Decision ID: 27598135-3cad-4948-819f-7221849aefb3
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1963 geborene
X._
, zuletzt
mit einem Pensum
von 100 % als Kran
führer und Maschinist bei der
Y._
AG und nebenberuflich
als Raumpfleger bei der
Z._
AG
angestellt
gewesen, meldete
sich am 1. Juli 2009 unter Hinweis auf Kopfschmerzen und Schwindel aufgrund eines am 29. Januar 2009 erlittenen Sturzes
in eine Baugrube bei der Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
8
/2).
Am
10. Mai 2011 (Urk. 8/40) wies
die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
das Begehren um berufliche Massnahmen
ab
. Mit
Ver
fügung vom 31. Mai 2013 (Urk. 8/87
)
ver
n
einte
sie
einen Rentenanspruch
bei einem Invaliditätsgrad von
25 %
. Die
dagegen erhobene Beschwerde
wies das hiesige Gericht
mit Urteil vom
28
.
Januar 201
5 ab (Urk.
8
/
96; Prozess IV.2013.00627
)
, welches
das Bunde
s
gericht mit Urteil 9C_169/2015 vom 12. Oktober 201
5
(Urk. 8/103)
bestätigte
.
1.2
Am 1. Februar 2016 (Urk. 8/106) meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes (Abnahme der Konzentrations
fähigkeit, zunehmende Introvertiertheit und
I
solation
, Selbst
ag
g
ressionen,
lumboradikuläre
Schmerzen im linken Bein
,
Protr
usion
der Bandscheibe
mit Kompression
) erneut bei der Invalidenversicherung zum Leistungs
bezug
(berufli
che Massnahmen, Rente)
an.
In der Folge holte die
IV-Stelle unter anderem beim Zentrum A._
ein poly
disziplinäres Gutachten ein, das am 3.
Januar 2017 (Urk. 8/127) erstattet wurde.
Nach durchgeführtem
Vor
bescheid
verfahren
(Urk.
8
/
131, Urk. 8/137, Urk. 8/139)
wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren
mit Verfügung vom
7
.
August
2017 (Urk. 2) ab.
2.
Der Versicherte erhob am 14. September 2017 Beschwerde gegen die Verfügung vom 7. August 2017 (Urk. 2) und beantragte,
diese sei aufzuheben und
es sei
ihm eine Invalidenrente auszurichten; eventualiter sei er vorgängig polydisziplinär, insbesondere psychiatrisch
,
orthopädisch und neurologisch, zu begutachten;
sub
eventualiter
seien ihm berufliche Massnahmen zu gewähren.
Zudem beantragte er die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
sowie die
Bestellung von Rechtsanwältin Dr.
iur
. Barbara Wyler als unentgeltliche Rechtsvertreterin (Urk. 1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
6
.
November
2017 (Urk.
7
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am
24
.
Januar
201
8
zur Kenntnis gebracht (Urk.
13
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Der Beschwerdeführer stellte sich in seiner Beschwerde vom 14. September 2017 (Urk. 1) auf den Standpunkt, die Beschwerdegegnerin habe seinen Anspruch auf rechtliches Gehör und ein faires Verfahren verletzt. Aus der Verfügung vom
7. August 2017 (Urk. 2)
gehe nicht hervor, welche Akten zum Entscheid beigezo
gen worden seien beziehungsweise
es
sei in der Verfügung nicht auf die Argu
mentation seines Einwandes eingegangen worden. Damit sei die Verfügung zwingend korrekturbedürftig (Urk. 1 S. 3
und
6).
Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller Natur. Daher führt dessen Ver
letzung ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids (BGE 132 V 387 E. 5.1 mit Hinweisen).
Aus diesem Grund ist vorweg die Frage zu beantworten, ob die Beschwerde
gegnerin das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers verletzt hat.
1.2
Der Anspruch auf rechtliches Gehör verpflichtet die Behörde, die Vorbringen der betroffenen Person auch tatsächlich zu hören, zu prüfen und in der
Entscheidfin
dung
zu berücksichtigen, weshalb sie ihren Entscheid zu begründen hat (BGE 134 I 83 E. 4.1). Die Pflicht der Behörde, ihre Verfügungen zu begründen, bezweckt insbesondere, die betroffene Person in die Lage zu versetzen, eine Verfügung gegebenenfalls sachgerecht anfechten zu können (BGE
124 V 180 E. 1a, vgl. auch BGE 134 I 83 E. 4.1 mit Hinweisen).
Um den ver
fassungsrechtlichen Anforde
rungen zu genügen, muss die Begründung wenigstens kurz die Überlegungen nennen, von denen sich die Behörde bei ihrem Entscheid hat leiten lassen und auf die sich der Entscheid stützt.
1.3
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers ist aus der Verfügung vom 7. August 2017 (Urk. 2) zu erkennen, dass sich die Beschwerdegegnerin für die medizinische Beurteilung auf das
A._
-Gutachten vom
3. Januar 2017 (Urk. 8/127)
stützte. So
hält die
Verfügung
fest
: «Um die gesundheitliche Situa
tion ganzheitlich zu erfassen, haben
wir ein poly
disziplinäres Gutachten (Innere/Psychiatrie/Orthopädie/Neurologie) ver
anlasst. Diesem entnehmen wir [
...]»
. Aus dem
A._
-
Gutachten – das dem Beschwerdeführer vorlag – lässt sich
so
dann
ersehen, welche
Vorakten
dafür berücksichtigt worden sind (vgl. S. 3
15). Weitere medizinische Abklärungen wurden im Nachgang zum Gutachten keine getroffen.
Auch wenn
die Beschwerdegegnerin in ihrer Begründung nicht im Einzelnen auf die im Einwand angeführte Kritik an der Nachvollziehbarkeit des psychiatrischen Gutachtens eingegangen ist
, so lässt sich d
er Verfügung doch entnehmen, dass die Beschwerdegegnerin
–
unter Berücksichtigung der erhobenen
Einw
ä
nd
e
und im Wortlaut abweichend vom Vorbescheid -
die
an die Beweiskraft eines
Gutach
ten
s
notwendigen
Voraussetzungen
als erfüllt erachtete (vgl. Urk. 2 S. 2). Dem
zufolge ist eine
sachgerecht
e Anfechtung – nämlich, dass der Beschwerdeführer das Gutachten im Gegensatz zur Beschwerdegegnerin für nicht beweiskräftig
hält
und aufgrund dessen die Verfügung
anficht
– möglich
.
Anders verhielte es sich allenfalls, wenn die Beschwerdegegnerin nach dem Ein
wand neue medizinische Abklärungen getroffen und ohne Erlass eines weiteren Vorbescheids eine neue Verfügung erlassen hätte (Urteil des Bundesgerichts 9C_606/2014 vom 9. Dezember 2014 E. 2.1) oder sich der Wortlaut der Verfügung mit demjenigen des Vorbescheides decken würde, sodass nicht ersichtlich wäre, ob sich die Beschwerdegegnerin überhaupt mit dem Einwand auseinandergesetzt hätte (BGE 124 V 180 E. 2).
Dies ist jedoch – wie aufgezeigt - vorliegend nicht der Fall.
1.4
Nach dem Gesagten
geht
das
Vorbringen
des Beschwerdeführers betreffend die
Verletzung seines
Anspruchs auf
rechtliche
s
Gehör
und
ein faire
s
Verfahren fehl.
Folglich ist die angefochtene Verfügung in materieller Hinsicht zu prüfen.
2
.
2
.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversi
cherungsrechts [
ATSG
]
)
.
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung
[
IVG
]
)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vor
liegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2
.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2
.3
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
der
Verordnung
über die Invalidenversicherung [IVV]
), so ist im Beschwerde
ver
fahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch rele
vante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den I
nvaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar.
2
.
4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.5
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte haben gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
2.6
Gemäss
Art.
17 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann (
Abs.
1).
Der Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit ist die Wiedereinschulung in den bisherigen Beruf gleichgestellt (
Abs.
2). Als Umschu
lung gelten gemäss
Art.
6
Abs.
1 IVV Ausbildungsmassnahmen, die Versicherte nach Abschluss einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder nach Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ohne vorgängige berufliche Ausbildung wegen ihrer Inva
lidität zur Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit benötigen.
Nach der Rechtsprechung setzt der Anspruch auf Umschulung voraus, dass die versicherte Person wegen der Art und Schwere des Gesundheitsschadens in der bisher ausgeübten Tätigkeit und in den für sie ohne zusätzliche berufliche Aus
bildung offen stehenden zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder länger dauernde Erwerbseinbusse von etwa 20 Prozent erleidet
(
Urteil des Bun
desgerichts 9C_511/2015 vom 1
5.
Oktober 2015 E. 3
).
3
.
3
.1
Die Beschwerdegegnerin
brachte vor
, dem
A._
-Gutachten komme voller
B
eweiswert zu. Diesem sei zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer an keiner schwerwiegenden Erkrankung leide, die zu wesentlichen objektivierbaren Ein
schränkungen führen würde. Es liege nur eine leichte Funktionsstörung vor, wes
halb eine Tätigkeit als Kranführer nicht mehr zumutbar sei. Aus medizinischer Sicht sei
der Beschwerdeführer
jedoch in der Lage
,
sämtliche übrigen Tätigkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu bewältigen
.
Die medizinischen Berichte, welche der Beschwerdeführer sowohl bei der
Wiederanmeldung (richtig: Neuan
meldung)
wie auch mit der Beschwerde eingereicht habe, hätten den
A._
-Gut
achtern bei ihrer
Beurteilung vorgelegen
. Die Voraussetzungen für berufliche Massnahmen und eine Invalidenrente seien nicht erfüllt
(
Urk
. 2
, Urk. 7).
3
.2
Der Beschwerdeführer
stellte sich in
seiner
Beschwerde vom
14
.
September
2017 (Urk. 1)
hingegen
auf den Standpunkt,
dass das
A._
-Gutachten
- aus näher dargelegten Gründen -
mangelhaft und damit nicht beweis
kräftig
sei. Es seien daher weitere medizinische Abklärungen zu treffen. Die Beschwerdegegnerin habe dies nicht getan, womit sie gegen ihre Abklärungspflicht verstossen habe (S. 6-11).
Ferner, habe
es
diese
versäumt
,
seinen Anspruch auf Gewährung b
eruf
licher Massnahmen
– konkret auf eine Umschulung -
zu prüfen.
S
ein
diesbezüg
lich
er
Anspruch
sei
jedoch ausgewiesen (
S. 11 f. Ziff.
18).
3
.3
Strittig
und z
u prüfen is
t vorliegend
ob eine anspruchsrelevante Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse vorliegt, und, bejahendenfalls der Anspruch des
Beschwerdeführer
s
auf
eine Invalidenrente
oder berufliche Massnahmen
.
Die
aktuellen gesundheitlichen Verhältnisse
sind
für den Rentenanspruch
zu ver
gleichen mit denjenigen, wie sie sich im Zeitpunkt des Erlasses der
rentenabwei
senden
Verfügung vom
31. Mai 2013 (Urk. 8/87)
gezeigt haben
.
F
ür den Anspruch
auf
berufliche
Massnahmen
ist ein Vergleich mit den Verhältnissen
mit demjenigen, wie im Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung vom
1
0. Mai 2011 (Urk. 8/40)
massgebend
.
4.
4.1
Das hiesige Gericht stützte sich in seinem
vom Bundesgericht
bestätigten
Urteil vom
28
.
Januar 2015
(Urk.
8
/
96/1-18
E.
3
.
1
3
und E.
4
) über den
mit
Verfügung der Beschwerdegegnerin vom
31. Mai 2013 (Urk. 8/87)
beurteil
t
Leistungsanspruch au
f das
polydisziplinäre
Gutachten
des Begutachtungsinstituts B._
vom
26. Oktober 2011 (Urk. 8/49/2-21).
Darin stellten
Dr. med.
C._
, FMH Allgemeine Medizin, Dr. med.
D._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. med.
E._
, FMH Neurologie,
die folgenden Diagnosen gemäss ICD-10 (
S. 17):
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Status nach Sturz am 29. Januar 2009 mit leichter traumatischer Hirn
ver
letzung (MTBI, S06.0) mit
-
Contusio
labyrinthi
(H83.9)
-
posttraumatischen chronischen Kopfschmerzen (G44.3), Differenzial
diagnose (DD) Kopfschmerz bei Schmerzmittelüberkonsum (G44.4)
ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit:
-
längere depressive Reaktion (F43.21)
-
Probleme in Verbindung mit Berufstätigkeit und Arbeitslosigkeit (Z56)
-
Thalassämia
minor (D56.9)
-
arterielle Hypertonie gemäss Unterlagen (I10), unbehandelt
-
labormässig Status nach Hepatitis B (B16.92), aktuell diskret erhöhte Transaminasen, DD medikamentös induziert, bei Lebersteatose
In der Gesamtbeurteilung (S. 17 ff.) führten die Sachverständigen des
B._
aus, die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers werde aus neurologischer Sicht durch den Status nach leichter traumatischer Hirnverletzung und
Contusio
labyrinthi
am 29. Januar 2009 sowie die posttraumatischen chronischen Kopf
schmerzen beeinflusst. Dagegen fänden sich aus ps
ychiatrischer Sicht keine Dia
g
nosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Es handle sich um eine Beschwer
deausweitung und Selbstlimitierung. Dem Beschwerdeführer könne aus psychiatri
scher Sicht zugemutet werden, die nötige Willensanstrengung aufzu
bringen, um einer seiner körperlichen Einschränku
ngen angepassten Tätigkeit ganz
tags nachzugehen. Auch aus allgemein-internistischer Sicht fänden sich keine weiteren Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Der Beschwer
de
führer mache auch keine entsprechenden Beschwerden geltend. Insgesamt könne somit aus polydisziplinärer Sicht für sämtliche körperlich leichten bis mittel
schweren wechselbelastenden Tätigkeiten ohne andauernde Kopfsenkungen und ohne hohe Lärmexposition eine une
ingeschränkte Arbeits- und Leis
tungs
fähig
keit festgestellt werden. Dagegen seien dem Beschwerdeführer körperlich schwere Arbeiten ebenso wie Arbeiten auf Gerüsten und Leitern nicht mehr möglich (S. 18 Ziff. 6.2).
4.2
Das hiesige Gericht erwog hierzu im Urteil vom
28
.
Januar
201
5
(Urk.
8
/
96; Pro
zess IV.2013.00627
)
, dass dem
polydisziplinären
B._
-
Gutachten vom
26. Oktober 2011 (Urk. 8/49/2-21)
volle Beweis
kraft zukomme
und für die
Entscheidfindung
darauf ab
zustellen sei
(E. 4
.1
-2
).
Dem
Ein
kommensvergleich legte das Gericht die gutachterlich attestierte Arbeitsfähigkeit von
100
%
in angepasster Tätigkeit
zugrunde,
so dass
ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von
27
% resul
tierte
(E.
5)
.
Das Bundesgericht schützte die Würdigung des hiesigen Gerichts mit Urteil
9C_169/2015
vom
12
.
Oktober
201
5
(Urk.
8
/
103
)
.
5.
5.1
In seinem Bericht vom 2. Januar 2016 (Urk. 8/104) führte Hausarzt Dr. med.
F._
, Facharzt für Allgemeine Medizin FMH, aus, die psychische Situation des Beschwerdeführers habe sich weiter verschlechtert, womit eine Aufnahme der angestammten beruflichen Tätigkeit als Maschinist und Kranführer nicht möglich sei.
Es sei
ein MRI (Urk. 8/105) der Lendenwirbelsäule (LWS) durchgeführt wor
den,
in diesem sei
zur klinischen
Coxarthrose
auch noch eine
Protrusion
der Bandscheibe parazentral links L4/5 und L5/S1 mit Kompression dokumentiert. So seien der
Maschinistenberuf
und Kranführer für immer unmöglich und auch andere Hilfsarbeiten.
5.
2
Der behandelnde Psychiater Dr. med.
G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
therapie FMH, nannte in seinem Verlaufsbericht vom 6. Juli 2016 (Urk. 8/117/2
4) folgende Diagnosen (S. 1):
-
Depressive Episode schweren Grades, ohne psychotische Symptome (ICD
10 F32.2)
-
Organische Persönlichkeitsänderung bei Status nach Schädel-Hirn-Trauma
(SHT)
2009 (ICD-10 F07.2)
-
Multiple internistische (kardiologische,
somnologische
und andere)
Stö
rungen, die andernorts beschrieben und evaluiert worden sind
Dr.
G._
führte dazu aus,
jede
der Störungen vermöge die Arbeitsfähigkeit zu ver
ringern. Alle krankheitsbedingten Einschränkungen zusammen betrachtet,
bestehe
nunmehr seit langer Zeit eine 100%ige Arb
eitsunfähigkeit (S. 1 Ziff. 2)
. Er verzichtete auf die Wiedergabe des klinischen Befundes und den Krankheits
verlauf und verwies diesbezüglich auf die Erörterungen anlässlich der Hospitali
sierungen des Beschwerdeführers (S.
1
Ziff.
3)
.
5.3
Dr. med.
H._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Neurolo
gie, Dr. med.
I._
, Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie, und Dr. med.
J._
, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie, vom
A._
nannten in ihrem
polydisziplinären
Gutachten vom 3. Januar 2017
(Urk. 8/127) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 17):
-
Angst- und depressive Störung gemischt (ICD-10 F41.2)
-
Somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
Zudem nannten sie
unter anderem
folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 17):
-
A
n
amn
estisch
er
Status nach Arbeitsunfall mit Sturz in eine Baugrube am
29. Januar 2009 mit dabei erlittenem SHT I infolge des Anpralls eines Steines auf den Kopf, Platzwunde,
keine
orthopädi
sch-
traumatologisch
verbliebene
Unfallfolgen
-
Posttraumatische
Kopfschmerz
en
nach Commotio cerebri
-
Zustand nach
Contusio
labyrinthii
Die Gutachter führten aus,
der Beschwerdeführer leide an einer subjektiv deutlich herabgesetzten psychophysischen
Belastbarkeit, die von psychiatrischer Seite im Sinne einer Regression und Selbstlimitierung interpretiert werde, die zu überwin
den er mit eigener Willensanspannung in der Lage sei. Zugleich würden eine Angst- und depressive Störung und eine somatoforme Schmerzstörung im Sinne einer leichten Funktionsstörung diagnostiziert, so dass eine Tätigkeit als Bagger- und Kranführer aufgrund der damit verbundenen besonderen Verantwortung nicht in Frage komme. In einer Verweistätigkeit werde dagegen weiterhin eine 100%ige Arbeitsfähigkeit angenommen.
Weiter berichteten die Gutachter, v
on neurologischer Seite her werde ein leichtes chronisches Kopfschmerzsyndrom nach Commotio cerebri formuliert, welches sich ebenfalls nicht
einschränkend
auf
die Arbeitsfähigkeit auswirke. Bei fehlen
den neurologischen Ausfällen lasse sich die im
B._
-
Gutachten beschriebe
ne Auf
hebung der Arbeitsfähigkeit für schwere Arbeiten bzw. Tätigkeiten auf Leitern und Gerüsten nicht mehr begründen.
Für
die
beklagten Beschwerden fänden sich keine korrelierenden orthopädisch-
traumatologisch
somatischen Befunde. Insbe
sondere seien keine Folgen des Ereignisses vom 29. Januar 2009 mehr auszu
machen. Orthopädisch-somatisch sei eine Arbeitsun
fähigkeit nicht begründet.
Dieselbe Auffassung werde vom internistischen Hauptgutachter geteilt, der beim Beschwerdeführer eine 100%
ige
Arbeitsfähigkeit in seiner letzten Tätigkeit und in einer Verweistätigkeit beschreibe.
Zusammen
fassend sei poly
disziplinär betrachtet von einer Arbeitsfähigkeit in der letzten Tätigkeit als Ba
gger-Kran
führer von 0 % auszugeh
en. In einer Verweistätigkeit bestehe unter Berücksich
tigung des Belastungsprofils eine Arbeitsfähigkeit von 100
%.
Der Beschwerdeführer sei in der Lage, sämtliche Tätigkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu bewältigen, sofern diese mit klar vorgegebenen einfach struktu
rierten Handlungsrichtlinien verbunden seien. Alle Arbeiten mit einem besonde
ren Verantwortungsbereich, mit regelmässigem Publikumsverkehr, unter beson
derem
Zeitdruck (Akkordbedingungen) oder unter Wechselschicht
be
dingungen ersch
i
enen derzeit ungünstig (S. 18).
Eingliederungsmassnahmen mit sofortigem Beginn seien zumutbar (S. 23
Ziff.
6).
6.
6.1
Das polydisziplinäre
A._
-Gutachten vom
3
.
Januar
201
7 (E. 5
.3) ist hinsicht
lich der zu beurteilenden Leiden des Beschwerdeführers umfassend. Es beinhaltet internistische, neurologische, orthopädisch
-
traumatologische
und psychiatrische Explorationen und beruht mit den klinischen und bildgebenden
Erhebungen
auf den
notwendigen allseitigen Untersuchungen (vgl. Urk.
8
/
127
S.
32-34
, S.
45
f.,
S.
53
f.
,
S.
6
1
f.
). Das
Gutachten wurde in Kenntnis der und in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
erstattet (S.
3
-
15
, S.
25
, S. 38
f., S. 41
f., S. 48, S. 50
f., S. 56, S. 58, S. 63
), berücksichtigt
die geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen sowie dem Verhalten des
Beschwerdeführers auseinander (S.
23 f.
, S.
29, S. 34-38
, S.
42 f.
, S.
47
, S.
51
, S.
55
, S.
59, 62 f.
). Die Gutachter haben die medi
zinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtend
dargelegt
und ihre Schlussfolgerungen nachvollziehbar begründet. Sie zeigten schlüssig auf, dass beim Beschwerdeführer
aus somatischer Sicht keine Einschränkungen mehr bestehen. Insbesondere
wiesen sie nach
, dass
keine Folgen des Unfall
ereignisses vom 29. Januar 2009 mehr auszumachen sind
und nahmen insbesondere Stellung zur Frage einer gesundheitlichen Veränderung seit der letzten Rentenprüfung (S.
25 oben).
Die Gutachter
erklärten plausibel
, dass
der Beschwerdeführer
aufgrund
der Angst- und depressiven Störung sowie der somatoformen Schmerz
störung
in seiner angestammten
Tätigkeit als Kranführer aufgrund der damit verbundenen Verantwortung
zu 100 % arbeitsunfähig ist, aber unter Beachtung des formulier
ten
Belastungsprofils
(Tätigkeiten mit einfach
strukturierten Handlungs
richtlinien
und ohne
regelmässige
n
Publikumsverkehr, besonderem Zeitdruck oder
mit
Wechselschichtbedingungen)
in einer Verweistätigkeit eine 100%ige Arbeitsfä
higkeit besteht
(E. 5.3)
.
Damit entspricht die
A._
-Expertise den bundesgericht
lichen Vorgaben an ein beweiskräftiges
Gutachten (vgl. E.
2
.
4
).
6.2
6.2.1
Entgegen der Einschätzung der
A._
-Gutachter ging
Dr.
F._
aufgrund einer
Protrusion
der Bandscheibe aus somatischen Gründen von einer Arbeitsun
fähigkeit des Beschwerdeführers als Maschinist und Kranführer sowie in jeder anderen
Hilfsarbeitertätigkeit aus (E. 5.1).
Seine
Einschätzung beruht
im Gegen
satz z
u
derjenigen der
A._
-Gutachter (vgl. Urk. 8
/
127 S. 53
f.
,
Urk. 8/127/58
60
) - nicht auf einer Funktionsdiagnose, welcher bei somatisch begründeten Funktionseinschränkungen zentrale Bedeutung zukommt (Urteil des Bu
ndesge
richts 9C_335/2015 vom 1.
September 2015 E. 4.2.2).
Zudem
zeigten
die
A._
-Gut
achter auf, dass
sich für die vom Hausarzt beschriebene
Cox
arthrose
und
Bandscheibenprotrusion
kein korrelierender
orthopädisch-trauma
tologischer
Befund zeige (S. 56 Mitte) und dass sich keine Anhaltspunkte für
radikuläre
Aus
fälle im Zusammenhang mit den im MRI vom 3
0.
November 2015 beschriebenen leichten degenerativen Ausfällen ergäben (S. 63 oben).
Damit
ver
mag
Dr.
F._
s
Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit die Einschätzung der
A._
-Gutachter nicht in
Frage
zu
stellen.
6.2.2
Dr.
G._
diagnostizierte im Gegensatz zu den
A._
-Gutachtern eine schwere depressive Episode
(ICD-10 F32.2)
sowie eine organische Persönlichkeitsstörung
(ICD-10 F07.2)
, welche
seiner Ansicht nach
eine
seit
lange
r
Zeit bestehende 100%ige Arbeitsunfähigkeit begründeten (E. 5.2).
Dem
Bericht
von Dr.
G._
vom 6. Juli 2016
lässt sich weder eine Befunderhebung entnehmen, noch führte
er
aus, inwiefern die von ihm diagnostizierten Leiden den Beschwerdeführer einschränkten sollten
.
Er
stellte
seine
Diagnosen
als gege
ben dar, ohne sie
aufgrund
diagnostischer
Kriterien her
zuleiten
. Dabei
verwies
er
für das klinische Bild und den Krankheitsverlauf auf die Hospitalisierungen des Beschwerdeführers, anlässlich welcher diese erörtert worden seien. Aktenkundig letztmalig befand sich der Beschwerdeführer im Januar 2011
-
und damit
sowohl
vor der Begutachtung
durch das
B._
als auch vor Erlass der ursprünglich renten
abweisenden Verfügung vom 31. Mai 2013
in psychiatrisch-stationärer Behandlung (vgl. Urk. 8/127 S. 11-13). Damit stellte Dr.
G._
auf eine veraltete Diagnose ab, ohne sich
mit den bei der letzten Rentenprüfung massgebenden gutachterlichen Feststellungen auseinanderzusetzen und ohne nähere Prüfung der aktuellen Gültigkeit der Diagnose.
Eine
r
neue
n
ärztliche
n
Einschätzung, die sich nicht hinreichend darüber ausspricht, inwiefern im Vergleich zur früheren Beurteilung eine effektive Veränderung des Gesundheitszustands eingetreten ist, kommt für die Belange der Rentenrevision kein genügender Beweiswert zu (Urteil des Bundesgerichts 8C_322/2018 vom 1
2.
Dezember 2018 E. 2.3 mit Hinweisen)
.
Nach dem Gesagten vermag die
Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit
durch Dr.
G._
die Einschätzung der
A._
-Gutachter nicht in Frage zu stellen.
6
.3
Der Beschwerdeführer bemängelte das
A._
-Gutachten und dabei insbesondere das psychiatrischer Teilgutachten in verschiedener Hinsicht.
Er
brachte vor,
es bestehe ein Widerspruch in Dr.
H._
s psychiatrische
m
Teil
gutachten, da dieser von einer überwindbaren Selbstlimitierung bespreche, aber Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
stelle
(Urk. 1 S.
7
f. Ziff. 10). Diese Argumentation geht fehl.
Die von
Dr.
H._
beschriebenen Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit betreffen die mit den diagnostizierten Leiden
(gemischte Angst- und depressive Störung sowie der somatoformen Schmerzstö
rung)
einhergehenden Ein
schränkungen, welche im beschriebenen Belastungs
profil Niederschlag gefunden haben
und unter anderem die angestammte Tätigkeit als Kranführer wegen der damit einhergehenden besonderen Ver
antwortung unzumutbar machen
(vgl.
E. 5.3
).
Weiter bemängelte der Beschwerdeführer, Dr.
H._
habe
sich in seiner Beur
teilung damit begnügt, die Einschätzung
des
B._
-Gutachtens vom 26.
Oktober 2011
(E.
4.1) zu bestätigen beziehungsweise
«
abzunicken
»
und die von Dr.
G._
in seinem Bericht vom 6.
Juli 2016
(E. 5.1)
erhobenen Befunde praktisch reflexartig
zu negieren (Urk. 1 S. 8 Ziff.
11).
Die vorgefasste Meinung von Dr.
H._
zeige sich auch darin, dass er und
der
Hausarzt Dr.
F._
im Wesentlichen dieselben Einschränkungen und Verhaltensmuster beschrieben hätten
, Dr.
H._
mit seiner Schlussfolgerung aber offensichtlich
«
danebenliege
»
(Urk. 1 S. 9 f.
Ziff.
13-14).
Einerseits hat Dr.
G._
in seinem Bericht vom 6.
Juli 2016 keinen Befund erhoben
.
Dr.
H._
hat
sich
aber
dennoch
mit dessen D
iagnosen
befasst
(vgl.
Urk. 8/127 S. 36 f.
). Anderseits
setzte
sich Dr.
H._
auch mit dem
Verlauf seit dem
B._
-Gutachten
kritisch
auseinander
, stellte abweichende Diagnosen und kam im Gegensatz zu den
B._
-Gutachtern zum Schluss, dass gewisse Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit aufgrund der psychi
schen Leiden
bestehen
(vgl. E.
5.3
)
.
Von einem
«
Abnicken
»
oder einer vorgefass
ten Meinung
kann
daher
keine Rede sein.
Ferner kritisierte der Beschwerdeführer
die
Befunderhebung von Dr.
H._
als widersprüchlich. Seine
Äusserung
,
es seien keine Anhaltspunkte für eine Störung der Aufmerksamkeit, der Konzentration
beziehungsweise
auch des
konzentrati
ven
Durchhaltevermögens
feststellbar
, sei nicht nachvollziehbar
.
Diese stünde den Feststellungen entgegen, der Beschwerdeführer
habe
Mühe gehabt, auf gezielte Fragen angemessen zu antworten, und viele Begebenheiten aus der Ver
gangenheit nicht verständlich schildern können (Urk. 1 S. 9 Ziff. 12). Die letztge
nannten
Feststellungen betreffen das formale Denken sowie das Gedächtnis
,
wel
che
mit dem
Kriterium
der Konzentration nicht
gleichzustellen
sind
. Zudem stellte Dr.
H._
klar,
dass
die
beschriebene Gedächtnisstörung deutlich als psycho
gen ausg
estaltet wirkt (Urk. 8/127 S. 33
)
.
Gleich verhält es sich mit dem Vorwurf
,
es bestehe ein Widerspruch
zwischen dem festgestellten
selbstaggressive
n
Verhalten
des Beschwerdeführers
und der Feststellung von Dr.
H._
,
es bestünden keine Zwangshandlungen oder
gedanken
(Urk. 1 S. 10 Ziff. 15)
.
Von
einem allfälligen selbstaggressiven
Ver
hal
ten
kann nicht ohne Weiteres
auf Zwangshandlungen oder –
gedanken
geschlos
sen werden
.
Bei Letzte
re
n handelt es sich
um ICD-10-kodierte Krank
heitsbilder
ohne
notwendigen
Zusammenhang
mit de
m
erwähnten
s
elbs
t
s
chädigenden Ver
halten
(vgl. ICD-10 F42.0-2
zur
Zwangs
störung
in
Dilling
/
Mombour
/Schmidt,
Inter
nationale
Klassifikation psychischer Störungen: ICD-10 Kapitel V [F]: Kli
nisch diagnostische Leitlinien, 2015, S. 203 f.)
.
Schliesslich erachtete der Beschwerdeführer die von den
A._
-Gutachtern gemachte Beurteilung der Arbeitsfähigkeit als widersprüchlich. Es ergebe keinen Sinn, dass
die gestellten Diagnosen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
hätten
, anderseits aber angeblich die Arbeitsfähigkeit in jeder Tätigkeit entspre
chend einem gesunden Mann von 100 % bestehe
(Urk. 1 S. 10 f. Ziff. 16). Die Wortwahl im Gutachten «entsprechend einem gesunden Mann»
betrifft
offen
sichtlich, nur den somatischen Gesundheitszustand.
Hingegen ist
die ange
stammte Tätigkeit als Kranführer aus psychiatrisc
hen Gründen nicht mehr zumutbar
,
und
das
formulierte
Belastungsprofil
berücksichtigt
gewisse psychisch bedingte Einschränkungen
. Damit
löst sich der
vom Beschwerdeführer monierte - nur
vermeintliche
-
Widerspruch auf (vgl. E. 5.3, Urk. 8/127 S. 18 f. und 25).
6
.4
Nach dem Gesagten kann auf das
voll
beweiskräftige
A._
-Gutachten abgestellt werden.
Der medizinische Sachverhalt ist damit erstellt und
die vom Beschwer
deführer eventualiter beantragten weiteren medizinischen Abklärungen (Urk. 1 S. 2)
erübrigen sich
. Weitere
entscheidwesentliche
Erkenntnisse
sind
davon
nicht zu erwarten (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 157 E. 1d).
7.
7.1
Nachdem
der medizinische Sachverhalt erstellt ist, gilt es zu prüfen, ob
in den tatsächlichen Verhältnissen
eine wesentliche Veränd
erung eingetreten ist (E. 2.
3
).
Aufgrund des
A._
-Gutachtens
ist offenkundig, dass sich die gesundheitliche Situation des Beschwerdeführers
seit der
ursprünglichen rentenabweisenden Ver
fügung
vom
31. Mai 2013 (Urk. 8/87
)
verändert hat
.
Einerseits sind
die
Folgen
des Unfallereignisses vom 29.
Januar 2009
nicht
mehr auszumachen
, womit
aus somatischer Sicht – im Gegensatz zu de
n
im
B._
-Gutachten festgestellten Aus
wirkungen der leicht
en
traumatischen Hirnverletzung - keine Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit mehr bestehen
.
Andererseits
bestanden zum damaligen Zeit
punkt
aus psychischer Sicht lediglich eine längere depressive Reaktion ohne Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit
, während
nun eine gemischte Angst- und depressive Störung sowie eine somatoforme Schmerzstörung
vor
liegen
, die sich auf die Arbeitsfähigkeit
auswirken
(vgl. E. 4.1 und E. 5.3).
7.2
Damit
ist zu prüfen
, ob sich
diese Veränderung auf
de
n
Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den
Rentenanspruch
erheblichen Weise
auswirkt
.
Anlässlich des mit der Verfügung vom 31.
Mai 2013 (Urk.
8/87)
beurteil
te
n Ren
tenanspruches
ging das hiesige Gericht in seinem vom Bundesge
richt gestützten Urteil vom 28. Januar 2015 (Urk.
8/96; Prozess IV.2013.00627) von einer 100%ige
n
Arbeitsunfähigkeit in angest
ammter
Tätigkeit als Kranführer
und einer
100%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit aus
. Es
errechnete
für das
massgebliche
Jahr 2010
einen Invalidität
sgrad von
maximal
27 %
, wobei es offenl
iess, ob
der Nebenerwerb zu berücksichtigen
sei
.
Das
Valideneinkommen
basierte auf dem Einkommen
des Beschwerdeführers
bei der
Y._
AG und der
Z._
AG.
Für das
Invalidenei
n
kommen
griff das Gericht auf
das von der Beschwerdegegnerin anhand der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) bezifferte Invalideneinkommen
zurück (
Urk. 8/96
E. 5).
Gemäss dem beweiskräftigen
A._
-
Gutachten ist a
ktuell eben
falls
von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Kranführer sowie einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in angep
a
sster Tätigkeit auszugehen (E. 5.3, E. 6
)
. An
den
der
Berechnung des Invaliditätsgrades
zugrundeliegenden
erwerb
lichen
Grundlagen
der Validen- beziehungsweise Invalideneinkommen
s
hat sich mangels einer zwischenzeitlichen Erwerbstätigkeit des Beschwerdeführers
nicht
s
verändert
,
vorbehältlich einer Anpassung des
Validen
einkommen
s
an die Nomi
nallohnentwicklung und
des
Beizugs
der
für
das Invalideneinkommen
aktuellste
n
LSE-Tabelle TA
1.
Änderungen statistischer Werte führen jedoch nicht zu einer Revision, selbst wenn durch solche Veränderungen ein relevanter Schwellenwert überschritten würde (BGE 133 V 545 E. 7)
.
Ein leidensbedingter Abzug auf den
Tabellenlohn
wäre
auch weiterhin nicht
angezeigt,
denn d
er Beschwerdeführer ist nur insoweit eingeschränkt, als ihm
Tätigkeiten mit einfach strukturierten Hand
lungsrichtlinien und ohne regelmässigen Publikumsverkehr,
ohne
besonderem Zeitdruck
und ohne
Wechselschichtbedingungen
offenstehen (vgl. E. 5.3). Damit steh
t
ihm auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt ein genügend breites Spektrum an zumut
baren Verweistätigkeiten offen
.
7.3
Damit
liegen keine wesentlichen Veränderungen der tatsächlichen Verhältnisse
vor
, welche geeignet
sind,
den
Grad der Invalidität in einer für den Renten
an
spruch erheblichen Weise
zu
beeinflussen (vgl. E.
2.
3
).
Folglich erweist sich die leistungsverneinende Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 7. August 2017 mit Blick auf den Rentenanspruch als rechtens. Dies fü
h
r
t
diesbezüglich zur Abweisung der Beschwerde.
8.
8.1
Der Beschwerdeführer
beantragte in
seiner
Beschwerde vom
14
.
September
2017
sub
eventualiter
die
Gewährung
berufliche
r Mass
nahmen
-
konkret
eine
Umschu
lung -
(Urk. 1 S. 2 und S. 11 Ziff. 18)
, was
die Be
schwerdegegnerin
ebenfalls abwies (Urk. 2)
.
8.2
In BGE 105 V 173 hat das Bundesgericht entschieden, dass Eingliederungs
leistungen gleich wie Renten zu behandeln sind und dass demzufolge Art. 17 ATSG sowie die dazugehörigen Verordnungsbestimmungen in analoger Weise auch auf die Revision von Eingliederungsleistungen angewendet werden müssen.
Demzufolge sind die
aktuellen Verhältnisse für
die Beurteilung der Gewährung von beruflichen Massnahmen
zu vergleichen mit denjenigen, wie
sie
sich im Zeit
punkt des
Erlasses der Verfügung vom 10. Mai 2011 (Urk.
8/40) gezeigt haben.
Mit
der
Verfügung
vom
10. Mai 2011
hatte die Beschwerdegegnerin
das Begehren um berufliche Massnahmen mit der
knappen
Begründung ab
gewiesen
, dass auf
grund des
«
Gesundheitszustandes
zurzeit
keine berufliche
n
Eingliederungsmass
nahmen
möglich
»
sei
en
.
Weder aus der Verfügung selbst
,
noch
aus
de
n
übrigen
Akten
geht
hervor, von welchem Gesundheitszustand die Beschwerdegegnerin damals
ausging
und ihrer Verfügung
zugrunde legte
oder welche Voraus
setzungen sie
damals
als nicht erfüllt
erachtete
(vgl. Urk.
8/1-
4
6
)
.
Das Gutachten des
B._
vom
26.
Oktober 2011 (Urk.
8/49/2-21)
lag noch nicht vor.
Es bleibt zu vermuten, dass die Beschwerdegegnerin auf den letzten
medizinischen
Bericht vor Erlass der Verfügung
vom 10. Mai 2011
abstellte
.
Dabei
handelt
es
sich um den Bericht vom 31. Januar 2011 (Urk. 8/37) von Dr. med.
K._
und Dr. med.
L._ von der psychiatrischen K
linik
M._
. In diesem wurde dem Beschwerdeführer eine bis auf Weiteres bestehende 100%ige Arbeitsunfähigkeit in angestammter Tätigkeit attestiert (S. 3
Ziff.
1.6) und eine angepasste Tätigkeit als nicht zumutbar erachtet (S. 4 oben).
Mangels genauerer Angaben in der
Ent
scheidbegründung
erweist sich
e
ine Prüfung analog zu Art. 17 ATSG nicht
als
möglich.
8.3
A
uch
der aktuelle
n
leistungsabweisenden Verfügung vom
7. August 2017 (Urk. 2)
lässt sich
nicht entnehmen, wieso die Beschwerdegegnerin das Gesuch um Gewährung beruflicher Massnahmen
abwies.
Aus
der
Verfügung geht
nur
hervor, dass sie sich auf das
A._
-Gutachten
abstützte,
die Tätigkeit als Kranführer
als
nicht mehr zumutbar
erachtete und es aber
für
erwiesen
hielt
,
dass der Beschwer
deführer
sämtliche übrigen Tätigkeiten
bewältigen
könne
. Eine nähere Begrün
dung für die Abweisung berufliche
r
Massnahmen findet sich nicht (Urk.
2).
Ebenso wenig finde
t
sich in den Akten
ein Nachweis
, dass
sich
die Beschwerde
gegnerin mit
den beruflichen
Massnahmen
im
Neuanmeldungs
verfahren
über
haupt
auseinandergesetzt
hat
(vgl.
Urk. 8
/104
147
), obwohl sie den Beschwerde
führer bereits in
der
rentenabweisenden Verfügung vom 31. Mai 2013 (Urk. 8/87) darauf hingewiesen hatte, er solle sich bei Interesse für eine Eingliederungsbera
tung melden (S. 2 Mitte).
Einzig aus dem Umstand, dass kein Anspruch auf eine Invalidenrente besteht, zu schliessen, dass
kein
Anspruch auf berufliche Mass
nahmen besteht, greift zu kurz.
So bestehen doch
Leistungsspezifische
Anspruchs
voraussetzungen (
E. 2.2,
E. 2.
5
-6
).
Angesichts des Umstands, dass
der Beschwerdeführer
in
seiner
angestammten Tätigkeit als
Kranführer
nicht mehr arbeitsfähig und aus
psychiatrischen
Gründen auf eine leidensangepasste Tätigkeit (vgl. E.
5.3
) an
gewiesen ist, ist ein solcher Anspruch jedenfalls nicht auszuschliessen.
Die
Beschwerdegegnerin selbst
ging
anlässlich ihrer ursprünglichen rentenabweisenden Verfügung von einem Invali
ditätsgrad von
25 %
aus. Dies stände
der beantragten
Umschulung nicht
entge
gen
, welche unter anderem eine Erwerbseinbusse
von
etwa
20 %
voraussetzt
(vgl.
E.
2.5-6
)
.
Zudem erachteten die
A._
-
Gutachte
r
Eingliederungs
mass
nahmen
aktuell
als zumutbar
(vgl. E.
5.3
)
.
8.4
In diesem Sinne
ist die Beschwerde
daher
teilweise gutzuheissen und die
Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese den Anspruch
des
Beschwer
deführers
auf berufliche Massnahmen
prüfe und
darüber
neu
verfüge
.
9.
9.1
Der Beschwerdeführer beantragte (Urk. 1 S. 2) die unentgeltliche Rechtspflege unter Bestellung von
Rechtsanwältin Dr.
iur
. Barbara Wyler
,
Frauenfeld
, als unentgeltliche Rechtsvertreter
in
. Die Prozessführung schien zum Zeitpunkt der Verfahrenseinleitung nicht aussicht
s
los, die Bedürftigkeit des Beschwerdeführers ist ausgewiesen (vgl. Urk.
12/1-2
) und eine
Rechtsverbeiständung
geboten. Ihm ist daher die unentgeltliche Rechtspflege unter Bestellung von
Rechtsanwältin Dr.
iur
. Barbara Wyler
als unentgeltliche
Rechtsbeistä
nd
in
zu gewähren (vgl. BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
9.2
Im vorliegenden Verfahren geht es um die Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen, weshalb das Verfahren kostenpflichtig ist. Die Gerichtskosten sind
nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69
Abs. 1
bis
IVG) und ermessensweise auf Fr. 1’000.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss sind sie den Parteien je zur Hälfte aufzuerlegen, wobei der
auf den Beschwerde
führer entfall
ende Kostenanteil zufolge Bewil
ligung der unent
geltlichen Prozess
führung einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen
ist
.
9.3
Der von Rechtsanwältin Dr.
iur
. Barbara Wyler, Frauenfeld, mit Eingabe vom 5. Februar 2018 (Urk. 14) geltend gemachte Aufwand von 12 Stunden à Fr. 220.
- und Fr. 84.30 Barauslagen, total Fr.
2'942.25 (inklusive Barauslagen und Mehr
wertsteuer)
,
ist der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses angemessen. Die Entschädigung
ist entspr
echend dem Verfahrens
ausgang zur Hälfte mit Fr. 1'417.15
aus der Gerichtskasse und
zur anderen Hälfte mit
Fr. 1'417.10
von der Beschwerdegegnerin zu leisten.
9.4
Der Beschwerdeführer ist auf § 16 Abs. 4 des Gesetzes über das Sozialversi
che
rungsgericht (
GSVGer
) hinzuweisen, wonach er zur Nachzahlung der Kosten
für die unentgeltliche Rechtspflege
(Gerichtskosten und Kosten der unentgeltlichen Rechtsvertretung)
verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist
.