Decision ID: b0901ded-14c1-4a03-b3f0-056016aa43e7
Year: 2014
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso Glavas, Haus zur alten Dorfbank,
9313 Muolen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente / berufliche Massnahmen
Sachverhalt:
A.
A.a A._, geboren 19_, meldete sich am 14. September 2001 erstmals zum Bezug
von Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-act. 10). Aufgrund der im Rahmen der
medizinischen Abklärungen festgestellten Hörbehinderung sprach die IV-Stelle dem
Versicherten die Kostenübernahme für Hörgeräte zu (IV-act. 9). Am 16. Januar 2006
meldete sich der Versicherte erneut zum Leistungsbezug an (IV-act. 14). Seit einem
Arbeitsunfall am 11. November 2004, wobei ihm beim Öffnen einer Blache ein Stück
Holz ins Gesicht geflogen ist (vgl. Unfallmeldung an die SUVA, Fremdakten G 4.2),
klagte er über diverse gesundheitliche Beschwerden. Insbesondere gab er an, an einer
Sehstörung mit Gesichtsfeldeinschränkung sowie an multilokulären Schmerzen (Kopf,
Rücken, Schultern, Handgelenke beidseits, Sprungelenk rechts) zu leiden. Gemäss
einem ABI-Gutachten vom 12. März 2007 konnten anlässlich der polydisziplinären
Begutachtung des Versicherten keine objektiven Befunde erhoben werden, welche die
Arbeitsfähigkeit als Lastwagenchauffeur oder für eine andere Tätigkeit eingeschränkt
hätten (IV-act. 63). Mit einer Verfügung vom 10. September 2007 wies die IV-Stelle
einen Rentenanspruch des Versicherten ab, wogegen der Versicherte Beschwerde
erheben liess. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wies das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit einem Entscheid vom 12. Januar 2009
die Angelegenheit zur weiteren medizinischen Abklärung an die IV-Stelle zurück. Es
wurde festgehalten, dass bezüglich der Sehstörung ärztliche Stellungnahmen vorlägen,
aufgrund welcher an der Einschätzung der ABI-Gutachter gezweifelt werden müsse.
Die diesbezügliche medizinische Aktenlage genüge nicht, um die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers überwiegend wahrscheinlich festzulegen (IV-act. 107).
A.b Nach Rücksprache mit dem ABI veranlasste der Regionale Ärztliche Dienst der IV-
Stelle (RAD) eine polydisziplinäre Verlaufsbegutachtung. Am 1. September 2009 wurde
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der Versicherte im ABI untersucht. Gemäss dem entsprechenden Gutachten vom
2. Februar 2010 nannte der psychiatrische Gutachter als Diagnosen eine leichte
depressive Episode sowie eine Somatisierungsstörung. Er hielt fest, gegenüber dem
Vorgutachten von 2007 bestünden aktuell deutliche psychosoziale und emotionale
Belastungsfaktoren, welche mit den somatisch nicht hinreichend objektivierbaren Be
schwerden die Diagnose einer Somatisierungsstörung begründeten. Zudem bestünden
depressive Symptome (mit depressiven Verstimmungen, Konzentrationsstörungen,
erhöhter Ermüdbarkeit mit Antriebsstörung und Schlafstörungen), die genügend
ausgeprägt seien für die Diagnose einer zusätzlichen leichten depressiven Episode.
Damals habe lediglich eine Symptomausweitung (Schmerzverarbeitungsstörung)
diagnostiziert werden können. Die psychosozialen und emotionalen Belastungen
führten zu einer Verstärkung der psychischen Störungen, seien aber als solche
krankheitsfremd, was bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt werden
müsse. Der Versicherte befinde sich in psychotherapeutischer Behandlung und erhalte
antidepressive Medikation. Durch die leichte depressive Episode und die
Somatisierungsstörung bestehe eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20%. Eine
schwere psychische Störung liege nicht vor. Der Versicherte sei nicht suizidal und leide
nicht unter schweren Konzentrationsstörungen. Hinweise auf einen therapeutisch nicht
mehr beeinflussbaren innerseelischen Verlauf seien nicht vorhanden. Die komplexen
Ich-Funktionen seien nicht schwer gestört und es bestünden keine auffälligen
Persönlichkeitszüge für die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung. Daher könne es
dem Versicherten trotz der geklagten Beschwerden aus psychiatrischer Sicht
zugemutet werden, in einer körperlich leidensangepassten Tätigkeit 80% zu arbeiten.
In neurologischer Sicht konnten entsprechend dem Vorgutachten auch aktuell keine
wesentlichen objektivierbaren Befunde, welche die vom Versicherten angegebenen
Beschwerden erklären würden, gefunden werden. Der neurologische Gutachter hielt
fest, es bestehe eine erhebliche Diskrepanz zwischen den berichteten
Einschränkungen im alltäglichen Leben und den in der Untersuchungssituation
nachvollziehbaren funktionellen Einschränkungen. Der Versicherte sei aus
neurologischer Sicht für leichte, mittelschwere und intermittierend auch schwere
körperlich belastende Tätigkeiten vollständig arbeitsfähig. Die angestammte Tätigkeit
als Lastwagenchauffeur sei eine Tätigkeit mit einem Gefahrenbereich, so dass er diese
nicht ausführen sollte, wenn er sich dazu nicht fähig fühle. Der ophthalmologische Gut
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achter hielt in seiner Beurteilung fest, dass die vom Versicherten angegebene hoch
gradige, konzentrische Gesichtsfeldeinschränkung nicht plausibel sei. Der Versicherte
habe sich frei und sicher im abgedunkelten Raum bewegt, er habe zielsicher nach an
gebotenen Gegenständen gegriffen und er habe zügig einen Text in Zeitschriftengrösse
gelesen. Aufgrund der intakten Befunde der gesamten Netzhaut und des
Sehnervenkopfs sowie der Pupillenmotorik müsse beim Versicherten von einem
intakten Gesichtsfeld ausgegangen werden. Ähnliches gelte für die Augenmotilität.
Damit habe sich im Vergleich zum Vorgutachten keine Befundänderung ergeben. Aus
ophthalmologischer Sicht hätten keine Diagnosen erhoben werden können, die eine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit verursachten. In der Gesamtbeurteilung hielten die
Gutachter fest, dass weder aus neurologischer noch aus ophthalmologischer oder
allgemeininternistischer Sicht Befunde oder Diagnosen vorlägen, welche die
Arbeitsfähigkeit des Versicherten in einer körperlich leichten und mittelschweren,
intermittierend auch schweren Tätigkeit einschränkten. In psychiatrischer Sicht habe
sich der Gesundheitszustand des Versicherten im Vergleich zum Vorgutachten
leichtgradig verschlechtert. Die leichte depressive Episode und die
Somatisierungsstörung wirkten sich leichtgradig auf die Leistungsfähigkeit des
Versicherten aus. Bezogen auf eine ganztägige Erwerbstätigkeit resultiere hierdurch
eine Leistungseinbusse von 20%. Betreffend die Selbsteinschätzung des Versicherten,
welcher sich aufgrund der angegebenen Visusstörung zu 100% arbeitsunfähig sah,
verwiesen die Gutachter auf zahlreiche, teilweise erhebliche Diskrepanzen und
Inkonsistenzen. Sie beurteilten das Verhalten des Versicherten und die von ihm
anlässlich der aktuellen Untersuchung gemachten Angaben als erhebliche Aggravation
(vgl. IV-act. 132).
A.c Mit einer Verfügung vom 17. September 2010 wies die IV-Stelle einen Anspruch
auf berufliche Massnahmen ab. Zur Begründung führte sie an, die medizinische
Abklärung habe eine 80%ige Arbeitsfähigkeit ergeben. Da sich der Versicherte jedoch
nicht entsprechend arbeitsfähig und in den Arbeitsmarkt integrierbar fühle, seien
weitere Massnahmen in Form von Arbeitsvermittlung nicht erfolgsversprechend (IV-act.
149).
A.d Der Versicherte reichte der IV-Stelle diverse medizinische Berichte des Neuro
logischen Zentrums B._ zu Handen des Hausarztes ein. Im jüngsten Bericht vom 28.
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Juni 2010 hatte die behandelnde Neurologin, Dr. med. C._, Spezialärztin Neurologie
FMH, betreffend die vom Beschwerdeführer geklagten Hand-, Schulter- und
Beinbeschwerden berichtet, dass sich die elektrophysiologischen Befunde gegenüber
der Voruntersuchung nochmals reproduzieren liessen. Es bestünden weiterhin die
Diskrepanzen der motorischen Neurographien. Eine präganglionäre sensible
Schädigung oder eine Schädigung im Rückenmark habe sich kernspintomografisch
nicht nachweisen lassen. Rein von der Klinik her sei diese Lokalisation am
wahrscheinlichsten. Wegen der Verdeutlichungsneigung des Versicherten sei eine
genauere klinische Beurteilung jedoch schwierig. Objektiv fände sich ein gesteigerter
Achillessehnenreflex links sowie vermutlich auch rechts, welcher sich nicht durch
Verdeutlichung erklären lasse. Die Neurologin ging trotz einer negativen Bildgebung
von einem zentralbedingten neuropathischen Schmerzsyndrom bei einer
kernspintomografisch nicht fassbaren Myelon-Schädigung leichteren Ausmasses aus
(IV-act. 143, 144). Weiter reichte der Versicherte einen Bericht von Dr. med. D._,
Innere Medizin und Rheumatologie FMH, vom 28. April 2010 ein. Diese hatte
festgehalten, dass sie keine entzündlich-rheumatische Erkrankung oder
richtungsverschlechternde degenerative Erkrankung habe feststellen können. Weder
bestünden Arthritiden oder Sehnenscheidenentzündungen im Bereich der Hände noch
fänden sich Hinweise auf ein Karpaltunnelsyndrom. Auch liege keine
zervikospondylogene oder zervikoradikuläre Symptomatik vor. Ein mässiges
Lumbovertebralsyndrom (verminderte Dorsalextension mit Schmerzangabe) könne gut
durch eine muskuläre Dysbalance bei allgemeiner erheblicher Anspannung
mitverursacht sein. Aus den medizinischen Vorberichten sei beim Versicherten eine
depressive Störung mit Somatisierung bekannt. Das Steifigkeitsgefühl der Hände
könne mit der psychiatrischen Situation zusammenhängen (IV-act. 145). Der RAD hielt
am 17. September 2010 fest, dass sich aus den seit der letzten Begutachtung
eingereichten Berichten keine wesentliche Verschlechterung des
Gesundheitszustandes des Versicherten ergebe. Es werde lediglich klar, dass der
Versicherte weiter versuche, bei den Ärzten seine subjektiven Beschwerden zu
verdeutlichen bzw. zu aggravieren (IV-act. 150).
A.e Mit einem Vorbescheid vom 28. September 2010 stellte die IV-Stelle dem Ver
sicherten die Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht. Zur Begründung erklärte sie,
die gestützt auf das Urteil des Versicherungsgerichts angeordnete Verlaufsbegut
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achtung habe ergeben, dass der Versicherte bis auf schwere Tätigkeiten nach wie vor
uneingeschränkt arbeitsfähig sei und dabei eine Leistungsminderung von höchstens
20% in Kauf nehmen müsse. Aus dem Einkommensvergleich resultiere ein
Invaliditätsgrad von 20%, womit kein Rentenanspruch bestehe (IV-act. 153).
A.f Am 3. November 2010 teilte der Rechtsvertreter des Versicherten mit, dass die
gesamte Situation den Versicherten derart mitgenommen habe, dass er notfallmässig
und stationär in die Psychiatrische Klinik E._ habe eingewiesen werden müssen. Dort
sei vor Verfügungserlass ein Bericht einzuholen (IV-act. 156). Der Rechtsvertreter
reichte der IV-Stelle den Austrittsbericht der Psychiatrischen Klinik E._ vom
24. Februar 2011 ein. Demnach war der Versicherte vom 2. November 2010 bis
18. Februar 2011 hospitalisiert gewesen. Es waren eine mittelgradige depressive
Episode mit somatischem Syndrom und eine Somatisierungsstörung diagnostiziert
worden. Die behandelnden Ärzte hielten fest, dass ihnen der Versicherte wegen
zunehmender psychosozialer Dekompensation bei Ablehnung der IV-Leistungen und
bei fraglicher Suizidalität zugewiesen worden sei. Der psychopathologische Status
habe sich beim Eintritt folgendermassen präsentiert: Wach, allseits orientiert,
Konzentration leicht reduziert, Auffassung unauffällig, im formalen Gedankengang
starkes Grübeln, eingeengt auf Existenzängste und starke Zukunftsängste. Es seien
keine Zwänge, Halluzinationen, Wahnvorstellungen oder Ich-Störungen eruierbar.
Affektiv wirke der Versicherte mittelgradig deprimiert, hoffnungslos, ängstlich und
gereizt. Es bestehe eine leichte innere Unruhe und eine starke Klagsamkeit. Der
Versicherte weise mittelstarke Insuffizienz- und Verarmungsgefühle auf und sei im
Antrieb stark gehemmt. Weiter zeige sich ein starker Rückzug. Es sei eine mittelgradige
verbale Aggressivität gegen Gegenstände eruierbar. Eine akute Selbst- oder
Fremdgefährdung bestehe aber nicht. Im Verlauf der Therapie habe sich der
Versicherte im schützenden Rahmen der Station deutlich entspannt. Er habe Kontakt
mit den Mitpatienten und den Behandelnden aufgenommen und habe immer weniger
von seinen Beschwerden berichtet. Auf die anfangs geplante zusätzliche
antidepressive Medikation sei daher verzichtet worden. Einen Arbeitsversuch in der
geschützten Werkstätte habe der Versicherte abgebrochen, weil er durch den
Lärmpegel massiv in Stress geraten sei. Ein weiterer Versuch in der Gartengruppe sei
ebenfalls erfolglos gewesen. Der Versicherte habe angegeben, keine Kraft in den
Händen zu haben. Zudem habe er Angst, sich aufgrund seiner Sehstörung zu verletzen.
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Auf die Beschäftigungstherapie im Keramikatelier habe sich der Versicherte gut
einlassen können. Er habe die depressiven und körperlichen Symptome als reduziert
wahrgenommen. Da er eine regelmässige Beschäftigung als besonders wichtig
erachtet habe, habe sich der Versicherte für eine Weiterbehandlung in der Tagesklinik
F._ entschieden. Beim Austritt habe folgender Psychostatus vorgelegen: Wach und
allseits orientiert, unter Stress leichte Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, im
formalen Gedankengang leichtes Grübeln über Vergangenheit und Zukunft, keine
Befürchtungen und Zwänge, kein Wahn, keine Sinnestäuschungen, keine Ich-
Störungen, im Affekt leicht ängstlich, mittelstarke Insuffizienzgefühle, keine Störungen
des Antriebs, keine akute Suizidalität oder Fremdgefährdung. Im Zeitpunkt des
Austritts attestierten die behandelnden Ärzte eine Arbeitsfähigkeit von 0% (IV-act.
158-9).
A.g Der Rechtsvertreter liess der IV-Stelle auch einen neuro-otologischen Verlaufs
bericht von Dr. med. G._, Spezialarzt FMH für Otorhinolaryngologie, Hals- und
Gesichtschirurgie, vom 30. September 2010 zukommen. Dr. G._ hatte folgende
Diagnosen gestellt: Status nach Arbeitsunfall vom 11. November 2004 und Treppen
sturz vom 2. Februar 2006 mit Contusio capitis, milder traumatischer Hirnverletzung
und HWS-Abknicktrauma, ein postcommotionelles Syndrom "posttrauma vision"-
Syndrom s. Padula und ein zervikoenzephales Syndrom mit zentral-vestibulärer
Funktionsstörung, visuo-oculomotorischer Funktionsstörung und progredienter
zerviko-proprio-nociceptiver Funktionsstörung (mit mittelgradig reduzierter
neuromuskluärer Leistung der unteren Extremitäten und "drop-attacks"-Gefahr) sowie
eine progrediente hochgradige, pantonale sensori-neurale Schwerhörigkeit beidseits. In
seiner Beurteilung führte Dr. G._ aus, dass sich im Vergleich zu seinem Vorbericht
vom 27. Dezember 2007 stationäre, teilweise progrediente objektive Befunde gezeigt
hätten. Es müsse daher definitiv von objektivierbaren posttraumatischen Beschwerden
des Versicherten ausgegangen werden. Eine Aggravation und/oder Simulation könne
mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden, da der
Versicherten nicht in der Lage sei, die Registrierung dieser Befunde zu beeinflussen.
Die Befunde drückten objektiv den genauen funktionellen Zustand entlang des jeweils
untersuchten Reflexbogens aus (IV-act. 158-2).
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A.h Am 7. März 2011 erstattete die Psychiatrische Klinik E._ der IV-Stelle einen
Bericht betreffend die stationäre Behandlung vom 2. November 2010 bis 18. Februar
2011. Es wurde festgehalten, dass trotz der verbesserten Befunde zum Ende der
Therapie weiterhin von einer anhaltenden Störung (mittelgradige depressive Episode
mit somatischem Syndrom und Somatisierungsstörung) auszugehen sei. Die bisherige
Tätigkeit als Lastwagenchauffeur sei dem Versicherten nicht mehr zumutbar. Eine
andere Tätigkeit könne der Versicherte grundsätzlich ausüben. Beim Abschluss der
Behandlung sei zwar noch keine andere Tätigkeit möglich gewesen, jedoch sei es dem
Versicherten gelungen, über mehrere Wochen regelmässig am
Beschäftigungsprogramm teilzunehmen. Dies habe einen ruhigen Arbeitsplatz mit
leichter manueller Tätigkeit, klarem Arbeitsauftrag, niedrigem Leistungsniveau und mit
entgegengebrachtem Verständnis für die Leiden des Versicherten bedeutet. Die
Beobachtung habe nur im geschützten Rahmen für vier Stunden pro Tag
stattgefunden. Eine Arbeitstätigkeit im engeren Sinn könne noch nicht abgeschätzt
werden (IV-act. 162).
A.i Gemäss einem Bericht von Dr. H._, Fachärztin für Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, vom 12. Mai 2011 befand sich der Versicherte seit dem 24. April
2011 bei ihr in ambulanter Behandlung. Sie hielt fest, der Versicherte leide an einer
mittelgradigen depressiven Episode und einer Somatisierungsstörung. Im Vergleich zur
Untersuchung durch das ABI (September 2009) habe es keine wesentliche
Veränderung der Befunde gegeben. Aktuell sei das depressive Zustandsbild
mittelgradig ausgeprägt. Der Versicherte benötige entsprechende antidepressive
Medikation, um Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit zu vermindern. Aktuell sei er
nicht arbeitsfähig (IV-act. 168).
A.j Der RAD stellte am 30. Mai 2011 fest, dass die Angaben von Dr. H._ wider
sprüchlich seien. Obwohl sie im Vergleich zur ABI-Begutachtung vom gleichen
Gesundheitszustand ausgegangen sei, habe sie dennoch eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit attestiert. Zur Abklärung einer Veränderung des psychiatrischen
Gesundheitszustandes seit dem ABI-Gutachten vom Februar 2010 veranlasste der
RAD eine psychiatrische Verlaufsbegutachtung beim ABI (IV-act. 173).
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A.k Am 26. September 2011 wurde der Versicherte im ABI psychiatrisch untersucht.
Im Gutachten vom 3. November 2011 führte der psychiatrische Sachverständige als
Diagnosen eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode, und
eine Somatisierungsstörung auf. Bei der Befunderhebung gab er an, der Versicherte
habe seine zahlreichen Beschwerden und die damit zusammenhängenden
Einschränkungen dramatisch und ausführlich geschildert. Er habe einen guten
affektiven Kontakt zum Untersucher und zur Dolmetscherin aufgenommen. Die
Stimmung sei herabgesetzt und leicht depressiv gewesen. Die Psychomotorik sei
lebhaft gewesen. Er habe einen Lebensverleider beklagt, habe sich aber klar von
Suizidgedanken und -impulsen distanziert. Der Versicherte habe sich bewusstseinsklar
und allseits orientiert präsentiert. Die Auffassungsgabe und die Konzentrationsfähigkeit
seien nicht eingeschränkt gewesen. Hinweise für Merkfähigkeitsstörungen und
Gedächtnisstörungen hätten sich nicht gefunden. Das Denken sei formal unauffällig
gewesen, inhaltlich hätten die Klagen im Vordergrund gestanden. Es seien keine
Zwänge, wahnhafte Störungen, Sinnestäuschungen, Halluzinationen oder Ich-
Störungen vorhanden gewesen. Es hätten sich keine circadianen Besonderheiten
gefunden. Hinweise für einen ausgeprägten sozialen Rückzug, Aggressivität oder
Selbstschädigung hätten sich nicht gezeigt. Die Realitätsprüfung und Urteilsbildung
seien ungestört gewesen. Hinweise für mangelnde Affektsteuerung und fehlende
Impulskontrolle hätten sich nicht gefunden. Das Selbstwertgefühl sei ausgeglichen
gewesen. Zeichen für eine gestörte Intentionalität oder einen gestörten Antrieb hätten
nicht vorgelegen. In seiner Beurteilung hielt der Gutachter fest, dass die zahlreichen
körperlichen Beschwerden, aufgrund derer sich der Versicherte nicht arbeitsfähig fühle,
durch die verschiedenen somatischen Untersuchungen nicht hinreichend hätten
objektiviert werden können, womit von einer psychischen Überlagerung ausgegangen
werden müsse. Die ausgeprägte subjektive Krankheitsüberzeugung habe zu
erheblichen finanziellen Schwierigkeiten geführt. Der Versicherte klage über immer
neue somatische Symptome, um seine subjektive Krankheitsüberzeugung nach aussen
hin demonstrieren zu können. Neben der Somatisierungsstörung könne auch eine
rezidivierende depressive Störung diagnostiziert werden, die zurzeit leichtgradig
ausgeprägt sei. Das Zustandsbild habe sich seit der letzten psychiatrischen
Begutachtung im ABI vom 1. September 2009 nicht verändert. Es könne nach wie vor
eine Arbeitsunfähigkeit von 20% attestiert werden. Der Verlauf depressiver Störungen
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sei naturgemäss schwankend. Es fänden sich aber keine Hinweise auf eine schwere,
therapieresistente, chronisch verlaufende depressive Störung. Die ausgeprägte sub
jektive Krankheitsüberzeugung lasse sich durch die psychiatrischen Befunde nicht
hinreichend objektivieren. Der Versicherte sei durchaus zu Alltagsaktivitäten in der Lage
und der Bericht der Psychiatrischen Klinik E._ habe gezeigt, dass die depressive
Störung behandelbar sei. Somit sei aus psychiatrischer Sicht nur eine geringgradige
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu attestieren (IV-act. 186). Am 15. November 2011
qualifizierte der RAD das psychiatrische Gutachten als umfassend, konsistent,
nachvollziehbar und in sich widerspruchsfrei (IV-act. 186).
A.l Mit einem neuen Vorbescheid vom 2. Dezember 2011 stellte die IV-Stelle dem
Versicherten die Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht. Sie erklärte, die
neuerlichen medizinischen Abklärungen hätten ergeben, dass sich der
Gesundheitszustand des Versicherten im Vergleich zum Vorgutachten vom Februar
2010 nicht wesentlich verändert habe. Der Versicherte sei in sämtlichen Tätigkeiten zu
80% arbeitsfähig. Damit sei er in der Lage ein rentenausschliessendes Einkommen zu
erzielen (IV-act. 189). Dagegen wendete der Rechtsvertreter des Versicherten am
19. Dezember 2011 ein, dass nicht auf das ABI-Gutachten vom November 2011
abgestellt werden könne, da der Gutachter voreingenommen gewesen sei. Die echte
Problematik des Versicherten, nämlich die Sehstörung und der Hörverlust, sei zu wenig
gewichtet worden. Weiter sei das Gutachten widersprüchlich, beruhe auf falschen
Tatsachen und weiche von den Einschätzungen der Psychiatrischen Klinik E._, von
Dr. I._ und des Externen Psychiatrischen Dienstes F._ ab, welche übereinstimmend
von einer mittelgradigen depressiven Episode ausgegangen seien. Es sei vorliegend ein
objektives und polydisziplinäres Gutachten in Auftrag zu geben, bevor verfügt werde
(IV-act. 191). Mit einer Verfügung vom 25. Januar 2012 wies die IV-Stelle einen
Rentenanspruch des Versicherten ab. Zu den Einwänden des Rechtsvertreters hielt sie
fest, das ABI-Gutachten vom 3. November 2011 sei durch den RAD auf seine Qualität
hin geprüft worden. Es sei dabei inhaltlich wie auch in den Schlussfolgerungen als
stimmig und widerspruchsfrei beurteilt worden, weshalb keine Veranlassung bestehe,
nicht darauf abzustellen. Die von den behandelnden Ärzten höher eingeschätzte
Arbeitsunfähigkeit sei nicht objektivierbar, ebenso wenig wie die subjektive
Krankheitsüberzeugung des Versicherten (IV-act. 192).
B.
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B.a Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer, vertreten durch
Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso Glavas, am 9. Februar 2012 Beschwerde. Er beantragte,
die Verfügung vom 25. Januar 2012 sei aufzuheben und ihm sei rückwirkend
mindestens eine halbe Rente zu gewähren. Eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu
verpflichten, eine polydisziplinäre Abklärung durchführen zu lassen. Schliesslich sei die
Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihm geeignete berufliche Massnahmen –
insbesondere eine Arbeitsvermittlung – zu gewähren. Zur Begründung führte der
Rechtsvertreter im Wesentlichen aus, dass auf das ABI-Gutachten nicht abgestellt
werden könne. Das ABI spreche programmmässig alle Versicherten zu 20%
arbeitsunfähig. Die behandelnden Psychiater (Dr. I._, Externer psychiatrischer Dienst
in F._) sowie die Psychiatrische Klinik E._ gingen von einer mittelgradigen
depressiven Episode und einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit aus. Der Bericht der
Psychiatrischen Klinik basiere auf einer dreimonatigen Hospitalisierung, währenddem
der Beschwerdeführer im ABI nur kurzfristig beobachtet worden sei. Weiter habe sich
das ABI nicht ernsthaft mit der in der Psychiatrischen Klinik E._ gestellten Diagnose
einer Somatisierungsstörung auseinandergesetzt. Es bestehe eine Komorbidität
hinsichtlich der Augenproblematik, der Rückenproblematik und der Sensomotorik. Eine
radiologische Untersuchung des Rückens am 24. Januar 2012 habe eine rechtsseitig
betonte Spondylarthrose mit mässiger Einengung des Neuroforamens L5/S1 mit
allenfalls hier möglicher bewegungsabhängiger geringer Irritation der austretenden
Nervenwurzel L5 rechts gezeigt. Aufgrund der polymorbiden Problematik wäre eine alle
Aspekte umfassende polydisziplinäre Begutachtung statt nur einer Abklärung der
psychiatrischen Situation angezeigt gewesen. Dabei wäre vor allem zu prüfen gewesen,
ob dem Beschwerdeführer der Wille zur Überwindbarkeit seiner Beschwerden
zumutbar sei. Bezüglich des Einkommensvergleichs sei beim Valideneinkommen die
Nominallohnerhöhung seit der Verfügung vom 10. September 2007 zu berücksichtigen
gewesen. Die Höhe des Invalideneinkommens werde durch die vorliegende
Polymorbidität negativ beeinflusst. Sollte dem Versicherten der Wille zur Überwindung
seiner medizinischen Problematik als zumutbar erachtet werden, so müssten berufliche
Massnahmen – insbesondere eine Arbeitsvermittlung – durchgeführt werden (act. G 1).
B.b Am 10. Mai 2012 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Be
schwerde. Sie stellte sich auf den Standpunkt, dass der Beschwerdeführer aus dem
Bericht der Psychiatrischen Klinik E._ nichts zu seinen Gunsten ableiten könne. Sein
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depressives Zustandsbild habe sich während des Klinikaufenthalts rasch und
eingehend gebessert. Die ABI-Beurteilung stimme mit dem Bericht aus E._ überein,
womit auf die beiden ABI-Gutachten abzustellen sei. Dem Beschwerdeführer sei es
zumutbar, in sämtlichen Tätigkeiten eine Leistung von 80% zu erzielen. Der
Invaliditätsgrad liege somit bei 20% und könne keinen Rentenanspruch begründen
(act. G 4).
B.c Mit einer Replik vom 12. Juli 2012 hielt der Beschwerdeführer an seinen Be
schwerdeanträgen fest. Sein Rechtsvertreter brachte vor, dass sich das ABI auf falsche
Fakten und Tatsachen gestützt habe. Namentlich sei der Beschwerdeführer nie durch
Dr. J._ behandelt worden. Weiter sei die Annahme falsch, dass der
Beschwerdeführer ständig die Ärzte wechsle, um neue Beurteilungen zu erhalten. Dies
zeige, dass das Gutachten oberflächlich erstellt worden sei. Materielle Widersprüche
seien dahingehend zu sehen, dass die Gutachter dem Beschwerdeführer einerseits
Simulanz vorhielten, aber andererseits entsprechend den Angaben der Psychiatrischen
Klinik E._ einen Arbeitswillen des Beschwerdeführers bestätigten. Der Arbeitswille
des Beschwerdeführers sei offensichtlich vorhanden, sobald er die notwendigen
Entfaltungsmöglichkeiten erhalte. Hier könnte eine effiziente Berufsberatung und
Wiedereingliederung einsetzen. In diesem Sinne brauche es ein neues Gutachten,
welches das Potenzial des Beschwerdeführers zunächst sauber und konkret abkläre
(act. G 8).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. 10).

Erwägungen:
1.
Streitig und zu prüfen ist im Folgenden der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine
Rente der Invalidenversicherung, da nur dieser Gegenstand der angefochtenen Ver
fügung bildet. Betreffend berufliche Massnahmen hat die Beschwerdegegnerin einen
Anspruch des Beschwerdeführers mit der Verfügung vom 17. September 2010 abge
lehnt (vgl. IV-act. 149). Diese Verfügung ist unangefochten in Rechtskraft erwachsen.
Damit ist auf das Beschwerdebegehren um berufliche Massnahmen im vorliegenden
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Verfahren nicht einzutreten. Ergäbe sich allerdings, dass ein Rentenanspruch in Frage
stünde, so gehörte zum vorliegenden Streitgegenstand notwendigerweise auch die
Frage, ob die Verwaltung den Grundsatz "Eingliederung vor Rente" beachtet und
entsprechende Massnahmen geprüft habe.
2.
2.1 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens
zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein
Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% auf
eine Viertelsrente. Gemäss Art. 16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) ist zur Bemessung des Invaliditätsgrades
das Einkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach
der Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung zu setzen zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen).
2.2 Das ausschlaggebende Element der Bemessung des zumutbaren Invalidenein
kommens – und damit indirekt des Invaliditätsgrades – ist grundsätzlich der Grad der
verbliebenen Arbeitsfähigkeit, so dass dessen Ermittlung normalerweise den ersten
Schritt bei der Erhebung des massgebenden Sachverhalts bildet. Um den Grad der
Arbeitsunfähigkeit, der Erwerbsunfähigkeit und der Invalidität bemessen zu können,
sind Verwaltung und Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe der
ärztlichen Sachverständigen ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu
Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich
des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der
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Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
3.
3.1 Vorab zu klären ist die Frage, ob die medizinische Aktenlage eine
rechtsgenügliche Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erlaubt.
Die Beschwerdegegnerin hat sich auf die beiden ABI-Verlaufsgutachten vom 2. Februar
2010 und vom 3. November 2011 gestützt und ist von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers in sämtlichen Tätigkeiten ausgegangen.
3.2 Der Rechtsvertreter hat zunächst geltend gemacht, dass die Gutachten des ABI
nicht neutral seien und dass Versicherten programmmässig eine 20%ige Arbeitsun
fähigkeit attestiert werde. Zu diesem Vorwurf hat sich das Versicherungsgericht bereits
im Entscheid vom 12. Januar 2009 dahingehend geäussert, dass das ABI seitens des
Gerichts als objektives und neutrales Gutachtensinstitut anerkannt werde (vgl.
Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 12. Januar 2009,
IV 2007/376, E. 1). Die diesbezüglichen pauschalen Vorwürfe sind nicht geeignet, die
Glaubwürdigkeit der vorliegenden ABI-Gutachten zu beeinträchtigen.
3.3 Auch das Vorbringen, dass das ABI von einer einmal getroffenen Einschätzung
nicht mehr abweiche bzw. die Gutachter voreingenommen seien, vermag an den Ver
laufsgutachten keine Zweifel zu begründen. Im Gegenteil erscheint es grundsätzlich
sinnvoll, die bereits mit dem Beschwerdeführer befasste Gutachterstelle zur
Entwicklung des Beschwerdebilds und der Arbeitsfähigkeit zu befragen (vgl. BGE 132
V 93 ff. E. 7.2.2). Die medizinischen Beurteilungen in den Verlaufsgutachten basieren
auf einer jeweils aktuellen Befunderhebung und beziehen sämtliche Vorakten mit ein.
Es sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, welche auf eine Voreingenommenheit der
Gutachter deuten würden.
3.4
3.4.1 Das Versicherungsgericht hat mit seinem Entscheid vom 12. Januar 2009
eine weitergehende medizinische Abklärung betreffend die Sehstörung des
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Beschwerdeführers angeordnet. Gemäss dem polydisziplinären ABI-Gutachten vom
2. Februar 2010 haben die Gutachter aus internistischer, neurologischer und
ophthalmologischer Sicht keine Änderung der Befunde gegenüber der Begutachtung
vom Februar 2007 erheben können. Sie sind daher weiterhin von ihrer Einschätzung
entsprechend dem Vorgutachten ausgegangen, wonach keine Diagnosen vorlägen,
welche eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit verursachten (vgl. IV-act. 132-26). Zu
den abweichenden Aussagen der nichtärztlichen Orthoptistin, L._, vom 17. April 2008
(vgl. IV-act. 106) haben die Gutachter ausgeführt, dass diese aus medizinischer Sicht
nicht nachvollzogen werden könnten. Da die Orthoptistin die subjektiven Limitierungen
und das aggravatorische Verhalten des Beschwerdeführers nicht erkannt habe, handle
es sich um eine Fehlinterpretation der Untersuchungsergebnisse (vgl. IV-act. 132-30).
Tatsächlich ergeben sich aus den vorliegenden Akten zahlreiche Widersprüche und
Hinweise auf eine Aggravation betreffend die vom Beschwerdeführer geklagte
Visusstörung. Obwohl der Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben an einer stark
ausgeprägten beidseitigen Gesichtsfeldeinschränkung sowie am Auftreten von
Doppelbildern leidet, hat er sich im Rahmen der ophthalmologischen Untersuchung in
einem abgedunkelten Raum frei und sicher bewegt, angebotene Gegenstände
zielsicher ergriffen und einen Text in Zeitschriftengrösse zügig gelesen. Bei der
klinischen Untersuchung sind in beiden Augen die gesamte Netzhaut sowie die
Pupillenmotorik intakt gewesen, womit laut dem Gutachter von einem intakten
Gesichtsfeld ausgegangen werden muss (vgl. IV-act. 132-28). Anlässlich der
neurologischen Untersuchung hat der Beschwerdeführer behauptet, er könne aufgrund
des eingeschränkten Gesichtsfeldes nur das Gesicht des ihm gegenübersitzenden
Untersuchers erkennen. Der neurologische Gutachter hat jedoch festgestellt, dass der
Beschwerdeführer bei unauffälliger Beobachtung keinerlei Einschränkungen gezeigt
habe. Es sei ihm möglich gewesen, neben ihm liegende Gegenstände problemlos zu
ergreifen, ohne dass sorgfältige Blick- und Kopfeinstellungsbewegungen erkennbar
gewesen wären. Auch beim Gehen und Manipulieren mit dem Gepäck hätten sich
keine Einschränkungen gezeigt. Dies sei bei einer Person mit einem derart einge
schränkten Gesichtsfeld (gemeint: wie vom Beschwerdeführer behauptet) nicht nach
vollziehbar. Weiter sei es in der Untersuchung möglich gewesen, normal konfigurierte
visuell evozierte Potenziale abzuleiten, wobei die Latenzen im Normalbereich gewesen
seien. Schliesslich seien auch die MR-spectroskopischen Veränderungen, welche im
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Rahmen der MRI-Untersuchung vom 19. Dezember 2008 beschrieben worden seien,
nicht als pathologisch zu interpretieren (IV-act. 132-21). Wenn der Beschwerdeführer
entsprechend seinen Angaben tatsächlich in einem erheblichem Ausmass beim Sehen
beeinträchtigt wäre, so ist auch nicht nachvollziehbar, weshalb er bei der
Anamneseerhebung im Rahmen der Begutachtung dieses Gesundheitsproblem nicht
vorrangig genannt hat. Aus dem Gutachten vom 2. Februar 2010 geht hervor, dass der
Beschwerdeführer erst auf direktes Nachfragen hin bejaht hat, unter einer Visusstörung
zu leiden (vgl. IV-act. 132-11, 132-29). Anlässlich der psychiatrischen Begutachtung
vom 26. September 2011 hat der Beschwerdeführer angegeben, er könne seit 6 Jahren
kaum fernsehen, die Bilder seien verschwommen. Auf einem Auge sei er blind (vgl. IV-
act. 185-13). Damit hat er nochmals eine Verschlechterung seiner Sehfähigkeit geltend
gemacht. Seine Aussagen sind mit den Ergebnissen der gutachterlichen
Untersuchungen jedoch nicht zu vereinbaren. Die Gutachter haben weder eine
Gesichtsfeldeinschränkung, geschweige denn eine Erblindung, objektiv nachweisen
können. Auffallend ist auch, dass für den Beschwerdeführer die Visusstörung nach
Vorliegen des ABI-Gutachtens vom 2. Februar 2010 offenbar in den Hintergrund
getreten ist und er vermehrt multilokuläre Schmerzen beklagt hat. Aufgrund der
fehlenden objektiven Nachweise für die angegebene Sehstörung und der zahlreichen
Inkonsistenzen muss davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer bei
seinen Angaben erheblich aggraviert, wenn nicht sogar simuliert hat. In diesem Sinn ist
auch die abweichende Einschätzung von L._ vom 17. April 2008 zu erklären. Die
neurologischen und ophthalmologischen Ausführungen im ABI-Gutachten bezüglich
der Visusstörung sind nachvollziehbar und schlüssig.
3.4.2 Dr. G._ hat in seinem Verlaufsbericht vom 30. September 2010 erklärt,
dass sich im Vergleich zu seinem Vorbericht vom 27. Dezember 2007 stationäre, teil
weise sogar progrediente objektive Befunde gezeigt hätten. Es müsse daher definitiv
von objektivierbaren posttraumatischen Beschwerden des Versicherten ausgegangen
werden (IV-act. 158-2). Seiner Beurteilung hat er die gleichen Diagnosen und An
nahmen wie im Vorbericht zu Grunde gelegt. Diesbezüglich hat das Versicherungs
gericht bereits im Entscheid vom 12. Januar 2009 festgehalten, dass die Ausführungen
von Dr. G._, insbesondere betreffend Unfallhergang- und folgen, nicht
nachvollziehbar seien und sich daher grosse Zweifel an der Richtigkeit des Ergebnisses
der von ihm vorgenommenen Untersuchung ergäben (vgl. Entscheid des
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Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 12. Januar 2009, IV 2007/376, E. 2).
Das Gleiche gilt auch für den vorliegenden Verlaufsbericht vom 30. September 2010,
mit welchem Dr. G._ an seiner bisherigen Einschätzung festgehalten hat. Zudem hat
der neurologische ABI-Gutachter zum Bericht von Dr. G._ ausführlich Stellung
genommen und hat weitere nachvollziehbare Gründe genannt, die den Beweiswert des
Berichts noch zusätzlich schmälern (vgl. IV-act. 132-22 f.). Die abweichende
Einschätzung von Dr. G._ vermag demnach die Glaubwürdigkeit des ABI-Gutachtens
vom 2. Februar 2010 nicht zu erschüttern.
3.4.3 Betreffend die vom Beschwerdeführer geltend gemachten multilokulären
Schmerzen, insbesondere in den Bereichen des Kopfs, des Rückens, der Schultern
und der Hände, haben gemäss dem ABI-Gutachten vom 2. Februar 2010 keine
wesentlichen objektiven Befunde erhoben werden können. Vielmehr haben sich auch
diesbezüglich zahlreiche Inkonsistenzen gezeigt. Der neurologische Gutachter hat
festgestellt, dass sich bei der Untersuchung der HWS eine deutliche Diskrepanz
zwischen der eingeschränkten Kopfbeweglichkeit im Rahmen der fokussierten
Untersuchung und der unter Ablenkung freien Kopfbeweglichkeit ergeben habe. Weiter
sei der Lasègue im Liegen nur eingeschränkt und mit der Angabe starker Schmerzen
möglich gewesen, währenddem der Lasègue im Sitzen unbehindert und ohne
Schmerzangabe erfolgt sei. Zudem habe der Beschwerdeführer auf der
Untersuchungsliege direkt und unbehindert die Rückenlage einnehmen können. Er
habe während der Untersuchung spontan den Kopf angehoben und sei wenig später
flink und unbehindert aus der Rückenlage aufgesessen. Weitere auffallende
Diskrepanzen hätten sich in den Angaben des Beschwerdeführers zum Tagesverlauf
und in der Beschreibung der Schmerzen gezeigt (vgl. IV-act. 132-29). Aufgrund dieser
Feststellungen sind die ABI-Gutachter betreffend die vom Beschwerdeführer geklagten
Schmerzen ebenfalls von erheblicher Aggravation ausgegangen. Auch aus den im
Anschluss an die ABI-Begutachtung vorgenommenen somatischen Untersuchungen
haben sich keine objektiven Befunde ergeben, welche eine relevante Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers begründen könnten. Die Rheumatologin
D._ hat im Bericht vom 28. April 2010 erklärt, dass sie keine entzündlich-
rheumatologische Erkrankung oder richtungsverschlechternde degenerative
Erkrankung habe feststellen können. Sie hat einen Zusammenhang der geklagten
somatischen Beschwerden mit der psychiatrischen Situation des Beschwerdeführers
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angenommen (vgl. IV-act. 145-3). Im Neurologischen Zentrum B._ sind zahlreiche
Testungen durchgeführt worden. Gemäss dem Bericht vom 28. Juni 2010 haben bis
auf einen gesteigerten Achillessehnenreflex keine objektiven Befunde erhoben werden
können. Trotz negativer Bildgebung sind die behandelnden Neurologen von einer
kernspintomografisch nicht fassbaren Myelon-Schädigung leichteren Ausmasses
ausgegangen. Dies ist nicht nachvollziehbar, zumal die Neurologen bei den Testungen
auch Diskrepanzen und eine Verdeutlichungsneigung seitens des Beschwerdeführers
beobachtet haben. Selbst wenn eine leichte, nicht darstellbare Myelon-Schädigung
vorläge, ist angesichts der vom neurologischen ABI-Gutachter beobachteten
Rückenbeweglichkeit ohne Schmerzangabe nicht davon auszugehen, dass sich diese
in einem relevanten Ausmass einschränkend auf die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers auswirken würde. In diesem Licht ist auch das Ergebnis der MRI-
Untersuchung der LWS vom 24. Januar 2012 zu sehen, wonach die festgestellten
Befunde eine mässige Einengung des Neuroforamens L 5/S1 rechts mit allenfalls dort
möglicher bewegungsabhängiger geringer Irritation der austretenden Nervenwurzel L5
rechts ergeben haben. Wenn überhaupt eine Irritation der Nervenwurzel vorliegt, so
ist diese aufgrund der klinischen Untersuchungsergebnisse als derart gering
einzuschätzen, dass sie keine relevante Arbeitsfähigkeitseinschränkung für die
gutachterlich befürworteten leichten, mittelschweren und intermittierend auch
schweren Tätigkeiten bewirken kann.
3.4.4 Zusammengefasst kann in somatischer Hinsicht auf das ABI-
Verlaufsgutachten vom 2. Februar 2010 abgestellt und eine volle Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers angenommen werden.
3.5
3.5.1 In psychiatrischer Hinsicht ist anlässlich der ABI-Verlaufsbegutachtung vom
September 2009 eine leichtgradige Verschlechterung des Gesundheitszustandes des
Beschwerdeführers gegenüber der Erstbegutachtung im Januar 2007 festgestellt
worden. Der psychiatrische Gutachter hat die Verschlechterung insbesondere mit den
im Zeitpunkt der Verlaufsbegutachtung bestehenden deutlichen psychosozialen und
emotionalen Belastungsfaktoren erklärt. Er hat ausgeführt, dass diese zusammen mit
den somatisch nicht hinreichend objektivierbaren Beschwerden die Diagnose einer
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Somatisierungsstörung begründeten. Zusätzlich bestünden depressive Symptome, die
genügend ausgeprägt seien, um die Diagnose einer leichten depressiven Episode zu
stellen. Unter expliziter Ausserachtlassung der psychosozialen Faktoren hat er eine
leichtgradige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers von 20%
attestiert (vgl. IV-act. 132-16). Die psychiatrische Beurteilung basiert auf einer
ausführlichen Befunderhebung und ist in Kenntnis sämtlicher Vorakten erfolgt. Zu
abweichenden früheren ärztlichen Einschätzungen hat der Gutachter Stellung
genommen. Seine Ausführungen und Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar und
schlüssig.
3.5.2 Nach Erhalt des Vorbescheids vom 28. September 2010, mit dem eine Ab
weisung des Rentengesuchs in Aussicht gestellt worden ist, hat der Rechtsvertreter am
3. November 2010 eine Verschlechterung der psychischen Situation des
Beschwerdeführers geltend gemacht und mitgeteilt, dass der Beschwerdeführer
notfallmässig und stationär in die Psychiatrische Klinik El habe eingewiesen werden
müssen (vgl. IV-act. 156). Aus dem Austrittsbericht der Psychiatrischen Klinik E._
vom 24. Februar 2011 geht hervor, dass der Beschwerdeführer vom behandelnden
Psychiater wegen zunehmender psychosozialer Dekompensation bei fraglicher
Suizidalität zugewiesen worden ist. Eine akute Selbst- und Fremdgefährdung hat
jedoch bereits im Rahmen der Erhebung des Psychostatus beim Eintritt in die Klinik
verneint werden können. Hingegen haben die behandelnden Ärzte insbesondere
folgende Befunde erhoben: starke Zukunfts- und Existenzängste, starkes Grübeln, im
Affekt mittelgradig deprimiert, hoffnungslos, ängstlich und gereizt, stark klagsam,
mittelstarke Insuffizienz- und Verarmungsgefühle, starker Rückzug sowie eine
mittelgradige verbale Aggressivität (vgl. IV-act. 158-11). Im Verlauf der stationären
Behandlung ist es laut den behandelnden Ärzten zu einer deutlichen Entspannung
seitens des Beschwerdeführers gekommen. Sie haben festgehalten, dass der
Beschwerdeführer Kontakt zu den Mitpatienten und Behandelnden aufgenommen und
immer weniger von seinen Beschwerden berichtet habe. Es sei ihm gelungen, besser
mit seinen Schmerzen umzugehen. Die psychotherapeutischen Gespräche habe er als
stabilisierend erlebt. In der Patientengruppe sei er kommunikativer geworden, habe
Spässe gemacht und oft gelächelt. Beim Austritt habe sich der psychopathologische
Status verbessert präsentiert. Der Beschwerdeführer habe noch leicht über
Vergangenheit und Zukunft gegrübelt, sei im Affekt leicht ängstlich gewesen und habe
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mittelstarke Insuffizienzgefühle gezeigt (IV-act. 158-12). Die von der Psychiatrischen
Klinik E._ gestellte Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode kann
angesichts der Befunde beim Klinikaustritt nicht mehr nachvollzogen werden. Offenbar
ist es beim Beschwerdeführer durch die in Aussicht gestellte Ablehnung von IV-
Leistungen zu einer Zunahme der psychosozialen Belastungssituation und damit zu
einer Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes gekommen. Diese
Verschlechterung ist jedoch nur vorübergehender Natur gewesen. Nach der stationären
Behandlung in der Psychiatrischen Klinik E._ ist das depressive Zustandsbild des
Beschwerdeführers wieder vergleichbar mit jenem im Zeitpunkt der psychiatrischen
Begutachtung durch das ABI im September 2009 gewesen. Somit ist davon
auszugehen, dass entsprechend der Begutachtungssituation im September 2009 auch
im Zeitpunkt des Klinikaustritts lediglich eine leichtgradige depressive Episode
vorgelegen hat.
3.5.3 Aufgrund der unterschiedlichen psychiatrischen Einschätzungen hat der
RAD nochmals eine psychiatrische Verlaufsbegutachtung beim ABI veranlasst. Nach
der Untersuchung im September 2011 hat der psychiatrische Gutachter eine
redizivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode, und eine
Somatisierungsstörung diagnostiziert. Er hat festgestellt, dass sich das psychiatrische
Zustandsbild seit der letzten psychiatrischen Untersuchung im ABI im September 2009
nicht verändert habe und nach wie vor eine Arbeitsunfähigkeit von 20% vorliege (vgl.
IV-act. 185-16). Die vom Beschwerdeführer subjektiv empfundene volle
Arbeitsunfähigkeit hat der Gutachter auf dessen ausgeprägte subjektive
Krankheitsüberzeugung zurückgeführt, welche er aber anhand der psychiatrischen
Befunde nicht hinreichend hat objektivieren können. Er hat festgehalten, dass sich bei
einem zwar naturgemäss schwankenden Verlauf keine Hinweise für eine länger
dauernde mittelgradige oder schwere, therapieresistente depressive Störung gefunden
hätten. Der Beschwerdeführer sei durchaus zu Alltagsaktivitäten in der Lage und der
Bericht der Psychiatrischen Klinik E._ habe gezeigt, dass die depressive Störung
behandelbar sei. Es könne dem Beschwerdeführer zugemutet werden, trotz der
geklagten Beschwerden die nötige Willensanstrengung aufzubringen, um zu 80% einer
beruflichen Tätigkeit nachzugehen (IV-act. 185-16). Diese Arbeitsfähigkeitsschätzung
erscheint angesichts der erhobenen psychiatrischen Befunde als nachvollziehbar. Die
von der Psychiatrischen Klinik E._ und Dr. H._ attestierte vollständige
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Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers ist hingegen nicht objektivierbar. Aus dem
Austrittsbericht der Psychiatrischen Klinik E._ vom 24. Februar 2011 geht hervor,
dass der Beschwerdeführer zwei Arbeitsversuche u.a. mit Verweis auf seine
Handbeschwerden und auf die Visusstörung abgebrochen hatte (vgl. IV-act. 158-12).
Dieses Verhalten ist als Ausdruck der ausgeprägten subjektiven
Krankheitsüberzeugung des Beschwerdeführers zu sehen und kann daher nicht als
Basis für eine Arbeitsfähigkeitsschätzung herangezogen werden. Die objektive
Befundlage spricht – abgesehen vom Zeitpunkt des Eintritts in die Psychiatrische Klinik
E._ – für das Vorliegen einer leichtgradigen depressiven Störung, welche zusammen
mit der diagnostizierten Somatisierungsstörung nur eine leichte Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit begründen kann.
3.5.4 In psychiatrischer Hinsicht kann somit auf die ABI-Verlaufsgutachten vom
2. Februar 2010 und vom 3. November 2011 abgestellt werden. Vom Rechtsvertreter
des Beschwerdeführers ist vorgebracht worden, dass die psychiatrischen Gutachter
von falschen Tatsachen ausgegangen seien, namentlich dass der Beschwerdeführer
durch Dr. J._ behandelt worden sei und dass die häufigen Arztwechsel durch den
Beschwerdeführer selbst bedingt gewesen seien. Diese Ungenauigkeiten im
Sachverhalt beeinträchtigen den Beweiswert der Gutachten als Ganzes aber nicht. Es
ist daher gestützt auf die gutachterlichen Einschätzungen überwiegend wahrscheinlich
erstellt, dass der Beschwerdeführer medizinisch-theoretisch zu 80% arbeitsfähig ist.
4.
4.1 Im Folgenden ist der Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers mittels eines Ein
kommensvergleichs zu berechnen. Betreffend die Bestimmung des
Valideneinkommens wird in der Regel am zuletzt erzielten Einkommen angeknüpft, da
davon auszugehen ist, dass die versicherte Person ohne den Eintritt der
Arbeitsunfähigkeit die bisherige Tätigkeit weitergeführt hätte (BGE 134 V 322 E. 4.1).
Gemäss dem Arbeitgeberbericht der M._ AG vom 6. April 2006 ist der
Beschwerdeführer bis zum Eintritt des Gesundheitsschadens als Lastwagenchauffeur
tätig gewesen und hat seit dem 1. Januar 2005 ein Einkommen von Fr. 58'500.--
erzielt. Im Jahr 2006 hätte der Beschwerdeführer laut Angaben des Arbeitgebers Fr.
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58'800.-- verdient (vgl. IV-act. 27). In der angefochtenen Verfügung hat die
Beschwerdegegnerin die Zahlen für das Jahr 2009 herangezogen und ist von einem
Valideneinkommen in Höhe von Fr. 59'950.-- ausgegangen (vgl. IV-act. 188-2). Der
Rechtsvertreter hat vorgebracht, dass aktuell ein Valideneinkommen von Fr. 64'000.--/
65'000.-- zu Grunde gelegt werden müsse, da der Beschwerdeführer, hätte er seinen
Beruf weiter ausgeübt, heute mindestens diesen Lohn verdienen würde. Massgebend
für die Bestimmung der Vergleichseinkommen ist grundsätzlich das Lohnniveau jenes
Jahres, in dem der Rentenanspruch theoretisch frühestens entstehen würde. Da sich
jedoch vorliegend das Validen- und Invalideneinkommen gleichlaufend entwickelt
haben, kann die Frage, welche Jahreseinkommen heranzuziehen sind, offen bleiben. Im
Folgenden werden die Vergleichseinkommen beispielhaft gestützt auf das Lohnniveau
des Jahres 2012 bestimmt. Ausgehend vom Jahreslohn für 2006 gemäss dem
Arbeitgeberbericht in Höhe von Fr. 58'800.-- und unter Berücksichtigung der
Nominallohnentwicklung von 2006 bis 2012 (vgl. Lohnentwicklung 2012, Bundesamtes
für Statistik, Tabelle 39 "Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und
der Reallöhne", Veränderung gegenüber dem Vorjahr: 2007: 1,6%, 2008: 2,2%, 2009:
2,1%, 2010: 0,7%, 2011: 1% und 2012: 0,8%) beträgt das Valideneinkommen im Jahr
2012 rund Fr. 63'908.--.
4.2 Beim Invalideneinkommen ist zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer ge
mäss den beiden ABI-Gutachten zwar für sämtliche und damit auch für die bisherige
Tätigkeit als Lastwagenchauffeur zu 80% arbeitsfähig eingeschätzt worden ist. Jedoch
haben die Gutachter auch festgehalten, dass die angestammte Tätigkeit als
Lastwagenchauffeur aufgrund der möglichen Fremdgefährdung, die der
Beschwerdeführer durch sein subjektives Verhalten provoziere, ungeeignet sei (vgl. IV-
act. 132-30). Somit kann der Beschwerdeführer die Tätigkeit als Lastwagenchauffeur
nicht mehr ausüben, obwohl sie ihm in medizinischer Hinsicht zumutbar wäre. Für die
Bestimmung des Invalideneinkommens hat die Beschwerdegegnerin daher zu Recht
auf den statistischen Durchschnittsverdienst von Arbeitnehmern gemäss der
Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik zugegriffen. Im Jahr 2010
haben Männer in Hilfstätigkeiten ein durchschnittliches Jahreseinkommen von
Fr. 61'414.-- erzielt (vgl. Anhang 2 [Lohnentwicklung] zu der von der Informationsstelle
AHV/IV herausgegebenen Gesetzestextausgabe 2012). Unter Berücksichtigung der
Nominallohnentwicklung bis 2012 (2011: 1%, 2012: 0,8% = Fr. 62'524.--) und
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ausgehend von der 80%igen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ergibt sich ein
Invalideneinkommen von Fr. 50'019.-- (Fr. 62'524.-- x 0,8). Beim Beschwerdeführer
sind keine praxisgemäss zu berücksichtigenden Gründe (vgl. BGE 126 V 75) ersichtlich,
welche zu lohnmässigen Nachteilen gegenüber gesunden Arbeitnehmern führen
könnten. Ein Abzug vom statistischen Tabellenlohn ist daher nicht vorzunehmen.
4.3 Stellt man die beiden Vergleichseinkommen einander gegenüber, so resultiert eine
Erwerbseinbusse von Fr. 13'889.-- (Fr. 63'908.-- - Fr. 50'019.--). Diese entspricht
einem Invaliditätsgrad von rund 22%. Mit einem unter 40% liegenden Invaliditätsgrad
kann kein Rentenanspruch begründet werden (vgl. Art. 28 Abs. 2 IVG). Die
Beschwerdegegnerin hat das Rentengesuch des Beschwerdeführers folglich zu Recht
abgewiesen.
5.
5.1 Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen,
soweit darauf eingetreten werden kann.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- er
scheint bei dem vorliegenden durchschnittlichen Beurteilungsaufwand angemessen.
Dem unterliegenden Beschwerdeführer sind die Gerichtskosten in Höhe von Fr. 600.--
aufzuerlegen (vgl. Art. 95 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP/
sGS 951.1]). Mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.-- sind die Ge
richtskosten beglichen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP