Decision ID: 8f4c0edb-ade2-4ad3-8566-e81eb48bae12
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. X.Y., geboren 1980, von Mazedonien, heiratete am 26. Oktober 2001 in Mazedonien
die in der Schweiz niedergelassene Landsfrau A.Y. (Vorakten [Dossier], S. 12). Im
Rahmen des Familiennachzugs reiste er am 19. Dezember 2001 in die Schweiz ein
(Dossier, S. 20). In der Folge wurde ihm eine Aufenthaltsbewilligung erteilt. Die
Ehegatten haben drei Kinder: B.Y. (geb. 2007), C.Y. (geb. 2009) sowie D.Y. (geb. 2014).
Die Kinder verfügen wie ihre Mutter über Niederlassungsbewilligungen. Per 13. Mai
2016 trennten sich die Ehegatten; die Kinder wurden mit Entscheid des
Familienrichters des Kreisgerichts Q. vom 29. Juni 2016 unter die alleinige Obhut der
Mutter gestellt (act. 13/8).
B. Zwischen dem 16. Februar 2005 und dem 9. Juli 2013 wurde X.Y. mehrfach wegen
Verkehrsdelikten sowie einmal wegen Vergehen gegen das Bundesgesetz über
Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer durch Vermitteln von Arbeitern ohne
Bewilligung, Missachtung von fremdenpolizeilichen Vorschriften und Ungehorsams im
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Betreibungsverfahren sowie einmal wegen mehrfachen Ungehorsams des Schuldners
im Betreibungs- und Konkursverfahren bestraft (vgl. Dossier, S. 49 ff.). Etlicher weiterer
Delikte wurde er verdächtigt. Laut Auszug des Betreibungsregisters von X.Y. waren am
30. November 2011 insgesamt Verlustscheine im Betrag von CHF 19‘032.80 offen; die
Summe der Betreibungen betrug insgesamt CHF 194‘581.35 (Dossier, S. 211 ff.). Bis
6. November 2013 stiegen die Beträge auf CHF 36‘898.65 (offene Verlustscheine)
respektive CHF 245‘794.15 (Betreibungen) an (Dossier, S. 291 ff.). Im Jahre 2013
wurde die Familie vom Sozialamt Q. unterstützt (Dossier, S. 308). Per 2. April 2014
waren Verlustscheine im Gesamtbetrag von CHF 40‘961.35 offen; die Summe der
Betreibungen betrug total CHF 241‘135.40 (vgl. Dossier, S. 330 ff.). Mit Verfügung vom
2. April 2014 verwarnte das Migrationsamt X.Y., da er in strafrechtlicher und finanzieller
Hinsicht zu Klagen Anlass gegeben habe (Dossier, S. 335 ff.). Er wurde angehalten,
sich künftig in jeder Beziehung klaglos zu verhalten. Auf die Folgen, die sein Verhalten
sonst haben könnte, wurde er aufmerksam gemacht. Am 14. Oktober 2014 wurde über
die Firma von X.Y. (er war zu diesem Zeitpunkt einziger Gesellschafter) – K. GmbH –
der Konkurs eröffnet (Dossier, S. 345 ff.). Mit Strafbefehl vom 17. Dezember 2014
sprach die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm X.Y. der Übertretung durch Nichttragen
der Sicherheitsgurte durch die Mitfahrerin/den Mitfahrer schuldig und büsste ihn mit
CHF 60 (Dossier, S. 367). Und das Untersuchungsamt Gossau verurteilte X.Y. wegen
mehrfachen Ungehorsams des Schuldners im Betreibungs- und Konkursverfahren mit
Strafbefehl vom 2. September 2015 zu einer Busse von CHF 400.
C. Mit Verfügung vom 21. Januar 2016 verweigerte das Migrationsamt die
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung nach Gewährung des rechtlichen Gehörs und
hielt X.Y. an, die Schweiz bis spätestens 31. März 2016 zu verlassen.
Mit Strafbefehl vom 26. Januar 2016 sprach das Untersuchungsamt Gossau X.Y. der
unrechtmässigen Aneignung schuldig und verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von
10 Tagessätzen à CHF 30, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von zwei Jahren,
sowie einer Busse von CHF 300. Im Rahmen eines Eheschutzverfahrens genehmigte
der Familienrichter des Kreisgerichts Q. am 29. Juni 2016 die zwischen X.Y. und seiner
Ehefrau getroffene Vereinbarung, sich per 13. Mai 2016 zu trennen und die eheliche
Wohnung für die Dauer des Getrenntlebens der Ehefrau und den drei gemeinsamen
unter die Obhut der Mutter gestellten Kindern zur alleinigen Benutzung zuzuweisen.
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Das Sicherheits- und Justizdepartement wies den gegen die Nichtverlängerung der
Aufenthaltsbewilligung erhobenen Rekurs am 12. Dezember 2016 ab.
D. X.Y. (Beschwerdeführer) erhob gegen den am 14. Dezember 2016 versandten
Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartements (Vorinstanz) durch seinen
Rechtsvertreter mit Eingabe vom 29. Dezember 2016 und Ergänzung vom 30. Januar
2017 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit den Anträgen, der angefochtene
Rekursentscheid vom 12. Dezember 2016 und die Verfügung des Migrationsamtes vom
21. Januar 2016 seien unter Kosten- und Entschädigungsfolge aufzuheben und die
Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers zu verlängern. Am 31. März 2017
ersuchte der Beschwerdeführer um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung.

Die Vorinstanz verwies mit Vernehmlassung vom 13. April 2017 auf die Erwägungen im
angefochtenen Entscheid und beantragte die Abweisung der Beschwerde.
Mit Strafbefehl vom 7. Juni 2017 wurde der Beschwerdeführer vom Untersuchungsamt
Gossau wegen Widerhandlung gegen das Bundesgesetz betreffend die Lotterien und
gewerbsmässigen Wetten schuldig gesprochen und zu einer Busse von CHF 500
verurteilt.
Auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid und die Ausführungen des
Beschwerdeführers zur Begründung seiner Anträge sowie die Akten wird, soweit
wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Als Adressat des
angefochtenen Entscheids ist der im Rekursverfahren unterlegene Beschwerdeführer
zur Erhebung der Beschwerde befugt (vgl. Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1
VRP). Die Beschwerde wurde mit Eingabe des Rechtsvertreters vom 29. Dezember
2016 rechtzeitig erhoben und erfüllt zusammen mit der Ergänzung vom 30. Januar
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2017 formal und inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen (vgl. Art. 64 in Verbindung
mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist deshalb
grundsätzlich einzutreten. Nicht einzutreten ist auf den Antrag, es sei die Verfügung
des Migrationsamts vom 21. Januar 2016 aufzuheben. Diese erstinstanzliche
Verfügung ist durch den angefochtenen Entscheid ersetzt worden beziehungsweise gilt
inhaltlich als mitangefochten (Devolutiveffekt, vgl. BGer 2C_249/2014 vom 27. März
2015 E. 1.3 mit Hinweis auf BGE 138 II 169 E. 3.3).
2. Gemäss Art. 43 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer
(SR 142.20, AuG) haben ausländische Ehegatten und ledige Kinder unter 18 Jahren von
Personen mit Niederlassungsbewilligung Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesem zusammenwohnen. Der
Bewilligungsanspruch besteht trotz Auflösung der Ehegemeinschaft fort, wenn die
Ehegemeinschaft mindestens drei Jahre gedauert und sich die betroffene ausländische
Person in der Schweiz erfolgreich integriert hat (Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG; BGE 136 II
113 E. 3.3.3). Die beiden Kriterien (Fristablauf und Integration) sind für den Anspruch
kumulativ erforderlich (VerwGE B 2012/181 vom 30. April 2013 E. 2;
www.gerichte.sg.ch). Liegt kein Anspruch nach Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG vor, ist zu
prüfen, ob wichtige persönliche Gründe einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz
erforderlich machen (Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG).
2.1. Der Beschwerdeführer macht geltend, dass die Trennung von seiner Ehefrau nicht
zum Widerruf der Aufenthaltsbewilligung führe, da er schon über drei Jahre mit ihr in
der Schweiz gelebt habe (act. 1 S. 3 ff.). Die von der Vorinstanz ins Recht gelegten
Übertretungen würden teilweise so weit zurückliegen, dass sie aus Überlegungen der
Verjährung nicht berücksichtigt werden dürften und aufgrund der mangelnden Schwere
der Tatbestände nicht zu einer erheblichen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und
Ordnung in der Schweiz geführt hätten. Denn abgesehen von einer bedingten
Geldstrafe vor über acht Jahren handle es sich dabei ausnahmslos um Bussen. In den
annähernd 15 Jahren habe der Beschwerdeführer damit ca. eine Busse pro Jahr
erhalten. Dazu würden vor allem Verkehrsregelverletzungen gehören. Er habe die
Bussen jeweils bezahlt. Es handle sich nicht um schwerwiegende Tatbestände. Auch
aus strassenverkehrsrechtlicher Betrachtungsweise stelle er keine erhebliche
Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung dar. Ansonsten hätte man ihm
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den Führerausweis entzogen. Er sei noch nie zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden,
schon gar nicht zu einer längerfristigen. Es treffe nicht zu, dass er mit seinem Verhalten
zum Ausdruck bringe, dass er nicht gewillt sei, sich an unsere Rechtsordnung zu
halten. Die Summe dieser Bagatelldelikte wiege deutlich geringer als eine Straftat, die
zu einer Verurteilung von einem Jahr Freiheitsstrafe führe. Er habe sich nicht mutwillig
verschuldet. Seinen finanziellen Verpflichtungen sei er unverschuldetermassen nicht
nachgekommen. Die Schulden seien insbesondere im Zusammenhang mit einer
persönlichen Lebenskrise nach dem Tod seines Vaters entstanden. Sein Vater sei am
14. April 2012 nach einer langen Leidenszeit gestorben; er sei Opfer eines politischen
Anschlages geworden. Er selbst habe zeitweise für seinen Vater gesorgt und die
Krankenhauskosten von etwa CHF 650 pro Monat bezahlt. Nach diesem harten
Schicksalsschlag habe er ungefähr 14 Monate nicht gearbeitet; er habe Zeit gebraucht,
um sich wieder zu fassen. Anfang 2014 habe er wieder eine Arbeit aufgenommen. Die
Familie habe sich schon vor längerer Zeit von der Sozialhilfe befreit. Der
Beschwerdeführer habe es zwischenzeitlich geschafft, sich wieder in die Arbeitswelt
einzugliedern. Er sei über ein Temporärbüro bei M. Schweiz eingesetzt. Ab Februar
2017 habe er eine Vollzeitstelle bei der L. GmbH mit Sitz in F. angetreten, wobei er in
der Ostschweiz eingesetzt werde. Er wolle seine Schulden abbauen. Soweit es ihm
möglich sei, werde er dies mit seinem Erwerbseinkommen machen. Einen ersten
Beratungstermin habe er bereits wahrgenommen. Dies habe er nicht erst unter dem
Druck des Verfahrens getan. Ohne eine feste Stelle und ohne regelmässiges
Einkommen würden Schuldner von den meisten Schuldenberatungsstellen gar nicht
aufgenommen. Darüber hinaus habe ihm auch sein Familienumfeld Unterstützung
zugesichert, unter anderem auch damit und sofern er in der Schweiz bei der Familie
verbleiben könne. Ein Bemühen um Schuldenabbau sei somit ersichtlich. Auch das
Nichteinhalten von Bedingungen könne ihm nur vorgehalten werden, sofern sie in
vorwerfbarer Weise nicht eingehalten worden seien. Wie dargelegt sei es für den
Beschwerdeführer den Umständen entsprechend schwierig, die an ihn gestellten
Bedingungen vollständig einzuhalten. Die dargelegten Gründe dafür seien
nachvollziehbar.
Die Vorinstanz macht demgegenüber geltend, dass offen gelassen werden könne, ob
der Beschwerdeführer einen Anspruch auf Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung
aus Art. 50 AuG herleiten könne (act. 2 S. 6 ff.). Denn vorliegend liege ein
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Widerrufsgrund im Sinne von Art. 62 AuG vor. Das Migrationsamt habe den
Beschwerdeführer am 2. April 2014 wegen seiner Schulden und Verurteilungen
verwarnt. Es sei ihm angekündigt worden, dass die Fortsetzung seines Fehlverhaltens
zu einer definitiven Massnahme führen könne, wenn keine wesentliche Besserung
erkennbar sei bzw. das verpönte Verhalten ungeachtet der Verwarnung fortgesetzt
werde. Es sei also ein Vergleich zu ziehen zwischen der Ausgangslage im Zeitpunkt der
Verwarnung und derjenigen im Zeitpunkt, in dem die angedrohte Massnahme
verwirklicht werden solle. Das frühere Verhalten sei zwar nicht unbedeutend, könne
aber für sich alleine die Massnahme nicht begründen. Das Fehlverhalten müsse
angedauert haben beziehungsweise wiederholt worden sein. Erforderlich sei eine
Gesamtbetrachtung, unter Einschluss des früheren Fehlverhaltens, woraus auf die
Wirkungslosigkeit einer weiteren Androhung zu schliessen sei. Solle die
Aufenthaltsbewilligung der ausländischen Person wegen Schuldenwirtschaft nicht mehr
verlängert werden, müsse diese auch nach der Androhung ausländerrechtlicher Folgen
weiterhin mutwillig Schulden gemacht haben. Nach dem Betreibungsregisterauszug
seien gegen den Beschwerdeführer am 2. April 2014, im Zeitpunkt der Verwarnung,
Verlustscheine im Gesamtbetrag von CHF 40‘961.35 vorgelegen. Zudem seien gegen
ihn Betreibungen im Betrag von CHF 82‘510.55 und Lohnpfändungen für Forderungen
in Gesamthöhe von CHF 20‘732.85 gelaufen. Der Beschwerdeführer habe über einen
längeren Zeitraum die Krankenkassenprämien und Steuern nicht vollumfänglich
bezahlt. Gemäss Pfändungsurkunde vom 11. Oktober 2013 habe der
Beschwerdeführer als Versicherungsvertreter bei seiner eigenen Firma, der K. GmbH,
gearbeitet. Über diese Firma sei am 14. Oktober 2014 der Konkurs eröffnet worden.
Gemäss eigenen Angaben im Dezember 2013 habe die Familie des Beschwerdeführers
ihren Lebensunterhalt durch Arbeitslosentaggelder, Sozialhilfe und
Mutterschaftsbeiträge finanziert. Gemäss Auskunft des Sozialamts Q. vom
4. Dezember 2014 habe der offene Schuldensaldo, inkl. Gesundheitskosten,
CHF 8‘595.05 betragen. Im Dezember 2015 hätten sich die Schulden des
Beschwerdeführers beim Sozialamt auf CHF 9‘785.05 belaufen. Er habe somit seit der
Verwarnung keine Schulden abgebaut. Am 27. November 2014 hätten gegen den
Beschwerdeführer nach wie vor Verlustscheine in Höhe von CHF 40‘961.35
vorgelegen. Seine Betreibungen hätten sich aber auf CHF 224‘671.05 erhöht. Im
November 2014 habe der Beschwerdeführer eine Arbeitsstelle als Budget-Optimierer
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bei einer Firma in G. angetreten. Er habe monatlich brutto CHF 4‘600 verdient. In der
Zeit von (mindestens) Juli 2015 bis 31. März 2016 habe der Beschwerdeführer dann
eine Bar in Q. geführt. Gemäss eigenen Angaben habe er damit kein Einkommen
erzielt. Mit Schreiben vom 30. Oktober 2015 habe der damalige Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers dem Migrationsamt mitgeteilt, der Beschwerdeführer gründe mit
finanzieller Unterstützung seines Schwiegervaters eine GmbH und sei ab Januar 2016
als Versicherungsbroker für diese Firma tätig. Am 4. Januar 2016 habe der
Beschwerdeführer dann aber einen Agenturvertrag mit der H.-Beratung AG in J.
abgeschlossen. Am 1. Mai 2016 habe der Beschwerdeführer dann eine Stelle als
Eisenleger/Schaler bei der R. AG angetreten. Gemäss Anstellungsvertrag habe er
monatlich brutto CHF 4‘875, zuzüglich 13. Monatslohn, verdient. Im Rahmen des
Eheschutzverfahrens seien der Beschwerdeführer und seine Ehefrau gemäss Entscheid
des Familienrichters vom 29. Juni 2016 aber von einem monatlichen Nettolohn des
Beschwerdeführers von CHF 3‘900 ausgegangen. Aus der Mutationsmeldung für
Ausländer des Einwohneramtes Q. vom 27. September 2016 sei ersichtlich, dass der
Beschwerdeführer bei der M. Schweiz GmbH arbeite. Am 3. September 2015 seien die
gegen den Beschwerdeführer vorliegenden Verlustscheine auf einen Gesamtbetrag von
CHF 64‘890.60 angestiegen. Zudem seien gegen ihn Betreibungen im Gesamtbetrag
von CHF 257‘510.28 vorgelegen. Der Beschwerdeführer habe nicht geltend gemacht,
seither Schulden abbezahlt zu haben. Er bringe aber vor, dass er gewillt sei, dies zu
tun, wenn er ein entsprechendes Einkommen habe. Entgegen den Ausführungen des
Beschwerdeführers seien die Schulden nicht auf die geltend gemachte Lebenskrise
nach dem Tod seines Vaters zurückzuführen. Vielmehr gehe der Beschwerdeführer seit
Jahren keiner längerfristigen, geregelten Arbeit nach. Er sei entweder nicht gewillt oder
nicht fähig, eine Arbeitsstelle über einen längeren Zeitraum innezuhaben. Hinzu
komme, dass der Beschwerdeführer nach der Verwarnung mehrfach Straftaten
begangen habe. In der Zeit von Februar 2005 bis September 2016 sei der
Beschwerdeführer 20 Mal verurteilt worden. Weder die ausländerrechtliche Verwarnung
noch das Rekursverfahren vor dem SJD hätten ihn davon abgehalten, weitere Delikte
zu begehen. Die wiederholte Straffälligkeit über Jahre hinweg weise darauf hin, dass
beim Beschwerdeführer keine Bereitschaft bestehe, sich in die geltende
Rechtsordnung einzufügen. Auch wenn die einzelnen Handlungen für sich alleine noch
keine Nichtverlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung rechtfertigen würden, weise die
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wiederholte Begehung darauf hin, dass er künftig nicht bereit sein werde, sich in die
geltende Rechtsordnung einzufügen. Die Verschuldung des Beschwerdeführers habe
sich seit der Verwarnung erheblich erhöht. Der Beschwerdeführer gehe seit Jahren
keiner längerfristigen und geregelten Arbeit nach. Es lägen keine Hinweise dafür vor,
dass der Beschwerdeführer seine Einstellung zur Erwerbstätigkeit ändern wolle.
Deshalb drohe seine Verschuldung in Zukunft weiter anzuwachsen. Der
Beschwerdeführer weigere sich beziehungsweise sei unfähig, sich dauernd ins
Erwerbsleben zu integrieren und sich nicht fortlaufend weiter zu verschulden, indem er
mehr Geld ausgebe, als er verdiene. Statt Schulden abzutragen, habe der
Beschwerdeführer zumindest teilweise mutwillig weitere Schulden anwachsen lassen.
Es sei angesichts der Delikte, die er nach der Verwarnung und während des laufenden
Rekursverfahrens begangen habe, auch nicht davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer gewillt sei, in Zukunft ein deliktfreies Leben zu führen. Ein weiterer
Aufenthalt des Beschwerdeführers würde mit erheblicher Wahrscheinlichkeit zu
weiteren Verstössen gegen die öffentliche Ordnung und Sicherheit führen. Somit sei
der Widerrufsgrund gemäss Art. 62 lit. c AuG erfüllt und ein (allfälliger) Anspruch auf
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung aus Art. 50 AuG erloschen. Die
Aufenthaltsbewilligung könne zudem widerrufen werden, wenn eine damit verbundene
Bedingung nicht eingehalten worden sei. Das Migrationsamt habe mit Verfügung vom
2. April 2014 als Bedingung festgehalten, dass der Beschwerdeführer sich künftig in
jeder Beziehung klaglos zu verhalten habe. Insbesondere dürften keine neuen
strafrechtlichen Verurteilungen sowie finanzielle Verpflichtungen hinzukommen. Der
Beschwerdeführer habe sich nach diesem Datum nicht klaglos verhalten. Er sei seinen
finanziellen Verpflichtungen nicht ordnungsgemäss nachgekommen und sei zudem
mehrfach erneut straffällig geworden. Damit habe er die mit der Bewilligung
verbundenen Bedingungen nicht eingehalten. Ein allfälliger Anspruch auf Verlängerung
der Bewilligung sei auch aus diesem Grund erloschen.
2.2. Ein Anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung trotz Auflösung
beziehungsweise definitiven Scheiterns der Ehegemeinschaft besteht gemäss Art. 50
AuG selbst bei einer Ehegemeinschaft, die wie vorliegend mehr als drei Jahre gedauert
hat, nur wenn die betroffene ausländische Person sich in der Schweiz erfolgreich
integriert hat. Eine erfolgreiche Integration erfordert, dass der Lebensunterhalt
grundsätzlich bestritten werden kann, ohne Sozialhilfe beanspruchen zu müssen oder
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sich zu verschulden (BGer 2C_430/2011 vom 11. Oktober 2011 E. 4.2.). Gefordert wird
eine berufliche Integration, weitgehende finanzielle Unabhängigkeit, ein korrektes
Verhalten sowie die Fähigkeit, sich in der Sprache des Wohnorts zu verständigen (vgl.
etwa Spescha/Thür/Zünd/Bolzli/Hruschka, Kommentar Migrationsrecht, 4. Aufl. 2015,
N 5 zu Art. 50 AuG). Nur bei Vorliegen einer in diesem Sinne erfolgreichen Integration
bedarf es gewichtiger gegenläufiger Interessen, um die ursprünglich vom Ehegatten
abgeleitete Bewilligung nicht mehr zu erneuern. Vorliegend ist eine erfolgreiche
Integration trotz entsprechender Sprachkenntnisse nicht gegeben. Denn der
Beschwerdeführer machte mit seinen strafbaren Handlungen nach der Verwarnung und
sogar bei laufendem ausländerrechtlichem Verfahren auch vor Verwaltungsgericht
deutlich, dass er nicht gewillt oder nicht fähig ist, sich in die hiesige Rechtsordnung
einzufügen und sich korrekt zu verhalten. Auch die wirtschaftliche Integration des
Beschwerdeführers scheiterte immer wieder und nachweislich nicht an der Lebenskrise
infolge des Tods seines Vaters am 14. April 2012, wie vom Beschwerdeführer
behauptet. Denn bereits am 30. November 2011 waren insgesamt Verlustscheine im
Betrag von CHF 19‘032.80 offen. Die vom Beschwerdeführer behaupteten
Krankenhauskosten, die er für seinen Vater bezahlt habe, sind nicht belegt. Und am
5. November 2007 kündigte dem Beschwerdeführer z.B. die S. AG in T. die
Arbeitsstelle fristlos, weil er, ohne sich beim Arbeitgeber persönlich zu melden – auch
nach entsprechender schriftlicher Verwarnung nicht –, seit dem 1. Oktober 2007 nicht
mehr zur Arbeit erschienen war (Dossier, S. 114). Auch bei Einreichen des Gesuchs um
unentgeltliche Rechtspflege (dat. am 31. März 2017) hatte er bereits wieder keinen
Lohn (act. 13/2), obschon er am 13. Januar 2016 einen Arbeitsvertrag abgeschlossen
hatte, laut dem er per Februar 2017 eine Vollzeitstelle bei der L. GmbH antreten sollte.
Ob er wirklich noch dort angestellt ist oder warum auch dieser Arbeitsversuch
gescheitert ist, bleibt unklar. Nicht überzeugend erklärt wird die Situation vom
Beschwerdeführer mit einer nicht belegten Arbeitsunfähigkeit (eine solche ergibt sich
aus den eingereichten Arztberichten betr. Abklärungen jedenfalls nicht [act. 13/4-4]).
Der Beschwerdeführer ist somit bei weitem nicht „weitgehend finanziell unabhängig“,
selbst wenn er sich gelegentlich (teilweise mit selbst gegründeten Firmen) wieder
scheinbar über Wasser hält. Die vorliegenden Integrationsdefizite (Straffälligkeit,
Schulden, fehlende berufliche Integration, allesamt selbstverschuldet) können nicht
durch die Positivindikatoren (Sprachkenntnisse, [beschränkte] soziale Verankerung
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durch das Besuchsrecht in Bezug auf seine Kinder) aufgewogen werden. Eine
besondere soziale Integration wurde vom Beschwerdeführer weder behauptet noch
belegt. Es ist sogar unklar, ob der Beschwerdeführer das ihm zugestandene
Besuchsrecht tatsächlich ausübt. Ein Wille zur Teilnahme am Wirtschaftsleben wurde
ebenfalls nicht dargelegt, Suchbemühungen des Beschwerdeführers seit dem Frühling
2017 beziehungsweise Belege betreffend die Genesung beziehungsweise
(Wieder-)aufnahme seiner Arbeit bei der L. GmbH wurden nicht eingereicht. Eine
positive Prognose im Hinblick auf die Integrationsdefizite ist aus diesen Gründen nicht
möglich. Ein Anspruch des Beschwerdeführers auf Verlängerung seiner
Aufenthaltsbewilligung nach Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG ist daher zu verneinen.
2.3. Da ein Anspruch gemäss Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG zu verneinen ist, ist zu prüfen, ob
wichtige persönliche Gründe einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich
machen. Solch wichtige Gründe können z.B. gemeinsame Kinder sein, zu denen eine
enge Beziehung besteht und die in der Schweiz integriert sind (vgl. Spescha/Thür/
Zünd/Bolzli/Hruschka, a.a.O., N 7 zu Art. 50 AuG). Eine solch enge Beziehung setzt bei
einem bloss besuchsberechtigten Elternteil grundsätzlich voraus, dass das
Besuchsrecht tatsächlich wahrgenommen wird (BGE 139 I 315 E. 2.4), die Alimente
bezahlt werden und damit auch wirtschaftlich eine intensive Beziehung zwischen dem
besuchsberechtigten Elternteil und den Kindern besteht (BGer 2C_547/2014 vom
5. Januar 2015 E. 3.2).
Vorliegend liegen weder seitens des Beschwerdeführers noch seitens der Vorinstanz
Behauptungen im Zusammenhang mit der Wahrnehmung des Besuchsrechts oder der
Bezahlung der Alimente vor. Angesichts der Tatsache, dass der Beschwerdeführer
offenbar wieder nicht arbeitet, muss mangels anderweitiger Behauptungen und Belege
seinerseits davon ausgegangen werden, dass er die Alimente nicht bezahlt (vgl. die
analoge Schlussfolgerung des Bundesgerichts in einer vergleichbaren Situation in BGer
2C_846/2009 vom 27. April 2010 E. 4.) und sich auch nicht darum bemüht. Daraus
muss wiederum geschlossen werden, dass zwischen dem Beschwerdeführer und
seinen Kindern keine enge Beziehung besteht, die einen weiteren Aufenthalt in der
Schweiz erforderlich macht. Ein Anspruch des Beschwerdeführers auf Verlängerung
seiner Aufenthaltsbewilligung gemäss Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG ist deshalb zu verneinen.
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3. Selbst wenn man hinsichtlich des Anspruches gemäss Art. 50 AuG zu einem
anderen Schluss kommen würde, wäre im Übrigen auch der Widerrufsgrund von
Art. 62 lit. c AuG zu bejahen, da der Beschwerdeführer keine Belege für seine
Lebenskrise nach dem Tod seines Vaters (z.B. Arztzeugnis) und keine Belege für seine
Arbeitsunfähigkeit im Februar 2017 vorlegt und ausserdem erst unter dem Eindruck
des laufenden Verfahren erstmals eine kleine Bemühung unternommen hat, seine
Schulden abzubauen (eine erstmalige Beratung im Hinblick auf einen Schuldenabbau
fand am 25. Januar 2017 statt [act. 8/6]). Überdies wurde der Beschwerdeführer wegen
des mehrfachen Ungehorsams im Betreibungs- und Konkursverfahren mit Strafbefehl
des Untersuchungsamts Gossau verurteilt, worin laut bundesgerichtlicher
Rechtsprechung ein gewichtiges Indiz für eine mutwillige Schuldenmacherei zu
erblicken ist (vgl. BGer 2C_375/2008 vom 5. November 2008 E. 3.3). Hinzu kommen
die weiteren, wenn auch eher geringfügigen Delikte.
4. Da auf eine Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung deshalb kein Anspruch besteht,
ist abschliessend zu prüfen, ob dies verhältnismässig und rechtmässig, d.h. vor allem
im Einklang mit Art. 8 der Europäischen Konvention zum Schutz der Menschenrechte
und Grundfreiheiten (SR 0.101, EMRK) ist.
4.1. Der Beschwerdeführer bringt in diesem Zusammenhang vor, dass eine mildere
Massnahme möglich sei, nämlich die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung
neuerlich mit der Bedingung, er habe seine finanziellen Verpflichtungen nach und nach
im Rahmen seiner Möglichkeiten zurückzuzahlen (act. 7 S. 6). Er und seine Kinder
hätten ein Recht auf Familienleben. Die Kinder hätten einen Rechtsanspruch auf
Verbleib ihres Vaters in der Schweiz. Die Vorinstanz habe das Recht auf Familienleben
verletzt. Dies sei nur möglich, wenn dies gesetzlich vorgesehen und in einer
demokratischen Gesellschaft notwendig sei für die nationale und öffentliche Sicherheit,
für das wirtschaftliche Wohl des Landes, zur Aufrechterhaltung der Ordnung, zur
Verhütung von Straftaten, zum Schutz der Gesundheit oder der Moral oder zum Schutz
der Rechte und Freiheiten anderer. Dies sei vorliegend nicht der Fall. Es seien
namentlich die Schwere des Verschuldens, der Grad der Integration beziehungsweise
die Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die dem Betroffenen und seiner Familie
drohenden Nachteile zu berücksichtigen. Der Beschwerdeführer sei seit annähernd 15
Jahren in der Schweiz. Seine Familie würde durch die Wegweisung getrennt. Die neun,
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sieben und drei Jahre alten Kinder verlören ihren Vater und zwar sowohl in der Rolle als
Familienmitglied als auch in derjenigen als Ernährer der Familie. Der Beschwerdeführer
sei in der Schweiz gut integriert. Er arbeite, spreche unsere Sprache und habe keinen
Strafregistereintrag. Das Verschulden, das ihm von der Vorinstanz zur Last gelegt
werde, wiege leicht. Insgesamt vermöge das öffentliche Interesse an einer
Beschränkung der Einwanderung das private Interesse der Familie auf ein Privat- und
Familienleben nicht aufzuwiegen. Insbesondere bei den finanziellen Überlegungen
müsse man ausserdem zum Schluss kommen, dass die Massnahme nicht geeignet sei.
Denn wenn der Familienvater nicht bei seiner Familie in der Schweiz sein und damit
nicht arbeiten könne, verschlechtere sich die finanzielle Situation der Familie erheblich.
Deshalb sei die Aufenthaltsbewilligung zu verlängern. Die Ansicht der Vorinstanz, dass
die Beziehung zu den Kindern im Rahmen von Kurzaufenthalten sowie mittels
moderner Kommunikation gepflegt werden könne, könne nicht geteilt werden. Die
Kinder seien noch klein. Die gelebte Beziehung zu beiden Elternteilen sei aus
entwicklungspsychologischer Sicht bedeutend. Den Kindern des Beschwerdeführers
diese Beziehung zu versagen, sei ein bedeutender Einschnitt in ihre Rechtsstellung und
in das Kindeswohl. Moderne Kommunikationsmittel seien kein Ersatz für echte
menschliche Kontakte.
4.2. Die Vorinstanz führt dazu aus, dass der Beschwerdeführer seit Jahren seinen
finanziellen Verpflichtungen nicht nachkomme und in der Zwischenzeit massiv
verschuldet sei (act. 2 S. 13 ff.). Zudem sei er mehrfach verurteilt worden. Selbst eine
Verwarnung und das laufende Verfahren hätten ihn nicht von der Begehung weiterer
Straftaten abgehalten. Das öffentliche Interesse an seiner Fernhaltung sei somit
erheblich. Es bestehe zudem ein öffentliches Interesse, dass Ausländer, bei denen die
Bedingung für die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung wegfalle, die Schweiz wieder
verlassen. Die Schweiz verfolge gegenüber Ausländern, die nicht aus einem Staat
stammen würden, der EU- oder EFTA-Mitglied sei, in der Frage der
Aufenthaltsberechtigung eine restriktive Politik. Der Beschwerdeführer sei im Rahmen
eines Familiennachzugs in die Schweiz gelangt. Seine prägenden Kinder- und
Jugendjahre habe er im Heimatland verbracht. Er sei daher mit den Sitten, Gebräuchen
und der Sprache dort vertraut. Er sei weder sozial noch beruflich gut in der Schweiz
integriert. Selbst wenn der Beschwerdeführer in seinem Heimatland über kein
Beziehungsnetz verfüge, könne es ihm zugemutet werden, dorthin zurückzukehren und
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neue soziale Kontakte aufzubauen. Dass die Lebens- und Arbeitsbedingungen im
Heimatland gegenüber der Schweiz ungünstiger seien, ändere daran nichts. Der
Beschwerdeführer lebe seit 13. Mai 2016 von seiner Ehefrau getrennt. In Bezug auf
seine Ehefrau könne er sich also nicht auf Art. 8 EMRK berufen. Er lebe auch getrennt
von seinen Kindern. Ihm stehe ein Besuchsrecht zu. Art. 8 EMRK begründe
praxisgemäss kein absolutes Recht auf Einreise und Aufenthalt oder auf einen
bestimmten Aufenthaltstitel. Der nicht sorge- beziehungsweise obhutsberechtigte
Elternteil könne die familiäre Beziehung mit einem Kind ohnehin nur in einem
beschränkten Rahmen pflegen. Um das Besuchsrecht wahrnehmen zu können, sei es
in der Regel nicht erforderlich, dass der ausländische Elternteil dauerhaft im selben
Land wie das Kind lebe und dort über ein Anwesenheitsrecht verfüge. Unter dem
Gesichtspunkt des Anspruchs auf Familienleben genüge es grundsätzlich, wenn das
Besuchsrecht im Rahmen von Kurzaufenthalten vom Ausland her ausgeübt werden
könne, wobei allenfalls dessen Modalitäten anzupassen seien. Gemäss ständiger
bundesgerichtlicher Rechtsprechung könne ein weitergehender Anspruch nur dann in
Betracht fallen, wenn in wirtschaftlicher und affektiver Hinsicht eine besonders enge
Beziehung zum Kind bestehe, diese Beziehung wegen der Distanz zum Heimatland
praktisch nicht aufrechterhalten werden könnte und das bisherige Verhalten des
Ausländers in der Schweiz zu keinerlei Klagen Anlass gegeben habe. Der
Beschwerdeführer habe sich nicht tadellos verhalten. Den Kontakt zu seinen Kindern in
der Schweiz könne er von seinem Heimatland mittels Besuchen und moderner
Kommunikationsmittel aufrechterhalten. Die Verweigerung der Verlängerung verletze
Art. 8 EMRK nicht. Ausserdem überwiege das öffentliche Interesse an der Fernhaltung
des Beschwerdeführers sein privates Interesse am Verbleib in der Schweiz. Die
Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung sei daher recht- und verhältnismässig.
4.3. Alleine das öffentliche Interesse, eine restriktive Einwanderungspolitik betreiben zu
können, genügt laut BGE 135 I 153 ff. nicht, um eine Aufenthaltsverweigerung des
sorgeberechtigten ausländischen Elternteils zu rechtfertigen. Vorliegend ist es jedoch
so, dass nebst der Zumutbarkeit der Ausreise auch ordnungspolitische Gründe
(wachsender Schuldenberg) vorliegen, welche diese weitreichenden Folgen zu
rechtfertigen vermögen (BGE 135 I 153 E. 2.2.4). Damit ein ausländischer
Staatsangehöriger aufgrund des von Art. 8 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV garantierten
Schutzes des Familienlebens einen grundsätzlichen Bewilligungsanspruch herleiten
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kann, bedarf es einer engen und effektiv gelebten Beziehung zu einem
Familienangehörigen mit Schweizer Staatsangehörigkeit oder
Niederlassungsbewilligung wie dies in Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG gefordert wird, dies geht
aus BGer 2C_846/2009 vom 27. April 2010 deutlich hervor. Deshalb kann
diesbezüglich auf die Erwägung Ziff. 2.3 verwiesen werden. Steht aber selbst Art. 8
EMRK beziehungsweise Art. 13 Abs. 1 BV einer Aufenthaltsverweigerung in
vorliegendem Fall nicht entgegen, kann diese auch im Übrigen nicht
unverhältnismässig sein. Denn wie die Vorinstanz zurecht ausführt, hat der
Beschwerdeführer seine prägenden Kinder- und Jugendjahre im Heimatland verbracht
und ist daher mit den Sitten, Gebräuchen und der Sprache dort vertraut. Dass die
Lebens- und Arbeitsbedingungen im Heimatland gegenüber der Schweiz ungünstiger
sind, ändert an der Zumutbarkeit ebenfalls nichts. Die Aufenthaltsverweigerung ist
daher verhältnismässig. Denn die Öffentlichkeit wird durch seinen Aufenthalt unter dem
Strich langfristig über alle Massen belastet, auch wenn er zwischenzeitlich wieder
geringe Beiträge zum Unterhalt der Familie beitragen würde. Und die Beziehung zu
seinen Kindern kann der Beschwerdeführer wie andere auch mittels moderner
Kommunikationsmittel aus der Ferne pflegen oder die Kinder im Rahmen von
Kurzbesuchen hier in der Schweiz oder umgekehrt in seinem Heimatland sehen. Im
Übrigen wusste der Beschwerdeführer um diese Gefahr und häufte trotzdem weiterhin
Schulden an und wurde weiter straffällig, weshalb sich die Frage stellt, wie viel dem
Beschwerdeführer tatsächlich am Kontakt zu seinen Kindern liegt.
5. Dem Verfahrensausgang entsprechend – die Beschwerde ist abzuweisen, soweit auf
sie eingetreten werden kann – hat der Beschwerdeführer die Kosten zu tragen (Art. 95
Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von CHF 2‘000 ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12).
Dem Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege ist stattzugeben.
Sein Begehren erschien angesichts seiner hier niederlassungsberechtigten Kinder nicht
als aussichtslos. Ausserdem ist er offensichtlich prozedural bedürftig. Die Kosten
gehen dementsprechend zulasten des Staates (Art. 99 Abs. 2 VRP in Verbindung mit
Art. 122 Abs. 1 Ingress sowie lit. b der Schweizerischen Zivilprozessordnung, SR 272,
ZPO). Auf die Erhebung der Entscheidgebühr ist zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP).
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Die unentgeltliche Rechtsverbeiständung ist ebenfalls zu gewähren (Art. 99 Abs. 1
VRP). Die staatliche Honorarordnung wird für die Vorbereitung und Durchführung des
Verfahrens der Verwaltungsrechtspflege angewendet, wird die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung bewilligt (siehe Art. 30 Ingress lit. b Ingress und Ziff. 2 des
Anwaltsgesetzes; sGS 963.70, AnwG). Bei unentgeltlicher Prozessführung wird das
Honorar um einen Fünftel herabgesetzt (Art. 31 Abs. 3 AnwG). In der
Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Verwaltungsgericht pauschal
CHF 1‘000 bis CHF 12‘000 (vgl. Art. 22 Abs. 1 Ingress und lit. b der Honorarordnung
für Rechtsanwälte und Rechtsagenten; sGS 963.75, HonO). Innerhalb des für eine
Pauschale gesetzten Rahmens wird das Grundhonorar nach den besonderen
Umständen, namentlich nach Art und Umfang der Bemühungen, der Schwierigkeit des
Falles sowie den wirtschaftlichen Verhältnissen der Beteiligten bemessen (vgl. Art. 19
HonO). Der Rechtsvertreter hat keine Kostennote eingereicht. Ein Pauschalhonorar von
CHF 2‘000, das um einen Fünftel auf CHF 1‘600 zu kürzen ist, erscheint angemessen.
Hinzu kommen die pauschalen Barauslagen von CHF 80 (d.h. vier Prozent von
CHF 2‘000, Art. 28 HonO) und die Mehrwertsteuer (Art. 29 HonO).