Decision ID: 36d0691f-1efd-42dc-99c0-16e819f9d0a3
Year: 2014
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ X.Y. (geboren 1981) stammt aus dem Kosovo. Am 23. August 2001 heiratete er in
seiner Heimat die in der Schweiz niederlassungsberechtigte Landsfrau A.Y. (geboren
1981), zu der er am 22. August 2003 in die Schweiz einreiste. Die beiden gemeinsamen
Kinder B. (geboren 2005) und C. (geboren 2010) sind ebenfalls
niederlassungsberechtigt. Die Aufenthaltsbewilligung von X.Y. wurde nach Abschluss
einer Integrationsvereinbarung am 17. November 2010 letztmals am 1. Dezember 2010
unter gleichzeitiger ausländerrechtlicher Verwarnung bis 21. August 2011 verlängert.
Am 27. Oktober 2011 verweigerte das Migrationsamt unter Auferlegung der Kosten der
Verfügung von CHF 205 eine weitere Verlängerung mit der Begründung, mit der
Nichtbeachtung der Integrationsvereinbarung, der fehlenden geregelten
Erwerbstätigkeit, der Anhäufung von Schulden und der Unterstützung der Familie
durch die Sozialhilfe habe er "das Gastrecht in der Schweiz auf schwerwiegende Weise
missachtet". Am 19. Dezember 2011 trat X.Y. eine Vollzeitstelle an.
B./ Das Sicherheits- und Justizdepartement wies den gegen die Nichtverlängerung der
Aufenthaltsbewilligung von X.Y. erhobenen Rekurs am 16. Oktober 2012 ab. Die ihm
auferlegte Entscheidgebühr von CHF 1'000 wurde zufolge unentgeltlicher Rechtspflege
vom Kanton getragen und die Rechtsvertreterin zufolge unentgeltlicher
Rechtsverbeiständung mit CHF 1'500 zuzüglich Mehrwertsteuer entschädigt. Das
Verwaltungsgericht wies die von X.Y. (nachfolgend Beschwerdeführer) durch seine
Rechtsvertreterin gegen den Rekursentscheid des Sicherheits- und Justizdepartements
(nachfolgend Vorinstanz) mit Eingabe vom 31. Oktober 2012 erhobene Beschwerde am
2. Juli 2013 ab. Die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 2'000
wurden dem Beschwerdeführer unter Verzicht auf die Erhebung zufolge unentgeltlicher
Rechtspflege auferlegt. Die Rechtsvertreterin wurde zufolge unentgeltlicher
Rechtsverbeiständung im Beschwerdeverfahren mit CHF 2'000 (zuzüglich
Mehrwertsteuer) entschädigt.
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Das Bundesgericht hiess die dagegen erhobene Beschwerde mit Urteil vom 2. Mai
2014 gut, hob das Urteil des Verwaltungsgerichts auf und wies das Migrationsamt an,
die Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers zu verlängern; auf die subsidiäre
Verfassungsbeschwerde trat es nicht ein. Im Übrigen wurde die Sache zur Regelung
der Kosten- und Entschädigungsfolgen des kantonalen Verfahrens an das
Verwaltungsgericht zurückgewiesen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Das Bundesgericht wies mit Urteil vom 2. Mai 2014 das Migrationsamt des Kantons
St. Gallen an, die Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers zu verlängern. In der
Sache entsprach es damit dem Begehren, welches der Beschwerdeführer erfolglos vor
den kantonalen Instanzen gestellt hatte.
2. Nach Art. 95 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1,
abgekürzt VRP) hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die amtlichen Kosten zu tragen,
dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen werden. Aufgrund dieser
Bestimmung sind die amtlichen Kosten der Verfahren vor dem Verwaltungsgericht
(CHF 2'000), dem Sicherheits- und Justizdepartement (CHF 1'000) und dem
Migrationsamt (CHF 205) dem Staat aufzuerlegen. Auf die Erhebung der Kosten ist zu
verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP). Im Rekurs- und im kantonalen Beschwerdeverfahren
wurden zufolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege die amtlichen Kosten
vom Staat getragen. Auf die Erhebung von Kostenvorschüssen wurde verzichtet.
Dementsprechend bestehen keine Rückerstattungsansprüche des Beschwerdeführers.
Dies gilt auch für die ihm im Verfahren vor dem Migrationsamt auferlegten Kosten,
soweit er sie nicht bereits bezahlt hat.
3. Nach Art. 98 Abs. 1 VRP besteht im Beschwerdeverfahren vor Verwaltungsgericht
Anspruch auf Ersatz der ausseramtlichen Kosten, welche den am Verfahren Beteiligten
gemäss Art. 98bis VRP nach Obsiegen und Unterliegen auferlegt werden. Die
Vorschriften der Schweizerischen Zivilprozessordnung (SR 272, abgekürzt ZPO) über
die Parteientschädigung finden sachgemäss Anwendung (Art. 98ter VRP). Vor
Verwaltungsgericht wird die unentgeltliche Rechtsverbeiständung in sachgemässer
Anwendung der entsprechenden Vorschriften der ZPO gewährt (Art. 99 Abs. 1 und 2
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VRP). Zu klären sind in der Folge Grundlage (vgl. dazu nachfolgend E. 3.1) und Höhe
des Ersatzanspruchs (vgl. dazu nachfolgend E. 3.2; vgl. zum Ganzen auch schon
VerwGE B 2013/4 vom 24. Januar 2013).
3.1. Da dem Begehren des Beschwerdeführers auch in den kantonalen Verfahren
vollumfänglich zu entsprechen gewesen wäre, sind die Vertretungskosten in diesen
Verfahren aufgrund des in Art. 98bis VRP verankerten Erfolgsprinzips – und nicht
gestützt auf Art. 99 VRP, welche die am 17. November 2011 im Rekursverfahren und
am 30. November 2012 im Beschwerdeverfahren gewährte unentgeltliche
Rechtsverbeiständung regelt – zu ersetzen.
Stützt sich der Anspruch auf die unentgeltliche Rechtsverbeiständung, richtet er sich
gegen den Staat, stützt er sich auf das Erfolgsprinzip, richtet er sich gegen die
Gegenpartei (vgl. M. Kayser, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum
Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, Zürich/St. Gallen 2008, N 38 zu Art. 65
VwVG), welche auch im Verwaltungsverfahren nicht in allen Fällen mit dem Staat
identisch ist. Der öffentlich-rechtliche Entschädigungsanspruch auf der Grundlage der
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung hat subsidiären Charakter und bleibt ohne
Einfluss auf die Prozessentschädigung des unterliegenden Gegners. Er kommt dann
zum Tragen, wenn keine Prozessentschädigung geschuldet oder diese uneinbringlich
ist (vgl. BGer 5P.421/2000 vom 10. Januar 2001 E. 3b). Der subsidiäre Charakter zeigt
sich insbesondere darin, dass ein Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung –
soweit nicht vorab darüber entschieden wurde – mit der Gutheissung der Begehren der
den Anspruch geltend machenden Partei gegenstandslos wird (vgl. BGer 2C_97/2012
vom 14. Dezember 2012 E. 3.2).
Die Unterscheidung der Anspruchsgrundlagen ist auch dann von Belang, wenn an
einem Verfahren wie vorliegend ausschliesslich kantonale Behörden beteiligt sind. Hier
zeigt sie sich darin, dass die Kosten bei Gewährung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung im Beschwerdeverfahren dem Gericht und bei Anwendung des
Erfolgsprinzips dem zuständigen Departement belastet werden. Die Rechtsverhältnisse
unterscheiden sich aber auch hinsichtlich der Personen, denen der Anspruch auf den
Kostenersatz zukommt. Wird dem Vertretenen die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung gewährt, tritt der als Rechtsbeistand bestellte Rechtsvertreter in
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ein öffentlich-rechtliches Verhältnis zum Staat und der Kostenersatz ist ihm
zuzusprechen (vgl. BGE 132 V 200 E. 5.1.4; 122 I 322 E. 3b). Werden die
ausseramtlichen Kosten hingegen entsprechend dem Erfolgsprinzip der obsiegenden
Partei ersetzt, handelt es sich um eine Entschädigung, welche der Partei – und nicht
unmittelbar dem Vertreter – zusteht. Würden die Vertretungskosten gestützt auf die
unentgeltliche Rechtsverbeiständung ersetzt, wäre die Partei, welcher die
Rechtswohltat gewährt wurde, zudem während zehn Jahren zur Nachzahlung der
Kosten verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (vgl. Art. 98ter VRP in Verbindung
mit Art. 123 ZPO). Eine solche Pflicht ist jedoch nicht gerechtfertigt, wenn der Partei ein
Ersatzanspruch, der sich auf das Erfolgsprinzip stützt, zukommt.
3.2. Gemäss Art. 22 Abs. 1 Ingress und lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte
und Rechtsagenten (sGS 963.75, abgekürzt HonO) beträgt das Honorar in der
Verwaltungsrechtspflege vor Verwaltungsgericht pauschal CHF 1'000 bis 12'000.
Innerhalb des für eine Pauschale gesetzten Rahmens wird das Grundhonorar nach den
besonderen Umständen, namentlich nach Art und Umfang der Bemühungen, der
Schwierigkeit des Falls und den wirtschaftlichen Verhältnissen der Beteiligten,
bemessen (Art. 19 HonO). Hat die Rechtsanwältin keine Honorarnote eingereicht,
werden die ausseramtlichen Kosten nach Ermessen zugesprochen (Art. 6 HonO).
Die Rechtsvertreterin hat weder im Rekurs- noch im Beschwerdeverfahren eine
Kostennote eingereicht. Die der Rechtsvertreterin ermessensweise zugesprochenen
Entschädigungen von CHF 1'500 für das Rekursverfahren und von CHF 2'000 für das
Beschwerdeverfahren beruhten zufolge der Gewährung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung auf einem um einen Fünftel reduzierten Honorar (vgl. Art. 31
Abs. 3 des Anwaltsgesetzes; sGS 964.70, abgekürzt AnwG). Diese Reduktion entfällt
bei der Bemessung der ausseramtlichen Entschädigung nach Obsiegen und
Unterliegen. Dies entspricht der in Art. 98ter und 99 Abs. 2 VRP vorgeschriebenen
sachgemässen Anwendung von Art. 122 Abs. 2 ZPO, welcher gemäss der in der
Literatur vertretenen Auffassung der unentgeltlich prozessführenden Partei, welche
obsiegt, Anspruch auf eine volle – und nicht nur eine auf dem Armenrechtstarif
berechnete – Parteientschädigung einräumt (vgl. L. Huber, in: Brunner/Gasser/
Schwander [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung, Kommentar, Zürich/St. Gallen
2011, N 13 zu Art. 122 ZPO). Dass die obsiegende Partei durch einen unentgeltlichen
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Rechtsbeistand vertreten war, ist mithin nicht eine wesentliche Tatsache für die
Festlegung der Parteientschädigung, weil die öffentlich-rechtliche Entschädigung von
ihrem Zweck her nur subsidiär zum Tragen kommt. Es folgt daraus, dass es keinen
sachlichen Grund gibt, die Entschädigung der obsiegenden Partei deshalb zu kürzen,
weil ihr ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt worden ist (vgl. BGer 5P.421/2000
vom 10. Januar 2001 E. 3b). Davon geht das Bundesgericht auch im
Rückweisungsentscheid aus, wenn es die Sache zur Regelung der Kosten– und
Entschädigungsfolgen des kantonalen Verfahrens an das Verwaltungsgericht
zurückgewiesen hat. Eine solche Rückweisung hätte sich erübrigt, wenn der Ersatz der
Vertretungskosten nach wie vor nach den bei der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung anwendbaren Regeln zu bemessen gewesen wäre.
Da gemäss Art. 98bis VRP die ausseramtliche Entschädigung den am Verfahren
Beteiligten nach Obsiegen und Unterliegen auferlegt wird, sind dem Beschwerdeführer
diese Kosten vollumfänglich zu ersetzen (vgl. dazu R. Hirt, Die Regelung der Kosten
nach st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, St. Gallen 2004, S. 182 ff.). Zu
berücksichtigen ist indessen, dass der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers
gestützt auf Ziffer 3 des Dispositivs des vom Bundesgericht aufgehobenen Entscheides
vom 2. Juli 2013 zur Deckung der Vertretungskosten vom Staat bereits CHF 2'000 (vier
Fünftel einer angemessenen Entschädigung von CHF 2'500, zuzüglich Mehrwertsteuer)
zugesprochen wurden. Damit beträgt der Anspruch des Beschwerdeführers noch CHF
500 (zuzüglich Mehrwertsteuer).
4. Dem Beschwerdeführer wurde auch im Rekursverfahren die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung gewährt. Seine Rechtsvertreterin, welche ihre Anträge unter
Kosten- und Entschädigungsfolge gestellt hatte, wurde mit CHF 1'500 (vier Fünftel
einer angemessenen Entschädigung von CHF 1'875, zuzüglich Mehrwertsteuer)
entschädigt. Wie im Beschwerdeverfahren (vgl. dazu oben E. 3) sind dem
Beschwerdeführer, dessen Begehren gutzuheissen gewesen wären, die
ausseramtlichen Kosten auf der Basis des Erfolgsprinzips gemäss Art. 98bis VRP
vollständig und ungekürzt, das heisst mit CHF 1'875 (zuzüglich Mehrwertsteuer) zu
ersetzen. Davon ausgehend, dass der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers für die
Vertretung im Rekursverfahren bereits CHF 1'500 (zuzüglich Mehrwertsteuer)
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zugesprochen wurden, verbleibt ein Anspruch von CHF 375 (zuzüglich
Mehrwertsteuer).
5. Für diesen Entscheid werden keine amtlichen Kosten erhoben (Art. 97 VRP). Ob ein
zusätzlicher Anspruch auf Ersatz ausseramtlicher Kosten besteht, kann offen bleiben,
da sich die Rechtsvertreterin im Rückweisungsverfahren nicht mehr vernehmen liess.
Demnach hat das Verwaltungsgericht