Decision ID: daa955bc-697a-5017-a0fc-f6d5bc4d76ee
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
a. Die X. AG, St. Gallen, ist Eigentümerin des in der Wohnzone W4a gelegenen
Grundstücks Nr. W0000, Grundbuch St. Gallen West, welches im Norden an das der
politischen Gemeinde St. Gallen gehörende Grundstück Nr. W3225 angrenzt. Seit der
am 26. März 2012 genehmigten und am 1. Mai 2012 in Kraft getretenen
Zonenplanänderung liegt das Grundstück Nr. W3225 nunmehr vollständig in der Zone
für öffentliche Bauten und Anlagen, nachdem es zuvor teilweise der Wohnzone W4a
zugeteilt war. Am 12. April 2012 reichten die Stadtwerke das Baugesuch (Nr. 50'444)
zur Erstellung einer Fernwärmezentrale mit den Grundmassen von 19.3 x 49.3 m auf
dem Grundstück Nr. W3225 ein. Gemäss Gesuch befinden sich im Untergeschoss des
Betriebsgebäudes die Öltankanlage, Reserveräume für den Gasbetrieb,
Mittelspannungstrafos sowie die Fernwärmeleitungen zur Netzeinspeisung. Im
Erdgeschoss befinden sich das Kesselhaus, das Salzlager und ein Lagerraum. Im
Zwischengeschoss über dem Lagerraum ist die Kommandozentrale und der
Wechselrichterraum für die auf dem Dach installierte Photovoltaikanlage vorgesehen.
Im zweiten Obergeschoss ist eine Garderobe und eine Dusche untergebracht.
Dachaufbauten sollen auf der Südseite die Montage von Solarpaneelen und auf der
Nordseite durch die Anbringung von Glasfenstern den Lichteinfall ermöglichen. Im
Weiteren sind im nordwestlichen Bereich zwei Kaminanlagen vorgesehen, über die -
rund fünf Meter über der Oberkante der Dachaufbauten - die Abluft aus den
Heizkesseln abgeführt werden soll (act. G 14/12 Beilagen).
b. Die gegen dieses Bauvorhaben erhobenen Einsprachen wies die
Baubewilligungskommission der Stadt St. Gallen - nachdem Einigungsverhandlungen
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zwischen den Beteiligten zu keinem Ziel geführt hatten (act. G 14/9) - mit Entscheid
vom 22. Juni 2012 ab und erteilte die Baubewilligung mit Auflagen und Bedingungen
(act. G 14/12 Beilagen). Dagegen erhob die X. AG, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur.
Pascal Baumgardt, St. Gallen, am 23. Juli 2012 Rekurs (Nr. 12-4428; Rekurs 1). In der
Begründung vom 23. November 2012 beantragte sie die Aufhebung des Beschlusses
vom 22. Juni 2012 und die Verweigerung der Baubewilligung für das Gesuch Nr.
50'444. Sie führte unter anderem aus, die Zonenplanänderung auf 1. Mai 2012 sei einer
akzessorischen Prüfung zu unterziehen, weil die Umzonung des südwestlichen Teils
des Grundstücks Nr. W3225 mit den Zielen und Grundsätzen des
Raumplanungsgesetzes (RPG; SR 700) nicht vereinbar sei und sie die Tragweite der
damit verbundenen Eigentumsbegrenzungen nicht habe erkennen können. Es sei zur
Berücksichtigung der Interessen der angrenzenden Wohnzone der Erlass eines
Sondernutzungsplans zu prüfen. Weiter verletze Art. 13 der Bauordnung der Stadt St.
Gallen (BO) das Legalitätsprinzip, indem darin eine unzulässige Generalklausel
enthalten sei. Verletzt seien sodann der grosse und der kleine Grenzabstand. Ferner sei
ein rund um die Uhr mit Öl und/oder Gas betriebenes Kraftwerk ein stark störender
Betrieb und daher an einem von Wohn- und Grünzonen umgebenen Ort nicht
zonenkonform. Zudem würden auch die Auswirkungen in Form von
Luftverunreinigungen, Lärm, Erschütterungen und Strahlen das zulässige Mass
überschreiten und das Vorsorgeprinzip von Art. 11 des Umweltschutzgesetzes (USG;
SR 814.01) verletzen. Es müsse davon ausgegangen werden, dass die Vorschriften der
Lärmschutz-Verordnung (LSV; SR 814.41) und der Luftreinhalteverordnung (LRV; SR
814.318.142.1) nicht eingehalten werden könnten. Hinsichtlich der Photovoltaikanlage
sei aufgrund der Anordnung der Solar-Sheds eine starke und störende Blendwirkung
zu befürchten. Das Baugesuch sei in formeller Hinsicht unvollständig (act. G 14/1 und
14/10).
c. Mit Blick auf die Rüge der Grenzabstandsverletzung im Rekurs 1 reichte die
Baugesuchstellerin am 28. Mai 2013 ein Korrekturgesuch zum Baugesuch Nr. 50'444
ein, in welchem die Lage des Betriebsgebäudes leicht gegen Norden gedreht und
verschoben wurde, um einen Abstand von mindestens 10.05 m zu den Grenzen der
südlich gelegenen Grundstücke (Nrn. W0001, W0000 und W0002) einzuhalten (act. G
13/8 Beilage). Die von der X. AG gegen das Korrekturgesuch (Nr. 50'444.01) erhobene
Einsprache wies die Baubewilligungskommission mit Entscheid vom 9. August 2013 ab
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und bewilligte die Korrektur (act. G 13/8 Beilage). Hiergegen liess die X. AG mit
Eingabe vom 5. September 2013 Rekurs (Nr. 13-5346, act. G 13/1; Rekurs 2) erheben.
In der Rekursergänzung vom 30. Oktober 2013 beantragte sie unter anderem
Aufhebung des angefochtenen Entscheids und Aussetzung (Sistierung) der
Behandlung des Baugesuchs Nr. 50'444.01 bis zur rechtskräftigen Erledigung des
Baugesuchs Nr. 50'444 (act. G 13/6). Im Entscheid vom 3. März 2014 vereinigte das
Baudepartement des Kantons St. Gallen die beiden Rekursverfahren (Ziff. 1) und wies
das Gesuch um Sistierung des zweiten Rekurses (Nr. 13-5346) ab (Ziff. 2). Die Rekurse
Nr. 12-4428 und Nr. 13-5346 wies sie ab, soweit sie darauf eintrat (Ziff. 3 und 5). Den
Beschluss der Baubewilligungskommission vom 22. Juni 2012 präzisierte sie mit der
Auflage/Bedingung, dass der Emissionspegel in 1 m Abstand von den
Kaminmündungen und in einem Winkel von 45° den Wert von 59 dBA nicht übersteigen
dürfe (Ziff. 4).
B.
a. Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwalt Baumgardt für die X. AG mit Eingabe
vom 18. März 2014 Beschwerde (act. G 1). In der Beschwerdeergänzung vom 16. Mai
2014 stellte er die Rechtsbegehren, der Entscheid vom 3. März 2014 sei aufzuheben
(Ziff. 1). Die Baubewilligung für das Baugesuch Nr. 50'444 sei zu verweigern (Ziff. 2).
Die Behandlung des Baugesuchs Nr. 50'444.01 sei bis zur rechtskräftigen Erledigung
des Baugesuchs Nr. 50'444 auszusetzen; eventuell sei die Baubewilligung für das
Baugesuch Nr. 50'444.01 zu verweigern (Ziff. 3). Eventuell sei der Entscheid vom 3.
März 2014 aufzuheben und die Sache zur Feststellung des Sachverhaltes und zu neuer
Entscheidung der Baugesuche an die Vorinstanz, subeventuell an die Politische
Gemeinde St. Gallen zurückzuweisen (Ziff. 4). Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen
(Ziff. 5; act. G 9).
b. In der Vernehmlassung vom 2. Juni 2014 beantragte die Vorinstanz Abweisung der
Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf den angefochtenen Entscheid und
machte ergänzende Ausführungen (act. G 12). Die Beschwerdegegnerin liess mit
Eingabe vom 19. Juni 2014 Abweisung der Beschwerde, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge, beantragen. Zur Begründung verwies sie auf den angefochtenen
Entscheid und äusserte sich ergänzend (act. G 16).
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c. Mit Stellungnahme (Replik) vom 18. August 2014 bestätigte der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin seine Rechtsbegehren und Ausführungen (act. G 21). Die
Beschwerdegegnerin gab am 3. September 2014 den Verzicht auf eine weitere
Äusserung bekannt (act. G 23).
d. Auf die Vorbringen der Parteien in den Eingaben des vorliegenden Verfahrens sowie
anlässlich des Augenscheins vom 28. Juli 2015 sowie die Feststellungen des Gerichts
anlässlich des Augenscheins wird, soweit für den Entscheid relevant, in den
nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis
Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1; VRP). Die
Beschwerdeführerin ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Sie ist Adressatin eines Rekursentscheids, mit
welchem die von ihr gegen den Einspracheentscheid betreffend das Baugesuch vom
12. April 2012 und den Einspracheentscheid betreffend das Korrekturbaugesuch vom
28. Mai 2013 erhobenen Rekurse (Nrn. 12-4428 und 13-5346) abgewiesen wurden.
Sodann ist sie Eigentümerin eines Nachbargrundstücks zum Grundstück Nr. W3225.
Die Beschwerdeeingabe vom 18. März 2014 (act. G 1) wurde rechtzeitig eingereicht
und am 16. Mai 2014 (act. G 9) ergänzt. Die Eingaben entsprechen formal und inhaltlich
den gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48
Abs. 1 und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist grundsätzlich einzutreten. Hinsichtlich ihrer
Rüge, das Korrekturgesuch sei mit Schreiben vom 28. Mai 2013 - ohne öffentliche
Bekanntmachung - nur der Beschwerdeführerin angezeigt worden, was das rechtliche
Gehör von weiteren potentiell Einspracheberechtigten verletze (act. G 9 S. 12 oben, S.
14 unten und S. 15), fehlt es der Beschwerdeführerin an einem schutzwürdigen
Interesse bzw. an der Rechtsmittellegitimation. Diesbezüglich ist auf die Beschwerde
nicht einzutreten. Selbst wenn darauf einzutreten wäre, müsste die Rüge abgewiesen
werden, zumal das Korrekturgesuch bzw. die darin beantragte geringe Verschiebung
des Gebäudes im vereinfachten Verfahren (Art. 82 des Baugesetzes (sGS 731.1
[BauG]) geprüft werden konnte.
2.
bis
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2.1.
2.1.1. Die Beschwerdeführerin beanstandet, dass die Akten der Beschwerdegegnerin
nicht nummeriert und mit keinem Aktenverzeichnis versehen sind (act. G 9 S. 9). - Die
Vorinstanz hat sämtliche Akten einzureichen, die ihr zum Entscheid zur Verfügung
gestanden haben (Art. 52 VRP). Sie sind zu nummerieren und mit einem
Aktenverzeichnis zu versehen (Cavelti/Vögeli a.a.O., Rz. 943 f. und 1136; VerwGE B
2014/71 vom 24. März 2015 E. 2, www.gerichte.sg.ch). Ein Aktenverzeichnis dient
insbesondere in komplexeren Verfahren der besseren Auffindbarkeit einzelner Belege.
Auf Aufforderung des Verwaltungsgerichts reichte die Vorinstanz unter anderem die
dem angefochtenen Entscheid zugrunde liegenden Akten der Beschwerdegegnerin
(act. G 13/8, 14/12) ein. Für letztere fehlt ein Aktenverzeichnis, was von der
Beschwerdeführerin zu Recht gerügt wird. Für künftige Verfahren erfolgt daher der
Hinweis an die Vorinstanz und die Beschwerdegegnerin, dass zusammen mit den
nummerierten Akten jeweils ein entsprechendes Verzeichnis einzureichen ist (vgl.
VerwGE B 2014/71, a.a.O., E. 2).
Nicht begründet erscheint dagegen das Vorbringen der Beschwerdeführerin, die
Vorinstanz habe eine Rechtsverweigerung und eine Verletzung des rechtlichen Gehörs
bzw. des Akteneinsichtsrechts begangen, indem sie die Verfahrensanträge der
Beschwerdeführerin, die Akten zu nummerieren und mit einem Verzeichnis zu
versehen, gegenüber der Erstinstanz nicht durchgesetzt habe (act G 9 S. 10). Es
bestehen keinerlei konkrete Anhaltspunkte, dass die Vorinstanz für ihren Entscheid
nicht über alle den Baugesuchen zugrunde liegenden Akten verfügte; blosse
Vermutungen der Beschwerdeführerin (act. G 9 S. 9 Ziff. 3) genügen in diesem
Zusammenhang nicht für die Annahme einer Verletzung der Aktenführungspflicht der
Beschwerdegegnerin. Allein aus dem Fehlen der Aktennummerierung und des
Aktenverzeichnisses und der daraus resultierenden erschwerten Sichtung der Akten
lässt sich noch keine Rechtsverweigerung bzw. Gehörsverletzung ableiten.
2.1.2. Die Beschwerdeführerin hatte im zweiten Rekurs vom 5. September 2013 um
Zustellung sämtlicher Akten zur Einsichtnahme und Ansetzung einer Nachfrist zur
Rekursbegründung ersucht (act. G 13/1). Fest steht diesbezüglich, dass der Vorinstanz
in der Folge die Vernehmlassung und die Akten der Beschwerdegegnerin betreffend
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den Rekurs 2 am 8. November 2013 (act. G 13/8) zugingen. Hierauf erklärte sie den
Schriftenwechsel im Rekurs 2 am 19. November 2013 als abgeschlossen, wobei sie die
Vernehmlassung vom 8. November 2013 beilegte (act. G 13/10). Die verlangte
Akteneinsicht gewährte die Vorinstanz nicht. Aus der Vernehmlassung vom 8.
November 2013 war nun allerdings ersichtlich, dass die Beschwerdegegnerin die Akten
(im Rekurs 2) eingereicht hatte. Somit wäre es - im Nachgang zum Schreiben vom 19.
November 2013 - an der Beschwerdeführerin gewesen, die Vorinstanz auf ihre
Unterlassung aufmerksam zu machen. Für eine nachträgliche Akteneinsicht wäre bis
zum Rekursentscheid vom 3. März 2014 (act. G 2) noch genügend Zeit geblieben. Die
im Rekurs 2 fehlenden Akten wurden auch in der Stellungnahme vom 4. Dezember
2013 (act. G 14/24) im Rekurs 1 nicht mehr thematisiert bzw. gerügt. Unter diesen
Umständen kann die unterlassene Zustellung der Akten im Rekurs 2 nicht als
Verletzung des rechtlichen Gehörs bzw. des Akteneinsichtsrechts gewertet werden,
zumal ein Verfahrensmangel so früh wie möglich, d.h. nach dessen Kenntnis bei erster
Gelegenheit, geltend zu machen ist. Es verstösst gegen Treu und Glauben, den
Einwand (vgl. G 9 S. 10 f. Ziff. 6-9) erst im Rechtsmittelverfahren vorzubringen, wenn
der Mangel schon vorher hätte festgestellt und gerügt werden können (vgl. BGer
2C_143/2014 vom 17. September 2014, E. 3.3 mit Hinweisen).
2.2.
2.2.1. Eine Sistierung bedeutet eine Abweichung vom Grundsatz einer möglichst
beförderlichen Fortführung und Erledigung des Verfahrens (Beschleunigungsgebot). Sie
bedarf daher einer Rechtfertigung. Eine Sistierung des Verfahrens ist anzuordnen,
wenn sie gesetzlich vorgeschrieben ist oder wenn ein anderes Verfahren anhängig ist,
dessen Ausgang von präjudizieller Bedeutung ist. Zulässig ist die Verfahrenssistierung
ausserdem, wenn sie aus wichtigen Gründen geboten erscheint und ihr keine
überwiegenden öffentlichen oder privaten Interessen entgegenstehen (Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 1093). - Die
Beschwerdeführerin vertritt die Auffassung, dass der Rekurs 2 bis zur Erledigung des
Rekurses 1 zu sistieren gewesen wäre, weil zwei sich widersprechende und
gegenseitig ausschliessende Baugesuche gestellt worden seien. Eine faktische
Umgehung des Rechtsschutzes durch die Schaffung undurchsichtiger
Verfahrensverhältnisse sei auf jeden Fall zu vermeiden. Die Erstinstanz hätte die
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Bauherrschaft zuständigkeitshalber an die Vorinstanz verweisen müssen und das
Baugesuch nicht zu beurteilen gehabt. Mangels Zuständigkeit bzw. aufgrund der bei
der Vorinstanz bereits rechtshängigen Sache stelle sich die Frage der Nichtigkeit des
Beschlusses der Beschwerdegegnerin vom 9. August 2013. Aufgrund der
Rechtshängigkeit des Baugesuchs Nr. 50'444 wären sämtliche Änderungen des
Baugesuchs zwingend bei der Instanz einzureichen gewesen, bei der der Rekurs 1
noch zur Behandlung anhängig gewesen sei. Mit der Abweisung des Antrages, die
Behandlung des Korrekturgesuchs sei bis zur Erledigung des Baugesuchs
auszusetzen, habe die Vorinstanz eine Ermessensunterschreitung begangen (act. G 9
S. 11-13).
2.2.2. Mit der Vorinstanz (act. G 12 S. 2) ist festzuhalten, dass die Einreichung von
Korrekturbaugesuchen zur Verbesserung von Punkten, welche mit den öffentlich-
rechtlichen baurechtlichen Bestimmungen nicht im Einklang stehen, zulässig ist und
einer gängigen Praxis entspricht. Die Vorinstanz behandelte im Rekursentscheid vorab
die im Rekurs 1 betreffend das Baugesuch Nr. 50'444 unter anderem aufgeworfene
Frage des Grenzabstands, welche gleichzeitig (der einzige) Gegenstand des
Korrekturbaugesuchs Nr. 50'444.01 bildet. Vorliegend ist davon auszugehen, dass die
Beschwerdegegnerin am ersten Baugesuch im Ergebnis insoweit (in einem Teilaspekt)
nicht mehr festhielt, als sie ein Korrekturbaugesuch (mit veränderter Positionierung des
Gebäudes) einreichte. Das Korrekturbaugesuch - für das gleiche Grundstück können
gleichzeitig mehrere Baugesuche eingereicht werden (vgl. VerwGE B 2012/142, 147
vom 2. Juli 2013, E. 1.3; www.gerichte.sg.ch) - ersetzte mit anderen Worten das
ursprüngliche Baugesuch im Punkt der Gebäudepositionierung. In diesem Sinn liegen -
entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin - keine sich widersprechenden, sich
gegenseitig ausschliessende Baugesuche vor. Indem die im Korrekturbaugesuch
vorgenommene Lageverschiebung des Betriebsgebäudes ausschliesslich zum Ziel hat,
den beim ursprünglichen Baugesuch gerügten Mangel der Nichteinhaltung des
Grenzabstands zu korrigieren und insofern eine Gegenstandsidentität vorliegt,
verneinte die Vorinstanz zu Recht einen Grund, das Verfahren betreffend das
Korrekturbaugesuch zu sistieren. Vor diesem Hintergrund präsentierte sich das
Korrekturbaugesuch hinsichtlich der Frage des Grenzabstands nicht nur als
erstinstanzlich von der Bauverwaltung zu beurteilendes Anliegen, sondern gleichzeitig
auch als (Teil-)Anerkennung der diesbezüglichen Rügen der Beschwerdeführerin im
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damals bereits anhängigen ersten Rekursverfahren (Nr. 12-4428; vgl. dazu auch
nachstehende E. 6.1).
2.3.
2.3.1. Die Beschwerdeführerin beanstandet im Weiteren, dass sich die Vorinstanz mit
den in der Ergänzung des Rekurses 2 (act. G 13/6) vorgetragenen Argumenten nicht
ansatzweise auseinandergesetzt habe. Damit habe sie eine Rechtsverweigerung
begangen und das rechtliche Gehör sowie das Legalitätsprinzip verletzt (act G 9 S. 16
oben). - Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung (SR 101, BV) gewährt den Parteien
Anspruch auf rechtliches Gehör. Aus diesem Anspruch leitet das Bundesgericht in
ständiger Rechtsprechung die Pflicht der Behörde ab, ihre Verfügungen und
Entscheide zu begründen (vgl. statt vieler BGE 133 III 439 E. 3.3; BGE 133 I 270 E. 3.1;
BGE 129 I 236 E. 3.2; BGE 126 I 102 E. 2b; G. Steinmann, in: St. Galler Kommentar, 3.
Aufl. 2014, Rz. 49 zu Art. 29 BV). Die Begründung muss so abgefasst sein, dass der
Betroffene den Entscheid oder die Verfügung gegebenenfalls sachgerecht anfechten
kann (BGE 133 III 439 E. 3.3; BGE 129 I 232 E. 3.2). Dies ist nur möglich, wenn sowohl
der Betroffene als auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheids
ein Bild machen können; in diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen
genannt werden, von denen sich die Behörde leiten liess und auf welche sich ihr
Entscheid stützt. Allerdings bedeutet dies nicht, dass sich die Behörde ausdrücklich
mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand
auseinandersetzen muss; vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen
Gesichtspunkte beschränken (BGE 133 I 270 E. 3.1). - Die Vorinstanz begründete den
angefochtenen Entscheid im Wesentlichen mit dem Hinweis auf die einschlägigen
rechtlichen Grundlagen und den massgebenden Sachverhalt. Sie zeigte die
Überlegungen, von denen sie sich leiten liess, in zureichender Weise auf und setzte
sich mit den wesentlichen Gesichtspunkten auseinander. Eine Verpflichtung, sich mit
jeder tatbeständlichen Behauptung oder jedem rechtlichen Einwand in den teilweise
weitschweifigen Eingaben der Rekurrentin zu befassen, besteht wie dargelegt nicht. Ein
Begründungsmangel ist somit nicht ersichtlich.
2.3.2. Die Beschwerdeführerin beanstandet sodann, dass bereits die
Beschwerdegegnerin das rechtliche Gehör bzw. die Begründungspflicht verletzt habe,
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indem sie öffentliche und private Interessen im Sinn von Art. 13 Abs. 2 der Bauordnung
der Stadt St. Gallen vom 29. August 2000/15. November 2005 (BO) nicht
gegeneinander abgewogen und keinen Interessenausgleich vorgenommen habe. Diese
Abwägung sei erstmals im vorinstanzlichen Entscheid erfolgt, weshalb sie (die
Beschwerdeführerin) dies aufgrund der eingeschränkten Kognition (des
Verwaltungsgerichts) nicht mehr im gleichen Umfang rügen könne, wie dies
vorinstanzlich möglich gewesen wäre (act. G 9 S. 22). Dazu ist festzuhalten, dass der
Einspracheentscheid vom 22. Juni 2012 (act. G 14/12 Beilage) die beteiligten
öffentlichen und privaten Interessen - wenn auch in kurzer Form und teilweise nicht
explizit bezogen auf die Norm von Art. 13 Abs. 2 BO - zur Sprache brachte. Die
Beschwerdeführerin hatte somit zureichend Anlass und Gelegenheit, sich im Rahmen
des anschliessenden Rekursverfahrens hierzu vernehmen zu lassen, was sie in der
Folge auch tat (vgl. act G 13/1 und 14/1). Der Einspracheentscheid zeigt die für die
Beschwerdegegnerin wesentlichen Überlegungen in zureichender Weise auf und setzt
sich mit den wesentlichen Gesichtspunkten auseinander. Ein Begründungsmangel ist
somit auch hier nicht erkennbar.
2.4. Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass die Vorinstanz gehalten gewesen
wäre, die beiden nach Abschluss des Schriftenwechsels am 21. Februar 2013 (act. G
14/16) unaufgefordert eingereichten Eingaben der Bauherrschaft vom 22. April und 23.
Mai 2013 (act. G 14/17 und 14/19) aus dem Recht zu weisen (act. G 9 S. 29 oben).
Dazu ist festzuhalten, dass die Parteien im vorinstanzlichen Verfahren ihren Standpunkt
mit nachträglichen Eingaben betreffend den Streitgegenstand im Rahmen des Rechts
auf Replik (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 952) grundsätzlich einbringen können, wobei das
rechtliche Gehör der weiteren Verfahrensbeteiligten zu wahren ist. Eine zeitliche
Begrenzung und damit auch ein Anlass, nachträgliche Eingaben aus dem Recht zu
weisen, besteht diesbezüglich - jedenfalls für eine mit voller Prüfungsbefugnis
ausgestattete Rekursinstanz - nicht, wenn die Vorbringen wie vorliegend die streitigen
Aspekte (Lärmschutzwerte, Blendungswirkung von Sonnenkollektoren) betreffen (vgl.
Alain Griffel, Hrsg., Kommentar VRG, 3. A. 2014, § 26b N 26); dies zumal die
Beschwerdeführerin Gelegenheit erhielt, sich zu den Eingaben zu äussern und dies
auch tat (act. G 14/24).
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2.5. Die Beschwerdeführerin beantragt einen Augenschein, soweit das
Verwaltungsgericht weitere Abklärungen in tatsächlicher Hinsicht als notwendig
erachte (act. G 9 S. 32 und S. 22 sowie G 21 S. 8 Ziff. 15 mit Hinweis auf fehlende
Visiere). Aus der Sicht der Beschwerdegegnerin ist eine solche Notwendigkeit nicht
gegeben (act. G 16 S. 8). - Der Augenschein ist die unmittelbare sinnliche
Wahrnehmung von Tatsachen durch die entscheidende Instanz. Er dient dem besseren
Verständnis des Sachverhalts. Ob ein Augenschein durchzuführen ist, liegt im
pflichtgemässen Ermessen der urteilenden Instanz. Unbestrittene Tatsachen brauchen
nicht durch einen Augenschein überprüft zu werden, sofern eine Nachprüfung nicht
durch öffentliche Interessen geboten ist (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 966). Die
tatsächlichen Verhältnisse ergeben sich im vorliegenden Fall zwar im Wesentlichen aus
den massgeblichen Plänen sowie den übrigen Verfahrensakten. Die Durchführung
eines Augenscheins wurde - insbesondere auch mit Blick auf die vorzunehmende
Abwägung der beteiligten öffentlichen und privaten Interessen (vgl. nachstehende E. 5)
- dennoch als sachgerecht erachtet, zumal in den vorinstanzlichen Verfahren auf einen
Augenschein verzichtet worden war.
An dem am 28. Juli 2015 durchgeführten Augenschein nahmen neben den Mitgliedern
des Gerichts der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin, Stadtrat Peter Jans, der
Rechtsvertreter der Beschwerdegegnerin, Herr A. (St. Galler Stadtwerke), die
Architektin B. (für die Beschwerdegegnerin) sowie RA lic. iur. C. (für die Vorinstanz) teil.
Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin zeigte den Standort der Parzelle der
Beschwerdeführerin und reichte Fotos, aufgenommen auf der Terrasse der Attika-
Wohnung, ein. Er schilderte seinen Standpunkt anhand der konkreten örtlichen
Gegebenheiten und bestätigte die bereits in den schriftlichen Eingaben festgehaltene
Sichtweise. Architektin B. legte die Positionierung der Solar-Panels dar und führt unter
anderem aus, dass die Höhe der Kamine durch die Luftreinhalte-Verordnung bedingt
sei. Sie reichte den Plan der Kamine nach, aus welchem die entsprechenden
Grössenverhältnisse ersichtlich wurden. Am Augenschein zeigte sich insbesondere die
Höhe, das Ausmass und die Positionierung des geplanten Gebäudes einschliesslich
Kaminen einerseits und im Verhältnis zur Umgebung einschliesslich der Liegenschaft
der Beschwerdeführerin anderseits.
3.
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3.1. Nach Art. 13 Abs. 2 BO werden in Zonen, für welche die Tabelle (vgl. Anhang
BO zu Art. 13) keine Regelung enthält und für welche keine Sonderbauvorschriften
erlassen worden sind, die Grundmasse und Gestaltungsanforderungen unter
Berücksichtigung der öffentlichen und privaten Interessen im Einzelfall festgelegt.
Gegenüber benachbarten Zonen gelten mindestens die Abstände der angrenzenden
Bauklassen. Dementsprechend ist gegenüber dem der Wohnzone W4a zugehörenden
Grundstück der Beschwerdeführerin ein Grenzabstand von 10 m (gross) bzw. 5 m
(klein) einzuhalten. - Die Beschwerdegegnerin erkannte im Einspracheentscheid vom 9.
August 2013, dass durch die Verschiebung des Betriebsgebäudes der auf der Südseite
verlangte grosse Grenzabstand mit 10.05 bis 12.11 m eingehalten werde. Weil auf der
Nordseite gegenüber der Schönaustrasse nicht der kleine Grenzabstand, sondern der
ordentliche Strassenabstand von 3 m massgebend sei (Art 26 Abs. 1 Bst. b BO), seien
auch hier die Vorschriften eingehalten (act. G 13/8 Beilage S. 7). Konkrete
Anhaltspunkte, welche diese im vorinstanzlichen Entscheid (act. G 2 S. 12) bestätigte
Feststellung in Frage stellen würden, werden weder geltend gemacht noch sind solche
aus den Akten ersichtlich.
3.2.
3.2.1. Die Beschwerdeführerin lässt geltend machen, Art. 13 Abs. 2 BO enthalte eine
Blankonorm bzw. Generalklausel zugunsten der öffentlichen Hand, welche mangels
Bestimmtheit das Legalitätsprinzip verletze und nicht justiziabel sei. Für ein Projekt wie
das vorliegende wäre zumindest der Erlass eines Sondernutzungsplanes zwingende
Voraussetzung. Ein solcher liege jedoch nicht vor. Ersatzweise sei Art. 67 BauG zur
Anwendung zu bringen. Die dort festgelegten Masse (Gebäudehöhe 8 m, Firsthöhe 12
m, Gebäudelänge 25 m, Gebäudetiefe 12 m) würden durch das geplante Vorhaben
überschritten. Dieses sei daher nicht bewilligungsfähig (act. G 9 S. 19-21).
3.2.2. Das Baureglement enthält unter Vorbehalt der Gesetzgebung des Bundes und
des Kantons für das gesamte Gebiet der politischen Gemeinde öffentlich-rechtliche
Bauvorschriften (Art. 8 BauG). Es regelt insbesondere Grenz- und Gebäudeabstände,
Gebäudelänge und -höhe sowie Geschosszahl von Bauten und Anlagen (vgl. B. Heer,
St. Gallisches Bau- und Planungsrecht, Bern 2003, Rz. 76). Wenn weder Baureglement
noch Überbauungs- oder Gestaltungsplan die äussere Erscheinungsform von Bauten
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und Anlagen regeln, so kommen nach Art. 67 BauG die dort festgelegten Vorschriften
subsidiär zur Anwendung. Vorliegend finden sich in der BO für die Zone für öffentliche
Bauten und Anlagen keine detaillierten Regelbauvorschriften. Vielmehr werden wie
erwähnt die Grundmasse und Gestaltungsanforderungen unterBerücksichtigung der
öffentlichen und privaten Interessen im Einzelfall festgelegt (Art 13 Abs. 2 BO). Im
angefochtenen Entscheid führte die Vorinstanz mit Hinweis auf die einschlägige
Literatur (D. Gsponer, Die Zone für öffentliche Bauten und Anlagen, Zürich 2000, S.
129) unter anderem aus, die Bestimmung der einzelnen Massvorschriften in der Zone
für öffentliche Bauten und Anlagen hänge stark von der geplanten Nutzung ab. Diese
sei (im Gegensatz zur Wohnzone) geprägt von einer offenen Regelung ohne
Bauklassen und ohne detaillierte Bau- und Nutzungsbestimmungen (act. G 2 S. 15).
Die Vorinstanz schilderte im Weiteren die Entstehungsgeschichte von Art. 13 Abs. 2 BO
und hielt unter anderem fest, die Beschwerdegegnerin sei dannzumal mit einer
subsidiären Anwendung von Art. 67 BauG nicht einverstanden gewesen, weshalb Art.
13 Abs. 2 BO (entsprechend Art. 63 Abs. 2 der alten Bauordnung vom 8. September
1980) um den Satz ergänzt worden, dass zum Schutz der Nachbarn die
Abstandsvorschriften der benachbarten Bauklassen zu berücksichtigen seien. Art. 13
BO genüge daher dem Grundsatz der Gesetzmässigkeit. Es sei darin bewusst keine
detaillierte Regelbauweise festgelegt worden. Es liege keine Lücke in der Bauordnung
vor, die durch Art. 67 BauG gefüllt werden müsste, sondern es sei von einem
qualifizierten Schweigen des Gesetzgebers auszugehen (act. G 2 S. 15 f.).
3.2.3. Die genügende Bestimmtheit einer Norm bzw. die Voraussehbarkeit von
Rechtsfolgen ist Ausfluss des Rechtssicherheitsgebots (vgl. zu diesen Grundsätzen
allgemein Imboden/Rhinow, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, Bd. I, Nr. 59
B.II.i; Rhinow/Krähenmann, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung,
Ergänzungsband, Nr. 20 B.X.d). Der von der Vorinstanz dargelegte Umstand, dass in
der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen die Unterschiedlichkeit der möglichen
Nutzungsarten eine offene Regelung ohne Bauklassen und detaillierte
Nutzungsbestimmungen bedinge, erscheint nachvollziehbar und begründet. Der
Grundsatz der genügenden Bestimmtheit der Norm erscheint insofern als eingehalten,
als in Art. 13 Abs. 2 BO die Abstandsvorschriften der benachbarten Bauklassen als
anwendbar erklärt werden und zudem in jedem Fall öffentliche und private Interessen
zu berücksichtigen sind. Der von der Beschwerdeführerin aus der Anwendbarkeit der
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Abstandsvorschriften der Zone W4a gezogene Umkehrschluss, dass in der Zone für
öffentliche Bauten und Anlagen auch die übrigen Regelbauvorschriften der Wohnzone
W4a gelten müssten (act. G 9 S. 21 unten), entspricht nicht der klaren Regelung von
Art. 13 Abs. 2 BO. Sodann kann hinsichtlich der (öffentlich aufgelegten und am 23.
Februar 2006 genehmigten) Regelung nicht von einer nicht voraussehbaren oder
ungewöhnlichen Rechtsfolge ausgegangen werden, mit welcher unter keinen
Umständen zu rechnen war. Eine Verletzung des Legalitätsprinzips durch Art. 13 BO ist
entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin angesichts der geschilderten
Umstände nicht gegeben.
4.
4.1. Die Rechtmässigkeit eines Zonenplans kann grundsätzlich nur im Anschluss
an seinen Erlass bestritten werden. Eine spätere akzessorische Anfechtung im
Baubewilligungsverfahren ist im Interesse der Rechtssicherheit nur in Ausnahmefällen
zulässig, so wenn sich die Betroffenen beim Planerlass noch nicht über die ihnen
auferlegten Beschränkungen Rechenschaft geben konnten und sie im damaligen
Zeitpunkt keine Möglichkeit hatten, ihre Interessen zu verteidigen, oder wenn sich die
Verhältnisse seit Planerlass derart geändert haben, dass das öffentliche Interesse an
den bestehenden Beschränkungen dahin gefallen sein könnte (BGE 127 I 103 E. 6b S.
105 f.; BGer 1C_ 518/2010 vom 22. März 2011, E. 4.1 mit Hinweisen, 1C.358/2013 vom
12. November 2013, E. 3.3, 1C_444/2014 vom 27. Januar 2015, E. 3; BGE 133 II 353;
VerwGE B 2013/49 vom 8. Juli 2014, B 2014/77 vom 28. April 2015, E. 3;
www.gerichte.sg.ch). - Vorliegend wurde mit der Zonenplanänderung vom 26. März
2012 (Genehmigungsdatum) der südwestliche Teil des Grundstücks Nr. W3225 (bislang
Wohnzone W4a) der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen zugewiesen. Die
Beschwerdeführerin bestätigt ihren bereits im vorinstanzlichen Verfahren
eingenommenen Standpunkt, dass sich mit dem Wegfall des Geothermie-Projekts die
tatsächlichen Verhältnisse wesentlich geändert hätten. Es werde bestritten, dass die
Bürgerschaft unter diesen Umständen der Referendumsvorlage vom 28. November
2010 und damit auch der Umzonung der Bauparzelle zugestimmt hätte. Denkbar sei
unter diesen Umständen allenfalls eine Nutzung der Parzelle mit dem Bau einer reinen
Verteilzentrale von Fernwärme. Im Vorfeld der Abstimmung über die
Zonenplanänderung sei den unmittelbar betroffenen Nachbarn das Bild vermittelt
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worden, wonach lediglich eine Fernwärme-Verteilzentrale geplant sei. Ein eigentliches
Kraftwerk mit den entsprechenden Auswirkungen sei nicht zur Diskussion gestanden.
Über die Tragweite der daraus resultierenden Einschränkungen habe keine Klarheit
bestanden; über die Zonenplanänderung sei nicht informiert worden (act. G 9 S. 17-19).
4.2. Die Vorinstanz führte im angefochtenen Entscheid aus, eine wesentliche
Veränderung seit Planerlass (im Sinn der erwähnten Rechtsprechung) könne
ausgeschlossen werden. Es sei stets erklärtes Ziel der Zonenplanänderung gewesen,
die Erstellung eines Geothermie-Heizkraftwerks und den Ausbau des städtischen
Fernwärmenetzes zu ermöglichen. Die Bürgerschaft habe diesem Vorhaben in der
Referendumsabstimmung vom 28. November 2010 zugestimmt. Im Vorfeld der
Abstimmung seien die mit der Zonenplanänderung verfolgten Absichten der
Öffentlichkeit in ausreichendem Mass bekanntgegeben worden (Erläuterung vom 14.
September 2010 für die Volksabstimmung vom 28. November 2010; www.stadt.sg.ch/
news). Die Visualisierung (Abbildung eines "möglichen Erscheinungsbildes" der
Fernwärmezentrale) weise entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin durchaus
vergleichbare Merkmale mit dem Projekt gemäss Baugesuch auf. Die Angaben seien
auch nicht irreführend gewesen, weshalb die Beschwerdeführerin die Möglichkeit
gehabt habe, ihre Interessen zu verteidigen. Dazu komme, dass sie durch die
Zonenplanänderung in ihren eigenen Rechten gar nicht eingeschränkt werde. Ihr
Grundstück sei von der Zonenplanänderung nicht erfasst und damit höchstens indirekt
betroffen. Eigentumsbeschränkungen seien ihr durch die Zonenplanänderung keine
auferlegt worden. Allfällige Beeinträchtigungen ihrer umweltschutz- und
nachbarrechtlichen Stellung seien als Einsprache im Rahmen des
Baubewilligungsverfahrens oder auf dem Zivilrechtsweg geltend zu machen und
vermöchten keinen Anspruch auf eine akzessorische Überprüfung der rechtskräftigen
Zonenplanänderung zu begründen. Ob und inwiefern ihre diesbezüglichen Rechte
verletzt seien, sei gerade Gegenstand des vorliegenden Verfahrens (act. G 2 S. 13 f.).
4.3. Vorab ist festzuhalten, dass der von der Beschwerdeführerin angeführte Stopp
des Geothermie-Projekts am 14. Mai 2014 (act. G 9 S. 17 mit Hinweis auf act. G 10/5)
den Bestand des Fernwärmezentralen-Projekts und das öffentliche Interesse an dessen
Realisierung (dazu nachstehende E. 5.1) für sich allein nicht in Frage zu stellen vermag,
zumal das Projekt in der Sache eigenständig ist und unabhängig vom Geothermie-
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Projekt verwirklicht werden kann. Die Notwendigkeit der Fernwärmezentrale ist mit
anderen Worten sachlich nicht von der Realisierbarkeit des Geothermie-Projektes
abhängig (vgl. act. G 17/1 S. 25-27). Veränderte Verhältnisse, welche eine
akzessorische Prüfung der Zonenplanänderung im vorliegenden Verfahren rechtfertigen
könnten, können - wie im vorinstanzlichen Entscheid zutreffend dargelegt - mit Bezug
auf das zur Diskussion stehende Projekt nicht als dargetan gelten. Im Vorfeld zur
Abstimmung vom 28. November 2010 wurde der Umstand, wonach
Fernwärmezentralen als Spitzenlastzentralen im Fernwärmenetz dienten, mit Erdgas
oder Heizöl betrieben würden und Spitzenlastkessel, Tanks zur Brennstofflagerung,
Sicherheitseinrichtungen sowie Armaturen und Apparate für die Sicherstellung der
Fernwärmeversorgung beinhalteten, klar kommuniziert (vgl. Erläuterungen zur
Volksabstimmung vom 28. November 2010, S. 36 f.). Die Beschwerdeführerin bringt im
vorliegenden Verfahren keine weiteren Aspekte ein, welche geeignet wären, die
begründeten Darlegungen der Vorinstanz und damit die Anwendbarkeit von Art. 13
Abs. 2 BO in Frage zu stellen.
5.
5.1. Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, selbst bei
Anwendbarkeit von Art. 13 Abs. 2 BO ergebe eine Gegenüberstellung der öffentlichen
und privaten Interessen, dass das Bauprojekt am geplanten Standort deutlich
überdimensioniert und eine Bewilligung daher auch aus diesem Grund zu verweigern
wäre. In Anbetracht der unmittelbar angrenzenden Grundstücke, die der reinen
Wohnzone bzw. der Grünzone gemäss Art. 17 BauG zugewiesen seien, widerspreche
eine Nutzung der Bauparzelle in der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen für den
Bau einer Fernwärmezentrale mit vielfältigen Immissionen auf die Nachbargrundstücke
offensichtlich den raumplanungsrechtlichen Vorgaben im RPG, im USG sowie in der
LSV und der LRV. Just vor der Liegenschaft der Beschwerdeführerin sollten sich auch
die beiden wuchtigen, einer Gebäudefassade gleichkommenden Kamine erheben.
Offenkundig liege eine massive Überschreitung vor, die sich nicht mit der bestehenden
Bausubstanz und der Umgebung vertrage. Auch die Behauptung, die Ausmasse seien
im Wesentlichen technisch und durch den Gebrauchszweck bestimmt, sei
tatsachenwidrig. Die Sache sei - auch vor dem Hintergrund der neuen Tatsache des
Stopps des Geothermie-Projektes - zumindest zur Eruierung der involvierten
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öffentlichen und privaten Interessen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
Durch den Erlass eines Sondernutzungsplans könnten die dargelegten
rechtsstaatlichen Bedenken bei der Anwendung von Art. 13 Abs. 2 BO gemildert
werden, da in der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen (im Sinn einer
"Blankobauzone") faktisch keine Regelbauweise gelte (act. G 9 S. 21-23).
5.2.
5.2.1. Art. 13 Abs. 2 BO verlangt wie dargelegt eine Berücksichtigung (Abwägung)
von öffentlichen und privaten Interessen beim Entscheid über ein Baugesuch.
Hinsichtlich des öffentlichen Interesses fällt dabei vorab in Betracht, dass die Stadt St.
Gallen mit dem Energiekonzept 2050 eine Strategie zur nachhaltigen Deckung des
künftigen Wärmebedarfs bzw. über ein umfassendes Programm zum nachhaltigen
Umbau der Energieversorgung der Stadt aufnahm (Erläuterung zur Volksabstimmung
vom 28. November 2010, S. 2 und 4 f.). Der Stopp des Geothermie-Projekts bedeutete
zwar einen Rückschlag auf dem Weg der Realisierung des Energie-Konzepts. Dies
kann jedoch - entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin (act. G 9 S. 22 Mitte) -
nicht zur Folge haben, dass allein aus diesem Grund gleichzeitig auch die weiteren, im
Rahmen des Energie-Konzepts laufenden Projekte in Frage zu stellen wären. Vor
diesem Hintergrund und insbesondere unter Einbezug der Tatsache, dass die
Gewährleistung der Wärmeversorgung eine zentrale Aufgabe der öffentlichen Hand
darstellt (vgl. Art. 21 lit. a und 24 Abs. 1 der Verfassung des Kantons St. Gallen, sGS
132.225), bejahte die Vorinstanz das öffentliche Interesse an der geplanten
Fernwärmezentrale (mit angegliedertem Salzlager) zu Recht, zumal mit dem
vorliegenden Projekt zum einen erneuerbare Energien (Photovoltaikanlage) zum Einsatz
kommen und zum anderen (ohnehin anfallende) Abwärme aus der Abfallverbrennung
genutzt wird.
5.2.2. Das geplante Betriebsgebäude ist 49.3 m lang, 19.3 m breit und (gemessen an
der Dachoberkante) 16.76 m hoch; die massgebliche Gebäudehöhe (Art. 20 Abs. 1 BO
in Verbindung mit Art. 60 BauG) beträgt indessen 14.66 m. Die Kamine erreichen eine
Höhe von 22.66 m (vgl. Baugesuch; act. G 14/12 Beilagen). Damit übertrifft es zwar die
entsprechenden Grundmasse in der Wohnzone 4a (40 m, 14 m und 14.5 m; vgl. Tabelle
zu Art. 13 BO, Anhang BO). Im vorinstanzlichen Entscheid wurde hierzu aber
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festgehalten, das Mass der Überschreitung sei nicht derart massiv, dass von einer klar
überdimensionierten Baute, die sich mit der bestehenden Bausubstanz und der
Umgebung nicht vertrage, gesprochen werden müsse. Die Ausmasse seien im
Wesentlichen technisch bedingt. Eine Fernwärmezentrale habe sich in ihrer
Ausdehnung am Zweck auszurichten. Gerade deshalb seien in Art. 13 Abs. 2 BO auch
keine Grundmasse festgelegt (act. G 2 S. 17). Im Weiteren führte die Vorinstanz aus,
die Beschwerdegegnerin habe die Einhaltung der umweltschutzrechtlichen Vorschriften
geprüft und bestätigt. Damit habe sie gleichzeitig festgestellt, dass die privaten
Interessen nicht in unzulässiger Weise beeinträchtigt würden (act. G 2 S. 17).
Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass allein aufgrund der Gebäudehöhe und der
übrigen Dimensionen des Gebäudes nicht von einer erheblichen Tangierung der
privaten Interessen der Beschwerdeführerin ausgegangen werden kann. Dies umso
weniger, als anlässlich des Augenscheins vom 28. Juli 2015 unter anderem deutlich
wurde, dass sich das geplante Gebäude auf der Nordseite der Liegenschaft der
Beschwerdeführerin befindet und dementsprechend für diese keine Beschattung zur
Folge hat. Im Übrigen ist in diesem Zusammenhang auch festzuhalten, dass die
privaten (nachbarlichen) Interessen im Baubewilligungsverfahren (mit anschliessenden
Rechtsmittelverfahren) ebenso so gut gewahrt werden können, wie wenn ein
Sondernutzungsplan (vgl. dazu nachstehende E. 5.3.3) erlassen worden wäre. Inwiefern
von der Einhaltung der umweltschutzrechtlichen Vorschriften ausgegangen werden
kann, ist der nachstehenden E. 5.4 zu prüfen.
5.3.
5.3.1. Bauten und Anlagen müssen dem Zweck der Nutzungszone entsprechen (Art.
22 Abs. 2 lit. a RPG). Die Zonenkonformität zeigt sich an Hand des Nutzungsplans und
der zugehörigen Nutzungsvorschriften. Der Zweck der Nutzungszonen ergibt sich
dabei aus der Umschreibung der Zonenarten (Art. 11 ff. BauG). Die Zonenkonformität
im Sinne des Bundesrechts setzt einen funktionalen Zusammenhang zwischen
Bauvorhaben und Zonenzweck voraus (vgl. GVP 2000 Nr. 17; Heer, a.a.O., Rz. 360).
Die Frage, ob ein Bauvorhaben dem Zweck der Zone entspricht, beurteilt sich rein
abstrakt, das heisst losgelöst von den konkreten Verhältnissen und Einwirkungen auf
die Nachbarschaft (VerwGE B 2009/71 und 72 vom 18. März 2010, E. 3.1. mit Hinweis,
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www.gerichte.sg.ch). Die umweltschutzrechtliche Beurteilung eine Baute (vgl. Art. 43
LSV) ist im Anschluss an die Beurteilung der Zonenkonformität vorzunehmen.
5.3.2. Die Beschwerdeführerin lässt ausführen, in den benachbarten Zonen des
geplanten Projektes sei ausschliesslich die Wohnnutzung und der Betrieb von
nichtstörenden Gewerbebetrieben zulässig (Art 11 Abs. 1 BauG). Es sei aufgrund des
Dauerbetriebs (12 Stunden am Tag und 6 Stunden während der Nacht) der Anlage mit
erheblichen Lärmemissionen sowie derweil nicht näher bestimmbaren
Luftverunreinigungen zu rechnen. Es sei augenscheinlich, dass die Fernwärmezentrale
schon aus raumplanungsrechtlichen Überlegungen nicht zonenkonform sei. Der im
Baugesuch behauptete "gebührende Abstand zur Wohnnutzung" sei nicht gegeben. Es
sei für die Fernwärmezentrale mit Kraftwerk ein geeigneter Ort in einer Gewerbe- oder
Industriezone zu evaluieren. Grundlage des "Lärmschutznachweises" in den
Baugesuchsunterlagen würden verschiedene Annahmen der Bauherrschaft bilden.
Weiter seien z.B. die genauen Lärmimmissionsdaten nicht bekannt. Emissionswerte der
Kaminanlagen könnten zum aktuellen Zeitpunkt nicht ausgewiesen und zu den
Schadstoffemissionen noch keine genauen Angaben gemacht werden. Die
Beschwerdeführerin befürchte zu Recht unzumutbare und widerrechtliche
Lärmimmissionen auf ihre Liegenschaft. Die Einhaltung des USG, der LSV und der LRV
werde vorsorglich bestritten. Die Lage der Bauparzelle sei planerisch auch deshalb
ungeeignet, weil die Fernwärmezentrale nördlich und nordwestlich an eine grosse
Grünzone grenze (act. G 9 S. 24-27).
Die Beschwerdegegnerin lässt hierzu unter anderem festhalten, entgegen den
Ausführungen der Beschwerdeführerin seien keine anderen unproblematischen und
geeigneten Standorte vorhanden. Ein in einem Zelt untergebrachtes Provisorium sei
nötig gewesen, weil sich das vorliegende Rechtsmittelverfahren bereits so lange
hingezogen habe, dass die anderweitig vorhandenen Spitzenlastabdeckungen an sehr
kalten Wintertagen gebraucht worden seien und somit als Redundanz nicht mehr zur
Verfügung gestanden hätten. Das Provisorium sei neben dem Kehrrichtheizkraftwerk
errichtet worden. Dieser Ort wäre für ein Definitivum jedoch völlig ungeeignet, denn die
Platzverhältnisse würden nicht ausreichen und es sei keine ausreichende
Fernwärmenetzanbindung vorhanden. Zudem müsste zum Fernwärmenetz ein
Höhenunterschied von rund 70 m mit Pumpenergie überwunden werden, was
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ökonomisch und ökologisch unsinnig wäre. Das Gelände Waldau sei in einem
Auswahlverfahren als günstigster Standort für die definitive Fernwärmezentrale
evaluiert worden. Durch die Kombination der idealen Lage an der Schnittstelle des
bestehenden und des künftigen Fernwärmegebiets mit der guten Eingliederung der
Gebäudestruktur des Quartiers sei der gewählte Standort bei Weitem der bestmögliche
(act. G 16 S. 4).
5.3.3. Das Grundstück Nr. W3225 liegt seit der Zonenplanänderung per 1. Mai 2012
wie erwähnt vollständig in der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen im Sinn von Art.
18 BauG. Für die Erstellung der vorliegend geplanten Fernwärmezentrale mit
angegliedertem Salzlager besteht wie dargelegt (vorstehende E. 5.2.1) ein öffentliches
Interesse, indem durch sie öffentliche Bedürfnisse (Versorgung mit Wärmeenergie und
Gewährleistung des Winterdienstes) abgedeckt werden sollen (vgl. Waldmann/Hänni,
a.a.O., Rz. 50 zu Art. 3 RPG). Die abstrakte Zonenkonformität im Sinn eines
funktionalen Zusammenhangs zwischen Baute und Anlage einerseits und Zonenzweck
anderseits ist damit ohne Weiteres zu bejahen. Von Bedeutung ist vorliegend, dass das
st. gallische Baugesetz keine Überbauungs- oder Gestaltungsplanpflicht vorsieht.
Vorbehalten bleiben dabei Sondernutzungspläne für Bauten und Anlagen von
überörtlicher Bedeutung (Art. 69bis Abs. 2 BauG; Heer, a.a.O., Rz. 146). Nach Art.
69bis Abs. 1 BauG gelten als Bauten und Anlagen von überörtlicher Bedeutung solche,
die sich wegen ihrer Grösse oder Bedeutung auf die Siedlungs-, Verkehrs- oder
Versorgungsstruktur der umliegenden Gemeinden erheblich auswirken. - Wenn die
Vorinstanz im angefochtenen Entscheid eine überörtliche Bedeutung der geplanten
Fernwärmezentrale und dementsprechend eine Pflicht zum Erlass eines
Sondernutzungsplans verneinte (act. G 2 S. 20), so ist dieser Schlussfolgerung
zuzustimmen. Die geplante Fernwärmezentrale dient im Wesentlichen der Versorgung
der Stadt St. Gallen bzw. eines Teil derselben (vgl. dazu vorstehende E. 5.1).
5.4.
5.4.1. Nach Art. 25 Abs. 1 USG dürfen ortsfeste Anlagen - wie vorliegend die
Fernwärmezentrale - nur errichtet werden, wenn die durch diese Anlagen allein
erzeugten Lärmimmissionen die Planungswerte in der Umgebung nicht überschreiten;
die Bewilligungsbehörde kann eine Lärmprognose verlangen. Unabhängig von der
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bestehenden Umweltbelastung sind Emissionen, wie namentlich Lärm, im Rahmen der
Vorsorge so weit zu begrenzen, als dies technisch und betrieblich möglich und
wirtschaftlich tragbar ist (Art. 11 Abs. 2 USG; Art. 7 Abs. 1 LSV). Nach Art. 7 Abs. 1 lit.
b LSV dürfen die von der Anlage allein erzeugten Lärmimmissionen die Planungswerte
nicht überschreiten. Nach Art. 43 Abs 1 lit. b LSV in Verbindung mit Art 32 des
Einführungsgesetzes zur eidgenössischen Umweltschutzgesetzgebung (sGS 672.1;
EG-USG) sind Wohnzonen und Zonen für öffentliche Bauten und Anlagen der
Empfindlichkeitsstufe II zuzuordnen. Dementsprechend sind für die geplante Anlage
Grenzwerte von 55 dBA (Tag) bzw. 45 dBA (Nacht) zu beachten (Anhang 6 Ziff. 2 LSV).
Nach der Rechtsprechung (BGE 138 II 331) ist für die Zulässigkeit des von einer Anlage
erzeugten Lärms sodann anhand der Umstände des Einzelfalles zu prüfen, ob auf die
effektive Betriebsdauer der Lärmquelle selbst oder des Gesamtbetriebes abgestellt
wird. Eine auch als "Lärmverdünnung" bezeichnete Umrechnung des Lärms kommt
namentlich (aber nicht nur) bei Verkehrsanlagen in Frage. Wenn der während der
effektiven Betriebszeit verursachte Lärm den zulässigen Planungswert und sogar den
Immissionsgrenzwert übersteigt, steht dies der Erteilung einer Baubewilligung
grundsätzlich entgegen (E. 2-4). Eine Ausnahme ist nur zulässig, wenn die Lärmspitzen
von der Dauer und Häufigkeit her zeitlich beschränkt auftreten (E. 5).
5.4.2. In der Stellungnahme vom 21. Januar 2013 führte das Amt für Umwelt und
Energie (AFU) unter anderem aus, die Fachstelle habe die Berechnungen im
Lärmschutznachweis geprüft. Sie kam zum Schluss, dass die geplanten Anlagen
aufgrund der eigenen Berechnungen einen erheblich tieferen Schallleistungspegel
ausweisen müssten als im Lärmschutznachweis angegeben, um die Planungswerte
einzuhalten. Ausgehend von dem im Lärmschutznachweis vorgegebenen
Schalldruckpegel von 62 dBA ergebe sich beim 33 m entfernten und exponiertesten
Beurteilungsort im geöffneten Balkonfenster der Dachgeschoss-Wohnung Zürcher
Strasse 68b ein Immissionspegel von 37 dBA. Dies führe unter Berücksichtigung der
aus dem Lärmschutznachweis übernommenen Pegelkorrekturen von +13 dBA zu
einem Beurteilungspegel von 50 dBA. Damit werde der Planungswert in der Nacht um
5 dBA überschritten. Werde die nach der Praxis des AFU berechnete
Gesamtpegelkorrektur von +17 dBA angewendet, ergebe sich sogar eine
Überschreitung von 9 dBA. Damit die Anforderungen an die LSV eingehalten würden,
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müsste für die öffentliche Ausschreibung der in 33 m Abstand einzuhaltende
Mittelungspegel vorgegeben werden. Es werde empfohlen, sich die Einhaltung dieses
Wertes vom Anlagelieferanten garantieren zu lassen. Bezüglich Emissionsbegrenzung
für Feuerungsanlagen nach Anhang 3 der LRV sei davon auszugehen, dass diese
Werte durch Vorgabe in der öffentlichen Ausschreibung ohne Weiteres eingehalten
werden könnten (act. G 14/15). Am 20. Dezember 2013 nahm das AFU zu den im
Rekursverfahren von der Beschwerdegegnerin vorgebrachten Einwänden und zu den
ihm unterbreiteten Fragen Stellung. Es hielt unter anderem fest, dass ohne
Berücksichtigung des Zuschlags für das Vorsorgeprinzip (3 dBA) der Mittelungspegel
am massgebenden Immissionsort 31 dBA und unter Berücksichtigung des
Vorsorgeprinzip-Zuschlags 28 dBA nicht überschreiten dürfe. Im Weiteren erklärte es,
sofern beide Blockkraftwerke gleichzeitig betrieben würden, müssten zur Einhaltung
der Planungswerte in der Nacht die Emissionspegel der Anlagen um je 3 dBA auf 58.4
dBA reduziert werden. In der Ausschreibung zur Beschaffung der Anlagen dürfe somit
ein Emissionspegel von höchstens 61 dBA in 1 m Abstand von der Kaminmündung und
einem 45°-Winkel verlangt werden. Falls dem Vorsorgeprinzip Rechnung getragen
werde, verringere sich dieser höchstzulässige Wert auf rund 58 dBA (act. G 14/26).
5.4.3. Die Beschwerdeführerin macht eine Verletzung der LSV durch das
Bauvorhaben geltend. Die Einhaltung der massgeblichen Planungswerte sei nicht
nachgewiesen. Es genüge nicht, in der Baubewilligung eine Verpflichtung zur
Einhaltung der Planungswerte zu verfügen (act. G 9 S. 27). Die Bauherrschaft weise
nicht nach, dass die vom AFU berücksichtigte Korrektur von 3 dBA zur
Berücksichtigung des Vorsorgeprinzips unverhältnismässig sei. Es sei von den
technisch möglichen Maximalbetriebswerten der geplanten Anlage auszugehen. Die
Betriebszeiten seien in der Praxis nicht kontrollierbar. Die von der Bauherrschaft
eingereichten Grafiken der Simulationsberechnung (act. G 14/13 Beilage 2) seien nicht
beweistauglich, zumal die in der Software für die Erstellung der Grafiken verwendeten
Parameter nicht angegeben seien. Es fehle auch eine entsprechende Legende. Auch
die Darstellung der Richtung der Schalldruckpegel sei von der Bauherrschaft nicht
eingezeichnet worden. Es sei somit mit dem AFU weiterhin davon auszugehen, dass
der Planungswert in der Nacht um mindestens 5 dBA und nach kantonaler Praxis gar
um 9 dBA überschritten wäre. Es werde bestritten, dass überhaupt entsprechende
Anlagen existieren würden, die den hier einzuhaltenden Grenzwert erfüllen könnten.
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Das Baugesuch und der Lärmschutznachweis seien daher vollständig zu überarbeiten.
Die erwähnten Vorbehalte des AFU im ersten Amtsbericht seien im zweiten
Amtsbericht (act G 14/26) weiterhin bestehen geblieben. Die im angefochtenen
Entscheid zusätzlich angeordneten Auflagen/Bedingungen vermöchten hieran nichts zu
ändern. Die geplante Anlage halte die Planungswerte bei Weitem nicht ein, womit sie
aufgrund fehlender Zonenkonformität nicht bewilligungsfähig sei (act. G 9 S. 29-31).
5.4.4. Mit der Vorinstanz ist vorab festzuhalten, dass die Berücksichtigung der
Pegelkorrekturen gemäss Praxis des AFU von +17 dBA zu einem Beurteilungspegel
von 54 dBA führen, womit der Planungswert am Tag von 55 dBA eingehalten wäre. Mit
Blick darauf, dass die Beschaffung der technischen Anlage erst nach Rechtskraft der
Baubewilligung erfolgen solle, führte die Vorinstanz aus, dass eine abschliessende
Beurteilung der Lärmemissionen der dereinst zum Einsatz kommenden Anlage nicht
möglich sei, in einem solchen Fall eine Abweisung des Baugesuchs jedoch
unverhältnismässig wäre. Es müsse genügen, in der Baubewilligung mit Auflage
festzulegen, welche Lärmemissionen von der künftigen Anlage maximal ausgehen
dürften. Obschon die Beschwerdegegnerin die Beachtung der Planungswerte verfügt
habe (Einspracheentscheid vom 22. Juni 2012, act. G 14/1 Beilage Ziff. 91), rechtfertige
es sich, die zulässigen Werte, insbesondere auch unter Berücksichtigung der genauen
Pegelkorrektur aufgrund des Vorsorgeprinzips, zu präzisieren. Mit Blick auf die
Berechnungen des AFU (vgl. act. G 14/26) sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten,
eine Anlage zu beschaffen, die den dort festgehaltenen Wert einhalte. Hierbei sei allein
entscheidend, dass die Einhaltung der Planungswerte am exponiertesten
Beurteilungsort gewährleistet sei (act. G 2 S. 22 f.). Hinsichtlich der weiteren Frage, ob
die Pegelkorrektur in Beachtung des Vorsorgeprinzips mit 2 dBA oder nach der Praxis
des AFU mit 3 dBA zu berücksichtigen sei, hielt die Vorinstanz unter anderem fest,
dass eine Erhöhung des Beurteilungspegels von 1 dBA für den Menschen gerade noch
wahrnehmbar sei (act. G 2 S. 23 mit Hinweis auf BGer 1C_204/2012 vom 25. April
2013). Ob die Pegelkorrektur 2 oder 3 dBA betrage, mache kaum einen Unterschied.
Der Gewinn aus einer zusätzlichen Lärmreduktion um 1 dBA durch den Einbau von
kostspieligen Mündungsschalldämpfern stehe in keinem vernünftigen Verhältnis zu den
dafür notwendigen Mehrkosten. Dazu komme, dass das AFU bei seinen neuen
Berechnungen (act. G 14/26) weiterhin von einem Dauerbetrieb der Anlage auch
während der Nacht ausgegangen sei, einiges aber für die Zusicherung der
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Beschwerdegegnerin spreche, die Anlage werde nicht während des ganzen Jahres und
rund um die Uhr betrieben. Die konkreten Lärmemissionen dürften daher nicht die
errechneten Spitzenwerte erreichen. Es rechtfertige sich daher, den einzuhaltenden
Emissionspegel auf 59 dBA festzulegen (act. G 2 S. 23 f.).
5.4.5. Das Vorgehen der Beschwerdegegnerin, die Verpflichtung zur Einhaltung der
Planungswerte in der Baubewilligung bzw. im Einspracheentscheid explizit in Form
einer Auflage zu vermerken, erweist sich insofern als notwendig und gerechtfertigt, als
sich erst dadurch - und nicht schon durch die (generell-abstrakte) gesetzliche
Festlegung der Planungswerte - eine individuell-konkrete Verpflichtung ergibt (vgl.
Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 550). Zu Recht stellte die Vorinstanz fest, dass das Fehlen
der vorgängigen Erbringung des Nachweises der Einhaltung der Planungswerte nicht
zur gesamthaften Ablehnung des Baugesuchs führen kann. Dies umso weniger, als die
Beschwerdegegnerin zusätzlich anordnete, dass für die Feuerungsanlagen vor
Installationsbeginn ein separates Bewilligungsgesuch einzureichen sei
(Einspracheentscheid vom 22. Juni 2012, act. G 14/1 Beilage Ziff. 89). Auf diese Weise
lässt sich vor Einbau der Anlagen die Einhaltung der Planungswerte konkret prüfen.
Noch höhere Anforderungen an die Bewilligung von Bauprojekten mit technischen
Anlagen zu stellen hiesse, das Bauvorhaben ohne zureichenden Anlass zu erschweren
oder zu verunmöglichen. Die Beschwerdegegnerin lässt überdies festhalten, dass sie
die öffentliche Ausschreibung für die technischen Anlagen aufgrund der Notwendigkeit
der Errichtung eines Provisoriums in der Zwischenzeit habe durchführen müssen. Was
die Schalldämpfung für die Kamine der Fernwärmezentrale Waldau angehe, so zeige
eine Zusage des Herstellers, dass mit einer leichten Modifikation eine Schallreduktion
von 43 dBA erreicht werden könne. Damit betrage der Schallleistungspegel weniger als
62 dBA, woraus sich ein Schalldruckpegel von weniger als 51 dBA ergebe. Der in Ziff. 4
des Dispositivs des angefochtenen Entscheids verfügte maximale Schalldruckpegel
von 59 dBA könne somit problemlos eingehalten bzw. unterschritten werden (act. G 16
S. 5 mit Hinweis auf act. G 17/3). Sodann legt die Beschwerdegegnerin den inzwischen
vorliegenden Nachweis des Brenner-Herstellers vor, aus welchem sich ergibt, dass die
Grenzwerte der LRV selbst bei der grösstmöglichen Last ausnahmslos eingehalten
werden können (act. G 16 S. 6 mit Hinweis auf act. G 17/2). Es besteht keinerlei Anlass,
diese Zusicherungen der Anlagenhersteller in Frage zu stellen, zumal diese im
Nachhinein überprüfbar sind und die Hersteller für die Grenzwerteinhaltung vertraglich
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einzustehen hätten. Im Übrigen geht auch das AFU davon aus, dass mit der
Beschaffung einer geeigneten Anlage die Emissionsgrenzwerte für Feuerungsanlagen
(LRV Anhang 3) eingehalten werden können (vgl. G 14/15).
Wie dargelegt stützt sich die Vorinstanz auf die Zusicherung der Beschwerdegegnerin,
wonach die Anlage nicht während des ganzen Jahres und rund um die Uhr betrieben
werde. Dies erscheint insofern berechtigt, als die beiden Spitzenlastkessel gemäss den
nachvollziehbaren Darlegungen der Beschwerdegegnerin zur Abdeckung von
Bedarfsspitzen (Notfalldauerbetrieb während weniger Tage im Winter; act. G 16 S. 3
und 7) - und damit gerade nicht für einen Dauerbetrieb "rund um die Uhr" - benötigt
werden. Auch anlässlich des Augenscheins vom 28. Juli 2015 wurde von Seiten der
Beschwerdegegnerin bestätigt, dass die Anlage nur der Abdeckung von
Energiebedarfs-Spitzen diene. Hinzu kommt, dass eine Anlage immer auch unter dem
Vorbehalt der nachträglichen Kontrolle (Art. 12 LSV) bewilligt wird. Konkrete
Anhaltspunkte dafür, dass die Vorinstanz das ihr zustehende Ermessen unzutreffend
ausgeübt oder unzutreffende Sachverhaltsannahmen getroffen hätte, sind nicht
ersichtlich. Die vorinstanzliche pflichtgemässe Ermessensausübung gestützt auf die
Feststellungen des AFU hat das Verwaltungsgericht, das nach Art. 61 Abs. 1 VRP nur
zur Rechtskontrolle befugt ist, zu respektieren. Eine Ermessenskontrolle steht ihm nicht
zu, zumal es konkret auch an einem Anlass dafür fehlen würde.
5.5.
5.5.1. Die Beschwerdeführerin lässt sodann einwenden, die geplante
Photovoltaikanlage führe zu störenden Sonnenlichtreflexionen auf die Wohnungen in
ihrem Gebäude. Die Anlage könne ohne Effizienzeinbusse auch in Form eines
Flachdaches betrieben werden (act. G 9 S. 31). Anerkannt ist vorliegend, dass die
Blendwirkung von Photovoltaikanlagen grundsätzlich als Einwirkung im Sinn von Art. 7
Abs. 1 USG gilt (BGer 1C_177/2011 vom 9. Februar 2012, E. 5.2). Nach der
Rechtsprechung kommen dabei die Anforderungen von Art. 14 USG (Festlegung von
Immissionsgrenzwerten für schädliche oder lästige Einwirkungen) als allgemeine
Regeln auch für die Einwirkung von Strahlen zur Anwendung. Für den Schutz vor
sichtbarem Licht bestehen bis anhin keine bundesrechtlich verbindlichen Regelungen,
weshalb die rechtsanwendenden Behörden in Beachtung von Art. 12 Abs. 2 USG
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unmittelbar Art. 11-14 und Art. 16-18 USG anzuwenden haben (BGer 1C_177/2011,
a.a.O., E. 5.2). Massgebend für die Beurteilung der Lichtreflexionen sind die Intensität
derselben und die Einwirkungsdauer. Das Bundesgericht verneinte - mit Hinweis auf
die im Vergleich mit Sonnenlicht geringere Leuchtdichte und die natürlichen
Abwehrreflexe des Menschen - eine erhebliche Störung des Wohlbefindens (Art. 14 lit.
b USG) bei einer Blendwirkung von 15-30 Minuten pro Tag an einem bestimmten Punkt
(vgl. BGer 1C_177/2011, a.a.O., E. 5.3-5.5).
5.5.2. Im Amtsbericht vom 21. Januar 2013 wurde vermerkt, dass es zur zulässigen
Blendwirkung von Photovoltaikanlagen keine bundesrechtlichen Grenzwerte gebe. Da
die Blendwirkung vom AFU nicht beurteilt werden könne, sei allenfalls ein Gutachten
einzuholen (act. G 14/15). Ein in der Folge von der Beschwerdegegnerin eingereichtes
Blendgutachten vom 4. April 2013 ergab, dass eine Blendwirkung auf die
nachbarlichen Wohnbauten in den Monaten Mai bis Juli jeweils in den frühen
Abendstunden möglich sei. In dieser Zeit könne von einer Blenddauer über die Breite
eines Wohnhauses von rund 45 Minuten ausgegangen werden. Bei einem
feststehenden Beobachtungspunkt (Fenster, Balkon) sei aufgrund des ständig sich
verändernden Sonnenstandes eine Blenddauer von mehr als 20 Minuten
unwahrscheinlich. Eine erhebliche Beeinflussung der im Blendgebiet liegenden
Föhrenstrasse und des Waldauwegs sei nicht erkennbar (act. G 14/17/3). Gestützt
hierauf kam die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid zum Schluss, einem
Parteigutachten könne nicht zum vornherein jeder Beweiswert abgesprochen werden.
Die darin festgestellte Blendwirkung in einem Einstrahlungsbereich von 4 m von rund
20 Minuten könne nicht als erhebliche Störung des Wohlbefindens bezeichnet werden,
zumal die Blendwirkung der aus der gleichen Richtung kommenden Sonnenstrahlen
wesentlich intensiver sein dürfte (act. G 2 S. 26 f.). Hinsichtlich der Frage, ob eine
Reduktion der Blendwirkung gestützt auf das Vorsorgeprinzip (Art. 11 Abs. 2 USG)
verlangt werden könne, führte die Vorinstanz unter anderem aus, es sei notorisch, dass
der Wirkungsgrad einer Solaranlage am grössten sei, wenn die Sonneneinstrahlung im
Winkel von 90° auf das Panel treffe. Hiermit lasse sich ein grösserer Wirkungsgrad
erzielen als mit einer Anbringung der Panels auf dem Flachdach. Eine solche
Umgestaltung wäre zwar technisch möglich, würde jedoch die Wirtschaftlichkeit der
Anlage (Wirkungsgrad) nicht unerheblich beeinträchtigen.
2
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5.5.3. Der vorinstanzlichen Schlussfolgerung, dass aus der Blendwirkung der Panels
in zeitlicher Hinsicht (Einwirkung von 20 Minuten) keine erhebliche Störung des
Wohlbefindens resultieren dürfte, ist mit Blick auf die erwähnte bundesgerichtliche
Rechtsprechung zuzustimmen, zumal sich der (flächenmässig auf einen Balkon oder
ein Fenster bezogene) Einstrahlungsbereich im Zeitverlauf mit dem Sonnenstand
permanent verändert. Anhaltspunkte für unrichtige diesbezügliche Sachverhalts-
Annahmen werden weder geltend gemacht noch sind solche aus den Akten ersichtlich.
Die vorinstanzliche Wertung berücksichtigt insbesondere die beteiligten privaten
Interessen (Art. 13 Abs. 2 BO) zureichend. Sie lässt sich demgemäss nicht
beanstanden.
5.6.
5.6.1. Die Beschwerdeführerin lässt wie bereits erwähnt eine mehrfache
Unvollständigkeit des Baugesuchs rügen. Die Bauherrschaft sei sich in verschiedenen
zentralen Punkten noch nicht im Klaren, welche Anlagen sie im Gebäude verbauen
wolle. Bei der Beschwerdeführerin sei der Eindruck entstanden, dass die Bauherrschaft
verfrüht ein unvollständiges Baugesuch und auch das Korrekturgesuch zur
vermeintlichen Verfahrensbeschleunigung eingereicht habe. Sie habe zwingend ein in
allen (zentralen) Punkten verbindliches Baugesuch nachzureichen bzw. das bestehende
Baugesuch Nr. 50'444 zu ergänzen. Zumindest sei das Verfahren bis zur
Vervollständigung des Baugesuchs aus verfahrensökonomischen Gründen zu sistieren.
Es bestehe eine Koordinationspflicht. Ein mehrstufiges, tranchenweises
Baubewilligungsverfahren sei nicht zulässig. Es gehe nicht, eine
"Blankobaubewilligung" für ein Grundstück in einer "Blankobauzone" zu erteilen (act. G
9 S. 27, 31 f.).
5.6.2. Der Koordinationsgrundsatz ist in Art. 25a RPG verankert. Nach Art. 25a Abs. 3
RPG sollen die Verfügungen keine Widersprüche enthalten. Eine Koordination ist auch
erforderlich, wenn für die verschiedenen Bewilligungen nur eine Behörde zuständig ist.
Die Natur der zu koordinierenden Bewilligungen - namentlich wenn es sich um
raumplanungs- bzw. umweltschutzrechtliche Verfügungen handelt - ist dabei
unerheblich (Waldmann/Hänni, a.a.O., N 22 zu Art. 25a RPG). Im kantonalen Recht ist
der Koordinationsgrundsatz im Gesetz über die Verfahrenskoordination in Bausachen
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(sGS 731.2, VKoG) umgesetzt. Die Koordination bezweckt die inhaltliche und zeitliche
Abstimmung von Verfügungen und die zügige Abwicklung der Verfahren (Art. 2 VKoG).
Die Koordinationspflicht setzt voraus, dass zwischen den anzuwendenden Vorschriften
ein enger sachlicher Zusammenhang besteht, womit diese Vorschriften nicht getrennt
und unabhängig voneinander beurteilt werden dürfen, ansonsten die gesonderte
Behandlung sachlich zu unhaltbaren Ergebnissen führen könnte (vgl. P. Hänni,
Planungs-, Bau- und besonderes Umweltschutzrecht, 5. Auflage, Bern 2008, S. 458;
BGE 137 II 182 E. 3.7.4.1 mit Hinweisen). Spezialbewilligungen von untergeordneter
Bedeutung, die separat erteilt werden können, fallen dagegen nicht unter die
Koordinationspflicht. Das ist dann der Fall, wenn feststeht, dass die Bewilligungen mit
den übrigen Entscheiden nicht abgestimmt werden müssen, die Rechte des
Baugesuchstellers und der Drittbetroffenen nicht tangiert werden und soweit die
Abtrennung auf Grund des kantonalen Rechts zulässig ist (A. Baumann in: Baumann/
van den Bergh/Gossweiler/Häuptli/Sommerhalder Forestier [Hrsg.], Kommentar zum
Baugesetz des Kantons Aargau, Bern 2013, Rz. 6 f. zu § 64 BauG/AG mit Hinweis;
VerwGE B 2004/157 vom 2. Dezember 2004, E. 3. mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch).
5.6.3. Wie dargelegt erachtete die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid das
Vorgehen der Beschwerdegegnerin, die Feuerungsanlagen erst nach Erteilung der
Baubewilligung in einer öffentlichen Ausschreibung zu beschaffen, als zweckmässig.
Bereits im vorliegenden Baubewilligungsverfahren sei verbindlich festgelegt worden,
welche umweltschutzrechtlichen Anforderungen die Anlage erfüllen müsse, damit die
geltenden Belastungswerte nicht überschritten würden. Die Rechte der
Beschwerdeführerin seien damit gewahrt und die Gefahr widersprüchlicher
Bewilligungsentscheide sei nicht vorhanden, denn es werde an der
Beschwerdegegnerin sein, Anlagen zu beschaffen, welche die verfügten Auflagen und
Bedingungen uneingeschränkt erfüllen würden. Gleiches gelte für das
Kanalisationsprojekt. In den Ziffern 18 ff. der Baubewilligung seien die entsprechenden
Auflagen und Bedingungen verfügt und das Projekt mittlerweile eingereicht worden.
Eine Verletzung der Koordinationspflicht liege nicht vor. - Ausgehend von den
Feststellungen in E. 5.4.5 ist kein Anlass für eine Beanstandung der vorinstanzlichen
Ausführungen ersichtlich. Insbesondere ist nicht ersichtlich, inwiefern durch die
nachträgliche Überprüfung der Einhaltung der Anlagenwerte die Koordinationspflicht
tangiert sein könnte.
http://www.gerichte.sg.ch
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6.
6.1. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist zusammenfassend festzuhalten,
dass die Korrekturbaubewilligung im Einspracheentscheid vom 9. August 2013 (act.
G13/8 Beilage) zu Recht bestätigt und damit der dagegen erhobene Rekurs Nr.
13-5346 von der Vorinstanz zu Recht abgewiesen wurde, soweit sie darauf eintrat.
Hingegen wurde der gegen den Einspracheentscheid vom 22. Juni 2012 (act. G 14/12
Beilage) erhobene Rekurs Nr. 12-4428 - wie die Vorinstanz in den Erwägungen des
angefochtenen Entscheids zutreffend vermerkt (act. G 2 S. 30) - insofern teilweise
gegenstandslos, als die Beschwerdegegnerin während des Rekursverfahrens das
Korrekturbaugesuch stellte, in welchem sie die Anliegen der Beschwerdeführerin
teilweise berücksichtigte bzw. anerkannte (act. G 13/8 Beilage). In dieser Situation
hätte der Rekurs Nr. 12-4428 nur insoweit abgewiesen werden dürfen, als er (durch die
Anerkennung von Seiten des Beschwerdegegners) nicht gegenstandslos geworden
war. Würde der Rekurs Nr. 12-4428, wie dies die Vorinstanz im Dispositiv des
angefochtenen Entscheids gemacht hat, ohne Hinweis auf die teilweise
Gegenstandslosigkeit abgewiesen, würde im Ergebnis das (mangelhafte) ursprüngliche
Baugesuch bestätigt. Eine vollumfängliche Abweisung des Rekurses Nr. 12-4428 liesse
sich nicht allein mit dem Hinweis begründen, die Rekursgegnerin habe den
festgestellten Mangel der Baubewilligung zwischenzeitlich durch Einreichung eines
Korrekturbaugesuchs behoben, zumal die Rekurserhebung sich gerade durch die
Einreichung des Nachtragsbaugesuchs als angebracht erwiesen hatte. Hinzu kommt,
dass die Vorinstanz den dem Rekurs Nr. 12-4428 zugrunde liegenden Beschluss vom
22. Juni 2012 mit der Auflage/Bedingung präzisierte, dass der Emissionspegel in 1 m
Abstand von den Kaminmündungen und in einem Winkel von 45° den Wert von 59 dBA
nicht übersteigen dürfe (act. G 2 Dispositiv Ziff. 3). Diese Präzisierung kommt einer
teilweisen (geringgradigen) Gutheissung gleich. Richtigerweise berücksichtigte die
Vorinstanz denn auch die Tatsache des berechtigterweise erhobenen Rekurses Nr.
12-4428 bei der Kostenverlegung (act. 2 S. 32 Ziff. 6a und 6b).
6.2. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist somit Dispositiv-Ziffer 3 des
angefochtenen Rekursentscheids aufzuheben und wie folgt neu zu fassen: "Der Rekurs
Nr. 12-4428, soweit darauf einzutreten und er nicht gegenstandslos geworden ist, wird
insoweit teilweise gutgeheissen, als der Beschluss der Baubewilligungskommission Nr.
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435 vom 22. Juni 2012 gemäss nachstehender Ziff. 4 präzisiert wird". Im Übrigen ist
die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Ein nur geringfügiges
Obsiegen bzw. Unterliegen - wie es hier vorliegt - wird bei der Kostenverlegung nicht
berücksichtigt (VerwGE B 2013/28 vom 12. Februar 2014, E. 7; R. Hirt, Die Regelung
der Kosten nach st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, St. Gallen 2004, S. 94).
Die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens trägt somit die Beschwerdeführerin
(Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 5'000.-- ist angemessen (Art. 7
Ziff. 222 Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12); der geleistete Kostenvorschuss von
Fr. 4'000.-- wird angerechnet.
Die Kostenverlegung im vorinstanzlichen Entscheid bleibt unverändert. Hinsichtlich der
Kostenauferlegung gegenüber den St. Galler Stadtwerken (act. G 2 S. 32 f. Dispositiv-
Ziffern 6b und 7) als - rechtlich unselbständiger - Teil der Stadtverwaltung (vgl. auch
act. G 16 S. 7 unten) vermerkte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin zu Recht
(act. G 9 S. 32), dass die Politische Gemeinde St. Gallen als öffentlich-rechtliche
Körperschaft zur Kostentragung verpflichtet ist. Die erwähnten Dispositiv-Ziffern sind
dementsprechend ebenfalls zu korrigieren.
6.3. Bei diesem Verfahrensausgang (kein mehrheitliches Obsiegen) besteht kein
Anspruch der Beschwerdeführerin auf die Entschädigung ausseramtlicher Kosten
(Art. 98 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 98bis VRP; vgl. R. Hirt, a.a.O., S. 182 ff.). Die
Beschwerdegegnerin hat keinen Anspruch auf ausseramtliche Entschädigung (Cavelti/
Vögeli, a.a.O., Rz. 829).