Decision ID: 300980e1-afeb-4d86-8fdf-1ac37865ffe3
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ M. H. meldete sich am 1. Oktober 2006 in G. als Wochenaufenthalter an. Mit
Schreiben vom 16. Dezember 2008 und vom 13. Januar 2009 ersuchte ihn das
Steueramt der Politischen Gemeinde G., den Fragebogen zum Wochenaufenthalt
auszufüllen und einzureichen. Den entsprechenden Aufforderungen kam M. H. nicht
nach, weshalb ihn das Steueramt G. mit Schreiben vom 2. Februar 2009 nochmals
aufforderte, den Fragebogen zum Wochenaufenthalt zu beantworten; für den Fall, dass
innert Frist bis zum 13. Februar 2009 der Fragebogen nicht eingereicht würde, wurde
angedroht, dass der steuerliche Wohnsitz mit Stichtag 31. Dezember 2008 von Amtes
wegen in G. festgelegt werde. Am 9. Februar 2009 reichte M. H. den ausgefüllten
Fragebogen ein.
In der Folge stellte das kantonale Steueramt mit Verfügung vom 5. März 2010 fest,
dass die Voraussetzungen für einen Wochenaufenthalt nicht erfüllt seien und M. H.
deshalb ab dem 1. Januar 2009 als in G. unbeschränkt steuerpflichtig angesehen
werde. Diese Feststellungsverfügung wurde am 5. März 2010 per Einschreiben an die
Adresse von M. H. in G. versandt. Aufgrund eines Nachsendeauftrags, den M. H. vor
seiner Auslandabwesenheit vom 15. Februar 2010 bis 4. April 2010 bei der Post
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veranlasst hatte, wurde das Einschreiben an die Adresse des Vaters von M. H. in H.
(Kanton Luzern) weitergeleitet. Dieser nahm die Sendung am 8. März 2010 in Empfang.
Mit Schreiben vom 8. April 2010 liess M. H. gegen die Feststellungsverfügung
Einsprache erheben. Das kantonale Steueramt trat darauf mit Entscheid vom 23. April
2010 zufolge Verspätung nicht ein.
B./ Gegen den Nichteintretensentscheid liess M. H. mit Eingabe vom 12. Mai 2010
Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission erheben mit dem Antrag, der
angefochtene Entscheid sei aufzuheben. Die Rekursinstanz wies das Rechtsmittel mit
Entscheid vom 29. März 2011 ab.
C./ Dagegen liess M. H. mit Eingabe vom 2. Mai 2011 Beschwerde beim
Verwaltungsgericht erheben mit dem Antrag, es sei der Nichteintretensentscheid
aufzuheben und die Streitsache zur Behandlung der Einsprache an das kantonale
Steueramt zurückzuweisen.
Mit Eingabe vom 20. Mai 2011 reichte M. H. unaufgefordert eine weitere Eingabe
mitsamt Akten ein.
Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 30. Mai 2011 Abweisung der

Beschwerde unter Hinweis auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid. Das
kantonale Steueramt liess sich mit Eingabe vom 9. Juni 2011 zur Beschwerde
vernehmen. Es stellte ebenfalls Antrag auf Abweisung der Beschwerde.
M. H. liess sich sodann am 26. Juni 2011 ergänzend vernehmen.
Auf die Begründungen des Beschwerdeführers und des Beschwerdegegners sowie auf
die Ausführungen im angefochtenen Entscheid wird, soweit erforderlich, in den
folgenden Erwägungen eingegangen.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. (...).
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2. Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, dass die Einsprachefrist gemäss Art. 180
Abs. 1 StG nicht eingehalten wurde, sofern die Feststellungsverfügung am 8. März
2010, mithin am Tag der Empfangnahme durch den Vater, als zugestellt gilt. Er wendet
jedoch ein, sein Vater sei nicht befugt gewesen, den eingeschriebenen Brief
entgegenzunehmen.
Dem kann nicht gefolgt werden. Es mag zwar zutreffen, dass der Beschwerdeführer
seinen Vater nicht bevollmächtigt hat, ihn (generell) gegenüber der Post zu vertreten.
Eine entsprechende schriftliche Vollmacht liegt denn auch nicht im Recht. Dies ist aber
letztlich unerheblich. Mit der Unterzeichnung des Nachsendeauftrages am 10. Februar
2010 erklärte sich der Beschwerdeführer mit den von der Post hierfür aufgestellten
Bedingungen ausdrücklich einverstanden. In Ziff. 8 dieser Bedingungen werden die
allgemeinen Geschäftsbedingungen für Postdienstleistungen zum inte-grierenden
Vertragsbestandteil erklärt. Dass sie trotz Übernahme in den Vertrag keine Geltung
erlangten, behauptet der Beschwerdeführer nicht und ist auch nicht ersichtlich (zur
Verbindlichkeit von Allgemeinen Bedingungen im Einzelnen: vgl. Gauch/Schluep/
Schmid, Schweizerisches Obligationenrecht, Allgemeiner Teil, Band I, 9. Auflage, Nr.
1127 ff.). In Ziff. 2.3.5 der allgemeinen Geschäftsbedingungen wird bestimmt, dass
neben dem Empfänger sämtliche im selben Wohn- oder Geschäftsdomizil
anzutreffenden Personen zum Bezug von Sendungen berechtigt sind
(Satz 1). Bei Abwesenheit des Empfängers und anderer bezugsberechtigter Personen
können Paket-, Kurier- und Expresssendungen auch einem Nachbarn zugestellt
werden (Satz 2). Vorbehalten bleiben gegenteilige Weisungen des Absenders oder des
Empfängers gemäss dem Angebot der Post (Satz 3). Eine solche gegenteilige Weisung
hat der Beschwerdeführer offensichtlich nicht erteilt. Nicht erkennbar ist sodann, dass
die Regelung für eingeschriebene Sendungen nicht gilt. Entsprechend war der Vater
des Beschwerdeführers zum Empfang der Sendung vom 5. März 2010 berechtigt.
Durch den Abschluss des Nachsendeauftrags erlangte die Regelung von Ziff. 2.3.5
(Satz 1) Geltung, deren Wirkung letztendlich darin liegt, dass sämtliche Personen,
welche die Post im angegebenen Domizil antrifft, als Zustellungsbevollmächtigte zu
betrachten sind. Dies wird zumindest gegenüber der Post so kundgegeben ("externe
Vollmacht"). Ob der Beschwerdeführer seinem Vater effektiv eine entsprechende
Vollmacht erteilt hat ("interne Vollmacht"), ist mit Blick auf die Regelung von Art. 33
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Abs. 3 OR unerheblich. Danach tritt die Vertretungswirkung nämlich auch dann ein,
wenn gar keine Vollmacht oder die nach aussen kundgegebene Vollmacht weiter als
die eigentliche Berechtigung des Vertreters geht. Zusammenfassend gilt daher die
eingeschriebene Sendung als am 8. März 2010 zugestellt.
3. Was sodann die weiteren Vorbringen des Beschwerdeführers angeht, so kann
diesbezüglich auf die zutreffenden Ausführungen im angefochtenen Entscheid
verwiesen werden (E. 3c und d). Es kann daher offen bleiben, ob das
Verwaltungsgericht überhaupt gehalten war, auf diese Vorbringen, welche sich lediglich
aus dem Verweis in der Beschwerde vom 2. Mai 2011 auf die Rekursschrift und aus
der unaufgeforderten Eingabe vom 20. Mai 2011 ergeben, einzutreten.
4. (...).
Demnach hat das Verwaltungsgericht