Decision ID: 7583212e-5a19-4a14-b4ed-305864855440
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ war bei der B._ AG als Feinmechaniker-Lehrling tätig und dadurch bei der
Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: Suva) obligatorisch gegen
die Folgen von Unfällen versichert, als er sich am 20. August 1968 beim Weitsprung
das rechte Knie verdrehte (Suva-act. 124). Er erlitt dabei eine mediale
Seitenbandverletzung am rechten Knie mit medialer Meniskusläsion (Suva-act. 125).
Dr. med. C._, Spezialarzt für Chirurgie und Urologie FMH, beurteilte am 16.
Dezember 1968, pneumoradiographisch sei eine Schädigung des medialen Meniskus
zu vermuten, ein vollkommener Abriss oder weitergehender Einriss mit Luxation
eingerissener Partien sei aber nicht zu sehen. Daher würde er weiterhin eine
konservative Behandlung versuchen (Suva-act. 128). Nachdem die Suva Leistungen
erbracht hatte, schloss sie den Fall am 14. April 1969 vorerst ab (vgl. Suva-act. 133).
A.a.
Am 25. August 1971 meldete die Arbeitgeberin der Suva einen Rückfall (Suva-act.
134). Hausarzt Dr. med. D._ hatte tags zuvor berichtet, der Versicherte komme immer
wieder mit Schmerzen und leichten Sperrungssymptomen im rechten Knie in seine
Sprechstunde (Suva-act. 135). Der zuständige Suva-Kreisarzt befand am 7. September
1971, es lägen Symptome im Sinne der schon früher objektivierten medialen
Meniskusschädigung vor. Mit einer Meniskektomie sei er einverstanden (Suva-act.
137). Der genannte operative Eingriff wurde am 30. März 1972 im Kantonsspital St.
Gallen (nachfolgend: KSSG) durchgeführt (Suva-act. 140 ff.).
A.b.
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Am 18. September 1974 liess der Versicherte erneut einen Rückfall melden (Suva-
act. 157). Am 6. Februar 1975 unterzog er sich im KSSG einer Re-Arthrotomie mit
Entfernung des Meniskusrests rechts (Suva-act. 167, 169). Aufgrund persistierender
Beschwerden wurde Ende April 1975 im KSSG eine Kniemobilisation in Narkose
durchgeführt (Suva-act. 177). Vom 12. August bis 12. September 1975 befand sich der
Versicherte stationär im Nachbehandlungszentrum Bellikon (Suva-act. 199). Am 18.
Dezember 1975 unterzog er sich im Spital E._ einer Streckung des Kniegelenks
rechts in Narkose mit anschliessender Eingipsung des Gelenks (Suva-act. 207, 210).
Am 23. Februar 1977 erfolgte in der Klinik F._ eine offene Kniemobilisierung rechts
mit ausgedehnter Weichteilablösung (Suva-act. 252 f.).
A.c.
Nach einer weiteren Rückfallmeldung (vgl., Suva-act. 266, 268, 270, 274) sprach
die Suva dem Versicherten im April 1978 rückwirkend ab 1. November 1977 eine Rente
bei einer Erwerbsunfähigkeit von 33 1/3 % zu (Suva-act. 284).
A.d.
Am 3. Mai 1979 wurde in der Klinik F._ eine Verlagerung der Tuberositas tibiae,
eine Spaltung des lateralen Retinaculums, eine z-förmige Verlängerung des medialen
Retinaculums, eine Desinsertion des Vastus medialis und Vastus lateralis sowie eine
Distalisierung des Ansatzes des Musculus vastus radialis obliquus durchgeführt (Suva-
act. 310 f.).
A.e.
Mit Verfügung vom Juni 1979 sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Wirkung
ab 1. November 1978 eine Rente bei einem Invaliditätsgrad von 50 % zu (Suva-act.
312; vgl. die unveränderten Revisionsverfügungen in Suva-act. 345, 368, 376, 394,
406). Mittels Vergleichs vom 17. Oktober 1980 erhöhte die Suva die dem Versicherten
zugesprochene Rente rückwirkend ab 1. November 1977 von 33 1/3 % auf 50 %
(Suva-act. 339).
A.f.
Nach weiteren Rückfallmeldungen (vgl. Suva-act. 408, 415) führte die Suva mit
Verfügung vom 8. Januar 1997 aus, die vom Versicherten geltend gemachte volle
Arbeitsunfähigkeit (vgl. Suva-act. 415) sei nicht nachvollziehbar, weshalb sie an der
Arbeitsfähigkeit im Rahmen der bereits zugesprochenen halben Rente festhalte (Suva-
act. 465).
A.g.
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Am 23. August 1997 kollidierte der Versicherte als Velofahrer mit einem
Lieferwagen. Nach der Erstbehandlung im Spital G._ wurde er ins Spital H._
verlegt. Die dort zuständigen Ärzte diagnostizierten unter anderem eine Commotio bzw.
Contusio cerebri, eine erstgradig offene Radiusfraktur links, eine Femurfraktur rechts,
Rippenfrakturen links mit Pneumothorax, eine Beckenringfraktur mit Sakrum-
Kompressionsfraktur links und oberer und unterer Schambeinastfraktur links mit
massiver Blutung aus der Corona mortis sowie eine Kniekontusion links mit
Hämarthros und möglicher Eminentiafraktur. Am 6. September 1997 kam es zudem zu
multifokalen Lungenembolien (Suva-act. 769-9 ff., 769-22). In der Folge musste sich
der Versicherte mehreren operativen Eingriffen unterziehen (vgl. Suva-act. 680-2).
Unter anderem wurde dem Versicherten am 28. April 1999 in der Klinik I._ eine Knie-
Totalendoprothese rechts implantiert (Suva-act. 611).
A.h.
Die IV-Stelle sprach dem Versicherten am 7. Januar 2003 revisionsweise
rückwirkend per 1. Juni 1996 eine ganze Rente zu (Suva-act. 668, vgl. auch Suva-act.
691, 35). Mit Verfügung vom 10. Oktober 2002 hatte die Suva dem Versicherten mit
Wirkung ab 1. August 2002 eine (Komplementär-)Rente basierend auf einer
Erwerbsunfähigkeit von 100 % zugesprochen (Suva-act. 665; vgl. Neuberechnungen in
Suva-act. 36, 670, 674).
A.i.
Mit Verfügungen vom 9. November 2006 sprach die Suva dem Versicherten eine
Integritätsentschädigung basierend auf einer Integritätseinbusse von 100 % sowie
einen Verzugszins zu (Suva-act. 698 f.).
A.j.
Am 11. Dezember 2008 wurde dem Versicherten in der Klinik J._ infolge einer
septischen Lockerung eine Revisions-Knieprothese rechts implantiert. Am 23.
Dezember 2008 erfolgte zudem eine Revisions-Arthrotomie am Knie rechts (Suva-act.
32, 34).
A.k.
Mit Bericht vom 12. April 2010 äusserte PD Dr. med. K._, Orthopädische
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, Klinik L._, den
Verdacht auf eine Osteomyelitis im Bereich der mittleren Tibia an der Spitze des
Prothesen-Schaftes. Der Versicherte werde zur Kniepunktion rechts mit
Operationsbereitschaft zur arthroskopischen Spülung (wenn gleich die Klinik nicht nach
A.l.
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einem Knieinfekt aussehe) hospitalisiert. Danach erfolge eine Antibiotika-Therapie
wegen Verdachts eines Infektherdes im Bereich der mittleren Tibia (Suva-act. 757-4 f.,
vgl. bzgl. der Bestätigung des Infektverdachts und der diesbezüglichen Behandlung
auch Suva-act. 757-8, 757-14 ff.). Im weiteren Verlauf kam es zu rezidivierenden
Infekten im Bereich der Knieprothese (vgl. Suva-act. 37, vgl. 41).
Vom 27. Oktober bis 26. November 2019 befand sich der Versicherte aufgrund
einer Sepsis bei Verdacht auf einen persistierenden Low-Grade-Infekt im Bereich der
Knietotalprothese rechts stationär im Spital M._. Während des Aufenthalts wurde
eine Kniegelenkspunktion sowie eine Wundrevision des Knies rechts mit Spülung und
Probenentnahme durchgeführt. Der Versicherte wurde antibiotisch therapiert (Suva-act.
44 f.). Am 4. Dezember 2019 erfolgte dort eine Fistelexzision am Kniegelenk rechts,
eine Spülung und Redon-Einlage sowie am 12. Dezember 2019 eine
Hämatomausräumung Kniegelenk rechts, eine Redoneinlage subkutan und eine
Einlage einer Thoraxdrainage intraartikulär zur Fistelanlage (Suva-act. 40 f., 47).
A.m.
Am 13. Februar 2020 berichtete PD Dr. K._, es liege ein ausgedehnter
Protheseninfekt des rechten Kniegelenks vor. Es sei nicht anzunehmen, dass die
derzeitige Antibiotikabehandlung alleine langfristig zum Erfolg führe. Um eine
Infektsanierung zu erreichen, sollte die Prothese entfernt werden, es lägen jedoch sehr
schwierige anatomische Verhältnisse vor. Als Alternative käme eine Amputation in
Frage, was der sicherste Weg zur Infektsanierung wäre. Eine Prothesenentfernung mit
Zementspacereinlage und späterer Prothesen-Re-Implantation werde wieder
infektgefährdet sein (Suva-act. 65, vgl. bzgl. der Behandlungsoptionen auch die
Berichte des KSSG vom 9. März 2020; Suva-act. 74, 79). Am 17. März 2020 wurde im
KSSG die Revisionsknieprothese rechts ausgebaut und eine distale
Oberschenkelamputation rechts durchgeführt (Suva-act. 82). Am 20. März 2020
erfolgte erneut ein operativer Eingriff im KSSG, primär zur Entfernung von Restzement
und Bildung eines modifizierten Gritty-Stumpfes (Suva-act. 83).
A.n.
Am 2. April 2020 reichte die N._ AG der Suva einen Kostenvoranschlag für eine
Prothese mit elektronischem Kniegelenk (C-Leg 4), einem Vakuum-Schaft mit ProSeal
System und einem Tritonfuss (bzw. damals neu entwickeltem Taleofuss zum gleichen
Preis) im Gesamtbetrag von Fr. 33'427.65 ein (Suva-act. 92).
A.o.
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B.
Die Suva teilte dem Versicherten am 5. Mai 2020 mit, er habe keinen Anspruch auf
ein elektronisches Kniegelenk. Da er als Pensionär nicht wieder ins Erwerbsleben
zurückkehren werde, mangle es an den wirtschaftlichen Voraussetzungen für die
Abgabe eines solchen C-Legs. Für die Kosten einer herkömmlichen
Prothesenversorgung könne sie hingegen aufkommen (Suva-act. 101).
A.p.
PD Dr. med. O._, Leitender Arzt der Klinik für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates, KSSG, führte am 6. Mai 2020 aus, der
Versicherte sei bis wenige Monate vor der Exazerbation des chronischen Infektes sehr
aktiv gewesen. Er sei unter anderem passionierter Radfahrer und wieder Radfahren zu
können, sei auch sein grosses Ziel. Dies sei mit einem elektronischen Kniegelenk
wesentlich eher und besser möglich. Auch für die folgenden Jahre wäre das An- und
Einlernen des Versicherten mit einem elektronischen Kniegelenk sinnvoll, nicht zuletzt
als mittel- und längerfristige Sturzprophylaxe (Suva-act. 103, vgl. auch Suva-act. 111).
Mit Schreiben vom 11. Mai 2020 hielt die Suva an ihrem Standpunkt fest (Suva-act.
105).
A.q.
Am 18. Juni 2020 bat der Versicherte die Suva, ihren ablehnenden Entscheid zu
überdenken (Suva-act. 707). Ergänzend teilte er am 2. Juli 2020 mit, er habe seit dem
2. Juni und noch bis zum 15. Juli 2020 probeweise eine C-Leg A Prothese zur
Verfügung gestellt bekommen. Nach diesem Datum habe entweder der Kauf zu
erfolgen oder er müsse die Prothese zurückgeben (Suva-act. 709). Mit Schreiben vom
21. Juli 2020 hielt die Suva an ihrem Entscheid fest (Suva-act. 710).
A.r.
Die N._ AG reichte der Suva am 27. Juli 2020 einen Kostenvoranschlag für eine
(mechanische) Knieexartikulations-Prothese rechts im Gesamtbetrag von Fr. 18'293.45
ein (Suva-act. 711). Die Suva erteilte am 13. August 2020 Kostengutsprache dafür
(Suva-act. 715).
A.s.
Mit Verfügung vom 13. August 2020 wies die Suva das Gesuch um
Kostengutsprache für ein elektronisches Kniegelenk ab (Suva-act. 718).
A.t.
Dagegen erhob der Versicherte am 18. August 2020 Einsprache (Suva-act. 721).B.a.
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C.

Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und vorliegend zu prüfen ist der Anspruch des
Beschwerdeführers auf die Kostenübernahme für eine Oberschenkelprothese rechts
mit elektronischem Kniegelenk (C-Leg-Gelenk) durch die Beschwerdegegnerin. Diese
hat bereits Kostengutsprache erteilt für eine herkömmliche Oberschenkelprothese mit
mechanischem Kniegelenk (Suva-act. 733, vgl. auch Suva-act. 715).
Am 28. August 2020 reichte die neu zuständige Orthopädie P._ einen
Kostenvoranschlag für eine herkömmliche Oberschenkelprothese mit mechanischem
Kniegelenk im Gesamtbetrag von Fr. 20'160.80 ein (vgl. Suva-act. 726). Mit Schreiben
vom 21. September 2020 erteilte die Suva dafür Kostengutsprache (Suva-act. 733).
B.b.
Mit Entscheid vom 13. Januar 2021 wies die Suva die Einsprache ab (Suva-act.
766).
B.c.
Dagegen erhob der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 15. Februar
2021 Beschwerde. Er beantragte darin, der Einspracheentscheid vom 13. Januar 2021
sei aufzuheben und die Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) sei zu verpflichten,
Kostengutsprache für eine Oberschenkelprothese rechts mit elektronischem
Kniegelenk (C-Leg-Gelenk) zu erteilen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge
(act. G1).
C.a.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 16. März 2021 die Abweisung der
Beschwerde (act. G3).
C.b.
Mit Replik vom 6. Mai 2021 und Duplik vom 2. Juni 2021 hielten die Parteien an
ihren Anträgen fest (act. G7, G9).
C.c.
Laut Art. 11 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR
832.20) hat der Versicherte Anspruch auf die Hilfsmittel, die körperliche Schädigungen
oder Funktionsausfälle ausgleichen. Der Bundesrat erstellt die Liste dieser Hilfsmittel.
Die Hilfsmittel müssen einfach und zweckmässig sein. Sie werden zu Eigentum oder
leihweise abgegeben (Art. 11 Abs. 2 UVG). Gemäss Art. 1 Abs. 1 der Verordnung über
1.1.
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2.
Während der Beschwerdeführer einen Anspruch auf eine Oberschenkelprothese mit
elektronischem Kniegelenk geltend macht, bestreitet die Beschwerdegegnerin deren
Einfachheit und Zweckmässigkeit (act. G1, G3, G7, G9).
die Abgabe von Hilfsmitteln durch die Unfallversicherung (HVUV; SR 832.205.12) hat
der Versicherte Anspruch auf die in der Liste im Anhang aufgeführten Hilfsmittel, soweit
diese durch Unfall oder Berufskrankheit bedingte körperliche Schädigungen oder
Funktionsausfälle ausgleichen. Der Anspruch erstreckt sich auf die notwendigen und
dem Gesundheitsschaden angepassten Hilfsmittel in einfacher und zweckmässiger
Ausführung, das erforderliche Zubehör und die Anpassungen, die wegen des
Gesundheitsschadens nötig sind. Ausstattung und Anzahl der Hilfsmittel müssen den
Anforderungen des privaten sowie des beruflichen Lebens entsprechen (Art. 1 Abs. 2
HVUV). Die Kriterien der Einfachheit und Zweckmässigkeit, die das
Verhältnismässigkeitsprinzip konkretisieren, setzen zum einen voraus, dass die
fragliche Leistung geeignet ist, den gesetzlichen Zweck zu erreichen, und dass diese
dazu notwendig und erforderlich erscheint. Zum anderen verlangen sie, dass zwischen
den Kosten des Hilfsmittels und seinem Nutzen ein vernünftiges Verhältnis besteht,
wobei sämtliche tatsächlichen und rechtlichen Umstände des Einzelfalles zu
berücksichtigen sind (BGE 141 V 34 E. 3.2.1; Urteil des Bundesgerichts vom 10. Juli
2015, 8C_279/2014, E. 7.1, je mit Hinweisen).
Nach Ziff. 1.01 der im Anhang zur HVUV stehenden Hilfsmittelliste zählen
funktionelle Fuss- und Beinprothesen zu den von der Unfallversicherung zu
gewährenden Hilfsmitteln.
1.2.
Als Begründung führte die Beschwerdegegnerin in ihrer ablehnenden Verfügung
vom 13. August 2020 im Wesentlichen aus, die Versorgung mit elektronischen
Kniegelenken sei vor allem für Menschen bestimmt, die im direkten Zusammenhang
mit der Erwerbstätigkeit auf ein gut und sicher funktionierendes Bein angewiesen seien.
Ein elektronisches Kniegelenk wie das C-Leg 4 (Computerized Leg 4) sei in erster Linie
ein Hilfsmittel, welches für die Wiedereingliederung ins Berufsleben notwendig und
erforderlich sein müsse, damit es durch die Unfallversicherung finanziert werden
könne. Da der Beschwerdeführer als Pensionär nicht wieder ins Erwerbsleben
zurückkehren werde, mangle es an den wirtschaftlichen Voraussetzungen für die
Abgabe eines C-Legs. Ein elektronisches Kniegelenk könne vorliegend nicht als
einfache und zweckmässige Ausführung angesehen werden (Suva-act. 718). Nach
Auffassung des Beschwerdeführers stützte sich die Beschwerdegegnerin dabei auf die
2.1.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 9/15
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primär im Bereich der Invalidenversicherung entwickelte Rechtsprechung, wonach die
Hilfsmittelabgabe (mit gewissen Ausnahmen) der beruflichen Eingliederung dienen
muss (vgl. u.a. BGE 132 V 215). Wie der Beschwerdeführer zu Recht geltend macht
(act. G1), wich das Bundesgericht jedoch in BGE 141 V 30 (= Pra 104 [2015] Nr. 80; vgl.
Suva-act. 707-8 ff.) von dieser Rechtsprechung ab. Es befand, die Abgabe eines
Hilfsmittels hänge im Unfallversicherungsrecht nicht von einer beruflichen
Wiedereingliederung und folglich auch nicht von einer wahrscheinlichen
Tätigkeitsdauer ab (E. 3.2.5 mit weiteren Hinweisen). Dieser bundesgerichtliche
Entscheid hat jedoch nichts daran geändert, dass der Anspruch auf ein Hilfsmittel unter
Berücksichtigung sämtlicher tatsächlichen und rechtlichen Umstände des Einzelfalles
zu prüfen ist (vgl. E. 1.1).
Beim beantragten C-Leg handelt es sich um ein mikroprozessor-gesteuertes
Prothesenkniegelenk mit aktivitätsabhängiger elektronischer Kontrolle und Regelung
der Stand- und Schwungphasenwiderstände gemäss dem individuellen Gang des
Patienten. Eine komplexe Sensorik erfasst kontinuierlich die Daten in jeder Phase des
Gehens und reguliert die Dämpfung der Hydraulik. Der Prothesenträger kann sich bei
unterschiedlichen Gehgeschwindigkeiten unbeschwert und sicher bewegen. Dies gilt
auch für das Gehen auf verschiedenen Untergründen sowie für das alternierende
Treppabgehen. Die hydraulische Standphasendämpfung sichert das Kniegelenk beim
Fersenauftritt. Sie wird am Ende der Standphase bei Vorfusslast deaktiviert, um die
Schwungphase mit geringem Energieaufwand einleiten zu können. Die Regelung der
Schwungphase basiert auf "Echtzeitmessungen" auch für unterschiedliche
Geschwindigkeiten, wobei das elektronische System durch ein Softwareprogramm
gesteuert wird, welches im Mikrocontroller gespeichert ist und alle Mess- und
Regelvorgänge koordiniert (BGE 132 V 215, E. 2.1 f. mit weiteren Hinweisen).
2.2.
Das C-Leg kam 1997 auf den Markt und bedeutete damals einen Quantensprung
in der Entwicklung der Beinprothetik (vgl. https://www.myhandicap.ch/fileadmin/
myhandicap _ch/webinhalte/Gesundheit_Partnerschaft_Hilfsmittel/Hilfsmittel/
Prothetik_01/c-leg. pdf, S. 1, zuletzt abgerufen am 15. Februar 2022). Im Jahr 2011
kam sodann die Genium-Prothese auf den Markt (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
10. Juli 2015, 8C_279/2014, Sachverhalt A). Bei dieser handelt es sich um eine neue
Generation elektronischer Beinprothesensysteme, wobei das gleiche
Konstruktionsprinzip wie beim C-Leg verwendet wird. Das Kniesystem Genium ist
jedoch mit Mikroprozessoren neuester Generation sowie zusätzlichen Sensoren und
Steuerungselementen ausgestattet, die es erlauben, den Bewegungsablauf des
Benutzers zu erkennen. Nach Angaben des Herstellers ermöglichen wichtige
2.3.
https://www.myhandicap.ch/fileadmin/myhandi https://www.myhandicap.ch/fileadmin/myhandi
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 10/15
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Innovationen in der Computertechnik ein mit den physiologischen Bewegungsabläufen
fast identisches Gehen. Mit Hilfe dieser Prothese können versicherte Personen
Hindernisse und Treppen alternierend (im Wechselschritt) überwinden und symmetrisch
belasten. Dank der intuitiven Steuerung sind das Gehen (vorwärts und rückwärts) und
Richtungswechsel sicher möglich und erfordern weniger Kraftaufwand und
Konzentration. Die Genium-Prothese stellt eine technische Weiterentwicklung des C-
Leg-Modells dar (BGE 143 V 190, E. 4, mit weiteren Hinweisen). Das Bundesgericht
befasste sich seit dem Jahr 2015 mehrfach mit Anträgen auf Kostenübernahme einer
Genium-Prothese. Diese ist deutlich teurer als ein C-Leg (vgl. Urteile des
Bundesgerichts vom 8. April 2016, 8C_52/2016, E. 3.2, und vom 20. August 2020,
9C_408/2020, Sachverhalt A.b [die Mehrkosten betragen ca. Fr. 20'000.--]). Das
Bundesgericht verneinte einen Anspruch auf eine Genium-Prothese in den Jahren 2015
bis 2017 mangels Einfachheit des Hilfsmittels mehrfach (vgl. Urteile vom 10. Juli 2015,
8C_279/2014, vom 8. April 2016, 8C_52/2016 und vom 13. Februar 2017,
9C_457/2016). Im Urteil vom 10. Juli 2015, 8C_279/2014, E. 7.4, erwog das
Bundesgericht, im Jahr 2006 habe es mit dem Übergang von mechanisch zu
elektronisch gesteuerten Prothesen einen wichtigen technischen Fortschritt zu
beurteilen gehabt (vgl. BGE 132 V 215). Seit ihrer Markteinführung im Jahr 1997 sei die
C-Leg-Prothese konstant verbessert worden und werde vom Hersteller immer noch als
fortschrittliches Erzeugnis mit zuverlässiger Leistung angepriesen. Gleiches könne von
der Genium-Prothese mangels hinreichender Erhebungen noch nicht gesagt werden.
Mit Urteil vom 20. Juni 2017 bejahte das Bundesgericht sodann erstmals einen
Anspruch auf Übernahme der Kosten einer Genium-Prothese bei einem Versicherten
mit einer Mehrfachbehinderung, wobei es festhielt, der Einsatz dieser Prothese sei auf
Fälle eines besonders gesteigerten Eingliederungsbedürfnisses zu beschränken (Urteil
des Bundesgerichts vom 20. Juni 2017, 9C_640/2016, publiziert als BGE 143 V 90; vgl.
auch die Rückweisung zu weiteren Abklärungen im Urteil des Bundesgerichts vom 20.
August 2020, 9C_408/2020). Wie Forscher der ETH Zürich am 9. September 2019
berichteten, schreitet die Entwicklung von Beinprothesen weiter voran. Sie
präsentierten damals erste Ergebnisse einer Studie mit einer neuartigen Prothese mit
Sensoren, welche es beinamputierten Personen ermöglichen soll, das künstliche Bein
und den künstlichen Fuss in Echtzeit zu spüren. Gemäss den Forschern kann diese
Technik zahlreiche gesundheitliche Vorteile, unter anderem eine Reduktion von
Phantomschmerzen, mit sich bringen (https://ethz.ch/de/news-und-veranstaltungen/
eth-news/news/2019/09/mm-beinprothese-mit-gespuer.html, zuletzt abgerufen am 15.
Februar 2022).
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Der vorstehenden Erwägung lässt sich entnehmen, dass es in den vergangenen
Jahren zu grossen technischen Fortschritten bei Beinprothesen gekommen ist. Das
vom Beschwerdeführer vorliegend beantragte C-Leg ist bereits seit 1997, mithin also
seit 25 Jahren, auf dem Markt. Das ist insbesondere bei der Beurteilung der Einfachheit
des Hilfsmittels zu berücksichtigen. Dies, zumal eine einfache und zweckmässige
Hilfsmittelversorgung gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung zeitgemäss sein
muss und sich Versicherungen der fortlaufenden Entwicklung im Bereich der
technisch-orthopädischen Versorgungsmöglichkeiten nicht verschliessen dürfen.
Zudem könne der Grundsatz der Einfachheit so lange nicht verletzt sein, als der
voraussichtliche Erfolg des im Einzelfall gewählten Modells in einem vernünftigen
Verhältnis zu seinen Kosten stehe (vgl. BGE 132 V 215, E. 4.3.3, und BGE 143 V 190, E.
7.3.2). Weiter ist darauf hinzuweisen, dass der Ständerat am 4. Dezember 2019 zwei
Motionen, welche unter anderem die Übernahme der Kosten für "optimale Hilfsmittel"
durch die Sozialversicherungen forderten (16.3880 und 16.3881), zwar ablehnte, jedoch
als Alternative gleichentags ein Postulat (19.4380) zur Verbesserung der
Hilfsmittelversorgung annahm. Daraus ist zu schliessen, dass es aus Sicht der
Bundespolitik zwar - namentlich aus finanziellen Überlegungen - nicht um eine
optimale Hilfsmittelversorgung gehen kann, jedoch eine individuell angemessene
Versorgung zu gewährleisten ist (https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb /suche-
curia-vista; vgl. ferner Larissa Rhyn, Ein Vermögen für ein selbstbestimmtes Leben:
Warum die IV bisher moderne Prothesen nicht finanziert und was das für Betroffene
bedeutet, Neue Zürcher Zeitung [NZZ], 4. Dezember 2019).
2.4.
Vorliegend führte die N._ AG entsprechend den Angaben des
Beschwerdeführers in ihrem Kostengutsprachegesuch vom 2. April 2020 aus, dieser sei
bereits vor der Amputation sehr aktiv gewesen. Er lebe in einer Umgebung, wo er
täglich auf die sichere Bewältigung von Schrägen und Rampen angewiesen sei. Zu
seinen alltäglichen Lebensgewohnheiten gehöre das Gehen von unterschiedlichen
Geschwindigkeiten, das Bewältigen von Schrägen und unebenem Untergrund sowie
das Bewegen in freier Natur. Er lebe mit seiner Frau in einem Haus, welches aussen
wie auch innen mehrere Treppen habe. Er betreibe eine Hobby-Fischzucht, fahre
Mountainbike, wandere und unterhalte den häuslichen Garten. Bei all diesen Aktivitäten
sei er auf ein Prothesensystem angewiesen, welches ihm Sicherheit und Stabilität gebe
(Suva-act. 92). Von ärztlicher Seite ist die Beurteilung von PD Dr. O._ aktenkundig.
Dieser führte am 6. Mai 2020 nach Kenntnis der Ablehnung des
Kostengutsprachegesuchs durch die Beschwerdegegnerin aus, es wäre sehr schade,
wenn der Beschwerdeführer nur mit einem mechanischen Gelenk auskommen müsste.
Dies, da er - für sein Alter und seine Komorbiditäten - im Alltag bis wenige Monate vor
2.5.
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der Exazerbation des chronischen Infektes sehr aktiv gewesen sei. Vor allem sei er
passionierter Radfahrer und auch ein bis zwei Stunden lange Spaziergänge seien ihm
trotz des langjährigen Protheseninfekts fast schmerzfrei möglich gewesen.
Insbesondere das Radfahren liege dem Beschwerdeführer sehr am Herzen und wieder
Radfahren zu können, sei auch sein grosses Ziel. Verständlicherweise hätten der
langjährige Protheseninfekt und nun der Beinverlust auch an der Psyche gezerrt. Umso
wichtiger wäre es, dass er seinem Hobby, dem Fahrradfahren, weiterhin nachgehen
könne. Mit einem elektronischen Kniegelenk wäre dies wesentlich eher und besser
möglich. Auch für die nächsten Jahre wäre das An- und Einlernen des
Beschwerdeführers mit dem elektronischen Kniegelenk sinnvoll, nicht zuletzt als mittel-
und längerfristige Sturzprophylaxe (Suva-act. 103). Die Beschwerdegegnerin hielt mit
Schreiben vom 11. Mai 2020 an ihrer ablehnenden Haltung fest. Da der
Beschwerdeführer als Pensionär nicht wieder ins Erwerbsleben zurückkehren werde
und als Begründung eines elektronischen Kniegelenks Hobbys sowie sportliche
Aktivitäten im Vordergrund stünden, mangle es an den wirtschaftlichen
Voraussetzungen für die Abgabe eines C-Legs (Suva-act. 105). PD Dr. O._ hielt am
13. Mai 2020 erneut fest, insbesondere die Sturzprophylaxe spiele, vor allem, wenn
man mittel- und langfristig denke, eine Rolle (Suva-act. 111). Aus den Argumenten von
PD Dr. O._ kann zwar nicht geschlossen werden, dass dem Beschwerdeführer die
Bewältigung des Alltags und die Ausübung seiner bisherigen sportlichen Aktivitäten mit
einer herkömmlichen Prothese völlig unmöglich wären. Sie sind aber im Vergleich zu
einer Versorgung mit einem C-Leg wesentlich beschwerlicher und wohl teilweise auch
nur beschränkt möglich.
PD Dr. O._ wies - wie erwähnt (E. 2.5) - mehrfach auf die Sturzprophylaxe hin,
welche mit einem C-Leg besser gewährleistet sei als mit einer herkömmlichen Prothese
(Suva-act. 103, 111). Auch das deutsche Bundessozialversicherungsgericht, welches
Ansprüche auf Kostenübernahme eines C-Legs bereits im Jahr 2004 bejahte, widmete
sich dem Thema der Sturzgefahr und erwog, die Verwendung eines C-Legs führe zu
einer deutlichen Minderung derselben (vgl. Urteile des deutschen Bundessozialgerichts
vom 16. September 2004, B 3 KR 1/04 R, B3 KR 2/04 R und B 3 KR 20/04 R, alle
abrufbar unter https://www.sozialgerichtsbarkeit.de/entscheidungen). Gerade im
fortgeschrittenen Alter des Beschwerdeführers erscheint eine Verminderung des
Sturzrisikos entscheidend. Wie vom Beschwerdeführer erwähnt (act. G1), bestehen
bezüglich der Sturzprophylaxe gewisse Parallelen zum Sachverhalt im erwähnten BGE
141 V 30 (vgl. Suva-act. 707-8 ff.). Das Bundesgericht hatte im genannten Urteil
ausgeführt, der Versicherte weise vielfache somatische Defizite auf, neben der
transfemoralen Amputation links bestehe insbesondere ein vollständiger Plexus
2.6.
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brachialis links, er könne seinen linken Arm also nicht gebrauchen (E. 3.2.4, 3.2.6). Die
vom Versicherten verwendete mechanische Prothese sei die Ursache wiederholter
Stürze. Daher habe er eine bedeutende Furcht entwickelt, sodass er hauptsächlich bei
blockiertem Knie mit Hilfe eines Stockes gehe. Die Prothese benutze er nur zu ungefähr
25 % der Zeit drinnen und zu 50 % draussen. Die übrigen Fortbewegungen erfolgten
im Rollstuhl. In den drei Wochen, seit er die neue C-Leg-Prothese habe, sei es
hingegen nicht mehr zu Stürzen gekommen und subjektiv melde der Versicherte eine
deutliche Verminderung seiner Furcht beim Gehen sowie eine häufigere Verwendung
der Prothese. Gemäss Aussagen der behandelnden Ärzte habe auch der Index der
Bewegungsfähigkeiten bedeutend zugenommen und er habe hauptsächlich bei den
Grundtätigkeiten Fortschritte gemacht. Objektiv hätten die medizinischen Spezialisten
ebenfalls eine Verbesserung aller Gehparameter festgestellt, wobei die bedeutendste
Verbesserung bei den Gefällen und beim Treppenabstieg festgestellt worden sei. Man
müsse somit anerkennen, dass eine mechanische Prothese beim Zustand des
Versicherten ungeeignet und sogar kontraindiziert sei. Sie sei folglich nicht - jedenfalls
nicht voll - geeignet, ihren Zweck der funktionellen Eingliederung zu erreichen. Die
Kriterien der Zweckmässigkeit und der Einfachheit seien im konkreten Fall hingegen für
die Abgabe eines C-Leg-Knies erfüllt. Der Umstand, dass dieses dem Versicherten, in
Anbetracht seiner vielfältigen Behinderungen, nicht ermöglichen werde, wieder eine
Erwerbstätigkeit von einer gewissen Bedeutung aufzunehmen, dürfe nicht
entscheidend sein. Eine mechanische Prothese entspreche auch den Anforderungen
des privaten Lebens des Versicherten aufgrund seines doppelten funktionellen Ausfalls
(Gebrauch von Bein und Arm) nicht (E. 3.2.4 f.). Im Gegensatz dazu bestehen zwar
vorliegend keine Hinweise dafür, dass eine mechanische Prothese für den
Beschwerdeführer völlig kontraindiziert wäre. Der Beschwerdeführer selbst macht aber
geltend, es sei bereits zu mehreren Stürzen gekommen und die Standsicherheit beim
Gehen sei nicht gleich gut gegeben wie bei einem C-Leg-Gelenk. Beim Gehen benötige
er viel mehr Kraft und Kondition, das Treppensteigen gestalte sich schwieriger und
Abwärtsgehen sei höchstens bis 10 % Gefälle möglich (act. G1). PD Dr. O._ hatte
zwar - wie erwähnt - lediglich festgehalten, dass eine elektronische Prothese zur
Sturzprophylaxe besser wäre, er hatte jedoch die vom Beschwerdeführer geltend
gemachten Einschränkungen beim Treppensteigen bzw. Abwärtsgehen mit der
mechanischen Prothese nicht ärztlich bestätigt (Suva-act. 103, 111). Der vorliegende
Fall ist damit weniger umfassend auf medizinische Beurteilungen gestützt als der
Sachverhalt im erwähnten BGE 132 V 215. Es ist allerdings zu berücksichtigen, dass
der Beschwerdeführer - wie der in BGE 132 V 215 anspruchserhebende Versicherte -
nebst dem Verlust eines Grossteils seines rechten Beines weitere somatische
Einschränkungen, insbesondere einen Status nach Schädelhirntrauma mit gewissen
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kognitiven Beeinträchtigungen, eine eingeschränkte Funktion des linken Armes sowie
der linken Hand, Schmerzen im Bereich des Iliosakralgelenks und
Kniegelenksbeschwerden links hat (vgl. act. G1). Insgesamt ist die Situation des
Beschwerdeführers damit zwar nicht exakt die gleiche wie diejenige, mit der sich das
Bundesgericht in BGE 132 V 215 zu befassen hatte. Insbesondere vor dem
Hintergrund, dass das genannte Urteil bereits am 10. April 2006, also rund 15 Jahre vor
dem vorliegend angefochtenen Einspracheentscheid vom 13. Januar 2021, gefällt
worden war und es seither zu einer massgeblichen technischen Entwicklung im Bereich
der Beinprothesen gekommen ist (vgl. E. 2.3), sprechen die genannten Unterschiede
vorliegend nicht gegen eine andere Beurteilung als in BGE 132 V 215 und damit auch
nicht gegen eine Kostenübernahme eines C-Legs.
Der Beschwerdeführer zitiert in seiner Replik vom 6. Mai 2021 Auszüge aus einem
im Jahr 2005 erstellten polydisziplinären Gutachten der UMEG (unabhängige
medizinische Gutachtenstelle, Zürich). Mit Verweis darauf macht er geltend, er leide
unter diversen Einschränkungen, welche es notwendig machten, ihm nicht nur eine
"minimale", sondern eine angemessene Prothesen-Versorgung zu gewähren (act. G7).
Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht vorbringt (act. G9), ergibt sich aus dem
Gutachten der UMEG (vgl. Suva-act. 21 ff.) keine medizinische Indikation für die
Abgabe einer Oberschenkelprothese mit elektronischem Kniegelenk. Das Gutachten
der UMEG wurde allerdings bereits im Jahr 2005 und damit 15 Jahre vor der
Oberschenkelamputation im März 2020 erstellt. Dementsprechend ist es nicht möglich,
dem Gutachten der UMEG Hinweise oder Empfehlungen zur Art der
Prothesenversorgung zu entnehmen. Die Gutachter befassten sich jedoch eingehend
mit den Folgen der Unfälle vom 20. August 1968 sowie 23. August 1997 und hielten
zahlreiche somatische sowie psychische Beeinträchtigungen fest. Aufgrund derselben
erscheint - wie gesagt - insbesondere die Sturzprophylaxe als gewichtiges Argument
für die Notwendigkeit eines C-Legs.
2.7.
Zusammengefasst soll eine Oberschenkelprothese vorliegend primär dazu dienen,
dem pensionierten Beschwerdeführer die Mobilität bzw. die Erhaltung der
Selbständigkeit zu ermöglichen und Stürze möglichst zu verhindern. Dem nicht mehr
arbeitstätigen Beschwerdeführer ist es zwar auch mit einer herkömmlichen
(mechanischen) Prothese möglich, sich im Alltag fortzubewegen und einem Teil seiner
Aktivitäten nachzugehen. Er ist dabei jedoch wesentlich eingeschränkt und im
Vergleich zur Verwendung eines C-Legs einem deutlich höheren Sturzrisiko ausgesetzt.
Damit ist ein elektronisches Kniegelenk im vorliegenden Fall als einfaches und
2.8.
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3.