Decision ID: 1a2ab7b1-fea4-44a3-848b-8e319787980e
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
...
,
Profisportler
(
...
) und gelernter kaufmännischer Angestellter
(
Urk.
7/57)
,
stand
bei der
Y._
in einem vom
...
2017 bis
...
2020 (
Urk.
7/56 S. 2) beziehungsweise bis
...
2020 befristeten Arbeitsverhältnis (
Urk.
7/
64
,
Urk.
7/35 S. 4
).
Am 20.
Mai 2020 meldete
er
sich beim Regionalen Arbeitsvermitt
lungszentrum Z._
zur
Arbeitsvermittlung an (Urk.
7/65)
. A
m
19.
August
2020
wurde
n
die Rahmenfrist für den Bezug von
Leistungen
eröffnet
und Taggelder der Arbeitslosenversicherung ausgerichtet
(
Urk.
7/12
-
13
, Urk.
7/67
)
.
Am
...
2020
ging der Versicherte
ein
vom
...
2020 bis
...
2021 befristetes Arbeitsverhältnis
mit
der A._
ein (
Urk.
7/19, Urk.
7/27)
. Das entsprechende Einkommen wurde
zunächst
als Zwischenverdienst an- und abgerechnet (
Urk.
7/
11-13
).
Mit Schreiben vom 1
7.
November 2020 teilte das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) dem Versicherten mit, dass
seine
Vermittlungsfähigkeit und somit
sein
Anspruch auf Arbeitslosenversicherungsleistungen überprüft
würden
(
Urk.
7/20)
.
Hie
r
für
holte
das
AWA
die
Stellungnahme
des Versicherten vom
2.
Dezember 2020
ein
(
Urk.
7/15,
Urk.
7/2).
Mit Verfügung vom 1
8.
Dezember 2020 verneinte
das
AWA
die Vermittlungsfähigkeit und damit einen Anspruch auf Arbeits
losenentschädigung ab 1
9.
August 2020
(
Urk.
7/21)
. Die dagegen erhobene Einsprache
vom 1
7.
Januar
2021, ergänzt nach Einsicht in die
Kassena
kten am 10.
Februar 2021
(
Urk.
7/26
,
Urk.
7/33
)
,
wie
s das AWA mit Entscheid vom 26.
April 2021 ab (
Urk.
7/34 =
Urk.
2).
1.2
Mit Verfügung vom
5.
Februar 2021 forderte das AWA
zudem
die vom 19. August bis 3
1.
Oktober 2020 ausbezahlte Arbeitslosenentschädigung
in der Höhe von
Fr. 12'414.90 zurück (
Urk.
7/29). Dagegen erhob der Versicherte unter Hinweis auf das laufende Verfahren betreffend
Vermittlungsfähigkeit
am 10.
Februar 2021
vorsorglich
Einsprache (
Urk.
7/28).
2.
Mit Eingabe vom
2
6.
Mai 2021
erhob der Versicherte Beschwerde gegen den
Ein
spracheentscheid
vom
2
6.
April 2021
betreffend Vermittlungsfähigkeit (Urk.
2) und beantragte, dieser sei aufzuheben
, die beantragten Leistungen seien auszu
richten
und es sei
seine
Vermittlungsfähigkeit zu bejahen
(
Urk.
1 S. 2).
Das AWA beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
5.
Juni 2021 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6).
Dies wurde dem Beschwerdeführer am
2
9.
Juni 2021
zur Kenntnis gebracht (Urk.
8
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Eine der gesetzlichen Voraussetzungen für den Anspruch auf Arbeitslosenent
schädigung ist die Vermittlungsfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
lit
. f
des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädi
gung
;
AVIG)
. Gemäss
Art.
15
Abs.
1 AVIG ist die arbeitslose Person vermittlungs
fähig, wenn sie bereit, in der Lage und berechtigt ist, eine zumutbare Arbeit anzuneh
men und an Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen. Zur Vermitt
lungsfähigkeit gehört demnach nicht nur die Arbeitsfähigkeit im objektiven Sinn, sondern subjektiv auch die Bereitschaft, die Arbeitskraft entsprechend den persön
liche
n Verhält
nissen währ
end der üblichen Arbeitszeit ein
zu
setzen (BGE 125 V 51 E. 6a).
Hiezu
genügt die Willenshaltung oder die bloss verbal erklärte Vermittlungsbereitschaft nicht; die versicherte Person ist vielmehr gehalten, sich der öffentlichen Arbeitsvermittlung zur Verfügung zu stellen, angebotene zumut
bare Arbeit anzunehmen und sich selbst intensiv nach einer zumutbaren Stelle umzusehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_99/2012 vom
2.
April 2012 E. 2 mit Hinweis).
Die Frage der Vermittlungsfähigkeit ist prospektiv - das heisst von jenem Zeitpunkt aus und aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse, wie sie sich bis zum Erlass der Ablehnungsverfügung beziehungsweise des
Einspracheentscheids
entwickelt haben (BGE 120 V 385 E. 2; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_966/2012 vom 1
6.
April 2013 E. 4.1) - und aufgrund einer gesamthaften Würdigung der für die Anstellungschancen im Einzelfall wesentlichen, objektiven und subjektiven Faktoren zu beurteilen. Ausser dem Umfang des für die versicherte Person in Betracht fallenden Arbeitsmarktes ist auch die Art der gesuchten zumutbaren Arbeit von Bedeutung (Urteil des Bundesgerichts 8C_966/2012 vom 1
6.
April 2013 E. 2.3 mit Hinweis).
Vermittlungsunfähigkeit liegt unter anderem vor, wenn eine versicherte Person aus persönlichen oder familiären Gründen ihre Arbeitskraft nicht so einsetzen kann oder will, wie es eine Arbeitgeberin oder ein Arbeitgeber normalerweise verlangt. Sind einer versicherten Person bei der Auswahl des Arbeitsplatzes aber so enge Grenzen gesetzt, dass das Finden einer Stelle sehr ungewiss ist, muss Vermittlungsunfähigkeit angenommen wer
den. Der Grund für die Einschränkung in den Arbeitsmöglich
keiten spielt dabei keine Rolle (BGE 123 V 214 E. 3, 120 V 385 E. 3a mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_714/2014 vom 2
6.
März 2015 E. 2.2).
1.2
Ungenügende Arbeitsbemühungen können nicht nur eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung gestützt auf
Art.
30
Abs.
1
lit
. c AVIG nach sich ziehen, sondern auch zur Verneinung der Vermittlungsfähigkeit führen (BGE 112 V 215 E. 1b mit Hinweisen). Fehlende Vermittlungsfähigkeit darf aber nicht allein aus dem Umstand geschlossen werden, dass unzureichende Stellenbemühungen unternommen werden. Selbst dürftige Bemühungen um eine neue Stelle sind in der Regel nur Ausdruck mangelhafter Erfüllung der gesetzlichen Schadenminde
rungspflicht und nicht Folge davon, dass die versicherte Person effektiv gar keine neue Anstellung finden will. Für die Annahme fehlender Vermittlungsbereitschaft aufgrund ungenügender Stellensuche bedarf es daher qualifizierter Gründe (ARV 1996/97 N 8 S. 31 ff. E. 3 und 4; Urteil des Bundesgerichts 8C_966/2012 vom 1
6.
April 2013 E. 2.2).
1.3
Das Bundesgericht hat betreffend die Vermittlungsfähigkeit von Fussball
spiel
ern
festgehalten
, dass die objektive Vermittlungsfähigkeit fehle, wenn ein Spitzen
sportler in einem neuen Fussballverein vollzeitig (inkl. Trainings, Wettkämpfe, Lager etc.) angestellt und es ihm deshalb nur gestattet sei, eine Nebenbeschäfti
gung aufzunehmen. Im beurteilten Fall wollte der Fussballspieler
für eine Wiederverpflichtung durch einen Verein in der obersten Spielklasse
sehr viel trainieren und durch gute Spiele auffallen,
so dass
es ihm auch an der subjektiven Seite der Vermittlungsfähigkeit fehlte (ARV 2004 N 28 S. 277 E. 3.1
, Urteil C 174/03
).
2.
2.1
Der
Beschwerdegegner
begründete den
angefochtenen Entscheid
damit
(
Urk.
2), dass de
r
Beschwerdeführer
laut Vertrag mit dem FC
A._
grundsätzlich dazu verpflichtet
sei
, während de
r gesamten Vertragsdauer vom
...
2020 bis
...
2021 dem FC
A._
zur Verfügung zu stehen. Ohne Zustimmung
des Arbeitgebers
dürfe der Beschwerdeführer während der Vertrags
laufzeit keiner weiteren beruflichen Tätigkeit nachgehen.
Um vermittlungsfähig zu sein, müsse
eine versicherte Person
grundsätzlich in der Lage sein, uneinge
schränkt jede zumutbare Arbeit anzunehmen. Dies beinhalte insbesondere auch jede zumutbare Arbeit auf dem gesamten freien Arbeitsmarkt, somit auch im ausserfussballerischen Bereich. Da der Beschwerdeführer vertraglich bis zum
...
2021 an den FC
A._
gebunden sei, sei
er
objektiv nicht in der Lage, eine Stelle beispielweise im kaufmännischen
oder im sportnahen
Bereich a
nzutreten. Dies sei gemäss Art.
15
Abs.
1 AVIG jedoch unabdingbare Voraus
setzung
für die Vermittlungsfähigkeit
(S. 3 Mitte).
Zwar sei im
Sideletter
zum Vertrag erwähnt, dass ein ablösefreier Wechsel zu einem Club aus der Super League oder dem Ausland möglich
sei
(S. 3 unten). Die in Frage
kommenden Clubs der Super League seien jedoch auf zehn Clubs beschränkt, welche durch den Beschwerdeführer
ohne Erfolg
angefragt w
orden seien
. Die Möglichkeit
,
eine entsprechende Stelle anzutreten
,
sei somit derart eingeschränkt, dass die Wahrscheinlichkeit
des Eintritts des im
Sideletter
erwähn
ten Falles
als sehr gering zu werten sei, was auch für ein allfälliges Angebot aus dem Ausland gelte (S. 4 oben).
Der Beschwerdeführer sei nach dem Gesagten somit aufgrund des bindenden, bis am
...
2021 befristeten Vertrags mit dem FC
A._
objektiv nicht in der Lage, uneingeschränkt jedes zumutbare Stellenangebot anzunehmen. Somit fehle es bereits an dieser Voraussetzung für die Vermittlungsfähigkeit (S. 4 oben).
Im Weiteren fehle es auch an der subjektiven Bereitschaft, jede zumutbare Arbeit anzunehmen. So gehe aus der durchgeführten Befragung vom
2.
Dezember 2020 hervor, dass die subjektive Bereitschaft, eine Stelle auch ausserhalb des Fussballs anzunehmen, im Moment nicht gegeben sei (S. 4 Mitte)
. Ausserdem habe der Beschwerdeführer ausschliesslich Arbeitsbemühungen als
Profisportler
getätigt und keine einzige Arbeitsbemühung im ausserfussballerischen Bereich. Es könne darum festgehalten werden, dass sowohl
aus der
Befragung als auch aus den getätigten Arbeitsbemühungen hervorgehe, dass der Beschwerdeführer aktuell nicht an einer anderen Stelle als an einer
solchen
als
Profisportler
interessiert sei (S. 4 unten).
2.2
Der Beschwerdeführer machte in seiner Beschwerde (
Urk.
1) demgegenüber geltend,
ihm
sei
vor der Aberkennung der Vermittlungsbereitschaft nie die unge
nügende Stellensuche vorgeworfen worden
. N
ur schon deshalb
sei
en
das Vorge
hen des Beschwerdegegners
offensichtlich falsch und die Verhältnismässigkeit nicht gewahrt (S. 7 oben
)
; dabei berief
er sich auf das Urteil des Bundesgerichts 8C_172/2008 vom
5.
Juni 2008 (S. 9 unten f.
).
Er habe zwar angegeben, er habe sicher noch vier gute Jahre als
Fussball
spieler
vor sich, er sei im besten
Fussballer
a
lter. Dies bedeute jedoch keineswegs, dass er bei der Stellensuche eingeschränkt sei. Er habe Nachweise für die Befähigung als Trainer vorgelegt sowie über seine berufsbegleitende Ausbildung zum
dipl.
Betriebswirtschafter HF, die
voraussicht
lich
im März 2023 abgeschlossen werde (S. 7 unten).
Der
Fokus der Arbeitssuche auf de
n
Bereich Profifussball
sei aufgrund der bishe
rigen Tätigkeiten logisch, nachvollziehbar und sinnvoll
.
Er
habe sein bisheriges ganzes Berufsleben als Profifussballer verbracht. Seine Berufschancen seien in diesem Bereich klar am höchsten und er würde bei keiner anderen Tätigkeit ein vergleichbares Einkommen erzielen.
Ohne Berufserfahrung
würde
er in einer
KV-Tätigkeit nach 16-jähriger Abstinenz keinen höheren Lohn erzielen als beim FC
A._
(derzeit
Fr.
4'600.--, zuzüglich Erfolgsprämie; S. 8 Mitte).
Die Beschränkung der Arbeitssuche im bisherigen Berufsbereich lasse recht
sprechungsgemäss den Schluss auf fehlende Vermittlungsbereitschaft nicht per se zu
(Urteil des Bundesgerichts C 244/05 vom 2
2.
November 2006)
. So könne einem Profisportler, der nach Eintritt der Arbeitslosigkeit zuerst eine neue Arbeit im bisherigen Tätigkeitsbereich suche, nicht von Anfang an die Vermittlungs
bereitschaft abgesprochen werden
(S. 8 unten f.)
.
Die Betrachtungsweise des Beschwerdegegners verstosse gegen den Gleich
behandlungsgrundsatz und führe zu einer ungerechtfertigten Benachteil
ig
ung des Personenkreises mit speziellen Berufen und kleinem Stellenangebot (S. 9 Mitte).
Er würde beim Finden einer besser bezahlten Tätigkeit seinen Zwischenverdienst aufgeben und bewerbe sich jetzt auch auf andere Tätigkeiten (S. 10
oben
). Ein Wechsel sei auch ausserhalb der Transferperioden grundsätzlich möglich, wenn der Spieler den Vertrag auflösen könne (S. 10-11).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf Arbeits
losenentschädigung ab 1
9.
August 2020 unter dem Gesichtspunkt der Vermitt
lungs
fähigkeit.
3.
3.1
K
urz nach Eintr
itt der Arbeitslosigkeit am
... A
ugust 2020, mithin am 2
9.
August 2020, schloss
d
er Beschwerdeführer mit der FC
A._
einen bis am
...
2
0
21 bef
risteten Arbeitsvertrag für ein
vollzeitiges Arbeitsverhältnis ab
, was unbestritten blieb
. Der zunächst vereinbar
te monatliche Grundlohn von Fr.
1'500.--, der am
7.
Januar 2021 auf
Fr.
4'600.-- erhöht
wurde
- jeweils zuzüglich Prämien, Spesen und sonstige Vergütungen (
Urk.
7/19 und
Urk.
7/27 je S. 2) -
,
lag weit unter dem bei der
Y._
erzielten Monatslohn von Fr.
16'832.65 (
Urk.
7/64 S. 2),
sodass
ein Verdienstausfall im Sinne von
Art.
11
Abs.
1 AVIG
vorlag
.
3.2
Dem Beschwerdeführer ist
zwar
insoweit beizupflichten, als
ungenügende Bemühungen um eine neue Arbeitsstelle wie etwa die Beschränkung der Arbeits
suche im bisherigen Berufsbereich nicht an sich schon den Schluss auf fehlende Vermittlungsbereitschaft rechtfertigen. Das Bundesgericht erwog
hiezu
, dass für die Beurteilung der Vermittlungsfähigkeit eine gesamthafte Würdigung der für die Anstellungschancen im Einzelfall wesentlichen, objektiven und subjektiven Faktoren massgebend sei. Ausser dem Umfang des für die versicherte Person in Betracht fallenden Arbeitsmarktes sei auch die Art der gesuchten, zumutbaren Arbeit von Bedeutung. Die Beschränkung der Arbeitsbemühungen auf einen bestimmten
beruflichen Bereich könne deshalb zusammen mit zeitlichen Arbeits
einschränkungen zur Verneinung der Vermittlungsfähigkeit führen. Vermitt
lungsfähigkeit könne nicht angenommen werden, wenn die Vermittlungs
bereitschaft gegeben, jedoch zum vornherein davon auszugehen sei, dass für den fraglichen Zeitraum sich kein Arbeitgeber hätte finden lassen (Urteil des Bundesgerichts C 244/05 vom 2
2.
November 2006 E. 1.2).
3.3
Aus
Art.
9 des
Arbeitsvertrag
es
vom 2
9.
August
2020 (
Urk.
7
/19) geht hervor, dass der
Beschwerdeführer
während der
Vertragslaufzeit - ohne Zustimmung des Arbeitgebers - keiner weiteren beruflichen Tätigkeit nachgehen darf. Von einer objektiven Vermittelbarkeit kann damit
rechtsprechungsgemäss
nicht ausgegan
gen werden.
So muss eine versicherte Person nicht nur bereit, sondern gestützt auf
Art.
15
Abs.
1 AVIG auch in der Lage sein, eine zumutbare Arbeit anzuneh
men. Mit Blick auf die Vermittlungsfähigkeit von Personen im Zwischenverdienst bedeutet dies, dass eine versicherte Person bereit und in der Lage sein muss, die Arbeitslosigkeit zu beenden, das heisst, den Zwischenverdienst bei Auffinden oder Zuweisung einer zumutbaren Arbeitnehmertätigkeit so schnell wie möglich aufzugeben (vgl. AVIG Praxis ALE,
Rz
. B234).
Laut dem Arbeitsv
ertrag m
it de
r
FC
A._
war
solch umgehende
Beendigung der Arbeitslosigkeit oder auch nur die Annahme einer höher bezahl
ten Stelle im Rahmen der Schadenminderungspflicht
nicht möglich
, da die Befristung erst im
...
2021 endete
.
Zwar
wurde
im
Sideletter
vom 24.
September 2020 festgehalten, dass der Beschwerdeführer bei einem Angebot aus der Super League und dem Ausland ablösefrei wechseln könne (
Urk.
7/3).
Allerdings
sind
die in Frage kommenden
neuen
Stellen durch diese
Bestimmung
sehr
einge
schränkt
. Ü
berdies
wird
der Beschwerdeführer ausserhalb der
geltenden Transfer- respektive Qualifikationsperioden, welche
in der Schweiz in der Regel
vom 1
0.
Juni bis zum 3
1.
August und vom 1
5.
Januar bis zum 1
5.
Februar
dauern
(vgl.
Art.
10
Abs.
1 des Reglements über die Qualifikation der SFL-Spieler),
kaum von einem anderen Club engagiert
werden
.
Die
Qualifikation eines Spielers
ist
gemäss
diese
m
Reglement
nur während den entsprechenden Qualifikationsperio
d
en
erlaubt, so dass
entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers
zwischen dem
1.
September und dem 1
4.
Januar
mangels
Qualifikation
respektive Spielberech
tigung
schwerlich
von einer entsprechenden Verpflichtung durch einen anderen Club ausgegangen werden kann.
Zwar ist eine Arbeits- respektive Trainingsauf
nahme in einem anderen Club
nicht gänzlich ausgeschlossen
, doch ausserhalb der Transferperiode
eher
unwahrscheinlich.
Dies bestätigte der
Beschwerdeführer
letztlich in seiner Stellungnahme
vom 2.
Dezember 2020
, wonach er
für eine vorzeitige Auflösung des
Vertrages einen neuen Fus
sballclub brauche und für diese
die Zeiten des Transferfensters g
ä
lten (vgl.
Urk.
7/2 S. 5
Ziff.
16 und 17).
Im Weiteren
räumte
er
selbst ein, dass es seit Pandemieanfang für ihn schwer sei, eine Stelle zu finden
, da die Vereine nicht wüssten, wie es weitergehe (
Urk.
7/2 Ziff. 22)
,
und
coronabedingt
eher we
n
iger Transfers stattfänden (
Urk.
7/2
Ziff.
1
8
; vgl. auch
Urk.
7/35 S. 1
)
.
Er ging mithin selbst
davon
aus
, dass sich
mit Mühe
ein neuer Fussballclub
finden lasse
.
Der Beschwerdeführer wies in diesem Zusammenhang zu Recht darauf hin (Urk. 1 S. 8 f.), dass es rechtsprechungs
gemäss nicht angehe,
spezielle Berufe mit einem kleinen Stellenangebot von Anfang an vom Versicherungsschutz auszuschliessen. Vielmehr
sei
auch Arbeit
nehmenden mit solchen Berufen bei Eintritt der Arbeitslosigkeit zunächst die Gelegenheit einzuräumen, Tätigkeiten im erlernten Beruf oder in der bisherigen Tätigkeit zu suchen. Innerhalb der Schranken von
Art.
16
Abs.
2
lit
. b und d AVIG
sei
dem Versicherten grundsätzlich auch die Annahme einer ausserberuflichen Tätigkeit zumutbar, wobei bei längerer Dauer der Arbeitslosigkeit diesbezüglich eine erhöhte Pflicht besteht
(Urteil des Bundesgerichts C 244/05 vom 2
2.
Novem
ber 2006 E.
2.1).
Vorliegend
führen indes nicht die allein die
auf eine
Tätigkeit als
Profisportler
beschränkten Suchbemühungen zur Verneinung der objektiven Vermittlungsfähigkeit, sondern
die mit dem Abschluss des relativ lang dauernden befristeten Vertrages bekundete fehlende Bereitschaft
des Beschwerdeführers und die Möglichkeit
, die Arbeitslosigkeit
bei Auffinden einer besser bezahlten Tätig
keit
so schnell als möglich zu beenden.
3.
4
Im Weiteren
fällt die beim Beschwerdeführer offensichtlich nicht vorhandene subjektive
Vermittlungsfähigkeit
ins Gewicht. Seiner
Stellungnahme
vom 2.
Dezember 2020
ist
zu entnehmen
, dass
er allein
die
Wiederverpflichtung durch einen Verein als
Fussballer
anstrebte
. So
erklärte
er
zur Frage, ob er auch bereit sei
,
ausserhalb der Fussballbranche Stellen zu suchen,
dass er die letzten 15 Jahre als Fussballer tätig gewesen sei, noch gute vier Jahre als
Fussball
spieler
vor sich habe und im besten
Fussballer
alter sei
(vgl.
Urk.
7/2
Ziff.
9
).
Er bestreite mit dem
FC
A._
S
piele und trainiere, um aktuell zu bleiben und einen neuen Job im Fussball zu finden (U
rk.
7/2
Ziff.
14).
Zu den
Erfolgschancen auf eine Dauerstelle ausserhalb des Profifussballs hielt er weiter
fest
, dass er seit April 2020 berufs
begleitend eine Weiterbildung absolviere, um in vier Jahren bereit zu sein, einen neuen Arbeits-Lebensabschnitt ausserhalb des Fussballs beginnen zu können (
Urk.
7/2
Ziff.
11
).
Im
unbestritten gebliebenen
B
eratungsgespräch vom 18.
September 2020 gab er
dementsprechend an, er suche neben dem Zwischen
verdienst beim FC
A._
nach besseren Angeboten (Super Leag
u
e und Ausland). Ziel sei es, sich via Challenge Leag
u
e für höhere Ligen zu qualifizieren (
Urk.
7/35 S. 3 f.).
Erst
im
Beratungsgespräch vom
1
1.
Mai 2021
äusserte
er
sich dahin
gehend
, allenfalls den Schritt in die Wirtschaft zu versuchen (
Urk.
7/35 S
.
1).
Angesichts dieser Ausführungen und
der
lediglich für eine Stelle als
Fussballspieler
getätigten
Arbeitsbemühungen
im In- und Ausland
(vgl.
Urk.
7/37-38) steht fest, dass der Beschwerdeführer
zumindest bis zum massgebenden Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen
Einspracheentscheides
nicht
bereit war, die Anstel
lung bei
der
FC
A._
zu Gunsten eine
r
besser bezahlten
Stelle ausserhalb des
Profifuss
balls
aufzugeben
.
Vielmehr
wollte
er
erklärtermassen
trainieren und
durch gute Spiele
bei einem neuen Fussballverein
auffallen
(Urk.
7/2
Ziff.
21)
.
Seine
anerkanntermassen getätigten
Weiterbildungen im kaufmännischen Bereich und als Fussballtrainer (
Urk.
7/4-8) beabsichtigt
e
er ausdrücklich, erst in vier Jahren beruflich umzusetzen (
Urk.
7/2
Ziff.
11).
Demnach fehlte
es ihm an der subjektiven Seite der Vermittlungs
bereitschaft.
3.5
Daran ändert
das vom Beschwerdeführer angerufene Urteil
des Bundesgerichts
8C_172/2008
vom
5.
Juni 2008 nichts
.
Es ist zwar zutreffend, dass das Bundes
gericht dort die subjektive Vermittlungsfähigkeit eines versicherten Fussballers bejahte. Doch hatte der Betroffene nur einen Teilzeitarbeitsvertrag als Profifuss
baller inne
und musste erst am Abend zum Training erscheinen
und
hatte
daher die Möglichkeit, ganztags einer Beschäftigung nachzugehen (E. 4.1), was hier gerade nicht der Fall ist.
Die Darstellung des Beschwerdeführers, d
ass ein Stellenangebot
mit einem höheren Lohn als beim FC
A._
(
Fr.
4'600.-- zuzüglich Erfolgsprämien)
wegen
seiner
fehlenden Berufserfahrung im kaufmännischen Bereich von vorn
he
rein ausgeschlossen sei
(
Urk.
1 S.
8
), ist mangels Suchbemühungen in anderen Bereichen als
Fussballspieler
in keiner Weise belegt.
Im Weiteren ist zu berücksichtigen
, dass er
sich
zusätzlich zum Lehrabschluss als kaufmännischer Angestellter
zwischenzeitlich
Kenntnisse aus dem seit April 2020 laufenden
berufsbegleiten
den
Lehrgang der HFW (
Urk.
7/6-8)
angeeignet hat
, was
zweifelsfrei
eine weitere Lohnperspektive eröffnet.
Zum gleichen Schluss führen die
Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhe
bungen (LSE)
, welche
im Jahr 2018
im Dienstleistungssektor
bereits
im (tiefsten) Kompetenzniveau 1 einen Männerlohn von
Fr.
5'063.-- ausw
e
isen (Tabelle
TA1_tirage_skill_level
).
Vor diesem Hin
t
ergrund kann
die Möglichkeit, im aussersportlichen Bereich eine höher bezahlte Anstellung zu finden oder zuge
wiesen zu erhalten, nicht ohne Weiteres von der Hand gewiesen werden. Entgegen der Darstellung des Beschwerdeführers kann
von blosser Schikane seitens des Beschwerdegegners (
Urk.
1 S. 8) offensichtlich nicht die Rede sein.
3.
6
Nach dem Gesagten
hat
der
Beschwerdegegner die Vermittlungsfähigkeit zu Recht verneint.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.