Decision ID: fac741bd-c1f9-430a-bce7-39d4b4b63c7d
Year: 2014
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse des Kantons
St. Gallen, Brauerstrasse 54, Postfach, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Ergänzungsleistung zur AHV
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Sachverhalt:
A.
A.a Mit einer Revisionsverfügung vom 11. Februar 2010 (Bund 2 act. 56) sprach die
EL-Durchführungsstelle dem Versicherten mit Wirkung ab 1. März 2010 eine
Ergänzungsleistung zu, bei deren Berechnung sie auf der Einnahmenseite u.a.
hypothetische Arbeitslosentaggelder der Ehefrau des Versicherten von - umgerechnet
auf ein Jahr - Fr. 32'116.-- berücksichtigt hatte. Die Ehefrau hatte nämlich im Januar
2010 eine Ausbildung begonnen, womit sie nach der Ansicht der
Arbeitslosenversicherung vermittlungsunfähig geworden und damit nicht mehr
taggeldberechtigt gewesen war. Die EL-Durchführungsstelle qualifizierte die Aufnahme
der Ausbildung bzw. den Verlust der Vermittlungsfähigkeit als Verzicht auf Taggelder
der Arbeitslosenversicherung. Am 21. Juni 2010 teilte die Ehefrau des Versicherten mit
(Bund 2 act. 84), dass sie sich per 10. Januar 2010 beim RAV abgemeldet habe, weil
sie ab 11. Januar 2010 die Hotelfachschule besucht habe. Dieses Studium wäre
eigentlich durch Stipendien des Bildungsdepartements des Kantons St. Gallen
finanziert worden. Nun habe sie das Studium aber aufgrund ihres schlechten
Gesundheitszustands und aus finanziellen Gründen abbrechen müssen. Am 24. Juni
2010 ging bei der EL-Durchführungsstelle die Kopie eines am 14. Juni 2010 zwischen
der Ehefrau des Versicherten und dem B._-Hotel abgeschlossenen Arbeitsvertrags
ein (Bund 2 act. 87). Der vereinbarte Bruttolohn belief sich auf Fr. 3'600.-- monatlich.
Mit einer Verfügung vom 22. Juli 2010 setzte die EL-Durchführungsstelle die
monatliche Ergänzungsleistung mit Wirkung ab 1. Juli 2010 auf Fr. 1'662.-- fest (Bund 2
act. 98). Die Anspruchsberechnung wies u.a. ein anrechenbares Erwerbseinkommen
von Fr. 24'439.-- aus. Dieses Einkommen beruhte auf dem mit dem B._-Hotel
vereinbarten Bruttolohn von Fr. 43'200.--. Mit einer Verfügung vom 26. August 2010
(Bund 2 act. 106) setzte die EL-Durchführungsstelle den unter Berücksichtigung dieses
Erwerbseinkommens (statt der höheren hypothetischen Taggelder der
Arbeitslosenversicherung) ermittelten monatlichen Anspruch rückwirkend auch für Juni
2010 auf Fr. 1'662.-- fest. Sie begründete dies damit, dass die Aufnahme einer
Erwerbstätigkeit beim B._-Hotel bereits im Juni 2010 gemeldet worden sei. Am 7.
September 2010 teilte der Versicherte der EL-Durchführungsstelle u.a. mit (Bund 2 act.
113), dass seine Ehefrau nicht mehr beim B._-Hotel arbeite, weil ihr wegen Krankheit
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noch in der Probezeit gekündigt worden sei. Die Kündigung war am 26. August 2010
per 29. August 2010 erfolgt (Bund 2 act. 128-13). Ab September 2010 erhielt die
Ehefrau des Versicherten wieder Taggelder der Arbeitslosenversicherung (Bund 2 act.
128-17). Der Versicherte orientierte die EL-Durchführungsstelle am 6. Dezember 2010
darüber (Bund 2 act. 132), dass seine Ehefrau am 10. Januar 2011 eine dreijährige
Ausbildung an einer Hotel- und Touristikfachschule beginnen werde. Im ersten
Ausbildungsjahr werde sie zu höchstens 50% einer Erwerbstätigkeit nachgehen
können. Die EL-Durchführungsstelle gab am 21. Dezember 2010 an (Bund 2 act. 138),
sie werde ein hypothetisches Erwerbseinkommen der Ehefrau anrechnen. Mit einer
Verfügung vom 29. Dezember 2010 setzte sie die laufende Ergänzungsleistung per 1.
Januar 2011 revisionsweise auf Fr. 1'741.-- fest (Bund 2 act. 134). Die
Anspruchsberechnung wies ein hypothetisches Erwerbseinkommen von Fr. 43'200.--
bzw. ein anrechenbares Einkommen von Fr. 24'439.-- aus (Bund 2 act. 137).
A.b Der Versicherte liess am 1. Februar 2011 Einsprache gegen die Verfügung vom
29. Dezember 2010 erheben (Bund 1 act. 7). Sein Rechtsvertreter verwies zur Be
gründung auf seine Ausführungen in früheren Rechtsmittelverfahren. Er machte
ausserdem geltend, das Erwerbseinkommen von Fr. 43'200.-- resultiere aus dem
Arbeitsverhältnis mit dem B._-Hotel. Dieses Arbeitsverhältnis sei aber bereits Ende
August 2010 aufgelöst worden. Die Ehefrau des Versicherten sei seit September 2010
wieder arbeitslos und zu 100% vermittlungsfähig. Am 10. Januar 2011 habe sie eine
Berufsausbildung begonnen, so dass sie ab diesem Zeitpunkt noch zu 50%
vermittlungsfähig sei. Das entspreche einem anrechenbaren Taggeld der
Arbeitslosenversicherung (bei einer Vermittlungsfähigkeit von 50%) von Fr. 17'608.80.
Ausserdem seien Schulkosten von Fr. 1'433.-- zu übernehmen. Am 17. Februar 2011
erging eine Verfügung, mit der die EL-Durchführungsstelle die Ergänzungsleistung
rückwirkend für das ganze Jahr 2010 neu festsetzte (Bund 1 act. 12-20). Auch dagegen
liess der Versicherte Einsprache erheben (Bund 1 act. 25). Die EL-Durchführungsstelle
sistierte am 17. Februar 2011 das gegen die Verfügung vom 29. Dezember 2010
gerichtete Einspracheverfahren (Bund 1 act. 21). Am 22. März 2011 folgte die
Sistierung des auf die Verfügung vom 17. Februar 2011 bezogenen
Einspracheverfahrens (Bund 1 act. 26). Das Urteil des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen, das den Anlass dieser beiden Sistierungsentscheide gebildet hatte,
erging am 19. April 2011 (Bund 1 act. 30). Die Ehefrau des Versicherten reichte der EL-
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Durchführungsstelle am 4. August 2011 diverse Unterlagen ein (Bund 1 act. 41). Sie
gab dazu an, von Februar bis April 2011 habe sie nur telephonische
Arbeitsbemühungen gemacht, da sie gemäss einer Verfügung des KIGA Graubünden
nicht vermittlungsfähig gewesen sei. Zu den eingereichten Unterlagen gehörten auch
Belege betreffend die (erfolglosen) Arbeitsbemühungen in den Monaten Januar bis Juni
2011. Die Ehefrau des Versicherten war anfangs Januar 2011 einige Tage erwerbstätig
gewesen (Bund 1 act. 41-40) und sie hatte im Januar 2011 wenige Taggelder der
Arbeitslosenversicherung erhalten (Bund 1 act. 41-39). Ab Juni 2011 war sie für die
C._ AG bzw. für deren Kunden tätig gewesen (Bund 1 act. 41-50 ff.). Am 11. August
2011 liess der Versicherte Belege betreffend die Arbeitsbemühungen seiner Ehefrau ab
Juli 2011 einreichen (Bund 1 act. 43-1 ff.). Die Vermittlungsfähigkeit der Ehefrau des
Versicherten ab 11. Januar 2011 wurde am 16. Mai 2011 durch die zuständige Behörde
der Arbeitslosenversicherung verneint (Bund 1 act. 49-17 ff.). Die EL-
Durchführungsstelle wies die gegen die Verfügung vom 29. Dezember 2010 erhobene
Einsprache am 9. September 2011 ab (Bund 1 act. 54). Zur Begründung führte sie aus,
ein Einkommensverzicht liege vor, wenn von der Ausübung einer möglichen und
zumutbaren Erwerbstätigkeit abgesehen werde oder wenn sich eine Person mit einem
Erwerbseinkommen zufrieden gebe, das unter demjenigen liege, das objektiv erzielt
werden könnte. Die Ehefrau des Versicherten habe die objektive Komponente des
Verzichtstatbestands erfüllt, denn sie habe in ihrem Herkunftsland eine
Berufsausbildung absolviert und sie sei dort in diesem Beruf tätig gewesen. In der
Schweiz habe sie im Service in Restaurants gearbeitet, sich berufsbegleitend
ausgebildet und eine Sprachschule (Deutsch, Französisch) absolviert. Sie hätte ohne
Weiteres eine Stelle finden können. Indem sie eine völlig neue Ausbildung angestrebt
habe, habe sie auf Erwerbseinkommen verzichtet. Fände in der Anspruchsberechnung
kein hypothetisches Erwerbseinkommen Berücksichtigung, würde diese völlig neue
Ausbildung über die Ergänzungsleistungen mitfinanziert. Das sei nicht zulässig, weil
Personen, die keine Ergänzungsleistungen bezögen, nur eine Ausbildung absolvieren
könnten, wenn sie über die dazu notwendigen Mittel verfügten. Es sei davon
auszugehen, dass die Ehefrau des Versicherten einen Lohn von Fr. 43'200.-- hätte
erzielen können.
B.
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B.a Der Versicherte liess am 11. Oktober 2011 Beschwerde gegen diesen
Einspracheentscheid erheben und beantragen, die Ergänzungsleistung sei neu
festzulegen und dabei sei auf die Anrechnung eines Erwerbseinkommens der Ehefrau
zu verzichten (act. G 1). Am 16. April 2012 führte die Rechtsvertreterin ergänzend aus
(act. G 12), es sei der Ehefrau des Beschwerdeführers nicht möglich, das angerechnete
Erwerbseinkommen effektiv zu erzielen. Das Versicherungsgericht des Kantons St.
Gallen habe am 19. April 2011 festgehalten, dass bis zum Entscheid kein
hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet werden dürfe. Das Urteil sei am 23.
Mai 2011 versandt worden. Deshalb dürfe bis Ende Mai 2011 kein hypothetisches
Erwerbseinkommen angerechnet werden. Die Kündigung durch das B._-Hotel sei
unverschuldet erfolgt. Seither habe die Ehefrau unzählige Bewerbungen versandt und
Absagen erhalten. Dementsprechend seien ihr Arbeitslosentaggelder anzurechnen.
Diese seien folgendermassen zu ermitteln: Fr. 43'200.--, davon 70% Fr. 30'420.--,
abzüglich Sozialversicherungsbeiträge Fr. 26'702.--, abzüglich Freibetrag Fr. 25'202.--,
davon zwei Drittel Fr. 16'801.--. Bei diesem anrechenbaren Einkommen würde eine
monatliche Ergänzungsleistung von Fr. 2'380.-- resultieren. Die Ehefrau des
Beschwerdeführers habe in Mexiko eine Ausbildung als Sekretärin abgeschlossen, die
in der Schweiz in keiner Weise brauchbar sei. Sie könne sich nicht schriftlich auf
Deutsch ausdrücken. Deshalb dürfe kein Erwerbseinkommen angerechnet werden. Am
24. April 2012 gab die Rechtsvertreterin an (act. G 14), die Ehefrau des
Beschwerdeführers habe die Handelsabteilung des Gymnasiums mit dem Abitur
abgeschlossen. Da sie aus finanziellen Gründen kein Studium habe beginnen können,
sei sie einige Zeit als Bürohilfskraft/Sekretärin tätig gewesen. Das Diplom habe in der
Schweiz nicht anerkannt werden können. Ein weiterer Beweis für das Fehlen einer
Berufsausbildung sei die Tatsache, dass der Ehefrau bereits zweimal Stipendien
zugesprochen worden seien, was nur für eine Erstausbildung möglich sei.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 22. Mai 2012 die Abweisung der Be
schwerde (act. G 16).
B.c Der Beschwerdeführer reichte dem Gericht am 4. Oktober 2012 die Kopie eines an
die Beschwerdegegnerin gerichteten Schreibens vom gleichen Tag ein (act. G 18), in
dem er u.a. ausgeführt hatte, seine Ehefrau habe weder in Mexiko noch in der Schweiz
eine Erstausbildung absolviert, er lebe seit Januar 2012 von ihr getrennt und gemäss
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einem Versicherungsgerichtsentscheid vom 4. Juli 2008 (EL 2008/12) sei der Verzicht
auf eine nachträgliche Berufsausbildung unzumutbar. Er hatte weiter angegeben, er
könne weder in ein Altersheim gehen noch eine angemessene "Verbleibe" mieten oder
unterhalten, solange ein fiktives Einkommen angerechnet werde.
B.d Die Abteilungspräsidentin teilte der damaligen Rechtsvertreterin des
Beschwerdeführers am 22. April 2013 mit (act. G 22), es bestehe die Möglichkeit, dass
das Gericht die Anrechnung hypothetischer Taggelder der Arbeitslosenversicherung
anordnen werde, die höher seien als das im angefochtenen Einspracheentscheid
berücksichtigte hypothetische Erwerbseinkommen. Damit würde die ordentliche
Ergänzungsleistung allenfalls weniger als Fr. 1'341.-- monatlich betragen. Die
Abteilungspräsidentin gab der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers die
Gelegenheit, zur Vermeidung einer drohenden reformatio in peius die Beschwerde
zurückzuziehen. Die angesprochene Rechtsanwältin teilte daraufhin mit, dass sie den
Beschwerdeführer nicht mehr vertrete. Sie wies darauf hin, dass das Gesuch um
unentgeltliche Prozessführung weiterhin bestehe, weshalb sie über den Entscheid
informiert werden müsse, damit sie ihre Entschädigung geltend machen könne.
B.e Der Beschwerdeführer reichte am 9. Mai 2013 eine von seiner Ehefrau im Januar
2013 erstellte "Zusammenfassung der Fakten" ein (act. G 24.1). D._ hatte darin u.a.
angegeben, sie habe im November 2010, aufgrund eines
Versicherungsgerichtsentscheids vom 4. Juli 2008, bei der Beschwerdegegnerin be
antragt zu prüfen, ob sie ohne die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbsein
kommens ihre berufliche Ausbildung wieder aufnehmen dürfe. Von der
Sachbearbeiterin habe sie eine positive Antwort erhalten. Im November 2010 habe sie
sich bei der Hotelfachschule E._ angemeldet. Am 6. Dezember 2010 habe sie den
zuständigen Gruppenleiter der Beschwerdegegnerin darüber informiert. Dieser habe ihr
mit Schreiben vom 21. Dezember 2010 mitgeteilt, dass doch ein hypothetisches
Erwerbseinkommen angerechnet werde. Aufgrund der durch die Reduktion der Er
gänzungsleistung entstandenen finanziellen Probleme habe sie ihre berufliche
Erstausbildung im Dezember 2011 abbrechen müssen. Seit dem 1. Januar 2012 sei sie
vom Beschwerdeführer gerichtlich getrennt. Am 25. Mai 2013 machte der
Beschwerdeführer gegenüber dem Gericht geltend (act. G 26), mit der Verfügung vom
13. Januar 2012, die ebenfalls Gegenstand der Beschwerde sei, sei seine
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Ergänzungsleistung auf Fr. 369.-- gekürzt worden. Die Behauptung der
Beschwerdegegnerin, seine Ehefrau habe in Mexiko eine Erstausbildung absolviert, sei
falsch. Ebenfalls falsch sei deshalb auch die Behauptung der Beschwerdegegnerin,
seine Ehefrau strebe mit der Aufnahme der Ausbildung an der Hotelfachschule eine
völlig neue Ausbildung an. Die Hotelfachschule sei für sie nämlich eine berufliche
Grundausbildung im Gastronomiebereich, in dem sie in den letzten sieben Jahren als
Servicehilfe gearbeitet habe. Anzuwenden sei der Entscheid des Versicherungsgerichts
vom 4. Juli 2008 und nicht der Bundesgerichtsentscheid vom 3. September 2010. Aus
diesem Grund ziehe er seine Beschwerde nicht zurück.

Erwägungen:
1.
1.1 Einziger Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens ist der
Einspracheentscheid vom 9. September 2011, mit dem die Beschwerdegegnerin die
gegen die Verfügung vom 29. Dezember 2010 erhobene Einsprache abgewiesen hat.
Inhalt der Verfügung vom 29. Dezember 2010 und damit des angefochtenen Ein
spracheentscheids ist die revisionsweise Neufestsetzung des EL-Anspruchs ab 1. Ja
nuar 2011. Der Streitgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens ist deshalb
ebenfalls auf die Höhe der ordentlichen Ergänzungsleistung ab 1. Januar 2011 be
schränkt. Allfällige spätere Änderungen der Ergänzungsleistung sind nicht zu
beurteilen.
1.2 Die Anspruchsberechnung ist zwar per 1. Januar 2011 in Bezug auf verschiedene
Ausgaben- und Einnahmenpositionen (pauschale Krankenkassenprämien, pauschaler
Lebensbedarf, Rente) gegenüber derjenigen für die Zeit ab 1. Juni 2010 angepasst
worden, aber die einzige Veränderung, die nicht auf eine periodische Teuerungsan
passung zurückzuführen gewesen ist, hat darin bestanden, dass das - gemäss der zu
diesem Zeitpunkt immer noch gültigen Verfügung vom 26. August 2010 - als effektiv
erzielt angerechnete Erwerbseinkommen von Fr. 43'200.-- durch ein hypothetisches
Erwerbseinkommen als Folge eines Einkommensverzichts von Fr 43'200.-- ersetzt
worden ist. Nur diese Veränderung der Einnahmenposition "Erwerbseinkommen" ist
vorliegend strittig.
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2.
2.1 Auch Einkünfte, auf die verzichtet worden ist, sind als Einnahmen anzurechnen
(Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG). Im vorliegenden Fall kommen mit Wirkung ab 1. Januar 2011
(hypothetische) Einkünfte in der Form eines Erwerbseinkommens (Art. 11 Abs. 1 lit. a
ELG) oder in der Form wiederkehrender Leistungen (Art. 11 Abs. 1 lit. d ELG), d.h. von
Taggeldern der Arbeitslosenversicherung in Frage. Diese Anrechnung hypothetischer
Einnahmen ist die gesetzlich vorgesehene Sanktion einer Verletzung der EL-
spezifischen Schadenminderungspflicht. Dabei handelt es sich um die Pflicht (i.S. einer
Obliegenheit), den Existenzbedarf soweit als möglich und zumutbar aus eigener Kraft
zu finanzieren (vgl. etwa Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Bd. XIV Soziale
Sicherheit, Ulrich Meyer [Hrsg.], 2. A., Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, bearbeitet von
Ralph Jöhl und Patricia Usinger-Egger, N. 173 S. 1755). Es kommt also nicht Art. 21
Abs. 4 ATSG, sondern Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG zur Anwendung. Die Sanktion besteht
deshalb nicht in einer vorübergehenden oder dauernden Kürzung oder Einstellung der
Ergänzungsleistung (unter Auflösungsvorbehalt bei späterem Wohlverhalten, vgl. Ueli
Kieser, ATSG-Kommentar, 2. A., N. 98 zu Art. 21 ATSG), sondern in der Anrechnung
hypothetischer Einnahmen und damit indirekt in einer (definitiven, d.h. nicht unter
einem Auflösungsvorbehalt stehenden) entsprechenden Reduktion der
Ergänzungsleistung. Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG geht als lex specialis dem Art. 21 Abs. 4
ATSG vor, auch wenn dies entgegen Art. 1 Abs. 1 ELG nicht ausdrücklich vorgesehen
worden ist. Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG kommt also anstelle von Art. 21 Abs. 4 ATSG zur
Anwendung, wenn eine Verletzung der Schadenminderungspflicht bzw. ein Verzicht auf
Einkünfte vorliegt. Das bedeutet, dass im vorliegenden Fall keine Abmahnung
notwendig gewesen ist, denn dies ist - mit Ausnahme der Regelung in Art. 25 Abs. 4
ELV - im EL-Recht nicht vorgesehen.
2.2 Hätte die Ehefrau des Beschwerdeführers anfangs Januar 2011 keine Berufsaus
bildung begonnen, wäre es ihr möglich gewesen, ab diesem Zeitpunkt einer Erwerbs
tätigkeit nachzugehen. Damit erfüllt sie einen Teil des Tatbestands eines Verzichts auf
die Erzielung eines Erwerbseinkommens. Es ist nämlich davon auszugehen, dass es ihr
nach der Auflösung des Arbeitsvertrags mit dem B._-Hotel bei einer intensiven
Stellensuche möglich gewesen wäre, spätestens auf den 1. Januar 2011 eine
lohnmässig adäquate Arbeitsstelle zu finden. Der Beschwerdeführer beruft sich zur
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Begründung seines Begehrens, auf die Anrechnung hypothetischer Einnahmen seiner
Ehefrau sei zu verzichten, auf einen Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons
St. Gallen vom 4. Juli 2008 i. Sa. I.G. (EL 2008/12). Dort hatte das Versicherungsgericht
einen Einnahmenverzicht bei einem in die Anspruchsberechnung seiner Ehefrau
einbezogenen 32 Jahre alten ungelernten Hilfsarbeiter verneint, der eine Berufslehre
begonnen hatte. Es hatte dies mit der hohen Bedeutung einer qualifizierten
Berufsausbildung begründet, die wichtiger sei als die Verminderung oder Vermeidung
eines Bedarfs nach einer Ergänzungsleistung (vgl. E. 3). Wie bereits im Entscheid des
Versicherungsgerichts vom 9. April 2011 (EL 2010/36, E. 4) im Sinn eines obiter dictum
erwähnt, ist der hier vorliegende Sachverhalt nicht mit jenem zu vergleichen, der dem
zitierten früheren Gerichtsentscheid zu Grunde gelegen hatte. Die Ehefrau des
Beschwerdeführers verfügt über eine berufliche Erstausbildung (im kaufmännischen
Bereich) und sie hat in ihrem erlernten Beruf auch mehrere Jahre gearbeitet;
ausserdem verfügt sie über beruflich einsetzbare Kenntnisse in mehreren Sprachen
(EL-act. 44). Sie ist also nicht gezwungen, nur unqualifizierte und schlecht bezahlte
Tätigkeiten oder Hilfsarbeiten im Industrie- oder Dienstleistungsbereich anzunehmen,
sie ist vielmehr auch für Arbeitsstellen mit fachlich anspruchsvollerem Profil geeignet.
In einem ähnlichen Fall hat das Bundesgericht festgestellt, die höhere Gewichtung der
(weiteren, für die Ausübung einer geeigneten Erwerbsarbeit nicht notwendigen)
Berufsausbildung hätte deren indirekte Finanzierung durch EL zur Folge; dies aber
würde gegen den Zweck der EL - die Deckung des Existenzbedarfs des
anspruchsberechtigten AHV- oder IV-Rentners - verstossen (Entscheid vom 3.
September 2010, 9C_240/2010, Erw. 3 und 4). EL-rechtlich muss also die
Entscheidung der Ehefrau, keiner Erwerbstätigkeit (mehr) nachzugehen und
stattdessen eine zusätzliche Berufsausbildung zu absolvieren und damit ihre finanzielle
Lage so zu gestalten, dass sie nicht mehr mit ihrem Lohn an den Unterhalt des
Beschwerdeführers beitragen kann, als Verletzung der leistungsspezifischen
Schadenminderungspflicht qualifiziert werden. Aus EL-rechtlicher Sicht kann die
Ehefrau nicht frei darin sein, ob sie ihre eheliche Unterhaltspflicht gegenüber dem
Beschwerdeführer erfüllen will, indem sie einer Erwerbstätigkeit nachgeht, oder ob sie
diese Unterhaltspflicht - wirtschaftlich betrachtet - zugunsten einer Berufsausbildung
an den Sozialversicherungsträger Ergänzungsleistung "delegieren" will. Das gilt
insbesondere dann, wenn die Ausbildung sogar noch dazu führt, dass sie gegenüber
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dem Beschwerdeführer unterhaltsbedürftig wird, d.h. die Ergänzungsleistung nicht nur
den Unterhalts-/ Existenzbedarf des Beschwerdeführers, sondern auch noch ihren
Existenzbedarf mitfinanzieren muss. Verliert die Ehefrau des Beschwerdeführers als
Folge der Absolvierung einer Berufsausbildung die Fähigkeit, ihrer ehelichen
Unterhaltspflicht nachzukommen, droht demnach ein Leistungsmissbrauch, weil eine
Ergänzungsleistung, die ohne die Anrechnung eines hypothetischen
Erwerbseinkommens der Ehefrau berechnet würde, wirtschaftlich betrachtet nicht mehr
der Deckung des Existenzbedarfs des Beschwerdeführers dienen, sondern der Ehefrau
die Ausbildung ermöglichen würde. Gäbe es die Sozialversicherungsleistung
"Ergänzungsleistung" nicht, wäre die Ehefrau finanziell gar nicht in der Lage, eine
Berufsausbildung zu absolvieren, weil sie ihre Unterhaltspflicht dem Beschwerdeführer
gegenüber nicht mehr decken könnte. Wäre die Ehefrau mit einem Mann verheiratet,
der keinen Anspruch auf eine Altersrente und damit auch keinen Anspruch auf eine
Ergänzungsleistung hätte, könnte sich die Frage nach einer indirekten Finanzierung des
während der Ausbildung nicht gedeckten Existenzbedarfs beider Eheleute durch die
Ergänzungsleistung gar nicht stellen. Das zeigt, dass es zu einer ungerechtfertigten
Besserstellung des Beschwerdeführers und indirekt der Ehefrau käme, wenn keine
hypothetischen Einnahmen der Ehefrau angerechnet würden, denn die
Ergänzungsleistung wäre (neben allfälligen Stipendien) eine zusätzliche
Einkommensquelle während der Berufsausbildung, die von einem Zufall, nämlich von
einer Rentenberechtigung des Ehegatten, abhinge. Deshalb ist es der Ehefrau des
Beschwerdeführers nicht nur möglich, sondern auch zumutbar gewesen, auf eine
zusätzliche Berufsausbildung zu verzichten und ab Januar 2011 einer Erwerbstätigkeit
nachzugehen. Zusammenfassend ist festzustellen, dass es bei einer
Anspruchsberechnung ohne hypothetisches Erwerbseinkommen der Ehefrau zu einer
zweckwidrigen und damit missbräuchlichen Ausrichtung einer Ergänzungsleistung an
den Beschwerdeführer käme. Daran vermag der Umstand nichts zu ändern, dass die
Ehefrau des Beschwerdeführers nach dem Abschluss der Ausbildung allenfalls leichter
in der Lage sein würde, ihrer Unterhaltspflicht nachzukommen als vorher, denn
massgebend ist die aktuelle Situation. Bei einem drohenden Missbrauch muss eine
Verletzung der Schadenminderungspflicht durch die Anwendung von Art. 11 Abs. 1 lit.
g ELG verhindert werden. Das bedeutet, dass die Ehefrau des Beschwerdeführers
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tatsächlich auf ein Erwerbseinkommen verzichtet hat, so dass entsprechende
hypothetische Einnahmen in die EL-Anspruchsberechnung einzusetzen sind.
3. Die Ehefrau des Beschwerdeführers hat ihre Stelle beim B._-Hotel im August
2010 verloren. Danach ist sie keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgegangen. Sie hat
Taggelder der Arbeitslosenversicherung bezogen, was darauf schliessen lässt, dass sie
sich zumindest in den ersten Monaten nach dem Stellenverlust in einem zumutbaren
Ausmass um eine Arbeitsstelle bemüht hat, so dass sie unverschuldet arbeitslos
gewesen ist. Von dem Zeitpunkt an, in dem sie den Entschluss gefasst hat, die Hotel-
und Touristikfachschule zu besuchen, haben allfällige Arbeitsbemühungen mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht mehr die notwendige Intensität und
Ernsthaftigkeit aufgewiesen. Deshalb ist die Beschwerdegegnerin berechtigterweise
davon ausgegangen, dass die Ehefrau des Beschwerdeführers bei weiterhin
ausreichenden Arbeitsbemühungen per 1. Januar 2011 eine Arbeitsstelle gefunden
hätte, wenn sie sich durchgehend um eine solche bemüht hätte. Die Ehefrau des
Beschwerdeführers hat demnach ab Januar 2011 im Sinn von Art. 11 Abs. 1 lit. g i.V.m.
Abs. 1 lit. a ELG auf ein Erwerbseinkommen verzichtet. Die Anrechnung eines
hypothetischen Erwerbseinkommens von Fr. 43'200.-- bzw. Fr. 24'439.-- erweist sich
als rechtmässig, denn die Ehefrau des Beschwerdeführers hätte ihre beruflichen
Fähigkeiten und ihre Erfahrung am ehesten in einer Erwerbstätigkeit verwerten können,
die derjenigen im B._-Hotel entsprochen hätte. Der angefochtene
Einspracheentscheid erweist sich somit als korrekt, so dass die Beschwerde
abzuweisen ist.
4. Da der Beschwerdeführer mit seinem Begehren vollumfänglich unterliegt, ist sein
Gesuch um die Zusprache einer Parteientschädigung abzuweisen. Die frühere
Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers hat zwar am 29. April 2013 darum ersucht,
ihr den Entscheid mitzuteilen, da das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung
weiterhin bestehe. Tatsächlich hat sie aber nie ein solches Gesuch eingereicht, so dass
die Voraussetzungen der Gewährung einer unentgeltlichen Rechtsverbeiständung nicht
geprüft werden können. Selbst wenn das Schreiben vom 29. April 2013 als Gesuch zu
werten wäre, könnte keine rückwirkende Zusprache erfolgen, da kein Ausnahmefall
vom Grundsatz der Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung nur für die
Zukunft gegeben wäre (vgl. Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.],
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Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 2. A., Zürich/Basel/Genf
2013, N. 3 f. zu Art. 119). Das Gesuch ist deshalb abzuweisen. Das
Beschwerdeverfahren ist kostenlos.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39
VRP