Decision ID: 8877fbd8-f732-4ee6-9640-9437de2aa7e6
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1972 geborene
X._
war als Maurer bei der
Y._
A
G
tätig
(vgl. Urk. 6/8, 6/33/1)
. Am 29. März 2018 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf Wirbelsäulen- und Schulterbeschwerden bestehend seit dem Jahr 2016 bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 6/3). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-S
telle, tätig
t
e erwerbliche (Urk. 6/
8-
9) Abklärungen und zog die Unterlagen der Krankentag
geldversicherung bei (Urk. 6/12-13). Am 2
7.
August 2018 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, aufgrund seines Gesundheitszustandes seien
zurzeit
keine Ein
gliederungsmassnahmen möglich (Urk. 6/15). Im Auftrag der Krankentaggeldver
sicherung wurde der Versicherte am 27. April 2018 vertrauensärztlich
u
ntersucht (vgl.
Gutachten
von
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin Allgemeine Innere Medizin, vom 1
1. Mai 2018, Urk. 6/17). Am 10.
Oktober 2018 führte die IV-Stelle mit dem Versicherten ein
persönliches Gespräch
durch (Urk. 6/
33/3
). Nachdem weitere Arztberichte beig
ezogen wurden (Urk. 6/21, 6/25), auferlegte die IV-Stelle dem Versicherten m
it Schreiben vom 27. Februar 2019 im Rahmen seiner Mit
wirkungspflicht, den Termin bei der Stiftung
A._
für ein Probetraining am 1
9.
März 2019 wahrzunehmen (Urk. 6/27). Nachdem der Versicherte mit E-Mail vom 1
5.
M
ärz 2019 gemeldet hatte, er nehme aufgrund seiner gesundheitlichen Probleme nicht am Probetraining teil (Urk. 6/28),
schloss
die IV-Stelle
am 18. März 2019
die
Eingliederungsberatung
ab
(Urk. 6/32). Der Versicherte reichte medizinische Unterlagen ein (Urk. 6/37
), woraufhin die
IV-Stelle weitere medizi
nische Abklärungen
tätigte
(Urk. 6/42)
und
die Akten der Unfallversicherung
bei
zog
(Urk. 6/47)
. M
it Vorbescheid vom 1
0.
Januar 2020
stellte sie
die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk. 6/59).
Nachdem der Versicherte dage
gen Einwand erhoben hatte
(Urk. 6/61)
, wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren wie
vorbeschieden
mit Verfügung vom 3. Juni 2021 ab (Urk. 2 [= Urk. 6/118]).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 20. Juni 2021 Beschwerde und beantragte sinngemäss die Aufhebung der Verfügung und die
Zusprache
einer Rente. In pro
zessualer Hinsicht ersuchte
er
um Gewährung der unentgeltlichen Prozess
führung (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 28. Juli 2021 schloss die Beschwerde
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5), worüber der Beschwerdeführer mit Verfügung vom 30. Juli 2021 (Urk. 7) in Kenntnis gesetzt wurde.
Mit genannter Verfügung wurde dem Beschwerdeführer sodann Frist angesetzt, um das Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit unter Beilage sämt
licher Belege zur aktuellen finanziellen Situation einzureichen.
Mit Schreiben vom 18. August 2021 (Urk. 9) reichte der Beschwerdeführer weitere Unterlagen zu den Akten (Urk. 10 und 11/1-17).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
4.
Zu ergänzen ist, dass die Suva
einen Kausalzusammenhang zwischen den
im Februar 2019 gemeldeten
Rückenbeschwerden
(vgl. Urk. 6/47/54)
und
einem
Unfallereignis
vom 11. Dezember 2015 verneinte (Urk. 6/47/6). Daran hielt sie mit Verfügung vom 26. Mai 2020 sowie
mit
Einspracheentscheid
vom 10. August 2020 fest. Die vom Beschwerdeführer dagegen beim Sozialversicherungsgericht erhobene Beschwerde war Gegenstand des Verfahrens UV.2020.00186 und wurde mit Urtei
l vom
9.
Juni 2021 abgewiesen. Das Bundesgericht trat auf die dagegen erhobene Beschwerde mit Urteil vom 9. September 2021 nicht ein (8C_568/2021).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
–
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen
–
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
4
Der Anspruch auf eine Invalidenrente setzt mithin eine Beeinträchtigung der Gesundheit beziehungsweise einen Gesundheitsschaden voraus. Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist aber noch nicht gesagt, dass dieser auch invalidi
sierenden Charakter hat. Ob dies zutrifft, beurteilt sich gemäss dem klaren Geset
zeswortlaut nach dem Einfluss, den der Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat. Entscheidend ist, ob der versicherten Person
aufgrund
des geklagten Leidens nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten (BGE 142 V 106 E. 4.4).
1.5
Nach der allgemeinen Beweisregel (
Art.
8 des Zivilgesetzbuches [ZGB]) obliegt es bei erstmaliger Rentenprüfung der versicherten Person, die invalidisierenden Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung mit dem Beweisgrad der überwie
genden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Denn sie leitet daraus Rechte, den Anspruch auf eine Invalidenrente, ab. Gelingt es der versicherten Person, unter Einbezug der im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes gebotenen Abklärungen des Versicherungsträgers (
Art.
43 ATSG) beziehungsweise – im Beschwerdefall – des Sozialversicherungsgerichts (
Art.
61
lit
. c ATSG)
, nicht, den geklagten Gesund
heitsschaden und dessen invalidisierende Auswirkungen nachzuweisen, trägt sie daher die Folgen der Beweislosigkeit und sie verfügt über keinen Leis
tungsanspruch. Mit anderen Worten wird bei Beweislosigkeit vermutet, dass sich der geklagte Gesundheitsschaden nicht invalidisierend auswirkt. Vermutet wird daher Validität, nicht Invalidität (BGE 140 V 290 E. 4.1; 139 V 547 E. 8.1). Blei
ben die Auswirkungen eines ob
jektivierbaren wie auch eines nicht (bild
gebend) fassbaren Leidens auf die Arbeits
fähigkeit trotz in Nachachtung des Untersu
chungs
grund
satzes sorg
fältig durchgeführter Abklärungen vage und unbestimmt, ist der Be
weis für die An
spruchs
grundlage nicht geleistet und nicht zu erbringen (BGE 140 V 290 E. 4.1 mit Hinweisen auf die Literatur).
1.6
Auszugehen ist davon, dass Erwerbsfähigkeit vermutet wird (vorstehend E. 1.4) und ein Gesundheitsschaden, der zu Leistungen der Invalidenversicherung berechtigt, eine bestimmte Dauerhaftigkeit aufweisen und die Arbeitsfähigkeit erheblich einschränken muss. Das ist anhand der im Recht liegenden Beweise zu beurteilen. Es ist Sache des Versicherungsträgers, im Beschwerdefall des Gerichts, die Beweismittel auf ihre Aussagekraft und Kohärenz hin zu prüfen, um fest
zu
stellen, ob eine solche Arbeitsunfähigkeit vorliegt. Ergibt die Beweiswürdigung, dass eine dauerhafte und erhebliche Arbeitsunfähigkeit nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist, ist Invalidität zu verneinen und es erübrigt sich eine weitere Prüfung (Urteil des Bundesgerichts 8C_324/2014 vom 15. Janu
ar 2015 E. 3.3).
1.7
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stel
lung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung, der Beschwer
deführer sei als Maurer in einem 100%-Pensum angestellt gewesen, er habe jedoch mitgeteilt, sein Gesundheitszustand habe sich trotz Behandlung nicht ver
bessert und er fühle sich nicht arbeitsfähig. Die ärztlichen Untersuchungen hätten ergeben, dass er in einer angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei. Die Arbeit sollte eine körperlich wechselbelastende, leichte bis mittelschwere Tätig
keit sein, die keine monotonen und repetitiven Fehlhaltungen des Rumpfes bean
spruchen würde. Aus der Einkommenseinbusse resultiere ein Invaliditätsgrad von 15 %
.
Aufgrund der Operation
en
vom 21. August 2020 und 8. Januar 2021 sei der Beschwerdeführer vorübergehend in seiner Arbeitsfähigkeit vollständig ein
ge
schränkt gewesen. Nach der Operation vom 8. Januar 2021
hätten
sich seine gesundheitlichen Beschwerden wieder verbessert. Eine angepasste leichte wech
selbelastende Tätigkeit sei ih
m in einem 100%-Pensum zumutbar. Es
bestehe
weiterhin ein In
validitätsgrad von 15 %, weshalb er
keinen Anspruch auf Leistun
gen der Invalidenversicherung
habe
(Urk. 2)
.
2.2
Demgegenüber brachte der Beschwerdeführer vor, er habe seit dem 25. April 2017 nicht mehr gearbeitet. Er sei nie von den Ärzten der Beschwerdegegnerin unter
sucht worden, obwohl er mehrfach danach gefragt habe. Die Beschwerdegegnerin habe eine Massnahme zur beruflichen Eingliederung durchführen wolle
n
, er habe sich jedoch geweigert, weil er aufgrund seines Gesundheitszustand zu diesem Zeit
punkt dazu nicht in der Lage gewesen sei. Im Jahr 2020 sei er an der Hals
wirbelsäule, der rechten Schulter sowie
am Lendenkolon
operiert worden
(
Urk.
1)
.
3.
3.1
Dr.
Z._
nannte
in ihrem
Gutachten
vom 1
1.
Mai 2018 zuhanden des
Krankentaggeldversicherers
chronifizierte
zervikovertebrale
und
zerviko
spon
dy
lo
gene
,
lumbovertebrale
und
lumbospondylogene
Schmerzen sowie dege
nerative Veränderungen der Wirbelsäule (altersentsprechend) als Diagnosen (Urk. 6/17/11).
Der Beschwerdeführer habe berichtet
,
seit ca. November 2015 Schmerzen am ganzen Körper zu haben.
Es
hätten vor allem sein Rücken bis in den Nacken sowie beide Schultern und Hände geschmerzt. Nachts habe er ein Einschlafgefühl und Ameisenlaufen in den Händen festgestellt. Mit der Zeit habe er auch ein allgemeines Müdigkeitsgefühl
entwickelt
. Die Beschwerden hätten zugenommen und die Körperschmerzen würden persistieren. Morgens habe er vor allem Kreuzbeschwerden, gegen Abend habe er mehr Schmerzen in den Schultern und im Nacken. Seit April 2017 sei er zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben worden
(Urk. 6/17/4-5)
.
Im Untersuchungsbefund führte
Dr.
Z._
aus, der Beschwerdeführer habe sich uneingeschränkt bewegt, das Gangbild sei unauffäl
lig gewesen. Es würden keine körperlichen Einschränkungen in den spontanen Bewegungsabläufen bestehen. Die Schmerzpräsentation während der Anamnese und der Untersuchung sei unauffällig gewesen. Er habe ausschliesslich über die
körperlichen Schmerzen gesprochen, ein körperlicher Leidensdruck sei im Gespräch jedoch nicht vorhanden gewesen. Alle
Waddell
-Zeichen seien negativ und die Fibromyalgie-Punkte nicht
druckdolent
gewesen (Urk. 6/17/7).
W
eder die klinischen noch die bildgebenden oder laborchemischen Befunde
seien zu
den angegebenen Beschwerden des Beschwerdeführers passen
d
.
Dem Beschwerde
führer seien jedoch aufgrund der bestehenden degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule und der diskreten Befunde an der rechten Schulter keine körperlich sehr schweren Tätigkeiten mehr zumutbar. Eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit zur Bestimmung der Belastungsgrenze
sei
nicht erfolgsver
sprechend, da die
chronifizierte
Schmerzsymptomatik im Vordergrund stehe und dadurch die körperliche Belastungsgrenze des Beschwerdeführers nicht objektiv bestimmt werden könne. Die Zumutbarkeit müsse rein theoretisch beurteilt werden.
Dem Beschwerdeführer seien sehr schwere körperliche Tätigkeiten mit anhaltenden Kraftanwendungen über die Horizontale (aufgrund der Schulter
symptomatik) nicht mehr zumutbar. Für eine angepasste Tätigkeit könne weder anamnestisch noch objektiv oder aus den präsentierten Funktionseinschränkun
gen eine anhaltende Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit nachvollzogen werden. Dem Beschwerdeführer
seien aus körperlicher Sicht
solche Tätigkeiten in einem vollen Pensum und mit voller Leistung zumutbar (Urk. 6/17/11-12).
3.2
Am 5. April 2019 bericht
ete die behandelnde Ärztin
Dr.
m
ed.
B._
, Fachärztin Physikalische Medizin und Rehabilitation, der Beschwerdeführer sei seit dem
2.
Oktober 2017 bei ihr in Behandlung. Er leide seit dem Jahr 2017 an permanenten, belastungsabhängigen Rückenschmerzen initial mit lumbaler Beto
nung und Ausstrahlung ins rechte Bein. Neuerdings würden auch vermehrt
Cervicalgien
mit Ausstrahlung in den rechten Arm mit
Dysästhesien
und Paräs
thesien im Ganzen rechten Arm und
in
beide
n
Hände
n
auftreten. Der Beschwer
deführer könne keine rückenbelastende Tätigkeit mehr ausführen
, weshalb ihm seine
bisherige Tätigkeit nicht mehr zumutbar
sei
. In einer dem Leiden angepass
ten Tätigkeit sei der Beschwerdeführer jedoch
zu
100 % arbeitsfähig (Urk. 6/42).
3.3
Im Austrittsbericht
des Spital
C._
vom 24. August 2020 wurde notiert, der Beschwerdeführer sei vom 2
1.
bis 2
4.
August 2020 hospitalisiert gewesen. Als Diagnose wurde eine Stenose C5/6 aufgeführt.
Dr.
med.
D._
, Fach
arzt Neurochirurgie, erachtete bei persistierenden Beschwerden die Indikation zur operativen Versorgung als gegeben. Es sei am 2
1.
August 2020 eine Dekompres
sion und
Spondylodese
C5 bis C7 durchgeführt worden. Der intraoperative Ver
lauf habe sich komplikationslos gestaltet. Postoperativ sei der Beschwerdeführer routinemässig zur Überwachung auf der Intensivstation gewesen und am Folge
tag zurück auf die Normalstation gekommen. Unter der verordneten analge
tischen Therapie sei er rasch beschwerdear
m
gewesen und
er
sei mit Hilfe der Physiotherapie mobilisiert worden. Die Wundverhältnisse hätten sich reizlos gezeigt und der Beschwerdeführer sei am 24. August 2020 in gutem Allgemein
zustand entlassen worden. Eine Vollbelastung sei nach Massgabe der Beschwer
de
n
ab sofort wieder erlaubt (Urk. 6/72). Am 10. November 2020 ergänzte
Dr.
D._
,
im Rahmen der Operation habe eine Arbeitsunfähigkeit zu 100 % bestanden und dies bis auf Weiteres
;
Arbeitsunfähigkeit
szeugnisse
sei
en
jedoch nicht
ausgestellt
worden. Postoperativ seien die Nackenschmerzen deutlich
regre
dient
gewesen, das Einschlafen in den Händen sei praktisch versch
w
unden. Der Beschwerdeführer habe aber wieder Schulterschmerzen rechts bei AC-Gelenks
arthrose; am 9. November 2020 sei eine Operation vorgesehen
. Nach der Schul
ter
operation müsse die Rekonvaleszenz abgewartet werden, eventuell müsse auch noch eine Operation an der Lendenwirbelsäule erfolgen. Bei günstigem Ver
lauf könne in einem halben Jahr eine Arbeitsfähigkeit gegeben sein
(Urk. 6/79
/7-9
).
3.4
Dem Operationsbericht vom 9. November 2020 ist zu entnehmen, dass gleichen
tags durch
Dr.
med.
E._
, Facharzt Orthopädische Chirurgie, eine Arthroskopie durchgeführt worden war. Als Diagnose wurde
n
eine schmerz
hafte
Funktionsstörung rechts bei
Pulley
-Läsion der
Bizepssehne
, SLAP-Läsion nach Typ Snyder 2 sow
i
e
eine
Teilruptur der
Supraspinatussehne
aufgeführt (Urk. 6/81/1).
3.5
Im Austrittsbericht vom 1
1.
Januar 2021 führte
Dr.
D._
aus, der Beschwer
deführer sei vom
8.
bis 1
2.
Januar 2021 zur geplanten Operation bei
Diskopathie
L5/S1 hospitalisiert gewesen. Die Röntgenkontrolle vom 11. Januar 2021 habe postoperativ regelrechte Stellungsverhältnisse nach dorsaler
Spondylodese
L5/S1 gezeigt. Die Wundverhältnisse hätten sich reizlos präsentiert und der Beschwer
deführer sei in gutem Allgemeinzustand nach Hause entlassen worden. Eine Vollbelastung sei nach Massgabe der
Beschwerden ab sofort erlaubt, d
er Beschwer
deführer habe in den nächsten Wochen
jedoch
auf ein rückenscho
nendes Verhal
ten zu achten. Insbesondere sollte
er
auf das Heben und Trage
n von schweren Lasten verzichten
(Urk. 6/81/2-3)
.
Am 22. April 2021 ergänzte
Dr.
D._
, die
Spondylodese
L5/S1 sei komplikationslos verlaufen. Dennoch könne der Beschwerdeführer auf der Baustelle nicht einer schweren Tätigkeit nachgehen. Eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit in Wechselbelastung könne er hingegen durchführen (Urk. 6/103).
4.
4.1
Vorliegend ist unbestritten und durch die Akten ausgewiesen, dass der Beschwer
deführer in seiner angestammten Tätigkeit
als Maurer
zu 100 % arbeitsunfähig ist. Strittig ist hingegen, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit ausging und
gestützt auf den
Einkommensvergleich einen Anspruch auf eine Invalidenrente verneinte
.
4.2
Die Beschwerdegegnerin ging im Wesentlichen gestützt auf die Feststellungen der behandelnden Ärzte sowie der Gutachterin
Dr.
Z._
davon aus, dass der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig ist. Einzig aufgrund der Operationen vom 2
1.
August 2020
, vom 9. November 2020
und vom 8. Januar 2021 war der Beschwerdeführer in seiner Arbeitsfähigkeit
vorüber
gehend
vollständig eingeschränkt.
Entgegen dem Einwand des Beschwerde
führers ist a
ufgrund der medizinischen Aktenlage nicht zu beanstanden, dass die Ärzte des RAD
auf eine persönliche Untersuchung des Beschwerdeführers ver
zichtet haben.
Reine Aktengutachten von RAD-Ärzten sind beweiskräftig, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil des Bundesgerichts 8C_750/2020 vom 23. April 2021 E. 4 mit Hin
weisen).
Die eingereichten medizinischen Berichte lassen eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit zu
(vgl.
Urk.
6/58/6 f.)
, weshalb auf diese abgestellt werden kann.
Dr.
Z._
kam in ihrer Beurteilung zum Schluss, dass weder anamnestisch noch objektiv eine anhaltende Beeinträchtigung nachvollzogen werden könne. Ebenso wenig hätten die präsentierten Funktionseinschränkungen auf eine Arbeitsunfähigkeit hingedeutet (E. 3.1). Die behandelnden Ärzte attestierten dem Beschwerdeführer aufgrund der durchgeführten Operationen ab August 2020 eine
vollständige
Arbeitsunfähi
gkeit. Dr.
D._
führte
diesbezüglich
aus, dass die Rekonvaleszenz abgewartet werden müsse, bei günstigem Verlauf jedoch nach einem halben Jahr eine Arbeitsfähigkeit gegeben sein sollte (E. 3.3). Nachdem der Beschwerdeführer
am 8. Januar 2021 letztmals operativ behandelt wurde, stellte
Dr.
D._
im April 2021 fest, der Beschwerdeführer könne zwar keiner schweren Tätigkeit mehr nachgehen, eine leichte bis mittelschwere wechselbelas
tende Tätigkeit sei ihm
aber
zumutbar (E. 3.5). Hinweise dafür, dass der Beschwer
deführer nach April 2021
für eine solchermassen angepasste Tätigkeit a
rbeitsun
fähig gewesen wäre
,
sind nicht ersichtlich. Aus dem Umstand alleine, dass der Beschwerdeführer seit dem Jahr 2017 keiner Erwerbstätigkeit mehr
nachge
gangen ist (Urk. 1)
, vermag er nichts zu seinen Gunsten ableiten.
Die Beschwer
degegnerin ging
zu Recht
gestützt auf die medizinischen Berichte
von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer dem Leiden angepassten Tätigkeit aus. Der Beschwerdeführer war von August 2020 bis
April
2021 in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt
,
Invalidität ist
jedoch
die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
E
.1.2
).
Eine langandau
ernde Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit ist vorliegend nicht ausgewiesen.
An dieser Einschätzung vermögen auch die im Beschwerdeverfahren aufgelegten Berichte
und Unterlagen (Urk. 11/1-17)
nichts zu ändern
, wobei darauf hinzu
weisen ist, dass die Arztberichte bereits im Verwaltungsverfahren aktenkundig waren.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit keine langandauernde Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit ausgewiesen ist
(vgl. E. 1.6)
.
Angesichts der Aktenlage sind in diesem Zusammenhang von weiteren Abklärungen keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb davon ohne Verletzung der Untersuchungspflicht abgese
hen werden kann (antizipierte Beweiswürdigung; BGE
144 V 361 E. 6.5, 136 I 229 E. 5.3, je mit Hinweisen
).
5.
5.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
5.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
5.3
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 145 V 141 E. 5.2.1, 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung sodann primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht.
Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbs
einkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung entwe
der Tabellenlöhne gemäss der vom Bundesamt für Statistik periodisch heraus
gegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) oder die Zahlen der Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP) der Suva herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 mit Hinweis).
5.4
Der Beschwerdeführer war seit dem Jahr 2013 bei der
Y._
AG angestellt (Urk. 6/9/1). Nachdem die Arbeitgeberin mitgeteilt hatte, keine
angepasste Tätig
keit für den Beschwerdeführer
anbieten zu können
, stellte sie die Kündigung des Arbeitsverhältnisses nach Ablauf des
Krankent
aggeldanspruchs in Aussicht (Urk. 6/33/11 f.). Es ist daher mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass das Arbeitsverhältnis aus gesundheitlichen Gründen aufgelöst wurde.
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Ermittlung des
Valideneinkommens
auf die Angaben im IK-Auszug
(Urk. 6/57/1)
und berücksichtigte die Nominal
lohnentwicklung
, was nicht zu b
eanstanden ist. Hinweise dafür, dass diese Angaben fehlerhaft sein könnten, sind nicht aktenkundig und wurden vom Beschwerde
führer auch nicht vorgebracht. Beim Invalideneinkommen stützte sich die Beschwerdegegnerin auf die Tabellenlöhne der LSE. Unter Berücksichtigung, dass der
Beschwerdeführer seit der Beendigung des Arbeitsverhältnisses mit der
Y._
AG nicht
mehr
in einem Anstellungsverhältnis
steht
(vgl. Urk. 1), ist dieses Vorgehen korrekt
(E. 5.3
).
Der Einkommensvergleich der Beschwerdegegnerin ist
nach dem Gesagten
nicht zu beanstanden. Aus dem Einkommensvergleich ist ersichtlich, dass ein Invalidi
tätsgrad von 15
%
resultiert. Mithin hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Invalidenrente, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
6
.
6
.1
Mit Beschwerdeschrift vom 20. Juni 2021 ersuchte der Beschwerdeführer um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Urk. 1). Mit Verfügung vom 30. Juli 2021 wurde dem Beschwerdeführer eine 30-tägige Frist auferlegt, um das Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit vollständig und wahr
heitsgetreu ausgefüllt sowie unter Beilage sämtlicher Belege zur aktuellen finan
ziellen Situation einzureichen. Dies unter Androhung, dass bei ungenügender Substantiierung oder fehlenden oder ungenügenden Belegen zur finanziellen Situ
ation davon ausgegangen werde, dass keine prozessuale Bedürftigkeit bestehe (Dispositiv-Ziffer 2 Urk. 7). Am 18. August 2021 (Datum Poststempel) reichte der Beschwerdeführer eine Stellungnahme
in deutscher und englischer Sprache
sowie medizinische Unterlagen zu den Akten (Urk. 9, 10 und 11/1-17). Das Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit sowie Belege zur aktuellen finan
ziellen Situation legte der Beschwerdeführer
innert der angesetzten Frist
nicht auf. Androhungsgemäss ist sein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung mangels ausgewiesener Bedürftigkeit abzuweisen.
6
.2
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf Fr. 700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzu
erlegen.
Das Gericht
beschliesst
:
Das Gesuch des Beschwerdeführers vom 20. Juni 2021 um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung wird abgewiesen,
und
erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
700
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
dem
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X._
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.