Decision ID: 1ddb1200-d25f-48ca-afc4-48e9376960dc
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law

Sachverhalt:
A. Rechtsanwalt A. war der amtliche Verteidiger von B. Das Bezirksgericht Bremgarten sprach B. am 12. Januar 2017 schuldig des gewerbsmässigen Betrugs (Art. 146 Abs. 2 StGB), der ungetreuen Geschäftsführung (Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB), des betrügerischen Konkurses und Pfändungsbetrugs (Art. 163 Ziff. 1 StGB) sowie der mehrfachen Urkundenfälschung (Art. 251 Ziff. 1 StGB). Es sprach ihn von einer Reihe von Anklagepunkten frei oder stellte das Verfahren aufgrund Verjährung ein (Ziff. 1, 2.1–2.5 des Urteils, Vorinstanz pag. 50 f.). Das Bezirksgericht verurteilte B. zu einer  von 30 Monaten, 18 Monate davon bedingt ausgesprochen, mit einer Probezeit von 2 Jahren. Die amtliche Verteidigung erhielt Fr. 35'098.40.
B. B. liess am 12. Juni 2017 gegen das Urteil des Bezirksgerichts Bremgarten Berufung erklären (pag. 53). Er beantragte einen Freispruch und wandte sich gegen die Ersatzforderung und Regelung der Verfahrenskosten wie auch die Verwendung der beschlagnahmten Gelder. Am 15. Juni 2017 erklärte die Privatklägerschaft Berufung (pag. 61 ff., 48 Seiten). Die Kantonale  verzichtete am 28. Juni 2017 auf eine Anschlussberufung (pag. 122).
Rechtsanwalt A. nahm am 14. Juli 2017 für B. Stellung zur Berufung der Privatkläger (pag. 123, 4 Seiten). Er begründete die Berufung, für welche das schriftliche Verfahren angeordnet worden war (pag. 138 f.), am 17. Mai 2019 (pag. 147, 132 Seiten, mit vielen Zwischentiteln und vergleichsweise wenigen Zeilen pro Seite). Die Kantonale Staatsanwaltschaft beantragte am 3. Juni 2019, die Berufung sei abzuweisen (pag. 286, 4 Seiten). Die  reichte ihre Berufungsantwort am 3. Juni 2019 ein (pag. 291, 21 Seiten) und ihre freigestellte Stellungnahme am 11. Juni 2019 (pag. 306, 3 Seiten). Am 17. Juni 2019 reichte Rechtsanwalt A. die Berufungsantwort ein (pag. 312, 8 Seiten) sowie eine Stellungnahme zur Berufungsantwort der Privatklägerschaft (pag. 323, 6 Seiten) wie auch die Stellungnahme zur  der Kantonalen Staatsanwaltschaft (pag. 332, 7 Seiten). Dazu reichte die Privatklägerschaft am 1. Juli 2019 eine kurze zweiseitige Stellungnahme ein (pag. 348).
C. Das Obergericht des Kantons Aargau, Strafgericht, 1. Kammer (nachfolgend "Strafkammer"), stellte mit Urteil vom 22. Oktober 2019 (Verfahren SST.2017.169; pag. 353 ff.) fest, dass das Beschleunigungsgebot verletzt wurde. Sie sprach B. des gewerbsmässigen Betrugs sowie der mehrfachen Urkundenfälschung schuldig. Die Strafkammer sprach eine Zusatzstrafe von
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16 Monaten zu ihrem Urteil vom 31. August 2016 aus. Sie sprach B. von den Vorwürfen der Misswirtschaft ganz und von denjenigen der ungetreuen  sowie des betrügerischen Konkurses und  teilweise frei. Die Zivilklagen wurden teilweise abgewiesen, teilweise auf den Zivilweg verwiesen. Rechtsanwalt A. hatte von sich aus keine  eingereicht, sondern festgehalten, eine solche werde auf  hin eingereicht (pag. 339). Die Strafkammer entschädigte ihn für die amtliche Verteidigung im Berufungsverfahren mit Fr. 4'000.-- (Dispositiv Ziff. 9.2, 1. Absatz).
D. Rechtsanwalt A. gelangte am 23. November 2019 mit Honorarbeschwerde an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts. Er beantragt (act. 1 S. 2):
1. Es sei Ziff. 9.2 Abs. 1 des Urteils des Obergerichts des Kantons Aargau, Strafge-
richt, vom 22. Oktober 2019 (SST.2017.196) aufzuheben und dem amtlichen  des Beschuldigten für das Berufungsverfahren vor der Vorinstanz den  in der Höhe von CHF 20'050 (ohne MwSt. und Auslagen von CHF 546.70) zuzusprechen.
