Decision ID: e93fa488-282b-5a10-a24d-f8ef665dd01d
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a Am 26. August 2014 erhielt die Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen
als Kantonale Ausgleichskasse (SVA) vom Steueramt B._ eine Steuermeldung
betreffend A._. Darin deklarierte das Steueramt für 2012 ein Einkommen aus
selbstständiger Erwerbstätigkeit von Fr. 336'005.-- und ein im Betrieb investiertes
Eigenkapital von Fr. -315'400.-- (act. G 5.2/21). Da zu diesem Zeitpunkt noch ein
Beschwerdeverfahren vor dem Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen betreffend
die beitragsrechtliche Qualifikation der Einnahmen von A._ im Jahr 2011 hängig war,
sistierte die SVA die weitere Bearbeitung der Steuermeldung bis nach Vorliegen des
Gerichtsentscheids. Mit Entscheid AHV 2014/2 vom 19. März 2015 stellte das hiesige
Versicherungsgericht fest, bei den von den Steuerbehörden gemeldeten
Mietzinseinnahmen im Jahr 2011 handle es sich um Einkünfte aus selbstständiger
Erwerbstätigkeit. Der Beschwerdeführer kaufe systematisch sanierungsbedürftige
Liegenschaften, stelle diese instand und vermiete sie anschliessend. Dabei stellte das
Gericht hauptsächlich auf das systematische Vorgehen während Jahrzehnten, den
geringen Eigenfinanzierungsgrad bzw. das Fehlen von anlagebedürftigem Eigenkapital
in der fraglichen Höhe sowie auf die finanzielle Notwendigkeit, die fehlende BVG-Rente
durch ein anderweitiges Einkommen zu ersetzen, ab. Der Entscheid erwuchs
unangefochten in Rechtskraft.
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A.b Am 9. Juni 2015 erliess die SVA eine Beitragsverfügung für
Selbstständigerwerbende betreffend das Jahr 2012. Dabei ging sie von einem
beitragspflichtigen Einkommen von Fr. 353'400.-- aus, basierend auf der direkten
Bundessteuer, und setzte die Beiträge auf Fr. 34'794.60 (inkl. Verwaltungskosten) fest
(act. G 5.2/10). Mit dagegen erhobener Einsprache vom 24. Juni 2015 machte A._
geltend, die Steuerveranlagung 2012 sei noch nicht rechtskräftig. Aus diesem Grund
könne die Beitragsverfügung basierend auf der direkten Bundessteuer ebenfalls nicht
rechtskräftig sein. Die tatsächlichen Einkommensbestandteile seien noch nicht klar
berechnet. Er habe die Liegenschaften C._ und D._ in E._ sowie die Liegenschaft
F._ in G._ per November 2011 an seine drei Söhne verschenkt. Er sei somit Ende
2011 nicht mehr Eigentümer dieser Liegenschaften gewesen (act. G 5.2/5).
A.c Mit Entscheid vom 6. August 2015 wies die SVA die Einsprache ab. Diese enthalte
praktisch die identische Begründung wie die Einsprache und die Beschwerde
betreffend das Jahr 2011. Zu diesen Einwänden habe das Gericht im Entscheid vom
19. März 2015 ausführlich Stellung genommen und entschieden, dass der Tätigkeit des
Einsprechers erwerblicher Charakter zukomme. Der Einsprecher sei damit (weiterhin)
als selbstständig Erwerbender einzustufen. Der Beschwerdeführer mache zudem keine
Einwände betreffend Höhe des Einkommens geltend (act. G 5.2/2).
B.
B.a Gegen diesen Entscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 25. August
2015 (Postaufgabe 1. September 2015) mit dem Antrag auf Aufhebung des
angefochtenen Einspracheentscheids. Zudem beantragt der Beschwerdeführer eine
mündliche Verhandlung. Die Steuerveranlagung für 2012 sei mit
Veranlagungsverfügung und Schlussrechnung vom 29. Juli 2015 eröffnet worden und
sei demzufolge erst am 29. August 2015 rechtskräftig geworden. Er sei per 31.
Dezember 2012 nicht mehr Eigentümer eines grossen Teils seiner Liegenschaften
gewesen. Somit könne daraus auch kein Einkommen fliessen. Der Eigenmietwert der
Attikawohnung in St. Gallen und seines Einfamilienhauses in E._ könne nicht als
Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit betrachtet werden. Zudem seien in
der Berechnung sogenannte "bezahlte AHV-Beiträge" aufgerechnet worden, obwohl
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gar nie AHV-Beiträge abgezogen worden seien. Das zur Beitragsberechnung
beigezogene Einkommen sei somit falsch (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 26. Oktober 2015 beantragt die Verwaltung teilweise
Gutheissung der Beschwerde. Am 6. Oktober 2015 sei eine neue Steuermeldung
betreffend das Jahr 2012 eingegangen, woraus ein Einkommen aus selbstständiger
Erwerbstätigkeit in Höhe von Fr. 102'410.-- hervorgehe. Dementsprechend seien die
Beiträge anzupassen. Im Übrigen werde an der Qualifikation festgehalten (act. G 5).
B.c Mit Replik vom 3. Dezember führt der Beschwerdeführer aus, die Liegenschaften
C._ und D._ in E._ sowie jene am F._ in G._ seien von der Steuerverwaltung
aus der Beitragsmeldung herausgenommen worden. Diese Liegenschaften befänden
sich seit Dezember 2011 nicht mehr in seinem Besitz, da er sie seinen Söhnen
geschenkt habe. Die Liegenschaft H._ in I._ und die Attika-Wohnung J._ habe er
im Jahr 2014 seiner Frau verschenkt; diese hätten niemals als Geschäftsvermögen
betrachtet werden können. Es verblieben noch die Liegenschaften K._ und L._ in
M._ in seinem Privatvermögen. Dass zudem die einst für die Söhne erworbenen
Einfamilienhäuser in E._, N._ und O._ als Geschäftsvermögen betrachtet würden,
sei "ja wohl eher als Witz" zu verstehen (act. G 7). Die Beschwerdegegnerin verzichtet
auf eine Duplik (act. G 9).
B.d Mit einer weiteren Eingabe vom 16. Februar 2016 weist der Beschwerdeführer
nochmals darauf hin, dass er eine persönliche Vorladung für eine Gerichtsverhandlung
wünsche (act. G 11).
B.e Auf entsprechende Nachfrage des Gerichts reicht das Kantonale Steueramt St.
Gallen am 21. März 2017 das Veranlagungsprotokoll 2012 samt interkantonaler
Steuerausscheidung ein (act. G 14 und 14.1).
B.f Mit Stellungnahme vom 5. April 2017 macht der Beschwerdeführer erneut geltend,
er sei weder selbstständig erwerbend noch Liegenschaftenhändler (act. G 15).
B.g An der mündlichen Verhandlung vom 14. September 2017 bringt der
Beschwerdeführer im Wesentlichen erneut vor, dass seine Einkünfte aus den
Liegenschaften nicht als Erwerbseinkommen anzusehen seien. Diese Einkünfte stellten
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Ersatz für die fehlende Rente aus der 2. Säule dar und dienten seinem Lebensunterhalt.
Die Liegenschaften hätten jeweils mit seiner Familie zu tun. Es sei willkürlich, wenn
diese Einnahmen ab dem Jahr 2011 plötzlich als Erwerbseinkommen angesehen
würden und verabgabt werden müssten. Dies sei vorher auch nicht der Fall gewesen
und die Situation habe sich 2011 nicht verändert. Die Beschwerdegegnerin beantragt
die teilweise Gutheissung der Beschwerde und die Berücksichtigung eines
Einkommens aus selbstständiger Erwerbstätigkeit in Höhe von Fr. 102'410.--. Der
Sachverhalt habe sich gegenüber dem Vorjahr nicht grundlegend geändert, weshalb
weiterhin vom Vorliegen einer Erwerbstätigkeit auszu¬gehen sei.

Erwägungen
1.
1.1 Gemäss Art. 4 Abs. 1 AHVG schulden die erwerbstätigen Versicherten Beiträge auf
dem aus einer unselbstständigen oder selbstständigen Erwerbstätigkeit fliessenden
Einkommen. Nach Art. 9 Abs. 1 AHVG ist Einkommen aus selbstständiger
Erwerbstätigkeit jedes Erwerbseinkommen, das nicht Entgelt für in unselbstständiger
Stellung geleistete Arbeit darstellt. Als selbstständiges Einkommen gelten laut Art. 17
AHVV alle in selbstständiger Stellung erzielten Einkünfte aus einem Handels-,
Industrie-, Gewerbe-, Land- und Forstwirtschaftsbetrieb, aus einem freien Beruf, sowie
aus jeder anderen selbstständigen Erwerbstätigkeit, einschliesslich der Kapital- und
Überführungsgewinne nach Art. 18 Abs. 2 DBG und der Gewinne aus der
Veräusserung von land- und forstwirtschaftlichen Grundstücken nach Art. 18 Abs. 4
DBG, mit Ausnahme der Einkünfte aus zu Geschäftsvermögen erklärten Beteiligungen
nach Art. 18 Abs. 2 DBG. Nicht unter den Begriff der selbstständigen Erwerbstätigkeit
im Sinne von Art. 9 Abs. 1 AHVG und Art. 17 AHVV fällt die blosse Verwaltung des
eigenen Vermögens; der daraus resultierende reine Kapitalertrag unterliegt daher nicht
der Beitragspflicht. Gleiches gilt in Bezug auf Gewinne aus privatem Vermögen, welche
in Ausnützung einer zufällig sich bietenden Gelegenheit erzielt worden sind. Anderseits
stellen Kapitalgewinne aus der Veräusserung oder Verwertung von Gegenständen des
Privatvermögens, wie Wertschriften oder Liegenschaften, auch bei nicht
buchführungspflichtigen (Einzel-)Betrieben, Einkommen aus selbstständiger
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Erwerbstätigkeit dar, wenn und soweit sie auf gewerbsmässigem Handel beruhen (BGE
134 V 252 f. E. 3.1, mit Hinweis auf BGE 125 V 383 E. 2a S. 385).
1.2 Nach Art. 23 Abs. 1 AHVV obliegt es in der Regel den Steuerbehörden, das für die
Berechnung der Beiträge Selbstständigerwerbender massgebende Erwerbseinkommen
auf Grund der rechtskräftigen Veranlagung für die direkte Bundessteuer und das im
Betrieb investierte Eigenkapital auf Grund der entsprechenden rechtskräftigen
kantonalen Veranlagung unter Berücksichtigung der interkantonalen Repartitionswerte
zu ermitteln. Die Angaben der Steuerbehörden hierüber sind für die Ausgleichskassen
verbindlich (Art. 23 Abs. 4 AHVV).
1.3 Die absolute Verbindlichkeit der Angaben der Steuerbehörden für die
Ausgleichskassen und die daraus abgeleitete relative Bindung des
Sozialversicherungsgerichts an die rechtskräftigen Steuertaxationen sind auf die
Bemessung des massgebenden Einkommens und des betrieblichen Eigenkapitals
beschränkt. Diese Bindung betrifft also nicht die beitragsrechtliche Qualifikation und
beschlägt daher nicht die Fragen, ob überhaupt Erwerbseinkommen und
gegebenenfalls solches aus selbstständiger oder aus unselbstständiger Tätigkeit
vorliegt und ob die Person, die das Einkommen bezogen hat, beitragspflichtig ist.
Somit haben die Ausgleichskassen ohne Bindung an die Steuermeldung auf Grund des
Rechts der Alters- und Hinterlassenenversicherung zu beurteilen, wer für ein von der
Steuerbehörde gemeldetes Einkommen beitragspflichtig ist (BGE 121 V 80 E. 2c S.83,
114 V 72 E. 2 S. 75, 110 V 83 E. 4 S. 86 und 369 E. 2a S. 370, 102 V 27 E. 3b S. 31, je
mit Hinweisen; Urteil H 36/03 vom 7. Juni 2004 E. 4.5). Das gilt namentlich auch für die
Qualifikation eines Vermögensbestandteils als Privat- oder Geschäftsvermögen, zumal
diese Unterscheidung steuerrechtlich häufig ohne Belang ist, da steuerrechtlich der
Ertrag sowohl aus Privat- als auch aus Geschäftsvermögen steuerbar ist. Die
Steuermeldung ist daher mit Bezug auf den Vermögensertrag keine zuverlässige
Grundlage für die AHV-Beitragsfestsetzung, weshalb die Qualifikation als beitragsfreier
Kapitalertrag auf Privatvermögen oder beitragspflichtiges Einkommen aus
Geschäftsvermögen im Beitragsfestsetzungsverfahren erfolgen muss (Urteil H 361/96
vom 2. Juli 1997 E. 2c). In Bezug auf den Vermögensgewinn ist demgegenüber auch
steuerrechtlich die Unterscheidung von Geschäfts- und Privatvermögen von
Bedeutung, weshalb sich die AHV-Behörden in der Regel auf die Steuermeldungen
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verlassen können und eigene nähere Abklärungen nur dann vornehmen müssen, wenn
sich ernsthafte Zweifel an der Richtigkeit der Steuermeldung ergeben (134 V 250 E. 3.3
S. 253; Urteil vom 16. Januar 2009, 9C_551/2008, E. 2.3 mit Hinweis; Urteil vom 30.
Januar 2014, 9C_107/2013, E. 1.4, mit Hinweis; 110 V 369 E. 2a S. 370 und 83 E. 4 S.
86, 102 V 27 E. 3b S. 31 mit Hinweisen, Urteile H 49/02 E. 5 und H 239/85 E. 2b).
2.
2.1 Vorliegend ist zunächst auf die Frage der Qualifikation der fraglichen Einkünfte
einzugehen. Wie bereits im Entscheid AHV 2014/2 vom 19. März 2015 rechtskräftig
entschieden, sind die Einkünfte des Beschwerdeführers aus Liegenschaftserträgen im
Jahr 2011 aus den dort aufgeführten Gründen als Einkommen aus selbstständiger
Erwerbstätigkeit anzusehen (Erwägungen 3.1 bis 3.4). Dabei ging das
Versicherungsgericht davon aus, dass es sich bei sämtlichen Liegenschaften um
solche des Privatvermögens handelt (Erwägung 2). Es ist nicht ersichtlich und wird vom
Beschwerdeführer nicht konkret dargelegt, dass die von der Steuerverwaltung für das
Jahr 2012 gemeldeten Einkünfte aus selbstständiger Erwerbstätigkeit auf substantiell
andere Weise erwirtschaftet worden wären als im bereits beurteilten Jahr 2011. Dass
sich an den beurteilten Qualifikationsmerkmalen (insbesondere an der systematischen
Vorgehensweise des Beschwerdeführers mit u.a. Reinvestition eines Grossteils der
Erträge in den Gebäudeunterhalt und -ausbau sowie am hohen
Fremdfinanzierungsgrad) etwas Grundlegendes geändert hätte, ist weder aus den
Akten ersichtlich noch wird dies vom Beschwerdeführer dargetan. Im Gegenteil geht
auch der Beschwerdeführer davon aus, dass sich die Verhältnisse nicht geändert
haben (Replik vom 3. Dezember 2015 [act. G 7]), was er auch anlässlich der heutigen
Verhandlung erneut schildert. Zwar ist eine Einkommensqualifikation für zukünftige
Beitragsperioden nicht ohne Weiteres präjudizierend. Vielmehr ist grundsätzlich jedes
Jahr für sich zu betrachten, wovon auch der Beschwerdeführer ausgeht. Damit ist auch
gesagt, dass eine Qualifikation als Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit
oder aber beitragsfreier Kapitalertrag nicht schon deshalb willkürlich ist, weil sie von
einer früheren Beurteilung abweicht. Ist aber - wie vorliegend - von gleich bleibenden
tatsächlichen Verhältnissen auszugehen, ist es folgerichtig, auch von einer
unveränderten Qualifikation der Einkommen auszugehen. Es besteht damit unter
diesem Blickwinkel von vornherein kein Anlass, in Bezug auf die Immobilienvermietung
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im vorliegenden Verfahren nicht mehr von einer selbstständigen Erwerbstätigkeit
auszugehen. An dieser Qualifikation vermag auch die Veräusserung der drei
Liegenschaften C._ und D._ in E._ sowie am F._ in G._ nicht ohne Weiteres
etwas zu ändern, zumal der Beschwerdeführer auch mit den verbleibenden
Liegenschaften immer noch substantielle - d.h. für die Bestreitung des
Lebensunterhalts notwendige - Einnahmen erzielt.
2.2 Im Zuge des vorliegenden Verfahrens hat das Versicherungsgericht sodann die
rechtskräftige Steuerveranlagung 2012 samt interkantonaler Steuerausscheidung
eingeholt. Daraus ergibt sich nunmehr, dass die Steuerverwaltung die Liegenschaften
in I._, O._, E._, M._ sowie in N._ im Jahr 2012 zum Geschäftsvermögen, die
selbstbewohnte Liegenschaft in P._ sowie die restlichen Liegenschaften in E._ und
G._, welch letzteren drei der Beschwerdeführer unbestrittenermassen an seine drei
Söhne verschenkt, sich jedoch weiterhin die Nutzniessung daran vorbehalten hat,
dagegen zum Privatvermögen zählt (act. G 14). In seiner Replik vom 3. Dezember 2015
macht der Beschwerdeführer dazu geltend, es sei ein Witz, dass sein Einfamilienhaus
in E._ und die beiden "Einfamilienhäuschen" in N._ und O._, die er ursprünglich
für seine Söhne vorgesehen habe, als Geschäftsvermögen betrachtet würden. Die
Liegenschaft in I._ sowie die Attikawohnung in P._ habe er 2014 an seine Ehefrau
zu Alleineigentum verschenkt. Auch diese beiden Liegenschaften seien somit als
Privatvermögen zu betrachten, so dass nur noch die beiden Liegenschaften K._ und
L._ in M._ zu seinem Privatvermögen (gemeint: Geschäftsvermögen?) zählten (act.
G 7). In seiner Stellungnahme vom 5. April 2017 zur Steuerveranlagung erklärt der
Beschwerdeführer jedoch auch die beiden Liegenschaften in M._ zu Privatvermögen
(act. G 16). Dem ist entgegen zu halten, dass die Steuerverwaltung mit ihrer Einteilung
grundsätzlich alle nicht selbst bewohnten oder an die Söhne veräusserten
Liegenschaften als Geschäftsliegenschaften angesehen hat. Dies ist insofern nicht zu
beanstanden, als alle diese Liegenschaften zu den - im Urteil AHV 2014/2 vom 19.
März 2015 detailliert beschriebenen (vgl. Erwägung 3.2 f.) - systematisch erzielten
Liegenschaftserträgen beitragen. Dies gilt denn auch für die beiden Einfamilienhäuser
in N._ und O._, sind diese Liegenschaften doch unbestrittenermassen
fremdvermietet, und auch für die Liegenschaft in I._ (3 Wohnungen vermietet [vgl. die
Ausführungen an der Gerichtssitzung vom 19. März 2015; AHV 2014/2 Erwägung 3.1 S.
8], wenn auch die darin befindliche Metzgerei nach Angaben des Beschwerdeführers
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im Jahr 2012 an den Ehemann der Tochter seiner Frau vermietet war [vgl.
Stellungnahme vom 5. April 2017, act. G 16 S. 2, was der Beschwerdeführer auch an
der heutigen Verhandlung wiederum ausführt]) und erbringen Mieterträge von Fr.
18'000.-- (N._), Fr. 24'000.-- (O._) und Fr. 76'500.-- (I._) (vgl. Steuerveranlagung
2012 vom 29. Juli 2015 [act. G 14.1] und Stellungnahme vom 5. April 2017 [act. G 16]).
Aus welchen Motiven der Beschwerdeführer die genannten Liegenschaften
ursprünglich erworben hat, ist für die heutige Qualifikation als Geschäftsvermögen
demgegenüber unerheblich. Die beiden Liegenschaften in M._ sind als reine
Renditeliegenschaften, welche nun noch die "Pensionskasse" des Beschwerdeführers
darstellten (act. G 16 S. 3), ohne weiteres als Geschäftsliegenschaften anzusehen.
Einzig bei der selbstbewohnten Liegenschaft in E._ erscheint die steuerliche
Behandlung als Geschäftsliegenschaft nicht plausibel. Weshalb die Steuerverwaltung
auf diese Weise verfuhr, ist aus den Akten nicht ersichtlich. Es würde dem
Beschwerdeführer jedoch keinen Vorteil bringen, wenn diese Liegenschaft zum
Privatvermögen gezählt, also aus der Berechnung des Vermögensertrags herausgelöst
würde. Gemäss Steuerveranlagung 2012 bringt diese Liegenschaft einen Ertrag
(Eigenmietwert?) von Fr. 7'160.--; hingegen lässt die Steuerverwaltung
Unterhaltskosten von Fr. 7'930.-- zum Abzug zu (act. G 14.1), sodass - selbst ohne
Berücksichtigung der Schuldzinsen - mehr Abzüge als Einnahmen wegfallen würden,
das Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit ohne Berücksichtigung dieser
Liegenschaft also grösser würde. Das Gleiche gilt für die Liegenschaft in N._ (Ertrag
Fr. 18'000.--, Liegenschaftenunterhalt Fr. 30'060.--, Schuldzinsen Fr. 2'606.--,
Vermögensertrag netto Fr. -14'666.-- [vgl. Steuerausscheidung, act. G 14.2]). Würde
man die drei Einfamilienhäuser aus der Berechnung herauslösen, bliebe das steuerbare
Einkommen praktisch unverändert bzw. würde sich sogar um Fr. 334.-- erhöhen
(Nettoertrag O._ Fr. 15'102.--; Nettoertrag N._ Fr. -14'666.-- [act. G 14.2];
Nettoertrag Q._ [ohne Schuldzinsen] Fr. -770.-- [Fr. 7'160.-- - Fr. 7'930.--; act. G
14.1]), wobei der positive Saldo wegfallen würde, die negativen dagegen neu zum
Einkommen hinzugerechnet werden müssten. In Bezug auf die nach eigenen Angaben
des Beschwerdeführers erst 2014 an seine Ehefrau verschenkten Liegenschaften ergibt
sich für das vorliegend interessierende Beitragsjahr 2012 kein Anpassungsbedarf,
wobei die Liegenschaft J._ von der Steuerverwaltung und von der
Beschwerdegegnerin ohnehin nicht als Geschäftsliegenschaft angerechnet wurde.
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Nachdem sich die Qualifikation der einzelnen Liegenschaften durch die
Steuerverwaltung grundsätzlich als zweckmässig, im Fall der Liegenschaft Q._ zwar
nicht ohne Weiteres als richtig, für den Beschwerdeführer aber als vorteilhaft erweist,
ist auch betreffend Beitragserhebung darauf abzustellen. Mithin sind die sechs von der
Steuerverwaltung genannten Liegenschaften - anders als noch 2011 - nunmehr zum
Geschäftsvermögen zu zählen. Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
stellen sodann die aus der Vermietung von Liegenschaften des Geschäftsvermögens
erwirtschafteten Erträge Einkünfte aus selbstständiger Erwerbstätigkeit dar, welche der
AHV-Beitragspflicht unterliegen, ohne dass geprüft werden müsste, ob es sich bei der
Vermietung um eine selbstständige Erwerbstätigkeit handelt oder nicht (BGE 134 V 255
E. 4.2 f.). Selbst eine solche Prüfung führt vorliegend aber zu keinem anderen Ergebnis
(vgl. vorstehende Erwägung 2.1).
2.3 In der korrigierten Meldung vom 6. Oktober 2015 gehen die Steuerverwaltung und
in der Folge die Beschwerdegegnerin nunmehr von einem Einkommen aus
selbstständiger Erwerbstätigkeit in Höhe von Fr. 102'410.-- aus. Dieses erscheint mit
den gemäss Steuerveranlagung vom 29. Juli 2015 aufgeführten Erträgen und
Aufwendungen für die Geschäftsliegenschaften vereinbar, wobei sich die anerkannten
Schuldzinsen in Höhe von Fr. 46'352.-- betreffend die Liegenschaften in E._ - wo
sich solche des Privat- wie auch des Geschäftsvermögens befinden - an Hand der
Steuerakten nicht liegenschaftengenau aufschlüsseln lassen (vgl. Steuerausscheidung
[act. G 14.2]). Jedenfalls macht der Beschwerdeführer in masslicher Hinsicht - ausser
dem gleich noch zu behandelnden Vorbringen gegen die Aufrechnung der AHV-
Beiträge - in seiner Duplik vom 3. Dezember 2015 und auch an der heutigen
Verhandlung keine Einwände mehr geltend. Vielmehr ist davon auszugehen, dass mit
der Reduktion des gemeldeten Einkommens auf Fr. 102'410.-- der in der Beschwerde
vom 1. September 2015 (Poststempel) noch monierte Einschluss der Ende 2011
veräusserten drei Liegenschaften nunmehr beseitigt worden ist.
2.4 Zu den ursprünglich aufgerechneten und ebenfalls beanstandeten AHV-Beiträgen
in Höhe von Fr. 34'289.-- ist schliesslich zu sagen, dass seit 2012 die
Ausgleichskassen die AHV-Beiträge selbstständig zum von den Steuerbehörden
gemeldeten Einkommen hinzuzurechnen haben, wobei das gemeldete Einkommen
nach Massgabe der geltenden Beitragssätze auf 100 % aufzurechnen ist (Art. 9 Abs. 4
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AHVG). Bei einem ursprünglich für 2012 gemeldeten Einkommen von Fr. 336'005.--
und einem geltenden Beitragssatz von 9,7 % ergab sich unter Berücksichtigung des
Freibetrags für Personen im AHV-Rentenalter von Fr. 16'800.-- ein beitragspflichtiges
Einkommen von Fr. 353'400.-- (auf 100 Franken abgerundet; [Fr. 336'005.-- - Fr.
16'800.--] : 90,3 % x 100 %; vgl. WSN Ziff. 1170, 1177 und 1178) bzw. aufzurechnende
AHV-Beiträge von Fr. 34'289.-- (Fr. 353'494.-- x 9,7 %). Nachdem nun das Einkommen
aus selbstständiger Erwerbstätigkeit auf Fr. 102'410.-- reduziert wurde, wird
dementsprechend auch der aufzurechnende AHV-Beitrag nach der vorgestellten
Regelung neu zu berechnen sein und dementsprechend geringer ausfallen.
2.5 Der angefochtene Einspracheentscheid vom 6. August 2015 beruhte noch auf
einem gemeldeten Einkommen von Fr. 336'005.-- und ist deshalb aufzuheben. Wie
auch die Beschwerdegegnerin in ihrer Vernehmlassung vom 26. Oktober 2015 und
anlässlich der heutigen Verhandlung beantragt, ist nunmehr von der Steuermeldung
vom 6. Oktober 2015 und einem gemeldeten Einkommen von Fr. 102'410.--
auszugehen.
3.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde unter Aufhebung des Einspracheentscheids
vom 6. August 2015 teilweise gutzuheissen. Die Streitsache ist alsdann zur neuen
Festsetzung und Verfügung der AHV/IV/EO-Beiträge 2012 im Sinn der Erwägungen an
die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art.
61 lit. a ATSG).