Decision ID: 3eb798ec-f90a-556d-a42d-2a0a1a93ea5a
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
A._ und B._, D._, sind Eigentümer des in der Wohnzone 2a gelegenen, mit einem
Wohnhaus überbauten Grundstücks Nr. 000, Grundbuch D._. Nördlich dieses
Grundstücks befindet sich, getrennt durch die Alte E._-Strasse, das Grundstück Nr.
001 von C._. Mit Beschluss vom 9. Mai 2017 bewilligte der Gemeinderat D._ ein
Baugesuch von A._ und B._ für den Umbau des Wohnhauses in drei separate
Wohnungen. Die Baubewilligung, welche unangefochten in Rechtskraft erwuchs,
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beinhaltet auch eine den First des Wohnhauses überragende Liftaufbaute (vgl. act. G
8/12/7 f.). Nachdem anlässlich einer Baukontrolle bei der Liftaufbaute eine Abweichung
von den bewilligten Plänen festgestellt worden war, beantragten A._ und B._ mit
Nachtragsbaugesuch vom 9. November 2017 bei der Gemeinde D._ die nachträgliche
Bewilligung der Erweiterung der Liftaufbaute gegen Süden (act. G 8/12/6).
Eine gegen dieses Gesuch von C._ erhobene Einsprache (act. G 8/12/5) hiess der
Gemeinderat D._ mit Beschluss vom 8. Mai 2018 gut, verweigerte die nachträgliche
Baubewilligung für die Erweiterung der Liftaufbaute und ordnete die Wiederherstellung
des rechtmässigen Zustands an (act. G 8/12/1). Den gegen diesen Beschluss von
Rechtsanwältin Dr. iur. Bettina Deillon, St. Gallen, für A._ und B._ erhobenen Rekurs
(act. G 8/1 und 8/5) wies das Baudepartement, nachdem es mit den
Verfahrensbeteiligten am 7. November 2018 einen Augenschein vor Ort durchgeführt
hatte (act. G 8/16), mit Entscheid vom 22. Mai 2019 ab (act. G 2/1).
B.
Gegen diesen Einspracheentscheid erhob Rechtsanwältin Deillon für A._ und B._ mit
Eingabe vom 5. Juni 2019 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, der Entscheid sei
aufzuheben, unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 1). In der
Beschwerdeergänzung vom 2. Juli 2019 bestätigte und begründete die
Rechtsvertreterin das gestellte Rechtsbegehren. Zusätzlich beantragte sie die
Rückweisung der Angelegenheit an die Beschwerdebeteiligte zur Erteilung der
Baubewilligung für das Nachtragsbaugesuch vom 9. November 2017 (Ziff. 2), unter
Kosten- und Entschädigungsfolge sowohl für das Beschwerde- als auch für das
Rekursverfahren zulasten Lasten des Beschwerdegegners bzw. der
Beschwerdebeteiligten (Ziff. 3). In verfahrensrechtlicher Hinsicht stellte sie den Antrag,
Verwaltungsrichter Kurt Steiner habe für die Behandlung der Beschwerdesache in den
Ausstand zu treten (act. G 5).
B.a.
Die Vorinstanz beantragte in der Vernehmlassung vom 26. August 2019 Abweisung der
Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf den angefochtenen Entscheid und
äusserte sich ergänzend zu den Vorbringen in der Beschwerde (act. G 7).
Rechtsanwältin lic. iur. Marie-Theres Huser, Zürich, beantragte in der Vernehmlassung
vom 16. September 2019 (act. G 10) für den Beschwerdegegner Abweisung der
Beschwerde (Ziff. 1). Eventualiter sei die Beschwerdebeteiligte anzuweisen, die
Baubewilligung vom 9. Mai 2017 hinsichtlich der Vertikalerschliessung des über der
B.b.
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Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Die Beschwerdeeingabe
vom 5. Juni 2019 (act. G 1) erfolgte rechtzeitig und erfüllt zusammen mit der Ergänzung
vom 2. Juli 2019 (act. G 5) formal und inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64
in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Die Beschwerdeführer
sind zur Ergreifung des Rechtsmittels berechtigt (vgl. Art. 64 in Verbindung mit Art. 45
Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.
2.
Garage liegenden Estrichs mit Lift zu widerrufen sowie eine Rückbauverfügung für die
ganze Dachaufbaute im Sinn der Erwägungen zu verfügen (Ziff. 2). Unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdeführer (Ziff. 3). Die
Beschwerdebeteiligte beantragte in der Vernehmlassung vom 18. September 2019
Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf ihren Entscheid vom 8.
Mai 2018 sowie die Ausführungen der Vorinstanz (act. G 11).
In der Stellungnahme vom 29. Oktober 2019 bestätigte die Rechtsvertreterin der
Beschwerdeführer ihre Anträge und Ausführungen (act. G 15). Hierzu äusserte sich die
Rechtsvertreterin des Beschwerdegegners mit Eingabe vom 8. November 2019 (act. G
18).
B.c.
Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten in den Eingaben des vorliegenden
Verfahrens wird, soweit für den Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen
eingegangen.
B.d.
bis
Gegenstand des Rekursverfahrens und des Rekursentscheids bildete einzig die Frage,
ob die Beschwerdebeteiligte die Baubewilligung für die Erweiterung der Liftaufbaute
nachträglich zu Recht verweigerte (vgl. dazu Planausschnitte in act. G 5 Rz. 20 und 21).
Im Beschwerdeverfahren können lediglich Sachverhalte, die Gegenstand des
Rekursverfahrens gebildet hatten, beurteilt werden (vgl. Cavelti/Vögeli,
2.1.
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Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 478 und 579 f.). Auf
den - die rechtskräftige Baubewilligung vom 9. Mai 2017 betreffenden - Eventualantrag
des Beschwerdegegners (act. G 10 Anträge Ziff. 2) sowie die entsprechenden
Darlegungen (insbesondere act. G 10 Ziff. 1.2.3, 1.2.6 und 2.2.4) ist somit im
vorliegenden Verfahren nicht weiter einzugehen. Auch ein Beizug der Akten betreffend
das Baugesuch vom 20. April 2017, wie ihn die Beschwerdeführer beantragen (act. G 5
II. Rz. 8), kann von daher unterbleiben.
Der erstinstanzliche Entscheid der Beschwerdebeteiligten erging am 8. Mai 2018 (act.
G 8/12/1) und damit nach Inkrafttreten des Planungs- und Baugesetzes (sGS 731.1,
PBG) am 1. Oktober 2017 (nGS 2017-049). Auf das strittige Bauvorhaben ist somit das
PBG anwendbar.
Unbestritten blieb, dass das Wohnhaus der Beschwerdeführer mit einer Firsthöhe von
11.13 m die gemäss Regelbauweise in der Zone W2a zulässige Firsthöhe von 10 m
(Art. 9 Baureglement der Gemeinde D._ [BauR]) überschreitet und der Liftaufbau
sowie dessen Erweiterung die erwähnte Firsthöhe nochmals zusätzlich um 95 cm
überragen. Gemäss Art. 27 Abs. 1 BauR ist die Firsthöhe von allen Gebäudeteilen
einzuhalten. Ausgenommen hiervon sind nach Art. 27 Abs. 2 BauR technische Bauteile
wie Liftüberfahrten, Lüftungsanlagen, Oblichter, Antennen, Solaranlagen oder Kamine.
Als "technisch bedingte" oder "technisch notwendige" Aufbauten wie Kamine,
Ventilationszüge, Liftaufbauten, Antennen, Solarzellen, Sonnenkollektoren usw. sind
nach der Praxis nur jene Dachaufbauten zu qualifizieren, die dem darunter liegenden
Gebäude funktionell dienen, für dessen Betrieb erforderlich sind und nicht anders als
über das Dach geführt werden können (VerwGE B 2018/219 vom 28. Februar 2019 mit
Hinweis auf VerwGE B 2009/104 vom 28. Januar 2010 E. 2.3.4 und VerwGE
B 2004/149 vom 22. März 2005 E. 2c, www.gerichte.sg.ch, sowie B. Heer, St.
Gallisches Bau- und Planungsrecht, Bern 2003, Rz. 657; siehe auch Art. 83
Abs. 2 PBG).
2.2.
Nach Art. 159 Abs. 1 lit. d PBG verfügt die zuständige Gemeindebehörde die
Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes, wenn durch die Errichtung von
Bauten und Anlagen ohne Bewilligung oder auf andere Weise ein unrechtmässiger
Zustand geschaffen wird. Können Bauten und Anlagen aufgrund materieller
Rechtswidrigkeit auch nachträglich nicht bewilligt werden (vgl. Art. 159 Abs. 1 lit. c
PBG), folgt daraus aber noch nicht notwendigerweise, dass sie abgebrochen werden
2.3.
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3.
müssen. Vielmehr sind in jedem Fall die allgemeinen verfassungsrechtlichen Prinzipien
des Bundesrechts, insbesondere die Grundsätze der Verhältnismässigkeit und des
Schutzes des guten Glaubens zu berücksichtigen (vgl. B. Heer, St. Gallisches Bau- und
Planungsrecht, Bern 2003, Rz. 1210). Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit besagt,
dass eine Abbruchverfügung nur erlassen werden darf, wenn diese Massnahme bei
objektiver Betrachtung als die einzig geeignete erscheint, um einen aktuellen
baurechtswidrigen Zustand zu beheben. Sie hat zu unterbleiben, wenn die Abweichung
von den Bauvorschriften nur geringfügig ist, wenn der Abbruch nicht im öffentlichen
Interesse liegt oder wenn die berührten öffentlichen Interessen den Schaden, der einem
Eigentümer aus dem Abbruch erwächst, nicht zu rechtfertigen vermögen. Auf den
Grundsatz der Verhältnismässigkeit kann sich auch der bösgläubige Bauherr berufen.
Er muss aber in Kauf nehmen, dass die Behörden namentlich zum Schutz der
Rechtsgleichheit und der baurechtlichen Ordnung dem Interesse an der
Wiederherstellung des gesetzmässigen Zustandes erhöhtes Gewicht beimessen und
die dem Bauherrn allenfalls erwachsenden Nachteile nur in verringertem Mass
berücksichtigen (BGE 123 II 255, 111 Ib 224; GVP 1982 Nr. 17; BGer 1P.708/2006 vom
13. April 2007 E. 5; Heer, a.a.O., Rz. 1211).
Die Vorinstanz hielt im angefochtenen Entscheid fest, die Höhe der Liftaufbaute ab
Fussboden Estrich von 3.12 m entspreche in etwa der Höhe der Liftkabine (2.19 m)
plus einem Hohlraum oberhalb der Liftkabine (0.74 m). Die streitige Erweiterung sei
eine Art "Vorzimmer" der Liftaufbaute, welche den Ausstieg in aufrechter Haltung aus
der Liftkabine ermögliche. Die Erweiterung diene dem Zugang zum Estrich mittels Lift.
Sie vergrössere grundsätzlich den nutzbaren Raum im Estrich und ermögliche einen
ungehinderten Zugang zu diesem mittels Lift. Demgegenüber diene sie in keiner Weise
der darunterliegenden Wohnung. Dies wäre nur dann der Fall, wenn mit der
Erweiterung lediglich die oberste Wohnung hätte zugänglich gemacht werden sollen
und der Lift aus technischen Gründen über das Dach hinaus hätte geführt werden
müssen. Die oberste Wohnung sei aber offensichtlich auch ohne Erweiterung mittels
Lift zugänglich. Von einer technisch notwendigen Erweiterung könne deshalb nicht
gesprochen werden. Dies selbst dann nicht, wenn die Erweiterung als notwendig für
die Funktionsfähigkeit des Lifts im Estrich erachtet würde. Unter diesen Umständen
hätte die Erweiterung der Liftaufbaute die reglementarische Firsthöhe einhalten
müssen. Im Weiteren würde selbst eine fälschlicherweise (falsche Anwendung von Art.
27 Abs. 2 BauR) erteilte Baubewilligung (vom 9. Mai 2017) keinen Anspruch auf
3.1.
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Erweiterung eines allenfalls zu Unrecht bewilligten Zustands begründen. Die Interessen
von Nachbarn, die im Schutzbereich von Bauvorschriften ständen, gingen in der Regel
dem Interesse des Bauherrn, eine rechtswidrige Baubewilligung zu erhalten, vor
(VerwGE B 2009/149 vom 28. Januar 2010 E. 2.3.4 ff.). Die Beschwerdebeteiligte habe
somit die Baubewilligung für die Erweiterung der Liftaufbaute zu Recht verweigert
(act. G 2/1 S. 5-9).
Die im Streit liegende Erweiterung der Liftaufbaute überrage die Firsthöhe des
rechtskräftig bewilligten Wohnhauses (11.13 m) um weitere rund 0.95 m und messe in
der Tiefe ca. 1 m bzw. 1.75 m. Bereits die bewilligte Firsthöhe überrage die
reglementarischen Vorgaben um 1.13 m. Folglich könne die zusätzliche Erweiterung
der Liftaufbaute nicht als geringfügige Abweichung von den Bauvorschriften qualifiziert
werden. Während der Bauarbeiten habe sich nun ergeben, dass sich ein Ausstieg aus
dem Lift im Estrich als schwierig gestalten würde bzw. in der Planung nicht bedacht
worden sei. Mit Blick auf die augenfällige Abweichung von den Baugesuchsunterlagen
(Erweiterung der Liftaufbaute auch in der Tiefe um 1 m bzw. 1.75 m) sei mindestens
von einem fahrlässigen Vorgehen der Bauherrschaft auszugehen, was ein gutgläubiges
Handeln ausschliesse (act. G 2/1 S. 9 f.).
Nicht belegt sei, dass die von der Beschwerdebeteiligten angerordnete Massnahme
(Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands) den Ausstieg aus dem Lift im Estrich
verunmöglichen sowie die Funktionsfähigkeit des Lifts für das gesamte Wohnhaus
einschränken würde. Hingegen habe festgestellt werden können, dass die
Erschliessung aller Stockwerke auch ohne Lifterweiterung gewährleistet sei. Auch sei
nicht ersichtlich, inwiefern die Entfernung der Erweiterung die Funktionsfähigkeit des
Lifts für die unterhalb des Estrichs liegenden Stockwerke beeinträchtigen sollte.
Ebenso sei nicht auszuschliessen, dass selbst der Estrich mittels Lift zugänglich
bleiben werde, auch wenn ein Ausstieg in aufrechter Haltung ohne die Erweiterung
nicht möglich sei. Im Weiteren seien die von den Beschwerdeführern angeführten
Wiederherstellungskosten von CHF 250'000 nicht ausgewiesen und erschienen massiv
zu hoch. Mit der Beschwerdebeteiligten sei vielmehr davon auszugehen, dass
diesbezüglich nur untergeordnete bauliche Massnahmen zu treffen seien. Dies auch
deshalb, weil die Bauarbeiten nach Einreichung des nachträglichen Baugesuchs
eingestellt worden seien bzw. die Erweiterung zum Zeitpunkt des Augenscheins noch
nicht fertiggestellt gewesen sei. Der Einhaltung der bewilligten Dimension der
Dachaufbaute komme ein öffentliches Interesse zu. Hinzu komme, dass die Interessen
des Beschwerdegegners erheblich betroffen seien, da die Lifterweiterung von dessen
Liegenschaft aus gut sichtbar sei. Es rechtfertige sich nicht, die privaten Interessen der
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Beschwerdeführer am Bestand der illegalen Erweiterung der Liftaufbaute bzw. am
Verzicht auf die Wiederherstellung höher zu gewichten als das öffentliche Interesse an
der Durchsetzung der Bauvorschriften und der Rechtsgleichheit. Die Wiederherstellung
erweise sich als zumutbar. Da sie auch geeignet sei und keine mildere Massnahme
ersichtlich sei, sei die Wiederherstellungsanordnung als verhältnismässig zu beurteilen
(act. G 2/1 S. 10 f.).
Die Beschwerdeführer halten fest, im Rahmen des ursprünglichen Baugesuchs vom 20.
April 2017 habe für die vorgesehene gewerbliche und private Estrichnutzung die
Zugänglichkeit des oberhalb der Garage im Dachgeschoss gelegenen Estrichs
komfortabler gestaltet und daher mit Lift sichergestellt werden sollen. Gegenstand der
Nachtragseingabe vom 9. November 2017 sei denn nun auch die zur Sicherstellung der
Betriebsbereitschaft des Lifts unabdingbare Ergänzung der Einhausung der bereits
bewilligten Liftüberfahrt gewesen. Dafür sollte die Überdachung in Richtung Süden
verlängert und das dadurch oberhalb des bewilligten Dachraums entstehende
zusätzliche Volumen eingewandet werden. Der angefochtene Rekursentscheid sei in
mehrfacher Hinsicht willkürlich. Die Verweigerung der Bewilligung des
Nachtragsgesuchs beeinträchtige die Funktionsfähigkeit des rechtskräftig bewilligten
Lifts über alle Geschosse und komme im Ergebnis einem Widerruf der Bewilligung vom
9. Mai 2017 gleich. Gemäss Rekursentscheid seien diese Argumente aufgrund des
nicht nachgewiesenen guten Glaubens nur beschränkt zu berücksichtigen. Der gute
Glaube werde indes von Gesetzes wegen vermutet. Wenn der nicht nachgewiesene
gute Glaube als Argument dafür missbraucht werde, im Rekursverfahren vorgebrachte
Argumente nicht bzw. nur beschränkt zu berücksichtigen, stelle dies eine krasse
Verletzung des rechtlichen Gehörs dar. Im Weiteren folge aus Art. 27 BauR, dass die
Erstellung von Liftüberfahrten generell zulässig sei und sie von Gesetzes wegen als
technische Bauteile gelten würden, welche die reglementarische Firsthöhe nicht
einhalten müssten. Die Dimensionen der technischen Bauteile würden durch Art. 27
BauR nicht beschränkt. Auch die Einhausung stelle ein technisches Bauteil im Sinn
dieser Bestimmung dar. Wenn die Rekursinstanz den klaren Wortlaut von Art. 27 Abs. 2
BauR ("technische Bauteile") unter Heranziehung von Entscheiden des
Verwaltungsgerichts, welche zur Frage der "technischen Notwendigkeit" ergangen und
daher für den vorliegenden Fall gar nicht massgebend seien, verbiege, stelle dies eine
unzulässige Auslegung contra verba mittels unzulässigen Zirkelschlusses dar. Die von
den Beschwerdeführern vertretene Auslegung von Art. 27 Abs. 2 BauR, wonach die
nachträglich zur Bewilligung eingegebene Einhausung der Liftüberfahrt zur bereits
bewilligten Liftüberfahrt zu zählen sei, führe lediglich dazu, dass Bestand und künftige
3.2.
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Funktionsfähigkeit des bereits bewilligten Lifts sichergestellt werden könnten, ohne
dass die dafür erforderlichen Dimensionen überschritten würden. Die gesamte
Estrichfläche sei bereits im Jahr 1980 bewilligt worden und werde durch das
Nachtragsbaugesuch nicht vergrössert. Auch wenn die jetzige Firsthöhe nicht den
Vorgaben des aktuellen BauR entspreche, sei zu berücksichtigen, dass das Wohnhaus
rechtmässig bewilligt worden sei und die Bestandes- und Erweiterungsgarantie nach
Art. 109 PBG geniesse. Die Einhausung der bereits bewilligten Liftüberfahrt erweise
sich als bloss untergeordnete Massnahme, welche die optische Wahrnehmbarkeit der
Liftüberfahrt nur minim verändere. Mit dem ersten Baugesuch vom 20. April 2017
hätten die Beschwerdeführer einen (funktionsfähigen) Lift zur Erschliessung des
Estrichgeschosses unterbreiten wollen. Dieser Schluss dränge sich umso mehr auf,
wenn berücksichtigt werde, dass der in der westlichen Gebäudehälfte gelegene Teil
des Estrichs entgegen den Feststellungen im Augenscheinprotokoll ausschliesslich mit
Lift erschlossen werden könne. Dies habe die Rekursinstanz aktenwidrig nicht
berücksichtigt. Die Beschwerdeführer hätten baulich einfach das umgesetzt, was sie in
guten Treuen bereits für bewilligt gehalten hätten. Im Rahmen der
Verhältnismässigkeitsprüfung (Wiederherstellung) sei das Interesse der
Beschwerdeführer für die Beibehaltung der Einhausung für die Liftüberfahrt von der
Vorinstanz nicht berücksichtigt worden. Die angeordnete
Wiederherstellungsmassnahme würde zu einem undichten Dach und einem infolge
Witterungseinflusses insgesamt nicht mehr nutzbaren Lift führen, der im Vertrauen auf
die im ersten Bewilligungsverfahren erteilte Bewilligung erstellt worden sei. Bei
Entfernung der Einhausung werde die Funktionsfähigkeit des Lifts für das gesamte
Wohnhaus eingeschränkt. Das obere Liftdrittel rage ohne Witterungsschutz aus dem
Dach und das deswegen undichte Dach werde dazu führen, dass der Lift nicht mehr
funktioniere. Die Beschwerdeführerin habe die Rekurssachbearbeiterin anlässlich des
Augenscheins zweimal gefragt, ob sie zur Prüfung der geschätzten Rückbaukosten
eine Offerte benötige, was zweimal ausdrücklich verneint worden sei (act. G 5 und 15).
3.3.
Zur Rüge der Beschwerdeführer, dass auf ihre Rekursbegründung nicht eingegangen
bzw. diese inhaltlich nicht berücksichtigt worden sei (act. G 5 Rz. 25-30), ist
festzuhalten, dass der Rekursentscheid die Grundsätze betreffend Einhaltung der
Firsthöhe darlegte und festhielt, dass es sich bei der zur Diskussion stehenden
Erweiterung der Liftaufbaute nicht mehr um einen technischen Bauteil handle, für
welchen die Firsthöhe nicht einzuhalten wäre. Das Argument, wonach die
3.3.1.
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Verweigerung der Bewilligung des Nachtragsgesuchs die Funktionsfähigkeit des
rechtskräftig bewilligten Lifts über alle Geschosse beeinträchtige und im Ergebnis
einem Widerruf der Bewilligung vom 9. Mai 2017 gleichkomme (vgl. act. G 5 Ziff.
27-29), erachtete der Rekursentscheid ausdrücklich als nicht belegt (act. G 2 S. 10
Mitte). Damit tat die Vorinstanz ihren materiellen Standpunkt unmissverständlich kund.
Ebenfalls Stellung bezog der Rekursentscheid zu den mit CHF 250'000 geltend
gemachten Wiederherstellungskosten und erachtete sie als nicht belegt. Unzutreffend
ist daher der Einwand der Beschwerdeführer, der nicht nachgewiesene gute Glaube sei
als Argument missbraucht worden, dieses Vorbringen im Rekurs nicht oder nur
beschränkt zu berücksichtigen (act. G 5 Ziff. 29). Den fehlenden guten Glauben führte
der Rekursentscheid bezüglich der erwähnten Argumente nur ergänzend ("... auch ...")
an (act. G 2 S. 11 E. 5.2 letzter Absatz). Die Vorinstanz brachte somit die die
wesentlichen Fragen zur Sprache und legte ihren Standpunkt dar. Der Rekursentscheid
zeigt die für die Vorinstanz wesentlichen Überlegungen in zureichender Weise auf und
setzt sich mit den wesentlichen Gesichtspunkten auseinander (vgl. dazu statt vieler
BGer 1C_138/2014 vom 3. Oktober 2014, E. 4.1 mit Hinweisen). Die Beschwerdeführer
hatten Gelegenheit, sich im Rahmen des Beschwerdeverfahrens hierzu vernehmen zu
lassen, was sie in der Folge auch taten. Ein Begründungsmangel bzw. eine
Gehörsverletzung liegt angesichts dieser Gegebenheiten nicht vor.
Hinsichtlich der von den Beschwerdeführern vertretenen Bewilligungsfähigkeit der
Einhausung für die Liftüberfahrt (act. G 5 Rz. 31) ist vorab festzuhalten, dass eine
Einhausung - wenn auch ohne die nunmehr zur Diskussion stehende Erweiterung -
bereits im ursprünglichen Baugesuch enthalten und im Beschluss vom 9. Mai 2017
bewilligt worden war (vgl. act. G 2/1 Sachverhalt B.a, sowie act. G 8/12/8
Grundrissplan 1:50 Nachtragseingabe [rot markiert]). Von daher darf davon
ausgegangen werden, dass der Lift entgegen der offenbaren Auffassung der
Beschwerdeführer (act. G 5 Rz. 49) - auch ohne die erstellte Erweiterung - ausreichend
witterungsgeschützt und dementsprechend funktionsfähig realisiert werden kann (vgl.
Foto Nr. 8 des Rekursaugenscheins; act. G 8/16 Beilage). Die Erweiterung der
Dachaufbaute ermöglicht nach den Feststellungen der Vorinstanz im Wesentlichen den
Ausstieg aus der Liftkabine im Estrich in aufrechter Haltung (vgl. act. G 2 E. 4.4). Aber
selbst wenn die Lifttüre nach Entfernung der Erweiterung (teilweise) der Witterung
ausgesetzt wäre (vgl. act. G 5 Rz. 33 und 67; act. G 15 Rz. 4), könnte diesem Umstand
kein Einfluss auf die Beantwortung der streitigen Frage zukommen. Diesfalls wäre von
den Beschwerdeführern ein Witterungsschutz in Form einer Abdeckung bzw.
3.3.2.
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Abdichtung anzubringen. Insbesondere vermöchte der erwähnte Umstand nicht zu
belegen, dass ohne die streitige Erweiterung (Einhausung) auch die Funktionsfähigkeit
des Lifts für die beiden Wohnungen im Erd- und Untergeschoss tangiert wäre, wie die
Beschwerdeführer geltend machen (act. G 5 Rz. 49 und 69).
Im Weiteren ergab sich am vorinstanzlichen Augenschein vom 7. November 2018, dass
sich im östlichen Teil des Estrichs eine Tür im Fussboden und eine Ziehtreppe befinden
(act. G 8/16 S. 3 Ziff. 3 sowie Fotos 1 und 13). Wenn die Beschwerdeführer bestätigen,
dass der oberhalb der Garage gelegene östliche Teil des Estrichs durch die Ziehtreppe
erreicht werden kann, eine liftunabhängige Erschliessung des in der westlichen
Gebäudehälfte gelegenen Estrichteils jedoch verneinen (act. G 8/17 Ziff. 2; act. G 5 Ziff.
61), so erscheint dies als reine Schutzbehauptung. Es ist jedenfalls nicht
nachvollziehbar, inwiefern vom östlichen Teil des Estrichs her nicht auch der westliche
Teil sollte erreicht werden können; solches ergibt sich auch nicht aus den Akten (vgl.
Fotos 1-12 in act. G 8/16 Beilage und Pläne in act. G 8/12). Zur Begründung ihres
Vorbringens, wonach der über dem westlichen Gebäudeteil gelegene Estrichteil
lediglich mit Lift erschlossen werde (act. G 5 Ziff. 61) weisen die Beschwerdeführer
denn auch einzig auf das Fehlen eines direkten Zugangs von ihrer Wohnung zum
Estrich hin (vgl. act. G 15 Rz. 6), stellen jedoch die Erreichbarkeit des Estrichs über
dem westlichen Gebäudeteil (vom östlichen Teil aus) als solche nicht in Frage. Selbst
wenn aber ein Zugang vom östlichen in den westlichen Teil wegen des Lifteinbaus
nicht mehr möglich sein sollte, könnte dieser planungsbedingte Umstand nicht die
nachträgliche Bewilligung einer unzulässigen Dachaufbaute wie der im Streit stehenden
rechtfertigen. Die Erschliessung wäre diesfalls auf andere, rechtmässige Weise zu
realisieren.
In den erwähnten verwaltungsgerichtlichen Entscheiden ist regelmässig von "technisch
bedingten" oder "technisch notwendigen" Aufbauten die Rede (vorstehende E. 2.2),
während Art. 27 Abs. 2 BauR schlicht von "technischen" Bauteilen spricht. Wenn ein
Bauteil "technisch" im Sinn von Art. 27 Abs. 2 BauR ist, so muss er - wenn er nicht
zugleich die technische Ausrüstung selbst darstellt bzw. enthält - zumindest auch
"technisch bedingt" im Sinn der verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung sein.
Andernfalls wäre das Prädikat "technisch" ohne Funktion bzw. sinnlos oder aber auf
den konkreten Sachverhalt nicht zutreffend. Auch wenn vorliegend die streitige
Erweiterung für sich allein keine technische Ausrüstung des Lifts enthält, könnte sie
allenfalls noch "technisch" (durch den Lift) "bedingt" sein. Der angefochtene Entscheid
vermochte indes nachvollziehbar zu begründen, weshalb es sich bei der Erweiterung
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nicht um einen Teil der Liftüberfahrt handelt. Die Erweiterung kann mithin nicht mehr
als technischer Bauteil im Sinn von Art. 27 Abs. 2 BauR gelten, zumal sie weder dem
darunterliegenden Gebäude funktionell dient noch das (durch die Ziehtreppe bereits
erschlossene) Dachgeschoss erschliesst. Das zusätzliche Öffnen des Schrägdachs und
die Erweiterung der Einhausung zwecks zusätzlicher (komfortabler)
Ausstiegsmöglichkeit sowie das gegen Süden eingebaute Fenster sind somit nicht
technisch bedingt, sondern dienen der Verbesserung der Zugänglichkeit (und nicht der
Erschliessung) der nutzbaren Fläche im Estrich. Die Tatsache, dass die Dimensionen
technisch bedingter Aufbauten nicht beschränkt sind (vgl. act. G 5 Rz. 37), vermag zu
keinem anderen Schluss zu führen. Für das Verwaltungsgericht besteht unter den
dargelegten Gegebenheiten insgesamt kein Anlass, die nachvollziehbare und
vertretbare Würdigung der Vorinstanz (vgl. BGer 1C_434/2012, a.a.O., E. 3.5)
hinsichtlich der Anwendung von Art. 27 Abs. 2 BauR zu korrigieren. Eine unzulässige
Auslegung dieser Bestimmung gegen den klaren Wortlaut bzw. ein unzulässiger
Zirkelschluss (act. G 5 Rz. 43) sind aus den dargelegten Gründen nicht ersichtlich.
Mit Bezug auf die angeordnete Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands blieb
unbestritten, dass diese die Ausstiegsmöglichkeit im Dachstockwerk (Estrich) -
aufgrund der geringen maximalen Raumhöhe - zwar einschränken und erschweren,
aber auch nicht gänzlich verunmöglichen würde. Nicht nachvollziehbar erscheint in
diesem Zusammenhang das Vorbringen der Beschwerdeführer, dass die angeordnete
Massnahme die Funktionsfähigkeit des Lifts in den anderen Stockwerken
beeinträchtigen würde (act. G 5 Rz. 69). Dies umso weniger, als kein Rückbau der am
9. Mai 2017 rechtskräftig bewilligten Einhausung des Lifts (vgl. act. G 5 Rz. 66) zur
Diskussion steht. Selbst wenn das Vorbringen der Beschwerdeführer zutreffen sollte,
dass die Entfernung der Erweiterung zu einem Eindringen von Wasser führen würde
(act. G 5 Rz. 69), liegt es - wie bereits dargelegt - an ihnen, die notwendigen baulichen
Vorkehren zu treffen und die Anschlüsse zwischen Lifteinhausung und Dach
entsprechend anzupassen. Vorinstanz und Beschwerdebeteiligte weisen zu Recht
darauf hin, dass eine mildere Massnahme (anstelle des angeordneten Rückbaus)
ausser Betracht fällt, zumal die bewilligte Baute die reglementarische Firsthöhe bereits
ohne die Liftaufbauerweiterung überschreitet. Auf den guten Glauben bei Realisierung
der Erweiterung kann sich nicht berufen, wer bei der Aufmerksamkeit, wie sie nach den
Umständen von ihm verlangt werden darf, nicht gutgläubig sein konnte (vgl. Art. 3 Abs.
2 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, ZGB [SR 210]). Die Beschwerdeführer hatten
für die in Frage stehenden Umbauten einen Architekten/Bauleiter beauftragt, der mit
3.3.3.
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den einschlägigen Rechtsgrundlagen vertraut war und bei allfälligen Unklarheiten in der
Anwendung derselben weitere Abklärungen hätte vornehmen müssen. Ihm hätte
bekannt sein müssen, dass Abweichungen von der Baubewilligung vom 9. Mai 2017 im
in Frage stehenden Umfang einer vorgängigen Projektänderungsbewilligung bedurft
hätten. Auf den guten Glauben kann sich der Architekt daher nicht berufen. Aus dem
Umstand, dass mit der Baubewilligung vom 9. Mai 2017 eine Aufbaute unter der
Beurteilung, es handle sich um eine technisch bedingte Liftaufbaute, bewilligt worden
war, können die Beschwerdeführer entgegen ihrer Auffassung (act. G 5 Rz. 61 f.) nicht
ihren guten Glauben für die unbewilligte Erweiterung ableiten. Dies gilt auch für ihr
Vorbringen, dass ihnen selbst das Nichterkennen der Unvollständigkeit der mit
Baugesuch vom 20. April 2017 eingereichten Pläne als Nicht-Baufachleuten nicht zum
Vorwurf gemacht werden könne (act. G 5 Rz. 63). Den Beschwerdeführern sind das
Verhalten und die fehlende Gutgläubigkeit des von ihnen beauftragten Architekten
anzurechnen.
Aus den Plänen des Nachtragsbaugesuchs (act. G 8/12/8) ergibt sich im Übrigen
anschaulich, dass es bei der streitigen Erweiterung nicht mehr nur um kleinere
Anpassungen bzw. untergeordnete bauliche Massnahmen (act. G 5 Rz. 57) geht.
Vielmehr würde diese Erweiterung der bewilligten Baute über die geltende Firsthöhe
hinaus die bereits bestehende Rechtswidrigkeit verstärken bzw. den umbauten Raum
vergrössern. Sie liesse sich jedenfalls nicht mehr durch die Bestandes- und
Erweiterungsgarantie rechtfertigen (vgl. Art. 109 Abs. 2 PBG). Die Frage, ob das
Grundstück des Beschwerdegegners durch die baurechtswidrige Baute eine
"empfindliche Wertminderung" erfährt, wie er geltend macht (act. G 10 S. 9), braucht
im vorliegenden Beschwerdeverfahren nicht näher untersucht werden. Denn selbst
wenn die behauptete Wertminderung zu verneinen wäre und die Abweichungen der
vorliegenden Art die nachbarlichen Interessen nicht untragbar beeinträchtigen würden,
wären das gewichtige öffentliche Interesse an der Einhaltung der Rechtsordnung und
der Durchsetzung der Baubewilligungen nicht mehr gewährleistet, wenn die streitigen
Abweichungen toleriert würden. Von daher ist - entgegen der Auffassung der
Beschwerdeführer (act. G 15 Rz. 10) - auch der Einwand eines rechtsmissbräuchlichen
Verhaltens des Beschwerdegegners unzutreffend. Würde im Streitfall auf eine
Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands verzichtet, so wäre inskünftig bei
ähnlich gelagerten Verstössen eine Durchsetzung der Bauordnung nicht mehr
sichergestellt und die rechtsgleiche Behandlung der Grundeigentümer nicht mehr
gewährleistet.
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Ihr Vorbringen in der Beschwerdebegründung, wonach ein Ersatz der gesamten
Liftanlage im Fall eines Rückbaus der Erweiterung nötig werde (act. G 5 Rz. 72),
belegen die Beschwerdeführer in der Eingabe vom 29. Oktober 2019 mit einer
Schätzung der mutmasslichen Kosten (act. G 15 Rz. 9). Die von ihnen geltend
gemachten approximativen Wiederherstellungskosten werden von Vorinstanz und
Beschwerdegegner (act. G 10 Ziff. 2.3.2 und G 18 Ziff. 2 f.) als nicht ausgewiesen
erachtet. Dem Protokoll des Augenscheins vom 7. November 2018 sowie der
Stellungnahme der Beschwerdeführer vom 13. November 2018 (act. G 8/17) lässt sich
nicht entnehmen, dass noch eine Offerte für die Rückbaukosten eingereicht werden
sollte, wie die Beschwerdeführer geltend machen (act. G 5 Ziff. 73); dies wird von
Seiten der Vorinstanz im Übrigen auch bestritten (act. G 9 S. 2). So oder anders kann
aber die von den Beschwerdeführern in diesem Zusammenhang beantragte Befragung
der Rekurssachbearbeiterin als Zeugin (act. G 15 Rz. 7) unterbleiben, weil die Höhe
notwendiger Wiederherstellungskosten, selbst wenn sie im Betrag von CHF 250'000
ausgewiesen wären, aufgrund des fehlenden guten Glaubens nur in geringfügigem
Mass berücksichtigt werden könnte. Es geht nicht an, fahrlässig oder wissentlich
Bauvorschriften (Baubewilligungspflicht von Erweiterungen) ausser Acht zu lassen und
sich anschliessend der Wiederherstellung unter Berufung auf hohe Kosten zu
widersetzen. Die mutmassliche Höhe der Rückbaukosten braucht insofern nicht weiter
geklärt zu werden, als es sich vor dem geschilderten Hintergrund zum vornherein nicht
rechtfertigt, die finanziellen Interessen des Baugesuchstellers am Bestand der illegalen
Baute bzw. am Verzicht auf die Wiederherstellung höher zu gewichten als das
öffentliche Interesse an der Durchsetzung der Bauvorschriften und der
Rechtsgleichheit.
Die Baubehörde kann nach Art. 108 Abs. 1 PBG im Einzelfall mit Erteilung einer
Ausnahmebewilligung von Vorschriften dieses Erlasses oder des Baureglements
abweichen, wenn besondere Verhältnisse vorliegen oder die Durchsetzung der
Vorschrift unzweckmässig und unbillig wäre. Die Ausnahmebewilligung ist zulässig,
wenn sie nicht gegen den Sinn und Zweck der Vorschrift verstösst (Art. 108 Abs. 1 lit. a
PBG), keine überwiegenden öffentlichen Interessen verletzt (Art. 108 Abs. 1 lit. b PBG)
und die Nachbarschaft nicht unzumutbar benachteiligt (Art. 108 Abs. 1 lit. c PBG).
Vorliegend kommt eine Ausnahmebewilligung insofern nicht in Betracht, als mit der
Bewilligung der Erweiterung der Liftaufbaute über die die reglementarische Firsthöhe
hinaus eine weitere Ausnahme zu der bereits gemachten Ausnahme (vgl. rechtskräftige
3.3.4.
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