Decision ID: 71d19c11-f96d-475f-a796-155f03c5b724
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1964, arbeitete in den Jahren 2010 bis 2012 selb
ständig erwerbend als Coiffeuse (Urk. 6/34, Urk. 6/49). Bis ins Jahr 2009 weist ihr Auszug aus dem individuellen Konto (IK) keine AHV-beitragspflichtige Be
schäftigung aus, die Versicherte leistete lediglich Beiträge als Nichterwerbs
tätige (Urk. 6/34). Wegen Schmerzen im Knie meldete sie sich am 2. Dezember 2013 (Datum des Posteingangs) bei der Invalidenversicherung zum Leistungs
bezug an (Urk. 6/26). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte die Arztberichte der Y._, Rheumatologie und Rehabilitation, vom 26. Mai 2014 (Urk. 6/42/6-9) und vom 8. Oktober 2014 (Urk. 6/52), von Dr. med. Z._, FMH prakt. Ärztin, vom 21. August 2014 (Urk. 6/46/1-4), sowie von med. pract. A._, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
therapie FMH, vom 1. November 2014 (Urk. 6/53) und vom 9. Januar 2015 (Urk. 6/56) ein. Sodann liess die IV-Stelle das poly
disziplinäre Gutachten (Rheuma
tologie, Innere Medizin, Neurologie, Psychiatrie) des B._ vom 17. August 2015 er
stellen (Urk. 6/75). Am 21. September 2015 beantwortete das B._ eine Zu
satzfrage der IV-Stelle zum Gutachten (Urk. 6/77). Mit Vorbescheid vom 9. Oktober 2015 teilte die IV-Stelle X._ mit, sie habe basierend auf einem Invaliditätsgrad von 100 % Anspruch auf eine befristete ganze Inva
lidenrente vom 1. Oktober 2014 bis zum 31. März 2015. Ab dem 1. Januar 2015 habe sich der Gesundheitszustand verbessert und der Invaliditätsgrad betrage lediglich noch 28 %, weshalb ab 1. April 2015 kein Rentenanspruch mehr be
stehe (Urk. 6/81). Gegen diesen Vorbescheid erhob X._ durch Rechts
anwalt Dr. Markus Krapf am 22. Oktober 2015 (Urk. 6/83) bzw. 10. November 2015 (Urk. 6/86) Einwand. Die IV-Stelle holte die Stellungnahme des B._ vom 19. Dezember 2015 (Urk. 6/89) zum Einwand ein, wozu die Ver
sicherte wiederum am 10. Februar 2016 (Urk. 6/91) Stellung nahm. Mit Verfü
gung vom 11. Mai 2016 hielt die IV-Stelle fest, da die Witwenrente der Versi
cherten in der Höhe von Fr. 1‘880.-- pro Monat höher sei als die Invalidenrente, werde anstelle der Invalidenrente weiterhin die Witwenrente ausgerichtet (Urk. 2).
2.
Gegen diese Verfügung erhob X._ durch Rechtsanwalt Dr. Krapf am 22. Juni 2016 Beschwerde mit folgenden Anträgen (Urk. 1 S. 2):
„1.
Die Verfügung vom 11. Mai 2016 sei aufzuheben, und es sei der Beschwer
deführerin auch nach dem 31. März 2015 eine ganze Invaliden
rente zuzu
sprechen.
2.
Eventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, da
mit diese weitere Abklärungen in medizinischer Hinsicht vornehme und hernach über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin neu verfüge.
3.
Subeventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, eine Ver
fügung über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin zu erlassen.
4.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWSt.) zu Lasten der Be
schwerdegegnerin.
5.
Der Beschwerdeführerin sei die unentgeltliche Prozessführung und Ver
beiständung zu gewähren und ihr in der Person des Unterzeichnenden ein unentgeltlicher Rechtsbeistand beizugeben.“
Die Beschwerdegegnerin ersuchte am 8. August 2016 um Abweisung der Be
schwerde (Urk. 5), was der Beschwerdeführerin am 9. August 2016 mitgeteilt wurde (Urk. 7). Mit Verfügung vom 14. September 2017 wurde das Amt für Zu
satzleistungen zur AHV/IV der Stadt Zürich zum Prozess beigeladen (Urk. 8). Dessen Stellungnahme erfolgte am 20. Oktober 2017 (Urk. 11) und wurde den Parteien am 7. November 2017 zugestellt (Urk. 13).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit er
forderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Zur Beschwerde ist berechtigt, wer durch die angefochtene Verfügung oder den Einspracheentscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren be
ziehungsweise dessen Aufhebung oder Änderung hat (Art. 59 des Bundesgeset
zes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Entspre
chend dem Grundsatz der Einheit des Verfahrens dürfen an die Beschwerdebe
fugnis auf kantonaler Ebene nicht strengere Anforderungen gestellt werden, als sie Art. 89 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) für die Le
gitimation im Verfahren vor dem Bundesgericht vorsieht. Wer im letztinstanzli
chen Verfahren beschwerdebefugt ist, muss mithin im erstinstanzlichen Be
schwerdeverfahren ebenfalls zum Weiterzug berechtigt sein. Daher sind die mit dieser Bestimmung gesetzten bundesrechtlichen Massstäbe sowie die hierzu er
gangene Praxis auch für das kantonale Rechtsmittelverfahren richtungweisend (BGE 131 V 298 E. 2; 130 V 560 E. 3.2). Namentlich ist der Begriff des schutz
würdigen Interesses gemäss Art. 59 ATSG gleich auszulegen wie derjenige nach Art. 89 Abs. 1 lit. c BGG für das bundesrechtliche Beschwerdeverfahren (BGE 133 V 188 E. 4.1 mit Hinweis).
1.2
Zur Beschwerde ist berechtigt, wer durch den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung hat. Die Rechtsprechung betrachtet als schutzwürdiges Interesse im Sinne von Art. 89 Abs. 1 lit. c BGG jedes praktische oder rechtliche Interesse, welches eine von einem Entscheid betroffene Person an dessen Änderung oder Aufhebung geltend machen kann. Das schutzwürdige Interesse besteht somit im praktischen Nutzen, den die Gutheissung der Beschwerde dem Entscheidadressaten ver
schaffen würde, oder – anders ausgedrückt – im Umstand, einen Nachteil wirt
schaftlicher, ideeller, materieller oder anderweitiger Natur zu vermeiden, wel
chen der angefochtene Entscheid mit sich bringen würde. Das rechtliche oder auch bloss tatsächliche Interesse braucht somit mit dem Interesse, das durch die von der beschwerde-führenden Person als verletzt bezeichnete Norm geschützt wird, nicht übereinzustimmen. Immerhin wird verlangt, dass die Person durch den angefochtenen Entscheid stärker als jedermann betroffen sei und in einer besonderen, beachtenswerten, nahen Beziehung zur Streitsache stehe (BGE 133 V 188 E. 4.3.1, 239 E. 6.2; 131 II 361 E. 1.2; 131 V 298 E. 3; 130 V 560 E. 3.3).
1.3
Das Rechtsschutzinteresse wird
praxisgemäss
verneint, wenn sich die Be
schwer
de nur gegen die Begründung der angefochtenen Verfügung richtet, ohne dass
eine Änderung des Dispositivs verlangt wird. Bei einer Verfügung über Versi
che
rungsleistungen bildet grundsätzlich einzig die Leistung Gegenstand des Dispo
si
tivs. Die Beantwortung der Frage, welcher Invaliditätsgrad der Ren
tenzu
spre
chung zugrunde gelegt wurde, dient demgegenüber in der Regel ledig
lich der Begründung der Leistungsverfügung. Sie könnte nur dann zum Dispo
sitiv gehö
ren, wenn und insoweit sie Gegenstand einer Feststellungsverfügung ist. Da in jedem Fall nur das Dispositiv anfechtbar ist, muss bei Anfechtung der Motive einer Leistungsverfügung im Einzelfall geprüft werden, ob damit nicht sinnge
mäss die Abänderung des Dispositivs beantragt wird
(Urteil des Bundes
gerichts 9C_8/2009 vom 3
0.
März 2009 E. 2.1 mit Hinweisen). Bejahendenfalls handelt es sich um einen Streit gegen eine Leistungsverfügung. Verneinendenfalls ist zu prüfen, ob die beschwerdeführende Person hinsichtlich des allein an
gefochtenen Begründungselementes ein schutzwürdiges Interesse an
einer so
fortigen gericht
lichen
Feststellung hat (
vgl.
Ulrich Meyer,
Verfahrensfragen / Über die Zulässig
keit von Feststellungsverfügungen in der Sozialversicherungspraxis
, in: Ulrich Meyer - Ausgewählte Schriften, Schulthess 2013, S. 341-361, S. 347 f. mit Hin
weisen
). Müssen beide Fragen verneint werden, so ist auf die Beschwerde man
gels
eines schutzwürdigen Interesses nicht einzutreten (Mel
chior Volz
, in: Chris
tian Zünd/Brigitte Pfiffner Rauber [Hrsg.], Kommentar zum Gesetz über das
So
zialversicherungsgericht des Kantons Zürich, 2. Auflage,
Schulthess
2009, N 23
zu § 13
mit weiteren Hinweisen).
1.4
Mit der angefochtenen Verfügung vom 11. Mai 2016 (Urk. 2) stellte die Be
schwerdegegnerin fest, dass die Witwenrente höher sei als die IV-Rente, wes
halb der Beschwerdeführerin anstelle der IV-Rente weiterhin die Witwen
rente ausgerichtet werde. Die Anträge der Beschwerdeführerin zielen nicht auf eine Abänderung des Dispositivs dieser Feststellungsverfügung. Die Feststellung der Beschwerdegegnerin, dass die Witwenrente höher ist als die Invalidenrente, weshalb in Anwendung von Art. 43 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invali
denversicherung (IVG) lediglich die Witwenrente ausgerichtet wird, ist unstrittig und wird nicht angefochten. Die Beschwerdegegnerin hat jedoch festgestellt, dass der Beschwerdeführerin grundsätzlich lediglich für die Zeit vom 1. Oktober 2014 bis zum 31. März 2015 eine Invalidenrente zusteht und für die Zeit ab dem 1. April 2015 die Anspruchsberechtigung verneint, da lediglich noch ein Invaliditätsgrad von 28 % bestehe. Aus den von der Be
schwerdeführerin einge
reichten Beilagen ergibt sich, dass sie Ergänzungs
leistungen zur Witwenrente bezieht (Urk. 3/2). Die Beigeladene hat am 20. Oktober 2017 ausgeführt, bei der Festlegung der Ergänzungsleistungen rechne sie der Beschwerdeführerin ein Mindesterwerbseinkommen von Fr. 12‘860.-- an und gedenke, dies auch weiter
hin zu tun. Von Amtes wegen dürfe das Mindesteinkommen erst dann nicht mehr berücksichtigt werden, wenn die Rentnerin 60 Jahre alt oder ihr eine In
validen(Teil-)rente zuge
sprochen worden sei (Urk. 11). Der Invaliditätsgrad be
stimmt somit massgeblich, ob und gegebenenfalls in welcher Höhe einnahmen
seitig ein hypothetisches Einkommen anzurechnen ist. Teilinvaliden Witwen wird kein solches Einkom
men angerechnet (Art. 14b der
Verordnung über die Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung
[ELV]) e contrario, Rz. 3426.02 der Wegleitung über die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV [WEL]). Ein schutzwürdiges Interesse an der Feststellung eines Invaliditätsgrades von mindestens 40 % für die Zeit ab 1. April bzw. 1. Januar 2015 ist somit zu bejahen (vgl. Entscheid des Bundesgerichts vom 3. Februar 2012, 9C_822/2011 E. 3.2.3 mit Hinweisen).
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG).
Erwerbsunfä
higkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi
schen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliede
rung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreivier
telsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
IVG).
2.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Auf
gabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
2.4
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelisches Leiden mit Krank
heitswert besteht, welches die versicherte Person auch bei Aufbietung allen gu
ten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu er
zielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (BGE 130 V 396; 141 V 281 E. 2.1). Eine fach
ärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleich
bedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diag
nose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objekti
vierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (vgl. BGE 127 V 294 E. 4c; 139 V 547 E. 5.2; zur Publikation in der amtlichen Sammlung vorgesehenes Urteil des Bundesgerichts 8C_841/2016 vom 30. November 2017 E. 4.2.1).
Gemäss der für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosoma
tische Leiden entwickelten Rechtsprechung des Bundesgerichts ist die tatsächli
che Arbeits- und Leistungsfähigkeit der versicherten Person grundsätzlich in ei
nem strukturierten, ergebnisoffenen Beweisverfahren anhand von auf den funk
tionellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren zu ermitteln (BGE 141 V 281). Mit zur Publikation in der amtlichen Sammlung vorgesehenem Urteil 8C_130/2017 vom 30. November 2017 hat das Bundesgericht erkannt, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Leiden einem strukturierten Beweisverfah
ren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen seien, wobei es je nach Krankheitsbild allenfalls gewisser Anpassungen hinsichtlich der Wertung einzelner Indikatoren bedürfe. Diese Abklärungen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen (E. 7).
Im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens sind als Standardindikatoren die folgenden Aspekte massgebend (BGE 141 V 281 E. 4.1.3):
Funktioneller Schweregrad
-
Gesundheitsschädigung
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz
-
Komorbiditäten
-
Persönlichkeit: Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen
-
sozialer Kontext
Konsistenz (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichba
ren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungsa
n
amnestisch ausgewiesener Leidens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungshindern
der äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotenzialen (Res
sourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschät
zen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_2
60/2017 vom 1. Dezember 2017 E.
4.2.3).
Die Anerkennung eines renten
begründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit (nach wie vor) die materiell beweisbe
lastete versicherte Person zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; BGE 141 V 547 E. 2).
2.5
Der Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes ist ein theoretischer und abstrakter Begriff, welcher dazu dient, den Leistungsbereich der Invalidenversicherung von jenem der Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Er umschliesst einerseits ein bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob die invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten, und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag oder nicht (BGE 110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S. 321 E. 3b und 1985 S. 462 E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.2). An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind praxisgemäss nicht übermässige Anforderungen zu stellen; diese hat vielmehr nur so weit zu gehen, als im Einzelfall eine zuverlässige Ermittlung des Invaliditätsgrades gewährleistet ist. Für die Invaliditätsbemessung ist nicht darauf abzustellen, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nützen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (AHI 1998 S. 290 f. E. 3b; Urteile des Bundesgerichts I 273/04 vom 29. März 2005, I 591/02 vom 5. Mai 2004, I 285/99 vom 13. März 2000 und U 176/98 vom 17. April 2000). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen vonseiten des Arbeitgebers rechnen können (Urteile des Bundesgerichts 9C_95/2007 vom 29. August 2007 E. 4.3 und 9C_98/2014 vom 22. April 2014 E. 3.1, je mit Hinweisen).
2.6
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des ana
log anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen)
Art.
88a IVV festzuset
zen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/dd mit Hinweis). Ob eine für den Rentenan
spruch erhebliche Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, be
urteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzuspre
chung oder des Rentenbeginns mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung bezie
hungsweise Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5). Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert bleiben (BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfü
gungsweise geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
3.
3.1
Die Beschwerdeführerin lässt zur Begründung ihrer Beschwerde geltend ma
chen, im Gutachten des B._ würden keine Beispiele von Arbeiten ange
geben, welche auf dem ausgeglichenen allgemeinen Arbeitsmarkt seien und das Anfor
derungsprofil erfüllen würden. Die Umschreibung sei so eng, dass sich auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt keine entsprechende Beschäftigung finden lasse. Sodann sei keine genügende bildgebende Abklärung vorgenommen worden, da die MRI-Abklärungen wegen Bewegungsartefakten nur zum Teil verwertbar ge
wesen seien. Der rheumatologische Gutachter habe diverse Fragen offen gelas
sen und weitere Abklärungen vorgeschlagen. Der inter
nistische Gutachter habe festgestellt, dass in seinem Fachgebiet alles in Ord
nung sei, obwohl das C._ festgestellt habe, dass Lungen- und Herzfunktion leicht ein
geschränkt seien. Weiter sei nicht in Betracht gezogen worden, dass sämtliche Beschwerden zusammen zu einer höheren Arbeitsunfähigkeit führten, als wenn sie einzeln betrachtet würden. Die psychiatrische Beurteilung überzeuge eben
falls nicht. Es seien Symptome einer Depression festgestellt worden. Dass diese laut Gutachter alle in einer histrio
nischen Ausprägung der Persönlichkeit auf
gehen sollen, überzeuge nicht. Die Beschwerdeführerin weise auch nicht die nö
tigen Ressourcen auf, um sich aus ihrer Situation zu befreien. Sie habe die meisten Sozialkontakte verloren. Unberücksichtigt seien auch die schlechten Sprachkenntnisse und die fast nicht vorhandene Integration der Beschwerdefüh
rerin geblieben. Sie sei nicht in der Lage, auch nur die einfachsten administrati
ven Angelegenheiten zu erledigen (Urk. 1).
3.2
Demgegenüber begründet die Beschwerdegegnerin die angefochtene Verfügung damit, dass die Beschwerdeführerin seit dem 1. Oktober 2013 in ihrer Arbeitsfä
higkeit erheblich eingeschränkt sei. Bis Ende 2014 sei sie nicht mehr in der Lage gewesen, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Ihr Gesundheitszustand habe sich jedoch wieder verbessert und ab dem 1. Januar 2015 sei ihr eine angepasste Tä
tigkeit zu 80 % zumutbar. Mit der Ausübung einer solchen könne sie ein ren
tenausschliessendes Einkommen erzielen, weshalb sie lediglich bis zum 31. März 2015 Anspruch auf eine Invalidenrente habe. Da die Witwenrente der Beschwerdeführerin höher sei als die Invalidenrente, werde ihr jedoch auch für die Zeit vom 1. Oktober 2014 bis zum 31. März 2015 lediglich die Witwenrente ausgerichtet (Urk. 2). In der Beschwerdeantwort vom 8. August 2016 wies die Beschwerdegegnerin ausserdem darauf hin, da die Beschwerde
führerin seit ihrer Einreise in die Schweiz kaum je nennenswerte Einkommen erzielt habe, lasse sich das der in der angefochtenen Verfügung der Invaliditäts
bemessung zugrun
de gelegte Valideneinkommen kaum rechtfertigen (Urk. 5).
4.
4.1
Gemäss dem Arztbericht der Y._ vom 26. Mai 2014 (Urk. 6/42/6-9) bestehen bei der Beschwerdeführerin folgende Diagnosen:
•
Symmetrische Myalgien und Muskelschwäche in Oberarmen und Ober
schenkeln beidseits seit 2013
-
Höhergradige Spinalkanalstenose L3/4 und L4/5, degenerativ bedingt (MRI 22.04.2014)
-
Weitere Begleitfaktoren:
-
Vitamin D-Mangel
-
Hepatitis C
-
Haltungsinsuffizienz
-
DD: Kollagenose
•
Stromgefühl im rechten Arm bis Dig III Hand rechts
-
DD: Carpaltunnelsyndrom, zervikoradikuläres Reizsyndrom
-
Neuroforaminale Engen auf Höhe C3/4, C5/6 und C6/7 beidseits ohne Spinalkanalstenose
•
Ausgeprägte panvertebrale Haltungsinsuffizienz
-
Vermehrte, teils fixierte Kyphose der BWS, Kopfprotraktion, Schulter
protraktion beidseits
-
Ausgeprägte myofasziale Befunde mit Triggerpunkten in der Schulter
gürtelnackenmuskulatur
•
Erhöhte Anti-Centromer-Ak
-
Verdacht auf undifferenzierte Kollagenose, Differenzierung: ANA 1:5120, Anti-Centromer >28.0 (limitierte Sklerodermie)
-
Leicht erhöhte Creatinkinase, DD: Ethnisch, Kollagenose
•
Chronische Hepatitis C
-
gastroenterologische Abklärung am USZ
•
Verdacht auf Erschöpfungszustand, DD: Depression, Kollagenose
Zusammengefasst bestünden bei der Beschwerdeführerin symmetrische Myal
gien und eine Muskelschwäche in den Oberarmen und den Oberschenkeln beid
seits und ein Stromgefühl im rechten Arm bis Dig. III der rechten Hand. Als Ur
sache der Beschwerden kämen die foraminalen Stenosen an der HWS und die höhergradige Spinalkanalstenose L3/4 und L4/5 in Frage. Des Weiteren bestehe eine relevante Haltungsinsuffizienz mit muskulären Dysbalancen. Es sei keine Arbeitsunfähigkeit ausgestellt worden. Zum aktuellen Zeitpunkt bestehe eine Arbeitsunfähigkeit in der Tätigkeit als Coiffeuse. Das Schwächegefühl im rech
ten Arm und in den Beinen wirke sich einschränkend aus.
4.2
Laut dem Arztbericht der Hausärztin Dr. Z._ vom 21. August 2014 (Urk. 7/46) bestehen bei der Beschwerdeführerin mit Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit eine höhergradige Spinalkanalstenose L3/4 und L4/5 sowie eine Frühform einer limitierten Sklerodermie und ohne Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit eine chronische Hepatitis C. Die anhaltenden Schmerzzustände würden einen normalen Gebrauch von Armen und Händen verhindern. Die Beschwerde
führerin sei in der Tätigkeit als Coiffeuse seit dem 18. Oktober 2013 bis auf wei
teres zu 100 % eingeschränkt. Zurzeit seien ihr jegliche Tätigkeiten nicht mög
lich.
4.3
Gemäss dem Arztbericht des Psychiaters A._ vom 9. Januar 2015 (Urk. 6/56) besteht bei der Beschwerdeführerin eine schwere depressive Episode mit Tendenz zu Chronifizierung (ICD-10 F32.2) bei Tinnitus und körperlich be
dingten Beschwerden. Die Beschwerdeführerin sei psychomotorisch reduziert, mit verlängerter Antwortzeit auf Fragen. Sie zeige deutliche Einbussen im Langzeitgedächtnis als auch in der Konzentration. Der Gedankengang sei auf ihre Problematik und ihr körperliches Befinden eingeschränkt. Der Antrieb sei deutlich reduziert. Es bestünden Gefühle der absoluten Hoffnungslosigkeit, des Verlorenseins, der Insuffizienz und Zukunftsangst. Die Beschwerdeführerin habe Schlafstörungen mit deutlich reduzierter Schlafdauer. Sie habe deutliche Angst, die Wohnung zu verlassen und die meisten Sozialkontakte in den letzten zwei Jahren verloren. Kurzfristig sei der Gesundheitszustand der Beschwerde
führerin kaum verbesserbar, langfristig hänge es davon ab, ob die körperlichen Erkran
kungen gut behandelt werden könnten. Die Beschwerde
führerin sei seit vermut
lich Mitte 2013 zu 0 % arbeitsfähig und vermutlich auf längere Sicht zu 100 % arbeitsunfähig. Sie sei für eine Therapie motiviert und akzeptiere den Einsatz von Antidepressiva.
4.4
4.4.1
Gemäss dem polydisziplinären Gutachten des B._ vom 17. August 2015 (Urk. 6/75) bestehen bei der Beschwerdeführerin folgende Diagnosen:
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
1.
Verdacht auf Claudicatio spinalis der Beine bei spinaler Stenosierung, MRI-verifiziert
2.
Verdacht auf Frühform einer limitierten Sklerodermie
3.
Cervicobrachialgie rechts bei degenerativen Veränderungen der HWS, DD Tendopathie der Schulterrotatoren
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
4.
Hepatitis-C-Infektion
5.
Anamnestisch Vitamin D-Mangel
6.
Sensomotorische axonale Polyneuropathie elektroneurographisch nachge
wiesen
7.
Leichte depressive Episode (F32.0) bei ausgeprägter psychosozialer Belas
tung
8.
Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (F45.4) mit/bei histrionischer Persönlichkeitsakzentuierung (Z73)
Aus rheumatologischer Sicht liege ein mehrschichtiges klinisches Erscheinungs
bild vor mit Aspekten sowohl einer lumbal verifizierten Enge des Spinalkanals wie auch einer möglichen Erkrankung aus dem entzündlich kollagenen Formen
kreis (limitierte Sklerodermie). Beide betroffenen Systeme bedingten, zusammen mit einer wahrscheinlichen Schulterpathologie rechts, eine aktuell vollständige Arbeitsunfähigkeit für die bisherige Tätigkeit als selbständige Coiffeuse wie auch eine leicht reduzierte Arbeitsfähigkeit von 80 % für Verweistätigkeiten. Hingewiesen werde aber auch auf einzelne widersprüchliche Auffälligkeiten der Untersuchung wie auch der Persönlichkeit der Beschwerdeführerin. Aus inter
nistischer Sicht ergäben sich keine eruierbaren Erkrankungen oder Prob
leme und somit auch keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. In der neuro
logischen Untersuchung hätten sich gewisse Kooperationsprobleme wegen der angegebenen Schmerzen gezeigt. Diese seien schwierig zu beurteilen. Aus neu
rologischer Sicht sei keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit festzustellen. Auch aus psychiatrischer Sicht könne keine Diagnose mit Relevanz für die Ar
beitsfähigkeit gestellt werden. Zusammenfassend seien für die Beschwerde
führerin Tätigkeiten mit Steh- und Gehbelastung sowie Einsatz der lumbalen Rückenpartie (Bück- und Hebevorgänge) nicht ausführbar. Theoretisch seien dagegen sitzende Betätigungen mit zeitweiliger Entlastungsmöglichkeit des Rü
ckens durch kurze Pausen zumutbar. Es müsse hier aber ebenfalls auf die glaubwürdige Schmerzhaftigkeit und auch für leichte Tätigkeiten wohl etwas reduzierte Belastbarkeit des rechten Armsystems Rücksicht genommen werden. Somit sei die Beschwerdeführerin für ihre bisherige Tätigkeit als Coiffeuse zu 100 % arbeitsunfähig. Für leichte und sehr leichte, vorwiegend sitzend ausge
übte Tätigkeiten ohne wesentliche manuelle Belastung könne eine Arbeitsfähig
keit von 80 % (unter 20 % Leistungsreduktion) zugemutet werden. Die Leis
tungsreduktion könne durch schmerzbedingte geringere Belastbarkeit und ra
schere Ermüdbarkeit des rechten Arms angenommen werden, wie sie auch bei leichten, aber fortgesetzten Tätigkeiten zum Tragen kommen könne. Die bisher dokumentierte volle Arbeitsunfähigkeit als Coiffeuse (erstmals ab 18. Oktober 2013 hausärztlich deklariert) könne als korrekt beurteilt werden. Die formulierte Arbeitsfähigkeit für leichte bis sehr leichte Tätigkeiten (80 %) dürfte ab ca. Ja
nuar 2015 erreicht worden sein. Im Verlauf des Jahres 2014 bzw. für die ganze vorherige Beschwerdedauer dürfte die Arbeitsfähigkeit bei 0 % gelegen haben, diese Einschätzung könne aber auf Grund der nur wenigen formulierten klini
schen Beschreibungen und der wenig klaren Eigenangaben nicht verbind
lich formuliert werden.
4.4.2
Am 19. Dezember 2015 (Urk. 6/89) nahmen die Gutachter des B._ Stellung zu den Einwendungen der Beschwerdeführerin gegen das Gutachten. Sie hielten fest, die degenerativen Veränderungen hätten keinen absoluten Stellenwert. Schwere Degeneration könne symptomlos sein und umgekehrt. Es könne somit nicht direkt vom Bildsubstrat auf Beschwerden geschlossen werden. Es sei auch nicht Aufgabe des begutachtenden Mediziners, konkrete Berufsvorschläge zu machen und den Rentenanspruch zu beurteilen. Er würde lediglich die soma
tische (oder psychische) Verfassung der versicherten Person prüfen und eine Beurteilungsgrösse der Arbeitsfähigkeit abgeben. Neue MRI-Aufnahmen würden auch keine verbesserte Beurteilung der Arbeitsfähigkeit erlauben. Es sei richtig, dass das Zustandsbild der Beschwerdeführerin insgesamt schwer beur
teilbar und noch weiter abklärungsbedürftig sei, um eine zuverlässige, insbesondere länger
fristige Beurteilung zu erlauben. Im internistischen Gutachten würden die Sach
verhalte einer leicht eingeschränkten Lungen- sowie Herzfunktion tatsäch
lich nicht völlig Akten-übereinstimmend wiedergegeben, es werde aber die klinische Irrelevanz dieser geringfügigen Befunde für die Arbeitsfähigkeit ausgedrückt. Bei der psychiatrischen Beurteilung stelle das Gutachten im Gegensatz zum be
handelnden Psychiater Dr. A._ nicht auf die subjektive Beschwerdeschilde
rung der Beschwerdeführerin ab. Bei fehlenden aggravieren
den psychiatrischen Komorbiditäten und erhaltenen komplexen Ich-Funktionen verfüge die Be
schwerdeführerin über Ressourcen, mit denen sie etwaige schmerzbedingte Hemmungen gegenüber einer Arbeitsleistung über
winden könne. Das Ausmass der histrionischen Persönlichkeits
akzentuierung sei, insbesondere auch unter Berücksichtigung der gesamten psychobio
graphischen Entwicklung, keineswegs so ausgeprägt, dass daraus eine Unfähig
keit zur Überwindung innerseelisch be
dingter Hemmnisse gegenüber einer Arbeits
leistung begründet werden könne. Insgesamt werde mit der Aner
kennung einer vollen Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als selbständige Coiffeuse dem breiten Beschwerde- und zum Teil auch gesicherten Erkrankungsbild der Beschwerdeführerin hinreichend Rechnung getragen. Die Einschätzung einer Arbeitsfähigkeit von 80 % für leicht-manuelle oder anderweitige, physisch nicht belastende Tätigkeiten sei weiterhin vertretbar. Dass es sich dabei um eine medizinisch-theoretische Ein
schätzung handle und nicht konkrete Betätigungs
vorschläge gemacht worden seien, entspreche der Art des Auftrags. Unbestritten sei allerdings, dass noch einmal eine neurochirurgische Abklärung vorge
nommen und Stellung zu einer eventuellen Operations-Indikation genommen werden soll. Diese könnten allen
falls zu einer Neubeur
teilung der Arbeits
fähigkeit führen.
4.5
4.5.1
Pract. med. D._, Facharzt für Arbeitsmedizin, vom Regionalen Ärzt
lichen Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin führte am 23. September 2015 (Urk. 6/79/6-7) aus, das Gutachten des B._ erfülle die Anforderungen, wes
halb darauf abgestellt werden könne. In angepasster Tätigkeit könne der Be
schwerdeführerin eine Arbeitsfähigkeit von 80 % seit Januar 2015 attestiert werden. Weitere Angaben zur Prognose seien aktuell nicht möglich. Es sei eine Abklärung der offenen diagnostischen Fragen notwendig. Nach Durchführung der medizinischen Massnahmen sei eine Neubeurteilung der Arbeitsfähigkeit möglich. Eine Überprüfung sei nach ca. 12 Monaten vorzunehmen.
4.5.2
In seiner weiteren Stellungnahme vom 12. März 2016 (Urk. 6/94/3) hielt RAD-Arzt D._ fest, er halte an der Stellungnahme vom 23. September 2015 fest. Die erwähnte weitere Abklärung der Wirbelsäulenpathologie habe zunächst keine Auswirkung auf die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tä
tigkeit durch die Gutachter des B._. Sollten sich im Rahmen der weiteren Abklärung und gegebenenfalls durchgeführter Therapiemassnahmen neue funk
tionelle Einschränkungen ergeben, müsste eine neue Beurteilung erfolgen.
5.
5.1
Das polydisziplinäre Gutachten des B._ vom 17. August 2015 (Urk. 6/75) beant
wortet die gestellten Fragen um
fassend, berücksichtigt die von der Be
schwer
deführerin ge
klag
ten Beein
trächti
gungen, wurde in Kenntnis und in sorgfältiger Auseinandersetzung mit den Vorakten er
stellt und ist in der Darle
gung der medizinischen Zustände und Zusammen
hänge einleuchtend. Ebenso wurden die gezogenen Schluss
folgerun
gen in nach
voll
ziehbarer Weise hergelei
tet.
Es waren die Fachrichtungen
Rheumatologie, Innere Medizin
,
Neurologie und Psychiatrie
vertreten, womit es sich für die vorliegend zu beantwortenden Fragen als umfassend erweist.
Das Gut
achten wird damit den von der Recht
sprechung entwickelten Anforderungen an eine beweiskräftige medi
zini
sche Stellung
nahme (E. 1.4) gerecht. Ihm ist volle Beweiskraft zu
zuerken
nen, falls keine kon
kreten Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper
tise spre
chen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb).
5.2
Soweit die Beschwerdeführerin rügt, dass im Gutachten keine Beispiele von auf dem ausgeglichenen allgemeinen Arbeitsmarkt vorhandenen Stellen genannt würden, welche dem Anforderungsprofil entsprächen, ist festzuhalten, dass
für die Evaluation von konkreten geeigneten Tätigkeiten die Verwaltung zuständig
ist, welche
dazu allenfalls Fachpersonen der beruflichen Inte
gration und Berufs
beratung beizuziehen hat (Urteil des Bundesgerichts 8C_545/2012 vom 25. Januar 2013 E. 3.2.1, nicht publiziert in BGE 139 V 28; vgl. BGE 140 V 193 E. 3.2). Der
Arzt oder die Ärztin hat sich lediglich dazu zu äussern
, inwiefern die versicherte Person in ihren körperlichen respektive geistigen Funktionen durch das Leiden eingeschränkt ist, wobei es als selbstverständlich gilt, dass sie sich vor allem zu jenen Funktionen äussern, welche für die nach ihrer Lebens
erfahrung im Vordergrund stehenden Arbeitsmöglichkeiten der versicherten Person wesentlich sind (so etwa, ob diese sitzend oder stehend, im Freien oder in geheizten Räumen arbeiten kann oder muss, ob sie Lasten heben und tragen kann).
Es lässt sich sodann auch nicht feststellen, dass auf dem hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt keine Stellen vorhanden sind, welche sitzend aus
geübt werden können und keine wesentlichen Belastungen der Hände erfordern. Dem Umstand, dass auch leichte manuelle Tätigkeiten bei fortgesetzter Aus
übung zu einer gewissen Belastung der Hände führen, haben die Gutachter ex
plizit dadurch berücksichtigt, indem sie der Beschwerdeführerin eine generelle Leistungsreduktion von 20 % attestiert haben (Urk. 6/75/15).
5.3
Die Erstellung eines MRI ist nicht zwingend notwen
dig. Bildgebende Befunde sind auch nicht genügend, um eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu bele
gen, sondern es stehen diesbezüglich die klinischen Untersuchungen im Vorder
grund. Die Ärzte des B._ haben dementsprechend ausgeführt, dass erneuerte MRI-Aufnahmen in der vorliegenden Situation keine verbesserte Beurteilung der Arbeitsfähigkeit erlauben würden (Urk. 6/89/2). Der Umstand, dass die MRI-Abklärungen wegen Bewegungsartefakten nicht vollumfänglich verwertbar wa
ren, führt nicht zur Unverwertbarkeit des Gutachtens des B._.
5.4
Soweit die Beschwerdeführerin dem internistischen Gutachter des B._ unter
stellt (Urk. 1 S. 7), er habe zu Unrecht festgestellt, dass in seinem Fachgebiet „alles in Ordnung“, dass in der Lunge „alles in Ordnung“ und die Herzfunktion „einwandfrei“ sei, ist festzuhalten, dass sich auf der von ihr zitierten S. 33 des Gutachtens weder die Worte „alles in Ordnung“ noch „einwandfrei“ finden las
sen. Wie die Gutachter aber selbst eingeräumt haben, werden die Sachverhalte einer leicht eingeschränkten Lungen- sowie Herz
funktion im Gutachten nicht völlig Akten-übereinstimmend wiedergegeben (Urk. 6/89/2). Wo und in wel
chem Bericht der Klinik für Rheumatologie des C._ (ver
mutlich gemeint ist jener vom 17. September 2014, Urk. 6/55/7-8) stehen soll, dass die Lungenfunktion „leicht eingeschränkt“ und die Herzfunktion „leicht dysfunktional“ ist, tut die Beschwerdeführerin aber gar nicht dar. Mithin sind die Differenzen zwischen den Einschätzungen nicht so gross wie sie von der Be
schwerdeführerin durch ihre Interpretationen gemacht werden. Soweit die Be
schwerdeführerin sodann bemängelt, dass der internistische Gutachter auf sei
nem Fachgebiet Fehleinschätzungen vorge
nommen habe, ist festzuhalten, dass sie diesen lediglich den fachfremden Bericht der Klink für Rheumatologie ge
genüberstellt. Es ist somit überein
stimmend mit den Gutachtern festzuhalten, dass die internistischen Befunde geringfügig und klinisch irrelevant sind (Urk. 6/89/2).
5.5
Nicht von der Hand zu weisen ist der Umstand, dass die Gutachter des B._ gewisse Fragen offen lassen, den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin als schwer beurteilbar bezeichnen und auf weitere noch vorzunehmende Abklä
rungen verweisen. Sie haben sich aber doch in der Lage gesehen, eine Einschät
zung der Arbeitsfähigkeit vorzunehmen, was sie nicht getan hätten, wenn sie davon ausgegangen wären, dass nach weiteren Abklärungen eine völlig andere Einschätzung der Arbeitsfähigkeit vorzunehmen gewesen wäre.
5.6
Als invaliditätsfremd sind sodann die schlechten Sprachkenntnisse, die fast nicht vorhandene Integration der Beschwerdeführerin (welche aber immerhin mit einem Schweizer verheiratet war) und der Umstand, dass sie einfachste ad
ministrative Angelegenheiten nicht erledigen kann, zu werten. Soweit sich die Beschwerdeführerin sodann wesentlich daran stört, dass der psychiatrische Gut
achter ausgeführt hat, die diagnostischen Algorithmen einer mittelschweren oder gar schweren Depression lägen nicht vor (Urk. 6/89/3), ist festzuhalten, dass ein Algorithmus
eine eindeutige Handlungsvorschrift zur Lösung eines Problems oder einer Klasse von Problemen
ist
.
Das Wort mag im Zusammen
hang mit einem Gutachten nicht als besonders treffend erscheinen, es ist aber doch offensichtlich, dass damit keine Regel zur Lösung von mittelschweren und schweren Depressionen gemeint ist, welche der Gutachter nicht als gegeben er
achtet. Vielmehr bezieht sich seine Aussage - welche im Übrigen auch nicht im Gutachten selbst, sondern in der Stellungnahme zum Gutachten steht - auf die Vorschrift, welche Kriterien erfüllt sein müssen, damit die Diagnose einer mit
telschweren oder schweren Depression gestellt werden kann. Warum der Gut
achter diese Kriterien als nicht erfüllt betrachtet, hat er im Gutachten genügend ausgeführt.
5.7
Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin gestützt auf das Gutachten des B._ zu Recht davon ausgegangen ist, dass der Be
schwerdeführerin ab dem 1. Januar 2015 die Ausübung einer sehr leichten bis leichten, vorwiegend sitzenden Tätigkeit, ohne Anspruch an die Handkraft und mit zeitweiliger Entlastungsmöglichkeiten des Rückens durch kurze Pausen zu 80 % zumutbar ist.
Schwierigkeiten bei der Stellensuche auf dem konkreten Ar
beitsmarkt sind bei der Invaliditätsbemessung nicht zu berücksichtigen; auf dem massgebenden hypothetischen, als ausgeglichen unterstellten Arbeitsmarkt (vgl. BGE 134 V 64 E. 4.2.1, 110 V 273 E. 4b) lassen sich genügend Arbeits
stellen finden, welche dem gutachterlichen Zumutbarkeitsprofil entsprechen und de
r
Beschwerde
führer
in
unter Berücksichtigung
ihrer
Fähig
keiten offen stehen.
6.
6.1
Die Beschwerdegegnerin ist in der angefochtenen Verfügung für das Jahr 2015 von einem Valideneinkommen von Fr. 52‘842.40 ausgegangen (Urk. 2). Ange
sichts der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin in den Jahren 1997 bis 2009 nicht erwerbstätig war bzw. zumindest kein AHV-beitragspflichtiges Einkom
men erzielt hatte (vgl. Auszug aus dem Individuellen Konto vom 8. Januar 2014, Urk. 6/34) und das AHV-pflichtige Einkommen bzw. der Reingewinn ihrer Tätigkeit als Coiffeuse im Jahr 2010 Fr. 21‘400.-- (Urk. 6/34/3), im Jahr 2011 Fr. 24‘240.
und im Jahr 2012 Fr. 23‘540.-- betrug (Urk. 6/49), scheint dies nicht gerechtfertigt. Es ist nicht ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin ohne Eintritt des Gesundheits
schadens eine Stelle als unselbständige Coiffeuse ange
nommen hätte, sondern es ist davon auszugehen, dass sie weiterhin im bisheri
gen Umfang als selbständigerwerbende Coiffeuse tätig gewesen wäre. Das Durchschnittseinkommen dieser Tätigkeit in den Jahren 2010 bis 2012 betrug Fr. 23‘060.-- (Fr. 69‘180.-- : 3). Selbst unter Berücksichtigung des Umstandes, dass sich das während eines Teils dieser Zeit noch in der Aufbauphase befand, kann damit für das Jahr 2015 maximal von einem Valideneinkommen von Fr. 30‘000.-- ausgegangen werden.
6.2
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtspre
chung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch her
ausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 129 V 472 E. 4.2.1; BGE 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröf
fentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (Urteile des Bundesgerichts 9C_699/2015 vom 6. Juli 2016 E. 5.2, 8C_78/2015 vom 10. Juli 2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 11. September 2015 E. 3.2.2; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.8.1 und BGE 133 V 545 E. 7.1). Der
Beizug der
Lohnstatistik erfolgt nur, wenn eine Ermitt
lung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7; BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth, IVG, 3. Aufl., N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtspre
chung).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür
zen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten nurmehr beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ur
sprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und be
rufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszugehö
rigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Aus
wirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte da
für bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allge
meinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Be
tracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der Vergleichsein
kommen mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen. Es ist nicht von dem von der IV-Stelle vorgenommenen Abzug auszugehen und dieser angemes
sen zu erhöhen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3
.
2 mit Hinweis auf
SVR 2011 IV Nr. 31 S. 90, 9C_728/2009 E. 4.1.2).
6.3
Gemäss Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) betrug der Durchschnittslohn für die mit einfachen Tätigkeiten körperlicher oder hand
werklicher Art beschäftigten Frauen im Jahr 2012 pro Monat Fr. 4‘112.
(LSE 2012 TA 1 S. 35) bzw. Fr. 49‘344.-- (Fr. 4‘112.-- x 12) pro Jahr. Bei einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit im Jahr 2012 von 41,7 Stunden (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschafts
abteilungen in Stunden pro Woche [T 03.02.03.01.04.01]) resultiert ein mut
massliches Einkommen von Fr. 51‘441.10 pro Jahr.
Angepasst an die Nominal
lohnentwicklung für Frauen (vgl. Bundesamt für Statistik,
Nominallohnindex
, Tabelle
1.2.10
: 20
12
=
102.0
, 20
15
=
104.1
) beträgt das hypothetische Einkom
men im Jahr 20
15 Fr. 52‘500.20. Bei einem Pensum von 80 %, beläuft sich das Ein
kommen auf Fr. 42‘000.15 (0,8 x Fr. 52‘500.20).
Wenn die Verwaltung
dem Umstand, dass die Beschwerdeführerin nur noch sehr leichte bis leichte manuelle Tätigkeiten ausüben kann,
mit der Vornahme eines leidensbedingten Abzuges von 10
%
Rechnung getragen hat, ist dies im Rahmen der dem Gericht zustehenden Angemessenheitskontrolle nicht zu bean
standen (zur Voraussetzung einer entsprechenden gerichtlichen Anpassung überhaupt: BGE 137 V 71 E. 5.2)
. Das Invalideneinkommen beträgt damit Fr. 37‘800.15 (0.9 x Fr. 42‘000.15). Die Beschwerdeführerin ist demnach in der Lage, ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen.
6.4
Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin den An
spruch der Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente ab dem 1. April 2015 zu Recht verneint hat. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
7.
7.1
Die Beschwerdeführerin hat in ihrer Beschwerdeschrift unter Beilage von Unter
stützungsbestätigungen des Amtes für Zusatzleistungen zur AHV/IV der Stadt Zürich vom 20. November 2015 (Urk. 3/2) und der Sozialbehörden der Stadt Zü
rich vom 14. Juni 2016 (Urk. 3/3) ein Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters in der Person von Rechts
an
walt Dr. Markus Krapf gestellt (Urk. 1 S. 2). Die Voraussetzungen zur Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung und zur Bestellung einer unentgeltli
chen Rechtsvertretung gemäss § 16 Abs. 1 und Abs. 2 des Gesetzes über das So
zial
versicherungsgericht (GSVGer) sind erfüllt. Der Beschwerdeführerin ist Rechts
anwalt Dr. Markus Krapf als unentgeltlicher Rechtsvertreter für das Ver
fahren zu bestellen. Die Beschwerdeführerin wird auf § 16 Abs. 4 GSVGer hin
gewiesen, wonach sie zur Nachzahlung der ihr erlassenen Rechtspflegekosten verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist.
7.2
Das Verfahren ist kostenpflichtig. Die Gerichtskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr. 800.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen, infolge bewilligter unentgeltlicher Prozess
führung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
7.3
Rechtsanwalt Dr. Markus Krapf ist mit Fr. 2‘000.-- (inklusive Mehrwertsteuer von 8 %), aus der Gerichtskasse zu entschä
digen.