Decision ID: 9b314300-d32c-59d8-a5c7-77a90788f89d
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A.a Im Jahr 2018 wurden am Heliport Balzers unter der Flugplatzleitung
von A._, (...) Heliport Balzers AG, nicht genehmigte Bauarbeiten
durchgeführt und eine Helikopter-Plattform errichtet. Am 14. November
2018 reichte die Heliport Balzers AG nachträglich beim Bundesamt für Zi-
villuftfahrt (BAZL) ein Plangenehmigungsgesuch ein. Aus Sicherheitsgrün-
den liess das BAZL die Plattform am 17. Dezember 2018 durch die liech-
tensteinischen Behörden sperren.
A.b Am 23. Juni 2017 verfügte das BAZL eine Änderung des Betriebsreg-
lements vom September 2016, ohne den Sachverhalt zur wirtschaftlichen
Zumutbarkeit von eingeschränkten Flugbetriebszeiten am Heliport Balzers
vollständig abzuklären und eine Interessenabwägung vorzunehmen. Die
dagegen erhobene Beschwerde hiess das Bundesverwaltungsgericht mit
Urteil A-4819/2017 vom 19. Juni 2019 teilweise gut und wies die Sache zur
Vornahme weiterer Abklärungen und neuerlichem Entscheid an das BAZL
zurück.
A.c Mit Verfügung vom 15. Oktober 2019 vereinigte das BAZL das Abklä-
rungsverfahren zur strittigen Änderung des Betriebsreglements mit dem
hängigen Verfahren zum Bau der Helikopter-Plattform und der daraus re-
sultierenden Neustationierung eines Rettungsbetriebs. Es bestehe ein
sachlicher Zusammenhang zwischen dem neuen Rettungsbetrieb und dem
zu überprüfenden Betriebsreglement. Die Heliport Balzers AG sei auf ihre
Mitwirkungspflicht hinzuweisen und unter Androhung der Sperrung des
nächtlichen Flugbetriebs aufzufordern, weitere Unterlagen einzureichen.
Die Verfügung vom 15. Oktober 2019 unterzeichneten B._ (...) so-
wie C._ (...). Den weiteren Schriftenwechsel führte sie gemeinsam
mit einem ihrer Vorgesetzten durch. Die Verfügungen wurden jeweils von
ihr und von B._ (...) oder D._ (...) unterschrieben.
A.d Wegen der im Jahr 2018 ohne Genehmigung errichteten Helikopter-
Plattform leitete das BAZL am 27. Mai 2020, handelnd durch C._
als untersuchende Beamtin, ein Verwaltungsstrafverfahren gegen
A._ ein.
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B.
B.a Am 5. Juni 2020 liessen die Heliport Balzers AG im Verwaltungsver-
fahren und A._ im Verwaltungsstrafverfahren durch den rubrizierten
Rechtsvertreter ein Ausstandsbegehren gegen C._ stellen. Sie
habe in einem Schreiben vom 27. Mai 2020 eine voreingenommene Hal-
tung gegenüber A._ gezeigt. Im Verfahren über die Änderung des
Betriebsreglements habe sie mit Verfügung vom 7. Mai 2020 ihre Kompe-
tenzen überschritten. Da sie die Dossiers zu einer persönlichen Angele-
genheit gemacht habe, sei sie befangen und müsse in den Ausstand treten.
B.b Mit Schreiben vom 19. Juni 2020 überwiesen E._ (...) und
D._ das Ausstandsgesuch samt Stellungnahme von C._ an
die Aufsichtsbehörde – das Generalsekretariat des Eidgenössischen De-
partements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) –
und beantragten dessen Ablehnung.
B.c Am 25. Juni 2020 lud das UVEK die Heliport Balzers AG und
A._ ein, bis am 27. Juli 2020 Bemerkungen zur Stellungnahme von
C._ einzureichen.
B.d Mit Schreiben vom 22. Juli 2020 bestritten die Heliport Balzers AG und
A._ die Angaben in der Stellungnahme und beantragten die Sistie-
rung des Verfahrens. Sie hätten beim BAZL eine Amtsgeheimnisverletzung
angezeigt und würden einen Strafantrag vorbereiten. Daher könne nicht im
Einzelnen auf die Stellungnahme geantwortet werden. Es stelle sich zu-
dem die Frage, ob nicht alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Rechts-
dienstes des UVEK in den Ausstand treten sollten, da der Anwalt (der Ge-
suchstellenden) als Rechtsvertreter anderer Parteien in einer anderen An-
gelegenheit gegen (...) eingereicht habe.
B.e Im Schreiben vom 28. Juli 2020 nahmen (...) sowie (...) zum Vorwurf
der Amtsgeheimnisverletzung Stellung.
C.
Mit Verfügung vom 14. August 2020 wies das UVEK das Ausstandsbegeh-
ren und den Sistierungsantrag ab. Eine Mitwirkung in früheren Verfahren
bilde keinen Ausstandsgrund. Eine unterschiedliche Rechtsauffassung
lasse nicht auf eine Befangenheit schliessen. Bei allfälligen Verfahrensfeh-
lern könne gegen Verfügungen Beschwerde erhoben werden.
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Aus der schriftlichen Information vom 27. Mai 2020 über die weiteren Ver-
fahrensphasen des Verwaltungsstrafverfahrens lasse sich nicht schlies-
sen, dass sich die Mitarbeiterin bereits eine Meinung zum Verfahrensaus-
gang gebildet habe. Aufgrund staatsvertraglicher Verpflichtungen seien die
liechtensteinischen Behörden über die Einleitung eines Verwaltungsstraf-
verfahrens zu informieren.
Ein gegen die Mitarbeiterin des BAZL gehegtes Misstrauen oder kritische
Briefe begründeten noch keine Feindschaft. In der geltend gemachten
Amtsgeheimnisverletzung und der angedrohten Strafanzeige sei weder ein
Ausstandsgrund noch ein Grund für die Sistierung des Ausstandsverfah-
rens zu erblicken. Das BAZL habe mit Schreiben vom 28. Juli 2020 auf
nachvollziehbare Weise dargelegt, dass die erwähnten Auszüge aus Ver-
fahrensakten durch Dritte im Internet publiziert worden seien.
Es bestehe keine Gefahr der Voreingenommenheit der Mitarbeitenden des
Rechtsdienstes des GS UVEK, da es sich bei den vom Rechtsvertreter
geltend gemachten Verfahren um andere Verfahren mit unterschiedlichen
Parteien und anderen Rechtsfolgen handle.
D.
Am 30. August 2020 stellten die Heliport Balzers AG und A._ ein
Wiedererwägungsgesuch, auf welches das UVEK mit Verfügung vom
9. September 2020 nicht eintrat.
E.
Mit Eingabe vom 14. September 2020 fechten die Heliport Balzers AG
(nachfolgend: Beschwerdeführerin) und A._ (nachfolgend: Be-
schwerdeführer) die Verfügung des UVEK (nachfolgend Vorinstanz) vom
14. August 2020 beim Bundesverwaltungsgericht an und beantragen deren
Aufhebung. Das Ausstandsbegehren gegen C._ (nachfolgend: Mit-
arbeiterin des BAZL) sei gutzuheissen und sie sei in den Ausstand zu ver-
setzen. Eventualiter sei die Sache zu neuerlichem Entscheid an die Vor-
instanz zurückzuweisen.
F.
In der Vernehmlassung vom 15. Oktober 2020 schliesst die Vorinstanz auf
Abweisung der Beschwerde.
G.
In ihren Schlussbemerkungen vom 3. Dezember 2020 halten die Be-
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schwerdeführenden an ihren Begehren fest. Mit unaufgeforderten Schrei-
ben vom 14. Dezember 2020 und vom 6. Januar 2021 setzt der Rechtsver-
treter das Gericht über weitere bei der Vorinstanz hängige Ausstandsgesu-
che gegen Behördenmitglieder in Kenntnis.
H.
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die sich bei den Akten be-
findlichen Dokumente wird – soweit entscheidrelevant – in den Erwägun-
gen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gemäss Art. 31 des Verwal-
tungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) Beschwerden
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes über das Verwal-
tungsverfahren vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021).
1.2 Zu prüfen ist, ob auf die Beschwerde des Beschwerdeführers einzutre-
ten ist. Er begehrt die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und den
Ausstand der Mitarbeiterin des BAZL im Verwaltungsstrafverfahren, das sie
als untersuchende Beamtin gegen ihn am 27. Mai 2020 eingeleitet hat.
1.2.1 Die Beschwerde ist gegen die Verfügung einer Vorinstanz im Sinne
von Art. 33 VGG zulässig, sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vor-
liegt. Beschwerden gegen Verfügungen, die nach einem anderen Bundes-
gesetz durch Einsprache oder durch Beschwerde an eine der in Art. 33
Bst. c-f VGG aufgelisteten Behörden anfechtbar sind, sind unzulässig (vgl.
Art. 32 Abs. 2 Bst. a VGG).
1.2.2 Soweit die angefochtene Verfügung das Ausstandsbegehren im Ver-
waltungsstrafverfahren betrifft, liegt in Bezug auf das Sachgebiet eine Aus-
nahme vor. Gemäss Art. 98 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 21. Dezem-
ber 1948 über die Luftfahrt (LFG; SR 748.0) werden Übertretungen im
Sinne von Art. 91 LFG nach den Verfahrensvorschriften des Bundesgeset-
zes vom 22. März 1974 über das Verwaltungsstrafrecht (VStrR; SR 313.0)
durch das BAZL verfolgt und beurteilt. Ist im Rahmen eines Verwaltungs-
strafverfahrens der Ausstand einer Beamtin, welche die Untersuchung
führt, streitig, entscheiden darüber Vorgesetzte (Art. 29 Abs. 2 VStrR) – und
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nicht, wie im Verwaltungsverfahren, die Aufsichtsbehörde (Art. 10 Abs. 2
VwVG). Gegen einen Entscheid über den Ausstand im Verwaltungsstraf-
verfahren kann bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Be-
schwerde geführt werden (Art. 29 Abs. 2 i.V.m. Art. 27 Abs. 3 VStrR). Das
Bundesverwaltungsgericht ist für die Beurteilung von Beschwerden in ver-
waltungsstrafrechtlichen Ausstandssachen unzuständig (Art. 32 Abs. 2 Bst.
a VGG i.V.m. Art. 33 Bst. c VGG; Art. 29, 27 Abs. 3 VStrR).
1.3 Auf die Begehren des Beschwerdeführers, die angefochtene Verfü-
gung sei aufgrund des Schreibens vom 27. Mai 2020 aufzuheben und die
Mitarbeiterin des BAZL sei im Verwaltungsstrafverfahren in den Ausstand
zu versetzen, ist mangels sachlicher Zuständigkeit nicht einzutreten. Eine
Überweisung nach Art. 8 Abs. 1 VwVG an die zuständige Rechtsmitte-
linstanz kann unterbleiben. Die Eingaben des anwaltlich vertretenen Be-
schwerdeführers machen deutlich, dass er die Zuständigkeit des Bundes-
verwaltungsgerichts im Sinne von Art. 9 Abs. 2 VwVG behauptet hat. Ers-
tens geht er in der Beschwerdeschrift von der Zuständigkeit des Bundes-
verwaltungsgerichts aus. Zweitens enthalten die Dokumente, die der rubri-
zierte Rechtsvertreter im Rahmen des Schriftenwechsels eingereicht hat,
klare Hinweise darauf, dass ihm die Zuständigkeitsvorschriften für verwal-
tungsstrafrechtliche Ausstandssachen bekannt gewesen sind.
1.4 Die Beschwerdeführerin begehrt die Aufhebung der Verfügung vom
14. August 2020 und den Ausstand der Mitarbeiterin des BAZL im Verfah-
ren zur nachträglichen Plangenehmigung und Neustationierung des Ret-
tungsbetriebs, in dem auch das Abklärungsverfahren zur Änderung des
Betriebsreglements aus dem Jahr 2017 geführt wird. Soweit der angefoch-
tene Entscheid des UVEK den Ausstand der Mitarbeiterin im Verwaltungs-
verfahren betrifft, handelt es sich um eine anfechtbare Verfügung, die von
einer Vorinstanz im Sinne von Art. 33 Bst. d VGG erlassen wurde. Es liegt
keine Ausnahme, was das Sachgebiet angeht, vor (vgl. Art. 32 VGG). Die
Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht ist zulässig.
1.5 Die Beschwerdeführerin hat sich am vorinstanzlichen Verfahren betei-
ligt und ist durch den angefochtenen Entscheid, mit welchem ihre Begeh-
ren abgewiesen wurden, sowohl formell als auch materiell beschwert, wes-
halb sie zur Beschwerde legitimiert ist (vgl. Art. 48 Abs. 1 VwVG).
1.6 Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde (vgl. Art. 50
Abs. 1 und Art. 52 VwVG) ist einzutreten, soweit sie den Ausstand im Ver-
waltungsverfahren betrifft.
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Seite 7
2.
Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung auf
Rechtsverletzungen, einschliesslich unrichtiger oder unvollständiger Fest-
stellung des rechtserheblichen Sachverhalts und Rechtsfehler bei der Aus-
übung des Ermessens (Art. 49 Bst. a und b VwVG) sowie auf Angemes-
senheit hin (Art. 49 Bst. c VwVG).
3.
Die Beschwerdeführerin macht geltend, es sei nicht ersichtlich, ob die Vor-
instanz vor Erlass des Entscheids die Beilagen des Ausstandsgesuchs zu
den Akten genommen habe, und weist auf ihre Stellungnahme vom 5. Juni
2020 im Verwaltungsverfahren hin. Die Vorinstanz habe entscheidwesent-
liche Dokumente ausser Acht gelassen und die angefochtene Verfügung
unzureichend begründet. Sie ignoriere das Hintergrundproblem des
Rechtsstreits und verletze den Untersuchungsgrundsatz sowie das rechtli-
che Gehör. Die Akten des Verwaltungsverfahrens und des Verwaltungs-
strafverfahrens hätten beigezogen werden müssen. Der angekündigte
Strafantrag wäre abzuwarten gewesen. Die Vorinstanz übersehe, dass das
BAZL eine Strategie der «Vernichtung» gegen sie sowie gegen eine am
Heliport Balzers eröffnete Rettungsbasis führe.
3.1 Der Grundsatz des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 29
VwVG, Art. 32 Abs. 1 VwVG) verlangt, dass die verfügende Behörde die
Vorbringen der Parteien tatsächlich hört, sorgfältig und ernsthaft prüft und
in der Entscheidfindung berücksichtigt, was sich entsprechend in der Be-
gründung niederschlagen muss (vgl. Art. 35 Abs. 1 VwVG). Die Parteien
benötigen Zugang zu den entscheidwesentlichen Verfahrensakten, um ihr
Anhörungsrecht wirksam ausüben zu können. Das Akteneinsichtsrecht ge-
mäss Art. 26–28 VwVG ist eng mit dem Äusserungsrecht verbunden,
gleichsam dessen Vorbedingung (BGE 132 V 387 E. 3.1). Aus dem An-
spruch auf rechtliches Gehör wird als Gegenstück zum Akteneinsichts- und
Beweisführungsrecht der Parteien eine allgemeine Aktenführungspflicht
der Behörden abgeleitet (BGE 142 I 86 E. 2.2). Akteneinsichts- und Be-
weisführungsrecht können nur dann ausgeübt werden, wenn die Behörde
die Vollständigkeit der im Verfahren eingebrachten und erstellten Akten si-
cherstellt (BGE 138 V 218 E. 8.1.2).
Der Untersuchungsgrundsatz besagt, dass die Behörden von sich aus für
die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhal-
tes zu sorgen haben (Art. 12 VwVG). Dieser Grundsatz wird durch die Mit-
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Seite 8
wirkungspflicht relativiert (Art. 13 VwVG). Die Führung des vorinstanzli-
chen Abklärungsverfahrens liegt im Ermessen der Behörde. Die Amtser-
mittlung endet, wenn der rechtserhebliche Sachverhalt bewiesen ist oder
wenn willkürfrei ausgeschlossen werden kann, dass weitere Abklärungen
zu einem zusätzlichen Erkenntnisgewinn führen (vgl. BVGE 2015/1 E. 4.2).
3.2 Die Rüge, die Vorinstanz habe das Akteneinsichtsrecht verletzt, ist un-
begründet. Entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin sind keine
Mängel in der Aktenführung erkennbar. Mit der Vernehmlassung reicht die
Vorinstanz die Verfahrensakten samt Aktenverzeichnis ein. Daraus geht
hervor, dass die von der Beschwerdeführerin angesprochene Beilage des
Ausstandsgesuchs bei den Akten liegt und im Aktenverzeichnis mit Nr. 2
«Schreiben Heliport Balzers AG an BAZL vom 5. Juni 2020» paginiert
wurde. Aus dem von der Beschwerdeführerin vorgelegten E-Mail vom
20. August 2020, in dem die Vorinstanz mit Bezug auf das strittige Doku-
ment ausführte, «[das] Schreiben vom 5. Juni ist nicht Gegenstand des
Verfahrens», lässt sich keine Verletzung der Aktenführungspflicht ableiten.
3.3 Beim soeben erwähnten Schreiben vom 5. Juni 2020 an das BAZL han-
delt es sich um die Stellungnahme der Beschwerdeführerin im Verwal-
tungsverfahren. Darin machte sie geltend, es liege ein gravierendes Fehl-
verhalten der Mitarbeiterin des BAZL vor.
Darauf hat die Vorinstanz in der Verfügung Bezug genommen und erwo-
gen, die Beschwerdeführerin würde im Schriftenwechsel eine andere
Rechtsauffassung vertreten als die Behörde. Gegen Verfügungen stehe
der Rechtsmittelweg offen. Damit hat sie die Vorbringen tatsächlich gehört
und in ihrer Entscheidfindung berücksichtigt. Die Beschwerdeführerin
konnte sich dadurch ein Bild von der Tragweite des Entscheids machen
und ihn sachgerecht anfechten (vgl. BGE 129 I 232 E. 3.2). Es ist keine
Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör erkennbar.
3.4 Die Vorinstanz hat sich – entgegen den Vorbringen der Beschwerde-
führerin – in ihrer Entscheidfindung mit der geltend gemachten Amtsge-
heimnisverletzung befasst und ist auf die Frage, ob der angekündigte Straf-
antrag beziehungsweise die Strafanzeige den Ausstand zu begründen ver-
mag, eingegangen. Gestützt auf plausible Erklärungen des BAZL, Informa-
tionen aus den Verfahrensakten seien ohne Zutun des Amtes an die Öf-
fentlichkeit gelangt, hat sie die Ablehnung des Sistierungsgesuchs ausrei-
chend begründet. Die Begründung ist so abgefasst, dass sachgerecht da-
gegen Beschwerde geführt werden konnte.
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Seite 9
3.5 Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie habe keine Gelegenheit er-
halten, auf die Stellungnahme der Mitarbeiterin zu replizieren. Die Vorin-
stanz habe den Untersuchungsgrundsatz und das rechtliche Gehör ver-
letzt, weil sie die Position des BAZL übernommen und das Hintergrund-
problem des Rechtsstreits übersehen habe. Sie hätte die Akten des Plan-
genehmigungs- und des Verwaltungsstrafverfahrens beiziehen müssen.
Beim Einreichen ihres Ausstandsgesuchs hatte die Beschwerdeführerin
Gelegenheit, ihre Begehren in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht im Ein-
zelnen zu begründen. Die betroffene Mitarbeiterin konnte dazu Stellung
nehmen. Daraufhin hat die Vorinstanz die Beschwerdeführerin eingeladen,
sich innert Frist zu äussern. Das Beschwerdevorbringen, es habe keine
Gelegenheit bestanden, sich zur Stellungnahme zu äussern, ist aktenwid-
rig. Dass sich die Beschwerdeführerin eigenen Angaben zufolge wegen ei-
ner mutmasslichen Amtsgeheimnisverletzung und der Vorbereitung eines
Strafantrags nicht weiter zu den Gründen ihrer Ablehnung geäussert und
von einem Fristerstreckungsgesuch abgesehen hat, ist nicht der Vorin-
stanz anzulasten. Zur in der Stellungnahme der Beschwerdeführerin gel-
tend gemachten Amtsgeheimnisverletzung hat sich das BAZL mit Schrei-
ben vom 28. Juli 2020 geäussert. Danach konnte die Vorinstanz gestützt
auf die Aktenlage davon ausgehen, dass zusätzliche Abklärungen keinen
weiteren Aufschluss hätten vermitteln können. Sie hat das Abklärungsver-
fahren zu Recht und willkürfrei beendet.
3.6 Die übrigen formellen Rügen sind unbegründet. Dass sich die Vorin-
stanz mit dem angeblichen Anspruch auf Gleichbehandlung im Unrecht
nicht weiter befasst hat, ist für die Beurteilung des Ausstandsgesuchs nicht
entscheidwesentlich (vgl. E. 5.5 hiernach) und lässt auf keine unrichtige
oder unvollständige Sachverhaltsfeststellung schliessen. Das Vorbringen,
das UVEK habe im Nichteintretensentscheid vom 7. September 2020
keine nachträglichen Sachverhaltsfeststellungen vorgenommen, ist hier
nicht streitgegenständlich.
3.7 Zusammenfassend liegen keine unrichtige oder unvollständige Sach-
verhaltsfeststellung und keine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches
Gehör vor. Die formell-rechtlichen Rügen erweisen sich als unbegründet.
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Seite 10
4.
4.1 Gemäss Art. 10 VwVG muss eine Person, die eine Verfügung zu treffen
oder diese vorzubereiten hat, in den Ausstand treten, wenn sie in der Sa-
che befangen sein könnte. Neben verschiedenen speziellen Ausstands-
gründen (Art. 10 Abs. 1 Bst. a–c VwVG) statuiert Art. 10 Abs. 1 Bst. d VwVG
einen Auffangtatbestand, wonach eine Person in den Ausstand zu treten
hat, wenn sie aus anderen Gründen in der Sache befangen sein könnte.
Um welche Gründe es sich dabei handelt, ist jeweils unter Berücksichti-
gung der konkreten Umstände des Einzelfalls zu bestimmen. Es genügt für
einen entsprechenden Ausstandsgrund, dass Umstände vorliegen, die bei
objektiver Betrachtung den Anschein der Befangenheit zu begründen ver-
mögen (vgl. BGE 137 II 431 E. 5.2; Urteil des BVGer A-2142/2016 vom
9. September 2016 E. 6.1 m.w.H.).
Für Verwaltungsverfahren gilt nicht der gleich strenge Massstab wie ge-
mäss Art. 30 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK für Justizverfahren unabhängiger
richterlicher Behörden (BGE 140 I 326 E. 5.2; 125 I 209 E. 8). Ablehnungs-
und Ausstandsbegehren gegen nichtrichterliche Justizpersonen bzw. ge-
gen Personen, die an einem Verwaltungsentscheid beratend oder instruie-
rend mitwirken, sind nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung im In-
teresse einer beförderlichen Rechtspflege nicht leichthin gutzuheissen
(zum Ganzen Urteil des BGer 2C_989/2020 vom 29. April 2021 E. 2.2
m.H.; Urteile des BVGer A-2142/2016 vom 9. September 2016 E. 6.1;
A-7010/2015 vom 19. Mai 2016 E. 3 m.w.H.).
4.2 Die Rückweisung eines Entscheids zur Neubeurteilung an die Vorin-
stanz stellt grundsätzlich keine unzulässige Vorbefassung dar und ist aus
Gründen der Verfahrensökonomie zulässig (zum Begriff der Vorbefassung
von Behörden siehe insbesondere BVGer A-2142/2016 vom 9. September
2016 E. 6.4.2). Nach den Kriterien der bundesgerichtlichen Rechtspre-
chung kommt es darauf an, ob die zu entscheidenden Fragen trotz Vorbe-
fassung noch als offen erscheinen (vgl. BGE 140 I 326 E. 5.1; 116 Ia 28;
114 Ia 50 E. 3 d).
4.3 Die Tatsachen, die den Ausstandsgrund bewirken, müssen von der
Partei, die sich darauf berufen will, zumindest glaubhaft gemacht werden
(vgl. Art. 36 Abs. 1 BGG). Dabei genügt es, wenn eine gewisse Wahr-
scheinlichkeit dafürspricht (vgl. BGE 120 II 393 E. 4c).
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Seite 11
Wird ein besonders freundschaftliches oder besonders feindschaftliches
Verhältnis gerügt, kann nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nur
bei Vorliegen spezieller Umstände und mit Zurückhaltung eine Voreinge-
nommenheit des Angestellten der Verwaltung angenommen werden. Erfor-
derlich ist, dass die Intensität und Qualität der beanstandeten Beziehungs-
nähe das Mass des sozial Üblichen übersteigt und bei objektiver Betrach-
tung geeignet ist, sich auf die Partei selbst oder deren Prozess auszuwir-
ken, und derart den Anschein der Befangenheit hervorzurufen (BGE 139 I
121 E. 5.1; Urteil des BGer 1C_488/2016 vom 16. Februar 2017 E. 3.3.1;
Urteil des BVGer A-6841/2016 vom 6. März 2018 E. 5.4 m.w.H.). Blosse
Antipathie oder die Einreichung einer Strafanzeige genügen nicht (vgl. Ur-
teile des BGer 1B_303/2008 vom 25. März 2009 E. 2.3.3; 1B_214/2016
vom 28. Juli 2016 E. 3.3 m.H.; Urteil des BVGer A-2142/2016 vom 9. Sep-
tember 2016 E. 6.2 m.H.).
5.
Die Beschwerdeführerin macht eingangs geltend, das BAZL wolle ihr durch
die unbegründete Einleitung von mehreren Verfahren, die kostspielig
seien, schaden. Der (...) habe den Rechtsstreit als «gordischen Knoten»
bezeichnet. Er begünstige den Konkurrenten eines auf dem Heliport Bal-
zers stationierten Rettungsbetriebs, mit dem er freundschaftliche Bezie-
hungen pflege.
Die Vorinstanz habe einen einseitigen Entscheid getroffen, der aufzuheben
sei. Die Mitarbeiterin sei vom Gericht aufgrund der zentralen Punkte des
Ausstandsbegehrens vom 5. Juni 2020 in den Ausstand zu versetzen. Das
Verhalten im Abklärungsverfahren (Instruktionsverfügung vom 7. Mai 2020)
weise auf eine Voreingenommenheit hin. Im Vergleich zu anderen Flug-
platzbetreiberinnen liege eine Ungleichbehandlung vor. Die Verfahrensfüh-
rung sei willkürlich, voreingenommen und ungleich. Es bestehe der Ver-
dacht des Amtsmissbrauchs und der Ehrverletzung.
Nach dem Rückweisungsentscheid des BVGer habe die Mitarbeiterin des
BAZL das Urteil nicht umsetzen wollen, unbegründet Anträge abgewiesen
und eingereichte Dokumente ignoriert, welche die willkürliche und bösgläu-
bige Behandlung des Heliport Balzers seitens des BAZL hätten aufdecken
können. Dies ergebe sich aus einer Analyse der Dokumente des Verwal-
tungsverfahrens seit dem Urteil des BVGer vom 19. Juni 2019. Die Mitar-
beiterin habe ihr Verantwortungsgefühl als Bundesangestellte verloren und
eine willkürliche und bösgläubige «Vernichtungsstrategie» angewendet.
A-4565/2020
Seite 12
5.1 Dem Schriftenwechsel des Verwaltungsverfahrens kann Folgendes
entnommen werden:
5.1.1 Das BAZL hat am 15. Oktober 2019 – nach dem Rückweisungsent-
scheid des BVGer – das Abklärungsverfahren zum Betriebsreglement wie-
deraufgenommen und mit dem Verfahren zur nachträglichen Plangeneh-
migung und Neustationierung des Rettungsbetriebs zusammengelegt.
5.1.2 Mit Stellungnahme vom 15. November 2019 wandte sich die Be-
schwerdeführerin gegen die Vereinigung der Verfahren. Das Abklärungs-
verfahren betreffe nur die Betriebszeiten und nicht die vorgesehene Über-
prüfung des Betriebs in seiner Gesamtheit. Im nachträglich eingeleiteten
Plangenehmigungsverfahren für die Helikopter-Plattform bemühe sie sich,
die erforderlichen Unterlagen einzureichen. Die von der Behörde verfügte
Androhung, andernfalls den nächtlichen Flugbetrieb zu schliessen, sei un-
gerechtfertigt.
5.1.3 Mit Verfügung vom 19. Dezember 2019 hielt das BAZL unter Mitwir-
kung von B._ (...) und C._ fest, es seien Nachweise zur wirt-
schaftlichen Bedeutung der Flüge in den Randzeiten einzureichen. Die
Logbücher würden nicht ausreichen, um die finanziellen Aspekte der Flüge
abzuklären. Ohne fristgerechte Vorlage geeigneter Beweismittel werde die
Beurteilung auf der Grundlage der Akten erfolgen.
5.1.4 Mit Stellungnahme vom 31. Januar 2020 zeigte der rubrizierte
Rechtsvertreter die Mandatsübernahme an und machte Ausführungen zur
wirtschaftlichen Bedeutung eingeschränkter Betriebszeiten für den Betrieb
der Heliport Balzers AG. Der wirtschaftliche Nutzen der Flüge zu den Rand-
zeiten könne aus Kundensicht nicht beziffert werden. Es bestehe keine
Möglichkeit, in die Geschäftsbücher der Kunden Einsicht zu nehmen.
5.1.5 Mit Verfügung vom 17. Februar 2020 gewährte das BAZL, handelnd
durch D._ und C._, antragsgemäss eine Fristerstreckung.
5.1.6 Mit Schreiben vom 6. März 2020 nahm die Beschwerdeführerin er-
neut zur Vereinigung der Verfahren, zur Stationierung des Rettungsbe-
triebs und zur Neuüberprüfung des Betriebsreglements Stellung. Gleich-
zeitig führte sie aus, das BAZL zeige eine befangene Haltung. Der (...)
habe den Fall «Balzers» als «gordischen Knoten» bezeichnet. Der (...)
habe in einem Interview vom 15. November 2019 auf verleumderische Art
und Weise die schwierigen Beziehungen zwischen dem BAZL und den Ver-
antwortlichen der Heliport Balzers AG beklagt. C._ habe in einem
A-4565/2020
Seite 13
E-Mail vom 17. Dezember 2018 gezeigt, dass das BAZL von Beginn an
nicht faktenbasiert an der zulässigen Lärmbelastung für einen Rettungs-
hubschrauber gezweifelt habe. Sie habe in dem E-Mail geschrieben,
«[i]nzwischen wurde eine neue Helikopterfirma in Balzers angesiedelt und
nun scheint es lärmtechnisch für die Stationierung eines Rettungshelikop-
ters keinen Platz mehr zu haben».
5.1.7 Mit Verfügung vom 7. Mai 2020 hielt das BAZL durch B._ (...)
und C._ fest, die von der Heliport Balzers AG vorgelegten Unterla-
gen seien nicht geeignet, die wirtschaftlichen Aspekte der Flüge zu den
Randzeiten abzuklären. Die Wirtschaftlichkeit von Flügen könne etwa an-
hand von Landetaxen beziffert werden, welche die Beschwerdeführerin
von den Flugplatzbenutzenden erhebe. Das Bundesverwaltungsgericht
habe im Rückweisungsentscheid die Dispositivziffer der Verfügung, die
sich mit der Genehmigung des Betriebsreglements vom September 2016
als solche befasst habe, aufgehoben. Daher sei die Genehmigung des ge-
samten Betriebsreglements aufgehoben worden und vom BAZL neu zu
überprüfen. Die Situation sei unter Berücksichtigung der Erwägungen des
Gerichts gesamtheitlich neu zu beurteilen, da sämtliche Bestimmungen ei-
nes Betriebsreglements lärmrelevant seien.
5.1.8 Hierzu hat die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 5. Juni 2020
Stellung genommen und sich zum Abklärungsverfahren geäussert. Es
handle sich um eine vollständige Überprüfung des Betriebsreglements, ob-
wohl das Bundesverwaltungsgericht nur hinsichtlich vereinzelt gerügter An-
passungen eine Aufhebung und Neubeurteilung verlangt habe. Das BAZL
würde Sachverhaltselemente, welche der Analyse der wirtschaftlichen Be-
deutung von Flügen in den Randzeiten dienten, nicht berücksichtigen und
sich weigern, die von der Beschwerdeführerin zur Verfügung gestellten Do-
kumente zu analysieren. Gleichzeitig würde es mit der Aussage, die Wirt-
schaftlichkeit von Flügen könne anhand der Landetaxe beziffert werden,
Elemente in Erwägung ziehen, welche für die Bedeutung der Flüge in den
Randzeiten nicht relevant seien.
5.2 Bei objektiver Betrachtung sind die Instruktionsmassnahmen des BAZL
nicht geeignet, den Anschein der Befangenheit zu begründen. Sie lassen
auf keine schweren oder wiederholten Verfahrensfehler schliessen. Auf der
Grundlage der eingereichten Beweismittel ist die geltend gemachte
schwere Pflichtverletzung der Mitarbeiterin als Bundesangestellte nicht
glaubhaft.
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Es steht im Ermessen des BAZL, auf welche Weise es im erstinstanzlichen
Verfahren die Abklärungen zur wirtschaftlichen Bedeutung von Flügen in
den Randzeiten führt. Aus der Aufforderung an die Partei, dafür Nachweise
vorzulegen, ist kein Rechtsfehler abzuleiten. Aus der Verfügung vom 7. Mai
2020 ist eine vorläufige Einschätzung der Beweislage ersichtlich. Mit deren
Offenlegung kommt die Behörde ihrer Hinweispflicht nach. Dies lässt of-
fensichtlich nicht auf eine missbräuchliche Ermessensausübung schlies-
sen. Instruktionsverfügungen, mit denen die Behörde eine Partei auf ihre
erforderliche Mitwirkung aufmerksam macht, nehmen die Sachverhalts-
feststellung nicht vorweg. Es kann von Behördenvertreterinnen und -ver-
tretern erwartet werden, dass sie vor Erlass des Entscheids in der Lage
sind, aufgrund von neuen Beweisen ihren Standpunkt zu ändern (vgl. Art.
32 Abs. 2 VwVG). Die Formulierungen, mit denen die vorläufige Einschät-
zung der Beweislage dargelegt wird, sind zwar nicht im Konjunktiv gehalten
und wirken etwas ungeschickt. Sie sind bei objektiver Betrachtung aber
nicht geeignet, den Anschein der Befangenheit zu begründen. Unge-
schickte Formulierungen sind dann relevant, wenn es sich dabei um eine
schwere Verfehlung gegenüber der betroffenen Partei handelt (vgl. Urteil
des BGer 2C_717/2018 vom 24. Januar 2020 E. 4.1 mit Hinweis auf BGE
127 I 196 E. 2d). Auf Grundlage der Akten ist nicht von Verfahrens- oder
Ermessensfehlern auszugehen, die auf eine gravierende Verletzung der
Amtspflichten gegenüber der Beschwerdeführerin hinweisen.
5.3 Wird – wie hier – ein besonders feindschaftliches Verhältnis gerügt,
kann nach der Rechtsprechung nur bei Vorliegen spezieller Umstände und
mit Zurückhaltung eine Voreingenommenheit angenommen werden (vgl.
E. 4.3).
Mit dem pauschalen Verweis auf die Akten hat die Beschwerdeführerin ihre
Behauptung, die Mitarbeiterin habe ihre Pflichten als Bundesangestellte
verletzt und eine «Vernichtungsstrategie» angewendet, nicht belegt. We-
der die Instruktionsmassnahmen noch die Einleitung eines Verwaltungs-
strafverfahrens als untersuchende Beamtin lassen auf ein besonders feind-
schaftliches Verhältnis schliessen. Es wäre an der Beschwerdeführerin ge-
legen, die Einzelheiten durch objektiv nachvollziehbare Anhaltspunkte
glaubhaft zu machen.
5.4 Wie die Vorinstanz zutreffend festgehalten hat, ist das Verfahren bis
zum Erlass des materiellen Entscheids als ergebnisoffen zu betrachten.
Danach ist eine allenfalls fehlerhafte oder unvollständige Sachverhaltsab-
klärung im Instanzenzug geltend zu machen (vgl. statt vieler BGE 116 Ia
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135 E. 3a). Dies gilt auch für die von der Beschwerdeführerin bemängelte
Möglichkeit, sich über die Zwischenverfügung vom 7. Mai 2020 zu be-
schweren.
5.5 Die Beschwerdeführerin hat in ihrem Ausstandsgesuch eine Ungleich-
behandlung geltend gemacht. Andere Flugplatzbetreiberinnen würden
ohne Genehmigung bauen und hätten nicht mit vergleichbaren Folgen zu
rechnen. Das BAZL hätte sich in seiner Stellungnahme zum Ausstandsbe-
gehren mit diesen Argumenten auseinandersetzen müssen.
Die Beschwerdeführerin verlangt eine Gleichbehandlung im Unrecht. Es
liegen keine Hinweise vor, dass das BAZL zu erkennen gegeben hätte, ins-
künftig nicht gesetzeskonform entscheiden zu wollen (vgl. BGer
1C_449/2017 vom 3. Juli 2018 E. 2.6; 1C_400/2014 vom 4 Dezember 2014
E. 2.5). Damit erschliesst sich nicht, weshalb die Instruktionsmassnahmen
auf eine willkürliche und ungleiche Behandlung schliessen lassen sollen.
5.6 Die Beschwerdeführerin bringt vor, Informationen aus den Verfahrens-
akten seien an die Öffentlichkeit gelangt. Es bestehe ein Verdacht auf
Amtsgeheimnisverletzung seitens der Mitarbeiterin des BAZL.
Aus den Beweismitteln geht hervor, dass eine Privatperson in einem E-Mail
über die Stationierung eines Rettungshelikopters angegeben hat, «[g]e-
mäss BAZL fehlen für eine rechtmässige Stationierung bis heute Lärmbe-
rechnungen und eine Umweltverträglichkeitsstudie, sowie ein ordentliches
Genehmigungsverfahren mit Einsprachemöglichkeit (siehe www.flug-
lärm.li)».
Die Vorinstanz hat zutreffend festgehalten, dass die Informationen aus Ver-
fahrensakten stammen, welche ein Verantwortlicher der Heliport Balzers
AG auf seiner Homepage (www.aufsichtsbeschwerde-bazl.ch) veröffent-
licht hat. Das Vorbringen der Beschwerdeführerin, die Privatperson habe
im E-Mail den Zeitpunkt vom 15. Juni 2020 genannt und sich deshalb nicht
auf die bereits veröffentlichten Verfahrensakten aus dem Jahr 2019 bezo-
gen, ist nicht geeignet, ein Fehlverhalten der Mitarbeiterin des BAZL glaub-
haft zu machen.
5.7 Die übrigen Vorbringen legen keinen Anschein der Befangenheit der
Mitarbeiterin dar. Ihre vorläufigen Einschätzungen zur Streitsache lassen
nicht den Eindruck entstehen, sie habe sich bereits eine feste Meinung ge-
bildet. Die Äusserungen («gordischer Knoten») oder Treffen anderer Be-
hördenmitglieder geben keinen Aufschluss über persönliche Eigenschaften
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oder Verhaltensweisen der Mitarbeiterin. Die Ausstandsbegehren gegen
andere Behördenmitglieder in anderen Verfahren sowie die Aufsichtsbe-
schwerde beziehungsweise ein Briefwechsel für eine zukünftig einzu-
reichende Aufsichtsbeschwerde sind ebenfalls nicht geeignet, Ausstands-
gründe, die in der Person der Mitarbeiterin liegen, zu begründen.
6.
Zusammenfassend hat die Beschwerdeführerin mit ihren Vorbringen und
Beweismitteln weder wiederholte noch schwere Verfahrensfehler der Mit-
arbeiterin des BAZL dargetan. Sie hat auch kein anderes Verhalten oder
Umstände glaubhaft gemacht, welche in einer Gesamtbetrachtung den An-
schein der Befangenheit begründen könnten. Die Vorinstanz hat das Aus-
standsgesuch im Verwaltungsverfahren zu Recht abgelehnt. Die Be-
schwerde ist als unbegründet abzuweisen, soweit auf sie einzutreten ist.
7.
7.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens gelten die Beschwerdeführenden
als unterliegend. Sie haben die Verfahrenskosten von Fr. 1'000.– zu tragen
(Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über
die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht
[VGKE, SR 173.320.2]). Der einbezahlte Kostenvorschuss in gleicher
Höhe wird zur Bezahlung der Verfahrenskosten verwendet.
7.2 Angesichts ihres Unterliegens steht den Beschwerdeführenden keine
Parteientschädigung zu (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 VGKE). Die Vor-
instanz hat keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 7 Abs. 3
VGKE).
(Dispositiv nächste Seite)
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