Decision ID: 37d293cf-ed6c-4bee-9a6c-9dc193bac982
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
S._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Thomas Bolt, Auerstrasse 2, Postfach 91,
9435 Heerbrugg,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente (Wiederanmeldung)
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Sachverhalt:
A.
A.a S._ meldete sich im Oktober/November 2005 erneut für den Bezug von IV-
Rentenleistungen an (vgl. act. G 5.159 ff.). Vorangegangene Anmeldungen um
Rentenleistungen vom 17. November 1998 (act. G 5.36), 11. Januar 2001 (act. G 5.77)
und 28. November 2002 (act. G 5.103) waren von der IV-Stelle abgewiesen oder durch
Nichteintreten erledigt worden (act. G 5.71, G 5.86 und G 5.155).
A.b Im Bericht der Fachstelle für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie vom 5. April
2006 wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt:
leichte depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.01), eine
Somatisierungsstörung (ICD-10: F45.0), eine schmerzhafte Periarthrosis sowie
Arthralgien der Hände. Der Gesundheitszustand wurde als stationär beschrieben (act.
G 5.175). Der behandelnde Dr. med. A._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie
und Traumatologie des Bewegungsapparates, diagnostizierte im Bericht vom
30./31. Mai 2006 eine schmerzhafte Periarthritis des linken Knies, eine Lumboischialgie
mit pseudoradikulärer Ausstrahlung beidseits, eine ventrale Limbusläsion der linken
Hüfte sowie einen Status nach Lipomexzision des linken Oberschenkels mit
Serombildung. Er bescheinigte der Versicherten in ihrer Tätigkeit als Hausfrau keine
Arbeitsunfähigkeit und ging von einem stationären Gesundheitszustand aus (act.
G 5.179).
A.c Mit Vorbescheid vom 20. Juli 2006 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, sie
werde auf ihr Leistungsbegehren mangels erheblicher Veränderung der tatsächlichen
Verhältnisse nicht eintreten (act. G 5.182). Dagegen erhob die Versicherte am
21. September 2006 Einwand (act. G 5.189). Am 25. September 2006 verfügte die IV-
Stelle im Sinn des Vorbescheids und trat auf das Leistungsbegehren nicht ein (act.
G 5.188). Sie hob diese Verfügung am 29. September 2006 auf und stellte in Aussicht,
nach Durchführung von weiteren Abklärungen neu zu entscheiden (act. G 5.191).
A.d Am 29. März 2007 nahm die IV-Stelle eine Abklärung im Haushalt vor. Die
Versicherte gab an, im Gesundheitsfall höchstens zu 25% erwerbstätig zu sein.
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Gestützt auf die von ihr geltend gemachten Einschränkungen ermittelte die
Abklärungsperson eine Einschränkung von insgesamt 62,44%. Sie wies darauf hin,
dass diese Einschränkung medizinisch noch nicht objektiviert sei und weitere ärztliche
Abklärungen nötig machen würde (Abklärungsbericht vom 7. Juni 2007, act. G 5.205).
A.e Die Versicherte wurde am 22. und 23. Januar 2008 in der MEDAS Zentralschweiz
begutachtet. Im Verlaufsgutachten vom 25. Februar 2008 (zu den vorangegangenen
Gutachten der MEDAS Ostschweiz vom 29. Juni 2000 und 8. September 2004 vgl. act.
G 5.67 und G 5.133) stellten die Experten folgende Diagnosen mit wesentlicher
Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit: eine bikompartimentale femorotibiale
Gonarthrose links, ein chronisches lumbospondylogenes Syndrom links sowie eine
Coxalgie links. Ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, aber mit
Krankheitswert diagnostizierten sie eine chronische Handgelenksarthralgie beidseits,
eine Epicondylopathia humeri radialis beidseits, eine psychische Überlagerung der
Schmerzwahrnehmung (ICD-10: F54), einen Status nach leichter depressiver Episode
mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.01), ein REM-assoziiertes, schwergradiges
obstruktives Schlafapnoe-Syndrom, eine chronisch behinderte Nasenatmung, eine
Adipositas sowie eine Minderintelligenz (ICD-10: F79.0). Für die angestammte Tätigkeit
im eigenen Haushalt bescheinigten die Gutachter der Versicherten eine 50%ige
Arbeitsfähigkeit. Eine leidensangepasste, körperlich ausgesprochen leichte, streng
wechselbelastende Tätigkeit könne ihr während sieben Stunden pro Tag zugemutet
werden. Dabei wäre ihre Leistungsfähigkeit um 10% eingeschränkt, was insgesamt
einer Arbeitsfähigkeit von 75% entspreche. Bezüglich des Gesundheitsverlaufs kamen
die Gutachter mit Blick auf die Folgen der linksseitigen Gonarthrose zum Schluss, dass
sich sowohl die subjektiven Beschwerden als auch die objektivierbaren Befunde seit
2004 verschlechtert hätten. Neu hinzugekommen seien seit 2004 linksseitige
Hüftschmerzen und ein lumbospondylogenes Schmerzsyndrom (act. G 5.222). Gestützt
auf das Verlaufsgutachten der MEDAS Zentralschweiz formulierte der Regionale
Ärztliche Dienst (RAD) in der Stellungnahme vom 11. März 2008 das der Versicherten
zumutbare Anforderungsprofil wie folgt: Knie belastende Tätigkeiten mit viel Stehen
und Gehen, Einnehmen von kauernden und knienden Positionen, das Begehen von
Treppen, das Benutzen von Leitern und ähnlicher Steighilfen solle weitestgehend
vermieden werden. Bezüglich des Rückens seien monotone Zwangshaltungen,
insbesondere in der Vorneigung und Rotation, sowie die Handhabung von Gewichten
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über 5 kg ab Boden und über 7,5 kg ab Hüfthöhe ausgeschlossen (act. G 5.226).
Gestützt auf das vom RAD festgelegte Anforderungsprofil ermittelte der
Sachbearbeiter, der die Abklärung im Haushaltsbereich vom 29. März 2007
vorgenommen hatte, eine Einschränkung im Haushaltsbereich von 30,11% (ELAR-
Notiz vom 20. März 2008, act. G 5.228).
A.f Mit Vorbescheid vom 25. März 2008 stellte die IV-Stelle der Versicherten in
Aussicht, einen Anspruch auf eine Invalidenrente zu verneinen. Der Berechnung des
Gesamtinvaliditätsgrads von 25% legte sie eine Pensumaufteilung von 75% Haushalt
und 25% Erwerbstätigkeit zugrunde. Für den Haushaltsbereich ermittelte sie einen
Teilinvaliditätsgrad von 22,58% und für den Erwerbsbereich einen Teilinvaliditätsgrad
von 2,5% (act. G 5.231).
B.
B.a Im gegen den Vorbescheid vom 25. März 2008 gerichteten Einwand vom 30. April
2008 beantragte die Versicherte mit Wirkung ab 1. September 2004 die Ausrichtung
mindestens einer Viertelsrente. Im Wesentlichen beanstandete sie die Ermittlung der
Einschränkungen im Haushaltsbereich. Bezüglich der Invaliditätsbemessung im
Erwerbsbereich machte sie die Vornahme eines 25%igen Leidensabzuges geltend (act.
G 5.235).
B.b Am 7. Juli 2008 verfügte die IV-Stelle entsprechend dem Vorbescheid vom
25. März 2008 und wies einen Rentenanspruch der Versicherten ab (act. G 5.237).
C.
C.a Gegen die Verfügung vom 7. Juli 2008 richtet sich die vorliegende Beschwerde
vom 8. September 2009. Die Beschwerdeführerin beantragt darin unter Kosten- und
Entschädigungsfolge deren Aufhebung und die Zusprache einer Viertelsrente mit
Wirkung ab 1. September 2006. Eventualiter sei die Sache zur weiteren (medizinischen)
Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. An der Bemessung der
Invalidität im Haushaltsbereich rügt sie, dass die von der Abklärungsperson ermittelte
Einschränkung tiefer sei als die in den Abklärungsberichten vom 29. Juli 1999 und
18. August 2003 ermittelte Beeinträchtigung von 39% bzw. 40%. Auch die Gutachter
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der MEDAS Zentralschweiz seien von einer höheren Beeinträchtigung im
Haushaltsbereich von 50% ausgegangen. Diese Diskrepanz hätte mit der MEDAS
Zentralschweiz ausgeräumt werden müssen. Des Weiteren weist sie darauf hin, dass
die Abklärung vom 29. März 2007 noch eine 62,44%ige Beeinträchtigung im
häuslichen Bereich ergeben habe. Es leuchte ferner angesichts der ausgewiesenen
gesundheitlichen Verschlechterung nicht ein, weshalb sie heute im Haushalt weniger
eingeschränkt sein sollte als vor fünf Jahren. Bei der Bemessung der Invalidität im
Erwerbsbereich erachtet die Beschwerdeführerin einen Leidensabzug von 25% für
gerechtfertigt (act. G 1).
C.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 29. Oktober
2008 die Beschwerdeabweisung. Sie stellt sich auf den Standpunkt dass die am
20. März 2008 vorgenommene Ermittlung der im Haushalt bestehenden
Einschränkungen beweistauglich sei. Da bei der Beschwerdeführerin ausschliesslich
somatische Beschwerden invalidisierend seien, geniesse die von der Abklärungsperson
vorgenommene Invaliditätsschätzung für den Haushaltsbereich im Vergleich zur
medizinischen Beurteilung Vorrang. Denn die Abklärungsperson habe Kenntnis der
Verhältnisse an Ort und Stelle und berücksichtige bei der Bestimmung der
Einschränkungen die zumutbare Mithilfe der Familienangehörigen. Die
Beschwerdegegnerin hält am gewährten 10%igen Leidensabzug fest. Es bestünden
keine Gründe, die eine Erhöhung rechtfertigten (act. G 5).
C.c Am 11. November 2008 bewilligte das Versicherungsgericht die beantragte
unentgeltliche Prozessführung (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung; act. G 6).
C.d In der Replik vom 5. Januar 2009 hält die Beschwerdeführerin vollumfänglich an
ihren Anträgen fest (act. G 10).
C.e Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf die Einreichung einer Duplik (act. G 12).

Erwägungen:
1.
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1.1 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) in der seit 1. Januar 2008 gültigen Fassung besteht der Anspruch auf eine
ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf
eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.2 Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit, es sei denn, eine versicherte Person sei vor dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung nicht erwerbstätig gewesen und es habe ihr auch nicht
zugemutet werden können, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. In diesem Fall gilt
gemäss Art. 8 Abs. 3 ATSG die Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
als Invalidität. Die Invalidität im Sinn von Art. 8 Abs. 1 ATSG wird durch einen
Einkommensvergleich ermittelt (Art. 16 ATSG). Die Methode zur Bemessung der
konkreten Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wird vom ATSG nicht
geregelt. Diese Lücke füllt Art. 28a Abs. 2 IVG: Es ist darauf abzustellen, in welchem
Mass die betreffende Person behindert ist, sich im Aufgabenbereich zu betätigen. Als
Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Person gelten insbesondere die übliche
Tätigkeit im Haushalt, die Erziehung der Kinder sowie gemeinnützige und künstlerische
Tätigkeiten (Art. 27 IVV). Die Bestimmung von Art. 28a Abs. 3 IVG regelt die so
genannte gemischte Methode der Invaliditätsbemessung bei Personen, die zum Teil
erwerbstätig und zum Teil im Aufgabenbereich tätig sind. In einem solchen
"gemischten" Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im
Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad ist entsprechend der
Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen.
1.3 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer rentenbeziehenden Person erheblich, so wird
die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht,
herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt
jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist
somit nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustands, sondern
auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich
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gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 f.
E. 3.5). Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung
bildet die letzte rechtskräftige Verfügung, die auf einer materiellen Prüfung des
Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht; vorbehalten bleibt die
Rechtsprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 133 V 108
E. 5.4). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines
im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustands auf die
Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinn von Art. 17
Abs. 1 ATSG dar (Urteil des Bundesgerichts vom 3. November 2008, 9C_562/08,
E. 2.1).
1.4 Im sozialversicherungsgerichtlichen Verfahren hat das Gericht den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig
davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige
Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten (BGE 134 V 231 E. 5.1).
2.
Was die Invalidität im Erwerbsbereich anbelangt, so ist von den Parteien lediglich die
Frage umstritten, ob ein höherer als der in der angefochtenen Verfügung gewährte
10%ige Leidensabzug gerechtfertigt ist. Unbestritten geblieben ist die von den
Gutachtern der MEDAS Zentralschweiz bescheinigte 75%ige Restarbeitsfähigkeit für
leidensadaptierte Tätigkeiten (act. G 5.222-27), die Bestimmung des
Valideneinkommens und - abgesehen von der Frage der Höhe des Leidensabzugs - die
Bemessung des Invalideneinkommens. Aus den Akten ergeben sich keine
Anhaltspunkte dafür, dass diese nicht bestrittenen Faktoren der
Invaliditätsgradbemessung nicht zutreffend wären, weshalb darauf abgestellt werden
kann.
2.1 Nach der Rechtsprechung können die statistischen Löhne um bis zu 25% gekürzt
werden, um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass versicherte Personen mit einer
gesundheitlichen Beeinträchtigung in der Regel das durchschnittliche Lohnniveau nicht
erreichen (RKUV 1999 Nr. U242 S. 412 E. 4b/bb) bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem
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allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichen Erfolg zu
verwerten in der Lage sind. Dabei handelt es sich um einen allgemeinen
behinderungsbedingten Abzug (BGE 126 V 78 E. 5a/bb). Nach der Rechtsprechung
hängt die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von
sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen - insbesondere auch von
invaliditätsfremden Faktoren - des konkreten Einzelfalles ab (etwa leidensbedingte
Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und
Beschäftigungsgrad), die nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen
sind, wobei der maximal zulässige Abzug auf 25% festzusetzen ist. Eine schematische
Vornahme des Leidensabzuges ist unzulässig (BGE 126 V 79 E. 5b, bestätigt etwa in
AHI 2002 S. 62 und BGE 129 V 481 E. 4.2.3 mit Hinweisen).
2.2 Die Beschwerdegegnerin gewährte einen Leidensabzug von 10% mit der
Begründung, dass die Beschwerdeführerin nur noch leichte Hilfstätigkeiten verrichten
könne (vgl. act. G 5, S. 5). Mit Blick darauf, dass die Vergleichseinkommen im Rahmen
einer Parallelisierung ermittelt wurden, die gesundheitlichen Einschränkungen im
Wesentlichen schon bei der Festlegung der Restarbeitsfähigkeit berücksichtigt worden
sind - mit Ausnahme der bescheinigten krankheitswertigen Minderintelligenz - und die
Beschwerdeführerin nicht fortgeschrittenen Alters ist (Jahrgang 1971, vgl. act.
G 5.159), erscheint insgesamt ein Leidensabzug von 10% bis 15% als angemessen.
Bei der Vornahme eines Leidensabzuges von 15% würde ein Teilinvaliditätsgrad von
3,75% im Erwerbsbereich resultieren. Dieser Teilinvaliditätsgrad würde zusammen mit
den Einschränkungen im Haushaltsbereich indessen keinen Rentenanspruch
begründen, wie sich aus nachfolgenden Erwägungen ergibt, weshalb die genaue
Festlegung des Leidensabzugs offen gelassen werden kann.
3.
Zu prüfen bleiben die Einschränkungen im Haushaltsbereich. Die Beschwerdegegnerin
ermittelte für die Haushaltstätigkeit einen Invaliditätsgrad von 30,11% bzw. eine
gewichtete Teilinvalidität von 22,58% (ELAR-Notiz vom 20. März 2008, act. G 5.228).
Die Beschwerdeführerin rügt diese Abklärungsergebnisse als zu tief (act. G 1).
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3.1 Für die Invaliditätsbemessung im Haushalt stellt der nach Massgabe der
Verwaltungsweisungen des BSV (Rz 3090 ff. des Kreisschreibens über Invalidität und
Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH]) eingeholte Abklärungsbericht im
Haushalt eine geeignete und im Regelfall genügende Grundlage dar. Hinsichtlich seines
Beweiswertes ist wesentlich, dass er von einer qualifizierten Person verfasst wird, die
Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen
Diagnosen sich ergebenden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind
die Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende
Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext muss
schliesslich plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen
Einschränkungen sein sowie in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen
Angaben stehen (in der Amtlichen Sammlung nicht veröffentlichte, aber in AHI 2003
S. 218 publizierte E. 2.3.2 des Urteils BGE 129 V 67 [I 90/02 vom 30. Dezember 2002]).
Dabei hat sich die Abklärung im Haushalt auch auf den zumutbaren Umfang der
Mithilfe von Familienangehörigen, die im Rahmen der Schadenminderungspflicht zu
berücksichtigen ist und weiter geht als die ohne Gesundheitsschädigung üblicherweise
zu erwartende Unterstützung, zu erstrecken (BGE 133 V 509 f. E. 4.2 mit Hinweisen).
Rechtsprechungsgemäss bedarf es des Beizugs einer ärztlichen Fachperson, die sich
zu den einzelnen Positionen der Haushaltführung unter dem Gesichtswinkel der
Zumutbarkeit zu äussern hat, nur in Ausnahmefällen, namentlich bei unglaubwürdigen
Angaben der versicherten Person, die im Widerspruch zu den ärztlichen Befunden
stehen (Urteile des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007:
Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 6. September 2004, I 249/04,
E. 5.1.1; zum Ganzen: Urteil des EVG vom 20. Dezember 2006, I 693/06, E. 6.2 mit
Hinweisen). Denn ausschlaggebend ist nicht die medizinisch-theoretische
Arbeitsunfähigkeit, sondern wie sich der Gesundheitsschaden in der nichterwerblichen
Betätigung konkret auswirkt, was durch die Abklärung an Ort und Stelle zu erheben ist
(Urteil des Bundesgerichts vom 30. Juni 2008, 9C_25/08, E. 4.2).
3.2 Die Frage, ob die gutachterliche Beurteilung der im Haushalt aufgrund der Befunde
am Bewegungsapparat beeinträchtigten Leistungsfähigkeit von 50% (act. G 5.222-26)
gegenüber der Einschätzung der Beschwerdegegnerin vom 20. März 2008 Vorrang
geniesst - wie die Beschwerdeführerin geltend macht (act. G 1, S. 7) -, kann offen
gelassen werden. Denn selbst wenn zugunsten der Beschwerdeführerin auf die
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gutachterliche Beurteilung abgestellt und die den Familienangehörigen obliegende
Schadenminderungspflicht ausgeblendet würde, resultierte kein rentenbegründender
Invaliditätsgrad. Wird nämlich bei den umstrittenen, den Bewegungsapparat der
Beschwerdeführerin fordernden Tätigkeiten in den Bereichen Ernährung,
Wohnungspflege, Einkauf und weitere Besorgungen sowie Wäsche und Kleiderpflege
eine 50%ige Restleistungsfähigkeit berücksichtigt, so resultieren folgende
Einschränkungen:
Bereich Gewichtung der Bereiche Einschränkung Behinderung
Ernährung 40,51% 50% 20,26%
Wohnungspflege 26,09% 50% 13,05%
Einkauf und weitere
Besorgungen 11,22% 50% 5,61%
Wäsche und Kleider-
pflege 14.23% 50% 7,12%
Total Behinderung 46,04%
Da in den übrigen Bereichen (Haushaltführung, Betreuung von Kindern oder anderen
Familienangehörigen, Verschiedenes) selbst nach den eigenen Angaben der
Beschwerdeführerin keine Einschränkungen bestehen und sich solche auch nicht aus
den Akten ergeben, ist von einer gesamten Einschränkung im Haushaltsbereich von
46,04% auszugehen. Gewichtet an das 75%ige Pensum resultiert damit ein
Teilinvaliditätsgrad von 34,53% und unter Berücksichtigung einer gewichteten
Teilinvalidität im Erwerbsbereich von 3,75% (vgl. vorstehende E. 2.2) eine nicht
rentenbegründende Gesamtinvalidität von gerundet (zu den Rundungsregeln vgl. BGE
130 V 121) 38%.
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3.3 Aus dem Abklärungsbericht vom 7. Juni 2007 (act. G 5.205) vermag die
Beschwerdeführerin nichts zu ihren Gunsten abzuleiten. Die Abklärungsperson stützte
sich darin lediglich auf die Aussagen der Beschwerdeführerin, ohne diese unter
Einbezug der bislang erfolgten medizinischen Erkenntnisse zu würdigen. Der
Abklärende bestätigte die von der Beschwerdeführerin angegebene Einschränkung
sowie deren Ausmass nicht und liess im Abklärungsbericht die von ihm zu
beantwortende Frage nach dem Ausmass der gegenwärtigen Einschränkung im
Haushaltsbereich offen. Die von der Beschwerdeführerin angegebene Einschränkung
sei nicht geklärt und verlange nach weiteren medizinischen Abklärungen (act.
G 5.205-7). Der Abklärungsbericht vom 7. Juni 2007 basierte damit nicht auf einer
medizinisch vollständig abgeklärten Grundlage, zog ferner die bisherige medizinische
Aktenlage nicht in eine Würdigung der von der Beschwerdeführerin gemachten
Aussagen ein und enthält keine verbindliche Einschätzung der Abklärungsperson. Er
vermag daher nicht die Anforderungen an beweistaugliche Abklärungsberichte zu
erfüllen.
4.
4.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.
4.2 Der Beschwerdeführerin wurde die unentgeltliche Rechtspflege am 11. November
2008 bewilligt (act. G 6). Wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse der
Beschwerdeführerin es gestatten, kann sie jedoch zur Nachzahlung der
Gerichtskosten, der Auslagen für die Vertretung und der vom Staat entschädigten
Parteikosten verpflichtet werden (Art. 288 Abs. 1 ZPO/SG i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP/
SG).
4.3 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Der
unterliegenden Beschwerdeführerin sind die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.--
aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist sie von der Bezahlung zu
befreien.
bis
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4.4 Der Staat ist zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung zu verpflichten, für die
Kosten der Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin aufzukommen. Die
Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht
auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des
Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das
Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.--
bis Fr. 12'000.--. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin verzichtete auf das
Einreichen einer Kostennote. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit
erscheint mit Blick auf vergleichbare Fälle eine pauschale Parteientschädigung von
Fr. 3'500.-- angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 AnwG).
Somit hat der Staat den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin pauschal (BGE 125 V
201) mit Fr. 2'800.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht