Decision ID: 8d3a3743-362b-5241-8259-00324e0075b8
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- Die als öffentlich-rechtliche Stiftung ausgestaltete St. Galler Pensionskasse
(nachfolgend: SGPK) mit Sitz in St. Gallen wurde am 25. Oktober 2013 ins
Handelsregister eingetragen. Sie entstand aus der Zusammenführung der
Versicherungskasse für das Staatspersonal und der kantonalen
Lehrerversicherungskasse; beides waren unselbständige öffentlich-rechtliche Anstalten
des Kantons St. Gallen. Die Zusammenführung war eine Folge der von den
Eidgenössischen Räten am 17. Dezember 2010 verabschiedeten Änderung des
Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge.
Um den Anforderungen des geänderten Bundesrechts zu genügen, war es in
institutioneller Hinsicht notwendig, beide Versicherungskassen bis spätestens
1. Januar 2014 rechtlich, organisatorisch und finanziell aus der Verwaltungsstruktur
herauszulösen und zu verselbständigen. Aktiven und Passiven des Kantons, welche
diese beiden Versicherungskassen betrafen, einschliesslich der Grundstücke, gingen
auf die SGPK über. Diese wies den Immobilienbestand in der Eröffnungsbilanz per
1. Januar 2014 mit Fr. ... aus.
B.- Mit Tauschvertrag vom 6. Juni 2014 trat die SGPK die beiden im Grundbuchkreis
Wittenbach gelegenen Grundstücke Nr. 780 (Ringstrasse 7, Wittenbach) und Nr. 781
(Ringstrasse 9, Wittenbach) an die Gebäudeversicherungsanstalt des Kantons
St. Gallen (heute Gebäudeversicherung des Kantons St. Gallen, nachfolgend: GVA) ab.
Im Gegenzug übertrug die GVA das im Grundbuchkreis Gossau gelegene Grundstück
Nr. 3239 (Lerchenstrasse 25 u. 25a, Gossau) auf die SGPK. Der Wert der in Wittenbach
gelegenen Grundstücke Nrn. 780 und 781 wurde vertraglich auf Fr. ... festgelegt und
derjenige des Grundstückes Nr. 3239 auf Fr. ... Der Tauschaufpreis zugunsten der
SGPK von Fr. ... war durch Banküberweisung zu tilgen. Der Besitzesantritt erfolgte per
1. Juli 2014.
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C.- Hinsichtlich des mit Vertrag vom 6. Juni 2014 abgewickelten Grundstücktauschs
teilte die SGPK dem kantonalen Steueramt mit Schreiben vom 22. September 2014
mit, die Steuerpflicht für die sie betreffende Grundstückgewinnsteuer habe per
1. Januar 2014 begonnen. Es sei deshalb sachgerecht, als Anlagewert für die
Berechnung der Grundstückgewinnsteuer auf den Markt- bzw. Übertragungswert der
Liegenschaften per 31. Dezember 2013 abzustellen und den ab diesem Zeitpunkt
entstandenen Wertzuwachsgewinn zu versteuern. In der Steuererklärung für
Grundstückgewinne vom 25. September 2014 deklarierte die SGPK den
Veräusserungserlös und den Erwerbspreis mit je ... Unter Berücksichtigung der
Nebenkosten von Fr. ... ergaben sich Anlagekosten von Fr. ... und kein steuerbarer
Grundstückgewinn. Das kantonale Steueramt vertrat dagegen den Standpunkt,
massgebend für die Berechnung der Grundstückgewinnsteuer seien die ursprünglichen
Erwerbspreise. Die Grundstücke Nr. 780 und Nr. 781 seien am 1. September 1977
einzeln zu ... und Fr. ... erworben worden. Für die Berechnung der
Grundstückgewinnsteuer teilte es den Veräusserungserlös von Fr. ... im Verhältnis der
amtlichen Verkehrswerte (Nr. 780: 48,38% = Fr. ... Nr. 781: 51,62% = Fr. ...) und die
deklarierten Nebenkosten von Fr. ... im Verhältnis der ermittelten Verkaufserlöse
(Nr. 780: Fr. ... Nr. 781: Fr. ...) auf die beiden Grundstücke auf. Zudem berücksichtigte
es wertvermehrende Aufwendungen von je Fr. ... Mit Veranlagungsverfügungen vom
12. November 2014 wurde die Grundstückgewinnsteuer für den Verkauf des
Grundstücks Nr. 780 auf Fr. ... und diejenige für den Verkauf des Grundstücks Nr. 781
auf Fr. ... festgelegt. Die dagegen erhobene Einsprache wies das kantonale Steueramt
mit Entscheid vom 17. Juni 2016 ab. Am 29. Juni 2016 stellte es der SGPK zudem die
entsprechenden Veranlagungsberechnungen zu, wobei es diese als
"Einspracheentscheid für die Grundstückgewinnsteuer" bezeichnete.
D.- Mit Eingabe vom 7. Juli 2016 erhob die SGPK bei der
Verwaltungsrekurskommission Rekurs. Sie beantragte, der Einsprache-Entscheid des
kantonalen Steueramts vom 17. Juni 2016 betreffend die Grundstückgewinnsteuern
aus der Veräusserung der Liegenschaften Nr. 780 und Nr. 781, Ringstrasse 7 und 9,
Grundbuch Wittenbach, sowie die gestützt auf den Einsprache-Entscheid bereits neu
ergangenen Grundstückgewinnsteuerveranlagungen vom 29. Juni 2016 seien
aufzuheben; unter Kosten und Entschädigungsfolge.
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Das kantonale Steueramt verwies mit Stellungnahme vom 14. September 2016 auf die
Erwägungen im Einsprache-Entscheid und beantragte die Abweisung des Rekurses.
Auf die Ausführungen der Parteien zur Begründung ihrer Anträge wird, soweit
erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.- Die Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis
der Rekurrentin zur Ergreifung des Rechtsmittels ist gegeben. Der Rekurs vom 7. Juli
2016 ist rechtzeitig eingereicht worden und erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht
die gesetzlichen Anforderungen (Art. 194 Abs. 1 des Steuergesetzes [sGS 811.1,
abgekürzt: StG]; Art. 48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [sGS 951.1,
abgekürzt: VRP]). Auf den Rekurs ist daher einzutreten.
2.- Der Kanton und seine Anstalten sind nach Art. 80 Abs. 1 lit. b StG vollständig
steuerbefreit (Zigerlig/Oertli/Hofmann, Das st. gallische Steuerrecht, 7. Aufl. 2014,
S. 220). Gemäss Art. 80 Abs. 1 lit. e StG sind ebenso die Einrichtungen der beruflichen
Vorsorge von Unternehmen mit Sitz oder Betriebsstätte in der Schweiz und von ihnen
nahestehenden Unternehmen sowie die Einrichtungen des öffentlichen Rechts, sofern
deren Mittel dauernd und ausschliesslich der Personalvorsorge dienen, von der
Steuerpflicht (Gewinn und Kapitalsteuern) befreit.
Der Grundstückgewinnsteuer unterliegen die Gewinne, die aus Veräusserung von
Grundstücken des Privatvermögens oder von Anteilen an solchen erzielt werden
(Art. 130 Abs. 1 StG). Der Grundstückgewinnsteuer unterliegen ausserdem Gewinne
aus Veräusserung land- und forstwirtschaftlicher Grundstücke natürlicher Personen
(Abs. 2 lit. a) und Gewinne aus Veräusserung von Grundstücken juristischer Personen,
die nach Art. 80 Abs. 1 lit. e bis h und j StG von der Steuerpflicht befreit sind (lit. c). Als
Veräusserung gelten jeder Eigentumswechsel und jede Übertragung der
wirtschaftlichen Verfügungsgewalt über ein Grundstück (Art. 131 Abs. 1 StG). Der
Steueranspruch entsteht mit der Veräusserung und wird mit der Eröffnung der
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Veranlagungsverfügung fällig (Art. 133 Abs. 3), wobei der Veräusserer steuerpflichtig ist
(Abs. 1).
3.- Bei der Rekurrentin handelt es sich um eine öffentlich-rechtliche Stiftung (Art. 1
Abs. 1 des Gesetzes über die Pensionskasse [sGS 864.1, abgekürzt: PKG]). Sie
entspricht damit den Vorgaben von Art. 48 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die
berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (SR 831.40, abgekürzt: BVG),
wonach registrierte Vorsorgeeinrichtungen die Rechtsform einer Stiftung haben oder
eine Einrichtung des öffentlichen Rechts mit eigener Rechtspersönlichkeit sein müssen.
Als Einrichtung des öffentlichen Rechts, deren Mittel dauernd und ausschliesslich der
Personalvorsorge dienen, ist die Rekurrentin von der Steuerpflicht – soweit sie die
Gewinn- und Kapitalsteuern betrifft – befreit (Art. 80 Abs. 1 lit. e StG). Hingegen
unterliegen die von ihr erzielten Gewinne aus der Veräusserung von Grundstücken der
Grundstückgewinnsteuer (Art. 130 Abs. 2 lit. c StG). Beim Verkauf der Grundstücke
Nr. 780 und Nr. 781 an die GVA (Besitzesantritt: 1. Juli 2014) zum Preis von insgesamt
Fr. ... handelte es sich folglich um eine steuerbegründende Veräusserung im Sinne von
Art. 131 StG. Dies ist unter den Parteien zu Recht nicht streitig. Uneinigkeit besteht
jedoch darüber, ob ein steuerbarer Grundstückgewinn anfiel bzw. ob die Vorinstanz
sich bei der Berechnung der Grundstückgewinnsteuer auf die vom Kanton im Jahre
1997 bezahlten Erwerbspreise stützen durfte.
a) Die Vorinstanz erwog, die Rekurrentin sei nicht von Grund auf neu aufgebaut
worden. Vielmehr habe sie die beiden Vorsorgeeinrichtungen, die zusammengelegt
worden seien, übernommen und führe sie nun in rechtlich selbständiger Form weiter.
Die bisherigen Einrichtungen seien nicht liquidiert, sondern in die SGPK ausgegliedert
und damit umstrukturiert worden. Letztere sei in die Rechte und Pflichten des Kantons
eingetreten, soweit diese die Versicherungskasse für das Staatspersonal und die
kantonale Lehrerversicherungskasse betroffen hätten. Aktiven und Passiven dieser
Kassen seien auf die Rekurrentin übergegangen. Die Regierung habe das
Finanzdepartement mit Beschluss vom 5. November 2013 ermächtigt, den zuständigen
Grundbuchämtern den Übergang des Eigentums an den in einer Liste bezeichneten
Grundstücken direkt gestützt auf Art. 9 Abs. 2 PKG anzumelden. Im Tauschvertrag
vom 6. Juni 2014 bezüglich der Grundstücke Nr. 780 und Nr. 781 stehe denn auch
beim Erwerbstitel "Übergang 17.01.2014 Beleg 16". Der Rechtsgrund für den
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Eigentumserwerb sei gemäss Beleg Nr. 16 kein Kaufvertrag, sondern Art. 9 PKG
gewesen. Beim Eigentumsübergang im Januar 2014 habe es somit keinen Kaufpreis
gegeben. Zivilrechtlich sei die SGPK hinsichtlich der Grundstücke vollumfänglich in die
Rechtsstellung des Kantons als früherer Eigentümer eingetreten. Damit sei die SGPK
so zu behandeln, als hätte sie die Grundstücke am 1. September 1977 erworben.
Im Rekurs wird vorgebracht, die Versicherungskasse für das Staatspersonal und die
Lehrerversicherungskasse seien per 31. Dezember 2013 durch einfache Addition der
Bilanzpositionen im Rahmen einer Fusion zusammengeführt worden. Per 1. Januar
2014 sei die neu gegründete Rekurrentin gestützt auf Art. 8 Abs. 2 PKG in die Rechte
und Pflichten des Kantons eingetreten, was für eine lückenlose Fortführung der
beruflichen Vorsorge unabdingbar gewesen sei. Ganz wichtig sei in diesem
Zusammenhang, dass der Eintritt der Rekurrentin in die Rechte und Pflichten ihrer
Vorgängerinnen gemäss Art. 8 Abs. 2 PKG nichts mit der Vermögensabtretung zu tun
gehabt habe, weshalb die Übertragung von Aktiven und Passiven in Art. 9 PKG explizit
habe geregelt werden müssen. Im Gegensatz zu den Passiven, deren Übernahme
gemäss Art. 181 OR (SR 220) gesamthaft möglich gewesen sei, habe die Überführung
der Vermögenswerte zivilrechtlich mittels Singularsukzession erfolgen müssen. Die
Rekurrentin habe die Liegenschaften, wie auch die übrigen vom Kanton
übernommenen Aktiven, am 17. Januar 2014 entgeltlich erworben, indem der Kanton
St. Gallen ihr nicht nur die Vermögenswerte der bisherigen Vorsorgeeinrichtungen,
sondern auch deren Verpflichtungen gegenüber Destinatären und Drittpersonen
übertragen habe. Die Liegenschaften seien zu Verkehrswerten per 31. Dezember 2013
übertragen worden. Um zu vermeiden, dass jede Liegenschaft einzeln mit einem
Vertrag und einer Grundbuchanmeldung auf die SGPK habe übertragen werden
müssen, sei der Regierung in Art. 9 Abs. 2 PKG die Kompetenz erteilt worden, die zu
übertragenden Grundstücke in einer Liste zu benennen. Dies habe es zwar ermöglicht,
den Eigentumswechsel direkt gestützt auf das Gesetz vorzunehmen, aber nichts daran
geändert, dass eigentumsrechtlich alle Grundstücke einzeln auf dem Weg der
Singularsukzession zum Verkehrswert per 31. Dezember 2013 vom Kanton auf die
SGPK übertragen worden seien. Im Gegenzug habe die SGPK Verbindlichkeiten in
gleicher Höhe übernommen. Indem der Kanton die Unterdeckung ausgeglichen habe,
hätten die übernommenen Verbindlichkeiten exakt den Verkehrswerten der Aktiven
entsprochen. Die Übernahme von Verbindlichkeiten anstelle der Bezahlung eines
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Kaufpreises in bar komme einer finanziellen Abgeltung gleich. Der Bewertung der
Versicherungskasse für das Staatspersonal zufolge habe der Verkehrswert der
Liegenschaften Nrn. 780 und 781 insgesamt Fr. ... betragen. Zu diesem Wert seien sie
später mit der GVA getauscht worden. Ein Wertzuwachs zwischen Erwerb und
Veräusserung liege somit nicht vor.
b) Die Frage, ob die beiden Grundstücke Nr. 780 und Nr. 781 mit einer latenten
Grundstückgewinnsteuerschuld belastet an die Rekurrentin weitergegeben wurden,
beschäftigte bereits die Regierung. An der Sitzung vom 5. November 2013 hielt sie
dazu fest, die vom kantonalen Steueramt vertretene Meinung, die Rekurrentin sei als
Rechtsnachfolgerin des Gemeinwesens nicht nur vorsorgerechtlich, sondern auch
steuerrechtlich so zu behandeln, wie wenn sie damals das Grundstück gekauft hätte,
würde dazu führen, dass sich die SGPK den vor der Verselbständigung entstandenen
Wertzuwachs anrechnen lassen müsse und mit der Übernahme der Liegenschaften
zwangsläufig eine latente Grundstückgewinnsteuerpflicht übernehme. Die Regierung
verzichtete jedoch auf die Quantifizierung der latenten Steuer, weil sie davon ausging,
dass das Liegenschaften-Portefeuille keiner weiteren Bereinigung bedürfe, und liess
die nun vorliegend zu klärende Frage nach dem Übergang latenter
Grundstückgewinnsteuern offen (vgl. act. 9-II/4).
aa) Die Grundstückgewinnsteuer knüpft an eine steuerbegründende Veräusserung an.
Als solche gelten jeder Eigentumswechsel und jede Übertragung der wirtschaftlichen
Verfügungsgewalt über ein Grundstück (Art. 131 Abs. 1 StG), wobei der
Steueranspruch mit der Veräusserung entsteht (vgl. Art. 133 Abs. 3 StG). Der Begriff
der Veräusserung umfasst neben der Übertragung des Eigentums in den Formen des
Zivilrechts, wie bspw. den Verkauf, jede Übertragung der wirtschaftlichen
Verfügungsmacht über ein Grundstück (Höhn/Waldburger, Steuerrecht, Band I, 9. Aufl.
2001, S. 569). Ausschlaggebend ist deshalb, wie der Übergang der Grundstücke vom
Kanton auf die SGPK steuerrechtlich zu qualifizieren ist.
bb) Wie die Rekurrentin zu Recht vorbrachte, stellte ihre Gründung keine
Umstrukturierung im Sinne des Bundesgesetzes über Fusion, Spaltung, Umwandlung
und Vermögensübertragung (SR 221.301, abgekürzt: FusG) dar. Das FusG regelt
gesellschaftsrechtliche Strukturanpassungen unter Beteiligung ausschliesslich
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öffentlich-rechtlicher Institute nicht. Es dient höchstens als subsidiäres öffentliches
Recht zur Füllung gesetzlicher Lücken (vgl. Zürcher Kommentar zum FusG, B. Wagner
Pfeifer, 2. Aufl. 2012, Vor Art. 99-101 N 3). Eine solche liegt indessen nicht vor. Die
SGPK wurde am 1. Juli 2013 gestützt auf das PKG als rechtlich selbständige öffentlich-
rechtliche Stiftung errichtet (Art. 1 Abs. 1 i.V.m. Art. 24 lit. a PKG). Solche Institute des
öffentlichen Rechts sind dadurch charakterisiert, dass sie ein Stück verselbständigtes
und vom allgemeinen Vermögen des Gemeinwesens getrenntes Zweckvermögen
darstellen (vgl. Tschannen/Zimmerli/Müller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Aufl.
2014, S. 72; Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl. 2016,
Rz. 1685 ff.). Am 1. September 2013 wurde der erste Stiftungsrat eingesetzt (Art. 16
und 17 i.V.m. Art. 24 lit. b PKG), und am 25. Oktober 2013 erfolgte der Eintrag im
Handelsregister. Per 1. Januar 2014 gingen schliesslich die Aktiven und Passiven des
Kantons, welche die Versicherungskasse für das Staatspersonal und die kantonale
Lehrerversicherungskasse betrafen, einschliesslich den Grundstücken, beschränkt
dinglichen Rechten sowie den vor- und angemerkten Rechtsverhältnissen, auf die
SGPK über. Es erfolgte demnach keine vorgängige Fusion der beiden
Versicherungskassen, wie die Rekurrentin vorbrachte. Vielmehr wurde das
Sondervermögen, namentlich auch die beiden Liegenschaften Nr. 780 und Nr. 781,
gestützt auf das PKG in die SGPK eingebracht. Durch diese spezialgesetzliche
Vermögens- bzw. Eigentumsüberführung wurde die ansonsten für die Übertragung von
Eigentum massgebende sachenrechtliche Regelung des Privatrechts zurückgedrängt.
Dies ermöglichte es, anstelle der grundsätzlich notwendigen Singularsukzessionen –
die zu einem unverhältnismässigen Aufwand geführt hätten – die Gesamtnachfolge
nach Art. 9 PKG anzuordnen (vgl. Wiegand/Wichtermann, Die Überleitung von
Rechtsverhältnissen, in: Rechtliche Probleme der Privatisierung, Berner Tage für die
juristische Praxis, BTJP 197, S. 108 f.).
cc) Mit dem Übergang der Grundstücke Nr. 780 und Nr. 781 auf die SGPK per
1. Januar 2014, spätestens aber mit der am 17. Januar 2014 ins Grundbuch
Wittenbach eingetragenen Eigentumsübertragung (act. 9-II/5), verlor der Kanton die
wirtschaftliche Verfügungsgewalt über die beiden Grundstücke; diese ging auf die
SGPK über. Dieser Vorgang hätte nach den klaren gesetzlichen Regelungen von
Art. 131 Abs. 1 und Art. 133 Abs. 3 StG grundsätzlich einen Steueranspruch entstehen
lassen, wäre der Kanton nicht von der Steuerpflicht befreit. Der Übergang der
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Liegenschaften ist demnach als Veräusserung im Sinne von Art. 131 Abs. 1 StG zu
qualifizieren. Dass der Gesetzgeber ebenfalls von einer steuerbegründenden
Veräusserung ausging, ergibt sich daraus, dass er in Art. 9 Abs. 3 PKG ausdrücklich
auf die Erhebung von Handänderungssteuern bei der SGPK verzichtete. Diese Steuer
wird nur bei Eigentumswechsel und Übertragung der wirtschaftlichen
Verfügungsgewalt beim Erwerber erhoben, wenn nicht eine Steuerbefreiung nach
Art. 244 StG in Frage kommt. Von einer solchen wäre bspw. auszugehen gewesen,
wenn die Errichtung der PKSG als Umstrukturierung nach Art. 88 StG zu qualifizieren
gewesen wäre (Art. 244 lit. f StG), also ein Umstrukturierungstatbestand der Fusion,
Spaltung, Umwandlung, Quasifusion oder Ausgliederung (nach Art. 88 Abs. 1 lit. d StG)
vorgelegen hätte (vgl. Oesterhelt/Martin, in Zweifel/Beusch (Hrsg.), 3. Aufl. 2017, Art. 24
StHG N 448). Dies war jedoch nicht der Fall. Demnach konnte die
Grundstückgewinnsteuer aufgrund der umfassenden Steuerbefreiung des Kantons (Art.
80 Abs. 1 lit. b StG) nicht erhoben werden; es fehlte an der subjektiven Steuerpflicht
(vgl. Höhn/Waldburger, a.a.O., S. 221). Zudem besteht keine gesetzliche Grundlage,
die es ermöglichen würde, die Steuerlast ohne weiteres auf ein anderes Steuersubjekt
zu übertragen. So führte die Vorinstanz zutreffend aus, dass im Falle eines Verkaufs der
Liegenschaften durch den Kanton keine Grundstückgewinnsteuer angefallen wäre.
dd) Die Vorinstanz begründet ihren Entscheid unter anderem auch mit dem
Gleichbehandlungsgebot. Ein zentrales Anliegen der BVG-Revision sei es gewesen, die
Gleichbehandlung von öffentlich-rechtlichen und privatrechtlichen
Vorsorgeeinrichtungen anzustreben. Wenn die SGPK bei Grundstückverkäufen nur den
seit dem 1. Januar 2014 entstandenen Wertzuwachs versteuern müsse, wäre sie
gegenüber den privatrechtlichen Einrichtungen massiv privilegiert, da bei diesen der
früher bezahlte effektive Kaufpreis massgebend sei. Hinsichtlich Gründung der SGPK
trifft dies gerade nicht zu. Im Gegenteil würde sie durch die Übernahme der latenten
Grundstückgewinnsteuern benachteiligt. Die SGPK wurde mit Aktiven in der Höhe der
Passiven ausgestattet, um sicherzustellen, dass sämtliche Verpflichtungen durch
Vorsorgevermögen gedeckt sind. Die vor dem Vermögensübergang entstandenen
Mehrwerte auf Grundstücken wurden – soweit aus den Akten ersichtlich – im Rahmen
der Vermögensbewertung nicht berücksichtigt. Die Betrachtungsweise der Vor-instanz
würde deshalb zu einer Schmälerung des Vorsorgevermögens und damit zur
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Verletzung des Grundsatzes der Vollkapitalisierung führen (vgl. dazu Botschaft zum
Gesetz über die St. Galler Pensionskasse, ABl 2012 S. 3047).
c) Zusammenfassend ist festzustellen, dass sich die Rekurrentin bei der Berechnung
der Grundstückgewinnsteuer den während der Haltezeit durch den Kanton
angefallenen Wertzuwachs auf den Liegenschaften Nr. 780 und Nr. 781 nicht
anrechnen lassen muss.
4.- Der Grundstückgewinn entspricht dem Betrag, um den der Erlös die Anlagekosten
(Erwerbspreis und Aufwendungen) übersteigt (Art. 134 StG). Als Erwerbspreis gilt der
durch die Grundbuchbelege ausgewiesene Kaufpreis mit allen weiteren Leistungen des
Erwerbers oder der tatsächlich bezahlte niedrigere Preis (Art. 136 Abs. 1 StG). Liegt
kein Kaufpreis vor, wird der Erwerbspreis nach dem Verkehrswert im Zeitpunkt des
Erwerbs bestimmt (Abs. 2).
Die beiden Grundstücke Nr. 780 und Nr. 781 gingen, soweit aus den Akten ersichtlich,
zu Marktwerten auf die SGPK über. In der Objektliste der Versicherungskasse für das
Staatspersonal mit Bewertung per 31. Dezember 2013 wurde der Marktwert mit total
Fr. ... eingesetzt. Der Tauschwert der Grundstücke belief sich gemäss dem öffentlich
beurkundeten Tauschvertrag vom 6. Juni 2014 ebenfalls auf insgesamt Fr. ... Da der
Erlös die Anlagekosten (Erwerbspreis und Aufwendungen) nicht überstieg, ergab sich
durch das Tauschgeschäft kein Grundstückgewinn. Der Rekurs ist somit gutzuheissen
und der Einspracheentscheid vom 17. Juni 2016 sowie die Veranlagungsverfügungen
vom 12. November 2016 sind aufzuheben.
5.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die Kosten des Rekursverfahrens dem
Staat aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 2'000.– ist
angemessen (Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12).
Die Rekurrentin hat Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung (Art. 98 Abs. 2
VRP). Sie reichte keine Kostennote ein. Für die Bemessung der Entschädigung
ausseramtlicher Kosten gilt die Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten
(sGS 963.75, abgekürzt: HonO). Angemessen erscheint eine Entschädigung in der
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Höhe von Fr. 2'000.–, inklusive Barauslagen, zuzüglich Mehrwertsteuer (vgl. Art. 19, 22
Abs. 1 lit. b und 28 HonO). Kostenpflichtig ist der Staat (kantonales Steueramt).