Decision ID: dfaf9757-896a-44b5-b6a2-a2fa5bc6b56c
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1965 geb
orene X._
meldete sich unter Hinweis auf psychische Beschwerden am 23. Januar 2017 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 11/4).
Die IV-Stelle
tätigte beruflich-erwerbliche
sowie medizinische Abklärungen
(
Urk. 11/1
3
, 11/1
6,
11/2
8
)
und teilte der Versicherten am 7. Juni 2017 mit, dass aufgrund ihres Ge
sundheitszustandes zurzeit keine Eingliederungsmassnahmen möglich seien (Urk. 11/22).
In der Folge holte die IV-Stelle weitere Arztberichte ein (Urk. 11/34, 11/42 f.) und stellte der Versicherten mit Vorbescheid vom 25. Juli 2018 die Ab
weisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk. 11/46).
Mit Einwand vom 14. September 2018 (Urk. 11/51)
und
vom 14. Januar 2019 (Urk. 11/59) reichte die Versicherte einen weiteren Arztbericht bei der IV-Stelle ein (Urk. 11/58), wo
raufhin die IV-Stelle im Auftrag des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) Rück
sprache mit dem behandelnden Arzt der Versicherten nahm (Urk. 11/62, 11/68)
und ein
psychiatrisches
Gutachten
veranlasste (Urk. 11/71
, 11/77
).
Dr. med. Z._
, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie, er
stattete sein Gut
achten am 12. Oktober 2020 (Urk. 11/78).
Im Anschluss an die Stellungnahme der Versicherten zum Gutachten (Urk. 11/86-11/88)
verneinte die IV-Stelle mit
Verfügung
vom 19. Februar 2021 einen Leistungsanspruch (Urk. 2 [= Urk. 11
/90]).
2.
Gegen die Verfügung vom 19. Februar 2021 (Urk. 2) erhob die Versicherte mit Eingabe vom 22. März 2021 Beschwerde und
beantragte die Aufhebung der an
gefochtenen Verfügung sowie die Rückweisung der Sache an die IV-Stelle zur Durchführung weiterer medizinischer Abklärungen, insbesondere einer neuen psychiatrischen Begutachtung, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Las
ten der IV-Stelle. In prozessualer
Hinsicht ersuchte sie um Gewährung der unent
geltlichen Prozessführung (Urk. 1).
Die IV-Stelle schloss mit Beschwerdeantwort vom 25. Mai
2021 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 10), worüber die Be
schwerdeführerin mit Verfügung vom 28. Mai 2021 in Kenntnis gesetzt wurde (Urk. 12).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesge
setzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
). Erwerbs
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psy
chischen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Einglie
derung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
windbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art.
28 Abs.
1
des Bundesge
setzes über die Invalidenversicherung
(
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den Vor
akten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, und ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a; 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die IV-Stelle erwog in der angefochtenen Verfügung,
gemäss RAD sei
das Gut
achten von Dr.
Z._
umfassend und nachvollziehbar.
Aufgrund der kritischen Würdigung des
Längsschnittsverlaufes
, der Selbsteinschätzung sowie der Persön
lichkeit der Beschwerdeführerin seien keine Funktions- und Fähigkeitsstörungen und keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit festgestellt wor
den, weshalb die Beschwerdeführerin vollständig arbeitsfähig sei (Urk. 2).
In ihrer Vernehmlassung vom 25. Mai 2021 führte die IV-Stelle ergänzend aus,
Dr.
Z._
widerlege in seinem Gutachten überzeugend die vom behandelnden Arzt gestell
ten Diagnosen und komme zum Schluss, dass keine Gesundheitsschädigung vor
liege. Der Umstand, dass der behandelnde Arzt zu einem anderen Schluss gelange,
vermöge
keine Zweifel am Gutachten
zu begründen
, zumal Behandler und Gut
achter jeweils
über
einen anderen Fokus
verfügten
und rechtsprechungsgemäss
ein gewisser Spielraum
verbleibe, innerhalb dessen verschiedene Interpretationen möglich, zu
lässig und zu respektieren seien, sofern der Gutachter lege
artis
vor
gegangen sei
. Schliesslich sei eine deutlich erhöhte Anzahl an Pseudobe
schwer
den geltend ge
macht worden, was auf eine Antwortverzerrung hindeute, weshalb die Beschwer
deschilderung
ungültig sei
(Urk. 10).
2.2
Demgegenüber argumentierte die Beschwerdeführerin,
gemäss ihrem behandeln
den Arzt könne auf das Gutachten von Dr.
Z._
nicht abgestellt werden, zumal viele Darstellungen und Schlussfolgerungen nicht nachvollziehbar, widersprüch
lich oder unrichtig seien. Insbesondere habe sie bereits seit 1998, mithin vor der Kündigung und der Scheidung, in psychiatrisch-psychotherapeutischer Behand
lung gestanden, dennoch habe sich der Gesundheitszustand über die Jahre ver
schlechtert, was zu einem vollständigen Rückzug vom sozialen Leben und von der Familie geführt habe. Die psychischen Beschwerden seien folglich nicht auf
grund von psychosozialen Belastungsfaktoren entstanden, vielmehr seien die so
zialen Belastungen
Folge
der psychischen Beschwerden. Auch seien die Familien
anamnese nicht in die Beurteilung einbezogen, der Psychostatus falsch erhoben und die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung ohne Überprüfung als nicht vor
handen
verneint
worden.
Weiter
habe die Exploration bloss eine Stunde gedauert, weshalb es ihr schwergefallen sei, innert so kurzer Zeit die schwierigen und belas
tenden Fragen zu beantworten.
Schliesslich sei die Stellungnahme ihres behan
delnden Arztes weder dem RAD noch Dr.
Z._
zur Stellungnahme unterbreitet worden, wozu die IV-Stelle aufgrund des Untersuchungsgrundsatzes indes ver
pflichtet gewesen wäre (Urk. 1).
3.
3.1
Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) in medizi
nischer Hinsicht im Wesentlichen auf das von Dr.
Z._
erstattete Gutachten vom 12. Oktober 2020 (Urk. 11/78), welches sie im Nachgang zum Bericht des behan
delnden Arztes der Beschwerdeführerin,
d
ipl.
med. A._
, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie, einholte.
Dipl. med.
A._
stellte in seinem Bericht vom 3. Dezember 2019 (Urk. 11/68) die Diagnosen einer
schwergradigen
Depression (ICD-10: F33.2), einer kom
binierten Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F61.0) sowie einer Persönlichkeitsver
änderung nach traumatisierenden Erlebnissen in Jugend und Erwachsenenalter respektive nach langer Krankheit (ICD-10: F62.1). Hinsichtlich der Depression führte er aus, bei der Beschwerdeführerin hätten retrospektiv betrachtet über die letzten dreieinhalb Jahre sämtliche Haupt- und sämtliche Nebensymptome vorge
legen. Auch in den Jahren davo
r
, mindestens seit 2012, sei sie ständig depressiv gewesen, arbeitsfähig sei sie seit 2016 nie mehr gewesen. In Bezug auf die kombi
niert
e Persönlichkeitsstörung legte
d
ipl.
med.
A._
dar, bei der Beschwerde
führerin lägen verschiedene Persönlichkeitseigenschaften vor, welche für sich ge
nommen für eine spezifische Persönlichkeitsstörung nicht ausreichten, insgesamt jedoch die gestellte Diagnose zeigten. Durch die seit Langem vorliegenden depres
siven Symptome
bestünden
zudem sowohl eine Verstärkung als auch eine Mas
kierung mancher Anteile. Schliesslich
stehe
zunehmend eine andauernde Persön
lichkeitsveränderung nach langer Krankheit im Vordergrund, deren Kriterien nach ICD-10 allesamt erfüllt seien und sich in den vergangenen zwei Jahren ent
wickelt hätten.
Mit Blick auf die Arbeitsfähigkeit sei zu beachten, dass die Beschwerdeführerin bereits
vor dem Verlust ihrer Arbeitsstelle
im Jahr 2016 bloss sehr einge
schränkt arbeitsfähig gewesen sei. Auch wenn sie bloss einer Teilzeittätigkeit nachge
gangen sei, habe sie aufgrund der Krankheitssymptome dem Arbeitsalltag von 2013
an
nicht mehr ausreichend gerecht werden können.
3.2
3.
2
.1
I
m
Gutachten vom
12. Oktober 2020 (Urk. 11/78
)
stellte
Dr.
Z._
weder Diagno
sen mit Auswirkung noch Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 11).
3.
2
.2
In seiner Beurteilung führte
er
aus, seitens der ambulanten psychiatrischen Be
handlungsstelle seien zuletzt im Wesentlichen eine (wiederkehrende) depressive Störung, eine kombinierte Persönlichkeitsstörung und eine andauernde Persön
lichkeitsänderung nach
traumatisierenden Erlebnissen in Jugend und Erwachsen
enalter respektive nach langer
Krankheit genannt worden.
Indes könnten diese diagnostischen Beurteilungen nicht losgelöst von psychosozialen Belastungsfak
toren beurteilt werden, zumal in den
Vorakten
unter anderem sozioökonomische Probleme mit Abhängigkeit von Krankentaggeldzahlungen, Arbeitslosigkeit und Trennung vom Ehepartner aufgeführt würden. Die Katamnese der Beschwerde
führerin sei bis zur Anmeldung bei der IV-Stelle weitgehend unauffällig ver
laufen, weshalb die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung anhand der ICD-10-Kriterien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht gestellt werden könne.
Gegen eine solche Störung spreche, dass die Beschwerdeführerin in mehrjährigen Anstellungen immer wieder beruflich erfolgreich gewesen sei, beispielsweise während rund sieben Jahren in der Gastronomie oder
während
mehrere
r
Jahre in der Filiale eines Optikergeschäftes.
Eine solche
Arbeitsplatzkonstanz sei bei Ver
sicherten mit Persönlichkeits- respektive psychischen Störungen
sehr unwahr
scheinlich zu erwarten.
Zudem
sei die Fähigkeit, enge dyadische Beziehungen einzugehen, noch heute intakt, was die Freiwilligenarbeit von wöchentlich zwei Stunden im Rahmen von Altersheimbesuchen sowie die «vielen Unterneh
mun
gen» mit einer Nachbarin in diesem Jahr belegen würden. Ebenso sprächen die Arbeitszeugnisse gegen eine seit 1991 postulierte psychische Störung, sei die Beschwerdeführerin doch als flexibel, zuverlässig
und vertrauenswürdig, ihre Arbeitsleistung als speditiv und qualitätsbewusst beschrieben worden. Auch hätten sie Ruhe und Übersicht bei regem Geschäftsgang ausgezeichnet. Ein der
artiges Ressourcenprofil sei bei einer leistungseinschränkenden psychischen Stö
rung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nur sehr unwah
rscheinlich.
Dasselbe gelte für ein Trauma von erheblicher Schwere,
welches sich aufgrund der Lebensgeschichte der Beschwerdeführerin nicht überwiegend wahrscheinlich objektivieren lasse. So
sei
sie im Jahr 1989 in die Schweiz
übersiedelt
,
habe
von Dezember 1990 bis März 1991 in einem Gasthaus
gearbeitet
, im Dezember 1992 einen gastgewerblichen Grundkurs ab
gelegt
und
sei
auch später beruflich einge
bunden
gewesen
, weshalb Kriegserlebnisse
(
im Jahr 1991
)
im Bosnienkrieg, wel
cher von April 1992 bis Dezember 1995 angedauert habe, sehr unwahrscheinlich seien. Folglich sei bereits das notwendige ICD-10-Eingangskriterium einer Trau
ma-Folge-Störung überwiegend wahrscheinlich nicht erfüllt. Auch sei nicht über
wiegend wahrscheinlich ausgewiesen, dass Persönlichkeitsmerkmale, affektive
Störungen oder Trauma-Folge
-S
törungen vorgelegen hätten, welche eine krank
hafte Regulation von Affekten und Impulsen, Veränderungen i
m
Bewusstsein und authentische Veränderungen in der Selbstwahrnehmung beinhaltet
hätten
,
die
eine sozialversicherungsmedizinische Relevanz begründen könnten
.
E
ine sich wie ein roter Faden durch die Biographie ziehende Persönlichkeitsstörung, Trauma-Folge-Störung, andauernde Persönlichkeitsveränderung und (wiederkehrende) Depression, welche zahlreiche vergleichbare Lebensbereiche durchdrungen und
die berufliche Leistungsfähigkeit relevant eingeschränkt hätten, sei nicht über
wie
gend wahrscheinlich.
Dass die Behandlungsstellen ihre diagnostischen Beur
tei
lungen auf die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin abstü
t
zen wür
den, sei im therapeutischen Kontext nachvollziehbar, indes stellten im versiche
rungs
medizinischen Kontext subjektive Angaben keine objektiven Befunde dar und seien von diesen zu trennen
.
V
ielmehr sei
eine Plausibilitäts- und Konsis
tenz
prüfung durchzuführen, was bei der Beschwerdeführerin ergeben habe, dass ihre Beschwerdeschilderungen in einer Beschwerdevalidierung mit dem Beweis
mass der praktischen Sicherheit ungültig sei
en
. Dies decke sich auch mit der klinisch-psychiatrischen Beurteilung. Die Beschwerdeführerin präsentiere kli
nisch keine Auffälligkeiten, unauffällige objektive Befunde hätten nicht mit sub
jektiven Be
schwerdeangaben und Aspekten des Funktionsniveaus korreliert, bei der Begrüs
sung und der Verabschiedung habe sie fröhlich gewirkt, was ihr Verhalten wäh
rend der eigentlichen Exploration konterkariere. Obwohl
s
ie kaum Einblicke in ihre Tagesstruktur und in ihr Funktionsniveau gegeben und auf gene
ralisierte Defi
zite fokussiert habe, weise der regelmässige Besuch von Alters
heimen darauf hin, dass nur sehr unwahrscheinlich eine
höhergradig
leistungs
einschränkende psychische Störung mit Auswirkung auf die berufliche Leistungs
fähigkeit vorlie
ge, die ihr genau das, wenn auch bloss
für
wenige Stunden in der Woche, ver
unmöglichen würde. Die von der Beschwerdeführerin geschilderten beruflichen und privaten Einschränkungen seien nicht durch eine psychische Ge
sundheits
störung mit überdauernder Auswirkung auf die berufliche Leistungs
fähigkeit zu erklären
(S. 11-15).
3.
2
.3
Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit erläuterte Dr.
Z._
, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bei der Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht keine
psychische Gesundheitsstörung plausibilisiert werden könne, welche die beruf
liche
Leistungsfähigkeit dauerhaft einschränke.
Im Explorationszeitpunkt
könne
mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit keine Diagnose aus dem psychiatrischen Fach
gebiet
ge
stell
t werden
, weshalb die Beschwerdeführerin sowohl in den ange
stammten Tätigkeitsbereichen als auch in jeder angepassten Verweistätigkeit als vollständig arbeitsfähig einzuschätzen
sei
(S. 15).
3.
3
In seiner Stellungnahme vom 29. Dezember 2020 (Urk. 11/87) zum Gutachten von Dr.
Z._
legte
d
ipl.
med.
A._
dar,
auch wenn das Gutachten formal in Ordnung sei, seien eine Reihe von Darstellungen und Schlussfolgerungen nicht oder nicht vollständig nachvollziehbar, widersprüchlich oder unrichtig.
So stehe die Beschwerdeführerin bereits seit dem Jahr 1998
, bei ihm seit 2012,
durch
gehend in psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung, mithin
bereits
seit vor der Scheidung und der Kündigung
. Dass sich trotz dieser intensiven
,
lang
jährigen Behandlung eine Verschlechterung zeige, welche in den letzten Jahren nochmals zugenommen und zu einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit geführt habe, werde zu wenig gewürdigt. Auch werde die belastende Familienanamnese nicht einbezogen. Die Beschwerdeführerin sei wiederholt stationär und teilsta
tionär behandelt worden, oftmals über mehrere Monate hinweg. Neben konven
tionellen, nicht wirkenden Antidepressiva sei in
der psychiatrischen Klinik B._
eine Behandlung mit
Ketamin
durchgeführt worden, welche indes bloss eine kurzzeitige V
erbesserung herbeigeführt habe.
Der Psychostatus im Gutachten sei von Bewertungen durchzogen, welche dort nicht hingehörten, wesentliche Symptome wie beispielsweise die permanent be
stehenden Suizidgedanken seien nicht erwähnt worden. Die gemischte Persön
lichkeitsstörung
sei nicht überprüft, sondern einfach als nicht vorhanden
verneint
worden mit Verweis auf den Umstand, dass die Beschwerdeführerin immer wieder über mehrere Jahre hinweg beruflich erfolgreich gewesen sei. Dies stelle jedoch kein ausreichendes Kriterium gegen das Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung dar. Entsprechend werde vom Gutachter auch nicht weiter diskutiert, dass Per
sönlichkeitsstörungen einen Test wie den genannten SRSI wesentlich beein
flussen würden.
Die Beschwerdeführerin sei zudem nie zu Besuche
n
in Altersheime gegangen, dies sei zur Etablierung einer Tagesstrukturierung angedacht gewesen, habe indes
nie
stattgefunden. Auch könne der Umstand, dass eine Bekannte drei Mal pro Jahr getroffen werde, kaum als Indikator für ein gutes Funktionsniveau gesehen wer
den, selbst wenn es im Jahr 2020 zu häufigeren Treffen gekommen sein möge. Dass die Beschwerdeführerin schliesslich mit einem völlig Unbekannten über ein schweres Thema wie ihre Traumatisierung sprechen solle, könne von ihr nicht verlangt werden. Sie habe indes im Rahmen der Behandlung in den Jahren 2018 und 2019 diesbezüglich überwertige und paranoide Ideen und Wahrnehmungen entwickelt, die ihr auch heute noch viel Angst machen würden.
Die Depression habe sich bereits im Jahr 1998, möglicherweise noch früher, ent
wickelt, lange vor der Scheidung und Kündigung. Diese Umstände sowie die heu
tige prekäre Situation für den psychischen Zustand der Beschwerdeführerin ver
antwortlich zu machen, sei unzulässig. Vielmehr sei die Verschlechterung des Befindens verantwortlich für den vollständigen Rückzug von Familie und sozia
lem Umfeld. Die Beschwerden seien folglich nicht überwiegend aufgrund von psychosozialen Belastungsfaktoren entstanden, die sozialen Belastungen bestün
den zusätzlich zu den psychischen Beschwerden und seien teilweise deren Folge.
4.
4.1
Das Gutachten von Dr.
Z._
vom 12. Oktober 2020 (Urk. 11/78) beruht auf sorg
fältigen und umfassenden Abklärungen und erging in Kenntnis der
Vorakten
, insbesondere auch
in Kenntnis des Berichtes von
d
ipl.
med.
A._
vom
3. Dezember 2019 (Urk. 11/68)
.
Dr.
Z._
berücksichtigte die geklagten Be
schwer
den und
legte die medizi
nischen Zusammenhänge einleuchtend dar, be
gründete
seine
Einschätzung in nachvollziehbarer Weise sowie
in detaillierter
Auseinan
dersetzung mit den
Vorakten
(vgl. diesbezüglich die Fussnoten auf den S. 11-13)
und beantwortete die gestellten Fragen umfassend. Damit erfüllt das Gutachten die formalen Anforderungen an eine beweiskräftige Expertise (vgl. E.
1
.
3
).
4.2
Anlässlich der Exploration
schloss Dr.
Z._
das Vorliegen
der von
d
ipl.
med.
A._
gestellten Diagnosen
einer
schwergradigen
Depression, einer
kombi
nierten Persönlichkeitsstörung
sowie einer andauernden Persönlichkeitsverände
rung allesamt
aus. Er hielt
diesbezüglich zunächst
fest,
die diagnostische Beur
teilung von
d
ipl.
med.
A._
könn
e
nicht losgelöst von den in den
Vorakten
aufgeführten psychosozialen Belastungsfaktoren (Arbeitslosigkeit, Trennung vom
Ehepartner, Abhängigkeit von Krankentaggeldzahlungen) beurteilt werden.
Dr.
Z._
verwies diesbezüglich auf d
en Bericht der
B._
vom 6. März
2017 (Urk. 11/16), in welchem festgehalten worden war, dass die Beschwerdeführerin aktuell vor allem unter starken Zukunftsängsten, die in Zusammenhang mit ihrer finanziellen Situation stünden, sowie unter sozialen Schwierigkeiten leide
, was
einen konstanten therapeutischen Prozess verhindere
.
Auch dem Bericht der Klinik
C._
vom 9. Dezember 2016 (Urk. 11/43), in welcher
sich
die Be
schwerde
führerin vom
31. Mai 2016 bis 3. August 2016 in stationärer Behandlung
be
funden hatte
, ist zu entnehmen, dass
sie
aus finanzieller Sicht unter Existenz
ängsten
gelitten
und eine unklare Situation mit dem damaligen Arbeit
geber be
standen hä
tte
.
Vor diesem Hin
tergrund vermag die Auffassung
d
ipl.
med.
A._
s, wonach die psychosozialen Belastungen zusätzlich zu den psy
chischen Beschwerden und teilweise als deren Folge bestünden, nicht jedoch als deren Ursache (vgl. Urk. 11/87 S. 2 f.), jedenfalls nicht zu überzeugen.
Im Gegenteil drängen sich
angesichts der von Dr.
Z._
angeführten psychosozialen Faktoren, welche sich ebenfalls in den Berichten der
B._
sowie der Klinik
C._
finden,
erhebliche
Zweifel am Vorliegen verselbständigter Gesundheits
schäden auf.
Überdies
wies Dr.
Z._
ausdrücklich darauf hin, dass anhand der Ergebnisse des SRSI-Testes im Rahmen der Exploration bedeutsame Antwortverzerrungen fest
zustellen gewesen seien, da die Beschwerdeführerin eine
«
sehr deutlich
»
erhöhte Anzahl an Pseudobeschwerden geltend gemacht, mithin der Wert für die Pseudo
beschwerden weit oberhalb des strengen Grenzwertes gelegen habe. Entsprechend lasse dies aus versicherungsmedizinischer Sicht den Schluss auf eine ungültige Beschwerdeschilderung seitens der Beschwerdeführerin zu, wobei ein falsch-posi
tives Testergebnis sehr unwahrscheinlich sei (Urk. 11/78 S. 22).
4.3
Weiter schloss
Dr.
Z._
das Vorliegen einer
Persönlichkeitss
törung mit der Be
gründung aus,
der Umstand, dass die Beschwerdeführerin in mehrjährigen An
stellungen immer wieder beruflich erfolgreich gewesen sei, spreche gegen
das Vorliegen einer psychischen
Störung, zumal eine derartige Konstanz bei jeman
dem mit einer Persönlichkeitsstörung unwahrscheinlich sei.
Mit
Verweis
auf die Arbeitszeugnisse der Beschwerdeführerin legte er weiter dar, dass die Beurteilung ihrer Leistungen sowie ihrer persönlichen Eigenschaften (Ruhe und Übersicht auch bei regem Geschäftsgang), mithin ein derartiges Ressourcenprofil bei einer Persönlichkeitsstörung
sehr unwahrscheinlich
sei
(vgl. Urk. 11/78 S. 12 f.).
Dem IK-Auszug (Urk. 11/14)
sowie den Arbeitszeugnissen der Beschwerdeführerin
(Urk. 11/17)
ist diesbezüglich zu entnehmen, dass sie
von März
2001 bis
Sep
tem
ber
2007 im Betrieb ihres ehemaligen Ehemannes, von
Oktober
200
7 bis März 2011 bei der D._
AG sowie von August 2011 bis
März 2017
bei der E._
tätig gewesen war
,
was die Ausführungen Dr.
Z._
s unter
streicht. Dasselbe gilt für die in den Arbeitszeugnissen getätigten Aussagen, wo
nach die Beschwerdeführerin Eigeninitiative
gezeigt
, selbständig,
speditiv,
sorg
fältig und genau
gearbeitet habe
, im persönlichen V
erhalten zuverlässig, freund
lich,
zuvor
kommend
und kollegial
sowie
interessiert
gewesen
sei, sich weiterzu
bilden
,
und auch bei höherer zeitlicher und mengenmässiger Belastung freundlich
und ruhig
geblieben sei
.
Dass die Beschwerdeführerin, wie von
d
ipl.
med.
A._
in seinem
Bericht vom 3. Dezember 2019 (Urk. 11/68) ausgeführt, auf
grund ihrer Krank
heits
symptome dem Arbeitsalltag von 2013
an
nicht mehr ge
wachsen gewesen sein sollte, ist nach dem Gesagten nicht nachvollziehbar
. Dies gilt umso mehr, als es
der Beschwerdeführerin
gemäss
d
ipl.
med.
A._
min
destens seit dem Jahr 2012
über die meiste Zeit hinweg während
Wochen kaum möglich gewesen sei
n soll
, das Haus oder teilweise auch nur das Bett zu verlassen, was in den Arbeits
zeugnissen
gerade
keine Stütze findet
.
Schliesslich wies Dr.
Z._
in diesem Zu
sammenhang zu Recht darauf hin, dass die Beschwerde
führerin über die Fähigkeit verfüge, enge d
yad
ische Beziehungen einzugehen, was durch ihre Besuche in Altersheimen sowie ihre «vielen Unternehmungen» mit ihrer Nachbarin bestätigt werde und gegen das Vorliegen einer Persönlichkeits
störung spreche (Urk. 11/78 S. 12).
Soweit
d
ipl.
med.
A._
demgegenüber
argumentierte, die Beschw
er
de
führerin sei nie zu Besuch
en
in Altersheime
n
ge
wesen
, die
entsprechende
Dar
stellung beruhe «möglicherweise auf Missverständ
nissen»
(Urk. 11/87 S. 2),
ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin auf Nach
frage hin
ausdrücklich
angab, einmal in der Woche für zwei Stunden Besuche in Altersheimen auszuführen, wobei sie an unterschiedlichen Orten eingesetzt werde (Urk. 11/78 S. 8)
,
und dem Gutachten zudem zu entnehmen ist, dass das Unter
suchungsgespräch ohne Prob
leme durchzuführen war, sich mithin keine inter
aktionellen Probleme erge
ben hätten, was gegen mögliche Missverständnisse spricht (Urk. 11/78 S. 9).
4.4
Hinsichtlich der von
d
ipl.
med.
A._
gestellten Diagnose
Persönlichkeitsver
änderung nach traumatisierenden Erlebnissen in Jugend und Erwachsenenalter
sowie nach langer Krankheit
führte Dr.
Z._
aus,
ein Trauma von erheblicher Schwere lasse sich aufgrund der Lebensgeschichte der Beschwerdeführerin
res
pektive anhand der in den Akten vorhandenen Daten (Einreise in die Schweiz, Arbeitstätigkeit, Beginn und Ende des Bosnienkrieges)
nicht überwiegend wahr
scheinlich objektivieren
, weshalb es
schon
am notwendigen ICD-10-Eingangs
kriterium fehle
(Urk. 11/78 S. 13)
.
Damit übereinstimmend
erachtete
bereits RAD-Arzt med.
pract
. Patrik
F._
, Facharzt Neurologie, in seiner Stellungnahme
vom 4. Juli 2018 (Urk. 11/50 S. 4) das Vorliegen einer Persönlichkeits
verände
rung
nach traumatisierenden Erlebnissen als nicht nachvollziehbar, da die Informa
tionslage sowie die Angaben der Beschwerdeführerin inkonsistent seien.
Dass dem Bericht der
Klinik
C._
vom 9. Dezember 2016 (Urk. 11/43) eine Ver
dachtsdiagnose auf eine komplexe Trauma
-F
olge
-S
törung
zu entnehmen ist, steht den Beurteilungen von Dr.
Z._
und med.
pract
.
F._
nicht entgegen. So hielt Dr.
Z._
denn auch zu Recht fest, dass eine solche Verdachtsdiagnose ver
bunden mit dem Hinweis darauf, dass bloss wenige biographisch-anamnestische Daten vorhanden seien, um diesen Verdacht zu verifizieren, einen Widerspruch
in sich darstelle, weshalb diese Diagnose, angesichts des unauffälligen beruf
li
chen
Werdeganges der Beschwerdeführerin
,
sehr unwahrscheinlich sei (Urk. 11/78 S. 16
; vgl. auch Urk. 11/43 S. 2).
Dass von der Be
schwerdeführerin, wie von
d
ipl.
med.
A._
angeführt, nicht verlangt werden könne, mit einem völlig Unbekannten über ein schweres Thema wie ihre Traumatisierung zu sprechen (Urk. 11/87 S. 2),
verfängt demgegenüber nicht, ist es doch gerade Sinn und Zweck
eines Gutach
tens,
sämtliche relevanten gesundheitlichen Beeinträch
tigungen zu erfassen und die sich daraus ergebenden Einschränkungen der Ar
beitsfähigkeit in ein Ergebnis zu fassen,
was sich nur dadurch erreichen lässt,
dass
eine versicherte Person um
fassend und vollständig Auskunft erteilt.
4.
5
Bezüglich der Diagnose einer
schwergradigen
Depression legte Dr.
Z._
über
zeugend
dar, dass im Rahmen der Exploration bereits die Kombination von min
destens zwei ICD-10-Hauptsym
p
tom-Clustern (überdauernde depressive
Stim
mung
,
Antriebslosigkeit, Ermüdbarkeit, Freud- und Interessenverlust) nicht fest
stellbar respektive nicht überwiegend wahrscheinlich zu plausibilisieren gewesen
sei. Die Beschwerdeführerin habe keine klinischen Auffälligkeiten präsentiert, wa
s ihrer subjektiven Beschwerdeangabe entgegengestanden hab
e
(Urk. 11/78 S. 14).
Dr.
Z._
hielt zudem fest, hinsichtlich der aktenanamnestisch langjäh
rigen De
pression mit Erstmanifestation im Jahr 1991 fehlten fachärztliche Be
fundberichte
(vgl. auch den Bericht der
B._
vom 6. März 2017 [Urk. 11/16], wo
nach «akten
anamnes
t
isch» eine langjährige Depression seit 1991 bestehe)
, ange
sichts des beruflichen Werdeganges bis zur Kündigung im Jahr 2016 sei das Vor
liegen einer
schwergradigen
Depression indes sehr unwahrscheinlich (Urk. 11/78 S. 16).
Dies bestätigt sich mit Blick auf den von Dr.
Z._
erhobenen
mehrheitlich
unauf
fälligen psychopathologischen Befund, wonach Verhalten, Gestik und Mi
mik un
auffällig gewirkt, der formale Gedankengang nicht depressiv gehemmt, Aufmerk
samkeit und Konzentrationsvermögen nicht nachgelassen hätten, kogni
tive
Einschränkungen nicht objektivierbar gewesen seien, der Affekt weitgehend stabil
und die Beschwerdeführerin in der Lage gewesen sei, zu lachen, und nicht müde gewirkt habe (Urk. 11/78 S. 10).
Permanent bestehende Suizidgedanken,
wie sie
von
d
ipl.
med.
A._
beschrieben worden waren (Urk. 11/87), stellte Dr.
Z._
keine fest, was mit den Einschätzungen der Klinik
C._
sowie der
B._
über
einstimmt (
vgl.
Urk. 11/
43
und 11/
16
)
; letztere
erhob überdies ebenfalls einen weit
gehend unauffälligen psychopathologischen Befund
und wies
zudem
darauf hin, dass die Beschwerdeführerin im Rahmen ihrer Behandlung viele Fehl
zeiten aufgewiesen habe, welche sich nicht erklären liessen, weshalb die tages
klinische Behandlung abgeschlossen worden sei
(Urk. 11/16 S. 3)
.
Auch vor die
sem Hin
tergrund
vermögen die Ausführungen von
d
ipl.
med.
A._
, wonach die Be
schwer
deführerin mindestens seit dem Jahr 2012 ständig depressiv und es ihr über die meiste Zeit hinweg während Wochen kaum möglich gewesen sei,
das
Haus oder teilweise auch nur das Bett zu verlassen
(vgl. Urk. 11/68 S. 2)
, nicht zu
überzeugen
, zumal auch die geringe Therapiefrequenz von «zirka einmal im Monat
» (vgl. Urk. 11/78 S. 8; vgl. auch Urk. 1
1/58, wonach die Frequenz laut
d
ipl.
med.
A._
meistens bei ein bis zwei Terminen im Monat lag)
nicht mit dem
be
haupteten
Leidensdruck
übereinstimmt
.
4.
6
Was schliesslich die von der Beschwerdeführerin als mit einer blossen Stunde
sinngemäss zu kurz gerügte Dauer der Exploration betrifft (vgl. E. 2.2), ist festzu
halten, dass die Dauer der Untersuchung nicht ausschlaggebend ist, zumal es für
den Aussagegehalt eines medizinischen Bericht
e
s
praxisgemäss n
icht in erster Linie auf die Dauer der Untersuchung an
kommt, sondern vielmehr m
assgeblich ist, ob der Bericht inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist. Der für eine psychiatrische Untersuchung zu betreibende zeitliche Aufwand hängt stets von der Fragestellung und der zu be
urteilenden Psychopathologie ab, wobei wichtigste
Grundlage gutachterlicher Schlussfolgerungen
–
gegebenenfall
s neben standardisierten Tests –
die klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symptome
r
fassung und Verhaltensbeobachtung bildet
(Urteil des Bundesgerichts
9C_190/2019
vom 14. Mai 2019 E. 3.1).
Anhaltspunkte dafür, dass
Dr.
Z._
in der 85 Minuten dauernden Exploration
die entsprechenden Vorgaben nicht
be
ziehungsweise
nur ungenügend
beachtete, sind nicht erkennbar und wurden von der Beschwerdeführerin auch nicht substantiiert vorgetragen.
4.
7
Nach dem Gesagten ist gestützt auf das insgesamt überzeugende Gutachten von Dr.
Z._
erstellt, dass die Beschwerdeführerin an keinen psychischen Beschwer
den mit Auswirkung auf ihre Arbeitsfähigkeit leidet
,
mithin von einer vollstän
digen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auszugehen ist
.
Vor diesem Hintergrund
ist
aus Gründen der Verhältnismässigkeit von einem strukturierten Beweisverfahren abzusehen, zumal Dr.
Z._
eine Arbeitsunfähig
keit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint
hat (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.3
)
.
Ersteres gilt umso mehr, als eine höhere Arbeitsunfähigkeit als die gut
achterlich attestierte auch aus einer
Indikatorenprüfung
nicht resultieren kann (vgl. Urteile 8C_629/2019 vom 8. Novem
ber 2019 E. 4.2.4; 8C_270/2019 vom 5. September 2019 E. 4.2.3).
Bei einer insoweit hinreichend klaren Aktenlage besteht vorliegend kein weiterer Abklärungsbedarf, weshalb auf die von der Beschwerdeführerin beantragte
Ein
holung eines
psy
chiatrische
n
G
erichtsg
utachtens
verzichtet werden kann (antizi
pierte Be
weiswürdigung, vgl. BGE 136 I 229 E. 5.3 mit Hinweisen; BGE 124 V 90 E. 4b).
4.
8
Soweit die Beschwerdeführerin schliesslich sinngemäss aufgrund des Umstand
es, dass die Stellungnahme von
d
ipl.
med.
A._
vom 29. Dezember
2020 (Urk. 11/87) weder Dr.
Z._
noch dem RAD vorgelegt wurde, eine
Verletzung
des
Untersuchungsgrundsatz
es
(Art. 43 Abs. 1 ATSG)
rügt,
kann ihr nicht gefolgt
werden,
zumal die IV-Stelle auf die Abnahme weiterer Beweise dann verzichten kann, wenn sie nach den von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung gelangt, ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten und
wei
tere Be
weismassnahmen könnten an diesem Ergebnis nichts mehr ändern (antizipierte Beweiswürdigung). Darin liegt weder eine Verletzung des Untersuchungs
grund
satzes noch eine Verletzung des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV; vgl. BGE 124 V 90 E. 4b; 122 V 157 E. 1d).
Davon, dass das von ihr eingeholte Gutachten von Dr.
Z._
eine abschliessende Beurteilung des Leistungsanspruchs der Be
schwerdeführerin erlaubte, ging die IV-Stelle
angesichts des vorstehend Ausge
führten (vgl. E. 4.1-4.
6
)
denn auch zu Recht aus.
5
.
Zusammenfassend
ist
bei der Beschwerdeführerin keine Arbeitsunfähigkeit aus
gewiesen, weshalb kein Anspruch auf eine Invalidenrente besteht. D
ie angefoch
tene Verfügung vom
19. Februar 2021
(Urk. 2)
ist
dementsprechend
nicht zu beanstanden, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6
.
6
.1
Die Beschwerdeführerin beantragte die Gewährung der unentgeltlichen Prozess
führung (Urk. 1 S. 2).
Gemäss § 16 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) wird einer Partei, der die nötigen Mittel fehlen und deren Begehren nicht aus
sichtslos erscheint, in kostenpflichtigen Verfahren auf Gesuch die Bezahlung von Verfahrenskosten erlassen.
Die Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin ist ausgewiesen, da sie von der öffent
lichen Sozialhilfe unterstützt wird (Urk. 7). Weil der Prozess zudem nicht als aus
sichtslos einzustufen ist, sind die Voraussetzungen zur Bewilligung der unent
geltlichen Prozessführung erfüllt.
6
.2
Die Verfahrenskosten sind auf Fr. 800.-- festzusetzen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtkasse zu nehmen.
6
.3
Die Beschwerdeführerin wird auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen, wonach sie zur Nachzahlung der ihr erlassenen Gerichtskosten verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist.