Decision ID: b88fad4b-565d-43bd-ba42-8bf33df7e1b2
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend versuchte Vergewaltigung
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Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Winterthur vom 5. Februar 2014 (DG130063)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 9. Septem-
ber 2013 (Urk. 20) ist diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz:
1. Der Beschuldigte A._ ist schuldig der versuchten Vergewaltigung im
Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB.
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 22 Monaten, wo-
von 2 Tage durch Haft erstanden sind.
3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf
2 Jahre festgesetzt.
4. Die mit Verfügung vom 5. September 2013 beschlagnahmten Gegenstände
(1 schwarzes Damenkleid, Asservat Nr. ...; Unterhose und zerrissene
Strümpfe in Plastiksack, Asservat Nr. ...) werden der Privatklägerin nach
Eintritt der Rechtskraft auf erstes Verlangen herausgegeben.
Werden die vorgenannten Gegenstände nicht innert 3 Monaten nach Eintritt
der Rechtskraft herausverlangt, werden sie vernichtet.
5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin Schadenersatz von
Fr. 1'485.– nebst Zins zu 5 % seit dem 28. Oktober 2012 zu bezahlen.
6. Der Beschuldigte wird dem Grundsatz nach verpflichtet, die von der Kran-
kenkasse bzw. anderen Sozialversicherungen ungedeckten bisherigen und
künftigen Kosten der therapeutischen Behandlungen der Privatklägerin
B._, welche durch die Straftaten ausgelöst wurden, zu bezahlen.
7. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin eine Genugtuung in der
Höhe von Fr. 8'000.– nebst Zins zu 5 % seit dem 28. Oktober 2012 zu be-
zahlen.
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8. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
Fr. 3'000.– ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 3'040.85 Auslagen Vorverfahren
Fr. 2'750.– Kosten DNA-Bericht
Fr. 2'300.– Gebühr Strafuntersuchung
Fr. 9'820.10 Kosten amtliche Verteidigung (inkl. Barauslagen
und MwSt)
Fr. 4'113.60 Kosten unentgeltliche Rechtsvertreterin der
Privatklägerin (inkl. Barauslagen und MwSt)
Fr. 25'024.55 Total
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
Verlangt keine der Parteien eine schriftliche Begründung des Urteils, ermäs-
sigt sich die Entscheidgebühr auf zwei Drittel.
9. Die Kosten des Vorverfahrens und des gerichtlichen Verfahrens, ein-
schliesslich derjenigen der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen
Rechtsvertreterin der Privatklägerin, werden dem Beschuldigten auferlegt,
diejenigen der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Rechtsver-
treterin der Privatklägerin indessen einstweilen auf die Gerichtskasse ge-
nommen. Art. 135 Abs. 4 StPO und Art. 138 Abs. 2 StPO bleiben vorbehal-
ten.
10. Der Beschuldigte wird verpflichtet der Privatklägerin eine Umtriebsentschä-
digung in der Höhe von Fr. 200.– zu bezahlen.
11. (Mitteilung.)
12. (Rechtsmittel.)
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Berufungsanträge:
a) Der Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 57 S. 1)
1. Das Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 5. Februar 2014 (Ge-
schäfts-Nr. DG4130063) sei vollumfänglich aufzuheben.
2. Der Beschuldigte/Berufungskläger sei vom Vorwurf der versuchten
Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB in Verbindung mit
Art. 22 Abs. 1 StGB von Schuld und Strafe vollumfänglich freizuspre-
chen.
3. Sämtliche Forderungen der Privatklägerin seien vollumfänglich abzu-
weisen unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Klägerin
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen vor 1. und 2. Instanz zu Las-
ten des Staates.
b) Der Staatsanwaltschaft:
(Urk. 51, schriftlich)
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.
c) Der Vertreterin der Privatklägerin:
(Urk. 50, schriftlich, sinngemäss)
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.
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Erwägungen:
I. Prozessuales
1. Mit Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 5. Februar 2014 wurde der
Beschuldigte A._ der versuchten Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs.
1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig gesprochen und mit einer
Freiheitsstrafe von 22 Monaten bestraft, wovon 2 Tage durch Haft erstanden wa-
ren. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wurde unter Ansetzung einer Probezeit von
zwei Jahren aufgeschoben. Im Weiteren wurde die Herausgabe von beschlag-
nahmten Gegenständen der Privatklägerin an diese angeordnet. Der Beschuldigte
wurde verpflichtet, der Privatklägerin Schadenersatz und Genugtuung zu bezah-
len. Zudem wurde die grundsätzliche Haftung des Beschuldigten für von Dritten
nicht übernommene bisherige und künftige Kosten der therapeutischen Behand-
lungen der Privatklägerin, welche durch die Straftat ausgelöst wurden, festgehal-
ten. Schliesslich wurden die Kosten des Vorverfahrens und des gerichtlichen Ver-
fahrens dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten für die amtliche Verteidigung
und die unentgeltliche Rechtsvertretung der Privatklägerin wurden unter dem
Nachforderungsvorbehalt von Art. 135 Abs. 4 StPO und Art. 138 Abs. 2 StPO
einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Der Privatklägerin wurde eine Um-
triebsentschädigung zugesprochen (Urk. 45).
2. Gegen dieses Urteil des Bezirksgerichts Winterthur liess der Beschuldigte
mit Eingabe vom 13. Februar 2014 innert Frist die Berufung anmelden (Urk. 39).
Am 8. Mai 2014 liess der Beschuldigte durch Eingabe seines Verteidigers die Be-
rufungserklärung einreichen und oberwähnte Anträge stellen (Urk. 47). In der Fol-
ge wurde der Privatklägerin und der Staatsanwaltschaft mit Verfügung vom
16. Mai 2014 Frist angesetzt, um zu erklären, ob sie Anschlussberufung erheben
oder ein Nichteintreten auf die Berufung beantragen würden. In der gleichen Ver-
fügung wurde der Privatklägerin Frist angesetzt, um zu erklären, ob sie den An-
trag stellt, dem urteilenden Gericht müsse eine Person des gleichen Geschlechts
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angehören, ob sie für den Fall einer Befragung verlange, von einer Person glei-
chen Geschlechts einvernommen zu werden und diesfalls für die Übersetzung ih-
rer Befragung eine Person gleichen Geschlechts beigezogen werden müsse
(Urk. 48). Innert Frist erhoben weder die Privatklägerin noch die Staatsanwalt-
schaft eine Anschlussberufung (Urk. 50 und 51). Zudem stellte die Privatklägerin
den Antrag, dass dem urteilenden Gericht eine Person gleichen Geschlechts an-
gehören soll und sie für den Fall einer Befragung von einer Person gleichen Ge-
schlechts befragt werden soll (Urk. 50).
3. Das vorinstanzliche Urteil wurde vollumfänglich angefochten (Urk. 47).
II. Sachverhalt
1. Anklagevorwurf
Dem Beschuldigten wird zusammengefasst vorgeworfen, am Sonntag,
28. Oktober 2012, um ca. 21.00 Uhr, die Privatklägerin in seiner Wohnung, in der
Absicht, mit ihr den Geschlechtsverkehr zu vollziehen, an den Armen gepackt und
sie in Richtung Wohnzimmer zurückgedrängt zu haben. Zunächst habe er die Pri-
vatklägerin am Hals gepackt und sie zu Boden gebracht, wo sie auf dem Rücken
zu liegen gekommen sei. Sodann habe er mit einem Arm den Oberkörper der Pri-
vatklägerin zu Boden gedrückt und habe sich mit seinem Körper auf ihre linke
Körperhälfte gelegt. Er habe dann der Privatklägerin die Strumpfhose und die Un-
terhose heruntergezogen und das Kleid hochgerissen. Anschliessend habe der
Beschuldigte die Privatklägerin an der Brust derart geküsst, dass es ihr wehgetan
habe. Mit einem oder mehreren Fingern habe der Beschuldigte dann die Klitoris
und die Scheide der Privatklägerin in sexueller Absicht gerieben und ihre Klitoris
geleckt. Nachdem er sich selbst am Unterkörper entkleidet gehabt habe, habe er
sich mit erigiertem Glied auf die Privatklägerin begeben und habe in sie eindrin-
gen wollen. Die Privatklägerin habe ihre Beine zusammengepresst und dadurch
den Penis des Beschuldigten zwischen ihren Oberschenkeln eingeklemmt. Die
Privatklägerin sei ständig in Bewegung gewesen, um zu verhindern, dass der Be-
schuldigte in sie eindringe. In der Folge habe der Beschuldigte zur Privatklägerin
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gesagt, sie solle ruhig bleiben, durchhalten und es akzeptieren; sie sei dafür ver-
antwortlich, dass er "scharf" sei und sie müsse dies wieder ändern. Sie könne
aussuchen, ob sie mit ihm Sex haben oder ihm "eins blasen" wolle. Der Beschul-
digte habe dann die Privatklägerin dazu gebracht, vor ihm zu knien. Dabei habe
er sie am Arm festgehalten und zu ihr gesagt, sie könne sich aussuchen, wohin er
spritze, er könne ihr auch auf den Rücken spritzen. Als die Privatklägerin zu wei-
nen begonnen habe, habe der Beschuldigte von ihr abgelassen. Der Beschuldigte
habe seine Handlungen an der Privatklägerin vorgenommen, obwohl diese sich
ständig körperlich und verbal gegen die Handlungen des Beschuldigten gewehrt
habe (Urk. 20).
2. Beweismittel und deren Verwertbarkeit
1. Die Anklagebehörde stützt sich zum Beweis des von ihr behaupteten
Sachverhalts im Wesentlichen auf die Aussagen der Privatklägerin (Urk. 3/1 - 2)
sowie die Aussagen des Beschuldigten (Urk. 2/2 - 5; Urk. 12/9; Protokoll Vor-
instanz S. 7 ff.). Im Weiteren berücksichtigt die Anklagebehörde ein Gutachten
des Instituts für Rechtsmedizin betreffend die körperliche Untersuchung der Pri-
vatklägerin (Urk. 5), einen Kurzbericht des Forensischen Instituts Zürich betref-
fend DNA- und Spermaspuren (Urk. 7) sowie ein pharmakologisch-
toxikologisches Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin betreffend Medikamen-
te und Drogen (Urk. 8/2).
2. Vor Vorinstanz brachte der Verteidiger des Beschuldigten gegen das Gut-
achten des IRM über die körperliche Untersuchung der Privatklägerin vor, das
Gutachten sei nicht zu beachten, da das Alter der Privatklägerin mehrfach falsch
angegeben worden sei. Zudem habe die Privatklägerin angegeben, sie leide an
der Bluterkrankheit. Welche Auswirkungen diese Krankheit auf die Neigung zu
Hämatomen habe, sei mit keinem Wort erwähnt worden. Das Gutachten sei daher
nicht aussagekräftig und wertlos (Urk. 36/2 S. 4 ff.; Urk. 57 S. 2 ff.).
Das Gutachten führt auf der ersten Seite das genaue Geburtsdatum der Privat-
klägerin auf. Zudem wird im Gutachten aufgeführt, dass die Privatklägerin ange-
geben habe, unter der Bluterkrankheit zu leiden. Da die Privatklägerin in ihrer
Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft ebenfalls ausführte, sie habe eine Blut-
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gerinnungsstörung (Urk. 3/2 S. 27), der der untersuchenden Ärztin geschilderte
Vorfall mit dem eingeklagten identisch ist und im Gutachten auch der Name des
Beschuldigten erwähnt wird, besteht kein Zweifel daran, dass das Gutachten über
die Privatklägerin erstellt wurde. Die unterschiedlichen Altersangaben der Privat-
klägerin sind daher offensichtliche Versehen bzw. Schreibfehler, ändern aber
nichts an der Qualität des Gutachtens. Was die Auswirkungen der Bluterkrankheit
auf die Hämatombildung anbelangt, kann auf die zutreffenden Ausführungen der
Vorinstanz verwiesen werden. Danach war es eben gerade nicht Ergebnis der
Untersuchung, dass die Privatklägerin diese Krankheit hat, sondern die Privatklä-
gerin hat diese Krankheit gegenüber der untersuchenden Ärztin erwähnt, was aus
dem Gutachten klar hervorgeht. Zudem erwähnte die Privatklägerin in ihrer
staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 5. April 2013, dass sie seit der Diag-
nose vor fünf Jahren gewisse Medikamente nicht mehr nehme, weshalb sie auch
nicht mehr so empfindlich auf Hämatome sei (Urk. 3/2 S. 27). Mit der Vorinstanz
ist davon auszugehen, dass die untersuchende Ärztin diesem Aspekt nachgegan-
gen wäre, hätte er Auswirkungen auf das gemäss Gutachten festgestellte Spu-
renbild gehabt.
3. Gemäss Art. 131 Abs. 2 StPO ist bei Vorliegen der Voraussetzungen not-
wendiger Verteidigung bei Einleitung des Vorverfahrens die Verteidigung nach der
ersten Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft, jedenfalls aber vor Eröffnung
der Untersuchung, sicherzustellen. Vor der Bestellung einer Verteidigung ist die
Erhebung von Beweisen in Fällen, in denen die Verteidigung erkennbar notwen-
dig gewesen wäre, nur gültig, wenn die beschuldigte Person auf die Wiederholung
verzichtet hat (Art. 131 Abs. 3 StPO).
Vorliegend war bereits bei Einleitung des Vorverfahrens klar, dass ein Fall not-
wendiger Verteidigung im Sinne von Art. 130 lit. b StPO vorlag, sieht doch der
Tatbestand der Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB eine Mindest-
freiheitsstrafe von einem Jahr vor. Dieser Ansicht war auch die Untersuchungs-
behörde, bestellte sie für den Beschuldigten doch im Laufe der Hafteinvernahme
vom 2. November 2012 einen amtlichen Verteidiger (Urk. 14/1) und stellte glei-
chentags Antrag auf Genehmigung der amtlichen Verteidigung (Urk. 14/2).
Die Untersuchung wurde mit der Delegationsverfügung vom 31. Oktober 2012 er-
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öffnet (Urk. 2/1). Darin wurde auch der Straftatbestand bezeichnet. Dem Beschul-
digten hätte daher bereits für die ersten beiden Einvernahmen ein Verteidiger be-
stellt werden müssen. Die beiden am 2. November 2012 durchgeführten Einver-
nahmen des Beschuldigten sind daher nur verwertbar, wenn dieser auf eine Wie-
derholung verzichtet hat oder er allenfalls sein Recht auf Wiederholung verwirkt
hat. Ein Verzicht auf Wiederholung der beiden ersten Einvernahmen des Be-
schuldigten befindet sich nirgends in den Akten. Der Beschuldigte bzw. sein Ver-
teidiger hätten auch nicht bei Passivität der Verfahrensleitung gemäss dem
Grundsatz von Treu und Glauben eine Wiederholung der Einvernahmen verlan-
gen müssen. Der Grundsatz von Treu und Glauben gemäss Art. 3 Abs. 2 lit. a
StPO bindet nur die Strafbehörden, nicht aber die Verteidigung oder den Be-
schuldigten. Indem weder der Beschuldigte noch dessen Verteidiger eine Wieder-
holung der Einvernahmen verlangte, haben sie keine Rechte oder Ansprüche
verwirkt, auch weil das Gesetz diese Folge nicht ausdrücklich vorsieht. Die beiden
ersten mit dem Beschuldigten durchgeführten Einvernahmen vom 2. November
2012 sind daher nicht verwertbar (Ruckstuhl in: BSK StPO, Basel 2011, Art. 131
N 14 ff.; Lieber in: Donatsch/Hansjakob/Lieber, Kommentar zur Schweizerischen
Strafprozessordnung, Zürich 2010, Art. 131 N 15 ff.).
3. Aussagen der Privatklägerin
Am 29. Oktober 2012, dem Tag nach dem heute zu beurteilenden Vorfall,
erstattete die Privatklägerin Anzeige gegen den Beschuldigten. In der gleichen-
tags durchgeführten polizeilichen Befragung führte die Privatklägerin aus, sie ha-
be den Beschuldigten im Mai/Juni 2011 über die Partnerschaftsvermittlungsseite
"..." kennengelernt und sie seien mit ihren Hunden zusammen "Gassi" gegangen.
Der Beschuldigte habe ihr da gesagt, dass er sich nicht vorstellen könne, mit ihr
eine Beziehung zu haben, weshalb sie eine Weile keinen Kontakt mehr gehabt
hätten. Dann habe der Beschuldigte sie wieder im "..." angeschrieben und habe
gefragt, ob sie ihn einmal besuchen komme. Sie sei bei ihm gewesen, sie hätten
sich geküsst und seien dann im Bett gelandet. Sie hätten sich über einen länge-
ren Zeitraum immer wieder gesehen und auch des öfteren Geschlechtsverkehr
gehabt. Der letzte Geschlechtsverkehr habe ca. im Oktober 2011 stattgefunden.
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Es sei immer einvernehmlich, beim Beschuldigten zuhause und mit einem Kon-
dom geschützt gewesen. Die Privatklägerin habe dann jemanden kennengelernt,
was sie dem Beschuldigten auch gesagt habe. Daraufhin hätten sie via E-Mail
oder Whatsapp Kontakt gehabt. Dieser sei unschön verlaufen. Sie habe dies als
verletzten Stolz abgetan. Im August und September 2012 habe sie den Beschul-
digten dreimal auf der Strasse gesehen bzw. dort angetroffen. Sie sei dann wie-
der single gewesen und sei wieder ins "..." gegangen. Dort habe der Beschuldigte
sie ca. eine Woche vor dem Vorfall angeschrieben. Er habe gefragt, ob sie zu ihm
komme. Die Privatklägerin habe ihm erklärt, dass sie nicht mehr so wie damals
sei und kein Interesse an einer Affäre hätte. Am 27. Oktober 2012 hätten sie sich
via Whatsapp geschrieben. Da habe er sie überredet. Sie hätten vereinbart, dass
sie zum "Quatschen" komme. Der Beschuldigte habe dann geschrieben, dass ein
bisschen Küssen und Sex auch in Ordnung wäre. Darauf habe sie ihm geschrie-
ben, dass sie das nicht wolle. Sie komme gerne auf ein Glas Wein und sie könn-
ten ein bisschen Zeit miteinander verbringen, aber mehr nicht. Der Beschuldigte
habe ihr dann geschrieben, dass er keinen Wein habe, er werde sich eine Fla-
sche besorgen und aufräumen müsse er auch noch etwas. Sie soll um 19 Uhr zu
ihm kommen. Nachdem sie ihr Auto vom Schnee befreit habe, sei sie zu ihm ge-
fahren. Er habe die Türe aufgemacht. Die Hunde seien auf sie zugestürmt. Sie
seien auf dem Sofa gesessen. Der Beschuldigte sei superfreundlich gewesen. Er
habe ihr noch das Zahnsteinmittel für die Hunde gezeigt. Er habe einen Kuchen
gebacken und sie hätten die Flasche Wein aufgemacht. Die Hunde seien bei ihr
gesessen und es sei wirklich gemütlich gewesen. Irgendwann habe der Beschul-
digte gesagt, er würde gerne kuscheln und er würde sie mögen. Sie hätten sich
dann geküsst und das sei für sie in Ordnung gewesen. Sie habe schliesslich auch
schauen wollen, ob das etwas für eine Beziehung werden könne. Sie hätten Zun-
genküsse ausgetauscht. Der Beschuldigte habe sie auf seinen Schoss ziehen
wollen und da habe sie gesagt, dass sie keinen Sex wolle. Sie habe ihm erklärt,
dass sie eine Beziehung wolle und dies langsam angehen wolle. Der Beschuldig-
te habe ihr erklärt, dass das mit der Beziehung nichts werde. Die Privatklägerin
habe dem Beschuldigten daraufhin gesagt, dass er doch ihre Nummer löschen
solle und es besser sei, wenn sie jetzt gehe. Es sei etwa halb neun Uhr gewesen
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und Indiana Jones sei im Fernsehen gelaufen. Zwischendurch sei der Beschuldig-
te einmal kurz mit der Hand unter ihren Rock, Höhe Oberschenkel, gegangen. Die
Privatklägerin habe seine Hand weggenommen, was der Beschuldigte akzeptiert
habe. Sie sei zurückhaltender gewesen und er habe ihr gesagt, sie solle ihn auch
umarmen, was sie getan habe. Als sie ihm gesagt habe, dass er ihre Nummer lö-
schen soll und sie jetzt gehe, habe er gesagt, er wolle dies nicht und habe sie
weiter geküsst. Während dem Küssen habe der Beschuldigte gesagt, dass sie ihn
ganz schön "scharf gemacht" habe. Dann sei er aufgestanden, sei zum Bad ge-
gangen und habe die Hunde in das Arbeitszimmer gesperrt. Als sie ihn gefragt
habe, weshalb er die Hunde eingesperrt habe, habe der Beschuldigte geantwor-
tet, weil die Hunde sonst unruhig würden. Er wolle doch gerne mit ihr den Abend
verbringen. Da sei sie, die Privatklägerin, innerlich etwas unruhig geworden. Von
früheren Begegnungen habe sie gewusst, dass er den Rottweiler immer einsper-
re, damit dieser nicht eifersüchtig werde. Sie habe deswegen ein ganz ungutes
Gefühl gehabt, dass er jetzt mehr von ihr wolle. Sie habe dem Beschuldigten da-
her gesagt, dass sie jetzt gern nach Hause gehen würde, worauf er geantwortet
habe, dass sie die angefangene Flasche Wein mitnehmen müsse, da er nicht
wisse, wann sie sich wiedersehen würden. Sie, die Privatklägerin, sei aufgestan-
den, habe die Flasche genommen, habe in der Küche den Korken auf die Flasche
getan und sei zum Gangschrank gegangen. Sie habe die Flasche auf den Glas-
tisch gestellt, weil sie sich die Schuhe habe anziehen wollen. Sie habe sich nach
vorne gebückt. Der Beschuldigte sei von hinten gekommen und habe ihr den Na-
cken seitlich geküsst. Bis dahin habe sie es auch noch sehr schön gefunden und
habe nichts dagegen gesagt. Sie hätten sich nochmals geküsst und sie habe die
Schuhe zu Boden fallen lassen. Dann habe sie nochmals wiederholt, dass sie
jetzt gehe, und habe ihre Schuhe greifen wollen. Da sei der Beschuldigte vor sie
hin gekommen, habe sie an den Oberarmen gepackt und sie in Richtung Glas-
tisch neben dem Schlafzimmer zurück gedrängt. Sie habe sich geduckt und habe
unter ihm weg gewollt. Auch habe sie laut gerufen, er solle damit aufhören und sie
in Ruhe lassen. Der Beschuldigte habe sie mit seiner rechten Hand am Hals ge-
packt. Mit der anderen Hand habe er sie immer noch am Oberarm festgehalten.
Sie habe Schmerzen seitlich des Kehlkopfes verspürt. Sie sei schockiert gewe-
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sen. Sie habe überhaupt nicht damit gerechnet, dass es in diese Richtung laufe.
Sie habe auch Angst gehabt, dass er noch mehr zudrücke. Diese Situation mit
dem Hals sei etwas vom Schlimmsten gewesen. Sie sei beim Glastisch vor ihm
gestanden und er habe ihr mit seinem rechten Fuss die Beine weggeschlagen.
Gleichzeitig habe er ihren Hals nicht losgelassen und habe ihn im Griff gehalten,
bis er sie auf den Boden habe legen können. Er sei über ihr gelegen. Sie habe
versucht, sich zu wehren und habe zu ihm auch gesagt, er solle sie in Ruhe las-
sen und damit aufhören. Der Beschuldigte habe sie auch am Oberarm festgehal-
ten. Dieser schmerze jetzt noch. Zuerst habe er ihren rechten und dann den lin-
ken Oberarm festgehalten. Mit dem anderen Arm bzw. Unterarm habe er ihren
Brustkorb nach unten gedrückt. Sie habe dabei mit den Beinen gestrampelt, habe
probiert, sich aus diesem Griff zu lösen und irgendwie wegzukommen. Dies sei
aber nicht gegangen. Der Brustkorb tue ihr jetzt auch weh. Irgendwie sei der Be-
schuldigte seitlich von ihr gekniet; habe ihr linkes Bein zwischen seinen Beinen
gehabt. So sei er gekniet; sei über ihr gelegen. Sie habe keine Chance gehabt.
Sie habe es auch mit Worten versucht; er solle doch aufhören. Er habe darauf
gesagt, sie habe ihn "scharf" gemacht und sie müsse das jetzt auch wieder än-
dern. Der Beschuldigte habe dann seinen sich auf ihrem Brustkorb befindlichen
Arm gelöst und habe ihr die Strumpfhose vermutlich samt Unterhose nach unten
bis unter die Knie gerissen. Dabei sei die Strumpfhose gerissen. Wie der Be-
schuldigte seine Hose und Unterhose habe ausziehen können, sei ihr ein Rätsel;
das habe sie nicht mitgekriegt. Er sei jedenfalls unten nackt gewesen. Sie habe
sein Glied gesehen. Dieses sei erigiert gewesen. Der Beschuldigte habe immer
wieder gesagt, er sei "scharf" auf sie und das müsse jetzt geändert werden und
sie müsse hinhalten. Sie habe seinen Penis zwischen ihren Beinen gespürt und
habe ihre Beine ganz fest zusammengedrückt, weil sie gedacht habe, es tue ihm
weh. Sie habe immer noch versucht, sich zu befreien. Der Beschuldigte habe
dann gesagt, sie solle aufhören und mitmachen, denn er wisse, wo sie wohne.
Dabei habe er einen ganz schlimmen Blick gehabt, so dass sie überhaupt nicht
mehr gewusst habe, was sie tun solle. Sie habe sich gefragt, ob sie das jetzt über
sich ergehen lassen solle, damit es vorbei sei. Der Beschuldigte habe immer wie-
der ihren Hals geküsst, habe ihr Kleid hoch- und den BH heruntergerissen und
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habe ihre nackte Brust geküsst. Die Privatklägerin habe ihr Gesicht weggedreht.
Sie habe Angst gehabt, er schlage sie ohnmächtig oder mache sonst etwas mit
ihr, wenn sie sich mehr wehren würde. Dann habe der Beschuldigte seine linke
Hand dazu benutzt, ihr Bein zur Seite zu schieben und sie unten zu streicheln.
Dann sei er mit dem Mund runtergegangen und habe den Oralverkehr vollzogen.
Die Privatklägerin habe auf ihn eingeredet, er solle aufhören und sich eine andere
nehmen. Sie habe ihn die ganze Zeit angefleht, dies sein zu lassen. Sie habe zu
ihm gesagt, sie nehme die Pille nicht und wenn sie jetzt Sex mit ihm hätte ... Der
Beschuldigte habe ihr angeboten, sie könne ihm "einen blasen". Sie habe ihm ge-
sagt, dass sie das nicht wolle. Der Beschuldigte habe sie wieder von vorne ge-
packt und habe sie am linken Arm auf die Seite gedreht. Er habe auch davon ge-
sprochen, er könne ihr von hinten auf den Hintern spritzen. Dann würde er sie ge-
hen lassen. Sie habe immer gesagt, sie wolle das nicht und habe angefangen zu
weinen. Er habe dann aufgehört. Sie habe ihre Strumpfhose genommen und habe
aus der Wohnung rennen wollen. Der Beschuldigte habe die Haustüre zugehalten
und zu ihr gesagt, sie solle sich hier drin anziehen. Sie habe den Slip angezogen,
den Mantel, die Schuhe und die Strumpfhose habe sie in die Manteltasche ge-
steckt. Sie habe nur noch weg gewollt. Der Beschuldigte habe sie festgehalten
und gesagt, er lasse sie in Ruhe, wenn sie nichts sage. Sie habe zu ihm gesagt,
sie wolle nur noch hier weg. Die Türe sei unverschlossen gewesen. Der Schlüssel
habe innen gesteckt. Sie glaube nicht, dass der Beschuldigte einen Samenerguss
gehabt habe. Sie könne auch nicht sagen, ob er mit seinen Fingern oder mit sei-
nem Penis in ihr drin gewesen sei. Sie habe das nicht mehr mitgekriegt. Sie kön-
ne einfach sagen, dass er mit dem Mund und mit den Fingern beim Kitzler gewe-
sen sei. Ob er eingedrungen sei, könne sie nicht sagen. Jedenfalls wäre das nur
kurz gewesen ... aber sie wolle es gar nicht wissen (Urk. 3/1).
Am 5. April 2013 wurde die Privatklägerin unter der Strafandrohung der fal-
schen Anschuldigung, der Irreführung der Rechtspflege und der Begünstigung
staatsanwaltschaftlich als Auskunftsperson einvernommen. Dabei führte die Pri-
vatklägerin aus, sie habe den Beschuldigten ungefähr im Mai oder Juni 2011 über
die Internetplattform "..." kennengelernt und sie hätten sich dann auch einmal ge-
troffen und seien mit den Hunden spazieren gegangen. Zum damaligen Zeitpunkt
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habe sie sich eine Beziehung gewünscht. Sie habe dem Beschuldigten gesagt,
sie finde ihn ganz nett und dass man schauen könne, ob sich mehr daraus ent-
wickle. Er habe jedoch keine Beziehung gewollt. Sie hätten über "..." miteinander
kommuniziert. Der Beschuldigte sei auch mit Anfragen für Treffen für Sex ge-
kommen. Sie sei auch mal hingefahren. Sie hätten sich geküsst und hätten dann
auch Sex gehabt. Das sei damals für sie auch ganz in Ordnung gewesen. Sie hät-
ten den Kontakt ursprünglich verloren, nachdem sie sich noch ein- bis zweimal
getroffen hätten. Etwa zwei Wochen vor dem inkriminierten Vorfall habe die Pri-
vatklägerin gesehen, dass der Beschuldigte auf ihrem "..."-Profil gewesen sei. Er
habe sich dann am Freitag vor dem 28. Oktober 2012 bei ihr gemeldet. Am Sams-
tag seien wieder Nachrichten vom Beschuldigten gekommen. Er habe sie unbe-
dingt treffen wollen und habe sie gefragt, ob sie bei ihm vorbeikomme. Die SMS
des Beschuldigten seien dahingegangen, dass er mit ihr Sex gewollt habe. Dies
habe er sehr ausdrücklich geschrieben. Sie habe ihm darauf geschrieben, dass
das nicht möglich sei, weil sie dies nicht mehr wolle. Sie habe ihm auch geschrie-
ben, dass sie sich eine Freundschaft oder eine Beziehung vorstellen könne, aber
nichts anderes. Der Beschuldigte habe dann immer wieder versucht, das Thema
Sex aufzubringen. Sie habe aber immer wieder abgebrochen und gesagt, sie kä-
me dann nicht. Am Sonntag habe er ihr wieder geschrieben und sie gefragt, ob
sie vorbeikomme, um sich zu unterhalten. Er habe dann auch nach ihrer Handy-
Nummer gefragt. Es seien dann mehrere SMS hintereinander gekommen und ir-
gendwann habe sie gesagt, sie komme vorbei, wenn es darum gehe, eine
Freundschaft zu haben oder um zu sehen, ob sich da Richtung Beziehung etwas
entwickeln könnte. Sie habe ihn gefragt, ob er etwas zu Trinken zu Hause habe
und er habe gesagt, er würde etwas besorgen. Er würde seine Wohnung noch
aufräumen, habe eine Flasche Rotwein besorgt und sie solle um 19 Uhr zu ihm
kommen. Er habe ihr die Tür aufgemacht und sei ganz freundlich gewesen. Er
habe ihr die Flasche Rotwein gezeigt. Diese sei von Balaton, Ungarn, gewesen.
Auch habe er ihr den Kuchen gezeigt, den er gebacken hatte. Sie hätten dann et-
was geredet. Der Beschuldigte sei mit ihr ins Bad gegangen und habe sie gefragt,
ob ihr Hund auch an Hundezahnstein leide. Dort habe er ihr das entsprechende
Mittel gezeigt. Zu diesem Zeitpunkt habe sie alles als sehr freundschaftlich emp-
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funden. Sie seien dann auf das Sofa gegangen. Der Beschuldigte habe dann die
Rotweinflasche aufgemacht und habe sie gefragt, ob sie aus einem normalen
Glas trinken würde, da er keine Rotweingläser habe. Sie sei erstaunt gewesen,
dass er nicht mitgetrunken habe. Er habe ihr gesagt, er trinke keinen Alkohol
mehr. Der Beschuldigte und sie seien auf dem Sofa gesessen. Die zwei Hunde
hätten sie belagert. Sie sei links auf dem Sofa gesessen; rechts neben ihr sei der
grosse Hund gekommen und dann sei der Beschuldigte gekommen. Sie hätten
sich eine ganze Weile unterhalten. Irgendwann sei der grosse Hund gegangen
und der kleine Hund sei zwischen sie gekommen. Der Beschuldigte habe sich be-
schwert, dass die Hunde mit ihr kuscheln dürften, er dies aber nicht dürfe. Das sei
eine witzige Situation gewesen, sie habe auch geschmunzelt und habe ihm ge-
sagt, kuscheln sei okay solange er nicht mehr wolle. Die Privatklägerin habe dann
ihren Kopf auf die Schultern des Beschuldigten gelegt und der kleine Hund sei
weggegangen, weil es etwas eng geworden sei. Irgendwann habe der Beschul-
digte sie näher zu sich gezogen und habe sie geküsst. Zu diesem Zeitpunkt habe
sie das Küssen ganz okay gefunden. Erst als er dann versucht habe, ihr unter ihr
schwarzes Kleid zu fassen, sei ihr dies unangenehm gewesen. Sie habe seine
Hand weggeschoben und ihm gesagt, sie wolle das nicht. Er habe sie dann wie-
der geküsst und der Rottweiler sei sehr aufgeregt hinter dem Sofa gestanden. Sie
habe den Hund sehr bedrohlich empfunden und habe das Küssen abgebrochen,
weil es ihr unangenehm gewesen sei. Sie habe dann gesagt, es sei besser, wenn
sie jetzt gehe. Der Beschuldigte habe gesagt, sie müsse die Flasche Wein mit
nach Hause nehmen, wenn sie jetzt ginge und habe sie gebeten, noch zu bleiben.
Der Beschuldigte sei aufgestanden und ins Bad gegangen. Im Fernsehen sei In-
diana Jones gelaufen. Der Beschuldigte habe sie nach ihrem Ex gefragt und habe
dann die Türe zum Arbeitszimmer geschlossen. Sie habe bemerkt, dass die Hun-
de nicht mehr da gewesen seien und habe ihn gefragt, warum er die Hunde im
Arbeitszimmer eingeschlossen habe. Er habe gesagt, die würden nur stören. In
diesem Moment sei die ganze Geschichte etwas komisch geworden und sie habe
gesagt, es sei besser, wenn sie jetzt gehe. Sie habe die Flasche Rotwein ge-
nommen, aus welcher sie nur ein Glas getrunken habe, sei in die Küche gegan-
gen, wo sie den Korken auf die Flasche getan habe. Sie habe die Flasche auf den
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Glastisch beim Arbeitszimmer gestellt, damit sie sich habe anziehen können. Sie
habe ihre Jacke und die Schuhe genommen und habe sich gebückt. Der Be-
schuldigte sei von hinten gekommen und habe sie am Nacken geküsst. Das sei
ein schönes Gefühl gewesen. Sie habe sich umgedreht, um ihn nochmals zu küs-
sen. Sie habe dann gemerkt, dass er mehr gewollt habe und habe ihm gesagt, sie
wolle jetzt wirklich gehen. Der Beschuldigte habe sie an den Armen gepackt und
sie Richtung Sofa geschoben. Sie habe das nicht gewollt, habe versucht, sich ein
bisschen herauszuwinden und habe sich hierfür gebückt, in der Absicht, unter
seinen Armen durch zu gehen. Dann habe er sie wieder gepackt und sie zurück-
geschoben. Sie habe ihm gesagt, sie wolle das nicht und er solle sie bitte gehen
lassen. Als sie unter ihm habe weghuschen wollen, habe er sie am Hals genom-
men, habe ihn fest zugehalten und habe ihr gesagt, sie solle den Mund halten, er
sei jetzt "scharf" und sie müsse irgendetwas tun. Die Privatklägerin sei in diesem
Moment so schockiert, wie versteinert, gewesen. Sie habe gar nicht gewusst, was
sie machen solle. Danach habe der Beschuldigte ihr mit seinem rechten Bein die
Füsse weggezogen, so dass sie auf dem Boden gelandet sei. Sie sei auf dem
Rücken gelegen und er habe sie immer noch am Hals gehalten. Sie könne nicht
sagen, wie er es geschafft habe, sie auf den Boden zu bringen. Der Beschuldigte
habe sie immer noch am Hals gehalten und habe sich mit seinem Körper auf ihre
linke Körperhälfte gelegt. Sie habe versucht, sich zu wehren. Sie habe auch Angst
gehabt, dass er aggressiver werde und ihr noch mehr antun würde, wenn sie sich
zu stark wehre. Sie habe dann versucht, ihn zu überzeugen, sie in Ruhe zu las-
sen. Der Beschuldigte habe nur gesagt, sie solle still halten, er sei "scharf" auf
sie. Auch wisse er, wo sie wohne, was sie sehr schockiert habe. Sie habe ihm nie
gesagt, wo sie wohne oder wie ihr Nachname laute. In diesem Moment habe sie
richtig Angst gehabt, weil er so einen komischen, aggressiven Blick gehabt habe.
Sie habe immer wieder gesagt, er solle sie gehen lassen und sich eine andere
suchen. Es gebe genug Frauen, die mit ihm Sex haben wollen. Der Beschuldigte
habe dann komisch gelacht, wie ein Psychopath geschaut und habe gemeint, sie
lache ihn aus, weil er niemanden habe. Diese Aussage habe sie richtig scho-
ckiert. Der Beschuldigte habe gesagt, er wolle jetzt mit ihr "Ficken" und sie müsse
da durch. Er habe ihr die Strumpfhose runtergerissen, die dabei gerissen sei. Sie
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habe nicht mehr gewusst, was tun. Sie habe ihm gesagt, sie nehme die Pille
nicht. Es habe aber nicht gewirkt. Er habe ihr das Kleid hochgerissen, habe ihre
rechte Brust so geküsst, dass es richtig weh getan habe und mit der linken Hand
habe er ihr unten über ihre Scheide gerieben. Er sei dann auch mit seinem Kopf
zu ihrer Scheide und habe dort geleckt. Sie habe immer wieder gesagt, sie wolle
dies nicht und er solle das lassen. Irgendwann habe er sich auf sie raufgedreht.
Da habe sie gesehen, dass er gar keine Hose und auch keinen Schlüpfer mehr
angehabt habe. Wie er das gemacht habe, wisse sie nicht. Sie habe nur gesehen,
dass sein Penis erigiert gewesen sei. Zu diesem Zeitpunkt sei er immer noch auf
ihrer linken Körperhälfte gelegen. Er habe sich dann mit seinem Körper auf ihren
hochgehoben und habe in sie eindringen wollen. Sie habe versucht, ihre Beine
schnell zuzumachen und habe seinen Penis zwischen ihren Oberschenkeln ein-
geklemmt. Sie habe die ganze Zeit versucht, sich zu bewegen, um ihn von ihr
wegzubringen und zu verhindern, dass er in sie eindringe. Er habe zu ihr gesagt,
sie solle ruhig bleiben, durchhalten und es akzeptieren. Sie sei dafür verantwort-
lich, dass er "scharf" sei und müsse dies wieder ändern. Sie könne sich aussu-
chen, ob er Sex mit ihr habe oder sie ihm "eins blase". Die Privatklägerin habe
dann nochmals gesagt, sie wolle dies nicht und er solle sie in Ruhe lassen. Der
Beschuldigte habe dann mit seiner linken Hand ihren Kopf wieder gepackt, habe
sie am Nacken gepackt und sie gedreht, indem er ihren rechten Arm nach hinten
gezogen habe, so dass sie vor ihm gekniet sei. Dann habe er zu ihr gesagt, sie
könne aussuchen, wohin er spritze, er könne ihr auch auf den Rücken spritzen.
Sie habe gedacht, sie habe verloren und müsse da jetzt durch. Deshalb habe sie
zu weinen begonnen. Was dann passiert sei, wisse sie nicht mehr. Irgendwann
habe der Beschuldigte zu ihr gesagt, sie solle aufstehen. Sie habe dann ihre
Strumpfhose geschnappt, sei zur Tür gerannt, habe ihre Schuhe und die Jacke
genommen und habe gehen wollen. Er habe dann vor ihr die Türe zugeschlagen
und gemeint, sie könne erst gehen, wenn sie sich angezogen habe. Er habe sie
dann festgehalten und ihr gesagt, dies bleibe unter ihnen. Sie solle niemandem
etwas sagen, dann lasse er sie auch in Ruhe, worauf sie zugestimmt und gesagt
habe, sie wolle einfach hier weg (Urk. 3/2 S. 5 ff.).
Auf Nachfrage hin führte die Privatklägerin aus, sie hätten auf dem Sofa Zungen-
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küsse ausgetauscht. Sie könne sich nicht erinnern, dass sie sich beim Küssen
umarmt hätten, sie denke aber nicht (Urk. 3/2 S. 12). Als der Beschuldigte an ih-
ren Hals gegriffen habe, habe er sie mit der linken Hand am Hals gepackt und mit
der rechten habe er ihren linken Arm gehalten (Urk. 3/2 S. 14). Die Strumpfhose
habe der Beschuldigte ihr mit seiner linken Hand heruntergerissen (Urk. 3/2
S. 17). Als der Beschuldigte sie unten an der Scheide berührt habe, habe er dies
mit der linken Hand gemacht. Wieviele Finger er benützt habe, wisse sie nicht. Er
habe die ganze Scheide und den Kitzler berührt bzw. gerieben. Mit dem Mund
habe er sie oral befriedigt oder versucht, sie oral zu befriedigen (Urk. 3/2 S. 18).
Vor dem inkriminierten Vorfall sei es etwa zwei bis drei Mal zu einvernehmlichem
Geschlechtsverkehr gekommen. Sie wisse es jedoch nicht mehr genau (Urk. 3/2
S. 22). Bei den früheren Treffen habe sie gewusst, dass es zum Geschlechtsver-
kehr kommen würde. Es habe aber nicht dazu kommen müssen, sondern es sei
für sie okay gewesen, wenn es dazu gekommen sei. Es sei auch nicht so, dass
sie vor früheren Treffen dem Beschuldigten gesagt habe, sie wolle keinen Sex, es
dann aber trotzdem dazu gekommen sei. Sie habe einmal gesagt, es müsse nicht
unbedingt sein, sie hätte nicht so Lust. Dies sei damals aber keine klare Aussage
gewesen, dass sie keinen Sex gewollt habe. Es sei auch nicht so gewesen, dass
er sich gleich auf sie gestürzt habe, sondern es habe sich so ergeben. Er habe es
probiert und sie sei mit ihm freiwillig ins Schlafzimmer gegangen. Sie hätten auch
nie Sex im Wohnzimmer, sondern immer im Schlafzimmer gehabt (Urk. 3/2
S. 22 f.).
4. Aussagen des Beschuldigten
Am 3. November 2012 fand die erste verwertbare Einvernahme des Be-
schuldigten vor dem Haftrichter statt. Der Beschuldigte sagte aus, er könne sich
nicht erinnern, die Privatklägerin am Hals gepackt und auf den Boden geworfen
zu haben. Sie seien auf dem Sofa gesessen. Er habe der Privatklägerin gesagt,
er sei aufgrund der Küsse erregt und sie müssten damit aufhören. Zehn Minuten
später habe sie ihn wieder geküsst. Also sie beide, er wisse nicht mehr, von wem
dies ausgegangen sei. Beim zweiten Mal habe sie ihn auch angefasst und mitge-
macht. Beim ersten Mal sei dies nicht der Fall gewesen. Sie hätten sich ja schon
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früher getroffen. Teilweise hätten sie Sex miteinander gehabt, teilweise hätten sie
auch nur Fernseh geschaut. Die Privatklägerin habe es teilweise auch gerne et-
was grob gehabt. Es sei auch schon so gewesen, dass die Privatklägerin, als sie
sich trafen, gesagt habe, sie wolle keinen Sex. Dies habe sich dann aber geän-
dert und sie hätten trotzdem Sex miteinander gehabt. Er habe sie einmal am Hals
gehalten, aber nicht gewürgt und nicht auf den Boden geschlagen. Er habe sie
überall gestreichelt, also auch am Hals, als sie auf dem Sofa gewesen seien. Er
sei nur auf dem Sofa auf ihr gesessen. Als sie sich das zweite Mal geküsst hätten
und er ihr bereits gesagt habe, er sei erregt, sei er mit der Hand zu ihrem Po und
habe die Strümpfe ausgezogen. Die Privatklägerin sei seitlich gelegen. Er sei auf-
gestanden und habe sich die Hosen ausgezogen. Er habe die Privatklägerin auf
keinen Fall vergewaltigen wollen. Er habe auch kein Kondom angehabt und als er
früher mit ihr Sex gehabt habe, habe er immer ein Kondom angehabt. Als die Pri-
vatklägerin unten nackt gewesen, schräg auf dem Sofa gesessen und er auf ihr
gesessen sei, habe sie ihn weggestossen und ihm gesagt, sie wolle keinen Sex.
Dies habe sie früher auch schon gesagt. Er habe ihr Oberteil aufgemacht, ihre
Brüste angefasst und mit den Fingern zwischen ihre Beine gegriffen. Als die Pri-
vatklägerin zur Türe hinausgegangen sei, habe sie gesagt, sie wolle ihn nie mehr
sehen und habe die Türe "zugeschletzt". Da sei er ins WhatsApp und anschlies-
send ins Internet und habe die Kontakte gelöscht. Es sei richtig, dass er der Pri-
vatklägerin gesagt habe, sie solle nichts sagen und er lasse sie dann in Ruhe.
Dies, weil er es auch keinen schönen Abend gefunden habe und es nicht sein
müsse, dass man herumerzähle, dass sie aufeinandergesessen seien und sie ihn
abgestossen habe, obwohl er gerne Sex gehabt hätte. Mit "dann lasse ich dich in
Ruhe" habe er gemeint, dass er sie nicht mehr sehen wolle. Einmal hätten sie frü-
her Sex auf dem Sofa gehabt. Auf die Frage, weshalb die Privatklägerin den Vor-
fall erfinden sollte, meinte der Beschuldigte, er wisse das nicht. Vielleicht sei sie
irgendwie enttäuscht gewesen oder habe mehr von ihm gewollt. Er könne es auch
nicht erklären (Urk. 12/9 S. 3 ff.).
Am 5. April 2013 wurde der Beschuldigte durch die Staatsanwaltschaft einver-
nommen. Er führte dabei aus, zwischen den Aussagen der Privatklägerin und sei-
nen würden grosse Differenzen bestehen. Die Privatklägerin habe ausgeführt, es
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habe vor dem fraglichen Vorfall einen Kontaktunterbruch gegeben. Es seien aber
zwei gewesen. Er habe sich nie Gedanken darüber gemacht, wie sich ihre Bezie-
hung weiterentwickeln würde, ob sich eine ernsthafte Beziehung oder eine Affäre
oder eine Freundschaft ergeben würde. Es sei der Wunsch der Privatklägerin ge-
wesen, etwas Alkoholisches zu trinken. Noch auf dem Sofa sitzend habe er ihr
gesagt, er fühle sich sexuell erregt. Er frage sich, warum sie trotzdem weiter Zun-
genküsse ausgetauscht hätten. Beim zweiten Zungenkuss sei es zu gegenseiti-
gen Zärtlichkeiten bzw. zum gegenseitigen Streicheln gekommen. Die Privatklä-
gerin habe gesagt, es sei zwei bis drei Mal zum Geschlechtsverkehr gekommen.
Das treffe nicht zu. Er wisse nicht, wie viele Male sie sich gesehen hätten. Es sei-
en aber sicher mehr als acht Mal gewesen, den fraglichen Abend vom 28. Okto-
ber 2012 inbegriffen. Wenn er Sex habe, dann immer mit Kondom. Er sei am frag-
lichen Abend sexuell nicht unter Druck gestanden, so dass er einen Sexualkon-
takt nötig gehabt habe. Er habe bereits am Abend vorher Geschlechtsverkehr ge-
habt und am Nachmittag, bevor die Privatklägerin bei ihm erschienen sei, habe er
sich selbst befriedigt. Bei früheren Treffen habe ihm die Privatklägerin, als er sie
angefasst habe, auch gesagt, sie wolle keinen Sex. Letztlich seien sie aber trotz-
dem intim miteinander geworden und es sei zum Geschlechtsverkehr gekommen.
Er habe die Privatklägerin gehalten, als sich diese zum Schrank begeben habe.
Er habe sie auch geküsst, umarmt und gehalten. Sie hätten sich gegenseitig ge-
halten und umarmt. Der Kuss sei auf seine Initiative erfolgt. Es stimme nicht, dass
er sie zurückgedrängt habe, sie seien einige Schritte in Richtung Wohnzimmer
gegangen. Dabei habe er sie schon gezogen. Er habe sie nicht mitgeschleift,
sondern gehalten und habe zu ihr gesagt, sie solle noch etwas bleiben. Es habe
alles auf dem Sofa stattgefunden. Auf dem Boden sei gar nichts geschehen. Ge-
schrien habe niemand. Als er die Privatklägerin beim Korridor gebeten habe, zu
bleiben, habe sie gesagt, sie würde dies nicht tun. Sie habe ihre Sachen genom-
men, die Wohnung verlassen und die Türe "zugeschletzt". Er habe nie zur Privat-
klägerin gesagt, sie solle stillhalten, er sei "scharf" und sie müsse da durch. Auf
dem Sofa habe er ihren Kitzler berührt. Daran geleckt habe er nicht. Er sei der
Ansicht, dass ein Grossteil der Ausführungen der Privatklägerin nicht stimme. Sie
habe am Ereignistag ja auch etwas getrunken, ob ein oder zwei Gläser wisse er
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nicht. Am Hals habe er sie nicht gepackt, aber angefasst. Er könne sich auch
nicht erklären, wieso die Privatklägerin etwas Falsches sagen sollte (Urk. 2/4
S. 2 ff.).
Die letzte Einvernahme des Beschuldigten durch die Staatsanwaltschaft wurde
am 12. Juni 2013 durchgeführt. Der Beschuldigte sagte aus, er sei mit der Privat-
klägerin auf dem Sofa gesessen, sie links von ihm. Er habe sich dann zu ihr ge-
dreht, sie geküsst und sie auch gehalten. Die Privatklägerin habe die Küsse nicht
erwidert, habe ihn aber auch nicht zurückgewiesen. Sie hätten Zungenküsse aus-
getauscht. Der Beschuldigte habe ihr zu erkennen gegeben, dass er sich erregt
fühle, habe mit dem Küssen und den Berührungen aufgehört. Ein paar Minuten
später habe er sich nochmals zu ihr gedreht und sie hätten sich geküsst. Von
wem die Initiative gekommen sei, wisse er nicht mehr. Er sei davon ausgegangen,
dass es für sie in Ordnung gewesen sei, dass er wieder erregt würde. Sie habe
auch mitgemacht. Sie habe begonnen, ihn zu streicheln und zu halten. Daraufhin
habe er sie unter den Kleidern berührt, sie zu ihm hingezogen und mit seiner
Hand unter ihr Kleid oder Jupe gefasst. Er habe dann ihre Strumpf- und Unterho-
sen mit seiner rechten Hand hinuntergezogen, die Strumpfhose sei zerrissen. Er
habe ihr sofort gesagt, er bezahle die Strumpfhose. Er habe ihr die Strumpf- und
Unterhosen ganz ausgezogen. Danach sei er aufgestanden und habe seine Klei-
der unten ebenfalls ausgezogen. Er habe sich auf sie gesetzt. Die Privatklägerin
habe ihre Beine zusammengehalten. Sein Glied habe sie etwa zwischen Bauch-
nabel und Schambereich berührt, etwa dort, wo man den Gürtel trage. Dann habe
er sie überall angefasst. Die Privatklägerin habe ihn zurückgestossen und ihm ge-
sagt, sie wolle keinen Sex, sei aufgestanden und habe sich angezogen. Er habe
seine Unterhosen angezogen. Die Privatklägerin sei in Richtung Türe gegangen.
Er habe sie am Oberarm gehalten und geküsst. Sie habe mitgemacht. Sie hätten
sich bei der Garderobe befunden. Er habe sie Richtung Sofa gezogen und habe
sie gebeten, bei ihm zu bleiben. Sie habe gesagt, sie würde gehen. Er habe zu ihr
gesagt, sie solle niemandem erzählen, was geschehen sei. Die Privatklägerin sei
zur Haustüre hinausgegangen und habe diese zugeknallt. Ob die Tür geschlos-
sen gewesen sei, wisse er nicht.
Auf Nachfrage, wo er die Privatklägerin überall berührt habe, führte der Beschul-
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digte aus, er habe ihre Brüste und ihre Beine angefasst. Mit dem Finger habe er
sie im Genitalbereich berührt. Er habe sich auf ihr befunden und habe ihre Beine
spreizen wollen. Er habe am Vortag bereits Sex gehabt und am Ereignistag habe
er sich drei Mal selbst befriedigt. Beim Treffen sei es nicht um Sex gegangen. Sie
hätten sich zuvor ja geschrieben und kommuniziert, dass sie sich einfach sehen
würden. Er habe gedacht, sie würden intim, nachdem sie sich das zweite Mal ge-
küsst hätten. Als er sich auf die Privatklägerin begeben habe, sie im Intimbereich
und an den Beinen berührt habe, habe sie ihn weggestossen. Sie sei einfach dort
gewesen und habe überrascht geschaut. Erst nachdem sie ihn weggestossen ha-
be, habe er verstanden, weshalb sie so geschaut habe (Urk. 2/5 S. 2 ff.).
Anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung vom 5. Februar 2014 führte der
Beschuldigte aus, die Privatklägerin habe ihm vor dem Treffen vom 28. Oktober
2012 geschrieben, sie wolle dieses Mal keinen Sex mit ihm. Es sei zwei Mal zu
Zungenküssen gekommen. Beim ersten Mal sei die Initiative von ihm aus ge-
kommen. Von wem aus die Initiative beim zweiten Mal gekommen sei, könne er
nicht mehr sagen. Bei den ersten Zungenküssen habe die Privatklägerin nicht
mitgemacht. Er habe sie umarmt und gestreichelt, sie hingegen nicht. Beim zwei-
ten Mal habe sie auch mitgemacht und ihn gehalten. Die Küsse hätten auf dem
Sofa stattgefunden. Er habe ihr unter ihr Kleid gegriffen. Die Privatklägerin habe
nicht gesagt, sie wolle dies nicht. Als sie sich das zweite Mal geküsst hätten und
sie ihn gehalten habe, habe er ihr unter das Kleid gefasst und die Strumpfhosen
ausgezogen. Sie habe keine Anstalten gemacht, die darauf hingedeutet hätten,
sie wolle dies nicht. Die Privatklägerin sei nicht nach den ersten Küssen aufge-
standen und habe gehen wollen. Erst zu einem späteren Zeitpunkt sei es noch zu
Küssen im Eingangsbereich gekommen. Er habe sie nur am Oberarm gehalten,
aber nicht irgendwohin gezogen. Er habe sie nur gehalten und geküsst und sie
habe mitgemacht. Dabei habe er ihr gesagt, sie solle doch noch bleiben, sie sei
allerdings gegangen. Er habe sie nicht Richtung Sofa gezogen, sondern sie ge-
halten und gesagt, sie solle Richtung Sofa kommen. Er habe sie nicht gezogen.
Sie sei von sich aus gekommen. Er habe sie auch nicht am Hals gepackt, son-
dern ihr zärtlich an den Hals gefasst. Es stimme nicht, dass er die Füsse der Pri-
vatklägerin weggezogen habe, so dass diese zu Boden gekommen und auf dem
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Rücken gelegen habe. Es sei auch zu keiner Gewalt gekommen. Er sei nie mit
dem ganzen Körper auf die Körperhälfte der Privatklägerin gelegen. Als er der
Privatklägerin die Strumpf- und Unterhosen ausgezogen habe, seien sie auf dem
Sofa gesessen. Er habe sich seitlich zu ihr gewendet, habe sie beim Küssen
leicht an sich gezogen und ihr dann unter das Kleid gegriffen. Er habe die
Strumpf- und die Unterhosen nicht herunterrissen, er habe nur relativ schnell da-
ran gezogen. Die Privatklägerin habe nichts gesagt oder gemacht. Sie habe auch
nicht gesagt, er solle aufhören, sie wolle dies nicht. Soviel er wisse, habe sie nicht
reagiert und auch nichts gesagt. Die Privatklägerin habe ihn auch gestreichelt, wo
könne er nicht mehr sagen. Er könne sich nicht mehr daran erinnern, der Privat-
klägerin das Kleid nach oben geschoben und ihre nackte Brust und den Hals ge-
küsst zu haben. Er könne sich noch teilweise daran erinnern, die Privatklägerin
mit den Fingern im Genitalbereich angefasst zu haben. Er wisse nicht mehr, ob
sie sich geäussert habe, ob sie das wolle oder nicht. Er wisse auch nicht mehr, in
welcher Position sie beide in diesem Zeitpunkt gewesen seien. Er sei auf die Pri-
vatklägerin gestiegen, als sie beide unten nackt gewesen seien. Er wisse nichts
davon, dass er sie zur Seite gedrückt habe. Als er auf sie gestiegen sei, habe sie
zu ihm gesagt, sie wolle das nicht. Er wisse nicht, ob sich ihre Unterkörper berührt
haben. Sein Penis habe ihren Bauch berührt. Er sei weder in ihr drin gewesen,
noch habe er dies vorgehabt. Es sei nicht richtig, dass er über der Privatklägerin
gewesen sei und ihren Oberarm festgehalten habe. Er habe die Beine der Privat-
klägerin spreizen wollen, habe ihr Bein berührt und gedacht, sie hätten Ge-
schlechtsverkehr. Da habe sie ihn mit beiden Händen gegen seinen Oberkörper
zurückgestossen und gesagt, sie wolle keinen Sex. Dies sei geschehen, als er auf
ihr drauf gewesen sei und sie gestreichelt habe. Als die Privatklägerin nein gesagt
habe, habe er sie in Ruhe gelassen, sie hätten sich angezogen und sie sei Rich-
tung Türe gegangen. Vor dem Wegstossen habe die Privatklägerin zu keinem
Zeitpunkt geäussert, sie wolle das nicht. Er habe ihr gesagt, sie solle niemandem
von den Ereignissen erzählen, weil es nicht schön sei, wenn man abserviert wer-
de. Er habe nicht gewollt, dass sie dies jemandem erzähle. An Tränen könne er
sich nicht erinnern. Sie sei aber sicher nicht glücklich gewesen, als sie gegangen
sei und die Türe zugeknallt habe (Protokoll Vorinstanz S. 7 ff.).
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5. Gutachten und Berichte
Einen Tag nach dem inkriminierten Vorfall, also am 29. Oktober 2012, wurde
die Privatklägerin durch das Institut für Rechtsmedizin körperlich untersucht. Aus
dem Gutachten ergibt sich, dass sich an der Halshaut linksseitig Zeichen stumpfer
Gewalteinwirkung in Form von als frisch zu beurteilenden Hauteinblutungen fan-
den. Des Weiteren wurden am Rumpf sowie an den Beinen, ebenfalls als Folge
stumpfer Gewalteinwirkung entstandene, frische Hautein- und -unterblutungen
festgestellt. Die Entstehung der frischen Verletzungen sei mit dem angegebenen
Ereigniszeitpunkt sowie mit dem Ereignishergang vereinbar. Die gynäkologische
Untersuchung ergab keine Verletzungen der Vaginalschleimhaut. Eine vaginale
Penetration mit dem Penis, dem Finger oder anderen Werkzeugen könne weder
belegt noch ausgeschlossen werden (Urk. 5).
Gemäss Kurzbericht des Forensischen Instituts Zürich konnten bei den bei
der Privatklägerin erhobenen Abstrichen von Vulva, Vagina, Zervixkanal, Anus
und Rectum weder DNA-Spuren noch Spermien des Beschuldigten nachgewie-
sen werden (Urk. 7).
Das pharmakologisch-toxikologische Gutachten des Instituts für Rechtsme-
dizin kommt zum Schluss, dass keinerlei Hinweise dafür vorliegen, dass die Pri-
vatklägerin im Zeitpunkt des Ereignisses unter der Wirkung eines Medikaments
und/oder einer Droge gestanden sei (Urk. 8/2).
III. Aussagewürdigung
1. Bei der Abklärung des Wahrheitsgehalts von Partei- und Zeugenaussagen
hat sich in der Rechtsprechung die so genannte Aussageanalyse durchgesetzt
(vgl. BGE 129 I 49 E. 5 f.). Ausgangspunkt ist der Umstand, dass die wahre und
die falsche Schilderung eines Sachverhalts unterschiedliche geistige Leistungen
erfordern. Es liess sich nachweisen, dass Aussagen über selbst erlebte Ereignis-
se sich deshalb in ihrer Qualität von Aussagen unterscheiden, die auf nicht erleb-
ten Vorgängen beruhen. Wahre Aussagen über selbst Erlebtes weisen so ge-
- 26 -
nannte Realitätskriterien auf; umgekehrt zeigen sich bei Aussagen über nicht
selbst Erlebtes so genannte Phantasie- oder Lügensignale (vgl. die Hinweise in
den zitierten Bundesgerichtsentscheiden, insb. Volker Dittmann, in: Plädoyer
2/1997, S. 28 ff., m.w.H.; vgl. auch Bender/Nack/Treuer, Tatsachenfeststellung
vor Gericht, 3. Auflage, München 2007, N 294 ff.). Realitätskriterien sind zum Bei-
spiel Detailreichtum, Originalität (im Sinne von Einzigartigkeit), Kohärenz und
Homogenität trotz einer natürlichen Sprunghaftigkeit. Phantasiesignale sind zum
Beispiel Kargheit der Schilderung, vor allem der Begleitumstände, andererseits
Übertreibungen und namentlich übertriebene Bestimmtheit (Dittmann, a.a.O.;
Bender/Nack/Treuer, a.a.O.; und Bender, Die häufigsten Fehler bei der Beurtei-
lung von Zeugenaussagen, in: SJZ 81 (1985), S. 56). Zu prüfen ist, ob die aussa-
gende Person unter Berücksichtigung aller Umstände, ihrer intellektuellen Leis-
tungsfähigkeit und ihrer Motive ihre Aussage auch machen könnte, ohne dass ein
realer Erlebnishintergrund besteht. Dabei ist in Betracht zu ziehen, dass die
Schilderung eines Ereignisses sich aus wirklich Erlebtem und aus Unwahrem zu-
sammensetzen kann. Eine besondere Bedeutung kommt schliesslich der Bewer-
tung der Entstehungsgeschichte der Aussagen ("Aussagegenese") zu (BGE 129 I
49 E. 6; Dittmann, a.a.O., S. 33).
Entsprechend dem Grundsatz "im Zweifel für den Angeklagten" verlangt das Bun-
desgericht, dass bei der Würdigung der Aussagen von der Hypothese
ausgegangen wird, "dass die Aussage nicht realitätsbegründet" sein könne (BGE
129 I 49 E. 5 f.). Es könne erst dann angenommen werden, die Aussage sei wahr,
wenn die Prüfung ergebe, "dass diese Unwahrheitshypothese (Nullhypothese) mit
den erhobenen Fakten nicht übereinstimmen kann". Das heisst: Die Hypothese,
die Aussagen seien unwahr, muss widerlegt werden. Solange sie nicht widerlegt
werden kann, muss – zugunsten des Beschuldigten – davon ausgegangen wer-
den, die Aussagen seien unwahr.
Bei der Beurteilung der Glaubhaftigkeit der Aussagen von Beschuldigten ist so-
wohl auf ihren jeweiligen Inhalt als auch auf das Aussageverhalten in seiner Ge-
samtheit abzustellen. In Bezug auf seine generelle Glaubwürdigkeit ist zu berück-
sichtigen, dass der Beschuldigte – direkt in das vorliegende Strafverfahren invol-
- 27 -
viert und an seinem Ausgang naturgemäss am meisten interessiert – versucht
sein könnte, sich durch seine Aussagen in einem möglichst günstigen Licht er-
scheinen zu lassen. Entsprechend sind seine Aussagen mit der gebotenen Zu-
rückhaltung zu würdigen. Dies darf jedoch nicht zur Folge haben, dass der gene-
relle Schluss gezogen wird, die Aussagen eines Beschuldigten seien deshalb
stets mit grosser oder grösster Zurückhaltung zu würdigen. Dies liefe auf eine
rechtsstaatlich unhaltbare Benachteiligung des Beschuldigten hinaus, indem zu-
mindest der Anschein oder Eindruck erweckt würde, man glaube ihm von vornhe-
rein weniger als etwa einem Belastungszeugen. Die besondere Motivationslage
ist dennoch insofern von Belang, als der Beschuldigte bei einzelnen Sachver-
haltsbereichen ein zusätzliches und offenkundiges Interesse haben kann, nicht
die Wahrheit zu sagen, was bei einem blossen Zeugen in der Regel nicht der Fall
ist. Andererseits darf auch dem Opfer nicht einfach mit dem Hinweis, sie habe als
Zeugin bzw. Privatklägerin (Auskunftsperson) unter Strafandrohung ausgesagt,
eine erhöhte Glaubwürdigkeit attestiert werden. Eine andere Beurteilung würde
dazu führen, dem Opfer generell eine erhöhte Glaubwürdigkeit zuzusprechen,
was allen strafprozessualen Grundsätzen widerspräche.
2. Unbestrittenermassen lernten sich die Privatklägerin und der Beschuldigte
im Jahre 2011 über die Internetplattform "..." kennen. Die Privatklägerin war über
die Online-Community auf der Suche nach einem festen Partner. Der Beschuldig-
te machte sich offenbar weniger Gedanken über ihre Beziehung. Im Verlaufe des
Jahres 2011 trafen sich die beiden mehrmals in der Wohnung des Beschuldigten,
wo es auch zu einvernehmlichem Geschlechtsverkehr kam. Die Kontakte hörten
auf, als sich die Privatklägerin in einer festen Beziehung befand. Als diese Bezie-
hung auseinander ging, nahmen die Privatklägerin und der Beschuldigte im Okto-
ber 2012 auf der Internetplattform "..." wieder Kontakt miteinander auf. Dieser
Kontakt führte zum Treffen der beiden vom 28. Oktober 2012 in der Wohnung des
Beschuldigten. Vor dem Treffen schrieb die Privatklägerin dem Beschuldigten,
dass sie dieses Mal keinen Sex haben wolle.
Am Abend des 28. Oktober 2012 trafen sich - wie bereits ausgeführt - die Privat-
klägerin und der Beschuldigte in der Wohnung des Beschuldigten. Dort kam es
auf dem Sofa zum Austausch von Zungenküssen, wobei der Beschuldigte
- 28 -
dadurch erregt wurde. Im weiteren Verlauf zog der Beschuldigte der Privatklägerin
die Strumpfhose zumindest hinunter, entkleidete sich unten selber und sass auf
die Privatklägerin. Die Privatklägerin sagte dem Beschuldigten, dass sie das nicht
wolle und stiess ihn weg. Auch im Eingangsbereich kam es noch zu Küssen. Wo
sich das Ganze in welcher Reihenfolge zugetragen hat, ist umstritten. Ebenso
sind die weiteren von der Privatklägerin geschilderten Ereignisse umstritten.
3. Bei den Ausführungen des Beschuldigten fällt auf, dass er von sich aus sehr
wenig über die Ereignisse des 28. Oktober 2012 schildert. Seine Aussagen sind
im Kerngeschehen recht karg. Genaueres folgt immer erst auf konkrete Nachfra-
gen hin. Exemplarisch dafür ist die Einvernahme vom 5. April 2013, welche gleich
im Anschluss an die Einvernahme der Privatklägerin stattfand. Nachdem er die
Einvernahme der Privatklägerin mitverfolgen konnte, wurde er gefragt, wie er sich
zu den Aussagen der Privatklägerin stelle und anschliessend wurde er gebeten,
sich zu den Aussagen der Privatklägerin zu äussern. Auf beide Fragen antwortete
der Beschuldigte meist mit Sachverhalten ausserhalb des eigentlichen Kernge-
schehens, wie: dass es zwei Kontaktunterbrüche gegeben habe, dass er sich kei-
ne Gedanken über die Entwicklung der Beziehung zur Privatklägerin gemacht ha-
be, dass die Privatklägerin Wein trinken wollte und er diesen organisiert habe,
dass er immer mit Kondom Geschlechtsverkehr habe, dass er sexuell nicht unter
Druck gestanden sei, was er an diesem Abend getragen habe und dass es Kraft
brauche, den Rottweiler wegzuschieben, wenn dieser auf einem liege. Zum Kern-
geschehen führte der Beschuldigte auf die obenerwähnten Fragen nur aus, sie
hätten auf dem Sofa Zungenküsse und weitere Zärtlichkeiten ausgetauscht. Er
habe ihr gesagt, er sei erregt und dass sein Penis, als er sich entkleidet habe, nur
auf Halbmast gewesen sei (Urk. 2/4 S. 2 f.). Weitere Ausführungen zum Kernge-
schehen erfolgten nicht, obwohl die Privatklägerin das Kerngeschehen sehr de-
tailliert schilderte. Auch anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung antwortete
der Beschuldigte zum Kerngeschehen ausweichend bzw. konnte sich oft nicht er-
innern (Prot. II S. 9 ff., insbesondere S. 11 und 13). Dies spricht gegen die subjek-
tive Wahrheit. Erst auf konkrete Nachfragen äussert sich der Beschuldigte zu den
weiteren Ereignissen.
In der gleichen Einvernahme findet sich das Genauigkeitssymptom. Der Beschul-
- 29 -
digte korrigiert die Schilderungen der Privatklägerin dahingehend, dass es nicht
einen, sondern zwei Kontaktunterbrüche gegeben habe. Es sei auch nicht zwei
bis drei Mal zu Geschlechtsverkehr gekommen, sondern sie hätten sich sicher
mehr als acht Mal gesehen, den fraglichen Abend inbegriffen. Diese Präzisierung
bei unwichtigen Details weit ausserhalb des Kerngeschehens spricht gegen die
subjektive Wahrheit.
Auch sonst versucht der Beschuldigte, sich für ihn günstig darzustellen. So
führte er aus, er sei sexuell an diesem Abend nicht unter Druck gestanden. Er ha-
be einen Sexualkontakt nicht nötig gehabt, da er bereits am Vorabend Ge-
schlechtsverkehr gehabt habe und sich am Nachmittag, bevor die Privatklägerin
gekommen sei, selbst befriedigt habe (Urk. 2/4 S. 2). Gemäss einer späteren Ein-
vernahme will er sich am Nachmittag dreimal selbst befriedigt haben (Urk. 2/5
S. 4). Beim Treffen sei es nicht um Sex gegangen. Dies hätten sie sich vorher ge-
schrieben und so kommuniziert (Urk. 2/5 S. 4). Trotzdem hat der Beschuldigte die
Initiative ergriffen. So kamen zumindest die ersten Zungenküsse von ihm aus. Die
Privatklägerin machte nicht mit. Auch bei den früheren Treffen war er es, der die
Initiative ergriffen hat (Prot. I S. 8 und 12). Abgesehen von der Widersprüchlich-
keit der Aussagen erfolgt auch eine Übersteigerung. Diese Übersteigerung deutet
auf ein Fantasiesignal hin.
Anfänglich führte der Beschuldigte aus, er habe die Privatklägerin am Hals gehal-
ten, aber nicht gewürgt. Er habe sie überall gestreichelt, also auch am Hals
(Urk. 12/9 S. 4). Am Hals gepackt habe er sie nicht, aber angefasst. Man könne
jemanden auch berühren und streicheln (Urk. 2/4 S. 4). Schliesslich will er ihr
zärtlich an den Hals gefasst haben (Prot. I S. 10). Mit jeder Einvernahme
schwächt der Beschuldigte seine Handlungen ab und will sich selber immer bes-
ser darstellen. Gleichzeitig widersprechen sich seine Ausführungen. Beides
spricht gegen die subjektive Wahrheit.
Vor dem Haftrichter führte der Beschuldigte aus, es sei richtig, dass er die Privat-
klägerin gegen deren Willen an den Brüsten geküsst und sie im Genitalbereich
berührt habe. Als er auf ihr gesessen sei, habe sie ihn weggestossen und gesagt,
sie wolle keinen Sex. Dies habe sie bereits früher schon so gesagt. Er habe ihr
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Oberteil aufgemacht, ihre Brüste angefasst und mit Fingern zwischen die Beine
gegriffen (Urk. 12/9 S. 5). In einer späteren Einvernahme sagte der Beschuldigte,
er habe ihre Brüste und Beine angefasst und sie mit dem Finger im Genitalbe-
reich berührt. Das sei gewesen, als er auf ihr gesessen sei und ihre Beine habe
spreizen wollen (Urk. 2/5 S. 3). Anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung
konnte sich der Beschuldigte nicht mehr daran erinnern, der Privatklägerin das
Kleid nach oben geschoben und die Brust und den Hals geküsst zu haben. Teil-
weise konnte er sich noch daran erinnern, der Privatklägerin mit den Fingern im
Genitalbereich angefasst zu haben (Prot. I S. 12). Die Aussagen des Beschuldig-
ten sind widersprüchlich. Anfänglich gab der Beschuldigte noch zu, gegen den
Willen der Privatklägerin an ihr sexuelle Handlungen vorgenommen, insbesonde-
re ihre Brüste geküsst zu haben. Später schwächte er seine Aussage ab und er
will die Brüste der Privatklägerin nur noch angefasst und nicht mehr geküsst ha-
ben. Anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung vermag sich der Beschul-
digte nicht mehr an seine Handlungen im Brustbereich der Privatklägerin zu erin-
nern. Zwar ist es nachvollziehbar, dass die Erinnerung immer mehr verblasst, je
weiter man sich zeitlich von einem Vorfall entfernt. Das Aussageverhalten des
Beschuldigten ist jedoch mehr als das blosse Verblassen von Erinnerungen.
Ein weiterer Widerspruch: In der vorinstanzlichen Hauptverhandlung sagte der
Beschuldigte, als die Privatklägerin nein gesagt habe, habe er sie in Ruhe gelas-
sen und sie hätten sich angezogen. Die Privatklägerin sei in Richtung Türe ge-
gangen (Prot. I S. 14). Als sie beide unten nackt gewesen seien, sei er auf sie ge-
stiegen und sie habe ihm gesagt, dass sie das nicht wolle (Prot. I S. 13). Im Wi-
derspruch dazu führte der Beschuldigte in seinen früheren Einvernahmen aus,
dass er, nachdem die Privatklägerin bereits nein gesagt habe, dann noch gegen
den Willen der Privatklägerin sexuelle Handlungen an ihr vorgenommen habe
(Urk. 12/9 S. 5). Auch kam es nachher noch zu Küssen im Eingangsbereich, wel-
che auf Initiative des Beschuldigten erfolgten (Urk. 2/4 S. 3; Urk. 2/5 S. 2). Der
Beschuldigte hat die Privatklägerin somit keineswegs in Ruhe gelassen, nachdem
diese gesagt hat, sie wolle das nicht.
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Vor Vorinstanz führte der Beschuldigte aus, er sei mit seinem Penis weder in der
Privatklägerin "drin" gewesen, noch habe er dies vorgehabt (Prot. I S. 13). Bereits
bei der übernächsten Frage setzte sich der Beschuldigte dazu in Widerspruch, in-
dem er ausführte, er habe ihr Bein berührt und in diesem Zeitpunkt noch gedacht,
dass sie Geschlechtsverkehr haben würden (Prot. I S. 13).
Ebenso wenig konstant sind die Ausführungen des Beschuldigten in der Frage, ob
er die Privatklägerin vom Eingangsbereich in Richtung Sofa gezogen hat oder
nicht. So führt der Beschuldigte zunächst aus, beim Schrank im Eingangsbereich
sei es auf seine Initiative zu Küssen gekommen. Es stimme nicht, dass er die Pri-
vatklägerin zurückgedrängt habe. Sie seien einige Schritte Richtung Wohnzimmer
gegangen. Dabei habe er sie schon gezogen. Er habe sie nicht mitgeschleift,
sondern gehalten und zu ihr gesagt, sie solle noch etwas bleiben (Urk. 2/4 S. 3).
Gleiches führte er in der Einvernahme vom 12. Juni 2013 aus: Sie hätten sich bei
der Garderobe befunden. Er habe sie Richtung Sofa gezogen und sie gebeten,
bei ihm zu bleiben. Er habe sie am Oberarm gehalten und in Richtung Sofa gezo-
gen (Urk. 2/5 S. 2 und 5). Vor Vorinstanz sagte der Beschuldigte dann, dass das
nicht stimme. Er habe sie nur am Oberarm gehalten, aber nicht irgendwohin ge-
zogen. Auf Vorhalt seiner früheren Aussage vom 5. April 2013 antwortete der Be-
schuldigte, er habe sie gehalten und zu ihr gesagt, sie solle Richtung Sofa kom-
men. Er selber habe einen Schritt in Richtung Sofa gemacht. Ob die Privatkläge-
rin auch einen Schritt in diese Richtung gemacht habe, wisse er nicht. Er sei vor
ihr gestanden, habe ihren Oberarm festgehalten und zu ihr gesagt, sie solle Rich-
tung Sofa kommen. Auf Vorhalt seiner Aussage vom 12. Juni 2013 führte der Be-
schuldigte dann aus, er wisse es nicht mehr. Nach seiner heutigen Erinnerung
habe er sie gehalten und zu ihr gesagt, sie solle doch wieder zum Sofa kommen.
Es sei nichts gegen ihren Willen gewesen. Er habe sie nicht gezogen, sondern sie
sei von sich aus gekommen. Das Ganze habe sich vor eineinhalb Jahren abge-
spielt. Er könne sich nicht mehr genau an alles erinnern (Prot. I S. 9). Anlässlich
der Berufungsverhandlung führte der Beschuldigte aus, er habe die Privatkläge-
rin, als diese habe gehen wollen, gehalten und gesagt, sie solle bleiben. Er habe
sie nicht geschleift, sondern gesagt "kommt mit". Sie seien dann zwei, drei Schrit-
te in Richtung Wohnzimmer gegangen, dann sei sie gegangen. Er konnte sich
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nicht mehr erinnern, ob es nach diesen Schritten in Richtung Wohnzimmer noch
zu körperlichen Berührungen gekommen ist (Prot. II S. 13).
Der Beschuldigte führte aus, er habe die Privatklägerin auf keinen Fall vergewalti-
gen wollen. Er habe auch kein Kondom angehabt und als sie früher Sex mitei-
nander gehabt hätten, habe er immer ein Kondom gehabt (Urk. 12/9 S. 4). Glei-
ches bestätigte der Beschuldigte auch später, indem er ausführte, er habe immer
Sex mit Kondom (Urk. 2/4 S. 2). Trotzdem schilderte der Beschuldigte, er sei nach
den zweiten Küssen davon ausgegangen, sie hätten Geschlechtsverkehr. Er habe
die Privatklägerin und sich selbst ausgezogen und habe sich auf die Privatkläge-
rin begeben (Urk. 2/5 S. 5). Wie bereits erwähnt, gab der Beschuldigte anlässlich
der vorinstanzlichen Hauptverhandlung zu Protokoll, er sei weder in der Privatklä-
gerin "drin" gewesen noch habe er dies vorgehabt. Er habe ihr Bein berührt und
zu diesem Zeitpunkt noch gedacht, sie hätten Geschlechtsverkehr (Prot. I S. 13).
Einerseits äussert sich der Beschuldigte widersprüchlich, indem er abwechselnd
kundtut, er habe nur Sex mit Kondom, zum fraglichen Zeitpunkt allerdings kein
Kondom hatte, aber trotzdem davon ausging, es komme zum Geschlechtsverkehr
mit der Privatklägerin. Andererseits bedeutet die Tatsache, dass der Beschuldigte
kein (eventuell noch kein) Kondom trug, nicht, dass dies den Geschlechtsverkehr
bzw. den versuchten Geschlechtsverkehr - ob einverständlich oder nicht - aus-
schloss. Der Beschuldigte kann daher aus der Tatsache, dass er kein Kondom
anhatte, nichts zu seinen Gunsten ableiten.
Erstmals anlässlich der Hauptverhandlung vor Vorinstanz führte der Beschuldigte
aus, die Privatklägerin habe nicht gesagt, dass sie das nicht wolle, als er ihr unter
das Kleid gegriffen habe. Auch beim Ausziehen der Strumpfhosen habe sie keine
Anstalten gemacht, die darauf hingedeutet hätten, dass sie das nicht wolle (Prot. I
S. 8). Sie habe nichts gesagt und nichts gemacht. Sie habe auch nicht nein ge-
sagt, er solle aufhören, sie wolle dies nicht (Prot. I S. 11). Auf die Frage, wie sich
die Privatklägerin verhalten habe, antwortete der Beschuldigte: das wisse er nicht
mehr. Soviel er wisse, habe sie nicht reagiert und auch nichts gesagt (Prot. I
S. 11). Er wisse auch nicht mehr, ob sich die Privatklägerin geäussert habe, ob
sie dies wolle oder nicht, als er sie mit den Fingern im Genitalbereich angefasst
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habe (Prot. I S. 12). Vor dem Wegstossen habe sich die Privatklägerin zu keinem
Zeitpunkt geäussert, dass sie das nicht wolle (Prot. I S. 14). Nachdem der Be-
schuldigte somit zunächst bestimmt ausführte, die Beschuldigte habe nicht ge-
sagt, sie wolle dies nicht, und er habe auch keine Hinweise darauf gehabt, führte
er wenig später aus, er wisse nicht mehr, wie die Privatklägerin reagiert habe und
ob sie sich geäussert habe, dass sie dies nicht wolle. Nachher änderte der Be-
schuldigte seine Aussage erneut und sagte, dass die Privatklägerin vor dem
Wegstossen zu keinem Zeitpunkt geäussert habe, sie wolle dies nicht. Dieses
Aussageverhalten wirkt nicht sehr glaubhaft. Kommt hinzu, dass die Privatklägerin
nach Angaben des Beschuldigten überrascht geschaut hat, als er ihr die Strumpf-
hosen ausgezogen hat (Urk. 2/5 S. 5), was im Widerspruch zur Aussage des Be-
schuldigten steht, dass die Privatklägerin beim Ausziehen der Strumpfhosen kei-
ne Anstalten gemacht habe, die darauf hingedeutet hätten, dass sie das nicht wol-
le (Prot. I S. 8). Selbst der Beschuldigte räumte dann ein, dass er das überraschte
Schauen der Privatklägerin verstanden habe, nachdem diese ihn weggestossen
habe (Urk. 2/5 S. 5). Ebenfalls im Widerspruch zur Aussage, die Privatklägerin
habe vor dem Wegstossen nie geäussert, sie wolle dies nicht, sind die weiteren
Ausführungen des Beschuldigten anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhand-
lung. Danach hat die Privatklägerin zum Beschuldigten gesagt, sie wolle dies
nicht, als er auf sie gestiegen sei (Prot. I S. 13). Erst als er auf ihr "drauf" gewe-
sen sei und sie gestreichelt habe, habe sie ihn zurückgestossen (Prot. I S. 14).
Somit ist davon auszugehen, dass die Privatklägerin bereits vor dem Wegstossen
zum Beschuldigten gesagt hat, sie wolle dies nicht. Nämlich zum Zeitpunkt, als er
auf sie draufgestiegen ist. Erst als er dann anschliessend auf ihr drauf gewesen
ist, hat sie ihn weggestossen.
Gegen die Glaubhaftigkeit der Aussagen des Beschuldigten spricht auch, dass er
versucht, die Privatklägerin schlecht zu machen. Dies macht er, indem er aus-
führt, sie habe ja auch etwas getrunken (Urk. 2/4 S. 4). Damit will er der Privatklä-
gerin unterstellen, sie habe das Tatgeschehen nicht richtig mitbekommen, weil sie
getrunken habe.
Der Beschuldigte versucht auch, die Privatklägerin anzuschwärzen, indem er
äusserte, er habe der Privatklägerin noch auf dem Sofa sitzend gesagt, dass er
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sich sexuell erregt fühle. Er frage sich, warum sie sich dann trotzdem noch weiter
geküsst hätten (Urk. 2/4 S. 2; Urk. 12/9 S. 3 f.). Damit versucht er der Privatkläge-
rin die Schuld dafür zuzuschieben, dass er erregt wurde und anschliessend sexu-
elle Handlungen an der Privatklägerin vorgenommen hat.
Interessant ist auch das Verhalten des Beschuldigten im Anschluss an die inkri-
minierte Handlung. Beim Verlassen der Wohnung durch die Privatklägerin hat der
Beschuldigte ihr gesagt: "du sagst nichts, dann lasse ich dich in Ruhe" (Urk. 12/9
S. 7). Der Beschuldigte meint damit offenbar, dass man nicht herumerzählen sol-
le, dass sie aufeinander gesessen seien, die Privatklägerin ihn abgestossen habe,
obwohl er gerne Sex gehabt hätte. Mit "dann lasse ich dich in Ruhe" meint er,
dass er sie nicht mehr sehen will (Urk. 12/9 S. 7). Die vom Beschuldigten genann-
ten Erklärungen wirken nicht glaubhaft.
Nachdem die Privatklägerin ihm beim Hinausgesehen gesagt habe, sie wolle ihn
nie mehr sehen, sei er ins WhatsApp gegangen und habe den Kontakt gelöscht.
Dann sei er ins Internet gegangen und habe dort den Kontakt zu ihr gelöscht
(Urk. 12/9 S. 6).
Beim Aussageverhalten des Beschuldigten fällt auf, dass er bei kritischen Fragen
im Bereich des Kerngeschehens mit seiner Antwort nicht die gestellte Frage be-
antwortet. Exemplarisch dafür antwortete der Beschuldigte in der vorinstanzlichen
Hauptverhandlung auf die Frage, ob er das Gefühl gehabt habe, dass die Privat-
klägerin dies auch wolle, dass dies früher schon jeweils so gelaufen sei, dass der
erste Schritt von ihm aus gekommen sei (Prot. I S. 11). Oder auf die Frage, ob die
Privatklägerin ihn seines Erachtens allgemein gestreichelt oder sexuell erregt ge-
streichelt habe, gibt der Beschuldigte stereotyp seine Schilderung der Ereignisse
wieder, ohne die Frage zu beantworten (Prot. I S. 12). Dieses Nichtbeantworten
der gestellten Fragen ist als Fluchtsignal zu werten.
Ebenfalls fällt bei den Aussagen des Beschuldigten auf, dass keine Selbstbelas-
tungen oder kritisches Hinterfragen seiner Handlungen erfolgt. Die fehlenden
Selbstbelastungen sprechen gegen die subjektive Wahrheit. Im Gegenteil recht-
fertigt der Beschuldigte seine Handlungen damit, dass die Privatklägerin bei
früheren Treffen auch nein gesagt habe, es dann aber trotzdem zu einvernehmli-
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chem Geschlechtsverkehr gekommen sei. Es ist daher genauer auf die früheren
Kontakte zwischen der Privatklägerin und dem Beschuldigten einzugehen. Der
letzte frühere Kontakt erfolgte nach Angaben des Beschuldigten mindestens acht
Monate vor dem inkriminierten Ereignis (Urk. 12/9 S. 8). In der ersten (verwertba-
ren) Einvernahme sagt der Beschuldigte, es sei auch schon so gewesen, als sie
sich getroffen hätten, dass die Privatklägerin gesagt habe, sie wolle keinen Sex
und sie dies geändert habe und sie trotzdem Sex miteinander gehabt hätten
(Urk. 12/9 S. 4). Am Ende der gleichen Einvernahme fragt der Verteidiger den
Beschuldigten, wann und wie oft es bei früheren Kontakten vorgekommen sei,
dass die Privatklägerin zunächst nein zu sexuellen Kontakten gesagt habe, es
aber trotzdem dazu gekommen sei. Der Beschuldigte beantwortet die entspre-
chende Frage seines Verteidigers ausweichend und macht zunächst Ausführun-
gen zu einvernehmlichem Geschlechtsverkehr. Schliesslich schildert der Be-
schuldigte mindestens zwei Treffen, bei denen die Privatklägerin auch gesagt ha-
be, sie wolle keinen Sex und es dann trotzdem zu sexuellen Kontakten kam
(Urk. 12/9 S. 7 f.). In der Einvernahme vom 5. April 2013 führte der Beschuldigte
aus, dass die Privatklägerin bei früheren Treffen zu ihm gesagt habe, sie wolle
keinen Sex, als er sie angefasst habe. Es sei dann doch zum Geschlechtsverkehr
gekommen (Urk. 2/4 S. 3). Gemäss Ausführungen des Beschuldigten in der Ein-
vernahme vom 12. Juni 2013 habe die Privatklägerin bereits früher einmal gesagt,
sie wolle keinen Sex. Sie hätten dann aber trotzdem gehabt (Urk. 2/5 S. 4). Bei
vorangegangenen Treffen habe sie auch gesagt, dass es nicht zu Sex kommen
würde und es sei trotzdem dazu gekommen (Urk. 2/5 S. 5). Anlässlich der vor-
instanzlichen Hauptverhandlung schildert der Beschuldigte, die Privatklägerin ha-
be bei früheren Treffen auch gesagt, dass sie keinen Sex haben wolle und es sei
trotzdem dazu gekommen (Prot. I S. 14). Aufgrund der Schilderungen des Be-
schuldigten, welche inhaltlich nicht konstant sind, bleibt unklar, ob die Privatkläge-
rin früher lediglich einmal gesagt hat, sie wolle keinen Sex, oder ob dies einige
Male erfolgte. Ebenso unklar bleibt, in welchem Zeitpunkt die Privatklägerin dies
gesagt hat, ob dies dann gewesen ist, als der Beschuldigte sie angefasst hat,
ober ob dies zu einem früheren Zeitpunkt erfolgt ist. Klar ist jedoch, dass selbst
nach Darstellung des Beschuldigten die Privatklägerin bereits vor dem Treffen
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vom 28. Oktober 2012 kundtat, sie wolle keinen Sex, sie dies wiederholte, als der
Beschuldigte auf sie gestiegen ist und der Beschuldigte trotzdem die Initiative bei
den allerersten Küssen ergriff und er trotz Widerspruch der Privatklägerin sexuelle
Handlungen an ihr vornahm.
Selbst wenn nun die Privatklägerin bei früheren Treffen, welche doch einige Zeit
zurücklagen, trotz der gegenteiligen Äusserung einvernehmlichen Geschlechts-
verkehr mit dem Beschuldigten hatte, konnte und durfte er nicht daraus schlies-
sen, dass dies auch am Abend des 28. Oktober 2012 so ist. Das sexuelle Selbst-
bestimmungsrecht besteht jederzeit.
4. Wie bereits die Vorinstanz festgehalten hat, enthalten die Ausführungen der
Privatklägerin sehr viele Details. Die Schilderungen sind nachvollziehbar, ergeben
ein Ganzes und wirken homogen.
Die vielen Details schilderte die Privatklägerin von sich aus, ohne sich in wesentli-
che Widersprüche zu verwickeln. Auch die auf Nachfragen erfolgten Aussagen
fügen sich nahtlos in die Schilderungen der Privatklägerin ein.
Die Privatklägerin hielt in ihren Einvernahmen die Abläufe des Geschehens vom
28. Oktober 2012 klar auseinander und zeigte genau auf, bis zu welchem Punkt
sie mit den Handlungen des Beschuldigten einverstanden war, wo sie begann ein
ungutes Gefühl zu haben, womit sie nicht mehr einverstanden war und wie sie
dies dem Beschuldigten aufzeigte. Das Verhalten sowohl des Beschuldigten als
auch ihr eigenes schildert die Privatklägerin sehr präzise.
Der erwähnte Detailreichtum in den Aussagen der Privatklägerin findet sich bei-
spielsweise darin, dass der Beschuldigte einen Kuchen gebacken hat, dass sie
Rotwein getrunken hat, dieser Rotwein aus Ungarn stammte, der Beschuldigte
keine Rotweingläser hatte, er ihr im Bad das Hundezahnsteinmittel zeigte, im
Fernsehen Indiana Jones lief etc. (Urk. 3/1 S. 5; Urk. 3/2 S. 7). Solche detailrei-
chen Schilderungen über nebensächliche Begleitumstände sind Realitätskriterien
und damit Kennzeichen wahrheitsgetreuer Aussagen.
Neben der detailreichen Schilderung des Geschehens durch die Privatklägerin
sagte sie konstant aus und verwickelte sich nicht in wesentliche Widersprüche.
Widersprüche gibt es beispielsweise betreffend dem Zeitpunkt, in welchem ihr der
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Beschuldigte sagte, er wisse, wo sie wohne. In der ersten Einvernahme erfolgte
diese Äusserung, als sie seinen Penis zwischen ihren Beinen spürte (Urk. 3/1
S. 9). In der zweiten Einvernahme soll dies vor dem Herunterreissen der Strumpf-
hosen gewesen sein (Urk. 3/2 S. 9). Ein Widerspruch findet sich auch darin, dass
der Beschuldigte einmal ihren Hals mit der rechten Hand (Urk. 3/1 S. 7) und ein-
mal mit der linken Hand (Urk. 3/2 S. 14) gepackt hat. Auch im Ablauf der Ge-
schehnisse erfolgt eine widersprüchliche Schilderung. In der ersten Einvernahme
soll der Beschuldigte zuerst versucht haben, in sie einzudringen und erst danach
das Kleid hochgerissen und ihre Brust geküsst haben (Urk. 3/1 S. 9). In der zwei-
ten Einvernahme schildert die Privatklägerin dies gerade umgekehrt (Urk. 3/2
S. 10). Diese Widersprüche sind von untergeordneter Wesentlichkeit und de-
monstrieren gerade, dass die Privatklägerin nicht eine zuvor einstudierte Ge-
schichte wiedergibt.
Die Privatklägerin belastet den Beschuldigten auch nicht übermässig. Sie gab von
Beginn weg zu Protokoll, dass sie mit den anfänglichen Küssen und auch mit dem
späteren Kuss im Eingangsbereich, als sie nach Hause gehen wollte, einverstan-
den war. Sie räumt auch ein, dass sie während des Haltens am Hals noch spre-
chen konnte (Urk. 3/1 S. 7; Urk. 3/2 S. 15). Es sei auch nicht zum Oralverkehr ge-
kommen (Urk. 3/1 S. 10). Sie könne auch nicht sagen, ob der Beschuldigte mit
seinen Fingern oder mit seinem Penis in ihr drin gewesen sei. Sie habe das nicht
mehr mitgekriegt (Urk. 3/1 S. 11). Sie könne auch nicht sagen mit wie vielen Fin-
gern der Beschuldigte ihren Kitzler gerieben habe, weil sie versucht habe, dies
auszublenden (Urk. 3/2 S. 18).
Weitere Realitätskriterien in den Aussagen der Privatklägerin finden sich in den
zahlreich geschilderten eigenen Gefühlen. So sei sie schockiert gewesen, als der
Beschuldigte ihren Hals gepackt habe. Damit habe sie überhaupt nicht gerechnet,
dass es jetzt in diese Richtung laufe. Sie habe Angst vor diesem Griff gehabt,
dass er noch mehr zudrücke. Diese Situation mit dem Hals sei etwas vom
Schlimmsten gewesen (Urk. 3/1 S. 7 f.). Als er ihre Brust geküsst habe, habe sie
Angst gehabt, dass wenn sie sich mehr wehre, er sie ohnmächtig schlage oder
dann weiss nicht was mit ihr mache (Urk. 3/1 S. 9). Sie habe Angst gehabt, dass
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er ihr ein paar knalle, sie nicht mehr schreien könne, weil sie ohnmächtig werde
(Urk. 3/1 S. 10 f.). Sie habe am meisten Angst davor gehabt, dass er sie ohn-
mächtig schlage (Urk. 3/1 S. 12). Als er die Hunde eingesperrt habe, habe sie ein
ungutes Gefühl bekommen (Urk. 3/1 S. 6). Als er von hinten gekommen sei und
sie am Nacken geküsst habe, sei das ein schönes Gefühl gewesen (Urk. 3/2
S. 9). In diesem Moment sei sie so schockiert, wie versteinert, gewesen. Sie habe
gar nicht gewusst, was sie in diesem Moment machen solle (Urk. 3/2 S. 9 und
14). Diese Schilderung der sie begleitenden Gefühle durch die Privatklägerin sind
Merkmale wahrheitsgetreuer Aussagen.
Für die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Privatklägerin spricht auch, dass sie das
eigene Handeln selbstkritisch hinterfragt und sich überlegt, was sie dazu beige-
tragen hat (Urk. 3/1 S. 12) oder vielleicht noch mehr hätte machen müssen
(Urk. 3/2 S. 15)
Die Privatklägerin zeichnet nicht generell ein negatives Bild des Beschuldigten
und des Abends vom 28. Oktober 2012. So sagte sie, der Beschuldigte sei zu
Beginn des Abends superfreundlich und es sei wirklich gemütlich gewesen
(Urk. 3/1 S. 5). Bis dorthin als sie habe gehen wollen und der Beschuldigte ihr bei
der Garderobe den Nacken geküsst habe, habe sie noch alles als sehr schön be-
funden (Urk. 3/1 S. 7). Als er sie am Nacken geküsst habe, sei dies ein schönes
Gefühl gewesen (Urk. 3/2 S. 9). Und: Auf dem Sofa sitzend habe der Beschuldig-
te akzeptiert, dass sie seine Hand, mit der er unter ihren Rock gegangen sei,
weggenommen habe (Urk. 3/1 S. 6; Urk. 3/2 S. 12).
5. Die Ausführungen der Privatklägerin werden auch vom Gutachten des Insti-
tuts für Rechtsmedizin der Universität Zürich gestützt. Gemäss Gutachten sind die
als frisch zu beurteilenden Hauteinblutungen an der Halshaut linksseitig als Zei-
chen stumpfer Gewalteinwirkung zu bezeichnen. Das Gleiche gelte für die fri-
schen Hautein- und -unterblutungen am Rumpf sowie an den Beinen. Die Entste-
hung der frischen Verletzungen sei mit dem angegebenen Ereigniszeitpunkt so-
wie dem Ereignishergang vereinbar. Auch die Druckdolenz im Bereich des Brust-
korbes vorne sei mit dem von der Privatklägerin geltend gemachten Stützen des
Beschuldigten auf Selbigen, und jene am Rücken und der rechten Flanke mit der
- 39 -
von ihr angegebenen Rückenlage vereinbar. Bezüglich der geltend gemachten
Gewalt gegen den Hals hätten in der Gesamtschau mögliche Folgesymptome wie
Druckschmerzen der Halsweichteile, Schmerzen bei der Kopfwendung und
Schmerzen der Halswirbelsäule festgestellt werden können (Urk. 5 S. 6). Wie be-
reits die Vorinstanz festgestellt hat, steht der von der Privatklägerin geschilderte
Ablauf damit in seiner Gesamtheit mit den bei ihr festgestellten Verletzungen im
Einklang, was als klares Indiz für die Richtigkeit ihrer Aussagen zu werten ist.
6. In einer Gesamtwürdigung ist festzuhalten, dass die Aussagen des Beschul-
digten aufgrund diverser Lügen- und Fantasiesignale als eher unglaubhaft anzu-
sehen sind, während die Aussagen der Privatklägerin aufgrund zahlreicher Reali-
tätskriterien als sehr glaubhaft anzusehen sind und überdies durch das Gutachten
des Instituts für Rechtsmedizin gestützt werden. Für eine bewusste Falschaussa-
ge der Privatklägerin bestehen keinerlei Anhaltspunkte. Der Umstand, dass die
Privatklägerin sich eine Beziehung mit dem Beschuldigten hätte vorstellen können
und sie nach dem Vorgefallenen entsprechend enttäuscht war, ist bei weitem kein
Motiv, derart schwerwiegende Vorwürfe zu erfinden, so dass dies nichts an der
Glaubhaftigkeit der Aussagen der Privatklägerin zu ändern vermag. Es bestehen
somit keine vernünftigen Zweifel, dass sich die Geschehnisse am Abend des
28. Oktober 2012 so zugetragen haben, wie sie die Privatklägerin im relevanten
Kernbereich widerspruchsfrei geschildert hat. Der Sachverhalt gemäss Anklage
ist somit erstellt.
IV. Rechtliche Würdigung
Die rechtliche Würdigung des eingeklagten Sachverhalts durch die Vorinstanz ist
zutreffend. Es kann vollumfänglich auf die Ausführungen der Vorinstanz verwie-
sen werden. Der Beschuldigte hat den objektiven und den subjektiven Tatbestand
der versuchten Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB in Verbindung
mit Art. 22 Abs. 2 StGB erfüllt. Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe
liegen keine vor. Ergänzend ist anzumerken, dass der Beschuldigte neben der
versuchten Erzwingung des Beischlafs weitere sexuelle Handlungen unter An-
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wendung von Gewalt an der Privatklägerin vorgenommen hat, welche den Tatbe-
stand der vollendeten sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB er-
füllen könnten. Ob diesen weiteren sexuellen Handlungen vorliegend eine selb-
ständige Bedeutung zukommt oder diese Begleiterscheinungen der versuchten
Erzwingung des Beischlafs darstellen (vgl. Wiprächtiger, in: ZStrR 1999,
S. 140 f.), kann offen gelassen werden. Der Beschuldigte darf aufgrund des Ver-
schlechterungsverbots nicht noch zusätzlicher Delikte schuldig gesprochen wer-
den (Art. 391 Abs. 2 StPO; Urteil des Bundesgerichts 6B_712/2012 vom
26. September 2013, E. 2.4.2 ff.). Der Beschuldigte ist daher der versuchten Ver-
gewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1
StGB schuldig zu sprechen.
V. Strafzumessung
1. Die Vorinstanz hat den gesetzlichen Strafrahmen von Art. 190 Abs. 1 StGB
korrekt abgesteckt und die allgemeinen Grundsätze und Regeln der Strafzumes-
sung zutreffend dargelegt. Auf die entsprechenden Ausführungen in den vor-
instanzlichen Erwägungen kann deshalb vollumfänglich verwiesen werden.
2. Die Vorinstanz erachtete das Verschulden in objektiver und subjektiver Hin-
sicht innerhalb des Strafrahmens von Art. 190 Abs. 1 StGB für das vollendete De-
likt als nicht mehr leicht. Sie begründete daraus eine hypothetische Einsatzstrafe
von 36 Monaten, was insgesamt in Anbetracht der Art und Weise des Vorgehens
und der direktvorsätzlichen Tatbegehung als angemessen erscheint. Dabei ist
hervorzuheben, dass die Phase der Grenzüberschreitung nur von kurzer Dauer
war. Der Versuch als verschuldensunabhängige Tatkomponente berücksichtigte
die Vorinstanz, indem sie die hypothetische Einsatzstrafe um einen Drittel redu-
zierte und so zu einer reduzierten hypothetischen Einsatzstrafe von 24 Monaten
Freiheitsstrafe kam. Dies erscheint angemessen. Das Vorleben des Beschuldig-
ten hat die Vorinstanz richtig wiedergegeben, es kann darauf verwiesen werden.
Aus dem Vorleben (Werdegang, persönliche Verhältnisse, Vorstrafen und Leu-
mund) des Beschuldigten ergeben sich keine strafzumessungsrelevanten Fakto-
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ren. Mit der Vorinstanz ist dem Beschuldigten sodann leicht strafmindernd anzu-
rechnen, dass er sich in regelmässiger psychotherapeutischer Behandlung befin-
det. Es liegen keine weiteren Straferhöhungs- bzw. Strafminderungsgründe vor.
3. Insgesamt erweist sich die durch die Vorinstanz festgesetzte Freiheitsstrafe
als angemessen. Der Beschuldigte ist daher mit einer Freiheitsstrafe von 22 Mo-
naten zu bestrafen. Der Anrechnung der erstandenen Haft von zwei Tagen im
Sinne von Art. 51 StGB steht nichts entgegen.
VI. Strafvollzug
Die Vorinstanz gewährte dem Beschuldigten den bedingten Strafvollzug, was
schon aufgrund des Verschlechterungsverbotes zu bestätigen ist. Die Probezeit
wurde auf das gesetzliche Minimum von zwei Jahren beschränkt, was ebenfalls
zu bestätigen ist. Es kann vollumfänglich auf das vorinstanzliche Urteil verwiesen
werden.
VII. Zivilansprüche
1. Die Vorinstanz stellte mit zutreffender Begründung fest, dass der von der
Privatklägerin geltend gemachte Schadenersatz von Fr. 1'485.– zuzüglich 5 %
Zins seit 28. Oktober 2012 ausgewiesen ist und der Beschuldigte dem Grundsatz
nach zu verpflichten ist, die ungedeckten bisherigen und künftigen Kosten der the-
rapeutischen Behandlung der Privatklägerin, welche durch die Straftat ausgelöst
wurden, zu bezahlen. Angesichts möglicher künftiger Behandlungskosten er-
scheint die Feststellung der grundsätzlichen Schadenersatzpflicht richtig und
sinnvoll. Um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, kann auf die entsprechen-
den Ausführungen in den vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden. Hin-
sichtlich des Umfangs des Schadenersatzanspruchs ist die Privatklägerin auf den
Weg des Zivilprozesses zu verweisen.
2. Die Vorinstanz verpflichtete den Beschuldigten auf Antrag der Privatklägerin
zur Bezahlung einer Genugtuung von Fr. 8'000.– nebst 5 % Zins seit 28. Oktober
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2012. Unter Verweis auf die von der Vorinstanz zutreffend wiedergegebenen
rechtlichen Grundlagen sowie die zutreffende Würdigung der Umstände erscheint
eine Genugtuung von Fr. 8'000.-- zuzüglich 5 % Zins seit 28. Oktober 2012 als
der Intensität der erlittenen Unbill und dem Verschulden des Beschuldigten an-
gemessen.
VIII. Einziehung
Am 5. September 2013 beschlagnahmte die Staatsanwaltschaft Winterthur/Un-
terland Kleidungsstücke der Privatklägerin als Beweismittel im Sinne von Art. 263
Abs. 1 lit. a StPO. Da diese nach Abschluss des Verfahrens nicht mehr benötigt
werden, sind die beschlagnahmten Gegenstände (1 schwarzes Damenkleid, As-
servat Nr. ...; Unterhose und zerrissene Strümpfe in Plastiksack, Asservat Nr. ...)
der Privatklägerin auf erstes Verlangen nach Eintritt der Rechtskraft herauszuge-
ben. Werden die vorgenannten Gegenstände nicht innert drei Monaten nach Ein-
tritt der Rechtskraft herausverlangt, sind sie durch die Lagerbehörde zu vernich-
ten.
IX. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Die von der Vorinstanz festgesetzte Entscheidgebühr wie auch die Gebühr
für die Führung der Strafuntersuchung mit Anklageschrift sind angemessen (§ 14
Abs. 1 lit. b GebV OG; § 4 Abs. 1 lit. d GebV StrV) und sind zu bestätigen. Nach-
dem das Urteil der Vorinstanz bestätigt wird, ist auch die Kostenauflage sowie die
Entschädigungsfolgen zu bestätigen.
2. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 4'000.– anzuset-
zen (Art. 424 Abs. 1 StPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 und §14 Abs. 1 lit. b
GebV OG). Ausgangsgemäss sind die Kosten des Rechtsmittelverfahrens vollum-
fänglich dem Beschuldigten aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Davon ausge-
nommen sind die Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Ver-
tretung der Privatklägerin. Die Kosten der amtlichen Verteidigung sind unter Vor-
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behalt der Rückzahlungspflicht (Art. 135 Abs. 4 StPO) auf die Gerichtskasse zu
nehmen.