitzplatzes auf bisher mit Gras bedeckter Fläche
stellt keinen LUK dar.
- Veränderung der Grundfläche des Teichs mit Rückbau zu Gunsten des
neuen Sitzplatzes, neue Ausdehnung über den bisherigen, ebenfalls rück-
gebauten alten Sitzplatz hinaus, bei lediglich geringer Überschneidung der
alten und der neuen Wasserfläche, stellen im Gesamtkontext eine Neuge-
staltung des Gartens und damit keinen LUK dar.
- Die Anpassung der bestehenden Grünfläche in den Randzonen an die
neuen Verhältnisse ist eine Folge der Neugestaltung und damit ebenfalls
nicht als LUK abzugsfähig.
Die Veränderung des Gartens kommt einer Neugestaltung gleich. Losgelöste
einzelne Elemente, die für sich einzeln betrachtet Liegenschaftsunterhalt dar-
stellen würde, teilen bei einer Neugestaltung das Schicksal der Gesamtbetrach-
tung und sind damit ebenfalls nicht abzugsfähig. Bei einem Investitionsvolumen
von rund CHF 54'000 sprechen zudem deutliche Argumente für eine Investition
gegenüber von laufendem ordentlichen Gartenunterhalt."
- 5 -
3.
3.1.
Bei Liegenschaften im Privatvermögen können die Unterhaltskosten, die
Kosten der Instandstellung von neu erworbenen Liegenschaften, die Versi-
cherungsprämien und die Kosten der Verwaltung durch Dritte abgezogen
werden (§ 39 Abs. 2 Satz 1 StG). Als Kosten für den Unterhalt von Liegen-
schaften gelten bloss die werterhaltenden Aufwendungen (§ 24 Abs. 1
StGV). Den Unterhaltskosten sind Investitionen gleichgestellt, die dem
Energiesparen und dem Umweltschutz dienen, soweit sie bei der direkten
Bundessteuer abziehbar sind (§ 39 Abs. 2 Satz 2 StG).
3.2.
Das Bundesgericht führt in Fall, in welchem für den Ersatz des Schwimm-
bades sowie der Stützmauer CHF 268'951.00 aufgewendet wurden, das
Folgende aus (Urteil vom 29. November 2021 [2C_582/2021]):
"2.4. Ebenfalls nicht um abziehbare Unterhaltskosten handelt es sich bei Gar-
ten-Sanierungsarbeiten, wenn diese nicht der Erhaltung bzw. der Wiederher-
stellung eines zuvor bestehenden Werts dienen, sondern einen neuen Wert
schaffen (Urteil 2C_558/2016 vom 24. Oktober 2017 E. 2.5.). Im Sachverhalt,
der dem Urteil 2C_57/2008 vom 11. Dezember 2008 zugrunde lag, wurden fol-
gende Sanierungsarbeiten unternommen: Erneuerung des Rasens, Entfernung
von schlechter Erde und Lehm, Einbringung von Humus, Versetzung sowie Er-
setzung und Entsorgung von Pflanzen. Der Sanierungsbedarf schon weniger
als zwei Jahre nach der Erstellung der Gartenanlage war auf einen 'schlechten
und lehmigen (bei der Bauphase verkarrten) Boden' zurückzuführen. Das Bun-
desgericht erwog, dass die Höhe der Aufwendungen von Fr. 12'821.— gegen
die Annahme einer ursprünglich intakten und gebrauchsfähigen Gartenanlage
sprach, und kam zum Schluss, dass die ursprüngliche, mit dem Bau des Hau-
ses erstellte Gartenanlage nicht intakt, sondern mangelhaft war und den erwar-
teten Mehrwert nicht erbrachte (Urteil 2C_57/2008 vom 11. Dezember 2008
E. 2.5).
3.
3.1. Nach den Sachverhaltsfeststellungen des Verwaltungsgerichts war das frü-
her einbetonierte Schwimmbecken der Beschwerdeführer nicht vollständig in
den Boden eingelassen. Das neu vorgefertigte Keramikschwimmbecken mit
halbrundem Einstieg ist demgegenüber ebenerdig eingelassen. Gemäss Rech-
nung unter dem Titel 'ausgeführte Baumeisterarbeiten für Neubau Schwimm-
bad' im Betrag von Fr. 35'376.— wurden das alte Schwimmbecken komplett
abgebrochen, insgesamt 33 Kubikmeter Beton und 97 Kubikmeter Aushub ab-
geführt und die neue Monobetonbodenplatte gegossen und rundum abge-
schalt. Die Arbeiten unter dem Titel 'Garten-Umänderung' für einen Gesamtbe-
trag von Fr. 127'103.70 umfassten 'Plattenentfernung, Aushub Mauer, Mauer-
schalung, Kies einbauen, Treppe Abbruch, Stellriemen und Quadersteine set-
zen, Bockstufen in Beton versetzen, Aushub Quader, Poolplatten verlegen,
Quadersteine in Beton setzen, Treppe setzen, Rollrasen verlegen etc.'. Die
Stützmauer wurde im Bereich des Schwimmbeckens mit einer Betonhinterfül-
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lung neu aufgebaut und als Hangsicherung für das neue Schwimmbecken an-
gepasst und erhöht, wobei die ursprünglichen Löffelsteine wieder eingesetzt
wurden. Die bestehende Hangböschung wurde in diesem Bereich aufgehoben.
