Decision ID: 43b5ba95-ae49-4744-b808-32e77f6ecb28
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1992, begann im September 2013 in Polen Ger
ma
nistik und
Translatorik
zu studieren (
Urk.
6/3/3
, 6/4/3 und 6/9)
.
Im Mai 2017 wurde er – teils krankheitsbedingt, teils aus disziplinarischen Gründen – von diesem Studium ausgeschlossen
(
Urk.
6/11/2
,
6/22
und 6/29
). Im
selben Monat
reichte er wegen einer schweren Depression
eine Anmeldung zum Leistungsbezug
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle (nachfolgend: IV-Stelle),
e
in (vgl.
Urk.
6/3
).
Die
se
führte mit
dem Versicherten
am 1
9.
Juni 2017 ein Standort
gespräch
durch
(
Urk.
6/11)
,
holte einen Auszug aus dem individu
ellen Konto
ein
(
Urk.
6/12)
und liess
den
ihn
behandelnden Facharzt für Psy
chiatrie und Psy
cho
therapie,
Dr.
A._
,
einen Formularbericht
ausfüllen
(
Urk.
6/13
).
1.2
Gestützt auf die St
ellungnahme des RAD-Arztes B._
, Facharzt für Neu
rologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie, vom 1
0.
Juli 2017
(
Urk.
6/35/2 f.)
teilte die IV-Stelle dem Versicherten gleichentags schriftlich mit, dass seine Erwerbsfähigkeit zurze
it nicht abschliessend beurteilt werden könne. Es sei davon auszugehen, dass
sein Gesundheitszustand mit einer
«
mindestens
»
achtwöchigen stationären psychiatrischen Behandlung
mit anschliessender teilstationärer Be
hand
lung
wesentlich verbessert werden könne.
Man werde erst nach
Abschluss der erwähnten Massnahme
über das Bestehen einer
(
zumindest länger
)
andau
ern
den
Einschränkung der
Erwerbsfähigkeit entscheiden.
Er habe daher bis
zum
1
5.
August 2017 mitzuteilen, in welche
r Klinik er sich behandeln lasse. Bei Säum
nis werde aufgrund der Akten entschieden oder ein Nichteintreten verfügt.
Zudem werde
er
auf das
Informationsblatt zur Mitwirkungspflicht
verwiesen, wonach
er
aufgefordert sei,
sich denjenigen Behandlungen oder Massnahmen zu unterziehen, die zur Erhaltung oder Verbesserung des Gesundheitszustandes beitragen würden.
Nehme er an den entsprechenden Massnahmen nicht teil,
könne dies dazu führen, dass
aufgrund der Akten entsch
ie
den und ein allfälliger Leistungsanspruch abgelehnt oder gekürzt
werde
(
Urk.
6/14/1-2)
.
Dem Schreiben
lag
das
Formular «Schadenminderungspflicht: Angaben der Behandler und Einverständniserklärung»
bei
(
Urk.
6/14/3).
Ferner
informierte
die IV-Stelle den Versicherten
m
it separater formloser Mitteilung
gleichen Datums
,
dass aufgrund seines Gesundheitszustandes derzeit keine Eingliederungsmassnahmen möglich
seien
(
Urk.
6/15/1-2).
Mit
Schreiben vom 2
0.
Juli 2017 (
Urk.
6/23)
wehrte sich
dieser
gegen eine stationäre Therapie
unter Beilage eines Berichts von
Dr.
A._
(
Urk.
6/22).
Mit Schreiben vom
1
5.
August 2017
hielt die IV-Stelle an der auferlegten
«Schadenminderungspflicht» fest, zumal
dem neuen Arztbericht keine Sachverhalte zu entnehmen seien,
die
einen stationären oder teilstationären Auf
enthalt verunmöglichen würden.
Dementsprechend setzte sie dem Versicherten
eine Nachfrist bis
1
1.
September 2017 unter Androhung der
selben
Säu
m
nisfolgen und
wieder
unter
Hinweis
auf
das
Informationsblatt
zur
Mitwirkungspflicht
wie zuvor
(
Urk.
6/25).
In der Folge reichte
Dr.
A._
mit dem
von ihm verlangten
Spezialformular betreffend die
Abklärung allfälliger Rentenansprüche im Aus
land
weitere Unterlagen
ein
(
Urk.
6/27-32).
Ausserdem
beanstande
te die Mutter des Versicherten
bei der IV-Stelle schriftlich die geforderte
stationäre Therapie (
Urk.
6/34).
1.3
Die zuständige Sachbearbeiter
i
n
der IV-Stelle
kam am 9.
Oktober 2017 zum Schluss, das Gesuch sei «wegen fehlender Mitwirkungspflicht abzuweisen», d
enn
die Schreiben
seien
keine Begründung dafür, weshalb der Versicherte nicht
in eine Klinik eintreten wolle (
Urk.
6/35/3).
Dementsprechend
erwog sie im
V
orbe
scheid vom 1
1.
Oktober 2017,
solange
der Versicherte
die angeordnete Behand
lung verweigere, könne sein Gesuch nicht geprüft werden
, und kündigte ihm die
Abweisung
seines Leistungsbegehrens an
. Dazu legte
sie
«Allgemeine Bestimm
ungen» betreffend «R
elevante gesetzliche Grundlagen» bei
, in welchem unter anderem
Art.
21 und
Art.
43 ATSG zitiert w
e
rden
(
Urk.
6/36).
Dagegen erhob der Versicherte
am 2
6.
Oktober 2017
Einwand
, eingegangen bei der IV-Stelle am 1
7.
November 2017
(
Urk.
6/38). Am 2
0.
November 2017 teilte ihm die IV-Stelle schriftlich mit, man halte am Entscheid fest. Indes sei
sein Schreiben
inner
t
der Beschwerdefrist zugestellt worden
. E
r habe die Möglichkeit, seine Beschwerde bei der zuständigen Beschwerdeinstanz einzureichen (
Urk.
6/39). Gleichentags ver
fügte die IV-Stelle wie angekündigt (
Urk.
6/40
=
Urk.
2
).
2.
Gegen die Verfügung vom 2
0.
November 2017 erhob der Versicherte mit Eingabe
vom 2
2.
November 2017 Beschwerde
beim Sozialversicherungsgericht des Kantons
Zürich
. Darin beantragte er die Zusprechung einer Invalidenrente (
Urk.
1).
Die IV-Stelle schloss mit Beschwerdeantwort vom 2
2.
Januar 2018 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5). Am
8.
März 2018 ging beim Sozialversicherungsgericht ein Schreiben betreffend Rück
zug der Beschwerde ein, wobei auch die an den Versicherten ver
sandte Verfügung vom 2
3.
Januar 2018 betreffend Abschluss des Schriftenwechsels einschliesslich des Doppels der Beschwerdean
twort retourniert wurden (
Urk.
8). In der Folge lud das Gericht die Parteien zur Instruktions
ver
handlung vom 2
3.
April 2018 ein (
Urk.
9). Während die IV-Stelle auf eine Teilnahme verzichtete (
Urk.
11), erklärte
der Versicherte anlässlich
der Verhand
lung
, weder der Verfasser des Rückzugschreibens zu sein, noch Kenntnis von demselben oder der Beschwerdeantwort zu haben
. Er halte an seiner Beschwerde fest
(Prot. S. 3).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Eine
Partei kann sich, wenn sie nicht persönlich zu handeln hat, jederzeit ver
treten oder, soweit die Dringlichkeit einer Untersuchung es nicht ausschliesst, verbeiständen lassen (
Art.
37
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Gemäss
Art.
37
Abs.
2 ATSG kann der Versicherungsträger die Vertretung auffordern, sich durch schriftliche Vollmacht auszuweisen. Mit dieser Bestimmung wird klargestellt, dass der Versicherungs
träger das Vertretungsverhältnis auch ohne schriftliche Vollmacht als gegeben betrachten kann. Ein Vertretungsverhältnis kann demnach namentlich gestützt auf eine mündlich oder durch konkludentes Handeln erte
ilte Vollmacht begründet werden
. Es steht im Ermessen des Versicherungsträgers, eine schriftliche Voll
macht zu verlangen (
Urteil des Bundesgerichts I 107/06 vom
1.
Februar 2007 E. 5
mit diversen Hinweisen
).
1.2
Vorliegend weckte ein Vergleich von Schriftbild und Unterschrift mit
den übrigen Akten
(z.B.
Urk.
1, 6/4 oder 6/19) beim Gericht erhebliche Zweifel daran, dass der Beschwerderückzug, eingegangen am
8.
März 2018
(vgl.
Urk.
8)
, vom Beschwer
de
führer selbst verfasst wurd
e. Dabei ergaben sich aus den Akten auch keine Anhaltspunkte für ein mündlich oder konkludent begründetes Vertretungsver
hältnis.
Um Klarheit zu schaffen, lud
das Gericht
die Parteien zur Instruktions
verhandlung vom 2
3.
April 2018 ein. An derselben
erklärte
der Beschwerdefüh
rer, keine Kenntnis vom Rückzugsschreiben zu haben und an der Beschwerde festzuhalten.
Mangels gehöriger
Bevollmächtigung des Verfassers
, vermutlich der Mutter des Beschwerdeführers (vgl. damaliger Wohnort
sowie das S
chriftbild
in
Urk.
6/
34
), und ohne nachträgliche Genehmigung durch den Beschwerdeführer ist der Beschwerderückzug unwirksam (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts I 750/2006 vom 2
2.
August 2007 E. 2 zu den strengen Anforderung
en
an eine
Vollmacht hinsichtlich einer Rückzugserklärung).
2.
2.1
N
ach
Art.
43
ATSG
prüft der Versicherungsträger die Begehren, nimmt die not
wendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Aus
künfte ein (
Abs.
1 Satz 1). Soweit ärztliche oder fachliche Untersuchungen für die Beurteilung notwendig und zumutbar sind, hat sich die versicherte Person diesen zu unterziehen (
Abs.
2). Kommen die versicherte Person oder andere Personen,
die Leistungen beanspruchen, den Auskunfts- oder Mitwirkungspflichten in unent
schuldbarer Weise nicht nach, so kann der Versicherungsträger aufgrund der Akten verfügen oder die Erhebungen einstellen und Nichteintreten beschliessen. Er muss diese Personen vorher schriftlich mahnen und auf die Rechtsfolgen hinweisen; ihnen ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen (
Abs.
3).
2
.2
Gemäss
Art.
7
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
muss die versicherte Person
zudem
alles ihr Zumutbare unternehmen, um die Dauer und das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit (
Art.
6 ATSG) zu verringern und den Eintritt einer Invalidität (
Art.
8 ATSG) zu verhindern.
Art.
21
Abs.
4 ATSG bestimmt, dass einer versicherten Person die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden können, wenn sie sich einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesse
rung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, entzieht oder widersetzt oder nicht aus eigenem Antrieb
das
ihr Zumutbare dazu beiträgt.
Eines strikten Beweises, die verweigerte Massnahme hätte tatsächlich zum erwar
teten Erfolg geführt, bedarf es nicht, sondern es genügt, wenn die Vorkehr mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit erfolgreich gewesen wäre. Der erforderliche Grad an Wahrscheinlichkeit ist unter Berücksichtigung der Schwere des mit der Massnahme verbundenen Eingriffs in Persö
nlichkeitsrechte zu beurteilen. Die ver
sicherte Person muss sodann
vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechts
folgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen. Behandlungs- oder Eingliederungsmassnahmen, die eine Gefahr für Leben und
Gesundheit darstellen, sind nicht zumutbar (Urteil
e
des Bundesgerichts 9C_370
/2013
vom 2
2.
November 2013 E. 3
und
9C_671/2016 vom 2
0.
März 2017 E. 4.1.1 mit diversen Hinweisen)
.
2
.3
Die Regelungen von
Art.
43
Abs.
3 ATSG (Nichteintreten oder Sachentscheid aufgrund der Akten) und
Art.
7b
Abs.
1 IVG (Kürzung oder Verweigerung der Leistung) sind grunds
ätzlich nebeneinander anwendbar
.
Die
Sanktion bei ver
letzter Schadenminderungs- oder Mitwirkungspflicht
hat sich
alsdann
an das Ver
hältnismässigkeitsprinzip zu halten und insbesondere das Ausmass des Ver
schuldens der versiche
rten Person zu berücksichtigen.
Mit anderen Worten müssen das
Kürzungsmass und die voraussichtliche günstige Wirkung der zumut
baren Massnahme auf den Erwerbsschaden einander entsprechen
bzw. kann
sich
die festgelegte Sanktion nur auf die Zeitspanne bezieh
en
, während d
er
die
Mitwirkung verweigert wurde (vgl. oberwähnte Urteile
9C_370/2013 E.
3, 9C_671/2016 E. 2
.
2 und
9C_2044/2016 E. 3.3
mit Hinweisen
)
.
3
.
3
.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung,
man habe den Anspruch auf berufliche Massnahmen und eine Invalidenrente geprüft. I
n Anbe
tracht der wenig erfolgreichen Behandlung seit dem Jahr 2015 erscheine eine Intensivierung der Behandlung dringend notwendig. Man habe den Beschwerde
führer daher mit Schreiben vom 1
0.
Juli 2017 und 1
5.
August 2017 aufgefordert, eine mindestens achtwöchige stationäre und anschliessend teilstationäre Behand
lung durchzuführen. Er weigere sich jedoch nach wie vor, eine solche durch
zu
führen. Der Bericht von
Dr.
A._
, eingegangen am 1
9.
September 2017, und das Schreiben der Mutter würden nicht begründen, weshalb ein stationärer Aufent
halt nicht zumutbar sei. Solange die angeordn
ete Behandlung verweigert werde
, könne das Gesuch nicht geprüft werden
. Das Dispositiv lautete auf Abweisung des Leistungsbegehrens
(
Urk.
2).
Ohne Belang ist der
irritierende
Titel der Verfü
gung
«Keine Kostengutsprache für IV-Leistungen»
, zumal eine solche nach Treu und Glauben auszulegen ist und
der Beschwerdeführer den Anfechtungs
gegen
stand zutreffend erkannte.
3
.2
Konkret macht de
r Beschwerdeführer
geltend
, sein Psychiater habe seine Arbeits
unfähigkeit mehrmals bezeugt und es sei nicht rechtens, diese in Frage zu stellen und ihn zu einem zweimonatigen stationären Aufenthalt zu verpflichten. Er wolle nicht riskieren, in einer geschlossenen Anstalt zu
vegetieren
, sei dafür auch zu träge und wolle die Zeit mit seinen Eltern verbringen. Die Psychiatrie bringe ihm nichts für sein Berufslebe
n
(
Urk.
1).
4
.
4
.1
4
.1.1
Zunächst ist unter Hinweis auf die ausführliche Darstellung
der Korrespondenz
im Sachverhalt
E
rwägung
1.2
zu konstatieren, dass die Beschwerdegegnerin
dem Beschwerdeführer gegenüber während des Verwaltungsverfahrens
nie klar zum
Ausdruck brachte, ob
sie mit der
angeord
neten
Massnahme
an seine Schaden
minderungspflicht
im Hinblick auf
die Eingliederung
in den Arbeitsmarkt
oder seine Mitwirkungspflicht bei der Sac
hverhaltsermittlung appellierte.
Vielmehr vermischte sie die beiden Rechtsinstitute wiederholt und drohte sowohl die Säumnisfolgen nach
Art.
43
Abs.
3 ATSG als auch nach
Art.
21
Abs.
4 ATSG an. Ebenso
versäumte sie es, die
konkrete
Dauer der verlangten
Massnahme zu definieren. Dies gilt
offensichtlich
für die zeitlich nicht limitierte teilstationäre Behandlung,
aber
auch den zu absolvierenden stationären Aufenthalt, für den nur eine Mindestdauer angegeben
wurde.
4
.1.2
Damit
liess es die Beschwerdegegnerin
letztlich
offen, wann sie die angeordnete Massnahme als erfüllt betrachten und
die
Rentenprüfung
erneut
an die Hand nehmen würde
.
Insofern sind die Bedenken des Beschwerdeführers, für lange Zeit in einer Anstalt verweilen zu müssen, nicht unbegründet. Dabei
ist
auch
zu be
denken, dass ein Mahn- und
Bedenkzeitverfahren
grundsätzlich bezweckt, die versicherte Person
auf die möglichen nachteiligen Folgen
ihre
r Widersetzlichkeit
gegen
substantiiert gefordertes Verhalten
aufmerksam zu machen und
sie
so in die Lage zu versetzen, in Kenntnis aller wesentlichen Faktoren
ihre
Entscheidung zu treffen (vgl.
dazu
Ueli
Kieser
,
AT
SG
-Kommentar,
3.
Aufl. 2015, N 136
zu
Art.
21
und
Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen
IV. P
ro
zess-Nr. 2011/175
vom 2
2.
Januar 2013
E. 1.2 je mit Hinweis auf BGE
122
V 218 E.
4.b).
Diesen Zweck erfüllten die Schreiben vom 1
0.
Juli 2017 (
Urk.
6/14) und 15.
August 2017 (
Urk.
6/25) nach dem vorstehend Gesagten nur bedingt.
4
.2
4
.2
.1
Mit Blick auf die für die Begründung des angefochtenen Entscheids schliesslich gewählte Variante der Verletzung der Mitwirkungspflicht nach
Art.
43
Abs.
3 ATSG (vgl. Sachverhalt E
rwägung 1.3 und Erwägung
2.1) ist augenfällig, dass die Beschwerdegegnerin in keiner Art und Weise erläuterte, weshalb das Gesuch ohne die angeordnete Behandlung nicht geprüft werden kann.
Insbesondere legte sie nicht dar, weshalb vorliegend eine psychiatrische Begutachtung allein – mit welcher der Beschwerdeführer wohl einverstanden wäre (
Urk.
6/23) – keine zurei
chende Abklärungsmassnahme darstellt. Vielmehr machte sie
geltend, eine Inten
sivierung der Behandlung sei dringend indiziert, weil die bisherigen Behand
lungen gescheitert seien.
4
.2
.2
Indes hat das
Bundesgericht
in jüngster Zeit
wiederholt unter Hinweis auf BGE 127 V 294 E. 4c bekräftigt, dass in der Invalidenversicherung die Therapierbarkeit eines Leidens dem Eintritt einer rentenbegründenden Invalidität nicht absolut entgegensteht (zuletzt etwa Urteile 8C_222/2017 vom
6.
Juli
2017 E.
5.2; 9C_682/2016 vom 1
6.
Februar 2017 E. 3.2; 8C_349/2015
vom
2.
November 2015 E. 3.1). Denn die Behandelbarkeit,
für sich allein betrachtet, sage
nichts über den invalidisierenden Charakter einer psychischen Störung, so auch
eines depressiven Leidens, aus (Urteil des Bundesgerichts
8C_841/2016 vom 3
0.
November 2017 E.
4.2.1).
Damit
im Einklang
steht
das
Urteil
9C_370/2013 vom 2
2.
November 2013
E. 4.2.
2.
Darin verzichtete das Bundesgericht
im Zusammenhang mit einer Alkoholentzugsbehandlung
explizit darauf
zu prüfen, ob eine längere Behand
lung im Rahmen der Mitwirkungspflicht
grundsätzlich
überhaupt
in Frage komm
t
.
Es
schlussfolgerte
stattdessen
,
sollte die psychiatrische Abklärung
im Rahmen der durch die Vorinstanz angeordneten Rückweisung
zum – rechtlich verwertbaren – Ergebnis führen, ein Alkoholentzug sei zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nötig und zumutbar, und würde die nach erfolgtem Entzug gegebenenfalls in die Wege zu leitende weitere Abklärung ergeben, dass die Arbeitsfähigkeit mit einer längere
n
Entzugsbehandlung wesentlich zu verbessern sei, werde es dem Versi
cherungsträger unbenommen sein, dannzumal eine solche unter dem Titel der Schadenminderungspflicht anzuordnen.
4
.2
.3
Daraus ist zu schliessen, dass eine allein auf die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit gerichtete, länger dauernde Massnahme nach Eintritt
eines invalidisierenden Gesundheitsschadens
in der Regel
unter dem Titel der Schadenmi
n
derungspflicht abzu
handeln ist.
Dabei darf ein bereits entstandener Rentenanspruch
bei Wider
setzlichkeit gestützt auf
Art.
21
Abs.
4 ATSG
nur proportional zur voraussichtlich möglichen Steigerung der Arbeitsfähigkeit gekürzt werden.
Ein
e intensive Behandlung im Rahmen der Mitwirkungspflicht
drängt sich
indes
nur
in besonderen Fällen
auf,
insbesondere
wenn es – wie bei einer Entzugs
behandlung - um den Ausschluss invaliditätsfremder Faktoren geht
.
Zwar liegt die
Verfahrensleitung gemäss
Art.
43
Abs.
1 ATSG beim Versicherungsträger, dessen Ermessensspielraum in Bezug auf Notwendigkeit, Umfang und Zweck
mässigkeit von medi
zinischen Erhebungen gross ist.
Nach dem Wortlaut von
Art.
43
Abs.
1 und
Abs.
2 ATSG besteht eine Mitwirkungspflicht für Untersu
chungen,
die
notwendig und somit von entscheidender Bedeutung für die Erstel
lung des rechtserheblichen Sachverhalts sind. Die versicherte Person hat sich somit nicht jeglicher Untersuchung
zu unterziehen, soweit sie sich nicht als unzu
mutbar erweist. In diesem Sinne liegt bereits eine medizinische Begutachtung nicht im uneingeschränkten Ermessen der rechtsanwendenden Stellen (Urteil des Bundesgerichts 9C_28/2010 vom 1
2.
März 2010 E. 4.1), was für
die Anordnung
ein
es
mindestens
zweimonatige
n
stationäre
n Aufenthalt
s
mit anschliessender unbefristete
r
teilstationärer Behandlung umso mehr gelten muss.
V
on der Möglichkeit des Nichteintretens ist
denn auch
nur mit grösster Zurückhaltung Gebrauch zu machen. Sie kommt erst in Betracht, wenn eine materielle Beur
teilung des Leistungsbegehrens auf Grund der gesamten Aktenlage ohne Mitwir
kung der Partei ausgeschlossen is
t.
E
in materieller Entscheid aufgrund der Akten
kann
ergehen, wenn sich der rechtserhebliche Sachverhalt unabhängig von der als notwendig und zumutbar erachteten Abklärungsmassnahme, der sich die ver
sicherte Person ohne entschuldbaren Grund widersetzt hat, nicht weiter vervoll
ständigen lässt (
vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_553/2016 vom 1
7.
November 2016 E. 2.1
).
4
.3
4
.3.1
Nach dem vorstehend Gesagten
bestehen somit bereits aus
verfahrensrechtlich
er Sicht
erhebliche Zweifel an der Recht
mässigkeit der angefochtenen Verfügung. Bleibt zu prüfen, wie es sich mit der angeordneten Massnahme
bezüglich Not
wendig
keit und Zumutbarkeit
aus medizinischer Sicht verhält.
4
.3.2
Im
erste
n
Bericht vom 2
1.
August 2016
zuhanden der Hausärztin
führte
Dr.
A._
aus, der B
eschwerdeführer
suche
ihn seit November 2015 in unregelmässigen Abständen auf.
Er
befinde sich in einer turbulenten familiären Konfliktsituation im Zusammenhang mit seinen invalidisier
t
en Eltern und der in diesem Jahr schon viermal hospitalisierten,
schizomanischen
Mutter. Er leide an einer Belastungsde
pression mit
allerlei
vegetativen Beschwerden, Prüfungsängsten und Arbeitsbe
hinderungen. Auf
Cipralex
und
Temesta
habe er nicht besonders gut ange
spro
chen und nehme seit Juli 2016
abends 50 mg
Seroquel
mit dem Zielsymptom depressionsbedingter Schlaf- und Antriebsstörungen
. Er bedürfe bis zur Klärung der Beziehung zu den Eltern sowie zur Lösung von allerhand Problemen mit Studiengang, definitivem Berufsziel, primärem Wohnort usw.
psycho
thera
peu
ti
sche
r
Unterstützung (
Urk.
6/31
/6
).
4
.3.3
Im
Bericht zuhanden der Beschwerdegegnerin
vom 2
9.
Juni 2017
diagnostizierte
Dr.
A._
differenziert
er
eine generalisierte Angststörung und depressive Stö
rung
gemischt (ICD-10: F41.22), eine aggressive und dissoziale Verhaltensstörung im Sinne einer Trauerreaktion bei mehrfacher traumatisierter Persönlichkeit (ICD-10: F.43.23/24) und eine sonstige Störung und schwere psych
o
soziale Bel
a
stungs
störung
(ausgelöst durch eine unbegründete Inzest- und Betrugsbeschuldigung durch die psychotische Mutter; ICD-10: F43.8) und fragliche Persönlich
keits
störungen (ICD-10: F61.0).
Durch die gegenwärtige Depression
sei die
Lern
fähig
keit
als
Student
vermindert. Ob eine medikamentöse Therapie
(täglich 300 mg
Seroquel
und
200 bis
300 mg
Depakine
)
und
eine
stützend-führende Betreuung Besserung bewirken und
die Ausübung
der bisherigen oder einer Verweistätigkeit ermöglichen könne
n
, sei unklar. Die Prognose sei sehr ernst
(vgl.
auch
Urk.
6/22
)
. Der Beschwerdeführer leide an einer schweren Antriebsstörung mit traurigem Gesichtsausdruck und weinerlichen Affektdurchbrüchen, Inappetenz mit Es
s
störungen, Störungen des Tag-Nacht-Rhythmus, Ein- und Durchschlafstörungen mit Albträumen, Gan
z
tagesmüdigkeit, fehlender Motivation
und
Lust zum Studium, Denk- und Konzentrationsschwäche, Verzweiflung, Suizidgedanken, Sexualstörungen und Rückzugstendenzen
.
Anzuregen sei
eine Berufsberatung, z.B.
die Absol
vierung einer
Mechaniker- oder Banklehre
(
Urk.
6/13
/1-3
).
4
.3.4
Allein aus diesem Bericht schlussfolgerte der
RAD-Arzt
Dr.
B._
am 1
0.
Juli 2017, in Anbetracht der wenig erfolgreichen Behandlung seit dem Jahr 2015 erscheine eine Intensivierung
derselben
dringend notwendig. Es sollte dringend eine mehrwöchige (mindestens 8-wöchige) stationäre psychiatrische Behandlung mit ansch
l
iessender
t
eilstat
i
onärer Behandlung erfolgen. Dies könn
e zum Errei
chen der Eingliederungsfähigkeit als Schadenminderungspflicht empfohlen werde
n (
Urk.
6/35/3).
4
.3.5
Im Formular E 21
3 der Europäischen Gemeinschaft, eingereicht im September 2017,
spezifizierte
Dr.
A._
die
Diagnosen
dahingehend
, dass eine
vielfach
trau
matisierte
selbstun
sichere,
dependente
Persönlichkeit bzw. eine erblich belas
tete, erziehungsgeschädigte, infantil unreife Persönlichkeit mit
unkooperativ
er
Trotz
haltung und Ambivalenz bestehe
. Zusätzlich stell
t
e er die Verdachtsdiagnosen posttraumatische Belastungsstörung und beginnende Mischpsychose
,
zurzeit depressiv (
Urk.
6/27/9).
In diesem Kontext
legte er i
n der Anamnese
diverse
vom Beschwerdeführer geschilderte
Erlebnisse dar, welche sich
infolge
der Alkohol
sucht
und psychischen Erkrankung beider Eltern
seit frühester Kindheit
bis heute
ereigneten
(
Urk.
6/27/2).
D
en Zustand des Beschwerdeführers beschrieb
Dr.
A._
als teils agitiert, de
pressiv, stark schwitzend, weinerlich, affektlabil, teils schüchtern und trotzig gehemmt.
Er
vermeide Blickkontakt
, sei im Denken assoziativ sowie
ungeordnet sprunghaft
und sei
generalisiert ängstlich
bzw.
voller Sorgen. Anamnestisch be
stün
den vor allem
nächtliche Panikattacken mit
Tachykardie und Schwitzen, Ein
/
Durchschlafstörungen, chronische Tagesmüdigkeit
,
morgendliche Anlauf
schwä
che,
Energielosigkeit,
Gedächtnis-
/
Konzentrationsschwierigkeiten,
Ratlosig
keit, Ver
zweif
lung
, Suizidgedanken, wechselnder Appetit, berufliche Unsicher
heit, Ambi
valenz und Perspektivenlosigkeit, belastende Armut, chronische Kon
flikte mit der dominanten überfürsorglichen Mutter, eine Hörigkeits-Abhängig
keitsbe
ziehung zum Vater und Beziehungsprobleme mit der Freundin, die sich von ihm t
rennen wolle, wenn er beruflich
/im Studium scheitere
. Der Beschwerdeführer weigere sich nach allen Konfrontationen mit möglichen Konsequenzen hart
näckig, zwei Monate in eine psychiatrische Klinik einzutreten und werde in dieser negativen Opposition von beiden Eltern bestärkt. Als Grund gebe er wiederholte
Einge
sperrtheitserlebnisse
in
der Kindheit an (
Urk.
6/27/3).
Der Krankheitsverlauf sei chronisch wechselhaft, ambivalent unschlüssig, normal vernünftigen Argu
men
ten in Bezug auf selbständige, konstante und disziplinierte Lebensführung nicht zugänglich (
Urk.
6/27/9).
V
errichten könne
der Beschwerdeführer
noch
leichte Arbeiten.
Hingegen könne er a
ngesichts der Tempoverminderung, Konzentrations-, Koordinations- und Kon
takt
schwäche sowie der verminderten Frustrationstoleranz nicht am Bild
schirm arbeiten und benötige
Hilfestellung
bei der Arbeit
. Ob eine angepasste Tätigkeit vollschichtig verrichtet werden könne, sei unklar. Es sei mit einem Pensum von 2 Stunden täglich zu beginnen.
Das 20%-Pensum gelte auch für das Studium
(
Urk.
6/27/10-12).
Wenn der Beschwerdeführer der ungünstigen Ein
fluss
nahme der unheilvollen Eltern entzogen werde und eine ernsthaftere, fleissi
gere, strebsamere Lebenseinstellung annehme, könne eine Besserung erzielt wer
den.
Es sei jedoch sehr zweifelhaft, ob der höchst ambivalente, sehr ängstliche,
kontaktgestörte, zu Kooperationssabotage und Trotzverhalten neigende Beschwer
de
führer von einem erzwungenen Probeaufenthalt in ein
er psychiatrischen Klinik profit
ieren könnte. Vielleicht würde ihm ein Lehrlingsheim besser tun (
Urk.
6/27/12).
Eine Rehabilitation sei möglich, wenn es gelinge, die depressive Hemmung der Lernfähigkeit zu lösen und Ambivalenzen abzubauen. Voraus
setzung seien stabile Rahmenbedingung, Emanzipation und Verselbständigung von den Eltern sowie psychotherapeutische Führung und weiterhin eine antide
pressive Behandlung. Sodann müsse der Beschwerdeführer realistische Zielvor
stellungen entwickeln sowie Ausdauer und Durchhaltevermögen trainieren. Seine Motivation müsse in Beratung und Berufswahltraining geklärt und gestärkt werden (
Urk.
6/27/13).
4
.3.6
Schliesslich
liegt den Akten ein an das Sozialamt der Stadt Zürich gerichtetes Schreiben von
Dr.
A._
bei, wonach der Beschwerdeführer bis auf weiteres zu 100
%
arbeitsunfähig sei. Aus krankhaft phobischen Gründen habe es dieser leider versäumt, sich ordnungsgemäss bei der IV-Stelle anzumelden und fristge
mäss in eine psychiatrische Klinik einzutreten (
Urk.
6/30).
4
.4
Mit
den vorstehend zitierten
Unterlagen lässt sich
weder die Frage nach der Zu
mut
barkeit
einer
stationären Behandlung
an sich, noch deren Notwendigkeit mit Blick auf
die
Sachverhaltsermittlung beantworten.
Die Unterlagen werfen viel
mehr zahlreiche Fragen auf, die vor der Anordnung von Massnahmen jeglicher Art
und insbesondere langwierigen
,
wie der angeord
neten
,
zu
beantworten
sind.
So ist etwa abzuklären, ob
eine stationäre Behandlung an sich überhaupt geeignet ist, den Gesundheitszustand
des Beschwerdeführers
zu bessern, zumal die ge
stellten Diagnosen eher einen Auswahlkatalog als fundierte Erkenntnisse dar
stellen, der Beschwerdeführer hernach
ohne weitere Vorkehren
wieder in die bestehenden Verhältnisse entlassen würde und klar widerwillig ist.
Dabei fragt sich
a
uch, ob
dem Beschwerdeführer
aufgrund
der von
Dr.
A._
beschriebenen
Ä
ngstlichkeit
(vgl.
auch
Urk.
1: «Ich will es nicht riskieren in einer geschlossenen Anstalt zu vegetieren»)
,
Persönlichkeit und
Hörigkeit gegenüber d
en Eltern allenfalls
krankheitsbedingt die
notwendige
Einsichtsfähigkeit
in die Massnahme
fehlt
oder
es ihm lediglich an Motivation
mangelt
.
Hinzu kommt das von
Dr.
A._
erwähnte und vom Beschwerdeführer wiederholt geltend gemachte
(vgl.
Urk.
6/23)
Eingesperrtsein
in der Kindheit, welches bisher nicht weiter abge
klärt wurde.
Eben
so
zu prüfen ist, ob
eine mildere Massnahme (z.B. nur eine teilstationäre Massnahme
oder
ein konsequentes ambulantes Setting mit Kon
trolle des Medikamentenspiegels
) zusammen mit Integrations- und beruflichen
Massnahmen
nicht
zielführender wäre.
Diesen Ansatz
scheint zumindest
Dr.
A._
zu verfolgen.
Fest steht einzig, dass es sich
aufgrund der bisherigen Aktenlage
unter diversen Aspekten
um einen komplexen Fall
handelt
und
–
auch wenn die gesundheitlichen Aspekte
selbstverständlich
im Vordergrund stehen müssen
–
eine Wiedereingliederung nur gelingen kann, wenn diese unter Berücksichtigung sämtlicher Lebensumstände aufgegleist wird. Dem
nach
ist als
erster Schritt
eine psychiatrische Begutachtung angezeigt,
wobei der Gutachter nicht nur den Ge
sund
heitszustand und die Arbeitsfähigkeit
zu klären
, sondern sich
insbesondere
auch
zu den
nötigen
medizinischen und beruflichen Massnahmen
zu äussern hat
.
In diesem Sinne ist der Beschwerdegegnerin
zumindest insoweit
beizupflichten, als sie implizit feststellte,
dass die Anspruchsberechtigung allein gestützt auf die
bestehende
Aktenlage nicht beurteilt werden kann.
5
.
Zusammenfassend lässt sich aufgrund der
vorliegenden medizinischen Unterlagen
eine Verletzung der Mitwirkungspflicht somit nicht bestätigen. Die Sache ist daher an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen
, um die Renten
an
spruchs
prüfung mit einer psychiatrischen Begutachtung fortzusetzen
und gegebenenfalls ein neues Mahn- und
Bedenkzeitverfahren
unter dem Titel der Mitwirkungs- oder Schadenminderungspflicht durchzuführen
. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
Es bleibt
zuhanden des Beschwerdeführers
anzumerken, dass
mit dem
vorlie
gende
n
Entscheid
die Frage nach
einem Rentenanspruch noch offen
bleibt
und das Gericht damit auch nicht in Abrede stellt, dass eine freiwillige Intensivierung der Behandlung
wohl
zweckmässig wäre
.
Das Gericht konstatiert lediglich, dass die Beschwerdegegnerin bisher
die Voraussetzungen für die Auferlegung einer Mitwirkungs- oder Schadenminderungspflicht zu wenig
abgeklärt hat
, so dass noch
ungewiss
ist,
welche Massnahmen angeordnet werden können und inwie
fern seine Haltung
dazu
Sanktionen rechtfertigt.
D
as Ergebnis der
nun durchzuführenden
psychiatrischen
Begutachtung
, welche diesbezüglich Klarheit schaffen soll,
ist
dementsprechend
ausdrücklich als
offen
zu bezeichnen.
6
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand unabhängig vom Streitwert i
m Rahmen von
Fr.
200.-- bis Fr.
1‘000.-- festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
600.-- festzusetzen. Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als Obsiegen (BGE 137 V 57 E.2.2), weshalb die Kosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen sind.