Decision ID: c4d1ff2d-846c-5b71-b36c-4d9f239a6e93
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ X.Y., geb. 4. Oktober 1995, besucht die Kantonsschule Will.
Am Nachmittag des 21. Juni 2012 absolvierte seine Klasse eine Französischklausur.
Rund zehn Minuten nach Beginn der Prüfung betrat ein offensichtlich alkoholisierter,
der Französischlehrerin unbekannter Schüler das Unterrichtszimmer und verlangte
lautstark nach einem vergessenen Französischbuch. Dadurch kam es zu einer längeren
Störung der Prüfung. Es stellte sich heraus, dass X.Y. den Vorfall organisiert hatte. Er
hatte den anderen Schüler gebeten, den Prüfungsverlauf mit einem Auftritt als
"Austauschschüler" zu stören. Die ganze Klasse hatte im Vorfeld davon gewusst.
Sein Verhalten hatte für X.Y. disziplinarrechtliche Konsequenzen. Am 2. Juli 2012
sprach die Rektoratskommission der Kantonsschule Wil gegen ihn die befristete
Androhung des Ausschlusses von der Schule gemäss Art. 47 Abs. 2 Ziff. 1 des
Mittelschulgesetzes (sGS 215.1, abgekürzt MSG) aus. Das sog. "Ultimatum" wurde bis
zum Ende des Schuljahres (8. Juli 2013) befristet. In einer separaten Verfügung wurde
X.Y. verpflichtet, während der Sommerferien einen einwöchigen Arbeitseinsatz zu
Gunsten einer sozialen Institution zu leisten. Beide Verfügungen erwuchsen
unangefochten in Rechtskraft. Zur Begründung des Ultimatums wurde angeführt, das
Fehlverhalten von X.Y. sei gravierend; die gezielte, bewusste und organisierte Störung
des Unterrichts könne nicht toleriert werden. Sein Verhalten könne nicht als Scherz
abgetan werden, zumal es ein völlig falsches Verständnis von Unterricht, Humor und
Verantwortung zeige. Gerade als Repetent solle X.Y. alles tun, damit seine Leistungen
und sein Verhalten nicht zu Klagen Anlass gäben.
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B./ Vom 11. bis 15. März 2013 führte die Kantonsschule Wil in Parpan ein fakultatives
Skilager durch. X.Y. verbrachte währenddessen zusammen mit seinen beiden
Schulkameraden A.B. und R.S. private Ferien auf der Lenzerheide. Am Abend des
11. März 2013 gesellten sich die drei zu den Lagerteilnehmern ins Restaurant "Z.",
Parpan. Dabei fielen sie den Sportlehrern C.F. und K.L., die als Lagerleiter ebenfalls
anwesend waren, durch reichlichen Alkoholkonsum auf.
Ab 23:30 Uhr herrschte im Skilager Nachtruhe. Um 23:45 Uhr kontrollierten C.F. und
K.L. die Zimmer. Kurz nach Mitternacht vernahmen die beiden aus dem Gang und
anschliessend aus dem Zimmer zweier Schüler der Klasse 2cW - E.M. und G.J. -
Johlen und Gröhlen. Von aussen hörten sie dem Treiben eine Weile zu. Im Zimmer
seien unter anderem Worte wie "komm wir rauchen noch eins ... es hat ja eh keine
Brandmelder hier ..." gefallen. Als C.F. das Zimmer schliesslich betrat, traf er darin
neben den beiden Lagerteilnehmern auch auf X.Y., A.B. und R.S. Einer der Schüler
versuchte noch hastig, einen Joint zu verstecken, was ihm jedoch nicht gelang. Die drei
Nicht-Lagerteilnehmer wurden umgehend aus dem Haus gewiesen. E.M. und G.J.
wurden am nächsten Tag nach Hause geschickt.
Am 14. März 2013 wurden die betroffenen fünf Schüler von Mitgliedern der
Schulleitung zum Vorfall befragt. X.Y. gab an, sie drei seien um 23:30 Uhr aus der Bar
gegangen. Dadurch hätten sie den letzten Bus nach Lenzerheide (23:24 Uhr) verpasst.
Die Schüler aus dem Lager hätten sie ins Haus eingeladen, weil es draussen kalt
gewesen sei. Als um Mitternacht der eine Sportlehrer ins Zimmer gekommen sei, habe
ein Joint auf der Decke gelegen. Diesen habe R.S. - versteckt unter seiner Mütze -
mitgebracht. Die Aussage von X.Y. wurde von A.B. und von R.S. im Wesentlichen
bestätigt. Die beiden sagten jedoch aus, dass X.Y. E.M. und G.J. angerufen und sie
gebeten habe, auf ihr Zimmer kommen zu dürfen.
Mit Schreiben vom 21. März 2013 beantragte die Rektoratskommission der
Kantonsschule Wil dem Erziehungsrat (recte: Bildungsdepartement), X.Y. sei von der
Schule auszuschliessen. In tatsächlicher Hinsicht verwies sie auf den oben
wiedergegebenen Sachverhalt. Ergänzend wurde angeführt, R.S. habe es als
unbescholtenster der drei Schüler auf sich genommen, den Joint ins Lager
geschmuggelt zu haben. Hingegen habe X.Y. den von ihm zu verantwortenden Teil des
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Vorfalles hartnäckig geleugnet. Darin zeige sich, dass er aus der Anordnung des
Ultimatums nichts gelernt habe. Das Muster - die willentliche Störung eines
Schulanlasses - sei dem Vorfall, der zum Ultimatum geführt habe, sehr ähnlich. Nun sei
eine stärkere Massnahme notwendig, um ihm klar zu machen, dass er sein Verhalten
ändern müsse. Der Ausschluss sei nicht nur angesichts der (wiederholten) Störung
eines Schulanlasses, sondern auch auf Grund des geplanten Drogenkonsums, der
Trunkenheit in der Öffentlichkeit sowie des notorischen Anlügens von
Schulleitungsmitgliedern gerechtfertigt.
Am 25. März 2013 gewährte das Amt für Mittelschulen T. und U.Y., den Eltern von X.Y.,
das rechtliche Gehör im Hinblick auf den beantragten Schulausschluss.
Mit Schreiben vom 23. April 2013 nahmen T. und U.Y., vertreten durch lic. iur. Dominik
Weiss, zum Antrag Stellung. Sie liessen im Wesentlichen beantragen, vom
Schulausschluss sei abzusehen. Stattdessen sei X.Y. mit einer verhältnismässigen
Disziplinarstrafe zu belegen; allenfalls sei das Ultimatum zu verlängern. Der
Rechtsvertreter bemängelte die Feststellung und Würdigung des Sachverhalts durch
die Rektoratskommission, welche versuche, X.Y. in die Ecke des uneinsichtigen und
notorischen Lügners zu drängen. Der einseitig gemachte Vorwurf der gezielten
organisierten Störung eines Schulanlasses, der Trunkenheit in der Öffentlichkeit und
des geplanten Drogenkonsums sei deutlich zu relativieren. Ein Schulausschluss sei
angesichts der lediglich zwei Verfehlungen unverhältnismässig. Im Unterschied zu
bisherigen Fällen aus der verwaltungsgerichtlichen Praxis habe X.Y. nicht über mehrere
Semester hinweg und unbeeindruckt von jeglichen Disziplinarmassnahmen seine
Schülerpflichten vernachlässigt und die Schulordnung verletzt.
C./ Am 15. Mai 2013 verfügte der Vorsteher des Bildungsdepartementes, X.Y. werde
von der Kantonsschule Wil ausgeschlossen. Er verwies auf das rechtskräftige
Ultimatum, auf den unerlaubten Aufenthalt in den Schlafräumen des Wintersportlagers,
den alkoholisierten Zustand und die Störung der Nachtruhe. X.Y. habe sich in Schule
und Öffentlichkeit unanständig und rücksichtslos benommen und damit seine
Schülerpflichten verletzt. Ein solches Verhalten sei während eines Ultimatums nicht
tolerierbar und rechtfertige den Ausschluss von der Schule. Von Schülerinnen und
Schülern, welche ein freiwilliges staatliches Schulangebot nutzen würden und nahezu
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volljährig seien, werde ein regelkonformes, angemessenes und das Lernklima
förderndes Verhalten im Unterricht erwartet und verlangt. Vor diesem Hintergrund und
mit Blick auf die in der Vergangenheit erfolglos angeordnete Disziplinarmassnahme sei
der Ausschluss von X.Y. verhältnismässig und gerechtfertigt.
D./ Dagegen erhoben T. und U.Y. als gesetzliche Vertreter von X.Y. (nachfolgend:
Beschwerdeführer), nunmehr vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Walter Wagner, mit
Eingabe vom 29. Mai 2013 und Ergänzung vom 20. Juni 2013 Beschwerde beim
Verwaltungsgericht. Sie beantragen, die Verfügung vom 15. Mai 2013 sei aufzuheben.
Vom Ausschluss von der Schule sei abzusehen und es sei gegen X.Y. eine
angemessene Disziplinarmassnahme, allenfalls eine Verlängerung der befristeten
Androhung des Ausschlusses von der Schule, zu verfügen; unter Kosten und
Entschädigungsfolge zu Lasten der Vorinstanz.
Das Bildungsdepartement (nachfolgend: Vorinstanz) beantragt in der Stellungnahme
vom 3. Juli 2013 die Abweisung der Beschwerde, unter Hinweis auf den angefochtenen
Entscheid. Die Kantonsschule Wil (handelnd durch die Rektoratskommission;
nachfolgend: Beschwerdegegnerin) erklärte am 12. August 2013 Verzicht auf eine
Vernehmlassung.
Auf die Vorbringen des Beschwerdeführers sowie auf die Ausführungen der Vorinstanz
wird - soweit notwendig - in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP; Art. 76
MSG). T. und U.Y. waren als gesetzliche Vertreter von X.Y. und Adressaten der
angefochtenen Verfügung zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Am 4. Oktober 2013 wurde X.Y. volljährig, womit
die Parteistellung als Beschwerdeführer auf ihn übergegangen ist. Die
Beschwerdeeingabe vom 29. Mai 2013 und deren Ergänzung vom 20. Juni 2013
entsprechen in zeitlicher, formaler und inhaltlicher Hinsicht den gesetzlichen
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Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP).
Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2. Art. 47 MSG ist die gesetzliche Grundlage der Disziplinarordnung an staatlichen
Mittelschulen. Disziplinarfehler sind nach Art. 47 Abs. 1 MSG die Vernachlässigung von
Schülerpflichten (lit. a), die Verletzung der Schulordnung (lit. b) und Verhalten in Schule
und Öffentlichkeit, welches mit der Zugehörigkeit zur Mittelschule nicht vereinbar ist
(lit. c). Für derartige Regelverstösse können gemäss Art. 47 Abs. 2 MSG als schwerste
Disziplinarmassnahmen die befristete Androhung des Schulausschlusses (durch die
Rektoratskommission; Ziff. 1) und der Ausschluss aus der Schule (durch das
Bildungsdepartement; Ziff. 2) verfügt werden. Die Disziplinarordnung wird durch
Art. 30 ff. der Mittelschulverordnung (sGS 215.11, abgekürzt MSV) näher bestimmt und
ergänzt. Nach Art. 33 MSV richtet sich die Disziplinarsanktion nach den
Beweggründen, dem Mass des Verschuldens, dem bisherigen Verhalten an der Schule
sowie nach Umfang und Bedeutung der gestörten oder gefährdeten Interessen.
2.1. Fest steht, dass die Beschwerdegegnerin gegen den Beschwerdeführer am 2. Juli
2012 als Disziplinarmassnahme die befristete Androhung des Schulausschlusses
gemäss Art. 47 Abs. 2 Ziff. 1 MSG ausgesprochen hat. Das Ultimatum wurde bis zum
Ende des Schuljahres (8. Juli 2013) befristet. Die Verfügung erwuchs unangefochten in
Rechtskraft; auf die Gründe, die dazu geführt haben, ist daher nicht weiter einzugehen
(vgl. BGE 134 I 153 E. 3.3).
2.2. Ein Ultimatum bedeutet regelmässig nicht nur einen schweren Tadel für bisher
begangenes Fehlverhalten, sondern hat zugleich die rechtliche Wirkung, dass während
der festgelegten Frist schon an sich geringfügige neue Disziplinarfehler den
Schulausschluss nach sich ziehen können (BGE 134 I 153 E. 3.3 mit Hinweis).
2.2.1. In den Erwägungen der Verfügung vom 2. Juli 2012 führte die
Beschwerdegegnerin wörtlich aus: "Sollte Robin in dieser Zeit [des Ultimatums] erneut
ein schwerwiegenderes Fehlverhalten zeigen, werden wir dem Erziehungsrat den
Ausschluss von der Schule beantragen". Damit schränkte sie ihren
Ermessensspielraum insofern ein, als sie von einem Schulausschluss nach leichten
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Disziplinarfehlern von Vornherein absehen wollte. In einem Annex zur Verfügung ist die
Bedeutung des Ultimatums in allgemeiner Weise wie folgt erklärt worden:
"Das Ultimatum ist gleichsam eine letzte Warnung, die dem Schüler oder der Schülerin
signalisieren soll, dass keine Regelwidrigkeiten mehr geduldet werden. Damit wird die
Hürde für den Ausschluss von der Schule - welcher nur bei schweren Vergehen direkt
ausgesprochen werden kann - erheblich gesenkt. Beim Vorliegen eines Ultimatums
kann schon ein an sich leichtes Vergehen zu einem Antrag auf Ausschluss von der
Schule führen".
2.2.2. Dieser Widerspruch ist zu Gunsten der individuell-konkreten Erwägungen der
Beschwerdegegnerin aufzulösen. Nur ein erneutes schwerwiegenderes Vergehen
gegen die Disziplinarordnung sollte den Schulausschluss zur Folge haben. Das
Ultimatum galt in dieser Hinsicht absolut und ist nicht - wie der Beschwerdeführer
vorbringt - als "Kann-Formulierung" abgefasst. Es galt (nur aber immerhin) hinsichtlich
schwerwiegenderer Disziplinarfehler eine "Nulltoleranz". Der vorinstanzlichen
Auffassung, wonach mit Verhängung des Ultimatums für dessen Dauer allgemein
"Nulltoleranz" gelte, kann indessen auch nicht gefolgt werden.
2.2.3. Das Ultimatum war bis Ende des Schuljahres 2012/2013 befristet. Grundsätzlich
ist das Verhalten des Schülers während der gesamten Zeitdauer, in der ihm der
Ausschluss angedroht ist, zu berücksichtigen und zu würdigen. Nach der
verwaltungsgerichtlichen Praxis darf ein Schulausschluss nur bei groben und
schwerwiegenden Verstössen vor dessen Ablauf verfügt werden (vgl. VerwGE
B 103/1997 vom 11./18. Dezember 1997 i.S. Ch. L. E. 5 sowie B 2007/172 vom
5. November 2007 E. 3.2, letzterer abrufbar unter www.gerichte.sg.ch).
2.3. Die Vorinstanz stellte in tatsächlicher Hinsicht zusammenfassend fest, der
Beschwerdeführer habe sich am späten Abend des 11. März 2013 ohne Erlaubnis der
Lagerleitung im Lagerhaus des Wintersportlagers aufgehalten, obwohl er gewusst habe
oder hätte wissen müssen, dass die Lagerleitung diesen Aufenthalt nicht gebilligt hätte.
Hinzu komme, dass er dabei alkoholisiert gewesen sei und durch Johlen und Grölen
die Nachtruhe gestört habe. Auf den offenbar beabsichtigten Drogenkonsum stützt
sich die angefochtene Verfügung nicht.
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2.3.1. Dieser Sachverhalt wird vom Beschwerdeführer grundsätzlich anerkannt. Er
weist ergänzend darauf hin, dass der ziemlich intensive Alkoholkonsum in der Z.-Bar
durch ihn, A.B. und R.S. den anwesenden Lehrkräften nicht entgangen sei, diese aber
nicht eingeschritten seien. Dies ist aktenkundig und trifft zu (act. 9-5). Ebenfalls
aktenkundig ist der Umstand, dass die beiden Lagerleiter dem Treiben im Zimmer von
G.J. und E.M. einige Minuten zuhörten. Ob dies zehn Minuten waren, wie der
Beschwerdeführer behauptet, lässt sich aufgrund der Akten nicht eruieren und ist auch
nicht relevant.
2.3.2. Nach dem Gesagten konnte der Beschwerdeführer nur nach einem
schwerwiegenderen Verstoss gegen die Disziplinarordnung von der Schule
ausgeschlossen werden. Dies gilt umso mehr, als nicht die gesamte Dauer des
Ultimatums abgewartet worden ist (vgl. Erw. 2.2.3.).
Da die Vorinstanz davon ausging, bereits eine erneute leichte disziplinarische
Verfehlung setze einen Grund zum Schulausschluss, musste sie sich
konsequenterweise auch nicht im Detail mit der Frage auseinandersetzen, wie schwer
der am 11. März 2013 begangene Disziplinarfehler wiegt. Sie liess es bei der
Feststellung bewenden, die unbestrittenen und nachgewiesenen Regelwidrigkeiten
stellten Vergehen dar, welche nach der erläuterten und bekannten Bedeutung des
Ultimatums zum Ausschluss führen würden.
2.3.3. So oder anders hat der Beschwerdeführer durch sein Verhalten am 11. März
2013 einen Grund zum Schulausschluss gesetzt, da er während der Bewährungsfrist
des Ultimatums erneut in schwerwiegender Weise negativ aufgefallen ist. Zwar
begründet die Tatsache, dass er sich zusammen mit A.B. und R.S. sowie den
Teilnehmern des fakultativen Wintersportlagers in einer Bar aufgehalten hat und dabei
übermässig Alkohol konsumiert hat, für sich allein noch kein schweres Fehlverhalten.
Eine solche Verhaltensweise ist zwar insbesondere für einen disziplinarisch
vorbelasteten Schüler nicht angebracht, vermag jedoch den Rahmen dessen, was von
Jugendlichen in der Öffentlichkeit (und auch in einem freiwilligen Wintersportlager)
mitunter auch erwartet werden muss, noch nicht zu sprengen.
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In disziplinarischer Hinsicht schwer wiegt hingegen der Umstand, dass sich der
Beschwerdeführer zusammen mit A.B. und R.S. in ihrem alkoholisierten Zustand
unerlaubt in den Räumen des Wintersportlagers aufgehalten hat, dort die Nachtruhe
störte und wohl auch beabsichtigt hat, Cannabis zu konsumieren. Dieses Verhalten
mag zwar einer eher kindlicher Logik gefolgt sein und unreif anmuten. Es verstiess
jedoch - was erst recht dem ultimatumsbelasteten Beschwerdeführer bekannt sein
musste - klar gegen die Disziplinarordnung. Daran ändert nichts, dass die Lagerleiter
den Aufenthalt während einiger Minuten gebilligt haben. Ebenfalls kann diesen nicht
angelastet werden, dass sie das Verhalten der drei betreffenden Schüler zuvor in der
Bar geduldet hatten. Das spätere Verhalten im Lagerhaus - unbefugtes Eindringen,
Nachtruhestörung, beabsichtigter Drogenkonsum - war nicht vorhersehbar und wiegt
ungleich schwerer. Ursache ist nicht die ausgelassene Stimmung in der Bar; von dem
her kann den Lagerleitern nicht vorgeworfen werden, sie hätten die drei ins Messer
laufen lassen. Diese haben das Lagerhaus später aus freien Stücken aufgesucht und
sich Einlass verschafft, obwohl sie gewusst haben oder wissen mussten, dass dies
nicht toleriert werden würde. Dass sie dort die Nachtruhe störten und beabsichtigten,
Drogen zu konsumieren, lässt die disziplinarische Verfehlung noch schwerer
erscheinen. Das Verhalten des Beschwerdeführers ist angesichts seiner früheren
Verfehlung mit der Zugehörigkeit zu einer Mittelschule nicht vereinbar.
2.4. Nach der Verfügung eines Ultimatums war der Ermessensspielraum der Vorinstanz
insofern begrenzt, als für künftige Verstösse bereits eine konkrete Massnahme
angedroht worden ist. Dennoch haben auch hier Verhältnismässigkeitsüberlegungen
ihren Platz. Diese beziehen sich namentlich darauf, ob die gesamte Dauer des
Ultimatums abgewartet wird, bevor zum Ausschluss von der Schule geschritten werden
kann, andererseits ist auch bei Verstössen während des Ultimatums zu prüfen, ob ein
Schulausschluss verhältnismässig ist oder ob nicht allenfalls das Ultimatum lediglich zu
verlängern ist (VerwGE B 2003/54 vom 22. Mai 2003 i.S. G. L., mit Hinweis).
2.4.1. Der Beschwerdeführer macht geltend, der Schulausschluss sei
unverhältnismässig. Er sei in der Schule nicht negativ aufgefallen; seine Leistungen
seien durchschnittlich bis gut. Nachdem er sich in der Schule selbst seit dem
Ultimatum nichts mehr zu Schulden habe kommen lassen, sei der Hauptzweck der
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Disziplinarordnung, nämlich ein geordneter Schulbetrieb, auch ohne seinen Ausschluss
zu erfüllen.
2.4.2. Damit vertritt der Beschwerdeführer die Ansicht, der Schulausschluss sei nicht
notwendig. Dem ist entgegenzuhalten, dass er sich ungeachtet der förmlichen
Androhung des Schulausschlusses wiederum eine gravierende Pflichtverletzung
zuschulden kommen liess. Der Beschwerdeführer hat damit den Schulbetrieb
absichtlich, wiederholt und schwer gestört und sich um seine Schülerpflichten, die ihm
u.a. die Einhaltung der Disziplinarordnung sowie anständiges und rücksichtsvolles
Verhalten in Schule und Öffentlichkeit auferlegen, foutiert. Der Beschwerdeführer hat
sich gegenüber den Lehrkräften provokativ verhalten. Deren Autorität und diejenige der
Schule würde in untragbarer Weise untergraben, wenn während eines Ultimatums ein
derartiger Vorfall, der zudem jenem sehr ähnlich ist, der zum Ultimatum geführt hat,
folgenlos bliebe oder lediglich mit einer Verlängerung des Ultimatums geahndet würde.
Daran ändert nichts, dass sich der Beschwerdeführer während des Ultimatums
ansonsten - soweit aktenkundig - tadellos verhalten hat.
2.5. Zusammenfassend gelangt das Verwaltungsgericht zum Schluss, dass der
Schulausschluss gesetzmässig ist und nicht gegen den Grundsatz der
Verhältnismässigkeit verstösst. Folglich ist die Beschwerde abzuweisen.
3. (...).
Demnach hat das Verwaltungsgericht