Decision ID: 802940fb-85a8-5e95-8de0-da12b8f1347e
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 10. Dezember 2012 über ihren Krankentaggeldversicherer
wegen einer rezidivierenden depressiven Störung bei der Invalidenversicherung (IV)
zum Leistungsbezug an (IV-act. 1, 7). Die Versicherte hatte ihr Arbeitspensum im
Betrieb Z._ als Betreuerin der Administration und kaufmännische Leiterin
(Handelsbevollmächtigte) per 5. Juli 2012 von ca. 80% (37,5 Wochenstunden)
gesundheitsbedingt auf ca. 40% reduziert (vgl. Angaben Arbeitgeber vom 13. Januar
2013, IV-act. 28). Weiter war sie seit 1. Juli 2004 Inhaberin eines eigenen Betriebs und
arbeitete dafür in einem Pensum von 20% (Angaben der Versicherten, IV-act. 16).
Daneben gab sie an, seit 2008 für die B._ tätig zu sein mit einem Aufwand von
jährlich ca. 300 Stunden (Angaben vom 7. Februar 2013, IV-act. 27).
A.b Dr.med. C._, Facharzt FMH Psychiatrie und Psychotherapie, berichtete am 3.
Dezember 2012 zuhanden des Krankentaggeldversicherers, er behandle die
Versicherte ambulant seit 18. Mai 2011. Sie leide an einer rezidivierenden depressiven
Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1). Die depressive
Erkrankung sei am 4. Juni 2012 akut exazerbiert. Trotz Hochdosis von Moclobemid,
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Modafinil und Quetiapin zeige sich aktuell nur eine diskrete Besserung der depressiven
Symptomatik. Bisher seien mehrere SSRI, SNRI und TZA erfolglos angewendet
worden. In der Hamilton Depression scale habe die Versicherte 24 Punkte erreicht. Der
d2-Test habe eine Konzentrationsstörung gezeigt. Der Konzentrationsverlaufstest (KVT)
habe keine Einschränkungen und der Frankfurter adaptive Konzentrationsleistungstest
(FAKT-II) eine leicht verminderte Konzentrationsleistung ergeben. Die Arbeitsfähigkeit
sei zur Zeit eingeschränkt durch depressive Symptome, insbesondere Antriebsmangel,
geringe Belastbarkeit und kognitive Einschränkungen. Seit 4. Juni 2012 bestehe eine
Arbeitsfähigkeit von 50%, eine volle Arbeitsfähigkeit sei frühestens Ende Januar 2013
möglich (IV-act. 25-2 ff.).
A.c Im Assessmentgespräch vom 7. Februar 2013 schilderte die Versicherte, sie sei zu
60% arbeitsunfähig, arbeite aber fast im vollen Pensum. Sie sei aber mit vielem im
Rückstand und könne ihre Pendenzen nicht bewältigen. Sie lasse Abschlüsse und
Steuererklärung inzwischen auswärts erledigen. (Assessmentprotokoll
Eingliederungsverantwortliche vom 25. Februar 2013, IV-act. 31).
A.d Mit Mitteilungen vom 26. März 2013 sprach die IV-Stelle der Versicherten Support
am Arbeitsplatz (Job-Coaching) als Frühinterventionsmassnahme sowie Massnahmen
zum Arbeitsplatzerhalt zu (IV-act. 38, 39). D._, vom Berufsverband für Coaching,
Supervision und Organisationsberatung (bso) anerkannte Coachin, führte im Bericht
vom 4. Juni 2013 aus, die Versicherte überfordere sich an guten Tagen, indem sie sich
auspowere. Der Rückschlag erfolge am nächsten Tag unweigerlich. Sie könne die
Krankheit nicht akzeptieren/annehmen, verpuffe Energie im Kampf gegen die Krankheit
(IV-act. 45). Im Bericht vom 23. September 2013 hielt sie fest, die Versicherte erkenne
grundsätzlich Existenzängste als Auslöser ihrer depressiven Episode. Sie fühle sich der
Krankheit machtlos ausgeliefert. In der Betreuung ihrer Mutter lasse sie sich
mittlerweile durch Spitex und Pro Senectute entlasten (IV-act. 52).
A.e Bei der Versicherten wurde gemäss Bericht der Klinik für Endokrinologie,
Diabetologie, Osteologie und Stoffwechselerkrankungen, Kantonsspital St. Gallen
(KSSG), vom 7. Februar 2014 eine Hyperthyreose unter 200 μg Levothyroxin-Therapie
diagnostiziert, wobei festgehalten wurde, die Situation bzw. die Indikation dieser
Levothyroxin-Therapie durch Dr. C._ sei unklar (IV-act. 106). D._ beschrieb in den
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Berichten vom 21. Februar und 11. April 2014 den Gesundheitszustand der
Versicherten als verschlechtert. Die Versicherte habe ihren Betrieb per 1. April 2014
vermietet, was jedoch nicht Entlastung, sondern eine grosse Enttäuschung ausgelöst
habe (IV-act. 61, 62). Im Mai 2014 wurde eine Laktoseintoleranz festgestellt (Bericht
Klinik für Gastroenterologie / Hepatologie KSSG vom 3. Juni 2014, IV-act. 112). Die
Coachin führte in den Berichten vom 9. Mai und vom 27. Juni 2014 aus, der
Versicherten sei es, wenn überhaupt, erst nach 14.00 Uhr gelungen, für zwei bis drei
bzw. durchschnittlich zwei Stunden im Büro tätig zu sein. Der Pendenzenberg sei
gewachsen. Der Haushalt sei knapp machbar. Sie sei dünnhäutig und befinde sich im
Rückzug (IV-act. 63, 65).
A.f Die Eingliederungsverantwortliche schloss die Massnahmen am 28. Juli 2014 ab.
Gemäss den Coachingberichten habe sich der Gesundheitszustand der Versicherten
ab ca. Anfang 2014 kontinuierlich verschlechtert, wobei u.a. Schilddrüsenprobleme
dazu gekommen seien und zwischenzeitlich auch eine Laktose- und Glutenintoleranz
diagnostiziert worden seien. Sie habe die Versicherte von ihrer Persönlichkeit her als
ehemals aktive Geschäftsführerin und Managerin wahrgenommen, die ihre Arbeit
geliebt habe und der sie auch leicht von der Hand gegangen sei. Sie habe sehr
leistungsorientiert gewirkt. Die Tatsache, dass plötzlich einiges nicht mehr leicht
gegangen sei resp. sich die gesundheitliche Befindlichkeit kontinuierlich verschlechtert
habe, mache der Versicherten sehr zu schaffen (Verlaufsprotokoll Eingliederung, IV-act.
67-4).
A.g Dr. C._ stufte die depressive Episode gemäss Arztbericht vom 27. August 2014
als schwer ein. Die Versicherte könne nur mit grösster Mühe einige wenige Stunden am
Tag den Haushalt führen und im eigenen Betrieb im Büro arbeiten, was nicht mehr als
einer 20%-igen Arbeitsfähigkeit (80% Arbeitsunfähigkeit) entspreche (IV-act. 75).
A.h Die IV-Stelle eröffnete der Versicherten mit Mitteilung vom 3. September 2014 den
Abschluss beruflicher Massnahmen (IV-act. 78) und nahm am 18. Februar 2015 eine
Abklärung an Ort und Stelle vor (Abklärungsbericht Selbständigerwerbende vom 11.
März 2015, IV-act. 93).
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A.i Am 1. Juni 2015 berichtete Dr. C._, die Versicherte sei mit verschiedenen SSRI,
SNRI, SARI, NDRI, NaSSA, sNARI, α2-Inhibitor/NARI, TZA, RIMA, MAOI, Stimulanzien,
AEP, AP und BZD erfolglos behandelt worden. Als Befunde notierte er ein apathisch-
depressives Syndrom, Gedächtnis-, Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen,
eine Antriebsstörung sowie ein Hamilton-Depressions-Inventar-Score von 34 Punkten.
Die Versicherte könne weiterhin nur mit Mühe einige wenige Stunden pro Tag den
Haushalt führen und im Büro arbeiten. Als Einschränkung bestünden depressive
Symptome, insbesondere Antriebsmangel, geringe Belastbarkeit sowie kognitive
Einschränkungen. Die Arbeitsunfähigkeit betrage vom 4. Juni bis 4. Juli 2012 50%,
vom 5. Juli 2012 bis 13. April 2014 60%, vom 14. April bis 31. Mai 2015 80%, vom 1.
Juni bis 31. Dezember 2014 90% und ab 1. Januar 2015 100% (IV-act. 96).
A.j In der Folge liess die IV-Stelle die Versicherte durch das BEGAZ
Begutachtungszentrum BL polydisziplinär begutachten (Gutachten vom 11. Januar
2016; Dr.med. E._, FMH für Allgemeine Innere Medizin; Dr.med. F._, FMH für
Endokrinologie; lic.phil. G._, Fachpsychologe für Neuropsychologie FSP; Dr.med.
H._, FMH für Psychiatrie und Psychotherapie; Untersuchungen 27. November, 1., 7.
und 21. Dezember 2016; IV-act. 129-1 f., 133). Die Gutachter erhoben als Diagnose mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung,
gegenwärtig leichte bis maximal mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F33.0-33.1)
sowie den Verdacht auf ängstlich vermeidende, abhängige, zwanghafte und
leistungsorientierte Persönlichkeitszüge (ICD-10: Z73.1) mit erschwerter Fähigkeit, eine
Mitte zwischen übermässiger Leistungsanforderung an sich selbst und keiner
Leistungsforderung an sich selbst zuzulassen. Die Versicherte sei aus psychiatrischer
Sicht in ihrer ausgeübten Tätigkeit als Buchhalterin bzw. Bürokraft im Betrieb Z._
weiterhin sechs Stunden täglich ohne Verminderung des Rendements arbeitsfähig (IV-
act. 133-34). Gesamtmedizinisch sei die Versicherte weiterhin 70% arbeitsfähig (IV-act.
133-58).
A.k RAD-Arzt Dr.med. I._, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie, nahm am 9.
Februar 2016 Stellung, es handle sich um ein umfangreiches Gesamt- und
entsprechende Fachgutachten, die unter Einbeziehung der Stellungnahme zu den
Standardindikatoren den versicherungsmedizinischen Anforderungen entsprächen, so
dass die administrative Entscheidung darauf abgestellt werden könne. Die
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Arbeitsfähigkeit von 75% gälte ab 1. Dezember 2015. Unklar sei, wieso die Diagnose
"Verdacht auf ängstlich vermeidende Persönlichkeitszüge" (ICD-10: Z73.1) als
Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit genannt werde (IV-act. 136). Die
Gutachter führten hierzu aus, die Diagnose habe keinen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit. Demnach hätten die abhängigen, zwanghaften und
leistungsorientierten Persönlichkeitszüge sowie der Verdacht auf ängstlich
vermeidende Persönlichkeitszüge keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
(Stellungnahme vom 1. März 2016, IV-act. 139). In einer Stellungnahme vom 11. März
2016 führte Dr. I._ aus, laut psychiatrischem Gutachten und weiteren Unterlagen
hätten seit 2012 rezidivierende depressive Phasen stattgefunden und zu
unterschiedlichen Arbeitsunfähigkeiten, aber nie durchgehend, geführt. Die
Arbeitsunfähigkeit ab 1. Januar 2015 sei vom Gutachter in Zweifel gezogen worden.
Dies ergebe sich auch aus dem Bericht über die Abklärung an Ort und Stelle insofern,
als die Versicherte über verschiedene Aktivitäten berichtet habe. Der
Gesundheitszustand habe sich seit dem 1. Dezember 2015 erheblich gebessert bzw.
sei am 1. Dezember 2015 erheblich gebessert gewesen. Von diesem Zeitpunkt an habe
keine die Arbeitsfähigkeit tangierende Depression mehr vorgelegen; sehr
wahrscheinlich schon einige Zeit davor nicht, aber letztlich nicht im entsprechend
bewiesenen Sinne. Man müsse wohl auf die dem Gutachten vorangehenden
Arbeitsunfähigkeitszeiten abstellen (IV-act. 141).
A.l Mit Vorbescheid vom 15. März 2016 gewährte die IV-Stelle der Versicherten das
rechtliche Gehör zur beabsichtigten Abweisung des Rentengesuchs (IV-act. 144). Mit
Einwand vom 4. Mai 2016 (IV-act. 146) machte die Versicherte geltend, die
tatsächlichen Verhältnisse und geklagten Beschwerden seien im Gutachten deutlich
nachlässig aufgenommen worden. Sie reichte dazu eine Kopie von Auszügen aus dem
Gutachten mit handschriftlichen Anmerkungen ein (IV-act. 146-4 ff.). Die grosse
Abweichung von der Beurteilung des behandelnden Facharztes weise darauf hin, dass
einer der beiden Psychiater einen wesentlichen Aspekt der Krankheit falsch beurteilt
habe. Es sei nicht lege artis, dass der Gutachter das Gutachten ohne Absprache mit
dem behandelnden Psychiater Dr. C._ fertiggestellt habe. Die begründeten Zweifel
über die effektive Arbeitsfähigkeit seien im Rahmen eines Arbeitsversuches in der
Praxis zu verifizieren. Sie könne aufgrund ihrer gesundheitlichen Einschränkungen ein
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deutlich geringeres Einkommen erzielen, als der verbleibende Grad der Arbeitsfähigkeit
anzeige, weshalb ein Leidensabzug vorzunehmen sei.
A.m Die Gutachter äusserten sich hierzu am 7. Juli 2018, es bestehe Einigkeit
hinsichtlich der Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung. Lediglich deren
Schweregrad werde unterschiedlich beurteilt. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb
eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit ab 1. Januar 2015 bescheinigt werde, wenn die
Versicherte gleichzeitig wenige Stunden pro Tag arbeiten könne (IV-act. 150-5). In der
neuropsychologischen Untersuchung hätten sich Defizite im Bereich Aufmerksamkeit/
Konzentrationsfähigkeit nicht darstellen lassen. Auch die von der Versicherten
genannten Probleme seien nicht zu beobachten gewesen. Die gemäss eigenen
Angaben sehr starke Einschränkung der Leistungsfähigkeit habe neuropsychologisch
nicht begründet werden können. Es sei nicht ausgeschlossen, dass ein Teil der
geklagten kognitiven Störungen auch mit der übermässigen Medikamentendosierung
zusammenhänge (IV-act. 150-7). Gesamthaft betrachtet hätten keine Hinweise auf eine
relevante schwere depressive Episode gefunden werden können, weshalb der
Versicherten weiterhin Anstrengungen zumutbar seien, sich beruflich zu rehabilitieren
(IV-act. 150-11). RAD-Arzt Dr. I._ befand diese Ausführungen als schlüssig. Es
verbleibe bei der bisherigen Beurteilung (Stellungnahme vom 18. Juli 2016 IV-act. 152).
A.n Nachdem die IV-Stelle der Versicherten nochmals das rechtliche Gehör gewährt
hatte (IV-act. 153, 2. August 2016), verfügte sie am 3. Oktober 2016 gemäss
Vorbescheid (IV-act. 145).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 3. Oktober 2016 lässt A._, vertreten durch
Rechtsanwalt lic.iur. P. Rösler am 4. November 2016 Beschwerde erheben. Sie
beantragt, die angefochtene Verfügung sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge
aufzuheben und es sei ihr seit Juni 2013 eine ganze und ab April 2016 mindestens eine
halbe Rente zuzusprechen. Eventualiter sei die Angelegenheit zum Neuentscheid an
die Vorinstanz zurückzuweisen. Die von den Gutachtern attestierte Arbeitsfähigkeit von
70% sei viel zu optimistisch geschätzt. Über mehrere Wochen und Monate hinweg
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betrachtet sei ihre Arbeitsfähigkeit nicht höher als 50%. Weder im Januar noch im Mai
2016 sei eine ärztliche Beurteilung von Dr. C._ einverlangt worden. Da er sie über
längere Zeit hinweg regelmässig betreue, vermöge er die Auswirkungen der Krankheit
auf die Arbeitsfähigkeit in ihrer Langzeitwirkung viel besser zu erfassen als ein
Gutachter. Der fundamentale Dissens bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei durch
ein Obergutachten zu klären. Insgesamt habe sie ausgewiesenermassen ein
wöchentliches Arbeitspensum von rund 60 Stunden verrichtet, was einer
Arbeitsleistung von 150% entspreche. Wenn sie nun nur mehr zu 70% arbeitsfähig sei,
ergebe sich eine Einschränkung der bisherigen Arbeitstätigkeit von 80%. Die
Arbeitsfähigkeit von 70% beziehe sich nicht auf alle drei bisherigen Tätigkeiten,
sondern sei einzig noch in ihrer ausgeübten Bürotätigkeit möglich. Sie sei nicht mehr in
der Lage, ihren eigenen Berieb zu führen. Ihre Erwerbsfähigkeit habe sich um mehr als
50% reduziert. Seit dem Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung sei sie nicht
mehr in der Lage, eine leitende Tätigkeit auszuüben. Diese psychische Einschränkung
der Leistungsfähigkeit müsse dazu führen, dass ihr ein Leidensabzug von 15% gewährt
werde. Neben der zeitlichen Einschränkung sei auch ihre Leistungsfähigkeit deutlich
reduziert. Der Tabellenlohnabzug rechtfertige sich auch durch die Tatsache, dass sie
nur noch in Teilzeit arbeiten könne (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 15. Februar 2017 beantragt die
Beschwerdegegnerin, die Beschwerde sei abzuweisen. Das BEGAZ-Gutachten
entspreche den Anforderungen der Rechtsprechung und es könne darauf abgestellt
werden. Behandelnde Ärzte und Ärztinnen agierten in erster Linie als Therapeuten und
ihre Stellungnahme sei dadurch geprägt. Die Gutachter hätten ausführlich zu den
Angaben des behandelnden Facharztes Stellung genommen und nachvollziehbar
erläutert, weshalb auf die von ihm attestierte Arbeitsunfähigkeit nicht abgestellt werden
könne. Insgesamt sprächen die Befunde und Erhebungen des Gutachters nicht für eine
gravierende Schwere der psychiatrischen Erkrankung bzw. nicht für eine wesentliche
Einschränkung der Leistungsfähigkeit. Aus rechtlicher Sicht liege kein invalidisierender
Gesundheitsschaden vor, weshalb die Beschwerde bereits aus diesem Grund
abzuweisen sei. Gemäss Arbeitgeberbericht sei die Beschwerdeführerin zu 80% und
nicht zu 100% im Betrieb Z._ angestellt gewesen. Aus der selbständigen Tätigkeit im
eigenen Betrieb habe sie bis zum Eintritt der Arbeitsunfähigkeit (=massgeblicher
Zeitpunkt) noch kein Erwerbseinkommen erzielen können. Die Anerkennung eines
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150%-igen Pensums widerspräche sowohl dem Grundsatz, wonach die
Invalidenversicherung als Erwerbsunfähigkeitsversicherung im Prinzip für eine normale
erwerbliche Tätigkeit Versicherungsschutz bietet, als auch dem Grundsatz, dass im
Rahmen des Einkommensvergleichs invaliditätsfremde Faktoren überhaupt nicht oder
dann bei beiden Vergleichsgrössen gleichmässig zu berücksichtigen seien. Sei die
Beschwerdeführerin als Gesunde in einem insgesamt überdurchschnittlich hohen
Beschäftigungsgrad erwerbstätig gewesen und habe auch ein entsprechend höheres
Einkommen erzielt, das beim Valideneinkommen berücksichtigt werde, so sei ihr, wenn
keine Einschränkung der Leistungsfähigkeit attestiert werde, auch weiterhin ein
gleiches überdurchschnittliches Pensum, allenfalls in einer angepassten Tätigkeit,
zumutbar. Der Beschwerdeführerin seien aufgrund ihrer leichten gesundheitlichen
Einschränkungen alle drei Tätigkeiten weiterhin zumutbar. Der verlangte Leidensabzug
von 15% sei daher nicht vorzunehmen (act. G 4).
B.c Mit Replik vom 6. Juni 2017 macht die Beschwerdeführerin geltend, die
Beschwerdegegnerin verkürze die Krankheitsgeschichte und sei nicht auf die
Beanstandungen an der Begutachtung eingegangen. Sie rügt die Bezeichnung von Dr.
C._ als "Behandler". Die Diskrepanz zwischen Gutachten und fachärztlicher
Beurteilung hätte durch ein Fachgespräch verkleinert werden können und sei weiter
abzuklären. Das Einkommen aus dem eigenen Betrieb habe die Beschwerdegegnerin
selber erhoben und als korrekt anerkannt. Die Behauptung, sie könne die drei
bisherigen Tätigkeiten weiterhin ausüben, sei aktenwidrig. Dem Gutachten sei klar zu
entnehmen, dass einzig noch in ihrer ausgeübten Bürotätigkeit eine Arbeitsfähigkeit
von 70% möglich sei. Aufgrund ihrer Krankheit sei sie nicht mehr in der Lage, ihren
eigenen Betrieb zu führen. Bereits damit habe sich ihre Erwerbsfähigkeit um mehr als
50% reduziert. Sie habe immer auch eine leitende Funktion ausgeübt. (Nunmehr) sei
ihre Funktion nicht mehr qualifiziert, sondern als einfache Tätigkeit einzustufen (act. G
10).
B.d Mit Eingabe vom 22. Juli 2017 reicht die Beschwerdeführerin einen
Coachingbericht vom 15. Juli 2017 über den Zeitraum August 2014 bis Juli 2017 ein
(act. G 12.1). Daraus gehe hervor, dass die Coachin sowohl die stark schwankende
Leistungsfähigkeit festgestellt habe als auch den Umstand, dass sie krankheitsbedingt
keine konstante Leistung erbringen könne (act. G 12).
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B.e Die Beschwerdegegnerin reicht keine Duplik ein (act. G 13).

Erwägungen
1.
Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist der Rentenanspruch der
Beschwerdeführerin, nachdem über berufliche Massnahmen rechtskräftig entschieden
wurde (Mitteilung vom 3. September 2014, IV-act. 78).
1.1 Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen.
Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar
ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person
mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60%, auf eine
halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50%, und auf eine Viertelsrente, wenn sie
mindestens zu 40% invalid ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).
1.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
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gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind
(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1). Im Sinne einer Richtlinie
ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen
Spezialärzten und -ärztinnen, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und
Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise
sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/bb).
1.4 Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a).
Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den
streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben
Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen
stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Im Sozialversicherungsrecht hat
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht,
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V
360 E. 5b; BGE 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen).
2.
Zunächst ist zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht auf das Gutachten des
BEGAZ vom 11. Januar 2016 (IV-act. 133) einschliesslich Stellungnahmen der
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Gutachter vom 1. März 2016 (IV-act. 139) und vom 7. Juli 2016 (IV-act. 150) abgestellt
hat.
2.1 Die Gutachter kamen zum Schluss, die Beschwerdeführerin sei aufgrund einer
rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig leichte bis maximal mittelgradige
depressive Episode (ICD-10: F33.0 - 33.1), in ihrer ausgeübten Tätigkeit als
Buchhalterin und Bürohilfskraft im Betrieb Z._ während sechs Stunden täglich ohne
Verminderung des Rendements bzw. zu 70% arbeitsfähig (Gutachten, IV-act. 133-34,
58; Stellungnahme Gutachter vom 1. März 2016, IV-act. 139). Der behandelnde
Psychiater Dr. C._ hatte am 3. Dezember 2012 zuhanden des
Krankentaggeldversicherers berichtet, die Beschwerdeführerin leide an einer
rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode. Sie sei seit 4.
Juni 2012 zu 50% und frühestens Ende Januar 2013 wieder voll arbeitsfähig (IV-act.
25-2). Gemäss Arztberichten vom 27. August 2014 und vom 1. Juni 2015
diagnostizierte er eine gegenwärtig schwere depressive Episode (IV-act. 75, 96). Er
attestierte wie folgt Arbeitsunfähigkeiten: ab 4. Juni 2012 50%, ab 5. Juli 2012 60%, ab
Januar 2013 80%, ab Juni 2014 90% und ab 1. Januar 2015 100% (IV-act. 96-2).
2.2 Die abweichende Beurteilung des Schweregrads der depressiven Erkrankung und
der Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit korrespondiert grundsätzlich mit den
unterschiedlichen im Verlauf erhobenen Befunden: Während Dr. C._ im Arztbericht
vom 1. Juni 2015 ein apathisch-depressives Syndrom, Gedächtnis-, Konzentrations-
und Aufmerksamkeitsstörungen sowie eine Antriebsstörung erwähnte (IV-act. 96-2),
führte der psychiatrische Gutachter aus, Stimmung und Affekt seien über weite
Strecken gutmütig, nicht unbedingt heiter; die Beschwerdeführerin sei eher affektarm,
zum Schluss kurz affektlabil. Aufmerksamkeits- und Merkfähigkeit seien leicht
beeinträchtigt (IV-act. 133-30). Der neuropsychologische Gutachter erhob eine
minimale kognitive Funktionsschwäche (IV-act. 133-54; IV-act. 150-6). Der
psychiatrische Gutachter führte aus, die Beschwerdeführerin habe in der
Untersuchungssituation recht gut, adäquat und kohärent funktioniert (IV-act. 133-31 f.).
Es bestehe eine gewisse Diskrepanz zwischen der berichteten Depressivität mit immer
wiederkehrenden schweren depressiven Phasen und dem aktuell recht guten
kognitiven Funktionieren, dem Antrieb und auch der guten psychischen Stabilität (IV-
act. 133-28). Die Diagnosemerkmale einer mittel- oder schwergradigen Depression
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seien aktuell nicht (mehr) gegeben und auch in keinem der Berichte von Dr. C._ als
nachgewiesen dargelegt (IV-act. 133-30, 32; IV-act. 150-8 ff.). Das Beschwerdebild
habe auch syndromalen Charakter bzw. hänge mit der Persönlichkeitsstruktur der
Beschwerdeführerin und mit den psychosozialen Umständen zusammen (IV-act.
150-10). Andererseits dürfte ein Teil der geklagten kognitiven Störungen mit einer
übermässigen Medikamentendosierung zusammenhängen (IV-act. 150-7).
2.3 Aus dem Vorstehenden wird deutlich, dass die Abweichung der vom Gutachter
sowie von Dr. C._ geschätzten Arbeitsfähigkeit überdies auf einer unterschiedlichen
Beurteilung desselben medizinischen Sachverhalts beruht. Insbesondere begründet
der psychiatrische Gutachter seine bedeutend höhere Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit auch mit der Beteiligung nicht invalidisierender Faktoren wie
akzentuierter Persönlichkeitszüge sowie psychosozialer Faktoren am Beschwerdebild
(Stellungnahme vom 1. März 2016, IV-act. 139; IV-act. 150-10). Hinzuweisen ist in
diesem Zusammenhang mit der Beschwerdegegnerin (act. G 4 Ziff. 2, welche im
gegebenen Zusammenhang den Ausdruck "Behandler" kaum herabwürdigend gemeint
haben dürfte) auch auf die unterschiedliche Aufgabe und Betrachtungsweise des
behandelnden und des begutachtenden Facharztes sowie auf den der Psychiatrie
immanenten Beurteilungsspielraum (vgl. dazu BGE 124 I 175, E. 4, Urteile des
Bundesgerichts vom 27. September 2017, 8C_295/2017, E. 6.4.2, vom 24. November
2015, 9C_353/2015, E. 4.1 und vom 29. September 2009, 9C_661/2009, E. 3.2).
2.4 Zudem ist die differierende Beurteilung, wie in E. 2.2 bereits angetönt, auch auf
eine Verbesserung des Gesundheitszustandes zurückzuführen. Der psychiatrische
Gutachter hat dargelegt, dass depressive Störungen über die Zeit zwischen leicht bis
schwer variieren können, dass aber nicht nachvollziehbar sei, dass Dr. C._ immer
kleinere Arbeitsfähigkeiten attestiert habe und spätestens ab der Krankschreibung zu
100% seit 1. Januar 2015 diese gar nicht mehr nachvollziehbar sei (IV-act. 150-5, 7).
Auch der neuropsychologische Gutachter konnte darlegen, dass die aktuellen Befunde
besser waren als die in den Akten beschriebenen (IV-act. 133-54). RAD-Arzt Dr. I._
nahm am 11. März 2016 Stellung, "jedenfalls" sei der Gesundheitszustand am 1.
Dezember 2015 (Datum der psychiatrischen Untersuchung) erheblich gebessert
gewesen. Von diesem Zeitpunkt an habe keine die Arbeitsfähigkeit tangierende
Depression mehr vorgelegen. Sinngemäss äusserte er, für den Zeitraum vor der
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Begutachtung sei dies nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen und
daher auf die von Dr. C._ attestierten Arbeitsunfähigkeiten abzustellen, zumal ein
telefonischer Kontakt zwischen diesem und dem Gutachter nicht zustande gekommen
sei (IV-act. 141). Aufgrund der aktuell erhobenen Befunde halten der begutachtende
Psychiater, der Neuropsychologe sowie der RAD übereinstimmend eine Verbesserung
des Gesundheitszustandes für ausgewiesen. Die Unklarheit über die zuvor bestehende
Arbeitsunfähigkeit konnte zwar nicht ausgeräumt werden, jedoch ist mit dem RAD und
zugunsten der Beschwerdeführerin von den von Dr. C._ attestierten
Arbeitsunfähigkeiten auszugehen. Insofern erübrigen sich weitergehende Abklärungen
dahingehend.
2.5
2.5.1 Gemäss neuerer Rechtsprechung des Bundesgerichts ist für die invalidisierende
Wirkung leichter und mittelgradiger Depressionen nicht mehr alleine die Frage der
Behandelbarkeit des Leidens massgebend. Die Einschränkungen sind analog zu
somatoformen Schmerzstörungen und diesen gleichgestellten Beschwerdebildern
anhand des strukturierten Beweisverfahrens zu beurteilen (BGE 143 V 415 f., E. 4.5.1;
BGE 143 V 418 E. 7.2). Gemäss altem Verfahrensstandard eingeholte Gutachten
verlieren ihren Beweiswert nicht per se. Mit Blick auf die nunmehr materiell-
beweisrechtlich geänderten Anforderungen bei der Einschätzung des funktionellen
Leistungsvermögens ist jedoch in jedem einzelnen Fall zu prüfen, ob die beigezogenen
administrativen und/oder gerichtlichen Sachverständigengutachten, gegebenenfalls im
Kontext mit weiteren fachärztlichen Berichten, eine schlüssige Beurteilung im Lichte
der massgeblichen Indikatoren erlauben oder nicht (BGE 141 V 309, E. 8; Urteil des
Bundesgerichts vom 13. April 2016, 9C_168/2015, E. 2.2.3).
2.5.2 Die Erkrankung der Beschwerdeführerin zeichnet sich durch einen im Verlauf
stark schwankenden Schweregrad aus. So hielt der psychiatrische Gutachter fest,
gesichert komme es offenbar immer wieder zu Phasen, die zu einer schweren
Leistungseinbusse, auch zum Aufgeben der Sozialkompetenz und der persönlichen
Kompetenz der Versicherten führten. Dies meist tage- oder wochenweise.
Zwischendurch gebe es Phasen, in denen die Beschwerdeführerin gut, ja sogar
übermässig leisten könne (IV-act. 133-21, 32; vgl. auch IV-act. 150-7). Ähnlich
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berichtete die Coachin - wohl gestützt auf Angaben der Beschwerdeführerin - es habe
zwischen August 2014 und Juli 2017 Phasen gegeben, in denen die
Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Erkrankung zu 100% arbeitsunfähig gewesen sei;
ebenso habe es Zeitfenster gegeben, in welchen es ihr gelungen sei, nahezu eine
Arbeitsfähigkeit von 100% zu erlangen (act. G 12.1). Indem der psychiatrische
Gutachter einerseits eine schwergradige Depression auch aufgrund der Akten
ausschloss, andererseits aber die Schwankungen darlegte und somit auch in der
Arbeitsfähigkeitsschätzung berücksichtigt haben dürfte, geht er insgesamt im
Längsverlauf von einem in etwa mittelgradigen Schweregrad der depressiven Störung
aus. Die kognitiven Beeinträchtigungen sind leicht bzw. nicht schwerwiegend;
Aufmerksamkeits- und Merkfähigkeit sind leicht beeinträchtigt, die
Gedächtnisleistungen soweit erhalten (IV-act. 146-19). Andererseits lässt die
hochdosierte, mit Nebenwirkungen verbundene Medikation (vgl. Laborberichte vom 14.
Oktober 2012 und 14. Januar 2013, IV-act. 25-7 f.; Stellungnahme RAD-Arzt Dr. I._
vom 8. Juli 2015, IV-act. 100; Ergänzung des Gutachtens vom 7. Juli 2016, IV-act.
150-7) auf einen hohen Leidensdruck schliessen. Sodann bestehen akzentuierte
Persönlichkeitszüge (IV-act. 133-33). Im Frühjahr 2015 erlitt die Beschwerdeführerin
zudem eine Lungenembolie (IV-act. 133-13). Als Ressource ist die gute Ehe zu
erwähnen (IV-act. 133-21). Zudem fand der neuropsychologische Gutachter alles in
allem durchschnittliche, in Teilbereichen sogar gute kognitive Ressourcen (IV-act.,
133-54). Hingegen hielt der psychiatrische Gutachter fest, die Beschwerdeführerin
scheine unter ihren phasenweise auftretenden depressiven Verstimmungszuständen zu
leiden und wenig Ressourcen aufzubringen, um damit adäquat umzugehen (IV-act.
133-34). Weiter gab sie anlässlich der Begutachtung mehrfach an, seit ca. 2014
durchschnittlich und maximal im Pensum von 20% im Betrieb Z._ tätig zu sein (IV-
act. 133-6, 11, 13). Zusätzlich verrichtete sie im Zeitpunkt der Begutachtung Arbeiten
für die B._ im Umfang von ca. drei Wochenstunden (Angaben vom 18. Februar 2015,
IV-act. 93-1, und gegenüber dem Gutachter, IV-act. 133-20). Sie bewältigte damit ein
Arbeitspensum von immerhin über 20%, obwohl sie ab Juni 2014 zu 90% und ab 1.
Januar 2015 zu 100% arbeitsunfähig geschrieben war (IV-act. 95-2), was ebenfalls auf
entsprechende Ressourcen schliessen lässt. Die Beschwerdeführerin berichtet zudem,
durch das Coaching habe sie erlernt, abzuwägen und sich neu zu orientieren. Dies
habe ihr viel geholfen (IV-act. 133-22 f.). Hinsichtlich ihrer Aktivitäten gibt sie an, diese
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würden von der psychischen Konstellation und der Schlafqualität abhängen (IV-act.
133-13). Sie stricke; für Lesen oder Fernsehen fehlten Geduld und Konzentration. Mit
dem Hund gehe seit einem Dreivierteljahr morgens der Ehemann raus. Sie gibt an,
einen grossen Freundeskreis zu haben; seit sie unter Magenbeschwerden leide, habe
sie die Einladungen indes reduziert. Sie fahre noch Auto und erledige samstags mit
dem Ehemann den Einkauf (IV-act. 133-26 f.). In Bezug auf die Konsistenz weist der
psychiatrische Gutachter auf eine Diskrepanz zwischen den - allerdings nicht
überexpressiv vorgebrachten - Klagen, der vom behandelnden Psychiater attestierten
100%-igen Arbeitsunfähigkeit sowie ihrem guten, adäquaten Funktionieren in der
Untersuchungssituation sowie auf eine mögliche gewisse Selbstlimitierung hin (IV-act.
133-32 f.). Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, sie habe ihre Fähigkeiten in
der Begutachtung positiver dargestellt, als sie tatsächlich seien, ist zu berücksichtigen,
dass bei neuropsychologischen Leistungstests eine Dissimulation (= Verheimlichen
einer Krankheit oder Beeinträchtigung) schlecht möglich ist (vgl. L. SCHMIDT-ATZERT/
M. BÜHNER/S. RISCHEN/V. WARKENTIN, Erkennen von Simulation und Dissimulation
im Test d2, in: Diagnostica, 50, Heft 3, S. 130 und 132). Überdies gab der Neurologe
seine Einschätzung unter anderem auch in Kenntnis der Feststellungen der Coachin im
Schlussbericht vom 17. Juli 2014 (IV-act. 71) ab (IV-act. 133).
2.5.3 Zusammenfassend berücksichtigen die Gutachter die Beschwerdeschilderungen
und die Aktenlage. Sie klammern invaliditätsfremde Faktoren aus und begründen
Diagnostik und Arbeitsfähigkeitsschätzung schlüssig und nachvollziehbar. Die
Indikatoren gemäss strukturiertem Beweisverfahren sind hinreichend berücksichtigt,
wenn auch das Gutachten nicht entsprechend aufgebaut ist. Die Gutachter halten
abschliessend fest, in der Untersuchung und in der neuropsychologischen Testung
hätten sie keine Hinweise auf eine relevante schwere depressive Episode finden
können, weswegen es der Beschwerdeführerin weiterhin zumutbar sei, sich beruflich
zu rehabilitieren (IV-act. 150-11). In somatischer Hinsicht ergeben sich aufgrund des
Gutachtens und der vorhandenen medizinischen Akten keine Einschränkungen der
Arbeitsfähigkeit. Es ist daher auf das Gutachten abzustellen und ab der Begutachtung
von einer 70%-igen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin an ihrem bisherigen
Arbeitsplatz im Betrieb Z._ (IV-act. 133-33 f.) bzw. als Buchhalterin sowie für
allgemeine Bürotätigkeiten (IV-act. 133-34) auszugehen. Diese berücksichtigt die mit
der Depression einhergehenden Phasen, die zu einer schweren Leistungseinbusse mit
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Auswirkungen auf die Sozial- und Selbstkompetenz der Beschwerdeführerin führen (IV-
act. 133-21, 32). Damit steht fest, dass die Beschwerdeführerin grundsätzlich all ihre
bisherigen Tätigkeiten ausüben kann bzw. dass diese adaptiert sind. Bei der B._
hatte sie Büroarbeiten zu erledigen und ihren eigenen Betrieb hat sie hauptsächlich
administrativ geführt (vgl. z.B. IV-act. 133-20).
2.6 Rückblickend ist grundsätzlich mit Dr. I._ (Stellungnahme vom 11. März 2016)
von den Einschätzungen des behandelnden Facharztes auszugehen, denn das
Gutachten fokussiert auf den aktuellen Zustand im Zeitpunkt der Begutachtung,
nachdem die vom Gutachter versuchte Rücksprache mit dem behandelnden Facharzt
nicht zustande gekommen war (IV-act. 150-7). Entgegen dem behandelnden Psychiater
ist jedoch für den Zeitraum vor der Begutachtung durchgehend von einer
Arbeitsfähigkeit von mindestens 20% auszugehen, zumal die Beschwerdeführerin nach
eigener Aussage diese zu leisten vermochte. Somit ist für die Rentenprüfung von
folgenden Arbeitsfähigkeiten auszugehen: ab 4. Juni 2012 50%, ab 5. Juli 2012 40%
(Arbeitsunfähigkeit 60%), ab Januar 2013 20% (Arbeitsunfähigkeit 80%) und ab
Dezember 2015 von 70%.
3.
3.1 Die Beschwerdeführerin war ab Juni 2012 durchgehend zu mehr als 40%
arbeitsunfähig, weshalb das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG im Juni 2013
vollendet war. Bei Anmeldung am 10. Dezember 2012 besteht nach Art. 29 Abs. 1 und
3 IVG ein allfälliger Rentenanspruch frühestens ab 1. Juni 2013. Massgebend für den
Einkommensvergleich ist daher das Jahr 2013 (BGE 129 V 222).
3.2 In den Jahren 1992 bis 1997 erzielte die Beschwerdeführerin durch ihre Tätigkeit
im Betrieb Z._ Jahreslöhne von Fr. 65'000.-- bis 68'250.--. Danach lagen sie -
abgesehen vom Jahr 1999 mit Fr. 42'300.-- - bis zum Jahr 2007 im Bereich von
durchschnittlich rund Fr. 20'000.-- . 2008 und 2009 wurden je Fr. 48'000.-- verbucht,
im Jahr 2010 Fr. 50'000.-- und im Jahr 2011 Fr. 59'800.-- (Auszug aus dem
individuellen Konto [IK], IV-act. 11). Im Lohnausweis 2012 wurde ein Lohn von Fr.
65'000.-- deklariert (IV-act. 23-3). Weiter wurde angegeben, der Arbeitsleistung würde
seit 1990 ein Lohn von Fr. 78'000.-- entsprechen (Angaben Arbeitgeber vom 13. Januar
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2013, IV-act. 28-2). Die selbständige Tätigkeit stuften die Steuerbehörden bereits für
das Jahr 2009 infolge mehrjährigen Verlustes als Liebhaberei ein (IV-act. 12-5). In den
Jahren 2011 und 2012 resultierten Aufwandüberschüsse um Fr. 11'000.-- (IV-act. 70).
Die Jahresrechnung 2013 weist einen Verlust von rund Fr. 40'000.-- bei einem
Personalaufwand von lediglich Fr. 23'000.-- aus (IV-act. 93-5 IV-act. 87). Anlässlich der
Abklärung vor Ort gab die Versicherte an, der Betrieb hätte im Schnitt einen
Reingewinn von rund Fr. 15'000.-- abgeworfen (IV-act. 93-10). Den zeitlichen Umfang
der Arbeit gab die Beschwerdeführerin mit 20% (IV-act. 16-2) bzw. mit 15 Std./Woche
(act. G 1-3) an. Für die Tätigkeit zugunsten der B._ gab die Beschwerdeführerin ab
2012 ein Jahreseinkommen von Fr. 7'800.-- an (7. Februar 2013, IV-act. 27-2). Gemäss
Lohnausweisen für das Jahr 2011 betrug das Bruttoeinkommen aus dieser Tätigkeit
insgesamt Fr. 8'875.-- (Fr. 7'600.-- + Fr. 1'275.--; IV-act. 69-5 f.), im IK-Auszug wurden
Fr. 6'975.-- verbucht (IV-act. 11). Für die Jahre 2012 und 2013 wurden Fr. 10'535.-- (Fr.
10'175.-- + Fr. 360.--; IV-act. 69-3 f.) und Fr. 10'186.-- (Fr. 10'026.-- + Fr. 160.--; IV-
act. 69-1 f.) versteuert.
3.3 Die Beschwerdegegnerin hat für die Tätigkeit im Betrieb Z._ mit Blick auf die bis
1997 verzeichneten Einkünfte ein Einkommen von Fr. 78'000.--, aus dem eigenen
Betrieb von Fr. 15'000.-- und für die Tätigkeit für die B._ von Fr. 7'355.--
angenommen und daraus ein Valideneinkommen von insgesamt Fr. 100'355.--
errechnet (IV-act. 93-6, 10 f.). Das Invalideneinkommen hat sie bestimmt, indem sie das
Valideneinkommen mit der gutachterlich attestierten Arbeitsfähigkeit von 70%
multipliziert hat (IV-act. 142). Sie hat insofern einen Prozentvergleich vorgenommen.
Dies ist unter anderem zulässig, wenn eine zuverlässige Schätzung der
Vergleichseinkommen (mit vertretbarem Aufwand) nicht möglich ist (BGE 104 V 136 f.,
E. 2b; Urteil des Bundesgerichts vom 10. April 2017, 9C_804/2016, E. 2.2). Vorliegend
ist unklar, wie sich das Einkommen der Beschwerdeführerin im Betrieb Z._ im
Gesundheitsfall entwickelt hätte. Der angegebene Jahreslohn von Fr. 78'000.--
entspricht zwar in etwa demjenigen für allgemeine Büro- und Sekretariatskräfte. Dieser
betrug gemäss Lohnstrukturerhebung (LSE) 2012 des Bundesamtes für Statistik (BFS)
monatlich Fr. 6'240.-- (T17, Ziff. 44, Frauen > 50 Jahre). Hochgerechnet auf 12 Monate
und auf eine branchenübliche Arbeitszeit von 41,4 Std./Woche (BFS, betriebsübliche
Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Ziff. 43, sonstiges Ausbaugewerbe) ergibt sich
ein Jahreslohn von Fr. 77'500.--. Allerdings war die Beschwerdeführerin nicht zu 100%,
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sondern lediglich zu 80% im Betrieb Z._ tätig. Die im IK-Auszug verzeichnete
Entwicklung lässt keinen zuverlässigen Schluss zu: Die tiefsten Einkommen sind für die
Jahre 1998 bis 2007 verzeichnet, und etwa im Jahr 2004 war das Unternehmen
offenbar von einem teilinvalidisierenden Unfall des Inhabers betroffen
(Assessmentprotokoll vom 25. Februar 2013, IV-act. 31-1 f.; Abklärungsbericht
Selbständigerwerbende vom 12. März 2015, IV-act. 93-1; Gutachten, IV-act. 133-18 f.).
Auch lässt sich nicht erstellen, inwieweit der Geschäftsgang es künftig ermöglicht
hätte, der Beschwerdeführerin einen üblichen Lohn auszurichten. Hinsichtlich des
eigenen Betriebs erscheint in Anbetracht der bisherigen Betriebsverluste nicht
überwiegend wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin damit in absehbarer Zeit
den erhofften Gewinn von Fr. 15'000.-- erwirtschaftet hätte. Die Beschwerdegegnerin
hat bei diesen Umständen zu Recht einen Prozentvergleich vorgenommen (vgl. dazu
auch Urteil des Bundesgerichts vom 10. April 2017, 9C_804/2016, E. 3.2), was im
Übrigen von der Beschwerdeführerin auch nicht beanstandet wird.
3.4 Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie sei vor ihrer Erkrankung bzw. wäre im
Gesundheitsfall insgesamt zu 150% erwerbstätig gewesen, weshalb bei einer
verbleibenden Arbeitsfähigkeit von lediglich 70% im Betrieb Z._ eine
Erwerbsunfähigkeit von 80% resultiere. Dazu ist Folgendes zu erwägen: Die
Invalidenversicherung gewährt nach der gesetzgeberischen Konzeption als
Erwerbsunfähigkeitsversicherung grundsätzlich nur Versicherungsschutz im Rahmen
eines normalen Einsatzpensums von 100%. Schon deswegen ist ein Nebeneinkommen
nur dann als Validenlohn zu berücksichtigen, falls ein solches bereits im
Gesundheitsfall erzielt wurde und weiterhin erzielt worden wäre, wenn die Versicherte
keine gesundheitliche Beeinträchtigung erlitten hätte (Urteile des Bundesgerichts vom
3. Juli 2008, 9C_45/2008, E. 4.2, und vom 25. Februar 2011, 8C_671/2010, E. 4.5.2).
Hinsichtlich der Tätigkeit im eigenen Betrieb ist in Anbetracht der Verluste zu
bezweifeln, dass die Beschwerdeführerin diese im Gesundheitsfall tatsächlich
weitergeführt hätte. Auch erscheint nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
ausgewiesen, dass die Beschwerdeführerin anstelle ihrer Arbeit im eigenen Betreib eine
andere, zu einem gesamten Arbeitspensum von über 100% führende Tätigkeit
aufgenommen hätte. Andererseits ist nicht davon auszugehen, dass die
Beschwerdeführerin als Gesunde lediglich zu 80% - im Betrieb Z._ - erwerbstätig
wäre und daneben im Umfang von 20% nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung
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(vgl. Urteil vom 21. März 2017, 9C_615/2016, E. 5.4 mit Verweisen) nicht von der
Invalidenversicherung gedeckte Freizeit bestünde. Unter Berücksichtigung der Tätigkeit
für die B._ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall zu
100% erwerbstätig wäre und die Erwerbsfähigkeit durch ihre Erkrankung auf 70% im
Betrieb des Ehemannes und/oder für sonstige administrativen Bürotätigkeiten
beschränkt ist. Die gesamthafte Einschränkung von 30% erscheint auch unter diesem
Blickwinkel begründet.
3.5
3.5.1 Unter Ermittlung des Invaliditätsgrades mittels Prozentvergleich ergibt sich bei
seit Januar 2013 bestehender Arbeitsunfähigkeit von 80% (E. 2.4.3) und somit einem
Invaliditätsgrad von 80% ab 1. Juni 2013 Anspruch auf eine ganze Rente.
3.5.2 Auf die rückwirkende Zusprache einer abgestuften und/oder befristeten
Invalidenrente sind die für die Rentenrevision geltenden Normen (Art. 17 ATSG i.V.m.
Art. 88a der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]) analog
anzuwenden (BGE 121 V 264 E. 6b/dd mit Hinweis, BGE 109 V 125 E. 4a). Wird
rückwirkend eine derartige Rente zugesprochen, sind daher einerseits der Moment des
Rentenbeginns und andererseits der in Anwendung der Dreimonatsfrist von Art. 88a
Abs. 1 IVV festzusetzende Zeitpunkt der Rentenherabsetzung oder -aufhebung die
massgebenden zeitlichen Vergleichsgrössen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 23.
November 2010, 8C_468/2010, E. 2 sowie vom 25. Mai 2010, 8C_834/2009, E. 2 mit
Hinweis). Ist auf Grund eines Gutachtens überwiegend wahrscheinlich, dass sich der
Gesundheitszustand verbessert hat, nicht aber ersichtlich, in welchem Zeitpunkt diese
Besserung stattgefunden hat, so kann es sich jedoch rechtfertigen, die Rente bereits
auf den Zeitpunkt des Gutachtens hin herabzusetzen oder aufzuheben (Urteil des
Bundesgerichts vom 10. Februar 2012, 8C_670/2011, E. 5.1 mit Hinweisen). Vorliegend
hatte Dr. C._ letztmals noch am 1. Juni 2015 eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert
(IV-act. 96). Die Begutachtung fand rund ein halbes Jahr später statt. Bei dieser
Sachlage rechtfertigt sich, in Anwendung von Art. 88a Abs. 1 IVV die Anspruchsdauer
bis zum 31. März 2016 festzulegen. Ab 1. April 2016 besteht aufgrund der 70%-igen
Arbeitsfähigkeit und des damit resultierenden Invaliditätsgrades von 30% kein
Rentenanspruch mehr. Dies würde selbst dann gelten, wenn der Einkommensvergleich
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durch prozentuale Kürzung des Tabellenlohnes vorgenommen würde (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 18. April 2017, 9C_675/2016, E. 3.1 und 3.2.1) und der
Beschwerdeführerin aufgrund der Tatsache, dass sie im Betrieb Z._ die Zeiteinteilung
selbst vornehmen kann (vgl. Gutachten, IV-act. 133-33), ein Tabellenlohnabzug von
höchstens 10% zugebilligt würde. Ein zusätzlicher Teilzeitabzug fällt ausser Betracht,
da die Arbeitsfähigkeit bei freier Zeiteinteilung besteht (IV-act. 133-33) und somit
ganztags zu verwerten ist. Es würde diesfalls ein Invaliditätsgrad von maximal 37%
resultieren (1 - [0.9 x 70%]). Es bleibt damit bei einem Anspruch auf eine ganze Rente,
befristet vom 1. Juni 2013 bis 31. März 2016.
4.
4.1 Nach dem Gesagten ist die Verfügung vom 3. Oktober 2016 in teilweiser
Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und der Beschwerdeführerin mit Wirkung
vom 1. Juni 2013 bis 31. März 2016 eine ganze Rente zuzusprechen. Die Sache ist zur
Festsetzung und Ausrichtung der geschuldeten Leistungen an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. In Berücksichtigung
der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin die Verfügung der Beschwerdegegnerin
anfechten musste und lediglich einen vom 1. Juni 2013 bis 31. März 2016 befristeten
Rentenanspruch und nicht wie beantragt überdies ab April 2016 noch einen laufenden
Anspruch hat, ist von einem Obsiegen zu einem Drittel auszugehen. Entsprechend
bezahlt die Beschwerdegegnerin die Gerichtsgebühr im Umfang von Fr. 200.-- und die
Beschwerdeführerin im Betrag von Fr. 400.--. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr.
600.-- ist der Beschwerdeführerin im Umfang von Fr. 400.-- daran anzurechnen und im
Umfang von Fr. 200.-- zurückzuerstatten.
4.3 Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei
insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen
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ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Rechtsvertreter
der Beschwerdeführerin hat keine Honorarnote eingereicht. Der Bedeutung der
Streitsache und dem Aufwand angemessen erscheint unter Berücksichtigung des
durch das Gerichtsgutachten entstandenen Mehraufwands eine Parteientschädigung
von pauschal Fr. 3'600.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer). Da die
Beschwerdeführerin nur teilweise obsiegt, hat sie einen reduzierten Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Unter Berücksichtigung des teilweisen Obsiegens erscheint
daher eine Parteientschädigung von Fr. 1‘200.-- als gerechtfertigt.