Decision ID: 0b987b38-c018-4901-b552-bd13745c5b24
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Rainer Niedermann, St. Leonhard-Strasse 20,
Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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St.Galler Gerichte
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich im Dezember 2005 zum Leistungsbezug bei der
Invalidenversicherung an (IV-act. 3). Dr. med. B._, bescheinigte am 3. Januar 2006
ein chronifiziertes lumbo-spondylogenes Syndrom bei kleinen Diskushernien L4/L5
rechts und L5/S1 links sowie Spondylarthrosen L4/L5 und L5/S1. Der Versicherte sei
seit 3. Dezember 2005 noch zu 50 % arbeitsfähig (IV-act. 12). Die C._ AG löste das
Arbeitsverhältnis auf Ende April 2006 auf (IV-act. 16). Nach Durchführung von weiteren
Abklärungen, u.a. Einholung einer medizinischen Einschätzung beim RAD, welcher für
den Versicherten wegen erhöhten Pausenbedarfs bei chronischen Schmerzen eine
Minderung der Arbeitsfähigkeit von 20 % für leidensadaptierte, d.h. körperlich leichte
und wechselbelastende Tätigkeiten, attestierte (IV-act 24), eröffnete die IV-Stelle des
Kantons St. Gallen dem Versicherten mit Verfügungen vom 31. Oktober 2006, eine
Arbeitsvermittlung sei zur Zeit nicht möglich, da eine Unterstützung der IV bei der
Eingliederung (in eine dem Gesundheitsschaden adaptierte 80%-Tätigkeit) nicht
gewünscht werde. Der Rentenanspruch werde abgewiesen. Einem Valideneinkommen
von Fr. 61'743.-- stehe ein zumutbares Invalideneinkommen von Fr. 41'990.-- (auf der
Basis einer 80%-Arbeitsfähigkeit und nach Berücksichtigung eines Leidensabzuges
von 10 %) gegenüber, woraus sich ein IV-Grad von 32% errechne (IV-act. 43).
Nachdem der Versicherte gegen die Rentenverfügung Beschwerde beim
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen erhoben hatte (IV-act. 50), widerrief die
IV-Stelle die Verfügung am 16. Februar 2007. Das Versicherungsgericht schrieb die
Beschwerde (IV 2006/267) in der Folge ab (IV-act. 64, 72).
A.b Nach Durchführung von weiteren ärztlichen Behandlungen sowie Erstellung von
zwei Gutachten durch das Servizio Accertamento Medico (SAM), Bellinzona, vom
August 2007 und Mai 2009 (IV-act. 80 und 143) stellte die IV-Stelle des Kantons
St. Gallen dem Versicherten mit Vorbescheid vom 14. September 2009 die
Rentenablehnung in Aussicht. Die medizinische Abklärung habe ergeben, dass er in der
bisherigen Tätigkeit als Maschinist und auch in jeder anderen, der Behinderung
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angepassten Tätigkeit zu 70% arbeitsfähig sei. Einem Validen-einkommen 2008 von Fr.
63'986.-- stehe ein Invalideneinkommen 2008 von Fr. 44'790.-- (gemäss LSE-Tabelle
unter Zugrundelegung einer Arbeitsfähigkeit von 70%, ohne Leidensabzug) gegenüber,
woraus sich ein IV-Grad von 30% errechne (IV-act. 158). Nachdem Rechtsanwalt lic.
iur. R. Niedermann, St. Gallen, für den Versicherten hiergegen am 15. Oktober 2009
einen Einwand eingereicht (IV-act. 162, 164) und die IV-Stelle weitere Abklärungen
vorgenommen hatte (IV-act. 166, 169, 170), verfügte sie am 14. Januar 2010 im Sinn
des Vorbescheids (IV-act. 171). Auf ein Wiedererwägungsgesuch vom 17. Februar 2010
(IV-act. 179) trat die IV-Stelle nicht ein (IV-act. 182).
B.
B.a Gegen diese Verfügung liess der Versicherte durch Rechtsanwalt Niedermann am
17. Februar 2010 Beschwerde erheben mit den Anträgen, die Verfügung sei
aufzuheben und ihm sei eine Dreiviertelsrente ab 1. März 2006 und eine ganze
Invalidenrente ab 1. Dezember 2007 auszurichten. An den früheren Eingaben samt
Beweisofferten werde festgehalten. Insbesondere werde auch die Beschwerde vom
1. Dezember 2006 (IV 2006/267) zum integrierenden Bestandteil der vorliegenden
Beschwerde erklärt. Zur Begründung liess der Beschwerdeführer unter anderem
darlegen, der rheumatologischen Beurteilung des SAM (2007) könne nicht gefolgt
werden. Das Gutachten setze sich nicht mit der abweichenden
Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. med. D._, Innere Medizin/Rheumatologie FMH,
auseinander. Auch die psychiatrische Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch das
SAM überzeuge nicht. Die behandelnde Psychiaterin med. pract. E._, Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, St. Gallen, diagnostiziere seit Jahren ein schweres depressives
Zustandsbild. Die Gutachter des SAM würden sich mit dieser divergierenden
Einschätzung ebenfalls nicht auseinandersetzen. Die psychiatrische Diagnose des
SAM-Gutachtens von 2009 sei unzutreffend, weil sie im Widerspruch zur festgestellten
depressiven Symptomatik stehe. Auch der Nachfolger von med. pract. E._, Dr. med.
F._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, liste im Schreiben vom 10.
Februar 2010 die schweren Mängel des psychiatrischen Teilgutachtens des SAM auf
(IV-act. 178; act. G 1.2.2). Die Arbeitsfähigkeit von 70% werde trotz eines
anerkanntermassen mittelschweren depressiven Zustandsbildes nicht weiter
begründet. Der Verlust, schwere Arbeit auszuführen, sei mit einem angemessenen
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Abzug beim Invalideneinkommen zu berücksichtigen. Ferner sei dem
Beschwerdeführer ein sogenannter Teilzeitabzug zu gewähren.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 2. Juni 2010 beantragte die Beschwerdegegnerin
Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führte sie unter anderem aus, die
Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. D._ überzeuge nicht. Eine psychische
Gesundheitsschädigung sei zwingend durch einen Psychiater festzustellen. Eine
somatoforme Schmerzstörung oder ein vergleichbarer syndromaler Zustand zusammen
mit einer mittelgradigen depressiven Episode schränke die Arbeitsfähigkeit nur dann
ein, wenn eine psychische Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und
Dauer vorliege und zudem weitere Faktoren gegeben seien. Die psychiatrische
Einschätzung von med. pract. E._ vermöge nicht zu überzeugen. Sie sei zu Gunsten
des Beschwerdeführers befangen. Die von dieser Ärztin in den Vordergrund gespielten
psychosozialen Faktoren würden keine Invalidität begründen. Beim Beschwerdeführer
würden einzig ätiologisch-pathogenetisch unerklärliche syndromale Leidenszustände
beschrieben, denen infolge fehlender Objektivierbarkeit keine invalidisierende Wirkung
zukomme. Es sei nicht ersichtlich, inwiefern das SAM-Gutachten 2009 bezüglich der
erhobenen Befunde und der gestellten Diagnosen rechtsfehlerhaft sein sollte. Ihm
komme volle Beweiskraft zu. Auch die Arbeitsfähigkeitsschätzung im somatischen
Bereich sei schlüssig. Demgegenüber stehe die psychiatrisch festgesetzte
Arbeitsfähigkeit von lediglich 70% nicht im Einklang mit der Rechtsprechung des
Bundesgerichts. Die Somatisierungsstörung sei nicht invalidisierend, weil keine
psychische Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer vorliege.
