Decision ID: 51530c64-9d46-5115-bde2-52c6cc995240
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X erwarb den Führerausweis der Kategorien B am 21. April 2006 und A am 14. April
2014. Er wurde ihm erstmals am 28. Juli 2011 wegen einer Trunkenheitsfahrt
(qualifizierte Blutalkoholkonzentration [BAK]) mit Unfallfolge für die Dauer von drei
Monaten entzogen. Am 23. Juni 2015 folgte ein zwölfmonatiger Führerausweisentzug
wegen Überschreitens der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf der Autobahn um
40 km/h und Rechtsüberholens. Schliesslich entzog ihm das Strassenverkehrsamt des
Kantons St. Gallen den Führerausweis am 17. November 2017 auf unbestimmte Zeit,
mindestens aber für zwei Jahre (Sperrfrist bis 10. September 2019), weil er am
10. September 2017 erneut ein Fahrzeug mit einer qualifizierten BAK gelenkt hatte.
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B.- Am Donnerstag, 23. November 2017, wurde X von der Kantonspolizei St. Gallen
kontrolliert, als er beim Bahnhof J ein Fahrzeug gelenkt hatte, obwohl ihm der
Führerausweis entzogen worden war. Das Untersuchungsamt Y sprach ihn am 8. Juni
2018 des vorsätzlichen Führens eines Motorfahrzeugs trotz Entzugs des
Führerausweises schuldig. Da er den Behörden zudem nicht rechtzeitig mitgeteilt hatte,
dass er wegen einer Augenlaseroperation keine Sehhilfe mehr benötige, musste er sich
zusätzlich wegen Verletzung der Meldepflicht verantworten. Er wurde zu einer
unbedingten Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je Fr. 130.– und einer Busse von
Fr. 20.– verurteilt. Mit Verfügung vom 24. Juli 2018 entzog das Strassenverkehrsamt
den Führerausweis für immer (Ziffer 1 des Rechtsspruchs) mit einer "Sperrfrist" von
mindestens fünf Jahren ab 10. September 2019 (Ziff. 2). Die Erteilung eines
Lernfahrausweises machte es von einer positiven verkehrsmedizinischen und
verkehrspsychologischen Untersuchung abhängig (Ziff. 4).
C.- Am 6. August 2018 erhob X Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission. Er
beantragte, die Ziff. 2 der Verfügung des Strassenverkehrsamts vom 24. Juli 2018
kostenfällig aufzuheben und den Beginn des Ausweisentzugs auf den 23. November
2017 festzusetzen. Das Strassenverkehrsamt liess sich am 12. September 2018 zum
Rekurs vernehmen und beantragte dessen Abweisung. Auf die Ausführungen der
Verfahrensbeteiligten zur Begründung der Anträge wird, soweit erforderlich, in den
Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 6. August 2018 ist rechtzeitig
eingereicht worden und erfüllt in formeller und materieller Hinsicht die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
bis
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2.- Angefochten ist die Verfügung der Vorinstanz vom 24. Juli 2018, womit dem
Rekurrenten der Führerausweis für immer entzogen wurde. Umstritten ist einzig Ziff. 2
des Rechtsspruchs ("Sperrfrist 60 Monate ab 10.09.2019"), und zwar ab wann die
fünfjährige Frist zu laufen beginnt.
Die Vorinstanz führt aus, bei der am 17. November 2017 verfügten Massnahme habe
es sich um einen Sicherungsentzug gehandelt; verbunden mit einer zweijährigen, am
9. September 2019 endenden Sperrfrist. Unbestrittenermassen komme wegen der
jüngsten Widerhandlung nun nur ein Entzug für immer mit einer Sperrfrist von fünf
Jahren in Betracht. Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sei die neue
Sperrfrist an die laufende anzuhängen.
Der Rekurrent hält dagegen, er habe ein Fahrzeug während eines zwei Jahre
dauernden Warnungsentzugs gelenkt. Mit der Verfügung vom 17. November 2018
(richtig: 2017) sei ein Entzug gemäss Art. 16c Abs. 2 lit. d des
Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01, abgekürzt: SVG) und somit ein mindestens zwei
Jahre dauernder Warnungsentzug angeordnet worden. Etwas anderes lasse sich der
Verfügung nicht entnehmen. Dass die Wiedererlangung des Ausweises von einem
verkehrspsychologischen Gutachten abhängig gemacht worden sei, habe zwar
Sicherungscharakter, ändere jedoch nichts daran, dass es sich bei Entzügen nach
Art. 16c Abs. 2 lit. d SVG um befristete Warnungsentzüge handle. Gemäss Art. 16c
Abs. 3 SVG trete in solchen Fällen die Dauer des Ausweisentzugs an die Stelle der
noch verbleibenden Dauer des laufenden Führerausweisentzugs. Nur bei
Sicherungsentzügen werde eine allfällige Sperrfrist an die laufende Entzugsdauer
angehängt.
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3.- a) Das Strassenverkehrsgesetz unterscheidet bei Führerausweisentzügen – obwohl
im Gesetzestext nicht ausdrücklich erwähnt – zwischen Sicherungsentzügen (Art. 16
Abs. 1, Art. 16d SVG) und Warnungsentzügen (Art. 16 Abs. 2, Art. 16a bis c SVG). Ein
Warnungsentzug, der eine schuldhafte Widerhandlung gegen
Strassenverkehrsvorschriften voraussetzt, hat primär erzieherischen und präventiven
Charakter; er weist strafähnliche Züge auf und ist befristet. Die Fahreignung des
fehlbaren Fahrzeuglenkers steht hier nicht zur Diskussion. Bei einem Sicherungsentzug
hingegen handelt es sich um eine Sicherungsmassnahme. Mit ihm soll die zu
befürchtende Gefährdung der Verkehrssicherheit in der Schweiz durch einen
ungeeigneten Fahrzeugführer in der Zukunft verhindert werden, indem dieser solange
nicht zum Strassenverkehr zugelassen wird, bis der Fahreignungsmangel beseitigt ist
(vgl. Ph. Weissenberger, Kommentar SVG und OBG, 2. Aufl. 2015, Vorbemerkungen zu
Art. 16 ff. SVG N 3 ff., Art. 16d SVG N 8).
b) Art. 16b Abs. 2 und Art. 16c Abs. 2 SVG normieren sechs Sanktionsstufen, die vom
einmonatigen Führerausweisentzug nach einer mittelschweren Widerhandlung (Art. 16b
Abs. 2 lit. a SVG) bis zum Führerausweisentzug für immer nach einer mittelschweren
(Art. 16b Abs. 2 lit. e SVG) oder schweren Widerhandlung (Art. 16c Abs. 2 lit. d SVG)
reicht. Begeht der fehlbare Lenker innerhalb einer gesetzlich vorgegebenen Rückfallfrist
eine weitere mittelschwere oder schwere Widerhandlung, gelangt er zur nächsthöheren
Sanktionsstufe (sog. Kaskadensystem). Im vorliegenden Fall lenkte der Rekurrent ein
Fahrzeug, obwohl der Führerausweis gestützt auf Art. 16b Abs. 2 lit. e SVG mit
Verfügung vom 17. November 2017 auf unbestimmte Zeit, mindestens aber zwei Jahre
entzogen worden war. Damit liess er sich eine schwere Widerhandlung im Sinn von
Art. 16c Abs. 1 lit. f SVG zu Schulden kommen. Die Dauer des Ausweisentzugs wegen
Fahrens trotz Führerausweisentzugs gemäss Art. 16c Abs. 1 lit. f SVG tritt an die Stelle
der noch verbleibenden Dauer des laufenden Entzugs (Art. 16c Abs. 3 SVG). Nach
bundesgerichtlicher Praxis ist Art. 16c Abs. 3 SVG jedoch nur bei Warnungsentzügen
anwendbar, nicht dagegen bei Sicherungsentzügen (Urteil des Bundesgerichts [BGer]
1C_21/2016 vom 12. September 2016 E. 4.3). Dies leuchtet ein, denn ein
Sicherungsentzug ist unbefristet; er dauert grundsätzlich so lange, bis die Fahreignung
durch ein Gutachten (aus verkehrspsychologischer Sicht) bejaht wird. Hat die
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betroffene Person trotz eines Sicherungsentzugs (vgl. Art. 16d Abs. 1 SVG – mögliche
Eignungsmängel sind nicht ausreichende körperliche und psychische
Leistungsfähigkeit zum sicheren Führen eines Motorfahrzeugs [lit. a], Abhängigkeit von
Substanzen, die die Fahrfähigkeit beeinträchtigen [lit. b], und eine schlechte
Legalprognose aufgrund charakterlicher Mängel [lit. c]) ein Motorfahrzeug geführt, so
wird eine Sperrfrist verfügt; diese entspricht der für die Widerhandlung vorgesehen
Mindestentzugsdauer (Art. 16c Abs. 4 SVG) und wird an den laufenden
Sicherungsentzug angehängt, entsprechend wird die Wiedererteilung des
Führerausweises hinausgezögert (BGer 1C_21/2016 vom 12. September 2016 E. 3.3
und 4.3). Der Unterscheidung, ob der Rekurrent am 17. November 2017 während eines
Warnungs- oder eines Sicherungsentzugs ein Fahrzeug lenkte, kommt demnach
entscheidende Bedeutung zu, wenn die Frage nach dem Zeitpunkt des Beginns der
Frist von 60 Monaten zu beantworten ist, weshalb darauf im Folgenden einzugehen ist.
c) Auf den ersten Blick ist nicht so klar, ob es sich bei den Art. 16b Abs. 2 lit. e und
Art. 16c Abs. 2 lit. d SVG um Warnungs- oder Sicherungsentzüge handelt. Beide
Bestimmungen sehen einen Führerausweisentzug auf unbestimmte Zeit, mindestens
aber für zwei Jahre vor nach einer mittelschweren Widerhandlung gemäss Art. 16b
Abs. 1 SVG bzw. einer schweren Widerhandlung gemäss Art. 16c Abs. 1 SVG, wenn
der Ausweis in den vorangegangenen zehn Jahren dreimal wegen mindestens
mittelschwerer Widerhandlungen entzogen war (Art. 16b Abs. 2 lit. e SVG) bzw. wenn
der Ausweis in den vorangegangenen zehn Jahren zweimal wegen schwerer
Widerhandlungen oder dreimal wegen mindestens mittelschwerer Widerhandlungen
entzogen war (Art. 16c Abs. 2 lit. d SVG). Sie beruhen auf der unwiderlegbaren
gesetzlichen Vermutung der fehlenden Fahreignung, welche sich auf einschlägige
Vortaten des Lenkers stützt, und werden aus diesem Grund vom Bundesgericht als
Sicherungsentzüge betrachtet (Praxis 2013 Nr. 83 E. 3.4.2; Botschaft vom 31. März
1999 zur Änderung des Strassenverkehrsgesetzes [SVG], in: BBl 1999 4488).
Entsprechend hängt die Wiedererteilung des Führerausweises in einem solchen Fall
vom Nachweis der Behebung des Fahreignungsmangels ab. Dies allein genügt aber
nicht; vielmehr muss eine allfällige gesetzliche oder verfügte Sperrfrist abgelaufen sein
(vgl. Art. 17 Abs. 3 SVG). Ist der Fahreignungsmangel nach Ablauf der Sperrfrist noch
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nicht beseitigt, dauert der Sicherungsentzug über die Sperrfrist hinaus. Im Unterschied
zu einem Sicherungsentzug, der keine schuldhafte Widerhandlung gegen
Strassenverkehrsvorschriften voraussetzt, ist bei einem Führerausweisentzug gemäss
Art. 16b Abs. 2 lit. e und Art. 16c Abs. 2 lit. d SVG aufgrund der neuerlich begangenen
Widerhandlung immer eine Sperrfrist festzulegen. Sie entspricht in der Regel der für die
Widerhandlung vorgesehenen Mindestentzugsdauer, kann bei einem massiv getrübten
Leumund aufgrund des Wortlauts ("mindestens") aber auch höher sein. Die
Führerausweisentzüge gemäss Art. 16b Abs. 2 lit. e und Art. 16c Abs. 2 lit. d SVG
enthalten demnach Elemente eines Sicherungs- und eines Warnungsentzugs; sie sind
janusköpfig.
d) Der Rekurrent war noch nicht auf der höchsten Sanktionsstufe der
Kaskadenordnung angelangt, als er am 23. November 2017 ein Fahrzeug lenkte,
obwohl ihm der Führerausweis am 17. November 2017 auf unbestimmte Zeit,
mindestens aber für zwei Jahre entzogen war. Für ihn galt die zweitschärfste Sanktion.
Die Kaskaden waren noch nicht ausgeschöpft. Wenn er aber aufgrund einer
neuerlichen schweren Widerhandlung unbestrittenermassen auf die höchste Stufe des
Kaskadensystems bei den Warnungsentzügen steigen konnte, dann erscheint es auch
naheliegend, dass Art. 16c Abs. 3 SVG zumindest sachgemäss anwendbar ist. Dies
bedeutet, dass anstelle eines Führerausweisentzugs auf unbestimmte Zeit, mindestens
für zwei Jahre, ein solcher für immer gemäss Art. 16c Abs. 2 lit e SVG tritt. Dafür
spricht auch die Gesetzessystematik, denn die Führerausweisentzüge gemäss Art. 16b
Abs. 2 lit. e und Art. 16c Abs. 2 lit. d SVG sind ebenso bei den Warnungsentzügen
eingeordnet – und nicht bei den Sicherungsentzügen gemäss Art. 16d SVG – wie die
Führerausweisentzüge für immer gemäss Art. 16b Abs. 2 lit. f und Art. 16c Abs. 2 lit. e
SVG. Mit dem Schritt auf die höchste Sanktionsstufe ändert sich nur die Grundlage für
die Mindestentzugsdauer aufgrund der Kaskadenwirkung in Art. 16b Abs. 2 und
Art. 16c Abs. 2 SVG (vgl. BGer 1C_29/2015 vom 24. April 2015 E. 2.3). Zu
berücksichtigen ist auch, dass der Rekurrent während der laufenden zweijährigen
Sperrfrist gemäss Verfügung vom 17. November 2017 ein Motorfahrzeug trotz
Führerausweisentzugs lenkte. Derjenige Teil des Führerausweisentzugs vom
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17. November 2017 mit strafähnlichem Charakter war im damaligen Zeitpunkt
demnach noch nicht vollzogen.
4.- a) Die Verfahrensbeteiligten sind sich einig, dass der Rekurrent aufgrund der
neuerlichen Verfehlung vom 23. November 2017 während mindestens fünf Jahren vom
Strassenverkehr ferngehalten werden soll. Die fünfjährige Frist wird aus Art. 23 Abs. 3
SVG abgeleitet. Danach hat die Behörde des Wohnsitzkantons auf Verlangen eine neue
Verfügung zu treffen, wenn eine gegen einen Fahrzeugführer gerichtete Massnahme
fünf Jahre gedauert hat und glaubhaft gemacht wird, dass die Voraussetzungen
weggefallen sind. Hat der Betroffene den Wohnsitz gewechselt, so ist vor der
Aufhebung der Massnahme der Kanton anzuhören, der sie verfügt hat. Es handelt sich
nicht um eine Sperrfrist im Sinne von Art. 16c Abs. 4 SVG, die sich im Wesentlichen
nach den Mindestentzugsdauern nach Art. 16c Abs. 2 SVG bemisst, sondern um eine
eigentliche Wartefrist (vgl. BGer 1C_622/2014 vom 24. April 2015 E. 2). Sie wurde vom
Bundesgericht auch als Bewährungsfrist bezeichnet ("délai d'épreuve"; BGE 124 II 71
E. 2a), wobei dieser Ausdruck insofern unglücklich ist, als sich der Betroffene nicht im
eigentlichen Sinne bewähren kann, da er kein Motorfahrzeug führen darf (vgl. BGE 106
Ib 328 S. 329). Vielmehr besteht die Bewährung insbesondere darin, dass er während
der Dauer des Führerausweisentzugs kein Fahrzeug lenkt. Der Gesetzgeber führte in
der Botschaft zum Entwurf eines Bundesgesetzes über den Strassenverkehr vom
7. Juli 1955 dazu aus, es entspreche dem Wesen des Führerausweises, dass ein
entzogener Ausweis wiedererteilt werde, gegebenenfalls nach einer neuen
Führerprüfung, wenn der Grund für den Entzug weggefallen sei. Der Betroffene habe
deshalb einen Anspruch auf einen neuen materiellen, aber nicht notwendigerweise
positiven Entscheid, wenn der Entzug fünf Jahre gedauert habe (BBl 1955 II 1 ff. S. 28;
vgl. Rütsche/Weber, Theorie und Praxis des Führerausweisentzugs, in: Probst/Werro
[Hrsg.], Strassenverkehrsrechtstagung 2012, Bern 2012, S. 173). Eine Überprüfung soll
demnach nur derjenige Lenker beanspruchen können, der sich während fünf Jahren
bewährt, namentlich kein Fahrzeug ohne Führerausweis gelenkt hat. Im Gegenzug soll
eine Person, die dazu nicht in der Lage ist, nicht in den Genuss der Wiedererwägung
kommen. Vielmehr beginnt die fünfjährige Wartefrist nach einem Rückfall erneut zu
laufen. Dies steht nicht im Widerspruch zu der von der Vorinstanz zitierten
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bundesgerichtlichen Rechtsprechung (BGer 1C_21/2016 vom 12. September 2016),
wonach die Bewährungsfrist im Falle einer erneuten Widerhandlung gegen die
Strassenverkehrsvorschriften zu verlängern ist, da der Sicherungsentzug grundsätzlich
so lange dauere, bis die Fahreignung durch ein Gutachten wieder bestätigt worden sei
(E. 3.3). Ein solcher Rückfalltatbestand liegt indes nicht vor, weshalb darauf nicht weiter
einzugehen ist. Während der gesetzlichen Frist von fünf Jahren ist der Beweis der
Fahreignung ausgeschlossen, weil die Aussichten auf Wiedererlangung der
Fahreignung regelmässig besonders schlecht sind (BGer 1C_21/2016 vom
12. September 2016 E. 3.2).
b) Der am 24. Juli 2018 verfügte Führerausweisentzug für immer ersetzte die früher
angeordnete, mildere Administrativmassnahme (Entzug für unbestimmte Zeit,
mindestens zwei Jahre gemäss Art. 16c Abs. 2 lit. d SVG), weshalb auch die damit
verbundene Sperrfrist von zwei Jahren hinfällig wurde. Da die fünfjährige
Bewährungsfrist nach Art. 23 Abs. 3 SVG – gleich wie die Sperrfristen – nicht mit der
Anordnung, sondern mit Beginn des
Massnahmenvollzugs (BSK SVG-Rütsche/Weber, Basel 2014, Art. 17 N 34) oder, wenn
der Führerausweis bereits entzogen war, mit dem Tag der Widerhandlung
(vgl. Weissenberger, a.a.O., Art. 15e SVG N 9) zu laufen beginnt, dauert sie im
vorliegenden Fall vom 23. November 2017 (Tag der Widerhandlung) bis 22. November
2022. Frühestens dann kann der Rekurrent eine Überprüfung der Massnahme
beantragen. Sind die Voraussetzungen für eine Neuüberprüfung nicht erfüllt, wird auf
das Gesuch nicht eingetreten. Andernfalls wird ein neuer Sachentscheid zu fällen sein,
mit welchem die in Wiedererwägung gezogene Administrativmassnahme aufgehoben,
abgeändert oder bestätigt wird (Rütsche/Schneider, a.a.O., Art. 23 N 18).
c) Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz den Beginn der Frist nach Art. 23
Abs. 3 SVG zu Unrecht auf den 10. September 2019 festlegte. Vielmehr begann die
Wartefrist am 23. November 2017 von Gesetzes wegen zu laufen. Der Rekus ist
gutzuheissen und die Ziff. 2 der angefochtenen Verfügung entsprechend abzuändern.
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5.- a) Bei diesem Verfahrensausgang sind die amtlichen Kosten dem Staat
aufzuerlegen. Eine Entscheidgebühr von Fr. 800.– erscheint angemessen (vgl. Art. 7
Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Dem Rekurrenten ist der
Kostenvorschuss von Fr. 800.– zurückzuerstatten.
b) Zufolge Obsiegens hat der Rekurrent Anspruch auf volle Entschädigung seiner
Parteikosten (Art. 98 VRP), soweit diese aufgrund der Rechts- und Sachlage als
notwendig und angemessen erscheinen (Art. 98 Abs. 2 VRP). Im Rekursverfahren war
der Beizug eines Rechtsbeistandes geboten. Das Honorar im Verfahren vor der
Verwaltungsrekurskommission wird grundsätzlich pauschal bemessen, wobei der
Rahmen zwischen Fr. 1'500.– und Fr. 15'000.– liegt (Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO).
Innerhalb dieses Rahmens wird das Grundhonorar nach den besonderen Umständen,
namentlich nach Art und Umfang der Bemühungen, der Schwierigkeit des Falls und
den wirtschaftlichen Verhältnissen der Beteiligten bemessen (Art. 19 HonO). Der
Aktenumfang ist im Vergleich zu anderen Strassenverkehrsfällen eher gering. In
tatsächlicher Hinsicht ergaben sich keine besonderen Schwierigkeiten, und die
Rechtsfrage betraf einzig den Zeitpunkt des Beginns der Frist gemäss Art. 23 Abs. 3
SVG. Das Prozessthema war dementsprechend eingeschränkt. Unter den gegebenen
Umständen erscheint der vom Rechtsvertreter erfasste Aufwand von 8,70 Stunden
angemessen. Er legte der eingereichten Honorarnote jedoch einen Stundenansatz von
Fr. 330.– zugrunde, obwohl der mittlere Stundenansatz Fr. 250.– beträgt (Art. 24 Abs. 1
der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS 963.75, abgekürzt:
HonO). Das geltend gemachte Honorar von Fr. 2'871.– ist entsprechend zu kürzen; es
beträgt Fr. 2'175.– (8,70 Stunden à Fr. 250.–). Hinzuzuzählen sind die Barauslagen von
Fr. 87.– (4% von Fr. 2'175.–, Art. 28 Abs. 1 HonO) und die Mehrwertsteuer von
Fr. 174.15 (7,7% von Fr. 2'262.–, Art. 29 HonO). Die ausseramtliche Entschädigung
beläuft sich somit auf Fr. 2'436.15; entschädigungspflichtig ist der Staat
(Strassenverkehrsamt).
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