Decision ID: 77a1007b-790d-40a0-9042-a212390e2033
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Marcel Köppel, Grossfeldstrasse 45,
7320 Sargans,
gegen
B._ Versicherungs-Gesellschaft,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Versicherungsleistungen
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ war als Aussendienstmitarbeiter bei der B._ Versicherungs-Gesellschaft
(nachfolgend B._) tätig und bei diesem Arbeitgeber gegen die Folgen von Unfällen
versichert. Laut Bagatell-Unfallmeldung UVG vom 9. Mai 2006 hielt der Versicherte am
17. April 2006 mit seinem Roller vor einem Fussgängerstreifen an, um eine
Fussgängerin die Strasse überqueren zu lassen. Dabei sei ein Personenwagen
ungebremst von hinten auf seinen Roller aufgefahren. Der Roller sei ca. vier Meter nach
vorne geschleudert worden, sei dabei nach rechts gekippt und es habe dem
Versicherten den Lenker an den rechten Unterschenkel unterhalb des Knies am
Innenmensikus geschlagen (act. G 3.1/1). Die Notfallärztin Dr. med. C._, FMH Innere
Medizin, bestätigte im Arztzeugnis vom 18. Mai 2008 eine Erstbehandlung am 17. April
2006 und stellte die Verdachtsdiagnose einer traumatischen medialen Meniskusläsion
am rechten Knie. Eine Arbeitsunfähigkeit wurde nicht attestiert (act. G 3.1/3). Am 21.
April 2006 war die Weiterbehandlung durch den damaligen Hausarzt Dr. med. D._,
Allgemeine Medizin FMH, erfolgt. Dieser schloss die Behandlung am 8. Mai 2006 ab
(act. G 3.1/4). Die B._ erbrachte für den Unfall vom 17. April 2006 die gesetzlichen
Leistungen (Heilkosten).
A.b Im Januar 2009 meldete der Versicherte einen Rückfall zum Unfall vom 17. April
2006. Er gab an, seit dem Unfall ununterbrochen bei jeder Drehbewegung und beim
Aufstehen vom Stuhl unter Schmerzen im rechten Knie zu leiden. Bei schnellerem
Gehen würden die Schmerzen zunehmen. Rennen und Sport seien seit dem Unfall
nicht mehr möglich. Die Schmerzen würden messerstichartig, besonders auf der
Innenseite des Knies auftreten (act. G 3.1/6). Eine auf Zuweisung der neuen Hausärztin
des Versicherten, Dr. med. E._, FMH, Innere Medizin, am 23. Dezember 2008
durchgeführte MRI-Untersuchung des rechten Knies hatte beginnende Degenerationen
des medialen Femurcondylus sowie femoropatellar, komplexe Rissbildungen und
winzige dorsale Ganglien von Pars intermedia und Cornu posterius des Meniscus
medialis sowie eine Chondropathia patellae Grad II ergeben (act. G 3.1/12, 13). Am 24.
Februar 2009 wurde beim Versicherten im Spital eine Kniegelenksarthroskopie mit
Teilmeniskektomie medial und Knorpeldébridement durchgeführt (act. G 3.1/25).
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Nachfolgend wurde ihm eine 100%-ige bzw. 50%-ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Im
Austrittsbericht stellte das Spital die Hauptdiagnose einer medialen Meniskusläsion
sowie einer Chondropathie Grad III des medialen Kondylus und der Patella rechts (act.
G 3.1/10). Die B._ kam für die Operationskosten auf und erbrachte Taggeldleistungen
(act. G 3.1/19, 21 ff., 27 ff.).
A.c In einem ärztlichen Zwischenbericht vom 14. September 2009 hielt Dr. E._ fest,
dass der postoperative Verlauf unbefriedigend sei bzw. der Versicherte unverändert
unter einem Belastungsschmerz leide (act. G 3.1/32). Auf Zuweisung von Dr. E._
wurde der Versicherte am 25. September 2009 durch Dr. med. F._, Orthopädie am
Rosenberg, untersucht (act. G 3.1/33). Am 25. Januar 2010 folgte im Radiologie Institut
eine weitere MRI-Untersuchung des rechten Kniegelenks (act. G 3./38).
A.d Nach Einholung einer Beurteilung durch ihren Vertrauensarzt, Dr. med. G._,
FMH Orthopädische Chirurgie, (act. G 3.1/39, 40), eröffnete die B._ dem Versicherten
mit Verfügung vom 1. Juni 2010, dass die aktuellen Kniebeschwerden
krankheitsbedingter Natur seien. Der Kausalzusammenhang könne maximal während
vier bis sechs Monaten nach dem operativen Eingriff vom 24. Februar 2009 akzeptiert
werden. Die Versicherungsleistungen müssten deshalb per 31. August 2009 eingestellt
werden. Auf die Rückforderung der zu Unrecht nach diesem Datum erbrachten
Leistungen werde jedoch verzichtet (act. G 3.1/41).
B.
Die gegen diese Verfügung am 29. Juni 2010 erhobene Einsprache des
Rechtsvertreters des Versicherten, Rechtsanwalt Dr. iur. M. Köppel, Sargans, (act. G
3.1/43), wies die B._ mit Einspracheentscheid vom 9. November 2010 ab (act. G
3.1/47).
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid liess der Versicherte durch seinen
Rechtsvertreter mit Eingabe vom 8. Dezember 2010 Beschwerde erheben mit den
Anträgen, der Einspracheentscheid vom 9. November 2010 sowie die Verfügung vom
1. Juni 2010 seien aufzuheben, es sei festzustellen, dass die bestehenden
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Kniebeschwerden rechts nach wie vor, d.h. über den 31. August 2009 hinaus,
ausschliesslich auf das Unfallereignis vom 17. April 2006 zurückzuführen und mithin
unfallbedingt seien und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihre Leistungen
gestützt auf das Unfallversicherungsgesetz auch über den 31. August 2009 hinaus und
bis auf weiteres vollumfänglich zu erbringen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge
(act. G 1.1).
C.b In der Beschwerdeantwort vom 20. Januar 2011 beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde (act. 3).
C.c Mit Replik vom 10. Februar 2011 hielt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
an seinen Anträgen fest (act. G 7). Mit Duplik vom 24. Februar 2011 wiederholte die
Beschwerdegegnerin, dass die Kausalität der heutigen Beschwerden mit dem Unfall
vom 17. April 2006 nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit dargelegt sei (act. G 9).
C.d Auf die weiteren Begründungen und Ausführungen in den einzelnen
Rechtsschriften bzw. medizinischen Akten wird, soweit erforderlich, in den

nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.
Streitig und zu prüfen ist, ob die beim Beschwerdeführer nach der am 24. Februar 2009
durchgeführten Kniegelenksarthroskopie mit Teilmeniskektomie medial und
Knorpeldébridement anhaltenden Belastungsschmerzen über den 31. August 2009
hinaus auf den Unfall vom 17. April 2006 zurückzuführen sind.
2.
2.1 Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Einspracheentscheid die
rechtlichen Voraussetzungen des Vorliegens eines natürlichen Kausalzusammenhangs
zwischen Unfall und in dessen Folge eingetretener Gesundheitsschädigung zutreffend
dar (Erwägung 2.2; BGE 129 V 181 f. E. 3.1). Darauf kann verwiesen werden. Die
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Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem
Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang
besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines
Erfolgs zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der
allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des
eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolgs also durch das Ereignis
allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 E. 3.2). Innerhalb des
Sozialversicherungsrechts spielt jedoch die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der
sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des
Unfallversicherers im Bereich klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen praktisch
keine Rolle (BGE 127 V 103 E. 5b/bb). Zu ergänzen ist im Weiteren, dass der
Unfallversicherer im Rahmen von Art. 6 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) für Schäden einzustehen hat, die durch
Krankenpflegemassnahmen (Heilbehandlung) im Anschluss an versicherte Unfälle
herbeigeführt werden, ohne dass die behandlungsbedingte Schadensverursachung
den Unfallbegriff, den Tatbestand des haftpflichtrechtlichen Kunstfehlers oder der
strafrechtlich relevanten Körperschädigung erfüllen muss (BGE 118 V 286).
2.2 Gemäss Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202)
werden Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt, welche
besondere revisionsrechtliche Tatbestände im Sinn von Art. 22 UVG darstellen (vgl.
BGE 118 V 293; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326). Praxisgemäss handelt es sich bei einem
Rückfall um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit bzw.
vermeintlich geheilter Unfallfolgen, so dass es zu ärztlicher Behandlung,
möglicherweise zu einer weiteren Arbeitsunfähigkeit kommt, während von Spätfolgen
dann gesprochen wird, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Lauf längerer Zeit
organische oder psychische Folgen bewirkt, die zu einem andersgearteten
Krankheitsbild führen können. Rückfälle und Spätfolgen schliessen folglich begrifflich
an ein in der Vergangenheit bestandenes Unfallereignis an. Dementsprechend können
sie eine Leistungspflicht des (damals haftbaren Unfallversicherers) nur dann auslösen,
wenn zwischen den erneut vorgebrachten Beschwerden und der seinerzeit beim
versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher
Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 296 f. E. 2c).
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2.3 Ist die Unfallkausalität des Rückfalls einmal mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
erstellt, so entfällt eine Leistungspflicht des Unfallversicherers erst dann, wenn der
Rückfall nicht eine natürliche und adäquate Ursache des Grundfalls darstellt, d.h. wenn
die rückfallmässig gemeldeten Beschwerden nur noch und ausschliesslich auf
unfallfremden Ursachen beruhen. Das Dahinfallen der kausalen Bedeutung von
unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im
Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit gänzlich fehlender Auswirkungen des
Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage
handelt, liegt die Beweislast beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E.
3b).
3.
3.1 Am 17. April 2006 erlitt der Beschwerdeführer bei einem Unfall mit seinem Roller
eine Kontusion des rechten Knies. Der Unfall hatte keine Arbeitsunfähigkeit zur Folge
und die ärztliche Behandlung durch Dr. D._ wurde am 8. Mai 2006 abgeschlossen.
Eine radiologische Untersuchung wurde damals nicht durchgeführt (act. G 3.1/1, 3, 4,
31). Die Beschwerdegegnerin hat im Rahmen des Grundfalls die Leistungspflicht für
das fragliche Unfallereignis anerkannt und ist für die Kosten der Heilbehandlung
aufgekommen. Grundsätzlich entspricht obiger Sachverhalt der medizinischen
Erfahrungstatsache, dass Prellungen, Verstauchungen oder Zerrungen ohne
strukturelle Läsionen der Gelenke und Knochen normalerweise innert kurzer Zeit
folgenlos abheilen und sich die damit verbundenen Beschwerden gänzlich
zurückbilden. Infolge Belastungsschmerzen im rechten Knie wurde beim
Beschwerdeführer am 23. Dezember 2008 eine MRI-Untersuchung durchgeführt,
welche insbesondere komplexe Rissbildungen und winzige dorsale Ganglien in
Mittelteil und Hinterhorn des medialen Meniskus hervorbrachte (act. G 3.1/13). Im
Januar 2009 erfolgte eine entsprechende Schaden- bzw. Rückfallmeldung unter
Hinweis auf das Unfallereignis vom 17. April 2006 (act. G 3.1/6). Am 24. Februar 2009
wurde die mediale Meniskusläsion mit einer Kniegelenksarthroskopie mit
Teilmeniskektomie medial und Knorpeldébridment therapiert (act. G 3.1/10). Die
Beschwerdegegnerin anerkannte auch im Rahmen des Rückfalls ihre Leistungspflicht.
Sie ist für die Operationskosten sowie weitere Heilbehandlungskosten aufgekommen
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und hat während der Arbeitsunfähigkeit Taggelder geleistet (act. G 3.1/21, 22, 26, 29,
30).
3.2 Die Kostenübernahme der Beschwerdegegnerin und damit die Anerkennung der
Unfallkausalität für den Rückfall erscheint aufgrund der vorliegenden Aktenlage
zumindest plausibel. Für die Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen wird im
Regelfall eine strukturelle Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als
objektivierbares Korrelat verlangt. Als objektiviert gilt eine solche Läsion, wenn sie
durch einen entsprechenden radiologischen Untersuchungsbefund erhoben wird. In
einer Meniskusläsion ist eine strukturelle Gesundheitsschädigung zu sehen.
Kniegelenksmechanismen neigen zur Degeneration und sind starker mechanischer
Beanspruchung ausgesetzt. Allerdings können Meniskusläsionen auch als Folge eines
Traumas auftreten, indem die Menisken bei akuten schweren Knieverletzungen ein-
oder abreissen (vgl. Alfred M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4.
Aufl., Bern 2002, S. 1056 f.). Bereits in der ursprünglichen Schadenmeldung vom 9. Mai
2006 wurde eine starke Prellung im Bereich des Unterschenkels unterhalb des
Innenmeniskus vermerkt (act. G 3.1/1). Anlässlich der Erstbehandlung bei Dr. C._
vom 17. April 2006 wurde ausserdem die Verdachtsdiagnose einer traumatischen
medialen Meniskusläsion rechtes Knie gestellt, nachdem die Meniskuszeichen des
Innenmeniskus positiv gewesen waren (act. G 3.1/3). Im Rahmen der Rückfallmeldung
gab der Beschwerdeführer sodann an, seit dem Unfallereignis ununterbrochen unter
Belastungsschmerzen zu leiden. Die von ihm konkret beschriebenen Schmerzen (act. G
3.1/6) waren denn auch für eine Meniskusverletzung typisch (Alfred M. Debrunner,
a.a.O., S. 1058 f.). Dr. D._ hielt sodann in seinem Bericht vom 24. Juni 2009 fest,
dass sich der Beschwerdeführer nach dem Behandlungsabschluss am 8. Mai 2006
wegen eines anderen Unfalls bei ihm am 17. Januar 2008 gemeldet und dabei erwähnt
habe, dass er am rechten Knie medial gelegentlich immer noch etwas Beschwerden
habe (act. G 3.1/31).
4.
4.1 An die Rückfallmeldung schloss sich die Arthroskopie mit Teilmeniskektomie vom
24. Februar 2009 an. Nach der Operation litt der Beschwerdeführer weiterhin unter
Knieschmerzen, worauf am 25. Januar 2010 erneut eine MRI-Untersuchung des
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rechten Kniegelenks durchgeführt wurde (act. G 3.1/38). Die Beschwerdegegnerin
erachtete die dabei erhobenen Befunde bzw. die damit wohl verbundenen
Beschwerden per 31. August 2009 nicht mehr als unfallkausal und stellte ihre
Versicherungsleistungen auf dieses Datum hin ein. Dabei stützte sie sich auf die
Beurteilung ihres Vertrauensarztes Dr. G._ vom 29. April 2010, der sich auf den
Standpunkt stellte, ein Kausalzusammenhang zwischen den Beschwerden und der als
unfallkausal erachteten Meniskusoperation könne nur während vier bis sechs Monaten
nach der Operation bejaht werden. Im Übrigen liege eine erhebliche degenerative
Pathologie vor, die mit dem Unfall vom 17. April 2006 nichts zu tun habe, sondern als
Krankheit betrachtet werden müsse (act. G 3.1/39, 40).
4.2
4.2.1 Anlässlich der Arthroskopie vom 24. Februar 2009 liessen sich ein
ausgedehnter III.-IV.-gradiger Knorpelschaden am medialen Kondylus, eine
ausgedehnte mediale Meniskusläsion mit Radiärriss am Übergang intermediär/
Hinterhorn sowie zusätzlicher horizontaler Risskomponente und femoropatellar eine II.-
III.-gradige Malazie der Patellarückfläche medialseitig erkennen (act. G 3.1/25). Die
MRI-Untersuchung vom 25. Januar 2010 hat im Vordergrund stehend einen Defekt des
medialen Meniskus nach ausgedehnter Teilmeniskektomie, schwere Knorpelschäden
mit grossflächigen tief greifenden Läsionen des medialen femorotibialen
Gelenkskompartimentes mit reaktiven Foci von Knochenmarksödemen, eine residuelle,
wahrscheinlich verbliebene Rissbildung im Bereich der Pars intermedia des medialen
Meniskus sowie eine schwere patellofemorale Chondromalazie ergeben (act. G 3.1/38).
Bereits die früher durchgeführte MRI-Untersuchung vom 23. Dezember 2008 hatte im
Bereich des Femurcondylus, femoropatellar sowie im Bereich des Meniskus
Gesundheitsschäden gezeigt (vgl. Sachverhalt A.b). Bei den vorgenannten
Gesundheitsschäden handelt es sich zweifelsohne um klare organische, strukturelle
Substrate, die grundsätzlich als Ursache der fortwährend geklagten Schmerzen im
Bereich des Kniegelenks in Frage kommen. Diejenigen im Bereich des Femurcondylus
sowie femoropatellar wurden explizit als degenerativ bezeichnet. Bei der
Chondropathie handelt es sich um eine häufige degenerative, also nicht traumatisch
bedingte degenerative Kniegelenkserkrankung, welche im Rahmen des degenerativen
Prozesses zu einer Arthrose führen kann (vgl. dazu Alfred M. Debrunner, a.a.O., S. 582,
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1067; Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 262. Aufl., S. 372 f.). In Bezug auf den
konkreten Fall ist sodann dem Bericht von Dr. F._ vom 28. September 2009 zu
entnehmen, dass beim Beschwerdeführer eine Achsenfehlstellung in Form eines
Varusknies bestehe und hier im Verlauf des Alters mit einer überlastungsbedingten
Varusgonarthrose zu rechnen sei (act. G 3.1/33; vgl. dazu auch Alfred M. Debrunner,
a.a.O., S. 1068 ff.). Im Fall des Beschwerdeführers ist mithin von einer umfassenden
degenerativen Problematik im Bereich des rechten Kniegelenks auszugehen, wofür
auch der Umstand spricht, dass den radiologischen Untersuchungsergebnissen sowie
dem Arthroskopiebefund ein fortschreitender degenerativer Prozess zu entnehmen ist.
So wies der Beschwerdeführer zunächst beginnende und später ausgedehnte bzw.
schwere Knorpelschäden und in der MRI-Untersuchung vom 25. Januar 2010 einen
neuen schweren Knorpelschaden im femorotibialen Gelenkskompartiment auf.
4.2.2 Mit Blick auf die vorstehenden Ausführungen könnte die am 25. Januar
2010 erhobene Meniskusläsion in die bestehende degenerative Problematik im Bereich
des rechten Kniegelenks eingereiht werden. Wie in Erwägung 3.2 dargelegt, ist jedoch
im vorliegenden Fall von einer vorangegangenen traumatischen Meniskusläsion
auszugehen, die am 24. Februar 2009 operativ saniert wurde. Eine Operation hat
grundsätzlich die Behebung bzw. Heilung eines Gesundheitsschadens zum Ziel.
Zunächst erfordert jedoch die Heilung der unmittelbaren Operationsfolgen
(Wundheilung, postoperative Schmerzphase, Einnahme von Medikamenten,
Schonungsphase mit möglicher Arbeitsunfähigkeit usw.) eine gewisse Dauer. Im
Weiteren ist zu beachten, dass mit einer Operation aber auch bleibende Änderungen
an einem Körperteil vorgenommen werden und in diesem Sinn Heilungsstörungen,
beispielsweise durch Behandlungsfehler (vgl. dazu Art. 6 Abs. 3 UVG), auftreten
können, durch die das Erreichen des angestrebten Operationsziels in Frage gestellt
wird. Entscheidrelevant ist bezüglich beider Situationen, in welchem Zeitpunkt die
Operationsfolgen als abgeheilt zu betrachten sind.
4.2.3 Dr. G._ bzw. die Beschwerdegegnerin bejahen die Unfallkausalität
während der Heilungsdauer der unmittelbaren Operationsfolgen. Danach gehen sie von
einem rein degenerativ geschädigten Gesundheitszustand aus. Das Dahinfallen der
Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin ist jedoch aufgrund der vorliegenden
Aktenlage nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen. Immerhin
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benennt der Befund der MRI-Untersuchung vom 25. Januar 2010 grundsätzlich eine
nicht vollständig operativ therapierte Meniskusläsion. Nachdem am 24. Februar 2009
lediglich eine Teilmeniskektomie, d.h. eine der Läsion entsprechende partielle
Resektion, durchgeführt worden ist, liesse sich ein Rezidiv nach einer Menisketomie
durchaus erklären (vgl. dazu Alfred M. Debrunner, a.a.O., S. 1061). Nachdem die
Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht für die am 24. Februar 2009 operativ
therapierte Meniskusläsion anerkannt hat, wäre sie auch für allfällige
Heilungsstörungen im Zusammenhang mit der Operation leistungspflichtig. Die am 25.
Januar 2010 radiologisch erhobene Meniskusläsion wurde von Dr. G._ im Bericht
vom 29. April 2010 hinsichtlich ihrer Ursache - rein degenerativer Prozess oder
erfolglos operativ therapiert - in keiner Weise gewertet. Seine Beurteilung bezog sich
lediglich auf die Heilungsdauer der unmittelbaren Operationsfolgen (vgl. dazu
Erwägung 4.2.2). Dr. E._ verneinte sodann in ihren ärztlichen Zwischenberichten -
wenn auch angesichts der unbestritten vorliegenden Degenerationen nicht gänzlich
überzeugend - wiederholt das Mitspielen unfallfremder Faktoren im Heilungsverlauf
(act. G 3.1/32, 37). Weitere medizinische Akten, welche sich zur Frage des Vorliegens
unfallkausaler somatischer Restfolgen äussern würden, liegen nicht vor.
4.2.4 Für die Feststellung medizinischer Sachverhalte ist die Verwaltung bzw.
das Gericht auf Angaben ärztlicher Experten angewiesen (vgl. BGE 118 V 290 E. 1b).
Wie vorstehend dargelegt, standen der Beschwerdegegnerin jedoch keine
rechtsgenüglichen medizinischen Unterlagen zur Verfügung, mittels welcher die Frage
nach dem Dahinfallen jeglicher Kausalität des vorhandenen Gesundheitsschadens zum
Unfall vom 17. April 2006 bzw. der Teilmeniskektomie vom 24. Februar 2009 per 31.
August 2009 mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu
beantworten wäre. Aufgrund der Beweislastverteilung obliegt es der
Beschwerdegegnerin, bis zum Zeitpunkt des Einspracheentscheids anhand
fachärztlicher Unterlagen zu belegen, ob, und wenn ja, ab welchem Zeitpunkt der
Unfall jegliche Ursächlichkeit für die streitigen gesundheitlichen Leiden verloren hat
(Urteil des EVG vom 3. Januar 2005 i/S K. [U 332/03], E. 2). Da die
Beschwerdegegnerin nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen hat,
dass die Unfallkausalität im Zeitpunkt der Leistungseinstellung am 31. August 2009
weggefallen war, ist die Sache zur Veranlassung der nötigen medizinischen
Abklärungen und neuen Entscheidung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
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5.
5.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
Einspracheentscheids vom 9. November 2010 gutzuheissen und die Angelegenheit zu
weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
5.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Als volles Obsiegen gilt auch die Rückweisung
der Sache an die Verwaltung zwecks ergänzender Abklärungen (BGE 127 V 234 E. 2b/
bb). Die Parteientschädigung ist wie in aufwandmässig vergleichbaren Fällen üblich,
pauschal auf Fr. 3'500.--, einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer,
festzulegen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP