Decision ID: ca8c0271-7e94-4e8b-8289-2e6425d6d0b2
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der im Jahre 1958 geborene
X._
arbeitete seit dem 6. Januar 1992 be
i der
Y._
und war gestützt auf dieses Arbeitsver
hältnis bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtbe
rufsunfällen versichert. Am 11. Ap
ril 2005 zog er sich an der lin
ken Schulter eine
Rotatorenmanschettenruptur
sowie eine Partialruptur der
Bi
zepssehne
zu, wobei im Juli 2005 ein operativer Eingriff
nötig wurde. Ab dem 9. Januar 2006 war der Versicherte wieder voll arbeits
fähig.
Nach einer Rück
fallmeldung im Juni 2006 kam es vorübergehend wieder zu einer
Arbeitsunfä
higkeit, wobei der Fall mangels weiterer Behandlungen im Januar 2007
abge
schlo
ssen werden konnte
(vgl.
Urk.
11/190 S. 2).
1.2
Seit dem 1. Oktober 2007 war der Versicherte als Schreiner bei der
Z._
AG angestellt und gestützt auf dieses Arbeitsverhältnis e
ben
falls bei der Suva
obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nicht
be
rufs
un
fällen versichert
. Am 15. März 2010 verletzte er sich an der rechten Schulter, wobei am 28. Mai 2010 abermals ein operativer Eingriff nötig wurde (offene
Rotatorenmanschettennaht
mit
transo
ssärer
Fixation
).
In der Folge er
brachte die Suva
die gesetzlichen Leistungen. In der Zeit vom 12. Januar bis 16. Februar 2011 weilte der Versicherte zur stationären Rehabili
tation in der
Rehaklinik
A._
. Im Rahmen der kreisärztlichen Un
tersuchung vom 24. Oktober 2011 hielt Dr. me
d.
B._
, Facharzt FMH für ortho
pädische Chi
rurgie und Traumatologie, fest, dass die Voraussetzungen für den versiche
rungstechnischen Abschluss des Falles erfüllt seien, und formulierte das Zumut
barkeitsprofil; die Einschätzung des Integritätsschadens erfolgte am
25. Oktober 201
1.
In der Zeit vom 3. Januar bis 3. Februar 2012 fand in der
C._
eine Abklärung statt (Schlussbericht vom 17. Feb
ruar
2012, Urk. 11
/153), wobei ab dem 6. Februar 2012 an der gleichen Insti
tu
tion bis Anfang August 2012 (unter Fed
erführung der IV-Stelle) ein Arbeitstraining durchgeführt wurde (Urk. 11
/153 S. 11). Die Einstellung der Tag
geldleis
tungen erfolgte mit Schrei
ben vom 10. Februar 2012 per 2. Januar 2012, unter Hinweis auf die Taggelder der IV sowie die laufenden
beruflichen Mass
nahmen (Urk. 11
/93
und
Urk.
11/190 S. 2
).
1.3
Mit Verfügung vom 14.
Februar 2013 verneinte die Suva
den An
spruch auf eine Invalidenrente und sprach dem Versicherten - ausgehend von einem Integritäts
schaden von 10 % - eine Integritätsentschädigung zu
(Urk. 11/123); d
aran
hielt sie
mit
Einspracheentscheid
vom 7. August 2013
fest
(Urk. 11/133
).
Am 2
0.
März 2014 musste sich der Versicherte erneut einem operativen Eingriff an der rech
ten Schulter unterziehen (offene
Rotatorenmanschettenrekonstruktion
,
Urk.
11/227). Die
gegen
den
Einspracheentscheid
vom 7. August 2013
erhobene Beschwerde hiess das hiesige Gericht
mit Urteil vom 2
8.
April 2014
in dem Sin
ne gut, dass es den angefochtenen
Einspracheentscheid
vom
7.
August 2013 aufhob und die Sache zur Durchführung weiterer Abklärungen an die Suva zu
rückwies (
Prozess Nr. UV.2013.00196;
Urk.
11/190).
1.4
In der Folge liess die Suva den Versicherten orthopädisch begutachten (Gutach
ten von
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates, vom 2
1.
August 2015;
Urk.
11/25
9
).
Mit Schreiben vom 1
1.
September 2015 teilte
sie
die Einstellung der Heilkostenleis
tungen sowie der Taggeldleistungen per 3
1.
Dezember 2015 mit (
Urk.
11/265).
Mit Verfügung vom 16
.
März 2016 verneinte
sie weiter
den An
spruch auf eine Invalidenrente und sprach dem Versicherten - ausgehend vo
n einem Integritäts
schaden von 3
0 % - e
ine Integritätsentschädigung zu, unter Hinweis darauf, dass je 5
%
für jede Schu
lter schon ausbezahlt worden seien
(Urk. 11/
28
3
). An dieser Einschätzung hielt die Suva mit
Einspracheentscheid
vom
8.
November 2016 fest (
Urk.
11/300 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Vertreter des Versicherten am
9.
Dezember 2016 Beschwerde und beantragte, es sei dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab
1.
Januar 2016 eine Komplementär-Rente auszurichten; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen
zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Eventualiter sei ein neues medizinisches Gut
achten einzuholen
(
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 2
8.
Februar 2017 beantragte die Vertreterin der Suva die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde (
Urk.
9 S. 2). Mit Replik vom
5.
April 2017 sowie Duplik vom 2
3.
Mai 2017 hielten die Parteien an den bereits gestellten Anträgen fest (
Urk.
14,
Urk.
18), wobei die letzte Eingabe der Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 2
6.
Mai 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
19).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgeset
zes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallver
sicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
1
5.
März 2010
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in
dieser Fassung zitiert werden.
1.
2
Gemäss Art. 6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (Abs. 1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (Abs. 2). Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.
3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Ge
sundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänz
lich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfall
e
s genügt nicht.
Da es sich hie
r
bei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entspre
chende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender na
türlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
–
nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten
massge
bend
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des
S
tatus quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
S
tatus quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfa
llversicherer gestützt auf Art. 36 Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die
Heilbehandlungskosten nach Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.
4
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG). Zur Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der (unfallbedingten) Invalidität und nach Durchführung der medi
zinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie er
zielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
).
Der Einkommensvergleich nach Art. 16 ATSG hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden kön
nen, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu vergleichen. Wird eine Schätzung vorgenommen, so muss diese nicht unbedingt in einer ziffern
mässigen Festlegung von Annäherungswerten bestehen. Vielmehr kann auch eine Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen genügen. Das ohne Invalidität er
zielbare hypothetische Erwerbseinkommen ist alsdann mit 100 % zu bewerten, während das Invalideneinkommen auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, so dass sich aus der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt (sog. Prozentvergleich; BGE 114 V 310 E. 3a).
Der Prozentvergleich bietet sich somit namentlich an, wenn Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom
selben
Tabellenlohn zu berechnen sind.
Diesfalls
erübrigt sich deren ge
naue Ermittlung: Der Invaliditätsgrad entspricht dem Grad der Arbeitsunfähig
keit, dies unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn (Urteil
des Bundesgerichts
9C_734/2016
vom 27. Januar 2017 E. 4.1).
1.
5
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung pri
mär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versi
cherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstä
tigkeit aus, bei der
–
kumulativ
–
besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zu
mutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich er
zieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Recht
sprechung entweder Tabellenlöhne
gemäss
der
vom Bundesamt für Statistik pe
riodisch herau
sgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung
(LSE) oder die Zahlen
der Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP) der Suva
herangezoge
n werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 mit Hinweis
).
Die DAP ist eine Sammlung von Beschreibungen in der Schweiz tatsächlich existierender Arbeitsplätze. Damit unterscheidet sie sich von der tabellarischen Darstellung von Durchschnittslöhnen, die im Rahmen der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) vom Bundesamt für Statistik
regelmässig
erhoben werden. Neben allgemeinen Angaben und Verdienstmöglichkeiten werden in der DAP die physischen Anforderungen an die Stelleninhaber oder Stelleninha
berinnen festgehalten. Der Raster der körperlichen Anforderungskriterien basiert auf dem internationalen medizinischen Standard EFL nach Isernhagen (ergono
mische Funktions- und Leistungsprüfung). Die
Suva
entschloss sich 1995 zum Aufbau der DAP mit dem Zweck, das Invalideneinkommen entsprechend den gerichtlichen Anforderungen so konkret wie m
öglich ermitteln zu können (BGE
139 V 592 E. 6.1 mit Hinweisen).
Bei Heranziehen der DAP hat sich die Ermittlung des Invalideneinkommens auf mindestens fünf zumutbare Arbeitsplätze zu stützen. Zusätzlich sind Angaben zu machen über die Gesamtzahl der aufgrund der gegebenen Behinderung in Frage kommenden dokumentierten Arbeitsplätze, über den Höchst- und den
Tiefstlohn
sowie über den Durchschnittslohn der dem jeweils verwendeten Be
hinderungsprofil entsprechenden Gruppe. Damit soll die Überprüfung des Aus
wahlermessens ermöglicht werden, und zwar in dem Sinne, dass die Kenntnis der Gesamtzahl der dem verwendeten Behinderungsprofil entsprechenden Ar
beitsplätze sowie des Höchst-, Tiefst- und Durchschnittslohnes im Bereich des
Suchergebnisses eine zuverlässige Beurteilung der von der
Suva
verwendeten DAP-Löhne hinsichtlich ihrer Repräsentativität erlaubt. Das rechtliche Gehör ist dadurch zu wahren, dass die
Suva
die für die Invaliditätsbemessung im konkre
ten Fall herangezogenen DAP-Profile mit den erwähnten zusätzlichen Angaben auflegt und die versicherte Person Gelegenheit hat, sich dazu zu
äussern
. Allfäl
lige Einwendungen der versicherten Person bezüglich des Auswahlermessens und der Repräsentativität der DAP-Blätter im Einzelfall sind grundsätzlich im
Einspracheverfahren
zu erheben, damit sich die
Suva
im
Einspracheentscheid
damit auseinandersetzen kann. Ist die
Suva
nicht in der Lage, im Einzelfall den erwähnten Anforderungen zu genügen, kann im Bestreitungsfall nicht auf den DAP-Lohnvergleich abgestellt werden; die
Suva
hat
diesfalls
im
Einspracheent
scheid
die Invalidität aufgrund der LSE-Löhne zu ermitteln. Im Beschwerdever
fahren ist es Sache des angerufenen Gerichts, die Rechtskonformität der DAP-Invaliditätsbemessung zu prüfen, gegebenenfalls die Sache an den Versicherer zurückzuweisen oder an Stelle des DAP-Lohnvergleichs einen Tabellenlohnver
gleich gestützt auf die LSE
vorzunehmen (BGE
139 V 592 E. 6.3 mit Hinweis
).
Rechtsprechungsgemäss
sind im Rahmen des DAP-Systems, bei dem aufgrund der ärztlichen Zumutbarkeitsbeurteilung anhand von Arbeitsplatzbeschreibun
gen konkrete Verweisungstätigkeiten ermittelt werden, Abzüge grundsätzlich nicht sachgerecht. Abzüge sind nur vorzunehmen, wenn zeitliche oder
leis
tungsmässige
Reduktionen medizinisch begründet sind. Im Übrigen wird spezi
fischen Beeinträchtigungen in der Leistungsfähigkeit bei der Auswahl der zu
mutbaren DAP-Profile Rechnung getragen. Bezüglich der weiteren persönlichen und beruflichen Merkmale (Teilzeitarbeit, Alter, Anzahl Dienstjahre, Aufent
haltsstatus), die bei der Anwendung der LSE zu einem Abzug führen können, ist darauf hinzuweisen, dass auf den DAP-Blättern in der Regel nicht nur ein Durchschnittslohn, sondern ein Minimum und ein Maximum angegeben sind, innerhalb deren Spannbreite auf die konkreten Umstände Rück
sicht genommen werden kann (BGE
139 V 592 E. 7
.3 mit Hinweis
).
1.
6
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutach
tens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung
der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersu
chungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenen
falls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklar
heiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen
Einspracheentscheid
damit, dass auf das Gutachten von
Dr.
D._
vom 2
1.
August 2015 vollumfäng
lich abgestellt werden könne (
Urk.
2 S. 10). Dabei sei aus unfallversicherungs
rechtlicher Sicht in einer angepassten Tätigkeit von einer ganztägigen
Arbeits
fähigkeit ohne vermehrte Pausen auszugehen (S. 14).
Per 2015 sei dabei – aus
gehend vom Einkommen bei der
Z._
AG – von einem
Validenein
kommen
von
Fr.
66'950.-- auszugehen (S. 16). Das Invalideneinkommen sei aufgrund der Lohnangaben aus der Dokumentation von Ar
beitsplätzen (DAP) zu ermitteln, wobei die hochgradige Sehschwäche als unfallfremde Beeinträchti
gung
nicht zu berücksichtigen sei. Bezüglich der Endgliedamputation des rech
ten Zeigefingers
sei jeweils der konkrete Arbeitsplatzbeschrieb zu beachten (S. 17).
Ausgehend von einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von
Fr.
63'588.
-- (S. 17)
führe dies zu einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von
5.02
%
. Die mit Verfügung vom 1
6.
März 2016 zugesprochene Integritäts
entschädigung aufgrund einer Integritätseinbusse von total 30
%
sei vom Ein
sprecher nicht beanstandet worden, womit es sein Bewenden habe (S. 18; vgl. zum Ganzen auch
Urk.
9 S. 5 ff. und
Urk.
18).
2.2
Demgegenüber machte der Vertreter des Beschwerdeführers im Wesentlichen geltend, dass der Einschätzung von
Dr.
D._
in seinem Gutachten vom 2
1.
August 2015 nicht gefolgt werden könne. Die
AC-Arthrose
sei gemäss dem Bericht von
PD
Dr.
med.
E._
, Facharzt FMH fü
r orthopädische Chirur
gie,
vom
1
2.
September 2013
, klar als Unfallfolge einzuschätzen (
Urk.
1 S. 8). Nicht nachvollziehbar sei auch, dass gemäss
Dr.
D._
die beträchtlichen
Myo
gelosen
des
Musculus
Trapezius
sowie das
Thoracic
-Outlet-Syndrom (
TOS
) nur möglicherweise im Zusammenhang mit dem Unfall stehen würden (S. 9 f.). Fehl gehe weiter die Feststellung, dass eine Inkongruenz zwischen den geäusserten Beschwerden und den objektivierten Beschwerden bestehe. Hinsichtlich der Ar
beitsfähigkeit erscheine die von
Dr.
E._
attestierte 50%ige Arbeitsfä
higkeit schon eher als realistisch (S. 11). Entsprechend der Einschätzung von
Dr.
F._
in seinem Bericht vom 1
7.
März 2016 sei zudem eine
Aufsplittung
in mehrere Teilkausalitäten bei diesem Fall nicht sinnvoll (S. 12).
Aufgrund
von
Art.
36
Abs.
2 UVG
seien auch die hochgradige Sehschwäche sowie die Teilfin
geramputation, welche sich vor dem Unfall nicht auf die Arbeitsfähigkeit aus
gewirkt hätten, beim Zumutbarkeitsprofil zu berücksichtigen (S. 13). Weiter könnten die DAP-Erfassungsblätter nicht als Berechnungsgrundlage für das In
valideneinkommen herangezogen werden, da dem Beschwerdeführer weder feinmotorische noch visuell anspruchsvolle Tätigkeiten zuzumuten seien, zudem sei der Beschwerdeführer schmerzbedingt auf kleine Pausen angewiesen und verfüge über keine
Anlehre
(S. 14 ff
.).
Im Rahmen der Replik führte der Vertreter des Beschwerdeführers ergänzend aus, dass
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Chirurgie
vom Regionalen Ärztli
chen Dienst
(RAD)
der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
, in einer angepassten Tätigkeit von einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
ausgehe
; weiter stelle die IV-Stelle klar, dass nicht von einer Aggravation der Schmerzsymptomatik oder einer Symptomausweitung gesprochen werden kön
ne (
Urk.
14 S. 6).
3.
3.1
PD
Dr.
E._
diagnosti
zierte in seinem Bericht vom 1
2.
September 2013 eine
Reruptur
der
anterioren
Hälfte der
Supraspinatussehne
rechts bei Status nach traumati
scher
Rotatoren
manschettenruptur
am 1
5.
März 2010 und S
tatus nach offener
Rotatorenman
schettenrekonstruktion
am 2
8.
Mai 201
0.
Es
liege eine
Rotatorenmanschettenrup
tur
vor, allenfalls seien Sehnen nach der
Rekon
struktion 2010 nicht einge
heilt. Aufgrund der relevanten Beschwerden
empfehle er eine Revisionsopera
tion. Bezüglich der aktuellen Beschwerden des Beschwer
deführers könne wohl mit Sicherheit festgehalten werden, dass eine
Rotatoren
manschettenrup
tur
vorliege, welche in direktem Zusammenhang mit der Repa
ratur am 2
8.
Mai 2010 und somit wohl auch mit dem Unfall vom 1
5.
März 2010
stehe. Die aktuellen Beschwerden und Befunde seien also mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall zurückzuführen. Es gebe keine Argumente in irgendeiner Art für degenerative Veränderungen (Urk. 11/14
9
).
3.2
In seinem Bericht vom 2
5.
November 2014 ging
PD
Dr.
E._
von den folgenden Diagnosen aus:
-
Teil-
Reruptur
und Teil-Insuffizienz
Rotatorenmanschette
rechts bei:
-
Status nach traumatischer
Rotatorenmansche
ttenruptur
am 1
5.
März 2010
-
Status nach offener
Rotatorenmanschette
nrekonstruktion
am 2
8.
Mai 2010
-
Status nach offener
Rotat
orenmanschettenrekonstruktion
rechts,
sub
acromiale
Bursektomie
und Entnahme von Gewebeproben,
Reacro
mioplastik
und AC-Gelenksresektion Schulter rechts am 2
0.
März 2014 mit Nachweis des
low
-grade Infektes
-
Status nach wahrscheinlich geheiltem
low
-grade Infekt mit
Propioni
bacterium
acnes
Als Schreiner erachte er den Beschwerdeführer als nicht mehr arbeitsfähig, für leichte Arbeiten auf Bauchhöhe könne er allenfalls zu 50
%
arbeitsfähig einge
stuft werden. Seinerseits seien keine weiteren Kontrollen mehr vorgesehen (
Urk.
11/226 S. 3 f.).
3.3
Dr.
D._
stellte in seinem von der Suva in Auftrag gegebenen Gutachten
vom 2
1.
August 2015
die folgenden Diagnosen (
Urk.
11/259 S. 26 f.):
-
Schulter links
-
Supraspinatussehnenruptur
,
adominant
, traumatisch mit/bei
-
Zustand nach
Supraspinatusrekonstruktion
,
Acrom
i
oplastik
,
LBS-Tenodese
-
Unterflächenrezidivruptur
-
Leichter
Omarthrose
-
Leichter AC-Arthrose
-
Myogelose
Trapezium
-
Möglichem sekundärem
TOS
(
Thoracic
-outlet-Syndrom)
, anamnes
tisch
-
Möglicher Symptomausweitung und Verdeutlichungstendenz
-
Schulter rechts
-
Supraspinatussehnenruptur
, dominant, traumatisch mit/bei
-
Zustand nach
Supraspinatusrekonstruktion
,
Acrom
i
oplastik
,
LBS-Tenodese
-
Zustand nach Revisionsoperation wegen
Reruptur
-
Supraspinatusrekonstruktion
, AC-Resektion
-
Rezidivruptur
Supraspinatus
-
Propionibacterium
acnes
Arthritis
-
Leichte
r
Omarthrose
-
Myogelose
Trapezium
-
Mögliches sekundäres TOS, anamnestisch
-
Möglicher Symptomausweitung und Verdeutlichungstendenz
-
Cervicocephales
Syndrom, Kopfschmerz vom Spannungstyp, anamnes
tisch mit/bei
-
Leichtem
Bulging
C6/7 und Hypertrophie der Ligamenta
Flava
mit re
lativer Enge des Spinalkanals ohne Stenose
-
Thorakaler Hyperkyphose
-
Möglichem TOS, anamnestisch
-
Leichtem Carpaltunnelsyndrom beidseits
-
Lumbospondylogenes
Syndrom
, anamnestisch teils
radikuläre
s
Syndrom S1 recht
s
mit/bei
-
Degenerativen LWS-Veränderungen
-
Relativer Spinalkanalstenose L3/4
-
Discusprotrusion
L4/5
-
Coxarthrose
bei Offsetstörung
beiseits
-
Zustand nach traumatischer Endgliedamputation Zeigefinger rechts
Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 1
1.
April 2005 zurückzuführen sei die
Supraspinatussehnenruptur
an der linken Schulter (S. 27). Die unfallbedingte Schädigung und die durchgeführte Operation sei
en
die Ursache für die feststellbare
Omarthrose
. Nur unsicher auf das Unfallereignis zurückzuführen sei die feststellbare AC-Arthrose, solche
arthrotischen
Verände
rungen seien bei über 30-jährigen mit 93
%
sehr häufig, sodass es wahrschein
lich erscheine, dass diese im Unfallzeitpunkt bereits bestanden oder sich danach unabhängig schicksalshaft weiterentwickelt habe. Für ein TOS würden sich zum heutigen Zeitpunkt keine sicheren Zeichen finden lassen, die schmerzüberlager
te Untersuchung lasse es nicht zu, dass der Arm in eine Stellung gebracht wer
de, die zur entsprechenden Störung der Zirkulation und Nervenversorgung des Armes führe. Ebenfalls nur möglicherweise in Zusammenhang mit dem Unfall
ereignis stehe die beträchtliche
Myogelose
des
Musculus
Trapezius
. Es sei anzu
erkennen, dass diese funktionellen Veränderungen durch die
Dyskinesie
entste
hen würden, welche Ausdruck der Insuffizienz der
Rotatorenmanschette
und/oder der schmerzbedingten Ausweichbewegung sei. Eine solche habe sich beim Beschwerdeführer aber gutachterlich nicht feststellen lassen können. Die geäusserten Beschwerden könnten nur teilweise durch die vorerwähnten struk
turellen Schädigungen erklärt werden. Gemäss Bericht der Uniklinik
H._
vom
4.
August 2011 hätten die diagnostischen Infiltrationen aller Schulterkom
partimente die Schmerzen nicht ausschalten können, was einen lokalen soma
tisch-
nozizeptiven
Schmerzgenerator fraglich erscheinen lasse. Auch in weite
ren Berichten werde auf die Inkongruenz der geäusserten Beschwerden hinge
wiesen (S. 28). Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis
vom 1
5.
März 2010 zurückzuführen sei die
Supraspinatussehnenruptu
r
an der rechten Schulter, wobei
die obigen Ausführungen zur linken Schulter in glei
chem Masse für die rechte gelten würden. Die behandelte Infektion sei eine ty
pische Komplikation und damit eine sichere Unfallfolge. Die Inkongruenz der Beschwerden gelte auch für die rechte Schulter. Die weiteren Diagnosen würden nicht im Zusammenhang mit den genannten Unfallereignissen stehen (S. 29). Von weiteren orthopädisch-somatischen Behandlungsmassnahmen könne nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine namhafte Besserung erwartet wer
den (S. 30).
In einer angepassten Tätigkeit sei aufgrund der Unfallfolgen von einer ganztä
gigen Arbeitsfähigkeit ohne vermehrte Pausen auszugehen, wobei die folgenden Anforderungen zu vermeiden seien:
-
Jegliche Arbeiten über Brusthöhe
-
Arbeiten bis Brusthöhe mit mehr als 5 kg mehr als selten
-
Arbeiten bis Tischhöhe mit mehr als 10 kg mehr als selten
-
Arbeiten bis Tischhöhe
unabgestützt
mit mehr als 2 kg mehr als manchmal
-
Arbeiten mit Werkstücken von mehr als 1 Meter Kantenlänge im freien Raum unabhängig des Gewichtes
-
Ausgreifende und ruckartige Bewegungen der Arme
-
Schlagende Bewegungen oder Arbeiten an vibrierenden Geräten
Die obigen Gewichtsangaben würden für beide Arme zusammen gelten (S. 31 f.).
3.4
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für orthopädische Chirurgie, nahm mit Schrei
ben vom 1
7.
März 2016 insbesondere zum Gutachten von
Dr.
D._
Stellung und kritisierte
namentlich
die Aufteilung in mehrere Teilkausalitäten. Zudem hielt er fest, dass die Chancen einen Arbeitsplatz zu finden
,
aufgrund der Am
putation am Zeigerfinger sowie der weiteren Beschwerden sich ohnehin gegen Null nähern würden (
Urk.
3/11).
4.
4.1
Aufgrund der medizinischen Aktenlage ist erstellt und insoweit unbestritten, dass die Folgen der
Supraspinatussehnenruptur
samt beidseitiger
Omarthrosen
auf die erlittenen Unfälle zurückzuführen sind. Unterschiedlicher Meinung sind die Parteien indes in Bezug auf die
Myogelosen
, ein
Thoracic
-outlet-Syndrom sowie die AC-Gelenksarthrose. Die Klärung dieser Frage ist nicht von entschei
dender Bedeutung, weil sich ein vergleichbares Stellenprofil ergibt, was für die Ermittlung des Invaliditätsgrades einzig von Bedeutung ist (bei gleichem zu
mutbarem Arbeitspensum). Hinzuweisen ist dabei auch auf die Tatsache, dass der Beschwerdeführer mittlerweile an deutlichen, aber unfallfremden HWS- und LWS-Beschwerden leidet, welche im invalidenversicherungsrechtlichen Verfah
ren zu einer Reduktion der Arbeitsfähigkeit auch in einer angepassten Tätigkeit um 50
%
geführt haben.
4.2
Das von
Dr.
D._
umschriebene Arbeitsprofil ist derart eingeschränkt formu
liert, dass auch die Berücksichtigung der (im Vordergrund stehenden) AC-Gelenksarthrose damit abgedeckt ist. Einig sind sich die Ärzte, dass keine Arbei
ten über Brusthöhe mehr möglich sind (
Urk.
11/259/31 und
Urk.
3/11). Ob die Arme nur bis Tischhöhe oder aber bis Brusthöhe gebraucht werden können und ob dabei noch selten mit leichten Gewichten hantiert werden kann, ist – wie sich im Rahmen des Einkommensvergleichs zeigen wird (E. 5) - nicht entschei
dend.
Relevant ist hingegen das zumutbar Pensum. Hier geht
Dr.
D._
von keinen zeitlichen
Limiten
aus.
Dr.
F._
äusserte sich in seiner Gutachtenskritik nicht zum zeitlichen Aspekt des von ihm beschriebenen Stellenprofils. Damit verbleibt einzig der Hinweis von PD
Dr.
E._
vom November 2014 auf ein ledig
lich eingeschränktes Pensum (
Urk.
11/226 S. 3 f.). Zu seiner Einschätzung ist indes zu bemerken, dass diese keine Begründung enthält, weshalb eine Tätig
keit, welche Rücksicht auf die Beschwerden nimmt, nur halbtags zumutbar sein sollte.
PD
Dr.
E._
verwies in seiner Einschätzung – wie dies auch
Dr.
D._
tat – auf die Schmerzen des Beschwerdeführers aufgrund der
Supra
spinatussehnen-Problematik
(Insuffizienz aufgrund nur teilweiser Einheilung sowie Ausdünnung,
Urk.
3/10). Diese berücksichtigte
Dr.
D._
vollumfänglich und beschrieb auf dieser Grundlage das massiv eingeschränkte Stellenprofil. Dass die AC-Gelenksarthrose für sich gesehen weitere relevante Einschränkun
gen verursacht, ist damit nicht anzunehmen.
Dr.
F._
seinerseits bemängelte im November 2016 (
Urk.
11/303/64-65) einzig das von
Dr.
D._
verfasste Stel
lenprofil, allerdings unter
dem
Hinweis, dass kein wesentlicher Widerspruch be
stehe (Arbeiten bis Tisch- oder bis Brusthöhe). Dass solche Arbeiten nicht ganz
tags möglich sein sollten, führte er nicht aus. Im Gegenteil erwähnte er zur ent
sprechenden Feststellung der Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid (Abstellen auf die Einschätzung von
Dr.
D._
), dass er in Bezug auf das Stel
lenprofil nicht einverstanden sei. Den zeitlichen Aspekt kritisierte er nicht.
4.3
Unbestritten ist weiter, dass die Endgliedamputation des rechten Zeigefingers unfallkausal ist (
Urk.
2 S. 17).
5.
5.1
Das
Valideneinkommen
ist entsprechend dem Vorgehen de
r Beschwerdegegne
rin (
Urk.
2 S. 16
) aufgrund des zuletzt erzielten Einkommens bei der
Z._
AG zu ermitteln. Der ehemalige Arbeitgeber gab dabei
am
5.
Oktober 2015 an
, dass der Beschwerdeführer ohne Gesundheitsschaden
auch per 2015
ein
Jahreseinkommen von
Fr.
66'950.-- hätte erzielen können (
Urk.
11/270).
5.2
5.2.1
Die Beschwerdegegnerin ermittelte das Invalideneinkommen anhand von DAP-Profilen.
Ausgewiesen
ist dabei, dass bei den Tätigkeiten gemäss DAP-Nummern 410120 und 10047 sehr oft und bei den Tätigkeiten gemäss DAP-Nummern 8328 und 6101 oft feinmotorische Tätigk
eiten ausgeführt werden müssen (
Urk.
10/31 S. 10-29).
Die Mitteilung der Beschwerdegegnerin an den Be
schwerdeführer (betreffend zu ziehende Schlüsse aus dem Gutachten von
Dr.
D._
) vom 1
1.
September 2015 (
Urk.
11/265) belegt, dass sie die Fingerver
letzung nicht in ihre weiteren erwerblichen Abklärungen miteinbezogen hat.
Dr.
F._
verwies diesbezüglich darauf, dass der Beschwerdeführerin bei Fein
arbeit wegen der Amputation am Zeigefinger behindert ist (
Urk.
3/11).
Der
Ein
schätzung der
Vertreterin der Beschwerdegegnerin, dass die konkret beschriebe
nen Tätigkeiten vom Beschwerdeführer dennoch ausgeübt werden könnten (
Urk.
9 S. 13), kann
demgemäss
nicht gefolgt werden. Einerseits würde so die Dokumentararbeit der beruflichen Fachspezialisten in Frage gestellt, anderseits
wäre
auch eine zeitliche Einbusse bei der Berufsausübung
denkbar, welche
nicht
verlässlich
abgeschätzt werden
könnte
. Die vorliegenden DAP-Profile stellen damit keine verlässliche Grundlage für die Ermittlung des Invalideneinkommens dar.
5.2.2
Bei dieser Ausgangslage ist dieses
praxisgemäss anhand der statistischen Durch
schnittswerte der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE
2014
) zu ermit
teln
. Auszuge
hen ist dabei von einem monatli
chen Ein
kommen
per 2014 von
Fr.
5‘312.-- (
L
SE
2014 TA1
tirage
skill
level
), was nach
Berücksichtigung der durchschnittlichen Arbeitszeit von 41,7 Stunden pro Woche (www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit, detaillierte Daten, Normal
arbeitsstunden) sowie der seither eingetretenen Nominallohnentwicklung (Schweizerischer Lohnindex insgesamt [1939 = 100], Männer, Stand 2014: 2220, Stand 2015: 2226; www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Löh
ne/Erwerbseinkommen, detaillierte Daten, Lohnentwicklung) per 2015
zu einem massgebenden
Jahreseinkommen von
Fr.
66'632.70
führt.
Im Rahmen des invalidenversicherungsrechtlichen Verfahrens
gewährte
die IV-Stelle
aufgrund des Alters des Beschwerdeführer
s
sowie des eingeschränkten Tä
tigkeitsspektrum
s
einen
leidensbedingten
Abzug vom Tabellenlohn
in der Höhe von 15
%
.
Diese Einschätzung wurde vom hiesigen Gericht zumindest a
ls nicht unangemessen bestätigt, auch wenn auf das doch deutlich eingeschränkte Anfor
derungsprofil hingewiesen wurde.
Dabei ist anzumerken, dass die HWS-und LWS-Beschwerden im Rahmen des IV-Verfahrens zu einer Reduktion der Arbeits
fähigkeit auch in einer angepassten Tätigkeit um 50
%
geführt habe
n
, so dass eine (doppelte) Berücksichtigung im Rahmen des leidensbedingten Abzuges wegfiel. Im Rahmen des
vorliegenden
Verfahrens sind weiter die unfallfremden visuellen Probleme sowie die
Coxarthrose
ausser Acht zu lassen. In Würdigung der gesam
ten Umstände erscheint dabei allein für die Unfallfolgen ein leidensbedingter Ab
zug in der Höhe von 10
%
als angemessen.
5.2.3
Ausgehend
von einem zumutbaren
Invalideneinkommen vo
n Fr. 59'969.45
ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 10
.42
%
([
Fr.
66'950.--
- Fr. 59'969.45
] x 100 /
Fr.
66'950.--
).
Für die Zeit ab
1.
Januar 2016 hat der Beschwerdeführer demnach bei einer Erwerbsunfähigkeit von 10
%
Anspruch auf eine Invaliden
rente der Unfallversicherung
, was zur Gutheissung der Beschwerde führt.
6.
Ausgangsgemäss ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerde
führer eine angemessene Prozessentschädigung zu bezahlen, welche in Anwen
dung von
Art.
61
lit
. g ATSG, namentlich unter Berücksichtigung der Bedeu
tung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses auf
Fr.
3
'
2
00.-- (inklu
sive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.