Decision ID: 6995f578-ce4c-4d9d-a977-c596a677ced4
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1973, ist seit dem Jahr 1994 als selbständige Coiffeuse tätig (Urk. 7/1 Ziff. 6.3.1) und meldete sich am 21. Februar 2007
unter Hinweis auf
ein Burn-out bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/1 Ziff. 7.2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, verneinte mit unangefochten gebliebener Verfügung vom 5. November 2007 einen Rentenanspruch (Urk. 7/31).
Am 10. März 2013 meldete sich die Versicherte erneut bei der Invalidenversiche
rung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/38), wobei die IV-Stelle mit unangefochten in Rechtskraft erwachsener Verfügung vom 19. März 2014 wiederum einen Ren
tenanspruch verneinte (Urk. 7/57).
1.2
Mit Schreiben vom 2. Oktober 2015 machte die Versicherte eine Verschlechterung geltend (Urk. 63-64), worauf die IV-Stelle ihr am 27. Januar 2016 im Rahmen der Schadenminderungspflicht die Durchführung weiterer Behandlungen auferlegte (Urk. 7/70). In der Folge klärte die IV-Stelle die medizinische Situation ab (Urk. 7/72, Urk. 7/75) und verneinte nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 7/84, Urk. 7/88) mit Verfügung vom 6. März 2017 einen Rentenanspruch (Urk. 7/94 = Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am 6. April 2017 Beschwerde gegen die Verfügung vom 6. März 2017 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr rück
wirkend ab 1. April 2016 eine unbefristete Dreiviertelsrente zuzusprechen, even
tuell sei die Sache zwecks ergänzender Abklärung des medizinischen Sachverhal
tes sowie der Zumutbarkeit/Ressourcen an die IV-Stelle zurückzuweisen (Urk. 1 S. 2). Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 19. Mai 2017 die Ab
weisung der Beschwerde (Urk. 6), was der Beschwerdeführerin am 19. Juni 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3 IVV), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von
Art.
17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditäts
grades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachver
halts bestehen (
BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen
). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im We
sentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext un
beacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächli
cher Hinsicht umfassend («
allseitig
»
) zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Als Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum Ab
schluss des aktuellen Verwaltungsverfahrens eine anspruchserhebliche Änderung des Invaliditätsgra
des eingetreten ist, dient die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsab
klärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
vergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswir
kungen des Ge
sundheitszustands) beruht (BGE 133 V 108
).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vo
raus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zu
mutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arz
tes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi
cherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärzt
lichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) aus, die Beschwerdeführerin könne aufgrund der Betreuung des Sohnes nur sehr unregel
mässig Therapietermine wahrnehmen. Die Therapieoptionen seien immer noch nicht ausgeschöpft, obwohl eine kontinuierliche Therapie zur Entlastung weiter
hin empfohlen werde. Es bestünden weiterhin einige psychosoziale Belastungs
faktoren, welche invaliditätsfremd seien und nicht berücksichtigt werden könnten (S. 1 f.). Es sei kein Gesundheitsschaden ausgewiesen, der eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit begründen würde. Im Rahmen des Einwandverfahrens seien keine neuen medizinischen Angaben eingereicht worden. Auf die Ressourcenprü
fung könne abgestellt werden, eine Therapieresistenz werde klar nicht ausgewie
sen. Aus juristischer Sicht liege kein psychisches Leiden vor, welches einen An
spruch auf Leistungen der Invalidenversicherung generiere. Eine fortgesetzte Krankheitsbehandlung stelle im Übrigen eine jederzeit zumutbare Form allgemei
ner Schadenminderung dar (S. 2).
2.2
Dagegen wandte die Beschwerdeführerin ein (Urk. 1), sie stehe aktenkundig in fortgesetzter fachärztlicher Behandlung. Trotz regelmässiger adäquater Therapie sei es zu keiner nachhaltigen Besserung des Gesundheitszustandes gekommen (S. 6 lit. C.2). Der medizinische Sachverhalt sei nicht rechtsgenüglich abgeklärt worden, insbesondere sei die Ressourcenprüfung willkürlich erfolgt. Die Be
schwerdegegnerin verkenne sowohl den mehrjährigen Krankheitsverlauf als auch die Diagnosestellung (S. 7 Ziff. 3). Die Behauptung, die Therapieoptionen seien nicht ausgeschöpft, beruhe auf einem willkürlich gewählten Teil eines einzigen Satzes in der Anamnese im Bericht von Dr. A._. Die Schlussfolgerung wider
spreche sowohl dem aktenkundigen Krankheitsverlauf als auch den Berichten der langjährig behandelnden Psychiaterin Dr. A._. Ebenso wenig könne der Beur
teilung der Beschwerdegegnerin zu den psychosozialen Belastungsfaktoren ge
folgt werden (S. 7 Ziff. 4). Im konkreten Fall sei ein psychisches Leiden mehrfach und unabhängig voneinander fachärztlich diagnostiziert und auch vom RAD be
stätigt worden. Das ausgewiesene therapieresistente psychische Leiden von er
heblicher Schwere und Dauer begründe einen Anspruch auf mindestens eine Drei
viertelsrente. Eine angebliche Verbesserung des Gesundheitszustandes mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit mache die behandelnde Psychiaterin gerade nicht geltend. Hingegen habe Dr. A._ bestätigt, dass es sich um ein chronifi
ziertes Krankheitsgeschehen handle, bei welchem eine Behandlungsresistenz be
stehe (S. 8). Sie sei auf eine fortgesetzte langfristige fachärztliche Unterstützung angewiesen, trotz intensiver Bemühungen seien ihre Einschränkungen nicht wil
lentlich überwindbar. Angesichts des Krankheitsverlaufes und der erhobenen Be
funde sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ein eigenständiger, invalidisie
render Gesundheitsschaden ausgewiesen, welcher einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung begründe (S. 9 f.). In den Akten fehle eine ausführliche und begründete RAD-Stellungnahme zu den im Einwand geltend gemachten medizinischen Befunden. Es werde sodann bestritten, dass es sich bei der durch
ge
führten Ressourcenprüfung vom 2. Dezember 2016 um ein strukturiertes Be
weis
verfahren im Sinne einer «ergebnisoffenen symmetrischen Beurteilung des tat
sächlich erreichbaren Leistungsvermögens» handle (S. 10 Ziff. 6).
2.3
Strittig und zu prüfen ist demnach, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwer
deführerin seit der letzten Anspruchsprüfung im März 2014 verschlechtert hat (vgl. vorstehend E. 1.
2
)
und
nun ein Anspruch auf Leistungen der Invalidenver
sicherung besteht.
3.
3.1
Die behandelnde Psychiaterin Dr. A._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte in ihrem zu Handen der Taggeldversicherung erstatteten Bericht vom 8. November 2012 (Urk. 7/40/16-18) Angst und panik
ar
tige Zustände (ICD-10 F41.0) sowie eine somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.3; Ziff. 1). Es bestehe keine Depression (Ziff. 2). Die Beschwerdeführerin werde psychiatrisch-psychotherapeutisch sowie psychopharmakologisch behan
delt, die Sitzungen fänden einmal alle zwei Wochen statt (Ziff. 4). Sie könne rasch Empfehlungen aufnehmen und versuche diese umzusetzen, erste Fortschritte hät
ten bereits erzielt werden können (Ziff. 5). Vermutlich könne das Pensum in ein paar Monaten gesteigert werden, eventuell sollte die Beschwerdeführerin dieses aber etwas reduzieren, solange der Sohn klein sei (Ziff. 7). Seit dem 11. September 2012 sei die Beschwerdeführerin zu 50 % arbeitsunfähig (Ziff. 8).
3.2
Dr. B._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, erstattete am 19. April 2013 eine psychiatrische Beurteilung zu Handen der Krankentag
geldversicherung (Urk. 7/44/5-14). Ab Mitte 2012 habe sich im Zusammenhang mit beruflichen und familiären Belastungsfaktoren, insbesondere aber somati
schen Erkrankungen eine Erschöpfungssymptomatik entwickelt. Durch die Belas
tungen und das konsekutiv erhöhte Anspannungsniveau sei eine ängstlich-vegetative Symptomatik einschliesslich Panikattacken noch bis März 2013 hin
zuge
kommen, welche die Beschwerdeführerin zusätzlich verunsichert hätten (S. 7 f.). Ungünstig sei auch gewesen, dass die Beschwerdeführerin ihren Selbst
wert of
fenbar immer durch Arbeit und Leistung stabilisiert habe und deshalb, durch die mit der Erschöpfung einhergehenden Einschränkungen, rasch in Schuld- und In
suffizienzgefühle geraten sei, die wiederum eine depressive Stim
mungslage ge
fördert hätten. Ungünstig sei auch die Zuspitzung von Verantwor
tung auf die Beschwerdeführerin, da sie sowohl den grössten Teil des Familien
einkommens beitragen müsse, wie auch für Haushalt, Kochen und Kind zuständig sei. Hier habe sie jetzt erfolgreich Anpassungen erreichen können. Günstig sei auch die bewältigungsorientierte Haltung mit Pilates, Spaziergängen und psychi
atrischer Therapie. Es sei schwierig, dieses Mischbild von Angst, Depression und Erschöp
fung im Rahmen der ICD-10 einzuordnen. Eine Panikstörung im engeren Sinn liege seit März 2013 nicht mehr vor beziehungsweise müsse als weitgehend re
mittiert eingeordnet werden. Die verbleibenden ängstlich-vegetativen Symp
tome, insbesondere das Herzrasen, erfüllten die Kriterien einer Panikattacke nicht mehr. Die Kriterien einer leichten Depression seien hingegen erfüllt. Die verblei
bende Erschöpfungssymptomatik könne man unter Z73.0 fassen (S. 8 oben).
Vor Beginn der aktuellen Krankheitsperiode habe die Beschwerdeführerin den Coiffeursalon gemanagt, den Sohn und den Haushalt betreut und habe mit ihrer Erwerbsarbeit den Hauptteil des Familieneinkommens bestritten. Diese Doppelbe
lastung sei aus seiner Sicht eine Überforderung gewesen, die sie langfristig nicht habe durchhalten können. Insofern könne das prämorbide Pensum auch nicht der Massstab für die Arbeitsfähigkeit sein. Aktuell realisiere die Beschwerdeführerin 50 % externe Tätigkeit im Salon, dazu aber rund 30 % Familienarbeit. Ohne Familie könnte sie aktuell 80 % im Coiffeursalon arbeiten. Da sie inzwischen wich
tige Weichenstellungen veranlasst habe, sich die Colitis gebessert habe und sie selber davon ausgehe, dass es ab jetzt besser werde, könne man annehmen, dass ab 1. Juni 2013 ein Pensum von 90 % zumutbar sei, ab 1. Juli 2013 ein solches von 100 % (S. 8 unten). Dieses zumutbare Pensum gelte auch für eine leichte, andersartige berufliche Tätigkeit (S. 10 Ziff. 2 und 3). Indiziert sei die Fortführung der ambulant-psychiatrischen Therapie. Im Sinne eines rascheren Heilungsver
laufs und als Rückfallprophylaxe wäre die Etablierung eines Anti
de
pressivums indiziert und zumutbar. Hilfreich wäre auch die Instruktion von Ent
spannungs
techniken und weitere Edukation bezüglich Entstehung und Sinn von Angst
symptomen (S. 9 oben).
3.3
In einem undatierten Bericht (Urk. 7/51), bei der Beschwerdegegnerin einge
gan
gen am 24. September 2013 (vgl. Urk. 7/54/3), nannte Dr. A._ folgende Diagnosen (S. 1):
-
Status nach Angst und Panikstörung, teils depressive Störung gemischt (ICD-10 F41.2 und F41.0)
-
Status nach somatoformer autonomer Funktionsstörung (ICD-10 F45.3)
-
Colitis Ulcerosa und Tachikarien im Zusammenhang mit somatischen Medikamenten
-
ausgeprägte Erschöpfungssituation nach grippalen Infekten
Nach einer ersten ambulanten Therapie in den Jahren 2007 bis 2010 habe die Beschwerdeführerin im Juli 2013 die Therapie wiederaufgenommen. In den Wo
chen davor sei ein grosser Erschöpfungszustand eingetreten, die Beschwerde
füh
rerin habe sich nicht mehr erholen können. Sie sei durch die familiäre Situa
tion belastet und leide an einer Angstsymptomatik mit Panikattacken, Schlafstö
run
gen, körperlicher Symptomatik wie Schwindel, Herzrasen und Befürchtungen, an einer somatischen Erkrankung zu leiden. Es bestünden Gedankenkreisen, so
zialer Rückzug, rasche Erschöpfbarkeit und wiederholt grippale Infekte bis zur Lungen
entzündung. Sie sei psychomotorisch oft sehr angespannt und unruhig gewesen, oft in Tränen ausgebrochen und rasch verunsichert. Seit Mai 2013 halte eine kontinuierliche Besserung des Zustandes an. Sie könne sich besser von den An
sprüchen ihrer Schwester abgrenzen, lasse gleichzeitig die Zusammenhänge zu und sehe somit, worin ihre Ängste gründeten. Seit dem Jahre 2013 habe sie vorsorglich die Arbeit reduziert, so dass sie weniger in Stress gerate. Die Beschwer
deführerin stehe in psychiatrisch-psychotherapeutischer sowie psycho
pharmako
logischer Behandlung und besuche eine psychoanalytisch-verhaltens
therapeuti
sche Gesprächstherapie. Die Termine seien nach wie vor sehr unregel
mässig, einerseits bedingt durch die Betreuung des Sohnes, andererseits durch eigene so
matische Erkrankungen. Als Coiffeuse sei die Beschwerdeführerin vom 11. Sep
tember 2012 bis 31. Mai 2013 zu 60 % arbeitsunfähig gewesen (S. 2). Die bishe
rige Tätigkeit als Coiffeuse sei aus medizinischer Sicht weiterhin zumutbar, es sei eine Arbeitsfähigkeit von 60 % zu erwarten, wobei die Leistungsfähigkeit ver
mutlich leicht reduziert sei. Bei gutem Fortschreiten der Genesung sei mit einer vollen Leistungsfähigkeit zu rechnen. Die Psychotherapie sei regelmässig weiter
zuführen zur Entlastung und Bearbeitung konflikthafter Themen und Verhaltens
weisen (S. 3).
3.4
Dr. C._, Praktische Ärztin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), führte am 6. Januar 2014 aus, ausgehend von den Diagnosen einer teilremittier
ten Panikstörung, einer leichten Depression und einer Erschöpfungssymptomatik werde aus medizinischer Sicht eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50 % seit 3. September 2012 bis zur Begutachtung angenommen. Unter Berücksichti
gung der psychosozialen Faktoren könne ab der Begutachtung ohne zusätzliche Haushaltarbeit bis 31. Mai 2013 eine 80%ige Arbeitsfähigkeit im Coiffeursalon, ab 1. Juni 2013 eine 90%ige Arbeitsfähigkeit und ab 1. Juli 2013 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit als zumutbar angenommen werden. Aus versicherungsmedizini
scher Sicht liege mit den genannten Diagnosen unter Regulierung der psychoso
zialen Faktoren und Durchführung einer adäquaten fachpsychiatrischen Behand
lung kein dauerhaft die Arbeitsfähigkeit einschränkender Gesundheitsschaden vor (Urk. 7/54 S. 5).
3.5
Ausgehend von der Beurteilung durch den RAD, wonach kein dauerhaft die Arbeitsfähigkeit einschränkender Gesundheitsschaden ausgewiesen sei, verneinte die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 19. März 2014 einen Rentenan
spruch der Beschwerdeführerin (Urk. 7/57).
4.
4.1
Nach einer Kontrolle am 25. August 2015 (Urk. 7/61/1-4 Ziff. 1.2) hielt Dr. A._ in einem undatierten Bericht bei unveränderten Diagnosen fest, der Zustand habe sich insgesamt verschlechtert, so dass anhaltend eine Arbeitsunfähigkeit von 60 % bestehe (Ziff. 1.1). Die Beschwerdeführerin könne sich nicht mehr erholen, sei durch die familiäre Situation belastet. Sie werde von der Schwester und deren Familie sehr beansprucht, könne sich jedoch nicht abgrenzen. Die Termine wür
den bedingt durch die Betreuung des Sohnes sowie eigenen somatischen Erkran
kungen nach wie vor sehr unregelmässig stattfinden. Ein drohender Wohnorts
wechsel habe die Beschwerdeführerin erneut in starke Anspannung gebracht und verhindert werden müssen. Seit der letzten Anmeldung im Jahre 2013 habe sich der Zustand nicht gebessert. Die Beschwerdeführerin habe seit 2013 die Arbeit reduzieren müssen, um einer weiteren Verschlechterung vorzubeugen (Ziff. 1.4). Sie brauche eine weiterführende kontinuierliche Therapie, die Symptomreduktion sei noch von kurzer Dauer. Trotzdem habe sie vieles in ihrem Leben geändert, insbesondere die Arbeitsbelastung dauerhaft zeitlich und von der Leistung her reduziert. Es laste viel Verantwortung auf ihr, da ihr Lebenspartner in vielen or
ganisatorischen Dingen selbst überfordert sei und ihre Schwester sich seit dem Tod des Vaters auf sie stütze und oft ihre Hilfe in Anspruch nehme (Ziff. 1.5). Seit dem 11. September 2012 bestehe in der bisherigen Tätigkeit als Coiffeuse eine Arbeitsunfähigkeit von 60 %. Die Leistungsfähigkeit sei dabei deutlich reduziert, bei gutem Fortschreiten der Stabilisierung unter reduzierter Arbeitstätigkeit werde eine verbesserte Leistungsfähigkeit erhofft. Es könne eine Arbeitsfähigkeit von 60 % erwartet werden (Ziff. 1.7).
4.2
Nach Zuweisung durch Dr. A._ zur Abklärung und weiteren Therapieempfeh
lung nannte Dr. D._, Oberarzt, Klinik für Psychiatrie und Psy
chotherapie, Spital E._, in seinem Bericht vom 30. Mai 2015 folgende Diagnosen (Urk. 7/61/5-7 S. 1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode
-
generalisierte Angststörung
-
Colitis ulcerosa
Im Querschnittsbild zeige sich bei der Beschwerdeführerin ein vornehmlich ängst
lich-depressives Syndrom mittelgradiger Ausprägung mit somatischen Sympto
men, welches bei bereits in der Vorgeschichte aufgetretenen depressiven Episoden im Sinne einer rezidivierenden depressiven Störung eingeordnet werden könne und sicherlich zur ausgeprägten Einschränkung der Leistungsfähigkeit beitrage. Daneben könnten die auch eigenständig vorherrschenden Ängste und Befürch
tungen, die nicht auf bestimmte Umgebungsbedingungen beschränkt seien und mit vegetativen Symptomen einhergehen würden, im Sinne einer generalisierten Angststörung gewertet werden. Darüber hinaus würden die bestehenden Be
schwerden mit rezidivierenden Infekten bei manifesten organischen Befunden die diagnostischen Kriterien für das Vorliegen einer somatoformen autonomen Funk
tionsstörung nicht erfüllen, sodass diese Diagnose im Rahmen der stattgefunde
nen Abklärung nicht bestätigt werden könne (S. 1). Konkrete Angaben zur Arbeitsfähigkeit machte Dr. D._ keine.
4.3
Mit Schreiben vom 10. Februar 2016 (Urk. 7/72/5) wies Dr. A._ darauf hin, die Beschwerdeführerin sei seit dem letzten Bericht aus dem Jahre 2015 in regelmäs
siger psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung (sowohl inhaltlich psy
chodynamisch wie vorwiegend kognitiv-verhaltenstherapeutischer Ansatz) mit Fokus auf die Stabilisierung sowie Besserung der Leistungsfähigkeit. Nach kon
siliarischer Konsultation am Spital E._ sei bestätigt worden, dass die Beschwerdefüh
rerin nicht in der Lage sei, ihr Arbeitspensum von 80 % zu erfüllen und sie längerfristig eingeschränkt sei. Tatsächlich könne die Beschwerdeführerin nur halb
tags arbeiten und dies nicht täglich. Wiederholt habe sich gezeigt, dass sie da
runter dekompensiere, somatisch erkranke oder psychisch destabilisiere. Un
mit
telbar an die Konsultation am Spital E._ habe die Beschwerdeführerin an einer Pro
gressiven Muskelentspannungs (PMR)-Gruppe teilgenommen und praktiziere re
gelmässig dort gelernte Entspannungsübungen, um Ängsten, Anspannungen und innerer Ruhe Einhalt zu gewähren. Trotzdem sei nun über Jahre keine Verbesse
rung der Symptomatik eingetreten. Forderungen nach entsprechender Therapie, Medikation sowie Entspannungstraining sei sie bereits seit mehr als einem Jahr nachgekommen.
4.4
In ihrem Bericht vom 7. November 2016 (Urk. 7/75) führte Dr. A._ bei unver
änderten Diagnosen (Ziff. 1.2) aus, der Gesundheitszustand habe sich leicht ver
bessert (Ziff. 1.1). Es bestehe weiterhin eine rasche Erschöpfbarkeit, Angst- und Panikzustände mit somatoformen Symptomen bei Anstrengung, diese seien rasch auslösbar. Die Beschwerdeführerin mache sich nach dessen Krise Sorgen um ihren Partner (Ziff. 1.3). Sie könne unverändert halbtags ihrer Arbeit als Coiffeuse nachgehen, dies sei jedoch nicht täglich möglich, sondern bis zu einer Arbeits
unfähigkeit von zirka 60 % (Ziff. 2.1). Auf diesem Niveau sei eine Stabilisierung realistisch (Ziff. 3.3). Seit dem letzten Bericht vom Februar 2016 finde ungefähr alle zwei bis drei Wochen eine Therapiesitzung statt (Ziff. 3.1). Neben der derzei
tigen Arbeit und dem Pensum habe die Beschwerdeführerin keine Ressourcen, um an einem Wiedereingliederungsprogramm teilzunehmen (Ziff. 4.2).
4.5
Im Verlaufsbericht vom 24. März 2017 (Urk. 7/97 = Urk. 3/3) nannte Dr. A._ folgende Diagnosen (S. 1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leicht bis mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.01)
-
Angst und Panik gemischt (ICD-10 F41.1, früher F41.2/41.0)
-
somatoforme autonome Funktionsstörung (ICD-10 F45.37) mehrere Or
gane betreffend
Eine Stabilisierung sei insofern eingetreten, als dass die Beschwerdeführerin die Belastungen auf ein kontrollierbares Niveau habe reduzieren müssen und sich nun auf einem chronifizierten Zustand und Niveau befinde. Dies, um die Rest
arbeitsfähigkeit von 40 % konstant beibehalten zu können. Diagnostisch müsse von einem chronifizierten Zustand gesprochen werden, wonach bei Mehrbelas
tung die seit langem bestehenden Krankheiten exazerbierten. Bei deutlich redu
ziertem Arbeitspensum sei die Beschwerdeführerin relativ stabil auf chronisch tiefem Niveau in Bezug auf Leistung und Belastbarkeit. Bei der konsiliarischen Konsul
tation im Spital E._ sei bestätigt worden, dass die Beschwerdeführerin nicht in der Lage sei, ein Arbeitspensum von 80 % zu erfüllen und sie längerfristig ein
geschränkt sei. Leider habe sich die Situation nicht verbessert, stattdessen habe sie sich weiter chronifiziert und die Leistungsfähigkeit sei in einer fragilen Ba
lance auf tiefem Niveau geblieben. Tatsächlich könne sie nur halbtags arbeiten und dies nicht täg
lich (S. 1). In der Vergangenheit sei wiederholt eine Leistungs
steigerung versucht worden, die Folge seien rezidivierende Erkrankungen psy
chosomatischer Art wie schwerere Infekte und Wiederauftreten von Angst und Panik sowie erhöhter Er
schöpfung, damit einhergehende Dekompensation mit vermehrt auftretenden de
pressiven Symptomen gewesen (S. 1 f.). Über die Jahre sei leider weder eine Bes
serung der Symptomatik noch eine mögliche Arbeitsstei
gerung eingetreten. Der Beschwerdeführerin sei es nicht möglich, einem norma
len Arbeitsalltag nachzu
kommen. Aufgrund des komplexen Beschwerdebildes und des Krankheitsverlau
fes könne ein chronisch stabiler Zustand nur mit einem deutlich reduzierten Arbeitspensum erzielt werden, welches Pausen erlaube und nicht mehr als drei bis vier Stunden am Tag mit freien Intervallen zur Erholung beitrage. Es sei ein
deutig, dass die Beschwerdeführerin an einer invalidisierenden psychischen Krankheit leide, die ihr ein höheres Arbeitspensum als 40 % nicht erlaube (S. 2).
5.
5.1
Gestützt auf die bei der damaligen Rentenprüfung vorliegenden Arztberichte ging die Beschwerdegegnerin im März 2014 von einer teilremittierten Panikstörung, einer leichten Depression sowie einer Erschöpfungssymptomatik aus (Urk. 7/54 S. 5).
Ein Vergleich mit den seit der Neuanmeldung im Oktober 2015 eingegangenen medizinischen Berichte zeigt, dass sich die Diagnosen seither nicht wesentlich verändert haben. Die behandelnde Psychiaterin Dr. A._ diagnostizierte im August 2015 sowie November 2016 unverändert einen Status nach Angst und Panikstörung, teils depressive Störung gemischt, sowie einen Status nach soma
toformer autonomer Funktionsstörung (vgl. E. 4.1, E. 4.4, E. 3.3). Im Verlaufsbe
richt vom März 2017 nannte sie sodann eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leicht- bis mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom, Angst und Panik gemischt sowie eine somatoforme autonome Funktionsstörung (E. 4.5). Insgesamt leidet die Beschwerdeführerin damit nach wie vor unter einer depres
siven Störung, wobei der Ausprägungsgrad schwankend ist, sowie Angst und Pa
nik. Bezüglich der von Dr. A._ diagnostizierten somatoformen autonomen Funktionsstörung ist auf den Bericht des Spital E._ vom 30. Mai 2015 hinzuweisen, wonach die diagnostischen Kriterien für eine solche bei rezidivierenden Infekten mit manifesten organischen Befunden nicht bestätigt werden konnte (vgl. vorste
hend E. 4.2).
5.2
Gemäss den Angaben der behandelnden Psychiaterin Dr. A._ wird die Beschwerdeführerin psychiatrisch-psychotherapeutisch wie auch psychopharma
ko
logisch behandelt. Dabei fällt jedoch auf, dass die Beschwerdeführerin die Ter
mine nach der Wiederaufnahme der Therapie im Jahre 2013 gemäss den Ausfüh
rungen von Dr. A._ nur sehr unregelmässig (E. 4.1) beziehungsweise seit Februar 2016 alle zwei bis drei Wochen wahrnimmt (E. 4.4). Dies, obschon die Beschwerdeführerin gemäss ihren eigenen Angaben im Rahmen der psychiatri
schen Beurteilung durch Dr. B._ im April 2013 die Betreuung des Sohnes so geregelt hat, dass sie montags und freitags einen freien Tag hat (vgl. Urk. 7/44 S. 3 f.), und damit eine Erhöhung der Therapiefrequenz durchaus möglich gewe
sen wäre. Dies lässt insbesondere mit Blick auf das Ausmass der geklagten Beschwerden Rückschlüsse auf den Leidensdruck zu. Auch eine stationäre Be
hand
lung wurde bislang nicht in Erwägung gezogen. Insgesamt kann somit nicht da
von ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin bereits alle Therapie
mög
lichkeiten optimal ausgeschöpft hat.
5.3
Auch wenn sich die Diagnosen seit der letzten Rentenprüfung im März 2014 nicht wesentlich verändert haben, schliesst dies einen Revisionsgrund nicht grundsätz
lich aus, denn massgeblich sind die Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. In
validenversicherungsrechtlich erheblich ist einzig, ob und in welchem Mass eine Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit - und zwar unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie - ausgewiesen ist (Urteil des Bundes
gerichts 8C_449/2010 vom 30. November 2010 E. 3.1 mit weiteren Hinweisen).
Diesbezüglich fällt auf, dass die behandelnde Psychiaterin Dr. A._ in ihrem ersten Bericht vom 8. November 2012 eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % attestiert hatte (E. 3.5), seit dem bei der Beschwerdegegnerin am 24. September 2013 ein
gegangenen Bericht - und damit bereits vor der letzten Rentenprüfung im März 2014 - jedoch konstant von einer solchen von 60 % ausgegangen war (vgl. E. 3.7, E. 4.1, E. 4.4, E. 4.5). Nach einer Kontrolle am 25. August 2015 hielt Dr. A._ denn auch ausdrücklich fest, seit dem 11. September 2012 bestehe in der bishe
rigen Tätigkeit als Coiffeuse eine Arbeitsunfähigkeit von 60 % (E. 4.1). Am 7. November 2016 führte sie weiter aus, die Beschwerdeführerin könne unverän
dert halbtags ihrer Arbeit nachgehen, dies sei jedoch nicht täglich möglich, son
dern bis zu einer Arbeitsunfähigkeit von 60 % (E. 4.4).
Diesbezüglich kann der Einschätzung der behandelnden Psychiaterin jedoch nicht gefolgt werden. So ist nicht nachvollziehbar, weshalb Dr. A._ trotz bestehen
den Optimierungsmöglichkeiten (Therapiefrequenz, Medikation, stationärer Auf
enthalt) und ohne eine Abgrenzung von den erheblichen psychosozialen Faktoren vorzunehmen, eine durchgehende und verhältnismässig hohe Arbeitsunfähigkeit attestierte. Nicht gefolgt werden kann ihr zudem auch hinsichtlich ihrer Aussage, es sei am Spital E._ bestätigt worden, dass die Beschwerdeführerin ein Pensum von 80 % nicht erfüllen könne, sind dem entsprechenden Bericht (Urk. 7/61/5) doch gar keine Angaben zur Arbeitsfähigkeit zu entnehmen.
Neben diesen inhaltlichen Bedenken ist der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass nicht nur allge
meinpraktizierende Hausärzte, sondern auch behandelnde Spezialärzte im Hin
blick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. BGE 125 V 353
E
. 3b/cc mit Hinweisen).
Eine anspruchsrelevante Verschlechterung ist somit nicht überwiegend wahr
scheinlich.
5.4
Zusammenfassend ist somit davon auszugehen, dass es seit der letzten Renten
prüfung im März 2014 weder zu einer wesentlichen Veränderung der gestellten Diagnosen noch einer wesentlichen Veränderung der Arbeitsfähigkeit gekommen ist. Ein Revisionsgrund ist somit zu verneinen. Fehlt es daran, so ist eine Prüfung der Standardindikatoren (vgl.
BGE 141 V 281) nicht vorzunehmen; eine geänderte Rechtsprechung stellt für sich allein keinen Revisionsgrund dar (
141 V 585
E.
5
.3
).
Die angefochtene Verfügung vom 6. März 2017 erweist sich damit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.