Decision ID: d7d44a7c-b1b2-46c2-a5e4-c26ad8a64a84
Year: 2022
Language: de
Court: BL_KG
Chamber: BL_KG_001
Canton: BL
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 

Landschaft den gesamten Sachverhalt nochmals dar und beantragte, die Aufsichtsbehörde ha-
be gestützt darauf über die Beschwerde bzw. Verteilung abschliessend zu befinden.
L. Mit Stellungnahme vom 9. Dezember 2021 beantragten die Pfändungsgläubiger E._
und F._, beide vertreten durch Advokat Dr. Roberto Peduzzi und/oder Advokat Dominik
Junker, es sei die Beschwerde abzuweisen und die rektifizierte Verfügung des Betreibungsam-
tes Basel-Landschaft vom 12. November 2021 so abzuändern, dass ihnen ein Anteil des Ver-
wertungserlöses der Liquidationsanteile von CHF 231'385.33, eventualiter von CHF 173'034.93,
zugesprochen werde, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdeführer.
M. Ebenfalls am 9. Dezember 2021 reichte der Betreibungsschuldner C._ für sich und mit
Vollmacht für seine Ehefrau D._ eine Stellungnahme ein, mit welcher vier prozessuale An-
träge gestellt wurden, ohne sie jedoch zu begründen. Der Stellungnahme wurde ein Bündel an
Unterlagen beigelegt und dazu angemerkt, dass diese Unterlagen die Beilage 3 der Beschwer-
de ergänzen würden. Als Beilage 3 der Beschwerde war von A._ und B._ ihr Gesuch an
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das Betreibungsamt Basel-Landschaft vom 25. Januar 2021 (vgl. lit. E oben) eingereicht wor-
den.
N. Mit kantonsgerichtlicher Verfügung vom 14. Dezember 2021 wurden die eingegangenen
Vernehmlassungen unter den Verfahrensbeteiligten ausgetauscht, der Schriftenwechsel ge-
schlossen und der Entscheid der Aufsichtsbehörde in Aussicht gestellt.
O. Gleichentags, am 14. Dezember 2021, reichten die Betreibungsschuldner C._ und
D._ einen Nachtrag zu ihrer Vernehmlassung ein, welche wiederum mehrere Beilagen
zwecks Ergänzung der Beschwerdebeilage 3 enthielt. Im Nachtrag führten sie aus, dass an
ihren prozessualen Anträgen vom 9. Dezember 2021 festgehalten werde. Zudem sei die Eidge-
nössische Steuerverwaltung als Verfahrenspartei im Hauptverfahren zu involvieren. Eine Be-
gründung der prozessualen Anträge blieb abermals aus. Die Betreibungsschuldner erbaten um
Kontaktaufnahme, «sollten die Parteien an einer compliance-fähigen resp. aussergerichtlichen
Lösung interessiert sein». Es folgten vier weitere Zuschriften der Betreibungsschuldner (am
16. und 18. Dezember 2021 sowie am 6. und 14. Januar 2022) mit ergänzenden Unterlagen zur
Beschwerdebeilage 3 und mit den Hinweisen, dass an den prozessualen Anträgen festgehalten
werde und die Betreibungsschuldner für allfällige Vergleichsgespräche zur Verfügung stünden.
P. Mit Eingabe vom 24. Dezember 2021 reichten die Beschwerdeführer A._ und B._,
neu vertreten durch Rechtsanwalt Ivo Grossenbacher, eine freiwillige Replik ein. Darin hielten
sie an ihren bereits gestellten Rechtsbegehren fest und nahmen zu den zuvor durch das Betrei-
bungsamt Basel-Landschaft, die Betreibungsschuldner und die Pfändungsgläubiger eingegebe-
nen Vernehmlassungen Stellung. Die Replik veranlasste die Pfändungsgläubiger dazu, am
12. Januar 2022 eine freiwillige Duplik einzureichen. Auch sie verwiesen auf ihre bereits gestell-
ten Rechtsbegehren und beantragten, es sei die Replik der Beschwerdeführer aus dem Recht
zu weisen, da sie unzulässige Korrekturen und Ergänzungen zur Beschwerde enthalte. Die Be-
schwerdeführer reagierten darauf mit einer weiteren freiwilligen Eingabe vom 18. Januar 2022,
in der sie die Zulässigkeit ihrer Replik vom 24. Dezember 2021 begründeten und darauf hinwie-
sen, dass mit dieser keine unzulässigen Korrekturen und Ergänzungen vorgenommen worden
seien. Vielmehr seien Erklärungen abgegeben worden, zu welchen die Stellungnahme der
Pfändungsgläubiger vom 9. Dezember 2021 Anlass gegeben habe.
Q. Am 22. Februar 2022 traf sich die Aufsichtsbehörde zur Urteilsberatung. Gleichentags
ging eine weitere Eingabe der Betreibungsschuldner datiert mit 20. Februar 2022 ein, mit wel-
cher sie weitere Unterlagen einreichten und an ihren prozessualen Anträgen sowie ihrer Bereit-

schaft zu Vergleichsgesprächen festhielten. In den nachfolgenden Erwägungen werden die Vor-
träge der verfahrensbeteiligten Parteien zusammenfassend und in den wesentlichen Zügen
wiedergegeben, soweit sie für die Beurteilung der Beschwerde entscheidrelevant sind.
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Erwägungen
Formelles
1.1 Mit Ausnahme der Fälle, in denen das Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Kon-
kurs (SchKG) den Weg der gerichtlichen Klage vorschreibt, kann gemäss Art. 17 Abs. 1 SchKG
gegen jede Verfügung eines Betreibungs- oder eines Konkursamtes bei der Aufsichtsbehörde
über Schuldbetreibung und Konkurs (Aufsichtsbehörde) wegen Gesetzesverletzung oder Unan-
gemessenheit Beschwerde geführt werden, wobei die Rechtsmittelfrist zehn Tage seit dem
Zeitpunkt, an welchem die beschwerdeführende Partei von der Verfügung Kenntnis erhalten
hat, beträgt (Art. 17 Abs. 2 SchKG). Die angefochtene rektifizierte Verteilungsverfügung des
Betreibungsamtes Basel-Landschaft vom 12. November 2021 stellt eine Verfügung im Sinne
von Art. 17 SchKG dar und ist als Anfechtungsobjekt einer betreibungsrechtlichen Beschwerde
zugänglich. Die Verteilungsverfügung wurde am Freitag, 12. November 2021, mit A-Post Plus
an die beteiligten Parteien versandt. Nach unbestritten gebliebenem Vortrag der Beschwerde-
führer ging die betreibungsamtliche Verteilungsverfügung am Montag, 15. November 2021, bei
ihrem Rechtsvertreter ein. Mit Postaufgabe der Beschwerde am 24. November 2021 wurde die
zehntägige Anfechtungsfrist gewahrt.
1.2 Zur Beschwerde legitimiert ist, wer durch die angefochtene Verfügung eines Zwangs-
vollstreckungsorgans in seinen rechtlichen oder zumindest tatsächlichen Interessen betroffen
und dadurch beschwert ist und deshalb ein schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung oder
Abänderung der Verfügung hat (AB SchK BL 420 20 245 vom 12. Januar 2021 E. 1.1; BGer
5A_375/2019 vom 16. April 2020 E. 3.3.1). In der angefochtenen Verteilungsverfügung des Be-
treibungsamtes Basel-Landschaft wurde nach Ansicht der Beschwerdeführer ihr unbelasteter
Eigentumsanteil zwar in der Begründung, jedoch nicht in der Berechnung des Reinerlöses
durch das Betreibungsamt miteinbezogen. Die Beschwerdeführer erachten sich dadurch als
benachteiligt, weshalb ihre Beschwer und ihr schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung bzw.
Abänderung der angefochtenen Verfügung vom 12. November 2021 bejaht werden kann. Mit
der Beschwerde wird zudem ein praktischer Verfahrenszweck verfolgt, indem die Korrektur und
anschliessende Auszahlung des berichtigten Betrages an die Beschwerdeführer vor der Vertei-
lung des übriggebliebenen Erlöses an die Pfändungsgläubiger beantragt wird. Die Beschwerde
vom 24. November 2021 enthält konkrete Rechtsbegehren und eine Begründung derselben,
womit die formellen Anforderungen an eine Rechtsmittelschrift grundsätzlich erfüllt sind. Im Ge-
gensatz zu ihren Rechtsbegehren 1 und 2 machen die Beschwerdeführer mit den Rechtsbegeh-
ren 3, 4 und 5 jedoch keine Gesetzesverletzung oder Unangemessenheit im Sinne von Art. 17
Abs. 1 SchKG geltend. In der Beschwerde begründen sie diese Rechtsbegehren lediglich da-
mit, dass sie aufgrund ihrer Erfahrungen im vorliegenden Betreibungsverfahren angezeigt sei-
en. Diese Begründung reicht für eine Beschwerde nach Art. 17 Abs. 1 SchKG nicht aus. Es
können daher nur die Rechtsbegehren 1 und 2 der Beschwerdeführer materiell beurteilt wer-
den, wohingegen auf ihre Rechtsbegehren 3, 4 und 5 nicht einzutreten ist.
1.3 Für das Verfahren vor den kantonalen Aufsichtsbehörden sieht das Bundesrecht in
Art. 20a Abs. 2 SchKG vor, dass die Aufsichtsbehörde den Sachverhalt von Amtes wegen fest-
zustellen hat (sog. Untersuchungsmaxime), wobei sie die Parteien zur Mitwirkung anhalten darf;
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wird demnach die notwendige und zumutbare Mitwirkung verweigert, so braucht die Aufsichts-
behörde auf die Begehren der Parteien nicht einzutreten (Art. 20a Abs. 2 Ziff. 2 SchKG). Die
Aufsichtsbehörde hat die vorgelegten Beweise frei zu würdigen. Vorbehältlich bei nichtigen Ver-
fügungen darf die Aufsichtsbehörde nicht über die Anträge der Parteien hinausgehen oder et-
was anderes zusprechen, als verlangt worden ist (sog. Dispositionsmaxime, Art. 20a Abs. 2
Ziff. 3 SchKG). Zudem verpflichtet das Bundesrecht die kantonalen Aufsichtsbehörden, ein kos-
tenloses Verfahren anzubieten (vorbehältlich böswilliger oder mutwilliger Prozessführung), ihren