Decision ID: e429a38c-1674-40ea-ab79-530e29490f22
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1960 geborene
X._
,
in zweiter Ehe verheiratet und Mutter zweier Kinder
(
geboren 1984 und 1993
),
reiste im Jahr 1989 in die Schweiz ein
.
Sie
war
zuletzt
ab
November 2000
als Mitarbeiterin in der Abendreinigung
im
Y._
zu einem Ar
beitspensum von 30
%
(12.6 Stunden pro Woche)
erwerbstätig
(
Urk.
7/10)
. U
n
ter Angabe von gesundheitlichen Beeinträchtigungen zufolge Polyarthritis, Tendinitis, Fibromyalgie, Arthrose und Depressionen
meldete sie sich am
6.
Mai 2013
zum Bezug von Leistungen der Eidgenössischen
Invalidenversicherung an
(
Urk.
7/6
Ziff.
6.2)
. Die zuständige
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zü
rich, IV-Stelle,
tätigte Abklärungen in medizini
s
cher und erwerblicher Hinsicht
und führte
eine Abklärung im Haushaltsbereich der Versi
cherten durch
(vgl. Abklärungsbericht vom 2
1.
Mai 2014,
Urk.
7/15)
. M
it Verfügung vom 7.
Oktober 2014
sprach sie der Versicherten
bei einem
ermittelten
Invaliditä
t
s
grad von 41
%
m
it Wirkung ab November 2013 eine
Viertelsrente
zuzüglich Kinderrente zu (
Urk.
7/
22
und
Urk.
7/
30
).
Diese Verfügung erwu
chs unange
fochten in Rechts
kraft.
1.2
Am 2
9.
Januar 2015 stellte die Versicherte unter Angabe einer seit 1
0.
Oktober 2014 bestehenden 100%igen Arbeitsunfähigkeit
und
unter
Beilage
verschiede
ner Arztberichte der Klink für Rheumatologie des
Z._
ein erneutes Gesuch um
Rentenprüfung (
Urk.
7/31 und
Urk.
7/33)
. Die
IV-Stelle nahm das Begehren als „Verschlechterungsgesuch“
entgegen und leitete eine
Rentenrevision
ein
(
Urk.
7/35). Nach Eingang
eines Berichts des Vertrauensarz
tes der Pension
skasse
F._
vom 15.
Dezember 2014 (
Urk.
7/42)
liess die IV-Stelle
eine
bidisziplinäre
(rheumatologisch/
psychiatrisch
e
)
Abklärung
durchführen (Gutachten vom 18.
und vom 2
2.
September 2015,
Urk.
7
/
55 S. 1 bis S. 63 und
Urk.
7/57
).
M
it Vorbescheid vom
5.
Februar 2016
stellte sie
die
Einstellung der Invalidenrente
auf das En
de des der Zustellung der Verfü
gung folgenden Monats
in Aussicht (
Urk.
7/62)
. Hieran hielt sie nach dem Eingang von Einwendungen (vgl.
Urk.
7/
64)
mit Verfügung vom 3
0.
Mai 2016
(
Urk.
2) fest
.
2.
Dagegen
erhob
X._
am
27.
Juni 2016
Beschwerde
(
Urk.
1) und beantragte die
Aufhebung der angefoch
tenen Verfügung und
die
weitere Ausrichtung
einer Rente
. In prozessualer Hin
sicht ersuchte
sie
um die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung (
Urk.
1 S. 1 f.). Die IV-Stelle schloss
in ihrer Beschwerdeantwort vom 2
5.
August 2016
auf
Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6
).
Mit Replik vom 1
3.
Dezember 2016 (
Urk.
14) und Duplik vom
3
0.
Januar 2017 (
Urk.
16
) hielten die Pa
rteien an ihren Anträgen fest.
Mit Eingabe vom 3
1.
Juli 2017 (
Urk.
18) reicht die Beschwerdeführerin unaufgefordert einen Schlussbericht Praxis Check
des AOZ ein (
Urk.
19
), welcher der Beschwerdegegnerin am
2.
August 2017 zu
gestellt wurde (
Urk.
20).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Ge
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach
te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
o
der teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 Prozent, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn sie mindes
tens zu 60 Prozent, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 Prozent, oder auf eine
Viertelsrente
, wenn sie mindestens zu 40 Prozent invalid sind
.
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und
in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisi
onsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Einstellung der Invalidenrente damit, dass aufgrund der mit „Verschlechterungsgesuch“ eingereichten Berichte
der Klink für Rheumatologie des
Z._
von einer Verbesserung des Gesundheitszustandes auszugehen sei.
Gestützt auf die weiteren Abklärun
gen
gemäss de
m im September 2015 erstellten
bidisziplinären
G
utachten sei
ab Gutachtendatum von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in angepass
ter Tätigkeit auszugehen
. In Gegenüberstellung des ohne Behinderung erzie
lbaren E
inkom
mens
(
Valideneinkommen
)
zum Einkommen in behinderungsangepasster Tätig
keit
(Invalideneinkommen)
ergäbe sich
ein
rentenausschliessender
Invaliditäts
grad von 23
%
(
Urk.
2 S. 2).
2.2
Demgegenüber brachte die Beschwerdeführerin vor,
ihr Gesundheitszustand habe sich seit der
Rentenzu
sprache
nicht verbessert, sondern weiter verschlech
tert
(
Urk. 1.
S. 3).
Replicando
führte sie aus
,
bei der
anlässlich der
bidisziplinä
ren
Abklärung erfolgte
n
Beurteilung von
Dr.
med.
A._
, Innere Medizin FMH spez. Rheumaerkrankungen
,
handle es sich
um
eine unterschiedliche Beur
teilung eines im Wesentlichen unve
ränderten Sachverhalts.
D
ie
an den Entzün
dungsfaktoren weiterhin erkennbare rheumatoide A
rthritis zeige
sich nur
aktuell medizinisch-theoretisch leicht verbessert und in ihrem Verlauf wenig aggressi
v. Die übrigen Diagnosen aus den
nicht rheumatologischen Fachbereichen seien bei der ursprüngliche
n
Rentenzu
sprache
nicht relevant gewesen und die
behan
delnden
Ärzte
gingen in einer idealen, behinderungsangepassten Tätigkeit me
dizinisch-theoretisch von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit aus
. Z
usätzlich
hätten diese
die Notwendigkeit von Kurzpausen
statuiert
, so dass die produktive Ar
beitszeit und die tatsächliche Leistungsfähigkeit nic
ht
über 60
%
liege. Im Er
gebnis fehl
e
es
damit an einem Revisionsgrund
,
weshalb weiterhin die bisherige Rente auszu
richten sei (
Urk.
14 S. 4 f.).
3.
Massgebliche Vergleichsbasis im Revisionsverfahren bilden die medizinischen Grundlagen, wie sie im Zeitpunkt der in Rechtskraft erwachsenen Verfügung vom
7.
Oktober 2014
vorgelegen haben.
3.1
Dr.
med.
B._
, Allgemeine Medizin FMH,
nannte
im Formularbericht
vom 3
1.
Mai 2013
zu Händen der Besc
hwerdegegnerin folgende
Diagnosen (
Urk.
7/11/1-6)
:
-
Rheumatoide Arthritis bestehend seit 1978
-
Chronisches Panvertebral-Syndrom beidseits bestehend seit 1978
-
Schlafapnoe Syndrom bestehend seit 2010
-
Depression bestehend sei 1990
Weiter wies er auf seine
amb
u
l
ante Behandlung
der Beschwerdeführerin
seit 1994 bis 2013
und
die
seit dem Jahr 2007
durchgeführte
Behandlung in der
Klin
i
k für Rheumatologie
des
Z._
(
Dr.
med.
C._
)
hin
.
3.
2
Dr.
med.
C._
, Oberarzt
an
der Rheumaklinik des
Z._
,
erwähnte
im Bericht vom
2
2.
Juli 2013
die Behandlung der Beschwerde
führerin
seit 1
9.
November 2007
und stellte folgende Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
7/13/1-5):
1.
Rhe
umatoide Arthriti
s, Beginn ca. 1978
anodulär
,
anerosiv
2.
Chronisch
i
ntermittierendes
lumbospondylogen
betontes Panvertebral
-
syndrom
3.
Mittelschweres zentrales Schlafapnoe-Syndrom
4.
Sekundäres
Restless
-
Legs
-Syndrom
5.
Chronische depressive
Störung mit verschobenem Schlaf/Wachrhythmus
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
führte
er eine Adiposi
tas Grad l (BMI 31 kg/m2), Spreizfüsse mit
Hallux
valgus
beidseits mit ausge
prägter MTP-1 Arthrose beidseits,
Refluxbeschwerden
, einen Status nach
Vita
min D3-Mangel
, Transaminasenerhöhung und diverse dermatologische Diagno
sen
auf
.
Zur Leistungsfähigkeit hielt er fest
(
Ziff.
1.7)
, aufgrund der verminderten Ein
setzb
arkeit der rechten Hand, besonders am Morgen
und der Beschwerdekumu
lation sei im Tagesverlauf mit einer Leistungseinbusse über den Tag von bis zu 30
%
zu rechnen (im Teilz
eitpensum). Bezogen auf ein 100
% Pensum sei die Beschwerdeführerin bestenfalls noch hal
btags einsetzbar und würde dann
eine Leistungseinbusse
entsprechend einer Arbeitsfähigkeit von bestenfalls noch 40
%
aufweisen
.
In einer behinderungsadaptierten Tätigkeit (kein repetitiver Handeinsatz, keine vermehrte
n
Anforderungen an die Hand
kraft/
Handkoordination) sei
sie maximal sechs
Stunden am Tag
mit ei
ner leich
ten Leistungseinbusse
durch Besch
werdekumulation im Tagesverlauf
, entspre
chend einer Arbeitsfähigkeit von
ungefähr
60
%
einsetzbar. Zusätzlich könnte aus internistisch-
pneumologischer
oder psychiatrischer Sicht eine weitergehen
de Leistungseinschränkung bestehen.
Zur Frage d
er Verminderung der Einschränkungen
in der Arbeitsfähigkeit
durch medizinische Massnahmen führte er aus (
Ziff.
1.8), d
ie Optimierung der thera
peutischen Situation habe sich in den vergangenen Jahren
wegen mangelndem Ansprechen der bish
erigen Massnahmen und aufg
rund der Komplexit
ät der me
dizinischen Situation als schwierig
erwiesen
und es sei
deshalb
davon au
szuge
ben, dass der
aktuelle
Zust
and n
icht mehr verbessert werden könne
.
Im optima
len Fall
liesse
sich die Arbeitsfähigkeit
dadurch
steigern
,
wobei das genaue Ausmass
interdisziplinär zu beurteilen
sei
.
3.
3
Der regionale ärztliche Dienst (RAD) der Beschwerdeg
egnerin fasste in seiner Stellungnahme vom 3
0.
Januar 2014 zusammen (
Urk.
7/17-3),
als Diagnosen mit dauerhafter Auswirkung bestünde
n
eine rheumatoide Arthritis, klinisch mit Be
fall einzelner MCP/MTP Gelenke
, eine
Sicca
-Symptomatik, ein sekundäres Fibromyalgie-Syndrom, degenerative Veränderungen an der Halswirbelsäule, ein sekundäres
Restless
-
Legs
-S
yndrom, ein
Panvertebralsyndrom
sowie eine
chronisch depressive Stö
rung
. In bisheriger Tätigkeit als Reinigungshilfe in handbelastender Tätigkeit bestehe bezogen auf ein 100
%
Pensum eine Arbeits
unfähigkeit von 60
%
. In angepasster Tätigkeit ohne repetitiven Handeinsatz und ohne vermehrte Anforderungen an die Handkraft/Handkoordination beste
he eine Arbeitsunfähigkeit von 40
%
.
4.
I
m
Zusammenhang mit der
eingeleiteten Rentenrevision
ergibt
die
medizinische Aktenlage
Folgendes
:
4
.1
Oberarzt
Dr.
med. Antic und Assistenzarzt
Dr.
med.
D._
vo
n der Klinik für Rheumatologie des
Z._
berichteten am 2
7.
Oktober 2014 über
die
Hospitalisation
vom 1
0.
bis 2
5.
Oktober 2014 (
Urk.
7/32/5-13).
Sie hielten fest, d
ie Beschwerdeführerin sei intern zur rheumatologischen mul
timodalen Komplextherapie aufgrund
einer zunehmenden
Schmerzsymptomatik im Rahmen der bekannten rheumatoiden Arthritis sowie dem sekundären
Fib
romyalgiesyndrom
zur stationären Therapie zugewiesen worden. In der Vergan
genheit seien seit über 14 Jahren diverse Basistherapeutika mit meist
frustranem
Verlauf und zuletzt über sechs Monate bis Mitte 2014
eine Therapie mit
Xeljanz
versucht worden
,
ohne
dass auf die
Therapie
angesprochen worden sei
.
Klinisch und anamnestisch stünden
die Arthra
lgien der MCP-, DIP- und PIP-Gelenke
(Fingergelenke)
beider Hände sowie die deutliche
lumbov
ertebrale
Schmerzsymptomatik mit ausgeprägte
n
myofaszialen
Befunden entlang der Brustwirbelsäule
(BWS)
rechtsseitig im Vordergrund.
Klinisch und anamnestisch bestünden keine
Hinweise auf ein
e
radikuläre
Symptomatik.
Bei bestehender Haltungsinsuffizienz sowie deutlicher Schmer
zausweitung sei primär eine
phy
sio
- und ergotherapeutische Therapie in Angriff genommen worden. Initial habe sich laborchemisch eine erhöhte entzündliche Aktivitä
t bei einem
BSG
(Blutsen
kungsgeschwindigkeit)
von 38mm/h und einem CRP
(
C-Reaktives Protein
)
von 15mg/l gezeigt
,
wobei es im Verlauf zu einer spontanen
Regredienz
der Entzün
dungszeichen gekommen sei. Die Gelenksonographie habe zur Objektivier
ung der entzündlichen Aktivität
keine Zeichen einer aktivierten Arthritis gezeigt
und d
ifferentialdiagnostisch
habe
serologisch
ein Status nach
Parvoviru
s
B1
9-
In
fektion bei positivem Nachweis von
IgG
und negativen
IgM
(
Immunglobulin
e)
bestätigt werden können.
Beschwerdemässig stehe die panvertebrale Schmerzsymptomatik
im Vorder
grund bei Fehlhaltung
resp
ektive Fehlstellung bei
thorako
lumbalem
Flachrü
cken und linkskonvexer
thorakolumbaler
Skoliose mit se
kundären
myofaszialen
Befunden und
einer Haltungsinsuffizienz. Im Rahmen der rheumatologischen
Komplextherapie seien zahlreiche physio- und
ergotherapeutische Massnahmen
sowie
manualtherapeutische
Mobilisationen
erfolgt, die zu einer
Beschwerdere
gredienz
geführt hätten.
Bezüglich der r
heumatoiden Arthritis hätten sich aktuell keine Hinweise auf eine erhöhte Krankheitsaktivität im Rahmen von
Synovit
iden
ergeben und dem
zufolge sei
keine Indikation zur Basistherapie gestellt worden. Bei progredienter Arthrose der Grosszehengrundgelenke sei zudem eine intraartikuläre Infiltration mit
Kenacort
durchgeführt worden.
4
.2
Dr.
med.
E._
,
FMH für Innere Medizin speziell Rheumatologie
,
welcher als Vertrauensarzt zu Händen der Pensionskasse
F._
am
1
7.
Dezember 2014
einen Untersuchungsbericht verfasste
(
Urk.
7/
42
S. 1 bis S. 11
)
,
nannte
als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein
c
hronisches
Panver
tebralsyndrom
, eine
r
heumatoide Arthritis und ein
Fi
bromyalgiesyndrom
. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien
ein
Verdacht auf eine chronisch de
pressive Entwicklung, ein mittelschwer
es zentrales Schlafapnoesyndrom
sowie eine
Adipositas und Spreizfüsse mit
Hallux
valgus
beidseits
(S. 2)
.
Zur Arbeits
fähigkeit führte er aus, bezogen auf die bisherige Tätigkeit bestehe eine dauern
de Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(S. 8). Für eine leichte Arbeit in Wechselbelas
tung bestehe ein
e
Arbeitsfähigkeit, die im Augenblick aber schwierig zu quanti
fizieren sei (S. 9
, vgl. auch S. 10
Ziff.
9.1
).
4
.3
4
.3.1
Anlässlich der
bidisziplinären
Abklärung
,
die von
Dr.
A._
und Prof.
Dr.
med.
G._
, FMH Neurologie und Psychiatrie
,
durchgeführt wurde,
stellte
Dr.
A._
im
internistisch-
rheumatologischen Teilgutachten vom
1
8.
September 2015 (
Urk.
7/55 S. 1 bis S. 64)
folgende
Diagnosen mit Auswir
k
ung auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 5
2
)
:
1.
Verminderte Belastbarkeit und Beschwerden bei rheumatoider Arthri
tis nach
Parvovirus
B19-Infektio
n (Erstmanifestation etwa 1978) mit
-
anamnestischem Nachweis eines erhöhte
n Rheumafaktors, erhöhter
An
ti-
Citrullin
-Antikörper und erhöhter ANA
(
antinukleärer
Antikörper
)
mit
-
intermittierend verschiedenen Basistherapien und TNF-
Hemmern
von September 2000 bis Juli 2014, zuletzt mit
Xeljanz
von Januar 2014 bis Juli 2014 und seither ohne Basistherapie ausser niedrig dosierter Stero
id-Therapie (
Lodotra
) seit
Februar
2012
-
aktuell:
-
klinisch: aktuell ke
ine erhöhte Krankheitsaktivität
-
bildgebend: bisher kein Nachweis entzündlich-rheumatischer
oder
erosiver
Veränderungen
-
rheuma-immunologisch: aktuel
l erhöhte Entzündungszeichen (Blut
s
enkung 32 mm/h und C-reaktives Protein 16 mg/l) bei normalem
Rhe
umafaktor, normalen Anti-
Citrull
in
-Antikörpern
sowie normalen ANA
und normalem ENA
(
extrahierbare
nukleäre
Antigene)
-Suc
htest
2.
Verminderte Belastbarkeit und Beschwerden der BWS und der LWS
(Len
denwirbelsäule)
bei
-
minimaler
,
s-förmige
r
l
umbal linkskonvexer
Skoliose und
-
etwas progredienten degenera
tiven Veränderungen der unteren BWS
Röntgen Oktober
2014 gegenüber
Januar 2011
-
stationären degen
erativen Veränderungen der LWS
Röntgen
Oktober
2014 gegenüber
Januar
2007 und
Januar
2011
-
ohne Nachweis entzündlicher Veränd
erungen der ganzen Wirbelsäule,
beider
ISGs
(
Iliosakralgelenk
e
)
u
nd des Beckens bei regelrecht konfigu
riertem Spi
nalkana
l und
ohne Kompression neuraler Strukturen
MRI
(Magnetresonanztomografie)
der ganzen Wirbel
säule, der ISGs und des Beckens
August
2015
-
ohne
radikul
äre
Zeichen
Ohne
Auswirk
ung auf die Arbeitsfähigkeit sei
en
eine Adipositas Grad l, ein Sta
tus nach obstruktivem Schlafapnoe-Syndrom sowie Spreizfüsse mit
Hallux
val
gus
beidseits.
Unter dem Titel
„
Rheumatologische Beurteilung und Prozedere
“
hielt die
Exper
tin
fest (S. 5
3
), d
ie Beschwerdeführerin sei
eine kräft
ige 55-jährige Frau, die ei
ne
Parvovirus
B19-lnfektion erlitten habe und
in der Folge sei
ab dem Jahr 1978 eine rheumatoide Arthritis
auf
getreten. Von September
2000 bis
April
20
02
sei
sie
mit dem Basismittel
Plaquenil
behandelt
worden
und danach bis Februar
2007 ohne Basisther
apie der rheumatoiden Arthritis geblieben.
Ab Feb
ruar
2007 bis
Juli 2014 sei
mit zahlreichen Basismitteln und TNF-
Hemmern
the
rapiert
worden und s
eit
Januar
2013
werde
niedrig dosiert mit
einem Steroid (
Lodotra
) behandelt. Die letzte Basisbehandlung
sei im Juli 2014
(
damals
Xel
janz
)
gewesen.
Sie klage nun über
ständige ausgedehnte Schmerzen
fast
im ganzen Körper
. S
ie
gebe an, dass sie nur
eine halbe S
tunde lang spazieren und
nicht lange stehen
könne
sowie
dass es ihr oft
schwindlig
sei
. Wegen Wirbel
säulenbeschwerden und der rheumatoiden Arthritis könne sie nicht arbeiten und i
m Haushalt fast nichts machen.
In der klinischen Untersuchung
zeige sich
eine Adiposit
as Grad l. Der normale Gang sei
unauffällig wie auch der Zehen- und der Fersengang, Das Becken
sei gerade. Es bestehe
e
ine minimale s-förmige lumbal linkskonvexe Skoliose. Alle drei Wirbelsäulenabschnitte seien
normal be
weglich.
Radikuläre
Zeichen seien
nicht vorhanden. Alle
grossen peripheren Gelenke
seien normal
beweglich
. Nir
gends
bestünden
Gelenksergüsse,
Synov
itiden
oder überwärmte Gelenke und klinisch
fänden sich nirgends
Zeichen einer aktuellen oder durchgemachten Ge
lenksentzündung. Die Bioimpedanz-Analyse zeige
trotz der
Adipositas eine Muskelmasse von 41
%
, welche den Normwert
von 40
%
sogar etwas übertreffe
.
E
ine
lang
andauernde körperliche Schonung
könne daraus nicht abgeleitet wer
den
. Dem entspreche
, dass
sie
halbstündige Spaziergänge mach
e
und einmal
pro Woche an der Wassertherapie-Gruppe
(
Aquawell
) der Rheumaliga
teil
nehme
, die 45 Minuten daure.
Die R
öntgenuntersuchung der BWS (Oktober
2014)
habe
mässige degenerative Veränderungen
der unteren BWS
gezeigt
, die
gegenüber der Voruntersuchung (Januar 2011) etwas
progrediert
gewesen seien. Die Rönt
genuntersuchung der LWS (Oktober 2014) habe mässige degenerative Verände
rungen ergeben, die gegenüber
de
n
Vo
runtersuchung
en
(ab J
anuar 2007
)
un
verändert
gewesen
seien
. Die MRI-Untersuchungen der ganz
en Wirbelsäule, beider ISGs und des Beckens
(
August 2015
)
hätten
nirgends entzündli
che
Ver
änderungen
gezeigt
. Der Spinalkanal sei
regelrecht konfiguriert
gewesen
. Kom
pressionen neuraler Strukturen
seien
nicht erkennbar und d
ie bildgebende
n Be
funde im Bereich der ganzen
Wirbelsäule, beider ISGs und des Beckens
seien
insgesamt gering
gewesen
.
Die beiden Ganzkörper-
Szintigraphien (Februar 2007 und
November 2013) hätten ausser dem
Hallux
valgus
bei Spreizfüssen beidseits nirgends sichere entzünd
liche Veränderungen gezeigt. Die
zahlreichen Rönt
genuntersuchungen beider Hände (Januar 2007, September 2008, Januar 2010, Januar 2011, Januar 2012 und Oktober 2014) hätten alle keine entzündlich-rheumatischen Veränderungen oder andere wesentliche Befunde ergeben, eben
so auch die zahlreichen Röntgenuntersuchungen beider Füsse.
Die ausgedehnte Bl
utuntersuchung zeige erhöhte Entzündungszeichen (Blutsenkung und C-reaktives Protein). Der Rheumafaktor sei nicht mehr nachweisbar. Auch die An
ti-
Citrullin
-Antikörper seien normal und keine ANA mehr nachweisbar und auch der ENA-Suchtest sei normal gewesen. Daher habe sich die rheuma-immunologische Situation offensichtlich gebessert, da anamnestisch der Rheu
mafaktor, die Anti-
Citrullin
-Antikörper und die ANA alle erhöht
gewesen seien. Dies sei umso erfreulicher, da seit Juli
2014
ausser einer niedri
g dosierten Stero
id-Therapie
keine
Basistherapie der rheumatoiden Arthritis
mehr
durchgeführt werde
(S. 5
4
)
.
Zur Arbeitsfähigkeit führte die
Expertin
aus, die Beschwerdeführerin sei in ihrer Leistungsfähigkeit
durch die rheumato
ide Arthritis
sowie durch die
einge
schränkt
e Funktion der BWS und der LWS in ihrer Leistungsfähigkeit limitiert. Die angestammte Tätigkeit als Raumpf
legerin sei nicht angepasst und die Be
schwerdeführerin
könne diese Tätigkeit nicht ausüben. Dasselbe gelte für die Tätigkeit als Küchenhilfe. In
einer
dem Leiden ideal angepasste
n
Tätigkeit mit sehr leichtem bis leichtem
Bel
astungsniveau
,
wobei mit Lasten bis zu 7.5 kg hantiert werden könne
,
ohne Tätigkeiten mit lang andauernder repetitiver Be
lastung der Hände und ohne Tätigkeit in Nässe, Kälte oder unter grossen
Tem
peraturschwankungen sei die Beschwerdeführerin bezogen auf ein 100
%
Pen
sum zu 100
%
arbeitsfähig (S. 57).
4
.3.2
Der psychiatrische Fachexperte Prof.
Dr.
G._
führte aus
(
Urk.
7/57/20)
,
die Diagnosestellung einer mittelgradigen depressiven Episode gemäss ICD-10 F 32.1 sei im Jahre 2009 nach psychiatrisch konsiliarischer Untersuchung erfolgt. Die Diagnosestellung habe vorwiegend auf einer reaktiven affektiven Störung im Rahmen eines zunächst vermuteten Schlafapnoesyndroms und eines
Rest
less-legs-Syndroms
beruht, welche sich bestätigten. Die Diagnose sei
unkritisch in jedem weiteren Arztbrief aufgenommen worden,
ohne fachärztliche Kontrolle und bei
offensichtlicher
Behandlung der
vorgenannten
somatischen Störungs
bilder. Nachdem die rheumatologische Co-Gutachterin aktuell einen Status nach obstruktivem Schlafapnoesyndrom diagnostiziert
habe
und die Diagnose eines
Restless
-
legs
-Syndroms nicht mehr zu bestehen scheine
,
fusse die
seit dem Jahr 2009 tradierte
Diagnose
insgesamt auf einer konsiliarischen Untersuchung
und
sei
durch die Rheumatologen fachfremd
seit dem Jahr 2010
als
„chronische De
pression"
diagnostisch gekennzeichnet worden
.
P
sychopathologisch
liessen sich aktuell
keine depressive
n
und/oder ängstliche
n
affektive
n
Symptome finden, die die Diagnosestellung einer Depression gemäss den ICD-10 Kriterien rechtfertigen würden. Es
bestehe
b
ei sehr gute
r
Schwin
gungsfähigkeit
keine
gedrückte
Grundstimmung,
keine
Antriebsstörung,
und keine
ausgeprägte Interessenverarmung
und Freudlosigkeit. Es könne
daher von einer Remission einer depressiven Episode (
ICD-10
F 32.4) ausgegangen werden (S. 21).
Hingegen fänden sich deutliche Hinweise auf das Vorliegen einer Schmerzverarbeitungsstörung.
Die objektiven somatischen Symptome
seien ge
mäss dem
rheumatologischem Gutachte
n
geringgradig
und psychopathologisch imponiere
eine ausg
eprägte
Dysthymie
gegenüber der
Schmerzwahrnehmung und ein ma
ladaptiver regressiv-schonender
und sich selbstlimitierende
r
Copin
g
stil
. Depressiv-affektive oder ängstliche Symptome
im
Sinne einer depressiven Störung bestünden
hingegen nicht
(S. 22)
.
Zusammenfassen
d
bestehe ein maladaptiver regressiver
Copingstil
, der vor
nehmlich durch sekundären Krankheitsgewinn aufrechterhalten werde. Die Be
schwerdeführerin befinde sich in einer Krankenrolle und therapeutisch sollte ein multimodales Setting etabliert werden, welches
die Beschwerdeführerin
ressour
cenorient
iert
wieder in eine selbstbestimmte berufliche
„
Teilhabe
“
führe
. Eine Berentung stütze die regressiven Elemente in der maladaptiven Krankheitsver
arbeitung. Es bestehe ke
ine psychiatrische Diagnose mit Einfluss auf die Ar
beitsfähigkeit
(S.
24).
4
.3.3
Zur Arbeitsfähigkeit aus
b
idisziplinärer
Sicht
hielten die Experten fest, in ange
passter Tätigkeit bezogen auf ein 100
%
Pensum sei die Beschwerdeführerin zu 100
%
arbeitsfähig. Dabei könne sie Lasten bis 7.5 kg hantieren.
Eine
nicht an
gepasste Tätigkeit, insbesondere die Tätigkeit als Raumpflegerin, habe die Be
schwerdeführerin nie lang andauernd
und
zu 100
%
ausüben können
, da sie mit der rheumatoiden Arthritis in die Schweiz eingereist sei
(
Urk.
7/56/2).
4.4
4.4.1
Am
2.
Februar 2016 berichteten
Oberärztin
Dr.
med.
H._
und Assistenzärztin
Dr.
med.
I._
an der Klinik für Rheumatologie des
Z._
(
Urk.
7/77/10-13),
nach internem Arztwechsel sei die Beschwerdeführerin erstmals am 2
5.
Januar 2016 zur geplanten Verlaufskontrolle erschienen. Vor
gängig sei probatorisch die antientzündliche Behandlung mit
Lodotra
im Okto
ber 2015 gestoppt worden. Die Beschwerdeführerin
berichte
über
unverändert
e
wandernde Beschwerden im ganzen Körper, ausgeprägt im Daumengrund-Gelenk beidseits sowie im Rücken. Verglichen zu früher trete das Sc
hmerzma
ximum nicht mehr morgens
,
sondern abends nach Belastung auf. Auch ohne die Einnahme von
Lodotra
(Kortison)
könne sie
ohne Ruheschmerzen
durch
schlafen (unter Einnahme von
Surmontil
). Die beschriebenen Beschwerden könn
t
en teils auf die degenerativen Veränderungen (bekannte
Rhizarthrose
) so
wie auf
myofasziale
Befunde zurückgeführt werden. Im Vordergrund stünden zum jetzigen Zeitpunkt aus rheumatologischer Sicht Beschwerden im Rahmen einer Schmerzausbreitung. Die Diagnose einer rheumatoiden Arthritis könn
t
en
sie
nicht länger bestätig
en
. Dies bei subjektiv fehlender Beschwerdezunahme ohne antientzündlich
e
Behandlung sowie bei klinisch
und
sonografisch
fehlen
dem Aufzeigen einer
Synovitis
. Laborchemisch
besteht eine humorale Aktivität
bei
normwertigem
Rheumafaktor
und a
nti-CCP.
4
.4.2
In einem weiteren Bericht
der Klinik für Rheumatologie des
Z._
vom 1
2.
April 2016 zu Händen
der Beschwerdegegnerin
wiesen die zu
ständigen Ärzte,
Dr.
med.
H._
und
die
Assistenzärztin
Dr.
med.
J._
auf
die Behandlung der Beschwerdeführerin
seit
9.
März 2016 hin
(
Urk.
7/77/6-9)
.
Sie hielten
fest
,
auf Grund des panvertebralen
Schmerzsyn
drom
s
mit multisegmentalen degenerativen Veränderungen der gesamten Wir
belsäule bestünden Funktionseinschränkungen für Rotation/Flexion sowie
In
klination und
Rekl
ination
. Z
udem
bestünden
eine reduzierte Belastbar
keit für das Tragen von Lasten
von mehr als 5 kg und eine strukturelle Ermüdung bei
m
Sitzen und Stehen. Auf Grund der Polyarthrose sei die Beschwerdeführerin in der Feinmotorik, Handkraft, Gehfähigkeit und Stehfähigkeit eingeschränkt.
Es wurde eine
behi
nderungsangepasste Tätigkeit
ohne
Zwangshaltungen für die Wirbelsäule,
ohne Überkopfarbei
ten,
ohne Arbeiten in
kauernder/hockender Po
sition,
ohne
Gehen auf unebenem Gelände,
ohne Steigen von Treppen/Leitern, ohne
repetitive-manuelle Tätigkeiten,
ohne
Au
fgaben mit Anforderungen an die Handkraft und
Feinmotorik,
ohne Heben von Lasten von mehr als
5
kg
als mög
lich
festgehalten und erwähnt, dass
die
Tätigkeit
idealerweise wechselbelastend mit nicht länger als 30 Minuten a
m Stück Sitzen/Heben/Stehen
bei
b
eschriebe
ne
m
Belastungsprofil
sei
n sollte
.
In einer
solchen
Tätigkeit
bestehe
eine Arbeits
fähigkeit von 70
%
infolge einer Einschränkung der
Leistungsfähigkeit von 30
%
auf
Grund einer Beschwerdeakkumulation im Laufe des Tages. Im Rahmen der angep
assten Tätigkeit bestehe
auch eine No
twendigkeit von Kurzpausen, beispielsweise
jede Stunde zehn
bis
fünfzehn
Minuten zur Entlastung und
zur
Durchführung vo
n physiotherapeutischen Übungen.
5.
5
.1
Zu prüfen ist, ob ein Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG vor
liegt, welcher eine Aufhebung der seit November 2013 zugesprochenen
Viertels
rente
per 3
0.
Juli 2016 rechtfertigt.
5.2
Es steht aufgrund der Akten fe
st
, dass
die
Diagnosen rheumatoide
Arthritis
,
Sic
ca-Symptomatik
, sekundäres Fibromyalgie-Syndrom, degenerative Veränderun
gen an der Halswirbelsäule, sekundäres
Restless
-
Legs
-Syndrom,
Panvertebral
syndrom
, sowie chronisch
-
depressive Störung
zur Berentung führte
n
(vgl. E. 3
.3
hiervor).
E
ine spontane
Regredienz
von
Entzündungszeichen und eine
Beschwerd
e
regre
dienz
konnte
anlässlich der Behandlung vom 1
0.
bis 2
5.
Oktober 2014
durch die behandelnden Rheumatologen
des
Z._
verzeichnet werden (E. 4.1
). Die
im Sep
tember 2015
durchgeführte
bidisziplinäre
Gutachten-
Abklärung
ergab
sodann
, dass
sich
die rheuma-
im
m
unologische Situation
insofern
verändert
hat
,
als die
Blutuntersuchungen zwar noch erhöhte Entzündungszeichen zeigten, jedoch kein
e
Rheumafaktor
e
n mehr nachweis
bar waren und
sich
insbesondere
normale Befunde
betreffend
die Anti-
Citrullin
-Antikörper
ohne nachweisbare
ANA
zeig
ten
(E. 4.3
.1
).
Im Februar 2016 berichteten sodann die behandelnden Rheumato
logen des
Z._
, dass d
ie Diagno
se einer rheumatoiden Arthritis
bei
subjektiv fehlender Beschwerdezunahme ohn
e d
ie
antientzündliche
Medikation erfolgt
sowie bei klinisch und
sonografisch
fehlendem Aufzeigen einer
Synovitis
nicht länge
r
aufrecht erhalten
werden k
ö
nn
e
(E. 4.4.1
).
Bereits
i
n
diesen Ausführungen
und ungeachtet
des Umstandes
, dass aufgrund der psychiatrischen Untersuchung die Diagnose
einer
depressive Störung
nicht mehr bestätigt werden konnte,
ist eine Veränderung der gesundheitlichen Ver
hä
ltnisse zu erbli
cken, welche es erlaubt, unter dem Titel von
Art.
17
Abs.
1 ATSG den Invalidi
tätsgrad neu und ohne Bindung an die frühere
Invaliditäts
schätzung zu ermit
teln (vgl. E. 1.3 hiervor).
5.3
Die Beschwerdegegnerin stellte hinsichtlich der Ar
beitsfähigkeit auf die Ein
schät
zung im
bidisziplinären
Gutachten von
Dr.
A._
und Prof.
Dr.
G._
ab (
Urk.
7/55, 7/56 und 7/57
).
7/55
).
Das umfangreiche
G
utachten erfüllt die praxisgemäs
sen Kriterien (vorstehend E. 1.4
), setzt sich mit den As
pekten der gesundheitlichen Beeinträchtigungen der
Beschwerdeführerin
ausein
ander und berücksichtigt auch die medizinischen
Vorakten
und begründet Abweichungen, soweit die Beurteilung mit diesen nicht im Einklang steht. Ins
gesamt erweist sich das Gutachten als nachvollziehbar und vermag zu überzeu
gen. Insbesondere wurde für den Rechtsanwender einleuchtend dargelegt, dass
aufgrund
der
umfassenden
rheumatologischen
Untersuchung
en
unter
Beizug
von
Laboruntersuchungen (Haar
-
,
Blut
-
und Urina
na
lyse, vgl.
Urk.
7/55/40 ff. und
Urk.
7/55/50
f.)
sich
aus somatischer Sicht
in
einer angepassten
Tätigkeit keine
Arbeitsunfähigkeit mehr begründen lässt. Der psychiatrische
Teilgutachter legte sodann plausibel dar,
dass
aufgrund der Untersuchungsbefunde
eine nach
ICD-10 klassifizierte psychiatrische
Diagnose
mit Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit
nicht mehr vorliegt
und insofern
von einer Remission
der
depressiven
Symptomatik auszugehen ist (E. 4.3.2 hiervor).
5.4
Zusammenfassend trifft der Einwand, d
ass das aktuelle Gutachten — bei unver
ändertem Gesundheitszustand — den Sachverhalt
lediglich anders bewerte,
nicht zu.
Andere substantiierte
Einwände in Bezug
auf die medizinischen Abklärun
gen
brachte die Beschwerdeführerin
nicht vor. Zusammenfassend erfüllt das
bi
disziplinäre
Gut
achten von
Dr.
A._
und Prof.
Dr.
G._
mit einlässli
che
r klinischer Untersuchung, Anam
neseerhebung, Symptomerfassung und Verh
altensbeobachtung die beweismäs
sigen Anforderungen, die die Rechtspre
chung an solche Expertisen stellt.
Auch bezüglich der
Arbeitsfähigkeit kann auf die gutachterlichen Schl
ussfolge
rungen abgestellt werden
,
wonach aus gesamtmedizinischer Sicht
in angepass
ter Tätigke
it
auf eine 100%ige Restarbeitsfähigkeit
geschlossen wurde und ge
mäss Belastungsprofil zu berücksichtigen ist,
dass nur Lasten bis 7.5 kg hantiert werden können
(E. 4.3.3 hiervor)
.
Insbesondere ergeben sich auch keine
An
haltspunkte
für eine anspruchsrelevante Ver
schlechterung in der Zeit ab Begut
achtung bis zum Verfügungserlass
,
nachdem selbst die niedrig dosierte Behand
lung mit
Lodotra
(vgl.
Urk.
7/55/53)
im November 2015 folgenlos gestoppt wer
den konnte (vgl.
Urk.
7/77/11
).
Zudem ist auch ke
ine fachpsychiatrische Be
handlung aktenkundig
. A
uf die Berichterstattung der behandelnden Rheumato
login
vom 1
2.
April 2016
, welche die Beschwerdeführerin seit
9.
März 2016 be
handelt und wonach in einer angepassten Tätigkeit eine
70%ige
Restarbeitsfä
higkeit
unter Berücksichtigung verschiedener zusätzlicher Einschränkungen im
Belastungsprofil
attestiert wurde
(vgl.
E
. 4.4
.2 hiervor)
,
kann demgegenüber
nicht abgestellt werden.
Denn einerseits
ergibt sich aus diesem Bericht nicht, dass eigene
Befunde erhoben
und
eigenständig Diagnosen gestellt
wurden
,
nachdem auf einen
früheren
Bericht vom
2.
Februar 2016 — mithin vor Behand
lungsbeginn
— ver
wiesen wurde und unter Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
auch
fachfremde psychiatrische Diagnosen aufgeführt wurden (vgl.
Urk.
7/77/6-9
Ziff.
1.1 und
Ziff.
1.4
).
Sodann
erfolgte auch keine Ausein
andersetzung mit der
früheren
medizinischen Aktenlage
,
insbesondere nicht mit den Untersuchungsbefunden aufgrund des
bidisziplinären
Gutachtens von
Dr.
A._
und Pro
f.
Dr.
G._
.
Weiter ist
auch
der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass Hausärzte wie auch andere behandelnde Ärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Für die Erhebung des medizinische
n
Sachverhalt
s
im massgebenden Verfü
gungszeitpunkt nicht relevant ist sodann der nachgereichte Schlussbericht Pra
xis Check vom 1
9.
Juni
bis 1
4.
Juli 2017 (
Rückmeldung zum Verlauf und Ar
beitsverhalten;
Urk.
19).
Aufgrund der
klaren Aktenlage sind
v
on weiteren Be
weismassnahmen (etwa der
erneuten
Einholung eines Gutachtens) keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf zu verzichten ist (antizipierte Be
weiswürdigung; BGE 124 V 90 E. 4b).
Der medizinische Sachverhalt ist mithin dahingehend erstellt, dass die Be
schwerdeführerin spätestens seit der
bidisziplinären
Untersuchung bei
Dr.
A._
und Prof.
Dr.
G._
im September 2015 in angepasster Tätig
keit zu 100
%
arbeitsfähig ist.
Auf dieser Grundlage ist
nachfolgend
die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen der Einschränkungen vorzunehmen.
5.5
Die Beschwerdegegnerin ermittelte das
Valideneinkommen
gestützt auf das
zu
letzt
im 30
%
igen
Erwerbspensum erzielt
e
Einkommen und rechnete dieses auf
ein vollzeitige
s
100
%
Pensum
hoch. Das
Invalideneinkommen
ermittelte sie
auf
grund der
Tabellenwerte der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE)
und errechnete in Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkommen einen
rentenausschliessenden Inval
iditätsgrad von 23
%
(vgl.
Urk.
7/6
0). Die
s
blieb
unbestritten
und ist
aufgrund der Aktenlage auch
nicht weiter zu beanstanden. M
it
der Feststellung, dass kein Invaliditätsgrad in rentenbegründender Höhe
mehr
vorliegt, hat es damit
sein Bewenden
. Dies führt zur Abweisung der Be
schwerde.
6.
6.1
Gemäss
§
16
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsger
icht (
GSVGer
) wird einer Partei, der die nötigen Mittel fehlen und deren Begehren nicht offen
sichtlich aussichtslos erscheint, in kostenpflichtigen Verfahren auf Gesuch die Bezahlung von Verfahrenskosten erlassen.
Mittellosigkeit im Sinne des prozessualen Armenrechts setzt voraus, dass
die Gesuch
stellende Person sämtliche eigenen Hilfsmittel zur Finanzierung des Prozesses erschöpft hat. Zu be
rücksichtigen ist unter anderem
, ob die um das Armenrecht nachsuchende Partei über eigenes Vermögen verfügt.
Rechtsprechungsgemäss darf von einem Grundeigentümer die Erhöhung der Hypothek verlangt werden (vgl. dazu Urteile des Bundesgerichts 4D_41/2009 vom 1
4.
Mai 2009 E. 3 und 8C_516/2014).
Die Beschwerdeführerin trifft im Verfahren betreffend die unentgeltliche Rechtspflege eine umfassende Mitwirkungsobliegenheit (vgl. etwa Urteile des Bundesgerichts 4A_264/2014 vom 1
7.
Oktober 2014 E. 3.2 und 4A_403/2013 vom 1
1.
Oktober 2013 E. 3.2.2). An die klare und gründliche Darstellung der fi
nanziellen Situation durch die gesuchstellende Person dürfen umso höhere An
forderungen gestellt werden, je komplexer die Verhältnisse sind (BGE 120
Ia
179 E. 3a). Das Gericht hat weder den Sachverhalt von sich aus nach jeder Richtung hin abzuklären, noch unbesehen alles, was behauptet wird, von Amtes wegen zu überprüfen (Urteil des Bundesgerichts 4A_114/2013 vom 2
0.
Juni 2013 E. 4.3.1).
6.2
Die Beschwerdeführerin und ihr Ehegatte leben gemäss eigenen Aussagen in ihrer Eigentumswohnung, wobei aus den Akten
hervor geht
, dass es sich um Stockwerkeigentum handelt, welches mit einer Hypothek von
Fr.
220‘000.-- belastet ist (vgl.
Urk.
9 S. 5 und
Urk.
10/9). Die Frage nach dem Verkehrswert der Liegenschaft im Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit wurde mit unbekannt angegeben (
Urk.
9 S. 5). Die Beschwerdeführerin legte
auch keine Steuerklärung bei, aus der sich jeweils die beweglichen und unbeweglichen Vermögenswerte und auch der Steuerwert der Liegenschaft ersehen lassen. Angaben über das Vermögen blieben damit unbelegt und es wurde auch nicht begründet, dass eine Mehrbelastung des Wohneigentums nicht zumutbar ist.
Die durch ihre
Rechtsvertreter
in
fachkundig vertretene Beschwerdeführerin wurde im Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sie alle Fragen vollständig und wahrheitsgetreu zu be
antworten habe, und dass namentlich (auch) die Vermögenspositionen bei
spielsweise mit Verkehrswertschä
tzungen zu belegen seien (
Urk.
9
S. 6). Den
noch hat sie ohne weitere Substantiierungsbemühungen davon abgesehen, den Verkehrswert der Liegenschaft entsprechend der gestellten Frage darzutun oder die Unmöglichkeit der Aufstockung der Hypothek au
f der Liegenschaft
zu bele
gen
und auch kei
ne Steuererklärung ein
gereicht,
woraus
sich zumindest
An
haltspunkte ü
ber
bewegliches und
unbewegliches Vermögen entnehmen l
ie
ssen.
Sie ist daher ihrer Mitwirkungsobliegenheit bezüglich der Darstellung und Bele
gung ihrer Vermögenssituation unzureichend nachgekommen.
Unter diesen Umständen kann dem Gesuch um unentgeltliche Prozessführung mangels hinreichender Substantiierung nicht stattgegeben werden (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_173/2016 vom 1
7.
Mai 2016 E. 5).
6
.3
Die Kosten
des Verfahrens sind auf
Fr.
8
00.-- fes
tzusetzen und ausgangsgemäss der
Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).