Decision ID: 4653b4a6-f01d-4420-aa49-8766e4bc1c21
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Fürsprecher lic. iur. Daniel Küng, Anwaltskanzlei St. Jakob,
St. Jakob Strasse 37, 9000 St. Gallen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Invalidenrente und Integritätsentschädigung
Sachverhalt:
A.
A.a A._, geboren 1961, war bei einem Baugeschäft angestellt und dadurch bei der
Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert, als
er am 13. Juli 1987 von einem Baugerüst stürzte und sich an der linken Schulter
verletzte (vgl. Unfallmeldung act. G 3.1.1 sowie Einspracheentscheid vom
17. November 2010, act. G 3.3.179, S. 2; auch für die Folgen der späteren,
nachstehend aufgeführten Unfallereignisse war der Versicherte jeweils bei der Suva
versichert). Bei der Diagnose einer habituellen Schulterluxation links unterzog sich der
Versicherte am 24. April 1989 einer Rotations-Osteotomie sowie Labrum Refixation und
Subscapularis-Verlagerung der linken Schulter (act. G 3.1.5). In der Folge erlitt der
Versicherte mehrere Rückfälle (act. G 3.1.19 ff.).
A.b Am 26. Dezember 1998 stürzte der Versicherte beim Skifahren und verletzte sich
an der rechten Schulter (Quetschung; act. G 3.2.2). Er verspürte am 19. August 2003
starke Schmerzen an der rechten Schulter. Seine damalige Arbeitgeberin meldete dies
der Suva als Rückfall (act. G 3.2.1). Das Arthro-MRI der rechten Schulter vom 20.
August 2003 ergab keine Pathologie der Rotatorenmanschette, jedoch eine
apositionelle Knochenneubildung am Unterrand des Acromions sowie eine AC-
Gelenkarthrose im Anfangsstadium (act. G 3.2.4). Der Kreisarzt Dr. med. B._,
Facharzt für Chirurgie FMH, bescheinigte dem Versicherten eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit (Bericht vom 17. Dezember 2003, act. G 3.2.6). Am 18. März 2005
meldete die damalige Arbeitgeberin erneut einen Rückfall. Der Versicherte habe sich an
der rechten Schulter eine Prellung zugezogen. Ab 14. Februar 2005 habe er deswegen
die Arbeit ausgesetzt (act. G 3.2.12).
A.c Vom 12. April bis 10. Mai 2005 befand sich der Versicherte wegen seit 2 Jahren
bestehender Schulterbeschwerden zur Rehabilitation in der Klinik Valens. Im
Austrittsbericht vom 2. Juni 2005 diagnostizierten die behandelnden Ärzte eine
Periarthropathia humero-scapularis beidseits, einen anamnestisch gastroösophagealen
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Reflux sowie eine Bronchitis. Für eine leidensangepasste mittelschwere Tätigkeit
bescheinigten sie dem Versicherten eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (act. G 3.2.32).
A.d Der Versicherte erlitt im Rahmen einer Heckauffahrkollision vom 5. August 2005
(zum Unfallhergang vgl. das Protokoll der Kantonspolizei Zürich vom 6. August 2005,
act. G 3.4.5) eine HWS-Distorsion (act. G 3.4.8 und G 3.4.10; zu den unauffälligen
Ergebnissen der am 23. August 2006 durchgeführten vertebro-spinalen
Kernspintomographie [C0-Th6] vgl. den radiologischen Bericht vom 24. August 2006,
act. G 3.4.16).
A.e Kreisarzt Dr. B._ führte im Bericht vom 27. Februar 2006 aus, dass betreffend die
linke und rechte Schulter noch Unfallfolgen vorlägen. Dem Versicherten sei eine
mittelschwere leidensangepasste Arbeit uneingeschränkt zumutbar. Was die am
5. August 2005 erlittene Heckkollision anbelange, so lägen keine Unfallfolgen mehr vor.
In der Beurteilung vom 1. März 2006 legte er den Integritätsschaden für die
unfallbedingten Beeinträchtigungen der linken und rechten Schulter gesamthaft auf
14% fest (act. G 3.2.71).
A.f Dr. med. C._, Kantonsspital St. Gallen (KSSG), diagnostizierte im Bericht vom
10. Februar 2006 Bronchiektasen. Funktionell finde sich eine obstruktive und nicht
reversible Ventilationsstörung mittelschweren Grads. Die Aetiologie dieser Erkrankung
lasse sich nicht eruieren. Wahrscheinlich müssten frühkindliche bronchopulmonale
Infekte als Ursache angenommen werden (act. G 3.5.3). Am 10. April 2006 meldete der
Versicherte der Suva, dass dieses seit ungefähr 7 Jahren bestehende Leiden eine
Berufskrankheit sei (act. G 3.5.2; vgl. auch act. G 3.5.1). Mit Verfügung vom 21. Juni
2006 wies die Suva das Leistungsgesuch des Versicherten für die Folgen der
Bronchiektasen ab, da es sich dabei nicht um eine Berufskrankheit handle (act.
G 3.5.11). Das am 14. Juli 2006 gestellte Akteneinsichtsgesuch des Versicherten
(act. G 3.5.16) nahm die Suva als vorsorgliche Einsprache gegen die Verfügung vom
21. Juni 2006 entgegen (Schreiben der Suva vom 18. Juli 2006, act. G 3.5.17).
A.g Mit Verfügung vom 12. Oktober 2006 sprach die Suva dem Versicherten für die
Unfälle vom 26. Dezember 1998 (rechte Schulter) und vom 13. Juli 1987 (linke Schulter)
eine Integritätsentschädigung von 14% sowie mit Wirkung ab 1. September 2006 eine
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10%ige Invalidenrente zu (act. G 3.2.103). Dagegen erhob der Versicherte am 8.
November 2006 Einsprache. Er beantragte die Zusprache einer ganzen Rente sowie
einer Integritätsentschädigung von Fr. 97'200.--. Eventuell seien weitere Abklärungen
vorzunehmen (act. G 3.2.115; vgl. auch die ergänzende Begründung vom 20. Januar
2007, act. G 3.2.124).
A.h Am 27. Januar 2007 erlitt der Versicherte einen weiteren Unfall (Autokollision). Der
behandelnde Dr. med. D._, Facharzt für Chirurgie FMH, diagnostizierte im
Arztzeugnis vom 12. Februar 2007 eine Schulterkontusion beidseits. Die Behandlung
schloss er am 5. Februar 2007 ab. Bis zum 29. Januar 2007 bescheinigte er eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit. Danach hielt er den Versicherten für voll arbeitsfähig (act.
G 3.6.2).
A.i Dr. med. E._, Facharzt für Chirurgie FMH, bestätigte im Bericht vom 23. Januar
2008 im Zusammenhang mit den Schulterbeschwerden die kreisärztliche Einschätzung
vom 27. Februar 2006 (act. G 3.3.137).
A.j Am 14. Mai 2008 stürzte der Versicherte beim Velofahren auf die rechte Schulter
(act. G 3.7.1) und zog sich eine Rotatorenmanschettenläsion mit Zerrung des
M. subscapularis und der Supraspinatussehnen sowie der AC-Ligamente rechts zu
(Bericht des KSSG vom 20. August 2008, act. G 3.3.138).
A.k Der Versicherte erlitt am 3. August 2008 beim Spazieren ("Fuss vertrampt", act.
G 3.8.1) ein Supinationstrauma am linken oberen Sprunggelenk. Dr. D._ bescheinigte
dem Versicherten für die Dauer vom 4. bis 17. August 2008 eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit. Ab 18. August 2008 ging er vom Bestehen einer 100%igen
Arbeitsfähigkeit aus (act. G 3.8.2).
A.l Dr. med. F._, Facharzt für Pneumologie FMH, berichtete am 16. Dezember 2008,
dass der Versicherte an bilateralen Bronchiektasen leide. Grösstes Problem seien
wiederkehrende bakterielle Infekte. Lungenfunktionell bestehe eine mittelschwere
Obstruktion. Körperlich leichte bis allerhöchstens mittelschwere Arbeiten in
schadstoffarmer Luft könnten dem Versicherten in einem zeitlichen Pensum von 50 bis
höchstens 70% zugemutet werden (act. G 3.5.21).
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A.m In den Berichten vom 28. Januar und 12. Februar 2009 kam der Kreisarzt zum
Schluss, dass dem Versicherten eine mittelschwere leidensangepasste Tätigkeit
uneingeschränkt zumutbar sei. Der Integritätsschaden für die Beeinträchtigung der
beiden Schultern betrage nach wie vor 14% (act. G 3.3.155 und G 3.3.159). Das am
8. Februar 2010 erstellte MRI Arthro Schulter links zeigte einen bekannten Status nach
Humeruskopf-Verlagerungsosteotomie. Abgesehen von einem entlang der anterioren
Zirkumferenz degenerierten und teilweise abgelösten Labrum glenoidale sowie einer
leichtgradigen Ansatztendinopathie des Supraspinatus und Subscapularis bestand
postoperativ ein normales MR-Arthrotomogramm des linken Schultergelenks (act.
G 3.3.174). Die behandelnden Chirurgen des KSSG berichteten am 25. März 2010 von
progredienten Schulterschmerzen links bei Status nach Schulterluxation links 1987 mit
konsekutiver Lappenrefixation und Schulterstabilisierung 1989 (act. G 3.3.176).
A.n Im Einspracheentscheid vom 17. November 2010 wies die Suva die gegen die
Verfügungen vom 21. Juni 2006 und vom 12. Oktober 2006 erhobenen Einsprachen ab.
Zur Begründung führte sie aus, dass das Lungenleiden des Versicherten nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit in einem Zusammenhang mit dessen beruflicher
Tätigkeit stehe, weshalb keine Berufskrankheit vorliege. Bezüglich der
Heckauffahrkollision vom 5. August 2005 und der Kollision vom 27. Januar 2007
bestünden mangels natürlicher und adäquater Kausalität keine unfallbedingten Folgen
mehr. Was den beim Spazieren erlittenen Unfall vom 3. August 2008 anbelange, so
bestünden gemäss kreisärztlicher Einschätzung keine objektivierbaren Unfallfolgen
mehr. Das Bestehen relevanter Unfallfolgen betreffend das obere linke Sprunggelenk
sei daher zu verneinen. Bei der Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine
Integritätsentschädigung seien lediglich die unfallbedingten Schulterleiden zu
berücksichtigen. Die verfügten Leistungen seien daher nicht zu beanstanden (act.
G 3.3.179).
B.
B.a Gegen den Einspracheentscheid vom 17. November 2010 richtet sich die
Beschwerde vom 3. Dezember 2010. Der Beschwerdeführer beantragt darin dessen
Aufhebung, soweit darin eine weitergehende Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin
verneint werde. Es seien ihm aus den Unfällen und der Berufskrankheit eine
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Invalidenrente und Integritätsentschädigung von mindestens 70% zuzusprechen, unter
Kosten- und Entschädigungsfolge. Eventualiter sei die Sache zur Vornahme weiterer
Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Der Beschwerdeführer stellt
sich im Wesentlichen auf den Standpunkt, dass das Lungenleiden eine Berufskrankheit
darstelle und die wechselseitige Beeinflussung sämtlicher Unfälle nicht gewürdigt
worden sei. Er gehe heute noch im Rahmen eines 35%igen Pensums einer Tätigkeit als
Hauswart nach. Dies sei das Maximum, was er aus gesundheitlichen Gründen noch
leisten könne. Dem sei bei der Bestimmung des Invalideneinkommens Rechnung zu
tragen (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 23. Dezember
2010 die Beschwerdeabweisung. Sie hielt darin fest, dass lediglich noch
leistungsbegründende Schäden an den Schultern bestünden. Die Bronchiektasen seien
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf eine Berufstätigkeit des
Beschwerdeführers zurückzuführen. Es bestehe kein Anlass für weitere Abklärungen
(act. G 3).
B.c In der Replik vom 11. April 2011 hielt der Beschwerdeführer unverändert an der
Beschwerde fest (act. G 12).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (vgl. act. G 13).

Erwägungen:
1.
Zwischen den Parteien strittig sind die Höhe der Invalidenrente sowie der
Integritätsentschädigung.
2.
Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20)
werden bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten
Versicherungsleistungen gewährt. Der Unfallversicherer hat jedoch für einen
Gesundheitsschaden nur insoweit Leistungen zu erbringen, als dieser nicht nur in
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einem natürlichen, sondern auch in einem adäquaten Kausalzusammenhang zu einem
versicherten Ereignis steht (BGE 119 V 338 E. 1).
3. Zunächst ist die Frage zu prüfen, ob es sich bei den Bronchiektasen um eine
Berufskrankheit im Sinn von Art. 9 UVG handelt.
3.1 Als Berufskrankheiten gelten Krankheiten (Art. 3 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]), die bei der
beruflichen Tätigkeit ausschliesslich oder vorwiegend durch schädigende Stoffe oder
bestimmte Arbeiten verursacht worden sind. Der Bundesrat erstellt die Liste dieser
Stoffe und Arbeiten sowie der arbeitsbedingten Erkrankungen (Art. 9 Abs. 1 UVG). Als
Berufskrankheiten gelten auch andere Krankheiten, von denen nachgewiesen wird,
dass sie ausschliesslich oder stark überwiegend durch berufliche Tätigkeit verursacht
worden sind (Art. 9 Abs. 2 UVG).
3.2 Gemäss Ziffer 2 lit. b von Anhang 1 zur Verordnung über die Unfallversicherung
(UVV; SR 832.202) in Verbindung mit Art. 9 Abs. 1 UVG gelten Erkrankungen der
Atmungsorgane nur dann als Berufskrankheit, wenn sie auf Arbeiten in Stäuben von
Baumwolle, Hanf, Flachs, Getreide und Mehl von Weizen und Roggen, Enzymen oder
Schimmelpilzen zurückzuführen sind. Vorliegend übte der Beschwerdeführer keine
Tätigkeiten mit den genannten Stoffen aus. Deshalb und weil das Leiden des
Beschwerdeführers nicht einem anderen "Listenfall" zugeordnet werden kann, ist das
Vorliegen einer Berufskrankheit im Sinn von Art. 9 Abs. 1 UVG zu verneinen.
3.3 Zu prüfen bleibt, ob die Bronchiektasen unter die Generalklausel von Art. 9 Abs. 2
UVG fallen.
3.3.1 Diese Generalklausel bezweckt, allfällige Lücken zur bundesrätlichen Liste
gemäss Anhang 1 zur UVV zu schliessen. Nach der Rechtsprechung ist die
Voraussetzung des ausschliesslichen oder stark überwiegenden Zusammenhangs
gemäss Art. 9 Abs. 2 UVG erfüllt, wenn die Berufskrankheit mindestens zu 75% durch
die berufliche Tätigkeit verursacht worden ist (BGE 126 V 186 E. 2b). Der Beweis dieser
qualifizierten Ursächlichkeit ist jedoch dann ausgeschlossen, wenn aufgrund
medizinischer Forschungsergebnisse ein Erfahrungswert dafür besteht, dass eine
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berufsbedingte Ursache von ihrer Natur her nicht nachgewiesen werden kann (BGE
126 V 188 E. 3b).
3.3.2 Dr. C._ gelangte im Bericht vom 10. Februar 2006 zur Auffassung, dass sich die
Aetiologie der Bronchiektasen nicht eruieren lasse. Eine allergische bronchopulmonale
Aspergillose sei vorliegend unwahrscheinlich. Wahrscheinlich müssten frühkindliche
bronchopulmonale Infekte als Ursache angenommen werden. Diese Erkenntnisse
stützte er auf eine Laboruntersuchung, eine Lungenfunktionsprüfung sowie ein
Dünnschicht-CT der Lunge. Ferner nahm Dr. C._ eine Sputumuntersuchung vor, die
offenbar keine weiteren wichtigen Hinweise lieferte (act. G 3.5.3). Gestützt auf diese
schlüssige, in Kenntnis der beruflichen Situation des Beschwerdeführers ergangene,
auf eigenen Untersuchungen beruhende Beurteilung ist ein qualifizierter
Zusammenhang im Sinn von Art. 9 Abs. 2 UVG zu verneinen, zumal diese Sichtweise
vom Suva-Arzt Dr. med. G._, Facharzt für Arbeitsmedizin FMH, bestätigt wurde
(Stellungnahme vom 13. Juni 2006, act. G 3.5.7) und sich auch aus dem Bericht des
behandelnden Pneumologen Dr. F._ keine anderslautenden Erkenntnisse ergeben
(Bericht vom 16. Dezember 2008, act. G 3.5.21). Ergänzend ist zu bemerken, dass
anlässlich des Therapieaufenthalts in der Klinik Valens keine Hinweise auf
pneumonische Infiltrate gefunden wurden (act. G 3.2.32, S. 3) und sich die Aufgabe der
langjährigen Tätigkeit in der Schaumstofffabrik (vgl. zur Tätigkeit den Bericht über die
Arbeitsplatzabklärung vom 11. März 2005, act. G 3.2.16) per 31. August 2005 (act.
G 3.2.29) nicht - zumindest nicht günstig - auf das Lungenleiden ausgewirkt hat.
Angesichts der von Dr. C._ vorgenommenen Untersuchungen sowie der
dargestellten Aktenlage besteht kein weiterer Abklärungsbedarf. Die
Beschwerdegegnerin hat damit die Leistungspflicht für die Folgen der Bronchiektasen
zu Recht verneint.
4.
Was die Motorfahrzeugkollisionen vom 5. August 2005 und vom 27. Januar 2007
anbelangt, so hat die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspracheentscheid
ausführlich dargelegt, dass keine objektivierbaren Unfallfolgen mehr bestehen und ein
adäquater Kausalzusammenhang zu verneinen ist (act. G 3.3.179, S. 9 ff.). Auf die in
Übereinstimmung mit der Aktenlage stehenden, in allen Punkten überzeugenden
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Ausführungen der Beschwerdegegnerin kann verwiesen werden, zumal der
Beschwerdeführer dieser Betrachtungsweise nichts Substanziiertes entgegenhält. Mit
Blick auf das Fehlen adäquater Folgen aus den Verkehrsunfällen können die Fragen
offen gelassen werden, ob die vom Beschwerdeführer daraus geklagten Leiden
natürlich unfallkausal sind und ob ihnen eine invalidisierende Wirkung (BGE 136 V 279)
zukommt.
5.
Aus dem Bericht von Dr. D._ vom 8. Oktober 2008 ergibt sich, dass das am 3.
August 2008 am linken oberen Sprunggelenk erlittene Supinationstrauma spätestens
ab 18. August 2008 keinen Einfluss mehr auf die Arbeitsfähigkeit hatte (act. G 3.8.2).
Auch aus den übrigen Akten lässt sich keine - zumindest für einen Anspruch auf eine
Integritätsentschädigung oder Invalidenrente relevante - dauerhafte unfallbedingte
Beeinträchtigung entnehmen. Gegenteiliges wird denn auch vom Beschwerdeführer
nicht geltend gemacht.
6.
Zwischen den Parteien ist unbestritten, dass die Schulterleiden des Beschwerdeführers
sowohl natürlich wie auch adäquat kausal sind. Im Streit stehen die Fragen, in welchem
Umfang die Leistungsfähigkeit durch die Schulterleiden beeinträchtigt wird und ob seit
der kreisärztlichen Einschätzung vom 28. Januar 2009 eine relevante Verschlechterung
eingetreten ist.
6.1 Der Kreisarzt gelangte im Bericht vom 28. Januar 2009 zum Schluss, dass die
unfallbedingten Gesundheitsschäden zu einer qualitativen Leistungseinschränkung
führten. Dem Beschwerdeführer sei lediglich noch eine mittelschwere Arbeit mit
maximal zu hebenden Lasten von 10 bis 15 kg zumutbar. Arbeiten über Kopf seien
unbelastet sporadisch möglich, jedoch nicht in einem dauerhaften Einsatz. Mit den
oberen Extremitäten repetitiv weit ausreichende Tätigkeiten seien ungeeignet.
Tätigkeiten, die mit Impuls-wirkungen verbunden seien, wie Arbeiten mit stossenden
oder vibrierenden Geräten, seien zu vermeiden. Eine zusätzliche quantitative
Leistungseinschränkung für eine leidensangepasste Tätigkeit verneinte der Kreisarzt.
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6.2 Der Beschwerdeführer bringt keine näher begründeten Rügen vor, welche die
kreis-ärztliche Einschätzung in Zweifel zu ziehen vermöchten. Soweit er vorbringt, die
verschiedenen Unfälle würden sich "gerichtsnotorisch" wechselseitig beeinflussen (act.
G 1, S. 7), kann ihm nicht gefolgt werden. Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass
lediglich noch im Bereich der an den Schultern erlittenen Unfallereignisse unfallkausale
Folgen bestehen. Nicht zu berücksichtigen sind allenfalls noch bestehende Folgen des
Lungenleidens, der Motorfahrzeugunfälle (namentlich der vom Beschwerdeführer
darauf zurückgeführten Nackenschmerzen) oder des Supinationstraumas, da diese
unfallfremd sind (vgl. vorstehende E. 3 bis 5). Im Übrigen legt der Beschwerdeführer
nicht konkret dar, inwiefern sich die unfallbedingten Leiden wechselseitig beeinflussen.
Gegen die Sichtweise des Beschwerdeführers spricht weiter, dass der Kreisarzt gerade
keine isolierte Beurteilung vornahm, sondern vielmehr im Rahmen eines
Gesamtergebnisses die Restleistungsfähigkeit bemass (act. G 3.3.155). Wie der
Beschwerdeführer selbst einräumt, beruht die kreisärztliche Einschätzung auf einer
eigenständigen Untersuchung und erfolgte in Kenntnis der vorhandenen medizinischen
Aktenlage (act. G 1, S. 8). Aus der übrigen medizinischen Aktenlage ergeben sich keine
Hinweise für eine abweichende Einschätzung der unfallbedingten Einschränkungen der
Restarbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten. Da keine Zweifel an der
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der kreisärztlichen Beurteilung bestehen, sind keine
ergänzenden Abklärungen mittels unabhängiger Begutachtung vorzunehmen (BGE 135
V 469 f. E. 4.4 mit Hinweis).
6.3 Der Beschwerdeführer stellt sich weiter auf den Standpunkt, dass sich sein
Gesundheitszustand seit der kreisärztlichen Einschätzung verschlechtert habe. Er
verweist auf Aussagen der behandelnden Ärzte, wonach "vermehrt Schmerzen bei
Bewegungen" bzw. "progrediente Schmerzen" bestünden (act. G 1, S. 8). Vorab ist zu
bemerken, dass sich aus den seit der kreisärztlichen Beurteilung vom 28. Januar 2009
ergangenen
medizinischen Akten keine objektivierbare Verschlechterung der unfallbedingten Leiden
ergibt. Allein aufgrund der Schmerzangaben des Beschwerdeführers ist keine
dauerhafte Verschlechterung des Gesundheitszustands mit quantitativer Auswirkung
auf die Restarbeitsfähigkeit ausgewiesen. Auch besteht gestützt allein auf die
"diffusen" (act. G 3.3.176) Schmerzangaben des Beschwerdeführers keine
Veranlassung für die Vornahme weiterer Abklärungen. Dies umso weniger, als sich aus
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dem von ihm ins Feld geführten Bericht des KSSG vom 25. März 2010 stationäre
Befunde ergaben (vollumfängliche Beweglichkeit der Schultern, unauffällige
Testergebnisse sowie intakte Rotatorenmanschette links, act. G 3.3.176). Damit geht
einher, dass sich im Radiologie-Bericht vom 8. Februar 2010 (MRI Arthro Schulter links)
ein "bekannter Status" zeigte (act. G 3.3.174). Im Licht dieser Umstände ist eine
gesundheitliche Verschlechterung mit Auswirkung auf die Leistungsfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten zumindest nicht überwiegend wahrscheinlich.
7.
Ausgehend von der ausschliesslich mit Blick auf die unfallbedingten Leiden
medizinisch bescheinigten 100%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste
Tätigkeiten ist der Anspruch auf eine Invalidenrente zu prüfen.
7.1 Gemäss Art. 18 Abs. 1 UVG hat eine versicherte Person Anspruch auf eine
Invalidenrente, wenn sie infolge eines Unfalls zu mindestens 10% invalid ist (Art. 8
ATSG). Die Invalidenrente beträgt bei Vollinvalidität 80% des versicherten Verdienstes;
bei Teilinvalidität wird sie entsprechend gekürzt (Art. 20 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads
wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität
und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das
sie erzielten könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
7.2 Das von der Beschwerdegegnerin ermittelte Valideneinkommen von Fr. 62'660.--
(act. G 3.2.94) wird vom Beschwerdeführer nicht bestritten (act. G 1, S. 9, sowie act.
G 3.2.124, S. 5). Es ergeben sich aus den Akten keine Hinweise für eine unrichtige
Berechnung, weshalb darauf abgestellt werden kann.
7.3 Betreffend die Höhe des Invalideneinkommens stellt sich der Beschwerdeführer
auf den Standpunkt, dieses sei nicht gestützt auf die DAP-Löhne, sondern auf den von
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ihm tatsächlich erzielten Verdienst als Hauswart von monatlich Fr. 1'600.-- zu
bestimmen (act. G 1, S. 8).
7.3.1 Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in der die versicherte Person konkret steht. Ist kein
solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die
versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine
an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so ist auf
Erwerbstätigkeiten abzustellen, die ihr angesichts ihrer Ausbildung und ihrer
physischen sowie intellektuellen Eignung zugänglich wären (BGE 129 V 475 f. E. 4.2.1).
Die Beschwerdegegnerin stellte hierfür auf die sogenannten DAP-Löhne ab (BGE 129 V
472 ff.).
7.3.2 Der Beschwerdeführer übt eine Tätigkeit im Rahmen eines 35%igen Pensums
aus (vgl. act. G 1, S. 8). Da er damit die ihm kreisärztlich bescheinigte 100%ige
Restleistungsfähigkeit nicht in zumutbarem Umfang verwertet, stellt der tatsächlich
erzielte Verdienst keine verlässliche Grundlage für die Bestimmung des
Invalideneinkommens dar. Die Beschwerdegegnerin hat damit zu Recht auf DAP-Löhne
abgestellt. Sie ermittelte gestützt darauf ein Invalideneinkommen von Fr. 56'149.-- (act.
G 3.2.94). Die ausgewählten DAP-Löhne (vgl. hierzu act. G 3.2.95) entsprechen den
von der Rechtsprechung formulierten Anforderungen (wie etwa Repräsentativität,
Anzahl DAP-Blätter usw.; vgl. BGE 129 V 472 ff.). Der Beschwerdeführer rügt denn
auch nicht die konkrete Ermittlung.
7.3.3 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 62'660.-- und einem Invalideneinkommen
von Fr. 56'149.-- resultieren eine Erwerbseinbusse von Fr. 6'511.-- und ein
Invaliditätsgrad von abgerundet (zu den Rundungsregeln vgl. BGE 130 V 121 ff.) 10%
([Fr. 6'511.-- / Fr. 62'660.--] x 100) bzw. ein entsprechender Rentenanspruch.
8.
Schliesslich bleibt noch die Höhe der Integritätsentschädigung zu prüfen.
8.1 Gemäss Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine
angemessene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde
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erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet.
Die Bemessung der Integritätsentschädigung richtet sich laut Art. 25 Abs. 1 UVG nach
der Schwere des Integritätsschadens. Art. 36 Abs. 1 UVV bestimmt, dass ein
Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen
Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht; er ist erheblich, wenn die körperliche,
geistige oder psychische Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig
oder stark beeinträchtigt wird (vgl. auch BGE 124 V 209).
8.2 Der Kreisarzt schätzte die Integritätseinbusse unter Einbezug lediglich der
unfallbedingten Beeinträchtigungen am 28. Januar 2009 auf insgesamt 14% (act.
G 3.3.155; vgl. auch die Einschätzung vom 1. März 2006, act. G 3.2.71). Ausweislich
der medizinischen Akten wurde diese Einschätzung von keiner medizinischen
Fachperson angezweifelt. Somit ist nicht zu beanstanden, dass die
Beschwerdegegnerin die Höhe der Integritätsentschädigung auf der Basis dieser
Einschätzung bestimmt hat (Urteil des Bundesgerichts vom 7. Februar 2012,
8C_692/2011, E. 4.3), zumal keine Anhaltspunkte für eine unrichtige Bemessung
ersichtlich sind und solche vom Beschwerdeführer auch nicht substanziiert geltend
gemacht werden (act. G 1, S. 9, wonach der Integritätsschaden entsprechend dem
vom Beschwerdeführer ermittelten 70%igen Invaliditätsgrad festzusetzen sei).
9.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen
Anspruch auf eine Parteientschädigung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39
VRP