Decision ID: 9ad2fef3-8cc7-4192-a70a-631b67d98938
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
vormals
Z._
,
geboren 1943,
meldete sich Ende August 2
012 bei
der Stadt Zürich
zum Bezug von Zusatzleistungen an (vgl. die Aktennotiz in
Urk.
12/6). Nach der Abklärung der finanziellen
Situation
(vgl. die Belege in
Urk.
12/7-32 und die Erläu
terungen zur Fallführung vom 1.
März 2013,
Urk.
12/33) teilte das Amt für Zusatzleistungen der Stadt Zürich (AZL) der Gesuchstellerin mit
Schreiben vom
6.
März 2013 mit, dass ihr Anspruch aufgrund ihrer Einkommens- und Vermögensverhältnisse a
uszuschliessen sei (
Urk.
12/34), und kleidete diesen Bescheid a
nschliessend in die Verfügung vom 2
8.
Mai 2013 (
Urk.
11/V1)
. Mit Entscheid vom 2
5.
Juni 2013 wies das AZL
die Einsprache der Gesuchstellerin vom 1
3.
Juni 2013 (
Urk.
12/42 mit den Unterlagen in
Urk.
12/42/1-7 und
Urk.
12/43/1-14) ab (
Urk.
11/V2
)
; ausserdem teilte das AZL der Gesuchstellerin
mit einem Bri
ef gleichen Datums mit, dass der
Anspruch auf Zusatzleistung
en auch nach der Ehescheidung vom
Mai 2013 (
vgl.
Urk.
12/43/4) zu verneinen sei (
Urk.
12/44
).
Eine Anpassung der Berechnungsweise änderte daran nichts (vgl. hierzu
Urk.
12/45-53a), und das AZL
hielt deshalb mit Ver
fügung vom
5.
Dezember 2013 an der weiteren Verneinung des
Zusatzleistungs
anspruch
s fest
(
Urk.
11/V3).
1.2
Am 1
4.
Juli 2015
stellte
X._
beim AZL erneut ein Gesuch um Ausrichtung von Zusatzleistungen (
Urk.
12/54). Aufgrund der Prüfung der einge
reichten Belege und der ergänzenden An
gaben der Gesuchstellerin (Urk.
12/55-72
und
Urk.
12/76-84; vgl. die Erläuterungen zur Fallführung vom
2.
und vom
3.
September 2015 sowie vom 2
2.
Januar 2016,
Urk.
12/73-75)
entsprach das AZL dem Gesuch
mit Verfügung vom
8.
M
ärz 2016 und gewährte der Gesuch
stellerin ab Juli 2015 Zusatzleistungen in Form von bundesrechtlichen Ergän
zungsleistungen und kantonaler Beihilfe (
Urk.
12/V4).
In den
nachfolgenden J
ahren
berechnete das AZL d
en Zusatzleistungsanspruch von
X._
jeweils auf den Jahresanfang neu und legte ihn da
rü
ber hinaus
auch während des Jahres verschiedentlich neu fest, namentlich im Zusammenhang mit dem Ein- und Auszug von Untermietern (vgl. die Verfü
gun
gen in
Urk.
11/V5-29 und die ihnen
zugrunde liegenden
Unterlagen in
Urk.
12/88-139
und
Urk.
8/140
-1
58).
1.3
Am 1
0.
September 2019 verheiratete sich
X._
mit
Y
._
, geboren 1974, worauf das AZL am 2
3.
September 2019 das Verfahren der perio
dischen Überprüfung einleitete (
Urk.
8/160). Neben den Formularangaben vom 2
6.
September 2019 (
Urk.
8/161)
ho
lte das Amt
die Belege zu den finanziellen Verhältnissen der
Bezügerin
und ihres Ehemannes und die ergänzenden Aus
künfte der
Bezügerin
ein (
Urk.
8/160b-l und
Urk.
8/162-
181) und
bemass d
arauf
hin
die Zusatzleistungen
mit Verfügung vom 6.
Januar 2020
für die Zeit ab dem
1.
Oktober 2019 neu
, nunmehr unter Einbezug der Einnahmen und Ausgaben beider Eheleute (
Urk.
8/V32). Aus der Neuberechnung resultierte ein Anspruch auf höhere Ergänzungsleistungen im Vergleich zum vorangegangenen Zeitraum ab
August 2019 (Verfügung vom 26.
August 2019,
Urk.
11/V28); ein Anspruch auf kantonale Beihilfe
ergab sich
demgegenüber
nach den Berechnungen des AZL
nicht mehr
,
und ein Anspruch auf Gemeindezuschüsse wurde wie bisher verneint (
Urk.
8/V32 S. 4 f. im Vergleich zu
Urk.
11/V28 S. 4). Mit Verfügung vom
1
4.
Mai 2020 sodann berechnete das AZL den
Zusatz
leistungsanspruch für die Zeit ab dem
1.
April 2020
abermals neu (Urk.
8/
V
34), nachdem die Bezügerin über den Auszug eines langjährigen Untermieters informiert hatte (vgl.
Urk.
8/185-188).
1.4
Mit Verfügung vom 1
3.
Oktober 2020
kam das
AZL auf die Verfügungen vom 6.
Januar und vom 1
4.
Mai 2020 zurück und setzte die Höhe der zugesprochenen Ergänzungsleistungen rückwirkend
für die Zeit
ab dem
1.
Oktober 2019
herab (
Urk.
8/V36). Des Weiteren forderte das AZL mit Verfügung vom 1
9.
Oktober 2020 von
X._
die Differenz zwischen den ausbezahlten und den herabgesetzten Ergänzungsleistungen im Gesamtbetrag von
Fr.
15'890.
--
zu
rück (Zeitraum von Oktober 2019 bis Oktober 2020;
Urk.
8/V37).
X._
erhob mit Eingabe vom 3
0.
Oktober 2020 Einsprache (Urk.
8/197).
In der Folge reichte sie auf die Aufforderung
en
des AZL hin (U
rk.
8/193,
Urk.
8/195 und
Urk.
8/199) Belege zu den Erwerbseinkünften ihres
Ehemannes in den Jahren 2019 und 202
0 ein (
Urk.
8/201
-207); ausserdem brachte
sie die gemeinsame Steuererklärung des Jahres 2019 bei
(
Urk.
8/209) und erteilte
Auskünfte zu
einem neuen Untermiet
verhältnis ab Ende Oktober 2020 und zu den Alimenten, die ihr Ehemann zu leist
en hatte (vgl.
Urk.
8/194, Urk.
8/196,
Urk.
8/198 und
Urk.
8/200).
Mit
Einspracheentscheid
vom 1
8.
November 2020 (
Urk.
2
/1
=
Urk.
8/V40) änderte das AZL die angefochtenen Verfügungen vom 1
3.
und vom 1
9.
Oktober 2020 dahingehend, dass es die Ergänzungsleistungen ab Oktober 2019 noch weiter
- ab Dezember 2019 bis auf den Mindestbetrag für die Krankenversiche
rungs
prä
mien -
herabsetzte und darauf basierend für den Zeitraum von Oktober 2019 bis November 2020 eine zusätzliche Rückforderung von
Fr.
4'181.-- erhob; die ent
sprechenden Verfügun
gen vom 1
8.
November 2020 (
Urk.
2/3 =
8/V39 und
Urk.
2/2 =
8/V41) erklärte sie zum Bestandteil dieses
Einspracheentscheids
.
Mit Schreiben vom 1
9.
November 2020 forderte das AZL
X._
zu
dem dazu auf, den
Rückerstattungsbetrag von insgesamt
Fr.
19'707.-- innert 30 Tagen zu überweisen (
Urk.
8/210).
2.
Mit Eingabe vom 1
8.
Dezember 2020 erhob
en
X._
und
Y
._
gegen den
Einspracheentscheid
vom 1
8.
November 2020 beim Sozial
versicherungs
gericht Beschwerde und beantragte
n
sinngemäss, die Rückforde
rung sei aufz
uheben, eventualiter sei sie
zu erlassen, und es seien
der Bezügerin
auch für die Zukunft höhere Zusatzleistungen zuzusprechen (
Urk.
1)
.
Zuvor hatte
X._
bereits mit
zwei
E-Mails
und einem Brief
vom
8.
Dezember 2020 (
Urk.
8/211
und
Urk.
8/213
) sowie mit
zwei
S
chreiben vom 10.
und v
om 1
8.
Dezember 2020
(
Urk.
8/212 und
Urk.
8/214)
gegenüber dem AZL
Einwen
dungen zum angefochtenen
Einspracheentscheid
und den darin integrierten Ver
fügungen vom 1
8.
No
vember 2020 vorgebracht
.
Das AZL beantwortete die Beschwerde am
3.
März 2021 (
Urk.
7) und reichte die
Akten
ein (
Urk.
8/2v,
Urk.
8/140-220 und
Urk.
8/V
30-V43 sowie Urk. 11/V1
V29 und
Urk.
12/1-139). Mit Verfügung vom 2
2.
März 2021 wurde ein zweiter Schrif
tenwechsel angeordnet (
Urk.
13). Die Beschwerdeführenden liess
en
die ihnen
an
gesetzte Frist zur Replik unbenützt ver
s
treichen, wovon die Parteien mit Verfü
gung vom 3
1.
Mai 2021 in Kenntnis gesetzt wurden (
Urk.
16).
Mit Verfügung vom 1
5.
Dezember 2020 hatte d
as AZL
überdies
d
en Zusatzleis
tungsanspruch
der Beschwerdeführerin 1
für die Zeit
ab dem
1.
Januar 2021 fest
gelegt
(
Urk.
8/V42).
Diese hatte
am
4.
Januar 2021 beim AZL Einsprache gegen diese Verfügung
erhoben
(
Urk.
8/217).
Das Gericht hat am
5.
August 2021 von Amtes wegen Internetauszüge des Handelsregisteramtes des Kantons Zürich betreffend die
C,_
_
GmbH und die
D._
GmbH als
Urk.
17/1-2 zu den Akten genommen.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Das Bundesgesetz
über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG)
und die
Verordnung über
die
Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELV)
sind per
1.
Januar 2021 einer umfassenden Revision unterzogen worden (EL-Reform; Änderungen des ELG vom 2
2.
März 2019 und Änderungen der ELV vom 2
9.
Januar 2020).
Mit der EL-Reform einhergehend wurden per
1.
Januar 2021 auch Änderungen im Zusatzleistungsgesetz (ZLG) und in der
Zusatzleistungsverordnung
(ZLV) des Kantons Zürich
vorgenommen
. Ebenso wurde
n per
1.
Januar 2021
die stadt
zür
cherische
Verordnung über den Vollzug des Gesetzes über die Zusatzleistungen zur eidgenössischen Alte
rs-, Hinterlassenen- und Invali
denversicherung und die Gewährung von Gemeindezuschüssen (Zusatzleistungsverordnung
) und die stadtzürcherische
n
Ausführungsbestimmungen zur Verordnung über den Vollzug des Gesetzes über die Zusatzleistungen zur eidgenössischen Alters-, Hin
ter
lasse
nen- und Invalidenversi
cherung und die Gewä
hrung von Gemeinde
zuschüssen (Ausführungsbestimmungen zur Zusatzleistungsverordnung; AZVO)
partiell geändert. In Bezug auf diese Änderungen gilt der
übergangsrechtlich
e Grundsatz, wonach der Beurteilung
jene Rechtsnormen zug
runde zu legen,
die in
Kraft ge
standen sind
, als sich der
Sachverhalt verwirklicht hat, der zu
den m
ateriellen Rechtsfolgen geführt hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen).
1.2
Gegenstand des angefochtenen
Einspracheentscheids
vom 1
8.
November 2020
(
Urk.
2/1)
und der darin integrierten Verfügungen gleichen Datums
(
Urk.
2/2 und
Urk.
2/3) sind die Zusatzleistungen für die Zeit von Oktober bis Dezember 2019 und für das Jahr 202
0.
Sie sind gestützt auf den dargelegten übergangs
recht
lichen Grundsatz
in Bezug auf den Anspruch auf bundesrechtliche Ergänzungs
leistungen
nach den
Bestimmungen des ELG und der ELV
festzulegen,
wie sie bis
Ende 2020 in Kraft gewesen sind
.
Ebenso richtet sich die Frage nach dem An
spruch auf kantonale Beihilfe und auf Gemeindezuschüsse nach den Bestim
mun
gen der zitierten kantonalen und kommunalen
Gesetze und Verordnungen
, wie sie bis Ende 2020 gegolten haben
.
Schliesslich muss die Rückforderung, welche die Beschwerdegeg
nerin mit der Verfügung vom 19.
Oktober 2020 erhob und mit dem angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 1
8.
November 2020
und der darin integrierten Verfügung gleichen Datums
erhöhte, den spezifischen Vorausset
zun
gen entsprechen, die
zur Zeit
von deren Erhebung in Kraft gewesen sind, mithin ebenfalls den Gesetzes- und Verordnungsbestimmungen des Jahres 2020.
Soweit sich die Beschwerdeführenden mit ihrem Antrag auf Zusprechung von höheren Zusatzleistungen für die Zukunft (
Urk.
1 S. 3) auch auf den Zusatz
leistungsanspruch des Jahres 2021 beziehen, den die Beschwerdegegnerin mit der Verfügung vom 1
5.
Dezember 20
20 festgelegt hat
(
Urk.
8/V42
), kann auf diesen Antrag
im vorliegenden Verfahren nicht eingetreten werden. D
enn die
Verfügung
vom 1
5.
Dezember 2020
ist Gegenstand eines separaten
Einspracheverfahrens
,
welches die Beschwerdeführerin 1
erst
am
4.
J
anuar
2021 eingeleitet hat
(
Urk
.
8/217). Im Zeitpunkt der Erhebung der
Beschwerde vom 18.
Dezember 2020 konnte der
Einspracheentscheid
zu dieser neuen
Verfügung
daher noch nicht vor
liegen, weshalb deren Inhalt nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens sein kann. In diesem Zusammenhang ist zudem darauf hinzuweisen, dass
die
Rechts
beständigkeit einer Zusatzleistungsverfügung auf das Kalenderjahr begrenzt ist (BGE 128 V 39 E. 3b; vgl.
Jöhl
/
Usinger
-Egger, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR],
3.
Auflage, Basel 2016, S. 1711 ff.
Rz
15 ff.
, sowie
Carigiet
/Koch, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV,
3.
Auflage, Zürich 2021, S. 99 f.
N
247 ff.
). Auch dies spricht gegen die Aus
dehnung des vorliegenden Verfahrens auf das Jahr 2021, zumal in diesem neuen Jahr das per
1.
Januar 2021 revidierte Recht zu berücksichtigen ist.
1.3
Nachfolgend werden daher, soweit nichts
anderes
vermerkt ist, das ELG und die ELV sowie die kantonalen
und kommunalen
Gesetze und Verordnungen in den Fassungen zitiert, wie sie vor der EL-Reform per
1.
Januar 2021 gegolten haben.
2.
2.1
Gemäss
Art.
9
Abs.
1
ELG
entspricht die
jährli
che Ergänzungsleistung dem Be
trag, um den die anerkannten Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen überstei
gen. Di
e anerkannten Ausgaben und anre
chenbaren Einnahmen von Ehegatten
sind gestützt auf
Art.
9
Abs.
2 ELG zusammenzurechnen.
2
.2
Die an
erkannten Ausgaben sind in
Art.
10 ELG, die
anrechenbaren Einnahmen in
Art.
11 ELG aufgelistet.
Zu den anerkannten Ausgaben gehören
unter anderem
ein nach oben begrenzter jährlicher Betrag fü
r den allgemeinen Lebens
bedarf (
Art.
10
Abs.
1
lit
. a ELG), der eben
falls auf einen jährlichen Höchst
betrag begrenzte Mietzins (
Art.
10
Abs.
1
lit
.
b ELG),
ein jährlicher Pauschalbet
rag für die obligatorische Kran
k
enpflege
versicherung (
Art.
10
Abs.
3
lit
. d ELG) und die geleisteten familienrechtlichen Unterhaltsbeiträge (
Art.
10
Abs.
3
lit
. e ELG).
Zu den anrechenbaren Einnahmen zählen unter anderem
zwei Drittel der Erwerbs
einkünfte, soweit sie einen Frei
betrag von
Fr.
1'000.-- (Allein
st
ehende) beziehungsweise von
Fr.
1'500.-- (Ehepaare und
Personen mit Kindern) über
steigen (
Art.
1
1
Abs.
1
lit
. a ELG),
die Renten,
Pensionen und anderen wieder
keh
renden Leistungen, einschliesslich der
Renten der AHV und der IV (Art.
11
Abs.
1
lit
. d ELG),
und
ein Fünfzehntel (Invaliden
- und
Hinterlassenen
rent
ne
rinnen
und -rentner) beziehungsweise ein Zehnte
l (Altersrentnerinnen und
–
rent
ner
) desjenigen Reinvermögens, das den Betrag von
Fr.
37'500.-- (Alleinstehende)
beziehungsweise von
Fr.
60'000.-- (Ehepaare) übersteigt
(
Art.
11
Abs.
1
lit
. c ELG).
Zeitlich
massgebend
für die Berechnung der jährlichen Ergänzungsleistung sind nach Art. 23 Abs. 1 ELV in der Regel die während des vorausgegangenen Kalen
derjahres erzielten anrechen
baren Einnahmen sowie das am
1.
Januar des Be
zugsjahres vorhandene Vermögen.
2.3
V
ersicherte
Personen, die aus wirtschaftlichen Gründen nicht zur
Zahlung der
Prämien
der obligatorischen Krankenpflegeversicherung
in der Lage sind,
haben
nach
Art.
65 ff.
des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG)
An
spru
ch auf Prämienverbilligung
. Den Bezügerinnen und Bezügern
von jährlichen Ergänzungsleistungen wird die Prämienverbilligung nach
Art.
26
ELV
mit den Ergänzungsleistungen ausgerichtet, und der zugesprochene Betrag hat sich auf mindestens die Höhe der Prämienverbilligung zu belauf
en, auf die sie Anspruch haben.
2.4
2.4.1
In Bezug auf die kantonale Beihilfe
finden
nach § 15 ZLG
die Vorschriften, die für die jährliche Er
gänzungsleistung nach Art.
9
ff. ELG gelten, entsprechende Anwen
dung, soweit für die Beihilfe nichts Abweichendes bestimmt ist.
Nach § 17 ZLG wird für die Berechnung der Beihilfe auf die Bedarfsrechnung für die jährliche Ergänzungsleistung abgestellt, wobei die tatsächlich ausge
richteten Ergänzungsleistungen als anrechenbare Einnahme
n behandelt werden (Abs. 1
lit
.
a) und der Betrag für den allgemeinen Lebensbedarf bei zu Hause wohnenden Personen um den Höchstbetrag der Beihilfe (für Ehepaare
Fr.
3'630.--; vgl. § 16 ZLG) erhöht wird (Abs. 1
lit
. b).
Kein Anspruch auf Beihilfe
besteht
nach
§
13
Abs.
4 ZLG unter anderem dann, wenn der Vermögensfreibetrag
gemäss
Art.
11
Abs.
1
lit
. c ELG überschritten wird.
2.4.2
Gemäss § 20 ZLG können die Gemeinden Gemeindezuschüsse zu den Beihilfen gewähren, die nicht als Einkommen anzurechnen sind.
Nach Art. 4 Abs. 1 der stadtzürcherischen Zusatzleistungsverordnung wird für die Berechnung des jährlichen Gemeindezuschusses auf die Bedarfsrechnung für die gesetzliche Beihilfe abgestellt, wobei die tatsächlich ausgerichtete Beihilfe als Einnahme angerechnet wird. Dabei wird bei zu Hause wohnenden Personen der Betrag für den allgemeinen Lebensbedarf um die Beträge in Art. 3 Abs. 1 der Verordnung erhöht (für Ehepaare
Fr.
5
’
856.--), und der so ermittelte Bedarf wird um den Mietzinsanteil erhöht, der nach Abzug des im Einzelfall möglichen ge
setzlichen Mietzinsabzuges verbleibt, höchstens um Fr. 3‘300.--.
Übersteigt das Reinvermögen
bei Ehepaaren
den Betrag von
Fr.
40’000.--, so wird der Bedarf
für den jährlichen Gemeindezuschuss
nach
Art.
4
Abs.
4 der
stadt
zürcherischen Zusatzleistungsverordnung
gekür
zt, wobei die Kürzung
bei Alters
rent
nerinnen und Altersrentnern in Wohnungen einem Zehntel
des Anteils am Reinvermögen entspricht, der den Freibetrag von
Fr.
40'000.-- übersteigt. Des Weiteren wird der
Bedarf für den jährlichen Gemeindezuschuss
nach
Art.
4 Abs.
5 der
stadtzürcherischen Zusatzleistungsverordnung
bei Ehepaaren
um denjenigen Betrag gekürzt, der den nicht
angerechnete
n
Teil des Erwerbseinkommens
um
einen Freibetrag von
Fr.
4'500.-- übersteigt.
Kein Gemeindezuschuss wird nach
Art.
2
lit
. a
der
Ausführungsbestimmungen
zur stadtzürcherischen Zusatzleistungsverordnung
unter anderem bei Ehepaaren gewährt, die mit ander
en volljährigen Personen, die
nicht in die gleiche Be
rech
nung der Zusatzleistungen einbezogen sind, im gleichen Haushalt leben.
Art. 12 Abs. 1 der
stadtzürcherischen Zusatzleistungsverordnung
erklärt
sodann
die Bestimmungen des ZLG sinngemäss auch für die Gemeindezuschüsse als an
wendbar.
2.5
2.5.1
I
n
Art.
25 ELV
sind
Regeln für die Erhöhung, Herabsetzung oder Aufhebung der
Ergänzungsleistungen bei Änderungen im Sachverhalt während des laufenden
Be
zugsjahres aufgestellt (vgl. hierzu
Carigiet
/Koch,
a.a.O., S. 99 N 248 und
S. 128 ff.
N 331 ff.).
Art.
25
Abs.
1
lit
. c ELV sieht vor, dass die jährliche Ergänzungs
leistung bei Eintritt
einer voraussichtlich längere Zeit
dauernden Verminderung oder Erhöhung der vom ELG anerkannten Ausgaben und Einnahmen neu fest
zusetzen ist, wobei die neuen, auf ein J
ahr umgerechneten dauernden Ausgaben und Einnahmen und das bei Eintritt der Veränderung vorhandene Vermögen massgebend sind. Bei einer Verminderung des Ausgabenüberschusses erfolgt die Berücksichtigung nach
Art.
25
Abs.
2
lit
. c ELV grundsätzlich für die Zukunft; v
orbehalten wird jedoch die Rückforderung bei Verletzung
der Meldepflicht
.
2.5.2
Nach dem allgemeinen Grundsatz in
Art.
25
Abs.
1 Satz 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
sind
zu Unrecht ausgerichtete Ergänzungsleistungen zurückzuerstatten. Nach der Rechtsprechung zu diesem Grundsatz dürfen jedoch formell rechtskräftig ausgerichtete Leistungen
nur dann zurückgefordert werden, wenn
ein Titel für das Zurückkommen auf eine ursprünglich unrichtige Leistungszusprechung besteht, wenn also
entweder die Vorausse
tzungen für eine
pr
ozessuale Revision (
Art.
53
Abs.
1 ATSG) oder die
Voraussetzungen für eine
Wiedererwägung (
Art.
53
Abs.
2 ATSG)
des formell rechts
kräftigen Entscheids erfüllt sind (Urteil des Bundesgerichts 9C_695/2015 vom
9.
August 2016 E. 2.1 mit Hinweis auf
BGE 130 V 380 E. 2.3.1
und auf das Urteil des Bundesgerichts
8C_792/2015 vom 3
1.
Mai 2016 E. 3.2
, publiziert in BGE 142 V 259). Sind die Voraussetzungen für eine prozessuale Revision oder für eine Wiedererwägung erfüllt, so besteht die Pflicht zur Rückerstattung un
recht
mässig bezogener Ergänzungsleistungen unabhängig davon, ob die Bezü
ge
rin oder der Bezüger sich eine Meldepflichtverletzung haben zuschulden kommen lassen (Urteil des Bundesgerichts 9C_200/2021 vom
1.
Juli 2021 E. 5.3 und E. 5.4 mit Hinweisen; vgl.
Carigiet
/Koch, a.a.O., S. 134 N 345 ff.).
Nach
Art.
25
Abs.
2 ATSG in der hier anwendbaren, bis Ende 2020 in Kraft gewesenen Fassung erlischt der Rückforderungsanspruch mit dem Ablauf eines Jahres, nachdem die Versicherungseinrichtung davon Kenntnis erhalten hat, spätestens aber mit dem Ablauf von fünf Jahren nach der Entrichtung der ein
zelnen Leistung (Satz 1). Wird der Rückerstattungsanspruch aus einer strafbaren Handlung hergeleitet, für welche das Strafrecht eine längere Verjährungsfrist vorsieht, so ist diese Frist massgebend (Satz 2). Wer Leistungen in gutem Glauben empfangen hat, muss sie nach
Art.
25
Abs.
1 Satz 2 ATSG nicht zurückerstatten, wenn eine grosse Härte vorliegt.
3.
V
orab ist festzuhalten, dass den beiden Verfügungen vom 1
8.
November 2018 (
Urk.
2/2 und
Urk.
2/3), welche die Beschwerdegegnerin zum integrierten Be
stand
teil des angefochtenen
Einspracheentscheids
erklärt hatte
(
Urk.
2/1 S. 3), kein selbständiger C
harakter zukommt. Denn
das Verwaltungsverfahren mit Verfügung und Einsprache
bildet
eine Einheit
,
und
der
Einspr
acheentscheid
, mit dem es abgeschlossen wird, tritt
an die Stelle der angefochtenen Verfügung
und ersetzt diese, ohne dass eine neue Verfügung zu erlassen wäre
(vgl. BGE 131 V 407 E. 2.1.2 und E. 2.1.2.1).
Im Folgenden werden
daher
die Verfügu
ngen vom 1
8.
November 2018
nicht mehr separat zitiert, sondern
es wird
dort, wo auf deren Inhalt Bezug genommen wird, nur noch vom angefochtenen
Einspracheentscheid
gesprochen.
4.
4.1
D
ie Beschwerdegegnerin
hatte
die Ergänzungsle
istungen der Beschwerde
füh
rerin
1
mit der Verfügung vom
6.
Januar 2020 für die Zeit ab dem
1.
Oktober 2019
aufgrund der Heirat vom Sept
ember 2019 neu festgelegt (Urk.
8/V32) und hatte sie mit der Verfügung vom 1
4.
Mai 2020 für die Zeit ab dem
1.
April 2020 infolge des Auszugs eines Untermiet
ers neu berechnet (Urk.
8/V34).
D
ass die Beschwerdegegnerin
mit der Verfü
gung vom 1
3.
Oktober
2020 (Urk.
8/V36) und dem angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 1
8.
November 2020 (
Urk.
2/1 und
Urk.
2/3)
auf ihre Berechnungen vom
6.
Januar
und
vom 14.
M
ai 2020 zurückkam und den Ergänzungsleistungsanspruch der Beschwerde
füh
rerin 1 rückwirkend für die Zeit ab dem
1.
Oktober 2019 herabsetzte, war darin begründet, dass sie das
anrechenbare
Erwerbseinkommen des E
hemannes, da
s sie
ursprünglich zu einem Betrag von
Fr.
25'804.-- einbezogen hatte (
Urk.
8/32 S. 4 und S. 6,
Urk.
8/34 S. 4), nach nochmaliger Überprüfung ihrer Berechnungen als deutlich zu niedrig befand und neu
(in der Verfügung vom 1
3.
Oktober 2020)
einen anrech
enbaren Betrag von Fr. 47'804.
(
Urk.
8/V36 S. 4, S. 6, S. 8 und S. 10) beziehungsweise
(im angefochtenen
Einspracheentscheid
)
anrechenbare Beträge
von
Fr.
48'872.-- (
Oktober und November 2019;
Urk.
2/3 S.
4),
Fr.
61'072.-- (Dezember 2019 bis März 2020;
Urk.
2/3 S.
6 und S.
8) und
Fr.
55'5
43.-- (April bis Oktober 2020 sowie ab November 2020;
Urk.
2/3 S. 10, S.
12
und S. 14) für gerechtfertigt hielt.
4.2
Zum zugehörigen Sachverhalt ist in der Verfügung vom 1
3.
Oktober 20
20
ledig
lich
der Vermerk «Korrektur Berufsauslagen per 10/2
019» eingetragen (Urk.
8/
V
36
Deckblatt)
,
die
Rückerstattungsverfügung vom 1
9.
Oktober 20
20
beschränkt sich darauf, die
fehlerhafte
Anrechnung eines zu niedrigen Erwerbseinkommens zu erwähnen (
Urk.
8/V37
S. 1
), und im
angefochtene
n
Einspracheentscheid
wird die als korrekt befundene Berechnung nachvollzogen (
Urk.
2/1 und
Urk.
2/3), ohne dass indessen dargetan würde, wie die Beschwerdegegnerin zum ursprünglich berücksichtig
t
en jährlichen Einkommensbetrag von
Fr.
25'804.-- gelangt war. Erst in
der Beschwerdeantwort
führte die Beschwerdegegnerin
aus, bei der Er
mittlung des Erwerbseinkommens von
Fr.
25'804.-- sei aufgrund eines Versehens als Abzug für Berufsauslagen statt e
ines jährlichen Betrags von Fr.
2'000.-- fälschlicherweise ein monatlicher Betrag von
Fr.
2'000.-- und mithin ein Jahres
betrag
von
Fr.
24'000.-- eingesetzt worden (
Urk.
7 S. 2).
Diese Darstellung ist aufgrund der eingereichten Unterlagen über die Einkünfte des
Beschwerdeführers 2 plausibel. So erzielte dieser im Jahr 2018, welches ge
mäss
Art.
23
Abs.
1 ELV für die Ergänzungsleistungsbemessung des Jahres 2019
grundsätzlich massgebend ist, im R
ahmen einer ganzjährigen Vollzeitbe
schäf
tigung bei der
E._
AG (vgl.
den Arbeitsvertrag vom 16./17.
April 2015,
Urk.
8/177)
ein Nettoeinkommen von
Fr.
50'937.85 (
vgl. den Lohnausweis 2018,
Urk.
8/177a).
Dieses Arbeitsverhältnis wurde in der Folge zwar per Ende Novem
ber 2019 beendet (Kündigungss
chreiben des Beschwerdeführers 2
vom 2
9.
August
2019,
Urk.
8/204), sodass
in dieser Hinsicht eine Veränderung der Verhältnisse im Sinne von
Art.
25
Abs.
1
lit
. c ELV in Betracht kam. Der Beschwerdeführer
2
trat jedoch am
1.
Dezember 2019 eine
neue
Stelle bei der
F._
AG an, für die ein monatlicher Bruttolohn von
Fr.
5'600.-- zuzüglich 1
3.
Monatslohn vereinb
art war (Arbeitsvertrag in Urk.
8/205
; vgl. auch den Lohnausweis
2019
in
Urk.
8/207
), also ein höherer Lohn, als er ihn bei der
E._
AG erzielt
hatte
(vgl.
Urk.
8/177 und die Lohnabrechn
ungen in
Urk.
3/7 und
Urk.
8/177
b
)
.
Und nachdem d
ieses
Arbeitsverhältnis
während der Probezeit
wieder beendet
und per 2
4.
März 2020 aufgelöst worden war
(vgl. die Arbeitsbest
ätigung vom 2
4.
März 2020, Urk.
8/206)
, nahm der Beschwerdeführer 2
am
1.
April 2020 über das Per
sonalvermittlungsunternehmen
G._
einen zunächst auf 13 Wochen befriste
ten, aber in der Folge weitergeführten
vollzeitlich
en Arbeitseinsatz
bei der
H._
AG
a
uf
und erhielt dort
im dokumentierten Zeitraum bis Ende Oktober 2020
e
inen durchschnittlichen monatli
chen Nettolohn von rund
Fr.
4'500.--
(vgl.
den
Einsatzvertrag vom
9.
November
2020
mit den Lohnabrechnungen
in Urk.
8/201
sowie die Aufstellung der Beschwerdegegnerin in
Urk.
8/201a
).
Der auf das Jahr umgerechnete Nettolohn des Beschwerdeführers 2 war somit
-
bezogen auf die Zeit ab Oktober 2019
-
sowohl zur Zeit des Erlasses der Ver
fügungen vom
6.
Januar und vom 1
4.
Mai 2020 als auch zur Zeit der Ausrichtung der damit zugesprochenen Ergänzungsleistungsbeträge
ungefähr doppelt so hoch wie der berücksichtigte Betrag von
Fr.
25'804.
--, und die Beschwerdeführenden
erklärte
n
in der Beschwerdeschrift denn auch, nie einen Lohn in dieser Höhe an
gegeben zu haben (
Urk.
1 S. 1
und S. 2
).
4.
3
Wurde somit bei der Ergänzungsleistungsbemessung in den Verfügungen
vom 6.
Januar und vom 1
4.
Mai 2020 ein deutlich zu niedriges Erwerbseinkommen des Beschwerdeführers 2 einbezogen, so lässt dies diese beiden Verfügungen und die darauf basierende Ausrichtung von Ergänzungsleistungen in der berechneten Höhe als zweifellos unrichtig im Sinne der Voraussetzungen f
ür eine
Wiederer
wägung im Sinne von
Art.
53
Abs.
2 ATSG erscheinen.
Damit war die Grundlage für eine rückwirkende Neuberechnung und eine darauf basierende Rückforderung der zu viel bezahlten Ergänzungsl
eistungen grundsätz
lich erfüllt, ohne dass es dafür einer Meldepflichtverletzung durch die Beschwer
deführerin 1 bedurft hätte.
Mit der Erhebung der Rückforderung mit der Verfü
gung vom 1
9.
Oktober 2020 und deren Erhöhung mit dem angefochtenen
Ein
spracheentscheid
vom 1
8.
November 2020 war sodann auch die einjährige Ver
wirkungsfrist nach
Art.
25
Abs.
2 Satz 1 ATSG gewahrt. Denn entsprechend dem zutreffenden Hinweis der Beschwerdegegnerin
(
Urk.
7 S. 2)
lag
en
die ursprüngli
chen, unrichtigen Berechnung
en
vom
6.
Januar und vom 1
4.
Mai 2020 im Zeit
punkt des Erlasses der Rückforderungsverfügung vom 1
9.
Oktober 2020 noch kein
Jahr zurück, und das Gleiche gi
lt immer
noch
für den Zeitpunkt
der Erhe
bung der zusätzlichen Rückforderung mit dem angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 1
8.
November 2020.
Anzufügen bleibt, dass die
Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin 1 mit der
Erhöhung der Rückforderung im
Einspracheverfahren
schlechter gestellt hat, als sie dies ohne Einsprache gegen die Rückforderungsverfügung vom 1
9.
Oktober 2020 gewesen wäre. Dies hätte aufgrund der Regelung in
Art.
12
Abs.
2
der Ver
ordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV)
erfor
dert, dass die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin 1 vorgängig auf die beabsichtigte Änderung zu deren Ungunsten aufmerksam gemacht und ihr Gele
genheit zum Rückzug gegeben hätte
(vgl. BGE 142 V 337; siehe auch BGE 144 V 153)
.
Es
erübrigt sich indessen
vorliegendenfalls
, die Sache allein deswegen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen
, da die Höhe der erhobenen Rückfor
de
rung aus den nachstehend darzulegenden Gründen in materieller Hinsicht ohne
hin in Frage zu stellen ist.
4.
4
Bei d
er Festlegung der
anrechenbaren Erwerbseinkünfte des Beschwerdeführers 2 hielt die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort eine Modifizierung ihres Vorgehens gemäss angefochtenem
Einspracheentscheid
für geboten und plädierte dafür, in Anwendung der Regelung in
Art.
23
Abs.
1 ELV im Anspruchsjahr generell die jeweiligen Einkünfte des Vorjahres einzubeziehen und die durch Stellenwechsel bedingten Veränderungen im Laufe des Kalenderjahres
- anders als
noch
im angefochtenen
Einspracheentscheid
(vgl.
Urk.
2/1 S. 1 f.
und
Urk.
2/3 S. 4, S. 6, S. 8, S. 10, S. 12 und S. 14)
-
nicht
zum Anlass
für eine Neuberechnung
im Sinne von
Art.
25
Abs.
1
lit
. c und
Abs.
2
lit
. c ELV zu
nehmen
(
Urk.
7 S. 2 f.).
Das Vorgehen gemäss der Skizzierung in der Beschwerdeantwort ist grundsätzlich korrekt angesichts dessen, dass der Beschwerdeführer 2
nach dem bereits Darge
legten
im Beurteilungszeitraum praktisch durchgehend einer Vollzeitbe
schäfti
gung nachging und
sich
die dabei erzielten Einkünfte in einem vergleichbaren Rahmen bewegten. Da die zu berücksichtigenden Erwerbseinkünfte mit dieser ge
änderten Berechnungsweise
insgesamt
tiefer ausfallen würden als im angefoch
tenen
Einspracheentscheid
, ist der Beschwerdegegnerin
auch darin zu folgen (vgl.
Urk.
7 S. 5), dass diese Modifikation
schon
für sich allein zu einer Reduktion der erhobenen Rückforderun
g
führen
müsste.
Werden
jedoch
Ergänzungsleistungen infolge eines Wiedererwägungsgrundes rück
wirkend neu berechnet, so ist zur Ermittlung des Rückerstattungsbetrages der Ergänzungsleistungsanspruch umfassend neu zu prüfen. Neben der Korrektur der
Position, die zur Wiedererwägung Anlass gegeben hat, sind somit auch die ande
re
n Positionen einer
Korrektur zugänglich,
und im Bes
chwerdeverfahren kann auch die
Festlegung dieser anderen Positionen beanstandet werden (vgl.
Carigiet
/Koch, a.a.O., S. 136 f. N 354).
Im F
olgenden ist daher zunächst auf die weiteren Berechnungspositionen einzu
gehen, soweit diese umstritten sind oder Anhaltspunkte für eine Prüfung von Amtes wegen bestehen.
5.
5.1
Was zunächst den Mietzins anbelangt,
der gestützt auf
Art.
10
Abs.
1
lit
. b ELG als Ausgabe anerkannt ist,
so reduzierte die Beschwerdegegnerin den Gesamtzins in der Höhe von
Fr.
2'205.-- im Monat beziehungsweise
Fr.
26'460.-- im Jahr (vgl. den Mietvertrag in
Urk.
8/162, die Vertragsänderung per
1.
Oktober 2009 in
Urk.
8/162a und die Rechnung in
Urk.
8/162b) richtigerweise um den Betrag, den die Beschwerdeführenden infolge der Untervermietung eines
der
Z
immer
einnah
men. Dabei erfolgte diese R
eduktion entgegen der Annahme
in der Beschwerde
schrift (
Urk.
1 S. 2) nicht durchgehend über die gesamte Zeitspanne der Neu
be
rechnung hinweg, sondern lediglich
in der Zeit von Oktober 2019 bis März 2020 und wiederum ab November 2020 (
Urk.
2/3 S. 4, S. 6, S. 8 und S. 1
4
).
Zu diesen Zeiten war das Zimmer tatsächlich untervermietet, von Oktober 2019 bis März
2020 an den langjährigen Untermieter
I._
, der Ende März 2020
auszog (vgl.
Urk.
8/185
und
Urk.
8/187
), und ab November 2020 an
J._
, wie durch den Untermietvertrag vom 2
4.
Oktober 2020 dokumentiert ist (
Urk.
8/196; vgl. auch die Angaben im Register der Einwohnerkontrolle,
Urk.
8/2v S. 2).
5.
2
Während des Untermietverhältnisses mit
I._
zog die Be
schwerdegegnerin einen monatlichen Mietzins von
Fr.
1'033.-- ab und rechnete dementsprechend noch einen Betrag von
Fr.
14'064.-- als jährliche Miet
zins
ausgaben an (
Fr.
26'460.-- abzüglich
Fr.
12'396.--
[12 x
Fr.
1'033.--]
;
Urk.
2/3 S.
4,
S. 6 und S. 8
)
. Die Zusammensetzu
ng des Betrages von Fr. 1'033.
ergibt sich
aus verschiedenen
Quittung
en,
mit denen
die Beschwerdeführerin 1
I._
neben dem Erhalt des vereinbarten Mietzinses von
Fr.
900.-- (vgl. die Bestätigu
ng des Mietverhältnisses vom 7.
Oktober 2015,
Urk.
12/68) den Erhalt eines Betrages von
Fr.
100.-- für die
regelmässige Rein
i
gung durch eine Putzfrau (alle zwei Wochen) und eines weiteren Betrages von
Fr.
133.--
für «Extra Strom Kosten für Heizung» bescheinigte (
Urk.
12/68a S. 1,
Urk.
12/106,
Urk.
12/107
). Richtigerweise liess die Beschwerdegegnerin den Betrag von
Fr.
100.-- für die Reinigung ausser Acht
(vgl. hierzu bereits
die Ausführungen der Beschwerde
füh
rerin 1 vom 1
7.
Februar 2016,
Urk.
12/80, und
das interne E-Mail
der Beschwer
de
gegnerin
vom 2
7.
August 2018,
Urk.
12/139
)
, da diese Kosten weder Be
stand
teil des Haupt- noch Be
s
tandteil des Untermietvertrages sind. D
emgegenüber berücksichtigte sie
den Betrag von
Fr.
133.-- für die Strom- und Heizungskosten vollumfänglich
als Einnah
men aus dem Untermietverhältnis
.
Die Kosten für den Strom sind allerdings
, abgesehen
vom Strom für den Betrieb der Zentralh
eizung,
im Mietzins für die H
auptmiete nicht enthalten, wie den verschiedenen Neben
kostenabrechnungen (vg
l.
Urk.
12/81) zu entnehmen ist. Es
rechtfertigt sich daher, für das Mietverhältnis mit
I._
ermessensweise lediglich einen
Mietzins von insgesamt
Fr.
965.--
einzusetzen
(
Fr.
900.-- zuzüglich Neben
kosten von
Fr.
65.--)
, wie
ihn
die Beschwerdeführerin 1 mit ihren weiteren Unter
mietern
und namentlich auch mit
J._
(vgl. nachfolgend)
zu verein
baren pflegte (vgl.
Urk.
12/68a S. 2
,
Urk.
8/155,
Urk.
8/162d
und Urk.
8/196).
D
er anerkannte
Mietzins in der Zeit von Oktober 2019 bis März 2020 ist damit auf das
Jahr umgerechnet auf
Fr.
14'880
.-- zu erhöhen (
Fr.
2
6'460.-- abzüglich
Fr.
11'580.--
[12 x
Fr.
965.--]
).
Im Untermietverhältnis mit
I._
ab November 2020 war ein monat
licher Mietzins von
Fr.
900.-- zuzüglich Nebenkosten von
Fr.
65.-- vereinbart (
Urk.
8/196). Hier brachte die Beschwerdegegnerin richtigerweise den gesamten Untermietzins von
Fr.
11'580.-- im Jahr
(12 x
Fr.
965.--)
vom Hauptmietzins von
Fr.
26'460.-- in Abzug und bezog demzufolge
ebenfalls
Mietkosten in der Höhe von
Fr.
14'880.-- in die Ergänzungsleistungsberechnung ein (
Urk.
2/3 S. 14).
5.
3
In den übrigen Monaten, für die keine Untermietverhältnisse dokumentiert sind, reduzierte die Beschwerdegegnerin demgegenüber den Hauptmietzins richtiger
weise nicht aufgrund von U
ntermiet
verhältnissen. Dass sie nicht den gesamten Mietzins von
Fr.
26'460.-- im Jahr als Abzug anerkannte, sondern lediglich einen jährlichen Betrag von
Fr.
15'000.-- (
Urk.
2/3 S. 10 und S. 12)
,
hängt mit der Be
grenzung des
ergänzungsleistungsrechtlich als Ausgabe anerkannt
en Mietzinses auf
Fr.
15'000.-- (bei Ehepaaren)
nach
Art.
10
Abs.
1
lit
.
b
Ziff.
2
zusammen und ist damit rechtens.
6.
6.1
Die Beschwerdegegnerin bezog des Weiteren in Anwendung von
Art.
11
Abs.
1
lit
. c ELG ein Vermögen der
Beschwerdeführerin 1 in der Höhe von
Fr.
64'032.-- und ein Vermögen des Beschwerdeführers 2 in der Höhe von
Fr.
21'000.--
in die Ergänzungsleistungsberechnung
ein (
Urk.
2/3).
Diese Vermögensbeträge waren
bereits in den ursprünglichen Berechnungen vom
6.
Januar und vom 1
4.
Mai 2020
enthalten gewesen (
Urk.
8/V32 und
Urk.
8/
V
34)
; aufgrund der vorstehenden Dar
legungen steht dies jedoch einer Überprüfung im vorliegenden Verfahren nicht entgegen.
6.
2
6.2
.1
Wie den Ausführungen der Beschwerdegegnerin im angefochtenen
Einsprache
ent
scheid
(
Urk.
2/1 S. 2) und in der Beschwerdeantwort (
Urk.
7 S. 4) zu ent
nehmen ist, rührt der eingesetzte Vermögensbetrag
der Beschwerdeführerin
1
von
Fr.
64'032.--
im Teilbetrag von
Fr.
62'030.--
von den B
uchhaltungsunterlagen der
C._
GmbH
her, die
gemäss Handelsregister die Herstellung und den Verkauf von Damen- und Herrenkleidern zum Zweck hat
und in der die Beschwerdeführerin 1 seit der Gründung im Jahr 1997 Gesell
schafterin mit ei
nem Stammanteil von Fr. 1'000.
sowie
Geschäftsführerin ist (
Urk.
8/168 und
Urk.
17/1). Diese Gesellschaft wies in
der Bilanz des J
ahre
s 2016 unter den Passiven Verbindlichkeiten in der Höhe von
Fr.
62'030.36 als «Konto
korrent Gesellschafter
K._
» aus (
Urk.
12/134), und in der Bilanz des J
ahres 2017 sind unter den Passiven Verbindlichkeiten in der Gesamthöhe von
Fr.
64'059.22 ausgewiesen, die sich aus einem Betrag v
on
Fr.
55'356.29 mit dem Vermerk
«Kontokorrent
Gesellschafter
K._
» und einem Betrag von
Fr.
8'702.
93 mit dem Vermerk
«Kontokorrent Gesellschafter
Y._
»
zusam
men
setzen
(
Urk.
8/174a
). Die Beschwerdegegnerin wertete diese Bilanzpositionen
als Guthaben der Beschwerdeführenden gegenüber der GmbH (bei
K._
handelt es sich anerkanntermassen um die Beschwerdeführerin 1
; vgl.
Urk.
12/31
)
und qualifizierte sie dementsprechend als anrechenbares Vermögen im Sinn
e von Art.
11
Abs.
1
lit
. c ELG. Beim
Betrag
von
Fr.
6
2'030
.--
handelt es sich um den niedrigeren, allein auf die Beschwerdeführerin 1 fallenden Kontokorrent-Betrag des Jahres 2016.
Die B
eschwerdeführerin 1
wandte
sich in den Zuschriften, die sie im Dezember 2020 vor der Beschwerdeerhebung an die B
eschwerdegegnerin
richtete
, gegen die Quali
fikation des Betrages von
Fr.
62'030
.-- als Guthaben
. Im Wesentlichen
führte
sie aus,
es handle sich bei diesem Betrag
um eine rein rechnerische Grösse, die dadurch entstanden sei, dass sie sich für die Tätigkeit als Mode-Designe
rin/Schneiderin keinen Lohn ausbezahlt habe, gegenüber der AHV-Ausgleichs
kasse jedoch einen
Monatslohn von
Fr.
3'000.-- deklariert habe und ihr Buch
halter deshalb diese deklarierten, jedoch nicht ausbezahlten Löhne als Schulden ihr gegenüber
in der Buchhaltung
habe stehen lassen. Diese Schulden bestünden indessen deshalb nicht, weil sie mit den Einnahmen aus der Geschäftstätigkeit ihren Lebensunterhalt bestritten und dafür einen monatlichen Betrag von unge
fähr
Fr.
3'000.
-- aufgewendet habe
(
Urk.
8/
211,
Urk.
8/212 S. 2,
Urk.
8/213).
In
der Beschwerdeschrift (
Urk.
1) äusserten sich die
Beschwerdeführenden
nicht mehr
zum angerechneten Vermögensbetrag.
6.
2.2
Di
e Sachverhaltsdarstellung im Vorfeld der Beschwerdeerhebung ist nicht in jeder Hinsicht schlüssig.
So
hatte die Anrechnung von Schulden der GmbH gegenüber der B
eschwerde
führerin 1
bereits bei der Prüfung des Zusatzleistungsanspruchs im Jahr 2013 eine Rolle gespielt
. I
n der Bilanz der GmbH
des Jahres 2010 waren als langfristige Verbindlichkeiten
Schulden in der Höhe von
Fr.
96'381.11 mit dem Vermerk «Gesellschafter
K._
» aufgeführt gewesen (
Urk.
12/16), und die Be
schwer
degegnerin hatte diese
Geschäftss
chulden damals in der Verfügung vom 2
8.
Mai 2013 (
Urk.
11/V1) ebenfalls als anrechenbares Vermögen qualifiziert, wie aus ihrem Schreiben vom
6.
März 2013 hervorgeht (
Urk.
12/34).
Im damaligen
Ein
spracheverfahren
hatte die
Beschwerdeführerin 1
indessen noch nicht
auf Bezüge für die Bestreitung ihres Lebensunterhaltes hingewiesen, sondern
hatte
vorge
bracht, in ihrem Namen Geschäftsausgaben getätigt zu haben (
Urk.
12/42 S. 2)
. Dies hatte die Beschwerdegegnerin zur Annahme veranlasst, die Beschwerde
füh
rerin 1 habe private Mittel in die GmbH gesteckt, und sie hatte dementspre
chend im
Einspracheentscheid
vom
2
5.
Juni 2013 an der Anrechnung des deklarierten Schuldenbetrag
e
s festgehalten (
Urk.
11/V2 S. 2).
Zu jener Zeit hatte die Beschwerdeführerin 1 auch ausserhalb
allfälliger Einkünfte aus
ihrer Geschäftstätigkeit noch über höhere Einkünfte verfügt als im vorliegend
zu beurteilenden Zeitraum. Neben der Altersrente
von monatlich rund Fr.
1'000
.
und einer Rente aus Deutschland von monatlich rund
Fr.
340.-- (vgl.
Urk.
12/V2 S. 2) hatte
sie zunächst monatliche Unterhaltsbeiträge in der Höhe von
Fr.
2'300.-- erhalten, zu deren Bezahlung sich
ihr früherer Ehemann
L._
für die Dauer des Getrenntlebens (seit April 2009) verpflichtet
hatte
, dies bei einem ermittelten Bedarf der Beschwerdeführerin 1 von rund
Fr.
3'000.-- (Ver
fügung des Bezirksgerichts Zürich vom 1
8.
März 2010
betreffend Eheschutz/Ge
trenntleben,
Urk.
12/5c).
Auch für die Zeit von April 2013 bis März 2015 hatte
die B
eschwerdeführerin
1
gemäss
dem S
cheidungsurt
eil vom
3.
Mai 2013 gegen
über ihrem geschiedenen Ehemann
noch
Anspruch auf Unterhaltsbeiträge
gehabt
, die sich ausgehend von einem monatlichen Betrag von
Fr.
2'100.-- sukzess
ive
auf
Fr.
1'300.-- reduziert hatten
(
Urk.
12/42/4).
Der Lebensbedarf der Beschwer
deführerin 1 war somit bis März 2015 zumindest annähernd durch regelmässige arbeitsunabhängige Einkünfte gedeckt
gewesen
. Die Bankauszüge der privaten
und geschäftlichen Konten jener Z
eit zeigen sodann
, dass die Beschwerdeführerin
1
teilweise private Einkünfte auf das Geschäftskonto
hatte überweisen lassen
;
namentlich waren
die Unterhaltszahlungen
des
getrennt lebenden
Ehemannes je
weils au
f dieses Konto einbezahlt
worden
(vgl.
Urk.
12/15 und
Urk.
12/17), wie die Beschwerdeführerin 1 dies in einem Schreiben an die Beschwerdege
gnerin vom
4.
Oktober 2012
bestätigt
hatte
(
Urk.
12/29 S. 2).
S
chliesslich
ist auch der Umstand
, dass
die GmbH in den Verträgen betreffend die
Untervermietung von Zimmern der
Privatwohnung
- auch in neuerer Zeit noch -
als Vermieterin
fun
giert
e
(vgl. Urk.
8/155a und Urk.
8/158
),
ein möglicher Hinweis darauf
, dass private Einnahmen
der GmbH zugekommen sind
.
6.
2.3
E
s
erscheint somit
als wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin 1 zumindest in der Zeit bis zum Auslaufen der nachehelichen Unterhaltsbeiträge teilweise mit privaten Mitteln Ausgaben für die GmbH finanziert hatte, und in diesem U
mfang entspräche die buch
h
alterische Einstufung der investierten Mittel als Schulden der Gesellschaft der Wirklichkeit.
Dies spricht allerdings nicht dagegen, dass die Beschwerdeführerin 1
vor allem nach der Einstellung der Unterhaltsbeiträge
umgekehrt
auch
Mittel
der GmbH
für die Finanzierung ihrer privaten B
edürfnisse verwendet hatte, zumal
aus den Kontoauszügen ab dem Jahr 2015
gewisse
Trans
aktionen
zwischen den privaten Konten und den Geschäftskonten ersichtlich sind
(
vgl.
Urk.
12/60
,
Urk.
12/82
,
Urk.
12/130
,
Urk.
8/166,
Urk.
8/167
). Insoweit be
stün
den tatsächlich keine Schulden der Gesellschaft, da
entgegen der Erklärung der Beschwerdeführerin 1, sie habe von der GmbH keinen Lohn erhalten, auch Naturalleistungen
unter den
massgebenden Lohn im Sinne von
Art.
5
Abs.
2
des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(AHVG)
fallen
.
Es ist kaum mehr möglich, das genaue Ausmass der privaten Investitionen der Beschwerdeführerin 1 in die GmbH
auf der einen Seite
und d
er privaten Bezüge von der GmbH auf
der andern Seite
zu eruieren. Wie sich aus dem Nachfolgenden ergibt, ist dies indessen für die Festlegung des anrechenbaren Vermög
ens auch gar nicht erforderlich
.
6
.3
6.
3.1
Die Anreche
n
barkeit von Vermögenswerten
bei der Bemessung der Ergänzungs
leistungen
hängt
nämlich
davon ab, dass diese Werte verzehrbar sind, dass sie
also für die Finanzierung des Lebensunterhaltes tatsächlich zur Verfügung stehen oder bei entsprechenden Dispositionen zur Verfügung stehen könnten
.
Praxisge
mäss
nicht angerechnet werden insbesondere der übliche Hausrat sowie die zur
Berufsausübung dienenden Maschinen, Geräte und Werkzeuge
(vgl.
Jöhl
/
Usinger
-
Egger
, a.a.O., S. 1844 ff.
Rz
163 ff.;
Carigiet
/Koch, a.a.O., S. 228 ff. N 580 ff.).
E
ine allfällige
Forderung der Beschwerdeführenden
gegenüber
C._
GmbH
kann demgemäss
nur insoweit als Vermögen in die Ergänzungsleistungsberechnung einbezogen werden, als diese Ford
erung als rea
li
sierbar zu beurteilen ist
.
Dabei hängt die Realisierbarkeit zum einen von der Höhe des Erlöses ab, den ein
e
Liquidation
der GmbH einbrächte, und zum andern davon, dass es
zur Zeit der in Betracht gezogenen Anrechnung
überhaupt zu
mutbar
und möglich
war, dass die Beschwerdeführenden die Liquidation der GmbH
veranlasst hätten.
6.
3.2
Zunächst ergibt sich aus den vorhandenen Angaben und Unterlagen kein klares Bild darüber, in welchem Umfang die Beschwerdeführerin 1 im zur Diskussion stehenden Zeitraum
auch im fortgeschrittenen Alter
noch für die
C._
GmbH tätig war und Einnahmen generierte. Sie verneinte zwar im vorliegenden Verfahren, solche Einnahmen zu haben (vgl.
Urk.
8/213 S. 1); angesichts
ihrer
gleichzeitigen
Vorbringen, mit ihrer Tätigkeit
zumindest in der Vergangenheit
den Lebensunterhalt (teilweise) finanziert zu haben, bedarf diese Aussage jedoch einer näheren Überprüfung,
ungeachtet der buchhalterisch aus
gewiesenen Verluste
(vgl.
Urk.
12/134 und
Urk.
8/174a) und der Deklaration der Gesellschafter
gegenüber den Steuerbehörden
, (im Jahr 2018) keine Bezüge getätigt zu haben (
Urk.
8/174c).
Dies gilt umso mehr, als
das Atelier gemäss der Website
www
.
«...»
.ch
immer noch Produkte, vor allem Kostüme, anbietet. Vom Ergebnis dieser
Überprüfung
, für die eine Befr
agung der Beschwerde
füh
renden und gegebenenfalls
ein Augen
schein vor Ort in Betracht kommen
, wird es abhän
gen, ob
der Beschwerdeführerin 1
eine Aufgabe der Geschäftstätigkeit und eine Realisierung der Vermögenswerte grundsätzlich zumutbar war und
ist oder ob
dies nicht der Fall ist und dafür
allenfalls Einkünfte aus der Tätigkeit
der Beschwerdeführerin 1
in die Ergänzungsleistungsberechnung einzubeziehen sind.
6.
3.3
In B
ezug auf
die Höhe der realisierbaren
Vermögenswerte
ist
bereits an dieser Stelle festzuhalten, dass die
C._
GmbH in
den
aktuellsten vorhandenen
Bilanzen
Aktiven vor
Reinverlust in der Höhe von Fr.
44'813.42 (2016) beziehungsweise
Fr.
42'020.09 (2017) aus
wies
(
Urk.
12/134
und
Urk.
8/174a)
und
dass diese Aktiven gegliedert waren in ein
Umlauf
ver
mö
ge
n
von insgesamt
Fr.
43'709.42 beziehungsweise
Fr.
41'116.09,
bestehend aus
f
lüssi
ge
n
Mittel
n
von
Fr.
1'709.32 beziehungsweise
Fr.
1'116.09
und
aus einem
Waren
lager
(
Vorräte und
angefangene
Arbeiten
)
, das mit
Fr.
42'000.
--
bezie
hungs
weise
Fr.
40'000.-- bewertet
war
, und
in ein
Anlagevermögen
von insge
samt
Fr.
1'104.--
beziehungsweise
Fr.
904.--, bestehend aus m
obile
n
Sachein
lagen
(Mobi
liar, Maschinen, Werkzeu
ge, Fahrzeuge) im Wert von Fr.
604.
--
bezie
hungs
weise
Fr.
4
04.-- und
aus
eine
r
Swisscom-K
aution in der Höhe von
Fr.
500.--
.
B
ei einer derartigen Strukturierung
der Aktiven mit dem Warenlager als H
aupt
wert
hätte
eine Liquida
tion kaum einen Erlös eingebracht
, der über dem Wert der bilanzierten
Aktiven gelegen hätte und mithin den als Forderung angerechneten Betrag in der Höhe von über
Fr.
60'000.-- erreicht hätte.
A
uch hier könnte
aber
eine Abklärung vor Ort
noch
mehr Klarheit verschaffen. Zudem ist darauf hinzu
weisen, dass
gestützt auf
Art.
23
Abs.
1 ELV für die vorliegend strittige Ergän
zungsleistungsbemessung der Jahre 2019 und 2020 das Vermögen
am jeweiligen Jahresanfang
massgebend ist, weshalb die aktuellen Buchhaltungsunterlagen noch beizuziehen wären.
Ferner gilt es zu beachten, dass nach
der gesetzlichen Ordnung in
Art.
826
A
bs.
1
des Schweizerischen Obligationenrechts (OR) jeder Gesellschafter Anspruch auf
denjenigen
Anteil am Liquidationsergebnis
hat
, der dem Verhältnis der Nenn
werte seiner Stammantei
le zum Stammkapital entspricht, und dass demzufolge vorb
e
hältlich einer abweichenden statutarischen Regelung nicht das gesamte Liquidationsergebnis den Beschwerdeführenden zustünde, sondern dass auch
L._
daran
beteiligt wäre.
Dabei ist angesichts der Mindesthöhe des Stamm
kapitals von
Fr.
20'000.-- (
Art.
773 OR) die Richtigkeit der Eintragung im Handelsregister zu bezweifeln, wonach
L._
16 Anteile à
Fr.
100.-- hält (
Urk.
17/1); es fragt sich, ob nicht richtigerweise von 160 Anteilen à
Fr.
100.-- (vgl.
Art.
774
Abs.
1 OR) oder von 16 Anteilen à
Fr.
1'000.--
auszugehen wäre.
6.4
Im Vermögensbetrag der Beschwerdeführerin 1 von
Fr.
64'032.-- sind sodann neben dem Teilbetrag von
Fr.
62'030.--, den die Beschwerdegegnerin als Forde
rung gegenüber der
C._
GmbH einstufte, zwei Beträge à
Fr.
1.-- enthalten,
welche sich nach den Ausführungen im angefochtenen
Einspracheentscheid
(
Urk.
2/1 S. 2) als das Vermögen gemäss den privaten Kon
ten der Beschwerdeführerin 1 präsentieren. Zur grundsätzlichen Anrechenbarkeit bedarf es keiner weiteren Bemerkungen; hi
nzuweis
en ist lediglich darauf, dass
die Kontostände Anfang 2019 und A
nfang 2020 massgebend sind.
6.5
6.5.1
Es bleibt ein Restbetrag des einbezogenen Vermögens der Beschwerdeführerin 1 von
Fr.
2'000.--. Die Beschwerdegegnerin erklärte diesen
(vgl.
Urk.
2/1 S. 2)
zum einen
mit dem Stammanteil von
Fr.
1'000.--, mit dem die Beschwerdeführerin
1
an der
C._
GmbH beteiligt ist, und zum andern mit einem weiteren Stammanteil von
Fr.
1'000.--, den die Beschwerdeführerin 1
an der
D._
GmbH seit deren Gründung im Jahr 1998 innehat
(vgl.
Urk.
8/169 und
Urk.
17/2).
Auch der Betrag von
Fr.
21'000.--, den die Beschwerdegegnerin als Vermögen des Beschwerdeführers 2 einbezog, setzt sich den Ausführungen im ange
foch
tenen
Einspracheentscheid
zufolge (
Urk.
2/1 S. 2) aus Stammanteilen
des Be
schwerdeführers 2
an diesen
beiden Gesellschaften zusammen, nämlich aus den
Stammanteilen
an der
C._
GmbH von 3 x
Fr. 1'000.--
(
Urk.
17/1) und den
Stammanteil
en
an der
D._
G
mbH von 18 x
Fr.
1'000.-- (Urk.
17/2).
6.5.2
W
as zunächst die
Stammanteil
e der Beschwerdeführerin 1 und des Beschwer
deführers 2
an der
C._
GmbH
anbelangt,
so ist auch der
en Wert
auf den Wert der Aktiven der GmbH begrenzt. Entgegen dem Vor
gehen der Beschwerdegegnerin geht es daher nicht an, den Nennwert
der insge
samt vier Anteile à
Fr.
1'000.-- zur allfälligen, ebenfalls auf den Wert der Aktiven begrenzten Forderung gegenüber der GmbH hinzuzurechnen. Vielmehr kann im Falle einer zumutbaren Liquidation der Gm
b
H insgesamt
nur derjenige Betrag in die Ergänzungsleistungsberechnung einbezogen werden, der dem Anteil der Beschwerdeführenden
am effektiven Wert der Gesellschaft beziehungsweise
am Liquidationsergebnis entspricht. Dasselbe gilt auch für den Fall eines Verkaufs der Stammanteile, wobei ein Verkauf kaum etwas einbringen dürfte, soweit die GmbH im dargelegten hohen Ausmass mit Schulden belastet
und somit über
schuldet
wäre
.
6.5.3
In Bezug auf die Stammanteile
der Beschwerdeführerin 1 und des Beschwerde
führers 2 an der
D._
GmbH gelten die Überlegungen zur Realisierbarkeit des Vermögens gleichermassen.
Die Ges
e
llschaft hatte
gemäss Handel
s
register
ursprünglich
den Zweck der Durchführung von Beratungen, des Handels und der Entwicklung und des Ver
triebs technologischer Produkte verfolgt. Im Jahr 2011 hatte
L._
, der bis anhin den Hauptanteil des Stammkapitals
in der Höhe von 19 x
Fr.
1'000.--
gehalten hatte, seine Anteile bis auf einen einzigen an den Beschwerdeführer 2 übertragen, und gleichzeitig war die Textil-Stickerei und der Handel mit Sport
artikeln sowie die Herstellung und der Verkauf von Sportbekleidung den Ge
sell
schaftszwecken hinzugefügt worden. Zudem fungierte der
Beschwerdeführer 2
ab diesem Zeitpunkt neu als Gesc
häftsführer
(
Urk.
17/2).
Wiederum ist nicht genau bekannt, wieweit diese Gesellschaft aktiv ist. Die Beschwerdeführerin 1 gab hierzu an, dass der Beschwerdeführer 2 im Rahmen der Gesellschaft keine Tätigkeit ausübe, die Einkünfte einbringe (
Urk.
8/211 S. 2 und
Urk.
8/
2
13 S. 1), erwähnte hingegen, dass ihr früherer Ehemann
L._
seine Geschäftstätigkeit auch nach der Übertragung des grössten Teils seiner Stamm
anteile an den Beschwerdeführer 2 weitergeführt habe (
Urk.
8/212
S. 2
).
Im Inter
net
auftritt
www.
«...»
.ch
ist die
D._
GmbH allerdings neben der
C._
GmbH eben
falls aufgeführt, und es werden als eigener Geschäftszweig
Stickereiarbeiten
angebo
ten.
In den
Auszüge
n
der Geschäftskonten des Jahres
2017, die als einzige Ge
schäftsunterlagen
vorhanden
sind
(
Urk.
8/174
), sind denn auch Einnahmen in der Höhe von
Fr.
5'625
.96 ausgewiesen, die vom Konto
«...»
«
Dienstleist
ungen Stickerei» auf das Konto
«...»
«
M._
AG» übertragen worden
sind
. Diesen Einnahmen stehen jedoch Auslagen für Wareneinkauf und Miete
(Konto
«...»
«Wareneinkauf und Textilstickerei», Konto
«...»
«Miete»)
von fast gleicher Höhe gegenüber, was darauf hindeutet
, dass die Tätigkeit für die Gmb
H zumindest im Jahr 2017 in Übereinstimmung mit der Darstellung der Beschwerdeführerin 1 tatsächlich keine namhaften Einnahmen generierte.
Für eine abschliessende Klärung bedarf es jedoch wiederum der Aktualisierung der Angaben für die vorliegend massgebende Zeit
mittels
Beizug
der aktuellen Buchhaltungsunterlagen, Befragung der Beschwerdeführenden und gegebenen
falls eines Augenscheines. Für die Höhe der realisierbaren und den Beschwer
deführenden anzurechnenden Vermögenswerte, soweit eine Liquidation
der GmbH
zuzumuten wäre, sei auf die vorstehen
d
en Ausführungen zur
C._
GmbH verwiesen, die auch hier einschlägig sind.
6.6
Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass ein Anspruch auf kantonale Beihilfe
in Betracht käme, falls das ermittelte anrechenbare Vermögen - was nach den vorstehenden Ausführungen
gut denkbar ist
- neu u
nter der Grenze
von Fr.
60
'000.-- nach
§
13
Abs.
4 ZLG
läge (vgl.
Urk.
2/3 S.
4, S. 6, S. 8, S. 10, S. 12 und S. 14)
.
Die Beschwerdegegnerin wird daher auch den Anspruch der Beschwer
deführerin 1 auf kantonale Be
i
hilfe neu zu prüfen haben. Ebenso wird sie den Anspruch auf Gemeindezuschüsse mit den neuen Berechnungsfaktoren neu zu berechnen haben.
7.
Die übrigen Positionen der anerkannten Ausgaben und der anrechenbaren Ein
nahmen sind unumstritten, weshalb darauf nicht näher einzugehen ist.
8.
Damit ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, dass der angefochtene
Ein
spracheentscheid
vom 1
8.
November 2020 aufzuheben und die Sache an die Be
schwerdegegnerin zurückzuweisen ist, damit diese nach Durchführung der ergän
zenden Abklärungen im Sinne der Erwägungen über den Zusatzleistungs
an
spruch der Beschwerdeführerin 1 für die Zeit von Oktober bis Dezember 2019 und für das Jahr 2020 sowie über die Höhe der Rückforderung betreffend die Zeit von Oktober 2019 bis November 2020 neu verfüge.