Decision ID: ea3cee4c-8a06-4234-ad40-3a4d54c3c2e8
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
S._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Eugen Koller, LL.M., St. Jakob Strasse 37,
9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision (Wechsel Bemessungsmethode)
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Sachverhalt:
A.
A.a S._ erlitt am 21. Juli 1996 einen Verkehrsunfall und zog sich dabei ein
Schädelhirntrauma, eine Milzruptur, eine Femurfraktur links, eine nicht dislozierte
Schambeinastfraktur links sowie Glasfremdkörper im linken Jochbogen und im linken
Oberarm zu (vgl. kreisärztlicher Bericht vom 13. Juli 2006, act. G 7.54-24 ff.). Sie war
seit 20. November 1995 als Postbotin beschäftigt, seit 22. Februar 1999 im Bereich
Sortierung mit um 30% reduzierter Leistung (act. G 7.8). Daneben erhielt sie von der
SUVA eine 30%ige Invalidenrente (act. G 7.48-2). Von beruflichen
Eingliederungsmassnahmen wurde abgesehen (act. G 7.11-24). Seit 16. Januar 2006
war sie wegen einer Narbenknochenkorrektur und ab 6. März 2006 wegen einem
lumbovertebralen Syndrom zu 100% arbeitsunfähig (act. G 7.34-36). Nachdem
verschiedene Arbeitsversuche im Jahr 2007 scheiterten, wurde das Arbeitsverhältnis
bei der Schweizerischen Post per 31. März 2008 aufgelöst (act. G 7.67-6 f.).
A.b Die verheiratete Versicherte, inzwischen Mutter eines im Jahr 2005 geborenen
Kindes, meldete sich am 16. März 2006 zum Bezug von IV-Rentenleistungen an (7.27).
Dr. med. A._, Facharzt FMH für Innere Medizin, untersuchte die Versicherte am
16. Januar 2007 im Auftrag der Krankentaggeldversicherung. Er gelangte im Bericht
vom 23. Februar 2007 zum Ergebnis, dass der Versicherten die bisherige körperlich als
leicht einzustufende Tätigkeit im Brief-Sortierdienst zu mindestens 50% zumutbar sei
(act. G 7.53). Am 12. März 2008 sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Wirkung ab
1. Januar 2007 bei einem Invaliditätsgrad von 50% eine halbe Rente zu (act. G 7.75).
Bei der Ermittlung des Invaliditätsgrades ging sie davon aus, dass die Versicherte im
Gesundheitsfall zu 100% erwerbstätig sein würde und sie nahm daher einen
Einkommensvergleich vor (act. G 7.72).
A.c Die Versicherte gebar im Mai 2008 Zwillinge. In der Folge leitete die IV-Stelle eine
Rentenrevision ein (act. G 7.26 und G 7.80). Der behandelnde Dr. B._, Facharzt FMH
für Innere Medizin, gab im von der IV-Stelle eingeholten Arztbericht vom 29. Oktober
2008 an, dass zur Zeit eine Arbeitstätigkeit neben der Betreuung von drei Kleinkindern
nicht zur Diskussion stehe. Der Gesundheitszustand sei unverändert (act. G 7.81).
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A.d Am 22. Januar 2009 nahm die IV-Stelle eine Abklärung im Haushalt der
Versicherten vor. Anlässlich dieser Abklärung gab die Versicherte an, dass sie im
Gesundheitsfall aufgrund der finanziellen Situation auch heute noch einer vollen
Erwerbstätigkeit nachgehen würde. Die Kinder wären in diesem Fall durch die
Schwiegereltern betreut worden (act. G 7.88-2 und G 7.88-10 f.). Die Abklärungsperson
hielt demgegenüber im Bericht vom 6. März 2009 fest, dass diese Angaben
realitätsfremd und in der Praxis nicht umsetzbar seien. Die Versicherte wurde daher
neu als vollständig im Haushalt Tätige qualifiziert. Die Abklärungsperson ermittelte im
Haushalt eine Invalidität von 14% (act. G 7.88-1 ff.).
A.e Mit Vorbescheid vom 20. März 2009 stellte die IV-Stelle der Versicherten in
Aussicht, dass die Rentenleistungen aufgrund des neu ermittelten Invaliditätsgrades
von 14% nach der Zustellung der Verfügung auf Ende des folgenden Monats
aufgehoben würden (act. G 7.89).
B.
B.a Dagegen erhob die Versicherte am 4. Mai 2009 Einwand. Sie stellte sich darin im
Wesentlichen auf den Standpunkt, dass sie auch nach der Zwillingsgeburt im
Gesundheitsfall weiterhin einer vollzeitlichen Erwerbstätigkeit nachgehen würde (act.
G 7.91).
B.b Am 28. Mai 2009 verfügte die IV-Stelle im Sinn des Vorbescheids und stellte die
Rentenleistungen auf Ende des der Verfügung folgenden Monats ein. Gleichzeitig
entzog sie einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung (act. G 7.93).
C.
C.a Gegen die Verfügung vom 28. Mai 2009 richtet sich die vorliegende Beschwerde
vom 29. Juni 2009. Die Beschwerdeführerin beantragt darin unter Kosten- und
Entschädigungsfolge deren Aufhebung und die weitere Ausrichtung einer halben
Rente. Eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zur Neubeurteilung
zurückzuweisen. Ausserdem sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu
erteilen. Zur Begründung stellt sie sich hauptsächlich auf den Standpunkt, dass sie im
Gesundheitsfall auch nach der Zwillingsgeburt vollzeitlich erwerbstätig sein würde. Die
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Betreuung ihrer Kinder während ihrer Abwesenheit wäre durch die Schwiegereltern,
den Ehegatten und das Familienzentrum gewährleistet. Ihre Kinder würden denn auch
in der jetzigen Situation an einem Nachmittag und an 3 Vormittagen in der Woche im
Familienzentrum betreut. Ferner hätte sie in ihrer zuletzt ausgeübten Tätigkeit bei der
Post die Möglichkeit gehabt, abends oder am Wochenende arbeiten zu können (act.
G 1).
C.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 21. September
2009 die Beschwerdeabweisung. Sie halte es für unrealistisch, dass die
Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall einer vollzeitlichen Erwerbstätigkeit nachgehen
würde, obschon dies theoretisch möglich wäre. Denn die Betreuung von Kleinkindern
sei sehr aufwendig und auch die Organisation der Fremdbetreuung sei jeweils mit
hohem zeitlichem und finanziellem Aufwand verbunden (act. G 7).
C.c In der Replik vom 7. Januar 2010 hält die Beschwerdeführerin an den gestellten
Anträgen und deren bisherigen Begründung unverändert fest. Ergänzend bringt sie vor,
dass sie bei der Post mehr verdienen würde als ihr Ehegatte, weshalb sie im
Gesundheitsfall einer vollzeitlichen Erwerbstätigkeit nachgehen würde. Ferner könne
der Ehegatte seine Arbeitszeit innerhalb des Zeitraums von 05:00 bis 22:00 Uhr selbst
einteilen (act. G 13).
C.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf die Einreichung einer Duplik (act. G 15).

Erwägungen:
1.
In materieller Hinsicht sind zwischen den Parteien die Fragen strittig, ob mit der Geburt
der Zwillinge die Beschwerdeführerin neu als nicht mehr vollzeitlich Erwerbstätige zu
qualifizieren und bejahendenfalls, ob die bisherige halbe Rente revisionsweise
aufzuheben ist.
2.
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Was die Revision von Invalidenrenten anbelangt, hat die Rechtsprechung festgehalten,
dass, sofern sich der Grad der Invalidität der rentenbeziehenden Person in einer für den
Anspruch erheblichen Weise ändert, die Rente in Anwendung von Art. 17 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG;
SR 830.1) für die Zukunft entsprechend zu erhöhen, herabzusetzen oder aufzuheben
ist. Eine Invalidenrente ist rechtsprechungsgemäss nicht nur bei einer wesentlichen
Veränderung des Gesundheitszustands, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die
erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustands
erheblich verändert haben. Ein Revisionsgrund ist ferner unter Umständen auch dann
gegeben, wenn eine andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt
(BGE 130 V 349 f. E. 3.5 mit Hinweisen).
3.
3.1 Die unter den Parteien umstrittene Frage, in welchem Ausmass die
Beschwerdeführerin ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, ist nach
der Rechtsprechung mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen,
familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse, zu beantworten (BGE 125 V 150
E. 2c). Dabei handelt es sich zwangsläufig um eine hypothetische Beurteilung, die auch
hypothetische Willensentscheidungen der versicherten Person berücksichtigen muss,
die indessen als innere Tatsachen einer direkten Beweisführung nicht zugänglich sind
und in aller Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden müssen (Urteil des
Bundesgerichts vom 18. Dezember 2009, 9C_559/09, E. 4). Ein Methodenwechsel darf
nach der älteren Praxis nur vorgenommen werden, wenn er zwingend notwendig ist
(vgl. ZAK 1969 S. 745; BGE 104 V 149 E. 2). Das ist auch heute noch zu postulieren
(vgl. Gabriela Riemer-Kafka, Veränderungen der familiären Verhältnisse als
Rentenrevisionsgrund in der IV, in: René Schaffhauser / Franz Schlauri [Hrsg.], Die
Revision von Dauerleistungen in der Sozialversicherung, S. 111). Der Methodenwechsel
setzt eine Nachführung der hypothetischen Lebensentwicklung voraus. Es wird auf den
realen Verlauf persönlicher und familiärer Verhältnisse nach Eintritt der Invalidität (und
unter den Einwirkungen der Invalidität) abgestellt, obwohl diese Verhältnisse an sich
ohne kausalen Einfluss auf die Invalidität sind. Aus dieser Realität wird auf wesentliche
Änderungen im massgeblichen hypothetischen Sachverhalt (BGE 117 V 199 E. 3b)
geschlossen. Auf eindeutige Lebensentwürfe und Lebenserfahrungen ist in der
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modernen Gesellschaft mit gleichen Chancen für unterschiedlichste Arten beruflichen
Fortkommens allerdings immer weniger Verlass. Darum ist es gerechtfertigt, den
Methodenwechsel nur bei triftigen Gründen zuzulassen. Etwa wenn nach einer
eindeutigen (hypothetischen) Sachlage ein Festhalten an der bisherigen Methode
missbräuchlich wäre. Zur Diskussion steht ein hypothetischer Sachverhalt, der nicht
mit dem üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ermittelt werden
kann. Verschiedene Hypothesen müssen gegeneinander abgewogen werden.
Ausschlaggebend ist dabei, welche dieser Hypothesen die plausibelste ist (so der
Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 27. August 2009,
IV 2008/47, E. 5.3, mit Hinweisen auf die kantonale Rechtsprechung).
3.2 Vorab ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin trotz Geburt des ersten
Kindes (August 2005) von der Beschwerdegegnerin - aufgrund der sich aus den Akten
ergebenden Umstände zu Recht - als vollzeitlich Erwerbstätige eingestuft wurde (vgl.
act. G 7.56, G 7.61 und G 7.75).
3.3 Bei der Beurteilung der Frage, ob die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall auch
nach der Zwillingsgeburt vollzeitlich erwerbstätig gewesen wäre, fällt ins Gewicht, dass
die Beschwerdeführerin begründet angab, dass sie aufgrund der finanziellen Situation -
die sich durch den weiteren Familienzuwachs noch verschärft haben dürfte - auch nach
der Zwillingsgeburt auf die Ausübung einer vollzeitlichen Erwerbstätigkeit angewiesen
wäre (act. G 7.88-10 f.). Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin
("Lippenbekenntnis", act. G 7.93-2; "im Interesse ihres IV-Begehrens", act. G 7.88-11)
bestehen keine Anhaltspunkte für die Annahme, diese Aussage sei aus
versicherungstechnischen Überlegungen erfolgt. Die im gesamten bisherigen IV-
Verfahren beständig gebliebene Angabe der Beschwerdeführerin wird dadurch
untermauert, dass der Ehegatte im Vergleich zu ihr einen geringeren Verdienst erzielt
(vgl. act. G 13.4; zum Valideneinkommen vgl. act. G 7.72), ihr die bisherige Tätigkeit
gefallen hat (act. G 7.11-2), sie bereits in der jetzigen Situation in
anerkennenswerterweise von ihrem Ehemann im Haushaltsbereich unterstützt wird
(act. G 7.88-5 ff.) und dieser zusätzlich bei seiner Arbeit über flexible Arbeitszeit- und
Gleitzeitregelungen verfügt (act. G 13.3). Zugunsten der Aussage der
Beschwerdeführerin ist weiter zu beachten, dass sie in der jetzigen Situation bereits
glaubhaft und unbestrittenermassen an 5 Halbtagen die Woche von ihrer in der Nähe
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wohnenden Schwiegermutter - vor allem auch in der Betreuung der 3 Kleinkinder -
unterstützt wird (act. G 7.88 und G 1.1) und über geeignete
Fremdbetreuungsmöglichkeiten verfügt, die sie bereits jetzt teilweise in Anspruch
nimmt (vgl. act. G 3.1). Es bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass die
Betreuungsmöglichkeiten durch den Ehemann, die Schwiegermutter oder eine
Kinderkrippe im Gesundheitsfall nicht in einem grösseren zeitlichen Umfang hätten in
Anspruch genommen werden können. Im Übrigen ist es vor allem bei Müttern mit
Migrationshintergrund häufig der Fall, dass beide Eltern von Kindern unter 7 Jahren
vollzeitlich erwerbstätig sind (vgl. Bundesamt für Statistik, Eidgenössische
Volkszählung 2000, Fortschritte und Stagnation in der Gleichstellung der Geschlechter
1970-2000, April 2005, S. 52 f.). Ergänzend ist noch zu bemerken, dass die Betreuung
von Säuglingen und Kleinkindern zum Standardangebot von Kinderkrippen gehört (vgl.
etwa die Firmenkrippe der Stadtverwaltung und der kantonalen Verwaltung St. Gallen).
Zumindest besteht angesichts der genannten Umstände kein Anlass für die von der
Beschwerdegegnerin getroffene Annahme, es hätten keine mit einer vollzeitlichen
Erwerbstätigkeit der Beschwerdeführerin zu vereinbarende
Drittbetreuungsmöglichkeiten seit der Zwillingsgeburt bestanden.
3.4 Aus dem Bericht von Dr. B._ vom 29. Oktober 2008 (act. G 7.81), worin dieser
ausführte, zurzeit stehe eine Arbeitstätigkeit neben der Betreuung von drei Kleinkindern
nicht zur Diskussion, kann die Beschwerdegegnerin nichts zu ihren Gunsten ableiten.
Denn zum einen beschrieb der Arzt mit seiner Aussage die derzeitige Situation und
nicht die Verhältnisse, wie sie im Gesundheitsfall bestehen würden. Zum anderen sind
medizinische Fachpersonen ohnehin nicht zur Beantwortung der Statusfrage berufen.
3.5 Der von der Abklärungsperson angemerkte Umstand, die Beschwerdeführerin habe
ihre Restarbeitsfähigkeit von 50% seit 2006 nie genutzt (act. G 7.88-11), spricht
ebenfalls nicht gegen einen unveränderten Status. Denn die Nichtverwertung der
allfälligen Restarbeitsfähigkeit steht unter dem Eindruck einer erheblichen - von der
Beschwerdegegnerin ja auch anerkannten - Invalidität im Erwerbsbereich. Es können
daher keine Schlüsse auf den im Gesundheitsfall bestehenden Status gezogen werden.
Dies umso weniger, als keine konkreten Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die
Verwertung mit Blick auf Mutterpflichten oder aufgrund anderer invaliditätsfremder
Gesichtspunkte unterblieben wäre. Damit geht einher, dass die Beschwerdegegnerin
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den Status der Beschwerdeführerin als Vollerwerbstätige bis zur Geburt der Zwillinge
nicht in Frage stellte.
3.6 Zusammenfassend ergibt sich, dass die Geburt von Zwillingen zwar unzweifelhaft
einen hohen Betreuungsaufwand mit sich bringt. Allein daraus durfte aber die
Beschwerdegegnerin nicht generell den Schluss ziehen, dieser müsse allein von der
Mutter getragen werden bzw. dieser Aufwand stehe der Weiterführung einer
vollzeitlichen Erwerbstätigkeit durch die Mutter im Gesundheitsfall entgegen, zumal
diese Schlussfolgerung vorliegend mit den konkreten Umständen nicht zu vereinbaren
ist. Ohnehin reicht der blosse Hinweis der Beschwerdegegnerin, dass ein volles
Erwerbspensum nicht zu vereinbaren sei mit der Haushalts- und Betreuungsarbeit,
nicht zur Verneinung einer vollzeitlichen Beschäftigung aus (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 18. Dezember 2009, 9C_559/09, E. 4). Die Auffassung der
Beschwerdegegnerin, nun "werde mit drei Kindern in Form eines Lippenbekenntnis und
einer Behauptung auf absolute Powerfrau gemacht" (act. G 7.93-2) ist nach dem
Gesagten inhaltlich unzutreffend, nebst dem sie in ihrer Form Befremden und
Bedenken weckt. Ein Revisionsgrund ist mangels vorzunehmenden Wechsels der
Bemessungsmethode nicht ausgewiesen.
4.
4.1 In Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung vom 28. Mai 2009
aufzuheben und der Beschwerdeführerin ist weiterhin eine halbe Rente auszurichten.
Mit diesem Urteil wird der Antrag auf (Wieder-)Erteilung der aufschiebenden Wirkung
hinfällig.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Die unterliegende Beschwerdegegnerin hat die gesamte
Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der Beschwerdeführerin ist der geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- zurückzuerstatten.
bis
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4.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei
insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen
ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Rechtsvertreter
der Beschwerdeführerin hat auf die Einreichung einer Honorarnote verzichtet. Der
Bedeutung und Komplexität der Streitsache angemessen erscheint eine
Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG