Decision ID: 616769a6-f061-5897-8f4a-3094b71826a0
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ wurde im August 2006 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung
angemeldet (IV-act. 1). Der Kinderarzt Dr. med. B._ berichtete im September 2006
über eine motorische Entwicklungsverzögerung (IV-act. 5). Der heilpädagogische
Dienst St. Gallen – Appenzell – Glarus gab im November 2006 an (IV-act. 14), der
Gesamt-IQ/EQ liege unter 75. Die Versicherte leide regelmässig an Fieberschüben, die
oft mit einem Fieberkrampf verbunden seien. Vereinzelt habe sie solche Krämpfe auch
ohne Fieber erlitten. Die Ursache habe bislang noch nicht ermittelt werden können. Im
Juni 2007 teilte Dr. B._ mit (IV-act. 36), dass die Versicherte an einer Epilepsie leide.
Eine medikamentöse Behandlung mit einem Antiepileptikum habe nämlich zur Folge
gehabt, dass die Häufigkeit der Krampfanfällen deutlich abgenommen habe. Im
September 2007 gab Prof. Dr. med. C._ vom Kinderspital Zürich an, dass eine
ausgeprägte kongenitale Rumpfataxie vorliege (IV-act. 49). Im September 2008
beantragten die Eltern der Versicherten eine Hilflosenentschädigung (IV-act. 62). Sie
machten geltend, ihre Tochter benötige regelmässig eine erhebliche Dritthilfe beim An-
und Auskleiden; sie könne nur zum Teil mithelfen. Beim Aufstehen, Absitzen und
Abliegen benötige sie keine regelmässige erhebliche, sondern nur zum Teil eine
Dritthilfe. Sie könne die Nahrung nicht selbst zerkleinern, sich nicht selbst waschen und
kämmen. Auch baden und duschen könne sie nicht selbständig. Bei der Verrichtung
der Notdurft sei sie sowohl beim Ordnen der Kleider als auch bei der Körperreinigung
auf eine regelmässige erhebliche Dritthilfe angewiesen. Sie trage zudem immer noch
Windeln. In der Wohnung könne sie sich nicht selbständig fortbewegen. Es bestehe
eine Sturzgefahr. Treppen könne sie nicht alleine bewältigen; sie müsse getragen
werden. Allgemein möge sie nur kurze Strecken gehen; sie ermüde jeweils rasch. Die
Eltern müssten ihr die Medikamente eingeben und zum Teil Sauerstoff zuführen.
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Zudem müsse das Pulsoxymeter rund um die Uhr überwacht werden, da ständig die
Gefahr eines cerebralen Anfalls bestehe. Im Februar 2009 fand eine Abklärung in der
Wohnung der Eltern statt. Die Abklärungsbeauftragte der IV-Stelle berichtete (IV-act.
97), die bald vier Jahre alte Versicherte weise einen geistigen und einen motorischen
Entwicklungsrückstand von mindestens zwei Jahren auf. Sie leide an Koordinations-
und Gleichgewichtsstörungen und sie könne diverse Bewegungsabläufe nicht
„automatisch“ ausführen. Eine Kommunikation sei nur sehr eingeschränkt möglich. Im
Verhalten sei sie „schwierig“ und „unangepasst“. Immer wieder träten Anfälle auf. Die
Versicherte könne plötzlich bewusstlos werden und blau anlaufen. Etwa alle sechs
Wochen leide sie an hohem Fieber. Sie benötige etwa 14 Stunden Schlaf pro Tag.
Ansonsten sei sie mit allem überfordert und sie könne dann kaum mehr einen klaren
Gedanken fassen. Sie sei allgemein oft müde und möchte getragen werden. Morgens
könne sie kaum aufstehen. Das An- und Auskleiden werde mehrheitlich von der Mutter
übernommen. Die Versicherte werde zwar zwecks Förderung der Selbständigkeit
miteinbezogen und instruiert, von sich aus mache sie aber gar nichts, sondern halte
einfach hin. Der behinderungsbedingte Mehraufwand belaufe sich auf 90 Minuten pro
Tag. Beim Aufstehen und Absitzen sei die Versicherte auf eine regelmässige erhebliche
Dritthilfe angewiesen. Sie könne nur in Begleitung auf den respektive vom Tripp Trapp
klettern. Sie vergesse sich dabei regelmässig und falle hinunter. Die Bewegungsabläufe
seien nicht automatisiert. Damit die Versicherte morgens aus dem Bett aufstehe, sei
viel Begleitung und Aufmunterung notwendig. Der behinderungsbedingte Mehraufwand
betrage 30 Minuten pro Tag. Beim Essen und bei der Körperpflege benötige die
Versicherte nicht mehr Hilfe als ein gesundes Kind im selben Alter. Sie sei aber auf eine
regelmässige erhebliche Dritthilfe bei der Verrichtung der Notdurft angewiesen. Die
Eltern führten viermal pro Tag ein Toilettentraining durch. Die Versicherte trage aber
immer noch Windeln. Sie benötige täglich Einläufe oder Abführmittel. Der
behinderungsbedingte Mehraufwand belaufe sich auf 45 Minuten pro Tag. Auch bei der
Fortbewegung in der Wohnung und im Freien benötige die Versicherte eine
regelmässige erhebliche Dritthilfe. Der Mehraufwand für die Begleitung der
Versicherten zu Arztbesuchen und Therapien betrage durchschnittlich 28 Minuten pro
Tag. Die Versicherte benötige rund um die Uhr eine Behandlungspflege. Der
entsprechende Mehraufwand belaufe sich auf durchschnittlich zwei Minuten pro Tag.
Für die Überwachung könne kein behinderungsbedingter Mehraufwand berücksichtigt
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werden, da die Versicherte keine Überwachung benötige, die das Mass jener
Überwachung erheblich übersteigen würde, die jedes Kind bis zum Alter von etwa
sechs Jahren benötige. Der für einen allfälligen Intensivpflegezuschlag massgebende
behinderungsbedingte Mehraufwand belaufe sich gesamthaft auf drei Stunden und 15
Minuten. Für die Zeit bis März 2008 sei von einer leichtgradigen, ab März 2008 von
einer mittel¬gradigen Hilflosigkeit auszugehen. Mit einer Verfügung vom 30. März 2009
sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Wirkung ab dem 23. September 2007 eine
Entschädigung bei einer Hilflosigkeit leichten Grades und mit Wirkung ab dem 1. Juni
2008 eine Entschädigung bei einer Hilflosigkeit mittleren Grades zu; diese
Leistungszusprache befristete sie auf den 28. Februar 2011 (IV-act. 104).
A.b Im März 2011 füllten die Eltern der Versicherten einen Fragebogen für die Revision
der Hilflosenentschädigung aus (IV-act. 134). Sie gaben an, der Gesundheitszustand
ihrer Tochter sei unverändert geblieben, aber deren Verhalten habe sich verschlechtert.
Sie könne keine Minute mit ihrem jüngeren Bruder allein gelassen werden, da sie
diesen sonst durch „beissen, Haare reissen, schlagen etc.“ verletzen würde. Das sei
„sehr sehr anstrengend“. Da die Versicherte unverändert viel Unterstützung benötige,
habe sich ihre behinderungsbedingte Hilfsbedürftigkeit im Vergleich zu gesunden
Gleichaltrigen verschlechtert. Im Juni 2011 berichtete der Kinderpsychiater Dr. med.
D._, die Versicherte leide ohne Zweifel an einer Störung aus dem Autismus-Spektrum
respektive an der klassischen Form eines frühkindlichen Autismus (IV-act. 145). Im
Oktober 2011 fand eine erneute Abklärung in der Wohnung der Eltern statt. Die
Abklärungsbeauftragte der IV-Stelle notierte (IV-act. 163), aufgrund ihrer autistischen
Verhaltensweise zeige die Versicherte im Alltag in verschiedener Hinsicht ein sehr
auffälliges Verhalten. Auf Aufforderungen und Anweisungen reagiere sie häufig nicht.
Alltägliche Abläufe und den Sinn von bestimmten Tätigkeiten verstehe sie nicht. Sie
zeige im Alltag kaum Interesse und lebe stark im Augenblick und in ihrer eigenen Welt.
Auf „Einmischungen“ reagiere sie aggressiv und gewalttätig. Beim An- und Auskleiden
benötige die Versicherte für jedes Kleidungsstück Hilfe. Der behinderungsbedingte
Mehraufwand betrage 45 Minuten pro Tag. Auch beim Aufstehen und Absitzen sei sie
nach wie vor auf eine regelmässige erhebliche Dritthilfe angewiesen. Das Aufstehen am
Morgen sei nach wie vor eine grosse Herausforderung. Rein körperlich wäre die
Versicherte zwar in der Lage, selbständig aufzustehen. Da sie jedoch keinen Sinn darin
sehe und da sie kein Interesse dafür zeige, benötige sie am Morgen eine intensive
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verbale Aufmunterung und Begleitung. Rein körperlich sei sie auch in der Lage,
selbständig auf den Tripp Trapp zu steigen. Da ihre Bewegungsabläufe unkoordiniert
seien, müsse sie jedoch dabei begleitet werden. Es komme noch regelmässig vor, dass
sie sich vergesse und herunterfalle. Beim Transfer in und aus dem Schulbus benötige
sie ebenfalls eine Begleitung und direkte Hilfestellungen. Der behinderungsbedingte
Mehraufwand betrage 20 Minuten pro Tag. Weiterhin benötige die Versicherte Hilfe bei
der Zerkleinerung der Nahrung, was nicht mehr alterstypisch sei. Neu sei deshalb eine
entsprechende behinderungsbedingte Hilfsbedürftigkeit anzuerkennen; der
entsprechende Mehraufwand betrage zehn Minuten pro Tag. Auch für die Körperpflege
benötige die Versicherte nach wie vor eine regelmässige erhebliche Dritthilfe. Der
behinderungsbedingte Mehraufwand belaufe sich auf 25 Minuten pro Tag. Sie trage
auch immer noch Windelhosen und sie benötige täglich ein Abführmittel. Einmal pro
Woche werde ihr ein Einlauf verabreicht. Drei- bis fünfmal täglich werde ein
Toilettentraining durchgeführt. Der behinderungsbedingte Mehraufwand im
Zusammenhang mit der Verrichtung der Notdurft betrage 60 Minuten pro Tag. In der
Wohnung könne sich die Versicherte nun selbständig fortbewegen. Im Freien und für
die Pflege gesellschaftlicher Kontakte sei sie aber weiterhin auf eine regelmässige
erhebliche Dritthilfe angewiesen. Rein körperlich könne sie sich zwar im Freien
selbständig fortbewegen. Sie habe aber oft kein Interesse, eine Treppe zu bewältigen,
weshalb sie regelmässig getragen werden müsse. Sie könne den Strassenverkehr nicht
einschätzen. Auf unebenem Terrain könne sie sich nur schlecht fortbewegen. Sie lebe
in ihrer eigenen Welt und meide Kontakte zu anderen Kindern. Ihr Spielverhalten sei
stereotyp. Auf die Beteiligung von Drittpersonen an einem Spiel reagiere sie aggressiv.
Sie spreche nur sehr einfache Sätze. Ihre Sprache sei eher undeutlich. Für die
Begleitung zu Therapien und Arztbesuchen sei durchschnittlich ein täglicher
Mehraufwand von 20 Minuten zu berücksichtigen. Weiterhin benötige sie eine
dauernde Behandlungspflege, wofür pro Tag ein Mehraufwand von (pauschal) zehn
Minuten zu berücksichtigen sei. Für die andauernde persönliche Überwachung sei eine
Pauschale von vier Stunden zu berücksichtigen. Der für einen allfälligen
Intensivpflegezuschlag massgebende behinderungsbedingte Mehraufwand belaufe
sich gesamthaft auf sieben Stunden und zehn Minuten pro Tag. Mit einer Verfügung
vom 26. Januar 2012 sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Wirkung ab dem 1. Juni
2011 (revisionsweise) eine Entschädigung bei einer Hilflosigkeit schweren Grades und
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(neu) einen Intensivpflegezuschlag bei einem massgebenden täglichen Mehraufwand
von mindestens sechs Stunden zu (IV-act. 174).
A.c Im November 2013 beantragten die Eltern der Versicherten die Zusprache eines
Assistenzbeitrages (IV-act. 214). Die IV-Stelle ermittelte anhand des
Computerprogramms „FAKT2“ (IV-act. 230) einen Assistenzbedarf von 32 Minuten pro
Tag für das An- und Auskleiden, von 20 Minuten pro Tag für „Positionswechsel“, von
fünf Minuten pro Tag für die Fortbewegung in der Wohnung, von zehn Minuten pro Tag
für Essen und Trinken, von 51 Minuten pro Tag für die Körperpflege, von 24 Minuten
pro Tag für die Verrichtung der Notdurft und von drei Minuten pro Tag für einen
„Zusatzaufwand“ bei den alltäglichen Lebensverrichtungen. Hinzu kamen sechs
Minuten pro Tag für die „Administration“ und 35 Minuten pro Tag für die
gesellschaftliche Teilhabe. Mit einer Verfügung vom 10. Juni 2014 sprach die IV-Stelle
der Versicherten für die Zeit ab dem Beginn „einer Pflegeleistung“ einen
Assistenzbeitrag von maximal 1’554.10 Franken pro Monat beziehungsweise von
maximal 17’095.10 Franken pro Jahr zu (IV-act. 240).
A.d Im August 2016 füllten die Eltern der Versicherten einen weiteren Fragebogen zur
Überprüfung der Hilflosenentschädigung aus (IV-act. 255). Sie gaben an, der
Gesundheitszustand ihrer Tochter sei unverändert geblieben. Im Vergleich zu gesunden
Gleichaltrigen habe die (behinderungsbedingte) Hilfsbedürftigkeit der Versicherten
zugenommen. Wenn sie überfordert sei, zeige sie ein aggressives Verhalten, was eine
immer grösser werdende Belastung darstelle. Der Kinderarzt Dr. B._ berichtete im
September 2016 (IV-act. 260), die Schere zu den Gleichaltrigen gehe bezüglich den
kognitiven Fähigkeiten und der Selbständigkeit immer weiter auseinander. Immer noch
komme es zu unerwarteten Aggressivitätsaktionen. Neu sei ein Aicardi-Goutières-
Syndrom diagnostiziert worden. Nach wie vor sei die Versicherte konstant
hilfsbedürftig. Die Probleme seien insgesamt weniger im physischen, sondern mehr im
psychischen und kognitiven Bereich zu verorten. Die Versicherte könne selber sitzen,
stehen und gehen. Sie benötige noch Abführmittel. Schwierigkeiten bestünden aber
insbesondere hinsichtlich der Kommunikation und der Interpretation des Verhaltens.
Besonders problematisch seien die aggressiven Ausbrüche. Zuhause schlage sie
tagtäglich, jeweils unvorhersehbar, ihren kleinen Bruder, was das Zusammenleben der
Familie stark belaste. Alle Abläufe müssten im Alltag vorgesagt werden. Im Januar
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2017 erfuhr die IV-Stelle (IV-act. 266), dass die Versicherte auf eine Anordnung der
KESB hin wegen „ungünstigen familiären Verhältnissen“ teilweise fremdplatziert
worden sei. Sie besuche nun tagsüber die Heilpädagogische Schule und übernachte
viermal pro Woche in der Stiftung E._. Am 18. Januar 2017 notierte eine
Sachbearbeiterin der IV-Stelle (IV-act. 267), die Kostengutsprache für die
Übernachtungen in der Stiftung E._ gelte vom 9. Januar 2017 bis mindestens am 31.
Juli 2017. Die Versicherte müsse deshalb nun als Heimbewohnerin qualifiziert werden,
da sie sich überwiegend in einem Heim aufhalte. Ab dem 1. Februar 2017 bestehe
folglich kein Anspruch mehr auf einen Assistenzbeitrag. Mit einer Verfügung vom 7.
März 2017 hob die IV-Stelle den Assistenzbeitrag per 31. Januar 2017 auf (IV-act. 277).
Bereits am 11. Januar 2017 hatte eine Abklärung der Hilfsbedürftigkeit in der Wohnung
der Eltern stattgefunden. Die Abklärungsbeauftragte der IV-Stelle notierte in ihrem
Abklärungsbericht (IV-act. 284–1 ff.), die Versicherte leide alle vier bis sechs Wochen
für jeweils ein, zwei Wochen an hohem Fieber. In diesen Phasen benötige sie eine
intensive Betreuung. Das Fieber müsse medikamentös möglichst tief gehalten werden,
da es sonst zu einem epileptischen Anfall komme. Hinsichtlich der Epilepsie sei die
Versicherte allerdings seit etwa einem Jahr medikamentös gut eingestellt.
Aussenstehende berichteten nur noch über etwa einen Anfall pro Monat. Die Mutter
beobachte die Versicherte aber dennoch täglich genau. In den alltäglichen
Verrichtungen habe die Versicherte zwischenzeitlich kleine Fortschritte erzielen können.
Sie habe zum Beispiel gelernt, schöner zu essen, und sie sei auch nicht mehr auf
Windeln angewiesen. Sie könne gut verständliche einfache Sätze von sich geben,
mitteilen, was sie möchte, und einfache Unterhaltungen führen. Beim An- und
Auskleiden erbringe sie weiterhin keine Eigenleistung. Der behinderungsbedingte
Mehraufwand betrage 30 Minuten pro Tag. Die Versicherte könne selbständig
aufstehen und absitzen, was sie während der Abklärung auch mehrfach demonstriert
habe. Das Aufstehen am Morgen sei jedoch weiterhin nicht ganz einfach. Die
Versicherte stehe nicht von sich aus auf, sondern müsse zum Aufstehen ermuntert und
angeleitet, teilweise überredet werden. Essen und trinken könne sie weitgehend
selbständig. Sie könne gut mit dem Messer und mit der Gabel umgehen und auch
selbständig aus einem Glas trinken. Bei der Körperpflege erbringe die Versicherte
weiterhin keine Eigenleistung. Der behinderungsbedingte Mehraufwand belaufe sich
auf 42 Minuten pro Tag. Die Notdurft könne sie dagegen nun weitgehend selbständig
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verrichten. Nach dem Stuhlgang müsse die Reinigung aber von einer Drittperson
durchgeführt werden. Ausserdem benötige die Versicherte einmal pro Woche einen
Einlauf. Der durchschnittliche tägliche Mehraufwand betrage 8,5 Minuten. Sie könne
sich grundsätzlich selbständig fortbewegen. Im Freien sei sie aber nach wie vor auf
eine ständige Begleitung angewiesen. Für die Begleitung zu Therapien und
Arztbesuchen falle ein behinderungsbedingter Mehraufwand von durchschnittlich 1,3
Minuten pro Tag an. Die Behandlungspflege benötige durchschnittlich sechs Minuten
pro Tag. Die Versicherte müsse nicht mehr so intensiv wie früher überwacht werden,
weshalb nur noch eine Überwachungspauschale von zwei Stunden zu berücksichtigen
sei. Der gesamte behinderungsbedingte Mehraufwand belaufe sich auf drei Stunden
und 28 Minuten pro Tag. Am 20. März 2017 machte die Mutter geltend (IV-act. 284–8
ff.), der Abklärungsbericht entspreche nicht in allen Punkten den tatsächlichen
Gegebenheiten. Sie selbst sei bei der Abklärung unter hohem Druck gestanden, da sie
die Fremdbetreuung ihrer Kinder habe organisieren müssen und am Folgetag selbst in
eine stationäre Therapie eingetreten sei, die der Behandlung ihrer „grossen
Erschöpfung“ gedient habe. Deshalb habe sie die Situation nicht umfassend und
teilweise wohl ungenau geschildert. Ihre Tochter könne sich nicht durchwegs
verständlich äussern, sondern falle teilweise in eine kleinkindliche Sprache zurück oder
verweigere die verbale Kommunikation vollständig. Bezüglich des im Abklärungsbericht
wiedergegebenen Tagesablaufs sei zu berücksichtigen, dass dieser einen Schultag
wiedergebe. Insgesamt liege die Versicherte aber etwa die Hälfte der Zeit mit hohem
Fieber im Bett. An den entsprechenden Tagen sei der Überwachungs- und
Pflegeaufwand sehr viel höher. Bezüglich des An- und Auskleidens habe sich seit der
letzten Abklärung nichts geändert. Auch die Mobilität sei nicht dauerhaft so gut, wie sie
im Abklärungsbericht geschildert werde. Rein körperlich sei die Versicherte zwar in der
Lage, aufzustehen und abzusitzen. Trotzdem benötige sie regelmässig Anweisungen
und Hilfestellungen. Ihre Bewegungsabläufe seien oft unkontrolliert. Sie falle oft hin,
wenn sie müde sei. Regelmässig sehe sie keinen Sinn im Aufstehen oder Absitzen; sie
interessiere sich nicht dafür. Dann benötige sie eine intensive verbale Aufmunterung
und Begleitung, was sehr viel Geduld erfordere. Der Mehraufwand betrage mindestens
20 bis 30 Minuten pro Tag. Bezüglich der Nahrungsaufnahme habe sich seit der letzten
Abklärung nichts geändert. Noch immer falle ein behinderungsbedingter Mehraufwand
von mindestens zehn Minuten pro Tag an. Jene Person, die der Versicherten das Essen
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richte, könne nicht gleichzeitig mit ihr beziehungsweise den anderen essen. Von der
Schule komme die Versicherte oft schmutzig nach Hause, weil dort wohl die Zeit für
eine ausreichende Reinigung nach der Verrichtung der Notdurft fehle. Die
entsprechende zusätzliche Intimpflege nehme täglich 20 Minuten in Anspruch. Für die
Abendtoilette benötige die Mutter 45 und nicht nur 30 Minuten. Die Versicherte könne
ihre Kleider nach dem Verrichten der Notdurft nicht selbst ordnen. Auch nach dem
Wasserlösen reinige sie sich oft ungenügend. Der behinderungsbedingte Mehraufwand
belaufe sich durchschnittlich auf 28,5 Minuten pro Tag. In Bezug auf die Begleitung zu
Therapien und Ärzten habe sich seit der letzten Abklärung nichts verändert. Auch
hinsichtlich der Behandlungspflege habe sich grundsätzlich nichts verändert. Nun
müsse allerdings öfter Fieber gemessen werden, was einen Zusatzaufwand von etwa
zwei Minuten pro Tag verursache. Die Versicherte müsse immer noch intensiv
überwacht werden, weshalb weiterhin eine Überwachungspauschale von vier Stunden
zu berücksichtigen sei. Insgesamt stelle die Betreuung der Versicherten einen „24
Stunden-Job“ dar; sie weiche ihrer Mutter kaum von der Seite und wolle ständig
beschäftigt werden. Die Abklärungsbeauftragte hielt am 18. April 2017 fest (IV-act.
287), die Heilpädagogische Schule habe für das Jahr 2017 nur zwei Absenzen (23./24.
Februar 2017) und für das Jahr 2016 gar keine Absenz angegeben. Das widerspreche
der Angabe der Mutter, dass die Versicherte etwa die Hälfte der Zeit mit hohem Fieber
im Bett liege. Für das An- und Auskleiden seien 15 Minuten weniger zu
berücksichtigen, weil die Versicherte keine Windeln mehr trage. Beim Aufstehen,
Absitzen und Abliegen sei höchstens noch eine sporadische Hilfe nötig. Bezüglich
Essen und Trinken hätten sowohl die Mutter als auch die Schule angegeben, dass die
Versicherte weitgehend selbständig sei. Allfällig notwendige Anweisungen begründeten
nicht eine Hilflosigkeit im Bereich von Essen und Trinken, sondern zählten zum
Überwachungsaufwand. Die Intimpflege nach dem Schulbesuch müsse lediglich
fünfmal pro Woche verrichtet werden und benötige gemäss der allgemeinen Erfahrung
nur fünf bis zehn Minuten. Der angerechnete Mehraufwand von 42 Minuten sei deshalb
korrekt. „Kulanterweise“ könne für die Reinigung nach dem Wasserlösen ein
Mehraufwand von sechs Minuten pro Tag berücksichtigt werden, weshalb der
behinderungsbedingte Mehraufwand in Bezug auf die Verrichtung der Notdurft
insgesamt 14,5 Minuten pro Tag betrage. Hinsichtlich des Überwachungsaufwandes
sei massgebend, dass keine ständige Interventionsbereitschaft mehr erforderlich sei.
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Gesamthaft betrachtet und unter Berücksichtigung der Angaben der Schule seien eine
Entschädigung wegen einer Hilflosigkeit schweren Grades und ein
Intensivpflegezuschlag bei einem Mehraufwand von mindestens sechs Stunden pro
Tag „klar“ nicht mehr ausgewiesen. Zur familiären Situation sei anzumerken, dass die
Borderline-Störung der Mutter und der Umstand, dass der Vater die Kinder geschlagen
habe, als invaliditätsfremde Faktoren zu qualifizieren seien, die nicht berücksichtigt
werden dürften.
A.e Mit einem Vorbescheid vom 25. April 2017 teilte die IV-Stelle der Rechtsvertreterin
der Versicherten mit, dass sie die Herabsetzung der Hilflosenentschädigung auf eine
Entschädigung bei einer Hilflosigkeit mittleren Grades und die Aufhebung des
Intensivpflegezuschlages vorsehe (IV-act. 288). Dagegen liess die Versicherte am 24.
Mai 2017 einwenden (IV-act. 293), bezüglich des Aufstehens, Absitzens und Abliegens
müsse auch die indirekte Hilfe berücksichtigt werden. Hinsichtlich des
behinderungsbedingten Mehraufwandes fehle es an einer relevanten
Sachverhaltsveränderung, die eine Kürzung rechtfertigen könnte. Die Versicherte
benötige auch immer noch eine intensive Überwachung, vor allem zum Schutz ihres
Bruders. Die IV-Stelle habe den telefonischen Angaben der Heilpädagogischen Schule
offenbar zu viel Gewicht beigemessen. Massgebend seien die Verhältnisse zuhause.
Die zuständige Betreuungsperson der Stiftung E._ gab am 12. Juni 2017 an (IV-act.
295–2 f.), die Versicherte benötige bei diversen alltäglichen Lebensverrichtungen eine
regelmässige indirekte Hilfe. Am 22. Juni 2017 verfügte die IV-Stelle die Herabsetzung
der Hilflosenentschädigung auf eine Entschädigung bei einer Hilflosigkeit mittleren
Grades und die Aufhebung des Intensivpflegezuschlages (IV-act. 297).
B.
B.a Am 24. August 2017 liess die Versicherte (nachfolgend: die Beschwerdeführerin)
eine Beschwerde gegen die Verfügung vom 22. Juni 2017 erheben (act. G 1). Ihre
Rechtsvertreterin beantragte die Aufhebung der Verfügung, die weitere Ausrichtung
einer Entschädigung bei einer Hilflosigkeit schweren Grades und eines
Intensivpflegezuschlages für einen Betreuungsaufwand von mindestens sechs Stunden
sowie eventualiter die Rückweisung der Sache zur weiteren Abklärung an die IV-Stelle
(nachfolgend: die Beschwerdegegnerin). Zur Begründung führte sie an, der
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massgebende Sachverhalt habe sich seit der letzten Revision der
Hilflosenentschädigung und des Intensivpflegezuschlages nicht erheblich verändert,
weshalb die Herabsetzung der Hilflosenentschädigung und die Aufhebung des
Intensivpflegezuschlages unzulässig seien. Die Beschwerdegegnerin habe im Bereich
des Aufstehens, Absitzens und Abliegens zudem nur geprüft, ob ein Bedarf nach
direkter Hilfe bestehe. Sie hätte aber auch die Frage prüfen müssen, ob die
Beschwerdeführerin diesbezüglich auf eine indirekte Hilfe angewiesen sei. Auch im
Bereich des Essens gehe es primär um die indirekte und nicht um die direkte Hilfe, die
die Beschwerdeführerin benötige. Bezüglich des behinderungsbedingten
Mehraufwandes sei festzuhalten, dass es sich bei den Zeitangaben im
Abklärungsbericht nicht um „Aussagen der ersten Stunde“ handle, da die
Abklärungsbeauftragte diese eigenständig festgesetzt und nicht etwa von der Mutter
der Beschwerdeführerin erfragt habe. Bezüglich der Problematik des Aufstehens am
Morgen mute es fast schon zynisch an, wenn die Beschwerdegegnerin ausführe, es sei
nicht ungewöhnlich, dass Kinder am Morgen nicht gerne aufstehen würden. Hier gehe
es nicht um allgemeine Motivationsanregungen, sondern um ein Kind mit einer
Mehrfachbehinderung, das aufgrund seiner kognitiven Einschränkungen den Sinn nicht
einsehe, am Morgen aufzustehen. Im Zusammenhang mit der Verrichtung der Notdurft
habe sich der behinderungsbedingte Mehraufwand vergrössert, seit die
Beschwerdeführerin keine Windeln mehr trage. Hinsichtlich der
Überwachungspauschale sei darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin nicht
nur immer wieder unvorhersehbar ihren Bruder schlage, sondern dass sie auch
Gegenstände zerstöre und Wände bemale. Die Stiftung E._ habe ebenfalls bestätigt,
dass die Beschwerdeführerin deshalb aufmerksam überwacht werden müsse.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 23. Oktober 2017 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 4). Zur Begründung führte sie aus, die Beschwerdeführerin sei seit
der letzten Revision selbständiger geworden, wodurch sich der Grad ihrer Hilflosigkeit
verringert habe. Damit liege ein Revisionsgrund vor. Den Ergänzungen der Mutter der
Beschwerdeführerin zum Abklärungsbericht komme nur ein geringer Beweiswert zu, da
sie diese erst zwei Monate nach der Abklärung nachgereicht habe. Als „Ausfluss des
Beweismasses der Aussage der ersten Stunde“ sei primär auf die Angaben im
Abklärungsbericht abzustellen. Seit der letzten Abklärung seien bezüglich der
alltäglichen Lebensverrichtung des Aufstehens, Absitzens und Abliegens die folgenden
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Veränderungen eingetreten: Die Bewegungsabläufe seien nicht mehr unkontrolliert; die
Beschwerdeführerin vergesse sich nicht mehr und falle deshalb auch nicht mehr vom
Stuhl. Aus einem Physiotherapiebericht gehe hervor, dass die Muskulatur stärker
geworden sei. Bezüglich des Aufstehens am Morgen sei darauf hinzuweisen, dass
auch ein nicht behindertes gleichaltriges Kind am Morgen selten motiviert sei,
aufzustehen und zur Schule zu gehen. Hier setze die „normale Elternarbeit“ ein. Auch
ein gesundes Kind könne noch nicht hinter allen Abläufen einen Sinn sehen und
insbesondere könne es nicht den Wert der Schule für das zukünftige Leben
abschätzen. Ausserdem neige die Mutter offenbar zu Übertreibungen, denn sie habe
regelmässige mehrtägige Absenzen angegeben, die Schule habe das aber nicht
bestätigt. Der Umstand, dass die Beschwerdeführerin zuhause offenbar mehr indirekte
Hilfe beim Essen als im Heim benötige, sei wohl auf eine mangelnde Autorität der
Mutter gegenüber dem Kind zurückzuführen. Erfahrungsgemäss hätten auch gesunde
Kinder ihre Essgewohnheiten noch nicht vollständig im Griff. Es sei gerade die Aufgabe
der Eltern, dies dem Kind beizubringen, damit insbesondere die bei Kindern verbreitete
Fettleibigkeit verhindert werden könne.
B.c Die Beschwerdeführerin liess am 6. Dezember 2017 an ihren Anträgen festhalten
(act. G 6). Auch die Beschwerdegegnerin hielt an ihrem Antrag fest (act. G 8).

Erwägungen
1.
Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin eine laufende
Hilflosenentschädigung revisionsweise herabgesetzt und einen Intensivpflegezuschlag
revisionsweise aufgehoben. Folglich handelt es sich bei der angefochtenen Verfügung
um eine Revisionsverfügung im Sinne des Art. 17 Abs. 2 ATSG. Das entsprechende
Revisionsverfahren hat nur die Frage zum Inhalt gehabt, ob sich der massgebende
Sachverhalt seit der letzten Revisionsverfügung vom 26. Januar 2012 erheblich
verändert hatte, denn die Revision im Sinne des Art. 17 ATSG bezweckt ausschliesslich
die Anpassung einer laufenden Dauerleistung an Sachverhaltsveränderungen, die nach
der letzten formell rechtskräftigen Leistungsfestsetzung eingetreten sind (RALPH
JÖHL, Die Revision nach Art. 17 ATSG, in: JaSo 2012, S. 153 ff.; ULRICH MEYER/
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MARCO REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichtes zum IVG, 3. Aufl. 2014,
Art. 30–31 N 10). Nicht zum Gegenstand jenes Revisionsverfahrens hat folglich die
Frage gehört, ob die Hilflosenentschädigung und der Intensivpflegezuschlag bei der
ursprünglichen Leistungszusprache und in früheren Revisionsverfahren materiell richtig
festgesetzt worden sind. Eine solche Überprüfung wäre nur in einem
Wiedererwägungsverfahren (vgl. Art. 53 Abs. 2 ATSG), aber nicht in einem
Revisionsverfahren (Art. 17 Abs. 2 ATSG) zulässig gewesen. Im vorliegenden Verfahren
ist deshalb ausschliesslich zu prüfen, ob sich die Hilflosigkeit und der für den
Intensivpflegezuschlag massgebende Betreuungsaufwand seit dem 26. Januar 2012 in
einer anspruchserheblichen Weise verändert haben.
2.
2.1 Aus den Akten geht eindeutig hervor, dass hinsichtlich der Hilflosigkeit der
Beschwerdeführerin in den Bereichen An- und Auskleiden, Körperpflege, Verrichtung
der Notdurft und Fortbewegung im Zeitraum zwischen dem 26. Januar 2012 und dem
22. Juni 2017 keine relevante Veränderung eingetreten ist. Das wird auch von den
Parteien übereinstimmend anerkannt.
2.2 Bezüglich des Aufstehens, Absitzens und Abliegens ist in der Verfügung vom 26.
Januar 2012 noch ein Bedarf nach einer regelmässigen und erheblichen Dritthilfe
anerkannt worden. Dem Abklärungsbericht, auf den sich jene Verfügung gestützt hat,
lässt sich entnehmen, dass die Beschwerdeführerin damals morgens kaum zum
Aufstehen hat bewegt werden können, obwohl sie rein körperlich in der Lage gewesen
ist, selbständig aufzustehen. Beim Absitzen sind ihre Bewegungsabläufe unkoordiniert
gewesen. Sie hat sich regelmässig vergessen und ist vom Tripp Trapp gefallen.
Bezüglich der allmorgendlichen Problematik hat sich augenscheinlich bis zum 22. Juni
2017 nichts geändert. Da vorliegend die Rechtmässigkeit einer Revisionsverfügung zu
prüfen ist, ist allein das entscheidend. Nicht massgebend ist dagegen, ob es
ursprünglich richtig gewesen ist, die Notwendigkeit der morgendlichen Anleitung und
Ermunterung als eine regelmässige und erhebliche Dritthilfe zu qualifizieren. Bezüglich
der unkoordinierten Bewegungsabläufe beim Absitzen (und wohl auch beim Aufstehen
von einer Sitzgelegenheit) scheint sich der relevante Sachverhalt nach dem 26. Januar
2012 verändert zu haben, denn im aktuellen Abklärungsbericht, auf den sich die
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angefochtene Verfügung vom 22. Juni 2017 stützt, werden keine unkoordinierten
Bewegungsabläufe mehr erwähnt. Die Abklärungsbeauftragte hat zudem mittels eines
„echten“ Augenscheins (statt nur mittels einer Befragung) feststellen können, dass die
Beschwerdeführerin selbständig absitzen und aufstehen konnte. Die Mutter hat
allerdings nachträglich angegeben, die Bewegungsabläufe der Beschwerdeführerin
seien (nach wie vor) unkontrolliert. Gerade wenn die Beschwerdeführerin müde sei, falle
sie oft hin. Am Tag der Abklärung sei sie sehr ausgeruht gewesen, was zur Folge
gehabt habe, dass sie überdurchschnittlich sicher auf den Beinen gewesen sei. Im
Schnitt sei sie weniger mobil. Diese Ausführungen sind nachvollziehbar und
überzeugend. Die Mutter der Beschwerdeführerin hat diese Ergänzungen zwar erst
rund zwei Monate nach der Abklärung in ihrer Wohnung gemacht, aber das bedeutet
nicht, dass diese bloss „nachgeschoben“ worden wären, denn die Mutter hat sich am
Tag nach der Abklärung in eine stationäre psychiatrische Behandlung begeben
müssen, was es ihr nachvollziehbarerweise verunmöglicht hat, sich früher zum
Abklärungsbericht zu äussern. Aus dem Umstand, dass die Ergänzungen erst nach der
Abklärung angebracht worden sind, lässt sich also nicht ableiten, dass diese nur einen
geringen Beweiswert haben könnten. Ausserdem wäre es juristisch unzulässig, die
Angaben im Abklärungsbericht als „Aussagen der ersten Stunde“ der Mutter zu
qualifizieren. Der Abklärungsbericht enthält nämlich nur eine paraphrasierte
Wiedergabe der – nach Ansicht der Abklärungsperson – wesentlichen Inhalte des
Abklärungsgesprächs. Diese ist zudem mit eigenen Wertungen der Abklärungsperson
vermengt, die sich nicht nur auf eine Berichterstattung beschränkt, sondern gleich auch
noch eine juristische Würdigung von verschiedenen Angaben vorgenommen hat. Als
eine „Aussage der ersten Stunde“ der Mutter könnte nur eine wortwörtliche
Wiedergabe der Aussagen der Mutter qualifiziert werden. Der Abklärungsbericht enthält
aber kein solches echtes Gesprächsprotokoll. Nur schon aus diesem Grund kann er
keinen Anspruch auf eine besonders hohe Authentizität hinsichtlich der Aussagen der
Mutter der Beschwerdeführerin für sich in Anspruch nehmen. Aus den
Physiotherapieberichten kann ebenfalls keine wesentliche Veränderung hinsichtlich der
für das Absitzen und Aufstehen notwendigen Fähigkeiten abgeleitet werden: Der
aktuellste Physiotherapiebericht für das Schuljahr 2016/2017 (IV-act. 299) enthält zwar
den Hinweis, dass beim Bücken Fortschritte in der Rumpf- und Beinkraft zu sehen
seien. Die Behauptung der Beschwerdegegnerin, die Beschwerdeführerin könne laut
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jenem Bericht Abläufe selbständig wahrnehmen und sie sei in ihrem muskulären
Aufbau kräftiger geworden (vgl. act. G 4), findet in jenem Bericht aber keine Stütze.
Anhand der Akten lässt sich folglich eine massgebliche Veränderung des relevanten
Sachverhaltes in Bezug auf die Fähigkeit der Beschwerdeführerin, selbständig
abzusitzen und aufzustehen, nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit belegen. Die Akten belegen allerdings auch nicht
mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit, dass der
Sachverhalt diesbezüglich unverändert geblieben wäre. Mit anderen Worten kann die
Frage nach einer relevanten Sachverhaltsveränderung in Bezug auf die Fähigkeit der
Beschwerdeführerin, selbständig abzusitzen und aufzustehen, nicht beantwortet
werden, weil sich der Sachverhalt diesbezüglich als ungenügend abgeklärt erweist. Die
angefochtene Verfügung ist also in Verletzung der Untersuchungspflicht (Art. 43 Abs. 1
ATSG) ergangen, weshalb sie als rechtswidrig aufzuheben ist. Die Sache ist zur
Vervollständigung der Sachverhaltsabklärung an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Diese wird systematisch alle in Bezug auf die Fähigkeit der
Beschwerdeführerin, selbständig abzusitzen und aufzustehen, massgebenden Akten
sammeln, das heisst namentlich entsprechende Angaben von Dr. B._, von der
behandelnden Physiotherapeutin, von der Schule und vom Heim, in dem sich die
Beschwerdeführerin während fünf Tagen pro Woche aufhält, einholen, und
anschliessend den Sachverhalt erneut an Ort und Stelle abklären. Im entsprechenden
Abklärungsbericht wird die Abklärungsbeauftragte ihre Fragen und die Antworten der
Auskunftsperson (der Mutter oder anderer Betreuungspersonen) wortwörtlich
festhalten. Anschliessend wird die Beschwerdegegnerin erneut prüfen, ob sich die
Fähigkeit der Beschwerdeführerin, selbständig abzusitzen und aufzustehen, seit Januar
2012 massgebend verändert hat.
2.3 Im Januar 2012 hat die Beschwerdeführerin noch Hilfe bei der Zerkleinerung der
Nahrung benötigt, weshalb in der Verfügung vom 26. Januar 2012 eine Hilflosigkeit
bezüglich der alltäglichen Lebensverrichtung des Essens anerkannt worden ist. Das ist
im Zeitpunkt der Eröffnung der angefochtenen Verfügung vom 22. Juni 2017 nicht mehr
der Fall gewesen: Die Beschwerdeführerin hat nur noch bei „groben“ oder „zähen“
Nahrungsmitteln eine direkte Hilfe benötigt, wie sich dem Abklärungsbericht und den
Ergänzungen der Mutter entnehmen lässt. Diesbezüglich hat sich der relevante
Sachverhalt also massgebend verändert. Das bedeutet aber nicht, dass die
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Beschwerdeführerin nun in der alltäglichen Lebensverrichtung des Essens nicht mehr
hilflos wäre, denn bereits ein Bedarf nach einer erheblichen und regelmässigen
Dritthilfe in nur einer Teilverrichtung oder bezüglich nur eines Teilaspektes einer
alltäglichen Lebensverrichtung stellt eine anspruchsbegründende Hilflosigkeit dar, wie
die Beschwerdegegnerin zu Recht festgehalten hat. Nicht nur ein Bedarf nach einer
direkten, sondern auch ein Bedarf nach einer indirekten Dritthilfe kann eine Hilflosigkeit
im Sinne des Art. 9 ATSG sein. Ein anspruchsbegründender Bedarf nach einer
indirekten Dritthilfe liegt gemäss den zutreffenden Ausführungen der
Beschwerdegegnerin vor, wenn die versicherte Person bei einer alltäglichen
Lebensverrichtung persönlich überwacht, zum Handeln angehalten oder von
schädigenden Handlungen abgehalten werden muss, selbst wenn sie rein körperlich in
der Lage wäre, die entsprechende Lebensverrichtung selbständig zu tätigen. Die
Mutter hat anlässlich der Abklärung angegeben, dass die Beschwerdeführerin nicht
wisse, wann es genug sei. Die Eltern könnten aber gleichzeitig mit der
Beschwerdeführerin essen. In ihrer Stellungnahme zum Abklärungsbericht hat sie
ergänzend dargelegt, dass nicht alle Familienmitglieder gleichzeitig essen könnten, da
jene Person, die der Beschwerdeführerin das Essen richten und diese anleiten müsse,
erst später am Familientisch essen könne. Die Anleitung sei erforderlich, weil die
Beschwerdeführerin ansonsten nicht selbständig essen würde. Sie verstehe kognitiv
nicht, dass es Zeit fürs Essen sei. Auch bei Lärm oder Ablenkung esse sie nicht. Die
zuständige Betreuungsperson der Stiftung E._ hat zwar angegeben, dass die
Beschwerdeführerin gut und selbständig esse. Sie hat aber die „Esssituation“ als „sehr
strukturiert“ bezeichnet und eingeräumt, sie könne sich gut vorstellen, dass die
Beschwerdeführerin in der Familiensituation ein anderes Verhalten zeige. Ausserdem
hat sie darauf hingewiesen, dass „selbstverständlich immer“ verschiedene
Betreuungspersonen mit am Tisch sässen. Die Situation im Heim kann folglich nicht mit
jener zuhause verglichen werden, denn im familiären Kontext stellt sich die
„Esssituation“ in aller Regel längst nicht so strukturiert wie in einem Heim dar. Gesunde
Kinder im Alter der Beschwerdeführerin können sich auch in einem unstrukturierten
Kontext selbständig ernähren; sie müssen lediglich zu Tisch gerufen werden. Darauf
können sich die Eltern der Beschwerdeführerin offensichtlich nicht beschränken. Die
Frage, ob die Beschwerdeführerin aber eine Anleitung und Überwachung beim Essen
und Trinken benötigt, die als eine regelmässige und erhebliche (indirekte) Dritthilfe zu
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qualifizieren ist, lässt sich anhand der vorhandenen Akten nicht mit dem erforderlichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit beantworten. Auch diesbezüglich
wird die Beschwerdegegnerin weitere Abklärungen anhand der in der E. 2.2 (in fine)
geschilderten Methode tätigen müssen.
3.
3.1 Auch in Bezug auf den für den Intensivpflegezuschlag massgebenden
behinderungsbedingten Mehraufwand ist im vorliegenden Verfahren nur zu prüfen, ob
sich dieser seit dem 26. Januar 2012 massgebend verändert hat. Hinsichtlich des
groben Tagesablaufs sind keine wesentlichen Änderungen zu verzeichnen (vgl. IV-act.
284–2 mit IV-act. 163–2). In Bezug auf die einzelnen Hilfestellungen hat sich der
relevante Sachverhalt allerdings in der Zeit zwischen dem 26. Januar 2012 und dem 22.
Juni 2017 in verschiedener Hinsicht verändert: Beim An- und Auskleiden entfällt ein Teil
des Aufwandes, weil die Beschwerdeführerin keine Windeln mehr trägt. Umgekehrt
besteht aber keine Rechtfertigung mehr für einen „altersentsprechenden Abzug“ von
vier Minuten. Die Beschwerdegegnerin hat den Aufwand für den (nicht mehr
notwendigen) Windelwechsel auf 15 Minuten geschätzt. Den Akten lässt sich nicht
entnehmen, worauf diese Schätzung beruht. Zuverlässigere Angaben hierzu finden sich
in den Akten nicht. Der für das An- und Auskleiden massgebende
behinderungsbedingte Mehraufwand lässt sich deshalb nicht mit dem erforderlichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststellen. Da nicht überwiegend
wahrscheinlich feststeht, ob der Aufwand hinsichtlich des Aufstehens, Absitzens und
Abliegens unverändert geblieben ist, lässt sich auch der diesbezügliche
behinderungsbedingte Mehraufwand nicht zuverlässig ermitteln. Für die Bezifferung
des behinderungsbedingten Mehraufwandes muss zuerst mit dem erforderlichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehen, ob die
Beschwerdeführerin überhaupt eine regelmässige und erhebliche Dritthilfe beim Essen
benötigt. Auch dieser Teil des behinderungsbedingten Mehraufwandes steht folglich
nicht überwiegend wahrscheinlich fest. Für die Körperpflege muss aus zwei Gründen
ein höherer behinderungsbedingter Mehraufwand als noch im Januar 2012
berücksichtigt werden: Erstens benötigen gesunde zwölfjährige Kinder – anders als
siebenjährige Kinder – keine Unterstützung mehr bei der Körperpflege und zweitens
gestaltet sich die Körperpflege eines zwölfjährigen Kindes in jedem Fall aufwendiger als
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jene eines siebenjährigen Kindes (z.B. häufigeres Duschen). Das hat die
Beschwerdegegnerin anerkannt, denn sie hat im Rahmen der angefochtenen
Verfügung einen höheren Mehraufwand als noch bei der Verfügung im Januar 2012
berücksichtigt, nämlich 42 statt 25 Minuten. Die Mutter der Beschwerdeführerin hat
allerdings geltend gemacht, dass sie noch mehr Zeit benötige, nämlich zusätzlich 20
Minuten pro Tag für die Intimwäsche nach der Schule und abends 45 statt 30 Minuten.
Das ist grundsätzlich glaubwürdig. Wie hoch der genaue behinderungsbedingte
Mehraufwand aber tatsächlich ist, lässt sich anhand der Akten nicht mit dem
erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit beantworten.
Hinsichtlich der Verrichtung der Notdurft hat sich der behinderungsbedingte
Mehraufwand seit Januar 2012 erheblich reduziert, denn der Toilettengang muss nicht
mehr geübt werden. Neu beschränkt sich der Aufwand auf die Nachreinigung nach der
Verrichtung der Notdurft; der Aufwand im Zusammenhang mit dem nach wie vor
erforderlichen wöchentlichen Einlauf ist dagegen unverändert geblieben. Die
Beschwerdegegnerin hat zunächst nur den Aufwand für den wöchentlichen Einlauf plus
lediglich zwei Minuten pro Tag für die Reinigung nach dem Stuhlgang berücksichtigt.
Nachdem die Mutter eingewendet hatte, dass auch nach dem Wasserlösen eine
Reinigung erforderlich sei, hat sie „kulanterweise“ einen entsprechenden zusätzlichen
Mehraufwand von sechs Minuten pro Tag berücksichtigt. Dem
Sozialversicherungsrecht ist jede Form von Kulanz fremd, denn eine solche liesse sich
weder mit dem Legalitätsprinzip noch mit dem Gleichbehandlungsgebot vereinbaren.
Trotzdem ist der entsprechende Mehraufwand zu berücksichtigen, denn die
entsprechenden Angaben der Mutter sind überzeugend, weshalb mit dem
erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststeht, dass im
Zeitpunkt der Eröffnung der angefochtenen Verfügung vom 22. Juni 2017 nach wie vor
ein behinderungsbedingter Mehraufwand im Zusammenhang mit dem Wasserlösen
angefallen ist. Wie hoch der gesamte behinderungsbedingte Mehraufwand im
Zusammenhang mit der Verrichtung der Notdurft genau gewesen ist, lässt sich
dagegen angesichts der divergierenden Angaben in den Akten nicht mit dem
erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit bestimmen.
Hinsichtlich des Mehraufwandes im Zusammenhang mit der Begleitung der
Beschwerdeführerin zu Arztbesuchen oder Therapien ist keine relevante
Sachverhaltsveränderung ersichtlich, weshalb dafür nach wie vor ein Mehraufwand von
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20 Minuten pro Tag zu berücksichtigen ist. Dasselbe gilt auch in Bezug auf die
Behandlungspflege (zehn Minuten pro Tag). Zusammenfassend wird die
Beschwerdegegnerin im Zuge der weiteren Abklärungen also auch die Fragen zu
beantworten haben, wie hoch der jeweilige behinderungsbedingte Mehraufwand im
Zusammenhang mit dem An- und Auskleiden, mit dem Aufstehen, Absitzen und
Abliegen, mit dem Essen, mit der Körperpflege und mit der Verrichtung der Notdurft
genau gewesen ist. Diese Abklärungen wird sie ebenfalls anhand der in der E. 2.2 (in
fine) geschilderten Methode tätigen.
3.2 Bezüglich der persönlichen Überwachung hat sich der massgebende Sachverhalt
im Zeitraum zwischen dem 26. Januar 2012 und dem 22. Juni 2017 massgebend
verändert, denn die Häufigkeit der epileptischen Anfälle hat infolge einer optimalen
medikamentösen Einstellung erheblich abgenommen. Im Januar 2012 hatte noch von
einer besonders intensiven Überwachung ausgegangen werden müssen, weil die
Beschwerdeführerin immer wieder Krampfanfälle mit Bewusstlosigkeit und
Sauerstoffmangel erlitten hatte, bei denen eine sofortige Intervention notwendig
gewesen war. Bereits damals hatte zwar auch die Fremdgefährdung insbesondere des
Bruders einen Überwachungsbedarf begründet, aber diese hatte nur einen Teil des
gesamten Überwachungsbedarfs ausgemacht. Im Zeitpunkt der Eröffnung der
angefochtenen Verfügung vom 22. Juni 2017 ist ein deutlich geringerer
Überwachungsbedarf in Bezug auf eine mögliche Selbstgefährdung erforderlich
gewesen. Eine Überwachung ist hauptsächlich noch wegen der Fremdgefährdung
notwendig gewesen. Diese kann gesamthaft nicht mehr als besonders intensiv,
sondern nur noch als dauernd erforderlich qualifiziert werden, was eine Reduktion der
Überwachungspauschale auf zwei Stunden zur Folge hat.
4.
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung vom 22. Juni
2017 also aufzuheben und die Sache ist zur weiteren Abklärung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Diese wird bezüglich der Fähigkeit der
Beschwerdeführerin, selbständig abzusitzen und aufzustehen, bezüglich der Frage
nach dem Bedarf einer erheblichen und regelmässigen (indirekten) Dritthilfe beim Essen
und bezüglich des behinderungsbedingten Mehraufwandes im Zusammenhang mit
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dem An- und Auskleiden, mit dem Aufstehen, Absitzen und Abliegen, mit dem Essen,
mit der Körperpflege und mit der Verrichtung der Notdurft systematisch die
massgebenden Akten sammeln, das heisst namentlich entsprechende Angaben von
Dr. B._, von der behandelnden Physiotherapeutin, von der Schule und vom Heim
einholen, und anschliessend den Sachverhalt erneut an Ort und Stelle abklären. Im
entsprechenden Abklärungsbericht wird die Abklärungsbeauftragte ihre Fragen und die
Antworten der Auskunftsperson (der Mutter oder anderer Betreuungspersonen)
wortwörtlich festhalten. Nach dem Abschluss der Sachverhaltsabklärung wird die
Beschwerdegegnerin erneut über eine allfällige Anpassung der Hilflosenentschädigung
und des Intensivpflegezuschlages verfügen. Hinsichtlich der Kosten- und
Entschädigungsfolgen ist dieser Verfahrensausgang rechtsprechungsgemäss als ein
vollständiges Obsiegen der Beschwerdeführerin zu qualifizieren. Die Gerichtskosten
sind folglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen; der Beschwerdeführerin wird der
von ihr geleistete Kostenvorschuss zurückerstattet. Die Beschwerdegegnerin hat der
Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung auszurichten. Diese ist angesichts des
durchschnittlichen erforderlichen Vertretungsaufwandes praxisgemäss auf 3’500
Franken (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.