Decision ID: 5592c80d-8c28-4a24-8644-f61f149f801e
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. Das Tribunale ordinario di Venezia verurteilte X.Y. mit Urteil vom 22. Juni 2012
in Abwesenheit zu einer bedingten Freiheitsstrafe von sechs Monaten und sprach ein
Fahrverbot in Italien für die Dauer von zwei Jahren aus (act. G 13/15); das Urteil
erwuchs in Rechtskraft. Ihm lag ein Vorfall vom 25. Juli 2011 zugrunde, bei welchem
M.F. mit seinem Motorrad gestürzt war, nachdem er eine Vollbremsung eingeleitet
hatte, um eine Kollision mit dem Personenwagen von X.Y. zu vermeiden. Letzterer
entfernte sich vom Unfallort, ohne sich um den Verletzten zu kümmern. Die
Verletzungen von M.F. machten eine Spitalbehandlung erforderlich (act. G 13/10/1).
Gestützt auf eine Mitteilung des Consolate Generale di Svizzera in Mailand vom 8. Juli
2013 eröffnete das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons St. Gallen am
17. September 2013 ein Administrativverfahren gegen X.Y. und entzog ihm nach
Gewährung des rechtlichen Gehörs mit Verfügung vom 15. November 2013 den
Führerausweis wegen schwerer Widerhandlung gegen die
Strassenverkehrsvorschriften für die Dauer von drei Monaten (act. G 13/15). Den gegen
diese Verfügung erhobenen Rekurs (act. G 13/1) wies die
Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 24. April
2014 ab (act. G 2).
B.
a. Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Fäh, St. Gallen, für
X.Y. mit Eingabe vom 8. Mai 2014 Beschwerde mit den Rechtsbegehren, der Entscheid
sei aufzuheben und von einem Führerausweisentzug sei abzusehen, unter Kosten- und
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Entschädigungsfolgen (act. G 1). In der Beschwerdeergänzung vom 23. Juni 2014
bestätigte der Rechtsvertreter diese Anträge und begründete sie (act. G 10).
b. In der Vernehmlassung vom 30. Juni 2014 beantragte die Vorinstanz Abweisung der
Beschwerde und verwies zur Begründung auf die Ausführungen im vorinstanzlichen
Entscheid (act. G 12). Der Beschwerdegegner verzichtete auf eine Stellungnahme (act.
G 15).
c. Auf die Darlegungen in den Eingaben des vorliegenden Verfahrens wird, soweit für

den Entscheid wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. (...).
2.
2.1. Nach Art. 16 Abs. 2 des Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01, SVG) wird
nach Widerhandlungen gegen die Strassenverkehrsvorschriften, bei denen das
Verfahren nach dem Ordnungsbussengesetz (SR 741.03, OBG) ausgeschlossen ist, der
Lernfahr- oder Führerausweis entzogen oder eine Verwarnung ausgesprochen. Das
Gesetz unterscheidet in Art. 16a bis 16c SVG zwischen leichten, mittelschweren und
schweren Widerhandlungen. Nach einer Widerhandlung gegen die
Strassenverkehrsvorschriften im Ausland wird der Lern- oder Führerausweis entzogen,
wenn im Ausland ein Fahrverbot verfügt wurde und die Widerhandlung nach Art. 16b
und 16c SVG als mittelschwer oder schwer zu qualifizieren ist (Art. 16c Abs. 1 SVG).
Begeht eine Person mit schweizerischem Wohnsitz im Ausland ein
Strassenverkehrsdelikt, so kann der Tatortstaat eine Administrativmassnahme allein mit
Wirkung für das eigene Staatsgebiet erlassen. Führerausweisentzüge sind nur möglich
in Bezug auf die Fahrberechtigung im Tatortstaat; der schweizerische Führerausweis
kann als solcher vom Tatortstaat nicht entzogen werden. Damit die schweizerische
Behörde über die Aberkennung des schweizerischen Führerausweises auf
italienischem Territorium informiert wird, sieht Art. 2 des Europäischen
Übereinkommens über die internationalen Wirkungen des Entzuges des
Führerausweises für Motorfahrzeuge (SR 0.741.16, nachfolgend: Übereinkommen) vor,
bis
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dass die Vertragspartei, welche den Entzug angeordnet hat, dies der Vertragspartei,
welche den Ausweis erteilt hat, sowie der Vertragspartei, in deren Hoheitsgebiet der
Täter seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat, mitteilt. Gemäss Art. 3 des
Übereinkommens, das sowohl in Italien als auch in der Schweiz gilt, kann die
Vertragspartei, der eine solche Entscheidung mitgeteilt worden ist, nach Massgabe
ihres Rechts den Entzug anordnen, den sie für zweckmässig erachtet hätte, wenn die
der Massnahme zugrunde liegenden Handlungen und Umstände in ihrem eigenen
Hoheitsgebiet eingetreten wären.
2.2. Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kann sich der
Beschwerdeführer darauf berufen, die angefochtene Verfügung oder der angefochtene
Entscheid beruhe auf einem unrichtigen oder unvollständig festgestellten Sachverhalt
(Art. 61 Abs. 2 VRP). Die Behörde oder das von ihr beauftragte Verwaltungsorgan
ermittelt den Sachverhalt und erhebt die Beweise von Amtes wegen, insbesondere
durch Beizug von Urkunden (Art. 12 Abs. 1 VRP). Sind zur Wahrung des öffentlichen
Interesses keine besonderen Erhebungen nötig, so sind nur die von den Beteiligten
angebotenen und leicht zugänglichen Beweise über erhebliche Tatsachen
aufzunehmen (Art. 12 Abs. 2 VRP). Unrichtig ist ein Sachverhalt festgestellt, wenn aus
den vorhandenen Beweismaterialien unrichtige Schlüsse gezogen werden,
insbesondere indem der Sachverhalt falsch oder aktenwidrig festgestellt wird oder
indem Beweise unrichtig gewürdigt werden (Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit
im Kanton St. Gallen, 2. A. 2003, Rz. 587). Im Übrigen ist die Administrativbehörde -
wie bereits die Vorinstanz darlegte (act. G 2 E. 3a) - nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung grundsätzlich an die tatsächlichen Feststellungen der ausländischen
Strafbehörde gebunden (BGE 124 II 103; vgl. auch BGer 1C_446/2011 vom 15. März
2012, E. 5.1 mit Hinweisen unter anderem auf BGE 137 I 363 E. 2.3.2 und 136 II 447 E.
3.1).
2.3. Eine schwere Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften begeht
unter anderem, wer durch grobe Verletzung von Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr
für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt (Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG)
oder nach Verletzung oder Tötung eines Menschen die Flucht ergreift (Art. 16c Abs. 1
lit. e SVG). Bei der letztgenannten Bestimmung ist der Begriff der Führerflucht gleich
umschrieben wie im Straftatbestand des Art. 92 Abs. 2 SVG (Ph. Weissenberger,
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Kommentar zum Strassenverkehrsgesetz, Zürich/St. Gallen 2011, Rz. 27 zu Art. 16c
SVG). Voraussetzung für die Anwendung von Art. 16c Abs. 1 lit. e SVG ist, dass sich
ein Unfall ereignete, bei dem ein Mensch getötet oder verletzt wurde. Unmassgeblich
ist, ob der Fahrzeugführer schuldhaft oder schuldlos in das Unfallgeschehen verwickelt
ist; es kommt allein darauf an, dass sich ein Unfall ereignet, an dem das von ihm
geführte Fahrzeug beteiligt ist. Beteiligt an einem Unfall ist damit, wer in irgendeiner
Weise am Unfallgeschehen mitwirkte. Es ist nicht erforderlich, dass der Täter die
"Flucht ergreift". Beim Straftatbestand des Art. 92 Abs. 2 SVG ist mit Flucht nichts
anderes gemeint, als dass sich der Fahrzeugführer vom Unfallplatz entfernt bzw. seine
Verfügbarkeit am Unfallplatz vereitelt, ohne seiner gesetzlichen Pflicht, für Hilfe zu
sorgen und bei der Feststellung des Tatbestandes mitzuwirken (Art. 51 SVG),
nachgekommen zu sein. Mit dem Verbot, den Unfallort zu verlassen, soll eine
gesundheitliche Gefährdung des Verletzten verhütet und die rasche Abklärung des
Unfallhergangs und die Sicherung der allfälligen finanziellen Ansprüche des Verletzten
gewährleistet werden (R. Schaffhauser, Grundriss des schweizerischen
Strassenverkehrsrechts, Band III: Die Administrativmassnahmen, Bern 1995, Rz. 2407
f. mit Hinweis auf BGE 103 Ib 101 E. 3).
3.
3.1. Vorliegend verurteilte das Tribunale ordinario di Venezia den
Beschwerdeführer mit Urteil vom 22. Juni 2012 gestützt auf Art. 189 Abs. 6 und 7 des
italienischen Codice della strada zu einer bedingten Freiheitsstrafe von sechs Monaten.
Gleichzeitig wurde für die Dauer von zwei Jahren ein Fahrverbot für Italien
ausgesprochen (act. G 13/15). Dem diesem Urteil zugrunde liegenden Polizeirapport
vom 23. September 2011 ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer am 25. Juli
2011 schriftlich und in seiner Muttersprache zum Vorgefallenen Stellung genommen
hatte (vgl. act. 13/10/1 S. 2 letzter Absatz). Der Polizeibericht ging davon aus, dass der
Beschwerdeführer am 25. Juli 2011 nach dem Sturz des Motorradfahrers, welcher
durch die brüske - zur Vermeidung einer Kollision mit dem Auto des
Beschwerdeführers eingeleitete - Bremsung bedingt gewesen sei, der Pflicht nicht
nachgekommen sei, anzuhalten und der verletzten Person zu helfen. Der Verletzte
wurde laut Bericht in ein Spital gebracht; die Verletzungen verheilten nach 19 Tagen
(act. G 13/10/1).
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3.2. Die Vorinstanz ging mit Hinweis auf das unangefochten in Rechtskraft
erwachsene Strafurteil von einem für die schweizerischen Administrativbehörden
bindend wirkenden Entscheid aus. Hinsichtlich der Einwände des Beschwerdeführers,
er sei juristisch dahingehend beraten worden, der Vorfall werde nicht den
schweizerischen Behörden gemeldet und er verstehe die italienische Sprache nicht
(act. G 13/9 Ziff. 9 und 11), führte die Vorinstanz aus, beides vermöge ihn nicht zu
entlasten. Insbesondere sei die Stellungnahme des Beschwerdeführers ins Italienische
übersetzt worden (vgl. act. G 13/10/1 S. 3), und er sei im italienischen Verfahren
anwaltlich vertreten gewesen. Es hätten ihm somit dieselben Verteidigungsrechte wie in
einem Verfahren vor schweizerischen Behörden zugestanden. Eine falsche Beratung
seitens der juristischen Vertretung ändere daran nichts (act. G 2 S. 5). - Der
Beschwerdeführer lässt im vorliegenden Verfahren geltend machen, der Sachverhalt
sei nicht vollständig abgeklärt worden; wichtige Fragen seien ungeklärt geblieben. Ihn
könne im Fall seiner "Vortrittsberechtigung" kein Verschulden am Unfall treffen,
nachdem er in sehr niedrigem Tempo auf die Kreuzung zugerollt sei. Das völlige Fehlen
von Bremsspuren spreche dafür, dass es sich bei der angegebenen Vollbremsung zur
Vermeidung einer Kollision um eine Schutzbehauptung des Gestürzten handle. Der
Beschwerdeführer vertrete weiterhin die Ansicht, dass er nicht ins Unfallgeschehen
involviert gewesen sei und mit dem Sturz nichts zu tun habe. Aufgrund der Tatsache,
dass sich in unmittelbarer Nähe des Unfallortes ein Lebensmittelladen sowie ein
Gartenrestaurant befunden hätten, seien derart viele Leute anwesend gewesen, dass
eine Hilfeleistung des der italienischen Sprache nicht mächtigen Beschwerdeführers
weder erforderlich noch sinnvoll gewesen sei (act. G 10 S. 4 f.).
Der Beschwerdeführer bestätigt mit diesen Darlegungen im Wesentlichen seinen
bereits im vorinstanzlichen Verfahren (act. G 13/9) eingenommenen Standpunkt, ohne
zusätzliche Aspekte bzw. Beweismittel einzubringen. Sein Vorbringen, dass es sich
beim Lenker des Motorrads nicht um dessen Halter gehandelt habe und dies für ein
Nichtbeherrschen des Fahrzeugs (Motorrads) und/oder für eine unangepasste
Geschwindigkeit spreche (act. G 10 S. 5 Mitte), steht als nicht weiter belegte
Mutmassung im Raum. Soweit der Beschwerdeführer zusätzlich das nicht gute
Funktionieren der italienischen Justiz als Argument anführt (act. G 10 S. 6 oben), ist
festzuhalten, dass er selbst bzw. seine italienische Rechtsvertreterin es beim Strafurteil
bewenden liessen, ohne den diesem zugrunde liegenden Sachverhalt zu beanstanden.
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Die Feststellungen der Vorinstanz haben damit auch für das vorliegende Verfahren
weiterhin Gültigkeit, zumal es an konkreten Belegen dafür fehlt, dass dem Strafrichter
nicht sämtliche relevanten Tatsachen bekannt waren und seine Beweiswürdigung
(eindeutig) im Widerspruch zur Tatsachenlage stand (vgl. BGE 124 II 103 E. 1c/aa und
BGer 1C_446/2011 a.a.O., E. 5.1).
3.3. Hinsichtlich des in Frage stehenden Sachverhalts kam die Vorinstanz zum
Schluss, das Vorbringen des Beschwerdeführers, der Motorradfahrer habe sich beim
Sturz nicht verletzt, vermöge ihn nicht zu entlasten. Allein aus dem Umstand, dass sich
jener wieder aufgerichtet und das Motorrad begutachtet habe, könne nicht
geschlossen werden, er habe sich beim Sturz nicht verletzt. Der Sturz mit einem
Motorrad könne zu erheblichen Verletzungen führen, auch wenn der Lenker vorerst
einen unverletzten Eindruck hinterlasse. Denn eine Person gelte bereits dann als
verletzt, wenn sie kleine bzw. leichte Quetschungen, Prellungen, Verstauchungen oder
Schürfungen erleide (act. G 2 S. 6 f. mit Hinweis auf Weissenberger, a.a.O., Rz. 13 zu
Art. 92 SVG und BGE 122 IV 356 E. 3b). Der Beschwerdeführer wäre daher verpflichtet
gewesen, sich beim Gestürzten über allfällige Verletzungen zu erkundigen. Er sei am
Unfall insofern beteiligt gewesen, als M.F. seinetwegen eine Vollbremsung eingeleitet
habe. Ob der Beschwerdeführer am Unfallgeschehen unschuldig gewesen sei, sei für
die in Frage stehenden Pflichten des Fahrzeugführers gegenüber dem Opfer des
Unfalls nicht von Belang (act. G 2 S. 7 mit Hinweis auf BGE 103 Ib 101 E. 4). Die
Vorinstanz bejahte eine schwere Widerhandlung im Sinn von Art. 16c Abs. 1 lit. e SVG.
Der Beschwerdeführer lässt einwenden, der Tatbestand der Führerflucht setze voraus,
dass der betreffende Fahrzeuglenker bei einem Verkehrsunfall einen Menschen getötet
oder verletzt habe. Entgegen der von der Vorinstanz vertretenen Ansicht reiche es nicht
aus, dass der Beschwerdeführer sich am Unfallort befunden und der Verunfallte sich
verletzt habe, um damit eine Verletzung von Art. 92 Abs. 1 SVG zu begründen (act. G
10 S. 6 f.). Dazu ist festzuhalten, dass Art. 16c Abs. 1 lit. e SVG und der Straftatbestand
des - hier nicht zur Diskussion stehenden - Art. 92 SVG lediglich insofern eine
Übereinstimmung aufweisen, als der Begriff der Führerflucht in beiden Bestimmungen
gleich umschrieben ist (vgl. vorstehende E. 2.3). Entgegen der Auffassung des
Beschwerdeführers setzt Art. 16c Abs. 1 lit. e SVG - anders Art. 92 Abs. 2 SVG, auf
welchen sich die von ihm angeführte Literaturstelle bezieht (vgl. act. G 10 S. 6 Mitte) -
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nicht die Tötung oder Verletzung eines Menschen direkt durch den betreffenden
Fahrzeuglenker voraus. Ein Anlass, die nachvollziehbar begründeten Darlegungen der
Vorinstanz in Frage zu stellen, besteht damit nicht.
3.4. Gemäss Art. 16c Abs. 2 SVG sind bei der Festlegung der Entzugsdauer die
Auswirkungen des ausländischen Fahrverbots auf die betroffene Person angemessen
zu berücksichtigen. In diesem Zusammenhang darf die Mindestentzugsdauer
unterschritten werden. Die Entzugsdauer darf bei Personen, die im
Administrativmassnahmeregister (Art. 104b SVG) nicht verzeichnet sind, die am
Begehungsort im Ausland verfügte Dauer des Fahrverbots nicht überschreiten. Im
Übrigen gilt Art. 16 Abs. 3 SVG, wonach Mindestentzugsdauern nicht unterschritten
werden dürfen, und zwar auch dann nicht, wenn der Betroffene beruflich auf den
Führerausweis angewiesen ist oder einen unbescholtenen automobilistischen Leumund
vorweisen kann.
Im vorinstanzlichen Entscheid wurde mit Hinweis auf Art. 16c Abs. 2 lit. a SVG sowie
Th. Scherrer, Administrativrechtliche Folgen von "Auslandtaten", in: R. Schaffhauser,
Jahrbuch zum Strassenverkehrsrecht 2003, St. Gallen 2003, S. 249 und 251 f.,
festgehalten, der Beschwerdeführer sei im Administrativmassnahmeregister nicht
verzeichnet, weshalb die Mindestentzugsdauer drei Monate betrage. Es sei nicht
geltend gemacht worden und sei aus den Akten auch nicht ersichtlich, dass er geplant
habe, in Italien ein Motorfahrzeug zu lenken, während für ihn dort das Fahrverbot gelte;
er bringe jedenfalls nicht vor, von dieser Massnahme der italienischen Behörden stark
eingeschränkt worden zu sein. Ein Unterschreiten der Mindestentzugsdauer
rechtfertige sich somit nicht (act. G 10 S. 7). - Diese vorinstanzlichen Darlegungen
erweisen sich als begründet und werden vom Beschwerdeführer als solche auch nicht
in Frage gestellt. Soweit er den Sinn des Warnungsentzugs drei Jahre nach dem
Ereignis in Frage stellen und festhalten lässt, dass er das Seinige aus dem
Strafverfahren in Italien gelernt habe (act. G 10 S. 7), lässt sich hieraus kein Umstand
ableiten, aufgrund dessen die Rechtmässigkeit des Ausweisentzugs in Frage zu stellen
wäre. Der vorinstanzliche Entscheid lässt sich damit nicht beanstanden.
4. (...).