Decision ID: 4dc5decd-cfff-45ae-a66a-6e087927c71a
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ J. B., ist Eigentümer der 4,6 ha und 2 ha grossen Grundstücke Nrn. xy und xy,
Grundbuch U., die er landwirtschaftlich nutzt.
a) Die Liegenschaft Nr. xy befindet sich nach dem Zonenplan der Gemeinde U. vom xy
im südlichen Bereich in der Wohn-Gewerbezone WG3, wo es mit einem älteren
Zweifamilienhaus, einer Scheune, einer Remise sowie einem neuen Zweifamilienhaus
überbaut ist. Die restlichen, ca. 3,9 ha liegen in der Landwirtschaftszone, wo eine
grosse neue Scheune steht. Im Süden grenzt das Grundstück an die Z.-Strasse
(Kantonsstrasse 2. Klasse). Bis auf einen Teil im Norden wird das Grundstück komplett
von der Bauzone umschlossen, die zum grössten Teil überbaut ist. Entlang der
östlichen Grundstücksgrenze fliesst auf der Nachbarparzelle Nr. 199 der
Ernetschwilerbach offen in einem kanalartigen Gerinne.
b) Das rund 2 ha grosse Grundstück Nr. xy liegt südlich des Dorfs gut 500 m (Luftlinie)
von der Liegenschaft Nr. xy entfernt in der Landwirtschaftszone nordwestlich des
Unterwerks der A. AG zwischen dem Ernetschwilerbach und der M.-strasse
(Gemeindestrasse 3. Klasse). Das Grundstück ist, von zwei Hochspannungsmasten
abgesehen, unbebaut.
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B./ Am 30. September 2008 genehmigte das Baudepartement das Projekt "Ausbau
Ernetschwilerbach" mit einem Kostenvoranschlag von Fr. 6'626'000.--, wobei die
Regierung einem Kantonsbeitrag von Fr. 1'814'895.-- zustimmte. Mit dem Ausbau soll
der Hochwasserschutz gewährleistet und die ökologische Situation des Gewässers
verbessert und gleichzeitig entlang des Bachs der Erlebnis- und Naherholungsraum
aufgewertet werden. Der Ausbau ist in drei Etappen geplant. Ziel ist es, den Bach
wieder ins Gelände einzubetten. Heute befindet sich die Sohlenlage stellenweise über
dem umliegenden Terrain. Mit der Sanierung werden auf weiten Strecken keine Dämme
mehr benötigt und die Böschungen werden wieder fliessend ins umliegende Terrain
übergehen. Dabei soll der Bach insbesondere im Bereich der zweiten Bauetappe, das
heisst im oberen Teil des Projekts, gegenüber dem heutigen Längsprofil deutlich
abgesenkt werden. Die teils hohen, steilen Abstürze sollen neu durch eine Reihe von
Pendelrampen bewältigt werden. Dies wird zur Folge haben, dass sich bei
Niederwasser ein pendelnder Abfluss einstellen wird, wodurch das effektive Gefälle
entlang des Fliesswegs zusätzlich reduziert wird. Die dadurch verlangsamte Strömung
sowie Nischen und Stillwasser werden es auch schwimmschwachen Fischen und
anderen Wassertieren ermöglichen, im Bachlauf aufzusteigen.
Infolge der Sohlenabsenkung entfällt der Wasserbezugspunkt für das ökologisch
ohnehin wenig bedeutsame Sägebächli, dem seit der Aufhebung der Sägerei keine
wirtschaftliche Bedeutung mehr zukommt. Es soll deshalb im Rahmen des
Ausbauprojekts aufgehoben werden.
a) Das Grundstück Nr. xy ist von der zweiten, nördlichsten Etappe betroffen. Hier sind
auf einer Länge von 90 m eine Gewässersohlenbreite von 10 m bis 14 m und ein
Gewässerraum bis zu 32 m vorgesehen. Die landseitigen Böschungen sollen eine
Neigung von 1:10 aufweisen, damit die Flachdämme maschinell bewirtschaftbar
bleiben. Entlang des Bachs ist ein öffentlicher Fussweg geplant, der im nördlichen Teil
auch als Bewirtschaftungsweg dienen soll. Dafür werden vom Grundstück Nr. xy
1'631 m erworben und 332 m im Rahmen der Terrainanpassungen dauernd
beansprucht. Diese Fläche kann weiterhin bewirtschaftet werden. Für die Bauarbeiten
werden vorübergehend 2'214 m beansprucht.
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b) Das Grundstück Nr. xy ist bei der dritten, südlichsten Bauetappe involviert. Hier
sollen der Ernetschwilerbach neu in einer geschwungenen Linie geführt, der
Gewässerraum erweitert und luftseitig bewirtschaftbare Flachdämme erstellt werden.
Auch in diesem Bereich soll parallel zum Gewässer ein Fussweg entstehen. Dafür
sollen vom betroffenen Grundstück 2'794 m Land erworben, 5'463 m dauernd und
2'386 m vorübergehend beansprucht werden.
c) In einer vierten Etappe soll die SBB-Brücke mit einem separaten Projekt innert ein
bis zwei Jahren nach Abschluss des vorliegenden Projekts zur Sicherstellung des
Hochwasserschutzes ersetzt werden.
d) Der Ausbau des Ernetschwilerbaches wird zu einem grossen Teil durch den Bund
und den Kanton subventioniert. Bei den Infrastrukturanlagen übernehmen in der Regel
die Eigentümer die Kosten für Verlegungen und Erneuerungen. Die verbleibenden
Kosten werden zwischen der Gemeinde Uznach und der SBB als Eigentümerin der
Bachparzelle aufgeteilt, wobei die letztere den grösseren Teil übernimmt.
C./ a) Der Gemeinderat Uznach legte das Projekt vom 18. November bis 17. Dezember
2008 gleichzeitig mit dem Gewässerabstandslinienplan Ernetschwilerbach, der
Aufhebung des Sägebächlis, den Teilstrassenplänen Ernetschwilerbachweg,
Ernetschwilerbachstrasse, T.-weg und M.-strasse sowie dem Gesuch um Erteilung
einer Rodungsbewilligung und dem Unterhaltsperimeter Ernetschwilerbach öffentlich
auf.
b) Am 17. Dezember 2008 erhob J. B. mit der Eingabe seines Rechtsvertreters beim
Baudepartement Einsprache, wobei er beantragte, auf den Ausbau des
Ernetschwilerbaches sei zu verzichten bzw. dieser sei so zu gestalten, dass seine
beiden Grundstücke davon nicht betroffen würden.
c) Das Baudepartement führte am 12. März 2009 einen Augenschein samt
Einigungsverhandlung durch. In der Folge wurden während fast eines Jahres mit dem
Einsprecher, der N. AG bzw. der A. AG Landerwerbsverhandlungen geführt und
Realersatz für die zu erwerbenden Flächen gesucht. Nachdem klar war, dass eine
allseitige Lösung nicht gefunden werden konnte, nahm das Baudepartement das
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Einspracheverfahren wieder auf und entschied am 12. Juli 2010 in der Angelegenheit,
indem es die Einsprache abwies, soweit es darauf eintrat. Dabei erwog das
Departement, dass das Projekt aufgrund der vorherrschenden
Hochwasserschutzdefizite nötig sei und dass mit dem vorliegenden, zeitgenössischen
Hochwasserschutzprojekt die erforderlichen ökologischen Anforderungen bestmöglich
erfüllt werden könnten. Die geplanten Massnahmen seien demnach geeignet und
erforderlich. Das Interesse des Einsprechers am vollständigen Erhalt seines
Landwirtschaftslands werde von den öffentlichen Interessen am Hochwasserschutz
überwogen.
D./ a) Gegen diesen Entscheid liess der Einsprecher am 29. Juli 2010 beim
Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen mit folgenden Anträgen Beschwerde
erheben:
b) Zur Begründung macht der Beschwerdeführer unter anderem geltend, er leite einen
Milchwirtschaftsbetrieb mit insgesamt 18,8 ha Nutzfläche. Diese Flächen lägen über
das ganze Dorf verstreut. Da er seinen Tieren genügend Auslauf bieten müsse, sei er
darauf angewiesen, dass das Land unmittelbar beim Hof ungeschmälert erhalten
bleibe. Ein adäquater Ersatz sei ihm nicht angeboten worden. Bei allem Verständnis für
die Anliegen des Gewässerausbauprojekts sei er deshalb nicht bereit, unnötige
Eingriffe in sein existenzielles Eigentum zu dulden. Insbesondere wehre er sich
dagegen, dass angebliche Defizite im Bereich des Hochwasserschutzes nun auf dem
Buckel der Landwirtschaft korrigiert würden. Der Umstand, dass der Bach nur gerade
"1. Es sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und auf den Ausbau des
Ernetschwilerbaches zu verzichten;
–
2. Eventualiter sei die Sache zur Überarbeitung und Neubeurteilung an die
Beschwerdegegnerin mit der Auflage zurückzuweisen, den Ausbau des
Ernetschwilerbaches so zu gestalten, dass das Grundstück Nr. xy nicht tangiert
werde;
–
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge."–
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dort ausgebaut werde, wo es ohne Rückbauten möglich sei, zeuge von einer gewissen
Konzeptlosigkeit und sei nicht sachgemäss. Zudem sei das Projekt einseitig auf
ökologische Aspekte ausgerichtet, wogegen die Interessen der Landwirtschaft
ungewürdigt blieben. Die ökologische Vernetzung lasse sich mit anderen, weniger
einschneidenden Mitteln erreichen. Insbesondere auf die Bachausweitung könne
verzichtet werden. Auch die Erstellung eines Bewirtschaftungswegs sei unnötig. Seine
Landwirtschaftsparzelle brauche keinen Schutz vor einem hundertjährigen Hochwasser
HQ . Der Ernetschwilerbach bleibe auch weiterhin eingedohlt, von einer
Wiederherstellung des natürlichen Bachlaufs könne deshalb von vornherein keine Rede
sein. Der angefochtene Entscheid sei somit unverhältnismässig und willkürlich.
Schliesslich überzeuge auch die Aufhebung des Sägebächleins nicht.
c) Mit Eingabe vom 29. Juli 2010 präzisiert der Beschwerdeführer seine Anträge
insofern, als der angefochtene Entscheid aufzuheben und auf den ökologischen
Ausbau des Ernetschwilerbaches zu verzichten bzw. dass die Ökologisierung so zu
gestalten sei, dass das Grundstück Nr. xy nicht tangiert werde. Soweit die
Bauchausweitung ökologisch begründet sei, würde sich der Eingriff in sein
Grundeigentum als unverhältnismässig erweisen. Solche Massnahmen könnten gerade
so gut an einem anderen Ort realisiert werden bzw. man könne ganz darauf verzichten,
zumal im bereits überbauten Gebiet ebenfalls keine Renaturierungen vorgenommen
würden.
E./ Das Baudepartement beantragt mit Vernehmlassung vom 1. Oktober 2010, die
Beschwerde abzuweisen. Es macht geltend, dass bei einem zeitgemässen
Hochwasserschutz auch die ökologischen Aspekte in die Projektierung miteinbezogen
werden müssten. Der für das Gewässer nötige Platz könne nur dort genommen
werden, wo er noch vorhanden sei. Dies sei im Bereich der ersten und zweiten
Bauetappe nur noch auf den Grundstücken Nrn. xy und 1134 möglich. Letztere
Parzelle liege in der Bauzone. Mithin werde nicht nur einseitig Landwirtschaftsland für
Bachverbreiterungen herangezogen. Dazu komme, dass das Schutzziel nicht auf der
gesamten Flusslänge, die verbreitert werden solle, gleich hoch sei. Die Parzelle Nr. xy
befinde sich im Dorfbereich bzw. unmittelbar oberhalb eines dicht besiedelten Raums.
Dementsprechend müsse hier der Hochwasserschutz höher ausfallen als in der freien
Ebene.
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F./ Auf die weiteren von den Verfahrensbeteiligten vorgebrachten Ausführungen wird,

soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP).
1.1. Der Beschwerdeführer ist als betroffener Grundeigentümer zur Ergreifung des
Rechtsmittels berechtigt (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die
Beschwerdeeingaben entsprechen zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen
Voraussetzungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1
und Abs. 2 VRP).
1.2. Der Beschwerdeführer macht geltend, ihm sei für die geplante Bachaufweitung
kein angemessener Realersatz angeboten worden, was anhand einer Besichtigung an
Ort und Stelle festzustellen sei.
Gegenstand dieses Verfahrens ist ausschliesslich das Ausbauprojekt selbst, soweit das
Baudepartement darüber entschieden hat. Über Begehren um Entschädigung und
Realersatz entscheidet die Schätzungskommission in einem separaten Verfahren
(Art. 34 des Enteignungsgesetzes, sGS 735.1). Soweit der Beschwerdeführer also
geltend macht, die vom Gewässerbauprojekt beanspruchten Tierauslaufflächen
könnten mit den 3 km entfernt liegenden Landwirtschaftsflächen nicht kompensiert
werden, kann die Beschwerde nicht an die Hand genommen werden, weshalb dafür
auch kein Augenschein durchgeführt werden muss. Rügen gegen den
Bewirtschaftungsweg, welcher der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden soll, ist
im entsprechenden Teilstrassenplanverfahren geltend zu machen.
1.3. Der Beschwerdeführer verlangt sodann, dass ihm die Unterhaltsarbeiten am Bach
übertragen werden. Für diese Arbeiten sind nach Art. 11 Abs. 1 des
Wasserbaugesetzes (sGS 734.1, abgekürzt WBG) die Wasserbaupflichtigen zuständig,
das heisst je nachdem der Kanton, die politischen Gemeinden, die betroffenen
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Grundeigentümer oder öffentlich-rechtliche Unternehmen (Art. 7 WBG). Die
Unterhaltsregelung ist ebenfalls nicht Gegenstand des vorliegenden Auflageprojekts.
Gemäss technischem Bericht ist vorgesehen, dass dafür ein Perimeterunternehmen
zuständig sein wird, das auch die Geschiebesammler leeren wird. Nach einer
zweijährigen Aufwuchsphase, während der die Pflege noch über das Projekt finanziert
wird, sollen Bewirtschaftsverträge mit Landwirten getroffen werden. Wer dafür
berücksichtigt werden soll, ist nicht im vorliegenden Verfahren zu überprüfen.
1.4. Auf die Beschwerde ist im Sinn der Erwägungen einzutreten.
2. In Bezug auf das anzuwendende Recht ist festzuhalten, dass das geltende
Wasserbaugesetz vom 17. Mai 2009 seit 1. Januar 2010 in Kraft ist. Nach der
Übergangsbestimmung Art. 71 WBG schliesst die nach bisherigem Recht zuständige
Behörde oder Stelle hängige Verfahren nach bisherigem Recht ab. Das vorliegende
Verfahren ist seit 18. November 2008 anhängig. Damit gelangt vorliegend noch das
Wasserbaugesetz vom 23. März 1969 (nGS 18-58; abgekürzt aWBG) zur Anwendung.
3. Nach Art. 35 aWBG ist für den Gewässerausbau der Unterhaltspflichtige bzw. der
Kanton zuständig (VerwGE B 146/1997 vom 7. Mai 1998 i.S. F. AG E. 3c). Das
zuständige Departement bzw. das Baudepartement genehmigt das entsprechende
Projekt (Art. 36 aWBG). Dieses wird sodann unter Eröffnung einer Einsprachefrist von
dreissig Tagen öffentlich aufgelegt. Die Einsprachen können die Notwendigkeit und die
Art der Ausführung zum Gegenstand haben. Über die Einsprache entscheidet
wiederum das zuständige Departement bzw. das Baudepartement (Art. 37 aWBG).
3.1. Der Beschwerdeführer rügt in formeller Hinsicht, das Projekt sei nicht korrekt
aufgelegen, weil die Unterlagen nur während zweier Tage für wenige Stunden zur
Einsicht zur Verfügung gestanden hätten und weil von den Unterlagen keine Kopien
hätten angefertigt werden dürfen.
3.2. Zur Einsicht ist jedermann ohne Nachweis eines Interesses berechtigt. Die Auflage
gewährleistet, dass Dritte von ihrem Einspracherecht Gebrauch machen können (B.
Heer, St. Gallisches Bau- und Planungsrecht, Bern 2003, Rz. 890). Das Einsichtsrecht
als Teil des rechtlichen Gehörs nach Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung (SR 101)
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erstreckt sich auf alle Akten, die geeignet sind, Grundlage für die spätere Entscheidung
zu bilden, d.h. entscheidrelevant sind oder sein könnten. Davon ausgeschlossen sind
verwaltungsinterne Akten. Als solche gelten Unterlagen, denen für die Behandlung
eines Falls kein Beweischarakter zukommt, welche vielmehr ausschliesslich der
verwaltungsinternen Meinungsbildung dienen und somit für den verwaltungsinternen
Gebrauch bestimmt sind (z.B. Entwürfe, Anträge, Notizen, Mitberichte, Hilfsbelege,
Referate; BGE 1C_502/2009 vom 16. März 2010 E. 2.2).
3.3. Betroffene und ihre Vertreter haben Anspruch auf unmittelbare Einsicht. Dies
bedeutet, dass die Akten am Sitz der Behörde eingesehen werden und dass Notizen
und Fotokopien von sämtlichen Unterlagen und Plänen erstellt werden dürfen. Das
Einsichtsrecht kann nur beschränkt werden, wenn wichtige öffentliche oder
schutzwürdige Interessen entgegenstehen. In diesem Fall ist dies in den Akten mit
einer kurzen Begründung entsprechend zu vermerken (Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 1128 ff.).
Regelmässig falsch ist der Einwand, Baupläne seien urheberrechtlich geschützt und
dürften deshalb nicht kopiert werden.
3.4. Vorliegend ist das Projekt samt Unterlagen und Plänen während 30 Tagen
öffentlich aufgelegen. An der korrekten Auflage ändert nichts, dass sich die
Interessierten für die Einsicht bei der Gemeinderatskanzlei melden mussten und dass
sich die Einsicht auf die normalen Bürozeiten beschränkt hat. Bei den angesprochenen
zwei Zeitfenstern handelte es sich um ein freiwilliges Zusatzangebot für die
Bevölkerung, das Projekt ohne vorherige Anmeldung einzusehen und den anwesenden
Fachleuten Fragen zum Bauvorhaben zu stellen. Sofern dem Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers untersagt wurde, von den aufgelegten Unterlagen Kopien zu
erstellen, liegt diesbezüglich eine Verletzung des rechtlichen Gehörs vor. Ihm wurde
aber auf seine Aufforderung hin nochmals Einsicht gewährt, womit er eigenen
Ausführungen zu Folge die ursprünglich erhobene Einsprache nachträglich begründen
konnte. Insofern wurde die Gehörsverletzung rechtzeitig geheilt. Damit liegt keine
Rechtsverletzung vor, weshalb die öffentliche Auflage entgegen dem Antrag des
Beschwerdeführers nicht noch einmal wiederholt werden muss.
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4. Der Beschwerdeführer rügt eine falsche Sachverhaltsfeststellung. Die Vorinstanz
räumt ein, dass sie im angefochtenen Entscheid die Flächen der betroffenen
Grundstücke falsch angegeben bzw. sich dabei um den Faktor zehn geirrt hat. Der
gleiche Fehler ist ihr aber auch in Bezug auf die von den Bachverbreiterungen
betroffenen Flächen passiert, womit das errechnete Zahlenverhältnis gleichwohl
stimmt. Dazu kommt, dass das Baudepartement vorgängig einen Augenschein
durchgeführt hat und damit die tatsächlichen Begebenheiten und die
Grössenverhältnisse zwischen den betroffenen Grundstücken und den für das Projekt
benötigten Flächen genau kannte. Mithin handelt es sich bei den zu Recht gerügten
Flächenangaben um offensichtliche Verschriebe, die keinen Einfluss auf die korrekte
Feststellung des Sachverhalts bzw. die daraus gezogenen Schlüsse hatten. Eine
Rechtsverletzung liegt folglich trotz falsch angegebener Flächen nicht vor.
5. Der Beschwerdeführer bestreitet die Notwendigkeit des Projekts. Hauptsächlich
stört er sich an der Bachausweitung, soweit diese ökologisch begründet ist.
5.1.Der Hochwasserschutz ist Aufgabe der Kantone (Art. 2 des Bundesgesetzes über
den Wasserbau, SR 721.100, abgekürzt eidg. WBG). Dementsprechend bestimmt
Art. 2 aWBG, dass Gewässer so zu unterhalten oder auszubauen sind, dass das
Wasser ungehindert abfliessen und eine Gefährdung von Bauwerken und genutztem
Boden vermieden werden kann. Nebst einem hinreichenden Abfluss soll der Ausbau
die Sohle und Ufer sichern sowie einer geregelten Geschiebeführung und dem Schutz
der Umgebung vor Überflutung dienen. Dazu gehören alle über den Unterhalt
hinausgehenden Arbeiten mit Einschluss der Entwässerung von Rutschgebieten sowie
der Aufforstung und Neubepflanzung von Hängen und Böschungen (Art. 34 Abs. 1 und
2 aWBG).
5.2. Die Naturgefahrenanalyse aus dem Jahr 1999 zeigt für den Ernetschwilerbach im
Bereich des Siedlungsgebiets von Uznach erhebliche Hochwasserschutzdefizite auf.
5.2.1. Nach der Gefahrenkarte liegen die Gebiete westlich und vor allem östlich entlang
des Ernetschwilerbaches grossmehrheitlich im Bereich der mittleren Gefährdung,
nördlich der SBB-Linie ist ein grosses Gebiet sogar erheblich gefährdet. Die Kapazität
der Bachschale aus dem Jahr 1858, die damals im Zusammenhang mit der neuen
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Bahnlinie gebaut wurde, kann lediglich ein Hochwasserereignis mit einer Jährlichkeit
von HQ aufnehmen, während für Siedlungsgebiete eine solche von HQ bis HQ
zu verwenden ist (Bundesamt für Wasser und Geologie [abgekürzt BWG, heute
Bundesamt für Umwelt, abgekürzt BAFU], Hochwasserschutz an Fliessgewässern,
Wegleitungen des BWG, Bern 2001, S. 44). Für landwirtschaftliche Intensivflächen gilt
regelmässig ein Hochwasserschutz von HQ während für Einzelgebäude, lokale
Infrastrukturanlagen und solche von nationaler Bedeutung ein 50-jähriger Schutz HQ
gilt (BWG, a.a.O., S. 17). Dieser differenzierte Hochwasserschutz ist grundsätzlich
anerkannt und entspricht dem in der Schweiz vielerorts angewendeten Standard (BGE
1A.157/2006 vom 9. Februar 2007 E. 3.5, BGE 1C_148/2008 vom 11. Dezember 2008
E. 4.5.1).
5.2.2. Die Liegenschaft Nr. xy wird mehrheitlich landwirtschaftlich genutzt, sie liegt aber
im Dorfgebiet bzw. im südlichen Bereich sogar in der Bauzone, wo es mit mehreren
Ökonomiegebäuden und Wohnhäusern überbaut ist. Zudem ist der Raum unmittelbar
östlich und vor allem südlich in Fliessrichtung dicht besiedelt. Es liegt damit auf der
Hand, dass der Ernetschwilerbach auch entlang der Parzelle Nr. xy auf ein HQ
auszulegen ist, wenn dem überbauten Teil des Grundstücks und dem direkt neben und
unterhalb liegenden Siedlungsgebiet der erforderliche Hochwasserschutz zukommen
soll.
5.2.3. Das zweite Grundstück Nr. xy befindet sich in der Linthebene, und zwar
vollständig in der Landwirtschaftszone. Unmittelbar angrenzend steht aber das
Unterwerk der A. AG. Dieses Werk ist der zentrale Netzknotenpunkt für den Raum
Oberer Zürichsee, die March und den Kanton Glarus. Weiter stellt es die Versorgung für
weite Teilgebiete in den Kantonen St. Gallen und Zürich sicher. Durch seine
geographische Lage, umgeben von Linthkanal, Steinenbach und Ernetschwilerbach, ist
es ebenfalls hochwassergefährdet. Der gegenwärtige Schutz ist ungenügend. Laut
Medienmitteilung der A. AG vom 14. Juli 2010 (www.xy.ch) muss das Werk deshalb
namentlich hinsichtlich eines Hochwassers des Steinenbachs, der nach Abschluss der
Linthsanierung die grösste Gefahr darstellt, gesichert werden. Zu den Massnahmen
zählen der Neubau zweier Relaisstationen als Ersatz der sieben alten Anlagen sowie die
Erneuerung der Sekundärtechnik- und Eigenbedarfsanlagen. Der Einbau der neuen
Anlageteile erfolgt über der kritischen Hochwassermarke. Vor diesem Hintergrund
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rechtfertigt es sich, den Hochwasserschutz im Rahmen der dritten Bauetappe auf ein
HQ auszurichten, auch wenn die angrenzenden Grundstücke mehrheitlich nur
landwirtschaftlich genutzt werden und die erhebliche Gefährdung des Unterwerks nicht
einzig und in erster Linie mit dem vorliegenden Projekt beseitigt werden kann. Soweit
die Bachausweitung ökologisch begründet ist, wird nachfolgend darauf einzugehen
sein.
5.2.4. Der Beschwerdeführer bestreitet sodann zu Recht nicht, dass der
Ernetschwilerbach in den vergangenen Jahrzehnten viermal über die Ufer getreten ist
und dabei die Gebiete Steg, Letzi und Bahnhof bzw. das Gelände der A. AG zum Teil
massiv überschwemmt hat. Grund der Ausbrüche waren unter anderem verkeiltes
Schwemmholz und Geschiebe. Gemäss technischem Bericht der Niederer + Pozzi
Umwelt AG vom 29. August 2008 ist das heutige Gerinne aber bereits bei einem 30-
jährigen Hochwasserabfluss auf der ganzen Länge überlastet, womit es zu
grossflächigen Überflutungen des Siedlungsgebiets kommen wird. Die Notwendigkeit
des Projekts als Ganzes ist daher im Grundsatz ausgewiesen, womit der Ausbau
gleichzeitig im öffentlichen Interesse liegt.
5.3.Der Beschwerdeführer behauptet weiter, es wäre ohne weiteres möglich, seine
Grundstücke vom Projekt auszunehmen und stattdessen andere Massnahmen zu
treffen, um das betroffene Gebiet vor Hochwasser zu schützen. In ökologischer
Hinsicht reiche es aus, die beiden Bachborde adäquat zu bepflanzen. Statt einen
Bewirtschaftungsweg zu erstellen, könne ihm die Aufgabe übertragen werden, das
Bachbett und die Ufer zu unterhalten. Es sei widersprüchlich, zur Sicherstellung der
Biodiversität den Ernetschwilerbach auszubauen und gleichzeitig den Sägebach
aufzulösen, der ebenfalls Bestandteil der ökologischen Vernetzung sei. Beim Einsatz
von über sechs Millionen Franken seien wohl auch solche technische Probleme lösbar.
Aus hydrologischer Sicht sei die Bachausweitung sogar nutzlos und schädlich. Wenn
schon müsste der Bach auf der ganzen Länge, also auch im bereits überbauten Gebiet
gleichermassen ausgebaut werden. Der technische Bericht zeige auf, dass der
Ernetschwilerbach in der Vergangenheit vor allem wegen Stauungen durch Geschiebe
und Schwemmholz übergelaufen sei. Folglich seien in erster Linie im oberen Bereich
Geschiebe- und Schwemmholzsperren zu errichten. Die angestrebte Fischanreicherung
sei wegen der Steigung trotz eingebauter Pendelrampe illusorisch. Die Annahme, dass
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für Fische genügend Wasser vorhanden sei, müsse von einem Experten abgeklärt
werden. Eine Verbesserung der Lebensräume für Tiere und Pflanzen sei - wenn schon -
auf den Bereich weiter nördlich sowie südlich der SBB-Linie zu beschränken. Dort
würde es mehr Sinn machen. Gleichzeitig könnten erhebliche Kosten eingespart
werden.
5.3.1. Nach Art. 4 Abs. 2 eidg. WBG muss bei Eingriffen in das Gewässer dessen
natürlicher Verlauf möglichst beibehalten oder wiederhergestellt werden. Gewässer und
Ufer sind unter anderem so zu gestalten, dass sie einer vielfältigen Tier- und
Pflanzenwelt als Lebensraum dienen können und eine standortgerechte Ufervegetation
gedeihen kann. Nach Art. 37 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Schutz der
Gewässer (SR 814.20, abgekürzt GSchG) ist die Verbauung oder Korrektur von
Fliessgewässern nur unter bestimmten Voraussetzungen zulässig, zum Beispiel zum
Schutz vor Überschwemmungen. Dabei sind Lebensräume für Tiere und Pflanzen
sicherzustellen und Voraussetzungen für eine standortgerechte Ufervegetation zu
schaffen (Art. 37 Abs. 2 lit. a und c GschG). Das Gemeinwesen muss diese Anliegen
insbesondere bei der Renaturierung eins Gewässers berücksichtigen.
5.3.2. Nachdem klar ist, dass der verbaute Ernetschwilerbach hinsichtlich des
Hochwasserschutzes saniert werden muss, ist festzulegen, wie der Ausbau
vorgenommen werden soll (Heer, a.a.O., Rz. 761). Dabei ist zu beachten, dass der
zuständigen Verwaltungsbehörde insbesondere bei der Interessenabwägung im
Zusammenhang mit den raumplanungs- und strassenrechtlichen Grundsätzen ein
erheblicher Ermessenspielraum zusteht. Diesen Ermessenspielraum hat das
Verwaltungsgericht, das nach Art. 61 Abs. 1 VRP nur zur Rechtskontrolle befugt ist,
auch bezüglich Wasserbauprojekten zu respektieren (VerwGE B 2008/30 vom
14. Oktober 2008 in Sachen T. AG E. 4.3.). Eine Ermessenskontrolle gegenüber der
Vorinstanz steht ihm nicht zu. Es darf den angefochtenen Entscheid deshalb nur
ändern, wenn damit Rechtsnormen und -grundsätze verletzt werden. Soweit es um die
Ausübung pflichtgemässen Ermessens geht, ist ihm dagegen die Korrektur verwehrt.
Im Streitfall bedeutet dies, dass das Verwaltungsgericht einen sachlich haltbaren und
zweckmässigen Entscheid der Vorinstanz selbst dann nicht ändert, wenn es eine
andere Lösung als ebenso zweckmässig erachtet oder sogar bevorzugen würde.
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5.3.3. Die Grundsätze, an welchen sich eine Gewässersanierung zu orientieren hat,
sind im Bundesrecht enthalten, unter anderem in den bereits erwähnten Art. 2 und
Art. 34 eidg. WBG sowie Art. 37 und Art. 38 GschG. Diese Anforderungen sind generell
zu erfüllen, unabhängig davon, wo das Gewässer durchfliesst. Dabei ist es nicht
entscheidend, ob es sich um ein ökologisch wertvolles Gebiet handelt oder ob die
Umgebung unter diesem Gesichtspunkt unattraktiv ist bzw. dass dafür nur noch
wenige Stellen in Frage kommen, weil die meisten Flächen bereits verbaut sind (Heer,
a.a.O., Rz. 762). Immerhin können in überbauten Gebieten Ausnahmen bewilligt
werden (Art. 4 Abs. 3 eidg. WBG, Art. 37 Abs. 3 GeschG), wobei als überbaute Gebiete
nur tatsächlich überbaute Flächen gelten (P. Hänni, Planungs-, Bau- und besonderes
Umweltschutzrecht, 5. Auflage, Bern 2008, S. 446 f., mit Hinweisen).
5.3.4. Der Umstand, dass neben den Gesichtspunkten des Hochwasserschutzes von
Bundesrechts wegen auch die ökologischen Aspekte in die Projektierung
miteinzubeziehen sind, ergibt sich auch aus Art. 18 des Natur- und
Heimatschutzgesetzes (SR 451), Art. 7 des Fischereigesetzes (SR 923.0) oder Art. 6
des kantonalen Fischereigesetzes (sGS 851.1). Nebst Fischen werden damit sämtliche
Wassertiere geschützt. Es spielt daher keine Rolle, dass dem Ernetschwilerbach im
Siedlungsbereich nur eine untergeordnete Bedeutung als Fischgewässer zukommt.
Immerhin können aber selbst hier Bachforellen und Groppen gesichtet werden, die laut
technischem Bericht vermutungsweise von oben eingeschwemmt werden. Damit
macht es auf der Höhe der Parzelle Nr. xy ebenfalls Sinn, den Lebensraum für allfällige
Wassertiere wie Fische, aber insbesondere auch für Krebse, Fischnährtiere und andere
im Wasser lebende Kleintiere auszubauen und den entsprechenden Lebensraum selbst
mitten im Siedlungsraum zu verbessern. Auf die beantragte Expertise zur Frage, ob im
Bereich des Grundstücks Nr. xy überhaupt zu jeder Zeit genügend Wasser für eine
Fischpopulation vorhanden sei, kann somit verzichtet werden.
5.3.5. Aus dem Gesagten folgt, dass auf Renaturierungsmöglichkeiten nicht deshalb
verzichtet werden kann, weil dafür nur noch wenige Möglichkeiten vorhanden sind.
Dies gilt selbst für den geschlossenen Siedlungsraum. Das vorliegende Projekt sieht
daher zu Recht vor, den Bach überall dort aufzuweiten, wo es die Platzverhältnisse
noch erlauben. Vorliegend kommen dafür in der ersten und zweiten Bauetappe die
beiden einzigen noch nicht vollständig überbauten Grundstücke Nrn. xy und xy in
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Frage. Der vorgeschlagene Alternativstandort beim Grundstück Nr. xy im Bereich der
dritten Bauetappe fällt ausser Betracht, weil dort die Bachstrecke dafür zu flach ist und
sich in der Linthebene wegen des Längsgefälles von lediglich 0,4 Prozent Feinstoffe
ablagern würden. Das Grundstück Nr. xy liegt in der Bauzone W2 und WG2. Die
mögliche Aufweitung, soweit sie wegen bestehenden Werkleitungen überhaupt noch in
Frage kommt, wurde mit der zwischenzeitlichen Zonenplanänderung vom 6. Oktober
2009 sichergestellt, indem die beanspruchten Flächen der Grünzone zugeteilt wurden.
Das Grundstück Nr. xy liegt im betroffenen Bereich ausserhalb der Bauzone, weshalb
zur Sicherung der Bachverbreiterung keine planerischen Massnahmen nötig waren. Der
Raumbedarf ist im Rahmen des Bauprojekts festzulegen.
5.4. Art. 20 lit. a der Verordnung über den Wasserbau (SR 721.100.1, abgekürzt WBV)
bestimmt, dass das Bundesamt Richtlinien über die Anforderungen an den
Hochwasserschutz, die Massnahmen des Hochwasserschutzes und die
Renaturierungen von Gewässern erlässt. Nach Art. 21 WBV bezeichnet der Kanton die
Gefahrengebiete und den Raumbedarf der Gewässer.
5.4.1. Die massgebenden Grundsätze für den Ausbau von Fliessgewässern sind im
Leitbild des Bundesamtes für Umwelt, Wald und Landschaft (abgekürzt BUWAL, heute
BAFU) und des BWG, Bern 2003 sowie in der bereits zitierten Wegleitung des BWG
festgehalten. Demnach umfasst der minimale Raumbedarf von Fliessgewässern die
Gerinnesohle und den Uferbereich. Aus Sicht des Hochwasserschutzes wird unter
Berücksichtigung einer Böschung mit einer Neigung von 1:2 und einem
Unterhaltsstreifen von 3 m, der die Zugänglichkeit sichert, der minimale Raum
abgeschätzt. Der aus Sicht der Ökologie notwendige minimale Raumbedarf bzw. die
Breite des Uferbereichs wird anhand der so genannten Schlüsselkurve berechnet.
Massgebend ist sodann der grössere der beiden ermittelten Gewässerräume. In der
Nähe von Siedlungen und auf traditionellen Wander- und Velorouten kommt ein
pauschaler Raumzuschlag dazu. In wenig genutzten Gebieten kann der Uferbereich
zusätzlich durch das Pendelband des mäandrierenden Gewässers überlagert und
entsprechend verbreitert werden (BWG, a.a.O., S. 18 f.).
5.4.2. Das vorliegende Projekt ist aufgrund dieser anerkannten Methoden ausgearbeitet
worden. Zudem entspricht das Schutzziel, das ihm zugrunde liegt, dem heutigen
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Wissen im Wasserbau. Das Tiefbauamt des Kantons St. Gallen hat den Raumbedarf
des Ernetschwilerbaches am 1. April 2009 ebenfalls anhand der massgeblichen
Schlüsselkurve überprüft, wobei es mit Blick auf die natürliche Gerinnesohlenbreite im
Bereich der Parzelle Nr. xy von rund 7,7 m ebenfalls zum Schluss gekommen ist, dass
eine minimale Uferbereichsbreite von 9 m bis 10 m nötig ist, was einen minimalen
Raumbedarf des Gewässers von 26 m bis 28 m ergibt. Um auch die Breite zur
Sicherstellung der Biodiversität sicherzustellen, ist daher eine zusätzliche
Uferbereichsbreite von jeweils 15 m nötig, was eine Gesamtbreite von 37 m bis 38 m
zur Folge hat. Konkret beträgt die geplante Bachaufweitung in der vorgesehenen Länge
von 90 m ohne Bewirtschaftungsweg maximal 26 m bis 31 m. Sie wurde mit dem
Grundeigentümer vorbesprochen und soweit möglich bachaufwärts in den Bereich des
abfallenderen Geländes geschoben, damit der untere flache Teil weiterhin
landwirtschaftlich bewirtschaftbar bleibt. Die vorgesehene Bachverbreiterung ist damit
ausgewiesen und sachgerecht. Daran ändern auch die ohnehin geplanten, zusätzlich
nötigen Geschiebesammler für Schwemmholz und Geschiebe nichts. Das Grundstück
Nr. xy ist im betroffenen Gebiet nicht überbaut, weshalb es nicht in Frage kommt, dass
hier vom Raumbedarf abgewichen wird, der aus ökologischer Sicht nötig ist.
5.4.3. Der Beschwerdeführer bewirtschaftet insgesamt 18,8 ha Land, wobei ihm
unmittelbar beim Hof knapp 4 ha Landwirtschaftsland zur Verfügung steht. Vor diesem
Hintergrund ist es nicht nachvollziehbar, wieso er die von der Tierschutzgesetzgebung
(SR 455 und 455.1) vorgeschriebene Bewegungsfreiheit der Tiere nicht mehr
gewährleisten können wird und deshalb seinen Viehbestand reduzieren müsste, wenn
er für die Sanierung des Baches 1'631 m Land abtreten muss und weitere 332 m
dauerhaft bzw. 2'214 m vorübergehend in Anspruch genommen werden. Die
Beschwerde erweist sich diesbezüglich als nicht substantiiert (Cavelti/Vögeli, a.a.O.,
Rz. 604). Unbegründet ist auch seine Behauptung, die Landwirtschaft könne ihren
verfassungsmässigen Auftrag nicht mehr erfüllen, wenn verbaute Fliessgewässer
fachgerecht saniert und zurückgebaut werden, wofür Boden abgetreten werden müsse.
Dem technischen Bericht muss im Gegenteil entnommen werden, dass im Bereich der
Aufweitungen speziell darauf geachtet wurde, dass der Landwirtschaft möglichst wenig
Boden entzogen werde, indem zum Beispiel die Flachdämme mit einer maximalen
Neigung von 1:10 ausgestaltet werden sollen, damit das Land weiterhin mit einem
Balkenmäher bewirtschaftet werden kann.
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5.4.4. Was die vorübergehende Beanspruchung des landwirtschaftlichen Bodens
betrifft, sind die provisorischen Baustellenzufahrt und Installationsflächen auf dem
Grundstück Nr. xy im Landerwerbsplan dargestellt und im technischen Bericht
beschrieben, weshalb darauf verzichtet werden kann, zur Frage der quantitativen und
temporären Landbeanspruchung zum Bachausbau auf der Höhe des Grundstücks
Nr. xy eine Expertise einzuholen. Der Umstand, dass sich die Baustelle im
Siedlungsgebiet befindet, macht es nötig, dass die Dauer der Einschränkungen so kurz
wie möglich gehalten wird. Dies erfordert eine gute Erschliessung der Baustelle für die
Materialtransporte und kurze Arbeitswege innerhalb der Baustelle. Dies kann mit einer
direkten Zufahrt von der Kantonsstrasse über das flache Land besser gewährleistet
werden, als mit einer komplizierten Zufahrt über die schmale Stegstrasse und
Stegbrücke. Zum Schutz der angrenzenden Wohnhäuser werden auf einer Länge von
ungefähr 35 m entlang der Baupiste beidseits geschlossene Bretterwände erstellt. Vor
diesem Hintergrund erweisen sich die Beschränkungen, die der Beschwerdeführer
während der Bauphase zu gewärtigen hat, als zumutbar.
5.4.5. An der Notwendigkeit der Bachverbreiterung im Bereich der Parzelle Nr. xy
würde sich schliesslich auch nichts ändern, wenn das Sägebächli nicht wie geplant
aufgehoben würde. Davon abgesehen wird im technischen Bericht und in der
fotographischen Dokumentation im Anhang 2 schlüssig und augenscheinlich dargelegt,
weshalb auf diesen Seitenarm des Ernetschwilerbaches fortan verzichtet werden kann.
Nebst dem, dass das schon vor längerer Zeit nutzlos gewordene Bächlein nur wenig
Wasser führt, ist es stark verbaut und kann nicht aufgeweitet werden, weshalb es für
die ökologische Vernetzung kaum mehr eine Rolle spielt.
6. Zusammenfassend ergibt sich, dass das umstrittene Ausbauprojekt auf einer
hinreichenden gesetzlichen Grundlage beruht, und durch ein überwiegendes
öffentliches Interesse gedeckt ist. Ausserdem erweisen sich die geplanten
Massnahmen als geeignet und erforderlich, um die im öffentlichen Interesse liegenden
Ziele des Hochwasser- und Naturschutzes zu erreichen. Die Abwägung der auf dem
Spiel stehenden öffentlichen und privaten Interessen ergibt, dass jene am
Hochwasserschutz und an der naturnahen Gestaltung des Ernetschwilerbaches
schwerer wiegen als die vom Beschwerdeführer geltend gemachten privaten
Interessen, seine Grundstücke möglichst umfassend und weiterhin bis praktisch
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unmittelbar an die Gerinnesohle landwirtschaftlich zu nutzen. Die Beschwerde ist daher
als unbegründet abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
7. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens vom Beschwerdeführer zu bezahlen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 3'000.-- ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Sie ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss
in gleicher Höhe zu verrechnen.
Ausseramtliche Entschädigungen sind nicht zuzusprechen (Art. 98 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 98bis VRP).
Demnach hat das Verwaltungsgericht