Decision ID: 51f8e604-dd07-4d9f-8e2e-a3c5a988a092
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Der am 1. Juni 1971 geborene A.I. ist Staatsangehöriger der Türkei. Er reiste am 18.
August 2002 mit einem für 90 Tage gültigen Touristenvisum in die Schweiz ein. Nach
Ablauf des Visums verblieb er illegal im Land und wurde deswegen mit Strafbescheid
des Untersuchungsamts S. vom 17. Oktober 2003 zu einer bedingten Gefängnisstrafe
von fünf Monaten mit einer Probezeit von zwei Jahren und einer Busse von Fr. 300.--
verurteilt.
Am 14. Februar 2003 heiratete A.I. in S. die am 3. August 1967 geborene und in der
Schweiz niedergelassene italienische Staatsangehörige F.C. In der Folge stellte diese
am 19. Februar 2003 ein Familiennachzugsgesuch für A.I. Nachdem die Kantonspolizei
das Ehepaar anlässlich einer Kontrolle am 9. April 2003 nicht in der ehelichen Wohnung
in S. vorgefunden hatte, merkte das Einwohneramt S. am 10. April 2003 zum
Nachzugsgesuch von F.C. an, dass diese drogenabhängig und kurz nach der Heirat
inhaftiert worden sei sowie vollumfänglich vom Sozialamt unterstützt werde. Es
bestehe der Verdacht auf eine Scheinehe. In der Folge wurde das Ehepaar am 23. und
24. Juni 2003 getrennt voneinander polizeilich befragt.
Das Ausländeramt erteilte A.I. am 19. August 2003 eine fünfjährige und bis 14. Februar
2008 gültige Aufenthaltsbewilligung EG/EFTA. Es wies ihn auf seine eheliche
Beistandspflicht hin und hielt ihn zur Suche einer Arbeitsstelle an, um für den eigenen
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Lebensunterhalt und denjenigen seiner Ehefrau aufzukommen. Ende Januar 2004 teilte
das Einwohneramt S. dem Ausländeramt mit, das Ehepaar lebe getrennt, und reichte
eine von F.C. am 16. Januar 2004 zuhanden des Sozialamts unterzeichnete
Bestätigung ein.
Das Einwohneramt B. meldete dem Ausländeramt am 26. Oktober 2007, das Ehepaar I.
lebe seit dem 13. Juni 2007 in B. Das Ausländeramt beauftragte daraufhin die
Kantonspolizei, A.I. wegen der verspätet erfolgten Anmeldung zu verzeigen. Nachdem
er auf die schriftliche Vorladung nicht reagiert hatte, sprachen Polizeibeamte an der
angegebenen Wohnadresse des Ehepaars vor. Sie stellten fest, dass weder ein
Briefkasten noch eine Türklingel mit dem Namen I. beschriftet war und sich in der
Wohnung der Eltern von F.C., wo das Ehepaar angeblich wohnte, keine persönlichen
Gegenstände von A.I. befanden. Gegenüber den Polizeibeamten erklärte der Vater von
F.C., in der Wohnung lebten neben ihm nur seine Ehefrau sowie seit Juli seine Tochter.
In der Folge befragte die Kantonspolizei das Ehepaar I.-C. am 27. und 28. November
2007 erneut wegen Verdachts auf Vorliegen einer Scheinehe.
A.I. wurde mit Bussenverfügung des Untersuchungsamts A. vom 22. Januar 2008
wegen der verspäteten Anmeldung beim Einwohneramt B. zu einer Busse von Fr.
200.-- verurteilt.
Am 7. Januar 2008 stellte A.I. ein Gesuch um Verlängerung seiner
Aufenthaltsbewilligung EG/EFTA. In der Folge befragte das Ausländeramt am 22. April
2008 das Ehepaar I.-C. erneut zu seiner Ehe. Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs
verfügte es am 6. August 2008 die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung von
A.I. und setzte diesem eine Frist zur Ausreise an.
B./ A.I. erhob mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 12. August 2008 und
Ergänzung vom 10. September 2008 Rekurs beim Sicherheits- und Justizdepartement
mit dem Begehren, die Verfügung des Ausländeramts vom 6. August 2008 sei
aufzuheben und seine Aufenthaltsbewilligung zu verlängern. Das Sicherheits- und
Justizdepartement wies den Rekurs von A.I. mit Entscheid vom 18. März 2009 ab. Es
wies das Ausländeramt an, diesem eine neue Ausreisefrist anzusetzen.
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C./ Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 30. März 2009 und Ergänzung vom 26.
Mai 2009 erhob A.I. Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Begehren, der
Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartements vom 18. März 2009 sei aufzuheben
und seine Aufenthaltsbewilligung sei ordentlich zu verlängern. Zur Begründung führte
er unter anderem an, F.C. und er hätten immer einen sehr intensiven Kontakt
aufrechterhalten. Die Behauptung, die Ehe sei von Beginn weg nie eine echte
Lebensgemeinschaft gewesen, stelle lediglich eine Mutmassung dar. Ein Widerruf der
Aufenthaltsbewilligung wäre angesichts seiner beruflichen und persönlichen Integration
unverhältnismässig.
Mit Vernehmlassung vom 3. Juni 2009 beantragte das Sicherheits- und
Justizdepartement die kostenpflichtige Abweisung der Beschwerde und verwies zur
Begründung auf den angefochtenen Entscheid und die Akten.
A.I. legte mit Schreiben vom 20. Juli 2009 eine Kopie der von der Einwohnerkontrolle D.
am 24. Juni 2009 ausgestellten Wohnsitzbestätigung der beiden Ehegatten ins Recht.
Auf die weiteren Vorbringen von A.I. wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden

Erwägungen eingegangen.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Der
Beschwerdeführer ist zur Ergreifung der Beschwerde legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingabe vom 30. März 2009 sowie
ihre Ergänzung vom 26. Mai 2009 entsprechen zeitlich, formal und inhaltlich den
gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48
Abs. 1 und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2. Der Beschwerdeführer stellt den Antrag zur Befragung des Vaters seiner Ehefrau im
Zusammenhang mit seiner regelmässigen Rückkehr in dessen Wohnung an den
Wochenenden. Das Verwaltungsgericht verzichtet indes auf die Durchführung einer
solchen Befragung, da sich der Sachverhalt rechtsgenüglich aus den Akten ergibt und
diese ohne Einfluss auf den Verfahrensausgang bliebe.
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3. Streitgegenstand ist die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung des
Beschwerdeführers.
3.1. Gemäss Art. 43 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer
(SR 142.20, abgekürzt AuG) haben ausländische Ehegatten von Personen mit
Niederlassungsbewilligung Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen (Abs. 1). Nach einem
ordnungsgemässen und ununterbrochenen Aufenthalt von fünf Jahren haben die
Ehegatten Anspruch auf Erteilung der Niederlassungsbewilligung (Abs. 2). Gemäss Art.
51 Abs. 2 AuG erlöschen die Ansprüche nach Art. 43 AuG, wenn sie
rechtsmissbräuchlich geltend gemacht werden, namentlich um Vorschriften des AuG
und seiner Ausführungserlasse über die Zulassung und den Aufenthalt zu umgehen (lit.
a), sowie bei Vorliegen von Widerrufsgründen nach Art. 62 AuG (lit. b). Gemäss Art. 62
AuG kann die Aufenthaltsbewilligung unter anderem widerrufen werden, wenn der
Ausländer oder sein Vertreter im Bewilligungsverfahren falsche Angaben macht oder
wesentliche Tatsachen verschwiegen hat (lit. a) und wenn er erheblich oder wiederholt
gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland
verstossen hat oder diese gefährdet oder die innere oder die äussere Sicherheit
gefährdet (lit. c). Der Ausländer ist verpflichtet, an der Feststellung des für die
Anwendung des Gesetzes massgebenden Sachverhalts mitzuwirken. Er muss
insbesondere zutreffende und vollständige Angaben über die für die Regelung des
Aufenthalts wesentlichen Tatsachen machen (Art. 90 lit. a AuG). Der Widerruf der
Aufenthaltsbewilligung setzt somit voraus, dass der Ausländer wissentlich falsche
Angaben gemacht oder Tatsachen verschwiegen hat, in der Absicht, gestützt darauf
den Aufenthalt bewilligt zu erhalten (BGE 2C_243/2008 vom 18. Juni 2008 E. 2.3.; BGE
2A.275/2005 vom 17. Oktober 2005 E. 2.1.). Über die Nichtverlängerung der
Aufenthaltsbewilligung entscheiden die zuständigen Behörden im Rahmen des ihnen
gestützt auf Art. 96 AuG eingeräumten, pflichtgemäss auszuübenden Ermessens
(Weisungen und Kreisschreiben des Bundesamtes für Migration, I. Ausländerbereich,
Version 1.1.08, Ziff. 3.3.5., publiziert in: www.bfm.admin.ch).
3.2. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung liegt eine Schein- oder
Ausländerrechtsehe vor, wenn die Ehe nur zum Zweck der Umgehung
fremdenpolizeilicher Vorschriften eingegangen wurde oder an ihr aus diesem Grund
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festgehalten wird. Die Ehegatten beabsichtigen somit von Beginn an keine echte
eheliche Gemeinschaft. Der Nachweis, dass die Ehe zur Umgehung der Vorschriften
über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer geschlossen wurde und nicht der
Begründung einer Lebensgemeinschaft dient, ist in der Regel nicht direkt, sondern nur
durch Indizien zu erbringen (BGE 122 II 295 E. 2b; VerwGE B 2008/190 vom 22. Januar
2009 E. 2.1.; VerwGE B 2008/140 vom 5. November 2008 E. 4.2., beide publiziert in:
www.gerichte.sg.ch). Solche Indizien sind unter anderem darin zu erblicken, dass dem
Ausländer die Ausweisung gedroht hat, weil er ohne Heirat keine
Aufenthaltsbewilligung erhalten hätte oder sie ihm nicht verlängert worden wäre.
Sodann können die Umstände oder die kurze Dauer der Bekanntschaft sowie die
Tatsache, dass die Ehegatten eine Wohngemeinschaft gar nie aufgenommen haben,
für das Vorliegen einer Scheinehe sprechen. Umgekehrt kann aus einer gewissen Zeit
des Zusammenlebens und des Unterhalts intimer Beziehungen nicht ohne weiteres
abgeleitet werden, es sei eine wirkliche Lebensgemeinschaft gewollt gewesen. Ein
solches Verhalten kann zur Täuschung der Behörden auch nur vorgespiegelt sein.
Einzelne Indizien vermögen für sich allein den Nachweis einer Tatsache nicht zu
erbringen. Je nach Art und Anzahl können sie sich jedoch zum rechtsgenüglichen
Beweis verdichten (BGE 122 II 295 E. 2b; 123 II 52 E. 5). Dabei ist nicht von
wesentlicher Bedeutung, ob einzelne Indizien auch bei einer normalen Ehe vorliegen
könnten. Entscheidend ist vielmehr eine Gesamtbetrachtung sämtlicher vorliegender
Tatumstände (VerwGE B 2008/129 vom 14. Oktober 2008 E. 3.2. und 3.3.; VerwGE
B 2007/127 vom 5. November 2007 E. 2.3., beide publiziert in: www.gerichte.sg.ch).
3.3. Der Beschwerdeführer rügt, seine Ehefrau und er hätten bis Juni 2007
zusammengelebt. Anschliessend sei sie aufgrund einer stationären Therapie
vorübergehend zu ihren Eltern gezogen. Der Kontakt sei jedoch zu keinem Zeitpunkt
abgebrochen, was angesichts der schweren Erkrankung der Ehefrau keine
Selbstverständlichkeit sei. Das Zusammenleben der Ehegatten könne nicht allein
deshalb ausgeschlossen und eine Scheinehe angenommen werden, weil seine Ehefrau
und er bei einer Kontrolle in S. im April 2003 nicht angetroffen worden seien und die
Ehefrau gegenüber dem Sozialamt eine Bestätigung, alleine zu wohnen, unterzeichnet
habe. Die Vorinstanz spreche ihnen eine gewisse gegenseitige Zuneigung nicht ab und
räume ein, dass Wochenendkontakte zwischen ihnen bestünden und sie die früheren
Ehen in den Grundzügen sowie die Kinder des anderen Ehegatten kannten. Nach wie
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vor sei eine Wiederaufnahme der ehelichen Gemeinschaft nach definitivem Abschluss
der Behandlung der Ehefrau beabsichtigt. Klare Hinweise auf ein
rechtsmissbräuchliches Verhalten lägen im vorliegenden Fall nicht vor. Der Widerruf
seiner Aufenthaltsbewilligung wäre angesichts seiner beruflichen und persönlichen
Integration unverhältnismässig, zumal er seit sieben Jahren in der Schweiz lebe und
sich zwischenzeitlich eine selbständige Erwerbstätigkeit aufgebaut habe.
3.4. Das Ausländeramt erteilte dem Beschwerdeführer am 19. August 2003 eine
Aufenthaltsbewilligung. Zuvor war es vom Einwohneramt S. am 10. April 2003 ersucht
worden, das Familiennachzugsgesuch der Ehefrau aufgrund des Verdachts auf
Vorliegen einer Scheinehe abzulehnen. Das Einwohneramt hielt in diesem
Zusammenhang fest, der Beschwerdeführer sei anlässlich der am 9. April 2003
durchgeführten Kontrolle nicht in der ehelichen Wohnung aufgefunden worden. Die
finanziellen Voraussetzungen für die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung seien nicht
gegeben, da die Ehefrau aufgrund ihrer Drogenabhängigkeit nicht für ihren
Lebensunterhalt aufkommen könne und deshalb vollumfänglich vom Sozialamt
unterstützt werden müsse. Sie besitze zudem keine gültige Niederlassungsbewilligung.
Die Kontrollfrist sei bereits am 18. Dezember 2002 abgelaufen, obwohl die Ehefrau
mehrmals erfolglos zur Verlängerung der Bewilligung aufgefordert worden sei. In der
Folge wies das Ausländeramt die Kantonspolizei am 28. Mai 2003 an, den
Beschwerdeführer und die Ehefrau zur Ehe zu befragen. Anlässlich der Befragung vom
23. Juni 2003 erklärte die Ehefrau, sie habe den Beschwerdeführer geheiratet, damit er
nicht ins Heimatland zurückkehren müsse. Bereits mit ihrem ersten Ehegatten sei sie
die Ehe nur eingegangen, um diesem den Aufenthalt in der Schweiz zu ermöglichen.
3.4.1. Den Akten ist nicht zu entnehmen, ob und inwieweit das Ausländeramt im
Rahmen der Beurteilung der Aufenthaltsbewilligung den vom Einwohneramt
geäusserten Verdacht sowie die Aussagen der Ehefrau berücksichtigte. Bei der
Erteilung der Aufenthaltsbewilligung beschränkte es sich auf den Hinweis, der
Beschwerdeführer unterliege der ehelichen Beistandspflicht und müsse in diesem
Zusammenhang seinen Beitrag an seinen Lebensunterhalt und denjenigen seiner
Ehefrau leisten, um nicht weiter vom Sozialamt unterstützt werden zu müssen. Das
Ausländeramt erteilte die Aufenthaltsbewilligung zudem ungeachtet des Umstands,
dass die Niederlassungsbewilligung der Ehefrau, die gemäss Art. 43 Abs. 1 AuG
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zwingende Voraussetzung für die Erteilung der Aufenthaltsbewilligung ist, ihre
Gültigkeit bereits am 18. Dezember 2002 verloren hatte. Die vom Einwohneramt
geäusserten Gründe für den Antrag auf Ablehnung der Erteilung der
Aufenthaltsbewilligung können grundsätzlich gewichtige Indizien für das Vorliegen einer
Scheinehe darstellen. So entspricht es einem typischen Verhaltensmuster, dass
Ausländer die Ehe mit einer drogenabhängigen Person eingehen, um durch die
Ausnutzung von deren Notsituation eine Aufenthaltsbewilligung zu erlangen. Aus den
Akten ergeben sich Hinweise, dass die Ehe nur geschlossen wurde, um die Rückkehr
des Beschwerdeführers ins Heimatland zu verhindern. Als türkischer Staatsangehöriger
ohne besondere berufliche Qualifikation hätte dieser ohne Heirat keine
Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz erhalten. Trotzdem erachtete das Ausländeramt
eine Scheinehe als nicht gegeben und erteilte dem Beschwerdeführer am 19. August
2003 eine Aufenthaltsbewilligung. Die von der Ehefrau gegenüber dem Sozialamt am
16. Januar 2004 abgegebene Erklärung, sie lebe alleine und nicht in ehelicher
Gemeinschaft mit dem Beschwerdeführer, blieb ohne Reaktion seitens des
Ausländeramts. Gestützt auf die Aufenthaltsbewilligung stimmte schliesslich das
Migrationsamt des Kantons Zürich der Erwerbstätigkeit des Beschwerdeführers in
einem Coiffeursalon in D. zu.
3.4.2. Gemäss Art. 5 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft (SR 101, abgekürzt BV) handeln staatliche Organe nach Treu und
Glauben. Der Grundsatz von Treu und Glauben gebietet ein loyales und
vertrauenswürdiges Verhalten im Rechtsverkehr, ist für das Verhältnis zwischen
Privaten und Gemeinwesen elementar und äussert sich im Verwaltungsrecht vor allem
in zweifacher Hinsicht. Zum einen verleiht er den Privaten einen Anspruch auf Schutz
ihres berechtigten Vertrauens in das bestimmte Erwartungen begründende Verhalten
der Behörden. Der Vertrauensschutz will im Sinne der Rechtsstaatsidee die Privaten
gegen den Staat schützen. Zum anderen verbietet der Grundsatz von Treu und
Glauben sowohl den staatlichen Behörden als auch den Privaten, sich in ihren
öffentlich-rechtlichen Rechtsbeziehungen widersprüchlich oder rechtsmissbräuchlich
zu verhalten (Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. Aufl., Zürich
2006, Rz. 622 f.).
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3.4.3. Die Vorinstanz stellte fest, das Ausländeramt habe bereits im Juni 2003
Befragungen in bezug auf den Verdacht auf eine Scheinehe veranlasst, dem
Beschwerdeführer in der Folge dennoch eine Aufenthaltsbewilligung erteilt. Aus diesem
Umstand könne dieser jedoch nichts zu seinen Gunsten ableiten. Mit dieser
Argumentation verkennt sie, dass es dem verfassungsmässigen Grundsatz von Treu
und Glauben widerspricht, wenn sich das Ausländeramt in seinem Entscheid über die
Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung unter anderem auf Indizien stützt, die ihm
bereits vor der Erteilung der Aufenthaltsbewilligung am 19. August 2003 bekannt waren
und die es zum damaligen Zeitpunkt nicht zur Verweigerung der Aufenthaltsbewilligung
veranlasst haben. Der Beschwerdeführer durfte somit in guten Treuen davon ausgehen,
dass das Ausländeramt seine Ehe ursprünglich als rechtmässig im Sinne der
ausländerrechtlichen Bestimmungen betrachtete. Im übrigen führte auch die von der
Ehefrau am 16. Januar 2004 gegenüber dem Sozialamt abgegebene Bestätigung
weder zu weiteren Abklärungen noch zu ausländerrechtlichen Massnahmen seitens
des Ausländeramts. Die von diesem geltend gemachten Indizien sind für die
Beurteilung des vorliegenden Falls somit nur insoweit beachtlich, als sie nach dem 16.
Januar 2004 eingetreten sind.
3.5. Im folgenden ist zu prüfen, ob die von der Vorinstanz vorgebrachten Indizien das
Vorliegen einer Scheinehe zu rechtfertigen vermögen.
3.5.1. Die Vorinstanz stellte grundsätzlich zutreffend gewisse Widersprüche zwischen
den Aussagen der Ehegatten an den Befragungen in den Jahren 2007 und 2008
einerseits und denjenigen des Jahres 2003 andererseits fest. So ist den
Befragungsprotokollen unter anderem zu entnehmen, dass sich die Ehegatten in bezug
auf den Ort und den Zeitpunkt der ersten Begegnung sowie auf den Ablauf der
Hochzeit unterschiedlich äusserten. Die von ihnen auf den September 2002 datierte
erste Begegnung in Winterthur konnte aufgrund der gleichzeitigen Inhaftierung der
Ehefrau offensichtlich nicht stattfinden. Angesichts der grossen zeitlichen Distanz
zwischen den Befragungen und dem gesundheitlichen Zustand der Ehefrau sind diese
Widersprüche jedoch im Grundsatz nachvollziehbar. Dafür spricht auch, dass die von
den Ehegatten an den Befragungen vom 27. und 28. November 2007 sowie vom 22.
April 2008 gemachten Äusserungen mehrheitlich übereinstimmen.
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Die von der Ehefrau im Zusammenhang mit den Folgen ihres langjährigen
Drogenkonsums gemachten Äusserungen erscheinen grundsätzlich als glaubwürdig
und vermögen gewisse Ungereimtheiten in den Aussagen zu erklären. So machte die
Ehefrau an der Befragung vom 22. April 2008 geltend, sie habe seit dem 26. Altersjahr
harte Drogen konsumiert und sei erst seit kurzem drogenfrei. Seitdem sie keine Drogen
mehr konsumiere, gehe es ihr schlechter als zuvor, weshalb sie unter ärztlicher Aufsicht
neben Methadon auch Schlafmittel und Antidepressiva einnehme. Es ist im allgemeinen
bekannt, dass der langjährige Drogenkonsum zu ernsthaften Konsequenzen für die
Gesundheit der abhängigen Person und überdies zu einem grossen Geldbedarf für die
Beschaffung von Drogen führt. Vor diesem Hintergrund erscheint die von der Ehefrau
am 16. Januar 2004 abgegebene Bestätigung, sie wohne alleine und vom
Beschwerdeführer getrennt, als plausibel, ermöglichte ihr dies doch gemäss eigenen
Angaben den Bezug von weiteren Fürsorgegeldern.
Grundsätzlich überzeugend sind auch die übereinstimmenden Aussagen der beiden
Ehegatten in bezug auf die fehlenden gemeinsamen Hobbies und Freunde. Aufgrund
der unbestrittenen psychischen und körperlichen Probleme der Ehefrau ist es
naheliegend, dass die Ehegatten mit Ausnahme von Spaziergängen auf grössere
gemeinsame Aktivitäten verzichten und keine gemeinsamen Freunde haben. Vor
diesem Hintergrund ebenfalls nachvollziehbar ist die Begründung des
Beschwerdeführers, seine Ehefrau wohne aufgrund ihrer schweren Drogenkrankheit
und seiner selbständigen Erwerbstätigkeit als Coiffeur mit eigenem Salon
vorübergehend bei seinen Schwiegereltern, weil diese im Gegensatz zu ihm zur
ganztägigen Betreuung seiner Ehefrau in der Lage seien. Die vorübergehende
Trennung der Ehegatten stellt unter den gegebenen Umständen deshalb kein Indiz für
eine Scheinehe dar. Dies gilt umso mehr, als die Ehegatten mittlerweile gemäss
Bestätigung vom 24. Juni 2009 gemeinsamen Wohnsitz in D. genommen haben und
ihnen regelmässige Wochenendkontakte bereits zuvor auch von der Vorinstanz nicht
abgesprochen wurden. Aufgrund der gesundheitlichen Probleme der Ehefrau ebenfalls
kein Indiz für eine Scheinehe ist schliesslich auch die vorinstanzliche Feststellung, die
Ehefrau habe den Coiffeursalon des Beschwerdeführers bis anhin noch nie besucht.
Die von der Vorinstanz vorgebrachten Indizien vermögen das Vorliegen einer
Scheinehe im konkreten Fall folglich gesamthaft nicht neu zu beweisen.
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3.5.2. Aus den Akten ergibt sich, dass sich die eheliche Gemeinschaft zwischen dem
Beschwerdeführer und der Ehefrau in den letzten Jahren grundsätzlich gefestigt hat.
Daran ändert auch die an sich zutreffende Feststellung der Vorinstanz nichts, der
Beschwerdeführer habe bloss grundlegende Kenntnisse über die familiären und
gesundheitlichen Verhältnisse seiner Ehefrau. So bestätigen beide Ehegatten
überzeugend, den Drogenentzug der Ehefrau gemeinsam in Angriff genommen und
grundsätzlich erfolgreich durchgeführt zu haben, lebt die Ehefrau doch, von der
Konsumation von Methadon und gewissen Medikamenten abgesehen, heute
drogenfrei. Der Beschwerdeführer unterstützt die Ehefrau überdies mit finanziellen
Mitteln. So bezahlte er gemäss Amtsbericht des Sozialamts S. vom 14. Februar 2008
die an seine Ehefrau und ihn im Jahr 2003 und 2004 ausgerichteten Sozialleistungen
regelmässig in monatlichen Raten von Fr. 200.-- zurück, wobei er bis zum damaligen
Zeitpunkt Rückzahlungen in der Höhe von Fr. 8'600.-- geleistet hatte. Überdies kam er
nach Angaben der Ehefrau zumindest in einem Fall mit einem Betrag von Fr. 1'000.--
für deren Entlassung aus dem Gefängnis auf. Die Unterstützungsleistungen des
Beschwerdeführers für die Ehefrau waren somit nicht von untergeordneter Bedeutung.
Den Akten ist demgegenüber nicht zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer im
Bewilligungsverfahren gemäss Art. 62 lit. a AuG falsche Angaben gemacht oder
wesentliche Tatsachen verschwiegen hätte, die eine Nichtverlängerung seiner
Aufenthaltsbewilligung rechtfertigten. Die von der Vorinstanz und dem Ausländeramt
vorgebrachten Indizien für das Vorliegen einer Scheinehe waren bereits vor der
Erteilung der Aufenthaltsbewilligung am 19. August 2003 bekannt und sind deshalb im
vorliegenden Verfahren nicht mehr zu berücksichtigen. Die übrigen von der Vorinstanz
geltend gemachten Indizien können das Vorliegen einer Scheinehe nicht beweisen. Die
Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers war unter diesen
Umständen nicht rechtmässig, so dass sich dessen Vorbringen insgesamt als
begründet erweisen.
3.6. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerde gutzuheissen, der
vorinstanzliche Entscheid vom 18. März 2009 aufzuheben und die Sache zur
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers an das Ausländeramt
zurückzuweisen ist.
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4. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des Rekurs- und
Beschwerdeverfahrens dem Staat aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Art. 13, Ziff. 622 Gerichtskostentarif,
sGS 941.12). Auf die Erhebung ist zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP). Dem
Beschwerdeführer ist der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 1'200.-- für das
Rekursverfahren sowie derjenige von Fr. 2'000.-- für das Beschwerdeverfahren
zurückzuerstatten.
Der Beschwerdeführer hat Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung für das
Rekurs- und Beschwerdeverfahren (Art. 98bis VRP). Sein Rechtsvertreter hat auf die
Einreichung einer Kostennote verzichtet, weshalb die Entschädigung gemäss Art. 6 der
Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten (sGS 963.75, abgekürzt HonO)
ermessensweise festzusetzen ist. Eine Entschädigung von Fr. 3'000.-- zuzüglich
Mehrwertsteuer ist angemessen (Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO).
Demnach hat das Verwaltungsgericht