Decision ID: 92adf5be-90f3-470d-a8a4-dffde433ddcb
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1962, Mutter eines Sohnes (geboren 1994), war von Dezember 2008 bis September 2009 bei
der
Y._
AG in einem Pen
sum von 20
%
als Wohnberaterin tätig (
Urk.
12/10 S. 1,
Urk.
12/18)
.
Unter Hinweis auf Brustkrebs
meldete sich
die Versicherte
am
2
5.
Mai 2009
bei der Invalidenversicher
ung zum Leistungsbezug an (
Urk.
12/3
). Die
Sozialversiche
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerb
lich
e Situation ab, und
holte
einen Bericht über die Abklärung der beeinträch
tigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt ein,
d
er
am
1
7.
September 2012
erstattet wurde (
Urk.
12/52
).
Nach
durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
12/55-58)
sprach die IV-Stelle mit Verfügung vom
1
4.
März 2013
der Versicherten bei einem
Invalidi
tätsgrad
von
100
%
eine
befristete ganze
R
ente vom
1.
Februar 2010 bis 3
0.
September 2011 zu (
Urk.
12/65
/2
=
Urk.
2).
2.
Die Versicherte erhob am 1
7.
April 2013
(
Urk.
1)
Beschwerde gegen die Verfü
gung vom 1
4.
März 2013 (
Urk.
2), welche am 1
1.
September 2013 von der IV
Stelle an das hiesige Gericht überwiesen wurde (
Urk.
4)
.
Am 2
6.
September 2013 ergänzte sie ihre Beschwerde (
Urk.
7) und
beantra
gte,
es sei ihr
ab dem
1.
Februar 2010 eine unbefristete ganze Rente
zuzusprechen (S. 2
Ziff.
1
)
.
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2
3.
Oktober 2013
(
Urk.
11
)
die Androhung einer
reformatio
in
peius
, eventuell die Abweisung der Beschwerde.
Mit Replik vom
3.
Februar 2014 (
Urk.
14) beantragte die Beschwerdeführerin die Abweisung des Antrags auf
reformatio
in
peius
sowie des Eventualantrags auf Abweisung der Beschwerde und hielt an ihren Anträgen fest. Mit Eingabe vom 2
4.
Februar 2014 (
Urk.
17) reichte die Beschwerdeführerin einen weiteren
Arzt
bericht
zu den Akten (
Urk.
18).
Mit
Eingabe vom
5.
März 2014 (
Urk.
20) verzichtete die Beschwerdegegnerin auf das Einreichen einer Duplik. Dies wurde der Beschwerdeführerin am 1
1.
März 2014
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
21
).
Mit Eingabe vom 2
8.
August 2014 (
Urk.
22) reichte die Beschwerdeführerin wie
derum einen Arztbericht zu den Akten (
Urk.
23). Dies wurde der
Beschwerde
gegnerin
am
3.
September 2014 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
24).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unent
geltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter
anderem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozi
alen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittel
ten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hin
weisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1
.
5
Nach
Art.
61
lit
. d ATSG ist das Versicherungsgericht an die Begehren der Par
teien nicht gebunden. Es kann eine Verfügung oder einen
Einsprache
entscheid
zu Ungunsten der Beschwerde führenden Person ändern oder dieser mehr zusprechen, als sie verlangt hat, wobei den Parteien vorher Gelegenheit zur Stel
lungnahme sowie zum Rückzug der Beschwerde zu geben ist.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom 1
4.
März 2013 (
Urk.
2) gestützt auf ihre Abklärungen davon aus,
dass die Beschwerde
führerin ohne Gesundheitsschaden weiterhin ihrer Tätigkeit als Wohnberaterin zu einem Pensum von 60
%
nachginge und die restlichen 40
%
in den Aufga
benbereich entfielen (
Verfügungsteil 2
S.
1
unten).
In der Zeit vom 1
7.
Februar 2009 bis Juni 2011 sei es der Beschwerdeführerin nicht möglich gewesen, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen.
Gestützt darauf ermittelte die
Beschwerdegegne
rin
einen Invaliditätsgrad von 71
%
(Verfügungsteil 2 S. 2 oben).
Ab Juli 2011 sei es der Beschwerdeführerin wieder zumutbar gewesen, einer angepassten Tätigkeit zu 50
%
nachzugehen. Gestützt darauf ermittelte die
Beschwerdegeg
nerin
sodann einen Invaliditätsgrad von 21
%
(Verfügun
g
s
teil 2 S. 2 unten).
In der Beschwerdeantwort vom 2
3.
Oktober 2013 (
Urk.
11)
führte
die
Beschwer
degegnerin
sodann
an
, dass
einer Anpassungsstörung nach der
bundesgericht
lichen
Rechtsprechung zwar Krankheitswert zukomme, es sich jedoch um ein
vorübergehendes und damit grundsätzlich nicht invalidisierendes psychisches Leiden handle. Zur Prüfung der Frage, ob einer Anpassungsstörung ausnahms
weise doch invalidisierende Wirkung zukomme, wende die Rechtsprechung die zur
somatoformen
Schmerzstörung entwickelten Kriterien analog an (S. 1 un
ten). Es sprächen keine hinreichenden Gründe dafür, dass die psychischen Res
sourcen es der Beschwerdeführerin nicht erlauben würden, trotz ihrer
Anpas
sungsstörung
eine angepasste Tätigkeit in vollem Umfang – be
ziehungsweise im Umfang von 80
%
- auszuüben. Die attestierte Arbeitsunfähigkeit möge zwar medizinisch gerechtfertigt sein, aus den genannten Gründen sei sie jedoch nicht als invalidisierend im Rechtssinn zu werten
(S. 2 Mitte)
.
Infolgedessen verfüge die Beschwerdeführerin ab dem
1.
Juni 2010 infolge einer 100%igen Arbeitsfä
higkeit in psychiatrischer und einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in somatischer Sicht über keinen Rentenanspruch mehr
(S. 2 unten)
.
2.2
Dem hielt die Beschwerdeführerin entgegen (
Urk.
1,
Urk.
7)
,
bei guter Gesund
heit würde sie einer 100%igen Erwerbstätigkeit nachgehen, da ihr Sohn jetzt 19 Jahre alt sei und zu Hause weitgehend alles selber erledige (S. 4). Sie sei zudem aufgrund der körperlichen und psychischen Beschwerden nicht vermittelbar und damit nicht arbeitsfähig (S. 4 f.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist
, wie es sich mit der Arbeitsfähigkeit
der Beschwerde
führerin
ab Juni 2010
verhält sowie die Statusfrage.
3.
3.1
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Chirurgie,
A._
, berichtete am 1
9.
Juni 2009 (
Urk.
12/9) und nannte als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein
Mammakarzinom
beidseitig seit Januar 2009 (S. 1
Ziff.
1.1).
Er führte aus,
dass die Beschwerdeführerin
zurzeit eine Chemotherapie
mache
(S. 2
Ziff.
1.4).
3.2
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und O
nkologie
,
C._
, berichtete am 2
4.
August 2009 (
Urk.
12/17)
, nannte als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit ein bilaterales
Mammakarzinom
sowie eine Chemotherapie bis August 2009
(
Ziff.
1.1)
und führte aus,
es bestünden eine Müdigkeit sowie eine rasche Erschöpfung als Einschränkung in der bisherigen Tätigkeit (
Ziff.
1.7). Es könne mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit zu 100
%
ab Herbst 2009 gerechnet werden (
Ziff.
1.9).
Am
6.
Mai 2010 attestierte
Dr.
B._
der Beschwerdeführerin eine volle Arbeitsfähigkeit ab Juni 2010 (
Urk.
12/26/2).
3.
3
Die zuständige
Abklärerin
führte am 1
1.
Februar 2011 bei der Beschwerdeführe
rin zu Hause eine Haushaltabklärung an Ort und Stelle durch, qualifizierte sie
als zu 60
%
ausserhäuslich erwerbstätig und zu 40
%
im Haushalt tätig und ermittelte eine Einschränkung im Haushaltbereich von 28
%
(
Urk.
12/52).
3.
4
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Plastische,
Rekonstrukti
ve
und Ästheti
sche Chirurgie
, berichtete am 1
6.
März 2011 (
Urk.
12/28
=
Urk.
12/33
) und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(
Ziff.
1.1)
:
primäre zweizeitige
Mammarekonstruktion
beidseits
bösartige Neubildung der Brustdrüse
invasiv-
duktales
Mammakarzinom
rechts
invasiv-
duktales
Mammakarzinom
links
Skin
Sparing
Mastectomy
beidseits
axilläre
Lymphonodektomie
links
multiple Tumorektomie Mamma beidseits
onkoplastische
Mammareduktionsplastik
beidseits
Entfernung zweier Hauttumore im Gesicht und an der rechten Schulter
Er führte aus, es bestünden aktuell noch hypertrophe Narben bei zunehmender Erweichung beider Mammae. Es träten sporadisch Schmerzen in beiden
Unter
polen
nach lateral ziehend sowie sporadisch
Lymphoedeme
beidseits auf
. Der Endzustand werde in zirka einem halben bis einem Jahr erreicht sein
(
Ziff.
1.4).
Aufgrund der verminderten Belastbarkeit und der verminderten Stresstoleranz sowie leichter Ermüdbarkeit sei die Beschwerdeführerin im zuletzt durchge
führten Beruf als
Wohnberaterin
/
Flugverkehrsangestellte nur zu zirka 50
%
an
stellbar
.
Sie könne Gegenstände über 5 kg nicht mehr hoch heben.
Im Verlaufe von 1-2 Jahren dürfte eine
Reevaluation
insbesondere hinsichtlich der
Stress
toleranz
indiziert sein
(
Ziff.
1.6
1.7
und Zusatzblatt
Urk.
12/28/6)
.
3.
5
Dr.
B._
berichtete am
3.
Juni 2011 (
Urk.
12/30) und führte aus,
er habe bis 2009 Arbeitsunfähigkeitszeugnisse ausgestellt, danach keine mehr (
Ziff.
1.6). Die bisherige Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin aufgrund der Erschöpfung nur eingeschränkt zumutbar
. Es bestehe eine verminderte Leistungsfähigkeit
(
Ziff.
1.7)
.
3.
6
Am
8.
Juli 2011 nahm
Dr.
D._
Stellung zu den gestellten Zusatzfragen (
Urk.
12/33/5) und führte aus, an der Situation der Beschwerdeführerin habe sich gegenüber den im Bericht vom März 2011 niedergeschriebenen Befunden nichts geändert. Aktuell leide die Beschwerdeführerin vor allem an einem ge
neralisierten Ödem, dass sie mit Jobst-Bandagen an sämtlichen Extremitäten plus intensivierter ergotherapeutischer Behandlung (Lymphdrainage) behandle.
Die im erwähnten Bericht erhobenen Befunde und die Beurteilung der Arbeits
fähigkeit in einer optimal angepassten Tätigkeit seien nach wie vor gültig.
3.
7
Dr.
Z._
berichtete am 1
9.
Dezember 2011 (
Urk.
12/37) und führte aus,
die Beschwerdeführerin habe nun beidseits ein Lymphödem am Arm. Es bestünden beidseits
blande
Narben. Insgesamt zeige sich bei der Nachsorgeuntersuchung ein unauffälliger Befund. Aufgrund des Lymphödems beidseits sei an ein Ar
beits
verhältnis nicht zu denken. Ausserdem seien wieder Lymphdrainagen sowie Kompressionsstrümpfe verschrieben
worden
.
3.
8
Dr.
med.
E._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
,
Regio
naler Ärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin,
berichtete am 1
3.
Juli 2012 über die psychiatrische Untersuchung der Beschwerdeführerin vom 2
9.
Mai 2012 (
Urk.
12/48) und
nannte als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine ausgeprägte Anpassungsstörung mit Angst und depres
siven Reaktionen gemischt (ICD-10 F43.2.2, S. 6).
Er
führte aus, am 1
7.
Februar 2009 sei die Diagnose einer Brustkrebserkrankung gestellt worden. Am 2
7.
Februar 2009 sei die erste, am
9.
April 2009 die zweite und Ende Oktober 2009 die dritte Operation im Zusammenhang mit dem
re
kon
struktiven
Brustaufbau erfolgt.
Der Onkologe
Dr.
B._
habe die Ar
beits
fähigkeit ab
1.
Juni 2010 wieder als zu 100
%
beurteilt. Plausibel sei, dass bis dahin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit dem 2
7.
Februar 2009 bestanden habe. Allerdings habe die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit von 100
%
ab
1.
Juni 2010 wegen anhaltender Müdigkeit, geringer
Stresstole
ranz
und geringer Belastbarkeit nicht umgesetzt werden können. Erst ab Sep
tember 2010 könne medizinisch-theoretisch bis November 2010 von einer 50%igen Arbeits
fähigkeit im angestammten Beruf als Flugbegleiterin ausgegan
gen werden. Die Beschwerdeführerin habe in diesen drei Monaten einen
Auf
frischungskurs
benötigt, welchen sie aus gesundheitlichen Gründen habe abbrechen müssen. Ab November 2010 habe weiterhin keine Arbeitsfähigkeit bestanden.
Am
8.
Juli 2011 habe
Dr.
D._
die Beschwerdeführerin ab September 2010 als zu 50
%
arbeitsfähig in einer angepassten Tätigkeit mit Rücksicht auf verminderte Stresstoleranz und körperlicher Vermeidung von Heben von Lasten über 5 kg be
urteilt.
Dies stehe im Widerspruch mit dem Bericht von
Dr.
Z._
, wonach seit der ersten Operation im Februar 2009 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in jegl
icher Tätigkeit bestehe (S. 1).
Seit Januar/Februar 2012 fänden wöchentliche psychotherapeutische Gespräche statt (S. 3 oben).
Die Beschwerdeführerin wirke sensibel, harmoniebedürftig, et
was dünnhäutig, ordnungsliebend und
angepasst
.
I
n der späteren Exploration zeige si
e
eine leichte bis mittelgradige Aggressionshemmung. Sie entschuldige sich für Trä
nen, die ihr bei der Schilderung der Anamnese auf
ge
tr
ete
n
seien
. Dabei zeige sie ein verlegenes, schamerfülltes Lächeln. Bezüglich Ich-Störungen
liege
eine deutliche Depersonalisation seit der Krebserkrankung vor (S. 4).
Im Vordergrund sei eine Angst zu verzeichnen, welche sich auf das erneute Ver
sagen ihres Körpers ausbreite. Diese Angst bewege sich etwa im mittleren Be
reich. Seit der Krebserkrankung beschreibe die Beschwerdeführerin wiederholt depressive Verstimmungen, die kaum mit einer zeitlichen Angabe versehen werden könnten. Eine
schwergradige
anhaltende depressive Störung seit der Krebserkrankung liege allerdings nicht vor. Die Affektivität sei labil und zeige gehäuftes Weinen, Selbstzweifel und eine gewisse Traurigkeit. Verschiedene Ausprägungsformen von Suizidalität könn
t
e
n
jedoch nicht erkannt werden. Weiter stehe das Gefühl des Versagens im Vordergrund, welches sich auf das erwartete Rollenbild als Mutter und berufstätige Frau beziehe. Der Antrieb sei leicht vermindert und die Psychomotorik etwa verlangsamt. Es bestehe kein sozialer Rückzug. Es bestünden deutliche
Libidostörungen
, Schlafstörungen und möglicherweise auch
somatoform
überlagerte Rückenschmerzen. Aus psychiat
rischer Sicht ergäben sich keine Einschränkungen bezüglich der Fähigkeit zur Anpassung an Regeln und Routinen.
Die Beschwerdeführerin zeige sich für den beruflichen Wiedereinstieg motiviert. Allerdings gebe sie an, dass sie
in
ihrer bisherigen beruflichen Tätigkeit als Wohnberaterin dem Leistungsdruck nicht mehr gewachsen sei. Es ergäben sich aber aus der Struktur der Persönlichkeit keine Hinweise auf
Unflexibilität
(S. 5).
Die Durchhaltefähigkeit sei gegenwärtig mittelgradig reduziert. Die Kontaktfreu
digkeit zu Dritten sei nicht eingeschränkt. Bezüglich der
Selbstbehauptungs
fähigkeit
gebe es Hinweise
auf Persönlichkeitszüge
mit leicht reduziertem Durchsetzungsvermögen.
Aus psychiatrischer Sicht könne die erwähnte Diag
nose plausibel ab Juni 2010 angenommen werden.
Dr.
B._
habe damals schon eine geringe Stressbewältigung, eine geringe Belastbarkeit und Müdigkeit festgestellt. Allerdings habe sich seine medizinisch-theoretische Einschätzung der Arbeitsfähigkeit von 100
%
ab Juni 2010 nicht erfüllt.
Die Beschwerdefüh
rerin habe ab September 2010 bis November 2010 lediglich zu 50
%
arbeiten können.
Aus psychiatrischer Sicht müsse ab November 2010 nach wie vor eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeit angenommen werden.
Aus psychiatrischer Sicht seien die für eine Anpassungsstörung unabdingbaren Stressoren seit Juli 2011 als vermindert zu betrachten. Der interpersonelle Kon
flikt mit der Schwiegermutter habe sich entschärft und die onkologischen Nach
kontrollen zeigten einen günstigen Verlauf. Sodann habe am
8.
Juli 2011 auch
Dr.
D._
die Beschwerdeführerin als zu 50
%
arbeitsfähig beurteilt (S. 6 f.).
Zusammenfassend habe bis Ende Juni 2011 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit in der freien Marktwirtschaft bestanden. Ab Juli 2011 könne wegen der Reduktion der Stressoren und der Ausprägung der
Anpassungs
störung
(ICD-10 F43.2) noch von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit bezogen auf ein 100%iges Pensum ausgegangen werden. Damit werde der verminderten Stresstoleranz, der raschen Ermüdbarkeit und der Verlangsamung Rechnung getragen. Die Beurteilung von
Dr.
Z._
, wonach seit Februar 2009 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe, könne aus psychiatrischer Sicht nicht nachvollzogen und plausibel dargestellt werden (S. 8).
3.
9
Dr.
med.
F._
, Fachärztin für Innere Medizin, RAD,
berichtete am 1
3.
Juli 2012 über die internistische Untersuchung der Beschwerdeführerin vom 2
9.
Mai 2012 (
Urk.
12/49) und nannte folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 5
Ziff.
8):
bilaterales Mamma-Karzinom, Erstdiagnose Februar 2009, aktuell kom
plette Remission
Status nach Tumorektomie Mammae beidseits und brusterhaltende
Mammarekonstruktion
beidseits am 2
7.
Februar 2009
Status nach
axillärer
Lymphonodektomie
links und plastischem Auf
bau am
9.
April 2009
Status nach Chemotherapie vom
8.
Mai 2009 bis 2
1.
August 2009
Status nach plastischer
Mammarekonstruktion
beidseits am 2
7.
Oktober 2009
Status nach
Mamillenrekonstruktion
am 1
8.
Januar 2011
Sie führte aus,
seit der Operation des beidseitigen Mamma-Karzinoms bestehe ein beids
eitiges Lymphödem an den Armen.
Die Beschwerdeführerin fühle sich rasch ermüdbar. In den alltäglichen Verrichtungen sei sie langsamer geworden und beim Heben von Lasten verspüre sie noch Narbenschmerzen in den Mammae beidseits
(S. 1
). Die Beschwerdeführerin könne sich nicht vorstellen
,
weder ihre frühere Tätigkeit als Verkehrsflugangestellte noch die zuletzt ausge
übte Tätigkeit als Wohnberaterin wieder auszuüben. Bezüglich einer künftig möglichen Berufstätigkeit würde sie sich am liebsten kreativ betätigen, beispielsweise mit dem Malen von Glückwunschkarten. Die Vorstellungen der Beschwerdeführerin erschienen hierbei etwas unrealistisch (S. 5 oben).
Zusammenfassend seien die Arbeitsunfähigkeitsangaben der behandelnden Ärz
te teilweise widersprüchlich und teilweise
nicht
anhand objektiver medizi
nischer Befunde und/oder funktioneller Einschränkungen plausibel nachvoll
ziehbar. Zusätzlich seien fachfremd auch Einschränkungen auf psychiatrischem Gebiet attestiert worden, ohne dass eine psychiatrische/psychotherapeutische Behand
lung stattgefunden hätte. Nach Angaben der Beschwerdeführerin finde seit Februar 2012 erstmals eine psychotherapeutische Behandlung statt (S. 5 unten).
Aus rein internistischer Sicht sei aufgrund der Tumoroperation, der anschlies
senden Chemotherapie sowie der nachfolgenden plastischen Rekonstruktion mit entsprechender
Rekonvaleszenzzeit
die von
Dr.
B._
ab
1.
Juni 2010 attestierte volle Arbeitsfähigkeit plausibel, auch wenn
Dr.
B._
vermerke, dass nach 2009 (also bereits ab 2010) keine Arbeitsunfähigkeit mehr ausgestellt worden sei.
Für die im Januar 2011 erfolgte
Mamillenrekonstruktion
könne eine allenfalls
mehrwöchige nicht dauerhafte 100%ige Arbeitsunfähigkeit für den
perioperati
ven
Zeitraum angenommen werden,
Als dauerhafte Folge des bislang kurativ behandelten Mamma-Karzinoms bleibe ein beidseitiges Lymphödem der Arme bestehen. Dieses werde optimal behandelt mit Kompressionsstrümpfen, respektive Handschuhen und Lymphdrainage ein
mal pro Woche. Diese dauerhafte Einschränkung sei im Belastungsprofil zu beachten. Als angepasste Tätigkeit gelte eine leichte körperliche Tätigkeit ohne Heben und Transportieren von Lasten über 5 kg, ohne Arbeiten in Armvorhalte, ohne Überkopfarbeiten und ohne Verharren in Zwangshaltungen.
D
ie Ein
schränkungen durch das dauerhafte Tragen der Kompressionsstrümpfe und Handschuhe
sowie eine subjektiv raschere Ermüdbarkeit, welche als
Fatigue
im Rahmen der Chemotherapie
interpretiert werden könne, vermöge
zusätzlich
eine Leistungseinschränkung von 20
%
zu begründen.
Somit resultiere gesamthaft eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit seit Juni 2010 mit oben genanntem Belastungsprofil. Der Standpunkt von
Dr.
Z._
, es sei wegen der Lymphödems an ein Arbeitsverhältnis nicht zu denken, sei aus medizini
scher Sicht nicht nachvollziehbar und werde von
Dr.
Z._
auch auf Nach
frage nicht begründet.
Einschränkungen im Haushalt seien aus oben genanntem Belastungsprofil für mittelschwere und schwere Tätigkeiten ableitbar, wobei die Rolle der Haushalts
angehörigen gesetzlich geregelt sei
(S. 5 f.)
.
3.
1
0
Dipl. med.
G._
, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie, Facharzt Neu
rologie, RAD, und
Dr.
F._
, RAD, nahmen am 1
3.
Juli 2012 Stellung (
Urk.
12/54/9-10) und führten aus, aus interdisziplinärer Sicht habe von Februar 2009 bis Juni 2011 für alle Tätigkeiten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Ab Juli 2011 bestehe eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für angepasste Tätigkeiten gemäss beschriebenem Belastbarkeitsprofil. Prognostisch sei unter der seit Februar 2012 begonnenen Psychotherapie eine weitere Verbesserung aus psychiatrischer Sicht zu erwarten und es sei von einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit innerhalb eines Jahres auf 80
%
auszugehen.
3.1
1
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Kinder- und Juge
ndpsychiatrie Psychothe
rapie
, berichtete am 1
3.
August 2013 (
Urk.
5/1
=
Urk.
8/2
) und führte aus,
die
Beschwerdeführerin schildere eine massiv eingeschränkte körperliche Belastbar
keit aufgrund der stets zu tragenden Druckverbände infolge des chronischen Lymphödems und Narbenschmerzen. Sie sei nach 15 Minuten Hausarbeit derart erschöpft, dass sie eine Pause benötige, um wieder neue Kräfte zu schöpfen. Die geschilderten gesundheitlichen Beschwerden wirkten äusserst glaubhaft und seien ohne weiteres nachvollziehbar. Das zwingende Tragen von Druckverbän
den infolge der Lymphstauung an beiden oberen Extremitäten führe aus ärztli
cher Sicht zu einer vollständigen und länger dauernden kompletten Arbeitsun
fähigkeit.
3.1
2
Dr.
B._
berichtete am 2
9.
August 2013 (
Urk.
5/2
=
Urk.
8/1
) und führte aus, die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin sei seit der Diagnose des
Mammakarzinoms
im Februar 2009 eingeschränkt. Die Beschwerdeführerin sei keineswegs fähig, eine 80%ige Arbeitstätigkeit aufzunehmen. Durch die beid
sei
tigen Lymphödeme der Arme sei die Motorik eingeschränkt. Die schweren Armen würden ein längeres Halten oder Heben von Lasten nicht ermöglichen, wie sie bei der Arbeit als Innendekorateurin notwendig seien.
Zudem bestünden depressive Verstimmungen aufgrund der antihormonellen Behandlung.
Die Be
schwerdeführerin sei aufgrund der körperlichen und psychischen Beschwerden nicht vermittlungsfähig und daher auch nicht arbeitsfähig.
3.1
3
Dr.
med.
I._
,
A._
, berichtete am 1
7.
Februar 2014 (
Urk.
18) und führte aus, sie habe die Beschwerdeführerin letztmalig am 1
6.
Januar 2014 gesehen. Es sei für sie absolut unverständlich, dass man die Beschwerden der Beschwerdeführerin nur psychogen sehe. Selbstverständlich bestehe diese Komponente auch, aber die Beschwerdeführerin habe durch die Brustoperation beidseits mit Lymphknotenentfernung massive Lymphödeme in beiden Armen, welche eine regelmässige
lymphologische
Behandlung und das Tragen von Kompressions-Armstrümpfen und Handschuhen bedingten. Dadurch sei sie in ihrer Armbeweglichkeit deutlich eingeschränkt und habe auch weniger Kraft. Daneben bestünden ausgeprägte Keloide im Bereich der Narben beidseits, welche unter Zug stünden und schmerzhaft seien. Somatisch bestünden dem
nach deutliche Einschränkungen.
3.1
4
Dr.
med.
J._
,
K._
, Zentrum für Plastische Chirurgie, berichtete am 2
2.
August 2014 (
Urk.
23) und führte aus, die für den 2
9.
August 2014 geplante Operation sei aufgrund der schmerzhaften,
keloiden
Narbenbil
dung im Bereich der rekonstruierten Brust vorgesehen. Bei der Brust sei im April 2009, nach einer beidseitigen Mastektomie und
Lymphknotendissektion
links, eine Sofortrekonstruktion mit
Expanderprothesen
durchgeführt worden. Weiterhin klage die Beschwerdeführerin
über ein
ausgeprägte
s
Lymphödem auf der linken
Seite. Es sei nun die Entfernung der
Expanderimplantate
, die Revi
sion der Narben und die Rekonstruktion mittels Eigengewebe vom Bauch, kom
biniert mit einem Lymphknotentransfer
geplant
. Zusätzlich werde direkt nach der Operation eine perkutane Radiotherapie auf die Narben durchgeführt, um die
keloidale
Narbenbildung zu verhindern. Aktuell
sei
die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Schmerzen arbeitsunfähig.
4.
4.1
Gestützt auf die RAD-Beurteilungen (E. 3.8 und E. 3.10) ging die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung für den Zeitraum von Februar 2009 bis Juni 2011 von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit für alle Tätigkeiten aus. Unbestritten ist dabei die somatisch begründete 100%ige Arbeitsunfähigkeit für alle Tätigkeiten von Februar 2009 bis Mai 2010 (
Urk.
1,
Urk.
2,
Urk.
11,
Urk.
12/54 S. 9). Von der IV-Stelle nunmehr mit Beschwerdeantwort vom 2
3.
Oktober 2013 in Frage gestellt wurde jedoch die
psychiatrischerseits
aufgrund der ausgeprägten Anpassungsstörung mit Angst und depressiven Reaktionen gemischt attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit von Juni 2010 bis Ende Juni 2011 (
Urk.
11). Die IV-Stelle verwies unter anderem auf ein Bundesgerichtsurteil, gemäss welchem die Förster-Kriterien auf die Diagnose der Anpassungsstörung ebenfalls anzu
wen
den seien, und woraus sich im Resultat ergebe, dass die diagnostizierte
An
passungsstörung
überwindbar und daher nicht invalidisierend sei. Entgegen der Auffassung der IV-Stelle kann indes die bundesgerichtliche Rechtsprechung zur Anpassungsstörung, gemäss welcher die Diagnose insbesondere ein vorüberge
hendes Leiden darstelle und damit das Kriterium der
Dauerhaftigkeit nicht er
fülle (vgl. beispielsweise Urteil des Bundesgerichts 8C_322/2010 vom
9.
August 2010 E. 5.2)
, nicht unbesehen auf den vorliegenden Fall übernommen werden. Insbesondere stand bei der Beschwerdeführerin bezüglich der Affektivität eine Angst im Vordergrund (
Urk.
12/48 S. 5) und es lag auch eine depressive Ver
stimmung vor. Ausserdem legte der begutachtende RAD-Psychiater in seinem beweistauglichen Bericht (vgl. nachfolgend E. 4.3) nachvollziehbar dar, dass es sich um eine ausgeprägte Anpassungsstörung handelt, welche zwar einen Arbeitsversuch zuliess, ab November 2010 jedoch wieder zu einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit führte. Aufgrund der konkreten Ausgestaltung der
Anpas
sungsstörung
mit der attestierten Angst betreffend das „erneute Versagen des Körpers“ und insbesondere angesichts des schwerwiegenden Stressors der Krebserkrankung sowie der Lymphödeme kommt somit die von der IV-Stelle zitierte Rechtsprechung dahingehend zur Anwendung, dass die konkret um
schriebene, ausgeprägte Anpassungsstörung für den von den RAD-Psychiatern
bezeichneten
Zeitraum bis Juni 2011 zu einer zu berücksichtigenden 100%igen Arbeitsun
fähigkeit führte. Damit liegt aus psychiatrischer Sicht für den Zeit
raum von Juni 2010 bis Ende Juni 2011 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für alle Tätigkeiten vor, was zur Bestätigung der verfügungsweise zugesprochenen befristeten ganzen Rente führt.
4.2
Bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
für die Zeit ab Juli 2011
stützte sich die Beschwerdegegnerin in
sbesondere auf die Untersuchungsberichte
de
r RAD-Ä
rzte
Dr.
E._
(vgl. vorstehend E. 3.
8
)
und
Dr.
F._
(vgl. vorstehend E. 3.
9
)
sowie deren interdisziplinäre Beur
teilung (vgl. vorstehend E. 3.1
0
)
, wonach der
Beschwerdeführer
in
eine
leidensange
passte
, körperlich
leichte Tätigkeit gemäss beschriebenem Zumutbarkeitsprofil ab Juli 2011 zu 50
%
zumutbar
und von einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit innerhalb eines Jahres auf 80
%
auszugehen sei
(vgl. vorstehend E. 3.1
0
)
.
4.3
Die Würdigung der medizinischen Akten ergibt, dass
die ärztlichen Beurteilun
gen durch die
RAD-
Ä
rzt
e
Dr.
E._
(vgl. vorstehend E. 3.
8
)
und
Dr.
F._
(vgl. vorstehend
E. 3.
9
)
die medizinischen
Vorakten
wie auch die geklagten Beschwerden de
r
Beschwerdeführer
in
berücksichtigen.
Sodann leuchten d
ie Darlegung der medizinischen
Befunde sowie deren Beurteilung
ein und die Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar begründet. Die
Beurteilungen
wurden ausserdem
in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstellt und tragen der konkreten medizinischen Situation Rechnung.
So machte RAD-Arzt
Dr.
E._
darauf aufmerksam, dass
seit Janu
ar/Fe
bruar 2012 wöchentliche psychotherapeutische Gespräche stattfänden und bei der Beschwerdeführerin im Vordergrund eine Angst
im mittleren Bereich
zu verzeichnen sei, welche sich auf das erneute Versagen des Körpers ausbreite
(
Urk.
12/48 S. 3 oben und S. 5)
.
Er legte
ausserdem
plausibel dar, dass seit der Krebserkrankung keine
schwergradige
anhaltende depressive Störung vorliege (S. 5).
Auch
RAD-
Ärztin
Dr.
F._
zeigte in nachvollziehbarer Weise auf, dass als dauerhafte Folge des bislang kurativ behandelten Mamma-Karzinoms ein beidseitiges Lymphödem der Arme bestehen bleibe und dies
zwar
mit Kompres
sionsstrümpfen und Lymphdrainage
optimal
behandelt werde, jedoch als Ein
schränkung im Belastungsprofil zu berücksichtigen sei (
Urk.
12/49 S. 5). Weiter setzte sie sich differenziert
mit
der Leistungseinschränkung, welche sich
durch das Tragen der Kompressionsstrümpfe und der subjektiv rascheren Ermüdbar
keit, welche als
Fatigue
im Rahmen der Chemotherapie
interpretiert werden könne,
auseinander
(S. 5 f.).
Die
Beurteilung
en
leuchte
n
in der Darlegung der medizinischen Zusammen
hänge ein und die vorgenommenen Schlussfolgerungen zu Gesundheitszustand
und Arbeitsfähigkeit werden ausführlich begründet.
So zeigte RAD-Arzt
Dr.
E._
– wie bereits erwähnt
in nachvollziehbarer Weise auf, dass die Diagnose einer ausgeprägten Anpassungsstörung mit Angst und depressiven Reaktionen gemischt (ICD-10 F43.2.2) plausibel ab Juni 2010 angenommen werden könne und die für diese Diagnose unabdingbaren Stressoren erst seit Juli 2011 als vermindert zu betrachten seien, weshalb ab diesem Zeitpunkt eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bestehe
(
Urk.
12/48 S. 6 f.).
Weiter bezog er sodann ausdrücklich Stellung zu den anderweitigen Einschätzungen der Arbeitsfähig
keit und führte aus, dass die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit von 100
%
ab Juni 2010 nicht habe umgesetzt werden können (S. 3, S. 8). In diesem Zusammenhang erscheint insbesondere auch die aus interdisziplinärer Sicht attestierte Arbeitsfähigkeit von 80
%
nach einer Anpassungszeit von einem Jahr als nachvollziehbar, zumal eine Anpassungsstörung nicht unbeschränkte Zeit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hat und auch der Psychiater
Dr.
H._
im August 2013 keine entsprechende Diagnose
mehr
nannte beziehungsweise eine Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischen Gründen
attestierte
(vgl. vorstehend E. 3.11). Auch
RAD-Ärztin
Dr.
F._
führte
ausdrücklich
aus, dass zu den noch
zumutbaren Tätigkeiten
leichte körperliche Arbeit
en ohne Heben und Transpor
tieren
von Lasten über 5 kg, ohne Arbeiten in Armvorhalte, ohne
Überkopf
arbeiten
und ohne Verharren in Zwangshaltungen
gehörten
und
sich aus den
erwähnten Einschränkungen
eine Leistun
gsverminderung
von 20
%
ergebe
(
Urk.
12/49 S.
5
f.)
.
Die Beurteilungen
durch die
RAD-
Ä
rzt
e
(vorstehend E. 3.
8 – E. 3.10
) sind nach dem Gesagten für die Beantwortung der gestellten Frage umfassend.
Die
Untersuchungsb
erichte erfüllen die
praxisgemässen
Kriterien (vgl. vorstehend E.
1.4) vollumfänglich, so dass für die
Entscheidfindung
und insbesondere die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit darauf abgestellt werden kann.
4.
4
Die von der Beschwerdeführerin eingereichten Berichte von
Dr.
B._
(vgl. vorstehend E. 3.12),
Dr.
I._
(vgl. vorstehend E. 3.13) und
Dr.
J._
(vgl. vorstehend E. 3.14)
vermögen die ausführlich und eingehend begründete Beurteilung de
r RAD-Ä
rzte
nicht zu entkräften.
So erscheint
eine durch die Lymphö
deme begründete 100%ige Arbeitsunfähigkei
t nicht als nach
vollziehbar, zumal nicht nur die RAD-Ärzte, sondern auch andere involvierte
Ärzte eine andere Auffassung
vertra
ten.
Dr.
B._
führte in seinem Be
richt vom 2
9.
August 2013 sodann lediglich aus, dass die Beschwerdeführerin keineswegs fähig sei, eine 80%ige Arbeitsfähigkeit aufzunehmen und durch die beidseitigen Lymphödeme der Arme eingeschränkt sei.
Die von ihm genannten Einschränkungen wurden
jedoch
in den Beurteilungen der RAD-Ärzte und ins
besondere im von ihnen formulierten Zumutbarkeitsprofil
bereits
berücksichtigt.
Auch die von
Dr.
B._
erwähnte
n
und berücksichtig
t
e
n
depressive
n
Verstimmung
en
erscheinen nicht als plausibel
,
zumal
er kein Psychiater ist und
ausserdem
gemäss Psychiater
Dr.
H._
in jenem Zeitpunkt
keine
derartige
Diagnose ausgewiesen ist
(vgl. vorstehend E. 3.11)
.
Auch
Dr.
I._
nannte in ihrem Bericht vom 1
7.
Februar 2014 (vgl. vorstehend E. 3.13) ledig
lich die Einsch
ränkungen durch die Lymphödeme,
und machte ansonsten keine weiteren Angaben zu Einschränkungen oder
Befunden. Somit kann auch aus diesem Bericht nichts abgeleitet werden, was die Beurteilung der RAD-Ärzte in Bezug auf den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit in einer angepass
ten Tätigkeit umzustossen vermöchte.
Die von
Dr.
J._
erwähnte vollstän
dige Arbeitsunfähigkeit aufgrund der Schmerzen kann nach dem Gesagten und aufgrund der Befunde nicht nachvollzogen werden und wird von ihm auch
nicht
näher begründet.
Zusammenfassend wurden somit keine Erkenntnisse vorgebracht, welche die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch die RAD-Ärzte umzustossen vermöchten.
Im Übrigen beziehen sich die
se Berichte
auf einen Zeitpunkt nach
Verfügungs
erlass
, weshalb sie im vorliegenden Beschwerdeverfahren schon aus diesem Grund nicht berücksichtigt werden könn
t
en.
4.5
Soweit die Beschwerdeführerin geltend machte, der medizinische Sachverhalt sei nicht umfassend abgeklärt, und es seien deshalb weitere Abklärungen zu treffen, ist festzuhal
ten, dass sowohl der psychische als auch der physische Gesundheitszustand sowie die Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit der Beschwer
deführerin in den Beurteilungen gebührend berücksichtigt wurden. Die Be
schwerdeführerin ver
mochte sodann nicht weiter darzutun, inwiefern die Akten
lage unzutreffend beziehungsweise unvollständig ist. Da der Sachverhalt nach dem Gesagten durch weitreichende medizinische Einschätzungen aus ver
schiedenen Fachrich
tungen abgeklärt wurde, erweisen sich die vorliegenden medizinischen Akten als ausrei
chend. Auf weitere Abklärungen kann deshalb verzichtet werden (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 157).
Die Einwände der Beschwerdeführerin in Bezug auf die medizinischen Abklä
run
gen sind nach dem Gesagten
unbehelflich
. Weitere substantiierte Ein
wände brachte sie nicht vor.
4.
6
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass auf die überzeugende, nachvollziehba
re und ausführ
lich begründete Einschätzung der RAD-Ärzte abzust
ellen und somit von einer 50%igen
Arbeitsfähigkeit
ab Juli 2011
gemäss beschriebenem
Zum
ut
barkeitsprofil
auszugehen ist, wobei eine Steigerung auf 80
%
innerhalb eines Jahres möglich ist.
5.
5.1
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Gesichtspunkt des
Art.
28a
Abs.
3 IVG in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs.
2 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Me
thode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, Betätigungsvergleich, gemischte Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beein
trächtigung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbs
tätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch,
das heisst
ohne
Gesundheitsscha
den
, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV)
. Die gemischte Methode bezweckt damit eine möglichst wirklichkeitsgerechte Bemessung des
Invalidi
tätsgrades
(BGE 133 V 504 E. 3.3 mit Hinweisen).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die kon
krete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Er
werbs
tätigkeit ist der im
Sozial
ver
sicherungsrecht
übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erfor
derlich
(
BGE 137 V 334
E. 3.2,
130 V 393
E. 3.3,
125 V 146
E. 2c, je mit Hinweisen).
Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl.
Art.
27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigun
gen und Begabungen zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_915/2012 vom 1
5.
Mai 2013 mit Hinweisen auf BGE 133 V 504 E. 3.3).
Die gemischte Methode findet auch Anwendung, wenn der (in einem Aufgaben
bereich tätigen) versicherten Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung eine vollzeitliche Erwerbstätigkeit zumutbar wäre, sie aber trotzdem eine solche nicht ausüben würde (vgl. BGE 133 V 504 E. 3.3 in
fine
).
Ist
jedoch
anzuneh
men, die versicherte Person wäre ohne gesundheitliche Beeinträchtigung teiler
werbstätig oder sie arbeitete unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mit, ohne daneben in einem andern Aufgabenbereich nach
Art.
5
Abs.
1 IVG
tätig zu sein, ist die Invalidität
ausschliesslich
nach den Grundsät
zen für Erwerbstätige, somit nach
Art.
16 ATSG zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3
e
contrario
). Die gemischte Methode gelangt hier ebenso wenig zur Anwendung wie bei ohne Gesundheitsschaden voll Erwerbstätigen (
Art.
27
bis
IVV). Das
Vali
deneinkommen
ist nach
Massgabe
der ohne Gesundheitsschaden ausgeübten Teilerwerbstätigkeit festzulegen. Entscheidend ist, was die versicherte Person als Gesunde tatsächlich an Einkommen erzielen würde, und nicht, was sie besten
falls verdienen könnte. Wäre sie gesundheitlich in der Lage, voll erwerbstätig zu sein, reduziert sie aber das Arbeitspensum aus freien Stücken, insbesondere um mehr Freizeit zu haben, oder ist die Ausübung einer Ganztagestätigkeit aus Gründen des Arbeitsmarktes nicht möglich, hat dafür nicht die Invalidenversi
cherung einzustehen (
BGE 125 V 157
E. 5c/
bb
mit Hinweisen; ZAK 1992 S. 92 E. 4a). Das Invalideneinkommen bestimmt sich entsprechend den gesetzlichen Vorgaben danach, was die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger
Eingliederungsmassnahmen
durch eine
ihr zumutbare
Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte. Dabei kann das - vom Arzt festzulegende - Arbeitspensum unter Umständen grösser sein als das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung geleistete (vgl. BGE 131 V 51 E. 5.1.2).
Bei der Bestimmung der im konkreten Fall anwendbaren
Invalidi
täts
bemessungs
methode
und damit der Beantwortung der entscheidenden
Sta
tusfrage
handelt es sich um eine hypothetische Beurteilung, die auch hypothe
tische
Willensentschei
dungen
der versicherten Person berücksichtigen muss.
Dies gilt auch für die Frage,
in welchem
Ausmass
die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre
.
Diese
inneren Tatsachen
sind indessen einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in aller Regel aus
äusseren
Indizien erschlossen werden. Die Beurteilung hypothe
tischer Geschehensabläufe ist eine Tatfrage, soweit sie auf Beweiswürdigung beruht, selbst wenn darin auch Schlussfolgerungen aus der allgemeinen Lebenserfahrung mitberücksichtigt werden. Rechtsfragen sind hingegen Folge
rungen, die
ausschliesslich
- losgelöst vom konkreten Sachverhalt - auf die all
gemeine Lebenserfahrung gestützt werden oder die Frage, ob aus festgestellten Indizien mit Recht auf bestimmte Rechtsfolgen geschlossen worden ist (
vgl.
Urteil
e
des Bundesgerichts 9
C_287/2013 vom
8.
November 2013
E.
3.5
und
8C_511/2013 vom 3
0.
Dezember 2013
,
je
mit Hinweisen).
5.2
Die Verwaltung als verfügende Instanz und - im Beschwerdefall - das Gericht
dürfen
eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen über
zeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen
Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Mög
lichkeit eines bestimmten Sachver
halts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht folgt vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung, die es von allen mög
lichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E.
5b mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3).
5.3
Die Beschwerdeführerin machte geltend,
im Gesundheitsfall würde sie
einer vol
len Erwerbstätigkeit nachgehen.
Zum Zeitpunkt der Haushaltabklärung habe der Sohn noch das 1
0.
Schuljahr besucht und sei in der Regel am Mittag nach Hause gekommen.
Heute
sei er jedoch
den ganzen
Tag auswärts und komme höchstens am Abend nach Hause (
Urk.
7 S. 4).
Die von der Beschwerdeführerin im Rahmen des Beschwerdeverfahrens gemach
ten Aussagen vermögen ihre früheren, anlässlich der
Untersuchungen
und
Haus
haltsabklärung
gemachten Sch
ilderungen nicht zu entkräften.
Einerseits
ent
halten die Untersuchungsberichte keine Hinweise, wonach die Beschwerde
füh
rerin Angaben über eine volle Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall gemacht hat
(vgl.
Urk.
12/48 S. 2,
Urk.
12/49 S. 3)
, andererseits gab sie anlässlich der Haushaltsabklärung
ausdrücklich
an,
bei guter Gesundheit würde sie heute 50
60
%
arbeiten, zumal ihr b
ei
m letzten Arbeitgeber
auch zugesichert worden
sei
, dass sie ihr Pensum von 20
%
noch erhöhen könne (vgl.
Urk.
12/52 S. 2 unten
, Urk.12/18 S. 3
).
Diese Angabe
n
der Beschwerdeführerin anlässlich der Haushaltsabklärung erscheinen als nachvollziehbar, zumal nicht ersichtlich ist, wieso ihr Sohn
damals, im Alter von 17
Jahren
noch
betreuungsbedürftig
er gewesen
sein soll, als
jetzt mit 19
Jahren. Gestützt auf den
Haushaltsab
klärungsbericht
kann davon ausgegangen werden, dass der 1994 geborene Sohn bereits damals, im Alter von 17 Jahren, grösstenteils selbständig war. So gab die Beschwerdeführerin an,
dass der Sohn sein Bett täglich selbst mache und auch selbst frisch beziehe. Er halte sein Zimmer selber sauber und räume dies auf. Die feuchte Bodenpflege übernehme ebenfalls ihr Sohn (
Urk.
12/52 S. 5).
Ihr Sohn
habe sodann begonnen, seine eigene Wäsche selbständig zu waschen (S. 5 unten).
Entgegen den Ausführungen in der Beschwerde (
Urk.
7 S. 4) gab die Beschwerdeführerin
sodann
bereits anlässlich der Haushaltsabklärung an, dass ihr Sohn seit September 2010 das 1
0.
Schuljahr besuche und auswärts esse (
Urk.
12/52
S. 6 Mitte). Wenn ihr Sohn über Mittag nach Hause komme, bereite sie ihm ein Fertiggericht zu (S. 4).
Somit vermag das Argument, wonach sie aufgrund des Wegfalls der
Betreuung des Sohnes über den Mittag
einer
Voll
zeittätigkeit
nachgehen würde, nicht zu überzeugen.
Auch blieb die
Angabe der Beschwerdeführerin
, wonach sie bereits vor dem Gesundheitsschaden versucht habe
,
ihr
20%iges
Pensum zu erhöhen,
gänzlich unbe
legt. Mit ihrem damaligen Alter, ihren Ausbildungen als Sekretärin mit Handelsdiplom und Mehrsprachigkeit
und als Wohnberaterin sowie
ihren Arbeitserfahrungen, welche sie bis zu diesem Zeitpunkt bei der
L._
bezie
hungsweise der
M._
und
in diversen Möbelgeschäften
gesammelt hatte, kann davon ausgegangen werden, dass sie bei ernsthafter Bemühung eine
Vollzeit
stelle
beziehungsweise eine weitere Teilzeitstelle
gefunden hätte. In d
iesen
Tätigkeitsbereich
en
hält der Arbeitsmarkt immer wieder Stellen bereit.
Schliesslich
besteht kein Anlass, die Glaubhaftigkeit der Aussagen in Zweifel zu ziehen, welche die Beschwerdeführerin noch vor dem Beschwerdeverfahren abgegeben hatte.
Dies
entspricht auch dem Grundsatz, dass auf die ers
ten Aus
sagen und Schilderungen der versicherten Person abzustellen ist (Aussa
gen der ersten Stunde), da diese erfahrungsgemäss zuverlässiger sind als eine abwei
ch
ende spätere Sachdarstellung im Rah
men des Rechtsmittelverfahrens,
die im Wissen um allfällige sozialversicherungsrechtliche Auswirkungen be
wusst oder
unbewusst durch nachträgliche Überlegungen beeinflusst sein kann (BGE 121 V
47
E. 2a und 115 V 143 E. 8c; RKUV 1988 S. 363 E. 3b/
aa
).
Dass sie heute im Gesundheitsfall einer vollen Erwerbsfähigkeit nachgehen würde, erscheint nach dem Gesagten nicht als überwiegend wahrscheinlich.
Die Beschwerdegegnerin
hat
die Beschwerdeführerin somit zu Recht als zu
6
0 % Erwerbstätige und als zu
4
0 % im Haushalt Tätige qualifiziert und die
gemischte Methode der
Invaliditätsbemessung
angewandt
.
6.
6.1
Ausschlaggebend für die Feststellung der Behinderung im anerkannten Aufga
ben
bereich ist nicht die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit, son
dern wie sich der Gesundheitszustand in der nichterwerblichen Betätigung kon
kret aus
wirkt, was durch die Abklärung an Ort und Stelle im Haushalt der versi
cherten Person erhoben wird.
6
.
2
Nach der Rechtsprechung stellt der durch die IV-Stelle entsprechend den
Rand
zif
fern
30
83
ff. des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der Inva
lidenversicherung (KSIH in der seit 1. Ja
nuar 201
4 geltenden Fassung) einge
holte Bericht über die Abklärung vor Ort eine geeignete und im Regelfall ge
nü
gende Grundlage zur Ermittlung des Invaliditätsgrades von im Haus
halt täti
gen Versicherten dar.
Für den Beweiswert eines entsprechenden Berichtes ist analog auf die Recht
spre
chung zur Beweiskraft von Arztberichten (BGE 125 V 352 E. 3a und b, BGE 122 V 160 E. 1c) zurückzugreifen. Sind die entsprechenden Kriterien (vor
stehend
E 1.
4
) erfüllt, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift
dies
falls
in das Ermessen der Abklärungsperson nur ein, wenn klar fest
stellbare Fehleinschätzungen oder Anhaltspunkte für die Unrichtigkeit der
Ab
klärungs
re
sul
tate
(zum Beispiel infolge von Widersprüchlichkeiten) vorliegen. Das gebietet
insbesondere der Umstand, dass die fachlich kompetente
Abklä
rungsperson
näher
am konkreten Sachverhalt steht als das im Beschwerdefall zuständige Gericht.
6
.3
Die Abklärung im Haushalt
bildet nach der Rechtsprechung
grundsätzlich auch bei im Haushalt tätigen Personen, welche an einem psychi
schen
Gesundheits
schaden
leiden, ein geeignetes Mittel der
Invaliditätsbemes
sung
im Aufgaben
bereich. Im Falle eines Widerspruchs zwischen den Ergebnis
sen der Abklärung vor Ort und den fachmedizinischen Feststellungen zur Fä
higkeit der versicher
ten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu erfüllen, ist jedoch den ärztlichen Stellungnahmen in der Regel mehr Gewicht einzuräumen als dem
Bericht über die Haushaltabklärung. Diese prinzipielle Gewichtung hat ihren Grund darin, dass es für die Abklärungsperson regelmässig nur beschränkt mög
lich ist, das Aus
mass des psychischen Leidens und der damit verbundenen Ein
schränkungen zu erkennen (vgl. Urteil des Bundesgerichts I 568/04 E. 4.2.1).
6.4
Die zuständige Sachbearbe
iterin der IV-Stelle führte am 11
.
Februar
2011 die
Haus
haltabklärung
an Ort und Stelle durch (Urk. 12
/
52
). Sie qualifizierte die
Beschwerdeführerin als zu
60
% ausserhäuslich erwerbstätig und zu
40
% im Haus
halt tätig und hat dabei unter Berück
sichtigung der von der Beschwerde
führerin geklagten Leiden und Behinderun
gen sowie der Familiengrösse,
Wohn
verhält
nisse
, technischen Einrichtungen und der örtlichen Lage eine Einschrän
kung der Beschwerdeführerin im
Haus
haltsbereich
von
28
% festgestellt.
Der von der Sachbearbeiterin verfasste Bericht vom
1.
März
201
1
befasst sich umfassend mit den einzelnen Haushaltsbereichen und deren prozentualen Ge
wichtung und umschreibt die zu verrichtenden Tätigkeiten sowie die an Ort
und Stelle festgestellten Einschränkungen in diesen Bereichen. Sodann ist er hin
sicht
lich des festgestellten Tatbestandes schlüssig und nachvollziehbar. Vor
lie
gend sind keine besonderen Umstände gegeben, welche den
Abklärungsbe
richt
als mangelhaft oder ungeeignet erscheinen liessen; vielmehr entspricht dieser den an ihn gestellten Anforderungen.
W
as die einzelnen Einschränkun
gen im
Auf
gabenbereich angeht, ist demnach auf die nachvollziehbaren, schlüssigen und
nicht konkret bestrittenen Ausführungen des
Abklärung
s
dienstes
zu verweisen (Urk. 12
/
52
), welcher die Gewichtung der einzelnen Tä
tigkeiten und die Be
mes
sung der Einschränkungen sachgerecht vorgenommen hat. Es bestehen keine
Anhaltspunkte für eine unsachliche oder tendenziöse Abklärung, die die Objek
ti
vität des Berichts in Frage stellen würden,
so dass für die
E
ntscheidfindung
grundsätzlich darauf abgestellt werden kann.
6.5
Wie bereits erwähnt
,
bedarf es nach der Rechtsprechung für die Ermittlung der Leistungsfähigkeit im Haushaltbereich nur in Ausnahmefällen, insbesondere bei psychischen Leiden oder bei unglaubw
ürdi
gen oder in Widerspruch zu den me
dizinischen Befunden stehenden Angaben der versicherten Person, des
Bei
zugs
eines Arztes oder einer Ärztin, der oder die sich zu den einzelnen Positio
nen des
Betätigungsvergleiches unter dem Gesichtspunkt der Zumutbarkeit zu äussern hat.
Die Würdigung der medizinischen Akten ergab, dass die psychischen Beein
trächti
gungen bei der Beschwerdeführerin ebenfalls im Vordergrund stehen.
I
m
Ab
klä
rungs
bericht
wurden
für die Ermittlung der Beeinträchtigungen in ers
ter Linie die Angaben
der Beschwerdeführerin übernommen, womit das
Leis
tungsprofil
dem ent
spricht,
was sich die Beschwerdeführerin tatsächlich selber zumutet.
Z
udem wurden die psychischen Beschwerden im Bericht über die
Haushalt
ab
klä
rung
geschildert und die Abklärungsperson gab detailliert an, inwiefern die
Be
schwerdeführerin in den einzelnen Haushaltsbereichen einge
schränkt ist. Weiter
wurde im Bericht umfassend dargelegt, wie die Beschwer
deführerin im
Sinne einer
Schaden
minderungspflicht
von den Familienangehö
rigen unter
stützt
wird. Es liegen auch keine fachärztlich-psychiatrischen Ein
schätzungen vor, wel
che
der Beurteilung im Abklärungsbericht widersprechen würden
. Den medi
zini
schen Berichten sind ausserdem keine Angaben
zur Arbeitsfähigkeit im Haushalt zu entnehmen, und die Einschätzungen einer
Ar
beitsfähigkeit in einer ausser
häus
lichen Tätigkeit vermögen die Beurteilung im
Abklä
rungs
bericht
ebenfalls nicht zu entkräften. So kann die Tätigkeit im Haushalt im Gegensatz zu einer ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit insbesondere frei ein
geteilt und nach Bedarf
mit Pausen unterbrochen werden. Der Beschwer
deführerin ist es somit zumut
bar,
die Haushaltarbeiten etappenweise zu erledi
gen respektive an den Tagen ohne oder mit weniger Beschwerden auszuführen.
6.6
Zusammenfassend bestehen somit keine Anhaltspunkte für Fehleinschätzungen der Abklärungsperson, welche eine gerichtliche Ermessenskorrektur der vor Ort erhobenen gesundheitsbedingten Beeinträchtigungen rechtfertigen, und es kann auf den Abklärungsbericht vom
1.
März
201
1
(
Urk.
12/52)
abgestellt werden. Ergän
zende medizinische Abklärungen sind unter den gegebenen Umständen nicht erfor
derlich. Dies insbesondere deshalb, weil sich aus den Akten keine Anhalts
punkte dafür ergeben, dass die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer psy
chischen Problematik in der Haushaltführung in grösserem Ausmass einge
schränkt wäre. Es ist nach dem Gesagten von einer Einschränkung von
28
% im
Haushaltsbe
reich
aus
zuge
hen.
6.
7
Da die Invaliditätsbemessung von der Beschwerdeführerin nicht konkret bestrit
ten wurde, sich das von der IV-Stelle herangezogene
Valideneinkommen
aus den Akten ergibt (
Urk.
12/16,
Urk.
12/8), und selbst unter Berücksichtigung der Tabellenlöhne (LSE 2010, Tabelle TA1, Total, Anforderungsniveau 4) aufgrund der Qualifikation als Teilerwerbstätige insgesamt kein rentenbegründender
Invaliditätsgrad resultiert, ist auf die Invaliditätsbemessung nicht weiter einzu
gehen.
D
ie angefochtene Verfügung vom 14
.
März
201
3
, mit welcher
für die Zeit ab Juli 2011
ein
renten
aus
schlie
ssender
Invaliditätsgrad von
21 % festgehalten wurde
,
erweist sich somit
als kor
rekt, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
7.
Da es um die Bewilligung
oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69 Abs.1
bis
IVG) und auf
Fr.
900.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.