Decision ID: e37d61c6-3163-490b-9e82-bbcef255cae2
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
S._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch die Amtsvormundschaft A._, Amtsvormund B._,
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse des Kantons St.
Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Ergänzungsleistung zur IV
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Sachverhalt:
A.
A.a Der 1957 geborene S._ meldete sich am 29. August/13. September/27. Oktober
2000 zum Bezug von Ergänzungsleistungen zur IV an. Er gab an, er sei seit Januar
1993 mit seiner 1967 geborenen Ehefrau verheiratet und ihr Sohn sei 1995 geboren.
Weder er noch seine Frau erzielten ein Erwerbseinkommen (act. 107). Auf Anfrage an
den damaligen Amtsvormund, welcher den EL-Ansprecher vertrat, antwortete das
Sozialamt im Mai 2001, die Ehefrau gehe seit Jahren keiner Erwerbstätigkeit mehr
nach. Sie habe keine berufliche Ausbildung. Sie sei lange arbeitslos gewesen und dann
ausgesteuert, bevor sie sich als Hausfrau betätigt habe. Sie sei schwer zu vermitteln
(act. 110-4 f/28). Vor einigen Monaten habe sie erneut versucht, sich beim Regionalen
Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zum Bezug von Arbeitslosenentschädigung
anzumelden, doch habe sie die erforderlichen Belege nicht beibringen können und die
gestellten Fragen nicht richtig verstanden (act. 110-6/28). Dem Ansprecher wurden
daraufhin Ergänzungsleistungen zugesprochen, ohne dass bei der Berechnung ein
Erwerbseinkommen berücksichtigt worden wäre.
A.b Die Leistungen wurden in der Folge verschiedentlich angepasst. Weil im Februar
2002 bekannt geworden war, dass die Ehefrau des EL-Bezügers einen Lohn bezog,
passte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen/Ausgleichskasse den EL-
Anspruch an und rechnete ein Erwerbseinkommen an (act. 81). Dieses stammte aus
einer Tätigkeit in einem Beschäftigungsprogramm für ausgesteuerte Arbeitslose
(act. 74), wo die Ehefrau bis Dezember 2002 angestellt war (act. 71-2/2). Anschliessend
wurden statt des Erwerbseinkommens Arbeitslosentaggelder angerechnet. Ab Juli
2004 lief der ALV-Anspruch der Ehefrau aus (act. 52). Die Anrechnung eines Taggelds
entfiel und ein hypothetisches Einkommen wurde nicht angerechnet (act. 48).
A.c Anlässlich der periodischen Überprüfung vom Juni 2006 wurde die Frage nach
einem hypothetischen Einkommen der Ehefrau erneut aufgenommen. Am 25. Juli 2006
ersuchte die Sozialversicherungsanstalt um eine Bescheinigung des RAV, worin dieses
am 1. September 2006 erklärte, die Ehefrau des EL-Bezügers sei seit dem 9. August
2006 als stellensuchend eingetragen. Für sie seien in der Region derzeit keine
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geeigneten Arbeitsstellen verfügbar, denn sie habe seit 1993 nicht mehr gearbeitet und
habe ein schlechtes Auftreten. In den Formularen "Nachweis der persönlichen
Arbeitsbemühungen" hatte sie Bemühungen vom 16. Februar und vom 25. und
30. August 2006 ausgewiesen. Mit Schreiben vom 4. Oktober 2006 wies die
Sozialversicherungsanstalt den nunmehrigen Vertreter des EL-Bezügers darauf hin,
dass sich dessen Ehefrau aktiv, gezielt und mit einem guten Auftreten (und auch
schriftlich) um eine Stelle bewerben müsse (mindestens zehn Bewerbungen pro
Monat). In einem Monat werde der Sachverhalt nochmals geprüft und es werde, falls zu
wenige Bewerbungen eingereicht würden, über die Anrechnung eines hypothetischen
Einkommens entschieden. Der Rechtsvertreter des EL-Bezügers berichtete am
30. Oktober 2006, er habe dessen Ehefrau das Vorgehen erklärt und sie habe sich um
Stellen bemüht und werde das weiter tun. Es gelte allgemein zu berücksichtigen, dass
sie ein äusserst unvorteilhaftes Auftreten habe, die deutsche Sprache nur mangelhaft
beherrsche und das "Du" nicht vom "Sie" unterscheiden könne. Unter den gegebenen
Voraussetzungen sei annähernd aussichtslos, dass sie eine Stelle bekommen könnte
(act. 24).
A.d Auf Anfrage vom 26. Januar 2007 nach den Bewerbungsbelegen für die Zeit vom
Oktober 2006 bis Februar 2007 reichte der Rechtsvertreter des EL-Bezügers
Arbeitsbemühungsnachweise der Ehefrau und Antwortschreiben ein. Sie habe sich
ihren Fähigkeiten entsprechend um Stellen bemüht, habe aber kaum schriftliche
Antworten erhalten. Es sei zu berücksichtigen, dass durch das unvorteilhafte Auftreten
und die mangelnden Deutschkenntnisse die Wahrscheinlichkeit einer Anstellung fast
null sei (act. 20).
A.e Am 22. Februar 2007 schlug die Sozialversicherungsanstalt dem Rechtsvertreter
des EL-Bezügers vor, dafür zu sorgen, dass dessen Ehefrau so schnell als möglich
einen Deutschkurs belege. Bis November 2006 seien ihre Arbeitsbemühungen in
Ordnung gewesen, nachher ungenügend. Es werde ihr noch eine Verlängerungsfrist bis
30. April 2007 gewährt. Sie (die Verwaltung) erwarte pro Monat mindestens zehn bis
zwölf schriftliche Bewerbungen, darunter auch solche auf konkret ausgeschriebene
Stellen, mit den entsprechenden Antwortschreiben. Falls die Bewerbungen erneut
mangelhaft ausfallen würden, werde ab 1. Juni 2007 ein hypothetisches Einkommen
angerechnet werden (act. 18).
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A.f Der Vertreter des EL-Bezügers schrieb am 23. März 2007, der nächstmögliche
Deutschkursbeginn sei im April 2007, die Anmeldung sei erfolgt. Zudem habe er
schriftliche Bewerbungen verlangt. In der Folge habe er selber in der Lokalzeitung und
im Internet nach möglichen Stellen gesucht und konsterniert feststellen müssen, dass
einzig Hilfsarbeiterin/Raumpflegerin in Frage kommen könne und dass in diesen
Bereichen praktisch alle Stellen telefonisch vergeben würden. Die Ehefrau des EL-
Bezügers habe sich auf die beiden in dieser Zeitspanne einzig offenen Stellen
gemeldet. Es sei aber schon zu spät gewesen. Sie sei ferner bei allen Temporärbüros in
der Region gemeldet und warte auf deren Anruf. Grundsätzlich gelte es festzuhalten,
dass Bewerbungen in Restaurationsbetrieben unrealistisch seien. Bei ihrem
unvorteilhaften Aussehen (z.B. fehlten im Unterkiefer die mittleren vier Zähne) und
ihrem rüden Umgangston erstaune es nicht, dass schon während des Bezugs von
Arbeitslosentaggeldern trotz professioneller Unterstützung keine Stelle habe gefunden
werden können. In den in Frage kommenden Branchen seien Stellenausschreibungen
dünn gesät; es würden kaum je schriftliche Bewerbungen verlangt. Er könne keine
Stellenangebote aus dem Boden stampfen, sei aber dankbar, wenn die
Ausgleichskasse konkrete realistische Schritte nennen könne, wie die Ehefrau des EL-
Bezügers zu einer Anstellung finden könnte. Sie bemühe sich nämlich trotz ihrer
eingeschränkten Möglichkeiten redlich darum (act. 16).
A.g Am 10. Juli 2007 liess der Amtsvormund weiter verlauten, er habe dem EL-
Bezüger die schriftlichen Bedingungen der Sozialversicherungsanstalt übergeben.
Dessen Frau habe den Deutschkurs besucht und diverse Absagen erhalten. Schriftliche
Bewerbungen in Kopie könne sie nicht vorlegen. Dies führe er (der Vertreter) auf ihren
tiefen IQ zurück (weswegen sich die Frage nach einer IV-Anmeldung stelle). Eine
Anstellung in einem weiteren Umkreis sei aus dem gleichen Grund nicht möglich, denn
sie wäre allein mit dem Arbeitsweg überfordert. Realistische Stellenangebote seien
sehr dünn gesät. Er erlebe die Ehefrau des EL-Bezügers, wie er in seinen Amtsjahren
noch nie jemanden auch nur annähernd erlebt habe, einen solchen Geruch habe sie
verbreitet. Auch der Mitarbeiter eines Stellenvermittlungsbüros habe ihm das bestätigt.
Er hoffe weiterhin, für die Frau eine Anstellung als Hilfsarbeiterin für einfachste Arbeiten
zu finden, vornehmlich in einem Industriebetrieb, und er bitte um die nötige Zeit dafür
(act. 15).
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A.h Die Sozialversicherungsanstalt erklärte am 16. August 2007, im Fall einer IV-
Anmeldung würde vorerst kein hypothetisches Einkommen angerechnet. Sollte der IV-
Entscheid aber negativ ausfallen oder nur eine Teilrente zugesprochen werden, werde
sie die Bewerbungsunterlagen prüfen, und behalte sich bei ungenügenden
Arbeitsbemühungen vor, ab dem Folgemonat ein hypothetisches Einkommen
anzurechnen (act. 14).
A.i Die Sozialversicherungsanstalt teilte dem Vertreter des EL-Bezügers am 28.
Januar 2008 mit, da auf ihr IV-Gesuch nicht eingetreten worden sei, müsse das
hypothetische Einkommen der Ehefrau geprüft werden. Dazu habe er ihre sämtlichen
Arbeitsbemühungen seit August 2007 vorzulegen (act. 11).
A.j Der Amtsvormund erklärte der Sozialversicherungsanstalt am 8. Februar 2008
unter Beilage von Bewerbungsabsagen und Stellenausschreibungen, die IV-Stelle habe
nicht berücksichtigt, dass die Ehefrau des EL-Bezügers in der geistigen Entwicklung
zurückgeblieben sei, was wohl in der früheren ersten Anmeldung gar nicht erwähnt
worden sei. Genau diese Oligophrenie verhindere aber in der Praxis eine erfolgreiche
Stellensuche. Im Idealfall wäre bei einem verständnisvollen Arbeitgeber eine leichte
Hilfsarbeit möglich, so wie auch Angestellte aus einer Behindertenwerkstatt im Idealfall
bei einem einfühlsamen Arbeitgeber beschäftigt werden könnten. Die Suche nach einer
solchen Stelle sei wie das Suchen nach einer Stecknadel im Heuhaufen. Trotzdem
habe er sich vorgemerkt, zweimal wöchentlich im Internet nach geeigneten Stellen zu
suchen. Die Ehefrau des EL-Bezügers sei wie erwähnt bei allen Temporärbüros der
Region registriert. Wegen der negativen Erscheinungsweise werde sie aber
abgewimmelt. Aufgrund der zunehmenden Verwahrlosung sei es im Übrigen nicht mehr
zumutbar, den Sohn länger als ein Wochenende zu Hause sein zu lassen. Er schlage
vor, dass sich die Sachbearbeiterin bei einer persönlichen Vorstellung einmal selber ein
Bild von der Ehefrau des EL-Bezügers und ihren Anstellungschancen mache (act.
10-3 ff./12).
A.k Nachdem am 5. März 2008 nochmals eine EL-Anpassung (wegen einer
Hypothekarzinsänderung) ohne Anrechnung eines Erwerbseinkommens der Ehefrau
und mit dem Ergebnis eines (ordentlichen) EL-Anspruchs von Fr. 2'985.-- pro Monat
verfügt worden war (act. 8), wurde am 30. April 2008 entschieden, ein hypothetisches
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Einkommen der Ehefrau von Fr. 28'458.-- (gemäss IK 2002; vor Freibetrag usw.)
anzurechnen (act. 7). Mit Verfügung vom 8. Mai 2008 setzte die
Sozialversicherungsanstalt den EL-Anspruch des Bezügers aus diesem Grund ab
1. Juni 2008 auf Fr. 1'487.-- herab (act. 6).
A.l Der Amtsvormund erhob am 20. Mai 2008 gegen diese Verfügung vom 8. Mai
2008 Einsprache. Es sei kein hypothetisches Einkommen anzurechnen. Die Ehefrau
des EL-Bezügers sei seit 1993 nicht mehr in der freien Marktwirtschaft tätig gewesen
und habe nur noch bei sozialen Institutionen Kurzeinsätze gehabt. Es stelle sich die
Frage, ob ihre Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt noch verwertbar sei. Ihre
Muttersprache sei nicht Deutsch, sie habe keine Ausbildung, keinen Führerausweis,
einen tiefen IQ, eine sehr tiefe Sozialkompetenz mit offensichtlich schlechter
Kinderstube, schwierigem Sozialverhalten und schlechter Hygiene. Sie lebe in einer
schwierigen Familienstruktur mit einem Mann, der IV-Rentner sei, und einem Sohn, der
die heilpädagogische Schule besuche und massive Verhaltensauffälligkeiten zeige. Sie
habe für leichte Hilfsarbeit nur ein eingeschränktes Tätigkeitsgebiet. In diesem
Tätigkeitsgebiet liessen sich aber jederzeit vorteilhaftere Bewerberinnen finden. Indem
die Sozialversicherungsanstalt selber konkrete Stellen aus dem Internet vorgeschlagen
habe, die im Raum Thurgau/Bodensee angeboten worden seien und wegen der
Distanz (Überforderung beim Reisen mit dem öffentlichen Verkehr und Umsteigen)
nicht realistisch gewesen seien, habe sie indirekt selber bewiesen, dass die Arbeitskraft
der Ehefrau des EL-Bezügers in der Realität nicht zu verwerten sei. Die
Personalverantwortlichen der Sozialversicherungsanstalt hätten etwa prüfen können,
ob sie sie als Hilfskraft anstellen würden. Es könnte auch ein IQ-Test gemacht oder die
Meinung von Personen eingeholt werden, welche sie persönlich kennen würden. Die
Rechtsprechung verlange Abklärungen zum Einzelfall. Nach dem negativen IV-
Entscheid habe man, ohne auf sein Schreiben vom 8. Februar 2008 zu antworten,
entgegen der Ankündigung vom 16. August 2007 einfach ein hypothetisches
Einkommen angerechnet. Auch deshalb könne diese für den EL-Bezüger verheerende
EL-Herabsetzung so nicht hingenommen werden (act. 2).
A.mMit Entscheid vom 12. Juni 2008 wies die Sozialversicherungsanstalt die
Einsprache ab. Die Ehefrau des EL-Bezügers leide nicht an einer invalidisierenden
Krankheit. Der Einwand, dass sie wegen einer Minderintelligenz nicht arbeitsfähig sei,
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könne nicht gehört werden. Das sei angesichts ihrer früheren Erwerbstätigkeit auch
nicht plausibel. Sie sei bereits 1999 eingebürgert worden und es könne eine
angemessene Integration angenommen werden. Es sei ihr im Sinne der
Selbsteingliederungs- und Schadenminderungspflicht zumutbar, sich in angepasster
Kleidung und gepflegt zu präsentieren und die Personen mit "Sie" anzusprechen, so
wie sie es im Einbürgerungsverfahren sicherlich auch getan habe. Für eine Hilfsarbeit
seien nur sehr beschränkt Deutschkenntnisse erforderlich und ein Führerschein sei
ebenfalls nicht nötig. Der zu 55 % invalide EL-Bezüger könne das 13-jährige Kind allein
betreuen. Damit auf die Anrechnung eines hypothetischen Einkommens verzichtet
werden könnte, müsste sich seine Frau erfolglos über einen längeren Zeitraum
schriftlich bewerben und zudem die schriftlichen Absagen der entsprechenden Firmen
samt den Stelleninseraten aufbewahren. Im Weiteren müsste sie die Hilfe des RAV in
Anspruch nehmen.
B.
Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die von Amtsvormund B._ für den
Betroffenen am 16. Juni 2008 erhobene Beschwerde. Der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers beantragt sinngemäss, den angefochtenen Einspracheentscheid
aufzuheben und den Anspruch des Beschwerdeführers ohne hypothetisches
Einkommen zu berechnen. Dessen Ehefrau könne ihre Arbeitskraft auf dem
Arbeitsmarkt gegenwärtig nicht verwerten. Gewiss könnte sie im Idealfall einer
Hilfstätigkeit nachgehen. Nur müsste auch die Arbeitsmarktlage realistisch
eingeschätzt oder auf Einschätzungen von Fachleuten (wie z.B. dem benannten
Mitarbeiter eines Temporärbüros oder der Leiterin des wohnörtlichen Sozialamtes)
zurückgegriffen werden. Die Ehefrau des Beschwerdeführers sei im Jahr 2002 von
einem Verein mit dem Ziel, ausgesteuerte Sozialhilfebezüger zu beschäftigen,
angestellt gewesen. Danach habe sie wieder Arbeitslosenentschädigung beziehen
können. Trotz der RAV-Unterstützung während eineinhalb Jahren sei es nicht
gelungen, für sie eine Anstellung zu finden. Seither suche er wöchentlich nach
geeigneten Stellen. Monatlich zehn bis zwölf Bewerbungen vorzuweisen, sei nicht
möglich. Es treffe zwar zu, dass für Hilfsarbeiten nur beschränkte Deutschkenntnisse
nötig wären und grundsätzlich kein Führerschein erforderlich sei. In der Praxis werde
aber häufig Deutsch als Muttersprache verlangt. Angesichts der grossen Nachfrage
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nach Hilfsarbeit werde ein Arbeitgeber einen deutschsprachigen Bewerber bevorzugen
und gewiss auch nicht jemanden einstellen, der einen tiefen IQ aufweise, auch wenn
die Intelligenz grundsätzlich genügen würde. In erstaunlich vielen Stelleninseraten
werde ein Führerausweis verlangt. Hilfsarbeiten seien ausserdem oft Schichtstellen
oder Stellen im Gastgewerbe, bei denen der Arbeitsweg vom Wohnort des
Beschwerdeführers aus mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht mehr zu bewerkstelligen
sei. Hilfsarbeiten würden ferner grossmehrheitlich telefonisch vergeben und schriftliche
Bewerbungen könnten nicht vorgelegt werden. In der Praxis seien die Aussichten der
Ehefrau des Beschwerdeführers auf eine Anstellung sehr gering. Die
Beschwerdegegnerin habe keinerlei konkreten Abklärungen im Einzelfall getroffen. Der
Beschwerdeführer sei im Übrigen zu 80 % invalid.
C.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 25. Juni 2008 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Dass der Beschwerdeführer zu 80 % invalid sei, treffe zu,
sei aber nicht ausschlaggebend.
D.
Von der ihm mit Schreiben vom 21. Juli 2008 eingeräumten Möglichkeit, zur
Beschwerdeantwort Stellung zu nehmen, hat der Beschwerdeführer keinen Gebrauch
gemacht.

Erwägungen:
1.
Strittig ist die anpassungsweise Herabsetzung des EL-Anspruchs des
Beschwerdeführers ab 1. Juni 2008. Mit dem angefochtenen Entscheid hat die
Beschwerdegegnerin am 12. Juni 2008 eine Einsprache gegen die entsprechende
Verfügung vom 8. Mai 2008 abgewiesen.
2.
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2.1 Die jährliche Ergänzungsleistung entspricht dem Betrag, um den die anerkannten
Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 ELG). Die
anerkannten Ausgaben sowie die anrechenbaren Einnahmen von Ehegatten werden
zusammengerechnet (Art. 9 Abs. 2 ELG). Als Einnahmen werden nach Art. 11 Abs. 1
ELG unter anderem zwei Drittel der Erwerbseinkünfte in Geld oder Naturalien, soweit
sie bei Ehepaaren 1500 Franken übersteigen (lit. a), und Einkünfte und
Vermögenswerte, auf die verzichtet worden ist (lit. g), angerechnet.
2.2 Nach Art. 25 Abs. 1 ELV ist die jährliche Ergänzungsleistung bei Eintritt einer
voraussichtlich längere Zeit dauernden Verminderung oder Erhöhung der vom ELG
anerkannten Ausgaben und anrechenbaren Einnahmen sowie des Vermögens zu
erhöhen, herabzusetzen oder aufzuheben (vgl. lit. c).
3.
3.1 Eine Verzichtshandlung liegt unter anderem vor, wenn die versicherte Person aus
von ihr zu verantwortenden Gründen von der Ausübung einer möglichen und
zumutbaren Erwerbstätigkeit absieht (Entscheid des Bundesgerichts i/S B. vom
6. Februar 2008, 8C_172/07; BGE 121 V 205 E. 4a; AHI 2001 S. 133 E. 1b). Unter dem
Titel des Verzichtseinkommens ist gemäss der Rechtsprechung auch ein
hypothetisches Einkommen der in seine EL-Berechnung einbezogenen Ehefrau eines
EL-Bezügers anzurechnen, sofern diese auf eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder auf
deren zumutbare Ausdehnung verzichtet, obwohl sie nach Art. 163 ZGB zum Ausüben
einer Erwerbstätigkeit verpflichtet ist (Entscheid des Bundesgerichts i/S T. vom
14. April 2008, 8C_589/07; BGE 117 V 287).
3.2 Nach der höchstrichterlichen Praxis ist im Einzelfall zu prüfen, ob vom Ehegatten
eines Leistungsbezügers die Ausübung einer Erwerbstätigkeit verlangt werden kann
und es ist gegebenenfalls der Lohn festzusetzen, den dieser bei gutem Willen erzielen
könnte (ZAK 1992 S. 328 E. 3c). Dementsprechend ist auf das Alter, den
Gesundheitszustand, die Sprachkenntnisse, die Ausbildung, die bisherige Tätigkeit, die
konkrete Arbeitsmarktlage sowie gegebenenfalls auf die Dauer der Abwesenheit vom
Berufsleben abzustellen (8C_172/07 E. 4.2; vgl. AHI 2001 S. 133 E. 1b).
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3.3 Die EL-Durchführungsstelle hat abzuklären, ob eine verwertbare Erwerbsfähigkeit
des EL-Ansprechers oder einer in die Anspruchsberechnung einbezogenen Person
besteht. Stehen die Arbeitsfähigkeit und die Art der unter Berücksichtigung von
Krankheitsfolgen noch zumutbaren Arbeit fest, ist zu klären, ob die verbliebene
Arbeitskraft auf dem aktuellen und realen Arbeitsmarkt noch verwertbar ist.
Massgebend ist jener Ausschnitt aus dem Arbeitsmarkt, der für die betreffende Person
aufgrund ihrer Ausbildung, aufgrund ihrer Fähigkeiten und unter Berücksichtigung
allfälliger quantitativer und/oder qualitativer Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit in
Betracht kommt. Grundsätzlich besteht eine natürliche Vermutung für die
Verwertbarkeit der Arbeitskraft einer Hilfsarbeiterin, selbst wenn es sich um eine
Ausländerin ohne Ausbildung, ohne Arbeitserfahrung und ohne Deutschkenntnisse
handelt. Die natürliche Vermutung der Verwertbarkeit der Arbeitskraft kann nur dadurch
und so lange als widerlegt gelten, als sich die betreffende arbeitsfähige Person –
analog der Lösung in der Arbeitslosenversicherung – in einem zumutbaren Ausmass
anhaltend um Arbeit bewirbt und noch keine Stelle gefunden hat. Relevant ist dabei
nicht nur die Zahl, sondern auch die Qualität der Bewerbungen. Die Erfolglosigkeit der
Arbeitsbemühungen liefert den Beweis dafür, dass eine nicht selbst verschuldete
Arbeitslosigkeit vorliegt, dass also nicht auf die Erzielung eines Erwerbseinkommens
verzichtet wird (vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S B.
vom 20. März 2007, EL 2006/42).
3.4 Da es sich bei der Arbeitslosigkeit um einen Dauersachverhalt handelt, müssen
auch die Arbeitsbemühungen anhalten, d.h. es muss ständig neu bewiesen werden,
dass eine "unverschuldete" Arbeitslosigkeit vorliegt (vgl. Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S B. vom 7. August 2007, EL 2006/46).
4.
4.1 Die Beschwerdegegnerin hat am 4. Oktober 2006 erstmals verlangt, dass die
Ehefrau des Beschwerdeführers sich aktiv, gezielt und mit gutem Auftreten um eine
Stelle bewerben müsse, und ihr andernfalls die Anrechnung eines hypothetischen
Einkommens angedroht. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers wies darauf hin,
dass eine Stellenvermittlung nahezu aussichtslos sei, dass aber Bewerbungen
unternommen würden. Die danach eingereichten Belege hielt die Beschwerdegegnerin
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in ihrer ersten Phase für ausreichend, hernach für ungenügend. Am 22. Februar 2007
setzte sie deshalb - wiederum unter Androhung einer Anrechung hypothetischen
Einkommens (ab Juni 2007) - eine Frist zur Erfüllung der abgemahnten Pflicht.
Nachdem der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers am 23. März 2007 nochmals auf
die geringen Chancen auf dem Arbeitsmarkt und die dennoch getätigten Bemühungen
hingewiesen und am 10. Juli 2007 wegen eines tiefen IQ die Frage nach einer IV-
Anmeldung aufgeworfen hatte, sah die Beschwerdegegnerin am 16. August 2007
vorerst von der Anrechnung eines hypothetischen Einkommens ab, womit das Mahn-
und Bedenkzeitverfahren beendet war. Sie behielt sich lediglich für den Fall, dass keine
IV-Leistungen oder lediglich eine Teilrente zugesprochen würden, eine spätere Prüfung
und Anrechnung von Einkommen ab dem Folgemonat vor. Am 28. Januar 2008
verlangte sie im Hinblick auf eine solche Prüfung die Arbeitsbemühungsnachweise seit
August 2007. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers reichte am 8. Februar 2008
diverse Unterlagen ein und schilderte erneut die Aussichtslosigkeit der Arbeitssuche.
Eine Oligophrenie verhindere eine erfolgreiche Stellenvermittlung. Ausserdem habe
eine zunehmende Verwahrlosung im Haushalt des Beschwerdeführers festgestellt
werden müssen. Die Anstellungschancen seien durch die Verwaltung anlässlich einer
persönlichen Vorstellung der Ehefrau des Beschwerdeführers zu prüfen.
4.2 Während sie den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers am 22. Februar 2007
wegen der für ungenügend gehaltenen Arbeitsbemühungen gewarnt und ihm eine Frist
zur Pflichteinhaltung angesetzt hatte, verfügte die Beschwerdegegnerin dieses Mal
unmittelbar die Anrechnung eines hypothetischen Einkommens. Nicht nur, dass sie
dieses Mal kein Mahn- und Bedenkzeitverfahren mit Ansetzung einer Frist durchführte.
Sie hat vor der Verfügung auch keine Stellung zu den (teilweise neuen) Einwänden und
zum gestellten Beweisantrag genommen. Stattdessen hat sie im Gegenteil rund einen
Monat nach der Eingabe des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers eine Verfügung
erlassen, in welcher kein hypothetisches Einkommen angerechnet worden war. Einen
weiteren Monat später erliess sie unvermittelt die im angefochtenen Entscheid
behandelte Verfügung.
4.3 Nach Art. 21 Abs. 4 ATSG, der sinngemäss auch im Bereich des
Verzichtseinkommens nach Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG Anwendung finden kann, ist einem
EL-Bezüger, der sich nicht aus eigenem Antrieb zumutbaren Erwerbsmöglichkeiten
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zuwendet, vor einer allfälligen Leistungskürzung oder Verweigerung eine angemessene
Bedenkzeit einzuräumen, während der er die Möglichkeit hat, sich - nach
vorhergehender schriftlicher Mahnung und Hinweis auf die Rechtsfolgen - korrekt zu
verhalten.
4.4 Es fragt sich, ob die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer nach
Bekanntwerden des IV-Entscheids und der neuen Einwände nochmals eine solche Frist
hätte ansetzen müssen. Nicht erforderlich wäre ein solches Verfahren von vornherein
gewesen, wenn die getätigten Arbeitsbemühungen nicht als ungenügend zu betrachten
gewesen wären, etwa, weil die gegebenen Möglichkeiten genügend ausgeschöpft
worden sind.
4.5 Die bei Erlass des angefochtenen Einspracheentscheids 40-jährige Ehefrau des
Beschwerdeführers ist nach Angaben von Dr. med. C._, Allgemeine Medizin FMH,
vom 19. September 2007 von körperlicher Seite in der Arbeitsfähigkeit nicht
eingeschränkt. Probleme sah der Arzt in der mangelnden Schulbildung (eventuell sei
der IQ zu kontrollieren) und in hygienischen Defiziten. Es ist unter diesen Umständen
anzunehmen, dass die Ehefrau des Beschwerdeführers für eine Hilfsarbeit im
Grundsatz voll arbeitsfähig ist.
4.6 Auch wenn kein die Arbeitsfähigkeit einschränkendes Leiden besteht, das die
Invalidenversicherung zu berücksichtigen gehabt hätte, erschien doch die intellektuelle
Leistungsfähigkeit der Ehefrau so eingeschränkt, dass der Arzt eine IQ-Kontrolle
erwog. Dieser Umstand mindert die Anstellungschancen auf dem tatsächlichen
Arbeitsmarkt wohl nicht unerheblich. Nach den glaubhaften Schilderungen des
Rechtsvertreters des Beschwerdeführers verhindert die eingeschränkte Intelligenz
selbst das Bewerkstelligen eines Arbeitsweges mit Benützung des öffentlichen
Verkehrs. Dazu kommen das unvorteilhafte Auftreten bezüglich der Hygiene und der
Umgangsformen. Nach seinen Angaben war ausserdem an den Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers von Seiten einer Psychologin herangetragen worden, dass es
aufgrund der zunehmenden Verwahrlosung nicht mehr zumutbar sei, den Sohn der
Eheleute länger als ein Wochenende zu Hause zu belassen.
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4.7 Nach der Aktenlage hat die Ehefrau des Beschwerdeführers sich mit
Unterstützung des RAV und des Rechtsvertreters ihres Ehemannes wiederholt erfolglos
um Arbeit beworben. Sie hat auch wie vorgeschlagen einen Sprachkurs belegt. Auch
im Februar 2008 reichte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers wiederum
Absageschreiben auf ihre Bewerbungen ein. Als ausreichende Arbeitsbemühungen
können wie erwähnt lediglich qualitativ geeignete Anstrengungen gelten. Die Ehefrau
des Beschwerdeführers ist also zu ernsthaften Arbeitsbemühungen gehalten, wozu
auch gehört, im zumutbaren Umfang ein Verhalten und Auftreten zu vermeiden, das
eine Absage geradezu provoziert. Ob die Ehefrau des Beschwerdeführers allerdings in
der Lage ist, die persönlichen, einer erfolgreichen Bewerbung im Weg stehenden
Verhältnisse zu ändern, erscheint aufgrund der Aktenlage als fraglich. Zu
berücksichtigen ist zudem die (abgesehen vom Beschäftigungsprogramm) lange
Abwesenheit vom Erwerbsleben. Neuere Auskünfte über den konkreten Arbeitsmarkt
hat die Beschwerdegegnerin nicht eingeholt.
4.8 Insgesamt kann vorliegend mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon
ausgegangen werden, dass die Arbeitslosigkeit der Ehefrau des Beschwerdeführers bis
zum massgeblichen Zeitpunkt nicht selbstverschuldet war, dass also kein
Verzichtstatbestand vorlag. Die Anpassung der Ergänzungsleistung zur Anrechnung
eines hypothetischen Einkommens hat daher ersatzlos dahinzufallen.
5.
Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
angefochtenen Einspracheentscheids vom 12. Juni 2008 zu schützen. Gerichtskosten
sind keine zu erheben.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG