Decision ID: e6300c18-5bf7-43e2-b5cc-0d3787a3c6f9
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1.
X._
, geboren 1966, arbeitete seit dem 2
5.
März 1991 bei der
Y._
AG in
Z._
als Lagermitarbeiterin (
Urk.
8/4). Wegen einer massiven Kniearthrose links mit Operationen im Februar und Oktober 2000 meldete sie sich am 2
7.
Februar 2001 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/1).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte den Arbeitgeberbericht der
Y._
AG vom 1
4.
März 2001 (
Urk.
8/4) sowie die Arztberichte von
Dr.
med.
A._
, FMH Allgemeine Medizin
,
vom 1
7.
April 2001 (
Urk.
8/6/1-7, unter Beilage diverser weiterer Arztberichte,
Urk.
8/6/8-22) und der
Klinik B._
vom 1
1.
Mai 2001 (
Urk.
8/7) ein. Mit Verfügung vom 2
7.
Juli 2001 sprach sie der Ver
sicherten basierend auf einem Invaliditätsgrad von 100
%
mit Wirkung ab dem
1.
Oktober 2000 eine ganze Invalidenrente samt akzessorischen Zusatzrenten zu (
Urk.
8/9).
1.2
Am 1
6.
Oktober 2002 teilte die IV-Stelle
X._
mit, die Überprüfung des Invaliditätsgrades habe keine rentenbeeinflussende Änderung ergeben, wes
halb sie weiterhin Anspruch auf eine IV-Rente aufgrund des bisherigen
Invali
di
tätsgrades
habe (
Urk.
8/14).
Zum selben Ergebnis gelangte die IV-Stelle im Rahmen
von
zwei
weiteren Revisionsverfahrens, was sie der Versicherten am 2. Februar
2005 (
Urk.
8/29) bzw.
am 2
0.
Juli 2009 (
Urk.
8/54) mitteilte.
1.3
Nach einer Verlaufskontrolle mit MRI reichte die
Klinik B._
der IV-Stelle den Arztbericht vom
2.
Mai 2012 ein (
Urk.
8/64), worauf erneut ein
Revisions
verfahren
eingeleitet wurde (vgl. Fragebogen zur Rentenrevision vom
5.
Juni 2012 mit Angaben der Versicherten sowie von
Dr.
A._
,
Urk.
8/68).
In der Folge nahm
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der IV-Stelle am 1
5.
August 2012 eine orthopädische Untersuchung v
or (vgl. Bericht vom 27.
August 2012,
Urk.
8/71). Mit Vorbescheid vom
6.
September 2012 teilte die
IV-Stelle
X._
mit, der
Invaliditätsgrad betrage lediglich noch 29
%
, weshalb die Rente aufgehoben werde (
Urk.
8/76). Dagegen erhob die Versicherte durch Rechtsanwalt Markus Bischoff am
5.
Ok
tober 2012 Einwand (
Urk.
8/81). Die IV-Stelle nahm die Arztberichte der
Klinik B._
vom 30. Oktober 2012 (
Urk.
8/83) und vom 1
4.
Dezember 2012 (
Urk.
8/89)
sowie von
Dr.
A._
vom
1.
Februar 2013 (
Urk.
8/94)
zu den Akten.
Schliesslich liess sie das
bidisziplinäre
Gutachten von
Dr.
med.
D._
, Innere Medizin F
MH spez. Rheumaerkrankungen, und von Prof.
Dr.
med.
E._
, FMH Neurologie, Psychiatrie und Psycho
therapie vom 12.
August 2012 (
bidis
zi
p
li
näre
Zusammenfassung,
Urk.
8/103; internistisch-rheumatologisches Gutach
ten
Dr.
D._
,
Urk.
8/100/1-113
; psychiatrisches Gutachten
Prof.
Dr.
E._
,
Urk.
8/104/1-20) erstellen. Die Versicherte liess zu diesem Gut
achten am 2
4.
September 2013 Stellung nehmen (
Urk.
8/106).
Mit Verfügung vom 2
1.
Oktober 2013 hob die IV-Stelle die Invalidenrente der Versicherten per Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats auf (
Urk.
2).
2.
Gegen diese Verfügung erhob
X._
durch Rechtsanwalt Bischoff am 1
8.
November 2013 Beschwerde mit folgenden Anträgen (
Urk.
1 S. 2):
„
1.
Es sei die angefochtene
Verfügung aufzuheben und es sei die
Beschwerde
gegnerin
zu verpflichten, weiterhin eine volle Rente auszurichten.
2.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der
Beschwerde
gegnerin
.“
Die Beschwerdegegnerin ersuchte mit Beschwerdeantwort vom 1
7.
Dezember 2013 um Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7), was der Beschwerdeführerin am
6.
Januar 2014 mitgeteilt wurde (
Urk.
9). Am 2
8.
Februar 2014 (
Urk.
10) reichte die Beschwerdeführerin den Bericht von
Dr.
med.
F._
, Rheuma
tologie und Innere Medizin FMH, vom 2
7.
Januar 2014 (
Urk.
11/1) ein
. Dieser wurde der Beschwerdegegnerin am
4.
März 2013 zur Kenntnisnahme zugestellt (
Urk.
12).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor
, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
wind
bar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
achtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beantwor
tung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gege
benenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise
begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversiche
rung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
1.5
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbe
zü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
säch
lichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heits
zustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bil
den die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spra
cheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
ten
anspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
2
.
2.1
Gemäss dem Arztbericht von
Dr.
A._
vom 1
7.
April 2001 (
Urk.
8/6/1-7) bestehen bei der Beschwerdeführerin ein Status nach Knietrauma mit vorderer Kreuzbandruptur links,
Reizsynovitis
und
Chondropathia
Grad II-III im Novem
ber 1996 mit Kniearthroskopie und vorderer Kreuzbandplastik, ein Status nach
arthroskopisch
Gelenkstoilette linkes Knie 15.10.1999, ein Status nach
Tibiaval
gisationsosteotomie
13 Grad linkes Knie am 21.2.2000, ein Status nach
Plat
tenentfernung
Tibiakopf
lateral links am 23.10.2000 sowie ein neurogenes Schmerzsyndrom im Bereich des linken proximalen Unterschenkels mit wahr
scheinlicher Neurombildung des oberen Anteiles des
Nervus
cutaneus
surae
lateralis
links.
Die Beschwerdeführerin habe 1996 ein Knietrauma erlitten, wel
ches zu einer vorderen Kreuzbandruptur geführt habe und
arthroskopisch
operiert worden sei. Nach einem beschwerdefreien Intervall von ca. drei Jahren habe sich eine
massive
Gonarthrose
entwickelt,
welche man durch eine
Valgi
sationsosteotomie
zu korrigieren versucht habe. Leider sei dies nur halbwegs gelungen, indem die Beschwerdeführerin nachher lokal sehr Schmerzen verspürt habe. Darauf habe man sich zu einer OSM-Metallentfernung entschlossen, wel
che aber ebenfalls nicht den gewünschten Effekt erbracht habe. Es seien fünf Arbeitsversuche gestartet worden, welche alle nach einem halben bis einem Tag hätten abgebrochen werden müssen. Auch Physiotherapie habe keine Besserung erbracht. Im Moment sei es der Beschwerdeführerin nicht zuzumuten, einer Arbeitstätigkeit mit körperlicher Belastung des linken Beines nachzugehen
,
und
sie sei
in ihrem Beruf als Lageristin nicht arbeitsfähig. Eine Umschulung käme allenfalls in Frage, es müsse aber ein
e
Arbeit ohne körperliche Belastung sein.
Die Beschwerdeführerin könne keine das linke Bein belastende Arbeiten, keine Überkopfarbeiten, keine Arbeiten mit langem Stehen und Sitzen und nur mit kurzen Gehstrecken ausüben. In solchen behinderungsangepassten Tätigkeiten sei sie zu ca. 50
%
arbeitsfähig.
2.2
Die Ärzte des Knieteams der
Klinik B._
stellten im Bericht vom 1
1.
Mai 2001 (
Urk.
8/7) die Diagnose eines Narbenneuroms
Nervus
cutaneus
surae
late
ralis
links. Die Beschwerdeführerin sei in der bisherigen Tätigkeit seit dem 2
1.
Februar 2000 zu 100
%
arbeitsunfähig. Physisch sei sie durch die bei Be
lastung auftretenden Schmerzen eingeschränkt. Mehrere Arbeitsversuche seien fehlgeschlagen. Die Schmerzen würden bei
vermehrtem Gehen und auch bei längerem Sitzen auftreten. In der bisherigen Tätigkeit bestehe keine Arbeits
fähigkeit. Eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in
behinderungs
angepasster
Tätigkeit wurde
von den Ärzten der
Klinik B._
nicht vorgenommen.
2.3
Die Beschwerdegegnerin gelangte aufgrund dieser zwei Beurteilungen zum Ergebnis, dass in Anbetracht der Schwere des Knieleidens und den Ein
schrän
kungen selbst in behinderungsangepassten Tätigkeiten eine
renten
tangierende
Verwertung der Restarbeitsfähigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt nicht mehr zumutbar sei. Die Einschränkungen liessen laut Fachärztin (gemeint ist damit vermutlich die Hausärztin
Dr.
A._
) nicht einmal längeres Sitzen zu, so dass
auch sitzende Erwerbstätigkeiten wie in der Produktion nicht in Frage kämen. Dementsprechend legte die Beschwerdegegnerin den
Invaliditäts
grad
auf 100
%
fest und sprach der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 27. Juli 2001 (
Urk.
8/9)
basierend auf einem Invaliditätsgrad von 100
%
mit Wirkung ab dem
1.
Oktober 2000
eine ganze Invalidenrente zu.
2.4
Strittig und zu prüfen ist die Frage, ob zwischen dem Zeitpunkt
der der Beschwer
deführerin eine ganze Inva
l
iden
rente zu
sprechen
den
Verfügung vom 2
7.
Juli 2001 (
Urk.
8/9)
und der angefochtenen rentenaufhebenden Verfü
gung vom
2
1.
Oktober 2013
(Urk. 2) eine anspruchserhebliche Änderung der Verhält
nisse stattgefunden
hat. Nicht massgeblich erscheinen
d
ie
mit Mitteilung vom
1
6.
Oktober 2002 (
Urk.
8/14), vom 2. Februar 2005 (
Urk.
8/29) und vom 2
0.
Juli 2009 (
Urk.
8/54)
abgeschlossene
n
Revisionsverfahren, da in de
r
en Rahmen keine umfassende Prüfung des Sachverhaltes vorgenommen wurde.
3.
3.1
3.1.1
Gemäss dem Bericht der
Klinik B._
(Team Fuss/Sprunggelenk) vom 2.
Mai 2012 (
Urk.
8/64) bestehen bei der Beschwerdeführerin chronisch per
sis
tierende Fussschmerzen links, beginnend rechts bei Status nach
Schrauben
ent
fernung
(
Calcaneus
und Exzision Fadengranulom)
Fussrist
links am 1
6.
März 2009, Status nach Double-
Arthrodese
(
talonaviculär
und
subtalar
) Fuss links am 2
1.
Mai 2008
,
Status nach
Chopart
-Arthrose und
subtalarer
Arthrose links,
Status nach
Schrauben
entfernung
in Lokalanästhesie OSG links am 2
6.
Mai 2008, Status nach OSME, Re-
Arthrodese
Naviculocuneiforme
,
Beckenkamm
span-Interposition
links am 9. Juni 2004, schmerzhafter
Pseudarthrose
, Status nach
naviculocuneiforme-Arthrodese
,
Resektion Os
tibiale
externum
,
Gastro
c
ne
mius
verlängerung
links am 2
4.
November 2003 und
Tibialis
posterior
-Insuffi
zienz und Knick-/Senkfuss beidseits, links mehr als rechts und Os
naviculare
externum
links.
Seit der Infiltration des
naviculocuneiformen
Gelenkes rechts sei es zu einer erheblichen Beschwerdebesserung in diesem Bereich gekommen. Es persistierten
moderate Beschwerden im Bereich des Fussrückens lateral be
tont.
3.1.2
Im Bericht vom 3
0.
Oktober 2012 (
Urk.
8/83) hielten die Ärzte der
Klinik B._
(Team Fuss/Sprunggelenk)
fest, es persistierten beidseitige
Fuss
schmer
zen
, welche diffus und schwierig zu lokalisieren seien. In dieser Situation sei d
er Beschwerdeführerin aus
orthopädisch-chirurgischer Sicht sicherlich nicht zu helfen.
Bezüglich der strittigen Auseinandersetzung über die Arbeitsun
fähigkeit bzw. die Invaliden
rente der Beschwerdeführerin könne nur festge
halten werden,
dass bei dem aktuell präsentierten Gesamtbild eine Arbeits
fähigkeit wahr
schein
lich nicht möglich sein würde. Von Seiten der durch die
Klinik B._
zu
beur
teilenden
Fussproblematik sei
festzuhalten, dass die Beschwerde
führerin einen stehenden, gehenden und körperlich die Füsse belastenden Beruf nicht aus
üben
könne.
Zudem seien
auch die Ruheschmerzen festzu
halten. Ob der Be
schwer
deführerin eine sitzende Tätigkeit zugemutet werden könne, müsse nach Beurteilung der übrigen Gelenke und
mus
kuloskelettalen
Beschwerden beurteilt werden.
3.2
Dr.
A._
bestätigte im Bericht vom
8.
Juni 2012 (
Urk.
8/
6
8/5-6) die Diag
nose der
Klinik B._
. Die Beschwerdeführerin vers
uche jeden Tag trotz der
chronifizierten
orthopädischen Problemen an beiden Knien und beiden Füs
sen, sich für eine Stunde nach draussen zu begeben. Sie habe zwischen
zeit
lich auch
Aquafit
gemacht. Da die orthopädischen Probleme in vier
Gelenk
bereichen
so erheblich seien, sei auch eine behinderungsangepasste Tätigkeit nicht vor
stellbar, da die Beschwerdeführerin weder länger stehen, noch länger sitzen könne. Es werde deshalb der Antrag gestellt, die
100%ige IV-Berentung weiter
zu
führen.
3.3
RAD-Ärztin
Dr.
C._
hielt im Untersuchungsbericht vom 1
5.
August 2012 (
Urk.
8/71) fest, als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestün
den bei der Beschwerdeführerin eine schmerzhafte Bewegungs- und
Be
lastungs
einschränkung
beider Kniegelenke bei
Gonarthrose
beidseits sowie ein Status nach
Fusswurzelarthrodese
links bei
dekompensiertem
Senkfuss beidseits sowie ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein Status nach Hysterektomie und Narbenhernie. Die von der behandelnden Hausärztin
Dr.
A._
attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeit habe anhand der körperlichen Untersuchung nicht nachvollzogen werden können. Es hätten sich auch deutli
che Hinweise darauf gefunden, dass die Beschwerdeführerin sich über das ange
gebene Mass hinaus im Alltag belaste. Insbesondere die ausge
prägte
Schwielen
bildung
im Bereich beider Handinnenflächen lasse auf eine doch erhebliche und regelmässige körperliche Belastung schliessen. Unbestreit
bar sei die Belastbar
keit der Beine bei klinisch deutlichen Hinweisen auf Arthrosen der Kniegelenke und ausgeprägter
Senkfussbildung eingeschränkt
.
Nicht nachvollziehbar sei dagegen, dass die Beschwerdeführerin zu keinerlei Tätigkeit in leichter
Wech
selbelastung
mehr in der Lage sein soll. Durch die
subtalare
Arthrodese
links sei es offenbar zu einer Besserung der Belastbarkeit gekommen. Gestützt werde dieser Befund durch die kräftige, seitengleiche
Beschwielung
beider Füsse, die nicht auf die Schonung des linken Fusses schliessen lasse. In welchem Umfang für die angestammte, bis ins Jahr 2000 ausgeübte Tätigkeit als Lageristin eine Arbeitsfähigkeit bestehe, sei nicht
beur
teilbar
, da kein Belastungsprofil angege
ben werde. In angepasster Tätigkeit mit körperlich leichter, wechselbelastender Tätigkeit, ohne regelmässige Hebe- und Tragebelastungen über 10 kg, ohne Ar
beiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufiges Treppensteigen, ohne Füsse und Kniegelenke belastende
Zwangs
haltungen
und Tätigkeiten (Bücken, Hocken, Knien, Kriechen), ohne Gehen auf unebenem Gelände, ohne andauernde Schlag- und Vibrationsbelastungen der Beine oder Nässe-/Kälteexposition sei seit März 2012 eine 100%ige Arbeits
fähigkeit gegeben.
3.4
Die Rheumatologin
Dr.
D._
und der Psychiater
Prof.
Dr.
E._
konnten im Rahmen ihrer
bidis
ziplinären
Begutachtung
kein psychiatrisches Leiden mit Krankheitswert feststellen (vgl. Zusammenfassung der Gutachten in
Urk.
8/103). In somatischer Hin
sicht stellten sie
folgende Diagnose
n
(
Urk.
8/100/102, Urk.
8/103)
:
Knieschmerzen beidseits bei
Varus-Gonarthrose
beidseits bei
rechts:
Arthroskopie am 17.12.2004 und
Tibia-
Valgisationsosteotomie
am 20.04.2005 und
Arthroskopie am 16.03.2009 mit
Debridement
und
Notch
-Plastik mit
normalem postoperativ
em Befund (Röntgen 11/2012) und
leichter bis mässiger aktivierter medialer
Gonarthrose
(S
zin
ti
gra
phie 07/2013)
links:
Status nach vorderer Kreuzband-Ruptur links mit
Chondropathia
Grad II - III 11/1996 mit
arthroskopischer
Behandlung und
erneute Arthroskopie
am 15.10.1999 und
Tibia-
Valgisationsosteotomie
am 21.02.2000 mit
operativer Entfernung des Osteosynthese-Materials am 23.10.2000
Verdacht auf Narbenneurom mit Irritation des
Nervus
cutaneus
surae
lateralis
mit
normalem postoperativen Befund (Röntgen 11/2012) und
leichter bis mässiger aktivierter medialer
Gonarthrose
(Szintigraphie 07/2013)
Chronische Schmerzen im linken Fuss bei
Knick-Senkfüsse links mehr als rechts mit
Tibialis
posterior
-Insuffizienz links bei Instabilität
Naviculo-cuneiform
mit
stabilisierender
Naviculo-cuneiforme
Arthrodese
links am 24.11.2003 mit Resektion des Os
Tibiale
Externum
und Verlängerung des
Gast
rocnemius
mit Schraubenbrüchen und fehlender Konsolidierung der
Arthrodese
mit
Entfernung des Osteosynthese-Materials am 09.06.2004 und
Re-Arthro
dese
am 09.06.2004 und
erneute Entfernung des Osteosynthese-Materials am 20.04.2005 und
Double-
Arthrodese
des linken Fusses am 21.05.2008 mit
talonavikularer
Arthrodese
und
subtalarer
Arthrodese
mit
operativer Entfernung der ventralen
subtalaren
Schraube am 26.05.2008
mit erneuter Entfernung des Osteosynthese-Materials am 16.03.2009 und eines Fadengranuloms mit
inkompletter
senso
-motorischer Teilstörung des
Ramus
profundus
des
Nervus
peroneus
links mit Besserungstendenz (07/2010) mit
normalem postoperativem Befund mit erfolgtem
Durchbau
ohne ab
grenzbare Frakturlinie oder
ossäre
Reaktion (Röntgen 07/2013) und
leichtgradig
aktivierte Arthrosen der TMT I-und II-Gelenke links bzw. des TMT III-Gelenks rechts sowie im Bereiche des
Talonavicular
ge
lenks
links (Szintigraphie 07/2013)
Aus rheumatologischer und aus
bidisziplinärer
Sicht
könne die Beschwerde
führerin die angestammte Tätigkeit bei der Firma
Y._
AG seit dem 14. Oktober 1999 nicht mehr ausüben. Dagegen könne sie eine angepasste Tätigkeit mit Schonung der Knie und der Füsse zu 100
%
bzw. ganztags aus
üben. Seitens der Kniegelenke ergäben sich Einschränkungen für das Besteigen von Leitern und Gerüsten, das Arbeiten in kauernder, kniender oder (bedingt) stehender Position sowie das Gehen in unebenem Gelände, längeres Abwärts
ge
hen oder Hinunterspringen. Meist bestünden keine Einschränkungen für
wech
selbelastende
und im Sitzen zu verrichtende Tätigkeiten ohne
Zwangs
haltung
für das betroffen
e
Bein (z.B. Pedalbedienung) respektive genügender
Beinfrei
heit
für Spontanbewegungen.
Bezüglich Sprunggelenke und Füsse könnten - in
Abhängigkeit des Schweregrades - Einschränkungen für das Gehen in unebe
nem
Gelände, das Kauern und Knien vorliegen. Meist bestünden keine Ein
schrän
kun
gen für im Sitzen zu verrichtende und wechselbelastende Tätig
keiten. Re
la
tive Einschränkungen könnten bei der Bedienung von Pedalen vorhanden sein. Wegen der zusätzlichen statischen Belastung sollten auch Arbeiten, die mit Heben und Tragen von Lasten über 15 kg verbunden seien, vermieden werden. Funktionseinschränkungen der Füsse hätten meist Auswirkungen auf im Stehen und im Gehen zu verrichtende Tätigkeiten, das Arbeiten auf Leitern und even
tuell auch auf kniend zu verrichtende Tätigkeiten (
Urk.
8/100/107).
Offensichtlich sei es im Bereich des linken Fusses zu einer deutlichen Besserung
gekommen. Es sei keine Schwellung im OSG links vorhanden; die Beschwerde
führerin habe seit zwei bis drei Wochen keine Schmerzmittel mehr gebraucht; sie benötige keine orthopädischen Massschuhe, sondern könne
Konfektions
schuhe
mit Einlagen verwenden; die
Beschwielung
beider Füsse sei symmet
risch; der Wadenumfang sei links einen Zentimeter grösser als rechts, was zeige, dass die Beschwerdeführerin das linke Bein gegenüber dem rechten nicht schone; die neurologische Untersuchung im Juli 2010 zeige eine
Besserungsten
denz
der inkompletten
senso
-motorischen Teilstörung des
Ramus
profundus
des
Nervus
peroneus
links und die Röntgenuntersuchung des linkes Fusses im Juli 2013 zeige einen guten postoperativen Verlauf mit vollständiger Konsolidie
rung.
Es gehe aus den medizinischen Unterlagen nicht eindeutig hervor, wann die erhebliche Besserung im Bereich des linken Fusses eingetreten sei. Sie sei von
Dr.
G._
von der
Klinik B._
am 2
4.
April 2012 beschrieben und in der RAD-Untersuchung am 1
5.
August 2012 bestätigt worden. Daher sei die Beschwerdeführerin ab März 2012 in einer angepassten Tätigkeit arbeitsfähig
(
Urk.
8/100/110)
.
4.
4.1
Die Anordnung eines Administrativgutachtens hat bei fehlendem Konsens in Form einer anfechtbaren Verfügung zu erfolgen. Hiergegen können
beschwer
deweise
materielle Einwendungen beispielsweise des Inhalts, die in Aussicht genommene Begutachtung sei nicht notwendig, weil sie - mit Blick auf einen bereits umfassend abgeklärten Sachverhalt - bloss einer "
second
opinion
" ent
spräche, geltend gemacht werden (noch anders: BGE 136 V 156; vgl. auch SVR 2007 UV Nr. 33 S. 111, U 571/06 E. 4.2). Ebenfalls gerügt werden können (per
sonenbezogene)
Ausstandsgründe
. Nicht gehört werden kann indessen das Vor
bringen, die Abgeltung der Gutachten aus Mitteln der Invalidenversicherung führe zu einer Befangenheit der MEDAS (BGE 137 V 210 E. 3.4.2.7).
4.2
Die Beschwerdeführerin lässt geltend machen, in Missachtung der Rechtspre
chung habe die IV-Stelle nicht einmal den Versuch unternommen, einen Kon
sens über die Begutachtungsstelle zu finden
(
Urk.
1 S. 4)
.
Dazu ist festzuhalten, dass
tatsächlich
ein einvernehmliches Vorgehen
anzu
streben
ist. Ein eigentlicher Rechtsanspruch auf eine einvernehmliche
Einigung besteht jedoch nicht.
Solches wäre wohl auch kaum realisierbar, denn so hätte es die versicherte Person in der Hand, eine Institution zu bestimmen, indem sie stets jedes von Seiten der IV-Stelle vorgeschlagene Institut ablehnt.
Das
Eini
gungsverfahren
räu
mt der versicherten Person
nicht das Recht
ein, unter meh
reren Gutachtensstellen eine
auszuwählen.
Es verhält sich denn auch nicht so, dass die
Beschwerde
gegnerin
die Begutach
tung durch
Dr.
D._
einfach „durchgeboxt“ hat, sondern sie hat der Be
schwerdeführerin am 1
1.
Dezember 2012 mitgeteilt, dass sie eine Begutach
tung durch
Dr.
D._
vorzunehmen gedenke
und ihr den
Fragen
katalog
vorgelegt (
Urk.
8/87-88). Die Beschwerdeführerin hat im Rahmen des Einigungsverfahrens mit Schreiben vom 2
4.
Dezember 2012 (
Urk.
8/92) einzig in der Hinsicht Stel
lung genommen, dass sie
Dr.
D._
wegen wirt
schaftlicher Abhängigkeit von der Beschwerdegegnerin als befangen betrachte und deshalb ablehne.
An
dere Gründe, welche gegen eine Begutachtung durch
Dr.
D._
gesprochen hätten, hat sie nicht vorgebracht
,
und sie hat auch nicht ihrerseits eine alterna
tive Gutachtensstelle vorgeschlagen.
4.3
Demen
tsprechend stellte die Beschwerdegegnerin mit begründeter Verfügung vom 1
8.
Januar 2013 (
Urk.
8/93) fest, dass die
Beschwerde
führer
in keine schüt
zenswerten
Ablehnungs- oder Ausstandgründe vorgebracht habe.
Das
Eini
gungs
verfahren
ist damit durchgeführt worden und es liegt keine Ver
letzung des rechtlichen Gehörs der Beschwerdeführerin vor.
4.4
Nach der Rechtsprechung müssen medizinische Sachverständige grundsätzlich gleichermassen unabhängig und unparteilich sein wie die Richterinnen und Richter. Sichergestellt werden soll dadurch, dass ein Gutachten nicht durch sachfremde, ausserhalb des Verfahrens liegende Umstände beeinflusst wird. Diese elementare rechtsstaatliche Anforderung gilt auch für medizinische
Admi
nistrativgutachten
, sobald sie die Grundlage für die verfügungsweise Ent
schei
dung über einen geltend gemachten Rechtsanspruch bilden (BGE 137 V 2010 E.
2.1.3 mit Hinweisen).
Art.
30
Abs.
1 Bundesverfassung (BV) und
Art.
6
Ziff.
1
der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten
(EMRK) sind verletzt, wenn bei einer Richterin oder einem Richter - objektiv betrachtet - Gegebenheiten vorliegen, die den Anschein der Befangenheit und die Gefahr der Voreinge
nommenheit zu begründen vermögen (BGE 131 I 113 E. 3.4 mit Hinweisen). Solche Umstände können entweder in einem bestimmten Verhalten der betref
fenden Richterin oder des betreffenden Richters oder in gewissen äusseren Ge
gebenheiten funktioneller und organisatorischer Natur begründet sein. Für den Ausstand wird nicht verlangt, dass die Richterin oder der Richter tatsächlich befangen ist. Es genügt, wenn Umstände vorliegen, die bei objektiver Betrach
tung den Anschein der Befangenheit und Voreingenommenheit erwecken. Mit anderen Worten muss gewährleistet sein, dass der Prozess aus Sicht aller Betei
ligten als offen erscheint (BGE 133 I 1 E. 6.2, 89 E. 3.2; 131 I 24 E. 1.1 mit Hinweisen).
4.5
In sei
nem Grundsatzurteil BGE 137 V 2
10 vom 2
8.
Juni 2011 hat das Bundes
gericht
entschieden, dass die Abgeltung einer MEDAS durch Mittel der Invali
den
versicherung grundsätzlich nicht zu einer Befangenheit führt. Analoges muss für freiberufliche Ärzte gelten. Die Tatsache allein, dass ein frei praktizie
render Arzt von einer Versicherung wiederholt für die Erstellung von Gutachten beigezogen wird, bildet deshalb entgegen der Auffassung der Beschwerdeführe
rin
(
Urk.
8/92)
keinen Ausstands- oder Ablehnungsgrund.
4.6
Nach dem Gesagten ergibt sich, dass kein Ausstands- oder Ablehnungsgrund gegen
Dr.
D._
vorliegt, weshalb nicht zu beanstanden
ist
, dass die Beschwerdegegnerin an einer Begutachtung d
er Beschwerdeführerin durch Dr.
D._
festgehalten hat.
5.
5.1
Das
bidisziplinäre
Gutachten von
Dr.
D._
und Prof.
Dr.
E._
vom 12. August 2013 (
Urk.
8/100/1-113,
Urk.
8/103,
Urk.
8/104) beantwortet die gestellten Fragen um
fassend, berücksichtigt die von der Beschwerdeführerin ge
klag
ten Beein
trächti
gungen, wurde in Kenntnis und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
er
stellt und ist in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammen
hänge einleuchtend. Ebenso wurden die gezogenen Schluss
folgerun
gen in nach
voll
ziehbarer Weise hergeleitet. Das Gut
achten wird damit den von der Recht
sprechung entwickelten Anforderungen an eine beweis
kräftige medi
zini
sche Stellungnahme (E. 1.4) gerecht. Ihm ist volle Beweis
kraft zu
zuerken
nen, falls keine kon
kreten Indizien gegen die Zuverläs
sigkeit der Ex
per
tise spr
e
chen (BGE 125 V 353 E. 3b/
bb
).
Bei der Würdigung von Berichten behandelnder Ärzte ist der Erfahrungstat
sa
che Rechnung zu tragen, dass sie mitun
ter im Hinblick auf ihre
auftragsrecht
li
che
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc).
5.2
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (
Urk.
1 S. 4) begründet
Dr.
D._
die
Verbesserung bezüglich der Situation am linken Fuss nicht bloss mit der symmetrischen
Beschwielung
der Füsse. Vielmehr zieht die Gut
achterin die
sen Schluss auch aus der
reduzierte
n
Schmerzmitteleinn
ahme,
dem gleich
mässi
gen Gebrauch der Beine und der Untersuchungsbefunde, ins
beson
dere
der Röntg
enaufnahmen (
Urk.
8/100/110).
Es waren
sodann
laut der Einschätzung von
Dr.
A._
bereits bei der
Ren
tenzusprache
invalidisierende Schmerzen im Bereich des linken Knies, Unter
schenkels und des Fusses vorhanden (vgl. insbesondere
Überweisungs
schreiben
vom
2.
Februar 2001,
Urk.
8/6/15)
.
Die Schmerzursache war nicht allein durch d
ie Knieanamnese erklärbar (Urk.
8/6/19). Es war damit für die Gewährung de
r
ganzen Rente der schlechte Zustand des ganzen linken Beines und nicht aus
schliesslich des linken Knies massgeblich.
5.3
Es ergibt sich sodann auch aus der Beurteilung der Klinik
B._
, dass eine Besserung des Gesundheitszustands eingetreten ist, hält diese doch im Bericht vom
2.
Mai 2012 (
Urk.
8/64) fest, es sei eine erheblich
e
Besserung im Bereich
des Fussgelenkes eingetreten und es bestünden lediglich
noch moderate Schmer
zen, dies
insbesondere in Folge der vorgenommenen
subtalaren
Arthro
dese
.
5.4
Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin
besteht zwischen
der Beurtei
lung der Arbeitsfähigkeit der
Klinik B._
und von Dr.
D._
kein wesentlicher Unterschied
. Die
Klinik B._
schliesst eine stehende, gehende oder körperlich die F
üsse belastende Tätigkeit aus.
Dr.
D._
hält eine wechsel
belastende Tätigkeit für möglich. Mithin ist auch aus ihrer Sicht der Beschwerdeführerin eine rein stehende, gehende oder körperlich die Füsse belas
ten
de Tätigkeit nicht zumutbar, sondern es ergibt sich, dass die Beschwerde
führerin zwischenzeitlich im Sinne einer wechselnden Belastung sitzen muss, wobei rein sitzende Tätigkeiten
(ohne Zwangshaltung wie z. B. Pedalbedienung)
grundsätzlich als geeigneter anzusehen sind. Hingegen ist die Beurteilung von
Dr.
D._
offensichtlich nicht so zu verstehen, dass sie unter einer wechseln
den Belastung bloss den Wechsel zwischen Stehen und Gehen ohne zwischen
zeitliches Sitzen meint.
5.5
Insgesamt ist damit gestützt auf das
bidisziplinäre
Gutachten von
Dr.
D._
und
Dr.
E._
davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin seit spätes
tens März 2012 eine wechselbelastende
(mit überwiegend sitzendem Anteil)
bzw. eine im
Sitzen zu ver
richtende Tätigkeit (ohne Besteigen von Leitern und Gerüsten, Arbeiten in kauernder und kniender Position, Gehen in unebenem Gelände, längerem Abwärtsgehen, Hinunterspringen, Zwangshaltung für die Beine,
Heben von Lasten über 10 kg
)
ausüben kann.
6
.
6
.1
Es ist davon
auszugehen, dass
die Beschwerdeführerin ohne Eintritt des
Gesund
heitsschadens
weiterhin ihrer Arbeit als
Lager
mitarbeiterin bei der
Y._
AG nachgehen würde. Gemäss
Arbeitgeberbericht der
Y._
AG vom 14. März 2001 (Urk. 8/4
) hätte die
Beschwerdeführerin im Jahre 2001
ein Ein
ko
mmen von Fr. 42‘900.-- (Fr. 3‘30
0.-- x 13) erzielt.
Es ergibt sich ausserdem aus dem Auszug aus dem individuellen Konto vom 1
4.
März 2001 (
Urk.
8/5), dass die Beschwerdeführerin ab 1995 regelmässige Einkünfte mit einer Neben
erwerbstätigkeit im Reinigungsgewerbe erzielte. Die
Beschwerde
gegnerin
hat die Annahme getroffen
, dass die Beschwerdeführerin ohne
Gesund
heitsschaden
mit dieser Tätigkeit im Jahr 2001 Einkünfte von Fr. 15‘000.--
und somit ein
Gesamteinkommen
von
Fr.
57‘900.--
erzielt hätte
(vgl.
Urk.
2 S. 2,
Urk.
8/8/2), was nicht zu beanstanden ist.
Angepasst an den Nominallohnindex für Frauen (vgl. Bundesamt für Statistik, Tab
elle T
1.93: 2002 =
110.9
, 201
2
=
129.9
) resultiert für das Jahr 201
2
ein
Validen
einkommen
von Fr.
67‘819.75
.
6
.2
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er
werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht.
Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, nament
lich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder je
denfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) heran
ge
zogen werden (BGE 126 V 75 f. E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472
E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardi
sier
ten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E.
4.2.1 mit Hin
weis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei
der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass
ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu
grunde liegt, welcher Wert etwas tiefer ist als die
im Jahr 2012
betriebsübliche durchschnittliche Arbeits
zeit von wöchentlich 41,
7
Stunden (Die Volkswirt
schaft 12-201
4
S. 9
2
Tabelle B9.2;
BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 f. E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI
200
0 S. 81 E. 2a).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen.
Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass ver
sicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit ver
richteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durch
schnit
tliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ur
sprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu
einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem
Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merk
male der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre
gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeits
markt
nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Ein
zel
fall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des
Tabel
len
lohnes
zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitver
antwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten
Leidens
abzuges
nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
6
.3
Der Zentralwert für die mit einfachen und repetitiven Aufgaben beschäftigten Frauen betrug im Jahre 2010 im privaten Sektor Fr. 4'225.-- pro Monat bei 40 Arbeitsstunden pro Woche (LSE 2010, Tabelle TA 1, S. 26), was unter Be
rücksichtigung einer betriebsüblichen Arbeitszeit von 41,
7
Stunden pro Woche ein hypothetisches Ein
kom
men von monatlich Fr.
4‘
40
4.
55
bzw. Fr. 52‘8
54
.
75
pro Jahr (mal 12) ergibt.
Angepasst an den Nominallohnindex für Frauen (vgl. Bundesamt für Statistik, Tabelle T.1.93: 2010 = 127.4, 201
2
=
129.9
) be
trägt das Einkommen im Jahr 2012
Fr. 53‘
891
.
9
5.
Dem Umstand, dass die Beschwerde
führerin nur noch leichte,
überwiegend sitzende
Tätigkeiten ausüben kann,
hat die Beschwerdegegnerin
mit einem Abzug von 10 % Rechnung
ge
tragen. Die wei
teren Abzugskriterien des Alters, der Dienst
jahr
e, der Nationalität oder
Auf
ent
haltskategorie
und der Teilzeitbeschäftigung sind nach Lage der Akten nicht gegeben.
Nach der Rechtsprechung ist der von der Verwaltung berück
sichtigte Tabellenlohnabzug nur bei Unangemessenheit zu korrigieren (BGE 137 V 71 E.
5.1)
.
Anzufügen bleibt, dass die seitens der Versicherten erwähnten, allenfalls
lohnmindernden Faktoren der bescheidenen beruflichen Qualifi
kationen sowie der mangelnden Sprachkenntnisse bereits durch die Ver
wendung von
Tabellen
löhnen
des Anforderungsniveaus 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) abge
golten werden
. Aus dem Umstand, dass bei der psychiatrischen Begutachtung ein Dolmetscher beigezogen werden musste, lässt sich ausserdem noch nicht schliessen, dass die Beschwerdeführerin nicht über Deutschkenntnisse verfügt, welche zur Ausübung einfacherer beruflicher Tätigkeiten allenfalls erforderlich sind, erfordert doch eine psychiatrische Begutachtung ein höheres Mass an Verständigung als die Kommunikation i
m
Umfeld einer einfachen beruflichen Tätigkeit.
Das Invalideneinkommen beträgt somit Fr.
48‘
502.75
(90 % von
Fr. 53‘
891.95
).
Verglichen mit dem hypo
theti
sc
hen
Vali
denein
kommen
von
Fr. 67‘819.75
resultiert eine
Einkommensein
busse
von Fr.
19‘3
17
.
bzw. ein Invaliditätsgrad von rund
2
8
%. Es steht
der Beschwerdeführerin
demnach keine Rente mehr zu.
7
.
Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin zu Recht zum Ergebnis gelangt ist, dass die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Invalidenrente mehr hat. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
8.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist abweichend von Art. 61
lit
. a ATSG das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten
um die Bewilligung oder die Verweige
rung von IV-Leistungen vor dem kanto
na
len Versicherungsgericht kostenpflich
tig. Die Kosten werden nach dem
Ver
fah
rensaufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200-1000 Fran
ken
festgelegt.
Die Gerichtskosten sind auf Fr. 600.-- festzusetzen und der B
eschwerdeführerin aufzuerlegen.