Decision ID: 81de2af8-e449-4c6d-8eff-c1c745f73e77
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend nachträglicher Rechtsvorschlag
Beschwerde gegen ein Urteil des Einzelgerichtes im summarischen Verfahren des Bezirksgerichtes Meilen vom 13. Juni 2017 (EB170107)
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Rechtsbegehren (act. 3 S. 2):
"1. Es sei nachträglich Rechtsvorschlag gegen die Betreibung Nr. ... vom 8. Januar 2016 des Betreibungsamts Küsnacht- über CHF 713'819.70 zuzüglich Zins zu 5% seit dem 24. November 2015 zu bewilligen.
2. Es sei die vorläufige Einstellung der Betreibung Nr. ... vom 8. Januar 2016 des Betreibungsamts Küsnacht-Zollikon-Zumikon über CHF 713'819.70 zuzüglich Zins zu 5% seit dem 24.  2015 anzuordnen.
3. Es sei das Pfändungsbegehren der Gläubigerin aufzuheben.
4. Es sei festzustellen, dass die Forderung bezüglich der Betreibung Nr. ... vom 8. Januar 2016 des Betreibungsamts -Zumikon über CHF 713'819.70 zuzüglich Zins zu 5% seit dem 24. November 2015 nicht besteht.
5. Es sei die Betreibung Nr. ... zu löschen.
6. Es sei der Arrest Nr. ... aufzuheben. 7. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der
Gläubigerin."
Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren des Bezirksgerichts Meilen vom 13. Juni 2017)
(act. 19 = act. 22 = act. 24):
" 1. Die Rechtsbegehren Ziffern 1 bis 6 des Gesuchstellers werden abgewiesen.
2. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf CHF 1000.–. 3. Die Gerichtskosten werden dem Gesuchsteller auferlegt. 4. Die Gerichtskosten werden mit dem vom Gesuchsteller geleiste-
ten Kosten-vorschuss von CHF 1'000.– verrechnet. 5. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchsgegnerin eine
Parteientschädigungen von CHF 12'000.– (8 % MwSt. darin ) zu bezahlen.
[6.-7. Mitteilung, Rechtsmittel]"
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Beschwerdeanträge
des Gesuchstellers und Beschwerdeführers (act. 23 S. 2): "1. Es sei das Urteil des Bezirksgerichts Meilen vom 13. Juni 2017
(Geschäfts-Nr. EB170107-G) aufzuheben und es sei dem  nachträglicher Rechtsvorschlag gegen die  Nr. ... vom 8. Januar 2016 des Betreibungsamts -Zumikon über CHF 713'819.70 zuzüglich Zins zu 5% seit dem 24. November 2015 zu bewilligen.
2. Eventualiter sei das Urteil des Bezirksgerichts Meilen vom 13. Juni 2017 (Geschäfts-Nr. EB170107-G) aufzuheben und es sei die Sache zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen an das Bezirksgerichts Meilen zurückzuweisen.
3. Es sei die vorläufige Einstellung der Betreibung Nr. ... vom 8. Januar 2016 des Betreibungsamts Küsnacht-Zollikon-Zumikon über CHF 713'819.70 zuzüglich Zins zu 5% seit dem 24.  2015 anzuordnen.
4. Es sei das Pfändungsbegehren der Beschwerdegegnerin .
5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich  zu Lasten der Beschwerdegegnerin."

Erwägungen:
1.
1.1 Das Betreibungsamt Küsnacht-Zollikon-Zumikon zeigte dem Gesuchsteller
und Beschwerdeführer in der Betreibung Nr. ... mit Schreiben vom 4. April 2017
an, dass ein Gläubigerwechsel stattgefunden habe und die Gesuchs- und Be-
schwerdegegnerin neue Gläubigerin der in Betreibung gesetzten Forderung sei
(act. 4/1). Der Gesuchsteller und Beschwerdeführer wird nachfolgend als Schuld-
ner bezeichnet, die Gesuchs- und Beschwerdegegnerin als Gläubigerin bzw. der
Klarheit halber (da von verschiedenen Gläubigerinnen die Rede ist) als neue
Gläubigerin oder als Gläubigerin B._ SAS.
1.2 Der Schuldner ersuchte das Einzelgericht im summarischen Verfahren des
Bezirksgerichts Meilen (nachfolgend: Vorinstanz) mit Eingabe vom 6. April 2017
gestützt auf Art. 77 SchKG um Bewilligung des nachträglichen Rechtsvorschlags
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(act. 3). Er stellte das eingangs angeführte Rechtsbegehren. Die Vorinstanz setz-
te der neuen Gläubigerin am 28. April 2017 Frist zur Stellungnahme an (act. 7)
und stellte die Stellungnahme der neuen Gläubigerin vom 17. Mai 2017 (act. 11)
dem Schuldner mit Kurzbrief zu (act. 14 f.). Der Schuldner reichte der Vorinstanz
daraufhin am 29. Mai 2017 unaufgefordert eine weitere Stellungnahme zu den Ak-
ten (act. 16).
1.3 Die Vorinstanz wies das Gesuch des Schuldners mit dem eingangs ange-
führten Urteil vom 13. Juni 2017 ab (act. 19 = act. 22 = act. 24). Das Urteil wurde
dem Schuldner am 22. Juni 2017 zugestellt (act. 20/1).
1.4 Mit Eingabe vom 3. Juli 2017 erhob der Schuldner Beschwerde gegen das
Urteil vom 13. Juni 2017 (act. 23). Er stellte die eingangs angeführten Beschwer-
deanträge.
1.5 Die Akten des erstinstanzlichen Verfahrens wurden beigezogen (act. 1-20).
Es wurde davon abgesehen, vom Schuldner einen Kostenvorschuss einzufordern
und von der Gläubigerin eine Beschwerdeantwort einzuholen (vgl. Art. 98 und
Art. 322 Abs. 1 ZPO). Das Verfahren erweist sich als spruchreif. Allerdings ist der
Gläubigerin B._ SAS mit dem vorliegenden Entscheid noch ein Doppel von
act. 23 zuzustellen.
2.
2.1 Gegen Erledigungsentscheide im summarischen Verfahren ist an sich die
Berufung nach Art. 308 ff. zulässig (Art. 308 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 314 ZPO).
Entscheide über die Bewilligung des nachträglichen Rechtsvorschlags nach
Art. 77 SchKG sind davon ausgenommen (Art. 309 lit. b Ziff. 2 ZPO). Gegen das
angefochtene Urteil stand somit lediglich die Beschwerde nach Art. 319 lit. a ZPO
offen. Auf die rechtzeitig schriftlich und begründet erhobene Beschwerde ist ein-
zutreten.
2.2 Mit der Beschwerde kann die unrichtige Rechtsanwendung und die offen-
sichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts durch die Vorinstanz gerügt
werden (Art. 320 ZPO). Die Beschwerde führende Partei hat sich in der Begrün-
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dung ihres Rechtsmittels mit den Erwägungen des vorinstanzlichen Entscheides
einlässlich auseinander zu setzen und hat anzugeben, an welchen Mängeln der
angefochtene Entscheid nach ihrer Auffassung leidet (ZK ZPO-FREIBURGHAUS/
AFHELDT, 3. Auflage 2016, Art. 321 N 15). Neue Tatsachen und Beweismittel sind
im Beschwerdeverfahren ausgeschlossen (Art. 326 ZPO).
2.3 Da heute über die Beschwerde entschieden wird, wird das Gesuch um vor-
läufige Einstellung der Betreibung gegenstandslos. Darauf ist nicht mehr einzuge-
hen.
3.
3.1 Wechselt während des Betreibungsverfahrens der Gläubiger, so kann der
Betriebene einen Rechtsvorschlag noch nachträglich bis zur Verteilung oder Kon-
kurseröffnung anbringen. Der Rechtsvorschlag ist innert 10 Tagen ab Kenntnis
vom Gläubigerwechsel (den das Betreibungsamt dem Schuldner anzuzeigen hat)
schriftlich begründet beim Gericht des Betreibungsorts anzubringen. Der Betrie-
bene hat die Einreden gegen den neuen Gläubiger glaubhaft zu machen (vgl.
Art. 77 Abs. 1, 2 und 5 SchKG). Das Gericht entscheidet über die Bewilligung des
nachträglichen Rechtsvorschlags im summarischen Verfahren (Art. 251 lit. b
ZPO).
3.2 Berücksichtigung der "Replik" des Schuldners vom 29. Mai 2017 (act. 16)
3.2.1 Die Vorinstanz erwog, im summarischen Verfahren finde in der Regel nur
ein Schriftenwechsel statt. Danach trete der Aktenschluss ein und könnten neue
Tatsachen und Beweismittel nur noch unter den Voraussetzungen von Art. 229
Abs. 1 ZPO in das Verfahren eingebracht werden, also wenn die Tatsachen oder
Beweismittel erst nach dem Aktenschluss entstanden (echte Noven) oder wenn
sie zwar vorher bereits bestanden, aber von der Partei trotz zumutbarer Sorgfalt
nicht vorgebracht werden konnten (unechte Noven). Was der Schuldner in seiner
"Replik" vom 29. Mai 2017 neu vorgebracht habe, sei daher nur nach Massgabe
dieser Voraussetzungen zu hören (vgl. act. 22 S. 4).
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3.2.2 Der Schuldner hält dem angefochtenen Entscheid in diesem Punkt entge-
gen, die Vorinstanz habe nicht ausdrücklich auf die Durchführung einer mündli-
chen Verhandlung verzichtet. Daher bleibe das Novenrecht gewahrt. Der Schuld-
ner verweist dazu auf Ausführungen von SUTTER-SOMM/HASENBÖHLER (ZK ZPO,
3. Auflage 2016, Art. 229 N 17). Im Übrigen bedeute "in der Regel" (mit Blick auf
das Stattfinden nur eines Schriftenwechsels) für ihn, so der Schuldner weiter,
dass das Replikrecht solange gelte, als eine Partei von ihrem Gehörsanspruch
Gebrauch machen wolle. Sämtliche Eingaben seien jeweils der anderen Partei
zuzustellen, bis sich keine Partei mehr äussere. Warum die Vorinstanz seinen
Vorwurf, die von der Gläubigerin neu ins Recht gelegte Zession sei nichtig, der
neuen Gläubigerin nicht zur Stellungnahme unterbreitet habe, sei nicht einzuse-
hen. Damit habe die Vorinstanz den Anspruch der neuen Gläubigerin auf Wah-
rung des rechtlichen Gehörs verletzt (act. 23 S. 6).
3.2.3 Der Ansicht des Schuldners kann nicht gefolgt werden. Die Vorinstanz hat
zutreffend festgehalten, dass im summarischen Verfahren in der Regel nur ein
Schriftenwechsel stattfindet. Die Parteien haben ihre Sachdarstellung abschlies-
send bereits im Gesuch und in der Stellungnahme dazu vorzubringen. Danach tritt
der Aktenschluss ein und sind neue Tatsachen und Beweismittel nur noch nach
den Voraussetzungen von Art. 229 Abs. 1 ZPO zulässig. Die Vorinstanz verwies
dazu zutreffend auf die Praxis der Kammer (vgl. OGer ZH LF160079 vom
13. Februar 2017, E. II./5c mit Hinweisen auf die herrschende Lehre). Aus der
vom Schuldner zitierten Literaturstelle (ZK ZPO-SUTTER-SOMM/HASENBÖHLER,
3. Auflage 2016, Art. 229 N 17) folgt nichts anderes. Die Autoren geben dort viel-
mehr an, dass der Aktenschluss im summarischen Verfahren grundsätzlich nach
dem ersten Schriftenwechsel eintrete. Mit ein Grund dafür ist nach den Autoren,
dass das Gericht auf eine mündliche Verhandlung über das Gesuch verzichten
kann. Dass ohne einen ausdrücklichen solchen Verzicht des Gerichts doch ein
Anspruch auf einen zweiten Vortrag mit unbeschränktem Novenrecht bestünde
(so die erwähnte Ansicht des Schuldners), lässt sich der Literaturstelle nicht ent-
nehmen. Eine Ausnahme vom Eintritt der Novenschranke nach Einreichung und
Beantwortung des Gesuchs besteht vielmehr nur dort, wo das Gericht aus-
nahmsweise nicht auf eine mündliche Verhandlung verzichten darf. Das ist z.B. im
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Verfahren über die Bewilligung des Rechtsvorschlags in der Wechselbetreibung
nach Art. 181 SchKG der Fall, da das Gesetz dort ausdrücklich vorschreibt, dass
die Parteien vorzuladen sind. Im Verfahren über den nachträglichen Rechtsvor-
schlag sind die Parteien dagegen lediglich einzuvernehmen (Art. 77 Abs. 3
SchKG). Das kann (wie im summarischen Verfahren nach der ZPO üblich) auch
schriftlich geschehen (vgl. ausdrücklich – wenn auch noch vor Inkrafttreten der
ZPO – LGVE 1996 I Nr. 40; vgl. auch BSK ZPO-MAZAN, 3. Auflage 2017, Art. 251
N 10 f.). Von einem Fall, in dem das Gericht nicht auf eine Verhandlung verzich-
ten dürfte (bzw. hätte verzichten dürfen), ist daher nicht auszugehen.
Teils wird im Schrifttum argumentiert, bei Anordnung einer schriftlichen Replik und
Duplik im summarischen Verfahren seien in diesen Rechtsschriften Noven unbe-
schränkt zulässig (BSK ZPO-WILLISEGGER, 3. Auflage 2017, Art. 229 N 58). Auch
daraus lässt sich für den vorliegenden Fall nichts ableiten. Die Vorinstanz ordnete
nach Eingang der Stellungnahme der neuen Gläubigerin zum Begehren wie ein-
gangs erwähnt (vorne Ziff. 1.2) keinen zweiten Schriftenwechsel an, sondern stell-
te die Stellungnahme dem Schuldner lediglich mit Kurzbrief zu (vgl. act. 14 f.).
Das geschah zur Wahrung des rechtlichen Gehörs. Das allgemeine Replikrecht
erlaubte es dem Schuldner, sich zur Stellungnahme der neuen Gläubigerin zu
äussern. Wenn der Schuldner daraus ableitet, seine neuen Vorbringen hätten ge-
hört werden müssen, vermischt er das Replik- und das Novenrecht. Der Umstand,
dass eine Partei sich aufgrund des allgemeinen Replikrechts zu jeder Eingabe der
Gegenpartei äussern darf, heisst nicht, dass in einer solchen Stellungnahme auch
unbeschränkt neue Tatsachen vorgebracht werden könnten (vgl. OGer ZH
LF160079 vom 13. Februar 2017, E. II./5b mit Hinweisen).
Dass die Vorinstanz auf die neuen Vorbringen des Schuldners in der Stellung-
nahme vom 29. Mai 2017 nur noch unter dem Blickwinkel zulässiger Noven nach
Art. 229 Abs. 1 ZPO einging, ist somit nicht zu beanstanden.
3.2.4 Der Schuldner kann sich im Übrigen nicht darüber beklagen, dass seine
Stellungnahme vom 29. Mai 2017 der Gläubigerin nicht mehr vor der Verfah-
renserledigung zugestellt wurde. Er hat kein schützenswertes Interesse daran,
dass der Gegenpartei das rechtliche Gehör gewährt wird (vgl. BGer 5A_322/2017
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vom 12. Juni 2017, E. 3). Es entspricht denn auch gängiger Praxis, eine letzte
Eingabe bzw. Stellungnahme einer Partei der obsiegenden Gegenpartei erst mit
dem Entscheid zuzustellen.
3.3 Zu den Einreden gegen die Zession der Forderung an die neue Gläubigerin
3.3.1 Die Vorinstanz erwog, der Schuldner habe keine Einreden gegen die Be-
rechtigung der neuen Gläubigerin rechtsgenügend glaubhaft gemacht. Seine Ar-
gumente gegen die Abtretungserklärung (vom 24. März 2017, act. 13/1), die er in
seiner Stellungnahme vom 29. Mai 2017 erhoben habe, hätte er bereits im Ge-
such vom 6. April 2017 vorbringen können, da er diese Urkunde (welche die neue
Gläubigerin mit der Stellungnahme zum Gesuch einreichte) beim Betreibungsamt
hätte einsehen können. Dass er über die Zession nicht notifiziert worden sei (was
seiner Meinung nach die Gültigkeit der Zession ausschliesst), hätte er sogar ohne
Akteneinsicht vorbringen können. Auch das Urteil des Handelsgerichts Lorient
vom 19. Dezember 2016, mit welchem die neue Gläubigerin die Hintergründe der
Zession erläutere, sei dem Schuldner bekannt gewesen, zumal er das Urteil sel-
ber mit seiner ersten Eingabe eingereicht habe. Seine Vorbringen dazu in der
Stellungnahme vom 29. Mai 2017 seien deshalb nicht zu hören. Dem Schuldner
gelinge es somit nicht, Mängel des Forderungsübergangs glaubhaft zu machen
(act. 22 S. 5 f.).
3.3.2 Der Schuldner macht beschwerdeweise geltend, er habe bereits in der ers-
ten Rechtsschrift an die Vorinstanz rechtsgenügend geltend gemacht, dass ein
unzulässiger Forderungsübergang und eine unzulässige Verbindung der Gläubi-
gerpartei erfolgt sei. Die Einrede gegen die Zession sei damit rechtzeitig erfolgt.
Ein Rechtsvorschlag könne ohne Begründung erhoben worden. Er sei, so der
Schuldner weiter, als Laie davon ausgegangen, dass es für den nachträglichen
Rechtsvorschlag keiner Beweise bedürfe (act. 23 S. 5).
Der Argumentation des Schuldners ist nicht zu folgen. Der Schuldner brachte in
der Eingabe vom 6. April 2017 an die Vorinstanz (act. 3) vor, die ursprüngliche
Gläubigerin der Betreibungsforderung sei ein Auftragsfabrikant mit Sitz in
C._ F, die S.A.R.L. B1._. Über sie sei der Konkurs eröffnet worden.
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D._ (der im Übrigen auch Verwaltungsratspräsident der E._ Holding AG
sei) habe mit seiner tschechischen Firma, der F._ CZ, gewisse Aktiven der
S.A.R.L. B1._ übernommen, insbesondere gemäss Urteil des Handelsge-
richts Lorient vom 19. Dezember 2016 auch die Konkursforderung. Die F._
CZ habe in Frankreich die neue Gläubigerin B._ SAS gegründet. Die Gesell-
schaften seien wirtschaftlich verbunden. D._ erscheine bei der F._ CZ
und bei der neuen Gläubigerin als Präsident bzw. Prokurist mit Einzelunterschrift
(act. 3 S. 3-6). Die neue Gläubigerin sei nicht berechtigt, als solche aufzutreten.
Sie lasse entsprechende Beweismittel missen (act. 3 S. 4).
Der Schuldner hat mit diesen Ausführungen zwar die Berechtigung der neuen
Gläubigerin, die in Betreibung gesetzte Schuld geltend zu machen, vor Vorinstanz
rechtzeitig bestritten. Daraus lässt sich indes nichts für den Schuldner ableiten.
Zusätzlich zu dieser Bestreitung hat der Schuldner innert Frist auch seine Einre-
den gegen die neue Gläubigerin glaubhaft zu machen (vgl. dazu vorne Ziff. 3.1).
Auch wenn der Schuldner juristischer Laie ist, kann er sich nicht darauf berufen,
vom klaren Gesetzeswortlaut (Art. 77 Abs. 2 SchKG) keine Kenntnis gehabt zu
haben, zumal das Betreibungsamt ihn mit der eingangs erwähnten Anzeige vom
4. April 2017 ausdrücklich darauf hinwies, ein nachträglicher Rechtsvorschlag
müsse begründet werden und die Einreden gegen die neue Gläubigerin seien
glaubhaft zu machen (act. 4/1). Aus demselben Grund kann der Schuldner der
neuen Gläubigerin auch nicht entgegen halten, sie lasse es an Beweismitteln
missen – es war an ihm, die fehlende Berechtigung der neuen Gläubigerin glaub-
haft zu machen, und nicht an ihr, ihre Berechtigung zu beweisen.
Mit den Hinweisen auf die Verbindung zwischen den involvierten Gesellschaften,
insbesondere auf die bestimmende Stellung von D._, hat der Schuldner kei-
ne konkrete Einrede gegen die Berechtigung der Gläubigerin glaubhaft gemacht.
Der Umstand alleine, dass Gesellschaften verbunden sind und von der nämlichen
natürlichen Person beherrscht werden, spricht nicht gegen den entsprechenden
Rechtsübergang.
3.3.3 Der Schuldner macht weiter geltend, was die Zessionsurkunde vom
24. März 2017 (act. 13/1) angehe, hätte das Betreibungsamt ihn auf die Möglich-
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keit der Akteneinsicht hinweisen müssen. Er habe keine Veranlassung gehabt,
von sich aus Akteneinsicht zu verlangen. Die Zession vom 24. März 2017 (welche
die neue Gläubigerin mit ihrer Stellungnahme einreichte) stelle ein Novum dar, zu
dem er sich in seiner Stellungnahme vom 29. Mai 2017 noch habe äussern dür-
fen. Er habe trotz zumutbarer Vorsicht vorher nichts dazu vorbringen können. Er
habe zudem aus dem Grund, dass ihm die Abtretung nach französischem Recht
hätte notifiziert werden müssen, keine Veranlassung gehabt, sich beim Betrei-
bungsamt nach einem allfällig vorhandenen Dokument zu erkundigen (act. 23
S. 5 f.).
Auch in diesem Punkt ist dem Schuldner nicht zu folgen. Nachdem das Betrei-
bungsamt den Schuldner am 4. April 2017 über den Forderungsübergang auf die
neue Gläubigerin informiert hatte (und ihn wie bereits erwähnt auch auf die Anfor-
derungen an die Begründung eines nachträglichen Rechtsvorschlags hingewie-
sen hatte, vgl. act. 4/1), musste der Schuldner sich auch als juristischer Laie ver-
anlasst sehen, sich beim Betreibungsamt über die Grundlage des Forderungs-
übergangs kundig zu machen. Die Überlegung, dass eine allfällige Abtretung
(nach dem Standpunkt des Schuldners) ohne Notifikation an ihn ungültig wäre,
hätte den Schuldner umso mehr zu Erkundigungen veranlassen müssen, worauf
das Betreibungsamt den Gläubigerwechsel stütze. Dessen ungeachtet äusserte
der Schuldner sich erst in der Stellungnahme vom 29. Mai 2017 dazu (nachdem
die neue Gläubigerin die Zessionsurkunde wie erwähnt der Vorinstanz eingereicht
hatte). Vor diesem Hintergrund hielt die Vorinstanz dem Schuldner zu Recht ent-
gegen, dass er die entsprechenden Ausführungen bei zumutbarer Sorgfalt bereits
im Gesuch vom 6. April 2017 hätte vorbringen können (act. 22 S. 5). Diese Aus-
führungen waren daher nicht zu hören (vgl. vorne Ziff. 3.2).
Somit kam die Vorinstanz zu Recht zum Schluss, der Schuldner habe keine Ein-
reden gegen die Übertragung der Forderung auf die neue Gläubigerin glaubhaft
gemacht.
3.3.4 Auch wenn über die novenrechtliche Problematik hinweggesehen und auf
die Vorbringen des Schuldners in der Stellungnahme vom 29. Mai 2017 einge-
gangen würde, liesse sich daraus nichts für den Schuldner ableiten:
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Der Schuldner argumentiert, die von der neuen Gläubigerin geltend gemachte
Zession der Forderung an sie sei nicht rechtens. Er macht zur Urkunde "cession
de créance" vom 24. März 2017 (act. 13/1) geltend, die S.A.R.L. B1._, wel-
che die Forderung gemäss dieser Urkunde an die neue Gläubigerin abgetreten
habe, sei dazu in dem Zeitpunkt nicht mehr berechtigt gewesen. Im bereits er-
wähnten Urteil des Handelsgerichts Lorient vom 19. Dezember 2017 sei die Ab-
tretung der Forderung von der B1._ an die F._ CZ erfolgt. Diese sei
dadurch Eigentümerin der entsprechenden Aktiven geworden. Insbesondere sei
auch die Forderung gegenüber der E._ AG mit den verbundenen Garantien
und Klagen auf die F._ CZ übergegangen. Zudem habe das Handelsgericht
Lorient mit Urteil vom 19. Dezember 2016 den Einsatz des Verwalters G._,
der die Zession vom 24. März 2017 unterzeichnet habe, beendet, was auch publi-
ziert worden sei. G._ sei daher, über drei Monate nach seiner Absetzung,
nicht mehr berechtigt gewesen, für die B1._ zu zeichnen (act. 16 S. 3-5,
act. 17).
Das Handelsgericht Lorient entschied im erwähnten Urteil vom 19. Dezember
2016 über den Abtretungsplan an die F._ CZ ("arrête le plan de cession to-
tale en faveur de la société F._ CZ", act. 4/2 S. 6). Aus den weiteren
Ausführungen im Urteil folgt, dass die Unterzeichnung der Abtretungserklärungen
innert acht Monaten ab der Mitteilung des Urteils erfolgen sollte ("que la signature
de l'acte de cession des actifs, hors immobiliers, devra intervenir aus plus tard
dans un délai de huit mois à compter du prononçè du jugement arrêtant le plan",
act. 4/2 S. 10). Daraus folgt, dass die Abtretung nicht bereits mit dem Urteil erfolg-
te, sondern im Urteil lediglich ein Abtretungsplan genehmigt wurde und die ein-
zelnen Zessionen noch zu erfolgen hatten. Dass abweichend davon in einem in-
ternen Protokoll der E._ Holding AG vom 10. Januar 2017 bereits von einer
"der F._ CZ gehörenden Forderung" gesprochen wurde (so der Schuldner,
act. 23 S. 4 und bereits act. 3 S. 7), ändert daran nichts.
Im Weiteren hielt das Handelsgericht Lorient im erwähnten Urteil fest, dass Maître
G._ in seiner Funktion als Verwalter der B1._ für den Abschluss der Ab-
tretungserklärungen zuständig bleibe ("maintient ... Maître G._ dans ses
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fonctions d'administrateur judiciaire de la société S.A.R.L. B1._ pour la pas-
sation des actes de cession", vgl. act. 4/2 S. 11). Den Einreden des Schuldners
gegen die Berechtigung der B1._ und des Verwalters G._, die Abtre-
tungserklärung zu unterzeichnen, wird damit die Basis entzogen.
Das weitere Argument des Schuldners, die Abtretung sei nicht an ihn notifiziert
worden, was nach französischem Recht hätte erfolgen müssen (act. 16 S. 5 f.),
hat bereits die Vorinstanz verworfen, mit dem Hinweis, die Abtretung vom
24. März 2017 sei dem schweizerischen Recht unterstellt worden (act. 22 S. 5).
Der Schuldner hält dem beschwerdeweise entgegen, die Abtretung richte sich
zwingend nach französischem Recht und sei ohne Notifikation per Gerichtsvoll-
zieher daher nicht gültig (act. 23 S. 6). Eine konkrete Begründung dafür, weshalb
die Rechtswahl (vgl. act. 13/1 S. 2) im Falle der Abtretung nicht zulässig sein soll-
te, bringt der Schuldner nicht vor. Er dringt mit dieser Einrede somit nicht durch.
3.4 Zur behaupteten Verrechnung und zu Gegenforderungen
3.4.1 Der Schuldner machte vor der Vorinstanz bereits im Gesuch vom 6. April
2017 geltend, die E._ Holding AG habe mit Protokoll der Verwaltungsratssit-
zung vom 10. Januar 2017 die Verrechnung der geltend gemachten Forderung
festgehalten. Die Betreibungsforderung gelte daher als getilgt (act. 3 S. 7).
3.4.2 Die Vorinstanz hielt dazu fest, das vom Schuldner vorgelegte Protokoll be-
stätige nur, dass die E._ Holding AG (intern) eine Verrechnungserklärung
aussprechen dürfe. Ob die Verrechnung (extern) erklärt worden sei (und dass ei-
ne fällige Gegenforderung bestand), sei durch nichts glaubhaft gemacht (act. 22
S. 6). Zu diesem Punkt äussert der Schuldner sich im Beschwerdeverfahren nicht.
Er thematisiert das fragliche Verwaltungsratssitzungsprotokoll nur im Zusammen-
hang mit der behaupteten Abtretung der Forderung an die F._ CZ, welche in
dem Protokoll erwähnt werde (act. 23 S. 4; vgl. dazu vorne 3.3.4). Auf die Ver-
rechnung ist somit nicht weiter einzugehen.
Dasselbe gilt für die vom Schuldner geltend gemachten Gegenforderungen, wel-
che die Vorinstanz verwarf, da die Behauptungen des Schuldners weder schlüs-
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sig noch durch geeignete Unterlagen belegt seien (act. 22 S. 7). Der Schuldner
geht darauf beschwerdeweise nicht ein. Weiterungen dazu erübrigen sich.
3.5 Die Ausführungen in der Stellungnahme des Schuldners vom 29. Mai 2017
ändern somit nicht am Ergebnis, dass die Vorinstanz zu Recht zum Schluss kam,
der Schuldner habe mit seinem nachträglichen Rechtsvorschlag keine Einreden
gegen die Berechtigung der neuen Gläubigerin nach Art. 77 Abs.2 SchKG glaub-
haft gemacht. Daher ist die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen.
4.
4.1 Ausgangsgemäss wird der Schuldner kostenpflichtig (Art. 106 Abs. 1 ZPO).
Der Gläubigerin ist mangels relevanter Aufwendungen im Beschwerdeverfahren
keine Parteientschädigung zuzusprechen.
4.2 Nach Art. 48 i.V.m. Art. 61 GebV SchKG ist die Spruchgebühr beim vorlie-
genden Streitwert von Fr. 713'819.70 auf Fr. 1'500.00 festzusetzen.