Decision ID: ece6df05-4384-5464-a0a6-18258378842c
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Der in A. wohnhafte S.G. war bis zum 31. Juli 2004 als Grafiker unselbständig
erwerbstätig. Am 1. August 2004 nahm er mit der Firma "S.." mit Sitz in St. Gallen eine
selbständige Erwerbstätigkeit im Grafikbereich auf; der Handelsregistereintrag erfolgte
bereits am 7. Juli 2004. Bis zum 31. Dezember 2004 machte er einen Verlust aus
selbständiger Erwerbstätigkeit in der Höhe von Fr. 7'873.-- geltend. Vom 1. Januar bis
31. Dezember 2005 wies er einen Gewinn von Fr. 77'165.-- aus.
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In der Folge nahm die Steuerbehörde bei den ausgewiesenen Einkünften aus
selbständiger Erwerbstätigkeit verschiedene Aufrechnungen im Bereich der
geschäftsmässig begründeten Aufwendungen vor und veranlagte S.G. mit einem
steuerbaren Einkommen von Fr. 21'700.-- für das Jahr 2004 und von Fr. 74'500.-- für
das Jahr 2005.
B./ Gegen diese Veranlagungen erhob S.G. mit Eingabe seiner Vertreter vom 1. Februar
2007 Einsprache mit dem sinngemässen Antrag um Veranlagung gemäss der von ihm
vorgenommenen Deklaration. Mit Entscheiden vom 15. Juni 2007 wies das Kantonale
Steueramt die Einsprachen ab. Zur Begründung führte es im wesentlichen an, S.G.
habe die geschäftsmässige Begründetheit der geltend gemachten Aufwendungen nicht
nachgewiesen.
C./ Gegen die Einspracheentscheide erhob S.G. am 13. Juli 2007 Beschwerde bei der
Verwaltungsrekurskommission mit dem Begehren, die verbuchten Privateinlagen für
Fachliteratur und Büromaterial sowie die verbuchten Spesen einschliesslich des
Abonnements des FC St. Gallen sowie die geltend gemachten Fahrzeugkosten seien
bei der selbständigen Erwerbstätigkeit als geschäftsmässig begründeter Aufwand zum
Abzug zuzulassen. Mit Entscheid vom 29. April 2008 hiess die
Verwaltungsrekurskommission die Beschwerde teilweise gut und hob den
angefochtenen Entscheid des Kantonalen Steueramts vom 15. Juni 2007 auf. Sie
veranlagte S.G. für die direkte Bundessteuer 2004 mit einem steuerbaren Einkommen
von Fr. 20'700.--. Zur Begründung führte sie im wesentlichen an, das Kantonale
Steueramt habe nicht nachgewiesen, dass S.G. die Aufwendungen für Fachliteratur in
früheren Jahren bereits als Weiterbildungskosten geltend gemacht habe. Die
Beschwerde gegen die direkte Bundessteuer 2005 wies sie ab. Sie führte aus, die
pauschal verbuchten Weiterbildungskosten von Fr. 600.-- könnten mangels Nachweis'
nicht als geschäftsmässig begründeter Aufwand für die Weiterbildung anerkannt
werden. Die als Kundenspesen geltend gemachten Aufwendungen erschienen nicht
glaubwürdig, weshalb die Steuerbehörde zur Aufrechnung eines Privatanteils nach
pflichtgemässem Ermessen berechtigt sei. Auch seien Einladungen zu Fussballspielen
zwecks Kundenwerbung und -pflege für ein Einmann-Graphikunternehmen nicht
geschäftsmässig begründet. Schliesslich spielten geschäftliche Fahrtkosten lediglich
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eine untergeordnete Rolle, weshalb sich die Aufrechnung der Hälfte der effektiven
Fahrtkosten als Privatanteil rechtfertige.
D./ Gegen den Entscheid der Verwaltungsrekurskommission erhob S.G. mit Eingabe
seiner Vertreter vom 28. Mai 2008 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem
Begehren um Gewährung einer Nachfrist bis zum 15. Juli 2008 für die Einreichung der
Begründung. Am 29. Mai 2008 wies das Verwaltungsgericht die Vertreter von S.G.
mittels Fax und eingeschriebenem Brief darauf hin, dass im Beschwerdeverfahren
betreffend direkte Bundessteuer innerhalb der gesetzlichen Frist von 30 Tagen eine
vollständige Beschwerdeschrift mit Antrag, Darstellung des Sachverhalts und
Begründung einzureichen sei. Das Recht der direkten Bundessteuer kenne eine
Beschwerdeanmeldung mit anschliessender Nachfristansetzung zur Begründung nicht.
Der Beschwerdeführer habe möglicherweise Gelegenheit, noch rechtzeitig eine
vollständige Beschwerdeschrift einzureichen.
S.G. liess sich in der Folge nicht vernehmen und reichte keine begründete
Beschwerdeschrift ein.
Mit Stellungnahme vom 1. Juli 2008 beantragte die Verwaltungsrekurskommission, auf
die Beschwerde sei infolge fehlender Begründung nicht einzutreten. Das Kantonale
Steueramt als kantonale Verwaltung für die direkte Bundessteuer verzichtete auf eine
Vernehmlassung.
Auch die Eidgenössische Steuerverwaltung liess sich zur Beschwerde nicht
vernehmen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP; Art. 1 Abs. 3
der Verordnung zum Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, sGS 815.1; Art. 145
des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer, SR 642.11, abgekürzt DBG).
1.1. Der Beschwerdeführer kann gegen den Beschwerdeentscheid der
Verwaltungsrekurskommission innert 30 Tagen nach Zustellung beim
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Verwaltungsgericht schriftlich Beschwerde erheben (Art. 140 Abs. 1 DBG). Dieses hat
als Beschwerdeinstanz die Frage, ob die gesetzliche Frist eingehalten ist, von Amtes
wegen zu prüfen (U. Cavelti, Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, I/2b, 2.
Aufl., Basel 2008, Art. 140 DBG N 7b). Gemäss Art. 133 Abs. 1 DBG beginnt die Frist
mit dem auf die Eröffnung folgenden Tag zu laufen. Sie gilt als eingehalten, wenn die
Beschwerde am letzten Tag der Frist bei der Beschwerdeinstanz eingelangt ist, der
Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen
Vertretung im Ausland übergeben wurde. Fällt der letzte Tag auf einen Samstag,
Sonntag oder einen staatlich anerkannten Feiertag, läuft die Frist am nächstfolgenden
Werktag ab. Auf verspätete Beschwerden wird nur eingetreten, wenn der
Beschwerdeführer nachweist, dass er durch Militär- oder Zivildienst, Krankheit,
Landesabwesenheit oder andere erhebliche Gründe an der rechtzeitigen Einreichung
verhindert war und die Einsprache innert 30 Tagen nach Wegfall der Hinderungsgründe
eingereicht wurde (Art. 133 Abs. 3 DBG).
1.2. Der Beschwerdeführer muss in der Beschwerde seine Begehren stellen, die sie
begründenden Tatsachen und Beweismittel angeben sowie Beweisurkunden beilegen
und genau bezeichnen. Entspricht die Beschwerde diesen Anforderungen nicht, so
wird dem Beschwerdeführer unter Androhung des Nichteintretens eine angemessene
Frist zur Verbesserung angesetzt (Art. 140 Abs. 2 DBG). Neben dem Antrag muss auch
die Begründung aus der Beschwerdeschrift selber hervorgehen (Richner/Frei/
Kaufmann, Handkommentar zum DBG, Zürich 2003, Art. 140 N 39). Sie ist
Gültigkeitserfordernis, auch wenn an ihre Qualität und Ausgestaltung keine grossen
Anforderungen gestellt werden. Jedoch wird ein gewisses Mass an Sorgfalt verlangt.
Den Beschwerdeführer trifft eine Substantiierungspflicht, indem er sich mit dem
angefochtenen Entscheid auseinanderzusetzen hat (Cavelti, a.a.O., Art. 140 DBG N
11a). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung muss eine Behörde auf eine
Beschwerde nicht eintreten, die innerhalb der gesetzlichen Frist von dreissig Tagen im
Sinne von Art. 140 Abs. 1 DBG zwar angemeldet, aber weder mit einem Antrag noch
mit einer Begründung versehen worden ist. Eine gültige Beschwerde liegt nur vor,
wenn aus ihrem Inhalt erkennbar ist, in welchem Umfang und aus welchen Gründen die
Abänderung des angefochtenen Entscheids angestrebt wird (ASA 58, S. 287; ASA 48,
S. 195). Das Bundesrecht enthält somit hinsichtlich der Beschwerdefrist und deren
Einhaltung eine vollständige Regelung. Diese ist abschliessend, weshalb insbesondere
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für die Anwendung kantonaler Friststillstandsregeln kein Raum besteht (Cavelti, a.a.O.,
Art. 140 DBG N 7b; StR 2004, S. 140 ff.).
Das Verwaltungsgericht wies die Vertreter des Beschwerdeführers am 29. Mai 2008
postalisch und per Fax darauf hin, dass das Recht der direkten Bundessteuer keine
Beschwerdeanmeldung mit anschliessender Nachfristansetzung zur Begründung
kenne. Der Beschwerdeführer habe aber möglicherweise die Gelegenheit, noch
rechtzeitig eine vollständige Beschwerdeschrift einzureichen, wobei sich der Fristenlauf
nach den gesetzlichen Vorschriften richte.
Der vorinstanzliche Entscheid wurde dem Beschwerdeführer gemäss
Sendungsinformationen der Schweizerischen Post ("Track & Trace", Auftrag Nr.
98.44.112422.xxxxxxx) am 2. Mai 2008 zugestellt. Somit begann die Frist am
darauffolgenden Tag zu laufen und endete am Sonntag, 1. Juni 2008. Da der letzte Tag
auf einen Sonntag fiel, lief die Frist am 2. Juni 2008 ab. Die Beschwerdeanmeldung
vom 28. Mai 2008 stellt, wie ausgeführt, keine gültige Beschwerdeeingabe dar. Auch
reichte der Beschwerdeführer innert der gesetzlichen Frist keine begründete
Beschwerdeschrift ein. Er liess sich zudem nicht zum Schreiben des
Verwaltungsgerichts vernehmen und brachte keine erheblichen Gründe im Sinne von
Art. 133 Abs. 3 DBG vor, die ihn an der fristgerechten Eingabe gehindert hätten.
1.3. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass auf die Beschwerde mangels
fristgerechter Eingabe einer begründeten Beschwerdeschrift nicht einzutreten ist.
2. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 145 in Verbindung
mit Art. 144 Abs. 1 DBG). Eine Entscheidgebühr von Fr. 600.-- ist angemessen (Art. 145
in Verbindung mit Art. 144 Abs. 5 DBG; Ziff. 382 Gerichtskostentarif, sGS 941.12).
Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen (Art. 98bis VRP).
Demnach hat das Verwaltungsgericht