Decision ID: 663c3d05-e53e-5652-aac0-a72831d007a9
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
D._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Sozialamt der Stadt St. Gallen, Brühlgasse 1, 9004 St. Gallen,
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse des Kantons St.
Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Ergänzungsleistung zur IV
Sachverhalt:
A.
D._ wurde am 23. August 2007 rückwirkend ab 1. Dezember 2006 eine halbe
Invalidenrente zugesprochen. Am 20. November 2007 meldete sie sich zum Bezug
einer Ergänzungsleistung an. Im Gesuchsformular gab sie an, sie halte sich seit dem
15. November 2007 in einem Heim auf. Dabei handelte es sich um die Institution B._.
Am 21. Dezember 2007 sollte der Sohn L. zu ihr ziehen. Die Versicherte hatte bereits
am 6. November 2007 ihre Wohnung unter Einhaltung der vertraglichen
Kündigungsfrist per Ende Februar 2008 gekündigt, weil sie in eine Langzeittherapie
gehe. Die EL-Durchführungsstelle erkundigte sich am 4. März 2008 bei der
Ausgleichskasse Solothurn, ob die Institution B._ als Heim anerkannt sei. Die
Ausgleichskasse Solothurn bejahte dies am 13. März 2008. Die AHV-Zweigstelle St.
Gallen teilte der EL-Durchführungsstelle am 16. April 2008 mit, die Versicherte sei
inzwischen aus der Institution B._ aus- und in das Rehabilitationszentrum C._ in
E._ eingetreten. Der Sohn L. wohne bei seiner Grossmutter.
B.
Die EL-Durchführungsstelle nahm rückwirkend ab Dezember 2006 eine
Anspruchsberechnung vor. Ab Dezember 2006 erfolgte eine gemeinsame
Anspruchsberechnung für die Versicherte und deren Sohn. Die EL-Durchführungsstelle
berücksichtigte den gesamten damaligen Mietzins. Als Folge des Eintritts in die
Institution B._ im November 2007 erfolgte neu eine getrennte Berechnung für die
Versicherte und für deren Sohn L._. Die EL-Durchführungsstelle nahm keine
Heimberechnung vor, sondern sie berücksichtigte den maximalen Mietzinsabzug.
Allerdings ermittelte sie die ordentliche Ergänzungsleistung für die Versicherte selbst
irrtümlicherweise nicht anhand des Mietzinsmaximums von Fr. 13'200.- für eine
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alleinstehende Person, sondern anhand eines um den massgebenden Betrag der
ausserordentlichen Ergänzungsleistung (Fr. 4400.-) erhöhten Maximalbetrages.
Dadurch fiel die ordentliche Ergänzungsleistung um den Betrag der eigentlich
auszurichtenden ausserordentlichen Ergänzungsleistung zu hoch aus und die EL-
Durchführungsstelle nahm an, es bestehe kein Anspruch auf eine ausserordentliche
Ergänzungsleistung. Die Anspruchsberechnung für Dezember 2007 war eine
gemeinsame Berechnung für die Versicherte und den Sohn L., denn dieser wohnte nun
ja ebenfalls in der Institution B._. Damit war das Mietzinsmaximum für eine Familie
von Fr. 15'000.- massgebend. Dazu hätte ein zusätzliches Mietzinsmaximum von Fr.
5000.- für die ausserordentliche Ergänzungsleistung kommen sollen. Auch hier nahm
die EL-Durchführungsstelle wieder eine irrtümliche Anspruchsberechnung für die
ordentliche Ergänzungsleistung unter Berücksichtigung des um den für die
ausserordentliche Ergänzungsleistung massgebenden Betrag erhöhten
Mietzinsmaximums (Fr. 20'000.-) vor. Dadurch fiel die ordentliche Ergänzungsleistung
auch für Dezember 2007 zu hoch aus und es wurde keine ausserordentliche
Ergänzungsleistung zugesprochen. Bei der Anspruchsberechnung ab Januar 2008
machte die EL-Durchführungsstelle diesen Fehler nicht. Sie ermittelte die ordentliche
Ergänzungsleistung anhand des Mietzinsmaximums von Fr. 15'000.- und die
ausserordentliche Ergänzungsleistung anhand des zusätzlichen Betrages von Fr.
5000.-. Dabei handelte es sich wieder um eine gemeinsame Berechnung für die
Versicherte und deren Sohn L. Weil der Sohn L. ab April 2008 bei seiner Grossmutter
lebte, erfolgte erneut eine getrennte Berechnung. Ausgehend von einer Tagestaxe des
C._ von Fr. 50.- ermittelte die EL-Durchführungsstelle einen Mietzinsabzug von Fr.
6083.-. Für L. rechnete sie einen Mietzinsabzug von Fr. 4380.- an. Beide Beträge
stützten sich auf die Kostengutsprache des Sozialamtes der Stadt St. Gallen vom 26.
März 2008 (Therapieaufenthalt C._ bzw. Pflegegeld an Grossmutter). Die
entsprechenden Verfügungen ergingen am 3. Juli 2008. Am 19. August 2008 teilte die
AHV-Zweigstelle mit, die Versicherte sei am 7. August 2008 aus dem
Rehabilitationszentrum C._ ausgetreten. Gemäss dem in Kopie beigelegten
Mietvertrag hatte die Versicherte ab dem 1. Juni 2008 wieder eine eigene Wohnung
gehabt.
C.
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Die Versicherte hatte bereits am 31. Juli 2008 durch das Sozialamt der Stadt St. Gallen
Einsprache erheben lassen. Am 9. September 2008 liess sie durch Rechtsanwältin
Angela Marfurt-Jahn, Leiterin des Rechtsdienstes, beantragen, die Verfügungen vom 3.
Juli 2008 seien rückwirkend per 1. November 2007 bis Juli 2008 unter Anrechnung der
Tagestaxe und des Betrags für persönliche Auslagen zu bemessen. Zur Begründung
liess sie ausführen, sie sei am 15. November 2007 wegen Depressionen und
Alkoholproblemen in die Wohngemeinschaft B._ eingetreten. Per Ende Februar 2008
habe sie den Mietvertrag für ihre Wohnung gekündigt. Die Miete sei noch bis dahin
geschuldet gewesen. Der Aufenthalt in der Wohngemeinschaft B._ (vom 21.
Dezember 2007 bis 29. März 2008 zusammen mit dem Sohn L.) habe bis 5. April 2008
gedauert. Am 7. April 2008 sei sie in das Zentrum für Suchttherapie und Rehabilitation
C._ übergetreten. Da sie die Wochenenden ausserhalb des C._ habe verbringen
müssen und da ihre Eltern zu wenig Platz gehabt hätten, habe sie per 1. Juni 2008 eine
Zweizimmerwohnung gemietet. Der Heimaufenthalt sei als dauerhaft anzusehen, denn
der Aufenthalt in den beiden Therapieheimen habe zusammen mehr als sechs Monate
gedauert.
D.
Die EL-Durchführungsstelle wies die Einsprache am 31. Oktober 2008 ab. Sie machte
geltend, es habe kein dauernder Heimaufenthalt vorgelegen. Die beiden Heimeintritte
seien nämlich nicht mit der Absicht dauernden Verbleibens erfolgt. Die Versicherte
habe beim Heimeintritt die Absicht gehabt, in ihre Wohnung zurückzukehren. Sie habe
lediglich während drei Monaten keine eigene Wohnung gehabt. Während des
Heimaufenthalts habe sie wie bei einem gewöhnlichen Umzug die Wohnung
gewechselt.
E.
Das Sozialamt der Stadt St. Gallen liess durch die Leiterin seines Rechtsdienstes,
Rechtsanwältin Angela Marfurt-Jahn, am 2. Dezember 2008 für die Versicherte
Beschwerde gegen diesen Einspracheentscheid erheben. Es beantragte die Aufhebung
der Verfügungen vom 3. Juli 2008 und Neuberechnung der Ergänzungsleistung
rückwirkend für die Zeit von November 2007 bis Juli 2008 unter Anrechnung der
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Tagestaxe und des Betrages für die persönlichen Auslagen. Ausserdem sei die
unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen. Zur Begründung des Hauptbegehrens führte
das Sozialamt aus, die Versicherte habe wegen Depressionen und Alkoholproblemen in
die Wohngemeinschaft für Frauen B._ eintreten müssen. Die Therapie habe zum Ziel
gehabt, die Depressionen und die damit einhergehende Alkoholsucht in den Griff zu
bekommen und es der Versicherten zu erlauben, den Alltag mit dem Sohn L. meistern
und wieder einer Teilzeitarbeit nachgehen zu können. Der Mietvertrag sei am 6.
November 2007 gekündigt worden, nachdem der Versicherten klar geworden sei, dass
sie sobald als möglich in die Wohngemeinschaft B._ habe eintreten müssen. Die
Versicherte habe allerdings den Mietzins bis zum Ablauf der Kündigungsfrist noch
bezahlen müssen. Eine frühere Kündigung sei nicht möglich gewesen und die
Versicherte habe sich auch nicht von der Wohngemeinschaft B._ aus um einen
Nachmieter bemühen können. Während des Aufenthalts im C._ habe die Versicherte
die Wochenenden ausserhalb verbringen müssen. Ihre Eltern hätten zu wenig Platz
gehabt, um sie und ihren Sohn zu beherbergen. Zudem habe die Versicherte ihrem
Sohn schon während des Therapieaufenthalts wieder ein eigenes kleines Zuhause
bieten wollen. Deshalb habe sie vor dem Austritt aus dem C._ eine neue Wohnung
gesucht. Wirklich bewohnt habe sie die neue Wohnung aber erst nach dem Austritt aus
dem C._. Sie habe sich also rund neun Monate dauernd, d.h. ohne Unterbruch in
einem Therapieheim aufgehalten. Der Eintritt sei mit der Absicht erfolgt, so lange in der
Therapie zu bleiben, bis der Alltag wieder ohne Alkohol bewältigt werden könne. Durch
die Kündigung der Wohnung im November 2007 habe die Versicherte deutlich zum
Ausdruck gebracht, dass sie von einem längeren Heimaufenthalt ausgegangen sei. Da
der Aufenthalt mehr als sechs Monate gedauert habe, sei eine Heimberechnung
erforderlich.
F.
Die EL-Durchführungsstelle beantragte am 8. Dezember 2008 die Abweisung der
Beschwerde.

Erwägungen:
1.
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Bei Personen, die dauernd oder längere Zeit in einem Heim oder Spital leben, sind die
Tagestaxe und der Betrag für persönliche Auslagen als Ausgaben anzuerkennen
(Art. 3b Abs. 2, seit dem 1. Januar 2008 Art. 10 Abs. 2 ELG). Die sogenannte
Heimberechnung kommt also nicht nur bei Heimaufenthalten, sondern auch bei
Spitalaufenthalten zur Anwendung. Die Beschwerdeführerin hat sich zur medizinischen
Rehabilitation im Wohnheim B._ und im C._ aufgehalten. Es ist jeweils eine
stationäre Therapie durchgeführt worden. Da der Unterbruch zwischen dem stationären
Aufenthalt im Wohnheim B._ und demjenigen im C._ nur zwei Tage gedauert hat
und da davon auszugehen ist, dass es sich beim stationären Aufenthalt im C._ um
eine Weiterführung der im Wohnheim B._ begonnenen Therapie gehandelt hat, ist
von einem durchgehenden Spitalaufenthalt vom 15. November 2007 bis 7. August
2008 auszugehen. Trotzdem hat die Beschwerdegegnerin das Vorliegen eines
längerdauernden Aufenthalts im Sinne von Art. 3b Abs. 2 ELG verneint. Sie hat dies
damit begründet, dass die Beschwerdeführerin nicht mit der Absicht dauernden
Verbleibens in das Wohnheim B._ eingetreten sei. Die Beschwerdeführerin habe
nämlich in ihre Wohnung zurückkehren wollen. Während des Aufenthalts im C._ habe
sie zudem wie bei einem gewöhnlichen Umzug die Wohnung gewechselt. Die Frage, ob
ein längerer Spitalaufenthalt angetreten worden ist, muss anhand des Kenntnisstandes
der betreffenden versicherten Person vor und beim Spitaleintritt und damit anhand
einer – damals plausiblen – Prognose über die Dauer des Spitalaufenthalts beantwortet
werden (vgl. Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Bd. XIV Soziale Sicherheit,
2.A., Ralph Jöhl und Patricia Usinger-Egger, Ergänzungsleistungen zu AHV/IV, S.
1713). Die Beschwerdeführerin war depressiv und sie hatte Alkoholprobleme. Eine
Therapie setzte deshalb eine mehrmonatige stationäre Rehabilitation voraus, um
erfolgversprechend zu sein. Das war der Beschwerdeführerin vor dem Eintritt in das
Wohnheim B._ bekannt, denn nur so lässt sich erklären, dass sie noch kurz vorher
auf den nächstmöglichen Termin ihre Wohnung gekündigt hat. Die Beschwerdeführerin
hat also entgegen der Behauptung der Beschwerdegegnerin offenkundig nicht die
Absicht gehabt, in ihre Wohnung zurückzukehren. Dass die Beschwerdeführerin dann
Wochen vor dem Ende des stationären Aufenthalts im C._ eine neue Wohnung
gemietet hat, spricht nicht gegen einen längerdauernden Spitalaufenthalt, denn der
Bedarf nach einer Wohnung ist durch den Platzmangel bei den Eltern der
Beschwerdeführerin und insbesondere durch das Bedürfnis, dem Sohn so bald als
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möglich wieder ein eigenes Zuhause zu bieten, überzeugend begründet worden. Im
übrigen ist entscheidend, dass der stationäre Aufenthalt im C._ über den Mietbeginn
am 1. Juni 2008 hinaus bis zum 7. August 2008 angedauert hat. In der Literatur wird
bereits bei einem Spitalaufenthalt von mindestens drei Monaten von einem
längerdauernden Aufenthalt im Sinne von Art. 3b Abs. 2 ELG ausgegangen. Die
Beschwerdeführerin hat also längere Zeit im Heim/Spital gelebt, weshalb eine
sogenannte Heimberechnung hätte erfolgen müssen. Die Beschwerdegegnerin wird
diese Berechnung nachzuholen haben. Dazu ist die Sache an sie zurückzuweisen,
denn es sind zusätzliche Abklärungen zur Höhe der Tagestaxen, allfälligen weiteren
abzugsfähigen Ausgaben und zu allfälligen anrechenbaren Einnahmen (insbesondere
Leistungen der Krankenversicherung) bei Spitalaufenthalt notwendig.
2.
Der im November 2007 bestehende Mietvertrag sah eine Kündigungsfrist von drei
Monaten vor. Die Beschwerdeführerin hat angegeben, sie habe erst im November 2007
von dem längerdauernden Rehabilitationsaufenthalt gewusst und deshalb den
Mietvertrag nicht früher kündigen können. Aus diesem Grund sei sie gezwungen
gewesen, den Mietzins bis zum Ablauf der Kündigungsfrist Ende Februar 2008 zu
bezahlen. In derartigen Situationen lässt die Rechtsprechung es zu, die
Heimberechnung um den Mietzins als zusätzliche abzugsfähige Ausgabe zu ergänzen
(vgl. Ralph Jöhl und Patricia Usinger-Egger, S. 1723 f.). Voraussetzung ist, dass es der
versicherten Person nicht möglich oder nicht zumutbar gewesen ist, den Mietvertrag so
rechtzeitig zu kündigen, dass während des Heim- oder Spitalaufenthalts kein Mietzins
mehr zu entrichten gewesen wäre. Ob die Beschwerdeführerin tatsächlich erst im
Verlauf des Monats November 2007 in der Lage gewesen ist, die Notwendigkeit einer
Kündigung des Mietvertrages zu erkennen, wird von der Beschwerdegegnerin noch
abzuklären sein. Sollten diese Abklärungen ergeben, dass die Beschwerdeführerin erst
per Ende Februar 2008 hat kündigen können, wird die Beschwerdegegnerin also den
Mietzins bis Ende Februar 2008 als zusätzliche Ausgabe neben der Tagestaxe und dem
Betrag für persönliche Auslagen anrechnen. Vom Wohnheim B._ aus konnte die
Beschwerdeführerin nämlich keinen Nachmieter finden, der die Wohnung vor Ende
Februar 2008 übernommen und so weitere Mietzinsausgaben der Beschwerdeführerin
vermieden hätte. Nun hat die Beschwerdeführerin aber nicht nur zu Beginn der
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stationären Rehabilitation, sondern auch vor deren Ende zusätzlich einen
Wohnungsmietzins bezahlt. Hier stellt sich ebenfalls die Frage, ob diese Ausgabe im
Rahmen der Heimberechnung zu berücksichtigen sei. Für den Monat August 2008 ist
diese Frage zu bejahen, denn die Beschwerdeführerin musste unmittelbar beim Austritt
aus dem C._ eine Wohnung haben. Dies hat sie nur mit einem auf den 1. August
2008 abgeschlossenen Mietvertrag erreichen können. Jedenfalls für August 2008 ist
die Heimberechnung also – in analoger Anwendung der Praxis zur zusätzlichen
Anrechnung des Mietzinses zu Beginn des Heimaufenthalts – um den Mietzins der
neuen Wohnung zu ergänzen. Nun hat die Beschwerdeführerin aber bereits auf den 1.
Juni 2008 eine Wohnung gemietet. Sie hat dies damit begründet, dass sie an den
Wochenenden nicht bei den Eltern habe wohnen können, weil deren Wohnung zu klein
sei und weil sie dem Sohn sobald als möglich wieder ein eigenes Heim habe bieten
wollen. Dieses zweite Argument ist nicht stichhaltig, denn die neue Wohnung konnte so
lange kein eigenes Heim für den Sohn der Beschwerdeführerin werden, als er nicht
auch die Woche über mit seiner Mutter dort leben konnte. Ob das Argument der
Beschwerdeführerin, die Wohnung der Eltern sei zu klein, um sie und ihren Sohn
gleichzeitig zu beherbergen, stichhaltig ist, kann nicht beurteilt werden, weil die
Wohnverhältnisse der Eltern der Beschwerdeführerin nicht bekannt sind. Ebenso wenig
ist bekannt, wie und wo die Beschwerdeführerin jeweils das Wochenende über
gewohnt hat. Sollte es sich dabei um eine geeignete und zumutbare Wohngelegenheit
gehandelt haben, die auch im Juni und Juli 2008 noch zur Verfügung gestanden hätte,
müsste von einer vermeidbaren Kumulation von Heimkosten und Wohnungsmietzins
ausgegangen werden, so dass die zusätzliche Anrechnung der Mietzinsausgaben nicht
zu rechtfertigen wäre. Zumindest tagsüber konnte die Beschwerdeführerin nämlich mit
ihrem Sohn zusammen sein, auch wenn sie anderswo übernachtete. Die
Beschwerdegegnerin, an welche die Sache zurückzuweisen ist, wird also abzuklären
haben, ob es notwendig und der Beschwerdeführerin möglich und zumutbar gewesen
sei, bis Ende Juli 2008 noch ohne eine eigene Wohnung auszukommen.
3.
Im Sinne der vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen.
Die Sache ist zur weiteren Sachverhaltsabklärung und zur anschliessenden neuen
Anspruchsberechnung für die Periode November 2007 bis August 2008 an die
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Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Dieser Verfahrensausgang ist in Bezug auf das
Begehren um eine Parteientschädigung als vollumfängliches Obsiegen der
Beschwerdeführerin zu qualifizieren. Die Beschwerdeführerin hat deshalb einen
Anspruch auf eine volle Parteientschädigung. Diese bemisst sich nach der Bedeutung
der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses (Art. 61 lit. g ATSG). Das
vorliegende Verfahren ist insbesondere im Hinblick auf das zweitgenannte Kriterium als
deutlich unterdurchschnittlich zu qualifizieren, denn es hat sich weitgehend auf die
Frage beschränkt, ob ein längerdauernder Spitalaufenthalt vorgelegen habe. Dies
rechtfertigt die Zusprache einer Parteientschädigung von Fr. 2000.- (inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer). Bei dieser vollumfänglichen Gutheissung des
Begehrens um die Zusprache einer Parteientschädigung kommt das vom Gericht
praxisgemäss als Eventualbegehren qualifizierte Begehren um die Gewährung der
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung nicht zum Zug. Das Beschwerdeverfahren ist
kostenlos (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG