Decision ID: e6629dd3-2633-4c2e-a9f4-d6271498ce30
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1980, arbeitet seit dem 1. Januar 2016 als Plattenleger für die
Y._
AG und ist in dieser Eigenschaft gegen Berufs- und Nichtberufs
unfälle bei der Suva versichert. Am 6. Februar 2019 wurde der Suva angezeigt, dass der Versicherte am 1. Februar 2019 bei einem Badezimmerumbau die Wand
platten mit einem Hilti-Spitzhammer
abgespitzt
habe und dabei einen heftigen Schlag in der Schulter
verspürt
habe. Am darauffolgenden Wochenende seien die Schmerzen stärker geworden, so dass er am kommenden Montag einen Arzt auf
gesucht habe (Urk. 7/1). Der erstbehandelnde Arzt Dr. med.
Z._
, Facharzt für Allgemeine Medizin, untersuchte den Versicherten am 4. Februar 2019. Er führte aus, dass dem Versicherten beim Leeren eines Korbes, den er über die rechte Schulter gehoben habe, ein Stein gegen das rechte Schulterblatt gefallen sei und er zunehmende Schmerzen bei weiterer Belastung habe. Er diagnostizierte eine Kontusion der rechten Schulter (Urk. 7/8). Die Suva trat auf den Schaden ein und erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Urk. 7/11). Die Arbeitgeberin teilte der Suva am 9. Juni 2019 mit, dass der Versicherte zwischenzeitl
ich wieder arbeite (Urk. 7/25), woraufhin die Suva keine weiteren Leistungen erbrachte.
Mit Schadenmeldung UVG vom 1. Februar 2020 wurde der Suva angezeigt, dass der Versicherte
einen Rückfall erlitten habe
(Urk. 7/26).
Nachdem die Suva medi
zinische Abklärungen getätigt hatte
,
teilte sie dem Versicherten mit Verfügung vom 26. Juni 2020 mit, dass zwischen dem Ereignis vom 1. Februar 2019 und den gemeldeten Schulterbeschwerden rechts kein sicherer oder wahrscheinlicher Kausalzusammenhang bestehe, so dass sie keine Versicherungsleistungen erbrin
gen würden (Urk. 7/54).
Der Versicherte erhob hiergeg
en am
1
4. Juli 2020 Einsprache (U
rk. 7/61),
welche d
ie Suva mit
Einspracheentscheid
vom 28. August 2020 abwies (Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte am 21. September 2020 Beschwerde (Urk. 1) bei der Suva, welche diese mit Schreiben vom 24. September 2020 (Urk. 3) ans hiesige Gericht überwies. Der Beschwerdeführer beantragte sinngemäss die Aufhebung des angefochtenen
Einspracheentscheides
und die Ausrichtung der gesetzlichen Leistungen.
Mit Beschwerdeantwort vom 28. Oktober 2020 schloss die Beschwer
degegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6
unter Beilage ihrer Akten, Urk.
7/1-81), worüber der Beschwerdeführer am 2. November 2020 in Kenntnis gesetzt wurde (Urk. 8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Die Beschwerdegegnerin hielt dafür
(Urk. 2
und Urk. 6)
, dass
die anfangs Februar 2020 gemeldeten Schulterbeschwerden nicht mehr kausal zum Ereignis von anfangs Februar 2019 seien. Mit Blick auf die medizinischen Berichte und die bildgebenden Abklärungen könne keinerlei eindeutig unfallbedingte strukturelle Schädigung erhoben werden, dafür aber Befunde, welche klar degenerativ seien. Dafür spreche auch die simple Distorsion/Kontusion. Auch mit Blick auf das Alter des Beschwerdeführers und seiner körperlich anspruchsvolleren Tätigkeit liessen sich die Befunde gut erklären. Die Begründung nach der Formel «
post
hoc, ergo
propter
hoc» genüge nicht, die Kausalität überwiegend wahrscheinlich erscheinen zu lassen.
Der Beschwerdeführer brachte dagegen vor (Urk. 1), dass nach dem Unfall ledig
lich ein Ultraschall
durchgeführt worden sei, welcher allerdings nicht ausgereicht habe, die Beschwerden zu erklären. Er habe auch Physiotherapie gemacht, welche nichts gebracht habe, da sie sich auf Sehnen und Muskeln konzentriert habe, er allerdings gewusst hätte, dass es ein Problem mit den Knochen sei. Er sei mit Schmerzen wieder arbeiten gegangen und
habe
mit diesen durchgehend bis Januar 2020 gearbeitet. Im Januar 2020 habe er den Arm nicht mehr bewegen können, so dass er zum Arzt gegangen sei, wo man eine Entzündung diagnosti
ziert hätte. Nach weiteren Untersuchungen habe man erkannt, dass die Man
schette gerissen sei und habe diese dann operiert.
2.
2.1
Ein Unfall ist gemäss Art. 4
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Kör
per, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.
Gemäss Art. 6
des
Bundesgesetz
es
über die Unfallversicherung (UVG)
werden -
soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt - die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krank
heiten gewährt.
2.2
2.2.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
2.2.2
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, das heisst rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang prak
tisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
2.3
Die Versicherungsleistungen werden auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt, für Bezüger von Invalidenrenten jedoch nur unter den Voraussetzungen von Art. 21 UVG (Art. 11
der
Verordnu
ng über die Unfallversicherung, UVV
). Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psy
chische Veränderungen bewirkt, die zu einem andersgearteten Krankheitsbild führen können (BGE 118 V 293 E. 2c mit Hinweisen).
Rückfälle und Spätfolgen schliessen sich begrifflich an ein bestehendes Unfall
ereignis an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht der Unfallversiche
rung nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 293 E. 2c in
fine
).
2.4
Der Fallabschluss hat in Form einer Verfügung zu erfolgen, wenn und solange die (weitere) Erbringung erheblicher Leistungen zur Diskussion steht (
BGE 132 V 412
E. 4, Art. 124 UVV). Erlässt der Versicherer stattdessen nur ein einfaches Schreiben, erlangt dieses in der Regel jedenfalls dann rechtliche Verbindlichkeit, wenn die versicherte Person nicht innerhalb eines Jahres Einwände erhebt (
BGE 134 V 145
). Standen zu einem bestimmten Zeitpunkt indes keine Leistungen mehr zur Diskussion, kann ein Rückfall auch vorliegen, ohne dass der versicher
ten Person mitgeteilt wurde, der Versicherer schliesse den Fall ab und stelle seine Leistungen ein. In dieser Konstellation ist entscheidend, ob zum damaligen Zeit
punkt davon ausgegangen werden konnte, es werde keine Behandlungs
bedürftigkeit und/oder Arbeitsunfähigkeit mehr auftreten. Dies ist im Rahmen einer ex-ante-Betrachtung unter Berücksichtigung der konkreten Umstände zu beurteilen (Urteil des Bundesgerichts 8C_400/2013 vom 31. Juli 2013 E. 4 mit weiterem Hinweis).
2.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzu
nehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
3.
Die medizinische Aktenlage präsentiert sich im Wesentlichen folgendermassen:
3.1
3.1.1
Dr.
Z._
behandelte den Beschwerdeführer am 4. Februar 2019. Er konstatierte, dass der Beschwerdeführer über Schmerzen bei der Elevation des rechten Armes klage. Die Elevation sei bis ca. 90° möglich. Dr.
Z._
diagnostizierte eine Kon
tusion der rechten Schulter (Urk. 7/8).
3.
1.
2
Dr. med.
A._
, Fachärztin für Rheumatologie und Innere Medizin, untersuchte den Beschwerdeführer am 12. Februar 2019 und führte einen Ultra
schall des rechten Schultergelenkes durch. Sie fand im Ultraschall eine
Supra
spinatus-Tendinopathie
rechts mit ansonsten intakter
Rotatorenmanschette
und ohne eindeutige Bursitis. Es liege eine posttraumatisch schmerzhafte ventrale Schulter vor bei möglicher Reizung im Bereich der
Bizepssehne
als auch des AC-Gelenkes rechts, wobei
sonographisch
ausser einer
Supraspinatus-Tendinopathie
keine weiteren Pathologien zu finden seien. Es se
i denkbar, dass es beim
Kacheln
spitzen
zu einer deutlichen Reizung in diesem Bereich gekommen sei. Sie habe eine intraartikuläre Infi
l
tration mit 40 mg
Kenacort
und
Lidocain
durchgeführt (Urk. 7/9).
Dr.
A._
nahm am 8. Mai 2019 Stellung zuhanden der Beschwerdegegnerin (Urk. 7/22).
Sie habe den Beschwerdeführer zuletzt am 5. April 2019 gesehen. Als Diagnose hielt sie
eine posttraumatische Periarthritis
humeroscapularis
(PHS) rechts mit Reizung der
Bizepssehne
, AC-Gelenk und
Supraspinatus-Tendino
pathie
sowie leichter Bursitis
fest
. Der Verlauf sei trotz Infiltration und Physio
therapie zögerlich, aber die Prognose sei aufgrund der
sonographisch
nur leichten Veränderungen gut. Er sollte keine Abbrucharbeiten mehr durchführen, sondern
nur noch als Plattenleger arbeiten. Sie habe ihn zuletzt am 5. April 2019 gesehen, daher wisse sie den aktuellen Stand nicht.
3.2
Im Rahmen der Rückfallmeldung liegen folgende Berichte vor:
3.2.1
Dr.
Z._
hielt in seinem Bericht vom 31. Dezember 2019 fest, dass der Beschwer
deführer ihn am 4. Februar 2019 nach einem Unfall mit Verletzung der rechten Schulter
aufgesucht habe. Nun
habe
er
ihn heute erneut aufgesucht wegen den seit dem Unfall weiterbestehenden Schmerzen und Bewegungseinschränkungen in der rechten Schulter. Nach seinen Angaben habe er seit Mai 2019 das Fitness
training nicht mehr machen können. Aufgrund des aktuellen Befundes könne er aus seiner Sicht weiterhin für unbestimmte Zeit nicht teilnehmen am Fitness
training (Urk. 7/61/4).
3.2.2
Dr. med.
B._
, Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin und Nephro
logie
, hielt in seinem von der Beschwerdegegne
rin eingeholten Bericht vom 13.
Februar 2020 fest, dass der Beschwerdeführer seit dem Unfall im Februar 2019 Schmerzen in der rechten Schulter habe. Er diagnostizierte nach einem MRI am 3. Februar 2020 (vgl. Urk. 7/32) eine
erosive
AC-Gelenksarthrose mit
subacro
mialem
Impingement
mit assoziierter
Synovitis
der Bursa
subacromialis
sowie eine Labrumläsion
postero
-inferior mit assoziiertem
intraossärem
Gangliom
am
Glenoidunterpol
. Der Beschwerdeführer sei vom 24. Januar bis zum 16. Februar 2020 vollumfänglich arbeitsunfähig (Urk. 7/31).
3.2.
3
Am 9. März 2020 nahm die Kreisärztin Dr. med.
C._
, Fachärztin für Chirurgie
,
Stellung
(Urk. 7/35)
. Sie führte aus, dass Dr.
A._
im Ultraschall die Bursa mit glattem Verlauf und normaler Dicke ohne Erguss beschrieben habe. Des Weiteren werde das AC-Gelenk bei wenig unregelmässigen Konturen, regel
rechtem Gelenkspalt und unauffälliger Gelenkkapsel funktionell stabil beschrie
ben. Aufgrund dieses
Sonographiebefundes
sei eine frische traumatische strukturelle Läsion im Bereich des AC-Gelenkes/Bursa auszuschliessen. Ebenso werde auch die
Rotatorenmanschette
bis auf eine
Supraspinatustendinopathie
unauf
fällig beschrieben.
Im
Arthro
-MRI der rechten Schulter vom 3. Februar 2020 werde eine
erosive
AC-Gelenksarthrose mit
subakromialem
Impingement
mit assoziierter
Synovitis
der Bursa
subacromialis
beschrieben.
Da echtzeitlich in der bildgebenden Diagnostik 10 Tage nach dem Ere
ignis keine Verletzungszeichen oder eine
Reizung im Bereich des AC-Gelenkes/Bursa nach
weisbar gewesen seien, seien auch die aktuell dargestellten Veränderungen nicht mit der geforderten überwiegenden Wahrscheinlichkeit auf das Ereigni
s vom
1.
Februar 2019 zurückzuführen, sondern überwiegend wahrscheinlich degenera
tiver Natur, differentialdiagnostisch auf Überlastung zurückzuführen.
3.2
.4
Am 15. Juni 2020 erfolgte
in der Universitätsklinik
D._, Orthopä
die,
eine Schulterarthroskopie, eine
posteriore
Kapselraffung, ein
Débridement
SLAP, ein
subacromiales
Débridement
und eine AC-Gelenk
sresektion der rechten Schulter
. Im Austrittsbericht vom 17. Juni 2020 hielten die behandelnden Ärzte 1) eine
posteriore
Instabilität und aktivierte AC-Gelenksarthrose
nach Schulterdistorsion rechts im
Februar 2019, 2) eine Adipositas BMI 31.5 sowie 3) einen Status
nach Appendektomie (AE) fest. Der Beschwerdeführer
sei in adäquatem Allgemein
zustand mit reizlosen Wundverhältnissen und schmerzarm unter Analgesie nach Hause entlassen worden (Urk. 7/51).
3.2.5
Dr.
C._
nahm am 26. Juni 2020 erneut Stellung
(Urk. 7/53)
. Sie konstatierte, dass sie an ihrer Beurteilung festhalte. Im echtzeitlichen Ultraschall sei keine fri
sche traumatische strukturelle Läsion des Labrums nachweisbar gewesen und der Beschwerdeführer habe ab Juli 2019 wieder als Plattenleger gearbeitet. Im
Arthro
-MRI vom 3. Februar 2020 sei ein
subakromiales
Impingement
mit assoziierter
Synovitis
der Bursa
subacromialis
neu beschrieben worden, welches sich 10 Tage nach dem Ereignis noch nicht dargestellt hätte. Echtzeitlich sei von Dr.
A._
und Dr.
Z._
nie eine Schulterinstabilität dokumentiert worden.
In Zusammenschau der Literatur, der echtzeitlichen Sonographie und dass zu einer traumatischen
posterioren
Labrumläsion immer eine Schulterluxation not
wendig sei, sei die vorliegende Labrumläsion dorsal/
postero
-inferior nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis vom 1. Februar 2019 zurück
zuführen. Des Weiteren sei die durchgeführte AC-Gelenksresektion bei vorbe
stehender AC-Gelenksarthrose nicht mit der geforderten überwiegenden Wahr
scheinlichkeit auf das Ereignis vom 1. Febru
ar 2019 zurückzuführen, denn 10
Tage nach dem Ereignis
habe
sich das AC-Gelenk
reizfrei
dar
gestellt
, ohne Erguss oder Ödem der Gelenkkapsel bei vorbestehenden unregelmässigen Konturen, ent
sprechend einer Arthrose, sodass es lediglich zu einer
vorüber-gehenden
Schmerz
auslösung gekommen sei.
Damit sei es beim Ereignis zu keiner f
r
ischen traumatischen strukturellen Läsion gekommen und die aktuell durchgeführte Operation sei nicht auf das Ereignis vom 1. Februar 2019 zurückzuführen.
3.2.6
Im Bericht
vom 21. Juli 2020
über die Verlaufskontrolle 6 Wochen postoperativ konstatierten die Ärzte des
D._
, dass soweit ein regelrechter Verlauf bestehe. Sie bäten die Beschwerdegegnerin um Wiedererwägung der Kostenübernahme bei traumatischer Genese der
posterioren
Instabilität nach einer Schulterdistorsion
im Februar 2019 bei zuvor völlig beschwerdefreier Schulter. Intraoperativ habe sich ein passender Befund einer gezerrten, partiell eingerissenen
posterioren
Kap
sel gezeigt.
Eine Schulterinstabilität bei einem 40-jährigen Patienten ohne
Hyperlaxizität
oder Risikofaktoren wie z.B. erhöhter
glenoidaler
Retroversion könne nur unfallbedingt auftreten und sei nicht im Rahmen einer Krankheit zu interpretieren (Urk. 7/70).
4.
Strittig
und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht
für die mit Rückfallmeldung vom 1. Februar 2020
geltend gemachten Beschwerden zu Recht verneint hat.
4.1
Vorab ist festzuhalten, dass der
ursprüngliche Unfall administrativ formlos res
pektive gemäss Aktenlage ohne Mitteilung abgeschlossen
wurde
. Dies ist ange
sichts des Umstandes, dass lediglich für die Zeit
vom 4. Februar bis zum 30. April 2019 (vgl. Urk. 7/13-15)
eine Arbeit
sunfähigkeit bestand (vgl. Urk. 7/22 und Urk.
7/17)
und im Nachgang an die Konsultation vom
5.
April 2019
(anlässli
ch welcher
noch eine Physiotherapieserie verordnet wurde; vgl. Urk.
7/22
) den Akten keinerlei Hinweis auf weitere Behandlungen zu entnehmen sind, nicht zu beanstanden. Nachdem sich
der Beschwerdeführer - soweit aus den Akten ersichtlich - danach
nicht mehr in ärztliche Behandlung begab, musste die Beschwerdegegnerin im
Februar 2020
nicht davon ausgehen, es werde eine wei
tere Behandlungsbedürftigkeit oder Arbeitsunfähigkeit im Zusammenhang mit dem Unfall vom
1. Februar 2019 auftreten (vorstehend E.2
.4).
Entsprechend ist ein Rückfall bzw.
sind
Spätfolgen zu prüfen, was auch seitens der Parteien unbe
stritten blieb.
4.2
Bezüglich der am 1. Februar 2020 als Rückfall gemeldeten Beschwerden in der rechten Schulter verneinte Dr.
C._
mit Beur
teilungen vom 9. März sowie 26.
Juni 2020 nachvollziehbar und überzeugend einen Zusammenhang mit dem Ereignis vom 1. Februar 2020 (vgl. Urk. 7/35 und Urk. 7/53
; E. 3.2.3 und E.
3.2.5
). Sie leitete schlüssig her, weshalb unter Berücksichtigung des Unfall
mechanismus und der Erkenntnisse
der bildgebenden Untersuchungen,
de
r
echt
zeitlich erhobenen klinischen Befunde sowie
de
r
intraoperativ gewonnenen Fest
stellungen von degenerativ bedingten Beschwerden auszugehen ist (vgl.
vorstehe
nd E. 3.2.3 und E. 3.2.5
). Ihre plausible Argumentation, welche sie ausführ
lich begründete, vermag in jeder Hinsicht zu überzeugen. Sodann handelt es sich beim massgebenden kreisärztlichen Bericht um eine Aktenbeurteilung und damit eine Interpretation bereits vorliegender Berichte. Hierbei findet sich keine Akten
widrigkeit, sondern eine detaillierte und schlüssige Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge unter Bezugnahme auf die echtzeitlich erhobenen Befunde.
Zwischen
dem
5. April 2019
und dem
31. Dezember 2019
sind
keine echtzeit
lichen Arztberichte vorhanden (vgl.
E. 3). Selbst wenn der Beschwerdeführer
während dieser Zeit unter gewissen Symptomen gelitten hätte, wären sie jeden
falls nicht derart erheblich gewesen, dass sie eine ärztliche Behandlung erforder
lich gemacht oder zu einer Arbeitsunfähigkeit (erst wieder ab
24. Januar 2020
) geführt
hätten, weshalb jedenfalls keine eindeutigen Brückensymptome vorliegen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_419/2010 vom 17. August 2010 E.
3.2.2; vgl. auch vorstehend E. 2
.3).
4.3
An der schlüssigen und überzeugenden Darlegung von Dr.
C._
vermag auch der Bericht der behandelnden Ärzte des
D._
vom 21. Juli 2020 keine Zweifel zu wecken
(E. 3.2.6)
. Die Ärzte argumentierten, dass vor dem Unfall im Februar 2019 eine völlig beschwerdefreie Schulter vorgelegen hätte.
Allerdings ist die Arg
umentation nach der Formel «
post
hoc ergo
propter
hoc», nach deren Bedeu
tung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verur
sacht gilt, weil sie n
ach diesem aufgetreten ist,
beweisrechtlich nicht zulässig und vermag zum Nachweis der Unfallkausalität nicht zu genügen (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
, Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1).
Darüber hinaus konstatierten sie, dass eine Schulterinstabilität bei einem 40-jäh
rigen Patienten ohne
Hyperlaxizität
oder Risikofaktoren nur unfallbedingt auf
treten könne - eine nachvollziehbare
Begründung oder schlüssige Herleitung aus der medizinischen Fachliteratur fehlt allerdings.
Im Übrigen wurde entgegen die
sem Bericht initial nicht eine Schulterdistorsion, sondern eine Schulterkontusion diagnostiziert.
4.4
Zusammenfassend ist nach dem Gesagten nicht erstellt, dass die ab
31.
Dezember
2019
ärztlich dokumentierten
Beschwerden durch den Unfall vom
1. Februar 2019
bedingt sind. Dementsprechend erweist sich der
Einspracheentscheid
vom
28. August 2020
als rechtens, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
5.
Das Verfahren ist kostenlos.