Decision ID: 485e1643-e089-40e0-b545-e0852901bcdf
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1971, meldete sich am 21. März 2007
unter Hinweis auf
eine
Pancolitis
ulcerosa
sowie Osteoporose
bei der Invalidenversicherung zum Leis
tungsbezug an (Urk.
11
/4). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte unter anderem bei der
Y._
,
Univer
sitätsspital Z._
, ein polydiszi
plinäres Gutachten ein, das am 17. Juni 2009 erstattet wurde (Urk.
11
/53). In der Folge verneinte sie mit Ver
fügung vom 23. Dezember 2009 einen Anspruch auf eine Invalidenrente (Urk.
11
/61
).
Nachdem der Versicherte
hiergegen
Beschwerde erhoben hatte (Urk.
11
/67/3-16), wurden die Parteien vom Sozialversicherungsgericht auf den 26. Mai 2010 zur
Referenten
audienz und Vergleichsverhandlung vorgeladen (Urk.
11
/70). Anlässlich
dieser Ver
handlung schlossen die Parteien einen Vergleich
, worauf der Prozess Nr. IV.2010.00124 als dadurch erledigt abgeschrieben wurde
(
Verfügung vom 1
4.
Juni 2010,
Urk.
11
/75).
Die dagegen vom Bundesamt für Sozialversiche
run
gen erhobene Beschwerde (
Urk.
11/76) wies das Bundesgericht mit Urteil
9C_662/2010
vom 1
9.
Oktober 2010 ab (
Urk.
11/78).
Gestützt auf den rechtskräf
tigen Vergleich auferlegte die IV-Stelle dem Versicherten am 22. November 2010 eine Schadenminderungspflicht (Urk.
11
/81) und sprach ihm mit Verfügung vom 17. Februar 2011 eine halbe Rente ab 1. Mai 2008 zu (Urk.
11
/89 und Urk.
11
/83).
Mit Schreiben vom 6. Oktober 2011 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, der Rentenanspruch sei unverändert (Urk.
11/99).
1.2
Am 29. August 2013 machte der Versicherte eine Verschlechterung des Gesund
heitszustandes geltend (Urk.
11
/105).
In der Folge holte die IV-Stelle beim
A._
ein polydisziplinäres Gutachten ein, das am 20. Juni 2014 erstattet wurde (Urk.
11
/117).
Mit Vorbescheid vom 1. April 2015 (Urk.
11
/139) wurde die Einstellung der Invalidenrente in Aussicht
ge
stellt. Nach
dem der Versicherte Einwände erhoben hatte (Urk.
11
/140; Urk.
11
/144
; Urk.
11
/170
)
, teilte die IV-Stelle m
it Schreiben vom
31. Juli 2018
mit, sie
erachte eine umfassende medizinische Untersuchung als notwendig (Urk.
11
/188
).
Mit Mit
teilung vom 17. September 2018 (Urk.
11
/19
3
) wurde die Begutachtung durch die MEDAS
B._
bekannt gegeben. Der Versicherte wün
schte mit Schreiben vom 1. Okto
ber 2018 (Urk.
11
/
200
) weitere Auskünfte zur Gutachterstelle.
Die IV-Stelle hielt m
it Zwi
schenverfügung vom 10. Dezember 2018 (Urk.
11
/20
9
) an der Abklärungs
stelle fest.
D
ie dagegen
am
24. Januar 2019 erhobene Beschwerde (
Urk.
11/
210/3-11
) wies d
as
Sozialversicherungsg
ericht
mit Urteil vom
2
1.
Mai 2019
ab (
Urk.
11/
213
; Verfahren Nr. IV.2019.
00066
).
1.3
Die Begutachtung beim
B._
konnte am 1
8.
Juli sowie am 1
2.
und 1
4.
August 2019 durchgeführt werden
und das
polydisziplinäre Gutachten
wurde
am
1
5.
November 2019
erstattet (Urk. 11/
229
).
Nach durchgeführtem
Vorbescheid
ver
fahren
(
Urk.
11/242;
Urk.
11/245) hob die IV-Stelle mit Verfügung vom
8.
März 2021 die bisherige halbe Rente des Versicherten per Ende des der Zu
stellung folgenden Monats auf (
Urk.
11/248 =
Urk.
2).
2.
Der
Versicherte erhob am
2
3.
April 2021
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
8.
März 2021
(Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und
ihm sei die bisherige Rente weiterhin auszurichten
(Urk. 1 S. 2 oben).
In prozessualer Hinsicht
ersuch
te er
um Gewährung der
unentgeltliche
n
Prozessführung und
Bestellung eines unentgeltlichen
Rechts
beistandes
(Urk. 1 S. 2
Ziff.
3).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
8.
Juli 2021
(Urk.
10
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom
9.
Juli 2021
zur Kenntnis gebracht (Urk.
12
). Gleichzeitig wurde festge
hal
ten, dass über den Antrag auf unentgeltliche
Prozessführung und unentgeltliche
Rechtsvertretung zu einem späteren Zeitpunkt e
ntschieden werde.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis
31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
ATSG)
. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
4
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zu
sprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Ren
tenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141V 9 E. 2.3, 134 V
131
E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesent
lichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypo
thetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V
198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beur
teilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisions
rechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen). Weder eine im Vergleich zu früheren ärztlichen Einschätzungen ungleich attestierte Arbeitsunfähigkeit noch eine unterschiedliche diagnostische Einordnung des geltend gemachten Leidens genügt somit per se, um auf einen verbesserten oder verschlechterten Gesundheitszustand zu schliessen; notwendig ist in diesem
Zusammenhang vielmehr eine veränderte Befundlage (Urteil des Bundesgerichts 9C_135/2021 vom 27. April 2021 E. 2.1 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3; Urteil des Bun
desgerichts 8C_144/2021 vom 27. Mai 2021 E. 2.3, je mit Hinweisen).
1.5
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
vergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Aus
wir
kungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Rechtspre
chung zur Wiedererwägung und zur prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4). Dabei braucht es sich nicht um eine formelle Verfügung (Art. 49 ATSG) zu handeln. Ändert sich nach durchgeführter Rentenrevision als Ergebnis einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs nichts und eröffnet die IV-Stelle des
wegen das Revisionsergebnis gestützt auf Art. 74ter
lit
. f IVV auf dem Weg der blossen Mitteilung (Art. 51 ATSG), ist im darauffolgenden Revisionsverfahren zeitlich zu vergleichender Ausgangssachverhalt derjenige, welcher der Mitteilung zugrunde lag (Urteil des Bundesgerichts 9C_599/2016 vom 29. März 2017 E. 3.1.2 unter Hinweis auf 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E. 3.1.2).
1.
6
Hinsichtlich des Beweiswertes
eines Arztberichtes
ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1.
7
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist auf die Erfah
rungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftrags
rechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientin
nen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und Be
gutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abwei
chende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige – und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc; Urteil des Bundesgerichts 8C_77/2021 vom 20. April 2021 E. 3 mit Hinweisen).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, ob sich der Gesundheitszustand des Be
schwerdeführers seit
der
Rentenzusprache
anspruchsrelevant verändert hat (vgl. vorstehend E. 1.
5
).
Es ist darauf hinzuweisen, dass die beiden Verlaufsberichte
(
Urk.
11/96/7-11 und
Urk.
11/97)
, welche
der Mitteilung vom 6. Oktober 2011 (Urk. 11/99)
zugrunde
lagen
(vgl. nachfolgend E. 4.2 und E. 4.3)
, nicht als
(
einzige medizinische
)
Grund
lage für eine materielle Prüfung des Rentenanspruchs im Rahmen eines Revi
sionsverfahrens ausreichen.
Es handelt sich dabei
neben einem wenige Zeilen umfassenden Bericht des behandelnden
Gastroenterologen
lediglich um einen Formularbericht des behandelnden Psychiaters
, dessen Inhalt von der Beschwer
de
führerin unkritisch übernommen wurde
(
Urk.
11/98).
Vergleichszeitpunkt für eine allfällige Veränderung des Gesundheitszustandes ist
denmach
der Zeitpunkt
der Erlasses
der ursprünglichen Verfügung vom 2
3.
Dezember 2009, welcher das Ende des Beurteilungszeitraums im Prozess Nr. IV.2010.00124 bildet und welcher mit der
Zusprache
einer halben Rente ab
1.
Mai 2008 endete. Mit der ent
spre
chenden «Verfügung» der Beschwerdegegnerin vom 1
7.
Februar 2011 wurde so
dann lediglich der abgeschlossene Vergleich vollzogen.
2.2
Die Beschwerdegegnerin führte in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) aus,
dass gestützt auf das
A._
-Gutachten seit
anfangs 2013 von einer Arbeits
fähigkeit von 80 % in einer dem Leiden angepassten, körperlich leichten Tätigkeit auszugehen sei, wobei der Gang zur Toilette jederzeit gewährleistet sein müsse (S. 2 Mitte). Nachdem im Einwand-Verfahren zahlreiche weitere medizinische Unterlagen eingegangen seien, habe sie - beim
B._
- ein weiteres Gutachten in Auftrag gegeben (S. 2 unten). Auch dem
B._
-Gutachten könne der volle Beweiswert zuerkannt werden und es könne darauf abgestellt werden. Die Gutachter des
B._
hätten auf eine Restarbeitsfähigkeit von 80 % für eine dem Leiden optimal angepasste Tätigkeit geschlossen. Die Einschränkung von 20 % sei
durch die
Colitis
ulcerosa
beziehungsweise die Bauchkrämpfe und gehäuften Toiletten
besuche begründet. Die Entwicklung der Arbeitsfähigkeit sei seit der letzten Begutachtung im Jahr 2014 unverändert
(S.
3 oben).
Die Beschwerdegegnerin hielt abschliessend fest, dass es seit der
Zusprache
der halben Rente mittels Vergleich
s
sowohl aus
gastroenterologischer
wie auch aus psychiatrischer Sicht zu einer Verbesserung gekommen sei. Gemäss den gutachterlichen Feststellungen sei mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit spätestens seit
Anfang des
Jahr
es
2013 bis zum heutigen Zeitpunkt von einer 80%igen Arbeits
fähigkeit in einer optimal angepassten Tätigkeit auszugehen (S. 3 Mitte).
Die
Beschwerdegegnerin stellte einem
Valideneinkommen
von
Fr.
68'105.50 ein Inva
lideneinkommen von
Fr.
54'484.40 gegenüber und errechnete einen rentenaus
schliessenden Invaliditätsgrad von 20 % (S. 3 unten).
2.3
Der Beschwerdeführer machte in seiner Beschwerde (
Urk.
1) geltend, dass
sich aus den Gutachten des
A._
und des
B._
keine tragfähige Grundlage ergebe, um die Rente aufzuheben. Den Gutachten komme kein genügender Beweiswert zu.
Zu
dem ergebe sich aus diesen beiden Gutachten kein verbesserter Gesundheits
zu
stand (S. 2 unten).
Das
A._
-Gutachten habe eine abweichende Beurteilung eines
im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts vorgenommen.
Ausser
dem seien
die
A._
-Gutach
t
er inhaltlich zu einem gänzlich anderen Schluss gelangt als sämt
liche früheren und späteren ärztlichen Berichterstatter (S. 4 Mitte).
Auch das Gutachten des
B._
sei nicht mehr als eine unzulässige
second
opinion
und kein Verlaufsgutachten (S. 6 Mitte). Zudem sei
im Rahmen der Begutachtung beim
B._
keine Untersuchung durch einen Facharzt für Gastroenterologie
erfolgt
(S. 4
unten).
Die Einstellung der Rente verfüge damit in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht über keine tragfähige Grundlage (S. 9 oben).
Er habe darum ersucht, ihm mitzuteilen, wie viele Gutachten die Beschwerdegegnerin in den Jahren 2015 bis 2017 beim
B._
in Auftrag gegeben habe, welche Grade der Arbeitsun
fähig
keiten attestiert worden seien und welche Invaliditätsgrade daraus abgeleitet worden seien. Die Beschwerdegegnerin habe ihm das verwehrt und ungeachtet dessen das Begutachtungsverfahren durchgezogen und auf das so eingeholte Gut
achten abgestellt (S. 9 unten).
Damit
habe die Beschwerdegegnerin
Bundesrecht,
seinen Anspruch auf rechtliche
s
Gehör, auf ein faires Verfahren und auf Waffengleichheit sowie sein Recht auf Achtung des Privat- und F
amilienlebens verletzt (S. 9 f.).
3.
3.1
Dem Vergleich vom 2
6.
Mai 2010 (
Urk.
11/75) lagen im Wesentlichen folgende medizinische Berichte zugrunde:
3.2
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, führte mit Stel
lungnahme vom
1
0.
Dezember 2007 (
Urk.
11/35)
aus, dass bei gewissen Patienten trotz einer Colitis
ulcerosa
bei Anpassung der Umgebung eine 100%ige Arbeits
fähigkeit für leichte Arbeiten erreicht werden könne. Beim Beschwerdeführer kämen aber zusätzlich noch Beschwerden als Folge der Therapie mit Cortison in Form einer Osteoporose mit konsekutiven Schmerzen und eine psychische Be
lastung, hervorgerufen durch die Krankheit, hinzu. Unter idealen Bedingungen sei es ihm wohl möglich, etwas mehr als 50 % zu arbeiten, auf keinen Fall aber 100 %.
3.3
Dr.
med.
D._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psycho
thera
pie, nannte im
Bericht vom 1
2.
Juni 2008 (
Urk.
11/46/8-13)
folgende Diagnosen (Ziff. 1.1):
-
posttraumatische Belastungsstörung
-
narzisstische Persönlichkeitsstörung
-
gegenwärtig mittelgradige depressive Episode
Der Beschwerdeführer erkläre, dass er wegen seiner Darmerkrankung keine Arbeit durchgehend ausüben könne, da er immer wieder unterbrechen müsse, um eine Toilette aufzusuchen. Auch müsse er immer wieder an die schrecklichen Erleb
nisse in E._
denken; er könne nicht abschalten (
Ziff.
3.4).
Dr.
D._
hielt fest, dass der Beschwerdeführer vor dem Hintergrund erlittener posttrau
matischer Belastungsstörungen rezidivierend an Flashbacks leide, gekennzeichnet von unkontrolliertem Wiedererleben der traumatischen Situationen in Form von Bildern, Gedanken, unmittelbaren Wahrnehmungen und Alpträumen (
Ziff.
3.5). Ebenso bestünden Isolation, Interessenverlust und ein erhöhtes Erregungsniveau, das sich in Schlafstörungen, Konzentrationsproblemen, Schreckhaftigkeit und Reizbarkeit ausdrücke. Klinisch zeige sich eine auffällige Komorbidität (Depres
sion, Angst, Somatisierung, Dissoziation;
S. 7
Ergänzung zu
Ziff.
3.5).
Theoretisch bestehe eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für eine leichte
Tätigk
eit (
Ziff.
4.2).
3.4
Das Gutachten der Ärzte der
Y._
, Universitätsspital
Z._
, vom 17. Juni 2009 (Urk. 11/53) basiert auf einer internistischen, einer rheumatologischen und einer psychiatrischen Untersuchung, einer
gastroenterologischen
Fallbesprechung so
wie den vorhandenen Akten (vgl. S. 2). Die Gutachter nannten folgende Dia
gnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S.
22 f.
Ziff.
6.1
):
-
C
olitis
ulcerosa
-
derzeit im Schub
-
steroidinduzierte Osteoporose
-
chronisches
lumbovertebrales
und
thorakovertebrales
Schmerzsyndrom, klinisch vom degenerativen Schmerztyp
-
mittelgradige depressive Episode ohne somatisches Syndrom
Aus psychiatrischer Sicht sei der Beschwerdeführer derzeit 70 % arbeitsfähig. Entscheidend für diese Einschätzung seien als limitierende Faktoren vor allem gedankliche Einengung mit vermehrtem Grübeln, eingeschränkte Umstellungs
fähigkeit, begrenzte emotionale Belastbarkeit und Stressintoleranz. In einer den körperlichen Beschwerden angepassten Tätigkeit könnte der Beschwerdeführer unter Verzicht auf Zeitdruck, Nacht- und Schichtarbeit, belastenden Kunden
kontakt und ohne hohe Anforderungen an Team-Fähigkeit, Eigeninitiative und Kreativität aus psychiatrischer Sicht
fünf
bis
sechs
Stunden eingesetzt werden
. Es werde dringend zu einer Fortsetzung der psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung einschliesslich Psychopharmakotherapie geraten
(S. 21 unten).
Im Rahmen der Gesamtbeurteilung wurde festgehalten,
dass aktuell eine unkon
trollierte Situation bezüglich
C
olitis
ulcerosa
bestehe, einem chronisch rezidi
vierenden Schub entsprechend, welche der Beschwerdeführer durch wiederholte selbständige und wohl nicht mit den Ärzten koordinierte Erhöhung der Predni
son-Dosis therapiere (S. 24 unten). Unter
Maximalisierung
der
gastroen
tero
logischen
Therapie liesse sich im Idealfall eine 100%ige Arbeitsfähigkeit hin
sichtlich der Darmerkrankung erzielen, und zwar innert weniger Monate
, wobei dann die im psychiatrischen Gutachten gegebene Arbeitsfähigkeit von 70 % vor
erst einschränkend wäre
. Sollte die
C
olitis unter optimaler Therapie nachweislich besser sein und die Symptome subjektiv
weiterbestehen
, dann müsste von einer zusätzlichen Reizdarmsymptomatik ausgegangen werden, welche die Arbeits
fähigkeit maximal um 20 % einschränken dürfte
(S. 26 Mitte)
. Die Arbeits
fähigkeit des Beschwerdeführers betrage seiner subjektiven Ansicht nach 50 %, was dem aktuellen Zustand im Schub entspreche und nicht im Widerspruch zu
dem oben Diskutierten stehe (S.
26
unten
).
Unter adäquater Behandlung sei von einer Arbeitsfähigkeit von aktuell 70 % auszugehen, möglicherweise
steigerbar
im Verlauf bei erfolgreicher beruflicher Integration und weiterer Behandlung auch der psychischen Störung (S. 29 oben).
3.
5
Vor diesem Hintergrund schlossen die Parteien
am 2
6.
Mai 2010
folgend
en Vergleich (vgl.
Verfügung vom 1
4.
Juni 2010,
Urk.
11
/75)
:
„1.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, spricht dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab Mai 2008 eine halbe Rente
zu.
2.
Der Beschwerdeführer verpflichtet sich, in Nachachtung seiner Schaden
minderungspflicht (vgl. S. 26 f. des
Y._
-Gutachtens), sich einer ad
äquaten
gastroenterologischen
Therapie (vgl. S. 22 Ziff. 5.3 des
Y._
-Gutachtens) zu unterziehen und die psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung fortzusetzen.
3.
Im März 2011 findet ein amtliches Revisionsverfahren statt. Falls der Beschwerdeführer seiner Schadenminderungspflicht nicht vollumfänglich nach
gekommen ist, wird seine Arbeitsfähigkeit in leidensangepasster Tätig
keit mit 70 % veranschlagt.
4.
Die IV-Stelle entschädigt den unentgeltlichen Rechtsvertreter des Be
schwer
deführers mit Fr. 2’200.-- und übernimmt die Verfahrenskosten von Fr. 400.--.“
Gestützt darauf auferlegte die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer am 22. November 2010 eine Schadenminderungspflicht (Urk. 11/81) und sprach ihm mit Verfügung vom 17. Februar 2011 eine halbe Rente ab 1. Mai 2008 zu (Urk. 11/89 und Urk. 11/83).
4.
4.1
Im Rahmen
des
im April 2011 eingeleiteten Revisionsverfahrens wurden folgende Berichte eingeholt:
4.2
Dr.
D._
nannte im Bericht vom 2
4.
Mai 2011
(
Urk.
11/96/7-11)
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
-
mittelgradige depressive Episode
-
Verdacht auf unverarbeitete posttraumatische Belastungsstörung
-
andauernde Persönlichkeitsänderung nach extremer Belastung (massive psychosoziale familiäre Belastungssituation)
Der Beschwerdeführer habe als Folge seine
r andauernden Gefangenschaft in E._
mit unmittelbarer Todesgefahr psychische Auffälligkeiten entwickelt
, gekenn
zeichnet von Alpträumen, ständig wiederkehrenden, sich aufdrängenden Erinne
rungen an das Ereignis. Es bestünden ein Gefühl der Freudlosigkeit, Schlafstö
rungen, Schreckhaftigke
it, Unfähigkeit zur Entspannung sowie
quälende Ängste und Depression (
Ziff.
1.4). Es liege eine leichte bis mittelschwere depressive Epi
sode mit vitalen Einschränkungen vor, vor allem im sozialen Leben mit hohem Leidensdruck. Dem Beschwerdeführer sei aufgrund der genannten Störungen aktuell nur eine leichte 50%ige Arbeit zumutbar (
Ziff.
1.7).
4.3
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Gastroenterologie, führte im Bericht vom 1
7.
Juni 2011 (
Urk.
11/97) aus,
dass die Colitis unter der immunmodulierenden Therapie gut behandelt sei. Die letzte Kontrolle mittels Koloskopie vom 1
8.
Mai 2010 habe endoskopisch unauffällige Schleimhautverhältnisse gezeigt, die ent
nommenen Biopsien eine geringe, chronische, kaum aktive Entzündung entspre
chend einer Remission. Zusätzlich lägen beim Beschwerdeführer Reizdarm
beschwerden vor mit Absetzen von eher weichem Stuhl mit zwei bis maximal vier Entleerungen täglich, vermehrt Meteorismus. Aufgrund des sehr erfreulichen und günstigen Verlaufes mit sich in Remission befindlicher Colitis
ulcerosa
seit bald drei Jahren gebe es beim Beschwerdeführer aus
gastroenterologischer
Sicht keinen Grund für eine Arbeitsunfähigkeit.
4.4
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Regio
naler Ärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin, hielt mit Stellungnahme vom 2
1.
September 2011
(
Urk.
11/98/2)
fest,
dass sich der Beschwerdeführer wei
terhin in psychiatrischer Behandlung befinde. Bezüglich der Restarbeitsfähigkeit habe sich seit der letzten Rentenverfügung aus psychiatrischer Sicht nichts verändert (weiterhin 50%ige Arbeitsunfähigkeit).
Auch bezüglich der
gastroen
terologischen
Behandlung habe
d
er
Beschwerdeführer
die auferlegte Schaden
minderungspflicht erfüllt. Aus somatischer Sicht ergebe sich keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Insgesamt habe die bisherige Restarbeitsfähigkeit jedoch nicht über 50 % gesteigert werden können.
Entsprechend
wurde der Rentenanspruch als unverändert beurteilt (
vgl. Mittei
lung vom 6. Oktober 2011,
Urk. 11/99).
5
.
5
.1
Die seither ergangenen Berichte ergeben über den Gesundheitszustand des Be
schwerdeführers folgendes Bild:
5
.2
Dr.
D._
hielt im Bericht vom 1
3.
Februar 2013 zuhanden des
damaligen
Rechtsvertreters des Beschwerdeführers (
Urk.
11/104/1-2) fest, dass der Beschwerdeführer seit Jahren regelmässig in die ambulante psychiatrische Behandlung komme. Soweit objektiv feststellbar, sei er effektiv depressiv. Dia
gnostisch müsse von einer
schwergradigen
depressiven Episode mit chronischem Verlauf, einer anhaltenden, generalisierten Angststörung, schwerwiegenden
unverarbeiteten posttraumatischen Belastungsstörungen und Ketten von soma
tischen Beschwerden (Darmerkrankung Colitis
ulcerosa
mit rezidivierenden Schü
ben sowie Osteoporose) gesprochen werden (S. 1 Mitte). Der psychopathologische Zustand des Beschwerdeführers habe sich trotz Anpassung und konsequenter Ausschöpfung der psychopharmakologischen Medikation sowie alternativer The
rapieansätze nicht verändert (S. 1 unten). Derzeit seien keine beruflichen Mass
nahmen möglich. Dies lasse sich auch daran erkennen, dass der Beschwerdeführer selbst seine 50%ige berufliche Tätigkeit verloren habe (S. 2).
5.3
Dr.
F._
führte im Bericht vom
8.
Mai 2013 zuhanden des
damaligen
Rechts
vertreters des Beschwerdeführers (
Urk.
11/104/3) aus, dass der Beschwerdeführer seit dem Jahr 2000 an einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung (Colitis
ulcerosa
) leide. Bei der Diagnosestellung sei damals der gesamte Dickdarm entzündet gewesen. In den letzten zwei Jahren sei es dem Beschwerdeführer diesbezüglich verhältnismässig gut gegangen, seit Monaten sei jedoch wieder eine Zunahme der Krankheitsaktivität zu beobachten, mit Verschlechterung der Ge
samtsituation und wiederholten Durchfallepisoden.
Zusätzlich leide der Be
schwer
deführer unter weiteren Beschwerden im Rahmen der Grundkrankheit mit Gelenkentzündungen im Bereich der Knie beidseits wie auch der
I
li
osacralgelenke
beidseits. Dies sei sicher vereinbar mit einer Verschlechterung der Gesamt
situa
tion über die letzten Jahre.
5.4
Das Gutachten der Ärzte
des
A._
vom
20. Juni 2014
(Urk. 11/
117
) basiert auf einer
allgemein
internistischen, einer psychiatrischen
, einer rheumatologischen und einer
gastroenterologischen
Untersuchung
sowie den vorhandenen Akten (vgl. S.
1 unten
). Die Gutachter nannten folgende Diagnosen mit
Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit (S.
19
Ziff.
5.1
):
-
Colitis
ulcerosa
-
sekundäre Osteoporose
-
Gelenkbeschwerden, möglicherweise als Folge der Colitis
ulcerosa
-
chronisches
thorako
- und
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom
-
beginnende Segmentdegeneration L4/5
-
keine Hinweise für eine entzündliche Wirbelsäulenerkrankung
-
Osteoporose, wahrscheinlich multifaktoriell bedingt
-
ventrale Knieschmerzen beidseits, am ehesten bei beginnender
femoro
patellärer
Arthrose
-
belastungsabhängige Knöchelschmerzen beidseits bei deutlichen Senk
füssen
Aus psychiatrischer Sicht wurde als Diagnose ohne Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit eine leichte depressive Episode mit posttraumatischen Symptomen
genannt
. Es bestünden lebensgeschichtliche und psychosoziale Faktoren, die eine deutliche Rolle spielten
(S. 10 Mitte)
. Der Beschwerdeführer habe eine deutlich ausgeprägte Krankheits- und Behinderungsüberzeugung. So fühle er sich über
haupt nicht mehr arbeitsfähig, was er mit seinen somatischen und psychischen Beschwerden begründe, für die er sonst keine Ursache wisse (S. 10 unten).
Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Eine psychiatrisch begründete Arbeitsunfähigkeit könne auch im Verlauf nicht bestä
tigt werden (S. 11 Mitte).
Auf die Beurteilung von
Dr.
D._
könne nicht abgestützt werden (S. 12 oben). Es bestünden zwar posttraumatische Symp
tome, die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit könne hier aber nicht gestellt werden (S. 11 unten). Sicher habe bei der angegebenen Verschlechterung keine schwere depressive Episode vorgelegen. Bei der Beurteilung durch
Dr.
D._
handle es sich um eine andere Beurteilung, als sie aufgrund der heutigen Untersuchung erfolgen müsse
. Es bestünden depressive und posttraumatische Symptome, unter denen der Beschwerdeführer leide und die einen Krankheitswert hätten. Es sei jedoch nicht nachvollziehbar, weshalb ihm eine Erwerbstätigkeit nicht mehr zumutbar sein solle
(S. 12 Mitte).
Auf das
Y._
-Gutachten könne nicht hinreichend abge
stellt werden. Die damals aufgeführten psychopathologischen Befunde begrün
deten die Diagnose einer leichten depressiven
Episode nach ICD-10 (S. 12 unten).
Der rheumatologische Gutachter führte aus, dass beim Beschwerdeführer seit mehreren Jahren ein subjektiv hochgradiges Schmerzsyndrom mit anamnestisch massiver Behinderung bestehe (S. 16 oben). Tätigkeiten mit starker körperlicher Belastung und starker Rückenbelastung seien nicht mehr zumutbar und Tätig
keiten mit mittelstarker körperlicher Belastung und mittelstarker Rückenbelas
tung nur noch mit einer Einschränkung um 60 %. Für eine Tätigkeit mit nur leichter körperlicher Belastung und auch nur leichter Rückenbelastung sowie Möglichkeit zu Wechselpositionen und ohne monoton-repetitive Haltungen und Bewegungen sei die Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt (S. 17 Mitte). Die fach
ärztlich-rheumatologische Beurteilung aus dem Jahr 2009 decke sich weitgehend mit der aktuellen Einschätzung (S. 17 unten).
Der
gastroenterologische
Facharzt hielt fest, dass seit dem Jahr 2000 eine Colitis
ulcerosa
bekannt sei, damals mit
mässiggradiger
Entzündungsaktivität. Der Beschwerdeführer habe in der Zwischenzeit immer wieder Episoden mit ver
stärkten Schüben gehabt, sei aber deswegen nie hospitalisiert gewesen (S. 18 Mitte). Unter Dauertherapie mit
Azarek
und
Pentasa
sei es ihm zumindest bis Anfang 2013 recht gut gegangen. Seither sei die Krankheit wieder vermehrt aktiv (S. 18 unten). Der Beschwerdeführer müsse intermittierend Steroide einnehmen,
in der Folge sei wohl auch eine Osteoporose aufgetreten (S. 18 f.). Die aktuelle Therapie scheine nicht voll ausgeschöpft. Ob die geschilderte Symptomatik
a
llein auf die Colitis
ulcerosa
oder auf eine zusätzliche Reizdarmsymptomatik zurück
zuführen sei, lasse sich nicht sicher sagen. Eine Arbeit als Chauffeur sei für ihn nicht ideal. In Frage komme eher eine ruhige, sitzende oder stehende Tätigkeit, welche er jederzeit unterbrechen könne, um eine Toilette aufzusuchen. Unter
diesen Voraussetzungen bestehe eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um e
twa 20 %
. Die jetzige Situation bestehe seit
eineinhalb
Jahren (S. 19 oben)
.
Im Rahmen der Gesamtbeurteilung
wurde festgehalten, dass der Beschwerde
führer in einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit mit der Mög
lichkeit, rasch eine Toilette aufzusuchen, zu 80 % arbeits- und leistungsfähig sei, dies in einem ganztä
gigen Pensum verwertbar. Körperlich schwere und mittel
schwere Tätigkeiten seien ihm nicht beziehungsweise nur selten zumutbar.
Es sei davon auszugehen, dass die Arbeitsunfähigkeit für körperlich schwere und an
dauernd mittelschwere Tätigkeiten mindestens seit der Begutachtung am
Y._
im Juni 2009 bestehe.
Wie im damaligen Gutachten könne auch heute noch von einer 20%igen Arbeitsunfähigkeit aus
gastroenterologischer
Sicht ausgegangen werden
(S. 21 oben
)
. Psychiatrisch ergebe sich seit diesem Gutachten eine
leichte
Verb
esserung
der Depression
; es liege nur noch eine leichtgradige depressive Störung vor
(S. 21 oben; S. 21 unten).
Sicher bestehe die festgestellte Arbeits
fähigkeit seit dem Untersuchungsdatum im Mai 2014 (S
.
21 oben).
Aus
gastro
enterologischer
Sicht sei der Verlauf der Colitis
ulcerosa
wechselnd gewesen, weshalb die Befunde nicht vollständig vergleichbar seien. Die früheren Einschät
zungen der Arbeitsunfähigkeit schienen den angegebenen Befunden adäquat zu sein
(S. 21 Mitte).
5.5
Der
Gastroenterologe
Dr.
F._
führte in der Stellungnahme vom
9.
April 2015 zuhanden des
damaligen
Rechtsvertreters des Beschwerdeführers (
Urk.
11/142) aus,
dass der
gastroenterologische
Gutachter des
A._
aus den vorhandenen Akten
eine sorgfältige und korrekte Analyse gemacht habe.
Allerdings
habe sich die Situation
beim Beschwerdeführer gerade in diesen Monaten
verschlechtert
(S. 1 unten).
Die Colitis
ulcerosa
könne von Patient zu Patient sehr unterschiedlich verlaufen. Die Krankheit könne sich über Jahre zum Teil relativ ruhig und st
abi
l verhalten, es könne aber auch -
wie beim Beschwerdeführer
-
im Verlauf aus unerklärten Gründen zu einem schweren Verlauf mit erhöhter Entzündungs
aktivität und somit deutlicher Beeinträchtigung der Lebensqualität kommen (S. 2 Mitte). Die Krankheit habe sich seit der Begutachtung deutlich verändert und in eine aggressivere Form umgewandelt. Es sei nicht nur zu rezidivierend schweren
Schüben gekommen, sondern der Beschwerdeführer spreche auf die modernsten zum Einsatz kommenden Medikamente bisher ungenügend oder inkomplett an. Im Gegensatz zur Situation im Mai 2014 sei in der jetzigen, schweren Schub
situation eine Arbeit, insbesondere als Chauffeur, nicht zumutbar (S. 2 unten
;
vgl. auch Berich
t vom 2
0.
März 2015
betreffend Koloskopie
, Urk.
11/143
).
5.6
Im Bericht vom
4.
Februar 2016 zuhanden der Beschwerdegegnerin (
Urk.
11/152)
gab
Dr.
F._
an,
dass der Beschwerdeführer
seit März 2015 mit
Remicade
behan
delt werde. Darunter sei es zu einer weitgehenden Normalisierung der Stuhlge
wohnheiten gekommen und über
Abdominalkrämpfe
klage er zurzeit kaum mehr. Klinisch sei die Colitis bei gutem Therapieansprechen auf
Remicade
zurzeit in
Remission. Bei diesen sehr teuren, aber auch gut wirkenden Medikamenten sei ei
ne Infusionstherapie alle acht Wochen notwendig, damit eine gute Lang
zeit
wirkung erzielt werde. Dies sei für den Therapieerfolg unabdingbar. L
eider
habe der Be
schwerdeführer in den letzten Monaten mehrmals die vereinbarten
Termine ohne Erklärung nicht wahrgenommen
. Bereits mehrmals sei er
aber in sein Hei
matland gereist
.
Nebst diesem
Mangel an Compliance
scheine er zudem die Basis-
Medi
kamente
auch nicht regelmässig einzunehmen
.
Aus
gastroenterologischer
Sicht ergäben sich aktuell keine Befunde, welche eine Invalidität rechtfertigten.
5.7
Dr.
D._
hielt
im Bericht zuhanden der Beschwerdegegnerin v
om 2
6.
Mai 2016 (
Urk.
11/163
)
fest, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwer
deführers verschlechtert habe (
Ziff.
1.1). Er nannte
folgende Diagnosen
mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(
Ziff.
1.2)
:
-
chronifizierte
mittelgradige depressive Episode
-
mit generalisierter Angststörung
-
Rest unverarbeitete posttraumatische Belastungsstörung
-
andauernde Persönlichkeitsänderung nach extremer Belastung (massive psychosoziale familiäre Belastungssituation)
Dr.
D._
führte aus, dass im Gegensatz zu früheren Untersuchungen sowohl im psychischen wie im somatischen Bereich eine Verschlechterung vor
liege. Aus psychiatrischer Sicht wirke der Beschwerdeführer zeitweilig agitiert, dann wieder verzweifelt. Eine hochgradige Niedergeschlagenheit und eine erheb
liche Störung der Vitalgefühle stünden ganz im Vordergrund
und prägten die damit im engen Zusammenhang stehenden Gefühle eines praktisch aufgehobenen Selbstvertrauens, des Gefangenseins in einem sinnlosen Leben, Konzentration
s
-
Gedächtnisprobleme, Passivität und schwere Antriebslosigkeit. Der soziale Abstieg
und die Sistierung seiner IV-Rente nach Jahren, die berufliche Ausweglosigkeit und zunehmende Vereinsamung führten nachvollziehbar zu Depressionen, die
sich
bis zu Suizidalität steigerten
. Die psychiatrisch-psychotherapeutische Be
hand
lung dauere nun seit Jahren und führe zu
keiner wahrnehmbaren Besserung
(
Ziff.
1.3).
5.8
Die Ärzte des Universitätsspitals
H._
, Klinik für Rheumatologie, führten im Bericht vom
8.
Juli 2016 (Urk. 11/165/5-7) aus, dass die bisherige Tätigkeit als Chauffeur aktuell aufgrund der Schmerzen, Beinschwäche sowie progredienter Diarrhoe im Rahmen der bekannten Grunderkrankung nicht ausgeübt werden könne (S. 2 oben).
I
m Bericht vom 1
5.
August 2016 (
Urk.
11/169)
nannten die Ärzte des
Universitätsspitals H._
fol
gende
Hauptd
iagnosen (S. 1):
-
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom beidseits
-
Knick-Senkfuss beidseits
-
Verdacht auf
Steroidmyopathie
betont Oberschenkelmuskulatur beidseits
-
Colitis
ulcerosa
(Erstdiagnose 2000)
-
Osteoporose und Vitamin D-Mangel mit sekundärem
Hyperpara
thyroi
dis
mus
Der Beschwerdeführer sei zur Beurteilung einer möglichen Colitis
ulcerosa
-asso
ziierten Arthritis zugewiesen worden (S. 3 unten). Bei laborchemisch fehlenden Entzündungswerten würden die Beschwerden als aktuell mechanischer Genese interpretiert. Es werde empfohlen, die Steroiddosis möglichst gering zu halten und ein Aufbautraining zu beginnen (S. 4 oben).
5.9
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Gastroenterologie, führte im Bericht vom 1
2.
März 2018 (
Urk.
11/180
)
aus
, dass der Beschwerdeführer seit 2017 bei ihm in Behandlung stehe (
Ziff.
1.1),
wobei
ein bis zwei Kontrollen pro Monat
erfolgten
(
Ziff.
1.2).
Eine Koloskopie im November 2017 habe eine
Pancolitis
ulcerosa
gezeigt (
Ziff.
2.4).
Es bestehe eine
Invali
di
sierung durch
die Colitis (
Ziff.
3.4).
Der Verlauf sei sehr wechselhaft (Ziff. 2.2).
Eine Arbeitsfähigkeit sei nicht gegeben (
Ziff.
2.7), eine Eingliederung kaum
mehr möglich
(
Ziff.
4.3).
5.10
Dr.
D._
nann
te im Bericht zuhanden der Beschwerdegegnerin vom 2
2.
März 2018 (
Urk.
11/182/7-12)
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
2.5):
-
akzentuierte Persönlichkeitszüge mit ängstlich-vermeidenden Anteilen
-
nicht vollständig remittierte posttraumatische Belastungsstörung
-
Verdacht auf andauernde Persönlichkeitsänderung nach extremer Belas
tung
-
mittelgradige depressive Episode mit Regressionstendenzen
-
Ketten von somatischen Beschwerden
Dr.
D._
führte
aus,
dass
der Beschwerdeführer
gegenwärtig
einmal
monatlich in Behandlung sei (
Ziff.
1.2). Er
sei im Kontakt
sehr misstrauisch, ängstlich und verunsichert
. Motorisch bestehe eine Tendenz zur Unruhe, er sei psychovegetativ angespannt, nervös und klage über Vergesslichkeit und Konzen
trationsprobleme. Er grüble oft über seine Vergangenheit, sei im Affekt gedrückt und es bestehe eine Antriebsminderung (
Ziff.
2.4).
Für die Tätigkeit als Chauffeur
bestehe eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (
Ziff.
1.3).
Der Verlauf sei aus psychia
trischer und somatischer Sicht stagnierend, die Prognose mit Vorsicht ungünstig (
Ziff.
4.2).
5.11
RAD-Arzt
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Psychiatrie und Psy
cho
therapie, hielt mit Stellungnahme vom
5.
Juli 2018 (
Urk.
11/240/6) fest, dass sich aus den neu eingereichten Berichten keine Verschlechterung des Gesund
heits
zustandes ergebe. Allerdings sei der psychiatrische Bericht
(
Dr.
D._
vom 2
2.
März 2018)
auch nicht ausführlich genug, um sich ein genaueres Bild zu machen. Zudem sei die letzte Begutachtung im Mai 2014 erfolgt. Eine polydis
ziplinäre Begutachtung sei hier demnach zu empfehlen.
5.12
Das Gutachten der Ärzte des
B._
vom 1
5.
November 2019 (Urk. 11/229) basiert auf einer internistischen, einer rheumatologischen und einer psychiatrischen Untersuchung sowie den vorhandenen Akten (vgl. S. 1 unten). Die Gutachter
führten aus, dass der Beschwerdeführer aktuell hauptsächlich über eine chro
ni
sche Müdigkeit
klage
, bedingt durch die chronische Durchfallerkrankung mit bis zu zehn Stuhlgängen pro Tag und ausgeprägten Schlafstörungen. Zudem bestün
den Schmerzen am gesamten Bewegungsapparat und eine chronische Migrä
ne (S.
8
unten). Die Gutachter
nannten als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeits
fähig
keit eine Colitis
ulcerosa
(S. 9 oben).
Aus
rein
internistischer Sicht habe sich der Gesundheitszustand des Beschwer
de
führers
seit der letzten Begutachtung im
A._
im Juni 2014 nicht wesentlich verändert
. Er berichte nach wie vor über Darmbeschwerden aufgrund der Colitis
ulcerosa
mit bis zu zehn Stuhlentleerungen pro Tag und intermittierenden Bauchkrämpfen
. Der behandelnde
Gastroenterologe
Dr.
I._
habe in den Verlaufsberichten von einem wechselhaften Verlauf gesprochen. Die letzte Kolos
kopie aus dem Jahr 2016 sei normal ausgefallen. Die aktuelle internistische klinische Untersuchung sei weitgehend unauffällig
(S.
54 unten
).
Wie bereits bei den zwei Vorgutachten von
Y._
und
A._
könne aufgrund der noch persistie
renden Durchfallproblematik mit der Notwendigkeit häufiger Toilettenbesuche von einer maximal 20%igen Einschränkung der Leistungsfähigkeit ausgegangen werden, dies bei voller Präsenzzeit
(S. 55 Mitte)
.
Bei der rheumatologischen Untersuchung des Bewegungsapparates
hät
ten patho
logische Befunde einerseits im LWS-Bereich, andererseits im HWS-Bereich und in beiden Füssen erhoben werden können (
S. 63 Mitte
).
Die stark beklagten Be
schwerden, vor allem im Rücken und in den Füssen, könnten mit der Bildgebung
,
der Klinik und den Laboruntersuchungen nicht vollständig erklärt werden. Ebenfalls nicht plausibel sei eine Gehstrecke von lediglich vier bis fünf Minuten (S. 65 f.).
Eine Colitis-assoziierte Arthritis habe anlässlich der ambulanten Untersuchung an der Rheumaklinik des
Universitätsspitals H._
im Sommer 2016 ausgeschlossen werden können. Man habe keinerlei Hinweise auf
ein
entzündlich-rheumatisches Geschehen gefunden (S. 11 oben). Die Kraftlosigkeit in den Beinen werde einer
Steroidmyopathie
zugeordnet. Dem Beschwerdeführer sei es aus rein rheuma
to
logischer Sicht möglich, seine zuletzt ausgeübten Tätigkeiten als Chauffeur und als Portier weiterhin zu 100 % auszuüben (S. 11 Mitte).
Bei
der psychiatrischen Exploration habe sich ein psychisch nicht wesentlich beeinträchtigter Mann präsentiert. Eine Störung der Affektivität, verbunden mit Freudlosigkeit
und einem äusserst eingeschränkten Interesse an Aktivitäten des öffentlichen Lebens teilzunehmen
, könne nicht ausgemacht werden. Den Aus
führungen des
Beschwerdeführers
über seinen sozialen Rückzug könne man nicht wirklich Glauben schenken (S.
86 unten
).
Beim Beschwerdeführer müsse von
einer
Aggravation ausgegangen werden (S. 93 Mitte).
Der vom behandelnden Psychiater
Dr.
D._
im Bericht vom
1.
Mai 2019
erhobene psycho
pathologische Befund und die Schwere der darin aufgezeigten Einschränkung sei
en
nicht nachvollziehbar. Aufgrund dieses erhobenen Befundes sei maximal von einer Belastungsstörung, vielleicht höchstens von einer leichten Depression auszugehen, so dass insgesamt von einer deutlichen Befundbesserung gesprochen werden könne
(S. 93 unten)
. Aktuell bestehe keine psychiatrisch bedingte Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit (
S. 14 Mitte
).
I
m Rahmen
der
interdisziplinären
Gesamtbeurteilung wurde ausführt,
dass
d
er Beschwerdeführer über wenige persönliche Ressourcen
verfüge
. Er habe zwar in seiner Heimat eine höhere Fachschule besucht, seit seiner Ankunft in der Schweiz aber nie länger als ein Jahr gearbeitet. Er sei soziokulturell sehr schlecht inte
griert. Der Beschwerdeführer sei seit Jahren vom Sozialamt abhängig und spreche kaum ein Wort Deutsch. Zudem lebe er seit der Trennung von seiner Familie sozial recht isoliert, was für ihn sicher auch psychisch belastend sei (S. 12 unten).
Zwischen den subjektiven Beschwerdeschilderungen und dem Verhalten des Be
schwerdeführers in der Untersuchungssituation habe eine auffällige Diskrepanz bestanden
. Zudem stehe die subjektiv geschilderte Intensität der Beschwerden in einem Missverhältnis zur Vagheit der Schilderung der einzelnen Symptome und Angaben zur Lokalisation
(S. 13 oben)
. Auch stehe das Ausmass der geschilderten Beschwerden nicht in Übereinstimmung mit einer leidensgerechten Inanspruch
nahme therapeutischer Hilfe
. Bei der Begutachtung hätten sich
somit
verschie
dene Auffälligkeiten gezeigt, die - insbesondere in ihrer Gesamtschau - zu dem Urteil führ
t
en, dass beim Beschwerdeführer von einer Aggravation ausgegangen werden müsse
(S. 13 Mitte)
.
Für
die
Tätigkeit eine
s
Schulbusfahrers oder Taxichauffeurs,
welche aufgrund der häufigen Toilettenbesuche als nicht optimal an
gepasst betrachtet werden müsse
, bestehe eine maximale Arbeitsfähigkeit von 50 % (S. 13 Mitte).
Für eine behin
derungsangepasste Tätigkeit - körperlich leicht, wechselbelastend, mit der Mög
lichkeit, jederzeit eine Toilette aufzusuchen und auch jederzeit die Arbeitstätigkeit zu unterbrechen - bestehe
a
us interdisziplinärer Sicht
eine Restarbeitsfähigkeit von 80 %
(S. 13 unten)
.
Die Einschränkung von 20 % sei
allein durch die
Colitis
ulcerosa
beziehungsweise durch die Bauchkrämpfe und
die
gehäuften Toiletten
besuche be
dingt (S. 14 oben) und seit der letzten Begutachtung im Jahr
2014 unverändert
(S. 13 unten).
6.
6.1
Vor diesem Hintergrund
ging die Beschwerdegegnerin davon aus
, dass es seit der
Zusprache
der halben Rente - welche gestützt auf die gesamte medizinische Aktenlage mittels Vergleich erfolgt sei - zu einer Verbesserung der gesund
heitlichen Verhältnisse sowohl aus
gastroenterologischer
wie auch
aus
psychia
trischer Sicht gekommen sei, welche geeignet sei, den Invaliditätsgrad zu beein
flussen. Es sei ein Grund gegeben, um eine Revision mit umfassender neuer Prüfung des Anspruchs durchzuführen (Stellungnahme vom
7.
August 2020, Urk. 11/241 S. 5 unten).
Demgegenüber hielt der Beschwerdeführer fest, dass den Gutachten des
A._
und des
B._
kein genügender Beweiswert zukomme und sich aus diesen beiden Gutachten zudem kein verbesserter Gesundheitszustand ergebe. Es handle sich lediglich um eine andere Einschätzung des bestehenden Gesundheitszustandes (
Urk.
1 S. 2 unten).
6.2
Vorab ist die aktuelle gesundheitliche Situation des Beschwerdeführers zu prüfen.
Dazu liegen neben den Berichten der behandelnden Ärzte
insbesondere die beiden Guta
chten des
A._
und des
B._
vor.
6.
3
Das polydisziplinäre Gutachten der Ärzte des
A._
vom 20. Juni 2014 erfüllt die Anforderungen an den Beweiswert medizinischer Berichte im Sinne der Recht
sprechung (vgl. E. 1.
6
). Es setzt sich mit allen Aspekten der gesundheitlichen Beeinträchtigungen aus
einander und berücksichtigt ins
besondere auch sämtliche in der Zwischenzeit angefallenen ärztlichen Un
ter
suchungsberichte. Insgesamt ist das Gutachten umfas
send und vermag zu über
zeugen.
Die Einschätzung im
A._
-Gutachten kann auch mit den vorliegenden
gastro
enterologischen
Beurteilungen in Einklang gebracht werden. So hielten die Gutachter des
A._
fest, dass die früheren Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit aus
gastroenterologischer
Sicht aufgrund der angegebenen Befunde nachvollziehbar seien (vgl. vorstehend E. 5.4). Soweit der Beschwerdeführer die
gastroen
terolo
gische
Beurteilung durch das
A._
beanstandete (
Urk.
1 S. 4 Mitte), ist auf den Bericht des behandelnden
Gastroenterologen
Dr.
F._
vom
9.
April 2015 zu ver
weisen, wonach der
gastroenterologische
Gutachter des
A._
eine sorgfältige und korrekte Analyse gemacht habe (vgl. vorstehend E. 5.5).
Der
Beschwerdeführer
machte geltend
, dass d
er medizinische Sachverhalt gestützt auf das
A._
-Gutachten nicht
habe
festgelegt
werden können; so könne nun auch
nicht im Na
chhinein behauptet werden
, dass das
A._
-Gutachten beweiskräftig sei (
Urk.
1 S. 3 unten).
Dies findet in den Akten keine Stütze. So wurde
das Gutachten der Ärzte des
A._
seitens der Beschwerdegegnerin als
nachvollziehbar und plausibel
beurteilt (vgl. Feststellungsblatt,
Urk.
11/
138 S. 3 f.
). Gestützt
auf das
A._
-Gutachten
stellte d
ie Beschwerdegegnerin
denn auch
im April 2015 die Einstellung der Invalidenrente in Aussicht
(vgl.
Urk.
11/
139
)
.
I
m Rahmen des
Einwandverfahrens
wurde unter anderem eine Verschlechterung des Gesund
heits
zustandes geltend gemacht (vgl.
Urk.
11/144
S. 4 f.) und es
wurden
ver
schiedene
medizinische
Berichte eingereicht und eingefordert. Die Beschwer
de
gegnerin hielt das
A._
-Gutachten nach wie vor für beweiskräftig.
Grund der erneut
en Gutachtensanordnung war
vielmehr
die Abklärung einer möglichen, nach Untersuchung durch die Gutachter des
A._
eingetretenen gesundheitlichen Veränderung
, zumal
seit dem
A._
-Gutachten mehr als vier Jahre vergangen waren (vgl.
Stellungnahme
des
RAD-Arzt
es
Dr.
J._
vom Juli 2018
,
vorstehend E.
5
.11
)
.
Soweit
Dr.
D._
- bei welche
m
d
er
Beschwerdeführer seit
März 2008
in Behandlung steht (vgl.
Urk.
11/
46/9
Ziff.
3.1
) -
(weiterhin)
von einer
50%igen Arbeitsfähigkeit
aus
ging
, vermag dies das
A._
-
Gutac
hten nicht in Zweifel zu ziehen. So stellte
Dr.
D._
im Wesentlichen auf die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers ab und nannte kaum konkrete Einschränkungen bei einer Arbeitstätigkeit (vgl. beispielsweise
Urk.
11/96 Ziff. 1.7), begründete mithin die von ihm attestierte Arbeitsunfähigkeit nicht näher.
Des Weiteren
ist zu beachten, dass
zwischen
Dr.
D._
und de
m Beschwerdeführer
eine vergleichbare Vertrauenskonstellation
besteht
wie zwischen dem Hausarzt und seinem Patienten (vgl.
vorstehend
E. 1.
7
).
6.
4
Auch das polydisziplinäre Gutachten der Ärzte des
B._
vom 1
5.
November 2019 erfüllt die Anforderungen an den Beweiswert medizinischer Berichte im Sinne der Rechtsprechung (vgl. E. 1.
6
). Es setzt sich mit allen Aspekten der gesundheitlichen Beeinträchtigungen aus
einander und berücksichtigt ins
besondere auch sämtliche in der Zwischenzei
t angefallenen ärztlichen Unter
suchungsberichte.
Der B
eschwerdeführer kritisierte
, dass im Rahmen der Begutachtung beim
B._
keine Untersuchung durch einen Facharzt für Gastroenterologie erfolgte (vgl. vorstehend E. 2.3).
A
us
gastroenterologischer
Sicht
lagen
im Zeitpunkt der Begut
achtung
insbesondere der aktuellste
B
ericht
von
Dr.
F._
vom Februar 2016
sowie
der Bericht
von D
r.
I._
vom März 2018 vor. Nachdem
Dr.
F._
im Februar 2016 wieder über eine weitgehende Normalisierung der Stuhlge
wohnheiten
berichtet
und keine Befunde fest
ge
stellt
hatt
e, welche eine Invalidität rechtfertigen würden (vgl. vorstehend E. 5.6)
,
hielt
der neu behandelnde
Gastro
enterologe
Dr.
I._
im März 2018 fest, dass keine Arbeitsfähigkeit mehr bestehe. Er
verwies auf eine Koloskopie vom November 2017, welche eine
Pancolitis
ulcerosa
gezeigt habe,
nannte
ansonsten
jedoch weder Befunde noch Einschränkungen und begründete die
von ihm attestierte
volle Arbeitsunfähigkeit nicht (vgl. vorstehend E. 5.9)
.
Demnach bestanden anlässlich der Begutachtung
keine Hinweise auf eine wesentliche Veränderung aus
gastroentero
lo
gischer
Sicht.
Vor diesem Hintergrund erscheint
eine
Untersuchung durch einen Facharzt für Allgemeine Innere M
edizin als ausreichend, zumal
keine Hinweise
bestehen
, dass d
er internistische Gutachter den
Beizug
eines
Gastroenterologen
für erfor
derlich
oder angezeigt gehalten hätte.
Zu bemerken bleibt, dass der Beschwer
deführer
im
Vorfeld der Begutachtung keine Einwände gegen die vorgesehenen Disziplinen erhoben hatte.
Soweit dem
B._
-
Gutachten die Berichte des behandelnden Psychiaters
Dr.
D._
gegenüberstehen, kann auf die entsprechenden Ausführungen unter der vorstehenden Erwägung 6.3 verwiesen werden.
Ausser
dem ist zu bemerken, dass
gestützt auf die von
Dr.
D._
erhobenen Befunde ebenfalls von einer Remission der depressiven Symptome auszugehen ist
.
Im Gutachten der Ärzte des
B._
wurde festgehalten, dass der von
Dr.
D._
erhobene psychopathologische Befund und die Schwere der darin aufgezeigten Einschrän
kung nicht nachvollziehbar seien. Aufgrund dieses erhobenen Befundes sei maxi
mal von einer Belastungsstörung, vielleicht höchstens von einer leichten Depres
sion auszugehen, so dass insgesamt von einer deutlichen Befundbesserung gesprochen werden könne (vgl. vorstehend E. 5.12).
Soweit der Beschwerdeführer eine
Verletzung von Verfahrensrechten geltend machte (vgl. vorstehend E. 2.3), ist auf das Urteil des Sozialversicherungsgerichts vom 2
1.
Mai 2019 (Urk. 11/213) zu verweisen, wonach
aus den
vom Beschwerde
führer angeforderten Informationen über die Begutachtungspr
axis der
Medas
B._
nicht eine Befangenheit der einzelnen dort tätigen Gutachter abgeleitet werden kann, und ein
Ausstandsbegehren
gegen die Institution
B._
als solche von vornherein ausgeschlossen
ist
.
Somit vermögen die Einwendungen des Beschwerdeführers das Gutachten der Ärzte des
B._
nicht in Zweifel zu ziehen und es kann darauf abgestellt werden. Dieses stimmt denn im Wesentlichen auch mit dem fünf Jahre älteren Gutac
hten der Ärzte des
A._
überein.
6.5
Nach dem Gesagten
kann
i
n Bezug auf d
en
aktuelle
n Gesundheitszustand
des Beschwerdeführers auf die Gutachten des
A._
sowie des
B._
abgestellt werden. Demnach besteht beim Beschwerdeführer
in einer angepassten Tätigkeit
eine 80%ige Arbeitsfähigkeit
.
7
.
7.1
Zu prüfen bleibt das Vorliegen eines Revisionsgrundes.
Der Beschwerdeführer
machte geltend
, dass sich
weder
aus dem
A._
-Gutachten
noch aus dem
B._
-Gutachten
ein verbesserter Gesundheitszustand ergebe (vgl. vorstehend E. 2.3).
7.2
.
Der gerichtliche
Vergleich vom
2
6.
Mai 2010
basierte auf
einer
50%ige
n Arbeits
fähigkeit
des Beschwerdeführers
.
Grundlage
dafür
war insbesondere das
Gutach
ten der Ärzte des
Y._
vom Juni 200
9.
Darin
wurde
aus psychiatrischer Sicht
festgehalten, dass der Beschwerdeführer
bei der Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode
derzeit
zu
70 % arbeitsfähig sei. Auch unter Berücksich
ti
gung der
gastroenterologischen
Beschwerden wurde - bei optimal therapierter Colitis - von einer
70%igen
Arbeitsfähigkeit ausgegangen.
Im Zeitpunkt der Be
gutachtung bestand
jedoch
eine unkontrollierte Situation bezüglich
der
Colitis
ulcerosa
,
welche nicht
ausreichend behandelt war
.
Da
der Therap
ieverlauf noch unklar war
und zudem das Vorliegen
einer zusätzlichen Reizdarmsymptomatik im Raum stand (vgl. vorstehend E. 3.4), wurde für den gerichtlichen Vergleich gestützt auf die d
amals
bestehende
gastroenterologische
Situation von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen (wobei gleichzeitig eine Revision im März 2011 vorgesehen wurde; vgl. vorstehend E. 3.5).
7.3
A
us
gastroenterologischer
Sicht
zeigt sich
seit
dem
Vergleich vom Mai 2010
folgender V
erlauf:
D
er behandelnde
Gastroenterologe
D
r.
F._
führte im Juni 2011
aus
, dass die Colitis gut behandelt sei und aus
gastroenterologischer
Sicht
kein Grund mehr
bestehe
für eine Arbeitsunfähigkeit (vgl. vorstehend E. 4.3)
. Im Mai
2013 berichtete
Dr.
F._
, dass
es dem Beschwerdeführer in den letzten zwei Jahren verhältnismässig gut gegangen sei. S
eit Monaten
sei jedoch
wieder eine Zunahme der Krank
heitsaktivität zu beobachten
, mit Verschlechterung der Ge
samt
situation und wiederholten Durchfällen
(vgl. vorstehend E. 5.3)
. Im
A._
-Gutachten vom Juni 2014 wurde
ebenfalls
festgehalten, dass es dem Be
schwer
deführer zumindest bis Anfang 2013 recht gut gegangen sei; seither sei die Krankheit wieder vermehrt aktiv.
Es bestehe eine Einschränkung der Arbeits
fähigkeit um etwa 20 % (vgl. vorstehend E. 5.4).
Im April 2015 hielt Dr.
F._
fest, dass es zu einem schweren Verlauf mit erhöhter Entzündungsaktivität gekommen sei. In der jetzigen, schweren Schubsituation sei eine Arbeit, insbesondere als Chauffeur
,
nicht zumutbar (vgl. vorstehend E. 5.5). Bei gutem Therapieansprechen auf das Medikament
Remicade
berichtete
Dr.
F._
im Februar 2016 wieder über eine weitgehende Normalisierung der Stuhlgewohnheiten. Aktuell ergäben sich keine Befunde, welche eine Invalidität rechtferti
gten (vgl. vorstehend E. 5.6).
Der neu behandelnde
Gastroenterologe
Dr.
I._
berichtete
im März 2018
über einen sehr wechselhaften Verlauf und hielt
fest, dass keine Arbeitsfähigkeit mehr bestehe. Er nannte jedoch weder Befunde noch Einschränkungen und
be
gründete die volle
Arbeits
un
fähigkeit
nicht
(vgl. vorstehend E. 5.9)
, weshalb nicht
auf
seine Beurteilung
abgestellt werden kann
.
Im
B._
-Gutachten vom Novem
ber 2019
wurde festgehalten, dass sich der Gesundheitszustand aus internistischer Sicht seit der letzten Begutachtung im
A._
im Juni 2014 nicht wesentlich ver
ändert habe
und aufgrund der Colitis
ulcerosa
unverändert eine Einschränkung von 20 % bestehe
(vgl. vorstehend E. 5.12).
Zusammenfassend ergibt sich somit
aus
gastroenterologischer
Sicht
eine erheb
liche Veränderung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers. So kam es
nach dem Vergleich vom Mai 2010
zunächst
zu einer
Verbesserung der Colitis
ulcerosa
. Während etwa zwei Jahren
war die Colitis gut therapiert und es
lag
diesbezüglich
keine
Arbeitsunfähigkeit
mehr vor
.
Seit Beginn des Jahres 2013 nahm die Krankheitsaktivität
jedoch
wieder zu und
dem Beschwerdeführer wurde
seitens der Gutachter des
A._
eine 20%ige
Arbeitsunfähigkeit
aus
gastroen
te
rologischer
Sicht
attestiert
.
Nach einer Schubsituation im April 2015 kam es bei gutem Therapieansprechen auf
ein neues Medikament
wieder zu einer weitge
henden Normalisierung
.
Gestützt
auf das Gutachten der Ärzte des
B._
ist
seit dem
A._
-Gutachten nicht von einer wesentlichen Veränderung und entsprechend weiterhin von einer 20%igen Einschränkung aus
gastroenterologischer
Sicht auszugehen.
7.4
Aus psychiatrischer Sicht
ergibt sich folgender Verlauf:
Der behandelnde Psy
chiater
Dr.
D._
ging im Juni 2008 aufgrund einer posttraumatischen
Belastungsstörung, einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung sowie einer mittel
gradigen depressiven Episode von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit aus (vgl. vor
ste
hend E. 3.3). Im
Y._
-Gutachten vom Juni 2009 wurde dem Beschwerdeführer bei der Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode
eine 70%ige Arbeits
fähigkeit attestiert (vgl. vorstehend E. 3.4).
Diese Einschätzung war aus psychia
trischer Sicht die Grundlage
für den Vergleich vom
2
6.
Mai 2010 (vgl. vorstehend E. 3.5
und E. 7.2
).
Dr.
D._
ging im Mai 2011 weiterhin von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit aus (vgl. vorstehend E. 4.2).
Im Februar 2013 hielt er fest, dass derzeit keine beruflichen Massnahmen möglich seien; es lägen eine
schwergradige
depressive Episode, eine generalisierte Angststörung sowie unver
arbeitete posttraumatische Belastungsstörungen vor
(vgl. vorstehend E. 5.2).
Im
A._
-Gutachten vom Juni 2014 wurde die Diagnose einer leichten depressiven Episode
ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
genannt. Im psychiatrischen Teil
gutachten wurden die früheren Beurteilungen als nicht nachvollziehbar erklärt. Dennoch wurde im Rahmen der Beurteilung aus polydisziplinärer Sicht eine leichte Verbesserung der Depression angegeben (vgl. vorstehend E.
5.4
).
Dr.
D._
nannte
im Mai 2016
als Diagnose eine
chronifizierte
mittelgradige
depressive
Episode, einen Rest unverarbeitete
posttraumatische
Belastungsstö
rung
und eine andauernde Persönlichkeitsänderung
und berichtete
über eine Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes (vgl. vorstehend E. 5.7). Im März 2018 gab er an, dass der Verlauf stagnierend sei
. Bei den Diagnosen einer mittel
gra
digen depressiven Episode mit Regressionstendenzen, einer nicht vollständig remit
tierten posttraumatischen Belastungsstörung, eines Verdachts auf andau
ernde Persönlichkeitsänderung sowie akzentuierten Persönlichkeitszügen atte
stierte
Dr.
D._
dem Beschwerdeführer eine 50%ige Arbeitsfähigkeit
(vgl. vorstehend E. 5.10).
D
ie Gutachter des
B._
hielt
en im November 2019
fest, dass aktuell keine psychiatrisch bedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe (vgl. vorstehend E. 5.12).
Demnach
kann
auch aus psychiatrischer Sicht
von einer erheblichen Veränderung
des Gesundheitszustandes ausgegangen werden.
Während im
Y._
-Gutachten vo
m Juni 2009 aufgrund einer mittelgradigen depressiven Episode eine 30%ige Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit angenommen wurde, gingen die Gutachter des
A._
im Juni 2014 von einer leichten Verbesserung der Depression aus und atte
stierten dem Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht keine Arbeitsunfähigkeit mehr. Auch die Gutachter des
B._
verneinten
im November 2019 eine psychia
trisch bedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit.
Auch
den
B
erichten
des behandelnden Psychiaters
Dr.
D._
sind
wesentliche
Verä
nderungen
des Gesundheitszustandes
zu entnehmen
. Während
Dr.
D._
im Juni 2008 eine posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert
hatt
e, war im Mai 2016 noch von einem Rest einer unverarbeiteten Belastungsstörung
und im März 2018 von einer «nicht vollständig remittierten» posttraumatischen Belastungsstörung
die Rede.
Zudem diagnostizierte
Dr.
D._
jeweils eine mittelgradige depressive Episode und attestierte dem Beschwerdeführer
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit. I
m Februar 2013
stellte
er eine schwere depressive Episode
fest
und hielt selbst berufliche Massnahmen nicht mehr für möglich. Im März 2018 ging er
dann
bei der Diagnose einer mittel
gradigen depressiven Episode
«
mit Regressionstendenzen
»
wieder von einer
50%igen Arbeitsfähigkeit aus.
7.5
Nach dem Gesagten erweist sich d
er Einwand des Beschwerdeführers, dass sich aus dem
A._
-Gutachten kein verbesserter Gesundheitszustand ergebe (vgl. vor
stehend E. 2.3), als
unbehelflich
. So kam es aus
gastroenterologischer
Sicht zu
nächst zu einer Verbesserung und ab Anfang 2013 wieder zu einer
leichten
Ver
schlechterung, was im
A._
-Gutachten
vom Juni 2014
dargelegt wurde.
Ausser
dem
wurde im
A._
-Gutachten eine leichte Verbesserung
aus psychiatrischer Sicht
angege
ben.
Im fünf Jahre später erstellten polydisziplinären Gutachten der Ärzte des
B._
wurde dann im Vergleich zum
A._
-Gutachten keine wesentliche Ver
änderung mehr festgestellt.
Soweit der Beschwerdeführer geltend machte, dass die aktuelle Arbeitsfähigkeit gemäss
B._
-Gutachten «seit jeher» bestehe (vgl.
Urk.
1 S.
7 Mitte
), ist darauf hinzuweisen, dass es sich dabei um
eine
Beurteilung aus rheumatologischer Sicht handelt (vgl.
Urk.
11/229 S. 67
).
Somit liegt
seit der
Rentenzusprache
sowohl
aus
gastroenterologischer
als auch aus psychiatrischer
Sicht eine wesentliche Veränderung des Gesundheits
zu
stan
des
des Beschwerdeführers
und damit
ein Revisionsgrund vor
.
Der
Rentenan
spruch
ist
demnach
in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend zu prüfen
(vgl.
vorstehend E.
1.
4
)
.
8.
8.1
In Bezug auf die aktuelle gesundheitliche Situation des Beschwerdeführers ist gestützt auf die Gutachten des
A._
sowie
des
B._
seit Anfang 2013
von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in einer
dem Leiden angepassten, körperlich leichten Tätigkeit,
bei welcher
der Gang zur Toilette jederzeit gewährleistet
ist, auszu
gehen
.
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen.
8.2
Die Beschwerdegegnerin ermittelte das
Valideneinkommen
gestützt auf die Lohn
statistik gemäss der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik
, da der Beschwerdeführer seit seiner Einreise in die Schweiz in verschiedenen Hilfs
arbeitertätigkeiten gearbeitet und unregelmässige Einkommen erzielt habe.
A
uch
das Invalideneinkommen
berechnete sie
gestützt auf de
n
selben Tabellenlohn.
Die Beschwerdegegnerin
stellte einem
Valideneinkommen
von Fr. 68'105.50 ein Invalideneinkommen von
Fr.
54'484.40 gegenüber und errechnete einen renten
ausschliessenden Invaliditätsgrad von 20 % (
vgl.
Urk.
11/240/9;
Urk.
2 S.
3 unten).
Dieser Einkommensvergleich wurde im Rahmen der Beschwerde nicht bean
standet.
8.3
Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen (Validen- und Invalideneinkommen) ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Sind indessen Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom gleichen Tabel
lenlohn zu berechnen, erübrigt sich deren genaue Ermittlung.
Diesfalls
entspricht der Invaliditätsgrad nämlich dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berück
sicht
igung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn, der höchstens 25
%
betragen
darf. Dies stellt keinen "Prozentvergleich" im Sinne von BGE 104 V 135 E. 2b S.
137
dar, sondern eine rein rechnerische Vereinfachung
(Urteil
des Bundesge
richts 8C_148/2017 vom 19. Juni 2017 E. 4 unter Hinweis auf Urteil 9C_675/2016 vom 18. April 2017 E. 3.2.1).
8.4
Da
d
er
Beschwerdeführer
vor Eintritt der Invalidität
verschiedene
Hilfsarbei
ter
tätigkeiten
ausge
üb
t
hat
te (vgl. Urk. 11/
53/5
)
,
ist
vorliegend
sowohl in
Bezug auf die angestammte
Tätigkeit wie auch
auf eine angepasste
Tätigkeit von Hilfs
tätigkeiten auszugehen. Daher brauchen weder das Validen- noch das Inva
liden
einko
mmen genau beziffert zu werden. Bei einer zumutbaren Tätigkeit von 80 % und angesichts der Tatsache, dass ein Abzug vom Tabellenlohn vorliegend nicht als gerechtfertigt erscheint, resultiert somit
ein
rentenausschliessender
Invalidi
tätsgrad von
20
%
.
Demnach
hat die Beschwerdegegnerin die bisherige Rente zu Recht aufgehoben, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
9.
9.1
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraussetzungen für die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsvertretung erfüllt, wenn der Pro
zess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche Vertretung not
wendig oder doch geboten ist (Art. 29 Abs. 3 BV; BGE 135 I 1 E. 7.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_686/2020 vom 1
1.
Januar 2021 E. 1).
Da diese Voraussetzungen vorliegend erfüllt sind, ist dem Beschwerdeführer an
trags
gemäss (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
3) die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen und die unentgeltliche Rechtsvertretung in der Person von
Rechtsanwalt Viktor
Györffy
zu gewähren.
9.2
Die Gerichtskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr.
1’000
.-- festzusetzen und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuer
legen
,
zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
9.3
Nach
§
34
Abs.
3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert.
Da der unentgeltliche Rechtsvertreter trotz des Hinweises in der Verfügung vom
9.
Juli 2021
(
Urk.
12
)
keine Honorarnote eingereicht hat, ist die Entschädigung in Anwendung von §
§
7 f. der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Ent
schädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht nach Ermessen festzusetzen. In Berücksichtigung der vorstehend genannten Kriterien ist Rechtsanwalt
Viktor
Györffy
, Zürich, bei Anwendung des gerichtsü
blichen Stundenansatzes von Fr.
220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) mit
Fr.
2‘
4
00
.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse zu entschädigen.
9.4
Der Beschwerdeführer ist zur Nachzahlung der Auslagen für die unentgeltliche Rechtspflege verpflichtet, sobald er dazu in der Lage ist (
§
16
Abs.
4
GSVGer
).