Decision ID: 7358b60c-0a5d-5f3b-ac5a-9a9ca5513389
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Robert Baumann, Waisenhausstrasse 17,
Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
IV-Leistungen
Sachverhalt:
A.
A.a A._ sprach am 3. November 2009 bei der IV-Stelle vor. Er gab dabei u.a. an, er
habe in den vergangenen zwei Jahren verschiedene Arbeitsstellen krankheitsbedingt
verloren. Er leide an Akne im Intim-, Gesäss- und Schulterhöhlenbereich. Die Akne trete
jeweils bei grösseren Anstrengungen auf (Schwitzen, Hitze usw.). Sie beruhige sich,
wenn er nicht arbeite, und sie trete relativ schnell wieder auf, wenn er im gewöhnlichen
Umfeld arbeite (IV-act. 7). Am gleichen Tag füllte er das Anmeldeformular aus (IV-act.
1). Er hatte eine Anlehre als Metallbearbeiter/Bauschlosser absolviert (IV-act. 4-8). Dr.
med. B._, FMH Allgemeine Medizin, gab am 26. November 2009 telephonisch an (IV-
act. 21), der Versicherte leide an einer Akne inversa und an einer Allergie auf
Palladiumchlorid, Nickel (II)-Sulfat und INCL. Die Akne inversa sei seit sieben Jahren
bekannt. Die Akne im Genitalbereich habe eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zur
Folge. Tätigkeiten, bei denen der Versicherten nicht der Hitze ausgesetzt sei und bei
denen er nicht schwitzen müsse, könnten trotz der Akne ausgeübt werden. Das
Schwitzen unterhalte die Akne. Der Versicherte sollte ausserdem den Kontakt mit
fettigen, öligen Substanzen meiden. Dasselbe gelte für Materialien, gegen die er
allergisch sei. Die Hautverhältnisse sollten ab Januar 2010 wieder eine
Arbeitsaufnahme zulassen, der Versicherte werde wieder die volle Arbeitsfähigkeit
erreichen. Prof. Dr. med. C._, Chefarzt, und Dr. med. D._, Oberärztin, beide vom
Dermatologischen Ambulatorium des Spitals E._, berichteten am 4. Dezember 2009
(IV-act. 26-3 f.), es bestünden keine Diagnosen mit Arbeitsunfähigkeit. Der Versicherte
habe angegeben, seit 14 Monaten sei es zu einer Exazerbation der Akne inversa
gekommen. Insbesondere in Verbindung mit starkem Schwitzen seien immer wieder
Abszesse aufgetreten. Die Akne inversa sei eine schwierig zu behandelnde Krankheit.
Insbesondere bei fortgesetztem Nikotinkonsum bestehe eine starke Chronizität. Man
habe dem Versicherten empfohlen, den Nikotinabusus zu sistieren. Aus
dermatologischer Sicht bestehe keine Arbeitsunfähigkeit. Ihrerseits sei dem
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Versicherten nie eine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden. Die F._ AG teilte am 15.
Dezember 2009 mit (IV-act. 30), dem Versicherten sei gekündigt worden, weil er wegen
einer Eisse am Hintern wiederholt (mit verspäteter Abmeldung) der Arbeit ferngeblieben
sei. Der letzte Arbeitstag sei der 7. Juli 2009 gewesen.
A.b Dr. med. G._, Dermatologie/Allergologie am Kantonsspital St. Gallen, berichtete
am 30. Dezember 2009 (IV-act. 34), der Versicherte sei vom 4. April 2007 bis 8. Januar
2008 behandelt worden. Über Diagnosen, die sich derzeit auf die Arbeitsfähigkeit
auswirken würden, sei nichts bekannt. Die Dermatologische Klinik des
Universitätsspitals Zürich berichtete Dr. B._ am 15. Dezember 2009 (IV-act. 40),
folgende Diagnosen seien erhoben worden: Akne inversa, irritativ-toxisches Ekzem
skrotal und Typ-IV-Sensibilisierung auf Palladiumchlorid, Nickel-Sulfat und INCI. Weiter
wurde angegeben, seit ca. zwei Jahren zeigten sich rezidivierende Entzündungen im
Genitalbereich sowie axillär. Diverse topische und systemische Therapien seien
durchgeführt worden, hätten aber nicht ausreichend angesprochen. Aufgrund des
hohen Leidensdrucks unter der therapierefraktären Akne inversa bestehe die einzige
kurative Therapieoption in einem chirurgischen Prozedere. Der Versicherte werde sich
bezüglich einer Operation Gedanken machen. Die Eingliederungsverantwortliche der
IV-Stelle notierte am 20. Januar 2010 (IV-act. 41), der hauptauslösende Faktor der Akne
inversa sei das Rauchen. Gegebenenfalls sei die Nikotinentwöhnung als
Schadenminderungspflicht zu prüfen. Die Klinik für Chirurgie am Kantonsspital St.
Gallen hatte in einem Sprechstundenbericht vom 18. Januar 2010 festgehalten (IV-act.
45), aktuell zeige sich der Versicherte beschwerdefrei. Grundsätzlich bestehe ein
Bedarf nach einer chirurgischen Exzision perianal und axillär, der Versicherte sei aber
diesbezüglich eher zurückhaltend. Dr. B._ gab am 3. Februar 2010 telephonisch an
(IV-act. 44), bei einer Operation wäre mit einer Arbeitsunfähigkeit von drei bis vier
Wochen zu rechnen. Aktuell bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100%. Die
Eingliederungsverantwortliche notierte am 8. Februar 2010 (IV-act. 46-5), es liege keine
Invalidität vor, denn der Gesundheitsschaden begründe keine anhaltende
Einschränkung in der angestammten oder in einer adaptierten Tätigkeit. Berufliche
Massnahmen seien nicht angezeigt. Dr. med. H._ vom RAD bestätigte am 10.
Februar 2010, dass die Akne inversa weder in der angestammten noch in einer
adaptierten Erwerbstätigkeit eine anhaltende Einschränkung bewirke (IV-act. 47).
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A.c Mit einem Vorbescheid vom 13. April 2010 teilte die IV-Stelle dem Versicherten
mit, dass sie beabsichtige, sowohl das Begehren um berufliche
Eingliederungsmassnahmen als auch das Rentenbegehren abzuweisen, da die
angestammte Tätigkeit als Metallbearbeiter/Bauschlosser ohne relevante
Einschränkungen vollzeitig zumutbar sei (IV-act. 53). Der Versicherte reichte u.a. einen
Bericht des Dermatologischen Ambulatoriums des Stadtspitals E._ vom 20. Januar
2009 ein (IV-act. 54-12 f.). Laut diesem Bericht war das Sistieren des Nikotinabusus als
vorerst wichtigste Massnahme erachtet worden, da Nikotin den Verlauf deutlich
verschlechtern könne. Der Versicherte habe angegeben, dass verstärktes Schwitzen
bei der Arbeit die Akne inversa verschlimmere. Das treffe nicht zu. Es bestehe kein
direkter Zusammenhang zwischen Schwitzen und Akne inversa. Allenfalls könne es in
einem feuchten Milieu eher zu einem Infekt kommen. Man habe dem Versicherten
geraten, die intertriginösen Regionen trocken zu halten, regelmässig die Kleidung zu
wechseln und die Haut mit einer desinfizierenden Waschlotion zu waschen. Der
Versicherte liess am 14. Mai 2010 gegen den Vorbescheid einwenden (IV-act. 55), er
habe sich am 19. April 2010 in eine stationäre Behandlung im Kantonsspital St. Gallen
begeben. Am 4. Juni 2010 führte seine Rechtsvertreterin ergänzend aus (IV-act. 58), es
