Decision ID: 5a4acbf9-e930-49ee-b181-05b7a898bdc5
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Am 7. Januar 2014 meldete sich
X._
, geboren 1970,
unter Hinweis auf
die Folgen eines Auffahrunfalles vom 26. März 2013
bei der
Sozialversi
cherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk.
9/2
). Die IV-Stelle tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen, wobei sie
unter anderem
die Akten
des Unfallversicherers
, der AXA
Versiche
rungen
AG,
beizog.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
22. Oktober 2014
einen Leistungsanspruch (Urk. 2 [=
9/40
]).
2.
Dagegen
erhob
X._
am
18. November 2014
Beschwerde (Urk. 1
/1-2
) und beantragte, die angefochtene Verfügung
sei aufzuheben
und
die
IV-Stelle
sei
vorab
anzuweisen, berufliche Massnahmen anzuordnen
. Im Übrigen sei
die Sache
zur Durchführung einer polydisziplinären Begutachtung an die
IV-Stelle
zurückzuweisen, eventualiter sei
ihr
gestützt auf die
Aktenlage eine halbe Inva
lidenrente zuzusprechen
(Urk. 1 S.
1 f.).
Mit Beschwerdeantwort vom 2
3
.
März 2015
schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde
(Urk.
8)
, was der Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 25. März 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 10).
3.
Mit Verfügung vom 6. Juni 2014
hatte
der Unfallversicherer
die Versicherungs
leistungen mangels Vorliegens weiterer Unfallfolgen per 15. Februar 2014 ein
gestellt
(Urk. 9/34), woran
er
mit
Einspracheentscheid
vom 10. April 2014 fest
hielt
.
Mit heutigem Urteil wurde die
von der Versicherten dagegen erhobene
Beschwerde
abgewiesen (Prozess-Nr. UV.201
5
.00
080
).
4.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingere
ichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Eine fachärztlich (psychiatrisch) diagnostizierte anhaltende
somatoforme
Schmerz
störung
oder eine vergleichbare Störung ohne erkennbare organische Ursache begründet als solche
noch keine Invalidität. Nach der bisherigen Recht
sprechung bestand eine Vermutung, dass die
somatoforme
Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind.
Danach konnten bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit
den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügte. Ob ein solcher Ausnahmefall vorlag, entschied sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien
(BGE 130
V
352, 131 V 49 E. 1.2, BGE 139 V 547 E. 3).
1.4
Mit
BGE 141 V 281
hat das Bundesgericht seine bisherige Rechtsprechung zur Invaliditätsbemessung bei Schmerzstörungen ohne erkennbare organische Ursa
che und vergleichbaren psychosomatischen Leiden (BGE 130 V 352 u
nd anschliessende Urteile) ange
passt und festgehalten, dass die
Invaliditätsbemes
sung
stärker als bisher den Aspekt der funktionellen Auswirkungen zu berück
sichtigen hat, was sich schon in den diagnostischen Anforderungen nieder
schlagen muss.
An die Stelle des bishe
rigen Kriterienkatalogs (bei anhaltender
somatoformer
Schmerzstörung und vergleichbaren psychosomatischen Leiden) trete
n im Regelfall beachtliche Stan
dardindikatoren. Diese lassen sich in die Ka
tegorien Schweregrad und Konsis
tenz der funktionellen Auswirkungen ein
teilen. Der Prüfungsraster ist rechtlich
er Natur.
Die
Anerkennung eines
renten
begrün
denden
Invaliditätsgrades ist nur zulässig, w
enn die funktionellen Aus
wirkun
gen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt e
s da
ran, hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wi
e vor die materiell beweisbe
las
tete versicherte Person zu tragen (E. 6).
Die im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren, welche nach gemeinsamen Eigenschaften systematisiert werden können, umschreibt das Bundesger
icht in BGE 141 V 281
wie folgt:
Kategorie „funktioneller Schweregrad" (E. 4.3)
Komplex „Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1)
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
(E. 4.3.1.2)
Komorbiditäten
(E. 4.3.1.3)
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen; E. 4.3.2)
Komplex „Sozialer Kontext" (E. 4.3.3)
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens; E. 4.4)
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
behandlungs- und eingliederungsanam
nestisch ausgewiesener
Lei
dens
druck
(E. 4.4.2)
.
2.
Während die
IV-Stelle im angefochtenen Entscheid
erwog
, es sei kein dauerhaf
ter, IV-relevanter Gesundheitsschaden ausgewiesen, weshalb kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung bestehe (Urk. 2)
, brachte die Beschwer
deführerin vor, bis am 28. Februar 2014
sei sie
vollständig arbeitsunfähig gewesen
. Seither sei sie zu 70 % arbeitsunfähig
.
Es bestehe somit
ein
Anspruch auf
Durchführung von
berufliche
n
Massnahmen.
Im Übrigen sei der
medizini
sche Sachverhalt
ungenügend abgeklärt
worden. Zur
Beurteilung ihres Gesund
heitszustandes
sei
eine polydi
s
ziplinäre Untersuchung
zu veranlassen
. Ausser
dem machte
die Beschwerdeführerin
geltend, es liege eine Rechtsverweigerung vor, da die Beschwerdegegnerin die angefochtene Verfügung nicht ausreichend begründet habe
(Urk. 1
/1
).
3.
Einleitend
ist auf die Rüge der Beschwerdeführerin, die Beschwerdegegnerin habe
die Verfügung vom 2
2
.
Oktober 2014
nicht ausreichend begründet,
einzu
gehen.
Gemäss Art. 49 Abs. 3
ATSG
sind Verfügungen, wenn sie den Begehren der Par
teien nicht voll entsprechen, zu begründen. Die Begründungspflicht folgt aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör und stellt keinen Selbstzweck dar. Der Anspruch auf rechtliches Gehör verlangt, dass Entscheide sachgerecht ange
fochten werden können.
Hiefür
muss dem Betroffenen bekannt sein, von wel
chen Überlegungen sich die Behörde hat leiten lassen und worauf sie ihren Entscheid stützt. Soweit eine Verfügung sachgerecht angefochten werden kann, liegt somit keine Verletzung der Begründungspflicht vor (BGE 134 I 83 E. 4.1 mit Hinweisen; vgl. dazu auch
Kieser
, ATSG-Kommentar. 2. Auflage,
Zü
-
rich
/Basel/Genf 2009, N 38 zu Art. 49).
Die Überlegungen der Beschwerdegegnerin zur
Verneinung des
Leistungsanspru
ches
wurden in der
angefochtenen
Verfügung summarisch dar
gestellt. Trotz der
knappen Begrün
dung konnte die Beschwerdeführerin erken
nen, aufgrund welcher Über
legungen die Beschwerdegegnerin entschied
, näm
lich, dass die Beschwerdegegnerin einen Leistungsanspruch mit der Begründung verneinte, es bestehe keine dauerhafte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit.
E
ine sachgerechte Anfechtung war
daher
möglich. Eine Verletzung der
Begrün
dungspflicht
und damit des Anspruchs der Beschwerdeführerin auf rechtliches Gehör liegt
somit
nicht vor
.
4
.
4.1
Med.
pract
.
Y._
, Assistenzärztin Chirurgie am
Z._
, wel
che die Beschwerdeführerin nach dem Unfallereignis vom 26. März 2013 behandelte, hielt im Dokumentationsfragebogen für Erstkonsultation nach
kra
nio-zervikalem
Beschleunigungstrauma vom 26. März 2013 fest, die Befragung zum Unfallablauf habe keine Anhaltspunkte für eine Bewusstlosigkeit, eine Gedächtnislücke oder eine Angst- oder Schreckreaktion ergeben. Nach dem Unfall seien Kopf- und Nackenschmerzen, Schwindel, Übelkeit, jedoch ohne Erbrechen, sowie Müdigkeit aufgetreten. Die Patientin habe angegeben, bereits vor
dem
erneuten
Unfall unter
behandlungsbedürftigen
Beschwerden im Bereich des Kopfes und des Nackens gelitten zu haben. Bei der Untersuchung der
Hals
wirbelsäule
seien bei der Flexion, Extension sowie der Rechts- und Linksdre
hung Schmerzen beklagt worden. Ausserdem sei es zu Druckschmerzen im Bereich des Kopfes/Nackens sowie zu Ruheschmerzen gekommen. Die
Kopfdre
hung
sei mit 45 Grad beidseits eingeschränkt gewesen. Der Kinn-Sternum-Abstand habe bei Flexion 10 cm, bei Extension 15 cm betragen. Die neurologi
sche Untersuchung habe keine pathologischen Befunde gezeigt und die Rönt
genuntersuchungen der Halswirbelsäule und die
Densaufnahme
transbuccal
hätten unauffällige Verhältnisse zur Darstellung gebracht
.
Med.
pract
.
Y._
diagnostizierte ein HWS-Distorsionstrauma Grad II (gemäss QTF-Klassifikation) und hielt dafür, die zumutbare Arbeitsintensität betrage 100 % (Urk. 9/9/43-45).
Im Bericht des
Z._
vom 31. März 2013 wurde
sodann
festgehalten,
dass es bereits im Jahr 1998 zu einem Autounfall gekommen sei, worauf eine Versteifung bei C5/6 vorgenommen worden sei. Ausserdem wurde mitgeteilt,
nach dem Unfall vom 26. März 2013 sei
der Patientin eine stationäre Aufnahme zur Analgesie empfohlen worden, was diese jedoch – sowie jegliche Medikation – abgelehnt habe. Die Patientin habe mitgeteilt, sich weiterhin von ihrem Chi
ropraktiker behandeln zu lassen (Urk. 9/9/40).
4.2
Der Hausarzt der
Beschwerdeführerin, Dr. A._
, Praktischer Arzt, teilte mit Bericht vom 29. April 2013 (Urk. 9/9/46) mit, die Beschwerdeführerin leide unter Nackenschmerzen, Schwindel sowie einer eingeschränkten Kon
zentration. Seit dem 26. März 2013 bestehe eine vollständige Arbeitsunfähig
keit. Bei der Frage nach der gegenwärtigen Behandlung notierte Dr.
A._
„Schonung“ und empfahl die Durchführung eines neurologischen
Konsils
.
4.3
Der behande
lnde Chiropraktiker, Dr. B._
, berichtete am 3. Mai 2013 (Urk. 9/9/38-39), dass es zwischen dem 27. März und dem 26. April 2013 unter
chiropraktischer
und
osteopathischer
Behandlung zu keiner Verbesserung gekommen sei. Seit dem 26. April 2013 sei die Behandlung bei ihm abge
schlossen, da keine funktionellen Blockierungen mehr vorliegen würden. Die Beschwerdeführerin sei zurzeit zu 50 % arbeitsunfähig.
4.4
Am 3. und 18. Juni 2013 fand eine neurologische sowie eine neuropsychologi
sche Abklärung im
C._
, statt (
Bericht von
lic
.
phil
D._
, Neuropsychologin, vom 10. Juni 2013
[Urk. 9/9/34-37]
, Bericht v
on Dr. med. E._
, Neurologie FMH, vom 6. August 2013
[Urk. 9/9/32-33]
). Im Rahmen der neuropsychologischen Untersuchungen fand sich testpsychologisch eine leichte bis mittelstarke Minderleistung in der semantischen Wortflüssigkeit. Die restlichen erhobenen kognitiven Funktionen befanden sich alle im unteren bis oberen Durchschnittsbereich. Die Neuropsy
chologin hielt fest, die neuropsychologischen Befunde, bestehend aus psycho
metrischen Befunden und klinischer Beobachtung, würden einem kognitiven Normalbefund entsprechen. Anzumerken sei jedoch, dass die Belastbarkeit der Beschwerdeführerin deutlich reduziert gewesen sei. Die Beschwerdeführerin habe die Aufgaben zwar normgerecht lösen können, jedoch während der Untersuchung immer wieder kleine Pausen benötigt. Die Beschwerdeführerin habe dabei über Übelkeit, Müdigkeit, Kopfschmerzen und Aussetzer geklagt. Das Lösen der Aufgaben am Tisch sowie das Bearbeiten von computergestützten Aufgaben seien für sie schlecht möglich gewesen. Die reduzierte Belastbarkeit könne einen negativen Einfluss auf die Gesamtleistungsfähigkeit haben. Für den Wiedereinstieg in die Arbeit sei ein therapeutischer Arbeitsversuch empfehlens
wert (Urk.
9/9/37
).
Dr.
E._
hielt mit Bericht vom 6. August 2013 fest, die klinischen neurologi
schen und neuropsychologischen Untersuchungsbefunde seien normal gewesen. Die während der neuropsychologischen Untersuchung beobachtete verminderte Belastbarkeit illustriere die von der Beschwerdeführerin angegebene rasche Ermüdbarkeit und sei zusammen mit dem erhöhten Schlafbedürfnis, den inter
mittierenden Blackouts und Zitteranfällen, sowie einem bewussten Meiden all
täglicher Umweltreize, suggestiv für eine komplexe Verarbeitung des
Unfallge
schehens
. Dr.
E._
empfahl eine psychiatrische Mitbeurteilung der Frage nach einer posttraumatischen Belastungsstörung und hielt dafür, in Zusammen
arbeit mit dem beurteilenden Psychiater könnte die Beschwerdeführerin von einer Psychotherapie, gegebenenfalls auch vom Einsatz eines Antidepressivums, profitieren. Aus neurologischer und neuropsychologischer Sicht sei ein
Wieder
einstieg
in die Arbeit, zunächst mit einem Pensum von 30 % realistisch, wobei das Pensum nach Massgabe des Verlaufs schrittweise angepasst werde könne (Urk.
9/9/33
).
4.5
Gegenüber der Aussendienstmitarbeiterin des Unfallversicherers klagte die Beschwerdeführerin am 19. Juni 2013 über Kopfweh, Übelkeit, Schwindel,
Kon
zentrationsschwierigkeiten
, Lichtempfindlichkeit, ausgeprägte Müdigkeit, Aus
setzer und Zittern. Auf die Frage nach aktuell durchgeführten Behandlungen teilte die Beschwerdeführerin mit, es fänden keine Therapien statt. Sie nehme stattdessen Vitamine ein, welche sie von Dr.
A._
erhalte. Vitamin D erhalte sie, damit keine psychischen Beschwerden entstünden. Medikamente nehme sie keine ein. Sie habe ausserdem in der Apotheke
Spagyrik
sowie Mag
nesium und Calcium geholt (Urk. 9/1/9).
4.6
Dr.
A._
berichtete am 5. September 2013, die Beschwerdeführerin klage über Kopfschmerzen, Schwindel, Brechreiz, ein ausgeprägtes Schlafbedürfnis, eine andauernde Müdigkeit und Erschöpfung, Konzentrationsmangel, einen wirren Kopf, Sehprobleme, ein verlangsamtes Denken und Handeln sowie über Gleichgewichtsstörungen. Sie vertrage keinen Stress und nicht viele Leute und könne weder während langer Zeit einem Gespräch folgen noch selber sprechen. Als Diagnosen nannte er eine segmentale Dysfunktion der Halswirbelsäule in mehreren Etagen mit Einbezug der Kopfgelenke mit gestörter Beweglichkeit im Segment und Segmentschmerz, einen Schwindel, ein
myofasziales
Schmerzsyn
drom
der Halswirbelsäule und der mittleren Brustwirbelsäule, einen Zustand nach traumatischer Diskushernie bei C5/6 und einen Zustand nach Diskektomie und
Spondylodese
bei C5/6 (Urk. 9/9/26). Auf die Frage hin, welche Therapien seit dem Unfall vom 26. März 2013 durchgeführt worden seien, berichtete Dr.
A._
über Chiropraktik, Akupunktur, eine psychosomatische Energetik zur Stabilisierung der psychischen Situation sowie orthomolekulare Medizin zur Stabilisierung der körperlichen Situation. Er habe die Beschwerdeführerin vor einer Woche mit einem
Akustikpointer
behandelt, wobei er eine völlige Auflö
sung sämtlicher segmentaler Dysfunktionen habe erreichen können. Eine medi
kamentöse antidepressive Therapie lehne die Beschwerdeführerin aktuell ab (Urk. 9/9/27).
4.7
Dr. med.
F._
, Facharzt FMH Neurologie
, beratender Arzt des
Unfallversi
cherers
,
nahm am
25. September 2013
zu den medizinischen Akten Stellung (
Urk. 9/9/19
-22
). In seiner Stellungnahme führte er aus,
die geklagten Beschwerden seien vollkommen unspezifisch. Spannungstypkopfschmerzen seien vom Neurologen Dr.
G._
bereits im März 2009 diagnostiziert worden. Dass zwischen diesen und dem ersten Unfall ein Kausalzusammenhang bestehe, sei höchstens möglich, nicht jedoch überwiegend wahrscheinlich. Eine
Unfall
kausalität
zum zweiten Unfall sei nicht gegeben. Die Schwindelbeschwerden seien sehr unscharf umschrieben und würden auch sehr inkonstant auftreten. Diese Beschwerden dürften einem phobischem
Schwankschwindel
entsprechen und seien ebenfalls nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine Folge des Unfalles vom 26. März 201
3.
Gemäss Literatur (Croft et al) sei bei einem
HWS-Distorsionstrauma mit einem Kraftgrad Quebec Task-Force II - wie hier vorlie
gend - eine vollständige Abheilung innert 26 Wochen zu erwarten, mithin per 25. September 201
3.
Aus neurologischer Sicht würden keine abklärungs
-
bedürf
tigen Beschwerden bestehen, welche zumindest mit überwiegender
Wahr
-
schein
lichkeit
auf den Unfall vom 26. März 2013 zurückzuführen seien. Der
Vorzu
stand
sie mit überwiegender Wahrscheinlichkeit per 25. September 2013 erreicht.
4.8
Mit Bericht vom 19. November 2013 (Urk. 9/9/13-14) teilte Chiropraktiker Dr.
B._
mit, die Beschwerdeführerin sei vom 5. Juli 2012 bis am 25. März 2013 wegen
Kreuzschmerzen
bei ihm in Behandlung gewesen. Die Beschwer
deführerin habe sehr gut auf die Behandlungen reagiert
und sei im März 2013 weitgehend beschwerdefrei gewesen
. Die nach dem zweiten Unfall aufgetrete
nen Beschwerden hätten sich durch seine Behandlungen überhaupt nicht ver
bessert, weshalb er die Behandlung am 26. April 2013 sistiert habe. Nach wei
teren Therapien beim Hausarzt habe ihn die Beschwerdeführerin am 9. September 2013 erneut konsultiert. Auch dieses Mal sei die Therapie jedoch insgesamt erfolglos geblieben. Aktuell versuche er, die Wirbelsäule im Segment C2/3 zu behandeln.
4.9
Eine in der
H._
durchgeführte MRI-Untersuchung der
Halswirbel
säule
vom 19. Dezember 2013 zeigte - abgesehen vom Status nach
intercorpo
reller
Fusion bei C5/C6 mit vollständigem
Durchbau
sowie einer
subfusionellen
Degeneration der Bandscheibe mit
mediolinkslateraler
Diskushernie C6/7 und Verlagerung der Wurzel C7 - normale Befunde. Das dargestellte
Myelon
war im gesamten Verlauf unauffällig (Urk. 9/9/10-11).
4.10
Die behandelnden Fachpersonen des
I._
, wo die Beschwerdeführerin ab dem 22. Oktober 2013 in psychi
atrisch-psychotherapeutischer Behandlung gestanden hatte, berichteten am 3. Februar 2014 (Urk. 9/38/19-21), die Beschwerdeführerin sei bewusstseinsklar und in allen vier Qualitäten orientiert, die Auffassung sei normal und die
mnestischen
Funktionen unauffällig bis auf gewisse Jahreszahlen, welche die Beschwerdeführerin in ihrer Biographie nicht abrufen könne oder wolle. Über Konzentrationsstörungen sei subjektiv berichtet worden. Insgesamt sei der for
male Gedankengang kohärent, jedoch eingeengt auf die Symptome und Folgen des Unfalls vom 26. März 201
3.
Sie diagnostizierten eine Anpassungsstörung auf das Unfallereignis vom 26. März 2013 (ICD-10 F43.2), DD eine posttrauma
tische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1), sowie einen Verdacht auf eine gemischte Persönlichkeitsstörung mit Tendenz zu emotional-instabiler
Persön
lichkeitsstörung
(ICD-10 F60.31).
Bei der Frage zur Arbeitsunfähigkeit aus psy
chiatrischer Sicht hielten sie dafür, diese
könne nicht
beurteilt werden, ohne die körperliche Symptomatik miteinzubeziehen. Denn diese verlange nach neuen, flexiblen und angepassten Strategien. Diese zu entwickeln falle der Beschwer
deführe
rin aufgrund ihrer relativ starr
en Verhaltensmuster im
Beziehungsver
halten
(zwischen ängstlich-vermeidend und abhängig) schwer. Unter Berück
sichtigung aller Faktoren sei die Arbeitsfähigkeit zurzeit bis auf weiteres nicht als gegeben zu beurteilen. Die Therapie sei im gegenseitigen Einverständnis beendet worden, da kein therapeutisches Bündnis habe installiert werden
kön
nen.
4.11
Dr.
A._
attestierte
mit Bericht vom 27. Februar 2014
(Urk. 9/13)
eine voll
ständige Arbeitsunfähigkeit
vom 25.
April 2013 bis 28. Januar 2014 sowie
eine solche von 70 %
ab dem 1. März 201
4.
Er hielt dafür, e
s bestehe eine vermin
derte Konzentrationsfähigkeit, eine Licht- und
Blendempfindlichkeit
, ein ver
mehrtes Schlafbedürfnis,
eine
verminderte Kraft, ein sozialer Rückzug sowie N
ackenbeschwerden (Urk. 9/13/6-7
).
4.12
Im Bericht der
J._
vom 21. März 2014 (Urk. 9/38/10-12), wo die Beschwerdeführerin ab dem 17. Februar 2014 in psychotherapeutischer Behandlung stand, wurde festgehalten, die Beschwerdeführerin sei wach, bewusstseinsklar und allseits orientiert. Es bestünden keine Hinweise auf Stö
rungen von Aufmerksamkeit und Gedächtnis. Das Denken sei eingeengt auf die gesundheitlichen Probleme. Es bestünden Hinweise auf eine depressive Symp
tomatik (Energieverlust, erhöhte Ermüdbarkeit, Gefühle von Schuld und Scham, vegetative Symptomatik).
Die behandelnden Fachpersonen diagnostizierten
einen Verdacht auf Neurasthenie (ICD-10 F48.0), akzentuiert durch die zweima
lige
Whiplashverletzung
. Auf die Frage hin, was für eine Therapie aktuell durchgeführt werde, hielten sie fest, es fänden psychotherapeutische
Gespräche statt
.
4
.
13
Nachdem Dr. med. K._
, Facharzt Anästhesiologie,
J._
, bei Verdacht auf
spondylogene
und
radikuläre
Schmerzen im Februar 2014 testweise Infiltrationen im Bereich der Wirbelsäule vorgenommen hatte (Urk. 9/38/13-18), teilte er mit Bericht vom 15. Mai 2014 (Urk. 9/38/7-8) mit, es bestehe ein unverändertes Beschwerdebild seit Beginn der Behandlung in der
J._
. Ein
zervikospondylogener
Schmerz sowie ein
spondylo
gener
Kop
fschmerz seien auszuschliessen.
4.14
Am 3. Juni 2014 nahm
Dr. med.
L._
, Orthopädi
sche Chirurgie und Traumatologie, beratender Arzt des Unfallversicherers, zu den medizinischen Akten Stellung (Urk.
9/38/2-4
). Er führte aus, die in den Röntgenbildern des
Z._
vom 26. März 2013 gezeigte degenerativ veränderte Etage bei C6/7 sei Folge der
Spondylodese
bei C5/
6.
Die an eine
Spondylodese
anschliessende
Etage zeige häufig vermehrte degenerative Veränderungen. Dabei handle sich um einen sogenannten „
adjacent
level
disease
“, welcher sich in den 15 Jahren seit der
Spondylodese
C5/6 ausgebildet habe. Dies sei in erster Linie ein radiolo
gischer Befund, welcher nicht zwingend Beschwerden verursache. Bei der
Erst
untersuchung
im
Z._
hätten muskuläre Verspannungen bestanden, jedoch weder neurologische Ausfälle noch
ossäre
Läsionen festgestellt werden können. Auch Dr.
E._
habe im August 2013 normale neurologische Befunde erhoben. Am 4. September 2013 sei bei der Prüfung der Beweglichkeit der Halswirbelsäule (Anmerkung: vgl. Befunde des Hausarztes Dr.
A._
, Urk.
9/9/29-30
) in der Neutralstell
ung eine Rotation nach beiden Seiten
von je 70 Grad möglich gewesen,
eine Rotation
in
maximaler Anteflexion und Retro
flexion von je 40 Grad
sowi
e eine Seitenneigung von je 40 Grad
. Bei der Tes
tung sei etwas Schwindel
beklagt
worden. Beim Messen des Kinn-Jugulum-Ab
standes sei ein Vermeidungsverhalten wegen Schwindel angegeben worden. Dies kontrastiere allerdings mit
den
Angaben, wonach eine Rotation in maxi
maler Ante- und Retroflexi
on möglich gewesen sei und ein annähernd normaler Bewegungs
ausschlag erreicht worden se
i.
Die Versteifung eines Segments habe auf die Beweglichkeit der Halswirbelsäule nur einen geringen Einfluss. Anfangs September sei die Beweglichkeit der Halswirbel
säule frei gewesen
. Die von der Beschwerdeführerin vorgebrachten Beschwerden
würden
sich nicht durch Befunde aus dem Fach
gebiet der Orthopädie erklären lassen (Urk.
9/38/2-3
).
Die MRI-Untersuchung der Halswirbelsäule vom 19. Dezember habe eine vollstän
dig durchgebaute
Spondylodese
C5/6 sowie eine Degeneration der Etage C6/7 mit Diskushernie C6/7 mit Verlagerung der Wurzel C7 links gezeigt, jedoch keine Kompression, was auch den neurologischen Befunden entspreche. Die Befunde würden somit auf der orthopädischen Ebene keine Beschwerden zu erklären vermögen. Bei dieser Ausgangslage seien in der
J._
testweise Infiltrationen durchgeführt worden, um herauszufinden, ob die Schmerzen sich so erklären liessen. Eine Beeinflussung der Beschwerden habe sich jedoch nicht ergeben, so dass diese Nerven als Ursache der Beschwerden nicht in Frage kämen. Störungen auf mechanischer Ebene, welche die Beschwerden erklären könnten, würden somit nicht vorliegen (Urk.
9/38/3
).
Dr.
L._
hielt abschliessend fest, aus orthopädischer Sicht seien
keine Folgen des Unfalles vom 26. März 2013 mehr vorhanden. Der Status
quo sine sei per 25. September 2013 erreicht gewesen. Angesichts der geringen Energie bei der Kollision und der entsprechenden geringen Befunde
ver
-
neinte
Dr.
L._
eine verlängerte Heilungsdauer trotz Vorzustand (Urk.
9/38/3-4
).
5.
5.1
Aus der
Stellungnahme
von
Dr.
L._
vom 3. Juni 2014 geht hervor,
dass
bei der Beschwerdeführerin kein organisches Korrelat für die geklagten Beschwerden gefunden werden konnte
.
Dr.
L._
setzte sich eingehend mit den
in der Vergangenheit
durchgeführten Untersuchungen auseinander
(vgl. E. 4.14)
. So ergaben sich weder anlässlich der neurologischen Untersuchung im
Z._
noch anlässlich der neurologischen Abklärung bei Dr.
E._
pathologische Befunde (vgl. E. 4.1 und 4.4)
. Das im Dezember 2014 durchge
führte MRI brachte sodann zwar eine Diskushernie bei C6/7 zur Darstellung (E. 4.9).
Dr.
L._
legte diesbezüglich jedoch schlüssig dar, dass
dieser Befund
bei Fehlen einer Kompression und angesichts der unauffälligen neurolo
gischen
Untersuchungsergebnisse
keine Beschwerden zu erklären vermöge. Schliesslich setzte sich
Dr.
L._
auch mit den
in der
J._
durchgeführten
Infiltrationen auseinander
, welche ohne Auswirkung auf die beklagten Beschwerden geblieben waren (E. 4.13) und kam zum Schluss
, dass die entsprechenden Nerven
daher
nicht als Ursache der Beschwerden in Frage kämen
und somit
keine
Störungen auf mechanischer Ebene
vorliegen würden
, welche die Beschwerden
zu erklären vermöchten
(vgl. E. 4.14).
In die
sem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass Schmerzen,
Druckdolenzen
und klinisch feststellbare Bewegungseinschränkungen - wie sie von den behan
delnden Ärzten beschrieben worden sind - für sich allein kein klar fassbares organisches Korrelat eines Beschwerdebildes zu begründen vermögen
(vgl. etwa Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] U 9/05
vom 3. August 2005
E. 4; Urteile des Bundesgerichts U 354/06
vom 4. Juli 2007
E. 7.2, U 328/06 vom 25. Juli 200
7
E. 5.2 sowie
8C_369/2007 vom 6. Mai 2008
E. 3)
.
5.2
Aus psychiatrischer Sicht wurde von
den
behandelnden Fachpersonen
im
Psycho
therapeutischen Ambulatorium eine Anpassungsstörung auf das
Unfall
ereignis
vom 26. März 2013 (ICD-10 F43.2), DD eine posttraumatische
Belas
tungsstörung
(ICD-10 F43.1) sowie ein Verdacht auf eine gemischte
Persönlich
keitsstörung
mit Tendenz zu emotional-instabiler Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.31) diagnostiziert (vgl. E. 4.10).
Diese Diagnosen konnten von den
nach
behandelnden Fachpersonen der
J._
, wo die Beschwerdefüh
rerin ab Februar 2014 in Behandlung stand,
jedoch
nicht
bestätigt
werden
(vgl. E. 4.12
).
Bei der Anpassungsstörung handelt es sich denn auch um eine vorübergehende Störung
(Urteil
des Bundesgerichts 8C_322/2010 vom 9. August 2010 E. 5.2; vgl. auch
Dilling
/
Mombour
/Schmidt
, Hrsg.
, Internatio
nale Klassifikatio
n psychischer Störungen, ICD-10
, 9. Auflage, Bern 2014, S. 209)
und
e
ine posttraumatische
Belastungsstörung kann definitionsgemäss nur anerkannt w
erden
, wenn sie nach einem Ereignis mit aussergewöhnlichen Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmass auftritt
,
das bei fast jedem
eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde, wie beispielsweise nach einer Vergewal
tigung, einer Folterung oder wenn man Zeuge eines gewaltsamen Todes wird (Urteil
e
des Bundesgerichts 9
C_775/2009 vom 12. Februar 2010
E. 4.1, 9C
_671/2012 vom 15. November 2012
E. 4.3; vgl. auch die entsprechende Umschreibung in der ICD-10-Klassifikation, F43.
1, in:
Dilling
/
Mombour
/Schmidt,
a.a.O., S.
207). Diese Voraussetzung ist
bei der vorlie
genden H
eckauffahrkollision
vom 26. März 2013
nicht gegeben.
5.3
Die behandelnden Fachpersonen der
J._
diagnostizierten
einen
Verdacht auf Neurasthenie (ICD-10 F48.0), akzentuiert durch die zweima
lige
W
hi
plashverletzung
(E. 4.12).
Sowohl bei der Frage nach der invalidisierenden Wirkung einer Neurasthenie als auch einer Schleudertrauma-Verletzung der Halswirbelsäule ohne organisch nachweisbare Funktionsausfälle ist die Rechtsprechung zur anhaltenden
soma
toformen
Schmerzstörung
(vgl. vorne E. 1.3
und E. 1.4
)
sinngemäss anwendbar (
BGE 136 V 279, Urteil des Bundesgerichts 9C_662/2009 vom 17. August 2010 E. 2.3
)
, mithin ist zu prüfen, ob es Indikatoren gibt, welche die Überwindbarkeit der Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung verhindern könnten
.
Unter dem Aspekt „funktioneller Schweregrad“ ist in Betracht zu ziehen, dass
eine Neurasthenie nur dann zu diagnostizieren ist, wenn die mit ihr einherge
henden depressiven Symptome nicht anhaltend und schwer genug sind, um eine spezifischere Störung zu diagnostizieren (vgl.
Dilling
/
Mombour
/Schmidt, a.a.O., S. 2
36).
Was
das
Schle
udertrauma
betrifft, so
ist darauf hinzuweisen, dass
die kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung des Personenwagens, in welchem sich die Beschwerdeführerin
beim Unfall vom 26. März 2013
befand, lediglich
3,3 bis 7,6 km/h
betrug
(vgl.
Urk. 10/A15/1 S. 9 im Verfahren UV.2015.00080
)
, es
anlässlich dieses Unfalles
weder zu einer Bewusstlosigkeit noch zu Gedächt
nislücken kam, die Beschwerdeführerin nicht erbrechen musste,
und die
erstbe
handelnde
Ärztin
im
Z._
bereits wieder eine Arbeitsintensität von 100 % für zumutbar erachtet
e
(vgl. E. 4.1)
.
Gegen einen hohen Schweregrad der diagnostizierten
Leiden
spricht auch
die Tatsache, dass
im Anschluss an den Unfall
lediglich ambulante Therapien wie Chiropraktik, Akupunktur, Osteopa
thie, orthomolekulare und
myofasziale
Therapien sowie psychotherapeutische Gespräche durchgeführt wurden, wobei zeitweise überhaupt keine Therapien stattfanden und
jegliche Medikation
, insbesondere auch eine medikamentöse antidepressive Therapie, trotz ärztlicher Empfehlung
, abgelehnt wurde
(vgl.
E. 4.1, 4.5, 4.6)
.
Trotz empfohlener Arbeitsaufnahme durch Dr.
E._
anläss
lich der Untersuchung im Juni 2013 (vgl. E. 4.4) sind
sodann keine Anstren
gungen der Beschwerdeführerin ersichtlich,
nach der erfolgten Kündigung im Juni 2013 (Urk. 9/15)
bis im März 2014 – als
sie
die IV-Stelle um Unterstützung für ein Arbeitstraining ersuchte (Urk. 9/16)
–
wieder eine Arbeitstätigkeit aufzu
nehmen.
Eine Eingliederungsresistenz ist somit nicht ausgewiesen.
Was de
n
Indikator „Komorbidität“ betrifft, so liegen keine weiteren psychischen oder körperlichen
Begleiterkrankungen vor
. Zum Komplex „Persönlichkeit“ ist fest
zuhalten, dass die behandelnden Fachpersonen des Psychiatrischen Ambulatori
ums eine Verdachtsdiagnose einer Persönlichkeitsstörung stellten (E. 4.10), diese Verdachtsdiagnose von den nachbehandelnden Fachpersonen des
J._
jedoch nicht bestätigt werden konnte
(E. 4.12
). Hinsichtlich des Komplexes „Sozialer Kontakt“
ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin einen Lebenspartner hat, mit welchem sie zusammenlebt
(
Urk.
9/1/10, 9/38/19
)
, was sich potentiell günstig auf ihre Ressourcen auswirken dürfte.
Zum Aspekt der Konsistenz ist
sodann
zu erwähnen,
dass
die Beschwerdeführerin über
nicht unerhebliche
Ressourcen
verfügt. S
o fährt sie wieder selbständig Auto (Urk. 9/38/19), betätigt sich regelmässig sportlich (Urk. 9/38/20) und
fl
iegt
mit dem Flugzeug
auch wiederholt in die Ferien (
Urk. 9/1/8; Urk. 10
/A17 im Ver
fahren UV.2015.00080)
. Entscheidend ist diesbezüglich aber massgeblich, dass die Behandlungsbemühungen
(vgl. vorstehend
), insbesondere die Verweigerung einer antidepressiven medikamentösen Behandlung sowie der Einnahme jegli
cher Schmerzmedikamente,
nicht auf einen ausgeprägten Leidensdruck schlies
sen lassen
.
Angesichts all dessen kann gesamthaft betrachtet nicht auf eine
invalidisierende
Wirkung der diagnostizierten Leiden geschlossen werden. Eine Arbeitsunfähig
keit wurde von den behandelnden Fachpersonen der
J._
denn
auch nicht
attestiert (vgl. E. 4.12).
6
.
Nach dem Gesagten ist mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die Beschwer
deführerin
spätestens im Zeitpunkt der Anmeldung bei der Beschwerdegegnerin
an keiner invalidisierenden gesundheitlichen Beeinträchtigung
mehr
gelitten
hat
und eine volle Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit
bestand
en hat
.
Weitere Abklärungen waren
somit
keine angezeigt. D
ie IV-Stelle
hat
daher
einen Anspruch auf eine Rente
sowie auf Eingliederungsmassnahmen
zu Recht verneint und di
e dagegen gerichtete Beschwerde ist abzuweisen.
7
.
Die Kosten des Verfahr
ens sind auf Fr. 6
00.-- festzulegen und ausgangsgemäss von der Beschwerdeführerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG)
.