Decision ID: 6a358616-3f02-4b9d-83a8-cd7ab92988e6
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1967 geborene
X._
war vom 1
5.
Mai 2000 bis am 30.
November 2004 bei der
Y._
(heute
Z._
)
als Gebäudereiniger angestellt
, wobei sein letzter effektiver Arbeitstag am
7.
Juni 2004 war. Im Rahmen dieses Arbeitsverhältnis
s
es
war
X._
bei der
Sammelstiftung berufliche Vorsorge Swiss Life berufs
vor
sorge
versichert (
Urk.
12/13).
Vom
6.
bis am 27.
April 2005
war
X._
aufgrund chronischer
zervikovertebraler
und
thorakolumbaler
Schmerzen in st
ationärer Behandlung in der
A._
(
Urk.
12/10,
Urk.
12/11/3).
Ab dem 1
8.
Mai 2005 bezog
er
bei einer 50%igen Arbeitsfähigkeit Taggelder der Arbeitslosenversicherung. Dadurch war er bei der
Stiftung
Auffangeinrichtung BVG berufsvorsorgeversichert (
Urk.
12/14/1)
Am 1
5.
Juli 2005 meldete sich
X._
unter Angabe einer seit Juni 2004 bestehenden Diskushernie
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
12/4). Die IV-Stelle
holte
in der Folge
ärztliche
Berichte der
A._
(
Urk.
12/10) und
von Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Rheumatologie und für Allgemeine Innere
Medizin,
(
Urk.
12/11)
einen Arbeitgeberbericht der
Z._
(
Urk.
12/13)
sowie
einen
Bericht der zuständigen Arbeitslosenkasse
(
Urk.
12/14)
ein und zog Akten
der Krankentaggeldversicherung (
Urk.
12/17) bei.
Nachdem Dr.
C._
vom Regionalen Ärztlichen Di
enst der IV-Stelle (RAD) am 18.
Oktober 2005 Stellung genommen hatte (
Urk.
12/19 und
Urk.
12/23/2), holte die IV-Stelle einen Bericht
von
Dr.
med. D._
, Fachärztin FMH
für Neurologie, ein (
Urk.
12/21
). In der Folge nahm RAD-Arzt
Dr.
C._
erneut Stellung (
Urk.
12/23/3). Mit Verfügung vom 2
0.
Januar 2006 vernein
t
e die IV-Stelle einen Rentenanspruch von
X._
(
Urk.
12/25).
Im Juni 2007 (
Urk.
12/34) meldete sich
X._
unter Angabe einer Verschlechterung seines Gesundheitszustandes und unter Beilage ein
es Be
richtes von
Dr.
med.
E._
, Facharzt FMH für Rheumatologie und Rehabilitation, erneut
bei der IV-Stelle
zum Leistungsbezug an (
Urk.
12/33). Die IV-Stelle holte daraufhin einen weiteren Bericht von
Dr.
E._
(
Urk.
12/38) und
einen Bericht
von
Dr.
med.
F._
(
Urk.
12/41) ein und gab beim
G._
ein
Gutachten in Auftrag (Urk.
12/43)
. Dieses wurde
am
8.
Mai 2008 erstattet
(
Urk.
12/51)
. Am 2
2.
Mai 2008 stellte
die IV-Stelle den Gutachtern Zusatzfragen (
Urk.
12/53),
die
am 1
7.
Juni 2008
beant
wortet wurden
(
Urk.
12/57). Nachdem
Dr.
med.
H._
, Praktischer Arzt,
vom RAD
am
8.
Juli 2008
Stellung genommen hatte (
Urk.
12/63)
,
sprach die IV-Stelle
X._
nach durchgeführtem
Vorbescheid
ver
fahren
(
Urk.
12/65)
mit Verfügung vom 1
9.
März 2009 mit Wirkung ab
1.
Februar 2007 eine h
albe Rente zu (
Urk.
12/75, Urk.
12/68).
Ein im Jahr 2010 durchgeführtes Revisionsverfahren schloss die IV-Stelle mit der Feststellung eines unveränderten Invaliditätsgrades ab (
Urk.
12/103). Ein
e
weitere im Jahr 2015 eingeleitete revisionsweise Rentenüberprüfung schloss die IV-Stelle mit Mitteilung vom 2
2.
Januar 2016 ebenfalls mit der Feststellung eines unver
änderten Invaliditätsgrades ab (
Urk.
12/138).
1.2
D
ie Stiftung Auffangeinrichtung BVG
richtete
X._
ab
7.
September
2016 rückwirkend
mit Wirkung
ab Februar 2007
Vo
rleistungen im Sinne von Art. 26
Abs.
4
des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinter
lassenen- und Invalidenvorsorge (BVG)
aus
(
Urk.
2/17,
Urk.
2/20).
Mit Schreiben vom 10.
April 2018
wandte sich die Stiftung Auffangeinrichtung BVG an die
BVG-Sammelstiftung Swiss Life
, welche seit dem
1.
Januar 2015 anstelle der
Sammelstiftung berufliche Vorsorge Swiss Life die Vorsorgeeinrichtung der
Z._
ist,
und forderte diese auf, ihr die an
X._
erbrach
ten Vorleistungen zurückzuerstatten (
Urk.
2/22). Die
BVG-Sammel
stiftung Swiss Life
lehnte mit Schreiben vom 2
0.
Juli 2018 eine Leistungspflicht ihrerseits ab
(
Urk.
2/21)
.
2.
Mit Eingabe vom
5.
September 2018 (
Urk.
1) erhob die Stiftung Auffang
ein
richtung BVG Klage gegen die BVG-Sammelstiftung Swiss Life und beantragte:
«1.
Es sei die Beklagte zu verpflichten, der Klägerin Fr. 54'768.85 zuzüg
lich Zins von 2,25 % vom 7. September 2016 bis 31. Dezember 2016, zuzüglich Zins von 2 % für 2017 und 2018, zuzüglich 5 % Zins seit 10. Mai 2018 zu bezahlen; Mehrforderungen vorbehalten.
2.
Vorfrageweise sei festzustellen, dass die Beklagte gegenüber ihrem ehe
maligen Versicherten,
X._
, leistungspflichtig im Sinne von Art. 23 BVG ist.
3.
Alles
unter
Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich Mehrwert
steuer zu Lasten der
Beklagten.»
Die Beklagte beantragte mit Klageantwort vom 13. Dezember 2018 (Urk. 8) die Abweisung der Klage.
Nachdem die Akten der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, in Sachen
X._
beigezogen worden waren (Urk. 12/1-145),
änderte die Klägerin mit Replik vom 28. Februar 2019 (Urk. 15) ihren Klagean
trag
1
ins
oweit, als sie nicht mehr
Zinsen zu 5
%
seit 1
0.
Mai 2018, sondern neu Zinsen von 2
%
seit dem 1
0.
September 2018 beantragte.
Im Übrigen hielt sie un
verändert an ihrer Klage fest. Die Beklagte schloss mit Duplik vom 23. Mai 2019 (Urk. 19) wiederum auf Abweisung der Klage.
Mit Verfügung vom 2
8.
Mai 2019 wurde
X._
zum Ver
fahren beigeladen und es wurde ihm Frist zu
r Stellungnahme angesetzt (Urk.
20). Er liess sich jedoch innert Frist nicht vernehmen, was den Parteien mit Verfügung vom 1
5.
Juli 2019 angezeigt wurde (
Urk.
22).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Gegenstand der vorliegenden Klage ist eine Regressforderung der Klägerin im Sinne von
Art.
26
Abs.
4 BVG. Diese Norm regelt für den Fall, dass sich der Ver
sicherte beim Entstehen des Leistungsanspruchs nicht in der leistungspflichtigen Vorsorgeeinrichtung befindet, dass diejenige Vorsorgeeinrichtung vorleistungs
pflichtig ist, der er zuletzt angehört hat. Steht die leistungspflichtige Vorsorgeein
richtung fest, so kann die vorleistungspflichtige Vorsorgeeinricht
ung auf diese Rückgriff nehmen
.
2.
2.1
Die örtliche und sachliche Zuständigkeit des hiesigen Gerichts zum Entscheid über die strittigen Leistungen ist gegeben (
Art.
73 BVG in Verbindung mit
§
2
Abs.
2 lit. a des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
2.2
Die Invalidenleistungen nach BVG werden von derjenigen Vorsorgeeinrichtung geschuldet, welcher die den Anspruch erhebende Person bei Eintritt des versi
cherten Ereignisses angeschlossen war. Im Bereich der obligatorischen berufli
chen
Vorsorge fällt dieser Zeitpunkt nicht mit dem Eintritt der Invalidität nach
dem
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (IVG)
, sondern mit dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit zusammen, deren Ursache zur Invalidität geführt hat (vgl.
Art.
23 BVG). Auf diese Weise wird dem Umstand Rechnung getragen, dass die versicherte Person meistens
erst nach einer längeren Zeit der Arbeitsunfähigkeit (nach einer Wartezeit von einem Jahr gemäss
Art.
28
Abs.
1 lit. b IVG in Ver
bindung mit
Art.
26 BVG) invalid wird. Damit nämlich der durch die zweite Säule bezweckte Schutz zum Tragen kommt, muss das Invaliditätsrisiko auch dann gedeckt sein, wenn es rechtlich gesehen erst nach einer langen Krankheit eintritt, während welcher die Person unter Umständen aus dem Arbeitsverhältnis ausge
schieden ist und daher nicht mehr dem
Obligatorium
unterstanden hat (BGE 123 V 262 E. 1b, 121 V 97 E. 2a, 120 V 112 E. 2b, je mit Hinweisen).
2.3
Art.
23 BVG kommt auch die Funktion zu, die Haftung mehrerer Vorsorgeein
richtungen gegeneinander abzugrenzen, wenn eine in ihrer Arbeitsfähigkeit be
reits beeinträchtigte versicherte Person ihre Arbeitsstelle (und damit auch die Vor
sorgeeinrichtung) wechselt und ihr später eine Rente der Invalidenver
siche
rung zugesprochen wird. Der Anspruch auf Invalidenleistungen nach
Art.
23 BVG entsteht in diesem Fall nicht gegenüber der neuen Vorsorgeeinrichtung, sondern gegenüber derjenigen, welcher die Person im Zeitpunkt des Eintritts der invalidi
sierenden Arbeitsunfähigkeit angehörte.
Damit eine Vorsorgeeinrichtung, der eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitnehmer beim Eintritt der Arbeitsunfähigkeit angeschlossen war, für das erst nach Beendi
gung des Vorsorgeverhältnisses eingetretene Invaliditätsrisiko aufzukommen hat, ist indes erforderlich, dass zwischen Arbeitsunfähigkeit und Invalidität ein enger sachlicher und zeitlicher Zusammenhang besteht (BGE 130 V 270 E. 4.1). In sach
licher Hinsicht liegt ein solcher Zusammenhang vor, wenn der der Invalidität zu
Grunde liegende Gesundheitsschaden im Wesentlichen derselbe ist, der zur Arbei
ts
unfähigkeit geführt hat. Sodann setzt die Annahme eines engen zeitlichen Zu
sam
menhangs voraus, dass die versicherte Person nach Eintritt der Arbeitsun
fähig
keit nicht während längerer Zeit wieder arbeitsfähig wurde. Die frühere Vor
sorge
einrichtung hat nicht für Rückfälle oder Spätfolgen einer Krankheit einzu
stehen, die erst Jahre nach Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit eintreten. Dem
nach darf nicht bereits eine Unterbrechung des zeitlichen Zusammenhangs ange
nommen werden, wenn die Person bloss für kurze Zeit wieder an die Arbeit zurück
gekehrt ist. Ebenso wenig darf die Frage des zeitlichen Zusammenhangs zwischen Arbeitsunfähigkeit und Invalidität in schematischer (analoger) Anwen
dung der Regeln von
Art.
88a
Abs.
1 der Verordnung über die Invalidenver
siche
rung (IVV)
beurteilt werden, wonach eine anspruchsbeeinflussende Verbesserung der Erwer
bs
fähigkeit in jedem Fall zu berücksichtigen ist, wenn sie ohne wesent
liche Unter
brechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich andauern
wird. Zu be
rück
sichtigen sind vielmehr die gesamten Umstände des konkreten Einzelfalles,
namentlich die Art des Gesundheitsschadens, dessen prognostische ärztliche Beu
r
teilung und die Beweggründe, die die versicherte Person zur Wie
der
aufnahme der Arbeit veranlasst haben (BGE 123 V 262 E.
lc
, 120 V 112 E. 2c/
aa
und 2c/
bb
mit Hinweisen).
2.4
Eine Vorsorgeeinrichtung, die ihre Leistungspflicht damit bestreitet, die Arbeits
fähig
keit sei bereits zu Beginn des Vorsorgeverhältnisses gesundheitlich bedingt eingeschränkt gewesen, trägt hierfür die Beweislast
,
d
as heisst, sie hat
die Folgen vo
n Beweislosigkeit zu tragen
(
Art.
8
ZGB; Urteil 9C_658/2016 vom 3.
März 2017 E. 6.1 mit Hinweisen). Umgekehrt hat der Leistungsansprecher die Folgen von Beweislosigkeit zu tragen, wenn er geltend macht, der enge zeitliche Konnex zwischen einer vorbestandenen berufsvorsorgerechtlich relevanten Arbeitsun
fähig
keit (Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf von mindestens 20
%
;
BGE 144 V 58
E. 4.4) sei während der Dauer des Vorsorge
ve
rhältnisses unterbrochen worden
(Urteil des Bundesgerichts 9C_630/2017 vom
9.
Mai 2018 E. 3).
2.
5
Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der Inva
liden
ver
sicherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG ergibt sich, dass der Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich der beruflichen Vorsorge und in der Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist (BGE 123 V 269 E. 2a, 120 V 106 E. 3c, je mit Hinweisen).
Praxisgemäss sind daher die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzlichen Mindestvorsorge (
Art.
6 BVG) an die Feststellungen der IV-Organe (Eintritt der inva
lidisierenden Arbeitsunfähigkeit, Eröffnung der Wartezeit, Festsetzung des
Invaliditätsgrades) gebunden, soweit die IV-rechtliche Betrachtung aufgrund ei
ner gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar erscheint (BGE 126 V 309 E. 1 in
fine
). Diese Konzeption fusst auf der Überlegung, die Organe der (obligatorischen) beruflichen Vorsorge von eigenen aufwändigen Abklä
rung
en freizustellen, und gilt nur bezüglich Feststellungen und Beurteilungen der IV-Organe, welche im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren für die Festle
gung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend waren (BGE 132 V 1 E. 3.2). So hat beispielsweise eine verspätete Anmeldung zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung rechtsprechungsgemäss die freie Überprüfbarkeit des leistungserheblichen Sachverhaltes durch die Vorsorgeeinrichtung beziehungs
weise das Berufsvorsorgegericht zur Folge (Urteil des Bundesgerichts 9C_49/2010 vom 2
3.
Februar 2010 E. 2.1).
Diese Bindungswirkung setzt voraus, dass die Vorsorgeeinrichtung (spätestens) ins
Vorbescheidverfahren
(
a
Art
.
73
bis
IVV; seit
1.
Juli 2006:
Art.
73
ter
IVV) ein
be
zogen und ihr die Rentenverfügung formgültig eröffnet wurde (Urteil des Bundes
gerichts 9C_81/2010 vom 1
6.
Juni 2010 E. 3.1, mit Hinweisen). Dem BVG-Ver
sicherer steht ein selbständiges Beschwerderecht im Verfahren nach IVG zu. Unter
bleibt ein solches Einbeziehen der Vorsorgeeinrichtungen, ist die IV-recht
liche Festsetzung des Invaliditätsgrades (grundsätzlich,
masslich
und zeitlich) berufsvorsorgerechtlich nicht verbindlich (BGE 130 V 270 E. 3.1).
Stellt die Vorsorgeeinrichtung auf die invalidenversicherungsrechtliche Betrach
tungs
weise ab, muss sich die versicherte Person diese entgegenhalten lassen, so
weit diese für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend war, und zwar ungeachtet dessen, ob der Vorsorgeversicherer im Verfahren der Invalidenversicherung beteiligt war oder nicht. Vorbehalten sind jene Fälle, in denen eine gesamthafte Prüfung der Aktenlage ergibt, dass die Invaliditätsbe
messung der Invalidenversicherung offensichtlich unhaltbar war (BGE 130 V 270 E. 3.1).
3.
3.1
Die Klägerin erklärte zur Begründung ihrer Klage im Wesentlichen
(
Urk.
1)
, sie erbringe
s
eit dem
7.
September 2016 Vorleistungen an den Beigeladenen
.
Diese seien ihr von der Beklagten zu vergüten.
Da ihr die
Verfügungen der Invaliden
versicherung
vom 2
0.
Januar 2006 und vom 2
9.
Januar 2009 nicht zugestellt wor
den seien, entfalteten
diese
ihr gegenüber keine Bindungswirkung.
Bis Novem
ber 2004 sei der Beigeladene bei der
Z._
angestellt und dadurch bei der Beklagten vorsorgeversichert gewesen.
Der Beigeladene
sei
seit der
Hospitali
sation
im
I._
im Juni/Juli 2004
andauernd
in der anges
t
ammten Tätigkeit
zu 100
%
und in einer angepassten Tätigkeit
zu 50
%
arbeitsunfähig.
Der zeitliche Zusammenhang sei daher gegeben.
Die
invalidisierenden
Rücken
probleme des Beigeladenen
stünden
zudem auch
in engem sachlichem Zusam
men
hang mit der
für die
Hospitalisation
im Juli 2004
ursächlichen Beschwerden
.
3.2
Die Beklagte wendete dagegen im Wesentlichen ein,
es
treffe zwar zu, dass der
Beigeladene ab
8.
Jun
i
2004 bis zur Beendigung sein
e
s Arbeitsverhältnisses
mit
der
Z._
am 3
0.
November 2018 in seiner angestammten Tätigkeit als Gebäudereiniger zu 100
%
bzw. zu 50
%
(1
7.
bis 3
0.
August 2004) arbeitsunfähig gewesen sei. Der RAD sei
jedoch
zum Schluss gekommen, dass
der Beigeladene
in einer angepassten
Tätigkeit
zu 100
%
arbeitsfähig sei
.
Gestützt auf die Ein
schätzung des RAD habe die IV-Stelle m
it Verfügung
vom 2
0.
Januar 2006 einen Invaliditätsgrad von 15
%
festgestellt. Erst mit Verfügung vom 1
9.
März 2009 habe die IV-Stelle dem Beigeladenen aufgrund eines Invaliditätsgrades von 58
%
eine halbe Rente ab
1.
Februar 2007 zugesprochen, wobei der Beginn der Warte
frist auf Februa
r 2006 angesetzt worden se
i
.
In diesem Zeitpunkt sei der Beige
ladene bereits seit über einem Jahr aus der
Z._
ausgetreten gewesen. Da die IV-Stelle, an deren Beurteilung
sie
grundsätzlich gebunden sei, für die Zeit vor Februar 2006 lediglich einen Invaliditätsgrad von 15
%
festgestellt habe und
die
G._
-Gutachter
bezüglich des Beginns der Arbeitsunfähigkeit lediglich Ver
mu
tungen hätten anstellen können, sei nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die invalidisierende Arbeitsunfähigkeit
während
des Vorsorgeverhältnisses mit
ihr
eingetreten sei.
4.
4.1
Folgende Berichte, welche für die Beurteilung der strittigen Fragen von Belang sind, liegen vor
:
4.2
Der Beigeladene war vom 2
8.
Juni bis am 1
7.
Juli 2004
im
I._
,
Klinik für Rheumatologie und Rehabilitation,
hospitalisiert.
Dr.
med.
J._
, Assistenzarzt, und
Dr.
med. K._
, Oberarzt, nannten mit
Aus
tritts
b
ericht vom 1
9.
Juli 2004 (
Urk.
12/38/23-25) als Diagnosen:
-
lumboradikuläres
Reizsyndrom S1 links mit/bei
-
medianer bis mediolateraler Diskushernie L5/S1 links mit möglicher Kompression der Wurzel S1 links (MRI LWS 2
9.
Juni 2004)
-
Status nach Mikrodiskektomie und
Laminektomie
links L5/S1 1995
-
Status nach Nikotinabusus
Der Beigeladene sei durch den Hausarzt zur Abklärung und Therapie sowie Festlegung der Arbeitsfähigkeit bei seit drei Wochen anhaltenden
thorakolum
balen
Rückenschmerzen mit Ausstrahlung in die Hüfte beidseits, links mehr als rechts, was klinisch im Rahmen eines
lumboradikulären
Syndroms S1 links bei relevanter Diskushernie L5/S1 mit Tangierung der Nervenwurzel S1 links impo
niere
, zugewiesen worden
. Es sei eine multimodale Schmerztherapie mit Anal
ge
sie, Physiotherapie mit initial passiven, später aktivierenden Massnahmen be
gonne
n worden. Zudem sei eine Schmerzmodulation mit
Saroten
gemacht worden. Am
1.
Jul
i
2004 sei zusä
tzlich ein
Sakralblock durchgef
ü
h
rt worden
. A
nschliessend habe sich eine Reduktion der Beschwerden gezeigt. Im weiteren Verlauf sei es jedoch erneut zu einer Zunahme der Schmerzen gekommen, sodass am
8.
Juli 2004 ein weiterer Sakralblock durchgef
ührt worden sei. Nach dieser 2.
Intervention habe der Beigeladene eine Schmerzreduktion um etwa 90
%
ange
geben, sodass die Analgesie langsam
habe
reduziert werden
können
. Bei insge
samt über den Verlauf der
Hospitalisation
deutlicher Besserung sei der Beige
ladene am 1
7.
Juli 2004 nach Hause entlassen worden. D
ie
Dres
.
J._
und
K._
attestierten dem Kläger vom 1
8.
Juni bis am 1
5.
August 2004 eine 100
%ige und vom 1
6.
b
is am 2
9.
August 2004 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit. Anschlies
send sei die Arbeitsfähigkeit vom betreuenden Rheumatologen festzulegen.
4.3
Prof.
Dr.
med.
L._
, Facharzt FMH für Neurochirurgie, von der Abteilung Neurochirurgie des
I._
,
unte
rsuchte den Beigeladenen am 13.
Dezem
ber 2004 im Auftrag der Ärzte der Klinik für Rheumatologie des
I._
. Mit
Bericht vom 1
5.
Dezember 2004
führte er
als Diagnosen an (
Urk.
12/38/19-20):
-
Diskusprotrusion
L5/S1 median/paramedian links
-
Status nach Mikrodiskektomie
(nicht
Laminektomie
!)
L5/S1 links 1998
-
a
ktuell klinisch, anamnestisch, radiologisch keine
radikulären
Zeichen
-
Verdacht auf Grand Mal Epilepsie
Bei Status nach Mikrodiskektomie L5/S1 links 1995 wegen
Lumboischialgie
sei es postoperativ teilweise gut, teilweise wegen Rücken- und Beinschmerzen links nicht gut gegangen. Der Beigeladene sei aber arbeitsfähig gewesen. Es sei jetzt zu einer erneuten
lumboischialgieformen
Schmerzsymptomatik links
gekommen
,
wobei die Ursache für die Beschwerden unklar sei. Gemäss MRI vom 2
9.
Juni 2004
sehe man eine mediane/paramediane links liegende
Diskusprotrusion
L5/S1 mit Nervenberührung S1, eine Neurokompression S1 s
ei
nicht bewiesen. Auch die klinische Situation sei unklar, die
ischialgiformen
Schmerzen würden, falls sie
radikulär
wären, eher einer L5-Symptomatik entsprechen.
Radikuläre
Reizzeichen oder Ausfälle
fehlten
aber
vollständig.
Demgegenüber
bestehe klinisch Verdacht auf eine
facettogene
oder vom
Iliosakralgelenk
(
ISG
)
links ausgehende Schmerz
symptomatik. Gewisse Tastbefunde wiesen aber auch auf eine
myofasziale
Schm
erz
komponente hin. Vi
e
lleicht sei das Ganze ausgelöst durch die
lumbo
sakrale
Degeneration, einen Beweis hierfür gebe
es
aber
nicht. Beiläufig
habe
der Beigeladene noch unklare Bewusstseinsverluste mit linkss
eitigen tonisch/kloni
schen Kräm
pfen und anschliessender Hemiparese links und Bewusstlosigkeit
erwähnt
, was den Verdacht auf Grand Mal Epilepsie mit Halbseitenbetonung links und anschliessender
Toddy
-Paralyse links erwecke. Auch
die
Schwester habe eine Epilepsie, dem Beigeladenen
selbst sei aber diese Diagnose bisher nicht gestellt worden. Aus wirbelsäulenchirurgischer Sicht sei, in
Ermangelung einer fokal definierbaren Ursache, mit einer Operation nicht zu helfen.
Es
sei aber eine neurologische Abklärung wegen des oben genannten Epilepsieverdachtes erfor
der
lich. Wegen des Rückens seien sicher neben Infiltrationen im Facettengelenk oder ISG erg
onomische Massnahmen zu treffen. A
n eine Umschulung sei bei diesem Hilfsarbeiter ohne Deutschkenntnisse kaum zu denken.
4.4
Der Beigeladene war vom
6.
bis am 2
7.
April 2005 in stationärer Behandlung in der
A._
.
Dr.
med. M._
, Oberarzt Rheumatologie, nannte mit Bericht an die IV-Stelle vom
8.
August 2005 (
Urk.
12/10) als Diagnosen mit Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
-
z
ervikoradikuläres
Syndrom C8 links mit
-
Hypästhesie
ulnarer
Unterarm sowie
Digiti
IV und V
-
l
umboradikuläres
Syndrom S1 links bei
-
Status nach mediolateraler Diskushernie L5/S1 und Mikrodiskektomie links L5/S1 1995
Unter Berücksichtigung der während
d
es stationären Aufenthaltes erreichten deut
lichen Besserung der Beweglichkeit und der zusätzlich bestehenden psycho
so
matischen Probleme hielten sie einen Arbeitsversuch mit 50%iger Belastung für gerechtfertigt. Arbeiten mit schwerem Heben und Tragen und einseitiger Be
lastung der Wirbelsäule sowie Überkopfarbeiten in Zwangshaltung sollten ver
mie
den werden. Eine detaillierte Beurteilung der Arbeitsfähigkeit müsste im Rahmen einer ausführlichen Evaluation auch der funktionellen Leistungsfähig
keit erfolgen, welche während des stationären Aufenthaltes bei ihnen nicht habe durchgeführt werden können. Zudem befinde sich der Beigeladene seit dem 2
7.
April 2005
nicht mehr in ihrer Kontrolle.
4.5
Dr.
B._
nannte mit Bericht an die IV-Stelle vom 1
6.
August 2005 keine Diagnosen. Er attestierte dem Beigeladenen
aber
für die angestammte Tätigkeit vom
8.
Juni 2004 bis am 1
6.
Mai 2005 eine 100%ige und ab dem 1
7.
Mai 2005 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
10/11)
.
4.6
RAD-Arzt
Dr.
C._
erklärte mit Stellungnahme vom 1
8.
Oktober 2005, auf
grund der vorliegenden Akten sei der Beigeladene für seine angestammte Tätig
keit zu 50
%
arbeitsunfähig. In einer
angepassten
leichten bis mittelschweren wechselbelastenden Tätigkeit im Sitzen/Stehen/Gehe
n
, ohne Überkopfarbeiten, ohne Rotation im Stamm,
ohne Zwangshaltung oder einseitige Haltung und ohne monotone Bewegungen liege eine 100%ige Arbeitsfähigkeit vor (
Urk.
12/23/2).
4.7
Dr.
D._
führte mit
Bericht an die IV-Stelle vom 9.
November
2005 (Urk.
12/21) als Diagnosen an:
-
rezidivierende Ausnahmezustände bei starken Schmerzen am ehesten funktionell bedingt, zurzeit kein Hinweis für hirnorganische Erkrankung
-
chronisches invalidisierendes
lumboradikuläres
Reizsyndrom S1 links
-
Hypästhesie am
ulnaren
Vorderam
und
Digiti
IV und V, Verdacht auf
zervi
koradikuläres
Reizsyndrom C8 links
Da sie den Beigel
ad
enen nur einmalig am 2
0.
Januar 2005 konsiliarisch neuro
logisch untersucht habe, könne sie zur Arbeitsfähigkeit nicht Stellung nehmen
.
4.8
Nach Einsicht in den Bericht von
Dr.
D._
erklärte Dr.
C._
am 17.
Januar 2006, dass er an seiner Einschätzung vom 1
8.
Oktober 2005 festhalte (
Urk.
12/23/3)
.
4.9
Dr.
E._
nannte mit Bericht an die IV-Stelle vom
9.
Juli 2007 (
Urk.
12/38) als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
chronifiziertes
Lumbospondylogensyndrom
mit
radikulärer
Begleit
symp
to
matik (
Fussheberschwäche
) bei
-
operierter Diskushernie L5/S1 (1995)
-
b
eginnenden degenerativen Veränderungen der LWS
-
Arthralgien (Hände, Füsse); Ätiologie nicht geklärt (keine Hinweise für ent
zündlich-rheumatische Affektion)
-
Verdacht auf Schmerzverarbeitungsstörung
Der Beigeladene sei seit dem 1
4.
Mai 2007 bei ihm in Behandlung. Seit Behand
lungsbeginn bestehe in der angestammten Tätigkeit als Mitarbeiter in der Reini
gung eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit. Über die Arbeitsfähigkeit vor Behand
lungs
beginn bei ihm seien ihm keine konkreten Angaben möglich.
4.10
Mit Gutachten vom
8.
Mai 2008 (
Urk.
12/51)
nannten die
G._
-Gutachter
als
Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
12/51/19)
:
-
c
hronisches lumbospondylogenes Syndrom links
-
mit intermittierender S1-Reizsymptomatik
-
bei
mediolateral
linksgelegener
Rezidivdiskushernie
L5/S1
-
Status nach Operation bei Diskushernie L5/S1 1995
Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit führten sie an:
-
r
ezidivierendes,
tendomyotisch
betontes,
zerviko
- und
thorakovertebrales
Syndrom
-
b
ei
Fehlform
und Haltungsinsuffizienz
-
Hypästhesie
Digiti
IV und V beidseits unklarer Ätiologie
Für eine rückenbelastende Tätigkeit oder Tätigkeiten in Zwangshaltungen sei der Beigeladene sicher nicht arbeitsfähig. Sie würden das Anforderungsprofil der letzten Arbeitsstelle des Beigeladenen zu wenig kennen, um genaue Aussagen zur Arbeitsfähigkeit machen zu können. Aus medizinischer Sicht
könne jedoch gesagt werden, dass dem Beigeladenen nur rückenadaptierte Tätigkeiten in Wechselhal
tung zumutbar seien, unter Vermeidung des Hebens und Tragens schwerer Lasten über 10 Kilogramm. Für eine solche Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von etwa 50
%
. Am besten liesse sich diese Arbeitsfähigkeit bei einer Arbeitszeit von etwa sechs Stunden täglich, die von einer längeren Pause unterbrochen werde, und
bei
der
der
Beigeladene auch gelegentlich zusätzliche Pausen einlegen könne, realisieren. Damit resultiere eine Leistungsfähigkeit von 50
%
. Diese Angaben zur Arbeitsfähigkeit seien aufgrund der Aktenlage wahrscheinlich rückblickend seit der Erwerbsaufgabe 2004 gültig (
Urk.
12/51/21).
4.11
Auf die Zusatzfrage der IV-Stelle, seit wann die Leistungseinschränkung des Bei
geladenen
von 50
%
für eine angepasste Tätigkeit
Gültigkeit habe
(
Urk.
12/53)
, erklärten
die Gutachter
mit Stellungnahme vom 1
7.
Juni 2008
(
Urk.
12/57)
, in ihrem Gutachten hätten sie vermerkt, dass die Angaben zur Arbeitsfähigkeit auf
grund der Aktenlage wahrscheinlich rückblickend seit der Erwerbsaufgabe 2004 gültig seien. Allerdings sei dazu zu bemerken, dass der Hauptgrund für die Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit neben dem chronischen
lumbospondylogenen
Syndrom links eben auch diese intermittierende S1-Reizsymptomatik sei. Diese sei im Juni/Juli 2004 in der rheumatologischen Klinik des
I._
erstmals dokumentiert worden. Im gleichen Jahr, 2004, nämlich im Dezember, habe der Wirbelsäulenchirurg Prof
.
L._
keine
radikulären
Zeichen mehr fest
gestellt. Hier sei also wieder eine leichte Besserung eingetreten. Im Verlauf des Jahres 2005 habe man in der
A._
dann wieder
l
umboradikuläre
Zeichen gefunden.
Fachärztlich, neurologisch
dokumentiert
habe das
lumbo
radi
kuläre
Syndrom Bestand seit dem Bericht vom
9.
November 2005 von
Dr.
D._
. Wie der Verlauf dieses Reizsyndroms im Verlauf der Jahre 2004 und 2005 tatsächlich gewesen sei, lasse sich nicht mehr genauer nachweisen. Sicher sei auf jeden Fall, dass
Dr.
D._
mit ihrem Bericht vom
9.
November 2005 eine
Verschlechterung der Situation mit rezidivierenden Ausnahmezu
stän
den bei starken Schmerzen beschrieben habe. Genaueres kö
nne man zum Verlauf nicht sagen
.
4.12
RAD-Arzt
Dr.
H._
erklärte mit Stellungnahme vom
8.
Juli
2008
(Urk.
12/63/5), eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes seit Februar 2006
sei überwiegend wahrscheinlich plausibel. Diese sei durch die kontinuierliche Ver
schlechterung des degenerativen Wirbelsäulenleidens begründet. Ab diesem Zeitpunkt sei eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Gebäudereiniger und eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit in angepasster Tätigkeit festzustellen. Für die Tatsache, dass nicht schon zu einem frühere
n
Zeitpunkt die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorgelegen habe, spreche, dass der Beigela
dene 2006 über ein halbe
s
Jahr im Reinigungsdienst eines Spitals gearbeitet hab
e.
5.
Der Beigeladene war vom 1
5.
Mai 2000 bis am 3
0.
November 2004 bei der
Z._
angestellt. Da
er
nach
dem
Ende des Arbeitsverhältnisses mit der
Z._
weder eine neue Stelle
a
ntrat
noch sich unmittelbar bei der Arbeitslosen
ver
sicherung zum Leistungsbezug
anmeldete
, war er gestützt auf
Art.
10
Abs.
3 BVG bis am 3
1.
Dezember 2004 bei der Beklagten vorsorgeversichert. Eine Leistungs
pflicht der Beklagten setzt somit voraus, dass die zur Invalidität führende Arbeits
unfähigkeit bis am 3
1.
Dezember 2004 eingetreten und es
nach Eintritt
zu
keinem Unterbruch des zeitlichen Zusammenhangs gekommen ist.
Bei der Klägerin war der Beigeladene ab Beginn des Taggeldbezugs am 1
8.
Mai 2005 berufsvorsorgeversichert (
Urk.
12/14/1).
6.
6
.1
Die Invalidenversicherung verneinte mit Verf
ügung vom 2
0.
Januar
2006 (Urk.
12
/25) einen Rentenanspruch des Beigeladenen, da ihm eine behinderungs
angepasste Tätigkeit weiterhin zu 100%ige zumutbar sei. Unter Berücksichtigung eines behinderungsbedingten Abzugs vom Tabellenlohn errechnete sie einen Inva
liditätsgrad von 15
%
.
Mit Verfügung von 1
9.
März 2009 (
Urk.
12/75) sprach die Invalidenversicherung dem Beigeladenen mit Wirkung ab
1.
Februar 2007 eine halbe Rente zu. Sie ging dabei davon aus, dass sich der Gesundheitszustand des Beigeladenen
begründet durch die kontinuierliche Verschlechterung des degenerativen Wirbelsäulen
lei
dens
seit Februar
2006 überwiegend wahrsc
heinlich verschlechtert habe. Die Invalidenversicherung erachtete den Beigeladenen in der angestammten Tätigkeit als zu 100
%
und in einer behinderungsangepassten Tätigkeit
als
zu 50
%
arbeits
unfähig (
Urk.
12/68).
Die Verfügungen vom 2
0.
Januar 2006 und vom 1
9.
März 2009 wurden der Be
klagten
zugestellt
(
Urk.
12/25 und
Urk.
12/6
7
).
Die
Beklagte
ist
daher grund
sätzlich an die Entscheide der I
nvalidenversicherung gebunden. Der Klägerin wurden jedoch die beiden Verfügungen nicht zugestellt. Es war ihr daher
auch
nicht möglich, die beiden Entscheide anzufechten. Entsprechend können ihr die Ent
scheide der Inval
idenversicherung
nicht entgegengehalten werden, weshalb sich die Beklagte auch nicht auf die Entscheide der Inva
lidenversicherung berufen kann.
6.2
Darüber hinaus erweist sich
die Verfügung der
Invalidenversicherung
vom 19.
Mär
z 2009 (
Urk.
12/75)
hinsichtlich
des
Beginn
s
der relevanten Arbeitsun
fähigkeit auc
h als offensichtlich unrichtig.
Die rentenablehnende Verfügung vom 2
0.
Januar 2006
(
Urk.
12/25)
basierte im Wesentlichen auf der Einschätzung von RAD-Arzt
Dr.
C._
. Dieser hatte mit Stellungnahmen vom 1
8.
Oktober 2005 (E. 4.6) und vom 1
7.
Januar 2006 (E. 4.8) festgehalten, dass der Beigeladene
in
der angestammten Tätigkeit zu 50
%
und in einer behinderungsangepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig sei.
Auch wenn die Invalidenversicherung sich in der Verfügung vom 2
0.
Januar 2006 nicht explizit zur Arbeitsfähigkeit
in der angestammten Tätigkeit
äusserte, steht fest, dass sie diese als eingeschränkt erachtete, wäre doch sonst das Invalidenein
kommen nicht gestützt auf das Einkommen in einer behinderungsangepassten Tätigkeit zu berechnen gewesen.
Zudem übernahm sie offensichtlich die Ein
schätzung ihres RAD-Arztes
Dr.
C._
.
Im Rahmen der Verfügung vom 1
9.
März 2009 (
Urk.
12/75) ging die Invalidenversicherung
dann
gestützt auf die Stellungnahme ihres RAD-Arztes
Dr.
H._
(E. 4.12)
davon aus, dass sich der Gesundheitszustand des Beigel
a
denen seit Februar 2006 erheblich ver
schlech
tert habe und die einjährige Wartezeit
im Sinne von
Art.
28
Abs.
1 lit. b IVG
im Februar 2006 zu laufen begonnen habe
(vgl. vorstehen
d
E.
6.1
)
. Die Festsetzung des Beginns der einjährigen Wartezeit
, für welche di
e Arbeitsfähigkei
t in der angestammten Tätigkeit massgebend ist,
auf Februar 2006
steht jedoch in offen
kundigem
Widerspruch zur Verfügung der Invalidenversicherung vom 2
0.
Januar 2006
und den Stellungnahmen von Dr.
C._
vom 1
8.
Oktober 2005 und vom 1
7.
Januar 2006
,
geht daraus doch bereits für die Zeit vor Februar 2006 eine massgebende Einschränkung
der
Arbeitsfähigkeit des Beigeladenen in der ange
stammten Tätigkeit
hervor
.
Wie nachfolgend (E. 7.
2
) zu zeigen,
gingen
zudem
auch
sämtliche
übrigen
sich
in den Jahren 2004 und 2005
zur Arbeitsfähigkeit des Beigeladenen äussernden Ärzte davon aus, dass die Arbeitsfähigkeit
in der angestammten Tätigkeit
zu mindestens 50
%
eingeschränkt
sei
.
Die der Verfü
gung zugrundeliegende Stellungnahme von RAD-Arzt
Dr.
H._
ist denn be
züglich Beginns der massgeblichen Arbeitsunfähigkeit auch offensichtlich wider
sprüchlich, begründet er doch eine fehlende Arbeitsunfähigkeit vor Februar 2006 mit der Arbeitstätigkeit des Beigeladenen in der Zeit von April bis September 2006 (vgl.
Urk.
12/51/7)
.
7.
7
.1
Dass der Beigeladene – zumindest – seit Februar 2006 in der angestammten Tätigkeit zu 100
%
und in einer angepassten Tätigkeit zu 50
%
arbeitsunfähig ist und somit seit – mindestens – Februar 2007 grundsätzlich Anspruch auf Invali
denleistungen der beruflichen Vorsorge
basierend auf einem Invaliditätsgrad von 58
%
(vgl.
Urk.
12/68)
hat, wird von den Parteien zu Recht nicht infrage gestellt (vgl.
Urk.
1,
Urk.
8,
Urk.
15,
Urk.
19; E. 4)
.
7.2
Massgebend für den Eintritt
der
Arbeits
unf
ähigkeit
, deren Eintritt zur Invalidität geführt hat (vgl.
Art.
2
3 lit. a BVG
)
,
ist die Arbeits
unf
ähigkeit in der ange
stam
mten Tätigkeit (vgl.
Hürzeler
in: Schneider/Geiser/
Gächter
[Hrsg.], Kommentar zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, BVG und FZG,
2.
Auflage, N 8 und 10 zu
Art.
23 BVG mit Hinweisen). Aus sämtlichen aktenkundigen ärztlichen Berichte, welche sich zur Arbeitsfähigkeit des Beigeladenen äussern, ergibt sich eine mindestens 50
%
ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit. Die
Dres
.
J._
und
K._
vom
I._
att
e
stierten dem Beigeladenen mit Austrittsbericht vom 1
9.
Juli 2004 vom 1
8.
Juni bis 1
5.
August 2004 eine 100%ige und vom 1
6.
b
is
am
2
9.
August 2004 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit. Hin
sichtlich der anschliessenden Arbeitsfähigkeit verwiesen sie
auf den
behan
deln
den Rheumatologen (E. 4.2). Dr.
M._
von der
A._
erachtete mit Bericht vom
8.
August 2005
einen
50%igen
Ar
beitsversuch für
zumutbar
, wobei er Heben und Tragen und einseitige Belastung der Wirbelsäule sowie Über
kopfarbeiten in Zwangshaltung nicht für möglich hielt. Für eine detaillierte Fest
legung der Arbeitsfähigkeit erachtete
Dr.
M._
eine umfassende Abkläru
ng für angebracht (E. 4.4). Dr.
B._
attestierte dem Beigeladenen vom
8.
Juni 2004 bis am 1
6.
Mai 2005 eine 100%ige und ab dem 1
7.
Mai 2005 eine 50%ige Arbeits
un
fähigkeit (E. 4.5). RAD-Arzt
Dr.
C._
attestierte dem Beigeladenen für die angestammte Tätigkeit eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (E. 4.6 und E. 4.8).
Dr.
E._
führte
mit
Bericht vom
9.
Juli 2007
für eine Tätig
k
eit
als Mitarbeiter in der Reinigung eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit
a
n
(E. 4.9). Die
G._
-Gu
t
achter
Dr.
N._
und
Dr.
O._
hielten für rückenb
e
l
a
stende Tätigkeiten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit fest (E. 4.10).
Dr.
H._
erachtete die angestam
mte Tätigkeit
für nicht mehr
möglich (E. 4.12)
.
Da
dem Beigeladene
n somit seit Juni 2004 übereinstimmend von sämtlichen Ärzten, welche sich zur Arbeitsfähigkeit äusser
te
n, im jeweiligen Berichtszeit
punkt in der angestammten Tätigkeit mindestens eine 50%ige Arbeitsfähigkeit attestiert wurde, steht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lich
keit fest, dass der Beigeladene seit Juni 2004
und somit seit der Zeit
,
während der er bei der Beklagten berufsvorsorgeversichert war,
in der angestammten Tätigkeit zu – mindestens – 50
%
arbeitsunfähig ist.
Hieran vermag auch die 60%ige Arbeits
tätigkeit des Beigeladenen zwischen April und September
2006
nichts zu ändern, war diese doch mit einer Zunahme der Rückenschmerzen verbunden (vgl.
Urk.
12/5
1/7-8). Dass der Beigeladene
seit Juni 2004
in der angestammten Tätig
keit zu – mindestens – 50
%
arbeitsunfähig ist,
wird im Übrigen auch von der Beklagten nicht in Abrede gestellt
(
Urk.
8 S.
5
)
.
7
.
3
Zu prüfen bleibt, ob in der Folge der sachliche oder zeitliche Zusammenhang unterbrochen wurde.
Nachdem sowohl
die
Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit
im Jahr 2004 als auch
die
der Invalidität zugrunde
liegende Arbeitsunfähigkeit durch
das lumbale Schmerzsyndrom
des
Beigeladenen begründet sind
(vgl. E. 4)
, ist der sachliche Zusammenhang ohne Weiteres gegeben.
Während – wie oben dargelegt
(E.
7
.
2
)
– sich der Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, nach der Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit
beurteilt, ist für die Beurteilung des zeitlichen Z
u
s
ammen
hangs im Sinne von
Art.
23 BVG – auch – auf die Arbeitsfähigkeit in einer leidens
angepassten Tätigkeit abzustellen (
Hürzeler
, a.a.O., N 10 zu
Art.
23 BVG).
Der zeitliche Konnex zwischen der während des Vorsorgeverhältnisses eingetre
tenen Arbeitsunfähigkeit und der späteren Invalidität wird unterbrochen, wenn während mehr
als drei Monaten eine Arbeits
fähigkeit von über 80
%
in einer an
gepassten Tätigkeit gegeben ist (BGE 144 V 58).
Wie dargelegt, ist in der angestammten Tätigkeit seit Juni 2004 von einer ununter
brochenen mindestens 50%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Zum Ver
lauf der Arbeitsfähigkeit des Beigeladenen
im Rahmen der von ihnen attes
tierten 50%igen
Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit
nahmen die
G._
-
Gutachter am 1
7.
Juni 2008 ausführlich Stellung (E. 4.11). Wie ihrer Stellungnahme zu entnehmen ist, wurde die
intermittierende S1-Reizsympto
matik im Juni/Juli 2004 in der rheumatologischen Klinik des
I._
dokumentiert
(vgl. E. 4.2).
Prof.
L._
konnte hingegen
im Dezember 2004 keine
radikulären
Zeichen mehr feststellen (E. 4.3).
Weiter hielten die Gutachter fest, dass sich
im Verlaufe des Jahres 2005 gemäss Untersuchungen der
A._
wieder
lumboradikulä
re
Zeichen gezeigt hätten (vgl. E.
4.4).
Gemäss den Gutachtern sei seit der Untersuchung von
Dr.
D._
von einer (andau
ernden) Verschlechterung auszugehen. Entgegen den Gutachtern war die Unter
su
chung durch
Dr.
D._
jedoch nicht im November 2005, sondern bereits im Januar 2005
(vgl. 4.7)
. Das heisst, unmittelbar nach der Untersuchung von Prof.
L._
im Dezember 2004 war wieder eine Verschl
e
chterung eingetreten.
Aus dem Gesagten ergibt sich, dass
es wohl zwischen dem Aufenthalt im
I._
im Juni/
Juli 2004
un
d Dezember 2004, als der Beigel
adene von Prof.
L._
untersuc
ht wurde, zu einer Besserung der
lumboradikulären
Zeichen
kam
. Ab Jan
u
a
r 2005, das heisst ab der Untersuchung von
Dr.
D._
,
ist hingegen wieder eine Vers
chlechterung ausgew
i
e
sen, welche im Sommer 2005 auch von den Ärzten der
A._
bestätigt werden konnte. Ob
bzw. in welchem graduellen und zeitlichen Umfang es
zwischen Juli und Dezember 2004
zu einer Verbesserung des S1-Reizsymptomatik und
der
Arbeitsfähigkeit des Beigeladenen in einer ang
epassten Tätigkeit gekommen ist, lässt sich gemäss den Gutachtern aber nicht mehr genauer eruieren.
Es ist diesbezüglich somit von Beweislosigkeit auszugehen
, weshalb ein Unterbruch des zeitlichen Zusammen
hangs nicht überwiegend wahrscheinlich nachgewiesen und somit zu verneinen ist.
7
.4
Nach dem Gesagte
n
steht somit mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit fest, dass die Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, im Juni 2004
und somit zu einem Zeitpunkt, als der Beigelade
n
e bei der Beklagten berufsvorsorgeversichert war,
eingetreten ist und es hernach weder zu einem Unterbruch des sachlichen noch des zeitlichen Zusammenhangs
kam
. Die Beklagte ist
somit
leistungspflichtig, weshalb sie der Klägerin die erbrachten Vorleistungen zurückzuerstatten hat.
7
.
5
Der genaue Betrag der Regressforderung wird von der Klägerin der Beklagten mitzuteilen sein. Bei Uneinigkeit über die Höhe
der zu erstattenden Leistungen
steht gegebenenfalls erneut der K
l
ageweg offen
(
vgl. BGE 129 V 450
)
.
7
.
6
Wie das Bundesgericht mit BGE 145 V 18 entschieden hat, hat die definitiv leistungspflichtige Vorsorgeeinrichtung der vorleistungspflichtigen Vorsorgeein
richtung auf dem zurückzuerstattenden Betrag mangels eine
s
vertraglichen Ver
hältnisses keine Verzugszinsen zu bezahlen.
8
.
Im Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde darf obsiegenden Behörden oder mit
öffentlichrechtlichen
Aufgaben betrauten Organisationen in der Regel keine Parteientschädigung zugesprochen werden. Das hat grundsätzlich auch für die Trägerinnen oder Versicherer der beruflichen Vorsorge gemäss BVG zu gelten (BGE 126 V 143 E. 4). Vorliegend besteht keine Veranlassung, von diesem Grund
satz abzuweichen, weshalb der im Wesentlichen obsiegenden Klägerin keine Prozessentschädigung zuzusprechen ist.