Decision ID: 26126d9e-8209-4be0-a5da-d83f95e98470
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1959
,
war
seit 1994
bei
der
Y._
als
kaufmännische Angestellte
tätig, seit 1. November 2004
in einem Pensum von 60
%
(
Urk.
12/17
Ziff. 5.4
;
Urk.
12/22/1-8
Ziff. 2.1, 2.7, 2.9
)
.
Unter Hinweis auf
Schulterbeschwerden
meldete sich
die Versi
cherte
erstmals
am
2
7.
Novem
ber 2008
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
12/1
). Die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zü
rich, IV-Stelle, klärte die medizini
sche
und erwerbliche Situation ab
und ver
neinte nach
durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(
Urk.
12/
13-14) mit Verfü
gung vom 2
9.
Juni 2009 einen Anspruch der Versicherten auf
eine Rente
der Invalidenversicherung (
Urk.
12/15).
1.2
Am 1
7.
Oktober 2011 meldete sich die Versicherte erneut bei der Invalidenversi
cherung an und mach
t
e psychische Beschwerden (depressive Veranlagung mit
Borderline
Syndrom) geltend (
Urk.
12/17).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinisch
e und erwerbliche Situation ab
und holte bei
med.
pract
.
Z._
, Fachärztin Psychiatrie und Psy
cho
therapie
ein
psychiatrisches
Gutachten ein, das am
1
8.
Januar 2013
erstattet wurd
e (
Urk.
12/42
).
Nach
durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(
Urk.
12/44-
88) verneinte
die IV-Stelle
mit Verfügung vom 1
7.
Juni 2015
einen Rentenanspruch
der Versicherten
(
Urk.
12/89
=
Urk.
2)
.
2.
Die Versicherte erhob am
1
9.
August 2015
Beschwerde (
Urk.
1)
gegen die Verfü
gung vom
1
7.
Juni 2015
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben
und es sei ihr
eine volle
Rente der Invalidenversicherung
zuzusprechen (S. 2
Ziff.
1
)
.
Es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihr die Kosten des Gutachtens von
lic
. phil. A._
vom 3
0.
Juni
2014 in der Höhe von
Fr.
2‘500.
--
zu
rück
zuerstatten (S. 2
Ziff.
2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2
4.
September
2015 (
Urk.
11
) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Verfügung vom
2.
November
2015 (
Urk.
14) holte das Gericht bei med.
pract
.
Z._
eine Stellungnahme ein, welche am 1
8.
Dezember 2015 erstattet wurde (
Urk.
17). Mit Eingabe vom
7.
März 2916 (
Urk.
19) reichte die Beschwer
deführerin einen weiteren Bericht (
Urk.
20) zu den Akten.
Mit Gerichtsverfügung vom
2
6.
August 2016
wu
rden
antragsgemäss
(vgl.
Urk.
1
Ziff.
4
) die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung bewilligt
(
Urk.
22
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
träch
tigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unt
erbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psy
chi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob eine seelische Abwegigkeit mit
Krank
heitswert
besteht, welche die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu
erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130
V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezem
ber
2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesgerichts
8C_616/2014 vom 25. Februar
2015 E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. Novem
ber
2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Inva
lidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Er
werbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versi
cherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundes
gerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.4
Für die verlässliche Beurteilung des psychischen Gesundheitszustandes und sei
ner Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sind in der Regel psychiatrische Fach
ärzte beizuziehen (BGE 130 V 352 E. 2.2.3; Urteil des Bundesgerichts 8C_989/2010 vom 16. Februar 2011 E. 4.4.2 mit weiteren Hinweisen; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_880/2015 vom 30. März 2016 E. 4.2.4). Wichtigste Grundlage gutachterlicher Schlussfolgerungen bildet – gegebenenfalls neben stan
dardisierten Tests – die klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung,
Symp
tomerfassung
und Verhaltensbeobachtung (Urteil des Bundesgerichts 8C_47/2016 vom 15. März 2016 E. 3.2.2 mit Hinweis). Bezüglich der Wahl der Untersuchungsmethoden kommt der Expertin oder dem Experten ein weiter Ermessensspielraum zu, und es ist nicht zwingend notwendig, dass
fremdanam
nestische
Angaben eingeholt oder Zusatzuntersuchungen angeordnet werden (Urteile des Bundesgerichts 8C_660/2013 vom 15. Mai 2014 E. 4.2.3, 8C_602/2013 vom 9. April 2014 E. 3.2 und 9C_275/2014 vom 21. August 2014 E. 3). Rechtsprechungsgemäss gibt es keine verbindliche Mindestdauer für eine psychiatrische Exploration, sondern es wird lediglich verlangt, dass die Exper
tise inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist, wobei der für eine psy
chiatrische Untersuchung zu betreibende zeitliche Aufwand der Fragestellung und der zu beurteilenden Psychopathologie angemessen sein muss (Urteile des
Bundesgerichts 8C_660/2013 vom 15. Mai 2014 E. 4.2.3, 8C_602/2013 vom 9. April 2014 E. 3.2 und 8C_47/2016 vom 15. März 2016 E. 3.2.2).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
be
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vor
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) gestützt auf die medizinischen Abklärungen davon aus,
dass eine rezidivierende depres
sive Störung, gegenwärtig leichte depressive Episode im Sinne einer
Teilre
mission
einer leichten bis mittelgradigen depressiven Episode
,
vorliege, welche
rechtsprechungsgemäss keinen Gesundheitsschaden mit Einfluss auf die Ar
beits
fähigkeit zu begründen vermö
g
e
(S. 1)
.
Das Gutachten von med.
pract
.
Z._
genüge den bundesgerichtlichen Kriterien
für einen vollen Beweiswert. Der
Par
tei
gutachter
lic
. phil.
A._
verfüge nicht über eine psychiatrische
Facharzt
ausbildung
. Dies sei im Rahmen der Beweiswürdigung zu berücksichti
gen. Wes
halb bei der Beschwerdeführerin in einer optimal angepassten Tätigkeit gar kein
e Restarbeitsfähigkeit mehr vorhanden sein soll, werde von
lic
. phil.
A._
mit keinem Wort begründet und sei auch nicht nachvollziehbar.
Es sei nicht ab
schliessend beurteilbar, ob vorliegend die Diagnose akzentuierte
Per
sönlich
keits
züge
oder Persönlichkeitsstörung gestellt werden müsse. Das sei aber auch nicht unbedingt notwendig, denn letztlich stelle sich nur die Frage, ob es der Versicherten trotz ihrer psychischen Beschwerden zumutbar sei, einer Tätigkeit nachzugehen (S. 2 f.).
Vorab sei festzuhalten, dass die psychische Verfassung und Leistungsfähigkeit de
r Beschwerdeführerin sehr stark von der aktuellen psychosozialen Belastungs
si
tua
tion abhänge. Die aktuellen psychi
schen Beschwerden hätten mit der Trenn
ung von ihrer Partnerin im Sommer 2010 begonnen. Die Beschwerdeführerin habe nach ihren Angaben nicht nur die Partnerin, sondern auch ihre Familie, ihr langjähriges Zuhause und schliess
lich auch den langjährigen Arbeitsplatz verloren.
Auch mit dem Ritzen habe sie im April 2011 wieder angefangen, was sich allerdings nach der tagesklinischen Behandlung wieder gebessert habe.
Rückfälle habe es im März 2012 gegeben, als die Beschwerdeführerin von der neuen Beziehung der Ex-Partnerin erfahren habe
,
und im September 2012 nach einem Streit mit derselben. Danach habe sie sich jeweils wieder gefangen. Der Arbeitsversuch im November 2011 sei nicht nur aufgrund der psychischen Beschwerden, sondern auch wegen der psychos
o
zialen Belastungen gescheitert.
Die psychosozialen Belastungsfaktoren im Zu
sammenhang mit der Trennung vo
n der langjährigen Partnerin seien somit klar der Auslöser für die psychischen Beschwerden gewesen. Sie hätten aber auch zu deren Aufrechterhaltung beige
tragen. Insofern dürften sie nicht berücksichtigt werden
(S. 3)
.
Auch wenn eine Persönlichkeitsstörung und eine mittelgradige depressive Stö
rung vorliegen sollten, sei aufgrund der Ressourcen und Aktivi
täten davon aus
zu
gehen, dass es der Versicherten trotzdem zumutbar sei, zu ar
beiten.
Folglich liege kein IV-relevanter Gesundheitsschaden vor. Nach einge
hender
beweis
recht
licher
Prüfung vermöge das Gutachten von
lic
. phil.
A._
insbesondere in der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht zu überzeugen. Zu
dem seien einerseits psychosoziale und damit grundsätzlich IV-fremde Faktoren in erheb
lichem Mass für die psychischen Beschwerden mitverantwortlich. An
dererseits habe die Prüfung der Überwindbarkeit ergeben, dass es der Beschwer
deführerin aufgrund ihrer Ressourcen zumutbar sei, trotz ihrer Beschwerden ei
ner Tätigkeit nachzugehen (S. 4).
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt
(
Urk.
1), es sei
auf die Berichte anderer Fachpersonen ab
zustellen
, insbesondere auf den Bericht des Psychiaters
Dr. B._
und auf das Gutachten durch
lic
.
phil.
A._
.
