Decision ID: 1dc61836-2caf-4d62-93a1-f44e13b8bd98
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1977, bezog seit 1
2.
Dezember 2013 Taggelder der Arbeits
losenversicherung und war damit bei der Suva gegen Unfälle versichert. Am 2
7.
September 2013 hängte er beim Hinuntergehen auf der Treppe mit der rechten Hand beim Geländer ein, wodurch es ihm die Schulter zurückzog und durch den Ruck den Kopf an die eigene Brust schlug (
Urk.
9/
2
,
Urk.
9/
9
und
Urk.
9/
21 S. 1
)
. Die am Unfalltag erstbehandelnde
Dr.
med.
Y._
, FMH Physikalische Medizin, diagnostizierte am 1
8.
Oktober 2013 (
Urk.
9/
14)
ein Distorsionstrauma der Hals
wirbelsäule (HWS) mit Verdacht auf
Distension
der intraspinalen Ligamente C7 sowie eine posttraumatische
Periarthropathia
humeroscapularis
(PHS) rechts mit
Impingement
.
Im Rahmen der medizinischen Behandlung wurde am
3.
Oktober 2013 (
Urk.
9/
8) m
ittels
Arthro
-MRI
unter anderem
eine aktivierte AC-Arthrose
beschr
i
e
ben.
Die Suva trat auf den Schaden ein und gewährte Heilbehandlung sowie Taggeld.
Am
8.
Oktober 2015 wurde eine diagnostische Arthroskopie, ein
Débridement
Labrum
antero-superoposterior
, ein SLAP-
Repair
sowie
eine
subakromiale
Dekom
pression an der rechten Schulter vorgenommen (
Urk.
9/
188).
Am 2
4.
März 2016 (
Urk.
9/
212) rutschte der Versicherte in der Badewanne aus und fiel auf die linke Körperseite, wobei er sich eine Rippenfraktur zuzog (
Urk.
9/
214/2).
Nach weiterer Behandlung des Versicherten und am
3.
Februar 2017 (
Urk.
9/
251) erfolgter kreisärztlicher Untersuchung sprach ihm die Suva
mit Verfügung vom 1
2.
Juni 2017 (
Urk.
9/
262) basierend auf einer Integritätseinbusse von 10
%
eine entsprechende Integritätsentschädigung zu, was unangefochten blieb.
1.2
Am
1.
Dezember 2017 erlitt der mittlerweile bei der
Z._
GmbH als Gipser
beschäftigte Versicherte einen weiteren Unfall, als er während der Arbeit auf dem Bau stürzte und auf die rechte Seite fiel.
Die
am
4.
Dezember 2017 erst
behandelnde
Dr.
Y._
diagnostizierte mit Bericht vom 1
5.
Dezember 2017 (
Urk.
9/
280) ein traumatisch aktiviertes
lumboradikuläres
Reizsyndrom L5 rechts bei vorbestehender Diskushernie L5/S1
, ei
n
e
posttraumatische PHS rechts sowie eine Beckenkontusion rechts.
Mit Verfügung vom 2
2.
Februar 2018 (
Urk.
9/
297) schloss die Suva den Fall per 2
8.
Februar 2018 ab und lehnte die Ausrichtung weiterer Versicherungsleis
tungen ab. Nach
Einspracheerhebung
(
Urk.
9/
303/1-3 und
Urk.
9/
306/2) und Konsultation der Versicherungsmedizin (
Urk.
9/
307)
hob die Suva die Verfügung am 1
4.
Mai 2018 (
Urk.
9/
3
9/
1) formlos unter Hinweis auf die Kostenübernahme der anstehenden Operation
auf
.
Diese wurde am 2
8.
Juni 2018 (
Urk.
9/
315)
durchgeführt im Sinne einer Schulterarthroskopie mit
Bizepstenodese
rechts. Vom 1
3.
März bis 1
7.
April 2019 (
Urk.
9/
362) wurde der Versicherte in der Reha
klinik
A._
behandelt.
Am
6.
Mai 2019 (
Urk.
9/
365) erfolgte eine versi
cherungsmedizinische Aktenbeurteilung.
Am
8.
Mai 2019 (
Urk.
9/
366) teilte die Suva dem Versicherten den Fallabschluss samt Einstellung der Heilkosten- und Taggeldleistungen per 3
1.
Juli 2019 mit und verneinte m
it Verfügung vom 1
4.
Juni 2019 (
Urk.
9/
375)
einen Anspruch auf eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 4.65
%
. Die am 1
4.
August 2019 (
Urk.
9/
378) dagegen erho
bene Einsprache wies die Suva - nach Einholen weiterer versicherungsmedizi
nischer Einschätzungen (
Urk.
9/
384 und
Urk.
9/
398) - mit Entscheid vom 1
0.
März 2020 (
Urk.
2) ab.
2.
Hiergegen erhob der Versicherte am
8.
Mai 2020 (
Urk.
1) Beschwerde mit dem Rechtsbegehren um
Zusprache
der Leistungen aus der Unfallversicherung (Heil
behandlungskosten, Taggeld,
eventuell
eine Invalidenrente) auch nach dem 3
1.
Juli 201
9.
Die Suva ersuchte am 1
3.
August 2020 (
Urk.
8) um Abweisung der Beschwerde. Mit weiteren Stellungnahmen vom 2
7.
August 2020 (
Urk.
12) und 2
2.
September
2020 (
Urk.
16) hielten die Parteien an den gestellten Anträgen fest.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebro
chen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Über
gangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
2
7.
September 2013
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss Art. 6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (Abs. 1).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invali
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil
weise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesund
heitszustandes mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungs
massnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Renten
beginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte zur
Begründung
ihres
Einspracheentscheides
aus
(
Urk.
2 S. 5 f.)
,
die noch vorhandene
n
Pathologien an der linken Schulter seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf ein degeneratives Verschleissleiden des linken Schultergelenkes zurückzuführen. Mit Blick auf die rechte Schulter zeigten die Akten, dass per Ende Juli 2019 keine medizinischen Massnahmen mehr gegeben gewesen s
e
ien, welche
eine namhafte Besserung
mit entsprechen
der Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit bewirkt hä
t
te
n
. Trotz der Unfallfolgen könnte der Beschwerdeführer noch - näher bezeichnete - leichte bis mittelschwere Arbeiten ganztags ausüben
und dabei ein Einkommen erzielen, welches zu einer Einbusse von 4.65
%
führe.
Am 2
2.
September 2020 (
Urk.
16) ergänzte sie, die nach dem Unfall getätigten Abklärungen hätten sich nur auf die rechte Seite bezogen. Es sei auch nicht
nach
vollziehbar, wie es zu einem Überdehnungstrauma des linken Schultergelenkes hätte kommen sollen, wenn der Beschwerdeführer mit dem rechten Arm hängen geblieben sei.
2.2
Der Beschwerdeführer hielt dagegen
(
Urk.
1)
,
er habe bereits bei der Erstunter
suchung am Unfalltag Beschwerden in beiden Schultern erwähnt, weshalb die Ärztin über die Traumatisierung beider Schultergelenke berichtet habe. Danach hätten die Beschwerden seitens des mehrmals operierten rechten Schultergelenks im Vordergrund gestanden, weshalb die ebenfalls bestehenden Beschwerden an der linken Schulter vernachlässigt worden seien. Erst anlässlich der Selbsteinglie
derungsversuche, bei welchen zufolge der starken Einschränkung im Gebrauch des rechten Arms der bis dahin nur zurückhaltend eingesetzte linke Arm konstant verstärkt habe belastet werden müssen,
sei
das ebenfalls hohe Ausmass der bis anhin im Hintergrund stehenden Beschwerden am linken Schultergelenk zu Tage getreten. Bildgebend sei
nun
zweifelsfrei der Riss der
Supraspinatussehne
erstellt, weshalb eine Listenverletzung vorliege, für welche die Beschwerdegegnerin leis
tungspflichtig sei. Diesbezüglich sei bereits im Jahr 2014 in mehreren Berichten der Uniklinik
B._
jeweils eine Verdachtsdiagnose gestellt worden. Demge
mäss habe die Beschwerdegegnerin auch für die
behan
d
lungsbedürftigen
und die Arbeitsfähigkeit zusätzlich einschränkenden Beschwerden aus der Schädigung des linksseitigen Schultergelenkes einzustehen (S. 5 f.).
Am 2
7.
August 2020 (
Urk.
12) ergänzte er,
aufgrund der Listenverletzung habe die Unfallversicherung die Leistungen zu erbringen, solange sie nicht den Nach
weis für eine
vorwiegende
Bedingtheit durch Abnützung oder Erkrankung
erbring
e
. Abklärungen zur Ursache der Listenverletzung am linken Schulter
gelenk seien unterblieben, so dass kein Entlastungsbeweis erbracht worden sei (S. 3). Auch seitens des rechten Schultergelenks liege kein Endzustand vor, da die weiterhin konstant anhaltenden Beschwerden einen operativen Eingriff mit AC-Gelenksresektion und
subacromialer
Dekompression nötig machten (S. 4).
3.
3.1
Die am Unfalltag erstbehandelnde
Dr.
Y._
verwies
in ihrem Bericht vom 1
8.
Oktober 2013 (
Urk.
9/
14)
auf die Angaben des Beschwerdeführers und hielt fest, dieser habe beim Treppen abwärts Gehen den linken (richtig: rechten,
Urk.
9/
21 S. 1) Arm am Geländer eingeklemmt und es sei zum Überdehnungs
trauma der Schultergelenke und des Rückens gekommen. Sie beschr
ie
b
ei
n
e aus
gedehnte Verspannung zervikal beidseits mit stark eingeschränkter Beweglichkeit der HWS,
Druckdolenzen
subacromial
rechts mit schmerzhaft eingeschränkter
Beweglichkeit
in alle Richtungen je um 1/3, passiv könne das Gelenk jedoch frei bewegt werden. Sie diagnostizierte ein Distorsionstrauma der HWS
m
it Verdacht auf
Distension
der intraspinalen Ligamente C7
sowie eine posttraumatisch
e
PHS rechts mit extrinsi
s
chem und intrinsischem
Impingement
.
3.2
Im
Arthro
-MRI
der rechten Schulter
vom
3.
Oktober 2013 (
Urk.
9/
8) zeigte sich eine aktivierte AC-Arthrose, eine mässige
ossäre
Einengung des
Suacromial
raums
, eine Tendinitis der
Supraspinatussehne
, eine
subacromiale
Bursi
tis; zusam
menfassend ein bildge
bendes Korrelat für ein extrinsisches und intrinsi
sches
Impingement
.
3.
3
Die Ärzte der Rehaklinik
A._
stellten in Bezug auf die Schulter in ihrem Austrittsbericht vom 2
6.
April 2019 (
Urk.
9/
362) betreffend den Aufenthalt vom 1
3.
März bis 1
7.
April 2019 folgend
e
Diagnosen (S. 2):
-
SLAP 3 Läsion Schulter rechts (08.10.2015)
-
08.10.2015 Diagnostische Arthroskopie,
Débridement
, Labrum
antero
-superior-
posterior
, SLAP-
Repair
mit 2 x
JuggerKnots
,
subakromiale
Dekom
pression der Schulter rechts
-
22.03.2016
Glenohumerale
Infiltration der rechten Schulter ohne länger anhaltenden Erfolg
-
Tendinitis der langen
Bizepssehne
rechts
-
25.01.2018
MRI Schulter rechts: Flüssigkeitskollektion um Ursprung der langen
Bizepssehne
mit Zystenbildung
-
28.06.2018
Schulterarthroskopie,
Bizepstenodese
mit
ReeIXT
Anker Schulter rechts
-
20.03.2019
MRI Schulter rechts: Weiterhin kräftige
Rotatorenmanschetten
-Muskulatur ohne Hinweise auf eine Volumenatrophie oder fettige Degene
ration.
Weiterhin
keine Hinweise auf eine
Capsulitis
adhaesive
. Etwas besser abgrenzbare diskrete
bursase
itige
Partialrupt
u
r
des
Subsca
p
ularissehn
en
-Oberrandes. Verdacht auf Bursitis
subdeltoidea
/
subacromialis
mit Betonung des
Subscapularissehnen
-Oberrandes. Signalalteriertes, jedoch intaktes
superiores
Labrum bei Status nach SLAP-
Repair
. Status nach
subakro
m
ialer
Dekompression. Neu Knochenmarksödem-Äquivalent am
posterosuperioren
Humeruskopf
, DD Status nach Kontusion ebenda.
Die Ärzte führten aus,
zirka
fünfeinhalb Jahre nach dem Einklemmen des Armes im Treppengeländer mit muskulären Verspannungen und
zirka
dreieinhalb Jahre nach SLAP 3 Läsion der
rechten
Schulter, welche operativ versorgt worden sei
,
sowie über ein Jahr nach Tendinitis der langen
Bizepssehne
bestünden aktuell als Probleme eine Beweglichkeitseinschränkung der Schulter rechts (insbesondere Aussenrotation), bewegungs- und belastungsverstärkte Dauerschmerzen der rechten Schulter, bewegungs- und belastungsverstärkte Schmerzen des rechten Ellbogens (insbesondere Innenrotation) sowie lumbale Rückenschmerzen bei längerem Stehen und beim Gehen länger als 30
Minuten.
Im Vordergrund stün
den eine Beweglichkeitseinschränkung sowie bewegungs- und belastungs
verstärkte Schmerzen der rech
t
en Schulter. Im MRI vom 2
0.
März
2019 bestätige sich die diskrete Partialruptur der
Subscapularissehne
. Zudem zeigten sich aktuell eine
Bursitis
subdeltoidea
/
subacromialis
sowie neu ein Knochenmarksödem am
p
o
sterosuperioren
Humeruskopf
bei Verdacht auf
Kontusion ebenda. Es lasse sich anamnestisch aber keine frische Kontusion eruieren. Die diskreten und vor allem vorübergehenden objektivierbaren pathologischen Befunde der klinischen Unter
suchung und bildgebenden Abklärungen sowie den Diagnosen erklärten aus somatischer Sicht nur zum Teil das Ausmass der physischen Einschränkungen. Sie – die Klinikärzte – seien der Meinung, dass jetzt ein Endzustand erreicht sei. Von weiteren medizinischen Massnahmen dürfe man sich keine signifikante Ver
besserung des Gesundheitszustands mehr versprechen (S. 4 und S. 2).
Die Ärzte befanden die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Fassadenbauer wie auch andere körperlich schwere Tätigkeiten mit wiederholtem Krafteinsatz beider Arme als nicht mehr zumutbar. Eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit ohne Tätigkeit mit dem rechten Arm länger dauernd über Brusthöhe sowie ohne Exposition des
selben gegenüber Schlägen/Vibrationen erachteten sie als ganztags zumutbar (S.
3).
3.4
Kreisarzt
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumato
logie, hielt in seiner Beurteilung vom 2
0.
August 2019 (
Urk.
9/
384) fest, bei der Schädigung des linken Schultergelenks mit den im MRI-Bericht vom
5.
Juli 2019
beschriebenen Pathologien handle es sich nicht mit mindestens überwiegender Wahrscheinlichkeit um Unfallf
olgen des Ereignisses von 201
3.
Bildgebend z
u sehen waren eine
Tendi
n
o
pathie
-Tendinitis der Supr
a
- und
Infraspinatussehnen
, ein
kurzstreckiger
bursaseitiger
bis nach zentral re
i
chender Einriss der dorsalen
Supraspinatussehnenanteile
im Insertionsbereich am
Tuberculum
majus
, eine AG
(
richtig
wohl: AC)
-Arthrose und lateral leicht deszendierendes
Akromiom
mit geringer
ossärer
Einengung des
Suba
kroimalraums
, eine Bursitis
subacromialis
, Unregelmässigkeiten am
superioren
Labrum ohne erkennbaren Riss
; zusammen
fassend bildgebendes Korrelat für ein extrinsische
s und intrinsisches
Impin
gement
(
Urk.
9/
380).
Zu keinem Zeitpunkt seien vom
Beschwerdeführer
Beschwer
den an der linken Schulter geklagt worden. Einigen Arztberichten man
gele es offensichtlich an der notwendigen Sorgfalt und
es
seien wiederholt Seitenangaben inkorrekt gemacht worden
(vgl.
unten
).
Der
Beschwerdeführer
sei zuletzt am 2
0.
Februar 2019 kreisärztlich untersucht worden, dabei seien keine Beschwerden irgendeiner Art im Bereich des linken Schultergelenks geklagt worden und der klinische Status sei altersentsprechend tipptopp gewesen.
Damals
(
Urk.
9/338)
hielt
Dr.
C._
fest, der Beschwerde
führer
klage
über Sch
m
e
rzen im Bereich des rechten
Schultergelenks
, der
Verlauf
sei bisher prolongiert gewes
e
n
und
es sei keine zufriedenstellende Schm
e
rzlinde
rung eingetreten. Die
von de
n Ärzten an der
Klinik
D._
dokumentierte Bewegungseinschrä
n
kung und
die
heute gezeigte Beweglichkeit entspreche weitest
gehend den Befunden der Untersuchung 2017 (
Urk.
9/251), sodass von einer persist
i
erenden Bewegungseinschränkung im
B
ereich des rechten Schulter
gelenks ausgegangen werden müsse, was auch mit der Integritätsentschädigung gewür
digt worden sei. Er empfahl die stationäre arbeitsorient
i
erte Rehabilitation, welche alsdann an der Rehaklinik
A._
stattfand (E. 3.3).
Ebenso ergäben sich aus dem aktenmässigen Verlauf keine dokumentierten Untersuchungen oder Behandlungen des linken Schultergelenkes. Am
2.
Juni 2014 habe der
B._
einen Verdacht auf einen Anriss der
Supraspinatussehne
links beschr
ie
ben und eine
Scapuladyskinesie
rechts
befundet
(
Urk.
9/68)
und im Sprechstundenbericht werde das MRI rechts erwähnt. Dieser Reigen gehe dank «
Copy
-Paste» bis zum 2
9.
Oktober 2014 weiter
(so etwa
Urk.
9/95)
. Logischer
weise werde am 2
9.
Oktober 2014 die neurologische Untersuchung der rechten Schulter-Arm-Region im
B._
durchgeführt
(
Urk.
9/105)
. Anschliessend werde am
8.
Oktober 2015 das rechte Schultergelenk operiert
(
Urk.
9/188)
. Bis am 2
0.
Februar 2019 sei hier keine Besserung eingetreten.
Die am
5.
Juli 2019 bildgebend dargestellten Pathologien der Schulter links seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf ein degeneratives Verschleissleiden
des linken Schultergelenks zurückzuführen. Strukturelle Läsionen, welche nach derzeitigem medizinischem Wissensstand überwiegend wahrscheinlich unfall
kausal seien, hätten nicht dargestellt werden können. Unfälle das linke Schulter
gelenk betreffend fänden sich nicht in den Dossiers.
In der Zuweisung zur aktuellen MRI-Bildgebung gebe die behandelnde Ärztin
Dr.
Y._
ein PHS links an.
Dies sei eine Krankheit. Überwiegend wahrschein
liche Unfallfolgen hätten somit weder aus den klinischen Angaben herausgelesen noch bildgebend dargestellt werden können.
3.5
Dr.
Y._
berichtete am 3
1.
Januar 2020 (
Urk.
9/395) von
chronifizierten
Sch
m
erzen im rechten Schultergelenk mit erneuter Exazerbation im Oktober 201
9.
Sie diagnostizierte eine chronische PHS rechts bei Status nach Arthroskopie mit SLAP-
Repair
2015 und
Rearthroskopie
2018 sowie eine fragliche Partialläsion der Supra- und
Infraspinatussehne
. Dabei stützte sie sich auf MRI-Bilder vom 3
0.
Dezember 2019, welche postoperative Veränderungen nach
Tenodese
der langen
Bizepssehne
und eine fragliche Partialläsion der Supra- und
Infra
spinatussehne
gezeigt hatten (
Urk.
9/394/2).
3.6
Dr.
C._
führte am 1
1.
Februar 2020 (
Urk.
9/398) dazu aus, bildgebend habe am 3
0.
Dezember 2019 keine richtungsgebende Verschlimmerung des Gesund
heitszustandes das rechte Schultergelenk betreffend dokumentiert werden können
.
4.
4.1
Zwischen den Parteien ist nicht umstritten, dass in Bezug auf die Situation an der rechten Schulter der Endzustand erreicht ist und eine vollumfängliche Arbeits
fähigkeit in angepasster Tätigkeit vorliegt.
Dies ist aufgrund der überzeugenden Darlegungen der Ärzte der Rehaklinik
A._
sowie des Kreisarztes
Dr.
C._
nicht zu beanstanden. D
er Beschwerdeführer monierte beschwerdeweise diesbe
züglich einzig, dass die Pathologie an der linken Schulter ebenfalls unfallbedingt und die
se
Behandlung
noch
nicht abgeschlossen sei.
4.2
Bezüglich der Situation an der linken Schulter ergibt sich, dass
diese nach dem Unfall kein Thema war, keine entsprechenden Schmerzen oder Beschwerden geschildert wurden und deshalb auch keinerlei medizinische Abklärungen erfolg
ten. In der Unfallmeldung war in Bezug auf die Verletzung des Schultergelenks nur von der rechten Seite die Rede (
Urk.
9/2). Die erstbehandelnde
Dr.
Y._
beschrieb zwar ein Überdehnungstrauma «der Schultergelenke», sprach aber von
Druckdolenzen
subacromial
nur auf der rechten Seite. Diagnostisch beschränkte
sie sich ebenfalls auf die rechte Schulterseite (posttraumatische PHS rechts,
Urk.
9/14).
Auch in der Folge wurden keinerlei Schmerzen oder Beschwerden in der linken Schulter thematisiert.
So zeigte sich denn auch etwa bei der kreisärzt
lichen Untersuchung vom
3.
Februar 2017
eine nach wie vor völlig unauffällige, frei bewegliche linke Schulter ohne Einschränkungen
(
Urk.
9/251 S. 10).
Die Ärzte der Klinik
B._
bestätigten am
2.
Juli 2018, dass lediglich Pathologien auf der rechten Schulterseite bestehen (
Urk.
9/316). Auch noch anlässlich der kreisärzt
lichen Untersuchung vom 2
0.
Februar 2019 erwähnte der Beschwerdeführer die linke Schulter nicht und zeigte sich im Seitenvergleich lediglich rechts eine end
phasig schmerzhafte geringe Beweglichkeitseinschränkung entsprechend den Verhältnissen im Jahr 2017 (
Urk.
9/338 S. 11).
Im gleichen Sinne war die linke Schulter während des Rehabilitationsaufenthaltes in der Rehaklinik
A._
kein Thema. Der Beschwerdeführer klagte auch hier lediglich über Schulterbe
schwerden rechts
. Die linke Schulter zeigte sich unauffällig
(
Urk.
9/362
S. 1 f. und S. 14 unten).
4.3
Erstmals thematisiert wurden Beschwerden an der linken Schulter in der Ein
sprache vom 1
4.
August 2019 (
Urk.
9/378), als
d
er
Beschwerdeführer
ausführte, bei seinen Versuchen zur Selbsteingliederung hätten die Beschwerden an der linken Schulter Beei
n
trächtigungen in einem Ausmass bewirkt, welche eine medizinische Untersuchung nötig gemacht hätten.
Die im
entsprechenden MR
I vom
5.
Juli 2019 (
Urk.
9/380) ersichtliche Pathologie (
Tendinopathie
-Tendinitis der Supra- und
Infraspinatussehnen
, ein
kurzstreckiger
bursaseitiger
bis nach zentral re
i
chender Einriss der dorsalen
Supraspinatussehnenanteile
im Insertions
bereich am
Tuberculum
majus
, eine AC-Arthrose und lateral leicht deszen
dierendes
Akromiom
mit geringer
ossärer
Einengung des
Akr
om
i
alraums
, eine Bursitis
subacromialis
, Unregelmässigkeiten am
superioren
Labrum ohne erkenn
baren Riss) wurde von Kreisarzt
Dr.
C._
in überzeugender Weise als krank
heitsbedingt qualifiziert (E. 3.4). Namentlich überzeugt seine Einschätzung, dass es sich bei den Pathologien
um
ein degeneratives Verschleissleiden des linken Schultergelenks
handelt, da s
trukturelle Läsionen, welche nach derzeitigem medizinischem Wissensstand überwiegend wahrscheinlich unfallkausal
sind
, nicht dargestellt
wurden.
Diese Einschätzung wird denn auch von keinem beteiligten Arzt in Frage gestellt. Auch die behandelnde
Dr.
Y._
brachte nicht vor, dass diese Leiden auf den Unfall i
m Jahr 2013 zurückzuführen
sind
. So ging sie am 3
1.
Januar 2020 (
Urk.
9/395) nach wie vor lediglich von einer PHS rechts aus und thematisierte die linke Schulter gegenüber der Beschwerdegegnerin nicht.
In der Tat ist vorweg nicht erkennbar, wie die physikalischen Kräfte hätten wirken sollen, dass der Beschwerdeführer eine derartige Verletzung am linken, nicht beteiligten Schultergelenk hätte erleiden sollen. Sodann spricht die Latenzzeit von knapp sechs Jahren zwischen Unfall und erstmaliger Behandlung gegen eine traumatische Verursachung. Schliesslich handelt es sich um klassische degene
rative Pathologien und passt auch das Alter des Beschwerdeführers hierzu. Damit
kann der Beschwerdeführer nicht mit
überwiegender
Wahrscheinlichkeit beweisen, dass die linke Schulter anlässlich des Unfalls vom 2
7.
September 2013 verletzt wurde.
4.4
Dass in den Berichten der Klinik
B._
verschiedentlich die linke Schulterseite erwähnt wurde, ist offenkundig wiederholtem Verschreiben zuzuordnen. Im Bericht vom
2.
Juni 2014 (
Urk.
9/68) etwa diagnostizierten die Ärzte einen Ver
dacht auf einen Anriss der
Supraspinatussehne
,
Tendinopathie
der
Subscapula
rissehne
sowie degenerative Veränderungen des AC-Gelenks links, obwohl auf die Anamnese
durch
Dr.
Y._
verwiesen wurde, welche die rechte Seite thema
tisiert hatte. Auch im Befund war nur von der rechten Seite die Rede und die zusätzlichen Untersuchungen (MRI) erfolgten folgerichtig rechts.
Am
8.
Sep
tember 2014 (
Urk.
9/87) wurde der Fehler korrigiert und
so
fand sich diagnostisch nur die rechte Seite erwähnt und die untersuchende neurologische Abteilung nannte nur die recht
e
Seite (
Urk.
9/105). Soweit der Beschwerdeführer auf den Sprechstundenbericht vom 2
5.
September 2014 (
Urk.
9/95) verweist, wurde in der Anamnese die rechte Seite thematisiert und bezogen sich alle hernach erwähnten Untersuchungen auf die rechte Seite. Die Diagnose einer
Tendinopathie
/Ober
rand
läsion der
Subscapularissehne
sowie degenerative Verände
rungen des AC-Gelenkes links - ohne Erwähnung der rechten Seite - ist demge
mäss offensichtlich irrtümlich.
4.5
Soweit der Beschwerdeführer eine unfallähnliche Körperschädigung thematisiert ist festzuhalten, dass - ausser dem Unfall vom 2
7.
September 2013, mit welchem die Schädigung nicht im Zusammenhang steht -
kein sinnfälliges Ereignis
geschildert wurde. Eine Haftung der Beschwerdegegnerin unter diesem Titel ent
fällt damit.
4.6
Anzufügen bleibt,
dass die neuerlichen (positions-/bewegungsabhängigen) Beschwerden in der rechten Schulter mit Infiltration und Physiotherapie
thera
piert wurden
(Bericht der Klinik
B._
vom
6.
März 2020,
Urk.
9/402). Dass davon eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten ist, ist nicht erkennbar. Die bisherige Tätigkeit als Fassadenbauer ist dem Beschwerdeführer klarerweise nicht mehr
zumutbar
und dass eine angepasste - bei lediglich positions- und belastungsabhängigen Beschwerden - nicht mehr zumutbar sein sollte, wurde
auch von den
B._
-Ärzten nicht dargetan.
Diese Situation zeigte sich bereits bei Austritt aus der Rehaklinik
A._
(
Urk.
9/362 S. 2 unten).
Sollte sich dies
bezüglich eine neue Pathologie ergeben, wäre das im Rahmen eines Rückfalls zu prüfen.
4.7
Schliesslich ist erstellt
und zwischen den Parteien auch nicht umstritten
, dass
auch
betreffend
die Rückenproblematik von einer weiteren Behandlung keine
namhafte
Besserung zu erwarten ist.
Das MRT der HWS vom
2.
Oktober 2013 (
Urk.
9/1) zeigte keine knöcherne Pathologie, intakte Bandscheiben und keine Diskushernie. Der zuständige
Radiologe
äusserte einen Verdacht auf
Distension
der interspinalen Ligamente mit umschriebener Kontrastmittelanreicherung auf Höhe des Dornfortsatzes HWK
7.
Bei der kreisärztlichen Untersuchung vom 2
5.
September 2014 (
Urk.
9/93 S. 8) zeig
t
e sich
nurmehr
eine diskret
e Einschrän
kung der HWS-In-/
Rek
lination
bei normaler Rotationsbeweglichkeit sowie nor
maler Kopfbewegung während der ganzen Untersuchung. Der Kreis
arzt bezwei
felte denn auch die U
nfallkausalität bei fehlenden einschlägigen Befunden.
Die
Nackenbeschwerden wurden fortan auch von den behandelnden Ärzten der Klinik
B._
nicht mehr thematisiert
(
Urk.
9/95,
Urk.
9/104-105,
Urk.
9/184,
Urk.
9/205,
Urk.
9/229,
Urk.
9/402).
5.
Unbestritten blieb sodann die Einschätzung der Restarbeitsfähigkeit sowie das von den Ärzten der
Rehaklinik
A._
beschriebene Stellenprofil (E. 3.3 am Ende). Dieses leuchtet angesichts des beeinträchtigten rechten Schultergelenks ein. Dass der Beschwerdeführer auch in einer angepassten Tätigkeit nicht voll arbeitsfähig wäre, machte kein beteiligter Arzt und auch der Beschwerdeführer selber nicht geltend. Damit hat es mit dem umschriebenen Stellenprofil sein Bewenden.
6.
6.1
6.1.1
Die Beschwerdegegnerin bemass das
Valideneinkommen
mit
Fr.
67'496.-- und stützte sich dabei auf die Werte des Gesamtarbeitsvertrages (GAV) respektive
den
Landesmantelvertrag für das Baugewerbe (LMV
,
Urk.
2 S. 6).
Dabei ging sie von der Zone Zürich und der Lohnklasse B
aus
(Bauarbeiter mit Fachkenntnissen,
Urk.
9/374 S. 4).
Der Beschwerdeführer will dagegen auf den Lohn abstellen, den er vor einem im Jahr 2011 erlittenen Unfall innehatte und deswegen verlor (
Fr.
87'849.85). Allenfalls sei der
nach Abschluss der beruflichen Eingliederung
(durch die Invalidenversicherung)
vor dem Rückfall im Dezember 2017 erzielte Lohn von
Fr.
74'842.85 beizuziehen (
Urk.
1 S. 7 f.).
6.1.2
Der Beschwerdeführer war zum Zeitpunkt des Unfalls arbeitslos. Zuvor arbeitete er jeweils während kürzerer Dauer an verschiedenen Stellen vornehmlich im Bau
bereich (
Urk.
9/111).
Es ist mit den Parteien davon auszugehen, dass er ohne Unfall
weiterhin
in dieser Branche tätig gewesen wäre. Nachdem die Arbeit
geberin, bei welcher er im Zeitpunkt eines früheren Unfalls im Jahr 2011 beschäf
tigt war, mittlerweile liquidiert worden ist, kann nicht davon ausgegangen werden, dass er heute dieses Einkommen (von damals
Fr.
84'000.--) weiterhin erzielen würde (vgl. zum entsprechenden Vorbringen des Beschwerdeführers
Urk.
1 S. 6 f.).
Dass eine Nachfolgegesellschaft im identischen Geschäftsfeld tätig ist (
Urk.
3/4)
,
ändert hieran nichts.
Dass
der Beschwerdeführer von der neuen Gesellschaft angestellt worden wäre und dort auch den gleich hohen Lohn hätte erzielen können, ist eine blosse Hypothese, durch nichts belegt und jedenfalls nicht überwiegend wahrscheinlich. Ebenfalls nicht abgestellt werden kann
auf das nach Abschluss der Eingliederung durch die Invalidenversicherung ab November 2017 erzielte Einkommen von
Fr.
74'100.-- (
Urk.
9/274 und
Urk.
3/3). Denn ohne Unfall wäre die Invalidenversicherung nicht aktiv geworden und hätte der Beschwerdeführer diese Stelle in
E._
nicht angetreten
, welche ihm per 2
8.
Februar 2018 gekündigt wurde (
Urk.
9/313/2).
6.1.3
Damit ist für die Berechnung des
Valideneinkommens
auf
allgemeine
Werte abzustellen
. Das Heranziehen des Lohnes basierend auf dem Landesmantelvertrag für das Schweizerische Bauhauptgewerbe führt mit
Fr.
67'496.-- (
Urk.
9/374/3) zu einem tieferen Lohn als durch die Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik für einen mit einfachen Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art betrauten Bauarbeiter von
Fr.
68'927.05
(
Fr.
5'523.--
[LSE 2016, TA1, korrigierte Fassung vom
8.
November 2018]
: 40 x 41.6 [betriebsübliche Arbeitszeit im Hoch- und Tiefbau
, T 03.02.03.01.04.01] x 12). Da es sich bei den von der Beschwerde
gegnerin verwendeten Beträgen um Mindestlöhne handelt und der Beschwerde
führer doch eine langjährige Erfahrung als Bauarbeiter mitbringt, wenn auch nicht als betriebstreuer Mitarbeiter, hätte er ohne Gesundheitsschaden wohl etwas mehr als den Mindestlohn erhalten. Es rechtfertigt sich, auf die Tabellenlöhne abzustellen, zumal auch das Invalideneinkommen auf dieser Basis zu berechnen ist. Das
Valideneinkommen
beträgt demgemäss
Fr.
68'927.0
5.
Auf eine Aufrech
nung dieses im Zeitpunkt des Erlasses des
Einspracheentscheids
aktuellsten ver
fügbaren Wertes (2016) auf das massgebende Jahr 2019 kann angesichts der iden
tischen Grundlage für das Invalideneinkommen verzichtet werden.
6.2
6.2.1
Das von der Beschwerdegegnerin errechnete Invalideneinkommen blieb abge
sehen vom Tabellenlohnabzug unbestritten. Basierend auf der korrigierten Fas
sung der TA1 der LSE 2016 ergibt sich
im Kompetenzniveau 1 über alle Branchen
ein Wert von
Fr.
5'389.-- und angepasst an die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden ein mögliches Einkommen von
Fr.
67'416.40 pro Jahr.
6.2.2
Die Beschwerdeführerin gewährte einen Abzug vom Tabellenlohn von 5
%
.
Hierzu ist zu bemerken, dass
das Sozialversicherungsgericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen darf und
diesfalls
Gegebenheiten darlegen muss, welche seine abweichende Ermes
sensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 126 V 75 E. 6 mit Hin
weisen). Ein Abweichen ist grundsätzlich nur bei Unangemessenheit möglich (BGE 137 V 71 E. 5.1).
Der Beschwerdeführer ist bei der Stellensuche nur insofern eingeschränkt, als er auf eine
leichte bis mittelschwere Tätigkeit ohne Tätigkeit mit dem rechten Arm länger dauernd über Brusthöhe sowie ohne Exposition desselben gegenüber Schlägen/Vibrationen
angewiesen ist. Praxisgemäss
führt die gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, weiterhin körperlich schwere Arbeit zu verrichten, nicht automatisch zu einer V
erminderung
des hypothetischen Invalidenlohns. Vielmehr ist der Umstand allein, dass
nurmehr
leichte bis mittelschwere Arbeiten zumutbar sind, auch bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit kein Grund für einen zusätz
lichen leidensbedingten Abzug, weil der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_82/2019 vom 19. September 2019 E. 6.3.2).
Wenn die Beschwerdegegnerin gleichwohl einen Abzug von 5
%
gewährte, ist dies damit nicht zu beanstanden. Ein Abzug von 10
%
ist
aber
nicht angezeigt.
6.3
Damit steht dem
Valideneinkommen
von
Fr.
68'927.05 ein Invalideneinkommen von
Fr.
64'045.55 (
Fr.
67'416.40 x 0.95) gegenüber, was zu einem Invaliditäts
grad von 7
%
führt. Bei diesem Ergebnis steht dem Beschwerdeführer keine Rente der Unfallversicherung zu, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.