Die Treppe wurde abgebrochen, alsdann gegen Süden verschoben und wieder
aufgebaut. Westlich des Wohnhauses wurde die Rasenfläche aufgehoben und
neu ein befestigter Platz erstellt. Zusammen mit der Neuerstellung des
Schwimmbades machen die Beschwerdeführer Gesamtkosten von
Fr. 268'951.— für die neugestaltete Pool- und Gartenanlage geltend.
3.2. Das Verwaltungsgericht erwog, dass der Rückbau der Stützmauer für das
neue Becken und die von den Beschwerdeführern geltend gemachte Renova-
tion umfangmässig einer Totalsanierung des Schwimmbeckens sowie wirt-
schaftlich einem Neubau gleichkomme, weshalb die hierfür geltend gemachten
Kosten als nicht abziehbare Herstellungskosten zu qualifizieren seien. Die Ver-
stärkung und Erhöhung der neuen Stützmauer sei durch den Neubau des
Schwimmbeckens erforderlich geworden und folglich Teil der Totalsanierung.
Der neu befestigte Platz stehe ebenfalls im Zusammenhang mit der Neugestal-
tung der Gartenanlage bzw. der nicht abziehbaren Totalsanierung; damit seien
auch die Aufwendungen für Gartentreppe und die Rasenfläche bzw. für die üb-
rige Umgebungsgestaltung nicht abziehbare Herstellungs- bzw. Anlagekosten.
Nach der eigenen Darstellung der Beschwerdeführer neigte sich die Poolanlage
im Laufe der Jahre talwärts und die Stützmauer drohte einzubrechen. Die be-
stehende Stützmauer vermochte die Stabilisierung des Hanges und damit den
Mehrwert für eine ebene Gartenanlage demnach nicht zu gewährleisten. Der
Rückbau des Schwimmbades, um eine neue waagrechte, armierte Bodenplatte
für den Pool zu giessen, der Wiederaufbau des Schwimmbades und die Neu-
gestaltung der Gartenanlage unterscheidet sich nach ihrem Gesamtbild wirt-
schaftlich nicht von der Aushöhlung von Gebäudeteilen mit anschliessender
Neugestaltung der Innenraumeinteilung. Es wurden nicht bestehende Werte re-
pariert, sondern wortwörtlich 'von Grund auf' – angefangen mit der neu gegos-
senen Bodenplatte – neue Werte geschaffen.
4.
Was die Beschwerdeführer vorbringen, vermag an der zutreffenden rechtlichen
Würdigung der Vorinstanz und damit am Ergebnis nichts zu ändern.
4.1. Die Beschwerdeführer rügen vorerst eine offensichtlich unrichtige Ermitt-
lung des Sachverhalts im Sinne von Art. 97 Abs. 1 BGG. Der neue Pool sei
nicht grösser als der alte. Beide hätten einen Schwimmbereich von rund neun
Metern Länge. Ebenso wenig stimme die Feststellung der Vorinstanz, wonach
der neue Pool um einige Meter nach Nordosten verschoben worden sei. Weiter
übersehe die Vorinstanz, dass sich der Hang abgesenkt habe und beim Pool
die Bodenplatten hätten ausnivelliert werden müssen.
Wie es sich damit verhält, ist für den Ausgang des bundesgerichtlichen Verfah-
rens nicht entscheidend. Nach der eigenen Darstellung der Beschwerdeführer
vor Bundesgericht wurde die bestehende Gartenbepflanzung weggeräumt, um
eine neue waagrechte, armierte Bodenplatte für den Pool zu giessen, wofür das
Schwimmbad zuvor abgebaut werden musste. Die Stützmauer sei 'zumindest
teilweise zurückgebaut' worden, um sie zu verstärken. Ein wirtschaftlicher(Teil-
)Ersatzneubau liegt unter diesen Umständen auch dann vor, wenn der Pool an
derselben Stelle in derselben Grösse wiederaufgebaut worden sein sollte.
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4.2. Weiter bemängeln die Beschwerdeführer, dass das Verwaltungsgericht die
Absicht der Beschwerdeführer, nämlich die Sanierung des schiefen Pools und
die Stabilisierung des Hanges nicht beachtet habe. Die Beschwerdeführer hät-
ten vor allem die Erhaltung bestehender Werte, nämlich des Pools und die Er-
haltung der Ebene rund um den Pool durch Stabilisierung des Hanges mittels
Verstärkung der Stützmauer bezweckt. Die gewählte Vorgehensweise zeigt al-
lerdings, dass nicht die frühere Stabilisierung des Hanges erneuert wurde, son-
dern mit der neu erstellten Stützmauer und der neuen Schwimmbadwanne
neue Werte geschaffen wurden. Die ausgeführte Totalrenovation im Gesamt-
betrag von Fr. 268'951.— kommt umfangmässig einem Neubau gleich, weshalb
die damit verbundenen Aufwendungen gesamthaft als Herstellungskosten qua-
lifizieren.
Ferner halten die Beschwerdeführer fest, dass der objektive Nutzungswert vor
und nach der Schwimmbad- und Hangsanierung nicht massgebend geändert
habe und dass die Gebäudeversicherungswerte keine Wertvermehrung aus-
wiesen. Auf die Veränderung des objektiven Marktwertes kommt es bei einem
Ersatz-Neubau indes gerade nicht an: Der Marktwert dürfte zwar meist steigen,
erst recht wenn verdichtet gebaut wird bzw. der Ersatzbau grösser ist, kann
aber je nach Ersatzbau auch abnehmen. Investitionen für die Schaffung neuer
Werte sind unabhängig davon, was sich vorher auf dem Gebäudeteil befand,
als Herstellungskosten zu qualifizieren.
4.3. Schliesslich halten es die Beschwerdeführer nicht für sachgerecht, die Re-
geln des Total-Ersatzneubaus auf einen Teil-Ersatzneubau zu übertragen. Die
umfassende Sanierung von Teilbereichen, wie Nasszellen und Küchen oder
Dächern und Böden, werde ebenso wenig als Teil-Ersatzneubau qualifiziert.
Bei diesen von den Beschwerdeführern genannten Beispielen für den Innen-
ausbau oder für die Gebäudehülle handelt es sich allerdings um blosse Be-
standteile einer Liegenschaft, die ohne ihre Zerstörung, Beschädigung oder
Veränderung nicht abgetrennt werden können (Art. 642 Abs. 2 ZGB). Beim Er-
satz solcher Gebäude-Bestandteile, der für jeden Bestandteil bautechnisch
grundsätzlich separat erfolgen kann, werden bestehende Werte unterhalten,
wobei allenfalls aufgrund des Mischcharakters der getätigten Investition ein
wertvermehrender Anteil auszuscheiden ist (vgl. dazu Urteil 2C_558/2016 vom
24. Oktober 2017 E. 2.6).
Charakteristisch für einen (Teil-)Ersatzbau ist dagegen, dass verschiedenartige
Arbeiten an einer Mehrheit von Gebäude-Bestandteilen (vorliegend Stütz-
mauer, Schwimmbad, Garten) untereinander derartig miteinander verkettet
sind, dass im Ergebnis das ganze Gebäude oder ein Gebäudeteil in einem
ganzheitlichen Umbauprozess neugestaltet wird. Die Pool- und Gartenanlage
der Beschwerdeführer ist ein Gebäudeteil, der sachenrechtlich sogar verselb-
ständigt werden könnte, indem er durch Abparzellierung als selbständiges
Grundbuchblatt im Grundbuch eingetragen würde (Art. 656 Abs. 1 ZGB)."
4.
4.1.
Der Rekurrent hat mit seiner Partnerin den Sitzplatz ihrer Liegenschaft sa-
niert, weil sich die Platten zum Teil bis zu 2 cm gesenkt bzw. erhöht hatten.
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Bei dieser Sanierung wurden die bisherigen Platten und der Altbeton ent-
fernt. In der Folge wurde ein neues Fundament erstellt, neue Keramikplat-
ten verlegt und der Sitzplatz mit Granitstellriemen eingefasst. Entgegen der
Auffassung der Vorinstanz befindet sich der sanierte Sitzplatz nicht "an ei-
nem anderen Standort näher am Haus" (vgl. Einspracheentscheid, S. 2),
d.h. es hat keine Verlegung des mit Platten versehenen Sitzplatzes statt-
gefunden (vgl. Rekurs und aktenkundige Fotos). Die Gesamtkosten belie-
fen sich auf netto CHF 6'401.60 (vgl. Rechnung E., S., vom 30. Oktober
2019).
4.2.
Überdies wurde der bisherige Teich saniert, weil dieser aufgrund von Schilf
undicht war. Dabei wurden vorhandene Zäune, Betonsockel, Wege, Platten
und Pflanzen entfernt und insgesamt 80 m3 Material entsorgt. Danach er-
folgte die Geländegestaltung mittels Aushub und Abtrag, wurde das Pla-
num erstellt, die Fundationsschichten aus Kiesgemisch eingebaut und pla-
niert sowie die Wassertechnik eingebaut und die Bepflanzung vorgenom-
men. Der sanierte Teich befindet sich am gleichen Ort, es wurde jedoch die
Fläche leicht reduziert und ein Teil des Teiches (neu) mit einem Holzrost
umrandet. Ausserdem wurde im Rahmen der Teichsanierung die bisherige
Feuerstelle verlegt. Von einer "gänzliche[n] Neuanordnung der Gartenan-
lage" (Vernehmlassung der Abteilung Steuern der Gemeinde Q. vom 6. Juli
2021) kann jedoch keine Rede sein. Weil durch die vorgenommenen
Arbeiten die Grünfläche beschädigt wurde, musste diese neu angesät
werden. Die Kosten beliefen sich auf total netto CHF 48'360.00 (vgl.
Rechnung E., S., vom 31. Oktober 2020 [recte wohl: 2019]).
5.
5.1.
Der vorliegend zu beurteilende Sachverhalt deckt sich mit dem vom Bun-
desgericht beurteilten Fall insoweit, als ebenfalls verschiedenartige Arbei-
ten an mehreren Gebäude-Bestandteilen (vorliegend Sitzplatz, Teich,
Grünfläche) vorgenommen wurden. Im Übrigen unterscheiden sich die bei-
den Fälle aber in entscheidrelevanten Punkten. So wurde gemäss den Aus-
führungen des thurgauischen Verwaltungsgerichts (Vorinstanz des Bun-
desgerichts) die Verstärkung und Erhöhung der neuen Stützmauer durch
den Neubau des Schwimmbeckens erforderlich. Die Arbeiten am
Schwimmbecken und an der Stützmauer waren gemäss der bundesgericht-
lichen Formulierung also "miteinander verkettet", was nach Auffassung des
Bundesgerichts aus steuerlicher Sicht zu deren gesamtheitlichen Betrach-
tung führt. Eine solche "Verkettung" der vorgenommenen Arbeiten fehlt vor-
liegend, weil die Erneuerung des Sitzplatzes nicht zwingend auch die Er-
neuerung des Teiches erforderte, und umgekehrt. Sowohl der Sitzplatz als
auch der Teich hätten problemlos je für sich alleine saniert werden können.
Unter diesen Umständen besteht kein Grund, vom Normalfall der Einzelbe-
trachtung abzuweichen und eine Gesamtbetrachtung vorzunehmen. Da es
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sich beim Sitzplatz und Teich flächenmässig nur um einen kleinen Teil der
ganzen Gartenanlage handelt (vgl. die aktenkundigen Luftaufnahmen), ist
die Situation nicht mit der vollständigen Aushöhlung eines Gebäudes mit
anschliessender Neugestaltung der Innenraumeinteilung vergleichbar. Es
kommt hinzu, dass die vorliegend zu beurteilenden Gesamtkosten von
CHF 54'761.00 nur rund 1/5 der Gesamtkosten gemäss dem vom Bundes-
gericht beurteilten Fall betragen.
5.2.
Zusammenfassend ist das Spezialverwaltungsgericht der Ansicht, dass es
bei gewissen Bauteilen zwangsläufig so ist, dass sie bei einer Sanierung
vollständig abgebrochen werden müssen und anschliessend von Grund auf
wiederaufgebaut werden. Daher und aufgrund der vorliegend fehlenden
"Verkettung" der am Sitzplatz und Teich vorgenommenen Sanierungsar-
beiten ist nicht von einem wirtschaftlichen (Teil-)Ersatzneubau auszuge-
hen. Es ist demzufolge eine Einzelbetrachtung vorzunehmen. Nach Auffas-
sung des Spezialverwaltungsgerichts kann es unter den vorliegenden Um-
ständen nicht richtig sein, die Abzugsfähigkeit der fraglichen Kosten pau-
schal zu verneinen, d.h. den Sachverhalt im Ergebnis steuerlich gleich zu
beurteilen, wie wenn bisher weder ein Sitzplatz noch ein Teich vorhanden
gewesen wären.
6.
Da es nicht die Aufgabe des Spezialverwaltungsgerichts ist, die geltend
gemachten Unterhaltskosten erstinstanzlich einzeln auf ihre Abzugsfähig-
keit zu prüfen, ist der Einspracheentscheid vom 8. Juni 2021 aufzuheben
und die Angelegenheit an die Steuerkommission Q. zurückzuweisen.
7.
Bei diesem Verfahrensausgang sind die Kosten des Rekursverfahrens auf
die Staatskasse zu nehmen (§ 189 Abs. 1 StG). Dem nicht vertretenen Re-
kurrenten ist keine Parteikostenentschädigung auszurichten (§ 189 Abs. 2
StG).
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