Decision ID: 1012aea9-8897-4cf1-ab5e-eaedaa1e0646
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
M._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Mattias Dolder, Poststrasse 23,
9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
M._ meldete sich im April 2005 zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung
(IV-act. 1). Die Versicherte war von Oktober 1991 bis März 2005 bei A._ als Hilfskraft
in der Lederbearbeitung teilzeitlich beschäftigt und hätte dort im Jahr 2005 ohne Eintritt
des Gesundheitsschadens Fr. 22'290.-- (Fr. 19.-- pro Stunde) verdient (IV-act. 6). Der
Arbeitgeber gab zudem bekannt, die Versicherte habe in den Jahren 2001 bis 2005
durchschnittlich 91 Stunden pro Monat gearbeitet (IV-act. 36). Dr. med. B._
bestätigte im Bericht vom 23. April 2005, dass die Versicherte seit 2003 an
Fingerpolyarthrosen und seit 2004 an einem chronischen zervikothorakobrachialen
Syndrom rechts leide. Die weiteren Diagnosen (Karpaltunnelsyndrom, Osteopenie und
Psoriasis) hätten keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (IV-act. 10). Nach
Durchführung von weiteren medizinischen Abklärungen und einer Haushaltabklärung
eröffnete die IV-Stelle des Kantons St. Gallen der Versicherten mit Vorbescheid vom
14. Januar 2008, die Abklärungen hätten ergeben, dass sie bei voller Gesundheit einer
60 %igen Erwerbstätigkeit nachgehen würde. Im Haushaltbereich (40 %-Anteil) sei eine
Einschränkung von 28 % ermittelt worden. Aus medizinischer Sicht sei ihr eine leichte,
leidensangepasste Tätigkeit zu 50 % zumutbar. Insgesamt resultiere ein
Invaliditätsgrad von 26 % (40 % Haushalt-Anteil x 28 % Einschränkung + 60 %
Erwerbsanteil x 25 % Einschränkung). Es sei deshalb vorgesehen, das
Leistungsbegehren abzuweisen (IV-act. 52). Nachdem die Versicherte gegen diesen
Vorbescheid durch Rechtsanwalt Dr. M. Dolder, St. Gallen, am 28. Januar 2008
Einwand hatte erheben lassen (IV-act. 53, 56) und die IV-Stelle in der Folge weitere
Abklärungen vorgenommen hatte (IV-act. 60, 61), erliess sie am 2. Juli 2008 eine
Verfügung im Sinn des Vorbescheids.
B.
B.a Gegen diese Verfügung liess die Versicherte durch ihren Rechtsvertreter mit
Eingabe vom 29. Juli 2008 Beschwerde erheben mit den Anträgen, die Verfügung sei
aufzuheben, und ihr seien mit Wirkung ab wann rechtens die ihr zustehenden
gesetzlichen Leistungen der Invalidenversicherung zuzusprechen. Eventualiter sei die
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Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Diese sei anzuweisen, das
Beweisverfahren formgerecht durchzuführen und dabei ein (neues) interdisziplinäres
Gutachten, welches über die Arbeitsfähigkeit Auskunft gebe, sowie eine neue
Haushaltabklärung, welche über die Einschränkungen im Haushaltbereich Auskunft
gebe, einzuholen und anschliessend über die Leistungen der Invalidenversicherung neu
zu befinden. Zur Begründung führte der Rechtsvertreter unter anderem aus, die
angefochtene Verfügung sei nicht zureichend begründet. Auch sei sie erlassen worden,
ohne den zuvor beim ZMB Basel eingeholten Bericht vom 8. Mai 2008 der
Beschwerdeführerin zur Kenntnis zu bringen. Beides stelle eine Gehörsverletzung dar.
Bei der Beschwerdeführerin bestehe keine wirtschaftlich verwertbare
Restarbeitsfähigkeit mehr. Es liege eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor. Ganz
entscheidend hierbei sei das intermittierende Aufflackern der Pustulosis palmo-
plantaris der Fusssohlen und Handinnenflächen. Allein schon aufgrund der relativ
häufig wiederkehrenden gesundheitlich bedingten Perioden vollständiger
Arbeitsunfähigkeit sei die Beschwerdeführerin derart eingeschränkt, dass der
allgemeine Arbeitsmarkt die entsprechenden Stellen praktisch nicht kenne oder eine
Beschäftigung nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines Arbeitgebers
möglich wäre. Hinzu komme das fortgeschrittene Alter und der Umstand, dass die
Beschwerdeführerin sehr viel Zeit für Therapien und Behandlungen aufwenden müsse.
Selbst wenn unzutreffend von einer verwertbaren Restarbeitsfähigkeit ausgegangen
werde, bestehe ein Anspruch auf eine (ganze) Rente. Denn die angefochtene Verfügung
gehe zu Unrecht von einer Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit von 50
% aus. Im Weiteren könne auf den beinahe zwei Jahre alten Abklärungsbericht
Haushalt nicht abgestellt werden. Er beruhe auf einer zu optimistischen Einschätzung.
Dessen Ergebnisse seien veraltet, da in den letzten ein bis zwei Jahren sich der
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin erheblich verschlechtert habe. Im
Vergleich zu den Verhältnissen im Juni 2006, als die Abklärungen für den
Haushaltbericht stattgefunden hätten, bestehe für den Ehegatten der
Beschwerdeführerin inzwischen eine seit Februar 2007 anhaltende Arbeitsunfähigkeit.
Dies habe zur Folge, dass er mittags zu Hause seine Mahlzeiten einnehme und seine
Ehegattin im Haushalt nicht mehr wie früher unterstützen könne.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 24. September 2008 beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung hielt sie unter
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anderem fest, offensichtlich sei die Pustulosis in den letzten 12 Monaten vor Erlass der
angefochtenen Verfügung kaum aufgeflackert. Sie sei somit zu Recht von einer
Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer adaptierten Tätigkeit ausgegangen. Der für den
Erwerbsbereich berücksichtigte IV-Grad von 25 % sei aufgrund eines
Berechnungsfehlers (keine Aufrechnung von 50 auf 60 %) zu tief. Er betrage 16.2 %
(Valideneinkommen von Fr. 27'000.-- für ein 60 %-Pensum; Invalideneinkommen von
Fr. 22'625.-- für ein 50 %-Pensum, unter Berücksichtigung eines Leidensabzuges von
10 %). Im Weiteren hätte richtigerweise die Mithilfe des Ehemannes und der Töchter im
Haushalt angerechnet werden müssen, so dass die massgebende Einschränkung unter
28 % liegen würde. Im Übrigen habe sich die Situation des Ehemannes seit der
Haushaltabklärung kaum verändert. In seiner IV-Anmeldung vom 6. Juni 2007 habe er
nämlich angegeben, die Beschwerden würden bereits seit fünf Jahren bestehen. Der
Ehemann erhalte auch keine Rente, weil er in einer adaptierten Tätigkeit zu 100 %
arbeitsfähig sei. So oder anders habe die Beschwerdeführerin aufgrund der geringen
Einschränkung im Haushalt- und Erwerbsbereich keinen Rentenanspruch.
B.c Mit Replik vom 3. Oktober 2008 bestätigte der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin seinen Standpunkt. Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine
weitere Stellungnahme.

Erwägungen:
1.
1.1 Die Beschwerdeführerin lässt beanstanden, dass in der angefochtenen Verfügung
auf ihre in der Stellungnahme (Einwand) zum Vorbescheid vorgetragenen Argumente
nicht eingegangen worden sei. Dadurch sei das rechtliche Gehör verletzt worden. -
Verfügungen sind zu begründen, wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll
entsprechen (Art. 49 Abs. 3 ATSG). Die grundsätzliche Pflicht einer Behörde, ihren
Entscheid zu begründen, folgt aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör. Dabei sind die
Anforderungen an die Begründungsdichte unter Berücksichtigung aller Umstände des
Einzelfalls sowie der Interessen der Betroffenen festzulegen. Die Begründung muss so
abgefasst sein, dass der Betroffene den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht
anfechten kann. In diesem Sinn müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt
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werden, von denen sich die Behörde leiten liess und auf welche sich ihr Entscheid
stützt. Je grösser der Spielraum der Behörde (unter anderem infolge Ermessen) und je
stärker der Entscheid in die individuellen Rechte eingreift, desto höhere Anforderungen
sind an dessen Begründung zu stellen (BGE 112 Ia 107 Erw. 2b mit Hinweisen; BGE
118 V 58). Die Verwaltung darf sich nicht damit begnügen, die von der betroffenen
Person vorgebrachten Einwendungen zur Kenntnis zu nehmen und zu prüfen; sie hat
ihre Überlegungen der betroffenen Person gegenüber auch namhaft zu machen und
sich dabei ausdrücklich mit den Einwendungen auseinander zu setzen oder zumindest
die Gründe anzugeben, weshalb sie gewisse Gesichtspunkte nicht berücksichtigen
kann (BGE 124 V 180 Erw. 2b). Ein Mangel in der Verfügungsbegründung kann unter
bestimmten Voraussetzungen im Beschwerdeverfahren geheilt werden (LVGE 1994,
219 Erw. 2b; ZAK 1990, 396 Erw. 2). Eine - nicht besonders schwerwiegende -
Verletzung des rechtlichen Gehörs kann dann als geheilt gelten, wenn der Betroffene
die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den
Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen kann. Diese Voraussetzung ist im Fall
des Versicherungsgerichts erfüllt (vgl. Art. 46 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, VRP [sGS 951.1]).
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung im Wesentlichen mit
dem Hinweis auf die rechtlichen Grundlagen der Zusprechung von Rentenleistungen,
ihre Berechnung des Invaliditätsgrades sowie der Feststellung, dass die vorgebrachten
Einwände überprüft worden seien, diese jedoch am Entscheid nichts zu ändern
vermöchten. Der medizinische Sachverhalt sei seit der MEDAS-Begutachtung
unverändert geblieben (IV-act. 62). Sie zeigte damit - wenn auch in sehr knapper Weise
- die Überlegungen auf, von denen sie sich leiten liess. Dass sie sich mit den
wesentlichen Gesichtspunkten auseinandersetzte, zeigt auch der Umstand, dass sie
nach Eingang des Einwandes weitere Abklärungen vornahm (IV-act. 59-61), auch wenn
sie dies vor Verfügungserlass nicht kundtat (vgl. dazu nachstehend Erw. 1.2). Eine
Verpflichtung, sich mit jeder tatbeständlichen Behauptung oder jedem rechtlichen
Einwand zu befassen, besteht nicht (vgl. BGE 124 V 180 Erw. 1a). Ein
Begründungsmangel könnte allenfalls darin erblickt werden, dass sich die
Beschwerdegegnerin mit der Frage der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit in der
angefochtenen Verfügung nicht auseinandersetzte. Aber selbst wenn diesbezüglich von
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einer Verletzung der Begründungspflicht auszugehen wäre, müsste der Mangel im
vorliegenden Verfahren als geheilt gelten.
1.2 Unbestritten ist, dass dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin das Schreiben
der ZMB-Gutachter vom 8. Mai 2008 (IV-act. 60) vor Erlass der Verfügung vom 2. Juli
2008 zur Stellungnahme hätte unterbreitet werden müssen. Der Rechtsvertreter
beantragt jedoch nicht in erster Linie die Rückweisung der Streitsache an die
Vorinstanz zur formgerechten Durchführung des Beweisverfahrens, sondern die
Zusprechung von Leistungen bzw. eventualiter die Rückweisung der Sache zur
Einholung eines neuen medizinischen Gutachtens, welches über die Einschränkungen
der Arbeitsfähigkeit Auskunft gibt, sowie einer aktuellen Haushaltabklärung (act. G 1).
Die Heilung einer Verletzung der nach Art. 42 ATSG geltenden Verfahrensregeln soll die
Ausnahme bleiben. Richtet sich das Interesse der betroffenen Person nicht auf eine
möglichst beförderliche Beurteilung ihres Anspruchs, sondern auf die Durchsetzung
eines in formeller Hinsicht korrekten Verfahrens, sind die Verfügungen und der
angefochtene Gerichtsentscheid aufzuheben, ohne dass es darauf ankäme, ob
Aussicht besteht, dass nach einem richtig durchgeführten Beweisverfahren anders
entschieden würde (BGE 119 V 208 Erw. 6). Eine Abweichung von dieser Praxis
erscheint jedenfalls dann als gerechtfertigt und sinnvoll, wenn die versicherte Person
einer materiellen Beurteilung vor einer Zurückweisung den Vorzug gibt (Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 31. Oktober 2002 i.S. H. A. - R. [IV
2001/181]). Von der herrschenden Rechtsprechung ist neuerer Lehre zufolge auch
abzuweichen, wenn bei einer Gehörsverletzung von vornherein absehbar ist, dass die
untere Instanz wieder gleich entscheiden wird wie vorher. Eine Rückweisung verletzt
das Beschleunigungsverbot, wenn sie zu nutzlosen und damit nicht gerechtfertigten
Verfahrensverzögerungen führt. Es besteht auch ein generelles öffentliches Interesse,
dass Rechtsverfahren nicht länger dauern als nötig (H. Seiler, Abschied von der
formellen Natur des rechtlichen Gehörs, in: SJZ 100 (2004), S. 377-385). Vorliegend
wäre bei einer allein aus formellen Gründen angeordneten Rückweisung mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit von einem formalistischen Leerlauf auszugehen,
was praxisgemäss eine Heilung erlaubt. Dies allein genügt bereits, den an sich nicht
gering zu schätzenden Verfahrensmangel mit dem Beschwerdeverfahren, in welchem
das Gericht mit voller Kognition ausgestattet ist, zu heilen. Folgerichtig ist der
materielle Streitpunkt zu prüfen.
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2.
2.1 Streitig ist der Invalidenrentenanspruch der Beschwerdeführerin. Unter Invalidität
wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist dabei der
durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des
Invaliditätsgrades wird nach Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte
Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen
Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare
Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen) in
Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht
invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Bei Teilerwerbstätigen (bzw. bei Personen,
die ohne die Behinderung teilerwerbstätig wären) bemisst sich die Invalidität für den
nichterwerblichen Teil nach der Einschränkung im bisherigen Aufgabenbereich
(sogenannte 'gemischte Methode', Art. 27 i.V.m. Art. 27 IVV). Die gemischte Methode
der Invaliditätsbemessung ist auch anwendbar auf ausschliesslich im Haushalt tätige
Personen, falls diese ohne ihren Gesundheitsschaden weiterhin teilweise erwerbstätig
wären (vgl. Rz 3105 ff. des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit, KSIH). - Ist
eine versicherte Person mindestens zu 40% invalid, so hat sie Anspruch auf eine
Viertelsrente der Invalidenversicherung. Bei einer Invalidität von mindestens 50%
besteht Anspruch auf eine halbe Rente, bei mindestens 60% auf eine Dreiviertelsrente
und ab mindestens 70% ist ein Anspruch auf eine ganze Rente gegeben (Art. 28 Abs. 1
IVG in der bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung). Gemäss Art. 29
Abs. 1 IVG entsteht der Rentenanspruch nach Art. 28 IVG frühestens in dem Zeitpunkt,
in dem die versicherte Person mindestens zu 40% bleibend erwerbsunfähig (vgl. Art. 7
ATSG) geworden ist (lit. a), oder während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens zu 40% arbeitsunfähig (vgl. Art. 6 ATSG) gewesen war (lit.
b).
2.2 Bei Versicherten, die - wie die Beschwerdeführerin - nur zum Teil als Erwerbstätige
einzustufen sind, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt
bis
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(Einkommensvergleich). Waren sie daneben in einem Aufgabenbereich nach Art. 8 Abs.
3 ATSG tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28 Abs. 2 bzw. Abs.
2 IVG (in Kraft gewesen bis 31. Dezember 2007) festgelegt. In diesem Fall sind der
Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen
und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Aufgabenbereichen
zu bemessen (Art. 28 Abs. 2 IVG; gemischte Methode). Dabei gilt als
Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen, nicht (oder nicht voll-) erwerbstätigen
Personen insbesondere die übliche Tätigkeit im Haushalt, die Erziehung der Kinder
sowie gemeinnützige und künstlerische Tätigkeiten (Art. 27 IVV).
3.
3.1 Dr. B._ bescheinigte am 23. April 2005, dass der Beschwerdeführerin die
bisherige Tätigkeit in der Lederbearbeitung nicht mehr möglich sei (Arbeitsunfähigkeit
von 100 % seit 21. März 2005). Alle körperlich leichten Tätigkeiten, bei denen keine
schweren Arbeiten mit den Fingern verrichtet werden müssten, seien ohne verminderte
Leistungsfähigkeit voll zumutbar (IV-act. 10). Der Rheumatologe Dr. med. C._
bestätigte im Bericht vom 28. April 2005 die Diagnosen von Fingerpolyarthrosen (seit
mehreren Jahren bestehend), eines chronischen cerviko-thorakobrachialen Syndroms
rechts (seit 2-3 Jahren bestehend) und eines Carpaltunnelsyndroms beidseits
(mindestens seit Sommer 2002 bestehend). Tätigkeiten ohne starke Belastung der
Finger und ohne Stereotypie mit dem rechten Arm seien der Beschwerdeführerin im
bisherigen zeitlichen Rahmen (25 Stunden pro Woche; 60 %-Pensum) zumutbar. In
diesem zeitlichen Rahmen bestehe keine verminderte Leistungsfähigkeit (IV-act. 12).
Die Beschwerdeführerin hielt sich vom 17. August bis 6. September 2005 zur
Rehabilitation in der Klinik Valens auf. Im Austrittsbericht der Klinik vom 28. September
2005 wurde festgehalten, die bisherige Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar. Für eine
leichte wechselbelastende Tätigkeit (maximal 15 kg Hubkraft) ohne repetitiven
Handkrafteinsatz und nur selten mit Überkopfarbeit sei die Beschwerdeführerin voll
arbeitsfähig und vermittelbar (IV-act. 25-14/24ff). Im Bericht vom 30. November 2005
bestätigte Dr. B._ einen verschlechterten Gesundheitszustand und verwies auf ein
zervikobrachiales Schmerzsyndrom rechts bei Partialruptur der Supraspinatussehne
mit Begleitbursitis. Alle körperlich leichten Tätigkeiten, bei denen keine schweren
Arbeiten mit den Fingern verrichtet werden müssten (ungünstig wären
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ter
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Reinigungsarbeiten und mechanische Arbeiten, welche die Finger belasten), seien
vollumfänglich zumutbar. Zudem sei darauf zu achten, dass die Patientin unter
wechselnder Belastung und Körperposition sowie ohne Zugluft arbeiten könne. Es sei
eine Arbeitsvermittlung und Eignungsabklärung durch die Berufsberaterin
durchzuführen (IV-act. 25 mit beigelegten spezialärztlichen Berichten). Am 1. März
2006 bestätigte Dr. C._ einen stationären Gesundheitszustand. Als Diagnosen führte
er (mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit) ein chronisches cerviko-thorako-brachiales
Syndrom rechts, Fingerpolyarthrosen sowie eine Ruptur der Supraspinatussehne
rechts mit Bursitis subdeltoidea und (ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit) ein
regredientes Carpaltunnelsyndrom, eine Osteopenie und eine Psoriasis palmo-plantaris
auf. Für eine leichte Arbeit erachte er die Patientin zu 50 % arbeitsfähig. Adaptierte
Tätigkeiten seien sehr leichte Arbeiten mit den Händen ohne Heben von Lasten über 5
kg und ohne Überkopfarbeiten. Die Patientin gebe auch eine starke Einschränkung im
Haushalt an (IV-act. 28). Am 22. Juni 2006 erfolgte eine Abklärung im Haushalt der
Beschwerdeführerin. Dabei gab sie an, dass sie ohne Gesundheitsschaden zu 60 %
erwerbstätig wäre. Als Ergebnis der Abklärung resultierte eine Einschränkung im
Haushalt von 28 % (IV-act. 38).
3.2 Eine Ende August 2007 durchgeführte ZMB-Abklärung ergab gemäss Gutachten
vom 27. November 2007 die Diagnosen (mit Einschränkung der Arbeitsfähigkeit) einer
Periarthropathia humeroscapularis, eines Verdachts auf SAPHO-Syndrom und einer
Fingerpolyarthrose beidseits. Im Weiteren wurden ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
ein cervikovertebrales Syndrom, ein Carpaltunnelsyndrom, eine Anpassungsstörung
mit längerer depressiv-ängstlicher Reaktion und eine Osteopenie diagnostiziert. In der
zuletzt ausgeübten Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin nicht mehr arbeitsfähig. Die
bei der Haushaltabklärung ermittelte Einschränkung von 28 % sei mit den
medizinischen Befunden vereinbar. Eine leichte Arbeit, die nicht mit anhaltender
Kraftanstrengung der Hände verbunden sei und vorwiegend in sitzender Haltung oder
Wechselhaltung sowie unter Vermeidung von Überkopfarbeiten erfolge, sei der
Beschwerdeführerin im Umfang von 50 % zumutbar. Zu berücksichtigen sei allerdings,
dass intermittierend die Pustulosis der Fusssohlen und der Handinnenflächen wieder
aufflackern werde und die Beschwerdeführerin in solchen Phasen nicht arbeitsfähig sei.
Die Schwindelbeschwerden seien möglicherweise eine vegetative Begleitsymptomatik
oder eine Nebenwirkung des von der Explorandin zum Schlafen eingenommenen
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Medikaments. Diese Beschwerden würden die Arbeitsfähigkeit nicht zusätzlich
einschränken (IV-act. 48). Den Einschätzungen der ZMB-Gutachter stimmte der RAD zu
(IV-act. 49). Dr. C._ hielt im Bericht vom 6. Februar 2008 unter anderem fest,
aufgrund des Verlaufs und der in den letzten zwei Jahren eher zunehmenden
Schmerzsituation erachte er die Patientin für eine leichte Arbeit als zu 30 %
arbeitsfähig, wobei die Arbeitsunfähigkeit vor allem durch die Schmerzen in der rechten
Hand, in der rechten Schulter und im Rücken begründet werde. Wegen der
Fingerarthrosen kämen nur sehr leichte Arbeiten in Frage ohne feinmotorischen
Anspruch, wegen der Armschmerzen keine den rechten Arm belastende Tätigkeiten
und mit der Möglichkeit, dass intermittierend eine vollständige Arbeitsunfähigkeit durch
Schübe der Psoriasis palmoplantaris bestünden. Es sei schwer vorstellbar, dass auf
einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt eine solche Arbeit zu finden sei. Die im MEDAS-
Gutachten angegebenen Einschränkungen (keine Überkopfarbeiten) seien nicht
genügend. Zu berücksichtigen sei auch, dass bei solchen Fingerarthrosen keine
feinmotorischen Arbeiten gemacht werden könnten und die Schulterprobleme so stark
seien, dass auch unter der Horizontalen Einschränkungen bestünden (IV-act. 57). Am
8. Mai 2008 nahmen die ZMB-Ärzte zum Einwand des Rechtsvertreters der
Beschwerdeführerin (IV-act. 53, 56) und zum vorerwähnten Bericht von Dr. C._
Stellung. Anlässlich der Begutachtung habe der Dermatologe Dr. D._ angeregt, man
solle insbesondere noch ein kombiniertes Ganzkörper-Skelett-Weichteilszintigramm
und ein komplettes Labor erstellen (Gutachten S. 22). Dazu sei zu sagen, dass diese
ergänzenden Untersuchungen lediglich der diagnostischen Sicherheit dienen würden,
insbesondere zum Ausschluss eines anderen krankhaften Geschehens. Die
Bestimmung der Arbeitsfähigkeit richte sich nicht nach diesen weiteren diagnostischen
Abklärungen, sondern nach den Funktionseinschränkungen am Bewegungsapparat,
unabhängig von diesen weiteren empfohlenen Untersuchungen. Im Übrigen sei gemäss
Bericht von Dr. C._ vom 6. Februar 2008 am 12. Dezember 2007 effektiv ein
Ganzkörper-Skelettszintigramm durchgeführt worden, welches lediglich eine leichte
Anreicherung im SC-Gelenk rechts in der Spätphase gezeigt habe. Auch Dr. C._
habe keine klaren Gelenk- oder Sehnenentzündungen feststellen können. Auch gemäss
seiner Einschätzung könnte zwar ein SAPHO-Syndrom vorliegen; für die
Beschwerdeführerin stünden aber die Schmerzen cerviko-thorakal, im ganzen rechten
Arm und vor allem auch in der rechten Hand im Vordergrund. Diesbezüglich seien ihre
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(der ZMB-Gutachter) Abklärungen aber genügend gewesen. Es sei auf die
Ausführungen des rheumatologischen Konsiliarius verwiesen. Hier bestehe die
Divergenz nicht so sehr in der Diagnostik als bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit.
Die Ausführungen von Dr. C._ vermöchten an ihrer Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
aus rheumatologischen Gründen nichts zu ändern. Anlässlich der ZMB-Begutachtung
im August 2007 sei die damals aktuell bestehende Pustulosis in die Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit einbezogen worden. Dr. C._ gebe auch im Februar 2008 (Seite 3
seines Berichts) eine geringe Pustulosis an. Sie (die ZMB-Gutachter) hätten im
Gutachten darauf aufmerksam gemacht, dass die Arbeitsfähigkeit auch vom Verlauf
der Pustulosis abhängen werde (IV-act. 60). Am 27. Juni 2008 äusserte sich die RAD-
Ärztin dahingehend, dass auf die gutachterlich erhobene Arbeitsfähigkeit von 50 %
abzustellen sei (IV-act. 61).
4.
Nachdem die ärztlichen Berichte der Jahre 2005 und 2006 von einer
uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin für eine ihrem
Gesundheitsschaden angepasste Tätigkeit ausgegangen waren (IV-act. 10, 12, 25,
25-14/24ff), bescheinigte der Rheumatologe Dr. C._ am 1. März 2006 lediglich noch
eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit (IV-act. 28). Diese
Einschätzung wurde in der Folge im ZMB-Gutachten vom 27. November 2007
bestätigt; dies allerdings mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass die
Beschwerdeführerin in Phasen, in welchen die Pustulosis der Handinnenflächen und
der Fusssohlen aufflackere, nicht arbeitsfähig sei (IV-act. 48). Zu den Feststellungen
von Dr. C._ im Bericht vom 6. Februar 2008 mit erneut tiefer angesetzter
Arbeitsfähigkeit von 30 % (IV-act. 57) nahmen die ZMB-Gutachter am 8. Mai 2008
ausführlich Stellung und legten insbesondere plausibel dar, dass auch das nachträglich
vorgenommene Skelett-Weichteilszintigramm keine neuen medizinischen Aspekte
hervorgebracht habe und die Divergenz nicht so sehr in der Diagnostik, sondern einzig
bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit bestehe (IV-act. 60). Entgegen der
Auffassung des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin (act. G 1 S. 8f) wurden somit
im Nachgang zum ZMB-Gutachten weitere Abklärungen/Untersuchungen effektiv
vorgenommen. Wie bereits im Gutachten vom November 2007 legten die ZMB-
Gutachter in ihrer Stellungnahme den Umstand ausdrücklich offen, dass die
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Arbeitsfähigkeit vom phasenweisen Verlauf der Pustulosis abhänge. Die Gutachter
stellten dabei implizit die Frage der Verwertbarkeit der medizinisch-theoretischen
Arbeitsfähigkeit zur Diskussion (vgl. nachstehende Erw. 4), welche allerdings nicht von
ihnen (den Gutachtern), sondern von der Beschwerdegegnerin zu beantworten sei (IV-
act. 60 S. 2 oben und S. 3 unten). Dr. C._ vermochte keine neuen medizinischen
Aspekte anzuführen, welche geeignet wären, Zweifel am Inhalt und am Ergebnis der
ZMB-Begutachtung zu begründen. Hinsichtlich der Festlegung der Arbeitsfähigkeit
durch Dr. C._ (30 % für adaptierte Tätigkeiten) ist somit lediglich von einer vom ZMB-
Gutachten abweichenden Einschätzung bzw. Ermessensausübung auszugehen. Es
fehlt an einem konkreten Anlass, welcher es ausschliessen würde, auf das Ergebnis der
interdisziplinären ZMB-Begutachtung abzustellen.
5.
5.1 Abzuklären bleibt die - von der Beschwerdegegnerin trotz Vorliegens
entsprechender Einwände weder in der angefochtenen Verfügung (IV-act. 62) noch in
der Beschwerdeantwort (act. G 4) thematisierte - Frage der Verwertbarkeit der
Restarbeitsfähigkeit. Hierbei darf nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten
ausgegangen werden. Insbesondere kann von einer zumutbaren Tätigkeit dort nicht
gesprochen werden, wo diese nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der
allgemeine Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder dass sie nur unter nicht
realistischem Entgegenkommen eines Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer
entsprechenden Stelle deshalb zum vornherein als ausgeschlossen erscheint.
Allerdings beinhaltet der Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes nicht nur ein
gewisses Gleichgewicht zwischen dem Angebot und der Nachfrage nach Stellen,
sondern bezeichnet einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer
verschiedenartiger Stellen offen hält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten
beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen
Einsatzes (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 3. Dezember 2003 i/
S E.H, mit Hinweisen [I 349/01]). Nach der Rechtsprechung darf aber auf eine
medizinisch-theoretische Restarbeitsfähigkeit von 50% nicht abgestellt werden, wenn
sie praktisch nicht ausgenützt werden kann (vgl. Rumo-Jungo, Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, 3. Auflage, S. 115 und 116, mit Hinweisen; zur Frage der
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sozialpraktischen Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit vgl. auch Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 12. Oktober 2004 i/S D. [I 299/04],
Erw. 4.3.1 mit Hinweisen).
5.2 Der Allergologe Dr. med. E._ hatte am 3. Juli 2006 über das Auftreten eines
pustolösen Ekzems an Händen und Füssen berichtet, wobei er sich zur Häufigkeit der
Schübe nicht äusserte und die Arbeitsfähigkeit vom Therapieerfolg (Behandlung mit
Steroiden) abhängig machte (IV-act. 37-2/6ff). Gegenüber den ZMB-Gutachtern hatte
die Beschwerdeführerin dargelegt, ab 1997 habe sie unter Psoriasis der Hände und
Füsse gelitten. Es seien damals jeweils wenige und nicht störende Effloreszenz
aufgetreten. Seit November 2005 habe die Psoriasis an den Händen und Füssen stark
zugenommen, weshalb sie ständig dermatologische Behandlung (bei Dr. E._)
benötige (IV-act. 48 S. 10, 11). Die ZMB-Gutachter veranschlagten wie erwähnt
grundsätzlich eine medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit von 50%, wobei sie
allerdings einschränkend auf das intermittierende Auftreten der Pustulosis an Händen
und Füssen hinwiesen. Es müsse der (Invaliden-)Versicherung überlassen werden, hier
eine Mischrechnung im Hinblick auf die Erwerbsfähigkeit vorzunehmen. Bekannt sei,
dass die Explorandin seit 1997 trotz und mit der Pustulosis der Hände gearbeitet habe.
Anderseits habe diese Pustulosis in ihrer Frequenz offenbar zugenommen. Es werde
mit anderen Worten vom weiteren Verlauf abhängen, ob es der Explorandin möglich
sein werde, wieder eine Arbeitsstelle anzunehmen (IV-act. 48 S. 30). Zur Häufigkeit des
Auftretens der Pustulosis-Schübe finden sich auch im ZMB-Gutachten keine Angaben.
Auch wenn die Gutachter die Arbeitsfähigkeit beziffern konnten, zeigen ihre
Feststellungen doch, dass hinsichtlich der effektiven Realisierbarkeit der
Arbeitsfähigkeit eine recht erhebliche Unsicherheit bestand. Die Gutachter überliessen
es der IV-Stelle, "die Erwerbsfähigkeit aufgrund dieser schwankenden Arbeitsfähigkeit
zwischen 0 und 50 % zu berechnen" (IV-act. 60 S. 3). Dr. C._ führte im Bericht vom
6. Februar 2008 unter anderem aus, die Patientin habe "relativ häufige Schübe mit
starken Ausschlägen über 2-3 Wochen". Es sei schwer vorstellbar, dass auf einem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt eine den gesundheitlichen Einschränkungen Rechnung
tragende Arbeit zu finden sei (IV-act. 57-3/4). Zur effektiven Häufigkeit der Pustulosis-
Schübe nahm jedoch auch dieser Arzt nicht Stellung. Im Schreiben vom 8. Mai 2008
führten die ZMB-Gutachter schliesslich aus, dass die Patientin in Phasen von
Pustulosis-Schüben tatsächlich nicht arbeitsfähig wäre. Soweit könne medizinisch
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dazu Stellung bezogen werden. Hingegen sei die praktische Umsetzung der
Arbeitsfähigkeit im wirtschaftlichen Umfeld keine medizinische Frage (IV-act- 60). Auch
die RAD-Ärztin räumte am 27. Juni 2008 ein, dass bei starken Pustulosisschüben eine
Arbeitsunfähigkeit von 100 % vorübergehend für zwei bis drei Wochen bestünde (IV-
act. 61).
Bei dieser Aktenlage steht zwar fest, dass während des Auftretens der Pustulosis-
Schübe keine Arbeitsfähigkeit bestand bzw. besteht. Nicht beantwortet blieb jedoch -
die für die Klärung der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit wesentliche - Frage der
Häufigkeit des Auftretens der Krankheitsschübe mit voller Arbeitsunfähigkeit. Diese
Frage wird die Beschwerdegegnerin daher noch zu klären haben. Sollte sich dabei ein
mehrmaliges Auftreten der Krankheitsschübe innerhalb eines Jahres in der Weise
herausstellen, dass die Erfüllung einer regelmässigen vertraglichen Arbeitsleistung in
Frage gestellt wäre, müsste geprüft werden, ob dies zur Verneinung der Verwertbarkeit
der Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt führt. Gleichzeitig wäre
auch die Einschränkung im Haushalt zu erneut abzuklären, zumal anlässlich der
Haushaltabklärung vom Juni 2006 häufige Pustulosis-Schübe zwar (unter anderer
Bezeichnung; vgl. IV-act. 38-1/13) zur Diskussion standen, jedoch das Krankheitsbild
und dessen Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit dem Berichterstatter damals noch
nicht vollständig bekannt war (vgl. IV-act. 38-10/13). Eine solche Überprüfung der
Einschränkung im Haushalt drängt sich auch deshalb auf, weil die hier zur Verfügung
stehende Haushaltabklärung im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung bereits zwei
Jahre alt war und sich der Gesundheitszustand im Nachgang zum Haushaltbericht bis
zur ZMB-Abklärung eher verschlechtert haben dürfte (vgl. IV-act. 57 S. 2 oben). In
diesem Zusammenhang ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung überdies
das Bestehen von nachteiligen Wechselwirkungen zwischen Erwerbs- und
Haushaltbereich zu überprüfen und gegebenenfalls miteinzubeziehen (vgl. Urteile des
Bundesgerichts vom 4. Januar 2008 i/S G. [9C_265/07] Erw. 5.2-5.-6, sowie vom 20.
März 2008 [9C_587/2007 Erw. 2.2). Solche Wechselwirkungen lassen sich angesichts
der geschilderten Aktenlage jedenfalls nicht zum vornherein verneinen.
Im Fall der Bejahung der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit im Erwerbsbereich
wäre sodann angesichts der dargelegten gesundheitlichen Verhältnisse der
Beschwerdeführerin - neben der Überprüfung der Einschränkung im Haushalt und der
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Wechselwirkungen zwischen Haushalt- und Erwerbsbereich - die Höhe des
Leidensabzuges beim Invalideneinkommen (in der angefochtenen Verfügung wurde
von einem solchen von 10 % ausgegangen; IV-act. 50-2/2) zu überprüfen.
6.
6.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde in dem Sinn teilweise
gutzuheissen, dass die Verfügung vom 2. Juli 2008 aufgehoben und die Sache zur
Abklärung der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit, zur Vornahme einer
ergänzenden Haushaltabklärung, zur Prüfung der Frage des Vorliegens von
nachteiligen Wechselwirkungen zwischen Haushalt- und Erwerbsbereich und zu
anschliessender neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint angemessen. Mit Blick auf das teilweise Obsiegen der Beschwerdeführerin
hat die Beschwerdegegnerin die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der
geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin
zurückerstattet.
6.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach
Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Die
Beschwerdeführerin hat aufgrund des Rückweisungsentscheides Anspruch auf
Parteientschädigung gegenüber der Beschwerdegegnerin. Im Weiteren können auch
die Gehörsverletzung und deren Heilung nicht ohne Folgen für die
Verfahrenskostenauferlegung bleiben, zumal diese unter anderem Anlass für die
Anhebung dieses Beschwerdeverfahrens bildete (vgl. act. G 1; BVR 2008, 97).
bis
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Dementsprechend hätte die Beschwerdeführerin auch diesbezüglich Anspruch auf
Parteientschädigung (vgl. Lorenz Kneubühler, Gehörsverletzung und Heilung, ZBl 1998,
97ff, 119; Benjamin Schindler, die "formelle Natur" von Verfahrensgrundrechten, ZBl
2005, 169ff, 193), wobei sich dies allerdings nicht erhöhend auf den Betrag der
Parteientschädigung auswirkt, da bereits aufgrund des Rückweisungsentscheids eine
volle Entschädigung geschuldet ist. Ausgehend von einer "mittleren" Entschädigung
bei vollem Obsiegen von Fr. 3'500.-- erscheint die Zusprechung einer
Parteientschädigung in dieser Höhe (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer)
angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG