Decision ID: 2100ee1c-2ef6-5e5e-b14e-c4d85e4a778c
Year: 2004
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ A.D., geboren am 9. September 1969, Staatsangehöriger von Nigeria, reiste am 12.
August 1996 illegal in die Schweiz ein und stellte ein Asylgesuch. Gemäss Schreiben
des Ausländeramtes an die Polizeistation Gossau vom 15. August 2002 wurde der
Reisepass durch die Flughafenpolizei als Fälschung erkannt. Am 2. Juli 1999 heiratete
A.D. die in B. wohnhafte Schweizer Bürgerin C.S., geboren am 26. Januar 1962, die
zwei Söhne aus erster Ehe hat. Am 16. August 1999 wurde A.D. im Rahmen des
Familiennachzugs eine Aufenthaltsbewilligung erteilt, bevor das Bundesamt für
Flüchtlinge am 16. November 2000 das Asylgesuch abwies. Am 5. Oktober 2001 wurde
der Sohn J. geboren, der über das Schweizer Bürgerrecht verfügt.
Am 30. September 2002 teilte das Einwohneramt G. dem Ausländeramt mit, A.D. sei
von W. kommend nach G. gezogen. In der Folge tätigte das Ausländeramt
verschiedene Abklärungen. Am 30. Mai 2003 teilte C.S. dem Ausländeramt mit, sie lebe
seit dem 9. August 2002 von ihrem Ehemann getrennt und für sie habe die Ehe keine
Zukunft. Ihr Eindruck erhärte sich, dass A.D. sie nur geheiratet habe, um eine
Aufenthaltsbewilligung zu erhalten. Sodann sei das Scheidungsbegehren abgewiesen
worden, weil er am 29. Januar 2003 vor Gericht erklärt habe, er sei mit der Scheidung
nicht mehr einverstanden. Das Gericht habe vorsorgliche Massnahmen betreffend
Unterhalt und Alimente getroffen. Am 14. August 2003 teilte das Ausländeramt A.D.
mit, es beabsichtige, das Gesuch um Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung
abzuweisen, und gewährte ihm das rechtliche Gehör. Am 17. November 2003 wies das
Ausländeramt das Gesuch ab und ordnete an, A.D. habe den Kanton St. Gallen bis 26.
Januar 2004 zu verlassen.
B./ Gegen die Verfügung des Ausländeramtes vom 17. November 2003 erhob A.D. am
2. Dezember 2003 Rekurs beim Justiz- und Polizeidepartement. Er beantragte, die
Verfügung sei aufzuheben und dem Gesuch um Verlängerung der
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Aufenthaltsbewilligung sei zu entsprechen. Mit Verfügung vom 13. Januar 2004 wurde
A.D. die unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung für das
Rekursverfahren gewährt. Am 23. Februar 2004 wies das Justiz- und
Polizeidepartement den Rekurs ab und lud das Ausländeramt ein, A.D. eine neue Frist
zur Ausreise anzusetzen. Der Entscheid wird im wesentlichen damit begründet, der
Rekurrent berufe sich in rechtsmissbräuchlicher Weise auf die Ehe mit C.S., um seinen
Verbleib in der Schweiz zu sichern. Sodann könne er eine Beziehung zu J. im Rahmen
von Besuchs- und Ferienaufenthalten von Nigeria aus aufbauen und pflegen, zumal er
während seines Aufenthalts in der Schweiz immer wieder für Besuche nach Nigeria
zurückgekehrt sei.
C./ Am 9. März 2004 erhob A.D. gegen den Entscheid des Justiz- und
Polizeidepartements vom 23. Februar 2004 Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Er
beantragte, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die Aufenthaltsbewilligung
sei zu verlängern. Sodann sei ihm für das Beschwerdeverfahren die unentgeltliche
Prozessführung zu gewähren.
Am 11. März 2004 beantragte das Justiz- und Polizeidepartement, die Beschwerde sei
abzuweisen.
Auf die Begründungen der Beteiligten wird, soweit wesentlich, in den folgenden
Erwägungen eingegangen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1./ Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Der
Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerde vom 9. März 2004 entspricht
zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP).
Auf die Beschwerde ist einzutreten.
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2./ Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz habe sein rechtliches Gehör verletzt, weil
sie dem Begehren, seine Beziehung zu J. sei durch die Kinder- und
Jugendpsychiatrischen Dienste St. Gallen zu begutachten, nicht entsprochen habe.
Sodann stellt er diesen Beweisantrag erneut.
Der Anspruch auf rechtliches Gehör gebietet, dass rechtzeitig und formrichtig
angebotene Beweismittel abzunehmen sind, es sei denn, diese betreffen eine nicht
erhebliche Tatsache oder seien offensichtlich untauglich, über die streitige Tatsache
Beweis zu erbringen (BGE 124 I 242 E. 2; 117 Ia 268 E. 4b).
Nach Ansicht des Beschwerdeführers soll ein kinderpsychologisches Gutachten
Aufschluss darüber geben, welchen Charakter seine Beziehung zu J. hat, bzw.
nachweisen, dass das Kind ein Interesse an seinen Besuchen hat, damit ihm ein
angemessenes Besuchsrecht zugestanden wird.
Abgesehen davon, dass es weder in die Zuständigkeit der Vorinstanz noch in diejenige
des Verwaltungsgerichts fällt, dem Beschwerdeführer zu einem Besuchsrecht zu
verhelfen, das seiner Meinung nach angemessen ist, ist unbestritten, dass der
Beschwerdeführer seinen Sohn nur selten besucht und dass er ursprünglich bis zur
Scheidung auf ein Besuchsrecht verzichtet hat. Sodann liegt ein Erhebungsbericht der
Vormundschaftsbehörde W. vom 22. Januar 2003 vor, der über die Beziehung des
Beschwerdeführers zu seinem Sohn Aufschluss gibt. Demzufolge durfte die Vorinstanz
ohne Abnahme weiterer Beweise davon ausgehen, dass zwischen dem
Beschwerdeführer und J., der zum Zeitpunkt, als dieser den gemeinsamen Haushalt
verliess und nach G. zog, weniger als ein Jahr alt war, keine besonders enge affektive
Beziehung besteht. Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer darauf verzichtet hat,
näher darzulegen, welche rechtserheblichen Erkenntnisse er sich von einem Gutachten
erhofft und solche auch nicht ersichtlich sind. Der Vorwurf, die Vorinstanz habe sein
rechtliches Gehör verletzt, erweist sich somit als unbegründet, und auf die Abnahme
des Beweises kann auch im Verfahren vor Verwaltungsgericht verzichtet werden.
3./ Nach Art. 4 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer
(SR 142.20, abgekürzt ANAG) entscheidet die zuständige Behörde im Rahmen der
gesetzlichen Vorschriften und der Verträge mit dem Ausland nach freiem Ermessen
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über die Bewilligung von Aufenthalt und Niederlassung. Die Aufenthaltsbewilligung ist
stets befristet.
a) Nach Art. 7 Abs. 1 ANAG hat der ausländische Ehegatte einer Schweizer Bürgerin
Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung und nach einem
ordnungsgemässen und ununterbrochenen Aufenthalt von fünf Jahren auf die
Niederlassungsbewilligung. Rechtsmissbrauch im Zusammenhang mit Art. 7 ANAG
liegt vor, wenn eine formelle Ehe nur deshalb aufrechterhalten wird, damit dem
ausländischen Ehegatten das Recht auf Verbleib in der Schweiz nicht entzogen wird
(BGE 121 II 97 ff.). Wenn sich ein Ausländer im Verfahren um Erteilung einer
Aufenthaltsbewilligung auf eine Ehe beruft, welche nur noch formell und ohne Aussicht
auf Wiederaufnahme der ehelichen Gemeinschaft besteht, handelt er
rechtsmissbräuchlich (BGE 128 II 151 f.).
Der Beschwerdeführer beruft sich im Verfahren vor Verwaltungsgericht nicht mehr auf
seine Ehe mit C.S.. Er stellt sich indessen auf den Standpunkt, die Nichtverlängerung
der Aufenthaltsbewilligung sei unverhältnismässig, weil sie Art. 8 Ziff. 1 der
Europäischen Menschenrechtskonvention (SR 0.101, abgekürzt EMRK) und Art. 13
Abs. 1 der Bundesverfassung (SR 101, abgekürzt BV) verletze.
b) Art. 8 Ziff. 1 EMRK - wie seit dem 1. Januar 2000 auch Art. 13 Abs. 1 BV -
gewährleistet das Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens. Darauf kann sich
im Rahmen eines ausländerrechtlichen Bewilligungsverfahrens berufen, wer nahe
Verwandte mit einem gefestigten Anwesenheitsrecht in der Schweiz (Schweizer
Bürgerrecht oder Niederlassungsbewilligung) hat. Soweit eine familiäre Beziehung
tatsächlich gelebt wird und intakt ist, wird das der zuständigen Behörde grundsätzlich
eingeräumte freie Ermessen beschränkt (BGE 127 II 64, 126 II 427, 118 Ib 157 und 116
Ib 355). Der in Art. 13 Abs. 1 BV garantierte Anspruch auf Achtung des Privat- und
Familienlebens entspricht materiell der Garantie von Art. 8 EMRK und gewährt darüber
hinaus im Bereich des Ausländerrechts keine zusätzlichen Ansprüche (BGE 126 II 394).
aa) Der Anspruch auf Achtung des Familienlebens nach Art. 8 Ziff. 1 EMRK ist nicht
absolut. Nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK ist ein Eingriff in das in Ziff. 1 geschützte Rechtsgut
unter gewissen Voraussetzungen statthaft. Ein Eingriff ist dann zulässig, wenn er
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gesetzlich vorgesehen und in einer demokratischen Gesellschaft notwendig ist für die
nationale oder öffentliche Sicherheit, für das wirtschaftliche Wohl des Landes, zur
Aufrechterhaltung der Ordnung, zur Verhütung von Straftaten, zum Schutz der
Gesundheit oder der Moral oder zum Schutz der Rechte und Freiheiten anderer. Die
EMRK verlangt somit ein Abwägen der sich gegenüberstehenden privaten Interessen
an der Bewilligungserteilung und dem öffentlichen Interesse an deren Verweigerung,
wobei die öffentlichen Interessen an der Verweigerung in dem Sinn überwiegen
müssen, als sich der Eingriff als notwendig erweist (BGE 122 II 6 mit Hinweis). Bei der
Abwägung der sich gegenüberstehenden privaten und öffentlichen Interessen sind die
gesamten persönlichen Verhältnisse des Ausländers zu würdigen, namentlich die Dauer
des Aufenthalts, Integration in der Schweiz, verbleibende Beziehung zum Heimatstaat,
straf- oder fremdenpolizeilich verpöntes Verhalten (vgl. Haefliger/Schürmann, Die
Europäische Menschenrechtskonvention und die Schweiz, 2. Aufl., Bern 1999, S. 263;
VerwGE vom 16. März 2004 i.S. A.L. und vom 23. Januar 2004 i.S. A.G. mit Hinweis auf
VerwGE vom 22. Januar 2002 i.S. N.O.).
Im Verhältnis zwischen Vater und leiblichen Kindern ist ein eigentliches
Zusammenleben nicht ohne weiteres unentbehrlich für das Bestehen eines
Familienlebens im Sinn von Art. 8 EMRK. Eine intakte und gelebte familiäre Beziehung
wird schon dann angenommen, wenn ein regelmässiger Kontakt besteht (BGE 120 Ib
3, 119 Ib 84). Der nicht sorgeberechtigte Ausländer kann die familiäre Beziehung zu
seinen Kindern nur in einem beschränkten Rahmen, nämlich durch Ausübung des ihm
eingeräumten Besuchsrechts leben. Hierzu ist indessen nicht unabdingbar, dass er
dauernd im gleichen Land wie die Kinder lebt und dort über eine
Anwesenheitsberechtigung verfügt. Ein Besuchsrecht gegenüber einem in der Schweiz
fest anwesenheitsberechtigten Kind verschafft dem ausländischen Elternteil daher im
Allgemeinen noch keinen Anspruch auf dauernde Anwesenheit; den Anforderungen von
Art. 8 EMRK ist Genüge getan, wenn das Besuchsrecht im Rahmen von
Kurzaufenthalten vom Ausland her ausgeübt werden kann, wobei allerdings dessen
Modalitäten entsprechend aus- bzw. umzugestalten sind. In ausländerrechtlicher
Hinsicht hat das Bundesgericht daraus die Konsequenz gezogen, dass die
Aufenthaltsbewilligung nur dann erteilt oder erneuert werden muss, wenn einerseits
zwischen dem Ausländer und dessen in der Schweiz ansässigen Kindern in
wirtschaftlicher und affektiver Hinsicht eine besonders enge Beziehung besteht, die
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sich wegen der Distanz zwischen der Schweiz und dem Land, in das der Ausländer bei
Verweigerung der Bewilligung auszureisen hätte, praktisch nicht aufrechterhalten
liesse, und wenn andererseits das Verhalten des Ausländers weitgehend tadellos ist
(Urteil 2A.119/2004 vom 5. März 2004, Urteil 2A.563/2002 vom 23. Mai 2003, BGE 120
Ib 4 ff. und 24 ff.).
bb) Im Rahmen der Interessenabwägung fällt vorab ins Gewicht, dass J. keine derart
enge Beziehung zum Beschwerdeführer haben kann, wie sie sich in der Regel dann
entwickelt, wenn Kinder im Rahmen einer Wohngemeinschaft mit ihrem Vater
zusammen aufwachsen. Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer die gemeinsame
eheliche Wohnung im August 2002 verlassen hat. Zu diesem Zeitpunkt war J. rund
zehn Monate alt, somit viel zu jung, um zum Beschwerdeführer eine affektive
Beziehung aufbauen zu können. Seither lebt das Kind unter der Obhut seiner Mutter
vom Beschwerdeführer getrennt, weshalb sich die Kontakte zwischen ihm und seinem
Sohn seit mehr als eineinhalb Jahren auf Besuche beschränkten. Aus dem
Erhebungsbericht der
Vormundschaftsbehörde W. vom 22. Januar 2003 geht hervor, dass C.S. auch
während der Dauer der ehelichen Gemeinschaft fast ausschliesslich für die Betreuung
von J. zuständig und somit seine eigentliche Bezugsperson war. Sodann hat der
Beschwerdeführer das Kleinkind lediglich von Zeit zu Zeit, während Abwesenheiten der
Mutter, betreut. Auch musste er aufgefordert werden, sich zumindest am Sonntag für
die Familie und die Kinderbetreuung zu engagieren. In dieser Art spielen sich nach dem
erwähnten Bericht auch die monatlichen Besuchskontakte ab, die seit September 2002
stattfinden. Am 27. Januar 2004 hat der Eheschutzrichter entschieden, die Ehegatten
seien zum Getrenntleben berechtigt und J. bleibe in der Obhut seiner Mutter. Dem
Beschwerdeführer wurde das Recht eingeräumt, das Kind im Beisein von C.S. zwei Mal
je Monat zu besuchen. Für die Ueberwachung dieses Rechts und die Regelung der
Modalitäten wurde eine Beistandschaft angeordnet und die elterliche Sorge
dementsprechend beschränkt. Die Vorinstanz durfte somit davon ausgehen, dass zwar
einigermassen regelmässig Besuchskontakte zwischen dem Beschwerdeführer und
seinem Sohn stattfinden, dass es sich indessen nicht um eine in affektiver Hinsicht
besonders enge Beziehung handelt, zumal der Beschwerdeführer selber ausführt, er
habe nur selten Gelegenheit, J. zu besuchen. Zwischen Vater und Sohn besteht
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jedenfalls keine familiäre Bindung, die derart intensiv ist, dass der Wegzug des
Beschwerdeführers aus der Schweiz für J. mit einem Risiko für dessen weitere
psychische Entwicklung verbunden wäre. Im Rahmen der Interessenabwägung fällt
deshalb nicht entscheidend ins Gewicht, dass der Beschwerdeführer geltend macht,
C.S. torpediere seinen Wunsch, J. öfters als einmal im Monat zu sehen, und auch der
Entscheid des Eheschutzrichters vom 27. Januar 2004 werde seinem Anliegen nach
vermehrtem Kontakt mit seinem Sohn nicht gerecht. Sodann ging die Vorinstanz zu
Recht davon aus, der Beschwerdeführer sei auch in wirtschaftlicher Hinsicht nicht
besonders eng mit J. verbunden. Dem Erhebungsbericht vom 22. Januar 2003 kann
entnommen werden, dass er bis April 2002 als Behindertenbetreuer in R. arbeitete.
Nach der unbestritten gebliebenen Feststellung der Vorinstanz hat der
Beschwerdeführer diese Arbeitsstelle, wo er gemäss Entscheid des Eheschutzrichters
vom 23. August 2003 im Durchschnitt Fr. 4'538.-- zuzüglich Kinderzulagen und
Wegentschädigung verdient hat, im April 2002 aus eigenem Antrieb aufgegeben.
Gemäss Entscheid des Eheschutzrichters vom 28. Januar 2004 wurde ihm in der Folge
Arbeitslosenentschädigung ausbezahlt, wobei die Politische Gemeinde W. am 6.
Dezember 2002 die Bevorschussung der Kinderalimente und das Inkasso der
Frauenalimente bis zur Aufhebung des Scheidungsverfahrens am 14. März 2003
übernahm. Aus dem Entscheid des Eheschutzrichters vom 27. Januar 2004 ergibt sich
weiter, dass der Beschwerdeführer ausgesteuert worden ist und kein Einkommen mehr
erzielt. Die Vorinstanz ging somit zu Recht davon aus, der Beschwerdeführer, der nach
eigener Aussage in finanziellen Verhältnissen lebt, sei nicht in der Lage, nachhaltig zur
Sicherung der Lebenshaltungskosten seines Sohnes beizutragen. Hinzu kommt, dass
der Beschwerdeführer zu J. auch dann eine Beziehung pflegen kann, wenn er nicht hier
lebt und nur für Besuchs- und Ferienaufenthalte in die Schweiz reist, vorausgesetzt das
Besuchsrecht wird hinsichtlich Ort, Häufigkeit und Dauer entsprechend ausgestaltet.
Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers vermag daran nichts zu ändern, dass
J. ein Kleinkind ist und dass die Kontaktpflege, die seinen Vorstellungen auch heute
nicht entspricht, dadurch noch erschwert wird. Die Distanz zwischen Nigeria und der
Schweiz ist auf dem Luftweg relativ einfach zu überwinden. Sodann ist die Feststellung
der Vorinstanz unbestritten geblieben, dass der Beschwerdeführer während seines
Aufenthalts in der Schweiz immer wieder für Besuche in seine Heimat zurückgekehrt
ist.
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c) Der Beschwerdeführer beruft sich weiter auf die Weisungen und Erläuterungen über
Einreise, Aufenthalt und Arbeitsmarkt des Bundesamtes für Ausländerfragen (heute:
Bundesamt für Zuwanderung, Integration und Auswanderung), 2. Aufl., Bern 2003, Ziff.
654, wonach die Aufenthaltsbewilligung in gewissen Fällen, namentlich um Härtefälle
zu vermeiden, auch nach Auflösung der Ehe mit einer Schweizerin verlängert werden
kann. Massgebend sind hauptsächlich folgende Umstände: Dauer der Anwesenheit,
persönliche Beziehungen zur Schweiz, berufliche Situation, Wirtschafts- und
Arbeitsmarktlage, persönliches Verhalten, Integrationsgrad. Erfolgt die Scheidung oder
die Auflösung der ehelichen Gemeinschaft nach einem ordnungsgemässen und
ununterbrochenen Aufenthalt von fünf Jahren, ist die Nichtverlängerung der Bewilligung
sodann nur in Erwägung zu ziehen, wenn die Aufenthaltsbewilligung erschlichen wurde
oder ein Ausweisungsgrund oder ein Verstoss gegen die öffentliche Ordnung vorliegt.
Vorab ist festzuhalten, dass die Ehe des Beschwerdeführers mit C.S. formell nach wie
vor besteht und dass sich der Beschwerdeführer nach den Feststellungen im
angefochtenen Entscheid in rechtsmissbräuchlicher Weise darauf berufen hat, um
seinen Verbleib in der Schweiz zu sichern. Nach dem Entscheid des Eheschutzrichters
vom 27. Januar 2004 hat der Beschwerdeführer seinen Scheidungswillen denn auch
auf Hinweis des Vaters seiner Freundin, eines Rechtsanwalts, kurz vor der
Hauptverhandlung widerrufen, und die Scheidung ist nur eine Frage der Zeit bzw. der
Verkürzung der Frist nach Art. 114 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (SR 210).
Sodann reiste der Beschwerdeführer am 12. August 1996, somit im Alter von 27
Jahren, erstmals in die Schweiz ein, wobei sein Reisepass, wie erwähnt, von der
Flughafenpolizei als Fälschung erkannt wurde. Ueber einen ausländerrechtlichen Status
verfügt er indessen erst seit dem 16. August 1999, somit seit weniger als fünf Jahren,
als ihm nach der Verehelichung mit einer Schweizer Bürgerin im Rahmen des
Familiennachzugs eine Aufenthaltsbewilligung erteilt wurde. Am 22. August 2002, somit
rund drei Jahre später, reichten der Beschwerdeführer und C.S. bereits ein
gemeinsames Scheidungsbegehren ein. Einer Aktennotiz des Eheschutzrichters vom
27. Januar 2004 kann auch entnommen werden, dass der Beschwerdeführer bereits im
Zeitpunkt, als er die eheliche Wohnung verliess, eine feste Freundin hatte, mit der er
seither zusammenwohnt. Sodann ist der Beschwerdeführer, wie bereits ausgeführt, seit
April 2002 arbeitslos, somit hier beruflich nicht integriert und nicht in der Lage, für
seinen Lebensunterhalt zu sorgen. Weil er seit 12. Dezember 2003 ausgesteuert ist,
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wird er zur Zeit von seiner Freundin finanziell unterstützt. Auch stellt der
Beschwerdeführer nicht in Abrede, dass das RAV seine Anspruchsberechtigung
zufolge ungenügender Bemühungen, eine Arbeitsstelle zu suchen, für zehn Tage
eingestellt hat. Zutreffend ist zwar, dass er laut Eheschutzentscheid vom 27. Januar
2004 im Jahr 2002 mit Unterstützung des RAV einen Sprachkurs besucht hat, um seine
Deutschkenntnisse zu verbessern. Dies geschah indessen erst rund sechs Jahre nach
seiner Einreise in die Schweiz, was nicht auf einen grossen Integrationswillen
schliessen lässt. Auch die Tatsache, dass der Beschwerdeführer - ebenfalls mit Hilfe
des RAV - im Zentrum für Asylsuchende B. ein zweimonatiges Praktikum absolvieren
konnte, vermag keinen Härtefall zu begründen, ebenso wenig wie der Umstand, dass
er am 30. März 2004 mit der S. AG einen Ausbildungsvertrag im Hinblick auf die
Fahrprüfung BPT abgeschlossen hat. Zu berücksichtigen ist weiter, dass der
Beschwerdeführer bis zu seinem siebenundzwanzigsten Altersjahr in Nigeria lebte, wo
er sich zum Lehrer ausbilden liess. Sodann bestreitet er nicht, dass er in seiner Heimat
nach wie vor Kontakte pflegt und während seines Aufenthalts in der Schweiz
verschiedentlich dort zu Besuch weilte. Im Alter von erst 34 Jahren ist es ihm deshalb
möglich und zumutbar, in seine Heimat zurückzukehren und sich dort eine Existenz
aufzubauen.
Zusammenfassend ergibt sich, dass der Vorinstanz keine Rechtsverletzung
vorgeworfen werden kann, weil sie das Vorliegen eines Härtefalls verneint hat, der die
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung rechtfertigen würde. Es liegt jedenfalls kein
Ermessensmissbrauch vor, wenn die privaten Interessen des Beschwerdeführers an
einem Verbleib in der Schweiz weniger stark gewichtet worden sind als die öffentlichen
Interessen an der Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung.
4./ Zusammenfassend ergibt sich, dass der angefochtene Entscheid rechtmässig und
die Beschwerde abzuweisen ist.
Dem Verfahrensausgang entsprechend gehen die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens grundsätzlich zulasten des Beschwerdeführers (Art. 95 Abs. 1
VRP). Im vorliegenden Fall ist indessen von der Bedürftigkeit des Beschwerdeführers
auszugehen. Da die Beschwerde überdies nicht zum vornherein aussichtslos war, ist
seinem Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege zu entsprechen (Art.
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99 Abs. 2 VRP in Verbindung mit Art. 281 Abs. 1 und 2 lit. a des Zivilprozessgesetzes,
sGS 961.2, abgekürzt ZPG). Demzufolge trägt der Staat die amtlichen Kosten zufolge
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege. Eine Gebühr von Fr. 2'000.-- ist
angemessen (Ziff. 382 des Gerichtskostentarifs, sGS 941.12). Auf die Erhebung ist
vorläufig zu verzichten (Art. 99 Abs. 2 VRP in Verbindung mit Art. 288 ZPG).
Gutzuheissen ist sodann das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche
Rechtsverbeiständung (Art. 99 Abs. 2 VRP in Verbindung mit Art. 281 Abs. 1 und 2 lit. a
ZPG). Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat keine Kostennote eingereicht,
weshalb das Honorar nach Ermessen festzusetzen ist (Art. 6 der Honorarordnung für
Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS 963.75, abgekürzt HonO). Ein Betrag von Fr.
1'500.-- (zuzüglich MWSt) ist angemessen (Art. 22 Abs. 1 lit. c in Verbindung mit Art. 19
HonO und Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70).