Decision ID: 80eebf78-4835-425e-a35f-7a68ec9fba4f
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. A._, geboren 1961, ist Staatsangehöriger von Serbien. In den Jahren 2000 und
2001 hielt er sich zeitweise zu Besuchszwecken bei seinem Bruder D._ in der Schweiz
auf (act. 11, Akten Migrationsamt, Dossier A._, nachfolgend: Dossier, S. 28 und 32).
B._, geboren 1972, stammt ebenfalls aus Serbien. Sie war bis 14. Juli 2008 mit E._ –
der 2006 nach Slowenien ausgereist und dort erwerbstätig geworden war – verheiratet.
Mit ihm hat sie drei Kinder, nämlich F._ (geboren 1989), G._ (geboren 1992) und H._
(geboren 1995). Ab Mitte 2007 lebte A._ zusammen mit B._ und deren beiden damals
noch minderjährigen Kindern G._ und H._ in einem gemeinsamen Haushalt in Q._/
Serbien (vgl. Scheidungsurteil des Gemeindegerichts Q._ vom 14. Juli 2008, Dossier,
S. 154 ff.).
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Im September 2008 besuchte A._ erneut die Schweiz und ersuchte um eine
Aufenthaltsbewilligung zur Erwerbstätigkeit als Chauffeur bei der R._ GmbH, der
Unternehmung seines Bruders. Das Amt für Wirtschaft des Kantons St. Gallen stellte
am 31. Oktober 2008 einen abschlägigen arbeitsmarktlichen Vorentscheid in Aussicht.
Das Ausländeramt konnte das Gesuch in der Folge am 23. Januar 2009 ad acta legen
(vgl. Dossier, S. 34 ff.). 2011 kam in Q._ C._, der Sohn von B._ und A._, zur Welt
(Dossier, S. 163).
B. A._ reiste am 21. Juli 2012 erneut in die Schweiz ein und heiratete am 20. August
2012 in S._ die Schweizer Bürgerin K._, geboren 1956. In der Folge erhielt er eine
Aufenthaltsbewilligung im Familiennachzug, letztmals verlängert bis 19. August 2016
(Dossier, S. 112), und war im Unternehmen seines Bruders als Chauffeur erwerbstätig.
Im Jahr 2014 zogen die Eheleute von T._ in den Kanton U._, wo sie während
zweieinhalb Monaten lebten (Dossier, S. 67). Sie zogen am 1. August 2014 weiter in
den Kanton V._, wo sie zunächst in W._ und ab März 2015 in X._ angemeldet waren.
Im Oktober 2015 trennte sich das Ehepaar und A._ kehrte nach W._ zurück (Dossier,
S. 82 und 84). Das Kreisgericht Rorschach schied die kinderlos gebliebene Ehe am
16. Dezember 2015 (Dossier, S. 162).
C. Am 29. Februar 2016 heiratete A._ in Serbien B._ (Dossier, S. 163-166). Die
Ehefrau und der gemeinsame Sohn C._ reisten erstmals am 27. März 2016 in die
Schweiz ein. Am 15. April 2016 ersuchte A._ um Bewilligung des Familiennachzugs
(Dossier, S. 169/170) und am 18. Juni 2016 um die Verlängerung seiner eigenen
Aufenthaltsbewilligung (Dossier, S. 191/192). Am 12. Juli 2016 beantragten die Ehefrau
und der Sohn über die Schweizer Vertretung in Belgrad die Erteilung von Visa für den
langfristigen Aufenthalt (Dossier, S. 195 ff.).
Wegen des Verdachts, bei der Ehe zwischen A._ und K._ habe es sich um eine
Scheinehe gehandelt, liess das Migrationsamt die Beteiligten – nämlich A._ und K._
am 16. August 2016 polizeilich und B._ am 28. Oktober 2016 durch die Schweizer
Vertretung in Belgrad – befragen (Dossier, S. 184, 186, 207-225, 237-241). Es wies die
Gesuche um Familiennachzug und um Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung am
22. Mai 2017 ab. Das Sicherheits- und Justizdepartement wies den von A._ dagegen
erhobenen Rekurs am 17. Dezember 2018 ab.