Diese Berichte müssten für sich allein ausreichen, um ein Obergutachten zu veranlassen
(S. 4)
. Es sei entscheidend, ob lediglich akzentuierte
Persönlich
keitszüge
oder eine Persönlichkeitsstörung vorlägen
.
D
aran ändere nichts, dass
die Beschwerdeführerin
ihre psych
ischen
Störun
gen bis zum privaten und be
ruf
lichen
Zusammenbruch im Sommer/Herbst 2010 habe einigermassen kom
pen
sie
ren können. Die genannten Berichte hätten Unzulänglichkeiten, Wider
sprüch
e und Lücken im Gutachten
von med.
pract
.
Z._
aufgezeigt. Für
die
Wahr
heits
findung sei
das
Gutachten
von
lic
. phil.
A._
notwendig gewe
sen, daher sei
e
n dessen Kosten von der IV zu übernehmen
(S. 5)
.
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin und dabei insbesondere, ob aus psychi
atri
scher Sicht ein invalidisierender
Gesundheits
scha
den
vorliegt.
3.
3.1
Med.
pract
. C._
, Oberarzt,
D._
, berichtete am
7.
Dezember 2011 über die
teilstationäre Behandlung
der Beschwerdeführerin
vom 1
1.
April
bis 3
0.
August 2011
und
vom
2
9.
September
bis 2
4.
November 20
11
(
Urk.
12/24
)
. Er nannte folgende
Diagnose
n mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1)
:
emotional instabile
Persönlichkeitsstö
rung vom
Borderline
-
Typ (
ICD-10
F60.31)
bestehend
seit Adoleszenz
depressive Reaktion im Rahmen einer Trennungssituation (
ICD-10
F43.21)
bestehend seit Sommer 2010
Er führte aus, dass
die Beschwerdeführerin
seit Behandlungsbeginn am 1
1.
April 2011
bis noch unbestimmt
zu 100
%
arbeitsunfähig sei. Ab dem
1
4.
November 2011 sei ein Arbeitsversuch
vorgesehen
(S.
2
Ziff.
1.6)
.
Die
A
rbeitsfähigkeit
werde vermutlich steigen, wie schnell und in welchem Ausmass werde der Ver
lauf zeigen. Wahrscheinlich werde
eine
Teil
arbeitsfähigkeit
erreicht werden können
(S. 3
Ziff.
1.8)
.
3.2
Dr.
med. E._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, berichtete am
8.
Januar 2012 (
Urk.
12/27/5-7
) und nannte folgende Diagnosen
mit Auswir
k
ung auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 1)
:
ausgeprägte depressive Episode seit Juli 2010 (ICD-10 F32.2)
Persönlichkeitsproblematik
Er führte aus, dass es i
n der Folge der Trennung zu
einer
schwere
n
psych
ischen
Dekompensation gekommen
sei.
Trotz ausgiebiger medikamentöser
Therapie
ver
suche
habe das psychische Gleichgewicht im ambulanten Setting nicht wie
der
hergestellt werden können.
Es bestehe weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfä
hig
keit bis vorläufig 3
1.
Januar 201
2
(S. 3)
.
3.3
Dr.
E._
berichtete erneut am 2
5.
September 2012 (
Urk.
12/36/5-7
) und führte aus, dass der
Zustand nach
der
psych
ischen
Dekompensation
weiterhin
zu schlecht
sei
, als dass Reha
bilitations
massnahmen zugemutet werden könn
te
n. Auch sei die zugrundeliegende Persönlichkeitsstruktur mit tiefer emotiona
ler Irritabilität und Instabilität behaftet, so dass kaum von einer Erholung aus
zu
gehen sei, wie sie für die Aufnahme einer Tätigkeit in einem nicht geschütz
ten Bereich notwendig wäre.
Es müsse weiterhin eine
100%
ige
A
rbeitsunfähig
keit attestiert werden (S. 2)
.
3.4
Med.
pract
.
Z._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, erstattete ihr psychiatrisches Gutachten am 1
8.
Januar 2013 (
Urk.
12/42) gestützt auf
die Akten sowie die eingehende psychiatrische Untersuchung vom
7.
Januar 201
3.
Sie nannte folgende
Diagnos
en
mit Einfluss auf
die
A
rbeits
fähigkeit (S. 22)
:
leichte depressive Episode
(ICD-10 F32.0)
im Sinne einer Teilremission einer leichten bis mit
telgradigen depressiven Episode
Differentialdiagnose (DD): rezidivierende depressive Störung, gegenwär
tig leichte depressive Episode im Sinne einer Teilremission einer leichten bis mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10 F33.0)
Als Diagnosen ohne
Einfluss auf
die
A
rbeitsfähigkeit nannte sie folgende:
akzentuierte Persönlichkeitszüge mit abhängigen und emotional instabi
len Anteilen
(ICD-10 Z73.1)
psych
ische
und Verhaltensstörungen durch Alkohol, g
egenwärtig schäd
licher Gebrauch (ICD-10 F10.1)
DD: Alkohol-Abhängigkeitssyndrom, episodischer Substanzgebrauch (ICD-10 F10.26)
psychische und Verhaltensstörungen durch Sedativa oder Hypnotika,
Ben
zodiazepin-Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtig abstinent
(ICD-10 F13.20)
Sie führte aus,
die Beschwerdeführerin lebe seit der Trennung von der Partnerin mit ihren 3 Katzen und habe nur wenige, aber gute Kontakte. Sie pflege aktuell vor allem Kontakte zu Leuten, die sie in der Psychiatrischen Tagesklinik kennen
gelernt habe. Dies seien Leute, auf die sie zählen könne. Seit der Hoch
zeit 2008 habe sie auch Kontakt zu ihrer leiblichen Schwester, die in Süd
frank
reich lebe. Man besuche sich gegenseitig etwa einmal pro Jahr. Mehrmals in der Wo
che kontaktiere die Beschwerdeführerin ihre Schwester per E-Mail. Ihre Hobbys seien das Malen, das Kochen und das Zusammensein mit Freunden.
Früher sei sie gerne joggen und walken gewesen. Aktuell fehle ihr dazu die Motivation
(S. 10)
.
Die Beschwerdeführerin sei ab April 2011 – im Zusammenhang mit der
tages
klinischen
Behandlung – lange krank gewesen. Im November 2011 habe sie dann einen Arbeitsversuch unternommen
(S. 10 unten)
. Der Arbeitsversuch mit 2 halben Ta
gen in der Woche sei für sie nicht einfach gewesen, da ihr aufgrund der gerin
gen Präsenz am Arbeitsplatz die nötigen Informationen über neue Vor
gehens
weisen bei der damaligen Umstrukturierung innerhalb der Bank gefehlt hätten.
Sie habe sich unsicher gefühlt und habe häufig nachfragen müssen.
Mit der Zeit habe sie das Arbeitspensum im Rahmen des Arbeitsversuches gesteigert, sei mit der eigene
n
Leistung nicht unzufrieden gewesen. Ihre Leistung sei aber von der Chefin anders beurteilt worden. Die Chefin habe sie auf ihre Probleme auf
merksam gemacht. Ab Mai 2012 sei das Arbeitspensum im Rahmen des
Arbeits
versuchs
wieder reduziert worden.
Schliesslich sei ihr nach einer vertrau
ens
ärztlichen Untersuchung eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit von 100
%
atte
s
tiert worden. Das Arbeitsverhältnis sei dann zum
1.
November 2012 aufgelöst worden
(S. 11)
.
Die aktuellen psychischen Probleme hätten mit der Trennung ihrer Partnerin im Sommer 2010 begonnen. Sie habe nicht nur die Partnerin, sondern auch die Familie verloren. Sie habe auch ihren langjährigen Wohnsitz im Elternhaus der Partnerin verloren. Schliesslich habe sie auch ihren langjährigen Arbeitsplatz verloren. Im April 2011 habe sie eine tagesklinische Behandlung begonnen. Eigentlich habe sie dort 3 Wochen bleiben wollen
und sich in dieser Zeit stabili
sieren wollen. Die tagesklinische Behandlung habe bei ihr aber bis November 2011 gedauert. Zwischenzeitlich sei sie im September nach Amerika gereist und habe dort Ferien bei einer Kollegin in Florida gemacht. Die Ferien seien schön gewesen
(S. 11)
.
Im März 2012 habe sie einen Rückfall erlebt und wieder mit dem Ritzen ange
fangen. Damals habe sie von ihrer Ex-Partnerin von deren neuen Beziehung erfahren. Im April 2012 habe sie dann den Fahrausweis verloren, weil man bei ihr einen Alkoholspiegel von 0.7
8
‰
und zudem auch Benzodiazepine festge
stellt habe. Dies habe sie dazu bewogen,
Temesta
und
Xanax
abzusetzen.
Im September 2012 habe sie zusammen mit einer Kollegin eine Kreuzfahrt auf dem östlichen Mittelmeer gemacht. Wegen der vielen Leute auf dem Kreuzschiff habe sie prophylaktisch
Xanax
mitgenommen und ab dem
5.
Tag auf dem Schiff auch wieder eingenommen.
Im September 2012 sei sie dann auch mit dem Ritzen rückfällig geworden.
Der Rückfall habe sich nach einem Streit mit der Ex-Partnerin ereignet. Es sei dann endgültig zu einem Kontaktabbruch ge
kommen. Sie habe sich in der Folge an 10 Tagen jeden Abend geritzt und habe
Xanax
und
Zolpidem
geschluckt. Seit Oktober 2012 habe sie sich nicht mehr geritzt und keine Benzodiazepine mehr eingenommen (S. 12).
Das jetzige Hauptproblem sei für die Beschwerdeführerin durch den Tag zu kommen. Morgens nach dem Aufstehen fange für sie der Kampf an. Sie zwinge sich zum Aufstehen und zu ihren Haushaltspflichten. Beim Putzen
werde sie schnell erschöpft. Sie schwitze und fühle sich kaputt, müsse dann eine Pause machen. Nach der Pause motiviere sie sich, die Haushaltsarbeit fortzusetzen. Es sei für sie ein Kampf sich selbst zu beweisen, dass sie für etwas gut sei bezie
hungsweise etwas noch erreichen könne. Im Moment fühle sie sich am wohlsten in ihrer Wohnung. Sie leide aber darin unter der Einsamkeit (S. 12). Es sei für sie gut, gezwungen zu sein, Termine draussen wahrzunehmen. Sie gehe regel
mässig zum Hausarzt, zur Physiotherapie
und
sie fahre nach Schaffhausen zu ihrer Psychotherapeutin.
Durch ihre drei Katzen fühle sie sich nicht alleine. Sie treffe sich mit Bekannten und gehe mit ihnen Kaffee trinken. Sie versuche eine gewisse Struktur und Beständigkeit in ihr Leben zu bringen
(S. 13)
.
Ihr
T
agesablauf sehe folgendermassen
aus:
Sie stelle den Wecker auf 7 Uhr, stehe aber erst gegen 7.30 Uhr auf. Früher sei sie ein absoluter Frühaufsteher gewesen. Nach dem Aufstehen füttere sie ihre 3
Katzen und mache sich dann einen Kaffee, schalte den PC an und prüfe die E-Mails, welche sie gegebenenfalls beantworte. Anschliessend räume sie die Woh
nung auf.
Seit dem Klinikaufenthalt male sie gerne, insbesondere nach der Vor
gabe „Malen nach Zahlen“. Dies sei für sie beruhigend. Sie brauche aber hierfür Konzentration und eine ruhige Hand. Sie könne etwa eine dreiviertel Stunde bis eine Stunde am Stück
malen, brauche dann eine Pause. Sie schaue gerne fern. Inzwischen lese sie auch wieder mehr, insbesondere Fachbücher. Im Normalfall esse sie erst abends. Wenn sie Besuch bekomme, koche sie gerne. Dies mache ihr richtig Freude und sei für sie wie eine Therapie. Sie gehe abends relativ früh zu Bett, lese im Bett oder schaue fern und schlafe gegen 23 bis 23.30 Uhr ein (S.
13).
Die Beschwerdeführerin sehe sich selbst im Moment nicht als arbeitsfähig. Allein bei dem Gedanken, sich an die Arbeit zu begeben, sich einfügen zu
müssen, bekomme sie ein einengendes, panikartiges Gefühl. Sie wolle und werde
irgen
detwas machen, momentan aber noch nicht (S. 14).
Die Beschwerdeführerin sei alleine pünktlich zum vereinbarten Termin gekom
men.
Sie habe sich freundlich, angepasst, dabei auch sehr mitteilungsbedürftig gezeigt. Sie habe recht lebendig gewirkt und habe die Exploration aktiv mitge
staltet. Die Beschwerdeschilderung hinsichtlich depressiver Symptomatik habe einige Widersprüche und Inkonsistenzen aufgewiesen. Bei der von der Be
schwerdeführerin angegebenen raschen Ermüdbarkeit hätten bei ihr aktuell im Rahmen einer dreistündigen Untersuchung keine Anzeichen einer Ermüdbarkeit
beobachtet werden können. Es habe sich eine Diskr
epanz zwischen den
von der Beschwerdeführerin angegebenen Einschränkungen im Tagesablauf und den von ihr gesc
h
ilderten Freizeitaktivitäten ergeben.
Insgesamt sei bei ihr der Eindruck von gewissen Verdeutlichungstendenzen der Beschwerden und einer Bagatellisierungstendenz hinsichtlich der Suchtproblematik entstanden. Es sei bei der Beschwerdeführerin zeitweise eine gewisse psychomotorische Anspann
ung sowie punktuell eine Unruhe beobachtet worden.
Ihre Grundstimmung sei al
lenfalls leic
ht herabgesetzt gewesen, dabei z
eitweise etwas freudlos. Als sie von positiven Aktivitäten (Ferien, Kochen für einen Freund) berichtet habe, habe sie recht ausgeglichen, punktuell gar fröhlich gewirkt.
Der Antrieb sei unauffällig gewesen.
Die Psychomotorik der Beschwerdeführerin sei zeitweise unauffällig, zeitweise angespannt und punktuell etwas unruhig gewesen.
Das Auffassungs
vermögen der Beschwerdeführerin sei gut gewesen. Die Aufmerk
sam
keit und das Konzentrationsvermögen seien während der dreistündigen Unter
suchung gleichbleibend gut gewesen (S. 15).
Hinsichtlich der geschilderten
Suchtproble
matik
(Alkohol, Benzodiazepine) hätten bei der Beschwerdeführerin deutliche Verharmlosungstendenzen
und allenfalls eine beginnende Einsicht be
stan
den. Sie habe sich vor allem fremdmotivi
ert (Entzug des Fahrausweises) in
einer Abstinenz von Benzodiazepinen gezeigt.
Eine Motivation hinsichtlich einer
Al
koholabstinenz
habe aktuell nicht festgestellt werden können.
Unter Berück
sichtigung der Angaben der Beschwerdeführerin zur sozialen und beruflichen Anamnese, unter Berücksichtigung der Aktenlage und unter Berücksichtigung der im Rahmen der aktuellen Untersuchung festgestellten interaktionellen Auf
fälligkeiten sei bei der Beschwerdeführerin der Eindruck einer Akzentuierung
der Persönlichkeit in Form abhängiger und emotional instabiler Züge entstan
de
n.
Auf der psychischen und sozialen Funktionsebene hätten bei der Be
schwer
deführerin aktuell leichte Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit festge
stellt werden können: eine leicht eingeschränkte Stress- und
Frustrationstole
ranz
,
eine eingeschränkte emotionale Belastbarkeit sowie leicht eingeschränkte soziale
Kompetenzen, vor allem Einschränkungen der Konfliktfähigkeit
(S. 16)
.
Auf der beobachtbaren Symptomebene hätten bei der Beschwerdeführerin aktuell leichte depressive Symptome mit einer leicht verminderten
Stimmungs
lage
festgestellt werden können. Zudem habe bei ihr eine zeitweilige psycho
mo
tori
sche Anspannung beziehungsweise eine punktuelle psychomotorische Unruhe
bestanden.
Bei den wenigen psychopathologischen Auffälligkeiten seien bei ihr psychische und Verhaltensstörungen in Form eines schädlichen Gebrauchs von Alkohol und eines Abhängigkeitssyndroms von Benzodiazepinen in den Vor
der
grund getreten.
Des Weiteren hätten
bei der Beschwerdeführerin
persönlich
keits
strukturelle
Auffälligkeiten sowie auch nicht zu vernachlässigende psy
choso
ziale Belastungsfaktoren festgestellt werden können
(S. 16)
.
Die Diagnose einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung lasse sich aus gutachterlich-psychiatrischer Sicht nicht nachvollziehen, da die erforderlichen Kriterien dieser Störung nach dem ICD-10 beziehungsweise DSM-IV nicht er
füllt seien. Das beschriebene, im April 2011 aufgetretene selbstverletzende Ver
halten beziehungsweise die beschriebenen emotionalen Schwankungen würden nicht für die Diagnosestellung einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung
ausreichen
(S.
19)
.
Aus gutachterlich-psychiatrischer Sicht sei davon auszu
gehen
, dass die bei der Beschwerdeführerin bestehende und nicht erkannte
Sucht
pro
blematik
die depressive Problematik überlagert und den
Behandlungs
verlauf
negativ beeinflusst habe.
Die Beurteilung des Behandlungsergebnisses im
Aus
trittsber
icht
vom
Dezember 2011 sei aus gutachterlicher Sicht nicht ganz nach
vollziehbar. Einerseits sei bei der Beschwerdeführerin beschrieben worden, dass
sie „deutlich stabiler“ gewirkt habe, andererseits heisse es, sie sei „etwas stabi
ler
“ geworden. Die beschriebene Antriebslosigkeit lasse sich bei den ange
ge
be
nen dreiwöchigen Ferien in Amerika
im September 2011
nicht nachvoll
ziehen. Ein psychopathologischer Befund sei nicht explizit erhoben worden, ins
beson
dere seien die erwähnten Klagen der Beschwerdeführerin über
Konzentra
tions
störungen
nicht objektiviert worden.
Unter Berücks
ichtigung dieser Inkon
si
sten
zen lasse sich aus gutachterlich-psychiatrischer Sicht die der Beschwerdeführe
rin nach der Beendigung ihrer tagesklinischen Behandlung weiterhin attestierte Arbeitsunfähigkeit von 100
%
nicht (ganz) nachvollziehen
(S.
19)
.
Die vom Hausarzt
Dr.
E._
angenommenen Diagnosen liessen sich aus gutachterlich-psychiatrischer Sicht unter Berücksichtigung der anamnestischen Angaben der Beschwerdeführerin zum Krankheitsverlauf mit den darin beschriebenen Akti
vi
täten und den Ferienaufenthalten nicht nachvollziehen. Bei einer schweren anhal
tenden depressiven Störung wäre die Beschwerdeführerin zu den von ihr beschriebenen Aktivitäten (einschliesslich Ferienaufenthalte im Ausland) zwei
felsohne nicht in der Lage gewesen
(S. 20
)
.
Aus gutachterlich-psychiatrischer Sicht lasse sich festhalten, dass die bei der Beschwerdeführerin vorliegenden akzentuierten Persönlichkeitszüge – für sich alleine betrachtet – keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zur Folge gehabt hätten und hätten. Trotz der – definitionsgemäss seit der Jugend beziehungs
weise seit dem frühen Erwachsenenleben vorliegenden Persönlichkeitszüge – sei es der Beschwerdeführerin möglich gewesen, einen Beruf zu erlernen und über viele Jahre beziehungsweise Jahrzehnte einer Erwerbstätigkeit nachzugehen.
Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit habe sich bei der Beschwerdeführerin während der depressiven Episode
ergeben
, die durch die Suchtproblematik über
lagert gewesen sei und mitunter auch deshalb wiederholten Schwankungen unter
legen sei, dennoch im Verlauf der tagesklinischen beziehungsweise ambu
lanten Behandlung teilremittiert sei.
Die Suchtproblematik sei als sekundärer Sucht-Typ einzustufen. Die Behandlungsmöglichkeiten seien längst nicht aus
geschöpft.
Das Scheitern des im November 2011 begonnenen Arbeitsversuchs der Beschwerdeführerin sei aus gutachterlich-psychiatrischer nur zum Teil auf die bei ihr vorliegenden depressiven Symptome zurückzuführen
. Zum Teil sei dieses Scheitern auch auf die Suchtproblematik beziehungsweise die drastische Reduktion der Benzodiazepine während des Arbeitsversuchs, also zu einem un
günstigen Zeitpunkt, zu einem überwiegenden Teil aber auch auf psychosoziale Belastungsfaktoren zurückzuführen.
Zusammenfassend könne aus psychiatrischer Sicht festgehalten werden, dass bei der Beschwerdeführerin noch leichte Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit in Form einer
leichtgradig
verminderten
Stress- und Frustrationstoleranz sowie einer ebenfalls
leichtgradig
verminderten emotionalen Belastbarkeit mit einer etwas eingeschränkten Konfliktfähigkeit vorlägen
(S.
21)
.
Eine weitere Ver
besse
rung der aktuell noch bestehenden Einschränkungen sei im Rahmen einer
adäquaten psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung – bei der die
Such
t
problematik
berücksichtigt werden sollte – innerhalb der nächsten Wo
chen bis höchstens vier Monate zu erwarten (S. 22).
In der angestammten Tätig
keit als kaufmännische Angestellte bei einer Bank
, welche zudem
leidensadap
tiert
sei,
sei bei der Beschwerdeführerin aktuell eine Arbeitsunfähigkeit von höchstens 30
%
bedingt durch eine Leistungsminderung um höchstens 30
%
ausgewiesen. Eine weitere Reduktion der noch bestehenden Arbeitsunfähigkeit auf 0
%
sei unter adäquater psychiatrisch-psychotherapeutischer
Behandlung anzunehmen und zu erwarten (S. 22
f.)
.
3.5
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Re
gio
naler Ärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin
,
nahm am 2
0.
Februar 2013 Stellung (
Urk.
12/43/3-4
) und führte aus, dass das
Gutachten umfassend
sei und maximal eine Arbeitsunfähigkeit
von 30
%
seit
Gutachten
serstellung
bestehe
,
diese jedoch
in einigen Wochen
auf
0
%
reduziert werden
könne
.
3.6
Dr.
med. G._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, berichtete am 3
1.
Juli 2013 (
Urk.
12/54/8-9) und führte aus, dass die Beschwer
deführerin an einer
Borderline
-Störung leide. Sodann habe der Konsum von Substanzen meist eine psychische Grunderkrankung als Ursache und Grundlage.
3.7
Lic
. phil.
A._
, Fachpsychologe für Psychotherapie FSP, berichtete am
2.
August 2013 (
Urk.
12/54/6-7) über die Testabklärung betreffend
Border
line-Persönlichkeitsstörung
und führte aus, dass die Beschwerdeführerin auf
grund der testpsychologischen Daten an einer
Borderline
-Persönlichkeitsstörung leide. Zusätzlich bestehe eine mittelschwere depressive Episode.
3.8
H._
,
dipl.
Psychologin, berichtete am
7.
August 2013 (
Urk.
12/54/1-5
) und führte aus, dass sie die Beschwerdeführerin seit dem
3.
August 2010 be
handle.
Sie d
iagnostiziert
e
ebenfalls
eine
emotional instabile
Persönlichkeits
störung
vom
Borderline
-Typ
(ICD-10 F60.31)
und
eine
rezidivierende depressive Störung
, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.11). Es handle sich um r
ezidivierende Episoden der depressiven Reaktion im Rahmen der Persönlichkeitsstörung
.
Im Gutachten
von med.
pract
.
Z._
habe leider eine
Umgewichtung
stattgefunden,
die nicht haltbar sei. Dies
e
stelle
die
Suchtproblematik in den Vordergrund und erfasse
mit den akzentuierten
Per
sönlichkeitszügen
mit abhängigen und emotional instabilen Anteilen
keinesfalls das Bild und den Schweregrad der psych
ischen
Erkrankung
der Beschwerde
führerin (S. 4).
3.9
Dr.
G._
nahm am 1
8.
Oktober 2013 Stellung (
Urk.
12/61
) und führte aus, dass die Beschwerdeführerin
nicht zu 70
%
arbeitsfähig sei. Sie
werde von
einer kompetenten
Therapeutin behandelt, ohne dass sich
die Arbeitsfähigkeit
gesteigert hätte.
Die
A
rbeitsfähigkeit
sei nicht zu steigern
. Die
Anforderungen an
die
Tätigkeit auf
der
Bank
seien
sehr hoch.
3.10
Med.
pract
.
Z._
nahm am
2.
Dezember 2013 Stellung zu den eingereichten Berichten (
Urk.
12/63
)
und führte aus,
bezüglich der testpsychologischen Untersuchung durch
lic
. phil.
A._
sei festzuhalten, dass psychologische Test
un
gen ein bedeutsamer Teil in der klinischen Erfassung sein könnten, bei der In
terpretation jedoch Vorsicht geboten sei. Bisherige Studien würden deutlich ma
che
n
, dass kein einzelner Test oder keine Testbatterie eine fachärztlich-psy
chiat
rische Untersuchung und auf deren Basis eine Diagnosestellung ersetzen könn
ten.
Die in der Einschätzung von
Dr.
G._
geäusserte Meinung bein
halte keinerlei Begründung. Somit könne hierzu keine Stellung genommen wer
den.
Die behandelnde Psychologin
dipl.
H._
nehme zur gutachterlichen Ein
schätzung keine Stellung, sondern verweise lediglich auf die Kriterien des DSM-IV. Eine konkrete Begründung dieser Einschätzung sei
von ihr nicht abge
geben
worden. Daher lasse sich die Annahme der behandelnden Psychologin, dass die Beschwerdeführerin an einer emotional instabilen
Persönlichkeits
stö
rung
leide, nicht nachvollziehen.
Die behandelnde Psychologin mache auch keine Angaben zu der von ihr angenommenen mittelgradigen depressiven Epi
sode. Nach gründlicher Würdigung und nochmaligem Aktenstudium könne
sie
die diag
nostische Einschätzung
der ambulant behandelnden Psychologin bezieh
ungs
weise die
jenige
von
Dr.
G._
sowie die Einschätzung der Arbeits
unfähigkeit nicht nachvollziehen.
Es seien in diesen Berichten keine neuen Fakten oder Tatsachen mitgeteilt worden, die eine Neubeurteilung erforderlich
machen wür
den. An der gutachterlichen Beurteilung könne festgehalten werden
.
3.11
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
nahm
am 2
4.
Januar 2014
Stellung aufgrund der Akten
(
Urk.
12/75
)
und führte
aus, dass das Gutachten von med.
pract
.
Z._
sehr stark die Auswirkungen von
psychosozialen, das heisse IV-fremden Faktoren betone. Es fehle die Be
rück
sichtigung der hereditären Belastung. Die Bedeutung der mindestens teil
weise
hereditär bedingten problematischen Persönlichkeitseigenschafte
n der Beschwer
de
führerin schätze die Gutachterin viel geringer ein als die Ärzte de
r
D._
, der Hausarzt und die behandelnde Psychologin.
Diskre
panzen bestünden auch
bei der diagnostischen Beurteilung hinsichtlich der De
pression sowie bei der Frage der Arbeitsfähigkeit. Wenn die Gutachterin alleine eine Beurteilung vertrete, die von mehreren Ärzten und Psychologen nicht ge
schützt werden könne, spreche dies eindeutig dafür, dass die gutachterliche Be
urteilung nicht ausgewogen sein könne (S. 1). Angesichts der erwähnten Män
gel des Gut
achtens komme man nicht um eine psychiatrische Neubeurteilung herum (S. 2).
3.12
Med.
pract
.
Z._
nahm am 2
5.
März
2014 Stellung zum Bericht von
Dr. B._
(
Urk.
12/78) und
führte aus, dass von ihr die hereditären Belastun
gen sehr wohl in der eruierten Familienanamnese wie auch in der
Gesamtbeur
teilung
berücksichtigt worden seien. Die Bedeutung dieser Belastungen sowie auch deren Auswirkungen auf die Persönlichkeitsentwicklung seien von ihr im Rahmen der Beurteilung im Kapitel 5 beschrieben worden.
Die von
Dr. B._
bemängelte Beurteilung der Suchtfrage im Gutachten könne ebenfalls nicht nach
vollzogen werden. Vielmehr sei festzuhalten, dass erst im Rahmen der gut
achterlichen Untersuchung eine erste umfassende Suchtanamnese erstellt wor
den
sei
(S.
2)
.
Nach gründlicher Würdigung und nochmaligem Aktenstudium könne sie die Einwände des Rechtsvertreters und die Stellungnahme von
Dr. B._
zum Gutachten nicht nachvollziehen.
Es seien in den nun nach
gereichten Berichten keine neuen medizinischen Fakten oder Befunde mitgeteilt worden, die im Gutachten nicht bereits berücksichtigt worden seien
(S. 3)
.
3.13
Lic
. phil.
A._
erstattete sein Gutachten zuhanden der Beschwerde
führerin am 3
0.
Juni
2014 (
Urk.
12/83) und
nannte folgende Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 19):
Persönlichkeitsstörung
, emotional-instabil
vom
Borderline
Typ
us (ICD-10 F60.8)
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelschwer
e depressive Episode mit ausgeprägten
Stimmungschwankungen
(ICD-10 F33.1)
psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol
, anamnestisch schäd
licher Gebrauch (ICD-10 F10.25), gegenwärtig episodischer
Sub
stanzgebrauch
(ICD-10 F10.26)
anamnestisch Störungen durch Sedativa und Hypnotika, gegenwärtig abs
tinent (ICD-10 F13.20)
Er führte aus, dass
die Beschwerdeführerin bereits zu Beginn der
Abklärungsge
spräche
emotional instabil gewirkt habe. Sie rege sich sehr schnell auf, wirke reizbar und fühle sich von der Gutachterin med.
pract
.
Z._
völlig missver
standen und entwertet.
Sie zittere bisweilen mit den Händen. Beim Besprechen der Beziehung zur Mutter würden intensive Hassgefühle feststellbar. Auch ge
genüber der Ex-Partnerin habe sie stark ambivalente Gefühle. Sehr deutlich komme die Trauer über die verlorene Beziehung zum Ausdruck und Ängste vor
dem
Verlassenwerden
seien spürbar. Es seien deutliche depressive Symptome vo
r
handen. Die Beschwerdeführerin wirke niedergedrückt und deprimiert, es herrsche
eine deutliche pessimistische Grundstimmung und eine fehlende
Zukunfts
orien
tierung
vor. Die Vitalgefühle seien sehr stark gestört und eine stark ausgeprägte Affektarmut sei feststellbar. Die Beschwerdeführerin berichte von grossem sozia
lem Rückzug. In der Hamilton
Depressionskala
erreiche sie eine Score von 20 Punkten, was einer mittelschweren depressiven Episode entspre
che.
Die
test
psychologischen
Daten würden bei der Beschwerdeführerin auf eine
Borderline
-Persönlichkeitsstörung hindeuten.
Die Beschwerdeführerin berichte offen und aus
führlich über die Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit. Eine
Verharmlo
sungstendenz
sei nicht festzustellen
(S. 18)
.
D
ie Beschwerdeführerin
sei
aus psy
chiatrischer Sicht in ihrer angestammten Tätigkeit in einer Bank ge
genwärtig zu
100
%
arbeitsunfä
hig.
Aufgrund der psychiatrischen Erkrankung sei die Be
schwer
deführerin gegenwärtig in den Fähigkeiten zur Planung und Struk
turierung von Aufgaben, in der Kontaktfähigkeit zu Dritten (vor allem bei tele
fo
nischen Reklamationen), in der raschen Entscheidungs- und Urteilsfähig
keit,
in der Durchhaltefähigkeit bei schwierigen, komplexen Situationen, in der rasche
n Erledigung der Arbeitsaufträge erheblich eingeschränkt
(S. 19)
.
Gegen
wärtig bestehe im geschützten Rahmen keine Arbeitsfähigkeit.
Die psychiatri
sche und psychotherapeutische Behandlung müsse weitergeführt werden. Eine
Verbesserung der Arbeitsfähigkeit sei mit medizinischen Massnahmen wahr
scheinlich nur sehr langsam möglich. Es müsse aus heutiger Sicht mit einem längeren Krankheitsverlauf gerechnet werden. Es seien gegenwärtig keine be
ruf
lichen Massnahmen indiziert und erfolgversprechend. Die Darstellungen und Beurteilungen im psychiatrischen Gutachten von med.
pract
.
Z._
würden in grossem Ausmass zu den erwähnten Arztberichten divergieren
(S.
20)
.
Im psy
chia
trischen Gutachten von med.
pract
.
Z._
fänden sich zahlreiche Mängel bezüglich Befund, Diagnose und Interpretation. Es würden wiederholt gewisse Unterstellungen und unbewiesene, unbegründete Behauptungen aufgestellt. Es fänden sich Fehler bezüglich des diagnostischen Prozesses und Verstösse gegen wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse. Sie gehe nicht auf die vorgetragene Kritik ein und führe keine weiteren eigenen Abklärungen durch. Sie wiederhole nur dieselben Feststellungen aus ihrem Gutachten ohne neue fachlichen Begründungen anzuführen
. Durch ihr gutachterliches Vorgehen könnte der Eindruck entstehen, dass die Gutachterin eine gewisse Intention im Sinne der Versicherung verfolgt haben könnte
(S. 25
f.
)
.
Aufgrund der zahlreichen Unstimmigkeiten im Gutachten und den nachfolgenden Schreiben von med.
pract
.
Z._
werde möglicherweise eine erneute Begutachtung durch einen neu
tralen Gutachter notwendig sein
(S. 27)
.
3.14
Dr.
E._
berichtete am 2
8.
Mai 2015 (
Urk.
12/86
)
und nannte als Diagnosen eine
schwere Persönlichkeitsproblematik
mit instabiler und irritabler
Persön
lichkeitsstörung
vom
Borderline
-Typ, mit einer schweren depressiven Störung und sozialen Phobien und Rückzugstendenzen, Schulterschmerzen, ein chroni
sches
thorako
- und
lumbospondylogenes
Syndrom, Spreizfüsse,
Chrondropathia
patellae
-Beschwerden und eine Hypertonie (S. 1). Er führte aus, dass sich die Rückzugstendenz in den letzten Jahren
verstärkt
habe
.
Bei Belastungen sei es
in letzter Zeit wiederholt
zu
Selbstverletzun
gen mit vielen Schnittwunden an bei
den Armen
gekommen
. Die psychotherapeutische Unterstützung
durch
die
Psy
chologin
Frau
H._
sei
wegen der Schwere der psychischen Beeinträchtigung
weiter in
di
ziert und sehr wichtig. Die Arbeitsunfähigkeit betrage weiterhin
100
%
(S. 2)
.
3.15
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, berichtete am 1
5.
September 2015 (
Urk.
9) und führte aus, dass er die Beschwerdeführerin neu seit Juli 2015 behandle. Er nannte folgende Diagnosen (S. 1):
emotional instabile
Persönlichkeitsstörung
,
Borderline
-Typ (ICD-10 F60.31
)
rezidivierende depressive Störung, derzeit mittelgradig
Alkoholabhängigkeitssyndrom, gegenwärtig episodischer Gebrauch,
diffe
rentialdiagnostisch
schädlicher Gebrauch
Er führte aus, dass
die Beschwerdeführerin jeweils pünktlich zu den Gesprächen erscheine und keine Störungen von Aufmerksamkeit und Gedächtnis feststellbar seien (S. 1). In der Grundstimmung sei sie deutlich angespannt, getrieben und wirke wie unter massivem Druck. Affektiv sei sie eingeschränkt
schwingungs
fähig
.
Im Antrieb wirke sie leicht gesteigert, vorwiegend im Sinne einer moto
rischen Unruhe (S. 2).
Die Beschwerdeführerin gebe an, unter
Konzentra
tions
stö
rungen
zu leiden und dass ihr vor allem sozialer Kontakt Mühe mache. Wenn sie ausserhalb ihrer Wohnung sei, sei sie sehr schnell gereizt und angespannt.
Meist stehe sie gegen 7.30 Uhr auf, um die Katzen zu füttern. Gegen 23 Uhr versuche sie zu schlafen, wobei der Schlaf meist gestört sei und sie mehrmals aufwache. Abgesehen davon gebe es noch wenige Termine auswärts wie zum Arzt, zur Psychologin, in die Physiotherapie. Es komme durchaus vor, dass sie die Wohnung eine oder zwei Wochen nicht verlasse. Sie verbringe den Tag mit
fernsehen, am PC und gelegentlich male sie. Den Haushalt schaffe sie im Gros
sen
und Ganzen. Es gebe wenig Kontakt zu anderen. Sie treffe selten Freunde
(S. 3)
.
Dr.
I._
führte aus, dass er insgesamt nach einigen Konsultationen und in
Kenntnis früherer Befunde und Einschätzungen keinen Zweifel an den ge
nann
ten
Diagnose
n
habe.
Die Beschwerdeführerin habe
sich von der Trennung und ihren Folgen nicht erholt,
vielmehr eine
chronifizierte
depressive Störung
erlit
ten
, was im Kontext mit
der
Persönlichkeitsstörung eine Arbeitstätigkeit verunmögliche
(S. 4)
.
3.16
Med.
pract
.
Z._
nahm am 1
8.
Dezember 2015
Stellung (
Urk.
17) zu
m Gut
achten von
lic
. phil.
A._
sowie zum Bericht von
Dr.
I._
und führte aus, dass
es sich beim
Gutachten
von
lic
. phil.
A._
nicht um einen medizinischen Be
richt handle, da Herr
A._
kein Medizine
r beziehungsweise kein Arzt sei.
Er schreibe, bei der Beschwerdeführerin eine psychiatrisch-psychologische Unter
suchung vorgenommen zu haben. Aus gutachterlich-psychiatrischer Sicht kön
ne seine Aussage nicht nachvollzogen werden, weil er kein Arzt und insbe
sondere auch kein Facharzt für Psychiatrie
sei
. Daher dürfe hier nicht von einer psy
chiatrischen Untersuchung gesprochen werden. Genauso wenig wie bei
spiels
weise ein Physiotherapeut rheumatologische Diagnosen diagnostizieren und ein
e fachärztlich-rheumatologische Beurteilung der Arbeitsfähigkeit abge
ben könne, könne ein Psychologe psychiatrische Diagnosen stellen und eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht vornehmen (S. 1). Vor diesem Hintergrund werde auf weitere Ausführungen zum Bericht von
lic
. phil.
A._
und zu seiner subjektiven Meinung zur Arbeitsfähigkeit der Beschwer
deführerin verzichtet
(S. 2).
In seinem knapp
4-seitigen Bericht mache
Dr.
I._
vor allem umfang
reich
e Aus
führungen zu länger zurückliegenden Ereignissen in der Lebensgeschichte der Beschwerdeführerin. Dabei finde die Berücksichtigung der
Krankheitsanam
nese
seit 2010 und auch die Berücksichtigung des bisherigen
Behandlungsver
laufs
seit 2010 nur wenig/kaum Betrachtung.
Den Verlauf seiner eigenen Behandlung der Beschwerdeführerin seit Juli 2015 und gegebenenfalls die bis
he
ri
gen Behandlungsergebnisse erwähne
Dr.
I._
überhaupt nicht. Es stelle sic
h daher die Frage, ob der behandelnde Psychiater im Hinblick auf die aktuelle, vor kurzem begonnene Behandlung ausreichend Zeit gehabt habe, sich mit dem bisherigen Krankheitsverlauf der Beschwerdeführerin auseinander zu setzen. Es bleibe auch offen, welche Behand
l
ungsziele in der aktuellen psychiatrisch-psy
chotherapeutischen Behandlung verfolgt würden.
Aus gutachterlich-psychiatri
scher Sicht sei hierzu anzumerken, dass sich die medikamentöse Behandlung der Beschwerdeführerin seit der Begutachtung im Januar 2013 nicht relevant verändert habe. So bestehe eine unveränderte Dosis des Antidepressivums sowie eine sehr geringe Veränderung hinsichtlich der schlafanstossenden Medikation.
In seinem psychopathologischen Befund vermische
Dr.
I._
objektiv erhobene Symptome mit den subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin über ihre Klagen und ihre subjektiv angenommenen Einschränkungen. Vor diesem Hin
ter
grund könnten die von
Dr.
I._
aktuell diagnostizierten Störungen nicht nachvollzogen werden. Die von ihm diagnostizierte rezidivierende depressive
Störung, gegenwärtig mittelgradig
,
lasse sich anhand
des unklaren psychopa
tho
logisc
h
e
n Befundes
nicht nachvollziehen. Insbesondere sei nicht zu erken
nen, ob
Dr.
I._
bei seiner diagnostischen Einschätzung die Kriterien nach ICD-10 geprüft und gewürdigt habe. Eine Kodierung nach ICD-10
habe
er nicht vor
ge
nommen
. Es sei zudem nicht nachvollziehbar, wie
Dr.
I._
zu seiner diagnos
tischen Einschätzung einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung komme. Seine diagnostische Einschätzung sei von ihm nicht begründet worden. Aus gut
achterlicher Sicht sei festzuhalten, dass die Diagnose einer
Persönlichkeits
stö
rung
die klar formulierten erforderlichen Leitlinien von spezifischen
Persön
lich
keitsstörungen
(ICD-10 F60) erfüllen solle
(S. 2)
.
Darauf aufbauend sollte die
Diagnosen einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung,
Borderline
Typ, die
erforderlichen Kriterien dieser Störung (ICD-10 F60.31) erfüllen.
Aus gutachterlich-psychiatrischer Sicht müsse angenommen werden, dass
Dr.
I._
die erforderlichen Leitlinien und Kriterien nach der ICD-10 nicht, oder zumindest nicht mit dem erforderlichen Ausmass berücksichtigt habe.
Eine anhand einer aktuellen sozialen Anamnese zu erfolgende Erhebung des alltäglichen Leistungsniveaus
der Beschwerdeführerin
könne dem Bericht von
Dr.
I._
nicht entnommen werden. Daher erschiene seine Einschätzung der Einschränkungen in Anlehnung an Mini-ICF-APP aus gutachterlich-psychiatri
scher Sicht nicht ausreichend begründet, nicht nachvollziehbar und ohne Bezug zu der tatsächlichen psychischen
und psychosozialen Le
i
stungsfä
higkeit der Beschwerdeführerin.
Bei Würdigung der Ausführungen im Arztbericht von
Dr.
I._
und unter Be
rück
sichtigung des Schreibens von
lic
. phil.
A._
ergäben sich aus gut
ach
ter
lich-psychiatrischer Sicht keine neuen Aspekte oder neue medizinische Erkennt
nisse, die eine Veränderung der gutachterlichen Einschätzung zur Folge hätten (S. 3).
3
.17
Die Ärzte der
J._
berichteten am 1
2.
Febru
ar 2016 (
Urk.
20) über die teilstationäre Behandlung der Beschwerde
führerin vom 1
5.
Januar bis 1
1.
Februar
2016 und führten aus, dass sich die Beschwer
de
führerin im tagesklinischen Setting verbindlich und zuverlässig und mit wenig
Einschränkungen gezeigt habe. Im Einzelsetting habe sie sich sehr knapp ge
halten und weni
g Redebedarf gezeigt. Sie habe
eine starke Erschöp
fung jeweils an den Nachmittagen zu Hause beklagt und den Wunsch geäussert, sich sozial zu isolieren. Die Beschwerdeführerin habe klare Vorstellungen dar
über gehabt, wie ihre hiesige Tagesstruktur beschaffen sein sollte und habe we
nig Flexibilität bei Abweichungen gezeigt. Zu impulsiven Reaktionen bezie
hungsweise
Selbst
ver
letzungen
sei es dennoch während des gesamten
Behand
lungszeitraumes
nicht gekommen
. Das mangelnde Vermögen
,
sich an die gege
benen Strukturen anzupassen
,
in Kombination mit der subjektiv erlebten Über
forderung
hätten
zur Entscheidung geführt, die Behandlung bereits nach 4 Wo
chen zu beenden
(S. 2).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stellte zur Be
urteil
ung der Arbeitsfähigkeit der Be
schwer
deführerin insbesondere auf das psychiatrische Gutachten von med.
pract
.
Z._
vom 1
8.
Januar 2013
(vgl. vorstehend E. 3.4
) ab.
Die
Beschwerdeführer
in
machte geltend, für die
Beurteilung ihres Gesundheits
zustandes sei auf das Gutachten von
lic
. phil.
A._
und auf den Bericht von
Dr. B._
abzustellen. Entgegen den Ausführungen der Beschwerdegegnerin
sei entscheidend, ob lediglich akzentuierte Persönlichkeitszüge oder eine
Per
sö
n
lichkeitsstörung
vorlägen
.
Die genannten Berichte hätten Unzulänglichkei
ten, Widersprüche und Lücken im Gutachten
von med.
pract
.
Z._
aufgezeigt, wes
halb auf dieses nicht a
b
gestellt werden könne.
4.2
Die Würdigung der medizinischen Ak
ten ergibt, dass das Gutachten von med.
pract
.
Z._
(vorstehend E. 3.4)
sowie ihre Stellungnahme
n
(
vorstehend E. 3.10, E. 3.12 und
E. 3.16)
die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwer
den in angemessener Weise berücksichtig
en
, in Kenntnis und in Ausein
an
dersetzung mit den
Vorakten
erstattet wurde
n
und der konkreten medizi
ni
schen Situation Rechnung tr
agen
. Die Beurteilung
en
leuchte
n
in der Darlegung der medi
zini
schen Zusammenhänge ein und die vorgenommenen Schlussfolge
rungen zu Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit werden ausführlich begrün
det. Die
Beurteilung durch die Gutachterin med.
pract
.
Z._
ist nach dem Gesagten für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend. Das Gutachten
sowie die Stellungnahmen
erfüll
en
damit die praxisgemässen Kriterien für beweiskräftige ärztliche
Entschei
dungs
grundlagen
(vorstehend E. 1.
6
) vollumfänglich, so dass
– entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin -
für die
Entscheid
findung
darauf abgestellt werden kann.
4.3
Die Gutachterin
med.
pract
.
Z._
diagnostizierte
vorliegend
eine leichte de
pres
sive Episode im Sinne einer Teilremission einer leichten bis mittelgradi
gen depressiven Episode
als mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
und be
grün
dete dies einlässlich und sorgfältig
(Urk.
12
/
42 S. 22
, S. 16
ff.
). Das Vorliegen einer
Persönlichkeitsstörung
wurde von der Gutachterin
unter Bezugnahme auf die ICD-Kriterien (vgl. Kli
nisch-diagnostische Leitlinien der Internationalen Klassifikation psychischer
Störun
gen der Weltgesundheitsorganisation, ICD-10 Kapital V (F),
Dil
ling
/
Mom
bour
/
Schmidt (Herausgeber), 9. Auflage, Bern 2014, S. 276 ff.) nach
voll
zieh
bar
verneint (S.
19
, S. 20 f.
).
Stattdessen diagnostizierte die Gut
achterin akzentuierte Persönlichkeitszüge mit abhängigen und emotional insta
bilen Anteilen als ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
(S.
2
2
).
Ent
schei
dend sind
allerdings nicht die Diagnosen, sondern die Aus
wirkungen der gesund
heitlichen Beeinträchtigungen auf die Arbeitsfähigkeit (BGE 136 V 279
E. 3.2.1 mit Hin
weis auf BGE 127 V 294). Diesbezüglich attes
tierte d
ie
psy
chiatrische Gutachter
in d
er Beschwerdefüh
rerin
aufgrund der noch leichten Einschrän
kungen in Form einer
leichtgradig
verminderten Stress- und
Frustra
tions
toleranz
sowie einer ebenfalls
leichtgradig
verminderten emotionalen Belast
bar
keit mit einer etwas eingeschränkten Konfliktfähigkeit
eine
30%ige
Arbeitsun
fähig
keit
für die bisherige
angestammte
Tätigkeit
, welche zugleich
leidensadap
tiert
sei. Sie führte jedoch aus, dass eine Reduktion der noch besteh
en
den Arbeitsunfähigkeit auf 0
%
unter adäquater psychiatrisch-psychothera
peu
tischer Behandlung anzunehmen und zu erwarten sei (S. 22 f.).
H
ierbei gilt es
sodann
zu berücksichtigen, dass bei Beeinträchtigungen des psy
chischen Gesundheitszustandes stets eine objektive Betrachtung des
Forder
baren
vorzunehmen ist (vorstehend E. 1.1, E. 1.3), wobei
gar
mittelschwere psychi
sche Störungen aus dem depressiven Formenkreis grundsätzlich als therapeu
tisch
an
gehbar
gelten und bei mittelschweren depressiven Episoden (ICD-10 F32.1) die invalidisierende Wirkung regelmässig verneint wird (Urteile des Bun
desge
richts 9C_856/2013 vom 8. Oktober 2014 E. 5.1.2, 8C_104/2014 vom 26. Juni
2014 E. 3.3.4 und 8C_774/2013 vom 3.
April 2014 E. 4.2).
Der Um
stand, dass da
s Gut
achten bezüglich der Darlegung der medizinischen Situation voll beweis
kräftig ist, bedeutet nicht, dass auch die dortige Einschätzung der
Restarbeits
fähigkeit
für die Belange der Invalidenversicherung ohne weiteres massgeblich ist. Die
Be
urteilung, ob ein invalidisierender Gesundheitsschaden vorliegt, ist eine Rechts
f
rage und obliegt damit nicht den Ärztinnen und Ärzten, sondern den
rechtsanwendenden Behörden. Es ist folglich mit der
bundesge
richtlichen
Rech
t
sprechung vereinbar, einem Gutachten vollen Beweiswert zu
zuerkennen, jedoch von der medizinischen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit unter Berück
sich
tigung sozialversicherungsrechtlicher Aspekte abzuweichen (BGE 140 V 193 E.
3.1 f., 130 V 352 E. 3; Urteil des Bundesgerichts 9C_636/2007 vom 28. Juli 2008 E. 3.3.1).
4.4
Anlässlich der Begutachtung durch med.
pract
.
Z._
schilderte die Beschwer
deführerin einen weitgehend normalen Tagesablauf, woraus sich weder ein wesentlich eingeschränkter Antrieb noch ein vollständiger
sozialer Rückzug er
kennen lässt. So stehe die Beschwerdeführerin früh (zwischen 7.00 und 7.30 Uhr) auf, füttere die Katzen und mache sich einen Kaffee. Danach schalte sie den PC ein und prüfe die E-Mails, welche sie gegebenenfalls beantworte und räume sodann ihre Wohnung auf
beziehungsweise erledige Haushaltsarbeiten
.
Seit dem Klinikaufenthalt male sie gerne nach der Vorgabe „Malen nach Zah
len“, wobei sie eine ruhige Hand und Konzentration brauche. Sie lese auch wie
der mehr, insbesondere Fachbücher. Im Normalfall esse sie erst abends. Es sei für sie gut, gezwungen zu sein, Termine ausser Haus wahrzunehmen. Sie gehe
regelmässig zum Hausarzt, zur Physiotherapie und fahre nach Schaffhausen zu ihrer Psychotherapeutin. Sie treffe sich auch mit Bekannten und gehe mit ihnen Kaffee trinken. Wenn sie Besuch bekomme, koche sie gerne, dies mache ihr richtig Freude und sei wie eine Therapie für sie. Abends gehe sie relativ früh zu Bett und lese im Bett oder schaue fern bevor sie gege
n 23 Uhr einschlafe (S. 13).
Der Tagesablauf lässt keine wesentlichen Einschr
änkungen erkennen, so dass insbesondere nicht nachvollzogen werden kann, weshalb die Arbeitsfähigkeit
noch
zu 30
%
eingeschränkt sein soll.
Es sind einige Ressourcen ersichtlich, auf welche die Beschwerdeführerin zurückgreifen kann. Diesen Umstand erkannte im Übrigen selbst die Gutachterin, indem sie
ausführte, dass entgegen den Angaben der Beschwerdeführerin zu ihrer raschen Ermüdbarkeit aktuell im
Rahmen der dreistündigen Untersuchung keine Anzeichen von Ermüdung erken
n
bar gewesen seien und sich Diskrepanzen zwischen den von der Be
schwerde
führerin angegebenen Einschränkungen im Tagesablauf und den von ihr ge
schilderten Freizeitaktivitäten
(und insbesondere auch der Ferienreisen)
ergeben hätten
(S.
10
ff.)
. Die Aufmerksamkeit und das Konzentrations
ver
mö
ge
n seien während der ganzen Untersuchung gleichbleibend gut gewesen
(
S.
15).
Der Ta
gesablauf enthält sodann keine Hinweise auf wiederholt benötigte Pausen, wes
halb entsprechend der Beobachtungen während der
Untersu
chungs
dauer
auch die Ermüdbarkeit und die Erschöpfbarkeit nicht wesentlich ausge
prägt erschei
nen.
Insgesamt wurden sodann nur minime psychopathologische Befunde erho
ben (S.
15 f.).
Wie oft e
ine Therapiesitzung
statt
findet
, geht aus dem Bericht ih
res aktuellen behandelnden Psychiaters (vgl. vorstehend E. 3.15) nicht hervor.
Zusätzlich nimmt sie Antidepressiva zu sich. Eine stationäre
Hospitalisation
fand bisher allerdings nicht statt und die
zweite
teilstationäre Behandlung
in der
J._
wurde bereits nach
4 Wochen vorzeitig beendet (vgl. vorstehend E. 3.17). Die Gutachterin ging e
ntsprechend dem Umstand, dass die
Behandlungs
möglichkeiten
noch längst nicht ausgeschöpft seien (S. 21)
,
von einer günstigen Prognose aus und erwartet eine Verbesserung des Gesundheits
zustandes unter adäquater Therapie und damit auch eine Erhöhung der Arbeits
fähigkeit auf 100
%
(S. 22 f.).
Der Beschwerdeführerin ist es demnach zuzu
muten, ihre Arbeitsfähigkeit – unter
stützt durch eine entsprechende konse
quente
und adäquate
The
rapie – in einem vollen Pensum zu verwerten, weshalb kein inva
lidisierender psychischer Gesundheitsschaden ausgewiesen ist.
4.5
Sodann nahm die
psychiatrische Gutachter
in
ausführlich
und einlässlich
Stellung
zu
den anderen
ärztlichen
Berichten und
Ein
schät
zungen und führte in nach
vollziehbarer Weise aus, dass
sich weder die von
Dr.
E._
hausärztlich
ge
stellte
Diagnose, welche in den Klassifikationen psychischer Störungen (ICD-10
, DSM-IV) nicht zu finden sei, noch die psychopharmakologische Behandlung mit einem nicht schlafanstossenden Antidepressivum nachvollziehen lasse.
I
m
Aus
trittsbericht
der
D._
seien die
Diagnosen
depressive Reaktion im Rahmen einer Trennungssituation sowie eine emotional instabile
Persönlich
keits
störung
vom
Borderline
Typ
gestellt worden. Die depressive Reaktion sei vom
Psychiater nach dem ICD-10 als Anpassungsstörung, längere depressive Reaktion kodiert worden. Gemäss dem ICD-10 handle es sich hierbei um einen leichten depressiven Zustand als Reaktion auf eine länger anhaltende Belas
tungssituation, der zwei Jahre nicht überschreite.
Die Diagnose einer
Anpas
sungs
störung
lasse sich aus gutachterlich-psychiatrischer Sicht bei den be
schrie
benen Beschwerden und Symptomen der Beschwerdeführerin nicht ganz nachvollziehen (
Urk.
12/42 S.
18).
Die Gutachterin führte auch mehrmals aus, weshalb sich die Diagnose einer emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung nicht nachvollziehen lasse. Diesbezüglich führte sie aus, dass die erforderlichen Kriterien dieser Störung nach dem ICD-10 beziehungsweise DSM-IV nicht er
füllt seien. Das beschriebene selbstverletzende Verhalten beziehungsweise die
beschriebenen emotionalen Schwankungen würden für die Diagnosestellung nicht
ausreichen (S. 19).
Insbesondere liege bei der Beschwerdeführerin der für die Diagnosestellung erforderliche Nachweis, dass die Abweichung stabil, von langer Dauer sei und im späten Kindesalter oder Adoleszent begonnen habe
,
nicht vor. Zwar habe bei der Beschwerdeführerin in der Adoleszenz eine Abwei
chung hinsichtlich der Impulskontrolle bestanden, im weiteren Lebensverlauf in einem Zeitraum von etwa 30 Jahren
habe sich diese aber bis 2011 nicht mehr eruieren lassen. Weiter heisse es sodann im ICD-10, dass die Abweichung nicht durch das Vorliegen einer anderen psychischen Störung des Erwachsenenalters (wie zum Beispiel eine Depression) erklärt werden könne (S. 20 f.).
Die Psycho
login
H._
habe weder eine konkrete Begründung ihrer Einschätzung abgege
ben, noch habe sie Angaben zu der von ihr angenommenen mittelgradigen depressiven Episode
gemacht. Es seien demnach keine neuen Fakten oder Tat
sachen mitgeteilt worden, die eine Neubeurteilung erforderlich machen würden
(
Urk.
12/63)
.
In Bezug auf den Bericht von
Dr.
I._
führte die Gutachterin aus, dass im psychopathologischen Befund eine Vermischung der objektiv erhobe
nen Symptome mit den subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin vorge
nommen worden sei, weshalb die von ihm diagnostizierten Störungen nicht nach
vollzogen werden könnten
(
Urk.
17)
. Dem ist zuzustimmen
. So führte
Dr.
I._
in seiner Beurteilung in erster Linie die vo
n der
Beschwerdeführer
in
angegebenen Beschwerden beziehungsweise die Diagnose auf, und er
wähnte zwar
die erhobenen Befunde, gab jedoch keine nachvoll
ziehbar begrün
dete und
durch diese Befunde untermauerte medizinisch-theo
re
tische Beurtei
lung der Ar
beitsfähigkeit ab. Aus seiner Beurteilung geht somit nicht klar her
vor, wie und in welchem Ausmass die beschriebenen Befunde die Arbeitsfähig
keit ein
schrän
ken.
Sodann ist bei Berichten von behandelnden Ärzten der Erfahrungs
tat
sache Rechnung zu tragen, dass diese mitunter im Hin
blick auf ihre
auf
tragsrechtliche
Vertrauensstellung im Zweifel eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3a/cc S. 353 mit weiteren Hinwei
sen).
Zwar kann die einen län
ge
ren Zeitraum ab
deckende und umfassende Betreuung durch be
han
delnde Ärzte
oft wertvolle Erkenntnisse hervorbringen. Jedoch lässt es die
unterschied
liche Natur von Behandlungsauftrag des thera
peutisch tätigen (Fach-)
Arztes ei
ner
seits und Begutachtungsauftrag des bestell
ten fachmedizinischen Experten an
de
rer
seits nicht zu, eine medizinische Administrativ- oder Gerichtsexpertise stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behan
delnden Ärzte zu anderslau
tenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten blei
ben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung auf
drängt, da die behan
delnden Ärzte wichtige - und nicht rein subjektiver ärztli
cher Interpre
tation entspringende - Aspekte benen
nen, welche im Rahmen der Begutachtung
uner
kannt oder ungewürdigt geblie
ben sind (Urteil des Bundes
gerichts 8C_278/2011
vom 26.
Juli
2011 E. 5.3; SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43, I 514/06 E. 2.2.1).
Dies ist vorliegend nicht der Fall.
Schliesslich
kann d
en Aus
führungen der Gutachterin in Bezug auf
lic
. phil.
A._
ebenfalls beigepflichtet werden
(vgl.
Urk.
12/63;
Urk.
17)
.
Dieser
kann
die erforderliche Quali
fikation als Fach
arzt auf dem Gebiet der Psychiat
rie
nicht
vorweisen
.
So vermögen psy
cholo
gi
sche Testungen fachärztlich-psychiatrische Untersuchungen und auf deren Basis erhobene Diagnosen nicht zu ersetzen.
4.6
S
oweit
die Beschwerdeführerin geltend machte, der medizinische Sachverhalt sei
nicht umfassend abgeklärt, und es seien deshalb weitere Abklärungen zu treffen, ist festzuhal
ten, dass der psy
chi
sche Gesundheitszustand sowie die Beein
trächtigung der Arbeitsfähigkeit der Beschwer
deführerin in den Beurtei
lun
gen gebührend be
rücksichtigt wurden. Die Beschwerdeführerin ver
mochte so
dann nicht weiter darzutun, inwiefern die Aktenlage unzutreffend bezieh
ungs
weise unvollständig ist. Da der Sachverhalt nach dem Gesagten durch weitrei
chende medizinische Einschätzungen abgeklärt wurde, erweisen sich die vorlie
genden medizinischen Akten als ausrei
chend.
So lässt auch der neueste von der Beschwerdeführerin eingereichte Bericht der Ärzte der
J._
(vgl. vor
stehend E.
3.17)
nicht darauf schliessen, dass eine
neue psychiatrische
Begut
ach
tung zu ei
nem anderen Re
sul
tat führen würde. Dem Bericht ist nichts Anderes bezie
hungsweise Neues zu en
tnehmen,
das
geeignet wäre, das G
ut
achten
von med.
pract
.
Z._
in Zweifel zu ziehen.
4.
7
Die Einwände der Beschwerdeführerin in Bezug auf die medizinischen Ab
klä
run
gen sind nach dem Gesagten
unbehelflich
. Weitere substantiierte Ein
wände brachte sie nicht vor.
Zusammenfassend wurden somit keine Erkenntnisse vorg
ebracht, welche die Beurteilung durch die
Gutachter
in
umzustossen ver
möchten. Auf weitere Ab
klärungen kann deshalb verzichtet werden (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 157).
4.8
Nach der Würdigung der medizinischen Akten ist zusammenfassend festzuhal
ten, dass auf die überzeugende, nachvollziehba
re und ausführ
l
ich begründete Einschätzung der
Gutachter
in
med.
pract
.
Z._
abzustellen und
bezüglich der Arbeitsfähigkeit
von einer
100%igen Zumutbarkeit
auszu
gehen ist (vgl. auch vorstehend E. 4.4).
Nach dem Gesagten hat die Beschwerdegegnerin den Anspruch auf Leistungen
der Invalidenv
ersicherung zu Recht ver
neint.
Das Gutachten von
lic
. phil.
A._
war für die
Entscheidfindung
nicht notwendig, weshalb keine Kostenübernahme
dur
ch
die Beschwerdegegnerin zu erfolgen hat.
Die angefochtene Verfügung vo
m 17.
Juni
201
5
erweist sich somit als rech
tens und ist zu bestätigen, was zur Ab
weisung der Beschwerde führt.
5.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Ver
sicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzu
erlegen,
infolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einst
weilen a
uf die Gerichtskasse zu nehmen, dies unter Hinweis auf § 16 Abs. 4
GSVGer
.
5.2
Der
un
entgeltliche Rechtsvertreter der
Beschwerdeführer
in
hat gemäss der ein
ge
reichten Aufstellung vom
28
.
Oktober
2016
(Urk.
24
) zeitliche Aufwen
dungen von
10 Stunden
gehabt. In An
wen
dung des gerichtsübl
ichen
Stunden
ansatzes
von Fr. 22
0
.--
und unter Berück
sich
ti
gung der Mehrwertsteuer von 8 % beläuft sich damit die Entschädigung,
die dem une
ntgeltlichen Rechtsver
treter der
Be
schwerdeführer
in
aus der Gerichts
kasse auszurichten ist, auf
Fr.
2
‘
376
.
--
.