Decision ID: 4a5b326f-ce38-5d42-a69c-cf9e6776376b
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. X.X., geboren 1968, stammt aus der Türkei. Er kam am 13. Juni 1985 im
Familiennachzug zum Vater nach St. Gallen, wo ihm am 12. Juli 1985 eine
Aufenthaltsbewilligung erteilt wurde (Dossier A S. 244-255). Das Migrationsamt
(ehemals: Ausländeramt) des Kantons St. Gallen verlängerte in den Folgejahren die
Aufenthaltsbewilligung von X.X. teilweise unter Bedingungen (Dossier A, S. 239, 235,
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231, 227, 224, 220, 217, 214, 211, 208, 205, 201, 194 f., 190 f., 180, 184, 170 f., 161,
138, 130 f., 126, 112, 44, 24-28, 21, 12 f., 265, 308, 310, 357 f., 386, 443-447 und 451).
Am 10. August 1988 heiratete X.X. die türkische Staatsangehörige B.X. (Dossier A, S.
261). Aus dieser Beziehung gingen zwei Kinder im Alter von 20 und 24 Jahren hervor.
Am 26. Dezember 2002 wurde die Ehe geschieden. Die geschiedene Ehefrau und die
Kinder leben in der Türkei (Dossier B, S. 26 f.). Nach eigenen Angaben ist X.X. darüber
hinaus Vater einer im Jahr 2003 geborenen Tochter, welche bei ihrer Mutter in der
Ukraine lebt (Dossier A, S. 207, 270, 298 und 430, act. 6/8, S. 1, act. 11/10, S. 5).
B.
A.X. (ehemals: Y.), geboren 1968, ist deutsche Staatsangehörige. Sie kam am 15. Juni
1988 in die Schweiz, wo sie über eine bis am 15. Juni 2018 gültige
Niederlassungsbewilligung verfügt (Dossier B, S. 195). Vom 7. Oktober 1988 bis am 19.
März 2010 war sie mit dem türkischen Staatsangehörigen C.Y. verheiratet (Dossier B,
S. 30-34). Aus dieser Beziehung ging eine Tochter, D.Y., geboren 1989, hervor (Dossier
B, S. 11). In den Jahren 2009 und 2010 wurde A.X. insgesamt dreimal strafrechtlich
verurteilt (Dossier B, S. 13-15 und 21-23). Auch kam sie ihren finanziellen
Verpflichtungen nicht nach (Betreibungen von 57‘147.05 und offene Verlustscheine von
Fr. 48‘888.55) und bezog Sozialhilfe (vgl. act. 14/RDRM.2010.25/59 und Dossier A, S.
618, Dossier B, S. 51 und 65). Am 1. Juni 2009 zog A.X. von Q. nach St. Gallen
(Dossier B, S. 6-10).
C.
X.X. arbeitete nur unregelmässig, oft nur temporär (Dossier A, S. 17, 22, 45, 71, 107,
113-116, 127, 129, 133, 139, 162, 172, 185, 192, 202, 206, 209, 212 f., 215, 218, 221,
224 f., 227 f., 232, 236, 240, 246, 264, 299-303, 315-320, 327, 342, 348-351, 363-368,
449, 454, 470, 568, 576-578, 592-594, 615 f., 670-678), häufte Schulden an (Dossier A,
S. 14, 30-34, 43, 97-102, 137, 146, 167, 178, 181 f., 188, 268, 273-276, 304-307, 309,
335, 370, 437 f., 468 f., act. 14/RDRM.2010.25/58), bezog Sozialhilfe (Dossier A,
S. 134, 166, 290 f., 333, 345-347, 353, 355 f., 362, 381-384, 441 f., 467, 607 f., 618)
und wurde in den Jahren 1992, 1993, 1996, 1998, 2001, 2003, 2006 und 2008
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insgesamt neunmal wie folgt strafrechtlich verurteilt (Dossier A, S. 198, 196, 168,
151-156, 37-39, 295, 359-361, 432 f., 439 f.):
- Mit Strafbescheid vom 21. Februar 1992 verurteilte ihn das Bezirksamt Gossau
wegen versuchten Diebstahls und Sachbeschädigung zu einer bedingt
ausgesprochenen Freiheitsstrafe von fünf Tagen.
- Am 10. November 1993 bestrafte ihn das Untersuchungsrichteramt St. Gallen
wegen Sachbeschädigung und Nichtabgabe des Duplikat-Ausweises mit einer bedingt
ausgesprochenen Freiheitsstrafe von 6 Tagen und einer Busse von Fr. 60.--.
- Mit Strafverfügung vom 17. Oktober 1996 büsste ihn das Statthalteramt des
Bezirks Winterthur wegen überschreiten der signalisierten Höchstgeschwindigkeit mit
Fr. 1100.--.
- Am 18. Februar 1998 erwirkte er mit Strafbescheid des
Untersuchungsrichteramtes St. Gallen wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand,
Fahrens trotz Führerausweisentzug, mehrfacher Verkehrsregelverletzung, falscher
Anschuldigung, Sachentziehung und Widerhandlung gegen das
Betäubungsmittelgesetz eine (unbedingte) Freiheitsstrafe von drei Monaten und eine
Busse von Fr. 800.--. Auch erklärte das Untersuchungsrichteramt die mit Strafbescheid
vom 10. November 1993 bedingt ausgesprochene Freiheitsstrafe von 6 Tagen als
vollziehbar. Die dreimonatige und sechstägige Freiheitsstrafe sass er vom 2. Juli bis
2. Oktober 1998 in der damaligen Strafanstalt Bitzi, Mosnang, ab (Dossier A, S. 149 f.),
bevor er mit Verfügung vom 28. September 1998 (Dossier A, S. 147 f.) bedingt
entlassen wurde.
- Mit Strafbescheid vom 2. Februar 2001 erkannte ihn das Untersuchungsamt
St. Gallen wegen mehrfachen Versuchs der Nötigung, Tätlichkeiten sowie mehrfacher
Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes für schuldig und bestrafte ihn zu einer
bedingt ausgesprochenen Freiheitsstrafe von drei Wochen und einer Busse von Fr.
150.--.
- Am 4. April 2003 verurteilte ihn dasselbe Untersuchungsamt wegen mehrfacher
Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes zu einer Busse von Fr. 100.--.
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- Am 3. Februar 2006 erwirkte er mit Strafbescheid des Untersuchungsamtes
St. Gallen wegen fahrlässiger Körperverletzung und Sachbeschädigung eine bedingt
ausgesprochene Freiheitsstrafe von 7 Tagen und eine Busse von Fr. 300.--.
- Am 25. August 2006 büsste ihn dasselbe Untersuchungsamt wegen
Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz mit Fr. 200.--.
- Mit Strafbescheid vom 5. Februar 2008 bestrafte ihn das Untersuchungsamt
St. Gallen wegen Drohung zu einer Geldstrafe von 14 Tagessätzen zu je Fr. 40.--. Vom
Widerruf der am 2. Februar 2006 bedingt ausgesprochenen Freiheitsstrafe sah es
zugunsten einer Verwarnung von X.X. ab.
D.
Am 25. November 1995, 3. Oktober 1996 sowie am 2. Februar 1998 verweigerte das
Migrationsamt X.X. die Erteilung der Niederlassungsbewilligung (Dossier A, S. 170,
164). Mit Verfügungen vom 21. November 1994, 18. November 1998, 29. August 2001
und 7. April 2008 verwarnte es ihn (Dossier A, S. 194 f., 24-28, 141 f. und 443-446). Im
Jahr 2010 wurde er erneut straffällig: Am 11. Januar 2010 büsste ihn das
Untersuchungsamt St. Gallen wegen Führens eines Motorfahrzeuges trotz Entzug des
Führerausweises, Führens eines Motorfahrzeuges in fahrunfähigem Zustand,
Entwendung eines Motorfahrzeuges zum Gebrauch und Missachten eines
Vorschriftssignals mit Fr. 2000.-- (Dossier A, S. 482 f.). Mit Verfügung vom 27.
Januar 2010 verweigerte ihm das Migrationsamt die Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung und forderte ihn auf, die Schweiz bis spätestens 8. April 2010 zu
verlassen (Dossier A, S. 477-481). Am 16. Juli 2010 heiratete er A.X. (Dossier A, S. 511
f.). Mit Verfügung vom 14. Oktober 2011 wies das Migrationsamt ein
Familiennachzugsgesuch von A.X. für X.X. vom 19. August 2010 ab (Dossier B,
S. 120-127).
E.
Gegen die Verfügung des Migrationsamtes vom 27. Januar 2010 bzw. vom
14. Oktober 2011 liess X.X. am 17. Februar 2010 resp. A.X. am 31. Oktober 2011
Rekurs beim Sicherheits- und Justizdepartement erheben (act. 14/RDRM.2010.25/1
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und 14/RDRM.2011.154/1). Mit Verfügung vom 13. August 2013 stellte das Amt für
Wirtschaft und Arbeit fest, dass X.X. die Voraussetzungen zum Bezug von
Arbeitslosenversicherungsleistungen mangels Vermittlungsfähigkeit seit 1. August 2013
nicht mehr erfülle, da er wiederholt seinen Pflichten und der Stellensuche nicht
nachgekommen war und keine Verhaltensänderung erkennbar war (Dossier A, S. 677
f.). Vom 18. September bis 4. Oktober 2013 war X.X. in der Kriseninterventionsstation
des psychiatrischen Zentrums St. Gallen in Behandlung (act. 6/8). Hierauf wurde er
erneut straffällig: Mit Strafbefehl vom 5. März 2014 bestrafte ihn das
Untersuchungsamt St. Gallen wegen Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz
(Betrieb von Indoor-Hanfanlagen) sowie wegen mehrfacher Übertretung des
Betäubungsmittelgesetzes mit einer bedingt ausgesprochenen Geldstrafe von 90
Tagessätzen zu je Fr. 60.-- und einer Busse von Fr. 1000.-- (act. 14/RDRM.
2011.154/45a). Mit Entscheid vom 16. Mai 2014 wies das Sicherheits- und
Justizdepartement die Rekurse von X.X. und A.X. ab und wies das Migrationsamt an,
X.X. eine neue Ausreisefrist anzusetzen (act. 2/3). Unterzeichnet wurde dieser
Entscheid von der Vorsteherin des Gesundheitsdepartements, da der Vorsteher des
Sicherheits- und Justizdepartements im Zeitpunkt der Rekurseinreichung noch
Büropartner des Rechtsvertreters von X.X. gewesen war. Die Rekursinstanz begründete
ihren Entscheid damit (act. 2/3, S. 14 ff.), dass das Verhalten von X.X. in der
Vergangenheit verschiedentlich in strafrechtlicher Hinsicht zu Klagen Anlass gegeben
habe, wobei er in den zehn Jahren vor der Nichtverlängerung seiner
Aufenthaltsbewilligung am 27. Januar 2010 sechsmal, darunter auch einmal nach der
Verwarnung vom 7. April 2008, verurteilt worden sei. Bei den Delikten habe es sich
wiederholt um Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz,
Strassenverkehrsdelikte, aber auch um mehrfache Versuche der Nötigung, um
Drohung und um Tätlichkeiten sowie fahrlässige Körperverletzung gehandelt, die mit
kurzen Freiheitsstrafen von sieben Tagen bis drei Wochen, Geldstrafen zwischen 14
und 40 Tagessätzen sowie Bussen zwischen Fr. 100.-- und Fr. 2000.-- sanktioniert
worden seien. Am 5. März 2014 habe er wegen der Installation und des Betriebs einer
Indoor-Hanfanlage sowie des regelmässigen Konsums von Marihuana verurteilt werden
müssen. Aufgrund der Grössenordnung des Hanfanbaus erscheine es als erwiesen,
dass zumindest ein Teil der Ernte hätte veräussert werden sollen, wäre die
Angelegenheit nicht vorher entdeckt worden. Selbst wenn es sich bei den einzelnen
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Verurteilungen nicht um allzu gravierende Delikte gehandelt habe, zeige die erneute
Straffälligkeit nach der letzten Verwarnung und sogar während des hängigen
Verfahrens, dass X.X. offenbar nicht gewillt sei, sich an die geltende Rechtsordnung zu
halten. Im Weiteren komme er seit vielen Jahren seinen finanziellen Verpflichtungen
nicht nach, sei seine Verschuldung trotz mehreren Verwarnungen kontinuierlich
angestiegen und habe er sich insgesamt als Arbeitskraft nicht bewährt. Die geltend
gemachten psychischen Probleme seien nicht substantiiert. X.X. habe die
Verschuldung mutwillig oder in zumindest leichtfertiger Weise herbeigeführt.
Zusammenfassend ergebe sich eine Summierung von Verstössen gegen die geltende
Ordnung und behördliche Anordnungen, die in ihrer Gesamtheit als „schwerwiegend“
zu qualifizieren sei. X.X. sei im Alter von 17 Jahren in die Schweiz eingereist und lebe
seit über 25 Jahren hier. Nachdem er in der Türkei aufgewachsen sei, dort seine
prägende Kinder- und Jugendzeit verbracht habe und nach wie vor Beziehungen zum
Heimatland unterhalte, sei er trotz der langen Abwesenheit mit der dortigen Sprache
und Kultur vertraut. In der Schweiz gebe er seit vielen Jahren zu Klagen Anlass. Er
habe sich weder von den zahlreichen Ermahnungen im Rahmen der jeweiligen
Bewilligungsverlängerungen noch von förmlichen Verwarnungen beeindrucken lassen
und habe weder sein finanzielles Gebaren noch seine Arbeitsanstrengungen nachhaltig
verbessert. Er sei wiederholt straffällig geworden, immer wieder ohne feste Arbeitsstelle
gewesen und habe Schulden angehäuft. Selbst die Arbeitsstelle, die er erst nach
bereits entzogener Aufenthaltsbewilligung und unter dem Druck des Rekursverfahrens
gefunden hatte, habe er nicht behalten können. Es sei ihm entgegen den wiederholten
Beteuerungen nicht gelungen, neue Schulden zu vermeiden. Er habe sämtliche ihm
gebotenen Chancen nicht wahrgenommen. Noch während des laufenden Verfahrens
sei er erneut straffällig geworden. Dabei zeuge die neueste Verurteilung von seiner
anhaltenden Uneinsichtigkeit und Unfähigkeit, sich an die hiesige Ordnung zu halten.
Es sei ihm nicht gelungen, sich hier zu integrieren. Die Rückkehr in die Türkei sei
zumutbar. In seinem Heimatland würden nicht nur seine Kinder aus erster Ehe, sondern
weitere Verwandte, die er regelmässig besuche, leben. Die Heirat mit A.X. im Juli 2010
sei in einem Zeitpunkt erfolgt, als das Migrationsamt die Aufenthaltsbewilligung von
X.X. bereits nicht mehr verlängert hatte. Nachdem A.X. selber damals keiner
Erwerbstätigkeit nachging, habe das Ehepaar bereits bei der Eheschliessung damit
rechnen müssen, die Ehe nicht in der Schweiz leben zu können. Auch die Heirat habe
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am bisherigen Verhalten von X.X. keine Verbesserung bewirkt. Vielmehr habe sich im
Laufe des Rekursverfahrens die Schuldensituation von A.X. verschlechtert. Ihr geringes
monatliches Erwerbseinkommen vermöge den gemeinsamen Lebensbedarf des
Ehepaares offensichtlich nicht zu decken. Ein Eingriff in das geschützte Familienleben
sei gerechtfertigt. Vom 23. bis 26. Mai 2014 unterzog sich X.X. einer stationären
somatischen (act. 2/4) und vom 26. Mai 2014 bis 18. Juni 2014 einer
psychosomatischen Alkoholentzugstherapie im Spital Wattwil (act. 11/10).
F.
Gegen den Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartements (Vorinstanz) vom
16. Mai 2014 liessen X.X. (Beschwerdeführer) und A.X. (Beschwerdeführerin) am 4. Juni
2014 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Rechtsbegehren erheben, der
Entscheid der Vorinstanz sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge aufzuheben und
das Familiennachzugsgesuch bzw. das Gesuch um Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung sei gutzuheissen (act. 1). Am 26. August 2014 ergänzten die
Beschwerdeführer ihre Beschwerde mit einer Begründung (act. 10). Mit
Vernehmlassung vom 3. September 2014 schloss die Vorinstanz auf Abweisung der
Beschwerde (act. 13).
Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge
und die Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. (...).
2.
Die Beschwerdeführer lassen vortragen, es liege kein schwerwiegender Verstoss gegen
die öffentliche Sicherheit und Ordnung bzw. eine entsprechende Gefährdung vor. Der
Beschwerdeführer habe zwar verschiedentlich Verurteilungen über sich ergehen lassen
müssen. Diese könnten jedoch nicht als schwerwiegende Verstösse gegen besonders
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hochwertige Rechtsgüter verstanden werden. Die Qualifikation als schwerwiegend sei
bei vergleichsweise tiefen Strafen von maximal drei Monaten nicht angemessen. Dies
gelte auch für den aktuellen Strafbefehl vom 5. März 2014. Den Strafakten sei nicht zu
entnehmen, dass die Absicht bestand, einen Teil der sichergestellten Ernte zu
veräussern. Es seien keinerlei Abklärungen in diese Richtung getätigt worden. Allein
aufgrund der Grössenordnung des Hanfanbaus könne nicht auf einen beabsichtigten
Verkauf geschlossen werden. Der Beschwerdeführer habe keine Kontakte zu allfälligen
Abnehmern. Zudem liege ein grosser Teil der verübten Delikte bereits längere Zeit
zurück. Auch Betreibungen und Verlustscheine in der Höhe von rund Fr. 200‘000.--
bzw. 100‘000.-- liessen sich nicht leichthin als schwerwiegender Verstoss gegen die
öffentliche Ordnung qualifizieren. Für die Annahme der Mutwilligkeit genüge es nicht,
dass es dem Betroffenen nicht gelungen sei, aus einer Schuldenwirtschaft heraus zu
kommen. Vorliegend hätten sich die Bemühungen der Beschwerdeführer vorab darauf
konzentriert, dem Sozialamt nicht mehr zur Last zu fallen. In Anbetracht der
gesundheitlich bedingt reduzierten Einkommen und Auslagen stelle dies eine Leistung
dar, die positiv zu werten sei. Der Beschwerdeführer sei bemüht, seine finanzielle
Situation zu verbessern und zu bereinigen. In diese Richtung seien seine verstärkten
Arbeitsbemühungen zu werten. Die Schuldenlast des Beschwerdeführers sei seit der
ausländerrechtlichen Verwarnung im Jahr 2008 zwar angestiegen, jedoch nicht massiv.
Die Summierung von Verstössen gegen die geltende Ordnung und behördliche
Anordnungen gelte es zu relativieren und in den zutreffenden Gesamtzusammenhang
zu setzen. Kern und Ursache der den Beschwerdeführern in den vergangenen Jahren
widerfahrenen Probleme würden der chronischer Alkoholkonsum des
Beschwerdeführers sowie dessen sich in den letzten Jahren entwickelte
Depressionsproblematik bilden. Wie dem Austrittsbericht des Spitals Wattwil vom 26.
Mai 2014 zu entnehmen sei, bestehe die Alkoholproblematik seit zehn bis fünfzehn
Jahren. Im Mai 2014 habe die Beschwerdeführerin dafür gesorgt, dass der
Beschwerdeführer die Angelegenheit mittels stationärem Entzug angehe. Der
Austrittsbericht des Spitals Wattwil vom 3. Juli 2014 berichte eindrücklich über den
Erfolg der absolvierten Therapie und der Paarbeziehung. Der Beschwerdeführer zeige
sich trotz der schwierigen Umstände mit viel Eigenmotivation, Lebensfreude,
Engagement und glaubhafter Wertschätzung dem ihm eröffneten Angebot gegenüber.
In den Therapien und Aktivitäten zeige er sich offen, hilfsbereit, geschickt und fleissig.
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Der Austrittsbericht bescheinige ihm, die Therapiezeit sehr gut genutzt zu haben. Er
habe viele Ressourcen, gute Freizeitbeschäftigungen und einen kleinen, ihm
guttuenden Freundeskreis. Die Alkoholproblematik und die psychische Situation hätten
ihn daran gehindert, im Herbst 2013 eine Stelle zu finden resp. im Herbst 2010 die
formellen Anforderungen einzuhalten, um die ihm eigentlich zustehenden Taggelder der
Arbeitslosenkasse zu erhalten. Die depressive Problematik gründe vornehmlich im
fehlenden Kontakt zu seinen Kindern, die in der Türkei bzw. in der Ukraine lebten. Der
Beschwerdeführer habe in den letzten Jahren an einem hohen Leidensdruck gelitten,
und die komplizierte soziale Situation mit dem drohenden Widerruf der
Aufenthaltsbewilligung habe deutliche Auswirkungen auf die gesundheitliche Situation
gezeigt. Die angeblich fehlenden bzw. mangelhaften Arbeitsbemühungen und ein Stück
weit auch die ausgebliebene Schuldenbereinigung seien auf den Gesundheitszustand
des Beschwerdeführers zurückzuführen. Dem Beschwerdeführer sei stark bewusst,
dass er unter einem Damoklesschwert lebe, was ihn nicht antreibe, sondern eher
beängstige und dadurch hemme. Aufgrund der zwischenzeitlich gründlich
angegangenen Therapie, sowohl in psychischer Hinsicht als auch bezüglich
Alkoholerkrankung, sei davon auszugehen, dass sich die Ausgangslage für den
Beschwerdeführer auf dem Arbeitsmarkt massiv verbessert habe. Diese sei heute so
gut wie seit zehn Jahren nicht mehr. Er sei ausserordentlich bemüht, eine Stelle zu
finden. Mit der Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung würden die von vielen
Seiten getragenen Bemühungen zur Verbesserung zunichte gemacht. In Anbetracht der
Tatsache, dass der Beschwerdeführer den grössten Teil seines Lebens und die letzten
30 Jahre in der Schweiz verbracht habe, erschiene es angemessen, die
Aufenthaltsbewilligung provisorisch für ein weiteres Jahr zu verlängern. So würde dem
Beschwerdeführer die Chance eingeräumt, die neu geschaffenen Grundlagen zu
nutzen und die Bereinigung der Vergangenheit anzugehen. In Anbetracht der in den
Beschwerdeführer gesetzten Bemühungen erscheine es verhältnis- und
zweckmässiger, diesem eine letzte Chance zu gewähren. Staat, Behörden und Private
könnten nur gewinnen. Nur dann, wenn der Beschwerdeführer erwartungsgemäss in
den nächsten Monaten eine Stelle antreten könne, werde er in die Lage versetzt, seine
Schulden abzutragen. Die finanzielle Situation sei auch Konsequenz aus
gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Diese wiederum liessen darauf schliessen, dass
die Verschuldung nicht einfach als selbstverschuldet gewertet werden könne. Sie
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bewege sich nicht in einem Bereich, der als schwerwiegend erachtet werden könne.
Nachdem die geltend gemachten psychischen Probleme in der Zwischenzeit hätten
substantiiert werden können und sich der Beschwerdeführer stark um eine Stelle
bemühe, könne ihm eine grundsätzlich gute Prognose gestellt werden. Der Entscheid
der Vorinstanz sei deshalb unverhältnismässig. Dem Beschwerdeführer werde der
Aufenthalt in dem Land, in dem er seit seiner Schulzeit und damit seit annähernd 30
Jahren lebe, untersagt. Hier würden seine Frau und deren Tochter seit über 25 Jahren
bzw. seit Geburt leben. Der Entscheid der Vorinstanz verstosse gegen das Recht der
Beschwerdeführer auf Familienleben. Weiter habe eine umgehende Ausweisung
möglicherweise schwerwiegende gesundheitliche Folgen. Damit würde der erfolgreich
angelaufene Entzug unterbrochen. Die Verfehlungen des Beschwerdeführers würden
mit der bestehenden und erstmals eingestandenen Sucht zusammenhängen. Diese
werde nun behandelt, und es sei davon auszugehen, dass mit einer erfolgreichen
Behandlung auch eine Verbesserung der persönlichen Situation und der
Verhaltensprognose einhergehe. So sei er in der Lage gewesen, den Schlusssaldo
beim Sozialamt der Stadt St. Gallen auf ca. Fr. 29‘700.-- zu reduzieren. Auch beziehe
er seit Jahren keine Sozialhilfe mehr. Des Weiteren kenne der Beschwerdeführer sein
Heimatland ausschliesslich aus seiner Kindheit, und es würden keinerlei Brücken mehr
dorthin bestehen. Zu seiner Exfrau, welche mit zwei Kindern in der Türkei lebe, habe er
seit rund 20 Jahren keinerlei Kontakt mehr. Aufenthalte in der Türkei in diesem
Zeitraum seien ausschliesslich aus Urlaubsgründen erfolgt.
2.1.
Die Erteilung bzw. Verlängerung von Aufenthaltsbewilligungen richtet sich grundsätzlich
nach dem Bundesgesetz über Ausländerinnen und Ausländer (Ausländergesetz;
SR 142.20, AuG). Für Staatsangehörige der Mitgliedstaaten der Europäischen Union
hat das AuG nur insoweit Geltung, als das Abkommen zwischen der Schweizerischen
Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihren
Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit (SR 0.142.112.681, FZA) keine
abweichenden Bestimmungen enthält oder das AuG günstigere Bestimmungen
vorsieht (Art. 2 Abs. 2 AuG und Art. 12 FZA, vgl. BGer 2C_94/2014 vom 22. August
2014 E. 2.1 mit Hinweis auf BGE 136 II 177 E. 1.2), was hier nicht der Fall ist. Gemäss
Art. 7 lit. d FZA in Verbindung mit Art. 3 Abs. 1 und Abs. 2 lit. a Anhang I FZA hat der
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Ehegatte eines Staatsangehörigen einer Vertragspartei das Recht, bei dieser Person
Wohnung zu nehmen. Demzufolge steht dem Beschwerdeführer als Ehegatte der
deutschen Beschwerdeführerin, deren freizügigkeitsrechtliche Arbeitnehmereigenschaft
gemäss Erwägung 3b des angefochtenen Rekursentscheides gegeben ist (act. 2/3, S.
10 f., vgl. hierzu auch BGE 141 II 1 E. 2.1.2 ff. mit Hinweisen), im Familiennachzug zu
seiner Ehefrau grundsätzlich ein Anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung
zu (vgl. BGer 2C_8/2014 vom 8. Januar 2015 E. 2.1 f.). Indes gilt dieser Anspruch nicht
absolut. Er kann namentlich eingeschränkt werden, wenn von der ausländischen
Person eine hinreichend schwere und gegenwärtige Gefährdung der öffentlichen
Ordnung, Sicherheit oder Gesundheit ausgeht (Art. 5 Anhang I FZA). Dazu wird auf die
Richtlinie 64/221/EWG, 72/194/EWG und 75/35/EWG (http://eur-lex.europa.eu) Bezug
genommen (vgl. BGer 2C_194 vom 25. November 2014 E. 2.1 f. mit Hinweisen). Art. 5
Anhang I FZA kann nicht zu Massnahmen ermächtigen, die über diejenigen
hinausgehen, welche im schweizerischen Recht, insbesondere im AuG, vorgesehen
sind. Daher ist zunächst zu untersuchen, ob es ausserhalb des FZA eine
Rechtsgrundlage gibt, auf welche die Verweigerung des vorliegend beantragten
Familiennachzugs resp. der Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung gestützt werden
kann. Erst bei Bejahung dieser Frage ist in einem nächsten Schritt zu prüfen, inwiefern
das FZA zusätzliche Schranken auferlegt. Mit Blick auf Art. 2 FZA darf für Ehegatten
von Staatsangehörigen von Vertragsparteien dabei keine strengere Regelung zur
Anwendung kommen, als sie für ausländische Ehegatten von Schweizer Bürgern gilt
(vgl. BGer 2C_221/2012 vom 19. Juni 2012 E. 3.2 mit Hinweisen).
Nach Art. 42 Abs. 1 AuG haben ausländische Ehegatten von Schweizerinnen und
Schweizern Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn
sie mit diesen zusammenwohnen. Der Anspruch erlischt, wenn Widerrufsgründe nach
Art. 63 AuG vorliegen (Art. 51 Abs. 1 lit. b AuG). Die Aufenthaltsberechtigung im
Rahmen einer gelebten Ehe mit einer Schweizerin kann insbesondere beendet werden,
wenn die ausländische Person in schwerwiegender Weise gegen die öffentliche
Sicherheit und Ordnung in der Schweiz verstossen hat oder diese gefährdet (Art. 63
Abs. 1 lit. b AuG). Ein schwerwiegender Verstoss im Sinne von Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG
kann indessen mit Blick auf den Wortlaut des „milderen“ Widerrufsgrundes des Art. 62
lit. c AuG und auf die nötige Differenzierung der Tatbestände nicht leichthin
angenommen werden (BGer 2C_934/2011 vom 25. Juli 2012 E. 4.2). Der
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Widerrufsgrund nach Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG gilt auch, falls der Ausländer sich seit
mehr als 15 Jahren ununterbrochen und ordnungsgemäss im Land aufgehalten hat
(Art. 63 Abs. 2 AuG). Gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung im Sinne von Art.
63 Abs. 1 lit. b AuG wird gemäss Art. 80 Abs. 1 der Verordnung über Zulassung,
Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (SR 142.201, VZAE) unter anderem verstossen, wenn
gesetzliche Vorschriften und behördliche Verfügungen missachtet (lit. a) oder öffentlich-
oder privatrechtliche Verpflichtungen mutwillig nicht erfüllt werden (lit. b). Ersteres ist
der Fall, wenn die ausländische Person durch ihre Handlungen besonders hochwertige
Rechtsgüter wie namentlich die körperliche, psychische und sexuelle Integrität eines
Menschen verletzt oder in Gefahr bringt oder sich von strafrechtlichen Massnahmen
nicht beeindrucken lässt und damit zeigt, dass sie auch künftig weder gewillt noch
fähig erscheint, sich an die Rechtsordnung zu halten, was jeweils im Rahmen einer
Gesamtbetrachtung geprüft werden muss (vgl. BGer 2C_740/2014 vom 27. April 2015
E. 3.1 mit Hinweisen). Auch eine Summierung von Verstössen, die für sich genommen
für einen Widerruf nicht ausreichen würden, kann somit einen Bewilligungsentzug
rechtfertigen, wobei nicht die Schwere der verhängten Strafen, sondern die Vielzahl der
Delikte entscheidend ist (vgl. BGer 2C_160/2013 vom 15. November 2013 E. 2.1.1). Je
länger vorwerfbare Handlungen zurückliegen, desto weniger können sie
ausländerrechtliche Sanktionen rechtfertigen (M. Spescha, Migrationsrecht, Zürich
2012, N 10 zu Art. 63). Im Rahmen einer Gesamtwürdigung können aber bereits aus
dem Strafregister gelöschte Verurteilungen mitberücksichtigt werden (BGer
2C_98/2012 vom 8. November 2012 E. 2.2.2). Das Bundesgericht erachtete die
Qualifikation als „schwerwiegend“ bei mehreren vergleichsweise tiefen Strafen von
maximal drei Monaten wegen Vermögensdelikten nicht als angemessen (vgl. BGE 137
II 297 E. 3.4). Entgegen der in der Lehre in Anlehnung an BGE 137 II 297 E. 3
vertretenen Meinung gilt das Strafmass von maximal drei Monaten indessen nicht
generell (anderer Meinung A. Spescha, a.a.O., N 10 zu Art. 63). Das Bundesgericht
spricht denn auch in diesem Zusammenhang von einer „ungefähren“ Grenze (vgl. BGer
2C_934/2011 vom 25. Juli 2012 E. 4.4). Auch gehäufte Verurteilungen wegen
geringfügigeren Freiheitsstrafen oder auch Geldstrafen fallen unter Art. 63 Abs. 1 lit. b
AuG in Verbindung mit Art. 80 Abs. 1 lit. a VZAE (Zünd/Arquint Hill in: Uebersax/Rudin/
Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, Basel 2009, N 8.29). Ist der Ausländer
hinsichtlich seines Schuldenmachens bereits verwarnt worden, ist ein Widerruf
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angebracht, wenn keine wesentliche Verbesserung eingetreten ist und das vom Gesetz
als unerwünscht bezeichnete Verhalten fortgesetzt wurde. Die betreffende Person
muss trotz Androhung ausländerrechtlicher Nachteile weiterhin mutwillig Schulden
gemacht haben. Allein aus einem Anstieg der Betreibungen kann nicht ohne weiteres
auf Mutwilligkeit geschlossen werden. Es kommt darauf an, welche Anstrengungen zur
Sanierung zwischenzeitlich unternommen worden sind (vgl. VerwGE B 2013/260 vom
19. Februar 2015 E. 2.1 mit Hinweis auf BGer 2C_273/2010 vom 6. Oktober 2010 E.
3.4).
Die aufenthaltsbeendende Massnahme muss verhältnismässig sein (vgl. Art. 96
Abs. 1 AuG und Art. 8 Ziff. 2 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und
Grundfreiheiten, SR 0.101, EMRK). Ins Gewicht fallen dabei namentlich die Schwere
des Delikts und des Verschuldens des Betroffenen, der seit der Tat vergangene
Zeitraum, das Verhalten des Ausländers während diesem, der Grad seiner Integration
bzw. die Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die ihm und seiner Familie, d.h.
seinem Ehegatten oder seinen minderjährigen Kindern, welche im gemeinsamen
Haushalt leben (vgl. BGer 2C_84/2014 vom 8. Januar 2015 E. 5.2.1 mit Hinweisen),
drohenden Nachteile. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte verlangt in
Bezug auf das in Art. 8 Ziff. 1 EMRK bzw. in Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung der
Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR 101, BV) garantierte Recht auf Achtung des
Privat- und Familienlebens eine Gesamtbetrachtung, wobei der Grad der konkreten
Beeinträchtigung des Familienlebens, der Umstand, ob und inwieweit dieses in
zumutbarer Weise im Heimatstaat oder allenfalls in einem Drittstaat gelebt werden
kann, sowie die Natur der Bindungen zum und im Aufenthaltsstaat ins Gewicht fallen.
Von wesentlicher Bedeutung ist zudem, ob Gründe der Migrationsregulierung (illegaler
Aufenthalt usw.), andere Motive zum Schutz der öffentlichen Ordnung oder solche des
wirtschaftlichen Wohlergehens des Landes der Bewilligung entgegenstehen. Von
besonderem Gewicht erscheint schliesslich, ob die betroffenen Personen aufgrund
ihres migrationsrechtlichen Status vernünftigerweise davon ausgehen durften, ihr
Familienleben künftig im Konventionsstaat pflegen zu können. Ist dies nicht der Fall,
bedarf es besonderer Umstände (etwa schutzwürdiger Kindesinteressen), damit Art. 8
EMRK den einzelnen Staat verpflichten kann, die Anwesenheit von
Familienangehörigen zu dulden (BGE 139 I 330 E. 2.3 mit Hinweisen). Bei einem
Ausländer, der sich schon seit langer Zeit hier aufhält, soll der Widerruf aus Gründen
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der Verhältnismässigkeit nur mit Zurückhaltung angeordnet werden. Bei wiederholter
bzw. schwerer Straffälligkeit ist dies jedoch selbst dann nicht ausgeschlossen, wenn er
hier geboren ist und sein ganzes bisheriges Leben im Land verbracht hat. Bei
schweren Straftaten und bei Rückfall bzw. wiederholter Delinquenz besteht
ausländerrechtlich regelmässig ein wesentliches öffentliches Interesse daran, die
Anwesenheit eines Ausländers zu beenden, der die Sicherheit und Ordnung in dieser
Art beeinträchtigt (vgl. BGer 2C_395/2014 vom 11. Dezember 2014 E. 2.2 mit
Hinweisen).
2.2.
Der Beschwerdeführer hat während langer Jahre von 1992 bis 2014 ohne Not
unzählige Delikte begangen, ohne sich durch Untersuchungshandlungen und
Sanktionen der Strafbehörden bzw. durch die fremdenpolizeilichen Ermahnungen und
Verwarnungen beeindrucken zu lassen. Er hat dadurch, auch wenn die einzelnen
Delikte nicht ausgesprochen schwer wiegen, die öffentliche Ordnung und Sicherheit
insgesamt massiv beeinträchtigt, zumal die von ihm begangenen Straftaten – entgegen
der Darstellung der Beschwerdeführer – keineswegs blosse Bagatellen darstellen.
Aufgrund gewisser Vorfälle (fahrlässige Körperverletzung, Tätlichkeiten, Drohung sowie
mehrfachem Versuch der Nötigung) ist ein erhöhtes Risiko von Gewalttaten vorhanden.
Zudem hat der Beschwerdeführer im Rahmen seiner mehrfachen Widerhandlungen im
Strassenverkehrsbereich, insbesondere dem Fahren mit einer qualifizierten
Blutalkoholkonzentration innerorts, eine erhebliche Gefährdung von Leib und Leben
von Drittpersonen in Kauf genommen. Darüber hinaus konsumierte er nicht nur
Marihuana und Kokain, sondern wollte zumindest einen Teil der Hanfernte aus seinen
Indoor-Plantagen veräussern, wodurch er qualifiziert gegen das
Betäubungsmittelgesetz verstossen hätte (vgl. BGE 139 I 31 E. 2.3.2). Wie die
Vorinstanz in Bezug auf den Strafbefehl vom 5. März 2014 zutreffend festgehalten hat,
erscheint dies aufgrund der Grössenordnung des Hanfanbaus als erwiesen (vgl. den
Strafbefehl vom 5. März 2014, act. 14/RDRM.2011.154/45a). Entgegen der Darstellung
der Beschwerdeführer, wonach keinerlei Abklärungen in diese Richtung getätigt
worden seien, gestand der Gehilfe des Beschwerdeführers anlässlich seiner
Einvernahme vom 20. Januar 2014 ein, dass der Hanf hätte verkauft werden sollen
(Dossier A, S. 628 und 645). Mit dem Hinweis, er habe verschiedentlich Verurteilungen
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„über sich ergehen lassen müssen“, verharmlost der Beschwerdeführer sein Verhalten,
konnte er doch trotz seinem Alkohol- und Drogenkonsum und seiner jüngsten
depressiven Episode für sämtliche Delikte verantwortlich gemacht werden. Seinem
Alkohol- und Drogenkonsum resp. seinem psychischen Gesundheitszustand wurde bei
der strafrechtlichen Verschuldenszumessung Rechnung getragen. Es ist deshalb nicht
einzusehen, weshalb sich der Beschwerdeführer gestützt darauf exkulpieren können
sollte. Seine Behandlungen im psychiatrischen Zentrum St. Gallen hinderten ihn im
Übrigen nicht daran, weitere Straftaten zu begehen. Mögen die einzelnen Delikte für
sich allein jeweils nicht genügt haben, um von einer schwerwiegenden Verletzung und
Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung auszugehen, liegt eine solche
heute in der Kumulation der Straftaten und der Weigerung oder der Unfähigkeit des
Beschwerdeführers, sich – trotz der ihm wiederholt gebotenen Chancen, sich (doch
noch) zu bewähren – an die hiesige Rechtsordnung zu halten.
Erschwerend kommt hinzu, dass der Beschwerdeführer seine Verschuldung mutwillig
herbeigeführt hat. Er hat sich ohne Not verschuldet und kam seinen finanziellen
Verpflichtungen auch nicht nach, als er zeitweise über ein regelmässiges Einkommen
verfügte. überdies bewirkten die zahlreichen ausländerrechtlichen Ermahnungen und
Verwarnungen keine Verhaltensänderung. Dies lässt auf eine bedenkliche
Gleichgültigkeit des Beschwerdeführers gegenüber dem Ansteigen seiner Schulden
schliessen. Seit der letzten Verwarnung vom 7. April 2008 (Dossier A, S. 443-446) hat
sich seine Verschuldung (Dossier A, S. 437 f.) von Fr. 7725.50 (Betreibungen) resp. Fr.
43‘732.35 (offene Verlustscheine) bis am 11. Februar 2014 auf Fr. 62‘235.90
(Betreibungen) bzw. Fr. 82‘227.50 (offene Verlustscheine) vervielfacht (act. 14/RDRM.
2010.25/58). Der Beschwerdeführer zeigte keinen erkennbaren Willen, seine finanzielle
Situation ernsthaft in den Griff zu bekommen und eine Schuldensanierung anzustreben.
Daran ändert auch die vom Betreibungsamt verfügte und am 28. Februar 2012
aufgehobene, vorübergehende Lohnpfändung nichts (Dossier A, S. 561). Auch nach
Aufhebung der Lohnpfändung, während des laufenden Verfahrens, hat sich die
finanzielle Situation verschlechtert. Von der von den Beschwerdeführern behaupteten
Schuldensanierung kann keine Rede sein. Insbesondere sind seit der offenbar
erfolgreich verlaufenen Alkoholentzugstherapie vor über einem Jahr (act. 2/4) keine
ernsthaften Arbeitsbemühungen mehr ersichtlich (vgl. act. 6/9), obwohl sich die
Ausgangslage für den Beschwerdeführer gemäss den Behauptungen der
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Beschwerdeführer auf dem Arbeitsmarkt massiv verbessert hat und so gut sein soll,
wie seit zehn Jahren nicht mehr (der Beschwerdeführer arbeitete ab Juni 2005 für die
Stiftung für Arbeit und wurde davor vollumfänglich vom Sozialamt der Stadt St. Gallen
unterstützt, vgl. Dossier A, S. 333). Die Beschwerdeführer haben jedenfalls im Rahmen
ihrer Mitwirkungspflicht im Sinne von Art. 90 AuG nicht belegt, dass der
Beschwerdeführer seither einer Erwerbstätigkeit nachgehen oder sich
„ausserordentlich“ um eine Stelle bemühen würde. Entgegen den Beteuerungen der
Beschwerdeführer ist folglich nicht damit zu rechnen, dass sich die finanzielle Situation
des Beschwerdeführers verbessern wird. Ergänzend bleibt festzuhalten, dass der
Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. c AuG aufgrund des langjährigen Aufenthalts des
Beschwerdeführers in der Schweiz (30 Jahre) im konkreten Fall nicht anwendbar und
deshalb unbeachtlich ist, ob der Beschwerdeführer auf Sozialhilfe angewiesen ist resp.
bereits bezogene Sozialhilfebeiträge rückerstattet hat.
Unter diesen Umständen ist der Widerrufsgrund nach Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG in
Verbindung mit Art. 80 Abs. 1 lit. a und b VZAE erfüllt. Weiter ist zu prüfen, ob die
aufenthaltsbeendende Massnahme verhältnismässig ist.
2.3.
Das öffentliche Interesse an der aufenthaltsbeendenden Massnahme ist durch das
Vorliegen eines gesetzlichen Widerrufsgrundes ausgewiesen. Der Beschwerdeführer ist
im Alter von 17 Jahren im Familiennachzug in die Schweiz gekommen. Er hält sich seit
über 30 Jahren und damit den grössten Teil seines Lebens hierzulande auf. Es hat
insofern eine minimale Integration stattgefunden, als er zeitweilig als Hilfsarbeiter
arbeitete. Als in der Schweiz besonders gut integriert oder gar verwurzelt kann er nicht
betrachtet werden. Trotz des langen Aufenthalts hat er es nicht geschafft, sich der
herrschenden Rechtsordnung anzupassen. Die ihm gebotenen Chancen wusste er
nicht zu nutzen. Über Jahre hinweg hat er regelmässig ohne Not Straftaten verübt, sich
mutwillig verschuldet und Sozialhilfe bezogen. Dass er in den letzten Jahren
weitgehend sozialhilfeunabhängig geblieben ist, entspricht üblichen
Integrationserwartungen und stellt keine besondere Leistung dar. Er ist in der Türkei
aufgewachsen und hat – entgegen der Darstellung der Beschwerdeführer – dort seine
Schulausbildung absolviert. Damit hat er seine prägenden Kinder- und Jugendjahre in
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seinem Heimatland verbracht. Auch beherrscht er unbestrittenermassen die dortige
Amtssprache. Zudem ist er wiederholt in sein Heimatland zurückgekehrt, insbesondere
um seine Ex-Ehefrau und Kinder (im Jahr 2000) sowie um seine Eltern (im Jahr 2006
und 2009) zu besuchen (Dossier A, S. 70, 387, 456), welche offenbar in der
Zwischenzeit alle wieder von der Schweiz in die Türkei zurückgekehrt sind (vgl. auch
Dossier B, S. 47). Entgegen der Darstellung in der Beschwerdeschrift vom 4. Juni 2014,
wonach der Beschwerdeführer sein Heimatland ausschliesslich aus seiner Kindheit
kenne und keinerlei Brücken mehr dorthin bestünden und er zu seiner Exfrau und
seinen Kindern seit rund 20 Jahren keinerlei Kontakt mehr habe, sind ihm die
Verhältnisse in seiner türkischen Heimat nach wie vor vertraut und er ist dieser auch
sozial weiterhin verbunden. Dementsprechend räumen die Beschwerdeführer in der
Beschwerdeergänzung vom 26. August 2014 (act. 10, S. 8) selbst ein, dass der
Beschwerdeführer in der Türkei verwurzelt sei. Die in der Schweiz erworbenen
beruflichen und sprachlichen Erfahrungen bieten dem Beschwerdeführer Grundlage,
um sich eine Existenz in der Heimat aufzubauen. Im Bausektor finden sich auch dort
Arbeitsplätze. Er wird in seinem Heimatland voraussichtlich weniger
Integrationsschwierigkeiten haben als in der Schweiz. Zudem wird ihm eine Rückkehr
ins Heimatland ermöglichen, verstärkt den Kontakt zu seinen dort wohnhaften Kindern
zu suchen. Was sodann die von den Beschwerdeführern geltend gemachte
Alkoholsucht und Depression des Beschwerdeführers anbelangt, ist festzuhalten, dass
die Behandlung dieser Probleme in der Türkei, wo ein funktionierendes
Gesundheitswesen besteht (vgl. BVerwGer D-3149/2015 vom 18. August 2015 E. 7.4),
– entgegen der Auffassung der Beschwerdeführer – fortgesetzt werden kann.
Insbesondere in türkischen Gross- und Provinzhauptstädten wie Istanbul, woher der
Beschwerdeführer stammt, ist der Zugang zu Gesundheitsdiensten und
Beratungsstellen sowie ambulanten Behandlungseinrichtungen für psychische Leiden
gewährleistet (vgl. BVerwGer D-1846/2013 vom 2. Juni 2014 E. 7.4.3 und BVerwGer
E-1135/2014 vom 14. April 2014 E. 9.2.2). Die Beschwerdeführer legen denn auch nicht
dar, weshalb eine medizinische Behandlung in der Türkei nicht möglich sein soll.
Zwischen dem Beschwerdeführer und der volljährigen Tochter seiner Ehefrau, welche
nicht im gemeinsamen Haushalt lebt (vgl. Dossier B, S. 43), besteht offensichtlich keine
familiäre Beziehung im Sinne von Art. 8 Ziff. 1 EMRK. Die Ausreise des
Beschwerdeführers führt insofern zur Trennung von seiner Ehefrau, als die Ehe nicht
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mehr in der Schweiz gelebt werden kann. Den Beschwerdeführern musste indessen
gestützt auf das Verhalten des Beschwerdeführers, angesichts der bereits vor ihrer
Heirat am 16. Juli 2010 erfolgten Verweigerung der Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers am 27. Januar 2010 und der
Erwerbslosigkeit der Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Heirat (Dossier B, S. 56)
bewusst gewesen sein, dass sie ihr Familienleben allenfalls nicht hier würden leben
können. Besondere Umstände, um die Anwesenheit des Beschwerdeführers gestützt
auf Art. 8 EMRK zu dulden, liegen nicht vor. Die Beziehung zur Beschwerdeführerin
kann der Beschwerdeführer besuchsweise grenzüberschreitend und – dank der neuen
Medien – praktisch auch täglich pflegen, sollte diese nicht mit ihm in seine Heimat
zurückkehren wollen. Die mit der aufenthaltsbeendenden Massnahme verbundene
Erschwernis, seine familiäre Beziehung leben zu können, ist Konsequenz daraus, dass
der Beschwerdeführer sämtliche ihm gebotenen Chancen nicht zu nutzen vermochte.
Soweit der Beschwerdeführer auf enge Beziehungen zu seiner Familie im weiteren Sinn
verweist (Geschwister), übersieht er, dass er volljährig ist und keine wechselseitigen
(etwa gesundheitsbedingten) Abhängigkeiten bestehen. Überdies sind private
Bindungen gesellschaftlicher oder beruflicher Natur bzw. entsprechende vertiefte
soziale Beziehungen zum ausserfamiliären Bereich nicht erstellt (vgl. BGE 130 II 281
E. 3.2.1 und Zünd/Hugi Yar, Aufenthaltrechtsbeendende Massnahmen im
schweizerischen Ausländerrecht, insbesondere unter dem Aspekt des Privat- und
Familienlebens, EuGRZ 40/2013 S. 1 ff. N 35 ff mit Hinweisen). Hinweise auf einen
schweizerischen Bekannten- oder Freundeskreis, etwa auch im Zusammenhang mit
den von den Beschwerdeführern erwähnten Freizeitbeschäftigungen, finden sich keine.
Nach dem Gesagten stehen dem öffentlichen Interesse an der aufenthaltsbeendenden
Massnahme keine gleich oder höher gewichtigen privaten Interessen gegenüber. Die
von den Beschwerdeführern erwähnte, im Vergleich zur aufenthaltsbeendenden
Massnahme mildere Massnahme der Verwarnung gemäss Art. 96 Abs. 2 AuG scheidet
aus, nachdem alle bisherigen Verwarnungen wirkungslos geblieben sind. Der Entscheid
der Vorinstanz ist verhältnismässig. Wegweisungshindernisse gemäss Art. 83 Abs. 1
bis 4 AuG sind keine ersichtlich.
2.4.
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Ist die Verweigerung des Familiennachzugs ausserhalb des FZA-Anwendungsbereichs
zulässig, sind allfällige zusätzliche Einschränkungen des FZA zu prüfen. Nach Art. 3
Abs. 1 der Richtlinie 64/221/EWG darf bei Massnahmen der öffentlichen Ordnung oder
Sicherheit ausschliesslich das persönliche Verhalten der betreffenden Person
ausschlaggebend sein, und nach Absatz 2 dieses Artikels können strafrechtliche
Verurteilungen allein nicht ohne weiteres diese Massnahme begründen. Nach der
gemäss Art. 16 Abs. 2 FZA zu berücksichtigenden Rechtsprechung des Europäischen
Gerichtshofes (EuGH) und derjenigen des Bundesgerichtes darf daher eine
strafrechtliche Verurteilung nur insoweit als Anlass für eine Massnahme herangezogen
werden, als die ihr zugrunde liegenden Umstände ein persönliches Verhalten erkennen
lassen, das eine gegenwärtige Gefährdung der öffentlichen Ordnung darstellt. Art. 5
Anhang I FZA steht somit Massnahmen entgegen, die (allein) aus generalpräventiven
Gründen verfügt werden. Insoweit kommt es wesentlich auf das Rückfallrisiko an. Zu
verlangen ist eine nach Art und Ausmass der möglichen Rechtsgüterverletzung zu
differenzierende hinreichende Wahrscheinlichkeit, dass der Ausländer künftig die
öffentliche Sicherheit und Ordnung stören wird. Je schwerer die möglichen
Rechtsgüterverletzungen sind, desto niedriger sind die Anforderungen an die in Kauf zu
nehmende Rückfallgefahr (BGer 2C_843/2014 vom 18. März 2015 2012 E. 4.2 mit
Hinweisen).
Wie die Vorinstanz in Erwägung 6 des angefochtenen Entscheids (act. 2/3, S. 20)
zutreffend ausgeführt hat, ist es dem Beschwerdeführer trotz mehrerer Verwarnungen
und selbst unter dem Druck des hängigen Verfahrens nicht gelungen, sein Verhalten
nachhaltig zu stabilisieren und zu verbessern. Selbst nach der vom Migrationsamt
verfügten Verweigerung der Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung vom 27.
Januar 2010 (Dossier A, S. 477-481) resp. der Abweisung des
Familiennachzugsgesuchs vom 14. Oktober 2011 (Dossier B, S. 120-127) liess er sich
nicht davon abhalten, während der vorangegangenen Rekursverfahren rückfällig zu
werden. Dieses Verhalten zeugt von einer Unbelehrbarkeit und einer nicht
hinnehmbaren Gleichgültigkeit gegenüber der schweizerischen Rechtsordnung.
Offensichtlich foutiert sich der Beschwerdeführer systematisch in allen Bereichen des
alltäglichen Lebens um rechtliche Schranken und Pflichten. Er ist weder gewillt noch
fähig, die hiesige Rechtsordnung zu respektieren. Da sich der Beschwerdeführer selbst
durch wiederholte Verwarnungen und trotz drohendem Bewilligungsentzug nicht zu
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einem besseren Legalverhalten bewegen liess, ist sein Rückfallrisiko als erheblich
einzustufen. Was das Untersuchungsamt St. Gallen bereits mit Strafbescheid vom
5. Februar 2008 festgestellt hat (Dossier A, S. 440), gilt nach wie vor: Dem
Beschwerdeführer kann keine gute Prognose mehr gestellt werden. Auch die Heirat mit
der Beschwerdeführerin vermochte ihn nicht zu besserer Einsicht zu bewegen. Es ist
nicht ersichtlich, warum sich dies ändern sollte, nachdem der Beschwerdeführer seit
Jahren verspricht, sich bewähren zu wollen, dies jedoch nicht tut und selbst im
Rekursverfahren delinquiert hat. Seine Kriminalität und seine Verschuldung führen die
Beschwerdeführer auf seine gesundheitlichen Probleme zurück, die er zwischenzeitlich
gründlich therapiert habe. Allerdings wurde er auch nach der Behandlung seiner
Depression wieder straffällig. Überdies schliesst die vor über einem Jahr durchgeführte
Alkoholentzugstherapie angesichts seiner offenbar jahrelangen Alkoholsucht sowie
seines Drogenkonsums, soweit diese Umstände als deliktsfördernd angesehen werden
können, einen Rückfall nicht aus. Vielmehr ist aufgrund seines bisherigen Verhaltens
nach wie vor von einer gegenwärtigen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und
Ordnung bzw. einer aktuellen, hinreichend konkreten Rückfallgefahr auszugehen.
Damit verletzt die Verweigerung des Familiennachzugs kein Staatsvertragsrecht. Die
Beschwerde ist abzuweisen.
Sollte sich der Beschwerdeführer in der Heimat bewähren und die
anspruchsbegründende Beziehung weiter bestehen, ist aufgrund der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung eine künftige Neubeurteilung und spätere
Rückkehr im Übrigen nicht zum vornherein ausgeschlossen (vgl. T. HUGI YAR, Von
Trennungen, Härtefällen und Delikten - Ausländerrechtliches rund um die Ehe- und
Familiengemeinschaft, in: Achermann/Caroni/Kälin [Hrsg.], Jahrbuch für
Migrationsrecht 2012/2013, S. 31 ff., S. 133 ff.).
3. (...).