Decision ID: 8c97cc55-ed8f-4a1d-84e9-c34336ef3812
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1959 geborene
X._
meldete sich am 16. April 2020 (Eingangsdatum) unter Hinweis auf eine psychische Erkrankung bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 6/4)
. Diese
tätigte medizinische (Urk. 6/14, 6/22) und erwerbliche
(Urk.
6/1, 6/2,
6/8, 6/10, 6/26) Abklärungen und zog die Akten des Krankentaggeldversicherers bei (Urk. 6/9, 6/21-22).
Mit
Schreiben
vom 25. September 2020 teilte die IV-Stelle mit, es seien
keine Eingliederungsmassnahmen möglich (Urk. 6/15).
Nach durchgeführtem
Vor
bescheidverfahren
verneinte sie
mit Verfügung vom
7.
Juli 2021
einen An
spruch
des Versicherten auf Leistun
gen der Invalidenversicherung (
Urk. 2 [=
Urk. 6
/32]).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 6. August 2020
(recte: 2021
)
Beschwerde beim hiesigen Sozialversicherungsgericht und beantragte sinnge
mäss
, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm eine Rente der Inva
lidenversicherung zuzusprechen (Urk. 1). Zudem legte er diverse
Arztberichte auf (Urk. 3/1-4).
Mit Beschwerdeantwort vom 30. August 2021 schloss die IV-Stelle auf Abwei
sung der Beschwerde (Urk. 5), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 1. September 2021 angezeigt wurde (Urk. 7).
Mit Schreiben vom 2. September 2021 wandte
n
sich
die behandelnden Fachpersonen
des
Zentrum
s
für Angst- und Depressionsbehandlung
Y._
an das hiesige Gericht (Urk. 8), was der IV-Stelle mit Schreiben vom 7. September 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 9). Mit Eingabe vom 8. September 2021
legte
der Beschwerdeführer das
eben
genannte Schreiben des
Y._
ebenfalls
auf
(Urk. 10).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des
streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 2
10 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezem
ber 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nachfolgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
be
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.5
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne Weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Inva
lidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätio
logie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der ver
sicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.6
Zur Annahme einer Invalidität aus psychischen Gründen bedarf es in jedem Fall eines medizinischen Substrats, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt. Bestimmen psy
cho
soziale oder soziokulturelle Faktoren das Krankheitsgeschehen mit, dürfen die Beeinträchtigungen nicht einzig von den belastenden invaliditätsfremden Fakto
ren herrühren, sondern das Beschwerdebild hat davon psychiatrisch zu unter
scheidende Befunde zu umfassen. Solche von der soziokulturellen oder psycho
sozialen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselb
stän
digte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann (BGE 141 V 281 E. 4.3.3; 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 9C_543/2018 vom 21. November 2018 E. 2.2).
Somit sind psychosoziale und soziokulturelle Faktoren nur mittelbar invalidi
tätsbegründend, wenn und soweit sie den Wirkungsgrad der unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden Folgen des Gesundheitsschadens be
einflussen. Zeitigen soziale Belastungen direkt negative funktionelle Folgen, bleiben sie bei der Beurteilung der Gesundheitsbeeinträchtigung ausgeklammert (Urteil des Bundesgerichts 8C_717/2018 vom 22. März 2019 E. 3). In einer ver
sicherungsmedizinischen Begutachtung, welche sich nach den normativen Vor
ga
ben der Rechtsprechung orientiert, ist es daher nicht nur zulässig, sondern sogar geboten, solche invalidenversicherungsrechtlich nicht relevanten Umstände aufzuzeigen und gegebenenfalls bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus
zuklammern (Urteil des Bundesgerichts 9C_740/2018 vom 7. Mai 2019 E. 5.2.1).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid wurde erwogen, die Abklärungen hätten ergeben, dass keine Befunde vorliegen, welche eine erhebliche und langandauernde ge
sundheitliche Einschränkung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit des Ver
sicherten
begründ
en würd
en. Für die Arbeitsunfähigkeit
seien soziale Belastungs
faktoren
beim Beschwerdeführer
verantwortlich wie zum Beispiel die Konflikte mit seinem Vorgesetzten sowie die Kündigung seiner Arbeitsstelle. Solche Fak
toren seien verständlicherweise
belastend
, würden aber nicht als IV-relevant gelten. Der Versicherte habe gute Ressourcen, auf die er zurückgreifen könne. Eine Invalidität im Sinne des Ge
setzes liege nicht vor. Somit be
stehe kein An
spruch auf IV-Leistungen, weder auf berufliche
Massnahmen
noch auf eine Invalidenrente (Urk. 2).
2.2
Demgegenüber macht der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, aufgrund seiner psychischen Beschwerden (u.a. Angst, Verzweiflung, panikartige Attacken in hektischen Situationen, heftige Reaktion auf andauerndes grelles Bildschirm-Licht mit Migräne, mangelnde Konzentrationsfähigkeit und grosse Vergesslich
keit) sei er entgegen der Ansicht der IV-Stelle nicht mehr fähig, seinen Beruf als Maschinenbau-Ko
nstrukteur/Techniker
auszuüben
, so
wie
er es
in den vergange
nen 40 Jahren
ge
tan
habe
(Urk. 1).
3.
3.1
Im Bericht der Psychiatrischen Universitätsklinik
Z._
vom 14. August 2020 w
u
rde folgende Diagnose
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit genannt (Urk. 6/14 S. 4):
-
Mittelgra
dige depressive Episode (ICD-10
F32.1) seit Anfang 2020
Es sei ein freiwilliger Eintritt in die tagesklinische Behandlung bei anhaltend be
drückter Stimmung, Antriebslosigkeit, Überforderungserleb
en und Ängsten erfol
gt. Als hau
p
t
sächlicher Belastungsfaktor nenne der
Patient
den Konflikt mit dem Vorgesetzten
bei
der Arbeit und den damit zusammenhängenden Stress. Im Dezember 2019 sei es nach längerer Konfliktsituation zu einer Kündigung ge
kommen, was den Versicherten nach 12-jähriger, engagierter Tätigkeit im Betrieb schwer erschüttert habe. Seither fühle er sich depressiv, schnell überfordert und leide aufgrund seines Alters sehr an Insuffizienzgefühlen und Zukunftsängsten. Vereinzelt se
i
es auch zu lebensmüden Gedanken gekommen, von denen er sich aber klar und glaubhaft distanziert habe. Der Patient
sei
im Eintrittsgespräch und auch im weiteren Verlauf stets absprachefähig und therapiemotiviert erschienen, von der
Akut-
Tagesklinik wünsch
e er sich Unterstützung b
ei der weiteren Stabi
lisierung und
der
Tagesstruktur
sowie
eine Verbesserung
hinsichtlich
s
einer Ängs
te. Diagnostisch sei
die Symptomatik im Rahmen einer mittelgradigen depressive
n Episode, ausgelöst durch die tiefgehende Kränkung durch die Kündigung an der letzten Arbeitsstelle kurz vor Pensionierung
zu sehen
(Urk. 6/14 S. 3).
Der Patient sei altersentsprechend gekleidet und gut gepflegt. Er sei im inter
per
sonellen Kontakt freundlich und adäquat, ein affektiver Rapport sei herstell
bar.
Er sei wach, bewusstseinsklar, zu sämtlichen Qualitäten orientiert. Die Auf
fassung und Konzentration
sei
en
subjektiv beeinträchtig
t;
die Konzentration sei kurso
risch leicht reduziert. Die Auffassung und das Gedächtnis seien grob orien
tierend unauffällig. Er sei formalgedanklich leicht verlangsamt.
Der Patient ver
neine
inhaltliche Denkstörungen, akustische Halluzinationen und Ich-Störungen. Er sei
indes
affektiv niedergestimmt, die Schwingungsfähigkeit sei reduziert vor
handen.
Vorhanden seien weiter
Insu
ffizienzgefühle, Zukunftsängste und
Über
for
de
rungs
erleben. Das Freuderleben sei reduziert. Er habe A
ntriebsstörungen mit Morgen
tief und ziehe sich sozial zurück
. Vereinzelt habe er lebensmüde Gedanken, von akuter Suizidalität habe er sich
aber
nachdrücklich distanziert. Es gebe kein
en
Anhalt für Eigen- und Fremdgefährdung
(Urk. 6/1
4
S.
4)
.
Zur Arbeitsfähigkeit wurde festgehalten,
der
Patient
sei sehr therapie- und ver
änderungsmotiviert,
so
dass er
äusserst zuverlässig seine Therapien wahrnehme und hochmotiviert sei, eine erneute berufliche Tätigkeit, u.a. in seinem angelern
ten Beruf, aufzu
nehm
en. Aufgrund der psychiatrischen Erkrankung in
der ge
schil
derten Ausprägung we
rde eine selbständige Eingliederung jedoch zum aktu
ellen Zeitpunkt als schwierig erachtet. Für die mittel- bis langfristige Verbesse
rung und Stabilisierung der psychischen Symptomatik sei eine erfolgreiche gestützte beruf
liche Wiedereingliede
rung prognostisch günstig. Es we
rde empfohlen, die Unter
stützung durch die Invalidenversicherung während eines Belastbarkeitstrainings in
einer angepassten Tätigkeit und
einem anfänglich reduzierten
Pensum
(
ca.
2
Stunden pro Tag)
zu prüfen
(Urk.
6/1
4
S.
5
und S. 7
)
.
3.2
Im Bericht des
Y._
vom 31. Mär
z 2021 wurde
folgende Diagnose
mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit genannt (Urk. 6/22 S. 3):
-
ICD-10 F
32.1 mittelgradige depressive Episode
Die Konzentration und Merkfähigkeit
des Patienten
sei
en
reduziert, er
klage
über
Gedankenkreisen und die Stimmung sei bedrückt. Er leide unter Zukunftsängsten und Sorgen. Er
sehe
keinen Ausweg aus seiner Situation. Ein Antrieb sei vor
handen und der Appetit
sei
unverändert. Er habe Ein- und Durchschlafstörungen
(Urk. 6/22 S. 3)
.
Zur Arbeitsfähigkeit wurde festgehalten, es würden bei Wiedereinsti
e
g in die Be
rufstätigkeit gute Aussichten auf das Wiedererlangen der v
ollen Arbeits
fähig
keit bestehen;
ab April 2021
bestehe
eine
ausreichende Belastbarkeit (20 % Arbeits
fähigkeit) für ein IV-gestütztes Aufbautraining.
Der Patient sei auf Arbeits
suche und höchst motiviert, seine Situation zu ändern.
Die bisherige Tätigkeit se
i
viel
seitig und anspruchsvoll gewesen mit Kunden-/Lieferantenkontakten, Projektfüh
rung, Aufsicht auf Baustellen und Reisen.
In Bezug auf die bisherige Tätigkeit
würden ihn die verminderte Konzentrations-/Merkfähigkeit und Belastbarkeit ein
schränken. Er sei zudem schnell am Anschlag, ermüdet, angespannt und brauche Pausen und Ablenkung.
Bei der bisherigen wie auch bei einer leidensangepassten Tätigkeit wären 2
bis 4
Stunden pro Tag zumutbar.
Was die Ressourcen des Patienten anbelangt wurde festgehalten, dass er vielseitig interessiert und tech
nisch versiert sei. Weiter fahre er ehrenamtlich Behindertentaxis, was ein gutes Übungsfeld darstelle
,
und sei Lehrlingsbetreuer EFZ
(Urk. 6/22 S. 4-5)
.
3.3
Die IV-Stelle
stellte sich auf den Standpunkt
,
aus den
medizinischen Unterlagen
gehe
hervor, dass psychosoziale Faktoren
im Vordergrund stünden
. Der Umstand alleine, dass psychosoziale oder soziokulturelle Umstände bei der Entstehung einer Gesundheitsschädigung eine wichtige Rolle spielten, tangiere deren Anspruchser
heblichkeit
zwar
nicht. Keine invalidisierende Gesundheitsschädigung sei indessen gegeben, wenn der medizinische Gutachter im Wesentlichen nur Befunde erheb
e
, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Belastungen auf
gehen würden (BGE 127 V 294 E.
5a).
Es
sei kein IV-relevanter Gesundheitsschaden ausgewiesen. Das Gesu
ch werde daher abgewiesen (Urk. 6/27 S.
5).
4.
4.1
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers ist gegen die Beurteilung der IV-Stelle nichts einzuwenden.
Zum einen lässt sich
e
ine leicht- bis mittelgradige
depressive Störung ohne nennenswerte Interferenzen durch psychiatrische Komo
r
bidi
täten im Allgemeinen nicht als schwere psychische Krankheit definieren. Be
steht dazu noch ein bedeutendes therapeutisches Potential, so ist insbesondere auch die Dauerhaftigkeit des Gesundheitsschadens in Frage gestellt.
Diesfalls
müssen gewichtige Gründe vorliegen, damit dennoch auf eine invalidisierende Erkrankung geschlossen werden kann (zur Publikation vorgesehenes Urteil des Bundesgerichts 8C_280/2021 vom 17. November 2021 E. 6.2.2 mit Hinweis).
Solche gewichtige
n
Gründe sind vorliegend nicht ersichtlich.
Vielmehr wird der Beschwerdeführer als sehr therapie- und veränderungsmotiviert bezeichnet
(Urk. 6/14 S. 5), womit von einem bedeutenden therapeutischen Potential aus
gegangen werden kann.
Zum anderen
wird die depressive Episode des Beschwerdeführers in den Berichten der
Psychiatrie Z._
vom 14. August 2020
wie auch des
Y._
vom 31. März 2021
auf die Kündigung durch den Arbeitgeber zurückgeführt
(Urk. 6/14 S. 3
, 6/22 S. 3
)
.
Der Versicherte leide unter Zukunfts- und Existenzängsten (Urk. 6/14 S. 4, 6/22 S. 9). Seine soziale Situation und die Unsicherheit, wie es weitergehen könne, würden auf die Stimmung drücken (Urk. 6/22 S. 3). Diese Ausführungen zeigen, dass beim Beschwerdeführer soziale Belastungsfaktoren im Vordergrund stehen. Die geschilderten Einschränkungen sind auf diese und nicht auf eine verselbständigte psychische Störung zurückzuführen, was sich auch aus dem Bericht des
Y._
vom 17. Dezember 2020 ergibt. In diesem wird festgehalten, der Verlust der Arbeits
stelle beschäftige den Versicherten sehr. Er sei sehr daran interessiert,
wieder eine seinen Fähigkeiten entsprechende Anstellung zu finden. Falls ihm das
gelinge
,
sei eine Besserung der Arbeitsfähigkeit wahrscheinlich (Urk. 6/22 S. 10). Auch in den weiteren Berichten wird von einer positiven Prognose berichtet, sollte eine geeignete Stelle gefunden werden. So gingen die behandelnden Ärzte davon aus, dass der Beschwerdeführer seine Arbeitsfähigkeit vollständig wieder
erlangen würde, wenn er wieder in die Berufstätigkeit einsteigen könne (Urk. 6/22 S. 6). Mithin steht nach Ansicht der behandelnden Ärzte einer Arbeitstätigkeit kein gesundheitliches Leiden
entgegen. Damit mangelt es vorliegend an einem invalidisierenden Gesundheitsschaden, worauf die IV-Stelle zu Recht hinwies.
4.2
An dieser Einschätzung vermögen auch die im Beschwerdeverfahren aufgelegten Berichte nichts zu ändern.
So wird
dem
Besc
hwerdeführer im Bericht der Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH und Allgem
eine Innere Medizin FMH, vom 4.
August 2020 zwar
infolge einer mittelgradigen bis schwe
ren depressiven Episode (ICD-10
F32.2)
bis zum 13. November 2020
eine
100
%
ige Arbeitsunfähigkeit
attestiert (Urk. 3/1 S.
3-4)
. Weiter wird eine Reduk
tion der Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit oder durch eine medi
zinische Behandlung verneint
(Urk. 3/1 S. 5).
Eine Begründung für die ungüns
tigen Prog
nosen
fehlt jedoch gänzlich. Sie stehen
zudem im Widerspruch zur Aussage, durch die
Behandlung werde die depressive
Symptomatik remittieren und eine Teilarbeitsfähigkeit
werde
erreicht werden
können
(Urk. 3/1 S. 5).
D
er Bericht der
Psychiatrie Z._
vom 12.
August 2020
vermag sodann
nichts Neues über den
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers auszusagen, sondern enthält
viel
mehr
dieselben Diagnosen und
Befunde wie der
bereits bekannte
B
ericht (vgl. E.
3.1
; Urk.
3/2
).
Weiter
lässt
au
ch der Bericht des
Y._
vom 21.
Juni 2021,
in welchen
neben einer mittelgradi
gen depressiven Episode (IDC-10
F32.1) auch akzentuierte
anan
ka
s
tisch
e
Persönlichkeitszüge
(ICD-10
Z73.1) diagnostiziert we
rd
en
,
keine Zweifel
an der Einschätzung der IV-Stelle
aufkommen
. Darin wird geschildert, die Erkran
kung des Beschwerdeführers beruhe nicht ausschliesslich auf psychosozialen Um
ständen, sondern
auch auf
dessen
Persönlichkeit.
So wirke er allgemein eher überkorrekt, perfektionistisch, unflexibel und sei wenig fähig zu improvisieren, weshalb er bei seiner letzten Arbeitsstelle als unkollegial und
als
Störfaktor wahr
genommen
worden sei
.
Als «unbequemer» Mitarbeiter sei er bei der Umstruk
turierung al
s Erster entlassen worden (Urk.
3/4).
Gemäss ständiger bundesge
richtlicher Rechtsprechung handelt es sich bei Z-Kodierungen um Faktoren, die den Gesundheitszustand beeinflussen und zur Inanspruchnahme von Leistungen des Gesundheitswesens führen können. Die Kategorien Z00-99 sind indes für Fälle vorgesehen, i
n denen Sachverhalte als
«
Diagnosen
»
oder
«
Probleme
»
ange
geben sind, die nicht als Krankheit, Verletzung oder äussere Ursache unter den Kategorien A00-Y89 klassifizierbar sind. Diese Belastungen fallen als solche nicht unter den Begriff des rechtserheblichen Gesundheitsschadens (Urteil
des Bundes
gerichts
8C_
663/2010 vom 15. November 2010 E. 5.
2.4
).
Der Umstand, dass im Bericht darauf hingewiesen
wird
, dass neben der Reaktion auf psychosoziale Be
lastungsfaktoren auch
anankastische
Persönlichkeitsanteile für den aktuellen Gesundheitszustand des Beschw
erdeführers verantwortlich sind
, zeigt vielmehr, dass vorliegend kein Gesundheitsschaden im invalidenversicherungsrechtlichen Sinne vorliegt.
Schliesslich stellt auc
h das Schreiben des
Y._
vom 2.
September 2021
– soweit
es
überhaupt beachtlich ist (vgl. BGE 130 V 138 E. 2.1 mit Hinweis) -
die Beur
teilung der IV-Stelle
nicht
in Frage, enthält dieses doch weder Diagnosen noch objektive Befunde, sondern einzig die pauschale Aussage, dass der Wiederein
gliederung des Beschwerdeführers
aufgrund seiner gesundheitliche
n
Verfass
ung Grenzen gesetzt seien (Urk.
8 und
10)
.
Insgesamt
verneinte
die IV-Stelle
zu Recht
das Vorliegen eines invalidisierenden Gesundheitsschadens
.
5.
Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist abzuweisen.
6.
Die Kost
en des Verfahrens sind auf Fr. 6
00.-- festzulegen und ausgangsgemäss vom Beschwerdeführer zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).