Decision ID: c3e93d7b-1e36-4c66-a6a4-666f5570250f
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1967, war als Sozialpädagoge bei der
Klinik
Y._
angestellt und dadurch bei der ÖKK Kranken- und Unfallversicherun
gen AG obligatorisch unfal
lversichert, als er am 2
9.
April
2012
mit dem Fahrr
ad stürzte (
Urk.
7/1). Dabei
erlitt er eine
petrochantäre
Femurfraktur
rechts. Glei
chentags wurde operativ eine Osteos
ynthese durchgeführt (
Urk.
7/3
,
Urk.
7/4).
Am 2
8.
Mai 2013 wurde das
Osteosynthese
material
entfernt (
Urk.
7/24).
Die ÖKK erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung, Tag
geld)
.
1.2
Am 1
2.
September 2018
informierte
X._
die Ö
KK
, d
ass er
ei
ne Hüfttotalprothese rechts benötige. Unter Hinweis auf den Unfall vom 2
9.
April 2012
ersuchte
er
um Kostenübernahme (
Urk.
7/25). Bereits zuvor, am 2
2.
Juni 2018, war ihm
eine
Hüft
total
endo
prot
hese
links
eingesetzt
worden (
Urk.
7/30,
Urk.
7/31).
G
estützt auf eine Stellungnahme i
hres beratenden Arztes
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappa
rates, vom 1
9.
September 2018 beantworte
te
die ÖKK mit Schreiben vom 2
7.
Sep
tember 2018
das Ersuchen abschlägig
(
Urk.
7/33,
Urk.
7/34).
X._
gelangte am
5.
Februar 2019 erneut an die ÖKK
und bat um
Neubeurteilung seines Gesuchs (
Urk.
7/
35
). Die
Hüfttotal
endo
prothese
rechts war am 2
1.
S
eptember 2018 eingesetzt worden (
Urk.
7/36,
Urk.
7/37). A
m 2
7.
Februar 2019 musste er sich einer weiteren Operation an der rechten Hüfte unterziehen
(
Urk.
3/2a,
Urk.
3/2b
). Die ÖKK liess nochmals
Dr.
Z._
zum Fall Stellung nehmen
(Stellungnahme vom 1
4.
Februar 2019,
Urk.
7/40-41). Mit Ver
fügung vom 2
7.
Februar
2019 wies
sie das Leistungsgesuch ab (
Urk.
7/42). Daran hielt sie mit Einspracheentscheid vom
9.
Mai 2019 fest (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am
5.
Juni 2019 Besc
hwerde und be
antrag
t
e sinngemäss die Zusprechung der gesetzlichen Leistungen
(
Urk.
1). Die ÖKK schloss in der Beschwerdeantwort vom 2
7.
Juni 2019 auf Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei (
Urk.
6 S. 2). In der Replik vom
4.
No
vember 2019, nunmehr vertreten durch Rechtsanwalt lic. i
ur. Ivo Wiesendanger, stellte
X._
den formulierten Antrag
,
dass ihm
für die am 1
2.
September
2018 gemeldeten Beschwerden (Rückfall/Folgen des Unfalls vom 2
9.
April 2012) die gesetzlichen Versicherungsleistungen auszurichten
seien
(
Urk.
15 S. 2). Die ÖKK hielt in der Duplik vom 2
4.
Januar 2020 an
ihrem Antrag fest (
Urk.
20 S. 2), was der Gegenpartei zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
22).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. No
vember 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversiche
rung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu be
urteilende Unfall hat sich am 2
9.
April 2012
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall An
wendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss
UVG
setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des na
tür
lichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der
versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adä
quate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Er
folg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V
456 E. 5a).
1.4
Die Versicherungsleistungen werden auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt
, für Bezüger von Invalidenrenten jedoch nur unter den Voraussetzungen von Art. 21 UVG
(Art. 11
UVV). Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wieder
aufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Be
handlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem an
dersgearteten Krankheitsbild führen können (BGE 118 V 293 E. 2c mit Hinwei
sen).
Rückfälle und Spätfolgen schliessen sich begrifflich an ein bestehendes Unfaller
eignis an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht der Unfallversicherung nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein na
türlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 293 E. 2c in fine).
Es obliegt
in einem solchen Fal
l
der versicherten Person, das Vorliegen eines na
türlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem neuen Beschwerdebild und dem Unfall mit dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der überwie
genden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Je grösser der zeitliche Abstand zwi
schen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen Beeinträchtigung ist, desto strengere Anforderungen sind an den Wahrscheinlichkeitsbeweis des na
türlichen Kausalzusammenhangs zu stellen (RKUV 1997 Nr. U 275 S. 191 E. 1c in fine). Bei Beweislosigkeit fällt der Entscheid zu Lasten der versicherten Person aus (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b). Werden durch einen Unfall Beschwerden verursacht,
übernimmt die Unfallversicherung den durch das Unfallereignis ver
ursachten Schaden, spätere Gesundheitsstörungen dagegen nur, wenn eindeutige Brückensymptome gegebe
n sind (Bundesgerichtsurteil 8C_113/2010
vom
7.
Juli 2010
E. 2.3).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig er
scheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Der Beschwerdeführer macht Spätfolgen beziehungsweise einen Rückfall zum Unfall vom
2
9.
April 2012 geltend. Ihm seien
Hüfttotal
endo
prothesen
beidseits eingesetzt worden. Auf der linken Seite, die aufgrund des Unfalls nicht vorge
schädigt gewesen sei, sei er nun beschwerdefrei. Auf der rechten Seite habe sich ergeben, dass das Knochengewebe aufgeweicht gewesen sei
. Die operierenden Ärzte des Kantonsspitals
A._
hätten eine posttraumatische Coxarthrose diagnost
iziert. Das einzige Trauma, das
dafür in Frage komme, sei das Unfaller
eignis vom 2
9.
April 201
2.
Damit sei der Kausalzusammenhang gegeben. Ohne den Unfall wäre die Coxarthrose nicht beziehungsweise nicht in diesem Ausmass vorhanden und die Knochen wären nicht
aufgeweicht gewesen. Wegen dieser Unfallfolge habe die Hüftpfanne nicht genügend Stabilität aufgewiesen und es sei eine weitere Operation nötig geworden (
Urk.
15 S. 11). Überdies seien in der rechten Hüfte Keime entdeckt worden. Er sei der Überzeugung, dass diese bereits bei der Operation vom 2
9.
April 2012 in die Hüfte gelangt seien und sich bis heute auswirkten (
Urk.
1,
Urk.
15 S.
11).
2.2
Die Beschwerdegegnerin hält dafür
, dass aufgrund der medizinischen Aktenlage ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen
d
er fortgeschrittenen Coxar
thro
se und dem Unfall vom 2
9.
Apri
l 2012 lediglich möglich, n
icht
aber
überwie
gend wahrscheinlich sei. Ein Kausalzusammenhang zwischen dem Infekt und dem Unfall sei unwahrscheinlich. Die Beschwerde sei somit abzuweisen (
Urk.
6 S. 4,
Urk.
20 S. 4).
3.
3.1
Di
e unmittelbar
nach dem Unfall vom 2
9.
April 2012 durchge
führten radiologi
schen Abklärungen ergaben
nebst der
petrochantären
Fe
murfraktur
rechts eine leichte Coxarthrose beidseits, rechtsb
etont (
Urk.
7/3).
Dr.
med.
B._
, der glei
chentags den Beschwerdeführer operierte,
sprach von einer deutlichen Coxarthro
se beidseits (
Urk.
7/4).
3.2
Dem Bericht
des Kantonsspitals
A._
vom 2
5.
Juni 2018 ist zu entn
ehmen, dass die Einsetzung der
Hüfttotal
endo
prothese
links
am 2
2.
Juni 2018
wegen einer symptomatischen Coxarthrose links bei
femoroaceta
bulärem
Impingement
er
folgt war.
Die belastungsabhängigen inguinalen Hüftschmerzen links hätten ein invalidisierendes Ausmass angenommen, weshalb die Indikation zur Implanta
tion gestellt worden sei (
Urk.
7/30).
3.3
I
m Bericht
des Kantonsspitals
A._
vom 1
1.
September 2018
wurde ausge
führt
,
dass der Beschwerdeführer
mit dem Operationsresultat sehr zufrieden und links
nun nahezu beschwerdefrei sei.
Aufg
rund der wieder
gewonnenen Mobilität leide er jedoch zunehmend unter belastungsabhängigen inguinalen Hüftschmer
zen rechts. Die Ursache dafür liege ebenfalls in einer Coxarthrose. Inwieweit dabei e
in Zusammenhang mit der
petrocha
ntären
Femurfraktur
bestehe, sei
schwierig zu sagen. Auch hier besteh
e die Indikation zur Implantation
einer
Hüfttotalen
doprothese
. Über die Operationsrisiken
(
Fraktur, Luxation, Infekt, Verletzung eines motorischen Hauptnervs) sei der Beschwerdeführer bereits informiert (
Urk.
7/32). In Würdigung dieses Berichts gelangte
Dr.
Z._
zum Schluss, es liege ein degeneratives Geschehen
vor. Der
im 2012 erlittenen
petrocha
ntären
Fraktur komme dabei keine Bedeutung zu (
Stellungnahme vom 1
9.
September
2018,
Urk.
7/33).
3.4
Nachdem dem Beschwerdeführer
am 2
1.
September 2018
die
Hüfttotal
endo
pro
these
rechts eingesetzt worden war,
kam
es
zu Komplikationen.
Die behandelnden Ärzte hielten
im Bericht vom 2
2.
Januar 2019 dazu fest
, es bestehe eine Locke
rung der Pfanne der
Hüfttotal
endo
prothese
rechts
, was die progredienten Schmer
zen erkläre. Es sei ein Pfannenwechsel indiziert
(
Urk.
7/39).
Dr.
Z._
führte
in der St
ellungnahme vom 1
4.
Februar 2019 in Kenntnis dieses Verlaufs
zur Unfall
kausalität
aus
, dass bereits im Zeitpunkt des Unfalls vom 2
9.
April 2012 eine deutliche Coxarthrose beidseits bestanden habe. Durch den Sturz sei es zu einer gewissen Schlagwirkung auf das rechte Hüftgelenk gekommen.
Eine Relevanz sei dem aber nicht beizumessen, andernfalls die Coxarthrose innert kurzer Zeit zu
genommen hätte und nicht erst sechs Jahre später symptomatisch geworden wäre
(
Urk.
7/40-41).
3.5
Im Bericht zur
Revisionsoperation vom 2
7.
Februar 2019
führten die Ärzte des Kantonsspitals
A._
aus
, im
Hinblick auf den bevorstehenden Eingriff habe am
7.
Februar 2019 eine Hüft
gelenks
punktion rechts stattgefunden. In deren Rah
men sei die Diagnose einer
Actinomyces
radingae
-Infektion gestellt worden (
Be
richt vom 2
8.
Februar
2019,
Urk.
3/2b
).
Im Austrittsbericht vom 1
4.
März 2019
, nach erfolgter Hospitalisation
vom 2
7.
Februar
bis 1
3.
März 2019,
hielten die Ärzte die Diagnose einer symptomatischen Pfannenlockerung rechts nach Im
plantation einer
unzementierten
Hüfttotal
endo
prothese
bei symptomatisch
er, posttraumatischer Coxarthro
se sowie bei Status
nach Osteosynthese am 2
9.
April 2012 bei
undislozierter
pertrochantärer
Femurf
rak
tur
fest. Weiter konstatierten sie
, bei mikrobiologischem Nachweis von
Actinom
yces
radingae
sowie Staphylo
kokkus
epidermidis
sei eine Umstellung der antibiotischen Therapie erfolgt. His
tologisch zeige sich in den
Exzisaten
eine herdförmige
phlegmonöse
Entzündung (
Urk.
3/2a).
3.6
Die Ärzte des Universitätsspitals
C._
, Klinik für Infektionskrankheiten und Spitalhygiene, erklärte
n im Bericht vom 1
4.
August 2019
, die Frage, ob der Hüft
i
nfekt vom operativen Eingriff im Jahr 2012 stamme, könne nicht eindeutig beantwortet werden. Aufgrund des Zeitfensters sei dieser Infektionsweg
aber
un
wahrscheinlich, da ein sechs Jahre dauerndes
infektfreies
Intervall ohne Fremd
material im Knochen dokumentiert sei. Der Krankheits
v
erlau
f
und das Keimspek
trum spreche vielmehr für einen
prothesenassozierten
Infekt im Zusammenhang mi
t der Operation im September 201
9.
Der Infekt sei von den Ärzten des Kan
tonsspitals
A._
lege artis behandelt worden (
Urk.
21).
4.
4.1
Aufgrund der medizinischen Berichten ist ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 2
9.
April 2012 und der C
oxarthrose an der Hüfte rechts
nicht erstellt.
Die Coxarthrose hatte bereits im 2012 bestanden.
Die Einschätzung von
Dr.
Z._
, wonach die Coxarthrose viel frü
her symptomatisch geworden wäre
, wenn sie durch das Sturzereigni
s vom 2
9.
April 2012 ausgelöst
respektive richtungsgebend verschlimmert
worden
wäre,
überzeugt.
Dafür spricht auch
, dass
am linken Hüftgelenk ebenfalls wegen einer Coxarthrose die Einsetzung einer
Hüfttotal
endo
prothese
notwendig geworden war, wobei diesbezüglich ein Zusam
menhang mit dem Unfall unbestrittenermassen auszuschliessen ist.
Auch die behandelnden Ärzte des Kantonsspital
s
A._
hielten einen Kau
salzusammenhang bloss
für
möglich, nicht aber für wahrscheinlich. So führten sie im Bericht vom 1
1.
September 2018
aus, es sei schwierig zu sagen, inwieweit ein Zusammenhang zwischen der fortgeschrittenen Coxarthrose und der
pertro
chantären
Femurfraktur
besteh
e (
Urk.
7/32). Zwar bezeichneten
sie im Bericht vom 1
4.
März 2019 die Coxarthrose als posttraumatisch, indem sie die Diagnose einer symptomatischen Pfannenlockerung rechts nach Implantation einer
Hüft
total
endo
prothese
bei symptomatischer, posttraumatischer Coxarthrose stell
t
en (
Urk.
3/2a). Ausführungen zu einer allfälligen posttraumatischen Genese der Cox
arthr
os
e fehlen im Bericht indessen gänzlich.
In den früheren Berichten, insbe
sondere
auch im Operationsbericht vom 2
8.
Februar 2019
,
ist
denn auch
jeweils bloss von einer symptomatischen Coxarthrose die Rede (
Urk.
3/2b). Vor diesem Hintergrund kann daher
nicht
der Schluss gezogen werden, die Ärzte des Kan
tonsspitals
A._
seien nunmehr zu
einer anderen Beurteilung des Kausal
zusammenhangs gelangt.
4.2
Auch in Bezug auf den Infekt kann nicht davon ausgegangen werden, dass diese
r auf den operativen Eingriff vom 2
9.
April
2012
und damit mittelbar auf den
glei
chentags erlittenen Unfall
zurückzuführen ist. Gestützt auf die überzeugende Be
urteilung des Universitätsspitals
C._
vom 1
4.
August 2019
ist dabei von einem
prothesenassozierten
Inf
ekt
auszugehen
. Nach der Operation vom 2
9.
April 2012 war der Beschwerdeführer sechs Jahre ohne Infekt.
Zu den Operationsrisiken ge
hören auch Infektionsrisiken, worauf der Beschwerdeführer vor
den
beiden Im
plantationen der
Hüfttotal
endo
prothesen
vom 2
2.
Juni 2018 und 2
1.
September 2018
hingewiesen wurde
(
Urk.
7/32). Der B
ericht
zur Operation vom 2
1.
Septem
ber 2018 enthält, wie auch die früheren Berichte, keinerlei Hinweise auf eine In
fektion (
Urk.
7/36).
Die Diagnose
einer
Actinomyces
radingae
-Infektion
wurde erst in der Folge gestellt
(
Urk.
3/2a), weshalb die Fachärzte des Universitätsspitals
C._
die Infektion auf die
Operation v
om 2
1.
September 2018 zurückführten
(
Urk.
21).
Diesen
Verlauf scheint der Beschwerdeführer zu verkennen (
Urk.
1). Auch ist er darauf hinzuweisen, dass ein möglicher Kausalzusammenhang für die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin nicht genü
gt. Das Vorliegen eines na
türlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem neuen Beschwerdebild und dem Unfall muss mit dem Beweisgrad
d
er überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachge
wiesen sein.
Dies ist vorliegend
nicht der Fall
.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.