Decision ID: 668b8d09-0001-4c14-a85c-6f2fda90ce66
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1960, war zuletzt von Dezember 2007 bis November 2010 bei
Y._
als
Servicetechniker
tätig
(
Urk.
6/4
Ziff.
5.3,
Urk.
6/14
)
.
Unter Hinweis auf eine Hepatitis C sowie Gelenkschmerzen
meldete
er
sich am
2
5.
August 2011
bei der Invalidenversicher
ung zum Leistungsbezug an
(
Urk.
6/4
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zü
rich, IV-Stelle, klärte die medizinisch
e und erwerbliche Situation ab, und ver
neinte nach
durchge
führ
tem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/42-70) mit Verfü
gung vom 1
8.
Oktober 2013
e
inen Rentenanspruch
des Versicherten
(
Urk.
6/71
)
.
1.2
Der
Versicherte erhob am
2
2.
November 2013
Beschwerde (
Urk.
1)
gegen die Verfügung vom
1
8.
Oktober 2013
(
Urk.
2) und be
antragte, diese sei aufzuheben und es sei eine Evaluation der Funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) durchzu
führen. Gestützt darauf sei sein gesetzlicher Leistungsanspruch nochmals zu prüfen.
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2
0.
Januar
2014
(
Urk.
6/79
) die
teilweise Gutheissung
der Beschwerde
im Sinne einer
Rückwei
sung
zu wei
teren Abklärungen
.
Mit Urteil vom
1.
April 2014 hiess das hiesige Gericht die
Beschwerde im Verfahren IV.2013.01071 in dem Sinne teilweise gut,
dass die an
g
efochtene Verfügung vom 1
8.
Oktober 2013 aufgehoben und die Sache an die IV-Stelle zurückgewiesen wurde, damit diese die gesundheitlichen Ein
schrän
kungen in geeigneter Wiese abkläre und sodann neu verfüge (
Urk.
6/82/1-3).
1.3
Die IV-Stelle ordnete in der Folge eine polydisziplinäre Begutachtung an und gab dem
Versicherten
mit Schreiben vom
5.
September 2014 (
Urk.
6/92) die Fragen an die Gutachterstelle bekannt sowie die Gelegenheit, Zusatzfragen zu stellen.
Mit Schreiben vom
2.
Oktober 2014 (
Urk.
6/101) gab di
e IV-Stelle dem Versicherten
sodann die Gutachterstelle sowie die Namen der Gutachter be
kannt. Die Begutachtung erfolgte am 1
8.
November sowie am
1.
Dezember 2014 (
Urk.
6/103).
Am 2
3.
Januar 2015 beklagte
sich der
Versicherte
telefonisch bei der IV-Stelle und machte geltend, er sei mit den Fragen des Gutachters nicht einverstanden, diese seien nicht zulässig und persönlichkeitsverletzend gewesen (
Urk.
6/104). Daraufhin meldete sich
der
Versicherte
auch
bei der G
utachterstelle und verbot ihr
, das Gutachten an die IV-Stelle weiterzuleiten (vgl.
Urk.
6/111).
Mit Schreiben vom 2
7.
Januar 2015 (
Urk.
6/112) machte die IV-Stelle den
Ver
sicherten
auf ihre Aktenführungspflicht aufmerksam,
und führte aus, dass das Gutachten nicht einfach – wie von ihm verlangt – vernichtet werden könne. Am 1
1.
Februar 2015 meldete
n
d
i
e Gutachter der IV-Stelle, dass der
Versicherte
ihnen verboten habe, das Gutachten weiterzuleiten und sie ihnen deshalb das Gutachten im jetzigen Zeitpunkt nicht zuschicken würden (
Urk.
6/120). Mit Schreiben vom 1
1.
Februar 2015 (
Urk.
6/126) wies die IV-Stelle auf die
Mitwir
kungspflicht
des
Versicherten
hin und forderte ihn auf, der Gutachterstelle die Weiterleitung des Gutachtens an sie mitzuteilen, ansonsten sein
Leistungsan
spruch
gestützt auf die bestehenden Akten beurteilt würde.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/135-149) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
6.
Mai 2015 (
Urk.
6/150 =
Urk.
2) einen Rentenan
spruch des
Versicherten
.
2.
Der
Versicherte erhob am
2
8.
Mai 2015
Beschwerde (
Urk.
1)
gegen die Verfü
gung vom
6.
Mai 2015
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben
, es sei die Stornierung des medizinischen Gutachtens aufzuheben und es sei ihm der Fragekatalog des medizinischen Gutachters zuzustellen.
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2
3.
Juni 2015 (
Urk.
5
) die Abweisung der Beschwerde.
Das Gericht setzte für den
3.
September
2015 (
Urk.
9) sowie
für den
1
5.
Juni 2016
(
Urk.
14)
Termin für eine Instruktionsverhandlung an, wobei der Be
schwerde
füh
rer beide Male unentschuldigt nicht erschien.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist
der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
blei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Be
tracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
wind
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledi
gen,
ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S.
188 E.
2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
ach
tens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beantwor
tung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Un
ter
suchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit die
sen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gege
benenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuch
tet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise be
gründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann,
ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E.
3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten
,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) aus, dass der Beschwerdeführer ihr wiederholt untersagt habe, das Gutachten einzu
holen. Sie h
ab
e den Beschwerdeführer darauf aufmerksam gemacht, dass auf
grund der Akten entschieden werde, wenn er die Ermächtigung zur Ein
holung
des Gutachtens nicht
erteile
. Der Beschwerdeführer habe mitgeteilt, dass das Gu
t
achten grundsätzlich nicht schlecht sei, er nur mit dem psychiatrischen Gut
ach
ten nicht einverstanden sei und dieses mit den begut
achtenden Ärzten er
neut durchgehen und fe
r
tig stellen wolle.
Daraufhin habe sie den Beschwerdeführer auf die Aktenführungspflicht aufmerksam gemacht und ausgeführt, dass ein medizinisches Gutachten nicht mit der versicherten Person bearbeitet und auf deren Wunsch abgeändert werden könne, bevor es fertiggestellt werde. Ob auf ein Gutachten abgestellt werden könne, prüfe sie nach dessen Erhalt. Da der Beschwerdeführer die Ermächtigung zur Ein
holung des Gutachtens nicht erteilt habe, sei aufgrund der vo
rhandenen Akten zu entscheiden.
Diesfalls
würden die v
orhandenen Unterlagen nicht genügen, um einen invalidisierenden
Gesund
heits
schaden
nachzuweisen, womit kein Leistungsanspruch bestehe.
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber in seiner Beschwerde (Urk. 1) auf den Standpunkt, dass ihm der Katalog der zu klärenden medizinischen Fra
gestellungen im Vorfeld der Begutachtung nicht zugestellt worden sei und er dazu nicht habe Stellung nehmen können.
2.3
Strittig und zu prüfen ist, wie es sich mit der Arbeitsfähigkeit und einem all-fälli
gen Rentenanspruch des Beschwerdeführers verhält.
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin ist von Amtes wegen verpflichtet, die notwendigen Ab
klä
rungen vorzunehmen (Art. 43
ATSG). Dies umfasst die Verpflichtung und das Recht
, die Untersuchungen anzuordnen, welche zur Klärung des Sachver
halts erfor
der
lich sind.
Gemäss
Art.
28
Abs.
3 ATSG haben Personen, die Versicherungsleistungen be
anspruchen, alle Personen und Stellen, namentlich Arbeitgeber, Ärztinnen und Ärzte, Versicherungen sowie Amtsstellen im Einzelfall zu ermächtigen, die Aus
künfte zu erteilen, die für die Abklärung von Leistungsansprüchen erforderlich sind. Diese Personen und Stellen sind zur Auskunft verpflichtet.
Weiter hält
Art.
43
Abs.
2 und 3 ATSG fest, dass
soweit ärztliche oder fachliche Untersuchungen für die Beurteilung notwendig und zumutbar sind, sich die versicherte Person diesen zu unterziehen hat.
Kommen die versicherte Person oder andere Personen, die Leistungen beanspruchen, den Auskunfts- oder
Mit
wirkungspflichten
in unentschuldbarer Weise nicht nach, so kann der Versi
cherungsträger auf Grund der Akten verfügen oder die Erhebungen einstellen
und Nichteintreten beschliessen. Er muss diese Person vorher schriftlich mahnen
und auf die Rechtsfolgen hinweisen; ihnen ist eine angemessene Bedenkzeit ein
zuräumen.
3.2
De
m
Beschwerdeführer wurde durch d
ie IV-Stelle mit Schreiben vom
5.
September 2014
mitgeteilt, dass eine polydisziplinäre medizinische Untersu
chung angeordnet werde. Gleichzeitig wurden ihm die beteiligten
Fachdiszi
plinen
(Allgemeine Innere Medizin, Rheumatologie, Neurologie und Psychiatrie) be
kannt gegeben, der Fragenkatalog zugestellt und die Möglichkeit eingeräumt,
Zu
satzfragen
zu stellen (Urk. 6/9
0,
Urk.
6/92
).
D
ie Beschwerdegegnerin hat denn auch am 1.
Oktober 2014 ein Gutachten bei der MEDAS
Z._
in Auftrag gegeben (Urk.
6
/
98
).
Dabei
handelt es sich um eine
Gutachterstelle,
die
über die Plattform
SuisseMED@P
nach dem Zufallsprin
zip
bestimmt
worden war (
Urk.
6/99
)
.
Die MEDAS
Z._
erhielt
in der Folge
das voll
ständige Dossier, samt dem allgemeinen Fragenkatalog
sowie der Zusatz
fragen (
Urk.
6
/
90
) und das
Merkblatt „Das polydisziplinäre Gutachten in der Invaliden
versicherung“ (
Urk.
6/91)
übermittelt
. D
ie
Beschwerde
geg
nerin
wurde
mit E-Mai
l vom
1
.
Oktober
201
4
über Namen und Facharzttitel der mit dem Gutachten be
trauten Personen
informiert (
Urk.
6/100). Anschliessend wur
den dem
Beschwer
de
führer die Gutachterstelle und die Namen der mit dem Gut
achten betrauten Personen mit entsprechendem Facharzttitel durch die
Be
schw
erdegegnerin
mit
geteilt (Urk. 6
/
101). Gleichzeitig wurde er
darauf hinge
wiesen, dass die Gut
ach
terstelle den Ort und den Termin m
itteilen werde, und es wurde ihm
Frist an
ge
setzt für allfällige Einwendu
ngen gegen die Gutachter (Urk. 6
/
101
).
3.3
Dem Beschwerdeführer stehen im Lichte von BGE 137 V 210 Verfahrensrechte zu, die bei der Bearbeitung der Sache zu beachten sind. Namentlich hat er das Recht, zu den vorgesehenen Fragen an die Gutachter Stellung zu nehmen.
D
as Bundesgericht hat - in Änderung einer früheren Rechtsprechung - festge
halten, es sei der versicherten Person „ein Anspruch einzuräumen, sich vorgän
gig zu den Gutachterfragen zu äussern“. Mithin würden „die IV-Stellen der ver
sicherten Person künftig zusammen mit der verfügungsmässigen Anordnung der Begutachtung den vorgesehenen Katalog der Expertenfragen zur Stellung
nahme unterbreiten. Führt die damit eröffnete Mitwirkungsmöglichkeit der be
troffenen Person zu einer einzelfalladäquaten Fragestellung, so trägt dies im Übrigen zur gutachtlichen Qualität wesentlich bei“ (BGE 137 V 210 E. 3.4.2.9). In späteren Entscheiden wurde unter Bezugnahme auf den genannten BGE aus
geführt, die IV-Stellen unterbreiteten „den vorgesehenen Katalog der Experten
fragen zur Stellungnahme“ (BGE 138 V 271 E. 1.1), beziehungsweise „dass der versicherten Person vorgängige Mitwirkungsrechte in dem Sinne zustehen, dass sie sich zu den Gutachterfragen äussern kann“ (BGE 138 V 318 E. 6.1.4). In den nicht amtlich publizierten Entscheiden hat das Bundesgericht überwiegend die eben genannte Formulierung verwendet; vereinzelt hat es auch ausgeführt, „die versicherte Person sei befugt, vorgängig zu den Gutachterfragen Stellung zu nehmen und entsprechende Ergänzungsfragen zu stellen“ (Urteile des Bundes
ge
richts 8C_888/2011, 8C_900/2011 vom
7.
Mai
2012 E. 4.1.2, 8C_623/2011 vom 1
5.
März 2012 E. 5.2, 9C_575/2011 vom 1
2.
Oktober 2011 E. 4.2).
Aus den Vorgaben des Bundesgerichts lässt sich schliessen, dass einerseits ein standardisierter Katalog mit Expertenfragen sowohl akzeptiert und damit nicht per se ungenügend ist und andererseits, dass dem Beschwerdeführer das Recht zusteht, zu den darin vorgesehenen Fragen Stellung zu nehmen.
Wie oben aus
geführt, liess die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer den Fragekatalog an die Gutachterstelle zukommen mit dem Hinweis, binnen Frist allfällige Zusatzfragen zu stellen. Die IV-Stelle führte das Verfahren somit vollständig und korrekt durch. Der Beschwerdeführer reichte weder Zusatz- beziehungs
weise Er
gänzungsfragen ein, noch machte er Einwendungen gegen die einzel
nen Gut
achter geltend. Damit ist sein Einwand in der Beschwerde, ihm sei der Katalog der zu klärenden medizinischen Fragestellungen im Vorfeld nicht zuge
stellt worden, nicht zu hören. Dies bezieht sich auch auf seine Ausführungen in den Schreiben an die Beschwerdegegnerin, wonach er mit den vom psychia
trischen Gutachter gestellten Fragen nicht einverstanden sei (vgl.
Urk.
6/104,
Urk.
6/106-110
)
.
Die vorgenannten Mitwirkungsrechte der Versicherten beziehen sich allesamt auf die Fragen, welche die Beschwerdegegnerin den von ihr beauftragten Gut
achtern unterbreitet. Diese Mitwirkungsrechte sind - wie dargelegt
–
vollum
fänglich gewahrt worden. Davon zu unterscheiden sind die Fragen, welche der beauftragte Gutachter im Gespräch mit dem Versicherten aufgreift und dem
Ver
sicherten stellt. Dafür ist ausschliesslich das fachärztliche Ermessen des Gut
achters ausschlaggebend. Der Entscheid, welche Fragen der Gutachter dem Ver
sicherten stellt und wie er sie formuliert, liegt in der abschliessenden Kompetenz des Gutachters; weder der Versicherte noch die Beschwerdegegnerin haben ihm diesbezüglich Vorschriften zu machen. Sollte der Versicherte bestimmte an ihn
gestellte Fragen als unpassend empfunden haben, wäre darüber von der
Be
schwer
degegnerin
und im Streitfall vom Gericht zu entscheiden, nämlich bei der Würdigung des Gutachtens, was jedoch vorliegend wegen der Weigerung des Beschwerdeführers, das Gutachten überhaupt erstatten zu lassen, nicht möglich ist.
3.4
Zusammenfassend gibt es am Vorgehen der Beschwerdegegnerin nichts zu be
an
standen. Der Beschwerdeführer wurde mehr als nur einmal auf seine
Mit
wir
kungspflicht
und die Rechtsfolg
en hingewiesen, falls er die Zustimmung zur Ein
holung des Gutachtens nicht erteilt. D
ie Verfügung vom
6.
Mai 2015 ist demnach zu bestätigen, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
4.
4.1
Der
Beschwerdeführer beantragte die Gewährung der unentgeltli
chen
Prozess
führung
(Urk.
1 S. 1
Ziff. 3
).
4
.2
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraus
setzungen für die Bewilli
gung der unentgeltlichen
Prozess
führung
und
Verbeiständung
erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche
Verbeistän
dung
notwendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
4
.3
Die unentgeltliche Rechtspflege kann nur gewährt werden, wenn die
Rechtsvor
kehr
nicht aussichtslos ist. Als aussichtslos sind nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung Prozessbegehren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten (ex ante betrachtet) beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können. Dagegen gilt ein Be
gehren nicht als aussichtslos, wenn sich Ge
winnaussichten und Verlustge
fahren ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Mass
gebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde; eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb anstrengen können, weil er sie nichts kostet (BGE 133 III 614 E. 5 mit Hinweisen).
4
.
4
Im vorliegenden Verfahren war
ursprünglich
im Wesentlichen lediglich die Beur
teilung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers strittig. Die vom
Beschwerde
füh
rer gegen die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene
Be
gut
achtung vorgebrachten Einwände sind nicht stichhaltig und der Aktenlage widersprechend, so dass
von einer erfolg
versprechenden Anfechtung der Verfü
gung nicht die Rede sein kann.
Angesichts der klaren Sach- und Rechtslage konnte der Beschwerdeführer daher nicht ernsthaft damit rech
nen, dass seine Be
schwerde
gutgeheissen
würde. Sein Begehren erweist sich daher als aus
sichts
los.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde als aussichtslos zu betrachten und das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung aus diesem Grund abzuweisen.
5
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versic
herungsleistungen geht, ist das Verfahren
kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG)
. Der Aufwand, zwar nicht der Urteilsredaktion, jedoch in der Verfahrensleitung, ist vorliegend überdurchschnittlich hoch aus
gefallen. Dies einerseits weil der Beschwerdeführer immer wieder gar nicht oder nur unter grossen Schwierigkeiten erreichbar war, und insbesondere weil er zweimal einen mit
ihm
vereinbarten und ihm nachweislich mitgeteilten
Ver
handlungstermin
nicht wahrgenommen hat. Vor diesem Hintergrund sind die Gerichtskosten
auf Fr.
8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.
Das G
eric
ht
beschliesst
:
Das Gesuch um unentgeltliche
Prozessfüh
rung
wird abgewiesen.
und erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
8
00
.-- werden
de
m
Beschwerdeführer
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
de
m
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
X._
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.