Decision ID: e2f44a19-e574-4093-b7b1-d57ff24193b7
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1990, war vom 1. August 2006 bis 9. Juni 2007 (Auflö
sung des Lehrvertrages) als Logistikassistentin Distribution bei der
Y._
angestellt (Urk. 9/1 S. 1 Ziff. 1-3 und S. 2). Von 2008 bis 2011 machte sie eine Lehre bei
Z._
AG als Logistikerin und war
von
April 2014
bis Ende Februar 2015
als Lagermitarbeiterin bei der
A._
AG angestellt (Urk. 9/58, Urk. 9/21
,
Urk.
9/73
)
. Sie war
bei der Suva versichert, als sie sich am 10. Juni 2007 beim Inlineskaten eine
Hamulusfraktur
rechts zuzog (Urk. 9/1, Urk. 9/2-5, Urk. 9/8-9). Am 21. Juli 2009 (Urk. 9/22) machte sie einen Rückfall geltend, wobei der Abschluss der ärztlichen Behandlung per 2. Dezember 2009 und die Wiederaufnahme der Arbeit zu 100 % ab dem 11. Oktober 2009 erfolgte (Urk. 9/20). Am 11. November 2014 (Urk. 9/21) machte sie wiederum einen Rückfall zum Unfall geltend.
Nach getätigten Abklärungen stellte die Suva die bis dahin erbrachten Leistungen (Heilkosten, Taggeld) mit Mitteilung vom 8. Dezember 2015 (Urk. 9/121) per 29. Februar 2016 ein.
Mit Verfügung vom 22. Oktober 2018 (Urk. 9/241) verneinte die Suva einen Rentenanspruch und einen solchen auf Integritätsent
schädigung. Die Versicherte erhob am 16. November 2018 Einsprache (Urk. 9/244), welche sie am 20. Dezem
ber 2018 (Urk. 9/254) und am 7. Januar 2019 (Urk. 9/256) weiter begründete.
Mit Verfügung vom 10. September 2019 (Urk. 9/295) kam die Suva auf die Verfügung vom 22. Oktober 2018 zurück und nahm ihren Entscheid vollumfäng
lich zurück. Sie verneinte erneut einen Renten
anspruch und sprach hingegen der Versicherten eine Entschädigung gestützt auf eine Integritätseinbusse von 10 % zu.
Die von der Versicherten am 7. Oktober 2019 erhobene Einsprache (Urk. 9/302) wies die Suva am 27. Februar 2020 ab (Urk. 9/305 = Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am 30. April 2020 Beschwerde (Urk. 1) gegen den
Einspracheentscheid
vom 27. Februar 2020 (Urk. 2) und beantragte, dieser sei aufzuheben und es sei die Suva zu verpflichten, ihr mit Wirkung ab dem 1. Januar 2018 eine UVG-Rente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 37.4 % zuzu
sprechen (S. 2 Ziff. 1).
Mit Beschwerdeantwort vom 19. Mai 2020 (Urk. 8) beantragte die Suva die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am 29. Mai 2020 zur Kenntnis gebracht (Urk. 10). Gleichzeitig wurde ihr Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsvertretung (vgl. Urk. 1 S. 2 Ziff. 2) bewilligt.
Mit Verfügung vom
3.
Juli 2020 wies das Gericht die Beschwerdeführerin auf die nicht auszuschliessende Schlechterstellung
betreffend Integritätsentschädigung
und die Möglichkeit zum Beschwerde
rückzug hin (Urk. 12). Diese erklärte am 3
0.
November 2020, dass sie an der Beschwerde festhalte (Urk. 17), was der Beschwerdegegnerin am
3.
Dezember 2020 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
18).
Mit Eingabe vom 1
9.
Januar 2021 (
Urk.
19) reichte die Beschwerdeführerin weitere medizinische Berichte zu den Akten (
Urk.
20).
In den
invaliden
ver
sicherungsrechtlichen Verfahren
der Beschwe
rdeführerin Nr. IV.2020.00273 und Nr. IV.2020.00291
erging
en die
Urteil
e
am heutigen Tag.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am
9. Novem
ber 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes
über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallver
siche
rung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt
ver
wirk
licht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der
hier zu beurteilende
Rückfall basiert auf einem
Unfall
, welcher
sich am 1
0.
Juni 2007 ereignet
hat
, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall An
wen
dung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.
2
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs
rechts; ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der
unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.3
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine angemes
sene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebli
che Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität erleidet. Die Integri
tätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht über
steigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens minde
stens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beein
trächtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädi
gung
die Richtlinien des Anhanges
3.
Fallen mehrere körperliche oder geistige Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung fest
gesetzt (Abs. 3).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksich
tigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medi
zinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren
Einspracheen
tscheid
(Urk. 2) damit, dass sich gestützt auf die im interdisziplinären Gutachten der
B._
, insbesondere im handchirurgischen Teilgutachten
,
objektivierbaren Befunde keine relevanten die Arbeitsfähigkeit einschränkenden Faktoren ableiten liessen. Eine Funktionseinschränkung sei weder peripher (unfallbedingt) noch zentral (Multiple Sklerose) zu erklären. Somatische Funktionseinschränkungen der rechten Hand
seien nicht zu begründen (S. 4). Nachdem somatische Funktions
einschränkungen der rechten Hand nicht zu begründen seien, sei diesbezüglich respektive unfallbedingt von einer vollen Arbeitsfähigkeit im bisherigen Tätig
keitsbereich auszugehen, so dass kein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe
. Selbst wenn im Übrigen dennoch gewisse Einschränkungen bestünden, ergäbe sich daraus offenkundig keine erhebliche Erwerbseinbusse (mindestens 10
%
). Diesbezüglich könne auf den Einkommensvergleich in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden (S. 5)
.
Die Kreisärztin
Dr.
C._
sei in einer Beur
teilung vom 2
7.
Mai 2019 davon ausgegangen, dass ein Integritätsschaden von 10
%
gegeben sei. Angesichts der zitierten medizinischen Akten, wonach somatische Funktionsstörungen nicht zu begründen seien, vermöge diese Beur
teilung
durch
Dr.
C._
respektive die Zusprechung einer Integritätsentschädi
gung nicht zu überzeugen. Zutreffend erscheine vielmehr die frühere Beurteilung des Kreisarztes
Dr.
D._
vom 2
2.
