Decision ID: ce937e26-b604-40b5-b8ef-0d36a33e8e16
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1964, absolvierte eine Ausbildung zur Kosmetikerin (Urk. 7/4/4). Seit Juni 1989 war sie als Kosmetikerin selbständig erwerbstätig (Urk. 7/4/4, Urk. 7/12/2). Am 11. November 2015 meldete
sie
sich unter Hinweis auf psychische Beschwerden (Urk. 7/4/5) bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 7/4). Die IV-Stelle tätigte Abklärungen in beruflich-erwerblicher und medizinischer Hinsicht (vgl. Urk. 7/2, Urk. 7/12, Urk. 7/21; Urk. 7/23, Urk. 7/26). Sie holte zudem die Akten der Kran
kentag
geldversicherung von
X._
ein (Urk. 7/12-13, Urk. 7/25). Mit Vorbescheid vom 6. September 2016 kündigte sie der Ver
sicher
ten die Abweisung ihres Leistungsbegehrens an (Urk. 7/30). Danach stellte der be
handelnde Psy
chia
ter der Versicherten der IV-Stelle am 30. September 2016 die
Beurteilung zu
einer testpsychologischen Untersuchung zu (Urk. 7/31-32). Am 11. November 2016 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren von
X._
wie vorbeschie
den ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 9. Dezember 2016 Beschwerde und beantragte, in Aufhebung der angefochtenen Verfügung
der Beschwerdegegnerin vom
11. November 2016 sei ihr eine halbe Invalidenrente zu
zusprechen (Urk. 1 S. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 16. Januar 2017 beantragte die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde (Urk. 6, unter Beilage der IV-Akten [Urk. 7/1-42]), was der Beschwerdeführerin am 17. Januar 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 8).
In der Folge reichte die Beschwerdeführerin die Berichte der
Y._
vom 1. Februar 2017 (Urk. 10) und 3. August 2017 (Urk. 18) ein. Die Beschwer
de
gegnerin erhielt jeweils eine Kopie dieser Berichte (Urk. 14, Urk. 19).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin Anspruch eine In
vali
den
rente hat.
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundes
ge
setzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Er
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Ein
gliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglich
keiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
2.2.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychischen Beein
trächtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krank
heitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unab
hängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie aus
ge
wiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weit
gehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141
V
281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2.2
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
2.3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
2.
4
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtge
mäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozial
versicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stam
men, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestat
ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizi
nische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allsei
tigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E.
3a).
2.5
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer).
3.
3.1
Es liegen folgende
medizinische Unterlagen
vor, welche für die Beurteilung rele
vant sind:
3.2
3.2.1
Gemäss
den
Bericht
en
von Dr. med.
Z._
, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 21. November 2015
und 23. März 2016
litt die Beschwerdeführerin, welche sich seit 30. April 2015 in seiner Behandlung befand (Urk. 7/
25
/
25
), an einer rezidivierende
n
depressive
n
Störung, mittel
gradig bis schwere depressive Episode (ICD-10: F33.11), mit somatischem Syndrom, bei bestehender Entwic
k
lungsstörung und metabolischem
Syndrom (hormonale Dys
funktion seit früher Kindheit bis zum 33. Lebensjahr). Er attestierte der Beschwer
deführerin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 7/25/9
, Urk.
3 S. 2
).
3.2.2
Alsdann stellte Dr.
Z._
in seinem Bericht vom 22. April 2016 die folgenden Diagnosen:
-
rezidivierende depressive Störung, schwere bis mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F33.11), mit somatischem Syndrom, bei bestehender Entwicklungsstörung und
metabolischem
Syndrom und Hormonal-Dys
funktion seit früher Kindheit
-
Verdacht auf abhängige Persönlichkeit (ICD-10: F60.7).
Dr. Z._ attestierte der Beschwerdeführerin vom 30. April 2015 bis 31. Januar 2016 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit und ab 1. Februar 2016 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/23/3).
3.2.3
In seinem Verlaufsbericht vom 26. Juli 2016 führte Dr.
Z._
sodann die fol
genden Diagnosen an (Urk. 7/26/2):
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.11), mit somatischem Syndrom, bei bestehender Entwicklungsstörung und metabolische
m
Syndrom mit hormonaler Dys
funktion seit früher Kindheit
-
Panikstörung mit Agoraphobie
(
ICD-10: F41.0
)
-
Gemischte Persö
nlichkeitsstörung, histrionisch
-zwanghafte Persönlich
keit (ICD-10: F60.4-F60.5).
In diesem Bericht
führte
er
weiter aus, dass die Beschwerdeführerin sowohl in der bisheri
gen Tätigkeit als Kosmetikerin, als auch in einer angepassten Tätigkeit für vier Stunden pro Tag arbeitsfähig sei (Urk. 7/26/3).
3.3
Nach der Untersuchung der Beschwerdeführerin vom 25. April 201
6
hielt lic. phil.
A._
, Psychotherapeutin SPV/FSP
,
fest, es sei ein strukturier
tes klinisches Interview für DSM IV (SKID I und SKID II) durchgeführt worden. Laut Auswertung des SKID I leide die Beschwerde
führerin an einer rezid
i
vieren
den depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode, mit soma
tischem Syndrom (ICD-10: F33.11) und an einer Agoraphobie mit Panikstö
rung (ICD-10: F41.0). Beide Störungen würden einen starken Leidensdruck der Beschwerdeführerin verursachen. Neben Nieder
ge
schlagenheit, Müdigkeit, Inte
resseverlust, Antriebsminderung, frühen Suizid
ge
danken (momentan nicht mehr aktuell), leide s
ie
an einem sozialen Rückzug. Dieser sei ebenfall
s Teil der Depres
sion, verstärke
sich jedoch durch die Agora
phobie mit Panikstörung. Auf
grund der starken Ängste verlasse die Beschwerde
führerin kaum noch ihr
Zuh
ause und leide unter Einsamkeit.
Der SKID II-Test habe die Diagnosen histrio
nische Per
sönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.4) und anankas
tische (zwanghafte) Persönlich
keitsstörung (ICD-10: F60.5) ergeben
(Urk. 7/31/1, Urk. 7/32/1
,
Urk. 7/32/7)
.
3.4
3.4.1
Dr.
B._
führte in seinem Gutachten vom 14. Januar 2016 die Diagnosen depressive Reaktion, ab Frühjahr 2015 (ICD-10: F43.21) sowie lange Krankheit beziehungsweise Tod der Mutter (ICD-10: Z63.4) und Trennung vom Ehepartner (ICD-10: Z63.5) an (Urk. 7/25/16).
3.4.2
Der Beurteilung von Dr.
B._
ist zu entnehmen, dass sich die Beschwerde
führerin im Sommer 2013 von ihrem Ehemann getrennt habe. Dies habe sie nach
vollziehbar belastet. Gemäss den Angaben der Beschwerdeführerin sei es vor
gän
gig nie zu relevanten affektiven Beschwerden gekommen. Im Jahr 2015 sei sie in eine Krise geraten, da ihre Mutter lange Zeit im Spital gelegen habe und die Be
schwerdeführerin sie oft besucht habe. Nach dem Tod der Mutter im Januar 2015 habe die Beschwerdeführerin ein depressives Zustandsbild entwickelt. Da ein enger Zusammenhang zwischen Ursache und Verstimmung bestanden habe, könne von einer depressiven Reaktion beziehungsweise von einer Anpassungs
störung ausgegangen werden. Diese habe sich im April 2015 recht heftig ent
wi
ckelt. Die Beschwerdeführerin habe eine ambulante psychiatrische Behand
lung aufgenommen, welche sie bis heute weiterführe. Mit der Zeit sei sie bereit ge
we
sen, Psychopharmaka einzunehmen, obschon sie von ihrer alternativ
medizi
ni
schen Einstellung her gegenüber derartigen Behandlungen skeptisch sei. Die the
rapeutischen Bemühungen seien nicht genügend, denn die Laborunter
suchun
gen würden zu tiefe Medikamentenspiegel zeigen (Urk. 7/25/17).
Bei der Untersuchung vom 5. Januar 2016 habe sich die Beschwerdeführerin in gebessertem Zustand präsentiert. Die Depressivität könne als leicht- bis mittel
gradig beurteilt werden. In diese Richtung würden unter anderem das Fehlen einer Suizidalität sprechen. Die Beschwerdeführerin habe wieder Zukunftshoffnungen, sie sei sehr elegant gekleidet und könne den Tag regelmässig gestalten. Die psy
chopathologischen Befunde seien am 5. Januar 2016 mässig ausgeprägt ge
wesen. Der jetzige Zustand sollte es der Beschwerdeführerin erlauben, zu 20 % beruflich tätig zu sein. Eine 50%ige Arbeitsfähigkeit könne ab 1. Februar 2016 erwartet werden. Die Beschwerdeführerin müsse sich stabilisieren, es bestehe
n
och eine gewisse Rückfallgefahr. Da die berufliche Tätigkeit nicht die Ursache für ihre depressive Reaktion darstelle, dürfte es sinnvoll sein, dass sie wieder arbeite. Die Prognose sei nicht ungünstig. Eine genügende Einnahme der Psycho
pharmaka werde es der Beschwerdeführerin erlauben, die vorgesehene Steigerung der Arbeits
fähig
keit zu erreichen. Sie könne ab 1. März 2016 voll arbeiten (Urk. 7/25/17).
3.4.3
Sodann
hielt
Dr.
B._
fest
, dass ab dem 1. Januar 2016 eine ca. 80%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe. Die Beschwerdeführerin könne in diesem Pensum in der angestammten Tätigkeit arbeiten. Es wäre ihr auch möglich, als un
selbstän
dige Kosmetikerin zu arbeiten. Allerdings sei hier die Arbeitsfähigkeit nicht wesentlich höher (Urk. 7/25/18).
Die Prognose sei langfristig günstig. Ab dem 1. Februar 2016 sei eine 50%ige Arbeitsfähigkeit zu erwarten. Ab 1. März 2016 sei die
Beschwerdeführerin
voll arbeits
fähig (Urk. 7/25/19).
4.
4.1
In der angefochtenen Verfügung vom 11. November 2016 führte die Beschwer
de
gegnerin aus, aus dem Gutachten
von
Dr.
B._
vom 14. Januar 2016
(Urk.
7/25/12-20)
gehe hervor, dass die Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit aufgrund der depressiven Reaktion nach der Trennung vom Ehemann sowie Krankheit und Tod der Mutter entstanden sei
en
. Solche schwierige Situationen im sozialen Umfeld seien jedoch nicht iv-relevant. Es bestehe somit kein Anspruch auf eine Invalidenrente (Urk. 2 S. 1).
Die Beschwerdeführerin hält dem entgegen, dass aufgrund der Berichte von
Dr.
Z._ und
lic. phil.
A._ erwiesen sei, dass sie psychisch schwer krank sei und an “neuro
psychologi
schen Defiziten“ leide (Urk. 1 S. 2).
4
.
2
Für die Sichtweise der Beschwerdegegnerin spricht, dass Dr. B._ in seinem für die Krankentaggeldversicherung der Beschwerdeführerin erstellten Gutachten angesichts des engen Zusammenhangs zwischen Ur
sache (Trennung vom Ehe
mann sowie Krankheit und Tod der Mutter) und (depressiven) Verstim
mungen (der Beschwerdeführerin) bloss eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10: F43.21) für gegeben hielt. Für Dr. B._ war diese Reaktion sodann die Hauptursache für die Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin (Urk. 7/25/18). Grund
sätz
lich gilt zwar, dass dort, wo psychosoziale Einflüsse das Bild prägen, bei der Annahme einer rentenbegründenden Invalidität Zurückhal
tung geboten ist (Urteil des Bundes
gerichts 8C_858/2017 vom 17. Mai 2018 E. 2.3 mit Hinweis auf weitere Urteile, insbesondere auf BGE 141 V 281 E. 4.3.3 und 127 V 294 E. 5a). Im vorliegenden Fall ist jedoch nicht erstellt, dass die psycho
sozialen Umstände im Vordergrund stehen. Auf die prognostische Ein
schätzung von
Dr.
B._, wonach die Beschwerdeführerin ihre Arbeits
fähig
keit ab 1. Februar 2016 auf 50 % und ab 1. März 2016 auf 100 % hätte steigern können (Urk.
7/25/17), kann daher nicht abgestellt werden. Nachdem die Beschwerdefüh
rerin am 16. April 2016 bei ihrem behandelnden Psychiater Dr. Z._ war, hielt dieser im Bericht vom 22. April 2016 hinsicht
lich der psychischen Ein
schränkungen der Beschwerdeführerin fest, dass schwere Konzentrationseinbus
sen, eine rasche Ermüdbarkeit, ein vermehrter Erholungs
bedarf, eine sehr niedrige psychophysische Stresstoleranz und eine stark redu
zierte geistige Flexibilität bestehen würden (Urk. 7/23/3). Anders als Dr. B._ attestierte er der Beschwerdeführerin zudem seit 1. Februar 2016 durchgehend eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 7/23/3). Alsdann führte Dr. Z._ in seinem Verlaufs
bericht vom 26. Juli 2016 aus, dass die Beschwerdeführerin zu 50 % als Kosme
tikerin arbeite. Sie sei (nach wie vor) zu 50 % arbeitsunfähig (Urk. 7/26/3-4). Des
wegen bestehen begründete Zweifel daran, dass sich die Prog
nose von Dr. B._ zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin verwirk
licht haben kann.
4.3
Abschliessend beantworten lässt sich diese Frage aufgrund der vorliegenden Akten jedoch nicht. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 2) kann auch nicht auf die Berichte von Dr. Z._ und
lic. phil.
A._ abgestellt werden. Bei der Prüfung dieser Berichte darf nach konstanter Recht
sprechung der Erfahrungstatsache Rech
nung getragen werden, dass behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (Urteil des Bundes
gerichts 8C_55/2018 vom 30. Mai 2018 E. 6.2 mit Hinweis auf BGE 135 V 465 E.
4.5 und 125 V 351 E. 3b/cc). Das von
lic. phil.
A._ am 25. April 2016 durchge
führte struk
turierte klinische Interview für DSM IV (SKID II-Test) soll die Diag
nosen histrio
nische Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.4) und anankastische (zwanghafte) Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.5) ergeben haben
(Urk. 7/32/7)
. Nach
der Rechtsprechung des Bundesgerichts
wird
eine
m
testmässigen Erfassen der Psy
chopathologie
allerdings
nur
ergänzende Funktion beigemessen
, während die kli
nische Untersuchung mit Anamnese
erhebung, Symptomerfassung und Ver
hal
tensbeobachtung ausschlaggebend bleibt (Urteil des Bundesgerichts 9C_190/2016 vom 20. Juni 2016 E. 4.1 mit Hinweis).
Eine solche fehlt jedoch. Die erforderli
chen Angaben lassen sich auch nicht dem Bericht von Dr. Z._ vom 26. Juli 2016 entnehmen, auch wenn dieser ebenfalls eine Persönlichkeits
störung diag
nostizierte (Urk. 7/26/5).
4.
4
Die Sache ist daher an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie ein psychiatrisches Gutachten einholt. Der Gutachter wird sich insbesondere zu Beginn und Dauer einer allfälligen Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin aus psychischer Sicht zu äussern haben.
5.
Demnach ist die angefochtene Verfügung vom 11. November 2016 (Urk. 2) auf
zuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie, nach er
folgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, neu verfüge.
6.
6.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das vorliegende Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
b
is
IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
die
vertretene Beschwerdeführer
in
Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat
, welche auf
Fr. 700
.-- (inkl. Barauslagen und MWSt) fest
zusetzen ist.