Decision ID: d5a9f80a-6bce-5435-b7e0-0d8fdd7fc9cc
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Mit Nachtragsverfügung vom 3
0.
Oktober 2014 setzte die
Sozialversicherungs
anstalt
des Kantons Zürich, Ausgleichskasse, die persönlichen Beiträge von
X._
(als Selbständiger) für das Jahr 2012
aufgrund eines mass
ge
ben
den Nettoeinkommens in der Höhe von Fr. 83‘155.--
auf
Fr.
9‘172.20
inkl. Verwaltungskosten
fest (
Urk.
9/13). Daran hielt sie mit
Einspracheentscheid
vom
7.
Januar 2015 fest (
Urk.
2).
2.
Dagegen reichte
X._
am
5.
Februar
2015 Beschwerde bei der
Aus
gleichskasse
ein und beantragte sinngemäss die Reduktion der Beiträge (
Urk.
1). Die Ausgleichskasse überwies die Sache am
8.
Juli 2015 zuständig
keitshalber
dem Sozialversicherungsgericht (
Urk.
4).
Mit Beschwerdeantwort
vom 2
4.
August
2015
schloss die Ausgleichskasse auf Abweisung der Be
schwerde (
Urk.
8), was dem
Beschwerdeführer
zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
10).
Die Einzelrichterin

zieht in Erwägung:
1.
Da der Streitwert Fr. 20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Be
schwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (§ 11 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
2.
2.1
Gemäss
Art.
22 der Verordnung über die Alters- und
Hinterlassenenversiche-rung
(AHVV) werden die Beiträge vom Einkommen aus selbständiger Erwerbs-tätigkeit für jedes Beitragsjahr festgesetzt, wobei das Kalenderjahr als Beitrags-jahr gilt. Die Beiträge bemessen sich aufgrund des im Beitragsjahr tatsächlich erzielten Erwerbseinkommens und des am 3
1.
Dezember im Betrieb investierten Eigenkapitals.
2.2
Nach
Art.
23 Abs. 1 AHVV obliegt es in der Regel den Steuerbehörden, das für die Bemessung der Beiträge
Selbständigerwerbender
massgebende
Erwerbsein
kommen
aufgrund der rechtskräftigen Veranlagung für die direkte Bundessteuer und das im Betrieb investierte Eigenkapital aufgrund der entsprechenden rechtskräftigen kantonalen Veranlagung unter Berücksichtigung der interkanto
nalen Repartitionswerte zu ermitteln. Die Angaben der Steuerbehörden hierüber sind für die Ausgleichskassen verbindlich (
Art.
23 Abs. 4 AHVV).
Nach der Rechtsprechung begründet jede rechtskräftige Steuerveranlagung die
nur mit Tatsachen widerlegbare Vermutung, dass sie der Wirklichkeit entspre
che
.
Da die Ausgleichskassen an die Angaben der Steuerbehörden gebunden sind und das Sozialversicherungsgericht grundsätzlich nur die Kassenverfügung
bzw. deren
Einspracheentscheid
auf ihre Gesetzmässigkeit zu überprüfen hat, darf das Gericht von rechtskräfti
gen Steuertaxationen bloss dann abweichen, wenn diese klar ausgewiesene Irr
tümer enthalten, die ohne weiteres richtig gestellt werden können, oder wenn sachliche Umstände gewürdigt werden müssen, die steuer
rechtlich belanglos, sozialversicherungsrechtlich aber bedeutsam sind. Blosse Zweifel an der Rich
tigkeit einer Steuertaxation genügen
hiezu
nicht; denn die ordentliche
Einkom
mensermittlung
obliegt den Steuerbehörden, in deren Auf
ga
ben
kreis das Sozial
versicherungsgericht nicht mit eigenen
Veranlagungs
mass
nahmen
einzugreifen hat. Die
selbständigerwerbenden
Versicherten haben dem
nach ihre Rechte, auch im Hinblick auf die AHV-rechtliche Beitragspflicht, in erster Linie im
Steuerjus
tizverfahren
zu wahren (BGE 110 V 83 E. 4 und 370 f., 106 V 129 E. 1, 102 V 27 E. 3a; AHI 1997 S. 25 E. 2b mit Hinweis).
3.
In der Beitragsverfügung vom 3
0.
Oktober 2014 respektive im
Einspracheent
scheid
vom
7.
Januar 2015 stützt
e sich die Ausgleichskasse auf die
S
teuermel
dung
vom 2
3.
Oktober 2014
, worin die kantonalen
Steuerbehörden ein Ein
kommen von
Fr.
83‘155.-- für das Jahr 2012 bei einem investierten Kapital von
Fr.
20‘000.-- übermittelt hatte
n
(
Urk.
9
/12). Das von
den
Steuerbehörden über
mittelte Einkommen stützte sich auf
die Selbst
deklaration des Beschwerdefüh
rers. Dieser hatte in der Steuererklärung
2012
ein Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit von
Fr.
89‘792.-- angegeben. Gleichzeitig vermerkte er, dass er und seine
Ehefrau
Fr.
7‘134.-- an persönlichen AHV-Beiträgen geleistet hätten (
Urk.
9
/16). Von den
Fr.
7‘134.-- wurden
Fr.
6‘637.-- ihm und
Fr.
497.--
seiner Ehefrau
zugerechnet. Die Subtraktion von
Fr.
6‘637.-- von
Fr.
89‘792.-- ergab den Betrag von
Fr.
83‘155.--
(
Urk.
9
/20).
4.
Der Beschwerdeführer macht
e
in der Beschwerde
geltend, er habe für das Jahr 2012 persönliche AHV-Beiträge von 7‘
027.20 (statt bloss
Fr.
6‘637.--) geleistet
. Dazu reicht
e
er entsprechende Belege ein (
Urk.
1, 3/1-2). Ein Abstellen auf die vom Beschwerdeführer in der Beschwerde genannten
Zahlen hätte zur
Folge, dass das
reine
Einkommen aus selbständiger Erwerbs
tätigkeit rund
Fr.
390.--
tiefer
ausfallen würde
.
Diesbezüglich
besteht jedoch
rechtsprechungsgemäss
ein
e
Bindungswirkung an die rechtskräftige Steuerveranlagung
(vgl. dazu E.
2.2 hier
vor)
.
Ein Irrtum, der ein Abweichen
davon
rechtfertigen würde, liegt
klarerweise
nicht vor, nachdem sich die Steuerbehörden
ausdrücklich
auf die eigenen
An
ga
ben
des Beschwerdeführers
in seiner Steuererklärung
ge
stützt
haben
. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.