Decision ID: d9a89fcc-135f-46c1-9fe5-84357b14038f
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_HG
Chamber: ZH_HG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Forderung
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Rechtsbegehren: (act. 1 S. 2)
- 3 -
Mit der Replik ergänztes Rechtsbegehren: (act. 32 S. 2)
Sachverhalt und Verfahren
A. Sachverhalt
a. Prozessgegenstand und Parteien
Der Kläger verlangt von der Beklagten Schadenersatz aus pflichtwidriger Anlage-
beratung.
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Der Kläger wurde am tt. April 1967 in ... [Ortschaft] (Türkei) geboren (act. 1 Rz. 6;
act. 22 Rz. 43). Derzeit lebt er in Neuseeland (act. 1 Rz. 8; act. 22 Rz. 43).
Die Beklagte ist eine Aktiengesellschaft schweizerischen Rechts mit Sitz in
C._ und mehreren Zweigniederlassungen, u.a. einer in Zürich (act. 1 Rz. 4,
5; act. 22 Rz. 44; act. 23/4). Sie bezweckt u.a. den Betrieb einer Bank und die Tä-
tigkeit als Effektenhändlerin (act. 23/4).
b. Unbestrittener Sachverhalt
Die streitgegenständliche Geschäftsbeziehung eröffnete der Kläger am
20. November 2005 bei der D._ Bank (act. 1 Rz. 11, 43; act. 22 Rz. 45;
act. 3/19). Ab Frühjahr 2011 betreute die Kundenberaterin E._ diese Ge-
schäftsbeziehung (act. 1 Rz. 11, 16, 46; act. 22 Rz. 124-127). Am tt.mm.2011
(Publikation im Schweizerischen Handelsamtsblatt; Art. 22 Abs. 1 FusG) über-
nahm die Beklagte die D._ BANK (Switzerland) AG auf dem Wege der Ab-
sorptionsfusion (act. 1 Rz. 2, 17; act. 22 Rz. 45, 115; act. 3/4).
Am 17. Juni 2013 verkaufte die Kundenberaterin des Klägers 300 Call-
Optionskontrakte auf USD 50'000 in drei Tranchen zu je 100 Kontrakten mit je-
weils unterschiedlichen Ausübungsdaten und -preisen für jeweils unterschiedliche
Optionsprämien: 100 Kontrakte zu 1.8850 am 24. Juni 2013 für 0.0028 (insge-
samt TRY 14'000), 100 Kontrakte zu 1.8950 am 1. Juli 2013 für 0.0038 (insge-
samt TRY 19'000) und 100 Kontrakte zu 1.9050 am 8. Juli 2013 für 0.0048 (ins-
gesamt TRY 24'000; act. 1 Rz. 56, 65; act. 3/23). Der Kläger verpflichtete sich,
dem Käufer bei Ausübung der Option am Ausübungsdatum jeweils USD 50'000
zum vereinbarten Ausübungspreis zu liefern (act. 1 Rz. 57, 60). Die Optionsprä-
mien von insgesamt TRY 57'000 überwies die Kundenberaterin zusammen mit
dem vorbestehenden Habensaldo von rund TRY 6'000 zu einem Gegenwert von
USD 33'297.53 auf das USD-Konto des Klägers (act. 1 Rz. 67; act. 3/25). In der
Zeit vom 17. Juni 2013 bis zum 24. Juni 2013 stieg der USD/TRY-Wechselkurs
von 1.872 auf 1.9405 (act. 1 Rz. 55, 65, 69; act. 22 Rz. 141). Da der Käufer der
ersten Tranche die Optionen am 24. Juni 2013 ausübte, musste die Kundenbera-
terin bzw. der Kläger ihm USD 5 Mio. zum Ausübungspreis von 1.885, insgesamt
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TRY 9'425'000, liefern (act. 1 Rz. 69; act. 3/25). Diese musste die Kundenberate-
rin zum aktuellen Kurs von 1.9405, insgesamt TRY 9'702'500, am Markt beschaf-
fen, weil auf dem USD-Konto des Klägers keine ausreichenden Mittel vorhanden
waren (act. 1 Rz. 69; act. 3/25). Es ergab sich ein Bruttoverlust von TRY 277'500
(act. 1 Rz. 70) bzw. (unter Berücksichtigung der erzielten Prämie von TRY 14'000)
ein Nettoverlust von TRY 263'500 (act. 1 Rz. 75). Die Kundenberaterin deckte
diesen Verlust, indem sie eine neue Tranche von 100 Kontrakten mit Ausübungs-
datum am 17. Juli 2013 zu einem Ausübungspreis von 1.8930 für eine Prämie von
0.05670, insgesamt TRY 283'500, schrieb (sog. Rollen; act. 1 Rz. 72, 73, 74;
act. 22 Rz. 150, 152; act. 3/25). Den Überschuss von TRY 6'000 überwies sie auf
das USD-Konto des Klägers zum Gegenwert von USD 3'066.55 (act. 1 Rz. 73;
act. 3/25). In derselben Weise verfuhr die Kundenberaterin bei den beiden ande-
ren Tranchen (act. 1 Rz. 78, 79). In der Folge rollte die Kundenberaterin die drei
Tranchen insgesamt achtzehnmal auf dieselbe Weise (act. 1 Rz. 82, 84; act. 22
Rz. 150, 152).
Am 27. Januar 2014 wurden alle offenen Positionen geschlossen, indem die Be-
klagte die offenen Kontrakte zum aktuellen Tagespreis (Prämie) am Markt zu-
rückkaufte (act. 1 Rz. 87; act. 22 Rz. 70, 152). Die Rückkaufsprämien dieser drei
letzten offenen Tranchen beliefen sich auf TRY 5'876'500 (act. 1 Rz. 87;
act. 3/28).
c. Parteistandpunkte
aa. Der Kläger behauptet, er habe bei der Anlage seiner persönlichen Erspar-
nisse keine Risiken eingehen und nur in sichere und werterhaltende Titel investie-
ren wollen, insbesondere nach den Erfahrungen in der Finanzkrise 2007/2008
(act. 1 Rz. 15). Gegenüber seiner Kundenberaterin habe er erklärt, dass er keine
Risiken eingehen wolle, und ausdrücklich gewünscht, das die aus den Zeiten des
vorherigen Kundenberaters stammenden Anlagen in TRY reduziert werden soll-
ten; im Übrigen habe er immer wieder erklärt, dass er Probleme mit dem Online-
Banking habe, die Bewegungen in seinem Portfolio nicht verfolgen und nicht
überwachen könne, und dass er seiner Kundenberaterin vollständig vertrauen
müsse und grundsätzlich ihre Empfehlungen befolgen werde (act. 1 Rz. 16). Die
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Kundenberaterin habe [im Jahre 2013] von Fremdwährungsgeschäften zu
schwärmen begonnen, jedoch habe er weder Zeit noch Interesse gehabt, sich mit
dem Thema zu beschäftigen (act. 1 Rz. 18). Die Kundenberaterin habe jedoch
nicht locker gelassen und ihm versichert, dass es sich bei den besagten Geschäf-
ten um eine äusserst sichere Anlage handle, dass technisch gesehen kein Risiko
bestehe, das Geld zu verlieren, und dass sie damit ein regelmässiges Einkommen
erzielen könne (act. 1 Rz. 19). Hierzu verweist der Kläger auf die E-Mail vom
22. Mai 2013, welche die Kundenberaterin dem Kläger am 28. Mai 2013 und am
6. Juni 2013 erneut sandte (act. 1 Rz. 92-125; act. 3/29). Aufgrund dieser Zusi-
cherung habe der Kläger dem Drängen der Kundenberaterin irgendwann einmal
nachgegeben (act. 1 Rz. 19). Danach habe die Kundenberaterin, auch bei einem
Treffen am 30. Juli 2013 in Istanbul, das Thema nie mehr erwähnt (act. 1 Rz. 20,
126). Nachdem die Kundenberaterin mit E-Mail vom 1. November 2013 dringend
um Unterzeichnung eines "Special Fiduciary Mandate", eines "Framework Ag-
reement on Instructions for Specific Transactions" und einer Empfangsbestäti-
gung gebeten habe (act. 1 Rz. 22, 23, 128; act. 3/7-8), habe er mit E-Mail vom
4. November 2013 um eine Begründung, weshalb er zu erklären habe, die spezi-
ellen Risiken der ihm als risikolos empfohlenen Transaktionen zu verstehen und
zu akzeptieren, und um eine Bestätigung des USD-Saldos bei Schliessung der
Forex-Positionen gebeten (act. 1 Rz. 26; act. 3/9). Nachdem er die E-Mail auf-
grund der Abwesenheitsnotiz der Kundenberaterin gleichentags an deren Assis-
tenten weitergeleitet habe (act. 1 Rz. 27, 131; act. 3/10-11), habe ihn die Kunden-
beraterin kurz darauf nachmittags angerufen und ihm versichert, dass alles in
Ordnung sei, dass es sich bei den Formularen um eine blosse Formalität handle
und er sich wegen der Forex-Gechäfte nicht zu beunruhigen brauche, da sein
Geld sicher sei und er keine Verluste zu befürchten habe (act. 1 Rz. 28, 131,
135). Auf Bitte des Klägers habe die Kundenberaterin gegen Abend auch eine
entsprechende E-Mail verfasst (act. 1 Rz. 29, 135; act. 3/12), worauf der Kläger
die drei Formulare unterzeichnet habe (act. 1 Rz. 29; act. 3/13). Danach habe er
nichts mehr von der Kundenberaterin gehört (act. 1 Rz. 31). Am 24. Januar 2014
habe ihm der Assistent der Kundenberaterin telefonisch eröffnet, diese habe mit
hochriskanten Optionsgeschäften zulasten zahlreicher Kunden grosse Verluste
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erlitten und sein Konto sei mit einem Verlust von über 2 Millionen USD davon be-
troffen (act. 1 Rz. 32, 164).
Der Kläger ist der Auffassung, die Beklagte sei durch ihr vertragswidriges Verhal-
ten dem Kläger gegenüber schadenersatzpflichtig (act. 1 Rz. 207, 210). Die Be-
klagte habe ihre Pflicht zur korrekten und angemessenen Information und Aufklä-
rung über Chancen und Risiken der vorgeschlagenen Anlagegeschäfte ein-
schliesslich Suitability-Prüfung mehrfach bewusst verletzt, das Spekulieren mit
FX-Optionen habe weder der tatsächlichen Risikobereitschaft des Klägers noch
dem von der Beklagten (ohne Wissen des Klägers) dokumentierten Anlageprofil
"Balanced" entsprochen. Der Verkauf von Call-Optionen USD/TRY habe diamet-
ral dem ausdrücklichen Wunsch des Klägers, nicht mehr in TRY zu investieren,
widersprochen (act. 1 Rz. 202, 203). Zudem habe die Beklagte die aufgrund ihres
besonderen Vertrauensverhältnisses mit dem Kläger bestehende Pflicht, die be-
treffenden Anlagen ständig zu überwachen und den Kläger unaufgefordert vor
sich abzeichnenden Gefahren zu warnen, mehrfach bewusst verletzt (act. 1
Rz. 206).
Der Kläger macht einen Bruttoverlust von USD 2'522'103 geltend, welchen er
aufgrund des Gesamtbetrags für die am 27. Januar 2014 fällig gewordenen Rück-
kaufsprämien der letzten drei Tranchen von TRY 5'876'500 und einem TRY/USD-
Tageskurs von 2.33 berechnet (act. 1 Rz. 87, 210, 211; act. 3/27), und zieht da-
von die erzielten Prämien von USD 166'013 ab, woraus sich ein Nettoverlust von
USD 2'356'090 ergebe (act. 1 Rz. 88, 211; act. 32 Rz. 28, 29). Der Kläger ist der
Auffassung, die Beklagte habe dem Kläger den Schaden in der Höhe des Netto-
Verlusts zu ersetzen und ab 28. Januar 2014 zu einem Zinssatz von 5 % zu ver-
zinsen (act. 1 Rz. 210; act. 32 Rz. 27). Der am 27. Januar 2014 realisierte Netto-
verlust entspreche gleichzeitig auch dem Schaden per 27. Januar 2014, denn der
sonst bei Anlageschäden geforderte Vergleich zwischen der tatsächlichen und ei-
ner hypothetischen Entwicklung des pflichtwidrig angelegten Vermögens erübrige
sich, namentlich da es beim pflichtwidrigen Verkauf einer Option gar keine alter-
native Anlage bzw. kein Vermögen gebe, das im Zeitpunkt des Verkaufs in eine
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alternative Anlage hätte investiert werden können (act. 1 Rz. 210; act. 32 Rz. 18,
19).
bb. Demgegenüber behauptet die Beklagte, der Kläger sei ein aggressiver An-
leger gewesen, der seine Gewinne habe maximieren wollen (act. 22 Rz. 7, 49,
108) und dessen Anlageprofil auf Wachstum ausgerichtet gewesen sei (act. 22
Rz. 48.5, 48.6). Der Kläger habe gegenüber seiner Kundenberaterin anlässlich
eines Telefongesprächs vom 11. April 2011 zu verstehen gegeben, dass er einen
Gewinn erwarte, welcher überdurchschnittlich ausfallen sollte (act. 22 Rz. 48.3;
act. 3/21 S. 05304049), und dass er gegenüber TRY positiv eingestellt sei (act. 22
Rz. 109; act. 3/22 S. 05304059). Der Kläger sei ein überaus erfahrener Anleger,
der über Jahre hinweg mit mehreren Banken zusammengearbeitet habe (act. 22
Rz. 54.1), und er sei mit der Funktionsweise und den Risiken von Optionsge-
schäften bestens vertraut (act. 22 Rz. 54.2); bei der Kontoeröffnung im November
2005 sei der Kläger zudem noch einmal ausdrücklich unter anderem auf die mit
Optionen verbundenen Risiken hingewiesen worden und habe erklärt, von der
Beklagten die Broschüre "Special Risks in Securities Trading" erhalten und zur
Kenntnis genommen zu haben (act. 22 Rz. 54.3; act. 3/19), zu deren aktualisierter
Version er im Dezember 2008 nochmals einen Link zugesandt erhalten habe
(act. 22 Rz. 54.4; act. 23/45; act. 23/46). Der Kläger habe die Investitionen in die
Fremdwährungsoptionen instruiert (act. 22 Rz. 60, 110). Der Kläger habe sich
mehrfach erfolgreich in das E-Banking der Beklagten einloggen, seine Kontoun-
terlagen konsultieren (act. 22 Rz. 51.3, 105) und diese als langjähriger und erfah-
rener Anleger verstehen können (act. 22 Rz. 107). Die gescheiterten Anmelde-
versuche seien fast ausschliesslich auf die Verwendung einer falschen PIN durch
den Kläger zurückzuführen (act. 22 Rz. 105, 174; act. 23/21). Er habe die auf
TRY bezogenen früheren Anlagen in Double Currency Units (DOCU) und Dual
Currency Deposits (DCD) sowie im Jahre 2012 getätigte Fremdwährungsoptions-
geschäfte nicht beanstandet (act. 22 Rz. 48.6, 48.7, 149). Die Angaben in der E-
Mail vom 22. Mai 2013 seien weder unvollständig noch irreführend gewesen
(act. 22 Rz. 150-161). Es sei unzutreffend, dass die Kundenberaterin seit Juni
2013 mit dem Kläger nicht mehr über die Fremdwährungsoptionen gesprochen
habe, was bereits durch die in den Contact Reports dokumentierten Konversatio-
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nen widerlegt werde; der Kläger habe die Strike Levels der Optionen jeweils sel-
ber bestimmt und der Kundenberaterin entsprechend mitteilen müssen (act. 22
Rz. 113, 164). In der E-Mail vom 4. November 2013, deren Inhalt sich weitgehend
mit der E-Mail vom 22. Mai 2013 decke (act. 22 Rz. 168), habe die Kundenberate-
rin dem Kläger nicht bestätigt, dass Optionsgeschäfte mit keinerlei Risiken ver-
bunden seien, sondern dass die von ihm unterzeichneten Dokumente betreffend
die abermals erfolgte Risikoaufklärung zur Schliessung der "Lücken in unserem
Dossier" erforderlich seien (act. 22 Rz. 111). Das im Contact Report vom
7. November 2013 vermerkte Treffen habe stattgefunden (act. 22 Rz. 167, 171);
die Kundenberaterin habe dem Kläger am 29. November 2013 einen Kontoaus-
zug gesandt (act. 22 Rz. 51.7, 114, 140; act. 23/44) und mit ihm am 20. Januar
2014 telefoniert (act. 22 Rz. 114, 171, 181; act. 3/33).
Die Beklagte ist der Auffassung, es liege keine Vertragsverletzung (act. 22
Rz. 59) und folglich keine Haftbarkeit der Beklagten vor (act. 22 Rz. 66). Der Klä-
ger habe die Fremdwährungsoptionen jedenfalls rechtswirksam genehmigt, selbst
wenn diese ursprünglich vom Kläger nicht instruiert gewesen wären (act. 22
Rz. 62). Im Rahmen von Execution-Only- und Anlageberatungsverträgen bestehe
grundsätzlich keine Risikoaufklärungspflicht der Bank; zudem sei der Kläger be-
reits vor Eröffnung der Geschäftsbeziehung mit der Beklagten umfassend über
die mit Optionsgeschäften verbundenen Investitionsrisiken aufgeklärt gewesen
und habe deshalb in Bezug auf die streitgegenständlichen Transaktionen keiner
Risikoaufklärung durch die Beklagte mehr bedurft (act. 22 Rz. 65.1). Die streitge-
genständlichen Fremdwährungsoptionsgeschäfte hätten bestens in das Risikopro-
fil des Klägers als überaus aggressiver und gewinnorientierter Investor gepasst
(act. 22 Rz. 65.2). Im Rahmen von Execution-Only- und Anlageberatungsverträ-
gen seien Banken nicht gehalten, die Anlagen ihrer Kunden zu überwachen; zu-
dem sei nicht ersichtlich, weshalb die Kundenberaterin die massive Abschwä-
chung der TRY bzw. die sich angeblich "abzeichnenden Gefahren" besser hätte
antizipieren müssen als der mit dem türkischen Geld- und Anlagenmarkt ebenfalls
bestens vertraute Kläger (act. 22 Rz. 65.3).
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Die Beklagte bestreitet das Quantitativ des vom Kläger behaupteten Nettover-
lusts, da dieser die in seiner Rechtsschrift enthaltenen Zahlen nicht durch hinrei-
chend bestimmte Urkunden nachgewiesen habe und sich der eingeklagte Betrag
auch nicht aus den Aufstellungen des Klägers ergebe (act. 22 Rz. 71.2, 72). Die
Beklagte ist der Auffassung, der Kläger hätte aufzeigen müssen, mit welchen An-
lagen, wenn nicht mit den besagten Fremdwährungsoptionen, er seine hohen
Gewinnerwartungen hätte erfüllen wollen, und wie sich die entsprechenden Anla-
gen im streitrelevanten Zeitraum im Vergleich zu den Optionen wertmässig entwi-
ckelt hätten (act. 22 Rz. 71.1). Da die Optionsprämien in TRY gutgeschrieben
worden seien, hätte der Kläger den Schaden in TRY ohne Währungsverluste ein-
klagen müssen (act. 22 Rz. 71.3).
cc. Auf die weiteren Ausführungen der Parteien ist – soweit erforderlich – nach-
folgend einzugehen (act. 1; act. 22; act. 32; act. 36; act. 44; act. 45; act. 46).
B. Prozessverlauf
Der Kläger machte die Klage am 17. März 2017 am hiesigen Gericht anhängig
(act. 1; act. 2; act. 3/2-59). Die Zustellung der Klage (act. 1) an die Beklagte er-
folgte mit Verfügung vom 21. März 2017 (act. 4) am 24. März 2017 (act. 5/2), jene
der Klagebeilagen (act. 3/2-59) am 28. März 2017 (act. 6). Den ihm mit Verfügung
vom 21. März 2017 (act. 4) auferlegten Kostenvorschuss von CHF 45'000.00 leis-
tete der Kläger am 27. März 2017 innerhalb der angesetzten Frist (act. 7). Nach-
dem der Beklagten mit Verfügung vom 3. April 2017 eine Frist zur Einreichung ei-
ner Klageantwort angesetzt worden war (act. 8), stellte sie mit Eingabe vom
12. April 2017 einen Antrag auf Leistung einer Sicherheit für die Parteientschädi-
gung (act. 10; act. 11; act. 12/1). Der Kläger, welchem der Antrag der Beklagten
mit Verfügung vom 18. April 2017 zur Stellungnahme zugestellt worden war
(act. 13), leistete die von der Beklagten beantragte Sicherheit von CHF 67'342.00
am 21. April 2017 (act. 15; act. 16). Die Beklagte reichte die Klageantwort am
21. August 2017 innerhalb der mit Verfügung vom 25. April 2017 (act. 17) (neu)
angesetzten und mit Verfügung vom 6. Juni 2017 im Sinne einer Notfrist erstreck-
ten (act. 19; act. 20) Frist ein (act. 22; act. 23/1-47). Mit Verfügung vom
25. August 2017 wurde das Doppel der Klageantwort dem Kläger zugestellt und
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die Prozessleitung an Oberrichter Dr. Daniel Schwander als Instruktionsrichter de-
legiert (act. 24). Anlässlich der Vergleichsverhandlung vom 16. Januar 2018 er-
zielten die Parteien keine Einigung (act. 26; Prot. S. 9-10). Der Kläger reichte die
Replik am 20. März 2018 innerhalb der mit Verfügung vom 18. Januar 2018
(act. 30) angesetzten Frist ein (act. 32; act. 33/60-69). Am 11. Juni 2018 reichte
die Beklagte innerhalb der ihr mit Verfügung vom 26. März 2018 (act. 34) ange-
setzten Frist die Duplik ein (act. 36; act. 37/48-56). Das Doppel der Duplik wurde
dem Kläger mit Verfügung vom 18. Juni 2018 zugestellt und der Eintritt des Ak-
tenschlusses festgestellt (act. 38). Mit Verfügung vom 25. Juni 2018 wurde das
Gesuch des Klägers vom 22. Juni 2018 um Ansetzung einer Frist zur Stellung-
nahme zu den Dupliknoven der Beklagten (act. 39A; act. 40) abgewiesen
(act. 41). Der Kläger reichte am 2. Juli 2018 eine Stellungnahme zu den Dupli-
knoven ein (act. 44). Die Beklagte nahm am 12. Juli 2018 (act. 45), der Kläger
wiederum am 25. Juli 2018 (act. 46) Stellung.
Mit Verfügung vom 1. Februar 2019 wurde den Parteien Frist angesetzt, um sich
zur Durchführung der mündlichen Hauptverhandlung zu äussern, mit der Andro-
hung, bei Stillschweigen werde Verzicht auf Hauptverhandlung angenommen
(act. 48). Die Beklagte verzichtete mit Eingabe vom 5. Februar 2019 unter Vorbe-
halt der Durchführung eines Beweisverfahrens auf die Durchführung der mündli-
chen Hauptverhandlung (act. 50). Der Kläger liess sich nicht vernehmen, weshalb
androhungsgemäss ebenfalls von einem Verzicht auszugehen ist. Die Durchfüh-
rung einer mündlichen Hauptverhandlung erweist sich nicht als notwendig.
Das Verfahren erweist sich als spruchreif.

Erwägungen
1. Formelles
1.1. Der Kläger hat seinen Wohnsitz in Neuseeland, die Beklagte ihren Sitz in
der Schweiz (act. 1 Rz. 4). Haben die Parteien ihren (Wohn-)Sitz in unterschiedli-
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chen Staaten, liegt ein internationales Verhältnis vor (BGE 131 III 76 E. 2.3 S. 79-
80). Die internationale Zuständigkeit beruht auf Art. 2 Abs. 1 LugÜ.
1.2. Der Kläger begründet die Zuständigkeit mit dem Gerichtsstand der Nieder-
lassung der Beklagten in Zürich (act. 1 Rz. 4). Die Beklagte beruft sich auf Art. 27
ihrer Allgemeinen Geschäftsbedingungen vom Januar 2013 (act. 22 Rz. 30, 102;
act. 23/1), erhebt jedoch keine Einrede der Unzuständigkeit (act. 22 Rz. 30). Eine
amtswegige Prüfung der Gerichtsstandsvereinbarung erfolgt nicht (BERNHARD
BERGER, in: Lugano Übereinkommen, Basler Kommentar, hrsg. von Christian Oe-
tiker/Thomas Weibel, 2. Aufl. 2016, N. 60 zu Art. 23 LugÜ). Insoweit ist auf den
Klägervortrag abzustellen und die Zuständigkeit auf den gesetzlichen Gerichts-
stand der Niederlassung zu stützen. Die örtliche Zuständigkeit beruht auf Art. 112
Abs. 2 IPRG.
1.3. Die sachliche Zuständigkeit richtet sich nach Art. 6 Abs. 2 und 3 ZPO
i.V.m. § 44 lit. b GOG.
1.4. Die weiteren Prozessvoraussetzungen sind ebenfalls erfüllt.
1.5. Demnach ist die Klage zulässig, weshalb auf sie einzutreten ist.
2. Materielles
2.1. Rechtsnatur der Geschäftsbeziehung
2.1.1. Unbestritten ist, dass die Parteien die Allgemeinen Geschäftsbedingungen
der Rechtsvorgängerin der Beklagten vom 20. November 2015 und der Beklagten
vom Januar 2013 gültig vereinbart haben (act. 22 Rz. 31), wobei für den streitge-
genständlichen Zeitraum auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen vom Januar
2013 abzustellen ist. In Art. 27 der Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Be-
klagten vom Januar 2013 vereinbarten die Parteien die Anwendbarkeit des
schweizerischen Rechts (act. 22 Rz. 31; act. 23/1). Gestützt auf Art. 116 Abs. 1
IPRG gelangt das schweizerische Recht zur Anwendung.
2.1.2. Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichts kann der Anlage-
tätigkeit eine reine Konto-/Depotbeziehung, ein Anlageberatungs- oder ein Ver-
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mögensverwaltungsverhältnis zugrunde liegen (BGE 144 III 155 E. 2.1 S. 156;
BGE 138 III 755 E. 5.5. S. 764; BGE 133 III 97 E. 7.1 S. 102; BGer 4A_54/2017
vom 29. Januar 2018 E. 5.1.1; 4A_436/2016, 4A_466/2016 vom 7. Februar 2017
E. 3.1; 4A_593/2015 vom 13. Dezember 2016 E. 7.1.1; 4A_90/2011 vom 22. Juni
2011 E. 2.2.1).
Die Vermögensverwaltung unterscheidet sich von der Anlageberatung dadurch,
dass der Vermögensverwalter im Rahmen der vereinbarten Anlagestrategie die
Transaktionen selbstständig ausführt, während bei der Anlageberatung die Wei-
sungs- und Entscheidungsbefugnis beim Kunden verbleibt (BGE 144 III 155
E. 2.1.1 S. 156-157; BGE 138 III 755 E. 5.5. S. 764; BGer 4A_54/2017 vom
29. Januar 2018 E. 5.1.3; 4A_436/2016, 4A_466/2016 vom 7. Februar 2017
E. 3.1; 4A_336/2014 vom 18. Dezember 2014 E. 4.1; 4A_525/2011 vom
3. Februar 2012 E. 3.1; 4A_90/2011 vom 22. Juni 2011 E. 2.2.1; 4A_521/2008,
4A_523/2008 vom 26. Februar 2009 E. 5.1; 4A_168/2008 vom 11. Juni 2008
E. 2.1).
In Abgrenzung zu einer reinen Konto-/Depot-Beziehung steht bei der Anlagebera-
tung die Bank dem Kunden beratend zur Seite (BGE 144 III 155 E. 2.1.1 S. 156-
157; BGer 4A_525/2011 vom 3. Februar 2012 E. 3.1; 4A_336/2014 vom
18. Dezember 2014 E. 4.1; 4A_521/2008, 4A_523/2008 vom 26. Februar 2009
E. 5.1).
Der Kläger ordnet das Rechtsverhältnis zwischen den Parteien nicht ausdrücklich
einer der drei Geschäftsbeziehungsarten zu. In tatsächlicher Hinsicht stützt sich
der Kläger massgeblich darauf, die Beklagte bzw. seine dortige Kundenberaterin
habe ihm die streitgegenständlichen Fremdwährungsoptionen empfohlen (act. 1
Rz. 18, 19). Im Rahmen seiner Ausführungen zur Vertragsverletzung bezieht er
sich auf ein besonderes Vertrauensverhältnis, kraft dessen die Beklagte verpflich-
tet gewesen wäre, die streitgegenständlichen Anlagen ständig zu überwachen
und den Kläger unaufgefordert vor sich abzeichnenden Gefahren zu warnen
(act. 1 Rz. 206). Die Beklagte verweist darauf, dass im Rahmen von reinen
Konto-/Depot- und Anlageberatungsverhältnissen keine Risikoaufklärungspflicht
der Bank bestehe (act. 22 Rz. 65.1).
- 14 -
Tritt die Bank mit einer konkreten Anlageempfehlung an den Kunden, handelt es
sich dessen ungeachtet, dass eine reine Konto-/Depot-Beziehung vereinbart wor-
den ist, um eine Anlageberatung (vgl. BGer 4A_54/2017 vom 29. Januar 2018
E. 5.2). Auch das Vorliegen eines besonderen Vertrauensverhältnisses macht ei-
ne formelle Grundlage für einen Anlageberatungsvertrag entbehrlich (BGE 133 III
97 E. 7.1.2 und 7.2 S. 103; BGer 4A_525/2011 vom 3. Februar 2012 E. 3.1;
4C.45/2001 vom 31. August 2001 E. 4a = SJ 2002 I 274; 4C.166/2000 vom
8. Dezember 2000, E. 5b/dd; SJ 1999 I 205 E. 3b S. 207-208). Ein Anlagebera-
tungsverhältnis untersteht dem Auftragsrecht (BGE 144 III 155 E. 2.2 S. 157-158;
BGer 4A_168/2008 vom 11. Juni 2008 E. 2.3; P. CHRISTOPH GUTZWILLER, Rechts-
fragen der Vermögensverwaltung, 2008, S. 251-252; DERS., Schadensstiftung und
Schadensberechnung bei pflichtwidriger Vermögensverwaltung und Anlagebera-
tung, SJZ 101 [2005] 357, S. 358). Das Auftragsrecht gelangt auch auf ein Ver-
mögensverwaltungsverhältnis zur Anwendung (BGE 132 III 460 E. 4.1 S. 464-
465; BGE 124 III 155 E. 2b S. 161; BGE 115 II 62 E. 1 S. 63; BGer 4A_90/2011
vom 22. Juni 2011 E. 2.2.1; 4A_210/2009 vom 7. April 2010 E. 3.4; 4A_168/2008
vom 11. Juni 2008 E. 2.3). Zwischen einem Anlageberatungs- und einem Vermö-
gensverwaltungsverhältnis bestehen lediglich graduelle Unterschiede im Umfang
der Informations-, Beratungs- und Überwachungspflichten (BGer 4A_730/2016
vom 5. Februar 2018 E. 2; 4A_436/2016, 4A_466/2016 vom 7. Februar 2017
E. 3.1; 4A_336/2014 vom 18. Dezember 2014 E. 4.1; 4A_364/2013,
4A_394/2013, 4A_396/2013 vom 5. März 2014 E. 6.2). Nach der Darstellung des
Klägers handelt es sich beim streitgegenständlichen Rechtsverhältnis somit nicht
mehr nur um eine reine Konto-/Depot-Beziehung.
Als Zwischenergebnis ergibt sich aus dem Klägervortrag mit hinreichender
Schlüssigkeit, dass das Vertragsverhältnis zwischen den Parteien als Anlagebera-
tungsvertrag zu qualifizieren ist.
2.2. Schadenersatzanspruch
2.2.1. Gemäss Art. 42 Abs. 1 OR hat der Anspruchsteller den Schaden zu bewei-
sen. Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts bestimmt sich der haf-
tungsrechtliche Schaden nach der Differenztheorie. Er entspricht "der ungewollten
- 15 -
Verminderung des Reinvermögens" (BGE 142 III 23 E. 4.1 S. 27-28; BGE 132 III
321 E. 2.2.1 S. 323-324), d.h. "der Differenz zwischen dem gegenwärtigen Ver-
mögensstand und dem Stand, den das Vermögen ohne das schädigende Ereignis
hätte" (BGE 142 III 23 E. 4.1 S. 27-28; BGE 132 III 321 E. 2.2.1 S. 323-324) bzw.
"den Einkünften, die nach dem schädigenden Ereignis tatsächlich erzielt worden
sind und denjenigen, die ohne dieses Ereignis zugeflossen wären" (BGE 132 III
321 E. 2.2.1 S. 323-324; s. auch BGE 132 III 564 E. 6.2 S. 575-576; BGE 129 III
331 E. 2.1 S. 332-333; CHRISTOPHE ROSAT, Der Anlageschaden, 2009, S. 27-30;
HANS PETER WALTER, Prozessuale Aspekte beim Streit zwischen Kunden und
Vermögensverwalter, ZSR 2008 I 99, S. 112). Der Differenzhypothese liegt ein
rein ökonomischer Schadensbegriff zugrunde (WALTER, ZSR 2008 I 99, S. 112),
welcher lediglich das Wertinteresse des Geschädigten schützt (ROSAT, a.a.O.,
FN 181 S. 29; DIETER MEDICUS/STEPHAN LORENZ, Schuldrecht I, 21. Aufl. 2015,
N 667 [zweiter Absatz]).
Die Unterstellung des Anlageberatungsvertrags unter das Auftragsrecht führt da-
zu, dass die Beklagte dem Kläger für die geltend gemachten Verletzungen der
Aufklärungs- und Beratungspflicht nach Art. 398 Abs. 2 i.V.m. Art. 97 Abs. 1 OR
grundsätzlich das Erfüllungsinteresse (positive Interesse) zu ersetzen hat (BGE
144 III 155 E 2.2 S. 157-158; BGer 4A_374/2018 vom 23. September 2018 E. 3.5;
GUTZWILLER, Rechtsfragen, a.a.O., S. 251-252; DERS., SJZ 101 [2005] 357,
S. 361-362; zur analogen österreichischen Rechtsprechung GEORG GRAF, OGH:
Erfüllungsinteresse statt Vertrauensschaden bei fehlerhafter Anlageberatung!,
ecolex 2012, 1055, S. 1056). Insofern verläuft die Schadensberechnung parallel
zum Vermögensverwaltungsvertrag, bei dessen Verletzung der Anspruchsteller
ebenfalls Anspruch auf den Ersatz des Erfüllungsinteresses hat (BGer
4A_54/2017 vom 29. Januar 2018 E. 5.3.4; 4A_364/2013 vom 5. März 2014
E. 7.1; 4A_168/2008 vom 11. Juni 2008 E. 2.3; 4C.158/2006 vom 10. November
2006 E. 4.4.2; P. CHRISTOPH GUTZWILLER, Unsorgfältige Vermögensverwaltung:
Beweislast, Haftungsausschluss und Schadensberechnung, AJP 2000, 57, S. 63,
64; DERS., Rechtsfragen, a.a.O., S. 251-252; ROSAT, a.a.O., S. 48-49; JEAN-MARC
SCHALLER, Handbuch des Vermögensverwaltungsrechts, 2013, N 454, 464; WAL-
TER, ZSR 2008 I 99, S. 113-114). In einem früheren Entscheid hat zwar das Bun-
- 16 -
desgericht auch die Zusprechung des gesamten Anlagebetrages im Sinne des
negativen Interesses geschützt (BGE 124 III 155 E. 3d S. 166; dazu GUTZWILLER,
Rechtsfragen, a.a.O., S. 253; DERS., SJZ 101 [2005] 357, S. 361-362). Nach der
inzwischen gefestigten Rechtsprechung ist jedoch bei einem Anlageberatungs-
verhältnis das positive Interesse geschuldet, weshalb der Schaden nicht aus der
Differenz zwischen dem ursprünglichen Anlagebetrag und dem verbleibenden
Wert der Anlage zu berechnen ist (BGer 4A_374/2018 vom 23. September 2018
E. 3.5; GUTZWILLER, AJP 2000, 57, S. 64).
2.2.2. Der allgemeine Schadensbegriff bedarf im Einzelfall der Konkretisierung,
um brauchbare Kriterien für eine Schadensberechnung zu liefern (BGE 144 III
155 E. 2.2 S. 157-158; BGer 4C.158/2006 vom 10. November 2006 E. 4.3). Bei
Anlegerschäden ist zum einen nicht das Gesamtvermögen, sondern lediglich das
zur Anlage übergebene Vermögen massgebend (BGer 4A_436/2016,
4A_466/2016 vom 7. Februar 2017 E. 5.1; WALTER, ZSR 2008 I 99, S. 112-113).
