Decision ID: b6dd368a-92bc-5dcf-8cf7-4d7c2a73063c
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1974, arbeitete zuletzt
vom
4.
bis 17. August 2010 temporär als Metallbauschlosser
bei
der
Y._
GmbH
(Urk. 9/4
, Urk. 9/9
).
1.2
Am 20. Februar 2011
(Urk. 9/4)
meldete sich der Versicherte
bei der In
validen
versiche
rung zum Leistungsbezug an. Die
Sozial
ver
siche
rungs
anstalt
des Kan
tons Zürich, IV-Stelle, holte
einen
medizinische
n
Be
richt
(Urk. 9/
12
) und
einen Auszug a
us dem indi
viduellen Konto (IK-
Auszug
vom 1
4.
März 2011
,
Urk. 9/9) ein und zog die Akten des
Kranken
taggeldversicherers
(Urk. 9/10/1-
24), darunter ein versicherungspsychiatrisches Gutachten der
Dr.
med.
Z._
vom 20. Dezember 2010 (Urk. 9/10/3-17), bei.
Sodann veranlasste sie eine psy
chiatrische Be
gutachtung in der Klinik
A._
(
Gutachten vom 1
3.
Mai 2011 mit
Ergänzung vom 2
5.
Oktober 2011, Urk. 9/24/1-12, Urk. 9/38, vgl. dazu auch Urk. 9/33).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 9/46)
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
9.
Mai 2012 (Urk. 2) einen Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente.
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 2. Juli 2012 (Urk. 1, vgl. dazu auch Urk. 5) Beschwerde mit folgenden Anträgen:
Die Verfügung der IV-Stelle des Kantons Zürich vom 2
9.
Mai 2012 betref
fend das abgewiesene Leistungsbegehren sei aufzuheben und es sei ihm mit Wirkung ab
1.
August 2011 eine ganze Invalidenrente zu
zu
sprechen.
Eventualiter sei ein neues psychiatrisches Gutachten betreffend seine Arbeits
fähigkeit zu erstellen.
Subeventualiter
sei das Verfahren zwecks Einholung ergänzender medizi
ni
scher Abklärungen an die IV-Stelle zurückzuweisen.
Subeventualiter
seien ihm berufliche Massnahmen und/oder Arbeits
ver
mitt
lung zu gewähren.
Es seien ihm die Parteikosten von der Beschwerdegegnerin zu ersetzen.
Mit Beschwerdeantwort vom
1
3.
August 2012 (Urk. 8) schloss die IV-Stelle auf Ab
wei
sung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 14. August 2012
(Urk.
10
)
zur Kennt
nis gebracht wur
de
.
Mit Eingabe vom 18. Juli 2003 (Urk. 11) legte de
r Be
schwer
de
führer
weitere Unter
lagen (Urk. 12-14) auf, welche der Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 2
2.
August 2013 (Urk. 9/18) zur Stellungnahme zugestellt wurden.
Mit
Schreiben vom
2.
September 2012
(Urk. 20) ver
zichtete
die Beschwerdegegnerin
auf eine Stellungnahme.
Mit Referentenverfügung
vom 28. Oktober 2013 (Urk. 23) wurde
die Stiftung
Auf
fangeinrichtung
BVG zum
Pro
zess bei
ge
laden. Mit Schreiben vom 1. November 2013 (Urk. 25) verzichtete diese auf eine Stellungnahme.
Mit Verfügung vom 2
2.
November 2013 (Urk. 27) wurde dem Beschwerdeführer Gelegen
heit gegeben, sich zu den
dem Internet
zu
entnehmenden Erwerbs
fähig
keiten als Maler sowie als Hundebetreuer (Urk. 26/1-4), welche mit seiner be
haupteten vollumfänglichen Arbeitsunfähigkeit kontrastierten, Stellung zu nehmen. Insbesondere wurde er aufgefordert anzugeben, welche Erwerbs
tätig
keiten er seit welchem Zeitpunkt (ab August 2010) innegehabt habe be
ziehungs
weise noch ausübe, in welchen
Pensen
er an diesen Stellen arbeite oder gear
beitet habe und welchen Verdienst er dabei erzielt habe.
Seine
Vorbringen habe er mit Urkunden zu beweisen. Ferner wurde ein Zusammenzug der indi
viduel
len
Konti
des Beschwerdeführers beigezogen (vgl.
dazu Urk. 28). Am 3. Januar 2014
(Urk. 30, Urk. 31/7-8) nahm der Beschwerdeführer dazu Stellung. Mit Schreiben vom 2
8.
Januar (Urk. 34) respektive 3
1.
Januar 2014 (Urk. 35) verzichteten sowohl die Beschwerdegegnerin als auch die Stiftung Auffangeinrichtung BVG auf eine Stellungnahme.
3.
Auf die einzelnen Vorbringen der Parteien und die Akten wird, sofern für die
Ent
scheidfindung
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbs
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Ver
lust der Erwerbs
mög
lichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausge
glichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbs
un
fähig
keit sind aus
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berück
sichtigen. Eine Erwerbs
unfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalidenein
kommen
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung vom 2
9.
Mai 2012 (Urk. 2) dafür, dass der Beschwerdeführer
seit August 2010
(Beginn der ein
jährigen Wartezeit) vorübergehend in seiner Arbeitsfähigkeit erheblich einge
schränkt, indes seit 2
3.
Juni 2011 wieder voll
arbeitsfähig gewesen sei, so dass keine In
validität im Sin
ne des Gesetzes
bestanden
und der Beschwerde
führer somit weder An
spruch auf berufliche Massnahmen noch auf eine Invali
denrente habe.
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1), die Auf
fas
sung der Beschwerdegegnerin, wonach seit Juni 2011 eine volle Arbeits
fähig
keit bestehen soll, stehe in diametralem Gegensatz zu den übrigen medizinischen Be
richten der P
sychiatriezentren und des Hausarztes. Jedenfalls könne ein Renten
an
spruch nicht mit der Be
gründung abgewiesen werden, dass keine durch
schnittliche Arbeits
unfähigkeit von 40
%
während eines Jahres bestanden habe
(S. 5
Ziff.
1)
.
Zu
dem sei im
psy
chiatrische
n
Gutachten der Kli
nik
A._
vom 5.
September 2011 nirgendwo
erwähnt
, dass seit dem 23.
Juni 2011 eine 100%ige Arbeits
fähigkeit bestehe. So habe sogar der Gutachter
Dr.
med.
B._
in seinem Schreiben vom 25. Oktober 2011 ausgeführt, dass die im Gutachten an
ge
gebene medi
zinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit in einem wohlwollenden und unter
stützenden
Arbeits
umfeld
innert drei bis sechs Monate
n
ab
Be
gutachtungs
zeit
punkt
erreichbar sei
(S. 5 f.
Ziff.
3)
.
Ferner sei seine lang
jährige
Drogen
sucht
problematik
an
läss
lich der angeordneten psy
chiatrischen Be
gutachtung nicht thematisiert wor
den und deshalb auch nicht ins Gutachten aufge
nommen worden
, weshalb das psychiatrische Gutachten vom 5. September 2011 auf
grund fehlender I
nformationen
unvollständig sei (S.
7
Ziff.
6).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Inva
liden
rente hat.
3.
3.1
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, nannte in seinem versicherungspsychiatrischen Gutachten vom 2
0.
Dezember 2010
(Urk. 9/10/3-17) zu Händen des Krankentaggeldversicherers
als Diagnosen einen Zu
stand nach
Anpassungs
störung
im Sinne einer Angst und e
x
pres
siven Reaktion ge
mischt
(
IC
D-10 F43.22), aktuell remittiert, und a
kzentuierte
Persön
lichkeits
eigen
schaften
im Sin
ne von narzisstisch
en
Persönlich
keits
eigen
schaften
ohne eigen
ständigen
Krank
heits
wert
. D
ifferentialdiagnostisch
konnte er eine
in
Erwägung gezogene primär psy
chische Störung aus dem Bereich psy
chotisc
her Erkrankungen nicht be
stätigen (S. 9).
Dr.
Z._
erläuterte (S. 14
Ziff.
1.1), beim Be
schwerde
führer sei für August und September 2010 eine primär psychische Störung gemäss ICD-10 aus
ge
wiesen gewesen, die für diesen Zeitraum auch mit Arbeits
un
fähigkeit oder mit deut
lich ge
minderter Arbeitsfähigkeit einher
ge
gangen sei. Nach einer Besserung der Symptomatik unter wöchent
lichen
haus
ärztlich-psycho
sozial
begleitenden Terminen ohne regelmässig einge
nom
mene Medi
kation sei dann aber von einer medizinisch-theoretischen Arbeits
fähig
keit ab Oktober 2010 auszugehen. Den beim Beschwerdeführer vor
liegenden akzentuierten
Persönlich
keits
eigen
schaften
sei dabei kein eigen
ständiger
Krank
heits
wert
beizu
messen, der derart ein
zuschätzen wäre, dass da
durch die zumut
bare medizinisch-theoretische Arbeits
fähigkeit eingeschränkt würde.
3.2
Dr.
med.
C._
, Psychiatrie und Psycho
therapie FMH,
Spital D._
, diagnostizierte am 1
7.
März 2011 (Urk. 9/12, vgl. dazu auch
Urk. 14/10
) mit Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1) und eine soziale Phobie (ICD-10 F40.1) seit mehreren Jahren. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine Höhen
angst (ICD-10 F40.2) und eine Spinnenphobie (ICD-10 F40.2).
Dr.
C._
attestierte dem Beschwerdeführer eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
seit 18. August 2010 bis auf weiteres.
Dr.
C._
führte weiter aus, beim Beschwerdeführer
bestünden
körperliche und psy
chische
Ein
schränkungen in Form von motorischen Spannungen (kör
per
li
che Un
ruhen, Z
ittern), vegeta
tiver Über
er
regbarkeit (Benommenheit, Schwitzen), Tachy
kardie, Oberbauchbeschwerden, Schwindel, trockener Mund), gros
se
r Angst vor einem Kontrollverlust und
vor
einer Ohnmacht, Herzklopfen, Schwin
del etc. sowie einem
De
realisations
- und
Depersonalitä
tsgefühl
, welches
von der Hyper
ventilation aus
ge
löst
werde
.
Wenn die Angst da sei, werde jegliche Arbeit verun
möglicht. Zu erwarten sei, dass regelmässige Psycho
therapien und wenn nötig Psycho
pharmaka die Arbeitsfähigkeit verbessern könnten, wobei es nicht mög
lich sei, eine genaue Prognose abzugeben. Eine schnelle Ver
bes
serung (inner
halb von zwölf Monaten) sei nicht zu erwarten. Wann mit der Wiederauf
nahme der beruflichen Tätigkeit beziehungsweise Erhöhung der Einsatzfähigkeit gerechnet werden könne, könne er zurzeit nicht beantworten. Hin
sichtlich
behin
derungs
angepasster
Tätigkeit gab
Dr.
C._
zudem an, das
s
der Beschwer
de
führer seit einigen Monaten aus eigener Initiative einer Arbeit in einem Fit
ness
studio in einem Stellenpensum von zirka 10
%
nachgehe und dieses
Belas
tungs
pro
fil
momentan gut tragbar zu sein scheine.
3.3
Mit Kurzbericht vom 2
0.
Juli 2011 (Urk. 14/14) attestierte
Dr.
C._
dem Beschwerde
führer aus psychiatrischer Sicht im Moment eine 50%ige Arbeits
un
fä
higkeit.
3.4
Am
5.
September 2011 (Urk. 9/24) erstattete
Dr.
med.
B._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Stellvertretender Chefarzt, Klinik
A._
, ein psy
chi
atrisches Gutachten und nannte als Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Persönlichkeitsakzentuierung mit narzisstischen, unreifen und ängstlich vermeidenden Anteilen (ICD-10 Z73.1), eine generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1) sowie eine Soziophobie (ICD-10 F40.1). Als Diag
nosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte er eine Höhen
angst (ICD-10 F40.2) und eine Spinnenphobie (ICD-10 F40.2).
Dr.
B._
berichtete (S. 7
Ziff.
3.6), laut Beschwerdeführer habe sich sein Befinden im Ver
gleich zum Herbst 2010 deutlich verbessert, so dass er mittler
weile zwei halbe Tage als Fitnesstrainer arbeiten könne. Die Arbeit könne er gut bewältigen. Er ver
spüre aber nach wie vor eine „innerliche Angst“, insbesondere eine Angst vor Schlossereien und dem Baugewerbe. Manchmal habe er noch dies
be
züg
liche Albträume. Seine Stimmung sei noch etwas gedrückt, er fühle sich aber „nicht mehr so depressiv wie im Herbst“.
In seiner psychiatrischen Be
ur
teilung erläuterte
Dr.
B._
(S. 9 f.
Ziff.
6), unter Würdigung von Anam
nese, medizinischen Vorberichten sowie aktuellen Unter
suchungs
er
geb
nissen könne zusam
men
fassend abgeleitet werden, dass beim Beschwerdeführer eine
Persön
lich
keitsproblematik
vorliege, die ins
be
son
dere durch narzisstische, ängst
lich-unsichere und unreife Anteile gekenn
zeich
net sei. Die
Persönlich
keits
problematik
erfülle gesamthaft aber nicht die Krite
rien einer nach ICD-10 zu klassifizierenden Persönlichkeitsstörung, sei sicher
lich aber als
Persönlich
keits
akzentuierung
zu beschreiben. Die vorliegende Angsterkrankung, am ehesten als generalisierte Angsterkrankung in Kombina
tion mit
sozio
phobischen
Ängsten zu beschreiben, korrespondiere dabei aus psy
chiatrischer Sicht mit der Per
sön
lichkeitsstruktur des Be
schwerdeführers. Grundsätzlich komme einer
Persön
lichkeitsakzentuierung
zunächst kein eigen
ständiger Krankheitswert zu. In Kombination mit der vorliegenden
Angster
krankung
sei jedoch festzuhalten, dass die ausgeprägte
Kränk
barkeit
des Beschwerdeführers immer wieder zu Konflikten, Stellen
wechseln und mehrfach damit einhergehenden psychischen Krisen geführt habe, die leitend durch Angst in Kombination mit depressiven Symptomen gekenn
zeichnet gewesen seien. Faktisch sei somit der Kombination aus
Persön
lichkeitsakzentuierung
und re
zidivierenden De
kompensationen unter Belastung
Krank
heitswertigkeit
im Sinne einer eingeschränkten Belastbarkeit zuzuschreiben. Andererseits sei fest
zustellen, dass der Be
schwerde
führer über Ressourcen verfüge, die trotz häufiger Stellenwechsel eine durchgehende Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt ermöglichten und unter günstigen, insbesondere atmosphärischen Bedingungen durchaus eine konstante Leistungsfähigkeit gegeben sein könnte, wie die vor
letzte Anstellung gezeigt habe. Des Weiteren sei auszuführen, dass die psychi
sche Problematik des Beschwerdeführers erst seit relativ kurzer Zeit durch den Hausarzt und jetzt auch durch einen Psychiater behandelt würden und diese Behandlung im Vergleich zwischen der beschriebenen Situation im August 2010 und dem jetzigen Untersuchungszeitpunkt bereits Erfolge im Sinne einer Ver
besserung des vor
liegenden
Zustandbildes
gezeigt habe. Die Behandlung sei dabei sowohl psycho
thera
peutisch als auch bezüglich etwaiger
psychopharma
kologischer
Optionen sicherlich noch nicht ausgereizt, sodass mit weiteren Ver
besserungen und Stabilisierungen von Gesundheitszustand und Leistungsfähig
keit zu rechnen sei. Zusammenfassend könne festgehalten werden, dass zwar eine psy
chische Problematik von Krankheitswert bestehe, die zu gewissen Ein
schränkungen, insbesondere der Stressbelastbarkeit führe, der jedoch keine in
validisierende Qualität zugeschrieben werden könne.
Hinsichtlich der Beur
teilung der Arbeitsfähigkeit führte
Dr.
B._
ferner aus (S. 11
Ziff.
7.1 ff.), dass keine psychiatrisch begründeten spezifischen Ein
schränkungen in der Tätigkeit als
Metall
bauer
bestünden. Als Ein
schränkungen seien zwar eine reduzierte
Stress
belast
barkeit
, insbesondere im zwischen
menschlichen Bereich zu formulieren, diese könne aber nicht als generelles Merkmal einer bestimmten Tätigkeit oder Branche zugeordnet wer
den, sondern sei vielmehr von den individuellen Arbeits
bedingungen, ins
besondere bezüglich der Atmosphäre und des Um
ganges am Arbeitsplatz ab
hängig. Somit könne keine psychiatrisch be
gründete Ein
schränkung für die ange
stammte Tätigkeit formuliert werden. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit in anderen (adaptierten) Tätigkeiten führte er zudem aus, grundsätzlich könne beim Beschwerdeführer von einer Leistungsfähigkeit in allen seinen Quali
fikationen entsprechenden Tätigkeiten ausgegangen werden. Als einschränkend sei dabei eine reduzierte Stressbelastbarkeit, insbesondere im zwischen
mensch
lichen Kontakt, zu formu
lieren. Der Umgang mit Misserfolg, Kritik und Kon
flikten sei beim Beschwerde
führer eingeschränkt und führe zu einer Vulnerabilität bezüglich des wieder
holten Auftretens von durch Angst und De
pression gekennzeichneten Reak
tionen. In einem wohlwollenden und unter
stützenden Umfeld könne gesamthaft von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden. Dem Leiden ideal angepasste Tätig
keiten stellten Tätigkeiten unter beschützten Bedingungen dar. Die
krank
heits
be
dingten
Einschränkungen des Beschwerdeführers seien aus psy
chiatrischer Sicht als nicht so gravierend einzustufen, als dass eine geschützte
Tätigkeit indi
ziert wäre. Bezüglich der beruflichen Eingliederung sei besonders zu be
achten, dass die Einschränkungen weniger in der
arbeits
be
zogenen
Belas
tung als im Bereich der atmosphärischen und zwischen
mensch
lichen Arbeitsbe
dingungen bestünden. Unterstützende Mass
nahmen sollten insbesondere auf diesen Aspekt abgestimmt sein. Konkret könnten dabei entsprechende
Unter
stützungsmassnahmen
seitens der Invaliden
ver
sicherung zum Beispiel auch in Form von Hilfe bei der Stellenvermittlung sowie Job-Coaching etc. nützlich sein. Zur Reintegration des Beschwerde
führers in den Arbeitsmarkt und zum langfristigen
Leistungs
unter
halt
sei eine Fort
setzung der therapeutischen Behandlung in enger Abstimmung mit be
ruf
lichen
Inte
grations
massnahmen
zu empfehlen. Grund
sätzlich könne mit Integrationsmassnahmen ab sofort begon
nen werden. Dabei sollte die Steigerung der Belastbarkeit in Absprache mit den be
handelnden Ärzten sukzessive er
folgen.
3.5
Am 2
5.
Oktober 2011 (Urk. 9/38, vgl. dazu auch Urk. 9/33) führte
Dr.
B._
ergänzend zum psychiatrischen Gutachten vom
5.
September 2011 (E. 3.4
hievor
) hinsichtlich des konkreten Verlaufs der Arbeitsunfähigkeit seit August 2010 aus, dass soweit nach
vollziehbar zwischen Oktober 2010 und März 2011 von einer 100%igen
res
pektive zwischen März und Juni 2011
von einer 50
70%igen Arbeitsun
fähig
keit
ausgegangen werden könne. Die medizinisch-theoretische Arbeits
fähigkeit in einem wohlwollenden und unterstützenden Arbeits
feld, die beim Be
schwerde
führer in der vorliegenden Begutachtung ange
nom
men worden sei, sollte prognostisch bei sukzessivem Aufbau zur Ver
mei
dung erneuter
Über
for
derungs
reaktionen
innert drei bis sechs Monaten ab
Be
gutachtungszeitpunkt
er
reichbar sein.
3.6
Dr.
med.
E._
, Oberärztin, und med.
pract
.
F._
, Assistenzärztin,
G._
, Psychiatriezentrum
H._
, berichteten am 11.
November 2011 (Urk. 9/54) und diagnostizierten spezifische Phobien (ICD
10 F40.2), Angst und eine depressive Störung gemischt (ICD-10 F41.2),
diffe
rentialdiagnostisch
eine organische wahn
hafte Störung (ICD-10 F06.2) nach langjährigem Drogenkonsum sowie eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit ängstlich vermeidenden, unreifen und paranoiden Anteilen (ICD-10 F61.0). Sie attestierten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit dem 1
8.
Oktober 2011 bis auf weiteres.
Dr.
E._
und med.
pract
.
F._
hielten fest, der Be
schwerde
führer habe im ersten Gespräch berichtet, dass er letztes Jahr „Stress bei der Arbeit“ wegen Auseinandersetzungen und Streitereien mit Vorgesetzten ge
habt habe und dass das schon unzählige Male vorgekommen sei. Sein Vor
ge
setzter sei ver
bal laut geworden und das löse bei ihm in der Regel so starke Ängste aus, dass er habe flüchten müssen. Seit 2007 spüre er seine Trauer, seine Wut und Un
sicherheit
intensiver als zuvor. Der Auslöser dafür sei der Tod seines Chefs gewesen, der der „einzig gute Chef“ gewesen sei, bei dem er es geschafft habe, zwei
einhalb Jahre zu arbeiten. Insgesamt habe er schon dreizehnmal die Stelle gewechselt. Symptome, unter denen er am Arbeitsplatz gelitten habe, seien Gefühle wie Angst, Nervosität, Zittern, Schweissausbrüche, Brechreiz, Herz
klopfen begleitet von einem „Fieber“. Es brauche nur sehr wenig, um ihn in eine solche Situation zu versetzen.
3.7
Im Schreiben vom 2
4.
Januar 2012 (Urk. 9/55)
erläuterte
Dr.
med.
I._
, Arzt für Allgemeine Medizin FMH mit
Fähig
keitsausweis
für
Psychosomatische und
Psychosoziale Medizin (SAPPM), dass der Beschwerdeführer aus psychischen Gründen im Zeitraum vom 2
3.
Juni bis 17. Oktober 2011 eindeutig zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen sei. Die lang anhaltende Arbeits
unfähigkeit halte bis heutigen
Datums an.
E
ine Pro
gnose der aktuellen Arbeitsunfähigkeit
sei a
us hausärztlicher Sicht
schwierig. Dies
be
züg
lich verwies er auf die betreuenden Fachärzte des Psychiatriezentrums
H._
.
3.8
Am 2
0.
Juni
2012 (Urk. 3/4)
nannten
Oberarzt
J._
,
und
Dr.
biol
. hum.
K._
, Klinische Psychologin,
L._
, Privat
klinik für Psychiatrie und Psy
chotherapie,
M._
, als Diagnosen eine Panikstörung (ICD-10 F41.0) sowie eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1) und attestierten dem Beschwerdeführer seit Eintritt auf Park A in der
L._
am 2
3.
April 2012 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Der Beschwerde
führer sei auf Zuweisung seines Hausarztes
Dr.
I._
nach psycho
sozialer Dekompensation auf die
Kri
seninterventions
- und
Depressions
station
Park A gekommen und habe von der Angststörung, welche bereits seit 2008 bestehe, berichtet. Seit 2010 habe sich sein Zustand im Zuge der eingetretenen Arbeitslosigkeit verschlechtert. Seit vier Monaten hätten sich die Symptome weiter verschlechtert, so dass es ihm kaum möglich gewesen sei, ausser Haus
zu gehen. Die Angst vor der A
ngst habe ihn ständig begleitet. Z
udem habe er das Gefühl
gehabt, dass andere Leute ihm die Angst ansehen könnten. Des Weiteren seien Panikattacken mit
Herz
rasen
, Schwitzen und Zittern beschrieben worden. Begonnen habe die Problematik im Zusammenhang mit verschiedenen Arbeitgebern.
Suizid
ge
danken
seien im
Auf
nahmegesp
räch
glaubhaft verneint worden.
3.9
Im Bericht vom 2
8.
Juni 2012 (Urk. 3/5) über
die
poli
- und tagesklinische Behandlung
vom 1
7.
Oktober bis zum 3
1.
Dezember 2011 im
Psy
chiatriezent
rum
H._
diagnostizierten
Dr.
med.
N._
, Oberarzt, und med.
pract
.
F._
,
Assistenz
ärztin
,
G._
,
Psy
chiatriezentrum
H._
, eine kombinierte
Per
sönlichkeitsstörung
mit ängst
lich vermeidenden, unreifen und paranoiden
An
teilen (ICD-10 F61.0),
dif
ferential
diagnostisch
eine organi
sche wahnhafte
Störung (ICD-10 F06.2) nach lang
jährigem Drogenkonsum, spe
zifische Phobien (ICD-10 F40.2) sowie Angst und depressive Störung gemischt (ICD-10 F41.2) und attestierten dem Beschwerdeführer eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit
vom
17. Oktober 2011 bis 3
1.
Januar 201
2.
Für die Zeit nach
dem
Klinikaufenthalt könnten sie aufgrund des
Therapie
abbruches
durch den Beschwerdeführer keine Angaben
machen (vgl. dazu auch Urk. 9/54).
3.10
Mit Schreiben vom 3
0.
Juni 2012 (Urk. 3/6, vgl. dazu auch Urk. 14/22-23 und E. 3.7
hievor
) diagnostizierte der seit 1987 be
handelnde Hausarzt
Dr.
I._
eine ausgeprägte Angststörung mit Phobien sowie rezi
divierenden depressive
n
Re
aktionen bei ängstlich ver
meidender Persön
lich
keit.
Dr.
I._
erläuterte, Symptome der Angsterkrankung seien bereits als Kind im Sin
ne nächtlicher Angstattacken sowie ausgeprägtem Heimweh aufgetreten. Seit der Adoleszenz bestünden eine Höhenangst sowie eine Spinnenphobie. Ab 1993 habe der Beschwerdeführer im Zusammenhang mit der Angstsymptomatik phasen
weise Betäubungsmittel konsumiert, welche er teilweise im Jahr 2007, vollständig im Jahr 2010 aus eigener Kraft sistiert habe. Nach mehrmonatiger Verstärkung der
Angst
attacken
habe sich der Beschwerdeführer am 1
8.
August 2010 völlig auf
ge
löst mit massiven Angstgefühlen, Weinattacken, Verzweiflung mit
Suizid
ge
danken
,
Somatisierung
mit Schweissausbrüchen, Herzklopfen, Inappetenz, bren
nendem Hitzegefühl im ganzen Körper sowie auch sozialem Rück
zug ge
mel
det. Nach Angaben des Beschwerdeführers hätten sich diese Symp
tome mehr
jährig aufge
baut und anlässlich eines neuen Stellenantrittes ab
4.
August 2012 (
richtig: 2010)
kulminiert. Hinsichtlich der Arbeitsunfähigkeit hielt Dr.
I._
fest, seines Erachtens stehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
ab 1
7.
August 2010 ausser Zweifel und sei von ihm auch so deklariert worden. Im weiteren Verlauf seien mehrfach vorsichtige, niederschwellige
Arbeits
ver
suche
unter
nommen worden, welche gescheitert seien. Auch
Integrations
ver
suche
der Regionalen Arbeitsvermittlung ab Dezember 2010 seien gescheitert. Ab 14. März 2011 sei ein Arbeitsversuch als Mitarbeiter bei einem dem Beschwer
de
führer vorbekannten Fitnessstudio zu 20
%
gestartet worden. Diese Tätig
keit in wohlbekannter Umgebung und im kleinen Rahmen habe ab
1.
April 2011 auf 30
%
gesteigert werden können. Ab
1.
Juli 2011 sei eine Arbeits
fähig
keit von 50
%
attestiert worden. Ein Rückfall bezüglich Angstattacken habe ab 19. September 2011 erneut zu einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit geführt. Ein
Hospitalisations
versuch
in der Klinik
O._
sei eingeleitet wor
den. Zeitweise hätten suizidale Gedanken bestanden. Ab 2
5.
Februar 2012 sei endlich eine antidepressive Psychopharmakotherapie in vorsichtiger Dosis mög
lich geworden. Am 2
3.
April 2012 sei der Beschwerdeführer in die Klinik
L._
eingetreten und bis heute hospitalisiert, bei einer anhaltenden Arbeits
unfähigkeit zu 100
%
.
4.
4.1
Dr.
B._
führte in seinem Gutachten vom
5.
September 2011 respektive 2
5.
Oktober 2011 (E. 3.4
hievor
, Urk. 9/24 S. 11
Ziff.
7.2, Urk. 9/38 S. 1-2) aus, dass eine Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers ab August 2010 dokumen
tiert und plausibel sei und die medizinisch-theoretische Arbeits
fähigkeit in einem wohlwollenden und unterstützenden Arbeitsumfeld prognostisch bei suk
zessivem Aufbau zur Vermeidung erneuter
Über
forderungs
reaktionen
innert drei bis sechs Monaten ab
Be
gutachtungszeitpunkt
er
reichbar sein sollte.
Aus den
nach dem Gutachten vom
5.
September 2011
verfassten
und weiteren im Recht liegenden zeitnahen und darüber hinaus auch nachvollziehbaren
medi
zi
nischen Berichten
und dem dokumentierten
Krank
heitsverlauf
wird indes ersichtlich, dass sich diese Prognose
sowie die im Gutachten vom
5.
September 2011 prognostizierte medizinisch-theoretische
Arbeits
fähig
keit von 100
%
innert des be
sagten
Zeit
rahmens
nicht
realisiert
haben
. So attestierten ihm die
Fach
personen
der
G._
,
Psy
chiatrie
zentrum
,
H._
, im Bericht vom 2
8.
Juni 2012 (E. 3.9
hievor
, vgl. dazu auch E. 3.6
hievor
) für den Zeitraum der poliklinischen beziehungsweise
tages
klinischen
Be
handlung vom 1
7.
Oktober bis 3
1.
Dezember 2011 eine 100%ige Arbeits
un
fähig
keit. Vom 2
3.
April bis zum 3
0.
Juli 2012 (E. 3.8
hievor
, Urk. 13 S. 10
Ziff.
17)
befand sich der Beschwerdeführer erneut in stationärer Be
hand
lung in der
L._
, Privat
klinik für Psychiatrie und Psycho
therapie, weshalb ihm die
Fach
personen
der
L._
auch seit Eintritt am 23. April 2012 eine 100%ige Arbeits
un
fähig
keit attestierten.
4.2
Dass der Beschwerdeführer ab 1
7.
August 2010 arbeitsunfähig gewesen
ist
, be
stätigte
insbesondere
Dr.
I._
in seinem Bericht vom 3
0.
Juni 2012 (E. 3.10
hievor
). So führte er in seinem Bericht aus, eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
ab 17. August 2010 stehe ausser Zweifel
,
und verwies
zudem
auf die im weite
ren Ver
lauf ge
scheiterten
Arbeitsversuche. Im Bericht vom 2
4.
Januar 2012 (E. 3.7
hievor
) hielt er
ferner
fest, dass der Beschw
erdeführer vom 2
3.
Juni bis 17.
Oktober 2011 eindeutig zu 100% arbeitsunfähig gewesen sei und die lang anhaltende Arbeits
unfähigkeit bis
zum Zeitpunkt des Berichts
anhalte.
Schliess
lich
bestätigte auch
Dr.
C._
in seinem Bericht vom 1
7.
März 2011 (E. 3.2
hievor
)
zunächst
eine Arbeit
sunfähigkeit von 100
%
seit 18.
August 2010
in bisheriger Tätig
keit
bis auf
weiteres und erläuterte, eine schnelle Besserung (innerhalb von zwölf Monaten) sei nicht zu erwarten.
4.3
Aufgrund des geschilderten Krankheitsverlaufes ergibt sich, dass der Be
schwerde
führer ab August 2010 - abgesehen von einer nur vorübergehend und nicht anspruchsrelevanten Verbesserung ab März 2011 und damit höheren attestierten Arbeitsfähigkeit in behinderungsangepasster Tätigkeit (vgl. dazu E. 3.10 hiervor, Urk. 14/22-23
)
- selbst im Zeit
punkt des Verfügungserlasses im Mai 2012 in jeglicher Tätigkeit zu 100
%
arbeits
unfähig war.
Die Begründung der Beschwerdegegnerin, wonach der Be
schwerdeführer seit 23. Juni 2011 und damit vor Ablauf der einjährigen Wartezeit wieder voll arbeitsfähig sein soll, überzeugt nach dem Gesagten nicht, übersieht sie doch, dass selbst der be
gutachtende Psychiater
Dr.
B._
in seinem Gutachten vom
5.
September
respektive 2
5.
Oktober 2011 (E. 3.4-5) ausführte, dass eine medizinisch-theoretische Arbeits
fähigkeit in einem wohlwollenden und unter
stützenden
Arbeits
umfeld
prognostisch bei sukzessivem Aufbau zur Vermeidung er
neuter
Über
forderungs
reaktionen
innert drei bis fünf Monaten ab
Be
gutach
tungs
zeitpunkt
(2
3.
Juni 2011
+ sechs Monate = spätestens ab Dezember 2011
) erreichbar sein sollte (vgl. dazu auch Urk. 9/24 S. 12
Ziff.
9,
Urk. 9/38 S.
2).
4.4
Die weiteren
aktenkundigen
medizinischen Be
richte vermögen an dieser Beurtei
lung nichts zu ändern:
Das gilt zunächst für die Einschätzung
von
Dr.
Z._
in seinem Gutachten vom 2
0.
Dezember 2010 (E. 3.1
hievor
), wonach der Beschwerdeführer ab Okto
ber 2010 wieder zu 100
%
arbeitsfähig sein soll
. Diesbezüglich ist mit
Dr.
B._
(Urk. 9/38 S. 2 oben) und auf
grund der vorliegenden ärztlichen Be
richte davon auszugehen, dass eine Arbeits
fähigkeit von 100
%
ab Oktober 2010 dann
zumal offenbar noch nicht zu realisieren war und demnach zwischen Oktober 2010 und März 2011 von einer fort
be
stehenden Arbeits
unfähig
keit ausge
gangen w
erden mu
ss
t
e. Diese Auffassung vertrat denn auch der be
han
delnde Hausarzt
Dr.
I._
in seinem Schreiben an den
Kranken
tag
geld
ver
siche
rer
vom 1
6.
Januar 2011 (Urk. 9/10/2), in dem er aus
führte, dass er sich der Folgerung von
Dr.
Z._
, wonach der Be
schwerde
führer ab Ende September 2010 wieder arbeitsfähig gewesen sein soll, nicht an
schlies
sen kön
ne, da bei wiederholt unternommenen Arbeitsversuchen in angestammter als auch in anderen Tätigkeiten
regelmässig vehemente psychische Reaktionen auf
ge
treten seien, welche die Arbeitsaufnahme verhindert hätten.
Ferner
vermag auch der Bericht von
Dr.
C._
vom 2
0.
Juni 2011 (E. 3.3)
, wonach der Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht im Moment zu 50 % arbeitsunfähig sein soll,
nichts daran zu ändern
,
zumal
nicht nach
voll
ziehbar ist, inwiefern sich die therapeutisch erzielten Erfolge auch konkret auf die Arbeitsfähigkeit beziehungsweise deren Einschränkungen aus
wirk
t
en
und der
wenig
später eingetretene erneute Zusammenbruch aufzeigte, dass die Arbeits
fähigkeit auch in der innegehabten Anstellung nicht gesichert gegeben war.
4.5
Schliesslich sprechen auch die im Internet
vorgefundene Seiten (Urk. 26/1-4
) nicht gegen eine solche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit.
Was die Tätigkeit im Be
reich der Hundebetreuung anbelangt (Urk. 26/4), so ist festzuhalten, dass der Be
schwerde
führer diese Tätigkeit laut Arbeitsversuchsvertrag erst nach Erlass der angefochtenen Verfügung,
nämlich
am 13. September 2013 (
Urk. 31/7)
, auf
genommen hat. Weil das Datum der angefochtenen Verfügung die zeitliche Grenze der richterlichen
Überprüfungsbe
fugnis bildet (BGE 131 V 9 E. 1
, 130 V 445 E. 1.2 je mit Hinweisen), ist dieser Umstand für den vor
liegenden
Beurtei
lungszeitraum
nicht von Relevanz.
In Bezug auf die Tätigkeit als Maler führte der Beschwerdeführer in nach
vollzieh
barer Weise aus (Urk. 30 S. 3), dass er im Rahmen seiner künst
le
rischen Aktivitäten nie etwas verdient habe; vielmehr stelle das Malen eine Frei
zeit
be
schäftigung dar und helfe ihm zusätzlich als Therapie gegen seine psy
chische Erkrankung (vgl. dazu auch Schreiben von
lic
. phil.
P._
sowie Dr. med.
Q._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 6.
Dezember 2013, Urk.
31/
7).
Gegenteilige Anhaltspunkte sind
weder aus den weiteren Akten noch aus dem IK-Auszug vom 1
1.
Dezember 2013 (Urk. 31/7) ersichtlich.
5.
Vor dem Hintergrund, dass der Beschwerdeführer in jeglicher Tätigkeit – abge
sehen von einer nicht anspruchsrelevanten Verbesserung – zu 100
%
arbeits
un
fähig war, hat er ab
1.
August 2011 Anspruch auf eine ganze Rente der Invaliden
versicherung.
In Gutheissung der Beschwerde ist demnach die angefochtene Verfügung vom 2
9.
Mai 2012 (Urk. 2) aufzuheben und dem Beschwerdeführer ab
1.
August 2011
eine
ganze Rente der Invalidenversicherung
zuzusprechen.
Im vor
liegen
den Verfahren nicht geklärt werden kann die Frage, wie es sich mit dem Ren
tenanspruch nach Aufnahme der Erwerbstätigkeit per 1
5.
September 2013 bei der
R._
(vgl.
Urk.
31/7) verhält. D
i
e Beschwerdegegnerin
wird
, dies nach Abschluss dieses Prozesses im Rahmen eines amtlichen
Revisionsver
fahrens
zu prüfen
haben
.
6.
6.1
Da
es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
I
VG) und ermessensweise auf Fr. 8
00
.-- anzusetzen und ausgangsgemäss der
unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.2
Zudem ist dem Beschwerdeführer eine Prozessentschädigung zuzusprechen (
Art.
61
lit
. g ATSG, in Verbindung mit
§
34
Abs.
1
Gesetz über das
Sozialversi
cherungs
gericht
,
GSVGer
). Diese ist unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streit
sache und der Schwierigkeit des Prozesses (
§
34
Abs.
3
GSVGer
) und beim mass
geblichen Stundenansatz von Fr.
200.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer)
auf
Fr. 2‘
4
00
.--
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) festzulegen.