Decision ID: 03f2b047-ee26-4172-9126-c8afab62574c
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1975, ist Vater dreier Kinder (geboren 2002, 2003 und 2004, Urk. 6/1 Ziff. 3.1). Der Versicherte war seit Januar 2001 als Mitarbeiter Logistik bei der
Y._
angestellt (Urk. 6/10 Ziff. 2.1 und 2.7). Am 2. Juni 2009 meldete er sich wegen psychischer Probleme bei der Invalidenversicherun
g zum Leistungsbezug an (Urk. 6
/1 Ziff. 6.2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte unter anderem ein ps
ychiatrisches Gutachten (Urk. 6
/42) ein. Die
Y._
kündigte das Arbeitsverhältnis mit dem Ver
sicherten per Juli 2010 (Urk. 6
/42 S. 11 oben).
Mit Verfügu
ng vom 7. Dezember 2011 (Urk. 6/67-68, Urk. 6
/57) sprach die IV
Stelle dem Versicherten ab dem 1. Dezember 2009 eine halbe und ab dem 1. Juni 2010 eine ganze Rente mit entsprechenden Kinderrenten zu.
1.2
Im Oktober 2013 wurde eine Ren
tenrevision eingeleitet (Urk. 6
/76 S. 3). Am 18. August 2014 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass unverändert ein Anspruch auf e
ine ganze Rente bestehe (Urk. 6
/96).
1.3
Im September 2015 wurde
durch die IV-Stelle
erneut ei
ne R
entenr
evision einge
lei
tet (Urk. 6/97 S. 4) und ein
polydis
ziplinäres Gutachten beim
Z
entrum
Z._
eingeholt, welches am 8. August 2016 erstattet
wurde (Urk. 6
/118). Der psychiatrische Gutachter na
hm am 17. Oktober 2016 zu einer zusätzlichen Frage der IV-Stelle Stellung (Urk. 6
/121/3-5).
Am 14. Juli 2017 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass erneut eine psy
chiatrische Begutachtung notwendig sei
(Urk. 6
/130).
Nachdem der Versicherte am 6. September 2017 hiergegen Einwände erhoben hatte (Urk. 6/135),
hielt die IV-Stelle mit Zwischenverfügung vom 21. Dezember 2017 (Urk. 6/149) an einer erneuten psychiatrischen Begutachtung fest.
Die hiergegen erhobene Beschwerde hiess das hiesige Gericht mit Urte
il vom 27. Juni 2018 (Verfahren
Nr. IV.2018.00128; Urk. 6/166) gut, hob die angefoch
tene Zwischenverfügung vom 21. Dezember 2017 auf und wies die Sache an die IV-Stelle zurück, damit diese über den Rentenanspruch des Versicherten im Revisionsverfahren gestützt auf das polydisziplinäre
Z._
-Gutachten materiell entscheide.
1.4
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 6/176; Urk. 6/185; Urk. 6/188) hob die IV-Stelle mit Verfügung vom 3. Mai 2019 die bisher ausgerichtete Rente
per Ende Juni 2019
auf (Urk. 6/192 = Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am
3. Juni 2018 (richtig: 2019)
Beschwerde gegen die Ver
fügung vom
3. Mai 2019
(Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
en
ihm
die gesetzlichen Leistungen, insbesondere die Rente, weiterhin auszu
richten, wobei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu gewähren sei
(Urk. 1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
7. August 2019
(Urk.
5
) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Verfügung vom 26. September 2019 wurde das Gesuch um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde abgewiesen und ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet (Urk. 7). Der Beschwer
deführer erstattete am 24. Oktob
er 2019 die Replik (Urk. 8),
die Beschwerdegeg
nerin teilte am 6. November 2019 ihren Verzicht auf eine Duplik mit (Urk. 10). Dies wurde dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 13. Februar 2020 zur Kenntnis gebracht (Urk. 11).
Mit Gerichtsverfügung vom 30. Juni 2020 wurde die
Y._
-Pensionskasse zum Prozess beigeladen und es wurde ihr Gelegenheit zur Stellungnahme eingeräumt (Urk. 12). Sie liess sich innert der angesetzten Frist nicht vernehmen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetz über den Allgemei
nen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATS
G). Für die Beurteilung des Vor
liegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heit
lichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
ti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsm
assnahmen wieder herstellen, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
ga
benbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
li
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, wel
che auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
vergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswir
kungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und zur prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4)
.
1.4
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte
Indika
toren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belas
tungs
fak
toren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) ande
rerseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzu
schätzen (BGE
141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesge
richts 9C_590/2017 vom 15. Februar 2018 E. 5.1).
Die Anerkennung eines ren
tenbe
grün
denden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktio
nellen Aus
wir
kungen der medizinisch festgestellten gesundheit
lichen Anspruchs
grundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüs
sig und wider
spruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Ja
nuar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.5
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im
Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (
BGE 143 V 418, 143 V 409,
141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 15. März 2018 E. 7.4).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor-
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der
Darlegung der medizinischen
Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) davon aus, es sei im
Z._
-Gutachten vom 8. August 2016 und im Urteil des hiesigen Gerichts vom 27. Juni 2018 festgehalten worden, dass im Vergleich zum Zeit
punkt der
Rentenzusprache
eine Besserung der Panikstörung und der depressiven Störung eingetreten sei. Ein Revisionsgrund sei damit ausgewiesen (S. 2 Mitte).
Eine Prüfung der Standardindikatoren (
S. 2 unten bis S. 4 Mitte;
vgl. vorstehend E. 1.5)
ergebe jedoch, dass in Anbetracht der Gesamtumstände die im Gutachten attestierte Arbeitsunfähigkeit von 60
%
in der angestammten und von 50
%
in einer angepassten Tätigkeit nicht nachvollziehbar sei (S. 4 Mitte). Der Gutachter habe sich zwar zu sämtlichen Indikatoren geäussert, die daraus gezogenen Schlussfolgerungen seien jedoch aus rechtlicher Sicht nicht überzeugend (S. 5 Mitte). Ein invalidisierender Gesundheitsschaden sei zu verneinen. Dementspre
chend sei überwiegend wahrscheinlich davon auszugehen, dass die psychischen Beeinträchtigungen keinen Einfluss mehr auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwer
deführers zeitigten. Deshalb bestehe kein Anspruch mehr auf eine Rente der I
nvalidenversicherung (S. 4 unten).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1), die Beschwerdegegnerin
nehme eine unzulässige juristische Parallelprüfung der Indikatoren vor (S. 11 Ziff. 39). Die dabei vorgebrachten Argumente habe er in seinem Einwand vom 19. März 2019 (Urk. 6/188) allesamt entkräftet
.
Bei der Einstellung beziehungsweise Herabsetzung einer bisher ausgerichteten Leistung trage die Beschwerdegegnerin die Beweislast (S. 11 f. Ziff. 43).
Da das Gutachten laut der Beschwerdegegnerin nicht verwertbar sei, habe bisher nicht bewiesen werden können, dass sich der Sachverhalt in relevanter anspruchsver
ändernder Art und Weise geändert habe. Damit bleibe es beim bisherigen Ren
tenanspruch (S. 12 Ziff. 44). Zwar habe sich sein Gesundheitszustand insofern gebessert, als er nun in der Lage sei, die erlernten Techniken betreffend seine Angsterkrankung situativ besser anzuwenden, jedoch habe diese Verbesserung nicht zu einer Erhöhung seiner Arbeitsfähigkeit geführt. Diese liege weiterhin nur im geschützten Rahmen vor, was sowohl die behandelnden Ärzte als auch die Fachpersonen des geschützten Arbeitsplatzes im
A._
so sähen. Auch die
Einschätzung der Letzteren sei bei der Entscheidfindung miteinzubeziehen (S. 12 f. Ziff. 46-48).
Der psychiatrische
Z._
-Gutachter habe sämtliche Indikatoren und somit die negativen und positiven Ressourcen berücksichtigt, während die Beschwerdegeg
nerin einseitig einige angeblich positive
n
Ressourcen in den Fokus rücke (S. 13 Ziff. 51). Es sei eine juristische Parallel
über
prüfung vorgenommen worden. Dies sei rechtswidrig und aufgrund des eindeutigen Urteils des hiesigen Gerichts vom 27. Juni 2018 auch völlig verfehlt (S. 14 Ziff. 56).
Sollte die im
Z._
-Gutachten attestierte Arbeitsunfähigkeit übernommen wer
den,
so sei ihm unter Berücksichtigung eines zu gewährenden Leidensabzuges von 25
%
eine Dreiviertelrente zuzusprechen (S. 15 f. Ziff. 58-65).
2.3
In der Beschwerdeantwort (Urk. 5) führte die Beschwerdegegnerin aus, eine gut
achterliche Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit könne als rechtlich nicht mass
geblich beurteilt werden, ohne dass das Gutachten seinen Beweiswert verliere
(S. 1 Mitte)
.
Es liege keine unerlaubte juristische Parallel
über
prüfung der Indika
toren vor, wenn anhand der medizinischen
Indikatorenprüfung
schlüssig die massgeblichen Beweisthemen im Rahmen einer umfassenden Betrachtung abge
handelt würden und aufgezeigt werde, wo die ärztlichen Darlegungen nicht mit den normativen Vorgaben übereinstimmten. Genau dies sei in der angefochtenen Verfügung getan worden (S. 2 oben). Auch sei das Urteil des hiesigen Gerichts vom 27. Juni 2018 weder übersehen noch sei dessen Rechtskraft verkannt worden. Im damaligen Verfahren sei es jedoch nicht um den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers gegangen, sondern einzig um die Frage, ob zu dessen Klärung ein erneutes Gutachten notwendig sei. Dass die im Gutachten aus medizi
ni
scher Sicht attestierte Arbeitsunfähigkeit bei der Beurteilung des Leistungsan
spruchs durch den Rechtsanwender unbesehen zu übernehmen wäre, lasse sich dem Urteil nicht entnehmen. Auch seien darin die Standardindikatoren nicht geprüft, sondern im Hinblick auf den Beweiswert des Gutachtens lediglich ausgeführt worden, der Gutachter sei auf diese eingegangen (S. 2 unten).
2.4
In der Replik (Urk. 8) stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt, er habe aufgrund des Urteils vom 27. Juni 2018 in guten Treuen davon ausgehen dürfen, dass die von den
Z._
-Gutachtern abgegebene medizinisch-fachliche Beurteilung auch d
e
rgestalt verwertet
werde. Ansonsten lägen zwei sich wider
sprechende Urteile vor (S. 3 Ziff. 72).
2.5
Wie in der Verfügung vom 26. September 2019 (Urk. 7) bereits festgehalten wurde, wurde mit dem Urteil vom 26. Juni 2018
im Verfahren IV.2018.00182
nur entschieden, dass das Einholen eines weiteren Gutachtens eine unzulässige «
second
opinion
» dargestellt hätte. Das erforderliche strukturierte
Beweisverfah
ren
zur rechtskonformen Prüfung der gutachterlich attestierten Arbeitsunfähig
keit
wurde im betreffenden Verfahren nicht durchgeführt.
M
it der Rückweisung an die Beschwerdegegnerin und der Anweisung, über den Rentenanspruch gestützt auf das
Z._
-Gu
tachten zu entscheiden, wurden lediglich die Entschei
dungsgrundlagen definiert,
der Entscheid in der Sache
jedoch nicht vorwegge
nommen.
Solcherlei
lag
denn vor Abschluss des Verwaltungsverfahrens und
vor
Anhebung eines Rechtsmittelverfahrens auch gar nicht in der
Kompetenz des hiesigen Gerichts.
2.6
Streitig ist demnach, ob die Beschwerdegegnerin die bisher ausgerichtete ganze Rente zu Recht per Ende
Juni
2019 aufgehoben hat.
Zu prüfen ist zunächst, ob ein Revisionsgrund im Sinne einer relevanten Ände
rung in den tatsächlichen Verhältnissen
seit Zusprechung der Rente am 7. De
zember 2011
vorliegt
(vgl. vorstehend E. 1.3)
. Im Anschluss ist gegebenenfalls die Art und das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit anhand der einschlägigen Standar
dindi
katoren (vgl. vor
stehend E. 1.4-5
) zu prüfen und gestützt auf den
vorzuneh
mende
n Einkommensvergleich der
Invaliditätsgrad festzulegen.
3.
3.1
Die Verfügung vom
7.
Dezember 2011 erging gestützt auf das Gutachten von
Dr. med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
vom
14. Juni 2011 (Urk.
6
/42
;
vgl.
Urk
.
6/45/7
).
Dr.
B._
nannte als psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit eine Panikstörung (ICD-10 F41.0, S. 45 Ziff. 4.1). Der Gutachter führte aus, der Beschwerdeführer habe erstmals im Juli 2007 eine Panikattacke erlitten, nachdem er jahrelang als Hauswart sehr viel gearbeitet habe, sich um seine Familie mit drei kleinen Kindern gekümmert und einen Schrebergarten bewirt
schaftet habe. Seit Oktober 2010 sei er trotz einer langfristigen ambulanten, psycho-pharmakologischen Psychotherapie, zweier stationärer psychiatrischer Hospitalisationen und einer Therapie in einer psychiatrischen Tagesklinik nicht mehr in der Lage gewesen, über einen längeren Zeitraum zu 100 % als Hauswart zu arbeiten (S. 46 Ziff. 5 oben).
Aufgrund der Panikstörung bestehe seit dem 31. März 2010 in der freien Wirt
schaft eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (S. 46 unten). Der Gutachter empfehle eine ambulante, engmaschige Expositionstherapie, wobei die Bezugspersonen des Beschwerdeführers in die Therapie miteinzubeziehen seien. Parallel dazu empfehle er die Aufnahme einer Arbeitstätigkeit halbtags in einem geschützten Rahmen.
Dabei könne mit der Panikstörung und der Angst des Beschwerdeführers umgegangen werden, nie mehr gesund und leistungsfähig zu werden. Bei einem solchen Vorgehen könne innerhalb eines Jahres an einer Arbeitsstelle im bishe
rigen Tätigkeitsbereich in der freien Wirtschaft wieder eine volle Arbeitsfähigkeit erreicht werden (S. 47). Seit dem 20. Oktober 2008 habe in Bezug auf die bisherige und eine angepasste Tätigkeit eine zwischen 100 % und 50 % wechselnde Arbeitsunfähigkeit bestanden. Seit dem 31. März 2010 bestehe bis anhin eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (S. 48 unten).
3.2
Di
e Gutachter des
Z._
erstatteten am 8. August 2016 (Urk.
6
/118) ein poly
dis
ziplinäres Gutachten.
Von orthopädischer Seite wurde keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit gestellt (S. 6 Ziff. 6.1). Insofern wurde für die angestammte Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert (S. 7 Ziff. 8.1). Die internistische Untersu
chung ergab ebenfalls keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (S. 40 Ziff. 5).
3.
3
Die psychiatrische Begutachtung fand am 1. Juni 2016 durch Dr. med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, statt (S. 9 Ziff. 1.1 Mitte). Der Gutachter führte aus, der Beschwerdeführer befinde sich seit Januar 2013 bei Dr.
D._
in regelmässiger psychologischer/psychotherapeutischer Behandlung mit einem Rhythmus von zwei Behandlungen pro Monat (S. 18 Ziff. 3.2.1 unten). Zum Untersuchungszeitpunkt hätten keine Hinweise für Ängste oder Panik
atta
cken bestanden und die Beschwerden seien ohne wesentliche emotionale Beteili
gung geschildert worden. Es sei ein leichter sozialer Rückzug angegeben worden. Hinzu kämen Insuffizienzgefühle und Versagensängste (S. 25 Ziff. 5.2 oben).
Nach einer unauffälligen Kindheitsentwicklung hätten über Jahre keine psychi
schen Störungen mit Krankheitswert bestanden. Im Jahr 2005 sei es ohne erkenn
baren Grund zu einem wiederholten thorakalen Druckgefühl, einem Schwindel
gefühl und Schwarzwerden vor den Augen gekommen. Weiter seien Schlaf
stö
rungen mit Durchschlafstörungen, einer Schlafverkürzung und Ver
spannungen im Bereich der Halswirbelsäule aufgetreten. Offensicht hätten rezidivierende Angststörungen bestanden. Ab 2008 habe der Beschwerdeführer eine rezidi
vie
rende Panikstörung mit episodisch auftretender Angst entwickelt, verbunden mit Hyperventilation, Kribbelparästhesien und tetanischen Krämpfen an den Extre
mitäten. Vegetativ sei es zu einem Anstieg des Blutdruckes und zu Herz
sensatio
nen gekommen (S. 26 f. Ziff. 7.1). Seit etwa 2008 seien rezidivierende depressive Störungen hinzugekommen mit anfangs mittelgradigen Episoden. Seit etwa 2010 liessen sich leichte depressive Episoden erheben. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt seien keine akuten Angstsymptome zu erkennen gewesen und es bestünden nur Hinweise für
eine leichte depressive Störung. Im Zusammenhang mit der Panik
störung und der rezidivierenden depressiven Störung mit gegen
wärtig leichten depressiven Episoden fänden sich sodann Hinweise für eine Somatisierungsstö
rung mit multiplen körperlichen Beschwerden. Die Beschwer
den liessen sich organisch nicht ausreichend erklären und stünden im Zusammen
hang mit der Panikstörung und der rezidivierenden depressiven Störung (S. 27 Mitte).
Zudem lägen Hinweise für eine ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung mit Insuffizienzgefühlen und den Gefühlen zu versagen vor. Weiter bestünden eine Anspannung und Besorgtheit mit Vermeidung sozialer und beruflicher Aktivitäten aus Furcht vor Enttäuschung und Versagen (S. 27 unten). Seit der Zusprache einer ganzen Rente im Juni 2010 bestehe weiterhin eine Panikstörung. Der Beschwerdeführer habe aber unter Therapie erlernt, mit leichten psychosozi
alen Belastungen besser umzugehen. Bei schweren psychosozialen Belastungen komme es weiterhin zu Panikstörungen mit den beschriebenen Symptomen, die nach etwa drei bis vier Tagen abklingen würden (S. 28 Ziff. 7.2 unten).
Zur Persönlichkeit liessen sich beim Exploranden trotz der relativ unauffälligen Kindheitsentwicklung Hinweise für eine ängstlich-vermeidende Persönlichkeits
störung erheben. Dabei handle es sich um tief verwurzelte, anhaltende Ver
hal
tens
muster, die sich in starren Reaktionen auf unterschiedliche persönliche und soziale Lebenslagen zeigten. Beim Exploranden fänden sich andauernde Gefühle von Anspannung und Besorgtheit sowie Insuffizienzgefühle und vor allem Ver
sagensängste. Dabei komme es zur Vermeidung vor allem von beruf
lichen Akti
vitäten. Zudem liessen sich seit Jahren verminderte soziale Kontakte erheben (S. 29 unten). Eine psychische Komorbidität von erheblicher Schwere, Aus
prä
gung und Dauer sei nicht anzunehmen. Der Explorand erhalte weiter seit Jahren eine psychotherapeutische Behandlung, worunter offensichtlich eine Besserung der Panikstörung und der depressiven Störung eingetreten sei (S. 29 f.). Trotzdem würden weiterhin Panikstörungen auftreten und es lasse sich weiterhin eine rezidivierende leichte depressive Störung erheben (S. 30 unten).
Aus psychiatrischer Sicht könne für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Hilfs
ar
beiter und für allgemeine Hauswartarbeiten eine Arbeitsfähigkeit von 40 % bei vollem Stundenpensum etwa seit Januar 2016 angenommen werden. Der Zeit
raum davor könne retrospektiv nicht eindeutig eingeschätzt werden (S. 33 Ziff. 8.1 Mitte). Aufgrund der Panikstörung auf der Grundlage einer ängstlich-ver
meidenden Persönlichkeitsstörung sei der Beschwerdeführer in der Aus
übung der bisherigen Tätigkeit beeinträchtigt. Durch die Störungen seien die emotionale Belastbarkeit, die geistige Flexibilität, der Antrieb, die Interessen, die Motivation, die Anpassungs-
und Kontaktfähigkeit und die Dauerbelastbarkeit beeinträchtigt (S. 33 Ziff. 8.1.1). In einer leidensangepassten Tätigkeit könne aus psychiatrischer Sicht seit Januar 2016 eine Arbeitsfähigkeit von 50 % bei vollem Stundenpensum angenommen werden (S. 34 Ziff. 8.2). Bei einer adaptierten Tätigkeit solle es sich um eine Arbeit ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne erhöhten Zeitdruck, ohne erforderliche geistige Flexibilität, ohne vermehrte Kundenkontakte und ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung in einer entspannten und klar struk
turierten Atmosphäre handeln (S. 34 Ziff. 8.2.2).
3.
4
Die Gutachter nannten gesamthaft als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 45 Ziff. 12.1):
-
Panikstörung (ICD-10 F41.0)
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0)
-
ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.6)
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie (S. 45 Ziff. 12.2):
-
Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.0)
-
Pseudolumboischialgie
links bei leichter Degeneration bei L4 bis S1 mit Dis
kushernie bei L4/5 ohne neurale Kompression
-
Präadipositas
-
benigne Prostatahyperplasie
-
Reizdarm
Aus polydisziplinärer Sicht bestehe in der angestammten Tätigkeit als Hilfs
arbei
ter und
Hausabwart
seit Januar 2016 gesamthaft und bei voller Stunden
präsenz eine Arbeitsfähigkeit von 40 % beziehungsweise eine Arbeitsun
fähigkeit von 60 % (S. 45 Ziff. 13.1). Für Tätigkeiten ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne Stressbelastung, erforderliche geistige Flexibilität, ohne vermehrte Kunden
kon
takte und ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung bestehe seit Januar 2016 gesamthaft und bei voller Stundenpräsenz eine A
rbeitsfähigkeit von 50 % (S. 45
f. Ziff. 13.2).
3.
5
Dr. med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, RAD, führte in einer Stellungnahme vom 30. September 2016 zum Gutachten des
Z._
aus, der psychiatrische Gutachter habe neu eine Persönlichkeitsstörung diagnostiziert. Dies erscheine wenig plausibel. Der Gutachter habe geschrieben, dass der Beschwerdeführer über Jahre an keiner psychischen Störung gelitten habe. Die
Berufsanamnese passe sodann nicht für eine Relevanz der Arbeitsfähigkeit (Urk. 3 S. 6 f.). Der Vorgutachter und die anderen behandelnden Ärzte hätten die Diag
nose einer Persönlichkeitsstörung nicht gestellt. Es solle beim psychiatri
schen Gutachter nachgefragt werden. Er solle die Diagnose begründen (S. 7 oben).
3.
6
Gutachter Dr.
C._
antwortete am 17. Oktober 2016 (Urk. 10/121/3-5) auf die Rückfrage der Beschwerdegegnerin. Er gab an, er habe im psychiatrischen Teil
gutachten vom 2. Juni 2016 als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähig
keit eine Panikstörung, eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode, und eine ängstlich vermeidende Persönlichkeitsstörung gestellt. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit habe er eine Somati
sie
rungsstörung genannt (S. 2 oben). Wie im Gutachten beschrieben, liessen sich bei der Beurteilung der Persönlichkeit des Beschwerdeführers trotz der relativ unauf
fälligen Kindheitsentwicklung Hinweise für eine ängstlich-vermeidende Persön
lichkeitsstörung erheben. Dabei handle es sich um tief verwurzelte, anhal
tende Verhaltensmuster, die sich in starren Reaktionen auf unterschiedliche per
sönliche und soziale Lebenslagen zeigten und in deutlichen Abweichungen in der Wahr
nehmung, im Denken, Fühlen und in Beziehungen zu anderen. Beim Explo
randen fänden sich andauernde Gefühle von Anspannung und Besorgtheit sowie Insuf
fizienzgefühle und vor allem Versagensängste. Damit komme es zur Mei
dung, vor allem von beruflichen Aktivitäten aus Angst vor Enttäuschung und Versagen. Weiter liessen sich seit Jahren verminderte soziale Kontakte erheben (S. 2 Mitte).
Obwohl sich vor 2005 keine psychischen Störungen mit Krankheitswert hätten erheben lassen, sei anzunehmen, dass der Panikstörung eine ängstlich ver
mei
dende Persönlichkeitsstörung zugrunde liege, deren Symptome sich im Laufe des Lebens zunehmend manifestiert hätten, zumal im Rahmen der einmaligen psy
chiatrischen Untersuchung keine spezifischen Ursachen der Panikstörung zu erheben seien. Damit sei am ehesten anzunehmen, dass sich die Symptome der Panikstörung auf der Grundlage einer ängstlich-vermeidenden Persönlichkeits
störung entwickelt hätten. Ausserdem sei festzustellen, dass im Rahmen einer einmaligen psychiatrischen Untersuchung aufgrund der Anamnese und des eige
nen klinischen Eindruckes lediglich Hinweise für eine Persönlichkeitsstörung erhoben werden könnten. Im Rahmen einer einmaligen psychiatrischen Untersu
chung könne eine Persönlichkeitsstörung weder bestätigt noch ausge
schlossen werden. Dies sei nur durch eine längere Beobachtung im Längsverlauf möglich (S. 2 f.). Sollte sich im weiteren Therapieverlauf das Vorliegen einer ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsstörung nicht bestätigen, sei stattdessen aufgrund der Angstsymptomatik eine generalisierte Angststörung anzunehmen, die zu den gleichen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit führe (S. 3).
4.
4.1
Das
Z._
-Gutachten vom 8. August 2016
(Urk. 6/118)
erfüllt die Anforderun
gen an einen beweiskräftigen ärztlichen Bericht (vorstehend E. 1.6). Es kann deshalb – wie bereits im Urteil vom 27. Juni 2018 festgehalten worden ist – grund
sätzlich auf dieses abgestellt werden. Im Vordergrund steht dabei das von Dr.
med.
C._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, erstat
tete psychiatrische Teilgutachten (S. 9-37), nachdem in den weiteren untersuch
ten Fachbereichen keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt wurden.
4.2
Als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 25 Ziff. 6.1) nannte Dr.
C._
eine Panikstörung (ICD-10 F41.0), eine rezidivierende depressive Stö
rung, gegenwärtig leichte Epi
sode (F33.0) und eine ängstlich-
vermeidende Per
sönlichkeitsstörung (F60.6).
Nachvollziehbar legte er dar, es lasse
sich
somit
weiterhin eine Panikstörung erheben, diese habe sich aber im Verlauf gebessert, indem der Beschwerdeführer gelernt habe, mit psychosozialen Belastungen zumin
dest teilweise besser umzugehen. Gegenüber der letzten Begutachtung sei daher seit mindestens Januar 2016 eine höhere Arbeitsfähigkeit anzunehmen (S. 36 Ziff. 8.6.1).
Für eine Verbesserung spricht weiter die Tatsache, dass seit der
Rentenzusprache
im Dezember 2011 keine stationären oder teilstationären Klini
kaufenthalte mehr notwendig wurden.
Auch der Beschwerdeführer anerkannte, dass sich sein Gesundheitszustand insofern gebessert habe, als er nun in der Lage sei, die erlernten Techniken betreffend seine Angsterkrankung situativ besser anzuwenden (vorstehend E. 2.2).
Fehl geht seine Argumentation, der Beweis einer wesentlichen Änderung des medizinischen Sachverhalts scheitere daran, dass die Beschwerdegegnerin das
Z._
-Gutachten als nicht verwertbar erachte. Dies ent
spricht
aber
seit dem
Ergehen des
Urteil
s
vom 27. Juni 2018 nicht mehr dem Standp
unkt der Beschwerdegegnerin. Selbst wenn, so wäre
ein solcher aufgrund des im Sozialversicherungsrecht geltenden Untersuchungsgrundsatzes ohnehin nicht von Bedeutung.
Eine wesentliche Verbesserung des psychischen Gesundheitszustands ist ausge
wiesen, womit ein Revisionsgrund vorliegt (vorstehend E. 1.3)
. Dies
anerkannte auch die Beschwerdegegnerin (vgl.
Urk.
6/175 S. 2 oben)
.
4.3
Die
Diagnose
einer ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsstörung
wurde von Dr.
med.
E._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD)
,
als wenig plausibel bezeichnet (Urk. 6/166 E. 4.4).
Wie schon im Urteil vom 27. Juni 2018 dargelegt wurde (Urk. 6/166 E. 5.
2), legte Dr.
C._
in der Stellungnahme vom 17. Oktober 2016 indes dar, dass die Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit vor allem aufgrund der Panikstörung und einer rezidivierenden depressiven Störung bestehe. Die Diagnose einer Persön
lichkeitsstörung erweist sich somit als nicht entscheidend, sie rundet das Bild der genannten psychischen Störungen lediglich ab.
Soweit sich der Gutachter alter
nativ für eine generalisierte Angststörung aussprach, stimmt die Diagnose mit den von Dr.
D._
, Fachpsychologe für Psychotherapie FSP und Dr. med.
F._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, im Verlaufsbericht
vom
November 2017
gestellten Diagnosen überein (Urk.
6
/146).
Es ist darauf hinzuweisen, dass für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ohnehin nicht die Diagnosen, sondern die daraus resultierenden funktionellen Einschrän
kungen entscheidend sind (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 9C_549/2017 vom 13. Februar 2018 E. 3.3).
Gutachterlich ausgewiesene Diagnose
n
mit Auswirk
ung auf die Arbeitsfähigkeit sind
eine rezidivierende depressive Störung
, im Gutach
tenszeitpunkt leichtgradig ausgeprägt (ICD-10 F33.0
)
,
sowie eine Panikstörung
(ICD-10 F41.0)
, weshalb ein strukturiertes Beweisverfahren
g
emäss
BGE 141 V
281 durchzuführen ist. Da das Gutachten
auf die
massgeblichen
Indikatoren (vor
stehend E. 1.5) eingeht
(S. 28-32)
und
eine schlüssige Beurteilung des Leistungs
ve
rmögens des Beschwerdeführers in deren Lichte erlaubt, dient es vorlie
gend als Grundlage für die Rentenprüfung
(vgl. Urk. 6/166 E. 5.
2-4).
4.4
Über das Zusammenwirken von Recht und Medizin bei der konkreten Rechtsan
wendung hat sich das Bundesgericht verschiedentlich geäussert. Danach ist es sowohl den begutachtenden Ärzten als auch den Organen der Rechtsanwendung aufgegeben, die Arbeitsfähigkeit im Einzelfall mit Blick auf die normativ vorge
gebenen Kriterien zu beurteilen. Die medizinischen Fachpersonen und die Organe der Rechtsanwendung prüfen die Arbeitsfähigkeit je aus ihrer Sicht. Bei der Abschätzung der Folgen aus den diagnostizierten gesundheitlichen Beeinträchti
gungen nimmt zuerst der Arzt Stellung zur Arbeitsfähigkeit. Seine Einschätzung ist eine wichtige Grundlage für die anschliessende juristische Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistung der versicherten Person noch zugemutet werden kann (BGE 141 V 281 E.
5.2.1).
Die Rechtsanwender prüfen die medizinischen Angaben frei insbesondere darauf
hin, ob die Ärzte sich an die massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten haben und ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen las
sen. Es soll keine losgelöste juristische Parallelüberprüfung nach Massgabe des strukturierten Beweisverfahrens stattfinden, sondern im Rahmen der Beweiswür
digung überprüft werden, ob die funktionellen Auswirkungen medizinisch anhand
der Indikatoren schlüssig und widerspruchsfrei festgestellt wurden und somit den normativen Vorgaben Rechnung tragen. Entscheidend bleibt letztlich immer die Frage der funktionellen Auswirkungen einer Störung, welche im Rah
men des Sozialversicherungsrechts abschliessend nur aus juristischer Sicht beantwortet werden kann. Nach BGE 141 V 281 kann somit der Beweis für eine lang andauernde und erhebliche gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit nur dann als geleistet betrachtet werden, wenn die Prüfung der massgeblichen Beweisthemen im Rahmen einer umfassenden Betrachtung ein stimmiges Gesamtbild einer Einschränkung in allen Lebensbereichen (Konsistenz) für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit zeigt. Fehlt es daran, ist der Beweis nicht geleistet und nicht zu erbringen, was sich nach den Regeln über die (materielle) Beweislast zuungunsten der rentenanspreche
nden Person auswirkt (BGE 144 V
50 E. 4.3
).
In diesem Zusammenhang steht ausser Frage, dass die aus juristischer Sicht zu beantwortende
Frage der funktione
llen Auswirkungen einer Störung erstmals im Verwaltungsverfahren zu beantworten ist. Entgegen der Ansicht des Beschwer
deführers (
Urk.
1 S. 6
Ziff.
17) lässt sich deshalb im Vorgehen der Beschwerde
führerin noch
k
eine Willkür erblicken. Ob die Beschwerdegegnerin die Beweise korrekt gewürdigt hat, ist nachfolgend zu prüfen.
5.
5.1
Zum Komplex Gesundheitsschädigung ist in Bezug auf den Indikator Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde festzuhalten
,
dass die seit 2008 bestehende rezidivierende depressive Störung anfänglich in Form von mittelgradigen und seit etwa 2010 in Form von leichtgradigen depressiven Episoden auftritt, wobei es jährlich etwa zwei Mal auch zu vorübergehenden Remissionen über die Dauer von etwa ein bis zwei Wochen kommt. Die depressiven Episoden sind gekenn
zeichnet durch bedrückte Stimmung mit leichten Affektstörungen ohne wesent
liche psychomotorische Unruhe und ohne wesentliche Antriebsminderung. Kognitive Störungen liegen keine vor, jedoch wirkt der Beschwerdeführer im Denken negativistisch auf seine körperlichen und
psychischen Beschwerden ein
geengt, er macht sich Sorgen bezüglich des weiteren Krankheitsverlaufes und äussert Zukunfts- und Existenzängste sowie Insuffizienz- und Versagensgefühle.
Es bestünden
Ein- und Durchschlafstörungen (Urk. 6/118 S. 28 f.). Hinzu kom
men im Zusammenhang mit der Panikstörung und der rezidivierenden depressi
ven Störung multiple körperliche Beschwerden, vor allem mit thorakalem Druck
gefühl, abdominellen Beschwerden, Herzsensationen, Schwindelgefühlen, vege
tativen Beschwerden und halbseitigem Schwächegefühl (S. 29 oben).
Die Panik
störung äussert sich in rezidivierenden
Angstattacken in schweren psychischen Belastungssituationen, etwa bei familiären Problemen. Die Erholung trete nach 3 bis 4 Tagen ein, nach einigen Tagen Beschwerdefreiheit komme es zu neuerlichen Angstattacken
(S. 19 Mitte Ziff. 3.2.2
; S. 27 oben Ziff. 7.1
).
Zwar zitierte die Beschwerdegegnerin das Gutachten in dem Sinne richtig, dass sich im Untersuchungszeitpunkt keine Hinweise für vermehrte Müdigkeit oder Erschöpfung
beziehungsweise
für bestehende Ängste oder Panikattacken fanden (Urk.
2 S. 2 unten; Urk. 6/118 S. 25 oben Ziff. 5.2). Da es sich bei der depressiven Störung wie auch der Panikstörung um rezidivierende Störungen handelt, lässt sich hieraus jedoch wenig zuungunsten
des Beschwerdeführers ableiten: Da der Untersuchungszeitpunkt
zufällig gesetzt ist,
widerspricht
es den gestellten Diag
nosen nicht, dass die von der Beschwerdegegnerin genannten Hinweise
auf Panikattacken
an diesem einen Tag gerade nicht vorlagen. Entscheidend ist, dass der Gutachter in Anbetracht der Gesamtumstände
unter Berücksichtigung der eigenen Untersuchung
und der Aktenlage die
Panikstörung
als
weiterhin beste
hend erachtete. Dass Schlafstörungen bestehen, bestätigte sodann auch die Verantwortliche
des
A._
(Urk.
6/
147).
Die behandelnden Dr.
D._
und Dr.
F._
erwähnten in ihrem im November 2017 eingegangenen Ver
laufsbericht indes nur leichte Durchschlafstörungen, welche unter Medikation gut kompensiert seien (Urk. 6/146 Ziff. 1.3). Die Ein- und Durchschlafstörungen scheinen
somit nicht gravierend zu sein.
Insgesamt liegen beim
Beschwerdeführer
mässige
bis mittelgradige
psychische Beeinträchtigungen vor.
5.2
In Bezug auf den Indikator Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder
–
resistenz
ist festzuhalten,
dass sich der Beschwerdeführer vom 6. November bis am 18. Dezember 2008 und vom 31. März bis am 31. Mai 2010 in stationäre Behandlung und dazwischen vom 13. Januar bis am 6. März 2009 in teilstatio
näre Behandlung im Sanatorium
G._
begeben hatte. Seit Januar 2013 befindet er sich dort in regelmässiger psychotherapeutischer Behandlung
mit antidepressiver Medikation
,
wodurch eine gewisse Stabilisierung des psychischen Zustandsbildes erreicht werden konnte.
Sitzungen
finden zwei Mal pro Monat statt
(Urk. 6/118 S. 18 Mitte Ziff. 3.2.1
, S. 30 unten)
.
Die therapeutischen Optio
nen sind gemäss dem Gut
achter noch nicht ausgenützt. E
s sei unter einer Inten
sivierung der antidepressiven, angstlösenden Medikation eine Besserung zu erwarten, womit auch eine schrittweise Leistungssteigerung erfolgen könne (S. 30 unten). Trotz nicht ausgeschöpfter Therapiemöglichkeiten hat sich die Ausprä
gung der Panikstörung
seit der Berentung bereits erheblich verbessert. Es liegt demnach keine Behandlungsresistenz vor.
Der Beschwerdeführer arbeitet seit dem 1. Januar 2014 im geschützten Rahmen im
A._
als Mitarbeiter in der Abteilung Café und Reinigung in einem Pensum von zweieinhalb bis drei Stunden pro Tag. Seine Leistungsfähigkeit habe ein bisschen gesteigert werden können, indem er einen Tag in der Woche extern arbeite. Für den ersten Arbeitsmarkt sei er noch nicht stabil genug (Urk. 6/147).
Unklar
ist, wie und wo
der erwähnte wöchentliche
externe Arbeitstag
absolviert wurde und ob der im Gutachtenszeitpunkt
begonnene
Arbeitsversuch
in einer Cateringfirma
von einem halben Tag pro W
oche (vgl. Urk. 6/118 S. 20 Ziff. 3.2.4.1) erfolgreich war.
Aktive Stellenbemühungen
auf dem ersten Arbeits
markt
sind
jedenfalls
keine aktenkundig. Eine Eingliederungsresistenz liegt nicht vor.
5.3
Eine psychiatrische Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer liegt nicht vor (Urk. 6/118 S. 29 f.).
5.4
Betreffend den
Komplex Persö
nlichkeit machte der Gutachter trotz der relativ unauffälligen Kindheitsentwicklung Hinweise für eine ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung aus (Urk. 6/118 S. 29), relativierte die entsprechende Diagnose in seiner Stellungnahme vom 17. Oktober 2016
(Urk. 6/121)
jedoch dahingehend, dass er anführte, im Rahmen einer einmaligen psychiatrischen Untersuchung könne eine Persönlichkeitsstörung weder bestätigt noch ausge
schlossen werden. Dies sei nur durch eine längere Beobachtung im Längsverlauf im Rahmen einer Psychotherapie möglich. Die Einschränkungen der Arbeitsfä
higkeit
seien
aber ohnehin
vor allem aufgrund der Panikstörung und der damit einhergehenden rezidivierenden depressiven Störung beurteilt worden, wobei die Hinweise für eine Persönlichkeitsstörung lediglich das Gesamtbild abrundeten.
Es kann somit nicht als gesichert gelten, dass eine ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung vorliegt. Gesagt werden kann zum Komplex Persönlich
keit, dass der Beschwerdeführer im Kosovo geboren und aufgewachsen ist und 1993 in die Schweiz kam. Er verfügt über keine Berufsausbildung, jedoch über
eine über
sechsjährige Berufserfahrung im Abfuhrwesen
und
in der
Gebäuderei
nigung sowie
über
eine
zehnjährige Berufserfahrung als Mitarbeiter Filiallogistik bei der
Y._
, wo er allgemeine
Hauswartsarbeiten
verrichtete
. Zudem arbeitete er von 1996 bis 1998 zwecks Zusatzverdienst rund zweieinhalb Jahre lang bei
H._
(Urk.
6/9; Urk.
6/42 S.
6 f.
; Urk. 6/118 S. 6 Ziff. 7.1
und S. 20 Ziff. 3.2.4.2
).
In seinem Instruktionsverhalten wurde er vom Gutachter als freund
lich zugewandt beschrieben (Urk. 6/118 S. 11 Ziff. 2.1.1), auch der Erstgutachter hatte im Juni 2011 ausgeführt, der Beschwerdeführer habe freundlich, kooperativ und
anstrengungsbereit Auskunft gegeben (Urk. 6/42 S. 43 oben).
Der Beschwer
deführer verfügt insgesamt
im Hinblick auf eine Hilfsarbeitertätigkeit
über
intakte
persönliche Ressourcen.
5.5
Zum Komplex sozialer Kontext ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer mit seiner Ehefrau und den drei gemeinsamen
Söhnen (Jahrgänge 2002, 2003 und 2004
) zusammenlebt
, wobei keine familiären Probleme bestünden
.
Er habe Kon
takt mit Bekannten, Kollegen und Freunden, wobei die Kontakte seit 2010 weni
ger geworden seien. Er stehe morgens um 6
.00 Uhr auf. Er mache sich für
die Arbeit
bereit
und fahre dann mit dem Auto oder Velo dorthin. Er arbeite von 9.00 bis 11.30 Uhr und f
ahre dann wieder nach Hause, wo er
zu Mittag
esse
und anschliessend zirka eine Stunde
lang liege
. Er versuche, nachmittags etwas zu machen wie das Erledigen der Post
,
und
er
laufe zirka eine bis eineinhalb Stun
den. Manchmal möge er gar nichts tun und schaue in die Natur. Ab und zu gehe er mit den Söhnen zum Training oder laufe zirka eine Stunde. Vor dem Dunkel
werden fühle er sich am Schlimmsten und er erleide dann Panikattacken. Dann sei er zu Hause für das Abendessen und zum Fernsehen. Zwischen 22.00 und 23.30 Uhr gehe er zu Bett, wobei er meditiere. Seine Hobbies seien Laufen und sich in der Natur aufhalten. Es hätten auch schon früher keine anderen Hobbies bestanden (Urk. 6/118 S
. 21 Ziff. 3.2.5). Somit verfüge
der Beschwerdeführer
gemäss Gutachter
über vorhandene und mobilisierbare Ressourcen mit intakter familiärer Situation und zeige zahlreiche Aktivitäten im Tagesablauf
. Zum Untersuchungszeitpunkt habe er sodann gut kommunikationsfähig und gut kon
taktfähig gewirkt.
Damit verfügt der Beschwerdeführer durchaus über soziale Ressourcen und ist fähig, einen strukturierten Tagesablauf zu bewältigen.
5.6
Zu prüfen ist weiter die Konsistenz. Der Gutachter befand, es bestehe eine relativ gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen (Urk. 6/118 S. 31 Mitte). Gemäss der Beschwerdegegnerin leuchte diese Feststellung angesichts der Tatsache, dass der Beschwerdeführer weiterhin in der Lage sei, diverse Freizeitaktivitäten weitgehend uneingeschränkt auszuüben und über zahlreiche soziale Kontakte verfüge, nicht ein. Es werde auch ausser Acht gelassen, dass der Beschwerdeführer auch früher keine anderen Hobbies gehabt habe als Laufen und sich in der Natur aufhalten (Urk. 2 S.
5 Mitte).
Es ist der Beschwerdegegnerin darin zuzustimmen, dass diese Aktivitäten im Widerspruch zur vom Beschwerdeführer geltend gemachten vollständigen Arbeitsunfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt stehen (Urk. 2 S. 4 Mitte). Eine voll
ständige Arbeitsunfähigkeit wurde seitens des Gutachters ja aber gerade nicht attestiert. Es darf sodann nicht ausser Acht gelassen werden, dass ein intaktes
Sozialleben eine Ressource ist, die möglicherweise die aktuelle Arbeitsfähigkeit gerade erst mitermöglicht. Der Beschwerdeführer fällt denn auch keinesfalls mit überdurchschnitt
lichem
Freizeitaktivismus
auf. I
m Gegenteil stellen Laufen
und das Aufhalten in der Natur
entspannende und kaum fordernde
Hobbies dar, wel
che
in der Regel auch bei schlechter psychischer Verfassung
möglich sind, wobei entgegen der Beschwerd
egegnerin irrelevant ist, ob
sie auch schon
im gesunden Zustand ausgeübt worden sind
. Es bestehen
somit
zwar gewisse Freizeitaktivitä
ten,
diese beanspruchen aber kaum Ressourcen, sondern schaffen solche eher erst. Zudem bestehen mit der täglichen Tätigkeit im geschützten Rahmen
durchaus
auch gewisse berufliche Aktivitäten, so dass mit dem Gutachter von einem gleich
m
ässig eingeschränkten Aktivitäten
niveau ausgegangen werden kann.
Hinsichtlich des Gesichtspunkts des behandlungs- und eingliederungsanamnes
tisch ausgewiesenen Leidensdrucks ist betreffend die wahrgenommenen thera
peutischen Optionen auf
E. 5.2 vorstehend zu verweisen:
Sie wurden noch nicht vollständig ausgeschöpft. Gemäss dem Gutachter zeige der Beschwerdeführer aber einen Leidensdruck (Urk. 6/118 S. 31 unten), was sich angesichts des wei
terhin aufrecht erhaltenen Sitzungsrhythmus’ von 2 Mal pro Monat und der antidepressiven Medikation nachvollziehen lässt. Eingliederungsanamnestisch ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer einer regelmässigen Arbeit im geschütz
ten Rahmen
nachgeht und – Stand Ende 2017 - offenbar auch einen Tag «extern» arbeiten
konnte. Der Beschwerdeführer zeigt somit Bemühungen zur Wiederein
gliederung, schöpft aber auch hier sein Potenzial noch nicht aus. So sind etwa konkrete Bewerbungen um eine Stelle im ersten Arbeitsmarkt nicht aktenkundig. Insgesamt ist somit behandlungs- und eingliederungsamnestisch auf einen mitt
leren Leidensdruck zu schliessen.
Zwar zitiert die Beschwerdegegnerin den psychiatrischen Teilgutachter korrekt, dass die vom Exploranden berichteten und beklagten Beschwerden in sich nur teilweise konsistent seien und sich Hinweise für eine Dramatisierung der Beschwerden mit psychogener Überlagerung der Beschwerden mit Hinweisen auf einen sekundären Krankheitsgewinn fänden (Urk. 2 S. 4 Mitte, U
rk. 6/118 S. 32 Ziff. 7.4). Stimmiger Weise kam der
Gutachter zum Schluss, dass entgegen dem Beschwerdeführer keine vollständige Arbeitsunfähigkeit
vorliege.
Die aufgeführ
ten
Inkonsistenzen
flossen also bereits in seine
Einschätzung einer
Arbeitsfähig
keit
von 50
%
in einer angepassten Tätigkeit
ein
.
Mit dem durch die
Prüfung der
Standardindikatoren geschärften Gesamtbild klarerweise in
konsistent wäre denn auch
eine Arbeitsfähigkeit
, welche
– wie vom Beschwerdeführer geltend gemacht (vorstehend E. 2.2)
-
lediglich i
m geschützten Rahmen gegeben wäre
.
5.7
Zusammengefasst
leidet der Beschwerdeführer unter mässigen bis mittelgradige
n
psychischen Beeinträchtigungen, es liegt weder eine Behandlungs- oder Einglie
derungsresistenz noch eine psychiatrische Komorbidität vor, er verfügt über intakte persönliche und soziale Ressourcen und ist fähig, einen strukturierten Tagesablauf zu bewältigen. Sein Aktivitätenniveau ist gleichmässig einge
schränkt und es besteht ein behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausge
wiesener mittlerer Leidensdruck.
Die
einzelnen Indikatoren und ihre Ausprägung ergeben zusammen mit
der
Ein
schätzung einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
in einer angepassten Tätigkeit ein kohärentes Gesamtbild, weshalb der entsprechenden Beurteilung des psychiatri
schen Teilgutachters Dr.
C._
gefolgt werden kann.
Es ist
folglich
erstellt, dass für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Hilfsarbeiter und
Hausabwart
seit Januar 2016 eine Arbeitsfähigkeit
von 40
%
besteht. In einer leidensangepassten Tätigkeit
auf dem ersten Arbeitsmarkt
ohne erhöhte emotio
nale Belastung, erhöhten
Zeitdruck,
erforderliche geistige Flexibilität, vermehrte Kundenkontakte und
ohne
überdurchschnittliche Dauerbelastung in einer entspannten und klar strukturierten Atmosphäre besteht seit Januar 2016 eine Arbeitsfähigkeit von 50 % (Urk. 6/118 S. 33 f.).
5.8
Wie in BGE 145 V 361 dargelegt, ist in allen Fällen durch die Verwaltung bezie
hungsweise das Gericht zu prüfen, ob und inwieweit die ärztlichen Experten ihre Arbeitsunfähigkeitsschätzung unter Beachtung der massgebenden Indikatoren (Beweisthemen) hinreichend und nachvollziehbar begründet haben. Dazu ist erforderlich, dass die Sachverständigen den Bogen schlagen zum vorausgehenden medizinisch-psychiatrischen Gutachtensteil (mit Aktenauszug, Anamnese, Befun
den, Diagnosen usw.), das heisst sie haben im Einzelnen Bezug zu nehmen auf die in ihre Kompetenz fallenden erhobenen medizinisch-psychiatrischen Ergeb
nisse fachgerechter klinischer Prüfung und Exploration. Ärztlicherseits ist also substanziiert darzulegen, aus welchen medizinisch-psychiatrischen Gründen die erhobenen Befunde das funktionelle Leistungsvermögen und die psychischen Ressourcen in qualitativer, quantitativer und zeitlicher Hinsicht zu schmälern vermögen. Der psychiatrische Sachverständige hat darzutun, dass, inwiefern und inwieweit wegen der von ihm erhobenen Befunde die beruflich-erwerbliche Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist, und zwar - zu Vergleichs-, Plausibilisierungs- und Kontrollzwecken - unter Miteinbezug der sonstigen persönlichen, familiären und sozialen Aktivitäten der rentenansprechenden Person (E. 4.3
).
Auch diese Vorgaben wurden erfüllt;
Dr.
C._
legte dar, inwiefern sich die Störungen und Funktionsdefizite auf die Tätigkeit auswirken (vgl.
Urk.
6/118/33
Ziff.
8.1.1). Dass der Beschwerdeführer nur in einer geschützten Stätte arbeitsfä
hig wäre, lässt sich dem Gutachten nicht entnehmen.
5.
9
Dr.
C._
prognostizierte unter der Voraussetzung einer intensivierten antide
pressiven Medikation innerhalb eines Jahres eine weitere Besserung des psychi
schen Zustandsbildes mit Leistungssteigerung und einer zu erwartenden medizi
nisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit von etwa 60 bis 70
%
in angepasster Tätig
keit (Urk. 6/118 S. 35 Ziff. 8.4). Eine solche Entwicklung erscheint als realistisch. Der Beschwerdeführer wird im Rahmen seiner Schadenminderungspflicht seitens der Beschwerdegegnerin zu einer leitliniengerechten psychiatrischen Behandlung anzuhalten sein
. Im Übrigen steht es der Beschwerdegegnerin frei, zeitnah eine ern
eute Rentenrevision einzuleiten
.
5.
10
Somit hat sich die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers im Vergleich zu 2011 in dem Sinne verbessert
, als nun in der
angestammten Tätigkeit wieder eine Arbeitsfähigkeit von 40
%
und in einer angepassten Tätigkeit von 50
%
besteht.
6.
6.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, da
ss die beiden hypothetischen Er
werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE
130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
6.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an
ge
passten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnah
men
müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1; 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
6.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
be
nen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statisti
schen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren Beizug erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens auf
grund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
6.4
Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Brut
to
löhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) aus
zugehen ist. Bei der Anwen
dung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeits
zeit aufzu
rech
nen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
6.
5
Voll erwerbstätig war der Besch
werdeführer zuletzt im Jahr
200
6.
Ab dem Jahr 2007 bis zum Rentenbeginn
im Dezember 2009 konnte er
aus gesundheitlichen Gründen
bereits nicht mehr ei
n volles beziehungsweise lückenloses Arbeitspen
sum ausführen
(vgl. Urk. 6/9;
Urk. 6/10;
Urk. 6/42 S. 8 ff.). Im Jahr 2005 hatte er
bei der
Y._
ein Bruttojahreseinkommen von Fr. 63
'
019
.--
und bei einer Privatperson
ein solches von Fr. 1'481.--
erzielt, im Jahr 2006 betrugen die ent
sprechenden Werte Fr. 61'99
9.--
und Fr. 861.-- (Urk. 6/9). Es ist damit stimmig, wenn die Arbeitgeberin im ausgefüllten Fragebogen vom 26. Juni 2009 angab, dass das Bruttojahreseinkommen im Jahr 2009
bei Gesundheit
Fr. 63'453.-- betragen hätte (Urk. 6/10 S. 3 Ziff. 2.10) und die Beschwerdegegnerin diesen Wert ihrem Einkommensvergleich vom 11. August 2011 zugrunde legte (Urk. 6/44). Es ist somit von einem
Jahrese
inkommen im
Jahr 2009 von rund Fr. 63'453.--
aus
zugehen.
U
nter Berücksichtigung der Entwicklung der Nominallöhne der
Männer von
2’136 Punkten im Jahr 2009
auf 2
’260
Punkte
im Jahr 2018
(
aktuell vorhandene
Zahlen,
Bundesamt für Statistik, Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumen
tenpreise und der Real
löhne, 1910-201
8
, T 39) ergibt sich
ein
Valideneinkommen
von rund Fr. 67'137
.
-- (Fr. 63'453.-
-
: 2'136
x 2'260
)
.
6.
6
Nach 2010 war der Beschwerdeführer nicht mehr auf dem ersten Arbeitsmarkt tätig (vgl. Urk. 6/98)
, wes
halb die Ermittlung des Invalideneinkommens nicht
anhand eines tatsächlich erzielten Einkommens
erfolgen kann, sondern gestützt auf die statistischen Tabellenlöhne vorzunehmen ist.
Angesichts der Zumutbarkeit einer
5
0%igen behinderungsangepassten Tätig
keit steht dem Beschwerdeführer auch bei Beachtung dessen, dass diese
ohne erhöhte emotionale Belastung, erhöhten Zeitdruck, erforderliche geistige Flexibilität, vermehrte Kundenkontakte und ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung in einer entspannten und klar strukturierten Atmosphäre sein sollte
, eine breite Palette von Tätigkeiten offen. Es rechtfertigt sich daher, für die Bemessung des Invali
den
einkommens auf den standardisierten Durch
schnittslohn für einfache Tätig
keiten körperlicher oder handwerklicher Arbeit in sämtlichen Wirt
schaftszweigen des privaten Sektors abzu
stellen (LSE 201
8
, Tabellengruppe
TA1_tirage_skill_level
, Total, Niveau 1).
Das im Jahr 201
8
von Männern im Durchschnitt aller einfachen Tätigkeiten kör
perlicher oder handwerklicher Art erzielte Einkommen betrug pro Monat Fr. 5‘
417
.--, mithin Fr. 6
5
‘0
04
.-- im Jahr (Fr. 5‘
417
.-- x 12). Der durch
schnittli
chen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr 201
8
von 41.7 Stunden
(Bundesamt für
Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit
nach Wirtschaftsabteilungen, T.
03.02.03.01.04
.01)
angepasst, ergibt dies den Betrag von rund Fr. 6
7
‘
767
.-- (Fr. 6
5
‘0
04
.-- : 40.0 x 41.7).
Bei einem zumutbaren Arbeitspensum von 50
%
resultiert somit ein Invaliden
einkommen von rund
Fr.
33’
883
.-- (Fr. 67'
767
.-- x 0,5)
6.
7
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungs
grad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schät
zen und darf 25 % nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V
75 E. 5b/
bb
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesund
heitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbe
ding
ten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Ge
sichts
punkts führen dürfen (Urteil des Bundesgerichts 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1).
6.
8
Der Beschwerdeführer machte geltend,
das Anforderungsprofil der angepassten Tätigkeit stelle eine zum zeitlich reduzierten Arbeitspensum hinzutretende zusätzliche gesundheitlich bedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit dar
, deren Relevanz für die Abzugsfrage zu bejahen sei. Er legte jedoch nicht näher dar, aus welchen konkreten Gründen ihm ein Abzug –
geltend machte er gar den
maximale
n
Abzug von 25
%
- vom Tabellenlohn zu gewähren sei (Urk. 1 S. 15 f. Ziff. 59-65). Sol
che sind denn angesichts der lediglich
leicht- bis mittelgradigen Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und des mit 45 Jahren noch ver
gleichsweise jungen Alters des Besc
hwerdeführers nicht ersichtlich. Dies erst recht nicht,
nachdem die an die angepasste Tätigkeit gestellten Anforderungen bei einem
relevanten
Anteil der einfachen Tätigkeiten körperlicher oder handwerkli
cher
Art ohnehin bereits relativ weitgehend
verwirklicht sind. Ein Abzug vom Tabellenlohn rechtfertigt sich somit vorliegend nicht.
6.
9
Der Vergleich d
es
Validen
einkommens
von Fr. 67‘137
.-- mit de
m Invalidenein
kommen von Fr. 33’
883
.-- ergibt eine Einkommen
sbusse von Fr. 33‘
254
.-- und som
it einen Invaliditätsgrad von
49.5
%
beziehungsweise
gerundet
(BGE 130 V
121)
50
%
und damit Anspruch auf eine halbe Invalidenrente
.
Die Herabsetzung oder Aufhebung der Renten, der Hilflosenentschädigungen und der Assistenzbeiträge erfolgt gemäss Art. 88
bis
Abs. 2
lit
. a der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) frühestens vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung folgenden Monats an.
6.1
0
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die Verfügung vom 3. Mai 2019 betreffend Einstellung der Invalidenrente (Urk. 2) daher aufzuheben und festzu
stellen, dass der Beschwerdeführer ab 1. Juli 2019 Anspruch auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung hat.
7.
7.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Ver
sicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kos
ten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zu
legen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Eine Auf
er
legung von Kosten wegen mutwilliger Prozessführung (
Urk.
1 S. 2) fällt
ausser
Betracht.
7.2
Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) hat der obsiegende Beschwerdeführer Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
).
Unter Berücksichtigung der genannten Kriterien ist die reduzierte Prozessentschä
digung ermessensweise auf Fr. 1'600.-- festzusetzen. Ausgangsgemäss ist die Beschwerdegegnerin folglich zu verpflichten, dem Beschwerdeführer eine redu
zierte Prozessentschädigung in der Höhe von Fr. 1’600.-- zu bezahlen.