Decision ID: 55588dc7-33e9-4ce9-8ab2-7eb17080d699
Year: 2016
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ wurde am 7. November 1998 zum Bezug von IV-Leistungen angemeldet (IV-
act. 1). Gemäss einem Bericht des Ostschweizer Kinderspitals vom 6. Juni 2002 litt er
an einem schweren infantilen Autismus mit einer mittelgradigen geistigen Behinderung
und einer schwersten Kommunikationsstörung (IV-act. 13). Am 26. März 2003 erfolgte
eine Abklärung an Ort und Stelle zur Klärung des Ausmasses der Hilflosigkeit (IV-act.
26). Mit einer Verfügung vom 8. April 2003 sprach die IV-Stelle dem Versicherten eine
Leistung bei einer leichten Hilflosigkeit zu (IV-act. 28). Im Rahmen eines
Revisionsverfahrens erfolgte am 12. Oktober 2004 erneut eine Abklärung an Ort und
Stelle (IV-act. 61). Dabei wurde eine schwere Hilflosigkeit festgestellt. Ausserdem
wurde ein zeitlicher Aufwand für die geleistete Hilfe von 6 Std. 25 Min. ermittelt. Dieser
Aufwand setzte sich zusammen aus 2 Std. 25 Min. für die Hilfe bei den alltäglichen
Lebensverrichtungen und aus einem Pauschalaufwand von 4 Std. für die besonders
intensive ständige Überwachung. Mit einer Verfügung vom 23. November 2004 sprach
die IV-Stelle dem Versicherten eine Entschädigung bei einer schweren Hilflosigkeit und
einen Intensivpflegezuschlag bei einem täglichen Aufwand von mehr als 6 Std. zu (IV-
act. 65). Am 11. April 2006 erfolgte die nächste Abklärung an Ort und Stelle (IV-act. 92).
Dabei wurde wieder ein Bedarf nach einer besonders intensiven persönlichen
Überwachung festgestellt, der weiterhin die Berücksichtigung einer Aufwandpauschale
von 4 Std. rechtfertigte. Die Abklärungsperson begründete dies damit, dass eine „1:1-
Überwachung“ notwendig sei (IV-act. 92-7). Der Versicherte könne die Gefahren nicht
abschätzen. Mehrheitlich nehme er sie gar nicht wahr. Es bestehe eine akute Selbst-
und Fremdgefährdung, wenn er aus den Augen gelassen werde. Ständig müsse
jemand in seiner unmittelbaren Nähe sein, um sofort eingreifen zu können. Es blieb
deshalb bei einer Entschädigung aufgrund einer schweren Hilflosigkeit und einem
Intensivpflegezuschlag bei einem täglichen Zeitaufwand von mehr als 6 Std. (IV-act.
94).
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A.b Im Rahmen eines Revisionsverfahrens nahm die IV-Stelle am 26. August 2009
wieder eine Abklärung an Ort und Stelle vor. Gemäss dem entsprechenden Bericht (IV-
act. 123) war der Versicherte beim An- und Auskleiden hilflos. Die Abklärungsperson
hielt fest, er könne zwar die entsprechenden Verrichtungen rein motorisch selbst
vornehmen, aber die Mutter müsse ihm die Kleider in der richtigen Reihenfolge und
Position hinhalten. Es sei ihm nämlich nicht möglich, die Vorder- und die Rückseite zu
unterscheiden, und er lasse Knöpfe und Reissverschlüsse offen. Die blosse
Aufforderung, sich anzuziehen, reiche also nicht. Auch das Binden der Schuhe sei ihm
nicht möglich. Auf eine entsprechende Aufforderung hin ziehe er sich zwar aus, werfe
dann aber die Kleider irgendwohin. Der Zeitaufwand für die Hilfe bei dieser alltäglichen
Lebensverrichtung belaufe sich auf durchschnittlich 20 Min. Beim Aufstehen/Absitzen/
Abliegen sei der Versicherte selbständig. Während der Mahlzeiten bleibe er
mehrheitlich am Tisch sitzen. Sei er abends im Bett allein, stehe er immer wieder auf
und gehe in die Küche. Wenn die Mutter dann nach ihm schaue, verschwinde er sofort
wieder in seinem Zimmer. Das finde jeden Abend ca. zehnmal statt. Der entsprechende
Aufwand werde aber nicht beim Aufstehen/Absitzen/Abliegen, sondern im Rahmen der
Überwachung berücksichtigt. Bei der alltäglichen Lebensverrichtung Essen ging die
Abklärungsperson von einem Zeitaufwand für die Hilfe von durchschnittlich 45 Min.
aus. Davon entfielen 15-20 Min. auf das Eingeben des Mittagessens und 15-20 Min.
auf das Eingeben des Abendessens, da der Versicherte aufgrund einer feinmotorischen
Beeinträchtigung nicht mit dem Besteck umgehen könne. Für den Zvieri nahm die
Abklärungsperson einen Zeitaufwand von 5 Min. an. Bei der Körperpflege ging sie von
einem Zeitaufwand von durchschnittlich 35 Min. aus. Dieser Aufwand setzte sich
zusammen aus 10 Min. für das Waschen und Zähneputzen am Morgen, aus 5 Min. für
das Zähneputzen und das Waschen von Gesicht und Händen am Mittag und aus
20 Min. für das Duschen und Zähneputzen am Abend. Die Abklärungsperson notierte
dazu, die Körperpflege werde vollständig übernommen. Der Versicherte versuche
manchmal, sich beim Duschen selber einzuseifen, aber das gelinge ihm nur
unvollständig. Er habe keinen Bezug zur Körperreinigung und kein Sauberkeitsgefühl.
Beim Zähneputzen werde er geführt. Bei der Körperpflege halte er gut hin. Der
Zeitaufwand für das Verrichten der Notdurft wurde mit durchschnittlich 25 Min.
veranschlagt, nämlich 6-8 x 2 Min. täglich für die Begleitung beim Toilettengang,
einmal täglich 10 Min. für das Anziehen der Windel für den Stuhlgang und die
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Reinigung danach und einmal täglich 2 Min. für das Anziehen der Windel für die Nacht.
Die Abklärungsperson begründete diesen Aufwand damit, dass der Versicherte bei
jedem Toilettengang begleitet werden müsse, um die Verschlüsse zu öffnen und dann
wieder zu schliessen, um die Reinigung durchzuführen und um die Spülung zu
betätigen. Den Stuhlgang verrichte der Versicherte am Abend in die Windeln.
Anschliessend müsse er gereinigt werden, weil er damit vollständig überfordert wäre.
Für die Nacht werde ihm eine Windel angezogen, weil er keinen Harndrang habe. In
Bezug auf die Fortbewegung gab die Abklärungsperson an, der Versicherte sei
motorisch nicht eingeschränkt. Sobald er sich ausserhalb der Wohnung aufhalte,
müsse er an der Hand geführt werden, weil er sich nicht gut orientieren könne und weil
er überhaupt nicht auf den Verkehr achte. Er nehme nicht wahr, was um ihn herum
vorgehe. Er spreche nicht, könne weder lesen noch schreiben und sein
Sprachverständnis sei sehr limitiert. Er verstehe einzelne Aufforderungen, befolge sie
aber nicht zuverlässig. Für diese alltägliche Lebensverrichtung gab die
Abklärungsperson keinen Zeitaufwand an. Abschliessend ermittelte sie für die Hilfe
einen gesamten Zeitaufwand von 2 Std. 5 Min. Dazu kam die Pauschale für die
persönliche Überwachung von 2 Std. Diese Rückstufung (von bisher 4 Std.)
begründete sie damit, dass die Mutter nur noch alle 5 bis 7 Min. nach dem Versicherten
schaue. Sie halte sich auch nicht mehr ständig im gleichen Raum auf. Sobald sie aber
nichts mehr von ihm höre, müsse sie nach ihm schauen. Der Versicherte sei
grundsätzlich ruhiger und führbarer geworden. Er reagiere, wenn man ihn rufe. Der
zeitliche Aufwand sei aber unter die persönliche Überwachung zu subsumieren. Die
Mutter des Versicherten bestätigte die Angaben im Abklärungsbericht am 14.
September 2009. Zusammenfassend hielt die Abklärungsperson fest, der Versicherte
sei mit Ausnahme des Aufstehens/Absitzens/Abliegens auf eine regelmässige und
erhebliche Hilfe angewiesen. Bei der letzten Abklärung sei noch von einer besonders
intensiven Überwachungsbedürftigkeit ausgegangen worden, weshalb damals noch die
Pauschale von 4 Std. berücksichtigt worden sei. Jetzt sei nur noch eine Pauschale von
2 Std. angemessen, denn der Versicherte könne für 5 bis 10 Min. allein im Zimmer
gelassen werden. Es sei keine ständige Interventionsbereitschaft mehr erforderlich. Mit
einem Vorbescheid vom 23. September 2009 kündigte die IV-Stelle an, dass nur noch
ein Anspruch auf eine Entschädigung bei einer mittelschweren Hilflosigkeit und auf
einen Intensivpflegezuschlag bei einem Zeitaufwand von mehr als 4 Std. bestehe (IV-
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act. 126). Die Mutter des Versicherten wandte am 29. September 2009 ein (IV-act. 127),
in den alltäglichen Lebensverrichtungen sei keine Veränderung eingetreten; die
persönliche Überwachung sei dauernd notwendig. Sie und ihre Eltern seien ständig im
Einsatz, wenn der Versicherte zuhause sei. Am 26. Januar 2010 verfügte die IV-Stelle
die angekündigte revisionsweise Reduktion der Hilflosenentschädigung und des
Intensivpflegezuschlages (IV-act. 128). Diese Verfügung erwuchs nach dem Rückzug
einer Beschwerde in formelle Rechtskraft (IV-act. 133).
A.c In einem Verlaufsbericht über die Ergotherapie vom 17. Oktober 2012 (IV-act. 141)
wurde u.a. festgehalten, der Versicherte erkenne immer mehr Zusammenhänge in
alltäglichen Handlungen. Sein Verständnis und seine Handlungskompetenz für
vertraute einfache alltägliche Tätigkeiten hätten sich deutlich gebessert. Im Bereich der
alltäglichen Tätigkeiten (wie Selbstversorgung, Körperhygiene, An- und Auskleiden,
Essen und Trinken, Umgang mit Lebensmitteln) sei er aber nach wie vor auf eine
Unterstützung angewiesen. In einem vertrauten, klar strukturierten Rahmen könne er
folgende Alltagstätigkeiten selbständig durchführen: Jacke, Schuhe, Socken, Rucksack
ausziehen, Verschlüsse wie Gurt, Knöpfe, Reissverschlüsse auf- und zumachen. Er
könne selbständig auf die Toilette gehen und anschliessend die Hände waschen und
abtrocknen. Er sei aber auf eine Begleitung angewiesen, die ihn bei einem Problem
unterstütze. Von Gesten und Mimik begleitete sprachliche Äusserungen könne er
zunehmend besser verstehen und teilweise auch adäquat umsetzen. Am 19. November
2013 füllte die Mutter des Versicherten den Fragebogen zur Revision der
Hilflosenentschädigung aus (IV-act. 143). Dabei gab sie an, der Versicherte brauche
Hilfe beim An- und Ausziehen (Socken, Gürtel, Schuhe), wenn es schnell gehen müsse.
Beim Aufstehen/Abliegen/Absitzen und beim Essen brauche er keine Hilfe. Bei der
Körperpflege müsse man ihm helfen (Zähne putzen, einseifen, abspülen, abtrocknen,
kämmen, rasieren). Beim Verrichten der Notdurft brauche er teilweise Hilfe beim
Ordnen der Kleider und bei der Reinigung. Bei der Fortbewegung in der Wohnung
benötige er keine Hilfe. Im Freien müsse man aufpassen, dass er nicht auf die Strasse
laufe. Bei der Pflege gesellschaftlicher Kontakte sei er auf Hilfe angewiesen, weil er sich
nicht verständigen könne und weil man ihn wegen seines Verhaltens zurechtweisen
müsse. Er müsse dauernd persönlich überwacht werden. Am 5. Februar 2014 erfolgte
erneut eine Abklärung an Ort und Stelle. Die Abklärungsperson berichtete am
25. Februar 2014 (IV-act. 149), der Versicherte zeige immer noch einen ständigen
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Bewegungsdrang. Er sei sehr aktiv und er sei stärker geworden. Am liebsten renne er.
Im Freien müsse immer jemand in seiner Nähe sein. Er wolle frei gehen und nicht
immer jemanden halten. Deshalb laufe er voraus. Er reagiere auf seinen Namen und
halte meistens an, wenn man ihn rufe. Eine 100%ige Sicherheit gebe es aber nicht.
Beim An- und Auskleiden müssten die Kleider von der Mutter ausgewählt werden. Der
Versicherte sei motorisch in der Lage, sich selbst anzuziehen. Er erkenne mittlerweile
die Vorder- und die Rückseite der Kleider. Anschliessend werde kontrolliert, ob er
korrekt angezogen sei. Die Jacke könne er selbständig an- und ausziehen und er
könne den Gurt, die Knöpfe und die Reissverschlüsse selber aufmachen. Allerdings
müsse kontrolliert werden, ob der Gurt nicht zu stark angezogen sei. Beim Binden der
Schuhe müsse geholfen werden. Wenn der Versicherte von der Schule komme, ziehe
er selbständig die bereitgelegten Hauskleider an. Wenn er in die Schule gehen müsse,
übernehme die Mutter das Ankleiden. Die Abklärungsperson bezifferte den
Zeitaufwand für die Hilfe beim An- und Ausziehen mit 10 Min. Beim Aufstehen/
Absitzen/Abliegen sah die Abklärungsperson keinen Bedarf nach Hilfe. Sie wies aber
darauf hin, dass der Versicherte während des Essens immer wieder aufstehe und
weglaufe. Er müsse dann aufgefordert werden, sich wieder hinzusetzen. Wenn er ins
Bett gebracht worden sei, stehe er immer wieder auf. Deshalb sei eine mehrmalige
Aufforderung/Begleitung ins Schlafzimmer notwendig. Die entsprechende Hilfe werde
aber nicht beim Aufstehen/Absitzen/Abliegen, sondern bei der Fortbewegung und der
persönlichen Überwachung berücksichtigt. Beim Essen bestehe kein Bedarf nach Hilfe.
Bei der Körperpflege sei der Versicherte nach wie vor auf eine vollständige Hilfe
angewiesen. Der Aufwand betrage insgesamt 45 Min. Beim Verrichten der Notdurft
betrage der Aufwand nur noch 8 Min. Der Versicherte trage nämlich keine Windeln
mehr und nach dem Wasserlösen ziehe er sich selbständig an. Allerdings müsse darauf
geachtet werden, dass er sich korrekt anziehe. Beim Händewaschen müsse ihm
geholfen werden. Nach dem Stuhlgang müsse bei der Nachreinigung geholfen werden
(Spülen in der Dusche). Auch bei der Fortbewegung sei der Versicherte weiterhin auf
Hilfe angewiesen. In der Wohnung laufe er immer umher. Im Freien müsse er geführt
oder beaufsichtigt werden. Er könne den Strassenverkehr nämlich nicht erkennen und
einschätzen. Er könne auch nur mit wenigen Lauten und Gesten kommunizieren. Die
Abklärungsperson ermittelte einen gesamten Zeitbedarf für die Hilfe bei der
Fortbewegung und der Pflege gesellschaftlicher Kontakte von 1 Std. und 3 Min. Zur
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persönlichen Überwachung führte die Abklärungsperson aus, der Versicherte könne für
eine gewisse Zeit im Zimmer allein gelassen werden. Es genüge, wenn die Hilfsperson
ihn hörend wahrnehme. Wenn die Mutter den Briefkasten leere, schliesse sie die Türen
ab und der Versicherte sitze vor dem Fernseher. Gefährliche Sachen würden
eingeschlossen. Zwar reagiere der Versicherte auf seinen Namen, aber es bestehe
keine Gewähr, dass er stehen bleibe oder reagiere, wenn er gerufen werde. Frei gehen
könne er deshalb nur auf Strassen, die praktisch nicht befahren würden. Sonst werde
er geführt. Die Abklärungsperson ging davon aus, dass der Aufwand für die persönliche
Überwachung nach wie vor eine Pauschale von 2 Std. rechtfertige. Abschliessend hielt
die Abklärungsperson fest, da der Versicherte beim An- und Auskleiden, bei der
Köperpflege, bei der Notdurftverrichtung und bei der Fortbewegung/Pflege
gesellschaftlicher Kontakte regelmässig auf eine erhebliche Hilfe angewiesen sei,
bestehe weiterhin eine mittelgradige Hilflosigkeit. Weil der tägliche Zeitaufwand aber
weniger als 4 Std. betrage, sei der Intensivpflegezuschlag aufzuheben. Der Einwand
der Mutter, die Pauschale von 2 Std. für die persönliche Überwachung genüge nicht,
sei nicht relevant. Mit einem Vorbescheid vom 6. März 2014 kündigte die IV-Stelle die
Aufhebung der Intensivpflegezuschlages an (IV-act. 150). Die Mutter des Versicherten
liess sich nicht vernehmen. Am 8. Mai 2014 erging die Aufhebungsverfügung (IV-
act. 152).
B.
B.a Die Mutter des Versicherten (nachfolgend: Beschwerdeführer) reichte der IV-Stelle
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) am 3. Juni 2014 einen „Rekurs“ gegen die
Verfügung vom 8. Mai 2014 ein (act. G 1). Das Schreiben trug den Eingangsstempel (3.
Juni 2014) der Beschwerdegegnerin. Diese leitete das Schreiben am 6. Juni 2014 an
das Gericht weiter (act. G 0). Die Mutter des Beschwerdeführers hatte darin ausgeführt,
der Aufwand für die Hilfe beim An- und Ausziehen belaufe sich auf 50 Min. Am Morgen
müssten die Kleider gerichtet werden. Der Beschwerdeführer müsse aufgefordert
werden, den Pyjama aus- und die Kleider anzuziehen. Am Abend müsse der Pyjama
gerichtet werden. Der Beschwerdeführer brauche Hilfe bei Verschlüssen jeder Art
(Reissverschlüsse, Knöpfe, Gürtel, Schuhbändel etc.), weil er diese nicht selber
schliessen könne. Er habe zwar Fortschritte im Ausführen einzelner Teilschritte
gemacht, aber er führe dabei zum Teil sehr hektische Bewegungen aus. Man müsse
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ihn immer wieder hinsetzen. Aufgrund seines hektischen Vorgehens ziehe er T-Shirts
und Pullover verkehrt herum an. Während des Tages müsse er häufig das T-Shirt
wechseln, weil er es immer im Mund habe und feucht mache. Beim Ausziehen brauche
er Hilfe beim Trennen von Schmutzwäsche und sauberer Wäsche. Im Verlauf des
Tages ergäben sich über zehn Situationen, bei denen viele Hilfestellungen nötig seien.
Diese Hilfestellungen seien manuell (dem Beschwerdeführer direkt in die Kleider helfen
bzw. ihn hinsetzen) und nicht verbal, weil er diese Unterstützungen nicht benützen
könne. Für das Absitzen/Abliegen/Aufstehen gab die Mutter des Beschwerdeführers
einen täglichen Zeitaufwand von 150 Min. an. Sie begründete diesen Aufwand damit,
dass der Beschwerdeführer zwar motorisch die Positionswechsel bewältigen könne,
dass er aber sehr angespannt und ständig in Bewegung sei. Im Laufe des Tages
müsse er unzählige Male aus verschiedensten Situationen wieder hingesetzt werden.
Beim Essen ging die Mutter von einem Aufwand von 40 Min. aus. Zur Begründung
führte sie aus, der Beschwerdeführer benötige vor dem Essen eine gezielte Betreuung,
damit er so zur Ruhe komme, dass er überhaupt essen könne. Für die Körperpflege
belief sich der Zeitaufwand gemäss den Angaben der Mutter auf 55 Min., nämlich
morgens auf 15 Min. und abends auf 20 Min. (volle Unterstützung beim Waschen und
Duschen), auf 10 Min. für das Zähneputzen und auf 10 Min. für das Rasieren. Das
Verrichten der Notdurft sollte gemäss der Einschätzung der Mutter täglich 30 Min.
erfordern, da der Beschwerdeführer bei jedem Toilettengang eine enge Begleitung
benötige, damit er die Regeln einhalte, und da er gereinigt werden müsse (mit WC-
Papier und waschen). Auch für die Fortbewegung und die Kontaktnahme ging die
Mutter von einem Zeitbedarf von 30 Min. aus. Diesen Aufwand begründete sie damit,
dass der Beschwerdeführer im Freien eingehakt werden müsse, weil er sonst fremde
Personen berühre oder sie an den Kleidern reisse. Schliesslich führte die Mutter an, der
Beschwerdeführer müsse rund um die Uhr überwacht werden. Wenn er wach sei,
müsse man, auch bei Pausen, häufig mit ihm im gleichen Raum sein.
Zusammenfassend hielt die Mutter fest, der Zeitaufwand betrage ca. 6 Std. täglich.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 25. August 2014 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 7). Sie verwies zur Begründung auf eine Stellungnahme ihrer
erfahrenen und qualifizierten Fachmitarbeiterin vom 29. Juli 2014 (IV-act. 157). Diese
hatte ausgeführt, im Bericht der Ergotherapiestelle seien deutliche Fortschritte
beschrieben worden. Die Angaben der Mutter im Revisionsformular zeigten, dass die
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Hilfestellungen leicht abgenommen hätten. Der Bericht über die Abklärung am Ort sei
von der Mutter unterzeichnet retourniert worden. Die Ausführungen in der Beschwerde
zum zeitlichen Aufwand beim An- und Ausziehen widerspreche teilweise den Angaben
im Bericht der Ergotherapie. Dort sei nämlich ausgeführt worden, der
Beschwerdeführer könne sich selbständig anziehen und die Verschlüsse ohne Hilfe
schliessen; in normalen, nicht hektischen Situationen benötige der Beschwerdeführer
mehrheitlich keine Hilfe. Die Fachmitarbeiterin wies darauf hin, dass es zumutbar sei,
am Morgen so früh aufzustehen, dass der Beschwerdeführer sich genügend Zeit lassen
könne. Das Trennen von schmutziger und sauberer Wäsche gehöre nicht zu den
alltäglichen Lebensverrichtungen. Der Zeitaufwand für das Aufstehen/Absitzen/
Abliegen könne nicht berücksichtigt werden, da dieser Bereich bereits im Jahr 2009
nicht mehr angerechnet worden sei. Die gezielte Betreuung vor dem Essen falle unter
die Überwachung. Für die Körperpflege könne der Zeitaufwand leicht angehoben
werden, nämlich auf 50 statt 45 Min., denn das Rasieren sei sicherlich in maximal 5
Min. erledigt. Auch für die Notdurftverrichtung könne der Zeitaufwand angehoben
werden (statt 8 nun 12 Min.), denn die Schule habe angegeben, beim Toilettengang
(ohne Stuhlgang) sei der Beschwerdeführer selbständig, nur die Kleidung müsse
nachher kontrolliert werden. Bei der Überwachung habe sich keine Veränderung
ergeben, denn der Gesundheitszustand habe sich nicht verschlechtert, sondern eher
verbessert.
B.c Am 4. September 2014 bewilligte die Verfahrensleitung die unentgeltliche
Rechtspflege (act. G 8).
B.d Die Mutter des Beschwerdeführers wandte am 6. Oktober 2014 ein (act. G 10), die
gesundheitliche Situation habe sie nicht so stark geändert, dass man von einem
revisionsbegründen Sachverhalt sprechen könnte. Der Betreuungsaufwand liege nicht
unter sechs Stunden.
B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 20. Oktober 2014 auf eine Duplik (act.
G 12).

Erwägungen
1.
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1.1 Einen Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung haben Versicherte mit Wohnsitz
und gewöhnlichem Aufenthalt in der Schweiz, die hilflos sind. Es ist zu unterscheiden
zwischen schwerer, mittelschwerer und leichter Hilflosigkeit (Art. 42 Abs. 1 und 2 IVG).
Die monatliche Entschädigung beträgt bei schwerer Hilflosigkeit 80%, bei
mittelschwerer Hilflosigkeit 50% und bei leichter Hilflosigkeit 20% des Höchstbetrages
der Altersrente nach Art. 34 Abs. 3 und 5 AHVG. Die Entschädigung für minderjährige
Versicherte berechnet sich pro Tag (Art. 42 Abs. 1 Sätze 3 und 4 IVG). Der
Beschwerdeführer bezog ab 2003 eine Entschädigung bei einer schweren Hilflosigkeit.
Anlässlich eines im Jahr 2009 durchgeführten Revisionsverfahrens (Art. 17 Abs. 2
ATSG) stellte die Beschwerdegegnerin fest, dass für die alltägliche Lebensverrichtung
Aufstehen/Absitzen/Abliegen keine regelmässige erhebliche Hilfe mehr nötig sei. Damit
war der Beschwerdeführer nicht mehr in allen, sondern nur noch in den meisten
alltäglichen Lebensverrichtungen auf eine regelmässige erhebliche Hilfe angewiesen
(Art. 37 Abs. 2 lit. a IVV). Dementsprechend reduzierte die Beschwerdegegnerin die
Entschädigung auf eine solche bei einer mittelschweren Hilflosigkeit. Das im Jahr 2014
durchgeführte Revisionsverfahren hat ergeben, dass der Beschwerdeführer auch in der
alltäglichen Lebensverrichtung Essen nicht mehr auf eine regelmässige erhebliche Hilfe
angewiesen sei. Da aber auch bei einem Bedarf nach Hilfe in nur noch vier alltäglichen
Lebensverrichtungen eine mittelschwere Hilflosigkeit besteht, hat die
Beschwerdegegnerin die Hilflosenentschädigung nicht reduziert.
1.2 Die Mutter hat geltend gemacht, der Beschwerdeführer sei rein motorisch in der
Lage, ohne Hilfe aufzustehen, sich hinzusetzen und sich hinzulegen und ohne Hilfe zu
essen. Er müsse aber gezielt betreut werden, weil er immer wieder weglaufe. In Bezug
auf die alltägliche Lebensverrichtung Absitzen/Abliegen/Aufstehen hat die
Beschwerdegegnerin sinngemäss ausgeführt, seit 2009, als erstmals kein relevanter
Bedarf nach Hilfe mehr festgestellt worden sei, habe sich keine Veränderung mehr
ergeben; diese alltägliche Lebensverrichtung könne deshalb im neuen
Revisionsverfahren überhaupt nicht berücksichtigt worden sein. Wenn sie damit
geltend gemacht haben sollte, dass diese alltägliche Lebensverrichtung mangels
Veränderung nicht Gegenstand des Revisionsverfahrens gebildet habe und deshalb gar
nicht im Streit liegen könne, so lässt sie ausser Betracht, dass sich der
Gesundheitszustand und der körperliche Entwicklungszustand des Beschwerdeführers
seit 2009 verändert haben. Auch wenn es sehr unwahrscheinlich gewesen ist, dass
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sich diese Veränderungen nachteilig auf die Fähigkeit des Beschwerdeführers,
aufzustehen, abzusitzen oder abzuliegen, ausgewirkt haben könnten, hat das
Revisionsverfahren des Jahres 2014, wie der von der Mutter ausgefüllte Fragebogen
und der Bericht über die Abklärung an Ort und Stelle zeigen, auch diese alltägliche
Lebensverrichtung umfasst. Die angefochtene Verfügung hat sich demnach auch zu
einer allfälligen Hilflosigkeit bei der alltäglichen Lebensverrichtung Aufstehen/Absitzen/
Abliegen geäussert, so dass die Frage nach der entsprechenden Hilflosigkeit auch zum
Streitgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens gehört.
1.3 Sinngemäss hat die Mutter des Beschwerdeführers geltend gemacht, beim
Aufstehen/Absitzen/Abliegen und beim Essen müsse indirekt Hilfe geleistet werden.
Eine solche Art des Hilfebedarfs liegt praxisgemäss vor, wenn eine versicherte Person
eine alltägliche Lebensverrichtung zwar funktionsmässig selber ausführen kann, dies
aber nicht, nur unvollständig oder zu Unzeiten tun würde, wenn sie sich selbst
überlassen wäre (vgl. Rz 8029 KSIH). Wenn der Beschwerdeführer, nachdem er sich
hingesetzt oder hingelegt hat, immer wieder aufsteht und davonläuft, ist die Betreuung,
die ihn dazu bringt, sitzen oder liegen zu bleiben, keine indirekte Hilfe beim Absitzen
oder Abliegen, denn nicht die Ausführung dieser Lebensverrichtung, sondern der
dadurch erlangte Zustand des Sitzens oder Liegens wird begleitet und überwacht. Der
entsprechende Betreuungsaufwand fällt also, wie die Beschwerdegegnerin zu Recht
angenommen hat, unter die dauernde persönliche Überwachung. Bei der alltäglichen
Lebensverrichtung Essen hingegen handelt es sich bei der Betreuung mit dem Ziel, den
Beschwerdeführer am Weglaufen zu hindern, um eine indirekte Hilfe, denn nur dadurch
kann erreicht werden, dass der Beschwerdeführer ausreichend isst und trinkt und dass
er dies nicht zu Unzeiten tut. Die Beschwerdegegnerin hat hier also zu Unrecht ab 2014
einen Bedarf nach einer regelmässigen erheblichen Hilfe verneint. Der
Beschwerdeführer ist somit nach wie vor in fünf alltäglichen Lebensverrichtungen auf
eine regelmässige erhebliche Hilfe angewiesen. Auf die Höhe der
Hilflosenentschädigung wirkt sich das aber nicht aus, denn auch bei einer Reduktion
auf vier alltägliche Lebensverrichtungen hätte weiterhin ein Anspruch auf eine
Entschädigung bei einer mittelschweren Hilflosigkeit bestanden. In Bezug auf die
eigentliche Hilflosenentschädigung erweist sich das Dispositiv der angefochtenen
Verfügung demnach als korrekt, so dass die Beschwerde diesbezüglich abzuweisen
ist.
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2.
Die Hilflosenentschädigung für Minderjährige, die zusätzlich einer besonders intensiven
Betreuung bedürfen, wird um einen Intensivpflegezuschlag erhöht. Dieser beträgt bei
einem invaliditätsbedingten Betreuungsaufwand von mindestens 8 Std. pro Tag 60%,
bei einem solchen Aufwand von mindestens 6 Std. pro Tag 40% und bei einem
solchen Aufwand von mindestens 4 Std. pro Tag 20% des Höchstbetrages der
Altersrente nach Art. 34 Abs. 3 und 5 AHVG. Der Zuschlag berechnet sich pro Tag (Art.
43 Abs. 3 IVG).
2.1 Ab 2004 wurde die Hilflosenentschädigung um einen Intensivpflegezuschlag
erhöht. Dabei handelte es sich um eine Entschädigung bei einem Betreuungsaufwand
von über 6 Std. Anlässlich des Revisionsverfahrens von 2009 stellte die
Beschwerdegegnerin dann fest, dass keine ständige Interventionsbereitschaft mehr
nötig, der Beschwerdeführer also nicht mehr besonders intensiv
überwachungsbedürftig war. Daraus folgte, dass der Pauschalaufwand für die
Überwachung von bis dahin 4 Std. nicht mehr gerechtfertigt war. Die
Beschwerdeführerin reduzierte den entsprechenden Pauschalaufwand auf 2 Std.
Zusammen mit dem Zeitaufwand für die alltäglichen Lebensverrichtungen von 2 Std. 5
Min. ergab sich somit ein Betreuungsaufwand der untersten Stufe (mehr als 4 Std.).
Dementsprechend wurde der Intensivpflegezuschlag im Jahr 2009 herabgesetzt.
Gestützt auf das Ergebnis des aktuellen Revisionsverfahrens ist die
Beschwerdegegnerin davon ausgegangen, dass die dauernde Überwachung nach wie
vor nötig sei, aber nicht besonders intensiv sein müsse. Gemäss dem
Abklärungsbericht kann der Beschwerdeführer nämlich, wenn auch nur für kurze Zeit
und bei abgeschlossener Türe, allein in der Wohnung gelassen werden. In der übrigen
Zeit genügt es, wenn die Mutter den Beschwerdeführer „nach Gehör“ überwacht. In
der Beschwerde ist dann aber geltend gemacht worden, der Beschwerdeführer müsse
rund um die Uhr überwacht werden. Gleichzeitig ist angegeben worden, wenn der
Beschwerdeführer wach sei, müsse häufig jemand bei ihm im gleichen Raum sein.
Letzteres deckt sich mit den Angaben im Abklärungsbericht. Dies erlaubt es, mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass – wie
bereits im Jahr 2009 - keine Überwachung rund um die Uhr, d.h. eine im vollen
Wortsinn ununterbrochene Anwesenheit einer Überwachungsperson, nötig ist. Der
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Überwachungsbedarf hat sich durch die Fortschritte des Beschwerdeführers also nicht
wieder erhöht. Somit besteht kein Bedarf nach einer besonders intensiven
Überwachung. Die Beschwerdegegnerin ist deshalb zu Recht von einem pauschalen
Zeitaufwand für die Überwachung des Beschwerdeführers von 2 Std. ausgegangen.
2.2 Die Mutter des Beschwerdeführers hat in der Beschwerde für das An- und
Ausziehen einen täglichen Aufwand von 50 Min. behauptet, während im
Abklärungsbericht ein täglicher Aufwand von lediglich 10 Min. angegeben worden ist.
Dieser Bericht beruhtoffensichtlich auf einer Befragung der Mutter an Ort und Stelle
und nicht auf einem Augenschein, bei dem auch das Verhalten des Beschwerdeführers
während des An- und Ausziehens beobachtet worden wäre. Ihm lässt sich nicht
entnehmen, ob die Angabe von 10 Min. die entsprechende Aussage der Mutter
protokolliert oder ob es sich dabei um die Würdigung der Aussage der Mutter und
allfälliger anderer Umstände durch die Abklärungsperson handelt. Damit kann dem
Abklärungsbericht kein ausreichender Beweiswert für den angegebenen Aufwand von
10 Min. bei der alltäglichen Lebensverrichtung An- und Auskleiden beigemessen
werden. Im Ergotherapiebericht vom 17. Oktober 2012 (vgl. IV-act. 141) ist zwar
ausgeführt worden, dass sich der Zustand des Beschwerdeführers verbessert habe.
Das bedeutet aber nicht, dass keine Hyperaktivität mehr bestünde. Das eigentliche An-
und Ausziehen dürfte zwar tatsächlich nur 10 Min. pro Tag ausmachen, aber damit ist
nicht dem gesamten Bedarf nach Hilfe Rechnung getragen. Die Mutter hat nämlich in
der Beschwerde angegeben, der Beschwerdeführer mache zum Teil sehr hektische
Bewegungen und sie müsse ihn immer wieder hinsetzen. Die Hyperaktivität hat also zur
Folge, dass der Zeitaufwand erheblich höher ist, als er es wäre, wenn der
Beschwerdeführer sich ruhig beim An- und Ausziehen helfen lassen würde. Der durch
die Hyperaktivität verursachte zeitliche Mehraufwand gehört zur indirekten Hilfe beim
An- und Ausziehen und ist deshalb nicht bei der persönlichen Überwachung
anzusiedeln, d.h. er fällt nicht unter die Zeitpauschale von 2 Std. täglich. Weil
erfahrungsgemäss damit zu rechnen ist, dass die Mutter den Beschwerdeführer eher
überbehütet und deshalb mehr Zeit für die Hilfe beim An- und Ausziehen aufwendet,
als objektiv nötig wäre, kann nicht davon ausgegangen werden, dass der in der
Beschwerde angegebene Aufwand von 50 Min. überwiegend wahrscheinlich richtig ist.
Die Beschwerdegegnerin, an welche die Sache zurückzuweisen ist, wird deshalb
weitere Abklärungen vorzunehmen haben. Dem Resultat eines Augenscheins käme
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dabei ein hoher Beweiswert zu (falls sich der Zustand des Beschwerdeführers
inzwischen nicht erheblich verändert hat).
2.3 Beim Aufstehen/Absitzen/Abliegen kann die Hyperaktivität keinen Bedarf nach
einer indirekten Hilfe bewirken, denn diese Verrichtungen sind, anders als etwa das An-
und Ausziehen, auf den Positionswechsel beschränkt, die der Beschwerdeführer
motorisch völlig selbständig ausführen kann. Der von der Mutter in diesem
Zusammenhang geltend gemachte Bedarf nach indirekter Hilfe bezieht sich entweder
auf eine andere alltägliche Lebensverrichtung, zu der sich der Beschwerdeführer
hinsetzen muss (z.B. das Essen), oder sie fällt unter die Zeitpauschale von 2 Std. für die
persönliche Überwachung. Für die alltägliche Lebensverrichtung Aufstehen/Absitzen/
Abliegen hat die Beschwerdegegnerin also zu Recht keinen Zeitaufwand
berücksichtigt.
2.4 Im Abklärungsbericht ist für die alltägliche Lebensverrichtung Essen kein Bedarf
nach Hilfe angegeben worden. Wie bereits im Zusammenhang mit der
Hilflosenentschädigung festgehalten worden ist, besteht aber ein Bedarf nach einer
indirekten Hilfe, da der Beschwerdeführer gemäss den überzeugenden Angaben seiner
Mutter eine gezielte Betreuung braucht, damit er essen kann. Die Mutter hat den
Zeitaufwand für diese indirekte Hilfe auf 40 Min. pro Tag, nämlich 10 Min. pro Mahlzeit,
geschätzt. Dass sie dies nicht bereits in ihrer Stellungnahme zum Abklärungsbericht
angegeben habe, könnte darauf zurückzuführen sein, dass sie sich von der dort
vorgenommenen Beschränkung auf die Prüfung eines Bedarfs nach direkter Hilfe beim
Essen hat beeinflussen lassen. Ein Aufwand von 10 Min. pro Mahlzeit bzw. 40 Min. pro
Tag mag als durchaus plausibel erscheinen, aber es fehlt doch eine ausreichende
Kenntnis vom Verhalten des Beschwerdeführers rund um das Essen und damit auch
vom Zeitaufwand, den dieses Verhalten der Hilfsperson verursacht. Deshalb gilt auch
hier, dass die Akten den massgebenden Sachverhalt nicht mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit belegen. Die Sache ist deshalb auch in diesem
Punkt zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Wie beim
An- und Ausziehen könnte von einem allfälligen Augenschein ein hoher Beweiswert
erwartet werden.
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2.5 Bei der Körperpflege beläuft sich der Zeitaufwand für die Hilfeleistung gemäss
dem Abklärungsbericht auf 45 Min. pro Tag. Das beinhaltet das Duschen (mit
Haarpflege), das Waschen des Gesichts und der Hände morgens und mittags und das
dreimal tägliche Zähneputzen. Die Mutter des Beschwerdeführers hat in der
Beschwerde ebenfalls angegeben, der Zeitaufwand für diese Teilbereiche der
Körperpflege belaufe sich auf 45 Min. Grundsätzlich stimmen die Angaben also
überein. Nun hat die Mutter des Beschwerdeführers aber geltend gemacht, für das
tägliche Rasieren müssten weitere 10 Min. angerechnet werden. Die
Beschwerdegegnerin hat einen zeitlichen Mehraufwand von 5 Min. eingeräumt. Sie hat
dies damit begründet, dass der Beschwerdeführer wohl noch keinen starken
Bartwuchs habe, so dass er wohl nicht täglich rasiert werden müsse, und dass der
Rasiervorgang durch die Verwendung eines elektrischen Rasierapparates beschleunigt
werden könne. Letzteres dürfte nach der allgemeinen Lebenserfahrung dann zutreffen,
wenn sich der Beschwerdeführer bereitwillig und ruhig rasieren lässt. Angesichts der
Angaben der Mutter zum Verhalten des Beschwerdeführers beim An- und Ausziehen
und beim Essen kann es aber durchaus sein, dass es auch beim Rasieren immer
wieder nötig ist, den Beschwerdeführer dazu zu bringen, sich ruhig hinzusetzen und
stillzuhalten, womit das Rasieren auch unter Verwendung eines elektrischen
Rasierapparates erheblich länger dauert. Da angesichts des Umstandes, dass ein
Leistungsanspruch vom Erreichen eines bestimmten Zeitaufwandes (2 Std. täglich)
abhängt, muss auch dieses Teilelement der alltäglichen Lebensverrichtung
Körperpflege genau ermittelt werden. Deshalb ist die Sache auch diesbezüglich zur
weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
2.6 Beim Verrichten der Notdurft benötigt der Beschwerdeführer gemäss den Angaben
im Abklärungsbericht während 8 Min. pro Tag Hilfe. Diese Hilfe umfasst die Reinigung
nach dem Stuhlgang, das Händewaschen nach jedem Aufsuchen der Toilette und die
Kontrolle der Kleidung. Die Mutter des Beschwerdeführers hat den Zeitaufwand für die
Hilfe beim Verrichten der Notdurft mit 30 Min. pro Tag beziffert. Sie hat dies damit
begründet, dass der Beschwerdeführer nach dem Stuhlgang vollständig durch die
helfende Person gereinigt werden müsse und dass er bei jedem Aufsuchen der Toilette
eine enge Begleitung benötige. Im Ergotherapiebericht vom 17. Oktober 2012 ist
festgehalten worden, der Beschwerdeführer könne selbständig auf die Toilette gehen
und anschliessend die Hände waschen und abtrocknen. Er müsse dabei aber immer
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begleitet und nötigenfalls unterstützt werden. Auch bei dieser Begleitung handelt es
sich um eine indirekte Hilfe, die als Zeitaufwand bei dieser alltäglichen
Lebensverrichtung angerechnet werden muss, d.h. nicht unter den pauschalen
Zeitaufwand von 2 Std. für die persönliche Überwachung subsumiert werden darf. Zum
Bedarf des Beschwerdeführers nach Hilfe beim Stuhlgang äussert sich der
Ergotherapiebericht nicht. Wenn beim normalen Toilettengang eine Begleitung nötig ist,
dann muss das erst recht beim Stuhlgang gelten. Kann man sich nämlich nicht darauf
verlassen, dass der Beschwerdeführer die Hände richtig wäscht und abtrocknet, so
kann man sich auch nicht darauf verlassen, dass er die Nachreinigung nach dem
Stuhlgang richtig vornimmt. Hier ist es mit einer Begleitung offensichtlich nicht getan,
d.h. es ist immer eine direkte Hilfe nötig. Nach der allgemeinen Lebenserfahrung dürfte
bereits der Zeitaufwand für die direkte und indirekte Hilfe beim Stuhlgang wenigstens
8 Min. ausmachen. Es ist also durchaus plausibel, dass der gesamte Zeitaufwand bei
der Notdurftverrichtung erheblich über den im Abklärungsbericht zugestandenen 8 Min.
pro Tag liegt. Allerdings lässt sich nicht einschätzen, wie hoch der Zeitaufwand effektiv
ist. Somit besteht auch bei dieser alltäglichen Lebensverrichtung noch ein weiterer
Abklärungsbedarf.
2.7 Gemäss dem Bericht über die Abklärung an Ort und Stelle hat die
Beschwerdegegnerin einen Bedarf nach Hilfe bei der Fortbewegung im Freien und bei
der Pflege gesellschaftlicher Kontakte festgestellt. Anders als etwa bei einem Kind, das
auf einen Rollstuhl angewiesen ist, diesen aber nicht selbst antreiben (Handrollstuhl)
bzw. nicht selbst steuern (Elektrorollstuhl) kann, ist der Beschwerdeführer motorisch
nicht beeinträchtigt, d.h. er kann ohne jede körperliche Einschränkung gehen und
laufen. Bei der Fortbewegung im Freien benötigt er also nur eine überwachende
Begleitung. Der entsprechende Zeitaufwand kann aber entgegen der Auffassung der
Beschwerdegegnerin nicht von der Zeitpauschale für die persönliche Überwachung
abgedeckt sein, denn es handelt sich um eine indirekte Hilfe bei der Fortbewegung im
Freien, d.h. um eine Hilfe, die es dem Beschwerdeführer überhaupt erst ermöglicht,
sich im Freien zu bewegen. Auch wenn diese indirekte Hilfe weitgehend in einer
Überwachung besteht, bildet sie doch eindeutig Teil der Hilfe bei der alltäglichen
Lebensverrichtung der Fortbewegung und muss deshalb klar von der persönlichen
Überwachung unterschieden werden. Der entsprechende Zeitaufwand kann deshalb
nicht durch die Zeitpauschale von 2 Std. täglich abgedeckt sein. Bei der Abklärung an
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Ort und Stelle hätte deshalb untersucht werden müssen, wie hoch der
durchschnittliche tägliche Aufwand für die indirekte Hilfe bei der Fortbewegung ist. Bei
der Pflege gesellschaftlicher Kontakte ist der Beschwerdeführer auf eine direkte Hilfe
angewiesen, da er weder sprechen noch sich anderswie mitteilen kann und da er auch
beim Verständnis des ihm Mitgeteilten massiv eingeschränkt ist. Allerdings ist der
Kommunikations- und Verständnisbedarf des Beschwerdeführers als Folge der
geistigen Behinderung auf einfache Alltagsinformationen beschränkt. Trotzdem dürfte
der Hilfsperson ein erheblicher Zeitaufwand entstehen, da die Kommunikations- und
Verständnismöglichkeiten des Beschwerdeführers so gering sind, dass eine
erfolgreiche Kommunikation aufgrund des hohen Interpretationsbedarfs mit Fehlern
und Missverständnissen behaftet sein kann, die dann erfahrungsgemäss mit einem
hohen Zeitaufwand überwunden werden müssen. Auch dieser Aufwand der Hilfsperson
gehört nicht zum pauschalierten Aufwand für die persönliche Überwachung, da er aus
der Hilfe bei einer alltäglichen Lebensverrichtung resultiert. Daran ändert der Umstand
nichts, dass die persönliche Überwachung immer wieder durch Phasen der indirekten
Hilfe bei der Fortbewegung im Freien oder der direkten Hilfe bei der Pflege
gesellschaftlicher Kontakte unterbrochen werden kann, so dass es schwierig sein
dürfte, die einzelnen Tätigkeiten voneinander abzugrenzen. Trotzdem wird die
Beschwerdegegnerin die entsprechenden Abklärungen nachzuholen haben.
3.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Bericht vom 25. Februar 2014 über die
Abklärung an Ort und Stelle vom 5. Februar 2014 zusammen mit den übrigen dem
Gericht vorgelegten Akten nicht ausreicht, den gesamten Zeitaufwand für die direkte
und die indirekte Hilfe bei den alltäglichen Lebensverrichtungen auf die Minute genau
zu belegen. Die angefochtene Verfügung beruht deshalb auf einer
Sachverhaltsannahme, die nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit belegt ist. Sie erweist sich als rechtswidrig, da sie in Verletzung der
Untersuchungspflicht gemäss Art. 43 Abs. 1 ATSG ergangen ist. Demnach ist sie
aufzuheben und die Sache ist zur weiteren Abklärung im Sinne des oben Ausgeführten
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Diese wird im Anschluss an die
nachgeholte Abklärung neu über eine allfällige Revision der laufenden
Hilflosenentschädigung mit Intensivpflegezuschlag verfügen.
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4.
Bei diesem Verfahrensausgang ist praxisgemäss von einem vollumfänglichen
Unterliegen der Beschwerdegegnerin auszugehen, so dass diese die Kosten des
Beschwerdeverfahrens zu tragen hat. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 600.--
festgesetzt.