Decision ID: 35c3592a-23cf-565f-bf1e-319abdd072ea
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Die Billag AG, die bis Ende 2018 im Auftrag des Bundes die Radio- und
Fernsehempfangsgebühren erhob, leitete am 17. Januar 2019 gegen
A._ wegen Nichtbezahlens der Radio- Fernsehempfangsgebühren
für die Zeit vom 1. August 2018 bis 31. Dezember 2018 beim Betreibungs-
amt X._ die Betreibung über den Betrag von Fr. 187.95 sowie
Mahn- und Betreibungsgebühren von Fr. 35.– ein.
B.
Der daraufhin ergangene Zahlungsbefehl vom 18. Januar 2019 in der Be-
treibung Nr. (...) des Betreibungsamtes X._ wurde A._ am
24. Januar 2019 zugestellt. Dagegen erhob A._ gleichentags
Rechtsvorschlag.
C.
Mit Verfügung vom 25. Juni 2019 beseitigte die Billag AG den Rechtsvor-
schlag vom 24. Januar 2019, erteilte in der Betreibung Nr. (...) des Betrei-
bungsamtes X._ die definitive Rechtsöffnung und verpflichtete
A._ zur Bezahlung von Radio- Fernsehempfangsgebühren von
Fr. 187.95 nebst Mahngebühren von Fr. 15.– und Betreibungsgebühren
von Fr. 20.–.
D.
Gegen diese Verfügung erhob A._ mit Eingabe vom 28. Juni 2019
Beschwerde beim Bundesamt für Kommunikation (BAKOM). Dabei bestritt
er seine Gebührenpflicht nicht, machte jedoch geltend, er habe vor Einlei-
tung der Betreibung weder Rechnung noch Mahnung erhalten. Die Betrei-
bung sie deshalb nicht gerechtfertigt gewesen, weshalb er nicht bereit sei,
Mahn- und Betreibungsgebühren zu bezahlen.
E.
Mit Verfügung vom 7. Januar 2020 hiess das BAKOM die Beschwerde von
A._ in Bezug auf die Mahngebühren gut und hielt fest, dass diese
nicht geschuldet seien und der Rechtsvorschlag in diesem Punkt nicht be-
seitigt werde. Im Übrigen wies es die Beschwerde ab, soweit es darauf
eintrat. Zudem auferlegte es A._ Verfahrenskosten von Fr. 150.–.
Zur Begründung führte das BAKOM mit Verweis auf verschiedene Ent-
scheide des Bundesverwaltungsgerichts aus, damit die Empfangsgebüh-
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ren fällig würden, sei es nicht erforderlich, dass A._ die Rechnun-
gen der Billag AG erhalte. Die Gebührenpflicht werde durch den Nichterhalt
der Rechnungen nicht beendet. Die Zustellbarkeit der Rechnungen sei
bloss eine administrative Frage. Könnten Rechnungen nicht zugestellt wer-
den, habe dies grundsätzlich keinen Einfluss auf die Rechtslage. Aus die-
sem Grund sei es auch nicht so, dass die Billag AG die Unzustellbarkeit
beweisen müsste. Mit der aus den Akten ersichtlichen und in Betreibung
gesetzten Rechnung vom 31. Juli 2018 seien Radio- und Fernsehemp-
fangsgebühren für die Zeit vom 1. August 2018 bis 31. Dezember 2018
erhoben worden. Für diesen Zeitraum unterliege A._ der Gebüh-
renpflicht. Da die Rechnung nach Ablauf der Fälligkeit unbezahlt geblieben
sei, erweise sich die eingeleitete Betreibung als gerechtfertigt. Die Radio-
und Fernsehempfangsgebühren sowie die Betreibungsgebühr von Fr. 20.–
seien folglich geschuldet. Hingegen vermöge die Billag AG die Zustellung
der Mahnungen, welche nicht eingeschrieben, sondern mit normaler Post
versendet worden seien, nicht rechtsgenüglich nachzuweisen. Die Folgen
dieser Beweislosigkeit habe die Billag AG zu tragen, weshalb die Mahn-
kosten nicht geschuldet seien.
F.
Gegen diese Verfügung des BAKOM (nachfolgend: Vorinstanz) vom 7. Ja-
nuar 2020 lässt A._ (nachfolgend: Beschwerdeführer) mit Eingabe
vom 5. Februar 2020 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht mit fol-
genden Rechtsbegehren erheben:
"1. Die Verfügung des Bundesamtes für Kommunikation BAKOM vom 07. Ja-
nuar 2020 sei aufzuheben und es sei festzustellen, dass mein Klient die
Rechnung der BAKOM über Fr. 150.00 nicht zu begleichen habe.
2. Der Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr. (...) sei nicht zu beseitigen.
3. Es sei festzustellen, dass die Betreibungsgebühr von Fr. 20.00 und die Be-
treibungskosten von Fr. 33.30 nicht geschuldet sind.
4. Das Betreibungsamt X._ sei anzuweisen, die Betreibung Nr. (...) zu
löschen.
5. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzu-
weisen.
6. Die Kosten des Bundesverwaltungsgerichtsverfahrens seien dem Be-
schwerdegegner, eventualiter dem Bund, aufzuerlegen und der Beschwer-
degegner, eventualiter der Bund, sei zu verpflichten, den Beschwerdeführer
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für seine Anwaltskosten vollumfänglich zu entschädigen. Ferner sei der Be-
schwerdeführer für seine Umtriebe und die mit der Betreibung verbundenen
Nachteile eine persönliche Entschädigung von Fr. 1'000.00 auszurichten."
Seine Anträge begründet er im Wesentlichen damit, dass er weder eine
Rechnung noch eine Mahnung der Billag AG erhalten habe. Es sei gegen
ihn sofort eine Betreibung eingeleitet worden. Ein solches Vorgehen sei
nicht gerechtfertigt und unstatthaft. Nach Art. 59 Abs. 1 der Radio- und
Fernsehverordnung vom 9. März 2007 (RTVV, SR 784.401) werde die Ra-
dio- und Fernsehabgabe erst 60 Tage nach Zustellung der Jahresrechnung
bzw. 30 Tage nach Zustellung der Dreimonatsrechnung fällig. Mangels Zu-
stellung einer Rechnung sei die in Betreibung gesetzte Forderung gar nicht
fällig geworden. Die Betreibung sei deshalb unrechtmässig erfolgt. Zudem
habe er im Nachgang zur Verfügung der Billag AG vom 25. Juni 2019 ver-
sucht, die Empfangsgebühren zu bezahlen. Dieser Versuch sei jedoch ge-
scheitert, weil das Konto der Billag AG in der Zwischenzeit aufgehoben
worden sei. Damit befinde sich die Billag AG in Annahmeverzug. Er könne
seiner Zahlungspflicht gar nicht mehr nachkommen. Die Verfügung der
Vorinstanz sei daher als gegenstandslos zu erachten.
G.
In ihrer Vernehmlassung vom 20. Februar 2020 schliesst die Vorinstanz auf
Abweisung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten werden könne. Zur
Begründung verweist sie auf die angefochtene Verfügung und führt ergän-
zend aus, der Beschwerdeführer verweise in Bezug auf die Fälligkeit der
Forderung auf die neuen Gesetzesartikel. Vorliegend sei jedoch das alte
Recht anwendbar, weshalb seine Argumentation in sich zusammenfalle.
H.
In seinen Schlussbemerkungen vom 5. März 2020 hält der Beschwerde-
führer an seinen Anträgen und Standpunkten fest.
I.
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die sich bei den Akten be-
findlichen Dokumente wird – soweit entscheidrelevant – in den nachfolgen-
den Erwägungen eingegangen.
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Seite 5

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom
20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), sofern eine Vorinstanz im Sinne
von Art. 33 VGG entschieden hat und keine Ausnahme nach Art. 32 VGG
gegeben ist. Als Verfügungen gelten nach Art. 5 Abs. 2 VwVG auch Be-
schwerdeentscheide.
Die Vorinstanz ist eine Dienststelle der Bundesverwaltung i.S.v. Art. 33
Bst. d VGG. Ihr Beschwerdeentscheid ist eine Verfügung i.S.v. Art. 5 VwVG
und damit ein zulässiges Anfechtungsobjekt. Da zudem kein Ausnahme-
grund nach Art. 32 VGG vorliegt, ist das Bundesverwaltungsgericht zur Be-
urteilung der Beschwerde zuständig.
1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach
dem VwVG, sofern das VGG nichts anderes vorsieht (Art. 37 VGG). Zur
Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht ist nach Art. 48 Abs. 1 VwVG
berechtigt, wer vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen hat oder
keine Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat (Bst. a), durch die angefoch-
tene Verfügung besonders berührt ist (Bst. b) und ein schutzwürdiges Inte-
resse an deren Aufhebung oder Änderung hat (Bst. c).
Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen,
ist mit seinen Begehren jedoch nur teilweise durchgedrungen. Als Adressat
der angefochtenen Verfügung ist er deshalb ohne Weiteres zur Be-
schwerde berechtigt.
1.3 Streitgegenstand in der nachträglichen Verwaltungsrechtspflege ist das
Rechtsverhältnis, das Gegenstand der angefochtenen Verfügung bildet,
soweit es im Streit liegt. Der Streitgegenstand darf im Laufe des Beschwer-
deverfahrens weder erweitert noch qualitativ verändert werden; er kann
sich höchstens verengen und um nicht mehr streitige Punkte reduzieren,
nicht aber ausweiten (MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem
Bundesverwaltungsgericht, 2. Aufl. 2013, Rz. 2.8 mit Hinweisen).
Streitgegenstand bilden vorliegend einerseits die Empfangsgebühren für
die Zeit vom 1. August 2018 bis 31. Dezember 2018, die Betreibungsge-
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bühren sowie die diese Forderungen betreffende Beseitigung des Rechts-
vorschlages und andererseits die von der Vorinstanz festgelegten Verfah-
renskosten. Wie bereits die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung
ausführte, bildet die Löschung der Betreibung nicht Gegenstand des Ver-
fahrens. Hierüber hatte auch die Billag AG in ihrer Verfügung vom 25. Juni
2019 nicht entschieden. Diesbezüglich ist auf die Beschwerde deshalb
nicht einzutreten.
Dasselbe gilt auch für die Betreibungskosten von Fr. 33.30. Wie bereits die
Billag AG in ihrer Verfügung vom 25. Juni 2019 zutreffend ausführte, bilden
diese nicht Gegenstand des Verfahrens, sondern folgen dem Schicksal der
Betreibung. Die Höhe der schuldbetreibungsrechtlich geschuldeten Betrei-
bungskosten müssen weder im Rechtsöffnungsentscheid noch im Urteil
selbst festgelegt werden, sondern ergeben sich direkt aus dem Vollstre-
ckungsrecht. Sie sind vom Gläubiger vorschüssig an das Betreibungsamt
zu zahlen und werden im Anschluss an die Betreibung zur Forderung hin-
zugeschlagen, sofern diese zu Recht erhoben worden ist. Setzt das Betrei-
bungsamt die Betreibungskosten in unzulässiger Weise fest, steht dem
Schuldner die Möglichkeit der Aufsichtsbeschwerde nach Art. 17 des Bun-
desgesetzes vom 11. April 1889 über Schuldbetreibung und Konkurs
(SchKG, SR 281.1) offen. Abgesehen davon, dass die Betreibungskosten
nicht zum Streitgegenstand gehören, ist das Bundesverwaltungsgericht
hierfür auch nicht zuständig (Urteil des BVGer A-2848/2011 vom 27. Okto-
ber 2011 E. 1.3).
1.4 Gemäss Art. 25 Abs. 2 VwVG ist dem Begehren um eine Feststellungs-
verfügung zu entsprechen, wenn der Gesuchsteller ein schutzwürdiges In-
teresse nachweist. Laut bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist der An-
spruch auf Erlass einer Feststellungsverfügung subsidiär gegenüber
rechtsgestaltenden Verfügungen (BGE 137 II 99 E. 6.5 und 125 V 21 E. 1b;
WEBER-DÜRLER/KUNZ-NOTTER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommen-
tar zum VwVG, 2. Aufl. 2019, Art. 25 Rz. 20).
Dem Beschwerdeführer fehlt es bei seinen Begehren um Feststellung,
dass er die Betreibungsgebühr und die Verfahrenskosten des vorinstanzli-
chen Verfahrens nicht schuldet, an einem schutzwürdigen Interesse, nach-
dem er bereits einen Antrag auf Aufhebung der angefochtenen Verfügung
und auf Nichtbeseitigung des Rechtsvorschlages gestellt hat. Wird seine
Beschwerde in diesen Punkten gutgeheissen, ist damit zugleich auch ge-
sagt, dass er die betreffenden Forderungen nicht schuldet. Auf diese Fest-
stellungsbegehren ist daher ebenfalls nicht einzutreten.
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1.5 Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde (vgl.
Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 VwVG) ist daher unter Berücksichtigung der vor-
erwähnten Einschränkungen einzutreten.
2.
Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung auf
Rechtsverletzungen, einschliesslich unrichtiger oder unvollständiger Fest-
stellung des rechterheblichen Sachverhalts und Rechtsfehler bei der Aus-
übung des Ermessens (Art. 49 Bst. a und b VwVG). Zudem prüft es die
Verfügung auf Angemessenheit hin (Art. 49 Bst. c VwVG). Es wendet das
Recht von Amtes wegen an und ist an die Begründung der Parteien nicht
gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG).
3.
Das Bundesgesetz über Radio und Fernsehen vom 24. März 2006 (RTVG;
SR 784.40) und die RTVV wurden hinsichtlich der Empfangsgebühr teil-
weise geändert. Die Änderungen traten am 1. Juli 2016 in Kraft. Neu ist die
Erhebung einer "Abgabe für Radio und Fernsehen" vorgesehen. Der Sys-
temwechsel ist auf den 1. Januar 2019 erfolgt (Art. 109b Abs. 1 RTVG
i.V.m. Art. 86 Abs. 1 RTVV). Bis zu diesem Zeitpunkt wird die Empfangsge-
bühr für den privaten und für den gewerblichen Empfang nach bisherigem
Recht erhoben (Art. 109b Abs. 2 RTVG, Art. 86 Abs. 2 RTVV) und ist auch
die bisherige Gebührenerhebungsstelle (Billag AG) für die Erhebung der
Empfangsgebühren zuständig (Art. 86 Abs. 1 und 2 RTVV). Die angefoch-
tene Verfügung ist daher nach den bis zum 1. Juli 2016 in Kraft stehenden
und bis Ende 2018 anwendbaren Bestimmungen zu beurteilen.
4.
Es ist unstreitig, dass der Beschwerdeführer im fraglichen Zeitraum vom
1. August 2018 bis 31. Dezember 2018 der Gebührenpflicht unterlag. Auch
die Höhe der Empfangsgebühr wird vom Beschwerdeführer nicht bestrit-
ten. Strittig und nachfolgend zu prüfen ist jedoch, ob die Auferlegung von
Betreibungsgebühren von Fr. 20.– sowie die Beseitigung des Rechtsvor-
schlages für die Empfangs- und Betreibungsgebühren zu Recht erfolgte.
Während der Beschwerdeführer geltend macht, mangels Zustellung einer
vorgängigen Rechnung oder Mahnung sei die in Betreibung gesetzte For-
derung gar nicht fällig geworden, weshalb die Betreibung zu Unrecht ein-
geleitet worden sei und die Auferlegung von Betreibungsgebühren sowie
die Beseitigung des Rechtsvorschlags für die Empfangs- und Betreibungs-
gebühren unrechtmässig erfolgt seien, stellt sich die Vorinstanz auf den
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Standpunkt, die Zustellung der Rechnung habe keinen Einfluss auf die Fäl-
ligkeit der Forderung.
4.1 Voraussetzung für die Beseitigung des Rechtsvorschlages ist u.a.,
dass die in Betreibung gesetzte Forderung zum Zeitpunkt der Zustellung
des Zahlungsbefehls fällig war (DANIEL STAEHELIN, in: Staehe-
lin/Bauer/Staehelin [Hrsg.], Basler Kommentar zum Bundesgesetz über
Schuldbetreibung und Konkurs, Band I, 2. Aufl. 2010, Art. 79 N 10). Nach
aArt. 62 Abs. 1 Bst. c RTVV (AS 2010 5219) kann sodann für eine zu Recht
erhobene Betreibung eine Gebühr von Fr. 20.– erhoben werden.
4.2 Nach dem vorliegend massgebenden aArt. 61 Abs. 1 RTVV (AS 2010
5219) werden die Empfangsgebühren bei Jahresrechnungen jeweils am
ersten Tag des dritten Monats nach Rechnungsstellung (Bst. a) und bei
Quartalsrechnungen jeweils am ersten Tag des zweiten Monats nach
Rechnungsstellung (Bst. b) fällig. Der Eintritt der Fälligkeit hängt somit vom
Zeitpunkt der Rechnungsstellung ab bzw. setzt eine solche voraus. Diese
Bestimmung war seit dem 1. Januar 2011 in Kraft. In seiner früheren Fas-
sung sah aArt. 61 Abs. 1 RTVV noch vor, dass die Gebühr jeweils am ers-
ten Tag des Monats fällig wird (vgl. AS 2007 787) und die Fälligkeit insofern
unabhängig von der Rechnungsstellung eintritt. Die von der Vorinstanz bei
ihrer Argumentation angeführten Entscheide des Bundesverwaltungsge-
richts (Urteile A-8174/2010 vom 7. Juni 2011, A-3941/2010 vom 15. April
2011, A-2761/2009 vom 23. Oktober 2009 und A-4755/2008 vom 10. März
2009) ergingen allesamt unter der bis Ende 2010 geltenden Rechtslage
und sind deshalb – sofern sie sich überhaupt auf die Fälligkeit und nicht
bloss auf die Gebührenpflicht an sich beziehen – vorliegend nicht einschlä-
gig.
Entgegen der Ansicht der Vorinstanz setzt die Fälligkeit somit eine Rech-
nungsstellung voraus.
4.3 Aus den Akten ergibt sich, dass die Billag AG dem Beschwerdeführer
für die fraglichen Empfangsgebühren für die Zeit vom 1. August 2018 bis
31. Dezember 2018 am 31. Juli 2018 Rechnung stellte. Wie sich sodann
dem bei den Akten befindlichen Auszug aus der elektronischen Datenbank
der Billag AG entnehmen lässt, mahnte die Billag AG den Beschwerdefüh-
rer in der Folge insgesamt drei Mal für die unbezahlt gebliebene Rechnung
vom 31. Juli 2018. Dies wird vom Beschwerdeführer insoweit nicht bestrit-
ten. Er macht jedoch geltend, die Rechnung und Mahnungen nicht erhalten
zu haben. Als Grund hierfür vermutet er, dass die Billag AG die Rechnung
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Seite 9
und Mahnungen an seine frühere Adresse gesandt habe. Er sei per 1. April
2017 von der (...)strasse in X._ an die (...)strasse 13 in X._
umgezogen.
4.4 Die Zustellung von Mitteilungen mit uneingeschriebener Sendung (A-
Post, A-Post Plus oder B-Post) ist grundsätzlich zulässig. Eine solche ein-
fache Sendung gilt dann als zugestellt, wenn sie in den Empfangsbereich
(in der Regel Briefkasten oder Postfach) des Adressaten gelangt. Für den
Zeitpunkt der Zustellung trägt die Behörde die Beweislast. Wird die Zustel-
lung bestritten, reicht die Übergabe einer A-Post-, A-Post-Plus- oder B-
Post-Sendung zur Beförderung durch die Post für den Nachweis der Zu-
stellung in der Regel nicht aus, denn ein Fehler bei der Postzustellung liegt
nicht ausserhalb jeder Wahrscheinlichkeit, sodass damit nicht gerechnet
werden müsste. Allerdings ist eine fehlerhafte Postzustellung auch nicht zu
vermuten, sondern nur anzunehmen, wenn sie aufgrund der Darstellung
der betroffenen Partei plausibel erscheint, wobei deren guter Glaube zu
vermuten ist. Zudem begrenzt der Grundsatz von Treu und Glauben die
zulässige Berufung auf eine mangelhafte Eröffnung (URS PETER CAVELTI,
in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum VwVG, 2. Aufl. 2019,
Art. 2 Rz. 9 und 10; PATRICIA EGLI, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.],
Praxiskommentar VwVG, 2. Aufl. 2016, Art. 20 Rz. 17 f. und 25; je mit Hin-
weisen).
4.5 Sowohl die Rechnungen als auch die Mahnungen wurden unstreitig
uneingeschrieben versandt. Insofern vermag die Vorinstanz nicht direkt
nachzuweisen, dass dem Beschwerdeführer die Rechnung oder die Mah-
nungen tatsächlich zugestellt wurden. In der Rechnung vom 31. Juli 2018
wurde als Adresse des Beschwerdeführers die (...)strasse 31, (...)
X._, angegeben. Die Rechnung wurde insofern – wie vom Be-
schwerdeführer richtig vermutet – an die frühere Adresse des Beschwer-
deführers gesandt. Dies muss auch für die drei – nicht bei den Akten lie-
genden – Mahnungen gelten, zumal die Billag AG selbst im Betreibungs-
begehren vom 17. Januar 2019 die frühere Adresse des Beschwerdefüh-
rers angab. Das Betreibungsamt X._ hat dann allerdings die Ad-
resse korrigiert und den Zahlungsbefehl dem Beschwerdeführer am 24. Ja-
nuar 2019 an seiner neuen Adresse zugestellt. Aus den Akten ergibt sich,
dass die Billag AG die Adressmutation in ihrer elektronischen Datenbank
am 1. Februar 2019 aufgrund einer Mitteilung des Betreibungsamtes vor-
nahm.
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4.6 Damit steht fest, dass der Beschwerdeführer deshalb weder die Rech-
nung vom 31. Juli 2018 noch die drei anschliessenden Mahnungen erhielt,
weil diese von der Billag AG an seine frühere Adresse gesandt wurden.
Dies kann der Billag AG nun allerdings nicht zum Vorwurf gemacht werden.
Sie erhielt erst aufgrund einer Mitteilung des Betreibungsamtes X._
und nach Zustellung des Zahlungsbefehls Kenntnis von der Adressände-
rung des Beschwerdeführers. Nach aArt. 68 Abs. 3 RTVG (AS 2007 737)
i.V.m. aArt. 60 Abs. 1 RTVV (AS 2007 787) sind Änderungen der melde-
pflichtigen Sachverhalte der Gebührenerhebungsstelle, sprich der Billag
AG, schriftlich zu melden. Aufgrund dieser Melde- und Mitwirkungspflicht
obliegt es dem Radio- und Fernsehempfänger stets seine aktuelle Adresse
der Billag AG mitzuteilen (Urteile des BVGer A-5243/2016 vom 22. Mai
2017 E. 6.1, A-4133/2016 vom 6. Februar 2017 E. 5, A-778/2014 vom 11.
August 2014 E. 5.1.3 und A-2761/2009 vom 23. Oktober 2009 E. 5.7). Da
es sich beim Inkasso der Empfangsgebühren um eine Massenverwaltung
handelt, ist diese Meldepflicht relativ streng zu handhaben (vgl. Urteil des
BGer 2A.621/2004 vom 3. November 2004 E. 2.2; Urteile des BVGer
A-5243/2016 vom 22. Mai 2017 E. 6.1, A-4133/2016 vom 6. Februar 2017
E. 4.2.1, A-778/2014 vom 11. August 2014 E. 4.2.1 und A-6460/2012 vom
2. Mai 2013 E. 4.1.1). Entsprechend wäre der Beschwerdeführer verpflich-
tet gewesen, der Billag AG nach seinem Umzug per 1. April 2017 seine
neue Adresse mitzuteilen. Dies hat er jedoch unterlassen und damit seine
Melde- und Mitwirkungspflicht verletzt. Daraus folgt, dass der Nichterhalt
der Gebührenrechnung schlussendlich auf die vom Beschwerdeführer be-
gangene Verletzung der Melde- und Mitwirkungspflicht zurückzuführen ist.
Bei dieser Sachlage erweist sich die Berufung des Beschwerdeführers auf
eine fehlerhafte Zustellung der Gebührenrechnung als Verstoss gegen
Treu und Glauben bzw. als rechtsmissbräuchlich im Sinne von Art. 2 Abs. 2
des Schweizerischen Zivilgesetzbuches vom 10. Dezember 1907 (ZGB,
SR 210), hat er den Grund für den Nichterhalt der Rechnung durch sein
pflichtwidriges Verhalten doch selbst zu vertreten. Aus diesem Grund ist
die Zustellung der Gebührenrechnung an die frühere Adresse des Be-
schwerdeführers nicht zu beanstanden und als gültig zu erachten.
4.7 Damit ist auf die Rechnungsstellung vom 31. Juli 2017 abzustellen. Un-
ter Berücksichtigung von aArt. 61 Abs. 1 RTVV war die Gebührenforderung
im Zeitpunkt der Einleitung des Betreibungsverfahrens am 17. Januar 2019
ohne Weiteres fällig. Folglich ist auch die für eine Beseitigung des Rechts-
vorschlags erforderliche Voraussetzung der Fälligkeit der Forderung im
Zeitpunkt der Zustellung des Zahlungsbefehls (vgl. vorstehend E. 4.1) er-
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Seite 11
füllt. Die Beseitigung des Rechtsvorschlags für die Empfangsgebühren er-
weist sich somit als rechtmässig. Die Betreibung wurde sodann von der
Billag AG zu Recht erhoben, nachdem die Forderung fällig war und die
Rechnung vom 31. Juli 2018 trotz Mahnungen unbezahlt blieb. Da die Bil-
lag AG erst nach Einleitung der Betreibung von der Adressänderung des
Beschwerdeführers Kenntnis erhielt, war es ihr entgegen den Vorbringen
des Beschwerdeführers gar nicht möglich, ihm vor Einleitung der Betrei-
bung eine Rechnung oder Mahnung an die neue Adresse zuzustellen. So-
dann war sie auch nicht gehalten, nach Kenntnisnahme der neuen Adresse
die Betreibung zurückzuziehen und dem Beschwerdeführer erneut – an der
neuen Adresse – Rechnung zu stellen, hat doch der Beschwerdeführer den
Nichterhalt der Rechnung durch sein pflichtwidriges Verhalten zu verant-
worten. Die Erhebung von Betreibungsgebühren in der Höhe von Fr. 20.–
(vgl. aArt. 62 Abs. 1 Bst. c RTVV) sowie die Beseitigung des Rechtsvor-
schlages hierfür sind daher ebenfalls nicht zu beanstanden.
5.
Erweist sich nach dem Ausgeführten die Beseitigung des Rechtsvorschla-
ges für die Empfangs- und Betreibungsgebühren als rechtmässig, so hat
die Vorinstanz die Beschwerde des Beschwerdeführers gegen die Verfü-
gung der Billag AG vom 25. Juni 2019 in diesen Punkten zu Recht abge-
wiesen. Gutgeheissen hat sie die Beschwerde hingegen in Bezug auf die
Mahngebühren, welche vorliegend nicht mehr Streitgegenstand bilden. Bei
diesem Verfahrensausgang ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz
dem teilweise unterliegenden Beschwerdeführer gestützt auf Art. 63 VwVG
i.V.m. Art. 2 Abs. 2 der Verordnung vom 10. September 1969 über Kosten
und Entschädigungen im Verwaltungsverfahren (SR 172.041.0) Verfah-
renskosten von Fr. 150.– auferlegte. Diese sind auch in der Höhe ohne
Weiteres angemessen, zumal sie im untersten Bereich des massgeblichen
Kostenrahmens liegen (vgl. Urteil des BVGer A-4898/2011 vom 20. Feb-
ruar 2012 E. 6).
6.
Schliesslich kann entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers die ange-
fochtene Verfügung nicht als gegenstandlos angesehen werden. Zunächst
kann kaum von einem Annahme- bzw. Gläubigerverzug ausgegangen wer-
den, nur weil die vom Beschwerdeführer im Nachgang zur Verfügung der
Billag AG vom 25. Juni 2019 versuchte Zahlung der Empfangsgebühren
aufgrund der in der Zwischenzeit erfolgten Aufhebung des Kontos der Bil-
lag AG scheiterte. So wird im Zahlungsbefehl als Zahlstelle ein davon ab-
weichendes Konto der Vorinstanz angegeben. Zudem wäre – worauf auch
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Seite 12
im Zahlungsbefehl explizit hingewiesen wird – eine Zahlung an das Betrei-
bungsamt X._ ebenfalls möglich gewesen (vgl. Art. 12 SchKG). Ein
Gläubigerverzug im Sinne von Art. 91 des Obligationenrechts (OR,
SR 220) hat zudem ohnehin keinen Einfluss auf den Bestand der Forde-
rung und lässt die Leistungspflicht des Schuldners nicht untergehen (vgl.
zu den Wirkungen des Gläubigerverzugs Art. 92 – 95 OR; INGEBORG
SCHWENZER, Schweizerisches Obligationenrecht – Allgemeiner Teil,
7. Aufl. 2016, Rz. 70.01 ff; insb. 70.02).
7.
Zusammengefasst erweist sich die angefochtene Verfügung als rechtmäs-
sig. Die Beschwerde ist daher abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
8.
Dem Verfahrensausgang entsprechend gilt der Beschwerdeführer als un-
terliegend, weshalb er die auf Fr. 800.– festzusetzenden Verfahrenskosten
zu tragen hat (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG und Art. 1 ff. des Reglements vom
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-
verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der vom Beschwerdeführer
einbezahlte Kostenvorschuss in gleicher Höhe wird zur Bezahlung der Ver-
fahrenskosten verwendet.
Angesichts seines Unterliegens hat der Beschwerdeführer keinen An-
spruch auf Parteientschädigung (Art. 64 Abs. 1 VwVG; Art. 7 Abs. 1 VGKE).
Auch für eine Entschädigung für die Umtriebe und die mit der Betreibung
verbundenen Nachteile bleibt kein Platz. Die Vorinstanz als Bundesbe-
hörde hat ebenfalls keinen Anspruch auf Parteientschädigung (Art. 7 Abs. 3
VGKE).