Decision ID: b7cfee93-5d92-49e4-9a95-06004b2d9a8f
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer am 11. Juni 2022 in der Schweiz um Asyl
nachsuchte,
dass das SEM mit Verfügung vom 11. August 2022 – eröffnet am 12. Au-
gust 2022 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31)
auf das Asylgesuch nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz nach
Italien anordnete und den Beschwerdeführer aufforderte, die Schweiz spä-
testens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen,
dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den Ent-
scheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändigung
der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an den Beschwer-
deführer verfügte,
dass am 16. August 2022 am Bundesverwaltungsgericht eine Eingabe ein-
ging, welche die genannte Verfügung und weitere Unterlagen aus dem Ver-
fahren (Medic-Help Zuweisungsschreiben Zahnarzt; Resultat AFIS; im BAZ
aufgenommenes Foto des Beschwerdeführers; Protokoll der Personalien-
aufnahme; Questionnaire Europa und Personalienblatt) sowie ein auslän-
disches Schriftstück – mutmasslich die Kopie einer Tazkera –, aber keine
mit Rechtsbegehren, deren Begründung und mit der Unterschrift des Be-
schwerdeführers versehene Rechtsschrift enthielt,
dass die Rechtsvertreterin namens des Beschwerdeführers mit Eingabe
vom 19. August 2022 gegen die genannte Verfügung beim Bundesverwal-
tungsgericht Beschwerde erhob und dabei beantragte, die Verfügung des
SEM sei vollumfänglich aufzuheben und auf das Asylgesuch des Be-
schwerdeführers sei einzutreten, eventualiter sei die Verfügung aufzuhe-
ben und die Sache zur Neubeurteilung an das SEM zurückzuweisen, sub-
eventualiter sei das SEM anzuweisen, von den zuständigen italienischen
Behörden Zusicherungen einzuholen, dass der Beschwerdeführer ab dem
Zeitpunkt der Ankunft in Italien umgehend Obdach, Nahrung, eine naht-
lose, adäquate und regelmässige medizinische sowie psychologische Be-
handlung erhalte,
dass ferner in verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragt wurde, es sei die
unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und auf die Erhebung eines
Kostenvorschusses zu verzichten, es seien die vorinstanzlichen Akten voll-
umfänglich zu edieren, es sei dem Beschwerdeführer eine Nachfrist zur
Ergänzung der vorliegenden Beschwerde zu gewähren, der Beschwerde
D-3500/2022
Seite 3
sei die aufschiebende Wirkung zu gewähren und die kantonalen Behörden
seien entsprechend anzuweisen sowie sei die Aussetzung des Wegwei-
sungsvollzugs superprovisorisch zu verfügen,
dass der Beschwerde die angefochtene Verfügung, die Vollmacht der
Rechtsvertreterin inklusive Substitutionsvollmacht und die Empfangsbestä-
tigung beilagen,

und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-
gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-
gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33
VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),
dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105
AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass aufgrund der von der Rechtsvertreterin innert Frist eingereichten Be-
schwerdeschrift vom 19. August 2022 auf die am 16. August am Bundes-
verwaltungsgericht eingegangene Eingabe nicht mehr einzugehen ist,
dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-
treten ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und
Art. 52 Abs. 1 VwVG),
dass die vorinstanzlichen Akten dem Bundesverwaltungsgericht am
16. August 2022 in elektronischer Form vorlagen (vgl. Art. 109 Abs. 3
AsylG), weshalb sich der verfahrensrechtliche Antrag, es seien die vor-
instanzlichen Akten vollumfänglich beizuziehen (vgl. Beschwerde S. 11
Ziff. 38), als gegenstandslos erweist,
dass der Beschwerdeführer eine Nachfrist zur Beschwerdeergänzung be-
antragen lässt, da aufgrund der äusserst kurzen Beschwerdefrist nicht
möglich gewesen sei, alle notwendigen Akten zu erhalten und es ihm so
erlaube, insbesondere Informationen zu seinem Bruder einzureichen,
D-3500/2022
Seite 4
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich,
wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb das Ur-
teil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-
zichtet wurde,
dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich
Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-
chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des
Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a
Abs. 1 Bst. b AsylG),
dass diesbezüglich die Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen
Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien
und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung ei-
nes von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mit-
gliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist,
(nachfolgend: Dublin-III-VO) zur Anwendung kommt,
dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-
gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III
(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch
Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO),
dass gestützt auf das Ergebnis des Abgleichs der Fingerabdrücke (Euro-
dac-Datenbank) feststeht, dass der Beschwerdeführer am (...) in Italien il-
legal in das Hoheitsgebiet der Dublin-Staaten einreiste,
dass das SEM am 20. Juni 2022 die italienischen Behörden um Über-
nahme des Beschwerdeführers im Sinne von Art. 13 Abs. 1 Dublin-III-VO
ersuchte,
D-3500/2022
Seite 5
dass die italienischen Behörden mit Verweis auf das angebliche minder-
jährige Alter des Beschwerdeführers und damit die Registration als unbe-
gleiteter Minderjähriger das Ersuchen des SEM am 18. Juli 2022 ablehn-
ten,
dass das SEM am 28. Juli 2022 den italienischen Behörden ein Remon-
strationsersuchen übermittelten und mit Verweis auf die vom Beschwerde-
führer zu den Akten gereichte Kopie seiner Tazkera darauf hinwiesen, dass
er sich während des gesamten Verfahrens in der Schweiz als erwachsene
Person mit dem Geburtsdatum (...) ausgegeben habe,
dass die italienischen Behörden dem Remonstrationsersuchen um Über-
nahme am 11. August 2022 zustimmten,
dass der Beschwerdeführer nicht bestreitet, in Italien ein Asylgesuch ein-
gereicht zu haben, und auch die grundsätzliche Zuständigkeit dieses Mit-
gliedstaates unbestritten blieb,
dass die Zuständigkeit von Italien somit grundsätzlich gegeben ist,
dass das Bundesverwaltungsgericht in ständiger Rechtsprechung davon
ausgeht, dass das italienische Asylverfahren und die Aufnahmebedingun-
gen für Asylsuchende – trotz punktueller Schwachstellen – keine systemi-
schen Mängel aufweisen, die die Gefahr einer unmenschlichen oder ent-
würdigenden Behandlung im Sinne des Artikels 4 der Charta der Grund-
rechte der Europäischen Union (2012/C 326/02, nachfolgend: EU-Grund-
rechtecharta) mit sich bringen würden (vgl. die Referenzurteile des BVGer
Referenzurteil des BVGer D-4235/2021 vom 19. April 2022 E. 10,
F-6330/2020 vom 18. Oktober 2021 E. 9.1 und E-962/2019 vom 17. De-
zember 2019 E. 6.3),
dass daran auch die Hinweise in der Beschwerde, wonach allein das In-
krafttreten des neuen Gesetzesdekrets (insb. Lamorgese-Dekret und Ge-
setz 173/2020), ohne dass gleichzeitig mehr finanzielle und personelle
Ressourcen zur Umsetzung des Gesetzes zur Verfügung gestellt würden,
keine angemessene medizinische sowie psychologische Versorgung zu
gewährleisten vermöge, nichts ändert,
dass unter diesen Umständen die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-
VO nicht gerechtfertigt ist,
http://links.weblaw.ch/
D-3500/2022
Seite 6
dass in der Beschwerde geltend gemacht wird, der Beschwerdeführer sei
auf seinen in der Schweiz lebenden Bruder bzw. Ersatzvater angewiesen,
um seine traumatischen Erlebnisse bewältigen zu können, und dieser ihm
bei der Integration sowie als moralische Stütze massgeblich behilflich sein
könne,
dass diesbezüglich festzuhalten ist, dass ein Bruder nicht als Familienan-
gehöriger im Sinne von Art. 2 Bst. g Dublin-III-VO gilt und auch nicht er-
sichtlich ist, inwiefern ein besonderes Abhängigkeitsverhältnis gemäss
Art. 16-III-VO zu diesem Bruder bestehen soll, zumal der Beschwerdefüh-
rer bei der Personalienaufnahme angegeben hat, über einen Bruder in Eu-
ropa zu verfügen, aber keinen Kontakt zu ihm zu haben (vgl. SEM act. [...]-
10/8 Ziff. 3.02), weshalb der Beschwerdeführer aus der angeblichen An-
wesenheit seines – auch in der Beschwerde nicht näher bezeichneten –
Bruders in der Schweiz hinsichtlich der Frage der Zuständigkeit für sein
Asylverfahren nichts zu seinen Gunsten ableiten kann,
dass unter diesen Umständen in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. BVGE
2008/24 E. 7.2) nicht davon auszugehen ist, dass weitere Informationen,
insbesondere über den in der Schweiz lebenden Bruder des Beschwerde-
führers (vgl. Beschwerde S. 11 Ziff. 39) zu einer anderen Betrachtungs-
weise führen könnten, weshalb der Antrag, es sei ihm eine Nachfrist zur
Ergänzung der vorliegenden Beschwerde zu gewähren, abzuweisen ist,
dass deshalb der Vorinstanz auch keine ungenügende oder falsche Sach-
verhaltsabklärung vorgeworfen werden kann,
dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 beschliessen kann,
einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen gestell-
ten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn er nach den in
dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prüfung zuständig ist
(Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO),
dass dieses sogenannte Selbsteintrittsrecht im Landesrecht durch Art. 29a
Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311)
konkretisiert wird und das SEM das Asylgesuch gemäss dieser Bestim-
mung "aus humanitären Gründen" auch dann behandeln kann, wenn dafür
gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre,
dass geltend gemacht wird, die medizinische und psychologische Versor-
gung des Beschwerdeführers in Italien sei nicht sichergestellt, weshalb
D-3500/2022
Seite 7
nicht ausgeschlossen werden könne, dass er gar nicht oder erst nach einer
gewissen Zeit Zugang dazu erhalte,
dass Italien jedoch über eine ausreichende medizinische Infrastruktur ver-
fügt (vgl. Referenzurteil D-4235/2021 vom 19. April 2022 E. 10.4.3.2 und
E-962/2019 vom 17. Dezember 2019 E. 6.2.7), mithin allfällig – nicht weiter
substantiierte – notwendige Untersuchungen und Behandlungen von psy-
chischen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers auch in Italien erfol-
gen können,
dass zudem keine Anhaltspunkte vorliegen, die darauf hinweisen, dem Be-
schwerdeführer würden in Italien allenfalls nötige medizinische Dienstleis-
tungen verweigert, zumal die Mitgliedstaaten den Antragstellern gemäss
Art. 19 Abs. 1 der Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates
2013/33/EU vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Auf-
nahme von Personen, die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnah-
merichtlinie) die erforderliche medizinische Versorgung, die zumindest die
Notversorgung und die unbedingt erforderliche Behandlung von Krankhei-
ten und schweren psychischen Störungen umfasst, zugänglich machen
müssen, und den Antragstellern mit besonderen Bedürfnissen die erforder-
liche medizinische oder sonstige Hilfe (einschliesslich erforderlichenfalls
einer geeigneten psychologischen Betreuung) zu gewähren haben (Art. 19
Abs. 2 Aufnahmerichtlinie),
dass sich der Beschwerdeführer somit an die zuständigen Behörden vor
Ort wenden und die ihm zustehenden Dienstleistungen notfalls auf dem
Rechtsweg einfordern könnte (vgl. Art. 26 Aufnahmerichtlinie),
dass in der Beschwerde nicht ansatzweise substantiiert ausgeführt wird,
unter welchen konkreten gesundheitlichen und/oder psychischen Proble-
men der Beschwerdeführer leidet, und er beim Dublin-Gespräch ausführte,
er sei nicht krank, habe aber – mittlerweile abgeklungene – Zahnschmer-
zen gehabt (vgl. SEM act. [...]-14/2),
dass im Übrigen auf die zutreffenden Erwägungen des SEM in der ange-
fochtenen Verfügung zu verweisen ist,
dass sich zusammenfassend ergibt, dass der Beschwerdeführer kein kon-
kretes und ernsthaftes Risiko dargetan hat, die italienischen Behörden wür-
den sich weigern ihn aufzunehmen und seinen Antrag auf internationalen
Schutz unter Einhaltung der Regeln der erwähnten Richtlinien zu prüfen,
und auch nichts darauf hindeutet, das Land werde in seinem Fall den
D-3500/2022
Seite 8
Grundsatz des Non-Refoulement missachten und ihn zur Ausreise in ein
Land zwingen, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem
Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem er Gefahr laufen
würde, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden,
dass er auch nicht dargetan hat, die ihn bei einer Rückführung erwartenden
Bedingungen in Italien seien derart schlecht, dass sie zu einer Verletzung
von Art. 4 der EU-Grundrechtecharta, Art. 3 EMRK oder Art. 3 des Über-
einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame,
unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK,
SR 0.105) führen könnten,
dass die Schweiz daher völkerrechtlich nicht verpflichtet ist, gestützt auf
Art. 17 Dublin-III-VO auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers einzutre-
ten, und auch keine Anhaltspunkte vorliegen, die darauf hindeuten, dass
das SEM vom Selbsteintrittsrecht aus humanitären Gründen gemäss
Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 infolge einer gesetzeswidrigen Ermessensaus-
übung zu Unrecht keinen Gebrauch gemacht hat, weshalb diesbezüglich
auf weiterer Erörterungen verzichtet werden kann (vgl. BVGE 2015/9
E. 7 f.),
dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b
AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist und
– weil er nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- oder Niederlassungs-
bewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 AsylG die Überstellung nach
Italien angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1),
dass sich nach dem Gesagten entgegen der in der Beschwerde vertrete-
nen Auffassung weder weitere Abklärungen aufdrängen noch eine Zusi-
cherung von den italienischen Behörden eingeholt zu werden braucht, aus
der hervorgeht, dass er in Italien umgehend Obdach, Nahrung, eine naht-
lose, adäquate und regelmässige medizinische sowie psychologische Be-
handlung erhalten wird,
dass im Übrigen die mit der Überstellung nach Italien beauftragte Behörde
gehalten ist, den medizinischen Umständen bei der Bestimmung der kon-
kreten Modalitäten der Überstellung des Beschwerdeführers Rechnung
tragen und die italienischen Behörden vorgängig in geeigneter Weise über
die spezifischen medizinischen Umstände informieren (Art. 31 und 32 Dub-
D-3500/2022
Seite 9
lin-III-VO), wobei aktuell aufgrund der Akten und den Angaben des Be-
schwerdeführers keine medizinischen Probleme zu bestehen scheinen
(vgl. SEM act. [...]-22/1),
dass die Beschwerde daher abzuweisen ist,
dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen ist,
weshalb sich der Antrag auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung und
das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses als
gegenstandslos erweisen,
dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ab-
zuweisen ist, da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägun-
gen ergibt – als aussichtlos zu bezeichnen waren, weshalb die Vorausset-
zungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt sind,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.– (Art. 1‒
3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-
gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
(Dispositiv nächste Seite)
D-3500/2022
Seite 10