Decision ID: 7f1719b6-541d-444d-8a3f-3bf2b2202dbf
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, ehemals
Y._
, geboren 1988, verfügt über eine abgeschlos
sene Berufslehre als Fachangestellte Gesundheit (FaGe) mit Fähigkeitsausweis (Urk.
2/
20/5/2). Ab 1. September
2010 war sie befristet bis 31.
August 2011 bei der
O._
angestellt (Urk.
2/
20/5/14). Am
4. Februar 2011 meldete sie sich unter Angabe von seit April 2010 wiederkehrende
n
Rückenschmerzen mit Ausstrahlung in die Beine zum Bezug von Leistungen der Eidgenössischen Invalidenversicherung an (Urk.
2/
20/4 Ziff. 6). Die zuständige Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, gewährte von April 2011 bis Ende Januar 2012 Kostengutsprache für eine berufsbegleitende Umschu
lung zur Praxisgehilfin MPA (Urk.
2/
20/16, vgl. auch Urk.
2/
20
/44/1-2). M
it Vorbescheid vom 3. Januar 2012
stellte die IV-Stelle
mit dem Titel «Kein Anspruch auf eine Invalidenrente» (Urk.
2/
20/37) und mit Vorbescheid vom 4. Januar 2012 unter dem Titel «Kein Anspruch auf IV-Leistungen» (Urk.
2/
20/39) die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht
. M
it Verfügung vom 14. Februar 2012 (Urk.
2/
20/41) wies
sie
das Le
istungsbegehren ab
.
1.2
Vom 13. Oktober 2011 bis 31. Juni 2012 war die Versicherte als MPA im
Zentrum Z._
angestellt (Urk.
2/
40/65/2-3) und vom
1.
Oktober 2012 bis 31. März 2013 stand sie in einem befristeten Arbeitsverhältnis bei der Spitex
A._
(Urk.
2/
20/65/1). Unter Angabe akut gewordener Rückenschmerzen meldete sich die Versicherte am 5. April 2013 erneut zum Leistungsbezug bei der IV-Stelle an (Urk.
2/
20/45 Ziff. 6). Eine weitere Anmeldung reichte die Versicherte am 27. August 2013 (Urk.
2/
20/69) unter Angabe von Beeinträchtigungen zufolge einer schweren depressiven Episode ohne psychotische Symptome und eine
r
psy
chische
n
und Verhaltensstörung durch Analgetika sowie ein
es
Abhängigkeits
syndrom
s
ein (Ziff. 6.2). Am
6. April 2015 gebar sie einen Sohn (Urk.
2/
20/130/4). Am 31. August 2016 gewährte die IV-Stelle Kostengutsprache für eine Potential
abklärung, die am 25. Oktober 2016 vorzeitig abgebrochen wurde (Urk.
2/
20/152 und Urk.
2/
20/161). Ab 1.
September 2017 trat die Versicherte eine Anstellung als sogenannte «Peer» (Genesungsbegleiterin) bei den Psychiatrischen Dienste
n
B._
in einem Beschäftigungsgrad von 40 % an (Urk.
2/
20/229). Im weiteren Abklärungsverfahren veranlasste die IV-Stelle eine polydisziplinäre Begutachtung im
Zentrum C._
(Gutachten vom 29. September 2017 [Urk.
2/
20/192]) und eine Haushaltsabklärung am Wohnort der Versicherten (Urk.
2/
20/232). Nach durch
geführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
2/
20/235) sprach sie mit Verfügungen vom 30. April und 15. Mai 2018 eine abges
tufte Rente zu (ganze Rente vom
1. Februar 2015 bis 31. August 2017 bei einem Invaliditätsgrad von 100 % und eine
Dreiviertelsrente
ab 1. September 2017 bei einem Invaliditätsgrad von 63 % [Urk.
2/
20/239/1-2, Urk.
2/
20/242, Urk.
2/
20/251 und Urk.
2/
20/252]).
1.3
Mit Schreiben vom 6. Juni 2018 lehnte die FCT Trianon Sammelstiftung, über welche die Versicherte aufgrund ihrer Anstellung bei der
D._ SA
,
vom 1. Januar bis 31. März 2014 vorsorgeversichert war, Leistungen mit der Begründung ab, die Arbeitsunfähigkeit liege weiter zurück, da die Versicherte bereits im April 2013 einen IV-Antrag gestellt habe (Urk.
2/
2/2). Die Stiftung Auffangeinrichtung BVG lehnte Leistungen aus der Vorsorgeeinrichtung mit der Begründung ab, das Wartejahr sei per Februar 2014 eröffnet worden und zu diesem Zeitpunkt seien keine BVG-pflichtigen Taggelder der Arbeitslosenversicherung ausbezahlt worden (Urk.
2/
2/3).
1.4
Am 11. Juli 2019 erhob die Versicherte Klage gegen die vier Vorsorgeeinrich
tungen BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich, BVG-Sammelstiftung Swiss Life, Stiftung Auffangeinrichtung BVG und FCT Trianon Sammelstiftung mit
dem Rechtsbegehren
(
Urk.
2/
1 S. 2)
,
es
sei der Klägerin zu Lasten der Beklagten 1, evtl. der Beklagten 2, subeventuell der Beklagten 3, subsubeventue
ll der Beklagten 4 eine Rente
spätestens 1. Februar 2015
zuzüglich
Zins zu 5 % zuzusprechen. Mit Urteil des hiesigen Gerichts vom 21. September 2020 wurde in teilweiser Gutheis
sung der Klage die Beklagte 3
verpflichtet
, der Klägerin mit Wirkung ab 1. Februar 2015 basierend auf einem Invaliditätsgrad von 100 % und ab 1. September 2017 basierend auf einem Invaliditätsgrad von 63 % die obligatorischen und regle
mentarischen Invalidenleistungen nebst Verzugszins zu 2 % seit 11. Juli 2019 für die bis dahin fällig gewordenen
Rentenbetreffnisse
sowie für die weiteren ab jeweiligem Fälligkeitsdatum auszurichten
(Urk. 2/34;
Prozess
-Nr.
BV.2019.00058
)
.
Dieses Urteil hob das Bundesgericht mit Urteil vom 15.
Juni 2021 (Urk. 1
) auf und
wies die Sache
ans hiesige Gericht zur neue
n
Entscheid
ung
zurück (9C_723/2020
, 9C_726/2020
).
2.
2.1
Im vorliegenden, neu angelegten Verfahren
verfügte das
Gericht
am
5. Oktober 2021
(Urk. 3)
die Einholung der Patientenakten der Klägerin
beim Psychiatrie
zentrum
E._
,
beim
Psychiatriezentrum
F._
und bei der Uniklinik
G._
.
Am 7. Oktober 2021 teilte die
Klinik H._
mit, dass das Psychiatriezentrum
F._
nicht mehr existiere und die Patientenakten beim Psychiatriezentrum
E._
einzufordern seien (Urk. 5).
D
ie Akten der Uniklinik
G._
gingen am 19. Oktober 2021
(Urk.
9-
10)
und die
Akten des Psychiatriezentrum
s
E._
(
I._
AG) am 1
0.
Februar 2022 ein (Urk. 14
-
15).
2.2
Mit gerichtlicher Verfüg
ung vom 16. Februar 2022 wurde
den Parteien
Frist
ange
setzt, um
zu den
eingeholten Patientenakten
der Klägerin
Stellung zu nehmen und all
fällige weitere Beweismittel ein
zureichen
(Urk. 16).
Am 7. März 2022 äusserten sich die Beklagte 2 (Urk. 23
-
24)
,
die Beklagte 3
(Urk. 21
-
22) und die Beklagte 4 (Urk. 26) zur Sache. Am 9. März
2022
reichte die Beklagte 1
(Urk. 27
-
28) und
am
6. April 2022
die Klägerin
ihre Stellungnahme
n
ein
(Urk. 29). Mit
Gerichtsv
erfügung vom 11. April 2022 wurden die Eingaben
den anderen Parteien
zur Kenntnis gebracht (Urk. 30).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die rechtlichen Grundlagen und Grundsätze
zum
Anspruch auf eine Invaliden
rente aus der beruflichen Vorsorge (Art. 24 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über die berufliche Alters-, Hinterl
assenen- und Invalidenvorsorge,
BVG)
,
de
n Anspruchs
beginn
(Art. 26 Abs. 1 BVG) und
zum
Eintritt der
Arbeitsunfähigkeit
(Art. 23 BVG) als
massgebendes
Kriterium
zur Bestimmung der
leistungspflichtige
n
Vorsorgeeinrichtung
sind im vorangegangenen Gerichtsurteil
bereits umfassend
wiedergegeben worden (Urk. 2/34
E. 1.1 bis E.
1.5)
.
Darauf kann, mit der nach
folgenden Ergänzung, verwiesen werden.
1.2
Gemäss Art. 73 Abs. 2 BVG stellt das Berufsvorsorgegericht den Sachverhalt von Amtes wegen fest. Es gilt somit der Untersuchungsgrundsatz, der seinerseits jedoch durch die
Mitwirkungspflicht der Partei
beschränkt
wird, namentlich wenn d
iese anwaltlich vertreten
ist
(BGE 138 V 86 E. 5.2.3).
T
rotz
des
Untersuchungs
grundsatz
es
ist es somit
in e
rster Linie Aufgabe der Partei
en
, die rechtserheb
lichen Tatsachen zu nennen
und die Beweismittel zu bezeichnen
respektive einzureichen
(
v
g
l
.
Urteil
des Bundesgerichts
9C_724/2009
vom 16. November 2009
E. 3.2.3.2
).
Dies betrifft
namentlich
Sachverhalte
, die sie besser kennt als das Gericht und welche dieses sonst gar nicht oder nicht mit vernünftigem Aufwand erheben könnte
. Es besteht
eine geset
zliche Mitwirkungspflicht der
Partei
en
bei der Klärung des rechtserheblichen Sachverhalts
(
vgl. Urteil
e des Bundesgerichts
9C_3/2013 vom 22. August 2013 E. 2.2
und
9C_473/2014 vom
22. Dezember 2014 E. 3.1 mit Hinweisen).
Nach dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ist ein bestimmter Sachverhalt nicht bereits dann bewiesen, wenn er bloss möglich ist. Hingegen genügt es, wenn das Gericht aufgrund der Würdigung aller relevanten Sachumstände, mithin nach objektiven Gesichts
punkten, zur Überzeugung gelangt, welcher der wahrscheinlichste aller in Betracht fallenden Gescheh
e
nsabläufe - bei zwei möglichen Sachverhalts
varianten: der wahrscheinlichere - ist und demzufolge
begründeterweise
ange
nommen werden darf, dass weitere Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ereignis nichts mehr än
dern (Urteil
des Bundesgerichts
9C_541/2011 vom 7.
Dezember 2011 E. 5.1 mit Hinweisen)
.
2.
2.1
Die Klägerin führte zur Klagebegründung i
m Wesentlichen aus (Urk.
2/1
S. 6), z
ur Frage des zur Invalidität führende
n
Leidens sei eine Wechselwirkung zwischen Rückenleiden, sexuellem Missbrauch, Opiatabhängigkeit und Depression akten
kundig. Die Arbeitsunfähigkeiten
ab 15. Dezember 2010 und ab 22.
Dezember 2012 stünden in einem Kausalzusammenhang zu diesen Diagnosen (Ziff. 11). Im November 2012 habe sie einen Treppensturz erlitten, in dessen Folge sei sie wegen Rückenschmerzen ab 22. Dezember 2012 voll arbeitsunfähig geschrieben worden
. Auch wenn davon ausgegangen werde, dass der zeitliche Konnex zwischen der Tätigkeit in der
Psychiatrie J._
bis März 2011 unterbrochen worden sei, so begründe die während der Tätigkeit bei der Spitex
A._
aufgetretene Arbeitsunfähigkeit die Zuständigkeit der Beklagten 1
(Ziff. 12)
.
Das bei
der Beklagten 2
versicherte Arbeitsverhältnis habe vo
n
Oktober 2011 bis Juli 2012 gedauert. Eine Arbeitsunfähigkeit sei erstmals am 1. Februar 2012 attestiert worden, wobei der letzte Arbeitstag der 30. April 2012 gewesen sei. Vordergründig sei dieses Arbeitsverhältnis zufolge grosser Arbeitsbelastung gekündigt worden. Der tiefere Grund habe aber wiederum im sexuellen Miss
brauch liegen können, welcher
auch in dieser Periode stattgefunden habe und mit ein Grund für die Bere
ntung durch die IV gewesen sei
(Ziff. 14).
Bei der Beklagten 3 sei sie zufolge Arbeitslosigkeit von April bis Juni 2010, im August 2010, im September/Oktober 2011 und
von
April bis Juli 2013 versichert gewesen. Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen oder Begründungen für eine Ar
beitsunfähigkeit seien in den Akten lediglich in der Periode ab April 2013 ersichtlich. Bis März 2013 sei sie bei der
Spitex A._
tätig und bei der Beklagten 1 versichert gewesen. In dieser Periode sei die Arbeitsunfähigkeit ab 22. Dezember 2012 bescheinigt worden. Diese Arbeitsunfähigkeit habe aus medizinischer Sicht eine Kombination der Rückenproblematik, der Opiatabhängigkeit und des psychischen Leidens betroffen. Für die Behandlung des Abhängigkeitssyndroms und der depressiven Störung sei sie in der
I._
in Behandlung gewesen, zunächst auf der Akutstation und ab 5. März 2013 auf der Spezialstation für Abhängigkeitserkrankungen. Diese Arbeitsunfähigkeit sei im Zusammenhang mit dem sexuellen Missbrauch gestanden, was alles gegen eine Zuständigkeit der Beklagten 3 spreche. Sollte aber der Kausalzusammenhang nicht früher erstellt sein, so wäre die Beklagte 3
subeventualiter
zuständig (Ziff. 15).
Die Beklagte 4 müsse in die Klage miteinbezogen werden, weil die IV die Warte
zeit im Februar 2014 eröffnet habe, als die Klägerin bei
D._
angestellt und bei der Bekl
agten 4 versichert gewesen sei
(Ziff. 16)
.
2.2
2.2.1
Die Beklagte 1 stellte sich auf den Standpunkt (Urk.
2/
12),
w
ährend der Anstel
lung bei der
Spitex A._
sei eine Arbeitsunfähigkeit vom 22. Dezember
2012
bis 31. März 2013 aufgrund von Rückenschmerzen erfolgt. Erstmals wegen eines depressiven Syndroms sei sie vom 18. Juni
bis 8. August 2013 und vom 19.
August bis 9. September 2013 zum zweiten Mal in der
Klinik I._
AG hospitalisiert worden (Ziff. 48). Die IV-Stelle habe bei der Beurteilung in medizi
nischer Hinsicht auf das
C._
-Gutachten vom 29. September 2017 abgestellt und als Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit eine
p
osttraumatische Belastungsstörung, eine mittelgradige depressive Episode bei rezidivierender depressiver Störung und eine episodische paroxysmale Angst (Panikstörung) aufgeführt. Spätestens seit dem stationären psychiatrischen Aufenthalt im Februar 2014 sei vom Beginn einer bis anhin anhaltenden und vollständigen Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit auszugehen (Ziff. 53). Die Klägerin vermöge nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit darzutun, dass ihr psychi
sches Leiden, welches letztlich zur Invalidität geführt habe, das Krankheitsge
schehen ab Dezember 2010 bzw. November 2012 mitgeprägt und sich bereits während der Anstellung der Klägerin
bei der
Psychiatrie J._
bzw.
Spitex A._
erkennbar manifestiert habe. Der sachliche Zusammenhang zur damaligen Arbeitsun
fähigkeit während der jeweiligen Versicherungszeit bei der Beklagten 1 und der viel später eingetretenen Invalidität sei damit zu verneinen (Ziff. 59). In der Zeit nach Beendigung der Versicherung bei der Beklagten 1 und vor Februar 2014, dem Zeitpunkt
,
in dem gemäss medizinische
n
Akten die dauerhaft eingeschränkte Arbeitsfähigkeit festgehalten wurde, habe die Klägerin bei verschiedenen Arbeit
gebern ohne dauerhafte krankheitsbedingte Unterbrüche Er
werbstätigkeiten ausüben können
. Nebst dem sachlichen sei damit auch der zeitliche Zusammen
hang als nicht gegeben anzusehen (Ziff. 66 ff.).
2.2.2
Die Beklagte 2 machte geltend
(Urk. 2/14)
, die Klägerin habe am 12. Oktober 2011 eine Anstellung beim Medizinischen Zentrum
Z._
Rehabilitationszentrum für Psychosomatik AG angetreten und sei bei ihr vorsorgeversichert gewesen. Während dieser Anstellung habe die Klägerin berufsbegleitend Eingliederungs
massnahmen bei der
K._ Stiftung
absolviert, welche die Invaliden
versicherung verfügt habe. Das Arbeitsverhältnis sei von der Klägerin per
31. Juli 2012 aufgekündigt worden (Ziff. 5). Aus dem
C._
-Gutachten ergebe sich, dass die psychiatrischen Diagnosen den Gesundheitsschaden qualifizierten, welcher zur Arbeits- und zur Erwerbsunfähigkeit geführt habe (Ziff. 20).
Dieses Leiden habe sich erstmals im Zeitraum ab Juni 2013 in der Weise ausgewirkt, dass es zu einer Arbeitsunfähigkeit gekommen sei.
Die Arbeitsunfähigkeiten zwischen 2010 und dem 31. März 2013 seien auf ein
lumbospondylogenes
Syndrom zurückzu
führen, während die späteren Arbeitsunfähigkeiten auf eine posttraumatische Belastungsstörung, eine depressive Störung und eine Panikstörung zurückzu
führen seien (Ziff. 25). Ein Zusammenhang zwischen diesen beiden Gesundheits
schäden sei nicht ausgewiesen. Auch der zeitliche Konnex sei nicht gegeben. Echtzeitlich bescheinigte Arbeitsunfähigkeitsatteste, die in den versicherten Zeitraum fielen, seien nicht vorhanden. Eine erneute Arbeitsunfähigkeit aufgrund der Rückenproblematik sei erst am 29. Januar 2013 wieder aufgetreten und zu diesem Zeitpunkt sei die Klägerin nicht mehr bei ihr versichert gewesen (Ziff. 33).
2.2.3
Die Beklagte 3 führte aus (Urk.
2/
10), die Klägerin habe von Ende April bis zum 24. August 2010, während acht Tagen im September/Oktober 2011 und von April bis 17. Juli 2013 Taggelder der Arbeitslosenversicherung bezogen und sei bei ihr in der beruflichen Vorsorge versichert gewesen (S. 6). Aus den Akten ergebe sich aber, dass die Klägerin ab 22. Dezember 2012 und somit während der befristeten Anstellung als FaGe bei der
Spitex A._
erneut arbeitsunfähig geworden sei. Bis zum Ende der Anstellung am 31. März 2013 habe sie den bisherigen Beruf als FaGe gesundheitsbedingt nicht wieder aufnehmen können. Auch in der Folge sei die Tätigkeit als FaGe nicht mehr möglich gewesen, so dass die Arbeitsun
fähigkeit,
welche zur Invalidität geführt habe, spätestens im Dezember 2012 eingetreten sei. Aus den psychiatrischen Berichten ergebe sich zudem, dass die Diagnosen seit 2009 bzw. 2010 bestanden respektive sich entwickelt hätten und sich demnach die Frage stelle, ob die Arbeitsunfähigkeit nicht wesentlich früher begonnen habe. So sei in den Akten b
elegt, dass die Klägerin ab 22.
Dezember 2012 bis mindestens 31. März 2013 vollständig arbeitsunfähig und in der Folge arbeitslos gewesen sei, weshalb sie ihre Arbeitsfähigkeit weder in der bisherigen noch in einer anderen Tätigkeit habe unter Beweis stellen müssen. Von den fehlenden echtzeitlichen Arztzeugnissen könne deshalb nicht auf eine volle Arbeitsfähigkeit geschlossen werden. Zwar seien die beiden IV-Anmeldungen der Klägerin aufgrund von Rückenbeschwerden erfolgt und die Invalidenrente letzt
lich wegen psychischen Beschwerden zugesprochen worden. Es sei jedoch aus den Akten ersichtlich, dass es bereits ab 2010 zunehmend zu einer depressiven Entwicklung gekommen sei und sich die Klägerin auch seit 2010 im Psychiatrie
zentrum
E._
und ab 2012 im Psychiatriezentrum
F._
in regelmässiger Behandlung befunden habe. Aufgrund der Wechselwirkungen der einzelnen Leiden sei der sachliche Zusammenhang zwischen der Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen und der Invalidität erstellt. Die relevante Arbeitsunfähigkeit sei spätestens Ende 2012 eingetreten und bis zum Ende der befristeten Anstellung bei der
Spitex A._
am 31. März 2013 sei die Klägerin voll
ständig arbeitsunfähig gewesen
(S. 11 f.).
2.2.4
Die Beklagte 4 stellte sich schliesslich auf den Standpunkt (Urk.
2/
16), die Klägerin sei vom 1. Januar bis 31. März 2014 bei der ehemaligen Vorsorgestiftung zugunsten der Angestellten der
D._
Gruppe versichert gewesen, wobei die Vorsorgestiftung am 1. Januar 2015 durch die Beklagte 4 übernommen worden sei. Aus den IV-Akten gehe hervor, dass sich die Klägerin ab 2011 mehrmals bei der IV angemeldet habe
,
und es sei nicht nachvollziehbar, weshalb die IV die Wartefrist im Februar 2014 eröffnet habe. Die in Frage stehenden gesundheit
lichen Beeinträchtigungen hätten bereits früher bestanden, wobei die Klägerin nicht bei ihr (Beklagte 4) versichert gewesen sei. Auch sei das kurze Arbeitsver
hältnis bei
D._
, welches bereits während der Probezeit gekündigt worden sei, angesichts der seit Jahren bestehenden gesundheitlichen Einschränkungen als letzter gescheiterter Arbeitsversuch zu werten.
2.3
Das
Bundesgericht erwog im Urteil 9C_723/2020, 9C_726/2020
vom
15.
Juni 2021
(Urk. 1
) in E. 4:
«Gemäss dem Bericht der
Klinik I._
AG vom 5.
November 2013 erfolgte die Zuweisung
zur ersten stationären psychiatrisch
en Behandlung wegen anhal
tenden
Rückenschmerzen mit steig
endem Konsum von Schmerzmitteln
sowie einer
Zunahme der
depressiven Symptomatik. Solche
Beschwerden bestehen ausweislich der
Akten bereits vor dem 18. Juni
2013. So wies die
Klinik I._
AG im Bericht vom 5. November
2013 darauf hin, dass sich die Ve
rsicherte wegen des depressiven
Zustandsbildes seit dem Jahr 2010 int
ermittierend in psychiatri
scher
Behandlung befinde (letzte Konsu
ltationen bei Dr. med.
L._
,
Psychiat
riezentrum
E._
, am
24. Mai 2013 und 18. Juni 2013;
Behandlung durch
Dr. med.
M._
,
Psychiatriezentrum F._
, im
Jahr 2012).
Die Versicherte war zudem vom 29. Januar 2013 bis 2. März 2013 wegen Rückenbeschwerden in stationärer Behandlung in der Uniklinik
G._
, wobei auch eine depressive Episode diagnostiziert wurde. Nachdem sich gemäss dem
C._
-Gutachten kein somatisches Korrelat für diese Schmerz-/Rückenproblematik erheben lässt - das deckt sich mit dem (echtzeitlichen) Bericht der Uniklinik
G._
vom
26. November 2013, worin unter anderem ein chronisches
lumbospondylogenes
Syndrom (bei normalen Bandscheiben, keine Kompression neurogener Struk
turen, leichtgradige Degeneration der Facettengelenke L5/S1
bds
.) berichtet wurde - ist nicht ausgeschlossen, dass zwischen den Rückenschmerzen und den psychischen Erkrankungen eine gewisse Wechselwirkung besteht. Die vorlie
genden medizinischen Unterlagen enthalten somit Anhaltspunkte für eine rele
vante, das Krankheitsgeschehen prägende psychische Erkrankung vor dem
18. Juni 2013. Abschliessend kann dies jedoch nicht beurteilt werden, da Berichte über den psychiatrischen Gesundheitszustand der Versicherten ab dem Jahr 2010 bis zur ersten Hospitalisation am 18. Juni 2013 fehlen. Entsprechend ist es nicht möglich, den Eintritt der Arbeitsunfähigkeit mit dem Beweisgrad der überwie
genden Wahrscheinlichkeit zu bestimmen. [...] Die Angelegenheit ist deshalb an das kantonale Gericht zur weiteren Abklärung des Sachverhalts und anschlies
send neuem Entscheid zurückzuweisen.»
3.
3.1
Nach Einholung der medizinischen Berichte bei der
Uniklinik
G._
und
beim
Psychiatriezentrum E._
(Urk. 10 und Urk. 15) machte die Klägerin geltend (Urk. 29 S. 3
f.
)
, d
ie eingeholten Akten seien nicht vollständig und
für die Beur
teilung des sachlichen Zusammenhangs
könne
nicht alleine
darauf
abgestellt werden.
Auch die vorhandenen Akten
würden
aber die
Wechselwirkungen im Rahmen des sachlichen Zusammenhangs
zeigen
und die Anhaltspunkte für eine relevante, das Krankheitsgeschehen prägende ps
ychische Erkrankung vor dem 18.
Juni 2013
ergänzen
.
Die
in den
Bericht
en
de
r
Uniklinik
G._
von 2014 und 2015
enthalten Diagnosen
seien jene
,
welche für die Zusprechung der IV-Rente massgebend
gewesen seien. Der Bericht der
Klinik I._
vom 27. Juli 2011 enthalte
die Befunde und Diagnosen
einer rezidivierenden depressiven Stör
ung und
ein
es
Verdacht
es
auf
eine
anhaltende
Schmerzstörung
. D
er
Bericht vom 30. Mai 2012
enthalte die Diagnose
eine
r
Anpassungsstörung mit
depressiver Reaktion und eines
chronischen
lumbovertebrale
n
Schmerzsyndrom
s
und der Bericht vom
14. Mai 2013 eine Anpassungsstörung
mit depressiver Reaktion
und
die
Differential
diagnose einer
rezidivierenden depressiven Störung und
ein
es
Verd
acht
es
auf
eine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung. Daraus ergebe
sich
, dass die Rückenschmerzen auch
nach Gewich
tsabnahme nicht geb
essert hätten und auch nicht
im Rahmen
de
s
stationäre
n
Aufenthalt
es
von
Januar bis März 2013
.
Der letzte Bericht vom 18. Juni 2013 betreffe die Klinikeinweisung mit den Diagnosen Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion und der Differenzialdiagnose rezidi
vierende depressive Störung, Verdacht auf Opiatabhängigkeit und anhaltende Schmerzstörung. Die Akten zeig
t
en damit die Wechselwirkung zwischen Depres
sion, Rückenbeschwerden, Opiatmedikation und Schmerzstörung spätestens ab Juli 2011, sicher aber auch ab
Hospitalisation im Januar 2013. Mit grosser Wahr
scheinlichkeit sei damit die Beklagte 1 zuständig (S. 5)
.
3.2
Die Beklagte 1 stellte sich auf den Standpunkt (Urk. 27),
aufgrund der zur Verfü
gung gestellten Akten sei erstellt, dass ei
n psychisches Leiden sich
vor dem
18. Juni 2013 bei der Klägerin
nicht
manifestiert und das Krankheitsgeschehen
auch nicht
erkennbar mit
ge
prägt habe. So sei es gemäss Bericht vom
30. Mai 2012 zu Anpassungsstörungen mit depressiven Reaktionen gekommen
,
wobei die Symp
tomatik jeweils nicht schwergradig ausgeprägt gewesen sei und unter ambulanter Therapie sowie Klärung oder Bewältigung der auslösenden Konflikte jeweils relativ rasch remittiert
habe. Vor dem 18. Juni 2013 seien
zudem weder psychi
atrische Hospitalisationen noch psychiatrisch begründete Arbeitsunfähi
gkeiten
und
auch
sonst
keine
Anhaltspunkte für eine Wechselwirkung zwischen dem Rückleiden und einer psychischen Erkrankung
ausg
e
wiesen
. Die erste Hospitali
sierung infolge des psychischen Leiden
s sei am 18.
Juni 2013
und folglich zu einer Zeit
erfolgt
, in welcher keine Versicherungsdeckung mehr bei
ihr bestanden habe.
3.3
Die Beklagte 2 führte aus
(U
rk. 23
)
,
den Berichten der
Klinik I._
AG, Ambulatorium
E._
, sei zu entnehmen, dass die depressive Symptomatik jeweils nicht schwergradig ausgeprägt gewesen und unter ambulanter Therapie sowie Klärung oder Bewältigung der auslösenden Konflikte jeweils relativ rasch remittiert sei. V
on einem prägenden Einfluss d
er rasch remittierenden Sympto
matik auf das Krankheitsgeschehen könne deshalb nicht gesprochen wer
den und
es
sei
auch nicht
zu
Arbeitsunfähigkeiten
gekommen
. I
m damaligen Zeitpunkt
sei
das Rückenleiden
im Vordergrund gestanden
.
D
ass
die Klägerin in der fraglichen Zeitperiode aufgrund eines psychischen Leidens arbeitsunfähig geworden sei oder ein solches einen prägenden Einfluss auf das Krankheitsgeschehen gehabt habe, sei
durch echtzeitliche ärztliche A
t
t
este oder Berichte nicht belegt
(S. 8)
.
Hingegen habe das
Rückenleiden im fraglichen Zeitraum zu längeren Perioden von Arbeits
unfähigkeit geführt und sei immer wieder aufgetreten
. Sollte
das
psychische Leiden
als
das Rückenleiden
mit
prägend erachtet werden
, sei davon auszugehen, dass sich diese
s
bereits im Jahr 2010
,
bei Arbeitsbeginn bei der
Psychiatrie J._
,
mani
festiert habe. Der Konnex zum späteren psychischen Leiden, das den
invalidisie
renden
Gesundheitsschaden verursacht habe, sei in diesem Fall weder sachlich
noch
zeitlich unterbrochen.
3.4
Die Beklagte 3
brachte vor (Urk. 22)
,
die
eingeholten Patientenakten beleg
t
en, dass
sich
die
Klägerin seit mindestens Mitte 2011 wegen Anpassungsstörunge
n bzw. wiederholten depressiven
Entwicklungen immer wieder in p
sychiatrischer Behandlung befunden und auch eine medikamentöse Behandlung stattgefunden habe. Insbesondere dem Bericht des Psychiatriezentrums
F._
sei zu entnehmen, dass die Klägerin bereit
s
die Lehre als schwierig beschreibe. Nach einem Sprach
aufenthalt habe sie im Juli 2010 eine Stelle in der
Klinik J._
angetreten. Bei Problemen am Arbeitsplatz sei es zunehmend zu einer depressiven Entwicklung gekommen und es habe eine ambulante Behandlung stattge
funden, die Klägerin habe krank
geschrieben werden müssen und es sei zur Kündigung gekommen. Im September 2010 habe die Klägerin eine
neue Stelle angetreten. Bereits im Dezember 2010 sei eine erneute Arbeitsunfähigkeit und Operation erfolgt. Während der IV-Umschulung zur medizinischen Praxisassistentin (MPA) ab April 2011
habe
sich wegen finanzielle
r
Schwierigkeiten und Zukunftsängsten erneut eine depressive Episode entwickelt und die Klägerin sei wiederum in ambulanter Behandlung gewesen. Nach der Umschulung habe sie im Oktober 2011 eine Stelle als MPA angetreten, an welcher es aufgrund der hohen Arbeitsbelastung und Kündigung zweier Vorgängerinnen abermals zu einer schwierigen Situation und erneute
n
Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion gekommen sei. Schliess
lich sei es zur Kündigung per Ende Juli 2012 gekommen. Letztendlich habe sich der Gesundheitszustand aufgrund unkontrollierter Medikamenteneinnahme durch die Klägerin so stark verschlechtert, dass sie in eine psychiatrische Klinik habe eingewiesen werden müssen. Sowohl der sachliche als auch der zeitliche Zusammenhang zwischen den ab Herbst 2010 aufgetretenen Arbeitsunfä
higkeiten und der Invalidität
sei
demnach zu bejahen
.
3.5
Die Beklagte 4 machte geltend (Urk. 26), aus den eingeholten Akten gehe hervor, dass die relevanten gesundheitlichen Einschränkungen bereits vor dem Versiche
rungsbeginn bei ihr bestanden
hätten
. Es werde daher auf die bisherigen Ausfüh
rungen verwiesen.
4.
4.1
Im Bericht der
Klinik I._
AG vom 27. Juli 2011 (Urk. 15/1)
über die Sprech
stunde vom 26. Juli 2011
führten die Ärzte aus, die notfallmässige Zuweisung sei durch die Hausärztin der Gemeinschaftspraxis wegen einer depressiven Entglei
sung bei chronischen Rückenschmerzen erfolgt. Die Klägerin
berichte,
dass es ihr seit ein paar Wochen psychisch schlecht gehe. Sie sei dipl
omierte Fachfrau für Gesundheit
und sei im September 2010 in der
Psychiatrie J._
nach eine
m Jahr Unterbruch und Weltreise
erneut
angestellt worden. Im Dezember 2010 sei sie im
Kantonsspital K._
wegen
eines
Bandscheibenvorfal
ls
zwei Wochen in stationärer Behandlung gewesen. Damals
seien einige Untersuchungen durchge
führt und
eine Protrusion der Bandscheibe festgestellt
worden.
Es habe sich um
eine
leichte Protrusion gehandelt
und
eine operative Behandlung
sei
nicht indiziert
gewesen
.
Weil
die Schmerzen
mit Lateralisierung immer noch vorhanden gewesen seien,
habe ihr behandelnder Arzt
Morphin
-
Tropfen verschrieben. D
ie medikamentöse Behandlung mit
Neurontin, Lyrica und Tramal habe sie wegen Unverträglichkeit
abgebrochen. Nach vier Monaten
Physiotherapie gehe sie aktuell einmal pro Woche zur Massage in
einer Gesundheitspraxis und
mache
zudem Übungen mit einem Gerät zum Aufbau der Rückenmusk
ulatur. Aktuell leide sie immer
noch an Rückenschmerzen und wegen Schwächen in den Beinen sei sie vor zwei Wochen in ihrer
Wohnung gestürzt. Anfangs
Jahr
sei sie
bei der IV angemeldet
worden
und seit April
sei sie in der
Ausbildung zur Medizinassis
tentin im Rahmen der beruflichen Massnahmen
. Die Umschulung daure
bis Dezember 2011. Da sie seit Dezember 2010 nicht mehr gearbei
tet habe, werde ihr befristeter
Vertrag in der
Psychiatrie J._
nicht mehr verlängert.
Sie
sei
vo
m
Team in der
Psychiatrie J._
enttäuscht, weil niemand gefragt habe, wie es ihr gehe
,
und
ihre Stelle bereits im Februar 2011 ausgeschrieben worden sei
. Ausserdem mache sie sich viele S
orgen um ihre finanzielle Lage,
da
sie nach sechs Monaten Arbeitslosigkeit nur 80
% ihres
Lohnes bekomme und ab September
2011 keine finanzielle Unter
stützung mehr erhalten werde. Dann s
o
llte sie sich beim RAV melden, w
obei sie
sich wegen anhaltende
r
Schmerzen keine Hoffnung auf eine Stelle mache
. Sie leide an Existenzängsten,
mache sich Sorgen
,
wie sie ihre Rechnungen ohne Ein
kommen zahlen könne und
befürchte, dass sie auch nach der Umschulung als Medizinassistentin wegen
fehlender Berufserfahrung und längerer Arbeitsabsenz keine Stelle finden werde. Deswegen fühle sie sich psychisch in den letzten Wochen immer schlechter. Sie kapsle sich ab, vermeide Kontakte mit Kollegen, weil diese sie nicht verstehen und
ihr
zum Teil sagen würden, dass sie es
doch
gut habe, weil sie nicht arbeiten müsse. Dadurch fühle
sie sich auch nicht brauch
bar und
nichts wert. Ihre Stimmung sei gedrückt, sie habe keine Freude mehr, habe keine Tagesstruktur, schlafe von 14 bis
ca. 17
Uhr und schaue ein wenig fern. Nachts habe sie Probleme mit dem Schlafen, welche durch
Mydocalm
und Zolpidem etwas besser seien.
Zum psychopathologischen Befund führten die Ärzte aus, die Klägerin sei wach
, bewu
s
s
tsein
s
klar und allseits orientiert. Hinweise auf Konzentrations-,
Auffas
sungs
- und Gedächtnisstörungen bestünden keine. Das formale Denken sei kohä
rent, flüssig und ein affektiver Rapport gut herstellbar und
sie sei
schwingungs
fähig. Die Stimmungslage sei gedrückt mit Sorgen um ihren Gesundheitszustand und ihre finanzielle Lage. Es bestehe ein mangelndes Selbstwertgefühl durch die Arbeitslosigkeit und sie fühle sich von vielen (Team, einig
e
n
Ä
rzte
n
) enttäuscht und nicht verstanden. Es bestünden mangelnde Freude und mangelnder Antrieb, Schlafstörungen. Sie distanziere sich aber glaubhaft von
Suizidalität und
bisher bestünden keine Suizidgedanken. Es seien keine Hinweise auf Wahn, Sinnestäu
schungen
oder I
ch-Störungen vorhanden und psychomotorisch sei sie leicht unruhig.
Als
Diagnosen
nannten die Ärzte eine
rezidivierende
depressive
Störung mit gegenwärtig leichte
r
Episode
(
ICD-10 F33.0
)
und ein
en
Verdacht auf anhaltende Schmerzstörung
(
ICD-10 F45.4
)
.
Es wurde
Zoloft
verordnet, die Schlafhygiene kurz besprochen und festgehalten, das
s
ein nächster Termin
auf Wunsch der Klägerin erfolge
.
4.2
Dr. med.
M._
, Oberarzt am
Psychiatriezentrum F._
, hielt
im Bericht
zu Händen von Dr.
L._
(Stoffwechselzentrum
N._
)
vom 30. Mai 2012 (Urk. 15/2
) fest
, die Zuweisung zur psychiatrischen Abklärung
erfolge
im Hinblick auf einen geplanten bariatrisch-chirurgischen Eingriff
. D
ie Klägerin
sei dazu
am 22. und 29. Mai 2012 psychiatrisch exploriert worden.
Im
psychopathologischen
Befund
zeige sich eine
24-jährige, gepflegte Patientin, im
Kontakt freundlich zugewandt, w
ach, bewusstsein
sklar und
allseits
orientiert.
Hinweise auf
Konzent
rations
-, Auffassungs- und
Gedächtnisstörungen
bestünden keine
. Im Denken
zeige
sie
sich
for
mal logisch-kohärent, flüssig und kaum
mit
Gedankenkreisen.
Hin
weise auf Wahn, Halluzinationen
oder Ich-Störungen
seien nicht vorhanden
. Die Grundstimmung
sei diskret nieder und ängstlich. A
ffektiv
sei
sie
schwin
gungsfähig und ein affektiver Rapport komme
mühelos zustande.
Es ergäben sich keine
Hinwe
ise auf phobische
Befürchtungen
oder Zwänge.
Der
Antrieb
sei
diskre
t vermindert. Es
seien
mässige Schlafstörungen
vorhanden und
der Appetit
sei
normal.
Sie
sei psychomotorisch unauffällig und distanziere sich
von Suizidgedanken und
-
absichten
.
Als Diagnosen wurde
n
festgehalten:
Psychiatrische Diagnosen
1.
Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion (ICD-10 F43.2) bei Status nach früheren Anpassungsstörungen mit depressiven Reaktionen (8/10, 7-10/11)
Somatische Diagnosen laut Bericht (Dr.
L._
)
1.
Morbide Adipositas Klasse II (BMI 35.8
kg/m
2
)
2.
Chronisches
l
umbovertebrales
Schmerzsyndrom, aktuell beschwerdefrei
3.
Reizdarmsyndrom
Die Klägerin sei seit dem Jugendalter (16-jährig) übergewichtig und habe trotz verschiedene
r
Diäten und konservative
r
Therapien ni
e ein Normalgewicht erreicht
. In psychiatrischer Hinsicht sei es in den letzten Jahren dreimalig zu Anpassungsstörungen mit depressiven Reaktionen gekommen. Dabei könne nicht von Dekompensationen gesprochen werden, da die Symptomatik jeweils nicht schwergradig ausgeprägt gewesen sei und unter ambulanter Therapie sowie Klärung oder Bewältigung der auslösenden Konflikte jeweils relativ rasch remittiert habe. Der Gewichtsverlauf sei durch die psychischen Erkrankungen nicht in relevanter Wei
se beeinflusst. Es
lägen
zudem
keinerlei Hinweise auf eine Essstörung im engeren Sinne vor. Au
s psychiatrischer Sicht bestünden
im Hinblick auf den geplanten chi
rurgisch-bariatrischen Eingriff
keine Kontraindi
kationen.
4.3
Dr. med.
M._
, Oberärztin im
Psychiatriezentrum E._
, nannte im Bericht vom 14. Mai 2013 (Urk. 15/3)
die
folgenden
Diagnosen
:
Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion ICD-10
F
43.21
Differentialdiagnose r
ezidivierende depressive Störung, gegenw
ä
rtig mit
te
lgradige depressive Symptomatik
Verdacht auf anhaltende somatofor
me Schmerzstörung ICD-10 F
45.4
Die Klägerin
berichte
über
dauernde, starke Rückenschmerzen mit Ausstrahlung ins linke Bein, für
welc
he
bislang keine U
rsachen gefunden worden seien. U
rsprünglich hab
e man ihr gesagt, die Schmerzen seien im Rahmen des Ü
berge
wichtes/
der
muskuläre
n
Dysbalance zu
interpretieren. Sei
t der Magen
-
Bypass
-
OP habe sie
jedoch 35
kg an Gewicht verloren und
die Schm
erzen bestünden immer noch. Von
Jan
uar
bis März sei sie in
der
Reha Klinik
G._
gewesen, ohne wesentl
iche Besserung der Beschwerden. Eventuell sei für
die
erneute Zunahme der Schmerzen ein Sturz auf einer Treppe i
m November 2012
mitverantwortlich.
Seit Ende März
(2012)
sei sie
ohn
e Anstellung (zuvor bei
der
Spitex) und
bei
m
RAV und auch
bei der
IV angemeldet.
Die
Klägerin sei
bereits dreimalig im
Rahmen von Anpassungsstörungen
mit depressiven Reaktionen in Behand
lung
gewesen
. Erstmals bei Problemen am
Arbeitsplatz in der
Klinik J._
,
s
päter bei Rückenproblemen im
Pflegeberuf in der
Psychiatrie J._
und damals sei
sie von der IV zur MPA umgeschult
worden.
Bei ihrer ersten Stelle als MPA
sei sie vom damaligen
Chef schikaniert
worden
, worauf sich eine erneute depressive Reaktion
gezeigt habe. Nach einer bariatrischen
Abklärung im Hause
sei
eine Magen-Bypass-OP an der Klinik
N._
durchgeführt worden, die bisher erfolgreich
verl
aufe
n sei
. Die
Klägerin zeige
sich ü
ber den Verlauf zufrieden und halte sich mustergültig an die ärztlichen
Vorgaben und
die
restriktive
Diät. Sie nehme
an
Betroffenen
gruppen teil und habe
inzwischen 35
kg an Gewicht
verloren. Nur die Rücken
schmerzen
hätten nicht ge
bessert
, sondern seien
erneut und stark in Verbindung mit der begonn
enen pflegerischen Tätigkeit bei
der Spitex
aufgetreten
. S
ie
sei
daran
gewesen, sich neu zu orientieren
,
und
als die Schmerzen so stark
geworden seien, habe sie sich
mit dem Rückenspezialisten (Dr.
O._
) für einen stationären Aufenthalt entschied
en. Mit
Dr.
O._
zusammen
sei
aufgrund des Rückenlei
dens
sowie der psychischen Symptomatik mit
depressiven Zuständen eine erneute IV-Anmeldung besprochen worden.
4.4
Im Bericht der Klinik
I._
AG vom 18. Juni 2013 (Urk. 15/4)
führten die Ärzte aus, die Klägerin sei sporadisch in Behandlung bezüglich Schmerzsympto
matik mit letztem Kontakt bei Dr.
M._
am 24. Mai 2013. Der (Lebens-)Partner habe die Klägerin notfallmässig gemeldet, da sie viel mehr Temesta zu sich genommen habe, als
dies verordnet worden sei. Sie weine nur noch und
sei hoff
nungslos und hilflos. Im Gespräch zeige sie sich ängstlich, depressiv, verzweifelt. Suizidgedanken sei
en vorhanden, sie
sei aber absprachefähig. Zudem berichte sie
,
die Veränderung der Medikation auf Eigeninitiative seit mindestens einem Monat
vorgenommen zu haben
. Insbesondere habe sie immer mehr
Oxynorm
zu sich genommen. Zwischendurch habe sie Entzug verspürt, wenn das Medikament ausgegangen sei, weshalb sie dann mit Temesta überbrückt habe. Ihr Partner schildere, dass sie abends nach Einnahme der Medikation weiterhin unruhig sei, nicht schlafen kö
nne, immer mehr unkontrolliert esse
und Medikamente zu sich nehme. Sie beklage
die
Arbeitslosigkeit seit anfangs
Jahr,
die fehlende Struktur und
Verunsicherung und Wertlosigkeit.
Es zeigten sich in der
Anamnese
in der Vergangenheit
ke
ine psychischen Auffälligkeiten. Seit sie
elf
Jahre
alt
sei, habe sie
einen Reizdarm. Seit 2010
sei sie
wegen
eines depressiven
Zustand
s
bild
es
i
ntermittierend in Behandlung im
Zentrum P._
. Seit Arbeitsbeginn 2010
bestehe eine zunehmende
depressive Entwicklung mit Sc
hlafstörungen, Gedankenkreisen,
Erwartungsängsten, sozialer
Isolation und Rückzug. Das h
abe sie von sich nicht gekannt,
sie sei
i
mmer stark und aktiv gewesen, habe eher immer zu viel unter
nom
men. Adipositas sei ein
Thema gewesen. Nach einer bariatrischen Abklärung
sei
ein
e Magen-Bypass-OP an der Klinik
N._
im August 2012
durchgeführt worden,
die bisher erfolgreich verlaufe
n sei
.
Sie zeige sich über den Verlauf zufrieden, halte
sich mustergültig an
die
ärztliche
n
Vorgaben und
die
restriktive Diät und nehme an Betroffenengruppen
teil. Nur die Rückenschmerzen
hätte
n
nicht ge
bessert
,
auc
h
nicht
nach Gewichtsabnahme, sondern
sie
seien
erneut und stark
,
eventuell auch
in Verbindung mit der erneut begonnenen
pflegerischen Tätigkeit in der
Spitex
,
aufgetreten
. S
ie
sei
daran
gewesen
, sich neu zu orientie
ren, als die
Schmerzen so stark geworden seien, dass
sie sich mit dem Rücken
spezialisten für einen station
ären Aufenthalt von Januar bis März 2013 entschie
den habe
. Das Aufbautraining
habe
sie als gut
empfunden
, jedoch
seien die Schmerzen nicht besser geworden,
sodass sie jetz
t eine Opiatmedikation einnehme
und
sich auch deswegen Sorgen mache.
Aufgrund des Rückenleidens sowie der psychischen Symptomatik mit erneuten depressiven Zuständen habe sie auch m
it Dr.
O._
zusammen
eine
erneute IV-Anmeldung besproc
hen
.
Aufgrund der akuten depressiv-ängstlichen Dekompensation mit leichter Suizi
dalität sei
nun
der Eintritt in
die
psychiatrische Klinik
I._
AG vereinbart worden.
5.
5.1
Die
Arbeitsunfähigkeit ist relevant, wenn sie mindestens 20 % beträgt
.
Der Zeit
punkt des Eintritts der berufsvorsorgerechtlich relevanten Arbeitsunfähigkeit muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Be
weisgrad der überwiegen
den Wahr
scheinlichkeit grundsätzlich echtzeitlich nachgewiesen sein. Dieser Nachweis darf nicht durch nachträgliche Annahmen und spekulative Überlegun
gen ersetzt werden (Urteil des Bu
ndesgerichts 9C_91/2013 vom 17.
Juni 2013 E. 4.1.2 mit Hinweisen).
5.2
Die
eingeholten respektive erhältlichen Arztberichte
weisen
für
den Zeitraum ab dem
Jahr 2010
bis
zur ersten Hospitalisation am 18. Juni 2013
keine Arbeitsun
fähigkeiten au
f
grund der psychischen Symptomatik
aus.
A
ufgrund der
Berichte
kann
nicht als
erstellt
gelten
, dass sich ein
psychischer Gesundheitsschaden
vor dem 18. Juni 2013
derart manifestiert hat, dass
von
ein
em dauernden und mitprägenden
Krankheitsgeschehen
auszugehen ist
.
Die
im
Bericht
der
Klinik I._
AG vom 27. Juli 2011 (E. 4.1 hiervor)
festgehaltene Diagnose einer
rezi
divierenden depressiven Störung, leichte
Episode
,
b
eschri
e
ben
die Ärzte lediglich in Form einer
depressive
n
Entgleisung
. Dabei wurde
nebst
den
chroni
schen Rückenschmerzen
die psychische
Symptomatik
vor allem
im Zusammen
hang mit der
Rückkehr
der Klägerin
von
einer
Weltreise,
Enttäuschungen
in B
ezug auf
ehemalige
Mitarbeiter
/innen, die sich nicht um sie gekümmert haben
,
d
em
befristeten A
rbeitsverhältnis, das
nicht verlängert wurde
,
und
aufgrund von
finanzielle
n
Sorgen
erwähnt
.
Dies
deckt sich mit dem
rechtskräftigen
Entscheid der
IV-Stelle
vom 14. Februar 2012 (Urk. 2/20/41)
,
worin
unter
anderem
erkannt
wurde, dass
auch
aus
psychiatrischer
Sicht
kein medizinischer Sachverhalt beschrieben
wurde
, welcher
den Invaliditätsbegriff
gemäss Art. 8
des
Bundesge
setz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
erfüllt.
Übereinstimmend damit fasste auch
Dr.
M._
im
Bericht vom
30. Mai 2012 (E. 4.2 hiervor)
das
psychische
Geschehen
lediglich
als
Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion
,
wobei
ausgeführt wurde, dass es
in den letzten Jahren drei
malig zu
solchen
Reaktionen gekommen
ist
.
Mit Blick auf die
gesamte
Aktenlage
ist
d
abei
auch nachvollziehbar
dargelegt
und dokumentiert
, dass
die Sympto
matik jeweils nicht schwergradig ausgeprägt gewesen und unter ambulanter Therapie sowie Klärung oder Bewältigung der auslösenden Konflikte
rasch remittiert ist
.
Zu keiner anderen Auffassung gelangte a
uch
Dr.
M._
im Bericht vom 14.
Mai 2013
(E. 4.3)
,
in welchem
er
auf die dreimalig
e Behandlung
im Rahmen der
Anp
assungsstörungen mit depressive
n
Reaktionen
hin
gewiesen hat
. Letztlich wiesen auch
i
m Bericht der Klinik
I._
AG vom 1
8. Juni 2013
(Urk. 15/4)
die Ärzte
lediglich
auf
eine
sporadisch
e
Behandlung
hin.
Damit weisen auch die
im Nachgang zum
b
undesgerichtlichen Urteil
ab dem Jahr 2010 bis zur ersten Hospitalisation am 18. Juni 2013
zusätzlich eingeholten und
erhältlichen Arztberichte
kein
e
wesentliche
psychische Erkrankung
aus, welche
das Krankheitsgeschehen
erkennbar
mit
ge
präg
t
hat
. Echtzeitliche Atteste
oder Berichte
über psychiatrisch begründete Arbeitsunfähigkeiten liegen in diesem Zeitraum auch nicht vor
.
Weitere Beweismittel
konnte
die
Klägerin
, welche den Eintritt der Arbeitsunfähigkeit zu einem Zeitpunkt
geltend macht
,
als sie bei der
Beklagte
n
1
versichert war
,
nicht b
e
ibringen
.
Inso
weit
sie
die Un
vollständig
keit der Patientenakten
und damit eine ungenügende Sachverhaltsabklärung insinuiert
, ergeben sich keine Anhaltspunkte, dass von weiteren Berichten andere Erkenntnisse zu erwarten
sind
.
D
er Klägerin
stand es
überdies
frei
,
allfällige weitere Beweismittel einzureichen
,
wozu sie im vorliegenden Verfahren
de
nn
auch
ausdrücklich aufgefordert wurde (v
gl. Urk. 6 Dispositiv Ziff. 1).
Zur Abklä
rungspflicht von Amtes wegen und zum
Untersuchungsgrundsatz
,
welcher
durch
die
Mitwirkungspflicht
en
der Partei
en
begrenz
t
ist
,
sowie
dem
im Sozialversiche
rungsrecht allgemein
geltenden Beweisgrad der überw
iegenden Wahrscheinlich
keit
kann im Übrigen
auf
das hiervor G
esagte verwiesen werden
(E. 1.2)
.
5.3
Damit ist erstellt, dass
keine genügenden Anhaltspunkte vorliegen, die darauf schliessen lassen
könnten
, dass sich bereits
vor der ersten psychiatrischen Hospi
talisation vom 18. Juni bis 8. August 2013
ein
psychische
s
Leiden manifestiert hat, welches das Krankheitsgeschehen
massgeblich
mitgeprägt
und zu einer anhaltenden Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20 % geführt hat
.
Vor Juni 2013 sind
denn auch
weder psychiatrische Hospitalisationen noch psychiatrisch begründete Arbeitsunfähigkeiten aktenkundig. Nach dieser ersten psychiatrischen Hospitalisation war es mit lediglich kurzen Unterbrechungen zu weiteren statio
nären psychiatrischen Hospitalisation
en
in der
Klinik I._
bis 24. Juni 2014, hernach in der Tagesklinik
Q._
, nach der Geburt des Kindes im April 2015 in der stationären Mutter-Kind-Behandlung
R._
und später zu weiteren psychiatrischen Klinikaufenthalten gekommen (vgl. Urk. 2/20/171/3).
5.4
Ein sachlicher Konnex zwischen den vor dem 18. Juni 2013 attestierten Arbeits
unfähigkeiten und dem invalidisierenden Gesundheitsschaden ist damit nicht ausgewiesen. Der sachliche Konnex ist damit ab 18. Juni 2013, mithin im Zeit
punkt
,
als die Klägerin durch den Bezug von Arbeitslosentaggelder
n
bei der Beklagten 3 vo
rsorgeversichert war, erstellt.
5.5
In zeitlicher Hinsicht stellt sich die Frage, ob die Klägerin aufgrund der Anstel
lung bei der
D._
per 1. Januar 2014 ihre Arbeitsfähigkeit nicht in der Weise wiedererlangt hat, dass von einem Unterbruch des zeitlichen Konnexes auszu
gehen ist. Diesbezüglich blieb unbestritten, dass der Arbeitgeber der Klägerin bereits nach drei Wochen und noch in der Probezeit
kündigte
. Überdies fällt die Hospitalisation in der
Klinik I._
vom
28. Februar bis 3. April
2014
(Urk. 2/20/171/3)
in diesen Zeitraum. Eine Unterbrechung des zeitlichen Zusammenhangs durch die Erwerbsaufnahme bei der
D._
kann
damit nicht angenommen werden.
5.6
Damit steht fest, dass die invalidisierende Arbeitsunfähigkeit während der Dauer des Vorsorgeschutzes bei der Beklagten 3 eingetreten und diese leistungspflichtig ist.
6.
6.1
Der von der IV-Stelle ermittelte abgestufte Invaliditätsgrad von 100 % (ganze Rente ab 1. Februar 2015) und 63 % (
Dreiviertelsrente
ab 1. September 2017; Verfügungen vom 30. April und 15. Mai 2018 [Urk. 2/20/239/1-2, Urk. 2/20/251 und Urk. 2/20/252]) ist aufgrund der Akten ausgewiesen und wurde von den
Parteien
nicht in Zweifel gezogen. Somit hat die Klägerin Anspruch auf eine ent
sprechende Invalidenrente der Beklagten 3.
6.2
Die Klägerin beantragte die Ausrichtung der Leistungen spätestens ab 1. Februar 2015 zuzüglich Zins von 5 % ab Klageanhebung. Gemäss Art. 23 Abs. 1 der Allgemeinen Bestimmungen des Vorsorgereglements der Beklagten 3 (identisch in den Ausgaben 01.01.2014 - 01.01.2020, vgl. Urk. 11/6 und abrufbar unter
https://doc.aeis.ch/docs/pdfs/1665.pdf
) beginnt der Anspruch auf die Invaliden
rente gleichzeitig wie derjenige auf die Invalidenrente der IV, frühestens jedoch nach Erschöpfung der Taggelder aus einer Krankenversicherung oder der Unfall
versicherung nach UVG, sofern diese mindestens 80 % des Lohnes entsprechen und mindestens zu 50 % vom Arbeitgeber finanziert wurden.
Dass die Klägerin im Februar 2015 noch Taggelder aus einer Krankenversicherung oder der Unfallversicherung bezogen hat, ist nicht aktenkundig. Der Beginn des Rentenanspruchs bei der Beklagten 3 ist dementsprechend
auf
1. Februar 2015 festzulegen.
6.3
Auf Invalidenleistungen sind Verzugszinsen geschuldet, wobei grundsätzlich Art. 105 Abs. 1 des Obligationenrechts anwendbar ist (BGE 119 V 131 E. 4). Danach ist der Verzugszins vom Tag der Anhebung der Betreibung oder der gerichtlichen Klage an geschuldet. Der Zinssatz beträgt 5 %, sofern das Reglement der Vorsor
geeinrichtung keine andere Regelung kennt (BGE 119 V 131 E. 4c). Die Beklagte 3 hat in Art. 34 der Allgemeinen Bestimmungen des Vorsorgereglements (Fassung ab 1. Januar 2014) festgelegt, dass bei Verzug mit der Erbringung von Vorsorge
leistungen die Stiftung einen Verzugszins erbringt, der dem BVG-Zins entspricht (vgl. Urk.
2/
11/
7
). Dieser beträgt
1
% (Art. 12 der Verordnung über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge [BVV 2]). Dementsprechend ist der Verzugszins in dieser Höhe geschuldet.
6.
4
Mit Blick darauf, dass sich die Klägerin in ihrem Rechtsbegehren eines (ziffern
mässig) konkreten Antrags betreffend Leistungsumfang gegen die Beklagte 3 enthielt – die Klägerin bezifferte die Höhe lediglich mit dem Hinweis auf das BVG (vgl. Urk.
2/
1 S. 17) –
,
bleibt die Festsetzung des gesetzlichen und reglementa
rischen Leistungsanspruchs in masslicher Hinsicht einstweilen der Beklagten 3 überlassen; in einem allfällig diesbezüglich sich ergebenden Streitfall stünde der Klägerin erneut der Klageweg offen (vgl. BGE 129 V 450).
In teilweiser Gutheissung der gegen sie gerichteten Klage ist die Beklagte 3 demzufolge zu verpflichten, der Klägerin mit Wirkung ab 1. Februar 2015 basie
rend auf einem Invaliditätsgrad von 100 % und ab 1. September 2017 basierend auf einem Invaliditätsgrad von 63 % die obligatorischen und reglementarischen Invalidenleistungen nebst Verzugszins zu
1
% seit 11. Juli 2019 für die bis dahin fällig
gewordenen Rentenbetreffnisse sowie für die weiteren ab jeweiligem Fäl
ligkeitsdatum auszurichten.
Die gegen die Beklagte 1, Beklagte 2 und die Beklagte 4 gerichtete Klage ist abzuweisen.
6.5
Die Beklagte 3 wies auf eine Rentenerhöhung durch die Invalidenversicherung mit Verfügung vom 26. März 2020 per 1. Oktober 2018
hin
(Urk. 22 S. 11). Dieser nach Klageerhebung eingetreten
e
Sachverhalt wurde im vorliegenden Prozess nicht thematisiert und bildet demgemäss nicht Gegenstand des Prozesses. Der Klägerin bleibt das Nachklagerecht vorbehalten.
7.
7.1
Gemäss § 34 Abs. 1 und 3
GSVGer
haben die Parteien nach Massgabe ihres Ob
siegens Anspruch auf den vom Gericht festzusetzenden Ersatz der Parteikosten. Dieser wird ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen.
7.2
Mit Honorarnote vom 5. Februar 2020 (Urk.
2/
33) machte Rechtsanwältin Susanne
Friedauer
einen Aufwand von 42.8 Stunden plus Barauslagen von
Fr. 385.20 geltend. Der Zeitaufwand ersch
eint der Sache nicht angemessen.
Insbe
sondere rechtfertigt sich der Aufwand von 20 Stunden im Zusammenhang mit der
Replikschrift
nicht, nachdem nichts wesentlich Neues vorgebracht wurde. Anderseits erscheint auch der Aufwand
für die
Klageschrift als unangemessen hoch, nachdem die gesamte medizinische Aktenlage im Gutachten des
C._
detailliert aufgearbeitet worden war
.
Vor diesem Hintergrund war weder ein ausserordentlich umfangreicher Sachverhalt zu würdigen noch waren komplexe Rechtsfragen zu beantworten.
Mit der
hauptsächlich
zu beantwortenden
Frage nach dem Eintritt der
relevanten Arbeitsunfähigkeit zur Bestimmung der leis
tungspflichtigen Vorsorgeeinrichtung zeigte sich vielmehr
ein
Standa
rdfall, wie er in Prozessen der beruflichen Vorsorge
oft
vorkommt.
Dabei
lässt sich
die
Kom
plexität
auch
nicht dadurch
begründen
,
dass
seitens
der Klägerin
möglichst viele Aspekte vorgetragen
wurden
(zu den diesbezüglichen Ausführungen der Klägerin vgl.
Urk. 2/41/1 Ziff. 10.4 f.).
Unter Berücksichtigung der massgeblichen Kriterien sowie der in ähnlichen Fällen zugesprochenen Beträge erscheint damit - entspre
chend e
inem Aufwand von
insgesamt
rund 2
9
Stunden
-
die Zusprache einer Prozessentschädigung für die anwaltlich vertretene Klägerin
von Fr. 7
‘
3
00.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) als
der Sache
angemessen.
Den obsiegenden Vorsorgeeinrichtungen (Beklagte 1, Beklagte 2 und Beklagte 4) ist keine Prozessentschädigung zuzusprechen (BGE 126 V 143 E. 4a mit Hinweis).