Decision ID: b65a1574-5b2c-4c3f-9872-a533b83f2044
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Simon Kehl, Poststrasse 22, Postfach 118,
9410 Heiden,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 7. Februar 2007 aufgrund einer seit Herbst 2005
bestehenden Depression mit körperlicher Schwäche, Vergesslichkeit,
Konzentrationsstörungen und Schlafstörungen zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung – Berufsberatung und Rente – bei der IV-Stelle des Kantons
St. Gallen an (IV-act. 1). Am 17. Februar 2007 berichtete Dr. med. B._, Facharzt FMH
für Allgemeine Innere Medizin, der Versicherte habe im Jahr 1984 einen Unfall erlitten,
bei dem er sich eine Ruptur des rechten vorderen Kreuzbandes und eine Läsion des
medialen Meniskus zugezogen habe. Im September 2002 sei es zu einem weiteren
Knietrauma rechts gekommen. Im Jahr 2004 sei das Knie nochmals traumatisiert
worden. Anfangs 2006 seien dann auch links (spontan) Knieschmerzen aufgetreten. Die
Abklärungen hätten eine mediale Meniskusläsion ergeben. Der Versicherte könne die
angestammte Arbeit nur noch mit Mühe ausführen, sei aber gegenwärtig in seiner
Leistungsfähigkeit nicht beeinträchtigt (IV-act. 6–1 ff.). Am 22. März 2007 teilte
Dr. med. C._, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, mit, der Versicherte leide seit
November 2005 an einer Erschöpfungsdepression. Die Arbeitsfähigkeit sei aufgrund
der Depression um 50 Prozent vermindert (IV-act. 13). Im Auftrag der
Krankentaggeldversicherung erstatteten die Ärzte der Klinik Valens am 28. Januar 2008
einen interdisziplinären Bericht betreffend eine arbeitsspezifische Abklärung.
Dr. med. D._, leitender Arzt des psychosomatischen Dienstes der Klinik Valens, hielt
in seinem Bericht fest, der Versicherte leide nach eigenen Angaben seit etwa drei
Jahren an psychischen Beschwerden. Diese würden wohl mit arbeitsplatzbezogenen
Problemen zusammenhängen. Dem Versicherten sei das Arbeitsverhältnis gekündigt
worden. Er sei dann als temporärer Mitarbeiter weiterbeschäftigt worden, habe aber
nicht mehr dieselbe Leistung erbracht. Ende 2007 sei ihm deshalb endgültig gekündigt
worden. Seit dem Spätherbst 2005 stehe der Versicherte in psychiatrischer
Behandlung. Sein Zustand sei insgesamt unverändert geblieben bzw. ab dem
Jahreswechsel 2007/2008 eher noch etwas schlechter geworden. Phänomenologisch
leide der Versicherte unter einer mittelgradigen depressiven Episode mit ausgeprägtem
somatischem Syndrom. Aktuell und wahrscheinlich bereits seit einigen Wochen bzw.
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seit dem Jahreswechsel 2007/2008 sei er aus psychiatrischen Gründen zu mindestens
70 Prozent arbeitsunfähig (IV-act. 30 ff.).
A.b Im Auftrag der IV-Stelle erstattete das Medizinische Gutachtenzentrum St. Gallen
(MGSG) am 26. Februar 2008 ein bidisziplinäres Gutachten. Die Gutachter hatten im
Wesentlichen eine mässige Spondylarthrose, eine trikompartimentale Chondropathie
rechts, einen Status nach Teilmeniskektomie links sowie eine mittelgradige depressive
Episode diagnostiziert. Sie führten aus, körperlich leichte Tätigkeiten in temperierten
Räumen, die abwechslungsweise sitzend und stehend ausgeübt werden könnten, ohne
dass dabei regelmässig inklinierte, reklinierte oder rotierte Körperhaltungen oder
kniende Positionen eingenommen oder Gegenstände über zehn Kilogramm gehoben
oder getragen werden müssten oder auf unebenem Boden gegangen werden müsse,
seien aus orthopädischer Sicht bei voller Stundenpräsenz zu 90 Prozent zumutbar. Aus
psychiatrischer Sicht seien Tätigkeiten ohne erhöhte psychische Belastung und ohne
erhöhten Zeitdruck sowie ohne erhöhte Konzentrationsfähigkeit oder
Menschenansammlungen sowie vermehrte Kundenkontakte bei voller Stundenpräsenz
zu 70 Prozent zumutbar. Diese Arbeitsfähigkeitsschätzung habe ab Oktober 2007
Gültigkeit (IV-act. 23). Mit einem Vorbescheid vom 1. Dezember 2008 teilte die IV-Stelle
mit, dass bei einem Invaliditätsgrad von 48 Prozent die Zusprache einer Viertelsrente
ab Oktober 2008 vorgesehen sei (IV-act. 51). Dagegen liess der Versicherte am
9. Januar 2009 einwenden, das Gutachten des MGSG überzeuge nicht, weshalb darauf
nicht abgestellt werden könne. Ausserdem erfülle er die Voraussetzungen für berufliche
Massnahmen. Solche seien zu prüfen und gegebenenfalls anzuordnen (IV-act. 55).
A.c In Zusammenarbeit mit dem zuständigen regionalen Arbeitsvermittlungszentrum
(RAV; vgl. IV-act. 75) erfolgte vom 24. August bis 16. Oktober 2009 eine berufliche
Abklärung. Vorgesehen war ein Arbeitspensum von 50 Prozent. Abgesehen von einigen
Absenzen konnte der Versicherte die Präsenzzeiten einhalten. Er erbrachte qualitativ
gute Leistungen. Die Leistungsfähigkeit schwankte allerdings zwischen 40 und 60
Prozent (vgl. IV-act. 70). Am 8. Januar 2010 liess der Versicherte mitteilen, dass weitere
berufliche Massnahmen seines Erachtens wohl nicht zielführend wären, weshalb er die
Rentenprüfung beantrage (IV-act. 74). Mit einer Verfügung vom 3. Juni 2010 sprach die
IV-Stelle dem Versicherten eine Viertelsrente mit Wirkung ab dem 1. Oktober 2008 zu
(IV-act. 84).
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B.
B.a Dagegen liess der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 7. Juli 2010
Beschwerde erheben. Er beantragte die Zusprache mindestens einer halben Rente und
führte zur Begründung im Wesentlichen aus, auf das Gutachten des MGSG könne nicht
abgestellt werden. Zudem seien das Validen- und das Invalideneinkommen falsch
ermittelt worden (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte in ihrer Beschwerdeantwort vom 31. August
2010 die Abweisung der Beschwerde und die Feststellung, dass der Beschwerdeführer
keinen Anspruch auf eine Rente habe. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus,
es sei für die Beurteilung des Rentenanspruchs auf das Gutachten des MGSG
abzustellen. Die vom psychiatrischen Consiliarius attestierte Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit sei allerdings nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes nicht
invalidisierend, weshalb von einer Arbeitsfähigkeit von 90 Prozent für adaptierte
Tätigkeiten auszugehen sei. Der Invaliditätsgrad belaufe sich deshalb auf lediglich 23
Prozent, weshalb der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Rente habe
(act. G 4).
B.c Der Beschwerdeführer verzichtete auf die Einreichung einer Replik (vgl. act. G 6).
B.d Am 12. Juni 2012 teilte das Versicherungsgericht St. Gallen dem Rechtsvertreter
des Beschwerdeführers mit, dass der massgebende Sachverhalt unzureichend
abgeklärt erscheine. Da weitere medizinische Abklärungen bzw. eine Rückweisung an
die Beschwerdegegnerin in Frage kämen, werde ihm gemäss der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung die Möglichkeit zum Rückzug der Beschwerde eingeräumt (act. G 7;
vgl. auch act. G 9). Am 12. Juli 2012 liess der Beschwerdeführer mitteilen, dass er
seine Beschwerde nicht zurückziehen wolle. Sodann liess er explizit die Einholung
eines Gerichtsgutachtens anstelle einer Rückweisung an die Beschwerdegegnerin
beantragen (act. G 10).
B.e Am 14. September 2012 beauftragte das Gericht nach Anhörung der Parteien
(act. G 14) Dr. med. E._, Fachbereichsleiter Psychosomatik des Kantonsspitals
St. Gallen, den Beschwerdeführer psychiatrisch zu begutachten (act. G 17). Der
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Beschwerdeführer wurde am 25. Oktober 2012, am 11. Januar 2013 und am 1. Februar
2013 untersucht. Das Gutachten wurde am 30. April 2013 fertiggestellt. Die
Sachverständigen führten aus, sie hätten eine schwere depressive Störung mit
somatischem Syndrom sowie eine andauernde Persönlichkeitsänderung nach einer
psychischen Krankheit diagnostiziert. Bezüglich der depressiven Störung sei aufgrund
der Dauer der Erkrankung von einem chronifizierten Zustandsbild auszugehen. Der
Beschwerdeführer verfüge noch über eine gewisse Restleistungsfähigkeit, wie der
Eingliederungsversuch gezeigt habe. Krankheitsbedingt sei er aber nicht in der Lage,
genügend flexibel zu sein, Lärm zu ertragen und Maschinen zu bedienen. Die
Arbeitsfähigkeit liege längerfristig also bei weniger als 40 Prozent. Der Sachverhalt sei
gut abgeklärt worden; es lägen nicht nur medizinisch-theoretische Einschätzungen vor.
Es sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer schon seit jeher unter einer
leichten depressiven Symptomatik leide. Zumindest müsse aufgrund der angegebenen
depressiven Störungen der Mutter und der Schwester von einer entsprechenden
Vulnerabilität ausgegangen werden. Es bestünden zudem angepasste und ängstlich
vermeidende Persönlichkeitsmerkmale. Auf dieses Konglomerat an
Vulnerabilitätsfaktoren sei die Kränkung der Kündigung, verbunden mit antizipierter
existenzieller Not, getroffen. Dies habe mit grosser Wahrscheinlichkeit die akute
depressive Episode ausgelöst. Inzwischen liege ein chronifiziertes Zustandsbild im
Sinne einer Persönlichkeitsveränderung nach langer seelischer Erkrankung vor. Diese
Erkrankung sei nur schwer behandelbar. Eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit
scheine ausgeschlossen (act. G 24). Der Beschwerdeführer liess am 23. Mai 2013
Stellung zum Gutachten nehmen und ausführen, gestützt darauf sei davon
auszugehen, dass keine wirtschaftlich verwertbare Restarbeitsfähigkeit mehr vorliege.
Eventualiter sei von einer Einschränkung von 61 Prozent und – unter Berücksichtigung
eines Abzuges vom Tabellenlohn von 20 Prozent – einem Invaliditätsgrad von 76
Prozent auszugehen. Subeventualiter sei von den von der Beschwerdegegnerin
ermittelten Vergleichseinkommen und einer Arbeitsfähigkeit von 39 Prozent
auszugehen, womit ein Invaliditätsgrad von 70,3 Prozent resultiere. Der
Beschwerdeführer habe also Anspruch auf eine ganze Rente (act. G 26). Die
Beschwerdegegnerin liess sich nicht zum Gutachten vernehmen. Am 29. August 2013
ersuchte das Gericht Dr. E._ um die Beantwortung der durch das Gutachten noch
nicht beantworteten Fragen (act. G 29). Am 5. November 2013 führte Dr. E._
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ergänzend aus, es sei davon auszugehen, dass es ab 2003 zu einem allmählich
voranschreitenden Arbeitsfähigkeitsverlust gekommen sei. Zwar habe der
Beschwerdeführer bis 2007 in einem Vollpensum gearbeitet. Allerdings habe er von
starken Leistungseinbussen und Absenzen berichtet. Es müsse deshalb davon
ausgegangen werden, dass er schon in diesem Zeitraum nicht mehr zu 100 Prozent
arbeitsfähig gewesen sei. Die Angaben von Dr. C._ und Dr. D._ seien retrospektiv
nachvollziehbar und plausibel. Die abweichende Einschätzung des MGSG-Psychiaters
sei dagegen nicht nachvollziehbar. Es sei darauf hinzuweisen, dass es im Rahmen
einer einmaligen kurzen Untersuchung nicht im selben Mass möglich sei, ein
Vertrauensverhältnis aufzubauen und sich eingehend mit dem Patienten zu
beschäftigen. Bereits im damaligen Untersuchungszeitpunkt hätte die Diagnose einer
schweren Depression gestellt werden müssen. Der psychiatrische Consiliarius habe
offenbar die affektive Gesamtproblematik nicht ausreichend gewürdigt (act. G 30).

Erwägungen:
1.
1.1 Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die ihre
Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen,
erhalten oder verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf
dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). Invalidität ist
die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das
sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
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1.2 Die beruflichen Eingliederungsmassnahmen, die vor der Prüfung eines
Rentenanspruchs zwingend zu prüfen und gegebenenfalls anzuordnen bzw.
durchzuführen sind, haben sich an der mutmasslichen Validenkarriere zu orientieren. Es
ist also zunächst zu prüfen, wie die berufliche Karriere einer betroffenen Person
verlaufen wäre, wenn ihre Gesundheit nicht beeinträchtigt worden wäre. Wenn die
betroffene Person (weiterhin) als Hilfsarbeiter tätig gewesen wäre, besteht
grundsätzlich weder ein Anspruch noch eine Pflicht, sie in eine qualifizierte Tätigkeit
umzuschulen. Die IV-Stelle ist allerdings verpflichtet, für eine (Wieder-) Eingliederung in
eine geeignete Tätigkeit zu sorgen, soweit dadurch eine mögliche
Rentenzahlungspflicht vermindert oder verhindert werden kann. Hat die betroffene
Person dagegen eine qualifizierte Tätigkeit verrichtet (und einen entsprechenden Lohn
erzielt), ist die IV-Stelle – soweit rentenrelevant – verpflichtet, für eine Umschulung in
eine andere qualifizierte Tätigkeit zu sorgen. Der Beschwerdeführer hat in seinem
Heimatland eine Berufslehre zum Schlosser mit Diplom abgeschlossen. Nach seiner
Einreise in die Schweiz vor rund 35 Jahren hat er bis zur Aufgabe seiner letzten
Arbeitsstelle Tätigkeiten verrichtet, die in den Tätigkeitsbereich eines Schlossers (bzw.
nach aktueller Terminologie eines Metallbauers oder Metallbaupraktikers) fallen. Er hat
also die in der Ausbildung erworbenen Fähigkeiten im Beruf verwertet. Dies hat es ihm
ermöglicht, einen höheren Lohn zu erzielen als ein Hilfsarbeiter im Durchschnitt erzielt
hätte. In den Akten sind weder aussergewöhnlich viele Überstunden noch sonstige
Faktoren ausgewiesen, welche den – verglichen mit dem Hilfsarbeiterdurchschnitt –
überdurchschnittlichen Lohn erklären könnten. Deshalb ist davon auszugehen, dass
der Beschwerdeführer qualifizierte Arbeit verrichtet hat und weiterhin verrichtet hätte,
wenn er nicht invalid geworden wäre. Das bedeutet, dass grundsätzlich eine Pflicht der
IV-Stelle bestanden hätte, ihn in eine andere qualifizierte Tätigkeit umzuschulen.
Aufgrund des fortgeschrittenen Alters des Beschwerdeführers und der langen Absenz
von jeder Form schulischen Unterrichts ist allerdings anzunehmen, dass eine
Umschulung in eine andere qualifizierte Tätigkeit nicht erfolgsversprechend und nicht
verhältnismässig wäre, weshalb die Beschwerdegegnerin im Ergebnis zu Recht keine
entsprechenden Massnahmen angeordnet hat. Die Beschwerdegegnerin hat zwar auf
einen entsprechenden Antrag des Beschwerdeführers hin versucht, ihn mittels
einfacherer beruflicher Massnahmen wieder ins Erwerbsleben einzugliedern. Die
durchgeführte knapp zweimonatige Eingliederungsmassnahme hat allerdings nicht zu
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einer Eingliederung geführt. Die Beschwerdegegnerin hat im Anschluss daran weitere
Massnahmen – auch aufgrund des Alters des Beschwerdeführers (damals 56 Jahre) –
als wenig sinnvoll erachtet, was nicht zu beanstanden ist. Die Erwerbsfähigkeit konnte
und kann durch berufliche Massnahmen nicht wesentlich beeinflusst werden; dass sich
berufliche Massnahmen noch rententangierend auswirken könnten, erscheint als
unwahrscheinlich.
2.
2.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades ist zuerst das so genannte
Valideneinkommen zu ermitteln, also das Einkommen, das der Beschwerdeführer am
ehesten erzielen würde, wenn er gesundheitlich nicht beeinträchtigt wäre. Wie gezeigt,
ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer weiterhin als qualifizierter Arbeiter
tätig gewesen wäre. Gemäss den Ergebnissen der Schweizer Lohnstrukturerhebung
(LSE) für das Jahr 2002 haben Berufsleute in der Metallbe- und -verarbeitung (Sektor 2,
Ziff. 27, 28; Anforderungsniveau 3) einen standardisierten Monatslohn von 5’380
Franken erhalten, was unter Berücksichtigung der durchschnittlichen
Wochenarbeitszeit von 41,8 Stunden einem Jahreslohn von 67’465 Franken entspricht.
Die letzte Arbeitgeberin des Beschwerdeführers hat ihm einen Lohn ausgerichtet, der
ungefähr diesem Durchschnitt entspricht, nämlich zuletzt 67’429 Franken (2002). Im
Jahr 1999 hatte sich der Lohn auf 69’488 Franken, im Jahr 2000 auf 71’863 Franken
und im Jahr 2001 auf 68’250 Franken belaufen (vgl. IV-act. 5). Der im Jahr 2004 (als
temporär angestellter Mitarbeiter) erzielte Lohn hat sich gar auf 81’047 Franken
belaufen, wobei die entsprechende Differenz zu den früheren Löhnen auf für die
Invaliditätsbemessung nicht zu berücksichtigende Charakteristika eines
Temporärarbeitsverhältnisses (tendenziell mehr Überstunden und wenig Ferienbezüge,
wenn überhaupt) zurückzuführen ist. Weil der Beschwerdeführer gute Leistungen
erbracht hat, ist davon auszugehen, dass ihn seine letzte Arbeitgeberin weiter
beschäftigt und ihm weiterhin einen Lohn im früheren, durchschnittlichen Rahmen
ausgerichtet hätte. Dies rechtfertigt es, als Valideneinkommen den Durchschnitt der in
den Jahren 1999–2002 erzielten Löhne heranzuziehen, wobei die in den Jahren 1999–
2001 erzielten Einkommen der Nominallohnentwicklung bis 2002 anzupassen sind. Das
Valideneinkommen beläuft sich demnach auf 71’209 Franken.
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2.2 Bei der Ermittlung des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens ist
zunächst zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer – wenn überhaupt – bloss
Hilfsarbeiten ausführen kann. Weil er die Stelle bei der letzten Arbeitgeberin verloren
hat und keine besondere Fähigkeiten vorweisen kann, die es ihm erlauben würden, bei
einer anderen Arbeitgeberin einen Lohn im bisherigen Rahmen zu erzielen, ist als
Ausgangswert des Invalideneinkommens der statistische Durchschnitt, das sind 57’145
Franken (2002), heranzuziehen. Aufgrund des fortgeschrittenen Alters des
Beschwerdeführers, der Notwendigkeit, seine in den bisherigen Tätigkeiten erworbenen
Fähigkeiten nicht mehr lohnrelevant verwerten zu können, des Umstandes, bloss noch
teilzeitig erwerbstätig sein zu können (wenn überhaupt), und der mit der psychischen
Gesundheitsbeeinträchtigung verbundenen mangelnden Flexibilität, niedrigen
Stressresistenz und erhöhten Krankheitsanfälligkeit rechtfertigt sich ein Abzug von
diesem Ausgangswert von 15 Prozent (vgl. BGE 126 V 75). Der Ausgangswert des
zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens beläuft sich also auf 48’573
Franken.
2.3 Gemäss dem Gerichtsgutachten von Dr. E._ liegt die Leistungsfähigkeit des
Beschwerdeführers bei weniger als 40 Prozent. Diese Einschätzung stimmt im
Wesentlichen mit den Einschätzungen von Dr. C._ und Dr. D._ sowie mit der
abschliessenden Beurteilung des Eingliederungsversuches überein. Dr. C._ hatte
nämlich eine Arbeitsfähigkeit von 50 Prozent und Dr. D._ eine solche von 30 Prozent
attestiert; im Eingliederungsversuch hatte der Beschwerdeführer eine Leistung von 40–
60 Prozent bezogen auf das Pensum von 50 Prozent erbracht, was insgesamt einer
Leistung von 20–30 Prozent entspricht. Keine Übereinstimmung besteht zur
Einschätzung des MGSG-Psychiaters, der eine Arbeitsfähigkeit von 70 Prozent
attestiert hat. Jene Einschätzung vermag allerdings nicht zu überzeugen, weil der
MGSG-Psychiater einige anamnestisch ausgewiesene Symptome einer depressiven
Erkrankung nicht erwähnt und berücksichtigt hat und aufgrund der Kriterien der
ICD-10-Klassifikation anstelle einer mittelgradigen depressiven Störung wohl eine
schwergradige depressive Störung hätte attestieren müssen, worauf die Gutachter des
Fachbereichs Psychosomatik des KSSG in der Stellungnahme vom 5. November 2013
(act. G 30.1) nachvollziehbar hingewiesen haben. Zudem steht die Einschätzung des
MGSG-Psychiaters im Widerspruch zu sämtlichen übrigen fachärztlichen,
untereinander im Wesentlichen übereinstimmenden Einschätzungen. Als Grund für die
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insofern ausgewiesene erhebliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit wird eine
chronifizierte schwere depressive Episode mit somatischem Syndrom, verbunden mit
einer andauernden Persönlichkeitsveränderung, angeführt. Diese Diagnose ist
nachvollziehbar und plausibel begründet worden. Ebenso sind die statuierten
Auswirkungen dieser Krankheit auf die Arbeitsfähigkeit nachvollziehbar und
überzeugend. Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin handelt es sich nicht um
ein pathogenetisch-ätiologisch unklares Syndrom ohne nachweisbare organische
Genese, sondern um eine depressive Erkrankung mit einem somatischen Syndrom
(wobei allerdings auch körperliche Beeinträchtigungen ausgewiesen sind). Die
Depression ist also keine Begleiterscheinung zu einer somatoformen Störung. Vielmehr
stellt das somatische Syndrom lediglich eine der Ausprägungen der depressiven
Störung dar. Zudem ist nicht von einer vorübergehenden depressiven Episode
auszugehen, sondern vielmehr von einem chronifizierten, kaum mehr behandelbaren
Zustand. Schliesslich ist die depressive Störung schwergradig ausgeprägt. Es liegt also
eine anhaltende schwere psychiatrische Krankheit vor, welche den Beschwerdeführer
nachvollziehbarerweise erheblich in seiner Leistungsfähigkeit beeinträchtigt. Es besteht
kein Anlass, an der Arbeitsfähigkeitsschätzung der Gutachter des KSSG zu zweifeln,
zumal sie sich auch eingehend mit der abweichenden Einschätzung des MGSG-
Psychiaters auseinandergesetzt und plausibel aufgezeigt haben, weshalb diese aus
fachärztlicher Sicht nicht überzeuge. Zu bemängeln ist zwar, dass keine präzise
Schätzung abgegeben worden ist. Die nachfolgende Berechnung zeigt aber, dass die
Angabe „unter 40 Prozent“ für die zuverlässige Ermittlung der Rentenstufe ausreicht.
Selbst unter Berücksichtigung einer Arbeitsfähigkeit von 40 Prozent resultiert nämlich
ein 70 Prozent übersteigender Invaliditätsgrad von 72,7 Prozent bei einem
zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommen von 19’429 Franken (48’573 Franken
x 0.4) und einem Valideneinkommen von 71’209 Franken, womit ein Anspruch auf eine
ganze Rente besteht.
2.4 Gemäss den ergänzenden Ausführungen der Gutachter des KSSG ist davon
auszugehen, dass sich die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ab 2003
schleichend verschlechtert hat. Den Gutachtern haben für die retrospektive Beurteilung
des Verlaufs der Arbeitsfähigkeit lediglich die Berichte von Dr. C._ und Dr. D._ zur
Verfügung gestanden. Dr. C._ hatte eine Arbeitsunfähigkeit von 50 Prozent ab
November 2005 attestiert. Eine davor bestehende erhebliche Arbeitsunfähigkeit ist in
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den Akten nicht ausgewiesen, weshalb beweisrechtlich erst ab November 2005 von
einer relevanten Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Hilfsarbeiten auszugehen ist. Ab
Januar 2008 ist aufgrund des Berichtes von Dr. D._ eine Arbeitsunfähigkeit im
aktuellen Ausmass anzunehmen. Das so genannte Wartejahr hat also im November
2005 zu laufen begonnen und im November 2006 geendet. Bei einem
Arbeitsunfähigkeitsgrad von 50 Prozent hat der Invaliditätsgrad damals 65,9 Prozent (=
[71’209 – 48’573 ÷ 2] ÷ 71’209) betragen. Das bedeutet, dass der Beschwerdeführer ab
1. November 2006 Anspruch auf eine Dreiviertelsrente hat. Eine Verschlechterung des
Gesundheitszustandes ist ab Januar 2008 ausgewiesen. In Anwendung von Art. 88a
Abs. 2 IVV darf diese Verschlechterung gemäss der konstanten bundesgerichtlichen
Rechtsprechung erst per 1. April 2008 berücksichtigt werden. Das bedeutet
zusammenfassend, dass dem Beschwerdeführer eine Dreiviertelsrente für den
Zeitraum von 1. November 2006 bis und mit März 2008 und eine ganze Rente ab dem
1. April 2008 zuzusprechen ist.
3.
Insofern ist die vorliegende Beschwerde gutzuheissen. Die Beschwerdegegnerin hat
deshalb die gemäss Art. 69 Abs. 1 IVG zu erhebenden und angesichts des
durchschnittlichen Aufwands auf Fr. 600.-- festzusetzenden Gerichtskosten zu
bezahlen. Zudem hat sie die Kosten für das Gerichtsgutachten zu übernehmen. Diese
belaufen sich auf 3’791.40 Franken (vgl. act. G 28). Schliesslich hat sie den
Beschwerdeführer angemessen zu entschädigen. Dessen Rechtsvertreter hat eine
Honorarnote über 6’168 Franken eingereicht (act. G 26.1). Die Leistungsübersicht ist
jedoch nicht hinreichend nachvollziehbar. So wird ein erheblicher Stundenaufwand für
die Erstellung einer Replik ausgewiesen; eine solche wurde dem Gericht aber nicht
eingereicht (vgl. act. G 6). Der vorliegende Fall weist weder besondere rechtliche
Schwierigkeiten noch besonders umfangreiche Akten auf. Die Zusprache einer über die
durchschnittliche Pauschale von 3’500 Franken (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer) hinausgehenden Parteientschädigung rechtfertigt sich deshalb nicht.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39