Decision ID: b6f94c02-c177-49de-8a3d-0c86660a370a
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 19
80
,
hatte Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung
und
war
dadurch bei der Suva
obligatorisch unfallversichert, als er sich a
m 20. Feb
ruar 2016 anlässlich eines Autounfalls
verletzte
(Unfallmeldung vom
2. März 2016
, Urk.
9/1
)
. Dabei erlitt er gemäss den Angaben der
gleichentags
erstbehan
delnden Ärzte des
Universitätsspitals A._
, Interdisziplinäre Notfall
station
,
ein
Distorsion
strauma
der Halswirbelsäule
(
HWS;
Urk. 9/
6 S. 1)
.
In der Folge erbrachte die Suva die gesetzlichen Ver
sicherungsleistungen (
Urk.
2 S.
2).
Es fanden verschiedene Untersuchungen und Behandlungen statt.
Dr.
B._
, Facharzt für A
llgemeine Innere Medizin, attes
tierte dem Ver
sicherten ab dem Unfalltag bis zum
1
3.
März 2016
eine 100%ige Arbeitsunfähig
keit
sowie
von der 70%igen Arbeitsaufnahme am
1
4.
März 2016
(Urk. 9/
51 S. 2
)
bis
mindestens
zum
4.
April 2017 sowie auf Weiteres
eine 30%ige
Arbeitsun
fä
higkeit
(
Urk.
9/9
, 9/17, 9/
40, 9/56, 9/61, 9/74, 9/81, 9/89, 9/100
).
Mit Verfügung vom
1
5.
Februar 2017
stellte die Suva die von ihr bis dahin erbrachten Leistungen unter Verneinu
ng des adäquaten Kausalzusammen
hangs zwischen dem Unfall vom
2
0.
Februar 2016
und den persistierenden Beschwerden in Anwendung der
Schleudertrauma-Praxis
nach Unfall (BGE
117 V 359 und 134 V 109
) per 1.
März 2017
ein (Urk.
9/87
). Dagegen erhob der Versicherte am
16. März 2017
Einsprache (Urk.
9/90 S. 1-6
). Diese wies die Suva am
20. April 2017
ab (Urk.
9/96
= Urk. 2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom
2
0.
April 2017
(Urk. 2) erhob der Versicherte am
23. Mai 2017
Beschwerde und beantragte
, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es seien ihm die gesetzlich geschuldeten
Unfallversicherungs
leistungen
zu erbringen
(Urk.
1 S. 2).
In der Beschwerdeantwort vom
24. August 2017
schloss die Suva auf Abweisung der Beschwerde (Urk.
8
). Dies wurde dem Beschwerdeführer am
2
8.
August 2017
zur Kenntnis gebracht (Urk.
10
).
Es folgte eine Eingabe des Beschwerdeführers vom 1
1.
Januar 2018 samt Beilagen
(Urk.
11 und
Urk.
12/1-3), wozu die Beschwerdegegnerin am 1
5.
März 2018 Stellung nahm
(Urk.
16). Diese Stellungnahme der Beschwerdegegnerin wurde dem Beschwerdeführer zugestellt
(Urk.
17).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes über die Unfallvers
icherung (UVG) werden
– soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Beru
fskrankheiten gewährt (Abs. 1).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invali
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.4
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, das heisst rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität;
die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang prak
tisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.5
Die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und der infolge eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule auch nach Ablauf einer gewissen Zeit nach dem Unfall weiterbestehenden gesundheitlichen Beein
trächtigungen, die nicht auf organisch nachweisbare Funktionsausfälle zurück
zuführen sind, hat nach der in BGE 117 V 359 begründeten Rechtsprechung des Bundesgerichts in analoger Anwendung der Methode zu erfolgen, wie sie für psy
chische Störungen nach einem Unfall entwickelt worden ist (vgl. BGE 123 V 98 E. 3b, 122 V 415 E. 2c). Es ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise der Erwerbsunfähigkeit zukommt. Das trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Demnach ist zunächst zu ermitteln, ob der Unfall als leicht oder als schwer zu betrachten ist oder ob er dem mittleren Bereich angehört. Auch hier ist der adäquate Kausal
zu
sammenhang zwischen Unfall und gesundheitlicher Beeinträchtigung bei leichten Unfällen in der Regel ohne Weiteres zu verneinen und bei schweren Unfällen ohne Weiteres zu bejahen, wogegen bei Unfällen des mittleren Bereichs weitere Kriterien in die Beurteilung mit einzu
beziehen sind. Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig davon, ob einzelne dieser Kri
terien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adä
quaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere herangezogen werden.
Als Kriterien nennt die Rechtsprechung hier:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalles;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
-
fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;
-
erhebliche Beschwerden;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.
Diese Aufzählung ist abschliessend. Anders als bei den Kriterien, die das Bundes
gericht in seiner oben zitierten Rechtsprechung (BGE 115 V 133) für die Beurtei
lung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einer psy
chischen Fehlentwicklung für relevant erachtet hat, wird bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall mit Schleudertrauma der Halswirbelsäule und den in der Folge eingetretenen Beschwerden auf eine
Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet, da es bei Vorliegen eines solchen Traumas nicht entscheidend ist, ob Beschwerden medizinisch eher als organischer und/oder psychischer Natur bezeichnet werden (BGE 134 V 109; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., 1999 Nr. U 341 S. 409 E. 3b, 1998 Nr. U 272 S. 173 E. 4a; BGE 117 V 359 E. 5d/
aa
und 367 E. 6a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid (Urk. 2) davon aus,
im Zeitpunkt des Fallabschlusses sei eine namhafte Verbesserung des Gesundheits
zustands prognostisch nicht überwiegend wahrscheinlich gewesen. Denn es sei bereits seit rund einem Jahr zu keiner Steigerung der Arbeitsfähigkeit mehr gekommen, weshalb die Einschätzung des Kreisarztes
Dr.
C._
,
Facharzt
für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
vom
2.
Dezember 2016 diesbezüglich überzeuge. Allfällige gegenteilige Meinungen von behandelnden Ärzten seien nicht begründet
worden
(Urk.
2 S. 6-7).
Betreffend
d
ie geklagten Beschwerden
lägen keine unfallbeding
ten objektivierbaren Folgen im Sinne von strukturellen Veränderungen vor. Es könne höchstens von organisch nicht (hinreichend) nachweisbaren Beschwerden gesprochen werden
(Urk.
2 S. 7).
Z
ur Prüfung des adäquaten Kausal
zusammen
hangs zwischen dem Unfallereignis und den nicht organisch-strukturellen Beschwerden gelange die
Schleudertrauma
-Praxis zur Anwendung (
Urk.
2
S.
8).
Die Beschwerdegegnerin
qualifi
zierte die Auffahrkollision vom
20. Februar 2016
als
mittelschweres Unfaller
eignis im Grenzbereich zu den leichten Unfällen und verneinte die Adäquanz in Anwendung der
Schleudertrauma
-Praxis, wobei sie säm
tliche Kriterien verneinte (
Urk.
2
S. 9-
11
).
In der Beschwerdeantwort
wies sie darauf hin, dass unter einer namhaften Bes
serung des Gesundheitszustands, welche einem Fallabschluss entgegenstehen würde, eine massgebliche Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit zu verstehen sei, und dass diese überwiegend wahrscheinlich sein müsse
(Urk.
8 S. 3).
Die Indikation zu einer operativen Entlastung habe
Dr.
D._
,
Facharzt
für Neurologie,
bereits im Oktober 2016 gestellt
(Urk. 9/
63), weshalb sie nun nicht zur Begründung des Vorwurfs eines verfrühten Fallabschlusses geltend gemacht werden könne. Die Physiotherapie habe bisher nicht zu einer namhaften Besserung geführt, weshalb eine solche auch nicht für die Zukunft zu erwarten sei. Sodann ergebe sich auch aus dem Wortlaut der B
eurteilungen keine überwie
gende
Wahrscheinlichkeit einer namhaften Besserung
. Dafür sprächen auch die völlig unterschiedlichen Therapievorschläge der verschiedenen Ärzte
(
Urk.
9/99 und
Urk.
9/101
).
Mithin sei der Fallabschluss zulässig gewesen.
Ferner
sei die
30%ie
Arbeitsunfähigkeit
aufgrund der effektiven Arbeitssituation attestiert wor
den (
Urk.
8 S. 3-4). Hingegen sei relativ kurz nach dem Unfall prognostisch von der Möglichkeit zur baldigen Steigerung der Arbeitsfähigkeit ausgegangen wor
den. Vor diesem Hintergrund sei
der
vom Kreisarzt auf rund fünf Monate nach dem Unfall festgelegte
Beginn der
100%ige
n
Arbeitsfähigkeit nicht zu beanstan
den
(Urk.
8 S. 4-5). Trotz ärztlicher Behandlung habe seit dem 1
4.
März 2016 keine Reduktion der attestierten
Arbeitsunfähigkeit
mehr stattgefunden
. Das bio
mechanische Unfallgutachten äussere sich nicht zum Eintreten des Endzustandes, sondern zur natürlichen Unfallkausalität, welche auch der Kreisarzt bejaht habe
(Urk.
8 S. 5
,
Urk.
9/68
).
Zu den Berichten der
Klinik E._
(Urk.
12/1-3) hielt sie fest, darin seien keine neuen medizinischen Fakten enthalten. Vielmehr seien die degenerativen Veränderungen bereits bekannt gewesen
(Urk.
16).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte in seiner Beschwerde vor,
im Gesundheitsfall wäre er zu mehr als 100
%
arbeitstätig, aufgrund des Unfalls könne er aber nur zu 70 % arbeiten
(Urk.
1 S. 3). Er habe vor dem Unfall keine gesundheitlichen Prob
leme gehabt und nicht um die degenerativen Veränderungen im Bereich der
HWS
gewusst
.
Der Kreisarzt habe ihn nie persönlich untersucht und seinen kurzen Stel
lungnahmen sei keine Begründung zu entnehmen. Nach seiner persönlichen Vor
stellung habe der Kreisarzt ihn
zu Dr.
D._
über
wiesen, welcher die Unfallkausa
lität bejaht habe
(Urk.
1 S. 4).
Der Kreisarzt sei in seiner Beurteilung vom
2.
Dezember 2016 nicht auf den Bericht von
Dr.
D._
vom 1
2.
Oktober 2016 ein
gegangen
. Im Gegensatz zum Kreisarzt hätten die behandelnden Ärzte die von ihnen attestierte
Arbeitsunfähigkeit
begründet
. Eine weitere Verbesserung sei durch die von Dr.
D._
vorgeschlagene Nervenwurzelblockade C7 links zu erwarten
(Urk.
1 S. 5).
Dr.
D._
schlage auch am 11. Mai 2017 (
Urk.
3/3) erneut therapeutische Massnahmen vor und erhoffe sich dadurch eine wesentliche Ver
besserung der Beschwerdesituation
. Sodann seien seine Beschwerden gemäss dem von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebenen biomechanischen Gutachten
vom 1
8.
Januar 2017 durch die Kollisionseinwirkung
eher erklärbar und die
vor
bestehenden
degenerativen Veränderungen seien ohne Krankheitswert
. Im Zeit
punkt des Fallabschlusses sei offensichtlich noch kein Endzustand erreicht gewe
sen
(Urk.
1 S. 6).
Er habe seinen ganzen Einsatz geben müssen, um rasch wieder zu 70
%
arbeiten zu können. Entsprechend schnell habe (einzig) die Beschwerde
gegnerin eine 100%ige Arbeitsfähigkeit gefordert,
währenddem
die behandelnden Ärzte ihm weiterhin eine 30%ige
Arbeitsunfähigkeit
attestiert hätten
(Urk.
1 S. 6-7
,
Urk.
3/4
). Auch
der
Chiropraktor
F._
gehe in seinem Bericht vom 1
5.
Mai 2017
(Urk.
3/5) von einer heckkollisionsbedingten Überbelastung aus
(Urk.
1 S. 7).
Im weiteren Verlauf reichte der Beschwerdeführer Berichte der
Klinik E._
ein, wonach er an einem Bandscheibenvorfall
auf der Höhe der Halswirbelkörper (
HW
K
)
6/7 leide, welcher bereits zu
osteochondrotischen
Veränderungen in die
sem Segment geführt habe
(Urk.
11 und
Urk.
12/1-3).
3.
3.1
Nach dem Unfall vom 2
0.
Februar 2016 suchte der Beschwerdeführer gleichen
tags die Interdisziplinäre Notfallstation des
A._
auf. Die dort vorgenommene Röntgen-Untersuchung der HWS zeigte keine Anzeichen einer
ossären
Läsion sowie eine regelrechte Stellung
(Urk. 9/
6 S. 2). Die Ärzte diagnostizierten ein HWS-Distorsionstrauma
(Urk. 9/
6 S. 1) nach Grad 1 der Quebec Task Force (QTF)-Klassifikation
(Urk. 9/
7 S. 3). Sie gaben an, eine Stunde nach dem Unfall seien Kopf- und Nackenschmerzen, Schwindel sowie S
eh
störungen aufgetreten
(Urk. 9/
7 S. 2).
3.2
In der MRT-Untersuchung der HWS vom 2
5.
Februar 2016 war
en
keine frische Fraktur sowie kein Anhalt für eine Bandläsion zu sehen. Es fanden sich degene
rative Veränderungen der unteren HWS mit parti
e
ll aktivierter Osteochondrose C6/7 sowie einer kleinen Diskushernie bei C5/6 rechts
intraforaminal
ohne Neu
rokompression und paramedial links bei C6/7 mit Verlagerung der C7 Wurzel und Pelottierung des Myelons
(Urk. 9/
43 S. 1
).
