Decision ID: 003afaec-9e87-4c58-b9cd-e769c78448e0
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ X.Y., geb. 1966, besitzt seit April 1984 den Führerausweis Kategorie B. Am
14. März 2012 gegen Mittag lenkte er seinen Lieferwagen beim Verlassen der Autobahn
A1 in Winterthur-Töss über eine Sperrfläche. Dies wurde von einer zivilen Patrouille der
Kantonspolizei Zürich beobachtet. Bei der anschliessenden Kontrolle stellten die
Polizeibeamten im Fahrzeug starken Marihuanageruch fest. Der durchgeführte
Drogenschnelltest verlief hinsichtlich Cannabis und Kokain positiv. X.Y. trug zudem in
einer Kaugummidose ca. zehn Gramm Marihuana auf sich. Der Führerausweis wurde
ihm auf der Stelle abgenommen. Gegenüber der Polizei äusserte X.Y., er konsumiere
seit rund 30 Jahren mehr oder weniger regelmässig Marihuana, zuletzt habe er am
Vorabend drei Joints geraucht. Die rechtsmedizinische Analyse der Urinprobe verlief für
Cannabis stark positiv. Im Blut wurden eine Tetrahydrocannabinol(THC)-Konzentration
von 23 μg/l, eine 11-Hydroxy-THC(OH-THC)-Konzentration von 7.0 μg/l und eine THC-
Carbonsäure(THC-COOH)-Konzentration von 210 μg/l gemessen. Der anfängliche
Verdacht auf Kokainkonsum erhärtete sich nicht.
B./ Das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons St. Gallen entzog X.Y. mit
Verfügung vom 24. April 2012 den Führerausweis vorsorglich. Diese Verfügung blieb
unangefochten und ist rechtskräftig. Mit Zwischenverfügung vom 29. Mai 2012 ordnete
es eine verkehrsmedizinische Untersuchung an.
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C./ Gegen die Zwischenverfügung erhob X.Y. mit Eingabe vom 8. Juni 2012 Rekurs bei
der Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag, der Führerausweis sei ihm
umgehend wieder auszuhändigen und auf die Anordnung einer verkehrsmedizinischen
Untersuchung sei zu verzichten. Nachdem X.Y. am 10. und 17. Juli 2012 zwei weitere
Eingaben eingereicht hatte, wies die Verwaltungsrekurskommission den Rekurs mit
Entscheid vom 30. August 2012 ab, soweit sie darauf eintrat. In den Erwägungen wies
sie X.Y. insbesondere darauf hin, dass die Verfügung vom 24. April 2012 betreffend
vorsorglicher Entzug des Führerausweises rechtskräftig geworden sei.
D./ Mit Eingabe vom 22. September 2012 (Postaufgabe: 24. September 2012) erhob
X.Y. (nachfolgend Beschwerdeführer) Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Er
beantragt, die Zwischenverfügung vom 29. Mai 2012 sei "als unzulässig [zu] erklären"
und der Rekursentscheid vom 30. August 2012 sei zu "annulieren", unter Kostenfolge.
Das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt (nachfolgend Beschwerdegegner) erklärte
am 8. Oktober 2012 Verzicht auf eine Vernehmlassung. Die
Verwaltungsrekurskommission (nachfolgend Vorinstanz) beantragte am 16. Oktober
2012 die Abweisung der Beschwerde.
E./ Am 21. März 2013 reichte der Beschwerdegegner ein Urteil des Obergerichts des
Kantons Zürich vom 14. Januar 2013 ein. Darin wurde die strafrechtliche Beurteilung
des vorliegenden Sachverhalts durch das Bezirksgericht Winterthur vom
10. September 2012 - mehrfache Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes und
einfache Verletzung der Verkehrsregeln - bestätigt und zusätzlich auf Fahren in
fahrunfähigem Zustand erkannt. Der Beschwerdeführer wurde zu einer bedingten
Geldstrafe von 30 Tagessätzen à Fr. 80.-- und zu einer Busse von Fr. 1'700.-- verurteilt.
Er wies das Verwaltungsgericht mit Schreiben vom 18. April 2013 darauf hin, dass er
gegen dieses Urteil Beschwerde beim Bundesgericht führe, weshalb es bei der
Beurteilung seines Falles nicht zu beachten sei.
Auf die Vorbringen des Beschwerdeführers und auf die Ausführungen der Vorinstanz ist
- soweit erforderlich - in den nachstehenden Erwägungen näher einzugehen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
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1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Der
Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 in Verbindung
mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingabe vom 22. September 2012
(Poststempel: 24. September 2012) wurde form- und fristgerecht eingereicht (Art. 64 in
Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP).
Auf das sinngemässe Begehren des Beschwerdeführers, die Zwischenverfügung des
Strassenverkehrsamtes vom 29. Mai 2012 sei aufzuheben, ist nicht einzutreten, da der
angefochtene Rekursentscheid an deren Stelle getreten ist (Devolutiveffekt; statt vieler
vgl. Entscheid des Verwaltungsgerichtspräsidenten B 2013/64 vom 29. April 2013 E. 1,
abrufbar unter www.gerichte.sg.ch, mit Hinweis auf BGE 129 II 438 E. 1). Im Übrigen
sind die Prozessvoraussetzungen erfüllt und auf die Beschwerde ist einzutreten.
2. Der Beschwerdeführer hält die Anordnung einer verkehrsmedizinischen
Untersuchung zur Abklärung der Fahreignung für unrechtmässig. Zum einen mangle es
an einer gesetzlichen Grundlage (dazu nachfolgend E. 2.2.), zum anderen bestünden
keine objektiven Anhaltspunkte einer Gefährdung der Verkehrssicherheit, die eine
verkehrsmedizinische Abklärung seiner Fahreignung als verhältnismässig erscheinen
liessen (dazu nachfolgend E. 2.3.).
2.1. Führerausweise dürfen u.a. dann nicht erteilt werden, wenn der Bewerber an einer
die Fahreignung ausschliessenden Sucht leidet (Art. 14 Abs. 2 lit. c des
Strassenverkehrsgesetzes in der bis zum 31. Dezember 2012 geltenden Fassung,
SR 741.01, abgekürzt SVG; vgl. auch Art. 14 Abs. 1 sowie Abs. 2 lit. c des
Strassenverkehrsgesetzes in der seit 1. Januar 2013 geltenden Fassung). Der
Führerausweis wird entzogen, wenn festgestellt wird, dass die gesetzlichen
Voraussetzungen zur Erteilung nicht oder nicht mehr bestehen (Art. 16 Abs. 1 SVG).
Wegen fehlender Fahreignung wird einer Person der Führerausweis auf unbestimmte
Zeit entzogen, wenn sie an einer Sucht leidet, welche die Fahreignung ausschliesst
(Art. 16d Abs. 1 lit. b SVG). Drogensucht wird bejaht, wenn die Abhängigkeit von
Drogen derart ist, dass der Betroffene mehr als jede andere Person der Gefahr
ausgesetzt ist, sich in einem Zustand ans Steuer eines Fahrzeugs zu setzen, der das
sichere Führen nicht mehr gewährleistet. Allgemein darf auf fehlende Fahreignung
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geschlossen werden, wenn die Person nicht (mehr) in der Lage ist, Drogenkonsum und
Strassenverkehr ausreichend auseinanderzuhalten, oder wenn die nahe liegende
Gefahr besteht, dass sie im akuten Rauschzustand am motorisierten Strassenverkehr
teilnimmt (BGE 129 II 82 E. 4.1 sowie 127 II 122 E. 3c; BGer 1C_445/2012 vom
26. April 2013 E. 3.1).
2.2. Streitig ist vorliegend jedoch (noch) nicht der Entzug des Führerausweises,
sondern zunächst die Frage, ob die Anordnung der verkehrsmedizinischen
Untersuchung gesetzmässig ist.
2.2.1. Art. 15d Abs. 1 SVG (in Kraft seit 1. Januar 2013) hält fest, dass eine Person
einer Fahreignungsuntersuchung unterzogen wird, wenn Zweifel an der Fahreignung
bestehen. In einer nicht abschliessenden Aufzählung nennt Art. 15d Abs. 1 SVG
Beispiele von Fällen, in denen Zweifel an der Fahreignung bestehen (lit. a-e). Dies ist
u.a. der Fall bei Fahren unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln oder bei Mitführen
von Betäubungsmitteln, welche die Fahrfähigkeit stark beeinträchtigen oder ein hohes
Abhängigkeitspotenzial aufweisen (lit. b). Diese Tatbestände begründen einen
Anfangsverdacht fehlender Fahreignung und führen zur Anordnung einer
Fahreignungsuntersuchung. Dabei wird im Regelfall der Ausweis vorsorglich entzogen,
bis die Abklärungen durchgeführt worden sind (vgl. Botschaft des Bundesrates zu Via
sicura, Handlungsprogramm des Bundes für mehr Sicherheit im Strassenverkehr vom
20. Oktober 2010, BBl 2010 8447 ff., 8470).
Diese Bestimmung, welche erst während des hängigen Beschwerdeverfahrens in Kraft
getreten ist, muss jedoch unberücksichtigt bleiben. Massgebend ist das im Zeitpunkt
der Verwirklichung des Sachverhalts geltende Recht (vgl. BGE 130 V 329 E. 2.2 f.;
Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zürich/St. Gallen 2010,
Rz. 326 f.; Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 657 mit Hinweisen).
2.2.2. Vor Inkrafttreten des revidierten SVG wurde die Anordnung einer
verkehrsmedizinischen Untersuchung auf den nunmehr aufgehobenen Art. 14 Abs. 3
SVG gestützt (in Kraft bis 31. Dezember 2012; vgl. P. Weissenberger, Kommentar zum
Strassenverkehrsgesetz, Zürich/St. Gallen 2011, N 15 ff. zu Art. 14 SVG). Nach dieser
Bestimmung war ein Führer einer neuen Prüfung zu unterziehen, wenn Bedenken über
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seine Eignung bestanden. Nach der dazu entwickelten Praxis des Bundesgerichts hatte
die zuständige Behörde im Hinblick auf einen allfälligen Sicherungsentzug des
Führerausweises alle erforderlichen Abklärungen zu treffen, wenn Anzeichen vorlagen,
dass bei einer Person die Fahreignung fehlen könnte. Die Frage, ob ein
verkehrsmedizinisches Gutachten eingeholt werden solle, lag im pflichtgemässen
Ermessen der Entzugsbehörde (vgl. BGer 1C_248/2011 vom 30. Januar 2012 E. 4
sowie 1C_256/2011 vom 22. September 2011 E. 2.2). Darin kommt bereits zum
Ausdruck, dass sich die möglichen Untersuchungsmassnahmen nicht auf die erneute
Durchführung einer Fahrprüfung beschränkten, wie der Beschwerdeführer aus dem
Wortlaut von Art. 14 Abs. 3 SVG ableitet.
Die Anordnung einer verkehrsmedizinischen Untersuchung bei zweifelhafter
Fahreignung ist sodann in Art. 11b Abs. 1 lit. a der Verkehrszulassungsverordnung
(SR 741.51, abgekürzt VZV) explizit vorgesehen. Sie dient der Abklärung, ob die
medizinischen Mindestanforderungen gemäss Art. 7 Abs. 1 VZV erfüllt sind. Der
Beschwerdegegner hat in seiner Zwischenverfügung vom 29. Mai 2012 in zutreffender
Weise auf die vorgenannten Gesetzes- und Verordnungsbestimmungen verwiesen.
2.2.3. Die Rüge des Beschwerdeführers, wonach sich der Umfang der angeordneten
verkehrsmedizinischen Untersuchung von Gesetzes wegen auf "eine neue Prüfung mit
Einhaltung medizinischer Mindestanforderungen und Einreichen eines
Gesuchsformulars" beschränke und die angeordnete Untersuchung nicht gesetzmässig
sei, geht angesichts der anderslautenden und klaren gesetzlichen Grundlagen fehl.
2.3. Der Beschwerdeführer macht sinngemäss geltend, die Anordnung der
verkehrsmedizinischen Untersuchung stelle einen unverhältnismässigen und damit
unzulässigen Eingriff in seine Persönlichkeitsrechte dar. Es sei unzulässig, allein
aufgrund seiner Angaben, wonach er regelmässig Cannabis konsumiere, die
Fahreignung weiter abzuklären. Die nach der Verkehrsregelverletzung sofort
durchgeführte ärztliche Untersuchung habe nämlich aufgezeigt, dass keine
Fahrbeeinträchtigung vorliege. Zur verkehrsmedizinischen Untersuchung habe damit
kein Anlass bestanden. Diese sei in seinem Fall "automatisch" angeordnet worden, weil
er Cannabis konsumiere. Dies verletze seinen Anspruch auf rechtsgleiche Behandlung
mit anderen Suchtmittelkonsumenten. Insbesondere werde bei regelmässigem
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Alkoholkonsum und gleichzeitiger problemloser Teilnahme am Strassenverkehr
regelmässig keine Abklärung der Fahreignung angeordnet. Bei Cannabiskonsumenten
sei eine Ungleichbehandlung gegeben, die dem im Rekursentscheid angeführten
Gleichbehandlungsgrundsatz von Alkohol- und Cannabiskonsumenten zuwider laufe.
Es fehle in seinem Fall an den Verdachtsindikatoren, um von einem regelmässigen
Konsum auf Abhängigkeit zu schliessen.
2.3.1. Bei Verdacht auf eine Alkohol- oder Betäubungsmittelabhängigkeit erachtet das
Bundesgericht eine verkehrsmedizinische Abklärung als zulässig, sofern konkrete
Anhaltspunkte vorliegen, welche ernsthafte Zweifel an der Fahreignung des Betroffenen
wecken (BGer 1C_445/2012 vom 26. April 2013 E. 3.2; 1C_248/2011 vom 30. Januar
2012 E. 4 sowie 1C_256/2011 vom 22. September 2011 E. 2.2). Regelmässiger, aber
kontrollierter und mässiger Haschischkonsum erlaubt für sich allein noch nicht den
Schluss auf eine fehlende Fahreignung (BGE 128 II 335 E. 4b; 127 II 122 E. 4b; 124 II
559 E. 4e). Nicht bei jedem Cannabiskonsumenten darf daher ohne weiteres eine
mangelnde Fahreignung vermutet und eine entsprechende verkehrsmedizinische
Abklärung angeordnet werden. Diesbezüglich ist eine möglichst rechtsgleiche Praxis
zum Alkoholmissbrauch am Steuer anzustreben. Der gelegentliche
Cannabiskonsument, der nicht mit Alkohol und anderen Drogen mischt, ist nämlich in
der Regel in der Lage, konsumbedingte Leistungseinbussen als solche zu erkennen
und danach zu handeln. Demgegenüber ist bei andauerndem regelmässigem und
gleichzeitig hohem Cannabiskonsum von einer mindestens geringen Bereitschaft und
Fähigkeit auszugehen, zuverlässig zwischen dem Drogenkonsum und der Teilnahme
am Strassenverkehr zu trennen. Diesfalls ist die Anordnung einer
verkehrsmedizinischen Untersuchung verhältnismässig und gerechtfertigt. Nicht
erforderlich ist im übrigen der Nachweis, dass der Konsument tatsächlich nicht in der
Lage ist, Drogenkonsum und Strassenverkehr ausreichend auseinanderzuhalten, zumal
die Untersuchung der Abklärung genau dieser Frage dient (vgl. BGer 1C_445/2012 vom
26. April 2013 E. 4.2.1 sowie 6A.11/2006 vom 13. April 2006 E. 3.3; ferner
Weissenberger, a.a.O., N 38 zu Art. 16d SVG mit weiteren Hinweisen).
2.3.2. Der Beschwerdeführer bestreitet den von der Vorinstanz festgestellten und
aktenmässig belegten Sachverhalt nicht. Er wurde am 12. März 2012 gegen Mittag von
der Kantonspolizei Zürich als Lenker eines Lieferwagens kontrolliert, nachdem er
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verkehrsauffällig geworden war. Der wegen des starken Marihuanageruchs
durchgeführte Drogenschnelltest verlief hinsichtlich Cannabis und Kokain positiv (vi-
act. 8/33). Die Analyse der Urinprobe war in Bezug auf Cannabis stark positiv; die
Analyse der Blutprobe ergab u.a. eine THC-Konzentration von 23 μg/l (vi-act. 8/21).
Zu seinem Konsumverhalten polizeilich befragt, gab der Beschwerdeführer an, seit
30 Jahren regelmässig Marihuana zu konsumieren (vi-act. 8/37). Im Rekursverfahren
relativierte er seine Aussage. Der Konsum habe sich auf zwei Episoden von 2004 bis
2008 und vom Herbst 2011 bis Ostern 2012 beschränkt.
2.3.3. Die Fahrunfähigkeit,welche ab einer Nachweisgrenze von 1.5 μg/l unwiderlegbar
gesetzlich vermutet wird (Art. 2 Abs. 2 und 2bis der Verkehrsregelverordnung,
SR 741.11, i.V.m Art. 34 Ingress und lit. a der Verordnung des ASTRA zur
Strassenverkehrskontrollverordnung, SR 741.013.1), gilt damit im Zeitpunkt der
polizeilichen Kontrolle als erwiesen. Daran ändert nichts, dass der Beschwerdeführer
anlässlich der sofort nach der Polizeikontrolle durchgeführten ärztlichen Untersuchung
nicht merkbar beeinträchtigt wirkte (vi-act. 8/25).
Bereits ein die momentane Fahrfähigkeit beeinträchtigender oder - wie hier -
ausschliessender Cannabiskonsum kann Anlass zu verkehrsmedizinischen
Abklärungen bieten, vor allem wenn sich dieser wie beim Beschwerdeführer durch das
Begehen von Fahrfehlern bemerkbar macht (BGE 127 II 122 E. 4b mit Hinweis).
2.3.4. Beim Beschwerdeführer bestehen darüber hinaus weitere, konkrete
Anhaltspunkte für regelmässigen Cannabiskonsum: Der sehr hohe THC-COOH-Gehalt
von 210 μg/l deckt sich mit seinen Angaben, wonach er seit rund 30 Jahren mehr oder
weniger regelmässig konsumiere. Bezeichnenderweise gab er an, am Vorabend der
Kontrolle zwischen 21:00 und 00:30 Uhr zwei bis drei Joints geraucht zu haben. Die
Tatsache, dass er in einer Kaugummidose rund zehn Gramm Marihuana mit sich führte,
obwohl er beruflich mit einem Motorfahrzeug unterwegs war, weist ebenfalls auf
gewohnheitsmässigen Konsum hin. Insgesamt bestehen gewichtige Anhaltspunkte für
eine möglicherweise eingeschränkte Fähigkeit, den Konsum von Marihuana von der
Teilnahme am Strassenverkehr zu trennen. Es bestehen ernsthafte Zweifel an seiner
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Fahreignung, woraus sich die Rechtmässigkeit der Anordnung einer
verkehrsmedizinischen Untersuchung ohne weiteres ergibt.
2.3.5. Die pauschalen Verweisungen des Beschwerdeführers auf den Entscheid des
deutschen Bundesverfassungsgerichtshofes vom 20. Juni 2002 (1 BvR 2062/96), der
auch vom Bundesgericht gewürdigt wurde (BGer 6A.11/2006 vom 13. April 2006
E. 3.3), ist nicht geeignet, an diesem Ergebnis etwas zu ändern. Er verkennt, dass in
seinem Fall hinreichende Verdachtsmomente für eine Gefährdung der
Verkehrssicherheit bestehen und die Anordnung der verkehrsmedizinischen
Untersuchung damit weit von unzulässigen "Drogenscreenings" entfernt ist.
2.3.6. Für den vorliegenden Beschwerdeentscheid nicht von Belang ist das vom
Beschwerdegegner eingereichte Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich vom
14. Januar 2013. Folglich ist darauf nicht weiter einzugehen.
2.4. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde abzuweisen ist, soweit darauf
eingetreten wird. Die Anordnung der verkehrsmedizinischen Untersuchung stützt sich
auf eine ausreichende gesetzliche Grundlage, ist verhältnis- und damit rechtmässig.
3. (...).
Demnach hat das Verwaltungsgericht