Decision ID: 6b57bc35-8e73-4bbc-baaf-e377717b9f1f
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1960,
war seit dem
1. April 2011
bei der
Y._
als
Allround
er angestellt und damit bei der
AXA Versicherungen AG
(
nachfolgend:
AX
A)
unfallversichert (vgl. Urk.
1
1
/
A
1).
Am 29. Mai 20
17
hob
der Versicherte
im Magazin Kisten mit Platten auf
und
verrenkte sich dabei den Arm
(vgl. Unfallmeldung vom
2
0.
Jun
i 20
17, Urk.
1
1
/
A
1
).
Am 2
8
. Juni 2017 wurde bei der Diagnose einer
anterosuperioren
Rotatorenmanschetten
-Läsion links eine Schulterarthroskopie mit
Rotatorenman
schetten-Rekonstruktion
,
Tenodese
der langen
Bizepssehne
,
Acromioplastik
, durchgeführt (vgl. Bericht des Stadtspitals
Z._
, Urk. 11/M2).
Die AXA erbrachte die gesetzlichen Leistungen.
1.2
Mit Schreiben vom 7. Juni 2018 (Urk. 11/A
43
) kündigte die AXA an, die Tag
geldleistungen
ab dem 1. Oktober
2018 einzustellen.
Mit Verfügung vom 9.
August 2018 (Urk. 11/A
57
) hielt die AXA fest, dass kein Anspruch au
f
Leist
ungen aus der obligatorischen Unfallversicherung bestehe, da es sich beim ge
schilderten Ereignis nicht um einen Unfall im Sinne von Art. 4
des
Bundes
ge
setz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
handle.
Auf
die
Rückforderung
der fälschlicherweise erbrachten Leistungen
werde ver
zichtet.
D
ie d
agegen
vom
Versicherte
n
a
m 11. September 2018
erhobene
Ein
sprache (Urk.
11/A63)
wies die AXA mit Einspracheentscheid vom 18. April 2019 a
b (Urk.
11/A78 = Urk. 2)
.
2.
Gegen den Einspracheentscheid vom
18. April 2019
(Urk. 2) erhob der Versicherte mit Eingabe vom
28. Mai 2019
Beschwerde (Urk. 1) und beantragte,
dieser sei aufzuheben und
ihm seien
im Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 29.
Mai 2017
die gesetzlichen Leistungen
(Taggeld und Heilbehandlung)
auszu
richten (S. 2 Ziff. 1
und 2
). Eventuell sei
ein Gerichtsgutachten anzuordnen
(S. 2 Ziff. 3)
, subeventuell seien ihm eine Invalidenrente sowie eine Integritätsent
schä
digung zuzusprechen (S. 2 Ziff. 4)
.
In
formeller Hinsicht beantragte er die unent
geltliche Prozessführung und Rechtsvertretung (S. 2 Ziff. 5).
Die Beschwerdegegnerin schloss
in ihrer Beschwerdeantwort vom
4.
Oktober 20
19
(Urk. 1
0
) auf Abweisung der Beschwerde.
Diese Eingabe wurde dem Beschwerde
führer am 8. November 2019 (Urk. 12) zur Kenntnisnahme zugestellt.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 10 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Unfallversicherung (UVG)
hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer Unfall
folgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (Art. 18 Abs. 1 UVG).
1.2
Ein Unfall ist gemäss Art. 4
ATSG
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende
Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper
, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit oder den Tod zur Folge hat.
1.
3
Nach der Rechtsprechung bezieht sich
das
Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich zog. Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er – nach einem objektiven Massstab – den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ausschlag
gebend ist also, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelt
ein
wirkungen auf den menschlichen Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen allein begründen keine Ungewöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.1 und E. 4.3.1 mit Hinweis).
1.
4
Nach Lehre und Rechtsprechung kann das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors in einer unkoordinierten Bewegung bestehen. Bei Körperbewegungen gilt dabei der Grundsatz, dass das Erfordernis der äusseren Einwirkung lediglich dann erfüllt ist, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam «programmwidrig» beeinflusst hat. Bei einer solchen unkoordinierten Bewegung ist der ungewöhnliche äussere Faktor zu bejahen; denn der äussere Faktor – Veränderung zwischen Körper und Aussen
welt – ist wegen der erwähnten Programmwidrigkeit zugleich ein ungewöhnlicher Faktor (BGE 130 V 117 E. 2.1 mit Hinweisen).
1.
5
Selbst bei fehlender Störung des Bewegungsablaufs durch einen äusseren Faktor kann die Aussergewöhnlichkeit auch dann gegeben sein, wenn beim Heben oder Schieben einer Last zufolge ausserordentlichen Kraftaufwandes, das heisst einer sinnfälligen Überanstrengung, eine Schädigung eintritt. Es muss allerdings je
weils geprüft werden, ob die Anstrengung im Hinblick auf Konstitution und
berufliche und ausserberufliche Gewöhnung der betreffenden Person ausseror
dent
licher Art war (BGE 116 V 136 E. 3b mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U 180 S. 38). Kein Unfall liegt vor, wenn die Anstrengung nur wegen bestehender krankhafter Veränderungen zu Schädigungen führen kann, weil sich dann eine innere Ursache auswirkt, während der äussere, oft harmlose Anlass bloss den pathologischen Faktor manifest werden lässt (BGE 116 V 136 E. 3b mit Hin
weisen).
1.
6
Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG erbringt die Versicherung ihre Leistungen auch
bei folgenden
Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind: Knochenbrüche (lit. a); Verrenkungen von Ge
lenken (lit. b), Meniskusrisse (lit. c), Muskelrisse (lit. d), Muskelzerrungen (lit. e), Sehnenrisse (lit. f), Bandläsionen (lit. g) und Trommelfellverletzungen (lit. h).
Diese Aufzählung der den Unfällen gleichgestellten Körperschädigungen ist ab
schliessend (BGE 116 V 136 E. 4a, 147 E. 2b, je mit Hinweisen; Maurer, Schwei
zerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Auflage, Bern 1989, S. 202).
1.
7
Praxisgemäss stellen die Gerichte im Bereich des Sozialversicherungsrechts in der Regel auf die sogenannten Aussagen der ersten Stunde ab, denen in beweis
mässiger Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungs
recht
licher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis).
1.
8
Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3b/ee). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sachver
stän
diger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig
keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1; 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 und E.
4.7).
2.
2.1
Strit
tig und zu prüfen ist
der Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung
,
insbesondere
ob es sich beim Ereignis vom 2
9
.
Mai 2017
um einen Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG
handelt
respektive eine unfallähnliche Körperschädigung im Sinne von Art. 6 Abs. 2 UVG
vorlieg
t.
2.2
Die Beschwerdegegnerin
hielt in ihrem
abschlägigen Entscheid (Urk. 2)
fes
t,
der Beschwerdeführer habe stets konsistente Angaben betreffend das Ereignis ge
macht und einen Schmerzauftritt beim Heben einer Schachtel ohne besondere Vorkommnisse beschrieben
. Beim beschriebenen Vorgang handle es sich um einen normalen Bewegungsablauf im Rahmen der beruflichen Tätigkeit als Fliesenleger. Weder lasse sich ein äusserer Faktor erkennen, welcher ungewöhn
lich auf den Körper eingewirkt hätte, noch ergäben sich Anhaltspunkte für ein Ausgleiten, ein Stolpern oder ein reflexartiges Abfangen
(S. 6 Mitte).
Somit fehle es am Merkmal eines ungewöhnlichen äusseren Faktors, weshalb kein Unfall im Rechtssinne vorliege (S. 6 f.).
Des Weiteren sei aufgrund der übereinstimmenden Beurteilungen von Dr.
A._
und Dr.
B._
rechtsgenüglich erstellt, dass kein Sehnenriss im Sinne des Gesetzes vorliege und somit eine Körperschädigung gemäss Art. 6 Abs. 2 lit. f UVG verneint werden müsse. Selbst wenn theoretisch von einer gesicherten Listendiagnose ausgegangen würde, wäre diese vorwiegend auf Erkrankung und Abnützung zurückzuführen (S. 8 unten).
Im Rahmen der Beschwerdeantwort (Urk. 10) hielt die Beschwerdegegnerin
unter anderem
fest,
dass in Anbetracht des für einen
Rotatorenmanschettenriss
nicht geeigneten Schadenhergangs, der bildgebend gezeigten degenerativen Verände
rungen im linken Schultergelenk sowie der bei Traumatisierung der
Rotato
ren
man
schette
obligat zu erwartenden, hier aber nicht vorliegenden Begleitver
letzungen
,
die Sehnenschädigung im Bereich des linken Schultergelenks vorwie
gend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sei
. Entgegen der Behaup
tung in der Beschwerde sei die Eignung des Verletzungsmechanismus zur Verursachung der in Frage stehenden Verletzung bei der Frage der degenerativen Genese sehr wohl von Relevanz (S. 4 oben)
.
2.3
Der Beschwerdeführer stellte sich in der Beschwerde (Urk. 1) auf den Standpunkt,
dass der Vorfall vom 29. Mai 2017 als Unfall im Rechtssinne zu qualifizieren sei (S. 8 oben).
D
ie Unfallmeldung
habe er
nicht selbst verfasst. Im Übrigen fänden sich im Fragebogen gerade einmal drei Zeilen, auf denen das Unfallereignis geschildert werden könne. Dass dabei keine präzise Schilderung vorgenommen werden könne, erkläre sich von selbst. Zudem verfüge er über keinerlei Deutsch
kenntnisse (S. 6 Mitte). Betreffend Sachverhaltsschilderung sei auf die Berichte von Dr.
C._
und Dr.
D._
abzustellen (S. 7 oben). Wie Dr.
D._
in seinem Bericht
vom 20. Juni 2017 festgehalten habe, habe er die schwere Schachtel nicht nur vom Regal abgehoben, sondern die Schachtel sei dabei ge
rutscht. Durch das Rutschen der Schachtel liege klarerweise ein ungewöhnlicher äusserer Faktor vor, welcher zu einem programmwidrigen Bewegungsablauf im Sinne eines reflexartigen Abfangens geführt habe (S. 6 unten).
Der Kausalitäts
beurteilung von Dr.
A._
könne nicht gefolgt werden
(S. 7 unten)
. Angesichts der begründeten Stellungnahme von Dr.
D._
bestünden mehr als nur geringe Zweifel an der Einschätzung von Dr.
A._
. Sollte das Gericht nicht auf die Ein
schätzung von
Dr.
D._
abstellen, dränge sich zweifellos ein Gerichtsgut
achten auf
(S.
8 oben
).
Unabhängig vom Unfallmechanismus
stelle die erlittene Verletzung zumindest eine unfallähnliche Körperschädigung im Sinne von Art. 6 Abs. 2 UVG dar (S. 8 unten).
Dr.
D._
habe nachvollziehbar dargelegt, wes
halb die Körperschädigung keineswegs als vorwiegend degenerativ bedingt quali
fiziert werden könne (S. 9 unten).
Schliesslich könne die Schlussfolgerung von Dr.
B._
, wonach ein Endzustand eingetreten sei, nicht nachvollzogen werden
, zumal er postoperativ unter einer
Frozen
Shoulder
beziehungsweise einer
Capsu
litis
des linken Schultergelenkes leide und diesbezüglich eine Arthroskopie vor
geschlagen worden sei (S. 11 Mitte).
Die behandelnden Ärzte gingen nach wie vor von einer vollumfänglichen Arbeitsunfähigkeit aus (S. 12 oben).
3.
3.1
Im Bericht der Ärzte des Stadtspitals
E._
vom 29. Mai 2017 (Urk. 11/M35) wurde festgehalten,
dass sich der Beschwerdeführer mit Schmerzen in Schulter und Oberarm links vorgestellt habe. Er
habe
heute Morgen
beim Heben einer etwa 30 kg schweren Kiste mit gestrecktem Arm plötzlich Schmerzen im Bereich des linken Oberarms, ausstrahlend in die Schulter, verspürt.
Seither seien das An
heben des Armes und vor allem Bewegungen rückwärts schmerzbedingt stark ei
n
geschränkt. Er habe das Gefühl, als sei etwas gerissen. Als Diagnose wurde der Verdacht auf eine
Rotatorenmanschettenläsion
links genannt (S. 1 Mitte).
3.2
Die
Ärztinnen
des Stadtspitals
Z._
gaben im Bericht
über die
ambulante
Kon
trolle
vom 7. Juni 2017
(Urk. 11/M34)
an, der Beschwerdeführer habe eine Kiste angehoben und das Gefühl gehabt, einen Riss im Muskel zu haben (S. 1 Mitte).
3.
3
Im
MRI
der linken Schulter vom 14. Juni 2017 (Urk. 11/M15) zeigte sich eine
partielle Ruptur der Subscapularissehne, eine PASTA-Läsion, eine SLAP-Läsion
, eine Atrophie M.
subscapularis
und M.
teres
minor Grad II und M.
supraspinatus
und
infraspinatus
Grad I
sowie eine leichtgradige AC-Gelenk-Arthrose.
3.4
In der Unfallmeldung vom 2
0.
Jun
i 20
17 (Urk.
1
1
/
A
1
)
wurde zum Sachverhalt ausgeführt, der Beschwerdeführer
habe im Magazin Kisten mit Platten aufge
hoben
und
sich dabei den Arm verrenkt.
3.
5
Dr. med.
D._
, Leitender Arzt Traumatologie am Stadtspital
Z._
, führte im Bericht vom 20. Juni 2017 (Urk. 11/M12) aus, der Beschwerde
führer habe bei der Arbeit mit einer schweren Keramikbox hantiert. Diese sei
ihm aus der Hand gefallen
;
dabei habe er sie mit der Hand aufgefangen. Er habe ein reissendes Gefühl in der Schulter verspürt und seit da starke Schmerzen
. MR-diagnostisch zeige sich ein kompletter Abriss der Subscapularissehne, wahr
scheinlich Grad III;
Goutallier
-Stadium I-II, grosse
SLAP
-Läsion, eventuell PASTA-Läsion, etwas AC-Arthrose
(S. 1 unten).
3.
6
Dr.
D._
nannte im Operationsb
ericht vom
29.
Juni
2017
(Urk. 11/M2) folgende Diagnosen (S. 1 Mitte):
-
anterosuperiore
Rotatorenmanschetten
-Läsion links
mit/bei
-
Subscapularis III-Läsion
Goutallier
Stadium 1
-
subluxierter langer
Bizepssehne
-
anteriorer
50%iger PASTA-Läsion
-
diskretem
subacromialem
Impingement
Zum Sachverhalt führte Dr.
D._
aus, dass der Beschwerdeführer mit einer schweren Keramikbox hantiert habe, die Box sei ihm aus der Hand gefallen und dabei habe er diese mit
dem Arm aufgefangen. Er habe sofort ein reissendes Gefühl in der Schulter gehabt, seither starke Schmerzen und Kraftverlust. Am 28. Juni 2017 sei
eine Schulterarthroskopie
links
mit
Rotatorenmanschetten
-Rekon
struktion,
Tenodese
der langen
Bizepssehne
,
Acromioplastik
, durchgeführt
worden
(
S. 1 Mitte
).
3.
7
Auf Nachfrage zum genauen Ablauf des Ereignisses gab der Beschwerdeführer am
19. September 2017
(Urk. 11/A7) an, dass er einen Karton mit
Plättli
aufge
hoben und dann Schmerzen im Arm gehabt habe. Er bejahte die Frage, dass sich etwas Aussergewöhnliches und Unerwartetes ereignet habe. Auf die Frage hin, was konkret unplanmässig oder anders als beabsichtigt verlaufen sei, gab der Beschwerdeführer an, dass er Schmerzen gehabt habe und nicht arbeiten könne.
3.8
Dr. med.
C._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, hielt am 9.
Oktober 2017 (Urk. 11/M9) fest, dass die Unfallanamnese Folgendes ergeben habe: Am 29. Mai 2017 beim Heben einer etwa 25 kg schweren Schachtel in einem sehr engen Raum sei diese mit dem gesamten Gewicht auf den linken Arm
des Beschwerdeführers gerutscht, so dass dieser das ganze Gewicht mit einem Arm
habe tragen müssen. Der Beschwerdeführer habe sofort einen starken Schmerz in der linken Schulter
verspürt. Aufgrund dieser Beschreibung müsse dieses Ereignis als unfallbedingt betrachtet werden.
3.9
Die Ärzte der Orthopädie der Universitätsklinik
F._
führten im Sprech
stun
denbericht vom 21. Februar 2018 (Urk. 11/M24) aus, beim Beschwerdeführer zeige sich eine
Zervikobrachialgie
linksseitig aufgrund von multisegmentalen
Foramenstenosen
sowie einer postoperativen
Frozen-Shoulder
linksseitig (S. 2 Mitte).
3.
10
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Chirurgie, beratender Arzt der Beschwer
degegnerin, führte im Bericht über die chirurgisch-/
traumatologische
Unter
su
chung
vom
7.
Ma
i 2018
(
Urk.
11/M3
0
)
aus, dass der Beschwerdeführer nochmals eingehend zum Unfallhergang befragt worden sei. Er habe an einem Regal im Untersuchungsraum gezeigt, dass er einen Karton mit Platten herausgezogen habe und das gesamte Gewicht von etwa 25 kg dabei auf dem linken Unterarm gelastet habe. Der Karton sei bei diesem Vorgang mit beiden Händen festgehalten worden. Ein Herunterstürzen des Kartons auf den linken Arm sei nicht erfolgt. Der Beschwerdeführer habe ausserdem deutlich gezeigt, wie er mit dem rechten Arm den Karton aus dem Regal ziehe und mit dem linken Arm unter den Karton fasse (S. 4 unten).
Dr.
B._
führte weiter aus, dass sich ein sehr schlechtes Heilergebnis zeige (S. 7 Mitte). Fast elf Monate nach der Operation sei die Beweg
lichkeit immer noch schlecht. Es bestehe keine Arbeitsfähigkeit mehr als Fliesen
leger
(S. 7 unten)
.
Mit einer namhaften Besserung sei nicht mehr zu rechnen (S.
8 oben).
In einer adaptierten Tätigkeit bestehe unter Beachtung des dargelegten
Belastungsprofils eine volle Arbeitsfähigkeit (S. 7 unten).
Der beschriebene Unfa
ll
hergang sei nicht geeignet gewesen, eine
Rotatorenmanschette
zu zerreissen (S.
8 Mitte). Die Unfallkausalität sei mit dem geforderten Beweisgrad der überwie
gen
den Wahrscheinlichkeit nicht gegeben (S. 8 unten).
3.11
Dr.
B._
hielt in seiner Stellungnahme
vom 27. Juli 2018 (
Urk.
11/M37)
fest,
es sei davon auszugehen, dass die festgestellte
Rotatorenmanschettenläsion
vorwie
gend degenerativ bedingt sei (S. 2 unten). Zum einen sei der Unfallhergang nicht geeignet gewesen, eine
Rotatorenmanschette
zu verletzen, zum anderen habe ein MRI vom 14. Juni 2017 eine Atrophie des
Musculus
subscapularis
und
Musculus
teres
minor und
Musculus
supraspinatus
und
infraspinatus
und subkortikale zystische degenerativ bedingte Läsionen vor allem am
Tuberculum
minus gezeigt.
Alle diese Faktoren sprächen mit dem geforderten Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit für ein degeneratives Geschehen. Frische traumatische Läsio
nen
hätten drei Wochen nach dem Ereignis im Schultergelenk nicht gesehen werden können
(S. 3)
.
3.12
Dr.
D._
hielt mit Schreiben
vom 28. August 20
18 (
Urk.
11/M38) fest, er habe den Beschwerdeführer erstmals am 19. Juni 2017 in seiner Sprechstunde gesehen. Er habe ihm damals berichtet, er hätte mit einer schweren Keramikbox hantiert, diese sei aus der Hand gerutscht und er hätte versucht, diese schwere Kiste mit der linken Hand aufzufangen, um zu verhindern, dass sie beschädigt werde. Dabei habe er ein reissendes Gefühl in der linken Schulter und anschlies
send starke Schmerzen verspürt. Seiner Meinung nach sei das Auffangen der Keramikbox, wenn diese aus den Händen falle, ein plötzliches und unerwartetes Ereignis
. Zudem habe sich MR-diagnostisch am 14. Juni 2017 eine altersent
sprechend gute Muskulatur gezeigt, insbesondere der
Supraspinatus
zeige nur eine geringe Atrophie. Eigentliche
Verfettungen
im Muskel seien kaum vorhan
den
(S. 1 Mitte).
3.13
Im
Bericht
des Universitätsspitals
G._
vo
m 25. September 2018 (Urk. 3/4) wurden die Diagnosen einer
Zervikobrachialgie
links sowie von chronisch post
trau
matischen und postoperativen Schmerzen in der linken Schulter bei
Frozen
Shoulder
links sowie
Rotatorenmanschettenrekonstruktion
genannt.
3.14
Im
Bericht
der Ärzte des
Stadtspital
s
Z._
vom 28.
September
2018 (Urk. 11
/M39) wurde festgehalten,
dass
der B
eschwerdeführer
noch immer starke Schmerzen über der gesamten linken Schulter
habe (S. 1 unten).
3.15
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, beratender Arzt der Beschwerdegegnerin, führte in der Aktenbeurteilung
vom 25. März 20
19 (
Urk.
11/M40)
aus
, die Schilderung des Sachverhalts
durch
Dr.
D._
deute in Richtung
einer möglichen exzen
trischen Belastung des Oberarmbeugesystems bei vorgespanntem Bizeps. Wenn dem Beschwerdeführer die Box entglitten sein soll und er habe nachfassen müssen, komme es automatisch zu einer erneuten konzentrischen Kraftent
wicklung, die einer physiologischen Beanspruchung entspreche (S. 8 oben). D
er Schadensmechanismus
spreche
klar gegen eine frische traumatische Schädigung (S. 8 Mitte).
Gemäss der versicherungsmedizinischen Literatur brauche es für eine frische
Rotatoren
manschetten
r
uptur
das Element der Luxation, Verrenkung oder heftigen exzentrischen Belastung mit Rotationskomponente. Bei derartigen Trau
matisierungen seien Begleitverletzungen obligat zu erwarten. Dazu gehöre das Knochenödem (
Bone
Bruise
). Fehle dieses in den ersten drei Monaten nach dem Ereignis, könne die Zielschädigung einer frischen
Rotatorenmanschettenruptur
ausgeschlossen werden (S. 9 oben).
Im gleichen Sinne seien
die degenerativen Veränderungen an der Sehne selbst und die zystischen Veränderungen im
Tuber
culum
minus als Zeichen einer chronischen Vorschädigung mit Ablösung der Subscapularissehne zu verstehen. SLAP-Läsionen seien ebenfalls in der Regel degenerativer Natur. Zudem seien mehrmals muskuläre Atrophien und Ansätze
zu
Verfettungen
im MRI beschrieben worden, was klar für eine zumindest mode
rate chronische Vorschädigung spreche (S. 9 Mitte).
Es handle sich überwiegend wahrscheinlich um chronische Sehnenschädigungen (S. 10 Mitte).
3.16
Dr.
C._
hielt mit Stellungnahme vom
17. Mai 2019 (Urk. 3/3) fest, der Beschwerdeführer habe das gesamte Gewicht der Schachtel mit dem linken Arm tragen müssen, damit die Schachtel nicht auf den Boden fiel. S
einer Meinung nach seien aufgrund des Unfallmechanismus die Kriterien eines Unfa
llereignisses laut UVG erfüllt.
4.
4.1
Zu prüfen ist, ob das Ereignis vom
29. Mai 2017
den Unfallbegriff im Sinne von Art. 4 ATSG (vgl. vorstehend E.
1.2
-
5
) erfüllt. Dabei ist vorliegend insbesondere der ungewöhnliche äussere Faktor von Bedeutung.
4.2
Der behandelnde Arzt
Dr.
D._
sowie der Hausarzt Dr.
C._
(vor
stehend E. 3.5-3.6, E. 3.8, E. 3.12, E. 3.16)
hielten zum Unfallhergang fest, dass die schwere Schachtel abgerutscht
sei
und der Beschwerdeführer diese mit der Hand respektive mit dem Arm aufgefangen habe.
Der Beschwerdeführer
habe sofort ein reissendes Gefühl / einen starken Schmerz in der Schulter verspürt. Der von Dr.
D._
geschilderte
-
und von Dr.
C._
übernommene
–
Sach
verhalt erscheint
indessen angesichts der vom Beschwerdeführer selbst gemach
ten Angaben
und der übrigen Akten
nicht
überwiegend wahrscheinlich
, wie im Folgenden zu zeigen sein wird
.
4.
3
In der Unfallmeldung wurde festgehalten, dass der Beschwerdeführer Kisten mit Platten aufgehoben und sich dabei den Arm verrenkt habe
. Auf Nachfrage zum genauen Ablauf des Ereignisses gab der Beschwerdeführer an, dass er einen Karton mit
Plättli
aufgehoben und dann Schmerzen im Arm gehabt habe. Auf die Frage hin, was konkret unplanmässig oder anders als beabsichtigt verlaufen sei, gab der Beschwerdeführer an, dass er Schmerzen gehabt habe und nicht arbeiten könne. Anlässlich der Untersuchung durch Dr.
B._
wurde der Beschwerde
füh
rer noc
hmals zum Unfallhergang befragt. Ausserdem demonstrierte
d
er
Be
schwerdeführer
den fraglichen Bewegungsablauf. Dabei hielt er den Karton mit beiden Händen fest, ein Abrutschen erfolgte nicht.
Die
Darstell
ungen des Be
schwer
deführers
geben somit keinen Hinweis auf ein
Abrutschen und Auffangen.
Auch die
Bericht
e
der erstbehandelnden Ärzte
stimmen mit d
ies
en Schilderungen des Beschwerdeführers überein. Die Ärzte
des Stadtspitals
E._
hielten fest
, dass der Beschwerdeführer beim Heben einer schweren Kiste plötzlich Schmerzen verspürt habe. Die Ärztinnen des Stadtspitals
Z._
gaben an, der Beschwerde
führer habe eine Kiste angehoben und das Gefühl gehabt, einen Riss im Muskel zu haben.
4.
4
Soweit der Beschwerdeführer im Rahmen der Beschwerde geltend machte, dass er die Unfallmeldung nicht selbst verfasst habe, auf dem Fragebogen aus Platz
gründen keine präzise Schilderung möglich gewesen sei und er über keinerlei Deutschkenntnisse verfüge, vermag er daraus nichts zu seinen Gunsten abzu
leiten.
Soweit
die Unfallmeldung vom Arbeitgeber verfasst wurde,
ist davon auszugehen, dass
sich dieser auf die Angaben des Beschwerdeführers
stützte. Im Fragebogen hätte er - anstelle der erwähnten Schmerzen und
der
Arbeitsun
fähigkeit - ohne weiteres ein Abrutschen und Auffangen der Schachtel
erwähnen können.
Ausserdem
hätte der Beschwerdeführer im Rahmen der Untersuchung bei Dr.
B._
im Mai 2018
, bei welcher ein Dolmetscher anwesend war,
sicherlich
etwas Aussergewöhnliches oder Unerwartetes
erwähnt
oder
demonstriert, falls etwas Derartiges vorgefallen wäre
.
Schliesslich ist festzuhalten, dass den früheren Angaben des Beschwerdeführers in
Anwendung der Beweismaxime der Aussagen
der
ersten Stunde (
vgl.
vor
stehend E.
1.7
)
in beweismässiger Hinsicht
höheres Gewicht zu
kommt
als seinen
aktuellen
Angaben
im Rahmen
der Beschwerde.
4.
5
Zusammenfassend kann angesichts der Angaben des Beschwerdeführers nicht von einem unplanmässigen Abrutschen der Schachtel ausgegangen werden. Die
zitierten
Angaben des Beschwerdeführers stimmen mit den Angaben in den ersten Arztberichten und mit dem
vom Beschwerdeführer
bei Dr.
B._
persönlich vor
geführten Bewegungsablauf überein.
Entsprechend
ist die Beschwerdegegnerin zu
R
echt von einem planmässigen Heben einer schweren Kartonschachtel ohne be
sondere Vorkommnisse mit anschliessendem Schmerzauftritt im Arm ausge
gan
gen. Damit
liegt kein ungewöhnlicher äusserer Faktor vor
, weshalb das Ereignis nicht als Unfall
im Sinne von Art.
4
ATSG
qualifiziert werden kann
.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt somit, ob die Beschwerdegegnerin nach Art. 6 Abs. 2 UVG leis
tungspflichtig ist
(vgl. E. 1.6)
.
5.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung hat d
er Unfallversicherer nach Mel
dung einer Listenverletzung die genaue
n Begleitumstände abzuklären
.
Sind
nicht
sämtliche Kriterien des Unfallbegriffs nach Art. 4 ATSG erfüllt, so wird der Unfallversicherer für eine Listenverletzung nach Art. 6 Abs. 2 UVG in der seit 1. Januar 2017 geltenden Fassung grundsätzlich leistungspflichtig, sofern er nicht den Nachweis dafür erbringt, dass die Verletzung vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist
(BGE 146 V 51 E. 9.1)
.
A
us der in Art. 6 Abs. 2 UVG vorgesehenen Möglichkeit des Gegenbeweises
ergibt sich
weiterhin die Notwendigkeit der Abgrenzung der vom Unfallversicherer zu übernehmenden unfallähnlichen Körperschädigung von der abnützungs- und erkrankungsbedingten Ursache einer Listenverletzung und damit letztlich zur Leistungspflicht des Krankenversicherers. Insoweit ist die Frage nach einem ini
tialen
erinnerlichen
und benennbaren Ereignis auch nach der UVG-Revision relevant
(BGE 146 V 51 E. 8.6)
.
5.
3
E
ntgegen der Argumentation
des Beschwerdeführers ist
somit
bei der Frage, ob eine gesundheitliche Schädigung degenerativ bedingt ist, das zugrundeliegende Ereignis und damit auch dessen Eignung zur Verursachung der in Frage stehen
den Verletzung
durchaus
relevant.
5.
4
Vorliegend
kann auf die Beurteilungen
der
beratenden
Ärzte
Dr.
B._
und Dr.
A._
abgestellt werden. Diese
erfüllen die Anforderungen an
die
Berichte
versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte
(vgl. E.
1.8
)
und erfolgten in Kenntnis des massgeblichen Sachverhalts.
Dr.
B._
kam zum Schluss, dass die festgestellte
Rotatorenmanschettenläsion
vorwiegend degenerativ bedingt sei.
Als ungeeignete Hergänge würden aktive Tätigkeiten, die zu einer abrupten, aber planmässigen Muskelkontraktion führten
,
und plötzliche Anspannungen in den Muskeln der
Rotatorenmanschette
ange
sehen. Nur Bewegungen im Schultergelenk mit Zugbelastung der
Rotatorenman
schette
könnten diese zerreissen
. Der beschriebene Unfallhergang sei nicht ge
eignet gewesen, eine
Rotatorenmanschette
zu zerreissen
(Urk. 11/M30 S. 8 Mitte).
Dr.
A._
kam zum selben Schluss und hielt fest, dass der Schadenmechanismus klar gegen eine frische traumatische Schädigung spreche. Zudem
fehle es an Be
gleitverletzungen
und
im MRI
hätten sich
degenerative Veränderungen
als Zeichen einer chronischen Vorschädigung
gezeigt
(vgl. vorstehend E. 3.15)
.
5.
5
Diesen Beurteilungen steht die Einschätzung von Dr.
D._
gegenüber.
Dr.
D._
führte
aus
, dass ein solches Ereignis, insbesondere wenn ein Gegenstand viel wiege, ein typisches Trauma für eine SLAP-Läsion sei und unter Umständen die Subluxation der
Bizepssehne
zu bewirken vermöge (Urk. 11/M38 S. 1 unten)
. Dazu
ist festzuhalten, dass
Dr.
D._
vom Abrutschen der Box und Auffangen mit der linken Hand
und damit
von einem unzutreffenden Ereignis aus
ging
.
Die
Einschätzung von Dr.
D._
vermag die
nachvollziehbar begründeten
versicherungsmedizinischen Stellungnahmen von Dr.
B._
und Dr.
A._
nicht in Zweifel zu ziehen.
Es bestehen keine Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Stellungnahmen der beratenden Ärzte, weshalb diesen voller Beweiswert zukommt. Von
w
eitere
n
Abklärungen sind
angesichts der Aktenlage keine neuen Erkenntnisse zu erwarten
(antizipierte Beweiswürdigung,
BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d
)
.
5.6
Nach dem Gesagten ist davon auszugehen, dass
die
Rotatorenmanschettenläsion
vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen
ist. Damit ist der Gegenbeweis erbracht und die Beschwerdegegnerin auch
gestützt auf
Art. 6 A
bs.
2 UVG nicht leistungspflichtig.
Zusammenfassend
ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht aufgrund des Ereignisses vom
29. Mai 2017
zu Recht verneint hat.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde
.
6.
6.1
D
a d
ie Voraussetzungen zur Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung gemäss § 16 Abs. 2 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVG
er)
erfüllt
sind, ist dem Beschwerdeführer Rechtsanwältin Tania Teixeira, Emmen
brücke, als unentgeltliche Rechtsvertreterin für das vorliegende Verfahren zu be
stellen
.
6.2
Nach § 34 Abs. 3
GSVGer
bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert.
Mit Honorarnote vom
17. Juli 2020
machte
Rechtsanwältin Tania Teixeira
einen Aufwand von insgesamt
10.66 Stunden
und Barauslagen von Fr.
180.30
(zuzüg
lich Mehrwertsteuer) geltend (Urk.
14). Der geltend gemachte Aufwand erscheint
der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Falles angemessen.
Indessen
geht es nicht an,
eine
Rechnung für einen
B
ericht
des Hausarztes Dr.
C._
in der Höhe von Fr. 150.-- bei den Auslagen zu verrechnen.
Der Betrag von Fr. 150.-- ist somit von den Auslagen in Abzug zu bringen.
Beim praxisgemässen Stun
denansatz von Fr.
220.-- ist die
unentgeltliche Rechtsver
treter
in
somit mit Fr.
2’558.75
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der G
erichtskasse zu entschädigen.
6.3
Der Beschwerdeführer
ist
auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hin
zuwei
sen, wonach
er
zur Nachzahlung der Auslagen für die Vertretung verpflichtet
ist
, so
bald
er
dazu in der Lage ist.