Decision ID: 2324df2d-5fac-48a1-9c84-523d1a50240c
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Simone Schmucki, Marktgasse 3,
9004 St. Gallen,
gegen
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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
IV-Leistungen
Sachverhalt:
A.
A.a Nach Früherfassung vom 16. Februar 2009 meldete sich A._ am 16. März 2009
erneut für Massnahmen der beruflichen Eingliederung bei der Invalidenversicherung an.
Als gesundheitliche Beeinträchtigung gab sie einen Status nach Wirbelsäulenoperation,
chronische Schlaflosigkeit, arterielle Hypertonie, Herzrhythmusstörungen sowie
Stoffwechselstörungen an (act. G 4.1/58). Ihr letztes Arbeitsverhältnis mit der B._, wo
sie in einem 80 %-Pensum seit 1999 die Leitung der Hilfe und Betreuung zu Hause
(Koordination) innehatte, wurde von der Arbeitgeberin per Ende 2008 aus
wirtschaftlichen Gründen gekündigt. Ausserdem wurde sie am 3. Oktober 2008 per
sofort von der Arbeit freigestellt (act. G 4.1/75.1 ff und 75.23). Dr. med. C._,
Gesundheitsmanagement und Psychosomatik, gab in seinem Bericht vom 8. Mai 2009
an, die Versicherte leide seit Oktober 2008 an einer mittelgradigen depressiven Episode
mit somatischem Syndrom bei Zustand nach Mobbing. Ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit bestehe zudem eine Insulinresistenz mit Neigung zu diabetogener
Stoffwechsellage unter dem gegenwärtigen Dauerstress. In der zuletzt ausgeübten
Tätigkeit bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit seit 25. Oktober 2008 bis auf
Weiteres (act. G 4.1/88).
A.b Auf Anregung des RAD Ostschweiz fand am 6. und 7. August 2009 eine
rheumatologisch-psychiatrische Begutachtung durch Dr. med. D._, Facharzt für
Rheumatologie und Innere Medizin FMH, Manuelle Medizin SAMM, Ultraschall am
Bewegungsapparat SGUM, sowie Dr. med. E._, Spezialarzt FMH für Psychiatrie und
Psychotherapie, statt. Im entsprechenden Bericht vom 6. November 2009
diagnostizierten die Experten (mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit) ein intermittierendes
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Cervicovertebralsyndrom (M54.2) bei/mit anamnestisch cervicocephaler Komponente
(M53), Status nach Dekompression und Fusion HWK 5/6 wegen Diskushernie 2006,
aktuell geringem klinischem Korrelat, sowie eine nichtorganische Insomnie (F51.0) seit
2003 und eine depressive Episode, aktuell leicht bis mittelgradig (F32.0/F32.1) seit
Oktober 2008. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierten die Gutachter
unter anderem subklinische Femoropatellararthrosen (M22.22) und ein anamnestisch
intermittierendes Lumbovertebralsyndrom (M54.5). Aus rein rheumatologischer Sicht
sei die Versicherte sowohl in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit, wie in allen anderen
körperlich leicht belastenden Tätigkeiten mit der Möglichkeit zu Wechselpositionen
100 % arbeitsfähig. In Anbetracht der beginnenden Abnützungserscheinungen wären
Tätigkeiten ohne Überbelastung der Kniegelenke beispielsweise durch Treppensteigen,
Gehen in unebenem Gelände oder Arbeit in knienden Körperpositionen zu 100 %
zumutbar. Von psychiatrischer Seite her bestehe demgegenüber in der zuletzt
ausgeübten Tätigkeit als Koordinatorin eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um
25 %. Aus heutiger Sicht sei eine rund achtstündige Tätigkeit mit rund 25 %
verminderter Arbeitsleistung in einem adaptierten Tätigkeitsbereich, in dem nicht allzu
extreme Belastungsspitzen auftreten, die Arbeit eingeteilt werden kann und nicht allzu
hohe Anforderungen an die geteilte Aufmerksamkeit bestehen, vorstellbar. Eine
stufenweise Steigerung der Arbeitsfähigkeit sei eventuell möglich [act.
G 4.1/108.25 ff.]).
A.c Mit Vorbescheid vom 20. Januar 2010 teilte die IV-Stelle St. Gallen der Versicherten
mit, bei einer Einschränkung von 25 % in einer leidensadaptierten Tätigkeit bestehe
zwar grundsätzlich Anspruch auf Arbeitsvermittlung, die Versicherte habe eine solche
jedoch mit Schreiben vom 21. Dezember 2009 abgelehnt. Ein Rentenanspruch bestehe
nicht (act. G 4.1/122). Da kein Einspruch erfolgte, verfügte die IV-Stelle am 8. März
2010 wie angekündigt (act. G 4.1/123).
A.d Nachdem die Versicherte durch ihre Rechtsvertreterin Beschwerde einreichen liess,
widerrief die IV-Stelle die Verfügung am 9. Juli 2010 und kündigte weitere Abklärungen
an (act. G 4.1/144). Nach Einholen neuer Berichte bei den behandelnden Ärzten (Dr.
med. F._, FMH spez. Hormonkrankheiten und Diabetes; Dr. med. G._, FMH Innere
Medizin und Kardiologie und Hausarzt der Versicherten) erachtete der RAD den
Gesundheitszustand als unverändert gegenüber dem Gutachten vom November 2009.
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Die im Gutachten attestierte Arbeitsfähigkeit könne weiterhin bestätigt werden (act.
G 4.1/161.2). Der Berufsberater erachtete die gewünschte Umschulung zur Case
Managerin als nicht zielführend, da der Versicherten die persönlichen Voraussetzungen
dazu fehlen würden (act. G 4.1/163).
A.e Mit einem weiteren Vorbescheid vom 17. Februar 2011 stellte die IV-Stelle
St. Gallen der Versicherten erneut die Abweisung des Gesuchs um berufliche
Massnahmen wie auch um eine Invalidenrente in Aussicht (act. G 4.1/170). Mit
Einspruch vom 25. März 2011 machte die Rechtsvertreterin im Wesentlichen geltend,
es fehle wiederum ein Einkommensvergleich. Zudem seien keine Abklärungen in Bezug
darauf vorgenommen worden, ob die vom psychiatrischen Gutachter bestätigte
Einschränkung von 25 % in der Arbeitsfähigkeit eine Invalidität begründe. Es sei davon
auszugehen, der Gutachter habe eine 25 %ige Erwerbsunfähigkeit attestieren wollen,
und zwar in einem Ausmass, das nicht überwindbar sei. Aus dem bisherigen
Sachverhalt ergebe sich lediglich, dass die Versicherte seit langem nicht mehr zu
100 % arbeiten könne, was nicht lebensgestalterische sondern gesundheitliche Gründe
habe (act. G 4.1/171.1 f.). Mit Verfügung vom 11. April 2011 wies die IV-Stelle die
beantragte Umschulung wie auch Rentenleistungen wie angekündigt ab. Hinsichtlich
der vom psychiatrischen Gutachter gestellten Diagnosen gälten die für die
somatoformen Schmerzstörungen entwickelten Kriterien, die vorliegend nicht erfüllt
seien. Weiter enthalte der Vorbescheid Argumente, weshalb keine
invaliditätsbegründende Erwerbseinbusse vorliege. Selbst eine massliche Berechnung
des Invaliditätsgrades ergebe nur einen Wert von 0,5 %. Dabei sei für das
Valideneinkommen auf das zuletzt erzielte Einkommen bei der B._ (Fr. 77'004.--
[80 %]), für das Invalideneinkommen auf den Tabellenlohn (Fr. 76'612.-- [Durchschnitt
Anforderungsniveau 2 und 3, 100 %]) abzustellen (act. G 4.1/172).
A.f Mit Schreiben vom 20. April 2011 machte die Rechtsvertreterin eine
Verschlechterung des Gesundheitszustands geltend. Die Versicherte habe nun
zunehmende kardiale Probleme entwickelt und sei deswegen in Behandlung. Parallel
zu den Blutdruckkrisen habe sich auch die psychische Verfassung verschlechtert (act.
G 4.1/173). Am 11. Mai 2011 teilte die IV-Stelle mit, dass sie an der Verfügung festhalte
(act. G 4.1/174).
B.
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B.a Gegen die Verfügung vom 11. April 2011 richtet sich die vorliegende Beschwerde
vom 30. Mai 2011 mit dem Antrag auf Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Die
Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, die gesetzlich vorgesehenen Leistungen zu
erbringen. Insbesondere werde um Gewährung einer Umschulung ersucht. Zur
Begründung wird im Wesentlichen vorgebracht, die Beschwerdeführerin sei bereits in
ihrer angestammten Tätigkeit bei der B._ aus gesundheitlichen Gründen nur zu 80 %
arbeitsfähig gewesen. Die eingeschränkte Belastbarkeit aus somatischen Gründen sei
damit im innegehabten Pensum bereits berücksichtigt gewesen. Dies stimme mit dem
Gutachten überein, wonach die Beschwerdeführerin wegen vermehrten Pausenbedarfs
für die Einnahme von Wechselpositionen um 10 % - 20 % eingeschränkt sei. Wenn der
rheumatologische Gutachter trotzdem von einer 100 %-igen Arbeitsfähigkeit in einer
angepassten Tätigkeit ausgehe, widerspreche dies den zuvor gemachten Äusserungen.
Richtig gewertet ergebe sich eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (aus
rheumatologischen Gründen) um 20 %. Ebenfalls Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe
gemäss Gutachten die Insomnie, die sich ab 2003 deutlich manifestiert habe. Zwar
billigten die Gutachter dieser Diagnose eine Einschränkung auf die Arbeitsfähigkeit zu,
doch werde auf die Höhe der Einschränkung nicht Bezug genommen. Dies sei näher
abzuklären. Zum Einkommensvergleich macht die Rechtsvertreterin geltend, die
Beschwerdeführerin hätte im (vollständigen) Validenfall nach 1996 zu 100 % gearbeitet.
Da sie aber ab 1999 mit der Annahme eines 80 %-Pensums ein
rentenausschliessendes Einkommen habe erzielen können, habe sie im Folgenden
keine Ansprüche gegenüber der Beschwerdegegnerin geltend gemacht. Das von der
Beschwerdegegnerin verwendete Valideneinkommen von Fr. 77'004.-- sei demzufolge
auf Fr. 96'225.-- (richtig: Fr. 96'255.--) hochzurechnen. Für das Invalideneinkommen sei
auf Niveau 2 (richtig wohl: 4) abzustellen, fehle doch der Beschwerdeführerin die für
Niveau 3 notwendige berufsspezifische Ausbildung, über die sie nur für den
Pflegeberuf und die medizinische Praxisassistenz verfüge. Die Beschwerdeführerin
könne erst mit abgeschlossener Ausbildung zur Case Managerin dem Niveau 3
zugeordnet werden. Zusammenfassend seien weitere Abklärungen zur Entwicklung des
psychischen Gesundheitszustands und der Schlafstörungen ab 2003 vorzunehmen
(act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 10. August 2011 beantragt die Verwaltung Abweisung
der Beschwerde. Der rheumatologische Gutachter habe festgehalten, dass die
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Beschwerdeführerin aus rheumatologischer Sicht in der bisherigen Tätigkeit bei der
B._ zu 100 % arbeitsfähig sei und auch für andere adaptierte Tätigkeiten eine volle
Arbeitsfähigkeit bestehe. Angesichts der wenig ausgeprägten Befunde am Be
wegungsapparat sei dies plausibel. Nicht nachvollziehbar sei hingegen, dass der
rheumatologische Gutachter an anderer Stelle festgehalten habe, die Tätigkeit als
medizinische Sekretärin sei aus rheumatologischer Sicht wegen des vermehrten
Pausenbedarfs (nur) zu 80 % zumutbar. Aus den neuen Arztberichten ergäben sich
keine Hinweise, die auf eine relevante Veränderung des Gesundheitszustandes seit der
bidisziplinären Begutachtung schliessen liessen. Bei der angestammten Tätigkeit bei
der B._ habe es sich um eine in somatischer Hinsicht optimal angepasste Tätigkeit
gehandelt. Von Seiten des Bewegungsapparates sei die Beschwerdeführerin nicht an
der Ausübung eines Vollzeitpensums gehindert gewesen. Die psychiatrischen
Diagnosen vermöchten mangels invalidisierender Wirkung ebenfalls keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu bewirken. Entgegen der Ansicht der
Beschwerdeführerin lasse sich nicht nachweisen, dass sie aus gesundheitlichen
Gründen bloss 80 % gearbeitet habe. Am Einkommensvergleich sei festzuhalten. Bei
einem Invaliditätsgrad von 0,5 % bestehe weder ein Umschulungs- noch ein
Rentenanspruch (act. G 4).
B.c Mit Replik vom 17. Oktober 2011 hält die Beschwerdeführerin an den Anträgen
fest. Gemäss bidisziplinärem Gutachten betrage die Arbeitsfähigkeit aus
rheumatologischer Sicht 80 %, aus psychiatrischer Sicht 75 %. Es sei beim
behandelnden Psychiater und allenfalls gutachterlich abzuklären, ob die psychischen
Beschwerden überwindbar seien bzw. der Beschwerdeführerin trotz Beschwerden eine
Arbeitstätigkeit zugemutet werden könne. Unter Annahme einer 100 %-Tätigkeit im
Validenfall, der Zugrundelegung der richtigen Qualifikation (geringe Ausbildung) sowie
eines Leidensabzugs von 10 % ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 46 % (act. G 8). Die
Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 10).

Erwägungen:
1.
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1.1 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente besteht gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie wenigstens zu 60 % invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50 % vor,
wird eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % eine
Viertelsrente zugesprochen. Eine Invalidität von weniger als 40 % wird von der
Invalidenversicherung rentenmässig nicht entschädigt. Versicherte Personen haben
Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung
infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich
erhalten oder verbessert werden kann (Art. 17 Abs. 1 IVG). Dabei wird u.a. ein
invaliditätsbedingter Minderverdienst von rund 20 % vorausgesetzt (BGE 130 V 488 E.
4.2 S. 489 f.; SVR 2010 IV Nr. 52 S. 160, 9C_125/2009 E. 4.5 mit Hinweisen).
1.2 Um den Grad der Arbeitsunfähigkeit, der Erwerbsunfähigkeit und der Invalidität
bemessen zu können, sind Verwaltung und Gericht auf Unterlagen angewiesen, die
ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben.
Aufgabe der ärztlichen Sachverständigen ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen
und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten
die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen).
Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden
ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
2.
2.1 Vorliegend stützt sich die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen auf das
Gutachten der Dres. D._ und E._ vom 6. November 2009. Diese diagnostizierten
(mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit) ein intermittierendes Cervicovertebralsyndrom
(M54.2) bei/mit anamnestisch cervicocephaler Komponente (M53.0), Status nach
Dekompression und Fusion HWK 5/6 wegen Diskushernie 2006 und aktuell geringem
klinischen Korrelat. Psychiatrischerseits wurde eine nichtorganische Insomnie (F51.0)
seit 2003 sowie eine depressive Episode, aktuell leicht bis mittelgradig (F32.0/F32.1),
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bestehend seit Oktober 2008, festgestellt. Aus rein rheumatologischer Sicht sei die
Versicherte in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit, wie in allen anderen körperlich leicht
belastenden Tätigkeiten mit Möglichkeit zu Wechselpositionen, zu 100 % arbeitsfähig.
In Anbetracht der beginnenden Abnützungserscheinungen seien Tätigkeiten ohne
Überbelastung der Kniegelenke, beispielsweise durch Treppensteigen, Gehen in
unebenem Gelände oder Arbeit in knienden Körperpositionen zu 100 % zumutbar. Der
Pflegeberuf mit Arbeit an den Patienten erscheine auf Grund der Rücken- wie der
Nackenproblematik für Reintegrationsbemühungen ungünstig und sei derzeit noch im
Rahmen von etwa 50 - 60 % zumutbar. Die Arbeitsfähigkeit als medizinische Sekretärin
und Koordinatorin sei demgegenüber aus psychiatrischen Gründen eingeschränkt. Die
erhebliche Schlafstörung im Verbund mit der leichten bis mittelgradigen Depression
ergebe aktuell noch eine verminderte Erholung und eine verminderte
Konzentrationsfähigkeit, vor allem eine verminderte Fähigkeit zur geteilten
Aufmerksamkeit, eine generelle Verunsicherung durch das Erlebte und damit
verbunden eine labile Stimmung, was insgesamt eine verminderte Belastbarkeit
ergebe. Aktuell sei von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit als medizinische
Sekretärin und Koordinatorin von rund 25 % auszugehen. Aus heutiger Sicht sei eine
rund achtstündige Tätigkeit mit rund 25 % verminderter Arbeitsleistung in einem
(adaptierten) Tätigkeitsbereich, in dem nicht allzu extreme Belastungsspitzen aufträten,
die Arbeit eingeteilt werden könne und nicht allzu hohe Anforderungen an die geteilte
Aufmerksamkeit beständen, vorstellbar (act. G 4.1/108.25 und 108.27).