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D. A._ (Beschwerdeführer) erhob gegen den am 18. Dezember 2018 versandten
Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartements (Vorinstanz) durch seine
Rechtsvertreterin mit Eingabe vom 31. Dezember 2018 und Ergänzung vom 8. Februar
2019 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit den Rechtsbegehren, es seien unter
Kosten- und Entschädigungsfolge der Entscheid der Vorinstanz aufzuheben, die
Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers zu verlängern sowie die Gesuche um
Familiennachzug für B._ und C._ gutzuheissen.

Mit Vernehmlassung vom 25. Februar 2019 verwies die Vorinstanz auf die Erwägungen
im angefochtenen Entscheid und beantragte die Abweisung der Beschwerde.
Auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid und die Ausführungen des
Beschwerdeführers zur Begründung seiner Anträge sowie die Akten wird, soweit
wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Als Adressat des
angefochtenen Entscheids ist der im Rekursverfahren unterlegene Beschwerdeführer
zur Ergreifung der Beschwerde berechtigt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1
VRP). Die Beschwerde gegen den am 18. Dezember 2018 versandten Entscheid der
Vorinstanz wurde mit Eingabe vom 31. Dezember 2018 rechtzeitig erhoben und erfüllt
zusammen mit der Ergänzung vom 8. Februar 2019 in formeller und inhaltlicher
Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und
Art. 30 Abs. 1 VRP sowie Art. 145 Abs. 1 Ingress und lit. c der Schweizerischen
Zivilprozessordnung, SR 272, ZPO, und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Auf die Beschwerde
ist deshalb einzutreten.
2. Die Aufenthaltsbewilligung war dem Beschwerdeführer gestützt auf Art. 42 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer (heute: Bundesgesetz
über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration; Ausländer- und
Integrationsgesetz, SR 142.20, AIG), wonach ausländische Ehegatten von
Schweizerinnen und Schweizern Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der
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Aufenthaltsbewilligung haben, wenn sie mit diesen zusammenwohnen, erteilt worden.
Der Bewilligungsanspruch gemäss Art. 42 AIG besteht trotz Auflösens
beziehungsweise definitiven Scheiterns der Ehegemeinschaft fort, wenn diese
mindestens drei Jahre gedauert hat und eine erfolgreiche Integration besteht (Art. 50
Abs. 1 Ingress und lit. a AIG; BGE 136 II 113 E. 3.3.3). Nach Art. 51 Abs. 2 Ingress und
lit. a AIG erlöschen die Ansprüche nach Art. 50 AIG jedoch, wenn sie
rechtsmissbräuchlich geltend gemacht werden, namentlich um Vorschriften dieses
Gesetzes und seiner Ausführungsbestimmungen über die Zulassung und den
Aufenthalt zu umgehen.
Unter Rechtsmissbrauch fällt die sogenannte Schein- oder Ausländerrechtsehe, bei der
die Ehegatten von vornherein keine echte eheliche Gemeinschaft beabsichtigen,
sondern ausländerrechtliche Bestimmungen umgehen wollen. Ob eine Scheinehe
geschlossen wurde beziehungsweise ob die Ehe bloss formell besteht, entzieht sich in
der Regel dem direkten Beweis und ist nur durch Indizien zu erstellen. Zu diesen
Indizien gehören unter anderem folgende Umstände: Die Tatsache, dass die
nachzuziehende Person von einer Wegweisung bedroht ist oder ohne Heirat keine
Aufenthaltsbewilligung erlangen kann; das Vorliegen eines erheblichen
Altersunterschieds zwischen den Ehegatten; die Umstände des Kennenlernens und der
Beziehung, so etwa eine kurze Bekanntschaft vor der Heirat oder geringe Kenntnisse
eines Ehegatten über den anderen; die Vereinbarung einer Bezahlung für die Heirat
oder auch die Tatsache, dass die Ehegatten nie eine Wohngemeinschaft aufgenommen
haben. Eine Scheinehe liegt jedoch nicht bereits dann vor, wenn auch
ausländerrechtliche Motive den Eheschluss beeinflusst haben. Erforderlich ist, dass der
Wille zur Führung der Lebensgemeinschaft im Sinne einer auf Dauer angelegten
wirtschaftlichen, körperlichen und spirituellen Verbindung zumindest bei einem der
Ehepartner fehlt. Grundsätzlich muss die Migrationsbehörde die Ausländerrechtsehe
nachweisen. Dass eine solche vorliegt, darf dabei nicht leichthin angenommen werden,
insbesondere, wenn auf der Basis von Indizien auf eine Scheinehe geschlossen wird.
Letztere müssen klar und konkret sein. Indessen wird der Untersuchungsgrundsatz
durch die Mitwirkungspflicht der Parteien relativiert (BGer 2C_381/2018 vom
29. November 2018 E. 6.2.1 mit zahlreichen Hinweisen). Verlangt das Gesetz für den
Familiennachzug auch keine Liebesheirat, ist nach dem Willen des Gesetzgebers doch
eine «Realbeziehung» vorausgesetzt, der eine auf Dauer konzipierte, wirtschaftliche,
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körperliche und spirituelle Vereinigung zugrunde liegt, was minimale wechselseitige
Kenntnisse der Partner und ein gewisses solidarisches, nicht auf Gleichgültigkeit
beruhendes Verhalten voraussetzt (BGer 2C_808/2013 vom 18. Februar 2014 E. 3.2).
Dass die Begründung einer wirklichen Lebensgemeinschaft gewollt war, ergibt sich
nach der Rechtsprechung nicht notwendigerweise schon daraus, dass die Ehegatten
während einer gewissen Zeit zusammengelebt und (angeblich) intime Beziehungen
unterhalten haben; ein derartiges Verhalten kann auch nur dazu dienen, den wahren
Aufenthaltszweck den Behörden gegenüber zu vertuschen (vgl. BGer 2C_1008/2015
vom 20. Juni 2016 E. 3.2 mit zahlreichen Hinweisen).
Soweit bei der Frage, ob eine Ehe im Sinn von Art. 50 Abs. 1 AIG Bestand hatte, nicht
auf getrennte Wohnungen abgestellt werden kann, geht es im Wesentlichen um innere
Vorgänge, die oft nicht bekannt und schwierig zu beweisen sind. Deshalb lässt es sich
auch nicht beanstanden, wenn seitens der Behörde von bekannten Tatsachen
(Vermutungsbasis) auf unbekannte (Vermutungsfolge) geschlossen wird. Es handelt
sich dabei um Wahrscheinlichkeitsfolgerungen, die aufgrund der Lebenserfahrung
gezogen werden. Die betroffene Person ist bei der Sachverhaltsabklärung
mitwirkungspflichtig. Die tatsächliche Vermutung betrifft die Beweiswürdigung und
bewirkt keine Umkehrung der Beweislast. Die betroffene Person muss nicht das
Gegenteil beweisen. Vielmehr genügt der Nachweis von Zweifeln an der Richtigkeit der
Indizien und der daraus gezogenen Schlussfolgerung, dass eine eheliche Gemeinschaft
im Sinn von Art. 50 Abs. 1 AIG bestand (vgl. BGE 135 II 161 E. 3 im Zusammenhang
mit der Nichtigerklärung einer erleichterten Einbürgerung).
Lässt die Indizienlage bei erstmaliger Erteilung der Anwesenheitsberechtigung keinen
klaren und unzweideutigen Schluss zu, ist das Vorliegen einer Scheinehe nicht erstellt.
In diesem Fall ist dem ausländischen Ehegatten trotz allenfalls bestehender Zweifel die
Aufenthaltsbewilligung zu erteilen. Aus dem Umstand, dass die Migrationsbehörde
zunächst – allenfalls trotz gewisser Zweifel – die Bewilligung verlängert oder erteilt hat,
lässt sich nicht ableiten, damit sei das Vorliegen einer Scheinehe bis zum Ablauf der
Bewilligung rechtskräftig verneint worden. Eine nachträgliche Prüfung bleibt weiterhin
möglich. Geht es um den Widerruf einer bereits bestehenden Bewilligung, ist dazu
erforderlich, dass neue Tatsachen vorliegen, die der Behörde im Zeitpunkt der Erteilung
noch nicht bekannt waren. Da es sich vorliegend um die Verlängerung einer
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abgelaufenen Bewilligung handelt, gelangen nicht die Regeln über den Widerruf
rechtskräftiger Bewilligungen zur Anwendung, sondern die Behörde kann aufgrund
einer Gesamtwürdigung – unter Einbezug bereits früher bekannter und zusätzlicher
neuer Erkenntnisse – das Vorliegen einer Scheinehe bejahen (BGer 2C_740 und
752/2015 vom 10. Februar 2016 E. 3.3; 2C_310/2014 vom 25. November 2014 E. 2.4.2
sowie 2C_500/2011 vom 20. Dezember 2011 E. 2.5; VerwGE B 2013/168 vom 16. April
2014 E. 2.2, www.gerichte.sg.ch).
3.
3.1. Die Vorinstanz kam zum Schluss, bei der am 20. August 2012 geschlossenen Ehe
des Beschwerdeführers mit K._ habe es sich um eine Scheinehe gehandelt. Der
Beschwerdeführer habe bereits im Oktober 2008 erfolglos eine Aufenthaltsbewilligung
zur Erwerbstätigkeit angestrebt. Ohne die Heirat wäre es ihm praktisch verwehrt
gewesen, in der Schweiz zu leben. Vor der Heirat habe er in Serbien gelebt, wo er mit
B._ den im Jahr 2011 geborenen Sohn C._ habe. Bereits zweieinhalb Monate nach
der Scheidung vom 16. Dezember 2015 – kurz nach Erreichen der Minimaldauer von
drei Jahren – habe er am 29. Februar 2016 B._ geheiratet und am 18. April 2016 um
Bewilligung des Familiennachzugs ersucht. Der Beschwerdeführer und K._ machten
unterschiedliche Angaben zum Heiratsantrag – telefonisch oder in Anwesenheit – und
zur Bekleidung des Beschwerdeführers anlässlich der Trauung – dunkelfarbige Hose
und weisses Hemd oder Hose und buntes Hemd – sowie zu den anwesenden
Personen, zur Organisation – durch die Eheleute oder durch den Bruder – und zum
Durchführungsort – Restaurant "Y._" oder "Z._" in T._ – des anschliessenden
Hochzeitsfestes. Obwohl sie knapp dreieinhalb Jahre gemeinsam gelebt hätten,
wüssten die Eheleute wenig voneinander. Der Beschwerdeführer habe das
Geburtsdatum seiner Ex-Frau falsch angegeben. Dass die Eheleute einige Male
zusammen umgezogen seien, erkläre nicht die unterschiedlichen Aussagen bezüglich
Unterschrift auf dem Mietvertrag. Es bestünden unterschiedliche Aussagen zur
Beziehung des Beschwerdeführers mit seiner jetzigen Ehefrau. Der Beschwerdeführer
gebe an, der Grund für die Ferienbesuche im Heimatland sei der Sohn und nicht
dessen Mutter gewesen. Er habe aber auch erklärt, sie seien seit acht bis neun Jahren
ein Paar. Die aussergewöhnlichen nächtlichen Arbeitszeiten des Beschwerdeführers
erklärten die unterschiedlichen Aussagen nicht. Dass wesentlich voneinander
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abweichende Schilderungen zur Heirat und Ehe auf Erinnerungslücken basierten,
erscheine unglaubwürdig. Gewisse gegenseitige Kenntnisse könnten darauf beruhen,
dass sie sich vor mehr als dreissig Jahren in Serbien kennenlernten.
3.2. Der Beschwerdeführer erklärt die zeitlichen Verhältnisse damit, dass er bereits
früher gerne eine Beziehung mit B._ geführt hätte. Sie sei jedoch im Zeitpunkt der
Geburt des gemeinsamen Sohnes im Jahr 2011 dazu nicht bereit gewesen, weil sie ihre
drei Kinder aus der ersten Ehe nicht mit einem anderen Vater habe aufwachsen lassen
wollen. Als er dann K._, welche er bereits lange vor der Eheschliessung gekannt habe,
wieder getroffen habe, sei daraus eine Beziehung entstanden, welche zunächst als
Fernbeziehung geführt worden sei, bevor sie sich zur Heirat entschlossen hätten. Die
Ehe habe jedoch auf Dauer nicht funktioniert und deshalb in einer Scheidung geendet.
Nach der Volljährigkeit ihrer Kinder habe sich B._ für ein Leben mit dem
Beschwerdeführer und dem gemeinsamen Sohn entschieden. Die von der Vorinstanz
wiedergegebenen Aussagen seien nicht widersprüchlich – Beschreibung der
Trauzeugin als Wirtin des Restaurants in T._, dessen Firma am 6. Februar 2008 von
"Z._" in "Y._" geändert worden sei, namentliche Nennung des Trauzeugen oder
Umschreibung als Freund der Tochter des Bruders des Beschwerdeführers – oder aber
in ihrer Verschiedenheit erklärbar. In Anbetracht des geringen Aufwands – es sei ein
Essen in einem Restaurant ausgerichtet worden – sei es nachvollziehbar, dass K._ mit
der Organisation des Festes hauptsächlich dessen Bezahlung verbinde und deswegen
den Bruder des Beschwerdeführers und dessen Ehefrau als Organisatoren nenne. Dass
sich die Eheleute vier Jahre nach der Trauung nicht mehr an Details erinnerten, liege
daran, dass sie beide bereits vorher verheiratet gewesen seien und deshalb dieser
Hochzeit keine grosse Romantik zugemessen hätten. Wegen der nächtlichen
Arbeitszeiten des Beschwerdeführers sei nicht viel Zeit für gemeinsame Aktivitäten
geblieben. Die Ehegatten seien mehrmals umgezogen und die Antworten des
Beschwerdeführers bezögen sich nur auf die erste Wohnung in T._, in welcher die
Ehefrau bereits gewohnt habe. Deshalb habe der Vertrag auch nur auf sie gelautet. Die
weiteren Mietverträge seien dann jeweils von beiden Ehegatten unterzeichnet worden.
Die Aussagen zu den Besuchen des Beschwerdeführers in Serbien seien nicht
widersprüchlich, da sich die Ex-Ehefrau schlicht nicht daran erinnern könne.
Schliesslich bestreitet der Beschwerdeführer seine Aussage, seit rund acht bis neun
Jahren mit B._ ein Paar zu sein. Dabei handle es sich um einen Übersetzungsfehler
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oder eine falsche Formulierung des Beschwerdeführers, denn er habe ausdrücken
wollen, dass er und seine jetzige Ehefrau vor acht bis neun Jahren ein Paar gewesen
seien.
3.3. Zwar erscheinen die etwas uneinheitlichen, im Wesentlichen aber miteinander
vereinbaren Angaben des Beschwerdeführers und seiner früheren Ehefrau zu den
Umständen der Hochzeit aufgrund des zeitlichen Abstandes von rund vier Jahren zu
den Ereignissen nicht als besonders gewichtige Indizien dafür, dass die Eheleute die
Ehe lediglich zum Schein und allein aus ausländerrechtlichen Gründen eingegangen
sind. Indessen bestehen andere, gewichtigere Indizien dafür, dass die Ehe nur zum
Schein bestand.
Die Angaben des Beschwerdeführers und seiner früheren Ehefrau zu ihrer vormaligen
Bekanntschaft in Serbien weichen erheblich voneinander ab. Während K._ angab, sie
seien vor rund vierzig Jahren in Serbien für ein oder zwei Jahre ein Paar gewesen
(Dossier, S. 208, Fragen 9 und 11), führte der Beschwerdeführer aus, er sei damals
manchmal bei ihr vorbeigegangen, wenn er beruflich in der Gegend gewesen sei
(Dossier, S. 2018, Frage 9). Als eher ungewöhnlich erscheinen auch die divergierenden
Angaben dazu, wie die beiden übereinkamen, zu heiraten. K._sagte aus, sie sei bei
ihm in Serbien gewesen und habe ihn gefragt (Dossier, S. 209, Frage. 17). Nach der
Erinnerung des Beschwerdeführers hat sie ihn, als er in Serbien gewesen sei, am
Telefon gefragt (Dossier, S. 219, Frage 18). Wie K._ ausführt (Dossier, S. 209, Frage
15), gab die Tatsache, dass der Beschwerdeführer in der Schweiz leben kann, den
Ausschlag für die Heirat, was die Absicht, eine auf Dauer gerichtete
Lebensgemeinschaft eingehen zu wollen, jedoch nicht ausschliesst. Die Umstände –
der Beschwerdeführer lebte in Serbien, er hatte bereits früher versucht, in der Schweiz
Fuss zu fassen, K._ war, wie sie selbst formuliert, "schon oft verheiratet" (Dossier,
S. 208/209, Frage 11) – weisen dennoch darauf hin, dass ausländerrechtliche
Überlegungen im Vordergrund standen.
Zu den Lebensumständen des Beschwerdeführers in der Zeit zwischen Mitte 2007 und
seiner Einreise in die Schweiz im Jahr 2012 ist einzig bekannt, dass er von Mitte 2007
bis Mitte August 2008 mit seiner jetzigen Ehefrau und deren beiden damals noch
minderjährigen Kindern aus ihrer ersten Ehe zusammenlebte, bevor er im September
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2008 dann nach einer Aufenthaltsbewilligung zu Erwerbszwecken in der Schweiz
strebte. Zu den anschliessenden Lebensumständen des Beschwerdeführers bis zur
Geburt des gemeinsamen Sohnes im Februar 2011 und seiner erneuten Einreise in die
Schweiz am 21. Juli 2012 sind den Akten – trotz der dargelegten Mitwirkungspflicht
des Beschwerdeführers und seinem Bemühen, seine Aussage in der Befragung vom
16. Augst 2016, er und seine jetzige Ehefrau seien seit acht bis neun Jahren ein Paar
(Dossier, S. 223, Frage 74), zu korrigieren – keine konkreten und belegten Angaben zu
entnehmen. Aus der Geburt des gemeinsamen Sohnes im Februar 2011 ist immerhin
zu schliessen, dass zwischen den beiden auch nach September 2008 eine Beziehung
bestand. Die Angabe der jetzigen Ehefrau, sie habe den Beschwerdeführer nicht
heiraten wollen, bis ihre Kinder volljährig geworden seien (Dossier, S. 240, Frage 5),
schliesst nicht aus, dass sie – wie offenbar von mindestens Mitte 2007 bis zum
Zeitpunkt ihrer Scheidung Mitte August 2008 – weiterhin zusammenlebten. Der
Beschwerdeführer hat seine Aussage in der Befragung vom 16. August 2016, sie seien
seit acht bis neun Jahren ein Paar – jedenfalls nach Rückübersetzung des Protokolls –
unterschriftlich bestätigt (Dossier, S. 225). Nach der Begründung der jetzigen Ehefrau
des Beschwerdeführers – das letzte ihrer drei Kinder aus erster Ehe wurde 2013
volljährig – wäre zudem eine Heirat bereits 2013 möglich gewesen. Das weitere
Zuwarten lässt sich damit erklären, dass der Beschwerdeführer bei einer Scheidung
von seiner früheren Ehefrau vor Ablauf der Mindestdauer von drei Jahren gemäss
Art. 50 Abs. 1 und 2 AIG von vornherein keine Aussicht auf einen weiteren Aufenthalt in
der Schweiz und den Nachzug seiner jetzigen Ehefrau und des gemeinsamen Sohnes
gehabt hätte.
Die Angaben des Beschwerdeführers und seiner früheren Ehefrau zum
Beziehungsalltag während ihrer Ehe enthalten kaum Hinweise dafür, dass ihrer
Lebensgemeinschaft ein über den ausländerrechtlichen Zweck hinausgehendes Motiv
zugrunde lag. Unbestritten ist zwar, dass die Eheleute während der Dauer ihrer Ehe
trotz mehrfacher Wechsel des Wohnortes stets in derselben Wohnung lebten. Nicht zu
verkennen ist auch, dass die – zwar nicht belegten, aber im Wesentlichen
unbestrittenen – regelmässigen nächtlichen Arbeitszeiten des Beschwerdeführers den
Raum für Gemeinsamkeiten einschränkten. Das schlösse aber Ausführungen über die
wechselseitige Bedeutung der Beziehung im Sinn des Teilens von Interessen und des
einander Beistehens nicht aus. Gemeinsame Aktivitäten beispielsweise an
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Wochenenden und während der Ferien werden weder beschrieben noch belegt. Der
Beschwerdeführer hat – was ihm indessen nicht vorzuwerfen ist und für die
Begründung, er sei eine Scheinehe eingegangen, nicht von Belang sein darf – einmal
im Jahr und allein die Ferien in seiner Heimat bei seinem Sohn verbracht (Dossier,
S. 224, Frage 79). Ob der Grund für die Besuche einzig der Sohn, nicht aber auch
dessen Mutter und jetzige Ehefrau des Beschwerdeführers war, lässt sich als "innerer
Vorgang" nicht klären. Die Besuche des Beschwerdeführers in seiner Heimat schlössen
jedoch unabhängig der Beweggründe gemeinsame Interessen und Aktivitäten und
anderes Verbindendes – über spazieren, zuhause "hocken" und "selten" in ein
Restaurant gehen (Dossier, S. 222, Frage 61) hinaus – nicht aus. Die frühere Ehefrau
wusste zwar vom Sohn des Beschwerdeführers, war aber nicht in der Lage, Angaben
zur Häufigkeit der – gegenseitigen – Besuche zu machen (Dossier, S. 213, Frage 74
und 75). Das weist ebenfalls darauf hin, dass die Beziehung weitgehend ein Neben-
und kaum ein Miteinander war.
3.4. Angesichts der aufgezeigten Beweislage durfte die Vorinstanz bei einer
Gesamtsicht der Umstände annehmen, der Beschwerdeführer und seine frühere
Ehefrau hätten mit der Heirat keine Lebensgemeinschaft begründen, sondern
ausschliesslich dem Beschwerdeführer den Aufenthalt in der Schweiz ermöglichen
wollen. Der Beschwerdeführer konnte so in der Schweiz arbeiten und folglich einen
besseren Lohn zur finanziellen Unterstützung seines Kindes im Heimatland erzielen.
Des Weiteren hätte ihm eine eigenständige Aufenthaltsbewilligung nicht nur erlaubt, in
der Schweiz zu verbleiben, sondern auch seine Ehefrau und den gemeinsamen Sohn
nachzuziehen. Die sich aufgrund der belastenden Indizienlage ergebende tatsächliche
Vermutung für das Vorliegen einer Umgehungsehe kann der Beschwerdeführer mit
seinen Vorbringen nicht rechtsgenüglich widerlegen. Der Schluss der Vorinstanz, dass
eine Umgehungsehe vorliege, erscheint aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung
wesentlich realistischer als die Erklärungsversuche des Beschwerdeführers.
4. Soweit – wie vorliegend der Fall – kein gesetzlicher oder völkerrechtlicher
Bewilligungsanspruch besteht, liegt die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung im
Ermessen der Behörde (vgl. P. Bolzli, Migrationsrecht, 4. Aufl. 2015, N 4 zu Art. 33
AuG, T. Nüssle, in: Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz über die
Ausländerinnen und Ausländer, Bern 2010, N 33 zu Art. 33 AuG). Die zuständigen
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Behörden haben bei der Ermessensausübung die öffentlichen Interessen und die
persönlichen Verhältnisse sowie den Grad der Integration der Ausländerinnen und
Ausländer zu berücksichtigen (Art. 96 Abs. 1 AIG). In die Ermessensausübung der
Vorinstanzen darf das Verwaltungsgericht nicht eingreifen, solange diese nicht mit
Rechtsfehlern behaftet ist (vgl. Art. 61 Abs. 1 VRP und VerwGE B 2015/45 vom 19. Juli
2016 E. 6.1, www.gerichte.sg.ch), selbst wenn auch eine andere Beurteilung durch die
zuständige Behörde im Rahmen der Beweiswürdigung nicht als Ermessensmissbrauch
erschiene (vgl. VerwGE B 2016/135 vom 22. März 2018 E. 4, www.gerichte.sg.ch).
Es bestehen keine Hinweise dafür, dass die Vorinstanz ihr Ermessen in
rechtsverletzender Weise ausgeübt haben könnte. Vielmehr hat sie in Anwendung von
Art. 96 Abs. 1 AIG alle rechtserheblichen Kriterien in Erwägung 2b des angefochtenen
Entscheids (act. 2, S. 5 ff.) berücksichtigt und die Nichtverlängerung der
Aufenthaltsbewilligung einlässlich begründet. Es besteht ein gewichtiges öffentliches
Interesse, die Aufenthaltsbewilligung von Ausländern, die ihre Aufenthaltsberechtigung
aufgrund einer Umgehungsehe erhalten haben, nicht zu verlängern. Der
Beschwerdeführer reiste im Jahr 2012 in die Schweiz ein und war damals bereits
50 Jahre alt. Mittlerweile lebt er seit knapp sieben Jahren (inklusive
Rechtsmittelverfahren) hier. Eine vertiefte Integration in beruflicher, sprachlicher oder
sozialer Sicht liegt nicht vor. Zwar ist der Beschwerdeführer seit seiner Ankunft in der
Schweiz als Fahrer im Transportunternehmen seines Bruders in Bronschhofen tätig und
ist damit stets einer Erwerbstätigkeit nachgegangen. Jedoch ist festzuhalten, dass die
eigenständige Bestreitung des Lebensunterhalts den üblichen Integrationserwartungen
entspricht. Gemäss dem Protokoll der Kantonspolizei zur Befragung vom 16. August
2016 betreffend Scheinehe benötigte er bei seiner Einvernahme zudem einen
Dolmetscher (Dossier, S. 217 ff.). Dennoch kam es zu Übersetzungs- respektive
Verständnisfehlern. Dies legt bei einer damaligen Aufenthaltsdauer von mehr als vier
Jahren eine eher schleppend verlaufende sprachliche Integration und nur geringe
Kontakte zur deutschsprachigen Bevölkerung nahe. Der Beschwerdeführer hat denn
auch erkennbare Bemühungen zum Spracherwerb erst eingeleitet, nachdem das
Migrationsamt am 15. Dezember 2015 im Anschluss an die Scheidung Abklärungen zu
seiner sprachlichen Integration in die Wege geleitet hatte (Dossier, S. 95 ff.). Den
überwiegenden Teil seines Lebens hat der Beschwerdeführer in seinem Heimatland
verbracht, weshalb er mit der dortigen Sprache und Kultur bestens vertraut ist. Zudem
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leben seine Ehefrau und der gemeinsame Sohn in Serbien. Der Beschwerdeführer war
sodann in Serbien bereits früher einmal verheiratet und ist Vater zweier Kinder aus
dieser Beziehung (Dossier, S. 219, Frage 15). Es ist deshalb davon auszugehen, dass
er mit seiner Heimat in verschiedener Hinsicht nach wie vor auch sozial verbunden ist.
Ferner reiste er regelmässig in den Ferien in sein Herkunftsland. Seine Rückkehr und
Wiedereingliederung in die dortige Gesellschaft ist nicht mit übermässigen
Schwierigkeiten verbunden, selbst wenn ihm sein Heimatland nicht die gleichen
beruflichen Perspektiven bieten kann wie die Schweiz. Gesamthaft betrachtet
überwiegt das öffentliche Interesse an der Wegweisung das private Interesse des
Beschwerdeführers am Verbleib in der Schweiz. Die Nichtverlängerung der
Aufenthaltsbewilligung erweist sich damit als verhältnismässig.
5. Wie die Vorinstanz in Erwägung 3c des angefochtenen Entscheids (act. 2, S. 9) im
Ergebnis zutreffend ausgeführt hat, besteht mangels der Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers keine Grundlage für einen
Familiennachzug seiner Ehefrau und seines Sohnes
6. Bei diesem Verfahrensausgang – die Beschwerde ist abzuweisen – sind die
amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens vom Beschwerdeführer zu tragen (Art. 95
Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von CHF 2'000 erscheint angemessen (Art. 7
Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der vom Beschwerdeführer
geleistete Kostenvorschuss ist zu verrechnen. Ausseramtliche Kosten sind nicht zu
entschädigen (Art. 98 Abs. 1 und Art. 98 VRP).