3.3
Gemäss dem
Bericht von
Dr.
B._
vom
9.
März 2016
fanden
alle ein bis zwei Wochen Konsultationen statt. Die Behandlungsdauer sei noch ungewiss. Es sei eine gewisse Besserung mit gebesserter Beweglichkeit eingetreten
. Die Wieder
aufnahme der Arbeit zu 70
%
sei ab dem 1
4.
März 2016 vorgesehen
(Urk. 9/
15).
Am
3.
Mai 2016 beurteilte er die Prognose als günstig und kreuzte an, es sei kein bleibender Nachteil zu erwarten
(Urk. 9/
38 S. 1).
3.4
Dr.
G._
,
Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation, nannte in ihrem Bericht vom 1
8.
April 2016 die Diagnosen eines
zervikospondy
logenen
Schmerzsyndroms links bei Status nach Autounfall am 20. Februar 2016 sowie degenerative
r
Veränderungen gemäss MRI vom 25. Februar 201
6.
In der Untersuchung seien eine deutliche muskuläre
Dysbalance
und eine Haltungs
insuffizienz aufgefallen
. Ferner beschrieb sie Blockierungen der kleinen Wirbel
gelenke der
Brustwirbelsäule
(BWS;
Urk. 9/
35 S. 1).
Vorgesehen seien eine manuelle Behandlung der
BWS
sowie die Fortführung der begonnenen Physio
therapie mit Muskelaufbau. Bei Beschwerdepersistenz seien auch Infiltrationen möglich. Die
Arbeitsunfähigkeit
sei zu 30
%
weiterzuführen bis zur Wiedervor
stellung am 2
8.
April 2016
(Urk. 9/
35 S. 2).
3.5
Dr.
H._
,
Facharzt
für Innere Medizin, führte im Unter
suchungsbericht vom 2
0.
April 2016 aus, aufgrund der Anamnese, der vorhan
denen Unterlagen sowie seiner eigenen Untersuchung bestehe zurzeit eine 70%ige Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf als Koch. Unter Weiterführung der Phy
siotherapie erwarte er in einem Zeitraum von drei bis vier Wochen eine weitere Verbesserung, sodass danach mit einer 100%igen Arbeitsfähigkeit gerechnet wer
den könne
(Urk. 9/
36).
3.6
Dr.
I._
,
Facharzt
für
Rheumatologie,
Physikalische Medizin und Rehabilitation, berichtete am 1
9.
Mai 2016, beim Beschwerdeführer habe im Bereich der HWS bei degenerativen Veränderungen und
bei
im Beruf als Koch konsekutiver Mehrbelastung der oberen HWS ein langjähriger Vorzustand bestanden. Dazu passend habe früher eine Migränesymptomatik
vorgelegen,
mit damals auch MRI des Kopfes. Im Rahmen des Unfallereignisses sei es nun zu einer Dekompensation mit symptomatischen Zervikalgien gekommen, wobei sich bild
gebend keine traumatischen Läsionen gefunden hätten. Die Hauptbeschwerden im Bereich der oberen HWS linksbetont seien
vor allem
durch segmentale Dys
funktionen bedingt. Bei dem
vorhandenen
Vorzustand werde es einige Zeit benötigen, bis sich das Zustandsbild wieder komplett beruhigt habe
n werde
. Die physiotherapeutischen Massnahmen seien fortzuführen. Die
Arbeitsunfähigkeit
von 30
%
würde er noch
für
ein bis zwei Monate belassen und dann langsam weiter reduzieren
(Urk. 9/
62 S. 2
-3
).
3.7
Am 2
2.
August 2016 gab der Beschwerdeführer an, er verspüre eine Besserung des unfallbedingten Gesundheitszustands
(Urk. 9/
51 S. 1).
Dr.
D._
führte am 12.
Oktober 2016 aus, in den letzten Monaten habe trotz intensiver physiothera
peutischer Behandlung keine relevante Besserung mehr erzielt werden können. Er schlage deshalb eine gezielte Nervenwurzelblockade C7 links vor. Falls auch damit keine anhaltende Besserung erzielt werden könne, wäre eine operative Ent
lastung zu diskutieren. Weiter hielt er fest, die Beschwerdeschilderung durch den Beschwerdeführer passe zum radiologischen Befund. Aufgrund der eindeutigen zeitlichen Korrelation mit dem Unfall sei die aktuelle
zervikoradikuläre
Proble
matik als direkte Unfallfolge zu sehen
(Urk. 9/
63 S. 1).
3.
8
Kreisarzt
Dr.
C._
gab am
2.
Dezember 2016
an, es seien keine organi
schen
oder
strukturellen nachweisbaren
Unfallfolgen vorhanden. Bezüglich der unfallkausalen Beschwerden sei der Endzustand erreicht
(Urk. 9/
68). Bereits am
1
2.
Juli 2016
sowie am 3
0.
August 2016 hatte er angegeben, der Status quo sine sei am 2
0.
August 2016 erreicht gewesen
(Urk. 9/
41 und
Urk.
9/53).
3.9
Am 1
6.
März 2017 führte
Dr.
B._
aus, die vorbestehenden degenerativen Veränderungen der HWS hätten den Verlauf sicherlich ungünstig beeinflusst. Dass der Beschwerdeführer seine Arbeit frühzeitig wieder zu 70
%
aufgenommen
habe, sei prognostisch günstig zu werten. Allerdings sei die Möglichkeit von Unterbrüchen vorzusehen. Da die Beschwerden nun
seit
ein
em
Jahr
bestünden, sei eine stationäre Rehabilitation zu diskutieren
(Urk. 9/
95 S. 2).
Am 1
7.
Mai 2017 bestätigte er die Unfallkausalität der Beschwerden
(Urk. 3/
4).
3.10
Dr.
D._
berichtete am 1
1.
Mai 2017, der Beschwerdeführer sei weiterhin stark beeinträchtigt durch das zervikoradikuläre Reizsyndrom C7 links. Da es in den letzten Monaten nicht zu einer relevanten Besserung gekommen sei, sei die Indi
kation zur
periradikulären
Infiltration gegeben. Bei ungenügendem Ansprechen sei die operative Entlastung anzustreben. Aus Angst vor Komplikationen wolle der Beschwerdeführer vorderhand die konservative Therapie fortsetzen
(Urk.
3/3).
3.11
Der behandelnde Chiropraktor hielt in seinem Bericht vom 1
5.
Mai 2017 fest, der Beschwerdeführer sei vor dem Unfall beschwerdefrei gewesen. Bezüglich der Beschwerden müsse von einer heckkollisionsbedingten Überbelastung des
zer
vikodorsalen
Übergangs linksdominant ausgegangen werden
mit entsprechender Reizung der C7-Nervenwurzel mit Ausstrahlungen in den linken Arm
(Urk.
3/5).
3.12
Die Ärzte der
Klinik
E._
führten am 2
4.
Oktober 2017 aus, im extern durchgeführten MRI zeige sich ein mediolateraler Bandscheibenvorfall HW
K
6/7 auf der linken Seite mit osteochondrotischen Veränderungen in diesem Segment und passend zu einer Kompression der Wurzel C7 links. Es sei eine
I
nfiltration der Wurzel C7 links durchzuführen und über eine chirurgische Dekompression der Nervenwurzel nachzudenken, falls die Infiltration keinen nachhaltigen Erfolg bringen werde
(Urk.
12/1 S. 2).
Am
1.
November 2017 wurde die entsprechende Infiltration laut dem gleichentags verfassten Bericht der
Klinik
E._
durch
geführt
(Urk.
12/2). Am 1
5.
November 2017 berichtete
n die Ärzte der
Klinik
E._
, der Beschwerdeführer habe bezüglich der
Brachialgie
um 50
%
auf die Wurzelinfiltration angesprochen, bezüglich der Zervikalgien aber nicht
(Urk.
12/3 S. 1).
Die nochmalige Durchsicht des MRI habe ergeben, dass keine sichere Kom
pression der Wurzel C7 links bestehe. Es würden weitere Abklärungen durchge
führt. Es bestehe allenfalls eine äusserst relative Operationsindikation. Sie könn
ten aktuell nicht zu einer Operation raten
(Urk.
12/3 S. 2).
4.
4.1
Zunächst ist zu prüfen, ob beim Beschwerdeführer organisch nachweisbare Unfallfolgeschäden bestehen (vgl. vorstehende E. 1.
4
und E. 1.5). Der Beschwer
deführer erlitt beim Unfall eine HWS-Distorsion
ersten
(Urk. 9/
7 S. 3) oder maxi
mal
zweiten Grades (Urk.
9/16 S. 3
)
. Die bild
gebenden Untersuchungen ergaben keinen Anhalt für
frische
ossäre Läsionen
oder eine Bandläsion
, jedoch zeigte
n
sich
degenerative Veränderungen der unteren HWS mit
partiell
aktivierter
Osteochondrose
C6/7 sowie
je
einer kleinen Diskushernie bei C5/6 rechts
ohne Neurokompression und links bei C6/7 mit Verlagerung der C7 Wurzel und
Pelot
tierung
des
Myelons
(
Urk.
9/6 S. 2 und
Urk.
9/43 S. 1)
.
Die Schlussfolgerung von Dr.
C._
,
es seien keine organischen, strukturell nachweisbaren
unfallbe
dingte
n Beschwerden vorhanden
(Urk.
9/68
), steht in Einklang mit den Akten. Die
nach dem Unfall vorgefundenen Veränderungen der unteren
HWS
mit
Osteochondrose
und
Diskushernie
n wurden von verschiedensten Ärzten als degenerativ respektive vorbestehend beurteilt
(Urk. 9/
43 S. 1,
Urk.
9/35 S. 1,
Urk.
9/62 S. 2-3,
Urk.
9/95 S. 2
).
Dr.
I._
erläuterte in überzeugender Weise, dass
aufgrund des Berufs als Koch die obere HWS mehrbelastet worden sei, wobei die früher bestehende und im September 2014 mittels einer MRI-Untersuchung des Schädels abgeklärte Migränesymptomatik
(vgl.
Urk.
9/94)
zu den degenera
tiven Veränderungen an der oberen HWS passe
(Urk. 9/
62 S. 2).
Die im Anschluss an den Unfall vorgenommene neurologische Untersuchung ergab unauffällige Resultate
(Urk. 9/
7 S. 2). Im Übrigen
fielen Dr.
G._
rund zwei Monate nach dem Unfall eine deutliche muskuläre Dysbalance und eine Haltungsinsuffizienz auf
(Urk. 9/
35 S. 1).
K
lin
ische Befunde wie
Verhärtungen und Verspannungen der Muskulatur, Druckdolenzen im Nacken, Einschränkungen der HWS-Beweglichkeit sowie Nackenverspannungen bei Streckhaltung der
HWS
können rechtspre
chungsgemäss für sich allein ebenso wenig wi
e Schmerzen als klar aus
ge
wiesenes organisches Substrat der Beschwerden qualifiziert werden (Urteil des Bundesgerichts
8C_721/2008 vom 24. April 2009
E. 4.2 mit Hinweisen).
Sodann ist eine Diskushernie rechtsprechun
gsgemäss nur bei einem Unfaller
eignis von besonderer Schwere als weitgehend unfallbedingt zu betrachten und eine trau
matische Verschlimmerung ei
nes klinisch stummen degenerati
ven Vorzustandes an der Wirbelsäule ist in der Regel nach sechs bis neun Monaten, spätestens aber nach einem Jahr, als abgeschlossen zu betrachten (
Urteile des Bundesgerichts 8C
_346/2008 vom 11. November 2008 E. 3.2.1-3.2.3, 8C_151/2012 vom 12. Juli 2012 E. 4,
8C_765/2014 vom 9. Februar 2015 E. 6.1, je mit Hin
weisen).
Nach dem Gesagten
hatte
der Unfall keine eigentliche strukturelle Läsion zur Folge und bezüglich der Unfallfolgen
war rechtsprechungsgemäss sowie entspre
chend der kreisärztlichen Beurteilung im August 2016
(Urk. 9/
41 und
Urk.
9/53),
spätestens
aber im Februar 2017,
der Status quo sine eingetreten.
Mithin bestan
den im Zeitpunkt des Fallabschlusses im Februar 2017
per 1. März 2017
keine objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen mehr, bei welchen der adä
quate Kausalzusammenhang in der Regel ohne Weiteres zu bejahen wäre (vgl. E.
1.4 vorstehend). Vor dem Hintergrund der geschilderten Rechtsprechung können solche auch nicht aus dem Bericht von
Dr.
D._
vom 1
2.
Oktober 2016
abgeleitet werden, welcher die Unfallkausalität der
zervikoradikulären
Proble
matik bejahte
(Urk. 9/
63 S. 1, vgl. auch
Urk.
1 S. 4-5).
Ebenso wenig hätte eine persönliche Untersuchung durch den Kreisarzt (vgl. den Einwand in
Urk.
1 S. 4) etwas am Resultat geändert, da der Fallabschluss schliesslich erst ein Jahr nach dem Unfall erfolgte, und zu diesem Zeitpunkt bei dem - auch wenn klinisch stummen - beim Beschwerdeführer vorhandenen degenerativen Vorzustand rechtsprechungsge
mäss ohne Weiteres von einem Status quo sine ausgegangen werden durfte.
Laut dem
biomechanische
n
Gutachten vom 1
8.
Januar 2017, auf welches sich der Beschwerdeführer beruft
(Urk.
1 S. 6),
sind
zwar die beim Beschwerdeführer fest
gestellten Beschwerden und Befunde durch die Kollisions
einwirkung eher erklär
bar
;
diese
Beurteilung
bezieht
sich
indes
auf
die Situation während
ungefähr ein
es
halbe
n
Jahr
es
nach dem Unfall
(Urk. 9/
7
8
S.
3).
Folglich
können die im
Ent
scheidzeitpunkt
noch geklagten Beschwerden nicht mit einer
unfallbedingten
strukturellen Läsion erklärt werden
, so
dass
bezüglich des Bestehen
s
eines
rechts
genüg
lichen
Kausalzusammenhangs praxisgemäss
die Adäqua
nz
zu prüfen ist (vorstehend E.
1.
5
).
Da nach dem Unfall einhellig ein HWS-Distorsionstrauma
(Urk. 9/
6 S. 1) respektive ein zervikozephales Beschleu
nigungs
trauma
(Urk. 9/
15 S. 1) diagnostiziert wurde und keine psychische Fehlentwicklung im Vordergrund steht,
ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die adäquate Kau
salität nach der
Schleudertrauma-Praxis
geprüft
hat (vgl.
Urk.
2 S. 8 ff.)
.
4.2
Der Beschwerdeführer brachte in seiner Beschwerde vor,
er habe vor dem Unfall keine gesundheitlichen Probleme gehabt
(Urk.
1 S. 4)
.
Die Bejahung der Unfall
kausalität der vorhandenen Beschwerden durch den Chiropraktor
(Urk.
3/5, vgl. den Einwand in Urk. 1 S. 7)
sowie durch
Dr.
D._
(Urk. 9/
63 S. 1, vgl. auch Urk. 1 S. 4)
basiert ebenfalls auf dieser Gegebenheit.
Diesbezüglich ist darauf hinzuwei
sen,
dass aus dem Fehlen einer gesundheitlichen Beeinträchtigung vor dem Unfall praxisgemäss (BGE 119 V 335 und Urteil des Bundesgericht
s 8C_614/2007 vom 10. Juli 2008
E. 4.1.2 mit Hinweisen auf neuere Entscheide) nicht auf die Unfall
kausalität von hernach aufge
tre
tenen Beschwerden geschlossen werden kann (Formel „
post
hoc ergo
propter
hoc“).
4.3
Am 1
1.
Januar 2018 bringt der Beschwerdeführer vor, es sei nun neu von einem Bandscheibenvorfall die Rede, welcher seine Beschwerden seit dem Unfallereignis plausibilisiere
(Urk.
11, unter Beilage von
Urk.
12/1-3).
Dieser Einwand
geht fehl
, nachdem bereits unmittelbar nach dem Unfall
eine linksseitige Diskushernie bei C6/7 respektive HWK6/7
beschrieben wurde
(Urk. 9/
43 S. 1,
Urk.
9/62 S. 2)
4.
4
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorübergehen
den Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine
Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärzt
lichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der ver
sicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmass
nahmen der Invalidenversicherung abgeschl
ossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2
UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2.
Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
In diesem Zeit
punkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2.
Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits
fähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist
. Die Verwendung des Begriffes «
namhaft
»
in Art.
19 Abs.
1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art.
10 Abs.
1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglich
keit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen
–
wie etwa einer Badekur
–
zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durch
führung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicher
ten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beur
teilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2.
Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbes
ondere
auf BGE
134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_6
39/2014 vom 2. Dezember 2014 E.
3).
Im Zeitpunkt des Fallabschlusses
per
1.
März 2017
(Urk. 9/
87 S. 1)
lagen
nach dem in vorstehenden Erwägungen Gesagten
keine u
nfallkausalen somatischen Beein
trächtigungen mehr vor.
Die von den behandelnden Ärzten noch attestierte
Arbeitsunfähigkeit
von 30
%
besteht seit dem 1
4.
März 2016, also seit rund drei Wochen nach dem Unfall. Im Zeitpunkt des Fallabschlusses war die attestierte
Arbeitsunfähigkeit
bereits seit fast einem Jahr konstant. Der behandelnde
Chiropraktor
, der Hausarzt
sowie der Neurologe unterbreiteten zwar noch Therapievor
schläge, erwähnten aber nicht, dass dadurch die Arbeitsfähigkeit gesteigert wer
den könne
(
Urk.
3/3,
Urk.
3/5 und
Urk.
9/95 S. 2)
.
Im April und Mai 2016 hinge
gen
war
die Prognose noch als günstig beurteilt
worden
und es wurde
damals
mit einer baldigen Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 100
%
gerechnet, nicht hinge
gen mit bleibenden Nachteilen (
Urk.
9/36,
Urk. 9/
38 S. 1,
Urk.
9/62 S. 3).
Im Oktober 2016 beziehungsweise im Mai 2017 berichtete
Dr.
D._
indes, in den jeweils vorangegangenen Monaten sei es nicht zu einer relevanten Besserung gekommen
(Urk. 9/
63 S. 1,
Urk.
3/3). Nach derart langer Dauer der Stagnation trotz ursprünglich
beziehungsweise von Beginn an
guter Prognose ist
nicht mehr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit - wie dies erforderlich wäre (Urteil des Bundesgerichts 8C_346/2010 vom 2
1.
Juli 2010 E. 2.2) - mit einer namhaften Besserung zu rechnen. Insoweit ist die Stellungnahme des Kreisarztes, wonach der Endzustand erreicht sei
(Urk. 9/
68
), schlüssig.
Daran vermag die Empfehlung des Chiropraktors zu weiteren manuellen, physikalischen und Neuroreflexthera
pien
(Urk.
3/5) nichts zu ändern, zumal die regelmässige Physiotherapie bisher nicht zu einer relevanten Besserung geführt hatte
(Urk. 9/
63 S. 1,
Urk.
3/3).
Dass noch weitere Therapieoptionen in Form von Infiltrationen und einer Operation offenstanden
(Urk.
3/3), steht einem Fallabschluss ebenfalls nicht entgegen. Denn es handelt sich um dieselben Möglichkeiten, wie
Dr.
D._
sie bereits im Oktober 2016 aufgezeigt hatte
(Urk. 9/
63 S. 1).
Auf die Möglichkeit von Infiltrationen im Falle von Beschwerdepersistenz hatte ferner bereits am 1
8.
April 2016
Dr.
G._
hingewiesen
(Urk. 9/
35 S. 2).
Abgesehen davon, dass
Dr.
D._
keine Möglichkeit der anschliessenden Erhöhung des Arbeitspensums erwähnte, ist auch aufgrund dessen, dass der Beschwerdeführer sich von Oktober 2016 bis Mai 2017 nicht zu einer solchen Behandlung entschied
, eine namhafte Besserung dadurch höchstens als möglich zu erachten.
Nach dem Gesagten ist der Zeitpunkt des Fallabschlusses nicht zu beanstanden.
4.
5
Einfache Auffahrkollisionen auf ein haltendes Fahr
zeug werden grundsätz
lich zu den mittelschweren im Grenzbereich zu den leichten Unfällen gezählt (Alexandra
Rumo-Jungo
, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum UVG, 4. Aufl., Zürich 2012, S. 64). Um ein derartiges Unfallereignis handelte es sich hier. Der Perso
nenwagen, in welchem der Beschwerdeführer sass,
stand still
, als das nachfol
gende Fahrzeug von hinten darauf auffuhr
. Die stossbedingte Geschwindigkeits
änderung (Delta
-
v) des Fahrzeugs des Beschwerdeführers betrug in Fahrtrichtung circa 10 bis 14 km/h
(Urk.
9/70
S.
5
,
Urk.
9/78 S. 2
)
und befindet sich somit eben
falls innerhalb eines Bereichs, welcher zu einem mittelschweren Unfall
ereignis
im Grenzbereich zu den leichten Unfällen passt (Urteil des Bundesgerichts 8C_252/2007 vom 1
6.
Mai 2008 E. 6.2).
Die Prüfung der einzelnen Adäquanz
kriterien im
Einspracheentscheid
(Urk. 2 S. 1
0
Ziff.
4.3.4) ist kor
rekt und wurde vom Beschwerdeführer zu Recht nicht beanstandet
; es kann darauf verwiesen werden
. Damit fehlt es an der Adäquanz eines Kausalzu
sammenhangs zwischen dem Unfall
ereignis vom
20. Februar 2016
und den über den Fallabschluss hinaus geklagten, im Sinne der Rechtsprechung o
rganisch nicht hinreichend nach
weis
baren Beschwerden
sowie der Diskushernien, bezüglich welcher der Status quo sine eingetreten ist
.
Somit lagen im Zeitpunkt des Fallabschlusses keine
adäquat kausalen
Unfallfolgen mehr vor, weshalb keine weitergehende Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin mehr besteht.
4.
6
Vor diesem Hintergrund kommt es weder auf das hypothetische Arbeitspensum im Gesundheitsfall (vgl. den Einwand in
Urk.
1 S. 3) noch auf das Mass der effektiven Arbeitsfähigkeit an (vgl.
Urk.
1 S. 6-7).
Denn eine allfällige weiterbe
stehende
Arbeitsunfähigkeit
ist nicht als adäquat kausal zum Unfall zu sehen (E.
4.
5
vorstehend).
Der angefochtene Einspracheentscheid erweist sich deshalb als zutreffend, womit die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.