Decision ID: 39e5784e-6d81-53c4-a1ca-ae5ee6b689a7
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
c/o Fortuna Rechtsschutz Versicherung AG, Soodmattenstrasse 2, 8134 Adliswil,
gegen
Visana Versicherungen AG, Weltpoststrasse 19, Postfach 253, 3000 Bern 15,
Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Visana Services AG, Weltpoststrasse 19, 3000 Bern 15,
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betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a A._ war seit dem 1. September 2007 bei Dr. med. B._, Fachärztin FMH für
Allgemeine Innere Medizin, angestellt und dadurch bei der Visana Versicherungen AG
(nachfolgend: Visana) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er
sich gemäss Bagatellunfallmeldung vom 28. Oktober 2008 am 27. September 2008 an
der rechten Schulter verletzte (UV-act. 2). Der erstbehandelnde Arzt, Dr. med. C._,
FMH für Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates, gab im Bericht vom
28. Oktober 2008 an, bei der Untersuchung habe sich eine freie
Schultergelenksbeweglichkeit mit endphasiger Schmerzhaftigkeit nur bei
Aussenrotation, insbesondere gegen Widerstand, gezeigt (UV-act. 7). Im Bericht vom
12. August 2009 führte Dr. C._ aus, radiologisch zeige sich ein unauffälliges
Glenohumeralgelenk mit Akromion Typ II bei gleichzeitig ausgeprägtem
spitzzulaufendem Sporn und einem gerade noch normalen akromiohumeralen Abstand
von rund acht Millimetern sowie AC-Gelenksarthrose bei rund ca. halbe Schaftbreite
nach kranial überstehender Clavicula im AC-Gelenk (UV-act. 8). Die Visana erbrachte
die gesetzlichen Leistungen.
A.b Am 7. Februar 2011 meldete die Arbeitgeberin, der Versicherte sei am 2. Februar
2011 in einem Bergrestaurant mit Skischuhen auf dem Plattenboden ausgerutscht und
hingefallen. Dabei habe er sich die rechte Schulter und das linke Knie verletzt (UV-act.
12). Eine am 9. Februar 2011 durchgeführte MRI-Arthrographie der rechten Schulter
ergab eine breitflächige transmurale Ruptur von Supra- und Infraspinatussehne, eine
mittelgradige AC-Arthrose sowie eine degenerative Auffaserung der langen
Bizepssehne (UV-act. 13). Am 16. Februar 2011 diagnostizierte Dr. med. D._,
Facharzt FMH für Chirurgie sowie Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates, Schulthess Klinik, Zürich, einen Status nach direkter
Traumatisierung der rechten Schulter am 2. Februar 2011, eine Arthro-MR-
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tomographisch ausgedehnte ältere posterosuperiore Läsion der Rotatorenmanschette
(Supraspinatus- und Infraspinatussehne) mit Retraktion des Sehnenstumpfes bis zum
Glenoid und in den schräg-sagittalen Schnitten ausgeprägte Atrophie der betroffenen
Rotatorenmanschetten-Muskulatur mit beginnender Verfettung Goutalier Stadium I-II,
nebenbefundlich eine mittelgradige AC-Gelenksarthrose und degenerative Auffaserung
der langen Bicepssehne. Dr. D._ führte im Weiteren aus, aufgrund der Bildgebung
müsse von
einer frischen Traumatisierung der rechten Schulter bei jedoch schon vorbestehender
älterer posterosuperiorer Läsion der Rotatorenmanschette ausgegangen werden. Bei
Beschwerdepersistenz könne im Verlauf eine Schulterarthroskopie rechts im Sinne
eines Débridements evaluiert werden (UV-act. 15). Mit Schreiben vom 24. März 2011
diagnostizierte Dr. C._ eine ausgedehnte posterosuperiore
Rotatorenmanschettenläsion rechts und führte im Weiteren aus, diese sei, wie von Dr.
D._ angenommen, möglicherweise vorbestehend. Dennoch schienen die
degenerativen Veränderungen an der Muskulatur dafür zu wenig stark ausgeprägt, so
dass fraglich sei, ob nicht ein erheblicher Teil der jetzt vorliegenden Läsion frischen
Ursprungs sei (UV-act. 17). In den Berichten vom 26. April 2011 und 23. August 2011
führte Dr. D._ aus, die Schulterfunktion sei in Kenntnis der ausgedehnten
Rotatorenmanschettenläsion sehr gut erhalten bzw. weiterhin frei und symmetrisch im
Vergleich zur linken Seite. In therapeutischer Hinsicht wolle der Versicherte den
weiteren Verlauf abwarten und es werde weiterhin konservativ verfahren (UV-act. 19
ff.).
A.c Am 22. März 2012 wurde im Kantonsspital E._ eine MRI-Arthrographie der
rechten Schulter durchgeführt. Diese ergab einen im Verlauf etwa unveränderten Status
der Rotatorenmanschette mit Ruptur der Supra- und Infraspinatussehne sowie eine
Retraktion der Sehnenstümpfe mit zunehmender Atrophie und Verfettung der
Muskelbäuche, etwa unveränderte AC-Arthrose und degenerativ signalveränderte
lange Bizepssehne sowie (was aber wohl eine Falschangabe sein dürfte) "eine intakte
Infraspinatussehne" (UV-act. 24). Prof. Dr. med. F._, Facharzt FMH für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, führte im
Bericht vom 22. Mai 2012 aus, die Röntgenbilder würden eine Verschlechterung
gegenüber dem Befund vom letzten Herbst mit einer acromiohumeralen Distanz von
4mm und einer leichten subacromialen Arthrose zeigen. Hinsichtlich des weiteren
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Verlaufs bestehe die Möglichkeit, die Situation zu akzeptieren, was sich bei der relativ
guten Funktion rechtfertigen liesse. Möglich sei auch eine Schmerzverbesserung durch
ein arthroskopisches, subacromiales Débridement oder eine Verbesserung der
Schulterfunktion durch einen Latissimus dorsi-Transfer (UV-act. 26).
A.d Dr. med. G._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates, führte als beratender Arzt der Visana in seiner Beurteilung vom
25. Mai 2012 aus, der Unfall vom 2. Februar 2011 sei nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit (teil-)ursächlich für die gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Der
Status quo sine sei spätestens nach drei bis sechs Monaten erreicht worden (UV-act.
28). Der beratende Arzt Dr. med. H._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates, führte in der Beurteilung vom 5. Juni 2012
aus, gemäss den vorliegenden Berichten habe der Unfall vom 27. September 2008
nicht zu einer relevanten Verletzung der Schulter geführt. Aufgrund der vorliegenden
Unterlagen sei davon auszugehen, dass sich die Läsion der Rotatorenmanschette
unabhängig von Unfallereignissen zwischen August 2009 (gemeint wohl: September
2008) und Februar 2011 degenerativ entwickelt habe (UV-act. 30).
A.e Gestützt auf die Beurteilungen der beratenden Ärzte vom 25. Mai 2012 und 5. Juni
2012 eröffnete die Visana dem Versicherten mit Verfügung vom 6. Juni 2012 die
Einstellung der bisherigen Versicherungsleistungen per 2. August 2011 und verneinte
darüber hinaus einen Anspruch auf Versicherungsleistungen gestützt auf einen Rückfall
zum Ereignis vom 27. September 2008 (UV-act. 39).
A.f Am 15. Juni 2012 wurde der Versicherte in der Uniklinik Balgrist, Zürich, an der
rechten Schulter operiert (Latissimus dorsi-Transfer rechts; UV-act. 54, vgl. auch UV-
act. 26).
A.g Gegen die Verfügung vom 6. Juni 2012 erhob der Versicherte am 3. Juli 2012
Einsprache und machte sinngemäss geltend, der Fallabschluss durch die Visana sei zu
früh erfolgt, da er sich noch in ärztlicher und physiotherapeutischer Behandlung
befunden habe. Im Falle einer Ablehnung eines Leistungsanspruchs im Zusammenhang
mit dem Ereignis vom 2. Februar 2011 sei von einem Rückfall zum Ereignis vom 27.
September 2008 auszugehen (UV-act. 49).
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A.h In der Beurteilung vom 31. Juli 2012 führte Dr. H._ aus, im MRI vom 9. Februar
2012 hätten verschiedene strukturelle Alterationen festgestellt werden können, von
denen keine in erkennbarer Weise auf das Ereignis vom 2. Februar 2011
zurückzuführen sei. Hinsichtlich des Ereignisses vom 27. September 2008 führte er
aus, eine akute Verletzung relevanten Ausmasses sei aufgrund des Berichtes von Dr.
C._ vom 12. August 2008 weitestgehend auszuschliessen. Nachdem somit keines
der beiden erwähnten Ereignisse mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zur Läsion der
Rotatorenmanschette geführt habe, dürfe, im Sinne eines Ausschlussverfahrens, davon
ausgegangen werden, dass sich die Läsion krankheitshalber entwickelt habe (UV-act.
56).
A.i Mit Einspracheentscheid vom 24. August 2012 wies die Visana die Einsprache des
Versicherten vom 3. Juli 2012 ab. Die beratenden Ärzte Dr. G._ und Dr. H._ seien
zum Schluss gekommen, dass das Ereignis vom 2. Februar 2011 zu einer
vorübergehenden Symptomatisierung eines Vorzustandes geführt habe und der Status
quo sine nach spätestens sechs Monaten erreicht worden sei. Unter diesen
Umständen sei eine Zuordnung der bestehenden Beschwerden zum Ereignis vom 2.
Februar 2011 nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt.
Nicht überwiegend wahrscheinlich sei gestützt auf die Ausführungen von Dr. H._ eine
Zuordnung der Schulterbeschwerden zum Ereignis vom 27. September 2008. Die
medizinischen Beurteilungen der beratenden Ärzte seien schlüssig und nachvollziehbar
(UV-act. 71).
A.j Im Bericht vom 18. September 2012 führte Dr. med. I._, Facharzt FMH für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, aus, die
Beschwerden des Versicherten, welche zur Operation vom 15. Juni 2012 geführt
hatten, seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf die Ereignisse vom 27.
September 2008 und 2. Februar 2011 zurückzuführen, da vor dem ersten Unfallereignis
absolut keine Schulterbeschwerden bestanden hätten. Die grosse posterosuperiore
Rotatorenmanschettenruptur, welche das MRI vom 9. Februar 2011 gezeigt habe, sei
einerseits über die Jahre nach dem ersten Sturzereignis vom 27. September 2008
entstanden, durch das zweite Sturzereignis vom 2. Februar 2011 aber zusätzlich
traumatisiert und bestimmt auch vergrössert worden. Der Versicherte befände sich
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zurzeit noch in der postoperativen Rehabilitationsphase (UV-act. 78). Am 30. Oktober
2012 hielt Dr. H._ an seiner Beurteilung vom 31. Juli 2012 fest (UV-act. 79).
B.
B.a Gegen den Einspracheentscheid vom 24. August 2012 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 25. September 2012 mit den Anträgen, der Einspracheentscheid sei
aufzuheben und dem Beschwerdeführer seien die gesetzlichen
Versicherungsleistungen zu erbringen. Eventualiter sei die Angelegenheit an die
Vorinstanz zurückzuweisen und es seien weitere medizinische Abklärungen
anzuordnen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der
Beschwerdegegnerin. Zur Begründung führt der Beschwerdeführer im Wesentlichen
an, es sei nicht nachvollziehbar, dass die beratenden Ärzte der Beschwerdegegnerin,
ohne ihn jemals untersucht zu haben, zum Schluss kämen, dass die Beschwerden
degenerativer Natur seien. Dies ergebe sich nicht aus den Arztzeugnissen der
behandelnden Ärzte und sei aktenwidrig. Auch Dr. I._ bestätige in seinem Bericht
vom 18. September 2012, dass der Status quo sine noch nicht erreicht sei. Somit habe
die Beschwerdegegnerin den Sachverhalt nicht richtig abgeklärt (act.
G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 3. Dezember 2012 beantragt die
Beschwerdegegnerin, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten, da der
Beschwerdeführer die Beschwerde gegen die Visana Services AG und damit gegen die
falsche Partei richte. Eventualiter sei die Beschwerde abzuweisen. Indem drei bis sechs
Monate nach dem Ereignis vom 2. Februar 2011 der Status quo sine erreicht worden
sei, seien die im Anschluss geklagten Beschwerden aufgrund der Aktenlage keinesfalls
mehr adäquat kausal auf den Unfall vom 2. Februar 2011 zurückzuführen. Ein Rückfall
zum Ereignis vom 27. September 2008 scheitere bereits am Nachweis der natürlichen
Kausalität (act. G 5).
B.c In der Replik vom 21. Januar 2013 (act. G. 7) und der Duplik vom 22. März 2013
(act. G 11) halten beide Parteien an ihren Anträgen fest. Auf die Begründungen in den
einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der übrigen Akten wird, soweit erforderlich,
in den nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen.
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Erwägungen:
1.
Vorab ist zu prüfen, ob auf die Beschwerde einzutreten ist. Die Beschwerdegegnerin
verneint diese Frage mit der Begründung, die Beschwerde richte sich gegen die Visana
Services AG und damit gegen die falsche Partei. Passivlegitimiert sei die Visana Ver
sicherungen AG (act. G 5). Der Vorwurf, die falsche Partei sei belangt worden, verfängt
allerdings nicht. Zwar geht die Parteistellung der Visana Versicherungen AG im
vorliegenden Verfahren aus den Akten klar hervor; der Einspracheentscheid vom 24.
August 2012 (UV-act. 71), gegen welchen sich die Beschwerde vom 25. September
2012 (act. G 1) richtet, bezeichnet die Visana Versicherungen AG und nicht die Visana
Services AG als Partei. Allerdings muss sich die Beschwerdegegnerin entgegenhalten
lassen, dass die Abgrenzung der Visana Versicherungen AG von der Visana Services
AG der beschwerdeführenden Partei mitunter Schwierigkeiten bereiten kann, zumal
Letztere auf den relevanten Dokumenten – so insbesondere auf der Verfügung vom 6.
Juni 2012 (UV-act. 39) und dem Einspracheentscheid – als Kontaktadresse aufgeführt
ist. Vor diesem Hintergrund ist die Bezeichnung der Beschwerdegegnerin von Amtes
wegen zu berichtigen. Die Bestreitung der Passivlegitimation durch die
Beschwerdegegnerin erweist sich unter diesen Umständen als überspitzt formalistisch.
Da auch die übrigen Eintretensvoraussetzungen, insbesondere jene der örtlichen und
sachlichen Zuständigkeit, erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.
2.
2.1 In materieller Hinsicht ist streitig, ob die Beschwerdegegnerin die
Versicherungsleistungen, welche sie im Anschluss an das Unfallereignis vom 2. Februar
2011 ausgerichtet hatte, zu Recht auf den 2. August 2011 einstellte.
2.2 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR
832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen,
Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes
bestimmt. Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt zunächst voraus, dass
zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein natürlicher
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Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen
Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der
eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht
zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Für die Bejahung des natürlichen
Kausalzusammenhangs ist nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder
unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende
Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität
der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht
weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung
entfiele. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die
Verwaltung oder im Beschwerdefall das Gericht nach dem im Sozialversicherungsrecht
üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die
blosse Möglichkeit eines Kausalzusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177, E. 3.1 mit Hinweisen). Die Leistungspflicht
des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und
dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Im Bereich
klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen spielt die Adäquanz als rechtliche
Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung
des Unfallversicherers praktisch keine Rolle; sie ist bei ausgewiesener natürlicher
Kausalität ohne Weiteres zu bejahen (BGE 127 V 103 E. 5b/bb, 123 V 102 E. 3b, 118 V
291 E. 3a, 117 V 365 E. 5d/bb mit Hinweisen).
2.3 Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit
nachgewiesen, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall
nicht mehr die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt,
wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht.
Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er
unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige
Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften
Vorzustands auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine),
erreicht ist (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b mit Hinweisen). Ebenso wie der
leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder
kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit
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überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit gänzlich
fehlender Auswirkungen des Unfalls genügt nicht (vgl. dazu Th. Locher, Grundriss des
Sozialversicherungsrechts, 3. Aufl. Bern 2003, S. 451 f.). Da es sich hierbei um eine
anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast - anders als bei der Frage,
ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei
der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46
E. 2 mit Hinweisen). Im Rahmen der Prüfung des Dahinfallens der Leistungspflicht des
Unfallversicherers genügt es mithin für die Bejahung des fortbestehenden natürlichen
Kausalzusammenhangs, wenn der Unfall für die fragliche gesundheitliche Störung
immer noch eine Teilursache darstellt. Für die Verneinung muss nicht etwa der Beweis
für unfallfremde Ursachen erbracht werden. Welche Ursachen ein nach wie vor
geklagtes Leiden hat, ob es Krankheitsursachen, ein Geburtsgebrechen oder
degenerative Veränderungen sind, ist unerheblich. Denn es ist nicht so, dass der
Unfallversicherer bei einmal bejahter Unfallkausalität so lange haftet, als er unfallfremde
Ursachen nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachzuweisen vermag.
Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre
kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind (RKUV 1994 Nr. U 206 S.
329 E. 3b). Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Beweis
zu verlangen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliege oder dass die versicherte
Person nun bei voller Gesundheit sei (Urteile des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts [EVG; seit dem 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des
Bundesgerichts] vom 18. Dezember 2003, U 258/02, sowie vom 31. August 2001, U
285/00).
2.4 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, [ATSG; SR 830.1]). Danach haben die
urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln
sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig
davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten (vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl. 2009, N 33 ff. zu Art. 43).
3.
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3.1 Der Beschwerdeführer stellt sich u.a. auf den Standpunkt, dass die
Leistungseinstellung zu früh erfolgt sei, da die Behandlung noch nicht abgeschlossen
gewesen sei. Die Beschwerdegegnerin stützt sich bei der Leistungseinstellung auf die
Beurteilungen der beratenden Ärzte Dr. G._ und Dr. H._ vom 25. Mai 2012 und 5.
Juni 2012 (UV-act. 28 ff.), gemäss welchen der Status quo sine nach sechs Monaten
und damit am 2. August 2011 erreicht worden sei.
3.2 Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für
die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
der medizinischen Fachperson begründet und nachvollziehbar sind. Ausschlaggebend
für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels
noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als
Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
Auch den Berichten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kann
rechtsprechungsgemäss Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig
erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine
Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 135 V 467 ff. E. 4 und BGE 125 V
353 f. E. 3b/ee, je mit Hinweisen). Erachtet das Sozialversicherungsgericht die
rechtserheblichen tatsächlichen Entscheidgrundlagen bei pflichtgemässer
Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den Prozess ohne Weiterungen - insbesondere
ohne Anordnung eines Gerichtsgutachtens - abschliessen (vgl. BGE 135 V 469 E. 4.3.2
mit Hinweisen). An die Beweiswürdigung von Stellungnahmen versicherungsinterner
Ärztinnen und Ärzte sind jedoch strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur
geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen,
sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 472 E. 4.7).
3.3 Der die Beschwerdegegnerin beratende Arzt Dr. G._ führt in seiner Beurteilung
vom 25. Mai 2012 (UV-act. 28) hinsichtlich des Ereignisses vom 2. Februar 2011 aus,
bereits im MRI vom 9. Februar 2011 seien keine somatisch nachweisbaren
Veränderungen festgestellt worden. Durch das Ereignis vom 2. Februar 2011 sei es zu
einer vorübergehenden Symptomatik (Schmerzauslösung) gekommen und es hätten
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sich im Verlauf keine somatisch nachweisbaren Komplikationen gezeigt, welche die
Heilung beeinträchtigt hätten. Es bestünden ausschliesslich degenerative und
unfallunabhängige Beeinträchtigungen und die Befunde wiesen auf einen
unfallunabhängigen und seit längerer Zeit andauernden, vorbestehenden Prozess hin.
Der Status quo sine sei spätestens nach drei bis sechs Monaten erreicht worden. Diese
Aussage von Dr. G._, wonach im MRI vom 9. Februar 2011 keine somatisch
nachweisbaren Veränderungen festgestellt worden seien, steht mit der vorliegenden
Aktenlage insofern im Widerspruch, als im besagten MRI vom 9. Februar 2011 u.a. der
Befund einer breitflächigen transmuralen Ruptur von Supra- und Infraspinatussehne
und somit eine somatisch nachweisbare Veränderung erhoben wurde (UV-act. 13).
Dass der Unfall vom 2. Februar 2011 nicht überwiegend wahrscheinlich (teil-)ursächlich
für die gesundheitlichen Beschwerden des Beschwerdeführers ist, kann somit
entgegen den Ausführungen von Dr. G._ nicht durch den MRI-Befund vom 9. Februar
2011 gestützt werden. Darüber hinaus ist die Beurteilung hinsichtlich der übrigen
Aktenlage unvollständig, zumal sich Dr. G._ auch nicht mit der damals auf den 15.
Juni 2012 geplanten Operation (Latissimus dorsi-Transfer rechts; vgl. UV-act. 54)
auseinandersetzt. Sodann enthält sich der beratende Arzt bei seiner Beurteilung,
wonach ein Status quo sine spätestens nach drei bis sechs Monaten erreicht worden
sei, jeglicher Begründung. Zwar handelt es sich beim Status quo sine um einen
hypothetischen Zustand, welcher sich häufig nur mit Erfahrungswerten bestimmen
lässt (vgl. das Urteil des EVG vom 18. September 2002, U 60/02, E. 2.2). Jedoch
vermag vor dem Hintergrund der vorliegenden Aktenlage eine allein auf
Erfahrungswerte abgestützte und nicht näher begründete Festlegung des Erreichens
des Status quo sine der Beweisanforderung der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
nicht zu genügen.
3.4 Der beratende Arzt Dr. H._ führt in der Beurteilung vom 31. Juli 2012 (UV-
act. 56) seinerseits aus, keine der verschiedenen strukturellen Alterationen
(strukturellen Veränderungen), welche im MRI vom 9. Februar 2011 festgestellt worden
seien, sei in erkennbarer Weise auf das Ereignis vom 2. Februar 2011 zurückzuführen.
Vielmehr seien sämtliche als pathologisch zu bewertenden Befunde als unfallfremd zu
bezeichnen. Die Aktivierung von Beschwerden durch ein Sturzereignis sei plausibel,
doch könne aufgrund allgemeiner Erfahrung davon ausgegangen werden, dass diese
Schmerzen nach spätestens drei bis sechs Monaten abklingen würden, nachdem keine
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traumatisch bedingten Strukturveränderungen hätten festgestellt werden können.
Damit beschränkt sich auch Dr. H._ im Wesentlichen auf Ausführungen zum MRI
vom 9. Februar 2011. Eine Auseinandersetzung mit der gesamten medizinischen
Aktenlage sowie den neueren Befunden findet nicht statt. Vor diesem Hintergrund
überzeugt das von Dr. H._ angewendete Ausschlussverfahren, wonach davon
ausgegangen werden dürfe, dass sich die Läsion der Rotatorenmanschette rein
krankheitshalber entwickelt habe, nicht.
3.5 Im Widerspruch zu den Aktenbeurteilungen von Dr. G._ und Dr. H._ steht
sodann der Bericht von Dr. I._ vom 18. September 2012 (UV-act. 78), gemäss
welchem die Schulterbeschwerden des Beschwerdeführers mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit auf die beiden Ereignisse vom 27. September 2008 und 2. Februar
2011 zurückzuführen seien. Dabei vermag insbesondere die Aussage Dr. I._, wonach
sich in der MRI-Untersuchung vom 22. März 2012 (UV-act. 24) eine klare Zunahme der
fettigen Infiltration der Infraspinatusmuskulatur sowie eine weitere Atrophisierung der
Supraspinatusmuskulatur gezeigt habe und dies darauf hindeute, dass ein wesentlicher
Teil der im ersten MRI vom 9. Februar 2011 erkannten Ruptur frisch gewesen sei, da
eine solche Dynamik bei initial lang bestehender chronischer degenerativer Ruptur
nicht zu erwarten gewesen wäre, Zweifel an der Schlüssigkeit der Feststellungen der
beratenden Ärzte zu begründen.
3.6 Insgesamt ist der Wegfall der Unfallkausalität durch die Beurteilungen der
beratenden Ärzte der Beschwerdegegnerin somit nicht mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt.
4.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das Dahinfallen des natürlichen
Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis vom 2. Februar 2011 und den
über den 2. August 2011 hinaus geklagten Schulterbeschwerden nicht rechtsgenüglich
dargetan ist. Die Einstellung der Leistungen durch die Beschwerdegegnerin per 2.
August 2011 erweist sich damit als ungerechtfertigt. Bei dieser Ausgangslage erübrigt
sich die Prüfung eines Rückfalls zum Ereignis vom 27. September 2008. Im Hinblick auf
eine spätere Leistungseinstellung wird es sich angesichts der widersprüchlichen
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medizinischen Aktenlage aufdrängen, den Beschwerdeführer durch einen
unabhängigen, auf Schulterchirurgie spezialisierten, Facharzt untersuchen zu lassen.
4.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
Einspracheentscheids vom 24. August 2012 gutzuheissen und die
Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer über den 2. August 2011
hinaus die gesetzlichen Leistungen für den am 2. Februar 2011 erlittenen Unfall
auszurichten.
4.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Eine
Parteientschädigung ist dem nicht durch einen Rechtsanwalt vertretenen
Beschwerdeführer nicht zuzusprechen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39
VRP entschieden:
1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid aufgehoben und die
Beschwerdegegnerin verpflichtet, dem Beschwerdeführer über den 2. August 2011
hinaus die gesetzlichen Leistungen für den am 2. Februar 2011 erlittenen Unfall zu
erbringen.
2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.
Publikationsplattform St.Galler Gerichte Entscheid Versicherungsgericht, 05.08.2013 Art. 6 UVG. Die Leistungseinstellung durch die Beschwerdegegnerin erfolgte ungerechtfertigt. Der Nachweis des Dahinfallens des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen den geltend gemachten Schulterbeschwerden und dem Unfallereignis wurde von der Beschwerdegegnerin nicht rechtsgenüglich dargetan (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 5. August 2013, UV 2012/75).
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