Decision ID: c3fa24de-b570-4ebe-8966-4f22a6d07108
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. A.B. ist Eigentümer des Grundstücks Nr. 000, Grundbuch X. Das Grundstück ist mit
dem Einfamilienhaus Vers. Nr. 0001 überbaut. Parallel zur südöstlichen
Grundstücksgrenze verläuft der Rheintaler Binnenkanal. Dazwischen liegt die F.-
strasse. Der Abstand zwischen Gebäudefassade und Binnenkanal beträgt knapp 20
Meter. Nachdem bereits am 1. Juni 2013 erste Wassereintritte in das Untergeschoss zu
verzeichnen waren (der Grundwasserspiegel stieg stark an und liess das Wasser über
die Kellerfenster eindringen), trat in den frühen Morgenstunden des Folgetages der
Binnenkanal über die Ufer bzw. über die von der Feuerwehr behelfsmässig
angebrachte Hochwassersperre. Das Wasser flutete das Untergeschoss des
Einfamilienhauses vollständig. Vor dem Wassereintritt hob sich das gesamte Gebäude
an. Mit dem Eintritt des Wassers in das Untergeschoss wurde das Gebäude wieder
schwerer und setzte sich teilweise wieder. Es verblieb ein Hebungsbetrag von
mehreren Zentimetern (act. 14/55 Ziff. 6.3).
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Am 11. Juli 2013 anerkannte die Gebäudeversicherung des Kantons St. Gallen (GVA)
Netto-Gebäudeschäden am Einfamilienhaus von CHF 105'900. Sie wies den
Eigentümer darauf hin, dass die aus dem Grundwasserauftrieb entstandenen Schäden
nicht versichert seien. Gegen diese Verfügung erhob A.B., vertreten durch
Rechtsanwalt Dr. Werner Ritter, Widnau, Einsprache. Er machte – unter anderem
gestützt auf ein Privatgutachten (als "geotechnisch-hydrologische
Schadensbeurteilung" bezeichnet) – im Wesentlichen geltend, die Schäden am
Gebäude seien nicht auf eine fortgesetzte, sondern auf die plötzliche,
aussergewöhnlich heftige Einwirkung im Zuge des Wassereintrittes zurückzuführen. Im
Einspracheentscheid vom 14. Februar 2014 zog die GVA den gegenteiligen Schluss.
Der zusätzlich geltend gemachte Schaden sei infolge Anstiegs des Grundwassers bis
unmittelbar über die Terrainhöhe entstanden. Grund sei die unzureichende
Auftriebssicherheit des Gebäudes. Die GVA bestätigte mit dem Einspracheentscheid
sinngemäss die Höhe der bereits verfügten Versicherungsleistung.
B. Gegen den Einspracheentscheid erhoben A.B. und C.D. Rekurs bei der
Verwaltungskommission (heute: Verwaltungsrat) der GVA. In der Sache beantragten
sie, es sei der gesamte durch das Naturereignis von Anfang Juni 2013 verursachte
Schaden zu decken. Hierzu sei eine neue Schadensschätzung durchzuführen
(act. 14/19). Im Laufe des Rekursverfahrens erklärte sich der Leiter Schadendienst der
GVA damit einverstanden, die durch einen Gutachter zu klärenden Fragen auf die
entstandenen Schäden (ohne Kausalzusammenhang) und die Schadenshöhe zu
begrenzen. Damit anerkannte die GVA, dass die Schäden auf ein versichertes
Elementarereignis zurückgehen und verwarf die noch im Einspracheentscheid
vertretene Auffassung, es handle sich teilweise um nicht gedeckte, durch
Grundwasserauftrieb verursachte Gebäudeschäden (vgl. act. 14/32). Die Rekursinstanz
holte in der Folge ein Gutachten von der G. AG ein (act. 14/55). Die vom Gutachter
aufgelisteten Schäden von CHF 85'000 anerkannte die GVA im Betrag von
CHF 48'000. Im Mehrbetrag handle es sich nicht um versicherte Gebäudeschäden. Die
Rekurrenten beantragten demgegenüber eine Ergänzung des Gutachtens (vgl.
act. 14/66).
Am 29. Juni 2016 hiess der Verwaltungsrat der GVA den Rekurs im Betrag von CHF
51'200 gut; im Übrigen wies er ihn ab.
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C. Mit Eingabe vom 29. August 2016 und Ergänzung vom 14. November 2016 erhoben
A.B. und C.D. (Beschwerdeführer 1 / Beschwerdeführerin 2) gegen den
Rekursentscheid Beschwerde beim Verwaltungsgericht (act. 1 und 9). Sie beantragen,
der angefochtene Rekursentscheid sei aufzuheben (Ziff. 1). Es sei mittels
Ergänzungsgutachten abzuklären, ob das Einfamilienhaus samt Nebengebäuden bei
der Überschwemmung vom 1. Juni 2013 angehoben und ob dabei die Bodenplatte des
Gebäudes beschädigt oder unterhöhlt worden sei. Sollte das der Fall sein, sei der
dadurch entstandene Schaden zusätzlich zu den in den beiden vorinstanzlichen
Verfahren bereits anerkannten Schäden anzuerkennen und den Beschwerdeführern zu
vergüten. Den Beschwerdeführern sei nach Vorliegen des Ergänzungsgutachtens Frist
anzusetzen, um ihre Forderung zu beziffern (Ziff. 2). Eventualiter sei die Sache zur

Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen des Verwaltungsgerichts an eine der
Vorinstanzen zurückzuweisen (Ziff. 3); unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu
Lasten der GVA (Ziff. 4).
Der Verwaltungsrat der GVA (Vorinstanz) beantragte mit Vernehmlassung vom 24.
Januar 2017 die Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge (act. 13). Die
Beschwerdeführer nahmen am 12. Mai 2017 zu dieser Vernehmlassung Stellung; sie
hielten an ihren Anträgen fest (act. 22).
Auf die Ausführungen der Verfahrensparteien zur Begründung ihrer Anträge, den
angefochtenen Entscheid und die Akten wird – soweit wesentlich und erforderlich – in
den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Der
Beschwerdeführer 1 ist als (alleiniger) Adressat des angefochtenen Entscheids und
Alleineigentümer des streitbetroffenen Gebäudes offensichtlich zur Ergreifung des
Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP).
bis
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Dies gilt allerdings nicht für seine Ehefrau (Beschwerdeführerin 2), in deren Namen die
Beschwerde ausdrücklich ebenfalls erhoben worden ist. Ihr fehlt es bereits an der sog.
"formellen Beschwer": Nach der Praxis des Verwaltungsgerichtes setzt die Teilnahme
an einem Rechtsmittelverfahren nämlich die Beteiligung am vorinstanzlichen Verfahren
voraus (Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003,
Rz. 404; GVP 1998 Nr. 87). Es ist einer rechtssuchenden Person – von hier nicht
interessierenden Ausnahmen abgesehen – verwehrt, sich erst an einem späteren
Rechtsmittelverfahren zu beteiligen (GVP 1987 Nr. 42). Gegen die erstinstanzliche
Verfügung vom 11. Juli 2013 erhob lediglich der heutige Beschwerdeführer 1
Einsprache, nicht die Beschwerdeführerin 2 (act. 14/8). Der Einspracheentscheid vom
14. Februar 2014 (act. 14/18) wurde nur an den heutigen Beschwerdeführer 1 als
Grundeigentümer adressiert. Am vorinstanzlichen Rekursverfahren war die
Beschwerdeführerin 2 folglich – entgegen den Ausführungen ihres Rechtsvertreters in
act. 22 und obwohl von diesem auf sämtlichen Rechtsschriften als Rekurrentin
angeführt – nicht beteiligt (vgl. act. 2). Weil sie sich nicht von Anfang an am Verfahren
beteiligt hat und demnach auch durch den Rekursentscheid zu Recht nicht formell
beschwert ist, kommt der Beschwerdeführerin 2 auch im Beschwerdeverfahren keine
Parteirolle zu. Auf ihre Beschwerde ist nicht einzutreten.
Im Übrigen regelt Art. 37 Abs. 2 des Gesetzes über die Gebäudeversicherung (sGS
873.1, GVG) in der hier anwendbaren Fassung (vgl. E. 2 hiernach) abschliessend, wer
Anspruch auf Leistungen der Gebäudeversicherung hat. Der Umstand, dass das im
Alleineigentum des Beschwerdeführers 1 stehende Gebäude unter anderem aus Mitteln
der ehegüterrechtlichen Errungenschaft finanziert worden ist, verschafft der Ehefrau
keinen Anspruch auf Versicherungsleistungen. Die Beschwerdeführerin 2 wäre
demnach mangels materieller Beschwer auch nicht zur Einsprache legitimiert gewesen.
Davon abgesehen wurde die Beschwerde rechtzeitig erhoben und entspricht unter
Berücksichtigung der Ergänzung vom 14. November 2016 (act. 9) formal und inhaltlich
den gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48
Abs. 1 und 2 VRP). Auf die Beschwerde des Beschwerdeführers 1 ist demnach
einzutreten.
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2. Am 1. Januar 2016 trat der IV. Nachtrag zum Gesetz über die Gebäudeversicherung
(nGS 2016-020) und am 1. Juni 2016 der III. Nachtrag zur Verordnung über das Gesetz
über die Gebäudeversicherung (sGS 873.11, nGS 2016-021, VzGVG) in Kraft. Zu klären
ist vorab, ob der Streitfall nach den ab 1. Januar bzw. 1. Juni 2016 geltenden neuen
Gesetzes- und Verordnungsbestimmungen oder nach den bis 31. Dezember 2015 bzw.
31. Mai 2016 geltenden Bestimmungen zu entscheiden ist. Art. 65 Abs. 1 GVG hält
unter dem Titel "Übergangsbestimmungen des IV. Nachtrags vom 17. November 2015"
fest, dass für versicherte Schäden, die vor Vollzugsbeginn des IV. Nachtrags
eingetreten sind, die bisherigen Bestimmungen des GVG über die Voraussetzungen
und die Bemessung der Versicherungsleistungen sowie das Verfahren im
Versicherungsfall angewendet werden. Die identische Übergangsregelung findet sich
auch in Art. 78 VzGVG (Übergangsbestimmungen des III. Nachtrags). Der vorliegende
Fall beurteilt sich demnach nach dem GVG in der bis 31. Dezember 2015 (aGVG)
geltenden und nach der VzGVG in der bis 31. Mai 2016 geltenden Fassung (aVzGVG).
3.
3.1. Die Gebäudeversicherung erbringt gemäss Art. 31 Ziff. 3 aGVG
Versicherungsleistungen, wenn Gebäudeschäden u.a. durch "Hochwasser" oder
"Überschwemmung" entstanden sind; ausgenommen sind Schäden, die im
Wesentlichen auf "andere Ursachen" zurückgehen. Anspruch auf
Versicherungsleistungen besteht nach Art. 45 aVzGVG, wenn ein versichertes Ereignis
vorliegt (lit. a), ein Gebäudeschaden entstanden ist, der unmittelbar auf das versicherte
Ereignis zurückgeführt werden kann (lit. b), und die Ereigniseinwirkung nicht
bestimmungsgemäss war (lit. c). "Bestimmungsgemäss" ist eine Ereigniseinwirkung,
wenn sie zufolge ordentlicher Abnützung oder ordentlicher Erfüllung des Zweckes des
Gebäudes oder Gebäudeteils eintritt (vgl. Art. 48 aVzGVG). Die Frage, ob sich der
Gebäudeschaden "unmittelbar" auf das versicherte Ereignis zurückführen lässt, ist
nach der Rechtsprechung nach den Regeln über den sog. "adäquaten
Kausalzusammenhang" zu beantworten. Demnach hat ein Ereignis dann als adäquate
Ursache eines Erfolgs zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und
nach der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, einen Erfolg von der Art des
eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolgs somit durch das Ereignis
allgemein als begünstigt erscheint (VerwGE B 2009/170 vom 8. Juni 2010 E. 4.1,
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www.gerichte.sg.ch, mit Hinweis auf GVP 2006 Nr. 61, GVP 2005 Nr. 41, 2003 Nr. 42
und VerwGE vom 22. Januar 2002 i.S. W.K.; zuletzt bestätigt in VerwGE B 2015/87
vom 26. April 2018 E. 3.3, www.gerichte.sg.ch).
3.2. Art. 47 aVzGVG regelt die Zurechnung des Schadens zum versicherten Ereignis:
Geht der Gebäudeschaden überwiegend auf das versicherte Ereignis zurück, wird er
ihm voll zugerechnet (Abs. 1). Geht der Gebäudeschaden ganz oder überwiegend auf
andere Ereignisse zurück, wird er nicht entschädigt. Nicht vergütet werden
insbesondere Schäden, die auf fortgesetztes Einwirken zurückgehen oder die nicht auf
eine plötzliche, aussergewöhnlich heftige Einwirkung zurückzuführen sind, wie
Schäden zufolge schlechten Baugrundes, ungenügender Fundamente, fehlerhafter
Konstruktion, verwahrlosten Zustandes, eingedrungenen Schnee- und Regenwassers
sowie Schäden durch Grundwasser oder Kanalisationsrückstau und Schäden aus
periodischen Hochwasserständen (Abs. 2). Geht der Gebäudeschaden weder
überwiegend auf das versicherte Ereignis noch überwiegend auf andere Ereignisse
zurück, wird er dem versicherten Ereignis anteilmässig zugerechnet (Abs. 3).
3.3. Nach der allgemeinen Regel von Art. 8 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (SR
210, ZGB) hat derjenige das Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu beweisen,
der aus ihr Rechte ableitet. Mangels eigener Beweislastregeln gilt dieser Grundsatz
auch im Bereich der öffentlichen Gebäudeversicherung, namentlich bei der Anwendung
von Art. 31 Ziff. 3 aGVG. Aus ihm folgt, dass Personen, die gegenüber der
Versicherung einen Versicherungsanspruch erheben, bezüglich der Frage, ob ein
Versicherungsfall eingetreten ist, grundsätzlich behauptungs- und beweispflichtig sind.
Behauptet der Versicherer indessen eine die Leistungspflicht ausschliessende oder
herabsetzende Tatsache, so ist es an ihm, diese zu beweisen (VerwGE B 2009/170
vom 8. Juni 2010 E. 4.2 mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch). Nach Art. 8 ZGB ist
sodann zu Ungunsten desjenigen zu entscheiden, der aus einer unbewiesen
gebliebenen Tatsache hätte Rechte ableiten können (GVP 2006 Nr. 61; vgl. M. Joos, in:
Glaus/Honsell, Gebäudeversicherung, Systematischer Kommentar, St. Gallen/Zürich
2009, Rz. 8.1.6 mit Hinweisen).
Im Versicherungsrecht gilt generell die Beweiserleichterung der "überwiegenden
Wahrscheinlichkeit" (vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 mit Hinweis auf BGE 128 III 271 E. 2b/
http://www.gerichte.sg.ch
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aa). Entgegen dem Regelbeweismass, das erst erreicht ist, wenn das Gericht am
Vorliegen der behaupteten Tatsache keine ernsthaften Zweifel mehr hat oder allenfalls
verbleibende Zweifel als leicht erscheinen, sind die Anforderungen an das Beweismass
herabgesetzt. "Überwiegend wahrscheinlich" ist etwas dann, wenn für die Richtigkeit
einer Sachbehauptung nach objektiven Gesichtspunkten derart gewichtige Gründe
sprechen, dass andere denkbare Möglichkeiten vernünftigerweise nicht massgeblich in
Betracht fallen (vgl. K. Plüss, in: A. Griffel [Hrsg.], Kommentar zum
Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 3. Aufl. 2014, § 7 N 26-28 mit
Hinweisen). Die Möglichkeit, dass es sich auch anders verhalten könnte, schliesst die
überwiegende Wahrscheinlichkeit zwar nicht aus, darf aber für die betreffende
Tatsache weder eine massgebende Rolle spielen noch vernünftigerweise in Betracht
fallen. Dem Versicherer steht ein – aus Art. 8 ZGB abgeleitetes – Recht auf
Gegenbeweis zu. Er hat Anspruch darauf, zum Beweis von Umständen zugelassen zu
werden, die beim Gericht erhebliche Zweifel an der Richtigkeit der Gegenstand des
Hauptbeweises bildenden Sachbehauptungen wach halten und diesen dadurch
vereiteln sollen. Für das Gelingen des Gegenbeweises ist mithin bloss erforderlich,
dass der Hauptbeweis erschüttert wird und damit die Sachbehauptungen nicht mehr
als überwiegend wahrscheinlich erscheinen (BGE 130 III 321 E. 3.3 f.; vgl. auch
R. Schaer, in: Glaus/Honsell, a.a.O., Rz. 6.1.13; zum Ganzen vgl. auch VerwGE
B 2015/87 vom 26. April 2018 E. 3.5, a.a.O.).
4.
4.1. Bereits im erstinstanzlichen Verfahren wurden die Schäden, die am Gebäude
durch eingetretenes Oberflächenwasser verursacht wurden, einem versicherten
Ereignis voll zugerechnet und eine Nettoschadensumme von CHF 105'900 anerkannt.
Nachdem die GVA im Verlauf des Rekursverfahrens darauf verzichtet hatte, abzuklären,
ob (auch) andere, nicht versicherte Ursachen im Sinne von Art. 31 Ziff. 3 aGVG bzw.
Art. 47 Abs. 2 aVzGVG (Grundwasserauftrieb) oder ein den Kausalzusammenhang
unterbrechender Konstruktionsmangel für die übrigen Gebäudeschäden verantwortlich
waren, hat sie anerkannt, dass sämtliche Schäden adäquat kausal durch ein
versichertes Ereignis gemäss Art. 31 Ziff. 3 aGVG verursacht wurden. Das
Rekursverfahren beschränkte sich demnach auf die Ermittlung der Schäden und deren
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Höhe (vgl. auch E. 4 des angefochtenen Entscheids). Die Vorinstanz unterbreitete dem
Gutachter eine entsprechende Fragestellung (Gutachten in act. 14/55).
4.2. Im Vordergrund des Beschwerdeverfahrens steht die Frage nach der
Vollständigkeit des erstellten Gutachtens bzw. ob die Vorinstanz den rechtserheblichen
Sachverhalt richtig festgestellt hat. Diese Rügen sind vor Verwaltungsgericht zulässig
(vgl. Art. 61 Abs. 2 VRP). Unrichtig ist ein Sachverhalt festgestellt, wenn aus den
vorhandenen Beweismaterialien falsche Schlüsse gezogen werden, insbesondere
indem der Sachverhalt falsch oder aktenwidrig festgestellt wird oder indem Beweise
unrichtig gewürdigt werden. Die Unvollständigkeit des festzustellenden Sachverhalts
knüpft dagegen am Umfang der Beweiserhebung an, etwa wenn entscheidrelevante
Umstände nicht oder nicht ausreichend abgeklärt wurden (Cavelti/Vögeli, a.a.O.,
Rz. 587). Die Beweiswürdigung ist frei und folgt keinen starren Regeln. Die Gewichtung
der einzelnen Beweismittel ergibt sich aus deren innerer Qualität. In Fachfragen weicht
das Gericht indessen von der Auffassung eines Gutachters nur ab, wenn gewichtige,
zuverlässig begründete Tatsachen oder Indizien die Überzeugungskraft des
Gutachtens ernsthaft erschüttern. Dies ist etwa der Fall, wenn ein Gutachten innere
Widersprüche enthält oder offensichtlich lückenhaft ist (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 616
mit Hinweisen; vgl. auch K. Plüss, a.a.O., N 146 zu § 7 VRG/ZH).
4.3. Im Gutachten der G. AG vom 2. Dezember 2015 sind die durch "Auftrieb"
entstandenen (und mittlerweile unbestrittenermassen dem Schadenereignis
zuzurechnenden) Schäden detailliert aufgelistet (vgl. act. 14/55 Ziff. 5.2). Im
Wesentlichen handelt es sich um diverse Wand- und Bodenrisse im Unter- und
Erdgeschoss sowie an der Aussenfassade des Hauses, um Putzablösungen,
freiliegende Putzabschlüsse und deformierte Spenglerarbeiten an der
Gebäudeaussenseite sowie um Höhendifferenzen und Deformationen im
Umgebungsbereich des Gebäudes. In Ziff. 7 nahm der Gutachter eine Beurteilung der
festgestellten Schäden vor. Die Risse beurteilte er nach den Kriterien
Gebrauchstauglichkeit, Dauerhaftigkeit, Tragfähigkeit und Optik, wobei eine
baustatische Untersuchung nicht stattfand (S. 45). Nach der Norm 272 des
Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins (SIA) seien die Untergeschosse von
Gebäuden der Dichtigkeitsklasse 2 zugeteilt (trocken bis leicht feucht). Einzelne
Feuchtstellen seien normgemäss. Unzulässig sei hingegen tropfendes Wasser an den
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trockenseitigen Bauwerksoberflächen. Für die Dichtigkeitsklasse 2 seien ohne
zusätzliche Massnahmen und in Abhängigkeit von der Bewehrung Rissbreiten von ca.
0.2 bis 0.4 mm zu erwarten. Rissbreiten in diesem Bereich seien zu tolerieren,
vorausgesetzt, dass diese nicht wasserführend seien bzw. Ausbrüche aufweisen
würden. Hinsichtlich der Bodenrisse im Untergeschoss hielt der Gutachter in Ziff. 7.2.2
fest, die im Zementüberzug ersichtlichen Risse würden sich an allen drei Sondierstellen
in der Bodenplatte fortsetzen. Es sei nicht bekannt, ob die Risse die Bodenplatte
durchdringen würden. Mit Ausnahme des Bereichs beim Bodenablauf (Waschen) seien
die Risse trocken bzw. nicht wasserführend. Die Lage und das Rissbild deuteten
mehrheitlich auf Schwindrisse hin. Andere bzw. begleitende Ursachen
(Grundwasserdruck, Erschütterungen) könnten jedoch nicht ausgeschlossen werden.
Als Massnahme sah der Gutachter vor, die Risse > 0.4 mm mittels Injektionen zu
sanieren. Bei den übrigen Rissen seien keine Massnahmen notwendig, sofern diese
weder wasserführend noch ausgebrochen seien. Hinsichtlich eines Knicks in der
Treppenwand hielt der Gutachter fest, dieser habe bereits vor dem letzten Farbauftrag
bestanden und stehe nicht mit dem Schadenereignis in Zusammenhang.
In Ziff. 8.4.1 hielt der Gutachter in Beantwortung der entsprechenden Frage fest,
aufgrund der festgestellten Schadensbilder und der Feststellung, dass der Knick in der
Wand neben der Kellertreppe bereits bestanden habe, sei davon auszugehen, dass
sich die Tragsicherheit des Gebäudes nicht verändert habe. Ebenfalls nicht erkennbar
sei eine relevante Einschränkung der Gebrauchstauglichkeit (Ziff. 8.4.2). Die Frage nach
allfälligen Beeinträchtigungen der Tragsicherheit, Gebrauchstauglichkeit und
Dauerhaftigkeit nach der Sanierung verneinte der Gutachter (Ziff. 8.4.3).
Gleichermassen verneinte er die Frage nach einem verbleibenden Minderwert
(Ziff. 8.4.4).
4.4. Bereits im vorinstanzlichen Verfahren hat der Beschwerdeführer 1 den
tatsächlichen Feststellungen des Gutachters teilweise widersprochen (vgl. act. 14/66).
Er hielt unter anderem fest, weil es bislang nicht zu einer vergleichbaren Hochwasser-
bzw. Überschwemmungssituation gekommen sei, könne nicht ausgeschlossen
werden, dass die Risse in der Bodenplatte wasserführend seien. Nach längerer
Regendauer habe sich jedenfalls die Farbe der Risse verändert, was auf einen
Wassereintritt und anschliessendes Eintrocknen schliessen lasse. Das Rissbild spreche
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zudem gegen Schwindrisse, sondern für eine über die Grenzen hinausgehende
mechanische Belastung der Bodenplatte. Der Knick in der Treppenwand könne
entgegen der Auffassung des Gutachters im Zusammenhang mit dem Schadenereignis
stehen. Weil das gesamte Untergeschoss unter Wasser gestanden habe und
anschliessend mit Wasserhochdruck gereinigt worden sei, sei die Farbe ausgewaschen
bzw. abgeflossen. Es stelle sich jedenfalls die Frage, welche Auswirkungen der Knick in
statischer Hinsicht habe. Wie der Gutachter die Tragfähigkeit des Gebäudes habe
beurteilen können, ohne einen Baustatiker beizuziehen, erschliesse sich nicht. Bei den
vorhandenen Rissen sei ohne explizite Begründung nicht nachvollziehbar, dass diese
die Stabilität nicht kompromittierten. Wesentliche Fragen seien nicht beantwortet.
Namentlich beanstandete der Beschwerdeführer 1, die tatsächlichen Schäden aus der
Bewegung, der allenfalls gebrochenen Bodenplatte bzw. deren möglichen
Unterspülung und die Auswirkungen dieser Schäden auf den (Verkehrs-)Wert des
Gebäudes seien nicht gutachterlich geklärt worden.
Auch die Erstinstanz hat das Gutachten kritisch gewürdigt, insbesondere fehle eine
Aussage, welche der festgestellten Risse Einfluss auf die Dichtigkeit der Konstruktion
hätten (vgl. act. 14/65).
4.5. Die Vorinstanz begründete den angefochtenen Entscheid im Wesentlichen mit den
Ergebnissen des Gutachtens. Mit den zitierten Vorbringen des Beschwerdeführers
setzte sie sich nur insofern auseinander, als sie festhielt, der Gutachter habe einen
verbleibenden Minderwert des Gebäudes verneint. Im konkreten Fall seien weder nicht
behebbare Mängel noch solche, deren Behebungskosten in offensichtlichem
Missverhältnis zur Beschädigung oder zum Versicherungswert stünden, festgestellt
worden. Demnach fehle es an den Voraussetzungen gemäss Art. 35 aGVG zur
Entschädigung eines Minderwerts. Eine Minderwertentschädigung sei nur alternativ,
aber niemals kumulativ zu Versicherungsleistungen für die Wiederherstellung
geschuldet. Es erübrige sich deshalb, die aufgeworfenen Ergänzungsfragen zu
beantworten.
4.6. Der Beschwerdeführer 1 begründet seine Anträge im Beschwerdeverfahren im
Einzelnen mit den bereits im Rekursverfahren gegen die Schlussfolgerungen des
Gutachtens gerichteten Vorbringen. Er beantragt wiederum die Ergänzung des
bis
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Gutachtens. Selbst wenn alle von der GVA anerkannten Schäden behoben seien,
bleibe ein erheblicher Teil des Schadens ungedeckt, wenn sich das Haus
unregelmässig gesetzt habe und die Bodenplatte unterspült worden oder
durchgebrochen sei. Allein die offene Frage, ob derartige Schäden vorlägen, führe zu
einem (merkantilen) Minderwert, weil ein allfälliger Käufer darüber in Kenntnis gesetzt
werden müsse. Bestünden die genannten Schäden effektiv, sei der Minderwert noch
viel höher. Ob die Schäden tatsächlich bestünden, welches Ausmass sie hätten und
welcher Minderwert aus ihnen resultiere, könne und müsse mittels Expertise geklärt
werden (act. 9 S. 10 f.). Inzwischen dringe übrigens Wasser durch die Risse in der
Bodenplatte.
4.7. Die Vorinstanz liess sich zu den Vorbringen des Beschwerdeführers ausführlich
vernehmen (act. 13). In Bezug auf die festgestellten Risse in der Bodenplatte teilt sie
dessen Auffassung, wonach es sich nicht um Schwind- sondern um Biegerisse handle.
Deren Auftreten allein weise allerdings noch nicht auf eine über die Grenzen gehende
mechanische Beanspruchung hin. Dass die Bodenplatte durchbrochen sei, könne
ausgeschlossen werden, weil lediglich Risse festgestellt worden seien. Vom "Bruch"
eines Stahlbetonteils könne erst dann gesprochen werden, wenn die Bewehrung auf
der Zugseite reisse und das Bauteil versage. Dies sei hier sicher nicht der Fall.
Aufgrund ihrer Charakteristik seien die Biegerisse nicht durchgehend und daher auch
nicht wasserführend. Weiter sei nicht belegt, dass die Bodenplatte hochgedrückt
worden sei. Die Höhenaufnahmen im Gutachten hätten vielmehr nur Differenzen im
Bereich der Bautoleranz ergeben. Die Bodenplatte sei auch nicht unterspült; der
Gutachter habe nur den möglichen Mechanismus beim Aufschwimmen und Absenken
von Gebäuden erklärt. Der Knick in der Kellertreppenwand sei schliesslich – wie im
Gutachten festgestellt – vorbestehend und nicht durch das Überschwemmungsereignis
verursacht worden. Auswirkungen auf die Tragsicherheit des Gebäudes habe er
ohnehin nicht.
4.8. Die vom Beschwerdeführer 1 gegen die Ergebnisse des Gutachtens erhobenen
Einwände zielen offensichtlich auf die Entschädigung eines Minderwertes ab (vgl. z.B.
act. 22 S. 8: "Ob die Schäden tatsächlich bestehen, welches Ausmass sie haben und
welcher Minderwert aus ihnen resultiert, muss mit einer Expertise festgestellt
werden.").
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Die versicherten Gebäude unterliegen grundsätzlich der Neuwertversicherung (Art. 17
Abs. 1 Ingress aGVG). Gebäudeschäden werden nach dem Neuwert ermittelt
(Entschädigungsprinzip; Art. 34 Abs. 1 aGVG). Die Versicherungsleistung auf Grundlage
des Neuwerts ist an die Bedingung geknüpft, dass das Gebäude im Falle eines
Totalschadens wieder aufgebaut bzw. im Falle eines Teilschadens repariert wird. Das
Entschädigungsprinzip wird durch das Bereicherungsverbot ergänzt, welches besagt,
dass der Versicherte durch die Versicherungsleistung keinen wirtschaftlichen Vorteil
aus dem Versicherungsfall ziehen darf (vgl. Art. 36 Abs. 3 aGVG; zum Ganzen vgl.
U. Glaus, in: Ders./Honsell, a.a.O., Rz. 6.3.1.2 ff.). Die Entschädigung eines (am
Verkehrswert der Liegenschaft gemessenen) merkantilen Minderwerts im Sinne eines
"Imageschadens" der einst von einem Elementarereignis betroffenen Liegenschaft
gehört von Vornherein nicht zu den gesetzmässigen Leistungen der
Gebäudeversicherung. Nur bei Gebäudeschäden, die nicht behoben werden können
oder deren Behebungskosten in einem offensichtlichen Missverhältnis zur
Beschädigung oder zum Versicherungswert des Gebäudes stehen, wird anstelle des
Schadens nach dem Versicherungswert ein angemessener bleibender Minderwert
ermittelt (Art. 35 Abs. 1 aGVG). Dieser wird für einen beschädigten oder zerstörten
Gebäudeteil auf der Differenz zwischen Neuwert und Zeitwert ermittelt und pauschal
entschädigt (vgl. Art. 52 Abs. 1 und 2 aVzGVG). Die Ausrichtung einer
Minderwertentschädigung setzt nach der herrschenden Lehre voraus, dass die
Beschädigung die Gebrauchstauglichkeit eines Gebäudes nicht wesentlich
beeinträchtigt; sie kommt damit vorwiegend dann zum Tragen, wenn sich der Schaden
lediglich in einer ästhetischen Beeinträchtigung des Gebäudes manifestiert (vgl.
A. Rüegg, in: Glaus/Honsell, a.a.O., Rz. 6.2.56). Der Beschwerdeführer 1 behauptet nun
aber nicht untergeordnete, vorwiegend ästhetische Probleme. Er verortet den
Minderwert seines Gebäudes u.a. in einem möglichen Bruch der Bodenplatte bzw. in
deren Unterhöhlung. Derart gravierende Mängel wären indessen nicht durch eine
Minderwertentschädigung abzugelten, sondern (entschädigungspflichtig) zu sanieren.
4.9. Hinsichtlich der (noch) streitigen Sachverhaltsfragen wird im Gutachten zunächst
schlüssig beantwortet, dass der Knick in der Kellertreppenwand vorbestehend war.
Wäre dieser durch das versicherte Ereignis entstanden, hätte sich dies in einem
Farbabtrag manifestieren müssen. Der Knick wurde indes offensichtlich bereits in der
bis
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Vergangenheit übermalt. Die Erklärung des Beschwerdeführers 1 für den flächigen
Farbauftrag (Reinigen mit dem Hochdruckreiniger) überzeugt nicht.
Massgeblich für die zu beurteilende Frage, ob die Bodenplatte beschädigt oder
unterhöhlt wurde, sind – nebst der Beschreibung der Vorgänge bezüglich Anheben und
Absenken der Bodenplatte – zunächst die unter Ziff. 7.2.2 des Gutachtens
beschriebenen Risse. Alle weiteren Risse am Gebäude sind für diese Frage irrelevant.
Wie die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung (act. 13 Ziff. III.2) zutreffend ausführt, sind
abgesehen von zwei Rissen von 1 mm Breite (Heizung und Abstellraum) alles feine
(Biege-)Risse von max. 0.4 mm Breite (vgl. act. 14/55 S. 18). Der Gutachter ging –
offensichtlich auch in statischer Hinsicht – davon aus, die Risse seien unproblematisch.
Er kam zum Schluss, bei Rissen, welche weniger als 0.4 mm breit seien, müssten keine
Massnahmen ergriffen werden (sofern diese weder wasserführend noch ausgebrochen
seien) und bei den gravierenderen Rissen genügten Injektionen, um diese zu sanieren
(Ziff. 7.2.2). Dass die Bodenplatte bei diesem Rissbild – über die Feststellungen des
Gutachters hinaus – relevant beschädigt oder unterhöhlt wurde, ist nicht naheliegend.
Nur einzelne (sanierungsbedürftige) Risse sind nämlich breiter als nach der SIA-Norm
272 zu erwarten. Gegen eine u.a. durch Unterhöhlung übermässige Beanspruchung
des Bauteils spricht ferner, dass die durch Nivellement ermittelten Niveaudifferenzen
der Bodenplatte im Bereich der Bautoleranzen liegen (act. 14/55 Ziff. 6.3). Zwar liege es
– so der Gutachter – in der Natur der Sache, dass der Sedimenteintrag nur vom Rand
des Untergeschosses her erfolgt sei. Daher könne nicht ausgeschlossen werden, dass
in der Mitte unter dem Gebäude weniger Sedimente eingeschwemmt worden seien als
in den Randbereichen. Dennoch hat das Nivellement keine Hinweise auf differentielle
Setzungen ergeben. Damit erübrigt sich die Frage nach einer unregelmässigen Setzung
des Hauses bzw. einer Unterspülung der Bodenplatte. Bei den diesbezüglichen
Mutmassungen des Beschwerdeführers 1 handelt es sich nicht um gewichtige,
zuverlässig begründete Tatsachen oder Indizien, welche die Überzeugungskraft des
Gutachtens ernsthaft in Frage stellen oder dessen Lückenhaftigkeit aufzeigen könnten.
Die Beschwerde ist auch in dieser Hinsicht unbegründet.
In seiner Beurteilung führte der Gutachter in Ziff. 8.4.2 f. zudem überzeugend aus,
selbst vor Instandstellung der betroffenen Gebäudeteile sei die Gebrauchstauglichkeit
durch die festgestellten Schäden nicht in relevantem Umfang eingeschränkt. Nach
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erfolgter Instandstellung seien weder die Tragfähigkeit noch die Gebrauchstauglichkeit
und die Dauerhaftigkeit beeinträchtigt. Ebenfalls verbleibe nach der Instandstellung
kein Minderwert des Gebäudes. Dass die festgestellten Risse – wie der
Beschwerdeführer 1 darlegt – im heutigen, unsanierten Zustand teilweise
wasserführend sind, vermag an diesen Schlussfolgerungen nichts zu ändern. Der zu
dieser Thematik beantragte Augenschein (vgl. act. 9 S. 11 und act. 22 S. 8) verspräche
keinen zusätzlichen Erkenntnisgewinn, weshalb darauf verzichtet werden kann.
Massgebend ist der Zustand nach der Sanierung, wobei unbestritten ist, dass die im
Gutachten zur Verschliessung der Risse bezeichneten Massnahmen zweckdienlich
sind.
5. Zusammenfassend ergibt sich, dass der Schluss des Gutachters, wonach an der
Bodenplatte – abgesehen von den (feinen) Rissen – keine Mängel vorhanden sind,
nachvollziehbar ist und vollständig erscheint. Die wenigen Behauptungen des
Beschwerdeführers 1 bezüglich weiterer Schäden genügen nicht, um das Gutachten
ernsthaft in Zweifel zu ziehen, zumal diese – gemäss Mutmassung des
Beschwerdeführers 1 – gravierend und damit auch augenfällig wären. Es fehlt an
konkreten Anhaltspunkten, weshalb die Sachverhaltsfeststellungen nicht korrekt bzw.
unvollständig sein sollen. Die Einholung eines Ergänzungsgutachtens erübrigt sich. Die
Beschwerde ist damit abzuweisen, soweit darauf eigetreten werden kann.
6. (...).
(...).