Decision ID: c222859b-c97b-422b-8295-7c6ff62722e4
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren 1984, arbeitete seit dem
1.
Mai 2008 als Architektin bei der
Y._
und war dadurch bei der Schweize
rischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als sie
sich am 17. Oktober 2008 und ein zweites Mal
am 2
6.
Mai 2009
während des
Fussballtraining
s
beim Sprint
das rechte Knie ver
drehte (Schadenmeldung U
VG vom 2
9.
Mai 2009,
Urk.
7/1
; vgl. auch Urk. 7/12/1
).
Der behandelnde
Dr.
med.
Z._
,
Oberarzt Orthobiologie und Knorpelre
gen
eration
an
der
A._
, diagnostizierte am 27.
Mai 2009 (1) eine mediale Meniskuskorbhenk
elläsion Kniegelenk rechts, (2)
einen Verdacht auf
eine
chronische Instabilität bei Statu
s nach vorderer Kreuzband
-Pla
stik (BTB;
Erfurt, 2005) und (3)
einen
Status nach medialer
Meniskusnaht 2005
(
Urk.
7/2
).
Am 1
5.
Juni 2009
führte
Dr
.
Z._
eine
Arthro
-
skopie des Kniege
lenks
rechts, Resektion der Plica, mediale und laterale Menis
-
kusnaht sowie Softhealing Response-Technik nach Steadman VKB
durch
(
Urk.
7/11)
. Kreisarzt
Dr.
med
.
B._
, Facharzt
FMH für Chirurgie,
nahm am 2
8.
Juli 2009
zu den medizinischen Akten Stellung (
Urk.
7/12). Am
3.
August 2009 teilte
die SUVA
der Versicherten mit,
dass zwischen
dem Ereignis vom 2
6.
Mai 2009 und
den von
ihr
gemeldeten Kniebeschwerden kein sicherer oder wahrscheinlicher Kausalzusammenhang bestehe
und dass die SUVA demzufolge nicht leistungs
pflichtig sei
(
Urk.
7/13).
Daraufhin reichte
Dr.
Z._
seinen Bericht vom 1
2.
August 2009 ein (
Urk.
7/14). Die SUV
A zog weitere medizinische Unterla
gen
bei und
erklärte
X._
a
m
6.
Januar 2010
, dass sie
doch
Versi
cherungsleistungen
(Taggeld
und Heil
behandlung
)
ausrichten
werde (
Urk.
7/25/7
).
Am
5.
Janua
r 2012
meldete die
Y._
der SUVA
, dass
X._
erneut unter starken Knieschmerzen rechts leide
(
Urk.
7/38). Am 2
1.
Mai 2012 äusserte sich
Kreisarzt
Dr.
B._
ein weiteres Mal zu den
medizinischen Akten
(
Urk.
7/48). Mit Verfügung vom 2
9.
Mai 2012 verneinte die SUVA eine
Leistungspflicht
und begründete dies damit, dass
zwischen
d
em Ereignis
vom 2
6.
Mai 2009 und den
am
5.
Januar 2012
gemeldeten Kniebe
schwerden
kein sicherer oder wahrscheinlicher Kausalzusammenhang bestehe
(
Urk.
7/50).
Dagegen erhob
X._
a
m
2.
Juni 2012
Einsprache (
Urk.
7/51
)
. Am 1
0.
September 2012 nahm
Kreisarzt
Dr.
med.
C._
, Fach
arzt FMH für Chirurgie,
zu d
en medizinischen Akten Stellung
(
Urk.
7/60). Mit Einspracheentscheid vom 2
0.
September 2012 wies die
SUVA
die Einsprache der Versicherten
ab (
Urk.
2/1
).
2.
Hiergegen erhob
X._
am 1
8.
Oktober 2012 Beschwerde und bean
tragte,
der
angefochtene Ei
nspracheentscheid
sei
aufzuheben und es seien ihr Versicherungsleistungen auszurichten (
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin
bean
trag
te mit Beschwerdeantwort vom
5.
November 2012 Abw
eisung der Beschwerde (
Urk.
6).
Am
9.
November 2012 wurde die
Beschwerdeantwort der Beschwerdeführerin zur Kenntnisnahme zugestellt
(
Urk.
8). Am 2
0.
Januar 2013 legte die Beschwerdeführerin den Bericht
von
Dr
.
Z._
vom
4.
Dezember
2012
ins Recht (
Urk.
9 und
Urk.
10), was der Beschwerdegegnerin am 2
2.
Januar 2013 angezeigt wurde (
Urk.
11).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
6
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) wer
den,
s
oweit dieses Gesetz nichts anderes bestimmt, Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt.
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sin
ne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um
stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als einge
treten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit einge
treten gedacht werden kann. Entspre
chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürli
chen Kau
salzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die al
leinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schä
digende Ereignis zu
sammen mit anderen Bedingungen die kör
perliche oder geistige Integrität der versicherten Person beein
trächtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die ein
getretene gesund
heitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 406 E. 4.3.1, 123 V 45 E. 2b, 119 V 335 E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hinwei
sen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang be
steht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Be
schwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Be
weis
würdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die
blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinwei
sen).
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U 172/94 vom 2
6.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45; BGE 119 V 7 E. 3c/aa). Da es sich hiebei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzu
sammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr. U 206 S.
328 f. E. 3b, 1992 Nr. U 142 S.
76).
1.3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129
V
177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.4
Nach
Art.
10
Abs.
1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige Behandlung der Unfallfolgen. Den gesetzlich umschriebenen Anspruch auf Heilbehandlung hat die versicherte Person so lange, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung eine namhafte Verbesserung ihres Gesundheitszustandes erwartet werden kann. Trifft dies nicht mehr zu und sind allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen, geht die Unfallversicherung zur Berentung über, wenn der Unfall eine Invalid
i
tät im Sinne von
Art.
8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
hinterlässt (
Art.
19
Abs.
1 U
VG e contrario; BGE 116 V 41 E.
2c).
1.
5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125
V
351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversiche
rungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356
S.
572; BGE 122 V 157 E. 1c; vgl. auch 123 V 331 E. 1c).
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist eine reine Aktenbeurteilung bzw. ein reines Aktengutachten nicht an sich als unzuverlässig zu beurteilen. Dem reinen Aktengutachten kann voller Beweiswert zukommen, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beur
teilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht (
RKUV 1993 Nr. U 167 S. 95; nicht publ. E. 5b des Urteils BGE 114 V 109, veröffent
licht in RKUV 1988 Nr. U 56 S. 366; vgl. auch Urteile
des Bundesgerichts 8C_540/2007 vom 2
7.
März 2008 E. 3.2,
U 181
/06 vom 2
1.
Juni 2007 E. 2.3
un
d U 223/06 vom
8.
Februar 2007
E. 5.1.2).
2.
2.
1
Die behandelnden Ärzte der P
._
am
D._
stellten
in ihrem Bericht vom 1
5.
Februar 2006
die Diagnose einer
Ruptur d
es vorderen Kreuzbandes rechts und erklärten,
dass die Beschwerdeführerin per K
reuzband
plastik mit Ligamentum p
atellae
(
BTB-Technik
)
operativ versorgt worden sei (
Urk.
7/10/2).
2.2
Nachdem die Beschwerdeführerin sich beim Fussballtraining am 2
6.
Mai 2009 das rechte Knie verdreht hatte, diagnostizierte
Dr
.
Z._
im
Bericht vom 27.
Mai 2
009 (1) eine mediale Meniskuskorbhenk
elläsion Kniegelenk rechts, (2)
einen Verdacht auf eine chronische Instabil
ität bei Status nach VKB-Plastik
(BTB, Erfu
rt, 2005) und (3)
einen
Status nach m
edialer Meniskusnaht 2005 (Urk.
7/2).
Im Bericht vom 2
2.
Juli 2009
gab
Dr.
Z._
an,
dass er am 1
5.
Juni 2009 eine
Arth
roskopie
des
Kniegelenk
s
rechts, Resektion der Plica, mediale und laterale Meniskusnaht sowie Softhealing Response-Technik nach
Steadman VKB
durch
geführt habe
(
Urk.
7/11).
2.3
Kreisarzt
Dr.
B._
wies
in seiner Stellungnahme vom 2
8.
Juli 2009 darauf hin, dass die bei der operativen Sanierung vom 1
5.
Juni 2009 festgestellte Menis
kushinterhornläsion, die vordere Kreuzbandelongation und die zweitgradigen Knorpelschäden bei Plica mediapatellaris typische Befunde einer chronischen Kreuzbandinstabilität seien (
Urk.
7/12/3).
2
.
4
Im Bericht vom
2
7.
August 20
09 erklärte
Dr.
Z._
, dass sich bei der Beschwer
deführerin vonseiten des Kniegelenks ein sehr erfreulicher
postoperativer Ver
lauf mit eindeutig verbesserter sagittaler Stabilität nach Softhealin
g
response-Technik bei VKB-Elongation zeige. Vonseiten der Meniskusnähte seien keine Besonderheiten zu verzeichnen.
Derzeit stehe
die Lendenwirbelsäule, die in das Rehabilitationsprogramm miteinbezogen werden sollte
, im Fokus
.
Zu vermuten sei hier
eine Pathol
ogie, die
durch manual-therapeutische
Anwendung positiv beeinflussbar sein sollte. Parallel sei
en
die Physiotherapie fortzuführen
und
der Kraftaufbau
zunehmend
zu forcieren (Urk.
7/16).
2
.
5
Im Bericht vom
3.
November 20
09
führte
Dr.
Z._
aus, dass die Beschwerdefüh
rerin insbesondere unter fortgeführter Physiotherapie sowie unter Anwendung des Compex-Muskelstimulators im Vergleich zur Vorkon
sultation beschwerdegeli
ndert sei. V
onseiten der Lendenwirbelsäule
sei sie
nicht mehr erheblich beeinträchtigt.
Aktuell würden die
Schmerzen im anterioren Kniegelenksaspekt
, die – wie bereits seit der Indexoperation 2006 -
im Bereic
h der Patellaspitze lokalisiert seien
, wieder dominieren
. Die
se Schmerzen seien
derart
erheblich, dass sie eine Wiederaufnahme der sportlichen Betätigung
unterbinden würden. Die geklagten Beschwerden würden zum einen mög
licherweise mit einer Tendinose im Sinne eines Patellas
pitzensyndroms nach länger da
u
er
nder Entlastung korrelieren,
zum anderen
aufgrund der bereits dreijährigen Anamnese wohl aber am
ehesten mit
den
morbid
itätsbedingten Beschwerden nach
Ligamentum patellae
Transplantat
.
Eine
Verlaufskontrolle
sei in etwa zwei Monaten durchzuführen, wobei dann eine Infiltration
im Bereich der Patellaspitze
vorzunehmen sei
, um hier diagnostische Sicherheit zu erhalten (
Urk.
7/21).
2.
6
Am 1
2.
Januar 2010 berichtete
Dr.
Z._
,
dass
die Beschwerdeführerin
seit der letzten Konsul
tation unter intensivierter
sportphysiotherapeutis
cher Betreuung deutlich beschwerdegelindert sei. Insbesondere seien auch die am Patellaunter
pol lokalisierten Beschwerden kontrollierbar. Eine gewisse sportliche Betätigung (Klettern, Langlauf) habe stattgefunden. Dies sei vonseiten der Stabilität prob
lemlos möglich und hinsichtlich der Schmerzen im Bereich des Patellaunte
rpols ebenfalls machbar gewesen. Heute erfolge die lokale Infiltration am Patellaun
terpol. Sollte diese Behandlung einen Effekt zeigen, so sei die mehrmalige Applikation zur Desensibilisierung denkbar
(Urk.
7/27).
2.
7
Im Bericht vom
5.
Mai 2010
führte
Dr.
Z._
aus,
dass die lokale Infiltrationsbe
handlung eine gewisse Linderung der Beschwerden gebracht habe, jedoch wohl nicht zu einer vollständigen Beschwerdefreiheit führen werde. Folglich stelle sich nach wie vor die Frage nac
h einer chirurgischen Sanierung
im Sinne einer Denervierung und eines Débridement
s bei
mittels Infiltration bestätigtem Verdacht auf eine chronische Problematik im Bandent
nahmebereich. Hinsichtlich der rotatorischen Instabilitätskomponente lasse sich wohl mit einfachen Mitteln keine Optimierung erzielen. Hierfür wäre wohl eine R
e-R
ekon
struktion des VKB erforderlich.
Der Leiden
s
druck sei
indes
gegenwär
tig für beide Massn
ahmen nicht ausreichend. Er vereinbare daher
mit der Beschwerdeführerin, sp
ortphysio-
und trainingstherapeutisch weiter aktiv zu bleiben und sich im Falle einer Beschwerdepersistenz oder Intensivierung erneut mit ihm in Verbindung zu setzen (
Urk.
7/33).
2.
8
Im Berich
t vom
8.
September 2011 legte
Dr.
Z._
dar
, dass die Beschwerdeführe
rin höchstwahrscheinlich unter Schmerzen im Bereich der Ent
nahmestelle des Ligamentum patellae mit Per
i
ost- und Nervenwucherungen mit Hebedefekt leide. Bei Persistenz seit vielen Jahren bestehe hier
eigentlich
nur die Möglichkeit der operativen Revision im Sinne einer Curettage, Denervierung und Spongiosaauffüllung
(
Urk.
7/35).
2.
9
Am 1
9.
Januar 2012
berichtete
Dr.
Z._
,
dass
im Kernspintomogramm vo
m
Mai 2009 keinerlei patello-femorale Knorpelschädigung ersichtlich sei. Auch sei
formell kein Patellatiefstand zu konstatieren. Zudem bestehe keine patell
o-femorale Dysplasie-Komponente
, welche einen chronischen
Knieschmerz
erklären könnte. Die Signalgebung des retropatellären Knorpels sei ebenso wie diejenige der Trochlea femoris im MRI absolut harmonisch.
Es
sei
daher
primär nach wie vor von einer operations
as
soziierten Restbeschwerdesymptomatik nach Entnahme des Ligamentum patellae, eventuell kombiniert mit einer symptomati
schen Restinstabilität nach VKB-
Rekonstruktion aus
zu
gehen.
Die
kernspintomographische Bildgebung
sei allerdings
bald 2 1⁄2 Jahre alt
. Vor
einer invasiven Ther
apie
sei
zur
Maximierung der diagnostischen Sicherheit
deshalb
zunächst noch
eine kernspintomographische
Verlaufskontrolle
durchzuführen
, gegebenenfalls additiv mittels SPECT-CT, um einen pathologischen Knochen
stoffwechsel im Bereich des distalen Patellap
ols aus
schliessen oder bestätigen
zu können
(
Urk.
7/44).
2.
10
Im
Bericht vom
9.
Februar 2012 hielt
Dr.
Z._
fest
, dass das Kernspintomo
gramm
den klaren Hinweis auf eine mediale Meni
s
kushinterhornläsion ergeben habe, welche derzeit jedoch nicht sonderlich symptomatisch zu sein scheine. Die Entnahmestelle des Ligamentum patellae sei absolut unauffällig, so dass sich auch diesbezüglich derzeit keine spezifischen Massnahmen aufdrängen würden. Er vereinbare mit der Beschwerdeführerin
deshalb
die Fortführung der Physiotherapie
. B
ei Versagen der Therapie
sei
die Durchführung einer
SPECT-CT
zu empfehlen
(
Urk.
7/45).
2.
11
In der ärztlichen Beurteilung vom 2
1.
Mai 2012 führte Kreisarzt
Dr.
B._
aus
, dass – wie bereits
i
n seinem
Bericht vom 2
8.
Juli 2009 festgestellt – aus
schliesslich Folgen d
er Vorschädigung des Kniegelenk
s
im Jahr
2005 respektive
2006 nach vorderer Kreuzband-P
lastik rechts bestehen würden. Die Pathologie werde sogar im Bereich der Transplantatentnahmestelle an der Patella näher umschrieben.
Damit hätten die bagate
llären Traumata von 2008 und 2009 kei
nen Einfluss auf die Beschwerden im rechten Kniegelenk. Wesentliche Schädi
gungen seien nicht festgestellt worden. Die bildgebenden und klinischen Untersuchungsbefunde würden die Folgen der vorderen Kreuzbandtransplanta
tionsinstabilität/-insuffizienz beweisen. Die Beschwerden, Symptome, Befunde und Behandlungen seien ausschliesslich auf den SUVA-fremden Vorschade
n zurückzuführen (
Urk.
7/48
).
2.
12
Kreisa
rzt
Dr.
C._
erklärte in seiner
ärztlichen Beurteilung vom 1
0.
September 2012, dass
der von der Beschwerdeführerin am 2
6.
Mai 2009 erlittene
Korbhen
kel-Riss
medial biomechanisch durch den
Vorzustand
(VKB-
Plastik re
chts am 1
5.
Februar 2006 und
fraglicher Eingriff am Meniskus medial
, die zu
eine
r
gewisse
n
Instabilität mit rezidivierenden Giving-way
geführt h
ätten) gut
erklärbar gewesen
sei
, von der Beschwerdegegnerin aber
aus formellen Gründen als UKS
(unfallähnliche Körperschädigung)
lit. c übernommen
worden sei
.
Der postoperative Verlauf nach der Meniskusnaht vom 1
5.
Juni 2009
sei
dann problemlos gewesen, und a
m 1.
September 2009 sei die Beschwerdeführerin wieder voll arbeitsfähig gewesen. Auch das aktuelle MRI vom
9.
Februar 2012 habe keine Hinweis
e
auf Spätkomplikationen des übernommenen Eingriff
s
vom 1
5.
Juni 2009 ergeben. Vielmehr sei die Naht des ehemaligen Korbhenkels immer noch intakt. Wegen des Ereignisses vom 2
6.
Mai 20
09 seien also keine Behandlungen
mehr notwendig. Die damalige unfallähnliche Körperschädigung spiele bei den he
u
tigen Knie-Beschwerden keine Rolle mehr. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit sei spätestens per Ende 2009 de
r „Status quo sine“ wieder erreicht, wobei diesbezüglich auf die Kontrollen
in
der
A._
vom
3.
N
ovember 2009 und 1
2.
Januar 2010
hinzuweisen sei.
Im Übrigen sei sogar sportliche Betätigung
wie
der möglich gewesen (
Urk.
7/60
).
2.
13
Dr.
Z._
gab
in seiner Stellungnahme
vom
4.
Dezember 2012 an
, dass die Beschwerde
führerin vor dem Unfallereignis 2009 Fussball gespielt habe,
sport
lich einsatzfähig und
im Bereich des ehemaligen Operationsgebietes beschwer
dearm gewesen sei. Durch die aufwändige Rehabilitation nach der Meniskus
naht sei es zu einer Chronifizierung eines Reizzustandes im anterioren Kniege
lenksbereich gekommen, welche sehr hartnäckig gewesen sei und welche durch das diszipliniert durchgeführte Trainingsprogramm soweit habe gelindert wer
den können, dass die Beschwerdeführerin mit den Restbeschwerden umgehen könne.
Der
Unfall von 2009
sei
eine eigens richtungsweisende Verschlechterung gewesen und daher als unfallähnliches Ereignis anzuerkennen. Zumindest bis zum Ende 2012 seien die Folgen vom Unfallversicherer deshalb im Sinne eines Kompromissangebotes zu kompensieren. Die Beschwerdeführerin werde die Therap
ie fortführen und - ein weiterer positiver
Verlauf vorausgesetzt - in abs
ehbarer Zeit abschliessen (Urk.
10).
3.
3.1
Kreisarzt
Dr
.
C._
legte in
seiner ärztlichen Beurteilung
vom 1
0.
September 2012
– in Kenntnis sämtlicher Vorakten
–
im Wesentlichen
dar, dass
wegen des
Korbhenkel
s
-Riss
es
medial
, den die Beschwerdeführerin am
2
6.
Mai 2009
erlit
ten habe,
a
m 1
5.
Juni 2009 eine Meniskus-Naht durchgeführt worden
sei
. Der postoperative
Verlauf sei problemlos gewesen, und am
1.
September 2009 sei die Beschwerdeführerin wieder voll arbeitsfähig gewesen. Auch das aktuelle MRI vom
9.
Februar 2012 habe keine Hinweise auf Spätkomplikationen des übernommenen Eingriffs vom 1
5.
Juni 2009 ergeben. Vielmehr sei die Naht des
ehemaligen Korbhenkels immer noch intakt. Die neue Radiärläsion im Hinter
horn (ohne klinische Relevanz) entspreche nur dem natürlichen Verlauf des nicht SUVA-versicherten Vorzustandes am VKB mit chronischer Instabilität. Konkret fänden sich intramurale Veränderungen im medialen Meniskus dorsal bereits im MRI vom
5.
November 200
8.
Wegen des Ereignisses vom 2
6.
Mai 2009 seien also keine Behandlungen mehr notwendig. Die damalige unfallähn
liche Körperschädigung spiele bei den heutigen Knie-Beschwerden keine Rolle mehr. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit sei spätestens per
Ende 2
009 der „Status quo sine“
erreicht, wobei diesbezüglich auf die Kontrollen in der
A._
vom
3.
November 2009 und 1
2.
Januar 2010
zu verweisen
sei (
Urk.
7/60/1).
Diese Beurteilung von Kreisarzt
Dr.
C._
ist ohne Weiteres nachvollziehbar, deckt sich mit der Einschätzung von Kreisarzt
Dr.
B._
(vgl. E. 2.11) und
fin
det
insbesondere auch in den
weiteren
medizinischen
Akten
ihre Stütze.
So erhob Dr.
Z._
i
n der
Verlau
fskontrolle vom 1
2.
Januar 2010 vollkommen
unauffällige
postoperative
Befunde. D
ie gleichentags
eingeleitete
Infiltrations
behandlung
erfolgte aufgrund der von der Beschwerdeführerin geklagten Schmerzen
im
Bereich des Patellaunterpols an der Entnahmestelle des Liga
ments
im
Jahr 2006
(
Urk.
7/27 und
Urk.
7/29).
Nach Abschluss dieser Behand
lung erklärte
Dr.
Z._
am
5.
Mai 2010
, dass die Infiltration den Verdacht auf eine chronische Problematik im Bandentnahmebereich bestätigt habe (
Urk.
7/33
)
. Die
von der Beschwerdeführerin noch
angegebenen
Beschwerden
im Bereich des Patellaunterpols
standen somit
nachweislich
im
Zusammenhang mit der Kreuzband-P
lastik von 200
6.
Weiter gab
Dr.
Z._
an, dass zur Opti
mierung der
nach wie vor
bestehenden
rotatorischen Instabilitätskomponente
wohl eine Re-Rekonstruk
t
ion
des VKB erforderlich wäre (
Urk.
7/33). Auch
hier
bei ging es
offensichtlich um die
Fo
lgen der Ruptur des VKB bzw. den Vorzu
stand von 2006 und
nicht
um die (bereits verheilte
n
)
Läsionen
vom 2
6.
Mai 200
9.
S
chliesslich geht auch
aus dem
Bericht von
Dr.
Z._
vom
9.
Februar 2012
, der im Ans
chluss an die Durchführung eines weiteren Kernspintomo
gramms
erstellt wurde,
nicht hervor
, dass die Verletzungen
vom 2
6.
Mai 2009 im Zusammenhang mit den
anhaltenden
Kniebeschwerden
noch von Bedeutung gewesen wären
(
Urk.
7/45)
.
3.2
Die Stellungnahme
von
Dr.
Z._
vom
4.
Dezember 2012
(
Urk.
10)
vermag
die
überzeugende
Beurteilung von Kreisarzt
Dr.
C._
nicht in Zweifel zu ziehen.
Wie dargelegt, lässt sich
Dr.
Z._
s eigenen
Verlaufsberichten nach der Opera
tion vom 1
5.
Juni 2009
nicht
entnehmen
,
dass die anfangs 2012 von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Kniebeschwerden
rechts noch
auf das Ereignis vom 2
6.
Mai 2009 zurückzuführen
wären
.
Von einer
infolge
der Reha
bilitation der Meniskusnaht entstandenen Chronifizierung eines Reizzustands
im anterioren Kniegelenksbereich
sprach
Dr.
Z._
erstmals
am
4.
Dezember 201
2.
Ferner
ist
auch zu beachten, dass Berichte eines behandeln
den Arztes aufgrund dessen auftragsrechtlicher Vertrauensstellung zur Patientin ohnehin mit Vorbehalt zu
würdigen sind (BGE 125 V 351 E.
3b/cc).
3.3
Mit dem von der Beschwerdeführerin vorgebrachten Hinweis, sie sei vor dem 2
6.
Mai 2009 schmerzfrei
gewesen (
Urk.
1 S. 3) – was angesichts des Vorzu
standes von 2005/2006 zumindest sehr fraglich erscheint
(vgl. E. 2.5)
-, erschöpft sich ihre
Argumentation im Wesentlichen in der Figur „post hoc ergo propter hoc“. Dabei wird eine Schädigung bereits deshalb als durch einen Unfall verursacht erachtet, weil sie nach diesem aufgetreten ist. Dies genügt indes rechtsprechungsgemäss nicht für die Annahme einer natürlichen Kausalität (BGE 119 V 335 E. 2b/bb).
3.4
Es ist demnach
festzuhalten, dass Ende 2009 mit überwiegender Wahrscheinlich
keit der „Status quo sine“, das heisst der Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf des krankhaften Vorzustands (Instabilität bei Status nach VKB-Pla
stik 2006
und Status nach medialer Meniskusnaht 2005)
auch ohne das Ereignis vom 2
6.
Mai 2009 früher oder später eingestellt hätte, erreicht war.
Behandlungsbedürftige Folgen dieses
Ereignisses vom 26.
Mai 2009
waren
damals nicht mehr ausgewiesen.
Die im Januar 2012 gemeldeten
Knieb
eschwerden
rechts
stehen
nicht in natürlichem Kausalzusam
menhang
zum Ereignis vom 2
6.
Mai 2009 (und im Übrigen auch nicht zum
Ereignis vom 1
7.
Oktober 2008, das heisst zur
vorangegangene
n
Verdrehung des rechten Kniegelenks
beim Fussballtraining,
vgl.
Urk.
7/12/1).
4.
Der
angefochtene Einspracheentscheid
erweist sich damit
als rechtens, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.