Decision ID: 62dd7757-741f-4064-b34f-16ecf0a27b04
Year: 2015
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 31.07.2015 Art. 6 UVG: Natürlicher Kausalzusammenhang zwischen Unfall mit zweifacher Unterkieferfraktur und nach einer langen Latenzzeit neu bzw. erneut aufgetretenen Ohr- bzw. Unterkieferbeschwerden verneint (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 31. Juli 2015, UV 2014/34).Entscheid vom 31. Juli 2015BesetzungVersicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichter Joachim Huber, Versicherungsrichterin Miriam Lendfers; Gerichtsschreiberin Vera Holenstein WerzGeschäftsnr.UV 2014/34ParteienA._,Beschwerdeführer,gegenSchweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 6002 Luzern,Beschwerdegegnerin,GegenstandVersicherungsleistungenSachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherter) war als Entwicklungsleiter bei der B._ AG
angestellt und dadurch bei der Suva gegen die Folgen von Unfällen versichert, als ihm
am _. April 2009 nach einer verbalen Auseinandersetzung mit einem Jugendlichen von
diesem ein Faustschlag ins Gesicht verpasst wurde, worauf er auf den Boden stürzte
(Suva-act. 1: Schadenmeldung; Suva-act. 7/2-23: Polizeirapport bzw.
Befragungsprotokolle der Kantonspolizei St. Gallen). Der Versicherte begab sich noch
am Unfalltag ins Spital C._, wo eine Mandibulafraktur links diagnostiziert und die
sofortige Verlegung ins Universitätsspital Zürich (nachfolgend: USZ) veranlasst wurde
(Suva-act. 4). Die CT-Untersuchung des Gesichtsschädels, die dort in der Klinik für
Unfallchirurgie durchgeführt wurde, brachte eine zweifache Mandibulafraktur links
(paramedian und Collumfraktur) zur Darstellung. Die bildgebende Untersuchung des
Sacrums zeigte keine Fraktur, aber eine Spondylolyse und Spondylolisthesis L5/S1
(Meyerding II; Suva-act. 7/24). Der Versicherte wurde darauf in die Klinik und Poliklinik
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für Kiefer- und Gesichtschirurgie des USZ verlegt, wo am 27. März (richtig: April) 2009
die doppelte Unterkieferfraktur reponiert und mittels Osteosynthese versorgt wurde
(Suva-act. 7/24, 10). Am 16. Dezember 2009 erfolgte, ebenfalls im USZ, die Entfernung
des Osteosynthesematerials (Suva-act. 14, 20). Infolge der operativen Eingriffe am
Unterkiefer links war der Versicherte vom 27. April bis 10. Mai 2009 und vom 16. bis
24. Dezember 2009 zu 100% arbeitsunfähig (Suva-act. 7/26, 16).
A.b Inzwischen hatte die Suva am 14. Oktober 2009 eine Rechnung für
Physiotherapiebehandlungen vom 23. Juni bis 31. August 2009 inklusive
Physiotherapieverordnung des Hausarztes des Versicherten, Dr. med. D._, Facharzt
FMH für Allgemeinmedizin, vom 19. Mai 2009 für posttraumatische Beschwerden der
Spondylolisthesis nach Sturz auf das Gesäss mit der Begründung zurückgewiesen,
eine Unfallmeldung mit Sturz auf das Gesäss sei nicht bekannt (Suva-act. 12, 19/2).
Nach Fürsprache von Dr. D._ (Suva-act. 19) wurden die Kosten der fraglichen
Physiotherapiebehandlungen jedoch übernommen (Suva-act. 18). Eine weitere
Rechnung für Physiotherapie im November 2009 vergütete die Suva am 20. Mai 2010
(vgl. Suva-act. 86, B.). Ein Kostengutsprachegesuch für Physiotherapie vom 23.
September 2011 wegen posttraumatischer Beschwerden der Spondylolisthesis mit
entsprechender Physiotherapieverordnung von Dr. D._ vom 16. September 2011
lehnte die Suva hingegen nach Rücksprache mit ihrem kreisärztlichen Dienst mit
Schreiben vom 3. Oktober 2011 ab. Bei den Beschwerden im Bereich der LWS handle
es sich nicht mehr mindestens wahrscheinlich um Folgen des Unfalls vom 26. April
2009 (Suva-act. 26 ff.).
A.c Am 16. Januar 2013 wurde mit Physiotherapieverordnung von Dr. D._ vom
14. Dezember 2012 erneut um Kostengutsprache wegen posttraumatischer
Beschwerden der Spondylolisthesis ersucht (Suva-act. 32). Zudem hatte der
Beschwerdeführer der Suva am 11. Januar 2013 gemeldet, er habe seit dem Unfall
vom 29. April 2009 immer wieder Beschwerden mit dem Kiefer und dem Ohr. Dennoch
sei ihm die Rechnung für die Behandlung bei Dr. med. E._, FMH
Otorhinolaryngologie, zurückgeschickt worden (Suva-act. 29). Nach Einholung eines
Berichts von Dr. E._ vom 2. November 2012 (Suva-act. 30 f.) sowie nach
Rücksprache mit ihrem Kreisarzt Dr. med. F._, Facharzt für Chirurgie FMH, MAS
Versicherungsmedizin (Suva-act. 34), lehnte die Suva mit Schreiben vom 29. Januar
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2013 die Ausrichtung von Leistungen für die am 14. Dezember 2012 verordnete
Physiotherapie sowie die Behandlung durch Dr. E._ ab. Aufgrund der medizinischen
Unterlagen bestehe kein sicherer oder wahrscheinlicher Kausalzusammenhang
zwischen dem Ereignis vom 26. April 2009 und den aktuell behandelten Beschwerden
(Suva-act. 35). Mit Verfügung vom 12. Februar 2013 hielt die Suva an ihrer
Leistungsablehnung fest (Suva-act. 37). In einem zwischenzeitlich der Suva
zugestellten Schreiben vom 11. Februar 2013 hatte Dr. D._ um Berücksichtigung
ersucht, dass beim Versicherten wohl eine Spondylolisthesis bestehe, die
Beschwerden jedoch akut geworden seien, nachdem er durch einen Faustschlag zu
Boden geworfen worden und auf sein Gesäss geprallt sei. In Folge dessen seien die
alten Beschwerden wieder aufgetreten (Suva-act. 38).
B.
B.a Am 15. Februar 2013 erhob der Krankenversicherer des Versicherten gegen die
Verfügung vom 12. Februar 2013 vorsorglich Einsprache (Suva-act. 40), zog diese
jedoch nach Prüfung der Unterlagen mit Schreiben vom 14. März 2013 zurück (Suva-
act. 44).
B.b Am 9. März 2013 hatte auch der Versicherte gegen die Verfügung vom 12. Februar
2013 Einsprache erhoben (Suva-act. 43).
C.
C.a Anlässlich eines Gesprächs mit der Suva vom 29. Mai 2013 schilderte der
Versicherte seine Beschwerdesituation seit dem Unfall vom 26. April 2009 hinsichtlich
seines linken Ohrs, der linken Gesichtshälfte und des Rückens (Suva-act. 48).
C.b Am 4. Juni 2013 reichte Dr. D._ der Suva einen Auszug der Krankengeschichte
des Versicherten vom 24. August 2007 bis 16. September 2011 ein (Suva-act. 51).
C.c Auf Empfehlung des Kreisarztes Dr. F._ vom 12. Juni 2013 (Suva-act. 52)
beauftragte die Suva Dr. D._ mit der Veranlassung einer Röntgenkontrolle der LWS,
ersuchte ihn um Zustellung allfälliger vor dem Ereignis vom 26. April 2009 erstellter
Aufnahmen der LWS (Suva-act. 54) und liess den Schadenfall aus ORL (Hals-Nasen-
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Ohren)-fachärztlicher Sicht durch Dr. med. G._, Fachärztin für Oto-Rhino-
Laryngologie, Abteilung Arbeitsmedizin der Suva, beurteilen (Suva-act. 56). Auf Hinweis
von Dr. G._ folgte sodann am 19. September 2013 für eine zusätzliche Bewertung
der Kausalität der Ohrenbeschwerden aus kieferchirurgischer Sicht zusätzlich eine
Konsultation des Versicherten bei PD Dr. med. Dr. med. dent. H._, Fachärztin für
Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (Suva-act. 58, 65).
C.d Nach Vorliegen aktueller Röntgenaufnahmen der LWS vom 23. August 2013 mit
einer sich darstellenden Spondylolisthesis L5/S1 wies Dr. F._ am 2. September 2013
darauf hin, dass ohne Voraufnahmen kein Vergleich mit den neuen Röntgenaufnahmen
möglich sei. Infolge des Beschwerdeverlaufs sei die Kausalität dennoch weiterhin
höchstens möglicherweise zu bejahen. Eine richtungsweisende Verschlimmerung der
Spondylolisthesis sei nicht überwiegend wahrscheinlich bestätigt (Suva-act. 62). Die
Suva lehnte hierauf mit Verfügung vom 19. September 2013 eine Leistungspflicht
bezüglich der gemeldeten Rückenbeschwerden mangels eines sicheren oder
wahrscheinlichen Kausalzusammenhangs zum Ereignis vom 26. April 2009 ab (Suva-
act. 64).
D.
D.a Am 12. Oktober 2013 erhob der Versicherte gegen die Verfügung vom 19.
September 2013 Einsprache (Suva-act. 66).
D.b Am 16. und 30. Oktober 2013 sowie am 13. Dezember 2013 hielt Dr. F._
unverändert an seiner Beurteilung vom 2. September 2013 fest, wies auf das weitere
Fehlen von Voraufnahmen für einen Vergleich mit den aktuellen Röntgenaufnahmen hin
und ergänzte am 13. Dezember 2013, dass eine Distorsion bzw. Kontusion des
Rückens innerhalb weniger Wochen vollumfänglich ausheile (Suva-act. 67, 69, 73). Zur
Ergänzung der medizinischen Akten holte die Suva sodann mit Schreiben vom 12.
Februar 2014 bei Dr. med. I._, Orthopädische Chirurgie FMH/Wirbelsäulenchirurgie,
Klinik J._, einen Bericht ein (Suva-act. 79 f.). Die Klinik J._ liess der Suva auch
Röntgenbilder der LWS vom 12. März 1997 und 29. Dezember 2003 sowie einen MRI-
Untersuchungsbericht der LWS des Röntgeninstituts Jona vom 4. Februar 2004
zukommen (Suva-act. 81, 84).
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D.c Am 19. März 2014 erfolgte nochmals eine kreisärztliche Kausalitätsbeurteilung der
Rückenschmerzen des Versicherten durch Dr. F._ (Suva-act. 85).
D.d Mit Entscheid vom 11. April 2014 wies die Suva die Einsprachen des Versicherten
gegen die Verfügungen vom 12. Februar 2013 und 19. September 2013 ab (Suva-act.
86).
E.
E.a Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der Versicherte mit Eingabe vom 11.
Mai 2014 Beschwerde und beantragte aufgrund der gegebenen Kausalität der
Beschwerden zum Ereignis vom 26. April 2009 die Übernahme sämtlicher Kosten im
Zusammenhang mit den in der Eingabe erwähnten Beschwerden; Rückenschmerzen,
Gefühlsstörungen und Schmerzen bei Belastung an der linken Backenseite,
Ohrenschmerzen mit einem dumpfen Hörempfinden (act. G 1).
E.b In der Beschwerdeantwort vom 12. Juni 2014 beantragte die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde (act. G 3).
E.c Mit Replik vom 15. August 2014 hielt der Beschwerdeführer an seinem
Beschwerdeantrag fest (act. G 5).
E.d Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet (act. G 7).
E.e Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften und die Ausführungen in
den medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden

Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.
1.1 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR
832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen,
Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes
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bestimmt. Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der Unfallversicherung
bildet die Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht
demnach nur für Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat kausal mit einem
versicherten Unfallereignis zusammenhängen (Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre
Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht,
Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 53 ff.).
Bei physischen Unfallfolgen hat indessen die Adäquanz gegenüber dem natürlichen
Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 118 V 291 f. E.
3a). Ob ein natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist, beurteilt sich nach dem im
Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit;
die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Wird durch einen
Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt manifest, entfällt die
Leistungspflicht des Unfallversicherers, wenn entweder der (krankhafte)
Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo
ante), oder derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines
krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status
quo sine), erreicht ist. Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten
Ursachen eines Gesundheitsschadens muss ebenso wie der leistungsbegründende
natürliche Kausalzusammenhang mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b mit
Hinweisen).
1.2 Die Beurteilung des natürlichen Kausalzusammenhangs erfolgt aufgrund der
Feststellungen bei den medizinischen Untersuchungen und ist Aufgabe des Arztes oder
der Ärztin (BGE 122 V 159 E. 1b, 112 V 32 E. 1a; PVG 1984 Nr. 82, 174). Hinsichtlich
des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die beklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten oder
der Expertin begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen
Gutachtens ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die
Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht
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oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a mit Hinweis). Den Berichten
versicherungsinterner Ärzte oder Ärztinnen kann rechtsprechungsgemäss gleichfalls
Beweiswert beigemessen werden, sofern sie schlüssig erscheinen, nachvollziehbar
begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre
Zuverlässigkeit bestehen (BGE 135 V 465, 125 V 353 f. E. 3b/ee, je mit Hinweisen).
1.3 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach hat die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für
die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen.
Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den
Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a mit Hinweisen;
vgl. BGE 130 I 183 E. 3.2). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst eine Beweislast im
Sinne einer Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Die Parteien tragen somit in der
Regel eine Beweislast nur insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu
Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt
Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift jedoch erst Platz, wenn im Rahmen
des Untersuchungsgrundsatzes kein wahrscheinlicher (die blosse Möglichkeit genügt,
wie gesagt, nicht) Sachverhalt ermittelt werden kann (Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 4,
54 f., 79).
2.
2.1 Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet der
Einspracheentscheid vom 11. April 2014 (Suva-act. 86). Diesem liegen die Verfügungen
vom 12. Februar 2013 (Suva-act. 37) und vom 19. September 2013 (Suva-act. 64) zu
Grunde. In beiden Verfügungen befasste sich die Beschwerdegegnerin zunächst mit
Rückenbeschwerden des Beschwerdeführers; in derjenigen vom 12. Februar 2013
sinngemäss unter Abweisung einer Leistungspflicht hinsichtlich der am 14. Dezember
2012 von Dr. D._ verordneten Physiotherapie bei der Diagnose posttraumatischer
Beschwerden der Spondylolisthesis (Suva-act. 32). Unbestritten ist offensichtlich unter
den Parteien, dass der Beschwerdeführer beim Unfall vom 26. April 2009 im Bereich
des Rückens bzw. des Sacrums keine neue, bleibende Gesundheitsschädigung im
Sinn einer strukturellen Veränderung, insbesondere keine Fraktur, erlitten hat. Auch aus
den medizinischen Akten ergeben sich keine gegenteiligen Hinweise (vgl. dazu Suva-
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act. 7/24, 62). Röntgenaufnahmen der LWS vom 23. August 2013 sowie die anlässlich
der Konsultation im USZ vom 26. April 2009 vorliegende Bildgebung des Sacrums
zeigten zwar eine Spondylolisthesis L5/S1 bei Spondylolyse (Suva-act. 7/24, 62, 85/5)
und damit eine strukturelle gesundheitliche Störung. Wie der von Dr. D._ notierten
Krankengeschichte zu entnehmen ist (vgl. Suva-act. 51), war jedoch die
Spondylolisthesis L5/S1 bereits vorbestehend und stellt - wie im MRI-
Untersuchungsbericht der LWS des Röntgeninstituts K._ vom 4. Februar 2004
festgehalten - eine degenerative Problematik dar. Eine Spondylolyse
(Wirbelbogendefekt) hat eine Spondylolisthesis (Abgleiten des betreffenden Wirbels) zur
Folge, welche wiederum zu Bandscheibendegenerationen führt (vgl. dazu Suva-act. 84;
vgl. dazu auch die medizinische Literatur: Alfred M. Debrunner, Orthopädie,
Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2002, S. 843 ff.; Roche Lexikon Medizin, 5. Aufl.
München 2003, S. 1737; Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch 2013, 264. Aufl. Berlin
2012, S. 1974). Trifft ein Unfall auf einen vorgeschädigten Körper und steht
medizinischerseits fest, dass weder der Status quo ante noch der Status quo sine je
wieder erreicht werden können, so spricht die Rechtsprechung von einer
"richtungsgebenden Verschlimmerung" (Rumo-Jungo/
Holzer, a.a.O., S. 54). Die lediglich vorübergehende, unfallbedingte Verschlimmerung
eines Vorzustandes basiert auf dem Wissen, dass es im Unfallversicherungsrecht
durchaus Fälle gibt, bei denen die Unfallfolgen bzw. deren Anteil an einer
Gesundheitsschädigung im Rahmen des posttraumatischen Verlaufs nie wirklich
sichtbar gemacht werden konnten. Dennoch wird nach einem geeigneten bzw.
adäquaten Ereignis in einer ersten Phase von einer schädigenden Wirkung des Unfalls
auf den Körper ausgegangen, die nach dem Unfall aufgetretenen bzw. ausgelösten
Beschwerden werden jedoch nach einem bestimmten Zeitraum - trotz ihres möglichen
Fortdauerns - aufgrund einer medizinischen Erfahrungstatsache nicht mehr dem Unfall
angelastet. Als Beispiel dafür gilt die durch einen Unfall ausgelöste Diskushernie. Die
Unfallversicherung übernimmt in diesen Fällen nur den durch das Unfallereignis
ausgelösten Beschwerdeschub (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts [bis 31.
Dezember 2006 Eidgenössisches Versicherungsgerichts, EVG] vom 9. Januar 2012,
8C_601/2011, E. 3.2, und Urteil des EVG vom 20. September 2001, U 379/00, E. 6a).
2.2 Nachdem die Beschwerdegegnerin zunächst einen Unfall bezogen auf den
Rücken bzw. einen Sturz auf das Gesäss verneint und entsprechende
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Physiotherapieleistungen für posttraumatische Beschwerden der Spondylolisthesis am
14. Oktober 2009 abgelehnt hatte (Suva-act. 12), kam sie am 18. Januar 2010 auf ihren
Entscheid zurück und sicherte dem Beschwerdeführer Heilbehandlungsleistungen für
Physiotherapie vom 23. Juni bis 31. August 2009 zu (Suva-act. 18). Sie wies aber nach
wie vor darauf hin, dass weder im Notfallbericht des Spitals C._ (Suva-act. 4) und
den Berichten des USZ (Suva-act. 7, 10) noch in der Unfallmeldung vom 27. April 2009
(Suva-act. 1) ein Sturz auf das Gesäss festgehalten sei (Suva-act. 18). Nachdem aber in
der Anamnese des Berichts der Klinik für Unfallchirurgie des USZ vom 27. April 2009
(Suva-act. 7/24) von einem Sturz auf das Steissbein die Rede und entsprechend eine
bildgebende Untersuchung des Sacrums durchgeführt worden ist, insbesondere auch
in den Polizeiakten von den in den Streit involvierten Personen übereinstimmend ein
Sturz beschrieben wird und in der Krankengeschichte von Dr. D._ betreffend die
Konsultation vom 6. Mai 2009 ein Sturz zu Boden vermerkt ist (Suva-act. 51), besteht
kein Anhalt, grundsätzlich an einer Unfallbeteiligung des Rückens bzw. des Gesässes
des Beschwerdeführers zu zweifeln. Auch die Beschwerdegegnerin legt im
angefochtenen Einspracheentscheid diesen Sachverhalt der Kausalitätsbeurteilung zu
Grunde (vgl. Suva-act. 86, Ziff. 5). Wie von Dr. D._ in seinem Schreiben vom 11.
Februar 2013 geltend gemacht, ist damit von einem unfallbedingten akut Werden der
Spondylolisthesis bzw. einer Verschlimmerung des Vorzustandes auszugehen. In der
Verfügung vom 12. Februar 2013 wurde eine Leistungspflicht erst für die von Dr. D._
am 14. Dezember 2012 verordnete Physiotherapie abgelehnt. Am 3. Oktober 2011
wurde jedoch kreisärztlich festgehalten, nach sechs Monaten könne davon
ausgegangen werden, dass die LWS-Beschwerden nicht mehr zumindest
wahrscheinlich unfallkausal seien (Suva-act. 27). Gestützt darauf verneinte die
Beschwerdegegnerin - wenn auch nur formlos mit Schreiben vom 3. Oktober 2011 -
eine Leistungspflicht bereits für die am 16. September 2011 verordnete Physiotherapie
(Suva-act. 26, 28). Nachdem dazu in der Verfügung vom 19. September 2013 allgemein
die Ausrichtung von Leistungen für gemeldete Rückenbeschwerden abgelehnt wurde
und schliesslich im angefochtenen Einspracheentscheid vom 11. April 2014 (Suva-act.
86, Ziff. 5.b) festgehalten wird, die Ärzte gingen übereinstimmend davon aus, dass der
Unfall vom 26. April 2009 die Rückenbeschwerden verschlimmert habe, entsprechend
habe sie die Kosten für die physiotherapeutische Behandlung der Rückenbeschwerden
bis November 2009 übernommen, darf davon ausgegangen werden, dass die
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Beschwerdegegnerin sinngemäss von einem Status quo sine vel ante per Ende
Oktober 2009, d.h. spätestens sechs Monate nach dem Unfall, ausgeht.
2.3 Die Beschwerdegegnerin stützt sich dabei insbesondere auf die Beurteilung von
Dr. F._ vom 19. März 2014 (Suva-act. 85). Der Umstand, dass dieser seine
Beurteilung ausschliesslich aufgrund der Akten abgegeben und den Beschwerdeführer
nicht selbst untersucht hat, steht dem Beweiswert seiner Beurteilung nicht entgegen
(vgl. dazu RKUV 1988 Nr. U 56 S. 371 E. 5b; Urteile des Bundesgerichts vom 1.
Februar 2010, 8C_792/2009, E. 5, und vom 26. Januar 2010, 8C_833/2009, E. 5.1). Dr.
F._ legt die Anamnese ("Aktenmässiger Verlauf") bzw. die Ergebnisse der im
konkreten Fall durchgeführten ärztlichen Untersuchungen - die
Untersuchungsergebnisse der Klinik für Unfallchirurgie des USZ vom 26. April 2009
bzw. den entsprechenden Bericht vom 27. April 2009 ausgenommen (Suva-act. 7/24;
vgl. dazu aber nachfolgende Erwägung 2.4) - dar. Nicht in Frage zu stellen ist
ausserdem die Fachkompetenz von Dr. F._, der Facharzt für Chirurgie und
Versicherungsmedizin ist. Jedoch sind auch die Beurteilungen der Ärztinnen und Ärzte
der Suva nach den allgemeinen Grundsätzen der Schlüssigkeit, Nachvollziehbarkeit,
Widerspruchsfreiheit sowie des Fehlens von Indizien, welche gegen die Zuverlässigkeit
der spezialärztlichen Beurteilung sprechen, zu beurteilen (vgl. Erwägung 1.2).
2.4 Eine richtunggebende Verschlimmerung der vorbestandenen Spondylolisthesis
des Beschwerdeführers durch seinen Sturz auf das Gesäss vom 26. April 2009, die
eine Leistungseinstellung ausschliessen würde (vgl. Erwägung 2.1), ist - wie von Dr.
F._ festgestellt - mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu
verneinen. Der Bericht der Klinik für Unfallchirurgie des USZ vom 27. April 2009 und
damit die darin enthaltene Schilderung des Sturzes auf das Gesäss und festgehaltene
Bedarfsanalgesie sowie der von den Ärzten der Klinik am 26. April 2009 erhobene
Befund einer Klopfdolenz sacral (Suva-act. 7/24) wurden zwar von Dr. F._ übersehen.
Entscheidend ist jedoch, dass er in seiner Beurteilung vom 19. März 2014 davon
ausgeht, dass am 26. April 2009 ein Sturz auf das Gesäss stattgefunden hat, und seine
Ausführungen zur Frage der Kausalität der geklagten Beschwerden angesichts der
gesamten Aktenlage schlüssig und überzeugend erscheinen (Suva-act. 85). Es
erscheint naheliegend, dass sich eine richtunggebende Verschlimmerung gegenüber
einer vorübergehenden Verschlimmerung eines Vorzustandes in einer bestimmten
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Weise abheben muss. Treten nach einem Unfall posttraumatische Lumbalgien und
Lumboischialgien auf, so kann das Erreichen des Status quo sine nach drei bis vier
Monaten erwartet werden, wogegen eine allfällige richtunggebende Verschlimmerung
röntgenologisch ausgewiesen sein und sich von der altersüblichen Progression
abheben muss (Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 56). Vorübergehende
Verschlimmerungen von degenerativen Vorzuständen sind demgegenüber, wie bereits
erwähnt, kaum je sichtbar (vgl. Erwägung 2.1). Angesichts des Gesagten überprüfte
Dr. F._ in seiner ärztlichen Beurteilung vom 19. März 2014 nachvollziehbar die
bildgebende bzw. radiologische Entwicklung der Spondylolisthesis L5/S1 des
Beschwerdeführers. Eine Überprüfung derselben liess sich im konkreten Fall insofern
besonders zuverlässig vornehmen, als beim Beschwerdeführer schon seit vielen Jahren
eine Spondylolisthesis bestand. So liegt ein erstes Röntgenbild mit Darstellung einer
solchen vom 12. März 1997 vor (Suva-act. 85), welches bereits deutliche degenerative
Veränderungen bei ausgeprägter Spondylolisthesis L5/S1 zeigte. Das sechs Jahre
später erstellte Röntgenbild vom 29. Dezember 2003 wies im Vergleich zur Bildgebung
vom 12. März 1997 keine Veränderungen auf. Auch im MRI-Untersuchungsbericht vom
4. Februar 2004 wurde eine fortgeschrittene Degeneration des Segments L5/S1 infolge
Fehlstellung festgehalten (Suva-act. 84). Entscheidend war nun aber das nach dem
Unfall vom 26. April 2009 erstellte Röntgenbild vom 23. August 2013, das laut Dr. F._
weitgehend vergleichbar mit den konventionellen Voraufnahmen vom 12. März 1997
und 29. Dezember 2003 ist. So stellte sich auch hier eine ausgeprägte
Spondylolisthesis dar. Eine von Anfang an ausgeprägte Spondylolisthesis lässt
selbstredend bereits für sich einer richtunggebenden Verschlimmerung wenig Raum.
Der Schweregrad der Spondylolisthesis war sodann über viele Jahre auf sämtlichen vor
und nach dem Unfall erstellten radiologischen Bildern einheitlich deutlich, ausgeprägt
bzw. fortgeschritten. In Anbetracht der vorliegenden Sachlage erscheint die
Schlussfolgerung von Dr. F._ - angesichts der schon lange bekannten
Spondylolisthesis ohne unisegmentale Zunahme der Degeneration sei nicht
überwiegend wahrscheinlich von einer richtungsgebenden Verschlimmerung
auszugehen - ohne Weiteres überzeugend. Auch die Darstellungen von Dr. I._ in
seinem Bericht vom 5. September 2011 (Suva-act. 79) lassen - wie von Dr. F._
festgestellt - nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit von
einer richtungsgebenden Verschlimmerung ausgehen. Dr. I._ beschreibt, dass der
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Beschwerdeführer bereits im Jahr 2003 unter grossen Problemen im Sinne von
Kreuzschmerzen gelitten habe. Mit einer seither jährlich durchgeführten Physiotherapie
seien diese zum grössten Teil verschwunden. Im Jahr 2009 sei der Beschwerdeführer
gestürzt und leide seitdem unter stärkeren Schmerzen, die sich nicht mehr so gut
behandeln lassen würden. Die Schmerzen kämen schon nach kurzen Intervallen nach
der Physiotherapie wieder zurück und blieben hartnäckig. Das vom Beschwerdeführer
anlässlich der Konsultation von Dr. I._ am 2. September 2011 beschriebene
Beschwerdebild (Missempfindung im linken Bein, die beim Gehen verschwinde und
kein Schmerz sei; Fehlen von nächtlichen Schmerzen; morgendliche Beschwerden, die
jedoch bei weitem nicht so seien, wie es einmal gewesen sei; Schmerzgrad 5), die
damals von Dr. I._ erhobenen Befunde (in keiner Weise reduzierte oder schmerzhafte
Beweglichkeit des Rumpfes, symmetrisches Gangbild, keine neurologischen
Dysfunktionen oder Defizite, palpatorisch über der LWS wenig Dolenz) sowie die
unwesentlich veränderten Therapievorschläge lassen hingegen keine richtungsgebende
Verschlimmerung der bereits vorbestehenden Beschwerden erkennen. Vielmehr ist
auch aufgrund der dargelegten Sachlage von einer gegenüber dem Vorzustand
unveränderten Situation auszugehen. Eine richtungsgebende Verschlimmerung müsste
im Übrigen medizinisch beurteilt werden, wird jedoch auch von Dr. I._ in keiner Weise
diskutiert.
2.5 Nachdem der Beschwerdeführer angesichts der dargelegten medizinischen
Befunde mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit anlässlich des
Sturzes auf das Gesäss am 26. April 2009 keine richtungsgebende Verschlimmerung
der vorbestandenen, unfallfremden Spondylolisthesis erlitten hat, kommt damit nur eine
ausheilende Traumatisierung mit vorübergehenden kausalen Beschwerden in Frage.
Angesichts des vom Beschwerdeführer beschriebenen Unfall- bzw. Sturzmechanismus
ist - wie auch von Dr. F._ angenommen - von einer Kontusion der LWS oder des
Sacrums auszugehen. Dr. F._ stellt sich in seinen Beurteilungen vom 12. Juni 2013
(Suva-act. 52) und vom 19. März 2014 (Suva-act. 85) auf den Standpunkt,
Rückenschmerzen seien unfallkausal, wenn die Symptomatik innerhalb von 72 Stunden
auftrete. Angesichts dessen, dass beim Beschwerdeführer der Zeitpunkt der
erstmaligen Manifestation der Rückenschmerzen unklar sei, könne höchstens von einer
möglichen Unfallkausalität ausgegangen werden. Dr. I._ und Dr. D._ gehen davon
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aus, dass die Spondylolisthesis des Beschwerdeführers durch den Sturz vom 26. April
2009 traumatisiert worden sei, was in der Folge zu LWS-Beschwerden geführt habe.
2.6 Der echtzeitlichen Schwere einer Beschwerdesymptomatik bzw. ihr zeitliches Auf
treten vermag für die Heilungsdauer und damit für die Annahme eines Status quo sine
vel ante durchaus Bedeutung zukommen. So erscheint es nachvollziehbar, dass
schwere Kontusionen im Regelfall unmittelbar nach dem Unfall zu bedeutenden
Beschwerden führen und der Heilungsprozess einer schweren Kontusion länger dauert
als derjenige einer leichten Kontusion. Wie bereits erwähnt, argumentiert Dr. F._ in
seiner Beurteilung vom 19. März 2014 (Suva-act. 85) ohne Kenntnis der
Befunderhebung durch die Ärzte der Klinik für Unfallchirurgie des USZ (Suva-act. 7/24)
und geht damit vom nicht zutreffenden Sachverhalt aus, innerhalb von 72 Stunden seit
dem Unfall seien in den echtzeitlichen ärztlichen Berichten kein Sturz auf das Gesäss
und keine Rückenbeschwerden geschildert worden. Allerdings bestehen keine
Hinweise dafür, dass es zu einer bedeutenden Kontusionsverletzung mit namhafter
Schmerzhaftigkeit gekommen war. So äusserte sich der Beschwerdeführer gegenüber
der Beschwerdegegnerin am 29. Mai 2013 vorderhand zur Kiefer- bzw. Ohrproblematik
und hielt hinsichtlich der Rückenbeschwerden fest, dass er nicht mehr wisse, wann
genau diese erstmals aufgetreten seien (Suva-act. 48). Die Argumentation des
Beschwerdeführers, zu Beginn des Heilverlaufs hätten andere gesundheitliche
Probleme im Vordergrund gestanden, erscheint zwar insofern nicht als abwegig, als er
sich vom 26. bis 30. April 2009 für die operative Behandlung seiner doppelten
Unterkieferfrakturen stationär im USZ aufhielt. Nachdem jedoch laut Bericht der Klinik
für Unfallchirurgie des USZ vom 27. April 2009 noch am Unfalltag eine radiologische
Untersuchung des Sacrums stattgefunden hat, als Befund jedoch einzig eine
Klopfdolenz erhoben und als Procedere lediglich eine Bedarfsanalgesie vermerkt
wurden, und in Übereinstimmung mit Dr. F._ (vgl. Suva-act. 85) eine relevante
Symptomatik lumbosacral von Kieferbeschwerden zu abstrahieren sein müsste, ist
trotz allem nicht von einer massgeblichen Kontusionsverletzung auszugehen.
2.7 Es ist eine medizinische Erfahrungstatsache, dass ein leichtes Trauma mit einer
fehlenden strukturellen Schädigung der Gelenke und/oder Knochen, wie beispielsweise
eine Prellung, Verstauchung oder Zerrung, auch bei degenerativen Vorzuständen
normalerweise innert kurzer Zeit abheilt. Dr. F._ veranschlagt hierbei eine Zeitdauer
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von sechs Monaten, worauf die Beschwerdegegnerin von einem Dahinfallen jeder
kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen bezüglich der
Beschwerdesymptomatik im Zusammenhang mit der Spondylolisthesis per Ende
Oktober 2009 ausging. Damit übereinstimmend weist die Krankengeschichte von Dr.
D._ betreffend die Konsultation vom 10. September 2009 auf eine erhebliche
Regredienz der Beschwerden im Zusammenhang mit der Spondylolisthesis hin (Suva-
act. 51). Eine Ausnahme von der Regel ist grundsätzlich nicht ausgeschlossen, doch
muss sie sich eben als solche präsentieren. Im vorliegenden Fall liegen keine Hinweise
für eine längere Heilungsdauer vor. Allein die Tatsache, dass bei einer versicherten
Person vor dem geltend gemachten Unfall noch keinerlei Beschwerden im Bereich der
LWS bzw. des Sacrums bestanden haben, reicht schliesslich nicht aus, um von einer
fortdauernden Unfallkausalität auszugehen (vgl. dazu die beweisrechtlich untaugliche
Formel "post hoc ergo propter hoc"; SVR 2008 UV Nr. 11 S. 34 [U 290/06] E. 4.2 mit
Hinweisen; Alfred Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern
1989, S. 460 Fn 1205). Im konkreten Fall ist im Übrigen gerade nicht von einer solchen
Konstellation auszugehen. Beim Beschwerdeführer ist seit mehreren Jahren eine
Spondylolisthesis L5/S1 ausgewiesen, die immer wieder zu Schmerzen und anderen
Beschwerden geführt hat (vgl. Suva-act. 51, 84).
2.8 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass gestützt auf die Beurteilungen von
Dr. F._ sowie angesichts der beschriebenen übrigen Aktenlage mit dem Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden muss, dass der
Unfall vom 26. April 2009 für die Rückenbeschwerden im Zeitpunkt der
Leistungseinstellung (Ende Oktober 2009) keine Teilursache mehr darstellte bzw. der
Status quo sine vel ante erreicht war. Die Beschwerdegegnerin hat demzufolge ihre
Leistungen bezüglich der Rückenbeschwerden zu Recht per Ende Oktober 2009
eingestellt.
3.
3.1 Der Beschwerdeführer erlitt sodann anlässlich des Unfalls vom 26. April 2009
unbestrittenermassen eine zweifache Mandibulafraktur links, welche am 27. März 2009
im USZ reponiert und mittels Osteosynthese versorgt wurde (Suva-act. 7/24, 10). Am
16. Dezember 2009 wurde, ebenfalls im USZ, das Osteosynthesematerial entfernt
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(Suva-act. 20). Infolge dieser operativen Eingriffe war der Beschwerdeführer vom 27.
April bis 10. Mai 2009 und vom 16. bis 24. Dezember 2009 zu 100% arbeitsunfähig
(Suva-act. 3, 16). Die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin im Zusammenhang mit
der erlittenen zweifachen Unterkieferfraktur, d.h. insbesondere für die genannten
Operationen bis zur Heilung der Operationsfolgen, sowie ein Anspruch des
Beschwerdeführers auf Taggeldleistungen für die diesbezüglichen Arbeitsunfähigkeiten
sind unbestritten. Die entsprechenden Leistungen wurden von der
Beschwerdegegnerin offensichtlich erbracht. Anlässlich eines Telefongesprächs vom
11. Januar 2013 mit der Beschwerdegegnerin berichtete sodann der
Beschwerdeführer, er habe seit seinem Unfall im Jahr 2009 immer wieder Probleme mit
dem Kiefer und dem Ohr (Suva-act. 29). Laut der von Dr. E._ dokumentierten
Krankengeschichte hat sich der Beschwerdeführer zuvor am 2. November 2012 bei
diesem in Behandlung begeben und über eine vermehrte Berührungsempfindlichkeit
der linken Wange, ein Schwellungsgefühl im Bereich der Ohrspeicheldrüse, ein Druck-
und Okklusionsgefühl im linken Ohr und Umgebung, eine Lärmempfindlichkeit und ein
intermittierendes Ohrrauschen seit der Unterkieferfraktur im Frühjahr 2009 geklagt
(Suv-act. 31). Mit Verfügung vom 12. Februar 2013 (Suva-act. 37) bzw.
Einspracheentscheid vom 11. April 2014 (Suva-act. 86) verneinte die
Beschwerdegegnerin einen natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall
vom 26. April 2009 und den vom Beschwerdeführer gegenüber Dr. E._ geklagten
Beschwerden.
3.2 Für die Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen wird im Regelfall eine
strukturelle Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als objektivierbares
Korrelat verlangt. Als objektiviert gilt eine solche Läsion, wenn sie durch einen
entsprechenden radiologischen Untersuchungsbefund erhoben wird. Das linke Ohr
liegt in unmittelbarer Nähe des linken Unterkiefers und laut Aussage des
Beschwerdeführers wurden die damaligen Schläge auf die linke Wange, nur wenig vom
linken Ohr entfernt, geführt. Sodann ist die Lokalisation von Schmerzen für den
Betroffenen nicht immer einfach und ihre Fähigkeit zur Ausstrahlung ein bekanntes
Phänomen. Entsprechend hat die Beschwerdegegnerin vor ihrer Leistungsablehnung
sowohl den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers bezüglich seines linken Ohrs
als auch seines linken Unterkiefers fachärztlich beurteilen lassen. Unfallrestfolgen im
Bereich des linken Unterkiefers könnten angesichts des Gesagten sowohl für die
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Ohrbeschwerden als auch für die Backen- bzw. Wangenbeschwerden verantwortlich
sein.
3.3 Echtzeitlich ist in den Berichten des USZ unbestrittenermassen keine
unfallbedingte strukturelle Ohrverletzung, sondern einzig die zweifache
Mandibulafraktur links dokumentiert. Ohrbeschwerden sind in den Akten erstmals in
der von Dr. D._ notierten Krankengeschichte im Rahmen einer Konsultation vom 25.
Juli 2011 festgehalten. Der Beschwerdeführer berichtete damals, dass sich das ganze
linke Ohr ganz anders als das rechte anfühle; da sei jedoch nichts passiert.
Ohrspezifische Befunde oder eine bezüglich der Ohren verordnete Therapie sind in der
Krankengeschichte nicht vermerkt (Suva-act. 51). Eine fachärztlich dokumentierte
Untersuchung der Ohren erfolgte erst durch Dr. E._ am 2. November 2012. Eine
Ohrmikroskopie zeigte beidseits wenig Hyperostosen, sonst reizlose Gehörgänge
sowie differenzierte Trommelfelle. Der Weber- und der Rinne-Versuch fielen positiv aus.
Das zudem durchgeführte Reintonaudiogramm ergab beidseits eine leichte
Mitteltonhörminderung, ansonsten jedoch normale Schwellen für Luft- und
Knochenleitung. Gestützt auf diese Untersuchungsergebnisse hielt Dr. E._ fest, er
könne für die geklagten Ohrbeschwerden (Hyperakusis/Tinnitus) des
Beschwerdeführers keine spezifische Pathologie erfassen und interpretiere diese als
reaktiv mit Projektion in die linke Kopfseite (Suva-act. 31). Dr. G._ hält in ihrer
ärztlichen Beurteilung vom 2. Juli 2013 aus ORL-fachärztlicher Sicht bezüglich der
Ohren fest, dass vom zeitlichen Ablauf her nicht von solchen, auf das Unfallereignis
zurückzuführenden Ohrbeschwerden ausgegangen werden könne. Die Latenzzeit
zwischen Unfallereignis und Auftreten der subjektiven Ohrbeschwerden sei zu lang und
nicht nachvollziehbar, ansonsten sie postoperativ bereits hätten dokumentiert sein
müssen. Die geklagten Ohr- und Ohrspeicheldrüsenbeschwerden mit Hyperakusis,
Tinnitus und Okklusionsgefühl im linken Ohr seien aus ORL-Sicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit nicht unfallbedingt (Suva-act. 56). Diese Schlussfolgerung erscheint
angesichts der dargelegten massgeblichen sachverhaltlichen Grundlagen ohne
weiteres überzeugend und schlüssig. Nach der Rechtsprechung sind die
Anforderungen an den Beweis des natürlichen Kausalzusammenhangs im Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit umso strenger, je grösser der zeitliche Abstand
zwischen dem Unfall und dem erneuten Eintritt der Gesundheitsschädigung ist (RKUV
1997 Nr. U 275 S. 188 E. 1c). Eine Latenzzeit von rund zwei Jahren bis zur erstmaligen
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Dokumentation von Ohrenbeschwerden lässt die präsentierte Symptomatik, wenn
überhaupt, nur möglicherweise in einem kausalen Zusammenhang zum Unfall stehen
(vgl. dazu Ausführungen in Erwägung 2.6). Ebenfalls in Frage gestellt ist eine
Unfallkausalität dadurch, dass anlässlich der Konsultation bei Dr. D._ am 25. Juli
2001, wie gesagt, weder eine konkrete Befunderhebung noch eine Therapie erfolgte, es
bis zur Konsultation von Dr. E._ wegen Ohrbeschwerden wiederum mehr als ein Jahr
dauerte und auch dieser die geklagten Ohrbeschwerden aus ORL-spezifischer Sicht
keiner Pathologie zuzuordnen vermochte oder eine konkrete Therapie verordnete.
Grundsätzlich können demzufolge konkrete Unfallfolgen im Bereich des linken Ohrs
nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit angenommen
werden.
3.4 Wie bereits erwähnt, klagte der Beschwerdeführer gegenüber Dr. E._ am 2.
November 2012 ausserdem über Probleme im Bereich des linken Kiefers, die im
Auszug der Krankengeschichte als Berührungsempfindlichkeit der linken Wange (Suva-
act. 31) und in der Beschwerde als Gefühlsstörungen und Schmerzen bei Belastung an
der linken Backenseite am linken Unterkiefer (act. G 1) beschrieben werden. Die
Nachkontrollen in der Klinik für Kiefer- und Gesichtschirurgie vom 1. und 27. Mai 2009
sowie vom 22. Juli 2009 waren laut Bericht der Klinik vom 4. August 2009 regelrecht.
Anlässlich der letzten
3-Monatskontrolle berichtete der Beschwerdeführer, es gehe ihm soweit gut, worauf
die Ärzte der Klinik in drei Monaten eine 6-Monatskontrolle planten (Suva-act. 10). Eine
Dokumentation über deren Durchführung bzw. deren Ergebnisse liegt nicht bei den
Akten. Vorliegend ist einzig ein Kostengutsprachegesuch vom 2. November 2009
aktenkundig, worin ein regelrechter klinischer und radiologischer postoperativer Verlauf
und die Planung der Entfernung des Osteosynthesematerials etwa 8 Monate
postoperativ vermerkt wurden (Suva-act. 13). Dr. D._ hatte den Beschwerdeführer
ausserdem aufgefordert, Anfang August 2009 nochmals bei ihm zu erscheinen, was
jedoch nicht geschah (Suva-act. 11). Im Austrittsbericht des USZ betreffend die
Hospitalisation im Zusammenhang mit der Osteosynthesematerialentfernung ist notiert,
der Beschwerdeführer habe am 17. Dezember 2009 in gutem Allgemeinzustand und in
subjektivem Wohlbefinden in die ambulante Nachsorge entlassen werden können. Als
extraorale Befunde wurden bei Austritt eine leichte Hypästhesie im Bereich des Nervus
V3 links, eine erhaltene Fazialisfunktion, eine minimale Schwellung im Bereich der
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linken Wange, kein Hämatom und ein Kinnverband in situ erhoben (Suva-act. 20). Eine
Dokumentation über die ursprünglich im Anschluss an die
Osteosynthesematerialentfernung vereinbarte Nachkontrolle liegt ebenfalls nicht bei
den Akten. Von Beschwerden im Bereich des Unterkiefers ist in den Akten nach der
Osteosynthesematerialentfernung vom 17. Dezember 2009 erstmals wieder in der
Krankengeschichte von Dr. D._ in Bezug auf die Konsulation vom 25. Juli 2011 die
Rede. Dies jedoch ohne konkrete Befunderhebung oder konkreten Therapievorschlag
(Suva-act. 51). Bis zur nächsten Dokumentation von Wangenbeschwerden bzw. einer
ärztlichen Konsultation von Dr. E._ dauerte es sodann wiederum mehr als ein Jahr
(Suva-act. 31). Dr. G._ weist in ihrer ärztlichen Beurteilung vom 2. Juli 2013 auf den
unauffälligen peri- und postoperativen Heilungsverlauf betreffend der zweifachen
Unterkieferfraktur hin und stellt nachvollziehbar und überzeugend fest, dass bei
postoperativen Beschwerden sicher weitere ärztliche Konsultationen durchgeführt,
insbesondere die weiteren vereinbarten Nachkontrollen wahrgenommen worden wären
(Suva-act. 56). Am 19. September 2013 erfolgte die von ihr angeregte ergänzende
Beurteilung aus kieferorthopädischer Sicht durch Dr. H._ (Suva-act. 65). Eine
eigentliche Kausalitätsbeurteilung nahm diese nicht vor. Angesichts dessen, dass Dr.
H._ jedoch bezüglich des linken Unterkiefers offensichtlich keine auffälligen,
wesentlich von der Norm abweichenden Befunde zu erheben vermochte, liegen damit
keine massgeblichen, neuen kieferchirurgischen Erkenntnisse vor, welche dem von Dr.
G._ beschriebenen, komplikationslosen Heilungsverlauf widersprechen würden.
3.5 Zusammenfassend ist angesichts der in Erwägung 3.3 f. dargelegten Sachlage
festzuhalten, dass mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit weder
von Unfallrestfolgen im Bereich des linken Unterkiefers und demgemäss von sekundär
durch eine Kieferproblematik verursachten Ohrbeschwerden, noch von Unfallrestfolgen
einer beim Unfall vom 26. April 2009 erlittenen strukturellen Ohrverletzung links
ausgegangen werden kann. Die Beschwerdegegnerin hat damit sowohl eine
Leistungspflicht aus der obligatorischen Unfallversicherung hinsichtlich der
Ohrbeschwerden links als auch bezüglich neuer Beschwerden im Bereich des linken
Unterkiefers zu Recht verneint. Die Ausführungen des Beschwerdeführers anlässlich
des Gesprächs mit der Beschwerdegegnerin vom 29. Mai 2013 betreffend
Brückensymptome vermögen an dieser Beurteilung nichts zu ändern.
Brückensymptome, die das Geschehen über die leistungsfreie Zeit hinweg als Einheit
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kennzeichnen, sind im konkreten Fall nicht mit der erforderlichen überwiegenden
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen. Der Beschwerdeführer beschrieb Schmerzen zu
Beginn im Bereich der gesamten Gesichtshälfte, von der Wange bis hin zum Ohr. Die
Ärzte des USZ hätten ihm gesagt, der Heilungsverlauf würde bis zu zwei Jahre dauern,
weswegen er die Hoffnung gehabt habe, die Schmerzen würden mit zunehmender
Dauer abnehmen. Im Verlauf der Jahre sei es dann auch zu einer leichten Besserung
der Beschwerden an der linken Wange und am linken Ohr gekommen. Vollständig
schmerzfrei sei er jedoch seit dem Unfallereignis vom 26. April 2009 nie mehr gewesen.
Erst nach der Osteosynthesematerialentferung habe er den effektiven Schmerz
genauer lokalisieren können. Er habe sowohl vor dem linken Ohr (beim Kiefergelenk) als
auch im linken Ohr Schmerzen verspürt (Suva-act. 48). An sich könnte sich ein
Heilungs- bzw. Beschwerdeverlauf wie vom Beschwerdeführer geschildert zutragen.
So ist es denkbar, dass noch vorhandenes Osteosynthesematerial vom Patienten als
störend bzw. ein Heilungsverlauf erst nach der Entfernung als abgeschlossen oder
eben nicht abgeschlossen empfunden wird und in der Folge neue Erkenntnisse
gezogen werden. Ausserdem können Brückensymptome naturgemäss auch relativ
harmloser Natur sein und dürfen in der Regel nicht nur dann anerkannt werden, wenn
sie auch durchgängig ärztlich behandelt wurden (vgl. Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts vom 6. Juni 2006, U 12/06, E. 4.3.2). Doch ist auch hier auf die
Ausführungen in Erwägung 3.4 hinzuweisen. Der wiederholt festgehaltene regelrechte
postoperative Verlauf, die nicht wahrgenommene Nachkontrolle des
Beschwerdeführers bei Dr. D._, die grosse Latenzzeit von rund zwei Jahren zwischen
dem Unfall und den erstmals am 25. Juli 2011 von Dr. D._ in den Akten registrierten
Ohrbeschwerden, aber insbesondere die erneut lange Latenzzeit von eineinhalb Jahren
zwischen der Osteosynthesematerialentfernung und den am 25. Juli 2011
dokumentierten Ohr- sowie Unterkieferbeschwerden links lassen erhebliche Zweifel an
der Schilderung des Beschwerdeführers aufkommen. Eine fachärztliche Untersuchung
mit Erhebung konkreter Befunde erfolgte sodann nochmals über ein Jahr später, am 2.
November 2012 bei Dr. E._. Leidet eine versicherte Person unter massgeblichen
Beschwerden, erscheint es eher unwahrscheinlich, dass diese über eine solch lange
Zeit akzeptiert bzw. erduldet werden, ohne dass ein Arzt früher bzw. in kürzeren
Abständen konsultiert wird.
4.
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Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid vom 11. April 2014 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG).