Decision ID: 67c70f16-3303-48ef-b79e-a9c82db93eb6
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1959
, war zuletzt als Kranführer/Bauarbeiter tätig (
Urk.
6/
14/1-8
) und meldete sich erstmals
am 1
3.
September 2011
u
nter Hinweis auf eine Sehnenretrakt
i
on und Muskelatrophie der Schulter bei der Invalidenver
sicherung zum Leistungsbezug an
(
Urk.
6/4 = 6
/5
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab
und gewährte mit Mitteilung vom 2
3.
Dezember 2011
Beratung und
Unter
stützung zwecks Erhaltung des Arbeitsplatzes
(
Urk.
6/27), welche per 2
4.
April 2012 (einstweilen) abgeschlossen wurde (
Urk.
6/32).
Nach durchgeführ
tem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/41 = 6/42;
Urk.
6/43, 6
/50) holte die IV-Stelle in der Folge ein polydisziplinäres Gutachten ein, das am 1
3.
Aug
ust 2013 erstattet wurde (
Urk.
6
/75)
,
und verneinte mit Verfügung vom 3
0.
März 2
016 einen Rentenanspruch (
Urk.
6
/125).
Mit Urteil des hiesigen Ge
richts vom
8.
September 2017 im Verfahren IV.2016.01157 wurde die angefoch
tene Verfügung aufgehoben und die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen und zu erneutem Entscheid über den Leistungsanspruch an die Beschwerdegeg
nerin zurückgewiesen
(
Urk.
6/148)
.
In der Folge veranlasste die IV-Stelle ein polydisziplinäres Verlaufsgutachten, welches am 1
9.
Dezember 2018 erstattet wurde (
Urk.
6/174). Nach durchgeführ
tem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/182,
Urk.
6/185
) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 1
5.
Juli 2019 einen Rentenanspruch (
Urk.
6/187 =
Urk.
2).
2.
Der Versicherte erhob am 1
3.
September 2019 Beschwerde gegen die Verfügung vom 1
5.
Juli 2019 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihm rückwirkend ab März 2012 eine angemessene Invalidenrente zuzusprechen und auszurichten (
Urk.
1 S. 2 oben).
Mit Beschwerdeantwort vom 1
7.
Oktober
2019
beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5), was dem Beschwerdeführer am 2
2.
Oktober 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
7).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Artikel 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Alters
jahres folgt (Abs. 1). Der Anspruch entsteht nicht, solange die versicherte Person ein Taggeld nach Art. 22 IVG beanspruchen kann (Abs. 2). Die Rente wird vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem der Rentenanspruch entsteht (Abs. 3). Beträgt der Invaliditätsgrad weniger als 50 %, so werden die entsprechenden Ren
ten nur an Versicherte ausbezahlt, die ihren Wohnsitz und ihren gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben. Diese Voraussetzung ist auch von Angehörigen zu erfüllen, für die eine Leistung beansprucht wird (Abs. 4).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung
und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arz
tes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi
cherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärzt
lichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfüg
ung (
Urk.
1) davon aus, dass dem
Beschwerdeführer
aufgrund der gesundheitlichen Einschränkungen
die angestammte Tätigkeit a
ls Kranführer und Bauarbeiter seit
März 2011 nicht mehr
zumutbar sei
(S. 2 oben)
. Für angepasste Tätigkeiten
bestehe
seit März 2011
eine volle
Arbeitsfähigkeit, wobei aufgrund vermehrten Pausenbedarfs eine 20%ige Leistungseinschränkung vorliege. Der Einkommensvergleich ergebe eine Erwerbseinbusse von 29
%
, womit kein Rentenanspruch ausgewiesen sei
(S. 2 Mitte)
.
2.2
Demgegenüber wandte der Beschwerdeführer im Wesentlichen ein (
Urk.
1)
, dass dem rheumatologischen Fachgutachten aus näher genannten
Gründen kein Be
weiswert zukomme und weitere Abklärungen vorzunehmen seien
(S. 6-10
Ziff.
7.2.2).
F
erner
rechtfertige es sich, den
Tabellenlohn um den maximalen Lei
densabzug von 25
%
zu kürzen (S. 11 f.
Ziff.
8.2.1).
Bezüglich der Berech
nung des
Valideneinkommens
seien die in den Jahren 2007 und 2008 getätigten Über
stunden zu berücksichtigen und es sei auf das letzte Jahreseinkommen, das der Beschwerdeführer ohne gesundheitsbedingte Unterbrüche erzielte, abzustellen
(S.
13 f.
Ziff.
9).
2.3
Streitig und zu prüfen ist,
ob der medizinische Sachverhalt
rechtsgenüglich
ab
geklärt wurde und wie es sich mit einem allfälligen Rentenanspruch verhält.
3.
3.1
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatolo
gie des Bewegungsapparates, nannte im Guta
chten vom
7.
Januar 2013 (
Urk.
6
/59/2-9) zuhanden des Krankenversicherers als Diagnosen ein schweres
Supraspinatus
-Defizit bei Status nach misslungener
Rotatorenmanschetten
-Re
konstruktion (S. 7
Ziff.
5). Dazu führte er aus, da es nicht möglich gewesen sei, die schwere
Rotatorenmanschettenläsion
durch einen ersten Rekonstruktionsver
such in den Griff zu bekommen, sei eine beträchtliche Verbesserung auch durch grössere weitere chirurgische Eingriffe nicht zu erwarten (S. 8
Ziff.
7). Die bishe
rige Tätigkeit als Kranführer komme aufgrund der Störung gar nicht mehr in Frage (S. 8
Ziff.
8). Eine angepasste Tätigkeit auf Tischhöhe sei möglich, sicher zu 50
%
. Je nach Erfolg und Symptomfreiheit könne eventuell eine weitere Stei
gerung der Arbeitsfähigkeit in Betracht gezogen werden, möglicherweise bis zu 100
%
(S. 8
Ziff.
9). In der bisherigen Tätigkeit als Kranführer bestünden keine Möglichkeiten zur Verbesserung der Arbeitsfähigkeit. Nach stufenweiser Einar
beitung sei eine volle Arbeitsfähigkeit in der beschriebenen angepassten Tätigkeit möglicherweise jetzt schon gegeben (S. 8
Ziff.
10). Bei entsprechend einge
schränkter Arbeitsbelastung kön
ne mit einem langfristig gleich
bleibenden Zu
stand ohne weitere Verschlechterung gerechnet werden (S. 8
Ziff.
11). Es könne direkt mit 8.5 Stunden pro Tag angefangen werden. Gegebenenfalls sei bei Ein
stiegsschwierigkeiten eine vorübergehende Reduktion angebracht (S. 8
Ziff.
13 lit. a). Unter Einbezug der ohnehin reduzierten Produktionsleistung einer le
idens
angepassten Tätigkeit soll
e eine Leistung zu 100
%
möglich sein, gegebenenfalls vorübergehend auch mit einer teilweisen Reduktion beim Einsti
e
g (S. 9
Ziff.
13 lit. b). Die Therapiemöglichkeiten seien, insbesondere im Hinblick auf die Arbeits
fähigkeit und mögliche Arbeitsleistung, weitgehend ausgeschöpft (S. 9 oben).
3.2
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Neurologie,
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psy
chiatrie und Psychotherapie, sowie
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Rheuma
tologie, nannten im polydisziplinären Gutachten des
Begutachtungszent
rums D._
vom 1
3.
August 2013 (
Urk.
6/75) die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 38):
-
persistierende
periarthropathische
Schulterbeschwerden links, aktuell un
ter dem klinischen Bild einer
Frozen
shoulder
-
Status nach diagnostischer Arthroskopie und
arthroskopischer
Rotatoren
manschettenrekonstruktion
(
Supraspinatus
,
Infraspinatus
und
Subsca
pularis
) und
Bicepstenotomie
sowie AC-Gelenksresektion am 2
5.
März 2011
-
Status nach Schulterarthroskopie,
Rotatorenmanschetten
-Re-Rekonstruk
tion (
Subscapularis
und
Supraspinatus
),
subacromiales
Debridement
,
an
terolaterale
Acromioplastik
und AC-Resektion links am 2
6.
April 2013
Dazu führten die Gutachter aus, im Vordergrund stehe die eingeschränkte Beweg
lichkeit des linken Schultergelenks mit Schmerzen (S. 40 oben). In guter Korrela
tion mit der Aktenlage, insbesondere auch mit dem orthopädischen Gutachten von
Dr.
Y._
vom
7.
Januar 2013, müsse auch aus aktueller rheumatologischer Sicht eine weitere Arbeitsfähigkeit als Kranführer vorläufig als nicht möglich be
urteilt werden. Diese Arbeitsunfähigkeit gelte weiterhin, im Prinzip seit der ersten Schulteroperation am 2
5.
März 2011, wobei anschliessend lediglich Arbeitsver
suche durchgeführt worden seien, die aber missglückt seien (S. 40 Mitte).
In einer angepassten Tätigkeit, derzeit ohne Mithilfe des linken Armes, allenfalls intermittierend für leichte Haltefunktionen, bestehe dabei aus rein rheumatologi
scher Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. In jeglicher Tätigkeit, in der der Beschwerdeführer den linken Arm nicht gebrauchen müsse, bestehe auch eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Aufgrund der aktuellen Beschwerdesitu
ation müsse jedoch mit einem etwas erhöhten Pausenbedarf, respektive einem etwas verlangsamten Arbeitstempo gerechnet werden, so dass diesbezüglich eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit um 20
%
angenommen werden müsse. Diese Beurteilung gelte wohl ebenfalls seit der ersten Schulteroperation im März 2011 (S. 40 unten).
Da abgesehen von der linken Schulter keine Beschwerden und keine relevanten pathologischen Befunde am Bewegungsapparat h
ätt
en gefunden werden können, könnten aus rein rheumatologischer Sicht auch keine zusätzlichen Einschränkun
gen, seien diese qualitativ oder quantitativ, begründet werden (S. 41 oben).
Gesamtmedizinisch ergebe sich somit, dass dem Beschwerdeführer - in guter Kor
relation mit der Aktenlage - weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit in der angestamm
ten Tätigkeit als Kranführer zu attestieren sei. Diese Arbeitsunfähigkeit werde
andauern und habe Gültigkeit seit der ersten Schulteroperation am 2
5.
März 201
1.
In einer adaptierten Tätigkeit bestehe hingegen seit März 2011 eine voll
schichtige Arbeitsfähigkeit mit Einschränkung der Leistungsfähigkeit von 20
%
(S. 41 Mitte).
4.
4.1
Dr.
med.
E._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
,
Universitätsklinik
F._
,
nannte
in seinem Austritts
b
ericht
vom 2
0.
Juni
2017 über die am
1
6.
Juni
2017 erfolgte
Schulteroperation (
Urk.
6/158
)
die folgenden Austrittsd
iagnosen (S. 1):
-
Rotatorenmanschettenruptur
rechts (
Supraspinatus
transmural
total und
Subscapularis
obere 3/4)
-
AC-Gelenksarthrose rechts
-
Status nach Schulterarthroskopie,
Rotatorenmanschetten
-Re-Rekonstruk
tion (
Subscapularis
1
Arthrocare
-Anker,
Supraspinatus
2
Arthrocare
-An
ker),
subacromiales
Débridement
,
anterolateralter
Acromioplastik
, AC-Resektion links am 2
6.
April 2013 bei/mit:
-
Status nach
Rotatorenmanschetten
-Re-Ruptur (
Supraspinatus
) links bei
-
Status nach diagnostischer Arthroskopie und
arthroskopischer
Rotato
renmanschetten-Rekonstruktion
,
Bicepstenotomie
der linken Schulter am 2
5.
März 2011
-
AC-
Gelenksarthropathie
links bei
-
Status nach AC-Gelenksresektion links vom März 2011
-
Diskushernie C6/7 links mit sensomotorischem Defizit C7 links
Der Beschwerdeführer habe in gutem Allgemeinzustand, intakter Sensomotorik und reizlosen Wundverhältnissen nach Hause entlassen werden können (S. 2).
4.2
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte
in seinem Bericht vom
2.
März 2018 (
Urk.
6/156) aus, dass er den Beschwerdeführer seit Oktober 2015 ambulant behandle (S. 1
Ziff.
1.1), und nannte die folgenden
, hier verkürzt aufgeführten,
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1 f.
Ziff.
2.5):
-
depressive Störung seit zirka 2013
-
therapieresistentes
cervicospondylogenes
/-
cephales
Syndrom
-
chronisches lumbospondylogenes Syndrom
-
subtotale Ruptur der
Rotatorenmanschette
der linken Schulter seit No
vember 2010
-
Rotatorenmanschettenruptur
der rechten Schulter und AC-Gelenks
-
arthrose rechts seit 2014
-
Carpaltunnelsyndrom (CTS) beidseits
-
mediale Meniskusläsion des linken Knies nach Kniedistorsion am
6.
Mai 2009
Er attestierte dem Beschwerdeführer seit
2
8.
Oktober 2015
für die Tätigkeit als Kranführer
eine
100
%
ige
Arbeitsunfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.3). Aufgrund der Ge
samtsituation mit schweren körperlichen Einschränkungen und einer depressiven Störung erachte er das Wiedererlangen der Arbeitsfähigkeit als nicht gegeben (S. 2
Ziff.
2.7). Eine Tätigkeit müsste als angelernte Hilfskraft vorgesehen werden
,
mit
nur geringer Belastung der Arme
bis maximal 5 kg (S. 2
Ziff.
3.5
)
.
4.
3
Dr.
Z._
,
Dr.
A._
,
Dr.
C._
(vorstehend E. 3.2
) sowie
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
D._
, erstatteten am 1
9.
De
zember 2018 im Auftrag der Beschwerdegegnerin ein Verlaufsgutachten
(
Urk.
6/174). Sie stützten sich auf die
ihnen überlassenen Akten (
Urk.
6/176
),
ein psychiatrisches Teilgutachten (
Urk.
6/173
), ein rheumatologisches Teilgutachten (
Urk.
6/175), ein allgemeininternistisches Teilgutachten (
Urk.
6/178)
und ein
neu
rologisches
Teilgutachten (
Urk.
6). Sie
nannten die folgende
n
relevante
n
Diagno
se
n
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 8 f.
Ziff.
4.2):
-
persistierende
periarthropatische
Schulterbeschwerden beidseits
-
Status nach diagnostischer Arthroskopie und
arthroskopischer
Rotato
renmanschetten-Rekonstruktion
(
Supraspinatus
,
Infraspinatus
und
Subscapularis
) und
Bizepstenotomie
sowie AC-Gelenksresektion links am 2
5.
März 2011
-
Status nach Schulterarthroskopie,
Rotatorenmanschetten
-Re-Rekon
struktion (
Subscapularis
und
Supraspinatus
)
,
subacromialem
Débride
ment
,
antero
-lateraler
Acromioplastik
und AC-Gelenksresektion links am 2
6.
April 2013
-
Status nach klinisch
Frozen
shoulder
links anlässlich der Erstbegutach
tung am
3.
Juli 2013
-
Status nach Schulterarthroskopie und
arthroskopischer
Rotatorenman
schetten-Rekonstruktion
rechts (
Supraspinatus
und
Subscapularis
),
Bi
zepsrenotomie
und
Acromioplastik
anterior
und lateral sowie AC-Gelenksresektion am 1
6.
Juni 2017
-
klinisch
Schulterimpingement
beidseits
-
klinisch AC-Gelenksirritation beidseits
Im psychiatrischen Teilgutachten vom
6.
Dezember 2018 (
Urk.
6/173) wurde fest
gehalten,
dass insbesondere keine depressive Episode zu diagnostizieren sei, da keine
Anhedonie
, keine Reduktion des Antriebs und der Interessen vorhanden seien (S. 12
Ziff.
7.1). Bis anhin hätten nie ambulante oder stationäre psycholo
gische, psychiatrische oder psychopharmakologische Behandlungen stattgefun
den, was ebenfalls die Absenz von psychopathologischen Befunden unterstreiche. Insgesamt sei nicht von einer Veränderung des psychopathologischen Befunds seit der letzten Begutachtung im Jahr 2013 auszugehen (S. 13
Ziff.
7.2).
Aus rheumatologischer Sicht wurde im Teilgutachten vom 2
2.
November 2018
(
Urk.
6/175)
aufgeführt, dass entsprechend dem
klinischen Bild ausgeprägte Funktionseinschränkungen im Sinne einer verminderten Beweglichkeit beider Schultergelenke bestünden.
Die nahezu unveränderte
Muskeltrophik
zeige dage
gen, dass durchaus im Rahmen der eingeschränkten Beweglichkeit eine Funkti
onsfähigkeit der Arme vorliegen müsse.
Entsprechend der Beurteilung, dass die Kreuzschmerzen überwiegend nicht-somatisch zu begründen seien, müssten dies
bezüglich auch keine relevanten funktionellen Einschränkungen angegeben wer
den
. Insgesamt sei die beschriebene Bewegungseinschränkung vor allem auf
Ge
geninnervationen
zurückzuführen (S. 14
Ziff.
7.2). Es bestünden ferner Inkonsis
tenzen, insbesondere bezüglich des
Lasègue
-Manövers und der unter Ablenkung möglichen Langsitzposition oder auch bezüglich der Angabe der kaum mehr ein
setzbaren Arme bei fehlender Muskelatrophie
(S. 14
Ziff.
7.5). Aus rein rheuma
tologischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit gleichgeblieben (S. 16 Frage 2b).
Aus allgemeininternistischer Sicht wurden keine Diagnosen gestellt (
Urk.
6/178).
I
m neurologischen Teilgutachten (
Urk.
6/179)
wurden
ebenfalls
keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit genannt. Im Vordergrund stünden beid
seits die Schultergelenksschmerzen mit eingeschränkter Schulterbeweglichkeit. Diesbezüglich sei auf das rheumatologische Teilgutachten zu verweisen (S. 17
Ziff.
8).
In der Gesamtbeurteilung führten die Gutachter aus, dass
i
n der bisherigen Täti
g
keit als Krankführer
weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
bestehe
. Es sei anzunehmen, dass dies andauernd der Fall sein werde (S. 10
Ziff.
4.7). In einer körperlich leichten Tätigkeit, die bezüglich der Schultergelenke unterhalb zirka 60 Grad Flexion/Elevation/Abduktion beidseits durchgeführt werden könne, be
stehe aus rein rheumatologischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Entsprechend der Begründung im Vorgutachten müsse wegen der Schmerzsitua
tion eine Leistungseinbusse von etwa 20
%
angenommen werden
, was weiterhin seit der Erstbegutachtung gelte. Somit bestehe gesamtmedizinisch wie bereits 2013 eine Einschränkung in adaptierter Tätigkeit von 20
%
(S. 11
Ziff.
4.8).
5.
5.1
Das
D._
-Verlaufsg
utachten vom
Dezember 2018
(vorstehend E. 4.3
) erfüllt sämtliche Anforderu
ngen an den Beweiswert medizinis
cher Berichte im Sinne der Rechtsprechung (
vgl. vorstehend E. 1.6
). Es beruht
auf den notwendigen
psychi
atrischen, rheumatologischen, allgemeininternistischen und neurologischen Un
tersuchungen
, setzt sich mit allen Aspekten der gesundheitlichen Beeinträchti
gung auseinander, berücksichtigt die geklagten Beschwerden und erging in
Kenntnis der
Vorakten
. Das Gutachten
leuchtet
in der
Darlegung der medizini
schen Zusammenhänge sowie
Beurteilung der medizinis
chen Situation ein und enthält
nachvollziehbar begründete Schlussfolgerungen
.
5.2
Im
Rahmen der psychiatrischen Be
gutachtung (vgl. vorstehend E. 4.3
) zeigten sich keinerlei Hinweise auf klinisch relevante Bewusstseins-, Orientierungs- oder Gedächtnisstörungen (vgl.
Urk.
6/173 S. 10 oben). Das Ergebnis der auf der Ha
milton-Depressions-Skala beruhenden Fremdbeurteilung lag unter dem Schwel
lenwert für eine Depression (vgl.
Urk.
6/173 S. 10 unten).
Eine Reduktion des A
ntriebs und der Interessen war
nicht feststellbar.
Überdies
hatten nie ambulante oder stationäre psychologische, psychiatrische oder psychopharmakologische Be
handlungen stat
tgefunden, was die Absenz psychopathologischer Befunde
zu
sätzlich unterstreicht
(
Urk.
6/173 S. 12 f.)
. Ein
e Einschränkung der Arbeitsfähig
keit aus psychiatrischen Gründen ist daher nicht ersichtlich
. Diese Schlussfolge
rungen wurden v
om Beschwerdeführer nicht bestritten (
Urk.
1).
Aus somatischer Sicht diagnostizierten die Gutachter
persistierende
periarthropa
thische
Schulterbeschwerden beidseits.
Bezüglich der vom Beschwerdeführer als im Vordergrund stehend beschriebenen Schulterbeschwerden (
Urk.
6/179 S. 7
Ziff.
3.1, S. 14
Ziff.
7.1) konnten klinisch ausgeprägte Funktionseinschränkungen im Sinne einer verminderten Beweglichkeit beider Schultergelenke festgestellt werden (
Urk.
6/174 S. 9
Ziff.
4.3).
Aufgrund der Schulterbeschwerden sei weiter
hin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Kranführer ausgewiesen. In einer körperlich leichten Tätigkeit, die bezüglich der Schulterge
lenke unterhalb zirka 60 Grad Flexion/Elevation/Abduktion beidseits durchge
führt werden könne, bestehe aus rein rheumatologischer Sicht keine Einschrän
kung. Entsprechend der Begründung im Vorgutachten vom A
ugust 2013 (vgl. vorstehend E. 3.2
) müsse jedoch wegen der Schmerzsituation seit der Erstbegut
achtung eine Leistungseinbusse
von etwa 20
%
angenommen werden.
Das zu
mutbare Belastungsprofil
sowie die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
im
D._
-Gutachten
erscheinen
unter Berücksichtigung der relevanten
Befunde
als umfas
send dargelegt und schlüssig begründet
.
5
.3
Der Beschwerdeführer
machte
insbesondere ge
ltend, das
D._
-Verlaufsgut
-
achten
beruhe weder auf allseitigen Untersuchungen
,
noch hätten den
Gutachter
n
die vollständigen
Vorakten
- namentlich
nicht
der Operationsbericht vom 1
6.
Juni 2017
und die
Arthro
-MRI der beiden Schultern vom 2
2.
März
2017
-
vorgelegen
(
Urk.
1 S. 8)
.
Die von den
Gutachtern
beigelegte
Aktenzusammenfassung
enthält
sämtliche
re
levanten
ärztliche
n
Untersuchungsberich
te
(
Urk.
6/176
,
Urk.
6/177
), insbesondere
der provisorische Austrittsbericht vom 1
6.
Juni 2017 (
Urk.
6/143/3-4
; vgl.
Urk.
6/176/4) sowie
der
in der Aktenbeilage als
Bericht
de
s
F._
s
vom 2
0.
Juni 2016
bezeichnete
Austrittsbericht
der
Hospitalisation
vom 1
6.
Juni bi
s 1
9.
Juni 2017 (vorstehend E. 4.1
,
Urk.
6/176/4
)
.
Im Zusatz zur
Aktenzusammenfassung (
Urk.
6/177) wurde ferner der Sprechstundenbericht vom 2
7.
März 2017
über die am 2
2.
März 2017 erfolgte Untersuchung
(
Urk.
6/172/3-4) aufgelistet
,
welcher
insbesondere die vom Beschwerdeführer erwähnten
Arthro
-MR
I d
er beiden Schultern aufführt. So
mit
lagen
den Gutachtern alle relevanten medizinischen Ak
ten für eine fundierte Befunderhebung und Diagnostik
vor
.
5.4
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers äusserten sich
Dr.
C._
und
Dr.
A._
eingehend
und in ihren Schlussfolgerungen nachvollziehbar
zu den ge
klagten
Beschwerden im Bereich der
Hals-
und Lendenwirbelsäule
.
Im Rahmen der Untersuchung durch
Dr.
C._
waren klinisch deutliche Zeichen eines ver
mehrten Schmerzgebarens mit 4 von 5 positiven
Waddel
-Zeichen
, Inkonsistenzen bezüglich des
Lasègue
-Manövers und der unter Ablenkung möglichen Langsitz
position sowie ausgeprägte
Gegeninnervationen
beobachtbar. In der klinischen Untersuchung fanden sich
keine überzeugenden Hinweise
auf ein Facettensyn
drom oder auf
diskogene
Kreuzschmerze
n, weshalb
Dr.
C._
in na
chvollziehba
rer Weise von einer nicht-somatisch bedingten Ursache der Kreuzbeschwerden ausging (
Urk.
6/175 S. 13 unten).
Ferner wurden bezüglich der nicht als vorder
gründig erscheinenden Kreuzschmerzen bisher auch keine Therapieversuche, ins
besondere auch keine physiotherapeutischen Massnahmen, wahrgenommen (
Urk.
6/175 S. 4 unten)
, was gegen eine starke Ausprägung der diagnoserelevan
ten Befunde spricht
.
Dr.
A._
stellte klinisch keine
Hinweise für eine
cervikale
radikuläre
Symptomatik insbesondere nicht der Nervenwurzel C6 und C7 fest.
Auch bezüglich der angegebenen
Zervikalgie
und L
umbalgie
bestanden keine Hinweise auf
eine lumbale
radikuläre
S
ymptomatik
(
Urk.
6/179 S
. 16 oben)
.
Die Gutachter äusserten sich demnach ausführlich und schlüssig zu den
geklagten
cervicalen
und lumbalen Beschwerden
, weshalb nicht zu beanstanden ist, dass den
durch sie gewürdigten
unspezifischen Kreuzschmerzen und der klinisch fest
gestellten
Cervikalgie
ohne Hinweise auf ei
ne
radikuläre
Symptomatik
keine Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zuerkannt
wurden
.
Die
Diagnoseherleitung
erweist sich nach dem Gesagten als schlüssig, womit die vom Beschwerdeführer bemängelte fehlende Auseinandersetzung mit den Diagnosen v
on
Dr.
G._
(vorstehend E. 4.2
) das Gutachten nicht zu entkräften vermag.
Grundsätzlich ist es den Gutachterpersonen überlassen, über Art und Umfang der aufgrund der konkreten Fragestellung erforderlichen Untersuchungen zu befin
den (Urteil des Bundesgerichts 8C_827/2018 vom 1
0.
April 2019 E. 6.2.1).
An
lässlich der Begutachtung fand eine eingehende klinische Untersuchung statt
.
Ge
stützt hierauf und in Würdigung der
Vorakten
sowie
aufgrund der
diversen
fest
gestellten Inkonsistenzen
kamen die Gutachter nachvollziehbar zum Schluss, dass von weiteren bildgebenden Abklärungen keine anderen Erkenntnisse zu erwarten wären. Gemäss
Dr.
C._
sei entsprechend des Alters des Beschwerdeführers durchaus zu erwarten, dass bei radiologischen Abklärungen degenerative Verän
derungen an der Wirbelsäule dargestellt würden. Diese seien jedoch mit dem kli
nischen Kontext in Zusammenhang zu bringen, weshalb aus gutachterlicher Sicht diesbezüglich kein Handlungsbedarf bestehe
(
Urk.
6/175 S. 14
Ziff.
7.2
). Es ist daher
nicht zu beanstanden
, dass
die Gutachter auf weitere bildgebenden Abklä
rungen verzichteten.
5.5
Ferner ist entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers kein Widerspruch zu der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit d
urch
Dr.
Y._
(vorstehend E. 3.1
) zu erbli
cken.
Dieser führte aus, dass eine angepasste Tätigkeit auf Tischhöhe im Zeitpunkt der Begutachtung sicher zu 50
%
möglich sei. Es könne sogar eine weitere Stei
gerung der Arbeitsfähigkeit in Betracht gezogen werden, möglicherweise bis zu 100
%
.
Überdies
gab er an, dass nach stufenweiser Einarbeitung eine volle Ar
beitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit möglicherweise
bereits
gegeben sei (
Urk.
6/59/2-9 S. 7
Ziff.
9-10).
Eine eingehendere Auseinandersetzung mit dem Gutachten von
Dr.
Y._
erweist sich daher als entbehrlich.
Bezüglich des Verlaufs
ist anzumerken, dass die 20%ige Leistungseinschränkung
gemäss
Dr.
C._
seit der Erstbegutachtung durch das
D._
gelte
(
Urk.
6/175 S. 15)
. Aufgrund der neu aufgetretenen Besc
hwerden habe
sich der Gesundheits
zustand des Beschwerdeführers insgesamt verschlechtert
(vgl.
Urk.
6/175 S. 16), weshalb das Belastungsprofil diesbezüglich angepasst wurde. Das Hinzutreten der Beschwerden der rechten Schulter führte jedoch insgesamt nicht zu einer anderen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
in angepasster Tätigkeit
unter Berücksichtigung des Belastungsprofils. Eine über die Rekonvaleszenz
nach
der Operation hinaus
gehende Arbeitsunfähigkeit wurde denn auch nicht
durch
die behandelnden Ärzte des
Spital
s
F._
attestiert
(vgl.
Urk.
6/143)
.
5.6
Der Gesundheitszustand und die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit sind nach dem Gesagten aufgrund der medizinischen Akten
und der zuverlässigen gutachterlichen Beurteilung
hinreichend abgeklärt. Von weiteren Untersuchun
gen
, insbesondere der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch eine E
FL
(vgl.
Urk.
1 S. 10)
,
wären diesbezüglich keine neuen Erkenntnisse zu erwarten. Der medizini
sche Sachverhalt ist dahingehend erstellt,
dass in einer angepassten Tätigkeit
un
ter Berücksichtigung eines näher genannten Belastungsprofils
eine Leistungsein
schränkung von 20
%
ausgewiesen ist.
6.
6.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an
gepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) be
rechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls rele
vanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 f. zu Art.
28a
).
6
.2
Es ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer im Gesundheitsfall weiterhin als
Kranführer respektive Bauarbeiter erwerbstätig wäre. Die Beschwe
rdegegnerin stützte sich daher
für die Berechnung des
Valideneinkommens
auf die Angaben des letzten Arbeitgebers, wonach der Beschwerdeführer ohne Gesundheitsschaden
Fr.
69'225.
--
pro Jahr
verdient hätte (vgl. Arbeitgeberfragebogen vom 2
1.
Sep
tember 2011,
Urk.
6/14/1-7
Ziff.
2.10).
Der Beschwerdeführer wandte diesbezüg
lich ein, er habe regelmässig Überstunden geleistet, weshalb auf das im Jahr 2008 erzielte Einkommen als
Valideneinkommen
abzustellen sei
(
Urk.
1 S. 13)
.
I
st der zuletzt bezogene Lohn überdurchschnittlich hoch,
so ist dieser gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung nur dann als
Valideneinkommen
heranzu
ziehen, wenn mit überwiegender Wahrscheinlichkeit feststeht, dass er weiterhin erzielt worden wäre
(vgl. Urteil des Bundesgerichts
9C_838/2016
vom
3.
März 2017 E. 3.1).
Geleistete Überstunden dürfen bei der Bemessung des
Validenein
kommens
lediglich dann berücksichtigt werden, soweit sie auch für die Zukunft zu erwarten gewesen wären. Bei mehrjährigen Arbeitsverhältnissen ist erste Vo
raussetzung, dass dies in der Vergangenheit bereits wiederholt geschehen ist
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_744/2012 vom 2
0.
Dezember
2012
E. 2).
Gemäss dem Auszug a
us dem individuellen Konto (IK-A
usz
ug) vom 2
7.
Mai 2015 erzielte der Beschwerdeführer
aufgrund der Überstunden
im Jahr 2007 ein Ein
kommen von
Fr.
80'096.
--
und im Jahr 2008 ein solches von
Fr.
88'281.
--
.
Für
das vorhergehende Jahr
2006 ist ein Jahreseinkommen von
Fr.
69'526.
--
und für das Jahr 2005
lediglich
ein Einkommen von
Fr.
62'877.
--
ausgewiesen
(
Urk.
6/103)
.
Einzig in den Jahren 2007 und 2008 zeigt sich gegenüber den Vor
jahren ein markanter Anstieg des Einkommens wegen aussergewöhnlich vieler Überstunden
.
Die krankheitsbedingten Absenzen
in den Jahren 2009 und 2010
waren
jedoch nicht über einen so langen Zeitraum
(
Urk.
6/14 S. 4 f.
Ziff.
2.14)
, als dass sie zu erklären vermöchten, weshalb 2009
im Vergleich
nur sehr wenige
u
nd 2010
keine Überstunden geleistet wurden. Es fehlt daher an der erforderli
chen Regelmässigkeit von in der Vergangenheit geleisteten Überstunden, womit nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesen ist, dass ohne Eintritt des Gesundheitsschadens weiterhin und regelmässig Überstunden in diesem Aus
mass geleistet worden wären. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Be
schwerdegegnerin
für das
Valideneinkommen
auf das im Arbeitgeberfragebogen festgehaltene Einkommen von
Fr.
69'225.
--
abgestellt hat.
Dieser Betrag ist an die Nominallohnentwicklung
- vom Indexstand (Männer) von 2'171 im Jahr 2011 auf den Indexstand von 2'188
im Jahr 2012 (
www.bsf.ad
min.ch
, Entwicklung der Nominallöhne
, Tabelle T 39) - anzupassen, womit e
in
Valide
neinkommen
im Jahr 2012 von
Fr.
69'767.--
resu
ltiert (
Fr.
69’225.--
: 2'171 x 2'188
).
6.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Dem Beschwerdeführer ist eine angepasste Tätigkeit in einem 80%-Pensum zu
mutbar (vorstehend E.
5.6
), weshalb für die Ermittlung des Invalideneinkommens die Lohnstrukturerhebung (LSE)
2012, Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1 herange
zogen wird, was einem von Männern im Jahr 2012 für Hilfsarbeiten durchschnitt
lich erzielten Lohn von
Fr.
5'210.-- entspricht. Daraus resultiert unter Berück
sichtigung der durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden
(
www.bfs.admin.ch
, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, T03.02), aufgerechnet auf ein Jahr und bei der attestierten Arbeitsfähigkeit von 80
%
ein Invalideneinkommen von
rund
Fr.
52'142.--
(
Fr.
5'210.-- x
12 :
40.0 x 41.7 : 100 x 80)
6.4
Der Beschwerdeführer machte geltend, es sei ihm ein leidensbedingt
er Abzug vom Tabellenlohn von 25
%
zu gewähren (
Urk.
1 S. 12
).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass per
sönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Ein
zelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen kör
perlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Ein
schränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts füh
ren dürfen (Urteile des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1 und 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabelle
nlohnabzuges gemäss BGE
126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6).
Mit Bezug auf den behinderungs- beziehungsweise leidensbedingten Abzug ist zu beachten, dass das medizinische Anforderungs- und Belastungsprofil eine zum zeitlich zumutbaren Arbeitspensum tretende qualitative oder quantitative Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit darstellt, wodurch in erster Linie das Spektrum
der erwerblichen Tätigkeiten (weiter) eingegrenzt wird, welche unter Berücksich
tigung der Fähigkeiten, Ausbildung und Berufserfahrung der versicherten Person
realistischerweise
noch in Frage kommen. Davon zu unterscheiden ist die Gegen
stand des Abzugs vom Tabellenlohn bildende Frage, ob mit Bezug auf eine kon
kret in Betracht fallende Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage verglichen mit einem gesunden Mitbewerber nur bei Inkaufnahme einer Lohneinbusse reale Chancen für eine Anstellung bestehen (Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3.1.1 mit Hinweisen).
Ist von einem genügend breiten Spektrum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten auszugehen, können unter dem Titel leidensbedingter Abzug grundsätzlich nur Umstände berücksichtigt werden, die auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) als ausseror
dentlich zu bezeichnen sind (
Urteil des Bundesgerichts 8C_297/2018 vom 6. Juli 2018 E. 3.5).
Die gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, weiterhin körperlich schwere Arbeit zu verrichten, führt nicht automatisch zu einer V
erminderung
des hypothetischen Invalidenlohns. Vielmehr ist der Umstand allein, dass nur mehr leichte bis mit
telschwere Arbeiten zumutbar sind, auch bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit kein Grund für einen zusätzlichen leidensbedingten Abzug, weil der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 (bis LSE 2010 Anforderungsniveau 4) bereits eine Viel
zahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (vgl. Urteil des Bun
desgerichts 8C_82/2019 vom 19. September 2019 E. 6.3.2).
Unter Berücksichtigung der vorgenannten Kriterien erscheint vorliegend ein Ab
zug nicht als angemessen
.
Das zumutbare Belastungsprofil beinhaltet körperlich leichte Tätigkeiten,
die bezüglich der Schultergelenke unterhalb zirka 60 Grad Flexion/Elevation/Abduktion beidseits durchgeführt werden könne
n, wobei eine 20%ige Leistungseinbusse
aufgr
und der Schmerzsituation angenommen wurde
. Die verminderte Beweglichkeit beider Schultergelenke schränkt den Beschwerde
führer nicht derart ein, dass das Spektrum der erwerblichen Tätigkeiten im Be
reich der Hilfsarbeitertätigkeit weiter eingegrenzt wird
.
Es ist auch unter Berück
sichtigung der Einschränkungen des Beschwerdeführers von einem genügend breiten Spektrum an zumutbaren Verweistätigkeiten auszugehen.
Ferner kann
das Erfordernis
e
ine
r
verstärkte
n
Rücksichtnahme seitens Vorgesetzter und Arbeits
kollegen nach der Gerichtspraxis in der Regel nicht als eigenständiger Abzugs
grund anerkannt werden, ebenso wenig etwa das Risiko von vermehrten gesund
heitlichen Absenzen, ein grösserer Betreuungsaufwand oder weniger Flexibilität, was das Leisten von Überstunden etwa bei Verhinderung eines Mitarbeiters an
betrifft (Urteil des Bundesgerichts 9C_266/2017 vom 2
9.
Mai 2018 E. 3.4.2).
Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen haben sich demnach sowohl im einge
schränkten Tätigkeitsprofil als auch in der sich daraus ergebenden Arbeitsunfä
higkeit vollumfänglich niedergeschlagen, weshalb nicht zu beanstanden ist, dass die Beschwerdegegnerin keinen leidensbedingten Abzug gewährte.
6.5
Die Einkommenseinbusse bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
69'767.--
und einem Invalideneinkommen von
Fr.
52'142.--
beträgt
Fr.
17'625.--, woraus ein Invaliditätsgrad von 25
%
resultiert. Der Invaliditätsgrad erreicht damit nicht die
Erheblichkeitsgrenze
von 40
%
für einen Rentenanspruch
(vgl. vorstehend
E. 1.2
).
7.
Zusammenfassend ist ein Rentenanspruch bei einem Invaliditätsgrad von 25
%
zu verneinen. Damit erweist sich die angefochtene Verfügung als rechtens, womit die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.
8.
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr.
700.-- festzusetzen und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen
.