Decision ID: 718e0cb9-84af-4cfa-9c3c-00a83baf9348
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1964, arbeitete
ab dem
1.
Februar 1999
für die
A._
AG als selbständige Agentin
/Kundenberaterin
im Aussendienst (Urk. 7/6).
Den Agenturvertrag löste sie mit Schreiben vom
9.
Juli 2001 per 30. September 2001 auf (
Urk.
7/6/4).
Am 1
0.
Oktober 2001
wurde
X._
in
einen Ver
kehrsunfall
verwickelt
, indem sie
mit ihrem Fahrzeug in das vor ihr fahrende Fahrzeug hinein
fuhr
, dessen Fahrer vor dem Fussgängerstreifen angehalten hatte, um eine Fussgängerin die Strasse überqueren zu lassen (
Urk.
7/5/23).
Die Helsana Versicherungen AG erbrachte
für
die erlittenen Verletzungen
die Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung (
Urk.
7/1,
Urk.
7/4,
Urk.
7/5/1-37
,
Urk.
7/7
,
Urk.
7/13/1-14
).
Vom
1.
Januar 2002 bis zum 2
8.
Februar 2003 (let
zter effektiver Arbeitstag: 19.
Dezember 2002) arbeitete
X._
zu einem Pensum von 50 % bei der
B._
GmbH als
Versicherungsberaterin (Urk.
7/11).
Wegen den Fol
gen
des Unfalles vom 10.
Oktober 2001
meldete
sie sich
am 7.
November 2002 (Datum des Posteingangs) bei
der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/2). Die Sozialver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zog die Akten der Helsana bei (
Urk.
7/5/1-37
,
Urk.
7/13/1-14
) und erkundigte sich bei
der
A._
AG nach dem Arbeitsverhältnis bzw. dem Agenturvertrag mit der Versicherten (
Arbeitgeber
bericht vom
2
0.
November 2002,
Urk.
7/6). Sodann holte sie die Arztbericht
e
von
Dr.
C._
, Spezialarzt FMH für Physi
kalische Medizin und Rehabili
tation speziell Rheumaerkrankungen,
vom 21.
November 2002 (
Urk.
7/8) und von
Dr.
D._
, Facharzt FMH für Innere Medizin, vom 2
0.
Januar 2003 (Urk. 7
/10) sowie den Arbeitge
ber
bericht der
B._
GmbH vom 3
1.
März 2003 (
Urk.
7/11) ein.
Mit Verfügung vom
6.
November 2003 sprach die IV-Stelle
X._
basiere
nd
auf einem Invaliditätsgrad von 50
%
mit Wirkung ab dem
1.
Oktober 2002 eine halbe Inva
lidenrente zu (
Urk.
7/21,
Urk.
7/22). Gegen diese Verfügung erhob
X._
am 2
0.
November 2003 durch Rechtsanwalt
Dr.
Reto Bernhard Einsprache (Urk.
7/27). Die
IV-Stelle holte die
Arztbericht
e
von
Dr.
C._
vom
18. März 2004 (
Urk.
7/33) und von
Dr.
E._
, Innere Medizin FMH, vom 1
9.
Mai 2004 (
Urk.
7/36) ein. Sodann reichte die Versicherte am 2. April 2004 (
Urk.
7/35) das von der Helsana in Auftrag gegebene Gutachten von
Dr.
F._
, Facharzt FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 2
6.
Januar 2004 (
Urk.
7/34) ein.
Am 2
6.
Juli 2004 (
Urk
7/43
/1
) reichte die Helsana das
von ihr in Auftrag gegebene
polydisziplinäre
Gutachten
(inkl. psychiatrisches Gutachten von
Dr.
F._
) mit Evaluation der arbeitsbezogenen funktionellen Leistungsfähig
keit
des
Zentrum
s
G._
vom 21.
Juli 2004 (
Urk.
7/43/2-38) ein.
In Gutheissung der Einsprache der Versicher
ten sprach ihr die IV-Stelle mit Entscheid vom
7.
Oktober 2004 mit Wirkung ab dem
1.
März 2003 basierend auf einem Invaliditätsgrad von 100
%
eine ganze Invalidenrente und vom
1.
Oktober 2002 bis zum 2
8.
Februar 2003 basierend auf einem Invaliditätsgrad von 50
%
eine halbe Invalidenrente
zu (
Urk.
7/50,
Urk.
7/51).
Gegen diesen
Einsprache
entscheid
erhob die Helsana am 1
9.
Oktob
er 2004 (
Urk.
7/53) bzw. am 16.
November 2004 (
Urk.
7/57) Einsprach
e und am
6.
Dezember 2004 (Urk.
7/58/4-5) Beschwerde. Auf die Beschwerde trat das Sozialversicherungs
gericht des Kantons Zürich mit Beschluss vom
1
9.
Januar 2005 nicht ein (Urk.
7/60).
1.2
Im Rahmen eines im Januar 2005 eingeleitete
n
Revisionsverfahrens (
Urk.
7/59) holt
e
die IV-Stelle den Arztbericht von
Dr.
E._
vom
6.
Februar 2005 (Urk. 7/61) ein. Am 1
0.
März 2005 teilte sie der Versicherten mit, dass sie unver
ändert Anspruch auf eine ganze Invalidenrente habe (
Urk.
7/63).
1.3
Im Mai 2007 leitete die IV-Stelle ein weiteres Revisionsverfahren ein (
Urk.
7/
68
).
Sie
holte den Arztbericht von
Dr.
E._
vom 1
9.
Juli 2007 ein (
Urk.
7/71). Am 2
7.
Juli 2007 teilte sie der Versicherten mit, dass sie unverändert Anspruch auf eine ganze Invalidenrente habe (
Urk.
7/73).
1.4
Mit Schreiben vom 1
6.
Juni 2010 teilte die PAX, Schweizerische
Lebens
versiche
rungs
-Gesellschaft, der IV-Stelle mit, sie beabsichtige, eine fach
psychiatrische Begutachtung der Versicherten vorzunehmen und schlage ein gemeinsames Vor
gehen zwischen der IV-Stelle und ihr als Leistungserbringerin der
3.
Säule vor (
Urk.
7/77). Die IV-Stelle teilte der PAX mit Schreiben vom 13. Juli 2010 mit, welche Zusatzfragen sie im Rahmen
der von der PAX geplanten
Begutachtung zu stellen gedenke (
Urk.
7/80). Die PAX konnte in der Folge die Begutachtung jedoch nicht vornehmen, da mit der Versicherten keine Einigung über die
Moda
litäten der Durchführung
gefunden werden konnte (
Urk.
7/89). Die IV-Stelle zog die Akten der PAX bei (
Urk.
7/91/1-111).
1.5
Im September 2012 leitete die IV-Stelle erneut ein Revisionsverfahren ein.
X._
füllte den Fragebogen zur Rentenrevision am 1
3.
September 2012 aus (
Urk.
7/92). Die IV-Stelle holte die Arztberichte von
Dr.
H._
, FMH Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten, vom 2
0.
Februar 2013 (Urk. 7/95/5) und vom 1
0.
April 2013 (
Urk.
7/101), von
Dr.
E._
vom 26. Februar 2013 (
Urk.
7/97/5) und
vom 1
5.
April 2013 (
Urk.
7/99),
von
Dr.
I._
, Fachärztin Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 5. Juni 2013 (
Urk.
7/103)
sowie von
Dr.
J._
, Spezialarzt FMH für Rheu
matologie und Physikalische Medizi
n, vom 3
0.
September 2013 (Urk.
7/111/5-9)
ein.
Am 1
7.
Februar 2014 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, zur Kl
ärung der Leistungsansprüche sei
die Einholung eines polydiszipli
nären medizinischen Gutachtens notwendig (
Urk.
7/114).
Mit E-Mail vom
8.
August 2014 teilte
X._
der IV-Stelle mit, da
ein am 2
0.
August 2013 erlittener Beinbruch
noch
nicht vollständig verheilt sei
, mache die Durchführung der Begutachtung ihrer Ansicht nach im gegenwärtigen Zeitpunkt keinen Sinn (Urk. 7/118).
Mit Verfü
gung vom 1
9.
August 2014 hielt die IV-Stelle an der Begutachtung fest (
Urk.
7/119). Dagegen erhob
X._
durch Rechtsanwalt Stephan Kübler am 1
9.
September 2014 Beschwerde (
Urk.
7/127). In der Folge gelangte die
IV-Stelle zum
Schluss
,
es sei sinnvoller
mit der Begutachtung bis nach Abschluss der Rehabilitation zuzuwarten, weshalb sie die Verfügung betreffend Begutachtung mit Verfügung vom 1
3.
November 2014 wiedererwägungsweise aufhob (
Urk.
7/137) und das Sozialversicher
ungs
gericht den Prozess am 18.
November 2014 als gegenstandslos geworden abschrieb (
Urk.
7/138).
1.6
Am
3.
März 2015 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass die polydiszipli
näre B
egutachtung nun beim
Begutachtungsinstitut K._
stattfinden werde (
Urk.
7/143).
In der Folge erstellte das
K._
das polydisziplinäre Gutachten vom 1
4.
Juni 2016 (
Urk.
7/175). Mit Vorbescheid vom
9.
Dezember 2016 teilte die IV-Stelle
X._
mit, sie beabsichtig
e die Rente aufzuheben, da kein
anspruchsbegründender Invaliditätsgrad mehr bestehe (
Urk.
7/188).
Dagegen liess
X._
am
6.
März 2017 Einwand erheben (
Urk.
7/195). Die IV-Stelle holte die Stellungnahme des
K._
vom 2
5.
April 2017 ein (
Urk.
7/198).
Die Versicherte nahm dazu am 2
9.
Mai 2017 Stellung (
Urk.
7/202). Mit Verfügung vom 2
6.
Juni 2017 hob die IV-Stelle die Invalidenrente von
X._
auf
; einer allfälligen dagegen gerichteten Beschwerde wurde die aufschiebende Wir
kung entzogen
(
Urk.
2).
2.
Gegen diese Verfügung erhob
X._
durch Rechtsanwalt Kübler am 28. August 2017 Beschwerde mit folgenden Anträgen (
Urk.
1 S. 2):
«1.
In Gutheissung der Beschwerde sei d
ie Verfügung der SVA Zürich,
Stelle vom 2
6.
Juni 2017 aufzuheben, und
X._
sei über den
31. Juli 2017 hinaus weiterhin eine ganze Rente zuzusprechen.
2.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (Letztere zuzüglich
MWSt.
)
zu Lasten der
Beschwerdegegnerin.»
Die Beschwerdegegnerin ersuchte am
2.
Oktober 2017 um Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), was der Beschwerdeführerin am
3.
Oktober 2017 mitgeteilt wurde (
Urk.
8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfä
higkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi
schen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Ein
gliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichti
gen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
tels
rente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG
)
.
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl
massgeblichen
(hypothetischen) Sachverhalts bestehen (
BGE
144 I 28 E.
2.2,
130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen
). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend ("allseitig") zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.4
Nach
lit
. a
Abs.
1 der am
1.
Januar 2012 in Kraft getretenen Schlussbestimmun
gen der Änderung vom 1
8.
März 2011 des IVG (
6.
IV-Revision, erstes Massnah
menpaket; kurz:
lit
. a
Abs.
1
SchlB
IVG
6.
IV-Revision
) werden Renten, die bei
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage gesprochen wurden, innerhalb von drei Jah
ren nach Inkrafttreten dieser Änderung überprüft. Sind die Voraussetzungen nach Artikel 7 ATSG nicht erfüllt, so wird die Rente herabgesetzt oder aufgehoben, auch wenn die Voraussetzungen von Artikel 17 Absatz 1 ATSG nicht erfüllt sind. Diese Bestimmung ist verfassungs- und EMRK-konform (BGE 139 V 547 E. 3).
Die in
lit
. a
Abs.
1
SchlB
6.
IV-Revision
vorgesehene Rentenherabsetzung bezie
hungsweise -aufhebung ist nicht auf vor dem
1.
Januar 2008 zugesprochene Ren
ten beschränkt. Erging die fragliche
Rentenzusprache
aber bereits in Beachtung der jeweils relevanten Rechtsprechung zu
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage, bleibt kein Raum für ein Rückkommen unter dem Titel der Schlussbestimmung (BGE 140 V 8 E. 2).
Laufende Renten sind vom Anwendungsbereich von
lit
. a
Abs.
1
SchlB
zur
6.
IV-Revision nur ausgenommen, wenn und soweit sie auf erklärbaren Beschwerden, das heisst auf einer nachweisbaren objektivierbaren Grundlage beruhen. Lassen sich unklare von erklärbaren Beschwerden trennen, können die Schlussbestim
mungen der
6.
IV-Revision auf erstere Anwendung finden (BGE 140 V 197 E. 6.2, in Präzisierung u.a. von
BGE 139 V 547
E. 10.1.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_738/2013 vom
8.
April 2014 E. 3.1.2.1 mit Hinweis). Demnach ist die Schluss
bestimmung bei kombinierten Beschwerden anwendbar, wenn die unklaren und die „erklärbaren" Beschwerden – sowohl diagnostisch als auch hinsichtlich der funktionellen Folgen – auseinandergehalten werden können. Ein organisch begründeter
Teil
der Arbeitsfähigkeit kann bei Anwendbarkeit der Schlussbestim
mung nur neu beurteilt werden, sofern eine Veränderung im Sinne von
Art.
17 ATSG eingetreten ist. Insoweit wird im Anwendungsbereich der Schlussbestim
mung vom Grundsatz abgewichen, dass die Verwaltung im Rahmen einer mate
riellen Revision – um eine solche handelt es sich auch hier – den Rentenanspruch in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht umfassend prüft (Urteil des Bundesge
richts 9C_121/2014 vom
3.
September 2014 E. 2.4.2 mit Hinweisen).
Ist ein „Mischsachverhalt" gegeben, bei dem es unmöglich ist festzustellen, wie gross der Anteil der organisch bedingten Beschwerden bei der Rentenzuspre
chung war, wäre ein Abstellen auf die aktuelle gutacht
er
liche Einschätzung nicht zu vereinbaren mit der Rechtsprechung, wonach der auf erklärbaren Beschwerden beruhende Teil der Invalidität unter dem Rechtstitel der Schlussbestimmung nicht überprüft werden kann. In einem solchen Fall bestimmt sich die (zu einer
integ
ralen
Neuprüfung führende) Anwendbarkeit der Schlussbestimmung nach folgen
dem Grundsatz: Besteht (im Zeitpunkt der Rentenzusprechung und/oder -über
prüfung) neben dem
syndromalen
Zustand eine davon unabhängige organische oder psychische Gesundheitsschädigung, so hängt die Anwendbarkeit der Schlussbestimmung davon ab, dass die weitere („
nichtsyndromale
") Gesundheits
schädigung die anspruchserhebliche Arbeitsunfähigkeit nicht mitverursacht, das heisst letztlich nicht selbständig zur Begründung des Rentenanspruchs beigetra
gen hat. Wenn sie die Auswirkungen des unklaren Beschwerdebildes bloss ver
stärkte, bleibt eine Rentenrevision unter diesem
Rechtstitel möglich (Urteil des Bundesgerichts 9C_121/2014 vom
3.
September 2014 E. 2.6 mit Hinweisen).
Da der Bestand laufender Renten wesentlich von medizinischen Aspekten abhängt, sind an die entsprechenden Abklärungen besonders hohe Anforderun
gen zu stellen. Namentlich muss verlangt werden, dass die Untersuchungen im Zeitpunkt der Revision aktuell sind und sich mit der massgeblichen Fragestellung auseinandersetzen. Soweit die versicherte Person sich – auch mit Bezug auf die Chancen, welche die Wiedereingliederungsmassnahmen bieten – der Beurteilung durch die Verwaltung und deren regionalen ärztlichen Dienst nicht anschliessen kann, dürfte sich in der Regel eine neue, polydisziplinäre Begutachtung als unumgänglich erweisen (vgl. BGE 139 V 547 E. 10.2).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Auf
gabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medi
zinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswer
tes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizini
schen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen
der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechts
anwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenen
falls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
1.6
Nach der allgemeinen Beweisregel (
Art. 8 ZGB
) hat die versicherte Person die invalidisierenden Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung mit dem Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Gelingt dieser Nach
weis nicht, verfügt sie über keinen Leistungsanspruch. Mit anderen Worten wird bei Beweislosigkeit vermutet, dass sich der geklagte Gesundheitsschaden nicht invalidisierend auswirkt: Vermutet wird Validität, nicht Invalidität. An diesem Nachweis kann es unter mehreren Aspekten mangeln: Die Einschränkung ist nicht gesundheitlich, sondern sozial/soziokulturell bedingt (1); die gesundheitliche Ein
schränkung ist nicht evident, wiegt nicht schwer, sodass sie überwindbar und der versicherten Person die Verrichtung einer adaptierten Tätigkeit den
noch zumut
bar ist (2);
die Einschränkung ist nur vorübergehender Natur, sei es, weil sie von selbst oder nach einer medizinischen Behandlung abklingt (
3
). Die entsprechen
den Elemente (gesundheitlicher Charakter, Evidenz und Erheblichkeit, Dauerhaf
tigkeit der Beeinträchtigung) sind stets - auch ausserhalb der unklaren Beschwer
debilder - nachzuweisen, damit ein Anspruch auf eine Dauerleistung der Invali
denversicherung geltend gemacht werden kann (BGE 139 V 547 E. 8.1 und E. 9.4; BGE 140 V 290 E. 3.3.1).
Den unklaren Beschwerden ist eigen, dass mittels klinischer psychiatrischer Untersuchungen weder Pathologie noch Ätiologie erklärbar sind (BGE 139 V 457 E. 9.4). Gemäss der seit BGE 130 V 352 geltenden Rechtsprechung genügt die Diagnose eines
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren Beschwerdebildes ohne organische Grundlage und die allein darauf gestützte medizinische Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit nicht zum Nachweis einer rentenbegründenden Invalidi
tät. Eine Erwerbsunfähigkeit wurde seither nur anerkannt, wenn zusätzliche Kri
terien (sogenannte „Foerster-Kriterien“, vgl. ferner BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hin
weisen) in hinreichendem Ausmass erfüllt waren (BGE 139 V 457 E. 5.9 und E. 6). Dabei kam einer fachgerechten Abklärung besondere Bedeutung zu. Der aus der Diagnosestellung resultierende Rechtsnachteil der bleibenden Beweislast bedingte eine fachgerechte und
aktuelle Untersuchung, welche die rechtsprechungsgemäs
sen Anforderungen an eine Begutachtung erfüllt (BGE 139 V 547 E. 9.2.1).
Mit BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht seine Rechtsprechung zu den Voraus
setzungen, unter denen anhaltende somatoforme Schmerzstörungen und ver
gleichbare psychosomatische Leiden eine Invalidität zu bewirken vermögen, grundlegend überdacht und teilweise geändert (BGE 141 V 574 E. 3.4). Es erfolgte damit nicht eine Änderung der Voraussetzungen für den Leistungsanspruch, son
dern die Schaffung neuer Standardindikatoren für dessen Beurteilung und eines strukturierten, ergebnisoffenen Beweisverfahrens (BGE 141 V 281 E. 3.6 und E. 6; BGE 141 V 585 E. 5.3). Unverändert ist auch in Zukunft dem klaren Willen des Gesetzgebers gemäss Art. 7 Abs. 2 ATSG Rechnung zu tragen, wonach im Zuge der objektivierten Betrachtungsweise von der grundsätzlichen „Validität“ der die materielle Beweislast tragenden versicherten Person auszugehen ist (BGE
141
V
281 E. 3.7.2 unter Hinweis auf BGE 139 V 547 E. 8.1; BGE 141 V 585 E. 5.3).
Zwar hatten die Ärztinnen und Ärzte bereits vor der Praxisänderung gemäss BGE 141 V 281 ihre Stellungnahmen zur Arbeitsfähigkeit so substanziell wie möglich zu begründen, und es war für die ärztliche Plausibilitätsprüfung wichtig, in wel
chen Funktionen die versicherte Person eingeschränkt ist (BGE 140 V 193 E. 3.2; BGE 139 V 547 E. 9.2.1). Die diesbezüglichen Anforderungen hat das Bundesge
richt aber nunmehr in BGE 141 V 281 konkretisiert. Aus den medizinischen Unterlagen muss genauer als bisher ersichtlich sein, welche funktionellen Aus
fälle in Beruf und Alltag aus den versicherten Gesundheitsschäden resultieren. Diagnosestellung und – in der Folge – Invaliditätsbemessung haben somit stärker als bis anhin die entsprechenden Auswirkungen der diagnoserelevanten Befunde zu berücksichtigen. Medizinisch muss schlüssig begründet sein, inwiefern sich aus den funktionellen Ausfällen bei objektivierter Zumutbarkeitsbeurteilung anhand der Standardindikatoren eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ergibt. Wo dies nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit dargetan werden kann, trägt weiterhin die materiell beweislastbelastete versicherte Person die Folgen. Eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung und vergleichbare Leiden können somit eine Invalidität begründen, sofern funktionelle Auswirkungen der medizi
nisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit zumindest überwie
gender Wahrscheinlichkeit in einem anspruchserheblichen Ausmass nachgewie
sen sind (BGE 141 V 281 E. 6; BGE 141 V 574 E. 4.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründet die angefochtene Verfügung vom 2
6.
Juni 2017 damit,
die polydisziplinäre Begutachtung durch das
K._
habe ergeben, dass die Beschwerdeführerin in der bisherigen Tätigkeit zu 90
%
arbeitsfähig sei. Die Einschränkung sei für die Invaliditätsbemessung unerheblich, im Prozent
ver
gleich ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 10
%
, womit die Beschwerde
führerin keinen Anspruch auf eine Invalidenrente mehr habe (
Urk.
2).
2.2
Demgegenüber lässt die Beschwerdeführerin geltend machen, auf das Gutachten des
K._
könne alleine schon deshalb nicht abgestellt werden,
weil es sich dabei nicht um eine von der Beschwerdegegnerin unabhängige Institution handle und die Ärzte des
K._
befangen seien bzw. diese zumindest die von ihr geäusserten Bedenken betreffend Befangenheit nicht hätten ausräumen können. Ausserdem weise das
K._
-Gutachten diverse inhaltliche Mängel auf. Insbesondere betreffe dies das psychiatrische, rheumatologische und neuropsychologische Teilgut
ach
ten, welchen jeder Beweiswert abzusprechen sei. Es sei damit nicht über
wiegend wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin zu 90
%
arbeitsfähig sei. Zu monie
ren sei im Übrigen, dass die Beschwerdegegnerin keinen Einkommens
vergleich durchgeführt, sondern den Invaliditä
tsgrad mittels Prozentvergleich
ermittelt habe. Die Beschwerdegegnerin habe vor ihrem Unfall ein überdurch
schnittlich hohes Erwerbseinkommen erzielt, das sie nach über 16jähriger Arbeitsabstinenz nicht mehr zu erzielen vermö
ge
. Das Invalideneinkommen sei daher viel tiefer
als das
Valideneinkommen
(
Urk.
1).
3.
3.1
Laut dem polydisziplinären Gutachten des
G._
vom 2
1.
Juli 2004 (
Urk.
7/43/2-38) bestehen bei der Beschwerdeführerin ein chronisches generalisiertes Schmerz
syndrom mit chronischem
cervicospondylogenem
und
cervicocephalem
Syndrom bei Status nach HWS-Distorsion am 1
0.
Oktober 2001, Symptomausweitung bei anhaltend somatoformer Schmerzstörung und psychovegetativer Begleitpro
ble
matik, eine depressive Anpassungsstörung sowie eine substituierte Hypo
thyreose.
Aus rein rheumatologisch-orthopädischer Sicht wäre der Beschwerde
führerin eine leichte Tätigkeit mit Möglichkeit der Wechsel
positionierung und Wechselbe
lastung zwar ganztags zumutbar. Unter Berücksichtigung der psychiat
rischen und neurologischen Beurteilung bestehe aktuell aber eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten.
Die Neurologin
Dr.
L._
hielt im neurologischen Teilgutachten vom 3
0.
Juni 2004 (
Urk.
7/43/19-21) fest,
2 1⁄2 Jahre nach einem HWS-Distor
sionstrauma habe die Beschwerdeführerin noch ein ausgeprägtes, belastungs
ab
hängiges
cervicales
und
cervicocephales
Schmerzsyndrom. Weder im MRI vom
9.
Juli 2002 noch im aktuellen neurologischen Status fänden sich Hinweise auf eine periphere,
radikuläre
oder zentrale neurogene Pathologie. Im Vordergrund stehe ein massives
Cervicalsyndrom
mit zum Teil Ausstrahlung bis kranial. In den letzten Monaten sei es sicher auch zu einer depressiven Komponente gekommen. Die Prognose sei nicht schlecht, da es in den letzten Monaten zu einer St
abi
lisie
rung gekommen und die Beschwerdeführerin zur Wiederaufnahme einer Arbeit motiviert sei. Mit einer guten Betreuung und adäquater Therapie werde sich die Situation nochmals verbessern und es sollte wieder eine volle Arbeitsfähigkeit für leichtere Arbeiten erreicht werden.
Laut dem psychiatrischen Teilgutachten von
Dr.
F._
vom 2
6.
Januar 2004 (
Urk.
7/43/24-38) sind
bei der Beschwerdeführerin
Handlungsenergie, -planung, Übersichts- und mental-intellektuelle Umstellfähigkeit
heute
berufslimitierend, vergleichend zum durchschnittlichen prämorbiden kognitiv-intellektuellen Funk
tionspotenzial sicher «relevant», teils weitgehend «erheblich», eingeschränkt, dies auf dem Boden eines depressiv verminderten innerpsychischen Antriebes (Elan vital), nicht aber auf dem Boden hirnorganisch-struktureller Pathologien.
Das «psychische Energieniveau» sei klinisch und psychometrisch sicher erheblich berufsrelevant vermindert. Die Art der
psychopathometrischen
Befunde sei valide vereinbar mit einer psychopathologisch-interaktionellen schweren affektiven Alteration, auch für eine relevante mental-intellektuelle Störung aus neuro
psy
chologisch-leistungspsychologischer Sicht.
Art, Ausmass und Schweregrad der neuropsychischen Beeinträchtigungen würden in Anlehnung an den foren
sisch bewährten «strukturell-sozialen Krankheitsbegriff» hinsichtlich Psycho
patholo
gie, neurokognitivem Restleistungspotenzial, sozial-inter
aktio
nellem Verhalten, Psychodynamik der Störung, Krankheitseinsicht, Zumutbarkeit von Krankheits
bewältigungsstrategien, Ausmass der nicht-intentionalen inner
psychischen Abwehr, psychischem Verformungsprozess im Längsverlauf relativ zum prämor
biden
Habitualpotenzial
und a
m Ausmass der krankheitsbedingten Lebensraum
einschränkung und seelisch-psychischen Absorption unter Aus
schluss IV-
frem
-
der Faktoren (u.a. Alter, wirtschaftliche Verhältnisse, Kultur und Ethnologie, Malassimilation, normalpsychologische Alterationen) normativ-kategorial (medi
zinisch-theoretisch) mit 70-80
%
Arbeitsunfähigkeit/Erwerbsun
fähigkeit veran
schlagt.
Erfolgsversprechende Rehabilitationsmassnahmen seien durchaus ersichtlich. Das Ausmass der typisierenden Umprägung der
Habitual
persönlich
keit
und deren alltagspraktische Konsequenzen könnte hier als «partiell beein
trächtigt» bezeichnet werden. Es fänden sich schwere Einschränkungen durch die vorliegende Störung von Organisation und Tagesablauf, Inter
essenabsorption und Festlegung auf ein stereotypes, störungsspezifisches Verhaltensmuster, wel
che die Variations
möglichkeiten des Handelns auf den verschiedensten Gebieten der beruflichen und privat-persönlichen Bereiche «erheblich» einschränkten.
Die Frage nach der «Zumutbarkeit der Willens
anspannung» könne im Rahmen der vorhandenen innerpsychischen und kognitiv-emotionalen krankheitsbedingten Absorption und der vorhandenen theoretisch-abstrakten Restleistungsfähigkeit als «aktuell nicht gegeben» bezeichnet werden. Die Beschwerdeführerin sei krank
heitsbedingt, unter Ausschluss IV-fremder Faktoren (z.B. Alter, finanzielle Situa
tion, wirtschaftlich-ökonomische Faktoren, allgemein-psychologische bedingte Persönlichkeits
faktoren, psychosoziale Stressoren, innerfamiliäre Stressoren, Kul
tur und Malassimilation, sekundärer Krankheitsgewinn) medizinisch-theoretisch heute zu ca. 20-30
%
vermittelbar, auch sei ihr selber, im Rahmen der theoretisch veranschlagten Restleistungsfähigkeit (normativ) auf dem Boden ihrer relevanten kognitiv-intellektuellen Defizite und den so verbleibenden kognitiven Fähigkei
ten und ihrer erheblich verminderten psychischen Ressourcen (Elan vital) relativ zum mehrheitlich durchschnittlichen kognitiv-intellektuellen
Habitual
funktions
potenzial
, eine berufliche Tätigkeit (abstrakt und
störungs
angepasst) von ca. 20
% theoretisch zumutbar.
3.2
3.2.1
Im Bericht vom 2
6.
Februar 2013 (
Urk.
7/97/5) hielt der Hausarzt
Dr.
E._
fest, angesichts der Komplexität des Falles könne er die Fragen nach der Arbeits
unfähigkeit der Beschwerdeführerin nicht beantworten. Die Beschwerde
führerin komme alle 2-3 Monate für ein etwa 30-minütiges Gespräch und zum erneuten Bezug von Analgetika. Aus seiner eingeschränkten Sicht habe sich die Situation in den letzten Jahren nicht verändert.
3.2.2
Am 1
5.
April 2013 (
Urk.
7/99) führte
Dr.
E._
aus, auf Bitten der Beschwerdeführerin gebe er nun doch einen ausführlicheren Bericht ab. Es seien im Verlauf der letzten Jahre etliche
neue Probleme hinzugekommen. So klage die
Beschwerdeführerin
über zunehmende
Gelenkschmerzen.
In psychischer Hinsicht wirke sie stark deprimiert, verhärmt und freudlos. Es seien schon wiederholt Panikattacken mit Hyperventilation aufgetreten. 2010 sei in der rechten
Glandula
parotis
ein gutartiger Tumor festgestellt
worden, der in letzter Zeit gewachsen sei und Schmerzen verursache. Bezüglich der Schilddrüse sei 2003 zuerst eine Hypothyreose und später eine Hyperthyreose aufgetreten, so dass 2005 ein Mor
bus Basedow diagnostiziert worden sei. Es lägen auch diverse Nahrungs
unver
träglichkeiten vor. Wegen den konstanten Schmerzen weise die Beschwer
defüh
rerin Konzentrationsstörungen auf.
Ein weiterer, nicht neuer Faktor sei sodann der verletzungsbedingte
Visusverlust
des rechten Auges. Die einzelnen Faktoren alleine könnten vielleicht die Erwerbsunfähigkeit nicht erklären, zusammenge
nommen sei es jedoch offensichtlich, dass der Beschwerde
führerin keine Erwerbs
tätigkeit zugemutet werden könne. Sie benötige auch regelmässig eine Haushalts
hilfe.
3.3
Laut dem Bericht von
Dr.
I._
vom
5.
Juni 2013 (
Urk.
7/103) bestehen bei der Beschwerdeführerin eine Anpassungsstörung mit depressivem Zustandsbild in Folge einer Reihe von schweren psychosozialen Belastungsfaktoren (ICD-10 F.43.21) bei einer bis anhin emotional vulnerablen Persönlichkeitsstruktur sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10 F45.4), die sich in Folge des Unfalls und auf dem Boden der pr
ä
morbiden Persönlich
keits
merkmale entwickelt habe. Die Beschwerdeführerin sei immer eine zu Perfektio
nismus neigende Persönlichkeit gewesen und sei in ihrem Leben mit diversen Stresssituationen konfrontiert worden, die zur Überforderung und Belastung des ganzen psychovegetativen Systems geführt hätten. Mit 39 Jahren habe sie nach einer Auffahrkollision mit geringem Tempo ein Trauma der HWS erlitten und in der Folge extreme Nacken-/Kopfschmerzen entwickelt, die auf keine Therapie angesprochen und sich in letzter Zeit noch verschlechtert hätten. Diese Beschwer
den beeinträchtigten sie in einem derartigen Ausmass, dass sie ihr ganzes Leben der neuen Situation angepasst habe. Die Beschwerdeführerin habe sich als leis
tungsorientierte und durchaus vitale und lebensfreundliche Per
sönlichkeit gese
hen, welche durch den Unfall aus der Bahn geschleudert worden sei.
Sie hadere mit ihrer Krankheit und sei deprimiert wegen ihres Lebens, da
s
sie sich nicht so vorgestellt habe. Die starken Schmerzen verbunden mit der Ängstlichkeit, depres
siver Stimmungslage, chronischen Schlafstörungen und dem Gefühl, dass sie ihrer Familie in so einem Zustand nicht mehr gerecht werden könne, beeinträch
tigten sie in so einem Ausmass, dass sie Mühe habe, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen. Die
Chronifizierung
der Schmerzsymptomatik sowie der Umstand, dass keine Verbesserung der körperlichen Funktionsfähigkeit eintrete, seien wei
tere Faktoren, die den Verlauf stark beeinträchtigten. Die beiden Problemkreise unterstützten sich gegenseitig und
verhinderten die Entwicklung neuer Bewälti
gungsstrategien. Vor allem die chronischen Schmerzen wie die depressive Stim
mungslage führten dazu, dass die Beschwerdeführerin sich vermehrt zurückziehe und fast keinen sozialen Kontakt mehr pflege. Die stabilen familiären Verhält
nisse gäbe
n
ihr aber Kraft und Zuversicht für die Zukunft. Eine Arbeitsunfähigkeit und damit die Voraussetzung für die Ausrichtung der IV-Rente seien weiterhin gegeben. Die Einschränkungen bestünden vorwiegend im somatischen Bereich, eine konsequente psychiatrisch-psychotherapeutische Be
handlung sei dringend angezeigt.
3.4
Gemäss dem Bericht des Rheumatologen
Dr.
J._
vom 3
0.
September 2013 (
Urk.
7/111/5) haben die Abklärungen keine Hinweise auf eine systemische ent
zündliche Erkrankung ergeben. Bildgebend habe sich eine Diskushernie L5/S1 mit möglicher Kompression der Nervenwurzel S1 links
rezessal
gezeigt. Hierdurch wäre ein Grossteil der lumbalen, nach links ausstrahlenden Rückenschmerzen erklärbar. Es komme hierdurch zu einer leicht verminderten Belastbarkeit der LWS, schwere körperliche Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin aktuell nicht zumutbar. Die Beurteilung bezüglich leichten bis mittelschweren körperlichen Tätigkeiten sei durch die multifaktorielle Erkrankung erschwert. Es werde eine interdisziplinäre Begutachtung empfohlen. Erwähnenswert sei, dass die Be
schwerdeführerin den letzten Termin nicht habe wahrnehmen können, da sie sich im August eine komplizierte Fraktur des Fusses zugezogen habe. Der Verlauf und das Verletzungsausmass seien ihm nicht bekannt.
3.5
3.5.1
Laut dem Gutachten des
K._
vom
1
4.
Juni 2016 bestehen bei der Beschwerde
führerin folgende Diagnosen (
Urk.
7/175/43):
«1 Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
1.
Zustand nach perforierender Augenverletzung mit Netzhautnarben rechts (ICD-10 S05.5)
2.
Cataracta
complicata
rechtes Auge (ICD-10 H26.2)
3.
Intermittierende Schwindelsymptomatik (ICD-10 H82.0
)
-
unauffällige periphere vestibuläre Funktion
-
Differentialdiagnose
zervikogen-propriocetiv
bedingt
4.
Tinnitus beidseits (ICD-10 H93.1)
-
mittelgradig kompensiert
5.
Chronisches
zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom (ICD-10 M53.1)
-
Status nach HWS-Distorsionstrauma im Rahmen eines Auffahrunfalles am 1
0.
November 2001
-
Dysbalancen
der Schultergürtelmuskulatur
-
klinisch keine Hinweise für
radikuläre
Symptomatik
-
radiologisch
Chondrose
, ventrale Spondylose und Retrospondylose C5/6
6.
Chronisches
thorakolumbospondylogenes
Schmerzsyndrom linksbetont (ICD-10 M54.5)
-
klinisch und radiologisch S-förmige
Thorakolumbalskoliose
-
klinisch keine Hinweise für
radikuläre
Symptomatik, anamnestisch Wur
zelreizung S1 links
-
Chondrose
L5/S1
7.
Belastungsdefizit linker Unterschenkel (ICD-10 S82.38, M21.07)
-
Status nach dislozierter distaler intraartikulärer Unterschenkelspiral
frak
tur am 2
0.
August 2013
-
Status nach geschlossener Reposition, Fixateur externe Tibia links am 20. August 2013
-
Status nach Entfernung Fixateur externe, offener Reposition distale Tibia, Plattenosteosynthese mit LC-Platte am 2
7.
August 2013
-
Status nach Narbenexzi
sion, Entfernung der Schrauben und Platte Unter
schenkel links am 1
7.
März 2015
-
Inaktivitätsbedingter
Pes
plano
vulgus
8.
Funktions- und Belastungsdefizit der Schultergelenke beidseits (ICD-10 M75.8)
-
Verkalkungen im Ansatzbereich der
Supraspinatussehne
beidseits
-
Impingement
-Test beidseits positiv
-
klinisch und
sonographisch
keine Hinweise für
Rotatorenmanschetten
lä
sion
9.
Hypermobilität (ICD-10 M35.7)
2 Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
1.
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
-
generalisiertes
multilokuläres
Schmerzsyndrom (ICD-10 R52.9) mit Ganz
körperschmerzen und vegetativer Begleitsymptomatik
2.
Morbus Basedow (Erstdiagnose 2003) (ICD-10 E05.0)
-
Status nach
thyreostatischer
Behandlung 2005 – 2007 bei manifester Hy
perthyreose
-
leichte endokrine
Orbitopathie
-
aktuell: Hyperthyreose-Rezidiv mit manifester Hyperthyreose (labor
che
misch)
3.
Pleomorphes Adenom der
Glandula
parotis
rechts (ICD-10 M89.40)
4.
Leichtgradiger Hochtonabfall rechts (ICD-10 H90.4)
5.
Chronische Benetzungsstörung rechtes und linkes Auge (ICD-10 H19.3)
6.
Anlagebedingte Fehlsichtigkeit linkes Auge (Myopie, Astigmatismus) (ICD-10 H52.1/H52.2)
7.
Presbyopie
linkes Auge (ICD-10 H52.
5)»
Die Beschwerdeführerin verfüge über eine abgesch
lossene Bürolehre und habe bis zu ihrem letzten Arbeitstag in verschiedenen Anstellungen hauptsächlich im kaufmännischen Bereich gearbeitet.
Aus Sicht des Bewegungsapparates liessen sich zwar degenerative Veränderungen im Bereich des Achsenskeletts und beider Schultern sowie eine Hypermobilität nachweisen, ausserdem bestehe ein Be
las
tungsdefizit des linken Unterschenkels bei Status nach dislozierter distaler intra
artikulärer Unterschenkelspiralfraktur im August 201
3.
Es bestehe eine deutliche Diskrepanz zwischen dem Ausmass der subjektiv geklagten Beschwer
den und den objektivierbaren Befunden. Während körperlich schwere und mittel
schwere Tätigkeiten der Beschwerdeführerin aus Sicht des Bewegungsapparates nicht zugemutet werden könnten, bestehe in der angestammten Tätigkeit wie auch in jeglicher anderen körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit.
Aus
endokrinologischer
Sicht könne ein
Hyperthyreose
rezidiv
im Rahmen eines Morbus Basedow festgestellt werden, welches aber keinen Ein
fluss auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin habe. Auch aus neurologi
scher und internistischer Sicht könnten keine Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden. Aufgrund einer intermittierenden Schwindel
symptomatik bei unauffälliger peripherer vestibulärer Funktion und eines mittel
gradig beidseits kompensierten Tinnitus sei die Arbeitsfähigkeit
der Beschwerde
führerin aus
otoneurologischer
Sicht auch in ihrer angestammten Tätigkeit wegen des Tinnitus um 10
%
eingeschränkt. Aufgrund des Schwindels sollte sie keine sturzgefährdende Tätigkeit oder Tätigkeiten mit häufigen Kopf
rotationen ausü
ben.
Aus ophthalmologischer Sicht bestehe eine 10%ige Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit aufgrund der
Monokelsituation
bei Zustand nach perforierender Augenverletzung mit Netzhautnarben und gleichzeitiger
Cataracta
complicata
rechts. Tätigkeiten, welche ein gutes räumliches Sehen und ein intak
tes Gesichts
feld erforderten, seien für die Beschwerdeführerin nicht geeignet. Für die Diskre
panz zwischen dem Ausmass der
subjektiv geklagten Beschwerden und den objektivierbaren Befunden verantwortlich sei, gemäss aktueller psychiat
rischer Beurteilung, eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren, welche jedoch keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwer
deführerin ausübe.
Aus neuropsychologischer Sicht könne keine wesentliche Ein
schränkung objektiviert werden. In der interdisziplinären Kon
sensbesprechung kämen die beteiligten Gutachter zum Schluss, dass der Be
schwerdeführerin kör
perlich schwere und mittelschwere Tätigkeiten nicht zuge
mutet werden könnten. In der angestammten Tätigkeit wie auch in jeglicher anderen körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit ohne Arbeiten mit den Armen über der Horizonta
len, ohne Notwendigkeit der Einnahme von wirbel
säulenbelastenden Zwangshal
tungen, ohne Anforderung an ein intaktes Ge
sichtsfeld oder Stereosehen, ohne sturzgefährdende Tätigkeiten oder Tätigkeiten mit häufigen Kopfrotationen bestehe aus gesamtmedizinischer Sicht eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 90
%
. Das Pensum könnte vielschichtig umgesetzt werden mit leicht
erhöhtem Pausenbedarf. Die sehr geringen quantitativen Einschränkungen aus ophthalmo
logischer und HNO-ärztlicher Sicht ergänzten sich, addierten sich nicht, da die gleichen Zeitabschnitte für Pausen und Erholung genutzt werden könnten.
Die Angaben zur Arbeitsfähigkeit würden mit Sicherheit ab dem Begutachtungszeit
punkt gelten. Eine retrospektive Einschätzung, insbe
sondere aus psychiatrischer Sicht, sei aufgrund der vorliegenden Dokumentation nicht konklusiv möglich. Jedenfalls könne die
höhergradige
Einschränkung aufgrund einer bei der ursprünglichen Berentung
höhergradig
eingestuften de
pressiven Störung nicht mehr nachgewiesen werden.
3.5.2
Am 2
5.
April 2017 (
Urk.
7/198) nahmen die Ärzte des
K._
zu den von der Beschwerdeführerin gegen ihr Gutachten vorgebrachten Einwänden Stellung.
Im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung seien die Angaben der Beschwerde
führerin aufgeschrieben und danach diktiert worden. Es sei aber letztlich nicht entscheidend, ob jeder Schmerz und jede körperliche Wahrnehmung im Gut
ach
ten protokolliert werde, da zur Beurteilung der somatischen Beschwerden die somatische Untersuchung und Beurteilung massgebend sei. Bei der Erwähnung der Unterfunktion der Schilddrüse sei tatsächlich ein Fehler unterlaufen, da es dort Überfunktion heissen müsste, was bei einem Morbus Basedow medizinisch klar sei. Es liege auch nicht in der Verantwortung der Gutachter, wenn die Beschwerdeführerin untersc
hiedliche Angaben zu den gleichen Sachverhalten gemacht habe. Die
psychiatrische
Untersuchung habe zirka 60 Minuten gedauert. Der Untersucher habe zwar tatsächlich am Vormittag des Untersuchungstages einen Fahrradunfall erlitten, es treffe aber
keineswegs zu, dass er der Beschwer
de
führerin mitgeteilt habe, dass man ihm geraten habe, er solle deswegen zu Hause bleiben. Ihre Ängste habe die Beschwerdeführerin nicht erwähnt. Sie habe berichtet, dass sie sich zum Zeitpunkt der Untersuchung nicht in psychiatrischer Behandlung befunden habe und ihr die psychiatrischen Therapien auch nicht geholfen hätten. Dies sei ein Hinweis darauf, dass sie nicht an einer psychiatri
schen Störung leide. Durch mittels Fragebogen standardisierte Ver
fahren werde
keine höhere Genauigkeit in der Beurteilung erzielt, weshalb von der Anwendung im gutachterlichen Kontext abgesehen werde. Aus rheuma
tologischer Sicht
seien die Befunde grundsätzlich korrekt wiedergegeben worden. Warum im Bericht
der Ganzkörperskelettszinti
graphie in der Beurteilung angegeben werde, dass eine leicht aktive Degeneration der Hüftgelenke vorliege, wenn im Befund angegeben werde, dass keine
Synovitis
der grossen Gelenke vorliege, sei nicht nachvollzieh
bar. Es handle sich hier offenbar um einen Übertragungsfehler des Instituts für Radiologie. Ungeachtet dessen schränke eine leichte Degeneration der Hüftge
lenke die Arbeitsfähigkeit für leichte Tätigkeiten wie die einer Kunden- oder Ver
sicherungsberaterin nicht ein.
Dass die Plattfüsse der Beschwerdeführerin im Gut
achten keine Erwähnung fänden, treffe nicht zu, es
sei die Diagnose eines
Pes
pla
novalgus
links angegeben.
Hinsichtlich der Sozialanamnese könne nur das wiedergegeben werden, was die Beschwerde
führerin mitteile. Warum sie gegen
über ihrem Rechtsvertreter andere Angaben mache, sei nicht erklärbar. Möglich
erweise stehe dies in Zusammenhang damit, dass auch bei der gutachterlichen Untersuchung deutliche Diskrepanzen zwischen den Einschränkungen im Rah
men der Untersuchungssituation und der völlig unauffälligen Beweglichkeit bei unbewussten Bewegungen festzustellen gewesen seien. Insgesamt könne festge
halten werden,
dass bei der Beschwerde
führerin im Sinne der im Gutachten vor
genommenen Einschätzung in der angestammten Tätigkeit eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 90
%
bestehe.
4.
4.1
Das polydisziplinäre
K._
-Gutachten vom
1
4.
Juni 201
6
(
Urk.
7/
175
) basiert
auf einer umfassenden allgemein
internistischen, psychiatrischen, rheumatolo
gi
schen, neurologischen,
neuropsychologischen
,
endokrinologischen
,
otorhino
la
ryngologischen
und ophthalmologischen
Untersuchung und wurde in Kenntnis und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
(Anamnese) abgegeben. Die begut
achtenden Ärzte haben detaillierte
Befunde erhoben
und nachvollziehbare Diag
nosen
gestellt
und sich mit den von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwer
den
auseinandergesetzt. Zudem haben sie die medizinischen Zusammenhänge und die medizinische Situation einleuchtend dargelegt und ihre Schlussfolgerun
gen nachvollziehbar begründet. Dem polydisziplinären Gutach
ten kommt daher grundsätzlich volle Beweiskraft zu (vgl. E. 1.
5
).
4.
2
Di
e Beschwerdeführerin kritisiert
die wirtschaftliche Abhängigkeit des
K._
von den IV-Stellen und bezeichnet dieses als «Gutacht
en-Fliessbandfabrik» (
Urk.
1 S.
4
f
f.). Diesbezüglich ist auf die höchstrichterliche Rechtsprechung zu verwei
sen, wonach die Beschaffung medizinischer Entscheidungsgrundlagen durch externe Gutachtensinstitute wie die Medizinischen Begutachtungsstellen in der schweizerischen Invalidenversicherung sowie deren Verwendung im Gerichts
ver
fahren an sich verfassungs- und konventionskonform ist (vgl. BGE 137 V 210 E. 2.1-2.3 mit Hinweisen). Soweit die Beschwerdeführerin vorbr
ingt
, dem
K._
fehle es an der notwendigen Unabhängigkeit, ist festzuhalten, dass sich ein Ausstand
begehren stets nur gegen Personen richten kann (BGE 137 V 210 E. 1.3.3). Wirt
schaftliche Abhängigkeit allein begründet im Übrigen recht
sprechungsgemäss keine Befangenheit (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_854/
2012 vom
4.
April 2013 E. 4.2). Es lässt sich sodann auch aus dem Umstand, dass das
K._
eine verhältnismässig grosse Anzahl von Gutachten erstellt,
nicht
darauf schliessen, dass
bei den Begutachtungen
unsorgfältig vorge
gangen
wird, wie dies die Beschwerdeführerin
unter anderem
mit der polemischen
und abschätzigen
Bezeichnung «Gutachten-Fliessbandfabrik» glauben machen will.
Personenbezo
gene Befangenheitsgründe gegen die einzelnen Gutachter wurden nicht vorge
bracht und sind in den Akten nicht ersichtlich.
Zum
von der Beschwerdeführerin angesprochene
n
Vorwurf, der Leiter des
K._
,
Dr.
M._
, habe Gutachten verfälscht, ist festzuhalten, dass die gegen ihn wegen diesen Vorwürfen geführte Strafuntersuchung vor Jahren eingestellt worden ist und das BSV auch nicht ver
anlasst hat,
von einer Vereinbarung mit dieser Gutachterstelle abzusehen
. Wie die Beschwerdeführerin selbst anerkennt (
Urk.
1 S. 4)
,
hat
Dr.
M._
am vorlie
genden Gutachten ausserdem gar nicht mitgewirkt.
Dass
Dr.
M._
als Geschäftsführer und de facto Eigner der
K._
GmbH trotzdem zumindest indirek
ten Einfluss auf die Begutachtung der Beschwerdeführerin genommen hat, indem er ihm nicht genehme «patientenfreundliche» Ärzte ausgewechselt ha
ben sollte
(
act
. 1 S. 4 f.)
, ist eine
un
substantiierte
Behauptung
der Beschwerdeführerin
.
Die Beschwerde
führerin führt aus, der an der
Begutachtung beteiligte Psychiater
Dr.
N._
dürfte rein rechnerisch an
ca. 200 Gutachten
im Jahr und somit an fast einem pro Arbeitstag
beteiligt
sein, was offensichtlich auf der spekulativen Annahme beruht, dass vom
K._
ca. 800 psychiatrische Begutachtungen von vier Psychiatern erstellt werden
(
Urk.
1 S. 5)
.
Selbst wenn dem so wäre,
deutet dies weder
auf eine
Befangenheit noch auf eine grundsätzlich unsorgfältige Arbeits
weise
von
Dr.
N._
hin.
Nicht ersichtlich ist sodann, woraus die Beschwerde
führerin schliesst, dass für die Gutachter ein «Anreiz» bestehen soll, das Ermessen im Zweifelsfall für die
auftraggebenden
Versicherungen auszuüben, weil sie ihrer Ansicht nach als Angestellte des
K._
nicht persönlich zivilrechtlich haftbar gemacht werden können
, sondern nur das
K._
als juristische Person (Urk.
1 S. 6)
.
Die diesbe
züglichen formellen Einwände der Beschwerde
führerin gegen das
K._
-Gutachten
gehen
somit
fehl
und das Gutachten ist in materieller Hinsicht auf seine Beweiseignung hin zu überprüfen.
4.3
Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Anamneseerhebung durch den psy
chiatrischen Gutachter
Dr.
N._
sei ungenau und schludrig erfolgt. Diverse Angaben, welche sie gegenüber
Dr.
N._
gemacht habe, seien von diesem nicht richtig festgehalten worden.
Dr.
N._
führt hierzu in der Stellungnahme vom 2
5.
April 2017 (
Urk.
7/198) aus, es seien die von der Beschwerdeführerin gemachten Angaben von ihm aufgeschrieben und nach der Untersuchung diktiert worden.
Wenn sie während der Begutachtung gegenüber den verschiedenen Ärz
ten unterschiedliche Angaben zu den gleichen Sachverhalten mache, könnten nicht die Gutachter für die Widersprüche im Gutachten verantwortlich gemacht werden. Tatsächlich kann weder ausgeschlossen werden, dass die Beschwerde
führerin unterschiedliche Angaben gemacht hat,
noch
dass
Dr.
N._
allenfalls etwas falsch notiert hat, wie dies im Falle der Fehlfunktion der Schilddrüse, wo er eine Unterfunktion statt einer Überfunktion festgehalten hat, von ihm selbst auch eingeräumt wird.
Es
kann
aber festgehalten werden, dass jedenfalls nicht derart viele Fehler im Gutachten vorhanden sind und sie nicht
elementare
Punkte betreffen,
so
dass dem Gutachten deswegen der Beweiswert abzusprechen wäre. Es ist übereinstimmend mit
Dr.
N._
darauf hinzuweisen, dass es im Rahmen der psychiatrischen Beurteilung nicht entscheidend ist, dass jeder Schmerz und jede körperliche
Wahrnehmung protokolliert wird.
Die Beschwerdeführerin behauptet sodann, die psychiatrische Untersuchung habe entgegen der Angaben von
Dr.
N._
nicht 60, sondern lediglich 47 Minuten gedauert. Ob die Beschwerdeführerin effektiv in der Lage war, die Dauer der Begutachtung auf die Minute genau zu messen, scheint fraglich
.
Wie das Bun
desgericht festgestellt hat, hängt der Aussagegehalt eines Gutachtens zuvorderst davon ab, ob die Expertise inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist. Trifft dies zu, ist die
Untersuchungsdauer grundsätzlich nicht entscheidend (Urteil des Bundesgerichts 9C_352/2013 vom
3.
Juli 2013, E. 4).
Es ist auch nicht ersichtlich, inwiefern die gutachterliche Aussage, die Beschwer
deführerin habe nicht über Ängste berichtet,
«
manipulativ
»
und im Übrigen unzutreffend sein soll. Die Beschwerdeführerin hatte Gelegenheit, mit dem Gut
achter über ihre Ängste zu reden. Dies hat sie offenbar nicht getan, weshalb die entsprechende Aussage im Gutachten
weder falsch noch manipulativ ist.
Die gelegentliche Atemnot wird im Gutachten erwähnt, ob diese in Bezug auf den psychischen Gesundheitszustand einen Einfluss hat, obliegt der Beurteilung des Gutachters. Über die im Bericht von
Dr.
E._
vom 1
5.
April 2013 erwähn
ten Panikattacken mit Hyperventilation berichtete die Beschwerdeführerin anlässlich der Begutachtung im April 2016 nicht mehr.
Soweit die Beschwerdeführerin ausführt, ihr Gesundheitszustand schliesse eine Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit aus, lässt dies die Aussage von
Dr.
N._
, sie sei dazu auch nicht motiviert, nicht als falsch erscheinen. Es ist
Dr.
N._
sodann auch darin zu folgen, dass der Umstand, dass sich die Beschwerdefüh
rerin keiner Psychotherapie unterzieht, ein Hinweis darauf ist, dass sie nicht an einer erheblichen psychischen Störung leidet und in diesem Sinne das aus der Untersuchung der Beschwerdeführerin gewonnene Erge
bnis stützt. Es ist
auch nicht als erhebliche Unterlassung zu werten,
dass
Dr.
N._
in seinem Teilgut
achten
den Umstand
unerwähnt gelassen hat
, dass die Beschwerdeführerin
vom 2
8.
Januar 2003 bis zum 2
1.
Februar 2003
– und somit mehr als 13 Jahre vor dem Zeitpunkt der Begutachtung -
in der
Klinik
O._
eine Psychotrauma-Schmerztherapie absolviert hat. Wohl wurden in deren Rah
men Gespräche mit einer Diplom-Psychologin durchgeführt, um eine psycho
the
rapeutische Behandlung
im eigentlichen Sinne
handelte es sich dabei aber nicht und es wurden auch keine wesentlichen ps
ychiatrischen Diagnosen gestellt.
Die Kur wurde schliesslich abgebrochen bei Akuterkrankung der Mutter bzw. grippa
lem Infekt, welcher die Teilnahme an den im Vordergrund stehenden physikali
schen Massnahmen unmöglich machte
(
Urk.
7/13/1-7).
Bezüglich ihres Schlafs hat die Beschwerdeführerin angegeben, dass sie zwischen 21.30 und 22.00 Uhr ins Bett gehe und zwischen 06.45 Uhr und 07.15
Uhr auf
stehe (
Urk.
7/175/15)
und sich somit jede Nacht zwischen 8 3⁄4 und 9 3⁄4
Stunden im Bett befinde
. Es scheint somit durchaus vertretbar,
noch von leichten Durch
schlaf
störungen zu sprechen, wenn die Beschwerdeführerin mehr oder weniger regelmässig zwischen einer und vier Stunden wach liegt.
Der im Gutachten fest
gehaltene Umstand
,
dass die Beschw
erdeführerin zwei Mal pro Woche
während 4-5 Stunden eine Haushalthilfe benötigt (
Urk.
7/175/15), steht nicht im Wider
spruch zur Aussage im Gutachten, dass sie sich um den Haushalt kümmert. Wel
che Aufgaben von der Haushalthilfe übernommen werden, wird im Gutachten festgehalten.
Die Verschreibung eines Antidepressivums
in niedriger Dosierung
kann bei Schlafstörungen sinnvoll sein, selbst wenn keine
depressiven Störungen beste
hen.
Insofern besteht kein Widerspruch, wenn
Dr.
N._
die Einnahme eines schlafanstossenden Antidepressivums zur Schlafverbesserung und zur Schmerz
distanzierung empfiehlt, obwohl er das Vorliegen einer Depression verneint.
Soweit
die Beschwerdeführerin
rügt, es seien von
Dr.
N._
keine standardi
sierten
Analyse- und Testverfahren
durchgeführt worden
, ist festzuhalten, dass es grundsätzlich den
Experten
überlassen ist, über Art und Umfang der aufgrund der konkreten Fragestellung erforderlichen Untersuchungen zu befin
den. Das Gericht
hat alsdann zu prüfen
, ob das Gutachten die praxisgemässen Anforde
rungen an eine medizinische Beurteilungsgrundlage erfüllt (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; Urteil 8C_516/2014 vom
6.
Januar 2015 E. 6.2).
Bezüglich der
Erhebung des Psychostatus nach AMDP
hat das Bundesgericht festgehalten, dass diese
noch keine Schlüssigkeit der gutachterlichen Ergebnisse sicherstellt und die Rechtspre
chung Testverfahren wie AMDP bloss ergänzende Funktion zuerkennt, so dass sie die klinische Befunderhebung nicht zu ersetzen vermögen
(
Urteil
e
8C_55/2018
vom 3
0.
Mai 2018,
9C_252/2012 vom 7.
September 2012 E. 8.3
)
.
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin ergibt sich schliesslich aus der Beurteilung von
Dr.
N._
auch hinreichend, welche Rolle er den psychischen Faktoren für Schweregrad, Exazerbation und Aufrechterhaltung der Schmerzen beimisst.
4.4
Dass die im MRI vom 1
4.
Juni 2013 (
Urk.
7/175/50) festgestellte leichte Kompres
sion der Nervenwurzel S1 von der Rheumatologin
Dr.
P._
lediglich in der Zusammenfassung des MRI-Befundes auf S. 24 und nicht auch im Volltext auf S. 21 des Gut
achtens erwähnt wird, kann nicht als Mangel am Gutachten bezeichnet werden, was umso mehr gilt, als es sich auch gemäss dem Rheumatologen
Dr.
J._
lediglich um eine mögliche Kompression handelt (vgl. Bericht vom 3
0.
September 2013,
Urk.
7/111/5).
Soweit die Beschwerdeführerin
Dr.
P._
den Vorwurf macht, sie habe die Ergebnisse der Ganzkörperskelettszintigraphie des Kantonsspitals
Q._
vom 3
1.
Mai 2013
(
Urk.
7/175/51) nicht richtig wiedergegeben, ist festzuhalten, dass in diesem Bericht unter dem Titel Befund festgehalten wird, es zeige sich in der Übersicht im Ganzkörperscan keine
Synovitis
der grossen Gelenke und ein negativer Befund über den Händen und Füssen. In der Spätphase sei das Szinti
gramm praktisch altersentsprechend mit nur minimaler
Spondyloseaktivität
L4/L5 bei leichter linkskonvexer LWS-Skoliose, Degeneration
humeroskapulär
beidseits, leichte Sklerose des Grosszehengrundgelenkes rechts,
nebenbefundlich
deutliche Speicherung
ma
mmär
beidseits in diffuser Form. Wenn
Dr.
P._
dies mit den Worten zusammenfasst, es habe sich bis auf minimale Degenerationen
humeroscapulär
beidseits und eine leichte Skoliose des Grosszehengrundgelenkes rechts ein unauffälliger Befund gezeigt, erscheint dies als zutreffend. Tatsächlich scheint es dagegen nicht erklärbar, wie das Kantonsspital
Q._
zur Beur
teilung «leicht aktive Degeneration der Hüftgelenke und ebenfalls Sklerose
humeroskapulär
beidseits» gelangt, nachdem es im Befund festgehalten hat, es liege eine Degeneration
humeroskapulär
und eine Sklerose des Grosszehengrund
gelenkes vor
und die Hüftgelenke gar nicht erwähnt werden. Unter diesen Umständen kann nicht die Rede davon sein, dass
Dr.
P._
medizinische Vor
berichte abgeschwächt und damit verfälscht sowie aktenwidrig wiederge
geben ha
t
. Eine ausführliche Auseinandersetzung mit den Dis
krepanzen im Bericht des Kantonsspitals erübrigte sich, weil jedenfalls aus diesem hervorgeht, dass die Szintigraphie keine erheblichen Befunde ergab. Dass eine nähere Auseinander
setzung mit dem Bericht des Kantonsspitals
Q._
hätte ergeben können, dass eine
Synovitis
der grossen Gelenke vorlag, wie dies die Beschwerdeführerin glauben machen will, trifft nicht zu, ist der Bericht doch insofern eindeutig, dass sowohl beim Befund wie bei der Beurteilung festgehalten wird, es lägen keine Hinweise auf
Syn
oviti
den
vor.
Was die von der Beschwerdeführerin gerügten Ungenauigkeiten bei der Anam
neseerhebung
anbelangt, so ist festzuhalten, dass nicht feststeht, ob die Beschwerdeführerin die von der Ärztin festgehaltenen Angaben nicht auch so gemacht hat
.
Es ist auch nicht ersichtlich
, dass eine der angeblich falsch festge
haltenen Punkte Auswirkungen auf die rheumatologische Beurteilung gehabt hätte.
Was daran unrichtig sein soll, dass
Dr.
P._
im Gutachten ausführt, im Bereich des linken Unterschenkels bis Höhe Sprunggelenk sei die zirka 25 cm lange Narbe reizlos (
Urk.
7/175/24), ist nicht ersichtlich.
Auch im Bericht von
Dr.
R._
, Facharzt FMH für Chirurgie,
vom
8.
Oktober 2015 (
Urk.
7/163/7)
wird festgehalten, dass die Narbe reizlos ist. Es trifft zwar zu, dass aus dem Gutachten von
Dr.
P._
das von
Dr.
R._
erwähnte minimale Hoff
mann-
Tinel
-Phänomen und die starke Berührungs
empfindlichkeit über dem
Malleolus
medialis
sowie im proximalen Narbenbereich nicht hervorgehen, w
as die Beschwerdeführerin daraus
ableiten will, ist aber nicht ersichtlich.
Selbst wenn die Beschwerde
führerin anlässlich der Begutachtung Schwierigkeiten hatte, den linken Schuh anzuziehen und deswegen gar nach einem Schuhlöffel fragte, kann daraus nicht geschlossen werden, dass der linke Unterschenkel gegenüber rechts mehr als nur leicht geschwollen gewesen ist, wie das
Dr.
P._
in ihrer Untersuchung festgestellt hat.
Wenn
Dr.
P._
in der Untersuchung vom 2
0.
April 2016 eine freie Sprungge
lenksbeweglichkeit beidseits feststellt, während
Dr.
R._
im Bericht vom
8.
Okto
ber 2015 bei der letztmals von ihm im April 2015 untersuchten Beschwer
defüh
rerin eine diskrete OSG-Beweglichkeit mit diskreter Ein
schränkung der Dorsalex
tension festhält, erscheint dies
nicht als wider
sprüchlich, sondern lässt sich durch den Zeitablauf erklären.
Als richtig erweist sich auch die Feststellung im Gutachten, dass sich labortech
nisch keine Hinweise für entzündlich-rheumatologisches Geschehen gefunden haben (
Urk.
7/175/26). Dass die Einnahme von Cortison diese Ergebnisse verfäl
schen kann, trifft wohl zu, es kann aber deswegen nicht darauf geschlossen wer
den, dass ein entzündliches Geschehen vorliegt. Wie
Dr.
P._
in ihrer Stel
lungnahme vom 2
5.
April 2017 (
Urk.
7/198/4) ausführt, konnte ein entzündliches Geschehen bei der Beschwerdeführerin
bereits vor der Begut
achtung durch wei
tere
Unter
suchungen ausgeschlossen werden.
4.5
In Bezug auf die neuropsychologische Begutachtung macht die Beschwerde
füh
rerin geltend, sie habe zu Beginn der Untersuchung unfreiwillig eine Tablette
Dafalgan
eingenommen.
Der Gutachter habe ihr gesagt, sie müsse das Schmerz
mittel einnehmen, ansonsten ihr die Beschwerdegegnerin mangelnde Koop
eration unterstellen könnte. Es
mag zutreffen, dass der Gutachter der Beschwerdeführerin die Einnahme eines Schmerzmittels zur Verhinderung eines Ansteigens der Schmerzen währe
nd der Untersuchung empfohlen
hat. Dass er sie geradezu zur Einnahme eines Medikaments genötigt haben soll, erscheint dagegen nicht wahr
schein
lich. Die Einnahme
einer Tablette
eines Schmerzmittels hat
keinen
erhebli
chen
Einfluss auf die neuro
psycho
logischen Funktionen, weshalb
dadurch
die Testwert
e nicht verfälscht worden sind.
5.
5.1
Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei Vorliegen einer anhaltenden soma
toformen Schmerzstörung oder eines damit vergleichbaren psychosomatischen Leidens (BGE 141 V 281 E. 4.2) sind Indikatoren beachtlich, die das Bundesgericht wie folgt systematisiert hat
(
BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie „funktioneller Schweregrad"
-
Komplex „Gesundheitsschädigung"
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
-
Komorbiditäten
-
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen)
-
Komplex „Sozialer Kontext"
-
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Lei
dens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungs
hindern
der
äusserer
Belastungsfaktoren einerseits und Kompensations
potenzialen (Res
sourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzu
schät
zen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2.1).
Beweisrechtlich entscheidend ist der Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4):
Der Indikator einer
gleichmässigen
Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen zielt auf die Frage ab, ob die diskutierte Ein
schränkung in Beruf und Erwerb (bzw. bei Nichterwerbstätigen im Aufgabenbe
reich) einerseits und in den sonstigen Lebensbereichen (z.B. Freizeitgestaltung) anderseits gleich ausgeprägt ist. Dabei ist das bisherige Kriterium des sozialen Rückzugs (wiederum) so zu fassen, dass neben Hinweisen auf Einschränkungen auch Ressourcen erschlossen werden; umgekehrt kann ein krankheitsbedingter Rückzug aber auch Ressourcen zusätzlich vermindern. Soweit
erhebbar
, empfiehlt sich auch ein Vergleich mit dem Niveau sozialer Aktivität vor Eintritt der Gesundheitsschädigung. Das Aktivitätsniveau der versicherten Person ist stets im Verhältnis zur geltend gemachten Arbeitsunfähigkeit zu sehen (BGE 141 V 281 E. 4.4.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_296/2016 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.1).
Die Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen, das
heisst
das
Ausmass
, in welchem Behandlungen wahrgenommen oder eben vernachlässigt werden, weist (ergänzend zum Gesichtspunkt Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz unter dem Komplex "Gesundheitsschädigung") auf den tatsächlichen Leidensdruck hin. Dies gilt allerdings nur, solange das betreffende Verhalten nicht durch das laufende Versicherungsverfahren beeinflusst ist. Nicht auf fehlenden Leidensdruck zu
schliessen
ist, wenn die Nichtinanspruchnahme einer empfohle
nen und zugänglichen Therapie oder die schlechte Compliance klarerweise auf eine (unabwendbare) Unfähigkeit zur Krankheitseinsicht zurückzuführen ist. In ähnlicher Weise zu berücksichtigen ist das Verhalten der versicherten Person im Rahmen der beruflichen (Selbst-) Eingliederung. Inkonsistentes Verhalten ist auch hier ein Indiz dafür, die geltend gemachte Einschränkung sei anders begründet als durch eine versicherte Gesundheitsbeeinträchtigung (BGE 141 V 281 E. 4.4.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_296/2016 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.2).
5.2
Was den Komplex „Gesundheitsschädigung“ respektive den Begriff der Ausprä
gung der diagnoserelevanten Befunde angeht, ist festzustellen, dass die Gutachter
schwergradige
Befunde (
Urk.
7/175/43-44
) und entsprechend eine wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit verneinten. Ein Leiden von erheblichem Schweregrad ist demnach nicht ausgewiesen. Zum Indikator „Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –Resistenz“ ist festzuhalten,
dass sich die Beschwerde
führerin ab dem
7.
Mai 2013 bei
Dr.
I._
in psychotherapeutische Behand
lung begeben hat.
Dr.
I._
hielt im Bericht vom
5.
Juni 2013 (
Urk.
7/103/4) fest, eine konsequente psychotherapeutische Behandlung sei dringend angezeigt.
Die Behandlung wurde jedoch im Jahr 2015 durch die Beschwerdeführerin been
det. Die von
Dr.
I._
vorgeschlagene Einnahme von Antidepressiva lehnte die Beschwerdeführerin ab und auch eine stationäre psychotherapeutische Behandlung wurde nicht durchgeführt (Urk. 7/175/13-14).
Vor diesem Hinter
grund kann nicht von einer leistungshindernden
Chronifizierung
der psychischen Problematik ausgegangen werden bzw. davon, dass eine invalidisierende schwere ps
ychische Störung vorliegen würde
.
Der psychiatrische Gutachter des
K._
hat dementsprechend festgestellt, einer erfolgreichen psychotherapeutischen Behand
lung stehe eine weitgehend krankheitsfremde subjektive
Krankeits
überzeugung
im Weg (
Urk.
7/175/18).
Es
bestehen
sodann
z
war verschiedene Komorbiditäten, welche aber nicht als ausgeprägt erscheinen.
5.3.
Zu
den Komplexen „Persönlichkeit“ und „sozialer Kontext“
ist festzuhalten, dass bei der Beschwerdeführerin keine Hinweise auf eine Persönlichkeitsstörung vor
handen sind.
Die Beschwerdeführerin wohnt mit ih
rem Ehemann zusammen und hat zu
ihrer erwachsenen Tochter ein sehr gutes Verhältnis (
Urk.
7/175/15), sie
verfügt über ein intaktes
Familienleben. Auch zu ihren Eltern hat sie ein sehr gutes Verhältnis und einen
regelmässigen
Kontakt (
Urk.
7/175/14).
Damit sind weder limitierende Persönlichkeitsmerkmale noch ein ausgeprägter sozialer Rück
zug erkennbar und enthält der soziale Lebenskontext bestätigende, sich potenziell günstig auf die Ressourcen auswirkende Faktoren.
5.4
In der Kategorie „Konsistenz“ ist bezüglich des Indikators „
gleichmässige
Ein
schränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen“ fest
zustellen, dass sich die Beschwerdeführerin nicht als arbeitsfähig sieht. Jedoch
hat sie eine
regelmässige
und aktive
Tagesgestal
tung und
sie ist
nur bezüglich der schwereren Haushaltsarbeiten eingeschränkt.
Die leichteren Haushalts
arbei
ten
führt sie weiterhin aus
,
sie kocht gerne und
erledigt die Einkäufe teilweise alleine. Sie kümmert sich um ihre drei Hunde und geht mit diesen auf längere Spaziergänge. Sie liest viel, an den Abenden und den Wochenenden unterhält sie sich mit ihrem Ehemann, schaut mit diesem zusammen Filme oder Dokumentar
sendungen an oder spielt mit ihm Karten. Sie ist auch in der Lage, Auto zu fahren (
Urk.
7/175/15).
Eine
ausgeprägte
Einschränkung im A
lltag ist damit
nicht
ersichtlich
und die Beschwerdeführerin geht diversen Aktivitäten nach.
Bezüglich des Indikators „behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausge
wiesener Leidensdruck“ ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin verschie
dene Therapien
i
n Anspruch genommen
hat
.
Wie bereits erwähnt hat sie auch zwischen 2013 und 2015
eine ambulante Psychotherapie durchgeführt. Im Begutachtungszeitpunkt
(April 2016) fanden aber keine Therapien mehr statt, ins
besondere auch keine Psychotherapie. Auf einen wesentlichen Leidensdruck kann unter diesen Umständen nicht geschlossen werden.
5.5
Zusammenfassend ist
den
Akten und
der Argumentation der Beschwerdeführerin nichts zu entnehmen, was ernsthafte Zweifel an der im
K._
-Gutachten in Wür
digung aller Beschwe
rden festgestellten
Arbeitsfähigkeit von
9
0
%
in der ange
stammten Tätigkeit wie auch in jeglicher anderen körperlich leichten, wechselbe
lastenden Tätigkeit ohne Arbeiten mit den Armen über der Horizontalen, ohne Notwendigkeit der Einnahme von wirbelsäulenbelastenden Zwangshaltungen, ohne Anforderung an ein intaktes Gesichtsfeld oder Stereosehen, ohne sturzge
fährdende
Tätigkeiten oder Tätigkeiten mit häufigen Kopfrotationen spätestens ab dem Zeitpunkt der Begutachtung hervorrufen würde.
Es ist damit erstellt,
dass sich der Gesundheitszustand de
r
Beschwerdeführer
in
seit der erstmaligen
Renten
zusprache
im
Oktober 2004
wesentlich verbessert hat. Gestützt auf
das
K._
-Gutachten vom 1
4.
Juni 2016
ist von einer Verbesserung des Gesundheitszu
stands ab
April 2016
auszugehen
.
6
.
6
.1
In gewissen Fällen, insbesondere dort, wo Validen- und Invalideneinkommen anhand derselben Tätigkeit zu ermitteln sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_295/2017 vom 2
7.
September 2017 E. 6.5), kann auch eine Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen genügen. Das ohne Invalidität erzielbare hypothetische Erwerbseinkommen ist alsdann mit 100
%
zu bewerten, während das Invaliden
einkommen auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, sodass sich aus der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt (sogenannter Pro
zentvergleich; BGE 114 V 310 E. 3a mit Hinweisen).
6
.2
Die Beschwerdegegnerin hat in der angefochtenen Verfügung einen Prozentver
gleich vorgenommen und ist basierend auf der Beurteilung des
K._
, wonach die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit zu 90
%
arbeitsfähig sei, von einem Invaliditätsgrad von 10
%
ausgegangen
(
Urk.
2).
Die Beschwerdefüh
rerin macht geltend, ein Prozentvergleich sei nicht angebracht, da sie aufgrund ihrer langjährigen Verbundenheit mit der
A._
AG ein überdurch
schnittlich hohes Erwerbseinkommen erzielt habe, welches sie nun nach 16jähri
ger Arbeitsabstinenz nicht mehr erzielen könne (
Urk.
1 S. 17).
6
.
3
Hierzu gilt es anzumerken, dass die Beschwerdeführerin ihre Erwerbstätigkeit für die
A._
AG per 3
0.
September 2001 und somit vor dem Verkehrs
unfall vom 1
0.
Oktober 2001 aufgegeben hat (
Urk.
7/6). Es kann damit nicht davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin ohne Eintritt des Gesundheitsschadens weiterhin für die
A._
AG tätig gewesen w
äre. Es ergibt sich sodann
aus dem Auszug au
s dem individuellen Konto (Urk.
7/
9), dass die Beschwerdeführerin bis zur Aufnahme der Erwerbstätigkeit für die
A._
AG während vielen Jahren kein überdurchschnittlich hohes, son
dern ein unterdurchschnittlich tiefe
s Erwerbseinkommen erzielt hat.
6
.4
Es ist damit nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin einen Prozent
vergleich vorgenommen hat. Der Invaliditätsgrad beträgt dementspre
chend 10
%
. Damit erweist sich die angefochtene Verfügung als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streit
wert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf Fr. 9
00.-- anzusetzen. Entspre
chend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdefüh
rerin aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.