Decision ID: 208aa04a-2eec-5cba-894f-dc17bef262f3
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Die Politische Gemeinde St. Gallen schrieb im Amtsblatt Nr. 36 vom 3. September
2012 die Sanierung der Kunststoffrasenplätze im Gründenmoos im offenen Verfahren
aus. Das Leistungsverzeichnis sieht unter der Position «Polschicht Verfüllung» neben
Quarzsand eine EPDM Gummigranulat-Mischung in braun-grün vor.
Innert der Angebotsfrist bis zum 27. September 2012 reichten vier Anbieter vier
Grundangebote sowie fünf Varianten ein. Im Rahmen der Angebotsbewertung wurden
die vier Grundangebote mit Angebotspreisen zwischen Fr. 1'316'535.55 und Fr.
1'443'866.50 berücksichtigt. Mit Verfügung vom 14. November 2012 erteilte die
Politische Gemeinde St. Gallen den Zuschlag an die Walo Bertschinger AG, St. Gallen,
zum Preis von Fr. 1'316'535.55.
B./ Mit Eingabe vom 22. November 2012 erhob die Greenfields Swiss AG,
Schaffhausen (nachfolgend: Beschwerdeführerin), Beschwerde beim
Verwaltungsgericht unter anderem mit dem Antrag, es sei «zu überprüfen, welche
zweifarbige EPDM Granulatmischung im Hauptangebot angeboten wurde und in
diesem Falle auch zum Einbau kommen soll. Sollte die Gezofill LD Mischung
angeboten und berücksichtigt worden sein, können diese Angebote nach unserer
Auffassung nicht gewertet werden. Sollte sich dieser Sachverhalt bestätigen, stellen wir
den Antrag, dass eines unserer Angebote mit der zweifarbigen ECOLGREEN EPDM
Mischung bei der Vergabe berücksichtigt wird».
Die Politische Gemeinde St. Gallen (nachfolgend: Vorinstanz) schliesst in ihrer
Vernehmlassung vom 18. Dezember 2012 auf Abweisung der Beschwerde. Die Walo
Bertschinger AG (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) nahm mit Eingabe vom 18.
Dezember 2012 zur Beschwerde Stellung, ohne einen förmlichen Antrag zu stellen.
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Am 20. Dezember 2012 wurden der Beschwerdeführerin die Vernehmlassungen der
Vorinstanz und der Beschwerdegegnerin zugestellt. Gleichzeitig wurde ihr eine Frist
von vierzehn Tagen eingeräumt, um zu den in den Vernehmlassungen allfällig
vorgebrachten neuen tatsächlichen und rechtlichen Argumenten eine ergänzende
Stellungnahme einzureichen. Die Beschwerdeführerin liess sich mit Eingabe vom
31. Dezember 2012 ergänzend vernehmen.
Die von den Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge gemachten
Ausführungen werden, soweit erforderlich, in den folgenden Erwägungen dargelegt und
gewürdigt.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 5 Abs. 2 des
Einführungsgesetzes zur Gesetzgebung über das öffentliche Beschaffungswesen, sGS
841.1, abgekürzt EGöB). Die Beschwerdeführerin ist als nicht berücksichtigte
Anbieterin zur Beschwerde legitimiert, und die Beschwerde wurde fristgerecht erhoben
(Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP; Art. 15 Abs. 3 der interkantonalen
Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen, sGS 841.32, abgekürzt IVöB).
Die von der Beschwerdeführerin unter dem Titel «Antrag» gemachten Ausführungen
entsprechen im Grunde einer Kombination von Antrag in der Sache und Beweisantrag.
Sinngemäss begehrt die Beschwerdeführerin die Aufhebung der angefochtenen
Verfügung und die Zuschlagserteilung an sich. Dies begründet sie mit dem Verdacht
der Verwendung der Granulatmischung Gezofill LD durch die Beschwerdegegnerin. Bei
diesem Verständnis erweisen sich Antrag und Begründung als (gerade noch)
rechtsgenügend. Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.
2. Nach Art. 16 Abs. 1 IVöB können mit der Beschwerde Rechtsverletzungen,
einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens (lit. a), sowie die
unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts (lit. b)
gerügt werden. Aufgrund von Abs. 2 der gleichen Bestimmung kann hingegen
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Unangemessenheit nicht geltend gemacht werden. Diese Regelung entspricht der
Vorschrift von Art. 61 VRP.
Aus Art. 16 IVöB leitet das Verwaltungsgericht in ständiger Rechtsprechung ab, dass
die Beschwerdeinstanz nicht von Amtes wegen eine angefochtene Verfügung auf
allfällige Sachverhaltsmängel oder Rechtswidrigkeiten überprüfen muss, sondern die
Beschwerdeführerin im Einzelnen darzulegen hat, inwiefern die Verfügung mangelhaft
sein soll. Die Beschwerdeführerin muss also dartun, in welchen Punkten die
angefochtene Verfügung auf einem unrichtigen oder unvollständig festgestellten
Sachverhalt beruht oder Rechtsnormen unrichtig oder in Überschreitung bzw.
Missbrauch des Ermessens angewendet wurden (vgl. dazu GVP 1999 Nr. 37 mit
Hinweisen).
3. Die Beschwerdeführerin bringt (einzig) vor, die von der Beschwerdegegnerin für die
zu erstellenden Kunstrasenspielplätze angebotene Granulatmischung Gezofill LD sei
zum Zeitpunkt der Angebotsabgabe nicht erhältlich gewesen, weshalb das Angebot
nicht habe bewertet werden dürfen. Sie stellt sich somit auf den Standpunkt, das
Angebot der Beschwerdegegnerin hätte ausgeschlossen werden müssen.
Dieses Vorbringen erstaunt zunächst vor dem Hintergrund, dass die
Beschwerdeführerin das entsprechende Granulatgemisch in einer Variante selbst
verwenden wollte. Weiter ist anzumerken, dass die Vorinstanz in den
Ausschreibungsunterlagen nicht die Verwendung der Granulatmischung Gezofill LD
vorgeschrieben hat. Verlangt wird lediglich ein EPDM-Granulat in braun-grüner Farbe
(Vorakten, act. 1, S. 73, Pos. 244.002). Selbst wenn also das erwähnte Granulat auf
dem Markt gar nicht mehr erhältlich wäre, hätte dies nicht zum Ausschluss des
Angebots der Beschwerdegegnerin führen müssen. Alsdann müsste sie auf einen
anderen Hersteller zurückgreifen, der ebenfalls ein EPDM-Granulat in entsprechender
Farbe in seinem Sortiment hat. Es wird weder behauptet, noch ist ersichtlich, dass das
Angebot der Beschwerdegegnerin die Verwendung von Gezofill LD voraussetzt.
Offensichtlich besteht auch keine Wettbewerbsrelevanz in dem Sinn, dass die
Beschwerdegegnerin den Zuschlag nur erhielt, weil sie angab, das Granulatgemisch
Gezofill LD einstreuen zu wollen. Auch dafür bestehen keinerlei Anhaltspunkte.
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Ohnehin geht die Beschwerdeführerin fehl, wenn sie meint, das von der Anbieterin zur
Verwendung vorgeschlagene Granulatgemisch müsse im Zeitpunkt der
Angebotsabgabe oder –bewertung erhältlich sein, ansonsten das jeweilige Angebot
auszuschliessen sei. Es genügt vollkommen, wenn das Granulat im Zeitpunkt der
vorgesehenen Einstreuung verfügbar ist (vgl. auch BGer 2C_720/2012 vom 1. Februar
2013). Davon ist hier unbestrittenermassen auszugehen, wie sich denn auch aus dem
Schreiben der Herstellerin vom 18. Dezember 2012 ergibt (Beilage 2 zur Replik).
4. Zusammenfassend ergibt sich, dass der von der Beschwerdeführerin behauptete
Vergabefehler nicht als solcher qualifiziert werden kann. Die Beschwerde erweist sich
damit als unbegründet.
5. (...).