Decision ID: 00c5304d-e2cd-47cf-8352-19003f3b659e
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherte), meldete sich im Juli 2003 (Eingangsdatum IV-
Stelle: 4. August 2003) insbesondere wegen Polyarthritis und den damit verbundenen
Problemen mit Gelenken zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung (IV) an
(IV-act. 1; vgl. dazu die Arztberichte vom 4. Juli und 14. August 2003 von Dr. med.
B._, Innere Medizin, speziell Rheumatologie FMH, [IV-act. 7-5 ff.] und zum
beruflichen Lebenslauf ohne abgeschlossene Ausbildung vgl. bspw. IV-act. 6, 43-2,
43-13 f., 43-24). Mit Verfügung vom 5. Januar 2004 wurde das Begehren für die
Durchführung von beruflichen Massnahmen abgelehnt, da der Versicherten körperlich
leichte, wechselbelastende Tätigkeiten unter Vermeidung von Fliessbandarbeiten
uneingeschränkt möglich seien (IV-act. 20). Aufgrund der dagegen erhobenen
Einsprache (vgl. IV-act. 21) widerrief die IV-Stelle die Verfügung (vgl. IV-act. 32, 34) und
gab bei der Medas Ostschweiz ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag (vgl. IV-act.
36 f.). Im Gutachten vom 3. Juni 2005 (IV-act. 43) wurden als Hauptdiagnosen eine
Periarthritis humeroscapularis (PHS) tendomyotica rechts mit tendomyotischer
Brachialgie rechts (ICD-10: M75.0), Arthralgien beider Hände (ICD-10: M25.5) sowie
eine Periarthrosis genu beidseits (ICD-10: M22.4) sowie als Nebendiagnose
insbesondere psychische Faktoren, die körperliche Störungen bewirken (ICD-10: F54)
bei vielschichtiger Schmerzproblematik und eine emotional instabile
Persönlichkeitsstörung, Borderline Typus (ICD-10: F60.31), diagnostiziert (IV-act.
43-12 f.). Zur Arbeitsfähigkeit wurde ausgeführt, dass bezüglich der Tätigkeit im
Telefonmarketing keine Einschränkung und in den übrigen bisherigen
Tätigkeitsgebieten (Montagetätigkeit, Service) je nach konkreter Arbeitsplatzsituation
von Seiten des Bewegungsapparates aus gesehen Einschränkungen bestünden. Für
eine adaptierte Tätigkeit ohne stereotype Belastungen des rechten Schultergürtels
A.a.
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elevatorischer und rotatorischer Art, ohne häufige Kraftanwendungen der rechten Hand
mit Faustschluss, ohne repetitive Umwendbewegungen wegen der schmerzhaften
Ansatztendinosen der Hand- und Fingerextensoren und Flexoren am rechten Ellbogen
sowie ohne ausschliesslich feinmotorische Bewegungen und Haltefunktionen ohne
Entlastungsmöglichkeiten aus Pinzettengriff- oder Faustschlussstellung bestehe
polydisziplinär gesehen keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. In Bezug auf die
unteren Extremitäten sollten ausschliessliches Treppensteigen oder häufige Arbeiten in
kauernder oder kniender Stellung sowie aus psychiatrischer Sicht Arbeiten, welche zu
einer (nicht körperlichen) Überforderung führen könnten, vermieden werden (IV-act.
43-18, 43-30). Mit Verfügung vom 27. Juli 2005 wurde das Leistungsbegehren auf eine
Invalidenrente abgewiesen (IV-act. 48).
Im Frühjahr 2017 meldete sich die Versicherte erneut zum Leistungsbezug bei der
IV an (Eingang IV-Stelle: 23. Mai 2017). In der Anmeldung gab sie an, derzeit als
Callcenter-Agentin in einem 30 bis 50%igen Pensum zu arbeiten. Das
Leistungsbegehren begründete sie mit dem Auftreten von starken Schmerzen seit
Januar 2017 (IV-act. 49; vgl. auch IV-act. 57 und 163-25 Ziff. 3.2.3). Ab dem 5. Mai
2017 bestand eine ärztlich attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 127-1 ff.). Mit
Verfügung vom 16. Oktober 2017 trat die IV-Stelle gestützt auf die Stellungnahme des
RAD vom 11. Juli 2017 (IV-act. 78), wonach mit den eingereichten Berichten eine
nachvollziehbare Veränderung des Gesundheitszustandes mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit seit der Referenzsituation nicht nachgewiesen sei, nicht auf das
Leistungsbegehren ein (IV-act. 82).
A.b.
Im Januar 2018 wurden durch den Hausarzt Dr. med. C._, Facharzt für Innere
Medizin FMH, mehrere Arztberichte (IV-act. 86) und im Juni 2018 ein weiterer
Arztbericht von Dr. med. D._, Facharzt für Gynäkologie (IV-act. 89), bei der IV-Stelle
eingereicht. Auf die Aufforderungen der IV-Stelle vom 9. Januar und 12. Juni 2018 sich
zum Leistungsbezug erneut anzumelden, reagierte die Versicherte nicht (IV-act. 87 und
90).
A.c.
Das seit dem 5. Mai 2015 bestehende Arbeitsverhältnis bei der E._ GmbH als
Callcenter-Agentin wurde von der Arbeitgeberin per 31. Mai 2018 aufgelöst (IV-act.
130).
A.d.
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Im Frühjahr 2019 (Eingang IV-Stelle: 9. April 2019) meldete sich die Versicherte
wieder zum Leistungsbezug bei der IV an (IV-act. 93). Miteingereicht wurden der
Arztbericht von Dr. C._ vom 6. April 2019 (IV-act. 94) sowie weitere Arztberichte
(insb. der Bericht des Kantonsspitals F._ vom 28. Juli 2009 [IV-act. 97], die Berichte
des Kantonsspitals St. Gallen [KSSG] vom 25. August 2009, 27. September 2017, 29.
November und 14. Dezember 2018 sowie 22. Januar und 13. März 2019 [IV-act. 98,
104, 112 ff.], die Arztberichte von Dr. B._ vom 08. und 22. September 2009 [IV-act.
99 und 101], der Arztbericht von Dr. med. G._, Facharzt für Innere Medizin und
Rheumatologie FMH, St. Gallen, vom 7. Juni 2010 [IV-act. 100], der
Untersuchungsbericht von Dr. med. H._, Facharzt für Radiologie FMH, St. Gallen,
vom 31. August 2009 [IV-act. 102], die Berichte der Radiologie I._ vom 7. und 9. Juni
2017 sowie 29. Oktober 2018 [IV-act. 103, 105 und 110], die Arztberichte von Dr. med.
J._, Facharzt für Neurochirurgie FMH, Klinik K._, vom 21. September und 20.
Oktober 2017 [IV-act. 106 f.], der Psychotherapiebericht von lic. phil. L._, vom 14.
August 2017 [IV-act. 108], der Arztbericht von Dr. med. M._, Facharzt für
Rheumatologie FMH, vom 9. Juli 2018 [IV-act. 109], der Physiotherapiebericht von
N._, dipl. Physiotherapeutin, vom 26. November 2018 [IV-act. 111] sowie die
Arztberichte von Dr. med. O._, Orthopädie P._, vom 15. Februar und 4. März 2019
[IV-act. 116 f.]).
A.e.
In der Stellungnahme vom 11. April 2019 führte RAD-Ärztin Dr. med. Q._,
Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin FMH, aus, dass sich der Gesundheitszustand
der Versicherten seit der Referenzsituation (Verfügung vom 27. Juni 2006) verändert
habe. Sie leide seit dem Jahr 2016 an Schmerzen im Bereich des Steissbeines und des
Rückens, weshalb im Oktober 2017 eine Kokzygektomie durchgeführt worden sei.
Zudem sei ein gynäkologischer operativer Eingriff durchgeführt worden und die
Versicherte habe mehrere Unfälle mit Verletzungen (u.a. Rippenserienfrakturen links
2011) erlitten. Zur Arbeitsfähigkeit führte die Ärztin aus, dass der Versicherten leichte
wechselbelastende Tätigkeiten – wie die angestammte Tätigkeit als Callcenter-Agentin
– zumindest in einem Teilzeitpensum möglich sein sollten. Sie empfahl von den
behandelnden Ärzten weitere Berichte einzuholen (IV-act. 119).
A.f.
Dr. C._ reichte darauf Kopien der von ihm ausgestellten
Arbeitsunfähigkeitszeugnisse im Zeitraum vom 5. Mai 2017 bis 28. Juni 2019 ein (IV-
A.g.
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act. 127). Dr. O._ verwies auf seine früheren Berichte vom 15. Februar und 4. März
2019 und erklärte, dass bezüglich der Hand keine Arbeitsunfähigkeit bestehe (IV-act.
129).
Im Arztbericht vom 20. Mai 2019 (IV-act. 131) von Dr. med. R._, Fachärztin für
Psychiatrie und Psychotherapie, und Psychotherapeut L._ wurden als Diagnosen mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Anpassungsstörung (ICD-10: F43.2), ein
Verdacht auf Rheumatismus, nicht näher bezeichnet (Fibromyalgie; ICD-10: M79.0) und
differentialdiagnostisch eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
leichtgradige Episode (ICD-10: F33.0) gestellt (IV-act. 131-6). Im Weiteren wurde
ausgeführt, dass das Hauptziel der Psychotherapie das Verhindern einer chronischen
depressiven Störung sei (IV-act. 131-5; vgl. auch IV-act. 131-6). Behandlungen fänden
alle vier bis acht Wochen statt (IV-act. 131-3). Aus psychiatrischer Sicht sei eine gute
Prognose mit Wiedererlangen der Arbeitsfähigkeit entsprechend der somatischen
Genesung zu stellen (IV-act. 131-6, vgl. IV-act. 131-8). Wegen der depressiven
Stimmungslage sei mit einer leicht reduzierten Konzentration, einer Verlangsamung,
einer tieferen emotionalen Belastbarkeit und einer raschen Ermüdung zu rechnen (IV-
act. 131-7). Eine angepasste Tätigkeit sei der Versicherten vier Stunden, steigerbar auf
acht Stunden pro Tag zumutbar (IV-act. 131-8).
A.h.
In der Stellungnahme vom 5. Juni 2019 ging RAD-Ärztin Dr. Q._ von einer
Arbeitsfähigkeit von mindestens 4 Stunden pro Tag aus. Als adaptiert bezeichnete sie
leichte wechselbelastende Tätigkeiten ohne Heben und Tragen von Lasten über 12 kg.
Die frühere Tätigkeit als Callcenter-Agentin sei als adaptierte Tätigkeit anzusehen, da
sie ihre Einsätze selbst habe planen und sich zwischendurch immer wieder habe
bewegen können (IV-act. 132).
A.i.
Am 20. Juni 2019 führte die IV-Stelle zwecks Abklärung des Anspruchs auf
Integrationsmassnahmen und Arbeitsvermittlung eine Befragung der Versicherten bei
ihr zuhause durch (IV-act. 135). Mit Schreiben vom 26. Juni 2019 teilte die IV-Stelle der
Versicherten die Abweisung des Leistungsbegehrens auf berufliche Massnahmen mit,
da sie sich nicht in der Lage sehe, an beruflichen Eingliederungsmassnahmen
mitzuwirken (IV-act. 138).
A.j.
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Im Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit und Haushalt
vom 21. September 2019 gab die Versicherte an, dass sie für die alltäglichen
Tätigkeiten doppelt so viel Zeit brauche wie vor der Erkrankung. Unterstützung bei den
Arbeiten im Alltag erhalte sie insbesondere von der Tochter. Im Weiteren erklärte sie,
dass sie im Gesundheitsfall einer Arbeitstätigkeit mit einem 100 %-Pensum nachgehen
würde (IV-act. 140).
A.k.
Nach Einholung von weiteren Arztberichten (psychiatrischer Verlaufsbericht von
lic. phil. L._ vom 08. November 2019 [IV-act. 142] und Arztbericht von Dr. C._ vom
22. Dezember 2019 beinhaltend die Berichte des Schmerzzentrums des KSSG vom
31. Mai, 20. September und 9. Dezember 2019 [IV-act. 145] erachtete die RAD-Ärztin
Dr. Q._ in der Stellungnahme vom 9. Januar 2020 eine polydisziplinäre Begutachtung
mit den Disziplinen Allgemeine Innere Medizin, Orthopädie, Neurologie und Psychiatrie
als erforderlich (IV-act. 149). Die Versicherte wurde darüber am 16. Januar 2020 in
Kenntnis gesetzt (IV-act. 147). Am 5. Februar 2020 erfolgte die Zuteilung des
Gutachtenauftrags an die GA eins GmbH in Einsiedeln (IV-act. 148; vgl. IV-act. 151).
Am 20. Februar 2020 informierte die IV-Stelle die Versicherte, dass gemäss dem
Entscheid der Gutachterstelle die Disziplin Orthopädie durch die Disziplin
Rheumatologie ersetzt werde (IV-act. 153). Am 24. Februar 2020 teilte die
Gutachterstelle der IV-Stelle einen erneuten Disziplinenwechsel mit (anstelle von Dr.
med. S._, Fachärztin für Rheumatologie, neu Dr. med. T._, Facharzt für
Orthopädie; IV-act. 154), worüber die Versicherte mit Schreiben vom 12. März 2020
orientiert wurde (IV-act. 155). Die Änderung wurde seitens der Gutachterstelle mit
äquivalenter medizinischer Indikation für Orthopädie und Rheumatologie begründet.
A.l.
Am 27. Juli 2020 reichte Dr. C._ gynäkologische Arztberichte aus den Jahren
2015 und 2018 bei der IV-Stelle ein (IV-act. 159).
A.m.
Das polydisziplinäre Gutachten stammt vom 26. Oktober 2020 (IV-act. 163).
Beteiligt waren Dr. med. U._, FMH Allgemeine Innere Medizin, Dr. med. T._, FMH
Orthopädische Chirurgie, Dr. med. V._, FMH Neurologie, und Dr. med. W._, FMH
Psychiatrie und Psychotherapie (IV-act. 163-5). Anlässlich der internistischen
Untersuchungen durch Dr. U._ erklärte die Versicherte, dass sie insbesondere
Schmerzen im Rücken vom Steissbein her, welche von den Oberschenkeln bis
A.n.
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zwischen die Schulterblätter ausstrahlen würden, sowie stets Schmerzen in der rechten
Hand habe. Wegen der Rückenschmerzen könne sie nicht lange sitzen, gehen und
stehen. Mit der rechten Hand habe sie keine Kraft und könne nichts anpacken (IV-act.
163-24). Aus interdisziplinärer Sicht stellten die Gutachter keine Diagnosen mit Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien: 1. eine chronische
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41), ein
chronisches unspezifisches multilokuläres Schmerzsyndrom (ICD-10: R52.9),
2. chronische Beschwerden im dorsalen Beckenabschnitt (ICD-10: M79.65/Z98.8) mit/
bei Status nach Kokzygektomie am 20. Oktober 2017, radiologisch eine
Spondylarthrose LWK4/5/SWK1 und eine geringe Arthrose der Iliosakralgelenke (MRI
vom 6. Mai 2020), 3. chronische Beschwerden im Bereich der Oberschenkel (ICD-10:
M79.65), klinisch ein unauffälliger Befund der Hüft- und Kniegelenke, 4. chronische
Beschwerden an Vorderarm und Hand der dominanten rechten Seite (ICD-10: M79.60),
klinisch ein bis auf eine Schwellung im Bereich der Endglieder Dig. II/III unauffälliger
Befund und 5. eine Läsion des Nervus radialis superficialis rechts (ICD-10: G56.3; IV-
act. 163-10). Zur Arbeitsfähigkeit wurde ausgeführt, dass die Versicherte in der
bisherigen Tätigkeit im Callcenter sowie jeder ähnlich gelagerten Tätigkeit zu 100 %
(8.4 Stunden pro Tag) arbeitsfähig sei. Nicht zumutbar seien körperlich schwere und
andauernd mittelschwere Tätigkeiten (IV-act. 163-12 f.). Im Vergleich zur Begutachtung
im Jahr 2005 habe sich der Gesundheitszustand aus neurologischer Sicht etwas
verändert, indem nun sensible Defizite am rechten Vorderarm hätten nachgewiesen
werden können. Diese Befunde hätten allerdings keinen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit (IV-act. 163-12).
In der Stellungnahme vom 26. November 2020 erklärte der RAD, dass auf das
Gutachten abgestellt werden könne (IV-act. 164).
A.o.
Mit Vorbescheid vom 2. Dezember 2020 informierte die IV-Stelle die Versicherte
über die vorgesehene Abweisung des Leistungsbegehrens hinsichtlich einer
Invalidenrente. Begründet wurde dies damit, dass die Gutachter keine Diagnosen mit
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten stellen können. Aus medizinischer Sicht bestehe
daher eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit im Callcenter wie auch
in anderen körperlich leichten und wechselbelastenden Tätigkeiten (IV-act. 167).
A.p.
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Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin Ilona Zürcher,
M.A. HSG in Law, Thal, am 31. März 2021 Einwand und reichte die Berichte des
Psychotherapeuten lic. phil. L._ vom 13. Februar und 15. März 2021, den Arztbericht
von Dr. C._ vom 22. Februar 2021 sowie den Physiotherapiebericht von X._, dipl.
Physiotherapeutin SRK, vom 18. Dezember 2020 ein. Ausgeführt wurde, dass deutliche
Widersprüche insbesondere bei der psychotherapeutischen Beurteilung vorlägen,
welche gegen die Plausibilität und Nachvollziehbarkeit des Gutachtens sprächen. So
seien zwingende Erhebungen im Bereich der Affektivität ausgelassen worden. Zudem
seien die Gutachter zu wenig auf die massiven somatischen Beschwerden und deren
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eingegangen. Nicht beachtet worden sei die
Arbeitsfähigkeitsschätzung des behandelnden Psychotherapeuten von vier Stunden
pro Tag. Auch sei keine rheumatologische Beurteilung vorgenommen und die
Konsensfindung nicht seriös durchgeführt worden. Es sei daher von einer 100%igen
Arbeitsunfähigkeit auszugehen und eine ganze Rente auszurichten (IV-act. 177).
A.q.
Am 27. Mai 2021 nahm die RAD-Ärztin Dr. Q._ zum Einwand Stellung. Dabei
erklärte sie, dass letztlich in der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit die festgestellten
Funktionseinschränkungen und die objektivierbaren Befunde, welche zu einer
Einschränkung führten, massgebend seien und nicht die von der Versicherten
geklagten Beschwerden. Auf eine rheumatologische Begutachtung sei verzichtet
worden, weil es sich nicht um ein chronisches entzündliches Leiden handle. Neue
Berichte, die einen anderen medizinischen Sachverhalt plausibel darlegen würden,
seien keine eingereicht worden. Dr. C._ komme lediglich zu einer anderen
Beurteilung des gleichen medizinischen Sachverhaltes. Zur Kritik des
Psychotherapeuten lic. phil. L._ erklärte die RAD-Ärztin, dass bei der psychiatrischen
Begutachtung die Schmerzproblematik der Versicherten und nicht ihre psychischen
Beschwerden im Vordergrund gestanden hätten. Aus psychiatrischer Sicht seien keine
neuen medizinischen Aspekte genannt worden. Es könne daher an der Beurteilung des
polydisziplinären Gutachtens vom 26. Oktober 2020 festgehalten werden (IV-act. 179).
A.r.
Am 27. Mai 2021 verfügte die IV-Stelle die Abweisung des Rentengesuchs
gestützt auf den mit einem Einkommensvergleich ermittelten Invaliditätsgrad von 0 %
(IV-act. 178).
A.s.
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B.
Gegen die Verfügung vom 27. Mai 2021 erhob die Rechtsanwältin der
Versicherten (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 28. Juni 2021 Beschwerde. Sie
beantragte darin: 1. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 27. Mai 2021 sei
vollumfänglich aufzuheben. 2. Es sei der Beschwerdeführerin spätestens ab dem
7. März 2019 eine ganze Rente auszurichten. 3. Es sei der Beschwerdeführerin für das
vorinstanzliche Einwandverfahren die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen.
4. Eventualiter sei ein neutrales polydisziplinäres Gutachten nach der ständigen
Indikatorenpraxis zu erstellen. 5. Subeventualiter sei ein neutrales rheumatologisches
sowie ein neutrales psychiatrisches vollständiges Gutachten zu erstellen. 6. Es sei der
Beschwerdeführerin für das vorliegende Beschwerdeverfahren mit der
Unterzeichnenden als Rechtsvertreterin die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen.
7. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Verfügenden respektive
zu Lasten des Staates infolge zu bewilligender unentgeltlicher Rechtspflege. Gerügt
wird insbesondere die fehlende Auseinandersetzung mit den seitens der
Beschwerdeführerin am 31. März 2021 erhobenen Einwänden, die (in
rheumatologischer und psychiatrischer Hinsicht) ungenügende und unvollständige
Begutachtung bzw. das nicht rechtsprechungsgemäss erstellte Gutachten (wie die
ungenügende Indikatorenprüfung im psychiatrischen Teilgutachten), der nicht
nachvollziehbare Einkommensvergleich, der unterlassene Leidensabzug von 25 % bzw.
das zu hoch angesetzte Invalideneinkommen (act. G 1).
B.a.
Die Beschwerdegegnerin beantragte in der Beschwerdeantwort vom
21. September 2021 die Abweisung der Beschwerde. Im Wesentlichen brachte sie vor,
die Beurteilung durch die Gutachterstelle GA eins GmbH sei beweiskräftig, da diese in
Kenntnis der Vorakten erstellt worden sei, eine vollständige Anamnese enthalte, die
geklagten Beschwerden berücksichtige, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge einleuchte und begründete Schlussfolgerungen enthalte.
Insbesondere seien die massgebenden Standardindikatoren im Gutachten behandelt
und diskutiert worden. Aus orthopädischer Sicht seien die klinischen Befunde vom
Bewegungsapparat her weitgehend unauffällig gewesen und die von der
Beschwerdeführerin geschilderten Schmerzen hätten mit objektiven Befunden nicht
vollständig erklärt werden können. Die neurologische Untersuchung habe keine
B.b.
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radikuläre Ursache für die von lumbal her ausstrahlenden Schmerzen ergeben. Aus
allgemeininternistischer Sicht sei ein unauffälliger Befund erhoben worden. Es bestehe
eine Läsion des Nervus radialis superficialis, welche gewisse Sensibilitätsstörungen am
rechten Vorderarm erklären könnte. Aus somatischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit in
der angestammten Tätigkeit im Callcenter als auch in einer anderen leichten
wechselbelastenden Tätigkeit nicht eingeschränkt. Aus psychiatrischer Sicht sei
aufgrund der von der Beschwerdeführerin angegeben Schmerzen, die nicht vollständig
hätten objektiviert werden können, eine chronische Schmerzstörung mit somatischen
und psychischen Faktoren diagnostiziert worden, welche keine Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit habe. Bei der psychiatrischen Untersuchung hätten nur leichtgradige
Einschränkungen festgestellt werden können. Das polydisziplinäre Gutachten erlaube
eine schlüssige Beurteilung im Lichte der bundesgerichtlich festgelegten
Standardindikatoren. Eine ressourcenhemmende Wirkung der chronischen
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren sei nicht ausgewiesen. Im
Gutachten werde daher zu Recht von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer
sitzenden, wechselbelastenden Tätigkeit ausgegangen. Weitere Abklärungen seien
nicht angezeigt. Ein Leidensabzug sei nicht gerechtfertigt, da der Beschwerdeführerin
noch ein genügend breites Spektrum an zumutbaren Verweistätigkeiten offenstehe
(act. G 6).
Dem Gesuch der Beschwerdeführerin um Gewährung der unentgeltlichen
Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung) für das Verfahren vor Versicherungsgericht wurde am
27. September 2021 entsprochen (act. G 7).
B.c.
In der Replik vom 30. Dezember 2021 hielt die Beschwerdeführerin vollumfänglich
an den in der Beschwerde vom 28. Juni 2021 gestellten Anträgen fest. Ergänzend zu
den bisherigen Ausführungen wurde insbesondere ausgeführt, dass eine Tätigkeit in
einem Callcenter (insbesondere in Folge der verminderten Sitzfähigkeit und der
möglichen psychischen Überforderung) nicht mehr optimal adaptiert sei. Die
Einschränkungen (insb. die Probleme beim Treppensteigen und beim langen Sitzen)
seien im Gutachten ungenügend gewürdigt worden. Die bisherigen Behandlungen mit
Physiotherapie und medikamentösen Massnahmen hätten bisher zu keiner
signifikanten und anhaltenden Beschwerdeverbesserung geführt. Da ein Teil der
B.d.
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Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu beurteilen ist der
Rentenanspruch der Beschwerdeführerin.
Beschwerden eine weichteilrheumatische Ursache (tendomyopathisches
Schmerzsyndrom) habe, welche nicht den entzündlichen Erkrankungen zugerechnet
und in der Regel nicht im Rahmen einer orthopädischen Abklärung abschliessend
beurteilt werden könne, bedürfe es eines rheumatologischen Gutachtens. Dass die
Alltagsaktivitäten der Beschwerdeführerin als Beleg für die Arbeitsfähigkeit genommen
würden, werde kritisiert. Damit werde ausser Acht gelassen, dass sie diese Tätigkeiten
weitestgehend nach ihrer Schmerzempfindung ausrichten könne, dies bei einer
Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt jedoch nicht möglich sei (act. G 13.2;
miteingereicht wurden der Arztbericht von Dr. C._ vom 12. Dezember 2021 [act.
G 13.3] und der Bericht von lic. phil. L._ vom 2. November 2021 [act. G 13.4]).
In der Duplik vom 2. Februar 2022 erklärte die Beschwerdegegnerin, dass sie die
mit der Replik eingereichten medizinischen Berichte dem RAD vorgelegt habe. Dieser
habe in der Stellungnahme vom 18. Februar 2022 (vgl. act. G 15.1) ausgeführt, dass
keine neuen medizinischen Sachverhalte oder Diagnosen vorgebracht worden seien,
welche nicht bereits im medizinischen Dossier oder im Gutachten erwähnt bzw.
diskutiert worden seien. Gemäss dem RAD bleibe es bei der bisherigen Einschätzung
der Arbeitsfähigkeit und des Zumutbarkeitsprofils. Daher werde unverändert am
Abweisungsantrag festgehalten (act. G 15).
B.e.
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder
die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a),
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens
40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens
40 % invalid sind (lit. c). Der Rentenanspruch entsteht frühestens nach Ablauf von
sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG;
1.1.
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2.
Zunächst ist die zwischen den Parteien umstrittene Frage zu prüfen, ob der
Sachverhalt in medizinischer Hinsicht spruchreif abgeklärt wurde.
SR 830.1), jedoch frühestens im Monat der auf die Vollendung des 18. Altersjahrs folgt
(Art. 29 Abs. 1 IVG). Die Rente wird vom Beginn des Monats ausbezahlt, in dem der
Rentenanspruch entsteht (Abs. 3).
Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder
längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist
der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens
einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor,
wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2.
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen, 115 V 134 E. 2).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für
die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1).
1.3.
Die Beschwerdeführerin beantragt in der Beschwerdeschrift, es sei ein neues
polydisziplinäres Gutachten (vgl. act. G 1-2 Ziff. 4.) bzw. ein rheumatologisches sowie
ein psychiatrisches Gutachten (vgl. act. G 1-2 Ziff. 5) in Auftrag zu geben. Dazu besteht
aus formellen Gründen keine Notwendigkeit, denn wie die Aktenlage zeigt, wurde die
Beschwerdeführerin vorgängig über die geplanten Begutachtungsdisziplinen informiert.
Es wäre daher an ihr gelegen, innert der gesetzten Frist (ersatzweise oder zusätzlich)
ein rheumatologisches Teilgutachten zu fordern (vgl. die Mitteilung der IV-Stelle vom
2.1.
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12. März 2020, IV-act. 155). Vor Durchführung der gutachterlichen Untersuchungen am
27. Mai/ 2. Juni 2020 stellte sie jedoch kein entsprechendes Begehren. Hinsichtlich der
vorgesehenen Fragen an die Gutachter bzw. hinsichtlich der vorgesehenen Gliederung
des Gutachtens (vgl. IV-act. 146 und 147) erfolgten seitens der Beschwerdeführerin vor
der Begutachtung ebenfalls keine Einwände oder Ergänzungsanträge.
Die Beschwerdegegnerin stützt sich für die Abweisung des Rentenanspruchs im
Wesentlichen auf das polydisziplinäre Gutachten der Gutachterstelle GA eins GmbH
vom 26. Oktober 2020 (IV-act. 163) und auf die Stellungnahmen des RAD vom 26.
November 2020 (IV-act. 164) und 27. Mai 2021 (IV-act. 179). Die Beschwerdeführerin
bestreitet dagegen die Beweiskraft des Gutachtens und verweist dabei insbesondere
auf die abweichenden Einschätzungen des Psychotherapeuten L._ (Berichte vom
13. Februar, 15. März und 2. November 2021, act. G 1.3 f., G 13.4) und des Hausarztes
Dr. C._ (Arztberichte vom 22. Februar und 12. Dezember 2021, act. G 1.5, G 13.3).
2.2.
2.3.
Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann zunächst nur relevant sein,
wenn sie Folge einer fachärztlich einwandfrei diagnostizierten
Gesundheitsbeeinträchtigung ist (vgl. Bundesgerichtsentscheid vom 15. Mai 2017,
8C_95/2017, E. 5.4.3; BGE 130 V 396).
2.3.1.
Da bei psychischen Störungen die diagnostische Einordnung allein das objektiv
bestehende tatsächliche Leistungsvermögen nicht festlegt, sind die funktionellen
Folgen der Gesundheitsschädigung qualitativ zu erfassen und quantitativ
einzuschätzen (vgl. BGE 141 V 281 E. 3.1; BGE 143 V 418 E. 4.1.2). Nach der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1 f.) sind grundsätzlich
(bei Ausnahmen nach dem jeweiligen Beweisbedarf) sämtliche psychischen
Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu
unterziehen. Für die Beurteilung des funktionellen Leistungsvermögens sind – unter
Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und von
Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits – gemäss BGE 141 V 281 also in
der Regel diverse Standardindikatoren beachtlich. Diese hat das Bundesgericht wie
folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.1.3): Kategorie "funktioneller
Schweregrad" (E. 4.3) mit den Komplexen "Gesundheitsschädigung" (Ausprägung der
diagnoserelevanten Befunde und Symptome; Behandlungs- und Eingliederungserfolg
oder -resistenz; Komorbiditäten [E. 4.3.1]), "Persönlichkeit" (Persönlichkeitsentwicklung
und -struktur, grundlegende psychische Funktionen [E. 4.3.2]) und "sozialer
Kontext" (E. 4.3.3) sowie Kategorie "Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens
2.3.2.
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[E. 4.4]) mit den Faktoren gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen
vergleichbaren Lebensbereichen (E. 4.4.1) und behandlungs- und
eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidensdruck (E. 4.4.2).
Im Weiteren ist zu beachten, dass ein den Beweisanforderungen grundsätzlich
genügendes medizinisches Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a und b) nicht stets in Frage
gestellt werden und Anlass zu weiteren Abklärungen bieten kann, wenn und sobald die
behandelnden medizinischen Fachpersonen nachher zu einer unterschiedlichen
Beurteilung gelangen oder an vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen
festhalten. Anders verhält es sich nur, wenn objektiv feststellbare Gesichtspunkte
vorgebracht werden, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt geblieben waren und
die geeignet sind, zu einer anderen Beurteilung zu führen (Urteil des Bundesgerichts
vom 29. Juli 2008, 9C_830/2007, E. 4.3 mit Hinweisen).
2.3.3.
Ferner kann eine psychiatrische Exploration von der Natur der Sache her nicht
ermessensfrei erfolgen. Sie eröffnet einer psychiatrischen Fachperson – sei sie nun in
therapeutischer oder in begutachtender Funktion – daher praktisch immer einen
gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene medizinisch-psychiatrische
Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern die Beurteilung des
Experten oder der Expertin die Beweisanforderungen erfüllt (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 5. März 2009, 8C_694/2008, E. 5.1.1).
2.3.4.
Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin an belastungs- und
bewegungsabhängigen Schmerzen verschiedener Lokalisation leidet sowie
Einschränkungen hinsichtlich der Einnahme von Zwangshaltungen sowie des Hebens
und Tragens von Lasten bestehen. Umstritten ist dagegen die Beurteilung der
Beschwerden. Dies betrifft sowohl die diagnostische Einstufung der Leiden als auch
deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sowie die Verwertbarkeit der
Restarbeitsfähigkeit (vgl. act. G 1, G 6, G 13.2, G 15, IV-act. 163).
2.4.
Nachfolgend ist die Beweiskraft des polydisziplinären Gutachtens der GA eins
GmbH vom 26. Oktober 2020 (IV-act. 163) zu prüfen.
2.5.
Im internistischen Teilgutachten (IV-act. 163-24 ff.) führte Dr. U._ aus, dass die
Beschwerdeführerin anlässlich der Untersuchung über Schmerzen im Rücken vom
Steissbein her, welche von den Oberschenkeln bis zwischen die Schulterblätter
ausstrahlen würden, sowie in der rechten Hand berichtet habe. Wegen der
Rückenschmerzen könne sie nicht lange sitzen, gehen und stehen. Mit der rechten
Hand habe sie keine Kraft und könne auch nichts anpacken. Allgemeininternistische
2.5.1.
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Beschwerden machte die Beschwerdeführerin jedoch nicht geltend (IV-act. 163-27).
Die internistische Untersuchung zeigte weitgehend unauffällige Befunde. Die
Laborwerte lagen ebenfalls im Normbereich. Dass der Facharzt aus internistischer
Sicht angesichts der erhoben Befunde keine Diagnose mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit stellen konnte und von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit (8.4 Stunden
pro Tag) ausging, ist nachvollziehbar und vermag zu überzeugen (IV-act. 163-26 ff.). Im
Weiteren wies er darauf hin, dass die Beschwerdeführerin über Fähigkeiten und
Ressourcen für eine berufliche Tätigkeit verfüge. Auch im Alltag sei sie nicht vollständig
eingeschränkt, führe sie doch den Haushalt, betreue einen Hund und verrichte leichte
Gartenarbeiten (IV-act. 163-27).
Im neurologischen Teilgutachten (IV-act. 163-51 ff.) erklärte Dr. V._, dass die
Beschwerdeführerin über die Komplikationen im Rahmen der gynäkologischen
Operation im Jahr 2015 und die seither bestehenden Darmprobleme und
Oberbauchschmerzen sowie über die Schmerzen im Bereich des Gesässes und der
Oberschenkel beidseits berichtet habe. Zudem habe sie lumbale Rückenschmerzen
geltend gemacht. Beim Gehen würden die Schmerzen nach etwa 20 bis 30 Minuten
zunehmen wie auch beim Aufwärtsgehen und beim Treppensteigen. Sitzen könne sie
etwa 15 bis 20 Minuten. Im Stehen komme es rasch zu zunehmenden Kreuz- und
Oberschenkelschmerzen, so dass sie immer wieder die Position wechseln müsse (IV-
act. 163-51 f.). Der Facharzt erhob eine neurologische Symptomatik an der rechten
dominanten Hand, wobei die Sensibilitätsstörungen zumindest teilweise durch eine
Läsion des Nervus radialis ramus superficialis erklärbar seien. Bedingt durch die
persistierende Reizsymptomatik des Nervus komme es bei schweren Arbeiten zur
Provokation von Beschwerden. Eine eingeschränkte Belastbarkeit der dominanten
rechten Hand sei aus neurologischer Sicht erklärbar. Da die Ursache jedoch unklar sei,
seien die Erfolgsaussichten einer Operation eher gering, zumal die Symptomatik bereits
seit mehreren Jahren vorliege, ein relevanter neuropathischer Schmerz nicht bestehe
und die Feinmotorik normal sei. In Bezug auf die Kreuz-, Hüft- und
Oberschenkelschmerzen könne aus neurologischer Sicht keine schlüssige Erklärung
gefunden werden. Bei der klinischen Untersuchung hätten keine Hinweise auf eine
radikuläre Reiz- bzw. sensomotorische Ausfallsymptomatik gefunden werden können.
Es bestünden ausgeprägte Drucküberempfindlichkeiten in der Muskulatur und im
Bereich der Muskelansätze, so dass davon ausgegangen werden müsse, dass ein
tendomyopathisches Schmerzsyndrom im Vordergrund stehe. Dr. V._ stellte keine
neurologische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Als ohne
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nannte er die Läsion des Nervus radialis
2.5.2.
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superficialis rechts (ICD-10: G56.3) und das chronische lumbospondylogene
Schmerzsyndrom (ICD-10: R52.2) mit tendomyopathischem Schmerz proximal betont
an den unteren Extremitäten (IV-act. 163-53 ff.). Aus neurologischer Sicht ging er
hinsichtlich der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Callcenter-Agentin von keiner
relevanten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus (100%ige Arbeitsfähigkeit bzw. 8 bis
8.5 Stunden pro Tag), wobei allfällige Einschränkungen aufgrund der Kreuz-, Hüft- und
Oberschenkelschmerzen nicht berücksichtigt worden seien, da diese im Rahmen der
orthopädischen Begutachtung beurteilt würden. Einschränkend fügte er an, dass
Tätigkeiten mit schwerer manueller Belastung der Beschwerdeführerin nicht mehr
zugemutet werden könnten (IV-act. 163-57 f.). Diese gutachterlichen Ausführungen und
Einschätzungen sind nachvollziehbar und überzeugend und erscheinen auch im
Kontext mit weiteren Arztberichten schlüssig, so dass auf die gutachterliche
Arbeitsfähigkeitsschätzung aus neurologischer Sicht von 100 % abgestellt werden
kann.
Dr. T._ berichtete im orthopädischen Teilgutachten (IV-act. 163-40 ff.), dass
gemäss der Beschwerdeführerin die krampfartigen Beschwerden an den
Oberschenkeln, derentwegen sie nicht lange stehen, sitzen oder liegen könne, in
Vordergrund stünden. So benötige sie bspw. beim Treppaufgehen nach drei Stufen
eine Pause. Ausserdem erwähne sie eine Spannung sowie Schmerzen von den Leisten
in den Schambereich und distalwärts an den Oberschenkeln. Hinzu kämen Schmerzen
und Schwellungen im Bereich des fehlenden Steissbeins. Zudem habe sie Probleme
mit der rechten Hand und dabei insbesondere mit dem Handgelenk. Es bestehe hier
eine Kraftlosigkeit. Die Symptomatik ziehe vom distalen dorsalen Vorderarm bis zu den
Spitzen des Zeige- und Ringfingers, welche oft taub und geschwollen seien.
Medizinisch betreut werde sie vom Hausarzt und einem Psychotherapeuten sowie in
der Schmerzklinik des KSSG. In orthopädischer, rheumatologischer und neurologischer
Hinsicht erfolge derzeit keine fachärztliche Behandlung. Die von Dr. T._
vorgenommene orthopädische Untersuchung der Wirbelsäule und der Extremitäten
zeigte eine freie Beweglichkeit sämtlicher Abschnitte. Auffallend seien die unklaren,
wechselhaften Schmerzreaktionen bei Palpation des unteren Rückens und dorsalen
Beckenbereichs, aber auch die Angabe ausgedehnter Druckdolenzen etwa an der
rechten Schulter sowie Hand, welche weder anatomisch klar zugeordnet noch
reproduzierbar seien. Die Prüfung der unteren Extremitäten in Rückenlage habe zu
deutlichem Gegenhalten und zur Angabe krampfartiger Beschwerden an den
Oberschenkeln geführt. Dagegen sei die forcierte Vornahme derselben Manöver in
sitzender Position mit hängenden Beinen zeitweise dezidiert ohne jeglichen
2.5.3.
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Leidensdruck möglich gewesen. Auf radiologischer Ebene hätten an der Wirbelsäule
tieflumbale Spondylarthrosen sowie geringe degenerative Veränderungen der
Iliosakralgelenke festgestellt werden können. An der Hand hätten keine wegweisenden
Befunde erhoben werden können. Zusammenfassend hielt Dr. T._ fest, dass sich die
letztlich sehr diffus beklagten Beschwerden durch die klinischen und radiologischen
Befunde keinesfalls klar begründen liessen. Die im Alltag geltend gemachten
Einschränkungen könnten auf rein orthopädischer Ebene kaum nachvollzogen werden.
Dr. T._ erhob denn auch nur Diagnosen, welchen er keinen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit zubilligte (chronische Beschwerden im dorsalen Beckenabschnitt
[ICD-10: M79.65/Z98.8] mit/bei Status nach Kokzygektomie am 20. Oktober 2017,
radiologisch Spondylarthrose LWK4/5/SWK1 und geringer Arthrose der
Iliosakralgelenke [MRI vom 6. Mai 2020]; chronische Beschwerden im Bereich der
Oberschenkel [ICD-10: M79.65] mit klinisch unauffälligem Befund der Hüft- und
Kniegelenke; chronische Beschwerden an Vorderarm und Hand der rechten
dominanten Seite [ICD-10: M79.60] mit klinisch bis auf eine Schwellung im Bereich der
Endglieder Dig. II/III unauffälligem Befund und ein chronisches unspezifisches
multilokuläres Schmerzsyndrom [ICD-10: R52.9]). Aus orthopädischer Sicht bestehe für
körperlich sehr leichte bis leichte Verrichtungen unter Wechselbelastung einschliesslich
jener als Telefonistin eine zeitlich und leistungsmässig uneingeschränkte
Arbeitsfähigkeit. Das wiederholte Heben und Tragen von Lasten über 5 kg bis selten
10 kg sollte vermieden werden. Die von Dr. T._ gestellten Diagnosen beruhen auf den
von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Leiden und den erhobenen Befunden.
Dass aus orthopädischer Sicht keine quantitativen, sondern nur qualitative
Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit in Bezug auf eine leidensangepasste Tätigkeit –
wozu auch die bisherige Tätigkeit als Callcenter-Agentin zählt – zu begründen
vermögen, ist nachvollziehbar und vermag zu überzeugen.
Im psychiatrischen Teilgutachten (IV-act. 163-30 ff.) berichtete Dr. W._
darüber, dass die Beschwerdeführerin als Hauptbeschwerden ausgeweitete
Schmerzen am Bewegungsapparat und konsekutive Schlafstörungen genannt habe.
Von den Schmerzen, welche im Jahr 2015 angefangen hätten und eine Folge der
Operationen seien, habe sie sich körperlich – trotz Medikamentation, Physiotherapie
und Elektrobehandlung – nie erholt (IV-act. 163-31 f.). Zudem bestünden morgendliche
Anlaufschwierigkeiten (IV-act 163-34). Bei Befund gab der Facharzt insbesondere an,
dass der affektive Kontakt gut herstellbar, die Stimmung ausgeglichen und der
Selbstwert erhalten gewesen seien. Insuffizienzgedanken seien vorgelegen,
Schuldgedanken oder Hinweise auf manifeste Ängste mit vegetativen Symptomen als
2.5.4.
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Ausdruck von Angst und Zwängen jedoch nicht. Die Aufmerksamkeit, die Auffassung
und das Gedächtnis seien intakt und das Denken formal geordnet gewesen. Inhaltlich
hätten keine Wahnideen, Halluzinationen, Ich-Störungen, Hinweise auf Suizidalität oder
ein fremdgefährliches Verhalten festgestellt werden können. Die Beschwerdeführerin
fühle sich zwar nicht mehr arbeitsfähig, leide aber nicht unter umfassenden negativen
Zukunftsperspektiven. Der Facharzt ging vom Vorliegen einer chronischen
Schmerzstörung, jedoch nicht von einer depressiven Episode aus, da die affektiven
Symptome nicht genügend ausgeprägt seien. Auch bestehe weder eine Angst- noch
eine Persönlichkeitsstörung. Eine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
stellte er nicht. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sei die chronische
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41; IV-act.
163-35 ff.). Zu der in früheren Arztberichten angeführten rezidivierenden depressiven
Störung, gegenwärtig leichte Episode, führte Dr. W._ aus, dass eine solche Diagnose
keine Arbeitsunfähigkeit begründen müsse, jedenfalls sei die damals angegebene
Arbeitsfähigkeit von vier Stunden pro Tag zu niedrig eingeschätzt und nicht begründet.
Es sei gut möglich, dass eine rezidivierende depressive Störung bestanden habe, die
nun remittiert sei (IV-act. 163-36). Aus psychiatrischer Sicht ging er von einer
100%igen Arbeitsfähigkeit (8 Stunden pro Tag) in der bisherigen sowie in einer
angepassten Tätigkeit aus. Auch im Verlauf könne er keine anhaltende
Arbeitsunfähigkeit attestieren (IV-act. 163-37). Die Befundaufnahme ist angesichts des
Gesagten als umfassend und die Folgerungen des Gutachters als nachvollziehbar und
schlüssig einzustufen, zumal die Akten keine Hinweise enthalten, die auf eine namhafte
psychische Erkrankung hindeuten. Die Würdigung des Sachverhalts gemäss den
bundesgerichtlichen Standardindikatoren (vgl. Erwägung 2.3.2) ergibt ein stimmiges
Bild passend zur gutachterlichen Arbeitsfähigkeitseinschätzung. So arbeitete die
Beschwerdeführerin zuletzt in einem zumindest 50%igen Pensum als Callcenter-
Agentin und zusätzlich in einem Brockenhaus. Zudem erledigt sie die leichten
Haushaltsarbeiten selber (IV-act. 163-25 f.). Es scheint auch, dass die
Beschwerdeführerin ärztlicherseits gut versorgt wird. Dazu gehören die Behandlungen
durch den Hausarzt, durch einen Psychotherapeuten, eine Physiotherapeutin sowie die
Ärzte der Schmerzklinik des KSSG. Die Therapien scheinen bedarfsgerecht und
aufeinander abgestimmt zu sein wie auch von der Beschwerdeführerin als hilfreich
empfunden zu werden. In der Vergangenheit zeigte die Beschwerdeführerin
Eigeninitiative. Derzeit scheint es daran zu mangeln, war sie doch weder bereit an
Eingliederungsmassen teilzunehmen noch suchte sie zumindest eine Teilzeitstelle.
Offensichtlich reichen der Beschwerdeführerin die Sozialhilfegelder, um ihren
Lebensunterhalt bestreiten zu können. Die finanzielle Situation dürfte trotzdem in
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psychischer Hinsicht (mit-)belastend sein. Sie verfügt jedoch über ein intaktes eher
breites soziales Netzwerk, welches ihr auch als Stütze und Ressource dient. Weitere
Kontakte ergeben sich durch die zahlreichen medizinischen Behandlungstermine,
welche sie regelmässig wahrnimmt. Die Erkenntnisse aus der Würdigung der
Standardindikatoren sind passend zur gutachterlichen Arbeitsfähigkeitseinschätzung.
Folglich ist von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht auszugehen.
In der interdisziplinären medizinischen Beurteilung erklärten die Gutachter der
GA eins GmbH gestützt auf die Erkenntnisse aus den Teilgutachten, dass sie aus
polydisziplinärer Sicht keine objektiven pathologischen Befunde hätten erheben
können, welche eine körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit wie diejenige in
einem Callcenter einschränken würden. Lediglich körperlich schwere und andauernd
mittelschwere Tätigkeiten seien nicht zumutbar (vgl. IV-act. 163-10 f.). Dies vermag in
Anbetracht der erhobenen Befunde und gestellten Diagnosen zu überzeugen, waren
doch die klinischen Befunde vom Bewegungsapparat weitgehend unauffällig und die
von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Schmerzen mit den objektiven
Befunden nicht vollständig erklärbar. Ebenso konnte während der Untersuchungen
ausser der Schmerzstörung weder eine zusätzliche depressive Symptomatik noch ein
anderes psychisches Leiden festgestellt werden. Dass die durch die Läsion des Nervus
radialis superficialis teilweise erklärbaren Sensibilitätsstörungen am rechten Vorderarm
keine Einschränkung bei leidensangepassten Tätigkeiten wie als Telefonistin in einem
Callcenter zeitigen würden, vermag ebenso einzuleuchten. Dass die Gutachter die
Belastungsfaktoren aus dem psychosozialen Bereich wie finanzielle Probleme nicht
berücksichtigt bzw. ausgeblendet haben, ist in versicherungsrechtlicher Hinsicht
korrekt. Die gutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzung für eine leidensangepasste
Tätigkeit vermag auch angesichts der von der Beschwerdeführerin im Alltag gezeigten
Aktivitäten und des von den Gutachtern beschriebenen spontanen Verhaltens während
der Untersuchungen zu überzeugen. Diese sprechen zumindest im Grad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit gegen einen höheren Arbeitsunfähigkeitsgrad
insbesondere in quantitativer Hinsicht.
2.5.5.
Somit ist festzuhalten, dass die gutachterlichen Beurteilungen auf
eigenständigen Abklärungen beruhen und für die streitigen Belange umfassend sind.
Die medizinischen Vorakten insbesondere die Berichte der behandelnden Ärzte sowie
das frühere Gutachten wurden verwertet und diskutiert. Abweichungen von den
Vorakten wurden nachvollziehbar begründet. Die von der Beschwerdeführerin
geklagten Leiden wurden umfassend sowie interdisziplinär berücksichtigt und
namentlich im Rahmen einer objektiven Konsistenzprüfung gewürdigt. Zur Rüge der
2.5.6.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 20/26
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Beschwerdeführerin bezüglich des fehlenden rheumatologischen Gutachtens ist
anzumerken, dass im orthopädischen Teilgutachten (vgl. IV-act. 163-48) wie auch in
der interdisziplinären Konsensbeurteilung (vgl. IV-act. 163-10) die rheumatologischen
Aspekte berücksichtigt worden sind. Von der Beschwerdeführerin wurde denn auch
nicht konkretisiert, welche rheumatologischen Leiden nicht einbezogen worden sein
sollten, die einen Einfluss auf die gutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzung gehabt
hätten. Auch bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass objektiv wesentliche Tatsachen
nicht berücksichtigt worden wären. Die für eine leidensangepasste Tätigkeit
bescheinigte 100%ige Arbeitsfähigkeit leuchtet denn auch in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein.
Ergänzend ist auf die Stellungnahmen der RAD-Ärztin Dr. Q._ vom 26. November
2020 und 27. Mai 2021 (IV-act. 164 und 179) zu verweisen. Nach dem Gesagten
vermag das Gutachten der GA eins GmbH zu überzeugen und die Anforderungen an
ein beweiskräftiges polydisziplinäres Gutachten zu erfüllen.
Im Weiteren ist auf die Einwände und Kritik der Beschwerdeführerin bzw. der
medizinischen Fachpersonen, dem Psychotherapeuten L._ und dem Hausarzt Dr.
C._, einzugehen.
2.6.
Im Bericht vom 13. Februar 2021 (act. G 1.3) kritisierte Psychotherapeut L._,
dass das psychiatrische Teilgutachten durch seine Oberflächlichkeit auffalle. Im Befund
werde kaum auf den Aspekt der Störungen der Affektivität eingegangen. Zudem fehle
es an einer Auseinandersetzung mit früheren (Verdachts-)Diagnosen. Im Bericht vom
15. März 2021 (act. G 1.4) erläuterte der Psychotherapeut die Voraussetzungen für die
von ihm in Aussicht gestellte Erhöhung der Arbeitsfähigkeit auf 8 Stunden pro Tag. So
bedürfe es einer Verbesserung der körperlichen Situation. Zudem treffe die
Arbeitsfähigkeitssteigerung nur für psychisch wenig belastende Tätigkeiten zu (act.
G 1.4). Im Arztbericht vom 22. Februar 2021 (act. G 1.5) äusserte Dr. C._ Kritik am
polydisziplinären Gutachten der GA eins GmbH. So könnten zwar die einzelnen
Teilgutachten nachvollzogen werden, jedoch nicht die interdisziplinäre
Gesamtbeurteilung, denn es sei der Beschwerdeführerin nicht möglich, längere Zeit zu
sitzen. Dies verunmögliche eine berufliche Tätigkeit auch für leichtere körperliche
Belastungen wie zum Beispiel als Telefonistin. Hinzu kämen die körperlichen
Leistungseinschränkungen beim Tragen von Lasten sowie eine leichtgradige
Einschränkung der rechten Hand. Im Weiteren erachtete Dr. C._ angesichts der
vorliegenden Beschwerden eine rheumatologische Begutachtung als angezeigt.
2.6.1.
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In den Stellungnahmen vom 27. Mai 2021 (IV-act. 179) und 18. Januar 2022 (act.
G 15.1) äusserte sich RAD-Ärztin Dr. Q._ zur fehlenden rheumatologischen
Begutachtung. Es sei darauf verzichtet worden sei, weil es sich bei der Nervus radialis
superficialis-Problematik nicht um ein chronisches entzündliches Leiden handle. Auch
habe die Beschwerdeführerin nicht gegen die geplanten Begutachtungsdisziplinen
opponiert. Im Weiteren erklärte sie, dass Dr. C._ keine neuen medizinischen Aspekte
genannt habe, welche weitere Abklärungen bedingen würden. Zur Kritik von
Psychotherapeut L._ erklärte die RAD-Ärztin, dass bei der psychiatrischen
Begutachtung die Schmerzproblematik vordergründig gewesen sei und nicht das
psychische Beschwerdebild. Bereits bei der früheren Begutachtung im Jahr 2005 sei
auf die Entwicklung einer Somatisierung der chronischen Schmerzproblematik
hingewiesen worden. Der Psychotherapeut habe auch keine neuen medizinischen
Aspekte genannt. Es handle sich somit ebenfalls nur um eine andere Beurteilung des
gleichen medizinischen Sachverhalts. Deshalb könne weiterhin auf die gutachterlichen
Einschätzungen hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit und des Zumutbarkeitsprofils
abgestellt werden.
2.6.2.
Die psychiatrische Diagnosestellung von Dr. W._ beruht vorrangig auf der zum
Untersuchungszeitpunkt vorgefundenen Lage. Wie in Erwägung 2.3.4 ausgeführt, sind
die Würdigung der Befunde, die Diagnosestellung wie auch die
Arbeitsfähigkeitseinschätzung nie ermessensfrei. Trotzdem räumt die
bundesgerichtliche Rechtsprechung Gutachten einen Vorrang gegenüber anderen
ärztlichen Berichten ein, zumindest solange als nicht objektiv feststellbare
Gesichtspunkte vorliegen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt geblieben
waren und die geeignet sind, zu einer anderen Beurteilung zu führen (vgl. Erwägung
2.3.3). Solche konkreten Fehler sind im psychiatrischen Teilgutachten nicht ersichtlich.
Die gegenüber dem behandelnden Psychotherapeuten L._ abweichende Beurteilung
des psychiatrischen Gutachters erscheint mit Blick auf die gutachterlich erhobenen
Befunde als nachvollziehbar und überzeugend (vgl. dazu die Stellungnahmen des RAD
vom 27. Mai 2021 [IV-act. 179] und 18. Januar 2022 [act. G 15.1]). Das Gutachten
beinhaltet in Anbetracht der zu würdigenden psychiatrischen Leiden auch die nach
neuer Rechtsprechung für sämtliche psychiatrischen Diagnosen erforderlichen
Indikatoren des strukturierten Beweisverfahrens zumindest in einem ausreichenden
Masse. Die diesbezüglich erhobenen Rügen der Beschwerdeführerin bzw. die vom
behandelnden Psychotherapeuten angebrachte Kritik sind insofern unbegründet, als
kein Bedarf an weitergehenden psychiatrischen Abklärungen besteht. Hinsichtlich der
Forderung der Beschwerdeführerin und auch des Hausarztes Dr. C._, ein
2.6.3.
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3.
Es bleibt damit die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen vorzunehmen.
rheumatologisches Gutachten einzuholen, zeigt sich wie in Erwägung 2.5.6 ausgeführt,
dass in den vorliegenden Teilgutachten die rheumatologischen Aspekte genügend
berücksichtigt wurden und von einem medizinisch ausreichend geklärten Sachverhalt
ausgegangen werden kann. So ist denn auch nicht ersichtlich, welchen zusätzlichen
Nutzen eine rheumatologische Begutachtung für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
bringen würde, weshalb darauf zu verzichten ist. Nicht zu beanstanden ist, dass im
interdisziplinären Konsens keine quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
erhoben wurde, denn entsprechende Beeinträchtigungen konnten in den einzelnen
Begutachtungsdisziplinen ebenso nicht ermittelt werden. Zudem wurden bereits bei
der früheren polydisziplinären Begutachtung (vgl. Gutachten vom 3. Juni 2005, IV-act.
43) der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin und die resultierenden
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit von den Gutachtern im Vergleich zu den
behandelnden Ärzten als weniger schwerwiegend eingestuft. Schliesslich ergibt sich
aus der Aktenlage nicht, dass sich die Arbeitsfähigkeit insbesondere in quantitativer
Hinsicht bezogen auf eine leidensangepasste Tätigkeit seit der ersten Begutachtung
wesentlich verschlechtert hätte.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der medizinische Sachverhalt per
Verfügungszeitpunkt rechtsgenüglich abgeklärt war. In Übereinstimmung mit dem RAD
(vgl. IV-act. 179 und act. G 15.1) ist auf das Ergebnis der Begutachtung durch die GA
eins GmbH vom 26. Oktober 2020 (IV-act. 163) und dabei insbesondere auf die
Befunderhebung, die Diagnosestellung und die Arbeitsfähigkeitsschätzung für
leidensangepasste Tätigkeiten abzustellen. Folglich ist von einer Arbeitsfähigkeit von
100 % für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Mitarbeiterin (Telefonistin) im Callcenter
sowie für jede ähnlich gelagerte Tätigkeit ohne körperlich schwere und andauernd
mittelschwere Arbeiten (vgl. IV-act. 163-12 f.) auszugehen.
2.7.
Nach dem Gesagten erübrigen sich die von der Beschwerdeführerin erwünschten
weiteren medizinischen Abklärungen (vgl. act. G 1-2 Ziff. 4 und 5 und G 13.2-2).
2.8.
Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen
3.1.
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könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen, Art. 16 ATSG und
Art. 28a Abs. 1 IVG). Da vorliegend ein vor dem 1. Januar 2022 beginnender
Rentenanspruch im Streit liegt, finden die am gleichen Tag in Kraft getretenen
Anpassungen im IVG sowie in der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR
831.201) keine Anwendung (siehe das Kreisschreiben des Bundesamtes für
Sozialversicherungen über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung, gültig ab
1. Januar 2022, Rz. 9100 ff.). Nach dem bis 31. Dezember 2021 gültigen Art. 28 Abs. 2
IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person
mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 %, auf eine
halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie
mindestens zu 40 % invalid ist.
Die Beschwerdeführerin lässt geltend machen, dass eine (Rest-)Arbeitsfähigkeit
nicht mehr verwertbar sei (vgl. act. G 13.2-7), so dass ihr eine ganze Rente
auszurichten sei (act. G 1-8). Begründet wird dies insbesondere mit den erheblichen
gesundheitsbedingten Einschränkungen, die bei einer leidensangepassten Tätigkeit zu
beachten seien. Genannt wurden insbesondere die Unmöglichkeit, länger sitzen oder
stehen zu können (vgl. act. G 1-6, G 13.2-6, G 13.2-8), die benötigte Flexibilität
hinsichtlich der Arbeitseinteilung/Arbeitszeitgestaltung (act. G 13.2-7) und die öfters zu
erwartenden krankheitsbedingten Absenzen (act. G 1-8, G 13.2-7). Die bisherige
Tätigkeit als Callcenter-Agentin sei denn auch nicht optimal leidensadaptiert, da diese
im Sitzen und in monotoner Haltung ausgeübt werden müsse und in psychischer
Hinsicht belastend sei (IV-act. 1-7, 13-7). Hierzu ist anzumerken, dass die
Einschränkungen in somatischer, orthopädischer und psychiatrischer Hinsicht das
Spektrum der in Frage kommenden Hilfsarbeitertätigkeiten zwar einschränken, denn
Tätigkeiten, welche mit erheblicher körperlicher Arbeit verbunden sind oder keine
Wechselbelastungen (Positionswechsel zwischen Sitzen, Stehen und Gehen) zulassen,
sind nicht geeignet. Trotzdem dürfte es noch genügend zumutbare Tätigkeiten bspw.
im Dienstleistungs-/Administrativsektor oder im Bereich von Überwachungs-/
kontrollarbeiten geben (vgl. dazu den Entscheid des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen vom 11. August 2021, IV 2020/100, E. 4). Den Einwänden
hinsichtlich der Zumutbarkeit der bisherigen Tätigkeit als Callcenter-Agentin könnte
bspw. mit einem in der Höhe verstellbaren Arbeitsplatz, welcher abwechselnd
stehendes und sitzendes Arbeiten ermöglicht, Rechnung getragen werden. Dem
Einwand, dass die Beschwerdeführerin seit längerer Zeit nicht mehr gearbeitet habe, ist
zu entgegnen, dass es ihr bisher immer gelang, eine geeignete Arbeitsstelle zu finden
und dies selbst in unterschiedlichen Tätigkeitsgebieten. Die orthopädisch und
psychiatrisch bedingten qualitativen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit nehmen
3.2.
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4.
zudem nicht ein derart aussergewöhnliches Ausmass an, dass auf dem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt nicht mehr mit zumutbaren Stellen gerechnet werden kann. Zudem
verfügt die Beschwerdeführerin über zumindest grundlegende kaufmännische
Kenntnisse (Handelsschulausbildung, vgl. IV-act. 163-31), so dass auch einfachere
Bürotätigkeiten durchaus in Betracht zu ziehen sind. Anzumerken ist, dass das
Bundesgericht sehr restriktiv hinsichtlich der Unverwertbarkeit einer
Restarbeitsfähigkeit selbst bei fortgeschrittenem Alter ist (vgl. dazu die Ausführungen
zur höchstrichterlichen Praxis im Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St.
Gallen vom 16. März 2022, IV 2021/75, E. 4.2.3). Die Voraussetzungen für eine
Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit sind vorliegend nicht erfüllt. Infolgedessen
kann nicht von einer objektiven Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ausgegangen
werden.
Mit Blick auf die Erwerbsbiographie der Beschwerdeführerin kann gesagt werden,
dass sie fast ihr ganzes Erwerbsleben lang ein Einkommen erzielte, das unter dem vom
Bundesamt für Statistik ermittelten Medianlohn für Hilfsarbeiterinnen lag. Dieses betrug
im Jahr 2016 Fr. 54'581.-. Die Beschwerdeführerin erzielte als Callcenter-Agentin im
Jahr 2016 ein Einkommen von Fr. 26'816.- (IV-act. 57-9, 123-1) bei einem Stundenlohn
von Fr. 23.78 (inkl. Ferien- und Feiertagsentschädigung; IV-act. 57-5). Gemäss dem
Bundesamt für Statistik lag die Normalarbeitszeit im Jahr 2016 für Frauen bei 1'907
Stunden. Bei einem Vollzeitpensum hätte die Beschwerdeführerin somit ein
Einkommen von Fr. 45'348.- erzielt. Die Einkommen der nachfolgenden Jahre können,
da diese bedingt durch die lange Arbeitsunfähigkeit und die Arbeitsvertragsauflösung
per 31. Mai 2018 nicht hinreichend verlässlich sind, nicht zur Ermittlung des
Erwerbspotentials ohne Behinderung verwendet werden. Ein über dem
Hilfsarbeiterinnen-Lohnniveau liegendes Erwerbspotential ist aber jedenfalls nicht
überwiegend wahrscheinlich bewiesen. Da vor diesem Hintergrund und bei voller
Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit selbst bei Gewährung eines
Tabellenlohnabzugs (welcher aber offenkundig deutlich unter dem maximal zulässigen
von 25 % bleiben müsste) kein rentenbegründender Mindestinvaliditätsgrad von 40 %
erreicht wird, kann eine genaue Invaliditätsbemessung unterbleiben.
3.3.
Gemäss vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.4.1.
Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- bis
Fr. 1'000.- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Gerichtskosten von Fr. 600.- erscheinen in
4.2.
bis
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5.
Da der Gerichtsschreiber verhindert ist, wird der Entscheid für diesen stellvertretend
von einem mitwirkenden Richter unterzeichnet (Art. 39 Abs. 2 VRP).