Decision ID: ee4fc862-a91d-559a-aff9-3b9043d5d40a
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Mit Verfügung vom
9.
März 2011 sprach die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
X._
ab dem
1.
März 2010 bei einem
Invali
ditätsgrad
von 100
%
eine ganze Invalidenrente zu (
Urk.
7/121-122). Im Jahr 2012 leitete die IV-Stelle ein Revisionsverfahren ein (
Urk.
7/129). Aufgrund der Abklärungsergebnisse hob sie die Rente nach Durchführung des
Vorbe
scheidverfahrens
(
Urk.
7/145-147,
Urk.
7/161-163,
Urk.
7/189) mit Verfü
gung vom
5.
November 2014 auf das Ende des der Zustellung folgenden
Mo
nats auf (
Urk.
7/190). Das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich hiess die von der Versicherten dagegen erhobene Beschwerde (
Urk.
7/193/3
13) mit dem Urteil
im Verfahren
IV.2014.01300 vom 2
2.
März 2016 teilweise gut und änderte die Verfügung vom
5.
November 2014 insoweit ab, als es feststellte, dass die bisherige ganze Invalidenrente mit Wirkung ab Mai 2013 auf eine
Dreiviertelsrente
herabgesetzt werde (
Urk.
7/196/15-16). Diese
s
Urteil
erwuchs unangefochten in Rechtskraft (vgl.
Urk.
7/197).
In der Folge verfügte die IV-Stelle am 2
5.
August 2016 rückwirkend ab
1.
Mai 2013 die Ausrichtung einer
Dreiviertelsrente
in
der
Höhe von monat
lich
Fr.
949.-- und mit Wirkung ab
1.
Januar 2015 im monatlichen Betrag von
Fr.
953.-- (
Urk.
2; vgl. auch
Urk.
7/199,
Urk.
7/202-203).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 2
8.
September 2016 Beschwerde mit dem Antrag, es sei die Verfügung vom 2
5.
August 2016 dahingehend zu ändern, dass die ganze Invalidenrente gemäss Verfügung vom
9.
März 2011 erst per
1.
Januar 2015 auf eine
Dreiviertelsrente
herab
gesetzt werde (
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom
2.
November 2016 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1
.1
Die Beschwerdeführerin macht in ihrer Beschwerdeschrift geltend, die IV
Stelle habe das Dispositiv des Urteils des Sozialversicherungsgerichts
im Verfahren
IV.2014.01300 vom 2
2.
März 2016 in Missachtung von
Art.
88
bis
Abs.
2 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) umgesetzt, wonach die Herabsetzung der Renten frühestens vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung folgenden Monats an erfolge. Nachdem die bisherige ganze Rente mit Verfügung vom
5.
November 2014 aufgehoben beziehungsweise gemäss dem Urteil des Sozialversicherungsgerichts IV.2014.01300 vom 2
2.
März 2016 auf eine
Dreiviertelsrente
herabgesetzt worden sei, wirke diese Änderung in Anwendung von
Art.
88
bis
Abs.
2 IVV frühestens ab
1.
Januar 201
5.
Insofern sei die angefochtene Verfügung abzu
ändern (
Urk.
1).
1
.2
Die IV-Stelle stellt sich in der Beschwerdeantwort demgegenüber auf den Standpunkt, in Dispositiv-Ziffer 1 des Urteils IV.2014.01300 vom 2
2.
März 2016 habe das Sozialversicherungsgericht festgestellt, dass die laufende Rente mit Wirkung ab Mai 2013 auf eine
Dreiviertelsrente
herabzusetzen sei. Das Dispositiv des unangefochten in Rechtskraft erwachsenen Urteils sei für sie verbindlich, weshalb die verfügte Rentenherabsetzung ab Mai 2013 rech
tens sei (
Urk.
6).
2
.
2
.1
Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfügung
Stellung
genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer
Sachurteilsvoraus
setzung
, wenn und insoweit keine Verfügung
ergangen
ist (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a). Eine Verfügung, die einen in Rechtskraft erwachse
nen Gerichtsentscheid umsetzt, kann nur soweit angefochten werden, als die gerügte Rechtswidrigkeit in der neuen Verfügung selbst begründet ist beziehungsweise gerügt wird, die Verfügung setze den rechts
kräftigen Gerichtsentscheid nicht korrekt um (Urteile des Bundesgerichts 9C_263/2016 vom 2
0.
Juni 2016, E. 3 und 6 sowie 9C_641/2010 vom
7.
September 2010, E. 3.1 mit Hinweisen).
W
enn der streitige Anspruch mit einem schon rechtskräftig beurteilten iden
tisch ist
, liegt eine abgeurteilte
Sache (
res
iudicata
)
vor
. Dies trifft zu, wenn der Anspruch dem Gericht aus demselben Rechtsgrund und gestützt auf den gleichen Sachverhalt abermals zur Beurteilung unter
breitet wird
. Durch die Anerkennung der materiellen Rechtskraft soll den Parteien verwehrt bleiben,
über den gleichen Streitgegenstand beliebig wieder ein neues ordentlichen Verfahren in Gang zu set
zen
. Auf ein derartiges nochmaliges Gesuch oder Rechtsmittel ist in der Folge mangels Rechtsschu
tzinteresses nicht einzutre
ten (Urteil des Bundesgerichts 9C_527/2016 vom 1
2.
Dezember 2016, E. 2.1 mit Hinweisen).
2
.2
Das Sozialversicherungsgericht hat den Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine
Dreiviertelsrente
ab Mai 2013 im Urteil IV.2014.01300 vom 2
2.
März 2016 rechtskräftig festgelegt. Insbesondere hat es in Dispositiv-Ziffer 1 ausdrücklich festgehalten, die bisherige ganze Invalidenrente werde mit Wirkung ab Mai 2013 auf eine
Dreiviertelsrente
herabgesetzt (
Urk.
7/196/16). Mit der
vorliegend
angefochtenen Verfügung vom 2
5.
August 2016 hat die IV-Stelle das Gerichtsurteil lediglich umgesetzt. An diesem Ergebnis ändert nichts, dass in der Verfügung unter dem Datum fälschlicherweise vermerkt wird, die Verfügung vom 2
5.
Oktober 2016 ersetze diejenige vom
9.
März 2011 (
Urk.
2 S. 1; vgl. auch
Urk.
1 S. 2). Ent
gegen der Ansicht der Beschwerdeführerin bestand für die IV-Stelle aufgrund des klaren Urteilsdispositivs kein Spielraum, die laufende ganze Rente auf einen späteren Zeitpunkt als den gerichtlich festgelegten
1.
Mai 2013 auf eine
Dreiviertelsrente
herabzusetzen. Es kann mithin keine Rede davon sein, die angefochtene Verfügung setze das rechtskräftige Urteil IV.2014.01300 vom 2
2.
März 2016 nicht korrekt um.
In dieser Hinsicht ist die Beschwerde abzuweisen
.
2.3
Den nach Ansicht der Beschwerdeführerin verfrühten Termin der
Renten
herab
setzung
ab Mai 2013 hätte sie innert Beschwerdefrist gegen das Urteil des Sozialversicherungsgerichts IV.2014.01300 vom 2
2.
März 2016 geltend machen müssen. Mit diesem unangefochten gebliebenen Urteil
hatte das Gericht in
masslicher
(Invaliditätsgrad) und zeitlicher Hinsicht über den Ver
lauf der damaligen ganzen Rente während des ab 2012 angehobenen
Revi
sions
verfahrens
bis zum
5.
November 2014 zu befinden, dem
Erlassda
tum
der angefochtenen Verfügung, welches rechtsprechungsgemäss die Grenze des für die gerichtliche Prüfung massgeblichen Beurteilungszeitraums bildet. Dies
bezüglich liegt eine rechtskräftig abgeurteilte Sache (
res
iudicata
) vor, und eine erneute Beschwerde ist ausgeschlossen. Soweit die Beschwer
deführerin im Ergebnis die erneute gerichtliche Überprüfung ihres Renten
anspruchs im Zeitraum von Mai 2013 bis zum
5.
November 2014 beantragt, ist deshalb auf die Beschwerde nicht einzutreten.
4.
Ausgangsgemäss gehen die Verfahrenskosten von
Fr. 4
00.-- zulasten der unterliegenden Beschwerdeführerin (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).
D
as
Gericht
erkennt:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen
, soweit darauf eingetreten wird
.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
4
00
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
AXA-ARAG Rechtsschutz AG
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.