Decision ID: e745fa99-bc2c-5935-8860-08d236b0cd62
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich im April 2005 erstmals zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-
act. 1). Sie gab an, sie habe eine Berufslehre zur Verkäuferin absolviert, sei nun aber
seit Jahren von der Sozialhilfe abhängig. Der Hausarzt Dr. med. B._, Allgemeine
Medizin FMH, teilte der IV-Stelle im April 2005 mit (IV-act. 15-3), die Versicherte habe
sich mit dem Wunsch nach einer Invalidenrente aus psychischen Gründen bei ihm
gemeldet. Er habe sie an einen Psychiater verwiesen. Die Versicherte gab am 11.
Januar 2006 an, sie befinde sich nicht in einer psychiatrischen Behandlung (IV-act. 27).
Am 21. Februar 2006 verfügte die IV-Stelle die Abweisung des Rentenbegehrens (IV-
act. 32). Die Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
A.a.
Im Januar/März 2015 meldete sich die Versicherte erneut zum Bezug von IV-
Leistungen an (IV-act. 35). Am 24. April 2015 gab med. pract. C._ von der Tagesklinik
des psychiatrischen Zentrums D._ an (IV-act. 44), bei der Versicherten bestehe ein
Verdacht auf eine paranoide Schizophrenie mit einem unklaren Verlauf.
Differentialdiagnostisch sei an eine schizo-affektive Störung zu denken. Am 30. Juni
2015 teilte med. pract. C._ mit (IV-act. 51), die Versicherte leide an einer
rezidivierenden depressiven Störung mit einer gegenwärtig mittelgradigen Episode und
einem somatischen Symptom, an einer schizotypen Persönlichkeitsstörung und an
einer Panikstörung mit einer episodisch paroxysmalen Angst. Am 24. August 2015
berichtete med. pract. C._, die Versicherte sei in einem geschützten Rahmen zu 50
Prozent arbeitsfähig (IV-act. 56). Die Fachärzte des psychiatrischen Zentrums E._
gaben in ihrem Austrittsbericht vom 10. Februar 2015 an (IV-act. 63), dass die
Versicherte ihnen durch den Hausarzt aufgrund einer unklaren Psychose zugewiesen
worden sei. Beim Eintritt seien bei der Versicherten Wahnstörungen (überwertige Ideen,
innerliche Unruhe, Jammern, Verzweiflung, teilweise Gereiztheit, Hoffnungslosigkeit,
Freudlosigkeit und Antriebshemmung) aufgefallen. Am folgenden Tag sei die
A.b.
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Versicherte wieder ausgetreten. Der Psychostatus habe beim Austritt keine
Auffälligkeiten aufgewiesen.
Dr. med. F._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, erstattete am 14. März
2016 im Auftrag der IV-Stelle ein psychiatrisches Gutachten (IV-act. 72). Er berichtete,
dass sich anlässlich seiner Untersuchung keine Beeinträchtigungen der
Bewusstseinsklarheit und der Bewusstseinshelligkeit gezeigt hätten. Die Versicherte
habe die Aufmerksamkeit und die Konzentration während der Dauer des Gesprächs
durchgehend aufrechterhalten können. Die Auffassung sei ungestört gewesen. Es
hätten sich nur leichte Merkfähigkeitsstörungen gezeigt. Ansonsten sei der klinische
Befund unauffällig gewesen. Im Rahmen der Untersuchung hätten sich keinerlei
Hinweise auf eine organische oder symptomatische psychische Störung, auf eine
Störung durch psychotrope Substanzen, auf eine Schizophrenie oder auf eine
schizotype oder wahnhafte Störung gezeigt. Die Diagnostik sei in den Vorakten sehr
unklar und in sich widersprüchlich. Die dort gestellten Diagnosen einer Panikstörung
sowie einer schizotypen Störung seien nicht gegeben; eine schizotype
Persönlichkeitsstörung gebe es ohnehin nicht. Insgesamt könne keine psychiatrische
Diagnose gestellt werden. Die Arbeitsfähigkeit sei somit nicht eingeschränkt. Im
Rahmen der Begutachtung durch Dr. F._ war am 1. März 2016 (IV-act. 72-52 ff.)
vorgängig eine neuropsychologische Beurteilung von Dr. G._ durchgeführt worden,
welche Dr. F._ in seine Begutachtung miteinbezog. Dr. G._ hatte ausgeführt, dass
bei der Versicherten im Bereich der Aufmerksamkeit teilweise unterdurchschnittliche
Leistungen vorlägen. Das verbale Gedächtnis, die verbale Flexibilität, das visuell-
figurale Lernen und das visuell-figurale Gedächtnis seien weitgehend durchschnittlich.
Höhere Denkleistungen und Exekutivfunktionen hätten sich als teilweise
unterdurchschnittlich erwiesen. Insgesamt sei ein durchschnittliches prämorbides
Ausgangsniveau anzunehmen. Die Testbefunde zeigten eine leichte
Hirnfunktionsstörung.
A.c.
Am 18. Mai 2016 kündigte die IV-Stelle der Versicherten an (IV-act. 76), dass sie
die Abweisung des Rentenbegehrens vorsehe, da keine Diagnose vorliege, welche die
Arbeitsfähigkeit einschränken würde. Dagegen liess die nun anwaltlich vertretene
Versicherte einwenden (IV-act. 84-1 ff.), das Gutachten von Dr. F._ überzeuge nicht.
Auch die behandelnde Psychiaterin med. pract. C._ habe am 18. Juli 2016
A.d.
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festgehalten (IV-act. 84-8 ff.), dass das Gutachten von Dr. F._ dem Störungsbild der
Versicherten nicht gerecht werde. Dr. F._ nahm am 12. September 2016 Stellung zu
den Einwänden der Versicherten und zum Bericht der Psychiaterin C._ vom 18. Juli
2016 (IV-act. 89). Er hielt fest, es treffe nicht zu, dass seine Befunderhebung und seine
Diagnosestellung eklatant von jener der behandelnden Ärzte abwichen. Die von med.
pract. C._ angeführten Befunde seien durchwegs nicht besonders auffällig. Beim
Eintritt in das Psychiatrische Zentrum E._ sei der Befund kaum auffällig gewesen.
Nach nur einer Nacht sei der (Austritts-) Befund dann gänzlich unauffällig gewesen.
Weitere anamnestische Angaben im Gutachten hätten keinen wesentlichen
Erkenntnisgewinn verschafft. Bei der Diagnostik nach ICD-10 gehe es nicht darum,
eine mögliche Erklärung für das Auftreten einer Störung zu finden, vielmehr müsse
abgeklärt werden, ob genügend Kriterien erfüllt seien, die eine diagnostische
Einordnung nach ICD-10 erlaubten. Nicht alle Auffälligkeiten stellten ein
Krankheitssymptom dar. Med. pract. C._ habe sich schliesslich auch nicht
medizinisch-theoretisch mit der Frage nach der Arbeitsfähigkeit der Versicherten
auseinandergesetzt. Insbesondere sei nicht ausgeführt worden, weshalb mit der
langandauernden und nicht episodischen Störung eine gravierende Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit begründet worden sei, obwohl die Versicherte früher in der Lage
gewesen sei, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Mit einer Verfügung vom 7. Oktober
2016 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren der Versicherten ab (IV-act. 91).
Am 10. November 2016 liess die Versicherte Beschwerde gegen die Verfügung
vom 7. Oktober 2016 erheben (IV-act. 92). Am 18. August 2017 (IV-act. 102) liess die
Versicherte einen Bericht von med. pract. C._ vom 15. August 2017 einreichen (IV-
act. 104). Laut diesem Bericht litt sie an einer kombinierten Persönlichkeitsstörung. Seit
Anfang Juli 2017 seien wieder Angstzustände mit Schwindel, Schwitzen,
verschwommenem Sehen und Taubheitsgefühlen aufgetreten. Auch sei ein
Konzentrationsmangel aufgefallen. Weiter habe im Rahmen eines Mini-Mental-Tests
eine leichte kognitive Beeinträchtigung resultiert; diese sei weiter zu beobachten, um
mögliche demenzielle Entwicklungen auszuschliessen. Die Versicherte sei weiterhin auf
nicht absehbare Zeit voll arbeitsunfähig. Mit einem Entscheid vom 15. Januar 2019
wies das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen die Beschwerde ab (IV
2016/391; IV-act. 109). Es führte im Wesentlichen aus, Dr. F._ habe in einer
A.e.
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B.
überzeugenden Auseinandersetzung mit den Vorakten und den von ihm selbst
erhobenen objektiven klinischen Befunden dargelegt, dass keine psychiatrische
Erkrankung diagnostiziert und demnach auch keine Arbeitsunfähigkeit attestiert werden
könne. Das Verhalten, mit dem die Versicherte bei vielen Arbeitgebern "anecken"
dürfte, habe gemäss den überzeugenden Ausführungen von Dr. F._ keinen
Krankheitswert, es handle sich dabei lediglich um eine charakterliche Besonderheit.
Auch die Angaben der Versicherten bezüglich der von ihr in der Vergangenheit
ausgeübten Tätigkeiten zeigten, dass sie durchaus in der Lage sei, eine ihr zusagende
Tätigkeit über längere Zeit auszuüben, ohne den Arbeitgeber oder allfällige Mitarbeiter
gegen sich aufzubringen. Der Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St.
Gallen vom 15. Januar 2019 (IV 2016/391) erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
Am 31. Juli 2018 liess sich die Versicherte erneut zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung anmelden (IV-act. 105). Ihr Rechtsvertreter gab an, der
gesundheitliche Zustand habe sich seit der letzten abweisenden Verfügung vom 7.
Oktober 2016 verschlechtert. Er reichte Arztberichte von Dr. med. H._, Facharzt für
Allgemeinmedizin FMH vom 1. Juni 2018 (IV-act. 106), von I._, eidg. anerkannte
Psychotherapeutin und klinische Neuropsychologin GNP, vom 10. Juli 2018 (IV-act.
107- 3 f.), von med. pract. C._ vom 17. Juli 2018 (IV-act. 107-1 f.) sowie einen
Verlaufsbericht der J._ vom 13. Juli 2018 (IV-act. 107-5 f.) ein. Dr. H._ hatte in
seinem Bericht vom 1. Juni 2018 angegeben (IV-act. 106), dass die Versicherte vom 7.
August bis 28. Dezember 2017 bei ihm in hausärztlicher Behandlung gewesen sei. Er
könne keine IV-relevanten Daten beisteuern ausser seinem Eindruck, dass die
psychische Anspannung bei einer ihm nicht bekannten Diagnose einen erheblichen
Krankheitswert haben könnte. Er habe die Versicherte wegen Bauchschmerzen,
Rückenschmerzen, hohem Puls und Blutdruck untersucht. Die Blutuntersuchungen
inkl. Hepatitis B, Chlamydien und HIV seien unauffällig gewesen, sollten allenfalls aber
wiederholt werden. Das 24-Stunden-EKG habe eine Tendenz zu Sinustachykardie
gezeigt, welche am ehesten auf die innere Anspannung zurückzuführen sei. I._ hatte
in ihrem Bericht vom 10. Juli 2018 angeführt (IV-act. 107-3 f.), dass sich bei der
Versicherten im Rahmen des kognitiven Screenings bei zunehmender
Anforderungskomplexität eine stark eingeschränkte kognitive Leistungskapazität,
B.a.
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vorwiegend in den Aufmerksamkeitsfunktionen, in den exekutiven Funktionen und in
den verbal-mnestischen Funktionen gezeigt habe. Diese Beeinträchtigungen wiesen
eine hohe Alltagsrelevanz auf. Die psychische Belastbarkeit der Versicherten sei
deutlich eingeschränkt, wobei die Versicherte dennoch in der Lage sei, sich im Rahmen
der Abklärung mehrmalig wieder zu motivieren. In den übrigen Funktionen (verbale und
phonematische Flüssigkeit, Benennen von gezeichneten Bildern, Diskriminabilität im
Abruf gelernter Informationen, Intrusionsanfälligkeit, Gedächtnisabruf gezeichneter
Objekte, visuell-konstruktive Fähigkeit) hätten sich altersentsprechende Resultate
gezeigt. Zur Abklärung einer Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sei eine detaillierte kognitive
Diagnostik zu empfehlen. Med. pract. C._ berichtete am 17. Juli 2018 (IV-act. 107-1
f.), die Versicherte leide an einer kombinierten Persönlichkeitsstörung, an einer
Panikstörung mit episodisch paroxysmaler Angst und an kognitiven Einschränkungen,
die eine detaillierte kognitive Diagnostik erforderten. Im Rahmen der schweren
Persönlichkeitsstörung sei es immer wieder zu konflikthaften Situationen im
interaktionellen Bereich gekommen. Die gestörte Wahrnehmung, die Agitiertheit, die
niedrige Frustrationstoleranz, die Gedächtnisstörungen, der Konzentrationsmangel und
die Aufmerksamkeitsstörung führten zu einer starken Beeinträchtigung der
Lebensqualität. Das Misstrauen gegenüber den Menschen sowie die Angst, von
anderen ausgenutzt zu werden, seien schwer ausgeprägt. Die Lernfähigkeit und die
Fähigkeit zur sozialen Kommunikation seien gestört. Angstzustände würden etwas
seltener auftreten (circa einmal pro Monat). Die kognitiven Defizite sowie die
Persönlichkeitsstörung verunmöglichten eine Tätigkeit im offenen Arbeitsmarkt. Sie
attestiere der Versicherten daher ab dem Erstgespräch eine volle Arbeitsunfähigkeit.
Die J._ gab in ihrem Schreiben vom 13. Juli 2018 an (IV-act. 107-5 f.), dass sie
aufgrund des Verhaltens der Versicherten eine Zusammenarbeit nicht weiterführen
könne. Die gesetzten Ziele seien nicht erreichbar, es fehle an der Compliance. Am 3.
Juni 2019 notierte der RAD-Arzt Dr. med. K._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, dass in den eingereichten Unterlagen keine neuen medizinischen
Erkenntnisse ausgeführt worden seien, die eine arbeitsfähigkeitsrelevante Veränderung
des Gesundheitszustandes begründen würden (IV-act. 111). Eine Verschlechterung des
Gesundheitszustandes mit einem überdauernden Charakter sei nicht ersichtlich. Der
Hausarzt Dr. H._ habe angegeben, dass er keine IV-relevanten Daten beisteuern
könne. Med. Pract. C._ habe berichtet, dass sie bereits ab dem Erstgespräch eine
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volle Arbeitsunfähigkeit attestiere, was zum Zeitpunkt des Gutachtens von Dr. F._
bereits bekannt gewesen sei. Weitere medizinische Abklärungen seien nicht notwendig.
Am 7. Juni 2019 liess die Versicherte Berichte von Dr. H._ vom 3. April 2019 (IV-
act. 113) und von med. pract. C._ vom 6. Mai 2019 (IV-act. 115) einreichen. Dr. H._
hatte ausgeführt (IV-act. 113), dass die Versicherte sich bei ihm am 4. Juli 2018
gemeldet habe, nachdem sie vorletzte Nacht zu viel Alkohol getrunken habe. Die
Abklärungen hätten eine Fraktur der 12. Rippe links ergeben. Die Versicherte lehne alle
Psychopharmaka strikt ab. Er habe ihr aufgrund offensichtlicher Zusammenhänge
psychosomatischer Art bei innerer Anspannung, grossen sozialen Problem und
unklarer psychischer Grunderkrankung erneut eine psychiatrische Behandlung
vorgeschlagen, welche sie aber abgelehnt habe. Med. pract. C._ gab in ihrem
Verlaufsbericht vom 6. Mai 2019 für den Zeitraum ab Juli 2018 an (IV-act. 115), dass
die Versicherte bei deutlichen kognitiven Einschränkungen eine deutlich reduzierte
Anpassungsfähigkeit, Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit aufweise. Das psychotische
Erleben habe sich zurückgebildet, Panikattacken träten rund zweimal im Monat auf.
Immer wieder komme es zu sozialen Konflikten, die die Versicherte paranoid verarbeite
und deren Hintergründe sie nicht verstehe. Die Versicherte könne nur mangelhaft
kommunizieren, fühle sich schnell angegriffen und unfair behandelt. Die
Frustrationstoleranz und die Kritikfähigkeit seien stark beeinträchtigt. Medikamentöse
Behandlungen würden abgelehnt. Weiterhin bestehe eine volle Arbeitsunfähigkeit auf
dem Arbeitsmarkt. Eine Beschäftigung von 50 Prozent im geschützten Rahmen sei zu
empfehlen.
B.b.
Mit einem Vorbescheid vom 21. Juni 2019 kündigte die IV-Stelle der Versicherten
an, dass sie auf ihr Leistungsbegehren nicht eintreten werde (IV-act. 118). Sie führte
aus, dass keine wesentliche Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten
Verfügung glaubhaft gemacht worden sei. Am 5. August 2019 liess die Versicherte
Einwand erheben (IV-act. 119). Ihr Rechtsvertreter beantragte, auf die
Wiederanmeldung vom 31. Juli 2018 sei einzutreten, die notwendigen Abklärungen
seien vorzunehmen und anschliessend sei über den Anspruch der Versicherten auf
Leistungen der eidgenössischen IV neu zu entscheiden. In der Begründung verwies der
Rechtsvertreter im Wesentlichen auf die eingereichten Unterlagen (IV-act. 104, 105,
106, 107, 113, 114 und 115), aus denen eine Verschlechterung des
B.c.
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C.
Gesundheitszustandes der Versicherten hervorgehe. Der Rechtsvertreter reichte einen
Bericht von med. pract. C._ vom 28. Juli 2019 ein (IV-act. 126a), laut dem die
Versicherte an einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit paranoiden,
schizotypischen, emotional instabilen Zügen, an einer Panikstörung mit episodisch
paroxysmaler Angst, an kognitiven Einschränkungen, die eine detaillierte kognitive
Diagnostik benötigten, sowie an einer rezidivierenden depressiven Störung,
gegenwärtig remittiert, leide. Bei der Versicherten seien eine erweiterte kognitive
Diagnostik sowie eine MRI-Untersuchung dringend indiziert. Die Untersuchungen
hätten bis anhin aufgrund der Verweigerung der Versicherten, der mangelnden
Krankheitseinsicht und des fehlenden Realitätsbezuges nicht durchgeführt werden
können. Eine Abklärung sei nur in einem geschützten Rahmen sinnvoll. Der RAD-Arzt
Dr. K._ hielt am 9. September 2019 fest (IV-act. 122), dass im Einwand der
Versicherten auf medizinischer Ebene keine relevanten neuen Erkenntnisse aufgeführt
würden. Auch lägen keine neuen wesentlichen medizinischen Erkenntnisse vor, die
nicht bereits zum Begutachtungszeitpunkt bei Dr. F._ bekannt gewesen seien. Am 1.
Oktober 2019 trat die IV-Stelle nicht auf das Leistungsbegehren ein (IV-act. 123). Sie
führte aus, die Versicherte habe keine wesentliche Veränderung der tatsächlichen
Verhältnisse seit der letzten Verfügung glaubhaft gemacht.
Die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) liess am 4. November 2019
Beschwerde gegen die Verfügung der IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin)
vom 1. Oktober 2019 erheben (act. G 1). Ihr Rechtsvertreter stellte die Anträge, die
angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen,
auf die Neuanmeldung vom 31. Juli 2018 einzutreten, ein Abklärungsverfahren
einzuleiten und anschliessend einen materiellen Entscheid über den Anspruch der
Beschwerdeführerin auf Invalidenleistungen nach IVG zu fällen; zudem sei der
Beschwerdeführerin die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsverbeiständung zu
gewähren. Zur Begründung führte er im Wesentlichen aus, dass in den Berichten von
Dr. H._ vom 1. Juni 2018 (IV-act. 106), von Frau I._ vom 10. Juli 2018
(Untersuchung vom 25. Juni 2018; IV-act. 107-3 f.) und von med. pract. C._ vom 17.
Juli 2018 (IV-act. 107-1 f.) Anhaltspunkte für eine Verschlechterung des
Gesundheitszustandes vorlägen. Weiter führte der Rechtsvertreter aus, dass Dr. H._
C.a.
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in seinem Bericht vom 3. April 2019 (IV-act. 113) von einem übermässigen
Alkoholkonsum der Beschwerdeführerin berichtet habe. Daneben ergebe sich aus den
Akten, dass die Beschwerdeführerin bereits früher an einer langjährigen
Alkoholproblematik gelitten habe, die offenbar etwa 10 Jahre gedauert habe (mit
Verweis auf IV-act. 51-3 und 64-1). Selber habe die Beschwerdeführerin Anfang 2016
angegeben, die Sucht überwunden zu haben (mit Verweis auf IV-act. 72-26). Die
Beschwerdeführerin habe jeweils getrunken, weil sie einfach nicht mehr weitergewusst
habe (mit Verweis auf IV-act. 72-18 und 72-33). Aktuell trinke die Beschwerdeführerin
gemäss ihren Angaben „manchmal“ Alkohol (mit Verweis auf IV-act. 72-53). Dabei sei
es naheliegend, dass der Konsum grösser werde, wenn die Beschwerdeführerin unter
vermehrten Anspannungen leide. Im neuropsychologischen Gutachten sei als eine
Erklärung für die festgestellten Auffälligkeiten „Alkoholkonsum/Alkoholabhängigkeit“
genannt worden (mit Verweis auf IV-act. 72-35 und 72-59 f.). Die Beschwerdeführerin
leide damit an einem jahrelangen problematischen Konsum von Alkohol. Gemäss
Rechtsprechung könne ein Suchtleiden nicht mehr grundsätzlich als
invalidenversicherungsrechtlich irrelevant beurteilt werden (mit Verweis auf BGE 145 V
215). Die Suchterkrankung sei demnach ein krankheitswertiges Geschehen, dessen
funktionelle Auswirkungen sich mit einem hypothetischen Substanzentzug nicht ohne
weiteres zurückbildeten. Durch den übermässigen Alkoholkonsum mit der Folge
deutlicher Beeinträchtigungen sei eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes
glaubhaft gemacht. Weiter gehe auch aus den Berichten vom 6. Mai 2019 (IV-act. 115)
und vom 28. Juli 2019 (IV-act. 126a) von med. pract. C._ eine Verschlechterung des
Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin im Vergleich zu den Feststellungen in
der Erstbegutachtung (vom März 2016) hervor.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 26. November 2019 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 4). Sie führte aus, dass der RAD eine Glaubhaftmachung einer
wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin verneint
habe. Die Ausführungen in den Berichten von med. pract. C._ seien im
psychiatrischen Gutachten von Dr. F._ vom 14. März 2016 (IV-act. 72) widerlegt
worden. Auch das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen habe in seinem Urteil
vom 15. Januar 2019 (IV 2016/391) nicht auf die Berichte von med. pract. C._
abgestellt. Der Bericht vom 28. Juli 2019 (IV-act. 126a) enthalte keine neuen Aspekte.
C.b.
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Erwägungen
1.
Am 1. Oktober 2019 hat die Beschwerdegegnerin verfügt, dass sie auf die
Wiederanmeldung der Beschwerdeführerin vom 31. Juli 2018 nicht eintrete. Hiergegen
hat die Beschwerdeführerin Beschwerde erhoben und die Aufhebung der
angefochtenen Verfügung sowie das Eintreten auf die Neuanmeldung vom 31. Juli
2018 beantragt. Gegenstand dieses Beschwerdeverfahrens bildet demnach nur die
Frage, ob die Beschwerdegegnerin auf die Neuanmeldung vom 31. Juli 2018 hätte
eintreten müssen.
2.
In den neu eingereichten medizinischen Berichten sei einzig der im Wesentlichen gleich
gebliebene relevante Sachverhalt anders gewürdigt worden, was keinen
Revisionsgrund darstelle. Demnach habe sich der Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin seit der letzten rechtskräftigen Verfügung nicht glaubhaft
wesentlich verschlechtert.
Am 17. Dezember 2019 bewilligte das Versicherungsgericht des Kantons St.Gallen
der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den
Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) für das
vorliegende Verfahren (act. G 6).
C.c.
Die Beschwerdeführerin liess am 23. Dezember 2019 an ihren Anträgen festhalten
(act. G 8).
C.d.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. G 10).C.e.
Gemäss Art. 87 Abs. 2 in Verbindung mit Abs. 3 der Verordnung über die
Invalidenversicherung (IVV, SR 831.201) wird eine neue Anmeldung für
Rentenleistungen nur geprüft, wenn darin glaubhaft gemacht wird, dass sich der Grad
der Invalidität des Versicherten in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert
hat. Damit soll verhindert werden, dass sich die Verwaltung nach einer
vorausgegangenen rechtskräftigen Leistungsverweigerung immer wieder mit
gleichlautenden und nicht näher begründeten, das heisst keine Veränderung des
Sachverhalts darlegenden Gesuchen befassen muss (BGE 117 V 200 E. 4b). Da es sich
2.1.
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beim Invaliditätsgrad nicht um ein Sachverhaltselement, sondern um das Ergebnis
einer Rechtsanwendung handelt, kann er nicht direkt glaubhaft gemacht werden. Die
Glaubhaftmachung einer relevanten Veränderung muss sich deshalb – entgegen dem
Wortlaut der genannten Bestimmung – auf jene Sachverhaltselemente beziehen, die für
die Invaliditätsbemessung relevant sind. Die glaubhaft gemachte Veränderung eines
solchen Sachverhaltselements muss so erheblich sein, dass mit der Entstehung eines
anspruchsbegründenden Invaliditätsgrades zu rechnen ist, falls sich die Veränderung in
einem anschliessenden umfassenden Verwaltungsverfahren nachweisen lassen sollte.
Die in Art. 87 Abs. 3 IVV aufgestellte "Prüfungs-" bzw. Eintretenshürde ist also unter
anderem dann überwunden, wenn die sich neu anmeldende versicherte Person
glaubhaft machen kann, dass sich ihr Gesundheitszustand verschlechtert hat und dass
damit ihr Arbeitsunfähigkeitsgrad in einem erheblichen Ausmass angestiegen ist. Mit
dem Beweismass des Glaubhaftmachens sind herabgesetzte Anforderungen an den
Beweis verbunden; die Tatsachenänderung muss nicht nach dem im
Sozialversicherungsrecht sonst üblichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit erstellt werden. Es genügt, dass für das Vorhandensein des geltend
gemachten rechtserheblichen Sachumstands wenigstens gewisse Anhaltspunkte
bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, dass sich die
behauptete Änderung bei einer eingehenden Abklärung nicht werde erstellen lassen
(Entscheid des Bundesgerichtes vom 25. Februar 2020, 8C_735/2019, E. 4.2. mit
weiteren Hinweisen). Die Beantwortung der Frage, ob eine wesentliche
Sachverhaltsveränderung glaubhaft gemacht worden ist, setzt einen Vergleich
zwischen dem aktuellen Sachverhalt (der allerdings noch nicht mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit ermittelt, sondern nur glaubhaft gemacht sein
muss) und jenem Sachverhalt respektive jener Sachverhaltsannahme voraus, der bzw.
die der ersten Ablehnungsverfügung zugrunde gelegt worden ist (vgl. hierzu auch BGE
130 V 73 ff. E. 3).
Die Beschwerdegegnerin hat das Rentengesuch der Beschwerdeführerin mit einer
Verfügung vom 7. Oktober 2016 abgewiesen (IV-act. 91). Sie hat sich dabei
insbesondere auf das Gutachten von Dr. F._ gestützt (IV-act. 72). Die gegen die
Verfügung vom 7. Oktober 2016 erhobene Beschwerde vom 10. November 2016 ist
vom Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit seinem rechtskräftigen Entscheid
vom 15. Januar 2019 (IV 2016/391) abgewiesen worden. Bezüglich des Gutachtens von
Dr. F._ hat das Versicherungsgericht ausgeführt, dass dieser in einer überzeugenden
Auseinandersetzung mit den Vorakten und den von ihm selbst erhobenen objektiven
klinischen Befunden dargelegt habe, dass keine psychiatrische Erkrankung
2.2.
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diagnostiziert und demnach auch keine Arbeitsunfähigkeit habe attestiert werden
können.
Zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin mithilfe der Akten, die sich auf ihren
Gesundheitszustand seit Erlass der rentenabweisenden Verfügung vom 7. Oktober
2016 beziehen und die vor dem Erlass der vorliegend angefochtenen
Nichteintretensverfügung vom 1. Oktober 2019 eingereicht worden sind, eine relevante
Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes hat glaubhaft machen können. Folgende
Akten liegen im Recht: Berichte von Dr. H._ vom 1. Juni 2018 (IV-act. 106), 2. Januar
2019 (IV-act. 114) und 3. April 2019 (IV-act. 113), von I._ vom 10. Juli 2018 (IV-act.
107- 3 f.), von med. pract. C._ vom 8. November 2016 (IV-act. 96-9 f.), 15. August
2017 (IV-act. 104), 17. Juli 2018 (IV-act. 107-1 f.), 6. Mai 2019 (IV-act. 115) und 28. Juli
2019 (IV-act. 126a) sowie der J._ vom 13. Juli 2018 (IV-act. 107-5 f.).
2.3.
Der Hausarzt Dr. H._ hat in seinem ärztlichen Bericht vom 1. Juni 2018 (IV-act.
106) ausgeführt, dass er keine „IV-relevanten Daten“ beisteuern könne. Die
Blutuntersuchungen seien unauffällig gewesen. Für die beklagte Müdigkeit und die
Nackenverspannungen habe er auf Wunsch eine Physiotherapie verordnet. Ein 24-
Stunden-EKG habe eine Tendenz zu Sinustachykardie gezeigt, wobei diese am
ehesten auf innere Anspannungen zurückzuführen sei. Eine 24-Stunden-
Blutdruckmessung sei durch die Beschwerdeführerin abgelehnt worden. Mit einer
Tendenz zu Sinustachykardie ist noch keine relevante Verschlechterung des
Gesundheitszustandes glaubhaft gemacht worden. Dr. H._ hat nämlich berichtet,
dass er keine IV-relevanten Daten beisteuern könne, woraus abzuleiten ist, dass die
Tendenz zu Sinustachykardie aus seiner Sicht invalidenrechtlich nicht relevant sein
kann, zumal er deswegen auch keine weiteren Abklärungen bei einem Spezialisten in
Betracht gezogen hat. Weiter ist – entgegen der Annahme der Beschwerdeführerin –
auch nicht von einer HIV-Erkrankung die Rede, sondern Dr. H._ hat angegeben, dass
diesbezügliche Blutuntersuchungen unauffällig ausgefallen seien. Aus dem von Dr.
H._ erstellten Ultraschallbericht vom 2. Januar 2019 geht hervor, dass bei der
Beschwerdeführerin eine akute Bursitis mit weichem Kalk und fraglicher SSP-Läsion
vorgelegen hat, welche zu Schulterschmerzen rechts geführt hat (IV-act. 114). In
seinem Schreiben vom 3. April 2019 hat Dr. H._ dann aber berichtet, dass diese
Schulterschmerzen rechts nach einer Infiltration gebessert hätten (IV-act. 113). Weiter
hat Dr. H._ notiert, dass die Beschwerdeführerin in der Nacht vom 2. auf den 3. Juli
2018 zu viel Alkohol getrunken habe und nun an einer Erinnerungslücke und
Schmerzen im Rücken leide. Abklärungen hätten eine Fraktur der 12. Rippe links
ergeben. Letztere ist gemäss den Angaben von Dr. H._ keine IV-relevante
2.4.
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Beeinträchtigung. Dr. H._ hat in seinen Berichten nicht erwähnt, dass er den
Verdacht hege, die Beschwerdeführerin könnte aktuell unter einem Alkoholabusus
leiden. Auch aus den weiteren von der Beschwerdeführerin im Beschwerdeverfahren
eingereichten Berichten lässt sich nicht entnehmen, dass aktuell ein Alkoholproblem
oder eine Beeinträchtigung aufgrund eines früheren Alkoholproblems bestehen würde.
Damit geht aus den Berichten von Dr. H._ nicht glaubhaft eine wesentliche
Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin hervor.
In ihrer Stellungnahme vom 8. November 2016 (IV-act. 96-9 f.) hat med. pract.
C._ im Wesentlichen ausgeführt, weshalb sie in ihrem vorangehenden Bericht vom
18. Juli 2016 (IV-act. 84-8 ff.) die Diagnose einer schizotypen Störung angegeben hatte.
Dieser Bericht war im Rahmen des ersten Beschwerdeverfahrens mit dem Ziel
ausgefertigt worden, eine Stellungnahme zu den Ausführungen von Dr. F._ vom 12.
September 2016 abzugeben. Diese Stellungnahme ist nicht geeignet, eine
Verschlechterung des Gesundheitszustandes seit Erlass der letzten abweisenden
Verfügung vom 7. Oktober 2016 glaubhaft zu machen, denn die Ausführungen stützen
sich auf den Gesundheitszustand vor Erlass dieser abweisenden Verfügung. In ihrem
weiteren Bericht vom 15. August 2017 hat med. pract. C._ angegeben (IV-act. 104),
dass sich bei der Beschwerdeführerin neben den bereits früher beschriebenen
schizotypischen Persönlichkeitsmerkmalen ganz deutliche zwanghafte und emotional
instabile Züge gezeigt hätten. Deswegen sei von einer kombinierten
Persönlichkeitsstörung auszugehen. Im Weiteren hat med. pract. C._ auszugsweise
die Krankheitsgeschichte seit Juli 2016 wiedergegeben, die im Wesentlichen auf den
von der Beschwerdeführerin in den Therapiesitzungen geäusserten subjektiven Klagen
beruhte. Eine objektive Beurteilung und Würdigung dieser subjektiven Klagen ist nicht
erfolgt. Am Ende ist lediglich festgehalten worden, dass die Beschwerdeführerin in den
alltäglichen und lebenspraktischen Verrichtungen hochgradig eingeschränkt und
weiterhin auf nicht absehbare Zeit voll arbeitsunfähig sei. In ihrem Bericht vom 17. Juli
2018 (IV-act. 107-1) hat med. pract. C._ erneut ausgeführt, dass die
Beschwerdeführerin an einer kombinierten Persönlichkeitsstörung und daneben an
einer Panikstörung, episodisch paroxysmale Angst, sowie an kognitiven
Einschränkungen leide, die eine detaillierte kognitive Diagnostik benötigten. Sie hat
wiederum eine volle Arbeitsunfähigkeit angegeben, die seit dem Erstgespräch bei ihr
gelte. Im Verlaufsbericht vom 6. Mai 2019 (IV-act. 115) hat med. pract. C._ keine
Änderung der Diagnosen angegeben. Sie hat ausgeführt, dass die Beschwerdeführerin
einer medikamentösen Behandlung ablehnend gegenüberstehe. Weiterhin sei diese auf
dem Arbeitsmarkt voll arbeitsunfähig, eine Beschäftigung im geschützten Rahmen sei
aber zu 50 Prozent therapeutisch sinnvoll. Am 28. Juli 2019 hat med. pract. C._ von
2.5.
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unveränderten Diagnosen berichtet (IV-act. 126a), wobei sie zusätzlich noch die
gegenwärtig remittierte rezidivierende depressive Störung erwähnt hat. Weitere
Abklärungen (kognitive Diagnostik und MRI-Untersuchung) seien von der
Beschwerdeführerin abgelehnt worden. Eine Arbeitsfähigkeitsschätzung ist in diesem
Bericht nicht abgegeben worden. Aus den Arbeitsfähigkeitsschätzungen von med.
pract. C._ kann keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes abgeleitet
werden. Diese konnten bereits durch das psychiatrische Gutachten von Dr. F._
entkräftet werden. Med. pract. C._ hat der Beschwerdeführerin sowohl für den vor –
konkret ab der ersten Behandlung bei ihr – als auch nach der Begutachtung durch Dr.
F._ im März 2016 liegenden Zeitraum bei weitgehend unveränderten Diagnosen eine
volle Arbeitsunfähigkeit attestiert. Bei der Begutachtung durch Dr. F._ hatte sich
jedoch gezeigt, dass im Begutachtungszeitpunkt keine volle Arbeitsunfähigkeit
vorgelegen hatte. Vielmehr hatte gemäss dem Gutachten im März 2016 eine volle
Arbeitsfähigkeit für ideal leidensadaptierte Tätigkeiten bestanden. Damit sind die
Berichte und insbesondere auch die darin angegebenen Arbeitsfähigkeitsschätzungen
von med. pract. C._ von vornherein ungeeignet, eine Verschlechterung des
Gesundheitszustandes glaubhaft zu machen.
Der Bericht der J._ vom 13. Juli 2018 (IV-act. 107-5 f.) wurde nicht durch eine
medizinische Fachperson erstellt. Dementsprechend gehen daraus weder medizinische
Diagnosen oder Beurteilungen noch eine aussagekräftige Arbeitsfähigkeitsschätzung
hervor. Auch liefert der Bericht keine verwertbaren Angaben über den
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin. Der Bericht der J._ ist damit
offensichtlich nicht geeignet, eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes der
Beschwerdeführerin glaubhaft zu machen.
2.6.
Frau I._ hat in ihrem Bericht zur neurokognitiven Kurzabklärung vom 10. Juli
2018 im Wesentlichen festgehalten (IV-act. 107-3 f.), dass bei der Beschwerdeführerin
diverse Leistungsbeeinträchtigungen vorlägen (vgl. dazu die vorstehenden
Ausführungen in Bst. B.a). Sie hat insbesondere mittelschwere bis schwere
Beeinträchtigungen in allen getesteten Aufmerksamkeitsfunktionen (selektive, geteilte
und Daueraufmerksamkeit), in den exekutiven und verbal-mnetischen Funktionen, der
Daueraufmerksamkeit sowie dem Arbeitsgedächtnis festgestellt und daher zur weiteren
Beurteilung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit eine detaillierte kognitive Diagnostik
empfohlen. Damit zeichnet diese zwar kurze, aber lege artis durchgeführte
neuropsychologische Abklärung ein deutlich schlechteres Bild als jene
neuropsychologische Abklärung, die von Dr. G._ am 26. Februar 2016 (IV-act. 72-52
ff.; vgl. vorstehend Bst. A.c) durchgeführt worden war. Frau I._ hat insbesondere bei
2.7.
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3.
den Aufmerksamkeitsfunktionen, die Dr. G._ als nur teilweise unterdurchschnittlich
bewertet hatte, und auch bei den verbalen Funktionen und den sprachlichen
Gedächtnisleistungen, die Dr. G._ als weitgehend durchschnittlich geschildert hatte,
eine Veränderung der Leistungsfähigkeit aufgezeigt. Dies hat Frau I._ dazu
veranlasst, die Durchführung einer weiteren Abklärung im Sinne einer detaillierteren
kognitiven Diagnostik zu empfehlen. Sie hat damit klargestellt, dass ihre Kurzabklärung
nicht ausreichen würde, um den Gesundheitszustand und damit auch die
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin im Detail aufzuzeigen; vielmehr hat sie hierfür
eine weitergehende bzw. ausführliche neuropsychologische Untersuchung als
notwendig erachtet. Der RAD-Arzt Dr. K._ hat sich in seinem Bericht vom 3. Juni
2019 (IV-act. 111) und vom 9. September 2019 (IV-act. 122) nicht mit den erhobenen
Leistungsbeeinträchtigungen gemäss der neurokognitiven Kurzabklärung von Frau
I._ befasst; er hat lediglich darauf hingewiesen, dass Frau I._ zwar eine weitere
Abklärung empfehle, die durchgeführte Kurzabklärung aber keinesfalls mit der
ausführlichen neuropsychologischen Abklärung im Rahmen der Begutachtung durch
Dr. F._ verglichen werden könne. Um jedoch feststellen zu können, ob eine
Verschlechterung des Gesundheitszustandes glaubhaft gemacht worden ist, muss eine
Auseinandersetzung mit dem Inhalt dieses Berichtes erfolgen. Dabei ist von
Bedeutung, dass daraus Indizien hervorgehen, welche auf eine Verschlechterung des
Gesundheitszustandes hindeuten; dies ist wie vorstehend beschrieben der Fall. Daher
ist im Rahmen einer ausführlichen neuropsychologischen Abklärung durchaus damit zu
rechnen, dass die von Frau I._ aufgezeigten Einschränkungen eine relevante
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin haben könnten. Mit dem
Kurzbericht von Frau I._ ist also eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes
der Beschwerdeführerin glaubhaft gemacht.
Zusammenfassend erweist sich die angefochtene Nichteintretensverfügung vom 1.
Oktober 2019 als verordnungswidrig. Sie ist deshalb aufzuheben und durch den
verfahrensleitenden Entscheid zu ersetzen, dass auf die Neuanmeldung vom 31. Juli
2018 eingetreten wird. Die Sache ist zur Durchführung des Verwaltungsverfahrens zur
Prüfung eines Rentenanspruchs der Beschwerdeführerin an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen.
2.8.
Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Die Gerichtskosten sind angesichts des
durchschnittlichen Verfahrensaufwandes auf Fr. 600.-- festzusetzen. Dem Ausgang des
3.1.
bis
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