Decision ID: 7cac3d04-0e7a-5cf0-8b82-49f93c710ffd
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Hans Henzen, Eisenbahnstrasse 41, Post
fach 161, 9401 Rorschach,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 12. September 2008 bei der IV-Stelle der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen (SVA) zum Bezug von Leistungen
der Invalidenversicherung (IV) an. Aufgrund starker Schmerzen im Rücken sowie
Depressionen und Angstzuständen sei sie seit April 2008 zu 100% arbeitsunfähig (IV-
act. 1-1 ff.). Zuvor war die gelernte Verkäuferin (IV-act. 3-2) und damals zweifache
Mutter (Jg. 2005, 2007, 2009 Geburt eines dritten Kindes; IV-act. 1-2, 46-1) von August
2004 bis November 2007 mit einem Pensum von 50% als Verkäuferin und Telefonistin
bei verschiedenen Arbeitgeberinnen erwerbstätig gewesen (IV-act. 1-5, 21). Seit
Dezember 2007 arbeitete sie bei der Firma B._ als Hostess in einem Pensum von
80% (IV-act. 25-2 ff.). Das Arbeitsverhältnis wurde seitens der Arbeitgeberin per 31.
August 2008 aufgelöst (IV-act. 25-9).
A.b Mit Bericht vom 15. Januar 2009 diagnostizierte der behandelnde Psychiater
Dr. med. C._, Facharzt FHM für Psychiatrie und Psychotherapie, eine schwere
depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.21) bei schwerer lang
andauernder Lumbalgie und krampusbedingter Schmerzausbreitung. In ihrer zuletzt
ausgeübten Tätigkeit sei die Versicherte zu 100% arbeitsunfähig. Eine andere Tätigkeit
sei ihr nicht zumutbar. Zudem sei sie bei ihren häuslichen Aufgaben und der Betreuung
ihrer beiden Kinder regelmässig auf Hilfe angewiesen (IV-act. 29-1 ff). Dem Bericht
legte der behandelnde Psychiater das von der Krankentaggeldversicherung veranlasste
Gutachten von Dr. med. D._, Facharzt FHM für Psychiatrie und Psychotherapie,
Institut für Medizinische Begutachtung (IMB), vom 3. Dezember 2008 bei. Auch Dr.
D._ stellte die Diagnose einer schweren depressiven Episode mit somatischem
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Syndrom (ICD-10 F32.21) und attestierte der Versicherten eine 100%-ige
Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen Tätigkeiten und Berufen (IV-act. 30-10 f.).
A.c Mit Bericht vom 31. Mai 2009 diagnostizierte der Hausarzt der Versicherten,
Dr. med. E._, Facharzt Allgemeinmedizin FMH, ein lumbales Schmerzsyndrom bei
medianer Bandscheibenprotrusion L4/L5 ohne eigentliche Nervenwurzelkompression
bestehend seit April 2008 sowie eine schwere depressive Episode mit somatischem
Syndrom bestehend seit Mai 2008 (ICD-10 F32.21). Die neurochirurgisch konservativen
und neurologischen Beurteilungen und Behandlungen seien ohne Erfolg geblieben. Die
Versicherte sei in ihrer zuletzt ausgeübten Tätigkeit zu 100% arbeitsunfähig (IV-act.
33-2 ff.). Wegen der psychischen Situation sei auch keine andere Tätigkeit möglich (IV-
act 33-7). Dem Bericht legte er die neurochirurgischen und neurologischen
Untersuchungsergebnisse des Kantonsspitals St. Gallen bei (IV-act. 33-8 ff.).
A.d In der Folge holte die IV-Stelle bei den behandelnden Ärzten weitere Verlaufs
berichte ein, wobei der Gesundheitszustand der Versicherten als stationär beschrieben
wurde (IV-act. 48 ff.). Der Regionalärztliche Dienst der IV-Stelle (RAD) empfahl am
14. Juni 2010 eine bidisziplinäre Begutachtung (IV-act. 52-2). In bidisziplinärem
Konsens schätzten die Gutachter Dr. med. F._, Facharzt für Rheumatologie und
Innere Medizin sowie Dr. med. G._, Spezialarzt FMH für Psychiatrie und Psycho
therapie, die Arbeitsfähigkeit der Versicherten bei einem im Vordergrund stehenden
psychiatrischen Leiden für alle ausserhäuslichen Tätigkeiten auf 30% (IV-act. 65-1 ff.).
A.e Am 7. Oktober 2010 führte die IV-Stelle eine Haushaltsabklärung durch, anlässlich
derer die Versicherte angab, dass sie ohne Gesundheitsschaden weiterhin einer
ausserhäuslichen Tätigkeit im Pensum von 80% nachgehen würde (IV-act. 75-5). Die
zuständige Abklärungsperson hingegen hielt eine Erwerbstätigkeit von höchstens 50%
für nachvollziehbar (IV-act. 78-8). Bei einer Einschränkung im Haushalt von 11.58%
sowie der Gewichtung des Anteils Haushalt von 50% wurde somit im Bereich Haushalt
ein Teilinvaliditätsgrad von 5.79% ermittelt (IV-act. 75-9).
A.f Mit Vorbescheid vom 20. Juni 2011 stellte die IV-Stelle der Versicherten in
Aussicht, einen Anspruch auf Rentenleistungen zu verneinen. Unter Berücksichtigung
eines Valideneinkommens auf Basis eines 50%-igen Erwerbseinkommens sowie einer
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Restarbeitsfähigkeit von 30% betrage der Teilinvaliditätsgrad im Bereich Erwerb
18.8%. Zusammen mit der Teilinvalidität im Bereich Haushalt von 5.79% ergebe sich
somit ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 25% (IV-act. 92). Dagegen erhob
die CAP-Rechtsschutzversicherungsgesellschaft AG in Vertretung der Versicherten am
13. September 2011 bzw. die Versicherte selbst am 14. September 2011 Einwand (IV-
act. 95 f.). Am 7. Oktober 2011 verfügte die IV-Stelle im Sinn des Vorbescheids (IV-act.
99).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt Dr. iur. H. Henzen in
Vertretung der Versicherten eingereichte Beschwerde vom 7. November 2011. Die Ver
fügung vom 7. Oktober 2011 sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten
der Beschwerdegegnerin aufzuheben. Der Beschwerdeführerin sei eine ganze
Invalidenrente ab dem 18. April 2009 zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache zur
Vornahme ergänzender Abklärungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Zudem sei der Beschwerdeführerin die
unentgeltliche Rechtspflege inklusive der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung zu
gewähren (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 15. November 2010 beantragt die Beschwerde
gegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 3).
B.c Die Beschwerdeführerin verzichtete sinngemäss auf eine Duplik (act. G 6).
B.d Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege hiess die Gerichtsleitung am
17. Januar 2012 gut (act. G 4).

Erwägungen:
1.
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Am 1. Januar 2012 ist der erste Teil der 6. Revision der Invalidenversicherung in Kraft
getreten. In zeitlicher Hinsicht gilt der übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Be
urteilung jene Rechtsnormen zugrunde zu legen sind, die bei Erlass des angefochtenen
Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den
materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklichte (vgl. BGE 127 V 467 E. 1,
126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die Beschwerdegegnerin hat die angefochtene Ver
fügung am 7. Oktober 2011 und somit vor Inkrafttreten der IV-Revision 6a erlassen. Die
übergangsrechtliche Lage zeitigt indessen im vorliegenden Fall ohnehin keine materiell-
rechtlichen Folgen, weshalb nachfolgend die zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses
anwendbaren Bestimmungen wiedergegeben werden.
2.
2.1 Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die ganze oder teilweise Erwerbs
unfähigkeit, es sei denn eine versicherte Person sei vor dem Eintritt der Gesundheits
beeinträchtigung nicht erwerbstätig gewesen, und es habe ihr auch nicht zugemutet
werden können, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. In diesem Fall gilt gemäss Art. 8
Abs. 3 ATSG die Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, als Invalidität.
Die Invalidität gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG wird durch einen Einkommensvergleich
ermittelt (Art. 16 ATSG). Die Methode zur Bemessung der konkreten Unmöglichkeit,
sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wird vom ATSG nicht geregelt. Diese Lücke füllt
Art. 28a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20): Es ist
darauf abzustellen, in welchem Mass die betreffende Person behindert ist, sich im Auf
gabenbereich zu betätigen. Art. 28a Abs. 3 IVG regelt die sogenannte gemischte
Methode der Invaliditätsbemessung bei Personen, die zum Teil erwerbstätig und zum
Teil im Aufgabenbereich tätig sind. In einem solchen "gemischten" Fall sind der Anteil
der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und
der Invaliditätsgrad ist entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu be
messen. Entscheidend für die Wahl der Methode der Invaliditätsbemessung ist nach
der Rechtsprechung, wie sich die versicherte Person im hypothetischen
Gesundheitsfall - bei ansonsten gleichen Verhältnissen - verhalten würde (BGE 133 V
486 E. 6.3; BGE 125 V 150 E. 2c; vgl. auch Ulrich Meyer, Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum IVG, 2. Aufl., S. 49).
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2.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad von mindestens 40%
auf eine Viertelsrente.
2.3 Das Versicherungsgericht hat die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerde
verfahren bedeutet dies, dass es alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie
stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren
Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten.
Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die
Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische
These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob
der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den
Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die
Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahmen als Bericht
oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a).
3.
3.1 Die Beschwerdeführerin bemängelt im Wesentlichen, dass die
Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung lediglich von einer 50%-igen
Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall ausgegangen sei. Sie sei vor Eintritt des
Gesundheitsschadens mit einem 80%-igen Pensum angestellt gewesen. Gegenüber
der Sachbearbeiterin Haushalt habe sie zudem angegeben, dass sie auch im
Gesundheitsfall weiterhin zu 70% bis 80% erwerbstätig sein würde. Eine genaue
Begründung für die Annahme einer 50%-igen Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall sei
der Verfügung nicht zu entnehmen. Offenbar stütze sich die Beschwerdegegnerin
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einzig auf die Behauptung bzw. Vermutung der Sachbearbeiterin Haushalt. Eine
Sachbearbeiterin für Haushaltsabklärungen sei jedoch nicht kompetent, sich über eine
zukünftige Tätigkeit im Erwerbsbereich zu äussern, sodass die Beschwerdegegnerin
sich ohne weitere Abklärungen nicht auf solche persönlichen Einschätzungen der
Sachbearbeiterin habe abstützen dürfen (act. G 1. S 4 f.). Der Anteil Haushalt sei daher
auf 20% festzusetzen. Die Einschränkung im Erwerbsbereich belaufe sich somit auf
61%. Bei einer Gewichtung der Tätigkeiten Haushalt/Erwerb im Verhältnis 20% zu 80%
ergebe sich selbst unter Berücksichtigung der von der Beschwerdegegnerin
angenommenen Einschränkung im Haushalt von 11.58% ein Invaliditätsgrad von 51%.
Es werde jedoch bestritten, dass im Haushalt lediglich eine Einschränkung von 11.58%
bestehe. Dr. C._ habe mehrfach festgehalten, dass die Beschwerdegegnerin auch im
Haushalt praktisch zu 100% eingeschränkt sei (act. G 1, S. 6 f.). Sodann sei der
Beschwerdeführerin ein Leidensabzug von 20% zu gewähren. Dass Hilfsarbeiterinnen
in einer Teilzeitstelle im Verhältnis zu einer Vollbeschäftigung mehr verdienen würden,
weshalb ein zusätzlicher Abzug nicht gewährt werden könne, sei gerade in
vorliegendem Fall unzutreffend. Wie der Einkommensvergleich in der angefochtenen
Verfügung zeige, verdiene die Beschwerdeführerin im Verhältnis zu einer
Vollbeschäftigung nicht mehr. Ferner seien keine Abklärungen betreffend die
Wechselwirkung zwischen den verbleibenden Arbeitsfähigkeiten in den beiden
Bereichen Erwerbstätigkeit und Aufgabenbereich getroffen worden (act. G 1, S. 7 f.).
3.2 Demgegenüber macht die Beschwerdegegnerin sinngemäss geltend, das im
Abklärungsbericht festgehaltene Arbeitspensum im Gesundheitsfall von 50% sei
realistisch. Die Beschwerdeführerin habe anlässlich der Haushaltsabklärung ange
geben, dass sie in der Firma B._ während der Woche jeweils zweimal von 18 Uhr bis
3 Uhr sowie freitags und samstags jeweils von 18 Uhr bis 4 Uhr gearbeitet habe. An
Wochentagen sei sie wegen der Kinder jeweils um 7 Uhr wieder aufgestanden. Die Be
schwerdeführerin habe Kinder im Alter von zwei, vier und sechs Jahren zu betreuen.
Unter der Woche habe sie an zwei Tagen nur drei Stunden schlafen können. Ihr Ehe
mann sei ebenfalls erwerbstätig und am Mittag nicht zu Hause. Die Arbeit, die Kinder
betreuung und Erledigung des Haushalts sei praktisch nicht unter einen Hut zu bringen.
Auch im Gutachten von Dr. G._ sei aufgezeigt worden, dass dieses Arrangement
nicht zu bewerkstelligen sei. Es sei daher nicht überwiegend wahrscheinlich, dass die
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Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall einer 80%-igen Erwerbstätigkeit nachgehen
könnte (act. G 3, Ziff. 3).
Sodann habe Dr. G._ im psychiatrischen Gutachten vom 9. Juli 2010 eine
chronifizierte mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom seit Mitte
2008, eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
und Angstanfällen diagnostiziert. Die chronische Schmerzstörung mit somatischen und
psychischen Faktoren gehöre zur Gruppe der somatoformen Schmerzstörung. Die
Kriterien, die gegen die Unzumutbarkeit einer willentlichen Schmerzüberwindung
und den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess sprechen würden, seien bei der Be
schwerdeführerin nicht hinreichend gehäuft und ausgeprägt erfüllt, um insgesamt den
rechtlichen Schluss einer invalidisierenden Gesundheitsschädigung zuzulassen. Nach
den vorhandenen medizinischen Unterlagen, welche die Schmerzsymptomatik klar in
den Vordergrund stelle, könne von einer willentlichen Schmerzüberwindung ausge
gangen werden. Das Vorliegen eines invalidisierenden Gesundheitsschadens müsse
also verneint werden. Entgegen den Angaben in der Verfügung bestehe somit eine
100%-ige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit (act. G 3, Ziff. 4 ff.).
Zudem falle bei einer 100%-igen Arbeitsfähigkeit grundsätzlich kein Teilzeitabzug an.
Daneben sei festzuhalten, dass in einem Teilzeitpensum beschäftigte Frauen im Durch
schnitt keinen überproportionalen Lohnnachteil in Kauf nehmen müssten. Ein Abzug
vom Invalideneinkommen sei daher nicht angezeigt. Die Verfügung sei im Ergebnis zu
schützen (act. G 3, Ziff. 7).
4.
4.1 Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den Anspruch der
Beschwerdeführerin auf Rentenleistungen zu Recht verneint hat.
4.2 Das bidisziplinäre Gutachten von Dr. F._ und Dr. G._ vom 3. August 2010
stützt seine Beurteilung auf sämtliche Vorakten, die eigenen persönlichen Befragungen
der Beschwerdeführerin und die eigenen rheumatologischen und psychiatrischen
Untersuchungen vom 6. Juli 2010. Die Beurteilung erfolgte im bidisziplinären Konsens
(IV-act. 65-1 ff.).
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4.2.1 Dr. F._ stellte folgende rheumatologische Diagnosen mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit: Chronisches lumbospondylogenes Syndrom (ICD-10 M 54.4) bei/mit
degenerativen Veränderungen der LWS; Wirbelsäulenfehlhaltung/-fehlform (bei
muskulärer Insuffizienz der Rumpfstabilisatoren; Hohl- Rundrücken und
thorakolumbaler Skoliose; v.a. lumbosakrale Übergangsstörung mit lumbalisiertem
SWK 1); muskuläre Dysbalancen bei Haltungsinsuffizienz und Dekonditionierung;
panvertebrale Beschwerdedegeneration bei psychosozialer Problemkonstellation (IV-
act. 65-16). Die Beschwerdeführerin beklage seitens des Bewegungsapparates ein
letztlich panvertebral generalisiertes, lumbospondylogenes Schmerzsyndrom im Sinn
der Diagnosenliste, das sich bei konkomitierender schwerer Psychopathologie im
Verlauf der bestehenden psychosozialen Überlastungssituation als dreifache Mutter
von Kleinkindern sowie zu 80% in Spät- bis Nachtschicht arbeitende Erwerbstätige
weitgehend therapieresistent gezeigt habe. Die durch die Schichtarbeit ausgelösten
Mehrbelastungen seien nicht zwingend im somatischen Fachgebiet einzuschätzen.
Diesbezüglich sei auf das psychiatrische Fachgutachten zu verweisen. Die bislang
angesetzten, somatisch orientierten physikalischen Therapien hätten zu einer
Beschwerdeverstärkung geführt, die aufgrund der heute am Bewegungsapparat zu
erhebenden Befunde bei Fehlen von neuromeningealen Kompressionserscheinungen
primär der verminderten Schmerztoleranz im Rahmen der Psychopathologie
zuzuordnen seien dürften. Aus rheumatologischer Sicht sei die Versicherte derzeit in
Anbetracht der ausgeprägten Dekonditionierung und Haltungsinsuffizienz zu etwa 80%
arbeitsfähig in der zuletzt ausgeübten, wie auch in anderen körperlich leicht
belastenden Tätigkeiten. Im gelernten Beruf als Verkäuferin sei von einer
vergleichbaren Arbeitsfähigkeit auszugehen. Mittelfristig sei die somatisch bedingte
Arbeitsfähigkeit nach Rekonditionierung der Rumpfmuskulatur sowohl in der zuletzt
ausgeübten Tätigkeit wie im gelernten Beruf wieder auf ein volles Pensum steigerbar
(IV-act. 65-16 ff.).
4.2.2 Dr. G._ stellte folgende psychiatrische Diagnosen mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit: Chronifizierte mittelgradige depressive Episode mit somatischem
Syndrom (ICD-10 F32.11) seit Mitte 2008; chronische Schmerzstörung mit somatischen
und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) seit spätestens Oktober 2008; Angstanfälle
(ICD-10 41.0) seit etwa Mitte 2008 (IV-act. 64-12). Die Beschwerdeführerin stamme aus
einer Familie mit einer Häufung von schweren psychischen Störungen. Die Mutter sei
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wegen Depressionen und Schmerzen mehrmals hospitalisiert und im Alter von etwa
36 Jahren IV-berentet worden. Der Bruder sei ebenfalls aus psychischen Gründen im
Alter von etwa 25 Jahren IV-berentet worden. Der Vater sei wegen eines Nervenleidens
im Alter von etwa 42 Jahren berentet worden (IV-act. 64-8 f.). Im Alter von 19 bzw.
21 Jahren habe die Beschwerdeführerin ihre beiden Buben zur Welt gebracht. Vor und
nach den Schwangerschaften habe sie immer Teilzeit (50%) gearbeitet. Aus finanziellen
Gründen habe sie im Dezember 2007 (der zweite Bube sei damals rund zehn Monate
alt gewesen) eine Stelle in der Firma B._ angenommen, bei der sie zweimal die
Woche und an den Wochenenden Nachtschicht gearbeitet habe. Gleichzeitig habe sie
tagsüber für die Kinder schauen und den Haushalt machen müssen, was sie zudem mit
perfekten Ansprüchen an Sauberkeit und Ordentlichkeit getan habe. Es sei wenig ver
wunderlich, dass dieses unsinnige Arrangement nur kurz durchzuhalten gewesen sei.
Schon im Februar 2008, nach drei Monaten also, sei es zu einem Hexenschuss
gekommen, der nicht recht habe abheilen wollen. Man habe nur geringe somatische
Befunde gefunden, welche die lumbalen Schmerzen mit Dysästhesien in beiden Beinen
nur ungenügend erklärt hätten. Ein Sakralblock habe zu Atembeschwerden geführt,
welche nachträglich als Angstanfall interpretiert werden müssten. Anlässlich von
Notfallkonsultationen mit diffusen Sensibilitätsstörungen um den Mund und im Gesicht
habe die Beschwerdeführerin nervös und überlagernd gewirkt, die
Sensibilitätsstörungen hätten nicht zugeordnet werden können. Immer wieder sei die
psychosoziale Belastungssituation erwähnt worden (IV-act. 64-12). Bereits im August
2008 habe sich die psychische Verfassung verschlechtert, sodass eine fachspezifische
psychiatrische Behandlung aufgenommen worden sei. Der behandelnde Psychiater
habe im August 2008 noch eine Anpassungsstörung, Angst- und depressive Störung
gemischt (ICD-10 F43.22), diagnostiziert. Im Oktober 2008 habe er neben einer
depressiven Störung eine somatoforme Stressreaktion erwähnt. In dem von der
Krankentaggeldversicherung angeforderten psychiatrischen Gutachten sei Dr. D._ im
Dezember 2008 zum Schluss gekommen, dass eine schwere depressive Episode mit
100%-iger Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen Tätigkeiten und Berufen vorliege (act.
64-13). Im Januar 2009 sei neben der schweren Depression eine Schmerzausweitung
festgestellt worden. Bald danach sei die Beschwerdeführerin schwanger geworden.
Entgegen der Hoffnung des Gynäkologen und des Hausarztes hätten sich die
Beschwerden jedoch nicht verbessert. Vielmehr hätten die meisten Medikamente
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abgesetzt werden müssen, die Schmerzen hätten sich weiter ausgebreitet, und die
Beschwerdeführerin sei nicht einmal mehr physiotherapeutisch behandelbar gewesen.
Auch nach der Geburt habe sich die Depression nicht gebessert. Der
Gesundheitszustand sei von den behandelnden Ärzten als stationär eingeschätzt
worden (IV-act. 64-13).
Bei der aktuellen Untersuchung habe sich die Beschwerdeführerin angespannt, bald in
Tränen ausbrechend, spürbar deutlich verzweifelt, resigniert, aber auch fähig zu lächeln
und gefasster Stimmung präsentiert. Die affektive Modulation sei also weitgehend
erhalten. In einem einfachen Test habe sich eine erheblich verminderte konzentrative
Belastbarkeit gezeigt. Bei den angegebenen Beschwerden hätten die Schmerzen im
ganzen Körper im Vordergrund gestanden. Die Angaben seien jedoch recht diffus
geblieben, eine Differenzierung hinsichtlich günstigen und ungünstigen Begleitfaktoren
und Tagesverlauf sei nicht möglich gewesen. Des Weiteren seien durch die Schmerzen
gestörter Schlaf, Energie- und Antriebslosigkeit, Rückzugsverhalten sowie Anfälle mit
Atemnot, Druck auf der Brust und Engegefühl im Hals und Angstempfinden angegeben
worden, die Angstäquivalenten entsprechen würden. Das Zittern bei der Testdurch
führung sei ein Hinweis auf erhöhte Angstbereitschaft. Die Schmerzen seien nicht nur
geschildert, sondern auch sichtlich spürbar gewesen. Inhaltlich seien die Beschwerden
auf Scham- und Versagergefühle eingeengt gewesen. Die Fähigkeit, eine Zukunfts
perspektive zu entwickeln, habe gefehlt. Die ganze Symptomatik entspreche einer
depressiven Störung mittlerer Ausprägung. Die erhaltene affektive Modulationsfähigkeit
spreche gegen eine schwere Depression. Die Schmerzsymptomatik könne von soma
tischer Seite, was Ausmass, Therapieresistenz und Chronifizierung betreffe, kaum
erklärt werden, weshalb von einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und
psychischen Faktoren auszugehen sei. Die Angstanfälle entsprächen sogenannten
Panikattacken. Im Kontext der familiären Häufung von psychischen Störungen sei bei
der Beschwerdeführerin sicher eine konstitutionelle Komponente anzunehmen. Konkret
auslösend habe sich die immer wieder erwähnte Überforderung durch die Rolle als
Mutter und Hausfrau (mit perfektionistischen Ansprüchen) sowie die 80%-ige berufliche
Tätigkeit mit Nachtschichten (völliges Fehlen von Erholungszeit) ausgewirkt (IV-act.
64-12 f.).
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4.2.3 Gesamthaft erachteten die Gutachter die Beschwerdeführerin bei einem
im Vordergrund stehenden psychischen Leiden gemäss den psychiatrischen Ein
schätzungen in allen ausserhäuslichen Tätigkeiten zu 30% arbeitsfähig (IV-act. 65-19).
4.3 Das bidisziplinäre Gutachten vom 3. August 2010 beruht auf eigenständigen
bidisziplinären Abklärungen, mithin auf allseitigen Untersuchungen und ist damit für die
streitigen Belange umfassend. Die Beurteilung erfolgte in Kenntnis der Vorakten, und
die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden wurden berücksichtigt. Das
Gutachten leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation ein. Vor diesem Hintergrund vermögen auch
die darin enthaltenen Schlussfolgerungen betreffend die verbleibende Arbeitsfähigkeit
zu überzeugen. Das Gutachten erfüllt mithin alle praxisgemässen Kriterien für beweis
kräftige Gutachten (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a), so dass grundsätzlich darauf
abzustellen ist bzw. es für die Bemessung des Invaliditätsgrades im erwerblichen
Bereich beigezogen werden kann. Diese Auffassung vertrat auch der RAD in seiner
Stellungnahme vom 11. Januar 2011 (IV-act. 78-1 f.). Indessen erachtete er den
Gesundheitszustand als noch nicht stabil. Offenbar sollte die von Dr. G._ nach der
Stillzeit (Geburt des dritten Kindes am 4. Dezember 2009) empfohlene Wiederaufnahme
der psychopharmakologischen Behandlung zur abschliessenden Beurteilung
abgewartet werden (IV-act. 64-14, 78-2). Sodann sollte eine Rückfrage an Dr. G._
betreffend den Verlauf der Arbeitsunfähigkeit bis zum Zeitpunkt der Begutachtung
getätigt werden. Dr. G._ hielt dazu fest, die Beschwerdeführerin sei ab Dezember
2008 dauerhaft zu 70% arbeitsunfähig (IV-act. 81). Nachdem der behandelnde
Psychiater am 20. Juni 2011 von keiner Verbesserung berichten konnte (IV-act. 87-1
ff.), hielt der RAD in seiner Stellungnahme vom 18. Juli 2011 fest, der
Gesundheitszustand sei stabil, weitere Abklärungen seien nicht angezeigt. Die
Beschwerdeführerin sei seit April 2009 (Ablauf des Wartejahres) in einer adaptierten
Tätigkeit zu 30% arbeitsfähig (IV-act. 89-1 f.).
5.
5.1 Die Beschwerdegegnerin verneinte in der Beschwerdeantwort einen invalidi
sierenden Gesundheitsschaden mit Hinweis auf das Urteil 8C_945/2009 vom 28. Sep
tember 2010 E. 10.1, wonach eine mittelgradige depressive Episode im Rahmen einer
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somatoformen Schmerzstörung keine andauernde Depression im Sinne einer
psychischen Komorbidität darstelle. Sodann seien die Kriterien, welche die willentliche
Schmerzüberwindung unzumutbar erscheinen liessen, nicht hinreichend erfüllt (act. G
3, Ziff. 6).
5.2 Dem ist entgegenzuhalten, dass nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung
auch die Diagnose einer mittelschweren depressiven Störung eine Invalidität
begründen kann (Urteile des Bundesgerichts vom 30. März 2011, 9C_1041/2010, E.
5.2, und vom 20. Juni 2011, 9C_980/2010, E. 5.3). Zu prüfen ist somit, ob die
Beschwerdegegnerin zu Recht von einem nichtinvalidisierenden Gesundheitsschaden
ausgegangen ist.
5.2.1 Nach der Rechtsprechung kommt einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) ebenso wie grundsätzlich sämtlichen pathogenetisch-
ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische
Grundlage (BGE136 V 279 E. 3.2.3 S. 283) nur ausnahmsweise invalidisierender, d.h.
einen Rentenanspruch begründender Charakter zu (Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs.
1 und Art. 6 ATSG; grundlegend BGE 130 V 352). Entscheidend ist, ob und inwiefern
die versicherte Person über psychische Ressourcen verfügt, die es ihr erlauben, trotz
den subjektiv erlebten Schmerzen einer Arbeit nachzugehen (BGE 130 V 352 E. 2.2.4
S. 355; 127 V 294 E. 4b/cc in fine und E. 5a S. 299 unten). Umstände, die bei Vorliegen
eines solchen Krankheitsbildes die Verwertung der verbliebenen Arbeitskraft auf dem
Arbeitsmarkt als unzumutbar erscheinen lassen können, sind: Eine Komorbidität im
Sinne eines vom Schmerzgeschehen losgelösten eigenständigen psychischen Leidens
von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer, chronische körperliche
Begleiterkrankungen mit mehrjährigem Krankheitsverlauf bei unveränderter oder
progredienter Symptomatik ohne längerfristige Remission, sozialer Rückzug, ein ver
festigter, therapeutisch nicht mehr angehbarer innerseelischer Verlauf einer an sich
missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer
Krankheitsgewinn), unbefriedigende Ergebnisse von konsequent durchgeführten
Behandlungen (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) und gescheiterte
Rehabilitationsmassnahmen bei vorhandener Motivation und Eigenanstrengung der
versicherten Person (BGE 132 V 65 E. 4.2.2 S. 71; 130 V 352 E 2.2.3 S. 353 ff.;
Urteil 9C_1061/2009 vom 11. März 2010 E. 5.4.3.1.1). Umgekehrt sprechen u.a. eine
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erhebliche Diskrepanz zwischen den geschilderten Schmerzen und dem gezeigten
Verhalten oder der Anamnese, die Angabe intensiver in der Umschreibung vager
Schmerzen oder behauptete schwere Einschränkungen im Alltag bei weitgehend
intaktem psychosozialen Umfeld gegen das Vorliegen eines invalidisierenden
Gesundheitsschadens (BGE 131 V 49 E. 2.1 S. 51; Urteil 9C_736/2011 vom 7. Februar
2012 E. 1.1).
5.2.2 Die fachärztlichen Stellungnahmen zum psychischen Gesundheitszustand
und zu dem aus medizinischer Sicht (objektiv) vorhandenen Leistungspotenzial bilden
unabdingbare Grundlage für die Beurteilung der Rechtsfrage, ob und gegebenenfalls
inwieweit einer versicherten Person unter Aufbringung allen guten Willens die Über
windung ihrer Schmerzen und die Verwertung ihrer verbleibenden Arbeitskraft
zumutbar ist oder nicht (BGE 130 V 352 E. 2.2.5 S. 355). Bei ihrer Einschätzung der
psychischen Ressourcen des Exploranden oder der Explorandin, mit den Schmerzen
umzugehen, haben die begutachtenden Ärzte notwendigerweise auch die
massgebenden Kriterien zu beachten (BGE 135 V 201 E. 7.1.3 S. 213; 130 V 352 E.
2.2.4 S. 355) und sich daran zu orientieren (Ulrich Meyer, Die Rechtsprechung zur
Arbeitsunfähigkeitsschätzung bei somatoformen Schmerzstörungen, in: Medizin und
Sozialversicherung im Gespräch, 2006, S. 221). Insbesondere haben sie sich dazu zu
äussern, ob eine psychische Komorbidität oder weitere Umstände gegeben sind,
welche die Schmerzbewältigung behindern (SVR 2008 IV Nr. 23 S. 71, I 683/06 E. 2.2).
Nicht erforderlich ist, dass sich eine psychiatrische Expertise in jedem Fall über jedes
einzelne der genannten Kriterien ausspricht; massgeblich ist eine Gesamtwürdigung
der Situation (SVR 2005 IV Nr. 6 S. 21, I 457/02 E. 7.4 mit Hinweis, nicht publ. in: BGE
130 V 396).
5.3 Zunächst ist zu präzisieren, dass Dr. G._ in der psychiatrischen Beurteilung
entgegen der Diagnosenliste stets von einer depressiven Störung mittlerer Ausprägung
bzw. von einer mittelgradigen (vorübergehend gar schweren) Depression und nicht von
einer Episode spricht (IV-act. 64-13 f.). Es ist daher mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit von einer mittelgradigen (bis schweren) Depression, die andauert
und noch nicht abgeklungen ist, auszugehen, und nicht lediglich von einer Episode. Mit
anderen Worten besteht keine lediglich vorübergehende depressive Problematik, was
durch das mittlerweile seit Mitte 2008 anhaltende depressive Leiden der Beschwerde
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führerin bestätigt wird. Sodann hat Dr. G._ im Gutachten die Frage der willentlichen
Schmerzüberwindung diskutiert. Er kam zum Schluss, dass eine psychische
Komorbidität von erheblicher Schwere und Länge bestehe. Eine chronische körperliche
Begleiterkrankung fehle, ein primärer Krankheitsgewinn sei offensichtlich (Flucht in
die Krankheit), ein Rückzug habe bis zu einem gewissen Grad stattgefunden. Eine
medikamentöse Behandlung sei versucht worden, sei jedoch bis anhin wenig
erfolgreich gewesen. Bei der Beschwerdeführerin falle vor allem die erhebliche
psychische Komorbidität ins Gewicht. Die mittelschwere (bis schwere) Depression,
kompliziert durch die Angstzustände, würde in psychiatrischer Hinsicht ein Hindernis
darstellen, die Schmerzen zu überwinden (IV-act. 64-14). Die Beschwerdegegnerin hat
als Begründung für ihre gegenteilige Auffassung einzig aufgeführt, dass die Kriterien für
die Annahme der Unüberwindbarkeit der Schmerzen nicht hinreichend gehäuft und
ausgeprägt seien. Vorliegend besteht jedoch gemäss Dr. G._ bereits eine
Komorbidität von erheblicher Schwere und Länge. Ferner sind auch weitere Kriterien
wie primärer Krankheitsgewinn sowie teilweiser sozialer Rückzug erfüllt. Offenbar war
auch die bisherige psychiatrische Behandlung wenig erfolgreich. In diesem Zusammen
hang ist zu erwähnen, dass die ablehnende Haltung der Beschwerdeführerin gegen
eine stationäre Behandlung aufgrund der Erlebnisse in ihrer Kindheit - ihre Mutter
musste offenbar mehrmals aus psychischen Gründen hospitalisiert werden (IV-act.
64-12) - zumindest teilweise nachvollziehbar erscheint. Dass die diagnostizierte
mittelgradige Depression die Überwindung der Schmerzen verunmöglicht und die
Arbeitsfähigkeit einschränkt, ergibt nicht zuletzt vor dem Hintergrund der von Dr. G._
festgestellten konstitutionellen Prädisposition für depressive Erkrankungen Sinn. Unter
Würdigung der gesamten Umstände erscheint ein Abweichen von der gutachterlichen
Einschätzung der derzeitigen Unüberwindbarkeit der Schmerzen aus rechtlicher Sicht
nicht angezeigt.
5.4 Sodann ist die Rolle der psychosozialen Faktoren genauer zu betrachten.
Gemäss Akten sind psychosoziale Faktoren (finanzielle Schwierigkeiten und
Überforderung durch Beruf und Familie) zwar vorhanden, hingegen schliesst dies für
sich allein einen invalidisierenden Befund nicht aus. Gemäss Rechtsprechung trifft dies
nur dann zu, wenn die festgestellte psychische Krankheit ihre hinreichende Erklärung in
psychosozialen und soziokulturellen Umständen findet und gleichsam in ihnen aufgeht
(Urteil des Bundesgerichts vom 30. März 2011, 9C_1041/2010, E. 5.2 mit Hinweis).
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Dies ist vorliegend indessen nicht der Fall. Dr. G._ geht aufgrund der familiären
Häufung von psychischen Störungen von einer konstitutionellen Komponente aus.
Konkret auslösend habe sich die Überforderung der Beschwerdeführerin durch die
Rolle als Mutter und Hausfrau sowie die 80%-ige Berufstätigkeit mit Nachtschichten
ausgewirkt (IV-act. 64-13). Es kann vorliegend somit nicht gesagt werden, dass die
psychische Krankheit der Beschwerdeführerin sich einzig mit psychosozialen Um
ständen erklären lässt. Vielmehr liegt ihr offenbar eine Prädisposition zu Grunde. Weiter
fällt ins Gewicht, dass die depressive Störung bereits seit längerem besteht, mithin
nicht bloss einem vorübergehenden Verstimmungszustand gleichkommt.
5.5 Zusammenfassend ergibt sich, dass entgegen der Auffassung der Beschwerde
gegnerin von einem invalidisierenden Gesundheitsschaden und somit gestützt auf das
Gutachten von einer 30% Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten ausserhäuslichen Er
werbstätigkeit auszugehen ist.
6.
6.1 Des Weiteren ist die von der Beschwerdegegnerin im Rahmen der Invaliditäts
bemessung nach der gemischten Methode vorgenommene Aufteilung in 50% Erwerbs
tätigkeit und 50% Tätigkeit im Haushalt umstritten (act. G 1).
6.2 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als
nichterwerbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen
unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung
bestünde (BGE 125 V 150 E. 2c). Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen
sind nach der Rechtsprechung die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen
Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber
Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die
persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Die Statusfrage beurteilt
sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verfügung
entwickelt hätten, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall
ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 125 V 150 E. 2c; BGE 117
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V 194 f. E. 3b mit Hinweisen; AHI 1997 S. 288 ff. E. 2b, AHI 1996 S. 197 E. 1c, je mit
Hinweisen).
6.3 Fest steht, dass die Beschwerdeführerin vor Aufnahme der Tätigkeit in der Firma
B._ zu 50% erwerbstätig war (IV-act. 1-5, 21). Ab 1. Dezember 2007 bis zum Eintritt
des Gesundheitsschadens (letzter Arbeitstag am 17. April 2008) arbeitete sie zweimal
während der Woche von 18 Uhr bis 3.30 Uhr und an den Wochenenden von 19 Uhr bis
4.30 Uhr als Host in der Firma B._. Das Arbeitspensum entsprach einem Pensum von
80% (IV-act. 25-2 f., 64-9). Anlässlich der Abklärung vor Ort gab die
Beschwerdeführerin an, dass sie während der Woche wegen der Kinder jeweils um 7
Uhr wieder aufgestanden sei. An den Wochenenden habe sie ausschlafen können. Die
Arbeit habe ihr Spass gemacht und sei zudem auch aus finanziellen Gründen
notwendig gewesen. Ohne Gesundheitsschaden würde sie weiterhin zu 80% in der
Firma B._ arbeiten. Tagsüber wolle sie nicht arbeiten, da sie ihren Kindern selber
schauen bzw. diese selber erziehen möchte (IV-act. 75-3). Die Tatsache, dass die
Beschwerdeführerin vor Eintritt des Gesundheitsschadens lediglich 3 Monate zu 80%
gearbeitet hat, wobei sie während dieser drei Monate bereits mehr als einen Monat zu
100% bzw. zu 50% arbeitsunfähig gewesen war (IV-act. 25-4), spricht gegen die
Annahme einer 80%-igen Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall. Hinzu kommt die ab
lehnende Haltung gegenüber der Fremdbetreuung ihrer Kinder, die wohl unweigerlich
nötig geworden wäre, um ein Arbeitspensum von 80% auf längere Zeit aufrecht zu
erhalten. Unter diesen Umständen erscheint die Angabe der Beschwerdeführerin, sie
wäre im Gesundheitsfall zu 80% erwerbstätig, nicht überwiegend wahrscheinlich.
Vielmehr ist mit der Beschwerdegegnerin davon auszugehen, dass die Beschwerde
führerin im Gesundheitsfall, entsprechend ihrem vor Aufnahme der Tätigkeit in der
Firma B._ ausgeübten Pensum, weiterhin zu 50% erwerbstätig wäre. Somit ist die
von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Aufteilung in 50% Erwerbstätigkeit und
50% Tätigkeit im Haushalt nicht zu beanstanden.
6.4 Betreffend die seitens der Beschwerdeführerin gerügte Vernachlässigung der
Wechselwirkung zwischen den verbleibenden Arbeitsfähigkeiten in den Bereichen
Erwerbstätigkeit und Aufgabenbereich ist folgendes festzuhalten: Nach der Recht
sprechung des Bundesgerichts (Bundesgerichtsentscheid i/S R. vom 30. November
2009, 8C_729/2009 E. 4.4; BGE 134 V 9) kann das infolge der Beanspruchung in der
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Erwerbstätigkeit oder im häuslichen Aufgabenbereich im jeweils anderen Tätigkeits
bereich reduzierte Leistungsvermögen nur berücksichtigt werden, wenn es offenkundig
ist und ein gewisses normales Mass überschreitet. Allfällige Wechselwirkungen sind
stets vom anteilsmässig bedeutenderen zum weniger bedeutenden Bereich zu berück
sichtigen. Weiter gilt, dass gesundheitliche Auswirkungen vom Erwerbs- in den Haus
haltbereich nur angenommen werden können, wenn die verbleibende Arbeitsfähigkeit
im erwerblichen Tätigkeitsbereich voll ausgenützt wird, d.h. der - für den
Gesundheitsfall geltende - Erwerbsanteil die Arbeitsfähigkeit im Erwerbsbereich
übersteigt oder mit dieser identisch ist (BGE 134 V 9 E. 7.3.3 und E. 7.3.5 S. 13 f.).
Gemäss dem Entscheid 8C_729/09 ist diese Regel offenbar so zu verstehen, dass die
Berücksichtigung der Wechselwirkung ausser Betracht fällt, wenn die betroffene
Versicherte tatsächlich keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgeht. Das ist vorliegend der
Fall, sodass sich die von der Beschwerdeführerin diesbezüglich geforderten weiteren
Abklärungen erübrigen.
7.
7.1 Zu prüfen bleibt die Einschränkung im Bereich Haushalt.
7.2 Gestützt auf die Abklärung vor Ort ist die Beschwerdegegnerin in der ange
fochtenen Verfügung von einer Einschränkung im Haushalt von 11.58% ausgegangen.
Gemäss Abklärungsbericht wurde der Teilbereich Betreuung von Kindern mit 50.28%
gewichtet. Eine Einschränkung bei der Kinderbetreuung wurde indessen nicht an
erkannt. Die Beschwerdeführerin gab an, dass sie die Kinder in die Spielgruppe und in
den Kindergarten schicke. Am Montag- und Freitagnachmittag sei der Grössere zu
Hause. Ab und zu seien die Kinder bei der Schwägerin. Diese hole die Kinder ca. zwei
mal die Woche für 1.5 Stunden ab. Die restliche Zeit seien die Kinder zu Hause bei ihr.
Die Förderung und Erziehung der Kinder sowie Bücher vorlesen könne sie noch
machen. Die Kinder seien selbständig und hätten einen schönen Spielplatz. Sie könne
auf dem Boden sitzen und mit ihnen spielen. Wenn es ihr nicht gut gehe, sage sie es
ihren Kindern. Die Kinder würden sie verstehen und auf sie Rücksicht nehmen (act.
75-6 ff.). Die Einschränkung der Beschwerdeführerin im Haushalt bzw. insbesondere
bei der Kinderbetreuung wurde im psychiatrischen Gutachten nicht thematisiert.
Dr. G._ wies einzig pauschal darauf hin, dass allfällige in der Abklärung vor Ort
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festgestellte Einschränkungen aus psychiatrischer Sicht im Rahmen der genannten
Behinderungen plausibel wären (act. 64-14). In der Stellungnahme vom 11. Januar
2011 hielt der RAD fest, er halte es medizinisch nicht nachvollziehbar, dass in diesem
Bereich (Kinderbetreuung) keinerlei Einschränkungen bestünden. Bei den festgestellten
psychopathologischen Einschränkungen sei zu erwarten, dass die Beschwerdeführerin
durchaus auch hier Einschränkungen habe (IV-act. 78-2). Gleichwohl nahm die
Beschwerdegegnerin keine weiteren Abklärungen diesbezüglich an die Hand.
Namentlich erfolgte keine Plausibilisierung durch den begutachtenden Psychiater.
Bereits Dr. D._ hatte in seinem Gutachten vom 3. Dezember 2008 festgehalten, dass
die Kinder der Beschwerdeführerin nicht unerheblich unter dem Zustand ihrer Mutter
leiden dürften. Die Beschwerdeführerin habe selber berichtet, dass auch die Kinder
weinen würden, wenn sie ihre Mutter weinen sähen. Es bestünde die Gefahr, dass sich
die depressive Stimmungslage auf die Kinder übertrage. Eine Massnahme nach Art.
307 ZGB sei mindestens prüfenswert (IV-act. 30-10 f.). Der behandelnde Psychiater
hatte im Bericht vom 15. Januar 2009 erwähnt, dass die Beschwerdeführerin für die
Betreuung ihrer beiden Kinder (heute sind es drei Kinder) regelmässige Hilfe von ihrer
Schwägerin in Anspruch nehmen müsse (IV-act. 29-5 f.) Auch der Hausarzt hatte in
seinem Bericht vom 31. Mai 2009 festgehalten, dass die Beschwerdeführerin nicht
einmal in der Lage sei, ihre beiden Kinder zu versorgen und zu betreuen (IV-act. 33-7).
Somit muss die Beschwerdeführerin sich offensichtlich gegenüber den vorgenannten
Ärzten bezüglich Einschränkungen im Bereich der Kinderbetreuung geäussert haben.
Aufgrund der Aktenlage erscheint in Übereinstimmung mit dem RAD nicht
nachvollziehbar, dass die Beschwerdegegnerin eine Einschränkung bei der
Kinderbetreuung verneint hat. Unter diesen Umständen erweist sich der Sachverhalt
als nicht ausreichend abgeklärt, sodass die Einschränkung im Haushalt nicht
abschliessend beurteilt werden kann. Die Sache ist daher an die Beschwerdegegnerin
zur psychiatrischen Plausibilisierung der Einschränkung im Haushalt zurückzuweisen,
wobei es sich anbietet, sämtliche Einschränkungen in den jeweiligen Teilbereichen zu
überprüfen.
8.
Soweit die Beschwerdegegnerin sich zur Bestimmung des Valideneinkommens bei der
Invaliditätsbemessung im Bereich Erwerbstätigkeit auf das zuletzt erzielte Einkommen
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bezieht, ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin nach Angaben der
Arbeitgeberin neben dem Fixlohn von Fr. 3'040.-- zusätzlich eine variable
Leistungsprämie erhielt (IV-act. 25-3). Gemäss Lohnjournal wurden im Jahr 2008 in den
Monaten März bis und mit Juni Leistungsprämien von total Fr. 1'331.40 entrichtet (IV-
act. 25-11). Insofern wird das Valideneinkommen bei der Invaliditätsbemessung
anzupassen sein.
9.
Zusammengefasst ist festzuhalten, dass entgegen der Auffassung der Beschwerde
gegnerin von einem invalidisierenden Gesundheitsschaden und gestützt auf das Gut
achten von Dr. F._ und Dr. G._ von einer Arbeitsfähigkeit von 30% in adaptierter
Tätigkeit auszugehen ist. Sodann ist die Invaliditätsbemessung anhand der gemischten
Methode im Verhältnis 50% Erwerbstätigkeit und 50% Tätigkeit im Haushalt
vorzunehmen. Betreffend die Einschränkungen im Haushalt hat die Beschwerde
gegnerin den Sachverhalt insbesondere im Zusammenhang mit dem Bereich Kinder
betreuung nicht ausreichend abgeklärt. Diesbezüglich sind weitere Abklärungen in Sinn
der Erwägungen angezeigt. Die Sache ist hierfür an die Beschwerdegegnerin zurück
zuweisen.
10.
10.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen. Die angefochtene
Verfügung vom 7. Oktober 2011 ist aufzuheben, und die Sache ist zur weiteren
Abklärung im Sinn der Erwägungen sowie zur neuen Verfügung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
10.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von insgesamt
Fr. 600.-- erscheint vorliegend als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung
gilt praxisgemäss als volles Obsiegen (BGE 132 V 235 E. 6.2). Die Beschwerdegegnerin
hat deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten.
bis
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10.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf
Ersatz der Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen
werden (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Rechts
vertreter der Beschwerdeführerin hat eine Honorarnote in der Höhe von Fr. 3'144.95
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer). Zur Berechnung des Honorars verwendete
er einen Stundensatz von Fr. 200.--. Im Fall des Obsiegens sei die Parteientschädigung
aufgrund eines Stundensatzes von Fr. 250.-- zu berechnen. Der Bedeutung der Streit
sache und dem Aufwand angemessen erscheint indessen eine pauschale Partei
entschädigung von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer)
Demgemäss hat das Versicherungsgericht