Decision ID: 6ac45063-1257-580c-ae2e-3657e373c5ed
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich im Februar 2011 wegen Schmerzen im rechten Daumen nach
einem Unfall am 7. September 2010 bei der IV-Stelle des Kantons B._ zum Bezug
von Leistungen der Invalidenversicherung (IV) an (IV-act. 8). Er gab an, er habe keinen
Beruf erlernt; zuletzt habe er als Bodenleger gearbeitet. Er habe sich Anfang Januar
2010 in der Schweiz niedergelassen. Als einzige Gesundheitsbeeinträchtigung gab er
Schmerzen am rechten Daumen an. In einem Arbeitgeberfragebogen teilte die C._
GmbH am 7. März 2010 (richtig wohl: 7. März 2011) mit (IV-act. 13), der Versicherte sei
von April 2010 bis Dezember 2010 angestellt gewesen. Der letzte Arbeitstag sei der
7. September 2010 gewesen. Beim Verlegen von Parkett, Teppich oder Linol brauche
man beide Hände. Das AHV-beitragspflichtige Einkommen habe Fr. 4'800.-- pro Monat
betragen. Dr. med. D._ berichtete am 26. Mai 2011 (IV-act. 17), der Versicherte habe
bei einem Sturz am 7. September 2010 eine Scaphoidfraktur rechts erlitten. Schon bei
geringer Belastung träten Schmerzen im rechten Handgelenk auf. Als Bodenleger sei
der Versicherte bis auf weiteres vollständig arbeitsunfähig. Am 20. Oktober 2011 erliess
die IV-Stelle des Kantons B._ eine Verfügung, deren Dispositiv lautete: Das
Leistungsbegehren wird abgewiesen (IV-act. 34). Zur Begründung gab sie an, der
Versicherte habe sich im September 2010 bei einem Sturz verletzt; seither sei er in
seiner Tätigkeit eingeschränkt. Seit Januar 2010 sei er in der Schweiz wohnhaft.
Gemäss ihren Abklärungen habe er die Beitragszeit von mindestens einem Jahr (vgl.
Art. 6 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20)
nicht erfüllt, womit die versicherungsmässigen Voraussetzungen nicht erfüllt seien.
Diese Abweisungsverfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
A.a.
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Im Februar 2015 meldete sich der Versicherte bei der IV-Stelle des Kantons
St. Gallen wegen eines Herz-, Lungen- und Venenleidens, einer Handarthrose rechts
und eines gefühllosen Handgelenks links erneut zum Bezug von Leistungen an (IV-
act. 35). Dr. med. E._, Fachärztin für Allgemeine Medizin, teilte am 1. April 2015
folgende Diagnosen mit (IV-act. 50): (1) AVK Stadium II mit (2) Status nach inkompletter
Ischämie der A. femoralis superficialis links 05/2012, DD embolisch bei PFO, DD
arteriosklerotisch, Status nach Blue toe-Syndrom Grosszehe links; (3)
teilthrombosiertes Aneurysma der A. iliaca communis links, mittel- bis höhergradige
Stenose der A. femoralis communis links, abgangsnahe Stenose der A. iliaca interna
links, Risikofaktoren eines fortgesetzten schweren Nikotinabusus, einer
Fettstoffwechselstörung und eines Hypertonus; (4) hypertensive Herzerkrankung; (5)
COPD GOLD Stadium 1 (B); (6) offenes foramen ovale; (7) a.e. Fingerpolyarthrose; (8)
rezidivierende Hepatopathie mit erhöhten Transaminasen. Dr. E._ attestierte eine seit
Mai 2012 fast durchgehend bestehende vollständige Arbeitsunfähigkeit. Sie gab an,
der Versicherte leide an einer Belastungsdyspnoe, Schmerzen in den Händen und
Handgelenken und beim Gehen in den Beinen. Körperlich leichte Tätigkeiten mit dem
Heben und Tragen von maximal zehn Kilogramm und der Möglichkeit zu Pausen und
Lagewechseln seien allenfalls bis zu fünf bis sechs Stunden am Tag möglich. Sie
reichte Berichte des P._ vom 24. Oktober 2013 (IV-act. 50-4), vom 11. September
2014 (IV-act. 50-12) und vom 12. September 2014 (IV-act. 50-10), einen Bericht des
Q._ vom 12. Februar 2014 (IV-act. 50-17) und einen Bericht der R._ vom
26. Februar 2015 (IV-act. 50-19) ein. Dr. med. F._ vom Regionalen Ärztlichen Dienst
(RAD) notierte am 8. April 2015 (IV-act. 51), seit dem 1. Februar 2015 bestehe eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit. Ab dem 8. April 2015 bestehe ein
Eingliederungspotential in einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit bei
einem Pensum von initial fünf bis sechs Stunden täglich.
A.b.
Fachärzte der S._ berichteten am 26. April 2015 (IV-act. 58), der Versicherte
habe sich am 21. April 2015 folgendem Eingriff unterzogen: Thrombendarteriektomie
femoral mit Profundaplastik, Eversionsendarteriektomie der proximalen Arteria
femoralis superficialis mit Patchplastik, Stenteinlage der Arteria iliaca communis links.
Der Eingriff habe problemlos durchgeführt werden können und der postoperative
Verlauf sei komplikationslos gewesen. Am 5. Juni 2013 hatte Dr. med. G._, Facharzt
A.c.
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FMH für Augenheilkunde, mitgeteilt (IV-act. 60), der Visus betrage am linken Auge 0.3
und am rechten Auge korrigiert knapp 1.0 (vgl. auch den Bericht der T._ vom 14. Juni
2013, IV-act. 109-18; Fachärzte hatten darin angegeben, es bestehe keine Indikation
zur Applikation von Anti-VEGF). Die RAD-Ärztin F._ notierte am 2. Juni 2015 (IV-
act. 62), der Gesundheitszustand des Versicherten sei wegen der Gefässoperation
derzeit instabil. Am 11. November 2015 gab eine Fachärztin der U._ an (IV-act. 71),
eine geplante Operation vom 27. November 2015 und das Resultat bezüglich der
Gefässsituation circa drei Monate nach der Operation werde abgewartet. Am
24. November 2015 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit (IV-act. 73), zurzeit seien
keine beruflichen Massnahmen möglich.
Am 27. November 2015 wurde der Versicherte einer lokalen Resektion der linken,
proximalen Arteria femoralis superficialis, Rekonstruktion mittels autologem
Veneninterponat, unterzogen. Fachärzte der S._ gaben im Austrittsbericht vom
1. Dezember 2015 (IV-act. 85) die Diagnosen eines peripher embolisierenden,
proximalen und bifokalen Aneurysmas (teilthrombosiert) der Arteria femoralis
superficialis links, einer Claudicatio im Fontaine Stadium IIb links mit Blue-toe Syndrom
und des Nachweises eines homozygoten Plasminogen Aktivator Inhibitor 1 5G
Promotor Polymorphismus mit erhöhter ACE-Konzentration an. Sie hielten fest, der
postoperative Verlauf sei komplikationslos gewesen. Am 30. Dezember 2015 berichtete
ein Facharzt derselben Klinik (IV-act. 87), der Versicherte sei von Dr. E._ zur
vorgezogenen Verlaufskontrolle zugewiesen worden, weil er über schmerzhafte
Dysästhesien entlang des linken Beins geklagt habe, die ihm das Laufen
verunmöglichten. In der Untersuchung habe sich ein normaler postoperativer Verlauf
gezeigt. Im Bereich des medio-ventralen Kniegelenks und des Unterschenkels liege
eine eindeutige Hypästhesie vor. Offenbar sei der Versicherte durch diese
Gefühlsstörung verunsichert und belaste übervorsichtig, sodass er eine Einschränkung
seiner Gehfähigkeit erlebe. Er (der Facharzt) sei mit dem Versicherten mehrere hundert
Meter zügig gegangen, wobei der Versicherte die initiale Unsicherheit gut habe
überwinden können und anschliessend normal gelaufen sei. Insgesamt sei die
Prognose günstig und die Situation habe sicher keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit.
Am 15. Februar 2016 berichtete ein Facharzt des V._ (IV-act. 90), der Versicherte
habe über eine nach der Operation vom November 2015 aufgetretene Taubheit vom
A.d.
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Knie hinab bis zur Innenseite des Knöchels sowie über Schmerzen beim Laufen
geklagt. In der Untersuchung habe sich im Nervenverlauf kein Tinel-Zeichen auslösen
lassen. An den übrigen Nerven am linken Fuss hätten sich neurographisch keine
Hinweise für eine generalisierte Polyneuropathie gefunden. Der N. saphenus sei auf der
gesunden Seite bei einer relativen Strom-Intoleranz und einer lokalen
Druckschmerzhaftigkeit bei der Platzierung des Stimulators nicht ableitbar gewesen,
weshalb auf eine Ableitung links verzichtet worden sei. Nach einer lokalen Infiltration
sei es nach wenigen Minuten zu einer deutlichen Schmerzreduktion und zu einer
Normalisierung des Gangbildes gekommen. Eine Anmeldung im W._ zur Abklärung
des neuropathischen Schmerzsyndroms sei erfolgt (vgl. auch IV-act. 89). Er
diagnostizierte ein neuropathisches Schmerzsyndrom N. saphenus links. Am
17. Februar 2016 teilten Fachärzte der X._ mit (IV-act. 93), sie hätten die Diagnosen
eines SLAC-Wrist I bis II rechts bei SL-Bandinstabilität und DISI-Fehlstellung und eines
Verdachts auf eine karpale Gefügestörung links mit PISI-Fehlstellung erhoben. Der
Versicherte klage seit Jahren über vor allem belastungsabhängige Schmerzen in beiden
Händen bzw. Handgelenken, rechts deutlich ausgeprägter als links. Nun habe er vor
zehn Tagen beim Tragen einer Blockmaschine (zur Bearbeitung von Parkett) plötzlich
starke Gefühlsstörungen in beiden Händen gehabt, begleitet von einem akuten
Kraftverlust. Nach circa zehn bis fünfzehn Minuten habe sich dies wieder erholt. Sie
empfahlen eine elektrophysiologische Abklärung beider Hände und die Durchführung
einer Computertomographie am rechten Handgelenk.
Dr. E._ berichtete am 2. Mai 2016 (IV-act. 99), der Versicherte leide an folgenden
Diagnosen: SLAC Wrist I bis II rechte Hand bei SL Bandinstabilität und DISI-
Fehlstellung, Verdacht auf karpale Gefügestörung linke Hand mit PISI-Fehlstellung,
Verdacht auf KTS rechts grösser als links, neuropathisches Schmerzsyndrom N.
saphenus links nach gefässchirurgischem Eingriff mit vermutlicher Remission in
Zukunft, generalisierte Arteriosklerose mit relevanter AVK, Status nach lokaler
Resektion eines Aneurysmas der A. femoralis superficialis links und Veneninterponat
am 27. November 2015, Hypertonus, Nikotinabusus, hereditäre Gerinnungsstörung
(homozygoter Plasminogen Aktivator Inhibitor 1 5G Promoter Polymorphysmus), COPD
Stadium II bei Nikotinabusus (mehrfach Dokumentation eines fraglichen Rauchstopps),
intermittierende Oberbauchschmerzen, DD intermittierende Gallenabflussstörung. Sie
A.e.
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führte aus, nach einer Aneurysmaresektion im November 2015 habe der Versicherte an
neuropathischen Schmerzen vom linken Oberschenkel bis in den Unterschenkel
gelitten; unter einer Schmerztherapie hätten sich die Schmerzen im Verlauf deutlich
gebessert, sodass sie nicht mehr sehr beeinträchtigend seien. Im Bereich beider Hände
bestünden degenerative Veränderungen, eine Diagnostik sei noch ausstehend. Die
Schmerzen seien rechts stärker als links, vor allem bei Belastungen. Momentan trage
der Versicherte eine stabilisierende Schiene am rechten Handgelenk. Operative
Eingriffe seien vorgesehen. In der Tätigkeit als Bodenleger bestehe vom 17. Dezember
2015 bis "auf Weiteres zuletzt bis 31. Mai 2016" eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. In
einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit hänge die Arbeitsfähigkeit von
der Einsatzfähigkeit der Hände ab. Die Einschätzung des Handchirurgen sei
entscheidend. Dem Versicherten scheine aber an der Wiederaufnahme einer Tätigkeit
nicht gelegen zu sein. Sie reichte unter anderem einen Bericht der X._ vom 2. März
2016 ein (IV-act. 99-10). Die Fachärzte hatten darin festgehalten, vor der geplanten
Operation (Arthroskopie und Teilarthrodese Handgelenk rechts) werde eine
elektrophysiologische Abklärung durchgeführt mit der Frage nach einem allfälligen
Karpaltunnelsyndrom. Die RAD-Ärztin Dr. F._ notierte am 19. Mai 2016 (IV-act. 101),
die angestammte, körperlich schwere Tätigkeit als Plattenleger sei dem Versicherten
dauerhaft nicht mehr zumutbar. In einer körperlich leichten, wechselbelastenden
Tätigkeit ohne eine starke Belastung der Hände bzw. Handgelenke beidseits bestehe
eine vollständige Arbeitsfähigkeit. Derzeit würden Abklärungen bezüglich eines
Karpaltunnelsyndroms durchgeführt. Eine allfällige Operation würde eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit von circa zwei Monaten bewirken. Am 25. Mai 2016 wurde eine
Handgelenksarthroskopie rechts durchgeführt (IV-act. 103-2) und am 27. Juli 2016
wurde der Versicherte an der rechten Hand operiert (Four-Corner-Fusion mit
Beckenkammspongiosa von rechts). Ein Facharzt der X._ attestierte im
Kurzaustrittsbericht vom 2. August 2016 (IV-act. 105) eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit vom 27. Juli 2016 bis zum 11. September 2016. Am 8. September
2016 berichteten Fachärzte derselben Klinik, vier Wochen nach der Operation sei der
Versicherte weitgehend beschwerdefrei. Er setze die Finger vollumfänglich ein, auch
die Pro- und die Supination seien problemlos möglich. Die Extension und die Flexion
sollten erst in zwei Wochen beübt werden.
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Dr. E._ teilte am 2. Dezember 2016 unter Beilage eines Berichts der X._ vom
26. Oktober 2016 mit (IV-act. 109, 109-8), leichte Tätigkeiten mit der rechten Hand
seien wieder möglich. Eine Leistenhernienoperation sei geplant; diese führe nicht zu
einer längeren Arbeitsunfähigkeit. In einer körperlich leichten Tätigkeit ohne eine
gewichtsmässige Belastung der Hände und ohne dauernde Zwangshaltungen bestehe
theoretisch eine vollständige Arbeitsfähigkeit. Subjektiv gehe es dem Versicherten
immer schlecht; eine Wiederaufnahme einer Tätigkeit werde von ihm nicht angestrebt.
Die RAD-Ärztin Dr. F._ notierte am 12. Dezember 2016 (IV-act. 111), gemäss dem
Bericht der X._ vom 26. Oktober 2016 bestehe in leichten Tätigkeiten ohne eine
starke Belastung der rechten Hand eine vollständige Arbeitsfähigkeit. Am
15. Dezember 2016 gaben Fachärzte der X._ an (IV-act. 113), knapp fünf Monate
nach der Operation bestehe radiologisch ein sehr gutes Resultat. Die
Handgelenksbeweglichkeit sei noch stark eingeschränkt. Eine Verlaufskontrolle in
sechs bis acht Wochen sei geplant. Bis dahin bestehe eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit. In Bezug auf das Handgelenk links gaben die Fachärzte die
Diagnose einer karpalen Gefügestörung mit PISI-Fehlstellung bei einer mediokarpalen
Arthrose an. Die RAD-Ärztin Dr. F._ notierte am 3. Januar 2017 (IV-act. 115), die von
der X._ postulierte vollständige Arbeitsunfähigkeit sei nicht nachvollziehbar und
beruhe auf den subjektiv empfundenen Schmerzen des Versicherten bei einem guten
radiologischen Resultat. Die Hausärztin Dr. E._ gehe von einer vollständigen
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit aus. Aus der Sicht des RAD sei der
Versicherte in einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeit ohne das Zurücklegen von
längeren Gehstrecken, ohne das Besteigen von Leitern oder Gerüsten und ohne
repetitive Gewichtsbelastungen der Handgelenke über fünf Kilogramm zu mindestens
50% arbeitsfähig. Die frühere Tätigkeit als Plattenleger sei dem Versicherten nicht mehr
zumutbar.
A.f.
Am 8. September 2017 gewährte die IV-Stelle dem Versicherten eine
Arbeitsvermittlung (IV-act. 130) und am 30. Oktober 2017 sprach sie ihm einen
Arbeitsversuch vom 2. Oktober 2017 bis zum 30. März 2018 als Reinigungsmitarbeiter
in einem Betrieb der H._ zu (IV-act. 139, 147-3). Der Arbeitsversuch wurde am
26. Februar 2018 vorzeitig abgebrochen (IV-act. 146). Der Versicherte hatte gute Arbeit
geleistet, war aber mehrfach frühzeitig und ohne sich abzumelden nach Hause
A.g.
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gegangen, nachdem er die in einer Liste festgehaltenen Aufgaben erledigt hatte. Eine
Fachärztin des Aa._ attestierte am 26. Februar 2018 eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit vom 26. Februar 2018 bis zum 2. März 2018 und I._, praktischer
Arzt, attestierte am 5. März 2018 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vom 3. März 2018
bis zum 9. März 2018 (IV-act. 147). Dr. med. J._, Ärztin für Allgemeine Innere Medizin
FMH, berichtete am 13. April 2018 (IV-act. 148), sie behandle den Versicherten seit Juli
2017. Die letzte Kontrolle habe am 14. März 2018 wegen einer Lumbalgie
stattgefunden. Der Versicherte neige dazu, sich an verschiedenen Orten
Arbeitsunfähigkeitsbestätigungen zu holen. Seine Gehstrecke sei eingeschränkt und
mit der rechten Hand könne er keine kraftaufwendigen Arbeiten erledigen. In einer
angepassten Tätigkeit sollte ein ganztägiger Einsatz möglich sein. Speziell zu
berücksichtigen sei die Motivation des Versicherten. Gemäss einem Bericht des P._
vom 26. Februar 2018 (IV-act. 148-7) hatte sich der Versicherte gleichentags wegen
linksseitigen Flankenschmerzen und chronischen Rückenschmerzen notfallmässig in
Behandlung begeben. Eine Fachärztin hatte als Diagnose eine chronische Lumbalgie
angegeben. Sie hatte festgehalten, klinisch habe sich eine deutliche Druckdolenz im
Bereich der Wirbelsäule sowie paravertebral beidseits und entlang des unteren linken
Rippenbogens bis nach lateral gezeigt. Bei den Bewegungen (Aufsitzen, Ausziehen)
habe sich eine deutliche Aggravation gezeigt. Sie gehe von einer Aggravation der
chronischen Lumbalgien aus. Am 8. März 2018 war der Versicherte von Dr. med. K._
vom N._ untersucht worden. Im Bericht vom 9. März 2018 hatte Dr. K._
festgehalten (IV-act. 148-11), er habe eine verstärkte Kyphose der BWS, eine
Entlordosierung lumbal, einen Druck- und Berührungsschmerz der gesamten
Wirbelsäule, hauptsächlich lumbal, orientierend eine normale Sensibilität und eine
normale Kraft der Kennmuskeln der unteren Extremität festgestellt. PSR und ASR seien
symmetrisch gesteigert mit angedeuteten Patella-Kloni beidseits. Er sehe keine
Indikation für eine weiterführende Diagnostik oder einen Behandlungsbedarf. Am
15. März 2018 berichtete Dr. med. L._ von der O._ (IV-act. 148-13), der Versicherte
habe immer noch Schmerzen im Bereich des rechten Handgelenks. Dieses werde gut
bewegt, sei aber sicher nicht voll belastbar.
Die RAD-Ärztin Dr. F._ notierte am 17. April 2018 die folgenden Diagnosen mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (IV-act. 149): Arterielle Verschlusskrankheit
A.h.
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Stadium II, chronisch obstruktive Pneumopathie GOLD Stadium I, hypertensive
Herzkrankheit, Scaphoidfraktur rechts (Unfall vom 7. September 2010) mit Four-
Corner-Fusion rechts mit Beckenkammspongiosa von rechts, Sensibilitätsstörung
Handgelenk links und Instability bei mediokarpaler Arthrose und Lumbalgie. Als
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hielt sie ein persistierendes
Foramen ovale und eine Hepatitis (10/2013) fest. Sie listete folgende
Arbeits(un)fähigkeiten auf: Vollständige Arbeitsunfähigkeit vom 1. Februar 2015 bis zum
7. April 2015, ab 8. April 2015 körperliche leichte, wechselbelastende Tätigkeiten mit
initialem Pensum von fünf bis sechs Stunden pro Tag zumutbar, ab 27. November
2015 vollständige Arbeitsunfähigkeit (erneute Gefässoperation), ab 16. April 2016
vollständige Arbeitsfähigkeit in einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit,
vom 27. Juli 2016 bis zum 11. September 2016 vollständige Arbeitsunfähigkeit, ab
26. Oktober 2016 vollständige Arbeitsfähigkeit in körperlich leichten Tätigkeiten ohne
starke Belastung der rechten Hand, vom 26. Februar 2018 bis zum 9. März 2018
vollständige Arbeitsunfähigkeit (Lumbalgie) und ab 10. März 2018 eine vollständige
Arbeitsfähigkeit in körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeiten. In der
angestammten Tätigkeit als Plattenleger sei keine Arbeitsfähigkeit mehr gegeben. Als
Adaptionskriterien nannte Dr. F._ eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit ohne die
Einnahme von Zwangshaltungen der HWS mit Blick nach oben und ohne die
wiederholte Einnahme von Körperstellungen in gebückter und nach vorne geneigter
Position sowie mit einer maximalen Belastung der Handgelenke von fünf Kilogramm.
Sie wies darauf hin, dass es in mehreren Berichten Hinweise auf eine
Symptomausweitung und eine Aggravation gebe; die Prognose sei zurückhaltend zu
stellen.
Am 18. April 2018 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit (IV-act. 152), sein
Begehren um berufliche Massnahmen werde abgewiesen. Mit einem Vorbescheid vom
15. Mai 2018 stellte sie ihm die Ablehnung des Begehrens um eine Invalidenrente in
Aussicht (IV-act. 155). Zur Begründung gab sie an, er sei seit Mai 2012 in seiner
Arbeitsfähigkeit als Plattenleger eingeschränkt. Ohne Behinderung hätte er weiterhin
als Plattenleger arbeiten und im Jahr 2015 ein Einkommen von Fr. 59'171.-- erzielen
können. Eine adaptierte Tätigkeit sei ihm zu 100% zumutbar. Gemäss der
Lohnstrukturerhebung des Bundesamts für Statistik sei es ihm zumutbar, mindestens
A.i.
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B.
ein "gleichwertiges" Einkommen wie bisher zu erzielen. Der Invaliditätsgrad betrage
daher 0%. Der Versicherte erhob dagegen keinen Einwand. Mit einer Verfügung vom
2. Juli 2018 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren ab (IV-act. 156).
Der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) erhob am 27. Juli 2018 eine
Beschwerde gegen die Verfügung vom 2. Juli 2018 (act. G 1). Er beantragte
sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Zusprache der
gesetzlichen Leistungen. Zur Begründung machte er geltend, er könne derzeit nicht zu
100% als Plattenleger arbeiten oder eine andere, gleichwertige Arbeit ausüben. Er
habe noch weitere gesundheitliche Einschränkungen. Am 19. Oktober 2018 beantragte
er die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (act. G 6).
B.a.
Die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragte am 15. November
2018 die Abweisung der Beschwerde (act. G 8). Zur Begründung führte sie an, der RAD
habe sich bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auf die vorliegenden Arztberichte
gestützt. Insbesondere habe Dr. J._ im Bericht vom 13. April 2018 klar festgehalten,
dass dem Beschwerdeführer in einer adaptierten Tätigkeit ein ganztägiger Einsatz
möglich sei. Auch Dr. E._ habe am 2. Mai 2016 angegeben, eine körperlich leichte,
wechselbelastende Tätigkeit sei in einem vollen Pensum möglich.
B.b.
Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen bewilligte am 19. November
2018 das Gesuch um die unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den
Gerichtskosten) für das Beschwerdeverfahren (act. G 9).
B.c.
Am 16. November 2018 (Posteingang: 19. November 2018) teilte der
Beschwerdeführer dem Versicherungsgericht mit (act. G 10), er sei am 23. Oktober
2018 am Daumen an der rechten Hand operiert worden. Im Januar 2019 sei eine
weitere Operation des Daumens geplant. Er reichte unter anderem einen Bericht der
S._ vom 30. September 2015 (act. G 10.3), einen Bericht des Y._ vom
13. Dezember 2017 (act. G 10.7; eine Fachärztin hatte darin angegeben, die
Schmerzen im Bereich des N. Saphenus seien inzwischen fast komplett
verschwunden; einzig störend sei eine Hypästhesie am medialen Oberschenkel bis ans
Knie verbleibend; ab einer Gehstrecke von circa einer Stunde träten nicht ganz
B.d.
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typische Claudicatio-Beschwerden am Oberschenkel links auf) und einen
Operationsbericht der O._ vom 25. Oktober 2018 betreffend die Daumen-Operation
rechts (act. G 10.10) ein. In seiner Replik vom 2. Dezember 2018 machte der
Beschwerdeführer geltend, am Daumen an der rechten Hand sei eine Verschlechterung
eingetreten (act. G 12). Er reichte zwei Zeugnisse, ausgestellt durch Dr. L._,
betreffend eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vom 24. Oktober 2018 bis zum
5. Dezember 2018 und vom 6. Dezember 2018 bis zum 9. Januar 2019 ein (act. G 12.1,
12.2).
Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 14. Dezember 2018 auf eine Duplik (act.
G 14).
B.e.
Am 14. Januar 2019 berichtete der Beschwerdeführer dem Versicherungsgericht
(act. G 16), er habe am 6. Februar 2019 den nächsten Termin bei Dr. L._. Er legte ein
Zeugnis bei, in dem Dr. L._ eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vom 9. Januar 2019
bis zum 6. Februar 2019 attestiert hatte (act. G 16.1). Am 8. Februar 2019, 29. März
2019, 25. April 2019 und 6. Mai 2019 gingen weitere, von Dr. L._ ausgestellte
Arbeitsunfähigkeitszeugnisse ein (vollständige Arbeitsunfähigkeit vom 6. Februar 2019
bis zum 26. Februar 2019, vom 26. Februar 2019 bis zum 18. März 2019, vom 19. März
2019 bis zum 16. April 2019, vom 17. April 2019 bis zum 5. Mai 2019 und vom 6. Mai
2019 bis zum 29. Mai 2019) ein (act. G 17, 19, 23, 25). Am 9. Mai 2019 ging ein
Austrittsbericht der U._ vom 25. April 2019 ein (act. G 26). Fachärzte hatten über
einen stationären Aufenthalt vom 16. April 2019 bis zum 18. April 2019 berichtet. Sie
hatten unter anderem folgende Diagnosen angegeben: Chronisch-aktive Cholezystitis
mit Cholezysto-, Choledocho- und Hepaticolithiasis mit Gallenblasenhydrops; gering
grössenprogrediente, zystoide Läsion der Nebenniere links (MRI Abdomen 10. April
2019); unkomplizierte kortikale Nierenzyste im Pars intermedia rechts. Sie hatten eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit vom 8. April 2019 bis zum 26. April 2019 attestiert. Am
5. Juni 2019 ging ein von Dr. L._ ausgestelltes Arbeitsunfähigkeitszeugnis
(vollständige Arbeitsunfähigkeit vom 28. Mai 2019 bis zum 30. Juni 2019) ein (act.
G 28). Am 5. Juli 2019 teilte der Beschwerdeführer mit (act. G 29), Dr. L._ habe ihm
eine weitere Operation vorgeschlagen. Er könne mit dem rechten Daumen viele
alltägliche Sachen nicht machen. Am 24. Juli 2019 berichteten Fachärzte der Z._
über eine Hospitalisation des Beschwerdeführers vom 22. Juli 2019 bis zum 24. Juli
B.f.
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Erwägungen
1.
Der Beschwerdeführer hat sich im Februar 2011 erstmals bei der IV-Stelle des Kantons
B._ zum Leistungsbezug angemeldet. Mit einer unangefochten in formelle
Rechtskraft erwachsenen Verfügung vom 20. Oktober 2011 ist das Begehren mit der
Begründung, die versicherungsmässigen Voraussetzungen seien nicht erfüllt,
abgewiesen worden. Im Februar 2015 hat sich der Beschwerdeführer bei der IV-Stelle
des Kantons St. Gallen erneut zum Leistungsbezug angemeldet. Vorab ist zu prüfen,
ob die Beschwerdegegnerin zu Recht auf diese Anmeldung eingetreten ist. Gemäss
Art. 87 Abs. 3 in Verbindung mit Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung
(IVV, SR 831.201) wird eine neue Anmeldung nach einer Verweigerung einer
Invalidenrente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades nur geprüft, wenn darin
glaubhaft gemacht wird, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in
einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Nach dem eindeutigen
Wortlaut dieser Verordnungsbestimmung (" ... wegen eines zu geringen
Invaliditätsgrades ...") stellt eine Anmeldung für einen Leistungsbezug nach einer
erfolgten Abweisung eines Rentenbegehrens wegen des Nichterfüllens der
versicherungsmässigen Voraussetzungen keinen Anwendungsfall von Art. 87 Abs. 3
IVV dar. Sinn und Zweck dieser Verordnungsbestimmung ist es zu verhindern, dass
sich die Verwaltung nach einer vorausgegangenen rechtskräftigen
Leistungsverweigerung immer wieder mit gleichlautenden und nicht näher
begründeten, das heisst keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Gesuchen
2019 (act. G 31). Am 24. September 2019 teilte der Beschwerdeführer mit (act. G 33),
er habe in der rechten und in der linken Hand wenig Kraft. Er reichte einen Ausdruck
aus der Patientendokumentation der O._ mit Einträgen vom 7. März 2018 bis zum
3. Juli 2019 (act. G 33.2), zwei Berichte von Dr. med. M._, Fachärztin für Radiologie
FMH, vom 20. April 2018 und 13. Juni 2019 betreffend CT-Untersuchungen des
rechten Handgelenks am jeweils gleichen Tag (act. G 33.6, 33.3) sowie einen
Operations-/Austrittsbericht der O._ vom 27. Februar 2019 betreffend eine
Trapezektomie mit Aufhängeplastik mit EPB-Sehne am 26. Februar 2019 (act. G 33.4)
ein.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 23. Oktober 2019 auf eine Stellungnahme
(act. G 37).
B.g.
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befassen muss (BGE 117 V 200, E. 4b), denn die Ermittlung des für den Invaliditätsgrad
relevanten Sachverhalts ist in aller Regel sehr aufwendig. Auf den für die
versicherungsmässigen Voraussetzungen eines Rentenanspruchs massgebenden
Sachverhalt trifft das nicht zu. Deshalb ist es durchaus sinnvoll, dass der
Verordnungsgeber nur für die von ihm ausdrücklich genannten Fälle (Abweisung wegen
eines zu geringen Invaliditätsgrades) das Glaubhaftmachen einer Veränderung des
rechtserheblichen Sachverhalts vorgeschrieben hat, denn nur hier rechtfertigt der
Grundsatz der Verfahrensökonomie eine solche Eintretenshürde. Auf den vorliegenden
Fall kommt diese Hürde also nicht zur Anwendung, d.h. die Beschwerdegegnerin ist zu
Recht ohne weiteres auf die erneute Anmeldung zum Leistungsbezug vom Februar
2015 eingetreten. Damit hat sie, was die Erfüllung der versicherungsmässigen
Voraussetzungen eines IV-Rentenanspruchs betrifft, kein gegen die
Abweisungsverfügung vom 20. Oktober 2011 gerichtetes prozessuales Revisions- oder
Wiedererwägungsverfahren (Art. 53 Abs. 1 bzw. Abs. 2 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG, SR 830.1) eröffnet, denn mit
der Anmeldung vom Februar 2015 hat der Beschwerdeführer einen neuen
Versicherungsfall geltend gemacht. In dem aufgrund der Anmeldung vom Februar 2011
eröffneten Verfahren hatte sich der Beschwerdeführer nämlich auf die durch eine
Verletzung des rechten Daumens bewirkte Einschränkung in seiner Arbeitsfähigkeit
berufen, während er in dem mit der angefochtenen Verfügung abgeschlossenen
Verfahren Rücken-, Herz- und Gefässbeeinträchtigungen als Gründe für die geltend
gemachte Invalidität anführt. Die versicherungsmässigen Voraussetzungen (Art. 6
Abs. 2 IVG) sind nun offensichtlich erfüllt.
2.
Die Beschwerdegegnerin hat mit der angefochtenen Verfügung vom 2. Juli 2018 einen
Rentenanspruch des Beschwerdeführers bei einem IV-Grad von 0% verneint. Strittig ist
somit, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Invalidenrente hat.
3.
Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40% invalid sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). Invalidität ist die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
3.1.
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4.
Um das zumutbare Invalideneinkommen ermitteln zu können, muss der verbliebene
Arbeitsfähigkeitsgrad des Beschwerdeführers mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit feststehen. Zu prüfen ist somit, ob seit der Anmeldung vom Februar
2015 eine Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt ist.
Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich
durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen,
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares
Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte,
wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
3.2.
Über den Beschwerdeführer sind im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen
Verfügung vom 2. Juli 2018 (unter anderem) folgende gesundheitlichen
Beeinträchtigungen dokumentiert: Arterielle Verschlusskrankheit Stadium II (mit
operativen Eingriffen vom 21. April 2015 und 27. November 2015, IV-act. 50, 58, 85),
hereditäre Gerinnungsstörung (homozygoter Plasminogen Aktivator Inhibitor 1 5G
Promoter Polymorphysmus, IV-act. 99-7), COPD GOLD Stadium II (IV-act. 99),
hypertensive Herzkrankheit (IV-act. 50-12), persistierendes foramen ovale (IV-
act. 50-17), Scaphoidfraktur Handgelenk rechts (Unfall vom 7. September 2010) mit
Four-Corner-Fusion am 27. Juli 2016 (IV-act. 105), karpale Gefügestörung mit PISI-
Fehlstellung Handgelenk links mit mediokarpaler Arthrose (IV-act. 113), chronische
Lumbalgie (IV-act. 148-7, vgl. auch IV-act. 148-11), Visusverminderung Auge links (IV-
act. 60, 109-18), Hepatitis (IV-act. 50-4). Im Verlauf des Beschwerdeverfahrens ist der
Beschwerdeführer ausserdem am rechten Daumen operiert worden (act. G 10.10, vgl.
auch G 33.1) und es ist eine chronisch-aktive Cholezystitis (Gallenblasenentzündung)
diagnostiziert worden (act. G 26, 31). Die Beschwerdegegnerin hat den
Rentenanspruch gestützt auf die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch die RAD-Ärztin
Dr. F._ abgewiesen. Dr. F._ hatte am 17. April 2018 notiert (IV-act. 149), seit dem
4.1.
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10. März 2018 bestehe eine vollständige Arbeitsfähigkeit in körperlich leichten,
wechselbelastenden Tätigkeiten ohne die Einnahme von Zwangshaltungen der HWS
mit Blick nach oben und ohne die wiederholte Einnahme von Körperstellungen in
gebückter und nach vorne geneigter Position sowie mit einer maximalen Belastung der
Handgelenke von fünf Kilogramm. In der angestammten Tätigkeit als Plattenleger sei
keine Arbeitsfähigkeit mehr gegeben. Für die Zeit davor listete sie folgende
Arbeits(un)fähigkeiten auf: Vollständige Arbeitsunfähigkeit vom 1. Februar 2015 bis zum
7. April 2015, ab 8. April 2015 körperliche leichte, wechselbelastende Tätigkeiten mit
initialem Pensum von fünf bis sechs Stunden pro Tag zumutbar, ab 27. November
2015 vollständige Arbeitsunfähigkeit (erneute Gefässoperation), ab 16. April 2016
vollständige Arbeitsfähigkeit in einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit,
vom 27. Juli 2016 bis zum 11. September 2016 vollständige Arbeitsunfähigkeit, ab
26. Oktober 2016 vollständige Arbeitsfähigkeit in körperlich leichten Tätigkeiten ohne
starke Belastung der rechten Hand und vom 26. Februar 2018 bis zum 9. März 2018
vollständige Arbeitsunfähigkeit (Lumbalgie). Dr. F._ dürfte sich bei der Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit ab dem 10. März 2018 insbesondere auf die
Arbeitsfähigkeitsschätzung der Hausärztin Dr. J._ gestützt haben, welche am
13. April 2018 in einer adaptierten Tätigkeit eine vollständige Arbeitsfähigkeit attestiert
hatte (IV-act. 148). Angesichts der Vielzahl der in den Akten enthaltenen Befunde und
Diagnosen, welche verschiedene medizinische Fachgebiete betreffen, wäre es aber
zwingend erforderlich gewesen, die verbliebene Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers in einer adaptierten Tätigkeit im Rahmen einer polydisziplinären
Begutachtung abzuklären, insbesondere um möglichen Wechselwirkungen der
Diagnosen und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit Rechnung zu tragen. Für
eine überzeugende Arbeitsfähigkeitsschätzung wäre also eine Konsensbeurteilung
mehrerer Sachverständiger erforderlich gewesen. Die alleinige Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers durch die Hausärztin Dr. J._ bzw. durch die
RAD-Ärztin Dr. F._ überzeugt aus der Sicht eines medizinischen Laien daher nicht.
Festzustellen bleibt, dass die Arbeits(un)fähigkeitsschätzung von Dr. F._ für die Zeit
vom 1. Februar 2015 bis zum 9. März 2018 eine Lücke aufweist (Zeit vom
11. September 2016 bis zum 25. Oktober 2016), dass sie die Operation vom 21. April
2015 nicht berücksichtigt hat, dass Dr. E._ am 2. Mai 2016 klar festgehalten hat, für
die Arbeitsfähigkeitsschätzung sei die Einschätzung der Handchirurgen entscheidend
(IV-act. 99), Dr. F._ am 19. Mai 2016 aber für die Zeit ab dem 16. April 2016 (Datum
der letzten Kontrolle des Beschwerdeführers bei Dr. E._) dennoch eine vollständige
Arbeitsfähigkeit in einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit
angenommen hat (IV-act. 101) und dass Dr. F._ in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit ab
dem 26. Oktober 2016 zunächst eine vollständige Arbeitsfähigkeit in leichten
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5.
Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Praxisgemäss ist die
Rückweisung an die Verwaltung zur weiteren Abklärung als volles Obsiegen des
Tätigkeiten ohne eine starke Belastung der rechten Hand angenommen hat (IV-
act. 111), später eine Arbeitsfähigkeit von mindestens 50% angegeben hat (IV-act. 115)
und schliesslich wieder von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit ausgegangen ist, ohne
dies zu begründen (IV-act. 149). Diese Punkte stellen ebenfalls Mängel dar, die einer
überzeugenden Arbeitsfähigkeitsschätzung entgegenstehen. Aus der Sicht eines
medizinischen Laien ist schliesslich auch nicht beurteilbar, ob die von Dr. E._ am
1. April 2015 angegebene und bereits im Mai 2012 erhobene Diagnose eines
Verschlusses der A. femoralis superficialis links (IV-act. 50, 50-5) eine – wie von
Dr. E._ attestiert – vollständige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als
Bodenleger zur Folge hatte. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind
ergänzende (medizinische) Abklärungen vorzunehmen, wenn auch nur geringe Zweifel
an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen
Feststellungen bestehen (vgl. BGE 125 V 353, E. 3b.ee). Nach dem Gesagten
überzeugt die der angefochtenen Verfügung zugrundeliegende
Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht und es bestehen erhebliche Zweifel an der
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Arbeitsfähigkeitsschätzung durch den RAD.
Die angefochtene Verfügung vom 2. Juli 2018 ist demnach in teilweiser
Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und die Angelegenheit ist zur Durchführung
einer polydisziplinären Begutachtung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Es
ist ihr bzw. der von der Beschwerdegegnerin zu beauftragenden Begutachtungsstelle
überlassen, die für eine umfassende Untersuchung erforderlichen medizinischen
Fachdisziplinen festzulegen. Die Rückweisung ist vorliegend zulässig, da der Aspekt
der möglichen Wechselwirkungen der verschiedenen Diagnosen und deren
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers im Verwaltungsverfahren
nicht berücksichtigt worden ist, es sich somit nicht um einen im Verwaltungsverfahren
anderweitig erhobenen medizinischen Sachverhalt handelt (vgl. BGE 137 V 264,
E. 4.4.1.4, wonach die Beschwerdeinstanz im Regelfall ein Gerichtsgutachten einholt,
wenn sie einen [im Verwaltungsverfahren anderweitig erhobenen] medizinischen
Sachverhalt überhaupt für gutachtlich abklärungsbedürftig hält).
4.2.
bis
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Beschwerdeführers zu werten (vgl. BGE 132 V 235, E. 6.1). Dementsprechend ist die
Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.