Decision ID: 13daf1c0-d15f-5cd1-bc87-1cc3565759dc
Year: 2018
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Am 13. Mai 2016 reichte der Belastingdienst der Niederlande (nachfol-
gend: BD) gestützt auf das Abkommen vom 26. Februar 2010 zwischen
der Schweizerischen Eidgenossenschaft und dem Königreich der Nieder-
lande zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Steuern
vom Einkommen (SR 0.672.963.61; nachfolgend: DBA-NL) bei der Eidge-
nössischen Steuerverwaltung (nachfolgend: ESTV) ein Amtshilfegesuch
ein. Im Gesuch ist die D._ GmbH als „beteiligte (Rechts)Person in
der Schweiz“ aufgeführt. Unter der Rubrik „Beteiligte (Rechts-)Person in
den Niederlanden“ genannt sind A._ (nachfolgend: der Steuer-
pflichtige) mit Wohnsitz in L._ und die in M._ domizilierten
Anwaltskanzleien B._ und C._. In der Rubrik „Betroffene
Steuerarten und Steuerjahre“ erwähnt werden die Einkommenssteuer so-
wie die Körperschaftssteuer und der Zeitraum vom 1. März 2010 bis
31. Dezember 2015.
Zum Sachverhalt, welcher dem Ersuchen zugrunde liegt, erklärt der BD,
das niederländische Finanzamt führe zurzeit eine Überprüfung der Einhal-
tung der steuerrechtlichen Pflichten durch den Steuerpflichtigen durch. Es
sei festgestellt worden, dass der Steuerpflichtige die [...]-Marke E._
und das entsprechende Konzept erfunden habe und er an dieser Marke
beteiligt sei bzw. beteiligt gewesen sei. Im Zusammenhang mit dieser
Marke habe er im August 2000 eine „Firmierungsprüfung“ bei der Handels-
kammer durchführen lassen, „im Januar 2003 im Auftrag der Gesellschaft
D._“ den Domänenamen [...] eintragen lassen, am 1. Juli 2005
„eine Euroscan [...] unter dem Namen E._ durchführen lassen“ und
im Jahr 2005 eine internationale Werbetour veranstaltet, zu welcher eine
Fernsehserie produziert worden sei. Zwar habe der Steuerpflichtige erklärt,
er habe „keine Beteiligung mehr an der D._“. Doch treffe dies offen-
sichtlich nicht zu (siehe zum Ganzen S. 3 des Ersuchens).
Der BD hält zu letzterem Punkt fest, in L._ sei im Jahr 2008 ein
D._-Bekleidungsgeschäft unter der Adresse N._ eröffnet
worden, wobei der Mietvertrag für die Räumlichkeiten auf den Namen des
Steuerpflichtigen gelautet habe. Die Miete sei seit dem Jahr 2010 unter
anderem durch die D._ GmbH bezahlt worden, und zwar unter Be-
lastung eines Bankkontos mit der Nummer [...].
Weiter führt der BD im Amtshilfeersuchen aus, das niederländische Finanz-
amt habe festgestellt, dass die am 3. April 2006 gegründete Gesellschaft
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F._ Ltd. mit Sitz in G._ seit dem Juni 2006 Inhaberin des
Markenrechts E._ sei. Vom 3. April 2006 bis zum 8. November 2007
seien die Beteiligungen an der F._ Ltd. durch die D._ GmbH
gehalten worden. Danach seien diese Beteiligungen an die Sport
H._ Ltd. in I._ übertragen worden.
Der BD weist überdies darauf hin, dass die D._ GmbH in den Jah-
ren 2011 und 2012 mit niederländischen Parteien Verträge über den Ver-
kauf von Kleidern der Marke E._ abgeschlossen habe. Am Zustan-
dekommen dieser Verträge sei der Steuerpflichtige beteiligt gewesen.
Die D._ GmbH war nach der Darstellung im Ersuchen in den Jahren
2008-2014 in verschiedene niederländische Rechtsverfahren involviert.
Bei diesen Verfahren sei es namentlich um eine bösgläubige Markenan-
meldung und um ein Urheberrecht gegangen. Das niederländische Finanz-
amt habe festgestellt, dass der Steuerpflichtige die Kontaktperson für den
Rechtsanwalt der Gesellschaft D._ GmbH sei.
Mit seinem Ersuchen verlangt der BD verschiedene Informationen über die
D._ GmbH und deren Verhältnis zum Steuerpflichtigen (siehe dazu
im Einzelnen S. 3 f. des Ersuchens).
B.
Aufgrund des Ersuchens des BD forderte die ESTV die D._ GmbH,
die Q._ AG (nachfolgend: Q._) sowie die Steuerverwaltung
des Kantons Zug mittels Editionsverfügungen vom 28. Juni und 11. August
2016 auf, verschiedene Unterlagen einzureichen und Informationen zu
übermitteln. Die Beteiligten kamen diesen Aufforderungen nach.
C.
Nach weiterer Korrespondenz namentlich mit der D._ GmbH und
der seinerzeitigen Rechtsvertreterin des Steuerpflichtigen erliess die ESTV
(nachfolgend auch: Vorinstanz) am 5. September 2017 eine an diesen
adressierte Schlussverfügung. Gemäss dieser Schlussverfügung leistet
die ESTV dem BD Amtshilfe betreffend den Steuerpflichtigen, indem sie
der holländischen Behörde als Antwort auf die Fragen des Amtshilfeersu-
chens die in Dispositiv-Ziff. 2 der Schlussverfügung genannten, von der
D._ GmbH, der Q._ und der Steuerverwaltung des Kantons
Zug edierten Informationen sowie Unterlagen übermittelt.
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D.
Gegen diese Schlussverfügung liess der Steuerpflichtige (nachfolgend:
Beschwerdeführer) am 6. Oktober 2017 Beschwerde ans Bundesverwal-
tungsgericht erheben. Er beantragt, die angefochtene Schlussverfügung
der ESTV sei aufzuheben und eventualiter seien alle Dokumente betref-
fend „Drittparteien“ aus den zur Übermittlung an den BD vorgesehenen Un-
terlagen auszusondern. Subeventualiter fordert der Beschwerdeführer, die
Sache sei zur Neubeurteilung an die ESTV zurückzuweisen. Schliesslich
verlangt er eine Parteientschädigung.
In der Begründung der Beschwerde erklärt sich der Beschwerdeführer im
Sinne einer Beweisofferte dazu bereit, „Details“ zu verschiedenen, in den
Niederlanden hängigen Verfahren und offizielle Übersetzungen der dies-
bezüglich als Beschwerdebeilagen eingereichten Dokumente zu liefern
(Beschwerde, S. 10).
E.
Die ESTV beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 4. Dezember 2017, die
Beschwerde sei kostenpflichtig abzuweisen. Sie stellt ferner den Verfah-
rensantrag, dem Beschwerdeführer sei einzig Einblick in diejenigen Akten
des vorinstanzlichen Verfahrens zu gewähren, welche auf dem mit der Ver-
nehmlassung eingereichten USB-Stick mit der Bezeichnung [...] gespei-
chert sind.
F.
Innert einer ihm angesetzten Frist zur Stellungnahme hält der Beschwer-
deführer mit einer mit verschiedenen Beilagen versehenen Eingabe vom
15. Januar 2018 an seinen Beschwerdebegehren fest. Zudem stellt er sinn-
gemäss ein Gesuch um Einsicht in die ihm gemäss dem Verfahrensantrag
der Vorinstanz nicht offenzulegenden Dokumente auf dem seitens der
ESTV ausschliesslich für das Bundesverwaltungsgericht bestimmten USB-
Stick. Im Sinne einer Beweisofferte erklärt der Beschwerdeführer sodann,
auf entsprechende Aufforderung hin offizielle Übersetzungen der mit seiner
Stellungnahme vorgelegten Beilagen einzureichen.
G.
Nachdem die Verfahrensbeteiligten am 26. Januar 2018, 7. Februar 2018
und 19. Februar 2018 weitere Eingaben namentlich mit Ausführungen zum
Akteneinsichtsgesuch des Beschwerdeführers eingereicht hatten, hiess
das Bundesverwaltungsgericht dieses Gesuch mit Zwischenverfügung
vom 21. Februar 2018 gut.
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Das Bundesgericht trat mit Urteil vom 14. März 2018 auf eine gegen diese
Zwischenverfügung erhobene Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-
legenheiten der ESTV vom 5. bzw. 8. März 2018 nicht ein.
In der Folge wurde dem Beschwerdeführer der seitens der ESTV aus-
schliesslich für das Bundesverwaltungsgericht bestimmte USB-Stick über-
mittelt. Auf Ersuchen des Beschwerdeführers vom 21. März 2018 hin wurde
zudem bei der Vorinstanz eine Kopie der Beschwerde in öffentlich-rechtli-
chen Angelegenheiten vom 5. bzw. 8. März 2018 angefordert und dem Be-
schwerdeführer ausgehändigt.
H.
Mit Stellungnahmen vom 29. März 2018 und 6. April 2018 hält der Be-
schwerdeführer unter Beilage eines niederländischen Handelsregisteraus-
zuges an seinen Beschwerdebegehren fest. Im Sinne einer Beweisofferte
stellt er überdies in Aussicht, auf Aufforderung des Gerichts eine Erklärung
der Gesellschafter der Gesellschaft O._ einzureichen, wonach
diese Gesellschaft und die daran Beteiligten keine Beziehungen zu ihm
haben bzw. hatten.
I.
Die Vorinstanz bekräftigt mit Eingabe vom 18. April 2018 ihren Antrag auf
kostenpflichtige Abweisung der Beschwerde.
J.
Der Beschwerdeführer erklärt mit unaufgefordert eingereichter Stellung-
nahme vom 3. Mai 2018 erneut, an seinen noch offenen Anträgen festzu-
halten.
K.
Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten und die vorliegenden Akten
wird – soweit erforderlich – in den Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Beurteilung von Beschwerden ge-
gen Schlussverfügungen der ESTV betreffend die Amtshilfe gestützt auf
das DBA-NL zuständig (vgl. Art. 19 Abs. 5 des Bundesgesetzes vom
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28. September 2012 über die internationale Amtshilfe in Steuersa-
chen [StAhiG, SR 651.1] in Verbindung mit Art. 31-33 des Bundesgesetzes
vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungsgericht [Verwaltungsge-
richtsgesetz, VGG, SR 173.32]). Das Verfahren vor diesem Gericht richtet
sich dabei nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Ver-
waltungsverfahren (Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG, SR 172.021),
soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG). Der Beschwerde-
führer ist als Adressat der Schlussverfügung vom 5. September 2017 und
vom Amtshilfeersuchen betroffene Person ohne Weiteres zur Beschwerde
legitimiert (vgl. Art. 19 Abs. 2 StAhiG in Verbindung mit Art. 48 Abs. 1
VwVG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde
(vgl. Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist einzutreten.
2.
2.1 Das Bundesverwaltungsgericht kann den angefochtenen Entscheid in
vollem Umfang überprüfen. Der Beschwerdeführer kann neben der Verlet-
zung von Bundesrecht (Art. 49 Bst. a VwVG) und der unrichtigen oder un-
vollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts (Art. 49
Bst. b VwVG) auch die Unangemessenheit rügen (Art. 49 Bst. c VwVG).
2.2 Kommt das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Über-
zeugung, die Akten erlaubten die richtige und vollständige Feststellung des
rechtserheblichen Sachverhalts oder die behauptete Tatsache sei für die
Entscheidung der Streitsache nicht von Bedeutung, kann es – unabhängig
davon, welche Art von Beweismitteln überhaupt zulässig ist – auf die Erhe-
bung weiterer Beweise verzichten, ohne durch diese antizipierte Beweis-
würdigung den Anspruch auf rechtliches Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 der
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April
1999 (BV, SR 101) zu verletzen (vgl. zum Ganzen anstelle vieler: BGE 136
I 229 E. 5.3, mit weiteren Hinweisen).
3.
3.1 Gemäss Art. 26 Abs. 1 Satz 1 DBA-NL tauschen die zuständigen Be-
hörden der beiden Vertragsstaaten unter sich diejenigen Informationen
aus, „die zur Durchführung dieses Abkommens oder zur Anwendung oder
Durchsetzung des innerstaatlichen Rechts betreffend für Rechnung der
Vertragsstaaten, ihrer politischen Unterabteilungen oder lokalen Körper-
schaften erhobenen Steuern jeder Art und Bezeichnung voraussichtlich er-
heblich sind, soweit die diesem Recht entsprechende Besteuerung nicht
dem Abkommen widerspricht“.
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Nach Art. 26 Abs. 3 DBA-NL ist indessen der ersuchte Vertragsstaat nicht
verpflichtet, von den Gesetzen oder der Verwaltungspraxis des einen oder
des anderen Vertragsstaates abzuweichen (Bst. a), oder Informationen
zu erteilen, welche nach den Gesetzen oder im üblichen Verwaltungsver-
fahren eines der beiden Vertragsstaaten nicht beschafft werden kön-
nen (Bst. b). Auch besteht gemäss Art. 26 Abs. 3 (Bst. c) DBA-NL keine
Verpflichtung zur Erteilung von Informationen, „die ein Handels-, Ge-
schäfts-, Industrie-, Gewerbe- oder Berufsgeheimnis oder ein Geschäfts-
verfahren preisgeben würden oder deren Erteilung dem Ordre public wi-
derspräche“.
Die Art. 26 Abs. 3 DBA-NL vorgehende Vorschrift von Art. 26 Abs. 5 DBA-
NL enthält ihrerseits Einschränkungen der in vorgenannter Bestimmung
vorgesehenen Beschränkungen der Amtshilfeverpflichtung. So darf der er-
suchte Vertragsstaat nach Art. 26 Abs. 5 DBA-NL die Leistung von Amts-
hilfe nicht nur deshalb ablehnen, „weil sich die Informationen bei einer
Bank, einem sonstigen Finanzinstitut, einem Bevollmächtigten, Beauftrag-
ten oder Treuhänder befinden oder weil sie sich auf Beteiligungen an einer
Person beziehen“ (Satz 1). In diesem Zusammenhang räumt Art. 26 Abs. 5
Satz 2 DBA-NL den Steuerbehörden des ersuchten Staates die Kompetenz
ein, die Offenlegung der in diesem Absatz der Amtshilfebestimmung er-
wähnten Informationen durchzusetzen.
3.2 Art. XVI Bst. c des Protokolls zum DBA-NL hält fest, dass der Hinweis
auf Informationen, die voraussichtlich erheblich sind, bedeutet, dass ein
möglichst weit gehender Informationsaustausch in Steuerbelangen ge-
währleistet sein soll, ohne den Vertragsstaaten zu erlauben, „fishing expe-
ditions“ zu betreiben oder Informationen anzufordern, deren Erheblichkeit
hinsichtlich der Steuerbelange einer bestimmten steuerpflichtigen Person
unwahrscheinlich ist („fishing expeditions“ werden von der Organisation für
wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung [OECD] umschrieben als
„speculative requests for information that have no apparent nexus to an
open inquiry or investigation“ [vgl. Urteile des BVGer A-1499/2017 vom
3. August 2017 E. 2.3, A-4415/2014 vom 8. Dezember 2014 E. 3.2]).
3.3 Die Voraussetzung der voraussichtlichen Erheblichkeit ist erfüllt, wenn
im Zeitpunkt der Gesuchstellung eine vernünftige Möglichkeit besteht, dass
sich die angefragten Angaben als erheblich erweisen werden (BGE 143 II
185 E. 3.3.2, 142 II 161 E. 2.1.1). Der ersuchende Staat muss die Erheb-
lichkeit voraussehen und deshalb im Amtshilfeersuchen geltend machen
(vgl. BGE 143 II 185 E. 3.3.2, mit Hinweisen). Der ersuchte Staat hat nur
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solche Informationen von der Amtshilfe auszuschliessen, bei denen un-
wahrscheinlich ist, dass sie für den ersuchenden Staat erheblich sein kön-
nen (vgl. den Wortlaut von Ziff. XVI Bst. c des Protokolls zum DBA-NL so-
wie BGE 143 II 185 E. 3.3.2; Urteil des BVGer A-6666/2014 vom 19. April
2016 E. 2.3). In letzterem Sinne ist auch Art. 17 Abs. 2 StAhiG zu verste-
hen, wonach Informationen, welche voraussichtlich nicht erheblich sind,
nicht übermittelt werden dürfen und von der ESTV auszusondern oder un-
kenntlich zu machen sind (vgl. Urteile des BVGer A-6102/2016 vom
15. März 2017 E. 2.4, A-6666/2014 vom 19. April 2016 E. 2.3). Weil in der
Regel nur der ersuchende Staat abschliessend feststellen kann, ob eine
Information erheblich ist, beschränkt sich die Rolle des ersuchten Staates
grundsätzlich darauf, zu überprüfen, ob die verlangten Informationen und
Dokumente einen Zusammenhang mit dem im Ersuchen dargestellten
Sachverhalt haben und ob sie möglicherweise dazu geeignet sind, im aus-
ländischen Verfahren verwendet zu werden. Der ersuchte Staat hat also in
diesem Sinne nur eine Plausibilitätskontrolle vorzunehmen (vgl. BGE 142
II 161 E. 2.1.1 f.; Urteil des BGer 2C_241/2016 vom 7. April 2017 E. 5.2).
Gemäss dem Bundesgericht bildet der Begriff der „voraussichtlichen Er-
heblichkeit“ denn auch „eine nicht sehr hohe Hürde für ein Amtshilfeersu-
chen“ (BGE 143 II 185 E. 3.3.2, 142 II 161 E. 2.1.1).
Keine Rolle für die Voraussetzung der voraussichtlichen Erheblichkeit
spielt, ob sich die Informationen nach deren Erhebung als nicht erheblich
herausstellen (vgl. BGE 142 II 161 E. 2.1.1)
3.4 Nach dem sog. völkerrechtlichen Vertrauensprinzip besteht – ausser
bei offenbarem Rechtsmissbrauch oder bei berechtigten Fragen im Zusam-
menhang mit dem Schutz des schweizerischen oder internationalen
Ordre public (vgl. Art. 7 StAhiG) – kein Anlass, an Sachverhaltsdarstellun-
gen und Erklärungen anderer Staaten zu zweifeln (vgl. BGE 142 II 161
E. 2.1.3 f., 128 II 407 E. 3.2, 4.3.1 und 4.3.3, 126 II 409 E. 4). Die ESTV ist
deshalb an die Darstellung des Sachverhalts im Ersuchen insoweit gebun-
den, als diese nicht wegen offensichtlicher Fehler, Lücken oder Widersprü-
che von vornherein entkräftet werden kann (vgl. anstelle vieler Urteil des
BGer 2A.567/2001 vom 15. April 2002 E. 4.1; Urteil des BVGer
A-171/2017, A-172/2017 und A-173/2017 vom 5. Juli 2017 E. 3.2).
3.5 Gemäss dem Protokoll zum DBA-NL stellt der ersuchende Staat ein
Begehren um Austausch von Informationen erst dann, wenn er alle in sei-
nem innerstaatlichen Steuerverfahren vorgesehenen üblichen Mittel zur
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Beschaffung der Informationen ausgeschöpft hat (Ziff. XVI Bst. a des Pro-
tokolls; sog. Subsidiaritätsprinzip).
Ist die Frist zur Abgabe der Steuererklärung abgelaufen und bestehen
Zweifel an der Selbstdeklaration des Steuerpflichtigen, ist das Subsidiari-
tätsprinzip durch den blossen Umstand, dass sich die Informationen im er-
suchten Staat befinden, nicht verletzt. Auch ist es einem Staat in der Phase
der Überprüfung der Selbstdeklaration nicht verwehrt, mit dem Steuer-
pflichtigen in Kontakt zu bleiben bzw. diesen zu befragen, selbst wenn be-
reits ein Amtshilfeersuchen gestellt worden ist (vgl. zum Ganzen Urteil des
BVGer A-3791/2017 vom 5. Januar 2018 E. 6.2, mit Hinweis).
Aufgrund des völkerrechtlichen Vertrauensprinzips (vgl. E. 3.4) besteht
kein Anlass für Zweifel an einer von der ersuchenden Behörde abgegebe-
nen Erklärung der Ausschöpfung aller üblichen innerstaatlichen Mittel, es
sei denn, es liegt ein gegen die Einhaltung des Subsidiaritätsprinzips spre-
chendes, ernsthafte Zweifel an der Richtigkeit der Erklärung begründendes
konkretes Element vor (vgl. Urteil des BGer 2C_28/2017 vom 16. April
2018 E. 3.3.1 ff. [zur Publikation vorgesehen]; Urteil des BGer
2C_904/2015 vom 8. Dezember 2016 E. 7.2; Urteil des BVGer
A-4025/2016 vom 2. Mai 2017 E. 3.2.4).
3.6
3.6.1 Nach Art. 3 Bst. a StAhiG gilt (soweit hier interessierend) als be-
troffene Person im Sinne des StAhiG die Person, „über die im Amtshilfeer-
suchen Informationen verlangt werden“.
Gemäss Art. 4 Abs. 3 StAhiG in der bis Ende 2016 gültig gewesenen Fas-
sung (AS 2013 231) ist die Übermittlung von Informationen zu Personen,
welche nicht vom Ersuchen betroffen sind, unzulässig. Nach der am 1. Ja-
nuar 2017 in Kraft getretenen Fassung dieser Vorschrift ist die Übermittlung
von Informationen zu Personen, welche nicht betroffene Personen sind,
unzulässig, „wenn diese Informationen für die Beurteilung der Steuersitua-
tion der betroffenen Person nicht voraussichtlich relevant sind oder wenn
berechtigte Interessen von Personen, die nicht betroffene Personen sind,
das Interesse der ersuchenden Seite an der Übermittlung der Informatio-
nen überwiegen“. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung hat dieser
neu ins Gesetz aufgenommene Passus nichts an der Ordnung betreffend
die Übermittlung von Informationen über vom Amtshilfeersuchen nicht be-
troffene Personen geändert (vgl. BGE 143 II 506 E. 5.2.1; Urteil des BGer
2C_387/2016 vom 5. März 2018 E. 5.1; Urteil des BGer 2C_640/2016 vom
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18. Dezember 2017 E. 4.2.3 [zur Publikation vorgesehen]). Nach dieser
Ordnung bzw. der einschlägigen Rechtsprechung sind unter Umständen
auch Personen, deren Steuerpflicht im ersuchenden Staat nicht geltend
gemacht wird, als (materiell) betroffene Personen zu qualifizieren, nämlich
dann, wenn die Informationen über diese Personen für den ersuchenden
Staat voraussichtlich erheblich sind (grundlegend: BGE 141 II 436 E. 4.4.3
und 4.5, auch publiziert in: ASA 84 [2015/2016] S. 559 ff.; ferner: BGE 143
II 185 E. 3.2 ff.).
3.6.2 Wird die Anonymisierung von Daten zu einzelnen Personen verlangt,
die – in der Amtshilfeverpflichtung an sich unterliegenden – Konto- oder
anderen Unterlagen enthalten sind, ist in Bezug auf jedes einzelne Akten-
stück, das von der Übermittlung ausgeschlossen werden soll, anzugeben
und im Einzelnen darzulegen, weshalb das Dokument im ausländischen
Verfahren nicht erheblich sein kann (vgl. Urteile des BVGer A-4331/2017
vom 16. November 2017 E. 4.2.3, A-4353/2016 vom 27. Februar 2017
E. 5.2).
3.7 Gemäss Art. 8 Abs. 1 StAhiG dürfen zur Beschaffung von Informatio-
nen nur Massnahmen durchgeführt werden, die nach schweizerischem
Recht zur Veranlagung und Durchsetzung der Steuern, die Gegen-
stand des Ersuchens sind, durchgeführt werden könnten. Nach Art. 8
Abs. 2 StAhiG können namentlich Informationen, welche sich im Besitz ei-
ner Bank befinden, verlangt werden, wenn das anwendbare Abkommen
ihre Übermittlung vorsieht.
Eine zwar im Sinne von Art. 3 Bst. a StAhiG betroffene Person, deren Steu-
erpflicht im ersuchenden Staat jedoch nicht geltend gemacht wird, ist ge-
mäss der Rechtsprechung mit der Folge, dass die erfragten Informationen
von dieser Person im Sinne von Art. 26 Abs. 3 Bst. b DBA-NL nach dem
innerstaatlichen Recht beschafft werden können, nach Art. 126 des Bun-
desgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer
(DBG, SR 642.11) umfassend auskunftspflichtig, sofern die betreffenden
Informationen ihre eigene Besteuerung beeinflussen können (vgl. BGE 142
II 69 E. 5.1.4; Urteil des BGer 2C_954/2015 vom 13. Februar 2017 E. 7.4;
Urteil des BVGer A-272/2017 vom 5. Dezember 2017 E. 2.4.2.2). Das Vor-
liegen einer solchen Konstellation wurde vom Bundesgericht unter ande-
rem bei vermuteten verdeckten Gewinnausschüttungen und bei Steuerum-
gehungstatbeständen bejaht (vgl. BGE 142 II 69 E. 5.1.4; Urteil des BGer
2C_954/2015 vom 13. Februar 2017 E. 7.4).
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3.8 Nach Art. 29 Abs. 2 DBA-NL darf Amtshilfe nur für Informationen ge-
leistet werden, welche sich auf einen Zeitraum beziehen, welcher am oder
nach dem 1. März 2010 beginnt. Für die Zuordnung von Informationen zu
einem Zeitraum ab dem 1. März 2010 ist dabei nicht auf den Zeitpunkt der
Vornahme von Informationen begründenden Handlungen, sondern auf den
Zeitpunkt der Wirkungen dieser Handlungen abzustellen. Denn bezeich-
nenderweise ist in den verbindlichen französischen, niederländischen und
englischen Fassungen dieser Vorschrift nicht von Informationen über
Handlungen die Rede, welche in Zeiträumen oder zu Zeitpunkten ab dem
1. März 2010 vorgenommen wurden, sondern lediglich von Informationen,
die sich auf diese Zeiträume oder Zeitpunkte beziehen. Zudem entspricht
es dem in Ziff. XVI Bst. c des Protokolls zum DBA-NL zum Ausdruck kom-
menden Ziel der Vertragsstaaten, einen möglichst weit gehenden Informa-
tionsaustausch zu gewährleisten, statt den Zeitpunkt der Vornahme der
Handlungen den Zeitpunkt ihrer Wirkungen als massgebend zu betrachten
(vgl. zur entsprechenden Auslegung einer vergleichbaren Vorschrift Urteil
des BVGer A-778/2017 vom 5. Juli 2017 E. 9.2.1).
3.9 Art. 7 Bst. a StAhiG sieht – in Umsetzung des Verbots der „fishing ex-
peditions“ – vor, dass auf Ersuchen nicht eingetreten wird, wenn diese zum
Zweck der Beweisausforschung gestellt wurden. Darüber hinaus wird auf
ein Amtshilfeersuchen nach Art. 7 Bst. b und c StAhiG nicht eingetreten,
wenn damit Informationen verlangt werden, die von den Amtshilfebestim-
mungen des anwendbaren Abkommens nicht erfasst sind, oder das Ersu-
chen den Grundsatz von Treu und Glauben verletzt, z.B. weil es auf Infor-
mationen beruht, die durch nach schweizerischem Recht strafbare Hand-
lungen erlangt worden sind.
4.
4.1 Der verfassungsrechtliche Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29
Abs. 2 BV) verleiht dem Betroffenen insbesondere das Recht, vor Erlass
eines in seine Rechtsstellung eingreifenden Entscheids Einsicht in die Ak-
ten zu nehmen (vgl. BGE 133 I 270 E. 3.1).
In Konkretisierung des Anspruchs auf rechtliches Gehör sieht Art. 15 Abs. 1
StAhiG vor, dass sich die beschwerdeberechtigten Personen am Verfahren
beteiligen sowie insbesondere Einsicht in die Akten nehmen können. Die
ESTV kann gemäss Art. 15 Abs. 2 StAhiG einer beschwerdeberechtigten
Person die Einsicht in bestimmte Aktenstücke nach Art. 27 VwVG verwei-
gern, soweit die ausländische Behörde hinsichtlich dieser Aktenstücke Ge-
heimhaltungsgründe glaubhaft macht.
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Seite 12
Aus dem Akteneinsichtsrecht fliesst die Pflicht der Behörde, die Parteien
grundsätzlich über den Beizug aller Akten zu orientieren, welche geeignet
sind, Grundlage des Entscheids zu bilden (vgl. dazu ausführlich BERN-
HARD WALDMANN/MAGNUS OESCHGER, in: Bernhard Waldmann/Phi-
lippe Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar Verwaltungsverfahrensge-
setz [VwVG], 2. Aufl. 2016, Art. 26 N. 72 ff.).
4.2 Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller Natur. Dessen Verlet-
zung führt grundsätzlich ungeachtet der Erfolgsaussichten der Be-
schwerde in der Sache selbst zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung
(BGE 132 V 387 E. 5.1). Nach der Rechtsprechung kann eine – nicht be-
sonders schwerwiegende – Verletzung des rechtlichen Gehörs aber aus-
nahmsweise als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit
erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sach-
verhalt wie die Rechtslage frei überprüfen kann (BGE 127 V 431 E. 3d/aa).
Von einer Rückweisung der Sache an die Verwaltung ist selbst bei einer
schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs dann abzusehen,
wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und
damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhö-
rung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer beförderli-
chen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 132 V
387 E. 5.1, mit Hinweis, siehe auch BGE 133 I 201 E. 2.2; Urteil des BVGer
A-7149/2016 vom 14. Februar 2018 E. 1.8.2. Vgl. aber zum Fall der Nich-
tigkeit der angefochtenen Verfügung infolge Gehörsverletzung sogleich
E. 4.3).
4.3 Nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts ist in Fäl-
len, bei welchen die vom Amtshilfegesuch betroffene Person nicht über die
Eröffnung des Amtshilfeverfahrens informiert worden war und sie deshalb
keine Gelegenheit hatte, sich vor Erlass der Schlussverfügung zur Sache
zu äussern, eine die Nichtigkeit der Schlussverfügung begründende
schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs dieser Person anzu-
nehmen (vgl. zum Ganzen Urteile des BVGer A-3764/2015 vom 15. Sep-
tember 2015 E. 2.3, A-2433/2015 vom 9. Juli 2015 E. 3 und 5, A-7076/2014
vom 1. April 2015 E. 3.3, A-7401/2014 vom 24. März 2015 E. 3.3). Diese
Judikatur bezieht sich dabei jeweils auf Fälle, bei welchen eine nach dem
Amtshilfegesuch im ersuchenden Staat steuerpflichtige Person nicht ord-
nungsgemäss über die Eröffnung des Amtshilfeverfahrens informiert wor-
den ist (Urteil des BVGer A-6314/2015 vom 25. Februar 2016 E. 2.3).
A-5694/2017
Seite 13
5.
5.1
5.1.1 Im vorliegenden Fall behauptet der Beschwerdeführer, die ESTV
habe sein rechtliches Gehör verletzt, indem sie ihm im vorinstanzlichen
Verfahren keine vollständige Akteneinsicht gewährt habe.
Soweit ersichtlich hat die ESTV den Beschwerdeführer im vorinstanzli-
chen Verfahren nicht über den Beizug der einzig auf dem mit der Vernehm-
lassung eingereichten USB-Stick mit der Bezeichnung [...] gespeicherten
Aktenstücke informiert, obschon diese Dokumente – wie in der Zwischen-
verfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 21. Februar 2018 darge-
legt – keine der Gewährung der Akteneinsicht entgegenstehende relevante
Geheimhaltungsinteressen berühren. Die ESTV hat damit die aus dem Ak-
teneinsichtsrecht fliessende Pflicht zur Orientierung über die Aktenlage
(vgl. E. 4.1) verletzt.
5.1.2 Was die Folgen der hier festgestellten Gehörsverletzung durch parti-
elle Verweigerung der Akteneinsicht bzw. Missachtung der behördlichen
Orientierungspflicht betrifft, ist zu beachten, dass dem Beschwerdeführer
mit der Zwischenverfügung vom 21. Februar 2018 nachträglich die zu Un-
recht verweigerte Akteneinsicht gewährt und ihm eine Gelegenheit zur
Stellungnahme eingeräumt wurde. Da das Bundesverwaltungsgericht bei
den sich vorliegend stellenden Sach- und Rechtsfragen über umfassende
Kognition verfügt (vgl. E. 2.1), dem betroffenen Beschwerdeführer diesel-
ben Mitwirkungsrechte wie vor der ESTV zustehen und eine wegen der
Gehörsverletzung erfolgende Rückweisung zu einem formalistischen Leer-
lauf sowie damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem
(der Gehörsgewährung durch die Vorinstanz gleichgestellten) Interesse
des Beschwerdeführers an einer beförderlichen Beurteilung der Sache
nicht zu vereinbaren wären, ist im Sinne einer Heilung des Mangels praxis-
gemäss von einer Rückweisung der Sache an die Vorinstanz abzuse-
hen. Letzteres gilt ohne Rücksicht darauf, ob die festgestellte Gehörsver-
letzung schwerwiegend ist (vgl. E. 4.2. Zu Recht nicht geltend gemacht
wird, dass die Vorinstanz mit der blossen Verletzung der Pflicht zur Orien-
tierung über den Aktenbestand eine die Nichtigkeit der angefochtenen
Schlussverfügung begründende Gehörsverletzung begangen habe).
5.2 Soweit der Beschwerdeführer sinngemäss rügt, der BD habe durch
sein Vorgehen und durch eine (angeblich) teilweise unwahre Sachverhalts-
darstellung im Ersuchen den Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt
(vgl. Beschwerde, S. 19), verkennt er, dass diese ausländische Behörde
A-5694/2017
Seite 14
nicht an die Bundesverfassung sowie die schweizerischen Gesetze gebun-
den ist.
6.
6.1 Im vorliegenden Ersuchen führt der BD aus, er überprüfe die Einhal-
tung der Steuerpflichten durch den in den Niederlanden wohnhaften Be-
schwerdeführer.
6.2 Zwar sind im Amtshilfeersuchen nebst dem Beschwerdeführer auch die
beiden Anwaltskanzleien B._ und C._ als betroffene Perso-
nen in den Niederlanden genannt und wird seitens des BD beiläufig auch
die Körperschaftssteuer als in Frage stehende niederländische Steuer be-
zeichnet. Nach Treu und Glauben verlangt der BD freilich nur eine Amtshil-
feleistung zur korrekten Erhebung der niederländischen Einkommens-
steuer beim Beschwerdeführer, zumal er einzig von einer Steuerprüfung
betreffend den Beschwerdeführer spricht und nicht näher begründet, wes-
halb die erbetenen Auskünfte für die Körperschaftsbesteuerung der An-
waltskanzleien voraussichtlich erheblich sein sollten. Die beiläufige Erwäh-
nung der Körperschaftssteuer erscheint unter diesen Umständen als offen-
sichtliches Versehen.
Nichts am hier gezogenen Schluss ändert der Umstand, dass der BD mit
Frage 10 seines Ersuchens Angaben über mögliche direkte oder indirekte
Beteiligungen oder Interessen der genannten beiden Anwaltskanzleien an
der D._ GmbH wünscht. Diese Angaben werden nämlich allein
zwecks korrekter Anwendung des niederländischen Steuerrechts beim Be-
schwerdeführer gefordert. Letzteres zeigt sich an der Darstellung des BD,
nach welcher diese Anwaltskanzleien Gesellschaften des Beschwerdefüh-
rers bilden, und an der systematischen Stellung der erwähnten Frage im
Abschnitt mit der Überschrift „Beziehung zu Herrn A._“.
6.3 Der Beschwerdeführer macht geltend, das vom BD gestellte Begehren
sei widersprüchlich, weil im Ersuchen sowohl die Einkommens-, als auch
die Körperschaftssteuer genannt seien. Aufgrund dieser Widersprüchlich-
keit lasse sich dem Ersuchen nicht entnehmen, ob der Beschwerdeführer
oder die D._ GmbH die betroffene Person sei (Beschwerde, S. 16).
Auch enthalte das Ersuchen keine genügende Angabe seines Gegenstan-
des sowie des damit verfolgten Steuerzweckes.
A-5694/2017
Seite 15
Das vorliegende Amtshilfeersuchen lässt sich freilich von vornherein nicht
so verstehen, dass der BD damit ausdrücklich oder sinngemäss Informati-
onen zu einer Körperschaftsbesteuerung der D._ GmbH in den Nie-
derlanden fordert. Denn bezeichnenderweise behauptet der BD keine im
ersuchenden Staat möglicherweise bestehenden steuerlichen Anknüp-
fungspunkte der von ihm als beteiligte Rechtsperson in der Schweiz be-
zeichneten D._ GmbH. Ebenso wenig erklärt er, dass betreffend die
D._ GmbH eine Steuerprüfung in den Niederlanden stattfinde und
die verlangten Informationen in diesem Zusammenhang voraussichtlich er-
heblich seien. Es verhält sich in diesem Punkt nicht anders als hinsichtlich
der B._ und der C._.
Die blosse und beiläufige Erwähnung der Körperschaftssteuer lässt im Üb-
rigen die Sachverhaltsdarstellung im Ersuchen nicht als derart wider-
sprüchlich erscheinen, dass das völkerrechtlich grundsätzlich gebotene
Vertrauen in die Ausführungen des BD erschüttert würde (vgl. E. 3.4) oder
der Gegenstand und der Steuerzweck des Ersuchens nicht hinreichend
bestimmt wären.
Das genannte Vorbringen des Beschwerdeführers ist somit unbegründet.
6.4 Im Folgenden zu prüfen ist nach dem Gesagten ausschliesslich, ob die
Voraussetzungen für eine Amtshilfeleistung zwecks korrekter Erhebung
der niederländischen Einkommenssteuer beim Beschwerdeführer erfüllt
sind.
Da die B._, die C._ und die D._ GmbH – wie ausge-
führt (E. 6.2 f.) – nicht als nach dem Amtshilfeersuchen im ersuchenden
Staat steuerpflichtige betroffene Personen zu qualifizieren sind, zieht eine
allfällige Verletzung ihres Anspruches auf rechtliches Gehör durch die
ESTV keine Nichtigkeit der vorliegend angefochtenen Schlussverfügung
nach sich (vgl. E. 4.3). Weil der Beschwerdeführer im vorliegenden Verfah-
ren nicht zur Geltendmachung der Missachtung des Anspruchs auf rechtli-
ches Gehör Dritter befugt ist, da keine von Amtes wegen zu beachtende
Nichtigkeit infolge Gehörsverletzung vorliegt (vgl. [zu einem im Interesse
Dritter eingereichten Antrag auf Schwärzung von Daten in den zu übermit-
telnden Unterlagen] BGE 139 II 404 E. 11.2), stösst er folglich ins Leere,
soweit er einen Verstoss gegen Gehörsrechte dieser Gesellschaften rügt.
A-5694/2017
Seite 16
6.5
6.5.1 Für die vorliegend streitbetroffenen niederländischen Einkommens-
steuern können gestützt auf die Amtshilfeklausel des DBA-NL Informatio-
nen ausgetauscht werden, welche sich auf einen Zeitraum beziehen, wel-
cher am oder nach dem 1. März 2010 beginnt (vgl. E. 3.8).
6.5.2 Die im Ersuchen des BD enthaltene Frage nach Verträgen mit der
D._ GmbH als Partei und die Frage nach den damit verbundenen
Erträgen betreffen zwar nicht ausschliesslich im Zeitraum vom 1. März
2010 bis zum 31. Dezember 2015 abgeschlossene, sondern auch zuvor
zustande gekommene Verträge mit den damit verbundenen Erträgen. Auch
wurde der nach dem Willen der ESTV dem BD weiterzuleitende Vertrag mit
der Bezeichnung „Transfer of Intellectual Property“ am 7. November 2005,
also vor dem 1. Januar 2010 abgeschlossen. Entsprechend dem in E. 3.8
Dargelegten sind aber Dokumente, welche vor dem 1. März 2010 erstellt
wurden, bei Erfüllung der weiteren Voraussetzungen amtshilfeweise zu
übermitteln, soweit sie für die Beurteilung von Verhältnissen ab diesem
Zeitpunkt voraussichtlich erhebliche Informationen enthalten. Dabei sind
allfällige Stellen, deren Erheblichkeit für Zeiträume bzw. Zeitpunkte ab dem
1. März 2010 unwahrscheinlich ist, zu schwärzen (vgl. auch Urteil des
BGer 2C_1087/2016 vom 31. März 2017 E. 4.4).
Wie im Folgenden ersichtlich wird, ist es nicht unwahrscheinlich, dass der
in Frage stehende Vertrag mit der Bezeichnung „Transfer of Intellectual
Property“ vom 7. November 2005 und die von der ESTV vorgesehene Ant-
wort auf die erwähnten Fragen des Amtshilfeersuchens für die Erhebung
der Einkommenssteuer beim Beschwerdeführer in den Steuerjahren ab
dem 1. März 2010 – in ihrer Gesamtheit – erheblich sind. Deshalb bildet
der zeitliche Geltungsbereich der hier in Frage stehenden Amtshilfeklausel
kein Hindernis für eine Übermittlung dieses Vertrages sowie der erwähnten
Antwort der ESTV an BD, und es besteht auch kein Anlass, wegen dieses
Geltungsbereiches diesbezüglich partiell Schwärzungen vorzunehmen.
6.5.3 Es ist im Übrigen weder substantiiert dargetan noch aus den Ak-
ten ersichtlich, dass die vom BD erfragten und nach Ansicht der ESTV zu
übermittelnden Informationen mit Blick auf die Wirkungen der zugrunde lie-
genden Handlungen (vgl. E. 3.8) Zeiträume vor dem 1. März 2010 betref-
fen würden. Namentlich beschlägt auch die von der ESTV beabsichtigte
Antwort zur Frage des BD betreffend Anwaltskosten (Frage 18 des Ersu-
chens) – wie in den zu dieser Frage nach der angefochtenen Schlussver-
fügung zu übermittelnden Unterlagen ersichtlich ist – lediglich im Zeitraum
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Seite 17
vom 1. März 2010 bis 31. Dezember 2015 bezahlte Anwaltskosten
(obschon dies dem Wortlaut der Antwort nicht zu entnehmen ist).
6.5.4 Von einer Verletzung von Art. 29 Abs. 2 DBA-NL und/oder einer un-
zulässigen Rückwirkung kann nach dem Gesagten keine Rede sein.
6.6
6.6.1 Der BD bestätigt vorliegend im Begleitschreiben zum Amtshilfeersu-
chen, alle Ermittlungsmöglichkeiten ausgeschöpft zu haben. Aufgrund des
völkerrechtlichen Vertrauensprinzips besteht grundsätzlich kein Anlass, an
dieser Erklärung zu zweifeln und von einer Verletzung des Subsidiaritäts-
prinzips auszugehen (vgl. E. 3.5).
6.6.2 Der Beschwerdeführer macht freilich sinngemäss geltend, ein ernst-
hafte Zweifel an der Richtigkeit der erwähnten Erklärung des BD begrün-
dendes konkretes Element sei gegeben. Ein solches Element sieht er da-
rin, dass die niederländische Behörde (angeblich) verschiedene der erfrag-
ten Informationen bei ihm selbst hätte beschaffen können und sie gegen-
über der ESTV in arglistiger Weise bzw. wider Treu und Glauben ver-
schwiegen habe, dass bei der Einreichung des Amtshilfeersuchens nach
dem niederländischen Recht Rechtsmittel im Zusammenhang mit mehre-
ren, zurzeit teilweise noch hängigen Verfahren zur Beschaffung dieser In-
formationen zur Verfügung gestanden hätten (siehe dazu insbesondere
Stellungnahme des Beschwerdeführers vom 15. Januar 2018, S. 2 ff.; Stel-
lungnahme des Beschwerdeführers vom 7. Februar 2018, S. 5).
Angesichts des Umstandes, dass das Subsidiaritätsprinzip einem ersu-
chenden Staat gemäss der Rechtsprechung nicht verbietet, in der Phase
der Überprüfung der Selbstdeklaration des Steuerpflichtigen mit diesem
selbst nach Einreichung eines Amtshilfeersuchens in Kontakt zu bleiben
bzw. diesen zu befragen (vgl. E. 3.5), sind die erwähnten Vorbringen des
Beschwerdeführers zu angeblich im Königreich der Niederlande hängigen
Verfahren zwecks Beschaffung der hier interessierenden Informationen
von vornherein nicht stichhaltig. Zwar wurde gemäss der Darstellung des
Beschwerdeführers in den Niederlanden noch nicht abschliessend darüber
befunden, ob die Gegenstand des vorliegenden Ersuchens bildenden In-
formationen ganz oder teilweise dem BD in den dortigen Verfahren heraus-
zugeben sind. Selbst wenn diese Darstellung zutreffen sollte, muss aber
mit Blick auf die genannte Rechtsprechung davon ausgegangen werden,
dass die ersuchende Behörde vorliegend vor Einreichung des Gesuches
vom 13. Mai 2016 im massgebenden Sinne alle in ihrem innerstaatlichen
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Seite 18
Steuerverfahren vorgesehenen üblichen Mittel zur Beschaffung der Infor-
mationen ausgeschöpft hat. Dies gilt umso mehr, als der Beschwerdeführer
nicht geltend macht, der BD habe es unterlassen, vorab die in Frage ste-
henden Informationen bei ihm selbst einzufordern (vgl. dazu auch Stellung-
nahme des Beschwerdeführers vom 15. Januar 2018, S. 2).
6.6.3 Es erweist sich somit, dass das Subsidiaritätsprinzip eingehalten
wurde. Auch kann dem BD nicht mit Recht vorgeworfen werden, er habe
sich arglistig oder wider Treu und Glauben verhalten, indem er die ESTV
nicht über die laufenden niederländischen Verfahren in Kenntnis gesetzt
habe.
6.7
6.7.1 Es herrscht unter den Verfahrensbeteiligten insbesondere Uneinig-
keit darüber, ob die vom BD mit seinem Ersuchen verlangten und nach
Auffassung der ESTV als Antwort auf dieses Gesuch zu übermittelnden
Informationen als „voraussichtlich erheblich“ im Sinne von Art. 26 Abs. 1
Satz 1 DBA-NL zu qualifizieren sind.
Mit seiner Sachverhaltsdarstellung im Ersuchen und seinen Fragen an die
ESTV äussert der BD sinngemäss den Verdacht, dass der Beschwerde-
führer im Zeitraum vom 1. März 2010 bis 31. Dezember 2015 aufgrund von
Beziehungen zur D._ GmbH möglicherweise der niederländischen
Einkommenssteuer unterliegende, aber zu Unrecht unversteuert geblie-
bene Einkünfte erzielt hat. Ausgangspunkt für diesen Verdacht ist nach der
Sachverhaltsdarstellung des BD der Umstand, dass der Beschwerdeführer
der D._ GmbH im Jahr 2005 die Marke E._ übertragen hat
und diese Marke von der D._ GmbH zunächst direkt sowie danach
indirekt (via Beherrschung der späteren Markeninhaberin F._ Ltd.
mit Sitz in G._) bis zum 8. November 2007 gehalten wurde. Nach
Auffassung des BD weisen verschiedene Elemente darauf hin, dass der
Beschwerdeführer auch nach dieser Markenübertragung wirtschaftliche
Beziehungen zur D._ GmbH unterhielt. Im Einzelnen nennt der BD
– wie erwähnt (vorn Bst. A) –
a) einen vom Beschwerdeführer abgeschlossenen Mietvertrag für ein
D._-Bekleidungsgeschäft in L._ und damit verbun-
dene, zulasten eines bestimmten Bankkontos der D._ GmbH
erfolgte Mietzinszahlungen,
b) die Beteiligung des Beschwerdeführers am Zustandekommen von
Verkäufen von Kleidern der Marke E._ in den Jahren 2011 und
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Seite 19
2012 mit der D._ GmbH als Verkäuferin sowie niederländi-
schen Käufern, und
c) die Involvierung des Beschwerdeführers als Kontaktperson des
Rechtsvertreters der D._ GmbH in niederländischen Rechts-
verfahren.
6.7.2 Die den erwähnten Verdacht des BD stützende Sachverhaltsdarstel-
lung im Ersuchen ist aufgrund des völkerrechtlichen Vertrauensprin-
zips (vgl. E. 3.4) bindend. Sie wird nämlich nicht wegen offensichtlicher
Fehler, Lücken oder Widersprüche von vornherein entkräftet:
Der Beschwerdeführer stellt selbst nicht in Abrede, dass er im Jahr 2005
der D._ GmbH die Marke E._ im Jahr 2005 übertragen hat.
Soweit er sinngemäss geltend macht, in der Folge, das heisst während der
relevanten Zeitspanne vom 1. März 2010 bis zum 31. Dezember 2015,
habe keine Beziehung zwischen ihm und der D._ GmbH mehr be-
standen, kann ihm nicht gefolgt werden. Denn wie sogleich ersichtlich wird,
ist keinem der hiervor genannten drei Elemente der Sachverhaltsdarstel-
lung des BD, welche für eine im massgebenden Zeitraum (fort-)bestehende
Beziehung wirtschaftlicher Natur zwischen dem Beschwerdeführer und der
schweizerischen Gesellschaft sprechen, in der erforderlichen Weise unter
Hinweis auf offensichtliche Fehler, Lücken oder Widersprüche von vornhe-
rein der Boden entzogen.
6.7.2.1 Der Beschwerdeführer behauptet sinngemäss, der BD habe ihn im
Zusammenhang mit dem im Ersuchen genannten Bekleidungsgeschäft mit
der Gesellschaft O._ gleichgesetzt und damit allein aufgrund des
Namens dieser Gesellschaft eine nicht bestehende Verknüpfung zwischen
dem Beschwerdeführer sowie der D._ GmbH hergestellt. Er stützt
diese Behauptung insbesondere auf den Umstand, dass er in einem akten-
kundigen Handelsregisterauszug betreffend diese Gesellschaft nicht als
Gesellschafter erwähnt ist. Letzteres begründet aber für sich allein keine
ernsthaften Zweifel an der Darstellung des BD, wonach in der relevanten
Zeitspanne zulasten eines Kontos der D._ GmbH Mietzinszahlun-
gen aufgrund eines auf den Beschwerdeführer lautenden Mietvertrages
flossen. Zweifel dieser Art kommen auch nicht etwa durch die Tatsache auf,
dass die O._ gemäss den von der ESTV beschafften Bankunterla-
gen eine der an den Mietzinszahlungen für die Miete der Lokalitäten an der
Adresse N._ in L._ beteiligten Personen gewesen ist. Es ist
nämlich möglich, dass der in Frage stehende Mietvertrag gleichwohl auf
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Seite 20
den Beschwerdeführer lautete. Folglich lässt sich auch nicht mit Recht sa-
gen, der BD habe sein Ersuchen im Zusammenhang mit der Miete von
Geschäftsräumlichkeiten an der Adresse N._ in L._ einzig
auf Überweisungen zugunsten der O._ gestützt (so jedoch Stel-
lungnahme des Beschwerdeführers vom 6. April 2018).
Selbst wenn es, wie der Beschwerdeführer behauptet, in der massgeben-
den Zeitspanne an einer Beziehung zwischen ihm auf der einen und der
O._ bzw. deren Gesellschaftern auf der anderen Seite gefehlt hätte,
wäre der vom BD geäusserte Verdacht, dass der Beschwerdeführer (ins-
besondere) im Zusammenhang mit der Miete der Geschäftsräumlichkeiten
für ein Kleidergeschäft an der Adresse N._ in L._ in der Zeit-
spanne vom 1. März 2010 bis 31. Dezember 2015 einkommenssteuerlich
relevante Beziehungen zur D._ GmbH unterhielt, nicht wegen of-
fensichtlicher Fehler, Lücken oder Widersprüche von vornherein entkräftet.
Denn der vom BD geltend gemachte Abschluss des fraglichen Mietvertra-
ges wird ebenso wenig substantiiert bestritten wie die im Zusammenhang
mit diesem Mietvertrag erfolgte Belastung eines Kontos der D._
GmbH. Der Umstand, dass die in Frage stehenden Belastungen des Kon-
tos der D._ GmbH zugunsten der in den aktenkundigen Kontoaus-
zügen erwähnten Unternehmen „P._“ und „O._“ erfolgt sein
sollen, schliesst es nicht aus, dass die Mietzinszahlungen von der
D._ GmbH im Zusammenhang mit einem auf den Beschwerdefüh-
rer lautenden Mietvertrag geleistet wurden und der Beschwerdeführer
möglicherweise in diesem Kontext steuerbares Einkommen vereinnahmt
hat.
Bei dieser Sachlage kann in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. E. 2.2)
schon aus diesem Grund und unabhängig davon, welche Art von Beweis-
mitteln überhaupt zulässig ist (vgl. Urteil des BVGer A-2543/2017 vom
3. Mai 2018 E. 4.2.2), auf die Einholung der offerierten Bestätigung der
Gesellschafter der O._ betreffend die (angeblich) fehlenden Verbin-
dungen zum Beschwerdeführer (vgl. vorn Bst. H) verzichtet werden.
6.7.2.2 Der Darstellung im Ersuchen, wonach der Beschwerdeführer in der
relevanten Zeitspanne an Kleiderverkäufen durch die D._ GmbH
mitgewirkt haben und als Kontaktperson im Zusammenhang mit niederlän-
dischen Rechtsverfahren dieser Gesellschaft aufgetreten sein soll, setzt
der Beschwerdeführer ebenfalls nichts Entscheidendes entgegen. Zwar
macht der Beschwerdeführer auch diesbezüglich geltend, dass er seine
Rechte im Zusammenhang mit der Marke E._ bereits im Jahr 2005
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Seite 21
an die D._ GmbH abgetreten habe. Trotz dieser Abtretung und
selbst dann, wenn mit dem Beschwerdeführer davon auszugehen wäre,
dass er seither weder Gesellschafter der D._ GmbH noch an dieser
Gesellschaft wirtschaftlich Berechtigter war, könnte jedoch in der Zeit vom
1. März 2010 bis 31. Dezember 2015 eine nach niederländischem Recht
einkommenssteuerrelevante Beziehung zwischen dieser natürlichen Per-
son und dieser Gesellschaft in der vom BD erwähnten Art bestanden ha-
ben. Denn seine Ausführungen, wonach er ab dem Zeitpunkt der Übertra-
gung der Marke auf die D._ GmbH in keiner Weise (namentlich
nicht als Organ, Geschäftsführer, externer Konsulent oder Bevollmächtig-
ter) für diese Gesellschaft tätig war und keine Kontrolle über diese Gesell-
schaft hatte (vgl. insbesondere Stellungnahme des Beschwerdefüh-
rers vom 15. Januar 2018, S. 7), vermag die Darstellung im Ersuchen nicht
wegen offensichtlicher Fehler, Lücken oder Widersprüche von vornherein
zu entkräften. Zwar verweist der Beschwerdeführer in diesem Zusammen-
hang auf den Vertrag mit der Bezeichnung „Transfer of Intellectual Pro-
perty“ und eine von ihm dazu im Dezember 2005 abgegebene Erklä-
rung. Indessen schliessen diese Dokumente eine entgeltliche Tätigkeit
für die D._ GmbH nicht aus, da in ihnen – soweit hier interessierend
– lediglich festgehalten ist, dass der Beschwerdeführer nicht (mehr) an Ver-
mögenswerten der D._ GmbH berechtigt sein soll. Zudem erbringt
der Beschwerdeführer keinen Beweis, ja nennt nicht einmal Beweismittel,
welche allenfalls geeignet wären, die im Ersuchen enthaltene Darstellung
der Gegebenheiten in der Zeit vom 1. März 2010 bis 31. Dezember 2015
zu widerlegen.
6.7.2.3 Der Beschwerdeführer bringt als Argument gegen die voraussicht-
liche Erheblichkeit der in Frage stehenden Informationen auch vor, gemäss
den Angaben der D._ GmbH sei das Formular A, in welchem er bei
der Gründung dieser Gesellschaft als wirtschaftlich Letztbegünstigter de-
klariert worden sei, später dahingehend korrigiert worden, dass J._
der wirtschaftlich Letztbegünstigte sei. Diese (im Jahr 2013 vorgenom-
mene) Korrektur, die nach Ansicht des Beschwerdeführers bereits im De-
zember 2005 hätte erfolgen müssen, verdeutliche das Fehlen einer rele-
vanten Beziehung zwischen ihm und der D._ GmbH im Zeitraum
vom 1. März 2010 bis 31. Dezember 2015.
Dem Beschwerdeführer kann auch in diesem Punkt nicht gefolgt werden.
Zum einen ist nämlich zu berücksichtigen, dass die erwähnte Korrektur des
Formulars A nach den Angaben der D._ GmbH (erst) erst per
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15. Juli 2013 geschah. Zum anderen ist zu beachten, dass der Beschwer-
deführer mit seiner Argumentation im Ergebnis danach strebt, die Amtshil-
feleistung zu verhindern, indem er aufzuzeigen versucht, dass die von der
ESTV beschafften Informationen nicht relevant sind. Damit verkennt er,
dass es für die Voraussetzung der voraussichtlichen Erheblichkeit keine
Rolle spielt, ob sich die Informationen nach deren Erhebung als nicht er-
heblich herausstellen (vgl. E. 3.3).
Die Frage, ob der Beschwerdeführer im Zusammenhang mit den Rechts-
verfahren der D._ GmbH in den Niederlanden – sei es direkt oder
über die B._ und/oder die C._ (vgl. dazu näher hinten E. 6.8)
– Zahlungen erhalten hat oder an einkommenssteuerrelevanten Vermö-
genswerten berechtigt war, wird von den niederländischen Steuerbehör-
den gestützt auf die ihnen (bei Erfüllung der weiteren Amtshilfevorausset-
zungen) weiterzuleitenden Informationen zu beurteilen sein. Solche Zah-
lungen erscheinen im Übrigen nicht etwa allein aufgrund des allfälligen
Fehlens eines Arbeits- oder Mandatsverhältnisses zwischen dem Be-
schwerdeführer und der von der D._ GmbH beigezogenen Anwalts-
kanzlei K._ als unwahrscheinlich.
6.7.3 Mit Blick auf das Ausgeführte ist die voraussichtliche Erheblich-
keit der vom BD verlangten Informationen sowie Unterlagen im Amtshil-
feersuchen rechtsgenügend dargetan. Das Ersuchen des BD setzt die
schweizerischen Behörden nämlich in die Lage, die ihnen obliegende
(Plausibilitäts-)Prüfung vorzunehmen, ob die verlangten Informationen und
Dokumente einen Zusammenhang mit dem im Ersuchen dargestellten
Sachverhalt haben und ob sie möglicherweise dazu geeignet sind, im aus-
ländischen Verfahren verwendet zu werden. Es bedarf hierfür weder kon-
kreter Beweise der Sachdarstellung des BD noch einer Nennung von Be-
weismitteln im Amtshilfeersuchen.
Soweit der Beschwerdeführer unter Verweisung auf BGE 141 II 436 sinn-
gemäss behauptet, die voraussichtliche Erheblichkeit liesse sich einzig
dann bejahen, wenn er als niederländischer Steuerpflichtiger nachgewie-
senermassen an der D._ GmbH wirtschaftlich berechtigt gewesen
wäre, ist ihm entgegenzuhalten, dass das Bundesgericht in diesem Urteil
nicht entschieden hat, dass die voraussichtliche Erheblichkeit nur bei einer
wirtschaftlichen Berechtigung einer im ersuchenden Staat steuerpflichtigen
natürlichen Person an einer juristischen Person im ersuchten Staat, nicht
aber bei einer weniger intensiven Beziehung bejaht werden kann.
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Nach dem Gesagten kann von einer unzulässigen Beweisausforschung im
Sinne von Art. 7 Bst. a StAhiG (bzw. von einer „fishing expedition“), wie sie
der Beschwerdeführer geltend macht, keine Rede sein. Insbesondere
lässt sich keine unzulässige Beweisausforschung im Begehren des BD er-
blicken, es seien ihm „eine Kopie der Verträge, bei denen die Gesellschaft
D._ GmbH Partei ist, und die verbundenen Verträge und die ent-
sprechenden Erträge“ zur Kenntnis zu bringen. Die Formulierung der ent-
sprechenden Frage im Amtshilfeersuchen ist zwar relativ weit gefasst,
doch ist sie im Kontext des Ersuchens nach Treu und Glauben so zu ver-
stehen, dass der BD nur Verträge zwischen der D._ GmbH und dem
Beschwerdeführer, mit solchen Verträgen verbundene Verträge sowie An-
gaben zu den damit zusammenhängenden, in der massgebenden Zeit-
spanne angefallenen Erträgen verlangt. Auch bestehen – entgegen der
Darstellung des Beschwerdeführers – keine hinreichenden Anhaltspunkte
für die Annahme, dass der BD mit seinem Amtshilfegesuch eigentlich (in
Verstoss gegen das Verbot der „fishing expeditions“) nach Indizien für ei-
nen Ort der tatsächlichen Verwaltung der D._ GmbH in den Nieder-
landen zwecks Besteuerung dieser Gesellschaft sucht. Von vornherein
nicht begründet ist schliesslich die vom Beschwerdeführer geäusserte Ver-
mutung, es gehe dem BD vorliegend letztlich um die Besteuerung eini-
ger seiner Klienten bzw. um die Besteuerung prominenter niederländischer
Sportler. Der Beschwerdeführer stützt diese Vermutung nämlich einzig auf
die nicht näher substantiierte Behauptung, er habe in den Niederlanden
mehrere Anfragen betreffend die Besteuerung seiner Klienten erhalten
(vgl. Stellungnahme des Beschwerdeführers vom 29. März 2018, S. 6;
Stellungnahme des Beschwerdeführers vom 6. April 2018, S. 5).
Mit Blick auf das Dargelegte ist (auch) die voraussichtliche Erheblichkeit
der von der ESTV zur Übermittlung vorgesehenen Informationen sowie Un-
terlagen zu bejahen. Dies gilt – wie im Folgenden ersichtlich wird – selbst
in Bezug auf die darin mitenthaltenen Angaben über mit der D._
GmbH und dem Beschwerdeführer nicht identische Personen, wie nament-
lich hinsichtlich der Informationen über die Anwaltskanzleien B._
und C._.
6.8 Der Beschwerdeführer bestreitet die voraussichtliche Erheblichkeit der
nach Ansicht der ESTV dem BD zu übermittelnden Informationen über die
letztgenannten beiden Anwaltskanzleien. Er macht geltend, der BD habe
keine Hinweise auf Verbindungen zwischen diesen beiden Anwaltskanz-
leien und der D._ GmbH genannt. In der hier interessierenden Zeit-
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spanne ab dem 1. März 2010 seien die Anwaltskanzleien, welche ur-
sprünglich zum Halten von Beteiligungen im Zusammenhang mit einer im
Jahr 2003 aufgelösten Partnerschaft des Beschwerdeführers bei der An-
waltskanzlei R._ errichtet worden seien, überdies inaktiv gewesen
und von ihm nicht für die Abwicklung seiner Anwaltstätigkeit benutzt wor-
den. Die D._ GmbH habe denn auch nicht von ungefähr in ihrer
Antwort auf die Editionsverfügung der ESTV ausdrücklich erwähnt, keine
Zahlungen an die beiden Anwaltskanzleien vorgenommen zu haben.
Diese Vorbringen des Beschwerdeführers sind nicht stichhaltig:
Der BD hat nämlich nicht nur hinreichende Verdachtsmomente für mögli-
che Zahlungen an den Beschwerdeführer aufgrund von Beziehungen zur
D._ GmbH genannt. Vielmehr hat er sinngemäss auch den Ver-
dacht geäussert, dass diese Zahlungen möglicherweise über die Anwalts-
kanzleien B._ und C._ erfolgten. Letzteres ergibt sich na-
mentlich daraus, dass der BD diese Kanzleien als solche des Beschwer-
deführers bezeichnet und er sie bei der Frage nach einer (direkten oder
indirekten) Berechtigung des Beschwerdeführers an der D._ GmbH
erwähnt (vgl. auch vorn E. 6.2).
Weil der Beschwerdeführer nicht aufzuzeigen geschweige denn nachzu-
weisen vermag, dass er in gar keiner Beziehung zu den beiden Anwalts-
kanzleien stand, muss der erwähnte Verdacht des BD, dass Zahlungen zu
seinen Gunsten möglicherweise über diese Kanzleien abgewickelt wurden,
als für die Zwecke des Amtshilfeverfahrens hinreichend begründet qualifi-
ziert werden. Die voraussichtliche Erheblichkeit der in Frage stehenden In-
formationen über diese Anwaltskanzleien für die niederländische Besteue-
rung des Beschwerdeführers ist deshalb zu bejahen. Ob dem Beschwer-
deführer im massgebenden Zeitraum über diese beiden Anwaltskanzleien
tatsächlich in den Niederlanden steuerpflichtiges Einkommen im Zusam-
menhang mit allfälligen Beziehungen zur D._ GmbH zugeflossen
ist, wird in den Niederlanden zu entscheiden sein, und zwar gegebenenfalls
(bei Leistung der von der ESTV beabsichtigten Amtshilfe) unter Berück-
sichtigung der Erklärung der D._ GmbH, in der relevanten Zeit-
spanne keine Zahlungen an die B._ und die C._ getätigt zu
haben.
Dem (Eventual-)Antrag, es seien alle Dokumente und Informationen, wel-
che sich auf unbeteiligte Dritte beziehen, aus den zur Übermittlung vorge-
sehenen Unterlagen auszusondern, ist im Übrigen schon deshalb nicht
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stattzugeben, weil nicht in der gebotenen Weise für jedes einzelne Akten-
stück, das von der Übermittlung ausgeschlossen werden soll, angegeben
sowie im Einzelnen dargelegt wird, weshalb es nach Einschätzung des Be-
schwerdeführers im niederländischen Verfahren nicht erheblich sein kann
(vgl. E. 3.6.2).
6.9 Nach den vorstehenden Ausführungen verstösst die angefoch-
tene Schlussverfügung infolge der voraussichtlichen Erheblichkeit der da-
nach dem BD zu übermittelnden Informationen nicht gegen Art. 4 Abs. 3
StAhiG (vgl. E. 3.6.1).
6.10 Der Beschwerdeführer macht ferner geltend, die angefochtene
Schlussverfügung verletze Art. 26 Abs. 3 Bst. a und b DBA-NL, weil die
darin zur Übermittlung vorgesehenen Informationen und Unterlagen auf
rechtswidrige Weise beschafft worden seien.
6.10.1 In diesem Kontext bringt der Beschwerdeführer insbesondere vor,
vorliegend hätten die fraglichen Informationen nicht gestützt auf Art. 126
DBG bei der D._ GmbH beschafft werden können, weil „aufgrund
der mangelnden Beziehungsnähe zwischen dem Beschwerdeführer und
[der] D._ GmbH weder ein Durchgriff noch geldwerte Leistungen
vorstellbar“ seien und die ersuchten Informationen somit nicht geeignet
seien, die Veranlagung dieser Gesellschaft zu beeinflussen (vgl. Stellung-
nahme des Beschwerdeführers vom 6. April 2018, S. 3 f.).
Die nach der ESTV zur Übermittlung an den BD vorgesehenen Informatio-
nen über die D._ GmbH, deren Steuerpflicht im ersuchenden Staat
vorliegend nicht geltend gemacht wird, insbesondere die Jahresrechnun-
gen 2010 bis 2013, sind entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers
geeignet, die Besteuerung dieser Gesellschaft zu beeinflussen. Damit
konnten diese Informationen nach Art. 126 DBG (in Verbindung mit Art. 8
StAhiG) bei der D._ GmbH beschafft werden. Der Umstand, dass
das Bundesgericht unter anderem bei verdeckten Gewinnausschüttungen
und bei Steuerumgehungstatbeständen Konstellationen angenommen hat,
bei welchen die mittels Amtshilfeersuchen erfragten Informationen über
eine Person, deren Steuerpflicht im ersuchenden Staat nicht behauptet
wird, geeignet sind, die eigene Besteuerung dieser Personen zu beeinflus-
sen (vgl. E. 3.7), bedeutet nicht, dass für die Anwendbarkeit von Art. 126
DBG ein Durchgriff, eine Steuerumgehung oder eine geldwerte Leistung in
jedem Fall in Frage stehen muss. Das genannte Vorbringen des Beschwer-
deführers ist somit unbegründet.
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Seite 26
6.10.2 Weiter stellt sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt, die im
vorliegenden Verfahren gegenüber der Q._ erlassene Editionsver-
fügung der ESTV sei rechtswidrig, weil die fraglichen Bankunterlagen nach
Art. 126 ff. DBG bei der D._ GmbH hätten eingefordert werden
müssen und nur im Falle einer ungerechtfertigten Weigerung dieser Ge-
sellschaft, am Verfahren mitzuwirken, nach Art. 127 DBG bei der
Q._ hätten verlangt werden dürfen. Dadurch, dass dieser Weg nicht
beschritten worden sei, sei das Bankgeheimnis von Art. 47 des Bundesge-
setzes vom 8. November 1934 über die Banken und Sparkassen (Banken-
gesetz, BankG, SR 952.0) missachtet worden. Der Beschwerdeführer be-
streitet die Rechtmässigkeit des Vorgehens der ESTV auch, indem er vor-
bringt, in der Editionsverfügung sei nicht er selbst, sondern zu Unrecht die
D._ GmbH als betroffene Person bezeichnet worden.
Art. 26 Abs. 3 DBA-NL räumt dem ersuchten Staat, soweit er die nach dem
Amtshilfegesuch verlangten Informationen mit einer in Einklang mit seinem
innerstaatlichen Recht stehenden Massnahme beschaffen kann, nicht das
Recht ein, sich der Amtshilfeverpflichtung von Art. 26 Abs. 1 DBA-NL zu
entziehen, indem er diese Informationen mit einer seinem innerstaatlichen
Recht widersprechenden Massnahme beschafft. Ein solches Verständnis
von Art. 26 Abs. 3 DBA-NL drängt sich schon deshalb auf, weil völkerrecht-
liche Verträge so auszulegen sind, dass ihr Ziel und Zweck bestmöglichst
erreicht werden kann (effet utile; vgl. BGE 134 II 10 E. 3.5.3; Urteil des
BVGer A-6989/2014 vom 25. Februar 2015 E. 3.2; siehe zum Ganzen [zu
einer mit Art. 26 DBA-NL vergleichbaren Abkommensklausel] Urteil des
BVGer A-6648/2014 vom 17. März 2015 E. 12).
Vor diesem Hintergrund und mit Blick darauf, dass die ESTV vorliegend die
bei der Q._ erhältlich gemachten Bankunterlagen entsprechend
den vorstehenden Ausführungen (E. 6.10.1) gestützt auf Art. 126 DBG (in
Verbindung mit Art. 8 Abs. 1 StAhiG) bei der D._ GmbH hätte be-
schaffen können, spielt es keine Rolle, ob die ESTV die Q._ als
Informationsinhaberin betreffend diese Unterlagen direkt bzw. ohne vor-
gängige entsprechende Anfrage bei der D._ GmbH hat ins Recht
fassen dürfen. Die vom Beschwerdeführer behauptete Rechtswidrigkeit
des Vorgehens der ESTV im Verfahren der Informationsbeschaffung bildet
somit kein Hindernis für die Amtshilfeleistung.
6.10.3 Von vornherein haltlos ist das Vorbringen des Beschwerdeführers,
die ESTV habe vorliegend in rechtswidriger Weise Informationen bei der
S._ Ltd. beschafft. Den Akten sind nämlich keine Anhaltspunkte für
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eine Informationsbeschaffung bei dieser Gesellschaft zu entnehmen. Die
S._ Ltd. wurde von der ESTV lediglich als beschwerdeberechtigte
Person ins Verfahren mit einbezogen, weil sie in den zu übermittelnden
Unterlagen erwähnt ist (vgl. Akten Vorinstanz, act. 12 S. 4 und act. 72).
6.11 Der Beschwerdeführer behauptet sodann sinngemäss, die angeord-
nete Informationsübermittlung sei nicht mit Art. 26 Abs. 3 Bst. c DBA-NL
vereinbar, weil die zu übermittelnden Informationen sowie Unterlagen Ge-
schäftsgeheimnisse (namentlich der D._ GmbH) enthalten würden
(vgl. Beschwerde, S. 13; Stellungnahme des Beschwerdeführers vom
6. April 2018, S. 4). Dieses Vorbringen ist jedoch unbegründet:
Zum einen bilden praxisgemäss finanzielle Informationen (unter Einschluss
von Büchern und Aufzeichnungen) ihrer Natur nach kein Handels-, Ge-
schäfts- oder sonstiges Geheimnis im Sinne von Art. 26 Abs. 3 Bst. c DBA-
NL (vgl. Urteil des BVGer A-3791/2017 vom 5. Januar 2018 E. 10.2, mit
weiteren Hinweisen). Zum anderen sind die übrigen vorliegend streitbe-
troffenen, nicht finanziellen Informationen (soweit ersichtlich) keine Anga-
ben von erheblicher wirtschaftlicher Wichtigkeit, die wirtschaftlich verwertet
werden können und deren unberechtigter Gebrauch zu einem ernsthaften
Schaden wie beispielsweise schweren finanziellen Schwierigkeiten füh-
ren könnten. Deshalb ist vorliegend kein der Amtshilfeleistung entgegen-
stehendes Geheimhaltungsinteresse gegeben (vgl. zum Begriff des Han-
dels-, Industrie-, Gewerbe- und Berufsgeheimnisses im Sinne von Art. 26
Abs. 3 Bst. c OECD-MA DANIEL HOLENSTEIN, in: Martin Zweifel et
al. [Hrsg.], Internationales Steuerecht, Kommentar zum Schweizerischen
Steuerrecht, 2015, Art. 26 OECD-MA N. 277).
6.12 Der Beschwerdeführer rügt zwar auch, dass die angefochtene
Schlussverfügung gegen das Verhältnismässigkeitsprinzip von Art. 5
Abs. 2 BV verstosse (vgl. Beschwerde, S. 18; Stellungnahme des Be-
schwerdeführers vom 15. Januar 2018, S. 10; Stellungnahme des Be-
schwerdeführers vom 7. Februar 2018, S. 5 f.). Zur Stützung dieses Vor-
bringens macht er aber im Wesentlichen einzig geltend, dass es sich beim
Ersuchen des BD mangels voraussichtlicher Erheblichkeit der verlangten
Informationen um eine unzulässige Beweisausforschung handle und die
zur Übermittlung vorgesehenen Informationen Unbeteiligte betreffen wür-
den. Da – wie ausgeführt – beides nicht der Fall ist, erübrigt es sich, hier
weiter auf diese Vorbringen einzugehen.
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6.13 Die übrigen Voraussetzungen für die Leistung der von der ESTV an-
geordneten Amtshilfe sind vorliegend erfüllt. Insbesondere enthält das Er-
suchen des BD die nach Art. XVI Bst. b des Protokolls zum DBA-NL erfor-
derlichen Angaben (diese Bestimmung geht Art. 6 Abs. 2 StAhiG vor
[vgl. Urteil des BVGer A-4331/2017 vom 16. November 2017 E. 5.2]).
Nach dem Gesagten ist die ESTV (entgegen der Auffassung des Be-
schwerdeführers auch unter Berücksichtigung von Art. 7 StAhiG [vgl. zu
dieser Vorschrift E. 3.9]) zu Recht auf das Amtshilfeersuchen des BD ein-
getreten und erweist sich die angefochtene Schlussverfügung als rechts-
konform. Insbesondere besteht kein Anlass, im Sinne des Eventualantra-
ges in der Beschwerde aus den nach dieser Schlussverfügung dem BD zu
übermittelnden Dokumenten einzelne Aktenstücke auszusondern. Auch ist
kein Grund ersichtlich, die Sache gemäss dem Subeventualantrag des Be-
schwerdeführers zwecks Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuwei-
sen.
Es ist davon auszugehen, dass am hier gezogenen Schluss selbst dann
nichts ändern würde, wenn weitere „Details“ zu den angeblich in den Nie-
derlanden hängigen Verfahren sowie offizielle Übersetzungen zu den dies-
bezüglich als Beschwerdebeilagen und als Beilagen zur Stellungnahme
des Beschwerdeführers vom 15. Januar 2018 eingereichten Dokumenten
eingeholt würden und die Tatsachen, zu deren Nachweis der Beschwerde-
führer in diesem Zusammenhang Beweisanträge stellt, als bewiesen zu er-
achten wären. Infolgedessen ist den Beweisanträgen auf Einholung die-
ser „Details“ und Unterlagen, sofern sie denn überhaupt zulässige Beweis-
mittel betreffen (vgl. Urteil des BVGer A-2543/2017 vom 3. Mai 2018
E. 4.2.2), in antizipierter Beweiswürdigung nicht stattzugeben (vgl. E. 2.2).
Die Beschwerde ist folglich unbegründet und vollumfänglich abzuweisen.
7.
7.1 Nach Art. 63 Abs. 1 VwVG werden die Kosten des Verfahrens vor dem
Bundesverwaltungsgericht in der Regel der unterliegenden Partei aufer-
legt. Der Vorinstanz sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen (vgl. Art. 63
Abs. 2 VwVG).
Vorliegend erscheint der Beschwerdeführer zwar als in vollem Umfang un-
terliegend, weshalb es sich rechtfertigen würde, ihm die gesamten Kosten
des Beschwerdeverfahrens vor dem Bundesverwaltungsgericht aufzuerle-
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Seite 29
gen. Angesichts der hiervor festgestellten, von der Vorinstanz begange-
nen Gehörsverletzung (vgl. E. 5.1.1) drängt es sich indessen auf, die dem
Beschwerdeführer aufgrund des Unterliegens an sich aufzuerlegenden
Kosten teilweise zu erlassen (vgl. BGE 126 II 111 E. 7b; Urteile des BVGer
A-2549/2016 vom 31. Oktober 2017 E. 18.1, A-3579/2015 vom 23. Februar
2016 E. 10). Folglich sind von den gestützt auf Art. 1 ff. des Reglements
vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) auf insgesamt Fr. 5'000.-
festzusetzenden Kosten Fr. 4'000.- durch den Beschwerdeführer zu tra-
gen. Der Betrag von Fr. 4'000.- ist dem vom Beschwerdeführer geleisteten
Kostenvorschuss von Fr. 5'000.- zu entnehmen. Der Restbetrag von
Fr. 1'000.- ist dem Beschwerdeführer nach Eintritt der Rechtskraft des vor-
liegenden Urteils zurückzuerstatten.
7.2 Dem anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer steht angesichts seines
Unterliegens grundsätzlich keine Parteientschädigung zu (vgl. Art. 64
Abs. 1 VwVG e contrario). Analog zu den vorstehenden Ausführungen über
die Verfahrenskosten (vgl. E. 7.1) rechtfertigt es sich indessen, vom Unter-
liegerprinzip ausnahmsweise abzuweichen und gestützt auf das Verursa-
cherprinzip dem Beschwerdeführer eine mangels Kostennote praxisge-
mäss nach freiem richterlichen Ermessen (vgl. Art. 14 Abs. 2 VGKE)
auf Fr. 1'500.- festzusetzende reduzierte Parteientschädigung zuzuspre-
chen (vgl. auch Urteile des BVGer A-1617/2016 vom 6. Februar 2017
E. 12.2, A-3579/2015 vom 23. Februar 2016 E. 10).
8.
Dieses Urteil auf dem Gebiet der internationalen Amtshilfe in Steuersachen
kann gemäss Art. 83 Bst. h des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni
2005 (BGG, SR 173.110) innert zehn Tagen nur dann mit Beschwerde in
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht weitergezo-
gen werden, wenn sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung
stellt oder wenn es sich aus anderen Gründen um einen besonders bedeu-
tenden Fall im Sinne von Art. 84 Abs. 2 BGG handelt (Art. 84a und Art. 100
Abs. 2 Bst. b BGG). Ob dies der Fall ist, entscheidet das Bundesgericht.
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