Decision ID: ca8a2450-cff3-5a6f-a507-ac7499317434
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ wurde von seinem Hausarzt Dr. med. B._, Allgemeinmedizin FMH, am
6. Mai 2009 wegen eines Rückenleidens und psychischer Leiden zur Früherfassung bei
der IV-Stelle gemeldet (IV-act. 1). Auf Aufforderung der IV-Stelle hin (IV-act. 5) meldete
sich der Versicherte am 26. Mai 2009 zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 6). Dr.
B._ berichtete am 31. Juli/2. August 2009, der Versicherte leide mit Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit an einem chronischen cervikospondylogenen Schmerzsyndrom mit
medianer Diskushernie C5/6 und Spinalkanalstenose/Myelopathie, an einer Depression
sowie an einem lumbospondylogenen Syndrom bei Osteochondrose L4/5 mit kleiner
medio rechts lateraler Diskushernie. Für die angestammte Tätigkeit als Allrounder/
Produktions-Assistent (siehe hierzu IV-act. 17-2 und -4) bescheinigte er eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit. Längerfristig sollten leichtere Tätigkeiten wieder durchführbar sein
(IV-act. 20). Die im Psychiatrischen Zentrum C._ seit 9. Oktober 2009 behandelnden
Ärztinnen diagnostizierten eine seit 2002 bestehende rezidivierende depressive
Störung, gegenwärtig leicht (ICD-10: F33.0). Die bisherige Tätigkeit sei aus
psychiatrischer Sicht vollumfänglich zumutbar (Bericht vom 16. November 2009, IV-
act. 26).
A.b Im Auftrag des Krankentaggeldversicherers wurde der Versicherte am 24. März
2010 von Dr. med. D._, Spezialarzt FMH für physikalische Medizin, spez.
Rheumaerkrankungen, untersucht. Im konsiliarischen Bericht vom 12. April 2010 gab er
an, der Versicherte leide mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit an einem chronischen
zervikospondylogenen Syndrom links bei degenerativen HWS-Veränderungen
(Spinalkanalstenosen mit Myelopathiezeichen auf Höhe C4/5 und C5/6) und einem
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chronischen lumbospondylogenen/radikulären Syndrom (L5) rechts bei
Spondylolisthesis L4/5 infolge Spondylolyse L5 und mediolateraler/intraforaminaler
Diskushernie L4/5 rechts. Für die angestammte Tätigkeit sei der Versicherte nicht mehr
arbeitsfähig. In einer leidensangepassten Tätigkeit verfüge er über eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit (Fremd-act. 3). Der Versicherte befand sich vom 7. Juni bis 7. Juli 2010
zur stationären Rehabilitationsbehandlung des zervikospondylogenen und
lumbospondylogenen Syndroms in der Klinik Valens. Für die Dauer des Aufenthalts
bescheinigten die dort behandelnden medizinischen Fachpersonen eine 100%ige und
für die anschliessende Zeit eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit mit dem Ziel einer
kontinuierlichen Steigerung der Arbeitsfähigkeit (IV-act. 74-6 ff.).
A.c Die IV-Stelle erteilte am 2. September 2010 Kostengutsprache für eine
berufliche Abklärung bei der bisherigen Arbeitgeberin für die Dauer vom 1. September
bis 31. Oktober 2010 (IV-act. 46; zu den Taggeldleistungen siehe Verfügung vom
8. Oktober 2010, IV-act. 52). Die bisherige Arbeitgeberin kündigte das Arbeitsverhältnis
mit dem Versicherten am 9. September 2010 fristlos. Zur Begründung gab sie an, der
Versicherte hätte den Geschäftsführer tätlich angegriffen (Kündigung vom
9. September 2010, IV-act. 48, und Schreiben vom 21. September 2010, IV-act. 50-2).
Die berufliche Abklärung musste daher abgebrochen werden (IV-act. 51; siehe auch die
Mitteilung vom 3. Januar 2011, worin dem Versicherten die Rentenprüfung in Aussicht
gestellt wurde, IV-act. 63).
A.d Vom 11. November bis 22. Dezember 2010 befand sich der Versicherte zur
stationären Behandlung in der Psychiatrischen Klinik E._. Die dort behandelnden
psychiatrischen Fachpersonen diagnostizierten eine rezidivierende depressive Störung,
gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F33.11), und
eine Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-10: F40.1). Bei Austritt sei der Versicherte
100% arbeitsunfähig gewesen (Austrittsbericht vom 21. Januar 2011, IV-act. 70). Dr.
B._ hielt bei allfälliger Besserung der chronifizierten depressiven Symptomatik die
Ausübung einer leidensangepassten Tätigkeit in einem zeitlichen Rahmen von 4 bis
6 Stunden für zumutbar (Bericht vom 3. Mai 2011, IV-act. 74-1 ff.; siehe auch den
Verlaufsbericht vom 20. Juli 2011, worin Dr. B._ wegen einer ausgeprägten
depressiven Störung eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigte, IV-act. 89). Die
behandelnden medizinischen Fachpersonen des Psychiatrischen Zentrums C._
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bezeichneten den Gesundheitszustand des Versicherten im Verlaufsbericht vom
18. Mai 2011 als stationär. Sie bescheinigten eine Arbeitsfähigkeit von 4 Stunden pro
Tag mit einer zusätzlichen Leistungsminderung von 25% (IV-act. 75).
A.e Die am Kantonsspital St. Gallen behandelnden Orthopäden diagnostizierten ein
chronisches cephalo-cervicobrachiales Schmerzsyndrom links, eine Radikulopathie
L4/5 rechts, eine paramediane Diskushernie Th8/Th9 ohne abgrenzbare Myelopathie
und eine leichte depressive Episode (ICD-10: F32.0) mit Verdacht auf eine Dysthymia
(ICD-10: F34.1). Sie hielten eine 8-stündige Arbeitsbelastung im Rahmen einer
leidensangepassten Tätigkeit aus orthopädischer Sicht für zumutbar (Bericht vom
20. Juli 2011, IV-act. 90).
A.f Im Auftrag der IV-Stelle erfolgte vom 16. bis 19. April 2012 eine stationäre
polydisziplinäre (internistische, orthopädische, neurologische und psychiatrische)
Begutachtung im ZMB Zentrum für Medizinische Begutachtung. Die Gutachter
diagnostizierten mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: ein chronisches
cervicospondylogenes Syndrom mit cephaler Komponente und Verdacht auf radikuläre
Reiz- und leichtgradige motorische Ausfallsymptomatik der Wurzel C7 links bei
degenerativen HWS-Veränderungen; multiple Discopathien und neuroforaminale
Einengungen zwischen C4 und C7; ein chronisches Lumbovertebralsyndrom mit
radikulärer Reiz- und sensibler Ausfallsymptomatik der Wurzel L5 und/oder S1 rechts
bei degenerativen LWS-Veränderungen; eine Spondylolisthesis ersten Grades bei L4/5;
eine gegenwärtig mittelgradige depressive Episode; sonstige phobische Störungen und
sonstige gemischte Angststörungen bei schwierigen psychosozialen Umständen. Ab
Gutachtenszeitpunkt sei von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste
Tätigkeiten auszugehen. Für die zurückliegende Zeit führten die Gutachter aus, nach
der Hospitalisation in der Klinik Valens im Juli 2010 habe eine 50%ige Arbeitsfähigkeit
bis November 2010 bestanden. Danach sei er psychiatrisch in der Klinik E._
hospitalisiert gewesen. Gemäss Akten habe ab November 2010 eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht bestanden (Gesamtgutachten vom 28. Juni
2012, IV-act. 97, insbesondere IV-act. 97-39 ff.). RAD-Arzt Dr. med. F._, Facharzt für
Allgemeinmedizin, bezeichnete das ZMB-Gutachten als konsistent und
nachvollziehbar. Es könne darauf abgestellt werden (Stellungnahme vom 10. Juli 2012,
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IV-act. 99; vgl. auch die Stellungnahme vom 16. Juli 2012 betreffend die
Arbeitsfähigkeit für den Zeitraum vom 7. Juli bis 27. Oktober 2010, IV-act. 100).
A.g Im Meldeblatt "Hinweis BVM" vom 13. August 2012 bemerkte die
Sachbearbeiterin, im Rahmen der Begutachtung durch das ZMB habe der Versicherte
Schmerzen am ganzen Körper geltend gemacht. Die Schmerzangaben seien mit
Stöhnen unterstrichen worden. Der Versicherte habe generell leidend gewirkt. Im
Gutachten fänden sich zudem Hinweise auf eine deutliche Selbstlimitierung (IV-
act. 101). RAD-Arzt Dr. med. G._, Zertifizierter medizinischer Gutachter SIM, erstellte
in der Stellungnahme vom 3. September 2012 ein Leistungsprofil des Versicherten (IV-
act. 102). Die IV-Stelle gab daraufhin eine Überwachung (Vorermittlungen ohne
Bildaufzeichnungen) in Auftrag (siehe Antrag vom 20. September 2012, IV-act. 104).
Die Ermittlerin berichtete am 26. September 2012 über ihre Wahrnehmungen, wonach
sich der Versicherte völlig normal bewegt habe. Er sei mit dem Fahrrad unterwegs. Es
seien keine Einschränkungen sichtbar. Die IV-Stelle beschloss vor diesem Hintergrund
die Ausdehnung der Überwachung auf eine Bildaufzeichnung (IV-act. 105). Im
Ermittlungsbericht vom 10. Oktober 2012, der sich auf eine Überwachung des
Versicherten vom 26. September bis 2. Oktober 2012 stützt, führte die
Abklärungsperson aus, während der Überwachung habe der Versicherte zu keinem
Zeitpunkt mit offensichtlichen körperlichen oder psychischen Beeinträchtigungen
beobachtet werden können. Der Versicherte sei in der Lage, rasch zu gehen, den Kopf
im Gehen zu drehen, den Kopf mühelos über die Schulter zu drehen, um
beispielsweise Rückwärtsmanöver mit dem Auto zu fahren oder sich zu bücken. Er sei
während seiner Aktivitäten als agile und aktive Person wahrgenommen worden. Es sei
ihm möglich gewesen, Velo zu fahren, während 50 Minuten zügig zu spazieren und
dabei zwischen 4 und 5 Kilometer zurückzulegen. Sodann habe er sein Auto während
einer Stunde Fahrzeit und 93 Kilometer zu lenken vermocht (IV-act. 107, insbesondere
S. 18). RAD-Arzt Dr. G._ brachte in der Stellungnahme vom 16. Oktober 2012 vor,
das Observationsergebnis zeige ein genügend hohes körperliches, psychisches und
soziales Aktivitätsniveau, um absolut und in Bezug auf die monierten Einschränkungen
abschliessende Aussagen zur funktionellen Leistungsfähigkeit zu machen. Das
Funktionsniveau bzw. die dabei gezeigte (uneingeschränkte) Leistungsfähigkeit des
Versicherten würden in evidenter Weise dem bisher bekannten medizinischen
Sachverhalt widersprechen. Die im ZMB-Gutachten geltend gemachten
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invalidisierenden Einschränkungen hätten widerlegt werden können. Es sei
anzunehmen, dass die psychiatrischen Diagnosen durch ein bewusstes
Täuschungsverhalten des Versicherten zustande gekommen seien (IV-act. 108). In der
Aktennotiz vom 15. November 2012 nahm RAD-Arzt Dr. med. H._, u.a. Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie, eine Auswertung der Überwachungsergebnisse vor. Er
gelangte zum Schluss, medizinisch würden beim Versicherten offensichtlich keine
Einschränkungen des Gesundheitszustandes vorliegen, die der Ausübung einer
leidensangepassten Tätigkeit in einem vollen Pensum entgegenstünden (IV-act. 110).
A.h Am 4. Dezember 2012 nahm die IV-Stelle unter Beizug von RAD-Arzt Dr. G._
ein Standortgespräch mit dem Versicherten vor, worin sie diesen zu seinem
Gesundheitszustand befragte (IV-act. 113) und mit den Ergebnissen der Observation
konfrontierte (IV-act. 114; siehe auch die Aktennotiz von RAD-Arzt Dr. G._ vom
6. Dezember 2012, IV-act. 115).
A.i Ausgehend von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste
Tätigkeiten ermittelte die IV-Stelle einen Invaliditätsgrad von 20% und stellte dem
Versicherten die Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht (Vorbescheid vom
4. Februar 2013, IV-act. 117). Dr. B._ äusserte sich am 8. Februar 2013 zum
Vorbescheid und führte u.a. aus, der Detektiv habe lediglich beobachtet, dass der
Versicherte alltägliche Tätigkeiten gemacht habe. Solche Tätigkeiten seien von
niemandem verboten worden, sondern im Gegenteil sei der Versicherte durch ihn und
den Psychiater ermuntert worden, möglichst einen geregelten Tagesablauf zu erhalten,
sich viel zu bewegen und ausser Haus zu gehen (IV-act. 118). Der Versicherte erhob
am 20. März 2013 Einwand (IV-act. 126). Am 17. Mai 2013 verfügte die IV-Stelle die
Abweisung des Rentengesuchs (IV-act. 129).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 17. Mai 2013 richtet sich die vorliegende Beschwerde
vom 17. Juni 2013. Der Beschwerdeführer beantragt darin unter Kosten- und
Entschädigungsfolge deren Aufhebung und die Zusprache einer Rente. Im
Wesentlichen bringt er vor, die Durchführung einer Observation sei nicht zulässig
gewesen (act. G 1). Am 12. September 2013 reicht der Beschwerdeführer den
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Austrittsbericht der Klinik Valens ein, wo er sich vom 5. bis 29. Juni 2013 zur
stationären Rehabilitation befunden hat. Die behandelnden medizinischen
Fachpersonen bescheinigten dem Beschwerdeführer für die Dauer des Aufenthalts und
aus psychiatrischer Sicht bis auf weiteres eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (act. G 4.1).
B.b In der Beschwerdeantwort vom 15. Oktober 2013 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Sie stellt sich auf den
Standpunkt, die Observation sei zulässig gewesen und deren Ergebnisse verwertbar.
Auf die Beurteilungen der RAD-Ärzte Dres. G._ und H._ könne abgestellt werden.
Des Weiteren verweist die Beschwerdegegnerin auf eine Stellungnahme von RAD-
Ärztin Dr. med. I._, Fachärztin für Neurologie, vom 10. Oktober 2013, die in
Würdigung der Observationsergebnisse den Beschwerdeführer für eine
leidensangepasste Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig geschätzt habe (IV-act. 134). Sollte
das Gericht zum Schluss gelangen, dass die unterbreiteten Beweismittel nicht geeignet
seien, die rechtlich relevanten Fragen vollumfänglich zu beantworten, so möge es dem
ZMB die vollständigen Akten unterbreiten und Ergänzungsfragen stellen (act. G 7).
B.c Der Beschwerdeführer hält in der Replik vom 26. Februar 2014 unverändert an
seinen Anträgen fest. Die Beurteilung von RAD-Ärztin Dr. I._ hält er nicht für
beweiskräftig (act. G 15).
B.d Die Beschwerdegegnerin hat auf eine Duplik verzichtet (act. G 17).

Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch
des Beschwerdeführers.
1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die Invalidität kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch
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Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen
Beeinträchtigungen zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor,
wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50%
besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten
Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Für das
gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind
(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). Die Ergebnisse einer zulässigen Überwachung
können zusammen mit einer ärztlichen Aktenbeurteilung grundsätzlich geeignet sein,
eine genügende Basis für Sachverhaltsfeststellungen betreffend den
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Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit der versicherten Person zu bilden (Urteil
des Bundesgerichts vom 9. März 2012, 8C_830/2011, E. 7.1 mit Hinweisen). Zu
beachten ist indessen, dass an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen
sind, wenn einzig oder im Wesentlichen gestützt auf eine versicherungsinterne
Abklärung und Beurteilung entschieden wird. Diesfalls sind bei auch nur geringen
Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen
ergänzende Abklärungen vorzunehmen (Urteil des Bundesgerichts vom 25. September
2012, 9C_492/2012, E. 5.3 mit Hinweisen).
1.4 Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz (vgl. Art. 43 Abs. 1
und Art. 61 lit. c ATSG). Demgemäss hat der Versicherungsträger bzw. im
Beschwerdefall das Gericht den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen
abzuklären, ohne dabei an die Anträge der Parteien gebunden zu sein. Der
Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinn der Beweisführungslast
begriffsnotwendig aus, da es - unter Vorbehalt der Mitwirkungspflichten der
versicherten Person (Art. 43 Abs. 3 ATSG) - Sache des Sozialversicherungsgerichts
(oder der verfügenden Verwaltungsstelle) ist, für die Zusammentragung des
Beweismaterials besorgt zu sein. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin die
Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der
Entscheid zuungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen
Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn
es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund
einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die
Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b).
2.
Zunächst ist auf das Vorbringen des Beschwerdeführers einzugehen, die Durchführung
einer Observation sei nicht zulässig gewesen, womit er deren Gebotenheit bestreitet
(act. G 1, Rz 3).
2.1 Die objektive Gebotenheit der Observation als wichtiges Element der
Interessenabwägung im privatrechtlichen und verfassungsmässigen
Persönlichkeitsschutz setzt das Bestehen konkreter Anhaltspunkte voraus, die Zweifel
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an den geäusserten gesundheitlichen Beschwerden und an der behaupteten
Arbeitsunfähigkeit aufkommen lassen, etwa widersprüchliches Verhalten,
Inkonsistenzen anlässlich der medizinischen Untersuchung, Aggravation, Simulation,
Selbstschädigung oder Zweifel an der Redlichkeit der versicherten Person (BGE 137 I
332 E. 5.4.2.1). Ausgangspunkt der späteren Observation waren die Bemerkungen der
Sachbearbeiterin, im Rahmen der Begutachtung durch das ZMB habe der
Beschwerdeführer Schmerzen am ganzen Körper geltend gemacht. Die
Schmerzangaben seien mit Stöhnen unterstrichen worden. Der Beschwerdeführer habe
generell leidend gewirkt. Im Gutachten fänden sich zudem Hinweise auf eine deutliche
Selbstlimitierung (IV-act. 101).
2.2 Entscheidend bei der vorliegend vorzunehmenden Beurteilung der Gebotenheit
ist, dass sich aus den Akten mehrere Hinweise ergeben, die Zweifel an den
geäusserten gesundheitlichen Beschwerden bzw. an deren Ausmass begründen. Die
Ärzte der Klinik für Orthopädische Chirurgie am KSSG gaben an, die periphere
Sensibilität zeige sich "diffus" rechtsseitig im Bereich der unteren Extremität vermindert
(IV-act. 74-24). Bei der Untersuchung durch Dr. D._ hat der Beschwerdeführer ein
"massives aktives Sperren" bei der Prüfung des Neri- und Bragard-Zeichens gezeigt.
Ferner vermochte der Beschwerdeführer den Langsitz "problemlos schmerzfrei"
einzunehmen (Fremd-act. 3-6; zur damit einhergehenden Feststellung des
internistischen ZMB-Gutachters siehe IV-act. 97-19: "Bei der Lasègue-Prüfung im
Liegen werden bei circa 40° starke Schmerzen lumbal angegeben, Langsitz ist aber [...]
beinahe vollständig möglich"). Der orthopädische ZMB-Gutachter berichtete bezüglich
der unteren Extremitäten, die Untersuchung der rechten Hüfte sei praktisch nicht
möglich, da starke Schmerzen im Lumbalbereich angegeben würden. Eine
Bewegungseinschränkung der Hüftgelenke scheine jedoch nicht vorzuliegen (IV-
act. 97-22 und -24). Bei der Untersuchung der HWS habe der Beschwerdeführer die
Schmerzangaben "mit einem gewissen Stöhnen" unterstrichen (IV-act. 97-24). Er
beklagte die Beweglichkeit der HWS in allen Richtungen als schmerzhaft eingeschränkt
(IV-act. 97-23 f.), was mit der Voraktenlage kontrastiert. So führte Dr. B._ im Bericht
vom 3. Mai 2011 lediglich aus, "Rotation der HWS leicht eingeschränkt" (IV-act. 74-2).
Im Bericht der Klinik für Neurologie am KSSG vom 7. August 2009 ergab sich sogar
eine freie Beweglichkeit des Kopfes in alle Richtungen (IV-act. 97-48), ohne dass
Schmerzangaben dokumentiert wären. Bei der passiven HWS-Beweglichkeitsprüfung
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stemmte der Beschwerdeführer demgegenüber "aktiv dagegen", weshalb eine passive
Beweglichkeitsprüfung nicht möglich gewesen sei (IV-act. 97-27 und -29 oben). Ins
Gewicht fallen weitere sich aus dem ZMB-Gutachten ergebende Hinweise, die nicht zu
vernachlässigende Zweifel an der Leidensdarstellung durch den Beschwerdeführer
begründen. So wurde der Beschwerdeführer als "ausgesprochen klagsam"
beschrieben (IV-act. 97-33 unten). Es wurden eine "deutliche Selbstlimitierung" (IV-
act. 97-34, -36 und 43) sowie "viele Ungereimtheiten" (IV-act. 97-42; "Einiges unklar",
IV-act. 97-41) erwähnt. Der Beschwerdeführer habe sich bezüglich der Ausübung einer
Erwerbstätigkeit "resigniert aufgegeben". Der psychiatrische ZMB-Gutachter verneinte
die Frage "klar", dass dieses Aufgeben "rein" der depressiven Erkrankung zugeordnet
werden könne (IV-act. 97-36). Der internistische ZMB-Gutachter bezeichnete den Gang
des Beschwerdeführers ins Untersuchungszimmer als unauffällig (IV-act. 97-18),
währenddem der orthopädische ZMB-Gutachter ein - wenn auch leichtes -
Schonhinken wahrnahm (IV-act. 97-21 unten).
2.3 Angesichts der genannten Zweifel an der Leidensschilderung bzw. -präsentation
durch den Beschwerdeführer steht der Zulässigkeit einer Observation nicht entgegen,
dass bereits zuvor das Gutachten des ZMB vorlag (zum entsprechenden Vorbringen
des Beschwerdeführers siehe act. G 1, Rz 3), da gerade auch daraus Hinweise auf eine
Aggravation hervorgehen, ohne dass diese eingeordnet und im Gesamtkontext
schlüssig gewürdigt wurden. Insbesondere findet eine solche Würdigung nicht unter
dem Abschnitt "9. Beschreibung der aktuellen medizinischen Problematik inkl.
Konsistenzprüfung" statt.
2.4 Daran ändert der Hinweis des Beschwerdeführers auf die (allein) vom
neurologischen ZMB-Gutachter erwähnte gute Kooperation nichts (act. G 1, Rz 3, S. 4
unten, mit Hinweis auf IV-act. 97-26), wird damit doch nichts über die Konsistenz
ausgesagt. Sodann lässt sich diese nicht unbesehen mit den Feststellungen des
orthopädischen Gutachters vereinbaren (siehe etwa: "Die Untersuchung der rechten
Hüfte ist praktisch nicht möglich, da starke Schmerzen im Lumbalbereich angegeben
werden", IV-act. 97-22). Die dargestellten zahlreichen Hinweise auf Aggravation und
Inkonsistenzen werden auch nicht durch die Ausführung des orthopädischen ZMB-
Gutachters in Frage gestellt, die Beweglichkeit der HWS sei in allen Richtungen
schmerzhaft eingeschränkt, auch wenn der Beschwerdeführer sich nicht beobachtet
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fühle (IV-act. 97-23 f.). Denn der orthopädische ZMB-Gutachter bezog sich dabei allein
auf die geklagten HWS-Leiden, womit namentlich die Inkonsistenzen betreffend die
geklagten Schmerzen in den unteren Extremitäten (IV-act. 97-22) nicht relativiert
werden. Zudem brachte er im unmittelbar folgenden Satz den Vorbehalt an, "allerdings
mit einem gewissen Stöhnen unterstrichen" (IV-act. 97-24). Im Übrigen bestehen
gerade auch in diesem Kontext - wie erwähnt (vgl. vorstehende E. 2.2) - weitere
Ungereimtheiten (vgl. IV-act. 74-2 und IV-act. 97-48).
2.5 Der Beschwerdeführer macht zu Recht nicht geltend, dass die weiteren
Voraussetzungen für eine Observation nicht erfüllt gewesen sind, zumal der mit der
Überwachung verbundene Grundrechtseingriff nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung nicht schwer wiegt, wurde doch der Beschwerdeführer nur an
öffentlich einsehbaren Orten und bei Tätigkeiten beobachtet, die er aus freiem Willen
ausgeführt hat (BGE 132 V 242 E. 2.5.1 mit Hinweisen; siehe auch BGE 135 I 171 f.
E. 4.4 sowie 137 I 327 ff.). Hinzu kommt, dass die Beschwerdegegnerin zunächst
lediglich eine Vorermittlung ohne Bildaufzeichnungen in Auftrag gegeben und erst nach
dem Vorliegen zusätzlicher Verdachtsmomente den Auftrag auf Bildaufzeichnungen
ausgedehnt hat (IV-act. 104 f.). Demnach sind die Observationsergebnisse im Rahmen
der Beweiswürdigung zu berücksichtigen.
3.
3.1 Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers geht aus dem von ihm zitierten
Urteil des Bundesgerichts vom 25. September 2012, 9C_492/2012, E. 5.3.2, keine
generell-zwingende Verpflichtung zur nachträglichen Konfrontation von Gutachtern mit
den Observationsergebnissen hervor. Die bundesgerichtliche Rechtsprechung schliesst
im Einzelfall nicht aus, die Arbeitsfähigkeit gestützt auf eine beweiskräftige
Aktenbeurteilung und die Ergebnisse einer zulässigen Überwachung ohne weitere
Beweisvorkehr vorzunehmen (Urteil des Bundesgerichts vom 9. März 2012,
8C_830/2011, E. 7.1). Zu prüfen ist deshalb nachfolgend die Frage, ob von der
vorliegenden medizinischen Aktenlage auf einen umfassend abgeklärten, überwiegend
wahrscheinlichen Sachverhalt geschlossen werden kann.
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3.2 Im Einklang mit den Bewegtbildaufzeichnungen (siehe zu den Aufzeichnungen
act. G 7.2) wurde im Ermittlungsbericht vom 10. Oktober 2012 ausgeführt, während
der Überwachung habe der Beschwerdeführer zu keinem Zeitpunkt mit offensichtlichen
körperlichen oder psychischen Beeinträchtigungen beobachtet werden können. Er sei
in der Lage, rasch zu gehen, den Kopf im Gehen zu drehen, den Kopf mühelos über die
Schulter zu drehen, um beispielsweise Rückwärtsmanöver mit dem Auto zu fahren
oder sich zu bücken. Er sei während seiner Aktivitäten als agile und aktive Person
wahrgenommen worden. Es sei ihm möglich gewesen, Velo zu fahren, während
50 Minuten zügig zu spazieren und dabei zwischen 4 und 5 Kilometer zurückzulegen.
Sodann habe er sein Auto während einer Stunde Fahrzeit und 93 Kilometer zu lenken
vermocht (IV-act. 107, insbesondere S. 18).
3.3 RAD-Arzt Dr. G._ kam in der Stellungnahme vom 16. Oktober 2012 zum
Schluss, die im ZMB-Gutachten geltend gemachten invalidisierenden Einschränkungen
könnten mit den Observationsergebnissen widerlegt werden. Der Beschwerdeführer
habe sein Leistungsvermögen gegenüber den ZMB-Gutachtern offensichtlich falsch
dargestellt (IV-act. 108-2). Gestützt auf die Observationsergebnisse und diese RAD-
Stellungnahme erscheint es tatsächlich überwiegend wahrscheinlich, dass der
Beschwerdeführer - bewusst oder unbewusst - eine mit den tatsächlichen
Verhältnissen nicht zu vereinbarende Leidensschilderung und -präsentation namentlich
gegenüber den ZMB-Gutachtern abgegeben hat.
3.4 Diese Betrachtungsweise wird durch das Aussageverhalten des
Beschwerdeführers anlässlich des Standortgesprächs vom 4. Dezember 2012
bekräftigt. Damals berichtete er, er habe Probleme mit Menschen und gehe meistens
(erst) nach draussen, wenn es dunkel sei. Er habe Angst vor den Leuten (IV-act. 113-3).
Er habe wirklich keinen Kontakt mehr zu anderen Menschen. So viele Probleme habe
er (IV-act. 113-7). Er könne vielleicht 5 Minuten stehen, dann bekomme er Schmerzen.
Bücken könne er sich kaum. Die Frage, ob er einen leichten Gegenstand (wie etwa eine
Socke oder einen Leuchtstift) vom Boden aufheben könne, verneinte er (IV-act. 113-5).
Sodann erklärte er, er könne kaum mehr Auto fahren. Er habe Angst vor dem Auto
fahren. Er könne schon 5 Minuten laufen. Einige Meter könne er gehen, dann komme
der starke Druck und er könne die Beine kaum mehr hochheben. Er müsse sich dann
setzen. Es sei immer so - er habe immer diese Schmerzen (IV-act. 113-6). Des
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Weiteren berichtete er - unbekümmert um den offenen Widerspruch zur Aussage, ein
"Freund" habe ihn zum Standortgespräch gefahren (IV-act. 113-6) - wie bereits
anlässlich der ZMB-Begutachtung (IV-act. 97-17 und -32), dass er keine Freunde mehr
habe. Der Vollständigkeit halber ist in diesem Kontext zu ergänzen, dass aus dem
Bericht der Klinik Valens vom 8. Juli 2013 hervorgeht, der Beschwerdeführer habe eine
Freundin, zu der er eine Wochenendbeziehung pflege (act. G 4.1, S. 3). Ferner habe er
zwar versucht Rad zu fahren, aber es sei nicht gegangen. Er habe grosse Schmerzen
bekommen (IV-act. 113-6). All diese Schilderungen stehen im klaren Widerspruch zu
den Ermittlungsergebnissen (siehe hierzu insbesondere die Fotodokumentation in IV-
act. 107, S. 23 ff.) und werfen ein äusserst ungünstiges Licht auf das Aussageverhalten
des Beschwerdeführers.
3.5 Schliesslich hat RAD-Ärztin Dr. I._ in der Stellungnahme vom 10. Oktober 2013
aus neurologischer Sicht die Observationsergebnisse und die Beurteilung des
neurologischen ZMB-Gutachters gewürdigt. Dabei gelangte sie zur Auffassung, der
Beschwerdeführer sei für eine leidensangepasste Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig (IV-
act. 134). Zwar ist - wie der Beschwerdeführer zu Recht vorbringt - im Rahmen der
freien Beweiswürdigung dem Umstand Rechnung zu tragen, dass diese RAD-
Stellungnahme erst im Rahmen des Beschwerdeverfahrens eingeholt wurde (act. G 15,
Rz 2). Dieser Umstand führt für sich allein indessen nicht per se zur Erschütterung von
deren Aussagekraft. Bei der Würdigung der Stellungnahme von RAD-Ärztin Dr. I._ ist
von Bedeutung, dass die Anfrage der Beschwerdegegnerin aktenmässig dokumentiert
ist; dies im Gegensatz zum Sachverhalt des vom Beschwerdeführer in diesem
Zusammenhang zitierten Entscheids des Versicherungsgerichts vom 17. September
2012, IV 2010/447, E. 2.5.4. Die Anfrage ist überdies ergebnisoffen und sachlich
formuliert: "In der Beschwerde wird u.a. bemängelt, dass Dr. G._ und Dr. H._ nicht
kompetent seien, den Fall neurologisch zu beurteilen. Ich ersuche Sie daher um eine
Würdigung des Falles, insbesondere auch des MEDAS-Gutachtens vom 28.06.2012
unter Berücksichtigung der Observationsergebnisse, aus neurologischer Sicht" (IV-
act. 134-1). Die Stellungnahme von RAD-Ärztin Dr. I._ ist objektiv formuliert.
Entgegen dem Vorbringen des Beschwerdeführers, lässt sich nicht erkennen, dass
RAD-Ärztin Dr. I._ "ausserordentlich bemüht ist, der Sache der Verwaltung zu
dienen" (act. G 15, Rz 2). Der Beschwerdeführer führt denn auch keine konkreten
Gesichtspunkte an, die seinen Eindruck bestätigen oder auf eine sachfremde
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Beurteilung hinweisen würden. Daher besteht kein Anlass, der RAD-Stellungnahme von
Dr. I._ von vorneherein jegliche Aussagekraft abzusprechen.
3.6 Eine psychiatrische Einschätzung der Observationsergebnisse nahm RAD-Arzt
Dr. H._ in Auseinandersetzung mit dem ZMB-Gutachten in der Aktennotiz vom
15. November 2012 vor: Aus dem Überwachungsmaterial sei u.a. ersichtlich, dass sich
der Beschwerdeführer angeregt und lebhaft mit verschiedenen Personen unterhalten
habe. Er erwecke nicht den Eindruck einer ängstlich-gehemmten, verlangsamt
wirkenden, sich in gedrückter Gemütsverfassung befindlichen, unsicheren und
leidenden Person. Dem Betrachter vermittle sich das Bild einer nicht erkennbar
wesentlich in der Beweglichkeit, Zielstrebigkeit, Kontaktaufnahme und Kontaktpflege
eingeschränkten Person, ganz anders, als sich diese nach den gutachtlichen
Schilderungen der Beschwerden, der Befunde und auch der Diagnosen zumindest an
den drei verschiedenen Begutachtungstagen hätte darstellen müssen oder zu erwarten
gewesen wäre. Dies sei in keinem Punkt der Fall. Gestützt auf diese, mit den
Observationsergebnissen und den anlässlich des Standortgesprächs gewonnenen
Eindrücken von RAD-Arzt Dr. G._ (siehe hierzu die Aktennotiz vom 6. Dezember
2012, IV-act. 115) zu vereinbarenden Ausführungen gelangte RAD-Arzt Dr. H._ zum
Schluss, der Beschwerdeführer verfüge für eine leidensangepasste Tätigkeit über eine
100%ige Arbeitsfähigkeit (IV-act. 110). Der Beschwerdeführer benennt zwar keine
Mängel an der Einschätzung von RAD-Arzt Dr. H._ (vgl. act. G 1, insbesondere Rz 5).
Eine weitere fachpsychiatrische, unter Einbezug der Überwachungsergebnisse erfolgte
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers liegt nicht vor. Indessen geht
aus dem nach der Observation ergangenen Austrittsbericht der Klinik Valens vom
8. Juli 2013 hervor, dass die dort behandelnden Ärzte den Beschwerdeführer aus
psychiatrischer Sicht als vollständig arbeitsunfähig erachteten (act. G 4.1).
3.7 Bei der Würdigung des ZMB-Gutachtens gilt es vorab dem Umstand Rechnung zu
tragen, dass sich die Experten aufgrund der dort gezeigten zweifelhaften
Leidensschilderung und -präsentation des Beschwerdeführers (siehe hierzu
vorstehende E. 2.2 f. und 3.2 ff.) höchstens teilweise ein aussagekräftiges Bild machen
konnten. Angesichts der sich aus dem Observationsmaterial und aus den vorstehend
wiedergegebenen RAD-Stellungnahmen ergebenden Ungereimtheiten erscheint der
medizinische Sachverhalt allein mit dem ZMB-Gutachten nicht umfassend abgeklärt.
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Gleiches gilt mit Blick auf die erwähnten RAD-Stellungnahmen, die der gutachterlichen
Beurteilung diametral widersprechen und teilweise erst im Rahmen des
Beschwerdeverfahrens ergangen sind. Von Bedeutung ist sodann, dass RAD-Arzt
Dr. H._ seine Stellungnahme im Wesentlichen auf die Sichtung des
Observationsmaterials stützt und die Voraktenlage, insbesondere die sich aus der
psychiatrischen Voraktenlage ergebenden Befunde, nicht diskutiert bzw. näher würdigt.
Ferner nimmt er keine retrospektive Verlaufsbeurteilung vor (IV-act. 110). Da bei einer
rein versicherungsinternen Aktenbeurteilung schon geringe Zweifel genügen, um einen
Anspruch auf weitere Abklärungen zu begründen, erscheinen weitere Abklärungen
namentlich in psychiatrischer Hinsicht als angezeigt. Wie von der Beschwerdegegnerin
in Betracht gezogen (act. G 7, Rz 15), erscheint zunächst zur Klärung des Sachverhalts
die Einholung einer Stellungnahme der ZMB-Gutachter zum Observationsergebnis,
zum Standortgespräch vom 4. Dezember 2012 und zu den nach der Observation
ergangenen RAD-Stellungnahmen angebracht. Der neurologische ZMB-Gutachter wird
sich sodann auch zur bislang nicht berücksichtigten, im Bericht von Dr. D._ vom
12. April 2010 erwähnten neurologischen Beurteilung des KSSG vom 22. September
2009 zu äussern haben, worin die "Arbeitsfähigkeit als 100%" beurteilt und ein
operatives Vorgehen abgelehnt wurde (Fremd-act. 3-4). Hierfür ist die Sache an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (vgl. zur Rückweisung an die Verwaltung Urteil
des Bundesgerichts vom 12. Oktober 2015, 8C_219/2015, E. 5.3). Es steht der
Beschwerdegegnerin frei, hernach bei allenfalls weiterhin anzunehmender fehlender
Spruchreife zusätzliche medizinische Abklärungen wie etwa ein Obergutachten
anzuordnen.
4.
4.1 In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die Verfügung vom 17. Mai 2013
aufzuheben und die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen und zu neuer
Entscheidung über den Rentenanspruch im Sinn der Erwägungen an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- bis
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erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Die
Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als volles Obsiegen (BGE 132 V
215 E. 6.2). Somit unterliegt die Beschwerdegegnerin vollumfänglich. Sie hat deshalb
die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten.
4.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach
Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Im hier
zu beurteilenden Fall erscheint dem Aufwand und der Bedeutung der Streitsache wie in
vergleichbaren Fällen (vgl. etwa den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons
St. Gallen vom 21. Mai 2013, IV 2012/160) eine pauschale Parteientschädigung von
Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.