Decision ID: e6cf007d-9544-41e3-85e1-6d510f6f81dc
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1962, meldete sich am 8. Juni 1982 aufgrund einer Erkrankung des Knies bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an; sie verfügt über keine Berufsausbildung und war zuletzt als Hausfrau und Bäuerin sowie Verkäuferin tätig (Urk. 12/2 und Urk. 12/3). Sie bezieht seit Juni 1981 eine halbe Rente der Invalidenversicherung, die wegen einer Operation im Jahre 2003 vorübergehend auf eine ganze Rente erhöht, später aber wieder auf eine halbe Rente herabgesetzt und in diesem Umfang anlässlich diverser amtlicher Revisio
nen bestätigt worden war (Urk. 12/7, 12/18, 12/27, 12/32, 12/40, 12/44, 12/59, 12/70, 12/79, 12/117, 12/141, 12/157).
1.2
Anfangs 2016 veranlasste die IV-Stelle ein weiteres Rentenrevisionsverfahren. Nach Eingang des Revisionsfragebogens vom 26. Januar 2016 (Urk. 12/160) holte sie einen Verlaufsbericht des behandelnden Arztes der Beschwerdeführerin ein (Urk. 12/163) und klärte die Situation in Erwerb und Haushalt ab (Urk. 12/161, Urk. 12/165). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 12/170, Urk. 12/172, Urk. 12/177) hob die IV
Stelle die halbe Rente mit Verfügung vom 26. Januar 2017 (Urk. 12/188 [=Urk. 2]) revisionsweise auf Ende des folgenden Monates auf.
2.
Hiergegen erhob die Versicherte am 27. Februar 2017 Beschwerde (Urk. 1) und beantragte die Aufhebung der Verfügung vom 26. Januar 2017 und die weitere Ausrichtung der halben Rente. Eventualiter sei die Verfügung unter Zurückwei
sung für weitere Abklärungen und zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegne
rin aufzuheben. In prozessualer Hinsicht liess die Versicherte die Erteilung der unentgeltlichen Prozessführung und die Gewährung einer unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung
in der Person von Rechtanwalt Thomas Kempf beantragen. Mit Beschwerdeantwort vom 5. April 2017 (Urk. 11) schloss die Beschwerde
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 7. April 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 13).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung;
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich
, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des
Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl
massgeblichen
(hypothetischen) Sachverhalts bestehen
(
BGE
144 I 28 E.
2.2,
130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen
). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend ("allseitig") zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdi
gung und Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Aufhebung der bisherigen halben Rente in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) damit, die Abklärungen hätten ergeben, dass die Beschwerdeführerin bei voller Gesundheit heute in einem 80 % Pensum erwerbstätig und die restlichen 20 % im Haushalt involviert wäre. Die Änderung der Qualifikation der Versicherten stelle einen Revisionsgrund dar. Die Einschrän
kung im Haushalt würde sich entsprechend den Abklärungen auf 28.3 % belau
fen, was einem Invaliditätsgrad von 5.66 % im Haushaltsbereich
entspreche. Bei einer Tätigkeit als Verkäuferin im 80%
Pensum wäre es ihr möglich, ein
Validen
einkommen
von jährlich Fr. 43'465.80 zu generieren. In dem ihr zumutbaren Pen
sum von 50 % könne sie ein Invalideneinkommen von Fr. 27'166.15 erzielen, wodurch eine Erwerbseinbusse infolge der Behinderung von Fr. 16'299.65 resul
tiere. Dies entspreche einer Einschränkung von 37.5 %, was einem Invaliditäts
grad von 30 % im Erwerbsbereich entspreche. Der gesamte Invaliditätsgrad betrage daher 35.66 % und schliesse einen Rentenanspruch aus.
2.2
Die Beschwerdeführerin stellt sich demgegenüber zusammengefasst auf den Standpunkt (Urk. 1), sie beziehe bereits seit mehr als 35 Jahren eine Rente der Invalidenversicherung. Bereits zu Beginn im Jahre 1981 sei ihr eine Arbeitsunfä
higkeit von 50 % attestiert und eine halbe Rente der Invalidenversicherung aus
gerichtet worden, aufgrund einer Knieoperation zeitweise eine ganze Rente. Es liege kein Revisionsgrund vor, welcher die Aufhebung der halben Rente rechtfer
tigen würde.
Im Übrigen ergebe sich auch gestützt auf den neusten Abklärungsbericht der Beschwerdegegnerin ein anspruchsbegründender Invaliditätsgrad von 52.06 %. So würde bei der Annahme einer Erwerbstätigkeit von 80 % (im Gesundheitsfalle) aufgrund der Behinderung eine Einschränkung von 58 % und damit ein Teilin
validitätsgrad von 46.40 % resultieren, was zusammen mit dem Teilinvaliditäts
grad im Haushaltsbereich von 5.66 % zum Invaliditätsgrad von 52.06 % führe. Die Berechnung der Beschwerdegegnerin sei falsch und lasse zudem den leidens
bedingten Abzug vermissen.
Die aktuellen medizinischen Abklärungen, insbesondere der Bericht von Dr. med. Y._, Orthopädische Chirurgie FMH (Urk. 3/3), würden zeigen, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin nicht verbessert, sondern eher verschlechtert habe. Es komme daher sogar eine Erhöhung des Rentenan
spruches in Frage, weshalb die Sache allenfalls für ergänzende Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen sei.
3.
3.1
Ob eine revisionsrechtlich erhebliche Veränderung eingetreten ist, ergibt sich aus dem Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt des
Einspracheentscheids
vom 3. Februar 2006 (Urk. 12/117 und 12/122) bestand – da im Rahmen der Ren
tenbestätigungen am 31. Mai 2007 (Urk. 12/141) und 10. Dezember 2010 (Urk. 12/157) nur eine rudimentäre Prüfung erfolgte – mit demjenigen, welcher der hier angefochtenen Verfügung vom 26. Januar 2017 (Urk. 2) zugrunde lag. Dabei beruhte der
Einspracheentscheid
im Wesentlichen auf den medizinischen Berichten von Dr. Y._ vom 23. Juni 2005 (Urk. 12/88) und 31. Januar 2005 (Urk. 12/82) sowie auf einer Abklärung im Haushalt (Urk. 12/87).
3.1.1
Im Bericht vom 23. Juni 2005 (Urk. 12/88/1) führte Dr. Y._ als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Knieprothese links nach mehrjähriger Problematik sowie eine leichte mediale Instabilität nach diversen Voreingriffen Knie links auf und hielt hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit fest, zwischen dem 5. November 2002 und dem 31. März 2003 habe eine 100%
ige
Arbeitsunfähig
keit bestanden und seit dem 1. Juni 2003 bestehe eine solche von 50 %. Im Bericht vom 31. Januar 2005 (Urk. 12/82/1) hatte er noch ein vermindert belast
bares Kniegelenk nach Knieprothese links, einen Status nach
Valgisationsosteo
tomie
links
mit Überkorrektur und einen Status nach
Meniszektomie
als Kind aufgeführt.
Dr. Y._ bezeichnete im Juni den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin als stationär und hielt eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit durch medizinische Massnahmen nicht mehr für möglich. Er führte aus, dass eine Arbeitsfähigkeit von 50 % verbleiben werde (Urk. 12/88/2). Im Januar hatte Dr. Y._ ausgeführt, bei der Beschwerdeführerin würden dieselben Einschränkungen wie vor der Knie
operation bestehen, jedoch erfahre sie dadurch nun weniger Schmerzen (Urk. 12/82/2).
3.1.2
Am 3. März 2005 fand eine Haushaltsabklärung vor Ort statt (Urk. 12/87). In die
sem hielt die Abklärungsperson fest, die Beschwerdeführerin arbeite aktuell ein
mal pro Woche, nachmittags von 15.00-21.30 Uhr, sowie einmal monatlich einen zusätzlichen Nachmittag als Verkäuferin in einem Z._-Tankstellenshop. Gemäss Lohnabrechnungen September 2004 bis Februar 2005 arbeite die Beschwerdeführerin damit durchschnittlich 31.6 Stunden pro Monat (Urk. 12/87/2). Die Beschwerdeführerin erklärte im Rahmen dieser Erhebung, dass sie aufgrund der finanziellen Situation im Gesundheitsfalle eine Erwerbstätigkeit von sicher 70 % ausüben würde. Derzeit wohnten nebst der Beschwerdeführerin auch deren Ehemann und die zwei Söhne (Marco, geb. 1984 und Remo, geb. 1989) im selben Haushalt (Urk. 12/87/3). Es werde ein Bauernhaus mit drei Etagen und ca. 40m
2
Gemüsegarten (welcher aufgrund der Gesundheitsbeschwerden aufge
geben und zu einem Rasen umfunktioniert worden sei) sowie Umschwung um das Bauernhaus und die Scheune bewohnt (Urk. 12/87/4). Zu den Aufgaben im Haushalt hatte die Beschwerdeführerin angegeben, dass sich seit der Knieopera
tion mit Totalprothese keine wesentliche Veränderung ergeben habe. Sie könne nach wie vor keine schweren Verrichtungen erledigen, sie könne nicht in die Hocke
gehen oder sich hinknien. Die Operation habe lediglich eine Erleichterung hinsichtlich der Schmerzen gebracht (Urk. 12/87/5).
3.2
Die rentenaufhebende Verfügung vom 26. Januar 2017 (Urk. 2) beruht hinsicht
lich der medizinischen Beurteilung auf dem Bericht von Dr. med.
lic
. phil. A._, FMH Allgemeine Medizin, vom 15. April 2016 (Urk. 12/163). Zudem fand erneut eine Abklärung im Haushalt statt (Urk. 12/165).
3.2.1
Dr. A._ nannte als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Knie-Endoprothese links mit Restbeschwerden bei medialer Restinstabilität. Bezüglich des Knies bestünden keine erwähnenswerten Veränderungen. Er führte aus, die Beschwerdeführerin arbeite in einem Pensum von 30 % im B._ und erledige
danebst
, soweit es gehe, den Privathaushalt. Da sie während der Arbeit das Knie nicht dauernd belasten müsse, sondern sich zwischendurch beim Sitzen erholen könne, könne sie diese Tätigkeit derzeit gut bewältigen. Insofern werde dadurch eine angepasste Tätigkeit realisiert. Die Leistungsfähigkeit bestehe etwa im gleichen Umfange wie zuvor. Es könnten Arbeiten verrichtet werden, welche eine leichte Arbeitshaltung mit zeitweisem Gehen und Stehen und überwiegen
dem Sitzen beinhalteten (Urk. 12/163/1).
3.2.2
Am 6. September 2016 fand eine Haushaltsabklärung vor Ort statt (Urk. 12/165). Dabei gab die Beschwerdeführerin an, dass sie zu durchschnittlich 30 % im B._ als Verkäuferin arbeite, meist zwei Nachmittage pro Woche. Sei das berufliche Pensum in einem Monat höher, so könne sie entsprechend weniger Arbeit im Haushalt verrichten (Urk. 12/165/2). Sie wohne mit ihrem Ehemann zusammen, der nun pensioniert sei, aber noch ein wenig weiter arbeite, falls er – was selten der Fall sei – Arbeit erhalte. Die Kinder seien alle ausgezogen. Die Beschwerde
führerin berichtete weiter, dass sie und ihr Ehemann einen
Flarzhausteil
mit drei Etagen und einem
ca. 40m
2
grossen Garten bewohnen würden (Urk. 12/165/4) und erklärte, dass sie bei guter Gesundheit ein Arbeitspensum von 80 % erfüllen könnte und aufgrund der schwierigen finanziellen Situation auch ein solches aus
üben würde (Urk. 12/165/4). Die Abklärungsperson legte daher die Qualifikation neu als zu 80 % erwerbstätig und zu 20 % im Haushaltsbereich fest. Dies da sich seit der letzten Abklärung (2005) die finanzielle und familiäre Situation verändert habe (Urk. 12/165/4).
3.3
Im
?
ericht
vom 21. Oktober 2016 (Urk. 3/3) stellte Dr. Y._ fest, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin – welche er bis dato seit dem Jahr 2004 nicht mehr gesehen habe – subjektiv verschlechtert habe. So klage diese über Beschwerden in den oberen Sprunggelenken beidseits und Fussprobleme beidseits sowie Lumbalgien. Dabei führte er aus, dass das linke Kniegelenk grund
sätzlich korrekt sitze und das
Polyaethylen
nicht verbraucht sei. Es sei möglich, dass die Patella etwas abgenutzt sei und dies zu einer Einschränkung der Geh
strecken führe und für die Schmerzen verantwortlich sei. Rechts bestehe eine
behandlungsbedürftige
Femoropatellararthrose
, deren operative Versorgung aber noch nicht angezeigt sei. Als Diagnosen nannten er eine Knie-Totalprothese, einen Status nach vorgängiger
Valgisationosteotomie
, einen Status nach
Menis
zektomie
, einen beidseitigen Spreizfuss, einen
Hallux
valgus ersten Grades links, einen Knick-Senkfuss, eine
Femoropatellararthrose
rechts sowie rezidivierende Lumbalgien wahrscheinlich bei degenerativen Veränderungen. Eine Einschätzung zur Arbeitsfähigkeit respektive Einschränkung derselben, machte Dr. Y._ nicht.
4.
4.1
Es steht ausser Frage und ist durch die Akten ausgewiesen, dass der Gesundheits
zustand und dessen
Auswirkungen auf das Leistungsvermögen der Beschwerde
führerin seit Februar 2006 keine anspruchsrelevante Änderung erfahren haben. D
er
behandelnde
Arzt ging
bei einer im Wesentlichen unveränderten Diagnose (Knieprothese links mit Restbeschwerden bei medialer Instabilität) auch von einer unveränderten Leistungsfähigkeit und mithin weiterhin von einer Arbeitsfähig
keit von 50 % aus (vgl. E. 3.1.1, E. 3.2.1). Unbestrittenermassen besteht damit keine Verbesserung des Gesundheitszustandes. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin ist aber auch keine Verschlechterung des gesundheitlichen Zustandes ausgewiesen. Zwar berichtete
Dr. Y._
neu insbesondere auch über eine
Femoropatellararthrose
rechts, hielt deren operative Versorgung aber noch nicht für angezeigt. Die Knieprothese link
s
sass seiner Ansicht nach korrekt und war nicht verbraucht. Weiter hatte seine Untersuchung eine gute Hüftbeweglich
keit und ein gutes Rückenrelief gezeigt. Am operierten Knie bewege sich die Patella korrekt und löse keine Schmerzen aus. Die Sprunggelenke seien zwar beidseits etwas schmerzhaft, aber nicht wesentlich geschwollen, zudem bestehe beidseits ein Spreizfuss und ein
Hallux
valgus. Sensibilität und Motorik seien erhalten. Es bestehe keine lumbale radikuläre Problematik. Dr.
Y._
konnte daher lediglich subjektiv eine Verschlechterung feststellen (E. 3.3 und Urk. 3/3). Eine revisionsrechtlich relevante Verschlechterung des Gesundheitszustandes lässt sich vor diesem Hintergrund nicht erhärten. Betreffend Gesundheitszustand und zumutbarem Leistungsvermögen liegt damit kein Revisionsgrund im Sinne von
Art.
1
7. Abs.
1 ATSG vor, welcher Anlass zu einer Überprüfung der Invali
denrente gibt.
4.2
Zu prüfen bleibt, ob eine rechtserhebliche Änderung der Qualifikation vorliegt, welche eine r
evisionsweise Überprüfung zu rechtfertigen vermag. Die Beschwer
de
führerin wurde im
Einspracheverfahren
vom
3.
Februar
2006 (Urk. 12/122
i.V.m
. Urk. 12/87) als zu 70 % im Erwerbsbereich tätig und zu 30 % im Haus
haltsbereich tätig qualifiziert. Anlässlich der Haushaltabklärung vom 3. März 2005 (E.
3.1.2) gab sie an, aufgrund der finanziellen Situation im Gesundheitsfalle sicherlich zu 70 % erwerbstätig zu sein. Gleichermassen hatte sie sich bereits zuvor anlässlich der Haushaltsabklärung vom
4.
Juli 2002 geäussert, als sie aus
führte aufgrund der finanziellen Situation im Gesundheitsfall im Ausmass von 70 % bis 75 % erwerbstätig zu sein (Urk. 12/58/1).
I
hre Aussage im Rahmen der aktuellen Haushaltsabklärung aus dem Jahr 2016, w
onach
sie ausführte, auf
grund der finanziellen Situation im Gesundheitsfall ein Pensum von 80
% ausü
ben zu müssen (E. 3.2.2), kann angesichts der vorgenannten Angaben nicht als relevante Veränderung qualifiziert werden.
Die Einschätzung der Beschwerdefüh
rerin zu ihrer hypothetischen Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall
ist im Gegenteil
seit rund 14 Jahren
als
gleich
bleibend zu betrachten
und
die Aufteilung Erwerb - Haushalt
angesichts dieser Gegebenheit als unverändert zu qualifizieren. Dies umso mehr
,
als die Beschwerdeführerin ihrer Einschätzung die derzeitige finan
zielle Situation zugrunde
zu legen
und ihre Aussage damit nicht mit Blick auf den hypothetischen Gesundheitsfall, sondern die derzeit benötigten finanziellen Mittel zu treffen scheint. Im Übrigen ist auch in Bezug auf die übrigen Lebens
umstände von keiner
erheblichen Verä
nderung auszugehen. So berichtete
d
ie Beschwerdeführerin bereits im Jahr 2002, dass sie vermehrt Haushaltaufgaben an die Kinder übertragen habe und an den Umgebungsarbeiten nicht beteiligt sei (Urk. 12/58/1). Diejenigen Arbeiten, welche sie invaliditätsbedingt nicht verrich
ten könne, würden insbesondere der Ehemann und die Kinder übernehmen (Urk. 12/58/7). Im Jahr 2005 gab sie an, dass sich ihre Haushalttätigkeiten seit der Operation (2003) nicht verändert hätten; sie könne verschiedene Verrichtun
gen nicht erledigen (Urk. 12/87/5). Insbesondere ihr Ehemann
und die Kinder würden diejenigen Tätigkeiten verrichten, zu welchen sie invaliditätsbedingt nicht mehr in der Lage sei (Urk. 12/87/6).
Die Ausführung i
m Abklärungsbericht aus dem Jahr 2016,
wonach sich
die Situation
verändert habe
, da der Haushalt stark reduziert worden sei (Urk. 12/165/4)
, ist nicht nachvollziehbar
. Zwar bewohnen die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann nun einen
Flarzhausteil
mit kleinerem Garten und die Kinder sind ausgezogen (E. 3.3)
. A
uf die Haushaltauf
gaben der Beschwerdeführerin hatte dies jedoch keine Auswirkungen gezeitigt,
da sie
bereits zuvor jegliche schwere
n
Verrichtungen im Haushalt an die übrigen Familienmitglieder
übertragen hatte
. Der Auszug der Kinder
-
welche im Haushalt aktiv mithalfen
-
führte daher ebenfalls nicht zu einer Reduktion der Haushalts
arbeit. Da das
Flarzhaus
über drei Stockwerke verläuft und zudem nach Möglich
keit die Holzheizung genutzt wird (Urk. 12/165/4)
,
kann
ebenfalls nicht von einer Reduktion der Arbeiten im Haushalt aus
gegangen werden
. Zusammengefasst
ist weder eine
Qualifikationsänderung
noch eine relevante Veränderung der Ein
schränkung im Haushalt
ausgewiesen
, womit
ein
Revisionsgrund im Sinne v
on Art. 17. Abs. 1 ATSG
, welcher Anlass zu einer Anpassung der Invalidenrente g
äbe, nicht erstellt ist
.
5.
Nach dem Ausgeführten ist die angefochtene Verfügung (Urk. 2) in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben mit der Feststellung, dass die Beschwerdeführerin weiterhin Anspruch auf eine halbe Invalidenrente hat.
6.
6.1
Gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenver
siche
rung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten
werden nach dem Verfahrens
aufwand und
unab
hän
gig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge
legt
und sind im vorliegenden Fall auf Fr. 600.-- festzusetzen und
ausgangsgemäss
von der Beschwerdegegnerin zu tragen.
6.2
Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Partei
kos
ten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
mes
sen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
).
Mit Beschwerde vom 27. Februar 2017 (Urk. 1) beantragte die Beschwerdeführe
rin eine Parteientschädigung. Eine Honorarnote wurde nicht eingereicht, womit, wie mit Verfügung vom 7. April 2017 (Urk. 13) für den Unterlassungsfall ange
zeigt, die Entschädigung nach Ermessen festzusetzen ist. Unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses ist eine Ent
schädigung
in Höhe von Fr. 2
'
1
00.-- (inklusive Mehrwertsteuer und Barlauslagen) angemessen
.
6.3
Das Gesuch der Beschwerdeführerin um unentgeltliche Rechtspflege im Sinne der Befreiung von den Gerichtskosten und der Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung (Urk. 1 S. 2) erweist sich damit als gegenstandslos.