Decision ID: 2032828e-d710-4f2a-ba23-7a0470fe7f71
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Thomas Bürgi, Haus zur alten Dorfbank,
9313 Muolen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
IV-Leistungen
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Sachverhalt:
A.
A.a Der 1955 geborene A._ meldete sich am 18. Juni 2004 bei der
Invalidenversicherung an und beantragte namentlich Berufsberatung (Hilfe bei
Arbeitssuche) und eine Rente. Er gab an, im Kosovo elf Jahre die Schule (inkl.
Berufsschule) besucht zu haben. Im Jahr 1988 sei er in die Schweiz gekommen, wo er
als Bauarbeiter bei der B._ AG gearbeitet habe. Seit Mai 2003 leide er an starken
Rückenschmerzen, weshalb er sich im Herbst 2003 im Kantonsspital St. Gallen einer
Bandscheibenoperation unterzogen habe, und an Beinschmerzen links (Ameisenlaufen)
(act. G 4.1/1).
A.b Mit Arztbericht vom 13. September 2004 (act. G 4.1/14) teilte Dr. med. C._ mit,
der Versicherte leide an einem St. n. Diskushernienoperation L3/4 links am
27. November 2003, an persistierenden lumbalen Schmerzen links und an
rezidivierenden Nierensteinen links. Seit dem 19. Mai 2003 sei er als Bauarbeiter zu
100% arbeitsunfähig, da er nicht in der Lage sei, die für ihn notwendigen Bewegungen
wie Bücken, Tragen usw. durchzuführen, ohne dass die Schmerzen massiv zunehmen
würden. Zur Zeit sei dem Versicherten auch keine andere Tätigkeit zumutbar, dafür
müsste sich noch einiges verbessern. Der Gesundheitszustand sei stationär, durch
medizinische Massnahmen könne die Arbeitsfähigkeit nicht verbessert werden. Dem
Arztbericht von Dr. med. D._, Klinik Valens, vom 8. September 2004 (act. G 4.1/15)
ist zu entnehmen, dass der Versicherte an einem lumbospondylogenen
Schmerzsyndrom links mit Sensibilitätsminderung und sporadischen Parästhesien im
Dermatom L5 und bei St. n. Diskushernienoperation L3/4 links leidet. Der
Gesundheitszustand des Versicherten sei stationär, die bisherige Tätigkeit sei ihm nicht
mehr zumutbar. Für mittelschwere Tätigkeiten mit Wechselbelastung und Heben von
Gewichten bis maximal 25 kg und unter Vermeidung von vornübergeneigten
Ausgangsstellungen bestehe für die nächsten drei Monate eine 50%-ige
Arbeitsfähigkeit.
A.c Die B._ AG führte im Fragebogen für den Arbeitgeber vom 29. September 2004
(act. G 4.1/17) aus, der Versicherte sei seit dem 29. März 1988 als Bauarbeiter mit
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Fachkenntnis bei ihr beschäftigt. Bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40.5 Stunden
betrage der Lohn seit dem 1. Januar 2004 Fr. 5'036.-- pro Monat. Seit dem 19. Mai
2003 beziehe der Versicherte Krankentaggeld in der Höhe von 80% des Lohnes.
A.d Nach Rückfrage beim Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD; act. G 4.1/18 und 23)
ordnete die IV-Stelle am 16. Februar 2005 (act. G 4.1/25) eine bidisziplinäre
medizinische Begutachtung durch das ABI Basel an. Diese Exploration fand am
23. Januar 2006 statt. Dem Gutachten vom 23. Mai 2006 (act. G 4.1/31) ist zu
entnehmen, dass der Versicherte an einem chronischen lumbovertebralen
Schmerzsyndrom ohne radikuläre Symptomatik (ICD-10: M54.5), einem Status nach
Diskushernienoperation L3/4 links vom 27. November 2003 (ICD-10: Z98.8) sowie an
einer linksbetonten Urolithiasis (ICD-10: N20.9) leidet. Diese Diagnosen hätten
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien
das multilokuläre Schmerzsyndrom der linken Körperhälfte ohne sicher objektivierbares
klinisches Korrelat (ICD-10: R52.1) sowie der Nikotinkonsum (ICD-10: F17.1) und der
Verdacht auf beginnende chronische obstruktive Pneumopathie (ICD-10: J44.9). Aus
orthopädischer Sicht bestehe für die angestammte Tätigkeit des Versicherten als
Mitarbeiter im Baugewerbe, bei der es sich um eine körperlich schwere Tätigkeit
handle, aufgrund der postoperativen und degenerativen Veränderungen im Bereich der
unteren Wirbelsäule bleibend eine volle Arbeitsunfähigkeit, da zu erwarten sei, dass es
dabei zu einer nicht zumutbaren Schmerzprovokation komme. Für körperlich leichte bis
mittelschwere Tätigkeiten in wechselnder Position und ohne Zwangshaltungen der
unteren Wirbelsäule bestehe hingegen aus orthopädischer Sicht eine zeitlich und
leistungsmässig uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Aus psychiatrischer und
internistischer Sicht lägen keine Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit vor. Die
zumutbare Arbeitsfähigkeit betrage somit für körperlich leichte bis mittelschwere
Tätigkeiten in wechselnder Position und ohne Zwangshaltungen der unteren
Wirbelsäule 100%. Aufgrund der anamnestischen Angaben, der
Untersuchungsbefunde, der vorliegenden Dokumente und der früher attestierten
Arbeitsunfähigkeiten sei davon auszugehen, dass die Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit seit Mai 2003 bestehe.
A.e Gestützt auf das Gutachten des ABI vom 23. Mai 2006 verfügte die IV-Stelle am
25. Oktober 2006 (act. G 4.1/42), dass dem Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von
12.6% keine IV-Rente und auch kein Anspruch auf berufliche Massnahmen zustehen.
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B.
Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt Dr. iur. Thomas Bürgi für den
Betroffenen am 24. November 2006 erhobene Beschwerde (act. G 1) mit den Anträgen,
die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zur medizinischen Abklärung
an die Vorinstanz zurückzuweisen und diese zu verpflichten, den Invaliditätsgrad neu
zu ermitteln. Da aus Medienberichten bekannt sei, dass das Ärztliche
Begutachtungsinstitut ABI in öffentliche Kritik geraten sei und festgestellt worden sei,
dass insbesondere der Chef des Institutes Gutachten manipuliert und Berichte von
Experten eigenmächtig abgeändert habe, fehle es auf Grund dieses dringenden
Verdachts der Manipulation beim vorliegenden, den Beschwerdeführer betreffenden
Gutachten an der Gewähr für eine sauber, objektiv und neutral durchgeführte
Begutachtung. Es bestünden auch erhebliche Zweifel an der Fachkompetenz und der
Unabhängigkeit des Gutachters. Auf das Gutachten des ABI dürfe daher nicht
abgestellt werden. Im Übrigen stehe die materielle Schlussfolgerung im Gutachten des
ABI im Widerspruch zu den Arztberichten des Hausarztes Dr. med. C._, nach dessen
Feststellungen dem Beschwerdeführer auch eine Erwerbsarbeit in körperlich leichter
Tätigkeit nicht zugemutet werden könne und er auch für diesen Bereich als
arbeitsunfähig zu gelten habe.
C.
Mit Beschwerdeantwort vom 17. Januar 2007 (act. G 4) beantragt die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Die Begutachtung sei durch das ABI
Basel, eine qualifizierte Fachstelle, vorgenommen worden und habe auf umfassenden
Kenntnissen des Sachverhalts basiert. Es seien die Anamnese und die Befunde
erhoben worden, die Begutachtung habe ein orthopädisches und ein psychiatrisches
Teilgutachten sowie eine internistische Besprechung beinhaltet, und die
Beschwerdebeschreibung des Beschwerdeführers sowie sämtliche IV-Akten hätten in
das Gutachten Eingang gefunden. Die Beurteilung der zumutbaren Arbeitsleistung sei
nach Kenntnisnahme der Vorakten als polydisziplinäre medizinische Einschätzung
abgegeben worden. Das Gutachten entspreche somit den Anforderungen der
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Rechtsprechung. Die Einwände des Beschwerdeführers gegen das Gutachten seien
allgemein gehalten und zeigten nicht auf, inwiefern das Gutachten zu Ungunsten des
Beschwerdeführers erfolgt sein solle, weshalb das ABI-Gutachten nicht von vornherein
abgelehnt werden könne. Im orthopädischen Teilgutachten sei eine volle
Arbeitsfähigkeit für körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten in wechselnder
Position und ohne Zwangshaltungen der unteren Wirbelsäule festgestellt worden,
gemäss dem psychiatrischen Teilgutachten bestehe aus psychiatrischer Sicht
überhaupt keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Die Gesamtbeurteilung habe
deshalb logischerweise ergeben, dass dem Beschwerdeführer körperlich leichte bis
mittelschwere Tätigkeiten ganztägig zumutbar seien. Bezüglich der Arztberichte des
Hausarztes Dr. C._ sei festzuhalten, dass diese durch die ABI-Gutachter bereits
berücksichtigt worden seien und Dr. C._ in seinem Schreiben vom 13. September
2006 (act. G 4.1/41) selbst zu bedenken gebe, dass es wohl schwierig sein werde,
Fehler im Gutachten nachzuweisen. Zudem halte er auch keine vom Gutachten
abweichende Arbeitsfähigkeitsschätzung für eine dem Leiden angepasste Tätigkeit
fest.
D.
Der Beschwerdeführer hält in der Replik vom 7. Februar 2007 (act. G 6) an den
Beschwerdeanträgen fest und lehnt das ABI-Gutachten nach wie vor ab. Die
erhobenen Vorwürfe gegen den Leiter des Institutes seien schwerwiegend. Es gehe um
die Manipulation von Berichten von Experten, welche bei Begutachtungen mitgewirkt
hätten. Befangenheit sei nach den Regeln über die Ausstands- und Ablehnungsgründe
immer dann anzunehmen, wenn Umstände vorlägen, die geeignet seien, Misstrauen in
die Unparteilichkeit eines Richters oder Experten zu wecken. Es genüge dabei, wenn
bloss der Anschein der Befangenheit und die Gefahr der Voreingenommenheit bestehe.
Da nach dem Bekanntwerden der Strafuntersuchung solche Verdachtsmomente
bezüglich Experte Dr. med. E._ vorlägen, dürfe vorliegend nicht auf das Gutachten
des ABI abgestellt werden. Im Übrigen sei der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers kürzlich erneut klinisch untersucht worden. Dem Austrittsbericht
des Kantonsspitals St. Gallen vom 11. Januar 2007 (act. G 6.2) sei zu entnehmen, dass
die Ärzte zu einer umfassenden Operation rieten. Dies stehe im Widerspruch zur
Schlussfolgerung des Gutachtens, dass dem Beschwerdeführer eine körperlich leichte
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bis mittelschwere adaptierte Tätigkeit ganztägig zugemutet werden könne, weshalb die
Einholung eines zweiten Gutachtens angezeigt sei.
E.
Mit Duplik vom 12. Februar 2007 (act. G 8) hält die Beschwerdegegnerin an ihrem
Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest. Dem Austrittsbericht des Kantonsspitals
St. Gallen vom 11. Januar 2007 seien keinerlei Aussagen zur Arbeitsfähigkeit in einer
dem Leiden angepassten Tätigkeit zu entnehmen. Im Gegenteil sei der
Beschwerdeführer in gutem Allgemeinzustand sowie ohne interventionsbedürftige
Beschwerden nach Hause entlassen worden. Die Umschreibung der vorgeschlagenen
Operation zu einer langfristigen Lösung der Problematik deute zudem darauf hin, dass
sich der Gesundheitszustand noch weiter verbessern liesse. Ein Widerspruch zum
Gutachten könne aus dem Austrittsbericht nicht herausgelesen werden.
F.
Mit Schreiben vom 26. September 2007 (act. G 10) lässt der Beschwerdeführer eine
wesentliche Verschlechterung seiner gesundheitlichen Situation geltend machen und
reicht Berichte des Kantonsspitals St. Gallen vom 15. und 18. Juni sowie 17. August
2007 (act. G 10.1 - 10.3) ein.

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 ist die 5. IV-Revision in Kraft getreten. Dadurch sind im
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) verschiedene
Änderungen erfolgt. Da die streitige Verfügung am 25. Oktober 2006, mithin vor dem
1. Januar 2008, erging, sind vorliegend noch die bis zum 31. Dezember 2007 geltenden
materiellen Bestimmungen anwendbar (BGE 127 V 467 E. 1).
2.
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Für die Beurteilung der Beschwerde ist auf die Situation zum Zeitpunkt des Erlasses
der streitigen Verfügung, nämlich Oktober 2006, abzustellen (BGE 121 V 366 E. 1b). Die
vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit Schreiben vom 26. September 2007
eingereichten medizinischen Berichte des Kantonsspitals St. Gallen, mit denen eine
wesentliche Verschlechterung der gesundheitlichen Situation des Beschwerdeführers
geltend gemacht wird, sind im vorliegenden Verfahren daher nicht zu berücksichtigen.
3.
Vorliegend ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer als invalid im Sinne des Gesetzes zu
betrachten ist. Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit
dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder
geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG).
4.
Die Invaliditätsbemessung soll das Mass der Zurücksetzung der erwerblichen
Leistungsfähigkeit infolge gesundheitlicher Beeinträchtigung ergeben. Um den
Invaliditätsgrad festlegen zu können, sind daher medizinische Grundlagen wesentlich.
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beschreiben und
dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind in der Folge eine
wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der
versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4; ZAK 1982
S. 34; Rz 3047 f des vom Bundesamt für Sozialversicherungen erlassenen
Kreisschreibens über die Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung =
KSIH). Die IV-Stelle hat zu prüfen, wie sich die invaliditätsbedingten Faktoren auf die
Vermittlungsfähigkeit und die Erwerbsmöglichkeiten auswirken (Rz 3049 KSIH). Ob die
versicherte Person eine ihr zumutbare Tätigkeit auch tatsächlich ausübt, ist für die
Invaliditätsbemessung hingegen unerheblich (Rz 3046 KSIH).
5.
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5.1 Gestützt auf das ABI-Gutachten vom 23. Mai 2006 geht die Beschwerdegegnerin
davon aus, dass der Beschwerdeführer in einer körperlich leichten bis mittelschweren
adaptierten Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig ist. Gemäss dem orthopädischen
Teilgutachten ist das Gangbild auf der Treppe und auf ebenem Terrain unauffällig,
mitsamt den geprüften Gangvarianten. Beim Entkleiden gelinge ein absolut sicherer
Einbeinstand auch links beim Ausziehen der rechten Socke, so dass motorische
Ausfälle der unteren Extremitäten weitgehend ausgeschlossen werden könnten. Bei der
Untersuchung der Wirbelsäule habe sich eine leichte Druckdolenz im Bereich der
reizlosen Narbe im unteren lumbalen Bereich gezeigt, die paravertebrale Muskulatur sei
nicht verspannt, die Beweglichkeit weitgehend unauffällig. Der initial vergrösserte
Finger-Boden-Abstand von 49 cm sei später durch den Langsitz relativiert worden, bei
dem die Fingerspitzen bis 10 cm supramalleolar hätten geführt werden können. Hier
habe sich eine deutliche Selbstlimitation des Beschwerdeführers gezeigt. Bei den
Untersuchungen der unteren und der oberen Extremitäten habe jeweils eine freie und
schmerzlose Beweglichkeit sämtlicher Gelenke bei sehr guter Kraftentfaltung
bestanden. Auf neurologischer Ebene hätten sich keine sicheren Hinweise für eine
Pathologie im Bereich des peripheren Nervensystems gezeigt. Die
Berührungsempfindung im Bereich der gesamten linken Körperhälfte sei zwar als
abgeschwächt angegeben worden, am Bein akzentuiert im dorsolateralen Bereich, am
Arm akzentuiert im ulnaren Bereich, doch lasse sich dies nicht einem peripheren Nerv
oder einem spinalen Dermatom zuordnen. Die Motorik sei allseits uneingeschränkt, die
Reflexe seien symmetrisch auslösbar und der Lasègue sei beidseits negativ gewesen,
womit eine spinale Kompressionsproblematik oder die Läsion eines grösseren
peripheren Nervs klinisch weitestgehend ausgeschlossen werden könnten. Die vom
Beschwerdeführer angegebenen Beschwerden hätten sich anlässlich der
Untersuchung kaum objektivieren lassen, es bestehe eine deutliche Diskrepanz
zwischen den anamnestischen Schmerzschilderungen und den objektivierbaren
Befunden sowie den subjektiven Schmerzschilderungen anlässlich der Untersuchung.
Für körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten in wechselnder Position und ohne
Zwangshaltungen der unteren Wirbelsäule bestehe eine zeitlich und leistungsmässig
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Die objektivierbaren Befunde vermöchten eine
Schmerzprovokation in derart angepassten Tätigkeiten nicht zu begründen, so dass sie
dem Beschwerdeführer auch zumutbar seien. Dem psychiatrischen Teilgutachten ist zu
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entnehmen, dass aus psychiatrischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
besteht. Der Beschwerdeführer habe sich bei der Untersuchung in ausgeglichener
Stimmung befunden, eine Verminderung der affektiven Modulationsfähigkeit oder der
Vitalität habe sich nicht feststellen lassen. Mimik und Gestik hätten während der
Untersuchung zu keinem Zeitpunkt ein Schmerzerleben angedeutet. Eine Depression
könne nicht objektiviert werden. Bei der Untersuchung habe sich ein Schmerzsyndrom
mit Schmerzen im Bereich der lumbosakralen Wirbelsäule sowie der ganzen linken
Körperhälfte nachweisen lassen. Die Diagnose einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung lasse sich nicht stellen. Es sei davon auszugehen, dass es beim
Beschwerdeführer zu einer Schmerzausweitung gekommen sei, insgesamt sei von
einer psychischen Überlagerung im Sinne einer Schmerzfehlverarbeitung auszugehen.
Diese lasse sich jedoch unter keine psychiatrische Krankheit mit Krankheitswert
subsumieren. Der Schweregrad einer solchen sei aus psychiatrischer Sicht als
geringgradig zu beurteilen. Die psychosoziale Funktionsfähigkeit des
Beschwerdeführers sei nicht eingeschränkt, er scheine jedoch aus seinem Leiden
insofern einen sekundären Krankheitsgewinn zu erzielen, als er von seiner Umgebung
geschont und unterstützt werde. Der Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers,
wonach er zu keiner Arbeit mehr fähig sei, könne aus psychiatrischer Sicht nicht
gefolgt und diese auch nicht objektiviert werden. Eine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit bestehe nicht und aus psychiatrischer Sicht könne es dem
Beschwerdeführer trotz der geklagten Beschwerden durchaus zugemutet werden, die
notwendige Willensanstrengung aufzubringen, um einer vollschichtigen Tätigkeit
nachzugehen.
5.2 Der Beschwerdeführer zweifelt das Gutachten an, da das ABI in öffentliche Kritik
geraten und gegen den Leiter des Instituts eine Strafuntersuchung erhoben worden sei.
Zudem stehe die materielle Schlussfolgerung im ABI-Gutachten im Widerspruch zu den
Arztberichten des Hausarztes Dr. med. C._. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass Dr.
med. C._ in seinem Schreiben vom 13. September 2006 ausdrücklich festhält, dass
es schwierig sein werde, dem ABI-Gutachten Fehler nachzuweisen, auch wenn aus
seiner Sicht der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers sehr schwankend sei. Er
sehe natürlich die Problematik der Diskrepanz zwischen dem subjektiven Leiden und
den objektiven Befunden. Eine Arbeitsfähigkeitsschätzung für eine im Gutachten
umschriebene adaptierte Tätigkeit enthält dieses Schreiben, ebenso wie auch die
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Arztberichte vom 13. September 2004 (act. G 4.1/14) und 10. Mai 2005 (act. G 4.1/32),
die im ABI-Gutachten berücksichtigt wurden, nicht. Es ist somit nicht geeignet, das
ABI-Gutachten ernsthaft in Zweifel zu ziehen. Aus der in allgemeiner Form
vorgetragenen Kritik am ABI vermag der Beschwerdeführer ebenfalls nichts zu seinen
Gunsten ableiten. Sowohl das orthopädische wie auch das psychiatrische
Teilgutachten attestieren dem Beschwerdeführer, in schlüssiger und nachvollziehbarer
Weise, in einer adaptierten Tätigkeit volle Arbeitsfähigkeit. Daraus kann in der
Gesamtbeurteilung nur eine interdisziplinäre Gesamtarbeitsfähigkeit von 100%
abgeleitet werden.
5.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das Gutachten vom 23. Mai 2006 die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auf Grund objektiver Befunde aus somatischer
und psychiatrischer Sicht feststellt. Es ist für die streitigen Belange umfassend, beruht
auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden, ist in
Kenntnis der Vorakten abgegeben worden, ist in Darlegung der medizinischen Situation
einleuchtend und in den Schlussfolgerungen begründet (vgl. BGE 122 V 160 E. 1c;
BGE 125 V 352 E. 3a). Demzufolge ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer
in einer adaptierten Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig wäre. Dabei wird nicht verkannt,
dass die zugemutete Leistung eine zielgerichtete Schmerzbekämpfung voraussetzt.
Dies gilt jedenfalls für den Zeitpunkt bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung.
Spätere Entwicklungen sind in einem Wiederanmeldeverfahren zu beurteilen, wenn eine
Verschlechterung der Verhältnisse dies rechtfertigen sollte.
6.
Allgemein ist davon auszugehen, dass, wer nicht mindestens teilweise arbeitsunfähig
ist, auch nicht erwerbsunfähig und mithin nicht invalid sein kann (ZAK 1983, 445; ZAK
1985, 223). Die Gutachter attestieren dem Beschwerdeführer in einer adaptierten
Hilfstätigkeit volle Arbeitsfähigkeit. Da sich der Beschwerdeführer selbst für nicht mehr
arbeitsfähig hält, hat die Beschwerdegegnerin sowohl den Antrag auf
Arbeitsvermittlung wie auch den Antrag auf eine Invalidenrente zu Recht abgelehnt.
7.
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Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Die
Gerichtskosten sind auf Fr. 600.-- festzusetzen. Dem Ausgang des Verfahrens gemäss
sind sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen und mit dem von ihm geleisteten
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- zu verrechnen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG