Decision ID: f05ef74e-4e3b-52d4-84c3-846fe3b95344
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherte) hatte am 13. Mai 2002 einen bei der Winterthur
Versicherungen (später AXA Versicherungen AG; nachfolgend: Axa), versicherten Unfall
erlitten (Treppensturz mit Verletzung des rechten Fusses) und bezog von ihr seit
1. Januar 2007 eine monatliche Rente bei einem mittels Vergleichs festgesetzten
Invaliditätsgrad von 18% (vgl. Axa-Akten, insbesondere Unfallmeldung vom 14. Mai
2002 und Verfügung vom 22. Juni 2007). Zudem übernahm die Axa weiterhin
Heilungskosten (Kontrolluntersuchungen beim Hausarzt, medikamentöse Therapie,
orthopädisches Massschuhwerk nach ärztlicher Verordnung und allenfalls weitere
Heilmassnahmen nach vorgängig schriftlichem Gesuch und Vorlage einer
medizinischen Begründung; vgl. Axa-Akten, Schreiben vom 26. März 2007).
B.
B.a Am 23. November 2010 erlitt die als B._ selbständig erwerbstätige Versicherte
einen weiteren Unfall, wobei sie sich eine Glasschnittverletzung an der rechten
Daumenkuppe zuzog (UV-act. 1). Zu diesem Zeitpunkt war sie bei der SWICA
Gesundheitsorganisation, Winterthur (nachfolgend: Swica), freiwillig gegen die Folgen
von Unfällen versichert (vgl. Police Kollektiv-Unfallversicherung Nr. XXX.XXXX vom
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23. Januar 2008, UV-act. 157). Die Swica anerkannte ihre Leistungspflicht und
erbrachte die gesetzlichen Leistungen (UV-act. 2).
B.b Am 1. Juni 2011 wurde ein Narbenneurinom am rechten Daumen operativ
entfernt (UV-act. 44). Dr. med. C._, Chirurgie FMH, spez. Handchirurgie, erstellte am
14. Dezember 2011 im Auftrag der Swica ein Gutachten, nachdem er die Versicherte
am 5. Dezember 2011 spezialärztlich untersucht hatte (UV-act. 49). Er diagnostizierte
eine auf den Unfall zurückzuführende ausgeprägte Hyperpathie des radialen
Daumeneponychiums rechts. Als Wirtin sei eine 50% Arbeitsfähigkeit realistisch. Am
29. Februar 2012 wurde ein weiterer operativer Eingriff durchgeführt (Neurotomie, UV-
act. 69).
B.c Im Auftrag der Swica ermittelte Dr. rer. pol. D._, Unternehmungsberater, den
unfallbedingten Erwerbsausfall der Versicherten (Gutachten vom 20. Dezember 2012,
UV-act. 105).
B.d Mit Verfügung vom 18. Januar 2013 (UV-act. 115) sprach die Swica der
Versicherten ab 1. Januar 2013 ein um die anteilige Rente der Invalidenversicherung
gekürztes Taggeld von Fr. 115.-- zu.
B.e Im wiederum von der Swica veranlassten Gutachten vom 23. Februar 2013 (UV-
act. 118) nannte Dr. med. E._, Chirurgie FMH, Spez. Handchirurgie, folgende
Diagnosen: Status nach Glasschnitt-Verletzung Höhe Nagelfalz radial, Daumen rechts,
mit Läsion sensibler Nervenäste und Schmerzrezeptoren radial, Entwicklung eines
posttraumatischen neuropathischen Schmerzsyndroms, Status nach Revision mit
Narbenexzision und Status nach Revision mit Neurotomie und Dorsal-Verlagerung des
Fingernervs. Es sei mit einer bleibenden erheblichen funktionellen Einschränkung zu
rechnen, die vergleichbar sei mit einem weitgehenden Daumenverlust. Bedingt durch
das Schmerzsyndrom betrachtete der Gutachter die bisherige Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit auf 50% als medizinisch begründet. Eine weitere Steigerung sei kaum
zu erwarten. In einer angepassten Tätigkeit schätzte er die maximal mögliche Leistung
auf ca. 60-70%. Den Integritätsschaden schätzte er auf 20%.
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B.f Mit Schreiben vom 23. Mai 2013 (UV-act. 123) teilte die Swica der Axa mit, dass
sie einen Invaliditätsgrad von 30% ermittelt habe. Diese 30% beinhalteten bereits die
18%-ige bestehende UVG-Rente der Axa, weshalb sich der Invaliditätsgrad um 12%
erhöhe. Sie ging von einem versicherten Verdienst von Fr. 63‘000.-- aus und errechnete
eine monatliche Rente von Fr. 1‘260.--.
B.g Mit Schreiben vom 21. Juni 2013 (UV-act. 130) wurde der Versicherten unter
Gewährung des rechtlichen Gehörs in Aussicht gestellt, dass die Taggeldleistungen per
31. Juli 2013 eingestellt würden und ab 1. August 2013 bei einem Invaliditätsgrad von
30% eine monatliche Rente von Fr. 1‘260.-- zugesprochen werde. Die
Integritätsentschädigung betrage Fr. 25‘200.--. Betreffend Heilungskosten sei
vorgesehen, eine dauerhafte Fortsetzung gezielter Schmerz-Therapien medikamentös
und topisch sowie therapeutisch mit sanften, stimulierenden und nicht Schmerz
provozierenden physikalischen Massnahmen zu gewähren.
B.h Mit Verfügung vom 26. Juni 2013 (UV-act. 133) stellte die Axa die von ihr für die
Folgen des Unfalls vom 13. Mai 2002 ausgerichtete Rente entsprechend einem
Invaliditätsgrad von 18% per 31. Juli 2013 ein. Gleichentags überwies die Axa der
Swica den mit Fr. 114‘143.-- bezifferten Barwert des Rentenanteils aus dem Unfall vom
13. Mai 2002.
B.i Am 29. Oktober 2013 liess die Versicherte durch ihre Rechtsschutzversicherung
Stellung zum Schreiben der Swica vom 21. Juni 2013 (UV-act. 145) nehmen und die
Ausrichtung einer Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von insgesamt
53% (35% + 18%) beantragen. Eventualiter sei ihr nebst einer Invalidenrente von 35%
aus dem Unfallereignis aus dem Jahr 2010 der Barwert der Rente der Axa des
Unfallereignisses aus dem Jahr 2002 auszubezahlen.
B.j Mit Schreiben vom 28. März 2014 (UV-act. 154) kündigte die Swica der
Versicherten an, die Taggeldleistungen per 31. Juli 2013 einzustellen. Ab 1. August
2013 bestehe bei einem Invaliditätsgrad von 50% ein monatlicher Rentenanspruch von
Fr. 870.--. Dabei ging sie von einem versicherten Verdienst von Fr. 26‘100.-- aus. Da
die ursprünglich angekündigte Rente von Fr. 1‘260.- bereits ausbezahlt worden sei,
resultiere für die Monate August 2013 bis April 2014 eine Rückforderung von
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Fr. 3‘510.--. Die Integritätsentschädigung betrage Fr. 25‘200.--. Zum weiteren
Leistungsanspruch betreffend Heilungskosten werde nach erfolgter Abklärung separat
Stellung genommen. In ihrer Stellungnahme vom 9. April 2014 (UV-act. 158) liess die
Versicherte eine monatliche Invalidenrente von Fr. 2‘100.-- basierend auf einem
versicherten Verdienst von Fr. 63‘000.-- und einem Invaliditätsgrad von 50%
beantragen.
B.k Am 8. Mai 2014 (UV-act. 164) verfügte die Swica betreffend Taggeldeinstellung,
Rente und Integritätsentschädigung, wie in ihrem Schreiben vom 28. März 2014
angekündigt. Als Heilbehandlungen würden ergotherapeutische Behandlungen und
eine Creme sowie Verbandsmaterial weiterhin übernommen. Die dagegen erhobene
Einsprache vom 22. Mai 2014 (UV-act. 165) wurde mit Einspracheentscheid vom
29. Oktober 2014 (UV-act. 169) abgewiesen. Zudem wurde festgehalten, dass für die
Heilbehandlungskosten aus dem Unfallereignis vom 13. Mai 2002 die Axa zuständig sei
(Ziff. 4.3 des Einspracheentscheids).
C.
C.a Mit Beschwerde vom 1. Dezember 2014 (act. G1) liess die Versicherte, vertreten
durch Rechtsanwalt lic. iur. Werner Bodenmann, St. Gallen, unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen die Aufhebung des Einspracheentscheids beantragen. Ihr sei
rückwirkend ab 1. August 2013 eine monatliche Invalidenrente in der Höhe von
Fr. 2‘100.-- basierend auf der fix vereinbarten Jahreslohnsumme von Fr. 63’000.-- zu
leisten. Es sei festzuhalten, dass die Voraussetzungen für eine Rückforderung des
Betrags in Höhe von Fr. 3‘510.-- nicht gegeben seien. Die Swica sei zu verpflichten, ihr
den Barwert der Kapitalzahlung der Axa aus dem Unfallereignis vom 13. Mai 2002
auszuzahlen. Zur Begründung liess sie insbesondere anführen, als Grundlage für die
Leistungsbemessung müsse der in der Police aufgeführte versicherte Verdienst gelten.
Dieser belaufe sich auf Fr. 63‘000.--. Es sei von einer Summenversicherung
auszugehen. Der effektive jährliche Verdienst der Beschwerdeführerin sei nicht
massgebend. Selbst wenn von einer Summenversicherung (gemeint wohl:
Schadenversicherung) auszugehen wäre, sei auf das Gutachten von Dr. rer. pol. D._
und nicht auf den IK-Auszug abzustellen. So oder anders bleibe kein Raum für die
Rückforderung in Höhe von Fr. 3‘510.--.
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C.b Mit Beschwerdeantwort vom 13. Januar 2015 (act. G3) schloss die
Beschwerdegegnerin unter Kosten- und Entschädigungsfolge auf Abweisung der
Beschwerde. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen an, es liege eine
Schadenversicherung vor und beim versicherten Verdienst sei von den Angaben im IK-
Auszug auszugehen. Es gehe nicht an, für den Invaliditätsgrad auf die Berechnung der
Invalidenversicherung (Invaliditätsgrad 50%) abzustellen, welche dabei von den
Angaben im IK-Auszug ausgegangen sei, und betreffend Valideneinkommen auf die der
Unfallversicherung vorliegenden, höheren Zahlen. An der Rückforderung von
Fr. 3‘510.-- werde festgehalten.
C.c Am 4. Februar 2015 (act. G5) ersuchte die Axa um ihre Beiladung als
Verfahrensbeteiligte zum hängigen Prozess. In materieller Hinsicht beantragte sie, es
sei die Nichtigkeit von Dispositiv Ziff. 4.3 des Einspracheentscheids der Swica vom
29. Oktober 2014 gerichtlich festzustellen. Eventualiter sei gerichtlich festzustellen,
dass die Axa (gemeint wohl: Swica) für Heilbehandlungskosten aus dem Unfallereignis
vom 13. Mai 2002 spätestens ab 26. Juni 2013 (Datum der Kapitalauszahlung)
zuständig sei. Die (Mehr-)Kosten des (Beiladungs-)Verfahrens seien der Swica
aufzuerlegen. Die Frage der Vergütung der Heilungskosten durch die Axa bzw. der
Zuständigkeit für die Übernahme weiterer Heilungskosten sei ursprünglich nicht
Gegenstand der Verfügung der Swica gewesen. Es sei aber festgehalten worden, dass
sich die Versicherte bei Rückfällen oder Spätfolgen beider Ereignisse direkt bei der
Swica melden solle. Weshalb im anschliessenden Einspracheverfahren die gegenteilige
Anordnung ergangen sei, sei unklar. Der Streitgegenstand sei mit dieser neuen
Anordnung unzulässigerweise erweitert worden. Die zu Lasten eines anderen UVG-
Versicherers erwähnte Anordnung sei unzulässig und als nichtig zu betrachten. Zudem
sei dieser Entscheid auch materiell falsch.
C.d Mit Replik vom 16. Februar 2015 hielt die Beschwerdeführerin an ihrem
bisherigen Standpunkt fest (act. G6).
C.e Am 11. März 2015 wurde die Axa (nachfolgend: Beigeladene) zum Verfahren
UV 2014/93 beigeladen (act. G10; vgl. auch act. G7 und G9). Am 30. März 2015 reichte
sie eine Kopie ihres Schreibens an die Swica vom selben Tag betreffend Vorleistung für
Heilungskosten mit zwei Beilagen ein (act. G11, G11.1 und G11.2).
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C.f Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. G12).
Der Beigeladenen wurde Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben, welche sie am
2. Juni 2015 wahrnahm (act. G16). Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin reichte
am 20. Juli 2015 ebenfalls eine Stellungnahme ein (act. G20).
C.g Auf telefonische Anfrage des Versicherungsgerichts vom 28. September 2015
(act. G22) reichte die Beschwerdegegnerin am 14. Oktober 2015 (act. G23) ein
Aktenverzeichnis (act. G23.1) und eine Verfügung der IV-Stelle des Kantons St. Gallen
vom 28. Januar 2013 (act. G23.2) nach. Darin war der Beschwerdeführerin ab 1. April
2012 eine halbe Invalidenrente zugesprochen worden.

Erwägungen
1.
Die Beschwerdeführerin liess die vollumfängliche Aufhebung des Einspracheentscheids
vom 29. Oktober 2014 beantragen (auch ersichtlich aus der Stellungnahme vom
20. Juli 2015, act. G20). Streitig ist vorliegend die Höhe der ab 1. August 2013
zugesprochenen Invalidenrente und dabei, welcher versicherte Verdienst der
Beschwerdeführerin bei der Rentenberechnung zugrunde zu legen ist und welches
Valideneinkommen bei der Bemessung des Invaliditätsgrads zur Anwendung gelangt.
Nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bilden die mangels Anfechtung bereits
mit Verfügung vom 8. Mai 2014 in Rechtskraft erwachsene Einstellung der
Taggeldleistungen per 31. Juli 2013 und die Integritätsentschädigung sowie allfällige
Ansprüche aus der Unfallversicherung gemäss dem Bundesgesetz über den
Versicherungsvertrag (VVG, SR 221.229.1). Ebenfalls nicht zum Streitgegenstand zählt
der Anspruch der Beschwerdeführerin auf Heilbehandlung (vgl. dazu nachfolgende
E. 7).
2.
2.1 Nach Art. 1a des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20)
sind namentlich die in der Schweiz beschäftigten Arbeitnehmer obligatorisch gegen die
Folgen von Unfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten versichert (Art. 6 UVG).
In der Schweiz wohnhafte Selbständigerwerbende und ihre nicht obligatorisch
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versicherten mitarbeitenden Familienmitglieder können sich nach Art. 4 Abs. 1 UVG
freiwillig versichern. Gemäss Art. 5 Abs. 2 UVG erlässt der Bundesrat ergänzenden
Vorschriften über die freiwillige Versicherung. Dies hat er in Art. 134 ff. der Verordnung
über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) getan. Art. 138 UVV (der gesetzmässig
ist, vgl. RKUV 1996 Nr. U 266 S. 305 E. 5b, Urteil des EVG vom 18. April 2006,
U 105/2004, E. 7.2) legt fest, dass Prämien und Geldleistungen im Rahmen von Art. 22
Abs. 1 nach dem versicherten Verdienst bemessen werden, der bei Vertragsabschluss
vereinbart wird und jeweils auf Beginn des Kalenderjahres angepasst werden kann.
Dieser Verdienst darf bei Selbständigerwerbenden nicht weniger als die Hälfte und bei
Familienangehörigen nicht weniger als ein Drittel des Höchstbetrages versicherten
Verdienstes betragen (Art. 138 Satz 2 UVV; bei Erlass des angefochtenen
Einspracheentscheids Fr. 126‘000.--/2 = Fr. 63‘000.-- bzw. Fr. 126‘000.--/3 =
Fr. 42‘000.-). Diese Mindestbeträge gelten selbst dann, wenn das effektive Einkommen
deutlich tiefer liegt (Ueli Kieser/Hardy Landolt, Unfall – Haftung – Versicherung, Zürich/
St. Gallen 2012, S. 475 N 1428).
2.2 Die Rechtsprechung hat im Zusammenhang mit den Mindestgrenzen des
versicherten Verdienstes gemäss Art. 138 UVV festgehalten, dass eine
Leistungskürzung wegen Überversicherung nicht in Frage komme, wenn die
Rechtsordnung selber die versicherte Person gezwungen habe, eine solche
Überversicherung abzuschliessen und Prämien in entsprechender Höhe zu bezahlen.
Eine solche Konsequenz würde einen immanenten Widerspruch innerhalb der
Rechtsordnung darstellen und wäre offensichtlich unhaltbar. Soweit die
Überversicherung auf dieses zwingende gesetzliche Versicherungsminimum
zurückzuführen sei, dürfe daher keine Kürzung erfolgen. Vorbehalten seien Fälle des
eigentlichen Versicherungsbetrugs, namentlich wenn gar keine versicherte Tätigkeit
ausgeübt werde (U 105/2004, E. 7.2).
2.3 Die selbständig erwerbstätige Beschwerdeführerin ist seit 1. Januar 2008 bei der
Beschwerdegegnerin mit Police Nr. XXX.XXXX vom 23. Januar 2008 (UV-act. 157)
freiwillig gegen die Folgen von Unfällen versichert. Gemäss Police wurde für die
Beschwerdeführerin die Hälfte des seit 1. Januar 2008 geltenden Höchstbetrags von
Fr. 126‘000.--, das heisst Fr. 63‘000.--, als versicherter Jahresverdienst vereinbart
(act. G 1.1 S. 3). Welches AHV-pflichtige Einkommen sie deklariert hat, ist unerheblich.
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Sie war unbestritten als selbständige Wirtin tätig und führte damit eine Tätigkeit aus,
die freiwillig versicherbar ist und deshalb auf Grund von Art. 138 UVV bis mindestens
zur Hälfte des Höchstbetrags versichert werden muss. Eine Kürzung des versicherten
Verdienstes auf unter Fr. 63‘000.-- fällt folglich ausser Betracht.
2.4 Die von den Parteien geführte Diskussion, ob eine Schaden- oder
Summenversicherung vorliegt, ist vor diesem Hintergrund obsolet.
3.
3.1 Gemäss Art. 18 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine
Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfalls zu mindestens 10% invalid im Sinne des
Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(ATSG; SR 830.1) ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen; Art. 16 ATSG). Ist – etwa bei freiwillig versicherten
Selbständigerwerbenden – ein Vergleich hypothetischer Einkommen nicht möglich, so
erfolgt die Bestimmung des Invaliditätsgrads aufgrund des ausserordentlichen
Bemessungsverfahrens durch die Feststellung der leidensbedingten Behinderung
anhand des Betätigungsvergleichs in Anlehnung an Art. 27 der Verordnung über die
Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201). Diese Behinderung ist sodann im Hinblick auf
ihre erwerbliche Auswirkung unter Berücksichtigung der betrieblichen Situation zu
gewichten (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 30. Dezember 2013, 8C_567/2008,
E. 2.1 mit Hinweisen).
3.2 Die Beschwerdegegnerin stellte im Einspracheentscheid bei der Bemessung des
Invaliditätsgrads auf die von der Invalidenversicherung (IV) festgestellten
Vergleichseinkommen ab (act. G23.2; vgl. auch UV-act. 149). Die IV-Stelle ging gestützt
auf den IK-Auszug von einem Valideneinkommen von Fr. 26‘100.-- aus. Bei einer –
nach Lage der Akten zu Recht unbestrittenen – 50%-igen Arbeitsfähigkeit in der
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angestammten Tätigkeit als selbständige Wirtin errechnete sie eine Erwerbseinbusse
von 13‘050.-- bzw. einen Invaliditätsgrad von 50%.
3.3
3.3.1 Eine Bindung der Unfallversicherung an die invalidenversicherungsrechtlichen
Entscheidgrundlagen besteht nicht, denn die Versicherungsträger haben die
Invaliditätsbemessung in jedem einzelnen Fall selbständig vorzunehmen. Keinesfalls
dürfen sie sich ohne weitere Prüfung mit der blossen Übernahme des Invaliditätsgrades
des anderen Versicherers begnügen (Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz
über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 126, mit Hinweis auf
BGE 133 V 549 E. 6).
3.3.2 Die Beschwerdegegnerin hatte zur Ermittlung des unfallbedingten
Erwerbsausfalls eine betriebswirtschaftliche Analyse durch Dr. rer. pol. D._
durchführen lassen (UV-act. 107) und in ihrem Schreiben vom 21. Juni 2013 (UV-
act. 130) auf deren Ergebnisse abgestellt. Dr. D._ setzte sich mit den einzelnen
Positionen auseinander und korrigierte das von der IV-Stelle ermittelte
durchschnittliche Jahreseinkommen der Jahre 2007 bis 2010 in Höhe von Fr. 26‘100.--
um die persönlichen Beiträge und die Abschreibungen auf die Immobilie. Zudem
befasste er sich einlässlich mit der Entwicklung der Personalkosten. Sein Vorgehen
erscheint einleuchtend und wird einer möglichst ziffernmässig konkreten Bestimmung
des Valideneinkommens gerecht (Ulrich Meyer/Marco Reichmuth, Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum IVG, 3. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2014, N33 und N48 zu Art. 28a mit
Hinweisen). Zwar kann nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung (vgl. etwa das von
beiden Parteien zitierte Urteil vom 3. Oktober 2013, 8C_2011/2013) bei der Ermittlung
des Einkommens bei Selbständigerwerbenden grundsätzlich auf IK-Auszüge abgestellt
werden. Eine betriebswirtschaftliche Abklärung ist nicht immer nötig und es besteht
darauf in der Regel kein Anspruch. Jedoch wurde vorliegend eine solche auf Initiative
der Beschwerdegegnerin durchgeführt und darin wird nachvollziehbar dargelegt,
weshalb nicht von den Einkommenszahlen der IV-Stelle auszugehen ist. Auf das von
Dr. D._ ermittelten Valideneinkommen von Fr. 52‘990.-- (Basis 2010) ist daher
abzustellen.
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3.4
3.4.1 Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens der selbständig erwerbstätigen
Beschwerdeführerin ist zu berücksichtigen, dass die im handchirurgischen Gutachten
vom 23. Februar 2013 durch Dr. E._ geschätzte Arbeitsfähigkeit von 50% eine rein
medizinisch-theoretische Basis darstellt und dem Grad der Arbeitsunfähigkeit nur die
Bedeutung eines mitzuberücksichtigenden Faktors zukommt; für den Invaliditätsgrad
ist letztlich der Unterschied zwischen den zumutbaren Erwerbseinkommen mit und
ohne Invalidität entscheidend (Meyer/Reichmuth, a.a.O., N223 zu Art. 28a mit Hinweis).
3.4.2 Unbestrittenermassen hat die Beschwerdeführerin nach dem Unfall am
23. November 2010 ihre angestammte Tätigkeit als selbständig erwerbstätige B._
nicht aufgegeben und im Zeitpunkt des Erlasses des Einspracheentscheids am
29. Oktober 2014 (UV-act. 169) noch weitergeführt. Die Beschwerdegegnerin hat die
Aufgabe der selbständigen Tätigkeit zu Recht nicht – als schadenmindernde
Massnahme – von der Beschwerdeführerin verlangt. Der Bestimmung des
Invalideneinkommens ist folglich die Tätigkeit als B._ zugrunde zu legen. Aus der
betriebswirtschaftlichen Analyse von Dr. D._ ist ersichtlich, dass der
Unternehmensgewinn im Jahr 2011 Fr. 41‘028.-- betrug. Der unfallbedingte
Minderverdienst von rund Fr. 12‘000.-- entspricht seinen Berechnungen zufolge in etwa
einer „Arbeitsunfähigkeit“ von 23% (Fr. 52‘990.-- - Fr. 41‘028.-- / Fr. 52‘990.-- x 100).
Zudem sei der Personalaufwand prozentual stärker gestiegen als der Umsatz und der
grösste Teil davon dürfte nach Ansicht von Dr. D._ auf die reduzierte Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin zurückzuführen sein. Es erscheint den Umständen
angemessen, die gesamten Personalmehrkosten von Fr. 16‘000.-- als unfallbedingt
entstanden zu berücksichtigen, dies auch vor dem Hintergrund dessen, dass Dr. D._
festhielt, den Umfang der unbezahlten Hilfe durch verschiedene Familienmitglieder
nicht ermittelt zu haben. Folglich resultiert ein Invalideneinkommen von Fr. 36‘990.--
(Fr. 52‘990.-- - Fr. 16‘000.--).
3.5 Die Gegenüberstellung des Valideneinkommens (Fr. 52‘990.--) und des
Invalideneinkommens (Fr. 36‘990.--) ergibt einen Invaliditätsgrad von aufgerundet 30%.
4.
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4.1 Erleidet ein aus einem früheren Unfall Rentenberechtigter einen neuen Unfall
und führt dieser zu einer Änderung des Invaliditätsgrades, so muss der für den zweiten
Unfall leistungspflichtige Versicherer sämtliche Leistungen ausrichten. Der für den
ersten Unfall leistungspflichtige Versicherer vergütet dem anderen Versicherer den
Betrag, der dem Barwert des Rentenanteils, ohne Teuerungszulagen, aus dem ersten
Unfall entspricht. Damit ist seine Leistungspflicht abgegolten (Art. 100 Abs. 3 UVV).
4.2 Der wegen der unfallbedingten Handverletzung ermittelte Invaliditätsgrad von
30% berücksichtigt einzig die gesundheitlichen Folgen des zweiten Unfalls. Mit Blick
auf Art. 100 Abs. 3 UVV ist die vorbestehende Invalidität aus dem ersten Unfall zu
diesem Invaliditätsgrad hinzuzurechnen. Für die Folgen der 2002 erlittenen
Fussverletzung hat die Axa rechtskräftig einen Invaliditätsgrad von 18% anerkannt und
eine entsprechende Rente ausgerichtet. Folglich ist dieser vorbestehende
Invaliditätsgrad zum vorstehend ermittelten von 30% hinzuzurechnen. Dies ergibt
gesamthaft einen Invaliditätsgrad von 48%.
5.
5.1 Gemäss Art. 20 Abs. 1 UVG beträgt die Invalidenrente bei Vollinvalidität 80%
des versicherten Verdienstes; bei Teilinvalidität wird sie entsprechend gekürzt. Hat der
Versicherte Anspruch auf eine Rente der IV oder auf eine Rente der Alters- und
Hinterlassenenversicherung (AHV), so wird ihm eine Komplementärrente gewährt; diese
entspricht in Abweichung von Art. 69 ATSG der Differenz zwischen 90% des
versicherten Verdienstes und der Rente der IV oder der AHV, höchstens aber dem für
Voll- oder Teilinvalidität vorgesehenen Betrag. Die Komplementärrente wird beim
erstmaligen Zusammentreffen der erwähnten Renten festgesetzt und lediglich späteren
Änderungen der für Familienangehörige bestimmten Teile der Rente der IV oder der
AHV angepasst (Art. 20 Abs. 2 UVG).
5.2 Mit Verfügung vom 28. Januar 2013 (act. G23.2) sprach die
Invalidenversicherung der Beschwerdeführerin rückwirkend ab 1. April 2012 eine halbe
Invalidenrente in Höhe von Fr. 919.-- bzw. ab 1. Januar 2013 in Höhe von Fr. 927.-- zu.
Bei einem versicherten Verdienst von Fr. 63‘000.-- und einem Invaliditätsgrad von 48%
beträgt der Höchstanspruch auf eine UVG-Rente (bzw. ordentliche Rente gemäss
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Art. 20 Abs. 1 UVG) monatlich Fr. 2‘016.-- (Fr. 63‘000.-- x 0.8 x 0.48 / 12). Der Beginn
der unfallversicherungsrechtlichen Invalidenrente wurde von der Beschwerdegegnerin
auf 1. August 2013 festgelegt und ist vorliegend zu Recht unbestritten. Auf diesen
Zeitpunkt trafen die Invalidenrenten der IV und jene der Beschwerdegegnerin erstmals
zusammen und ist eine Komplementärrente zu berechnen. Seit der letzten Anpassung
im Januar 2009 hat sich keine Teuerung ergeben, weshalb keine Teuerungszulagen
auszurichten sind (vgl. Verordnung 09 über Teuerungszulagen an Rentnerinnen und
Rentner der obligatorischen Unfallversicherung [SR 832.205.27]). Der monatliche
Maximalanspruch auf eine Komplementärrente beträgt Fr. 4‘725.-- (Fr. 63‘000.-- x 0.9 /
12). Davon sind die Invalidenrentenleistungen von Fr. 927.-- abzuziehen, was eine
(unechte) Komplementärrente in Höhe von Fr. 3‘798.-- ergibt. Damit steht der
Beschwerdeführerin rückwirkend ab 1. August 2013 der Höchstanspruch von
monatlich Fr. 2‘016.-- zu.
5.3 Bei diesem Ergebnis erweist sich auch die Rückforderung der
Beschwerdegegnerin in Höhe von Fr. 3‘510.-- als unrechtmässig.
6.
Die Beschwerdeführerin liess in der Beschwerde beantragen, die Beschwerdegegnerin
sei zu verpflichten, ihr den Barwert der Kapitalzahlung der Axa aus dem Unfallereignis
vom 13. Mai 2002 auszuzahlen. Dieser – in der Beschwerde unbegründet gebliebene –
Antrag kann entgegen seinem Wortlaut nur als Eventualbegehren verstanden werden.
Explizit als solches formuliert und entsprechend begründet wurde er noch in der
Eingabe der Beschwerdeführerin vom 29. Oktober 2013 (UV-act. 145). Mit der
Zusprache einer aus den beiden Invaliditätsgraden von 18% (aufgrund der Folgen des
Unfalls von 2002) und 30% (aufgrund der Folgen des Unfalls von 2010)
zusammengesetzten gesamthaften Rente von Fr. 2‘016.-- monatlich bleibt für eine
Auszahlung des Barwerts der Rente für den ersten Unfall denn auch offenkundig kein
Raum. Der Eventualantrag ist bei diesem Verfahrensausgang folglich obsolet.
7.
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7.1 In der Verfügung vom 8. Mai 2014 (UV-act. 164) hielt die Beschwerdegegnerin
bezüglich der Heilungskosten nach entsprechenden Abklärungen bei Dr. F._ (vgl. UV-
act. 156) fest, es würden gestützt auf Art. 21 UVG weiterhin ergotherapeutische
Behandlungen und Emla Creme inkl. Verbandsmaterial bezahlt. Zur Leistungspflicht der
Beigeladenen äusserte sich die Beschwerdegegnerin nicht, hielt aber in der
Begründung fest, die Beschwerdeführerin könne sich bei einem Rückfall oder
Spätfolgen in Bezug auf beide Unfallereignisse zur weiteren Abklärung direkt bei ihr
melden (S. 2 unten). Damit ist davon auszugehen, dass die Beschwerdegegnerin in der
Verfügung vom 8. Mai 2014 ihre (alleinige) Zuständigkeit für die gemäss der
unfallversicherungsrechtlichen Gesetzgebung zu tragenden Folgen beider Unfälle
anerkannte und mittels Verfügung regelte. Folglich hat der Anspruch der
Beschwerdeführerin auf Heilbehandlung gestützt auf Art. 21 UVG zum
Regelungsgegenstand der Verfügung gezählt und damit im Einspracheverfahren
Anfechtungsgegenstand gebildet. In der Einsprache vom 22. Mai 2014 (UV-act. 165)
hat die Beschwerdeführerin die Verfügung betreffend ihren Anspruch auf
Heilbehandlung nicht angefochten, sondern sich nur gegen die Rentenberechnung und
die Rückforderung gewandt sowie die Auszahlung des Barwerts der Kapitalzahlung der
Axa beantragt. Auch die Begründung der Einsprache befasst sich in keiner Weise mit
dem Anspruch auf Heilbehandlung. Damit ist dieser (wie auch Taggeld und
Integritätsentschädigung getrennt von Rente und Rückforderung verfügungsfähige) Teil
der Verfügung in Rechtskraft erwachsen. Im Einspracheentscheid bringt die
Beschwerdegegnerin nicht zum Ausdruck, diesbezüglich eine Wiedererwägung
vorzunehmen, was wohl ohnehin nicht zulässig gewesen wäre. Mangels Anfechtung
durfte sie sich im Einspracheentscheid folglich nicht mehr mit dem Anspruch auf
Heilbehandlung befassen. Selbst wenn man nicht von Nichtigkeit von Ziff. 4.3 des
Einspracheentscheids ausgehen wollte (siehe E. 7.2 sogleich), wäre diese Ziffer infolge
Rechtswidrigkeit entsprechend aufzuheben.
7.2 Die Beigeladene stellt sich auf den Standpunkt, Ziff. 4.3 des Dispositivs des
Einspracheentscheids sei nichtig. Dieser Ansicht ist zuzustimmen. Sowohl die
Beschwerdegegnerin als auch die Beigeladene sind betreffend Leistungsansprüche der
Beschwerdeführerin gemäss UVG hoheitlich tätig, sodass offenkundig keine der beiden
Versicherungen dazu kompetent ist, die andere zu Leistungen zu verpflichten. Eine
Bindung der Beigeladenen konnte die Beschwerdegegnerin durch Ziff. 4.3 des
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Einspracheentscheids zudem bereits deshalb nicht erreichen, weil Streitigkeiten der
UVG-Versicherer unter sich (wozu die Frage der intrasystemischen Zuständigkeit zur
Bezahlung von Heilbehandlungskosten zählt) auf dem in Art. 78a UVG und 33 lit. d
VGG vorgesehenen Rechtsweg beizulegen sind. Da der angefochtene
Einspracheentscheid aber ohnehin vollumfänglich aufzuheben ist, erübrigt es sich, die
Nichtigkeit gerichtlich festzustellen.
8.
8.1 Gemäss den vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde dahingehend
gutzuheissen, dass der Einspracheentscheid vom 29. Oktober 2014 aufzuheben und
der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. August 2013 eine Rente von monatlich
Fr. 2‘016.-- zuzusprechen ist. Die Rückforderung von Fr. 3‘510.-- gemäss Verfügung
vom 8. Mai 2014, bestätigt im angefochtenen Einspracheentscheid, ist ersatzlos
aufzuheben.
8.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
8.3 Hingegen hat die obsiegende Beschwerdeführerin Anspruch auf eine
Parteientschädigung durch die Beschwerdegegnerin (Art. 61 lit. g ATSG). Die
Parteientschädigung ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei
insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen
ist. In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach
Art. 22 Abs. 1 lit. b Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO; sGS
963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Es ist gerechtfertigt, von einem vollen
Obsiegen der Beschwerdeführerin auszugehen. Wie in vergleichbaren Fällen bei vollem
Obsiegen üblich erscheint daher eine Parteientschädigung in Höhe von Fr. 4‘000.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) angemessen.
8.4 Die Beigeladene beantragt die Auflage von Kosten zulasten der
Beschwerdegegnerin (act. G 5 S. 4). Diese habe sich geweigert, trotz entsprechendem
Hinweis der Beigeladenen die Anordnung gemäss Ziff. 4.3 des Dispositivs des
Einspracheentscheids zu korrigieren und somit die gebotene Klarheit zu schaffen. Dies
führe nicht nur zu einer unnötigen Erweiterung des Verfahrens, sondern auch zu
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Mehrkosten, die einzig auf das uneinsichtige Verhalten der Beschwerdegegnerin
zurückzuführen seien. Das Vorgehen der Beschwerdegegnerin sei als mutwillig und
leichtsinnig im Sinn von Art. 61 lit. a ATSG zu bezeichnen. Dieser Ansicht ist
zuzustimmen. Im Einspracheentscheid hat die Beschwerdegegnerin nicht dargelegt,
gestützt auf welche Rechtsgrundlage sie die Beigeladene zur Übernahme von
Heilbehandlungskosten verpflichtete. Die zuständige Rechtsdienstmitarbeiterin der
Beschwerdegegnerin hat auf konkrete Anfrage der Beigeladenen (act. G 5.5) ebenfalls
nicht dargelegt, auf welche Rechtsgrundlage sich diese Verpflichtung stützte;
ebensowenig hat sie die Nichtigkeit von Ziff. 4.3 festgestellt (act. G 5.6). Im
vorliegenden Verfahren hat die Beschwerdegegnerin auf die während laufender Frist
zur Duplik erfolgte Beiladung der Axa (vgl. act. G 8 und 10) nicht reagiert und sich zur
Begründung der Beiladung nicht geäussert. Sie hat weder eine Duplik eingereicht noch
die ihr eröffnete Gelegenheit wahrgenommen, sich zur Stellungnahme der
Beigeladenen vom 2. Juni 2015 (act. G 16) zu äussern (vgl. act. G 17). Folglich hat sie
der Beigeladenen insgesamt einen angesichts der in diesem Punkt eindeutigen
Rechtslage unnötigen Aufwand verursacht, der als mutwillig im Sinn von Art. 61 lit. a
ATSG zu bezeichnen ist. Die Beschwerdegegnerin hat die Beigeladene folglich
ermessensweise mit Fr. 500.-- zu entschädigen.