Decision ID: 5ba15742-c8cd-576f-845c-4f76b7648eb4
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1974, erhielt von 1983 bis 1994 medizinische Mass
nah
men der Invalidenversicherung zugesprochen (vgl. Urk. 7/3, Urk.
7/15
), schloss
am 25. März 2002 eine Kosmetikfachschule mit Diplom ab (Urk.
7/58
/3) und mel
dete sich am 6. September 2011 unter Hinweis auf ein Turnersyndrom bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/37 Ziff. 6.2).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, teilte der Versi
cher
ten am 5. Januar 2012 mit, dass kein Anspruch auf berufliche Massnahmen be
stehe (Urk.
7/59
), und gab sodann ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag, das am 29. März 2012 erstattet wurde (Urk.
7/65
). Danach nahm sie die Abklä
rungen zur beruflichen Eingliederung wieder auf (Urk. 7/6
9-73
) und teilte der Versicher
ten am 29. Oktober 2012 wiederum mit, dass kein Anspruch auf be
rufliche Mas
snahmen bestehe (Urk. 7/7
4
).
Mit Vorbescheid vom 28. Juni 2013 stellte sie ihr in Aussicht, auch den Renten
anspruch zu verneinen (Urk.
7/86
). Sodann nahm die IV-Stelle die Abklärungen zur beruflichen Eingliederung wieder auf (Urk.
7/100
) und erteilte am 4. März 2014 Kostengutsprache für berufliche Massnahmen (Urk.
7/102
). Mit Mitteilung vom 2. Juli 2014 erklärte sie diese als erfolgreich abgeschlossen (Urk.
7/114
).
Mit Verfügung vom 8. August 2014 verneinte die IV-Stelle den Anspruch auf eine Invalidenrente (Urk. 7/11
6
).
Die von der Versicherten
- verbunden mit einem Wieder
erwägungsgesuch -
dagegen erhobene Beschwerde (
Urk.
7/121/3-4)
wurde vom hiesigen Gericht im Verfahren IV.2014.00961 mit Urteil vom 1
2.
Januar 2015 abgewiesen, wobei die von ihr unter dem Titel Beschwer
de/Wiedererwägungsgesuch gestell
ten An
träge als Neuanmeldung für berufliche Mass
-
nahmen taxiert wurden und die Sache nach Eintritt der Rechtskraft an die Beschwerde
gegnerin überwiesen wurde, damit sie über geeignete berufliche Mas
snahmen be
finde (
Urk.
7/126).
1.2
Gestützt auf das Urteil vom 1
2.
Januar 2015 nahm die IV-Stelle die Abklä
rungen zur beruflichen Eingliederung wieder auf (
Urk.
7/128,
Urk.
7/133,
Urk.
7/136,
Urk.
7/141-142
,
Urk.
7/148
). Mit Mitteilung vom 2
1.
September 2015 (
Urk.
7/147) wurde die Arbeitsvermittlung sodann abgeschlossen, da sich die Ver
sicherte derzeit aus subjektiven Gründen nicht in der Lage fühle, eine Stelle im ersten Arbeitsmarkt zu suchen beziehungsweise auszuüben.
Nach weiteren Abklärungen (
Urk.
7/
154,
Urk.
7/159-160,
Urk.
7/171,
Urk.
7/175,
Urk.
7/185-187) sprach die IV-Stelle der Versicherten mit
Verfügung vom
3.
Ok
tober 2017 (
Urk.
7/233
, vgl. auch
Urk.
7/221
)
eine
halbe Rente ab August 2016 zu und nahm die berufliche Wiedereingliederung erneut auf (
Urk.
7/216 S. 4 f.,
Urk.
7/221).
Mit Mitteilung vom 2
3.
August 2017 wurde der Versicherten die Übernahme der Kosten für die Ausbildung Fachfrau Betreuung Kinder beim
Bildungszentrum Y._
zugesprochen (
Urk.
7/225
, vgl. auch
Urk.
7/227
).
Zusätzlich sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Mitteilung vom 1
9.
Oktober 2017 die Übernahme der Kosten für ein Jobcoaching sowie für Lern- und Stützkurse am
Y._
zu (
Urk.
7/238
, vgl. auch
Urk.
7/240
).
Anlässlich der Standortsitzung vom
4.
April 2018 äusserte die Versicherte, si
e wolle die Ausbildung aufgrund von zu viel Stress in der Schule und im privaten Umfeld nicht fortsetzen. Der Versicherten wurde eine Woche Bedenkzeit eingeräumt,
um der IV-Stelle mitzuteilen,
ob sie die Ausbildung wei
terführen wolle (
Urk.
7/266)
, was sie verneinte
.
Dementsprechend
hob die IV-Stelle nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/270,
Urk.
7/276-277) mit Verfügung vom
8.
Juni 2018 die
Mitteilungen vom 2
3.
August und 1
9.
Ok
tober 2017 auf und schloss die Berufsberatung ab (
Urk.
7/278 =
Urk.
2).
2.
Die Versicherte erhob
am 5. Juli 2018 Beschwerde
gegen die Verf
ügung vom 8. Juni 2018 (Urk. 2)
und beantragte, diese sei aufzuheben und die Ausbildung zur Fachfrau Betreuung Kinder sei weiterzuführen (S. 2
Ziff.
1 und 2). Sie sei bei der Suche nach einem geeigneten Praktikumsplatz von der IV-Berufsberatung weiterhin zu unterstützen (S. 2
Ziff.
3), eventuell seien ihr ein Belastbarkeits- und anschliessend ein Aufbautraining zu gewähren. In der Folge sei ihr dann Hilfe bei der Stellenvermittlung zu gewähren (S. 2
Ziff.
4), subeventuell sei eine ergän
zende medizinische Abklärung durchzuführen (S. 2
Ziff.
5).
Die IV-Stelle bean
tragte mit Beschwerdeantwort vom 1
1.
September 2018 die Abweisung der Be
schwerde (
Urk.
6). Dies wurde der Beschwerdeführerin am 1
3.
September 2018 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8).
Am 4. Dezember fand a
m hiesigen Gericht eine Instruktionsverhandlung statt (vgl.
Urk.
9 und Protokoll S. 3).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8
des Bundesgesetzes über den Allgemei
nen Teil des Sozialversicherungsrechts
;
ATSG)
bedrohte Versicherte haben ge
mäss Art. 8
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit (Abs. 1):
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
wieder herzustellen
, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen
für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (Abs. 1
bis
). Nach Massgabe der Art. 13 und 21 IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich (Abs. 2). Nach Massgabe von Art. 16 Abs. 2
lit
. c IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbs
fähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu erhalten oder zu verbessern (Abs. 2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 in medizinischen Mass
nahmen (
lit
. a), Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Ein
gliederung (
lit
.
a
bis
), Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige be
rufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
. d).
1.2
Der Anspruch auf konkrete berufliche Massnahmen unterliegt den allgemeinen Anspruchsvoraussetzungen gemäss Art. 8 IVG, namentlich der Geeignetheit, Er
forderlichkeit und Eingliederungswirksamkeit. Es muss gewährleistet sein, dass der angestrebte Eingliederungserfolg voraussichtlich von einer gewissen Dauer ist; zudem muss der zu erwartende Erfolg in einem vernünftigen Verhält
nis zu den Kosten der konkreten Eingliederungsmassnahme stehen, schliesslich muss die konkrete
Massnahme dem Betroffenen auch zumutbar sein (Urteil des Bundesge
richts I 794/02 vom 19. November 2003 E. 2 mit Hinweisen).
Die Eingliederungsfähigkeit der versicherten Person muss in subjektiver, aber auch in objektiver Hinsicht
rechtsgenüglich
erstellt sein (
AHI
1997 S. 82 E. 2b/
aa
; ZAK 1991 S. 179 unten f. E. 3).
1.3
Berufliche Massnahmen sind von Gesetzes wegen nicht an einen bestimmten In
validitätsgrad gebunden. Der Anspruch auf eine bestimmte Eingliederungs
mass
nahme der Invalidenversicherung setzt voraus, dass sie sich zur Erreichung des von ihr bezweckten Eingliederungsziels eignet; dies nicht nur objektiv mit Bezug auf die Massnahme, sondern auch subjektiv mit Bezug auf die Person des Versi
cherten. Denn eingliederungswirksam kann eine Massnahme nur sein, wenn der Ansprecher selber wenigstens teilweise eingliederungsfähig ist (AHI 2002 S.
109).
1.4
Im Gebiet der Invalidenversicherung gilt ganz allgemein der Grundsatz, dass die invalide Person, bevor sie Leistungen verlangt, alles ihr Zumutbare selber vorzu
kehren hat, um die Folgen ihrer Invalidität bestmöglich zu mildern (BGE 113 V 22 E. 4a mit Hinweisen). Dieses Gebot der Selbsteingliederung ist Ausdruck des in der ganzen Sozialversicherung geltenden Grundsatzes der Schadenminde
rungspflicht (vgl. BGE 120 V 368 E. 6b, 117 V 275 E. 2b), wobei jedoch von der versicherten Person nur Vorkehren verlangt werden können, die unter Berück
sichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzel
falles zumutbar sind (BGE 113 V 22 E. 4a mit Hinweisen auf Lehre und Recht
sprechung; ZAK 1989 S. 214 E. 1c). Als Ausdruck der allgemeinen Schadenmin
derungspflicht geht die Pflicht, die notwendigen Schritte zur Selbsteingliederung zu un
ternehmen, nicht nur dem Renten-
, sondern auch dem gesetzlichen Einglie
derungsanspruch vor (Urteil des Bundesgerichts 9C_356/2014 vom 14. November 2014 E. 3.1 mit Hinweisen auf Urteile I 116/03 vom 10. November 2003 E. 3.1 und I 145/01 vom 12. September 2001 E. 2b).
Für die Beantwortung der Frage nach der Zumutbarkeit der Behandlung oder Eingliederungsmassnahme im Sinne von
Art.
21
Abs.
4 ATSG kann auf die zu Art. 31
Abs.
1 IVG in der bis 3
1.
De
zember 2002 gültig gewesenen Fassung ergangene Rechtsprechung verwiesen werden, da sich diesbezüglich mit dem neuen Recht nichts geändert hat (vgl. auch SVR 2007 IV Nr. 34 S. 121, E. 3.1, I 744/06; Urteile des Bundesgerichts I 1068/06 vom 3
1.
August 2007 E. 2.2 und I 824/06 vom 13. März 2007 E. 3.1.1). Danach sind die gesamten persönlichen Verhältnisse, namentlich die
berufliche und so
ziale Stellung der versicherten Person, zu berücksichtigen. Massgebend ist aber das objektiv Zumutbare, nicht die subjektive Wertung des Versicherten (ZAK 1982 S. 495, E. 3; Urteil des Bundesgerichts I 105/93 vom 11. März 1994 E. 2a; Meyer-Blaser, Zum Verhältnismässigkeitsgrundsatz im staatlichen Leistungs
recht,
Diss
. Bern 1985, S. 189). Die gesetzliche Vorgabe, wonach Massnahmen, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, nicht zumutbar sind, be
deutet nicht, dass eine Vorkehr, die keine solche Gefahr darstellt, automatisch zumutbar ist (ZAK 1985 S. 326, E. 1;
Kieser
, a.a.O., N 60 zu Art. 21; Meyer-Blaser, a.a.O., S. 138 f.); sie weist aber doch darauf hin, dass nur Gründe von einer ge
wissen Schwere zur Unzumutbarkeit führen. Die Zumutbarkeit ist sodann in Re
lation einerseits zur Tragweite der Massnahme, andererseits zur Bedeutung der in Frage stehenden Leistung zu beurteilen. Insbesondere bei medizinischen Mass
nahmen, die einen starken Eingriff in die persönliche Integrität der versicherten Person darstellen können, ist an die Zumutbarkeit kein strenger Massstab anzu
legen (ZAK 1985 S. 325 f., E. 1). Umgekehrt ist die Zumutbarkeit eher zu bejahen, wenn die fragliche Massnahme unbedenklich ist (RKUV 1995 Nr. U 213 S. 68 f., E. 2b). Sodann sind die Anforderungen an die Schadenminderungspflicht dort strenger, wo eine erhöhte Inanspruchnahme der Invalidenversicherung in Frage steht, namentlich wenn der Verzicht auf schadenmindernde Vorkehren Renten
leistungen auslöst (BGE 113 V 22 E. 4d.; SVR 2007 IV Nr. 34 S. 121, E. 3.1; Urteil des Bundesgerichts 8C_128/2007 vom 14. Januar 2008 E. 3.1 mit Hinweisen).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) begründete die Beschwerdegegnerin die Abweisung des Leistungsbegehrens damit, dass die Beschwerdeführerin seit Som
mer 2017 eine Ausbildung am
Y._
absolviert habe und aus Sicht des
Y._
sowie aus medizinischer Sicht die Ausbildung möglich und zumutbar gewesen sei. Die Beschwerdeführerin habe sich jedoch nicht länger in der Lage gefühlt, die Aus
bildung weiterzuführen und am 1
1.
April 2018 mitgeteilt, dass sie einen ge
sch
ützten Arbeitsplatz suchen würde (S. 1). Ein Erfolg sei durchaus als möglich angesehen worden. Voraussetzung dafür seien jedoch der Wille und die Motiva
tion der Beschwerdeführerin. Diese seien in den Gesprächen vom 1
1.
April und 1
5.
Mai 2018 nicht ersichtlich gewesen und auch im Einwand vom 2
2.
Mai 2018 habe die Beschwerdeführerin bezweifelt, die Kraft zu haben, die Ausbildung fort
zusetzen (S. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin hielt in ihrer Beschwerde (Urk. 1) dagegen,
sie sei sehr wohl gewillt, die begonnene Ausbildung fortzusetzen und abzuschliessen. Es fehle ihr nicht an der notwendigen Motivation. Bei den von der Beschwerdegeg
nerin geführten Gesprächen seien die behandelnden Ärzte nicht einbezogen wor
den, so dass die relevanten medizinischen und psychiatrischen Aspekte ungenü
gend berücksichtigt worden seien. So sei es dazu gekommen, dass sie sich über
fordert gefühlt und nicht
in der Lage gesehen habe, unter den gegebenen Um
ständen die Ausbildung weiterzuführen. Sie sei aber nach wie vor bestrebt, ihre Ausbildung weiterzuführen und abzuschliessen (S. 5).
2.3
Strittig
und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die beruflichen Massnah
men zu Recht abgebrochen hat.
3.
3.1
Was die subjektive Eingliederungsfähigkeit anbelang
t, ist den Akten zu ent
neh
men, dass sich die Beschwerdeführerin vorerst und nach einer Krise im Herbst 2017 zwar imstande fühlte, die Ausbildung aufzunehmen und fortzuführen, die von ihr in der Folge an den Tag gelegte wechselnde Motivation und bisweilen schwierige Mitwirkung jedoch ein anderes Bild zeigte. So äusserte
die Beschwer
deführerin
zu Beginn der
Massnahme im August 2017
, es fehle ihr jede Motiva
tion für eine Ausbildung mit der laufenden Kostengutsprache ohne Taggeld und sprach bereits zu diesem Zeitpunkt von einem Abbruch
(
Urk.
7/239 S. 2).
Im Ok
tober 2017 gab die Beschwerdeführerin an, sie sei sehr belastet und wisse nicht, ob sie die Ausbildung durchziehen könne. Eigentlich wolle sie die Ausbildung machen, doch fehle ihr die Energie (
Urk.
7/247 S. 2).
Auch anlässlich des Ge
sprächs vom 1
3.
Dezember 2017 sprach die Beschwerdeführerin noch von Be
fürchtungen, dass sie es nicht schaffen könnte (
Urk.
7/245).
Dem Verlaufsproto
koll vom 1
4.
Dezember 2017 ist hingegen zu entnehmen, dass sich die Beschwer
deführerin nach der Krise im Herbst habe stabilisieren können und die Motivation nun deutlich spürbar sei. Es werde eine Fortführung der Ausbildung gewünscht (
Urk.
7/247 S. 1).
An der Standortsitzung vom
4.
April 2018 kam seitens der Be
schwerdeführerin schliesslich
deutlich
zum Ausdruck, dass sie
die Ausbildung nich
t fortsetzen und lieber in einem geschützten Rahmen arbeiten wolle
(
Urk.
7/266 S. 1)
.
Sie wurde daraufhin seitens der Berufsberaterin der Besc
hwer
degegnerin wie auch de
s
Job-
Coach
s
, der Lern- und Aufgabenhilfe und der Be
reichsleiterin
der Ausbildung ermuntert,
die Entscheidung nochmals zu überden
ken
und die Ausbildung fortzusetzen,
zumal ihr
viele
Helfer
und Unterstützung
zur Seite
stünden (
Urk.
7/266). Die
Beschwerdegegnerin räumte der Beschwerde
führerin daraufhin eine Bedenkzeit von einer Woche ein, um sich zu entschieden, ob sie die Ausbil
dung weiterführen wolle (
Urk.
7/
266 S. 2 unten).
Nachdem die Beschwerdeführerin in Folge des Standortgesprächs vom
4.
April 2018 das Angebot der Beschwerdegegneri
n, die Ausbildung mit Unterstützung und Hilfe weiterzuführen, ablehnte,
hob die IV-Stelle nach durchgeführtem
Vor
bescheidverfahren
(
Urk.
7/270,
Urk.
7/276-277) mit Verfügung vom
8.
Juni 2018 die Mitteilungen vom 2
3.
August und 1
9.
Oktober 2017 auf und schloss die
Be
rufsberatung ab (
Urk.
2
).
3.
2
Die Beschwerdeführerin betonte sowohl in der Korrespondenz mit der Eingliede
rungsberatung
wie auch anlässlich der Instruktionsverhandlung vor dem Gericht, dass sie
sich alleine gelassen gefühlt habe und die nötige
beziehungsweise rich
tige
Unterstützung gefehlt habe. So
seien auch ihre Ärzte nicht genügend mitein
bezogen worden.
Diese Ausführungen sind wenig ergiebig. So überprüfte die Beschwerdegegnerin die medizinische Situation der Beschwerdeführerin stetig und holte sowo
hl bei
Dr.
Z._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, wie auch bei
Dr.
A._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, mehrere
Berichte
(
Urk.
7/218,
Urk.
7/
228,
Urk.
7/271-272,
Urk.
7/
274-275
)
ein, welche die angedachte Ausbildung
allesamt als
der Beschwerdeführerin
zumutbar bestätigten.
S
o wurde festgehalten, dass aus psychiatrischer Sicht keine Krank
heitsgründe bestünden, welche gegen das Fortsetzen der Ausbildung sprächen (vgl.
Urk.
7/271). Vor dem Hintergrund der Kenntnis der Persönlichkeit und der medizinischen Voraussetzungen
wäre es empfehlenswert, dass die Beschwerde
führerin die Ausbildung fortsetze (
Urk.
7/272). Auch
Dr.
Z._
kam zum Schluss, dass sich die körperliche Verfassung unter der Therapie eklatant verbes
sert habe und auch die Leistungsfähigkeit sukzessive habe gesteigert werden kön
nen, so dass für die angestrebte Tätigkeit als Fachfrau Betreuung Hort von einer Arbeitsfähigkeit von 80
%
auszugehen sei. Es dürfe mit einem konstanten und dauerhaften Leistungsvermögen gerechnet werden (
Urk.
7/275).
Was die passende
Unterstützung
anbelangt, bleibt anzumerken, dass die Be
schwerdegegnerin der Beschwerdeführerin
zahlreiche
Leistungen, welche auf sie individuell abgestimmt waren
,
zugesprochen hat. So wurde
n
der Beschwerdefüh
rerin
für ihre Ausbildung
neben einem
Bewerbungs- und
Jobcoaching zusätzlich
Lern- und
Stütz
kurse
sowie ein Coaching für herausfordernde zwischenmensch
liche Situationen
angeboten
(vgl.
Urk.
7/239 S. 1 f.)
. Die Beschwerdegegnerin war stets bemüht, der Beschwerdeführerin die bestmögliche Unterstützung zu gewäh
ren (vgl.
auch
Urk.
7/245
,
Urk.
7/247
).
Zudem liegt es g
em
äss Art. 43 Abs. 1 ATSG
im Ermessen der Beschwerde
gegnerin, dar
über zu befin
den, mit welchen Mitteln sie die notwendigen Abklärungen vor
nimmt, mithin steht ihr vorliegend ein Auswahlermessen zu, welches sie pflicht
gemäss auszu
üben hat. Es lassen sich keine Anhaltspunkte finden, dass die Beschwer
degeg
nerin ihr Ermessen nicht pflichtgemäss ausgeübt hat beziehungs
weise ein trifti
ger Grund bestünde, wo
nach das Gericht sein Ermessen an die Stelle desje
nigen der Verwaltung setzten darf (vgl. BGE 126 V 75 E. 6).
3.3
Unter den genannten Umständen bei medizinisch attestierter und von der Be
schwerdeführerin bestätigter zumutbarer Arb
eitsfähigkeit, ist das Vorgehen
der Beschwerdegegnerin, wonach sie nach dem Abbruch seitens der Beschwerdefüh
rerin von einer subjektiven Eingliederungsunfähigkeit
ausg
ing
und die Leistun
gen einstellte
, nachvollziehbar und
nicht zu beanstanden.
Übe
rzeugende gegen
teilige Gründe
sind nicht ersichtlich und
wu
rden
auch
von der Beschwer
deführe
rin
nicht vor
ge
bracht.
Es bleibt ihr unbenommen, sich bei der IV-Stelle erneut für Leistungen anzumelden, sollte sie
eine konstante Motivation für berufliche Mas
s
nahmen aufbringen können.
3.4
Nach dem Gesagten waren
bei der Beschwerdeführerin die subjektiven Vor
aus
setzun
gen für die Gewährung von
Eingliederungsmassnahmen
zum Verfügungs
zeitpunkt
nicht
(mehr)
erfüllt. Dem
nach hat die Beschwerdegegnerin die Einglie
de
rungsmassnahmen zu Recht ein
gestellt und
das Leistungsbegehren mit V
erfü
gung vom
8.
Juni 2018
abgewiesen.
Die Beschwerde ist abzuweisen.
4.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Ver
sicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kos
ten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zule
gen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ermessensweise auf Fr. 600.-- anzusetzen.
Ent
sprechend dem Aus
gang des Ver
fahrens sind sie de
r
unterliegenden Beschwer
de
führer
in
aufzuerle
gen.