Decision ID: 2b972b7d-a5bc-59fa-80e3-11226388d463
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 19
8
9
,
ist seit dem
1. September 2014 als Proj
e
ct Manager bei der
Y._
angestellt und dadurch bei der Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft
AG
(Allianz) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert.
Mit Unf
all
meldung vom 7.
Juni 2018 wurde der Allianz angezeigt, dass
sich
der Versicherte am 29.
Mai 201
8
beim
Fussballspielen
in der Turnhalle an der linken Schulter verletzt
hab
e (Urk.
10/1).
Die erstbehandelnde Ärztin Dr. med.
Z._
,
Fachärztin
Allgemeine Medizin, diagnos
tizierte eine Schulterkontusion links und verordnete Physiotherapie (Urk.
10/6).
Die
Allianz
trat auf den Schadenfall ein und erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Urk.
10/10
).
Am
7.
November 2018 diagnostizierten die Ärzte der
A._
aufgrund des am 2
6.
Oktober 2018 durchgeführten CT der linken Schulter ein
glenoidaler Knochendefekt mit bis inferior
abgelöstem Labrum (
Urk.
10/19).
Mit Email vom 24.
J
anuar 2019 lehnte
die Allianz
aufgrund der Überprüfung der Leistungspflicht
die
von der
B._
ersuchte
Kostengutspra
che für
die geplante Operation
vom
22.
Februar 2019
ab
(Urk.
10/30).
Unter Bei
lage des
Be
richt
s
vom 25.
Januar 2019 von
PD
Dr.
med.
C._
, Facharzt R
adio
logie
,
(
Urk.
10/31) ersuchte
der Versicherte am 4. Februar 2019 abermals
um Kos
tengutsprache bzw. bei Ablehnung der Leistungspflicht um Zustellung eine
r e
in
sprachefähigen
Verfügung
(
Urk.
10/32). Nach Einholung des Aktengutachten
s
vom
4.
Februar 2018 (richtig: 2019) von Dr.
D._
,
Fachar
zt
für All
gemein- und Unfallchirurgie, (Urk.
10/33) stellte die Allianz mit Verfügung vom 1
3.
Februar 2019 die Versicherungsleistungen mangels Unfallkausalität
rückwir
kend per
2
6.
Oktober 2018
ein
(
Urk.
10/34).
Am 2
2.
Februar 2019 wurde beim
Versicherten
eine Restabilisierungsoperation der linken Schulter
modifiziert nach
Latarjet-Patte
durchgeführt
(
Urk.
10/47
).
Gegen die Verfügung vom 1
3.
Februar 2019
erhob der Versicherte am 2
5.
Februar 2019 unter Beilage
der Aktenbeur
teilung
vom 22.
Februar 2019 von Prof.
Dr.
med.
E._
, MBA, Fach
arzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Einsprache (
Urk.
10/43-44)
und reichte den Operationsbericht vom 2
4.
Februar
2019 sowie den Verlaufs
bericht vom 9. März 2019 von
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Orthopädische Chirur
gie,
zu den Akten
(
Urk.
10/46-47).
Nach Ein
holung
eines erneuten
Aktengutach
ten
s
von
Dr.
D._
vom 1
8.
April 2019 (
Urk.
10/58)
hielt die
Allianz
an ihrem Standpunkt fest und wies die Einsprache mit
Einsprachee
ntscheid vom
28.
Sep
tember 2020
ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Beschwerdeführer am 8. Oktober 2020 Beschwerde und be
an
tragte, es seien ihm in Aufhebung des Einspracheentscheids die gesetzlichen Leis
tungen zuzusprechen, eventualiter sei die Sache zwecks Einholung eines ortho
pädischen Gutachtens an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (Urk. 1).
Die Allianz beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
9.
Januar 2021 die Abweisung der Beschwerde (Urk. 9), was dem Beschwerdeführer am 3. Februar 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 11).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ge
mäss Art. 6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Be
rufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natür
lichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm ob
liegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Mög
lichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsan
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Nach der Rechtsprechung gehören zu den im Sinne von Art. 6 Abs. 1 UVG mass
gebenden Ursachen auch Umstände, ohne deren Vorhandensein die gesund
heitliche Beeinträchtigung nicht zur gleichen Zeit eingetreten wäre. Eine scha
densauslösende traumatische Einwirkung wirkt also selbst dann leistungsbegrün
dend, wenn der betreffende Schaden auch ohne das versicherte Ereignis früher oder später wohl eingetreten wäre, der Unfall somit nur hinsichtlich des Zeit
punkts des Schadenseintritts conditio sine qua non war. Anders verhält es sich, wenn der Unfall nur Gelegenheits- oder Zufallsursache ist, welche ein gegen
wär
tiges Risiko, mit dessen Realisierung jederzeit zu rechnen gewesen wäre, manifest werden lässt, ohne im Rahmen des Verhältnisses von Ursache und Wirkung eigenständige Bedeutung anzunehmen. Einem Ereignis kommt demzufolge der Charakter einer anspruchsbegründenden Teilursache zu, wenn das aus der poten
tiellen pathogenen Gesamtursache resultierende Risiko zuvor nicht dermassen ge
genwärtig war, dass der auslösende Faktor gleichsam beliebig und austauschbar erschiene. Dagegen entspricht die unfallbedingte Einwirkung
bei erstelltem
Aus
lösezusammenhang
einer (anspruchshindernden) Gelegenheits- oder Zufalls
ur
sa
che, wenn sie auf einen derart labilen, prekären Vorzustand trifft, dass jeder
zeit mit einem Eintritt der (organischen) Schädigung zu rechnen gewesen wäre, sei es aus eigener Dynamik der pathogenen Schadensanlage oder wegen Anspre
chens auf einen beliebigen anderen Zufallsanlass. Wenn ein alltäglicher alterna
tiver Belastungsfaktor zu annähernd gleicher Zeit dieselbe Gesundheits
schädi
gung hätte bewirken können, erscheint der Unfall nicht als kausal signifikantes Ereig
nis, sondern als austauschbarer Anlass; es entsteht daher keine Leistungspflicht des obligatorischen Unfallversicherers (Urteile des Bundesgerichts 8C_287/2020 vom 27. April 2021 E. 3.1 und 8C_587/2020 vom 5. Februar 2021 E. 6.1, je mit Hinweisen).
1.4
UV170510
Beweiswert eines Arztberichts
01.2021
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1.5
UV170530
Beweiswert von versicherungsinternen ärztlichen Einschätzungen
01.2021
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig er
scheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee). Das
Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versicherungs
träger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
inter
nen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Entscheid damit, dass
a
ufgrund
d
er
Aktenbeurteilung von Dr.
D._
vom 4. Februar 2019
mit ein
ge
hender Begrü
nd
ung der Einwand des Beschwerdeführers, wonach seine Vor
ge
schichte nicht von
Bedeutung
sei
und er über drei Jahre eine stabile Schulter gehabt habe, zurückgewiesen werden
müsse
. Mit der Operation vom 22.
Februar 2019 sei ein Gesundheitsschaden
behandelt
worden
, der bereits vor dem
Ereignis
vom 2
9.
Mai 2018 bestanden hab
e
und auf die Erstluxation vo
m 2. März
2013 zurückzuführen sei.
Entgegen
der Ansicht des
Beschwerdeführers
sei es anlässlich
des Ereignisses
vom
2
9.
Mai 201
8
auch zu
keiner neuen
Verletzung
gekommen, welche als Einheit mit den
vorbestehenden
Befunden behandelt werden müsse. Vielmehr
habe
sich gemäss
Dr.
D._
genau die (Lu
x
ations-)Risikokon
stel
lat
i
on durch die vorbestehenden Befunde
verwirklicht
. Dafür spreche auch, dass der Beschwerdeführer nach dem Ereignis vom 2
9.
Mai 2018 von mindestens drei weiteren (spontanen) Luxationen berichtet habe. Aufgrund der
seit
dem Unfall
ereignis vom
2.
März 2013
vorbestehenden
Befunde könne es daher wegen
der
Risikokonstellation
jederzeit zu einer
Rezidiv
l
uxation
k
o
mmen.
Demzufolge
sei
der mit dem operativen
Eingriff
vom 2
2.
Februar
2019
behandelte Gesundheits
schaden nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit
auf das
Ereignis
vom
2
9.
Mai
2018 zurückzuführen. Mit dem
Ergebnis
de
r
CT-U
ntersuchu
n
g
habe im Zeitpunkt des 2
6.
Oktobers 2018 der Vorbefund
objektiv
fest
ge
halten
werden können
, ohne dass
frische
unfallkausale Befunde
hätten
erhoben
werden
können.
Demnach
sei
e
n die
operativ behandelten
Beschwerden an der linken Schulter per 2
6.
Okto
ber 2018 nicht mehr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das U
nfaller
e
i
g
nis vom 2
9.
Mai 2018 zurückzuführen (
Urk.
1).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt, im Jahr 2015 sei der labrale Bankart-Defekt operativ versorgt worden.
Danach sei er bis
am 2
9.
Mai 2018 absolut
beschwerdefrei gewesen
. Der postoperative Verlauf habe sich vorbildlich gezeigt.
Dr.
C._
habe in seiner Beurteilung vom 2
5.
Januar 2019 festgehalten, dass di
e
knöcherne Bankartverletzung mit hoher Wahrschein
lichkeit vorbes
t
ehend sei. Hingegen
handle e
s
sich bei der
labrale
n
Rezidiv-Bankart-Läsion mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
um
eine neue, strukturelle Läsion nach abgeheilter und erfolgreicher Labrumfixation 201
5.
In der Akten
beurteilung komme auch Prof.
Dr.
E._
zum Schluss, dass es sich mit dem Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit um eine neue traumatische Ablösung des Labrums handle. Sodann interpretiere auch
Dr.
G._
die Befunde im Sinne einer neuen strukturellen Läsion an der linken Schulter. Trotz all diesen begrün
deten Einwände
n
habe die Beschwerdegegnerin einen Allgemeinarzt beigezogen, welche
r
sich
nicht ansatzweise begründet mit den Beurteilungen aus
einander
gesetzt habe. Ferner habe auch d
e
r behandelnde Dr.
F._
in seinem Bericht vom
5.
Januar 2019 eine gleiche
Situation
beschrie
b
en. Gleiches gelte für die Stellungnahme von
Dr.
H._
im Bericht
vom
7.
November
2018
und
Dr.
I._
im Bericht vom 2
2.
November 201
8.
Die sehr gute S
chulterstabilität
nach dem ersten
Eingriff
belege, dass der damalige Ausriss suffizient eingeheilt gewesen sei. Die Vorgeschichte sei daher nicht
weiter
von Bedeutung, denn er habe über drei Jahre eine stabile
Schulter
gehabt und seine
sportlichen
Akti
vi
tä
ten seien nicht tangiert
gewesen
. Das Ereignis vom 29.
Mai 2018 stelle ein geeig
netes
Trauma
dar, um eine rezidive Läsion zu
verursachen
. Es lägen weder radiologisch
noch klinisch Indizien für
einen degenerativen Zustand
oder
eine
Erkrankung
vor.
Hinz
u
komme, dass Dr.
D._
Arzt
für A
llgemein- und Unfall
chirurgie sei und
somit
nicht Facharzt für Orthopädische
Chirurgie, weshalb er fachfremd
urteile. Er verkenne
die offensichtliche Situation
und begründe nicht
, worauf er seine Meinung
stütz
e
. Er stelle eine blosse
Behauptung
auf. Je mehr sich der
Experte
von beiden
Pfeilern
,
publizierte
Forschung und eigene
Berufs
er
fahrung
,
entferne, desto unzuverlässiger und angreifbarer seien seine
Antwor
ten (
Urk.
1)
.
3
.
3.1
Die erstbehandelnde Ärztin und zugleich Hausärztin des Beschwerdeführers Dr.
Z._
stellte im UVG-Arztzeugnis vom 1
3.
Juni 2018 die Diagnose einer Schulterkontusion links
und erhob die objektiven Befunde
einer
Druck
do
lenz
über dem
lat. Scapularand
,
dem
Musc
u
lus infraspinatus
sowie dem
Teres Minor
und verordnete dem Beschwerdeführer
Physiotherapie (Urk. 10/6). Im ä
rzt
li
chen
Zwischen-
/Schlussbericht
–UVG vom
4.
September 2018 ergänzte sie, die Kontu
sion sei noch nicht abgeheilt und g
ab
als
besondere
Umstände, welche den Heilungsverlauf ungünstig beeinflussen könn
t
en
,
eine Schu
lteroperation 201
5
bei antero-inferiorer
Sch
ulterinstabilität
nach Luxation bei
einem
Snowboardunfall im Jahr 2013 an (
Urk.
10/12
).
3.2
Dr.
med. M.
H._
, Leitender Arzt
der
Orthopädie
der
A._
,
erhob in seinem Bericht vom
7.
November 2018 folgende Diagnosen:
-
Schulter links, adominant: Posttraumatische Rezidivinstabilität bei
:
-
a
rthroskopischem Bankartrepair fecit
Dr.
Keller, E
ndoklinik 201
5 (2 Pushlock Anker)
-
Indexereignis 2013 beim Snowboarden
-
Rezidivereignis 29.05.2018 beim Fussball
-
Aktuell: Computertomographisch verifizierter gleno
i
daler Knochen
de
fekt mit bis inferior abgelöstem Labrum (CT 26.10.18)
Angesichts der computertomographischen Befunde sei dem Beschwerdeführer von einer erneuten Weichteilstabilisierung
abgeraten
und alternativ eine knöch
erne Augmentation
empfohlen worden.
In einem
detaillierten
Gespräch sei
en
die
Operation,
die Nachbehandlung
sowie
die Risiken
besprochen worden (
U
rk.
10
/19
)
.
3.3
In der versicherungsmedizinischen Kurzbeurteilung vom 1
5.
November 2018 hielt
Dr.
med.
J._
, Innere Medizin FMH, fest, der Beschwerdeführer habe beim Fuss
ballspiel bei einem Zusammenprall eine Schulter (Sub-?) Luxation erlitten. Seine erste Luxation, bei der wichtige Bänder, Kapsel etc. verletzt worden seien, sei 2013 beim Snowboarden geschehen. Für die aktuellen Beschwerden und die nun erfolgte knöcherne stabilisierende Operation sei immer noch das initiale Ereignis 2013 hauptverantwortlich. Müsse eine Aufteilung der Anteile der Kausa
lität auf das damalige und das aktuelle Ereignis erfolgen, sollte der Fall dem BAZ Ortho
pädie vorgelegt werden. Dazu brauche es auch die Unterlagen des früheren Un
falls und den Operationsbericht 2015 (
Urk.
10/23).
3.
4
Im Bericht vom
5.
Januar 2019 erhob
Dr.
F._
ein Schultertra
u
ma link
s vom
29.
Mai 2018
mit antero-inferiorer Luxation der
Schulter
und Pfannenrand
frak
tu
r (=ossäre Bankartläsion). Es bestehe eine traumatische induzierte Rezidiv-Insta
bi
lität, wobei entgegen dem Bericht des Radiologen der vordere Kapsel-Lab
rum-Komplex nicht mehr fixiert sei
, sowie
eine grosse Hill-Sachs-Impressions
fraktur. Des Weiteren müsse vermutet
werden
, dass die Bizepssehne am Anker oder
etwas
weiter
medial einen Defekt habe, der eventuell auch operativ angegangen
werden
müsse.
Da der Beschwerdeführer trotz langandauernder Physiotherapie und Auf
bautraining weiterhin instabil sei und auch gerne gewisse Ris
iko
sportarten mache
n möchte, sei eine Revisionsoperation ernsthaft in Betracht zu ziehen. Es bestünden
zwei Möglichkeiten für eine operative Revision:
Beckenspahn-
Plastik des vorde
ren Kapsel-Labrum-Komplexes oder die Augmentation mittels Coracoid-Transfer (dynamische Operation). Bei beiden Operationen sei eine zusätzliche Remplissage in Betracht zu ziehen, da das Risiko für eine spätere Reluxation vorhanden sei (
Urk.
10/27).
3.5
PD
Dr.
C._
erhob
in seinem radiologischen Befundbericht vom 2
5.
Januar 2019
zu Händen der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers
aus
der Bildgebung des ersten Unfalls an strukturellen Läsionen
an der linken Schulter,
(1) eine Ablösung und Dislokation des anteroinferioren Labrums mit periostaler Anheftung (
ALPSA-Läsi
on), (2) ein
vollständig
abgelöste
s
und
separiertes infe
riores Labrum (klassi
sche labrale Bank
a
rt-
Läsion
) mit abgelöstem Labrum als f
r
eien
Gelenkkö
r
per, (3)
ein
hochgradiger V.a. auf
eine
knöcherne Bankart-Läsion
an
der anteroinferioren Zirkumferenz des Glenoids und (4) eine klassische Hill-Sachs-Impressionsfraktur an typischer Stelle
. Die
Bildgebung
im Zusammenhang mit dem zweiten Unfall beurteilte er
als eine
Sepa
ration des narbig verdick
ten, anteroinferioren labr
o
li
gamentären Komplexes
des
Glenoid
s
und dem inferioren Knochenank
er im Sinne einer Rezidiv-Bankart
-Läsion
(1) sowie ein
persistierende
r
knöcherne
r
B
ankart
defekt des anteroinferioren Rings
(2)
.
Die knöcherne Bankartverletzung sei mit hoher Wahrscheinlichkeit vorbestehend. Die labrale Rezidiv-Ba
nkart-Lä
sion
sei
hochwahrscheinlich eine neue, strukturelle Läsion nach abgeheilter und erfolg
reicher Labrumfixation (Weichteilfixation) 2014,
welche
die aktuelle Instabilität nach
dem
Unfall 2018 begründe. Das anteroinferiore Labrum sei vom Ort der stattgehabten Fixation (inferiorer Knochenanker) separiert (
Urk.
10/31).
3.
6
I
n der chirurgischen Triage-Beurteilung hielt
Dr.
med. A.
G._
, Allgemeine Chirurgie, FMH, fest, der zweite Unfall 2018 habe mit dem Beweis einer über
wie
genden Wahrscheinlichkeit zu einer neuen strukturellen Läsion an der linken Schulter geführt, nämlich einer labralen Rezidiv-Bankart-Läsion bei Status nach abgeheilter erfolgreicher Labrumfixation 201
5.
Neu zeige sich bildgebend ein von der ehemaligen Fixation separiertes anteroinferiores Labrum (Anker ausgerissen), welches die erneute Schulterinstabilität begründe. Es sei basierend auf der Akten
lage überwiegend wahrscheinlich, dass der Unfall 2018 zu diesem Ausriss geführt habe und es sei wenig wahrscheinlich, dass die ehemalige Refixation ohne Grund ausgerissen sei und bereits zum Unfallzeitpunkt vorgelegen habe und eine Schul
terluxation begünstigt habe (
Urk.
3/4).
3.7
Schliesslich nahm
Dr.
D._
am
4.
Februar 201
9
eine versicherungs
medizini
sche Beurteilung vor (
Urk.
10/33). Nach dem Erstereignis
sei
bereits von einer rezidi
vierenden antero-inferi
or
en Schultergelenks
ins
tabilität links
ausgegangen
wor
den
, ohne dass
vorgängig
eine bildgebend korrekte Erfassung der Glenoid
struktur
stattgefunden
habe. In der
Indikation
zur Operation vom 1
7.
Juni 2015 werde festgehalten,
d
ass der Beschwerdeführer nach der traumatischen Erstluxa
-
tion vom März 2013
weitgehend
beschwerdefrei
gewesen
sei. Dies
jedoch nur
auf
grund des Umstandes, dass er auf belastende Tätigkeiten verzichtet
hätte
. Rele
vant sei der CT-Untersuchungsbefund vom 26.
Oktober 2018 an der
Klink
Balgrist, wo ein Status nach Bankart-Läsion mit ante
r
o-inferiorem Glenoiddefekt
(keine
Fraktur,
sondern ein ossärer Substanzdef
ek
t als Vorbefund) mit hier
abge
sprengtem
, nicht konsolidiertem Ossikel
beschrieben
werde. Das Labrum sei ante
rior bis inferior abgelöst
. Damit sei die natürliche Kausalität gegenüber dem Ereignis vom 2
9.
Mai 2018, der vorbelasteten persistierenden Instabilitätsanam
nese und des morphologisch fassbaren, abgesprengten, nicht konsolidierten Ossikel
s
(als Substanzdefekt am Glenoid) nicht mit überwiegender Wahrschein
lichkeit als Folge des Ereignisses vom 2
9.
Mai 2018, sondern als relevanter Vor
befund mit persistierender Instabilität der linken Schulter nach dem Erster
eignis am
2.
März 2013 zu beurteilen. Als unfallfremde Faktoren
lägen
eine ossäre Bankart-Läsion/Fraktur mit Hill-Sachs-Läsion und persistierender antero-inferior
en
Schulterinstabilität links seit
dem Erste
re
ign
i
s
vom
2.
März
2013 vor. Die geplante Operation sei
überwiegend
w
ahrscheinlich nicht unfallkaus
al zum Ereignis. Aufgrund der Anamnese, der
klinischen
und bildgebenden Befunde handle es sich um eine nicht vollständig erfolgte Stabilisierung nach d
e
r Erst
luxation
vo
n 2013, ohne Berücksichtigung der ossären Anteile der Bankart-Läsion/
Fraktur
.
Eine
Aufteilung der
Kausalität
sei nicht sachgerecht, da der
Beschwerdeführer
auch nach der Erstoperation subjektiv nicht beschwerdefrei, das heisst instabil
geblieben s
e
i
. So
habe
es
zwangsläufig
zu
irgendeinem
Zeit
punkt
zu einem weiteren Instabilitätsereignis
,
so
wie
am 2
9.
Mai 2018
,
kommen müssen. Aufgrund des
intraoperativen
Berichts
fände
n
sich hierzu keine relevan
ten frischen Läsionen, welche dem 2
9.
Mai 2018 mit
überwiegender Wahrschein
lichkeit
zugeordnet
werden könn
t
e
n
. Zudem sei
es aufgrund der zweifelsfrei vor
gelegenen persistierenden Schulterinstabilität
biomechanisch nicht
nachvoll
zieh
bar, dass
mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit
erstmals
b
ei
einem
späteren Instabilitätsere
i
gnis wie am 2
9.
Mai 2018
von
einer ossären Glenoidläsion
aus
zu
gehen sei
. Die umso mehr,
als
der Befund zudem als ossärer Defekt mit
Sub
stanz
verlust
und n
icht als relativ frische Bankart
fraktur beschrieben
worden sei
. Der jetzige Behandlungsvorschlag von
Dr.
F._
vom
5.
Januar 2019 sei sach
ge
recht, korrekt und erfasse erstmals das unfallkausale,
morphologisch
fassbare Korrelat nach dem Erstereignis vom
2.
März 2013
(
Urk.
10/33)
.
3.
8
Im Aktenkonsilium
vom
2
2.
Februar
2019
hielt
Dr.
E._
fest, in Zusammen
schau aller ihm vorliegenden Berichte könne er die im Privatgutachten aufge
führten
Einzelmeinungen, welche unabhängig voneinander getroffen worden seien, nur stützen. Es handle sich mit dem Beweismass der überwiegenden Wahr
scheinlich
keit um eine neue traumatische Ablösung des Labrums nach erfolgrei
cher Labrumrefixation 2015 (
Urk.
10/43).
3.
9
Dr.
F._
führte im Operationsbericht vom 2
4.
Februar 2019 aus, der Beschwer
deführer habe a
m 2
9.
M
ai 2018
beim Fussballspielen ein Aussenrotationstrauma der linken Schulter mit antero-inferiorer Luxation der linken Schulter und Selbst
reposition erlitten. In der Zwischenzeit
seien
bei Aussenrotation und Abduktion der Schulter noch zwei weitere Luxationen
erfolgt. Der Beschwerdeführer mache ein Aufbautraining in der Physiotherapie, fühle sich jedoch mit der Schulter nicht stabil. Er sei sehr sportlich, unter anderem Snowboarden, Kite-Sufen. 2015 sei eine arthroskopische anteriore Schulterstabilisierung mit zwei Push-lock Ankern bei traumatischer Erstluxation 2013 erfolgt. Nach dieser Operation sei er bis zum Trauma am 2
9.
Mai 2018 beschwerdefrei geblieben. Nach lang dauernder kon
ser
vativer Behandlung der oben genannten Schulterproblematik bestehe auf
grund des Leidensdruckes des Beschwerdeführers und der klinisch-radiologischen Be
funde die Indikation zur operativen Revision. Am 2
2.
Februar 2019
wurde beim Beschwerdeführer
in der Andreasklinik Cham/Zug eine
Arthroskopie der linken Schulter sowie eine
Restabilisierungsoperation modifiziert nach Latarjet-Patte
durchgeführt
(
Urk.
10/47
).
3.
10
In der ergänzenden versicherungsmedizinischen Beurteilung
vom
8.
April 2019
legte
Dr.
D._
dar, der Beschwerdeführer
könne
nach dem Ersteingriff am 17.
Juni 2015 bis zum erneuten Trauma vom 2
9.
Mai 2018
nicht
mit absoluter Sicherheit beschwerdefrei
gewesen sein.
Es sei nach wie
vor eine ursprünglich fassbare grosse Hill-Sachs-
De
lle und ein gesicherter knöcherner Substan
zverlust antero-kausal am Gleno
i
d
in Form der
ursprünglichen vorhandenen Banka
rt-Frak
tur seit 2013 vorhanden gewesen
. Therapeutisch hätten bisher diesbezüglich keine Operationsschritte stattgefunden. Schon im ersten Satz komme auch
Prof
.
Dr.
E._
auf d
en relevanten Befund, dass seit 2013
eine knöcherne Bankart-Läsion am antero-inferioren Glenoidrand
bestehe
. Der Hinweis, dass der Be
schwerdeführer seit dem 1
7.
Juni 2015 komplett beschwerdefrei im Alltag und im Sport
ge
wesen sei, sei eine subjektive
Empfindung
, zu welcher
funktionell
keine Befunde und keine
entsprechenden
Fremdanamnese
n
vorlägen
. S
o hätten sich
anhand der nachgereichten Berichte von
Dr.
F._
und Prof.
Dr.
E._
keine neue
n
medizinischen
Erkenntnisse
ergeben. Es sei
en
nach
der ersten Luxation 2013 zwei relevante Befunde (
grosse H
ill-Sachs-Impression und d
e
r antero-kau
dale ossäre Glenoi
d
abriss im Sinne einer Bankartfraktur
)
festgehalten
worden. Diese Befunde an der betroffenen Schulter sei
e
n
zweifelsfrei
festzustellen
und bis
zum
Ereignis
vom 2
9.
Mai 2018 unbehandelt als V
orbefu
nd und Risikokonstel
lation für weitere Luxationen zu
begründen (
Urk.
10/59).
4.
4.1
Strittig und zu prüfen ist,
ob
die
persi
s
tierenden behandlungsbedürftigen Be
schwerden an der linken Schulter
über den 2
6.
Oktober 2018 hinaus
, mithin die
Operation der linken Schulter
vom
22. Februar 2019
sowie die Nachbehandlung
in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum Unfall vom
29. Mai 2018
standen
.
4.2
Der angefochtene Entscheid basiert massgeblich auf den versicherungs
medi
zini
schen Beurteilungen von
Dr.
D._
vom
4.
Februar 2019 (E. 3.
7
) und
8.
April 2019 (E. 3.
10
).
Dr.
D._
berücksichtigte sämtliche medizinischen Vorakten ein
schliesslich Bilder (
Urk.
10/
33 S. 1 f.
und Urk.
10/
58 S. 1
)
und der medizi
nischen Berichte nach dem Unfall vom
2.
März 2013 (
Urk.
10/22). Dabei setzte er sich
ausführlich mit den radiologisch sowie intraoperativ erhobenen Befunden und den biomechanischen Zusammenhängen auseinander. In
seine Beurteilungen
be
zog er ein
,
dass
der Beschwerdef
ührer seit dem Snowboardunfall vom
2.
März
2013 an einer
ossäre
n
Bankart-Läsion/
Fraktur mit Hill-Sachs-Läsion und dem
nac
h
an
eine
r
persistierende
n
antero-inferiore
n
Schulterinstabilität
litt. Er be
rück
sich
tigte auch, dass
sich aufgrund de
s intraoperativen Berichts
vom 2
4.
Februar 2019
keine
relevanten frischen Läsionen
finden
, welche
mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit
dem Ereignis vom 2
9.
Mai 2018 zugeordnet
werden können
. Dazu legte
er
in
seiner
Beurteilung überzeugend
und detailliert
dar, dass es durch
die Stabilisierung nach
der
Erstluxation ohne
Berücksichtigung
der
ossären
Anteile
der Bankart-Läsion/
Fraktur
zwangsläufig
später
zu
irgendeinem Zeitpunkt zu
einem weiter
en Instabilitätsereignis
kommen
muss
te
.
Demnach schloss er, dass
di
e natürliche Kausalität
zum
Ereignis vom 2
9.
Mai 2018 bezüglich
der vorbelasteten persistierenden Instabilitätsanamnese und des morphologisch fassbaren, abge
spreng
te
n
, nicht konsolidierten Ossikel
s
(als Substanzdefekt am Glenoid) nicht mit überwiegend Wahrscheinlichkeit gegeben war (E. 3.5).
Zur selben medizini
schen Einschätzung
war
zuvor
Dr.
J._
in
seiner Kurzbeurteilung
vom 1
5.
November 2018
gekommen
(E. 3.3).
Auch a
ufgrund der Aktenklage
ist
m
edi
zinisch unbestritten, dass die knöcherne Bankartverletzung mit
der
Hil
l-Sachs-Läsion vorbestehend ist
. Dass
einzig
Dr.
F._
diese Befunde
irrigerweise
auf das aktuelle Unfallereignis zurückführte, ist
ohne Belang
(
Urk.
10/26)
. Dies umso
mehr
, als
seine medizinische Be
urteilung nicht unter
Einbezug
der Vorbefunde
des Unfallereignisses vom
2.
März
2013
erfolg
t
e
. Ferner erscheint es fraglich, ob
der Beschwerdeführer
,
wie
vom behandelnden
Dr.
F._
festgehalten wurde
,
an
lässlich des
Unfalls vom
29.
Mai 2018 eine vollständige Luxation
an der linken Schulter erlitt
(
Urk.
10/26)
. Möglicherweise handelt
e
es sich
lediglich
um eine Subluxation.
Denn
Dr.
Stucki als erstbehandelnde Ärztin erhob keine objektiven Befunde
,
die daraufhin deuten würden
,
und diagnostizierte
lediglich
eine
Schul
ter
kontusion links
(E. 3.1). Weiter kam es
im Vergleich zur Luxation im Jahr 2013
nicht
zur Ablösung des anterosuperioren Labrums am oberen Knochenanker
,
dem
nach zu keiner kompletten Ablösung des Labrums
(
Urk.
10/
18
,
Urk.
10/31 S. 3
und Urk.
3/4
)
und
so
mit zu keiner
relevanten frischen Läsion
(E. 3.8)
.
Somit ist e
ine
vollständige
Luxation nicht mit
überwiegender
Wahrscheinlichkeit
belegt.
Vielmehr
deutet die fehlende massgeblich relevante Wirkung beim Unfall
ereignis vom 2
9.
Mai
2018
auf die linke Schulter
auf eine vorbestehende Instabilität hin, zumal
ein
Zusammenrumpeln bzw.
Zusammenprallen
(Urk.
10/6-7)
allein
übli
cher
weise
nicht geeignet
scheint
,
eine Luxation oder eine S
ubluxation
der Schul
ter
herbeizuführen
.
Massgeblich ist
, dass die
Operation
vom 2
2.
Februar 2019
in erster Linie auf den
durch den Snowboardunfall im Jahr 2013 entstandenen
knöchernen Abriss
hinzielte. Denn es war
keine Weichteil-Revision, sondern eine Latarjet-Operation
notwendig
.
Soweit der Beschwerdeführer
und
Dr.
F._
die Unfallkausalität aus dem Umstand der abgeheilten und erfolgreichen Labrum
fixation
2015
sowie der
anschliess
end
fehlenden Beschwerden
herleiten
wollen
, ist anzumerken,
d
ass
die Argumentation nach der Formel «post hoc ergo propter hoc», nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, beweis
rechtlich nicht zulässig ist und zum Nachweis der Unfallkausalität nicht zu genügen vermag (BGE 119 V 335 E. 2b/bb, Urteil des Bundesgerichts
8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1).
Auch vermag die blosse Möglichkeit eines
bestimmten Sachverhalts den Beweisanforderungen nicht zu genügen. Vielmehr folgt das Gericht jener Sachverhaltsdarstellung, die es von allen möglichen Ge
schehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3). Demnach
lässt sich
auch
aus den
Ausführungen von
Dr.
F._
, der Beschwerdeführer
sei sehr sportlich, unter
anderem
durch
Snowboarden
und
Kite
-S
urfen
(
Urk.
10/
26
und
Urk.
10/47)
,
nichts
zum
Vorteil des Beschwerdeführers ableiten
, da weder
Dr.
F._
noch der Be
schwerdeführer darlegte
n
, dass
der Beschwerdeführer
diese
Ris
i
kosportarten
nach der Operation am 1
6.
Juni 2015 wieder beschwerdefrei
ausgeübt hatte
.
Demnach ist nicht
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
erwiesen, dass das
Unfall
ereignis vom 2
9.
Mai
2018 als auslösende
r
Faktor
für die Revisionsoperation
anzusehen ist
. Möglich
ist
, dass
sie
auch
aufgrund eines
beliebigen
anderen auslösenden
Faktors oder
einer
gänzlich
spontan
en
Sub
luxation/Luxation
notwendig
ge
wor
den wäre.
Anders
präsentierte sich der Sachverhalt i
m
Urteil 8C_337/2016 des Bundesgerichts vom
7.
Juli 2016, wo es beim Kickbox-Training
nachweislich
zum
Armverdrehen und Auskugeln der Schulter
kam, was
nicht mit
einer Alltagsakti
vität zu vergleichen war. Es wurde ein
bislang
(stummer)
V
orzustand (habituelle Schulterluxation bzw. Prädisposi
tion
zu
r
Schulterlux
ation)
aktiviert, welcher zu einer
B
ehandlungsbedürftigkeit führte. Vorliegend war der knöcherne Abriss
mit Hill-Sachs-Läsion
ein
Vorzustand, der z
ufällig
bei
der
Behandlung
des
Unfall
s im Jahre
2018
entdeckt
wurde,
was nicht vergleichbar ist mit einer
«
latenten Schadensneigung
»
.
Insofern der Beschwerdeführer anzudeuten scheint, dass Dr.
D._
als Facharzt für Allgemein- und Unfallchirurgie
a
ufgrund des feh
len
den Fach
arzt
titels
für Orthopädische Chirurgie
nicht oder zumindest weniger gut als
Prof.
Dr.
E._
und
Dr.
G._
(ebenfalls Allgemeinchirurgin)
in der Lage sei, die bestehenden Beschwerden zu beurteilen, dringt er nicht durch (Urk. 1 S.
8-9
).
4.3
Nach dem Gesagten ist jedenfalls nicht mit dem im Sozialversicherungsrecht mass
geblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausgewiesen, dass die
operativ
behandlungsbedürftigen
Läsion
en an der linken Schulter über den 2
6.
Oktober 2018 hinaus, mithin die Operation der linken Schulter am
22. Februar 2019 s
owie die Nachbehandlung
,
in einem
natürlichen Kausalzu
sam
men
hang zum Unfallereignis vom 2
9.
Mai 2018 standen
.
Von weiteren Abklä
rungen, wie vom Beschwerdeführer gefordert, sind keine zusätzlichen Erkennt
nisse zu erwarten, weshalb darauf in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. BGE 122 V 157 E. 1d mit Hinwiesen) zu verzichten ist.
5.
Demnach ist nicht zu bestanden, dass die Beschwerdegegnerin die Leistungen ohne Rückforderung per 2
6.
Oktober 2018 eingestellt hat. Der angefochtene Ein
spracheentscheid erweist sich daher als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.