Decision ID: 53647970-d5a3-4f84-8f28-fae64941fde7
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1984, stürzte am 30. April 2010 bei seiner Tätigkeit als Elektromonteur von der Leiter, schlug mit dem Gesicht, den Händen, dem Ober
arm und den Knien auf den Betonboden auf und zog sich dabei mehrere Frak
turen im Gesicht und an den Extremitäten zu (Urk. 7/1/1 und Urk. 7/12/6-9). Im Anschluss an eine Anmeldung zur Früherfassung durch die Arbeitgeberin (Urk. 7/2) meldete sich X._ am 2. Dezember 2010 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Urk. 7/8). Die Sozialversicherungsan
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte einen Arztbericht (Urk. 7/12), einen Auszug aus dem individuellen Konto des Versicherten (IK-Auszug, Urk. 7/13) sowie Arbeitgeberauskünfte ein (Urk. 7/14) und zog die Akten der Schweizeri
sche Unfallversicherungsanstalt (SUVA) bei (Urk. 7/15 und Urk. 7/19). Zudem wurden von der IV-Stelle erste Schritte zur beruflichen Wiedereingliederung in Angriff genommen (Urk. 7/16, Urk. 7/17, Urk. 7/29 und Urk. 7/46). Mit Schrei
ben vom 13. September 2011 kündigte die Arbeitgeberin dem Versicherten fristlos wegen Arbeitsverweigerung (Urk. 7/32).
Am 17. Dezember 2012 führte die Rehaklinik Y._ im Auftrag der SUVA eine berufliche Standortbestimmung durch (Urk. 7/53). Zudem wurde die beruf
liche Abklärungsstelle Z._ mit einer Abklärung beauftragt (vgl. der Schlussbericht vom 7. Juni 2013 zur Z._-Abklärung vom 22. April bis 22. Mai 2013, Urk. 7/70). Die IV-Stelle holte im Weiteren beim behandelnden Psychiater einen Bericht ein (Bericht vom 10. Juli 2013 Urk. 7/74).
Anfang Mai 2014 trat der Versicherte im Anschluss an ein Arbeitstraining (Urk. 7/94) am Praktikumsplatz eine 50%ige Anstellung als Konstrukteur/Zeich
ner an (Urk. 7/95). Nach erneutem Beizug der SUVA-Akten (Urk. 7/90-92) und Rückfrage bei ihrem Regionalen ärztlichen Dienst (RAD, Urk. 7/103 S. 4 f.) stellte die IV-Stelle dem Versicherten mit Vorbescheiden vom 15. August (Urk. 7/105) und 27. August 2014 (Urk. 7/113) sinngemäss die Zusprache einer vom 1. Juni 2011 bis Ende April 2014 befristeten ganzen Rente sowie einer vom 1. Mai bis zum Ende November 2014 (Verbesserung im August 2014) befristeten halben Rente in Aussicht. Mit Einwand vom 26. September 2014 wandte sich der Versicherte gegen die Befristung der halben Rente (Urk. 7/118). Die IV-Stelle zog hernach erneut die Akten der SUVA bei (Urk. 7/129-130). Am 6. Mai 2015 informierte sie den Versicherten über die Kostengutsprache für eine ergonomi
sche Arbeitsplatzabklärung sowie eine ergonomische Maus (Urk. 7/138). Am 21. August 2015 verfügte die IV-Stelle wie angekündigt
den rückwirkenden Anspruch auf eine befristete ganze Invalidenrente ab
1.
Juni 2011 bis 3
0.
April 2014
und
auf eine befristete halbe Rente
ab 1. Mai bis Ende November 2014 (Urk. 2/1 und Urk. 2/2).
1.2
Zuvor hatte die SUVA X._ mit Verfügung vom 20. Mai 2014 ausge
hend von einer Integritätseinbusse von 15 % eine Integritätsentschädigung zugesprochen (Urk. 7/129/228-229) und mit Verfügung vom 12. September 2014 einen Anspruch auf eine Rente verneint (Urk. 7/116). Beides bestätigte sie im Einspracheentscheid vom 5. Dezember 2014 (Urk. 7/126).
2.
Gegen die Verfügungen der IV-Stelle vom 21. August 2015 (Urk. 2/1-2) erhob X._ am 22. September 2015 Beschwerde (Urk. 1) und beantragte, dass diese insofern aufzuheben seien, als ihm ab dem 1. Mai 2014 (richtig: 1. Dezember 2014) keine Rentenleistungen ausgerichtet würden. Es sei ihm ab dem 1. Mai 2014 (richtig: 1. Dezember 2014) eine halbe Invalidenrente auszu
richten. Eventuell sei die Sache zu weiteren Abklärungen an die Verwaltung zurückzuweisen. Zudem sei das Verfahren bis zum Entscheid im Prozess UV.2015.00016 zu sistieren beziehungsweise die beiden Verfahren seien materi
ell zu koordinieren und die vollständigen Akten der SUVA in diesem Prozess beizuziehen. Die IV-Stelle beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 20. Oktober 2015 die Abweisung der Beschwerde (Beschwerdeantwort Urk. 6), wovon der Beschwerdeführer mit Verfügung vom 26. Oktober 2015 in Kenntnis gesetzt wurde (Urk. 8).
Mit Beschluss
v
om 22. Juli 2016 stellte das Gericht den Parteien eine Rückwei
sung der Sache zu weiteren Abklärungen an die I
V
-Stelle in Aussicht. Der Beschwerdeführer wurde in Nachachtung der Rechtsprechung (
BGE
137
V
314
) auf das Risiko einer Schlechterstellung und auf die Möglichkeit eines Beschwer
derückzugs aufmerksam gemacht
(Urk.
10
)
, worauf er sich in dem Sinne ver
nehmen liess, dass er mit einer Rückweisung einverstanden wäre (Urk. 12 S. 2 unter Beilage von Urk. 13/1-2 i.V.m. Urk. 14)
.
3.
Die Beschwerde gegen den Einspracheentscheid der SUVA vom 5. Dezember 2014 wurde mit Urteil heutigen Datums abgewiesen (Prozess UV.2015.00016).

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen)
Art.
88a
der Ver
ordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/dd mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Ände
rung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Ver
gleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des Renten
beginns mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5). Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blei
ben (BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat viel
mehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeit
raum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Die Rechtsprechung, wonach das Gericht „nicht ohne zwingende Gründe" von der Einschätzung der medizinischen Experten abweicht, hat den Beweiswert von Gerichtsgutachten zum Gegenstand und findet auf versicherungsinterne ärztli
che Beurteilungen keine Anwendung. Berichte und Gutachten versicherungsin
terner Ärztinnen und Ärzte unterliegen wie andere Beweismittel der freien richterlichen Beweiswürdigung. Es kann ihnen Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen
(BGE 123 V 331 E. 1c mit Hinweisen).
Auf
das Ergebnis versicherungsinterner ärztlicher Abklärungen
kann
allerdings
nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (
vgl. etwa
Urteil des Bundesgerichts
9C_535/2015 vom 21. März 2016 E. 2 mit Hinweisen
auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7
sowie
Urteil des Bundes
gerichts 8C_197/2014 vom
3.
Oktober 2014 E. 4
).
2.
2.1
Der Beschwerdeführer wandte gegen die Befristung der halben Rente bis Ende November 2014 in seiner Beschwerde vom 22. September 2015 (Urk. 1) ein, dass auch heute noch eine neurologisch-orthopädische Einschränkung der rechten Hand und des rechten Handgelenkes bestehe, die sich unter anderem darin äussere, dass diese Region auch ohne Belastung äusserst schmerzhaft sei. Diese Schmerzhaftigkeit führe zu einer schnellen Erschöpfung, was sich auch in einer adaptierten Tätigkeit spätestens in der zweiten Tageshälfte auswirke. Das heisse, er könne sich dann nicht mehr auf seine Arbeit konzentrieren und müsse in der Regel bis zum Abend ruhen und sich erholen. Im Weiteren bestehe eine erhebli
che und messbare neuropsychologische Einschränkung, die von der Schmerz
problematik und/oder vom Schädel-Hirntrauma herrühre. Diese Beschwerden führten dazu, dass seit dem Unfall im Jahr 2010 nie mehr eine Arbeitsleistung erreicht worden sei, die den Grad von 50 % überschritten habe (Ziff. 19). Mit diesem Faktum habe sich der medizinische Dienst der SUVA in keiner Weise auseinandergesetzt (Ziff. 25).
2.2
Die Beschwerdegegnerin begründete die Befristung der Rente bis Ende Novem
ber 2014 in ihren Verfügungen vom 21. August 2015 (Urk. 2/1 und Urk. 2/2) damit, dass die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit aus medizini
scher Sicht ab Mai 2014 langsam habe gesteigert werden können, so dass seit August 2014 in einer angepassten Tätigkeit keine Einschränkungen mehr bestehen würden. Sie gab zudem an, dass sie das Verfahren aufgrund der Unfallfol
gen vollumfänglich mit der SUVA koordiniere.
3.
3.1
Nach dem Unfall vom 30. April 2010, bei dem der Beschwerdeführer bei der Arbeit von einer Leiter aus einer Standhöhe von 2.41 Metern auf den Betonbo
den stürzte (vgl. den Polizeirapport vom 11. Juni 2010 Urk. 7/130/692), wurde der Beschwerdeführer vom Notarzt in den Schockraum des A._ eingeliefert. Im Bericht vom 16. Dezember 2010 (Urk. 7/12/4-9) gaben Dr. med. B._, Oberarzt, und Dr. med. C._, Assistenzarzt, Kli
nik für Unfallchirurgie, an, der Beschwerdeführer habe beim Unfall die nachfol
genden Mehrfachverletzungen erlitten:
Distale intraartikuläre Radiustrümmerfraktur
ORIF am 07.05.2010
Posttraumatische symptomatische Radiokarpalarthrose rechts
OSME mit Adhäsiolyse und partieller Handgelenksdenervation am 09.09.2010
Radiusköpfchenfraktur links Typ Mason II
Schraubenosteosynthese Radiusköpfchen links (2 x 2,0 mm) am 07.05.2010
Verdacht auf Fraktur Os capitatum links, Verdacht auf Fraktur Os scaphoideum links
Schädel-Hirntrauma mit Fraktur Sinus frontalis rechts, Fraktur Orbitaboden/Dach, Nasenbeinfraktur links
Reposition Sinus frontalis rechts, Mukosektomie und Obliteration mit Muskel
streifen aus dem M. frontalis und anschliessender Osteosynthes
e mit 1,5 mm Titanplättchen am
1
2.05.
2010
Die Ärzte führten aus, es habe keine Bewusstlosigkeit und keine Amnesie bestan
den. Der Beschwerdeführer habe sich bei der Zuweisung in den Schock
raum des A._ als kardiopulmonal stabil mit einem Glasgow Coma Score (GCS) 15 gezeigt. Zudem gaben sie an, der Beschwerdeführer sei in seiner Tätigkeit als Elektromonteur durch die posttraumatische Radiokarpalarthrose rechts einge
schränkt. Hier seien Heben und Tragen von Gegenständen über zwei bis drei Kilogramm nicht möglich. Zudem sei die Pro-/Supination schmerzbedingt deut
lich eingeschränkt (z.B. Schrauben eindrehen). Der Beschwerdeführer werde die Tätigkeit als Elektromonteur mit Heben und Tragen schwerer Lasten nicht mehr ausüben können. Eine Umschulung sei zu empfehlen. Tätigkeiten ohne Heben und Tragen von Gegenständen (über längere Zeit auch leichte Gegenstände), also z.B. Büroarbeit mit Wechselbelastung der Hand (z.B. Computerarbeit), wären auch über längere Zeit möglich. Ein genaues Ausmass könne erst nach weiteren Therapieentscheidungen durch die Kollegen der Handchirurgie ange
geben werden.
3.2
Am 12. Oktober 2012 berichtete Dr. phil. D._ der SUVA über ihre neuropsychologische Untersuchung an zwei Tagen (10. und 13. September 2012, Urk. 7/129/504-514). Sie gab an, das allgemeine Testleistungsniveau habe sich grösstenteils durchschnittlich dargestellt und entspreche insgesamt dem aufgrund der schulischen und beruflichen Ausbildung zu erwartenden Niveau (S. 5).
Die Befunde aus neuropsychologischer Sicht deuteten auf eine insgesamt leichte kognitive Funktionsstörung im Bereich tieferer Strukturen (Hirnstamm) unter Einbezug fronto-thalamischer Strukturen hin (S. 7).
Im Vordergrund der heute eruierbaren kognitiven Leistungsminderungen stän
den durchwegs verminderte Konzentrations- und Aufmerksamkeitsleistungen sowohl bei einfachen als insbesondere auch bei komplexeren Anforderungen an die Aufmerksamkeit, die einen raschen und effizienten Wechsel des Aufmerk
samkeitsfokus voraussetzten, etwa in der geteilten Aufmerksamkeit und im Arbeitsgedächtnis. Die längere Aufrechterhaltung der Aufmerksamkeit (zumin
dest über eine Testphase von 2,5 Stunden) sei aber gegeben (S. 7 f.). Nach einer mittleren Untersuchungsdauer habe sich eine äusserlich sichtbare erhöhte Erschöpfung manifestiert (S. 5).
Hinzu kämen Minderleistungen im Bereich der Exekutivfunktionen, vor allem im kognitiven Umstell- und Strukturierungsvermögen sowie im visuell-figura
len und verbalen Lernvermögen, wo sich zudem Interferenzen manifestierten. Erschwerend hinzu kämen die beklagten somatischen Symptome, vor allem eine sich angeblich manifestierende Kopfschmerzsymptomatik sowie eine erhöhte Ermüdbarkeit (S. 8).
Die vom Beschwerdeführer angegebenen kognitiven Beschwerden, etwa die beklagten Konzentrationsprobleme und die erhöhte Vergesslichkeit sowie eine gewisse Stressunverträglichkeit in seinem privaten Alltag würden durch die heute objektivierbaren kognitiven Minderleistungen gut verständlich und erklärbar, zumal davon auszugehen sei, dass sich diese unter Mehrfachbelas
tung, Zeitdruck, Stress und Ablenkung noch intensivierten (S. 8).
Aus rein neuropsychologischer Sicht sei die berufliche Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers in seiner Tätigkeit als Elektromonteur aufgrund der oben genannten konzentrativen und exekutiven Leistungsminderungen theoretisch zu zirka 20 % eingeschränkt. Diese Tätigkeit könne der Beschwerdeführer jedoch aufgrund seiner körperlichen Beschwerden nicht mehr ausüben. Hinsichtlich der geplanten Tätigkeit als Elektroplaner, wofür der Beschwerdeführer eine schuli
sche Weiterbildung absolvieren müsste, sei von einer zirka 30%igen Einschrän
kung sowohl der schulischen als auch der späteren beruflichen Leistungsfähig
keit auszugehen (S. 8).
Eine allfällige weitere Reduktion der Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers aufgrund der angegebenen somatischen Beschwerden, unter anderem eine erhöhte Ermüdbarkeit und Erschöpfbarkeit, Kopfschmerzen, Schlafprobleme und stressbedingte Aggressivitätsdurchbrüche, müsse von ärztlicher Seite beurteilt und bei der Festlegung der Arbeitsfähigkeit mitberücksichtigt werden (S. 8).
Eine neuropsychologische Therapie mit gezieltem und berufsorientiertem Hirn
leistungstraining zur Verbesserung der oben beschriebenen kognitiven Defizite sowie zur Steigerung der kognitiven Ausdauer und Belastbarkeit sei vor allem im Hinblick auf die geplante berufliche Weiterbildung zum Elektroplaner indi
ziert und angesichts des insgesamt durchschnittlichen Leistungsprofils auch erfolgversprechend (S. 9).
3.3
Im Schlussbericht der Z._ Z._ vom 7. Juni 2013 (Urk. 7/70) betreffend eine Abklärung vom 22. April bis 22. Mai 2013 gaben die Berichterstatter (Z._-Leiter Kobelt, Dr. med. E._, FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation, speziell Rheumatologie sowie die Berufs- und Laufbahnbe
raterin/Psychologin FH Hillerbrand) an, sie hätten den Beschwerdeführer wäh
rend den für ihn neuen technischen Arbeiten (CAD-Zeichnungen etc.) als willig und gut zu führen erlebt. Bei den übrigen Tätigkeiten habe er wenig Interesse und geringe Ausdauer gezeigt. Die Arbeitszeiten (Montag bis Donnerstag 7,5 Stunden und Freitag 4 Stunden, 3 Feiertage, S. 4) habe er pünktlich eingehalten. Er habe häufig über Hand- und Nackenschmerzen geklagt, sich den Arbeitsplatz aber erst nach mehrmaligen Hinweisen ergonomisch sinnvoll eingerichtet. Bei der PC-Arbeit habe er hin und wieder angegeben, dass die Zeichnungen bezie
hungsweise die Buchstaben „vor den Augen verschwimmen“ würden (S. 6). Die kognitiven Tests hätten auf knapp durchschnittliche kognitive Fähigkeiten hin
gewiesen (S. 7). Die Auffassungsgabe sowie die Lernfähigkeit seien von den zuständigen Vorgesetzen als unauffällig und bei den technischen Übungen als gut erlebt worden (S. 8).
Aus medizinischer Sicht könne abklärungsgestützt unter optimal behinderungs
angepassten Arbeitsverhältnissen ein uneingeschränktes Arbeitszeitpensum zuge
mutet werden. Dabei könne initial, gestützt auf die berufsbezogenen Abklärungsresultate, eine zirka 70%ige Gesamtarbeitsleistung erwartet werden, unter Zusprache von gelegentlichen zusätzlichen kurzen Entlastungspausen vor Ort. Unter allmählicher Gewöhnung an arbeitsspezifische behinderungsgerechte Arbeitsbelastungen sollte im Verlauf eine Gesamtarbeitsleistung von 80 bis 100 % angestrebt werden können, was im Rahmen des nun vorgesehenen ein
jährigen Praktikums als Elektroplaner in Abhängigkeit des weiteren Verlaufs zu konkretisieren sein werde. Zu hoffen sei, dass mit einem solchen gestaffelten Reintegrationsprogramm vorhandene Unsicherheiten bei geringem Selbstver
trauen respektive Überforderungsbefürchtungen von Seiten des Beschwerde
führers aufgefangen beziehungsweise positiv beeinflusst werden könnten (S. 11).
Behinderungsadaptierte Tätigkeiten sollten eine angegebene Kälteempfind
lichkeit berücksichtigen, körperlich leicht bis allenfalls gelegentlich maximal mittelschwer belastend sein, ohne relevante Hebe- und Tragbelastungen für den rechten Arm über 5 Kilogramm und bei Möglichkeit des Einnehmens von Wechselpositionen (unter anderem bei muskulärer Dysbalance/Neigung zu mus
kulären Verspannungen insbesondere im Schulter- und Nackenbereich rechts
betont). Eine zukünftige Tätigkeit sollte im Weiteren keine stärkeren Kraft
aufwendungen mit der rechten Hand erfordern. Zudem sollte es sich um eine Tätigkeit handeln, die ohne Leistungseinschränkung durch das versteifte Hand
gelenk rechts ausgeführt werden könne. Die Umwendbewegungen der rechten Hand und des rechten Vorderarms seien vom Bewegungsausmass her uneinge
schränkt möglich, bei längerer PC-Arbeit habe der Beschwerdeführer doch im Handwurzelbereich radialbetont rechts einen leichten Belastungsschmerz ange
geben. Dies berücksichtigend erscheine beispielsweise bei einer zukünftigen behinderungsangepassten Tätigkeit als Elektroplaner die Benutzung einer PC-Maus sinnvoll, die in Rotationsneutralstellung von Vorderarm/Hand bedient werden könne. Eine Option wäre bei Bedarf auch die Umstellung der PC-Maus
bedienung auf die linke Hand, die ohne Einschränkungen funktionstüchtig sei. Generell sollten bei zukünftigen Tätigkeiten manuelle Verrichtungen überwie
gend auf Tischhöhe respektive mit Abstützmöglichkeit der Vorderarme auf Tischhöhe ausgeübt werden können (S. 11).
Bei Möglichkeit
zu gelegentlichen kurzen Entlas
tungspausen
hätten sich
wäh
rend der Beobachtungszeit in der
Z._
allfällige neuropsychologi
sche Defizite (wie Merkschwäche ode
r eingeschränkte Konzentration)
bei vor
handener Motivation, wie überprüft bei der Eignung zum Elektroplaner, nicht leistungseinschränkend manifestiert.
Die Z._-Berichterstatter erklärten weiter, sie hätten den Beschwerdeführer nicht eindeutig als eingliederungswillig erlebt. Der Beschwerdeführer habe seine von ihnen als widersprüchlich erlebte Haltung mit geringem Selbstvertrauen erklärt. Die Ehefrau des Beschwerdeführers habe in der Zwischenzeit eine aus
serhäusliche Tätigkeit aufgenommen und der Beschwerdeführer sei für die Betreuung des nun sechsjährigen Sohnes zuständig gewesen. Es sei der Ein
druck entstanden, dass sich der Beschwerdeführer an dieses Arrangement gewöhnt habe (S. 12).
3.4
3.4.1
Dr. med. F._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, berichtete der SUVA ein erstes Mal am 10. November 2012 (Urk. 7/129/493-494). Er nannte die Diagnose mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.11) und gab an, dass der Beschwerdeführer seit dem 3. Juli 2012 bei ihm in Behandlung stehe. Der Beschwerdeführer leide unter gedrückter Stimmung, Antriebslosig
keit, Interessenverlust, rascher Erschöpfbarkeit, rascher Gereiztheit, verminderter Konzentration und Aufmerksamkeit, Vergesslichkeit, vermindertem Selbstwert
gefühl, Gedankenkreisen mit Zukunfts- und Versagensängsten, Schuldgefühlen, Schlafstörungen, phasenweisen Suizidgedanken sowie Schmerzen im Nacken
bereich und im Bereich der rechten Hand beziehungsweise des rechten Armes.
Dr. F._ führte aus, zu Beginn der Behandlung seien im Rahmen des depres
siven Zustandsbildes vor allem die Schlafstörungen im Vordergrund gestanden. Durch die medikamentöse Behandlung mit Mirtazapin 45 mg/d habe die depressive Stimmungslage und die Schlafqualität verbessert werden können. Die psychotherapeutischen Sitzungen fänden im Abstand von zwei bis drei Wochen statt. In der bisherigen Tätigkeit sei der Beschwerdeführer zu 100 % arbeitsun
fähig. Der Beschwerdeführer sei sehr motiviert, wieder zu arbeiten. Es sei des
halb wichtig, möglichst rasch abzuklären, welche Tätigkeiten für ihn noch möglich seien, um anschliessend mit einem langsamen und schrittweisen Belastungsaufbau zu beginnen.
3.4.2
Im Verlaufsbericht
zuhanden der SUVA
vom
8. Juli 2013 (Urk. 7/129/350-351) gab Dr. F._ bei gleichgebliebener Diagnose an, seit dem letzten Bericht vom 10. November 2012 habe sich der Zustand des Beschwerdeführers stabilisiert, vor allem die Schlafqualität habe sich deutlich verbessert. Der Beschwerdeführer sei jedoch immer noch sehr verunsichert, habe wenig Vertrauen in seine eige
nen Fähigkeiten und fühle sich rasch kritisiert und angegriffen. Er beginne aber auch hier zunehmend mehr Verantwortung für seine Zukunft zu übernehmen. In den letzten Wochen sei der psychische Zustand des Beschwerdeführers vor allem durch somatische Erkrankungen (Nephrolithiasis) und soziale Faktoren (Kündigung der Ehefrau) beeinträchtigt gewesen. Aktuell gehe es in den Sitzun
gen vor allem um die Neuorientierung im Hinblick auf veränderte Berufs- und Lebensziele. Dabei werde jeweils auch Bezug genommen auf die Erfahrungen des Beschwerdeführers in seinem Alltag (z.B. in Z._).
3.4.3
Im Bericht vom 10. Juli 2013 zuhanden der IV-Stelle (Urk. 7/74) nannte Dr. F._ die Diagnose mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.11) sowie Schädel-Hirntrauma am 30. April 2010. Er führte aus, es bestehe ein depressives Zustandsbild mit vermindertem Antrieb, rascher Erschöpfbarkeit, vermindertem Selbstwertgefühl, Zukunfts- und Versagensängsten sowie Hand- und Nacken
schmerzen. Der Beschwerdeführer sei sehr motiviert, wieder zu arbeiten, gleich
zeitig aber auch ängstlich und verunsichert in Bezug auf seine Fähigkeiten. Unter behinderungsangepassten Rahmenbedingungen und mit langsamem Belastungsaufbau könne eine Teilarbeitsfähigkeit sicherlich wieder aufgebaut werden. Ob der Beschwerdeführer im neuen Berufsumfeld die volle Arbeits
fähigkeit wieder erreichen werde, könne zum jetzigen Zeitpunkt nicht gesagt werden. Es werde eine medikamentöse und psychotherapeutische Behandlung mit Sitzungen im Abstand von zwei bis drei Wochen durchgeführt. Zeitliche Einschränkungen bestünden in Bezug auf das Konzentrationsvermögen, das Auffassungsvermögen, die Anpassungsfähigkeit sowie die Belastbarkeit.
3.4.4
Am 5. Dezember 2013 (Urk. 7/129/294-295) nannte Dr. F._ der SUVA wiede
rum die Diagnose mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.11). Er führte aus, die angegebenen Beschwerden sowie der Zustand des Beschwerdeführers hätten sich seit dem letzten Bericht nicht gross verändert. Insgesamt habe sich der Zustand des Beschwerdeführers seit Behandlungsbeginn deutlich stabilisiert.
3.5.
3.5.1
Betreffend die Arbeitsvermittlung durch die IV-Stelle ergibt sich aus den Akten was folgt:
3.5.2
Am 12. Mai 2014 berichtete G._ von der H._ GmbH, die von der IV-Stelle mit dem Vermitteln einer Praktikumsstelle im Bereich Elekt
roplanung beauftragt worden war (Urk. 7/93 S. 3), über ein einmonatiges Arbeitstraining bei der I._
AG
im Bereich Elektroplanung (Urk. 7/78). Er gab an, aufgrund der medizinischen Situation sei es dem Beschwerdeführer nur möglich gewesen, ein 50%-Pensum zu absolvie
ren. Für mehr habe die Konzentrationsfähigkeit noch nicht ausgereicht. Auch habe der Beschwerdeführer bei zunehmender Arbeitsdauer Rücken- und Nackenschmerzen beklagt. G._ führte weiter aus, das Engagement des Beschwerdeführers für die Arbeit sei klar ersichtlich. Er traue sich noch zu wenig zu, seine Leistungen seien gut und würden die Erwartungen des Arbeit
gebers übertreffen. Er schloss mit der Bemerkung, die Ausbildungs- und Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers sei gegeben, wenn auch derzeit noch in einem eingeschränkten Pensum. Momentan sei ein Pensum von 60 % realis
tisch. Das Pensum sei gemäss den Aussagen des Beschwerdeführers sicherlich ausbaubar. Er wolle arbeiten und könne das auch. Zudem sei die I._
AG
bereit, den Beschwerdeführer unter Vertrag zu nehmen, da dessen Arbeitsleistungen überzeugt hätten.
3.5.3
Zuvor notierte der Eingliederungsberater der IV-Stelle im Protokoll zum Standort
gespräch vom 14. April 2014 bezüglich des Praktikums bei der I._
AG
(vgl. Urk. 7/93 S. 4 f.), der Arbeitgeber habe berichtet, dass sich der Beschwerdeführer im Laufe der letzten zirka sechs Wochen bewährt habe. Es werde ihm eine Anstellung als Konstrukteur im Umfang eines 60 %-Pensums mit Arbeitsbeginn 1. Mai 2014 angeboten. Aus
bildungskurse seien nicht notwendig. Es werde eine interne Schulung durchge
führt. Eine Pensumserhöhung sei aufgrund der Erschöpfungserscheinung nicht möglich gewesen.
3.5.4
Mit Arbeitsvertrag vom 6. Mai 2014 stellte die I._
AG
den Beschwerdeführer laut dem Verlaufsprotokoll zur Berufs
beratung vom 26. Mai 2014 per 5. Mai 2014 in einem Pensum von 50 % als Konstrukteur/Zeichner an. Ein höheres Pensum habe aufgrund der neurologi
schen Einschränkungen nicht erreicht werden können. Der Eingliederungsbera
ter ging einstweilen von einer optimalen Eingliederung aus. Die Frage, ob die Erwerbseinbusse unfall- beziehungsweise krankheitsbedingt sei, bedürfe noch weiterer Abklärungen (Urk. 7/93 S. 1 sowie der nur teilweise lesbare Vertrag in Urk. 7/81-88).
3.6
3.6.1
Im Bericht vom 13. Mai 2014 betreffend die kreisärztliche Abschlussunter
suchung (Urk. 7/129/236-244) nannte die SUVA-Kreisärztin, Dr. med. J._, Fachärztin für Chirurgie FMH, die folgenden Diagnosen (S. 7):
Belastungsabhängige Restbeschwerden i
m Bereich des rechten Handgelenk
e
s bei S
tatus nach Arthrodese und Metall
entfernung
im Dezember 2013
Belastungsabhängi
ge Restbeschwerden im Bereich des linken Handgelenkes bei
Status nach Tuberculum ossi
s trapezius-Fraktur und Partialruptur des TFCC-
Bandes
Endgradi
ge Extensions-/Flexionsdefizite und linker Ellbogen bei Sta
tus nach Radius
köpfchenfraktur
Status nach
dislozierter Sinus frontalis-Fraktur rechts mit Orbitaboden/-dach
und undislozierter Nasenbeinfraktur
M
ittelgradige depressive Episode (Diagnose
Dr. F._, Facharzt für Psychiatrie)
Rez.
Kopfweh
bei muskulärer
Verspannung
Dr. J._ gab an, seit der letzten kreisärztlichen Untersuchung vom 27. August 2013 habe sich die somatische Gesamtsituation nach der Metallent
fernung im Bereich des Sinus frontalis und des rechten Handgelenkes verbes
sert. Entsprechend den Angaben des Versicherten habe sich die Gesamtsituation für ihn leicht verbessert. Die früheren Spannungsgefühle und Beschwerden im Bereich des rechten Handgelenkes seien nicht mehr in dem Masse vorhanden, lediglich bei repetitiven Tätigkeiten merke er noch vermehrt Beschwerden. Unter konzentrierter Arbeit am PC von mehr als zwei, drei Stunden, habe er vermehrt Beschwerden, die dann in die Schulter, den Nacken und den Kopf ziehen wür
den und auch zu Kopfweh führten. Dr. J._ führte aus, klinisch liege entspre
chend den somatischen Verletzungen vier Jahre nach dem Unfall ein gutes Rehabilitationsergebnis vor. Die subjektiv beklagte Erschöpfungsmüdigkeit führe sie eher auf die psychische Situation des Versicherten bei diagnostizierter mittelgradiger Depression und lange Zeit ohne berufliche Reintegration zurück. Die beklagten Schulter- und Nackenschmerzen seien aufgrund der heutigen kli
nischen Untersuchung und der vorliegenden Diagnostik (vgl. HWS-Röntgen vom 18. Januar 2013) eher muskulär bedingt, da sich der Beschwerdeführer eine leichte Schonhaltung der rechten oberen Extremität angewöhnt habe und es dadurch auch zu einer gewissen muskulären Dysbalance komme, die zu einer muskulären Verspannung führe. Dr. J._ sah das beklagte Kopfweh eher im Rahmen von Verspannungen und das Ermüdungssymptom im Rahmen der psy
chischen Diagnose. Anhand der MRI-Diagnostik vom 23. Oktober 2013 habe eine strukturelle traumatische Verletzung intrakraniell ausgeschlossen werden können (S. 7 f.).
Zur Arbeitsfähigkeit gab Dr. J._ an, der Beschwerdeführer habe neu eine 50 %-Stelle als Elektroplaner. Er sei nach eigenen Angaben zurzeit mit der 50 %-Stelle ausgelastet, sowohl körperlich als auch psychisch. Aufgrund der heutigen klinischen objektiven Situation sollte der Beschwerdeführer
aus rein somatischer
Sicht in einer leichten bis mittelschweren manuellen Tätigkeit ohne repetitive Belastungen bezüglich rechtem Handgelenk und ohne besonderen Anspruch an die Feinmechanik, häufige Pro-/Supination und ohne kraftvolles Zupacken mit der rechten Hand sowie ohne Bedienen vibrierender Werkzeuge mit der rechten Hand ganztags arbeitsfähig sein. Im Gesamtkontext, namentlich aufgrund der langen Abwesenheit vom Arbeitsmarkt sei ein sukzessiver Einstieg sicherlich auch aus somatischer Sicht vertretbar, doch sollte innerhalb von sechs bis zwölf Wochen aus rein somatischer Sicht eine 100%ige Arbeitsfähig
keit bestehen (S. 8).
Inwieweit die Arbeitsfähigkeit durch die psychische Situation eingeschränkt sei, müsse psychiatrischerseits beurteilt werden (S. 9).
3.6.2
Dr. med. K._, Facharzt für Neurologie FMH, vom Kompetenzzentrum SUVA Versicherungsmedizin, führte auf Anfrage der Kreisärztin Dr. J._ hin in sei
ner Email vom 13. Mai 2014 aus (Urk. 7/129/145), ohne Nachweis einer sub
stantiellen Hirnverletzung könnten neuropsychologische und psychische Gesundheitsbeeinträchtigungen nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit auf den Unfall zurückgeführt werden. Hin
sichtlich allfälliger Kopfschmerzen sei die Situation komplexer: Grundsätzlich sei zur Diagnose posttraumatischer Kopfschmerzen der Nachweis einer geeig
neten Läsion nicht notwendig, da es sich um eine post hoc Diagnose handle. In der Kausalitätsbeurteilung müssten deswegen mehrere Faktoren berücksichtigt werden: in erster Linie sei der zeitliche Verlauf entscheidend (Auftreten von Kopfschmerzen innerhalb von 7 Tagen nach der Kopfverletzung). Es sei eine detaillierte Konsistenzprüfung vorzunehmen. Darunter fielen letztendlich der Beschwerdeverlauf, die therapeutischen Massnahmen und die auslösende Ver
letzung. In dem Kontext sei zu prüfen, ob überhaupt eine geeignete Kopfverletzung stattgefunden habe. Eine nicht dislozierte konservativ behandelte Schä
delfraktur sei nur fraglich geeignet, ebenso eine Fraktur, die operativ mit gutem Ergebnis vorsorgt worden sei. Der Psychiater schreibe von belastungsabhängi
gen Schmerzen im Nacken. Dies unterstütze eine Kopfschmerzdiagnose nicht.
4.
4.1
Nach Lage der Akten ist erstellt, dass der Beschwerdeführer bei der Arbeit am 30. April 2010 aus einer Standhöhe von 2.41 Metern bei Überkopfarbeiten von der Leiter stürzte und sich dabei Mehrfachverletzungen, namentlich eine Fraktur des rechten Handgelenkes sowie ein Fraktur von Gesichtsknochen zuzog. Diese sind äusserlich gut verheilt.
4.2
Die IV-Stelle stellte bei der Verneinung eines Rentenanspruchs in erster Linie auf den Abschlussbericht der SUVA-Kreisärztin Dr. J._ vom 13. Mai 2014 ab (vgl. die Stellungnahme des RAD vom 24. Juni 2014, Urk. 7/103 S. 4 f.; E. 3.6.1), der in Kenntnis der medizinischen Vorakten und nach einer Vorun
tersuchung am 27. August 2013 erging. Bezüglich neurologischer Fragestellun
gen nahm die Kreisärztin gleichentags per Email Rücksprache mit dem Neuro
lo
gen Dr. K._ vom Kompetenzzentrum SUVA Versicherungsmedizin (E. 3.6.2).
Die Rückfrage bei Dr. K._ erfolgte, da der Beschwerdeführer neuro
psycho
lo
gische Einschränkungen, eine zeitlich eingeschränkte Konzentrations
fähigkeit sowie Kopfschmerzen und eine unter anderem mit Schmerzen begründete Erschöpfung nach halbtägiger Arbeit geltend machte (vgl. Urk. 7/129/236-244 S. 4 und 7; vgl. auch Urk. 1 Ziff. 9). Zudem hatte Dr. phil. D._ am 12. Oktober 2012 gewisse kognitive Defizite festgestellt, die im Verlauf nicht weiter abgeklärt wurden (vgl. auch
Urk.
7/129/326
und Urk. 7/129/284), obwohl Kreisärztin Dr. J._ noch am 27. August 2013 die aus neuropsychologischer Sicht postulierte 20-30%ige Leistungseinschränkung nicht anzweifelte (Urk. 7/129/338). Im Weiteren gelang die Eingliederung bislang lediglich in einem Umfang von 50 %.
Dabei beantwortet das Email vom 13. Mai 2014 von Dr. K._ die sich konk
ret stellenden Fragen nicht oder nicht in nachvollziehbarer Weise. Vorwegzu
schicken ist, dass Dr. K._ keine eigene Untersuchung vornahm und sich seine Angaben vor allem auf die Unfallkausalität beziehen, die im Bereich der final konzipierten Invalidenversicherung keine Rolle spielt. Kommt hinzu, dass das Email betreffend die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Kopf
schmerzen mehr Fragen aufwirft, als dass es Antworten gibt. Entsprechend for
mulierte die Unfallchirurgin Dr. J._ ihre Angaben zu Kopfschmerzen, Konzentrationsproblemen und Erschöpfung eher als Vermutungen statt als ver
bindliche Feststellung. Sie ging davon aus, dass die Kopfschmerzen eher mit muskulären Verspannungen zusammenhingen und die Erschöpfungsmüdigkeit eher im Rahmen der psychischen Beschwerden und der langen Abwesenheit vom Arbeitsplatz zu würdigen seien. Es fehlt bezüglich der vom Beschwerde
führer geltend gemachten Defizite an einer umfassenden und überzeugenden medizinischen Abklärung.
4.3
Es mag zwar auch
Anhaltspunkte
geben, welche die geltend gemachte erhebli
che Erschöpfung nicht zu stützen vermögen, etwa die Angaben im
Z._
-Be
richt vom 7. Juni 2013, wonach der Eindruck entstanden sei, dass sich der Beschwerdeführer mit der bestehenden Situation arrangiert habe und den Nachmittag namentlich zur Betreuung seines Sohnes nutzte (E. 3.3, vgl. auch die Ausführungen des Beschwerdeführers gegenüber der Kreisärztin Urk. 7/129/236-244 S. 4).
Eine solche
Mutmassung vermag
indes
eine rechts
genüglich
e medizinische Abklärung
nicht zu ersetzen
, umso mehr als auch Dr. K._ eine Konsistenzprüfung anregte
.
Auch der Umstand, dass während der
Z._
-Abklärung keine Konzentrations- und Aufmerksamkeitsprobleme beobachtet worden sind (E. 3.3), kann nicht an die Stelle einer fachärztlichen
(vgl. dazu etwa Urteil des Bundesgerichts 9C_646/2015 vom 19. Mai 2016 E. 4.4)
sowie fachpsychologischen Abklärung treten, wobei der
Z._
-Bericht zudem ohne Kenntnis des Berichtes von
Dr.
phil.
D._
erging (
Urk.
7/70 S. 10).
4.4
Es fehlt namentlich an einer fachärztlichen neurologischen sowie einer aktuel
len neuropsychologischen Beurteilung
, welche im Rahmen der unfallversiche
rungsrechtlichen Beurteilung mangels Adäquanz der entsprechenden Beschwer
den zum Unfallereignis ausser Acht bleiben konnten.
Betreffend die psychische Situation wies Dr. J._ in ihrem Abschlussbericht vom 13. Mai 2014 selber darauf hin, dass psychiatrischerseits beurteilt werden müsse, inwieweit die Arbeitsfähigkeit durch die psychische Situation einge
schränkt sei (vgl. E. 3.6.1). Auch diesbezügliche Abklärungen fanden nicht statt. Der behandelnde Psychiater Dr. F._ gab zuletzt im Juli 2013 an, im jetzigen Zeitpunkt könne nicht gesagt werden, ob der Beschwerdeführer im neuen Berufsumfeld die volle Arbeitsfähigkeit wieder erreichen werde (vgl. E. 3.4.2). Er dokumentierte zwar eine Verbesserung im Verlauf, eine abschliessende fach
ärztliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit aus psychi
atrischer Sicht fehlt indes. Zudem bescheinigte Dr. F._ auf dem Unfallschein auch über das Datum der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung hinaus eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 7/129/88). Auch in dieser Hinsicht erweist sich der medizinische Sachverhalt als zu wenig abgeklärt. Einzig der Hinweis, aus versicherungsrechtlicher Sicht sei gestützt auf den Bericht von Dr. F._ vom 10. Juli 2013 aufgrund der psychiatrischen Diagnose nicht von einer dauerhaf
ten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auszugehen (Urk. 7/103 S. 4 f.), vermag bei der vorliegenden Sachlage ohne umfassende Abklärungen – namentlich auch bezüglich der Frage der Therapieresistenz des Leidens (statt vieler vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_454/2013 vom 29. Oktober 2013 E. 4.1 mit Hin
weisen
,
vgl. auch Rahel Sager, Die bundesgerichtliche Rechtsprechung betref
fend Depressionen, in: SZS 2015 S. 308 ff., 317 f. Ziff. 5.2
) – nicht zu überzeu
gen.
4.5
Die angefochtenen Verfügungen vom 21. August 2015 (Urk. 2/1 und Urk. 2/2) sind aufzuheben und die Sache ist an die IV-Stelle zur polydisziplinären Abklärung zurückzuweisen. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
5.
Das Verfahren ist kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ermessensweise auf Fr.
1‘0
00.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss sind
sie
der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Zudem steht dem Beschwerdeführer
bei diesem Ausgang des Verfahrens eine Prozessentschädigung zu, die gemäss § 34 Abs.
3
des
Gesetz
es
über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer)
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und der Schwierig
keit des Prozesses zu bemessen ist. Unter Berücksichtigung dieser Bemessungs
kriterien
und dabei insbesondere des Umstandes, dass die – zwar sehr umfangreichen – Akten weitgehend schon aus dem parallel laufenden unfallversicherungsrechtlichen Verfahren bekannt waren,
ist sie ermessensweise auf Fr.
1
‘
8
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen.