Decision ID: fc513e1f-765d-540b-bb17-1767388e2129
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Entscheid Verwaltungsgericht, 24.03.2015 Bau- und Planungsrecht, Abbauplan (Kiesabbau im Gewässerschutzbereich Au), Art. 19 Abs. 1 und Art. 44 GSchG (SR 814.20); Art. 29 Abs. 1 GSchV (814.201).Die Beschwerdeführerin plant, ein bestehendes Kiesgrubenareal etappenweise zu erweitern. Das fragliche Gebiet ist dem Gewässerschutzbereich Au zugewiesen, woraus sich das Verbot ergibt, Material unter dem Grundwasserspiegel und der darüber liegenden Schutzschicht abzubauen. Die Zuweisung zum Gewässerschutzbereich Au kann im Anwendungsfall überprüft werden. Konkret ergibt sich, dass diese zu Recht erfolgt ist: Das betroffene Grundwasservorkommen umfasst 50'000 m3 nutzbares Trinkwasser, das von Oberflächengewässern unbeeinflusst und damit vor allfälligen Überflutungen geschützt ist und in Notlagen einen substantiellen Beitrag an die regionale Trinkwasserversorgung leisten kann. Der vorgesehene Abbau unter dem Grundwasserspiegel ist damit nicht gesetzmässig und der Abbauplan fällt dahin (Verwaltungsgericht, B 2012/108).Entscheid vom 24. März 2015BesetzungPräsident Eugster; Verwaltungsrichter Linder, Heer, Rufener, Bietenharder; Gerichtsschreiber WehrleVerfahrensbeteiligtQ. AG, Beschwerdeführerin,vertreten durch Rechtsanwalt lic.iur. Jürg Bereuter, Bratschi Wiederkehr & Buob AG, Vadianstrasse 44, Postfach 262, 9001 St. Gallen,gegenRegierung des Kantons St. Gallen, Regierungsgebäude, 9001 St. Gallen,Vorinstanz,undPolitische Gemeinde Neckertal, Gemeinderat, 9127 St. Peterzell,Beschwerdegegnerin,sowieA.B., C.D., E.F., G.H., Beschwerdebeteiligte,GegenstandAbbau- und Deponieplan (Kiesabbauplan N. Süd)Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. Die Q. AG lässt im N. in der Politischen Gemeinde Neckertal (bis 31.
Dezember 2008 Mogelsberg) Kies abbauen. Im Jahr 1991 wurde eine Verlängerung der
seit 1975 bestehenden Abbaubewilligung für den südlichen Teil verweigert. Für
zahlreiche eigene sowie im Eigentum von A.B., C.D., E.F. und G.H. stehende
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Grundstücke in diesem Gebiet reichte die Q. AG am 23. Mai 2002 dem Gemeinderat
Abbau- und Deponiepläne, aufgeteilt in die Teilgebiete Ost und Süd (letzteres
umfassend die Bereiche Mitte und West), ein. Danach sollen innerhalb von dreissig bis
vierzig Jahren insgesamt 3,7 Millionen m Kies abgebaut werden, wovon rund 500'000
m im Grundwasser liegen. Im Teilgebiet Ost ist der Abbau der Kiesvorräte oberhalb,
im Teilgebiet Süd auch innerhalb des Grundwasservorkommens vorgesehen. Geplant
ist zudem eine Inertstoffdeponie mit einem Volumen von rund 600'000 m . Die vom
Gemeinderat am 11. Juni 2002 erlassenen Pläne lagen vom 19. Juni bis 18. Juli 2002
öffentlich auf (vgl. Ordner «Teilgebiet Süd»).
B. Der Gemeinderat bewilligte – nachdem das Amt für Umweltschutz (heute Amt
für Umwelt und Energie, AFU) am 18. Juli 2003 Projekt und
Umweltverträglichkeitsbericht beurteilt und am 28. Oktober 2003
Umweltschutzmassnahmen verfügt hatte – am 10. Februar 2004 den Kiesabbau
(Etappen I bis III; nicht aber IV und V, Abbaukote mindestens zwei Meter über dem
höchstmöglichen Grundwasserspiegel) sowie die Wiederauffüllung und den
Wiederaufbau des Bodens mit unverschmutztem Aushub-, Abraum-, Ausbruch- und
Bodenmaterial im Teilgebiet Ost. Das Baudepartement genehmigte am 30. April 2004
den Abbauplan – nicht aber den Deponieplan – für das Teilgebiet Ost. Bewilligung und
Genehmigung wurden unangefochten rechtskräftig (vgl. act. 34-36 der Gemeinde).
C. Für das Teilgebiet Süd verweigerte der Gemeinderat – nachdem das Amt für
Umweltschutz am 20. April 2004 Projekt und Umweltverträglichkeitsbericht beurteilt
hatte – am 25. Oktober 2004 die Bewilligung zum Kiesabbau (durch Verfügung, die
Genehmigung des Abbau- und Deponieplanes nicht zu beantragen) und trat auf das
Gesuch zur Errichtung einer Inertstoffdeponie nicht ein. Der Gemeinderat eröffnete
seine Verfügung zusammen mit den Verfügungen des Amtes für Umweltschutz vom 23.
April 2004, mit welcher die gewässerschutzrechtliche Bewilligung zum Kiesabbau
verweigert und auf das Gesuch zur Errichtung einer Inertstoffdeponie nicht eingetreten
worden war, des Kantonsforstamtes vom 20. Januar 2003, mit welcher die Rodung
eines Waldareals verweigert worden war, und des Amtes für Jagd und Fischerei vom
26. September 2002, mit welcher die Öffnung des eingedolten M.-Bachs (befristet bis
31. Dezember 2008) bewilligt worden war (act. 39 der Gemeinde).
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a. Die Regierung wies den am 5. November 2004 erhobenen Rekurs, mit welchem die
Q. AG die Aufhebung der Verfügungen des Amtes für Umweltschutz und des
Kantonsforstamtes und die Genehmigung des Abbau- und Deponieplanes für das
Teilgebiet Süd (umfassend die Bereiche Mitte und West) sowie die Erteilung der
entsprechenden Baubewilligung beantragt hatte, am 25. April 2006 ab, soweit sie
darauf eintrat. Dem rekurrentischen Antrag, die auf Sondierbohrungen und
Wasserüberwachungen beruhende Feststellung, dass es sich beim
Grundwasserbecken im Teilgebiet Süd – in dessen Bereich Mitte – um einen stehenden
und isolierten unterirdischen Wasserspeicher handle, mit einer Oberexpertise zu
bestätigen, wurde nicht entsprochen (vi-Dossier 074-2004, act. 25).
b. Mit Entscheid vom 27. Februar 2007 hiess das Verwaltungsgericht die gegen den
Regierungsentscheid erhobene Beschwerde teilweise gut, hob den angefochtenen
Entscheid auf und wies die Angelegenheit zur Ergänzung des Sachverhalts und zur
Neubeurteilung an die Vorinstanz zurück. Das Baudepartement wurde angewiesen,
dem Beweisantrag der Q. AG stattzugeben und mittels Gutachten feststellen zu lassen,
ob das N. aus einem zusammenhängenden Grundwasserfeld bestehe oder ob sich im
Gebiet Süd-Mitte ein isoliertes Grundwasserbecken befinde. Treffe letzteres zu, sei
weiter zu klären, ob dieses Vorkommen für sich allein genügend ergiebig sei, um zur
Trinkwasserversorgung in Notlagen genutzt zu werden bzw. ob ihm jeweils
Wassermengen von 230 l/min entnommen werden können und ob es möglich sei, die
Entnahmemenge vorübergehend auf ein Mehrfaches zu steigern, ohne dass befürchtet
werden müsse, dass Quellen versiegen.
D. Das Baudepartement und die Q. AG kamen am 15. Juni 2007 überein, dass
sich das für die Q. AG tätige Geologiebüro W. & Z. AG einerseits und das AFU
anderseits um eine übereinstimmende Beurteilung der hydrogeologischen Verhältnisse
im N. bemühen sollten (vgl. vi-act. 3 [ab hier: Dossier 09-569]). Auf die Berichte von W.
& Z. vom 12. September und vom 3. Dezember 2007 reagierte das AFU am 30.
Oktober 2007 und am 22. Mai 2008 mit Korrekturvorschlägen. Nach einer Besprechung
am 26. Mai 2008 wurde der Bericht erneut überarbeitet. Letzte Klärungen sollten nach
einem Gespräch vom 17. März 2009 vorgenommen werden. Im April 2009 prüfte das
AFU die bereinigte Version vom 30. März 2009. Aufgrund weiterer Bemerkungen vom
29. Mai 2009 wurde der Bericht erneut bereinigt. Am 9. Oktober 2009 erklärte sich das
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AFU mit der von W. & Z. am 30. Juni 2009 erstatteten «Hydrogeologischen
Standortbestimmung im Gebiet N.» (vi-act. 13; nachfolgend «Standortbestimmung»)
grundsätzlich einverstanden (vgl. vi-act. 12). Zu den Rechtsfragen holte die Q. AG bei
Prof. Dr. iur. K.T. ein Gutachten ein, welches am 8. Juni 2010 erstattet wurde (vi-
act. 19). Es kommt zum Schluss, das Grundwasservorkommen Süd-Mitte sei nicht
nutzbar im Sinn des Gewässerschutzrechts. Während sich die Politische Gemeinde
Neckertal am 24. Juni 2010 der Auffassung der Q. AG anschloss (vi-act. 21),
beantragte das AFU am 13. Juli 2010 sinngemäss die Abweisung des Rekurses (vi-
act. 22). Die Q. AG nahm dazu am 27. August 2010 Stellung.
Die Regierung wies den Rekurs am 1. Mai 2012 ab, soweit sie auf ihn eintrat, auferlegte
der Q. AG die Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- und wies ihr Gesuch um
Entschädigung der ausseramtlichen Kosten ab (act. 2).
Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, auf das Rechtsgutachten sei nicht
weiter einzugehen, da das Verwaltungsgericht am 27. Februar 2007 ausdrücklich
festgehalten habe, ob ein Grundwasservorkommen zu Recht ganz oder teilweise als
Gewässerschutzbereich A ausgeschieden worden sei, sei anhand der einschlägigen
gewässerschutzrechtlichen Vorschriften und nicht aufgrund einer Abwägung der
Interessen des Gewässerschutzes mit konkurrierenden Interessen anderer Natur
festzulegen. Gemäss Standortbestimmung vom 30. Juni 2009 gehörten die Gebiete L.
und N. – und damit auch dessen Teilgebiete Ost, Mitte und West – grundsätzlich zum
gleichen Grundwasservorkommen, auch wenn der Wasseraustausch zwischen dem
Teilgebiet Mitte und den Teilgebieten Ost und West vermutlich relativ gering sei. Dem
Teilgebiet Mitte mit einem natürlichen Reservoir von schätzungsweise 80'000 m
Grundwasser könnten jährlich 52'500 - 63'000 m Wasser (100 bis 120 l/min)
entnommen werden. Es sei möglich, dem Teilgebiet kurzfristig, d.h. über mehrere Tage
bis einige Wochen, mehrere hundert Liter Wasser pro Minute zu entnehmen. Das
Grundwasservorkommen N. sei mengenmässig mindestens für die
Trinkwasserversorgung in Notfällen geeignet. Die Anforderungen an die Qualität für
Trinkwasser seien erfüllt. Die Zuweisung des Teilgebietes zum Gewässerschutzbereich
A sei sachlich begründet, was einen Kiesabbau unterhalb des Grundwasserspiegels
ausschliesse. Mit dem Kiesabbauplan falle auch der Deponieplan dahin.
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E. Die Q. AG (Beschwerdeführerin) erhob gegen den am 4. Mai 2012 versandten
Rekursentscheid der Regierung (Vorinstanz) durch ihren Rechtsvertreter mit Eingabe
vom 16. Mai 2012 (act. 1) und Ergänzung vom 13. Juli 2012 (act. 7) Beschwerde beim
Verwaltungsgericht mit den Anträgen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge sei der
angefochtene Entscheid aufzuheben, festzustellen, das Gebiet N. sei zu Unrecht dem
Gewässerschutzbereich A zugeteilt worden und die Vorinstanz anzuweisen, den
Kiesabbauplan N. Süd zu genehmigen und die entsprechende Baubewilligung zu
erteilen, eventuell sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Vorinstanz
zurückzuweisen.
Für die Vorinstanz beantragte das Baudepartement mit Vernehmlassung vom 31.
August 2012 die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei (act. 10).
Die weiteren Verfahrensbeteiligten verzichteten stillschweigend auf eine
Vernehmlassung. Die Beschwerdeführerin nahm zur vorinstanzlichen Vernehmlassung
am 30. Oktober 2012 Stellung (act. 17).
F. Mit Eingabe vom 28. Januar 2015 teilte der bisherige Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin, lic.oec. Christoph Möhr, Speicher, dem Verwaltungsgericht mit,
das Mandat sei an Rechtsanwalt lic.iur. Jürg Bereuter (Bratschi Wiederkehr & Buob AG,
St. Gallen) übergeben worden (act. 20).
Auf den angefochtenen Entscheid sowie die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten
zur Begründung ihrer Anträge wird – soweit erforderlich – in den Erwägungen
eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. (...).
2. In der Sache ist streitig, ob der Abbauplan für das Teilgebiet Süd zu Recht
aus gewässerschutzrechtlichen Gründen nicht bewilligt bzw. dessen Genehmigung
nicht beantragt worden ist. Das Verwaltungsgericht hat sich mit der vorliegenden
Streitsache bereits im Jahr 2007 befasst. Im (Rückweisungs-)Entscheid B 2006/95 vom
27. Februar 2007 hielt es fest, unterhalb des Grundwasserspiegels dürfe kein Kies
abgebaut werden, wenn «das betreffende Grundwasserbecken zu Recht als
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Grundwasserschutzbereich (recte: Gewässerschutzbereich) A ausgeschieden worden»
sei (E. 4.5.).
2.1. Gemäss Art. 19 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Schutz der Gewässer
(Gewässerschutzgesetz; SR 814.20, GSchG) teilen die Kantone ihr Gebiet nach der
Gefährdung der ober- und der unterirdischen Gewässer in Gewässerschutzbereiche
ein, wobei der Bundesrat die erforderlichen Vorschriften erlässt. Bei der Einteilung des
Kantonsgebiets in Gewässerschutzbereiche werden die besonders gefährdeten und
die übrigen Bereiche bezeichnet (vgl. Art. 29 Abs. 1 der Gewässerschutzverordnung,
SR 814.201, GSchV). Die besonders gefährdeten Bereiche umfassen u.a. den
Gewässerschutzbereich A , der dem Schutz nutzbarer unterirdischer Gewässer dient
(ebd., lit. a).
2.2. Zum Gewässerschutzbereich A gehören sämtliche Grundwasserleiter mit
nutzbarem Grundwasser sowie die zu ihrem Schutz notwendigen Randgebiete. Ein
unterirdisches Gewässer gilt als nutzbar bzw. für die Wassergewinnung geeignet, wenn
das Wasser die Anforderungen der Lebensmittelgesetzgebung an Trinkwasser –
nötigenfalls nach Anwendung einfacher Aufbereitungsverfahren – einhält und im
natürlichen oder angereicherten Zustand in einer Menge vorhanden ist, dass eine
Nutzung in Betracht fallen kann. Dabei bleibt der tatsächliche Bedarf unberücksichtigt.
Das quantitative Kriterium ist erfüllt, wenn das Vorkommen bei nachhaltiger Nutzung
einen Beitrag zur regionalen oder kommunalen Versorgung leisten kann oder
wesentlich zur Speisung eines stromabwärts liegenden nutzbaren
Grundwasservorkommens beiträgt. Zu berücksichtigen ist auch die Eignung für die
Trinkwasserversorgung in Notlagen (zum Ganzen vgl. Anhang 4 GSchV, Ziff. 111 Abs. 1
und 2 sowie Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft [BUWAL, heute Bundesamt
für Umwelt, BAFU], Wegleitung «Grundwasserschutz», Bern 2004, Ziff. 2.2.2, S. 34).
2.3. Die Kantone stützen sich bei der Bezeichnung dieser Gewässerschutzbereiche
auf hydrogeologische Kenntnisse; reichen diese nicht aus, sorgen sie für die
Durchführung der erforderlichen hydrogeologischen Abklärungen (vgl. Art. 29 Abs. 4
GSchV). Namentlich die Gewässerschutzbereiche gehen aus den durch die Kantone zu
erstellenden Gewässerschutzkarten hervor (vgl. Art. 30 Abs. 1 GSchV).
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In der Grundwasserkarte des Kantons St. Gallen, Blatt 1094 Degersheim vom 12.
Oktober 2000 wird das Gebiet N. zwischen Nassen und Necker als
zusammenhängender «Schotter-Grundwasserleiter über den Tälern» mit einer
nachgewiesenen mittleren bis grossen Grundwassermächtigkeit erfasst (vgl. die
verschiedenen Beilagen zu act. 10). Gross ist die Mächtigkeit im Kernbereich, d.h. im
vorliegend zu beurteilenden Gebiet Süd-Mitte. «Gross» bedeutet nach der Legende
eine Grundwassermächtigkeit von 10-20 m, die für grosse vertikale Fassungen
geeignet ist. Im Wasserversorgungsatlas der Schweiz, Blatt 1094 Degersheim 1999
(nachgeführt bis Juni 2000), wird das N. im östlichen und mittleren Bereich als
nachgewiesenes nutzbares Grundwasservorkommen mit mittlerer Mächtigkeit (fünf bis
zwanzig Meter) geführt. In der st. gallischen Karte der Gewässerschutzbereiche vom
30. November 1978 wurde das N. als «Gewässerschutzbereich A mit möglichem
Fassungsareal (prov. Zone S)» geführt (vgl. Blätter 4541 Flawil und 4543 Mogelsberg).
Dies entspräche heute – soweit ersichtlich – einem Grundwasserschutzareal i.S. von
Art. 21 GSchG. Die Gewässerschutzkarte des Kantons St. Gallen vom 1. Juni 1998
(nachgeführt bis 17. Oktober 2000) wies das N. als Gewässerschutzbereich A aus (vgl.
Blatt 1094 Degersheim). Das Fassungs- bzw. Schutzareal war in der Zwischenzeit
zugunsten des Kiesabbaus aufgehoben worden (gemäss unbestrittener Darstellung der
Beschwerdeführerin im Jahr 1993). Nach der aktuellen Gewässerschutzkarte (Blatt
1094 Degersheim) vom 25. Januar 2006 ist das Gebiet östlich des Dorfes Nassen (N.
und nördlich der Strasse gelegenes Gebiet), das Dorf selbst sowie der nördlich
anschliessende Hang bis zum Punkt 829.9 dem Gewässerschutzbereich
A zugewiesen.
2.4. Mit der Zuweisung zum Gewässerschutzbereich A geht das Verbot einher,
den Abbau von Kies, Sand oder anderem Material unterhalb des Grundwasserspiegels
zu bewilligen. Zusätzlich muss eine schützende Materialschicht von mindestens zwei
Metern über dem natürlichen, zehnjährigen Grundwasserhöchstspiegel belassen
werden (Anhang 4 Ziff. 211 Abs. 3 lit. a GSchV). Das Abbauverbot ist im Gesetz selbst
vorgesehen: Wer Kies, Sand oder anderes Material ausbeuten oder vorbereitende
Grabungen dazu vornehmen will, braucht eine Bewilligung (Art. 44 Abs. 1 GSchG).
Diese darf u.a. nicht erteilt werden unterhalb des Grundwasserspiegels bei einem
Grundwasservorkommen, das sich nach Menge und Qualität für die Wassergewinnung
eignet (vgl. Art. 44 Abs. 2 Ingress und lit. b GSchG). Diese Bestimmung stellt
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unverkennbar auf die gleichen Kriterien ab, nach denen ein Grundwasservorkommen
dem Gewässerschutzbereich A zuzuweisen ist. Die Ausbeutung kann indes – wie es
auch in den Verordnungsbestimmungen zum Gewässerschutzbereich A vorgesehen
ist – oberhalb des Grundwasserspiegels bewilligt werden, wenn über dem
höchstmöglichen Grundwasserspiegel eine schützende Materialschicht belassen wird.
Diese ist nach den örtlichen Gegebenheiten zu bemessen (Art. 44 Abs. 3 GSchG). Die
Verweigerung der Abbaubewilligung für Kies unterhalb des Grundwasserspiegels
erweist sich demnach als gesetzmässig, wenn das Grundwasservorkommen die
Voraussetzungen gemäss Art. 44 Abs. 2 Ingress und lit. b GSchG erfüllt bzw. zu Recht
dem Gewässerschutzbereich A zugewiesen worden ist (vgl. dazu auch Rz. 19 des
Gutachtens von Prof. Dr. iur. K.T., act. 8/7).
3. Die festgelegten Gewässerschutzbereiche sind für die Grundeigentümer nicht
direkt verbindlich. Sie dienen der Information und stellen Weisungen für die Behörden
dar. Die Kantone sind nicht verpflichtet, eine Beschwerdemöglichkeit gegen die
Abgrenzung der Gewässerschutzbereiche vorzusehen. Hingegen kann im
Baubewilligungs- bzw. Sondernutzungsplanverfahren vorgebracht werden, die
Abgrenzung sei nicht gerechtfertigt (BUWAL, Wegleitung «Grundwasserschutz», a.a.O.,
Ziff. 4.5.2, S. 98). Im Kanton St. Gallen kann die Anpassung der Gewässerschutzkarte
beantragen, wer ein eigenes schutzwürdiges Interesse dartut (Art. 27 Abs. 3 des
Vollzugsgesetzes zur eidgenössischen Gewässerschutzgesetzgebung; sGS 752.2,
GSchVG). Ihre Überprüfung ist deshalb auch im konkreten Anwendungsfall möglich
(vgl. VerwGE B 2006/95 vom 27. Februar 2007 E. 4.4.2., www.gerichte.sg.ch).
3.1. Die konkreten hydrogeologischen Begebenheiten im N. sind seit Jahrzehnten
umstritten. In seinem Rückweisungsentscheid vom 27. Februar 2007 hielt das
Verwaltungsgericht folgendes fest (E. 4.6.4.):
«Wie ausgeführt, beruhen die Erwägungen zum angefochtenen Entscheid bezüglich
Ergiebigkeit des Grundwassers im N. auf einer fachtechnischen Beurteilung des AFU.
Sie stimmt mit derjenigen der W. & Z. AG, wie sie im Hydrogeologischen Bericht vom
30. Juni 1997 zum Ausdruck kommt, nicht überein. Auch dieser Bericht ist indessen
eine massgebliche Grundlage des Verfahrens. Die Vorinstanz geht davon aus, im N.
bestehe ein zusammenhängendes Grundwasserfeld. Es weise keine Unterteilung auf
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bzw. eine solche sei nach dem heutigen Wissensstand nicht gesichert. Sodann
bestehe kein Anlass, diese Frage zu klären, weil es möglich sei, dem Gebiet «Süd
Mitte» Wassermengen von 230 l/min zu entnehmen, in Notlagen sogar ein Vielfaches.
In der Stellungnahme vom 10. Juli 2006 führt sie in diesem Zusammenhang aus, es
könne mit einer Feldergiebigkeit von 100'000-150'000 m je Jahr gerechnet werden,
wovon etwa 55'000 m je Jahr allein im Teilgebiet Mitte, und von einem vorübergehend
möglichen Spitzenbezug von über 1'000 l/min. Auch der hydrogeologische Bericht der
W. & Z. AG vom 30. Juni 1997 kommt zum Ergebnis, es sei möglich, im fraglichen
Gebiet vorübergehend eine Wassermenge von 230 l/min zu entnehmen, allerdings mit
der Konsequenz, dass der Grundwasserspiegel dadurch (und nicht witterungsbedingt)
kontinuierlich sinke. Nach diesem Bericht hat sich der Grundwasserspiegel nach
Beendigung des Langzeitpumpversuchs zudem nur langsam erholt. Sodann ist die
Schüttung der Quellen Nrn. 3, 10 und 11 während des Pumpversuchs markant
zurückgegangen. Der Pumpversuch musste abgebrochen werden, um ein Versiegen
dieser Quellen zu verhindern. Die Gutachter vertreten den Standpunkt, bei einer
Entnahmemenge von 230 l/minwerde das Grundwasserfeld «Süd Mitte» eindeutig
übernutzt. Eine solche Menge könne nur für kurze Zeit entnommen werden, ohne dass
der Grundwasserspiegel kontinuierlich sinke und Quellen zu versiegen drohten. Die
Beschwerdeführerin ihrerseits war in ihrer Rekurseingabe vom 17. Januar 2005 davon
ausgegangen, für das Gebiet «Süd Mitte» sei eine mittlere Ergiebigkeit von 80-90 l/min
nachgewiesen; für die Beurteilung des Interesses an diesem Wasser in Notlagen sei die
Wassermenge bei Wasserknappheit massgebend, welche im Sommer 2003, vor der
Trockenperiode, 37,80 l/min betragen habe. Sie berief sich weiter darauf, die
nachgewiesene Minimalergiebigkeit des Gebiets «Mitte» belaufe sich auf 27,9 l/min.
Es ergibt sich somit, dass die Frage, welche Wassermengen dem Gebiet «Süd Mitte»
über welche Zeitspanne hinweg entnommen werden können bzw. mit welchen
Konsequenzen dies verbunden wäre, aus fachlicher Sicht unterschiedlich beurteilt wird.
Hinzu kommt, dass die Gutachter der W. & Z. AG ihre Feststellungen darauf
zurückführen, dass das Grundwasserfeld «Süd Mitte» isoliert sei und dass
Grundwasser dort fast ausschliesslich durch versickerte Niederschläge gebildet werde
bzw. dass drei Bereiche mit unterschiedlicher Ergiebigkeit bestünden. In Anbetracht
dieser kontroversen Ausgangslage erweist sich eine antizipierte Beweiswürdigung als
unzulässig. Die Vorinstanz ist daher anzuweisen, dem Beweisantrag der
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Beschwerdeführerin stattzugeben und mittels Gutachten feststellen zu lassen, ob das
N. aus einem zusammenhängenden Grundwasserfeld besteht oder ob sich im Gebiet
«Süd Mitte» ein isoliertes Grundwasserbecken befindet. Für den Fall, dass sich ergibt,
dass letzteres zutrifft, ist weiter zu klären, ob das Teilgebiet «Süd Mitte» für sich allein
genügend ergiebig ist, um zur Trinkwasserversorgung in Notlagen genutzt zu werden
bzw. ob ihm jeweils Wassermengen von 230 l/min entnommen werden können und ob
es möglich ist, die Entnahmemenge vorübergehend auf ein Mehrfaches zu steigern,
ohne dass befürchtet werden muss, dass Quellen zu versiegen drohen (...).»
3.2. Statt der im vorangegangenen Rekursverfahren beantragten Oberexpertise
einigten sich Beschwerdeführerin und Vorinstanz in der Folge auf eine gemeinsame
hydrogeologische Standortbestimmung, die durch das Geologiebüro W. & Z. AG
erarbeitet wurde (vi-act. 13, vgl. Bst. D hiervor, «Standortbestimmung»). Der Bericht
äussert sich zu den Fragen, ob es sich im Gebiet N. um ein zusammenhängendes
Grundwasservorkommen handle und auf welche Weise dieses entwässert werde (a)
und wie gross die gesamte mittlere Feldergiebigkeit im Gebiet N. bzw. in den einzelnen
Teilgebieten (gemäss Anhang Nr. 1) sei (b; vi-act. 13, S. 1).
3.3. Mit Blick auf die Frage nach einem isolierten Grundwasservorkommen im
Teilgebiet Süd-Mitte kommt die Standortbestimmung im Wesentlichen zum Schluss,
aufgrund des Lockergesteinsaufbaus, der Durchlässigkeitsverhältnisse und der
Grundwasserfliessrichtungen lasse sich das N. in die drei unterschiedlichen Gebiete
Ost (13 ha), Mitte (13.9 ha) und West (9.4 ha) mit ihren natürlichen
Entwässerungssystemen einteilen. Die nachgewiesene mittlere Feldergiebigkeit im
36.3 ha umfassenden N. (ohne nördlich angrenzendes Gebiet L.) betrage insgesamt ca.
230 l/min. Rund 45% des Grundwassers (100 l/min) entwässere über die Quelle Nr. 2
im Teilgebiet Ost auf der Kote 671 m ü.M. Ca. 8% werde über die Quellen Nrn. 7-9 (auf
den Koten 647, 659 und 663 m ü.M.) aus dem Teilgebiet West entwässert. Der Rest,
ungefähr 47%, werde über die Quellen Nrn. 3.1-3.3, 4-6 sowie 10 und 11 im Teilgebiet
Mitte auf Koten von 663-668 m ü.M. entwässert (zum Ganzen vgl. vi-act. 13, S. 13
sowie Anhang Nr. 1).
3.3.1. Darüber, ob das Grundwasservorkommen im Gebiet Mitte isoliert ist, wird –
wie sich zum Unverständnis des Verwaltungsgerichts schon aus der abweichenden
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Fragestellung der Standortbestimmung ergibt – keine konkrete gemeinsame Aussage
gemacht. Zum Gesamtgebiet N. wird festgestellt, dass dieses hydrogeologisch durch
das Dorf Nassen im Nordosten sowie durch die Höhenlinie auf Kote 665-670 m ü.M
begrenzt sei. Diese Höhenkote ergebe sich aus der Topographie sowie dem
ausgeprägten Quellhorizont; dabei handle es sich um die Überlaufhöhe des
Grundwasserbeckens. Das Grundwasservorkommen werde primär durch lokal
versickernde Niederschläge gespeist. Ferner sei ein geringer Zufluss von Grundwasser
aus dem Gebiet nordöstlich von Nassen zu berücksichtigen. Dieser sei bei normalem
Wasserstand aufgrund der schlecht durchlässigen Stillwassersedimente im Gebiet des
Dorfes Nassen von untergeordneter Bedeutung; er betrage kaum mehr als 10 l/min (vi-
act. 13, S. 4). Eine Analyse der Isohypsen (Höhenlinien des Grundwasserspiegels)
ergebe eine generelle Fliessrichtung von Nordosten (Dorf Nassen) nach Südwesten. Im
östlichen Teil erfolge die Entwässerung primär über die Quelle Nr. 2, im zentralen Teil
verflache sich das Gefälle infolge der längeren Fliesstrecke und der guten
Durchlässigkeit; hier werde beidseits zur Hauptzuflussrichtung, d.h. in nordwestlicher
(Quellen Nrn. 10 und 11) und südöstlicher Richtung (Quellen Nrn. 4-6) entwässert.
3.3.2. Im Teilgebiet Ost besteht der Grundwasserleiter gemäss Standortbestimmung
aus einer maximal 4.5 m mächtigen, relativ gut durchlässigen siltig-sandigen
Kiesschicht. Dieser Wert wurde im Bohrkern Nr. 14 ermittelt. Nordöstlich und nördlich
nimmt die Durchlässigkeit der wasserführenden Schichten ab. In der Bohrung Nr. 13
besteht diese (noch) aus einem Schotter mit einer Grundwassermächtigkeit von 1.6 m.
In den anderen Bohrungen dieses Bereichs sind die gut durchlässigen Kies-Sand-
Schichten trocken, und der Grundwasserspiegel liegt darunter in den
Stillwassersedimenten (vi-act. 13, S. 5).
3.3.3. Anders ist die hydrogeologische Situation im Bereich Mitte, wo die Bohrungen
Nrn. 1, 9, 10, 11 und 18 abgeteuft wurden. In der Kernbohrung Nr. 9 sind 40 m
mächtige Schotter vorhanden, von denen je nach Wasserstand zwischen 16 bis 19 m
wassergesättigt sind. Sie bilden ein natürliches Grundwasserreservoir, dessen
natürlicher Überlauf die Quellen Nrn. 3.1-3.3 und 4-6 bzw. 10-11 bilden. Im natürlichen
Zustand ist der Wasseraustausch zwischen dem Teilgebiet Mitte und den Teilgebieten
Ost und West vermutlich relativ gering. Innerhalb dieses Gebiets waren
Grundwassermächtigkeit und Durchlässigkeit (1.6 x 10 m/s) in der Bohrung Nr. 9 am -3
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höchsten. Die Durchlässigkeit ist im Gebiet Mitte rund 10-mal höher als im Teilgebiet
Ost (vi-act. 13, S. 8). Dass der Wasseraustausch mit den Nachbargebieten gering ist,
geht auch aus dem in Anhang 2 dargestellten Längsprofil (SW-NE) hervor (ebd.). In den
Übergangsbereichen zwischen Mitte und West bzw. Ost liegt der Grundwasserspiegel
nicht in den durchlässigen Schottern, sondern in schlecht durchlässigen
Stillwassersedimenten. Diese Erkenntnis wird auch auf der Isohypsen-Karte mit gelben
Markierungen grafisch dargestellt (ebd., Anhang 3).
3.3.4. Das Teilgebiet West wurde mit den Bohrungen Nrn. 5-8, 16 und 17 untersucht.
Es stellte sich heraus, dass der Grundwasserspiegel in diesem Gebiet – mit Ausnahme
einer 0.7 m mächtigen Kiesschicht in der Bohrung Nr. 6 – unterhalb des gut
durchlässigen Schotters liegt. Das Grundwasser befindet sich vorwiegend im Bereich
der feinkörnigen und schlecht durchlässigen Stillwassersedimente (hier: siltige
Feinsande). Der Grundwasserspiegel neigt sich von Südosten nach Nordwesten. In der
Kernbohrung Nr. 7, die dem Teilgebiet Mitte am nächsten liegt, befindet sich das
Grundwasservorkommen auf der Kote 668.8 m ü.M. Es liegt damit rund einen Meter
tiefer als in den Bohrungen Nrn. 9 und 18 des Gebiets Mitte. Die Standortbestimmung
stuft dieses Teilgebiet als Rand des Grundwasservorkommens ein, in dem die
Wasserstände in den Bohrungen je nach örtlicher Durchlässigkeit der feinkörnigen
Sedimente, in denen es sich befindet, erheblich variieren können (vi-act. 13, S. 7). Die
Schüttungsmengen der Quellen Nrn. 7-9, aus denen das Teilgebiet West entwässert,
sind geringer als die Grundwasserneubildungsrate. Daraus und aus dem Umstand,
dass hier bereits Kies bis auf eine Kote von 660 m ü.M. abgebaut worden ist, ohne
dass es zu Wasseraustritten aus dem Grundwasserspeicher des Bereichs Mitte
gekommen wäre, schliesst die Standortbestimmung, dass vom Teilgebiet Mitte keine
nennenswerten Grundwassermengen in das Teilgebiet West fliessen (vi-act. 13, S. 7).
3.3.5. Vorinstanz bzw. AFU und Beschwerdeführerin sind sich nicht (mehr) einig, wie
die gemeinsame Standortbestimmung zu interpretieren ist. Unbestritten ist, dass darin
der Begriff «isoliertes Grundwasservorkommen» – wie es schon die Fragestellung
vermuten lässt – nicht verwendet wird. Die Vorinstanz hat es unter Berufung auf das
AFU abgelehnt, von einem isolierten Vorkommen im Sinne von «komplett abgetrennt»
zu sprechen. Sie kam zum Ergebnis, dass es sich beim N. um ein
zusammenhängendes Grundwasservorkommen handelt, dass sich jedoch aufgrund
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des Lockergesteinsaufbaus, der Durchlässigkeitsverhältnisse und der
Grundwasserfliessrichtungen drei unterschiedliche Gebiete, nämlich das Teilgebiet Ost,
das Teilgebiet Mitte und das Teilgebiet West mit ihren natürlichen
Entwässerungssystemen beschreiben lassen und im natürlichen Zustand der
Wasseraustausch zwischen dem Teilgebiet Mitte und den Teilgebieten Ost und West
vermutlich relativ gering ist (E. 2.b.cc. des angefochtenen Entscheids).
3.3.6. Diese Beurteilung deckt sich mit den Aussagen der gemeinsamen
Standortbestimmung. Da die Vorinstanz zur Beurteilung der Nutzbarkeit des
Grundwasservorkommens darauf abstellte, welche Mengen den jeweiligen Teilgebieten
entnommen werden können (E. 2.c des angefochtenen Entscheids), hat sie das
Grundwasservorkommen des Teilbereichs Mitte jedoch als «isoliert» im Sinne des
Rückweisungsentscheids vom 27. Februar 2007 eingestuft. Sie schloss eine
zusammenhängende Nutzung des Gesamtvorkommens im «N.» aus. Diese
Betrachtungsweise stimmt mit den Vorbringen und der Interessenlage der
Beschwerdeführerin überein. Die Vorinstanz ging – entgegen anderweitiger
Befürchtungen der Beschwerdeführerin – von einzelnen Teilbereichen und nicht von
einem zusammenhängend nutzbaren Vorkommen aus. Auf die in diesem
Zusammenhang erhobenen Rügen ist deshalb nicht weiter einzugehen, und auf die
beantragte Oberexpertise kann verzichtet werden.
4. Zu entscheiden bleibt damit die Frage, ob sich das Grundwasservorkommen
im Teilbereich Mitte nach Menge und Qualität für die Wasserversorgung eignet bzw. es
für sich allein genügend ergiebig ist, um zur Trinkwasserversorgung in Notlagen
genutzt zu werden. Diesfalls wäre die Zuweisung zum Gewässerschutzbereich A
sachlich begründet und der Kiesabbau unterhalb des Grundwasserspiegels, wie ihn der
Kiesabbauplan (KAP) N. Süd vorsieht, jedenfalls im Teilgebiet Mitte unzulässig (vgl. E. 4
hiervor), was zur Abweisung der Beschwerde führen müsste.
4.1. Nach Auffassung der Beschwerdeführerin darf die Zuweisung zum
Gewässerschutzbereich A nicht ohne vorgängige Abwägung der öffentlichen mit den
entgegenstehenden privaten Interessen erfolgen. Das private Rechtsgutachten (vgl.
E. 2.4. hiervor) bestätigt diesen Standpunkt. Nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung – so die Beschwerdeführerin – eigne sich ein
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Grundwasservorkommen ab einer Ergiebigkeit von 10 l/sec, entsprechend 600 l/min,
für die Trinkwassergewinnung im Sinn von Art. 44 Abs. 2 Ingress und lit. b GSchG. Die
Verwendung dieses Richtwertes sei gesetzeskonform, unzulässig sei es
demgegenüber, ihn als absoluten Grenzwert einzusetzen und schematisch, ohne
weitere Interessenabwägung im Einzelfall, allen weniger ergiebigen Vorkommen die
Eignung zur Trinkwassergewinnung abzusprechen. Als öffentliche Interessen fielen
neben dem Grundwasserschutz im Hinblick unter anderem auf die
Trinkwassernotversorgung die Sicherstellung der Landesversorgung mit Kies, der
Natur- und Heimatschutz und die wirtschaftliche Wohlfahrt des Landes, als private
Interessen die Wirtschaftsfreiheit und die Eigentumsgarantie in Betracht. Das
Grundwasservorkommen müsste auch zur Überbrückung kurzfristiger
Wasserversorgungengpässe nachhaltig genutzt werden können. Das streitige
Grundwasservorkommen im N. sei isoliert und erhalte keine oder nur minimale Zuflüsse
von Randgebieten. Für den Bereich Mitte sei eine mittlere Feldergiebigkeit von 100-120
l/min errechnet worden. Bei einer Entnahme von 230 l/min sei der Grundwasserspiegel
kontinuierlich abgesunken, ohne einen stationären Zustand zu erreichen. Damit sei bei
dieser Menge eine nachhaltige Nutzung ausgeschlossen. Der Gemeinderat sei im Jahr
2001 zum Schluss gekommen, die Wasserversorgung sei voraussichtlich auf lange Zeit
hinaus auch dann gewährleistet, wenn im N. den Bedürfnissen der Talschaft und der
Region entsprechend Kies abgebaut werde. Die Erstellung der Infrastruktur zur
Nutzung bedürfte einiger Wochen und sei mit unverhältnismässigen Kosten verbunden.
Zusammenfassend führe die notwendige Interessenabwägung zum Ergebnis, dass es
sich beim Grundwasservorkommen N. Süd-Mitte nicht um ein nutzbares Vorkommen
im Sinn von Art. 44 Abs. 2 GSchG handle.
4.1.1. In prozessualer Hinsicht ist festzuhalten, dass das Verwaltungsgericht die
Angelegenheit am 27. Februar 2007 zur Einholung eines Obergutachtens an die
Vorinstanz zurückgewiesen hat. In seinem Rückweisungsentscheid hielt es u.a.
folgendes fest (E. 4.5):
«Nach Art. 44 Abs. 2 lit. b GSchG darf eine Bewilligung für Kiesabbau unterhalb des
Grundwasserspiegels nicht erteilt werden, wenn das Grundwasservorkommen zu
Recht dem Grundwasserschutzbereich A (recte: Gewässerschutzbereich A ) zugeteilt
worden ist. In diesem Fall haben die zuständigen Behörden keinen
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Ermessensspielraum. Auch wenn, wie im vorliegenden Fall, strittig ist, ob ein
bestimmtes Grundwasservorkommen zu Recht ganz oder teilweise als
Grundwasserschutzbereich A ausgeschieden worden ist, ist dies anhand der
einschlägigen gewässerschutzrechtlichen Vorschriften zu beurteilen und nicht aufgrund
einer Abwägung von Interessen des Gewässerschutzes mit konkurrierenden Interessen
anderer Natur. Entgegen der Meinung der Beschwerdeführerin kann deshalb unterhalb
des Grundwasserspiegels kein Kies abgebaut werden, wenn sich ergibt, dass das
betreffende Grundwasserbecken zu Recht als Grundwasserschutzbereich A
ausgeschieden worden ist. Der Vorwurf, die Vorinstanz hätte die Frage, ob sich das
Grundwasservorkommen im N. nach Quantität und Qualität zur Nutzung eigne und
deshalb zu Recht als Grundwasserschutzbereich A ausgeschieden worden sei, auch
anhand von anderen als gewässerschutzrechtlichen Gesichtspunkten prüfen müssen,
erweist sich somit als unbegründet.»
4.1.2. Die Behörde, an welche zurückgewiesen wird, ist an die rechtlichen
Erwägungen im Rückweisungsentscheid gebunden. Dies gilt auch für die Instanz,
welche die Rückweisung veranlasst hat, sollte sie in einem erneuten
Rechtsmittelverfahren wiederum angerufen werden. Aufgrund dieser Bindungswirkung
wird ein Rückweisungsentscheid insoweit als Endentscheid betrachtet, als er die im
Verfahren aufgeworfenen Streitfragen entscheidet und verbindliche Weisungen für die
Neubeurteilung erlässt. Der Rückweisungsentscheid beendet somit das Verfahren für
die in den Erwägungen abschliessend behandelten Fragen. Eine fehlende Bindung
würde letztlich dazu führen, dass der im ersten Rechtsgang unterliegenden Partei eine
doppelte Beschwerdemöglichkeit bzw. ein Recht auf Wiedererwägung eingeräumt
würde (zum Ganzen vgl. Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St.
Gallen – dargestellt an den Verfahren vor dem Verwaltungsgericht, 2. Aufl., St. Gallen
2003, Rz. 1036 mit Hinweis u.a. auf GVP 2002 Nr. 69; Meyer/Dormann, in: Niggli/
Uebersax/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar Bundesgerichtsgesetz, 2. Aufl.,
Basel 2011, N 18 zu Art. 107 BGG, mit Hinweisen auf die Rechtsprechung des
Bundesgerichts; M. Donatsch, in: A. Griffel [Hrsg.], Kommentar zum
Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 3. Aufl., Zürich 2014, N 19 ff. zu §
64 VRG).
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4.1.3. Die (Rechts-) Frage, ob die Zuweisung zum Gewässerschutzbereich A eine
umfassende Interessenabwägung voraussetzt und insbesondere die privaten,
wirtschaftlichen Interessen der Beschwerdeführerin und das behauptete öffentliche
Interesse an der Landesversorgung mit Kies gegen das öffentliche Interesse am
(planerischen Schutz des) fraglichen Grundwasservorkommens abzuwägen sind, hat
das Verwaltungsgericht im Rückweisungsentscheid abschliessend entschieden (vgl.
Erw. 4.1.1. hiervor). Für das vorliegende, erneute Rechtsmittelverfahren besteht
Bindungswirkung. Was die Beschwerdeführerin in materieller Hinsicht gegen die
Beurteilung im verwaltungsgerichtlichen Rückweisungsentscheid vorbringt (vgl. act. 7,
Ziff. 2.2.2), geht ohnehin an der Sache vorbei. Das Bundesgericht hat zwar im
Entscheid 1A.284/1995 vom 1. November 1996 (vgl. URP 2003/1, S. 56) festgehalten,
auch bei einer Fördermenge von weniger als 10 l/sec könne es in Anbetracht aller
Umstände gerechtfertigt sein, einen Gewässerschutzbereich A auszuscheiden. Aus
dem Verwaltungsgerichtsurteil vom 27. Februar 2007 ergibt sich indes ohne weiteres,
dass es dabei um eine gewässerschutzrechtliche Gesamtbetrachtung geht. Nichts
anderes ergibt sich im Übrigen aus dem klaren Wortlaut von Art. 29 Abs. 4 GSchV,
wonach sich die Kantone bei der Bezeichnung von Gewässerschutzbereichen allein auf
hydrogeologische Kenntnisse (nicht aber auf eine Abwägung mit sämtlichen
konkurrierenden Interessen) stützen. Gebiete mit Grundwasservorkommen sind keine
Schutzobjekte i.S. des Bundesgesetzes über die Raumplanung (SR 700).
Gewässerschutzbereiche sind Elemente, welche die Bodennutzung regeln, aber keine
Planungsmassnahmen (vgl. J.R. Bose, Der Schutz des Grundwassers vor nachteiligen
Einwirkungen, Diss. Zürich 1996, S. 18 mit Hinweisen). Wo ein nutzbares unterirdisches
Gewässer vorkommt, haben bereits Gesetz- und Verordnungsgeber die
Interessenabwägung zugunsten des Grundwasserschutzes vorgenommen. Darüber
hinaus findet sich das quantitative Kriterium von 10 l/sec, auf das sich das
Bundesgericht im Urteil aus dem Jahr 1996 offenbar bezog, in der aktuellen Wegleitung
des BAFU (2004) nicht mehr. Es wird keine Untergrenze der Feldergiebigkeit mehr
empfohlen. Dass die für die Beschwerdeführerin tätige Privatgutachterin zu einem
anderen Schluss gekommen ist, ist schon aufgrund der Bindungswirkung des
Rückweisungsentscheids unbeachtlich, vermag aber – unabhängig davon – auch sonst
nicht zu überzeugen. Die Vorinstanz hat das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin
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vor diesem (verfahrens-)rechtlichen Hintergrund jedenfalls nicht verletzt, wenn sie sich
mit den einschlägigen Passagen des Rechtsgutachtens nicht auseinandergesetzt hat.
4.2. Was die Eignung zur Trinkwassergewinnung in qualitativer Hinsicht betrifft, ist
der Standortbestimmung zu entnehmen, dass bei den nördlich des Bereichs Mitte
liegenden Quellen – diese befinden sich offenbar im unmittelbaren Abstrombereich
einer Altablagerung und eines aufgehobenen militärischen Schiessplatzes – im Jahr
2005 Verunreinigungen mit Blei und flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen in
Spuren nachgewiesen wurden. Unbestritten ist aber, dass das
Grundwasservorkommen die Anforderungen der Lebensmittelgesetzgebung an
Trinkwasser auch unter Berücksichtigung dieser Ergebnisse erfüllt (vgl. vi-act. 13, S.
12).
4.3. In quantitativer Hinsicht ist folgendes bekannt: Die nachgewiesene
Feldergiebigkeit im Teilbereich Mitte liegt in der Grössenordnung von 100-120 l/min
bzw. 52'500-63'000 m /Jahr. Das Vorkommen umfasst wohl etwa 80'000 m (Volumen
des Grundwasserbeckens: über 500'000 m Lockergestein mit einem Wasseranteil von
15 %). Davon liegt ein Viertel, d.h. 20'000 m , über dem Quellhorizont von ca. 667 m
ü.M. Der Rest – 60'000 m – liegt unterhalb des Quellhorizontes der Quellen 4, 5, 6, 10
und 11. Er bildet ein natürliches Grundwasserreservoir (vi-act. 13, S. 10).