2.2 Die Beschwerdeführerin beanstandet in ihrer Beschwerde zunächst die
Interpretation der gutachterlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung durch die
Beschwerdegegnerin. So hätten die Gutachter mitnichten eine 100 %ige
Arbeitsfähigkeit in rheumatologischer Hinsicht für die bisherige Tätigkeit festgestellt. Im
Gegenteil hätten sie darauf hingewiesen, dass die Beschwerdeführerin als medizinische
Sekretärin zu 10 - 20 % eingeschränkt sei, was auch damit korreliere, dass die
Beschwerdeführerin bei der B._ nur ein 80 %-Pensum zu bewältigen vermocht habe.
Wie im Gutachten ausgeführt, ergebe sich aus arbeitsmedizinischer Sicht primär aus
der postoperativen Situation mit daraus begründbaren organischen Veränderungen im
Sinn des beschriebenen Cervikalsyndroms eine eingeschränkte Belastbarkeit der HWS
für die Arbeit mit längerdauerndem Sitzen, Arbeit am PC oder in anderen
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wirbelsäulenbelastenden Bewegungsmonotonien oder Körperhaltungen (vgl.
Gutachten, S. 26 und 28).
2.3 Dem ist jedoch entgegen zu halten, dass der rheumatologische Gutachter
ausdrücklich von einer 100 %igen Arbeitsfähigkeit ausgeht. Dies sowohl für die zuletzt
ausgeübte Tätigkeit als Koordinatorin bei der B._ als auch in jeder anderen körperlich
leicht belastenden Tätigkeit mit der Möglichkeit zu Wechselpositionen (act.
G 4.1/108.27). Dabei geht er von den Angaben der Beschwerdeführerin betreffend die
zuletzt ausgeübte Tätigkeit aus. Demnach habe sie dort das Arbeitsumfeld weitgehend
optimieren können, so dass sie sich durch die Symptome des Cervikalsyndroms bis
zum Eintreten der veränderten Arbeitsplatzsituation nie limitiert gesehen habe und dies
auch heute nicht tun würde (act. G 4.1/108.26). Nachdem die Beschwerdeführerin
offenbar in der innegehabten Tätigkeit aus rein somatischer Sicht nicht beeinträchtigt
war, ist mit der Beschwerdegegnerin davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin
diese - oder auch eine andere leichte, wechselbelastende - Tätigkeit auch zu 100 %
hätte ausüben können. Eine initiale Reduktion auf 80 % aus gesundheitlichen Gründen
ist demgegenüber nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit anzunehmen. Dafür
fehlen die Vergleichswerte, hat die Beschwerdeführerin doch vor dieser Anstellung nur
in körperlich nicht optimalen Tätigkeiten als Krankenpflegerin gearbeitet. Zuletzt
arbeitete sie als Krankenschwester im Pflegeheim Z._ in einem 60 %-Pensum, was
auch der gutachterlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung für den erlernten Beruf entspricht
(vgl. act. G 4.1/43). Auch aus dem Umstand, dass Dr. D._ für die Tätigkeit als
medizinische Sekretärin eine Einschränkung von 10 - 20 % statuiert, lässt sich nichts
zu Gunsten der beschwerdeführerischen Argumentation ableiten, betrachtet Dr. D._
diese überwiegend sitzende Tätigkeit doch nur als teilweise adaptiert. Es leuchtet ein,
dass er für solche Tätigkeiten von einem erhöhten Pausenbedarf für die Einnahme von
Wechselpositionen mit der genannten Einschränkung von 10 - 20 % ausgeht (vgl. act.
G 4.1/108.28). Mit der Beschwerdegegnerin ist also davon auszugehen, dass die
Beschwerdeführerin in Tätigkeiten, welche die qualitativen Einschränkungen
berücksichtigen (keine wirbelsäulenbelastenden Bewegungsmonotonien, keine
Überbelastung der Kniegelenke etwa durch Treppensteigen oder Gehen in unebenem
Gelände) aus rheumatologischer Sicht zu 100 % arbeitsfähig ist.
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2.4 Im Weiteren macht die Beschwerdeführerin geltend, auch die Insomnie habe einen
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Die Gutachter führten diese zwar als Diagnose mit
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auf, doch werde darauf bei der Frage nach der
Höhe der Einschränkung nicht mehr Bezug genommen. Wie sich aus dem
psychiatrischen Gutachten ergibt, trifft dies nachweislich nicht zu. Vielmehr geht
Dr. E._ davon aus, dass die erhebliche Schlafstörung im Verbund mit der leichten bis
mittelgradigen Depression aktuell zu einer verminderten Erholung und zu einer
verminderten Konzentration führe. Insgesamt ergebe sich eine verminderte
Belastbarkeit in der angestammten Tätigkeit als Koordinatorin, aber auch als
medizinische Sekretärin - letztlich in jeder körperlich adaptierten Tätigkeit -, von 25 %.
Diese Arbeitsfähigkeit sei ganztags mit reduzierter Leistung zu erbringen, wobei keine
allzu extremen Belastungsspitzen vorkommen sollten, die Arbeit eingeteilt werden
könne und keine allzu hohen Anforderungen an die geteilte Aufmerksamkeit gestellt
werden sollten (act. G 4.1/107.19 f.). Mithin hat Dr. E._ die Insomnie sehr wohl in
seine Arbeitsfähigkeitsschätzung mit einbezogen. Im Übrigen hält er die
Schlafbeschwerden für noch nicht austherapiert. So habe noch keine schlafspezifische
Abklärung stattgefunden, noch seien die gängigen schlafanstossenden Antidepressiva
versucht worden. Die Differenzen zu Dr. C._ erklärt er damit, dass sich die
Arbeitsfähigkeitsschätzung des behandelnden Arztes auf den letzten Arbeitsplatz
bezogen habe, wohin eine Rückkehr nicht zumutbar wäre (und ohnehin nicht möglich
ist [act. G 4.1/107.20]). Im Weiteren hat die Beschwerdegegnerin die Rechtsprechung
des Bundesgerichts zur fehlenden invalidisierenden Wirkung der psychiatrischen
Diagnosen (nichtorganische Insomnie [F51.0] sowie leichte bis mittelgradige depressive
Episode [F32.0/32.1]) in der angefochtenen Verfügung ausführlich dargelegt (act.
G 4.1/172.1 ff.). Es kann darauf verwiesen werden. Wie nachfolgend aufgezeigt wird,
hätte ausserdem selbst die Annahme einer nur 75 %igen Arbeitsfähigkeit in einer
körperlich adaptierten Tätigkeit keine rentenbegründende Wirkung.
2.5 Am 9. Juli 2010 widerrief die Beschwerdegegnerin die (erste) Verfügung vom
8. März 2010 und kündigte weitere Abklärungen an (act. G 4.1/144). In diesem
Zusammenhang gab die Beschwerdeführerin an, sie sei aktuell bei ihrem Hausarzt Dr.
G._ und der Diabetologin Dr. med. H._ (Praxisgemeinschaft Dr. F._) in
Behandlung (act. G 4.1/152). Im entsprechenden Bericht vom 25. August 2010
diagnostizierte Dr. G._ unter anderen eine labile arterielle Hypertonie mit z.T.
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exzessiven Blutdruckwerten, Rückenschmerzen bei Osteochondrose sowie eine
eingeschränkte Belastbarkeit bei rezidivierenden depressiven Verstimmungen. Die
Prognose sei stationär bis sich verschlechternd. Organisatorische Arbeiten im Sozial-
oder Pflegebereich seien (in Phasen verstärkter Beschwerden) zu 50 % möglich,
entweder als Halbtagsarbeit oder auf mehrere Stunden verteilt. Bei geringeren
Beschwerden bestehe vorübergehend eine bessere bis volle Belastbarkeit (act.
G 4.1/158.4). Demgegenüber betrachtete Dr. F._ in seinem Bericht vom 25. August
2010 die Prognose (in Bezug auf die grenzwertig gestörte Nüchternglukose) unter
Weiterführung von Lifestyle-Massnahmen wie regelmässiger körperlicher Aktivität,
Anstreben einer Gewichtsreduktion und medikamentöser Therapie mit Metformin als
gut (act. G 4.1/157.3; vgl. auch Bericht Dr. H._ vom 16. August 2010 an Dr. G._
[act. G 4.1/158.12 ff.]). Aus einem weiteren Bericht an Dr. G._ der Kardiologie des
Kantonsspitals St. Gallen vom 2. August 2010 geht hervor, dass die
Beschwerdeführerin in der Zeit vom 27. - 28. Juli 2010 wegen einer hypertensiven
Entgleisung infolge exzessiver Belastung auf dem Hometrainer hospitalisiert werden
musste. Der anfängliche Verdacht eines akuten Koronarsyndroms konnte nicht erhärtet
werden. Die Entlassung erfolgte in gutem Allgemeinzustand unter Empfehlung
engmaschiger Blutdruckkontrollen (act. G 4.1/158.6 f.). In psychiatrischer Hinsicht
scheint sich die Situation sogar gebessert zu haben, war doch die Beschwerdeführerin
zum Zeitpunkt der zusätzlichen Abklärungen nicht mehr in psychiatrischer Behandlung
bei Dr. C._ und hat diese nach eigenen Angaben erst ab 28. Juli 2011 wieder
fortgeführt (vgl. Replik, Ziff. IV. 1.1). Mit Stellungnahme vom 2. November 2010
erachtete der RAD den Gesundheitszustand bei dieser Sachlage als stabil (act.
G 4.1/161.2). Dies erscheint nachvollziehbar, beziehen sich doch die neuen
Arztberichte im Wesentlichen auf die bereits bekannte arterielle Hypertonie und die
gestörte Glukosetoleranz oder aber auf vorübergehende Zustände wie die hypertensive
Entgleisung. Zudem vermag auch ein erst mit der Beschwerde eingereichter Bericht
von Dr. med. I._, FMH Kardiologie und Innere Medizin, vom 15. April 2011 keinen
verschlechterten Zustand in Bezug auf die kardiologischen Probleme zu belegen. Auch
er diagnostizierte im Wesentlichen die bereits bekannte schwer einstellbare arterielle
Hypertonie bei stark schwankenden Blutdruckwerten sowie die kardiovaskulären
Risikofaktoren wie konzentrische linksventrikuläre Hypertrophie, grenzwertiger
Diabetes mellitus und Übergewicht. Zur Zeit seien Ruhe- und Belastungshypertonie gut
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eingestellt. Als Procedere nannte Dr. I._ unter anderem weitere regelmässige
Blutdruckmessungen, die Einnahme von Adalat bei Bedarf sowie ein psychiatrisches
Konsil bei Dr. J._ (act. G 1.1.3). Zusammenfassend ist damit bis zum Ver
fügungserlass vom 11. April 2011 nicht von einem wesentlich veränderten
Gesundheitszustand auszugehen. Mit der Beschwerdegegnerin ist davon auszugehen,
dass die genannten kardiologischen und diskreten diabetologischen Befunde keinen
zusätzlichen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ausüben.
2.6 Mit Replik vom 17. Oktober 2011 macht die Beschwerdeführerin eine
Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustands nach Verfügungserlass
geltend. So sei sie ab 28. Juli 2011 wieder in engmaschiger Behandlung durch den
Psychiater Dr. C._. Diesbezüglich seien weitere Abklärungen zu treffen, insbesondere
die Einholung eines Arztberichts von Dr. C._, allenfalls eine erneute psychiatrische
Begutachtung. Nachdem die Beschwerdeführerin, wie vorstehend ausgeführt, zum
Zeitpunkt der erneuten Abklärungen im Herbst 2010 nicht in psychiatrischer
Behandlung war und zu diesem Zeitpunkt vor allem die kardiologischen Probleme im
Vordergrund standen, erscheint der Sachverhalt - insbesondere in psychiatrischer
Hinsicht - zum Verfügungszeitpunkt vollständig abgeklärt. Eine nachträgliche
Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustands ist demnach nicht im
vorliegenden Verfahren zu prüfen. Vielmehr ist die Beschwerdeführerin diesbezüglich
auf den Revisionsweg bzw. die Neuanmeldung zu verweisen. Immerhin kann die
replicando vorgebrachte Verschlechterung als fristwahrend im Sinn von Art. 88
Abs. 1 lit. a IVV angesehen werden.
2.7 In Bezug auf den Einkommensvergleich macht die Beschwerdeführerin zunächst
geltend, das Valideneinkommen an der zuletzt besetzten Stelle sei auf 100 %
hochzurechnen. Wie bereits in E. 2.3 ausgeführt, ist nicht ersichtlich, dass die
Beschwerdeführerin das initiale Arbeitspensum 1999 aus gesundheitlichen Gründen
auf 80 % beschränkt hätte. Mangels anderer Anhaltspunkte ist somit von der
freiwilligen Beschränkung auf 80 % auszugehen, zumal nach eigenen Angaben der
Beschwerdeführerin keine finanzielle Notwendigkeit eines höheren Pensums bestanden
hatte (vgl. Replik, Ziff. IV. 2.2). Daran ändert nichts, dass ab 2003 eine Aufstockung auf
100 % infolge des Burnouts wohl tatsächlich nicht mehr möglich gewesen wäre. Die
Beschwerdegegnerin ging vom Einkommen 2007 aus (13 x Fr. 5'685.60 = Fr. 73'912.80
bis
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[vgl. act. G 4.1/75.11 und 71.2]) und passte dieses an die Nominallohnentwicklung bis
2009 an, was ein Valideneinkommen von Fr. 77'004.-- ergebe (act. G 4.1/172.3). Wie
sich aus dem Lohnjournal ergibt, erzielte die Beschwerdeführerin allerdings bereits
2008 ein effektives Einkommen von Fr. 77'213.-- (Fr. 5'939.45 x 13 [act. G 4.1/75.9]).
Es rechtfertigt sich damit, auf dieses im Jahr 2008 effektiv erzielte Einkommen
abzustellen.
2.8 Für das Invalideneinkommen stellte die Beschwerdegegnerin auf die Tabellenlöhne
der LSE ab. Dabei verwendete sie die Tabelle TA1, Gesundheits- und Sozialwesen (Ziff.
85). Auf Grund der Berufs- und Führungserfahrung rechtfertige es sich, vom
Durchschnitt der Niveaus 2 (Verrichtung selbstständiger und qualifizierter Arbeiten) und
3 (Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt) auszugehen. Auf eine Arbeitszeit von
41,6 Wochenstunden hochgerechnet ergebe sich ein Invalideneinkommen von
Fr. 75'036.-- (2008 [act. G 4.1/172.4]). Dies erscheint angesichts der Ausbildung der
Beschwerdeführerin, der von ihr langjährig ausgeübten Tätigkeit bei der B._ sowie
der von ihr absolvierten Weiterbildungen (vgl. act. G 4.1/153 und 156) als angemessen.
Nicht zu folgen ist der Beschwerdeführerin, soweit sie geltend machen lässt, es werde
für die Bemessung des Invalideneinkommens eine Tätigkeit zu Grunde gelegt, die nicht
- bzw. noch nicht - ihrer Ausbildung und beruflichen Qualifikation entspreche. Für diese
Tätigkeiten sei das Niveau 2 heranzuziehen (gemeint wohl: Niveau 4). Der
Beschwerdeführerin sind nach dem Gesagten körperlich adaptierte Tätigkeiten zu
100 % zumutbar. Nachdem die Beschwerdeführerin in der Lage ist, ähnliche Stellen
wie diejenige bei der B._ zu bekleiden, ist auch nicht von einer wesentlichen
Lohneinbusse auszugehen. Dies zeigt sich auch daran, dass sie nach eigenen Angaben
ab Januar 2011 als Stationsleiterin beim Hausbetreuungsdienst Stadt und Land in
einem 50 %-Pensum einen Lohn von Fr. 42'822.-- erzielen konnte (vgl. act. G 4.1/166).
Zusammenfassend ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 2,8 % ([Fr. 77'213.-- -
Fr. 75'036.--] : Fr. 77'213.-- x 100). Selbst die Annahme einer Arbeitsfähigkeit von 75 %
in einer körperlich adaptierten Tätigkeit würde nur zu einem Invaliditätsgrad von 27,1 %
führen ([Fr. 77'213.-- - Fr. 56'277.--] : Fr. 77'213.-- x 100). Es besteht damit kein
Rentenanspruch. Ein Umschulungsanspruch besteht bei einem Invaliditätsgrad von
2,8 % ebenfalls nicht. Ausserdem erscheint eine Umschulung zur Case-Managerin
nicht zielführend, wäre doch die Beschwerdeführerin auch als Case-Managerin
weiterhin zu 25 % arbeitsunfähig, ohne dass wahrscheinlich erscheint, dass sie in
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/14
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St.Galler Gerichte
diesem Bereich ein höheres Einkommen als ihr bisheriges Valideneinkommen erzielen
könnte.
3.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom
Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG).
Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Ange
legenheit als angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie
vollumfänglich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Der von ihr geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist daran anzurechnen. Ausgangsgemäss hat die
Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39