Decision ID: 9791ee86-6a8b-4335-b067-8c054b092510
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1972, besuchte in
Y._
die Primarschule.
Er half
seinem Vater
während 15 Jahren
bei der
Arbeit in dessen Autowerkstatt
.
Im Jahr 1992 wurde er das Opfer einer Minenexplosion, worauf ihm der rechte Oberschenkel und der linke Unterschenkel amputiert werden mussten.
Mit seiner Familie zusammen
betrieb er später einen Kiosk (
v
gl.
Urk.
7/7/5,
7/11/2,
7/12/6,
7/12/9
und 7/15/10
).
Am 29. November 2004 reiste er
als
A
sylsuchender in die Schweiz ein (
Urk.
7/3/1
und 7/7/1
).
Hier meldete er sich
erstmals
am
5.
April 2005 bei der
Sozialver
sichersiche
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/3).
Diese
lehnte das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 2
2.
April 2005 ab mit der Begründung, dass die versicherungsmässigen Voraussetzungen nicht erfüllt seien (
Urk.
7/5). Im Januar 2010 reichte der Versicherte erneut ein
Leistungsbe
gehren
ein (
Urk.
7/7). Nach Abklärung der medizinischen (
Urk.
7/11, 7/12, 7/15,
und 7/28
) und erwerblichen
(
Urk.
7/9)
Verhältnisse
sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom 2
7.
Juni 2012, ausgehend von
einer
50%igen Arbeitsfähigkeit in ei
n
er angepassten Tätigkeit und einem Invaliditätsgrad von
50
%
(vgl.
7/31, 7/44
und 7/49
)
, ab dem
1.
Juli 2010 eine halbe Invalidenrente zu
(Urk. 7/60).
Von Amtes wegen leitete die IV-Stelle im Dezember 2013 ein
Revisions
verfah
ren
ein, indem sie dem Versicherten den Fragebogen
zur Revision der Invali
den
rente
zusandte,
d
en er am
1
5.
Januar 2014
ausgefüllt retournierte (vgl.
Urk.
7/69)
. Die IV-Stelle
holte
medizinische
Auskünfte ein (vgl.
Urk.
7/71, 7/77 und
7/80
) und liess den Versicherten am 23. Januar 2015 durch ihren Regiona
len Ärzt
lichen Dienst (RAD) untersuchen (vgl.
Urk.
7/96 und 7/97)
. Überdies
zog
sie
akt
uelle IK-Auszüge bei (vgl. Urk.
7/70 und 7/72). Mit Vorbescheid vom 1
7.
Febru
ar 2015 stellte
die IV-Stelle
dem Versicherten die Aufhebung der halben Invalidenrente in Aussicht (
Urk.
7/100).
Dagegen erhob
er
am 1
6.
März 2015
Einwand
(
Urk.
7/102), den er am 1
0.
April 2015 ergänzend begründete
(
Urk.
7/105). Mit Verfügung vom 3.
Juni 2015 hob die IV-Stelle wie angekün
digt die halbe Invalidenrente auf Ende des nach Zustellung der Verfügung folgenden Monats auf (
Urk.
2
= 7/111
). Einer Beschwerde gegen die Verfügung entzog sie die aufschiebende Wirkung (
Urk.
2 S.
3
).
2.
Gegen die Verfügung vom
3.
Juni 2015 erhob der Versicherte mit Eingabe vom 2
9.
Juni 2015 Beschwerde mit dem Antrag
, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm weiterhin eine Rente zuzusprechen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin
(
Urk.
1). Ferner ersuchte er um
Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels und um
Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
(
vgl.
Urk.
1)
. Die IV-Stelle schloss am
8. Septem
ber 2015
auf Abweisung der Beschwerde
(
Urk.
6)
. Mit Verfügung vom
9.
September
2015 wurde ein zweiter Schriftenwechsel
angeordnet und dem Beschwerdeführer Frist zur Einreichung von Unterlagen zu seinen finanziellen Verhältnissen angesetzt
(
Urk.
8
).
Am
8.
Oktober 2015 teilte Rechtsanwältin
lic
.
iur
. Petra Kern vom Rechtsdienst Integration Handicap (neu: Rechtsdienst
Inclusion
Handicap)
dem Gericht
mit, dass sie den Beschwerdeführer vertrete und reichte ihre Vollmacht sowie Unterlagen zu den finanziellen Verhältnissen ihres Mandanten ein (vgl.
Urk.
10 bis 12). Überdies ersuchte
sie
um
Erstreckung der Frist
zur Einreichung der Replik,
worauf ihr die beantragte Fristerstreckung
be
willigt
wurde (
Urk.
10 S. 2)
. In der Folge wurde das ausgefüllte Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit des Beschwerdeführers samt
dazu
ge
hörigen
Beilagen eingereicht (vgl.
Urk.
13 und 14).
Die Replik wurde am
2
7.
Novem
ber 2015
erstattet und neu
die Rückweisung der Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zur Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen und
an
schliessend
er
neuer Entscheidung
beantragt
(
Urk.
15 S.
2)
. Überdies
reichte die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers
ein
en
Bericht des Am
bulat
oriums für Folter- und Kriegsopfer der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des
Z._
vom 2
7.
Oktober 2015
ein
(
Urk.
16)
.
Mit Verfügung
vom
2.
Dezember 2015 wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche
Pro
zess
führung
gewährt und der Beschwerdegegnerin Frist zur Einreichung der Duplik angesetzt (
Urk.
17). A
m 15.
Dezember 2015
erstattete die
Beschwerde
gegnerin
die Duplik und stellte in Aussicht, dass sie die vom Beschwerdeführer glaubhaft gemachte Verschlechterung ab Juli 2015 nach Abschluss des
Be
schwerde
ver
fahrens
im Rahmen der am 3
0.
November 2015 bei ihr einge
troffe
nen
Neuan
meldung prüfen werde
(
Urk.
18
mit Hinweis auf Urk.
19). Davon hat die Gegen
partei
mit
Verfügung vom 1
6.
Dezember 2015
Kenntnis
erhalten
(
Urk.
20
).
Auf die einzelnen Ausführungen in den Rechtsschriften und die im
Beschwerde
verfahren
neu eingereichte medizinische Unterlage (
Urk.
16
) wird, soweit erfor
derlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folg
e von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
des
gesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai
2009 E.
1.2 und I 212/03 vom 28. August
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Aus
wirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszu
stan
des auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im
Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurtei
lung
einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte
rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Invaliditätsbe
messung
beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
2.
In der angefochtenen Verfügung zog die Beschwerdegegnerin in Betracht,
auf
grund der getroffenen medizinischen Abklärungen
sei
davon auszugehen, dass sich der
psychische
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers erheblich ver
bessert habe
und
seit Januar 2013
aus psychiatrischer Sicht
keine Arbeitsunfä
higkeit mehr bestehe
.
Aus orthopädischer Sicht
sei
unverändert in einer opti
mal angepassten, auss
chliesslich sitzenden Tätigkeit
eine Arbeitsfähigkeit von min
destens 80
%
vor
handen
. Die orthopädischen Einschränkung
en
seien
bei der Berechnung des Invaliditätsgrades nicht
zu berücksichtigen
, da der betreffende Gesundheitsschaden bereits vor
der
Einreise in die Schweiz bestanden habe und von der Invalidenversicherung
nicht gedeckt werde
(vgl.
Urk.
2)
.
Demgegenüber
wird von Seiten des
Beschwerdeführer
s
in Abrede gestellt
, dass sich sein
psychischer
Gesundheitszustand
massgeblich und dauerhaft
verbessert habe.
Die
posttraumatische Belastungsstörung und die depressive Symptomatik
seien
im Frühling 2015 derart re
aktiviert worden
, dass
er
sich
erneut in Be
handlung
des Ambulatoriums für Folter- und Kriegsopfer
habe begeben müssen
(vgl.
Urk.
1 und
15
)
.
3.
3.1
Die rentenzusprechende Verfügung vom
2
7.
Juni 2012
beruhte in medizinischer Hinsicht
auf dem orthopädisch-psychiatrischen Gutachten des
A._
vom 2
0.
Dezember 2010
und den
Ergän
zungen vom 1
0.
und 1
2.
Mai 2011 (
Urk.
7/15 und
7/28
; vgl.
die
Feststellungs
blä
tt
er
für den Beschluss vom
9.
August 2011
und vom 23.
Dezember 2011
,
Urk.
7/31
und 7/44
)
.
Demnach
litt der Beschwerdeführer an einer posttraumati
schen Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) und an einer mittelgradigen depressi
ven Episode (ICD-10: F33.1), weswegen er aus psychiatrischer Sicht
lediglich
in einer angepassten Tätigkeit, das heisst
in
einer geistig einfachen Tätigkeit, ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne erhöhten Zeitdruck (Stressbelastung), ohne
erforderliche geistige Flexibilität, ohne vermehrte Kundenkontakte und ohne über
durchschnittliche Dauerbelastung, zu 50
%
arbeitsfähig war (vgl. Urk. 7/15/14,
7/15/16, 7/15/31 und 7/15/34).
Überdies wurden ein
Status nach Amputation des rechten Oberschenkels und des linken Unterschenkels nach
Minenverletzung sowie eine
Dis
k
usprotrusion
L4/5 mit rechtsseitiger Ausdehnung in den
Intervertebralkanal
ohne neurale Kompr
e
ssion
diagnostiziert
(
Urk.
7/15/5),
aufgrund derer aus somatischer Sicht
lediglich
in einer behinderungsangepassten Tätigkeit eine 80%ige Arbeitsfähig
keit
bestand
(vgl.
Urk.
7/15/6).
Die somatisch begründete
Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit wurde
bei der
Rentenzusprache
nicht berücksichtigt, da sie be
reits vor der Einreise
in die Schweiz bestanden hatte
(vgl.
Urk.
7/31, 7/44 und 7/49).
3.2
Dem
im
Rahmen des R
evisionsverfahrens
eingeholte
n
Verlaufsb
ericht
von Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin,
vom 14.
März 2014
nebst
Beilagen
sind
keine Hinweise auf
neue
physische
Gesu
nd
heits
schä
den
zu entnehmen
, die nach der
Rentenzusprache
vom 2
7.
Juni 2012 aufge
tre
ten
sein könnten
(vgl.
Urk.
7/71).
Dr.
med.
C._
, Facharzt
FMH
für
orthopädische Chirurgie und Traumatologie,
vom RAD
untersuchte den Be
schwer
deführer am 2
3.
Januar 2015
(vgl.
Urk.
7/96). Er
bestätigte gleichen
tags, dass
beim
Vergleich
zwischen
de
n
aktuell erhobene
n
klinischen Befunde
n
mit denjenigen
der letzten Begutachtung keine wesentliche Veränderung er
kennbar sei (
Urk.
9/96/6).
3.3
Im Bericht des Ambulatoriums für Folter- und Kriegsopfer vom 1
2.
September 2014
(
Urk.
7/77)
wurde aus psychiatrischer Sicht lediglich noch ein Status nach posttraumatischer Belastungsstörung (ICD-10: F43.1), aktuell
subsyndromal
, als Diagnose festgehalten.
Die
se
Beurteilung basier
t
auf der letzten Untersuchung vom 1
7.
Januar 2013,
nach der
die Behandlung abgeschlossen
w
o
rde
n war
(vgl. Urk.
7/77/1 und 7/77/2)
.
Angaben zu den aktuellen Verhältnissen wurden keine gemacht
(
Urk.
7/77/3)
.
Am 2
3.
September 2014
bestätigte die
Sozialberatung der
D._
schriftlich
, dass der Beschwerdeführer erklärt habe, er befinde sich
zur Zeit
nicht in psychiatrischer Behandlung (
Urk.
7/80).
Dr.
med.
E._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom RAD untersuchte den Beschwerdeführer am 2
3.
Januar 2015 (
Urk.
7/97/1). Die
ser habe erklärt, dass er manchmal unter Schlaflosigkeit und Kopfschmerzen leide.
Die Frage, ob sein Schlaf gestört werde, habe er verneint. Diejenige, ob er schlechte Gedanken oder schlechte Träume habe, die seinen Schlaf stören würden, habe er dahingehend beantwortet, dass er manchmal an den
Minen
un
fall
denke und manchmal träume, dass er von einer Klippe hinunterfalle, kurz bevor er einschlafe. Dies komme jedoch nur noch etwa zwei Mal pro Monat vor (
Urk.
7/97/2).
Im Vergleich zu demjenigen bei der letzten psychiatrischen Begutachtung
,
sei sein aktueller Zustand wesentlich besser. Er habe seltener „diese Gedanken“ und weniger Unruhe. Er habe im Rahmen der psychiatrischen Therapie gelernt, dass er sich beherrschen müsse, damit „diese Gedanken“ nicht kämen, was ihm helfe. Nur wenn er mit Nachrichten aus seiner Heimat konfrontiert werde, träten sie auf, so wenn er auf Facebook Videos von Ermordungen sehe. Er sei jedoch wei
terhin schreckhaft, zum Beispiel
,
wenn seine Tochter Geschirr fallen lasse. Psy
chisch gehe es ihm viel besser; seine Traurigkeit, seine Vergesslichkeit und seine Konzentration
, ebenso
seine starke Belastung durch die Symptomatik
,
seien besser geworden. Er erachte sich als psychisch gesund
. Seit zwei Jahren befinde er sich nicht mehr in psychiatrischer Behandlung
(
Urk.
7/97/3).
Dr.
E._
erhob einen im Wesentlichen unauffälligen psychopathologischen Befund und stellte keine Beeinträchtigung der funktionellen Leistungsfähigkeit in Anlehnung an den Mini-ICF-P* fest (vgl.
Urk.
7/97/4 ff.).
Er diagnostizierte
einen Status nach posttraumatischer Belastungsstörung (ICD-10: F43.1), aktuell
subsyndromal
, und einen Status nach mittelgradiger depr
essiver Episode (ICD-10:
F32.1)
, welche sich nicht auf die Arbeitsf
ähigkeit auswirken würden (Urk.
7/97/
6 und 7/97/7).
4.
4.1
Es ist unbestritten und
mit
der
geschilderten medizinischen Aktenlage
erstellt, dass
der Beschwerdeführer
seit dem Abschluss der psychiatrischen Behandlung im J
anuar 2013, insbesondere auch bei der letzten Untersuchung vom 23. Janu
ar
2015
, aufgrund eines verbesserten psychischen Zustands aus psychi
atrischer Sicht wieder voll arbeitsfähig war
(
Urk.
1
5
S. 4
; vgl. Urk. 7/77 und 7/97
)
.
4.2
Der Beschwerdeführ
er
lässt
indessen geltend
machen
, er
habe
bereits in seinem
Einwandschreiben
vom 1
0.
April 2015 darauf hingewiesen
,
dass sich sein Ge
sundheitszustand
wieder
verschlechtert habe, da er unter verstärkten Schlaf-
und Durchschlafstörungen, Alpträumen und Träumen vom Krieg
,
verbunden mit
Angstzuständen
,
leide
(
Urk.
15 S.
4 mit Hinweis auf
Urk.
7/105)
.
4.3
Eine Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit ist zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat (
Art.
88a
Abs.
2 der Verordnung über die Invalidenversicherung; IVV).
Es stellt sich daher die Frage, ob die vom Beschwerdeführer
angeführte
Verschlechterung seines psychischen Gesundheitszustandes beim Erlass der angefochtenen Verfügung vom 3. Juni 2015 ohne wesentliche Unterbrechung
bereits drei Monate, das heisst
spätestens
seit dem
3.
März 2015 andauerte und seine Arbeitsfähigkeit in
invaliditäts
rele
vanter
Weise beeinträchtigte.
4.4
Der Beschwerdeführer selbst hat i
n seinem Einwand vom 1
6.
März 2015 ledig
lich
bestritten
, dass sich sein psychischer Gesundheitszustand seit Januar 2013 verbessert habe.
Er hat im fraglichen Schreiben
weder
eine
nach d
em 23. Januar 2015 eingetretene gesundheitliche
Verschlechterung noch
die
(Wieder-)Auf
nahme einer psychiatrischen oder psychotherapeuti
s
chen Behandlung
erwähnt
(vgl.
Urk.
7/102).
4.5
Aus dem im Beschwerdeverfahren
neu
eingereichten Bericht des Ambulatoriums für Folter- und Kriegsopfer vom 2
7.
Oktober 2015 (
Urk.
16) geht
zwar hervor
, dass der Beschwerdeführer aufgrund einer psychischen
Zustandsverschlechte
rung
im Juli 2015 erneut psychiatrisch abgeklärt wurde. Im Vergleich zum letzten Bericht vom 1
2.
September 2014 habe sich
sein
Zustand verschlechtert. Die posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) sei aufgrund äusserer Belastungsfaktoren reaktiviert worden
.
Aktuell erfülle
der Patient
die Kriterien
für die Di
a
gnose einer mittel
schweren
bis schwere
n
depressive
n
Episode (ICD-10:
F32.1).
Das fragliche Scheiben enthält
jedoch
ebenfalls keinerlei Anhaltspunkte
dafür, dass
der Beschwerdeführer bereits im hier relevanten Zeitraum vom
3.
März bis
zum
3.
Juni 2015 aus psychischen Gründen in seiner Arbeitsfähigkeit beein
trächtigt war. Ebenso fehlen Hinweise auf eine fachärztliche Behandlung eines psychischen Leidens
in der erwähnten Periode
(vgl.
Urk.
16).
4.6
Die von Seiten des Beschwerdeführers beantragten weiteren medizinischen Ab
klärungen wurden nicht konkretisiert (vgl.
Urk.
15).
Der
Beizug
echtzeitlicher Arztberichte fällt ausser Betracht, zumal keinerlei Hinweise auf eine psychiat
risch-ps
ychotherapeutische Behandlung in der
hier zur Diskussion stehenden Zeit
spanne
vorhanden sind. Unter diese
n
Umständen ist im Sinne einer antizi
pierten Beweiswürdigung
(vgl. BGE 136 I 229 E.
5.3)
davon auszugehen, dass
sich auch
mit einer psychiatrische
n
Begutachtung, bei der eine retrospektive Be
urteilung
vorzunehmen wäre, welche stets mit gewissen Schwierigkeiten ver
bunden ist
,
eine spätestens am
3.
März 2015
eingetretene
und bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung
andauernde
Verschlechterung
des psychischen
Gesundheitszustands
, welche die
Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers in
inva
liditätsrelevanter
Weise beeinträchtigte, nicht
mit überwiegender Wahr
schein
lichkeit nachweisen
lässt
. Es ist daher auf weitere Abklärungen des medi
zini
schen Sachverhalts bis zum
3.
Juni 2015 zu verzichten.
4.7
Aus dem Gesagten fol
gt, dass die Beschwerdegegnerin zur Ermittlung des mass
geblichen Sachverhaltes auf die vorhandenen medizinischen Unterlagen abstel
len
durfte. Es ist auch nicht zu beanstanden, dass sie gestützt darauf zum Schluss gelangte, es liege kein Invaliditätsgrad mehr vor, der einen Rentenan
spruch zu begründen vermag.
Dementsprechend erweist es sich auch als korrekt, dass sie die halbe Invalidenrente mit der angefochtenen Verfügung aufgehoben hat. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
5.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 1‘000.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 500.-- festzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem unterliegenden Beschwerde
führer aufzuerlegen, zufolge gewährter unentgeltlicher Prozessführung (Urk.
17
) jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.