Juli 2015, wonach eine erhebliche struktu
rell-organische Schädigung hier nicht zu erkennen sei und entsprechend auch keine erhebliche Integritätsschädigung erkannt werden könne. Umso mehr bestehe keine Grundlage für die von der Beschwerdeführerin beantragte Ausrich
tung einer Integritätsentschädigung von 20
%
(S. 7).
2.2
Dagegen machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde (Urk. 1) geltend,
vorliegend sei unstrittig, dass sie an der rechten dominanten Hand ein unfall
bedingtes Schmerzsyndrom im Sinne eines durchgemachten CRPS I/II aufweise, weshalb ihr von der Beschwerdegegnerin eine Integritätsentschädigung zugesprochen worden sei. Strittig sei somit lediglich die Frage, ob sie Anspruch auf eine UVG-Rente habe (S. 5).
Für sie stünden leistungseinschränkend vor allem die Schmerzen, die Bewegungseinschränkungen und die Kraftlosigkeit in der rechten dominanten Hand im Vordergrund. Die Behinderung an der rechten dominanten Hand habe dazu geführt, dass
s
ie ihre bisherige Tätigkeit als Logistikerin nicht mehr habe ausüben können
(S. 6)
.
Gestützt auf die medizi
nischen Unterlagen sei erwiesen, dass die rechte Hand aus handchirurgischer Sicht unfallbedingt nur noch für leichte Verweisungstätigkeiten einsetzbar sei, bei denen die rechte Hand als Hilfshand ohne Anspruch auf Feinmotorik und ohne Ausübung von Druck eingesetzt werden könne.
Entgegen der Beurteilung des Kreisarztes sei ihr aufgrund des auch vom Gutachter festgestellten Schmerzsyndroms eine reine Bürotätigkeit nicht mehr möglich, da dabei die rechte Hand immer eingesetzt werden müsse
. Im Wesentlichen sei als Folge der chronischen Schmerz
problematik, welche sich bei allen Tätigkeiten mit der rechten Hand auf die Leistungsfähigkeit auswirke, von einer faktischen
Einhän
digkeit
auszugehen, mithin von einer beschränkten Funktionsfähigkeit der rechten Hand im Sinne einer
Zudienhand
.
Vorliegend sei ihr
ein behinderungs
bedingter Abzug von 25
%
einzuräumen, gehe doch selbst die Beschwerdegegne
rin zumindest von einem solchen von 10
%
aus (S. 7). Es könne bei der Berechnung des
Valideneinkommens
für das Jahr 2018 nicht auf das Einkommen bei der
A._
AG abgestellt werden. Es handle sich bei diesem Lohn um einen Ausbildungslohn, nicht um den Lohn, den sie ohne Unfall erzielen würde. Es sei vom damals errechneten
Valideneinkommen
in der Höhe von
Fr.
65'421.-- auszugehen. Gehe man von einer vollen Arbeitsfähigkeit aus, sei ihr beim Invalideneinkommen ein leidensbedingter Abzug von 25
%
einzuräumen, womit ein Invaliditätsgrad von 37.4
%
resultiere (S. 7 f.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist ein Anspruch auf eine Invalidenrente
sowie
auf
eine Integritätsentschädigung.
3.
3.1
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie des Bewegungsapparates und für Handchirurgie, berichtete am 1
6.
Januar 2015 (
Urk.
9/44) und nannte folgende Diagnosen:
-
unklare Handbeschwerden rechts mit Sensibilitätsstörungen und Kraftein
busse bei
-
Status nach
Hamulusfraktur
(Juni 2007) und
Hamulusexzision
(September 2009 bei Pseudoarthrose)
Er führte aus,
die Beschwerdeführerin habe nach der
Hamulusexzision
immer wieder gewisse lokale Beschwerden gehabt, diese hätten im Rahmen der Ausbil
dung zur Lagerlogistikerin zugenommen. Teilweise habe sie belastungsabhängig die rechte Hand kaum gespürt, insbesondere sei die Hand aber sehr kraftlos gewesen und sie habe Gegenstände fallen lassen (S. 1). Klinisch fänden sich abgesehen von einem möglichen TOS Anhaltspunkte für eine Kompromittierung des
Medianusnerves
, am Rande auch des
Ulnarisnervs
rechts. Entsprechend erfolge zunächst eine neurologische Beurteilung
(S. 2)
.
3.2
Dr.
med.
F._
, Fachärztin für Neurologie, berichtete am 2
9.
Januar 2015 (
Urk.
9/50/2-4) und nannte folgende Diagnose:
-
Chronisches Schmerzsyndrom der rechten Hand unklarer Ursache nach
Hamulusfraktur
2007 und
Hamulusexzision
2009
-
schmerzbedingte Pseudoarthrose
-
klinisch und neurologisch keine Anhaltspunkte für eine Läsion des
Nervus
medianus oder
Nervus
ulnaris
rechts
-
initiales CRPS Typ I
?
Sie führte aus,
nach Angaben sei die Beschwerdeführerin im postoperativen Verlauf zumindest vorübergehend beschwerdefrei gewesen, was somit gegen eine chronische CRPS-Symptomatik spreche. In der neurologischen Untersuchung hätten sich keine muskulären Atrophien der rechten oberen Extremität gezeigt, eindeutige Paresen seien ebenfalls nicht nachweisbar gewesen.
Die sensible und motorische Neurographie des rechten
Nervus
medianus und Nervis
ulnaris
sei gänzlich unauffällig gewesen, somit ergäben sich keine Anhaltspunkte für ein traumatisches Karpaltunnelsyndrom beziehungsweise eine distale Läsion des
Nervus
ulnaris
(S. 2). Zusammenfassend fänden sich bei fehlenden beziehungs
weise objektivierbaren neurologischen Störungen keine neurologische Erklärung des aktuellen Schmerzsyndroms (S. 3).
3.3
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie des Bewegungsapparates, Kreisarzt der Suva, berichtete am 1
8.
Juni 2015 (
Urk.
9/93) über die kreisärztliche Untersuchung der Beschwerdeführerin vom gleichen Tag und nannte folgende Diagnosen (S. 5):
-
unklare Schmerzsituation Handgelenk rechts nach Exzision des
Hamulus
ossis
hamati
2009 wegen Pseudoarthrose nach nicht dislozierter Fraktur 2007
-
erstmalige Diagnose CRPS Typ I April 2015
Er führte aus,
die Beschwerdeführerin
klage
über einen extremen Kraftverlust sowie Schmerzen in der
adominanten
rechten Hand (S. 3, S. 5). Die Abklärungen beim Handchirurgen hätten einen unauffälligen Lokalbefund gezeigt, dies inklu
sive Bildgebung mittels MRI. Aus neurologischer Sicht ergebe sich keine Pathologie, die Vermutungsdiagnose eines CRPS sei dann in der Schmerzklinik bestätigt worden. Die empfohlene medikamentöse Behandlung habe die Beschwerdeführerin aber abgelehnt. Bei der klinischen Untersuchung ergebe sich eine deutliche Diskrepanz, indem die Unterarmmuskulatur symmetrisch ausgebil
det sei zur Gegenseite, obwohl es sich um die
adominante
Seite handle. Bei der initialen Untersuchung hätten
sich
keine Hinwiese
auf das Vorliegen eines CRPS ergeben. Etwas später weise die Beschwerdeführerin aber
auf eine herabgesetzte Hauttemperatur der Finger und des Handrückens rechts
hin, was bestätigt werden könne. Die deutlich vermehrte Schweisssekretion in der Untersuchungssituation sei hingegen symmetrisch. Klinisch möglich sei ein TOS, eine affirmative Diagnose anhand der Klinik sei aber wie üblich nicht möglich (S. 5 f.). Bildge
b
end im MRI des rechten Handgelenks vom 1
2.
Februar 2015 zeigten sich unauffällige Verhältnisse, insbesondere sei kein sicherer Nachweis auf das Vorliegen eines CRPS gegeben.
Wie bereits
Dr.
E._
sei er etwas ratlos, es ergäben sich doch erhebliche Diskrepanzen zwischen klinischem Befund und den angegebenen massiven Beschwerden. Eine
Belastungsgrenze der
adominanten
rechten Hand von 1.5 kg erscheine nur fraglich glaubwürdig angesichts der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin Auto und Fahrrad fahren könne. Es sei eine Beurteilung in der spezialisierten Rheumatologie des
G._
zu veranlassen (S. 6).
3.4
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Rheumatologie, Chefarzt
Klinik
G._
, berichtete am
8.
Juli 2015 (
Urk.
9/96) über die ambulante Sprechstunde und nannte folgende Diagnose (S. 1):
-
chronisches Schmerzsyndrom Hand rechts, dominant (Erstmanifestation 2007), Differentialdiagnose CRPS
in partieller Remission, symp
at
h
isch vermittelter Schmerz (SMP)
Er führte aus,
es bestehe eine gute Funktionsfähigkeit der rechten Hand. A
uf Befundebene sei lediglich eine Hypästhesie/
Hypalgesie
, eine Hyperhidrose und eine schmerzinduzierte Schwäche zu erheben. Aufgrund der heutigen Befunde sei eine chronis
che Schmerzsymptomatik mit symp
at
h
isch unterhaltenem Schmerz zu diskutieren. Therapeutisch gebe es zum heutigen Zeitpunkt keine Möglich
keiten, die Beschwerden positiv zu beeinflussen. Bisherige intensive Massnahmen hätten keine Änderung des Zustandes gebracht
(S. 2 f.)
.
3.5
Suva-Kreisarzt
Dr.
D._
nahm am 2
0.
Juli 2015 ergänzend Stellung (
Urk.
9/98) und führte aus,
nachdem die Beschwerdeführerin in der Rheumatolo
gie der Uniklinik
G._
und in der Schmerzklinik des Universitätsspitals
I._
beurteilt worden sei, müsse festgehalten werden, dass es keine erfolgversprechen
den Therapie-Optionen gebe mit Ausnahme der mässig gut wirkenden Schmerz
medikamente, welche die Beschwerdeführerin einnehme. Der initiale Verlauf sei gut dokumentiert.
Dr.
E._
als erfahrener Spezialarzt für Handchirurgie habe initial nie ein CRPS diagnostiziert, so dass die Erwägungen von
Dr.
H._
mit etwas Vorsicht zur Kenntnis genommen werden müssten.
Bei auch in der Rheumatologie der Uniklinik
G._
bestätigter guter Funktion der Hand müsse jetzt zur Arbeitsfähigkeit Stellung genommen werden. Eine leichte, die dominante recht
e
Hand wenig belastende Tätigkeit sei vollzeitig zumutbar. Insbesondere die Tätigkeit im Büro, welche die Beschwerdeführerin zuletzt ausgeübt habe, stelle eine günstige Tätigkeit dar, diese wäre vollzeitig möglich
.
3.6
Suva-Kreisarzt
Dr.
D._
führte am 2
2.
Juli 2015 (
Urk.
9/103) zu einer Integri
tätsentschädigung aus, die Beurteilung richte sich nach der strukturell darstell
baren Pathologie. Eine erhebliche strukturell-organische Schädigung sei hier nicht zu erkennen, entsprechend könne auch keine erhebliche Integritätsschädi
gung erkannt werden.
3.7
Dr.
H._
berichtete am 2
9.
August 2017 (
Urk.
9/163) über die Verlaufs
kontrolle der Beschwerdeführerin und nannte als neue Diagnose eine multiple Sklerose
(MS)
, schubförmig remittierend (Erstmanifestation Oktober 2015, Erstdiagnose Oktober 2016). Er führte aus,
bezüglich der rechten Hand bestehe weiterhin ein stark protrahierter Verlauf, wobei für die Beschwerdeführerin vor allem die Schmerzen, die Bewegungseinschränkung und die Kraftlosigkeit im Vordergrund stünden (S. 1). Auf Symptomebene bestünden unverändert CRPS-verdächtige Veränderungen. Objektiv zeigten sich anlässlich der heutigen Konsultation keine Anhaltspunkte auf ein florides CRPS an der linken Hand (S. 2).
3.8
Dr.
med.
C._
,
Fachärztin für Chirurgie,
Kreisärztin der Suva,
nahm am 2
3.
Januar 2018 Stellung (
Urk.
9/196) und führte aus,
die geltend gemachten Beschwerden der rechten Hand seien überwiegend wahrscheinlich auf das Ereig
nis vom 1
0.
Juni 2007 zurückzuführen wegen des CRPS Typ I. Klinisch objektiv liege eher keine namhafte Zustandsveränderung der rechten Hand seit der kreis
ärztlichen Untersuchung vom 1
8.
Juni 201
5
vor.
Es werde eine erneute Vorstellung bei
Dr.
H._
empfohlen, damit das seinerseits empfohlene MRI durchgeführt werden könne.
3.9
Die am 1
5.
März 2018 durchgeführte radiologische Untersuchung mittels MRI (
Urk.
9/207) zeigte nach Entfernung des
Hamulus
ossis
hamatum
geringe narbige Veränderungen palmar auf Höhe des Carpus, jetzt reizlos. Im Übrigen zeige sich ein normales MRI der Hand.
3.10
Dr.
H._
berichtete am 3
0.
Mai 2018 (
Urk.
9/214) über die Verlaufskontrolle der Beschwerdeführerin und führte aus,
bezüglich der Hand bestünden unver
änderte Beschwerden. Unter
den
gegebenen Umständen könn
t
e
n
der Beschwer
deführerin aus physikalisch-medizinischer Sicht keine erfolgversprechenden Therapieoptionen angeboten werden.
3.11
Suva-Kreisärztin
Dr.
C._
nahm am
7.
Juni 2018 Stellung (
Urk.
9/216) und führte aus,
die geltend gemachten Beschwerden an der rechten Hand seien überwiegend wahrscheinlich auf das Ereignis vom 1
0.
Juni 2007 zurückzuführen. Entsprechend der vorliegenden Unterlagen gehe man von einem atypischen CRPS Typ I aus, welches sich nach der
Hamulusexzision
vom 1
0.
September 2009 entwickelt habe, bei Status nach Fraktur des
Hamulus
ossi
hamati
nach Sturz beim Inlineskate
n
am 1
0.
Juni 200
7.
Seit der kreisärztlichen Untersuchung vom 1
8.
Juni 2015 liege keine namhafte Zustandsveränderung der Hand rechts vor. Vergleiche man die objektiven Befunde vom 1
8.
Juni 2015 mit denen vom
8.
Juli 2015 und dem aktuellen Bericht vom 3
0.
Mai 2018, so habe sich bezüglich der rechten Hand keine Veränderung ergeben.
Auch bildmorphologisch habe sich im Verlauf im Bereich des rechten Handgelenks keine objektivierbare Veränderung ergeben.
Weitere Abklärungen
seien aktuell nicht von Nöten, da ein aktuelles MRI sowie eine Verlaufskontrolle bei
Dr.
H._
durchgeführt worden seien.
Es sei keine Änderung bezüglich der Zumutbarkeit sowie
betreffend
die Schätzung des Integritätsschadens eingetreten.
3.12
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Neurologie, Kreisarzt der Suva,
nahm am 2
0.
August 2018 eine neurologische Beurteilung vor
(
Urk.
9/226) und führte aus,
die Beschwerdeführerin habe sich anlässlich ihres Unfalls vom 1
0.
Juni 2017
(richtig: 2007)
eine Fraktur des
Hamulus
rechtsseitig zugezogen, nach dessen Exstirpation 2009 habe sich ein Schmerzsyndrom der rechten Hand en
t
wickelt, welches im Verlauf differentialdiagnostisch als CRPS I, CRPS II oder auch sympathisch vermittelter Schmerz beurteilt worden sei
(S. 3)
.
Die Zumutbarkeit für eine leichte Tätigkeit im Büro werde als vollzeitig möglich angenommen. Dieser Beurteilung könne er sich anschliessen. Es könne auf die Beurteilung bezüglich Zumutbarkeit durch
Dr.
D._
abgestellt werden. Rein unfallbedingt sei aus versicherungsmedizinisch neurologischer Sicht auf das
von
Dr.
D._
beschriebene
Zumutbarkeitsprofil abzustellen (S. 4).
3.13
Suva-Kreisärztin
Dr.
C._
nahm am 1
3.
März 2019
Stellung (
Urk.
9/262)
zum Integritätsschaden und führte aus, dreieinhalb Jahre nach der Erstbeurteilung empfehle sie ein aktuelles Verlaufs-MRI der rechten Hand, da die rein klinische Beurteilung nicht ausreiche.
3.14
Die am 1
7.
April 2019 durchgeführte MR-Untersuchung der rechten Hand (
Urk.
9/277) ergab einen unverändert regelrechten Zustand nach
Hamu
lusexzision
. Es fanden sich keine
tenosynovitischen
Veränderungen an dieser Lokalisation. Auch in den übrigen Abschnitten fanden sich keine
Tenosynoviti
den
und keine Synovitiden. Die interkarpalen Ligamente sowie der Discus articularis waren regelrecht. Es zeigte sich kein Nachweis von Knorpelschäden über den Handwurzelknochen.
Es zeigte sich eine nicht pathologische Hand
gelenks-/Handuntersuchung rechts nach
Hamulusexzision
200
9.
3.15
Suva-Kreisärztin
Dr.
C._
nahm am 1
3.
Mai 2019 Stellung (
Urk.
9/283)
und führte aus, an der Beurteilung vom 2
2.
Juli 2015 könne festgehalten werden. Es bestehe keine Zunahme der Arthrose im Handwurzelbereich, bildmorphologisch sei dieser unverändert/gleichbleibend. Es bestehe eine gute Handfunktion, im Verlauf werde keine klinische Veränderung beschrieben.
3.16
Suva-Kreisärztin
Dr.
C._
nahm am 2
7.
Mai 2019 eine medizinische Beurtei
lung des Integritätsschadens vor (
Urk.
9/285) und führte aus, es bestehe ein Status nach
Hamulusexzision
rechts bei Status nach Handkontusion/
Hamulusfraktur
ohne nachweisbare neurologische/neurophysiologische/neurographische Läsion des
Nervus
medianus/
Nervus
ulnaris
rechts, ohne nachweisbare bildmorpholo
gische
Veränderungen bezüglich der CRPS-Diagnose
im Bereich der rechten Hand. Es verbleibe eine Funktionseinschränkung und verminderte Belastbarkeit der rechten Hand. Die Beschwerden seien unfallbedingt, dauernd und erheblich. Der Integritätsschaden werde in Zusammenschau der Tabellen und den vorliegenden medizinischen Berichten sowie der bildgebenden Diagnostik auf
10
%
geschätzt. Dies entspreche 25
%
des Handwertes bei vollständigem Verlust und somit sei sowohl die Handwurzelknochenresektion wie auch die Diffe
rentialdiagnose CRPS bei guter Handfunktion im Verlauf abgegolten
. Bezüglich der CRPS-Diagnose habe sich im Verlauf keine Veränderung ergeben, so dass die gute Handfunktion, welche anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung am 1
8.
Juni 2015 erhoben worden sei, die symmetrisch ausgebildete Unterarmmus
kulatur, die fehlenden Hinweise auf eine Differenz der
Trophik
an den Händen auch im weiteren Verlauf weiter so bestätigt werde. Auch anhand der bildgeben
den Diagnostik habe bildmorphologisch kein sicherer Nachweis auf das Vorliegen eines CRPS gestellt werden können.
3.17
Die Gutachter der
B._
erstatteten ihr polydisziplinäres Gutachten am
8.
Juli 2019 zuhanden der IV-Stelle (
Urk.
9/289) und nannten folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 6):
-
multiple Sklerose vom schubförmig verlaufenden Typ, aktuell ohne Verschlechterung
-
Schmerzsyndrom der rechten Hand bei
-
Status nach Fraktur des
Hamulus
ossis
hamati
rechts 1
0.
Juni 2007
-
Status nach Resektion des
Hamulus
und
Tenosynovektomie
sowie Trimmung FDS 5- und FDP 4/5-Sehne rechts am 1
0.
September 2009
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie die folgen
den (S. 6):
-
depressive Episode, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F32.4)
-
Mischkopfschmerz
-
suboptimal substituierte Hypothyreose
Sie führten aus,
die Diagnostik habe weder eine Kompressionsneuropathie noch die teils vermutete Verdachtsdiagnose eines CRPS bestätigen können. Ausreichende Symptome, die nach den Budapest- beziehungsweise Harden-Kriterien
retrospektiv die Diagnose eines CRPS belegen könnten, seien nicht vorhanden. Die zur Diagnose eines chronisch persistierenden CRPS nötigen Störungen wie atrophische Muskel- und Hautveränderungen, Durchblutungs
störungen und Sehnenverklebungen fänden sich bei der Beschwerdeführerin nicht
. Daher könnten auch keine CRPS-bedingten Funktionsdefizite vorliegen. Auch wenn ein CRPS abgelaufen wäre, hätte sich dieses – wie bei zwei Drittel der Fälle – folgenlos zurückgebildet. Die durch
verschiedene Untersucher im April 2015 favorisierte Diagnose des CRPS sei aber schon im Juli 2015 nicht mehr bestätigt worden. Es sei dann ein chronisches Schmerzsyndrom festgestellt worden. Somatisch sei auch leider nicht ersichtlich, warum nach fünf Jahren die Beschwerden an der rechten Hand wieder aufgeflammt seien, zumal von der Beschwerdeführerin kein Auslöser habe angegeben werden können und eindeu
tige pathologische Befunde nicht zu erheben gewesen seien.
Auch die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin nach Abschluss der handchirurgischen Behandlung über einen Zeitraum von zirka 5 Jahren keine Arbeitsunfähigkeit mehr diesbe
züglich geltend gemacht habe und zeitweise 100
%
in einem Logistikunter
nehmen im Büro gearbeitet habe, mache die Diagnose eines CRPS, aber auch die einer anderen durch
Traumafolgen
bedingten Funktionseinschränkung an der rechten Hand wenig wahrscheinlich.
Trotz
liquordiagnostischer
Vermutung eines klinischen isolierten Syndroms im Oktober 2015 und späterer Diagnose einer Multiplen Sklerose im Oktober 2016 lasse sich jedoch klinisch-neurologisch auch keine neurologische Ursache der berichteten sensomotorischen Funktionsstörung der rechten Hand feststellen, wobei nach eigener Angabe die Funktionsstörung der rechten Hand auch schon vor Auftreten der Multiplen Sklerose bestanden habe. Die neurologische Untersuchung erbringe weder den Befund einer periphe
ren noch einer zentralen Parese an der rechten Hand. Trotz Bestehen der handschuhförmigen Hypästhesie werde kein Störmuster eines nervlichen Schmerzes zur Erklärung der Beschwerden angegeben. Bei Fehlen pathologischer neurologischer und Lokalbefunde
stelle sich die Frage nach einer psychischen Ursache (S. 4).
Dabei ergäben sich aber keine Hinweise für eine eigenständige psychische Erkrankung im Sinne einer authentischen dissoziativen Bewegungsstörung mit Lähmung der Extremitäten, denn entgegen den diagnostischen
Kriterien
sei der Beginn schleichend und zeitlich nicht mit dem Beginn der MS-Erkrankung oder einer anderen erheblichen Belastung gekoppelt gewesen.
Weiter bestünden keine Hinweise auf psychische Konflikte, erhebliche psychosoziale Belastungen zur Zeit des Entstehens der Störung und auch nicht die üblichen prämorbiden Auffällig
keiten. Am ehesten sei daher von der Entwicklung einer Selbstlimitierung auszugehen im Sinne einer relativ bewusstseinsnahen Funktionsstörung. Hierfür spreche auch die Vielzahl der bei der Beschwerdeführerin festgestellten Inkonsis
tenzen. Die bis anhin durchgeführte ambulante psychiatrische Behandlung scheine diese Thematik gar nicht berücksichtigt zu haben. Die Abklärung von allfälligen motivationalen (bewusstseinsnahen) Aspekten wäre aber bei weiter anhaltender Symptomatik zwingend.
Die klinisch-psychiatrische Untersuchung habe auch keine sonstige Psychopathologie gezeigt (S. 5).
Insgesamt bestünden keine
Einschränkungen der psychischen Funktionen aufgrund einer eigenständi
gen psychiatrischen Erkrankung. Es lägen aber Hinweise für eine Selbstlimitie
rung vor, die zu einem stärkeren Funktionsdefizit als erkrankungsbedingt führen würde
n
. Von der Beschwerdeführerin
werde eine Gebrauchsunfähigkeit der rechten Hand angegeben, die sich aber somatisch und auch nicht durch eine psychische Erkrankung erklären lasse. Es dürfte eine Selbstlimitierung ursächlich sein. Die Beschwerdeführerin sei allerdings linksdominant und schreibe auch links. Tätigkeiten wie bisher seien auch weiter möglich. Beidhändige Präzisions
tätigkeiten sollten nicht mehr zugemutet werden (S. 6).
Betreffend Inkonsistenzen w
u
rd
e
ausgeführt, die Berichte von einer völligen Immobilität der rechten Hand und beider Beine passten nicht zum somatischen Befund einer intakten Muskulatur, intaktem Tonus und einem symmetrischen Muskelprofil, normalem Reflexverhalten und einem unauffälligen MRI der Wirbelsäule. Die Selbsteinschätzung der Beschwerdeführerin, dass eine auf die Hand bezogene Arbeitsfähigkeit von nur 40
%
, wie zuletzt als
Zolldeklarantin
möglich sei, jedoch kein grösseres Arbeitspensum, erscheine aufgrund der objek
tivierbaren Befunde nicht plausibel, da eine Erholungspause zwischen den zwei (vollen) Arbeitstagen nicht vorgelegen habe. Aufgrund dieser Angaben und der erhobenen Befunde hätten sich die Befunde nicht rein somatisch zuordnen lassen, jedoch hätten sich auch keine Hinweise auf eine eigenständige psychiatrische Erkrankung ergeben. Die aktuelle Blutuntersuchung zeige, dass die Beschwerde
führerin entgegen ihren Angaben keine Schmerzmittel und keine Psychophar
maka einnehme. Dies relativiere den angegebenen Leidensdruck ebenfalls erheblich. In der bisherigen
, im Wesentlichen leidensangepassten
Tätigkeit als
Zolldeklarantin
könne die Beschwerdeführerin medizintheoretisch, ausschliess
lich unter Berücksichtigung der neurologischen Funktionsstörungen, noch zu 70
%
tätig sein
, wobei keine Minderung der zeitlichen Präsenz vorliege, sondern eine Minderung der Leistungsfähigkeit um 30
%
. Dies gelte für jede andere angepasste Tätigkeit, mithin für Tätigkeiten, die im Sitzen an einem rollstuhl
gerechten Arbeitsplatz einhändig ohne Zeitdruck und Stressbelastung erbracht werden könnten
(S. 8).
3.18
Dr.
med.
K._
, Facharzt für Neurologie, berichtete am
5.
September 2019 (
Urk.
9/301/7-10) und nannte folgende Diagnosen:
-
Multiple Sklerose mit schubförmigem Verlauf, Differentialdiagnose seku
ndär progredient verlaufend (Er
s
t
manifestation Oktober 2015, Erst
diagnose Oktober 2015
; richtig: 2016
)
mit aktuell ausgeprägter Ataxie
-
chronisches Schmerzsyndrom der rechten Hand, bei Status nach Trauma am 1
0.
Juni 2007 mit Fraktur des
Hamulus
ossis
hamati
mit Status nach
Hamulusexzision
am 1
0.
September 2009 mit persistierender schlaffer Parese der rechten Hand mit Gefühlsstörungen
-
chronische,
bioccipitale
Kopfschmerzen seit 2015
Er führte aus,
die schlaffe Lähmung der rechten Hand lasse sich organisch nur schwierig erklären, im EMG seien die Armnerven problemlos stimulierbar und die beschriebene Anastomose sei ohne Einfluss auf die motorische Funktion der rechten Hand. Als Ursache dieser schlaffen Parese der rechten Hand käme also lediglich ein zentrales Geschehen in Frage und somit die seit Oktober 2015 bekannte Multiple Sklerose. Ein direktes Korrelat habe in den Akten allerdings nicht gefunden werden können.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin ging i
n der Verfügung vom 10. September 2019 (Urk. 9/295)
gestützt auf die Berichte
ihres
Kreisarztes
Dr.
D._
vom 18. Juni 2015 (
vgl. vorstehend E. 3.3
) und 2
0
. Juli 2015 (
vgl. vorstehend E. 3.5
) sowie die neurologische Beurteilung des Versicherungsmediziners
Dr.
J._
vom 20. August 2018 (
vgl. vorstehend E. 3.12
) davon aus, dass der Beschwerdeführe
rin eine leichte, die rechte Hand wenig belastende Tätigkeit vollzeitig zumutbar sei.
Im
Einspracheentscheid
(
Urk.
2) fügte sie sodann an, d
ies gehe auch aus dem von der Invalidenversicherung zwische
nzeitlich veranlassten Gutachte
n bei der
B._
vom 8. Juli 2019 (
vgl. vorstehend E. 3.17
) hervor.
4.2
Der kreisärztliche Untersuchungsbericht von Dr.
D._
vom 18. Juni 2015 (vgl. vor
stehend E. 3.3) sowie das Gutachten der
B._
vom
8.
Juli 2019 (vgl. vorstehend E. 3.17)
beruhen auf allseitigen Untersuchungen der Beschwerde
führerin, berück
sichtigen die geklagten Beschwerden und wurden in Kenntnis der
Vorakten
(Anam
nese) abgegeben.
Weiter leuchten die Berichte in der Darlegung der medizinischen Situation ein, und die Schlussfolgerungen sind in nachvoll
ziehbarer Weise begründet. Sie erfüllen daher die Anforderungen an eine beweiskräftige Expertise (vorstehend E. 1.
4
).
Berichte und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte erweisen sich nicht per se als ungenügend. Solchen kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu,
sofern sie schlüssig erschein
en
, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei
sind
und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit
bestehen (
BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
)
.
I
m handchirurgischen Teilgutachten der
B._
wurde
festgehalten
(vgl. vorstehend E. 3.17)
, dass es fünf Jahre nach Abschluss der postoperativen Nach
sorge ohne
erinnerlichen
oder nachvollziehbaren Auslöser zu einer Verschlech
terung der Beschwerden gekommen sei, wobei sich eine Erklärung dafür nicht schlüssig ergebe. In der gutachterlichen Untersuchung habe sich nicht das typische Bild eines Spätstadiums eines CRPS gezeigt, atrophische Veränderungen lägen nicht vor. Die Hautoberfläche sei im Seitenvergleich unverändert und objektivierbare Einschränkungen hätten nicht festgehalten werden können. Aus den erhobenen objektivierbaren Befunden hätten sich keine relevanten, die Arbeitsfähigkeit einschränkenden Faktoren ableiten lassen. In der interdiszipli
nären Zusammenfassung wurde betreffend die rechte Hand sodann ebenfalls festgehalten, dass eine Funktionseinschränkung weder peripher noch zentral zu erklären sei. Somatische Funktionseinschränkungen der rechten Hand seien nicht zu begründen.
Diese Beurteilung steht denn auch in Übereinstimmung mit der übrigen medizinischen Aktenlage. So führte
Dr.
F._
(vgl. vorstehend E. 3.2) aus, die postoperativ zumindest vorübergehende Beschwerdefreiheit spreche gegen eine chronische CRPS-Symptomatik und bei fehlenden beziehungsweise objektivierbaren neurologischen Störungen finde sich keine neurologische Erklärung des aktuellen Schmerzsyndroms.
Auch Suva-Kreisarzt
Dr.
D._
ging nach seiner Untersuchung (vgl. vorstehend E. 3.3) von einem unauffälligen Lokalbefund aus und machte auf eine deutliche Diskrepanz aufmerksam, indem die Unterarmmuskulatur symmetrisch ausgebildet sei zur Gegenseite, obwohl es sich um die
adominante
Seite handle. Bei der initialen Untersuchung hätten sich keine Hinwiese auf das Vorliegen eines CRPS ergeben.
Dr.
K._
(vgl. vorstehend E. 3.18) kommt in seinem Bericht
vom
5.
September 2019
sodann zum Schluss, dass sich die schlaffe Lähmung der rechten Hand organisch nur schwierig erklären lasse. Weiter führte er aus, die Armnerven seien im EMG problemlos stimulierbar und die beschriebene Anastomose sei ohne Einfluss auf die moto
rische Funktion der rechten Hand. Als Ursache dieser schlaffen Parese der rechten Hand käme also lediglich ein zentrales Geschehen in Frage und somit die seit Oktober 2015 bekannte Multiple Sklerose. Ein direktes Korrelat habe in den Akten allerdings nicht gefunden werden können.
Somit sind somatische Funktions
störungen auch aus Sicht von
Dr.
K._
nicht zu begründen.
Von weiteren medizinischen Abklärungen sind vorliegend keine neuen
Erkenntnisse zu erwarten. Angesichts dieser klaren und in medizinischer Hinsicht übereinstim
menden Ak
tenlage sind keine weit
eren medi
zinischen Abklärungen
anzuordnen (antizipierte Beweiswürdigung, BGE 122 V 157 E. 1d).
4.3
Die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch den Kreisarzt
Dr.
D._
sowie das von ihm formulierte Zumutbarkeitsprofil
(vgl. vorstehend E. 3.5)
vermögen
auch vor dem Hintergrund zu überzeugen, dass sie
insbesondere
mit dem handchirur
gischen Teilgutachten
der
B._
(vgl. vorstehend E. 3.17)
überein
stimmen
und sowohl Kreisärztin
Dr.
C._
(vgl. vorstehend E. 3.11) als auch der Versicherungsmediziner
Dr.
J._
(vgl. vorstehend E. 3.12) festhielten, es sei darauf abzustellen.
Nach dem Gesagten ist der medizinische Sachverhalt als dahingehend erstellt zu erachten, dass somatische Funktionseinschränkungen der rechten Hand nicht zu begründen sind und diesbezüglich unfallbedingt von einer vollen Arbeitsfähig
keit der Beschwerdeführerin im bisherigen Tätigkeitsbereich auszugehen ist. Damit besteht kein Anspruch auf eine Invalidenrente.
4.4
Zudem
kann mit der Beschwerdegegnerin davon ausgegangen werden, dass selbst
,
wenn gewisse Einschränkungen bestünden, sich daraus keine erhebliche Erwerbseinbusse von mindestens 10
%
ergeben würde.
Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht festhielt (vgl.
Urk.
8), musste die Beschwer
deführerin ihre Lehre bei der
Y._
nicht unfallbedingt abbrechen. Der Unfall vom 1
0.
Juni 2007 ereignete sich nach Auflösung des Lehrvertrages per
9.
Juni 2007 (vgl. Urk. 9/1 S. 1 Ziff. 1-3 und S. 2), so dass eine Tätigkeit bei der
Y._
ohne Unfall nicht überwiegend wahrscheinlich wäre.
Zudem stand die Beschwerdefüh
rerin im Zeitpunkt des gemeldeten Rückfalls nicht in
einer
berufliche
n
Abklärung
durch die
Invalidenversicherung oder in einem Ausbildungsverhältnis mit einem Ausbildungslohn bei der
A._
AG. Bei der Ermittlung des
Validen
einkommens
ist gemäss konstanter Rechtsprechung in der Regel beim zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der Einkommensentwicklung angepass
ten Verdienst anzuknüpfen. Es ist somit
grundsätzlich
nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin in der Verfügung vom 1
0.
September 2019 (
Urk.
9/295)
bei der Ermittlung des
Valideneinkommens
auf die Angaben der
A._
AG abgestellt hat (vgl. auch
Urk.
9/263) und von einem solchen von
Fr.
56'326.40 ausgegangen ist.
Wie nachfolgend gezeigt wird, würde selbst wenn für das
Valideneinkommen
vom bei der
Y._
hypothetisch erreichbaren Verdienst für das Jahr 2018
von Fr.
65'421.-- ausgegangen würde (vgl. dazu
Urk.
1 S. 8,
Urk.
9/228), kein Anspruch auf eine Rente entstehen
, zumal vorliegend beim Invalideneinkommen ein Abzug vom Tabellenlohn nicht gerechtfertigt erscheint.
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzel
fall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht
übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc)
. Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beur
tei
lung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschrän
kungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs ein
fliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (Urteile des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1 und 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
Die gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, weiterhin körperlich schwere Arbeit zu verrichten, führt nicht automatisch zu einer V
erminderung
des hypothetischen Invalidenlohns. Vielmehr ist der Umstand allein, dass nur mehr leichte bis mittel
schwere Arbeiten zumutbar sind, auch bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit kein Grund für einen zusätzlichen leidensbedingten Abzug, weil der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 (bis LSE 2010 Anforderungsniveau 4) bereits eine Viel
zahl von
leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (vgl. Urteil des Bun
desgerichts 8C_82/2019 vom 19. September 2019 E. 6.3.2).
Angesichts des vorliegend gegebenen Zumutbarkeitsprofils ist von einem genügend breiten Spektrum an zumutbaren Verweistätigkeiten auszugehen.
Es können grundsätzlich nur Umstände berücksichtigt werden, die auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt als
ausserordentlich
zu bezeich
nen sind (Urteil des Bundesgerichts 9C_421/2017 vom 19. September 2017 E. 2.4 mit Hin
weisen). Solche Umstände sind vorliegend nicht ersichtlich. Dass weitere abzugs
relevante Merkmale gegeben wären, macht die Beschwerdeführerin nicht geltend und ist nicht ersichtlich. Damit erscheint ein Abzug vom Tabellenlohn bei der Bemessung des Invalideneinkommens als nicht gerechtfertigt.
Es
wäre
somit von einem Invalideneinkommen von
Fr.
60'993.56 (vgl.
Urk.
9/295 S. 3) auszugehen.
Bei dem von der Beschwerdeführerin geltend gemachten
Valideneinkommen
von
Fr.
65'421.
-- würde eine Einkommenseinbusse von Fr. 4'427.44 und damit ein IV-Grad von 6.7
%
resultieren, womit kein Anspruch auf eine Rente
der Unfallversicherung
besteht.
Diesbezüglich ist die Beschwerde anzuweisen.
5.
5.1
Betreffend die Integritätsentschädigung stellte die Beschwerdegegnerin
in der Verfügung vom 1
0.
September 2019 (
Urk.
9/295) auf die
Beurteilung
der Kreis
ärztin
Dr.
C._
vom
2
7.
Mai
2019 (Urk. 9/285
; vgl. vorstehend E. 3.16
) ab, wonach eine Funktionseinschränkung und vermin
derte Belastbarkeit der rechten Hand verbleibe.
Die
Beschwerdeführerin
machte in ihrer Einsprache vom 7. Oktober 2019 (Urk. 9/302)
diesbezüglich
geltend, es sei
ihr
eine Integritätsentschädigung von 20 % zuzusprechen.
Im
Einspracheentscheid
vom 27. Februar 2020 (Urk. 2) stellte sich die Beschwer
degegnerin auf den Standpunkt, gemäss interdisziplinärer Gesamtbeurteilung der Ärzte der
B._
seien die somatischen Funktionsstörungen der rechten Hand weder peripher noch zentral zu erklären und somit nicht zu begründen
(S. 4 unten
).
Die Kreisärztin Dr.
C._
sei in ihrer Beurteilung vom 27. Mai 2019 von einem Integritätsschaden von 10 % ausgegangen. Angesichts der medizi
nischen Akten, wonach somatische Funktionsstörungen nicht zu begründen seien, vermöge diese Beurteilung
durch
Dr.
C._
beziehungsweise die Zusprache einer Integritätsentschädigung nicht zu überzeugen. Zutreffend erscheine vielmehr die
frühere Beurteilung des Kreisarztes Dr.
D._
, wonach eine erheb
liche strukturell-organische Schädigung hier nicht zu erkennen sei und ent
sprechend auch keine erhebliche Integritätssch
ädigung erkannt werden könne
(S. 7).
5.2
Angesichts der medizinischen Aktenlage (vgl. vorstehend E. 4.2)
ist nicht von einer
unfallbedingte
n
somatische
n
Funkt
ionsstörung der rechten Hand auszu
gehen
.
Die
Beurteilung der Kreisärztin Dr.
C._
vom
2
7.
Mai 2019 (vgl. vorste
hend E. 3.16) erscheint
widersprüchlich und
aufgrund der übrigen medizinischen Akten
nicht nachvoll
ziehbar
.
So geht sie
in ihrer Beurteilung vom 2
7.
Mai 2019 (vgl. vorstehend E. 3.16) von einer verbleibenden Funktionseinschränkung und verminderter Belastbarkeit aus, bestätigt aber gleichzeitig die gute Handfunktion, welche anlässlich der Untersuchung vom 1
8.
Juni 2015 erhoben wurde und macht darauf ausdrücklich aufmerksam, dass auch anhand der bildgebenden Diagnostik bildmorphologisch kein sicherer Nachweis
für
das Vorliegen eines CRPS habe gestellt werden können. Sie bezog
sich
zudem
bereits
am
7.
Juni 2018 (vgl. vorstehend E. 3.11) selber
auf die Beurteilung des Kreisarztes Dr.
D._
,
welcher keine erhebliche strukturell-organische Schädigung und entsprechend keine erhebliche Integritätseinbusse festhielt, und empfahl
diesbezüglich
, dieser Einschätzung von Dr.
D._
zu folgen.
Auch am 1
3.
Mai 2019 hielt
Dr.
C._
selbst fest, es bestehe eine gute Handfunktion
und
im Verlauf werde keine klinische Veränderung beschrieben
(vgl. vorstehend E. 3.15).
Nach dem Gesagten bleibt festzuhalten, dass angesichts der schlüssigen und nachvollziehbaren medizinischen Akten, wonach somatische Funktionsstörungen nicht zu begründen sind, die Beurteilung
durch
Dr.
C._
vom 2
7.
Mai 2019 beziehungsweise die Zusprechung einer Integritätsentschädigung von 10
%
nicht zu überzeugen vermag.
Es ist vielmehr mit
Dr.
D._
davon auszugehen, dass eine erhebliche strukturell-organische Schädigung nicht zu erkennen ist und ent
sprechend auch keine erhebliche Integritätsschädigung erkannt werden kann. Es besteht somit keine Grundlage für die Ausrichtung einer Integritätsentschädi
gung
.
Zusammenfassend ist damit die
Beschwerde abzuweisen und es ist
die Verfügung vom 1
0.
September 2019 (
Urk.
9/295) beziehungsweise
der
Einspracheentscheid
dahingehend abzuändern, dass kein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung besteht.
6.
Der
unentgeltlichen Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin, Rechtsanwältin Christine Fleisch, steht bei diesem Verfahrensausgang eine Entschädigung aus der Gerichtskasse zu.
Nachdem die unentgeltliche Rechtsvertreterin trotz Aufforderung (vgl. Urk. 10) keine Honorarnote eingereicht hat, ist ihr Aufwand nach Ermessen festzulegen. Unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit
des Prozesses und des gerichtsüblichen Ansatzes von Fr. 220.-- zuzüglich
Mehr
wert
steuer ist die
E
ntschädigung auf Fr.
2’5
00.-- (inkl. Mehrwertsteuer und
Baraus
lagen) festzusetzen.
Die Beschwerdeführerin wird auf § 16 Abs. 4 des Gesetzes über das Sozialver
siche
rungsgericht (
GSVGer
) hingewiesen, wonach sie zur Nachzahlung der Auslagen für die Vertretung verpflichtet werden kann, sofern sie dazu in der Lage ist.