Decision ID: 9b3601f4-8190-5e2a-9662-7f5541cab1d4
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der
1976
geborene
X._
, Lastenwagenführer mit
eidgenössischem
Fähigkeitsausweis (
Urk.
8/1),
war
von Oktober 1997 bis
Februar 2002 als
Last
wagenchauffeur
bei der
Y._
AG angestellt, wobei der letzte effek
tive
Arbeitstag am 2
4.
August 2001
war
(
Urk.
8/6
)
.
Am 2
7.
August 2001 erlitt
er
einen Nichtbetriebsu
nfall,
woraufhin
ih
m
die Schweizerische Unfallver
sicherungsanstalt (SUVA) mit Verfügung vom 3
0.
September 2003 gestützt auf eine Erwerbsunfähig
keit von
11
%
und eine Integritätseinbusse von
5
%
eine Rente sowie eine Integritätsentschädigung zusprach
(
Urk.
8/39
).
Mit Da
tum vom 2
2.
April 2002 meldete
sich
der Versicherte
unter Hinweis auf
den vorgenann
ten Nichtbetriebsu
nfall bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum
Leistungsbezug (Umschulung/
Hilfsmittel
)
an (
Urk.
8/4).
Darauf
hin
tätigte die IV-Stelle beruflich-erwerbliche sowie
medizinische Abklärungen und zog die Akten der
SUVA
bei (
Urk.
8/14/1-80).
Nachdem der Versicherte
per 1.
September 2003
eine neue Stelle als Lastwagenchauffeur bei der Firma
Z._
gefunden
(
Urk.
8/31,
Urk.
8/32) und er sein Leistungsbegehren hinsichtlich eines Hilfsmittels (Gehstöcke) am 22. September 2003 vorhaltlos zurück
ge
zog
en
hatte
(
Urk.
8/37/2), wies die IV-Stelle entsprechende
Leistungs
bege
hren
(berufliche Massnahmen/Hilfsmittel)
zufolge Gegenstandslosigkeit
mit V
erfügung vom 1
9.
August 2003 (
Urk.
8/33) respektive
mit Mitteilung vom 2
5.
September 2003 als gegens
tandslos ab (
Urk.
8/38). Im Anschluss an die
Auflösung des Arbeitsverhältnisses seitens
der
Firma
Z._
per 3
0.
April 2
005 (
Urk.
8/46)
stellte
der Versicherte
mit Schreiben vom 1
1.
Mai 2005 erneut
ein
Leistungsbegehren betreffend
Umschulung (
Urk.
8/47).
Seit Mai 2005 war der Versicherte
im Zwischenverdienst
als Veranstaltungstechniker
auf Abruf
bei der
A._
AG
tätig
(
Urk.
8/76-78).
Mit Ver
fügung vom 31.
Oktober 2005 wies
die
IV-Stelle das Leistu
ngsbegehren des Versi
cher
ten ab
und begründete dies damit,
in den Beratungs- und
Abklärungs
ge
sprä
chen
seien verschiedene Möglichkeiten einer beruflichen Eingliede
rung besprochen worden. Dabei habe
der Versicherte den Wunsch nach Zeit geäus
sert, um sich
damit auseinanderzusetzen (Urk.
8/65).
Das
am 2. Januar 2006 aber
mals gestellte
Leistungsbegehren
betreffend Massnahmen der beruflichen Eingliederung (
Urk.
8/67) wies die IV-Stelle mit Verfügung vom 1
2.
August 2006
mit der Begründung
ab
, berufliche Massnahmen seien
zufolge ausstehen
der medizinischer Abklärungen aktuell
weder plan- noch durchführbar (
Urk.
8/69)
.
Seit April 2008 war der Versicherte zusätzlich bei der
B._
AG auf Abruf als Lagerist/Techniker tätig (
Urk.
8/78).
1.2
Aufgrund
der
erneuten Anmeldung
zum Leistungsbezug
vom
19.
August 2008
(
Urk.
8/73,
Urk.
8/74)
erteilte die IV-Stelle
d
em Versicherten
im Rahmen der Frühintervention
Kostengutsprache
für
ein PC-P
rogramm für Video-Edition sowie
ein
en
Englischkurs für Anfänger im Gesamtbetrag von
Fr.
1‘545.-- (
Mit
teilung vom 1
8.
Februar 2009,
Urk.
8/92).
Am
2
9.
September 2008
unterzog sich der Versicherte einer
Varisationsosteotomie
im rechten Unterschenkel
(
Urk.
8/99
).
Auf
grund
der darauffolgenden
Rekonvale
szenzphase
und
der noch unklaren medizinischen
Situation
verneinte die IV-Stelle
mit Verfügungen vom 2
3.
Februar 2009 und 1
6.
April 2009
einen Anspruch des Versicherten auf
Massnahmen der
berufliche
n Eingliederung
(
Urk.
8/9
3,
Urk.
8/100)
.
Mit Vorbe
scheid vom 30. Dezember 2010
stellte
ihm
die IV-Stel
le eine befristete Rente vom 1.
September 2009 bis 3
0.
November 2010 in Aussicht (
Urk.
8/141). Dage
gen erhob der Versicherte am 1
7.
Januar 2011 Einwand
(
Urk.
8/144), mit er
gänzenden Begründungen vom 22. Februar 2011 und 2
3.
November 2011 (
Urk.
8/149,
Urk.
8/164).
Im November/
Dezember 2011 wurde der Versicherte
zwei
fach
am
Magen
operiert
(
Urk.
8/167/10,
Urk.
8/167/20)
.
Die
IV-Stelle
wies
das Leistungsbegehren betreffend berufliche Massnahmen
nach weiteren Erhe
bungen
mit Mitteilung vom 1
2.
September 2012 ab, und begründete dies damit, der Versicherte sehe sich aufgrund seiner gesundheitlichen Situation überhaupt nicht in der Lage
,
berufliche Massnahmen in A
nspruch zu n
ehmen (
Urk.
8/184).
Nach
erneut
durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(Vorbescheid
vom 17.
April 2013
,
Urk.
8/205; Einwand am 2
4.
April 2013,
Urk.
8/208) sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügungen vom 28. August 2013 befristet vom
1.
Septem
ber 2009 bis 3
0.
November 2010 sowie
unbefristet
ab 1.
Februar 2012 eine
ganze Rente der Invalidenversicherung
zu (
Urk.
2).
2.
Am
2.
Oktober 2013 erhob der Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwäl
tin Antonia
Kerland
, Beschwerde gegen die Rentenverfügung vom 2
8.
August 2013 und beantragte, es sei diese hinsichtlich der befristeten Ausrichtung einer ganzen Invalidenrente aufzuheben un
d ihm nicht erst ab 1.
Februar 2012, son
dern ab
1.
September 2009 durchgängig eine ganze Invalidenrente zuzuspre
chen. Eventualiter sei ihm im Anschluss an die ganze Invalidenrente bis 3
0.
November 2010 und im Vorfeld der unbefristeten ganzen Invalidenrente ab
1.
Februar 2012
für die Zeit vom
1.
Dezember 2010 bis am 3
1.
Januar 2012 eine seinem Gesundheitszustand entsprechende Teilrente von mindestens 50
%
zu
zusprechen (
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 8. November 2013 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7), was dem Beschwerdeführer am 1
1.
November 2013 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechte [
ATSG
]
).
Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun
fähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 Prozent, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn sie
min-des
tens
zu 60 Prozent, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 Pro-zent, oder auf eine
Viertelsrente
, wenn sie mindestens zu 40 Prozent invalid sind.
1.3
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen)
Art.
88a
der Ver
ordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebli
che Ände
rung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befris
tung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Ver
gleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des
Renten
be
ginns
mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Her
absetzung
der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5). Spricht die Ver
waltung der versicherten Person eine befristete Rente zu und wird
beschwerde
weise
einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung aus
geklammert bleiben (BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.4
Gemäss
Art.
88a
Abs.
1 IVV ist bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen die
anspruchs
beein
flus
sende
Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksich
tigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Die hierzu notwendige Prog
nose unterliegt dabei dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
mit Hinweisen).
Nach der bundesgerichtlichen Praxis zu
Art.
88a
Abs.
1 IVV ist eine Rente bei Wegfall der Invalidität im Normalfall erst nach Ablauf von drei Monaten seit dem Eintritt der anspruchserheblichen Veränderung aufzuheben (BGE 119 V 98 E. 4a, Urteil des Bundesgerichts I 569/06 vom 20. November 2006 E. 3.3).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.
6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizini
schen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet
und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.
7
Die Rechtsprechung, wonach das Gericht "nicht ohne zwingende Gründe" von der Einschätzung der medizinischen Experten abweicht, hat den Beweiswert von Gerichtsgutachten zum Gegenstand und findet auf versicherungsinterne ärztli
che Beurteilungen nicht Anwendung. Berichte und Gutachten
versicherungsin
terner
Ärztinnen und Ärzte unterliegen wie andere Beweismittel der freien richterlichen Beweiswürdigung. Es kann ihnen Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen
(BGE 123 V 331 E. 1c mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung, der Beschwer
deführer sei seit dem 1
6.
September 2008 (Beginn der einjährigen Wartezeit) in seiner Arbeitsfähigkeit erheblich eingesc
hränkt. Aus medizinischer Sicht liege seither eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
sowohl
in der bisherigen
als auch in einer angepassten
Tätigkeit
vor
.
Nach Abla
uf der einjährigen Warte
zeit
am 15.
September 2009 resultiere
daher
eine Erwerbseinbusse von 100
%
, was gleichzeitig dem Invaliditätsgrad entspreche.
Ab 2
4.
August 2010 bestehe bei einem weitgehend stabilisierten Gesundheitszustand
grundsätzlich eine Arbeits
fähigkeit von 100
%
in einer behinderungsangepassten Tätigkeit. Ab dem 24.
August 2010 sei dem Beschwerdeführer
deshalb
eine
behinderungsange
passte
Tätigkeit, so etwa als Betriebsmitarbeiter oder im Bereich der
Kleintei
le
montage
,
zumutbar. Aus dem Einkommensvergleich gestützt auf den
Tabel
len
lohn
der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE)
für Hilfsarbeiten im Sektor Dienstleitungen (LSE TA 1
Ziff.
50-93) sowie den o
hne
Gesund
heitsscha
den
erzielbaren Lohn als Veranstaltungstechniker
(
Fr.
42‘229.
)
resultiere unter Berücksichtigung eines Abzuges von 10
%
keine Erwerbseinbusse, was einem Invaliditätsgrad von 0
%
entspreche. Die ganze Invalidenrente sei deshalb nach drei Monaten einzustellen respektive
bis 30.
November 2010
zu befristen
. Durch die Magenoperation
am 30.
November 2011 habe sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers nachweislich verschlechtert. Seither sei auch in einer angepassten Tätigkeit keine zumutbare Arbeitsfähigkeit mehr ausgewiesen. Als Folge der am 1
1.
März 2013 durchgeführten Operation am linken Bein verlän
gere sich die Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit, so dass über die Folgen der Magenoperation hinaus weiterhin keine Erwerbsfähigkeit mehr be
stehe. Daraus resultiere wiederum eine Erwerbseinbusse von 100
%
, was gleich
zeitig dem neuen Invaliditätsgrad entspreche. Ab
1.
Februar 2012
habe der Beschwerdeführer somit erneut Anspruc
h auf eine ganze Rente der Invaliden
versicherung
(
Urk.
2).
2.2
Der Beschwerdeführer wandte im Wesentlichen
dagegen
ein,
er könne seine allenfalls verb
l
e
ibende Arbeitsfähigkeit in
einer
sitzende
n
T
ätigkeit auf dem all
gemeinen Ar
b
e
itsmarkt nicht verwerten. Angesichts der vielen wahrzunehmen
den Termine, der geplanten operativen Eingriffe und den damit einhergehenden Zeiten klarer Arbeitsunfähigkeit, der Schmerzen
sowie
der
Mobilitätseinschrän
kungen
, erscheine auch bei einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines Arbeitgebers möglich. Gemäss
den Arztberichten
von
Dr.
C._
vom 2
4.
Mai 2012 respektive
Dr.
D._
vom 2
2.
Mai 2012 sei die Arbeitsfähigkeit auch in einem angepassten Umfeld (ohne Umschulung) nicht gegeben. Es sei nicht er
sichtlich, weshalb die Beschwerdegegnerin einerseits die Möglichkeit der Durch
führung beruflicher Massnahmen aus gesundheitlichen Gründen ver
nein
t
e, und andererseits dennoch an einer bestehenden (vollen) Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen – wenn auch ausgeglic
henen – Arbeitsmarkt festhalte
(
Urk.
1 S.
19). Es könne
jedenfalls nicht
von einer verwertbaren Arbeitsfähigkeit in der Z
eit vom 2
4.
August 2010 bis 30.
Nove
mber 2011 ausgegangen werden. Viel
mehr sei ihm
durchgehend eine unbefristete Rente zuzusprechen. Eventua
liter sei aufgrund der erheblichen Einschränkungen durch Ruheschmerzen, Gehstö
cke sowie wegen den erforderlichen regelmässigen zeitintensiven und häufigen
Physiotherapien und Arztbesuch
en
von einer verwertbaren Arbeitsfähig
keit von maximal 50
%
auszugehen, entsprechend der Stellungnahme von
Dr.
C._
vom
9.
Februar 2011, worin dieser eine theoretische Arbeitsfähig
keit in einer sitzenden Tätigkeit von 50
%
postuliert habe. Weiter stehe fest, dass er (der Be
schwerdeführer) seine Tätigkeit als Lastwagenchauffeur nicht aus
invalidität
s
fremden
Gründen aufgegeben,
eine andere Be
tätigung gesucht und damit eine erhebliche Lohneinbusse in Kauf genommen habe. Vielmehr seien gesundheitli
che Gründe dafür ausschlaggebend gewesen, zumal
Lastenwa
gen
chauffeu
re
übli
cherweise selbe
r
beim
Be
-
und Entladen anpacken müssten, was ihm beim Zustand seines linken Fussgelenkes und den Restbeschwerden im rechten Knie nicht möglich sei.
Nach der Kündigung durch die Transportfirma sei er seiner Pflicht zu
r
Selbsteingliederung nachgekommen und habe er sich
notgedrungen
als Veranstalt
ungstechniker selbst
ändig gemacht.
Er habe
dabei
stets festgehal
ten
, dass ihm die Arbeit als Last
wagenchauffeur gefalle und dass er gerne in dieser Branche weiterarbeit
en würde.
Ohne invalidisierenden
Gesund
heits
schaden
wäre er mit überwiegender Wahrscheinlichkeit weiterhin
als
Las
tenwagenchauffeur
tätig
und hätte dabei ein bedeutend höheres Ein
kom
men er
zielt, als in seiner Tätigkeit als Freelancer in der
Veranstaltungstech
nik
. Bei der Ermittlung des korrekten
Valideneinkommens
sei so
mit vom Lohn aus
zu
gehen, welchen
er in seiner urs
prünglichen Tätigkeit als
Last
wagen
chauf
feur
erzielt habe
(
Urk.
1 S. 21
f.
).
Bei der Festsetzung des Invalidenlohnes sei schliesslich
ein höherer Abzug vom Tabellenlohn vorzunehmen
. So könne er nicht bloss nur sitzende Tätigkeiten verrichten, sondern leide er auch unter er
heblichen Schmerzen, welche ihn zusätzlich behinderten. Ausserdem
sei er auf Krücken ange
w
i
esen und
habe er
häufige Arzt- und Psych
otherapietermine wahrzuneh
men, welche ihn in seiner Mobilität und in seiner
Abkömmlichkeit
sehr stark einschränkten. Darüber hinaus sei er aus gesundheitlichen Gründen schon län
gere Zeit
nicht mehr arbeitstätig, was ihm
bei der Arbeitssuche eben
falls zum Nachteil gereiche. Sollten diese Umstände nicht schon bei der Festle
gung der verbleibenden Restarbeitsfähigkeit gehörig berücksichtigt worden sei
n
, sei
der maximale Abzug vom Tabellenlohn von 25
%
gerechtfertigt
(
Urk.
1 S.
24
)
.
3.
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die per
1.
September 2009
zugesprochene ganze Invalidenre
nte zu Recht per
3
0.
November
2010
einge
stellt hat, mithin, ob sich der Gesundheitszustand de
s
Beschwerdeführer
s
ab 2
4.
August 2010
in rentenausschliessender Weise verbessert und diese Besse
rung ohne
wesentliche Unterbrechung
bis
zur Magenoperation
a
m 30.
Novem
ber 2011 angedauert hat.
4.
4.1
Der medizinische Sachverhalt stellt sich
im Wesentlichen
wie folgt dar:
4.2
Aufgrund eines ausgeprägten beidseitigen
Genu
valgum
, rechts mehr als links, sowie einer ausgeprägten lateralen Gonarthrose rechts unterzog sich der Be
schwerdeführer am 2
9.
September 2008
in der Klinik
E._
eines opera
ti
ven Eingriffs am rechten Unterschenkel, konkret einer Arthroskopie sowie
eines
Microfacturing
des rechten
Knies zur Implantation ein
es
Unterschenkel
ringfi
xateurs
(
Urk.
8/99/26
27
).
Dr.
med.
C._
, Leitender Oberarzt Kinder- und Jugendorthopädie, Klinik
E._
,
wies dem
Beschwerdeführer
daraufhin
zunächst
b
is
Ende August 2009
durchgehend eine 100
%
ige Arbeits
unfähigkeit
aus
(
Urk.
8/99/19,
Urk.
8/99/24,
Urk.
8/99/27ff.,
Urk.
8/105,
Urk.
8/108
,
Urk.
8/125/24
).
4.
3
Am
1.
April 2010 wurde
der
Beschwerdeführer in der Klinik
E._
erneut
am rechten
Unterschenkel operiert, mithin
erfolgte
eine
Var
i
sierung
des distalen
Femur
sowie eine Re-
Valgisierung
der proximalen Tibia unter Plattenfixation
(
Urk.
8/120
/5
).
Dr.
C._
attestierte
dem Beschwerdeführer
sowohl als Free
lancer als auch in einer behinderungsangepassten Tätigkeit
eine 100%ige Ar
beitsunfähigkeit (
Urk.
8/122).
4.4
Im
Bericht vom 24.
August 2010 führte
Dr.
C._
aus,
der Beschwerdeführer befinde sich
derzeit in der Heilungsphase der
Re-
Osteotomie im Bereich der proximalen Tibia und des distalen
Femurs
mit dem Ziel einer ausreichenden Achsenkorrektur, so dass eine Behandlung des Knorpelschadens im Bereich der Aussenseite des Kniegelenkes erfolgen könne. Vorausgesetzt es komme in naher Zukunft zu einer fortschreitenden Knochenheilung im Bereich der proximalen Tibia,
sei
als nächstes eine Begutachtung des Knorpelschadens im lateralen
femoralen
Kompartiment angedacht. Darauf
hin
sei darüber zu beraten
, ob hier eine Rekonstruktion des Knorpelschadens erfolgen könne. Langfristig sei
schliesslich
die Korrektur de
r
Beinachse links bei auch
hier
bestehendem ausge
prägten
Genu
valgum
geplant.
B
eim Be
schwerdeführer bestehe die schw
i
e
rige Situation, dass er durch die nun langwierige Therapie aus seinem ehemaligen Ber
uf ausgest
i
e
gen sei und umschulende Massnahmen brauche.
Er
müsse unbe
dingt wieder in die Arbeitswelt integriert werden,
was
in einer sitzenden Tätig
keit
unproblematisch erfolgen
könn
e
. Es sei wünschenswert, möglichst früh ein
en
Umschulungszeitpunkt in Erwägung zu ziehen, auch wenn noch weitere therapeutische Massnahmen bevorstünden (
Urk.
8/126).
Im
Bericht vom
9.
Februar 2011
hielt
Dr.
C._
sodann
fest,
es hätten sich im Nachgang sei
nes Berichtes vom 2
4.
August 2010 weitere Einschränkungen und auch
Schmerz
symptome
im Bereich des rechten Kniegelenkes entwickelt, die zum da
ma
ligen Zeitpunkt nicht eindeutig absehbar gewesen seien. Rückblickend sei es dem Beschwerdeführer sicher nicht möglich gewesen, ab dem 2
4.
August 2010 zu 100
%
in einer sitzenden Tätigkeit tätig zu werden.
R
ückblickend
sei
bis zum aktuellen Zeitpunkt
zwar theoretisch
eine sitzende Tätigkeit im Umfang von maxi
mal 50
%
möglich. Angesichts der konkreten Umstände
bestehe
bis dato allerdings vielmehr
eine praktische Arbeitsunfähigkeit von 1
00
%
(
Urk.
8/148).
4.
5
Am 2
1.
Juni 2011 erfolgte die Metallentfernung im distalen
Femur
,
in der
pro
ximalen Tibia und
dem
distalen
Fibulabereich
sowie zeitgleich eine Arthrosko
pie des rechten Kniegelenkes zur
Gelenks
lavage
.
Dr.
C._
empfahl zunächst ein vorläufi
ges Gehen an Gehstütz
en. Anschliessend sei eine volle Belastbarkeit des rechten Knies möglich
(
Urk.
3/3
)
.
4.
6
Am
1
6.
September 2011
berichtete
Dr.
C._
, der Beschwerdeführer
klage be
züglich der rechten unteren Extremität nach wie vor über deutliche Ein
schrän
kungen beim Gehen. Er müsse für längere Gehstrecken Krücken verwenden und beklage auch deutliche Ruheschmerzen. Bezüglich des linken Unterschenkels
wünsche der Beschwerdeführer
aufgrund der zunehmenden Arthrose
eine
Kor
rekturoperation
der deutlich
valgisch
fehlgestellten Beinachse. Im Vordergrund stehe indes die Korrekturoperation des
Gastric
-Banding, welche voraussichtlich
im Herbst/Winter
20
1
1 durchgeführt werde (
Urk.
8/161).
4.
7
Die
laparoskopische
Revisionsoperation
des Magenbypass (
Januar 2002
)
erfolgte schliesslich
am 30.
November 2011
in der Klinik
F._
in
G._
(
Urk.
8/167/10
,
Urk.
8/167/12).
Am 1
6.
Dezember 2011
musste
d
er
Beschwer
de
füh
rer
notfallmässig wegen eines subkutanen Abszesses
/
Anastomosenlecks
erneut am Magen operiert
werden
(
Urk.
8/167/20)
.
Aufgrund
dieser
Eingriffe sowie der
im postoperativen Verlauf aufgetreten
en
Infektion
war der
Beschwer
deführer insgesamt
über
ein
en
Monat
lang
hospitalisiert
(vgl.
Urk.
8/169/11f.)
.
4.
8
Am 2
1.
Januar
2012 berichte
Dr.
med.
D._
,
Facharzt FMH für Allge
meinmedizin und Innere Medizin
,
zuhanden der Beschwerdegegnerin,
der
Beschwerdeführer sei
zufolge des komplizierten Heilungsverlaufs nach Revision
d
es bariatrischen Eingriffs
nach wie vor geschwächt. Dazu kämen die altbe
kannten Klagen über die Knieschmerzen, welche seine Mobilität stark ein
schränkten.
Das
weitere Prozedere betreffend die
beidseitige
Knieproblematik
sei offen und werde durch
die Klinik
E._
entschieden. Hinsichtlich der medi
zinisch begründeten Arbeitsunfähigkeit bestehe keine Änderung
und es würden
im Prinzip
noch die gleichen Angaben wie im Bericht vom 2
8.
August 2009 gelten
(
Urk.
8/169/2). Dannzumal
attestierte
Dr.
D._
dem Beschwerdeführer eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
seit
der Operation vom 29.
September 2008 (
Urk.
8/108).
Sofern eine ihm zumutbare Arbeit gefunden werde und er darin ausgebildet werde, sollte dem Beschwerdeführer eine Arbeits
tät
igkeit allerdings wieder möglich sein (
Urk.
8/169/3).
Mit Schreiben vom 2
2.
Mai 2012 stellte
Dr.
D._
klar, er habe sich im Bericht vom 2
1.
Januar 2012 zu möglichen Ein
gliederungsmassnahmen geäussert und dem Beschwerdeführer im Übrigen durchgehend eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
attestiert
. Letzterer war und sei nach wie vor ohne Eingliederungsmassnahmen auch in einer angepassten Tätigkeit nicht arbeitsfähig (
Urk.
8/178/23).
4.
9
Mit Schreiben vom
8.
Februar 2012
führte
Dr.
C._
aus
, der Beschwerdefüh
rer klage wieder über zunehmende Beschwerden
das rechte Kniegelenk
betref
fend
. Zudem habe er nach der Magenoperation im Herbst 2011 deutlich an Muskelsubstanz verloren und sei momentan wieder im Aufbautraining.
Beim Beschwerdeführer
bestünden ausgeprägte
Hinkzeichen
. Das rechte Bein sei nur kurzfristig belastbar. Momentan sei der Beschwerdeführer aufgrund der zurück
lie
genden komplexen Magenoperation zu geschwächt, um an weitere, insbeson
dere chirurgische Eingriffe im Bereich der Kniegelenke zu denken.
Die
Symp
to
matik im Bereich des rechten Kniegelenks
stehe
deutlich im Vordergrund, klinisch zeige
sich eine ausgeprägte
Krepatio
. W
eiter
bestehe
der klinische Ver
dacht auf eine doch sehr ausgeprägt vorliegende Arthrose vor allem im
femoro
patellären
als auch im lateralen Kniegelenksanteil. Der Beschwerdeführer sei
sicher
bis auf
w
eiteres arbeitsunfähig (
Urk.
8/171/4f.
, vgl. auch
Urk.
8/178/9-18
,
Urk.
8/186/1
,
Urk.
8/193/6
).
Mit Schreiben vom 2
4.
Mai 2012 hielt
Dr.
C._
dafür
, der Beschwerdeführer sei aufgrund
der
mehrfachen Operationen, der sehr intensiven postoperativen therapeutischen Massnahmen
sowie der persistieren
den Beschwerden und der ausgeprägten Mobilitätseinschränkungen bis zum aktuellen Zeitpunkt, auch in einem angepassten Umfeld, durchgehend nicht arbeitsfähig gewesen (
Urk.
8/178/24).
4.1
0
Vom 1
3.
September bis 1
0.
Oktober 2012 hielt sich der Beschwerdeführer im
H._
, Klinik für Rheumatologie und internistische Rehabilitation
,
auf
,
zur
verbesserten Teilnahme am soziokulturellen Leben
res
pektive
zur
Schmerzreduktion,
Verbesserung der muskulären
Beckenstabilisa
tion
und der muskulären S
tabilisation beider Kniegelenke,
der Gehfähigkeit
sowie
zur
Verlängerung der Gehstrecke an zwei Unterarmgehstöcken.
Während
dessen wurde ihm
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert
. Die vorgenannten Ziele seien teilweise erreicht worden.
Im Verlauf seien langsam Fortschritte in der Kraft der unteren Extremität erzielt worden. Ohne Unterarmgehstützen
be
stün
den
weiterhin ein deutlicher
Hinkmechanismus
bei Beckeninstabilität
sowie ein
Einknicken des rechten Kniegelenks. Die Gangsicherheit sei bei Austritt
immer
hin
an zwei Unterarmgehstützen sowohl in der Ebene als auch beim Treppen
steigen
sicher gewesen.
Weiterhin hätten deutliche Defizite in der muskulären Kraft der unteren Extremitäten bestanden (Austrittsbericht vom 2
3.
Oktober 2012,
Urk.
8/190/5-7).
4
.
1
1
Mit Konsiliarbericht vom 3
1.
Oktober 2012 hielt
Dr.
C._
fest, der Beschwer
defüh
r
er verspüre zunehmend Schmerzen im Bereich des linke
n
Knies.
Es sei wahrscheinlich, dass hier eine deutliche Überlastungssymptomatik bei auch deutlicher
Valgusdeformität
der linken unteren Extremität bestehe.
Frei
geh
fähig
sei
d
er
Beschwerdeführer
ohn
e Gehstütz
e
n
nach wie vor nicht, zumal die Situation des rechten Kniegelenkes zu problematisch sei. Es bestehe weiterhin eine deutliche Muskelschwäche im Bereich des rechten Beins, insbesondere der
Quadriceps
-Muskulatur (
Urk.
8/186/2).
Um die gleiche Problemstellung wie im Bereich des rechten Unterschenkels zu vermeiden,
seien
beim Beschwerdeführer
am 1
1.
März 2013 auch an der linken Tibia
eine Umstellungsosteotomie
bei bereits bestehender ausgeprägter
präarthrotischer
Deformität
in der Klinik
E._
vorzunehmen
. Zwar sei auch das rechte Kniegelenk nach wie vor prob
lematisch. Doch seien diesbezüglich keine weiterführenden chirurgischen Ein
griffe
durchführbar, zumal der Beschwerdeführer grundsätzlich einer
Kniepro
these
bedürfte, hierfür aber noch deutlich zu jung sei (Konsultationsbericht vom
4.
Februar 2013,
Urk.
8/195/3).
V
om
1
8.
März 2013 bis 1
8.
Mai 2013
begab sich der Beschwerdeführer
e
rneut zur
Rehabilitation in d
ie
Klinik
H._
(
Urk.
3/4)
.
4.
1
2
Schliesslich erlitt der Beschwerdeführer a
m
9.
Juni 2013 einen PICA Infarkt rechts mit subtotalem Verschluss der
Arteria
vertebralis rechts
. Klinisch habe sich eine Falltendenz nach rechts, eine
Dysdiadochokinese
rechts, eine dissozi
ierte Sensi
bilitätsstörung für Schmerz und Temper
a
tur an der linken unteren Extremität
sowie
an der rechten oberen Extremität gezeigt. Die
Sensibilitäts
störung
habe sich
auch
auf der rechten Ge
sichtshälfte gezeigt (Urk.
8/218/2).
Der Beschwerdeführer wurde
daraufhin
vom
9.
bis 18.
Juni 2013
im
I._
hospitalisiert (
Urk.
3/5) und hernach in
der Klinik
H._
betreut
(
Urk.
8/218/2)
. Im B
ericht vom
2
8.
Juni 2013 (Versanddatum) hielt
Dr.
med.
J._
, Leitender Arzt, Facharzt FMH für Neurologie, Klinik
H._
, fest, in einer radiologischen Kontrolle des postoperativen Zustandes des linken Bei
nes habe sich kein zufried
enstellender Verlauf gezeigt. Die Belastung des linken Beines sei bei maximal 20 kg ver
blieben.
Für kürzere Strecken sei dem Be
schwerdefüh
rer das Gehen an zwei Unterarmg
ehstöcken möglich. Für grössere Distanzen sei er auf einen Rollstuhl angewiesen. Eine genaue Prognose sei der
zeit nicht möglich, da diese vom weiteren Verlauf der Rehabilitation vom PICA Infarkt und des Heilungsprozesses nach der Umstellungsosteotomie vom 1
1.
März 2012 abhängig sei
(
Urk.
8/218/2).
5.
5.1
Gemäss
Feststellungsblatt
zum Beschluss
stellte die Beschwerdegegnerin den angefochtenen Entscheid
im Wesentlichen auf
den Bericht
von
Dr.
C._
vom 2
4.
August 2010
sowie
die internen Stellungnahmen von
Dr.
med.
K._
, Facharzt FMH für Arbeitsmedizin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD),
ab
(
Urk.
8/139/,
Urk.
8/203)
.
5.
2
In seiner Stellungnahme vom 2
2.
Oktober 2010 hielt
Dr.
K._
fest,
d
er Beschwerdeführer sei durch die Achsenfehlstellung beider Beine, die daraus fol
genden degenerativen Veränderungen und notwendigen Operationen
berufsre
levant
beeinträchtigt. Die Einschränkungen würden das Stehe
n
(aufrecht und in der Kniebeuge) sowie das Gehen betreffen. In einer sitzenden Tätigkeit sei ärzt
licherseits keine Einschränkung geltend gemacht worden.
G
emäss Arztbericht
von
Dr.
C._
könne der Beschwerdeführer ab 2
4.
August 2010 in einer sit
zenden Tätigkeit wieder in die Arbeitswelt integriert werden.
In einer angepass
ten Tätigkeit bestehe
deshalb
ab 2
4.
August 2010 grundsätzlich e
ine Arbeitsfä
higkeit von 100
%
(
Urk.
8/139/7f.).
Am 1
6.
April 2011
bestätigte
Dr.
K._
seine Feststellung, wonach im Bericht vom 24.
August 2010 eindeutig und nachvollziehbar festgestellt
worden sei
, dass eine Tätigkeit ohne Beanspruchung der Knie ganz
tags möglich sei (
Urk.
8/203/2
)
. Am
7.
Februar
2012
stellte
Dr.
K._
abschliessend fest
, für die Zeit
vom 2
4.
August 2010 bis zum 29.
November 2011 sei keine Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ausgewiesen (
Urk.
8/203/5).
5.
3
RAD-Arzt
Dr.
K._
verzichtete
auf eine persönliche Untersuchung des Be
schwerdeführers und
verwies auf die vorhandenen medizinischen Akten. Indes
legte
er nicht
hinreichend genug
dar, weshalb
ab dem 2
4.
August
2010
von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit
– trotz eingeschränkter Mobilität und fortgesetzten Therapien
auszugehen sei
.
Vielmehr
verwies er hierfür
einzig
auf den Bericht von
Dr.
C._
vom 2
4.
August 2010
, worin dieser
allerdings
nicht explizit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit auswies, sondern vielmehr empfahl
,
den Beschwerdeführer
in einer sitzenden Tätigkeit
wieder in die Arbeitswelt zu integrieren
– nicht ohne gleichzeitig darauf
hin
zu
weisen
, dass sich der Be
schwerdeführer noch immer in der
Heilungsphase der
Re-Operation im Bereich der proximalen Tibia und des distalen
Femurs
bef
inde und weitere therapeuti
sche
Massnahmen bevorstünden.
Konkret
stellte
Dr.
C._
eine Rekonstruk
tion des Knorpelschadens
sowie eine Achsenkorrektur
der
linken
Beinachse
in A
ussicht (
Urk.
8/126).
Wie
Dr.
K._
zu seinen Schlussfolgerungen kam
,
ist
vor diesem
Hintergrund nicht einsichtig
. Umso weniger
als er selbst einräumte, es handle sich bei de
r
seiner
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung
zugrunde
liegenden
medizinischen Situation
nicht um eine
n
konsolidierte
n
Gesundheitszustand (
Urk.
8/139/8). Auch
mit Blick auf den Nachtrag
von
Dr.
C._
v
om
9.
Februar 2011
, worin dieser
seine Einschätzung
vom 24.
August 2010
in
plausibler
Weise
revidiert
e
(
Urk.
8/148
, E. 4.
4),
erscheint die B
eurteilung von
Dr.
K._
nicht
überzeugend
.
Unter diesen Umständen bestehen
erhebliche
Zweifel an
der versiche
ru
ngsinternen ärztlichen
Einschätzung
, weshalb
darauf nicht abge
stellt wer
den kann (vgl. vorstehend E. 1.5).
5.
4
M
it Blick auf die seit September 2008 wiederholten
operativen Eingriffe mit weitestgehend
zumindest
zweifelhaften
Ergebnissen
, wenn nicht gar gravieren
den
postoperativen
Komplikationen,
die
dadurch bedingten mehrfachen statio
nären
Aufenthalte
, die
persistierenden
– mitunter auch belastungsunabhängigen – Beschwerden
sowie
die
ununterbrochene Mobilitätseinschränkung
und
den
im
Juni 2013
erlittenen Hirninfarkt
,
welcher erneut stationäre Klinikaufenthalte zur Folge hatte,
erscheint nicht überwiegend wahrscheinlich
, dass sich der Gesund
heitszustand des Beschwerdeführers
vom
2
4.
August 2010
bis zur Magenopera
tion
am 3
0.
November 2011
in rentenausschliessender Wei
se verbessert
hat.
Vielmehr ist, insbesondere g
e
stützt auf die
Bericht
e
von
Dr.
D._
vom 2
1.
Januar 2012
und vom
2
2.
Mai 2012
(
Urk.
8/169/2
,
Urk.
8/178/23
) sowie
den Bericht von
Dr.
C._
vom 2
4.
Mai 2012 (
Urk.
8/178/24),
mit dem im Sozial
versicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
davon auszugehen
, dass der Beschwerdef
ührer jedenfalls
seit September 2009 (Ablauf Wartejahr)
bis zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung
durchge
hend
– auch in einer sitzenden Tätigkeit
arbeitsunfähig war.
Daran vermag auch das Schreiben von
Dr.
C._
vom
9.
Februar 2011, worin er erwog, dem Beschwerdeführer sei ab dem 2
4.
August 2010 bis aktuell rückblickend eine sit
zende Tätigkeit zu max
imal
50
%
möglich
, nichts zu ändern
. Räumte er doch
gleichzeitig ein, es handle sich dabei lediglich um eine theoretische Arbeits
fähigkeit,
zumal
sich der Beschwerdeführer
nach
wie vor in der Rehabilitation von mehreren Eingriffen im Bereich des rechten Kniegelenks befinde. Die Prob
lematik des rechten Kniegelenkes mit deutlich vorliegendem Knorpelschaden sei im Alltag sehr beeinträchtigend.
Es müssten daher weitere, auch operative Mass
nahmen, auf der rechten, aber a
u
c
h auf der noch sehr fehlgestellten linken Seite ins Auge gefasst werden. Nebe
n
den intensivierten physiotherapeutischen Massnahmen sei es dem Beschwerdeführer daher aus zeitlichen Gründen nicht zuzumuten, längere Strecken zur Arbeit zurückzulegen und dort entsprechend tätig zu werden. Bei dieser Sachlage kam
Dr.
C._
in einsichtiger Weise zum Schluss,
es bestehe
mit Rücksicht auf die besonderen Umstände des vorliegen
den Falles
bis dato eine praktische Arbeitsunfähigkeit von 100%
(
Urk.
8/148), welche
m
Standpunkt
ohne
w
eiteres
gefolgt
werden kann.
5.5
Selbst bei Annahme einer medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit von 50
%
in einer
rein
sitzenden Tätigkeit
,
wäre der
Beschwerdeführer
mit Blick auf seinen beruflichen Ausbildungs- und Erfahrungshintergrund sowie der mehr
fach ärztlicherseits dringendst empfohlenen Umschulungsmassnahmen,
ohne
vorgängige
berufliche Massnahmen
nicht
in der Lage, einer
rentenausschlies
senden Erwerbstätig
keit nachzugehen.
Machte doch
auch insbesondere
Dr.
D._
die von ihm in Aussicht gestellte Möglichkeit einer Wiederaufnahme einer Arbeitstätigkeit ausdrücklich von beruflichen Massnahmen abhängig
(
Urk.
8/169/
3,
Urk.
8/178/23).
Entscheidrelevant
ist schliesslich, dass selbst unter Annahme einer im August 2010 wiedergewonnenen, vollzeitlichen Arbeitsfähigkeit in rein sitzender Tätigkeit die berufliche Eingliederung in eine Hilfstätigkeit auch im Rahmen der zumutbaren Selbsteingliederung kaum ver
wertbar gewesen wäre. Wohl ist das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erzielbare Einkommen bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln und sind an die Konkretisierung von
Arbeitsgelegen
heiten
und Verdienstaussichten keine übermässigen Anforderungen zu stellen
(vgl. dazu: Urteil des Bundesgerichts 9C_830/2007 vom 2
9.
Juli 2008 E. 5.a, in: SVR 2008 IV Nr. 62 S. 203). Fehlt es indes an einer wirtschaftlich verwertbaren Resterwerbsfähigkeit (beispielsweise durch fortgeschrittenes Alter), liegt eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor. Der Einfluss auf die Möglichkeit, das ver
bliebene Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwer
ten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den Umständen des Einzelfalles ab (Urteil des Bundesgerichts 9C_391/2014 vom 3
0.
Januar 2015 E. 4.1). Im vorliegenden Fall ist die Verwertbarkeit zwar nicht durch die notwendige berufliche Umstellung in höherem Alter in Frage zu stel
len. Einschränkend für die Verwertbarkeit sind jedoch die durchgehend einge
schränkte Mobilität – welche sich auch in rein sitzender Tätigkeit, sofern sie nicht von zu Hause aus erbracht werden kann, auswirkt – , die gemäss den behandelnden Ärzten bestehenden Ruheschmerzen, die anhaltende Notwendig
keit therapeutischer Massnahmen (vgl.
Urk.
8/178/25-30) sowie die jedenfalls in Aussicht gestellten weiteren operativen Eingriffe, was eine erwerbliche Tätigkeit von vornherein zeitlich einschränkte bzw. befristete. Angesichts der Summe all dieser Umstände kann nicht davon ausgegangen werden, dass der Beschwerde
führer ab August 2010 bis November 2011 durchgehend in der Lage gewesen wäre, auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt einen rentenausschliessenden Erwerb zu erzielen.
5.6
Bei diesem Ergebnis erübrigt sich ein Einkommensvergleich, womit offen gelas
sen werden kann, wie es sich im Einzelnen mit dem beanstandeten
Validenein
kommen
verhält. Immerhin
ist festzu
stellen
,
dass sich der Beschwerdeführer
nach Verlust seiner Stelle als Lastwagenchauffeur bei der
Y._
AG
im Jahre 2002 zunächst (erfolgreich) um eine Wiederanstellung in Bereich seiner
angestammten Tätigkeit
bemühte,
und
er mit der
Aufnahme einer Tätig
keit als Veranstaltungstechniker
auf Abruf
im Zwischenverdienst
deutlich wen
i
ger verdiente, mithin
seine Lebenshaltungskosten kaum zu decken vermochte,
womit
die Annahme der Beschwerdegegnerin, wonach
d
er
Beschwerdeführer
ohne Gesundheitsschaden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als
Ver
anstal
tungstechniker
(Freelancer)
tätig wäre, zumindest fragwürdig
erscheint
.
Daran vermag
selbstredend
auch der Umstand nichts zu ändern, dass
ihm
letztere
Tätigkeit nach eigenen Angaben
mehr
Spass machte
(Urk.
8/136/2).
5.7
In Gutheissung der Beschwerde
sind
die angefochtene
n
Verfügung
en vom 2
8.
August 2013 (bis wohin sich praxisgemäss die richterliche Überprüfung er
streckt; BGE 130 V 138 E. 2.1 mit Hinweis) insoweit aufzuheben, als damit ein Rentenanspruch zwischen dem
1.
Dezember 2010 und 3
1.
Januar 2012 verneint wird,
aufzuheben, und es ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer ab
1.
September 2009
durchgehend
Anspruch auf eine ganze Rente der Invaliden
versicherung hat.
6.
6.1
Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat
der Beschwerdeführer
Anspruch auf eine Parteientschädigung. Diese ist in Anwendung von
§
34
Abs.
3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) ermessensweise auf
Fr.
2
‘000.--
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) festzulegen und der unterliegenden
Beschwerde
gegnerin
aufzuerlegen.
6.2
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist abweichend von
Art.
61
lit
. a ATSG das
Be
schwerdeverfahren
bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit
wert im Rahmen von 200
.-- bis
1
‘
000
.--
Franken festgelegt. Die Gerichtskosten sind auf
Fr.
600.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.