Decision ID: 2f902229-2229-404f-ab80-3dd70e1b70ae
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1951, war seit dem
1.
März 1995 bei der
Y._
AG als Betriebsmitarbeiterin angestellt und damit bei der Schweizeri
schen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) versichert, als sie am
9.
September 2013 einen Auffahrunfall erlitt (
Urk.
7/1).
Nach
getätigten
Abklärungen
stellte die SUVA die bis dahin erbrachten Leistun
gen
mit Verfügung vom
2
2.
Juli 2014
per
3
1.
Juli 2014
ein und verneinte einen Rentenanspruch und einen solchen auf Integritätsentschädigung (Urk.
7/71
). Die vom zuständigen Krankenversicherer
am 3
0.
Juli 2014 erhobene Einsprache (
Urk.
7/78
) wurde am
7.
August 2014
wieder zurückgezogen (
Urk.
7/80
). Die von der Versicherten am
2
9.
Juli 2014
erhobene Einsprache (Urk.
7/73
) wies die SUVA am
2
2.
Oktober 2014 ab (Urk. 7/85
= Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am
2
4.
November 2014
Beschwerde (Urk. 1) gegen den Einspracheentscheid vom
2
2.
Oktober 2014
(Urk. 2) und beantragte,
dieser sei aufzuheben (S. 2
Ziff.
1) und ihr seien die gesetzlichen Leistungen auszurichten (S. 2
Ziff.
2).
Mit Beschwerdea
ntwort vom 1
3.
Januar 2015 (
Urk.
6
) beantragte die SUVA die Abwei
sung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am
8.
Juni 2015 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden
so
weit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Versicherungsleistungen bei Be
rufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Der
Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind,
in die Versicherung einbeziehen (Abs. 2). Ausserdem erbringt die Versi
cherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbe
handlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit,
Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sin
ne
des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um
stände, ohne deren Vor
handensein der eingetretene Erfolg nicht als einge
treten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht
werden kann. Entspre
chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des na
tür
li
chen Kau
salzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die al
leinige oder
unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schä
di
gende Ereignis zu
sammen mit anderen Bedingungen die kör
perliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beein
trächtigt hat, der Unfall mit an
dern
Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die ein
getretene ge
sund
heitliche Störung entfiele
(BGE 129 V 177 E. 3.1, 406 E. 4.3.1, 123 V 45 E. 2b, 119 V 335 E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung
ein
natürlicher Kausalzusammenhang be
steht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Be
schwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm ob
liegenden Be
weis
würdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse
Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
an
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinwei
sen).
Ist ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule diagnostiziert und liegt ein für diese
Verletzung
typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie
diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörun
gen,
Übel
keit, rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression,
Wesensveränderung und so weiter vor, so ist der natürliche Kausal
zu
sammenhang zwischen dem Unfall und der danach eingetretenen Arbeits- be
zie
h
ungsweise Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzunehmen.
Es ist zu beto
nen, dass es gemäss obiger Begriffsumschreibung für die Bejahung des natürli
chen Kausalzusammenhangs genügt, wenn der Unfall für eine bestimmte ge
sund
heit
liche Störung eine Teilursache darstellt (BGE 117 V 359 E. 4b).
1.3
Bei der Beurteilung der Adäquanz von organisch nicht (hinreichend) nach
weisba
ren Unfallfolgeschäden ist wie folgt zu differenzieren (BGE 127 V 102 E.
5b/bb): Es ist zunächst abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule (HWS), eine dem Schleudertrauma äquiva
lente Verletzung oder ein Schädelhirntrauma erlitten hat. Ist dies nicht der Fall, gelangt die Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 133 E. 6c/aa (soge
nannte Psy
cho-Praxis) zur Anwendung. Bei Schleudertraumen und äquivalen
ten Ver
let
zungen der HWS sowie Schädelhirntraumen, welche mindestens den Schwe
re
grad der Contusio cerebri erreichen (Urteil des Bundesgerichts 8C_270/2011
vom 2
6.
Juli 2011 E. 2.1)
,
wird hingegen auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet (sogenannte Schleuder
trauma-Praxis; zum Ganzen: BGE 134 V 109 E. 2.1 mit Hinweisen). Ergeben die Abklärungen, dass die versicherte Person ein Schleudertrauma, eine äquivalente Verletzung der HWS oder ein Schädelhirntrauma erlitten hat, muss beurteilt werden, ob die zum typischen Beschwerdebild einer solchen Ver
letzung gehö
renden Beeinträchtigungen (vgl. BGE 119 V 337 E. 1, 117 V 359 E. 4b) zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten. In diesen Fällen ist die Beurteilung praxisge
mäss unter dem Gesichtspunkt einer psychischen Fehlentwicklung nach Unfall vorzu
nehmen (BGE 123 V 98 E. 2a; 127 V 102 E. 5b/bb). Ergibt sich, dass es an der Adä
quanz fehlt, erübrigen sich auch Weiterungen zur natürlichen Kausalität (vgl. SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67, U
183/93 E. 3c; Urteil des Bundesgerichts 8C_70/2009 vom 3
1.
Juli 2009 E. 3 mit Hinweis).
1.
4
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen
dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als
adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf
der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen
Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E.
3.2,
405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adä
quanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
Die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Un
fall und der infolge eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule auch nach Ablauf einer gewissen Zeit nach dem Unfall weiterbestehenden gesundheitlichen Be
ein
trächtigungen, die nicht auf organisch nachweisbare Funktionsausfälle zu
rück
zuführen sind, hat nach der in BGE 117 V 359 begründeten Rechtsprechung des
Bundesge
richts in analoger Anwendung der Methode zu erfolgen, wie sie für psy
chische Stö
rungen nach einem Unfall entwickelt worden ist (vgl. BGE 123 V 98 E. 3b, 122 V 415 E. 2c). Es ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine
massgebende Bedeutung für die Entstehung der A
rbeits- bezie
hungsweise der Er
werbsunfähigkeit zukommt. Das trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere auf
weist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Demnach ist zu
nächst zu ermitteln, ob der Unfall als leicht oder als schwer zu betrachten ist oder
ob er dem mittleren Bereich angehört. Auch hier ist der adä
quate Kausal
zu
sam
men
hang zwischen Unfall und gesundheitlicher Beeinträch
tigung bei leich
ten
Unfällen in der Regel ohne
weiteres
zu verneinen und bei schweren Unfällen ohne
weiteres
zu bejahen, wogegen bei Unfällen des mittle
ren Bereichs weitere
Krite
rien in die Beurteilung mit einzubeziehen sind. Je nachdem, wo im mittle
ren
Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig da
von, ob einzelne dieser Kri
te
rien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adä
quaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere heran
ge
zogen werden.
Als Kriterien nennt die Rechtsprechung hier:
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Un
falls;
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;
erhebliche Beschwerden;
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.
Diese Aufzählung ist abschliessend. Anders als bei den Kriterien, die das Bun
desgericht in seiner oben zitierten Rechtsprechung (BGE 115 V 133) für die Be
urteilung des ad
äquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und ei
ne
r psychischen Fehl
entwicklung für relevant erachtet hat, wird bei der Beur
teilung
des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall mit Schleuder
trau
ma der Halswirbelsäule und den in der Folge eingetretenen Be
schwerden auf eine
Differenzie
rung zwischen physischen und psychischen Komponenten ver
zich
tet,
da es bei Vorliegen eines solchen Traumas nicht ent
scheidend ist, ob Be
schwer
den medizinisch eher als orga
nischer und/oder psy
chischer Natur bezeichnet wer
den (BGE 134 V 109 ff.; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., 1999 Nr. U 341 S. 409 E. 3b, 1998 Nr. U 272 S. 173 E. 4a; BGE 117 V 359 E. 5d/aa und 367 E. 6a).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a,
122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
begründete in ihrem Einspracheentscheid (
Urk.
2) die Einstellung der Leistungspflicht
per
3
1.
Juli 2014 damit, dass
keine objektivier
baren, somatischen Unfallfolgen struktureller Art bestünden
(S. 8 unten)
. Aller
höchstens könne von organisch nicht hinreichend nachweisbaren Beeinträchti
gungen im Sinne der Kategorie II gesprochen werden, weshalb die Adäquanz zu prüfen sei. Der Unfall sei als mittelschwer im Grenzbereich zu leicht einzustu
fen. Es könne offen gelassen werden, ob das Kriterium der erheblichen Be
schwerden erfüllt sei, da es dies zumindest nicht in ausgeprägter Weise sei. Die übrigen Kriterien seien nicht gegeben. Zusammenfassend sei
der
adäquate Kausalzusammenhang zwischen den heute
geklagten Beschwerden
und dem Unfall vom
9.
September 2013 zu verneinen
(S. 15).
In der Beschwerdeantwort (
Urk.
6) ergänzte die Beschwerdegegnerin, dass v
on der Fort
setzung der Physiotherapie
aus unfallkausaler Sicht keine wesentliche Besserung mehr erwartet werden
könne
. Gemäss Beurteilung des Kreisarztes vom
4.
Juni 2014 sei der Status quo bereits seit Monaten erreicht. Abgesehen davon habe sich die Beschwerdeführerin bereits im Alter von 63 Jahren pensio
nieren lassen, weshalb auch unter diesem Aspekt die Arbeitsfähigkeit nicht mehr zu steigern sei.
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt (
Urk.
1), es sei die
Schleudertrauma-Praxis anwendbar (BGE 117 V 359). Aufgrund des Unfallhergangs und des ermittelten Delta v müsse von einem leichten bis mit
telschweren Unfall ausgegangen werden. Sie sei vor dem Unfalltrauma be
schwer
de- und unfallfrei und arbeitsfähig gewesen. Seit dem Unfalltrauma sei sie gesundheitsbedingt in jeglichen Bereichen ihres Lebens beeinträchtigt und aus fachlicher Sicht weiterhin arbeitsunfähig und behandlungsbedürftig. Unfall
fremde oder psychosoziale Gründe lägen keine vor
(S. 6 f.)
.
Sie habe bis zu ihrer Frühpensionierung im März 2014 20 Jahre beim gleichen Arbeitgeber gearbeitet und bereits im Frühjahr 2013 entschieden, sich 2014 - im Alter von 63 Jahren - pensionieren zu lassen, da die
Y._
ihren Produktionsstandort von Zürich nach Zug verlegt habe
(S. 7)
.
Das Unfallereignis vom
9.
September 2013 sei richtungsweisend für die gesundheitlichen Beeinträchtigungen gewe
sen. Es fin
de weiterhin eine wirkungsvolle Behandlung statt (Physiotherapie). Bislang sei noch kein Status quo erreicht
(S. 7).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob eine über den Zeitpunkt der erfolgten Leistungs
ein
stellung per 3
1.
Juli 2014 hinaus gehende Leistungspflicht der Beschwerde
g
eg
nerin
besteht, mithin ob ein Kausalzusammenhang zwischen den zu diesem
Zeitpunkt noch vorhandenen Beschwerden und dem Unfallereignis vom
9.
September 2013 besteht.
3.
3.1
Im Rahmen
der beim Hausarzt
Dr.
med.
Z._
, Fachar
zt für Allgemeine Innere Medizin,
durchgeführten Erstkonsultation vom 1
0.
September 2013 (
Urk.
7/8) bericht
ete die Beschwerdeführerin über
Kopf- und
Nackenschmerzen,
welche 2
0 beziehungsweise 15
Stunden nach dem Unfall aufgetreten seien
sowie über Schlafstörungen
(Ziff. 4). Dr.
Z._
stellte Druck
schmerzen im Nacken
- und Brust
bereich fest (Ziff. 6). Er diagnostizierte ein
klassisches
Be
schleunigungstrauma
mit forcierter Kopfbewegung nach hinten
und attestierte der Be
schwerdeführerin ab dem 10
.
September
201
3
eine
10
0%ige Arbeitsunfä
higkeit
für voraussichtlich 4 Wochen
(
Bericht vom 2
5.
September 2013
Ziff.
4 und 8
)
.
3.2
Die Ärzte der
Rehaklinik
A._
berichteten am
1
9.
Dezember 2013 betreffend
eines
ambulante
n
Assessment
s
(
Urk.
7/30)
und nannten folgende
Diagnosen
(S.
1):
HW
S-Distorsion
Quebec Tash Force
(
QTF
)
II, Kronenfraktur eines Backen
zahnes
unten links
arterielle Hypertonie
Hypercholesterinämie
Präadipositas
Sie führten aus,
dass die Beschwerdeführerin aktuell unter Nackenschmerzen rechtsbetont klage, welche teilweise in den rechten Arm ziehen und Kribbel
parästhesien bis in die Hand auslösen würden (S. 1 unten).
Aufgrund der aktu
ellen Blutdruckproblematik habe das Assessment vor dem eigentlichen Beginn der physiotherapeutischen Testung abgebrochen werden müssen. Aus medizi
nisch-diagnostischer Sicht wäre bei guter Kooperation und Leistungsbereitschaft mit einer optimalen Therapie wahrscheinlich eine deutliche Verbesserung der Beschwerden und der arbeitsbezogenen Belastbarkeit zu erreichen (S. 2).
Anhand der Abklärungsresultate werde eine dreimal wöchentliche Einzelphysio
therapie mit Betonung aktiver Bewegungstherapie empfohlen (S. 4).
3.3
In der am 1
8.
Februar 2014 durchgeführt
en MRI-Untersuchung der HWS hätten keine überzeugenden Hinweise auf spezifisch verletzungsbedingte Schäden dar
gestellt werden können. Bildgebend zeigten sich fortgeschrittene Osteochond
rosen C5-Th1
, multisegmentale, zum Teil stark ausgeprägte Spondylarthrosen, vor allem in den Segmenten C1/2 (mediales atlantoaxiales Gelenk) und C3 bis
C5 beidseits, degenerative Anterolisthesis C4 auf C5 und Retrolisthesis C5 auf C6 sowie hochgradige ossäre Stenosen der Neuroforamina C5/6 beidseits, weni
ger ausgeprägt auch C3-C5 rechts und C3/4 links
(
Urk.
7/
44 S. 2)
.
3.4
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Neurologie, berichtete am
3.
März 2014 (
Urk.
7/47) und
nannte folgende Diagnosen
(S. 1):
zervikales bis zervikozephales Syndrom seit einer HWS-Distorsion am
9.
September 2013
MRI HWS vom 1
8.
Februar 2014: gemäss Unterlagen degenerative Ver
änderungen mit ausgeprägten Spondylarthrosen
C1/2 und C3-C5 beidseits, neuroforaminale Stenosen C5/6 beidseits, keine posttrau
matischen Veränderungen
Verdacht auf beginnendes
Karpaltunnelsyndrom
(
CTS
)
beidseits
Differentialdiagnose radikuläres Reizsyndrom
Er führte aus,
dass die Beschwerdeführerin ein bisher therapieresistentes zervi
kales bis zervikozephales Syndrom seit einer HWS-Distorsion im September 2013 beschreibe, bei dem aufgrund der Bildgebung auch eine zervikoradikuläre Komponente denkbar wäre, wobei eine rein muskuläre/myofasziale Problematik ebenfalls nicht ausgeschlossen sei.
In erster Linie habe er der Beschwerdeführe
rin ein schmerzdistanzierendes Antidepressivum empfohlen. Bei fehlender Bes
serung könnte auch eine sowohl diagnostische wie auch therapeutische Wur
zel
infiltration erwogen werden. Die zusätzlich von der Beschwerdeführerin angegebenen Missempfindungen der Hände seien anamnestisch und klinisch für ein beginnendes Karpaltunnelsyndrom suggestiv, welches jedoch aktuell elekt
ro
physiologisch nicht bestätigt werden könne (S. 2).
3.5
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma
to
lo
gie, Kreisarzt der Beschwerdegegnerin, nahm am 1
9.
März 2014 Stellung (
Urk.
7/50)
und führte aus,
dass die Beschwerdeführerin bei der ersten ärztlichen Untersuchung am Folgetag über Kopf- und Nackenschmerzen geklagt habe, wobei Schwindel nicht erwähnt worden sei, sondern erst bei der späteren Befra
gung. Erst nach zwei Wochen
sei
dann ein Tinnitus aufgetreten und nochmals deutlich später Kribbelparästhesien in den Händen. Der Schwindel werde im weiteren Verlauf nicht mehr erwähnt. Neurologisch sei ein Karpaltunnelsyn
drom beidseits vermutet, elektrophysiologisch jedoch nicht bestätigt worden.
Ein Karpaltunnelsyndrom könne nicht durch einen Heckaufprall verursacht werden, es handle sich um eine relativ häufig krankheitsbedingt auftretende Einengung des Nervus medianus
im Handgelenksbereich
.
Die bildgebenden Abklärungen hätten vorbestehende erhebliche degenerative Veränderungen der unteren HWS gezeigt. Die fachärztlich-neurologische Untersuchung vom
3.
März 2014 habe unfallkausale strukturelle Schädigungen ausschliessen lassen
(S. 4).
Die beschriebene Einschränkung der HWS-Beweglichkeit um zirka 1/3 habe ein organisches Substrat, nämlich die vorbestehenden ausgeprägten dege
nerativen Veränderungen mehrerer Segmente der HWS. Die übrigen von der Beschwerdeführerin beschriebenen Beschwerden hätten keinen klinischen Befund, sie seien unspezifisch und nicht auf eine strukturelle Schädigung zurückzuführen (S. 4 f.).
Die beschriebene
Einschränkung der HWS-Beweglich
keit
sei somit
rein degenerativ
und nicht bedingt durch eine unfallkausale Situ
ation. Der Unfall habe zu k
eine
r
strukturelle
n
Schädigung
geführt.
Bei fehlender struktureller Schädigung könne auch nicht von einer richtunggebenden Ver
schlimmerung des degenerativen Vorzustandes gesprochen werden.
Vorüberge
hend möge
höchstens
eine Schmerzhaftigkeit nach einem solchen Ereignis erklärbar sein, sechs Monate
nach
dem Unfall könne jedoch das Ereignis nicht mehr als kausal für die heute bestehenden Beschwerden angenommen werden
(S. 5)
.
3.6
Kreisarzt
Dr.
C._
nahm am
4.
Juni 2014
ergänzend
Stellung (
Urk.
7/65)
und führte aus, dass d
ie seit dem Unfall durchgeführte Physiotherapie zu keiner namhaften Verbesserung geführt
habe
. Der medizinische Endzustand sei seit Monaten erreicht. Dokumentiert sei eine sekundäre massive Symptomauswei
tung
, insbesondere die LWS-Beschwerden mit Ausstrahlung in die Beine seien nicht unfallkausal erklärbar (S. 6)
. Ob der Zahnschaden durch einen Heckauf
prall erklärbar sei, sei sehr fraglich. Es könne sein, dass zu Lasten der Unfall
versicherung eine nicht unfallkausale Situation saniert worden sei
(S. 6 f.)
.
4.
Aus den von der Beschwerdegeg
nerin eingeholten Arztberichten gehen
keine organisch nachweisbaren objektiven Befunde hervor.
Druckdolenzen
sowie
Einschränkungen
der HWS-Beweglichkeit
k
önnen für sich allein nicht als ausgewiesenes organisches Sub
strat
qualifiziert werden (
vgl.
Urteil des Bundes
ge
richts 8C
_736/2009 vom 20. Januar 2010,
E. 3.2). Organisch objektiv ausge
wie
sene Unfallfolgen liegen nur vor, wenn die
erho
benen Befunde mit apparati
ven/bildgebenden Abklärungen be
stätigt werden
können. Objektivierbar sind Ergebnisse, die reproduzierbar und von der Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten unabhän
gig sind (
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_806/2007 vom 7. August 2008 E. 8.2 mit Hinweisen). Die im MRI vom
18
. Februar 201
4
(vgl.
vorstehend E. 3.3
) festgestellten objekti
vierbaren Befunde (
insbesondere
fortgeschrittene Osteochondrosen C5-Th1, multisegmentale Spon
dylarthrosen in den Segmenten C1/2 und C3 bis C5 beidseits, degenerative Anterolisthesis C4 auf C5 und Retrolisthesis C5 auf C6 sowie hochgradige ossäre Stenosen der Neuroforamina C5/6 beidseits)
sind sodann keine Unfallfolgen und
dementsprechend vorlie
gend nicht von Belang.
Damit ist von organisch nicht hinreichend nachweisba
ren Unfallfolgeschäden auszugehen.
5.
5.1
Kreisarzt
Dr.
C._
führte in seinen
Bericht
en
(vgl. vorstehend E. 3.5 und E.
3.6)
multifaktorielle
Gründe für den verzögerten Heilungsverlauf
auf.
Insbe
sondere würden
somatische
G
ründe wie die vorbestehende unfallfremde Seg
ment
degeneration der HWS
bestehen. D
amit
stehen
für die anhaltenden Beschwerden Faktoren im Vordergrund
,
welche nicht unfallkausal
sind
.
Die
Bericht
e
von
Kreisarzt
Dr.
C._
entspr
e
ch
en
sodann
den erforderlichen Kriterien (vgl.
vorstehend E. 1.4
).
Er
legte
grundsätzlich
nachvollziehbar dar, weshalb die noch bestehenden Be
schwerden nicht mehr unfallkausal waren. Soweit die Beschwerdeführerin
geltend machte,
sie sei vor dem Unfalltrauma beschwerde- und unfallfrei sowie arbeitsfähig gewesen (
Urk.
1 S. 6 unten),
kann daraus kein rechtsgenüglicher Zusammenhang abgeleitet werden.
Die Rechts
figur „post hoc ergo propter hoc“, bei der eine Schädigung bereits des
halb als durch einen Unfall verursacht erachtet wird, weil sie nach diesem auf
ge
treten ist (vgl. Alfred Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht,
2. Auf
lage Bern 1989, S. 460, Anm. 1205), genügt rechtsprechungsgemäss für die
An
nahme eines Kausalzusammenhangs
nicht
(BGE 119 V 335 E. 2b/bb).
Auch
aus
den
Ausfüh
rungen der Beschwerdeführerin, wonach keine unfallfremden beziehungsweise psychosozialen Gründe vorlägen, welche die Arbeitsfähigkeit begründen könn
ten
(
Urk.
1 S. 7)
,
kann nichts abgeleitet werden
.
5.2
Im Übrigen steht die Beurteilung, dass der Status quo sine spätestens Ende J
uli
201
4
erreicht worden ist, mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung im Ein
klang, wonach es der medizinischen Erfahrung entspricht, dass der organi
sche Zustand des Rückens nach allfällig erlittenen Verletzungen wie Prellung, Ver
stauchung oder Zerrung in der Regel sechs Monate beziehungsweise bei de
ge
nerativen Veränderungen spätestens ein Jahr nach dem Unfall wieder so weit hergestellt ist, wie er es auch wäre, wenn sich der Unfall nicht ereignet hätte (vgl. etwa Urteile des Bundesgerichts 8C_744/2008 vom 26. November 2008, und 8C_29/2009 vom 1. Mai 2009, E. 3.5, je mit Hinweisen).
5.3
Die Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang muss aber nicht ab
schliessend beantwortet werden
,
da – wie nachfolgend zu zeigen sein wird – die Adäquanzkriterien gemäss der Schleudertrauma-Praxis (BGE 134 V 109) zu verneinen sind.
6.
6.1
Die Beschwerdeführerin machte sinngemäss geltend, die Beschwerdegegnerin habe die Adä
quanzprüfung zu früh vorgenommen (
Urk.
1 S. 7
Ziff.
24).
Den gesetzlich umschriebenen Anspruch auf Heilbehandlung hat die versicherte Person so lange, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung eine nam
hafte Verbesserung ihres Gesundheitszustandes erwartet werden kann. Trifft dies nicht mehr zu und sind allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invali
den
versicherung abgeschlossen, geht die Unfallversicherung zur Berentung über, wenn der Unfall eine Invalidität im Sinne von
Art.
8
Abs.
1 ATSG hinter
lässt (
Art.
19
Abs.
1 UVG e contrario; BGE 116 V 41 E. 2c). Dem Rentenbezüger werden
Heilbehandlungsleis
tungen gemäss Art. 21 Abs. 1 UVG nur noch unter bestimmten Voraussetzungen ausgerichtet.
Demnach ist der Zeitpunkt des allfälligen Fallabschlusses - und damit der in diesem Zusammenhang gegebenenfalls vorzunehmenden Adäquanzprüfung -
dann gegeben, „wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine nam
hafte Besserung des - unfallbedingt beeinträchtigten - Gesundheitszustands mehr
erwartet werden kann“ (BGE 137 V 199 E. 2.2.3.1). Entscheidend ist die Prä
zi
sierung „unfallbedingt“: Nicht jede noch festgestellte Behandlungsbedürf
tigkeit genügt zum Hinausschieben des Fallabschlusses; wäre dies der Fall, so würden bis zur vollständigen Genesung Leistungen erbracht, dies auch für die Behand
lung von Beschwerden, die sich bei rechtzeitig erfolgter Adäquanzprü
fung als gar nicht unfallbedingt erwiesen hätten.
6.2
Wie
Dr.
C._
in seinem ergänzenden Bericht vom
4.
Juni 2014 (vgl. vorste
hend E. 3.6;
Urk.
7/65 S. 6
Ziff.
8) ausführte,
hat
die seit dem Unfallereign
is durchgeführte Physiotherapie
z
u keiner namhaften Verbesserung des Zustandes geführt
.
Die im Bericht der Physiotherapeutin erwähnten Verbesserungen und Verschlechterungen würden sich in etwa die Waage halten, unter dem Strich sei die Situation jedoch gleich wie vor der langzeitigen Behandlung.
Gestützt auf die nachvollziehbare Beurteilung durch
Dr.
C._
kann davon aus
gegangen werden, dass d
ie andauernde Bewegungseinschränkung
angesichts der initialdokumentierten freien HWS-Beweglichkeit ni
cht mehr unfallkausal erklärbar und d
er medizinische Endzustand seit Monaten erreicht
ist
.
Dr.
C._
machte sodann auf
eine
dokumentierte,
sekundäre massive Symp
tom
aus
weitung
aufmerksam
,
wobei
insbesondere die LWS-Beschwerden mit Aus
strah
lung in die Beine ni
cht unfallkausal erklärbar
seien
.
Nach dem Gesagten ist
somit
nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegeg
nerin den Fallabschluss per 31. Juli 2014 prüfte.
6.
3
Es bleibt zu prüfen,
ob die noch geklagten und nicht objektivierbaren Be
schwer
den in einem adäquaten Kausalzusammenha
ng mit dem Unfallereignis vom 9
.
September
201
3
stehen.
Es kann, da - wie nachfolgend zu zeigen sein wird - die Adäquanz
kriterien gemäss der Schleudertrauma-Praxis (BGE 134 V 109) zu verneinen sind, offen gelassen werden, ob sich ein Schl
eudertrauma oder eine schleuder
traumaähnliche Verletzung im Sinne der bundesgerichtli
chen Rechtsprechung tatsächlich zu
getragen hat.
6.
4
Rechtsprechungsgemäss sind Auffahrkollisionen vor einem Fussgängerstreifen oder einem Lichtsignal regelmässig als mittelschweres, im Grenzbereich zu den leichten Unfällen liegendes Ereignis einzustufen (Urteile des Bundesgerichts U
207/01 vom 2
2.
November 2002 E. 5; U 99/01 vom
6.
November 2002 E. 4.1; U 339/01 vom 2
2.
Mai 2002 E. 4b/aa mit Hinweisen; U 357/01 vom
8.
April 2002 E. 3b/bb). In einzelnen Fällen ist demgegenüber ein leichter Unfall anzu
nehmen, so insbesondere bei einer niedrigen kollisionsbedingten Geschwindig
keitsverän
derung (Urteil U 33/01 vom 7. August 2001, E. 3a) und bei weitgeh
en
dem Feh
len von unmittelbar im Anschluss an den Unfall auftretenden Be
schwerden (Urteil U 22/01 vom 2
9.
Oktober 2002 E. 7.1). Ausgehend von diesen Krite
rien ist der Auffahrunfall vom 9
.
September
201
3
als mittelschweres, im Grenzbe
reich zu den leichten Unfällen liegendes Ereignis zu betrachten.
Die Beschwerdeführerin zweifelte
die Richtigkeit des berechneten Delta
-v-Wer
tes
nicht
an (vgl. Urk. 1 S.
3
),
und ging selbst
auch von einem Unfall im
leich
ten bis
mittleren Bereich aus
(
Urk.
1 S. 6
).
Hinweise, die gegen die Richtigkeit der in der Unfallan
alyse festgehaltenen Ergebnisse (vgl. hierzu
Urk.
7/29)
spre
chen würden, brachte die Beschwerdeführerin
somit
keine vor, und solche sind nach Lage der Akten auch nicht ersichtlich.
Selbst wenn von einem im engeren Sinne mittelschweren Unfall aufzugehen wäre, müsste eines der nachfolgend zu prüfenden Kriterien ausgeprägt erfüllt sein, um die Adäquanz zu bejahen.
In Anwendung der Schleuder
traumapraxis ist der adäquate Kausalzusammenhang vorliegend zu verneinen:
6.5
Weder besonders dramatische Begleitumstände noch eine besondere Eindrück
lichkeit des Unfalls sind vorliegend ersichtlich. Zu urteilen ist hierbei objektiv und nicht aufgrund des subjektiven Empfindens beziehungsweise Angstgefühls der versicherten Person (Urteil des Bundesgerichts 8C_249/2009 vom 3. August
2009 E. 8.2 mit Hinweisen).
Zu beachten ist, dass jedem mindestens mittel
schwe
ren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist, welche somit noch nicht für
eine Bejahung des Kriteriums ausreichen kann.
Der Verkehrsunfall vom 9
.
September
201
3
spielte sich aber weder unter besonders dramatischen Begleit
umständen ab, noch war er besonders eindrücklich.
6.
6
Was sodann das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Ver
let
zung anbelangt, so ist darauf hinzuweisen, dass die Diagnose eines HWS-Schleudertraumas für sich allein die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzung nicht zu begründen vermag (vgl. BGE 134 V 109 E. 10.2.2).
6.
7
Die Beschwerdeführerin musste sich nach dem Unfall keinen fortgesetzt spezifi
schen, belastenden ärztlichen Behandlungen bis zum Fallabschluss unterziehen.
So wurden ihr lediglich
physiotherapeutische Sitzungen und
Analgesie (vgl. Urk.
7
/
8
Ziff.
8
)
verschrieben.
Die bis zum Fallabschluss vorgenommenen medizinischen Untersuchungen dienten sodann ausschliesslich der Abklärung. Abklä
rungsmassnahmen und blosse ärztliche Kontrollen sind im Rahmen des Kriteriums der fortgesetzt spezifischen, belas
tenden ärztlichen Behandlung nicht zu berücksichtigen (Urteile des Bundesge
richts 8C_698/2008 vom 27. Januar 2009 E. 4.4 und 8C_126/2008 vom 11. November 2008 E. 7.3).
6.8
Adäquanzrelevant können nur in der Zeit zwischen dem Unfall und dem Fallab
schluss ohne wesentlichen Unterbruch bestehende erhebliche Beschwerden sein. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach den glaubhaften Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch die Beschwerden im Le
bensalltag erfährt (
Urteil des Bundesgerichts 8C_682/2013 vom 14. Februar 2014
E.
11.2
mit Hinweis auf BGE 134 V 109 E. 10.2.4).
Die Beschwerdeführe
rin klagte
durchwegs über Nacken-,
Kopf
- und Schulterschmerzen (vgl. such
Urk.
1 S. 5).
Das Kriterium der erheblichen Beschwer
den kann als erfüllt betrachtet werden. Dies aber weder auffallend noch in be
sonders aus
ge
prägter Form, da die Beschwerden weder intensive und einschnei
dende Thera
piephasen und Mass
nahmen noch wiederholte Rehabilitationsauf
enthalte nötig machten.
6.
9
Eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlim
merte
, ist weder ersichtlich noch geltend gemacht worden.
6.
10
Auf einen schwierigen Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen (BGE 134 V 109 E. 10.2.6) darf nicht schon aus der
blossen Dauer der ärztlichen Be
handlung und der geklagten Beschwerden geschlossen werden. Es bedarf viel
mehr besonderer Gründe, welche die Genesung bis zum Fallabschluss beein
trächtigt oder verzögert haben. Der Umstand, dass trotz
der langandauernden Physiot
herapie keine Beschwerdefreiheit erreicht werden konnte und der Hei
lungsverlauf nicht linear verlief, genügt hiefür nicht (vgl. Urteile
des Bundesge
richts 8C_682/2013 vom 1
4.
Februar 2014
E. 11.3 und 8C_29/2010 vom 2
7.
Mai 2010 E. 5.3).
Sol
che Gründe bestehen hier nach Lage der Akten nicht.
6.11
Beim Kriterium der Arbeitsunfähigkeit ist nicht die Dauer der Arbeitsunfähigkeit
massgebend, sondern eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu über
winden die versicherte Person ernsthafte Anstrengungen unternimmt. Darin liegt
der Anreiz für die versicherte Person, alles daran zu setzen, wieder ganz oder teilweise arbeitsfähig zu werden. Konkret muss ihr Wille erkennbar sein, sich wieder in den Arbeitsprozess einzugliedern. Rechtsprechungsgemäss ist dieses Kriterium dann besonders ausgeprägt erfüllt, wenn die versicherte Person Be
mühungen, die eindeutig über das im Normalfall zu erwartende Ausmass hin
aus
gehen, nachzuweisen in der Lage ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_246/2009 vom 6. April 2010 E. 5.2.1 mit Hinweis).
Die Beschwerdeführerin nahm ihre bisherige Tätigkeit
nicht wieder
auf
und liess sich s
tattdessen im Alter von 63 Jahren pensionieren (vgl.
Urk.
1 S. 7).
Unter diesem Aspekt
kann nicht mehr von einer Steigerung der
Arbeitsfähigkeit
aus
gegangen werden.
Bemühungen, die über das zu erwartende Ausmass hinausgehen, sind
somit
nicht ersichtlich.
6.1
2
Nachdem höchstens ein Kriterium erfüllt ist, dieses aber in nicht besonders aus
geprägter Weise vorliegt, ist der adäquate Kausalzusammenhang zwischen den im Zeitpunkt des Fallabschlusses noch geklagten Beschwerden und dem Unfall vom
9
.
September 2013
zu verneinen.
Die Leistungseinstellung per 31.
Juli
201
4
erweist sich demnach als rechtens, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
7.
Infolge Kostenlosigkeit des Verfahrens erweist sich der Antrag der Beschwerde
führerin auf Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung als gegenstandslos.