Decision ID: 58261c24-8445-40d1-8b82-6203a0589801
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X. ist geschieden und geht einer unselbständigen Erwerbstätigkeit nach. Sie lebte
im Jahre 2011 zusammen mit ihrer volljährigen Tochter Y. (geb. 13. November 1992) in
K. Die Tochter absolvierte 2011 im Rahmen ihrer Ausbildung ein Praktikum in einer
Arztpraxis in Z.
In der Steuererklärung für das Jahr 2011 machte X. einen Kinderabzug geltend. Die
Veranlagungsbehörde ging davon aus, dass auch die Unterhaltszahlungen des Vaters
zu berücksichtigen seien und die Pflichtige nicht zur Hauptsache für Y. aufgekommen
sei. Sie verweigerte daher X. den Kinderabzug. Für die direkte Bundessteuer 2011
veranlagte sie X. mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 55'500.-- und für die
Kantons- und Gemeindesteuer 2011 mit einem steuerbaren Einkommen von
Fr. 54'500.-- und einem steuerbaren Vermögen von Fr. 0.--.
Mit Schreiben vom 30. April 2012 erhob X. Einsprache gegen diese Veranlagungen mit
dem Antrag, ihr sei der Kinderabzug für Y. zu gewähren und sie sei dem
Verheiratetentarif zu unterstellen. Das kantonale Steueramt hiess die Einsprache
bezüglich der direkten Bundessteuer mit Entscheid vom 17. Oktober 2012 teilweise gut
und unterstellte X. dem "Elterntarif". Mit Entscheid vom 17. Oktober 2012 wies sie
hingegen die Einsprache gegen die Veranlagung der Kantons- und Gemeindesteuer ab.
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B.- Gegen die Einspracheentscheide vom 17. Oktober 2012 erhob X. mit Schreiben
vom 13. November 2012 Rekurs und Beschwerde bei der
Verwaltungsrekurskommission. Sie beantragte, ihr sei der Kinderabzug und die erhöhte
Versicherungspauschale von Fr. 600.-- für die im selben Haushalt lebende Tochter zum
Abzug zuzulassen und sie sei dem Vollsplittingtarif für die Kantons- und
Gemeindesteuer zu unterstellen.
Die Vorinstanz beantragte mit Vernehmlassung vom 4. Januar 2013 die Abweisung der
Beschwerde und des Rekurses. Die Pflichtige verzichtete mit Schreiben vom 4. Februar
2013 auf eine Stellungnahme. Die Eidgenössische Steuerverwaltung hat
stillschweigend auf eine Vernehmlassung zur Beschwerde verzichtet.
Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten wird, soweit erforderlich, in

den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.- Angefochten sind die Einspracheentscheide hinsichtlich der Kantons- und
Gemeindesteuer 2011 sowie der direkten Bundessteuer 2011. Zwar müssen für Rekurs
und Beschwerde verschiedene Entscheide ergehen; sie können indessen in einem
einzigen Dokument mit Verweisungen und einem gemeinsamen Dispositiv, das die
beiden Steuern allerdings ausdrücklich auseinanderhält, enthalten sein (vgl. BGE 130 II
509 = Pra 2005 Nr. 114 E. 8.3, BGE 135 II 260 = Pra 2010 Nr. 37 E. 1.3.1).
2.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurs- sowie zur Beschwerdeerhebung ist gegeben. Der Rekurs und die Beschwerde
vom 13. November 2012 sind rechtzeitig eingereicht worden. Sie erfüllen in formeller
und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 194 Abs. 1 des St. Galler
Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt: StG; Art. 140 Abs. 2 des Bundesgesetzes über
die direkte Bundessteuer, SR 642.11, abgekürzt: DBG; Art. 7 der Verordnung zum
Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, sGS 815.1; Art. 41 lit. h Ziff. 1 und Art.
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48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf
den Rekurs sowie auf die Beschwerde ist einzutreten.
3.- Die Beschwerdeführerin macht im Wesentlichen geltend, der Kinderabzug stehe ihr
zu, da sie für ihre Tochter neben der finanziellen Unterstützung auch einen nicht
bezifferbaren immateriellen Beitrag leiste, welchen es ebenfalls zu berücksichtigen
gelte. Die Vorinstanz hält dem entgegen, abzugsberechtigt sei nur derjenige Elternteil,
welcher den Unterhalt des Kindes aus eigenen, steuerlich bei ihm aber nicht
abziehbaren Mitteln überwiegend bestreite. Im Rekurs- und Beschwerdeverfahren ist
demnach umstritten, ob die Beschwerdeführerin den Kinderabzug geltend machen
kann.
a) Nach Art. 213 Abs. 1 lit. a DBG in der für das Jahr 2011 gültigen Fassung können für
jedes minderjährige oder in der beruflichen oder schulischen Ausbildung stehende
Kind, für dessen Unterhalt die steuerpflichtige Person sorgt, Fr. 6'400.-- abgezogen
werden; werden die Eltern getrennt besteuert, so wird der Kinderabzug hälftig
aufgeteilt, wenn das Kind unter gemeinsamer elterlicher Sorge steht und keine
Unterhaltsbeiträge nach Art. 33 Abs. 1 lit. c DBG für das Kind geltend gemacht werden.
b) Für volljährige Kinder wird der Kinderabzug nur gewährt, wenn sich das Kind noch in
der schulischen oder beruflichen Ausbildung befindet. Unter beruflicher oder
schulischer Ausbildung ist nicht nur eine Berufslehre zu verstehen; vielmehr gilt als
berufliche Ausbildung jeder Ausbildungsgang, welcher mittelbar oder unmittelbar dazu
dient, in erster Linie die Erstausbildung abzuschliessen (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/
Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. Aufl. 2009, N 40 zu Art. 213 DBG). Nach dem
Kreisschreiben der EStV Nr. 30 vom 21. Dezember 2010, das ab Steuerperiode 2011
massgebend ist, kann bei getrennt lebenden oder geschiedenen Eltern grundsätzlich
derjenige Elternteil den Kinderabzug geltend machen, der die Unterhaltszahlungen
leistet. Leisten beide Elternteile Unterhaltszahlungen, kann der Elternteil mit den
höheren finanziellen Leistungen, d.h. in der Regel derjenige mit dem höheren
Einkommen, den Kinderabzug geltend machen. Der andere Elternteil kann den
Unterstützungsabzug geltend machen, sofern seine Leistungen mindestens in der
Höhe des Abzuges erfolgen (Kreisschreiben der ESTV Nr. 30 vom 21. Dezember 2010,
Ziffer 14.10.2). Ist ein volljähriges Kind trotz seiner Ausbildung fähig, für einen Teil
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seines Unterhaltes selbst zu sorgen, ist dies an die Unterhaltsleistung der Eltern
anzurechnen (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 41 zu Art. 213 DBG; im
Ergebnis gleich: NStP 2008, S. 67). Wohnt das Kind beim einen Elternteil und leistet der
andere Elternteil dem Kind Unterhaltsbeiträge, so sind die Leistungen desjenigen
Elternteils, bei dem das Kind wohnt, ziffernmässig zu bestimmen, um festzustellen, wer
die höheren finanziellen Leistungen erbringt.
Die Tochter Y. war im Jahr 2011 volljährig und besuchte die A.-Schule in Z., welche
dazu diente, sie auf die Abschlussprüfung zur medizinischen Praxisassistentin
vorzubereiten. Im Rahmen der schulischen Ausbildung absolvierte sie zwischen
Februar 2011 und Januar 2012 ein Praktikum in einer Arztpraxis in Z. Der Besuch der
A.- Schule ist ohne Zweifel als berufliche Erstausbildung zu qualifizieren. Entsprechend
ist ein Kinderabzug grundsätzlich möglich. Es ist zu prüfen, welcher Elternteil den
Kinderabzug geltend machen kann. In diesem Zusammenhang ist zunächst der
Unterhaltsbedarf der Tochter Y. zu bestimmen. Alsdann ist zu prüfen, ob aufgrund
eines allfälligen Einkommens des Kindes eine Eigenleistung zu berücksichtigen ist. In
der Praxis wird bei einer Erwerbstätigkeit des Kindes ein Betrag von Fr. 6'000.--
abgerechnet, der zur freien Verfügung des Kindes vorgesehen ist. Damit kann die
notwendige Elternleistung ermittelt werden. Die St. Galler Praxis stellt auf den
effektiven Bedarf des betreffenden Kindes ab und setzt voraus, dass dieser in
Grenzfällen für das mündige Kind zuerst festgestellt werden muss, wobei auch die in
Natura erbrachten Leistungen wie Kost und Logis zu beziffern sind. Für die Bemessung
des Unterhaltsbedarfs des Kindes wird für gewisse Auslagen, die notwendigerweise zu
schätzen sind, auf Pauschalen abgestellt, in der Regel auf die Empfehlungen des
Amtes für Jugend und Berufsberatung des Kantons Zürich zur Bemessung von
Unterhaltsbeiträgen (www.ajb.zh.ch; vgl. SGE 2010 Nr. 3 und 2007 Nr. 9 [=VerwGE B
2007/14 vom 9. Mai 2007, in: www.gerichte.sg.ch]). Gemäss der "Empfehlung zur
Bemessung von Unterhaltsbeiträgen für Kinder" des Amtes für Jugend und
Berufsberatung des Kantons Zürich ist der jährliche Unterhalt auf Fr. 25'500.- zu
schätzen. Davon ist bei volljährigen Kindern der Aufwand für Pflege und Erziehung
Fr. 3'960.-- abzurechnen, da volljährige Kinder keine besondere Pflege und Erziehung
mehr benötigen. Bei volljährigen Kindern besteht im Übrigen auch keine elterliche
Sorge. Der Aufwand von Fr. 5'100.-- für Ernährung ist um die Hälfte zu reduzieren, da
die Tochter teilweise auswärts isst und hiefür Berufskosten abrechnen kann. Daraus
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resultiert ein Bedarf von Fr. 18'990.--. Im Jahr 2011 erzielte Y. aus unselbständiger
Erwerbstätigkeit ein Nettoeinkommen von Fr. 15'641.--, weshalb es ihr grundsätzlich
möglich war, einen Teil ihres Unterhaltes selbst zu bestreiten. Nach Abzug des
Betrages von Fr. 6'000.-- zur freien Verfügung ist die Eigenleistung der Tochter auf Fr.
9'641.-- festzusetzen. Von dieser Eigenleistung ist zusätzlich der besondere
Unterhaltsbedarf abzuziehen. Unter Berücksichtigung der Fahrkosten (Fr. 1854.--), der
Mehrkosten für auswärtige Verpflegung (Fr. 3200.--) und der weiteren Berufskosten
(Fr. 641.--) beträgt die mögliche Eigenleistung des Kindes noch Fr. 3'946.--. Somit ist
die notwendige Elternleistung mit Fr. 15'044.-- zu beziffern.
Der Vater von Y. trug nachweislich durch Zahlungen von Fr. 860.-- pro Monat,
insgesamt Fr. 10'320.-- zum Unterhalt von Y. bei. Der Anteil der Mutter betrug damit
noch Fr. 4'724.--. Damit sind die Leistungen des Vaters weit höher zu veranschlagen
als jene der Mutter, weshalb der Kinderabzug nach Ziff. 14.10.2 des Kreisschreibens
der EStV nicht der Mutter gewährt werden kann. Die Beschwerdeführerin stellt sich auf
den Standpunkt, die Anknüpfung für die Berechtigung zum Kinderabzug sei nicht die
finanzielle Hauptlast, sondern die Betreuungsfunktion, welche sie als Mutter innehabe.
Sie verweist diesbezüglich auf das Urteil des Bundesgerichts 2C_365/2009 vom
24. März 2010. Dieses Urteil ist aber nicht einschlägig, da es thurgauisches Recht zum
Gegenstand hat und dessen Anwendung nur unter dem Blickwinkel der Willkür prüfte.
Zudem wird im Urteil darauf hingewiesen, dass die Auffassung vertretbar, wenn nicht
sogar zutreffender sei, dass derjenige den Kinderabzug geltend machen kann, der zur
Hauptsache für das Kind aufkommt (E. 3.4). Der Vater leistete den grössten Teil des
Unterhaltes, weshalb folgerichtig er auch den Kinderabzug geltend machen konnte.
Der Beschwerdeführerin bleibt der Kinderabzug verwehrt.
Allenfalls ist zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin ein Unterstützungsabzug nach Art.
213 Abs. 1 lit. b DBG geltend machen kann. Dieser ist für jede erwerbsunfähige oder
beschränkt erwerbsfähige Person zu gewähren, zu deren Unterhalt die steuerpflichtige
Person mindestens in der Höhe des Abzuges beiträgt; der Abzug kann nicht
beansprucht werden für den Ehegatten und für Kinder, für die ein Abzug nach lit. a
gewährt wird. Erreicht die tatsächliche Unterstützung den Unterstützungsbeitrag nicht,
entfällt der Unterstützungsabzug vollständig; er wird nicht im Ausmass der
Unterstützung gewährt. Der Unterstützungsabzug ist gegenüber dem Kinderabzug
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subsidiär (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 50 zu Art. 213 DBG). Im
vorliegenden Fall beträgt die Leistung der Mutter wie erwähnt Fr. 4'724.--, womit der
Unterstützungsabzug entfällt.
c) Im st. gallischen Steuerrecht wird nach Art. 48 Abs. 1 lit. a Ziff. 1 StG ein
Kinderabzug von Fr. 10'200.-- für jedes unter der elterlichen Sorge oder Obhut des
Steuerpflichtigen stehende oder volljährige Kind gewährt, das in der schulischen oder
beruflichen Ausbildung steht, wenn der Steuerpflichtige zur Hauptsache dafür
aufkommt. Im Unterschied zum DBG hält das st. gallische Steuerrecht explizit fest,
dass der Kinderabzug nur von demjenigen Elternteil beansprucht werden kann, der
"zur Hauptsache" für den Unterhalt des Kindes aufkommt. Zur Hauptsache bedeutet,
dass derjenige Elternteil, der grundsätzlich mehr als die Hälfte der Unterhaltskosten
des Kindes übernimmt, den Abzug beanspruchen kann. Zur Hauptsache kommt aber
z.B. auch derjenige Elternteil auf, der nur 40% an den Unterhalt des Kindes zahlt,
wobei die restlichen 60% jedoch je zur Hälfte durch Alimentenzahlungen des anderen
Elternteils und durch eigene Erwerbseinkünfte des Kindes bestritten werden (SGE 2010
Nr. 3). Es kann daher auf die vorstehende Begründung über den Kinderabzug bei der
direkten Bundessteuer verwiesen werden. Die Rekurrentin kann folglich auch keinen
Kinderabzug für die Kantons- und Gemeindesteuern 2011 geltend machen. Ein
Unterstützungsabzug ist im st.gallischen Steuerrecht übrigens nicht vorgesehen.
4.- Die Beschwerdeführerin beantragt weiter, ihr solle die erhöhte
Versicherungspauschale in der Höhe von Fr. 600.-- zum Abzug zugelassen werden.
a) Art. 33 Abs. 1 lit. g DBG sieht eine Erhöhung des Abzuges im Umfang von Fr. 600.--
für jedes Kind oder jede unterstützungsbedürftige Person, für die der Steuerpflichtige
einen Abzug nach Art. 35 Abs. 1 lit. a oder b DBG geltend machen kann. Da die
Beschwerdeführerin diese Abzüge nicht geltend machen kann, kann ihr die Erhöhung
der Versicherungspauschale nicht gewährt werden.
b) Das kantonale Recht gewährt nach Art. 45 Abs. 1 lit. g StG eine Erhöhung des
Abzuges von den Einkünften um Fr. 600.-- für jedes Kind, für das der Steuerpflichtige
einen Kinderabzug geltend machen kann. Da für die Kantons- und Gemeindesteuer
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kein Kinderabzug der Rekurrentin möglich ist, kann auch keine Erhöhung der
Versicherungspauschale abgezogen werden.
5.- Die Rekurrentin beantragt weiter die Festsetzung des Steuerbetrages zum
Vollsplittingtarif nach Art. 50 Abs. 3 StG. Zur Begründung zitierte sie das
Kreisschreiben der EStV Nr. 30 vom 21. Dezember 2010, Ziff. 14.10.3. Für die
Anwendung des kantonalen Rechts ist das Kreisschreiben der EStV nicht massgebend.
Hinzu kommt, dass Art. 50 Abs. 3 StG den Verheiratetentarif ausdrücklich jenen
Steuerpflichtigen vorbehält, die den Unterhalt des Kindes zur Hauptsache bestreiten.
Diese Voraussetzung ist wie erwähnt bei der Rekurrentin nicht erfüllt.
Dementsprechend ist die Rekurrentin nicht dem Verheiratetentarif nach Art. 50 Abs. 3
StG zu unterstellen.
6.- Die Vorinstanz brachte bei der direkten Bundessteuer den Verheiratetentarif zur
Anwendung. Sie berief sich auf das Kreisschreiben der EStV. Nach Ziff. 14.10.3 kann
grundsätzlich derjenige Elternteil, mit dem das Kind zusammenlebt, den Elterntarif
geltend machen. Offenbar bezog sich die Vorinstanz auf diese Bestimmung. Indes wird
im Kreisschreiben angefügt, es könne in der Regel davon ausgegangen werden, dass
dieser Elternteil, also jener, mit dem das Kind zusammenlebt, für den Unterhalt zur
Hauptsache aufkommt. Vorliegend ist dies allerdings nicht der Fall. Aufgrund der
konkreten Umstände ist aber davon abzusehen, hinsichtlich des anwendbaren Tarifs
eine reformatio in peius vorzunehmen und den Tarif zum Nachteil der Steuerpflichtigen
zu ändern.
7.- Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde und der Rekurs abzuweisen
sind.
Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die Kosten des Verfahrens der Rekurrentin
und Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP; Art. 144 Abs. 1 DBG). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 600.-- ist angemessen (vgl. Art. 144 Abs. 5 DBG i.V.m. Art. 7
Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der Kostenvorschuss von
Fr. 600.-- ist zu verrechnen.
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