Zum anderen ist zwischen der sorgfaltswidrigen Verwaltung des gesamten Porte-
feuilles durch Verfolgung einer pflichtwidrigen Anlagestrategie und pflichtwidrigen
Einzelanlagen durch sorgfaltswidriges Verhalten im Zusammenhang mit einzelnen
Posten des Portefeuilles zu unterscheiden (BGE 144 III 155 E. 2.2 S. 157-158;
BGer 4A_436/2016, 4A_466/2016 vom 7. Februar 2017 E. 5.1; BGer
4C.158/2006 vom 10. November 2006 E. 4.3; GUTZWILLER, Rechtsfragen, a.a.O.,
S. 254-258; SCHALLER, a.a.O., N 468, 469; WALTER, ZSR 2008 I 99, S. 112-113).
Bei einem gesamthaft pflichtwidrigen Portefeuille ist der Schaden durch den Ver-
gleich des tatsächlichen Saldos mit jenem eines hypothetisch während derselben
Periode vertragskonform verwalteten Portefeuilles zu ermitteln (BGE 144 III 155
E. 2.2.1 S. 158-159; BGer 4A_436/2016, 4A_466/2016 vom 7. Februar 2017
E. 5.1; BGer 4A_41/2016 vom 20. Juni 2016 E. 3.6.3; BGer 4C.158/2006 vom
10. November 2006 E. 4.3; GUTZWILLER, AJP 2000, 63, S. 63-64; DERS., a.a.O.,
S. 256; ROSAT, a.a.O., S. 91; SCHALLER, a.a.O., N 469; WALTER, ZSR 2008 I 99,
S. 112-113). Dagegen ist bei pflichtwidrigen Einzelanlagen bloss auf den in die
sorgfaltswidrigen Anlagen investierten Teil des Vermögens abzustellen (BGE 144
III 155 E. 2.2.1 S. 159; BGer 4A_357/2018 vom 11. September 2018;
- 17 -
4A_436/2016, 4A_466/2016 vom 7. Februar 2017 E. 5.1; BGer 4C.158/2006 vom
10. November 2006 E. 4.3; GUTZWILLER, AJP 2000, S. 63; DERS., Rechtsfragen,
a.a.O., S. 225-256; ROSAT, a.a.O., S. 90; SCHALLER, a.a.O., N 471; WALTER, ZSR
2008 I 99, S. 112-113).
Der Kläger behauptet, die Beklagte bzw. die bei dieser angestellte und für seine
Geschäftsbeziehung zuständige Kundenberaterin sei zwischen dem 17. Juni 2013
und dem 21. Januar 2014 eigenmächtig 21 Optionsgeschäfte zu Lasten des Klä-
gers eingegangen (act. 1 Rz. 40, 65, 89, 125, 126, 205; act. 32 Rz. 28, 29). Im
Übrigen beanstandet er die Anlage des Vermögens bei der Beklagten nicht, son-
dern sieht darin seine Gewinn- bzw. Anlagererwartungen erfüllt (act. 32 Rz. 22,
23).
Nach den soweit schlüssigen Behauptungen des Klägers liegt kein gesamthaft
pflichtwidriges Portefeuille vor, stützt er seine Schadensberechnung doch aus-
schliesslich auf den durch die Optionen bzw. deren Rückkäufe verursachten Ver-
lust unter Anrechnung der vereinnahmten Optionsprämien. Damit macht der Klä-
ger einen Schaden aus pflichtwidrigen Einzelanlagen geltend. Folglich ist für die
Schadensberechnung lediglich auf den in die sorgfaltswidrigen Anlagen investier-
ten Teil des Vermögens abzustellen.
2.2.3. Die Anforderungen an die Substantiierung ergeben sich einerseits aus den
Tatbestandsmerkmalen der Norm, auf welche sich die Klage stützt, andererseits
aus dem prozessualen Verhalten der Gegenpartei (BGE 127 III 365 E. 2b S. 368;
BGer 4A_11/2018 vom 8. Oktober 2018 E. 5.2.1.1; 4A_113/2017 vom 6. Septem-
ber 2017 E. 6.1.1; 4A_57/2014 vom 8. Mai 2014 E. 1.3.3 m.Hw.). Bestreitet die
Gegenpartei den schlüssigen Tatsachenvortrag der behauptungsbelasteten Par-
tei, greift eine über die Behauptungslast hinausgehende Substantiierungslast
(BGer 4A_9/2018 vom 31. Oktober 2018 E. 2.2; 4A_443/2017 vom 30. April 2018
E. 2.1; 4A_113/2017 vom 6. September 2017 E. 6.1.1; 4A_210/2009 vom 7. April
2010 E. 3.2). So hat der Ansprecher zu einem vorerst nur pauschal behaupteten
Schaden die einzelnen konkreten Tatsachen vorzutragen, welche Grundlage für
die Qualifizierung einer Vermögenseinbusse als rechtlich relevanter Schaden bil-
den (BGE 127 III 365 E. 2b S. 368).
- 18 -
Die Beklagte kritisiert die Schadensberechnung des Klägers in mehrfacher Hin-
sicht (act. 22 Rz. 71; act. 36 Rz. 12). Insbesondere rügt sie, der Kläger lege nicht
dar, welche hypothetischen Anlagen er anstelle der effektiv vorgenommenen ge-
tätigt hätte (act. 22 Rz. 71.1; act. 36 Rz. 12 (i)). Folglich trifft den Kläger eine Sub-
stantiierungslast, aufgrund derer er die einzelnen Grundlagen seines Schadens
einzeln darzutun hat.
Der Schaden des Anlegers entspricht der Differenz zwischen dem tatsächlichen
Stand des für die Schadensberechnung relevanten Vermögens und dem Stand
bei dessen pflichtkonformen Anlage (vgl. BGer 4C.18/2004 vom 3. Dezember
2004 E. 2). Er ist nicht einfach mit den erlittenen Verlusten gleichzusetzen (BGer
4A_45/2014 vom 19. Mai 2014 E. 2.4.3), denn ein Verlust hätte auch bei pflicht-
gemässer Anlage entstehen können (BGer 4A_481/2012 vom 14. Dezember
2012 E. 3). Der Anspruchsteller muss deshalb darlegen, wie sich das relevante
Vermögen bei pflichtgemässen Anlagen entwickelt hätte (BGer 4A_539/2014 vom
7. Mai 2015 E. 3.2; 4A_45/2014 vom 19. Mai 2014 E. 2.4.3; 4C.295/2006 vom
30. November 2006 E. 5.2.2; so übrigens auch die österreichische Rechtspre-
chung: OGH 7 Ob 77/10i vom 30. März 2011 E. II.3.1.2 = SZ 2011/40; OGH 1 Ob
73/18v vom 19. Juni 2018 E. 2.4; 6 Ob 32/17z vom 29. März 2017 E. 1; ausführ-
lich 4 Ob 67/12z vom 2. August 2012 E. 5.2, 5.3; alle abrufbar unter
<www.ris.bka.gv.at/jus/>). Dazu hat er darzulegen und soweit möglich zu belegen,
dass er eine bestimmte Investition getätigt hätte (BGer 4A_539/2014 vom 7. Mai
2015 E. 3.5). Die Anwendung von Art. 42 Abs. 2 OR setzt voraus, dass der An-
spruchsteller sämtliche für die Schadensschätzung erforderlichen Umstände dar-
legt (BGE 144 III 155 E. 2.3 S. 159-160; BGer 4A_481/2012 vom 14. Dezember
2012 E. 4). Dies gilt selbst dann, wenn nicht der Eintritt eines Schadens, sondern
lediglich dessen Umfang ungewiss ist (BGE 144 III 155 E. 2.3 S. 159-160; BGer
4A_374/2018 vom 23. September 2018 E. 3.1; 4A_481/2012 vom 14. Dezember
2012 E. 4).
Der Kläger benennt in seinen Rechtsschriften die einzelnen Transaktionen und
die Verluste in tabellarischer Form (act. 1 Rz. 89, 90; act. 32 Rz. 29). Zum ersten
Verkauf der drei Tranchen (act. 1 Rz. 65, 70) und zum zweiten Verkauf (Rollen)
- 19 -
der ersten Tranche (act. 1 Rz. 72) macht er zudem Ausführungen. Zu den weite-
ren Transaktionen erfolgen diese lediglich pauschal (act. 1 Rz. 78, 82, 84, 85).
Die hypothetische Entwicklung seines Vermögens bei pflichtgemässen Anlagen
legt der Kläger jedoch nicht dar. Der Kläger ist der Ansicht, ein Vergleich zwi-
schen der hypothetischen und der tatsächlichen Entwicklung des Vermögens er-
übrige sich (act. 1 Rz. 209; act. 32 Rz. 22, 24). Der Schaden entspreche dem aus
den Optionsgeschäften resultierenden Nettoverlust von USD 2'356'090 (act. 1
Rz. 88, 210; act. 32 Rz. 25, 26, 29). Da er sein Vermögen bei der Beklagten nicht
habe vermehren bzw. keine Optionsgeschäfte habe tätigen wollen (act. 32
Rz. 21), erübrige sich die Frage, welche alternativen Anlagen der Kläger getätigt
hätte (act. 32 Rz. 22, 24).
Der Kläger setzt den Schaden mit dem Verlust gleich. Die Rechtsprechung ver-
langt jedoch einen Vergleich des tatsächlichen mit dem hypothetischen Vermö-
gensstand. Diesbezüglich legt der Kläger zwar dar, dass sich ein Vergleich der
Vermögensentwicklung auf den Zeitraum zwischen dem 17. Juni 2013 und dem
27. Januar 2014 beziehen müsste (act. 1 Rz. 209), und macht approximative An-
gaben zu seinem Nettovermögen im Frühling 2013, am 31. Dezember 2013 und
am 28. Januar 2014 (act. 1 Rz. 50; act. 3/22). Den weiteren Anforderungen an die
Darlegung des Schadens genügen die Ausführungen des Klägers jedoch nicht.
Zunächst beziehen sich die Behauptungen des Klägers auf den Wert des gesam-
ten Portfolios. Der Kläger führt nicht aus, welchen Teil seines Vermögens er als
pflichtwidrig investiert betrachtet. Jedenfalls kann nicht unbesehen auf den vom
Kläger an einer Stelle genannten angeblichen Cash-Bestand von USD 5'013'000
per Ende Mai 2013 (act. 32 Rz. 22, 40; act. 3/29 S. 05300762 fünfter Spiegel-
strich) abgestellt werden, legt doch der Kläger nicht dar, inwiefern dieser durch
die Optionsgeschäfte kontaminiert worden sein soll. Zur pflichtgemässen Anlage
führt der Kläger schliesslich aus, seine Gewinnerwartungen seien dadurch erfüllt
gewesen, dass sein Vermögen zu einem kleineren Teil in sichere Bonds (Anlei-
hen) und zum grössten Teil in bar bzw. als Fiduciary Deposits (Treuhand- oder
Festgeld) angelegt gewesen seien, wobei er sich auf die Angaben der Kundenbe-
raterin in der E-Mail vom 22. Mai 2013 (act. 3/29 S. 05300762 erster Spiegel-
strich) und die Portfoliobewertungen vom 30. [recte: 31.] März 2013 und vom
- 20 -
30. Juni 2013 (act. 3/22) bezieht (act. 32 Rz. 22). Damit räumt der Kläger jedoch
ein, dass er sein Vermögen nicht vollständig in Barmitteln angelegt, sondern auch
investiert hätte. Folglich besteht keine Grundlage für die Annahme, das pflichtwid-
rig investierte Vermögen wäre nominal erhalten geblieben, sondern der Kläger
hätte darzulegen gehabt, in welchen Investitionen er dieses angelegt hätte.
Da der Kläger weder Behauptungen zum Umfang des pflichtwidrig investierten
Vermögens noch solche zur pflichtgemässen Anlage aufstellt, ist eine Berech-
nung des hypothetischen Vermögensstands nicht möglich. Der Kläger unterlässt
es, den hypothetischen Vermögensstand bei pflichtgemässer Anlageberatung
darzulegen.
2.2.4. Der Kläger ist der Ansicht, beim Verkauf von Optionen bestünde kein inves-
tiertes Vermögen und entsprechend keine alternative Anlage (act. 1 Rz. 209;
act. 32 Rz. 18, 19, 67).
Die Funktionsweise von Call-Optionen ergibt sich aus den insoweit unbestritten
gebliebenen Ausführungen des Klägers und der von der Beklagten ins Recht ge-
legten Broschüre "Special Risks in Securities Trading" der Schweizerischen Ban-
kiervereinigung von 2008 (act. 23/46; deutsche Fassung abrufbar unter
<www.swissbanking.org/de/services/bibliothek/richtlinien>; vgl. auch die tatbe-
standlichen Feststellungen in OGH 10 Ob 17/04d vom 28. Juni 2005): Der Ver-
käufer einer Call-Option verpflichtet sich gegen Bezahlung einer Prämie, am (eu-
ropäische Art) oder bis zum (amerikanische Art) Verfalltag (expiration date) die
entsprechende Anzahl des Basiswerts (underlying) zum vereinbarten Ausübungs-
preis (strike price) zu verkaufen, wenn der Käufer die Option ausübt (sog. Short-
Call-Position; act. 1 Rz. 57, 60; act. 23/46 Rz. 20, 21, 24, 25). Dazu muss der
Verkäufer der Option während der gesamten Laufzeit entweder die entsprechen-
de Anzahl Basiswerte oder andere Sicherheiten hinterlegen, deren Höhe (margin)
der Effektenhändler festlegt (act. 1 Rz. 67; act. 23/46 Rz. 35; s. auch BGer
4A_450/2010 vom 21. Dezember 2010 E. 5.2.1). Verfügt der Verkäufer nicht über
die erforderliche Anzahl Basiswerte, muss er diese zuerst zum Marktpreis be-
schaffen (ungedeckte [uncovered] Call-Option; act. 23/46 Rz. 41). Da der Markt-
preis zum Voraus nicht bekannt ist, lässt sich das Verlustrisiko nicht bestimmen
- 21 -
(act. 1 Rz. 58; act. 23/46 Rz. 41), sondern lediglich durch die Wahl des Investiti-
onsvolumens, der Laufzeit bzw. des Verfalltags und des Ausübungspreises be-
grenzen (act. 22 Rz. 136).
Das hiesige Gericht hat in früheren Entscheiden darauf hingewiesen, dass es
beim Verkauf einer Option kein eigentliches investiertes Vermögen gebe
(HG140233 vom 4. Oktober 2017 E. 10.2.2; HG120228 vom 10. Juli 2015
E. 2.4.1.4.d.aa). Den Umfang der durch die Margenanforderungen gebundenen
liquiden Mittel bestimme die Depotbank nach ihren internen Grundsätzen
(HG140233 vom 4. Oktober 2017 E. 10.2.2; HG120228 vom 10. Juli 2015
E. 2.4.1.4.d.aa; s. auch BGer 4A_450/2010 vom 21. Dezember 2010 E. 5.2.2;
4C.298/2004 vom 26. Januar 2005 E. 3.2). Aufgrund dieser Umstände nahm es
eine Schadensschätzung für das Gesamtportfolio nach Art. 42 Abs. 2 OR vor
(HG140233 vom 4. Oktober 2017 E. 10.2.2; HG120228 vom 10. Juli 2015
E. 2.4.1.4.d.aa). Die bundesgerichtliche Rechtsprechung folgte diesem Ansatz in-
dessen nicht und hielt fest: "[...] dass ein allfälliger Schaden aus Geschäften mit
Optionen anders berechnet werden muss als ein Schaden aus Vermögensanla-
gen mit bestimmtem Ertrag, vermag ein Abweichen nicht zu rechtfertigen" (BGE
144 III 155 E. 2.3.4 S. 162-163). Der Umstand, dass der Schaden durch Options-
geschäfte entstanden ist, findet somit keine Berücksichtigung bei der Schadens-
berechnung.
2.2.5. Als Zwischenergebnis erweist sich der Klägervortrag hinsichtlich des be-
haupteten Schadens als nicht hinreichend substantiiert.
2.2.6. Mit den Eventualbegehren macht der Kläger denselben Nettoverlust wie mit
dem Hauptbegehren in TRY geltend (act. 1 Rz. 238; act. 32 Rz. 31, 32, 49) und
verlangt zusätzlich den durch die Entwertung der TRY gegenüber dem USD seit
dem 28. Januar 2014 entstandenen Währungsschaden zuzüglich Zins zu 5 % im
Eventualpunkt (act. 1 Rz. 238; act. 32 Rz. 34-48) oder lediglich einen Schadens-
zins samt Zinseszins zu den Zinssätzen auf einmonatigen Treuhandanlagen in
TRY im Subeventualpunkt (act. 1 Rz. 239; act. 32 Rz. 49-59). Die Darlegung des
Schadens ist auch bezüglich der Eventualbegehren nicht schlüssig. Die Eventual-
- 22 -
begehren des Klägers sind deshalb ebenfalls abzuweisen, da sie zu keiner ande-
ren Beurteilung führen.
2.2.7. Der Kläger hat sämtliche Anspruchsvoraussetzungen darzulegen (BGer
4A_374/2018 vom 12. September 2018 E. 3.1; 4A_90/2011 vom 22. Juni 2011
E. 2.2.5). Ein schlüssiger Tatsachenvortrag liegt vor, wenn dieser bei dessen
Wahrunterstellung den Schluss auf die anbegehrte Rechtsfolge zulässt (BGer
4A_9/2018 vom 31. Oktober 2018 E. 2.1; 4A_443/2017 vom 30. April 2018 E. 2.1;
4A_113/2017 vom 6. September 2017 E. 6.1.1; 4A_210/2009 vom 7. April 2010
E. 3.2). Dies trifft auf die Vorbringen des Klägers hinsichtlich des Schadens, wie
vorstehend dargelegt, nicht zu. Der Kläger ist seiner Substantiierungslast nicht
nachgekommen. Erweist sich die Klage bereits nach dem Klägervortrag als nicht
schlüssig begründet bzw. als unsubstantiiert, so ist sie abzuweisen (BGer
4A_210/2009 vom 7. April 2010 E. 3.5; HGer ZH HG130183 vom 9. April 2014
E. 2.2 = ZR 114 [2015] Nr. 2). Damit erübrigt es sich, auf die weiteren Ausführun-
gen der Beklagten einzugehen.
2.3. Fazit
Als Ergebnis ist die Klage nicht hinreichend substantiiert begründet, weshalb sie
abzuweisen ist.
3. Kosten- und Entschädigungsfolgen
3.1. Gemäss Art. 91 Abs. 1 ZPO bestimmt das Rechtsbegehren den Streitwert;
Zinsen, Kosten und allfällige Eventualbegehren sind nicht hinzuzurechnen. Auf
eine Fremdwährung lautende Rechtsbegehren sind zum Umrechnungskurs am
Tag der Rechtshängigkeit umzurechnen (BGE 63 II 34 S. 35; BGer 4A_274/2011
vom 3. November 2011 E. 1 = SJ 2012 I 160). Am Tag der Anhängigmachung
vom 17. März 2017 ist von einem CHF/USD-Umrechnungskurs von 0.99835 aus-
zugehen. Dies ergibt einen Streitwert von CHF 2'352'202.00.
3.2. Die Gerichtsgebühr ist auf CHF 45'000.00 festzusetzen (Art. 96 ZPO i.V.m.
§ 4 Abs. 1 GebV OG). Ausgangsgemäss sind die Kosten dem Kläger aufzuerle-
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gen (Art. 106 Abs. 1 Satz 1 ZPO) und aus dem von ihm geleisteten Kostenvor-
schuss zu beziehen (Art. 111 Abs. 1 Satz 1 ZPO).
3.3. Die Grundgebühr der Anwaltsgebühr beträgt CHF 45'000.00 (Art. 105
Abs. 2 Satz 1 ZPO i.V.m. § 4 Abs. 1 AnwGebV). Unter Berücksichtigung des Auf-
wandes für die Vergleichsverhandlung und die zweite Rechtsschrift rechtfertigt es
sich, diese um 40 % zu erhöhen (§ 11 Abs. 1 und 2 AnwGebV). Ausgangsgemäss
wird der Kläger entschädigungspflichtig. Der Kläger ist zu verpflichten, der Be-
klagten eine Parteientschädigung in der Höhe von CHF 63'000.00 zu bezahlen;
diese Entschädigung ist der Beklagten nach Ablauf der Rechtsmittelfrist von der
Obergerichtskasse direkt aus der vom Kläger geleisteten Sicherheit für die Partei-
entschädigung auszubezahlen. Im Mehrbetrag ist dem Kläger die von ihm geleis-
tete Sicherheit für die Parteientschädigung nach Ablauf der Rechtsmittelfrist zu-
rückzuerstatten.
Das Handelsgericht erkennt:
1. Die Klage wird abgewiesen.
2. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf CHF 45'000.00.
3. Die Kosten werden dem Kläger auferlegt und vorab aus dem von ihm geleis-
teten Kostenvorschuss bezogen.
4. Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten eine Parteientschädigung in der
Höhe von CHF 63'000.00 zu bezahlen.
Diese Entschädigung wird der Beklagten nach Ablauf der Rechtsmittelfrist
von der Obergerichtskasse direkt aus der vom Kläger geleisteten Sicherheit
für die Parteientschädigung ausbezahlt. Im Mehrbetrag wird dem Kläger die
von ihm geleistete Sicherheit für die Parteientschädigung nach Ablauf der
Rechtsmittelfrist zurückerstattet.
5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien.
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6. Eine bundesrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innerhalb
von 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht,
1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-
schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder
Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42
und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Der Streit-
wert beträgt CHF 2'352'202.00.