Decision ID: df564261-67b3-42fd-b45f-8784d6bc7269
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1977,
Mutter zweier Kinder (Jahrgang 1997 und 2010)
,
arbeitete
vom
1.
September 2005
bis zur Kündigung
durch
d
i
e Arbeitgeberin per Ende Mai 2014
als
Gastronomie
mitarbeiterin
im Alterszentrum
Y._
in
Z._
in einem Teilzeit
pensum
(80
%
; Urk. 13/3, Urk. 13/10, Urk. 13/21
, Urk. 13/27 S.
5
).
1.2
Am
19
.
Oktober 2013
(Urk. 1
3
/
10
) meldete sich die Versicherte
– nach erfolgter
Früh
erfassung
(vgl. dazu Urk. 13/3
, Urk. 13/7
)
-
unter Hinweis auf
Schulter
be
schwerden
(
generelle
Hyper
laxi
tät
mit instabilen Schultern beidseits und starken Schmerzen in der Schul
ter rechts seit März 2013
)
bei
der In
validen
versiche
rung zum
Leistungs
be
zug
an
. Die
Sozial
ver
siche
rungs
anstalt
des
Kantons Zürich,
IV-
Stelle, holte einen Aus
zug aus dem indi
viduellen Konto (Urk. 1
3
/
14
),
medizini
sche Berichte (Urk. 13/16-17
, Urk. 13/23
, Urk. 13/30-31
)
und
Auskünfte der Ar
beit
geberin (Urk. 1
3
/
21
, Urk. 13/24
)
ein. Ferner zog sie das von der BVK veran
lasste ver
trauensärztliche Gutachten
des Dr. med.
A._
, Facharzt für Allge
meine Medizin FMH,
vom 1
2.
April 2014 (Urk. 13/27/2-13) bei.
Am
7.
Mai 2014 (Urk. 13/32) teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass zurzeit keine beruf
lichen Einglie
derungsmassnahmen möglich seien. In der Folge holte sie
weitere
medizinische Berichte (Urk. 13/35-36) ein.
Mit Vorbescheid vom
21
.
Oktober 2014
(Urk. 1
3
/
43
) stellte sie die Ab
weisung des
Leistungs
begehrens
in Aussicht,
wo
gegen
die Versicherte
Ein
wand
er
hob
(Urk. 1
3
/
44
). Mit Ver
fügung vom 1.
Dezem
ber 2014
(Urk. 2) ver
neinte
die IV-Stelle
d
en Anspruch auf eine Rente.
2.
Dagegen erhob die Versicherte am
1
5. Juli 201
5
(Urk. 1
, vgl. dazu auch Urk. 7
)
Beschwerde und be
an
tragte, die angefochtene Verfügung vom
1.
Dezember 2014
sei aufzuheben und
es seien
ihr die gesetzlichen Leistungen
auszurichten.
Mit
Beschwerdeantwort vom
23
.
März
201
5
(Urk. 1
2
)
beantragte die IV-Stelle, die Be
schwerde sei teilweise gut
zuheissen und die Angelegenheit zu weiteren Abklä
rungen des medizinischen Sachverhalts und der Einschränkungen der Beschwer
de
führerin an sie zurückzuweisen. Am 2
6.
März 2015 (Urk. 14) wurde die Be
schwer
de
führerin zur Stellungnahme dazu aufgefordert, ob sie sich dem Antrag
der
Be
schwerde
gegnerin
auf Rückweisung zu weiteren Abklärungen anschliessen
könne. Am
7.
April 2015 (Urk. 16) teilte
sie den Verzicht auf eine
Stellung
nah
me mit
, was der
Be
schwerde
gegnerin
am 1
5
.
April
201
5
(Urk. 1
8
)
zur Kennt
nis gebracht wurde.
3.
Auf die einzelnen Vorbringen der Parteien und die Akten wird, sofern für die
Ent
scheidfindung
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den All
ge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a,
122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die
Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung vom 1.
Dezember
201
4
(Urk. 2) dafür, dass
bei der Beschwerdeführerin
keine Invalidität vorliege, da sie g
emäss den medizinischen Abkläru
n
g
en
in ihrer angestammten Tätigkeit als Gastronomiemitarbeiterin unter Vermeidung von schweren manuellen Tätig
keiten und Arbeiten über Schulterhöhe zu 100
%
arbeitsfähig sei.
In der Vernehmlassung vom 2
3.
März 2015 (Urk. 12) führte sie demgegenüber
neu
aus,
die medizinischen Unterlagen seien insofern ungenügend, als daraus nicht abschliessend hervorgehe, ob aus dem diag
nostizierten
Gesundheits
scha
den
für die angestammte Tätigkeit als
Service
ange
stellte
sowie allenfalls für eine an
gepasste Tätigkeit dauerhaft eine Arbeits
un
fä
higkeit resultiere
.
Zwar sei
Dr.
A._
im BVK-Gutachten vom 1
2.
April 2014 zum Schluss gekommen, dass
(
aus da
maliger Sicht
)
keine anhaltende Berufs
unfä
higkeit für die ausgeführte Tätigkeit bestehe un
d die Be
schwerde
führerin eine
leichte Tätigkeit als
Servicefach
an
ge
stellte
wie bis
her voraus
sichtlich in einigen Wochen wieder aufnehm
en könne. Aufgrund von weiteren
,
erst nach dem Zeitpunkt der gutachterlichen Untersu
ch
ung einge
ga
ngenen me
dizinischen Unterlagen
bestünden jedoch Hinweise dafür, dass sich die im Gut
achten gestellte Prognose zur Arbeitsfähigkeit nicht wie voraus
gesagt ver
wirklicht habe. Deshalb bestehe
z
usätzlicher
Abklärungs
be
darf
. Für die Be
urteilung könne nicht ausschliesslich auf das BVK-Gutachten ab
ge
stützt wer
den.
2.2
D
ie Beschwerdeführerin
hielt fest
(Urk. 7
S.
3 ff.
Ziff.
5
),
das Gutachten von
Dr.
A._
vom 1
2.
April 2014 sei vor der Beurteilung
durch
de
n
Regionalen Ärzt
lichen Dienst (RAD) vom 1
6.
Mai 2014 erstellt worden. Soweit die IV-Stelle nun ent
gegen der spezialärztlichen Beurteilung ihres RAD-Arztes von einer Arbeits
fähig
keit im Umfang von 100
%
ausgehe, widerspreche sie sich selbst. Die Diskre
pan
zen hinsichtlich der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit bei noch nicht abge
schlosse
ner Therapie würden bei Abstellen auf das Gutachten des
Allgemeinprak
tikers
Dr.
A._
nicht hinreichend aus dem Weg geräumt. Abgesehen davon könne das Gutachten auch inhaltlich nicht ver
wertet werden, da es sich nicht mit den
Vorakten
auseinandersetze, welche gegen
teilige Beur
teilungen beinhalteten. Sei
ner Einschätzung, dass ein
e
leichte Tätig
keit als
Serviceange
stellte
wie bisher ausgeführt in voraus
sicht
lich ein
igen
Woche
n
wieder aufge
nommen werden könne
,
könne nicht gefolgt werden, zumal die angestammte Tä
tigkeit als
Service
an
gestellte
in der Gastro
nomie des Alterszentrums
Y._
nicht als „leicht“ be
urteilt werden könne.
Dass
Dr.
A._
der
Ansicht sei, die ange
stammte Tätigkeit sei leicht und könne ohne schwere manuelle Tätigkeiten (He
ben und Tragen von schweren Lasten) oder Arbeiten über Schulterhöhe ausgeübt werden, könne nicht nachvollzogen wer
den. Ent
sprechende Abklärungen über den bisherigen Arbeits
platz seien denn auch weder von ihm noch von der
Be
schwerdegegnerin
vorge
nom
men worden.
Zu den Ausführungen der Beschwerdegegnerin in der Vernehmlassung vom 23. März 2015 (Urk. 12) liess sich
die Beschwerdeführerin
nicht vernehmen (Urk. 16).
3.
3.
1
Im Bericht vom 2
2.
Januar 2014 (Urk. 13/18/1-2)
nannte
der behandelnde
Dr.
med.
B._
, Orthopädie/Traumatologie des Bewegungsapparates FMH,
folgen
de
Diagnosen:
Zervikobrachialgie
rechts mehr als links mit chronischer
Schmerzent
wicklung
-
leichtes
zervikoradikuläres
Reiz- und partielles sensibles
Ausfall
syn
drom
C6 rechtsbetont (Diagnose
Dr.
C._
)
-
Magnetresonanztomographie (MRI) Halswirbelsäule (HWS) vom 8. Okto
ber
2013:
ossär
degenerativ bedingte Einengung des
Neuro
foramens
HWK 5/6 rechts, HWK 6/7 beidseits, HWK 6/7 links
medi
olaterale
Diskushernie
leichtes
Sulcus
ulnaris
-Syndrom rechts
habituelle Schulter-Instabilität bei
Hyperlaxität
multidirektional rechts mehr als links
-
Status nach offenen Operationen in der
D._
vor Jahren
-
Status nach Limbus
Refixation
rechts 2008
anamnestisch Sturz aus 4.5 m Höhe im April 2013
Dr.
B._
hielt fest, die Beschwerdeführerin sei nach wie vor seit Juli 2013 als Serviceangestellte zu 100
%
arbeitsunfähig. Sie könne im jetzigen Zustand keine Servicearbeiten ausführen. Sie sei stark eingeschränkt in der Rotation und im Heben des Armes.
Diese Bewegungen führten zu Beschwerden, Instabilitäten und Exazerbationen, auch der
Zervikobrachialgie
. Es seien weniger
arm
be
las
ten
de
Tätigkeiten indiziert. Hinsichtlich der unteren Extremitäten sei die Be
schwer
de
führerin voll einsatzfähig.
3.2
Die behandelnde
Dr.
med.
C._
, Fachärztin FMH für Neurologie,
Neuro
an
gio
lo
gie
, EMG, EEG
, evozierte Potentiale, diagnostizierte
im
Bericht vom 11.
Febru
ar 2014 (Urk. 13/23)
ein leichtes
z
erviko
radikuläres
Reiz- und partiel
les sensibles Ausfallsyndrom C6 rechts seit circa Mitte 201
3.
Es bestehe des Weiteren eine
bekannte
Schulter
in
stabili
tät
rechts bei einem Status nach Limbus
Refixation
und früher eine
m Status nach offener Operation sowie einem Status nach einem Sturz aus 5.5 m Höhe im April 2013 beim Reparieren eines Storens.
Dr.
C._
machte keine Angaben zur Arbeitsfähigkeit, da sie die Be
schwerde
führerin seit September 2013 nicht mehr gesehen habe. Sie em
pfehle, bei den weiter behandelnden Neurologen und Orthopäden in einigen Monaten weitere
Ver
laufsberichte
einzuholen.
3.3
Dr.
med.
E._
, Leitender Arzt, Neurologie, Klinik
F._
,
Muskulo
-
Skelettal Zentrum Neurologie
, diagnostizierte im Bericht vom
3.
April 2014 (Urk. 13/31)
ein
zervikoradikuläres
Reizsyndrom C7 rechts mit/bei einer
osteo
disko
gen
bedingten
foraminalen
Stenose C6/7 rechts,
osteodiskogene
forami
nale
Stenosen C5/6 rechts und C6/C7 links, vermutlich asymptomatisch, eine habitu
elle Schulterinstabilität bei einer
Hyperlaxität
multidirektional rechts mehr als
links mit/bei Status nach offenen Operationen in der
D._
vor Jahren, Sta
tus
nach Limbus
Refixation
rechts 2008, und anamnestisch einen Sturz aus 4.5 m Höhe im April 2013.
Dr.
E._
hielt
fest, dass die Beschwerdeführerin eine
Zervikobrachialgie
rechts beschreibe, welche von der Semiologie her bei Ausstrahlung in die Finger II und III am ehest
en C7 rechts entspreche
. Klinisch neurologisch lasse sich die
Brachialgie
bei Rotation nach rechts aus
Reklination
provozieren. Senso
moto
rische Defizite fänden sich nicht. In einem MRI der HWS vom Oktober letzten Jahres hätten sich mässige
Diskusprotrusionen
und
Unko
vertebral
ar
t
h
rosen
i
n den Segmenten C5/C6 und C6/C7 beidseits gezeigt, wobei der
Haupt
befund
eine
foraminale
Stenose C6/7 rechts darstelle. Dadurch könnte die
Zer
vikobrachialgie
rechts erklärt werden, weshalb in diagnostischer und therapeutischer Absicht eine
foraminale
Infiltration C6/7 rechts geplant worden sei.
3.
4
Im
Gutachten
vom 1
2.
April 2014 (Urk. 13/27/2-13)
diagnostizierte
Dr.
A._
eine
Z
ervikobrachialgie
rechts bei degenerativen Veränderungen der
Hals
wirbel
säule
und anamnestisch einen Sturz aus 4.5 Metern Höhe im April 2013
, eine habi
tu
elle Schulterinstabilität bei
Hyperlaxität
multidirektional rechts mehr als links mit/
bei einem Status nach offenen Operationen in der
D._
vor Jahren und einem Status nach
Limbusrefixation
rechts hier in der Schweiz im Jahr 2008, ein leichtes
Sul
c
us
ulnaris
-Syndrom rechts und einen Status nach leichter
An
passungsstörung
mit Angst und depressiver Reaktion (ICD-10 F43.22) im Rah
men
eines Arbeitskonfliktes.
Dr.
A._
hielt weiter fest
(S. 11)
, eine leichte Tätigkeit als
Ser
vice
an
gestellte
wie
sie
die Beschwerdeführerin bisher ausgeführt habe, könne vor
aus
sichtlich in eini
gen Wochen wieder aufgenommen werden. Wegen der seit Jahren
bestehenden Schulterinstabilität rechts betont könne die Be
schwer
de
führerin schwere manu
elle Tätigkeiten oder Arbeiten über Schulterhöhe nicht aus
führen. Gegenwärtig würden weitere Behandlungsmöglichkeiten der noch be
stehenden Nacken- und
Schulterblattschmerzen rechts an einer ortho
pädi
schen Fachklinik geprüft. Sicher
sei die physikalische Behandlung der ver
spannten paravertebralen Muskulatur auf Höhe des Schulterblattes indiziert.
3.5
In seiner Stellungnahme vom 1
6.
Mai 2014 (Urk. 13/42 S. 4) hielt RAD-Arzt
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie,
fest,
be
i der Be
schwer
de
führerin sei ein somatischer Gesundheitsschaden, ein
schliesslich
einer sich daraus ableitenden Einschränkung der funktionellen Leistungs
fähig
keit
,
aus
ge
wiesen (vgl. die aufgeführten Diagnosen in E.
3.1
hie
vor
).
Der
Gesund
heits
schaden
sei stabil, wobei eine weiterführende Diagnostik und Therapie in Form einer
periradikulären
Infiltration geplant sei. Die
Ein
schätzung, wonach die Be
sch
werdeführerin ab 1
0.
Juli 2013 zu 100
%
arbeits
unfähig sein soll, sei
vorerst
bis
auf weiteres nachvollzie
h
bar. Für eine ange
passte Tätigkeit lägen keine kon
kreten prozentualen Angaben vor. Lediglich
Dr.
B._
habe aus
ge
führt, dass
„wenig armbelastende Tätigkeiten indi
ziert“ seien, was zweifelslos plausibel sei.
Eine abschliessende
versicherungsme
dizinische
Stellung
nahme sei je
doch ange
sichts einer noch nicht abgeschlosse
nen medizinischen Phase (Diagnostik und/
oder
Therapie) im Moment noch nicht möglich. Es seien weitere
Verlaufs
be
richte
bei der Klinik
F._
(Neurologie) und beim Hausarzt
Dr.
med.
H._
,
Facharzt Allgemeinmedizin FMH,
einzuho
len und
es seien
die Ärzte zur Arbeits
fähigkeit in einer angepassten Tätigkeit zu befra
gen.
3.
6
A
m
2.
Juli 2014 (Urk. 13/35)
berichtete
der behandelnde Hausarzt
Dr.
H._
,
dass die Beschwerdeführerin am
8.
Mai 2014 bei
Dr.
B._
in Behandlung ge
wesen sei und in der Zwischenzeit eine Wurzelinfiltration C7 be
ziehungsweise
C6-C7 rechts in der Klinik
F._
durchgeführt
worden
sei. Daraufhin hätten
sich die Halsbeschwerden teilweise gebesser
t, allerdings
bestünde
n
noch
Parä
s
the
sien
im Bereich der Nervenwurzel C6-C
7.
Im Monat Juni habe er die Be
schwer
de
führerin erneut gesehen und die Beschwerden im
Trapezius
bereich
rechts
seien
noch vorhanden gewesen, weshalb eine lokale Physiothera
pie not
wen
dig sei. Di
e Beschwerdeführerin sei auch noch wegen psychiatrischer Be
schwerden bei
Dr.
med.
I._
, FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, in Be
handlung. Von psy
chia
trischer Seite her fühle sie sich aktuell stabil, sie schlafe gut und die Stim
mung
sei besser. Es seien weitere psychiatrische Sit
zungen vor
ge
sehen be
zieh
ungs
weise eine Gesprächstherapie bei
Dr.
I._
so
wie eine Be
handlung in der Klinik
F._
bei
Dr.
E._
,
wo
allenfalls auch andere Infiltrationen
durchgeführt
würden.
Hinsichtlich
der
Arbeitsfähigkeit führte er aus, die Beschwerdeführerin sei in eine
r angepassten Tätigkeit
theoretisch
zu 50
%
arbeitsfähig, sofern sie nichts Schweres heben
beziehungsweise
tragen oder Arbeiten über Schulterhöhe erle
di
ge
n
müss
e.
F
ür die genauere Beurteilung sei sicherlich auch die Meinung des behandelnden Ortho
päden,
Dr.
B._
, sowie der Kollegen der Klinik
F._
von Be
deutung.
3.
7
Am 1
5.
Juli 2014 (Urk. 13/36) führte
Dr.
E._
aus, er habe die Be
schwer
de
führerin einmalig am
3.
April 2014 in seiner
Sprechstunde beurteilt. Am
7.
Mai
2014 sei dann die empfohlene Wurzelinfiltration C7 r
echts erfolgt, welche
keinen
Effekt gezeigt habe. Noch ausstehend sei jetzt die
Wurzel
infiltra
tion
C6 rechts bei dokumentierter
osteodiskogener
foraminaler
Stenose C5/6 rechts. Eine Beur
t
eilung der Arbeitsfähigkeit sei allerdings nicht Gegen
stand de
r
Konsultation gewesen, so dass
eine
solche
in einem dafür vorgesehenen Institut
vorzunehmen
sei.
4.
4.1
Wie erwähnt hielt
Dr.
A._
i
n seinem Gutachten vom 1
2.
April 20
14 (E.
3.4
hie
vor
), welches von der beruflichen Vorsorge in Auftrag gegeben w
o
rde
n war
,
fest, aus heutiger Sicht be
stehe keine anhaltende Berufsunfähigkeit für die aus
geführte Tätig
keit als
Gastro
nomie
mitarbeiterin
;
eine
leichte Tätig
keit als
Service
an
gestellte
wie bisher ausgeführt könne voraus
sicht
lich in einigen Wochen wieder
aufgenommen werden
(Urk. 13/27 S. 10 f.)
.
Daraus erhellt, dass
Dr.
A._
seine Einschätzung
betreffend
Wieder
er
lan
gung der Arbeits
fähig
keit prognos
tisch
ab
g
ab
, ohne zu wissen, ob sich seine güns
tige Prognose de
nn tatsächlich auch ver
wirk
lichen würde
;
für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
kann deshalb
nicht
auf das Gutachten von
Dr.
A._
vom 1
2.
A
pril 2014 abgestellt werden
.
Wie die
Beschwerdegegnerin in der Vernehmlassung vom 2
3.
März 2015 (Urk. 12) zu Recht
ausführte, bestehen aufgrund weiterer, nach dem Zeitpunkt der gutach
ter
lichen Untersuchung eingegangen
er medizinischer Berichte
Hinweise dafür, dass
sich die im Gutachten aufgestellte
n
Prognosen zur Arbeitsfähigkeit nicht wie vor
gesehen verwirklicht ha
ben
.
Ferner er
achtete
Dr.
G._
eine ab
schliessende ver
sicherungsmedizinische Stellung
nahme angesichts der noch nicht abgeschlosse
nen medizinischen Phase (Diagnostik und/oder Therapie)
selbst Mitte Mai 2014
und damit
nach der Begutachtung durch
Dr.
A._
als noch nicht möglich
(vgl. da
zu Stellungnahme vom 1
6.
Mai 2014 [E.
3.5
hie
vor
])
.
Hinzu kommt, dass
Dr.
A._
als Allgemein
mediziner nicht über die n
ot
wendigen
Fachkenntnisse
für eine solche Beur
teilung
verfügt.
S
einer
Beurteilung
, wonach
die
Be
schwer
de
führerin in ih
rer bisherigen Tätigkeit als
Gastro
nomie
mit
arbeiterin
nicht berufs
un
fähig sein soll,
stehen
d
ie
fachärztlichen Einschätzungen sowohl von
Dr.
B._
(E.
3.1
hie
vor
)
als auch von RAD-Arzt
Dr.
G._
(E.
3.5
hievor
)
ent
gegen
. So erach
tete RAD-Arzt eine 100%ige Arbeits
un
fähig
keit ab 1
0.
Juli 2013
bis auf weite
res
als
nachvollziehbar
(E. 3.5
hievor
)
.
4.2
Nicht abgestellt werden kann auf den Bericht des behandelnden Hausarztes
Dr.
H._
vom
2.
Juli 2014 (E.
3.
6
hievor
), wonach die Beschwerdeführerin in einer ange
passten Tätigkeit zu 50
%
arbeitsfähig sein soll, sofern sie nichts Schwe
res heben oder tragen und auch keine Arbeiten über Schulterhöhe erl
edi
gen
müss
e.
Dr.
H._
als Facharzt für Allgemeinmedizin
verfügt ebenfalls
nicht über die not
wendigen ortho
pädischen, rheumatologischen oder neurologischen Fachkennt
nisse
. So führte
er
denn
auch
aus
, dass für eine genauere Beurteilung
die Meinungen des behandelnden Orthopäden und der Kollegen in der
Klinik
F._
von Be
deutung sei
en
.
Der
behandeln
de
Ortho
päde
Dr.
B._
(E. 3.
1
hievor
)
hielt
zwar
fest, dass die Be
schwer
de
führerin nach wie vor seit Juli 2013 als Serviceangestellte zu
100
%
arbeits
unfähig
beziehungsweise
in der Rotation und im Heben des Armes stark ein
ge
schränkt sei, eine
Einschätzung
darüber
, inwiefern die Be
schwerde
führerin auch in behinderungsangepassten Tätigkeiten eingeschr
änkt ist, gab er indes keine ab.
Schliesslich
machten
auch d
ie weiteren behandelnden
Fach
ä
rzte
Dr.
C._
und
Dr.
E._
keine Angaben zur
Arbeitsfähigkeit (E. 3.
2
, E.
3.3, E. 3.
7
hievor
).
4.
3
Folglich ist mit der
Beschwerdegegnerin
(vgl. dazu
Urk.
12)
davon aus
zu
gehen, dass sich die vorhandenen medizinischen Unterlagen insofern als un
ge
nügend
er
weisen
, als daraus nicht abschliessend hervorgeht, ob aus dem bei der Be
schwer
de
führerin diagnostizierten Gesundheitsschaden für die ange
stammte Tätig
keit als Serviceangestellte
beziehungsweise
für eine angepasste Tätigkeit dauerhaft eine Arbeitsunfähigkeit resultiert.
4.
4
D
ie Sache
ist
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese nach ent
sprechender
fachmedizinischer
Begutachtung de
r
Beschwerdeführer
in
und
B
eur
tei
lung
ihrer
Arbeitsfähigkeit sowohl in bisheriger als auch in
be
hinderungs
an
gepasster
Tätigkeit, nötigenfalls
- mit Blick darauf, dass sich die Be
schwerde
füh
rerin in psychiatrischer Behandlung befindet (E.
3.5
hievor
)
–
unter Ein
schluss
eine
r
psychiatrische
n
Beurteilung sowie eine
r
Abklärung in Haushalt und Beruf,
über den Renten
an
spruch neu verfüge.
5
.
5
.1
Bei diesem Verfahrensausgang sind der unterliegenden Beschwerdegegnerin die auf Fr. 700.-- festzusetzenden Kosten des nach Art. 69 Abs. 1
bis
IVG kosten
pflich
tigen Verfahrens aufzuerlegen.
5
.2
Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
).
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 199/02 vom 10. Februar 2004 E. 6 mit Hinweis auf BGE 110 V 54 E. 3a; SVR 1999 IV Nr. 10 S. 28 E. 3), weshalb
die
vertretene Be
schwerdeführer
in
Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Unter Berücksichtigung der massgeblichen Kriterien ist die
Prozess
ent
schädi
gung
auf
Fr. 1‘
5
00.--
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) festzulegen.