Decision ID: ec14687a-477b-45d4-8052-af82d4330f93
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1963
geborene
X._
war ab dem 22. Juni 1992 bei der
Y._
als Unterhaltsreiniger
angestellt und
bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert
.
Am 14. Dezember 2005 zog er sich bei einem Sturz von der Leiter eine
Verletzung der linken Hand
und ein
Thoraxtrauma
mit Rippenprellung zu (
Urk. 2; vgl. auch Urk. 10/1-3 und Urk. 10/76
). Die SUVA erbrachte die gesetzli
chen Leistungen
und sprach
dem Versicherten m
it Verfügung vom
8. Juli 2008 ab dem 1. April 2007
aufgrund der Einschränkungen der linken
adominanten
Hand
eine Invalidenrente bei einer Erwerbsunfähigkeit von 23 % sowie eine Integritätsentschädigung von 10 % zu (Urk. 10/71). Nach erhobener Einsprache vom 8. August 2008 (Urk. 10/80)
setzte
die SUVA im Rahmen eines Vergleichs
die Rente gestützt auf einen
Invaliditätsgrad
von
30 %
fest
(
Verfügung vom 2
5.
Mai 2009,
Urk. 10/93).
1.2
Am 10. Mai 2011 eröffnete
die SUVA ein Rentenrevisionsver
fahren
(Urk. 10/103)
. Nach
Abklärung
der erwerblichen und medizinischen Verhält
nisse veranlasste sie eine kreisärztliche Untersuchung, welche am 18. April 2013 stattfand (Urk. 10/125). Mit Verfügung vom 7. Januar 2014 reduzierte sie die Invalidenrente
zufolge einer wesentlichen erwerblichen
Veränderung
auf 21 %
ab dem 1. August 201
2.
Für
die Zeit vom 1. August 2012 bis 31. Januar 2014
ordnete
sie zudem aufgrund einer Meldepflichtverletzung eine Rückers
tattung von ausgerichteten Rentenleistungen
im Umfang von Fr. 7‘945.20
an
(Urk. 10/130).
Die
gegen die Rentenherabsetzung
erhobene Einsprache vom 4. Februar 2014 (Urk. 10/136) wies die SUVA mit Entscheid vom 12. Mai 2014 ab (Urk. 2 [= Urk. 10/140]).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 12. Juni 2014 Beschwerde und beantragte, der angefochtene
Einspracheentscheid
sei aufzuheben, und es sei
ihm weiterhin die bisherige Invalidenrente auf
der
Basis eines Invaliditätsgrades von 30 % auszurichten. In prozessualer Hinsicht beantragte der Beschwerde
führer die Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels (Urk. 1 S. 2). Nach ein
malig erstreckter Frist (Urk. 7) schloss die Beschwerdegegnerin mit
Beschwerde
antwort
vom 4. September 2014 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 9 S. 2). Nach dreimalig erstreckter Frist (Urk. 13-15)
hielt
der Beschwerdeführer in sei
ner Replik vom 12. Januar 2015
am bisherigen Antrag fest und stellte das zusätzliche Rechtsbegehren
, die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihm die Kosten für das eingeholte Gutachten von Dr. med.
Z._
in der Höhe von
Fr. 1‘800.-- zu erstatten (Urk.
17 S. 2). In der Duplik vom 23. Januar 2015 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung des neuen Rechtsbegehrens, sofern darauf
einzutreten sei
(Urk. 22 S. 2). Die Duplik wurde dem Beschwerde
führer am 27. Januar 2015 zugestellt (Urk. 23).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Anlass zur Revision einer Invalidenrente im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 des Bundes
gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflus
sen.
Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerbli
chen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen).
Zeitlicher Aus
gangspunkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades ist die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs beruht (BGE 134 V 131 E. 3 mit Hin
weisen; BGE 133 V 108 E. 5.4).
1.2
Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkom
men
, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre.
1.3
Zur Ermittlung des
Valideneinkommens
ist entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne
Gesund
heitsschaden
fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 129 V 222 E. 4.3.1 S. 224 mit Hinweisen).
Soll bei der Festsetzung des
Valideneinkommens
eine berufliche Weiterent
wicklung, welche die versicherte Person normalerweise vollzogen hätte, mitbe
rücksichtigt werden, so müssen praxisgemäss konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie einen beruflichen Aufstieg und ein entsprechend höheres Ein
kommen tatsächlich realisiert hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Sodann genügen blosse Absichtserklärungen der versicherten Person nicht. Vielmehr muss die Absicht, beruflich weiterzukommen, bereits im Zeitpunkt des Unfalls durch konkrete Schritte wie Kursbesuche, Aufnahme eines Studiums, Ablegung von Prüfungen usw. kundgetan worden sein (SVR 2010 UV Nr. 13 S. 51, 8C_550/2009 E. 4.1 mit zahlreichen weiteren Hinweisen). Bei der Prüfung der mutmasslichen beruflichen Entwicklung können unter Umständen aus einer besonderen beruflichen Qualifizierung im Invaliditätsfall Rückschlüsse auf die hypothetische Entwicklung gezogen werden, zu der es ohne Eintritt des (
unfall
bedingten
) Gesundheitsschadens gekommen wäre. Nach der Rechtsprechung ist eine solche Annahme unter anderem dann zulässig, wenn die angestammte Tätigkeit auch nach dem Unfall weitergeführt werden kann. Indessen darf aus einer erfolgreichen Invalidenkarriere in einem neuen Tätigkeitsbereich nicht ohne Weiteres abgeleitet werden, die versicherte Person hätte ohne Invalidität eine vergleichbare Position auch im angestammten Tätigkeitsgebiet erreicht (RKUV 2005 Nr. U 554 S. 315, U 340/04;
Urteile des Bundesgerichts
U 183/02 vom 2
6.
Mai 2003 E. 6.2; 8C_557/2010 vom 1
5.
Dezember 2010 E. 3.3.).
1.4
Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerb
lichen Situation auszugehen, in der die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumula
tiv - besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll aus
schöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als ange
messen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Ver
dienst als Invalidenlohn. Ist kein solches Erwerbseinkommen gegeben, nament
lich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können entweder Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statis
tik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) oder die
in der von der SUVA zusammengestellten Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP) festgehaltenen Verdienste
herangezogen werden (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301).
2.
2.
1
Die Beschwerdegegnerin
begründete ihren
angefochtenen
Einsprachee
ntscheid
vom 12. Mai 2014
zusammengefasst
damit
,
der Beschwerdeführer sei per 1. Dezember 2008 von der bisherigen Arbeitgeberin in der neuen Funktion als Kontrolleur eingestellt worden. Dieses neue Arbeitsverhältnis sei im Zeitpunkt des Vergleichs vom 25. Mai 2009 noch nicht aktenkundig
gewesen
respektive vom Beschwerdeführer verschwiegen worden. Das Gehalt sei erst im Monat nach dem Vergleichsabschluss per 1. Juni 2009 um Fr. 1‘000.-- auf den Betrag von Fr. 4‘500.-- angehoben worden
(Urk. 2 S.
3
).
Gehe man davon aus, dass der Beschwerdeführer ohne den Unfall die aktuelle Tätigkeit als Kontrolleur ausüben würde, resultiere bei einem Einkommensvergleich keine Erwerbseinbusse, da diese Tätigkeit zu 100 % zumutbar sei. Werde angenommen, der Beschwerdeführer würde ohne den Unfall weiterhin die angestammte Tätigkeit als
Unterhaltsreini
ger
ausüben, betrage d
as
Valideneinkommen
Fr. 74‘235.
-- und das
Invalidenein
kommen
Fr. 58‘
500.
--. B
ei einem Einkommensvergleich
resultiere
somit
eine E
rwerbseinbusse von 21,2 %
(Urk. 2 S. 4 f.).
2.2
Der
Beschwerdeführer
machte
beschwerdeweise im Wesent
lichen
geltend
,
eine reine Tätigkeit als Kontrolleur könne bei der Arbeitgeberin nicht in einem
Voll
zeitpensum
ausgeübt werden. Es müssten
daneben
auch Reinigungsarbeiten erledigt werden, welche
ihm jedoch
nicht mehr zumutbar seien. Somit treffe nicht zu, dass k
eine Erwerbseinbusse resultiere
(Urk. 1 S. 3
f.
).
Sollte die Beschwerde nicht gutgeheissen werden, sei eine aktuelle medizinische Expertise anzuordnen
(Urk. 1 S. 4 ff.).
2.3
Die Be
schwerdegegnerin
hielt in der Beschwerdeantwort
vom 4. September 2014
an ihrer Begründung fest
und sah keinen Anlass für die Anordnung einer ärztlichen Expertise (Urk. 9).
2.4
Der Beschwerdeführer brachte in der Replik vom 12. Januar 2015 neu vor, sein Gesundheitszustand habe sich in den letzten zwei Jahren deutlich verschlech
tert, was sich aus der medizinischen Beurteilu
ng von
Dr.
med.
Z._
im Privatgutachten vom 7. Januar 2015 ergebe. Dieser sei aufgrund der von ihm erhobenen Befunde der Auffassung, dass eine angepasste Tätigkeit nicht
voll
zeitlich
, sondern mit einer zeitlichen Einschränkung von circa 25 % zumutbar sei. Die Kosten für das Privatgutachten in der Höhe von Fr. 1‘800.--seien ihm von der Beschwerdegegnerin zu erstatten (Urk. 17).
2.5
Die Beschwerdegegnerin führte in der Duplik vom 23. Januar 2015 zu den neuen Vorbringen aus, es sei auf die kreisärztliche Beurteilung abzustellen. Die Beurteilung von
Dr.
Z._
datiere nach dem Einsprache-Entscheid und sei eine
blosse Parteistellungnahme. Der Beschwerdeführer könne aus seiner verspätet vorgebrachten Behauptung einer gesundheitlichen Verschlechterung keine Vor
teile zu seinen Gunsten ableiten. Die Kosten für das Privatgutachten seien des
halb auch nicht von der Beschwerdegegnerin zu übernehmen (Urk. 22).
3.
3.1
Die Parteien gehen übereinstimmend davon aus, dass e
ine Herabsetzung der Invali
denrente aus gesundheitlichen Gründen nicht gerechtfertigt
ist (Urk. 1 S. 3, Urk. 2 S. 3, Urk. 9 S. 4 und S. 6). G
emäss kreisärztlicher Untersuchung vom 18. April 2013 (Urk. 10/125)
hat sich der Gesundheitszustand des Beschwerde
führers
nicht verbessert
.
3.2
Strittig und zu prüfen ist,
ob eine Herabsetzung der Invalidenrente aus erwerbli
chen Gründen zulässig ist.
3.2.1
Vorab ist festzuhalten, dass seit der
Rentenzusprache
per
1.
April 2007 durch Vergleich vom 2
5.
Mai 2009 in erwerblicher Hinsicht Änderungen eingetreten sind. Im Zeitpunkt der vergleichsweise aufgehobenen Verfügung vom
8.
Juli 2008 (
Urk.
10/71) war der Beschwerdeführer noch arbeitslos und bezog Taggel
der bis Ende November 2008 (
Urk.
10/92). Dem entsprechend bemass die Beschwerdegegnerin das Invalideneinkommen anhand eines durchschnittlichen Lohnes an fünf verschiedenen, dokumentierten Arbeitsplätzen (DAP; vgl.
Urk.
10/70). Während des anschliessenden
Einspracheverfahrens
trat der Beschwerdeführer am
1.
Dezember 2008 bei seinem ehemaligen Arbeitgeber
Y._
eine Teilzeitstelle als Chef-Kontrolleur (
A._
Filialen) zu 12 Wochenstunden und einem Monatslohn von
Fr.
1‘300
.—
an (vgl. Arbeitsvertrag [unvollständig]
Urk.
10/107 S. 5; vgl. auch IK-Auszug
Urk.
10/106). Per
1.
Februar 2009 (ebenfalls unvollständig vorliegender, und daher undatierter Arbeitsvertrag
Urk.
10/107 S. 4, jedoch in der Ergänzung vom 2
4.
Juni 2009 als vom
5.
Februar 2009 datierend erwähnt,
Urk.
10/107 S. 3) nahm der Beschwer
deführer beim gleichen Arbeitgeber die Stelle als Objektkontrolleur zu einem Monatslohn von
Fr.
3‘500.— (x12) an. Die Arbeitszeit wurde mit 42 Wochen
stunden beziffert, wobei die Arbeitsleistung einem 50%igen Pensum gleichge
setzt wurde. Mit Ergänzung vom 2
4.
Juni 2009 vereinbarten der Beschwerde
führer und sein Arbeitgeber eine arbeitsvertragliche Änderung rückwirkend per
1.
Juni 2009 (
Urk.
10/107 S. 3). Danach betrug der Monatslohn neu
Fr.
4‘500.— und das Arbeitspensum 65%. Die Arbeitsaufnahme und diese – teils vor, teils nach Abschluss des Vergleiches vereinbarten - Arbeitsverträge hatte der Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin – was unwidersprochen blieb - nie gemeldet bzw. diese erfuhr erst mit der am 1
0.
Mai 2011 eingeleiteten
Renten
überprüfung
von diesen Verhältnissen (vgl.
Urk.
10/103). Einzig am
4.
Juli 2012 teilte die damalige Rechtsvertreterin telefonisch mit, dass der Beschwerdeführer per
1.
Mai 2012 neu
Fr.
4‘500.— zuzüglich 1
3.
Monatslohn, also
Fr.
58‘500.— im Jahr verdiene (
Urk.
10/113). Damit beging der Beschwerdeführer zweifellos eine Meldepflichtverletzung. Dies zeitigt indes nur dann Folgen, wenn durch die Änderung in den erwerblichen Verhältnissen auch der vergleichsweise festge
setzte Invaliditätsgrad von 30
%
eine massgebliche Änderung erfährt. Die Beschwerdegegnerin bemass den Invaliditätsgrad neu rückwirkend per
1.
August 201
2.
Demnach ist zu prüfen, ob der Rentenanspruch auf diesen Zeit
punkt hin herabzusetzen ist.
3.2.2
Hierzu ist zunächst das
Valideneinkommen
zu bestimmen.
Wie bereits dargelegt
darf grundsätzlich
aus einer erfolgreichen Invalidenkarriere in einem neuen Tätigkeitsbereich nicht ohne
w
eiteres abgeleitet werden, die versicherte Person hätte ohne Invalidität eine vergleichbare Position auch im angestammten
Tätig
keitsgebiet
erreicht (E. 1.3). Vorliegend drängt sich
eine solche
Schlussf
olgerung
jedoch auf. Der Beschwerdeführer war
ab
dem 22. Juni
1992 bei
m
Reinigungs
unternehmen
Y._
als Unterhaltsreiniger
angestellt (Urk. 2 S. 2; vgl. auch IK-Auszug vom 3
0.
Mai 2011 [Urk. 10/106
]
)
und damit im Zeitpunkt des Unfalls vom
14. Dezember 2005
ein langjähriger Mitarbeiter mit Berufserfah
rung
. Nach dem Unfall, per 1. Dezember 2008, stellte die
frühere
Arbeitgeberin den Beschwerdeführer
wieder
ein und zwar in einer neuen Funktion
als
Kon
trolleur (
vgl.
Urk. 10/107 S.
3-
5)
. Seit dem 1. Juni 2009
–
das heisst
auch nach Übernahme der
Y._
durch die neue Arbeitgeberin
B._
am 1. Mai 2012 –
ist der Beschwerdeführer
in dieser Funk
tion in einem 65%-Pen
sum tätig (Urk. 10/107 S. 3,
Urk. 10/110
und Urk. 18/2
).
Der Beschwerdeführer kann zwar nicht mehr die angestammte Tätigkeit ausü
ben, er profitiert jedoch als Kontrolleur von seiner bisherigen Berufserfahrung als Unterhaltsreiniger.
Der Rückschluss, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner langjährigen Berufserfahrung
beim selben Arbeitgeber
auch im
Gesund
heitsfall
einen Stellenwechsel vom
Unterhaltsreiniger
zum Kontrolleur vollzo
gen hätte, liegt damit
sehr
nahe. Dafür spricht auch die Verantwortung, w
elche
ihm
mit 90-100 untergeordneten
Reinigungsmitarbeitenden in
etwa 15 zu betreuenden Objekten
übertragen wurde
(Urk. 3)
.
Demzufolge ist für die Be
stimmung
des
Valideneinkommens
das Salär als Kon
trolleur in einem 100%-Pensum massgebend.
Gemäss Auskunft der
B._
vom 8. Juni 2012
(
Urk.
10/110)
b
eträgt
dies
es
rund
Fr.
91‘000.--
(
rund
Fr. 7‘000.
--
x 13).
3.2.3
Die Beschwerdegegnerin hielt dafür, wenn das
Valideneinkommen
aufgrund des Verdienstes in der neuen Tätigkeit als Kontrolleur festgesetzt werde, ergebe sich keine Erwerbsein
busse, da der Beschwerdeführer
diese
Tätigkeit
auch mit
der
vorhandenen
gesundheitlichen Einschränkung
zu 100 % ausüben könne (Urk. 2 S. 4).
Dem ist entgegenzuhalten, dass die Arbeitgeberin des Beschwerdeführers mehr
fach zur Auskunft gab, die Tätigkeit als Kontrolleur
könne dieser
aus gesund
heitlichen Gründen nicht in einem 100%-Pensum ausüben (Urk. 10/110,
Urk. 3 und Urk. 18/2), da gemäss Anforderungsprofil bei einer Vollzeitanstellung auch Reinigungs- und Unterhaltsarbeiten zu circa 40 %
anfielen
, um
Engpässe ab
zu
deck
en
(Urk. 3). Dass de
r
Beschwerdeführer
von
diesen Arbeiten befreit werde
, sei eine Sonderlösung aufgrund seiner
gesundheitlich
en Einschränkungen (Urk. 18/2).
Die
se
Ausführungen erscheinen nachvollziehbar und plausibel.
Dass dem Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit
–
und damit
auch
der
bei einer Vollzeitanstellung erforderliche
Anteil an
Reinigungs- und
Unterhalts
arbeiten
–
aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zumutbar
ist
,
lässt sich dem Bericht vom 23. November 2006 von Dr. med.
C._
, Facharzt FMH für Chirurgie, zur kreisärztlichen Untersuchung vom 22. November 2006 entnehmen
.
Dr.
C._
f
ührte aus,
die bisherige Arbeitstätigkeit sei dem Beschwerdeführer nicht mehr zumutbar. Eine angepasste Tätigkeit sei
voll
schichtig
zu 100 % zumutbar
mit den folgenden Einschränkungen in Bezug auf das linke Handgelenk: leichte Tätigkeiten, Zusatzbelastungen vereinzelt bis 5 kg (bei uneingeschränktem Bewegungsumfang des linken Armes), keine kraftvollen Stoss-, Zug- und Drehbewegungen, keine repetitiven Handgelenksbewegungen, keine Schläge oder Vibrationen, kein kraftvolles Zupacken, keine ausschliessli
che axiale Belastung des linken Vorderarmes. Der rechte dominante Arm sei vollumfänglich einsetzbar (Urk. 10/21 S. 4).
Dass sich die Situation bezüglich Belastungs- und Einsatzfähigkeit seither nicht verändert hat, resümierte
Dr.
C._
schliesslich
im Bericht über
die
kreisärztliche Untersuchung vom 18. April 2013 (Urk. 10/125 S. 12).
Im Sinne des Gesagten ist es nicht zulässig,
zur Bemessung des
Invalidenein
kommen
s
den tatsächlich erzielten Verdienst auf ein 100%-Pensum hochzu
rechnen.
Dem Beschwerdeführer sind Reinigungs- und Unterhaltsarbeiten nicht mehr zumutbar. Solche werden von der Arbeitgeberin jedoch für die
Entlöh
nung
zu
einem 100%-Pensum vorausgesetzt.
Es ist
damit
auf den
tatsächlich erzielte
n
Verdienst
in einem 65%-Pensum
(E. 1.4) abzustellen.
Das
Invaliden
einkommen
beträgt demzufolge
Fr.
58
‘
500
.-- (Fr. 4‘500.
--
x
13)
. Da sich der
Salärrahmen
gemäss Arbeitgeberin des Beschwerdeführers mit und ohne
gesundheitliche Einschränkungen im gleichen Umfang bewegt, entspricht der Invaliditätsgrad der Ei
nschränkung im Arbeitspensum
,
somit 35 %.
3.2.4
Daraus ergibt sich, dass ein
e erhebliche Veränderung des Invaliditätsgrades
nicht mit
dem Beweisgrad der
überwiegende
n
Wahrscheinli
chkeit ausgewiesen
ist
.
3.3
Der Beschwerdeführer machte erst in der Replik vom 12. Januar 2015 geltend, sein Gesundheitszustand habe sich verschlechtert. Er beantragte, die
Beschwerde
gegnerin
habe ihm die Kosten für das von ihm veranlasste Privatgutachten von
Dr.
Z._
in der Höhe von Fr. 1‘800.-- zu ersetzen (Urk. 17).
Eine Begutachtung drängte sich jedoch zu keiner Zeit auf. Die Beschwerdegegnerin begründete die Herabsetzung der Invalidenrente stets mit einer erwerblichen Veränderung und nicht mit einer gesundheitlichen. Wie sich den vorstehenden Erwägungen ent
nehmen lässt, beschränkte sich denn auch die Überprüfung des angefochtenen Entscheids auf erwerbliche Aspekte
und besteht keinerlei Anhalt für eine Verän
derung der Arbeitsfähigkeit
. Der Antrag ist somit abzuweisen.
3.4
Nach dem Gesagten ist der angefochtene
Einspracheentscheid
i
n Gutheissung der Beschwerde aufzuheben. Der Antrag des Beschwerdeführers auf Erstattung der
Kosten von Fr. 1‘800.-- für das Privatgutachten von
Dr.
Z._
durch die Beschwerdegegnerin
ist abzuweisen.
4.
Dem
Beschwerdeführer
steht ausgangsgemäss
eine Parteientschädigung zu. Diese ist ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen (
§
34
Abs.
1
Abs.
3 des Geset
zes über das Sozialversicherungsgericht,
GS
VGer
) und vorliegend auf
Fr.
1‘9
00.-- (inklusive Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen.