Decision ID: 8974fbcd-a895-5198-908d-9af9f074a963
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1972
,
war seit dem 1.
August 2004 bei
Z._
,
Malergeschäft,
A._
, als Malerin beziehungsweise Anstreicherin
tätig
(Urk.
6/6
Ziff. 1), als
sie
sich am
2
7.
September 2006
unter Hinweis
auf eine Sehnenscheide
n
entzündung im Bereich beider Arme, einen Tennisarm
und Schul
ter
probleme
bei der Invalidenversicherung zum
Leistungsbezug
an
meldete (
Urk.
6/
2)
.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/15,
Urk.
6/17) verneinte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, mit der in Rechtskraft erwachsenen Verfügung vom 1
6.
Februar
2007 (
Urk.
6/19) einen Renten
anspruch der Versicherten.
1.2
Am 2
1.
Mai 2008 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf ein
«
Burnout» erneut bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 6/23
Ziff.
6.5).
Die IV-Stelle liess die Versicherte im Rahmen einer Evaluation der funktionellen
Leistungsfähigkeit (EFL) begutachten (Gutachten vom
8.
Dezember
2008; Urk.
6/38
) und
ihr
mit Vorbescheid vom 1
0.
November 2009 (
Urk.
6/62) die Ver
neinung ihrer Ansprüche auf ber
u
fliche Massnahmen und auf eine Invalidenrente in Aussicht. Dazu nahm die Versicherte am 2
9.
Januar 2010 Stellung (
Urk.
6/70)
, worauf die IV-Stelle die Versicherte polydisziplinär begutachten liess (Gutachten vom 1
5.
Februar 2011;
Urk.
6/85/2-46) und mit Verfügung vom
4.
Juli 2011
(
Urk.
6/110) einen Rentenanspruch der Versicherten erneut verneinte.
1.3
Die Versicherte war seit dem 2
7.
Oktober 2014 bei der
B._
,
C._
, als Floristin tätig (
Urk.
6/122
Ziff.
1), als sie sich am 1
1.
Januar 2016 mit dem Hinweis auf ein «Burnout» und auf eine Erschöp
fungs
depression erneut bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug anmeldete (
Urk.
6/115
Ziff.
6.1).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/161,
Urk.
6/165) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
3.
April 2018 (
Urk.
6/168 =
Urk.
2) erneut einen Rentenanspruch der Versicherten.
2.
Gegen die Verfügung vom
3.
April 2018 (
Urk.
2
) erhob
die
Ver
si
cherte
mit Ein
gabe vom
1
3.
April 2018
(Urk. 1)
Beschwerde
und beantragte
,
diese
sei auf
zuhe
ben und es sei
ihr eine unbefristete ganze Rente
zuzu
sprechen
; eventuell sei die Sache zur Einholung eines polydisziplinären, rheumatologischen, neurologischen und psychiatrischen Gutachtens an die IV-Stelle zurückzuweisen
(S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
1
5.
Mai 2018
beantragte die
IV-Stelle
die Abwei
sung
der Beschwerde (Urk.
5
)
, wovon
der Beschwerdeführerin
am
1
6.
Oktober 2018
eine Kopie zugestellt wurde (
Urk.
7).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG)
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Wurde eine Rente
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad
der Invalidität der versicherten Person in einer für den An
spruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuan
mel
dung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invalidi
täts
grades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise
wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 1
98 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbe
grün
dende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.4
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3 IVV), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von
Art.
17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
1.5
Als Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum Abschluss des aktuellen Verwaltungsverfahrens eine anspruchserhebliche Änderung des Invali
di
tätsgrades eingetreten ist, dient die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachver
haltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensver
gleich
s (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht (BGE 133 V 108; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_297/2016 vom
7.
April 2017 E. 2.2, nicht publiziert in: BGE 143 V 77, aber in SVR 2017 IV Nr. 51 S. 152). Dabei braucht es sich nicht um eine formelle Verfügung (
Art.
49 ATSG) zu handeln. Ändert sich nach durchgeführter Renten
revision als Ergebnis einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs nichts und eröffnet die IV-Stelle deswegen das Revisionsergebnis gestützt auf Art. 74
ter
lit
. f IVV auf dem Weg der blossen Mitteilung (
Art.
51 ATSG), ist im darauffolgenden Revisionsverfahren zeitlich zu vergleichender Ausgangssachverhalt derjenige, welcher der Mitteilung zugrunde lag (Urteil des Bundesgerichts 9C_599/2016 vom 2
9.
März 2017 E.
3.1.2 unter Hinweis auf 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E.
3.1.2).
Ist ein Revisionsgrund gegeben, ist der Invaliditätsgrad auf der Grundlage eines richtig und vollständig festgestellten Sachverhalts neu und ohne Bindung an
früh
ere Invaliditätsschätzungen zu ermitteln (Urteil des Bundesgerichts 9C_882/2010
vom 25. Januar 2011 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.6
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen
einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen (E. 7.2
; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.1). Diese Abklärungen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen an
hand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeits
un
fähigkeit schliessen lassen (BGE 143 V 418 E.
7.1; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
1.7
Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann dort von einem strukturierten Be
weis
verfahren nach BGE 141 V 281 abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist. Ein Beweisverfahren bleibt daher entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte (vgl. BGE 125 V 351) eine Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird und all
fälligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemessen werden kann (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1). Insbesondere in Fällen, in welchen nach der Aktenlage überwiegend wahrscheinlich von einer bloss leichtgradigen depressi
ven Störung auszugehen ist, die nicht schon als
chronifiziert
gelten kann und auch nicht mit Komorbiditäten einhergeht, bedarf es in aller Regel keines struk
turierten Beweisverfahrens (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. Urteil des Bundesge
richts 9C_580/2017 vom 1
6.
Januar 2018 E. 3.1).
1.8
Nach der allgemeinen Beweisregel (Art. 8 des Zivilgesetzbuches, ZGB) obliegt es bei erstmaliger Rentenprüfung (sowie bei einer Neuanmeldung zum Leistungs
bezug) der versicherten Person, die invalidisieren
den Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung mit dem Beweisgrad der über
wie
genden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Gelingt dieser Nachweis nicht, verfügt sie über keinen Leistungs
anspruch. Mit anderen Worten wird bei Beweislosigkeit vermutet, dass sich der geklagte Gesundheitsschaden nicht invalidisierend auswirkt (BGE 140 V 290 E. 4.1; 139 V 547 E. 8.1). Bleiben die Auswirkungen eines objektivierbaren wie auch eines nicht (bildgebend) fassbaren Leidens auf die Arbeitsfähigkeit trotz in Nachachtung des Untersuchungs
grundsatzes sorg
fältig durchgeführter Abklä
rungen vage und unbestimmt, ist der Beweis für die
Anspruchsgrundlage nicht geleistet und nicht zu erbringen (BGE 140 V 290 E. 4
.1 mit Hinweisen auf die Literatur).
1.9
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom
3.
April 2018
(Urk.
2
) davon aus,
dass
sich der Gesundheitszustand der Beschwerde
führerin seit Erlass der letzten rechtskräftigen, anspruchsverneinenden Verfügung nicht in einer für den Rentenanspruch relevanten Weise verändert habe,
dass
(psychoso
ziale) Belastungsfaktoren
im Zusammenhang mit der Kindererziehung und dem Arbeitsplatz
bei der Invaliditätsbemessung
nicht zu berücksichtigen seien
, und dass die diagnostischen Kriterien zur Diagnose einer Schmerzerkrankung gemäss den Akten nicht erfüllt seien
, weshalb ein Rentenanspruch
unverändert
nicht ausgewiesen sei.
2.2
Die
Beschwerdeführer
in
bringt
hiegegen
vor, dass
sie unter einer Schmerzer
krankung leide, welche zu depressiven Episoden geführt habe, weshalb die Sache an die Beschwerdegegnerin zur Einholung eines polydi
s
ziplinären Gutachtens und erneuter Invaliditätsbemessung anhand der Standardindikatoren zu
rückzu
weisen sei (
Urk.
1 S. 2 f.).
3.
3.1
Nach Erlass der rentenverneinenden Verfügung vom
4.
Juli 2011 (
Urk.
6/110)
meldete sich
die
Beschwerdeführer
in
am
1
1.
Januar 2016
(Urk.
6/115
) erneut zum Leistungsbezug an. Die Beschwerdegegnerin prüfte den
Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin
in materieller Hinsicht neu und verneinte mit
der angefoch
tenen
Verfügung vom
3.
April 2018
(Urk.
2
) erneut einen
Rentena
nspruch
der Beschwerdeführerin
.
3.2
Streitig und zu prüfen ist daher
, ob sich der anspruchsrelevante Sachverhalt im Vergleichszeitraum
seit
Erlass der
Verfügung vom
4.
Juli 2011
bis zum Erlass de
r
angefochtenen Verfügung vom
3.
April 2018
in einer für
den Renten
anspruch massgeblichen
Weise
erheblich
verändert hat.
4.
4.1
Bei Erlass der
rentenverneinenden Verfügung vom
4.
Juli 2011 (
Urk.
6/110)
stützte sich die Beschwerdegegnerin zur Hauptsache auf das Gutachten der
MEDAS D._
,
vom 1
5.
Februar 2011
(Urk.
6/85/2-42
)
, auf dessen Ergänzung vom 2
1.
Juni 2011 (
Urk.
6/106)
sowie auf die Stellungnahme
n
von
PD
Dr.
med. univ. E._
, Regionaler Ärztlicher Dienst der Beschwerdegegnerin
(RAD)
,
vom
2
5.
Februar 2011
(Urk.
6/89/4-5
)
und vom
1.
Juli 2011 (Urk 6/109/3)
.
4.2
Die Ärzte des
F._
,
G._
, stellten in ihrem Bericht vom 1
6.
Oktober 2008 (
Urk.
6/72/8-12) die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
Polyarthralgien unklarer Ätiologie, am
E
hesten
im Rahmen eines
Hyperlaxi
zi
tä
t
ssyndrom
s
-
Hyperlaxi
zi
tä
t
ssyndrom
-
zerviko
- und
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom,
-
Epicondylitis
humeroradialis
recht
s
-
l
atenter Eisenmangel
-
Status nach
Magenulcera
im Jahre
1991
-
Schwangerschaftsgest
ose
-
Radiusfra
ktur im Jahre 1996
-
Tonsillektomi
e in der Kindheit
-
Status nach
Sichelfuss links mit Korrektur
Die Ärzte führten aus, dass der Dauerschmerz am rechten Unterarm nicht
spezi
fiziert werden könne. Auf Grund des
Hyperlaxizitätssyndromes
sei eine
medizi
nische Trainingstherapie zum Muskelaufbau
indiziert
. Aus rheumatologischer
Sicht
bestehe
eine Arbeitsfähigkeit
im Umfang von 100
%
für leichte, wechselbelastende Tätigkeiten
(S. 3)
.
4.3
Die Ärzte der
H._
erwähnten in ihrem Bericht betreffend Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) vom
8.
Dezember 2008 (Urk. 6/38/1-16), dass
die am
4.
und
5.
November 2008 durchgeführt
e EFL arbeits
relevante Probleme im Sinne von starken Schmerzen im Bereich des gesamten Rückens, der Fingergelenke, beider Handgelenke, und der Ellenbogen, von
Knie
schmerzen
beidseits, links mehr als recht
s sowie
von
migräneartigen
Kopf
schmerzen
ergeben hätten. Zusätzlich zu den
muskuloskelettal
bedingten Ein
schrän
kungen bestehe eine mindestens leichte
bis mittelschwere Leistungsver
minderung infolge einer psychischen Störung mit Krankheitswert
(S. 5). Die Aus
übung der bisherigen Tätigkeit als Tea
massistentin
und
Bürogehilfin
sei der Beschwerdeführerin
ganztags mit zusätzlichen Pausen
v
on 30 Min
uten im Tag zuzu
muten. Gleiches gelte auch für angepasste, sehr
leichte,
vorwiegend
sitzende
Tätigkeiten
(S. 6).
4.4
Die Ärzte der
J._
stellten mit Bericht vom 1
6.
Januar 2009 (
Urk.
6/72/11-12) fest, dass gleichentags durchgeführte Magnetresonanztomographien (MRI) der Halswirbelsäule (HWS), der Brustwirbelsäule (BWS) und der Lendenwirbelsäule (LWS) der Beschwerdeführerin im Bereich der HWS
zwei fokale Diskushernien
, einerseits
bei C5/6 median mit Eindellung des Duralsackes sowie kranialer Ausdehnung,
a
ber ohne Nachweis einer Wurzelkompression
, und andererseits bei
C6/7 median
, ohne Kompression des Dura
lsackes und ohne N
achweis einer Wurzelkompression, ergeben habe. In den Bereichen der BWS und der LWS bestünden nur
geringe degenerative Verände
rungen
(S. 2).
4.5
Die Ärzte des
D._
erwähnten i
n ihrem Gutachten vom 1
5.
Febru
a
r
2011 (Urk.
6/85
), dass die Beschwerdeführerin anlässlich eines stationären Aufenthalts vom 1
0.
bis 1
2.
Januar 2011 (S. 1) internistisch, rheumatologisch, neurologisch und
psychiatrisch begutachtet worden sei (S. 3)
,
und stellten die folgenden Diag
nosen (S. 34):
Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfä
hig
keit
:
-
c
hronisches
zerviko
vertebrales
Syndrom
mit/bei:
-
intermittierender
spondylogener
Ausstrahlung beidseits, rechts
betont
-
muskulärer
Dysbalance
des Schultergürtels
-
degenerativen Veränderungen der unteren HWS mit Dis
kushernie im Bereich C5-7
Diagn
osen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähig
keit
:
-
u
nspezifisches
lumbovertebrales
Syndrom
-
sensibles K
arpaltunnelsyndrom rechts
betont
-
Epicondylopathia
humeri
lat
eralis
rechts
betont
-
r
ezidivierende Arthralgien der Hand- und Fingergelenke
mit/bei:
-
Hyperlaxität
im Bereich der Hände
-
Status nach
möglicher HWS-Distorsion
-
Status nach
Korrektur einer Fussfeh
lstellung rechts im Kleinkindalt
er
-
a
nhaltende somatoforme Schmerzstörung
-
Schwangerschaft
Sie erwähnten, dass die Beschwerdeführerin an einem zervikal betonten Schmerz
syndrom leide,
welches nur zu einem geringen Anteil auf
degenerative
Verände
rungen zurückgeführt werden
könne
.
Vielmehr handle es sich vorwiegend um
ein weichteilbetontes Schmerzsyndrom
beziehungsweise um ein unspezifisches verte
bra
les
Syndrom
, wobei auch eine
zephale
Schmerzkomponente
bestehe (S.
35).
Folgen einer möglicherweise
im Jahre 2009
erlittenen HWS-Distorsion
liessen
sich nicht
objekt
ivieren. Weichteilrheumatischer Natur
seien
auch die
Epicondyl
opathia
humeri
lateralis
beidseits, rechtsbetont,
sowie
die unspezifischen Arthralgien der Hand- und Fingergelenke beidseits. Lediglich
beim sensiblen K
arp
altunnelsyndrom beidseits, recht
sbetont,
handle es sich um eine
eigenständige, davon abgrenzbare Erkrankung
(S. 36).
Die psychiatrische Untersuchung
habe ergeben, dass
die somatisch nicht erklärbare Schmerzsymptomatik einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung
ent
spreche
. Die
Schmerzen
stünden
derart im Vordergrund, dass
sie
für die Abklä
rungen und die Behandlungen ausschlaggebend
seien
,
weshalb
die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Störung
gerechtfertigt sei. Die Beschwerde
führerin sei
in ihrer Persönlichkeitsstruktur nicht derart beeinträchtig, dass sie nicht genüg
end Ressourcen hätte. Es bestehe keine Komorbidität
von erheblicher Schwere. Ein ausgewiesener sozialer Rückzug
sei
nicht eingetreten
. Der Beschwerdeführerin sei es vielmehr
gelungen, eine Familie zu gründen und darin auch Bestätigung zu er
fahren. Trotz versuchter Psychot
herapie
könne
nicht von einem therapeutisch
nicht mehr angehbaren innerseel
ischen Verlauf
gesprochen
werden.
Aus psychi
schen Gründen bestehe daher keine Einschränkung der Arbeits
fähigkeit
(S. 33).
Die Beschwerdeführerin sollte auf Grund der Beeinträchtigungen im Bereich des Bewegungsapparates
körperlich schwere
Tätigkeiten
und
solche in Zwangshal
tungen
, insbesondere im Rahmen von Überk
opf
arbeiten, vermeiden
.
Die Ausübung der
erlernten
Tätigkeit
als Floristin
sei
ohne Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit zuzumuten. Bei der Ausübung der Tätigkeit als
Malerin müssten gewisse Anpassungen am Arbeitsplatz erfolgen.
Die Ausübung behinderungsangepasster,
wechselbelastende
r
Tätigkeiten
ohne Heben und Tragen
schwerer Lasten und
ohne Ü
berkopfarbeiten
seien ihr
im vollzeitlichen Umfang zuzumuten (S. 37).
4.6
RAD-Arzt PD
Dr.
med. univ. E._
, Facharzt für Neurologie, führte in seiner Stellungnahme vom 2
5.
Februar 2011 (Urk. 6/89/4-5) aus, dass auf das Gutachten
der Ärzte des
D._
vom 1
5.
Februar 2011 abgestellt werden könne, und dass gestützt darauf von einer Arbeitsfähigkeit in behinderungsangepassten, wechselbelastenden Tätigkeit von 100
%
auszugehen sei (S. 2).
Daran hielt PD
Dr.
E._
in seiner Stellungnahme vom
1.
Juli 2011 (Urk 6/109/3)
fest
.
4.7
Die Gutachter des
D._
hielten in ihrer Stellungnahme vom 2
1.
Juni 2011 (Urk. 6/106) an ihrem Gutachten vom 1
5.
Februar 2011 fest und erwähnten, dass zum Zeitpunkt der Begutachtung bildgebende Untersuchungen vorgelegen hätten, und dass
keine Indikation für eine erneute radiologische Abklärung bestanden habe (S. 2).
5.
5.1
Bei Erlass der angefochtenen Verfügung vom
3.
April 2018
(Urk.
2
) stützte sich die Beschwerdegegnerin zur Hauptsache auf
die S
tellungnahme des
RAD-Arztes med.
pract
. J._
vom 2
5.
Juli 2017
(Urk.
6/160/6-8
).
5.2
Die Ärzte der
K._
erwähnten im Austrittsbericht vom 2
9.
Januar 2016 (
Urk.
6/148/1-6), dass die Beschwerdeführerin vom 1
5.
Oktober bis 2
5.
November 2015 hospitalisiert gewesen sei
,
und stellten die folgenden Diagnosen (S. 1):
psychiatrische
Diagnosen
:
-
mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom
-
Probleme verbunden mit Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung
-
Erschöpfungssyndrom
andere
Diagn
osen:
-
Verdacht auf essentielle Hypertonie
Die Ärzte führten aus, dass die Beschwerdeführerin wegen zunehmender Erschöp
fung (Burnout) beziehungsweise depressiver Symptomatik hospitalisiert worden sei (S. 1), und dass sie am 2
5.
November 2015 auf eigenen Wunsch in stabilem, teilremittiertem Zustand, mit aufgehellter Stimmungslage
in die bestehenden Wohnverhältnisse
entlassen worden
sei (S. 5).
Nach Klinikaustritt sei eine
Fort
setzung der ambulanten Psychotherapie indiziert (S. 6).
5.3
Mit Bericht vom 1
0.
Juni 2016 (
Urk.
6/135/1-5) stellten die Ärzte der
L._
die folgenden, die Arbeitsfähigkeit beeinflussenden Diagnosen (
Ziff.
1.1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige E
pisode mit somatischem Syndrom (
seit 25 Jahren
)
-
Probleme
mit Bezug auf
Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung
,
Erschöpfungssyndrom
(
Erstdiagnose am 1
0.
September 2015
)
-
Verdacht auf emotional
instabile Persönlichkeitszüge (vermutlich seit langer Zeit)
-
Polyarthralgien und
Panvertebralsyndrom
-
gestroösophageale
Refluxkrankheit
-
chronische,
rezdivierende
,
zervikospondylogene
Schmerzen
Sie erwähnten, dass die Beschwerdeführerin sowohl medikamentös als auch psy
c
hotherapeutisch behandelt werde. Bis
anhin
seien
verschiedene Antidepressiv
a
eingesetzt worden
, die jedoch zu keiner Verbesserung der Symptomatik geführt hätten (
Ziff.
1.4). Vom 1
5.
September 2015 bis auf Weiteres habe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestanden (
Ziff.
1.7).
5.4
In ihrem Bericht vom
9.
Februar 2017 (
Urk.
6/141) stellten die Ärzte der
L._
fest, dass die Beschwerdeführerin im Affekt leicht- bis mittelgradig deprimiert sei und unter einem mittelgradigen Gefühl der Gefühl
losigkeit, innerer Unruhe, schneller Gereiztheit,
mittelgradiger
Antriebsminderung und unter einem sozialen Rückzug leide. Die bisherige Behandlung habe zu einer leichten Verbesserung des Zustandes geführt.
Dies äussere sich vor allem in einer verbesserten Fähigkeit, Alltagsaufgaben zu bewältigen. Die Beschwerdeführerin sei jedoch noch nicht genügend belastbar, um sich einer beruflichen Aufgabe zu widmen. Eine zu frühe Rückkehr in den Arbeitsprozess sei mit einem erhöhten Risiko einer erneuten (psychischen) Dekompensation verbunden (
Ziff.
1.3). Es bestehe weiterhin eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (
Ziff.
2.2 und 4.2).
5.5
Dr.
med. M._
, Fachärztin für Neurologie, stellte in ihrem Bericht vom 2
9.
Mai 2017 (
Urk.
6/150/1-2) die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
z
ervikospondylogenes
Syndrom mit
akuter Exazerbation Ende 2015
-
intermittierendes
Thorac
ic
outlet
Syndrom und wahrschein
l
ich flüchtige z
ervikale
Myelonkompressionen
mit/
bei
:
-
HWS-Degeneration C4-C7
mit
breitbasiger
dorsaler Bandscheiben
vor
wölbung bei C5/6 und dorsale
Spondylophyten
mit
Myelon-lmpression
und weitgehender Obliteration der
perimedullären
Liquorräume
, ähn
lich auch bei C6/7, zudem Einengung des
Neuroforamens
C5/6 links
-
intermittierend Schwäche, Kribbelparästhesien und Taubheiten in beiden
Armen
-
klinisch und elektrophysiologisch im Verlauf stabile Befunde, HWS-Degeneration im MRI-Verlauf
im Jahre
2017 unverändert
-
t
herapieresistente
Epicondylitis
humeri
radialis
rechts
mit/bei:
-
Status nach
Lokalanästhesie am radialen
Epicondylitis
und
super
iostaler
Infiltration von
1mg
Diprophos
am radialen
Epicondylus
rechts
am
6.
April
2016
-
MR
I
Ellenbogen rechts vom
3.
Mai 2017:
Epicondylitis
lateralis
mit kompletter Ruptur des lateralen Kollateralbandes sowie auch zumindest Partialruptur des
M
usculus
extensor
carpi
radialis
brevis
, Gelenkser
guss
-
a
ktuell wenig symptomatisches
dorsoradia
l
es
Handgelenksganglion rechts
-
Status nach
Dekompression
des Kar
palkanal
s beidseits in den Jahren
2012 und 2014
-
Status nach
konservativer Therapie
einer Handgelenks- oder
Ulnastyl
oid
fraktur
links
im Jahre
1994, beschwerdefrei
-
Panvertebralsyndrom
und Polyarthralgien
-
lumbospondylogenes
Syndrom bei:
-
s
egmentaler Degeneration L3/4 mit dorsaler
Bandscheibenp
rotrusion
-
Taubheitsgefühle der Zehen, aktuell ohne Hinweise auf eine Polyneu
ro
pathie
-
Migräne
Hinsichtlich de
s
zervikospondylogenen
Syndroms
und des
Thoracic
outlet Syn
drom
s
bestehe ein
unverändertes Beschwerdebild, in der Ausprägung eher pro
gredient
,
mit Zeichen einer
l
eichtgradigen Reizleitungsstörung der Segmente C6-TM rechte, ohne Hinweise auf eine fixierte zervikale Myelopathie
. In Bezug auf die Ellenbogen habe eine
aktuelle MRI-Untersuchung des rechten Ellenbogens eine
floride
Epicondylitis
,
Ze
ichen einer Partialruptur des
Muskulus
extensor
carpi
radialis
brevis
,
und
eine komplette Ruptur des lateralen Kollateralbandes
ergeben
.
Hinsichtlich des
l
umbovertebra
len
Schmerzsyndroms
sei von einer
stabil
en Situa
tion auszugehen. Gegenwärtig stehe die
Weiterabklärung und Therapie
des Leidens
im Bereich des rechten Ellenbogens im Vordergrund
(S. 2)
.
5.6
Die Ärzte der
N._
stellten in ihrem Bericht vom 2
9.
Juni 2017 (
Urk.
6/152) die folgenden Diagnosen (
Ziff.
1.1):
Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
leichte depressive Episode mit somatischem Syndrom
andere
Diagn
osen:
-
Verdacht auf emotional instabile Persönlichkeitszüge
Sie führten aus, dass die Beschwerdeführerin während der tagesklinischen Behand
lung in einem Gruppensetting vom 1
5.
Dezember 2015 bis 2
9.
April 2016 unter einer depressiven Symptomatik mit rascher Erschöpfbarkeit, Müdigkeit, Konzen
trationsstörungen
,
Antriebsminderung
beziehungsweise
zwischenzeitlich
mit
Ener
gie
schüben
und
Antriebssteigerung
,
gelitten habe (
Ziff.
1.7). In Bezug auf die bisherige Tätigkeit
der Beschwerdeführerin
als Floristin und auf angepasste Tätig
keiten habe während des Behandlungszeitraums vom 1
5.
Dezember 2015 bis 2
9.
April 2016 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestanden (
Ziff.
1.6 und Ziff.
1.7).
5.7
Die Ärzte des
O._
stellten in ihrem Bericht vom 1
4.
August 2017 (
Urk.
6/157) fest, dass die Beschwerdeführerin unter einer rezi
divierenden bis chronisch auftretenden Schmerzerkrankung mit einer
E
picondylitis
lateralis
rechts, einem
zerviko
- und
lumbospondylogenen
Syndrom und Polyar
thralgien leide. Die chronische Schmerzerkrankung habe zu depressiven Episoden geführt, welche bisher ambulant und stationär psychiatrisch behandelt worden sei
en
. Es sei eine multidisziplinäre Schmerztherapie im Sinne einer Physio- und Ergotherapie, einer medikamentösen Therapie und einer psychiatrischen Begleit
therapie angezeigt (S. 3).
5.8
RAD-Arzt J._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, ging in seiner Stellungnahme vom 2
5.
Juli 2017 (
Urk.
6/160/6-8) davon au
s, dass die Beschwerdeführerin
unter
einer leichten depressiven Episode leide
(S. 2)
. Dabei handle es sich
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
um
kein
en
die Arbeits
fähig
keit
dauerhaft einschränkenden
Gesundheitsschaden. Vielmehr sei die depressive Episode von verschiedenen behandelnde
n
Ärzten als leichtgradig und teilremittiert beurteilt worden.
Es seien z
udem erhebliche psychosoziale Belastungssituationen festgestellt worden
(S. 3). Der Beschwerdeführerin sei
die Ausübung einer ange
passten, zeitlich flex
iblen Tätigkeit ohne permanenten
Zeit-
und Termindruck, ohne besondere
Anforderungen an das Umstellungs- und Anpassungsvermögen, in einer wohlwollenden und konfliktarmen Arbeitsatmosphäre
,
mit nur geringem Publikumsverkehr,
zunächst im Umfang eines Arbeitspensums von 80
%
und anschliessend, bei weiterhin positivem Krankheitsverlauf und zunehmender Adap
tierung am Arbeitsplatz
,
im vollzeitlichen Umfang zuzumuten (S. 2).
6.
6.1
Den erwähnten medizinischen Akten zum Gesundheitszustand bei
Erlass der
ursprünglichen Verfügung vom
4.
Juli 2011 (
Urk.
6/110)
ist zu entnehmen
, dass die Beschwerdeführerin im Bereich der oberen Extremitäten unter einer
Epicondy
lopathia
humeri
lateralis
und unter
rezidivierende
n
Arthralgien der Hand- und Fingergelenke
bei einer
Hyperlaxität
bezüglich der
Hände
(vorstehend E.
4.5) beziehungsweise unter einem
Hyperlaxizitätssyndrom
(vorstehend E. 4.2), im Bereich der HWS
unter einem chronischen
zervik
overtebralen
Syndrom
mit Dis
kushernie im Bereich C5-7
, im Bereich der LWS unter einem
unspezifische
n
lumbovertebralen
Syndrom
(vorstehend E. 4.5) mit
nur geringe
n
degenerative
n
Veränderungen (
vorstehend E. 4.4
)
und in psychischer Hinsicht unter einer
anhal
tende
n
somatoforme
n
Schmerzstörung
(vorstehend E. 4.5) litt.
In psychischer Hinsicht gingen die Ärzte des
D._
in ihrem Gutachten vom 1
5.
Februar 2011 (Urk. 4.5) davon aus, dass
eine
somatisch nicht erklärbare Schmerzsymptomatik im Vordergrund
stehe
, dass
keine Komorbidität von erheblicher Schwere
ausgewiesen sei, dass die Beschwerdeführerin über
genügend Ressourcen
verfüge
und
dass kein
ausgewiesener sozialer Rückzug eingetreten
sei,
weshalb
eine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
aus psychischen Gründen
nicht bestehe
.
Die Gutachter des
D._
und PD
Dr.
E._
(vorstehend E. 4.6) gingen übereinstimmend davon aus, dass der Beschwerdeführerin die Ausübung
einer
behinderungsangepassten Tätigkeit im vollzeitlichem Umfang zuzumuten sei.
6.2
Bei Erlass der angefochtenen Verfügung
vom
3.
April 2018 (Urk. 2)
litt
die Be
schwerdeführerin in psychischer Hinsicht neu unter
einer depressiven Sympto
matik im Sinne einer
mittelgradige
n
depressive
n
Episode mit somatischem Syn
drom
(vorstehend
E.
5.2-3) beziehungsweise unter einer
leichte
n
depressive
n
Episode mit somatischem Syndrom
(vorstehend E. 5.6). In somatischer Hinsicht
stellte
Dr.
M._
in ihrem Bericht vom
2
9.
Mai 2017 (vorstehend
E.
5.5
)
neu eine
akute Exazerbation des
z
ervikospondylogene
n
Syndrom
s
(
ab
Ende des Jahres 2015),
ein intermittierendes
Thorac
ic
outlet
Syndrom
mit (
wahrschein
l
ich
)
flüch
tige
n
zervikale
n
Myelonkompressionen
, eine therapieresistente
Epicondylitis
humeri
radialis
rechts
und
ein
lumbo
spondylogenes
Syndrom bei s
egmentaler Degeneration L3/4 mit dorsaler
Bandscheibenp
rotrusion
fest.
Während
die Ärzte der
L._
am 1
0.
Juni 2016 (vorstehend E. 5.3) und am
9.
Februar 2017 (vorstehend E.
5.4) der Beschwerdeführerin eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
aus psychischen Gründen
attestierten, ging
RAD-Arzt
J._
in seiner Stellungnahme
vom 2
5.
Juli 2017 (
vorstehend E.
5.8
) davon aus, dass
ein
dauerhaft die Arbeitsfähigkeit einschränkender Gesundheitsschaden
nicht
bestehe.
Demgegenüber nahmen
Dr.
M._
(vorstehend E. 5.5) und die Ärzte des
O._
zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in behinderungsan
gepassten Tätigkeiten nicht Stellung.
6.3
Nach Gesagtem steht daher fest, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwer
deführerin
seit Erlass der Verfügung vom
4.
Juli 2011 (
Urk.
6/110) in psychischer und somatischer Hinsicht
verändert hat,
und dass diese Veränderungen
d
es G
e
sundheitszustandes geeignet sind
, den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin zu beeinflussen. Die
Beschwerdegegnerin
ist daher
zu Recht auf die Neuanmeldung vom
1
1.
Januar 2016
eingetreten
.
7.
7.1
7.1.1
In Bezug auf die Stellungnahme
von
RAD-Arzt
J._
vom 2
5.
Juli 2017 (vorstehend E. 5.8)
gilt es
einerseits
zu beachten, dass der Beweiswert von RAD-Berichten (Art. 49 Abs. 2 IVV) gemäss der Rechtsprechung mit jenem externer medizinischer Sach
verständigen
gutach
ten vergleichbar ist, sofern sie den praxis
gemässen Anforderungen an ein ärztli
c
hes Gutachten (BGE 134 V 231 E.
5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (BGE 137 V 210 E. 1.2.1). Auf das Ergebnis versicherungsinterner ärzt
licher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – kann indes nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (BGE 139 V 225 E. 5.2 und 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7; Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4).
Der Stel
lungnahme
von
RAD-Arzt
J._
vom 2
5.
Juli 2017
kommt daher lediglich ein eingeschränkter Beweiswert als Administrativbericht zu,
und es kann darauf
nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an seiner Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen.
7.
1.
2
Vorliegend
enthalten weder die
Berichte der Ärzte der
L._
vom 1
0.
Juni 2016 (vorstehend E. 5.3) und vom
9.
Februar 2017 (vorstehend E. 5.4), noch diejenigen der Ärzte der
K._
vom 2
9.
Januar 2016 (vorstehend E.
5.2
) und der Ärzte der
N._
vom 2
9.
Juni 2017 (
vorstehend E.
5.6
)
nachvollziehbar
e
Beurtei
lung
en
der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in zumutbaren behinde
rungs
angepassten Tätigkeiten aus psychischen Gründen, weshalb alleine darauf nicht abgestellt werden kann.
Die Beurteilungen durch die Ärzte der
L._
vom 1
0.
Juni 2016 (vorstehend E. 5.3) und vom
9.
Februar 2017 (vorstehend E. 5.4),
worin
der Beschwerdeführerin eine vollständige Arbeitsun
fähigkeit aus psychischen Gründen atte
stiert wurden
, sind
indes immerhin geeig
net, geringe Zweifel an der Z
uver
lässigkeit der Beurteilung
durch RAD-Arzt
J._
hervorzurufen, wes
halb
auf dessen Stellungnahme vom 2
5.
Juli 2017
vorliegend
nicht abgestellt werden kann.
7.
2
Andererseits gilt es zu berücksichtigen, dass gemäss der Rechtsprechung - wie bereits erwähnt (vorstehend E. 1.6) -
grundsätzlich
sämtliche psychischen Leiden, namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit grundsätzlich einem strukturierten Beweisverfahren nach Mass
gabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (unter Vorbehalt der Fälle, in welchen davon aus Gründen der Verhältnismässigkeit abgesehen werden kann; vgl. vorstehend E.
1.7
). Dieses für somatoforme Leiden entwickelte Vorgehen defi
niert systema
tisierte Indikatoren, die - unter Berücksichtigung von leistungs
hin
dernden äusseren Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensations
poten
tia
len
(Res
sourcen) anderseits - erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsver
mögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4 bis 3.6 und 4.1). Entscheidend ist da
bei, unabhängig von der diagnostischen Einordnung des Leidens, ob es ge
lingt, auf objektivierter Beurteilungsgrundlage den Beweis einer rechtlich releva
nten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die mater
ielle Beweislast zu tragen hat
(
Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 E. 5.1).
7
.3
Auf Grund der medizinischen Aktenlage ist davon auszugehen, dass die Be
schwerdeführerin
neu
unter einer
depressiven Symptomatik im Sinne einer mittel
gradigen depressiven Episode mit somatischem Syndrom (vorstehende E.
5.2-3
) beziehungsweise unter einer leichten depressiven Episode mit somatischem Syn
drom (vorstehend E. 5.6) litt und deswegen wenigstens während eines gewissen Zeit
raumes
in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt war.
Da es si
ch
hierbei nicht zweifelsfrei
lediglich
um eine leicht
gradige psychische
Störung ohne
Chronifi
zierung
und ohne Komorbiditäten
handelte,
kann vorliegend von einem struktu
rierten Beweisverfahren nicht
abgesehen werden (
vgl.
vorstehend E.
1.7
).
Vielmehr ist d
as psychische Leiden der Beschwer
deführerin einem strukturieren Beweisver
fahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen.
7.4
Den medizinischen Akten lassen sich jedoch keine
hinreichende
n
Ausführungen zu den
Standardindiktoren
gemäss BGE 141 V 281 entnehmen.
M
angels genü
gender und nachvollziehbarer Angaben zu den gemäss der Rechtsprechung zu beachtenden Indikatoren in den vorhandenen medizinischen Akten erweist sich
in psychischer Hinsicht
eine Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit beziehungsweise des tatsächlich noch erreichbaren restlichen Leistungsver
mö
gens der Beschwer
de
führerin anhand der Standardindikatoren im Sinne der Recht
spre
chung vor
liegend somit als unmöglich. Insofern er
weis
t
sich
der Sachverhalt nicht als rechts
genügend abgeklärt
.
7.5
Des Weiteren ist auf Grund der medizinischen Aktenlage, insbesondere
auf Grund
des
Bericht
s
von
Dr.
M._
vom 2
9.
Mai 2017 (vorstehende E. 5.5)
, wonach die Beschwerdeführerin neu unter einer
akute
n
Exazerbation des
zervikospondyl
ogenen
Syndroms
, einem
Thoracic
outlet Syndrom
und einer
segmentalen
Dege
neration L3/4 mit dorsaler
Bandscheibenprotrusion
leide, nicht zweifelsfrei aus
zuschliessen, dass sich auch der somatische Gesundheitszustand in einer für den Rentenanspruch erheblichen Weise verändert haben könnte. Eine
nachvoll
zieh
bare Beurtei
lung
der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in zumutbaren behinderungs
angepassten Tätigkeiten in somatischer Hinsicht lässt sich den vor
han
denen Akten indes nicht entnehmen, weshalb
sich
der Sachverhalt auch diesbezüglich als nicht rechtsgenügend abklärt
erweist
.
8.
8.1
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vo
r
in
stanz zurückweisen,
insbesondere
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht
auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wu
rde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss der Recht
sprechung ist eine Rückweisung an die IV-Stelle möglich, wenn sie in der not
wen
digen Erhebung einer bisher vollständig un
geklärten Frage begründet ist, oder wenn lediglich eine Klarstellung, Prä
zi
sierung oder Ergän
zung der medizi
nischen Akten beziehungsweise von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist (
BGE 139 V 99 E. 1.1
und 137 V 210 E. 4.4.1.4).
8.2
Nach Gesagtem erweis
t
sich vorliegend der
medizinische
Sachverhalt in Bezug auf die
Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in psychischer und soma
tischer Hinsicht, insbesondere bezüglich der systematisierten Indikatoren gemäss BGE 141 V 281 E. 4.1.3, beziehungsweise hinsichtlich der Frage nach einer in
revisionsrechtlicher Hinsicht erheblichen gesundheitlichen Veränderung
als ung
e
nügend abklärt (vorstehend E.
7.4-5
), weshalb die vorhandenen medizini
schen Akten zu ergänzen sind. Die Sache ist deshalb an die Beschwerdegegnerin zurückzu
wei
sen, damit sie - nach Vervollständigung der Akten sowie Einholung allfälli
ger weiterer wesentlicher
Entscheidgrundlagen
- über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin neu verfüge. Sinnvollerweise wird die Beschwerde
geg
nerin die Beschwerdeführerin
dabei
polydisziplinär (psychiatrisch, neurologisch und rheumatologisch) begutachten lassen und dabei die begutachtende Stelle mit der Bemessung des Leistungsvermögens in
psychiatrischer Hinsicht anhand der einschlägigen Indikatoren beauftragen. Je nach
Ausgang
dieser
ergänzenden Sachverhaltsabklärung wird
sie
zudem auch die Statusfrage erneut zu prüfen
haben
.
Demzufolge ist die Beschwerde gutzuheissen.
9
.
9.1
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verwei
ge
rung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetzli
chen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr.
9
00.-- festzusetzen und aus
gangs
gemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen
.
9.2
Nach § 34 Abs. 1
GSVGer
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streit
wert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
).
Für unnötigen oder geringfügigen Aufwand einer Partei wird keine Prozessent
schädigung zugesprochen (§ 8 Abs. 1 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht,
GebV
SVGer
).
9.3
Ausgangsgemäss
hat die Beschwerdeführerin
Anspruch auf
eine Pro
zessent
schädi
gung, welche in Berücksichtigung
der Bedeutung der Streitsache
,
der Schwierigkeit des Prozesses
sowie eines gerichtsüblichen Stundenansat
zes von
Fr.
185
.-- (zuzügl
ich Mehr
wertsteuer) auf
Fr.
1’800
.-- (inklusive Baraus
lagen un
d Mehrwertsteuer) festzu
setzen ist.