Decision ID: 4e602f65-dfe1-4abe-8a59-85247136e4bc
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 19. April 1999 (Datum Eingangsstempel SVA SG) wegen
eines psychischen Leidens zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an
(act. G 4.1/1). Der Hausarzt Dr. med. B._, Allgemeine Medizin FMH, diagnostizierte in
seinem Bericht vom 25. April 1999 ein Microprolactinom, ein depressives Zustandsbild
sowie ein cervico- und thorako-vertebrales Schmerzsyndrom bei Fehlhaltung und
Fehlform der Wirbelsäule und segmentaler Dysfunktion der oberen Halswirbelsäule
sowie der mittleren Brustwirbelsäule. Der Versicherten sei wie bisher eine 50 %-ige
Arbeitsfähigkeit zumutbar (act. G 4.1/6). Gestützt darauf sprach die IV-Stelle St. Gallen
der Ansprecherin ab 1. Juli 1998 zunächst eine Viertels-, ab 1. November 1998 sodann
eine halbe Rente zu (Verfügung vom 12. April 2000 [act. G 4.1/43 und 45]). Am 25.
Januar 2001 liess die Versicherte der IV-Stelle unter Beilage eines "ärztlichen
Zeugnisses" von Dr. B._ melden, ihr Gesundheitszustand habe sich erheblich
verschlechtert, wodurch sie nunmehr ab 29. August 2000 - mit kurzen
Unterbrechungen - zu 100 % arbeitsunfähig sei, was Dr. B._ mit Arztbericht vom 11.
Februar 2001 nochmals bestätigte (act. G 4.1/49 f.). Mit Verfügung vom 1. Juni 2001
sprach die IV-Stelle der Versicherten sodann per 1. Januar 2001 eine ganze Rente zu
(act. G 4.1/56).
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A.b Ein Revisionsverfahren im Jahr 2005 ergab keine Änderung, sodass die ganze
Rente weiterhin ausgerichtet wurde (act. G 4.1/64). Im August 2010 führte die IV-Stelle
ein erneutes Rentenrevisionsverfahren durch. Dabei stellte der RAD Ostschweiz fest,
dass die Versicherte offenbar nie in fachpsychiatrischer Behandlung gestanden habe.
Es existiere somit kein einziges Dokument, welches eine von einem Psychiater
formulierte, ICD-konforme Diagnose enthalte. Es sei damit nicht ausgeschlossen, dass
sich die bisher einzig vom Hausarzt gestellte psychiatrische Diagnose als offensichtlich
unrichtig erweise (act. G 4.1/75). Die in der Folge durchgeführte psychiatrische RAD-
Untersuchung (Dr. med. C._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie) vom 12.
Oktober 2010 kam bei den Diagnosen (mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit) einer
Agoraphobie mit Panikstörung (F40.01) sowie einer generalisierten Angststörung mit
multiplen Phobien einschliesslich sozial-phobischen Zügen (F41.1) zum Schluss, dass
in einer adaptierten Tätigkeit eine 50 %-ige Arbeitsfähigkeit vorhanden sei, die durch
eine konsequente Behandlung weiter gesteigert werden könne. Dabei sollte der
Arbeitsplatz ruhig, ohne besondere Lärmbelästigung, ohne Unruhe oder Hektik und mit
nicht zu vielen Mitarbeitenden in einem Raum gestaltet sein. Die
Eingliederungsfähigkeit sei in gestuften Schritten ab sofort gegeben (act. G 4.1/81). Mit
Verfügung vom 15. Oktober 2012 hob die IV-Stelle die Verfügung vom 1. Juni 2001
(Rentenerhöhung) wiedererwägungsweise auf und setzte die Leistung mit Wirkung ab
dem 1. Dezember 2012 auf eine halbe Rente fest. Sie verzichtete auf die
Rückforderung der vom 1. Januar 2001 bis zum 30. November 2012 zu viel
ausgerichteten Rentenbetreffnisse (act. G 4.1/97).
A.c Die gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde hiess das hiesige
Versicherungsgericht teilweise gut. Zwar bestätigte es die wiedererwägungsweise
Aufhebung der ganzen Rente, beurteilte jedoch den Untersuchungsbericht von Dr.
C._ als nicht beweiskräftig, bemängelte das Fehlen einer orthopädischen
Untersuchung und wies die Angelegenheit dementsprechend zur weiteren
medizinischen Abklärung (orthopädisch-psychiatrisches Gutachten) und zur neuen
Verfügung des Rentenanspruchs ab 1. Dezember 2012 an die Verwaltung zurück (act.
G 4.1/133).
A.d Das Gutachten wurde bei Dr. med. D._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie
und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, sowie Dr. med. E._, Fachärztin
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für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, in Auftrag gegeben und von den genannten
Experten am 14. März 2015 erstattet. Im bidisziplinären Konsens diagnostizierten die
Experten (mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit) eine Agoraphobie mit Panikstörung
(F40.01), eine generalisierte Angststörung mit multiplen Phobien einschliesslich
sozialphobischen Zügen (F41.1), ein Impingement der linken Schulter (M75.4), ein
cervicobrachiales Syndrom links (M53.1) bei degenerativen Veränderungen der
Halswirbelsäule ossärer (M47.82) und diskogener (M51.9) Art sowie Kopfschmerzen
(R51). Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierten die Experten unter
anderem eine Disthymie (F34.1) und ein Carpaltunnelsyndrom beidseits.
Leistungsadaptierte Tätigkeiten seien der Versicherten ganztägig zumutbar, wobei auf
Grund der psychiatrischen Problematik eine Einschränkung in der Leistungsfähigkeit
von 50 % bestehe. Qualitativ sei aus orthopädischer Sicht zu beachten, dass es sich
um eine wechselbelastende, körperlich leichte bis höchstens gelegentlich
mittelschwere Tätigkeit handle ohne Notwendigkeit von Arbeiten, die eine
Beweglichkeit des linken Armes über 70° oder repetitive Arbeiten in jenem Gelenk
bedingten. Eine verstärkte Retroflexion des Kopfes, namentlich Überkopfarbeiten,
sollte ebenfalls nicht vorkommen. Wegen der verstärkt auftretenden Kopfschmerzen
sollte die Explorandin auch nicht mit Arbeiten betreut werden, die eine starke
Konzentration erforderten. Aus psychiatrischer Sicht seien auf Grund der Agoraphobie
mit Panikattacken enge Räume und zu viele Menschen in einem Raum nicht zu
empfehlen. Diese Arbeitsfähigkeit liege spätestens ab dem Datum der aktuellen
Untersuchung (13. Februar 2015) vor. Auf Grund der langjährigen Dekonditionierung
sowie der Angst- und Panikstörung sei auf eine gut begleitete schrittweise und
langsame Wiedereingliederung zu achten (act. G 4.1/148.46 ff.).
A.e Mit Feststellungsblatt vom 9. November 2015 legte die IV-Stelle das
Valideneinkommen der Versicherten als Hilfsarbeiterin auf Fr. 43'709.-- fest. Für das
Invalideneinkommen stützte sie sich auf die Lohnstrukturerhebung und ging für ein 50
%-Pensum - unter Berücksichtigung des Minderverdienstes - von einem Wert von Fr.
21'855.-- aus, woraus sich ein Invaliditätsgrad von 50 % ergab (act. G 4.1/154). Mit
Vorbescheid vom 10. November 2015 stellte die IV-Stelle der Versicherten
dementsprechend die formelle Abweisung des Erhöhungsgesuchs vom 25. Januar
2001 in Aussicht (act. G 4.1/155). Mit Einwand vom 11. Dezember 2015/15. Januar
2016 liess die Versicherte im Wesentlichen die Beweiskraft des psychiatrischen
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Gutachtens bestreiten. Dieses stehe im Widerspruch zu den Ausführungen des
behandelnden Psychiaters Dr. med. F._, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie
FMH, der eine durchgehende Arbeitsunfähigkeit von 100 % attestiere (act. G 4.1/156
und 158). Am 4. Februar 2016 verfügte die IV-Stelle wie angekündigt und wies das
Erhöhungsgesuch vom 25. Januar 2001 ab. Zugleich bestätigte sie den weiterhin
bestehenden Anspruch auf eine halbe Invalidenrente ab dem 1. Dezember 2012 (act. G
4.1/160).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 7. März 2016
mit dem Antrag auf Aufhebung der angefochtenen Verfügung, insofern eine halbe
Invalidenrente übersteigende Leistungen verweigert werden. Es sei der
Beschwerdeführerin ab 1. Dezember 2012 eine ganze Invalidenrente auszurichten.
Eventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zur Vornahme von weiteren
Abklärungen sowie zur Neubeurteilung zurückzuweisen. Die gutachterliche
Arbeitsfähigkeitsschätzung von 50 % werde bestritten, gehe doch die psychiatrische
Gutachterin von einem falschen und unvollständig abgeklärten Sachverhalt aus. Der
behandelnde Psychiater Dr. F._ habe in ausführlichen Berichten vom 7. April 2013,
10. September 2013 und vom 12. Januar 2016 dargelegt, dass die durch die
generalisierte Angst- und Panikstörung bewirkte Einschränkung viel umfassender sei
als im Gutachten anamnestisch erhoben bzw. dargelegt und daher eine
Arbeitsunfähigkeit von 100 % vorliege. Diesen ärztlichen Berichten komme Beweiswert
zu, während das Gutachten die Anforderungen an den Beweiswert von ärztlichen
Berichten nicht erfülle. Haltlos sei zudem die Vermutung von Dr. E._, die diskrepante
Beurteilung durch Dr. F._ sei allenfalls darin zu finden, dass er die schwierige
psychosoziale Situation berücksichtige, erkläre doch Dr. F._ die
Funktionseinschränkungen und die damit zusammenhängende Arbeitsunfähigkeit
schlüssig als Folge der Krankheit. Selbst wenn man mit dem Gutachten von einer
medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit von 50 % ausgehen wollte, wäre sodann ein
Leidensabzug von 25 % zu berücksichtigen. Schliesslich äussere sich das Gutachten
nur vage zur Wiedereingliederung der Beschwerdeführerin in den Arbeitsmarkt. Es sei
offensichtlich, dass eine solche in einem ersten Schritt, wenn überhaupt, in einer
geschützten Werkstatt zu erfolgen habe. Die Prognose sei jedoch ungünstig.
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Verhaltenstherapeutische Massnahmen hätten die Situation bis heute nicht verbessern
können. Der Beschwerdeführerin wäre damit mindestens während der
Vorbereitungsphase in der geschützten Werkstatt eine ganze Rente auszurichten.
Danach sei die Höhe der Rente auf Grund der allenfalls wiedererlangten
Arbeitsfähigkeit neu zu prüfen (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 26. Mai 2016 beantragt die Verwaltung Abweisung
der Beschwerde. Die Beurteilung des Gesundheitszustands bzw. der
Gesamtarbeitsfähigkeit sei gemäss vorliegendem bidisziplinärem Gutachten vom 14.
März 2015 schlüssig und nachvollziehbar. Das Gutachten sei umfassend und
widerspruchsfrei, worauf abzustellen sei. Ein Leidensabzug von 25 % sei nicht
angezeigt, weil sich der Beschäftigungsgrad bei gesundheitsbedingt teilzeitlich
erwerbstätigen Frauen zumindest nicht negativ auswirke. Eine Behinderung dürfe im
Übrigen nicht einerseits mit einem reduzierten Arbeitsfähigkeitsgrad und andererseits
zusätzlich mit einem Abzug und damit doppelt berücksichtigt werden (act. G 4). Ein
weiterer Schriftenwechsel fand nicht statt (vgl. act. G 8 f.).

Erwägungen
1.
1.1 Nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) haben Versicherte Anspruch auf eine Rente, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit
oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a),
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40%
arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40%
invalid sind (lit. c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine
Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie
mindestens zu 50%, und auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40% invalid
ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
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zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen; Art. 16 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR
830.1]).
1.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und das
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1). Im Sinne
einer Richtlinie ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten
von externen Spezialärzten und -ärztinnen, welche auf Grund eingehender
Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht
erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen,
volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die
Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/
bb).
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1.3 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).
2.
2.1 Vorliegend bestreitet die Beschwerdeführerin im Wesentlichen die
Arbeitsfähigkeitsschätzung der psychiatrischen Gutachterin (Leistungseinschränkung
von 50 % in einer körperlich adaptierten Tätigkeit), während die gutachterlichen
Diagnosen nicht umstritten sind und mit den Diagnosen des behandelnden Psychiaters
und des Vorgutachters vom RAD Ostschweiz übereinstimmen (act. G 4.1/81.10 und
139.1). Dies wird von der Beschwerdeführerin denn auch zugestanden (Beschwerde
Ziff. III.11, S. 4). Bei der Bestreitung der gutachterlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung
stützt sich die Beschwerdeführerin insbesondere auf die Angaben ihres behandelnden
Psychiaters Dr. F._. Entgegen der Ansicht der psychiatrischen Gutachterin handle es
sich bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. F._ (vollständige Arbeitsunfähigkeit)
nicht bloss um eine andere Beurteilung eines an sich unveränderten medizinischen
Sachverhalts, indem er wohl auch die schwierige psychosoziale Situation wie auch die
langjährige Dekonditionierung in die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit habe einfliessen
lassen. Vielmehr habe die Gutachterin den Sachverhalt unvollständig abgeklärt. So
habe
Dr. F._ nebst den IV-Arztberichten in weiteren ausführlichen Berichten vom 7. April
2013 und vom 10. September 2013 dargelegt, dass die durch die generalisierte Angst-
und Panikstörung bewirkte Einschränkung viel umfassender sei, als im Gutachten
anamnestisch erhoben bzw. dargelegt, und dass daher eine Arbeitsunfähigkeit von 100
% vorliege (act. G 4.1/113 und 131). In seinem weiteren Schreiben vom 12. Januar
2016 halte Dr. F._ nochmals ausdrücklich fest, dass die gutachterliche Beurteilung zu
optimistisch sei, was er an der Alltagsgestaltung der Beschwerdeführerin darlege. Den
Haushalt könne sie phasenweise zwar alleine bewältigen, sei aber immer wieder auf die
Mithilfe ihres Ehemannes angewiesen. Alleine einkaufen sei punktuell zwar möglich,
jedoch selten und nur unter vorheriger Einnahme von Demetrin. Die
Beschwerdeführerin sei gläubige orthodoxe Christin und grundsätzlich motiviert,
regelmässig die Messe zu besuchen. Wegen unkontrollierbaren Ängsten werde dies
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jedoch immer wieder verunmöglicht. Solche kurzfristigen Vermeidungen und
Terminabsagen führten regelmässig zu Spannungen mit dem Ehemann. Auch soziale
Kontakte ausserhalb der Familie könne die Beschwerdeführerin kaum oder nur sehr
unzuverlässig einhalten. Die im Gutachten erwähnten Reisen nach G._ erfolgten
jeweils nur auf Druck des Ehemannes. Vor der Abreise zeige sich dann regelmässig
eine Verschärfung der Angstsymptomatik. Diese Angaben zur Alltagsgestaltung würden
auch vom langjährigen Hausarzt Dr. B._ bestätigt und von Dr. F._ als
invalidisierend angesehen (act. G 4.1/158).
2.2 Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin hat sich die Gutachterin, die ja
dieselben Diagnosen stellt wie Dr. F._ und zuvor auch schon der Vorgutachter Dr.
C._, genügend mit den Ängsten der Beschwerdeführerin auseinander gesetzt,
namentlich damit, dass die Beschwerdeführerin in alltäglichen Situationen wie im Lift,
in einem Tunnel, in kleinen Räumen, bei Menschenansammlungen oder beim
Kennenlernen neuer Menschen Angst habe und vor dem Einkaufen Beruhigungsmittel
nehmen müsse (act. G 4.1/148.45). Dass die Beschwerdeführerin besonders beim
Einkauf im Supermarkt unter einer frei flottierenden Angst mit ständiger Nervosität,
Muskelanspannung, Zittern, Schwitzen, Benommenheit und Schwindel leidet, hat
bereits Dr. C._ aufgeführt (act. G 4.1/81.12). Letztlich vermag Dr. F._ keine
grundlegend anderen, von der psychiatrischen Gutachterin nicht berücksichtigten
Beschwerdebilder aufzuführen, wenn er auch bestimmte Alltagssituationen etwas
ausführlicher schildern oder den Einfluss der Medikation (Demetrin) auf die Bewältigung
des Alltags als geringer einschätzen mag. Die von der Beschwerdeführerin
aufgeführten Berichte von Dr. F._ vom 7. April 2013, 10. September 2013 sowie vom
12. Januar 2016 vermögen jedenfalls die Sachverhaltserhebung im Gutachten nicht als
mangelhaft oder unvollständig erscheinen zu lassen. In der Folge erscheint auch die
gutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzung als plausibel. Mit der psychiatrischen
Gutachterin ist davon auszugehen, dass es sich bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung von
Dr. F._ lediglich um eine andere Beurteilung eines im Wesentlichen identischen
Sachverhalts handelt. Abgesehen davon, dass Dr. F._ seine
Arbeitsfähigkeitsschätzung auch nicht detaillierter als die psychiatrische Gutachterin
begründet, geht aus seinen Ausführungen hervor, dass er die Annahme einer
vollständigen Arbeitsunfähigkeit nicht zuletzt auf die verringerte Chance einer
Wiedereingliederung der Beschwerdeführerin in den Arbeitsmarkt abstützt (vgl. act. G
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4.1/158.4). Dies ist zwar verständlich, erfreuen sich doch Personen über 50, mit
psychischen Einschränkungen, die zudem seit Jahren nicht mehr erwerbstätig waren,
auf dem real existierenden Arbeitsmarkt tatsächlich keiner allzu regen Nachfrage. Wie
Dr. F._ in seinem Schreiben vom 10. September 2013 jedoch selber einräumt, kann
er die Frage der medizinischen Zumutbarkeit einer Arbeitstätigkeit nicht abschliessend
beurteilen (act. G 4.1/131.1). Mithin vermögen die Ausführungen von Dr. F._ das
Gutachten auch unter dem Gesichtspunkt der massgebenden medizinisch-
theoretischen Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht als mangelhaft erscheinen zu lassen. Es
liegen somit keine konkreten Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise vor,
weshalb uneingeschränkt darauf abzustellen ist (vgl. E. 1.2) und auch kein Anlass für
die eventualiter beantragten weiteren Abklärungen besteht. Auch wenn die Experten
postulieren, dass die 50 %-ige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit erst ab
dem Untersuchungszeitpunkt (13. Februar 2015) berücksichtigt werden soll (act. G
4.1/148.49), ist die Rente - wie von der Beschwerdegegnerin vorgenommen - bereits
ab 1. Dezember 2012 zu kürzen (auf den Beginn des zweiten, der Verfügung vom 15.
Oktober 2012 folgenden Monats [Art. 88bis Abs. 2 lit. a IVV]), erfolgt die Kürzung doch
nicht auf Grund eines verbesserten Gesundheitszustands, sondern auf Grund der
durch das hiesige Gericht bestätigten zweifellosen Unrichtigkeit der
Erhöhungsverfügung vom 1. Juni 2001. Nachdem eine Verschlechterung des
Gesundheitszustands bzw. ein höherer Arbeitsunfähigkeitsgrad als ursprünglich
angenommen (50 %) auch durch das neuerliche Gutachten nicht bestätigt wird, ist das
Erhöhungsgesuch vom 25. Januar 2001 abzuweisen.
2.3 Für den Fall, dass nicht ohnehin von einem Anspruch auf eine ganze Rente
ausgegangen wird, beantragt die Beschwerdeführerin, es sei ein Leidensabzug von 25
% vorzunehmen, sodass auf Grund der vorliegenden Invaliden- und Valideneinkommen
ein Invaliditätsgrad von mindestens 60 % und damit ein Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente resultieren würde. Die 57-jährige Beschwerdeführerin habe letztmals
im Jahr 2000 gearbeitet. Allein schon auf Grund ihres Alters und der sehr langen
Abwesenheit vom Arbeitsmarkt dürfte es kaum realistisch sein, überhaupt eine
Arbeitsstelle zu finden oder dann nur zu einem gegenüber einer gesunden
Mitbewerberin deutlich tieferen Einstiegslohn. Die Beschwerdeführerin sei nicht nur
allgemein zu 50 % in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Vielmehr seien es gerade
die unkontrollierbaren Ängste, die dazu führten, dass die Beschwerdeführerin soziale
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Kontakte kaum oder nur sehr unzuverlässig einhalten könne. Dem ist jedoch mit der
Beschwerdegegnerin entgegen zu halten, dass die Beschwerdeführerin ihre
Arbeitsfähigkeit ganztägig verwerten kann, wobei eine Einschränkung des Rendements
um 50 % besteht. Damit sind grundsätzlich die Einschränkungen in der
Leistungsfähigkeit abgegolten. Das Alter allein (zum Zeitpunkt der Wiedererwägung: 53
Jahre) rechtfertigt ebenfalls keinen Leidensabzug von 20 % oder mehr, sodass es
ohnehin bei einem Invaliditätsgrad von unter 60 % - und damit bei einem Anspruch auf
eine halbe Rente - bleibt. Selbst bei einem Leidensabzug von 15 % würde nur ein
Invaliditätsgrad von 57,5 % resultieren (100 % - 42,5%).
2.4 Schliesslich beantragt die Beschwerdeführerin, es sei ihr mindestens für die Phase
der Wiedereingliederung eine ganze Rente auszurichten. Im Gutachten werde darauf
hingewiesen, dass sie seit nunmehr 15 Jahren nicht mehr erwerbstätig gewesen sei.
Auf Grund der langjährigen Dekonditionierung und der beschriebenen Angst- und
Panikstörungen sei auf eine gut begleitete, schrittweise und langsame
Wiedereingliederung zu achten. Darüber, wie und in welchem zeitlichen und
institutionellen Rahmen eine solche langsame Wiedereingliederung stattfinden solle,
verliere das Gutachten kein Wort. Es sei offensichtlich, dass eine solche
Wiedereingliederung, wenn sie denn überhaupt gelinge, in einem ersten Schritt in einer
geschützten Werkstatt zu erfolgen habe, um die Voraussetzungen für den Eintritt in den
ersten Arbeitsmarkt zu schaffen. Dies werde jedoch nur mit einem spezifischen
Verhaltenstraining und einer -therapie möglich sein.
2.5 Entgegen dieser Ansicht kann aus einem allfälligen Eingliederungsbedarf kein
Anspruch auf eine ganze Rente abgeleitet werden. So hat das hiesige Gericht mit
Entscheid vom 4. Juli/4. August 2014 festgestellt, dass die Ausrichtung einer ganzen
Rente ab 2001 zweifellos unrichtig gewesen war, und dass damit auch ab 2001
lediglich Anspruch auf eine halbe Rente bestand. Mit dem heutigen Entscheid wird
sodann festgestellt, dass auch ex nunc (d.h. ab Dezember 2012) keine höhere
Arbeitsunfähigkeit als 50 % ausgewiesen ist und damit auch weiterhin (nur) ein
Anspruch auf eine halbe Rente besteht. Nach der Rechtsprechung ist sodann die
medizinisch attestierte Arbeitsfähigkeit grundsätzlich auf dem Weg der
Selbsteingliederung zu verwerten. Nach langjährigem Rentenbezug können jedoch
ausnahmsweise Erfordernisse des Arbeitsmarktes der Anrechnung einer medizinisch
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vorhandenen Leistungsfähigkeit und möglichen Leistungsentfaltung entgegenstehen,
wenn aus den Akten einwandfrei hervorgeht, dass die Verwertung eines bestimmten
Leistungspotenzials ohne vorgängige Durchführung befähigender Massnahmen allein
durch Eigenanstrengungen der versicherten Person nicht möglich ist. Diese Praxis ist
grundsätzlich auf Fälle zu beschränken, in denen die revisions- oder
wiedererwägungsweise Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente eine
versicherte Person betrifft, welche das 55. Altersjahr zurückgelegt oder die Rente seit
mehr als 15 Jahren bezogen hat (Urteil des Bundesgerichts vom 12. November 2014
[9C_25/2014] E. 6.1). Massgebender Zeitpunkt ist die (erste)
Wiedererwägungsverfügung (vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts vom 30. Juni
2016 [IV 2014/254] E. 3.2.1). Vorliegend war die Beschwerdeführerin zum Zeitpunkt der
Wiedererwägungsverfügung vom 15. Oktober 2012 _ Jahre alt und bezog die Rente
seit etwas mehr als 14 Jahren (davon seit knapp 12 Jahren eine ganze Rente). Damit ist
grundsätzlich von einer zumutbaren Selbsteingliederung in Bezug auf die medizinisch
attestierte Arbeitsfähigkeit von 50 % auszugehen, sodass keine Einarbeitung in einer
geschützten Werkstatt durchzuführen ist. Sollte sich die Beschwerdeführerin subjektiv
dazu in der Lage fühlen, steht es ihr jedoch frei, sich erneut für die Arbeitsvermittlung
bei der Beschwerdegegnerin anzumelden. Eine leistungsspezifische Invalidität nach
Art. 18 IVG ist schon auf Grund einer relativ geringfügig erschwerten Suche nach einer
Arbeitsstelle gegeben, solange diese Erschwernis auf gesundheitliche Gründe
zurückzuführen ist (Entscheid des Versicherungsgerichts vom 7. September 2017 [IV
2016/396] E. 4.1 mit Hinweis auf Urteil des Bundesgerichts vom 20. Oktober 2010
[9C_839/2010] E. 2.2.3).
3.
3.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.
3.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.
Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihr daran anzurechnen.
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Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung.