Decision ID: 6adb3816-7ab4-58d6-a2e6-aff721e16a1a
Year: 2015
Language: de
Court: BE_VG
Chamber: BE_VG_001
Canton: BE
Region: Espace_Mittelland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Nach einem Misserfolg legte A._ im März 2015 die Anwaltsprüfung zum zweiten Mal ab. Er erzielte in den schriftlichen Prüfungen die Noten 4 (Staats-, Verwaltungs- oder Steuerrecht), 4 (Strafrecht) und 3,5 (Nationales und internationales Privatrecht mit Einschluss des Schuldbetreibungs- und Konkursrechts sowie der Schiedsgerichtsbarkeit), was einen Notendurchschnitt von 3,83 ergibt. Aufgrund dieses Ergebnisses hatte A._ den schriftlichen Teil der Anwaltsprüfungen nicht bestanden, weshalb er nicht zum mündlichen Teil der Prüfung zugelassen wurde (Notenblatt der Anwaltsprüfungskommission vom 5.5.2015).
B.
Dagegen hat A._ am 8. Juni 2015 beim Verwaltungsgericht Beschwerde erhoben mit folgenden Rechtsbegehren:
«1. Die Verfügung der Anwaltsprüfungskommission des Kantons Bern vom 6. Mai 2015 [Eröffnung des Notenblatts] sei aufzuheben bzw. abzuändern.
2. Dem Beschwerdeführer sei im Prüfungsfach Nationales und  Privatrecht (mit Einschluss des Schuldbetreibungs- und Konkursrechts sowie der Schiedsgerichtsbarkeit) insgesamt 3 1⁄2 mehr Punkte zu vergeben, sodass er gemäss Korrektur von  B._ insgesamt 34 1⁄2 anstelle von 31 Punkten erzielt.
3. Die Note des Beschwerdeführers im Prüfungsfach Nationales und internationales Privatrecht (mit Einschluss des Schuldbetreibungs- und Konkursrechts sowie der Schiedsgerichtsbarkeit) sei von 3,5 auf 4,0 anzuheben.
4. Die Durchschnittsnote des Beschwerdeführers bei der  I/2015 sei von 3,83 auf 4,0 anzuheben, sodass der schriftliche Teil dieser Prüfung als bestanden gilt.
5. Der Beschwerdeführer sei zum mündlichen Teil der Anwaltsprüfung I/2015 zuzulassen.
6. Eventualiter sei die Arbeit des Beschwerdeführers im Prüfungsfach Nationales und internationales Privatrecht (mit Einschluss des Schuldbetreibungs- und Konkursrechts sowie der ) durch einen unbefangenen Drittexperten zu korrigieren und zu bewerten.
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 05.11.2015, Nr. 100.2015.177U, Seite 3
7. Dem Beschwerdeführer sei die unentgeltliche Rechtspflege zu .
8. Die Kosten des Verfahrens sei[en] dem Kanton Bern aufzuerlegen.»
Die Anwaltsprüfungskommission beantragt mit Vernehmlassung vom 7. Juli 2015 die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Zum Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege enthält sie sich eines förmlichen Antrags. A._ hat am 31. Juli 2015 dazu Stellung genommen und insbesondere sein Rechtsbegehren 5 näher erläutert. Mit Eingabe vom 24. August 2015 hält die Anwaltsprüfungskommission an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest. Am 9. September 2015 hat sich A._ nochmals zur Sache geäussert und die gestellten Rechtsbegehren bestätigt.

Erwägungen:
1.
1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) zuständig (vgl. auch Art. 6 Abs. 1 des Kantonalen  vom 28. März 2006 [KAG; BSG 168.11]). Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat grundsätzlich ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist unter Vorbehalt von E. 1.2 hiernach einzutreten, wobei dem Rechtsbegehren 2 keine  Bedeutung zukommt; die erzielte Punktzahl ist lediglich ein  für die Benotung der Prüfung (vorne Bst. B).
1.2 Der Beschwerdeführer beantragt mit Rechtsbegehren 5 die  zum mündlichen Teil der Anwaltsprüfung I/2015 (vorne Bst. B). Er hat sein Begehren dahin konkretisiert, dass er die Feststellung der Rechtsfeh-
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lerhaftigkeit der Nichtzulassung zum mündlichen Teil der Prüfung beantragt (act. 6 S. 2). Feststellungsbegehren bedürfen eines ausgewiesenen  und sind gegenüber rechtsgestaltenden Begehren  und damit nur zulässig, wenn das schutzwürdige Interesse der das Feststellungsbegehren stellenden Partei mit einem Leistungs- oder  nicht gewahrt werden kann (BVR 2014 S. 33 E. 1.4, 2011 S. 564 E. 3.3). Vorausgesetzt wird, dass ein aktuelles und hinreichend schutzwürdiges Interesse an der Feststellung einer konkreten Rechtslage besteht (BVR 2008 S. 569 E. 3.1, 2004 S. 164 E. 2.6; zum Ganzen auch BVR 2010 S. 337 E. 3.2; Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum  VRPG, 1997, Art. 49 N. 19 ff.). – Gemäss Art. 10 Abs. 1 der  vom 25. Oktober 2006 über die Anwaltsprüfung (APV; BSG 168.221.1) werden Kandidatinnen und Kandidaten, die den  Teil der Anwaltsprüfung bestanden haben, zum mündlichen Teil . Mit seinen Anträgen auf Anhebung der Note im Prüfungsfach « und internationales Privatrecht mit Einschluss des - und Konkursrechts sowie der Schiedsgerichtsbarkeit» sowie  der Durchschnittsnote, sodass der schriftliche Teil als bestanden gilt (Rechtsbegehren 1, 3 und 4; vorne Bst. B), stellt der Beschwerdeführer rechtsgestaltende Begehren, deren Gutheissung die Zulassung zum  Teil der Anwaltsprüfung als gesetzliche Folge miteinschliessen würde. Ein Rechtsschutzinteresse an der gesonderten förmlichen  der Rechtsfehlerhaftigkeit der Nichtzulassung zum mündlichen Teil der Anwaltsprüfung I/2015 besteht folglich nicht, zumal diese Prüfungen im Juni 2015 durchgeführt worden sind. Auf die Beschwerde ist daher  des Rechtsbegehrens 5 nicht einzutreten.
1.3 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG; vgl. auch Art. 6 Abs. 2 KAG). Soweit es um die Beurteilung von Prüfungsleistungen geht, auferlegt es sich im Rahmen der Rechtskontrolle praxisgemäss eine gewisse , weil es wesentliche Sachumstände nicht genügend namhaft machen kann, um sie gleich kompetent zu würdigen wie die verfügende Instanz. Es beschränkt sich darauf zu untersuchen, ob die  dem vorgeschriebenen Prüfungsgegenstand entspricht, die  (Nachvollziehbarkeit) des konkreten Bewertungsvorgangs gewährleis-
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tet ist und ob sich die Prüfungsbehörde bei der Begründung der  von sachlichen Überlegungen hat leiten lassen. Diese  auferlegt sich das Verwaltungsgericht auch dann, wenn es – wie etwa bei juristischen Prüfungen – aufgrund seiner Fachkenntnisse zu einer weitergehenden Überprüfung befähigt wäre. Steht nicht die konkrete  einer Prüfungsleistung in Frage, sondern ist die Auslegung und Anwendung von Rechtssätzen strittig oder werden Verfahrensmängel , prüft das Verwaltungsgericht die erhobenen Einwendungen im  seiner gesetzlichen Kognition (Rechtskontrolle) uneingeschränkt (vgl. BVR 2012 S. 152 E. 1.2, 2011 S. 324 E. 4.2; BGE 136 I 229 E. 5.4.1; Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 80 N. 3, Art. 66 N. 4).
2.
2.1 Der Beschwerdeführer beantragt die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Zulassung zum mündlichen Teil der Anwaltsprüfung. Er begründet seinen Antrag hauptsächlich mit der Bewertung seiner Leistung in der schriftlichen Prüfung «Nationales und internationales Privatrecht mit Einschluss des Schuldbetreibungs- und Konkursrechts sowie der », in der er die ungenügende Note 3,5 erzielt hat; die Note sei auf 4,0 anzuheben.
2.2 Die bernische Anwaltsprüfung besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil; Kandidatinnen und Kandidaten, die den  Teil bestanden haben, werden zum mündlichen Teil zugelassen (Art. 10 Abs. 1 APV). Sie wird von einer Prüfungskommission durchgeführt, die auch über das Bestehen der Prüfung entscheidet (Art. 3 Abs. 1 KAG). Die Prüfungsleistungen werden nach einer Notenskala von 1-6 mit einer Abstufung nach halben Noten bewertet, wobei für genügende  Noten von 4 bis 6 vergeben werden (6 = ausgezeichnet; 5,5 = sehr gut; 5 = gut; 4,5 = befriedigend; 4 = ausreichend), während ungenügende Leistungen mit Noten zwischen 1 und 3,5 zu bewerten sind (Art. 16 Abs. 1 und 2 APV). Nach Abschluss des schriftlichen bzw. mündlichen Teils stellt das Sekretariat der Anwaltsprüfungskommission die Noten der einzelnen Fächer zusammen. Die Noten werden auf Vorschlag der prüfenden Exper-
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tinnen und Experten durch die Anwaltsprüfungskommission festgesetzt (Art. 17 APV). Der schriftliche Teil ist bestanden, wenn der  mindestens 4,0 beträgt und nicht mehr als eine ungenügende Note vorliegt (Art. 16 Abs. 3 APV). Bei Nichtbestehen des schriftlichen oder des mündlichen Teils ist der jeweilige Teil als Ganzes zu wiederholen. Es  jeweils nur eine Wiederholungsmöglichkeit (Art. 20 Abs. 1 APV). Der Beschwerdeführer hat einen Durchschnitt von 3,83 erreicht und damit den ersten Teil der Anwaltsprüfung auch im zweiten (und letzten) Versuch nicht bestanden (vorne Bst. A).
3.
Die Verfahrensparteien sind sich uneinig bezüglich der Punktevergabe in einzelnen Bewertungspositionen der schriftlichen Privatrechtsprüfung.
3.1 Der Beschwerdeführer hat in seiner Prüfungsarbeit 31 von 51 möglichen Punkten (ohne Zusatzpunkte) erzielt. Grob lässt sich das Bewertungsschema in zwei Hauptbereiche unterteilen. Zum einen sind dies die Formalien und formellen Erwägungen, zu denen nebst einem korrekten Rubrum inkl. Prozessgeschichte und Sachverhalt auch der Punkt «Argumentation/Systematik/Aufbau» zählen. Der zweite Bereich stellt den Teil «Materielles» einschliesslich Kostenliquidation und Dispositiv dar, welcher den Schwerpunkt der Prüfung ausmachte (vgl. Prüfungsunterlagen act. 1.3.3). Die Anwaltsprüfungskommission hat mit Eingaben vom 7. Juli und 24. August 2015 zur Punktevergabe eingehend Stellung genommen. Dagegen hat der Beschwerdeführer keine neue Argumente vorgebracht, sondern im Wesentlichen seine Ausführungen in der Beschwerde wiederholt bzw. bestätigt.
3.2 Zunächst ist der Beschwerdeführer mit der Bewertung seiner  zu Art. 41 des Schweizerischen Obligationenrechts (OR; SR 220) nicht einverstanden und macht diesbezüglich einen  geltend. Insbesondere rügt er, er habe sämtliche  von Art. 41 OR genannt, dafür aber nur 1 von 2 Punkten erhalten (Beschwerde S. 5 f.). Nach dem Bewertungsschema sei nicht verlangt
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gewesen, die einzelnen Tatbestandselemente zu definieren (act. 10 S. 3). Zudem macht der Beschwerdeführer geltend, er habe die Tatbestandsmerkmale ausreichend diskutiert, weshalb ihm die  in diesem Zusammenhang zu Unrecht nur 2 von 5  Punkten zugesprochen habe (Beschwerde S. 6 f.). Die  begründet die Punktevergabe einerseits mit einem  Aufbau und andererseits mit verschiedenen inhaltlichen Mängeln. So habe der Beschwerdeführer vertragliche und  Elemente vermischt, keine Differenzierung der Anspruchsgrundlagen vorgenommen, die Anspruchsvoraussetzungen von Art. 41 OR nur  abgehandelt und einen groben Fehler begangen, indem er Art. 271 des Bundesgesetzes vom 11. April 1889 über Schuldbetreibung und Konkurs (SchKG; SR 281.1) als Schutznorm anführte, um die  nach Art. 41 Abs. 1 OR zu begründen. Überdies sei die reine Auflistung der Tatbestandselemente bereits separat bepunktet worden, weshalb sie bei der anschliessenden inhaltlichen Diskussion nicht  berücksichtigt werden könne, insbesondere weil die Prüfung von Art. 41 OR die Hauptproblematik des Prüfungsfalls ausmachte, die  des Beschwerdeführers dazu aber mit nur zwei Seiten überaus kurz ausgefallen sei (Beschwerdevernehmlassung S. 3 f.). – Entgegen der  des Beschwerdeführers leuchten die Ausführungen der  ein und sind nachvollziehbar. Von einem  darf erwartet werden, dass er das juristische Handwerk beherrscht und seine Falllösung dementsprechend strukturiert aufbaut. So genügt es an einer Anwaltsprüfung nicht, bloss die Tatbestandsmerkmale zu nennen, um dann einzig lapidar zu sagen, sie seien erfüllt oder eben nicht erfüllt. Vielmehr hat eine gründliche Darlegung der  (rechtliche Bestimmungen, Tatbestandselemente, Definitionen usw.) zu erfolgen, bevor eine saubere Subsumption in der gebotenen  und mit einer falladäquaten Begründung erfolgt. Die Vergabe der Punkte für die Diskussion des Beschwerdeführers zu Art. 41 OR erweist sich deshalb als nachvollziehbar und sachlich haltbar.
3.3 Weiter beanstandet der Beschwerdeführer die Bewertung betreffend Klageeinreichung und -bewilligung. Er habe sich ausführlich mit Art. 209 und Art.145 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember
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2008 (Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272) auseinandergesetzt. Es sei nicht ersichtlich, weshalb ihm nur 1 von 2 möglichen Punkten erteilt worden sei (Beschwerde S. 7). Begründet wird diese Bewertung von der  mit einer unsystematischen Erörterung des  zur Fristwahrung, dem falschen Hinweis auf Art. 46 ZPO sowie fehlenden Ausführungen betreffend Einhaltung der zweimonatigen Frist im Sinn einer Eventualbegründung (Beschwerdevernehmlassung S. 4 f.). Die Argumentation der Anwaltsprüfungskommission ist ohne weiteres , weshalb die Vergabe von nur 1 Punkt nicht unsachlich ist.
3.4 Der Bewertungsvorgang der schriftlichen Privatrechtsprüfung ist durch eine Lösungsskizze und ein Bewertungsschema transparent  worden. Die Prüfung wurde sodann vorschriftsgemäss von zwei  korrigiert, wobei der Zweitkorrektor noch weniger Punkte vergeben hat als der Experte B._. Soweit der Beschwerdeführer nun geltend macht, es könne nicht auf die «strengere Bewertung» abgestellt werden (act. 10 S. 3), ist sein Einwand unbehelflich, da ohnehin die Punktezahl des Erstkorrektors für die Benotung massgeblich war (Prüfungsunterlagen act. 1.3.3). Die Anwaltsprüfungskommission bzw. der Experte B._ haben somit die konkrete Leistungsbewertung nachvollziehbar und sachlich vertretbar begründet. Der Beschwerdeführer bringt insgesamt nichts vor, was auf eine unhaltbare und damit rechtsfehlerhafte Korrektur seiner  hindeutet. Ob in der einen oder anderen Frage die Bewertung anders hätte ausfallen können, ist nicht Gegenstand der gerichtlichen  (Rechtskontrolle mit reduzierter Prüfungsdichte, keine Prüfung der Angemessenheit; vorne E. 1.3). Die Bewertung der schriftlichen  mit Note 3,5 gibt daher zu keinen Beanstandungen Anlass.
4.
Des Weiteren rügt der Beschwerdeführer, das Vorgehen des Experten B._ sei willkürlich und stelle eine Verletzung von Treu und Glauben dar.
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4.1 Der verfassungsmässige Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 9 der Bundesverfassung [BV; SR 101] und Art. 11 Abs. 2 der Verfassung des Kantons Bern [KV; BSG 101.1]) verleiht in der Form des  einen Anspruch auf Schutz berechtigten Vertrauens in behördliche  oder sonstiges, bestimmte Erwartungen begründendes , sofern sich dieses auf eine konkrete, die betreffende Bürgerin oder den betreffenden Bürger berührende Angelegenheit bezieht (BGE 132 II 240 E. 3.2.2; BVR 2014 S. 130 E. 3.2). Neben dem  Verhalten als Vertrauensgrundlage setzt der Anspruch auch eine  voraus. In der Regel kann Vertrauensschutz nur geltend machen, wer gestützt auf sein Vertrauen eine Disposition getätigt hat, die ohne Nachteil nicht wieder rückgängig gemacht werden kann. Zwischen Vertrauen und Disposition muss zudem ein Kausalzusammenhang  sein. Selbst wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, bleibt eine  im Einzelfall vorbehalten (zum Ganzen BVR 2015 S. 15 E. 4.1; BGE 137 II 182 E. 3.6.2).
4.2 Der Beschwerdeführer stützt sich für den geltend gemachten  hauptsächlich auf die Aussage des Experten B._ an der Prüfungsbesprechung vom 2. Juni 2015. In diesem Gespräch habe der  ihm versprochen, er werde die Arbeit nochmals in Ruhe anschauen. Ausserdem habe er gesagt, es hätten hie und da mehr Punkte vergeben werden können. Der Beschwerdeführer bringt überdies vor, durch dieses Versprechen habe er eine ernsthafte Überprüfung seiner Arbeit sowie eine Auseinandersetzung mit der Punkteverteilung erwartet. Indem der Experte ihm jedoch in der Folge unter Hinweis auf das Minimum von 33 Punkten für die Note 4 einzig mitteilte, sich falsch an die Notenskala erinnert zu haben, sei dieses Versprechen nicht gehalten worden; dem Experten sei dabei bewusst gewesen, dass es sich um den zweiten Prüfungsversuch handelte (Beschwerde S. 8 f.; act. 6 S. 4). Die Anwaltsprüfungskommission führt dagegen aus, der Experte B._ sei einzig damit einverstanden gewesen, die Prüfung des Beschwerdeführers dahin durchzusehen, ob «etwas vergessen gegangen» sei oder ein Additionsfehler vorliege. Hingegen habe das nochmalige Durchsehen keinen Anlass gegeben, die Bewertung zu hinterfragen. Zwar habe der Beschwerdeführer sich mehr oder weniger zu allen Fragen geäussert, aber viele Punkte sehr
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oberflächlich behandelt (Beschwerdevernehmlassung S. 5). – Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers liegt kein Verstoss gegen Treu und Glauben vor, da es bereits an einer entsprechenden Vertrauensgrundlage mangelt. Zwar hat der Experte B._ gesagt – ohne zu präzisieren wie vertieft –, er schaue sich die Prüfungsarbeit nochmals an; wie der Beschwerdeführer indes selbst einräumt, hat der Experte zugleich darauf hingewiesen, er könne eine nachträgliche Anhebung der Note 3,5 auf 4 nicht versprechen. Ebenso kann die blosse Zusage, eine Prüfung nochmals durchzusehen, kein schutzwürdiges Vertrauen auf eine höhere Bewertung begründen. Inwiefern unter diesen Umständen eine Vertrauensgrundlage vorliegen soll, ist nicht erkennbar. Des Weiteren fehlt es an einer vom Beschwerdeführer gestützt auf die Aussage des Experten getätigten Disposition. Der mit Beschwerde eingereichte Arbeitsvertrag datiert vom 30. Juni 2014 und wurde demgemäss lange vor der schriftlichen Anwaltsprüfung unterzeichnet; er ist deshalb nicht geeignet, eine nachteilige Disposition zu belegen. Nach dem Gesagten ist ein Verstoss gegen Treu und Glauben zu verneinen.
4.3 Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, die Benotung sei willkürlich, weil eine Überprüfung seiner Arbeit und deren Bewertung verweigert wurde und ihm gemäss Korrektur des Experten B._ lediglich 1 Punkt fehlte, um eine genügende Note zu erreichen (Beschwerde S. 9), kann ihm ebenfalls nicht gefolgt werden. – Willkür in der Rechtsanwendung liegt vor, wenn der angefochtene Entscheid offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft, wobei ein Entscheid nur aufzuheben ist, wenn nicht bloss dessen Begründung, sondern auch das Ergebnis unhaltbar ist; dass eine andere Lösung ebenfalls als vertretbar oder gar zutreffender erscheint, genügt nicht (BVR 2013 S. 521 E. 3.2.2, 2009 S. 493 E. 5.1; BGE 140 III 16 E. 2.1, 138 I 49 E. 7.1 [Pra 101/2012 Nr. 72], 134 I 140 E. 5.4). Im vorliegenden Fall wurde einerseits die Prüfungsarbeit des Beschwerdeführers durch den Experten nochmals durchgesehen, wobei er keinen Anlass sah, die Bewertung zu hinterfragen. Andererseits wurde die Bewertung durch die Anwaltsprüfungskommission nachvollziehbar dargelegt (vgl. vorne E. 3). Sodann fehlen dem Beschwerdeführer 2 Punkte für eine genügende Note (31 statt 33 Punkte;
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vgl. Prüfungsunterlagen act. 1.3.3 und 1.3.4). Keine Auswirkung auf die Bewertung hat im Übrigen, dass der Experte an der Besprechung die genaue Skala nicht mehr im Kopf und dem Beschwerdeführer irrtümlich eine falsche Mindestpunktzahl für eine genügende Note genannt hatte. Demnach ist weder die Begründung noch das Ergebnis unhaltbar, weshalb die Bewertung der Arbeit des Beschwerdeführers durch die Anwaltsprüfungskommission nicht willkürlich ist.
5.
Streitpunkt ist schliesslich die Handhabung der Grenz- bzw. Härtefallpraxis der Anwaltsprüfungskommission.
5.1 Die Gesetzgebung über die Anwaltsprüfung sieht keine  vor. Nach Praxis der Anwaltsprüfungskommission wird eine  aus Billigkeitsgründen nur in Grenzfällen und auch dann nur in Härtefällen heraufgesetzt. Ein Grenzfall liegt vor, wenn die Prüfung durch Anhebung einer Note um maximal einen halben Punkt bestanden würde (Beschwerdevernehmlassung S. 1). Neben dem rein rechnerischen  des Grenzfalls müssen weitere Voraussetzungen erfüllt sein, damit ein Härtefall vorliegt und eine Erhöhung aus Billigkeitsgründen möglich ist. Der Entscheid, ob in der Notenkonferenz der Prüfungskommission ein  auf Erhöhung der Note gestellt wird, liegt im Ermessen der  Expertinnen und Experten (act. 8 S. 1).
5.2 Nach Ansicht der Anwaltsprüfungskommission erfüllt der  die Voraussetzungen des Grenzfalls, weshalb sein Ergebnis an der Notenkonferenz vom 5. Mai 2015 erörtert und durch die Expertinnen und Experten der drei schriftlichen Prüfungsfächer überprüft worden sei. Diese seien jedoch zum Schluss gelangt, die Leistungen des  rechtfertigten in keinem der geprüften Fächer eine nachträgliche Anhebung der Note, weshalb der Anwaltsprüfungskommission kein Antrag auf Erhöhung einer Note gestellt worden sei (Beschwerdevernehmlassung S. 1; act. 8 S. 1). Der Beschwerdeführer rügt demgegenüber, Expertinnen und Experten begingen einen Ermessensmissbrauch oder eine Ermes-
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sensunterschreitung, wenn trotz Vorliegens eines Grenzfalls kein Antrag auf Erhöhung der Note gestellt werde (act. 6 S. 2). Insbesondere habe es die Anwaltsprüfungskommission unterlassen, die weiteren  eines Härtefalls darzulegen, zumal bei ihm ein Härtefall vorliege, da er die Prüfung zum letzten Mal abgelegt habe und keine weitere  bestehe. Zwar verleihe diese Tatsache allein noch keinen Anspruch auf Anhebung des Prüfungsergebnisses, aber angesichts der  Umstände (äusserst knappes Ergebnis, Fremdsprachigkeit, letzte Möglichkeit, die Prüfung zu wiederholen) sei die Nichtanwendung des  in Grenz- und Härtefällen durch die  willkürlich (act. 10 S. 1 f.).
5.3 Es liegt in der Natur von Prüfungen, dass zwischen genügenden und ungenügenden Leistungen eine starre Grenze zu ziehen ist (BVGer /2009 vom 11.1.2010, in ZBl 2011 S. 570 E. 6.2, A-2226/2013 vom 12.6.2013, E. 5.4). Folglich ist mit jedem Schwellenwert und jeder Prüfung unweigerlich eine gewisse Härte verbunden, indem auch Kandidatinnen oder Kandidaten nicht bestehen, welche die erforderliche Notenzahl nur knapp nicht erreichen (BGer 2P.177/2002 vom 7.11.2002, in GVP SG 2002 Nr. 116 E. 4, 2P.81/2001 vom 12.6.2001, E. 3c/bb; Patricia Egli,  Rechtsschutz bei Prüfungsfällen: Aktuelle Entwicklungen, in ZBl 2011 S. 538 ff., 555). Hingegen stellt ein knapper Misserfolg für sich allein noch keine Härte dar; denn würde einzig aufgrund eines knappen Resultats eine Notenanhebung erfolgen, müsste dies aus Gleichbehandlungsgründen bei allen Kandidatinnen und Kandidaten, welche die Prüfung nur knapp nicht bestanden haben, gleich gehandhabt werden. Dies würde jedoch lediglich eine Verschiebung des Prüfungsmassstabs bewirken und zu neuen Härten führen (BVGer A-2496/2009 vom 11.1.2010, in ZBl 2011 S. 570 E. 6.2, /2013 vom 12.6.2013, E. 5.4; vgl. auch zum deutschen Recht Niehues/Fischer/Jeremias, Prüfungsrecht, 6. Aufl. 2014, Rz. 584). Es besteht denn auch kein Rechtsanspruch darauf, dass in knappen Fällen nachträglich die Noten aufgerundet werden (BGer 2P.177/2002 vom 7.11.2002, in GVP SG 2002 Nr. 116 E. 4).
5.4 Die Anwaltsprüfungskommission hat eine Praxis entwickelt, wie sie mit sogenannten Grenzfällen umgeht (vgl. zur Definition vorne E. 5.1).
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Demnach werden solche Fälle der Prüfungskommission angezeigt, an der Notenkonferenz erörtert und überprüft. Es liegt jedoch im Ermessen der zuständigen Expertinnen und Experten, ob aufgrund der erbrachten  der Prüfungskandidatin bzw. des Prüfungskandidaten eine Anhebung der Note in Betracht fällt. Über einen allfälligen Antrag entscheidet die . Diese Vorgehensweise ist zweckmässig und legitim. Wenn die Expertinnen und Experten bei nochmaliger Prüfung ihrer  über einen gewissen Spielraum verfügen, ist dies nicht unsachgemäss, kann doch eine juristische Prüfung nicht nach einer  Methode mit exaktem Ergebnis bewertet werden.  ist mit der Korrektur schriftlicher Prüfungsarbeiten regelmässig ein  Beurteilungs- und Bewertungsspielraum verbunden; wird er , d.h. nach sachlichen Kriterien ausgeübt, liegt darin keine  (vgl. BGer 2P.81/2001 vom 12.6.2001, E. 3c/bb; zum deutschen Recht Niehues/Fischer/Jeremias, a.a.O., Rz. 586). Einen Anspruch auf eine nachträgliche Korrektur der Note verleiht die Praxis der  aber nicht (vgl. auch E. 5.3 hiervor). Vielmehr kann  nur abgeleitet werden, dass knappe Prüfungsresultate nochmals  werden. Wie vertieft eine solche Überprüfung auszufallen hat, liegt im pflichtgemässen Ermessen der verantwortlichen Expertinnen und Experten bzw. der Anwaltsprüfungskommission. Sachgerecht und vertretbar ist es, wenn Prüfungsarbeiten, bei denen mehrere Punkte – wie beim  – zum Erreichen der nächst höheren (genügenden) Note fehlen, nur dahingehend überprüft werden, ob die vergebenen Punkte  zusammengezählt und alle relevanten Ausführungen bewertet wurden.
5.5 Wenn die Anwaltsprüfungskommission in einem Grenzfall an die zusätzliche Voraussetzung des sogenannten Härtefalls anknüpfen will, läuft dies hingegen auf eine Gesamtwürdigung bei knappen Prüfungsresultaten hinaus, welche in der APV nicht vorgesehen ist. Insoweit verfügen die  der Prüfungskommission von Gesetzes wegen über keinen  Ermessensspielraum. Ob für eine Korrektur des Prüfungsergebnisses daher mit dieser Begründung ein Spielraum bleibt, ist fraglich (vgl. BVR 2011 S. 324 E. 4.4.2). Jedenfalls dürfte die Prüfungskommission nur auf Kriterien abstellen, welche die rechtsgleiche Behandlung aller  und -kandidaten nicht unterlaufen. Die vom Be-
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schwerdeführer vorgebrachten Umstände (Fremdsprachigkeit, keine  Wiederholungsmöglichkeit) sind indes persönliche Eigenschaften, die bei einer objektiven und rechtsgleichen Bewertung nicht herangezogen werden dürfen (vgl. auch Niehues/Fischer/Jeremias, a.a.O., Rz. 584 und 651). So gesehen erscheint es zumindest missverständlich, im  mit der Grenzfallpraxis von einem «Härtefall» zu sprechen, beurteilen sich Härtefälle doch typischerweise (auch) nach persönlichen Gründen (z.B. im Ausländerrecht gemäss Art. 30 Abs. 1 Bst. b und Art. 50 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die  und Ausländer [AuG; SR 142.20] i.V.m. Art. 31 Abs. 1 der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit [VZAE; SR 142.201]). Wie die Anwaltsprüfungskommission im Übrigen zu Recht ausführt, wird die Beherrschung einer Amtssprache bei Absolvierung der Anwaltsprüfung im Kanton Bern vorausgesetzt ( S. 5). Denn gerade in juristischen Prüfungen sollen die  und Kandidaten nicht nur zeigen, dass sie das Recht mit Verständnis erfassen und anwenden können; zur Rechtsanwendung gehört zentral die Fähigkeit, sich bei Falllösungen in den Rechtsausführungen  korrekt, in verständlicher Sprache und in einem sachangemessenen Stil auszudrücken (Niehues/Fischer/Jeremias, a.a.O., Rz. 626).  kann und muss die Fremdsprachigkeit des Beschwerdeführers bei der Benotung nicht zu dessen Gunsten berücksichtigt werden.
5.6 Soweit sich der Beschwerdeführer hinsichtlich des Fehlens einer weiteren Wiederholungsmöglichkeit (vgl. Art. 20 Abs. 1 APV) auf die  Grenzfallregelung der Rekurskommission des Eidgenössischen Volksdepartements (EVD; heute Eidgenössisches Departement für , Bildung und Forschung [WBF]) beruft, hilft ihm dies nicht. Diese Regelung wurde bereits im Jahr 2010 abgeschafft (vgl. BVGE 2010/10 E. 6.2.4; zustimmend Patricia Egli, a.a.O., S. 553 und 555). Weitere , die zur Anhebung einer Note des Beschwerdeführers führen , sind weder geltend gemacht noch ersichtlich.
5.7 Nach dem Erwogenen ist die Handhabung der Grenzfallpraxis durch die Anwaltsprüfungskommission im Ergebnis nicht zu beanstanden. Diese hat ihr Ermessen weder unterschritten noch missbraucht. Die angefochtene
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 05.11.2015, Nr. 100.2015.177U, Seite 15
Verfügung hält damit der Rechtskontrolle stand. Die Beschwerde erweist sich in allen Teilen als unbegründet und ist abzuweisen, soweit darauf  ist.
6.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der unterliegende  an sich kostenpflichtig (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Die  hat indes substanzielle Ausführungen – namentlich zu ihrer Grenzfallpraxis – erst mit Beschwerdevernehmlassung vorgebracht. Hierin sind besondere Umstände zu sehen, die es rechtfertigen, keine  zu erheben (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Da zudem seitens des Beschwerdeführers keine Parteikosten angefallen sind (Art. 104 Abs. 1 und 2 VRPG), ist das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege als  geworden vom Geschäftsverzeichnis abzuschreiben (Art. 39 Abs. 1 VRPG). Weitere entschädigungspflichtige Parteikosten sind keine  (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 3 VRPG).