Decision ID: 5b8e368d-27ef-4e48-a25d-b8b1563cd41a
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1970 geborene
X._
erlitt
am 24. April 1988
während
des ersten Lehrjahres zur Servicefachangestellten aufgrund eines
embolischen
Ve
r
schlusses der Aorta cerebri
media
links einen
cerebro
-vaskulären Insult
, welcher eine Halbseiten
lähmung rechts (Hemiparese rechts) sowie eine schwere Sprach
störung (Aphasie) nach sich zog (Urk.
7/2, 7/4
S. 3-5).
In der Folge brach s
ie die
Aus
bildung ab (Urk. 7/1) und
erhielt
aufgrund
eines Geburtsgebrechens (Ziffer 313
des Anhanges
zur
Verordnung über Geburtsgebrechen
, vgl. Urk. 7/7-9
)
diverse
medi
zinische Massnahmen
der Invalidenversicherung
zugesprochen (unter ande
rem Logopädie, Rehabilitationsmassnahmen, Physiotherapie
, vgl. u.a. Urk. 7/12
)
.
Im Rahmen der zugesprochenen beruflichen Massnahmen
schloss
die Versicherte
die Ausbildung zur medizinischen Praxisassistentin im Februar
1995 ab (Urk.
7/100,
7/119 f.). Nach zweijähriger Tätigkeit als medizinische Praxis
assistentin trat die Versicherte im Herbst 1998 eine Stelle als K
assiererin an, welche sie im Umfang von 50 % ausübte (Urk. 7/130, 7/136). Daraufhin sprach ihr die
Sozial
versicherungsanstalt
des Kantons Zürich,
IV-Stelle
,
mit Ver
fügung vom 12. November 200
1 eine halbe Invalidenrente mit Wirkung ab J
uni
2001 zu
(Urk. 7/154), welche sie
nach
einer Erhöhung des Arbeitspensums der Versi
cher
ten
auf 100 % (Urk. 7/162) mit Verfügung vom 29. April 2005 ein
stellte (Urk. 7/171).
Seit Oktober 2010 ist die Versicherte alleinerziehende Mutter einer Tochter (Urk. 7/191) und seit dem J
ahr 2015 als Serviceangestellte mit einem Pensum
von 30-50 % bei der
Y._
GmbH angestellt (Urk. 7/195).
1.2
A
m 1. April 2019 (Eingangsdatum)
meldete sich die Versicherte
bei der
IV-Stelle
zur Früherfassung an (Urk. 7/173).
Die IV-Stelle
tätigte beruflich-erwerbliche so
wie medizinische Ab
klärungen (Urk. 7/177-183) und empfahl der Versicherten eine Anmeldung zwecks Rentenprüfung (Urk. 7/190).
Daraufhin meldete sich die Versicherte
am 23. April 2019 (Eingangsdatum) bei der IV-Stelle zum
Leistungs
bezug
an (Urk. 7/191).
Die IV-Stelle tätigte abermals beruflich-erwerbliche sowie medi
zinische Abklärungen (Urk. 7/195, 7/198-200)
, führte eine Haushaltabklä
rung durch (Urk. 7/201 f.) und veranlasste eine polydisziplinäre medizinische Be
gut
achtung
der Versicherten in den Disziplinen
Allgemeine Innere Medizin, Kar
dio
logie, Neurologie
und
Neuropsychologie
(
Urk. 7/203-211
). Die
Z._
, erstattete
das
Gut
achten, datierend vom 1. April 20
20
, am
3
. April 20
20
(Urk. 7/214).
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Vorbescheid vom 24. April 2020 [Urk. 7/217]; Einwand vom 20. Mai 2020 [Urk. 7/222]
; ergänzter Einwand vom
2. Juli 2020 [Urk. 7/226]
)
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 27. Juli 2020
in Anwendung der gemischten Methode
den Anspruch der Versicherten auf eine Invalidenrente (Urk. 2 [= Urk. 7/230]).
2.
Gegen die Verfügung vom 27. Juli 2020 (Urk. 2) erhob die Versicherte mit Ein
gabe vom 14. September 2020 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Ver
fügung sei aufzuheben, die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihr eine Inva
lidenrente zuzusprechen
, sie sei durch das Gericht medizinisch begutachten zu lassen, eventualiter sei die Sache zwecks erneuter medizinischer Begutachtung und anschliessendem Neuentscheid an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu deren Lasten (Urk. 1).
Die IV-Stelle schloss mit Beschwerdeantwort vom 20. Oktober 2020 auf Abweisung der Be
schwerde (Urk. 6), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 22. Oktober 2020 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundes
gesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
). Er
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Ein
gliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art.
28 Abs.
1
des Bundesge
setzes über die Invalidenversicherung
(
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach Art.
87 Abs.
3
der Verord
nung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn
die Voraussetzungen gemäss Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der
Invalidität
der versicherten Person in einer für den An
spruch erheblichen Weise geändert hat.
Ist
die Verwaltung auf eine Neuan
mel
dung eingetreten, so ist im Beschwerde
verfahren zu prüfe
n, ob im Sinne von Art.
17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditäts
grades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis
).
Dabei
kann ein Revi
sionsgrund unter Umständen auch in einer we
sentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2
;
130
V 3
43 E. 3.5
;
117
V
198 E. 3b, je mit Hinweisen). Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE
141 V 9 E.
2.3 mit Hinweisen
).
1.
4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den Vor
akten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, und ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a; 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die IV-Stelle erwog in der angefochtenen Verfügung im Wesentlichen,
aufgrund des Gutachtens habe sich gezeigt, dass die Beschwerdeführerin in ihrer bisherigen Tätigkeit als Servicekraft dauerhaft 40 % arbeitsunfähig sei, in einer angepassten Tätigkeit bestehe hingegen eine Arbeitsfähigkeit von 80 %.
Der
Einkommensver
gleich
habe
ein
en
Invaliditätsgrad von 12 % ausgewiesen, da die Beschwerde
führerin
überdies
im Haushalt nicht eingeschränkt sei, resultiere insgesamt ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 10 % (Urk. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin argumentierte demgegenüber,
das Gutachten der
Z._
vermöge nicht zu überzeugen,
da die Gutachter von
einer falschen Erwerbsbio
graphie ausgegangen seien, sich die Ausführungen der neuropsychologischen
Gutachterin nicht mit einer
Arbeitsfähigkeit
von 80 % vereinbaren liessen, die
Vorakten lediglich zusammengefasst,
nicht jedoch gewürdigt worden seien, was insbesondere für die jahrelang ausgerichtete halbe Invalidenrente gelte,
die Fest
stellung
falsch sei
, wonach der Gesundheitszustand derart stabil sei, dass eine zuverlässige Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit über 30 Jahre hinweg
retrospektiv
möglich
sei
und
weil
die Gutachter unberücksichtigt gelassen hätten, dass die Beschwerdeführerin
ihre überwiegend sitzende Tätigkeit aus Erschöpfung aufge
geben habe.
Mangelhaft
sei auch der
Haushaltabklärungsbericht
, gemäss wel
chem sie im Haushalt nicht eingeschränkt sei.
Schliesslich sei nicht nachvoll
ziehbar, weshalb die Beschwerdegegnerin im Rahmen des Einkommensver
gleiches keinen
Leidensabzug
gewährt habe
, zumal
angesichts der Einschrän
kungen
, des erhöhten Pausenbedarfes, des langsamen Arbeitstempos und des Ein
setzens des dominanten
rechten
Armes
respektive der Hand
als
Hilfsarm
respek
tive Hilfshand
ein solcher
von
mindestens 20 %
zu gewähren sei
(Urk. 1)
.
2.3
Unbestritten ist vorliegend, dass die IV-Stelle auf die Neuanmeldung der Be
schwerdeführerin eingetreten und der Methodenwechsel als
neuanmeldungs
rechtlich
relevanter Revisionsgrund ausgewiesen ist
, zumal die IV-Stelle eine Änderung in der Methodenwahl vornahm und von einem reinen Einkommens
vergleich, gestützt auf welchen sie bei
einer
100%igen Arbeitstätigkeit der Be
schwerdeführerin im Jahr 2005 die Invalidenrente auf
ge
hob
en hatte (Urk. 7/171)
, vorliegend zur ge
mischten Methode wechselte
.
S
trittig und zu prüfen ist
folglich
, ob
die Beschwer
deführerin
Anspruch auf
eine Invalidenrente hat
, wobei
der
Ren
tenanspruch
vom hiesigen Gericht
in rechtlicher wie tatsächlicher Hinsicht um
fassend und ohne Bindung an frühere Verfügungen zu prüfen ist (vgl.
E. 1.3;
Urteil des Bundesgerichts 9
C_663/2019 vom 3. März 2020 E. 5
).
3.
3.1
Die Verfügung vom
27. Juli 2020 (Urk. 2) basiert
in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf dem Gutachten de
r
Z._
vom
1
. April 20
20
(
Urk. 7/214
).
Die Gutachter, Dr. med.
A._
, Facharzt für Neurologie,
Dr.
med
.
B._
, Fachärztin für Kardiologie, lic. phil.
C._
, Fachpsychologin für Neuropsychologie
,
sowie Dr. med.
D._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
stellten
darin folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit (S.
9
):
-
Status nach zerebraler Ischämie im Gebiet der
A
rteria
cerebri
media
links (wahrscheinlich mittlerer und vorderer Ast), April 1988, ätiologisch sehr wahrscheinlich kardio-
embolisch
, bei:
-
kongenitalem
submitralem
Aneurysma der
Herzwand
mit Verdacht auf Thrombus und offenem
Foramen
ovale
-
Risikofaktoren: Einnahme eines
Ovulationshemmers
und ein mässiger Nikotinkonsum
-
kein Nachweis einer kongenital erhöhten Thromboseneigung
-
leichte neuropsychologische Störung (ICD-10: F06.9) mit/bei kog
niti
ven Minderleistungen von Sprache und sprachassoziierten Leis
tungen in Gedächtnis und Exekutivfunktionen (hier angeführt, da dies primär standardisiert erhobene Ergebnisse sind und nicht klinische)
-
klinisch:
-
initial Hemiplegie rechts und motorisch betonte Aphasie, Alexie,
Amusie
-
residuell
armbetonte spastische Hemiparese rechts (spastisch-
dystone
Ruhehaftung rechter Arm und geringe
Zirkumduktion
des rechten Beines) mit deutlich motorischer Fatigue bei Belastung
-
geringe motorische
aphasische
Störung (gutes Sprachverständnis)
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
stellten
die Gutachter die folgenden (S. 9):
-
2010 Verdacht auf kleinen, alten
,
organisierten Thrombus im Bereich des
submitralen
Aneurysmas der
Herzwand
-
2019 echokardiographisch alter organisierter Thrombus im
submitralen
Herzwandaneurysma, Differentialdiagnose Trabekelmuskel
-
2019 gute linksventrikuläre Globalfunktion
-
Lebenslange prophylaktische Antikoagulation
-
aktuell Januar 2020 kardiologisch gutachterlich keine arbeitsrelevante Störung
-
Status nach ventrikulärer
Extrasystolie
mit Palpationen
-
Status
nach viraler Pneumonie 1988
-
Labiler Bluthochdruck («Weisskittelhochdruck»)
-
Adipositas Grad I (BMI 29.7 kg/m2)
3.2
In der versicherungsmedizinischen Beurteilung führten die Gutachter aus,
es be
stünden objektivierbare residuale Defizite nach dem
Insultereignis
im Jahr 1988 (kardio-
em
bo
lischer
Genese) mit
bloss
einsetzbarem
Hilfsarm
rechts,
eine
Ein
schränkung der Gehfähigkeit (spastisch ataktisch, Stolpertendenz) wie auch eine residuale motorische leichte Aphasie und leichte Wortfindungsstörung. Zudem bestünden leichte kognitive Störungen.
Entsprechend sei die gegenwärtige Ar
beitstätigkeit im Kundenkontakt zwar möglich, bedinge indes eine gewisse Ku
lanz des Arbeitgebers respektive der Kundschaft bei zugleich hoher Motivation der Beschwerdeführerin für eine solche Arbeitstätigkeit. Die Tätigkeit als Service
angestellte sei nicht hinreichend adaptiert, was die reduzierte Arbeitsfähigkeit erkläre. In
der
Gesamtschau
sei
bei halbtägiger Arbeitspräsenz noch eine leichte
Rendementminderung
zu berücksichtigen, eine Arbeitsfähigkeit von 40 %
sei
rea
listisch möglich.
In einer weit besser angepassten Tätigkeit mit körperlich bloss leichten Arbeiten, überwiegend sitzend oder leicht wechselbelastend, ohne er
höhte Gesprächsnotwendigkeit, mit Einsatznotwendigkeit des rechten Armes/der rechten Hand bloss als
Hilfsarm
/Hilfshand und unter Rücksichtnahme auf die leichten kognitiven Einschränkungen sei ein deutlich höheres Arbeitspensum an
zunehmen, wobei auf ein Vollzeitpensum auch hier eine leicht reduzierte Leis
tungsfähigkeit um 20 % plausibel sei. Diese Bewertung dürfte überwiegend wahr
scheinlich auch retrospektiv gelten, zumal keine erkennbaren objektivierbaren zusätzlichen Belastungsfaktoren gesundheitlicher Art zu eruieren seien (auch die kardiologischen Diagnosen erklärten keine längerdauernde Einschränkung), wel
che den langjährig stabil bestehenden Status in irgendeiner Weise beeinträchtigt hätten. Allenfalls seien Alter und
Dekonditionierungseffekte
zu berücksichtigen. Auch zuvor hätten offensichtlich Wechsel der Arbeitsplatzbedingungen für die
Rentenzusprache
respektive die Aufhebung der Rente im Jahr 2005 geführt, zu
dem seien es persönliche Gründe wie die Geburt des Kindes im Jahr 2010 gewe
sen, welche
vorübergehend zu einer Aufgabe der
ausserhäusliche
n
Tätigkeit zu
gunsten der Rolle als Hausfrau und Mutter
geführt hätten. Mit Beginn des Schul
pflichtalters des Kindes sei die gegenwärtige Teilzeitstelle mit einem 50%-Pensum
wieder aufgenommen
worden, wenn auch nicht in einer gänzlich adaptierten Tä
tigkeit. Es seien keine zusätzlichen neuen Gesundheitsstörungen im Verlauf und in der Vergangenheit hinzugetreten, welche gegenüber dem früheren Arbeits
fähigkeitsstatus eine
höhergradige
Einschränkung
zu
erklären
vermöchten
. Auch kardial könne ein stabiler Status objektiviert werden, psychische Störungen lägen nicht vor und würden auch keine geltend gemacht (S. 8).
3.3
Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
erläuterten
die
Gut
ach
ter, in der aktuellen Tätigkeit als Serviceangestellte könne eine Arbeits
fähigkeit
von 40 % attestiert werden, wobei diese Bewertung auch retrospektiv, theoretisch medizinisch seit 1990 gelte. Auf ein ganztä
g
iges Pensum bezogen liege in einer angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 80 % vor, ebenfalls seit 1990,
wobei die Interaktion neurologisch und neuropsychologisch berück
sichtigt worden
sei (S. 10 f.).
Folglich seien ihr körperlich leichte Tätigkeiten möglich, über
wie
gend sitzend oder leicht wechselbelastend, ohne erhöhte Ge
sprächsnotwendigkeit, wobei der rechte Arm respektive die rechte Hand bloss als
Hilfsarm
respektive Hilfshand eingesetzt werden könn
t
e
n
. Zu vermeiden seien häufiges und langes Stehen oder Gehen (S. 9).
4.
4.1
Das Gutachten vom 1. April 2020 (vgl. E. 3) beruht auf
allseitigen
Untersu
chung
en
, berücksichtigt die geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen aus
einander. Es wurde in Kenntnis der Vorakten abgegeben (Urk.
7/214 S. 13-30
), erfolgte in Auseinandersetzung mit den Vorakten (
Urk. 7/214 S. 43
,
S. 68 f.
) und beantwortet die gestellten Fragen umfassend (
Urk. 7/214 S. 48-50, S. 69-71, S. 88-90
). Es erscheint in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zu
sam
menhänge als einleuchtend und begründet die Schlussfolgerungen in nach
voll
ziehbarer Weise.
So überzeugt das Gutachten insbesondere in Bezug auf den von den Gutachtern übereinstimmend als seit dem Jahr 1990 unverändert be
zeichneten Gesundheits
zustand der Beschwerdeführerin
;
in diesem Zusammen
hang hielten die Gutachter denn auch fest, dass der klinische Status in der aktu
ellen Ausprägung bereits seit zwei Jahren nach dem
Insultereignis
im Jahr 1988 Bestand habe, er mithin weit
gehend stabil sei, was dadurch bestätigt werde, dass es der Beschwerdeführerin mit diesem residualen Status gelungen sei, eine Aus
bildung als medizinische Praxisassistentin zu absolvieren und in der Folge mehrere Tätigkeiten in einem Vollzeitpensum ohne Erkrankungs- oder Fehlzeiten auszuüben (Urk. 7/214 S. 7; vgl. auch Urk. 7/214 S. 38). Dr.
A._
legte
diesbezüglich
dar
, dass der stabile Zustand den üblichen klinischen Verläufen entspreche (Urk. 7/214 S. 45), Dr.
B._
erläuterte
, aus kardiologischer Sicht lasse sich ein stabiler und unauffälliger Verlauf bestätigen, die Prognose sei eher als gut einzustufen (Urk. 7/214 S. 53), lic. phil.
C._
führte aus, mehr als 30 Jahre nach der erlitte
nen Hirnschädigung sei keine Verbesserung der kognitiven Leistung mittels The
rapie zu erwarten, es sei grundsätzlich von einem stabilen kognitiven Profil aus
zugehen, auch wenn mit zunehmendem Alter die Kompen
sation der kognitiven Einschränkungen vermehrt schwerer fallen könne (Urk. 7/214 S. 68), und auch
Dr.
D._
führte aus, aus internistischer Sicht sei die Entwicklung der Arbeits
fähigkeit seit dem Jahr 1988 unverändert, zumal auch die Beschwerdeführerin angebe, dass die kniebedingten Belastungsschmerzen seit dem Jahr 2000 in etwa gleich geblieben seien (Urk. 7/214 S. 80 und S. 89).
Auf einen im Wesentlichen unveränderten Zustand seit der Renteneinstellung im Jahr 2005, welcher die Annahme einer 100%igen Arbeits- resp. Erwerbsfähigkeit in der dannzumal ausgeübten Tätigkeit als Chefkassiererin zugrunde lag (Urk.
7/171), lassen denn auch die Berichte der behandelnden Ärzte schliessen:
So sprach sich der seit September 2013 behandelnde Kardiologe Dr. med.
E._
am 15. Mai 2019 dafür aus, dass nach im Jahr 2013 vorübergehend aufgetretenen Palpationen, bezüglich welcher die Beschwerdeführerin aktuell asymptomatisch sei, ein erfreulicher Verlauf vorliege. Neue neurologische Ereig
nisse seien keine mehr aufgetreten. Echokardiographisch lägen seit Jahren unver
änderte Befunde vor. Die Beschwerdeführerin fühle sich in ihrer Belastbarkeit denn auch
nicht eingeschränkt (Urk. 7/198 S.
1). Sodann sprach sich die Haus
ärztin Prof. Dr.
F._
, Fachärztin für Inn
ere Medizin, für einen stabilen Verlauf aus
(Urk. 7/199 S.
3) und gemäss dem behandelnden Neurologen Dr. med.
G._
in seinem Bericht vom 31. Mai 2019 habe sich die Be
schwerdeführerin von der schweren zerebralen Ischämie sehr gut erholt und sich vor allem sehr gut damit arrangiert (Urk. 7/20
0 S.
6).
4.2
An der Beweiskraft des Gutachtens
vermögen
denn auch
die Vorbringen
der Be
schwerdeführerin (vgl. E. 2.2)
keine Zweifel zu erwecken
.
So ist z
unächst unzu
treffend, dass die Gutachter von einer falschen Er
werbsbiographie ausgingen
;
vielmehr stuften sie die von der Beschwerdeführerin seit dem Jahr 201
5
ausge
übte Tätigkeit als Serviceangestellte (Urk. 7/182, 7/194
; vgl. auch Urk. 7/195
[Fragebogen für Arbeitgebende]
) zu Recht als ihre ange
stammte Tätigkeit ein (vgl. E. 5.3
.1
)
.
Auch sind die Ausführungen der neuropsychologischen Gutachterin im Gesamt
kontext des Gutachtens nicht widersprüchlich.
L
ic. phil.
C._
führte im ent
sprechenden Teilgutachten aus, die Beschwerdeführerin wirke im Verlaufe des Gesprächs zunehmend müde und spreche weniger flüssig, indes liege kein
wei
terer Leistungseinbruch vor, auch hätten die Leistungen stabil gehalten werden können (Urk. 7/214 S. 63 f. und S. 67). Lic. phil.
C._
hielt
weiter
fest
, auf
grund der leichten kognitiven Einschränkungen sei die Leistungsfähigkeit der Be
schwerdeführerin um 20 %
vermindert
, auch dürfte ihre zeitliche Belastbarkeit
reduziert
sein, was jedoch anlässlich der zweieinhalbstündigen Begutachtung nicht sicher beziffert werden könne. Aus diesem Grund sei in angestammter
Tätigkeit eine 50%ige Arbeitsfähigkeit mit einer um 20 % eingeschränkten Leis
tungsfähigkeit zu attestieren, was einer Arbeitsfähigkeit von 40 % entspreche (Urk. 7/214 S. 69). In einer angepassten Tätigkeit sei die Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin um 5 % eingeschränkt, ein Pensum von fünf Halbtagen pro Woche sei sicherlich möglich, es sei diesbezüglich indes auf die Konsensbeur
teilung zu verweisen (Urk. 7/214 S. 70).
Damit trug sie richtigerweise dem Um
stand Rechnung, dass es grundsätzlich Aufgabe des psychiatrischen respektive neurologischen Facharztes ist, die Arbeitsfähigkeit unter Berücksichtigung all
fälliger neuropsychologischer Defizite einzuschätzen. Eine
neuropsychologische Abklärung stellt lediglich eine Zusatzuntersuchung dar, welche b
ei begründeter Indikation in Erwägung zu ziehen ist (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_566/2017 vom 20. November 2017 E. 2.1 und 9C_338/2016 vom 21. Februar 2017 E. 5.4).
In der Konsensbeurteilung hielten die Gutachter
sodann
ausdrück
lich fest, dass bei der Festlegung der Arbeitsfähigkeit die Interaktion neurologisch und neuropsychologisch berücksichtigt worden sei
und legten nachvollziehbar dar, weshalb sie eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten und eine 40%ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit attestierten (Urk. 7/214 S. 10 f.).
So habe die Beschwerdeführerin selber fest
gehalten, dass sie immer dann erschöpft und müde sei, wenn eine Tätigkeit über
wiegend stehend oder gehend auszuführen sei (Urk. 7/214 S. 7); aus diesem Grund habe sie in dem Zeitraum, in dem sie als Kassiererin tätig gewesen und folglich einer überwiegend stehenden Tätigkeit nachgegangen sei, eine halbe In
validenrente zugesprochen erhalten, welche wiederum, nachdem sie Chef
kassiererin geworden und einer überwiegend sitzenden, körperlich leichten Tätig
keit nachgegangen sei, aufgehoben worden sei (Urk. 7/214 S. 5 f.).
Es sei ent
sprechend anzunehmen, dass ohne neues
zusätzli
ches
anderes Vorkommnis und
ohne
andere zusätzliche Belastungen ein ähn
liches Belastungsprofil bestehen müsse wie
schon
in der Vergangenheit.
Auch wenn die Beschwerdeführerin ihr Alter als einen Grund dafür angebe, «nicht mehr
ganz so fit
wie früher
» zu sein, hielten die Gutachter
nachvollziehbar
fest, dass
dies
alleine nicht ausreiche, um die Reduktion von einer vormals ganzen Arbeits
fähigkeit auf eine 50%ige
Arbeitsfähigkeit
bei im Wesentlichen unveränderten Gesundheitszustand
zu be
gründen.
Dies sei
eher
in Zu
sammenhang mit dem jeweiligen
Arbeitsplatzprofil
zu sehen
, was auch dadurch bestätigt werde, dass die Beschwerdeführerin in einer entsprechend angepassten Tätigkeit (überwie
gend sitzend, leicht wechselbe
lastend) in der Vergangenheit ein volles Pensum
zu leisten vermocht
habe
und in diesem Zusammenhang
selber
festgehalten habe
, in einer solchen Tätigkeit deut
lich besser belastbar gewesen zu sein
. Dieser Umstand werde in den vorhandenen Arztberichten jedoch nicht
be
rücksichtigt
; vor diesem Hintergrund sei indes die von den behandelnden Ärzten bescheinigte reduzierte
Arbeitsfähigkeit in der
aktuell ausgeübten
Tätigkeit nachvollziehbar
(Urk. 7/214 S. 7 f.
; vgl. auch Urk. 7/214 S. 38
)
, zumal
die aktu
elle Tätigkeit als Serviceangestellte mit der Tätigkeit einer Kassiererin
vergleich
bar sei
und der Beschwerdeführerin für diesen Zeitraum
eine halbe Invalidenrente zugesprochen worden war
. Folglich
liege eine 40%ige Ar
beitsfähigkeit
in der an
ge
stammten Tätigkeit
vor. Bei einem Wechsel in eine angepasste Tätigkeit, ent
sprechend einer überwiegend sitzenden Tätigkeit wie derjenigen einer Chefkassie
rerin,
anlässlich welcher die halbe Invalidenrente aufgehoben worden
sei
,
liege demgegenüber eine 80%ige Arbeitsfähigkeit vor
, zumal die leichte Einschränkung aus neuropsychologischer Sicht zu berück
sichtigen sei
(Urk. 7/214 S. 10).
Zwar trifft es zu, dass die Beschwerdeführerin ihre Tätigkeit als Chefkassiererin im Jahr 2011
aktenausweislich
wegen Erschöpfung aufgegeben hat
te
, indes hielt sie selber fest, dass
dies auf die
gleichzeitig
e
Versorgung der
im Vorjahr gebo
rene
n
–
mithin damals noch sehr kleinen
–
Tochter
zurückzuführen
gewesen
sei (Urk. 7/214 S. 87
, vgl. auch Urk. 7/214 S. 8
)
,
was den Schluss zulässt,
dass in einer besser angepassten Tätigkeit keine massgebliche Wechselwirkung zu erwar
ten ist, zumal gegenüber dem Jahr 2005 keine
gesundheitliche
Verschlechterung ausgewiesen ist und
von den Gutachtern
dennoch
vorliegend
eine
um 20
%
ein
geschränkte Leistungs
fähigkeit
berücksichtigt wurde
(vgl. E. 3.3)
.
Aus diesem Umstand vermag die Beschwerdeführerin folglich nichts zu ihren Gunsten abzu
leiten.
4.3
Nach dem Gesagten erfüllt das Gutachten die Anforderungen an eine beweiskräf
tige Expertise (vgl. E. 1.
4
), weshalb darauf abzustellen ist
und sich keine weiteren medizinischen Abklärungen als notwendig erweisen
. Folglich ist
von einer
40%igen
Arbeitsfähig
keit in der angestammten und von einer 80%igen Arbeits
fähigkeit in einer ange
passten Tätigkeit auszugehen.
5.
5.1
Vorab
der Invaliditätsbemessung
ist anzumerken, dass die Qualifikation der Beschwerdeführerin als zu 80 % erwerbstätig und zu 20 % im Haushalt tätig
zu Recht
nicht strittig ist.
Strittig ist indes die Einschränkung der Beschwerde
füh
rerin im Haushalt
sbereich
(vgl. E. 2.2).
Soweit die Beschwerdeführerin den Haushaltabklärungsbericht
vom
10. Septem
ber 2019 (Urk. 7/202)
insofern als mangelhaft bezeichnet, als die Ein
schränkung in diesem Bereich mit 0 % festgelegt wurde
(S. 7)
, ist
zunächst
fest
zuhalten,
dass dieser durch eine qualifizierte Person erfolgte, welche über Kennt
nisse der örtli
chen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen
ergebenden Beeinträchtigungen und Behinderungen verfügte
(S. 1 f.)
.
Der Berichts
text
erscheint
plausibel, begründet und angemessen detailliert be
züglich der einzelnen Einschränkungen und steht in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben. Darüber hinaus ist
dem Gutachten der
Z._
zu ent
nehmen, dass die Beschwerdeführerin gemäss eigenen Angaben in der Haushalt
führung mit Ausnahme des Bügelns
, welches etwas umständlich sei,
gerade
nicht eingeschränkt ist. So erledige sie sowohl die Einkäufe wie auch den Haushalt vollumfänglich selber, wenngleich etwas langsamer aufgrund ihrer Einschrän
kungen, insbesondere bei administrativen Aufgaben sei von einem etwas erhöht
en Zeitbedarf auszugehen, qualitative Einschränkungen bestünden hingegen keine (Urk. 7/214 S. 38, S. 69 f., S. 83). Vor diesem Hintergrund ist nicht ersichtlich, inwiefern die im Haushaltabklärungsbericht festgestellte Einschränkung von 0 % mangelhaft sein sollte, wird dies doch durch die Gutachter der
Z._
gerade bestätigt
, deren Auf
gabe es auch bei teilerwerbstätigen,
sich
daneben noch im Haushalt betätigenden Versicherten ist, die Arbeitsfähigkeit sowie die noch zu
mutbaren Tätigkeiten und Verrichtungen in beiden Bereichen unter Berücksichti
gung allfälliger Wechsel
wirkungen zu ermitteln
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_729/2011 vom 10. Februar 2012 E. 5)
.
Entsprechend ist – mit der IV-Stelle – von keiner Ein
schränkung der Beschwerdeführerin im Haushalt
sbereich
auszu
gehen.
Zu prüfen bleibt, wie sich die 80%ige Arbeitsfähigkeit in einer ange
pass
ten Tätig
keit in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
5.2
Gemäss dem in Art. 27
bis
Abs. 2–4 IVV per 1. Januar 2018 eingeführten neuen Berechnungsmodell für die Fest
legung des Invaliditätsgrads von teilerwerbs
täti
gen Versicherten nach der ge
mischten Methode (Art. 28a Abs. 3
IVG) werden der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Auf
gabenberei
ch – weiterhin – summiert (Art.
27
bis
Abs. 2 IVV). Die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbs
tätig
keit richtet sich nach Art.
16 ATSG, wobei das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person durch die Teil
erwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet wird (Art. 27
bis
Abs. 3 lit. a IVV) und die pro
zentuale Erwerbseinbusse anhand des Beschäfti
gungsgrads,
den
die versicherte Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet wird (Art. 27
bis
Abs. 3 lit. b IVV). Für die Berechnung des Inva
liditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird der prozen
tuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im Ver
gleich zur Situation, wenn die ver
sicherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Der Anteil wird anhand der Differenz zwischen dem B
eschäfti
gungsgrad
nach Absatz 3
lit. b und einer Vollerwerbstätigkeit gewichtet (Art.
27
bis
Abs. 4 IVV).
5.
3
5.3.1
Die IV-Stelle berechnete den Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin anhand des ab 1. Januar 2018 gültigen Berechnungsmodells der gemischten Methode (vgl. vorstehend E. 5.
2
; Urk. 7/216 S. 8)
und
zog für die Berechnung des Validenein
kommens die Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) heran, genauer die Tabelle LSE 2016, TA1, Kompetenzniveau 1, Gastgewerbe/Beherbergung und Gastronomie (Ziffer 55 f.), Frauen (vgl. Urk. 7/215). Diesbezüglich ist einerseits festzuhalten, dass die
Beschwerdeführerin ihren
nach Eintritt des Gesundheitsschadens
gelern
ten Beruf als medizinische Praxisange
stellte seit gut 23 Jahren nicht mehr
aus
übt
(Urk. 7/181)
, auch sind vorliegend keine Anhaltspunkte ersichtlich
und wird nicht
s
ubstant
iiert dargelegt
, dass sie den Beruf einer medizinischen Praxisan
gestellten
invaliditätsbegingt aufgegeben hat. Insbesondere aber
ist davon auszugehen, dass sie ohne den erlittenen Insult die begonnene Ausbildung zur Servicefachan
ge
stellten ab
geschlossen
hätte
und im Service tätig geblieben wäre, gab sie doch gegenüber
den behandelnden Ärzten wie auch
gegenüber
den Gutachte
r
n der
Z._
an,
dass es sich dabei um ihren Wunschberuf gehandelt habe respektive handle (vgl. Urk. 7/200 S. 4 und S. 6, Urk. 7/214 S.
35, S. 39
, S. 87
).
Folglich ist bei der Beschwerdeführerin von einer angestammten Tätigkeit als Servicefach
an
gestellte
auszugehen
(vgl. auch Art. 26 Abs. 2 IVV; ferner Urteil des
Bundes
ge
richts 9C_24/2009 vom 6. März 2009 E.
3.2
)
, woran der Umstand, dass die IV-Stelle im Rahmen der Verfügung im Jahr 2005 die Tätigkeit als medizinische Praxis
angestellte als angestammte Tätigkeit bezeichnete, nichts ändert, zumal diese Ein
stufung durch das
hiesige
Gericht ohne Bindung an frühere Entscheide frei über
prüfbar ist (
vgl. E. 1.3
).
Die IV-Stelle erachtete die Tätigkeit als Servicefachangestellte folglich zu Recht als angestammte Tätigkeit der Beschwerdeführerin und ermittelte unter Berück
sichtigung
der betriebsüblichen Arbeitszeit
sowie aufgerechnet auf das Jahr 2019
ein Valideneinkommen von Fr.
50'305.75
(Fr. 3'900.-- : 40 x 42.4 x 12 x Nomi
nallohnentwicklung
[
0.4 % im Jahr 2017, 0.5 % im Jahr 2018, 0.5 % im Jahr 2019,
vgl.
Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirt
schafts
abteilungen
i
n Stunden pro Woche, Total, 2019
]
; vgl. Urk. 7/215
)
.
Da indes
einer
seits
grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabel
l
en der LSE zu verwenden sind (vgl. BGE 143 V 295 E. 2.2 f.)
und an
dererseits
davon auszugehen ist, dass die Beschwerdeführerin ihre Ausbildung zur Service
fachangestellten abgeschlossen hätte
, ist vorliegend die Tabelle LSE 2018 her
anzuziehen
und auf das Kompetenzniveau 2 abzustellen
. Folglich
ergibt sich für das Jahr 2019 ein Valideneinkommen von Fr.
53
'
817
.
--
(Fr. 4'
265
.
-- :
40 x 42.4 x 12 x Nominallohnentwicklung
[0.8
% im Jahr 2019]
,
vgl. Nominallohnindex Frauen 2016-2019, Sektor
).
5.3.2
Da der Beschwerdeführerin gemäss
dem Gutachten der
Z._
eine
angepasste Tätigkeit
unter Berücksichtigung der Einschränkungen
im Umfang von 80 %
möglich ist (vgl. E. 3.3
),
ging die IV-Stelle zur Bestimmung des Invalideneinkom
mens
ebenfalls von einem Tabellenlohn aus und stützte sich auf die Tabelle LSE 2016, TA1, Kompetenzniveau 1, Total
, Frauen
, was insofern nicht zu beanstanden ist, als es sich bei der aktuell ausgeübten Tätigkeit der Beschwerdeführerin nicht um eine optimal angepasste Tätigkeit handelt und sie andererseits
die ihr ver
bliebene Arbeitsfähigkeit nicht in zumutbarer Weise voll ausschöpft
.
Unter Be
rücksichtigung der betriebsüblichen Arbeitszeit sowie aufgerechnet auf das Jahr 2019 ermittelte
d
ie
IV-Stelle
ein Invalideneinkommen von Fr.
55'351.40
(Fr.
4’363
.
-- :
40 x
41
.
7
x 12 x Nominallohnentwicklung
[0.4 % im Jahr 2017, 0.5 % im Jahr 2018, 0.5 % im Jahr 2019]
)
respektive ein solches von Fr. 44'281.10 bezogen auf das zumutbare Pensum von 80 %
(vgl. Urk. 7/215), wobei bei
korrekter Berechnung ein Invalideneinkommen von Fr.
44'279.05
resultieren würde
. Auch zur Bestim
mung des Invalideneinkommens
ist indes auf die aktu
ellste veröffentliche Tabelle der LSE abzustellen, weshalb sich für das Jahr 2019,
bei Anwendung der Tabelle LSE 2018, ein Invalideneinkommen von Fr.
44'182
.
--
ergibt
(Fr. 4'
371
.
-- :
40 x 41.7 x 12 x Nominallohnentwicklung
[1
% im Jahr 2019]
, vgl
.
Nominallohnindex Frauen 2016-2019, T1.2.15, Total
)
.
5.3.3
Da die Beschwerdeführerin im Haushaltbereich nicht eingeschränkt ist (vgl. 5.1), resultiert bei der Qualifikation als zu 80 % erwerbstätig und zu 20 % im Haushalt tätig ein Invaliditätsgrad von
gerundet
1
4
%
([Fr. 53
'
817.
--
-
Fr. 44
'
182.--
] :
Fr.
53
'
817
.--
x 100 x 0.8)
.
5.
4
5.4.1
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass per
sönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebens
alter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E.
3b
/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mög
licherweise
nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Ein
zelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E.
5b
/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen kör
perlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E.
5a
/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Ein
schränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 mit Hinweisen).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des
Tabellenlohnabzuges gemäss BGE
126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine ab
weichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE
137
V
71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerde
instanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
5.4.2
Die IV-Stelle
sah von der
Gewährung
eines leidensbedingten Abzuges
ab
, (Urk. 7/215).
Soweit die Beschwerdeführerin argumentiert, dass angesichts ihrer Einschränkun
gen, des erhöhten Pausenbedarfes, des langsamen Tempos sowie der Einsatzmög
lichkeit des rechten Armes bloss als
Hilfsarm
respektive der rechten Hand bloss als Hilfshand
ein Leidensabzug von mindestens 20 % vorzunehmen sei
(vgl. E. 2.2)
, ist
zunächst
festzuhalten,
dass die IV-Stelle dem Umstand, dass der Be
schwerdeführerin bloss noch körperlich leichte Arbeiten zumutbar sind, dadurch Rechnung
trug
, dass sie bei der Ermittlung des Invalideneinkommens auf den Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 abstellte, welcher eine Vielzahl an leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_507/2020 vom 29. Oktober 2020 E. 3.3.3.2 mit Hinweisen).
Darüber hinaus
trifft zwar zu, dass eine faktische
Einhändigkeit
oder Beschränkung der domi
nanten Hand als
Zudienhand
gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung gege
benenfalls
einen Leidensabzug von 20 bis 25 % zu
rechtfer
tigen vermag
(
vgl.
Urteil des Bundesgerichts
8C_58/2018 vom 7. August 2018 E. 5.3)
; allerdings
resultierte
selbst bei einem – wie von der Beschwerdeführerin ge
fordert (vgl.
E. 2.2) – leidensbedingten Abzug von
20
% kein Anspruch auf ei
ne Invaliden
rente
, was ebenso bei
Gewährung
eines maximal zu
lässigen leidensbedingten Abzuges
von 25 %
(vgl. E. 5.4.1)
der Fall wäre
([Fr. 53
'
817.-- - Fr. 33
'
137.--] : Fr. 53
'
817.
--
x 100 x 0,8)
.
6.
Nach dem Gesagten hat die IV-Stelle
den
Renten
anspruch de
r
Beschwerde
führer
in
mit der angefochtenen Verfügung vom
27
. Ju
l
i 2020 (Urk. 2) zu Recht verneint.
Die Beschwerde erweist sich folglich als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist.
7.
Die
Verfahrenskosten sind auf Fr. 6
00.-- festzusetzen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ausgangsgemäss
der
Beschwerdeführerin aufzuerlegen.