Schätzungsweise 50'000 m des Vorkommens sind technisch nutzbar (ebd., S. 13).
Ein Langzeitpumpversuch mit einer Entnahme von 230 l/min während knapp sieben
Wochen (3. Mai bis 17. Juni 1996) aus der Kernbohrung Nr. 9 hat laut
Standortbestimmung im Bereich Mitte zu einem täglichen Absinken des
Grundwasserspiegels zunächst um neun, später um weniger als zwei Zentimeter
geführt. Die Schüttung der nördlich des Bereichs liegenden Quellen Nrn. 10 und 11
ging von 44,3 auf 28,9 bzw. von 11,4 auf 1,5 Liter pro Minute zurück. Die
Standortbestimmung kommt zum Schluss, die während des Pumpversuchs
entnommene Wassermenge stamme je etwa zur Hälfte aus dem Grundwasserreservoir
und der effektiven Grundwassererneuerung.
4.3.1. Die Vorinstanz erwog im angefochtenen Entscheid, der Langzeitpumpversuch
habe gezeigt, dass bei ausgebautem Brunnen die hydrogeologischen Verhältnisse bei
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entsprechendem Rückgang der Quellschüttungen kurzfristig, d.h. über mehrere Tage
bis einige Wochen, eine Entnahme von mehreren hundert Litern pro Minute zulassen
würden (E. 2c/aa). Das Grundwasservorkommen eigne sich damit mindestens für die
Trinkwasserversorgung in Notlagen, auch wenn bei einer längeren Nutzung mit
Entnahmemengen über der nachgewiesenen Feldergiebigkeit von 100 bis 120 l/min mit
einem Rückgang der Schüttungen, eventuell mit einem Versiegen der Quellen
gerechnet werden müsste. Es verstehe sich von selbst, dass in Notlagen ein
bestimmtes Grundwasservorkommen nur einmal genutzt werden könne und allenfalls
das vorübergehende Versiegen bestehender Quellen in Kauf genommen werden müsse
(E. 2c/bb).
4.3.2. Die Beschwerdeführerin hält dieser Auffassung entgegen, aus dem
Pumpversuch könne nicht geschlossen werden, die Wassermenge von 230 l/min
entspreche der Feldergiebigkeit – gemäss Standortbestimmung 105 l/min im Bereich
Mitte – und könne permanent entnommen werden, ohne das System zu übernutzen.
Wie der Langzeitpumpversuch gezeigt habe, würden die Quellen Nrn. 4-6 bzw. 10 und
11 bei dieser Entnahmemenge versiegen. Mit dem Teilbereich Mitte stehe ein
Grundwasservorkommen mit einer Ergiebigkeit von deutlich weniger als 10 l/sec zur
Beurteilung, weshalb die Frage nach dessen Relevanz erst nach einer
Interessenabwägung beantwortet werden dürfe. Im Übrigen dürfe die
Trinkwasserversorgung in Notlagen nicht durch Gewässerschutzbereiche gesichert
werden. Diese richte sich nach Art. 20 des Landesversorgungsgesetzes (SR 531, LVG),
und Art. 8 der Verordnung über die Sicherstellung der Trinkwasserversorgung in
Notlagen (SR 531.32, VTN) sehe lediglich die Inventarisierung der geeigneten
Wasservorkommen vor. Die Notwasserversorgung sei durch diese Bestimmungen
abschliessend geregelt. Im Übrigen gehe das BUWAL in seiner Wegleitung davon aus,
dass auch in Notlagen nur die nachhaltige Nutzung in Betracht fallen dürfe.
Richtigerweise müsse die Frage nach der genügenden Ergiebigkeit des
Grundwasservorkommens zur Trinkwasserversorgung in Notlagen (mit einer
Wassermenge von 230 l/min) verneint werden. Bei einer Feldergiebigkeit von 105 l/min
würde das Grundwasservorkommen um mehr als 100% übernutzt, was zu einem
Versiegen der Quellen führe. Davon abgesehen könne man die Neubildung nur einmal
nutzen, entweder über die Quellen oder mittels Grundwasserbrunnen. Sobald der
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Grundwasserspiegel auf den Quellhorizont absinke, sei mit dem Versiegen der Quellen
zu rechnen. Dies gelte auch, wenn das System im Rahmen der Feldergiebigkeit genutzt
werde. Im Übrigen setze die Nutzung in Notlagen einen Fassungsbereich mit
bestehender Infrastruktur voraus. Ein solcher fehle im Teilgebiet Mitte vollständig,
während im Teilgebiet Ost bei der Quelle Nr. 2 die natürlichen Gegebenheiten
vorhanden seien (zum Ganzen vgl. act. 7, S. 15 ff.).
4.3.3. In ihrer Vernehmlassung wies die Vorinstanz darauf hin, dass auch der
Teilbereich Ost als Einzugsgebiet der Quelle Nr. 2 im Gewässerschutzbereich A liege.
Die Beschwerdeführerin habe dort die entsprechenden Vorgaben für den
Grundwasserschutz – u.a. müsse eine Abbaukote eingehalten werden, die mindestens
2 m über dem maximalen Grundwasserspiegel liege – akzeptiert. Die Quelle Nr. 2 sei
somit auch für Notlagen ausreichend geschützt, weshalb sich eine weitere Diskussion
erübrige.
Die Quelle Nr. 2 weise zwar eine mittlere Schüttung von ca. 100 l/min aus, diese
schwanke aber von 20-370 l/min (vi-act. 13, S. 6). Demgegenüber sei im Teilgebiet
Mitte von einem Grundwasserreservoir von 50'000 m nutzbaren Trinkwassers
auszugehen. Die Ergiebigkeit sei zumindest gleichwertig, und aufgrund des zusätzlich
nutz- und bewirtschaftbaren Speichervolumens seien die Voraussetzungen für die
Notversorgung mit Trinkwasser deutlich besser als im Teilbereich Ost. Dies gelte
insbesondere auch für Trockenzeiten. Bei entsprechend ausgebautem
Entnahmebrunnen könnten kurzfristig, d.h. über mehrere Tage bis einige Wochen,
mehrere hundert Liter Wasser pro Minute entnommen werden (hierzu vgl. vi-act. 13,
S. 10). Diesem Umstand habe der Kanton St. Gallen bei der Inventarisierung der
Wasserversorgungsanlagen, Grundwasservorkommen und Quellen, die sich für die
Trinkwasserversorgung eignen, Rechnung getragen. Im Wasserversorgungsatlas (Blatt
1094 Degersheim) werde das Grundwasservorkommen N. als «Nutzbares
Grundwasservorkommen nachgewiesen» geführt (zum Ganzen vgl. act. 10).
4.3.4. Die Beschwerdeführerin hielt diesen Ausführungen u.a. entgegen, (auch) der
Wasserversorgungsatlas sei für die betroffenen Grundeigentümer nicht verbindlich. Im
Übrigen müssten nutzbare Grundwasservorkommen über die Zuweisung zum
Gewässerschutzbereich A hinaus auch einen Fassungsbereich mit Schutzzonen
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haben, in denen ein Abbauverbot gelte. Mindestens wäre ein vorsorgliches
Grundwasserschutzareal vorausgesetzt. Die Quelle Nr. 2, welche nur über den Bereich
Ost mit Wasser versorgt werde und mit einer mittleren Schüttung von rund hundert
Litern pro Minute bzw. rund 52'300 m pro Jahr die besten natürlichen Gegebenheiten
für eine Nutzung des Grundwassers biete, könne in einer Notlage sofort und ohne
Pumpe genutzt werden.
4.4. Die Massnahmen zum planerischen Schutz der Grundwasservorkommen sind
abgestuft. Von den möglichen Planungsmassnahmen zeitigt die Zuweisung zum
Gewässerschutzbereich A für die Grundeigentümer die am wenigsten intensiven
Nutzungsbeschränkungen, andererseits werden an die tatsächliche Erschliessung bzw.
die beabsichtigte Nutzung keine Anforderungen gestellt. Dies kommt namentlich in der
Bestimmung von Anhang 4 GSchV, Ziff. 111 Abs. 2 lit. a zum Ausdruck, wonach
lediglich vorausgesetzt wird, dass eine Nutzung in Betracht fallen kann; der Bedarf
jedoch unberücksichtigt bleibt. Demgegenüber werden Grundwasserschutzareale nur
im Hinblick auf konkrete Nutzungsbedürfnisse ausgeschieden (vgl. ebd., Ziff. 13). Dass
das Grundwasserschutzareal im «N.» im Jahr 1993 (u.a. zu Gunsten der heutigen
Beschwerdeführerin) aufgehoben worden ist, bedeutete wohl eine Abkehr von der
konkreten Nutzungsabsicht, nicht aber von der Meinung, dass dieses Gebiet für eine
Nutzung in Betracht fallen könne. Dass es gleichwohl im Gewässerschutzbereich A
behalten wurde, ist deshalb entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin nicht
widersprüchlich. Auch kann nicht auf den so verstandenen planerischen Schutz eines
Grundwasservorkommens verzichtet werden, weil nach der Ansicht der
Beschwerdeführerin ein anderes bessere natürliche Voraussetzungen zur Nutzung
bietet. Die Zuweisung zum Gewässerschutzbereich A ist bedarfsunabhängig. Im
Übrigen erscheint das Verhalten der Beschwerdeführerin nicht widerspruchsfrei, die
entsprechende Zuweisung des Teilgebietes Ost im Gegensatz zu jener des mittigen
Bereichs zu akzeptieren (Ziff. I/2.2 der Verfügung über Umweltschutzmassnahmen vom
28. Oktober 2003, act. 10, Beilage 2), obwohl die Feldergiebigkeit nahezu identisch ist
und letzteres Vorkommen ungleich grössere und nutzbare Reserven gespeichert hält.
4.5. Aus der Vollzugshilfe «Harmonisierung der Gewässerschutzkarten der
Ostschweizer Kantone» vom 19. August 2004 (vgl. act. 10, Beilage 8) ergibt sich, das
wichtigste Kriterium für die Bezeichnung der nutzbaren unterirdischen Gewässer sei
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eine minimale Ausdehnung (i.d.R. 5-10 ha) und Mächtigkeit (i.d.R. mehr als 2 m). Die
Grösse des Vorkommens sollte durch Grundwasseraustritte oder Sondierungen
nachgewiesen sein (vgl. Ziff. 2.1 betreffend Zuweisung von Lockergesteins-
Grundwasserleiter in und ausserhalb Talsohlen zum Gewässerschutzbereich A ). Eine
minimale Abfluss- bzw. Nutzungsmenge ist nicht definiert. Eine solche lässt sich auch
der aktuellen Wegleitung des BUWAL (2004) nicht entnehmen.
Der Bereich Mitte hat eine horizontale Ausdehnung von ca. 13.9 ha. Der
wassergesättigte Grundwasserleiter hat je nach Wasserstand eine vertikale
Ausdehnung von 16-19 m (vgl. E. 3.3.3. hiervor). Das Grundwasservorkommen ist
ausreichend nachgewiesen und entspricht den oben beschriebenen
Zuweisungskriterien vollständig. Der Schluss der Vorinstanz, die Zuweisung des
Gebiets N. zum Gewässerschutzbereich A stütze sich auf kantonsweit einheitliche,
nachvollziehbare und objektive Kriterien, ist nicht zu beanstanden. Mit den
vorhandenen hydrogeologischen Kenntnissen sind die nötigen Grundlagen für den
planerischen Gewässerschutz im Gebiet N. ausreichend beschafft worden (vgl. Art. 29
Abs. 4 GSchV).
4.6. Die Sicherstellung der Trinkwasserversorgung in Notlagen ist ein
gewässerschutzrechtliches Planungsziel (vgl. BUWAL, Wegleitung
«Grundwasserschutz», Ziff. 2.2.2, S. 34).
Das AFU wies in seiner Stellungnahme an die Vorinstanz (vi-act. 22) insbesondere
darauf hin, das Grundwasservorkommen sei praktisch unbeeinflusst von
Oberfächengewässern und auch sicher vor Überflutungen bei
Hochwasserkatastrophen. Die nutzbare Grundwassermenge des natürlichen Reservoirs
von 50'000 m übertreffe die Reservoirinhalte aller Wasserversorgungen im Neckertal
(ca. 4'500 m ) um ein Vielfaches. Das Grundwasservorkommen liege zudem im
Schwerpunkt eines weitverzweigten öffentlichen Wasserversorgungsnetzes. Die
nachgewiesene Ergiebigkeit von 100-120 l/min bzw. 52'500-65'000 m sei ausreichend
für die dauerhafte Wasserversorgung von rund 1'000 Personen (täglicher
Durchschnittsverbrauch: 162 l). Der jährliche Wasserbedarf der nächstgelegenen
Wasserversorgungen Schauenberg und Dorfkorporation Mogelsberg betrage 65'000
bzw. 90'000 m . Aus dem fraglichen Grundwasservorkommen könne ein Anteil von 90
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bzw. 65 % beigesteuert werden, was – unabhängig von einer Notlage – ein namhafter
Beitrag an die kommunale Wasserversorgung darstelle. Im Rahmen einer
Notversorgung mit 15 l/Tag könnten mehr als 10'000 Personen mit Wasser versorgt
werden.
Gemäss Standortbestimmung lassen die örtlichen hydrogeologischen Verhältnisse bei
entsprechend ausgebautem Entnahmebrunnen kurzfristig, d.h. über mehrere Tage bis
einige Wochen, eine Entnahmemenge von mehreren hundert Litern Wasser pro Minute
zu (vi-act. 13, Ziff. 3.3.3). Dass bei längerer Nutzung mit dieser Entnahmemenge mit
einem entsprechenden Rückgang der Quellschüttungen bzw. einem zeitweiligen
Versiegen der Quellen gerechnet werden muss, tut der Eignung des Vorkommens zur
Trinkwasserversorgung in Notlagen keinen Abbruch. Der Grundwasserspiegel wird
nach Reduktion der Fördermenge wieder ansteigen, und zwar mit der bekannten
Neubildungsrate von 100-120 l/min. Die Vorinstanz wies im Übrigen zu Recht auf das
relativ grosse technisch nutzbare Speichervolumen hin, was die Versorgungssicherheit
insbesondere bei Sommertrockenheit gewährleisten würde. Die konkreten
hydrogeologischen Verhältnisse verbieten es, die Frage der Nutzbarkeit allein gestützt
auf die Neubildungsrate von 100-120 l/min zu beurteilen. Entscheidend ist im
vorliegenden Fall letztlich die beträchtliche Speicherkapazität der
Schotterablagerungen. Aufgrund der Lage ausserhalb der Talsohle besteht praktisch
kein Hochwasserrisiko, wodurch die Bedeutung des Grundwasservorkommens für die
Notversorgung zusätzlich unterstrichen wird. Die Zuweisung des streitigen Teilgebiets
Süd-Mitte zum Gewässerschutzbereich A ist nachvollziehbar und stützt sich auf
triftige Gründe; sie erweist sich als rechtmässig. Daran könnte auch die von der
Beschwerdeführerin verlangte Interessenabwägung nichts ändern, denn die geltend
gemachten Interessen am Kiesabbau vermöchten nicht zu rechtfertigen, diesen
Grundwasserspeicher für die Trinkwasserversorgung unwiderruflich aufzugeben.
5. Zusammenfassend ergibt sich, dass sich das im Gebiet N. Süd-Mitte
gelegene Grundwasservorkommen in quantitativer und qualitativer Hinsicht für die
Trinkwasserversorgung zumindest in Notlagen eignet. Die Zuweisung zum
Gewässerschutzbereich A steht in Übereinstimmung mit den vorhandenen
hydrogeologischen Kenntnissen und ist rechtmässig. Damit ist es nicht möglich, im
Bereich Süd-Mitte Kies aus dem Grundwasservorkommen und der unmittelbar darüber
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liegenden schützenden Materialschicht abzubauen. Die Genehmigung des streitigen
Kiesabbauplans «N.-Süd» wurde zu Recht nicht beantragt. Die Beschwerde ist
abzuweisen.
Bei diesem Verfahrensausgang sind die amtlichen Kosten von der Beschwerdeführerin
zu tragen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 3'500.-- ist angemessen
(vgl. Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Sie ist mit dem
geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen. Der Anspruch auf
Parteientschädigung entfällt (Art. 98 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 98bis VRP; Cavelti/
Vögeli, a.a.O., Rz. 832).