Decision ID: 7f61d740-624f-4680-b532-c4badc3168d9
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
Die 1968 geborene
X._
war nach einer Lehre als
Zahn
arztgehilfin
zuletzt
von 1992 bis 1999 als Büroangestellte bei der
Y._
tätig. Seit Juli 1999 ist sie nicht mehr e
rwerbstätig (
Urk.
13/6). Am
8
.
Februar 2013 meldete
sie
sich unter Hinweis auf psychische
Beschwerden
bei der Inva
lidenversicherung
zum Leistungsbezug an (
Urk.
13/8
). Die
Sozialversicherungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zog unter anderem
einen
Auszug aus dem individuellen Konto
(
Urk.
13/15)
und verschiedene Arztberichte bei, führte eine Abklärung im Haushalt durch
(
Urk.
13/
44
)
und liess die Versicherte durch den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) untersuchen
(
Urk.
13/43
)
. Nach durchge
führtem
Vorbescheidverfah
r
en
(Urk.
13/46
) wies sie das Rentenbegehren mit Verfügung vom
2.
Februar 2015
(
Urk.
2
) ab.
Dagegen erhob die Versicherte am
3.
März 2015 unter Auflage
eines
Arztbe
richt
s
der
Z._
vom 2
4.
November 2014 (
Urk.
3/3) Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte, die Verfügung vom 2. Februar 2015 sei aufzuheben und
es sei ihr
eine Rente zuzusprechen, eventualiter seien weitere medizinische Abklärungen zu tätigen. Zudem sei
ihr
die unentgeltliche Prozessführung unter Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung zu be
willigen (S.
2).
Am
2
7.
April 2015 (
Urk.
12) beantragte die
IV-Stelle
die Ab
wei
sung der Beschwerde. Mit
Verfügung
vom 2
9.
April 2015 (
Urk.
14)
wurde der Versicherten die unentgeltliche Prozessführung gewährt und
ihr für das Verfah
ren Rechtsanwältin Lotti Sigg als unentgeltliche Rechtsvertreterin be
stellt
.
Mit Replik vom 2
7.
August 2015 (
Urk.
18) hielt die Beschwerdeführerin an den gestellten Anträgen fest und stellte zusätzlich die Anträge
,
es sei ein
Obergut
achten
durch das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich zu veranlassen und es seien der Beschwerdegegnerin die Kosten
des beigelegten, bei
Dr.
med.
A._
, Ärztlicher Co-Direktor Fachstelle für Psychiatrische Gut
achten,
Z._
,
ver
an
lassten psychiatrischen
Gutachtens (Expertise vom 1
3.
August
2015,
Urk.
19/1)
aufzuerlegen.
Im Rahmen der
Duplik reichte die Beschwerdegegnerin
am 2
4.
September 2015
eine Stellungnahme des RAD ein (
Urk.
22-23), was der Beschwerdeführerin
mit Verfügung vom
1.
Oktober 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
24).
Die Beschwerdeführer
in nahm dazu mit Eingabe vom 3.
Novem
ber
2015 und unter Beilage einer E-Mail von
Dr.
A._
vom 14.
Oktober
2015 Stellung (
Urk.
26-27), was der Beschwerdegegnerin
mit Ver
fügung vom
5.
November 2015 mitgeteilt wurde (
Urk.
28).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen
oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
de
s
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widerspre
chenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des
Beweis
wertes
eines
Arztbe
richtes
ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation ein
leuchtet und ob die Schluss
folgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellung
nahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene leistungsabweisende Ver
fügung vom
2.
Februar 2015 (
Urk.
2
) d
amit, dass gemäss RAD-Untersuchungs
bericht keine Diagnosen mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden und somit kein IV-relevant
er Gesundheitsschaden vorliege.
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt
(
Urk.
1 und
Urk.
18)
,
sie sei seit frühster Kindheit über etliche Jahre von verschiedenen Personen körperlich, psychisch und sexuell missbraucht worden. Bereits dann
zumal seien erste schwere Panikattacken aufgetreten, welche mit der Zeit immer schlimmer geworden seien.
Nach diesen mehrfachen traumatisierenden Ereig
nissen leide sie heute unter einer schweren Form der posttraumatischen
Belas
tungsstörung
(PTBS)
beziehungsweise
einer ausgeprägten
Persönlichkeits
störung
.
Es treffe zu, dass sie von 1992 bis 1999
als Büroangestellte beim
Perso
nal
meldeamt
der
Y._
tätig gewesen sei.
Aufgrund
von
Panik
attacken
, Konzentrationsproblemen, Schwindel, Schmerzen etc. habe sie jedoch lediglich Teilzeit arbeiten können
und die Stelle schliesslich gekündigt
.
Ihre
Arbeitstätig
keit
spreche damit nicht gegen das Vorliegen einer PTBS.
Im Juli 1999 habe
sie
die Schweiz verlassen und in
Thailand
im Erotikgewerbe
(Escort-Service)
gear
beitet
. Dabei habe sie ihren Ehemann kennengelernt und im September 2002 geheiratet. Dessen Einkommen habe ihr vorübergehend ermöglicht, ihre Er
werbstätigkeit aufzugeben.
Aufgrund ihrer psychischen Beschwerden
hätte sie jedoch
ohnehin nicht arbeiten können.
Nachdem ihr Ehemann seine Arbeits
stelle verloren habe, habe sie zwischenzeitlich wieder im Erotikgewerbe gear
beitet. Die Ehegatten würden inzwischen getrennt leben,
sie selber
werde von der Sozialhilfe unterstützt. Sie leide zusätzlich an rheumatischen Schmerzen, Migräneanfällen, Rückenschmerzen und starken Schmerzen im rechten Ober
arm. Letzteren könne sie nicht mehr belasten.
Sie sei nicht in der Lage, einer regelmässigen Arbeitstätigkeit im ersten Arbeitsmarkt nachzugehen, weshalb ihr eine ganze Rente zuzusprechen sei.
Im Übrigen
verwies sie
auf das
psychiatri
sche
Gutachten von
Dr.
A._
vom 13. August 2015 (
Urk.
19/1).
3.
3.1
Hausarzt
Dr.
med.
B._
, Allgemeine Medizin FMH, führte in seinem
Arzt
bericht
vom 1
3.
März 2013 (
Urk.
13/20/5-6) folgende Diagnosen auf:
-
Arthalgien
unklarer
Aetiologie
-
anamnestisch Raynaud-Phänomen
-
St. n. Hepatitis C
-
Regelmässige Methadoneinnahme
-
Kapselfibrose
nach Mamma-Augmentation rechts
-
St. n. Low grade Infektion
-
Verdacht auf posttraumatische Störung
-
Depression und Schmerzkrankheit
Ergänzend hielt er fest, dass er die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin zurzeit nicht beurteilen könne, nachdem diese erst seit wenigen Monaten bei ihm in Behandlung sei. Antworten diesbezüglich seien möglicherweise vom
C._
beziehungsweise
der
Z._
zu erwarten. Er emp
fehle eine gute Schmerztherapie sowie
eine
psychiatrisch/psychotherapeutische Be
gleitung der Beschwerdeführerin.
3.2
Oberärztin
D._
und
Dr.
med.
E._
, leitende Ärztin des Institu
tes für Anästhesiologie und Schmerztherapie am
C._
,
hielten in ihrem Bericht vom 1
0.
Juli 2014
(
Urk.
13/39)
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest:
-
Arthralgien
-
Rhizarthrose
beidseits
-
Epicondylopathie
beidseits
Panikstörung (F41.0)
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (F45.41)
Opiatabhängigkeit (F11.22)
Zudem bestünden ein chronisches
cervico
- und
lumbospondylogenes
Schmerz
syndrom
sowie
ein
Status nach Hepatitis C, welche keine Auswirkun
gen auf die Arbeitsfähigkeit hätten. Die Ärztinnen führten auf, dass die zuneh
menden Gelenkschmerzen der Beschwerdeführerin durch die Rheumatologie des
C._
abge
klärt worden seien. Es sei keine entzündliche rheumatologische Er
krankung gefunden worden. Die Beschwerdeführerin habe ein
Physical
Activity
Program
beim Schmerzphysiotherapeuten des
C._
begonnen und ihre Aus
dauer deut
lich steigern können. Sie habe bezüglich der Schmerzbewältigung gute
Coping
strategien
entwickelt
und es habe sich eine abnehmende Schmerz
empfind
lichkeit gezeigt. Die Beschwerdeführerin sei im Alltag durch ihre
psy
chischen
Erkrankungen sehr eingeschränkt, diese würden sich auf die
Schmerzwahr
neh
mung
auswirken. Bezüglich der psychiatrischen Beurteilung werde auf
Dr.
med.
F._
, Oberärztin
an der
Z._
, verwiesen. Der Beschwerde
führerin sei die bis
herige Tätigkeit aus medizinischer Sich
t
nicht mehr zumut
bar, in einer ange
passten Tätigkeit sei ihr eine leichte Arbeit ohne Anforderun
gen
während
einer Stunde pro Tag möglich, solange diese nicht in Gruppen statt
finde. Die Ein
schränkungen liessen sich durch eine psychiatrische Behandlung, Fortführen der
Graded
Activity
im Rahmen der Schmerzphysiotherapie sowie Fortführen der medikamentösen Therapie vermindern.
3.3
In ihrem Bericht vom 2
0.
Oktober 2014 (
Urk.
13/42) hielt
Dr.
F._
, Oberärztin
an der
Z._
,
folgende Diagnosen fest:
-
Posttraumatische Belastungsstörung (F43.1)
-
Panikstörung (
episodisch paroxysmale Angst
;
F41.0)
-
Opiatabhängigkeit, langjährige Methadoneinnahme ohne ärztliche
Verord
nung, gegenwärtig ärztliche Verschreibung durch Schmerzzentrum
C._
(F11.22)
-
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
(F45.41)
-
Akzentuierte Persönlichkeit mit abhängigen und unsicheren Zügen
Die Ärztin hielt fest, die
Beschwerdeführerin sei zwischen dem
6.
u
nd 15.
Lebens
jahr von ihrem Vater missbraucht worden. Offenbar habe es noch weitere Täter gegeben, so
unter anderem
die Eltern einer Freundin. Im Alter von 12 Jahren sei die erste Panikattacke aufgetreten. Auch die Schmerzsymptomatik bestehe seit
ihrer Jugend.
Mit 18 Jahren sei die Beschwerdeführerin in die Dro
gen geflüch
te
t, mehrere Drogenentzugsbehandlungen seien zwischen 1990 und 1995 erfolgt. Anschliessend sei eine Substitution mit Methadon begonnen wor
den, welche heute durch die Schmerzambulanz des
C._
organisiert werde. Es bestehe eine emotionale Labilität,
Hyperarousal
, Flashbacks unterschiedlicher Frequenz ver
bunden mit starker emotionaler Belastung und psychischer Erre
gung, teils im Sinne von Dissoziationen. Anschliessend fühle sich die Be
schwerdeführerin über mehrere Wochen ausgelaugt und erschöpft. Sie leide zu
dem unter rezidivie
ren
den Panikattacken und hiermit verbundenem
Vermei
dungsverhalten
(Menschen
ansammlungen, Zug- und Busfahren etc.), habe ein deutlich vermindertes Selbstwertgefühl, eine depressive Stimmung sowie eine hohe Ambivalenz mit konsekutiver Entscheidungsunsicherheit und
Gedanken
kreisen
, zudem impulsive Essattacken vor allem nachts mit anschliessendem Schuldgefühl. Es sei ein sozialer Rückzug bei deutlicher Beziehungsstörung in
folge wiederholter Trau
ma
tisierung gegeben, ebenso eine chronische
Schmerz
problematik
. Diesbezüg
lich werde auf die Berichte der Schmerzambulanz des
C._
verwiesen.
Die Beschwerdeführerin habe regelmässig ambulante psycho
therapeutische Kontakte in der
G._
mit
Traumatherapie
, zudem Physiotherapie und ambulante
Schmerztherapie im
C._
. Gegenüber Psychopharmaka sei sie aufgrund von Ängsten negativ eingestellt. Insgesamt habe sich eine leichte Verbesserung
ihrer
emotionalen Stabilität gezeigt, aktuell bestehe jedoch eine zusätzliche Belastung durch den Termin beim RAD-Arzt, der in der Beschwer
deführerin massive Ängste und Ohnmachtsgefühle schüre.
Mit Schreiben vom 2
4.
November 2014 an die Rechtsvertreterin der Beschwer
de
führerin (
Urk.
3/3) ergänzt
e
Dr.
F._
, es liege nicht nur eine PTBS, sondern eine schwere Form der PTBS – eine komplexe PTBS – vor. Die Ar
beitsfähigkeit der Beschwerdeführerin sei deshalb in erheblichem Masse einge
schränkt. Eine
traumaspezifische
Therapie sei indiziert, die Therapiedauer müsse jedoch in Jahren angesetzt werden.
3.4
Med.
pract
.
H._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, RAD
,
hielt in seinem Bericht vom
3.
November 2014 (
Urk.
13/43) fest, dass keine psychiatri
schen Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden könnten. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
führte er
folgende Diagno
sen auf:
-
Generalisierte Angststörung
(
F41.1
)
-
Akzentuierte Persönlichkeit mit abhängigen und unsicheren Zügen
(
Z73.1
)
-
Opiatabhängigkeit, langjährige Methadoneinnahme
(
F11.22
)
-
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
(
F45.41
)
Eine PTBS liege nicht vor, da kein katastrophenartiges Trauma nachgewiesen sei. Die Beschwerdeführerin schildere zwar bruchstückhafte Bilder an einen kindlichen Missbrauch, trotz dieser fraglichen Ereignisse habe sie jedoch jahre
lang als Büroangestellte arbeiten können. Eine schwerwiegende psychische Erkrankung vor Beginn des Drogenkonsums
sei nicht nachgewiesen. In ihrer
Kind
heit habe die Beschwerdeführerin wenig Selbstvertrauen entwickeln können
. Sie habe jedoch nachvollziehbar geschildert, dass dieses in ihrer Rolle als begehrte Escort-Frau gewachsen sei. In Bezug auf ihre Angststörung sei festzu
halten, dass die Beschwerdeführerin gute Fähigkeiten besitze, ihre Ängste zu überwinden. Schmerzreaktionen seien bei der psychiatrischen RAD-Untersu
chung keine zu beobachten gewesen. Zusammenfassend könne vielen Diagno
sen der
Z._
zugestimmt werden, die beobachteten Gesundheitsstörungen wür
den jedoch keine anhaltende Arbeitsunfähigkeit bedingen. Das
C._
hingegen
urteile mit seiner Bescheinigung von nur einer Stunde Arbeitsfähigkeit pro Tag fachfremd. Die Beschwerdeführerin sei vielmehr sowohl in der bisherigen als auch in einer angepassten
Tätigkeit zu 100
% arbeitsfähig, solange sie keine schweren Gegenstände zu tragen oder heben habe. Sie benötige zudem gedul
dige und einfühlsame Vorgesetzte.
3.5
Im p
sychiatrischen Gutachten vom 1
3.
August 2015 (
Urk.
19/1) hielt
Dr.
A._
fest, dass die Diagnose einer komplexen PTBS heute im Internationalen
Klassifi
kationssystem
psychischer Störungen ICD-10 nicht v
orkomme
(S. 34)
. Es sei je
d
o
c
h unbestritten, dass
insbesondere sexueller Missbrauch durch nahe Bezugs
personen als Trauma beurteilt werden müsse. Bei der Beschwerdeführerin
liege jedoch nicht eine PTBS vor, vielmehr leide sie unter einer schweren
Persönlich
keitsstörung
mit emotional-instabilen, selbstunsicher-vermeidenden, zwang
haften und ki
ndlich-unreifen Zügen (F60.31
; S. 38
)
.
Wie die psychische Störung jedoch benannt werde, sei unwichtig. Wichtig seien die Auswirkungen derselben auf das Leben der Beschwerdeführerin.
Die übrigen Diagnosen stimm
t
en mit denjenigen
im
Bericht der
Z._
vom 2
0.
Oktober 2014 (
Urk.
13/42) überein.
Med.
pract
.
H._
habe die Beschwerdeführerin vermutlich nicht in einem mehrstün
digen, differenzierten Gespräch umfassend begutachten können. Es sei anzu
nehmen, dass seine Diagnosen
aus diesem Grund
nicht mit denjenigen in vor
liegendem Gutachten übereinstimmen wür
den, brauche doch eine gute Diag
nostik eine ausreichende Abklärungstiefe
(S. 40)
. Die Beschwerdeführerin sei zum jetzigen Zeitpunkt und bis auf weiteres zu mindestens 80
% arbeitsunfähig und nicht fähig, in ihrem bisherigen Beruf oder anderen Tätigkeiten im ersten Arbeitsmarkt beschäftigt zu werden.
Sie
besuche regelmässig psychotherapeu
tische Gespräche. Eine vertiefte Auseinandersetzung mit den traumatisierenden Ereignissen aus ihrer Lebensgeschichte sei jedoch mit Vorsicht anzugehen, könne dies doch eine
Retraumatisierung
und damit eine Verstärkung der Symptomatik und Problematik bewirken
(S. 41)
.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei ihrer leistungsabweisenden Verfügung vom
2.
Februar
2015 (
Urk.
2) auf den psychiatrischen Untersuchungsbericht ihres RAD-Arztes vom
3.
November 2014 (
Urk.
13/43), welcher die Beschwerde
führerin am 2
3.
Oktober 2014 untersucht
hat
.
4.2
Die
RAD
stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraus
setzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invali
denversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufga
benbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzel
fall
unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
beurteilen die RAD die medizinischen
Voraus
setzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen
Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie würdigen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bun
des
gerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
RAD-Berichte sind versicherungsinterne Dokumente, die von Art. 44 ATSG be
treffend Gutachten nicht erfasst werden; die in dieser Norm vorgesehenen Ver
fahrensregeln entfalten daher bei Einholung von RAD-Berichten keine Wirkung (Urteil des Bundesgerichts 8C_385/2014 vom 16. September 2014 E. 4.2.1 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.4).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifika
tionen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis ver
sicherungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehö
ren – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuver
lässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
Aus dem Grundsatz der Waffengleichheit folgt das Recht der versicherten Per
son, mittels eigener Beweismittel die Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärzt
lichen Feststellungen der versicherungsinternen Fachpersonen in Zweifel zu ziehen. Diese von der versicherten Person eingereichten Beweismittel stammen
regelmässig
von behandelnden Ärzten oder von anderen medizinischen
Fach
personen
, die in einem auftragsrechtlichen Verhältnis zur versicherten Person stehen.
A
ufgrund der Erfahrungstatsache, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen, wird im Streitfall eine direkte
Leistungszusprache
ein
zig gestützt auf die Angaben der behandelnden Ärzte
jedoch
kaum je in Frage kommen
(vgl. BGE 135 V 465 E. 4.5).
4.3
4.3.1
RAD-Arzt med.
pract
.
H._
nahm
in seinem psychiatrischen Untersuchungs
bericht vom
3.
November 2014 (
Urk.
13/43)
unter anderem
Stellung zur von der
Z._
diagnostizierten PTBS. Dazu
hielt
er fest, dass eine solche nicht vorliege, da ein katastrophenartiges Trauma nicht nachgewiesen sei. So habe die Beschwer
deführerin trotz eines angeblichen kindlichen Missbrauchs jahrelang als Büro
angestellte arbeiten können.
Die Beschwerdeführerin wurde zwischen dem
6.
und 1
5.
Lebensjahr von ihrem Vater sexuell missbraucht, als 11jährige von ihrem älteren Bruder und zwei seiner Kollegen vergewaltigt
,
von einem Nach
barn sexuell bedrängt und zwischen der
2.
und
6.
Klasse von den Eltern einer Freundin und weiteren Erwachsenen zu sexuell
en Handlungen gezwungen
(
Urk.
19/1 S.
25-26
).
Gemäss
Dr.
A._
ist
in der psychiatrischen Fachge
meinschaft unbestritten, dass insbesondere sexueller Missbrauch durch nahe Bezugspersonen als Trauma beurteilt werden müsse.
Wie
med.
pract
.
H._
den
noch und in Kenntnis der Aktenlage ein Trauma verneinen kann, ist nicht nachvollziehbar
, ausser wenn er den Wahrheitsgehalt der Schilderungen in Frage stellt
e
, was indes nicht explizit der Fall ist
. Insbesondere spricht die Ar
beitstätigkeit der Beschwerdeführerin zwischen 1992 und 1999 nicht gegen das Vorliegen eines Traumas, kan
n doch diese
mit Blick auf den sechsmonatigen Aufenthalt in der Toskana für eine Drogenrehabilitation
(
Urk.
19/1
S.
31
) nicht als unproblematisch bezeichnet werden. Die Bemerkung von med.
pract
.
H._
, die Beschwerdeführerin habe durch ihre Tätigkeit im Erotikgewerbe ihr Selbst
vertrauen aufbauen können,
ist nicht zielführend und lässt eine Auseinander
setzung mit der in der medizinischen Literatur diskutierten Evidenz eines Zu
sammenhangs zwischen Missbrauch und Prostitution gänzlich vermissen. Diese eklatanten Mängel lassen
seinen gesamten
Bericht als fragwürdig erscheinen.
Es
bestehen
damit
mehr als geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit des psychiatri
schen Untersuchungsberichtes, so
dass auf diesen nicht abgestellt werden kann.
4.3.2
Die Beschwerdeführerin ist seit November 2012 bei der
Z._
(
Urk.
13/8/5)
und
dabei seit Oktober 2013 bei
Dr.
F._
in Behandlung.
Diese diagnostizierte
unter
anderem
eine komplexe PTBS
. Eine solche kommt
jedoch
gemäss
Dr.
A._
im internationalen Klassifikationssystem psychischer Störungen ICD-10 nicht vor (
Urk.
19/1
S.
35). Zur Arbeitsfähigkeit äusserte sich
Dr.
F._
lediglich am Rande
. Ihr Bericht ist damit diesbezüglich wenig aussagekräftig, wobei ihren Ausführungen als behandelnder Ärztin ohnehin mit Zurückhaltung zu begegnen ist.
4.3.3
Zum Gutachten des
Dr.
A._
(E. 3.5) ist festzuhalten, dass dieser am
Z._
be
schäftigt ist, an welcher die Beschwerdeführerin in Behandlung steht. Damit drängt sich die Anwendung der einschlägigen Rechtsprechung auf, wonach
be
handelnde Spezialisten sich in erster Linie auf die Behandlung zu konzentrieren haben und bei ihren Berichten die Erfahrungstatsache, wonach diese aufgrund des Vertrauensverhältnisses zu ihren Patienten im Zweifelsfall eher zu deren Gunsten aussagen, zu berücksichtigen ist, so dass im Streitfall eine direkte Leistungszusage einzig gestützt auf die Angaben der behandelnden Ärztinnen und Ärzte kaum je in Frage kommt (
BGE 135 V 465
E.
4.5).
Auch wenn
Dr.
A._
nicht der behandelnde Psychiater ist, erscheint er gleichwohl als seiner Arbeitgeberin und seinen Kollegen verpflichtet.
Inhaltlich legte
Dr.
A._
die Anamnese, seine Befunderhebung und die gestell
ten Diagnosen grundsätzlich nachvollziehbar dar. Die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit erscheint dagegen nicht als ausreichend begründet. So
liess
er es beim Hinweis darauf bewenden, dass die Persönlichkeitsstörung und die da
mit einhergehenden Symptome Auswirkungen auf die Fähigkeit hätten, sich im Alltag zu bewegen oder einer Arbeit nachzugehen. Das
Ausmass
der
Persön
lichkeitsstörung
und der beobachteten Symptome führe dazu, dass die Beschwer
deführerin zum jetzigen Zeitpunkt und bis auf Weiteres zu mindestens 80
%
arbeitsunfähig und nicht fähig sei, in ihrem bisherigen Beruf oder in einer ande
ren Tätigkeiten im ersten Arbeitsmarkt beschäftigt zu werden (
Urk.
19/1 S.
41). Aus welchem Grund eine derart hohe Arbeitsunfähigkeit
vorliegen
soll, ist je
doch nicht schlüssig nachzuvollziehen. Dem Gutachten fehlt namentlich eine Auseinandersetzung mit dem Umstand, dass die Beschwerdeführerin während Jahren uneingeschränkt einer Erwerbstätigkeit nachgehen konnte (
Urk.
13/15) und die Einstellung der erwerblichen Tätigkeit im Zusammenhang mit der Hei
rat ihres wohlhabenden Ehegatten stand (
Urk.
19/1 S.
23 und
Urk.
13/15). Dass nach der Trennung eine Destabilisierung eintrat (
Urk.
19/1 S.
32), ist wohl nachzuvollziehen. Dass indes praktisch keine Arbeitstätigkeit mehr möglich sein soll, ist nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit er
stellt.
4.
3.
4
Der Hausarzt der Beschwerdeführerin vermochte sich in Bezug auf deren Arbeits
fähigkeit nicht zu äussern
(
Urk.
13/20/
6). Gemäss
Oberärztin
D._
und
Dr.
E._
vom
C._
ist
der Beschwerdeführerin eine
Arbeitst
ätig
keit
von einer Stunde
pro Tag möglich (
Urk.
13/39/3). In demselben Bericht g
a
ben sie jedoch an, dass der Beschwerdeführerin wechselbelastende und vorwie
gend im Gehen ausgeübte Tätigkeiten von zwei Stunden pro Tag zumutbar seien (
Urk.
13/39/5), ohne diesen Widerspruch zu klären.
Auch diesen Berichten kann damit keine schlüssige Arbeitsfähigkeitseinschätzung entnommen werden.
4.3.5
Nach dem Gesagten kann aufgrund der Akten nicht mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit festgelegt werden, in welchem Umfang die Beschwerdeführerin arbeitsfähig ist. Angesichts des Verzichts der Beschwerdegegnerin auf eine externe Begutachtung im Rahmen des Verwaltungsverfahrens rechtfertigt sich eine gerichtliche Begutachtung nicht. Der angefochtene Entscheid ist damit auf
zuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie
(die ursprünglich vorgesehene [
Urk.
13/36])
bidisziplinäre
Begutachtung (Psy
chia
trie und Rheumatologie
[
wegen vorliegenden Arthralgien, Urk. 13/20/5
]
) veran
lasse und hernach über die Ansprüche der Beschwerdeführerin neu entscheide. Die damit einhergehende Belastung der Beschwerdeführerin (
Urk.
13/37) ist dabei nicht zu vermeiden, angesichts ihres Leistungsbegehrens ist aber sie beweispflichtig für die geltend gemachte Ar
beitsunfähigkeit, und dieser Beweis
ist einstweilen nicht erbracht.
5
.
5
.1
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57).
Die Kosten des Verfahrens gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
I
VG sind ermessensweise auf Fr. 8
00.-- festzusetzen und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5
.2
5.2.1
Der Beschwerdeführerin steht
ausgangsgemäss eine Prozessentschädigung zu (§
34
Abs.
1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsge
richt,
GSVGer
)
.
Die unentgeltliche Rechtsvertreterin der Beschwerdeführer
i
n machte mit
Hono
rarnote
vom
2.
September
2016 (
Urk.
30
) einen Aufwand von
18,25
Stunden und Barauslagen von
Fr.
190.85
geltend.
Die Honorarnote führt
e
dabei ein „Schreiben an Sozialdienst“
vom 1
1.
September 2015 auf. Ein Zusammenhang zwischen diesem Schreiben und dem
vorliegend
en Gerichtsverfahren ist nicht er
sichtlich, weshalb der dafür geltend gemachte Aufwand nicht zu entschädigen ist. Die Besprechungen,
Telefonate, E-Mails und Briefe mit der Beschwerdefüh
rerin verursachten zudem einen Aufwand von 5
Stunden 25 Minuten
, was für das vorliegende Verfahren
als übermässig
angesehen werden
muss
. Der geltend gemachte Aufwand ist diesbezüglich
auf
2
Stunden
(zum Anwaltstarif)
zu kürzen. Ebenso ist der geltend gemachte Aufwand für die Stellungnahme an das Sozialversicherungsgericht vom 3. November 2015 von 1:20 Stunden überhöht, gibt diese doch grösstenteils die E-Mail von
Dr.
A._
wieder. Der dafür gel
tend gemachte Aufwand ist um 20 Minuten zu kürzen. Zusammenfassend ist von einem Aufwand von 14,2
0
Stunden auszugehen.
Unter Berücksichtigung eines
praxisgemässen
Stundenansatzes von Fr. 220.-- ist die
Beschwerdegeg
nerin
daher zu verpflichten, de
r
unentgeltlichen Rechtsvertreter
in
eine
Prozess
entschädigung
von Fr.
3‘5
80.--
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
5.2.2
Die von der Beschwerdeführerin
geltend gemachten
Gutachtenskosten
(Urk. 1
8
S. 2) fallen unter den Begriff der Parteikosten im Sinne von Art. 61
lit
. g ATSG.
Dazu gehören nach der Rechtsprechung
neben den Vertretungskosten besondere Auslagen, die für
Abklärungsmassnahmen
entstanden sind, welche durch den Versicherer beziehungsweise das kantonale Versicherungsgericht anzuordnen und durchzuführen gewesen wären, an deren Stelle jedoch durch die Partei ver
anlasst wurden.
Praxisgemäss
sind solche Kosten zu ersetzen, wenn das einge
holte Gutachten
massgebend
für die Beurteilung der Streitfrage war
(Urteil des Bundesgerichts 9C_178/2010 vom 1
4.
April 2010 E. 1).
Vorliegend erweist sich das pendente
lite
eingeholte Gutachten als massgebend für die Beurteilung der Streitfrage, stellte doch der Experte das nach Ansicht der
Beschwerdegegnerin ausschlaggebende Beweismittel (RAD-Bericht) in einer Weis
e in Frage, dass darauf nicht abgestellt werden kann. Damit hat die
Be
schwerde
gegnerin
die entsprechenden Kosten zu übernehmen. Angesichts der bislang unterlassenen Bezifferung steht dies unter dem Vorbehalt einer über
mässigen Rechnungsstellung.