Decision ID: a1c5b1f1-473e-4690-a5b1-5e0328b14638
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1971 geborene
X._
war
ab
dem 22. Dezember 2010 (SHAB-Mel
dung
) einzelzeichnungsberechtigter Gesellschafter und Geschäftsführer der
Y._ GmbH
(Auszug aus dem Handelsregister des Kanton
s Zürich
, abrufbar unter:
www.zefix.ch
), ehe diese mit Beschluss der Gesellschafterversammlung am 21. Februar 2014 aufgelöst wurde. Anschliessend war er ab
dem 10. Februar 2014 als Lüftungsmonteur
für die
Z._ GmbH
tätig (Urk. 7/16/5) und bis am 22. September 2020 (SHAB-Meldung) als
deren
einziger Gesellschafter und Ge
schäfts
führer mit Einzelzeichnungsberechtigung im Handelsregister eingetragen
(vgl. Auszug aus dem Handelsregister des Kanton Zürich)
.
Am 17. August 2018 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf
Beschwerden am
E
l
l
enbogen
links seit dem 7. März 2018 bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leis
tungsbezug an (Urk. 7/16).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zog die Unterlagen
der Suva
(Urk. 7/18
, 7/21, 7/26
) sowie einen Auszug aus dem Individuellen Konto (IK-Auszug, Urk. 7/20
, 7/36
) bei.
Am 20./21. Mai 2019 fand im A
uftrag der Suva
bei der
A._
eine Funktionsorientierte Medizini
sche Abklärung (FOMA)
statt (Bericht
von PD
Dr.
med.
B._
, Facharzt Physikalische Medizin und Rehabilitation sowie Rheumatologie, und Frau
C._
, Physiothe
ra
peutin,
vom 1
2.
September 2018 [richtig: 2019]
,
Urk. 7/37).
Mit Vor
bescheid vom
4. November 2019 wurde dem Versicherten die Abweisung des Leis
tungsbe
ge
h
rens
in Aussicht gestellt (Urk. 7/40).
Dagegen erhob der Versicherte am
1
4.
Novem
ber 2019
Einwand
(Urk. 7/40)
u
nd reichte weitere medizinische
Berichte zu den Akten (Urk. 7/49).
Die Suva richtet dem Beschwerdeführer
auf
grund einer Erwerbsun
fähig
keit von 28 %
seit dem 1. Mai 2020 eine Invaliden
rente aus (Urk. 7/62).
Nach Aktualisierung der Aktenlage (Urk. 7/53
, 7/59-61
)
verfügte die IV-Stelle im angekündigten Sinne und wies
das Leistungsbegehren
gestütz
t auf einen Inva
liditätsgrad von
33 % am 1
0.
November 2020
ab (Urk. 2 [= Urk. 7/73]).
2.
Dagegen liess der Versicherte am 10. Dezember 2020 Beschwerde erheben und beantragen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben
und
ihm sei mindestens eine halbe Invalidenrente auszurichten; eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, das
Valideneinkommen
durch einen Buchhalter (AD-Abklärung) bestimmen zu lassen (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 25. Januar 2021 (Urk. 6) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, worüber der Beschwerdeführer mit Verfügung vom 26. Januar 2021 in Kenntnis gesetzt wurde (Urk. 8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
ti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE
130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.5
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
ein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an
gepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt se
in (BGE 145 V
141 E. 5.2.1, 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
Weist das zuletzt erzielte Einkommen der versicherten Person starke und verhält
nismässig kurzfristig in Erscheinung getretene Schwankungen auf, ist auf den während einer längeren Zeitspanne erzielten Durchschnittsverdienst abzustellen. Ist der zuletzt bezogene Lohn überdurchschnittlich hoch, ist er nur dann als
Vali
deneinkommen
heranzuziehen, wenn mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fest
steht, dass er weiterhin erzielt worden wäre (Urteil des Bundesgerichts
8C_329/2021 vom 27. Oktober 2021 E. 4.3.2 mit Hinweisen). Entscheidend ist, was
die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt als Gesunde tatsächlich ver
dienen würde und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte (BGE 135 V 58 E. 3.1).
1.6
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne ist subsidiär, das heisst deren Beizug erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
1.7
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
hielt
in der angefochtenen Verfügung
fest
,
dass die ge
sundheitlichen Einschränkungen des Beschwerdeführers ausschliesslich den linke
n Arm betreffen würden. Wie die Unfallversicherung gehe sie davon aus, dass ihm seine bisherige Tätigkeit als Lüftungsbauer nur noch mit Einschränkungen mög
lich sei. Für die angestammte Tätigkeit bestehe eine medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit von 73 %. In einer angepassten Tätigkeit sei der Beschwerde
füh
rer jedoch 100 % arbeitsfähig. Aufgrund der gesundheitsbedingten Anpassung in seiner Tätigkeit sei mit einer Einkommenseinbusse zu rechnen. Als Einkommen ohne gesundheitliche Einschränkung sei das Ein
kommen herangezogen worden, das
der Beschwerdeführer als Selbständigerwerbender abgerechnet habe.
Das Ein
kommen
habe über die Jahre stark geschwankt, weshalb ein Durchschnitt über die Jahre 2011
bis 2017 berechnet worden sei, der Fr. 99'184.-- betrage. Für das Invalideneinkommen sei auf die Lohntabelle vom Bundesamt für Statistik
abzu
stellen
. Aus dem Einkommensvergleich resultier
e ein Invaliditätsgrad von 33 %, weshalb k
ein Anspruch auf eine R
ente der Invalidenversicherung bestehe
.
Ab
schliessend
erklärte die Beschwerdegegnerin, sie gehe im Gegensatz zum Vorbe
scheid nicht mehr davon aus, der Beschwerdeführer könne seiner bisherige
n
Tätigkeit wieder vollständig nachgehen. Der Invaliditätsgrad sei jedoch zu tief für den Bezug einer Rente, weshalb sein Antrag weiterhin abgewiesen werde
(Urk. 2 S. 2)
.
2.2
Der
Beschwerdeführer
machte
geltend,
die medizinischen Abklärungen
hätten
übereinstimmend gezeigt, dass
ihm
die bisherige schwere Tätigkeit nicht mehr möglich sei. Es sei zweifelsohne davon auszugehen, dass bloss noch eine ange
passte, leichte Tätigkeit ohne Belastung des linken Armes zumutbar sei
(Urk. 1 S.
4).
Die
Beschwerdegegnerin
habe
aufgrund der Schwankungen den D
urch
schnitts
verdienst berechnet, was z
war grundsätzlich im Sinne der bundesge
richt
lic
hen Rechtsprechung korrekt sei. Darauf dürfe
jedoch
nur
abgestellt werden
,
wenn tatsächlich abgeklärt
worden wäre
, weshalb es zu Schwankungen
gekom
men sei
. Er habe sein Unternehmen wieder auf Kurs bringen und im Jahr 2017 ein Einkommen von deutli
ch über Fr. 100'000.-- erzielen
können
. Aufgrund der ausgewiesenen Steigerung des Einkommens rechtfertige es sich
,
das
Validenein
kommen
gestützt auf das Einkommen im Jahr 2017 von Fr. 136'651.
--
festzu
le
gen
(Urk. 1 S. 5). Er müsse sich völlig neu orientieren, weshalb
beim Inva
liden
einkommen
zudem
ein
Leidensabzug von mindestens 10 % zu gewähren
sei
.
Als
Invalideneinkommen sei
ein Betrag von
Fr. 60'676.30
zu berücksichtigen
. D
araus resultiere
ein Invaliditätsgrad von 56%, weshalb ihm eine halbe Inva
lidenrente zuzusprechen sei (Urk. 1 S. 6).
3.
3.1
Vorab ist festzuhalten, dass
PD
Dr.
B._
in seinem Bericht betreffend die
FOMA
als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine chronische
Epicon
dy
lopathia
ulnaris
links sowie
ein
Sulcus
ulnaris
Syndrom links und ein chro
ni
sches belastungsabhängiges
lumbovertebrales
Syndrom festhielt. Das
dysfunk
tionelle
Krankheitsverhalten bei psychosozialer Belastungssituation wurde als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit notiert
(Urk. 7/37/3)
.
Betref
fend Arbeitsfähigkeit führte PD
Dr.
B._
aus, unter Berücksichtigung der erhal
tenen und auch plausiblen Arbeitsbeschreibung handle es sich bei der Tätig
keit als Lüftungsmonteur um eine zum Teil
schwere, häufige Überkopfarbeit
mit
gleic
hzeitigem beidhändigem
Kraftaufwand und auch repetitiven Elementen. Aus ärztlich-medizinischer Sicht sei trotz beschränkter Beurteilbarkeit aufgrund eines ausgeprägten dysfunktionalen Krankheitsverhaltens und eher geringe
r
Befunde davon
auszugehen
, dass eine solche Tätigkeit eine vollständige Fitness in Bezug auf die oberen Extremitäten erfordere und deshalb ohne Anpassungen nicht zu
mutbar sei. Hinsichtlich der Rückenproblematik habe der Beschwerdeführer über Jahre normal gearbeitet, weshalb die heutigen Einschränkungen hauptsächlich auf eine Dekonditionierung zurückzuführen sei
en
und nach einem entsprechen
den Aufbautraining die Tätigkeit als L
üftungsmonteur nicht wesentlich
beein
trächtigen würde
n
. Eine hinsichtlich der Gesamtbelastung mittelschwere Tätigkeit mit
H
antieren von Lasten bis 20 kg bis Brusthöhe und beidhändig selten 15 kg
,
manchmal 10 kg über Brusthöhe mit Möglichkeit zu Wechselpositionierung im Sinne des Wechsel
s
zwischen Gehen-Stehen und Sitzen sowie V
ermeiden von repetitiv-monotonen Aufgaben mit der linken oberen Extremität mit gleichzei
ti
gem Kraftaufwand mit der Hand oder repetitiven
Umwendbewegungen
mit g
leichzeitigem Kraftaufwand sei
dem Beschwerdeführer zumutbar.
Dr.
B._
kam zum Schluss, a
ufgrund des
S
chweregrades und der Überlagerung durch ein
dys
funktionales
Krankheitsverhalten lasse sich eine Arbeitsunfähigkeit in einer an
gepassten Tätigkeit nicht attestieren (Urk. 7/37/6).
3.2
Die Beschwerdegegnerin
ging
in ihrem Entscheid
davon
aus
, dass der Be
schwer
deführer in
einer
adaptier
ten Tätigkeit arbeitsfähig sei,
wobei
unfallfremde Fakto
ren die Arbeitsfähigkeit nicht beeinflussen
würden
.
Dies
ist grundsätzlich
mit
der Aktenlage und
der Beurteilung von RAD-Arzt
Dr.
med.
D._
, Facharzt Chirur
gie
(Urk. 7/38/5)
, vereinbar
. Bei der
Ermittlung des
Invaliditätgrades
zog sie
die Tabellenlöhne der LSE heran
(vgl.
Urk.
7/72/5).
Inwiefern dem Beschwerdeführer seine angestammte Tätigkeit als selbständiger Lüftungsmonteur noch zumutbar ist, kann
daher
grundsätzlich offen bleiben, zumal sowohl die Beschwerde
geg
ne
rin wie auch der Beschwerdeführer übereinstimmend festhielten, in einer
ange
passten
leichten
Tätigkeit
sei
er vollständig arbeitsfähig
(vgl.
Urk.
1 S. 4)
.
4.
Streitig und zu prüfen ist die Festsetzung des Validen- und Invalideneinkommens und damit der hieraus resultierende Invaliditätsgrad,
4.1
Bei der Ermittlung des
Valideneinkommens
ist entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns aufgrund ihrer beruflichen Fähig
keiten und persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der überwie
gen
den Wahrscheinlichkeit verdient hätte.
4.1.1
Der Beschwerdeführer bringt diesbezüglich vor, er habe sein Unternehmen auf Kurs bringen und deshalb im Jahr 2017 wieder ein Einkommen von deutlich über
Fr.
100'000.-- erzielen können. Wäre der Unfall nicht geschehen, hätte er weiter
hin reüssiert, zumal allgemein bekannt sei, dass die Baubranche boome. Die Auf
tragsbücher hätten gut ausgesehen und lediglich da er selbst nicht mehr für den Erfolg der GmbH habe sorgen können, sei der Konkurs eröffnet worden. Aufgrund der ausgewiesenen Steigerung des Einkommens rechtfertige es sich,
nicht
auf den Durchschnitt abzustellen. Vielmehr sei das
Valideneinkommen
gestützt auf das
Einkommen im Jahr 2017 auf Fr. 136'651.-- festzulegen (Urk. 1 S. 5).
4.1.2
Aufgrund des IK-Auszugs ist aktenkundig, dass der Beschwerdeführer in den Jahren 2011 bis 2017 ein schwankendes Einkommen erzielt hat (Einkommen im Jahr 2011: Fr. 54'000.--; Jahr 2012:
Fr.
98'000.--; Jahr 2013:
Fr.
152'074.--; Jahr 2014: Fr. 72'082.--; Jahr 2015: Fr. 91'500.--; Jahr 2016: Fr. 80'000.--; Jahr 2017: Fr. 136'651.--; vgl. Urk. 7/36). Über die
Z._ GmbH
wurde mit Urteil vom 28. September 2018 der Konkurs eröffnet und die Gesellschaft aufgelöst (vgl. Handelsregistereintrag des Kantons Zürich). Der Beschwerdeführer war deren einziger Gesellschafter und Geschäftsführer. Da ihm seine angestammte Tätigkeit aus medizinischer Sicht
wohl
nicht mehr
vollständig
zumutbar ist (vgl. E. 3) und er nach eigenen Angaben nur einzelne Mitarbeiter beschäftigte (vgl. Urk. 7/18/55, 7/37/9, 7/37/15), ist einleuchtend, dass der Konkurs eröffnet werden musste, nachdem er nicht mehr für die Firma tätig sein konnte. Mithin wäre er mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit ohne seine gesundheitliche Beeinträchtigung weiterhin für die
Z._ GmbH
tätig gewesen, was denn auch nicht bestritten wird.
Sofern der Beschwerdeführer geltend macht, die Beschwerdegegnerin hätte eine AD-Abklärung vornehmen lassen
oder auf den zuletzt erzielten Lohn von Fr. 136'651.-- abstellen müssen
, vermag er damit nicht durchzudringen.
Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwer
dever
fahren ist zwar vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (
Art.
61
lit
. c ATSG).
Demnach hat die Verwaltung oder im Beschwerdeverfahren das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 193 E. 2, 122 V 157 E. 1a, vgl. BGE 130 I 180 E. 3.2). Der Beschwerdeführer
wurde
wiederholt aufgefordert, die Buchhaltungsabschlüsse (Erfolgsrechnung) der letzten
drei Jahre vor Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung und für die Zeit seither sowie die aktuelle Beitragsverfügung der zuständigen Ausgleichskasse einzureichen (Urk. 7/19, vgl. auch Urk. 7/22
-23
)
. Mit Schreiben vom 31. Januar 2019 wurde der Beschwerdeführer aufgefordert, die Buchhaltungsabschlüsse ein
zu
reichen. Dabei
wurde er darauf hingewiesen, dass aufgrund der Akten be
schlos
sen werden könne, wenn Versicherte
schuldhaft Auskünfte verweigern;
d
ie Frist wurde bis zum 2
2.
Februar 2019 gewährt (Urk. 7/25). Diese
Frist
wurde erstreckt (
Urk.
7/27-28), letztmals auf Antrag des Treuhänders des Beschwerde
führers bis am 1
0.
April 2019 (
Urk.
7/29-30).
Zwar
steht
sowohl
der versicherten Person als auch der
Beschwerdegegnerin
der Gegenbeweis offen, dass das tat
sächlich erzielte (beitragspflichtige) Einkommen höher oder tiefer ist als die
verabgabten
IK-Einkünfte (Urteil 9C_658/2015 vom
9.
Mai 2016 E. 5.1.1 mit Hin
weisen).
Die
von der Beschwerdegegnerin
einverlangten Buchhaltungsunter
lagen wurden vom Beschwerdeführer
jedoch
nicht eingereicht.
Es
liegt weder eine Ver
letzung des Untersuchungsgrundsatzes vor, noch waren von weiteren Abklä
rungen
ent
scheiderhebliche
Tatsachen zu erwarten, weshalb die Bes
chwerde
geg
nerin darauf zu Recht
in antizipie
rter Beweiswürdigung verzichtet
hat
(BGE 127 V 491 E. 1b mit Hinweisen).
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist e
ntscheidend, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt als Gesunde tatsächlich verdienen würde und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte (BGE 135 V 58 E. 3.1).
Dass der Beschwerdeführer weiterhin ein Einkommen über Fr. 100'000.-- erzielen würde, ist nicht erstellt.
4.1.3
Die Berechnung der Beschwerdegegnerin betreffend das
Valideneinkommen
ist dennoch zu beanstanden. Die Beschwerdegegnerin berücksichtigte die gemäss IK-Auszug
verabgabten
Einkommen der Jahre 2011 bis 2017 und berechnete ein Durchschnittseinkommen von Fr. 99'184.--. In den Jahren 2011 bis 2013 war der Beschwerdeführer Gesellschafter und Geschäftsführer mit Einzelzeichnungsbe
rech
tigung bei der
Y._ GmbH
. Die
Y._ GmbH
wurde jedoch nach Be
schluss der Gesellschafterversammlung im Jahr 2014 aufgelöst und
nach Ein
stellung des Konkursverfahrens mangels Aktiven am 26. Oktober 2015 von Amtes wegen gelöscht (vgl. Auszug aus dem Handelsregister des Kanton Zürich).
Mithin berücksichtigte d
ie Beschwerdegegnerin zu Unrecht die Einkommen der Jahre 2011 bis 2013 für das Durchschnittseinkommen. Für die Berechnung des zuletzt erzielten Einkommens ist lediglich auf den Durchschnittsverdienst bei der
Z._ GmbH
abzustellen. Der Beschwerdeführer erzielte gemäss IK-Auszug in den
Jahren 2014 bis 2017 ein Durchschnittseinkommen von Fr. 95'058.25 (Einkom
men
im Jahr 2014: Fr. 72'082.--; Jahr 2015: Fr. 91'500.--; Jahr 2016: Fr. 80'000.--; Jahr 2017: Fr. 136'651.--; vgl. Urk. 7/36). M
ithin
beträgt
das
Valideneinkommen
Fr. 9
5
'
058.-- (vgl
. auch
E. 1.5).
4.2
4.2.1
Nach der Rechtsprechung ist
sodann
für die Festsetzung des Invalidenein
kom
mens primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht (vgl. BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Betreffend das Invalideneinkommen ist grundsätzlich unbestritten, dass der Beschwerdeführer keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgeht, weshalb auf statistische Werte abzu
stel
len ist (vgl. Urk. 1 S. 6). Da de
r
Beschwerdeführer nach Eintritt der Invalidität
nicht mehr auf seinen angestammten Beruf zurückgreifen kann, hat die Be
schwer
degegnerin zur Recht die LSE-Kompetenzniveau 1 zur Anwendung gebracht. Der Beschwerdeführer machte jedoch geltend, es sei ihm ein leidensbedingter Abzug von mindestens 10
%
zu gewähren (Urk. 1 S. 6).
4.2.2
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienst
jahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswir
kungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurch
schnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht auto
ma
tisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflicht
gemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht über
steigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invali
den
ein
kommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE
146 V 16 E. 4.1 mit Hinweisen).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Ver
waltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwer
deinstanz den
Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
4.2.3
Die Beschwerdegegnerin berücksichtigte keinen leidensbedingten Abzug mit der Begründung, die Einschränkung sei vollumfänglich durch das Belastungsprofil
abgeglichen worden (Urk. 7/71/2), was nicht zu beanstanden ist.
Rechtspre
chung
s
gemäss ist der Umstand allein, dass nur noch leichte bis mittelschwere Arbeiten zumutbar sind, auch bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit kein Grund für einen zusätzlichen leidensbedingten Abzug, weil der Tabellenlohn im Kompetenz
nive
au 1 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_507/2020 vom 29. Oktober 2020 E. 3.3.3.2 mit Hin
weisen). Aus dem Umstand
alleine
, dass sich der Beschwerdeführer neu orien
tie
ren muss, lässt sich
daher
kein Leidensabzug zu begründen.
Die Beschwer
de
gegnerin stützte sich zu Recht auf den Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 und setz
t
e das Invalideneinkommen auf Fr. 66'748.--
fest
.
4.3
Der Einkommensvergleich ergibt bei einem
Valideneinkommen
von Fr. 95'058.--
und einem Invalideneinkommen von Fr. 66'748.-- eine Einkommenseinbusse
von Fr. 28'310.--, mithin einen
rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von
rund
30 %.
Der Beschwerdeführer hat
daher
keinen Anspruch auf eine
Rente der Inva
lidenversicherung (vgl. E. 1.3). Nach dem Gesagten ist die Beschwerde unbe
grün
det und
deshalb abzuweisen.
5.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streit
wert
festzulegen (
Art.
69 Abs. 1
bis
IVG) und auf
Fr.
700.-- anzusetzen. Entspre
chend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwer
de
führer aufzuerlegen.