Decision ID: 8d352ec3-2332-5fc3-bf3e-90827777f709
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
a. Mit Beschluss vom 12. August 2014 genehmigte die Regierung des Kantons St.
Gallen das Projekt "Kantonsstrassen Nrn. xx, B._: Umgestaltung C._-kreuzung". Das
Projekt sieht eine Redimensionierung der C._-kreuzung vor. Die Breite der
Kantonsstrassen Nrn. xx soll im Dorfkern von B._ auf das Minimalmass von 6.5 m
reduziert und der Strassenraum durch seitliche Farbbänder optisch eingeschränkt
werden. Die Bushaltestellen sollen behindertengerecht mit einem Anschlag von 16 cm
als Fahrbahn-Haltestellen ausgestaltet werden. Einzig bei der Haltestelle Post ist eine
Busbucht geplant. Fussübergänge mit Mittelinseln, abgestimmt auf die Neuanordnung
der Bushaltestellen, sollen die Sicherheit sowie den Komfort der Fussgänger und
Benützer des öffentlichen Verkehrs erhöhen. Weiter ist zur Erhöhung der
Verkehrssicherheit eine Anpassung der Zu- und Wegfahrten auf die angrenzenden
Parkplätze vorgesehen.
Das im Eigentum der A._ AG befindliche Grundstück Nr. x in B._ wird heute an
dessen nordwestlicher Grenze ab der Kantonsstrasse privat erschlossen. Mit dem
vorerwähnten Projekt kommen unmittelbar vor der bestehenden Ausfahrt auf der
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Kantonsstrasse eine Mittelinsel und die geplante Bushaltestelle zu liegen. Die
behindertengerechte Ausgestaltung der Busbucht (Absatz von 16 cm ab
Strassenniveau) verhindert die Ein- und Ausfahrt zum Grundstück Nr. x an dieser Stelle.
Daher sieht das Strassenprojekt vor, die Erschliessungsstrasse für das Grundstück neu
von Westen her ab der Kantonsstrasse zu erstellen. Diese soll auf Grundstück Nr. y,
entlang der Grenze zu Grundstück Nr. z, über Grundstück Nr. q zu Grundstück Nr. x
führen. Entlang der westlichen Grenze von bzw. auf Grundstück Nr. x führt ein
öffentlicher Weg zweiter Klasse ab dem Trottoir der Kantonsstrasse in Richtung Süden.
Das Fuss- und Fahrwegrecht soll mit einer Dienstbarkeit sichergestellt werden. Der
öffentliche Weg soll unverändert bestehen bleiben.
b. Mit persönlicher Anzeige vom 3. November 2014 wurde die A._ AG vor Beginn der
öffentlichen Auflage von Seiten des Tiefbauamtes des Kantons St. Gallen von der
Durchführung des Planverfahrens und vom Enteignungsbegehren in Kenntnis gesetzt
(act. G 7/1). Innert der Auflagefrist erhob sie, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur.
Marco Bissig, Altendorf, Einsprache gegen die Art der Ausführung und die Zulässigkeit
der Enteignung. Nach Durchführung einer Einspracheverhandlung am 23. März 2015
legte das Tiefbauamt dem Rechtsvertreter ein Vergleichsangebot für eine gütliche
Einigung mit Schreiben vom 25. März 2015 vor (act. G 7/5). Mit Schreiben vom
26. März 2015 gab der Rechtsvertreter dem Tiefbauamt bekannt, dass die
Einsprecherin mit einer öffentlichen Strasse nicht einverstanden sei (act. G 7/6). Mit
Entscheid vom 21. März 2019 wies das Baudepartement des Kantons St. Gallen die
Einsprache im Sinn der Erwägungen ab, soweit es darauf eintrat. Auf Erhebung von
amtlichen Kosten wurde verzichtet (act. G 2).
B.
a. Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwalt Bissig für die A._ AG am 5. April 2019
Beschwerde mit den Rechtsbegehren, der Entscheid sei aufzuheben und es sei das
Bauprojekt in dieser Form nicht zu bewilligen (Ziff. 1). Beim Bauprojekt seien folgende
Anpassungen vorzunehmen: Es seien sämtliche auf dem Grundstück Nr. x
bestehenden Fuss- und Fahrwegrechte zu löschen, insbesondere auch das
Fusswegrecht zugunsten der Öffentlichkeit (Ziff. 2a). Der Beschwerdeführerin sei für die
zu erwerbenden Grundstücksflächen Realersatz auf dem Grundstück Nr. y zu
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gewähren (Ziff. 2b). Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (einschliesslich
Mehrwertsteuer) zu Lasten der Vorinstanz (Ziff. 3).
b. In der Vernehmlassung vom 29. Mai 2019 beantragte die Vorinstanz Abweisung der
Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei; unter Kostenfolge. Zur Begründung verwies
sie auf den angefochtenen Entscheid und äusserte sich ergänzend zur Beschwerde
(act. G 6). Hierzu äusserte sich der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin in der dem
Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz eingereichten und in der Folge dem
zuständigen Verwaltungsgericht überwiesenen Eingabe vom 5. Juli 2019 (act. G 13).
Mit Eingabe vom 15. August 2019 teilte die Vorinstanz den Verzicht auf eine weitere
Stellungnahme mit (act. G 15).
c. Auf die Vorbringen in den Eingaben des vorliegenden Verfahrens wird, soweit für den
Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 46 des
Strassengesetzes, sGS 732.1, StrG, in Verbindung mit Art. 59 Abs. 1 des Gesetzes
über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Sodann entspricht die
Beschwerdeeingabe vom 5. April 2019 (act. G 1) zeitlich, formal und inhaltlich den
gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1
VRP). - Gegenstand eines Beschwerdeverfahrens im Fall einer Kantonsstrasse sind das
Projekt als solches und die Zulässigkeit der Enteignung (vgl. Art. 45 Abs. 1 lit. a und b
StrG). Der Rechtsschutz richtet sich im Übrigen nach den Vorschriften des VRP (Art. 46
StrG). Nach Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP setzt die Rechtsmittelbefugnis
voraus, dass eine besondere, beachtenswerte, nahe Beziehung zum Streitgegenstand
besteht. Dabei liegt das schutzwürdige Interesse im "praktischen Nutzen", den ein
erfolgreich geführtes Rechtsmittel dem Betroffenen in seiner rechtlichen oder
tatsächlichen Situation einträgt, bzw. in der Abwendung materieller, ideeller oder
sonstiger Nachteile, die ein Bestand der angefochtenen Verfügung oder des
angefochtenen Entscheids mit sich bringen würde (Cavelti/Vögeli,
bis
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Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 391 mit Hinweisen;
BGE 137 II 30 E. 2.2.3). Die Rechtsmittelbefugnis ist vorliegend zu bejahen, nachdem
die Beschwerdeführerin als Eigentümerin des Grundstücks Nr. x mit der
Prozessführung eigene Interessen im erwähnten Sinn verfolgt. Auf die Beschwerde ist
damit - unter Vorbehalt der nachstehend darzulegenden Eintretenseinschränkung -
einzutreten.
2.
2.1. Nach Art. 32 StrG werden Strassen gebaut, wenn eine der folgenden
Voraussetzungen es erfordert: Zweckbestimmung (lit. a); Verkehrssicherheit (lit. b);
Verkehrsaufkommen (lit. c); Schutz der schwächeren Verkehrsteilnehmer, insbesondere
von Fussgängern, Radfahrern und Behinderten (lit. d); Interessen des öffentlichen
Verkehrs (lit. e); Umweltschutz (lit. f). Die Aufzählung ist abschliessend und alternativ zu
verstehen, d.h. Strassen dürfen gebaut werden, wenn mindestens eine der genannten
Voraussetzungen erfüllt ist (Schönenberger, in: G. Germann [Hrsg.], Kurzkommentar
zum st. gallischen Strassengesetz vom 12. Juni 1988, Rz. 2 zu Art. 32 StrG). Sodann
sind nach Art. 33 StrG beim Strassenbau folgende Aspekte zu beachten: Schutz des
Menschen und seiner Umwelt (lit. a); Verkehrssicherheit (lit. b); Schutz der schwächeren
Verkehrsteilnehmer, insbesondere von Fussgängern, Radfahrern und Behinderten
(lit. c); Ortsbild- und Heimatschutz (lit. d); Natur- und Landschaftsschutz (lit. e); die
anerkannten Grundsätze eines umwelt- und siedlungsgerechten Strassenbaus (lit. f);
sparsamer Verbrauch des Bodens (lit. g). Die Grundsätze des StrG sind bei der
Planung, Projektierung und Ausführung einer Strasse zwingend zu beachten
(Schönenberger, a.a.O., Rz. 1 zu Art. 33). Im Weiteren beurteilt sich die
Zweckbestimmung im Sinn von Art. 32 lit. a StrG nach den Zielen und Grundsätzen von
Art. 1 und Art. 3 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Raumplanung (SR 700, RPG; vgl.
Schönenberger, a.a.O., Rz. 1 zu Art. 33 StrG). Gemäss Art. 1 Abs. 1 und Art. 3 Abs. 2
RPG haben die Behörden dafür zu sorgen, dass der Boden haushälterisch genutzt und
die Landschaft geschont wird. Mit den raumplanerischen Massnahmen sind
insbesondere wohnliche Siedlungen zu schaffen und zu erhalten (Art. 1 Abs. 2 lit. b
RPG) sowie Wohngebiete vor schädlichen und lästigen Einwirkungen möglichst zu
schonen (Art. 3 Abs. 3 lit. b RPG).
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2.2. Enteignungen von privatem Eigentum sind nur zulässig, wenn sie auf einer
gesetzlichen Grundlage beruhen, im öffentlichen Interesse liegen und verhältnismässig
sind (vgl. BGE 115 Ia 29 mit Hinweisen). Art. 48 Abs. 2 StrG verweist auf das
Enteignungsgesetz (sGS 735.1, EntG), sofern das StrG nichts anderes bestimmt. Nach
Art. 5 lit. a EntG ist die Enteignung zulässig für den Bau eines öffentlichen oder
überwiegend im öffentlichen Interesse liegenden Werks. Des Weiteren wird
vorausgesetzt, dass der Zweck des Werks auf andere Weise nicht befriedigend oder
nur mit unverhältnismässigem Mehraufwand verwirklicht werden kann. Insbesondere
darf die Enteignung nicht zu einem Nachteil führen, der in einem Missverhältnis zum
verfolgten Zweck steht (Art. 6 EntG; Grundsatz der Verhältnismässigkeit). Die Prüfung
der Verhältnismässigkeit von Eingriffen in das Eigentumsrecht setzt eine umfassende
Abwägung aller öffentlichen und privaten Interessen voraus. Verfassungsrechtliche
Gesichtspunkte sowie Art. 6 Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention (SR
0.101) gebieten, dass das Verwaltungsgericht bei der Überprüfung der
Verhältnismässigkeit einer formellen Enteignung umfassende Kognition ausübt und
sich nicht nur auf die Rechtskontrolle beschränkt (VerwGE B 2012/182 vom 11. Juni
2014, E. 4 mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch).
3. Die Vorinstanz legte im angefochtenen Entscheid dar, die Frage des Realersatzes
bzw. der Entschädigung liege ausserhalb des Anfechtungsgegenstands dieses
Verfahrens. Diese sei nach Rechtskraft des Projekts und der Enteignung zu regeln.
Vorliegend bestehe für den Enteigner keine Möglichkeit, in der unmittelbaren Nähe
Realersatz zur Verfügung zu stellen, weil er kein verfügbares Land besitze. Auf die
Einsprache sei in diesem Punkt nicht einzutreten. Hinsichtlich der von der
Beschwerdeführerin verlangten Entwidmung des Weges zweiter Klasse auf ihrem
Grundstück hielt die Vorinstanz fest, die Widmung sei nicht vom Kanton St. Gallen,
sondern von der Gemeinde B._ verfügt worden. Hierauf könne mangels Zuständigkeit
ebenfalls nicht eingetreten werden. Die Gemeinde sei gewillt, die Widmung zu
widerrufen, sofern Ersatz über die neue Erschliessungsstrasse in Form einer
Gemeindestrasse dritter Klasse möglich sei. Dies habe die Beschwerdeführerin
abgelehnt. Im Weiteren sei die Gestaltung des C._-platzes (Versetzung des
Dorfbrunnens) nicht Gegenstand des Kantonsstrassenprojekts; auf den
entsprechenden Einwand der Beschwerdeführerin sei ebenfalls nicht einzutreten (act.
G 2 S. 4 f.).
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Die C._-kreuzung solle redimensioniert werden, um insbesondere eine
Geschwindigkeitsreduktion rund um die Verzweigung zu erreichen. Ebenfalls der
Erhöhung der Verkehrssicherheit zuträglich seien die Schliessung der südöstlich des
C._-platzes gelegenen Ein- und Ausfahrt und eine geänderte Anordnung der
Parkfelder. Gleichzeitig sollen die Haltestellen des öffentlichen Verkehrs einen
behindertengerechten Ausbaustandard erreichen. Sowohl die Verkehrssicherheit als
auch der behindertengerechte Ausbau lägen im öffentlichen Interesse. Vorgesehen sei
die Fortführung des Fuss- und Fahrwegrechts von Grundstück Nr. y auf einer Breite
von 6 bis 7 m ins Grundstück Nr. q hinein. Die Beschwerdeführerin fordere die
Weiterführung dieser Dienstbarkeit bis an die nordöstliche Grenze des Grundstücks Nr.
q, um mit Fahrzeugen wenden zu können. Indes müsste die Beschwerdeführerin
bereits heute auf ihrem Grundstück für eine Wendemöglichkeit sorgen. Immerhin gebe
ihr die vorgesehene Wendemöglichkeit auf Grundstück Nr. q die rechtlich gesicherte
Möglichkeit zu wenden, wenn auch in beengten Verhältnissen. Die Beschwerdeführerin
habe kein Anrecht auf eine wesentliche Verbesserung ihrer heutigen Situation. Im
Weiteren könnten entsprechend dem Wunsch der Beschwerdeführerin bei der heute
bestehenden Ausfahrt fest verschraubbare (und demontierbare) Pfosten montiert
werden. Indes sei ihr Begehren, auf die vorübergehende Beanspruchung ihres
Grundstücks zu verzichten, abzuweisen, weil im Zusammenhang mit dem Projekt
stehende bauliche Massnahmen zwingend auf ihrem Grundstück auszuführen seien.
Jedoch würden die damit einhergehenden Einschränkungen auf ein Minimum
beschränkt. Abzuweisen sei auch der Antrag auf eine Korrektion des Abzweigers in
Richtung D._, zumal die Neugestaltung dieser Verzweigung ein Hauptelement des
Strassenbauvorhabens sei. Die vorgesehenen Massnahmen seien geeignet, die
Anforderungen an den öffentlichen Verkehr zu einem erheblichen Teil zu erfüllen und
die Verkehrssicherheit wesentlich zu erhöhen. Andere geeignete Massnahmen seien
nicht ersichtlich. Der Eingriff in private Rechte der Beschwerdeführerin stehe nicht im
Missverhältnis zum verfolgten Zweck. Das Interesse am Strassenbau (Erhöhung der
Verkehrssicherheit bei der Verzweigung rund um den C._-platz, behindertengerechter
Ausbau der Bushaltestelle) überwiege das private Interesse der Beschwerdeführerin bei
Weitem (act. G 2 S. 7 f.).
4.
4.1.
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4.1.1. Die Beschwerdeführerin wendet sich vorliegend, wie bereits im
vorangegangenen Verfahren, gegen die Ausgestaltung des Projekts und macht
Realersatz (für den vorgesehenen Erwerb von insgesamt 12 m ; vgl. Landerwerbs- und
Enteignungsplan, act. G 7/0j) geltend. Die Politische Gemeinde B._ sei Eigentümerin
von Grundstück Nr. y, welches sich unmittelbar neben dem Grundstück Nr. x der
Beschwerdeführerin befinde. Es sei daher problemlos möglich, Realersatz zu leisten,
zumal die Gemeinde sich mit 35 % an den Baukosten beteilige und somit materiell
ebenfalls Bauherrin sei. Bei früheren Bauvorhaben habe sie auch Realersatz erhalten.
Es sei nicht einzusehen, wieso dies vorliegend anders gehandhabt werden solle. Die
Verkleinerung von Grundstück Nr. x würde zu einer eingeschränkten Bebaubarkeit
führen; dies habe sie nicht hinzunehmen. Der Umstand, dass auf dem Grundstück Nr. x
mit Fahrzeugen nicht gewendet werden könne, ohne das Grundstück Nr. q zu
benützen, könnte mit Gewährung von Realersatz entschärft werden, da sich die
befahrbare Fläche vergrössern würden. Daher sei die Frage des Realersatzes bereits im
Bewilligungsverfahren zu klären (act. G 1 S. 3 f.).
4.1.2. Nach Art. 14 EntG hat der Enteignete Anspruch auf Entschädigung in Geld (Abs.
1). Enteigneter und Enteigner können sich auf Realersatz einigen (Abs. 2). Die Frage
des Anspruchs auf Realersatz betrifft nicht den Anfechtungsgegenstand, d.h. das
Projekt als solches und die Fragen der Zulässigkeit der Enteignung (vgl. Art. 45 Abs. 1
lit. a und b StrG), weshalb darauf im vorinstanzlichen Verfahren zu Recht nicht
eingetreten wurde. Realersatz- und Entschädigungsfragen sind im
Landerwerbsverfahren (vgl. Art. 48 EntG) - dieses ist vom Projektauflageverfahren und
anschliessenden Rechtsmittelverfahren zu unterscheiden - zu klären. Das
Landerwerbsverfahren, d.h. die Sicherung der für den Strassenbau erforderlichen
Rechte durch den Kanton, kann erst nach Rechtskraft des Projektes als Ganzes und
Klärung der Zulässigkeit der Enteignung erfolgen. Der von der Beschwerdeführerin
angeführte Umstand, dass die Wendemöglichkeit von Fahrzeugen auf ihrem
Grundstück durch eine mit Realersatz bewirkte Grundstücksvergrösserung verbessert
werden könne, bildet keine Grundlage für eine "vorfrageweise" Prüfung der
Entschädigungsfrage in diesem Verfahren; dies umso weniger, als das
Enteignungsverfahren keinen Anspruch auf Verbesserung der aktuell bestehenden
Situation einräumt. Im Übrigen steht das Grundstück, auf welches die
Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit ihrem Realersatzbegehren verweist, im
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Eigentum der Gemeinde B._. Diese hat zwar für Geh- und Radwege entlang den
Kantonsstrassen einen Kostenbeitrag zu leisten (Art. 69 Abs. 1 StrG). Ersatzpflichtig ist
jedoch der Kanton St. Gallen als Strasseneigentümer (Art. 6 StrG) und Bauherr. Die
Vorinstanz erachtet in diesem Zusammenhang - das Einverständnis der Gemeinde B._
vorausgesetzt - eine gütliche Einigung über Realersatz im Landerwerbsverfahren als
nicht ausgeschlossen (act. G 6 S. 3).
4.2.
4.2.1. Die Beschwerdeführerin beantragt die Löschung sämtlicher Fuss- und
Fahrwegrechte auf dem Grundstück Nr. x. Mit der Löschung des Fuss- und
Fahrwegrechts zugunsten Grundstück Nr. q und zu Lasten Grundstück Nr. x sei sie
einverstanden. Nicht nachvollziehbar sei jedoch, weshalb das Fuss- und Fahrwegrecht
zugunsten der Öffentlichkeit auf Grundstück Nr. x nicht auch gelöscht werde. Es sei
notorisch, dass öffentliche Fusswege auch durch Velofahrer, Skateboarder etc.
mitbenützt würden. Dadurch werde die Einmündung in die Kantonsstrasse
(Bushaltestelle) unübersichtlich und es entstünden gefährliche Situationen. Die
Gemeinde B._ sei gewillt, die Widmung des Wegs zu widerrufen, sofern Ersatz über
die neue Erschliessungsstrasse in Form einer öffentlichen Gemeindestrasse dritter
Klasse möglich werde. Diese Forderung sei nicht nachvollziehbar. Mit dem Weg auf
Grundstück Nr. y sollen einzig die Grundstücke Nr. x und q erschlossen werden. Daher
bestehe keine Notwendigkeit für die Festlegung einer Gemeindestrasse dritter Klasse
(act. G 1 Rechtsbegehren Ziff. 2a und S. 4 f.).
4.2.2. Die Widmung des Wegs zweiter Klasse entlang der westlichen Grenze des
Grundstücks Nr. x basiert auf einer öffentlich-rechtlichen Dienstbarkeit (vgl. Auszug aus
dem Gemeindestrassenplan B._; act. G 8). Das streitige Strassenprojekt soll - wie die
Vorinstanz zu Recht darauf hinweist (act. G 6 S. 2) - den heute bestehenden
öffentlichen Zugang für Fussgänger in die Umgebung der C._-kreuzung nicht
verhindern. Durch die Schliessung der Zu- und Wegfahrt für Motorfahrzeuge ab
Grundstück Nr. x auf die Kantonsstrasse (aus Gründen der Verkehrssicherheit) wird
auch der Zugang für Fussgänger auf das Trottoir sicherer. Von daher ist auch
nachvollziehbar, dass die Vorinstanz eine Verlegung der Fusswegverbindung aus
Gründen der Verkehrssicherheit, der Wegattraktivität (Umweg über die neue
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Erschliessungsstrasse) und aufgrund des grossen Fussgänger-Einzugsgebiets der
Wegverbindung (ganzes südliches und südöstliches Dorfgebiet) als nicht notwendig
bzw. als nicht sachgerecht ablehnt (act. G 6 S. 2). Eine im Zuständigkeitsbereich des
Gemeinderats B._ liegende Änderung des Gemeindestrassenplans (vgl. 13 i.V.m. Art.
11 StrG) könnte im Übrigen zum vornherein nicht Gegenstand des vorliegenden
Verfahrens betreffend ein Kantonsstrassenprojekt bilden.
4.3. Die streitige dauernde Bodenabtretung und vorübergehende Beanspruchung ab
den Grundstück Nr. x stellt einen Eingriff in das Eigentumsrecht der
Beschwerdeführerin dar. Das Projekt stützt sich zum einen auf Art. 32 StrG
einschliesslich der nach Art. 32 lit. f StrG zu beachtenden Vorgaben der
Umweltschutzgesetzgebung und bezieht zum anderen auch die beim Strassenbau
anzuwendenden Grundsätze nach Art. 33 StrG mit ein. Das Bestehen einer
gesetzlichen Grundlage für den in Frage stehenden Eingriff in privates Eigentum der
Beschwerdeführerin ist damit zu bejahen. Unbestritten blieb, dass die
Redimensionierung der C._-kreuzung und der behindertengerechte Ausbau der
Bushaltestelle im öffentlichen Interesse liegen. Zu klären ist die Verhältnismässigkeit
der Enteignung für das Strassenprojekt. Der zuständigen Verwaltungsbehörde kommt
bei der Interessenabwägung im Zusammenhang mit den raumplanungs- und
strassenrechtlichen Grundsätzen, die untereinander kein widerspruchsfreies Zielsystem
bilden, ein erheblicher Ermessenspielraum zu. Das Verwaltungsgericht kann bei der
Prüfung der Enteignung wie dargelegt eine Ermessenskontrolle gegenüber der
Vorinstanz ausüben. Es ändert indes einen vorinstanzlichen Entscheid nicht ab, soweit
darin ein sachlich haltbarer und zweckmässiger Strassenplanungsentscheid bestätigt
und das Ermessen pflichtgemäss ausgeübt wurde (vgl. VerwGE B 2012/182 a.a.O. E.
4.3).
4.4. Hinsichtlich der künftigen Erschliessungsstrasse zum Grundstück Nr. x der
Beschwerdeführerin ergibt sich aus den Projektunterlagen, dass diese neu von Westen
her ab der Kantonsstrasse erstellt werden und auf Grundstück Nr. y, entlang der
Grenze zu Grundstück Nr. z, über Grundstück Nr. q zu Grundstück Nr. x führen soll
(vgl. Plan 1:500 in act. G 7/0d). Die Beschwerdeführerin hält fest, es sei nicht
ersichtlich, wie das Fuss- und Fahrwegrecht zulasten der Grundstücke Nrn. y und q
ausgestaltet werde. Insbesondere sei unklar, ob auf Grundstück Nr. q zugunsten von
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Grundstück Nr. x das Fuss- und Fahrwegrecht eingetragen werden solle. Im Übrigen
werde der Vorplatz auf Grundstück Nr. q einzig zur Erschliessung von Grundstück Nr. x
benötigt, womit keine öffentliche Gemeindestrasse notwendig sei (act. G 13 S. 2).
Hierzu ist festzuhalten, dass die Lage des neu einzutragenden Fuss- und
Fahrwegrechts aus den Projektunterlagen hervorgeht, während dessen Ausgestaltung
nicht Gegenstand des streitigen Strassenprojekts und des angefochtenen Entscheids
bildet. Hierauf ist im vorliegenden Verfahren nicht einzutreten.
Zum Einwand der Beschwerdeführerin, durch die geplante Verschiebung der
Bushaltestelle verschlechterten sich die Sichtverhältnisse bei der Einmündung, indem
der parkierte Bus die Sicht auf die Strasse für Velofahrer verhindere (act. G 13 Ziff. 1),
ist festzuhalten, dass im Fall eines haltenden Busses und einer dadurch bedingten
Sichteinschränkung die übrigen Verkehrsteilnehmer sich darauf einzurichten und
nötigenfalls die Weiterfahrt des Busses abzuwarten haben. Inwiefern eine Löschung
des öffentlichen Fusswegrechts im östlichen Bereich von Grundstück Nr. x hier eine
Verbesserung bringen könnte (vgl. act. G 13 Ziff. 1), ist nicht erkennbar und wird von
der Beschwerdeführerin auch nicht dargelegt. Die Beibehaltung des öffentlichen
Fusswegrechts erweist sich wie dargelegt (E. 4.2) als begründet. Inwiefern sich durch
die Verbreiterung der Strasse mit entsprechender Enteignung der Grundstücksfläche
und künftigem Verlauf des Trottoirs direkt vor dem Ladenlokal auf Grundstück Nr. x
eine Verschlechterung der Sicherheitssituation ergeben sollte, wie die
Beschwerdeführerin geltend macht (act. G 13 S. 2), erscheint - auch mit Blick auf die
vorgesehene Trottoirbreite von mindestens 2 m (vgl. Situationsplan 1:500 in act. G
7/0d, Normalprofil in act. G 7/0g und Querprofile in act. G 7/0h f.) - nicht
nachvollziehbar.
Ein weiterer Anlass, aufgrund dessen das streitige Strassenprojekt und die daraus sich
ergebende Enteignung (Erwerb von insgesamt 12 m ; vgl. Landerwerbs- und
Enteignungsplan, act. G 7/0j) in sachlicher Hinsicht zu beanstanden wäre, ist nicht
ersichtlich. Mit Blick auf die konkreten Gegebenheiten ist festzuhalten, dass die
Vorinstanz im Rahmen des ihr zustehenden Ermessens entschieden hat, wenn sie das
Interesse an einer Verbesserung der Verkehrssicherheit sowie der Sicherheit der
Fussgänger und der Benützter des öffentlichen Verkehrs (vgl. dazu auch technischer
Bericht in act. G 7/0b S. 6 f.) höher einstufte als das private Interesse der
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Beschwerdeführerin am ungeschmälerten Erhalt der Grundstückfläche. Der
Beschwerdeführerin wurde von Seiten der Vorinstanz zudem bestätigt, dass die
vorübergehende Beanspruchung des Grundstücks Nr. x während des Strassenbaus
(55 m ; vgl. act. G 7/0j) auf ein Minimum beschränkt werden soll (act. G 2 E. 4.5).
Sodann wurde ihr (für den dauernden Erwerb von 12 m ) Realersatz als in Betracht
kommende Variante in Aussicht gestellt (act. G 6 S. 3).
5.
5.1. Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des
Einspracheentscheids vom 21. März 2019 abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. In
Streitigkeiten hat gemäss Art. 95 Abs. 1 VRP jener Beteiligte die amtlichen Kosten zu
tragen, dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen werden. Eine Gebühr von
CHF 3'500 erscheint für das vorliegende Verfahren angemessen (Art. 7 Ziff. 222
Gerichtskostentarif, sGS 941.12). Diese ist der Beschwerdeführerin aufzuerlegen, unter
Verrechnung mit dem von ihr in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss.
5.2. Eine ausseramtliche Entschädigung ist nicht zuzusprechen (Art. 98 VRP). Die
Beschwerdeführerin ist unterlegen und die Vorinstanz hat keinen Anspruch auf
Kostenersatz (vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 829 ff.).