seien weitere umfassende Abklärungen unter Berücksichtigung der Operationen vom
April 2010 und der psychischen Belastung durchzuführen. Die Berichte über die
Operationen vom 19, 23. und 28. April 2010 seien zwingend anzufordern und im
Vorbescheid zu berücksichtigen. Dr. B._ habe angegeben, es bestehe noch bis
mindestens Ende Juni 2010 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Die bisherige Tätigkeit
als Metallbearbeiter/Bauschlosser sei ungeeignet, da häufiges Schwitzen vermieden
werden solle. Eine erneute detaillierte Abklärung sei notwendig. Die Rechtsvertreterin
des Versicherten machte weiter geltend, es sei unterlassen worden, eine spezifische
dermatologische Begutachtung vorzunehmen und auch die psychischen Auswirkungen
einzubeziehen. Notwendig sei also ein interdisziplinäres Gutachten. Dr. B._ hatte der
Rechtsvertreterin des Versicherten am 1. Juni 2010 u.a. angegeben, bei gehäuften
Infekten müsste der Versicherte wegen der Hautinfekte und deren Behandlung immer
wieder der Arbeit fernblieben. In einer adaptierten Tätigkeit wäre die Arbeitsfähigkeit
weit weniger stark eingeschränkt. H._ vom RAD hielt dazu am 28. Juli 2010 fest (IV-
act. 60), bei der Akne inversa handle es sich um eine Erkrankung der Talg- und nicht
der Schweissdrüsen. Aus dermatologischer Sicht bestehe kein direkter
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Zusammenhang zwischen Akne inversa und Schwitzen. Aus dem Umstand, dass
wegen des grossen Leidensdrucks operiert worden sei, könne kein psychisches Leiden
mit Krankheitswert abgeleitet werden. Die Operationen verursachten keine länger
dauernde oder gar anhaltende Arbeitsunfähigkeit. Es sei keine Begutachtung
erforderlich. Mit einer Verfügung vom 2. August 2010 wies die IV-Stelle
dieLeistungsbegehren ab (IV-act. 61).
B.
B.a Der Versicherte liess am 9. September 2010 Beschwerde erheben (act. G 1) und
sinngemäss die Zusprache einer ganzen Invalidenrente ab wann rechtes, spätestens
ab April 2010 beantragen. Eventualiter seien berufliche Massnahmen zuzusprechen.
Subeventualiter sei die Sache zur weiteren medizinischen Abklärung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Zur Begründung führte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers sinngemäss aus, die Arbeitsverhältnisse seien immer schon nach
relativ kurzer Zeit aufgelöst worden. Die Ursache seien jeweils die häufigen
krankheitsbedingten Absenzen gewesen. Diese Absenzen seien wegen der Akne
inversa notwendig gewesen. Die Arbeiten seien praktisch immer mit Schwitzen
verbunden gewesen. Die Auffassung des RAD, dass es an einem Zusammenhang
zwischen der Akne inversa und dem Schwitzen fehle, sei unzutreffend, wie zahlreiche
anderslautende medizinische Akten zeigten. Gemäss den Angaben von Dr. B._
bestehe seit dem 1. Oktober 2009 eine Arbeitsunfähigkeit von 100%. Diese dauere
mindestens bis Ende Juni 2010. Aufgrund der Nachteile des Schwitzens sei im
angestammten Beruf und in jedem anderen körperlich schweren Beruf eine
vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit zu bejahen. Da auch in einer angepassten Tätigkeit
immer wieder Infekte aufträten, die Absenzen nach sich zögen, sei der
Beschwerdeführer einem Arbeitgeber gar nicht mehr zumutbar. Im Übrigen bestehe
auch in einer adaptierten Tätigkeit eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit. Jedenfalls seien
die Voraussetzungen für eine Umschulung erfüllt. Am 19., 23. und 29. April 2010 seien
die Operationen erfolgt. Am 23. Juli 2010 sei bereits wieder ein kleines Rezidiv
festgestellt worden. Daraus folge, dass weitere Abklärungen zwingend notwendig
seien. Da sich der hohe Leidensdruck auf die Psyche auswirke, sei diesbezüglich eine
Abklärung notwendig. Ein polydisziplinäres Gutachten dränge sich auf.
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B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 29. November 2010 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 8). Sie machte sinngemäss geltend, es sei nicht ersichtlich,
weshalb die Akne inversa den Beschwerdeführer an der Ausführung einer
Erwerbstätigkeit hindere. Er habe trotz dieser Krankheit seine zweijährige Anlehre als
Metallbearbeiter abschliessen können und er sei - unterbrochen durch Phasen von
Arbeitslosigkeit - immer wieder erwerbstätig gewesen. Der RAD habe am 8. November
2010 zu Recht darauf hingewiesen, dass die Akne inversa nicht abgeklungen sei,
obwohl der Beschwerdeführer seit einem Jahr nicht mehr arbeite. In der medizinischen
Fachliteratur werde kein Zusammenhang zwischen der Ausübung einer bestimmten
beruflichen Tätigkeit und der Akne inversa beschrieben. Somit stehe der weiteren
Ausübung des angestammten Berufs nichts im Weg, zumal dieser Beruf nicht
ausschliesslich körperlich strenge Arbeiten beinhalte. Das wirksamste Mittel gegen die
Akne inversa wäre das Einstellen des Rauchens. Die vorliegenden medizinischen
Berichte enthielten keinen Hinweis auf eine psychische Erkrankung, so dass auch keine
entsprechende Abklärung notwendig sei.
B.c Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers reichte den Austrittsbericht der Klinik
für Chirurgie des Kantonsspitals vom 12. Mai 2010 (act. G 11.2) ein. Am 19. April 2010
war eine Exzision inguinal bds. und Axilla links vorgenommen worden. Am 23. April
2010 waren eine Exzision und Resektion am Gesäss links erfolgt. Am 28. April 2010
hatten die Ärzte einen partiellen Wundverschluss vorgenommen. Die Operationen
waren problemlos durchgeführt worden und der weitere Aufenthalt war
komplikationslos gewesen. Es war ein Versuch unternommen worden, eine
Rauchentwöhnung zu erreichen. Die Motivation des Beschwerdeführers war aber zu
gering gewesen. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers machte am 4. Januar
2011 geltend (act. G 11), eine massive Akne inversa mit Hauteiterungen im Genital- und
Schrittbereich hindere offensichtlich die Ausübung einer Erwerbstätigkeit. Es sei dem
Beschwerdeführer nämlich praktisch unmöglich, zu stehen, zu sitzen und sich zu
bewegen. Die Entzündungen verursachten starke Schmerzen. Es gehöre zum
Krankheitsbild, dass kurzfristig erhebliche Verbesserungen aufträten. Aber auch
kurzfristige erhebliche Verschlechterungen seien möglich. Für den Zusammenhang
zwischen der Arbeit als Metallbauschlosser und die Akne inversa sprächen die Berichte
von Dr. B._ vom 1. Juni und 20. August 2010 und der Bericht der Dermatologie/
Allergologie des Kantonsspitals St. Gallen vom 26. Juli 2010. Bereits Dr. I._ habe am
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13. November 2008 festgehalten, dass eventuell ein Umschulungsantrag zu stellen sei.
Der Umstand, dass die Akne inversa trotz fehlender Arbeitsaufnahme nicht
abgeklungen sei, zwinge zum Schluss, dass selbst bei einer adaptierten
Erwerbstätigkeit von einer Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei.
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 6. Januar 2011 auf eine Duplik (act. G
13).
B.e Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers reichte einen Bericht von Dr. med.
J._, Facharzt für Neurologie und Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
St. Gallen, vom 7. September 2011 ein (act. G 15.1). Dr. J._ hatte folgende
Diagnosen erhoben: Psychogene psychische Störung, am ehesten
Persönlichkeitsstörung, kein Nachweis einer schwergradigen Depression oder von
Suizidalität. Dr. J._ führte aus, bei der psychogenen psychischen Erkrankung handle
es sich um eine Symptomatik mit sozial dysfunktionellen Verhaltensmustern und mit
labiler narzisstischer Homöostase. Am ehesten liege eine Cluster B-
Persönlichkeitsstörung vor. Bei einer solchen Krankheit kämen meistens eher kürzere
Phasen mit depressiver Stimmung oder mit unangenehmen Gefühlen vor. Der
Beschwerdeführer neige dazu, Schwierigkeiten zu externalisieren, in gewisser Weise
die Schuld bei anderen zu suchen und nicht die eigenen Kräfte zu mobilisieren,
sondern eher Hilfe von anderen und Schonung zu fordern. Am 27. März 2012 reichte
der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers u.a. einen Bericht von Dr. B._ vom 19.
März 2012 ein, laut welchem der Beschwerdeführer weiterhin unter immer wieder
auftretenden, unterschiedlich grossen subkutanen Eiterungen litt. Am 4. Januar 2012
war eine Analfistel operiert worden. Ein subkutaner Befund im Bereich des Kreuzbeins
wurde vom Chirurgen beobachtet (act. G 17.1).

Erwägungen:
1.
Ab einem Invaliditätsgrad von 40% besteht ein Anspruch auf eine Invalidenrente (Art.
28 Abs. 2 IVG). Invalid ist, wer voraussichtlich bleibend oder für längere Zeit ganz oder
teilweise erwerbsunfähig ist (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Erwerbsunfähigkeit ist der durch
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eine Gesundheitsbeeinträchtigung verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
Bemessen wird die Invalidität mittels eines Einkommensvergleichs (Art. 16 ATSG).
Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der
Invalidität und nach der Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Valideneinkommen).
1.1 Der Beschwerdeführer hat eine Anlehre als Metallbearbeiter/Bauschlosser
absolviert. Er ist bis zur Auflösung des letzten Arbeitsverhältnisses in diesem Berufsfeld
tätig gewesen. Seine Validenkarriere besteht deshalb in der Weiterausübung seines
Berufs. In bezug auf die Invalidenkarriere hat der Beschwerdeführer geltend gemacht,
er sei aufgrund der Erkrankung an Akne inversa im erlernten Beruf arbeitsunfähig.
Diese Behauptung ist zwar für jene - kurzen - Perioden als zutreffend zu betrachten, in
denen sich der Beschwerdeführer in stationärer Spitalbehandlung befindet, um die
durch die Akne inversa ausgelösten Abszesse operativ behandeln zu lassen.
Ausserhalb dieser stationären Spitalaufenthalte besteht aber keine Arbeitsunfähigkeit,
denn es ist dem Beschwerdeführer objektiv möglich, den erlernten Beruf auszuüben.
Zur Diskussion steht also keine Arbeitsunfähigkeit im engen Sinn des Worts, sondern
eine Unzumutbarkeit der an sich möglichen Ausübung des erlernten Berufs, weil diese
Arbeit angeblich die Entstehung von Abszessen fördere. Die Ausübung des erlernten
Berufs soll also nicht mehr zumutbar sein, weil sie die Gesundheit erheblich
beeinträchtige. Tatsächlich liegt keine Unfähigkeit vor, eine bestimmte Erwerbstätigkeit
auszuüben. Unter diesen in Art. 6 ATSG verwendeten Begriff lässt sich die Ausübung
einer krank machenden Arbeit demnach nicht subsumieren. Art. 6 ATSG enthält aber
auch den Begriff der zumutbaren Arbeit, d.h. arbeitsfähig ist nur, wem es zumutbar ist,
einer bestimmten Erwerbstätigkeit nachzugehen. Die Ausübung einer krank
machenden Arbeit ist nicht zumutbar. Das allein muss ausreichen, um von einer
Arbeitsunfähigkeit i.S. von Art. 6 ATSG auszugehen.
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1.2 Zu prüfen ist demnach, ob es dem Beschwerdeführer tatsächlich unzumutbar ist,
seinen erlernten Beruf weiter auszuüben. Er hat geltend gemacht, diese Arbeit sei
unzumutbar, weil sie mit starkem Schwitzen verbunden sei, was die Entstehung und
die Entwicklung von Abszessen fördere. Häuften sich diese Abszesse, müsse er immer
wieder der Arbeit fernbleiben. Die Krankheit beruhige sich, wenn er nicht arbeite. Diese
Behauptung des Beschwerdeführers wird nur durch die Angaben von Dr. B._
gestützt. Alle anderen mit dem Fall des Beschwerdeführers befassten Ärzte haben
keinen Zusammenhang zwischen starkem Schwitzen und einer Exazerbation der Akne
inversa gesehen. Dr. C._ vom Spital E._ hat die angestammte Tätigkeit am 4.
Dezember 2009 ausdrücklich als zu 100% zumutbar bezeichnet. Bereits am 20. Januar
2009 hatte er einen direkten Zusammenhang zwischen starkem Schwitzen und der
Entwicklung von Abszessen verneint; es genüge, wenn der Beschwerdeführer die
intertriginösen Regionen trocken halte und die Kleider regelmässig wechsle. H._ vom
RAD hat am 28. Juli 2010 im Rahmen der Würdigung des entsprechenden Berichts von
Dr. C._ geltend gemacht, dass es sich bei der Akne inversa um eine Erkrankung der
Talgdrüsen und nicht der Schweissdrüsen handle und dass sie von folgenden Faktoren
begünstigt werde: Rauchen, Übergewicht, enge Kleidung, Zuckerkrankheit, männliche
Hormone und genetische Faktoren. Aus dermatologischer Sicht bestehe kein direkter
Zusammenhang zwischen dem starken Schwitzen und der Akne inversa. Die
Beschwerdegegnerin hat in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass sich die
gesundheitliche Situation des Beschwerdeführers nicht gebessert habe, obwohl er seit
längerer Zeit keiner mit starkem Schwitzen verbundenen Erwerbstätigkeit mehr
nachgegangen sei. Wäre das Schwitzen, wie der Beschwerdeführer geltend gemacht
habe, tatsächlich eine wichtige Ursache der Entstehung und Vergrösserung von
Abszessen, so hätte sich der Gesundheitszustand während der Dauer der
Erwerbslosigkeit bessern oder wenigstens beruhigen müssen. Die medizinischen Akten
weisen darauf hin, dass dies tatsächlich nicht der Fall gewesen ist. Die Auffassung der
mit dem Fall des Beschwerdeführers befassten Dermatologen ist einhellig gewesen:
Schwitzen ist kein die Entwicklung der Akne inversa fördernder Faktor, wenn die
entsprechenden Hautstellen trocken gehalten und die Kleider regelmässig gewechselt
werden. Die gegenteilige Auffassung von Dr. B._ vermag nicht zu überzeugen, zumal
sie nicht medizinisch begründet worden ist. Dr. B._ hat sich nicht mit den
abweichenden Angaben der Fachärzte auseinandergesetzt. Demnach steht mit dem
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Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass es dem
Beschwerdeführer trotz der Erkrankung an einer Akne inversa zumutbar ist, vollzeitlich
seinem Beruf nachzugehen. Eine dermatologische Begutachtung ist nicht notwendig,
da die Angaben der verschiedenen behandelnden Dermatologen und der zuständigen
Ärztin des RAD überzeugen. Im Übrigen könnte selbst dann nicht auf eine
rentenbegründende Invalidität geschlossen werden, wenn es dem Beschwerdeführer
unzumutbar wäre, den erlernten Beruf auszuüben. Nach dem Grundsatz "Eingliederung
vor Rente" (vgl. U. Kieser, ATSG-Kommentar, 2. A., Vorbemerkungen N. 47) müsste
sich der Beschwerdeführer nämlich einer Umschulung in eine adaptierte
Erwerbstätigkeit unterziehen, in der er durch die Akne inversa nicht in seiner
Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt wäre. Das zumutbare Invalideneinkommen wäre dann
anhand der 100%igen Arbeitsfähigkeit in dieser neuen Erwerbstätigkeit zu ermitteln, so
dass keine Invalidität resultieren könnte.
1.3 Der Beschwerdeführer hat geltend gemacht, es sei möglich, dass er aus
psychischen Gründen arbeitsunfähig sei, weshalb eine psychiatrische Begutachtung
notwendig sei. Dr. Meyer hat am 7. September 2011 zwar über eine psychogene
psychiatrische Erkrankung des Beschwerdeführers berichtet, aber er hat daraus nicht
auf eine Arbeitsunfähigkeit, sondern nur auf eine Verhaltensbesonderheit (Schuld bei
anderen suchen, Hilfe und Schonung einfordern) und auf das Auftreten kurzer Phasen
mit depressiver Stimmung oder unangenehmen Gefühlen geschlossen. Ausgehend von
dieser überzeugenden Einschätzung besteht keine Notwendigkeit, den
Beschwerdeführer psychiatrisch zu begutachten, denn es ist offensichtlich, dass keine
durch die psychische Beeinträchtigung bewirkte Arbeitsfähigkeit vorliegt.
1.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer in seinem Beruf
objektiv arbeitsfähig ist und dass ihm die Ausübung dieses Berufs nach wie vor
uneingeschränkt zumutbar ist. Die Beschwerdegegnerin hat zudem zu Recht darauf
hingewiesen, dass bei einer durch die Akne inversa bewirkten Unzumutbarkeit der
Ausübung des erlernten Berufs eine Schadenminderungspflicht zur Diskussion stehen
würde. Ein wichtiger die Akne inversa fördernder Faktor ist nämlich das Rauchen. Der
Beschwerdeführer hat sich im Rahmen der dermatologischen Behandlung in der
Vergangenheit geweigert, mit dem Rauchen aufzuhören. Bevor auf der Grundlage einer
durch die Akne inversa bewirkten Arbeitsunfähigkeit eine rentenrelevante Invalidität
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ermittelt würde, müsste der Beschwerdeführer gestützt auf Art. 21 Abs. 4 ATSG
aufgefordert werden, mit dem Rauchen aufzuhören. Als Sanktion für die Verletzung
dieser Schadenminderungspflicht wäre die Verweigerung einer Invalidenrente
anzudrohen. Fehlt es an einer unvermeidbaren Arbeitsunfähigkeit, so liegt keine
behinderungsbedingte Erwerbseinbusse vor. Das zumutbare Invalideneinkommen
entspricht dem Valideneinkommen, so dass keine Invalidität besteht. Die
Beschwerdegegnerin hat demnach zu Recht einen Rentenanspruch des
Beschwerdeführers verneint.
2.
Ein Anspruch auf eine Umschulung besteht, wenn diese infolge einer Invalidität
notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder
verbessert werden kann (Art. 17 Abs. 1 IVG). Gemeint ist natürlich nicht die Invalidität
nach Art. 8 ATSG, denn diese setzt ja den vorgängigen Abschluss der beruflichen
Eingliederung voraus. Es muss sich also um eine umschulungsspezifische Invalidität
handeln. Diese ist gegeben, wenn die versicherte Person in den "ohne zusätzliche
berufliche Ausbildung offenstehenden noch zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine
bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbseinbusse von etwa 20%
erleidet" (Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, bearbeitet von U. Meyer, 2. A., S. 191).
Gemäss dem oben Ausgeführten kann der Beschwerdeführer auf dem allgemeinen und
ausgeglichenen Arbeitsmarkt uneingeschränkt seinen erlernten Beruf ausüben. Er
erleidet also keine Erwerbseinbusse, so dass er nicht umschulungsspezifisch invalid
ist. Demnach hat die Beschwerdegegnerin zu Recht auch einen Umschulungsanspruch
des Beschwerdeführers verneint.
3.
Da der Beschwerdeführer gegenüber der Beschwerdegegnerin nicht
leistungsberechtigt ist, muss seine Beschwerde abgewiesen werden. Er unterliegt
vollumfänglich, so dass auch sein Gesuch um die Zusprache einer Parteientschädigung
abgewiesen werden muss. Das Beschwerdeverfahren in IV-Sachen ist kostenpflichtig.
Die Gerichtsgebühr bemisst sich nach dem Verfahrensaufwand (Art. 69 Abs. 1 IVG). bis
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Das vorliegende Verfahren hat einen durchschnittlichen Aufwand verursacht, so dass
die Gerichtsgebühr praxisgemäss auf Fr. 600.-- festzusetzen ist. Der unterliegende
Beschwerdeführer hat diese Gerichtsgebühr zu bezahlen. Sie ist durch den von ihm
geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.-- gedeckt.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP