Decision ID: e6df0e38-9c3d-5e90-a23a-5fe09d1904ac
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer (somalischer Staatsangehöriger, geb. [...]) ersuchte
am 25. März 2021 in der Schweiz um Asyl. Ein Abgleich seiner Fingerab-
drücke mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Eurodac) ergab,
dass er am 15. Februar 2017 in Schweden und am 9. Januar 2020 in Italien
je ein Asylgesuch gestellt hatte (Akten der Vorinstanz N 732 351 [SEM act.]
8).
B.
Am 1. April 2021 führte das SEM mit dem Beschwerdeführer das persönli-
che Gespräch nach Art. 5 der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäi-
schen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der
Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prü-
fung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem
Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist
(nachfolgend: Dublin-III-VO) und gewährte ihm das rechtliche Gehör zur
mutmasslichen Zuständigkeit Italiens bzw. Schwedens für die Behandlung
seines Asylgesuchs sowie zu seinem Gesundheitszustand (SEM act. 13).
C.
Am 31. März 2021 ersuchte das SEM die italienischen Behörden um Rück-
übernahme des Beschwerdeführers gemäss Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-
III-VO (SEM act. 16). Diese lehnten das Gesuch am 2. April 2021 ab mit
dem Verweis, dass Schweden für das Asylverfahren zuständig sei (SEM
act. 23).
D.
In der Folge ersuchte das SEM die schwedischen Behörden um Über-
nahme des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-III-
VO (SEM act. 25). Diesem Gesuch wurde am 29. April 2021 entsprochen
(SEM act. 29).
E.
Mit Verfügung vom 30. April 2021 – eröffnet am 5. Mai 2021 – trat das SEM
auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein, verfügte dessen
Überstellung nach Schweden und forderte ihn auf, die Schweiz am Tag
nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen. Gleichzeitig verfügte es die
Aushändigung der editionspflichtigen Akten und stellte fest, einer allfälligen
Beschwerde gegen den Entscheid komme keine aufschiebende Wirkung
zu (SEM act. 30).
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F.
Mit Rechtsmitteleingabe vom 11. Mai 2021 gelangte der Beschwerdeführer
an das Bundesverwaltungsgericht und beantragte, die angefochtene Ver-
fügung sei aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, auf das Asylge-
such des Beschwerdeführers einzutreten. Eventualiter sei die Verfügung
aufzuheben und die Sache zwecks vollständiger Abklärung des Sachver-
halts und Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die Vor-
instanz und die Vollzugsbehörden seien im Rahmen von superprovisori-
schen bzw. vorsorglichen Massnahmen unverzüglich anzuweisen, bis zum
Entscheid über das vorliegende Rechtsmittel von jeglichen Vollzugshand-
lungen abzusehen. Der vorliegenden Beschwerde sei zudem die aufschie-
bende Wirkung zu gewähren. Schliesslich ersuchte er um Gewährung der
unentgeltlichen Prozessführung unter Verzicht auf die Erhebung eines
Kostenvorschusses (Akten des Bundesverwaltungsgerichts [BVGer
act.] 1).
G.
Am 12. Mai 2021 ordnete die Instruktionsrichterin einen superprovisori-
schen Vollzugsstopp an (BVGer act. 2). Gleichentags lagen dem Bundes-
verwaltungsgericht die vorinstanzlichen Akten in elektronischer Form vor.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.2 Die Beschwerde ist zulässig (Art. 105 AsylG; Art. 31 ff. VGG). Die übri-
gen Sachurteilsvoraussetzungen (Legitimation [Art. 48 Abs. 1 VwVG], Frist
[Art. 108 Abs. 3 AsylG] und Form [Art. 52 VwVG] sind offensichtlich erfüllt.
Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich
Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde erweist sich als offen-
sichtlich unbegründet, weshalb sie im Verfahren einzelrichterlicher Zustän-
digkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer
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zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Durchführung eines Schrif-
tenwechsels und mit summarischer Begründung, zu behandeln ist
(Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG).
3.
3.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-
chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des
Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a
Abs. 1 Bst. b AsylG). In diesem Fall verfügt das SEM in der Regel die Weg-
weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG).
3.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem
einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III
(Art. 8 - 15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch
Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO). Das Verfahren zur Bestimmung des zuständi-
gen Staates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein
Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO). Im Rahmen des Wie-
deraufnahmeverfahrens (Art. 23 -25 Dublin-III-VO) findet grundsätzlich
keine (neue) Zuständigkeitsprüfung nach Kapitel III Dublin-III-VO mehr
statt (vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1).
3.3 Jeder Mitgliedstaat kann abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO
beschliessen, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staa-
tenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn
er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prü-
fung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO). Dieses sogenannte
Selbsteintrittsrecht wird im Landesrecht durch Art. 29a Abs. 3 der Asylver-
ordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) konkretisiert und
das SEM kann das Asylgesuch gemäss dieser Bestimmung «aus humani-
tären Gründen» auch dann behandeln, wenn dafür gemäss Dublin-III-VO
ein anderer Staat zuständig wäre.
3.4 Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, in Schweden ein Asylgesuch
gestellt zu haben. Die schwedischen Behörden hiessen das Gesuch der
Vorinstanz um Wiederaufnahme gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-
III-VO am 29. April 2021 ausdrücklich gut. Die Zuständigkeit Schwedens
steht somit grundsätzlich fest.
4.
Die Vorinstanz stellte in ihrer Verfügung vom 30. April 2021 zutreffend fest,
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dass es keine wesentlichen Gründe für die Annahme gebe, das Asylver-
fahren und die Aufnahmebedingungen für asylsuchende Personen in
Schweden hätten Schwachstellen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO,
die eine Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden Behandlung
im Sinne des Artikels 4 der EU-Grundrechtecharta und Art. 3 EMRK mit
sich bringen würden.
5.
Der Beschwerdeführer beantragt dagegen in seiner Rechtsmitteleingabe,
vorliegend sei zwingend das Selbsteintrittsrecht gemäss Art. 17 Abs. 1 ers-
ter Satz Dublin-III-VO, konkretisiert in Art. 29a Abs. 3 AsylV 1, auszuüben
(vgl. E. 3.3).
5.1 Zur Begründung macht er im Wesentlichen geltend, er habe seine Part-
nerin am [...] geheiratet. Sie hätten zudem eine Tochter, welche am [...] zur
Welt gekommen sei. Seine Partnerin sei in der Schweiz als Flüchtling an-
erkannt und verfüge über eine Aufenthaltsbewilligung. Sie gelte somit un-
bestrittenermassen als Begünstigte internationalen Schutzes im Sinne von
Art. 2 Bst. f Dublin-III-VO bzw. gemäss bundesgerichtlicher Rechtspre-
chung. Er sei einzig wegen seiner «Ehefrau» und der gemeinsamen Toch-
ter in die Schweiz gereist. Er besuche seine Familie so oft wie es ihm unter
den gegebenen Umständen im beschleunigten Asylverfahren möglich sei.
Es sei ihm bis anhin trotz eines entsprechenden Antrags nicht erlaubt wor-
den, ganz in privater Unterbringung bei seiner Ehefrau und der Tochter zu
leben. Dies sei der grösste Wunsch der kleinen Familie. Es liege ihm viel
daran, Anteil am Leben seiner Familie zu nehmen (Beschwerde II Pkt. 3.2
S. 5).
5.2 Wie sich der Beschwerde ebenfalls entnehmen lässt, habe der Be-
schwerdeführer seine Partnerin zu Beginn des Jahres 2019 kennengelernt.
Sie seien aufgrund ihrer unterschiedlichen Wohnorte zunächst gezwungen
gewesen, eine Beziehung auf Distanz zu führen. Dank dem Internet seien
sie in regem Kontakt gestanden. Die am [...] erfolgte Trauung sei telefo-
nisch durchgeführt worden; es habe eine Heiratszeremonie nach religiö-
sem Brauch stattgefunden. Per Telefon habe man die Zustimmung eines
Onkels von ihm und eines Onkels der Partnerin eingeholt, sodass der
Imam die Vermählung habe durchführen können. Er (der Beschwerdefüh-
rer) und seine Partnerin hätten anschliessend einige Tage gemeinsam in
Italien verbracht (Beschwerde II Pkt. 1.1 S. 3). Der Beschwerde beigelegt
war ein «Marriage Certificate» samt englischer Übersetzung (Beschwerde-
beilage 6).
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6.
6.1 Das in Art. 8 Abs. 1 EMRK verankerte Recht auf Achtung des Famili-
enlebens könnte berührt sein, wenn die Überstellung des Beschwerdefüh-
rers nach Schweden eine nahe, echte und tatsächlich gelebte familiäre Be-
ziehung zu einer in der Schweiz gefestigt anwesenheitsberechtigten Per-
son beeinträchtigen würde, ohne dass es dieser möglich beziehungsweise
zumutbar wäre, ihr Familienleben andernorts zu pflegen (BGE 144 II 1 E.
6.1 m.H.; 139 I 330 E. 2.1 und E. 2.3).
6.2 Zum geschützten Familienkreis gehört in erster Linie die Kernfamilie,
das heisst die Gemeinschaft der Ehegatten mit ihren minderjährigen Kin-
dern (BGE 144 II 1 E. 6.1; 135 I 143 E. 1.3.2). Neben rechtlich begründeten
familiären Verhältnissen beziehungsweise gültig geschlossenen Ehen fal-
len aber auch faktische Beziehungen in den Schutzbereich von Art. 8
EMRK, sofern sie genügend nahe sowie echt sind und tatsächlich gelebt
werden. Die partnerschaftliche Beziehung muss dabei seit Langem ehe-
ähnlich gelebt werden und bezüglich Art und Stabilität in ihrer Substanz
einer Ehe gleichkommen. Als wesentliche Faktoren für eine tatsächlich ge-
lebte Beziehung sind der gemeinsame Haushalt, die finanzielle Verfloch-
tenheit, die Länge und Stabilität der Beziehung, sowie das Interesse und
die Bindung der Partner aneinander, etwa durch Kinder oder andere Um-
stände, wie beispielsweise die Übernahme von wechselseitiger Verantwor-
tung, zu berücksichtigen (BGE 144 II 1 E. 6.1; 135 I 143 E. 3.1; Urteil des
BGer 2C_880/2017 vom 3. Mai 2018 E. 3.1;Urteil des BVGer F-2645/2018
vom 25. November 2019 E. 5.4.1).
6.2.1 Der Beschwerdeführer beruft sich auf eine Ehe mit seiner hierzulande
als Flüchtling anerkannten Partnerin (Inhaberin einer Aufenthaltsbewilli-
gung [SEM act. 6]) und legte ein entsprechendes «Marriage Certificate»
inklusive englischer Übersetzung zu den Akten. Der Beweiswert des ein-
gereichten Dokuments ist jedoch als tief zu qualifizieren, zumal es lediglich
in Kopieform eingereicht wurde. Zudem erklärte er noch anlässlich des
Dublin-Gesprächs vom 1. April 2021, es gebe keine Dokumente zur religi-
ösen Trauung vom [...], da diese lediglich telefonisch durchgeführt worden
sei. Umso mehr erstaunt es, dass er mit Beschwerde ein «Marriage Certi-
ficate», datiert vom 6. Dezember 2020, einreichte (Beschwerdebeilage 6).
6.2.2 Unabhängig davon liegt vorliegend auch keine rechtsgültig geschlos-
sene Ehe vor. Gemäss schweizerischem Recht kann die Ehe in der
Schweiz nur vor dem Zivilstandesbeamten gültig geschlossen werden (Art.
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97a Abs. 1 ZGB; vgl. Urteil des BVGer D-6209/2014 vom 30. Oktober 2014
S. 8). Weiter ist anzunehmen, dass die am [...] durchgeführte Zeremonie
auch somalischem Recht widerspricht. Der Beschwerdeführer führt aus, er
und seine Verlobten seien per Telefon durch den Imam vermählt worden;
per Telefon hätten sie auch die Zustimmung zweier Onkel eingeholt (vgl.
SEM act. 13; Beschwerde II Pkt. 1.1 S. 3). Dass sie sich dazu, da nicht
persönlich anwesend, einer Stellvertretung bedient hätten, wird weder gel-
tend gemacht noch geht es aus dem eingereichten «Marriage Certificate»
hervor. Damit liegt auch keine Eheschliessung durch Stellvertretung (sog.
Handschuhehe) vor, welche in der Schweiz unter bestimmten Vorausset-
zungen einer Anerkennung zugänglich ist (vgl. dazu bspw. Urteil des
BVGer F-5570/2020 vom 27. November 2020 Sachverhalt Bst. E und E.
6.1; zur Handschuhehe im somalischen Recht siehe auch Beschluss 8 L
198/18.A des Verwaltungsgerichts Münster vom 28. Februar 2018 Rn. 8).
Vorliegend ist nicht von einer Ehe im Rechtsinne auszugehen, die in den
Anwendungsbereich von Art. 8 EMRK fällt.
6.2.3 Die Beziehung des Beschwerdeführers und seiner Verlobten kann
zudem nicht als eheähnliche Beziehung eingestuft werden, zumal sich das
Paar seit Anfang 2019 kennt und sich der Beschwerdeführer erst seit dem
25. März 2021 in der Schweiz aufhält. Davor hätten sie eine Beziehung auf
Distanz geführt und den Kontakt per Internet gepflegt. Sie hätten lediglich
einige Tage in Italien zusammen verbracht. Unklar bleibt zudem, wieso der
Beschwerdeführer noch am 9. Januar 2020 ein Asylgesuch in Italien ein-
reichte (SEM act. 7), fand die «Hochzeitszeremonie» gemäss seinen An-
gaben doch bereits am [...] statt und er dürfte über die damalige Schwan-
gerschaft seiner Partnerin informiert gewesen sein (vgl. Beschwerde II Pkt.
1.1 S. 3).
6.2.4 Weiter steht das Verwandtschaftsverhältnis des Beschwerdeführers
zur Tochter seiner Partnerin rechtlich nicht fest. Zwar wird geltend gemacht,
er stehe im Kontakt mit dem Zivilstandesamt Zürich und habe bereits einen
Termin gehabt, um die Vaterschaftsanerkennung zu beantragen, allerdings
ist aktuell offen, ob die Anerkennung auch tatsächlich erfolgen wird. Weiter
stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, weshalb der Beschwerde-
führer das entsprechende Verfahren nicht schon viel früher eingeleitet hat,
zumal die Kindsanerkennung bereits vor der Geburt des Kindes erfolgen
kann (vgl. Art. 11 Abs. 2 der Zivilstandverordnung vom 28. April 2004 [ZStV,
SR 211.112.2]).
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6.3 Zusammenfassend ist nicht erstellt, dass der Beschwerdeführer eine
stabile und enge Beziehung zu seiner Partnerin unterhält, die in den
Schutzbereich von Art. 8 EMRK fallen würde und daher die Anwendung der
Selbsteintrittsklausel rechtfertigen würde. Auch kann bei der heutigen Ak-
tenlage nicht von einem rechtlich oder biologisch begründeten Vater-
schaftsverhältnis ausgegangen werden. Im Übrigen erfordert weder das
Ehevorbereitungsverfahren noch die Vaterschaftsanerkennung die Anwe-
senheit des Beschwerdeführers in der Schweiz und lässt sich auch von
Schweden aus organisieren. In diesem Sinne ist die in der Beschwerde
beantragte Rückweisung der Sache zur weiteren Abklärungen an die Vo-
rinstanz nicht angezeigt, zumal das SEM in seiner Verfügung vom 30. April
2021 die Beziehung des Beschwerdeführers zu seiner Partnerin wie auch
zum Kind seiner Partnerin (auch unter dem Aspekt des Kindswohls) in ge-
nügender Weise gewürdigt hat (S. 4 ebenda) und sich den Schreiben der
Rechtsvertreterin vom 30. April 2021 (SEM act. 32) bzw. 3. Mai 2021
(SEM act. 33) diesbezüglich keine wesentlichen neuen Erkenntnisse mehr
entnehmen liessen. Aus der angefochtenen Verfügung geht zudem in hin-
reichendem Mass hervor, von welchen Motiven sich die Vorinstanz bei ih-
rem Entscheid leiten liess, weshalb auch die Rüge einer Verletzung der
Begründungspflicht zurückzuweisen ist.
6.4 Schliesslich hat der Beschwerdeführer keine konkreten Hinweise für
die Annahme dargetan, Schweden würde ihm dauerhaft die ihm gemäss
Aufnahmerichtlinie zustehenden minimalen Lebensbedingungen vorent-
halten. Sein Gesundheitszustand – gemäss ärztlichem Kurzbericht vom
8. April 2021 wurde eine Skoliose und eine nicht näher bezeichnete Herz-
krankheit diagnostiziert (SEM act. 22); weiter leide er nach eigenen Aussa-
gen bei Stress unter Kopfschmerzen; manchmal sei er erschöpft und habe
einen Druck auf dem Herzen sowie Mühe, Luft zu bekommen (SEM
act. 13) – steht einer Überstellung nach Schweden nicht entgegen.
6.5 Nach dem Gesagten besteht kein Grund für eine Anwendung der Er-
messensklauseln von Art. 17 Dublin-III-VO. Somit bleibt Schweden der für
die Behandlung des Asylgesuchs des Beschwerdeführers zuständige Mit-
gliedstaat gemäss Dublin-III-VO. Schweden ist verpflichtet, das Asylverfah-
ren gemäss Art. 23, 24, 25 und 29 wieder aufzunehmen.
7.
Die Vorinstanz ist nach dem Gesagten zu Recht und – entgegen den be-
schwerdeweisen Ausführungen – ohne Ermessensfehler auf das Asylge-
such des Beschwerdeführers nicht eingetreten und hat seine Wegweisung
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verfügt (vgl. Art. 31a Abs. 1 Bst. b und Art. 44 AsylG). Die Beschwerde ist
folglich abzuweisen.
8.
8.1 Mit dem vorliegenden Urteil fällt der am 12. Mai 2021 angeordnete Voll-
zugsstopp dahin. Das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung
der Beschwerde ist gegenstandslos geworden.
8.2 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ist
abzuweisen, da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägun-
gen ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen sind. Die Verfahrenskosten
sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf
insgesamt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Feb-
ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-
tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
9.
Dieses Urteil ist endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
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