Decision ID: c271507e-9e9c-42c0-b490-7697a09c68c8
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1966,
Dachdecker mit eidgenössischem Fähigkeitsausweis, meldete sich am
1
0.
August
2009 (Eingangsdatum)
wegen
kardiologischen Beschwerden
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zum Leistungsbezug
an
(
Urk.
17/3).
Am 1
1.
November 2009 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass
sie als
Frühinter
ve
ntionsmass
nahme die Kosten für den Grundkurs
Lagerlogistik vom 4.
Januar bis
zum
5.
Feb
ruar 2010
(richtig:
5.
März 2010)
übernehme (
Urk.
17/18
; vgl.
auch Kursbestäti
gung
der
Z._
AG
vom
5.
März 2010,
Urk.
17/62/11
). Mit Verfügung vom
2.
Dezember 2010 verneinte die IV-Stelle einen Anspruch des Versicherten auf eine Rente bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 20
%
(
Urk.
17/49).
1.2
Vom
1.
August 2010 bis zum 3
1.
Dezember 2014 war der Versicherte als Mi
tar
beiter Verkauf Baustoffe/
Gartenhartwaren bei der
Y._
AG
(nachfol
gend:
Y._
)
anges
tellt und dadurch bei der
Pensionskasse
Y._
berufsvorsor
geversichert (
Urk.
13
Rz
. 9 und
Urk.
17/62/13).
Am 2
3.
April 2015 (Eingangs
datum) meldete
er sich
erneut
bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (
Urk.
17/63). Mit Verfügung vom 2
1.
September 2015 trat die I
V-Stelle auf das Leistungsbegehren
nicht ein, da er nicht
glaubhaft
dargelegt habe, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit
der letzten Verfügung wesentlich
verändert hätten (
Urk.
17/67).
Vom
8.
Februar bis zum 2
7.
April 2016
bezog der Ve
rsicherte
Arbeitslosenentschädigung und war dadurch bei der Stiftung Auffangeinrichtung BVG be
rufsvorsorgeversichert (
Urk.
7 S. 3
und
Urk.
8/1
).
1.3
Am 1
7.
Juni 2016 (Eingangsdatum) meldete sich der Versicherte wiederum bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (
Urk.
17/73). Mit Vorbescheid vom 17.
Au
gust 2016 stellte die IV-Stelle ihm erneut in Aussicht, dass
sie
auf sein
Leistungs
begehren nicht eintreten werde
(
Urk.
17/80). Dagegen erhob der Versicherte am
8.
Septe
mbe
r 2016 Einwand (
Urk.
17/84). In der Folge nahm die IV-Stelle
medizinische Abklärungen vor und erteilte
am 1
6.
Juni 2017
Kostengutsprache für eine Potenz
ialabklärung
bei der Stiftung
A._
vom 19.
Juni bis
zum
1
4.
Juli 2017
(
Urk.
17/112
; vgl. auch Schlussbericht der Stiftung
A._
vom
8.
August 2017,
Urk.
17/117
).
Am 1
5.
August 2017 teilte die IV-Stelle
dem Versicherten
mit, dass keine Eingliederung
smassnahmen möglich seien (Urk.
17/118).
Nach
entsprechendem Vorbesc
heid vom
1.
Dezember 2017 (Urk.
17/126) sprach die IV-Stelle ihm m
it Verfügung vom 2
8.
Mär
z 2018 (Urk.
17/
137 und
Urk.
17/
140)
mit Wirkung ab dem
1.
März 2017 bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 65
%
eine
Drei
viertelsrente
zu.
Mit Schreiben vo
m 2
7.
Juni 2018 teilte die
Pensionskasse
Y._
dem Versicher
ten mit, dass sie
bezüglich
der per
1.
März 2017 eingetretenen Invalidität nicht leistungspflichtig sei (
Urk.
2/22).
2.
Am 2
9.
März 2019 erhob der Versicherte Klage gegen die Pensionskasse
Y._
(Beklagte 1) und gegen die Stiftung Auffangeinrichtung BVG (Beklagte 2) mit folgenden Anträgen (
Urk.
1 S. 2
; vgl. auch
Urk.
11
):
1.
Die Beklagte 1, die Pensionskasse
Y._
, sei zu verpflichten, dem Kläger die
gesetzlichen und reglementarischen Invaliditätsleistungen, namentlich eine
Dreivierte
ls-Invaliden-R
ente, auszurichten,
zuzüglich 5
%
Verzugszins ab
2
9.
März 201
9.
2.
Eventualiter
sei die Beklagte 2, die S
tiftung Auffangeinrichtung BVG,
zu
verpflichten, dem Kläger die gese
tzlichen und reglementarischen
Invaliditäts
l
eistungen
, namentlich eine Dreiviertel
s-Invaliden-R
ente, auszurichten,
z
uzüglich
5
%
Verzugszins ab
2
9.
März 201
9.
3.
Dem Kläger sei die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und die
Unterzeichnende sei als dessen unentgeltliche
Rechtsbeiständin
zu bezeichnen.
Anträge 1 und 2 unter Entschädigungs- und allfälliger Kostenfolge.
Die Beklagte 2 beantragte mit Klageantwort vom 1
6.
Mai
2019 die Abweisung der Klage
(
Urk.
7
S. 2
). Die Beklagt
e 1
beantragte mit Klageantwort vom
4.
Juli 2019 die Abweisung
von
Ziff.
1 der Anträge in
der Klageschrift
(
Urk.
13 S. 2). Mit Verfügung vom
8.
Juli 2019 (
Urk.
15) zog das Gericht die Akten der Eidge
nössischen Invalidenversicherung in Sachen des Klägers (
Urk.
17) bei. Mit Verfügung vom 2
6.
August 2019 bewilligte
es
das Gesuch des Klägers um Bestellung
einer
unentgeltliche
n Rechtsvertretung in der Person von Rechtsan
wältin
Dr.
Elisabeth
Glättli
, Winterthur
. Weiter hielt das Gericht fest, dass das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung obsolet sei, da das Verfahren kostenlos sei
(
Urk.
19). Mit Replik
vom 2
5.
September 2019 hielt der Kläger an seinen
kla
geweise gestellten Anträgen fest (
Urk.
21
S. 2). Die Beklagte 2 teilte mit
Eingabe vom
4.
Oktober 2019 mit, das sie
auf
das Einreichen
einer Duplik verzichte (
Urk.
25). Die Beklagte 1
hielt
mit
Duplik
vom
8.
Januar 2020
an
ihrem Antrag auf Klageabweisung fest
(
Urk.
29
S. 2
). Mit Verfügung vom
9.
Januar 2020 wurden diese Eingaben den Parteien je wechselseitig zugestel
lt (
Urk.
31). Am
2
7.
Ja
nuar 2020
reichte
der Kläger eine Stellungnahme
ein (
Urk.
32), welche den Beklagten am 2
8.
Januar 2020 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
34).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 24 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlasse
nen- und Invalidenvorsorge
(
BVG
)
hat der Versicherte Anspruch auf eine volle Invalidenrente, wenn er im Sinne der Invalidenversicherung mindestens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn er mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn er mindestens zur Hälfte und auf eine
Viertelsrente
, wenn er mindestens zu 40 % invalid ist. Gemäss Art. 26 Abs. 1 BVG gelten für den Beginn des Anspruchs auf Invalidenleistungen sinngemäss die entsprechenden Bestimmun
gen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (Art. 29 IVG). Die Inva
lidenleistungen nach BVG werden von derjenigen Vorsorgeeinrichtung geschul
det, welcher die den Anspruch erhebende Person bei Eintritt des versicherten Ereignisses angeschlossen war. Im Bereich der obligatorischen beruflichen Vor
sorge fällt dieser Zeitpunkt nicht mit dem Eintrit
t der Invalidität nach IVG, son
dern mit dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit zusammen, deren Ursache zur Inva
lidität geführt hat (vgl. Art. 23 BVG). Auf diese Weise wird dem Umstand Rech
nung getragen, dass die versicherte Person meistens erst nach einer längeren Zeit der Arbeitsunfähigkeit (nach einer Wartezeit von einem Jahr gemäss Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG in Verbindung mit Art. 26 BVG) invalid wird. Damit nämlich der durch die zweite Säule bezweckte Schutz zum Tragen kommt, muss das Invaliditätsrisiko auch dann gedeckt sein, wenn es rechtlich gesehen erst nach einer langen Krankheit eintritt, während welcher die Person unter Umständen aus dem Arbeitsverhältnis ausgeschieden ist und daher nicht mehr dem
Obliga
torium
unterstanden hat (BGE 123 V 262 E. 1b, 121 V 97 E. 2a, 120 V 112 E. 2b, je mit Hinweisen).
1.2
Damit eine Vorsorgeeinrichtung, der eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitnehmer beim Eintritt der Arbeitsunfähigkeit angeschlossen war, für das erst nach Been
digung des Vorsorgeverhältnisses eingetretene Invaliditätsrisiko aufzukommen hat, ist erforderlich, dass zwischen Arbeitsunfähigkeit und Invalidität ein enger
sachlicher und zeitlicher Zusammenhang besteht (BGE 130 V 270 E. 4.1). In sach
licher Hinsicht liegt ein solcher Zusammenhang vor, wenn der der Invalidität zu Grunde liegende Gesundheitsschaden im Wesentlichen derselbe ist, der zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat (BGE 134 V 20 E. 3.2).
Der zeitliche Zusammen
hang setzt voraus, dass die versicherte Person nach Eintritt der Arbeitsunfähig
keit nicht während längerer Zeit wieder arbeitsfähig geworden ist. Bei der Prü
fung dieser Frage sind die gesamten Umstände des konkreten Ein
zelfalles zu berücksichtigen, namentlich die Art des Gesundheitsschadens, dessen prognos
tische Beurteilung durch den Arzt sowie die Beweggründe, welche die versicherte Person zur Wiederaufnahme oder Nichtwiederaufnahme der Arbeit veranlasst haben. Zu den für die Beurteilung des zeitlichen Konnexes relevanten Umständen zählen auch die in der Arbeitswelt nach
aussen
in Erscheinung tre
tenden Verhältnisse, wie etwa die Tatsache, dass eine versicherte Person über längere Zeit hinweg als voll vermittlungsfähige Stellensuchende Taggelder der Arbeits
losen
versicherung bezieht. Allerdings kann solchen Zeiten nicht die glei
che Bedeutung beigemessen werden wie Zeiten effektiver Erwerbstätigkeit. Mit Bezug auf die Dauer der den zeitlichen Konnex unterbrechenden Arbeitsfähigkeit kann die Regel von Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversiche
rung (IVV) als Richtschnur gelten. Nach dieser Bestimmung ist eine anspruchs
beeinflussende Verbesserung der Erwerbsfähigkeit in jedem Fall zu berücksichti
gen, wenn sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Eine mindestens drei Monate andau
ernde volle Arbeits
fähigkeit, gestützt auf welche eine dauerhafte Wiedererlan
gung der Erwerbs
fähigkeit als objektiv wahrscheinlich erscheint, stellt daher ein gewichtiges Indiz für eine Unterbrechung des zeitlichen Zusammenhangs dar.
Anders verhält es sich, wenn die fragliche, allenfalls mehr als dreimonatige Tätigkeit als
Eingliede
rungsversuch zu werten ist oder
massgeblich
auf sozialen Erwägungen des Arbeitgebers beruhte und eine dauerhafte Wiedereingliederung unwahrscheinlich war (BGE 134 V 20 E. 3.2.1 mit Hinweisen).
1.3
Von einer relevanten Arbeitsunfähigkeit ist rechtsprechungsgemäss dann auszu
gehen, wenn diese mindestens 20 % beträgt und sich auf das Arbeits
verhältnis sinnfällig auswirkt oder ausgewirkt hat. Es muss arbeitsrechtlich in Erscheinung treten, dass die versicherte Person im bisherigen Beruf an Leistungsvermögen eingebüsst hat, so etwa durch einen Abfall der Leistungen mit entsprechender Fest
stellung oder gar Ermahnung des Arbeitgebers oder durch gehäufte, gesund
heitlich bedingte Arbeitsausfälle. Eine erst nach Jahren rückwirkend festgelegte medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit genügt nicht. Vielmehr muss der Zeitpunkt des Eintritts der berufsvorsorge
rechtlich relevanten Arbeitsunfähigkeit mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit echtzeitlich nachgewiesen sein. Dieser Nachweis darf nicht durch nachträgliche Annah
men und spekulative Überlegungen ersetzt werden (vgl. hierzu etwa Urteile des Bundesgerichts 8C_380/2009 vom 17. September 2009 E. 2.1 und 9C_178/2008 vom 15. Juli 2008 E. 3.2, je mit Hinweisen).
1.4
Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der Invaliden
versicherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG ergibt sich, dass der Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich der beruflichen Vorsorge und in der Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist (BGE 123 V 269 E. 2a, 120 V 106 E. 3c, je mit Hinweisen).
Praxisgemäss sind daher die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzlichen Mindestvorsorge (
Art.
6 BVG) an die Feststellungen der IV-Organe (Eintritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit, Eröffnung der Wartezeit, Festsetzung des Invaliditätsgrades) gebunden, soweit die IV-rechtliche Betrachtung aufgrund einer gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar erscheint (BGE 126 V 309 E. 1 in
fine
). Diese Konzeption fusst auf der Überle
gung, die Organe der (obligatorischen) beruflichen Vorsorge von eigenen aufwändigen Abklärungen freizustellen, und gilt nur bezüglich Feststellungen und Beurteilungen der IV-Organe, welche im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend waren (BGE 132 V 1 E. 3.2). So hat beispielsweise eine verspätete Anmeldung zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung rechtsprechungsgemäss die freie Überprüfbarkeit des leistungserheblichen Sachverhaltes durch die Vorsor
geeinrichtung beziehungsweise das Berufsvorsorgegericht zur Folge (Urteil des Bundesgerichts 9C_49/2010 vom 2
3.
Februar 2010 E. 2.1).
2.
2.1
Der Kläger brachte zur Begründung seiner Klage vor, dass er seit dem 2
1.
Juni 2014 infolge einer
hypertensiven
Herzkrankheit mit rezidivierendem Vorhofflim
mern und Begleiterkrankungen anhaltend zu 100
%
arbeitsunfähi
g sei.
Infolge
dieser Arbeitsunfähigkeit habe
Y._
das
Arbeitsverhältnis per 31.
Dezember 2014 aufgelöst.
Bis zum
Auslau
fen der Leistungspflicht am 15.
August 2016
habe er
– ausser
im Zeitraum
vom
1.
Februar bis zum 2
9.
März 2016
–
Taggelder
der CSS
, der Krankentaggeldversicherung der
Y._
AG
,
bezogen.
Die Beklagte 1 habe die Beitragsbefreiung gewährt.
Die Verfügung der IV-Stelle
vom
2
8.
März 2018
sei hinsichtlich de
s Rentenbeginns klar unrichtig (
Urk.
1
S. 4 ff.
; vgl.
auch
Urk.
21
).
2.2
Die Bekl
agte 1
machte demgegenüber geltend, dass
die Invalidenversicherung
mit Verfügung vom 2
8.
März 2018 in verbindlicher Weise
entschieden habe, dass eine Verschlechterun
g des Ges
undheitszustand
s des Klägers und der (vollen) Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit erst per Ende März 2016
und
damit 15
Monate nach der Versicherungszeit bei der
Beklagten 1
eingetreten sei
. Damit sei
auch erstellt, dass der Kläger vor Ende März 2016 in rentenausschliessendem Ma
sse eingegliedert gewesen sei, weshalb die Beklagte 1 be
reits aus diesem Gr
und nicht leistungszuständig sei
. Die Feststellungen der Invalidenversicherung
wür
den sich
mit der erwerblichen und medizinischen Berichtslage
decken
. Sowohl die der Beklagten 1 angeschlos
sene Arbeit
geberin als auch die behandelnden Fachärzte
hätten beim Kläger wäh
rend der Versich
erungszeit bei der Beklagten 1
keine
erhebliche, dauerhafte, sinnfäl
lige und mithin relevante Arbeitsunfähigkeit feststellen
können. Im Übrigen falle
ei
ne
Leistungszuspra
che
einzig gestützt auf die Angaben des Hausarztes
Dr.
med.
B._
, FMH Allgemeine Medizin,
von vornherein ausser Betracht (
Urk.
13
S. 13; vgl. auch
Urk.
29
).
2.3
Die Beklagte 2 hielt dafür, dass
die Arbeitsunfähigkeit des Klägers nicht während des Taggeldbezugs bei der Arbeitslosenversicherung vom
8.
Febr
uar bis zum 27.
April 2016 mit entsprechen
der Versicherungsdeckung bei der Beklagten 2
eingetreten sei. Die Arbeitsunfähigkeit sei vielmehr bereits am 2
1.
Juni 2014 einget
reten und
danach bis zur
Rentenzusprache
in zeitlicher Hinsicht nicht mehr unterbrochen worden. Dies gelte insbesondere auch für die weni
ger als drei Monate dauernde Arbeits
fähigkeit vom
1.
Februar bis zum 2
8.
März 2016, welche keine
n
effektiven Arbeitseinsat
z des Klägers nach sich gezogen
und wohl auf Druck der CSS-Krankentaggeldversicherung ärztlich attestiert worden sei (
Urk.
7 S. 3
).
3.
3.1
Die Ärzte der
Klinik für
Kardiologie des Stadtspitals
C._
stellten im an
Dr.
med.
D._
, FMH Allgemeinmedizin, gerichteten Bericht vom
8.
Juli 2009 folgende Diagnosen (
Urk.
17/11/8
):
(1)
hypertensive
Herzkrankheit
-
Status nach
Tachycardiomyopathie
im Rahmen eines Vorhofflimmerns im März
2009
, Kardiokonversion am 1
3.
März 2009, Koronarangiografie am 2
0.
März
2009: diffuse
ektatische
Koronarsklerose ohne signifikante Stenosen
,
Ejektionsfraktion (EF) 39
%
-
O
ut
of
Hospital-Reanimation am 2
4.
April 2009
-
ICD
DDDR-Implantation am 1
2.
Mai 2009
-
a
ktuell
: erhaltene linksventrikuläre Funktion,
EF 65
%
, schwere konzentrische
LV-Hypertrophie
-
kardiovaskuläre
Risikofaktoren: arterielle Hyp
ertonie, Adipositas
(2)
z
entrales und obstruktives Schlafapnoe-Syndrom
-
CPAP-Therapie
(3)
c
hronische Niereninsuffi
z
i
enz Grad III
-
am ehesten
hypertensiv
-mikrovaskulär
Die Är
zte des
Stadtspitals
C._
erklärten, dass
sie sich bezüglich
Arbeitsfähig
keit, insbesondere zum Heben schwerer Lasten, im August 2009 festlegen wür
den. Rein formal spreche aktuell nichts gegen eine volle Belastbarkeit nach Abheilen der ICD-Implantationsstelle (
Urk.
17/11/9).
3.2
Dr.
med.
E._
, FMH Allgemeine Medizin, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) hielt in der Stellungnahme vom 1
3.
November 2009 fest,
dass der Kläger in d
er angestammten Tätigkeit als Chauffeur, wo er teils schwere Lasten
habe heben müssen
und laut Arbeitgeber eine gute Fitness unabdingbar sei, nur no
ch
mit Gewichtseinschränkung,
verminderter
Schnelligkeit
und
vermindertem
Arbeitsumfang einsatzfähig
sei
.
Eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit sei dem Kläger aber ganztags möglich
(
Urk.
17/46/3-4).
3.3
Die Ärztinnen der Klinik für Kardiologie d
es Stadtspitals
C._
berichteten am 2
5.
Juli 2014
, dass
der Kläger vom 2
4.
bis zum 2
6.
Juli 2014 bei ihnen hospita
lisiert gewesen sei.
Im
Rahmen der
hypertensiven
Herzkrankheit
habe bei Eintritt
ein
rezidiv
tach
ykardes
atypisches
Vorhofflattern
mit schwer eingeschränkter
linksventrikulärer Fu
nktion (LVEF; EF
: 20
%
; E
cho Juli 2014
) vorgelegen
.
Daraufhin sei
eine erfolgreiche Elektrokardioversion (EKV)
mit Konversion in den Sinusrhythmus durchgeführt worden.
In der Verlaufsech
okardiographie habe sich
dann
eine B
esserung der Pumpfunktion (
LVEF
: 44
%
) gezeigt. Die bei Eintritt im Rahmen der kardialen Situation
aggravierte
chronische Niereninsuffizienz habe sich bei Austritt ebenfalls mit einer errechneten
glomerulären
Filtrationsrate
(
GFR
) von 36 ml/min gebessert
(
Urk.
17/59/1
-3).
3.4
Dr.
B._
gab im Arztbericht über Arbeitsunfähigkeit vom 1
8.
August 2014 zuhanden der CSS an, dass der Kläger
in der bisher ausgeübten Tätigkeit
vom 2
1.
Juni bis zum 1
3.
Juli 2014 zu 100
%
, vom 1
4.
bis zum 2
3.
Juli 2014 zu 50
%
und seit de
m 2
4.
Juli 2014 anhaltend
zu 100
%
arb
eitsunfähig sei (
Urk.
17/59/5).
Im Arbeitsunfähigkeitsschein Taggeld
erklärte
Dr.
B._
, dass
der Kläger
vom 16.
S
eptember 2014 bis zum 3
0.
September
2015 zu 100
%
arbeitsunfähig sei. Ab dem
1.
November 2015 sei er in einer Tätigkeit ohne Schwerarbeit zu 0
%
arbeitsunfähig (
Urk.
2/15).
In den Arbeitsunfähigkeits-Zeugnissen vom 3
0.
November 2015, 2
7.
Januar, 24.
Februar und 2
2.
April 2016 hielt
Dr.
B._
folgende Arbeitsunfähigkeiten fest (
Urk.
2/17-20):
100
%
vom
1.
bis zum 3
0.
November 2015
100
%
vom
1.
bis zum 3
1.
Dezember 2015
0
%
vom
1.
Februar 2016 bis auf Weiteres (für eine vollzeitige, körperlich
eher leichte Arbeit)
100
%
vom 2
9.
März bis zum 3
1.
Mai 2016
3.5
Die Ärzte der Klinik für Innere Medizin des Stadtspitals
C._
nannten im Berich
t zuhanden des Rehabilitations-Ze
ntrums
F._
vom
4.
Oktober 2016 folgende Diagnosen (
Urk.
17/97/1):
(1)
anteriorer
Myokardinfarkt bei
Eingefässerkrankung
bei vorwiegend
ektatischer
Koronarsklerose
-
thrombotischer (
thromboembolischer
) Verschluss des RIVA, an der Bifurkation
zum RD1, PTCA/Stent x2 (beschichtet)
-
Cx
mit 40%iger Stenose proximal
-
LVEF 47
%
, Aki
nesie
anteroapikal
und
septoapik
al
(2)
persistierendes, symptomatisches,
atypisches Vorhofflattern/-
flimmern
-
Erstdiagnose 2009, CHA2DS2-VASc2, EHRA III
-
Tachykard
ie
induzierte Kardiomyopathie März 2009 – EKV
-
Normalisierung der linksventrikulären Pumpfunktion (TTE Juni 2009)
-
Rezidiv eines Vorhofflimmerns/-flatterns mit LVEF 20
%
- EKV Juni 2014, Juli
20
1
4 und
Amiodarone
-
wiederholte EKV bei atypischem Vorhofflattern September 2014 und April 2015
-
zirkumferentielle
ant
r
ale
Isolation der Lungenvenen, Ablation von lokalisierten
Reentries
und EKV am 2
9.
April 2015
-
Rezidiv eines atypischen Vorhofflatterns – EKV am 3
0.
März 2016 – Rezidiv im
April 2016
-
Ablation von 4
linksatrialen
Mikroreentries
, anhaltende Isolation der Pulmonal
-
venen
am 2
6.
Mai 2016
-
AV-Knoten-Ablation mit komplettem AV-Block bei erneutem Rezidiv am
4.
Juli
2016
(3)
Status nach Out
of
Hospital-
Reanim
ation bei KF im Rahmen eines
tachykarden
Vorhofflimmerns am 2
4.
April 2009
-
sekundärprophylaktische Implantation eines 2-Kammer-ICD (SJM) am 1
2.
Mai
2009
-
Aggregatwechsel (SJM Ellipse DR) bei ERI, Juni 2016
(4)
Gichtarthropathie
-
aktuell: akute Gichtarthritis am rechten Fuss im Rahmen der
Diuretikatherapie
(5)
chronische Niereninsuffi
zi
enz KDIGO G3b
(6)
zentrales obstruktives Schlafapnoe-Syndrom – CPAP seit 2006
(7)
Adipositas per magna (BMI 50,2 kg/m2)
Die
Ärzte des Stadtspitals
C._
führten aus, dass der Kläger am 2
6.
September 2016 aufgrund von Dyspnoe, thorakalem Druckgefühl und Schmerzen im linken Arm, welche in der Nacht gegen 1.30 Uhr plötzlich aufgetreten seien, notfall
mässig mit dem Rettungsdienst zugewiesen worden sei.
Es seien zwei
beschich
tete Stents implantiert worden. Am
4.
Oktober 2016 habe der Kläger zur statio
nären kardialen Rehabilitation nach
F._
ins Reha-Zentrum verlegt werden können (
Urk.
17/97/1-2).
3.6
Dr.
med.
G._
, Assistenzärztin
in
der Klinik für Kardiologie des Stadt
spitals
C._
, erklärte im an
die IV-Stelle gerichteten Bericht vom 3.
Februar 2017,
dass eine deutlich eingeschränkte körperliche Leistungsfähigkeit gegeben sei. Die angestammte Tätigkeit sei aus kardialer Sicht nicht mehr möglich. Eine Büro-Tätigkeit sei zu maximal 50
%
möglich (
Urk.
17/101/2-3).
3.7
RAD-Arzt
Dr.
E._
legte in der Stellungnahme vom 2
1.
März 2017 dar, dass be
im Kläger zwischen Juni 2014 und
Juli 2016 mehrmals Ablationen bei atypi
schem Vorhofflattern durchgeführt worden
seien. Am
4.
Juli 2016 sei
eine AV-Knotenablation erfolgt. Vom 2
6.
September bis zum
4.
Oktober 2016 sei der Kläger wegen eines
anterioren
Herzinfarkts hospitalisiert gewesen. Es sei ein Stent eingepflanzt worden. Bei
der Kontrolle vom
3.
Februar 201
7 seien eine mittelschwer eing
e
schränkte systolis
che Pumpfunktion (EF 34
%
) und
eine Belastungsdyspnoe
New York Heart
Association
(
NYHA
) Stadium III
festgestellt worden. Damit sei klar eine deutliche Verschlechterung gegeben. Der Kläger sei nur noch für eine leichte Tätigkeit (höch
s
ten
s 5 bis 7,5 kg Gewichte heben, g
ehen nur kurze Strecken und langsam, kein Stress) arbeitsfähig. Die nur 50%ige Arbeitsfähigkeit könne aber nich
t nachvollzogen werden. Es gebe
keinen Grund, dass er eine leichte Tätigkeit nicht den ganzen Tag ausüben könnte
.
Ab dem
29.
März 2016
sei (in der angestammten Tätigkeit)
keine Arbeitsfähigkeit mehr gegeben. Für leichte Tätigkeiten sei der Kläger ab dann zu 100
%
arbeitsfähig
(
Urk.
17/124/3).
3.8
In der Stellungnahme vom 2
0.
November 2017 erklärte RAD-Arzt
Dr.
E._
, dass sich im Rahmen der
A._
-Abklärung gezeigt
habe, dass der Kläger nur noch vier
Stunden pro Tag Leistung habe erbringen können. Danach sei es zu einer massiven Ermüdung und zu einem
Abfall der Leistungen gekommen.
Daher
könne nun doch nur noch e
ine 50%ige Präsenz für eine
leichte Tätigkeit festge
halten werden. Zumutbar sei eine praktische, manuelle,
wechselbelastende Tätig
keit in
leistungsreduziertem Rahmen (
Urk.
17/124/
4-
5).
4.
4.1
4.1.1
Streitig und zu prüfen ist zunächs
t, ob es sich be
i der Tätigkeit, die der Kläger ab dem
1.
August 2010
bei
Y._
ausgeübt hat,
um eine ideal angepasste,
körper
lich
eher leichte (
Urk.
13 S. 4)
oder um eine
körperlich
mittelschwere
Tätigkeit
(
Urk.
21 S. 4) handelte.
4.1.2
Aus dem Arbeitsver
trag von
Y._
vom 1
5.
Juli 2010
geht hervor, dass der Klä
ger ab dem
1.
August 2010
mit einem Beschäftigungsgrad von 100
%
für unbe
stimmte Ze
it in der Funktion Verkauf
/
All
r
ound
angestellt werde (Urk.
17/42).
Dem Schlussb
ericht von
H._
vom
4.
Februar 2011 ist
zu entnehmen
, dass
er im Rahmen der Arbeit bei
Y._
keine Einschränkungen habe. Er achte darauf
, dass er Gewichte über 20 kg so
anhebe
,
dass seine Mus
kulatur nicht übermässig belastet werde. Meistens könne er seine Arbeit jedoch mit einem Stapler erledigen (
Urk.
17/55/2).
Gemäss
Arbeitszeugnis von
Y._
vom 3
1.
Dezember 2014
umfasste die Tätigkeit des Klägers
als Mitarbeiter
Verkauf
Baustoffe/Gartenhartwaren
die Beratung und Bedienung der Kundschaft, den Aufbau der Aktionen gemäss Präsentationsrichtlinien, die Bewirtschaftung der zugeteilten Rayons, die Anwendung interner EDV-Systeme wie MDE und SAP sowie die Aushilfe und Ablö
sung in anderen Bereichen (Urk.
17/62/13).
Der Klä
ger legte schliesslich
detailliert
dar, dass er im Rahmen seiner Tätigkeit nament
lich Pflanzen inkl. Töpfe, Gartenmöbel, Maschinen und Geräte zur Gar
tenbewirt
schaftung sowie
Baumaterialien für den Verkauf bereitgestellt habe. Diese Produkte habe er vom Lager in die Verkaufsräume transportiert (
Urk.
21 S. 3).
4.1.3
Aufgrund dieser Angaben erhellt, dass der Kläger bei
Y._
e
inerseit
s
körperli
che leichte Tätigkeiten (
Beratung und Bedienung der Kundschaft
und
Anwen
dung der internen EDV-Systeme
)
zu verrichten hatte
.
Andererseits oblagen ihm aber auch Aufgaben (
Aufbau der Aktionen
, Bewirtschaftung der Rayons
sowie
Aushilfe und Ablösung in anderen Bereichen
),
bei denen
er
offenbar zuweilen
Gewichte
über
20 kg
heben
musste
.
Es muss daher davon ausgegangen werden
, dass
die
Tätigkeit bei
Y._
körperlich mi
ttelschwer war
(Tätigkeiten, bei denen Gewichte von 10 bis 25 kg zu heben oder tragen sind, gelten
definitionsgemäss
als mittelschwer; vgl.
Urk.
17/8/5).
4.2
4.2.1
Was den medizinischen Sachverhalt anbelangt,
ist darauf hinzuweisen,
dass dem Kläger im Zusammenhang mit der festgestellten
hypertensiven
Herzkrankheit
im Mai
2009 ein Defi
brillator eingesetzt wurde
.
Der RAD war danach
zum Schluss gekommen, dass ihm
lediglich noch leichte und mittelschwere Tätigke
iten zumutbar
seien
(vgl.
E. 3.1-2
). Ab
dem 2
1.
Juni 2014
attesti
erte
Dr.
B._
dem Kläger
eine
mehrheitlich
100%ige
, anhaltende
Arbeitsu
nfähigkeit
(vgl. E. 3.4
). Die betreffenden
Zeugnisse
/Berichte
wurden von der
CSS, der Krankentaggeld
versicherung der Beklagten 1, die
dem Kläger vom
1.
November 2
014 bis zum 3
1.
Januar 2016 und
vom 2
9.
März bis zum 1
5.
August 2016
Taggelde
r bei einer attestierten Arbeitsunfähigkeit von 100
%
aus
richtete (Urk.
2/16
), geprüft und akzeptiert.
Grund für die
ab dem 2
1.
Juni 2014
a
ttestierte
Arbeitsunfähigkeit
bildeten
dabei
die
kardiologischen
Beschwerden des Klägers, welche
in erster Linie
in der Klinik für Kardiologie des Stadtspitals
C._
behandelt wurden.
Wie aus
dem Aus
trittsbericht
des
Stadtspitals
C._
vom 2
5.
Juli 2014
(
Urk.
17/59/1-3)
hervorgeht, war
beim Kläger
im Rahmen des
im
Juli 2014 aufgetretenen Rezidiv
s
eines
Vorhof
flatterns
bei Eintritt ins Spital
insbesondere
die
Pumpfunktion des Herzens
schwer
eingeschränk
t
.
Ebenso lag
in diesem Zusammenhang
eine
aggravierte
chronische
Niereninsuffizienz
vor.
Im Rahmen des Aufenthalts im Stadtspital
C._
vom 2
4.
bis zum 2
6.
Juli 2014 konnten die Pumpfunktion (LVEF von 20
%
auf 44
%
) und die Nierenwerte (GFR von 26 ml/min auf 36 ml/min) zwar wieder etwas verbessert und der Kläger in gutem Allgemeinzustand nach Hau
se entlassen werden
. Gleichzeitig hielten die Ärzte des Stadtspitals
C._
aber auch fest, dass aktuell (bei Austritt) weiterhin eine ausgeprägte Leistungsintoleranz persistiere
und es unter geringen Belastungen bereits zu Dyspnoe
komme
(NYHA III
;
definitionsgemäss liegt beim Stadium III
eine
starke E
inschränkung der
Belastbarkeit
vor.
Beschwerdefreiheit
ist lediglich im
Ruhe
zustand gegeben;
bei
leichter Belastung treten bereits Symptome auf; vgl.
https://flexikon.doccheck.com/de/NYHA-Klassifikation
).
Unter diesen
Umstän
den kann
jedenfalls
nicht davon ausgegangen werden,
dass
der Kläger
in der Tätigkeit bei
Y._
nach Austritt aus dem Stadtspital
C._
am 2
6.
Juli 2014
wieder
arbeits
fähig gewesen
w
äre.
Dies wurde von ärztlicher Seit auch nicht behauptet.
In der Folg
e trat
en im September
2014,
April 2
015 und März 2016 erneut
Rezidive von Vorhof
flattern auf, aufgrund derer
weitere
EKV durch
geführt werden mussten (vgl. E. 3.5
).
Dass
Dr.
B._
dem Kläger ab dem 2
1.
Juni 2014 eine anhaltende Arbeitsunfähigkeit attestierte -
die Ärzte des Stadtspitals
C._
äusserten
sich zur Frage der Arbeitsfähigkeit
nicht
–
erscheint daher nachvollziehbar
.
Im
Juli 2016 erfolgte
dann
eine AV-Knoten-A
blation und Ende
September 2016
erlitt der Kläger einen
anterioren
Myokardinfarkt
(vgl. E. 3.5)
. Bei der Kontrolle im Stadts
pital
C._
vom
3.
Februar 201
7
stellten die Ärzte des Stadtspitals
C._
eine mittelschwer eingeschränkte
Pumpfunktion und
erneut
eine Belastungs
dys
pnoe NYHA
Stadium
III
fest
(
Urk.
17/101/1 und Urk.
17/101/7
).
4.2.2
Vor diesem Hintergrund
muss davon
ausgegangen werden, dass der Kläger in der körperlich mittel
schweren Tätigkeit bei
Y._
bereits ab
dem
2
1.
Juni 2014 dauerhaft zu
deutlich
mehr als 20
%
in der Arbe
itsfähigkeit eingeschränkt war
(vgl. E. 1.3)
.
Die
IV-Stelle
setzte
den Beginn des Wartejahres nach
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG
indes
auf den 2
9.
März 2016
fest (
Urk.
17/135/1
).
Sie
war
anscheinend
von
einem
wesentlichen Unterbruch
der Arbeitsunfähigkeit während
mindestens
30 aufeinanderfolgenden Tagen
nach
Art.
29
ter
IVV
au
sgegangen
, da dem Kläger vom
1.
Februar bis zum 2
9.
März 2016
vorübergehend
keine Arbeitsunfähigkeit
mehr
attestiert worden war
.
In diesem zweimonatigen Zeitraum
– der Kläger hat damals ausweislich der Akten keinen Arbeitsversuch mehr unternommen -
wurde der
ber
ufsvorsorgerechtlich massgebend
e
zeitliche
Zusammenhang der ab
dem 2
1.
Juni 2014 bestehenden Arbeitsunfähigkeit
jedoch
nicht unterbrochen (vgl. E.
1.2
).
Die Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalid
ität geführt hat – der sachliche Zusammenhang ist vorliegend unbestritten
(
Urk.
13 und
Urk.
29)
-
, trat
somit
am 2
1.
Juni 2014
ein. Damals war der Kläger bei der Beklagten
1 berufs
vorsorgeversichert.
Die Beklagte 2 ist an den von der IV-Stelle in der Verfügung der IV-Stelle vom 2
8.
März 2018 (
Urk.
17/137 und
Urk.
17/140) festgesetzten Beginn der Arbeitsunfähigkeit per 2
9.
März 2016 nicht gebunden.
4.3
Was die Beklagte 1
betreffend
Eintritt der
massgebenden Arbeitsunfähigkeit
vorbrachte
(
Urk.
13 und
Urk.
29)
, vermag nicht zu überzeugen.
Mit Verfügung vom 2
1.
September 2015
(
Urk.
17/67)
ist die IV-Stelle auf das neue Leistungs
gesuch
des Klägers nicht eingetreten
, weil er der IV-Stelle
trotz entsprechender Aufforderung (
Urk.
17/64)
kein Beweismittel respektive keinen
Arztbericht ein
gereicht hatte
.
Eine materielle Abklärung des medizinischen Sachverhalts n
ahm die IV-Stelle damals
nicht vor.
Der Umstand, dass
Dr.
B._
dem Kläger
für eine Tätigkeit ohne Schwerarbei
t
im November 2015
zunächst eine Arbeits-
und
in der Folge
doch eine Arbeitsun
fähigkeit attestierte (vgl. E.
3.4)
, vermag dessen nachvollziehba
re Einschätzungen zur Arbeitsf
ähigkeit
seit
dem 2
1.
Juni 2014
,
denen
die Berichte
der Klinik für Kardiologie de
s Stadtspitals
C._
zugrunde lagen
und welche – wie erwähnt
(vgl. E. 4.2.1)
- insbesondere auch von der CSS
akzeptiert
wurden, nicht in Zweifel zu ziehen.
Seine
Aussage
im Bericht vom 2
9.
November 2015 zuhanden der CSS, wonach der Kläger grundsätzlich wieder eine leichte Tätigkeit ausüben k
önnte (
Urk.
14/13), steht
nicht im Widerspruch
zu seinen übrigen Beurteilungen.
Dass
Dr.
B._
, der
den Kläger
bereits
seit Jah
ren behandelt
und insbesondere schon
in das IV-Verfahren von 20
09 involviert war (vgl. Urk.
17/11
), fälschlicherweise davon ausgegangen sein soll, dass es sich bei der Tätigkeit bei
Y._
um eine schwere
Arbeit
als Lagerist handelte, ist nicht anzunehmen.
Im Weiteren bemerkte der Kläger zu Recht (
Urk.
21 S. 11), dass es im
Bereich der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit – anders als bei der
Leis
tungszusprache
– auf di
e echtzeitlichen Atteste ankommt (vgl. E. 1.3).
Dass
d
er Kläger
gemäss Arbeitszeugnis von
Y._
bei erhöhten
Belastung
en
konstante
Leistungen
erb
racht habe
(Urk.
17/62/13)
, ändert nichts daran
, dass er ein
halbes Jahr vor Beendigung des Arbeitsverhältnisses
arbeitsunfähig wurde.
Ferner hat die Beklagte 1 nicht substantiiert dargetan und ist auch nicht ersichtlich, i
nwie
fern die Ansprüche des Klägers verjährt
sein sollen.
Der von der IV-Stelle festge
setzte Rentenbeginn
per
1.
März 2017 und
der
ermittelte Invaliditätsgrad von 65
%
(
Urk.
17/137 und
Urk.
17/140)
wurden von der Beklagten 1
schliesslich
nicht in Zweifel gezogen und geben nicht Anlass zu Weiterungen.
Die Beklagte 1 ist somit
leistungspflichtig.
Damit ist auch gesagt, dass ein Anspruch auf Invalidenleis
tungen gegenüber der Beklagten 2
ausser
Betracht fällt.
5.
5.1
Der Kläger hat demnach mit Wirkung ab dem
1.
März 2017 bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 65
%
Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
der Beklagten
1.
Die Festsetzung des gesetzlichen und reglementarischen Leistungsanspruchs in
masslicher
Hinsicht bleibt
praxisgemäss
einstweilen der Beklagten
1
überlassen; in einem allfällig diesbezüglich sich ergebenden Streitfall stünde dem Kläger erneut der Klag
eweg offen (vgl. BGE 129 V 450).
5.2
Auf Invalidenleistungen sind Verzugszinsen geschuldet, wobei grundsätzlich Art. 105 Abs. 1 des Obligationenrechts anwendbar ist (BGE 119 V 131 E. 4). Danach ist der Verzugszins vom Tag der Anhebung der Betreibung oder der gerichtlichen Klage an geschuldet. Der Zinssatz beträgt 5 %, sofern das Regle
ment der Vorsorgeeinrichtung keine andere Regelung kennt (BGE 119 V 131 E. 4c).
Im vorliegend
anwendbaren Vorsorgereglement
,
welches per
1.
Januar 2014 in Kraft getreten ist,
ist
keine Regelung betreffend Verzugszins enthalten
(
vgl.
Art.
40
Abs.
1;
Urk.
2/27/1). Für
den Zeitraum ab K
lageerhebung am 29.
März 2019
(Urk. 1)
ist deshalb
ein Verzugszins von 5
% geschulde
t.
5.3
Die Beklagte
1
ist somit zu verpflichten, dem Kläger mit Wirkung ab dem 1.
März 2017
basierend auf einem Invaliditätsgrad von
65 % eine
Dreiviertelsrente
zuzüglich Ver
zugszinsen von 5
% seit dem 2
9.
März 2019
für die bis dahin fällig gewordenen
Rentenbetreffnisse
sowie für die übrigen ab dem jeweiligen Fällig
keitsdatum auszurichten.
5.4
Im Weiteren
ist
die Beklagte 1
zu verpflichten
, dem Kläger ab d
em Zeitpunkt der Erschöpfung der Taggelder (Art.
7 Abs. 2
lit
. d des Vorsorgereglements
, Urk.
2/27/1
) die Beitragsbefreiung zu gewähren.
6.
Gemäss
§ 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) haben die Parteien nach
Massgabe
ihres Obsiegens Anspruch auf den vom Gericht festzusetzenden Ersatz der Parteikosten. Dieser wird ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. U
nter Berücksichtigung der
massgeb
lichen
Kriterien
– und nach Einsicht in die Honorarnote
der als unentgeltliche Rechts
vertreterin bestellten
Rec
htsanwältin
Dr.
Glättli
vom 27.
Januar 2020 (
Urk.
33) -
erscheint die
Zusprache
einer Prozessentschädigung
in der Höhe von Fr. 4‘700.--
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) als angemessen.