Die Strafkammer liess sich am 26. November 2019 vernehmen und  sinngemäss, die Beschwerde sei abzuweisen (act. 3). Die  brachte dies Rechtsanwalt A. am 2. Dezember 2019 zur Kenntnis (act. 4).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen Bezug .

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:
1. 1.1 Gegen den Entschädigungsentscheid durch eine kantonale Berufungs- oder
Beschwerdeinstanz kann die amtliche Verteidigung bei der  des Bundesstrafgerichts Beschwerde nach den Vorschriften der Art. 393 ff. StPO erheben (Art. 135 Abs. 3 lit. b StPO i.V.m. Art. 35 Abs. 1 und Art. 37 Abs. 1 StBOG; BGE 143 IV 40 E. 3.2.2; 141 IV 187 E. 1.2). Die amtliche Verteidigung zählt nicht zu den Verfahrensparteien (Art. 104 Abs. 1 StPO). Ihre Rechtsmittellegitimation ergibt sich aus Art. 135 Abs. 3 StPO. Sie muss deshalb in eigenem Namen Beschwerde führen (BGE 140 IV 213 E. 1.4; 139 IV 199 E. 5.6 S. 204). Die Beschwerde gegen schriftlich oder
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mündlich eröffnete Entscheide ist innert zehn Tagen schriftlich und  einzureichen (Art. 396 Abs. 1 StPO). Die Frist für die Beschwerde beginnt mit der Eröffnung des schriftlich begründeten Entscheids (BGE 143 IV 40 E. 3.4.4).
1.2 Der Beschwerdeführer erhielt von der Vorinstanz als amtlicher Verteidiger eine tiefere Entschädigung zugesprochen, als ihm seines Erachtens . Er ist zur vorliegenden Beschwerde legitimiert. Auf die auch frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.
2. 2.1 Die Entschädigung der amtlichen Verteidigung richtet sich unabhängig vom
Ausgang des Verfahrens nach dem notwendigen Aufwand und wird im  bestimmt durch den Anwaltstarif des Bundes oder des Kantons, in dem das Strafverfahren durchgeführt wurde (Art. 135 Abs. 1 StPO). Für den Kanton Aargau gilt das Dekret des Grossen Rates über die Entschädigung der Anwälte (Anwaltstarif) vom 10. November 1987 (AnwT/AG; SAR 291.150). Gemäss § 9 Abs. 1 AnwT/AG bemisst sich die  nach dem angemessenen Zeitaufwand des Anwaltes. Die  des amtlichen Verteidigers wird auf Grund einer Rechnung des  festgesetzt (§ 12 Abs. 2 AnwT/AG). Bei der amtlichen Verteidigung  der Stundenansatz in der Regel Fr. 200.– und kann in einfachen Fällen bis auf Fr. 180.– reduziert werden (§ 9 Abs. 3bis AnwT/AG). Neben der  sind dem Anwalt sämtliche notwendigen Auslagen (Gerichts- und Betreibungskosten, Vorschüsse, Reisespesen, Porti, Telefon-, Telex- und Telefaxgebühren, Kopien usw.) zu ersetzen. Die Entscheidbehörde kann für den Auslagenersatz eine Pauschale festsetzen (§ 13 Abs. 1 AnwT/AG).
2.2 Rechtsanwalt A. beanstandet in seiner Beschwerde, dass am 22. Oktober 2019 unvermittelt das Urteil ergangen sei. Er sei nicht aufgefordert worden, die Kostennote einzureichen; dabei habe er in seiner Eingabe vom 17. Mai 2019 ausdrücklich festgehalten, er werde es auf Aufforderung hin tun. Dies verletze sein rechtliches Gehör. Seine Vorgehensweise sei bei erfahrenen Anwälten üblich, da erst bei bevorstehendem Verfahrensabschluss die  eingereicht werden könne. So erkundige sich der Klient  immer wieder nach dem Verfahren und es sei zusammen , ob ein Antrag auf Verfahrensbeschleunigung Sinn mache. Begründung und Höhe seiner Entschädigung seien überdies willkürlich. Das Verfahren vor Obergericht habe über 2 Jahre gedauert und damit das  verletzt. Erst im April 2019 sei das schriftliche Verfahren  worden. Das Urteil des Bezirksgerichts vom 12. Januar 2017 und die
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insgesamt 23 Bundesordner seien ihm da selbstredend nicht mehr präsent gewesen. Er habe sich in der detaillierten Berufungsbegründung von 130 Seiten mit dem erstinstanzlichen Urteil auseinandergesetzt. Es habe sich um einen klassischen Wirtschaftsstraffall gehandelt mit komplexen  zum Betrug. Die Annahme sei willkürlich, dass für seine Leistungen 17 Stunden Aufwand bei einem Ansatz von Fr. 200.-- angemessen seien.
Die im Beschwerdeverfahren eingereichte siebenseitige Honorarnote von Rechtsanwalt A. vom 23. November 2019 (act. 1.2) schlüsselt seinen  von Fr. 20'050.-- (wohl exkl. MwSt.) auf. Er legt seinen zeitlichen  pro Tag dar und gibt dazu jeweils einige und zum Teil zahlreiche . Er verrechnet insgesamt 99.90 Stunden. Dazu kommen in der  integrierte, wiederum nach Tagen aufgeschlüsselte  von Fr. 546.70 (wohl exkl. MwSt.). Diese Art der Abrechnung  nicht genau zu verstehen, wieviel Zeit welcher Tätigkeit – , Kontakt mit Klientschaft durch Schreiben / Telefonate, Rechtsschriften und Rechtsstudium, etc. – gewidmet wurde.
2.3 Die Strafkammer begründet die Entschädigung des Verteidigers im Urteil vom 22. Oktober 2019 wie folgt (act. 3.1 Ziff. 12.2. S. 51 f.): Der amtliche Verteidiger sei aus dem Verfahren vor Bezirksgericht mit den tatsächlichen und rechtlichen Fragen wohlvertraut. Er sei für dieses denn auch mit Fr. 43'398.40.-- entschädigt worden. Hinsichtlich des gewerbsmässigen , dem umfangreichsten Anklagekomplex, habe er sich in der  mit nur einer Transaktion, ergänzend zu den Fallumständen einer Bank bzw. dem Projekt C., auseinandergesetzt. Im Übrigen habe er sich  Ausführungen zur Gewerbsmässigkeit auf umfassende Verweise . Auch im Rahmen des Anklagekomplexes der ungetreuen  habe der amtliche Verteidiger mehrheitlich mit Verweisen operiert. Nicht bereits im erstinstanzlichen Verfahren abgegolten und  erscheine ein Aufwand von 17 Stunden: 2 Stunden für Kontakte mit dem Beschuldigten; 10 Stunden für die Berufungserklärung und -; 3 Stunden für die Berufungsantwort und für zwei Stellungnahmen; 2 Stunden für die übrigen Aufwendungen mit verfahrensleitenden . Dazu kämen nach § 13 AnwT/AG pauschalisiert und praxisgemäss auf 3% festgelegte Aufwendungen. Dies ergebe die angemessene  von Fr. 4'000.--. Der Unterschied zwischen dem Honorar nach Note und nach Urteil beträgt 80%.
Die Strafkammer ergänzt in ihrer Vernehmlassung vom 26. November 2019 (act. 3), es sei für den Verteidiger ohne weiteres erkennbar gewesen, dass der Verfahrensabschluss bevorgestanden habe. So habe sie in der  vom 3. Juli 2019 ausdrücklich darauf hingewiesen, es werde davon
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ausgegangen, dass sich die Verfahrensbeteiligten genügend hätten äussern können und dass der Schriftenwechsel nicht fortgesetzt werde. Dennoch habe der Verteidiger keine Kostennote eingereicht. § 14 Abs. 2 AnwT/AG habe eine solche Aufforderung noch vorgesehen, sei aber mit der Einführung der StPO ersatzlos aufgehoben worden. Sowohl die Berufungsanmeldung beim Bezirksgericht als auch das Studium des erstinstanzlichen Urteils seien durch das Bezirksgericht entschädigt. Die im angefochtenen Entscheid  Stundenangaben für die einzelnen Aufwendungen hätten sich an vergleichbaren Fällen und dafür angemessenen Honorarnoten orientiert. Bei rund 300 Berufungen pro Jahr verfüge das Obergericht über einen grossen Erfahrungswert. Die Strafkammer weist schliesslich auf die Rechtsprechung des Bundesgerichts hin, welches nur Entschädigungen aufhebt, die  jedes vernünftigen Verhältnisses zu den vom Anwalt geleisteten Diensten stehen und in krasser Weise gegen das Gerechtigkeitsgefühl verstossen.
2.4 Zwar bemisst sich im Kanton Aargau die Entschädigung des amtlichen  nach dem angemessenen Zeitaufwand des Anwaltes (§ 9 Abs. 1 AnwT/AG) und wird auf Grund einer Rechnung des Anwaltes festgesetzt (§ 12 Abs. 2 AnwT/AG). Eine solche muss der Strafkammer zum  – die Entschädigung des amtlichen Verteidigers ist im Urteil  (BGE 139 IV 199 E. 5) – freilich auch vorliegen. Sie in einem separaten Verfahrensschritt noch einfordern zu müssen, verträgt sich schlecht mit dem Beschleunigungsgebot (Art. 5 Abs. 1 StPO). Reichen Anwälte Honorarnoten ein, so machen sie dies zumeist mit ihrer letzten Eingabe – sie sind es denn auch gewohnt, jederzeit Rechenschaft abzulegen (vgl. Art. 400 Abs. 1 OR). Die Strafkammer wies den Verteidiger darauf hin, dass sie den  und damit das schriftliche Verfahren als beendet ansah (pag. 352). Reicht der Verteidiger keine Honorarnote ein, so setzt die Strafkammer seine Entschädigung wie vorliegend gestützt auf ihre eigene Würdigung des  Aufwands fest. Dieses Vorgehen ist nicht zu beanstanden.
2.5 Nach der verfassungsrechtlichen Minimalgarantie von Art. 29 Abs. 3 BV  der Anspruch auf unentgeltlichen Rechtsbeistand nicht alles, was für die Wahrnehmung der Interessen des Mandanten von Bedeutung ist. Ein verfassungsrechtlicher Anspruch besteht gemäss Art. 29 Abs. 3 BV vielmehr einzig, soweit es zur Wahrung der Rechte notwendig ist. Der Begriff der  bestimmt nicht nur den qualitativen Anspruch (die Bestellung eines Rechtsbeistands), sondern auch den quantitativen (sprich den Umfang der Vergütung). Entschädigungspflichtig sind jene Aufwendungen, die in einem kausalen Zusammenhang mit der Wahrung der Rechte im Verfahren stehen und notwendig und verhältnismässig sind. Nur in diesem Umfang
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lässt es sich rechtfertigen, die Kosten der Staatskasse und qua  der beschuldigten Person aufzuerlegen. Allerdings muss das Honorar so festgesetzt werden, dass der unentgeltlichen  ein Handlungsspielraum verbleibt und das Mandat wirksam ausgeübt werden kann (vgl. BGE 141 I 124 E. 3.1; Urteile des Bundesgerichts 1B_96/2011 vom 6. Juni 2011 E. 2.2; 6B_856/2009 vom 9. November 2009 E. 4.2; 6B_130/2007 vom 11. Oktober 2007 E. 3.2.5).
Den Kantonen steht bei der Bemessung des Honorars des unentgeltlichen Rechtsvertreters ein weites Ermessen zu. Wie das Bundesgericht greift auch das Bundesstrafgericht nur ein, wenn die Festsetzung des Honorars  jedes vernünftigen Verhältnisses zu den vom Anwalt geleisteten  steht und in krasser Weise gegen das Gerechtigkeitsgefühl verstösst. Ausserdem übt es grosse Zurückhaltung, wenn das kantonale Sachgericht den Aufwand als übersetzt bezeichnet und entsprechend kürzt. Es ist Sache der kantonalen Behörden, die Angemessenheit anwaltlicher Bemühungen zu beurteilen (BGE 141 I 124 E. 3.2; Urteile des Bundesgerichts 6B_1252/2016 vom 9. November 2017 E. 2.4, nicht publ. In BGE 143 IV 453; 6B 360/2014 vom 30. Oktober 2014 E. 3.3, nicht publ. in BGE 140 IV 213; Urteil des  6B_332/2017 vom 18. Januar 2018 E. 2.5).
2.6 Die Strafkammer macht nicht geltend, dass der Verteidiger an der Sache vorbei argumentiert habe. Immerhin führten die Bemühungen der  denn auch zu Freisprüchen bezüglich der Misswirtschaft, der  Geschäftsbesorgung sowie des betrügerischen Konkurses und . Prozessual ging es um Erklärung und Begründung der  (schriftliches Verfahren) und Reaktionen auf Eingaben der  im weitläufigen Schriftenwechsel – es verstrichen ab  rund 2 Jahre. Grobthematisch ging es um die einzelnen Schuldsprüche (Tatbestandsmerkmale), das Strafmass, die Ersatzforderung, die  der beschlagnahmten Gelder sowie die Auferlegung der . Das obergerichtliche Urteil von gut 50 Seiten zeigt, dass der  Ausführungen zur Arglist machte (act. 3.1 Ziff. 3.3 S. 16) und den  bestritt (Ziff. 3.5 S. 16). Die Strafkammer nahm einen  an (Ziff. 3.6 S. 25). Sodann befasste sich der Verteidiger mit der Strafzumessung (Ziff. 8.1 S. 36) und diversen Zivilansprüchen. Es geht vorliegend um einen nicht mehr einfachen Wirtschaftsstraffall mit doch einigen Akten (23 Bundesordner).
2.7 Die Strafkammer scheint davon auszugehen, dass die Bemühungen zwar gerechtfertigt waren, indes nur einen Fünftel der Zeit in Anspruch hätten  müssen. Wie dies im Einzelnen hätte möglich sein sollen, legt sie auch im Honorarbeschwerdeverfahren nicht dar. Die Strafkammer berücksichtigte
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nicht, dass die Verletzung des Beschleunigungsgebots, gerade in einem  Verfahren, den anwaltlichen Aufwand auch erhöhen kann:  die grossen Linien frisch bleiben, geht die Einarbeitung im Rahmen des vorinstanzlichen Verfahrens wie auch die Einzelargumentation zunehmend vergessen.
Die von der Strafkammer angeführte Verteidigung vor der Vorinstanz erspart zwar eine Einarbeitung in die tatsächlichen und rechtlichen Fragen der . Die Entschädigung im Verfahren vor Bezirksgericht entschädigt aber nicht auch Aufwand der Verteidigung im Verfahren vor der Strafkammer. Die Kenntnis des Falles alleine schreibt weder die Berufungserklärung noch die (hier schriftliche) Berufungsbegründung oder weitere Eingaben im  Schriftenwechsel. Die Verteidigung musste sich vielmehr mit der  der unteren Instanz sowie den Vorbringen der Staatsanwaltschaft und der Privatklägerschaft auseinandersetzen. Dem Rechtsmittelsystem der "double instance" ist zudem inhärent, dass vor der oberen Instanz gleiche Rechtsfragen nochmals aufgeworfen werden dürfen (resp. für einen  ans Bundesgericht, müssen).
2.8 Insgesamt legte die Strafkammer das Honorar des amtlichen Verteidigers gestützt auf wenig aussagekräftige Kriterien fest und liess dabei  ausser Acht. Aus der generischen Begründung der Honorarfestsetzung (vgl. vorstehende Erwägungen 2.7, 2.3) ist nicht nachvollziehbar, wie alle Verfahrensaufwände (vgl. vorstehende Erwägung 2.6) in rund zwei  (17 Stunden) hätten erledigt werden können. Die dem Verteidiger  Entschädigung steht vielmehr ausserhalb jedes vernünftigen Verhältnisses zu den geleisteten Diensten. Die entsprechende Rüge des Verteidigers ist begründet.
3. Die Begründung des angefochtenen Entscheids erlaubt der  nicht, ein angemessenes Honorar selbst festzusetzen. Sie hätte sich dazu ähnlich dem Sachgericht in den Fall einzuarbeiten. Erlaubt das angefochtene Urteil keinen reformatorischen Entscheid und ist eine  angezeigt, so obsiegt der amtliche Verteidiger vollumfänglich (vgl. nur BGE 137 V 210 E. 7.1). Die Beschwerde ist dementsprechend gutzuheissen und Dispositiv Ziff. 9.2 des angefochtenen Urteils ist aufzuheben. Das  ist an das Obergericht des Kantons Aargau, Strafkammer, zu neuem Entscheid über die Entschädigung der amtlichen Verteidigung .
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4. 4.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Gerichtskosten zu erheben.
4.2 Der obsiegende amtliche Verteidiger hat Anspruch auf eine Prozessentschä-
digung (vgl. Art. 436 Abs. 1 i.V.m. Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO). Der Verteidiger führt in seiner Beschwerde aus, mindestens eine Entschädigung von Fr. 3'000.-- zu beantragen und eine Honorarnote auf Aufforderung hin  (act. 1 S. 11 f.). Reicht der Anwalt die Kostennote im Verfahren vor der Beschwerdekammer nicht spätestens mit der einzigen oder letzten  ein, so setzt das Gericht das Honorar nach Ermessen fest (Art. 12 Abs. 2 des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren; BStKR, SR 173.713.162). Die Entschädigung ist vorliegend pauschal auf Fr. 2'300.-- (inkl. MwSt. und Auslagen) festzulegen (vgl. Art. 10 und 12 Abs. 2 BStKR). Entsprechend ist das Obergericht des Kantons Aargau zu verpflichten, Rechtsanwalt A. für das Honorarbeschwerdeverfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 2'300.-- (inkl. Barauslagen und MwSt.) zu .
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