Decision ID: 72a01ec6-8bdb-4c61-9afe-8102a6a1bccf
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1969, war
zuletzt
von September 2005 bis November 2016 bei der
Y._
in
Z._
als Lagermitarbeiter angestellt
,
wobei
sein
letzte
r
Arbeitstag
im
Februar 2016
war
(
Urk.
13/6
/17
,
Urk.
13/29
/2
).
Unter Hinweis auf Gicht, Diabetes Typ II, eine Herzkrankheit und eine Depression meldete er sich am
4.
August 2016 bei der Invalidenversicherung zum Leistungs
bezug an (
Urk.
13/
4/6
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab und gewährte dem
Versicherten
im Rahmen von beruflichen Massnahmen Kostengutsprache für ein Belastbarkeitstraining (
Urk.
13/61
). Dieses trat der Versicherte
am
12.
September 2017 bei der
A._
an (
Urk.
13/60). Per 1
7.
November 2017 musste das Belastbarkeitstraining aufgrund der Krankschreibung des Versicherten beendet werden (
Urk.
13/70).
In der Folge holte die IV-Stelle ein psychiatris
ches Gutachten bei
Dr.
med. B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
,
ein (
Urk.
13/86), welches am 1
9.
März 2018 erstattet wurde (
Urk.
13/87). Mit Vorbescheid vom
4.
Mai 2018 stellte die IV-Stelle die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht
(
Urk.
13/93)
. Nachdem der Versicherte innerhalb der Frist keinen Einwand erho
ben hatte, wies die IV-Stelle das Begehren mit Verfügung vom 1
4.
Juni 2018 wie angekündigt ab (
Urk.
13/94 =
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten du
rch Milosav Milovanovic, am 10.
Juli 2018 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei dem Beschwerdeführer eine halbe Rente der Invalidenver
sicherung zuzusprechen. In formeller Hinsicht sei
ihm
die unentgeltliche Prozess
führung zu gewähren (
Urk.
1
S. 1
). Mit Beschwerdeantwort vom 3
0.
August 2018 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
12). Dies wurde dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom
5.
September 2018 zur Kenntnis gebracht, ferner wurde ihm die unentgeltliche Prozessführung gewährt (
Urk.
14
).
Vom seitens des Beschwerdeführers am 1
8.
Juli 2019 nachgereichten Arztbericht (
Urk.
17-18) wurde die IV-Stelle am 2
2.
Juli 2019 in Kennt
n
is gesetzt (
Urk.
19).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darle
gung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
1.4
1.4
.1
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen, nach BGE 143 V 409 namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach Massgabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen (Änderung der Rechtsprechung). Speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen hielt das Bundesgericht in BGE 143 V 409 – ebenfalls im Sinne einer Praxisänderung – fest, dass eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Gesundheits
schädigung nicht mehr allein mit dem Argument der fehlenden Therapieresistenz auszuschliessen sei (E. 5.1; zur bisherigen Gerichtspraxis vgl. statt vieler: BGE 140 V 193 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_13/2016 vom 1
4.
April 2016 E. 4.2). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sind somit auch bei den leichten bis mittelgradigen depressiven Störungen systematisierte Indikatoren beachtlich, die es – unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits – erlau
ben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1). Die Therapierbarkeit ist dabei als Indiz in die gesamthaft vorzunehmende allseitige Beweiswürdigung miteinzubeziehen (BGE 143 V 409 E. 4.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_449/2017 vom
7.
März 2018 E. 4.2.1).
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheit
lichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und
widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlich
keit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbe
lastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.4
.2
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begr
ündete die Abweisung des Leistungsbegehrens damit, dass seit Februar 2016 (Beginn der einjährigen Warteze
it) eine
Einschrän
kung
von 40
%
für die bisherige Tätigkeit als Lagermitarbeiter
sowie auch für eine der Gesundheit angepasste Tätigkeit bestehe
. Aufgrund eines Einkommens
vergleichs betrage der Invaliditätsgrad 42
%
, da der Beschwerdeführer vor Eintritt des Gesundheitsschadens
jedoch
nur zu 90
%
arbeitstätig gewesen sei
,
müsse dieser
proportional angepasst werden, so dass ein Invaliditätsgrad von 38
%
ent
stehe. Damit habe der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Invalidenrente (
Urk.
2 S. 1-2).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte dagegen vor, er leide an einer mit
telgradigen depressiven Episode
mit somatischem Syndrom und Entwicklung eines Erschöp
fungssyndroms sowie einer generalisierten Angststörung und nicht organischer Insomnie. Zusätzlich best
ünden
eine Gicht,
ein
Diabetes mellitus Typ 2, ein Status nach Magenu
lcus
(Magengeschwür)
und inneren Blutungen,
eine AV-Knoten-
Reentry
-Tachykardie mit Status nach Ablation des
slow
pathway
am 1
1.
Juli 2016 und eine koronare
Eingefässerkrankung
mit
Stentimplantation
2015 (
Urk.
1
S. 2).
Er
habe aufgrund der fortgesc
hrittenen Krankheiten seine Lei
stung als Lagermitarbeiter nicht mehr erbringen können, weshalb ihm gekündigt worden sei
.
Er
sei zwar psychiatrisch begutachtet worden, die somatischen Beschwerden seien jedoch kaum abgeklärt worden. Er könne maximal zu 50
%
eine
sein
em Leiden angepasste Tätigkeit
ausüben (
Urk.
1
S. 3)
.
2.3
Strittig ist, ob die Beschwerdegegnerin den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente zu Recht verneint hat.
3.
3.1
Im Bericht vom 1
1.
Juni 2016
zuhanden des
Krankent
aggeldversicherers
(
Urk.
13/6/30-32) diagnostizierte
Dr.
med.
C._
, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie, eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syn
drom (ICD-10 F32.11). Er führte aus, dass der Beschwerdeführer aus psychiat
rischer Sicht ab 1
8.
März
2016
bis auf weiteres zu 100
%
arbeitsunfähig sei. Die Arbeitsfähigkeit werde im Oktober 2016 erneut evaluiert, bei günstigem Verlauf könne der Beschwerdeführer ab diesem Zeitpunkt zu 50
%
leichte handwerkliche Arbeiten ohne Nachtschicht und ohne Akkord- oder Fliessbandarbeit verrichten (
Urk.
13/6/31).
3.2
In einem weitere
n Bericht vom 1
1.
Oktober 2016
(
Urk.
13/37/36-37) stellte Dr.
C._
die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwär
tig mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11) und attestierte dem Beschwerdeführer weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
für jegliche Tätigkeit
. In der Zwischenzeit sei es zu einer Zustandsver
schlechterung gekommen (
Urk.
13/36).
3.3
Hausarzt
Dr.
med. D._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
führte im Bericht vom 1
4.
November 2016
(
Urk.
13/26/1-4)
aus, er könne die von den Ärzten der Klinik
für Kardiologie des
E._
gestellten Diag
nosen von
Palpitationen
unkl
arer Ätiologie,
einer
typischen AV-Kno
ten-
Reentry
-Tachykardie
, einer koronare
n
Eingefässerkrankung
und eine
s
Status nach Misch
k
ristallarthrit
is Knie links im Dezember 2012
(vgl.
Urk.
13/26/10) sowie die von
Dr.
C._
diagnostizierte mittelgradige depressive Episode mit soma
tischem Syndrom (ICD-10 F32.11; vgl.
Urk.
13/26/14) bestätigen. Aus seiner Sicht bestehe zusätzlich eine Periarthritis
humeroscapularis
links (neu und ausgeprägt
)
und eine Angststörung mit Panikattac
ken seit rund zwei Jahren (Urk.
13/26/1). Die bisherige Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer zur Zeit nicht zumutbar, mittelfristig sei dies unklar. Die Frage nach einer allfällig möglichen angepassten Tätigkeit könne er mittelfristig nicht beantworten, im Rahmen der psychischen Beschwerden
und der Sc
hulterschmerzen links
bestehe aktuell und in den kommenden Wochen, allenfalls Monaten
,
sicher eine volle Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
13/26/3).
3.4
Im Bericht vom
5.
Januar 2017 zuhanden des
Krankent
aggeldversicherers (
Urk.
13/
46) stellten die
Fachleute
der
F._
die folgenden
psychiat
rischen
Diagnosen (
Urk.
13/
46/2):
-
mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.1) bei komp
l
exer psychosozialer Belastungssituation mit Entwicklung eines Erschöp
fungssyndroms (Z73)
-
g
eneralisierte Angststörung (ICD-10 F41.1)
-
nicht organische Insomnie
Die behandelnden
Fachleute
berichteten, d
er Beschwerdeführer sei vom 14.
November bis am 2
4.
Dezember 2016 s
tationär behandelt worden (Urk.
13/
46/1). Er sei für die Zeit des stationären Aufenthalts
und bis zum 31.
Januar 2017 zu 100
%
arbeitsunfähig, darüber hinaus sei entsp
r
echend des weiteren Genesungsverlaufs im ambulanten Rahmen zu ent
scheiden (Urk.
13/
46/2). Der Beschwerdeführer habe insgesamt in gebessertem psycho
physischem Zustand entlassen werden können (
Urk.
13/
46/3
; vgl. auch Austritts
bericht vom 1
3.
Februar 2017,
Urk.
3
).
3.5
Im Bericht zuhanden der Beschwerdegegnerin
vom 2
3.
Januar 2017
(Urk. 13/42/1-5)
stellte Dr.
C._
die bereits bekannten psychiatrischen Diag
nosen und
berichtete, der
Beschwerdeführer
sei derzeit in der Genesungsphase und
weiterhin zu 100
%
arbeitsunfähig
(
Urk.
13/42/1
, vgl. auch Bericht an den
Krankent
aggeldversicherer vom 1
5.
März 2017,
Urk.
13/
47
).
E
ine relevante Prog
nose sei erst per Herbst 2017 möglich
(
Urk.
13/42/3)
.
In einem Zeugnis
vom
4.
Mai 2017
zuhanden des
Krankent
aggeldversicherers attestierte
Dr.
C._
soda
nn eine Arbeitsfähigkeit von
20
% für leichte, handwerkliche, repeti
tive Tätigkeiten ab Juni 2017 und erläuterte,
der Beschwerdeführer
sei
für eine solche Tätigkeit motiviert
und daher sei
ein
Aufenthalt in einer psychiat
r
ischen Klinik
zur Zeit kontraproduktiv (Urk.
13/
48)
.
3.6
Auf Zuweisung durch
Dr.
C._
berichteten a
m
7.
April 2017 die
Fachleute
der
G._
von einem am
5.
April 2017 durchgeführten Schädel-MRI (
Urk.
13/
50
/1
). Dieses habe bei einem ansonsten regelhaften intrakraniellen Befund einzig minimale, frontal links akzentuierte unspezifische Marklagerver
änderungen, die am ehesten
mikroangioplastisch
bedingt erschienen
, ergeben. In ihrer Art seien die MR-Veränderungen unspezifisch und würden in ihrer Ausprä
gung nicht alleine das kognitive Ausfallmuster, erfasst in der neuropsycholo
gischen Untersuchung vom 2
4.
März 2017, erklären. Allerdings könne eine gewisse (minimale) Akzentuierung - die in ihrer Ausprägung jedoch nicht von klinischer Relevanz sei - nicht sicher ausgeschlossen werden. Die Phänomenolo
gie der Befunde vom 2
4.
März 2017 liessen sich nach Ansicht der
Fachleute
primär im Rahmen einer frühkindlichen Entwicklungsstörung unklarer Ätiologie einstufen, mit Differentialdiagnose interagierende kognitive Störwirkungen assoziiert mit der psychiatrischen Erkrankung, bei deutlich im Vordergrund
stehender
Angstproblematik, Erschöpfbarkeit und
erhöhter Ermüdbarkeit. Empfohlen würden
ergänzende neuro
vaskuläre
Abklärung
en
inklusive Ultra
schall/Duplex der h
irnversorgenden Arterien (
Urk.
13/50/
1) Zu dieser
, am 2
0.
April 2017 durchgeführten,
Untersuchung führten dieselben
Fachleute
am 2
8.
April 2017 (
Urk.
13
/50/2) aus,
es habe sich kein Nachweis
hämodynamisch
relevanter Stenosen bei
geringgradiger
Plaquebildung
im Bifurkationsbereich links ergeben
;
auf Seiten der Anamneseerhebung habe sich kein Hinweis auf ein stattgehabtes zerebral ischämisches Ereignis ergeben und auch die klinisch-neurologische Untersuchung sei ohne fokal neurologisches Defizit gewesen. Die beschriebenen minimalen MR-Veränderungen
würden sich somit durchaus im vorliegenden kardiovask
ulä
ren Risikoprofil erklären (Urk.
13
/50/
2).
3.7
Im Bericht vom
3.
Januar 2018
(
Urk.
13
/78/3-4)
führte
Dr.
D._
aus, im letzten Jahr seien vor allem die Angststörung mit Panikattacken, die de
p
res
s
iven Episo
den und die rezidivierenden Kristallarthri
ti
den
(vgl. auch Bericht der Klinik für Rheumatologie des
E._
vom 2
8.
März 2017;
Urk.
13/78/13 f.)
dominant gewesen. Der psychische Zustand sei nun etwas besser, der Beschwer
deführer sei jedoch weiterhin in psychiatrischer Behandlung. Die aktuelle Arbeits
fähigkeit könne er nicht beurteilen, durch ihn sei lediglich im Oktober 2017
aufgrund der Arthritis
eine kurze Arbeitsunfähigkeit
attestiert word
en. Aus allgemeininternis
tischer
Sicht bestehe keine
bleibende Arbeitsunfä
h
igkeit für alle
Tätigkeiten,
sondern eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit für manuel
le belas
tende Tätigkeiten (Urk.
13
/78/3).
3.8
Im Bericht vom 2
2.
Januar 2018 (
Urk.
13
/84) berichtete
Dr.
C._
, der Beschwerdeführer sei in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 20
%
arbeitsfähig und in der angestammten Tätigkeit weiterhin zu 100
%
arbeitsunfähig. Es bestünden Konzentrationsstörungen, ein reduziertes Auffassungsvermögen, rasche Ermüdbarkeit sowie eine niedrige Stresstoleranz und psychische Belast
barkeit mit reduzierter Ausdauer. Ferner habe der Beschwerdeführer phasenweise Antriebsstörungen und Schwindel mit Ohnmachtsanfällen (Ur
k. 13
/84/3). Durch psychiatrische und psychotherapeutische Behandlung könne die Leistungsfähig
keit in einer behinderungsangepassten Tätigkei
t erhöht werden (
Urk.
13
/84/4).
3.9
Im psychiatrischen Gutachten vom 1
9.
März 2019
(
Urk.
13
/87) diagnostizierte Dr.
B._
eine Angst und depressive Störung gemischt (ICD-10 F41.2), mit zur Zeit im Vordergrund stehender Angst und ausgeprägtem Vermeidungsverhalten, Differentialdiagnose leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0
;
Urk.
13
/87/14). Auch unter Mitberücksichtigung der Angstsymptomatik bestehe aktuell nur eine knapp mittelgradig ausgeprägte psychische Störung. Hauptrehabilitationshinder
nis bilde das ausgeprägte Vermeidungsverhalt
en des Beschwerdeführers (
Urk.
13
/87/14). Die retrograde Beurteilung des Gesundheitszustandes sei aufgrund der vorliegenden Akten und Auskünfte des Beschwerdeführers schwie
rig, insgesamt gehe er jedoch im Vergleich zur akuten Dekompensation
vom Februar 2016 von einer zumindest teilweise eingetretenen Verbesse
rung/Stabilisierung aus. Es w
ü
rde
n
eine kontinuierliche ambulante Behandlung und eine adäquate antidepressive Medikation durchgeführt
. Die Prognose bezüg
lich de
r Angstsymptomatik und
des Vermeidungsverhaltens sei aus rein psychiatrischer Sicht günstig. Unter Mitberücksichtigung der psychosozialen Situation (der Beschwerdeführer erlebe sich als krank und nur minimalst restar
beitsfähig) sei die Wahrscheinlichk
e
it einer erfolgreichen beruflichen Integration als ungünsti
g zu beurteilen (Urk.
13
/87/15 f.).
Zur Überwindung des weiter bestehenden Vermeidungsverhaltens sei theoretisch die Teilnahme am Programm einer Tagesklinik
o
der ein erneuter externer Rehabilitationsversuch mit externer Tagesstrukturierung, idealerweise durch eine Arbeitstätigkeit, denkbar, der Beschwerdeführer selbst erlebe sich subjektiv jedoch als weitgehend arbeitsun
fähig, so dass die Erfolgsaussichten gering sei
en (
Urk.
13
/87/19)
.
Hinsichtlich des ps
ychopathologischen Befunds führte
der Gutachter aus, die Grundstimmung sei leicht niedergeschlagen
,
aber auslenkbar gewesen, der Beschwerdeführer habe zwischendurch auch lachen können. Fragen seien kooperativ und präzis beantwortet worden, Konzen
tration, Aufmerksamkeit und Gedä
chtnis seien klinisch nicht beeinträchtigt. Das formale Denken sei geordnet und kohärent. Nach circa 30 Minuten sei eine Affektlabilität feststellbar gewesen, der Beschwerdeführer habe plötzlich zu weinen begonnen, habe sich abe
r
rasch wieder gefasst. Im weiteren Gesprächsverlauf s
ei
die Stimmung stabil geblieben. Das formale Denken sei während der gesamten Untersuchungszeit geordnet und kohärent gewesen. Es hätten sich keine Wahninhalte oder produktiv-psychotische Symptome eru
i
eren lassen. Aktuell stehe für den Beschwerdeführer die Angst im Vordergr
und -
er befürchte plötzlich zu versterben und verlasse das Haus deshalb kaum mehr alleine. Suizidgedanken würden verneint.
Er
berichte
über w
e
iterbe
stehende leichte Ein- und Durchschlafstörungen
. Es bestünden keine Hinweise auf Ich-Störungen oder Zwänge. Der Beschwerdefüh
rer sei bewusstseinsklar, wach und
örtlich, autopsyc
hisch sowie
situativ orientiert. Beim Besprechen von möglichen Zukunftsperspektiven habe er ratlos gewirkt (Urk.
13
/87/13).
Bei den Schilderungen des Beschwerdeführers liessen sich Inkonsistenzen fest
stellen. Einerseits beschreibe der Beschwerdeführer einen sozialen Rückzug und sich selbst als weitgehend hilflos. Andererseits habe er wenige Monate nach der Dekompensation erneut geheiratet. Bei der gutachterlichen Untersuchung habe sich eine Diskrepanz zwischen den vom Beschwerdeführer beschriebenen erlebten Beeinträchtigungen und dem objektivierbaren psychopathologischen Befund mit nur leichter Niedergeschlagenheit feststellen lassen. Trotz dieser Diskrepanz sei ein Leidensdruck spürbar gewesen. Der Beschwerdeführer befinde sich in einer schwierigen existentiellen und psychosozialen Situation, die
wahrscheinlich
im Sinne von IV-fremden Faktoren mit zur
Chronifizierung
beigetrage
n habe
. Die früher im psychopathologischen Befund vom behandelnden
Psychiater
beschrie
bene innere Anspannung und Unruhe sei bei der aktuellen Untersuchung nicht mehr feststellbar gewesen. Unter Behandlung sei das depressive Syndrom zumin
dest teilweise abg
eklungen (
Urk.
13
/87/16).
Rein aufgrund des psychopathologischen Befundes sei
für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit
eine Präsenzzeit von circa zwei mal drei Stunden morgens und nach
mittags medizinisch-theoretisch aus psychiatrischer Sicht zumutbar. Aufgrund der An
gstsymptomatik und der lei
chten depressiven Restsymptomatik gehe
er,
Dr.
B._
,
von einer Leistungseinschränkung von circa 10 - 20
%
während der Präsenzzeit aus, bezogen auf einfache Lagerarbeiten ohne erhöhte Anforderungen an das Konzentrationsvermögen
. Die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers schätze er
insgesamt
auf 60
%
ein, wobei die leistungsmässige und
die
zeitliche Einbusse integrie
rt beurteilt worden sei
en
(
Urk.
13
/87/17). Diese Angaben
gälten
auch für eine den körperlichen
Beschwerden optimal angepasste
Tätigkeit (körperlich leichte
Tätigkeit) ohne Schichtarbeit
, mit regelmässiger Stressbelas
tung und
regelmässiger
Tätigkeit mit der Möglichkeit einer längeren Mittagspause
(
Urk.
13
/87/18).
3.10
Am 2
3.
Febr
uar 2018 (
Urk.
13
/88/2-3) berichtete
Dr.
med.
H._
, Assis
tenzarzt an der Klinik für Kardio
logie des
E._
, von einem kardial erf
reulichen Verlauf (
Urk.
13
/88/2)
.
Aus kardiologischer Sicht bestünden keine Einschränkungen bezüglich der Arbeitsintensität und der Anwesenheits
dauer
(
Urk.
13
/88/3).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützt sich für die Beurteilung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers auf
die dargelegten medizinischen Unterlagen
(
Urk.
2). Der
Beschwerdeführer
machte hier
gegen geltend
, dass seine
somatischen Beschwerden kaum abgeklärt worden seien (
Urk.
1 S. 2).
4.2
Sowohl
das
Verwaltungsverfahren wie auch der kantonale Sozialversicherungs
prozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Verwaltung und Sozialversicherungsgericht den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen. Diese Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht
(Urteil
des Bundesgerichts 9C_662/2016
vom 1
5.
März 2017
E. 2.2
)
.
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung kommt dem Versicherungs
trä
ger allerdings ein grosser Ermessensspielraum bezüglich Notwendigkeit, Umfang und Zweckmässigkeit von medizinischen Erhebungen zu. Gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leistungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit entschieden werden kann (Urteil des Bundesgerichts 8C_148/2011 vom
5.
Juli 2011 E. 3.2
mit Hinweisen
).
Aus den
von der Beschwerdegegnerin eingeholten
Berichten der behandelnden Ärzte
ergeben sich
zwar
mehrere somatische Diagnosen.
So diagnostizierten
die Ärzte der Klinik für Kardiologie des
E._
eine typische AV-Knoten-
Reentry
-Tachykardie
sowie
eine koro
nare
Eingefässerkrankung
(Urk.
13
/88/2
)
.
Sodann diagnostizierte der
Haus
arzt des Beschwerdeführers, Dr.
D._
, eine arte
rielle Hypertonie,
einen
Diabetes mellitus Typ II sowie eine Mischkristallarthritis mit rezidivierendem Gelenksbefall des oberen Sp
runggelenks und des Knies
(Urk. 13/78/3).
Jedoch
besteht zwischen ärztlich gestellter Diagnose und Arbeits
unfähigkeit keine unmittelbare Korrelation (BGE 140 V 193 E. 3.1 mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts 9C_636/2018 vom 2
0.
Dezember 2018 E. 6.4). Massge
bend sind vielmehr die konkreten funktionellen Auswirkungen auf das Leistungs
vermögen der betroffenen Person (Urteil des Bundesgerichts 9C_570/2018 vom 1
8.
Februar 2019 E. 3.2.1; vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 9C_851/2018 vom 2
3.
Mai 2019 E. 4.1.4).
Diesbezüglich
führte
Dr.
D._
aus, er habe
nur im Oktober 2017 eine kurze Arbeitsunfähigkeit wegen der Arthritis attestiert, aus allgemeininternistischer Sicht bestehe keine bleibende Arbeits
unfähigkeit für alle Tätigkeiten, sondern eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit für manuelle belastenden Tätigkeiten (Urk. 13/78/3).
Diese Einschätzung wurde in der leistungsabweisenden Verfügung dahingehend berücksichtigt, dass dem Beschwerdeführer nur leichte körperliche Tätigkeiten zugemutet werden (
Urk.
2 S. 2). A
us kardiologischer Sicht bestehen
hingegen
keine Einschränkungen bezüglich der Arbeitsintensität und der Anwesenheitsdauer (
Urk.
13/
88/3).
Anhaltspunkte, dass die somatischen
Diagnosen
zu einer i
nvalidenversicherungs
rechtlich relevanten
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führen, sind daher nicht vorhanden und es bestand kein Anlass für die Beschwerdegegnerin, diesbezüglich weitere medizinische Abklärungen zu tätigen,
da von dieser keine anderen
ent
scheidrelevanten
Erkenntnisse zu erw
arten wä
ren (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d, 136 I 229 E. 5.3).
4.3
Im Hinblick
auf
die Beurteilung
des psychischen Gesundheitszustands
des
Beschwerdeführers
ist
zunächst auf den Beweiswert des psychiatrischen Gutach
tens v
on
Dr.
B._
vom 1
9.
März 2018
(
Urk.
13/87) einzugehen.
Die Expertise basiert auf einer umfassenden psychiatrischen Untersuchung und wurde in detaillierter Kenntnis der
Vorakten
erstellt (
Urk.
13/87/3 ff.). Der Beschwerdeführer konnte gegenüber
Dr.
B._
seine
aktuellen Beschwerden schildern und wurde von d
iesem
zu verschiedenen Themenbereichen wie dem Krankheitsverlauf und dem gewöhnlichen Tag
esablauf
ausführlich
befragt (
Urk.
13/87/8 ff.
). Die geklagten Leiden fanden sodann im Rahmen der Feststel
lung der Diagnosen Berücksichtigung, wobei sowohl diese als auch die aus medizinischer Sicht resultierenden Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit darge
legt und
erläutert wurden (
Urk.
13/87/14,
Urk.
13/87/17 f.).
In seine Beurteilung bezog der
Sachverständige zudem die vorangegangenen ärztlichen Unterlagen mit ein, insbesondere zwecks retrospektiver Einschätzung der Arb
eitsfähigkeit (
Urk.
13/87/
15,
Urk.
13/87/
22
). Insgesamt erfüllt das psychiatrische Gutachten somit die vom Bundesgericht festgelegten formellen Kriterien für eine beweis
werte med
izinische Expertise (vgl. E. 1.3
).
4.4
4.4.1
Zu prüfen ist, ob auf die von
Dr.
B._
grundsätzlich für alle zumutbaren Tätigkeiten attestierte Arbeitsfähigkeit von 60
%
abgestellt werden kann (Urk. 13/87/17 f.).
Rechtsprechungsgemäss
ist die Frage nach den Auswirkungen psychischer Erkrankungen auf das funktionelle Leistungsvermögen unter Anwen
dung des strukturierten Beweisverfahrens nach BGE 141 V 281 zu beantworten
(
BGE 143 V 418 E. 6
; vgl.
vorstehend E. 1.4
).
4.4.2
Zum Komplex «Gesundheitsschädigung» ist festzuhalten, dass
Dr.
B._
eine Angst und depressive Störung gemischt (ICD-10 F41.2) diagnostizierte, wobei die früher beschriebene mittelgradige depressive Episode unter Behandlung bis auf ein leichtes depressives Restsyndrom abgeklungen sei und
zur Zeit
die Angst und das ausgeprägte Vermeidungsverhalten im Vordergrund stehe (
Urk.
13/87/14).
Diese Diagnose
deckt sich mit den erhobenen Befunden
einer nur
leicht nieder
ges
chlagenen Grundstimmung
(
Urk.
13/87/13) und der zumindest teilweise überwindbaren Angst (
Urk.
13/87/15).
Gemäss den diagnostischen Leitlinien
nach ICD-10
ist der diagnostizierten Störung eine leichte oder mittlere Ausprä
gung der Angst und
Depression inhärent (
vgl.
Dilling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.],
Internationale
Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 1
0.
Auflage, 2015,
S. 200
), was auch mit der Beurteilung von
Dr.
B._
, es liege eine knapp mittelgradig ausgeprägte psy
chische Störung vor
(
Urk.
13/87/14)
, übereinstimmt.
4.4.3
Zum Indikator
«Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz»
ist
dem Gutachten zu entnehmen
, dass
eine kontinuierlich
e
ambulante Behandlung und eine adäquate antidepressive Medikation durchgeführt
wird
.
Insgesamt sei
damit
im Vergleich zur akuten Dekompensat
i
on im Februar 2016 von einer zumindest teilweise eingetretenen Verbesserung/Stabilisierung auszugehen
(Urk.
13/87/15). Hauptrehabilitationshindernis sei jedoch das angstbedingte Vermeidungsverhal
ten des Beschwerdeführers. Zu dessen Überwindung sei die Teilnahme am Pro
gramm einer Tagesklinik beziehungsweise ein erneuter externer Rehabilitations
versuch mit
externer Tagesstrukturierung denkbar (
Urk.
13/87/19). Die Prognose bezüglich der Angstsymptomatik und des Vermeidungsverhaltens sei aus rein psychiatrischer Sicht günstig.
Unter Mitberücksichtigung der psychosozialen Situation (der Beschwerdeführer erlebt sich als krank und nur minimalst restar
beitsfähig), sei die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen beruflichen Integration jedoch als ungünstig zu beurteilen (
Urk.
13/87/16).
Unter diesen Umständen kann nicht von einem definitiven Scheitern einer indizierten, lege
artis
und mit optimaler Kooperation des Beschwerdeführers durchgeführten Therapie gesprochen werden (
U
rteil
des Bundesgerichts
9C_549/2015 vom 2
9.
Januar 2016 E. 4.4). Mit überwiegender Wahrscheinlich
keit
ist
demnach davon aus
zugehen
, dass keine Therapieresistenz vorliegt, sondern verschiedene Behandlungsoptionen noch nicht ausgeschöpft wurden und auch invalidenversicherungsrechtlich nicht relevante psychosoziale Faktoren die Wiedereingliederung verhindern.
Zum Eingliederungserfolg ist festzuhalten, dass dem Beschwerdeführer
Kostengutsprache für ein Belastbarkeitstraining
erhielt, das nach Antritt am 1
2.
September 2017 jedoch am 1
7.
November 2017 aufgrund der Krankschreibung des Beschwerdeführers beendet werden musste
(
Urk.
13/61
).
Obwohl sich der Beschwerdeführer selbst in einer Verweistätigkeit als teilarbeits
fähig erachtet (
Urk.
1
Ziff.
2)
,
h
at er nach Lage der Akten keine weiteren
Einglie
derungsbemühungen
getätigt.
4.4.4
In Bezug auf den Indikator
«
Komorbiditäten
»
ist zu bemerken, dass
keine rechtlich bedeutsamen Komorbiditäten vorliegen. Die ebenfalls diagnostizierten somati
schen Beschwerden bleiben ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (vgl. oben
stehende E. 4.2).
4.4.5
Was den Komplex «Persönlic
hkeit
»
anbelangt, gilt es zu beachten
, dass weder eine Persönlichkeitsstörung noch -akzentuierung vorliegt (vgl.
Urk.
13/87/14). Der Persönlichkeitsstruktur ist in Anbetracht dieser Umstände keine
wesentlich
ressourcenhemmende Wirkung beizumessen.
4.4.6
Zum sozialen Lebenskontext äusserte sich der Beschwerdeführer dahingehend,
dass er mit
s
einer zweiten Ehefrau, die er im Jahr 2016 geheiratet ha
t
, zusam
menlebe (
Urk.
13/87/10)
.
Die Fürsorge seiner Frau habe mit zu seiner Stabilisie
rung beigetragen (
Urk.
13/87/12). Ferner
wird
er etwa einmal wöchentlich
von seinen erwachsenen Töchtern besucht, auch zu seinen Eltern besteh
t
ein regel
mässiger und guter Kontakt (
Urk.
13/87/10). Das soziale Umfeld erweist sich damit als potentiell begünstigende Ressource.
4.4.7
In Bezug auf die beweisrechtlich entscheidende Kategorie «Konsistenz» ist zunächst festzuhalten, dass sich bei der gutachterlichen Untersuchung eine Dis
krepanz zwischen den vom Beschwerdeführer beschriebenen erlebten Beeinträch
tigungen und dem objektivierbaren psychopathologischen Befund mit nur leich
ter Niedergeschlagenheit
ergab
. Auch die Tatsache, dass
er
wenige Monate nach der Dekompensation
wieder geheiratet hat (
Urk.
13/87/16)
,
lässt sich
mit der geschilderten Hilflosigkeit
kaum
vereinbar
en
.
Bezüglich der gleichmässigen Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen ist anzumerken, dass der Beschwerdeführer in der Lage ist, mit seiner Frau ein
zu
kaufen und spazieren zu gehen sowie admi
nistrative Angelegenheiten zu erledigen und zu lesen (
Urk.
13/87/10 f.).
Auf einen
gewissen
behandlungsanamnestisch ausgewiesenen Leidensdruck kann angesichts der in Anspruch genommenen regelmässigen ambulanten psychothe
rapeutischen Behandlung sowie der adäquaten medi
kamentösen Therapie (
Urk.
13/87/22)
durchaus geschlossen werden, wobei jedoch denkbare weitere Behandlungsmöglichkeiten
,
wie
etwa
ein tagesklinischer Aufenthalt bisher nicht durchgeführt wurden.
4.4.8
Dr.
B._
erachtete eine 60
%
ige
Arbeitstätigkeit
als zumutbar
,
wobei einers
eits eine verringerte
Präsenzzeit von zwei mal drei Stunden täglich und andererseits eine Leistungseinschränkung von 10 bis 20
%
während der Präsen
zzeit bereits berücksichtigt wurde
n
. Dies
e Einschätzung
gilt
sowohl
für die bisherige
Tätigkeit als Lagermitarbeiter
als auch für jede
andere
körperlich leichte
Tätigkeit ohne Schichtarbeit,
mit regelmässiger Stressbelastung und
regelmässiger
Tätigkeit mit der Möglichkeit einer lä
ngeren Mittagspause
(
Urk.
13/87/18). Angesichts des höchstens mittelgradigen Schweregrads des diagnostizierten Gesundheitsscha
dens
ohne namhafte Komorbiditäten oder ressourcenhemmende Persönlichkeits
merkmale,
des unterstützenden sozialen Umfelds
sowie der mangelnd
en Behand
lungsresistenz und der eher leichten
Einschränkung im Alltag
,
ist diese Einschät
zung gestützt auf das strukturierte Beweisverfahren nicht zu beanstanden.
5.
5.1
Es bleibt die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen vorzunehmen
. In diesem Zusammenhang ist vorab festzuhalten, dass der Beschwerdeführer gemäss Beur
teilung der Beschwerdegegnerin im Gesundheit
sfall zu 90
%
erwerbstätig wäre (
Urk.
13/92/1
).
Dies blieb unbestritten
(vgl.
Urk.
1)
und überzeugt in Anbetracht der konkreten Umstände. So stellt die Tätigkeit, welche bei Eintritt der gesund
heitlichen Beeinträchtigung tatsächlich und unter Umständen seit längerer Zeit ausgeübt wurde, vor allem bei sonst im Wesentlichen unveränderten Verhältnis
sen bis zur Entstehung des Rentenanspruchs, ein starkes Indiz für das im Gesund
heitsfall hypothetisch ausgeübte Erwerbspensum dar (Urteil des Bundesgerichts 9C_565/2015 vom 2
9.
Januar 2016 E. 3.2 mit Hinweisen). Da der Beschwerde
führer seit Beginn der
Tätigkeit bei der
Y._
im Jahr 2005 bis zum Eintritt des Gesundheitsschadens im Februar 2016
- mithin während mehr als
10 Jahren -
in einem Pensum von 90
%
angestellt wa
r (Urk.
13
/29/2) und
keinen anerkannten Aufgabenbereich (vgl.
Art.
27
der Verordnung
über die Invaliden
versicherung;
IVV)
ausweisen kann,
ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass
er freiwillig einer Teilerwerbstätigkeit nachgegangen ist.
5.2
5.2.1
Bei einer hypothetisch im Gesundheitsfall lediglich teilerwerbstätigen versicher
ten Person
ohne
Aufgabenbereich im Sinne von
Art.
27 IVV
bemisst sich die Invalidität rechtsprechungsgemäss nach der allgemeinen Methode des Einkom
mensvergleichs oder einer Untervariante (Schätzungs- oder Prozentvergleich, ausserordentliches Bemessungsverfahren) davon. Dabei ist das
Valideneinkom
men
nach Massgabe der ohne Gesundheitsschaden ausgeübten Teilerwerbstätig
keit festzulegen, wobei entscheidend ist, was die versicherte Person als Gesunde tatsächlich an Einkommen erzielen würde, und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte. Wäre sie gesundheitlich in der Lage, voll erwerbstätig zu sein, reduziert sie aber das Arbeitspensum, um mehr Freizeit zu haben, hat dafür nicht die Invalidenversicherung einzustehen. Das Invalideneinkommen bestimmt sich entsprechend den gesetzlichen Vorgaben danach, was die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte. Dabei kann das
–
ärztlich festzulegende
–
Arbeitspensum unter Umstän
den grösser sein als das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung geleistete (BGE 131 V 51 E. 5.1.2; wiedergegeben in BGE 142 V 290 E. 5).
In Präzisierung dieser Rechtsprechung hat das Bundesgericht in BGE 142 V 290 entschieden, dass bei teilerwerbstätigen Versicherten ohne Aufgabenbereich die anhand der Einkommensvergleichsmethode zu ermittelnde Einschränkung im (allein
versicherten) erwerblichen Bereich proportional – im Umfang der hypo
thetischen Teilerwerbstätigkeit – zu berücksichtigen ist (E. 7.3).
5.2.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ist davon auszugehen, dass der Beschwer
deführer im Gesundheitsfall weiterhin bei der
Y._
als Lagermitarbei
ter in einem 90%-Pensum angestellt wäre. Ausgehend von den Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin im Beric
ht vom
9.
Dezember 2016, hätte
er dabei
im Jahr 2016
ohne Gesundheitsschaden
ein Bruttojahreseinkommen von
Fr.
62'296.-- erzielt (Urk.
13/29/
5
), was einem Einkommen von
Fr.
69'218.-- für ein 100%-Pensum
(vgl.
Kreisschreiben
des Bundesamtes für Sozialversicherungen
über Invalid
ität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH]
,
Rz
3042.2)
ent
spricht.
Das massgebliche
Valideneinkommen
im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns im
Februar 2017
(vgl.
Art.
29
Abs.
1 IVG) beträgt somit unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung für männliche Arbeitskräfte von
2239
Punkten im Jahr 2016 auf
2249
Punkte im Jahr 2017
(vgl. Entwicklung der Nominallöhne, Bundesamt für Statistik, T39, Männer)
Fr.
69’527
.-- (
Fr.
69’218
.-- / 2239 x 2249).
5.2.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statisti
schen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V
592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Da der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns keiner Arbeitstätigkeit nachging, ist das Inva
lideneinkommen nach den LSE 2014
zu bestimmen. Aufgrund der fehlenden Ausbildung des Beschwerdeführers sowie angesichts des individuellen Belastungsprofils ist auf den monatlichen Bruttolohn für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art männl
icher Ange
stellter von
Fr.
5‘312
.-- abzustellen
(LSE 2014, TA1_tirage_skill_level, Monat
licher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor, Total, Kompetenzniveau 1)
. Aufgerechnet auf
die durchschnittliche betri
ebsübliche Arbeitszeit von 41.7
Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschafts
abteilungen, A-S) und angepasst an die Entwicklung der Nominallöhne für
männliche Arbeits
kräfte von 2220 Punkten im Jahr 2014
auf 2249 Punkte im Jahr 2017 (vgl. Entwicklung der Nominallöhne, Bundesamt für Statistik, T 39, Männer) ergibt dies ein Bruttoeinkom
men von
Fr.
67‘
32
1
.-- (Fr.
5‘312.-- / 40 * 41.7 * 12 / 2220
* 2249) respektive von
Fr.
40’
393
.-- für das dem Beschwerde
führ
er zumutbare Arbeitspensum von 6
0
%
.
5.2.4
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige
bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesund
heitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbeding
ten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichts
punkts führen dürfen (Urteil des Bundesgerichts 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 mit Hinweisen; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als nahelie
gender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2 und
8C_808/2013 vom 14. Februar 2014 E. 7.1.1 mit Hinweisen).
Dem Beschwerdeführer ist
eine Arbeitstätigkeit von zweimal drei
Stunden pro Tag zumutbar (
Urk.
13/87/18
). Dem reduzierten Rendement
von 10 - 20
%
wurde mit der attestierten Arbeitsfähigkeit von 60
%
bereits hinreichend Rechnung getragen. Ein (weiterer) Abzug wegen der leidensbedingten Einschränkung recht
fertigt sich daher nicht.
Im Übrigen haben Männer ohne Kaderfunktion, denen nur noch die Ausübung eines Teilzeitpensums von 50-74
%
zumutbar ist, bei Anwendung der LSE 2014 keine überproportionale Lohneinbusse im Vergleich zu einem Vollzeitpensum zu verzeichnen, weshalb auch in diesem Kontext kein leidensbedingter Abzug gerechtfertigt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_610/2019 vom 2
0.
November 2019 E. 4.2.3 mit Hinweis auf 8C_12/2017 vom 2
8.
Februar 2017 E. 5.5.2).
Schliesslich ist nicht erkennbar, dass anderweitige einkommensbeeinflussende Faktoren, die im Übrigen auch
vom Beschwerdefüh
rer
nicht vorgebracht werden, derart gravierend wären, dass
d
ies
er deswegen negative Auswirkungen
auf die Lohnhöhe zu gewärtigen hätte. Gesamthaft ist somit nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin keinen Abzug vom Tabellenlohn gewährt hat.
5.2.5
Der Vergleich des
Valideneinkommens
von
Fr.
69'527.-- mit dem Invalidenein
kommen von
Fr.
40'
393
.-- ergibt
eine Einkommenseinbusse von Fr.
2
9’134
.-- und damit einen Invaliditätsgrad von
rund 4
2
%
. Da der Beschwerdeführer Teil
erwerbstätiger in einem Pensum von 90
%
ohne Aufgabenbereich ist, ist der ermittelte
Invaliditätsgrad proportional um den Faktors des Pensums zu
gewich
ten (vgl. vorstehend E. 5.2.1), woraus sich ein nicht rentenbegründender
Invali
ditätsgrad von rund 3
8
%
ergibt
.
6.
Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer in der angefochtenen Verfügung vom 1
4.
Juni 2018 (
Urk.
2) zu Recht keine Rente der Invalidenversicherung zugesprochen. Die dagegen erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen.
7
.
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfen war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rensaufwand sowie unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69 Abs. 1
bis
IVG) und auf
Fr.
9
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen, infolge der ihm gewähr
ten unentgeltlic
hen Prozessführung (vgl.
Urk.
14
) jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen. Der Beschwerdeführer ist abschliessend auf
§
16
Abs.
4
GSVGer
hinzuweisen, wonach er zur Nachzahlung der Gerichtskosten verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist.