Decision ID: cf085906-8c10-5dd3-b2f1-ee0fe4168a4c
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 8. Oktober 2014 erneut zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an. Dabei gab er unter anderem an, an Rückenschmerzen und
psychischen Problemen zu leiden (act. G 5.1/138). Zuvor hatte das hiesige
Versicherungsgericht dem Versicherten mit Entscheid vom 28. Februar 2013 eine
ganze Rente zugesprochen, befristet für den Zeitraum von September 2009 bis Juli
2010, entsprechend der postoperativen Rehabilitationsphase nach einer Isthmotomie
L5 links und Sequestrektomie 1/2009 sowie einer transforaminalen lumbalen
interkorporellen Fusion L5/S1 mit Capestone-Cages und Sextant-Zweisystem 5/2009.
Die im orthopädisch-psychiatrischen Gutachten des Medizinischen Gutachtenzentrums
St. Gallen vom 6. August 2010 diagnostizierte Anpassungsstörung mit längerer
depressiver Reaktion (F43.21), bestehend seit etwa Mai 2009, verursachte
demgegenüber nach Abschluss der postoperativen Rehabilitationsphase keine
rentenbegründende Invalidität (act. G 5.1/131). Auf entsprechende Nachfrage der IV-
Stelle des Kantons St. Gallen reichte der Versicherte neue Arztberichte ein, die eine
Verschlechterung des Gesundheitszustands, namentlich des psychischen Zustands
belegen sollten. Ausserdem machte er Schulterbeschwerden geltend. So
diagnostizierte der behandelnde Psychiater, Dr. med. B._, Facharzt für Psychiatrie
und Psychotherapie FMH, in den Berichten vom 1. Mai 2013 und vom 19. Februar 2014
an den Hausarzt nunmehr eine mittelgradige depressive Episode (F32.1), bei
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narzisstisch-strukturierter Persönlichkeit mit übermässiger Leistungsorientiertheit (act.
G 5.1/145 und 146). Die Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates des Kantonsspitals St. Gallen (Prof. Dr. med. C._ und Dr. med.
D._) diagnostizierte im Bericht vom 11. Juni 2013 an den Hausarzt ein subacromiales
Impingement der rechten Schulter (act. G 5.1/148.1 f.). Der Hausarzt selber, Dr. med.
E._, Facharzt für Innere Medizin FMH, ging in seinem Bericht vom 20. Oktober 2014
zu Handen der IV-Stelle davon aus, dass auf Grund des langen Verlaufs mit frustranen
Arbeitsversuchen von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei (act. G
5.1/148.3 f.).
A.b Der RAD Ostschweiz ging in seiner Stellungnahme vom 3. Dezember 2014
zunächst nicht von einer erheblichen und arbeitsfähigkeitsrelevanten Verschlechterung
des Gesundheitszustands aus (act. G 5.1/150.3). Mit Vorbescheid vom 6. Januar 2015
teilte die IV-Stelle dem Versicherten dementsprechend mit, auf das neue
Leistungsbegehren werde voraussichtlich nicht eingetreten (act. G 5.1/154). Auf den
Einwand des Versicherten vom 6. Februar 2015 hin, seine depressive Problematik habe
sich chronifiziert, allenfalls sei diese Anfang 2012 wieder aufgetreten, so dass er sich in
Behandlung von Dr. B._ begeben habe, ordnete die IV-Stelle eine orthopädisch-
psychiatrische Verlaufsbegutachtung beim Medizinischen Gutachtenzentrum St. Gallen
an (act. G 5.1/162 f.).
A.c In ihrer neuerlichen Expertise vom 1. Mai 2015 diagnostizierten Dr. med. F._,
Spezialarzt Orthopädie FMH, sowie Dr. med. G._, Facharzt Psychiatrie und
Psychotherapie, (mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit) eine Pseudarthrose L5/S1
nach Spondylodese 5/2009, vorgängiger Mikrodiskektomie L5/S1 links 1/2009,
Schraubenentfernung L5/S1 beidseits 2/2012 mit Lumboischialgie links, eine leichte
Acromioclaviculargelenksarthrose und ein leichtes Impingement rechts bei kleinem
interstitiellem Supraspinatussehnenriss, eine rezidivierende depressive Störung,
gegenwärtig mittelgradige depressive Episode (F33.1), bestehend seit etwa 3/2012,
sowie einen Zustand nach Anpassungsstörungen mit längerer depressiver Reaktion,
bestehend von etwa 5/2009 bis 2/2012. Die Arbeitsfähigkeit in der angestammten
körperlich schweren Tätigkeit als Schlosser veranschlagten die Experten mit 0 %,
bestehend ab 1/2009. Körperlich leichte Tätigkeiten in temperierten Räumen, die
abwechslungsweise sitzend und stehend ausgeübt werden könnten, ohne häufig
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inklinierte, reklinierte und rotierte Körperhaltungen sowie ohne Arbeiten über der
Horizontalen, könnten nach Abschluss der postoperativen Rehabilitation ab 3/2010
gesamthaft bei voller Stundenpräsenz zu 60 % zugemutet werden. Von 1/2009 bis zu
diesem Zeitpunkt habe im Rahmen der postoperativen Rehabilitation eine
Arbeitsfähigkeit von 0 % bestanden. Es sollte sich zudem um Arbeiten ohne erhöhte
emotionale Belastung, ohne Stressbelastung, ohne erforderliche geistige Flexibilität,
ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung und ohne vermehrte Kundenkontakte
handeln (act. G 5.1/166.37 f).
A.d Nach einem Assessment vom 2. September 2015, anlässlich welchem sich der
Versicherte nur zu 10 - 20 % arbeitsfähig erklärt hatte, wies die IV-Stelle das
Leistungsbegehren um berufliche Massnahmen mit Verfügung vom 20. November 2015
ab (act. G 5.1/174.4 und 184). Nach durchgeführtem Vorbescheidsverfahren sprach sie
dem Versicherten sodann ab 1. Oktober 2015 eine Viertelsrente zu, basierend auf
einem Invaliditätsgrad von 48 %. Den im Einwand vom 29. Februar 2016 (Eingang IV-
Stelle) gestellten Antrag auf Berücksichtigung eines Tabellenabzugs und Zusprache
einer halben Rente lehnte die IV-Stelle unter Hinweis auf die geltend gemachten
invaliditätsfremden Faktoren Alter, Bildung und Nationalität ab. Die vorhandenen
Einschränkungen seien bereits bei der Definition der leidensangepassten Tätigkeit
berücksichtigt worden (Verfügung vom 18. Mai 2016 [act. G 5.1/192 und 198 f.]).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 14. Juni
2016 mit dem Antrag, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei dem
Beschwerdeführer eine halbe Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen.
Ausserdem sei ihm die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen. Zur Begründung
wird erneut vorgebracht, bei der Bemessung des Invalideneinkommens sei ein Abzug
vom Tabellenlohn vorzunehmen. Weiter wird vorgebracht, bei der Bemessung des
Valideneinkommens sei zu berücksichtigen, dass er über 20 Jahre lang bei der H._
AG gearbeitet habe. Er habe in der Firma immer mehr Verantwortung übernehmen
können und zum Schluss sei ihm angeboten worden, die Stelle als Werkstattleiter zu
übernehmen. Leider habe er das Angebot auf Grund seiner gesundheitlichen
Einschränkungen nicht mehr annehmen können. Zudem belasteten ihn die Schmerzen
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sehr, so dass ihn sein Hausarzt nun in einer Schmerzklinik angemeldet habe. Durch die
Schmerzen sei sein Gesundheitszustand sehr instabil und der Alltag dadurch belastet
(act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 30. August 2016 beantragt die Verwaltung
Abweisung der Beschwerde. Der Beschwerdeführer bestreite die gutachterlich
attestierte adaptierte Arbeitsfähigkeit von 60 % nicht. Die Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit sei aus körperlicher Sicht als grosszügig zu interpretieren. Sie basiere
weniger auf tatsächlich vorhandenen Funktionseinschränkungen als vielmehr auf der
geltend gemachten Beeinträchtigung des Beschwerdeführers durch die Schmerzen.
Die Gutachter seien davon ausgegangen, dass die lumbalen Schmerzen nur durch eine
Re-Spondylodese therapiert werden könnten. Ob eine solche Operation mit einem
behandelnden Arzt diskutiert worden sei, sei den Akten nicht zu entnehmen. Auch zur
Behandlung der Schmerzen in der rechten Schulter machten die Gutachter konkrete
Angaben. Die Behandlungsoptionen seien damit nicht ausgeschöpft. Mit der
Überweisung an eine Schmerzklinik komme der Beschwerdeführer seiner
Selbsteingliederungs- und Schadenminderungspflicht nach. Ein Tabellenlohnabzug sei
nicht automatisch angezeigt, wenn aus gesundheitlichen Gründen keine schwere
körperliche Tätigkeit mehr verrichtet werden könne. Seien nurmehr leichte körperliche
Tätigkeiten zumutbar, bilde dies grundsätzlich keinen Anlass für einen zusätzlichen
leidensbedingten Abzug. Die körperlichen Limitierungen, die bereits beim
Anforderungs- und Belastungsprofil berücksichtigt worden seien, dürften nicht
nochmals als abzugsrelevant herangezogen werden. Männer mit
Niederlassungsbewilligung (Kategorie C) verdienten im Anforderungsprofil 4 zwar
weniger als Schweizer, aber dennoch mehr als das für die Invaliditätsbemessung
herangezogene Durchschnittseinkommen. Dass das Alter die Stellensuche faktisch
negativ beeinflussen könne, müsse als invaliditätsfremder Faktor grundsätzlich
unberücksichtigt bleiben. Vorliegend dürfe davon ausgegangen werden, dass die
somatischen und psychischen Einschränkungen bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung
umfassend berücksichtigt worden seien. Auch die medizinisch bedingten zeitlichen
Einschränkungen seien bei der Festsetzung der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt worden.
Alter, Migrationshintergrund und Ausbildungsstand böten ebenfalls keinen Grund für
einen Abzug, weil sie sich gleichermassen auf das Validen- wie auf das
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Invalideneinkommen auswirkten. Der Einkommensvergleich sei damit korrekt erfolgt
und die Zusprache einer Viertelsrente nicht zu beanstanden (act. G 5).
B.c Mit Replik vom 18. Oktober 2016 macht der Beschwerdeführer unter Beilage der
neuesten Berichte des Kantonsspitals St. Gallen geltend, seine Schmerzsituation sei
nun dermassen chronifiziert, dass bis jetzt keine Verbesserung habe erreicht werden
können. Er halte deshalb am Leidensabzug fest (act. G 8). Die Beschwerdegegnerin
verzichtet auf eine Duplik (act. G 10).
B.d Mit verfahrensleitender Verfügung vom 21. September 2016 wird das Gesuch um
unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten) bewilligt (act. G 6).

Erwägungen
1.
1.1 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente besteht gemäss Art. 28 Abs. 2 des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), wenn die versicherte
Person mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60%,
auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50%, und auf eine Viertelsrente, wenn
sie mindestens zu 40% invalid ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen [Art. 16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]]).
1.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des
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Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind
(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1). Im Sinne einer Richtlinie
ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen
Spezialärzten und -ärztinnen, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und
Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise
sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/bb).
1.3 Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage der Lohnstrukturerhebung des
Bundesamtes für Statistik (LSE) ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert
allenfalls zu kürzen. Ohne für jedes zur Anwendung gelangende Merkmal separat
quantifizierte Abzüge vorzunehmen, ist der Einfluss aller Merkmale auf das
Invalideneinkommen (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/
Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) unter Würdigung der Umstände im
Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen. Der Abzug darf 25
% nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301 mit Hinweisen). Ob ein
(behinderungsbedingter oder anderweitig begründeter) Abzug vom hypothetischen
Invalideneinkommen vorzunehmen sei, ist eine Rechtsfrage. Demgegenüber stellt die
Höhe des Abzuges eine typische Ermessensfrage dar (Urteile des Bundesgerichts
8C_312/2017 vom 22. November 2017 E. 3.1 und 8C_381/2017 vom 7. August 2017 E.
4.1.1). Die gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, körperlich schwere Arbeit zu
verrichten, führt nicht automatisch zu einer weiteren Verminderung des hypothetischen
Invalidenlohns, da der Tabellenlohn gemäss der LSE-Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1
(bis 2011 Anforderungsniveau 4), bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren
Tätigkeiten umfasst (vgl. etwa Urteile 9C_833/2017 vom 20. April 2018 E. 5.1;
9C_830/2017 vom 16. März 2018 E. 5 und 8C_381/2017 vom 7. August 2017 E. 4.2.2).
2.
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2.1 Vorliegend ist der durch das Administrativgutachten des Medizinischen
Gutachtenzentrums St. Gallen vom 1. Mai 2015 festgestellte medizinische Sachverhalt
sowie die daraus abgeleiteten Schlussfolgerungen betreffend Arbeitsfähigkeit
grundsätzlich unbestritten. So macht der Beschwerdeführer keine konkreten Einwände
gegen die Expertise geltend und es sind auch keine solchen ersichtlich. Zwar macht er
implizit geltend, seine Arbeitsfähigkeit sei geringer einzuschätzen als in der
Einschätzung der Experten. Indessen handelt es sich dabei lediglich um eine subjektive
andere Einschätzung des gleichen Sachverhalts durch den Beschwerdeführer, ohne
dass dies durch die ärztlichen Unterlagen zu belegen wäre. So ging auch Dr. B._ in
den vorhandenen Berichten vom 1. Mai 2013 sowie vom 19. Februar 2014 von einer
mittelgradigen depressiven Episode F32.1 aus (act. G 5.1/145 f.). Ebenso wurden die
lumbalen und Schulterbeschwerden im Gutachten berücksichtigt (act. G 5.1/166.37).
Schliesslich ergeben sich auch aus den replicando eingereichten Arztberichten vom 30.
August 2016 (Dres. I._ und J._, Schmerzzentrum am Kantonsspital St. Gallen [act.
G 8.1]) sowie vom 6. September 2016 (K._ und Dr. L._, Klinik für Psychosomatik
am Kantonsspital St. Gallen [act. G 8.2]) - zumindest für den hier zu beurteilenden
Zeitraum bis zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses vom 18. Mai 2016 - keine neuen
Erkenntnisse, welche das Administrativgutachten als unvollständig oder mangelhaft
erscheinen liessen. Anlässlich der Erstkonsultation im Schmerzzentrum am 19. August
2016 berichtete denn auch der Beschwerdeführer, dass das Schmerzlevel seit 2012,
seit der Schraubenentfernung, gleich geblieben sei (act. G 8.1 S. 2). In psychiatrischer
Hinsicht diagnostizierte die Klinik für Psychosomatik eine chronische Schmerzstörung
mit somatischen und psychischen Faktoren (F45.41) sowie eine mittelgradige bis
schwere depressive Episode (F32.1). Indessen wird auch durch die Schmerzklinik keine
konkrete Verschlechterung des Zustands beschrieben, sodass grundsätzlich auch hier
von einer (leicht) anderen Umschreibung eines kaum veränderten Zustandes
auszugehen ist. Dr. I._ betonte vor allem das starke Kontrollbedürfnis über den
Körper und dass eine Aktivierung des Patienten wichtig sei [act. G 8.2]). Es ist nicht
davon auszugehen, dass eine allfällige Verschlechterung des Gesundheitszustands vor
Verfügungserlass eingetreten ist, womit der Beschwerdeführer zur Geltendmachung
einer solchen auf den Revisionsweg zu verweisen wäre. Im Übrigen handelt es sich
beim Hinweis auf die Schmerzproblematik im vorliegenden Verfahren lediglich um eine
zusätzliche Begründung für die Geltendmachung eines Leidensabzugs, nachdem ein
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solcher im Einwandverfahren allein mit den Faktoren Alter, Ausbildung bzw.
Hilfstätigkeit und Staatsangehörigkeit bzw. Migrationshintergrund begründet wurde.
Darauf ist nachfolgend einzugehen. Indessen liegt kein Grund vor, von der
gutachterlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung für eine adaptierte Tätigkeit abzuweichen.
2.2 Die Gutachter gingen davon aus, dass körperlich leichte Tätigkeiten in
temperierten Räumen, die abwechslungsweise sitzend und stehend ausgeübt werden
könnten, ohne häufig inklinierte, reklinierte und rotierte Körperhaltungen sowie ohne
Arbeiten über der Horizontalen, ab März 2010 gesamthaft bei voller Stundenpräsenz zu
60 % zuzumuten seien (act. G 5.1/166.37 f.). Ein vermehrtes Pausenbedürfnis bzw.
eine schmerzbedingte langsame Arbeitsweise ist durch die Experten somit bereits im
reduzierten Pensum - und damit in einem verminderten Verdienst - berücksichtigt
worden. Indessen ist bei aus¬gewiesenem Rückenleiden, den zusätzlichen
Einschränkungen an der Schulter, den psychischen Einschränkungen auf Grund der
rezidivierenden depressiven Störung und der Harninkontinenz von einer Polymorbidität
auszugehen. Es erscheint damit überwiegend wahrscheinlich, dass der
Beschwerdeführer auf dem zur Verfügung stehenden Arbeitsmarkt einen
gesundheitsbedingten Konkurrenznachteil erleidet. Ein Tabellenabzug von 10 %
erscheint dadurch gerechtfertigt. Demgegenüber bilden die übrigen geltend gemachten
Faktoren keine Grundlage für eine zusätzliche Reduktion des Tabelleneinkommens. So
ist das Alter bei einem zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses 52 1⁄2-jährigen
Versicherten nicht als einkommensmindernd zu berücksichtigen. Dass das Alter die
Stellensuche faktisch negativ beeinflussen kann, muss als invaliditätsfremder Faktor
grundsätzlich unberücksichtigt bleiben (Urteil 8C_312/2017 vom 22. November 2017 E.
3.3.2 und Urteil 8C_808/2013 vom 14. Februar 2014 E. 7.3, welche einen 56-jährigen
Versicherten bzw. eine 52-jährige Versicherte betrafen). Dass der Beschwerdeführer auf
Grund seiner fehlenden Berufsausbildung gegenüber ausgebildeten Mitbewerbern
einen Nachteil erleidet, wurde sodann mit dem Abstellen auf das Niveau 1
berücksichtigt. Überdies hat der Beschwerdeführer an seiner letzten Arbeitsstelle bei
der H._ AG trotz fehlender bzw. mangels in der Schweiz anerkannter Ausbildung
überdurchschnittlich gut verdient. Schliesslich ist mit der Beschwerdegegnerin
festzustellen, dass auch die Ausländereigenschaft nicht zu einem Abzug führen kann,
nachdem auch dieser Einwand bereits durch den überdurchschnittlichen Validenlohn
entkräftet wird (vgl. Urteil 9C_187/2011 vom 30. Mai 2011 E. 4.2.2). Für das von der
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Beschwerdegegnerin im Berechnungsblatt vom 28. Dezember 2015 (act. G 5.1/189)
verwendete Basisjahr 2012 betrug der Tabellenwert Fr. 65'177.-- (Anhang 2 der IVG-
Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV). Das Invalideneinkommen beträgt damit Fr.
35'196.-- (Fr. 65'177 x 60 % x 90 %).
2.3 Zu dem vom Beschwerdeführer im vorliegenden Verfahren erneut gemachten
Vorbringen, er habe bei der früheren Arbeitgeberin H._ AG kurz vor einem
Karriereschritt gestanden, indem ihm die Werkstattleitung angeboten worden sei, hat
das Gericht bereits im Urteil vom 28. Februar 2013 (IV 2011/100) Stellung genommen.
Dabei stellte das Gericht fest, dass ein solcher Schritt nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit dargetan sei, weshalb auf das von der Beschwerdegegnerin
anerkannte Einkommen von Fr. 72'726.-- (2009) abzustellen sei (E. 2.6). Nachdem sich
auch im vorliegenden Verfahren keine weiteren diesbezüglichen Erkenntnisse ergeben,
muss es grundsätzlich bei diesem Valideneinkommen sein Bewenden haben, wobei die
Beschwerdegegnerin dieses Einkommen korrekterweise ebenfalls für das Jahr 2012
auf Fr. 74'900.-- berechnet hat (act. G 5.1/189). Der Invaliditätsgrad beträgt damit 53,0
% ([Fr. 74'900.-- - Fr. 35'196.--] : Fr. 74'900.-- x 100). Der Beschwerdeführer hat
demzufolge Anspruch auf eine halbe Rente.
2.4 Schliesslich ist der Anspruchsbeginn zu korrigieren. Da die Spondylodese L5/S1
vom Mai 2009 nicht den gewünschten Erfolg gebracht hat (Bildung einer
Pseudarthrose L5/S1, Schraubenentfernung im Februar 2012), gehen die Experten
nunmehr von einer seit März 2010 bestehenden Arbeitsfähigkeit von lediglich 60 % in
einer adaptierten Tätigkeit aus (zuvor 90 % ab März 2010 [act. G 5.1/166.11 f., 166.37
f., 166.39 und 73.19 f.]). Demgegenüber führt die vom psychiatrischen Gutachter per
März 2012 angenommene Verschlechterung des psychischen Beschwerdebildes in der
Konsensbeurteilung zu keiner zusätzlichen Reduktion der Arbeitsfähigkeitsschätzung
ab diesem Zeitpunkt. Da die Neuanmeldung im Oktober 2014 erfolgte, ist der
Anspruchsbeginn gemäss Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG auf 1. April 2015 festzusetzen,
zumal zu diesem Zeitpunkt die Wartezeit im Sinn von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG längst
abgelaufen war.
3.
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3.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde unter Aufhebung der angefochtenen
Verfügung vom 18. Mai 2016 gutzuheissen und dem Beschwerdeführer ist eine halbe
Rente, beginnend am 1. April 2015, zuzusprechen.
3.2 Das Verfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Nachdem die Beschwerdegegnerin vollständig unterliegt, ist ihr die
Gerichtsgebühr aufzuerlegen.