Decision ID: 26d1b8c4-c1b3-5bda-9fa9-e3f286ef1d65
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse des Kantons St.
Gallen, Brauerstrasse 54, Postfach, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Ergänzungsleistung zur AHV
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 21. Juni 2011 (Eingang bei der Zweigstelle) zum Bezug von
Ergänzungsleistungen zu ihrer Altersrente der Alters- und Hinterlassenenversicherung
(AHV) an. Sie gab an, ihre Wohnung mit ihrem Lebenspartner zu teilen, über Vermögen
von knapp Fr. 97’000.-- zu verfügen, von welchem sie ab dem 1. Juli 2011 monatlich
Fr. 1’500.-- beziehen werden müsse, nebst der Rente der AHV keine weiteren Einkünfte
zu erzielen, aus beruflicher Vorsorge im März 2010 eine Kapitalzahlung von rund
Fr. 41’000.-- erhalten zu haben und Eigentümerin einer Ferienwohnung zu sein (EL-
act. 19).
A.b Auf entsprechende Nachfrage der EL-Durchführungsstelle hin reichte die
Versicherte Ende Juli 2011 weitere Unterlagen ein, unter anderem vier Mietverträge be
treffend die Ferienwohnung (2. bis 15. Januar 2010 für Fr. 1’690.--; 23. Januar bis
6. Februar 2010 für Fr. 1’960.--, 6. bis 13. Februar 2010 für Fr. 980.-- und 3. bis 17. Juli
2010 für Fr. 1’200.--; vgl. EL-act. 15–6 ff.).
A.c Mit Verfügung vom 12. September 2011 wies die EL-Durchführungsstelle das
Gesuch ab. Der Versicherten wurden als Ausgaben nebst der Prämienpauschale für die
Krankenversicherung eine Pauschale für Aufwendungen im Zusammenhang mit der
Ferienwohnung (Hypothekarzinsen und Gebäudeunterhalt, letzterer in der Höhe eines
Fünftels des Eigenmietwertes) und der hälftige Mietzins anerkannt. Als Einnahmen
wurden ein Zehntel des ermittelten Vermögens von Fr. 131’853.-- (Wertschriften und
Sparguthaben gemäss Veranlagungsberechnung für die Kantons- und Gemeindesteuer
2010; EL-act. 13–3) plus Fr. 235’750.-- (Grundeigentum, nicht selbst bewohnt)
abzüglich Fr. 106’500.-- (Hypothekarschuld) sowie Fr. 37’500.-- (Freibetrag) als
Vermögensverzehr, für den Monat Juni 2011 ein Einkommen aus unselbständiger
Erwerbstätigkeit, die Rente der AHV und Zins- und Liegenschaftserträge
(Eigenmietwert, nicht selbst bewohnt) angerechnet. Daraus ergab sich ein
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Einnahmenüberschuss von Fr. 28’019.-- (für den Monat Juni 2011) bzw. von
Fr. 21’615.-- (ab Juli 2011; EL-act. 12).
B.
B.a Am 1. Oktober 2008 (richtig wohl: 1. Oktober 2011) erhob die Versicherte
Einsprache gegen die Verfügung vom 12. September 2011. Die Berechnung der EL-
Durchführungsstelle orientiere sich an der Vergangenheit und nicht an der Gegenwart.
Die Versicherte erhalte lediglich noch eine AHV-Rente von Fr. 1’775.-- sowie einige
kleine Zinserträge, weshalb sie sich frage, wie sie davon leben sollte. Bei den Liegen
schaftsaufwänden seien zu Unrecht die Nebenkosten, Provisionen und Gästetax
pauschalen nicht berücksichtigt worden. Bei der Miete würden die Nebenkosten und
die Stromkosten fehlen. Das Sparguthaben belaufe sich noch auf Fr. 90’000.--, da im
Jahr 2011 diverse Investitionen hätten getätigt werden müssen. Ab 1. August 2011
erhalte die Versicherte kein Erwerbseinkommen mehr. Die Mieterträge der
Ferienwohnung lägen lediglich noch bei rund Fr. 5’500.-- pro Jahr (EL-act. 7).
B.b Mit Entscheid vom 16. April 2012 wies die EL-Durchführungsstelle die Einsprache
ab. Bei ansonsten im Wesentlichen unveränderten Werten anerkannte sie einen um die
Nebenkosten erhöhten Mietzins als Ausgabe an und rechnete ein etwas tieferes Wert
schriftenvermögen von Fr. 94’538.-- sowie ein Verzichtsvermögen von Fr. 20’347.-- an,
womit nach wie vor ein Einnahmenüberschuss resultierte (act. G 3.1).
C.
C.a Dagegen richtet sich die am 14. Mai 2012 (Postaufgabe) erhobene Beschwerde,
mit der die Korrektur der Berechnung des EL-Anspruchs beantragt wird (act. G 1).
C.b Die Beschwerdegegnerin schliesst unter Hinweis auf die Erwägungen im ange
fochtenen Einspracheentscheid auf Abweisung der Beschwerde (Beschwerdeantwort
vom 25. Mai 2012; act. G 3).
C.c Mit Replik vom 27. Juni 2012 hielt die Beschwerdeführerin am mit Beschwerde
vom 14. Mai 2012 gestellten Antrag fest (act. G 5).
C.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 7).
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Erwägungen:
1.
1.1 Die Beschwerdeführerin lebt nicht in einem Heim. Als Ausgaben sind deshalb
gemäss Art. 10 Abs. 1 und 3 des Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur
Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG; SR 831.30) ein Betrag für den
allgemeinen Lebensbedarf, der Mietzins der selbst bewohnten Wohnung sowie die
damit zusammenhängenden Nebenkosten, Gebäudeunterhaltskosten und
Hypothekarzinsen bis zur Höhe des Bruttoertrages der eigenen Liegenschaft, Beiträge
an die Bundessozialversicherungen und ein jährlicher Pauschalbetrag für die
obligatorische Krankenpflegeversicherung anzurechnen.
1.2 Der Ertrag aus der Fremdvermietung der Ferienwohnung ist als
Erwerbseinkommen zu qualifizieren, da es sich um eine Dreizimmerwohnung handelt,
die regelmässig an fremde Personen gegen Entgelt vermietet wird und für deren
Unterhalt die Beschwerdeführerin aufkommt, die Fremdvermietung mithin
gewerbsmässig erfolgt (vgl. Wegleitung über die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV,
WEL, Stand 1. Januar 2013, Rz. 3433.07, mit Hinweisen auf die Rechtsprechung). Das
hat zur Folge, dass die zur Erzielung dieses Ertrags notwendigen Auslagen als
zusätzliche Ausgaben anzuerkennen sind, also sämtliche Kosten, die unmittelbare
Voraussetzung oder notwendige Folge der Einkommensrealisierung sind (vgl. Ralph
Jöhl, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, in: Ulrich Meyer (Hrsg.), Schweizerisches
Bundesverwaltungsrecht, Band XIV Soziale Sicherheit, 2. Aufl. 2007, Rz. 135, mit
Hinweisen). Begrifflich handelt es sich dabei nicht um Gewinnungskosten im Sinne von
Art. 10 Abs. 3 lit. a ELG, sondern vielmehr um geschäftsmässig begründeten Aufwand,
der bereits bei der Ermittlung der Höhe des anzurechnenden Einkommens zu
berücksichtigen ist (vgl. Jöhl, a.a.O., Rz. 133). Hätte die Beschwerdeführerin eine
ordentliche Buchhaltung geführt, wäre mit anderen Worten der Nettoertrag gemäss
Erfolgsrechnung bzw. Bilanz anzurechnen. Da sie dies aber nicht getan, sondern
lediglich Belege über Einnahmen und Ausgaben im Zusammenhang mit der
Ferienwohnung eingereicht hat, ist die Berechnung des Nettoertrages bei der
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Rechtsanwendung nachzuholen. Die Ausgaben sind dabei direkt vom Bruttoertrag in
Abzug zu bringen. Analog zur Abzugsfähigkeit der Gewinnungskosten im
Zusammenhang mit der Erzielung eines Erwerbseinkommens können auch die
Auslagen aber nur bis zur Höhe des Bruttoertrages der Liegenschaft abgezogen
werden (vgl. auch Art. 10 Abs. 3 lit. a ELG). Sofern also die Ausgaben die Einnahmen
übersteigen, können sie nicht berücksichtigt werden. Mittels Ergänzungsleistungen
sollen keine Verluste ausgeglichen werden, welche aus dem blossen Besitz einer
Kapitalanlage resultieren.
2.
2.1 Der (auf ein Jahr gerechnete) Betrag für den allgemeinen Lebensbedarf, der – wie
die Beschwerdegegnerin zu Recht ausgeführt hat – auch Stromkosten beinhaltet,
betrug für den Zeitraum von Juni bis und mit Dezember 2011 Fr. 19’050.-- (AS 2010
4585) und für den Zeitraum von Januar bis und mit April 2012 Fr. 19’210.-- (Art. 10
Abs. 1 lit. a Ziff. 1 ELG). Die Prämienpauschale belief sich für den Zeitraum von Juni bis
und mit Dezember 2011 auf Fr. 3’912.-- (AS 2010 5834) und für den Zeitraum von
Januar bis und mit April 2012 auf Fr. 4’068.-- (AS 2011 5288). Der Mietzins für die
selbst bewohnte Wohnung betrug im massgebenden Zeitraum Fr. 19’320.-- (EL-
act. 26–1), wobei die regelmässig geleisteten Akontozahlungen für Nebenkosten zu
berücksichtigen sind (Art. 10 Abs. 1 lit. b ELG). Von diesem Mietzins ist gemäss
Art. 16c der Verordnung über die Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen-
und Invalidenversicherung (ELV; SR 831.301) nur die Hälfte zu berücksichtigen, mithin
ein Betrag von Fr. 9’660.--.
2.2 Gesamthaft sind mithin (auf ein Jahr berechnete) Ausgaben von Fr. 32’622.--
(Juni bis Dezember 2011) bzw. Fr. 32’938.-- (Januar bis April 2012) anzuerkennen.
3.
3.1 Als Einkommen ist insbesondere die Altersrente der Alters- und
Hinterlassenenversicherung anzurechnen, welche sich im massgebenden Zeitraum auf
Fr. 21’300.-- jährlich belief.
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3.2 Als Vermögen rechnete die Beschwerdegegnerin nebst jenem aus
Grundeigentum Fr. 235’750.-- (vgl. EL-act. 22–1 und 19–7; Repartitionswert gemäss
StB 16 Nr. 1) Sparguthaben und Wertschriften im Gesamtbetrag von Fr. 94’538.-- an.
Gemäss den von der Beschwerdeführerin eingereichten Belegen belief sich ihr
bewegliches Vermögen per 31. Dezember 2010 auf Fr. 132’508.-- (= Fr. 29’881.85 +
Fr. 62’591.13 + Fr. 40’034.56; EL-act. 2–3, 2–8 und 2–10). Per 31. Dezember 2011
betrug das Vermögen noch Fr. 94’514.-- (= Fr. 822.95 + Fr. 63’236.93 + Fr. 30’454.56;
EL-act. 2–7, 2–9 und 2–11). Die Beschwerdeführerin hat glaubhaft dargelegt, was die
Gründe dafür waren, dass sich ihr Vermögen im Verlaufe des Jahres 2011 derart
verringert hat. Es spricht deshalb nichts dagegen, den effektiven Wert per Ende 2011
anzurechnen, wobei allerdings darauf hinzuweisen ist, dass für die Monate davor an
und für sich eher ein höherer Wert und für die Monate danach (bei mutmasslich
ähnlicher Vermögensentwicklung) eher ein tieferer Wert anzurechnen wäre. Dies wirkt
sich allerdings auf den Entscheid nicht aus, wie sich aus nachfolgenden Erwägungen
ergibt. Die Beschwerdegegnerin hat zusätzlich ein Verzichtsvermögen von Fr. 20’347.--
angerechnet, weil die Beschwerdeführerin nicht sämtliche Ausgaben im Jahr 2011
lückenlos belegen konnte und in ihrer Einsprache angemerkt hat, sie hätte ihre Tochter
und ihren Lebenspartner finanziell unterstützt. Diese vage Angabe allein genügt nicht
für die Anrechnung eines Verzichtsvermögens, zumal der gesamte Vermögensverzehr
angesichts der weiteren von der Beschwerdeführerin geltend gemachten und
grösstenteils belegten aussergewöhnlichen Ausgaben im Jahr 2011 nicht übermässig
hoch war. Es ist deshalb kein Verzichtsvermögen anzurechnen. Vom Vermögen ist die
Hypothekarschuld in der Höhe von Fr. 106’500.-- abzuziehen. Unter Berücksichtigung
des Freibetrages von Fr. 37’500.-- (vgl. Art. 11 Abs. 1 lit. c ELG) ergibt sich ein
anrechenbares Vermögen von Fr. 186’264.--.
3.3 Bei einem anrechenbaren Vermögensverzehr von einem Zehntel (Art. 11 Abs. 1
lit. c ELG) bzw. von Fr. 18’626.-- und einem Renteneinkommen von Fr. 21’300.-- steht
den anerkannten Ausgaben von Fr. 32’622.-- bzw. Fr. 32’938.-- ein anrechenbares Ein
kommen von Fr. 39’926.-- gegenüber. Weil sich der Ertrag aus der Ferienwohnung je
nach der Höhe der anerkannten Gewinnungskosten, die davon in Abzug zu bringen
sind, zwischen null und Fr. 7’800.-- (vgl. EL-act. 22–1) bewegt, sich die
Liegenschaftsrechnung also nicht einnahmenmindernd oder ausgabenerhöhend
auswirken kann, liegt in jedem Fall ein Einnahmenüberschuss vor. Es braucht daher
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nicht im Detail überprüft zu werden, welche Ausgaben im Zusammenhang mit der
Ferienwohnung anerkannt werden können. So oder anders besteht kein Anspruch auf
eine jährliche Ergänzungsleistung.
4.
Die Beschwerde ist daher abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP