Decision ID: f176e90b-c440-5c9c-a3fe-9cc2a54eb6fe
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
geboren 1962, reiste im Jahr 1981 in die Schweiz e
in
und arbeitete seit dem 1. Dezember 1985 als Pflegehelferin am
Y._
,
Klinik
Z._
.
Aufgrund dieser Tätigkeit war
sie bei der Beamtenversicherungskasse des Kantons Zürich (heute: BVK
Perso
nal
vorsorge
des Kantons Zürich
, nachfolgend: BVK
) berufsvorsorgeversichert
.
1.2
1.2.1
Gemäss der
Sachverhaltsdarstellung i
m
Urteil IV.2008.00001 des
Sozialversiche
rungsgerichts
des Kantons Zürich vom 9. Januar 2009
in Sachen der Klägerin gegen die IV-Stelle des Kantons Zürich
(Urk. 2/7
und Urk. 11/104
)
erlitt
X._
a
m 10. Dezember 2001
einen Verkehrsunfall,
bei dem sie sich
eine Distorsion der
Hals
wirbelsäule
(HWS) zu
zog
und
in dessen Folge
ein
thorako
-vertebrales Syndrom auf
trat
, w
elche Beschwerden zu
vollumfängli
ch
er
A
rbeitsunfähig
keit führten
.
1.2
.2
Am 26. März 2003 meldete sich
X._
bei der Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle zog vorweg d
ie Akten des Unfallversicherers
sowie einen Auszug aus dem individuellen Konto bei und er
suchte die Arbeitgeberin um Auskünfte. Sodann holte sie ärztlic
he Berichte bei Dr. med.
A._
,
FMH Kinder und Jugendliche
Psychiatrie und Psy
cho
therapie
, bei
Dr. med.
B._
,
Allgemeine Innere Medizin FMH,
sowie
bei der
C._
ein
und
liess
die Versicherte im
D._
be
gut
achten
.
Mittlerweile war das Arbeits
verhältnis der Versicherten per 31. August 2004 auf
gelöst worden unter Aus
richtung einer Berufs
invalidenrente der B
VK
von 50 %
.
1.
2.
3
Mit Vo
rbescheid vom 24. November 2006
stellte die IV-Stelle die Ablehnung
eines Rentenanspruchs basierend
auf einem Invaliditätsgrad von
8 % in Aus
sicht,
wogegen die Versicherte
am 11. Januar 2007
Einwände erhob. Derweil stellte der
Unfallversicherer mit Verfügung vom 2. Februar 2007 seine Leistun
gen wegen Er
reichens des Status quo ante per 10. Juni 2002 ein, ohne indes die bis 9. August
2003 ausgerichteten Taggelder zurückzufordern. Hierauf liess die Ver
sicherte das Gutachten der
E._
vom 28. März 2007
erstellen, welc
hes am 4. Juni 2007
aufgelegt wurde.
1.2.4
Mit Verfügung
vom 19. November 2007
wies die IV-Stelle das
Leistungs
begeh
ren
von
X._
gestützt auf einen
Invalidi
tätsgrad
von 8 % ab. Dabei ging sie von einer Einschränkung von 10 % im mit 80 % gewichteten
Erwerbsbereich und einer vollen Leistungsfähigkeit im mit 20 % gewichteten
Haus
haltbereich
aus.
Hierauf reichte die seit 13. Februar 2007 behandelnde Dr. med
.
F._
,
Fachärztin für Psychiatrie & Psychotherapie FMH
, am 7. Januar 2008
einen Be
richt ein mit dem Gesuch um
Wiedererwä
gung
/Neuanmeldung bei Verschlech
terung des Gesundheitszustandes unter Hinweis auf einen abgebrochenen
Ar
beitsversuch
, was die IV-Stelle als
Revisi
onsgesuch
entgegennahm.
1.3
Gegen die Verfügung vom 19. November 2007 erhob
X._
am 28. Dezember 2007 unter Auflage v
erschiedener Arztberichte
Be
schwerde
.
Am 14. Januar 2008 reichte
sie
den Bericht von Dr.
F._
vom 7. Januar 2008 zu den Akten. Nachdem die
IV-Stelle am 11. Februar 2008
um Abweisung der Beschwerde ersucht hatte, wurde der Schriftenwechsel mit Ver
fügun
g vom 12. Februar 2008
als geschlossen erklär
t. Am 13. Februar 2008
reichte die
IV-
Stelle
eine ergänzende Stellungnahme ihres
RAD-
Arztes, Dr. med.
G._
,
Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie FMH, zu den Akten. Hierauf nahm
X._
am 24. Juni 2008 erneut Stellung unter Auf
lage eines von der
IV-Stelle
in Auftrag gegeben
en Gutachtens des Dr. med.
H._
,
Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychothera
pie, vom 15. März 2008.
Au
f dieser
tatbeständlichen
Grundlage wies das Sozialversicherungsgericht die Beschwerde mi
t dem vorerwähnten Urteil
IV.2008.00001 vom 9. Januar 2009 ab.
Mit dem Urteil UV.2007.00363 vom gleichen Tag wies das
Sozialversi
cherungs
gericht
auch die von
X._
gegen die Bestäti
gung der
leistungseinstellende
n
Verfügung des Unfallversicherers vom 2. Februar 2007 (Einstellung per 10. Juni 2002)
mit dem
Einspracheentscheid
vom 18. Juli 2007
erhobene
Beschwerde ab
.
1.4
Die von
X._
beim Bundesgericht gegen das
invaliden
ver
sicherungsrechtliche
Urteil des Sozialver
s
icherungsgerichts erhobene Be
schwer
de
hiess das Bundesgericht
- ohne weitere Sachverhaltsergänzung -
mit dem Urteil
9C_161/2009 vom 18. September 2009 in dem Sinne gut, als es das ange
foch
tene
Urteil sowie die damit bestätigte Verfügung der IV-Stelle aufhob und feststellte, dass
X._
vom 1. Dezember 2002 bis zum 31. März 2005 Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung habe. Weiter w
urde die IV-Stelle angewiesen,
ergänzende Abklärungen im Sinne der
bundesge
richt
lichen
Erwägungen vorzunehmen und hernach neu über den L
eistungsanspruch ab 1. Februar 2007 zu verfügen (Urk. 2/9
und Urk. 11/121,
Dispositiv-Ziffer 1).
2
.
2.1
Nach Vorliegen des vorgenannten höchstrichterlichen Urteils teilte
die BVK
X._
am 9. Dezember 2009 mit, dass sie
dieses Urteil als
für die Beurteilung
auch der berufsvorsorgerechtlichen
Ansprüche
von
X._
gegenüber der BVK
massgeblich
ansehe
, weshalb
X._
per 1. Januar 2004 Anspruch auf eine
berufsvorsorgerecht
li
che
Teil-Invalidenrente und ab 1. September 2004 bis 31. März 2005 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente habe (Urk. 2/10).
2.2
Nachdem die IV-Stelle die vom Bundesgericht angeordneten weiteren Abk
l
ärun
gen vorgenommen und
X._
mit Verfügung vom 17. Dezem
ber 2009 rückwirkend
ab 1. November
2007
eine ganze Invaliden
rente
bei einem Invaliditätsgrad von 72 % zugesprochen hatte
(Urk. 2/11)
, teilte die BVK
X._
am 3. Februar 2010 mit, dass ihr aufgrund der
invalidenversicherungsrechtlichen Anordnung für die Zeit vom 1. November 2007
bis zum 31. Dezember 2009 berufsvorsorgerechtliche
Rentenbetreffnisse
von
m
onatlich Fr. 1‘653.80 (insgesamt Fr. 42‘998.80
)
zustünden (Urk. 2/12)
.
2.3
Nachdem die IV-Stelle
X._
mit Verfügung vom 24. Janu
ar 2011 rückwirkend ab 1
. Mai 2007
eine ganze Invalidenrente bei ei
nem
Inva
liditätsgrad
von 72 % zugesprochen hatte (Urk.
2/14
),
teilte die BVK
X._
am 30. März 2011 mit, dass die am 3. Februar 2010 erfolgte Zusicherung einer berufsvorsorgerechtlichen Invalidenrente zu Unrecht erfolgt sei, weshalb die ab Februar 2007 laufenden Rentenzahlungen per 30. April 2011
eingestellt würden. Auf die Rückforderung der zu Unrecht
aus
gerichteten Renten
leistungen ab Februar 2007 werde verzichtet (Urk. 2/15).
Gegen diese Ankündigung opponierte
X._
am 4. Mai 2011
durch Erhebung der reglementarisch vorgesehenen Einsprache (Urk. 2/16).
Mit dem hierüber ergangenen Entscheid vom 12. Juli 2012 hielt die BVK an ih
rem
Rechtsstandpunkt fest und verwies
X._
auf den
Rechtsweg an das Sozialversicherungsgericht (Urk. 2/17).
3.
3.1
Am 22. April 2013 erhob
X._
Klage gegen den Kanton
Zürich als Rechtsvorgänger der BVK (vgl. Sachverhalt
Ziff.
1.1) mit dem
Rechts
begehren
, es sei dieser unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu ver
pflichten, der Klägerin ab 1. Mai 2011 die obligatorischen und
überobligatori
schen
Invali
den
leistungen
aus beruflicher Vorsorge, inklusive Kinderrente, zu bezahlen, nebst
Zins von 5 % p.a. ab Datum der Klage.
3.2
Die Beklagte beantragte in ihrer Klageantwort vom 14. Mai 2013,
es sei die Klage
unter ausgangsgemässer Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolge abzu
weisen (Urk. 6).
3.3
Nach Einsicht in die mit Verfügung vom 16. Mai 2013 (Urk. 8) beigezogenen Akten der Invalidenversicherung (Urk. 11/1-189) hielten die Parteien
replicando
am 27. Juni 2013 (Urk. 14) und
duplicando
am
20. August 2013 (Urk. 18) an ihren Anträgen fest.
Mit der Zustellung der Duplik an die Klägerin wurde der Schriftenwechsel am 23. August 2013 abgeschlossen (Urk. 20).
Danach reichte die Vertreterin der Klägerin am 2. Mai 2014 eine neue
Vertre
tungsvollmacht
ein (Urk. 22). Am 26. September 2014 reichte sie ihre
Honorar
note
zu den Akten (Urk. 24).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
24
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlasse
nen und Invalidenvorsorge (BVG)
hat der Versicherte Anspruch auf eine volle Invalidenrente, wenn er im Sinne der Invalidenversicherung mindestens zu 70 Prozent, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn er mindestens zu 60 Prozent, auf eine halbe Rente, wenn er mindestens zur Hälfte und auf eine
Viertelsrente
, wenn er mindestens zu 40 Prozent invalid ist. Gemäss
Abs.
1 von
Art.
26 BVG gelten für den Beginn des Anspruchs auf Invalidenleistungen sinngemäss die entsprechen
den Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
Art.
29
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
). Die
Invalidenleistun
gen
nach BVG werden von derjenigen Vorsorgeeinrichtung geschuldet, welcher die den Anspruch erhebende Person bei Eintritt des versicherten Ereignisses an
ge
schlossen war. Im Bereich der obligatorischen beruflichen Vorsorge fällt die
ser Zeitpunkt nicht mit dem Eintritt der Invalidität nach IVG, sondern mit dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit zusammen, deren Ursache zur Invalidität geführt hat (vgl.
Art.
23 BVG). Auf diese Weise wird dem Umstand Rechnung getragen, dass die versicherte Person meistens erst nach einer längeren Zeit der Arbeits
unfähigkeit (nach einer Wartezeit von einem Jahr gemäss
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG in Verbindung mit
Art.
26 BVG) invalid wird. Damit nämlich der durch die zweite Säule bezweckte Schutz zum Tragen kommt, muss das Invaliditätsrisiko auch dann gedeckt sein, wenn es rechtlich gesehen erst nach einer langen
Krank
heit eintritt, während welcher die Person unter Umständen aus dem Ar
beits
verhältnis ausgeschieden ist und daher nicht mehr dem
Obligatorium
un
ter
standen hat (BGE 123 V 262 E.
1b, 121 V 97 E.
2a, 120 V 112 E. 2b, je mit Hin
weisen).
1.2
Für den Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache im Sinne von Art. 23 BVG
zur Invalidität geführt hat, ist die Einbusse an funktionellem Leistungs
vermögen
im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich massgeblich (BGE 130 V 97 E.
3.2 S.
99
, 114 V 281 S.
286; vgl. auch BGE 130 V 35 E.
3.1 S.
36 mit Hinweisen).
Von einer relevanten Arbeitsunfähigkeit ist rechtsprechungsgemäss dann auszu
ge
hen, wenn diese mindestens 20 % beträgt und sich auf das Ar
beitsverhältnis sinnfällig auswirkt oder ausgewirkt hat (Bundesgerichtsurteil 9C_127/2008
vom
11. Au
gust 2008 E. 2.3, publiziert in: SVR 2008 BVG Nr. 34, mit Hinweisen). Die
Versicherteneigenschaft muss nur bei Eintritt der Arbeits
unfähigkeit gegeben sein, dagegen nicht notwendigerweise auch im Zeitpunkt des Eintritts oder der Verschlimmerung der Invalidität. Diese wörtliche Ausle
gung steht in Einklang
mit Sinn und Zweck der Bestimmung, nämlich denjeni
gen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern Versicherungsschutz angedeihen zu lassen, welche nach eine
r
längeren Krankheit aus dem Arbeitsverhältnis aus
scheiden und erst später invalid
werden. Für eine einmal aus
während der Versicherungsdauer aufgetretene
Arbeitsunfähigkeit geschuldete
Invaliden
leistung
bleibt die Vorsorgeeinrichtung somit leistungspflichtig, selbst wenn sich nach Beendigung des
Vorsorge
ver
hältnisses
der Invaliditätsgrad ändert. Entsprechend bildet denn auch der Weg
fall der Versicherteneigenschaft kein Erlöschungsgrund (Art. 26 Abs. 3 BVG e
contrario
; BGE 123 V 262 E. 1a, 118 V 35 E. 5).
1.3
Art. 23 BVG kommt auch die Funktion zu, die Haftung mehrerer Vorsorge
ein
rich
tungen gegeneinander abzugrenzen, wenn eine in ihrer Arbeitsfähigkeit bereits
beeinträchtigte versicherte Person ihre Arbeitsstelle (und damit auch die
Vorsorgeeinrichtung) wechselt und ihr später eine Rente der Invaliden
ver
siche
rung zugesprochen wird. Der Anspruch auf
Invalidenleistun
gen
nach Art. 23 BVG
entsteht in diesem Fall nicht gegenüber der neuen
Vor
sorge
einrichtung
, sondern gegenüber derjenigen, welcher die Person im Zeit
punkt des Eintritts der invali
di
sierenden Arbeitsunfähigkeit angehörte. Damit eine
Vorsorgeeinrich
tung
, der eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitneh
mer beim Eintritt der Arbeits
unfähigkeit
angeschlossen war, für das erst nach Beendigung des
Vorsorgever
hältnisses
ein
ge
tretene Invaliditätsrisiko aufzu
kommen hat, ist indes erforder
lich, dass zwische
n Arbeitsunfähigkeit und Inva
lidität ein enger sachlicher und zeitlicher Zusammenhang besteht (BGE 130 V 275 E. 4.1).
Der sachliche Konnex ist zu bejahen, wenn der
Gesundheitsscha
den
, der zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat, von der Art her im Wesentlichen derselbe ist,
welcher der Erwerbsunfähigkeit zugrunde liegt (BGE 134 V 20 E. 3.2). Der zeit
liche
Zusammenhang setzt voraus, dass die versicherte Person nach Ein
tritt der Arbeitsunfähigkeit nicht während längerer Zeit wieder ar
beitsfähig ge
worden ist (BGE 134 V 20 E. 3.2.1). Massgebend ist die Arbeitsfä
higkeit in einer der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung angepassten zumutbaren Tätigkeit; diese muss bezogen auf die angestammte Tätigkeit die Erzielung eines
renten
aus
schliessen
den
Einkommens erlauben (BGE 134 V 20 E. 5.3). Bei der Prü
fung dieser Frage sind die gesamten Umstände des konkreten Einzelfalles zu berück
sichtigen, na
mentlich die Art des Gesundheitsschadens, dessen prognos
tische Beurteilung durch
den Arzt sowie die Beweggründe, welche die versi
cherte Person zur Wie
deraufnahme oder Nichtwiederaufnahme der Arbeit ver
anlasst haben. Zu den für die Beurteilung des zeitlichen Konnexes relevanten Umstän
den zählen auch die in der Arbeitswelt nach aussen in Erscheinung tre
tenden Verhältnisse, wie
etwa die Tatsache, dass eine versicherte Person über längere Zeit hinweg als vol
l
vermittlungsfähige Stellensuchende Taggelder der Arbeits
losenversicherung be
zieht
(Urteile des damaligen EVG B 100/02 vom 26. Mai 2003 E. 4.1 und B 18/06
vom 18. Oktober 2006 E. 4.2.1 mit Hinweisen). Allerdings kann solchen Zeiten nich
t die gleiche Bedeutung beigemessen wer
den wie Zei
ten ef
fektiver Erwerbs
tätigkeit (Urteil des damaligen EVG B 23/01 vom 21. November 2002 E. 3.3). Mit Bezug auf die Dauer der den zeitlichen Konnex unter
brechenden Arbeits
fähigkeit kann die Regel von Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Invali
den
versicherung (IVV) als Richt
schnur gelten. Nach dieser Bestimmung ist eine
an
spruchsbeeinflussende
Ver
besserung der Er
werbsfähigkeit in jedem Fall zu berück
sichtigen, wenn sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate ge
dauert hat und voraussichtlich wei
terhin andau
ern wird. Bestand während min
destens drei Monaten wieder eine volle Arbeits
fähigkeit und erschien gestützt
darauf eine dauerhafte Wiederer
langung der Er
werbsfähigkeit als objektiv wahr
scheinlich, stellt dies ein ge
wichtiges Indiz für eine Unterbrechung des zeitli
chen
Zusammenhangs dar. An
ders verhält es sich, wenn die fragliche, al
lenfalls mehr als dreimonatige Tätig
keit als
Eingliede
rungsversuch
zu werten ist oder mass
geblich auf sozialen Er
wägungen des Ar
beitgebers beruhte und eine dauerhafte Wiedereingliederung aber unwahr
scheinlich war (BGE 123 V 262 E. 1c sowie 120 V 112 E. 2c/
aa
und
bb
, mit Hinweisen; Urteil des damali
gen EVG B 23/01
vom 21. November 2002 E. 3.3;
Brühwiler
, Obligatorische berufli
che Vorsorge, in:
Schweize
risches
Bundesver
waltungsrecht
[SBVR], Band XIV, Soziale Sicherheit,
2. Auflage, Basel, Genf und München 2007, S. 2043,
Rz
. 109; Stauffer, Berufli
che
Vorsorge, Zürich, Basel, Genf 2005, S. 279 f.;
Hür
zeler
, in: Schnei
der/Geiser/
Gächter
[Hrsg.], Handkommentar zum BVG und FZG, Bern 2010, Art. 23 BVG N 27 ff.; vgl. zum Ganzen BGE 134 V 20 E. 3.2 und 3.2.1).
1.4
Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der Inva
liden
versi
cherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG ergibt sich, dass der Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich der berufli
chen Vorsorge
und in der Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist (BGE 123 V 269 E. 2a, 120 V 106 E. 3c, je mit Hinweisen).
Praxisgemäss sind daher die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzlichen Mindestvorsorge (Art. 6 BVG) an die Feststellungen der IV-Organe (Eintritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit, Eröffnung der Wartezeit, Festsetzung des Invaliditätsgrades) gebunden, soweit die IV-rechtliche Betrachtung aufgrund ei
ner gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar erscheint (BGE 126 V 309 E.
1 in
fine
). Diese Konzeption fusst auf der Überle
gung, die
Organe der (obligatorischen) beruflichen Vorsorge von eigenen auf
wändigen Ab
klä
rungen freizustellen, und gilt nur bezüglich Feststellungen und Beurtei
lung
en der IV-Organe, welche im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entschei
dend waren (BGE
132 V 1 E. 3.2). So hat beispielsweise eine verspätete Anmel
dung zum
Leistungs
bezug
bei der Invalidenversicherung rechtsprechungsgemäss die freie Überprüf
barkeit des leistungserheblichen Sachverhaltes durch die
Vorsorgeein
richtung
beziehungsweise das Berufsvorsorgegericht zur Folge (Urteil des Bun
desgerichts 9C_49/2010 vom 23. Februar 2010 E. 2.1).
Diese Bindungswirkung setzt voraus, dass die Vorsorgeeinrichtung (spätestens) ins
Vorbescheidverfahren
(
aArt
. 73
bis
IVV; seit 1. Juli 2006: Art. 73
ter
IVV) ein
be
zogen und ihr die Rentenverfügung formgültig eröffnet wurde (Urteil des Bun
desgerichts 9C_81/2010 vom 16. Juni 2010 E.
3.1, mit Hinweisen). Dem BVG-Versicherer steht ein selbständiges Beschwerderecht im Verfahren nach IVG zu. Unterbleibt ein solches Einbeziehen der Vorsorgeeinrichtungen, ist die IV-recht
liche Festsetzung des Invaliditätsgrades (grundsätzlich,
masslich
und zeitlich) berufsvorsorgerechtlich nicht verbindlich (BGE 130 V 270 E. 3.1).
Stellt die Vorsorgeeinrichtung auf die invalidenversicherungsrechtliche Be
trach
tungsweise ab, muss sich die versicherte Person diese entgegenhalten las
sen, so
weit diese für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente ent
schei
den
d war, und zwar ungeachtet dessen, ob der Vorsorgeversicherer im Verfahren der Invalidenversicherung beteiligt war oder nicht. Vorbehalten sind jene Fälle, in denen eine gesamthafte Prüfung der Aktenlage ergibt, dass die
In
validitäts
be
messung
der Invalidenversicherung offensichtlich unhaltbar war (BGE 130 V 270
E. 3.1).
2.
2.1
In grundsätzlicher Hinsicht macht die
Klägerin geltend, für den Entscheid über
die sich im vorliegenden Fall stellende Frage, ob die Klägerin nach dem Ende des
Versicherungsverhältnisses bei der Beklagten bzw. nach Ablauf der gesetzli
chen Nachdeckungsfrist von Art. 10 Abs. 3 BVG, vorübergehend wieder eine Arbeits
fähigkeit zurückerlangt habe, welche den zeitlichen Konnex
zwischen der während der Versicherungsdauer bei der Beklagten (1. Dezember 1985 bis 30. Sep
tem
ber 2004, vgl. Urk. 2/22) eingetretenen Arbeitsunfähigkeit und der im Zeit
punkt der Leistungseinstellung durch die Beklagte
invalidenversiche
rungs
recht
lich
ausgewiesenen Invalidität unterbreche
(vgl. E. 1.3)
,
könne nicht auf das Bundesgerichtsurteil vom 18. September 2009 abgestellt werden. Denn das Bundes
gericht habe lediglich darüber zu entscheiden gehabt, ob ein (
invali
den
versicherungsrechtlich
) r
entenrelevanter
Invaliditätsg
rad von mindestens 40 %
vor
liege
(Urk. 1 S. 6 und Urk. 14 S. 3)
.
Dem ist insofern zu folgen, als die Beklagte
reglementsgemäss
zwar
dem
An
spruch auf die hier strittige Erwerbsinvalidenrente
den
gleiche
n
Invaliditätsbe
griff
zugrunde legt wie die Invalidenversicherung
, aber - abweichend von
Art.
24 BVG - einen Rentenanspruch bereits ab einem Invaliditätsgrad von 25 % gewährt
(vgl.
Art.
39 und
Art.
40 des BVK-Vorsorgereglements und
§
22
der zuvor massgeblich gewesenen
Statuten der Versicherungskasse für das
Staats
personal
)
. D
ies bedeutet, dass eine
den engen zeitlichen Zusammenhang zwischen
der
Arbeitsunfähigkeit während des Vorsorgeverhältnisses und
der in
validisierenden Arbeits
unfähigkeit
unterbrechende Arbeitsfähigkeit, welche be
zogen auf die angestammte Tätigkeit die Erzielung
eines rentenausschliessenden Erwerbseinkommens erlaubt (vgl. BGE 134 V 20 E. 5.3) erst dann vorliegt, wenn der Invaliditätsgrad
zufolge der Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit in ange
passter Tätigkeit
25 %
unterschreitet
.
Damit entfällt
hinsichtlich
der i
n Dispositiv-Ziffer 1 des
Bundesgerichtsurteils
vom 18. September 2009
erfolgten Feststellung,
dass die Klägerin
für die Zeit vom 1. Dezember 2002 bis zum 31. März 2005 Anspruch auf eine ganze Rente der
Invalidenversicherung
habe
,
und
der Anordnung, dass
der Anspruch ab
1. Februar 2007
neu zu überprüfen sei
(bzw. der
aus diesen Anordnungen
ab
zu
leitende
Feststellung, dass
die Klägerin ab dem 1. Januar 2005
[vgl. Art. 88a Abs. 1 IVV]
bis zumindest 31. Oktober 2006
[vgl. Art. 88a Abs. 2 IVV]
ein einen Rentenanspruch der Invalidenversicherung ausschliessendes Erwerbseinkommen hätte erzielen können) eine
direkte
berufsvorsorgerechtliche
Bindungswirkung
.
2.2
Das Fehlen einer direkten Bindungswirkung im Sinne von vorstehender Erwä
gung 1.4 bedeutet
jedoch nicht, dass sich die Beklagte nicht auf die im
invali
den
versicherungsrechtlichen
Abklärungsverfahren sowie in den daran an
schliessen
den Rechtsmittelverfahren erfolgten Sachverhaltsfeststellungen und
Beweiswürdi
gung
en
berufen und dass im vorliegenden Verfahren
nicht auf diese
abgestellt
werden dürfte.
Denn die Berücksichtigung
entscheidrelevanter
Sachverhalte
, welche
von anderen Behörden oder Sozialversicherungsträgern in deren
Abklä
rungsverfahren
- unter Mitwirkung der gleichen versicherten Person
–
festge
stellt
(und gerichtlich überprüft) wurden,
ist
ohne Weiteres zulässig
(vgl.
Art.
32
sowie
Art.
47
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozial
versiche
rungsrechts
[ATSG] und - gleichlautend
wie
Art.
32 ATSG
-
Art.
87 BVG)
.
A
bgesehen
davon, dass das aktuelle Vorsorgereglement der Beklagten eigene Sachverhaltsabklärungen nun ausdrücklich - auch soweit kein Entscheid der In
validenversicherung mit Bindungswirkung vorliegt - nur noch dann vorsieht,
wenn sich der Grad der Erwerbsunfähigkeit anhand der Akten nicht abschlies
send
beurteilen lässt
(Art.
39
Abs.
3 des
BVK-Vorsorgereglements)
,
würde die
Nichtbe
rücksichtigung
der in den IV-Akten
verurkundeten
Sachverhalte
durch das Sozialversicherungsgericht
dem Grundsatz der Sachverhaltsfeststellung von Amtes
wegen (vgl.
§
23
Abs.
1 des Gesetzes über das
Sozialversicherungsge
richt
,
GSVGer
)
widersprechen
. Und
der
- ebendort verankerte -
Grundsatz der freien
Beweiswürdigung
bedeutet
nur, dass das Sozialversicherungsgericht - ab
ge
sehen
vom Fall der Rückweisung in gleicher Sache - nicht an die
Beweiswür
digung
des funktional übergeordneten Bundesgerichts gebunden ist, nicht aber, dass es
einer
ihm überzeugend erscheinenden Würdigung des gleichen Sachver
halts durch
da
s Bundesgericht in Sachen der versicherten Person gegen einen ande
ren
Sozialversicherungs
träger
(hier: den Erwägungen des
Bundesgerichts
urteils
vom 18. September 2009 in Sachen der Klägerin gegen die IV-Stelle des Kantons
Zürich)
nicht folgen dürfte.
Zumal dann, wenn das
Sozialversiche
rungsgericht
den
besagten Sachverhalt
auch
bereits selber
beurteilt hat
(hier: in den Erwä
gungen seine
s vom Bundesgericht überprüften
Urteils vom 9. Januar 2009 in Sachen der Klägerin gegen die IV-Stelle des Kantons Zürich)
.
2.3
Demzufolge ist h
insichtlich des für den Entscheid massgeblichen
medizinischen Sachverhalts
im Wesentlichen auf die Akten der Inval
idenversicherung abzu
stellen.
Dies
nicht nur, weil
die Beklagte sich
explizit darauf
beruft
(Urk. 6
und Urk. 18
)
. D
ie
Klägerin
tut
dies
implizit
ebenso
, wenn sie
gestützt auf die
in Nachachtung
des Bundesgerichtsurteils
vom 18. September 2009 erfolgte
Rentenzusprache
de
r
Invalidenversicherung
einen berufsvorsorgerechtlichen Rentenanspruch ge
gen
über der Beklagten geltend macht
(Urk. 1 S. 4)
.
Dabei behauptet die Klägerin zwar, die Beklagte mache
hinsichtlich der strittigen Leistungen (Rentenansprü
che
ab 1. Mai 2011) nachträglich eine
durch die Akten der Invalidenversiche
rung n
icht belegte
leistungsaufhebende Tatsache (angeblich volle Arbeitsfähig
keit vo
n April 2005 bis Januar 2007) geltend, für welche die Beklagte beweis
pflichtig sei
(Urk. 1 S. 6 Ziff. 17).
Zum
ihr dafür offen stehenden Gegenbeweis
bietet aber
auch
die Klägerin
vor allem
Beweisurkunden aus den Akten der In
validen
ver
sicherung
an
(MEDAS-Gutachten vom 9. August 2006, Urk. 2/18 = Urk. 11/44; Verlaufsbericht
Dr.
B._
vom 6. Februar 2007, Urk. 2/19 = Urk. 11/80/30-33;
Un
fallschein
UVG, Urk. 2/20 = Urk. 11/52).
Darüber hinaus hat die Klägerin ledig
lich zwei nicht aus den Akten der Invalidenversicherung stammende
Dokumen
te
der Arbeitslosenversicherung
(Urk. 2/23 und Urk. 2/24)
neu aufgelegt.
2.4
I
m vorliegenden Verfahren macht die Klägerin unter anderem geltend, das Bun
des
gericht habe in seinem invalidenversicherungsrechtlichen Entscheid ver
schie
dene Fragestellungen nicht geprüft, welche für die Beurteilung des
berufs
vorsorgerechtlichen
Leistungsanspruchs bedeutsam seien. Namentlich seien keine
vertieften Abklärungen zu ihrem somatischen Gesundheitszustand erfolgt. Auch die Frage, ob ihre Arbeitsfähigkeit im fraglichen Zeitraum rein tatsächlich - und nicht bloss medizinisch-theoretisch - b
eeinträchtigt gewesen sei, sei
nicht ge
prüft worden (Urk. 1 S. 6 Ziff. 18). Dazu ist dem Bundesgerichtsurteil vom 18. September 2009 Folgendes zu entnehmen:
2.4.1
In
dem vom Bundesgericht überprüften
Urteil
des Sozialversicherungsgerichts
vom
9. Januar 2009 in Sachen der Klägerin gegen die IV-Stelle des Kantons Zürich hatte das Sozialversicherungsgericht zum
Verlauf des
Krankheitsgesche
hens
und der dadurch
verursachten Arbeitsunfähigkeit nach dem Verkehrsun
fall, den die Klägerin während der Versicherungszeit bei der Beklagten (am 10. Dezember 2001) erlitten hatte, folgende
entscheidwesentliche
Tatsachen
fest
stellungen
getroffen (vgl. E
. 4 des Bundesgerichtsurteils
):
Kein Arzt habe
eine organisch relevante Pathologie beschreiben können. Eine allfällige Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit sei lediglich mit einer psychiat
rischen Diagnose begründbar. Gemäss dem G
utachten des
Dr.
med.
H._
vom 1
5.
März 2008 bestehe eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung, was be
reits die seit Februar 2007 behandelnde Psychiaterin und Psychotherapeutin
Dr.
med.
F._
im Bericht vom
7.
Januar 2008 vermutet habe. Die vom Ex
perten diagnostizierte neurasthenische Entwicklung sei zum Kreis der
somato
formen
Störungen zu zählen. Zur Frage einer eigenständigen psychischen Er
krankung im
Sinne einer
Komorbidität
sei zwar verschiedentlich
die Diagnose einer depressi
ven Störung gestellt worden. Im Anschluss an den Unfall vom 1
0.
Dezember 2001 habe sich die Problematik
aber
wieder gebessert und es sei keine Be
hand
lung mehr notwendig gewesen. Psychische Beschwerden seien erst ab Februar 2007 erneut aufgetreten, wobei sich unter Therapie wieder eine Besserung ein
gestellt habe. Die behandelnde Psychiaterin
Dr.
med.
F._
habe im Bericht
vom
7.
Januar 2008 auf eine mittelgradige depressive Sympto
matik geschlossen
. In der Folge sei die Angstkomponente offenbar wieder ver
schwunden, sei sie doch dem psychiatrisch
en Gutachter
Dr.
med.
H._
nicht aufgefallen. Die vom Experten erwähnte aktuelle mittelgradige depressive Epi
sode erscheine aufgrund seines Berichtes und jenes von
Dr.
med.
F._
als eng mit dem
Schmerz
emp
finden
zusammenhängend resp. durch dieses verur
sacht. Als blosse Episode be
zeichnet, hafte der Diagnose indes eine zeitlich be
fristete Komponente an, was für die Annahme einer längerdauernden Arbeits
unfähigkeit grundsätzlich nicht genüge. Sodann erscheine die depressive Stö
rung nicht als besonders intensiv aufgetreten zu sein, sei es doch der Versi
cherten beispielsweise möglich ge
we
sen, regelmässig selber einkaufen zu gehen und sich aktiv an den familiären
Ge
sprächen zu beteiligen. Ebenfalls gehe sie alleine in die Badeanstalt und nehme
an Unternehmungen der Familie teil, was bei einer schweren depressiven Er
krankung schlicht nicht möglich wäre. Auf
grund dieser Umstände sei erstellt, dass die Versicherte wohl niedergeschlagen sei, die depressiven Episoden indes nicht dauernd von einer derartigen Intensi
tät seien, dass daraus auf eine eigen
ständige Einschränkung in der Arbeitsfä
higkeit zu schliessen wäre. Im Gegenteil hätten sämtliche Ärzte immer wieder darauf verwiesen, dass das subjektive Schmerzempfinden die Versicherte beein
flusse und nicht eine eigenständige de
pressive Komponente. Von den weiteren Faktoren, welche die Überwindbarkeit
des Schmerzempfindens einschränken könnten, sei einzig ein mehrjähriger
chro
ni
fizierter
Schmerzverlauf mit unver
änderter oder progredienter Symptomatik ohne längerdauernde Rückbildung gegeben. Die Versicherte habe dauernd über
die selben
, organisch nicht objekti
vierbaren Schmerzen geklagt. Damit stehe fest,
dass die Voraussetzungen für die ausnahmsweise Verneinung der Zumutbarkeit einer Willensanstrengung zur Überwindung der Schmerzproblematik nicht ge
geben seien. Demzufolge sei die Versicherte invalidenversicherungsrechtlich auch
in psychischer Hinsicht nicht in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Mangels einer relevanten organischen Erkrankung und Fehlens einer psychischen Patho
logie liege somit keine Invali
dität vor.
2.4.2
Dagegen brachte die Klägerin in der Beschwerde an das Bundesgericht unter anderem vor,
das kantonale Gericht habe nicht geprüft, ob zumindest bis Ende 2004 ein Rentenanspruch bestanden habe, was gegen
Art.
28
Abs.
1 IVG (in den bis 3
1.
Dezember 2007 gültig gewesenen Fassungen) verstosse und eine
Gehörs
verletzung
darstelle. Im Weitern sei die vorinstanzliche Feststellung, eine allfäl
lige
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sei einzig psychisch begründbar und spätestens ab Ende 2004 sei keine relevante, in ihren Auswirkungen auf die Ar
beitsfähigkeit einzig unter dem Gesichtspunkt der anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung zu beurteilende psychiatrische Diagnose mehr ausgewiesen,
offensichtlich unrichtig und grob aktenwidrig, beruhe auf unvollständiger, wi
der
sprüchlicher Beweisgrundlage
(vgl. E. 5 des Bundesgerichtsurteils
, Ingress
)
.
2.4.3
Diese
Vorbringen prüfte das Bundesgericht in Erwägung 5.1 seines Urteils wie folgt:
„Die Kritik an der vorinstanzliche Feststellung, eine allfällige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sei psychisch bedingt, ist unbegründet. Es ist unbestritten, dass die Versicherte an Schmerzen leidet und u.a. über Konzentrationsstörungen, vermehrte Vergesslichkeit, Schwindel, Müdigkeit und rasche Erschöpfbarkeit klagte. Diese teils neurovegetativen, teils neuropsychologischen Beschwerden lassen sich indessen durch die Befunde im Bereich der Halswirbelsäule nicht er
klären und insoweit sind sie nicht somatischer Natur. In diesem Sinne ist die vorinstanzliche Feststellung, kein Arzt habe eine organisch relevante Pathologie beschreiben können, zu verstehen. Im Weitern trifft zwar zu, dass im MEDAS-Gutachten vom
9.
August 2006 aus orthopädischer Sicht eine Arbeitsunfähig
keit von 10
%
angegeben wurde. Diese Einschätzung bezog sich indessen ledig
lich auf die angestammte Tätigkeit als Hilfspflegerin. Es kommt dazu, was die Beschwerdeführerin unerwähnt lässt, dass gemäss den Gutachtern in Bezug auf die leistungseinschränkenden Befunde am Bewegungsapparat eine Besserung bei
rekonditionierenden
aktiven sporttherapeutischen Massnahmen, welche al
lesamt eigenständig durchgeführt werden können, möglich war.
Sodann hat das kantonale Gericht weder den Untersuchungsgrundsatz verletzt noch gegen Beweiswürdigungsregeln verstossen, indem sie dem von der IV-Stelle veranlassten MEDAS-Gutachten vom
9.
August 2006 grössere Beweiskraft zuerkannt hat als dem privat eingeholten
E._
-
Gutachten
vom 2
8.
März 200
7.
Entgegen der anders lautenden Kritik in der Beschwerde hat sich die Vo
rinstanz mit dem vom Administrativgutachten abweichenden Privatgutachten auseinandergesetzt. Dabei hat sie unter anderem einleuchtend dargelegt, wes
halb die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung in der
Expertise der
E._
nicht nachvollziehbar ist. Was
hiegegen
vorgebracht wird, ist nicht stichhaltig oder stellt unzulässige
appellatorische
Kritik an der vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellung und Beweiswürdigung dar. Insbesondere kann dem kantonalen Gericht nicht ein falsches Verständnis vom Urteil I 683/06 vom 2
9.
August 2007 in diesem Punkt vorgeworfen werden.
“
2.4.4
Im Lichte dieser bundesgerichtlichen Erwägungen erweist sich die im Ingress zur vorliegenden Erwägung 2.4 zitierte Behauptung der Klägerin, da
s Bundes
ge
richt habe in seinem invalidenversicherungsrechtlichen Entscheid keine ver
tiefte
Überprüfung ihres somatischen Gesundheitszustand
s
vorgenommen, als offen
sicht
lich aktenwidrig. Denn aus den
in den vorstehenden
Erwägungen 2.4.1 bis 2.4.3
zitierten Erwägungen des Bundesgerichts
ist klar ersichtlich, dass das Bun
desgericht hinsichtlich des somatischen Gesundheitszustands der Kläge
rin der diesbezüglichen Beurteilung des Sozialversicherungsgeric
hts gefolgt ist. Gemäss dieser ergab sich aus den (beiden Gerichten) vorgelegenen Akten der Invaliden
versicherung, dass die Klägerin bei Ablauf des
invalidenversiche
rungsrecht
liche
n
Wartejahres nach dem Unfall vom
10. Dezember 2001 aus so
matischen (rheu
ma
tologischen) Gründen nur noch minim (10 %) in ihrer Ar
beitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit eingeschränkt
war, sowie
dass es sich dabei nicht um eine dauerhafte, sondern
um eine vorübergehende bzw. im Sinne von
Art.
28 Abs. 1
lit
. a IVG durch zumutbare Eingliederungsmassnah
men verbesserungs
fähige (zufolge
Dekonditionierung
) und deshalb nicht
invali
disierende
Einschrän
kung handelte.
2.4.5
Bei den psychischen Einschränkungen, welche bei der Klägerin nach dem Unfall
vom 10. Dezember 2001 aufgetreten waren, nahm das Bundesgericht eine zeitli
che
differenzierte Beurteilung vor (vgl. E. 5.2 des Bundesgerichtsurteils). Es un
ter
schied drei Phasen
:
ab dem Unfallzeitpunkt bis
zum Abschluss der psychiatrischen Behandlung bei
Dr.
med.
A._
im
Dezember 2004;
ab diesem Zeitpunkt
bis
zum Beginn der erneuten psychiatrischen Behand
lung bei
Dr.
med.
F._
im Februar 2007 sowie
den weiteren
Verlauf ab der Wiederaufnahme der psychiatrischen Behand
lung.
Für die
zweite Phase verneinte das Bundesgericht eine psychi
sch bedingte Ar
beitsunfähigkeit
; i
n der
erste
n
und
dritte
n
Phase
war
hingegen
aufgrund der medizinischen Aktenlage das Vorliegen einer invalidisierenden psychischen Er
krankung nicht auszuschliessen
(E. 5.2.2)
.
Sodann ging
das Bundesgericht
in antizipierter Beweiswürdigung davon aus, dass weitere Abklärungen für die Zeit bis zum Beginn der Behandlung bei
Dr.
F._
keine neuen verwertbaren Er
kenntnisse bringen würden (E. 5.2.3)
. Bei dieser Sachlage wertete das Bundes
gericht
- anders als
zuvor
das Sozialversicherungsgericht - das Vorliegen einer
(gänzlich)
invalidisierenden
(vorwiegend)
psychischen Erkrankung
in der ersten Phase als überwiegend wahrscheinlich.
Dadurch konnte das Bundesgericht eine abschliessende Beurteilung der
invali
den
versicherungsrechtlichen
Rentenansprüche der Klägerin bis zum Be
ginn
der psychiatrischen Behandlung bei
Dr.
med.
F._
im Februar 2007 vornehmen,
welche - u
nter Berücksichtigung der Karenzfristen von
Art.
88a IVV
- ergab, dass
die Klägerin vom 1. Dezember 2002 bis 31. März 2005 An
spruch auf eine ganze
Rente der Invalidenversicherung hatte, dass dieser An
spruch ab April 2005 man
gels des Nachweises einer weiterhin invalidisierenden Gesundheitsstörung hin
fällig wurde. Für die
Zeit
ab Februar 2007
war eine ab
schliessende Beurteilung der Anspruchsvoraussetzungen aufgrund der Akten
lage nicht möglich, weshalb eine Rückweisung zu weiteren Abklärungen er
folgte.
2.4.6
Zusammenfassend
ergibt sich, dass das Bundesgericht bei der
Sachverhalts
wür
digung
in seinem invalidenversicherungsrechtlichen Urteil vom 18. September
2009 - entgegen der anderslautenden Behauptung der Klägerin (vgl. Ingress zu E. 2.4) - sämtliche Fragestellungen geprüft hat, welche für die Beurteilung des
berufsvorsorgerechtlichen Leistungsanspruchs bedeutsam sind. Aus den Erwä
gung
en des Bundesgerichts ergibt sich nicht bloss, dass
die
Klä
gerin zwischen
dem Abschluss der psychiatrischen Behandlung bei
Dr.
med.
A._
im Dezem
ber
2004 bis zum Beginn der erneuten psychiatrischen Be
handlung bei
Dr.
med.
F._
im Februar 2007 einen weniger als 40 % betra
genden Invaliditätsgrad aufwies, sondern vielmehr, dass in diesem Zeitraum überhaupt keine
(auch nur
geringgradig
)
invalidisierende Gesundheitsstörung vorlag.
Unter berufsvorsorgerechtlichen Gesichtspunkten bedeutet dies, dass die Kläge
rin
bei Ablauf der gesetzlichen Nachdeckungsfrist von Art. 10 Abs. 3 BVG nach Beendigung des bei der Beklagten versicherten Arbeitsverhältnisses per
31. August 2004 (vgl. Sachverhalt Ziff. 1.2.2) am 30. September 2004 zwar noch
aufgrund einer Gesundheitsstörung, welche ihre Arbeitsfähigkeit bereits wäh
rend
der Versicherungsdauer
bei der Beklagten
eingeschränkt hatte, invalid war. Die
invalidisierende Gesundheitsstörung bestand jedoch nur bis
zum Ende des Jahres
200
4.
Ab Beginn des Jahres 2005 bis
zum Beginn der erneuten psy
chiatrischen
Behandlung bei
Dr.
med.
F._
im Februar 2007
(mithin wäh
rend rund zweier
Jahre)
ist aufgrund der umfassenden Würdigung der medizi
nischen Sachlage durch das Bund
esgericht weder eine somatisch noch eine psy
chisch bedingte Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit der Klägerin ausgewiesen, welche diese an der Realisierung eines - bezogen auf die angestammte Tätigkeit
–
renten
aus
schliessenden
Einkommens in einer der gesundheitlichen Beein
trächtigung ange
passten zumutbaren Tätigkeit hätte hindern können.
2.5
2.5.1
Soweit die Klägerin dem entgegenhalten will, alleine schon aus dem
Verlaufsbe
richt
von
Dr.
med.
B._
vom 6. Februar 2007 (Urk. 2/19) sowie aus dem
Unfall
schein
UVG (Urk. 2/20)
werde ersichtlich, dass
im zu
beurteilenden Zeitraum keineswegs von einer vollen Arbeitsfähigkeit die Rede sein könne (Urk. 1 S. 7), trifft es zwar zu, dass die besagten Dokumente Bescheinigungen über eine ein
ge
schränkte Arbeitsfähigkeit der Klägerin (in der angestammten Tätigkeit) ent
halten. Die Klägerin verkennt jedoch, dass diese Bescheinigungen nur einen kleinen Teil der - umfassend zu berücksichtigenden - medizinischen Akten dar
stellen und im Rahmen der sowohl vom Sozialversicherungsgericht als auch vom Bundesgericht
bereits erfolgten Gesamtwürdigung als unmassgeblich an
gesehen wurden. Die Klägerin legt nicht dar, weshalb diesen - ihren Rechts
standpunkt stützenden - Dokumenten bei einer berufsvorsorgerechtlichen Wür
digung des gleichen Sachverhalts ein anderer Stellenwert zukommen sollte wie im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren.
2.5.2
Unbehelflich
sind auch die Hinweise der Klägerin auf die
berufsvorsorgerecht
lich
massgebliche tatsächliche Leistungserbringung und die
Beurteilung der Ar
beitsfähigkeit durch die Organe der Arbeitslosenversicherung
(Urk. 1 S. 7 ff
.
bzw
.
Ziff.
23 ff.). Denn die von der Klägerin zu den Akten gereichten Beurtei
lungen der Organe der Arbeitslosenversicherung (Urk. 2/23 und Urk. 2/24) zei
gen, dass
deren Beurteilungen nicht in umfassender Kenntnis der IV-Akten
er
folgten, son
dern gestützt nur auf ärztliche Berichte, welche in den
invaliden
ver
siche
rungs
rechtlichen
Rechtsmittelverfahren als unmassgeblich angesehen wurden (vgl. vor
stehende E. 2.5.1).
Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass eine „
effektive
“ Leistungserbringung im
berufsvorsorgerechtlichen
Sinne
(vgl. den diesbezüglichen Literaturhinweis der Klägerin in Urk. 1 S. 8)
nur dann überprüft werden und massgeblich sein kann, wenn tatsächlich gearbeitet wird - und sei es auch nur a
ls Arbeitsversuch.
So
weit die Klägerin die von den Organen der Arbeitslosenversicherung verneinte Vermittlungsfähigkeit
(im Gegensatz zur „bloss“ medizinisch-theoretischen Arbeitsunfähigkeit, vgl. Urk. 1 S. 6 Ziff. 18) als berufsvorsorgerechtlich massge
blich ansieht (Urk. 1 S. 9 und Urk. 14 S. 2), verkennt sie, dass die
Vermitt
lungs
fähigkeit
in der Arbeitslosenversicherung auch das subjektive Element der
Leis
tungsbereitschaft
berücksichtigen muss, wogegen es
bei der i
nvaliden
-
und
beruf
s
vorsorgerechtlich
massgeblichen Arbeitsfähigkeit in einer
leidensange
passten
Tätigkeit
nicht darauf ankommt,
ob die
medizinisch-theoretisch
e Ar
beits
fähig
keit
(d.h.
die aufgrund der ärztlich festgestellten Einschränkungen
in den
für die Arbeitsleistung wesentlichen körperlichen und psychischen Funktio
nen
zu
mutbare Arbeitsleistung
) tatsächlich
verwertet wird
. Mit
anderen Worten:
Wenn jemand
trotz funktionellen Einschränkungen
arbeitet, könn
en Arbeitge
ber
und andere Dritt
personen überprüfen,
welche
Arbeitsleistung
effektiv
er
bracht wird
. A
ber wenn
jemand nicht arbeitet, lässt dies keine Rückschlüsse
darauf zu, in welchem Umfang
allfällige funktionelle Einschränkungen
die tat
sächlich mög
liche
Arbeitsleistung vermindern würden
.
Aus diesem Grund kann die von den Organen der Arbeitslosenversicherung festgestellte
Vermittlungs
unfähigkeit
nichts über die invaliden- und berufsvorsorgerechtlich massgebliche tatsäch
liche
Arbeitsfähigkeit aussagen
.
2.6
Nach dem Gesagten ist festzustellen, dass das in Sachen der Klägerin gegen die IV-Stelle ergangene Urteil des Bundesgerichts vom 18. September 2009 zwar keine direkte Bindungswirkung für die berufsvorsorgerechtliche Beurteilung hat (vgl. E. 2.1), dass aber die dem Urteil
zugrunde gelegenen
Sachverhaltsfeststel
lungen
auch für den vorliegend zu treffenden Entscheid
massgeblich sind
(vgl. E. 2.2) - zumal keine weiteren sachdienlichen Beweismittel zu den
Akten ge
reicht wurden (vgl. E. 2.3) - und dass die Klägerin nichts vorzubringen vermag
(vgl. Urk. 2.5), was die im besagten Bundesgerichtsurteil aufgrund einer umfas
sen
den Würdigung der medizinischen Sachlage getroffene Feststellung in Frage stellen könnte, wonach ab Beginn des Jahres 2005 bis zum Beginn der erneuten psychiatrischen Behandlung bei
Dr.
med.
F._
im Februar 2007 (mithin während rund zweier Jahre) weder eine somatisch noch eine psychisch bedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit der Klägerin ausgewiesen ist
(vgl. E. 2.4).
Da die Klägerin
während dieser Zeit ein
- bezogen auf die angestammte Tätig
keit - rentenausschliessenden Einkommens in einer der gesundheitlichen Beein
trächtigung angepassten zumutbaren Tätigkeit hätte
erzielen können
(vgl. E. 1.3)
, wurde der zeitliche Konnex zwischen der
während der
Versicherungs
dauer
bei der Beklagten eingetretenen invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit bis Ende 2004 und der mit den Verfügungen der IV-Stelle vom 17. Dezember 2009 (Urk. 2/11) und 24. Januar 2011 (Urk. 2/14) festgestellten Invalidität (ab 1. November bzw. ab 1. Mai 2007) unterbrochen
.
Dies bedeutet, dass die gemäss den Feststellungen der IV-Stelle im Jahr 2007
neu eingetretene Invalidität nicht mehr auf eine während der Versicherungszeit
bei der
Beklagte
n
eingetretene Arbeitsunfähigkeit zurückgeführt und die Be
klagt
e somit nicht mehr verpflichtet werden kann, der Klägerin dafür ab dem 1. Mai 2011 Invalidenleistungen auszurichten.
Da
die Klage
bereits aus diesem Grund abzuweisen ist, erübrigt es sich, noch
vor
frageweise
zu prüfen, ob die - offenbar unangefochten in Rechtskraft er
wachs
enen
-
Verfügungen der IV-Stelle
vom 17. Dezember 2009 und 24. Januar 2011 auf den Erwägungen des Bundesgerichtsurteils vom 18. September 2009 genügenden Abklärungen beruhen und damit eine Bindungswirkung hinsicht
lich der Leistungspflicht der Beklagten ab dem 1. Mai 2011 entfalten könnten.