Decision ID: 60844b94-82ab-58f8-8146-f367ee956802
Year: 2009
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer am 9. November 2008 in der Schweiz um Asyl nachsuchte,
dass das BFM am (Datum) im B._ die summarische Anhörung und am (Datum) in Bern die Anhörung zu den Asylgründen durchführte,
dass das BFM mit Verfügung vom 16. April 2009 – eröffnet am 21.  2009 – in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht  und die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug ,
dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, die  des Beschwerdeführers seien unsubstanziiert und teilweise , mithin unglaubhaft,
dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 28. April 2009 gegen  Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und dabei sinngemäss die Aufhebung der Verfügung des BFM und die Rückweisung der Sache zur materiellen Beurteilung und zur  durch das BFM, eventuell die Aufhebung der Verfügung im  und die Anordnung der vorläufigen Aufnahme sowie die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung beantragt,
dass zur Begründung unter anderem geltend gemacht wird, bei der Anhörung zu den Asylgründen habe es Verständigungsprobleme mit dem Dolmetscher gegeben, und das BFM sei zu Unrecht von der  der Asylvorbringen ausgegangen,
dass die vorinstanzlichen Akten am 30. April 2009 beim  eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung,
dass es endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfah-
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ren [VwVG, SR 172.021]) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-34 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),
dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung  berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung  Änderung hat und daher zur Einreichung der  legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass somit auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde  ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG),
dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen (Art. 32-35 AsylG), die Beurteilungskompetenz der  grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,
dass sich die Beschwerdeinstanz – sofern sie den  als unrechtmässig erachtet – einer selbständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl.  und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),
dass über offensichtlich begründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters  einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu  ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel verzichtet wurde,
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dass auf ein Asylgesuch nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG),
dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet, wenn  glaubhaft machen können, sie seien dazu aus entschuldbaren Gründen nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), oder wenn auf Grund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die  festgestellt wird (Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG) oder wenn sich auf Grund der Anhörung die Notwendigkeit zusätzlicher  zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines  ergibt (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),
dass vorliegend die Nichtabgabe von Reise- oder Identitätspapieren im Sinne von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 Bst. a AsylG innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des Asylgesuchs unbestritten ist,
dass der Beschwerdeführer unter anderem die falsche oder  Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts rügt, weil er in englischer Sprache zu seinen Asylgründen angehört worden sei, die er nicht genügend beherrsche,
dass der Beschwerdeführer bei der in Igbo durchgeführten  im Transitzentrum nach seinen Sprachkenntnissen befragt wurde und "Muttersprache: Igbo (Ibo)", "andere Sprachen genügend für die Anhörung: keine" und "übrige Sprachkenntnisse: englisch, " zu Protokoll gab (vgl. dort, S. 2),
dass er zu Beginn der einlässlichen Anhörung zu Protokoll gab, den englischsprachigen Dolmetscher nicht genügend verstehen zu können (vgl. Protokoll der Anhörung zu den Asylgründen F2/S. 2: "Warum  Sie? Ich verstehe nicht alles."),
dass der Befrager darauf erwiderte, im Moment stehe kein Ibo- zur Verfügung, und er habe den Eindruck, der Beschwerdeführer verfüge über genügend gute Kenntnisse der englischen Sprache, um die Befragung durchzuführen (vgl. a.a.O., S. 3),
dass die ausführliche Darlegung der materiellen Begründung eines Asylgesuchs ein hohes Mass an sprachlichem Verständnis zwischen
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Befrager und Befragtem – beziehungsweise zwischen letzterem und dem mitwirkenden Dolmetscher – erfordert,
dass Asylsuchende gemäss Lehre und konstanter Praxis einen  darauf haben, ihre Asylgründe in einer von ihnen beherrschten Sprache vorzubringen, und ihnen die Mitwirkung an einer in einer  Sprache geführten Befragung nicht zuzumuten ist (vgl. dazu : Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen  [EMARK] 1993 Nr. 36 E. 3 f. mit weiteren Hinweisen),
dass dem Befragungsprotokoll Hinweise zu entnehmen sind, dass der Beschwerdeführer die englische Sprache tatsächlich nicht hinreichend beherrscht (vgl. etwa diese Protokollpassagen: "Wenn Sie das nicht genauer erzählen können, müssen wir davon ausgehen, dass es nicht glaubwürdig ist. Es gehört auch zu Ihrer Mitwirkungspflicht. Wenn ich jetzt Ibo sprechen könnte, könnte ich es Ihnen sagen [F10/S. 3]: "Wie lange nach dem Tod der Königstochter wurde Ihre Mutter ? Sie haben sie nur einmal verhaftet. Frage wiederholt. Sie blieb zwei Tage dort, bis sie sie wieder frei liessen. Frage wiederholt. Welche Frage? Ich denke, Sie haben die Frage verstanden. Sie wurde Ihnen zweimal erklärt. wiederholt. Frage wiederholt. Das weiss ich nicht [F73 ff./S. 8])",
dass die im Protokoll der ausführlichen Anhörung aufgeführten  auch einen einsilbigeren und ausdrucksärmeren Eindruck , als die während der Summarbefragung im Empfangszentrum protokollierten,
dass an diesen Feststellungen auch der Hinweis auf die  Intervention der Hilfswerksvertretung (vgl. angefochtene Verfügung, S. 5) nichts zu ändern vermag und sich im Übrigen aus den Akten auch nicht ergibt, dass diese selber über hinreichende Kenntnisse der englischen Sprache verfügt, um den Grad der Verständigung zwischen dem damaligen Gesuchsteller und dem Übersetzer zuverlässig  zu können,
dass der für eine ordnungsgemässe Anhörung zu den Asylgründen  Verständigungsgrad anlässlich der erwähnten Befragung nach dem Gesagten nicht gegeben war und der rechtserhebliche Sachverhalt damit von der Vorinstanz nicht hinreichend erstellt worden ist,
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dass die Beschwerde deshalb gutzuheissen ist, soweit die Aufhebung der angefochtenen Verfügung beantragt wird, und die Akten zur  und korrekten Sachverhaltserhebung an das BFM zu  sind,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Kosten zu erheben sind (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG), womit das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gegenstandslos wird,
dass nicht davon auszugehen ist, dem nicht verbeiständeten  seien verhältnismässig hohe Parteikosten im Sinne von Art. 64 Abs. 1 VwVG erwachsen, weshalb keine  zuzusprechen ist.
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