Decision ID: 8cd5b5a3-8193-46f1-8a1c-196146031236
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1989, erlangte am 31. Juli 2008 das Fähigkeitszeugnis als
Sozialagogin
(Urk. 8/2/18) und arbeitete vom 1. August 2008 bis 31. August 2009 in einem Pensum von 80 % als Betreuerin in der Stiftung
Y._
(Urk. 8/2/13-14). Nach einer darauffolgenden Phase der Arbeitslosigkeit mit Bezug von Arbeitslosenentschädigung (Urk. 8/9) war sie vom 1. April 2010 bis 28. Februar 2011 mit einem vertraglichen Beschäftigungsgrad von 70 % (Urk. 8/2/2-10; anderen Angaben zufolge 80 %, Urk. 8/12/2 Ziff. 2.9) als Woh
n
betreuerin beim
Z._
angestellt, wobei der letzte Arbeitstag am 3. November 2010 war (Urk. 8/2/1, Urk. 8/12/2 Ziff. 2.7).
Die Kündigung erfolgte durch den Arbeitgeber wegen langer Krankheitsabwesenheit.
1.2
Am 31. Januar 2011 meldete sich
X._
unter Hinweis auf eine nicht näher bezeichnete psychische Beeinträchtigung bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an und ersuchte um berufliche Massnahmen (Urk. 8/3). Nach vor
gängiger Gewährung eines Aufbautrainings im Rahmen von
Integrations
mass
nahmen
(Mitteilungen vom 26. Juli 2011, 2. Februar und 29. Mai 2012 [Urk. 8/21, Urk. 8/40, Urk. 8/54]; Berichte der
A._
GmbH vom 31. Januar, 7. Mai und 15. Juni 2012 [Urk. 8/39, Urk. 8/51, Urk. 8/64]) leistete die Sozial
ver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, Kostengutsprache für eine
Umschulung auf eine kaufmännische Tätigkeit
(Mitteilungen vom 27. Juni 2012 und 14. Januar 2014 [Urk. 8/66, Urk. 8/106]; Praktikumseinsätze beim
B._
und bei der
C._
AG [Urk. 8/62-63, Urk. 8/99]), welche die Versicherte mit der Erlangung des Bürofach-/Handelsdiploms VSH im August 2013 beziehungsweise März 2014 erfolgreich beendete (Urk. 8/102-103, Urk. 8/115-116).
Daraufhin war sie
- zuerst
im Rahmen eines Praktikumsvertra
ges
im Umfang von 50 % und ab 1. Januar 2016 in einer Anstellung im Stun
denlohn bei einem
Pensum
von 50 % -
weiterhin
bei der
C._
AG
tätig (Urk. 8/119-121, Urk. 8/183, Urk. 8/196
)
, wobei
sie
eine Präsenzzeit von höchstens 30 % erreicht
e
(vgl. Urk. 8/179 S. 29).
M
it Mitteilung vom 26.
Mai
2014 (Urk. 8/122)
eröffnete die IV-Stelle der Versi
cherten
den Abschluss
der beruflichen Massnahmen
und mit Mitteilung vom 26. August 2014 (Urk. 8/137) den Abschluss der Arbeitsvermittlung
.
Einen
Ren
ten
anspruch lehnte sie
nach
d
urch
ge
führ
tem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 8/126
127, Urk. 8/130/7, Urk. 8/135) mit Verfügung vom 28. August 2014 (Urk.
8/140
) gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 31 %
ab
.
Eine
hie
gegen
am
29.
September 2014 (Urk. 8/
144/3-11
)
erhobene
Beschwerde hiess das hiesige Gericht
mit Urteil vom 29.
Februar 2016 (Urk. 8/158
/1-13
; Prozessnummer IV.2014.
0
1006) in dem Sinne gut, dass
es die Verfügung vom 28. August 2014
aufhob und die Sache an die IV-Stelle für ergänzenden Abklärungen zurückwies.
Die IV-Stelle tätigte in der Folge
weitere
medizinische Abklärungen und veranlasste unter anderem ein psychiatrisches Gutachten bei Dr. med.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, welches dieser am 7. Dezember 2016 (Urk. 8/179) erstattete.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 8/
189, Urk. 8/
197, Urk. 8/200
)
sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom
13. Juli
2017 (Urk. 2) rückwirkend ab 1.
Mai 2014 eine
Viertelsrente
zu.
2.
Dagegen erhob
die
Versicherte am
12. September
2017 Beschwerde (Urk.
1) mit den Anträgen, es sei die
angefochtene
Verfügung aufzuheben und
ihr eine halbe Invalidenrente zuzusprechen; eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen
. Zudem sei
en
ihr
die unentgeltliche Prozessführung
und Rechtsvertretung zu gewähren (S. 1
).
Die
Beschwerdegegnerin
beantragte am
27. Oktober 2017 (Urk. 7
) Abweisung der Beschwerde, was
der
Beschwerdeführer
in
am
17. Januar
201
8
(Urk.
16)
zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
.
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommens
vergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Ent
scheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht folgt vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre
Verfügung vom 13. Juli 2017 (Urk. 2)
damit, dass
der Beschwerdeführerin ihre ursprüngliche Tätigkeit als
Sozialagogin
seit 23. November 2010 nicht mehr zumutbar sei.
Davor habe sie im Umfang von 80 % als
Sozialagogin
gearbeitet und hätte dies überwiegend wahrscheinlich auch weiterhin getan. Weil sie nebenbei keinen Aufgabenbereich zu besorgen
habe
, sei sie als 80 % erwerbstätig zu qualifizieren. Die restlichen 20 % entfielen zugunsten von mehr Freizeit.
Im Jahr 2014 hätte sie damit ein Einkommen von
Fr.
53'142.44 erzielen können. Aufgrund der medizinischen Beurteilung sei ihr eine angepasste Tätigkeit zu 40 % zumutbar. Da sie einen Praktikumslohn beziehe
,
sei auf einen statistischen Durchschnittslohn für kaufmännische Tätig
keiten gemäss dem Bundesamt für Statistik abzustellen. Dieser habe im Jahr 2014 bei 40 % Fr. 28'802.01 betragen. Es resultiere somit ein Invaliditätsgrad von 46 %. Da sie bis am 30. April 2014 Taggelder bezogen habe, sei der Renten
an
spruch somit a
m
1. Mai 2014 entstanden. Es g
e
be keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass sie heute bei guter Gesundheit zu 100 % arbeitstätig wäre, weshalb
sie sich
für die Berechnung des Invaliditätsgrades am 80 %-Pen
sum orientiere
(Urk. 2 S. 9 f.)
.
2.2
Die
Beschwerdeführer
in
stellte sich in
ihrer
Beschwerde vom
12
.
September
2017 (Urk.
1) auf den Standpunkt,
es
sei
zwar zutreffend, dass sie bereits in der Zeit vom 1. August 2008 bis zur Anmeldung bei der Beschwerdegegnerin 2011 nur in einem 80 %-Pensum gearbeitet habe
.
Grund dafür sei aber nicht gewesen, dass
sie
nicht mehr als 80 % hätte arbeiten wollen. Vielmehr sei es daran gelegen, dass sie erst am Anfang ihrer beruflichen Tätigkeit gestanden sei und sich bereits damals gesundheitliche Einschränkungen bemerkbar gemacht hätten. Sie habe ihr Pensum nicht aus freien Stücken reduziert gehabt, etwa um mehr Freizeit zu haben, und die Ausübung einer Ganztagtätigkeit sei auch nicht aus Gründen des Arbeitsmarktes
nicht möglich gewesen. Vielmehr habe der Grund für die redu
zierte Arbeitstätigkeit darin gelegen, dass
sie
schon damals aus gesund
heitlichen Gründen überfordert gewesen sei, in einem 100 %-Pensum zu arbeiten. Aus diesen Gründen sei das
Valideneinkommen
zur Berechnung des Invaliditäts
grades von Fr. 53'142.-- (80 %) auf Fr. 66'428.-- (100 %) zu erhöhen. Damit resul
tiere ein Invaliditätsgrad von 56 % (S. 2).
3.
3
.1
Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin in
einer angepassten Tätigkeit lediglich zu 40
% arbeitsfähig
ist (vgl. Urk.
1 S. 2, Urk. 2 S. 9 f.
,
Urk.
8
/
186
S.
6
und Urk.
8/
205
S.
1).
Dies steht im Einklang mit
dem
von der Beschwerde
gegne
rin nach Rückweisung des hiesigen Gerichts
zur medizinischen
Abklärung
in Auf
trag gegebenen
beweiskräftigen
psychiatrischen
Gutachten von Dr.
D._
vom
7. Dezember 2016 (
vgl.
Urk. 8/179
)
.
Dieser diagnostizierte eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit vor allem abhängigen, unreifen und emotional-instabilen Anteilen mit leicht- bis mittelgradiger depressiver Episode mit somatischen Symptomen; ferner einen schädlichen Gebrauch von Cannabis sowie eine Agoraphobie mit Panikstörung (S. 43). Aufgrund der Störungsbilder Depression und Persönlichkeitspathologie ging der Gutachter von einer Arbeitsfähigkeit von rund 40 % aus (S. 45).
Zu Recht e
benso wenig umstritten ist der Zeitpunkt des Beginns des Anspruchs auf eine Invalidenrente
am
1. Mai 2014, nachdem die Beschwerdegegnerin bis zum 30. April 2014 Tag
gelder der Invali
den
versicherung bezog
en hatte
(Urk. 8/109, Urk. 8/186 S. 6).
3.2
Strittig ist einzig die Qualifikation der Beschwerdeführerin als Vollerwerbstätige oder Teilerwerbstätige ohne Aufgabenbereich und damit der Einkommensver
gleich, wobei nur die Höhe des
Valideneinkommens
(als Folge der Qualifikation) umstritten ist.
3.3
3.3.1
Die Beschwerdeführerin
arbeitete
vor Eintritt des Gesundheitsschadens in einem 80 %-Pensum
als Wohnbetreuerin beim
Z._
(vgl.
Urk. 8/12/2 Ziff.
2.9
und
Urk. 8/148/8-9 S. 1)
.
Die übrigen
20 %
wendete sie nicht für
eine Tätigkeit im
Aufgabenbereich
-
gemäss dem im Verfügungs
zeitpunkt in Kraft gewesenen
aArt
. 27
der Verordnung über die Invaliden
ver
sicherung (IVV)
sind darunter
übliche Tätigkeiten im Haushalts
bereich,
Erziehung der Kinder sowie gemeinnützige und künstlerische Tätigkeiten
zu verstehen
-
auf, sondern nutzte
diese
20 %
als «Erholungs
tag
» (vgl.
Urk.
8/123 S. 6
)
.
3.3.2
Die Beschwerdegegnerin stellt sich auf den Standpunkt, dass die neben der in 80%igem Arbeitspensum berücksichtigen Einkünfte restlichen 20
%
bei der Errechnung des Invaliditätsgrades nicht berücksichtigt werden könnten, da die entsprechende Zeit
zugunsten von mehr Freizeit
aufgewendet worden sei
(vgl. Urk. 2 S. 9)
.
Sie begründete diese Sichtweise mit dem Umstand, dass es keine Hinweise dafür gebe, dass die Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit 100 % gearbeitet hätte. So sei ihrem Bewerbungsdossier zu entnehmen, dass sie seit Lehrabschluss immer in einem 80 %-Pensum gearbeitet habe und es somit nicht nachvollziehbar sei, dass sie nun bei guter Gesundheit 100 % arbeiten würde (vgl.
Urk. 8/205 S. 2).
3.3.3
Diese Argumentation greift zu kurz. Unter Berücksichtigung der gesamten Umstände ist mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon
auszugehen, dass das von Anfang ihrer Berufskarriere an reduzierte 80 %
Pen
sum der Beschwerdeführerin auf ihr psychisches Leiden zurückzuführen ist. Es liegen zwar keine diesbezüglichen echtzeitlichen Arztberichte vor, jedoch spre
chen
die vorliegende Umstände
für eine solche Sichtweise. Dr.
D._
führte in seinem psychiatrischen Gutachten die krankheitsbedingte Reduktion der Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin auf eine Depression sowie eine Per
sönlichkeitsstörung zurück und führte aus, dass die Gesundheitsschädigung seit der Jugend oder Adoleszenz vorliegen dürfte und sich über Jahre beziehungs
weise spätesten ab der frühen Adoleszenz nicht wesentlich verändert habe (Urk. 8/179 S. 44 f. und S. 51). Zudem erlebte die Beschwerdegegnerin bereits nach dem ersten Lehrjahr 2006 im Alter von 17 ein von ihr als «Burnout» erlebtes Leiden (vgl. Urk. 8/179 S. 5). Danach wechselte sie den Lehrbetrieb. An ihrer ersten Arbeitsstelle, welche sie in dem Betrieb in Angriff nahm, in welchem sie auch das 2. und 3. Lehrjahr als
Sozialagogin
absolvierte, war sie von Anfang an in einem 80 %-Pensum beschäftigt (vgl. Urk. 8/148/10-12). Zudem verliess sie diese Stelle bereits nach einem Jahr im Alter von 20 Jahren wieder auf eigenen Wunsch (Urk. 8/148/10). Nach einer etwa siebenmonatigen Arbeitslosigkeit, während welcher sie ihre Vermittlungsfähigkeit mit 80 % angab (vgl. Urk. 8/9), war sie wiederum lediglich circa sieben Monate in einem Pensum von 80 %
beim
Z._
arbeitstätig
(
Urk.
8/
148/8; letzter effektiver Arbeitstag am 3. November 2010 [Urk. 8/2/1, Urk. 8/12/2 Ziff. 2.7]), bevor sie krankheitsbedingt stationär behandelt wurde (vgl. Urk. 8/16 S. 2). Alle diese Umstände sprechen dafür, dass die anfängliche Reduktion auf ein
80
%-Pensum durch gesundheitliche Beweggründe bedingt sind.
Damit ist mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die Beschwerdegegnerin ihr Pensum nicht freiwillig zugunsten von zusätz
licher Freizeit, sondern aufgrund ihres Gesundheitszustandes reduziert hatte. Damit ist sie als Vollerwerbstätige zu qualifizieren.
4
.
4
.1
4.1.1
Für die Bemessung des
Valideneinkommens
ist entscheidend, was die versicherte Person nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde. Die Ermittlung des
Valideneinkommens
muss so konkret wie möglich erfolgen. Da die bisherige
Tätigkeit erfahrungsgemäss fort
gesetzt worden wäre, ist in der Regel vom letzt
en Lohn auszugehen, der vor Ein
tritt der Gesundheitsschädigung erzielt wurde. Dieses Gehalt ist, wenn nötig, der
Teuerung und der realen Einkommensentwickl
ung anzupassen (BGE 135 V 58 E.
3.1).
4.1.2
Die Beschwerdeführerin arbeitete
vor dem erlittenen Gesundheitsschaden
zuletzt
als Wohnbetreuerin beim
Z._
und erzielte dort
2010
bei einem Pensum von 80 %
ein
jährliches
Bruttoeinkommen von Fr.
5
2'149.90
(Urk. 8/12
S.
2).
Dies entspricht einem massgeblichen Einkommen bei 100 % von
Fr. 65'187.4
0.
Unter Berücksichti
gung der Nominallohnentwicklung (Bundesamt für Statistik; Tabelle T1.2.10 Nominallohnindex, Frauen 2011-2016), resultiert ein massgebliches
Valideneinkommen
für
2014
von
Fr.
67'534.10
(F
r. 65'187.40/ 100
[Index
2010
] x
103.6
[Index
2014
]).
4.2
Für
die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung pri
mär von der
beruflich
erwerblichen
Situation auszugehe
n, in welcher die ver
si
cherte Person konkret steht. Ist kein tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich, weil die versicherte Perso
n nach Eintritt des Gesund
heits
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs
tätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung die Tabellen
löhne gemäss der vom Bundesamt für Statistik periodisch heraus
gegebenen
Lohnstruktur
er
hebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweisen).
Vorliegend schöpft die Beschwerdeführerin, indem sie lediglich stundenweise einer einem Praktikum vergleichbaren Arbeit bei einem Stundenlohn von Fr. 12.
- bei der
C._
AG (Urk.
8/1
19-121, Urk. 8/183, Urk. 8/196) nach
geht, ihr zumutbares Pensum von 40 % in einer angepassten Tätigkeit nicht aus, weshalb die Beschwerdegegnerin
zutreffenderweise
auf die LSE abstellte. Da die Beschwerdeführerin nach erfolgreicher Umschulung über
d
as Bürofach-/Handels
diplom
VSH
(Urk. 8/102
103, Urk.
8/115-116)
verfügt, hat die Beschwerde
gegne
rin zu Recht auf die LSE-Tabelle 17 Ziff. 4 (monatlicher Bruttolohn nach Berufs
gruppen, Lebensalter und Geschlecht, privater und öffentlicher Sektor; Bürokräfte und verwandte Berufe; Frauen; LSE 2014) abgestellt und das entsprechende Ein
kommen an die betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7 Wochenstunden sowie an das mögliche Pensum von 40 % angepasst (Fr. 5’756.-- : 40 x 41.7 x 12 x 0,4)
.
Das von der Beschwerdegegnerin errechnete Invalideneinkommen von Fr. 28’802.-- (richtig Fr. 28'803.--, Wert 2014, Urk. 2), ist damit nicht zu bean
standen.
4.3
Nach dem Gesagten ste
ht dem
Valideneinkommen
von Fr. 67'534.10
ein
Invali
deneinkommen von Fr. 28'80
3
.
--
gegenüber. Damit resultiert ein Invaliditätsgrad von
gerundet
57
%
, was eine
n
Anspruch auf eine halbe Invalidenrente
ergibt
(vgl.
E. 1.2)
.
Die Beschwerde ist somit gutzuheissen und die
Verfügung der Sozial
ver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom 13. Juli 2017
mit der
Fest
stellung abzuändern
, dass die Beschwerdeführerin ab 1. Mai 2014 Anspruch auf eine
halbe Rente
der Invalidenversicherung hat.
5.
5
.1
Bei diesem Ergebnis erweist sich das Gesuch
der Beschwerdeführerin
um
unent-geltliche
Prozessführung
und Rechtsvertretung
als gegenstandslos.
5
.2
Im vorliegenden Verfahren geht es um die Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen, weshalb das Verfahren kostenpflichtig ist. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art.
69
Abs.
1
bis
IVG
) und ermessensweise auf Fr.
7
00.-- anzusetzen. Ent
spre
chend dem Ausgang des Verfahrens sind sie von der unterliegenden Beschwer-
degegnerin
zu tragen.
5.3
Nach § 34 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem
Mass
des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert. Wird eine Entschädigung beansprucht, reicht die Partei dem Gericht vor dem Endentscheid eine detaillierte Zusammenstellung über ihren Zeitaufwand und ihre Barauslagen ein. Im Unter
lassungsfall setzt das Gericht die Entschädigung nach Ermessen fest (§ 8 in Ver
bindung mit § 7 Abs. 2 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschä
digungen vor dem Sozialversicherungsgericht (
GebV
SVGer
). Trotz der gericht
lichen Aufforderung vom 17. Januar 2018 (Urk. 16) hat der Rechtsvertre
ter
keine
Kostennote
eingereicht. Die Entschädigung
ist
daher von Amtes wegen festzu
setzen.
Unter Berücksichtigung
der
massgeblichen
Kriterien
ist
der Beschwerdeführerin eine Prozessentschädigung von
Fr. 1'
8
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehr
wert
steuer)
zu Lasten der Beschwerdegegnerin
zuzsprechen
.