Decision ID: 8d50c000-bf18-5a05-9c61-fe72938b5353
Year: 2020
Language: de
Court: BE_VG
Chamber: BE_VG_001
Canton: BE
Region: Espace_Mittelland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Mit Veranlagungsverfügungen vom 21. November 2016 veranlagte die Steuerverwaltung des Kantons Bern A._ und B._ für das Jahr 2015 abweichend von deren Selbstdeklaration auf ein steuerbares Einkommen von Fr. 620'526.-- bei den Kantons- und Gemeindesteuern bzw. Fr. 643'910.-- bei der direkten Bundessteuer. Die Abweichung beruhte im Wesentlichen darauf, dass sie den geltend gemachten Schuldzinsenabzug in Zusammenhang mit einem fremdfinanzierten Anlageprodukt verweigerte. Die dagegen gerichteten Einsprachen wies die Steuerverwaltung mit Einspracheentscheiden vom 22. Mai 2018 ab.
B.
Gegen die Einspracheentscheide erhoben A._ und B._ am 21. Juni 2018 Rekurs und Beschwerde bei der Steuerrekurskommission des Kantons Bern (StRK), welche die Rechtsmittel mit Entscheiden vom 11. Dezember 2018 abwies.
C.
In einer einzigen Rechtsschrift vom 14. Januar 2019 haben A._ und B._ Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben. Sie , die Entscheide der StRK vom 11. Dezember 2018 seien teilweise aufzuheben und der geltend gemachte Darlehenszins von Fr. 37'398.-- sei bei den Kantons- und Gemeindesteuern wie auch bei der direkten  für das Steuerjahr 2015 zum Abzug zuzulassen.
Mit Verfügung vom 16. Januar 2019 hat der damalige Abteilungspräsident die Verfahren betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern sowie die direkte Bundessteuer vereinigt.
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 04.03.2020, Nrn. 100.2019.26/27U, Seite 3
Die StRK und die Steuerverwaltung beantragen mit Vernehmlassung vom 22. Januar 2019 bzw. Beschwerdeantwort vom 25. Februar 2019 je die  der Beschwerden. Die Eidgenössische Steuerverwaltung (EStV) schliesst mit Eingabe vom 26. März 2019 ebenfalls auf Abweisung der .

Erwägungen:
1.
1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerden als letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) zuständig (vgl. auch Art. 201 Abs. 1 StG und Art. 145 Abs. 1 DBG sowie Art. 9 Abs. 3 der Verordnung vom 18. Oktober 2000 über den Vollzug der direkten Bundessteuer [BStV; BSG 668.11]). Die  haben am vorinstanzlichen Rekurs- und Beschwerdeverfahren teilgenommen, sind durch die angefochtenen Entscheide besonders  und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG; vgl. auch Art. 201 Abs. 2 StG sowie Art. 145 Abs. 2 i.V.m. Art. 140 Abs. 1 DBG). ). Obwohl die  in der Sache vor der Vorinstanz vollständig unterlegen sind,  sie die bloss teilweise Aufhebung der Entscheide der StRK (vgl. vorne Bst. C). Rechtsbegehren sind unter Berücksichtigung der  auszulegen (BVR 2016 S. 560 E. 2, 2015 S. 541 E. 2, 2015 S. 193 E. 2.5; Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum  VRPG, 1997, Art. 32 N. 13 und Art. 25 N. 14). Da die  die Abweisung ihres Gesuchs um Sistierung der Verfahren vor der Vorinstanz (vgl. Dispositiv Ziff. 1) nicht beanstanden, ist ihr  so zu verstehen, dass sie insoweit mit den angefochtenen  einverstanden sind. Die Bestimmungen über Form und Frist sind eingehalten (Art. 151 StG i.V.m. Art. 81 Abs. 1 und Art. 32 VRPG; Art. 145 Abs. 2 i.V.m. Art. 140 DBG). Auf die Beschwerden ist einzutreten.
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 04.03.2020, Nrn. 100.2019.26/27U, Seite 4
1.2 Sind sowohl Entscheide bezüglich der Kantons- und  als auch der direkten Bundessteuer angefochten, so muss das  zwei Urteile fällen, zumal es sich um verschiedene Steuern handelt, die unterschiedlichen Gemeinwesen zustehen und in getrennten Verfahren veranlagt werden. Allerdings können die Entscheide in ein und derselben Urteilsschrift getroffen werden (vgl. BGE 142 II 293 E. 1.2, 135 II 260 E. 1.3.1, 130 II 509 E. 8.3). Weil vorliegend die einschlägigen Bestimmungen des kantonalen und eidgenössischen Rechts weitgehend gleich lauten, rechtfertigt sich die gemeinsame Beurteilung der Streitigkeit hinsichtlich kommunaler, kantonaler und eidgenössischer Steuern.
1.3 Da der Streitwert beider Verfahren unter Fr. 20'000.-- liegt, fällt die Behandlung der Beschwerden grundsätzlich in die einzelrichterliche  (vgl. Art. 57 Abs. 1 des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]). Die Verhältnisse rechtfertigen indes die Überweisung an die Kammer (vgl. Art. 57 Abs. 6 i.V.m. Art. 56 Abs. 1 GSOG).
1.4 Das Verwaltungsgericht überprüft die angefochtenen Entscheide auf Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).
2.
In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragen die Beschwerdeführenden, die vorliegenden Verfahren seien bis zum rechtskräftigen Abschluss der vor dem Verwaltungsgericht hängigen Verfahren 100.2019.21/22 zu sistieren, die ebenfalls den Schuldzinsenabzug in Zusammenhang mit einem  Anlageprodukt des gleichen Anlagefonds zum Gegenstand haben.
2.1 Gemäss Art. 151 StG i.V.m. Art. 38 VRPG kann die instruierende Behörde von Amtes wegen oder auf Antrag das Verfahren einstellen, wenn dessen Ausgang vom Entscheid eines andern Verfahrens abhängt oder wesentlich beeinflusst wird oder wenn im anderen Verfahren über die gleiche Rechtsfrage zu befinden ist. Die Behörde verfügt beim  über einen verhältnismässig grossen Ermessensspielraum. Sie
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 04.03.2020, Nrn. 100.2019.26/27U, Seite 5
muss diesen Handlungsspielraum aber sachgerecht und pflichtgemäss ausfüllen (vgl. zum Ganzen BVR 2003 S. 433 E. 3 und 3.1; Merkli//Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 38 N. 2 und 11; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 3. Aufl. 2016, Art. 134 N. 14). Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Sistierung des Verfahrens grundsätzlich im Widerspruch zum Beschleunigungsgebot bzw. zum Anspruch auf Beurteilung innert angemessener Frist steht (Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung [BV; SR 101] und Art. 26 Abs. 2 der Verfassung des Kantons Bern [KV; BSG 101.1]) und daher die Ausnahme bleiben soll (vgl. BGE 135 III 127 E. 3.4; BGer 1C_730/2013 vom 4.6.2014 E. 3.1).
2.2 Die vorläufige Verfahrenseinstellung ist grundsätzlich zulässig, wenn – wie hier – in einem anderen Verfahren über die gleiche Rechtsfrage zu entscheiden ist. Allerdings ist zu beachten, dass insbesondere in  Verfahren kein Anspruch auf Sistierung besteht. Aufgrund des öffentlichen Interesses an einer periodenbezogenen und damit  Erhebung der Steuern kommt sie nur ausnahmsweise in Betracht (vgl. VGE 2018/364/365 vom 18.4.2019 E. 4.1; Richner/Frei//Meuter, a.a.O., Art. 134 N. 14 und Art. 142 N. 19). Eine Sistierung erscheint angezeigt, wenn triftige Gründe vorliegen, die diese als  erscheinen lassen (vgl. BGer 2C_1189/2013 vom 25.9.2014 E. 1.3). Das Interesse an einer vorübergehenden Verfahrenseinstellung muss im konkreten Fall höher wiegen als das Gebot der , d.h. die Sistierung muss insgesamt  erscheinen als die unmittelbare Fortführung des Verfahrens. Dies ist hier nicht der Fall: Die Streitsache erweist sich mit Blick auf die folgenden Erwägungen als entscheidreif und ein materieller Endentscheid kann getroffen werden. Es rechtfertigt sich daher nicht, sie ruhen zu lassen, bis ein rechtskräftiges Urteil in den Verfahren 100.2019.21/22 ergangen ist. Der Antrag auf Sistierung ist somit abzuweisen.
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 04.03.2020, Nrn. 100.2019.26/27U, Seite 6
3.
Gemäss Art. 38 Abs. 1 Bst. a StG können von den Einkünften natürlicher Personen die privaten Schuldzinsen im Umfang der nach Art. 24, 24a und 25 StG steuerbaren Vermögenserträge und weiterer Fr. 50'000.--  werden. Diese Regelung deckt sich inhaltlich mit jener von Art. 33 Abs. 1 Bst. a DBG. Nicht abzugsfähig sind nach Satz 2 dieser beiden  Schuldzinsen für Darlehen, die eine Kapitalgesellschaft einer an ihrem Kapital massgeblich beteiligten oder ihr sonst wie nahestehenden natürlichen Person zu Bedingungen gewährt, die erheblich von den im  unter Dritten üblichen Bedingungen abweichen (sog. Pseudodarlehen; vgl. Peter Locher, Kommentar zum DBG, I. Teil, 2001, Art. 33 N. 11; Hunziker/Mayer-Knobel, in Zweifel/Beusch [Hrsg.],  zum Schweizerischen Steuerrecht, 3. Aufl. 2017, Art. 33 DBG N. 12a; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 33 N. 25; vgl. auch Art. 9 Abs. 2 Bst. a des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die  der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden [StHG; SR 642.14]). Es geht dabei um Fälle, in denen sich steuerpflichtige  mit einer beherrschenden Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft von dieser formell Darlehen einräumen lassen, deren Zweck letztlich darin liegt, bei der Gesellschaft angehäufte Gewinne steuerfrei in das persönliche  zu überführen und dabei gleichzeitig noch vom Abzug der  Schuldzinsen zu profitieren. Der Ausschluss der Abzugsfähigkeit gilt dabei ausdrücklich nicht nur gegenüber direkten Anteilsinhaberinnen und -inhabern der darlehensgebenden Gesellschaft, sondern auch bei Krediten an nahestehende Personen, d.h. solche, zu denen wirtschaftliche oder  Verbindungen irgendwelcher Art bestehen, solange diese nach den gesamten Umständen als ursächlich für die unübliche  zu betrachten sind (vgl. zum Ganzen BGE 138 II 545 E. 3.4).
4.
4.1 Die Beschwerdeführenden haben im Jahr 2013 595 Anteile des  «MQ Kinetic – Emerging Markets 11 Fund» zum Preis von  595'000.-- Australischen Dollar (AUD) erworben. Diesen Kauf finan-
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 04.03.2020, Nrn. 100.2019.26/27U, Seite 7
zierten sie vollumfänglich mit einem Darlehen der australischen C._ Co. Pty. Ltd. (nachfolgend: C._), die wie auch die Herausgeberin des Anlagefonds, die MQ Kinetic SPC, zur D._ Unternehmensgruppe gehört. Das Darlehen wurde den  ausschliesslich zum Zweck der Finanzierung des Erwerbs von Anteilen am MQ Kinetic Anlagefonds gewährt und hatte die gleiche Laufzeit wie der Anlagefonds selbst (vgl. § 1 Ziff. 1 der Darlehens- und  sowie Anhang «Informationen zum Darlehen»,  5). Der Zinssatz belief sich auf 7,85 % pro Jahr, wobei die  laufend vorgetragen bzw. jeweils per 31. Dezember zum Darlehen hinzu geschlagen wurden und ebenfalls zu 7,85 % pro Jahr verzinst wurden (vgl. Anhang sowie § 2 Ziff. 1 und § 3 Ziff. 1 f. der Darlehens- und Sicherheitsbedingungen; vgl. auch Antragsformular [einsehbar unter: <www.....ch>, Rubriken «Strukturierte Investments/MQ Kinetic»]). Das Darlehen (mitsamt den aufgelaufenen Zinsen) war am Endfälligkeitstag, d.h. am 9. Dezember 2016, zurückzubezahlen (vgl. Anhang sowie § 4 Ziff. 1 der Darlehens- und Sicherheitsbedingungen). Als Sicherheit für die Ansprüche der Darlehensgeberin dienten die von der Depotbank oder den darlehensnehmenden Personen gehaltenen Fondsanteile sowie alle damit verbundenen Ansprüche (vgl. § 5 und § 6 Ziff. 2 der Darlehens- und ). Der Vollstreckungsanspruch der Darlehensgeberin  sich auf die verpfändeten Vermögenswerte; eine weitergehende persönliche Haftung der Darlehensnehmenden war ausgeschlossen (vgl. § 1 Ziff. 3 sowie § 5 und § 6 Ziff. 5 der Darlehens- und ). Auch eine Nachschusspflicht im Fall der Unterdeckung des Darlehens bestand nicht. Hingegen hätte die Darlehensgeberin das  fristlos kündigen und dessen sofortige Rückzahlung verlangen können, sofern ihre Forderung durch die verpfändeten Fondsanteile nicht mehr ausreichend gesichert gewesen wäre (vgl. § 7 Ziff. 1 Bst. g der - und Sicherheitsbedingungen). In der Steuererklärung 2015  die Beschwerdeführenden im Zusammenhang mit dem Anlagefonds Schuldzinsen in der Höhe von Fr. 37'398.-- (vgl. Vorakten Steuerverwaltung [act. 3A1] pag. 24). Die Steuer(justiz)behörden liessen diese Schuldzinsen mit Einspracheentscheiden vom 22. Mai 2018 bzw. Rekurs- und  vom 11. Dezember 2018 – anders als in den  – nicht zum Abzug zu (vgl. vorne Bst. A und B).
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 04.03.2020, Nrn. 100.2019.26/27U, Seite 8
4.2 Die StRK hat erwogen, die vom Bundesgericht in BGE 138 II 545 zur Verweigerung des Schuldzinsenabzugs als wesentlich erachteten Merkmale lägen auch im hier zu beurteilenden Sachverhalt vor.  stehe ein Anlagekonzept in Frage, das durch das Zusammenspiel zweier steuermindernder Mechanismen geprägt sei, indem erhebliche steuerfreie Kapitalgewinne generiert und gleichzeitig massgebliche  ermöglicht werden sollen (vgl. angefochtene Entscheide E. 7). Weiter sei die Darlehensgewährung zu Konditionen erfolgt, die  vom unter unabhängigen Dritten Üblichen abwichen. Bei einer  in eine risikoreiche und damit spekulative Anlage sei eine  von 100 % in Kombination mit einer nur beschränkten Haftung der Darlehensnehmenden für das zur Verfügung gestellte Kapital und ohne Nachschusspflicht höchst ungewöhnlich. Darüber hinaus seien die  Schuldzinsen bei ihrer Fälligkeit jeweils nicht entrichtet, sondern zur Schuld geschlagen (vgl. angefochtene Entscheide E. 7.1 ff.). Schliesslich seien die Beschwerdeführenden als Investorin bzw. Investor in einen Fonds der D._ Gruppe als «sonst wie Nahestehende» der C._ anzusehen. Ihnen sei das Darlehen zu den besagten Konditionen einzig wegen ihrer Eigenschaft als Eignerin bzw. Eigner von Fondsanteilen der MQ Kinetic SPC eingeräumt worden (vgl. angefochtene Entscheide E. 8 f.). Damit seien die Kriterien von Art. 38 Abs. 1 Bst. a Satz 2 StG bzw. Art. 33 Abs. 1 Bst. a Satz 2 DBG erfüllt und der Schuldzinsenabzug sei zu  (vgl. angefochtene Entscheide E. 10).
4.3 Die Beschwerdeführenden machen dagegen geltend, beim  handle es sich um einen allgemeinen Abzug, weshalb  sei, zu welchem Zweck die Schulden eingegangen würden. Auch sei die Erzielung eines steuerbaren Ertrags nicht Voraussetzung für die  von Schuldzinsen (vgl. Beschwerde Rz. 31 ff.). Ein  liege nicht vor, zumal es den im Geschäftsverkehr unter Dritten üblichen Bedingungen entspreche (vgl. Beschwerde Rz. 45 ff.) und es sich bei der C._ und ihnen nicht um Nahestehende handle. Sie hätten als einfache Anlegerin bzw. einfacher Anleger namentlich keine Möglichkeit gehabt, auf die Belange der Gesellschaften der D._ Gruppe irgendeinen Einfluss auszuüben (vgl. Beschwerde Rz. 59 ff.). Entsprechend sei der streitige Schuldzinsenabzug zu gewähren.
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 04.03.2020, Nrn. 100.2019.26/27U, Seite 9
5.
5.1 Der Abzug der Schuldzinsen ist auf die Höhe der steuerbaren Brutto-Vermögenserträge und weiterer Fr. 50'000.-- beschränkt (Art. 38 Abs. 1 Bst. a Satz 1 StG; Art. 33 Abs. 1 Bst. a Satz 1 DBG; vgl. vorne E. 2). Diese betragsmässige Beschränkung des Schuldzinsenabzugs (sog. «Schuldzinsenbremse») wurde mit dem Stabilisierungsprogramm 1998 vom 19. März 1999 (AS 1999 S. 2374 ff., 2378) eingeführt. Erklärtes Ziel war es, mit der grundsätzlichen Begrenzung des Schuldzinsenabzugs auf den Umfang des Vermögensertrags eine ungerechtfertigte  der im Privatvermögensbereich an sich vorgesehenen  zu unterbinden. Erfasst werden sollten mit dem Systemwechsel namentlich Schuldzinsen für ertragslose, nur auf die Erzielung von  privaten Kapitalgewinnen (vgl. Art. 29 Bst. k StG; Art. 16 Abs. 3 DBG) ausgerichtete Investitionen, die bei uneingeschränkter  einen doppelten Steuervorteil zur Folge hätten (vgl. Botschaft des Bundesrats zum Stabilisierungsprogramm 1998, in BBl 1999 S. 4 ff., 85; BGE 138 II 545 E. 3.3; Peter Locher, a.a.O., Art. 33 N. 7; Hunziker/Mayer-Knobel, a.a.O., Art. 33 DBG N. 8 auch zum Folgenden; vgl. auch AB S 1999 S. 55, Votum Bundesrat Villiger). Die Erweiterung des Abzugs um Fr. 50'000.-- über die erzielten Vermögenserträge hinaus  aus steuerpolitischen Gründen: Zum einen wollte man damit auch steuerpflichtigen Personen, die keine Vermögenserträge erzielen, einen  Schuldzinsenabzug zugestehen. Zum anderen sollte aus Gründen der Wohneigentumsförderung eine negative  weiterhin zum Abzug zugelassen werden. Die Erweiterung  aber keineswegs, dass Zinsen für fremdfinanzierte Kapitalanlagen bis zum Betrag von Fr. 50'000.-- in jedem Fall abzugsberechtigt sind. Geht es um die Möglichkeit der gezielten doppelten Inanspruchnahme von Steuervorteilen, sind nebst dieser betragsmässigen Beschränkung, die eine erste äussere Grenze darstellt, die (weiteren) Einschränkungen zu , die sich aus dem Ausschluss rechtsmissbräuchlicher  sowie der Regelung zur Verweigerung des Schuldzinsenabzugs bei sog. Pseudodarlehen ergeben (vgl. zum Ganzen BGE 138 II 545 E. 3.3 f. und 5).
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 04.03.2020, Nrn. 100.2019.26/27U, Seite 10
5.2 In Übereinstimmung mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist zunächst auf die Frage einzugehen, ob ein Anlagekonzept vorliegt, das durch das Zusammenspiel zweier steuermindernder Mechanismen geprägt ist (vgl. BGE 138 II 545 E. 3.3). – Die StRK hat dies bejaht: Sie hat , der MQ Kinetic Anlagefonds biete die Möglichkeit bzw. sei darauf ausgelegt, neben dem primär angestrebten steuerfreien Kapitalgewinn  einen massgeblichen Schuldzinsenabzug zu generieren, was zu einer doppelten Inanspruchnahme von Steuervorteilen führe. Das  Anlageziel bestehe darin, steuerfreie Kapitalgewinne zu realisieren, indem bis zum Ende der Laufzeit ein anvisierter Rücknahmepreis pro Anteil in Aussicht gestellt werde. Die Erträge spielten demgegenüber nur eine untergeordnete Rolle, was sich darin zeige, dass der (reinvestierte)  Ertrag im 2015 nur gerade Fr. 185.-- betragen habe. Diesem Ertrag seien Zinsaufwendungen von Fr. 37'398.-- gegenüber gestanden. Damit sei das Anlageprodukt offenkundig auf die steuerliche Abzugsfähigkeit von Schuldzinsen und die gleichzeitige Steuerfreiheit von Kapitalgewinnen . Auf die Steuervorteile resp. die Abzugsfähigkeit von  aus der Fremdfinanzierung seien die Anlegerinnen und Anleger in der Dokumentation zum Anlagefonds denn auch ausdrücklich hingewiesen worden (vgl. angefochtene Entscheide E. 7).
5.3 Wie bei dem vom Bundesgericht in seinem Leitentscheid beurteilten Anlageprodukt wird auch mit einer Investition in den «MQ Kinetic – Emerging Markets 11» Anlagefonds in erster Linie ein steuerfreier  beim Verkauf der Anteile am Ende der Laufzeit angestrebt. Gemäss dem «Confidential Term Sheet» ist erklärtes Anlageziel des Fonds, einen «Target Base Return» zu erreichen (vgl. S. 1 Abschnitt 6; vgl. auch  Offering Memorandum, S. 1 Abschnitt 7 sowie S. 6 unter dem Titel «Investment Objective», beide einsehbar unter: <www.....ch>, Rubriken «Strukturierte Investments/MQ Kinetic»). In dessen Anhang wird  zum Ende der Anlagelaufzeit ein Rücknahmepreis von AUD 1'150.-- bis 1'190.-- pro Anteil in Aussicht gestellt (S. 4). Hingegen betrug der (jährliche) steuerbare Ertrag gemäss Kursliste der EStV im Steuerjahr 2015 nur rund Fr. 0.31 pro Stück (vgl. <www.estv.admin.ch>, Rubriken «Dir. Bundessteuer Quellensteuer Wehrpflichtersatz / Direkte  / Dienstleistungen / Kurslisten»), d.h. bei 595 Anteilen insgesamt
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 04.03.2020, Nrn. 100.2019.26/27U, Seite 11
rund Fr. 185.--. Dem stand allein in diesem Jahr ein Zinsaufwand von Fr. 37'398.-- gegenüber (vgl. Steuererklärung 2015, Vorakten  pag. 24). Bei diesen Gegebenheiten hat die StRK zu Recht , dass das Anlageprodukt auf die Ausnutzung sowohl von  Kapitalgewinnen als auch von steuerlich abziehbaren Schuldzinsen ausgelegt sei.
6.
Strittig ist weiter, ob die deklarierten Schuldzinsen im Sinn von Art. 38 Abs. 1 Bst. a Satz 2 StG bzw. Art. 33 Abs. 1 Bst. a Satz 2 DBG auf  beruhten, deren Ausgestaltung erheblich von den üblicherweise im Geschäftsverkehr unter Dritten geltenden Bedingungen abweicht, und ob auf ein Näheverhältnis zwischen den Beschwerdeführenden und der  geschlossen werden muss.
6.1 Die StRK hat das Vorliegen einer unüblichen Vertragsausgestaltung bejaht. Sie hat erwogen, es falle auf, dass die Darlehensnehmenden  mit den zur Sicherung verpfändeten Fondsanteilen haften würden, d.h. der Kredit unter Ausschluss jeder weiteren persönlichen Haftung gewährt worden sei und zudem bei einer allfälligen Unterdeckung durch Wertverlust der hinterlegten Anteile keine Nachschusspflicht (sog. Margin Call) bestehe. Weiter sei aussergewöhnlich, dass die Anlage  mit Fremdkapital habe finanziert werden können. Eine solch hohe Belastung der erworbenen Fondsanteile (100 % des ) wäre in Anbetracht dessen, dass es sich um eine Investition in sog. «Emerging Markets» handle, die mit entsprechend erhöhten Risiken , unter unabhängigen Dritten nicht möglich gewesen. Zudem sei mit der Haftungsbeschränkung im Fall eines Wertverlusts eine weitgehende Übernahme des Anlagerisikos durch die Darlehensgeberin verbunden , was keinem gängigen und marktgerechten Geschäftsgebaren . Unüblich sei schliesslich auch der vereinbarte Aufschub der  bis zum Verfall des Kredits (vgl. angefochtene Entscheide E. 7.1.2-7.1.4).
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 04.03.2020, Nrn. 100.2019.26/27U, Seite 12
6.2 Was die Beschwerdeführenden dagegen vorbringen, vermag nicht zu überzeugen: Soweit sie hinsichtlich des Fremdfinanzierungsgrads auf weitere Anlageprodukte der D._ Gruppe oder anderer  verweisen, handelt es sich um Produkte, die ähnliche steuerliche Anreize bieten wie das hier interessierende, weshalb den dortigen  von vornherein nur beschränkte Aussagekraft zukommt. Bei einer Finanzierung im Rahmen eines Lombardkredits, der sich zum Vergleich mit den hier gewährten Darlehen anbietet, stellt ein  von 100% eine seltene Ausnahme dar, zumal sich der  grundsätzlich nach dem relativen Wert der Kreditsicherheit bestimmt (vgl. die Belehnungssätze bei: Urs Bürgi, Lombardkredit und Margin Call, in Private - Das Geld-Magazin 6/2008, S. 66 f. Fn. 2; Eric Balmer, Les clauses négatives dans les crédits bancaires, 2004, S. 155 f. Fn. 569; Elisabeth Moskric, Der Lombardkredit, 2003, S. 114 f.; Adriano Margiotta, Das , 2002, S. 323 f. Fn. 220). Mit Blick darauf, dass der Fonds in sog. «Emerging Markets» (Märkte in Schwellenländern) investiert und  in diese mit spezifischen Risiken (höhere Volatilität, geringeres Handelsvolumen, Währungsschwankungen, politische Instabilität, etc.)  sind (vgl. insoweit das Confidential Term Sheet, S. 4 Abschnitt 3), erscheint ein gänzlicher Verzicht auf eine Sicherheitsmarge als überaus  (vgl. auch Vernehmlassung Steuerverwaltung [act. 6] S. 2 Ziff. 2). Dies umso mehr als nebst einem allfälligen Kursrückgang der  Vermögenswerte auch die anfallenden Zinsen und Kosten durch das Pfand zu sichern sind (vgl. Emch/Renz/Arpagaus, Das Schweizerische Bankgeschäft, 7. Aufl. 2011, S. 306 f.). Soweit die Beschwerdeführenden hinsichtlich der fehlenden Nachschuss- oder Nachdeckungspflicht geltend machen, diese sei in der Bankenpraxis «durchaus anzutreffen» ( Rz. 45), ist ihnen entgegenzuhalten, dass eine solche Praxis jedenfalls im Bereich der klassischen Fremdfinanzierung einer Anlage mit einem Lombardkredit nicht der Regel entspricht (vgl. Rolf H. Weber, Berner Kommentar, 2013, Art. 312-318 OR N. 231 f.; Bauen/Rouillier, Schweizer Bankkundengeschäft, 2010, S. 227 f.; Eric Huggenberger, Schweizerisches Bankenrecht, 3. Aufl. 2012, S. 140 f.; Emch/Renz/Arpagaus, a.a.O., S. 306; Urs Bürgi, a.a.O., S. 67; vgl. auch die Factsheets zum Lombardkredit von Credit Suisse, UBS und Raiffeisen, einsehbar unter: <www..com>, Rubriken «Privatpersonen/Investieren/Lombardkredit» bzw.
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 04.03.2020, Nrn. 100.2019.26/27U, Seite 13
<www.ubs.com>, Rubriken «Wealth Management/Anlegen/Lombardkredit» bzw. <www.raiffeisen.ch>, Rubriken «Privatkunden/Kredite und /Lombardkredit»). Weiter unterscheidet sich das den  gewährte Darlehen auch durch die zusätzliche erheblich  Rückerstattungspflicht im Fall eines Verlusts von einem unter unabhängigen Dritten geschlossenen Geschäft. Indem die  nur beschränkt für die ihnen gewährten Kredite haften und der Rückgriff der Darlehensgeberin auf ihr sonstiges Vermögen  ist, übernimmt letztere ein unübliches Risiko, das nicht einem normalen Geschäftsgebaren entspricht (vgl. auch BGE 138 II 545 E. 4.2.1; vgl. auch Vernehmlassung EStV [act. 9] S. 3 Ziff. 3.2). Daran ändert die vertraglich vereinbarte «Default Klausel» (Berechtigung zur sofortigen ) nichts, vermag sie doch das Risiko nicht wirksam zu , zumal für die Fondsanteile kein Sekundärmarkt besteht und diese somit nur beschränkt handelbar sind (vgl. Confidential Term Sheet, S. 2 Abschnitt 8). Soweit die Beschwerdeführenden betreffend die  Zinszahlung auf Einmalprämien-Lebensversicherungen oder «Zero-Bonds» verweisen, zeigen sie nicht auf, inwiefern diese Geschäfte mit dem hier zu beurteilenden vergleichbar sind. Beim Lombardkredit jedenfalls sind die Zinsen regelmässig (meist vierteljährlich) zu bezahlen (vgl. die Factsheets zum Lombardkredit der Credit Suisse, UBS und Raiffeisen, a.a.O.).
6.3 Zusammenfassend hält somit der den Beschwerdeführenden  Kredit aufgrund des hohen Belehnungsanteils, der  im Fall einer Wertverminderung der gesicherten  sowie des Zinsaufschubs einem Drittvergleich nicht stand.
6.4 Weiter bestreiten die Beschwerdeführenden, dass zwischen ihnen und der Darlehensgeberin ein Näheverhältnis bestehe. Sie machen , sie seien mit keiner mit der Darlehensgeberin verbundenen  ein (gemeinsames) Beteiligungsverhältnis eingegangen. Vielmehr bestehe sowohl zur Fondsherausgeberin als auch zur Darlehensgeberin eine blosse Kundenbeziehung. Insbesondere hätten sie weder als einfache Darlehensnehmerschaft noch als Anlegerin bzw. Anleger die Möglichkeit gehabt, auf die von der D._ Bank beherrschte C._ oder
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 04.03.2020, Nrn. 100.2019.26/27U, Seite 14
das Anlageprodukt Einfluss zu nehmen (vgl. Beschwerde Rz. 59 ff.). – Es ist unstrittig, dass die Beschwerdeführenden kein (direktes) - oder auch nur Beteiligungsverhältnis zur  aufweisen. Anders als in der in BGE 138 II 545 zu  Konstellation waren sie auch nicht Teilhaberin bzw. Teilhaber einer zwischengeschalteten (australischen) Limited Partnership, welche die  tätigte, sondern investierten unmittelbar selber in den MQ Kinetic Anlagefonds. Dies steht einer Anwendung von Art. 38 Abs. 1 Bst. a Satz 2 StG bzw. Art. 33 Abs. 1 Bst. a Satz 2 DBG jedoch nicht entgegen: Der Ausschluss der Abzugsfähigkeit von Schuldzinsen soll nach dem Wortlaut dieser Bestimmungen nicht nur gegenüber direkten  und Anteilsinhabern der kreditgewährenden Gesellschaft gelten, sondern auch gegenüber dieser «sonst wie nahestehenden  Personen». Diese weite Formulierung stimmt mit dem Zweck von Art. 38 Abs. 1 Bst. a StG bzw. Art. 33 Abs. 1 Bst. a DBG überein,  Inanspruchnahmen des Schuldzinsenabzugs auch dort zu verhindern, wo die rein betragliche Beschränkung von Satz 1 zu kurz greift (vgl. vorne E. 5.1). Entsprechend gelten gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ebenfalls all diejenigen (natürlichen) Personen als , zu denen wirtschaftliche oder persönliche Verbindungen  Art bestehen, solange diese nach den gesamten Umständen als ursächlich für die unübliche Darlehensgestaltung zu betrachten sind (vgl. BGE 138 II 545 E. 3.3 f. und 4.2.2, vorne E. 3).
6.5 Diese Voraussetzung ist im vorliegenden Fall gegeben: Die  zur Aufnahme eines Darlehens bei der C._ mit den  Bedingungen (vgl. vorne E. 6.2) stand einzig den Erwerberinnen und Erwerbern von Anteilen des MQ Kinetic Anlagefonds offen. Die - und Sicherheitsbedingungen halten insoweit ausdrücklich fest, dass das Darlehen ausschliesslich zum Erwerb von Anteilen des MQ  gewährt wird. Die C._ stellte mithin den Pflichtigen nur wegen ihrer Eigenschaft als Käuferin bzw. Käufer von Fondsanteilen ein Darlehen zur Verfügung, welches sie anderen Personen in dieser Form nicht gewährt hätte (vgl. auch Vernehmlassung Steuerverwaltung [act. 6] S. 2 f. Ziff. 3 sowie Vernehmlassung EStV [act. 9] S. 3 f. Ziff. 3.3). Nicht entscheidend ist in diesem Zusammenhang, dass die Investorinnen und
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 04.03.2020, Nrn. 100.2019.26/27U, Seite 15
Investoren auf die Darlehensaufnahme hätten verzichten können. Das  Anlageprodukt ist so strukturiert, dass eine zusätzliche Rendite erreicht werden kann, wenn sich die Anlage wie gewünscht entwickelt (vgl. Rekurs und Beschwerde vom 21.6.2018 [in act. 3A] S. 14, vgl. auch  MQ Kinetic – Emerging Markets VIII Fund, Rubrik «Überblick»,  unter: <http://www.....ch/dafiles/Internet/mgl/ch/mfg/doc/.pdf>). Für den Fall, dass lediglich die Grundrendite erreicht wird (und das Zusatzziel der Partizipation an der Wertsteigerung des Basiswerts nicht verwirklicht werden kann), würde dank der Schuldzinsenabzüge kein  resultieren, womit die Option der Darlehensaufnahme gerade mit Blick auf die damit einhergehende Steuerersparnis für die meisten Anlegerinnen und Anleger einen wichtigen Bestandteil des Anlageprodukts darstellen dürfte. Somit sind die Kriterien von Art. 38 Abs. 1 Bst. a Satz 2 StG bzw. Art. 33 Abs. 1 Bst. a Satz 2 DBG erfüllt und hat die StRK den  zu Recht verweigert. Ob überdies eine Steuerumgehung , kann demnach offenbleiben.
7.
Die Beschwerdeführenden stören sich daran, dass die Steuerverwaltung denselben Sachverhalt in früheren Jahren anders beurteilt und den  zugelassen hat. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb ein  des Steuerrekursgerichts des Kantons Zürich vom 13. November 2014 Anlass für eine Praxisänderung gegeben habe, hingegen ein neueres anders lautendes Urteil des Steuergerichtshofs des Kantons Freiburg und damit einer «übergeordneten Rechtsmittelinstanz» unbeachtet geblieben sei (vgl. Beschwerde Rz. 80 ff.).
7.1 Bei periodischen Steuern gilt, dass in früheren Steuerperioden ergangene Taxationen für spätere Veranlagungen grundsätzlich keine  haben. Jede Veranlagung stellt ein eigenes, von früheren  weitgehend unabhängiges Verfahren dar, in welchem die  sowohl die tatsächliche als auch die rechtliche Ausgangslage  neu beurteilen dürfen. In (formelle) Rechtskraft erwächst jeweils nur die einzelne Veranlagung, die ausschliesslich für das betreffende
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 04.03.2020, Nrn. 100.2019.26/27U, Seite 16
Steuerjahr Rechtswirkung entfaltet (statt vieler VGE 2010/280/281 vom 24.3.2011, in StE 2011 B 25.6 Nr. 59 E. 1.2; BGE 140 I 114 E. 2.4; BGer 2C_249/2019 vom 6.5.2019 E. 5; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 131 N. 6 sowie Vorbem. zu Art. 147-153a N. 10). – Aus einer allfälligen steuerlichen Anerkennung von in Vorjahren geltend gemachten Schuldzinsenabzügen können die Beschwerdeführenden damit keinen  darauf ableiten, dass in der Steuerperiode 2015 gleich vorzugehen ist. Daran ändert nichts, dass ein ausserkantonales Gericht in einem  Fall die Abzugsfähigkeit der Schuldzinsen bejahte, sind doch die  Steuerbehörden an dieses Urteil nicht gebunden (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Vorbem. zu Art. 109-121 N. 92).
7.2 Die Beschwerdeführenden machen sinngemäss auch eine  ihres rechtlichen Gehörs (vgl. Art. 21 ff. VRPG; Art. 26 Abs. 2 der Verfassung des Kantons Bern [KV; BSG 101.1]; Art. 29 Abs. 2 der  [BV; SR 101]) geltend, wobei sich diese Rüge ebenfalls als  erweist: Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör folgt die Pflicht der Behörde, ihren Entscheid zu begründen (statt vieler BGE 142 I 135 E. 2.1, 140 II 262 E. 6.2; BVR 2018 S. 341 E. 3.4.2, 2016 S. 402 E. 6.2, je auch zum Folgenden). Die Begründung muss so abgefasst sein, dass sich sowohl die Betroffenen als auch die Rechtsmittelinstanz über dessen Tragweite ein Bild machen und Erstere ihn gegebenenfalls sachgerecht anfechten können. Dabei ist es zulässig, dass in einem  auf die Begründung eines (im Instanzenzug) vorangegangenen  oder auch auf andere aktenkundige Dokumente verwiesen wird (vgl. BGE 140 II 262 E. 6.2, 123 I 31 E. 2c; BGer 2C_440/2014 und 2C_441/2014 vom 10.10.2014 E. 3.2). Die Steuerverwaltung beschränkte sich darauf, in ihren Einspracheentscheiden vom 22. Mai 2018 auf andere Entscheide betreffend das gleiche Anlageprodukt zu verweisen (vgl.  Entscheide Bst. C). Die StRK hat sich in den angefochtenen Entscheiden zu der von den Beschwerdeführenden bereits im Rekurs- und Beschwerdeverfahren gerügten mangelhaften Begründung der  geäussert und sich ihrerseits einlässlich mit der Frage der  der Schuldzinsen im konkreten Fall auseinandergesetzt ( Entscheide E. 6-10). Eine allfällige durch die Steuerverwaltung begangene Gehörsverletzung hat unter diesen Umständen als geheilt zu
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 04.03.2020, Nrn. 100.2019.26/27U, Seite 17
gelten (vgl. dazu statt vieler BVR 2012 S. 28 E. 2.3.5; vgl. auch BGE 138 II 77 E. 4; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 134 N. 5).
8.
Nach dem Gesagten sind die Beschwerden abzuweisen. Bei diesem  der Verfahren werden die Beschwerdeführenden kostenpflichtig (Art. 151 StG i.V.m. Art. 108 Abs. 1 VRPG; Art. 145 Abs. 2 i.V.m. Art. 144 Abs. 1 DBG). In Anbetracht der Bedeutung der Streitsache und des , dass verschiedene gleichartige Beschwerden beim  anhängig gemacht worden sind, woraus sich ein gewisser  ergibt, werden die Verfahrenskosten auf Fr. 3'000.-- festgelegt.  sind keine zu sprechen (Art. 151 StG i.V.m. Art. 108 Abs. 3 und Art. 104 Abs. 3 VRPG; Art. 145 Abs. 2 i.V.m. Art. 144 Abs. 4 DBG und Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das  [Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG; SR 172.021]).