Die Einwände in der Beurteilung F._ seien nicht stichhaltig. Auch andere Faktoren,
welche die zumutbare Willensanstrengung für die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit
behindern könnten, lägen beim Beschwerdeführer nicht in der notwendigen Intensität
vor. Es sei von einer vollen Arbeitsfähigkeit aus psychischen Gründen auszugehen.
Insofern könne vom SAM-Gutachten 2009 abgewichen werden, ohne dass diesem
deshalb im restlichen Teil der Beweiswert abgesprochen werden müsse.
B.c Mit Replik vom 23. September 2010 bestätigte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers seinen Standpunkt (act. G 16). Die Beschwerdegegnerin
verzichtete auf eine Duplik (act. G 18).
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B.d Das Versicherungsgericht liess die Gutachten des SAM vom 6. August 2007 und
vom 18. Mai 2009 sowie das Schreiben von Dr. med. G._ vom 14. Dezember 2009
durch H._ übersetzen (act. G 24-27).

Erwägungen:
1.
1.1 In materiell-rechtlicher Hinsicht gilt der übergangsrechtliche Grundsatz, dass der
Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids bzw. im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den
materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklichte (vgl. BGE 127 V 467
Erw. 1, 126 V 136 Erw. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung erging am
14. Januar 2010, wobei im Wesentlichen ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem
Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008
begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung
betrifft, ist für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals geltenden Bestimmungen
und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der 5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur
4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts
[EVG; seit 1. Januar 2007: sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom
7. Juni 2006 [I 428/04] Erw. 1). Diese übergangsrechtliche Lage zeitigt indessen keine
materiellrechtlichen Folgen, da die 5. IV-Revision hinsichtlich des Begriffs und der
Bemessung der Invalidität keine substantiellen Änderungen gegenüber der bis Ende
2007 gültig gewesenen Rechtslage brachte. Nachfolgend werden die seit 1. Januar
2008 gültigen Bestimmungen des ATSG (SR 830.1) und des IVG (SR 83.1.20)
wiedergegeben.
1.2 Streitig ist vorliegend, ob der Beschwerdeführer ab 1. März 2006 Anspruch auf
eine IV-Rente hat. Zu prüfen ist der Zeitraum bis 14. Januar 2010 (Datum der
angefochtenen Verfügung). Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine
Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und nach
zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird nach Art.
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16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der
Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen).
2.
2.1 Der Rheumatologe Dr. D._ diagnostizierte beim Beschwerdeführer am
5. Dezember 2005 ein chronifiziertes lumbo-spondylogenes Syndrom bei kleiner
Diskushernie L4/L5 rechts und L5/S1 links sowie Spondylarthrosen L4/L5 und L5/S1,
eine Adipositas und eine Blindheit auf dem linken Auge, posttraumatisch. Die gemäss
Bericht der Klinik Valens vorgesehene Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 90-100% (IV-
act. 12-13/18) habe sich als zu optimistisch erwiesen. Der Beschwerdeführer sei für
eine leichte Arbeit noch zu 50% arbeitsfähig (IV-act. 12). Der RAD-Arzt Dr. med. H._
erachtete den Beschwerdeführer im Bericht vom 14. August 2006 für eine leichte,
wechselbelastende Tätigkeit zu 80% arbeitsfähig. Eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit
könne durch den erhöhten Pausenbedarf bei chronischen Schmerzen erklärt werden
(IV-act. 24). Im polydisziplinären (rheumatologisch-psychiatrischen) Gutachten des
SAM vom 6. August 2007 wurde mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit die Diagnose
eines chronischen lumbovertebralen und lumbospondylogenen Syndroms bei
segmentaler Insuffizienz L4/L5 und L5/S1 sowie kleinen Diskushernien auf diesen
Höhen aufgeführt und festgehalten, dass der Beschwerdeführer seit einigen Jahren
über lumbal lokalisierte Schmerzen klage, die sich im März 2005 deutlich verschlechtert
hätten. Aus den Rückenschmerzen hätten sich ins rechte Bein ausstrahlende
Schmerzen ergeben. In letzter Zeit sei auch die linke untere Extremität betroffen. Das
Gehen sei nur noch während 15 Minuten möglich. Neurologische Ausfälle würden nicht
beklagt. Bei der Untersuchung habe sich eine leicht eingeschränkte und teilweise
schmerzhafte Beweglichkeit der lumbalen Wirbelsäule gezeigt; hier sei auch die
paravertebrale Muskulatur schmerzhaft gewesen. Die grossen Gelenke an den oberen
und unteren Extremitäten seien normal beweglich gewesen; neurologische Reiz- oder
Ausfallsymptome hätten sich nicht gefunden. Es liege eine Diskrepanz zwischen den
geklagten Beschwerden und den objektivierbaren klinischen und radiologischen
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Befunden vor. Der psychiatrische Facharzt beschrieb eine euthyme Stimmungslage. Es
bestünden ein guter affektiver Kontakt, eine leichtgradige freiflottierende Angst sowie
normale kognitive Funktionen (keine Störungen von Konzentration, Aufmerksamkeit
und Gedächtnis). Der formale Gedankengang sei erhalten und flüssig. Der
Beschwerdeführer mache sich Sorgen über seine aktuelle Situation. Hinweise auf
Schuldgefühle, Selbstvorwürfe oder schädigende Tendenzen bestünden nicht. Es lägen
kein obsessiver oder phobischer Gedankengang, keine Suizidgedanken und keine
halluzinatorischen oder deliranten Ideen vor. Es könne keine psychiatrische Diagnose
gestellt werden. Möglicherweise sei es anlässlich der Kündigung des
Arbeitsverhältnisses zu einer Senkung der Stimmungslage gekommen; hierfür hätten
sich zum Explorationszeitpunkt jedoch keine Hinweise (mehr) finden lassen. Aus
psychiatrischer Sicht könne keine Arbeitsunfähigkeit bescheinigt werden. Die
Gutachter hielten als Gesamtwürdigung fest, in der früher ausgeübten
Hilfsarbeitertätigkeit in der Glasflaschenproduktion bestehe eine Arbeitsfähigkeit von
70%. In einer leidensangepassten, leichten bis mittelschweren, wechselbelastenden
Tätigkeit ohne Notwendigkeit des Einhaltens von statischen Haltungen über 15 bis 30
Minuten (kein Vorneigen des Körpers, ohne repetitives Heben und Tragen von Lasten
über 10-15 kg, mit nur gelegentlichen Rotations- und Flexionsbewegungen des
Körpers und ohne Sitzen während über einer Stunde) liege eine volle Arbeitsfähigkeit
vor (IV-act. 80-12/30 bis -29/30; act. G 27.1).
2.2 Der Beschwerdeführer liess das erwähnte Gutachten am 26. September 2007
dahingehend beanstanden, dass im rheumatologischen Teilgutachten die erhebliche
Abweichung der Beurteilung (100% Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten
Tätigkeit) von denjenigen von Dr. D._ und Dr. B._ (50% Arbeitsfähigkeit in
leidensadaptierter Tätigkeit) nicht begründet werde. Das Gutachten lasse die streitige
Frage (ob die von der Klinik Valens aufgestellte Arbeitsfähigkeitsprognose zu
optimistisch sei) unbeantwortet. Die im psychiatrischen Teilgutachten erhobene
Anamnese sei unvollständig und falsch (IV-act. 83). Die Psychiaterin med. pract. E._,
hatte am 22. September 2007 berichtet, der Beschwerdeführer habe in letzter Zeit
Selbstmordgedanken. Seine Frau leide unter Depressionen. Der Beschwerdeführer sei
ihr als Begleiter seiner Ehefrau von früheren Konsulationen bekannt. Er sei ihr, obwohl
nicht ihr Patient, schon damals immer als depressiv und chronisch suizidgefährdet
aufgefallen. Er habe sehr bescheiden, anspruchslos bis selbstlos gewirkt. Er sei
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(aktuell) deutlich depressiv. Seine Äusserungen und sein Verhalten würden sein tiefes
Selbstwertgefühl wiederspiegeln. Für ihn sei es äusserst schwierig, sein persönliches
Befinden genau zu schildern. Er neige dazu, psychische Probleme zu dissimulieren. Er
sei absolut nicht klagsam und äussere keine Wünsche, denke auch nicht an
Krankschreibung aus psychischen Gründen. Es liege ein schweres depressives
Zustandsbild mit somatischem Syndrom, Ängsten und Suizidalität vor (IV-act. 84). Dr.
B._ bestätigte am 25. September 2007 die 50%ige Arbeitsfähigkeit (IV-act. 85). Der
RAD-Arzt Dr. med. I._ verwies in der Stellungnahme vom 5. Oktober 2007 auf das
Ergebnis des in der Klinik Valens durchgeführten validierten Testverfahrens der
Ergonomieabteilung. Zu jenem Zeitpunkt sei in einer adaptierten Tätigkeit eine
ganztägige Arbeitsfähigkeit bescheinigt worden. Es sei (mit dem rheumatologischen
Gutachter des SAM) nicht einzusehen, warum eine Person mit Rückenschmerzen, aber
nur einer leichten Beweglichkeitseinschränkung und ohne neurologische Symptomatik
in einer angepassten Tätigkeit nicht vollumfänglich arbeiten könne. Der vom
psychiatrischen Gutachter beschriebene Psychostatus decke sich mit den
Feststellungen des rheumatologischen Gutachters, gemäss welchem der
Beschwerdeführer angegeben habe, nie psychische Probleme gehabt zu haben und
von seiner Familie verstanden und unterstützt worden zu sein. Aufgrund der Angaben
von med. pract. E._ müsse nun davon ausgegangen werden, dass sich das
Zustandsbild akut verschlechtert habe. Der Beschwerdeführer sei nun depressiv, am
ehesten im Sinn einer Anpassungsstörung. Dieses akute Geschehen sei in der Regel
temporär und therapeutisch gut angehbar. Im Sinn der Schadenminderungspflicht
könne dem Beschwerdeführer eine fachärztliche Behandlung auferlegt werden.
Sinnvollerweise sei diese beim italienisch sprechenden Dr. med. J._ durchzuführen
(IV-act. 90). Dr. D._ berichtete am 6. November 2007, der Beschwerdeführer habe
nach dem Aufenthalt in der Klinik Valens die Arbeit wieder zu 50% aufgenommen,
wobei keine Steigerung möglich gewesen sei. In der Folge habe er die Kündigung
erhalten. Er leide wie schon bei den Voruntersuchungen vom Juni und Dezember 2005
unter starken lumbalen Schmerzen, welche sich trotz des stationären Aufenthalts in
Valens und nachfolgender Physiotherapie nicht gebessert hätten. Er beurteile den
Patienten nach wie vor als 50% arbeitsfähig für eine leichte Arbeit ohne regelmässiges
Bücken und ohne Heben von Lasten über 10 kg (IV-act. 89). Auf das Schreiben der
Beschwerdegegnerin vom 20. November 2007 (Aufforderung, sich einer
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fachpsychiatrischen Behandlung zu unterziehen) teilte med. pract. E._ mit, der
Beschwerdeführer befinde sich seit 19. September 2007 bei ihr in Behandlung und
werde weiter von ihr betreut (IV-act. 95, 97). Am 7. Januar 2008 gab Dr. B._ bekannt,
bei der Depression des Beschwerdeführers handle es sich nicht um ein akutes
Geschehen. Er habe ihn bereits vom 24. Oktober 2006 bis 16. April 2007 mit einem
Antidepressivum behandelt (IV-act. 101).
2.3 Im Bericht vom 25. März 2008 hielt med. pract. E._ unter anderem fest, das
fehlende Ansprechen (unveränderte Schmerzen) des Beschwerdeführers auf drei
Antidepressiva nach ausreichender Dosierung und genügend langer Zeit weise in
Richtung Therapieresistenz hin. Aus ihrer Sicht bestehe momentan wegen der
Depression eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 110). Am 6. September 2008
bestätigte die Ärztin die volle Arbeitsunfähigkeit seit 19. September 2007 und
berichtete unter anderem, es bestehe ein chronisch depressives Zustandsbild mit
somatischem Syndrom, eine Persönlichkeitsstörung mit Merkmalen der ängstlichen
und abhängigen Persönlichkeitsstörung und ein chronisches Schmerzsyndrom.
Wahrscheinlich hätten die vielen psychischen Verletzungen und Grausamkeiten - der
Beschwerdeführer sei von gleichaltrigen Kindern und Frauen wegen seines Aussehens
(Amaurose am linken Auge, Strabismus, Eintrübung der vorderen Augenabschnitte)
ausgelacht, verspottet und zurückgestossen worden - Spuren hinterlassen in der
Persönlichkeitsentwicklung. Nach der Heirat und der Geburt des ersten Kindes habe
sich das gesamte Dasein des Beschwerdeführers auf seinen beruflichen Einsatz und
auf die Haushaltführung (depressive Ehefrau) beschränkt. Wegen Depression und
Schuldgefühlen sei die Ehefrau 2005 in ihre Behandlung gekommen. Sie habe damals
einen Suizid des Ehemannes befürchtet. Bereits damals habe der Beschwerdeführer
unter Schmerzen gelitten und habe seinen Arbeitsplatz verloren. Er habe eine schwere
Depression mit Suizidalität entwickelt. Die psychisch kranke Ehefrau könne sich sehr
schlecht vom Leiden ihres Mannes abgrenzen. Unter antidepressiver Therapie sei es
beim Beschwerdeführer zu einer allgemeinen Beruhigung, einer leichten Aufhellung der
Depressivität und einem leichten Rückgang der Ängste und der Suizidalität gekommen.
Jedoch bestünden immer noch viele Sorgen, niedriges Selbstwertgefühl,
Hoffnungslosigkeit und somatische Symptome wie Müdigkeit und Erschöpfung. Das
Schmerzsyndrom sei unverändert. Wegen der allgemeinen Kraftlosigkeit und
Ermüdbarkeit bestehe für eine leichte adaptierte Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von
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höchstens 25% (IV-act. 125). Dr. I._ hielt am 14. Oktober 2008 unter anderem fest,
unter der Behandlung sei es offensichtlich lediglich zu einer geringfügigen Besserung
gekommen. Die behandelnde Ärztin führe keine Gradierung der vorhandenen
Depression an. Es sei davon auszugehen, dass Mitte September 2007 eine
Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten sei, welche zu einer
Arbeitsunfähigkeit von 100% aus psychiatrischer Sicht geführt habe. Der aktuelle
Zustand sei jedoch ungenügend dokumentiert, so dass eine Verlaufsbegutachtung
beim SAM vorgeschlagen werde (IV-act. 126). Am 22. November 2008 bescheinigte
med. pract. E._ das Vorliegen einer depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradiges
Zustandsbild mit somatischen Symptomen (IV-act. 140-3/5). In Berichten vom 29.
Januar und 9. Februar 2009 bestätigte die Ärztin - neben ergänzenden anamnestischen
Angaben und dem Hinweis, dass der Beschwerdeführer für die Reise nach Bellinzona
zwar keine Begleitung benötige, die Anwesenheit der Ehefrau bei der
Verlaufsbegutachtung jedoch sinnvoll wäre ("Folie à deux", ICD-10 F24) - die
bisherigen psychiatrischen Diagnosen und ihre Arbeitsfähigkeitsschätzung (IV-act. 135,
140-4/5ff). Dr. I._ stellte am 17. Februar 2009 fest, dass es keine medizinischen bzw.
psychiatrischen Gründe gebe, die eine Begleitung zur Begutachtung als zwingend
notwendig erscheinen lassen würden (IV-act. 138).
2.4 Im Verlaufsgutachten vom 18. Mai 2009 stellten die Gutachter des SAM die
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eines chronischen
lumbospondylogenen Syndroms, eines chronischen cervicospondylogenen Syndroms
bei Schmerzempfindungs- und Verarbeitungsstörung, einer sonstigen anhaltenden
affektiven Störung, einer Somatisierungsstörung und einer passiv-abhängigen
Persönlichkeit. Der rheumatologische Gutachter bescheinigte einen (im Vergleich zur
Begutachtung im August 2007) unveränderten Gesundheitszustand. Für eine leichte,
dem Gesundheitsschaden angepasste Tätigkeit bescheinigte er eine uneingeschränkte
(volle) Arbeitsfähigkeit. In einer Ergänzung nahm er zur Einschätzung von Dr. D._
Stellung (act. G 27.2 S. 19-22). Der psychiatrische Gutachter stellte unter anderem fest,
der depressive Zustand zu Beginn der Behandlung sei sicher stärker gewesen als
heute. Im Lauf der Zeit habe sich eine Besserung der depressiven Symptomatik
ergeben, obwohl das Gefühl der Wertlosigkeit und der Abhängigkeit von der Ehefrau
geblieben sei. Er bescheinigte in jeglicher Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 30%
(IV-act. 143-18/32; act. G 27.2 S. 15f). Interdisziplinär bescheinigten die Gutachter in
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der zuletzt ausgeübten Tätigkeit eine 70%ige Arbeitsfähigkeit. Ab September 2007 sei
eine Verschlimmerung des Gesundheitszustandes mit einer vollständigen
Arbeitsunfähigkeit aus psychischer Sicht aufgetreten. Zwei Monate nach
Therapiebeginn (September 2007) sei von einer Arbeitsfähigkeit von 50% und vier
Monate nach Therapiebeginn von einer Arbeitsfähigkeit von 70% für eine dem
Gesundheitsschaden adaptierte Tätigkeit auszugehen. Berufliche
Eingliederungsmassnahmen seien aufgrund der psychischen Situation nicht indiziert
(IV-act. 143-13/32; act. G 27.2 S. 11-13). Dr. I._ führte zum vorerwähnten
Arbeitsfähigkeitsverlauf am 28. Mai 2009 aus, derartige retrospektive Einschätzungen
seien für den konkreten Fall nicht anzuwenden, da über den Therapieverlauf keine
direkten Informationen vorlägen. Tatsache sei, dass der Gesundheitszustand zum
Zeitpunkt der Begutachtung (2. – 4. März 2009) eine Arbeitsfähigkeit von 70%
zugelassen habe; dieses Datum sollte auch benützt werden. Die Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit (mit 70%) dürfte einen Maximalwert darstellen, der noch akzeptiert
werden könne. In der ICD-10-Beschreibung von F34.8 (sonstige anhaltende affektive
Störungen) werde unter anderem darauf hingewiesen, dass einige Formen der früher
als "neurotisch" bezeichneten Depressionen unter diese Kategorie fällen würden, "die
nicht die Kriterien für Zyklothymie, eine Dysthymie, für eine leichte oder mittelgradige
depressive Episode erfüllen" würden. Das Gutachten des SAM erfülle die von der
Rechtsprechung aufgestellten Voraussetzungen. Die Schlussfolgerungen seien gut
nachvollziehbar, werde von den Mutmassungen über den Therapieverlauf abgesehen
(IV-act. 144). Gegenüber der Eingliederungsverantwortlichen der IV erklärte der
Beschwerdeführer am 13. August 2009, er fühle sich im Moment nicht arbeitsfähig (IV-
act. 153).
3.
Der Beschwerdeführer lässt geltend machen, der rheumatologischen Beurteilung des
SAM könne nicht gefolgt werden. Sie habe sich nicht mit der abweichenden
Beurteilung von Dr. D._ (und Dr. B._) auseinandergesetzt. - Dr. D._ hatte im
Bericht vom 5. Dezember 2005 festgehalten, die von Valens vorgesehene Steigerung
der Arbeitsfähigkeit auf 90-100% habe sich als zu optimistisch erwiesen. Der Patient
arbeite zwar ganztags, aber mit 75% Leistung (viele Pausen, in denen er absitzen
müsse, gesamthaft 60-80 Minuten pro 8 Std.). Wegen Schmerzexazerbationen sei er
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mehrmals für einige Tage ausgefallen. Er erachte ihn vorderhand für eine leichte Arbeit
zu 50% arbeitsfähig. Es sei sinnvoller, wenn er 50% arbeite, als wenn er immer wieder
ausfalle (IV-act. 12-10/18). Seine Arbeitsfähigkeitsschätzung begründete Dr. D._
somit im Wesentlichen bezogen auf die bisherige (angestammte) Tätigkeit, welche der
Beschwerdeführer damals noch ausübte (Kündigung per Ende April 2006; IV-act. 16).
Im Bericht vom 6. November 2007 bestätigte Dr. D._ die 50%ige Arbeitsfähigkeit für
eine leichte (adaptierte) Tätigkeit mit dem Hinweis, dass man seines Erachtens dem
Patienten mit dieser Beurteilung eher gerecht werde als mit dem Absprechen jeglicher
Arbeitsunfähigkeit. Die diagnostizierte schwere Depression begründe zweifellos eine
Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 89). - Die vom Rheumatologen Dr. D._ ergänzend
angeführte psychiatrische Begründung für seinen Standpunkt zeigt zum einen, dass für
die Beurteilung des Gesundheitsschadens des Beschwerdeführers eine polydisziplinäre
Betrachtungsweise unumgänglich war bzw. ein auf ein Fachgebiet bezogener
Blickwinkel den Umständen nicht gerecht werden konnte. Zum anderen macht sie
deutlich, dass Dr. D._ über sein Fachgebiet hinaus auch die Schmerzsituation und
den psychischen Zustand des Beschwerdeführers mit berücksichtigte. Insofern enthält
der Bericht von Dr. D._ vom 6. November 2007 auch nicht fachärztliche Aussagen.
Der Rheumatologe des SAM hatte im Gutachten 2007 die Berichte von Dr. D._ zwar
aufgeführt (IV-act. 80-24/30ff; act. G 27.1 S. 15f), jedoch zur abweichenden
Arbeitsfähigkeitsschätzung dieses Arztes nicht explizit Stellung genommen. Hingegen
fand anlässlich der Begutachtung 2009 durch das SAM, welche aus rheumatologischer
Sicht eine im Vergleich zur Vorbegutachtung unveränderte gesundheitliche Situation
ergeben hatte, eine Auseinandersetzung mit dem Standpunkt von Dr. D._ statt (IV-
act. 143-20/32ff und 143-26/32f; act. G 27.2 S. 19-22). Der Rheumatologe Dr. med.
K._ begründete seine Arbeitsfähigkeits-Schätzung und deren Abweichung zur
Schätzung von Dr. D._ in nachvollziehbarer Weise insbesondere mit dem
sinngemässen Hinweis, dass er die somatische (rheumatologische) Situation beurteilt
und psychiatrische Probleme (im Gegensatz zu Dr. D._) sowie psychosoziale Aspekte
ausgeklammert habe (IV-act. 143-26/32f; act. G 27.2 S. 22). Es besteht kein konkreter
Anlass, welcher geeignet wäre, die rheumatologische Beurteilung und
Schlussfolgerung im Gutachten des SAM von 2009, welche im Ergebnis mit der
Beurteilung der Klinik Valens vom September 2005 übereinstimmt (vgl. IV-act.
12-12/18ff), in Frage zu stellen. Zu prüfen bleibt hingegen, inwiefern auf die
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psychiatrischen Beurteilungen in den Gutachten des SAM von 2007 und 2009
abgestellt werden kann.
4.
4.1 Ein psychischer Gesundheitsschaden führt nur soweit zu einer
Erwerbsunfähigkeit, als angenommen werden kann, die Verwertung der
Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versicherten Person sozial-praktisch nicht mehr
zumutbar (BGE 131 V 50 Erw. 1.2 mit Hinweisen). Wie jede andere psychische
Beeinträchtigung begründet eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung - wie auch
die beim Beschwerdeführer diagnostizierte Somatisierungsstörung bzw. affektive
Störung (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts [bis 31. Dezember 2006: Eidgenössisches
Versicherungsgericht, EVG] vom 25. Oktober 2005 [I 437/05]) - als solche noch keine
Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass diese Gesundheitsschäden oder ihre
Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte
Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können
den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte
Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen
Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall
anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung einer
psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer.
Massgebend sein können auch weitere Faktoren, wie chronische körperliche
Begleiterkrankungen, ein mehrjähriger, chronifizierter Krankheitsverlauf mit
unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerdauernde Rückbildung, ein
sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens, ein verfestigter, therapeutisch nicht
mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch
aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn; "Flucht in die
Krankheit"), das Scheitern einer konsequent durchgeführten ambulanten oder
stationären Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) trotz
kooperativer Haltung der versicherten Person (BGE 130 V 352 Erw. 2.2.3). Je mehr
dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde
darstellen, desto eher sind - ausnahmsweise - die Voraussetzungen für eine zumutbare
Willensanstrengung zu verneinen (Ulrich Meyer-Blaser, Der Rechtsbegriff der
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Arbeitsunfähigkeit und seine Bedeutung in der Sozialversicherung, in: Schmerz und
Arbeitsunfähigkeit, St. Gallen 2003, S. 77).
4.2 Der Beschwerdeführer liess im IV-Verwaltungsverfahren beanstanden, dass im
psychiatrischen Teilgutachten von Dr. med. L._ vom 5. Juli 2007 bereits die
Anamnese unvollständig und falsch sei. In den Akten fänden sich mehrere Hinweise
des Hausarztes auf eine Depression, welche mit entsprechenden Antidepressiva
medikamentös behandelt und sogar vom psychiatrischen Gutachter (auf S. 10; IV-act.
80-10/30) erwähnt worden sei. Es sei nicht nachvollziehbar, wie der psychiatrische
Gutachter das im Bericht von med. pract. E._ vom 27. September 2007 festgehaltene
und seit Jahren bestehende schwere depressive Zustandsbild mit somatischem
Syndrom, Ängsten und Suizidalität habe ignorieren können (IV-act. 80-20/30: "nessuna
diagnosi psichiatrica"). Die in der Stellungnahme vom 26. Oktober 2007 geäusserte
Auffassung des RAD, dass aufgrund des Berichts von med. pract. E._ vom 22.
September 2007 nun von einer akuten Verschlechterung des Zustandsbilds
auszugehen sei, sei unhaltbar und lasse sich durch den Bericht E._ nicht stützen,
welcher von jahrelanger Depression berichte. Am 4. Januar 2008 habe med. pract.
E._ ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es sich um eine längst chronifizierte
Depression handle. Im Weiteren seien die im Verlaufsgutachten von Dr. G._
gestellten Diagnosen einer sonstigen anhaltenden affektiven Störung, einer
Somatisierungsstörung und einer passiv-abhängigen Persönlichkeit durch die
Untersuchungsergebnisse nicht belegt. Der Arztbericht von med. pract. E._ vom
6. September 2008 sowie ihre beiden Schreiben vom 22. November 2008 und 29.
Januar 2009 seien unberücksichtigt geblieben. Der Gutachter des SAM habe sich nicht
mit der erheblich abweichenden Beurteilung von med. pract. E._ auseinandergesetzt
(IV-act. 164). In der Stellungnahme vom 20. August 2009 zum Gutachten 2009 des
SAM legte med. pract. E._ unter anderem dar, es sei für sie nicht nachvollziehbar
und es werde auch nicht begründet, weshalb die Diagnose der Depression nicht
gestellt werde. Sie verweise auf ihre früheren Berichte, wo sie für die Diagnose einer
schweren Depression nebst anderen Kriterien die Hamilton-Depressionsskala
verwendet habe. Im Gutachten von Dr. med. G._ vom 29. April 2009 (IV-act.
143-15/32ff) sei es nicht für nötig erachtet worden, eine genauere Untersuchung des
Depressions-Grades vorzunehmen. Stattdessen sei ein grobkursorischer Psychostatus
bevorzugt worden, der weniger aussagekräftig sei. Die Suizidäusserungen des
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Beschwerdeführers würden die Diagnose einer sonstigen anhaltenden affektiven
Störung zweifelhaft machen, denn für diese Diagnose dürfe eine depressive Episode
nicht ausreichend schwer sein und nicht lange dauern. Es dürften nicht einmal die
Kriterien der leichten und mittelgradigen Depression erfüllt sein. Es gebe keinen Grund,
von der Diagnose der mittelgradigen bis zeitweise schweren Depression abzuweichen.
Bei den (wahrscheinlich rein hypothetischen) Aussagen zur angenommenen
Arbeitsfähigkeit vermisse sie eine Begründung. Sie halte nach wie vor an ihrer
Arbeitsunfähigkeits-Beurteilung fest. Leider gehöre der Beschwerdeführer zu jenen
25-30% depressiver Patienten, welche Therapieresistenz aufweisen würden trotz
fachgerechter Behandlung. Aufgrund der Ungereimtheiten und Widersprüche im
psychiatrischen Gutachten schlage sie eine neutrale und vor allem differenzierte
psychiatrische Begutachtung vor. Im Übrigen erwähnte die Ärztin, dass sie ihre Praxis
in Bälde aufgeben werde und für den Beschwerdeführer ein neuer Psychiater gesucht
werden müsse (IV-act. 165).
In der Stellungnahme vom 18. November 2009 führte Dr. I._ im Wesentlichen aus,
der Gutachter habe zum Zeitpunkt der Exploration keine depressiven Elemente
feststellen können; der Psychostatus decke sich auch recht gut mit den Feststellungen
des rheumatologischen Gutachters. Die Berichte von med. pract. E._ würden im
psychiatrischen Gutachten wohl nicht als solche erwähnt, doch sei den Ausführungen
des psychiatrischen Gutachters zu entnehmen, dass er die Berichte der behandelnden
Fachärztin würdige, ansonsten er nicht einen verbesserten Gesundheitszustand
beschreiben könnte. Der von Dr. G._ erstellte Psychostatus könne nicht als
"grobkursorisch" bezeichnet werden. Der Gutachter habe die Vorakten gekannt und sei
sich bewusst gewesen, dass eine depressive Problematik zu erhellen sei. Die Hamilton-
Skala könne dabei höchstens als Hilfsmittel dienen (IV-act. 166). Dr. G._ führte in
seiner ergänzenden Stellungnahme vom 14. Dezember 2009 unter anderem
sinngemäss aus, er habe den Beschwerdeführer während ungefähr einer Stunde
untersucht und zuvor das Dossier mit den medizinischen Unterlagen studiert. Er habe
alle bestehenden Akten, insbesondere auch die Berichte von med. pract. E._,
gekannt und berücksichtigt sowie die Diagnosestellung und den unter
Psychopharmaka gebesserten Verlauf mit Verminderung der Angst und Suizidalität mit
einbezogen. Die diagnostische Einordnung, wie sie med. pract. E._ vorgenommen
habe, sei seines Erachtens übereinstimmend mit derjenigen, welche er in seinem
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Bericht formuliert habe, wo er mit anhaltender affektiver Störung eine lang anhaltende
Depression von mittlerem Schweregrad in Verbindung mit einer Somatisierungsstörung
meine. Er sei zum Schluss gekommen, dass das depressive Zustandsbild gebessert
habe (IV-act. 169; act. G 27.3). Dr. I._ hielt am 13. Januar 2010 dazu im Ergebnis fest,
dass keine neuen medizinischen Elemente vorliegen würden (IV-act. 170).
4.3 Depressive Stimmungslagen sind nach der Rechtsprechung in der Regel
(reaktive) Begleiterscheinungen einer somatoformen Schmerzstörung bzw. einer der
zum selben Formenkreis gehörenden Somatisierungsstörung (und Ausdruck und
Begleitsymptome des Schmerzgeschehens). Sie können keine selbstständige, vom
Schmerzsyndrom losgelöste psychische Komorbidität darstellen (vgl. BGE 130 V 358
Erw. 3.3.1; Urteil des EVG [I 437/05], a.a.O.). Es kann aber auch sein, dass sie sich
aufgrund ihres Schweregrades von einer somatoformen Störung bzw. der
Somatisierungsstörung unterscheiden lassen (Urteil des EVG i/S D. vom 20. April 2004
[I 805/04] Erw. 5.2.1). Es stellt sich damit die Frage, inwiefern konkret eine unabhängig
von der gutachterlich vermerkten Somatisierungsstörung bestehende Depression zu
bejahen ist. Hierbei ist von Bedeutung, dass die psychiatrische Exploration von der
Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen kann. Sie eröffnet dem
begutachtenden Psychiater daher praktisch immer einen gewissen Spielraum,
innerhalb dessen verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich,
zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte lege artis vorgegangen ist. Daher
und unter Beachtung der Divergenz von medizinischem Behandlungs- und
Abklärungsauftrag (BGE 124 I 175 Erw. 4; Urteil des EVG vom 13. Juni 2001 [I 506/00])
kann es nicht angehen, eine medizinische Administrativ- oder Gerichtsexpertise stets
dann in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die
behandelnden Ärzte nachher zu unterschiedlichen Einschätzungen gelangen oder an
solchen vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen festhalten. Anders verhält
es sich hingegen, wenn die behandelnden Ärzte objektiv feststellbare Gesichtspunkte
vorbringen, welche im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung unerkannt geblieben
und die geeignet sind, zu einer abweichenden Beurteilung zu führen (Urteil des EVG
vom 13. März 2006 [I 676/05] Erw. 2.4).
4.4 Konkret lassen sich die erwähnten Einwände von med. pract. E._ (IV-act. 165)
gegen das psychiatrische Gutachten 2009 des SAM nicht ohne weiteres von der Hand
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weisen. Eine Befangenheit dieser Ärztin zugunsten des Beschwerdeführers, wie die
Beschwerdegegnerin geltend machen lässt (act. G 10 S. Ziff. 2.2), lässt sich dabei aus
dem Umstand, dass die Psychiaterin die familiären Umstände (Beziehung des
Beschwerdeführers zu seiner Frau) darlegte und den Einbezug der Ehefrau in die
Abklärung vorschlug, offensichtlich nicht ableiten. Vielmehr war es Aufgabe der
Psychiaterin, die konkreten Gegebenheiten und das soziale Umfeld des
Beschwerdeführers umfassend zu schildern. Dabei erscheint die Feststellung von Dr.
I._, wonach der psychiatrische Gutachter des SAM keine depressiven Elemente habe
feststellen können (IV-act. 166), insofern nicht stichhaltig, als trotz entsprechender
klarer Anhaltspunkte für eine Depression nicht weitere entsprechende Abklärungen
getätigt wurden, wie med. pract. E._ zu Recht beanstandete. Da die depressive
Problematik bei der Begutachtung in Form von unmissverständlichen Äusserungen des
Beschwerdeführers zu Tage trat (vgl. IV-act. 143-17/32 Mitte; act. G 27.2 S. 15), wäre
sie auch entsprechend zu klären gewesen. Der von Dr. I._ angeführte Umstand, dass
die (von Dr. G._ nicht verwendete) Hamilton-Skala dabei höchstens als Hilfsmittel
hätte dienen können, mag zutreffen; er vermag jedoch am Klärungsbedarf nichts zu
ändern. Dies trifft auch auf den Umstand zu, dass der SAM-Psychiater Dr. G._ eine
aktuell bestehende erhebliche depressive Problematik im Gutachten 2009 zwar nicht
aufgeführt hatte (IV-act. 143; act. G 27.2 S. 16), im ergänzenden Schreiben vom 14.
Dezember 2009 jedoch insofern eine "Präzisierung" vornahm, als er nunmehr eine lang
anhaltende Depression von mittlerem Schweregrad anerkannte und der durch med.
pract. E._ vorgenommenen diagnostischen Einordnung zustimmte (IV-act. 169; act.
G 27.3). Dabei ist mit Blick auf den langanhaltenden Charakter der Erkrankung (vgl.
bereits Bericht med. pract. E._ vom 22. September 2007 [IV-act. 84] sowie IV-act.
101) zu beachten, dass noch im Gutachten des SAM vom 6. August 2007 eine
psychiatrische Erkrankung ohne nähere Begründung gänzlich verneint wurde (IV-act.
80; act. G 27.1). Sodann bestätigte der Psychiater Dr. med. F._, der am 21.
Dezember 2009 die Weiterbehandlung des Beschwerdeführers von med. pract. E._
übernommen hatte, am 10. Februar 2010 ebenfalls die Diagnose einer mittelgradigen
depressiven Episode. Er legte dar, Dr. G._ bestätige (im Bericht vom 14. Dezember
2009) die Einschätzung des Schweregrads der Depression als mittelgradig und erkläre,
dass er nur die lange Dauer habe zum Ausdruck bringen wollen. Die Arbeitsfähigkeit
von 70% trotz eines anerkanntermassen mittelschweren depressiven Zustandsbildes
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werde von ihm nicht begründet. In der Stellungnahme des RAD vom 28. Mai 2009
werde dann aber nicht von einer mittelschweren Depression ausgegangen, sondern
wegen der Diagnosenummer F34.8 damit argumentiert, dass dies bedeute, dass die
Kriterien für eine leichte Depression nicht erfüllt seien und deshalb eine
Arbeitsunfähigkeit von 30% einen Maximalwert darstelle. In der Stellungnahme vom 13.
Januar 2010 (IV-act. 170) erwähne der RAD zwar ausdrücklich die von Dr. G._
bestätigte Überstimmung zwischen seiner diagnostischen Einschätzung und derjenigen
von med. pract. E._. Trotzdem werde behauptet, dass keine neuen Elemente
vorliegen würden. Es sei stossend, wenn mit dieser Argumentation behauptet werde,
der Beschwerdeführer leide nicht einmal an einer leichten depressiven Episode. Wenn
die Anzahl depressiver Symptome des Beschwerdeführers berücksichtigt würden, sei
man gezwungen, eine mittelgradige depressive Episode zu diagnostizieren. Er leide
unter einer gedrückten Stimmung und einer Verminderung von Antrieb und Aktivität.
Die Fähigkeit zu Freude, das Interesse und die Konzentration seien vermindert, so dass
er die Tätigkeiten aufgegeben habe, die ihm Freude gemacht hätten. Selbstwertgefühl
und Selbstvertrauen seien schwer beeinträchtigt. Er leide ausgeprägt unter Gedanken
über die eigene Wertlosigkeit bis zu Gedanken an Suizid. Die gedrückte Stimmung
verändere sich von Tag zu Tag wenig. Er leide somit unter mehr als vier der Symptome
der depressiven Episode und er habe grosse Schwierigkeiten, alltägliche Aktivitäten
fortzusetzen. Seine Arbeitsfähigkeit sei somit schwer beeinträchtigt, so dass er (der
Arzt) sich der Beurteilung von med. pract. E._ anschliesse (IV-act. 178). Im Bericht
vom 8. September 2010 nahm Dr. F._ erneut ausführlich im erwähnten Sinn Stellung
(act. G 16.1.1).
4.5 Bei der rezidivierenden depressiven Störung des Beschwerdeführers handelt es
sich, wie die geschilderte Aktenlage zeigt, um ein mehrjähriges, im Zeitverlauf von
mittelschwer bis schwer schwankendes Geschehen (vgl. vorstehende Erw. 2.2, 2.3),
wobei der psychiatrische Konsiliararzt des SAM das lang andauernde depressive
Zustandsbild wie erwähnt ebenfalls bestätigte (vgl. IV-act. 143, 169; act. G 27.2, 27.3).
Diesbezüglich ist vorab festzuhalten, dass das Vorliegen von belastenden
psychosozialen bzw. familiären Gegebenheiten (vgl. act. G 27.2 S. 14f) entgegen der
Auffassung der Beschwerdegegnerin (act. G 10 Ziff. 2.2) für sich allein nicht genügt,
eine ausnahmsweise invalidisierende Wirkung des psychogenen Teils des
Schmerzleidens auszuschliessen. Vielmehr ist eine gesamthafte Prüfung der Sachlage
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nach den von der Rechtsprechung formulierten Kriterien vorzunehmen (BGE 131 V 49
und 130 V 352; Urteil des Bundesgerichts vom 30. Juni 2008 i/S M. [9C_25/2008] Erw.
3.2). Bei der IV-rechtlichen Beurteilung der invalidisierenden Wirkung anhaltender
somatoformer Schmerzstörungen oder sonstiger vergleichbarer pathogenetisch
(ätiologisch) unklarer syndromaler Zustände darf sodann nicht unbesehen auf die
ärztlichen - selbst die gutachterlich attestierten - Einschätzungen abgestellt werden,
zumal der Invaliditätsbegriff rechtlicher Natur ist (Art. 8 ATSG) ist und nicht zwingend
mit dem medizinischen Krankheits- oder Invaliditätsverständnis übereinstimmt.
Vielmehr hat die rechtsanwendende Behörde zunächst die - aufgrund der
medizinischen Aktenlage zu beantwortende - Frage zu prüfen, ob und inwieweit bei der
versicherten Person nebst der diagnostizierten, allein nicht invalidisierenden
anhaltenden somatoformen Schmerzstörung zusätzliche psychische
Beeinträchtigungen im Sinn des von der Rechtsprechung aufgestellten
Kriterienkatalogs vorliegen, welche einer adäquaten Schmerzbewältigung objektiv
entgegenstehen. Die weitere Frage, ob eine allenfalls festgestellte psychische
Komorbidität hinreichend erheblich ist und/oder einzelne oder mehrere der
festgestellten weiteren Kriterien in genügender Intensität und Konstanz vorliegen, um
gesamthaft den Schluss auf eine nicht mit zumutbarer Willensanstrengung
überwindbare Schmerzstörung und somit auf eine invalidisierende
Gesundheitsschädigung zu gestatten, ist rechtlicher Art. Ihre abschliessende
Beantwortung obliegt damit nicht den Ärztinnen und Ärzten, sondern den
rechtsanwendenden Behörden (Urteil des Bundesgerichts vom 2. September 2008 i/S
K. [9C_820/2008] Erw. 4.1 mit Hinweisen). Wenn es an der erforderlichen Erheblichkeit
der Schwere, Ausprägung und Dauer der Komorbidität fehlt, ist nach der
Rechtsprechung eine invalidisierende Wirkung der Gesundheitsschädigung nicht
gegeben, selbst wenn eine mittelschwere depressive Episode als selbständiges, von
der somatoformen Schmerzstörung losgelöstes Leiden vorliegt (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 4. August 2010 i/S B. [8C_144/2010] Erw. 3.5).
4.6 Ärztliche Behandlungsmassnahmen ab 2006 führten beim Beschwerdeführer
nicht zu einer eigentlichen Verbesserung der depressiven Problematik, und er stand im
Zeitpunkt der SAM-Begutachtung im Jahr 2009 sowie auch danach nach wie vor in
psychiatrischer Behandlung (vgl. IV-act. 84, 101, 110, 125f, 178). Anhaltspunkte für
einen mehrjährigen, chronifizierten Krankheitsverlauf mit weitgehend unveränderter
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Symptomatik ohne länger dauernde Rückbildung lassen sich somit mit Bezug auf die
Schmerzproblematik des Beschwerdeführers nicht in Abrede stellen und werden auch
vom Psychiater des SAM implizit bestätigt (IV-act. 143-18/32 oben [act. G 27.1]; IV-act.
169 [act. G 27.3]). Hieran vermag nichts zu ändern, dass ein solcher Verlauf für
Somatisierungsstörungen als "diagnosespezifisch" (ICD-10: F45.0/F.45.1; Urteil des
Bundesgerichts vom 30. November 2007 [I 937/06] Erw. 4.3) erachtet wird. Ein sozialer
Rückzug in allen Belangen des Lebens lässt sich aufgrund der Darlegungen von Dr.
F._ ebenfalls nicht ausschliessen (act. G 16.1.1 S. 3).
Der psychiatrische Gutachter des SAM diskutierte die sogenannten Förster-Kriterien
und damit auch die Frage des Bestehens einer selbstständigen, vom Schmerzsyndrom
losgelösten psychischen Komorbidität nicht. Diese kamen erstmals in der
Beschwerdeantwort des vorliegenden Verfahrens zu Sprache (act. G 10). Von einer
blossen (zeitlich befristeten) depressiven Episode kann angesichts des mehrjährigen,
im Begutachtungszeitpunkt und auch später andauernden Verlaufs nicht gesprochen
werden, so dass sich auch das Vorliegen eines gefestigten, nicht mehr angehbaren
innerseelischen Verlaufs (missglückte, psychisch aber entlastende Konfliktbewältigung)
und damit eine selbständige, vom Schmerzsyndrom losgelöste psychische Erkrankung
nicht ohne Weiteres ausschliessen lässt (vgl. dazu auch Bericht Dr. F._ vom 8.
September 2010; act. G 16.1.1). Allein die (nicht belegte) Behauptung der
Beschwerdegegnerin, es handle sich bei der Depression um eine blosse reaktive
Begleiterscheinung der Schmerzstörung (act. G 10 Ziff. 2.3), führt hier nicht weiter.
Chronifizierung und Therapieresistenz sind bei der Beurteilung der Frage, ob ein
Schmerzsyndrom mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sei,
mitentscheidende Faktoren (vgl. BGE 131 V 49 mit Hinweisen und Urteil des
Bundesgerichts vom 23. Mai 2008 i/S M. [9C_136/2008] Erw. 4). Im Weiteren ins
Gewicht fällt, dass sich die Einschätzungen der früher behandelnden Psychiaterin und
von Dr. F._ einerseits und jene des psychiatrischen Gutachters des SAM anderseits
in der Beurteilung der Leistungsfähigkeit insofern nicht widersprechen, als auch
letzterer eine teilweise Arbeitsunfähigkeit als effektiv vorhanden erachtete und -
allerdings erst in einer nachträglichen Stellungnahme zum Gutachten 2009 -
hinsichtlich der Diagnose (mittelgradige Depression) ausdrücklich auf die
Feststellungen der behandelnden Psychiaterin verwies. Im Gutachten 2009 selbst hatte
er das Bestehen einer solchen Depression noch gänzlich verneint und sie dort (IV-act.
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143-8/32, 143-18/32) dementsprechend auch nicht als Diagnose (weder mit noch ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit) aufgeführt. Damit bleibt letztlich unklar, was aus
der Sicht des SAM-Gutachters als Beurteilung des Beschwerdeführers auf dem
psychiatrischen Gebiet nun effektiv gelten soll. Er vermag unter den dargelegten
Umständen die Annahme einer psychiatrisch bedingten Arbeitsunfähigkeit von 30%
nicht überzeugend zu begründen. Schon gar nicht erlauben die dargelegten Umstände,
ohne weiteres von einer von psychiatrischer Seite uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit
auszugehen, wie die Beschwerdegegnerin dies (in Abweichung vom SAM-Gutachten;
act. G 10 Ziff. 2.3) tut.
4.7 Einem Gutachten kommt rechtsprechungsgemäss schon dann kein voller
Beweiswert zu, wenn Indizien gegen seine Zuverlässigkeit sprechen; es muss nicht
feststehen, dass das Gutachten effektiv nicht den Tatsachen entspricht, was nicht mit
medizinischen Fachpersonen besetzte Behörden nicht beurteilen können und dürfen
(Urteil des EVG vom 16. Oktober 2002 [I 779/01] Erw. 4.2). Vorliegend bildet die
psychiatrische Beurteilung des Gutachtens des SAM, auf welche sich das
Gesamtgutachten im Wesentlichen stützt, keine genügend aussagekräftige Grundlage
zur Beurteilung des Rentenanspruchs. Anderseits kann jedoch auch nicht unbesehen
auf die früheren Beurteilungen von med. pract. E._ und sowie die Berichte von Dr.
F._ vom 10. Februar und 8. September 2010 abgestellt werden, zumal die
Arbeitsfähigkeitsschätzungen im Verlauf des hier streitigen langen Zeitraums erheblich
divergieren. Nach dem Gesagten ist die Sache an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen, damit sie eine erneute psychiatrische Begutachtung vornehme. Der zu
beauftragende Experte wird dabei die gesamte bislang ergangene medizinische
Aktenlage einzubeziehen und danach die Frage nach der verbliebenen
Restleistungsfähigkeit des Beschwerdeführers zu beantworten haben. Was die
anschliessend vorzunehmende Rentenbemessung betrifft, ist festzuhalten, dass der in
der (aufgehobenen) Verfügung vom 31. Oktober 2006 (mit 10%) noch gewährte
Leidensabzug (IV-act. 43) in der angefochtenen Verfügung ohne nähere Begründung
nicht mehr vorgesehen wurde. Dementsprechend wird auch die Frage des Leidens-
und Teilzeitabzuges erneut zu überprüfen sein.
5.
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5.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Verfügung vom 14. Januar 2010 in
teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und die Sache zur Anordnung
erneuter medizinischer (psychiatrischer) Abklärungen und zu neuer Verfügung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen.
Die Kosten der vom Gericht veranlassten Gutachtenübersetzung könnten lediglich
dann nicht der Beschwerdegegnerin auferlegt werden, wenn entsprechende
Sprachkenntnisse ohne weiteres vorauszusetzen wären (vgl. dazu SVR-IV 2010 Nr. 9,
27 [9C_141/2009] Erw. 3.2). Im vorliegenden Fall wurden in den Gutachten des SAM
sprachlich anspruchsvolle Sachverhalte abgehandelt und gewürdigt, so dass sich zur
sachgerechten Prüfung der Angelegenheit eine Übersetzung aufdrängte. Eine
Auferlegung der Übersetzungskosten im Betrag von Fr. 8'000.-- erscheint deshalb
gerechtfertigt (vgl. BGE 128 V 34).
5.3 Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als volles Obsiegen (BGE
132 V 215 Erw. 6.1). Die Beschwerdegegnerin hat deshalb die gesamte Gerichtsgebühr
von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der Beschwerdeführer hat Anspruch auf eine
Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG). Es erscheint gerechtfertigt, nicht eine
Pauschalentschädigung zuzusprechen, sondern auf die Kostennote vom 29. November
2010 mit einem in Rechnung gestellten Betrag von Fr. 3'983.75 (einschliesslich
Barauslagen und Mehrwertsteuer) abzustellen, zumal der Betrag auch die Auslagen (2 x
Fr. 200.--) für die Berichte von Dr. F._ vom 8. Februar und 9. September 2010
umfasst (act. G 20.1).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP