Decision ID: f77b087c-a370-566e-ac2d-ff536bb3d0b1
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1961,
war ab
1991
als
Mitarbeiterin der
Unterhaltsreini
gung
bei
der
Z._
angestellt
(
Urk.
7
/15
Ziff.
2.1 und
Ziff.
2.7).
Am
7.
Oktober 2010
erlitt sie
auf einer
Sommerrodel
bahn
einen
Auffahrunfall
(
Urk.
7
/12/37). Seither hat sie ihre Arbeitstätigkeit nicht wieder aufgenommen
(vgl.
Urk.
7/40 S. 9 oben
,
Urk.
7/66/4 Mitte)
. Am
2
4.
März 2011
meldete sich die Versicherte
zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (
Urk.
7
/3). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab
und zog Akten des Unfallversicherers (
Urk.
7/12) sowie ein von der Pensionskasse ver
anlasstes psychiatrisches Gutachten
(
Urk.
7
/46) bei.
Am 2
1.
Januar 2013
informierte
die IV-Stelle
die Versicherte, dass
zur Klärung ihrer Leistungsansprüche eine
bidisziplinäre
Begutachtung
(
r
heumato
lo
gi
sch/
p
sy
chiatri
sch) notwendig sei, und gab ihr den Namen der rheumatologi
schen Gut
achterin bekann
t
(
Urk.
7
/51). Mit Zwischenverfügung vom
8.
Februar 2013 (
Urk.
7/53
) hielt die IV-Stelle an der Abklärung der Versicherten durch
die in Aussicht genommene Rheumatologin
fest
. Dieser Entscheid wurde v
om
hiesi
gen Gericht mit Urteil vom 1
4.
Juni 2
013 geschützt (
Urk.
7/57; Verfahren Nr. IV.2013.00233).
Mit Schreiben vom
2
1.
November 2013
(
Urk.
7/60)
teilte die IV-Stelle der Versicherten
sodann
den
Namen des psychiatrischen Gutachters mit.
Die Gutachter erstatteten ihre Gutachten
sowie ihre
bidisziplinäre
Zusammen
fas
sung
am 3
1.
Januar beziehungsweise 1
5.
März
2014 (
Urk.
7/65-66,
Urk.
7/68).
N
ach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/71,
Urk.
7/74
) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
8.
Oktober 2014 einen Anspruch
der Versicherten
auf Leistungen der Invalidenversicherung
(
Urk.
7/75
=
Urk.
2)
.
2.
Die Versicherte erhob am 1
0.
November 2014
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
8.
Oktober 2014 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben
,
und es sei ihr eine ganze Rente auszurichten. Eventuell seien weitere
Sachverhaltsabklä
rungen
durch das Gericht durchzuführen, subeventuell sei die Sache zu weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
3.
Dezember 2014 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde. Mit Gerichtsverfügung vom 2
4.
Februar 2015 (
Urk.
12) wurden das Gesuch der Beschwerdeführerin um unentgeltliche
Pro
zessführung
und Rechtsvertretung (vgl.
Urk.
1 S. 2) abgewiesen und der Be
schwerdeführerin die Beschwerdeantwort zugestellt.
3.
Der Unfallversicherer
stellte
seine für die somatischen Folgen des
Unfallereig
nisses
vom
7.
Oktober 2010
erbrachten Leistungen per
3
0.
September
2011
ein
und verneinte einen Anspruch auf Leistungen für das psychische Leiden
(
vgl.
Urk.
7
/32)
,
was vom hiesigen Gericht mit Urteil vom
2
4.
Februar 2014 (Ver
f
ahren
Nr. UV.2012.00195
) und vom Bundesgericht mit Urteil
8C_296/2014
vom
3.
Juni 2014
bestätigt wurde.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Be
tracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
wind
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vor
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin.
2.2
Die Beschwerdegegnerin
verneinte ihre Leistungspflicht in
der an
gefochtenen Verfügung (
Urk.
2) mit der Begründung
,
es liege
kein invalidisierender
G
esund
heitsschaden
vor
(S. 2 Mitte). Die
im
bidisziplinären
Gutachten genannten Diagnosen hätten keine Auswirkungen auf die A
rbeitsfähigkeit. Die zuletzt aus
ge
übte Tätigkeit in der Unterhaltsreinigung sei mit dem formulierten medizini
schen Belastungsprofil vereinbar. Die aus der
somatoformen
Schmerzstörung resultierenden Einschränkungen seien überwindbar; es bestehe - reaktiv auf das Schmerzgeschehen - eine
chronifizierte
depressive Störung, die keinen
komor
biden
Charakter aufweise und die Foerster-Kriterien seien nicht erfüllt (S. 1 f.).
2.
3
Die Beschwerdeführerin machte
in ihrer Beschwerde (
Urk.
1)
demgegenüber geltend,
die im Jahr 2010 begonnene und seither konsequent durchgeführte
Psy
chotherapie habe zu keiner Besserung
ihres
Gesundheitszustands geführt und
es sei in absehbarer Zeit auch nicht mit einem Erfolg zu rechnen. Damit liege ein unbefriedigendes Behandlungsergebnis vor und könne ihr nicht zugemutet wer
den, trotz ihrer Krankheit arbeiten zu gehen (S.
4 unten). Sollte dem
Haupt
an
trag
nicht stattgegeben werden, sei eine Rückweisung angezeigt, da die
Be
schwerdegegnerin
ihrer Begründungspflicht nicht nachkomme, indem sie - in der aktenwidrigen Annahme, ihr sei die bisherige Tätigkeit vollumfänglich zu
mutbar - einen Einkommensvergleich unterlassen habe (S. 5).
3.
3.1
Die Ärzte des
A._
, Klinik für Unfallchirurgie, be
richteten am 2
2.
November 2010 (
Urk.
7/10/18-20) und nannten als Diagnosen einen Status nach Auffahrunfall am
8.
(richtig: 7.) Oktober 2010 mit Distorsion der Halswirbelsäule (HWS) Grad I und einen Verdacht auf eine chronische Schmerzentwicklung.
Sie
führten aus, Einschränkungen, welche aus dem Unfall
und den bildgebenden Befunden abzuleiten wären, b
estünden keine
(S. 2 un
ten).
3.2
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Neurologie, berichtete am 1
7.
Januar 2011
(
Urk.
7/10/14-17), bei der Beschwerdeführerin finde man ein zervikales
Schmerz
syndrom
mit einer leichten Beeinträchtigung der Beweglichkeit, einer mässigen muskulären Verspannung und klinisch Hinweisen für eine intermit
tierende
radi
kuläre
Reizung der unteren zervikalen Wurzeln ohne sichere Hin
weise für eine
radikuläre
Reiz- oder Ausfallsymptomatik. Darüber hinaus gebe die Beschwer
deführerin ein sensibles
Hemisyndrom
links an, das er jedoch zu
nächst im Rahmen einer Schmerzausweitung und somit als funktionell deute. Eine rele
vante
Encephalopathie
oder eine relevante Schädigung der HWS sei bereits aus
geschlossen worden. Die somatosensorisch evozierten Potentiale hätten keine Hinweise auf eine relevante
Radialisschädigung
ergeben (S. 4).
3.3
Die Ärzte des
A._
, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, berichteten am
2
8.
Januar 2011 (
Urk.
7/10/21-24) und nannten folgende Diagnosen (S. 1 un
ten):
Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10 F43.21)
chronisches Schmerzsyndrom (Rücken, Kopf, Arm-/Beinbereich links, Schwindel, Tinnitus)
differentialdiagnostisch
(
dd
)
: organisch
dd
:
somatoforme
Komponente im Rahmen einer
Somatisierungsstö
rung
dd
: im Rahmen des depressiven Syndroms
Die Ärzte empfahlen eine ambulante Psychotherapie mit
verhaltenstherapeuti
schem
Ansatz, kombiniert mit einer Psychopharm
akotherapie mit Antidepres
siva
(S. 2 Mitte).
3.4
Vom
8.
bis 2
3.
März 2011 weilte die Beschwerdeführerin stationär im
Stadt
spital
C._
, Klinik für Rheumatologie und Rehabilitation
, wo gemäss
Bericht vom 1
6.
Mai 2010 (richtig wohl: 2011
;
Urk.
7/19
)
folgende Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt wurden (
Ziff.
1.1):
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) mit hohem Stressniveau und Vermeidungsverhalten (ICD-10 F43.21)
Zerviko
zephalsyndrom
mit Halbseitensym
p
t
omatik links
Status nach Auffahrunfall auf Sommerrodelbahn am
8.
(richtig: 7.) Oktober 2010
Hyposensibilität und Schwäche über der gesamten linken Körperhälfte
Tinnitus links permanent, rechts intermittierend, Schwindel, Müdig
keit, Druckgefühl auf der Brust, Dyspnoe
Röntgen der HWS und Brustwirbelsäule (BWS) vom März 2011:
Un
kovertebralarthrose
C5/6,
Osteochondrose
C5-7
Hospitalisation
Unfallchirurgie
A._
im November 2010:
HWS-Distor
sion Grad I
Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10 F43.21)
Die Ärzte führten aus,
bei Eintritt sei die HWS bei ausgeprägter
Abwehr
spannung
kaum untersuchbar gewesen. Es habe sich die geschilderte diffuse
Halb
seitensymptomatik
links mit Hyposensibilität und generalisierter
Kraftmin
de
rung
gezeigt. Der Reflexstatus sei unauffäl
l
ig gewesen.
In der
Bildgebung be
stünden degenerative Veränderungen der HWS, welche die Beschwerden und subjektiven Einschränkungen nicht ausreichend erklären könnten. Die weitere Diagnostik mittel
s konventioneller Röntgenbilder
und Sonographie der Schul
ter links sei ebenfalls unauffällig gewesen
(
Ziff.
1.4
)
.
Aus rheumatologischer Sicht sei die Beschwerdeführerin
in der bisherigen Tätigk
eit nicht eingeschränkt
(
Ziff.
1.7).
3.5
Am 2
0.
April 2011 (
Urk.
7/14) berichtete
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, die Beschwerdeführerin stehe seit dem 1
8.
Febru
ar 2011 in ihrer B
ehandlung (
Ziff.
1.2). Sie nannte folgende
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
Schleudertrauma (ICD-10 F54)
chronisches Schmerzsyndrom (ICD-10 F54)
Status nach einer mittelgradigen depressiven Episode mit ausgeprägten Ängsten und einer Schmerzproblematik (ICD-10 F 32.10), DD
: Angst und depressive Störung gemischt (ICD-10 F41.2), DD: agitierte Depression
zur Zeit leichte depressive Episode (ICD-10 F32.00)
zervikales Schmerzsyndrom (ICD-10 F54)
funktionelle Dysästhesie der linken Körperhälfte
Status nach Auffahrkollision am
8.
(richtig: 7.) Oktober 2010 mit HWS-Distorsion Grad I
chronisches vertebrales Schmerzsyndrom
Dr.
D._
führte aus, unter der eingeleiteten medikamentösen Therapie und mit unterstützenden Gesprächen in der Muttersprache sei es zu einer erfreulichen Besserung des
psychischen Zustandes gekommen
(
Ziff.
1.5).
Vom 1
8.
Februar bis 1
5.
April 2011 sei die Beschwerdeführerin als Putzfrau nicht arbeitsfähig ge
wesen
(
Ziff.
1.6)
.
Ab sofort bestehe wieder eine etwa 50%ige A
r
beitsfähigkeit
(
Ziff.
1.9). Körperlich bestünden chronische Schmerzen, welche sich auf die Leistungsfähigkeit der Beschwerdef
ührerin auswirkten (
Ziff.
1.7).
3.6
Dr.
med.
E._
, Facharzt für
Innere Medizin und Rheumatologie
,
berichtete am 2
1.
April 2011 (
Urk.
7/10/1-3). Als Diagnosen mit Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit nannte er eine Dysästhesie der linken Körperhälfte bei Status nach Auffahrkollision und mit Tinnitus, Schwindel,
Zephalea
, Müdigkeit und
Dyspnoe,
eine reaktive Depression
, eine zystische Läsion des
Schilddrü
sen
lappens
rechts, einen Vi
tamin D-Mangel sowie eine He
patopathie
(
Ziff.
1.1)
. Er a
ttestierte der Beschwerdeführerin eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für jeg
liche Arten von Tätigkeiten (
Ziff.
1.6-7)
.
3.7
Am
5.
Juli 2012 erstattete
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Psychiatri
e
und Psychotherapie, ein vertrauensärztliches Gutachten im Auftrag der Pensionskasse (
Urk.
7/46
/1-28
).
Als psychiatrische Hauptdiagnosen nannte
Dr.
F._
eine
somato
forme
Schmerzstörung (ICD-10 45.4) verbunden mit einer
chronifizierten
, leicht
gradigen Depression (ICD-10 F32.8) auf der Grundlage einer akzentuierten Per
sönlichkeit
(ICD-10 Z73.1)
, zu der ein Vermeidungsverhalten,
Selbstlimita
tion
und eine Schmerzverarbeitungsstörung gehörten (S.
27 lit. D, vgl. auch S.
21
Ziff.
3.2).
Der Gutachter
führt
e
aus
,
im Verhalten sei die Beschwerdeführerin ausufernd, schwer steuerbar und dabei laut und klagend gewesen (S.
16 oben). A
ufgrund eines Vermeidungsverhaltens seien die
Beschwerdeschilderungen durch Aggra
vation und Verdeutlichungstendenzen gekennzeichnet gewesen. Hinweise auf Simulation oder Dissimulation hätten jedoch nicht eruiert werden
können. Ein Leidensdruck sei spürbar, das Veränderungspotential erscheine jedoch relativ gering, womit zusammenhänge, dass das Krankheitsmodell fast ausschliesslich somatisch orientiert sei
(S.
17 oben).
Aus
psychiatrischer Sicht
liege
seit dem
8.
Oktober 2010 maximal eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit
vor
; das Leiden sei
chronifiziert
durch eine Selbstlimitation an sich noch disponibler Fähigkeiten und Fertigkeiten im sozialen wie im beruflichen Zusammenhang.
Ebenfalls zu vermerken sei ein ausgeprägtes Vermeidungsverhalten mit erheblichen
Partizi
pations
verlusten
. Das Hauptproblem sei,
dass es der Beschwerdeführerin mangle - und zwar überwiegend aus
medizinalfremden
Gründen und nicht wegen eines genuinen psychiatrischen Gesundheitsschadens - die durchaus vorhandene Ar
beitsfähigkeit in effektive Arbeitsleistung umzusetzen. Mit einer entsprechenden Fachbehandlung sollte die 40%ige Arbeitsunfähigkeit praktisch auf 0
%
gesenkt werden können, dies innerhalb weniger Monate (S. 24 unten).
In der Psychotherapie gehe es vor allem darum, störungsspezifisch zu arbeiten, aber sicher auch darum, den Ehemann und andere Familienmitglieder oder auch den Case Manager einzubeziehen. Es sei doch offensichtlich, dass die Beschwer
deführer
in eine Vielzahl
von
ihr selbst zu erledigenden Aufgaben schon lange an andere übergeben habe und auf diese Weise das Ausmass ihrer
Selbst
limi
tierung
noch weiter treibe. Deshalb sei es empfehlenswert, in der Psy
cho
therapie auf die Bearbeitung der dysfunktionalen Verhaltensweisen der Be
schwer
defüh
rerin a
bzustellen. Das A und O der gesamten Behandlung sei freilich die alsbal
dig anzustrebende berufliche Wiedereingliederung, vor allem unter tatkräftiger Mitarbeit des Case Managers und mit Unterstützung durch den Arbeitgeber.
E
ine Rentenleistung
sollte keinesfalls
geprüft werden, weil gar kein invalidisie
render Gesundheitsschaden vorliege. Auch würde eine solche Vorgehensweise ganz zweifellos das regressive Vermeidungsverhalten (im Sinne eines sekundä
ren Krankheitsgewinns) noch weiter verstärken
(S. 25 oben
).
3.8
In seinem Bericht vom 1
6.
November 2011 (
Urk.
7/43) nannte
Dr.
E._
die bereits im Bericht vom April 2011 (vorstehend E.
3.6) genan
nten Diagnosen (
Ziff.
1.1) und attestierte der Beschwerdeführerin weiterhin
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Arten Tätigkeiten aufgrund einer verminderten Belastbarkeit der HWS und des Schultergürtels sowie aus psychischen Gründen (
Ziff.
1.6-7).
3.9
Am 3
0.
November 2012 (
Urk.
7/44) berichtete
Dr.
D._
,
seit ihrem letzten Bericht vom April 2011
(vorstehend E. 3.5)
sei die Beschwerdeführerin in der soma
tischen Behandlung engmaschig betreut worden, sodass bei ihr nur noch monatliche Sitzungen statt
gefunden hätten.
M
ittels antidepressiver medika
m
entöser Therapie und monatlicher unterstützender
G
espräche
in der Mut
ter
sprache habe kaum eine weitere Besserung des psychischen Zustandes der Be
schwerdeführerin erreicht werden können, da die Beschwerdeführerin stark auf die somatischen Beschwerden und das Unrecht, welches sie e
rlebe, fixiert sei (
Ziff.
1.5).
3.10
In ihrem Bericht vom
2
0.
Dezember 2013 (
Urk.
7/62) nannte
Dr.
D._
die bereits im Bericht vom April 2011 (vorstehend E.
3.5) genannten Diagnosen (S.
1
f.). Sie führte aus, aus psychiatrischer Sicht bestehe eine leichte Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit. Die Arbeitsfähigkeit sei durch die körperliche Problematik eingeschränkt (S. 2 Mitte).
3.11
Am 3
1.
Januar beziehungsweise 1
5.
März 2014 erstattete Prof.
Dr.
med.
G._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
sowie für Neu
ro
logie
,
ein Gutachten im Auftrag der Beschwerdegegnerin (
Urk.
7/65). Er stützt
e sich auf die ihm überlassenen Akten
(
vgl.
S. 3 unten
und
Urk.
7/66/6 ff.
)
sowie seine
am
1
6.
Januar 2014
durchgeführte Untersuchung
(vgl. S. 2
Mitte).
Der Gutachter konnte keine psychiatrischen Diagnosen mit Einfluss auf di
e Arbeitsfähigkeit nennen. Als p
sychiatrische Diagnosen ohne Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit nannte er eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10
F45.4), eine leichte bis mittelgradige
chronifizierte
depressive Episode, reaktiv zur
somatoformen
Schmerzstörung (ICD-10 F
32.8), sowie eine
histrionische
Persönlichkeitsakzentuierung (
ICD-10 Z73.1;
S. 24 lit. E)
.
Prof.
G._
führte aus, bei der Begutachtung eine stark verdeutlichende bis
aggravierende
Versicherte gesehen zu haben, die im Vortrag ihrer Beschwerden demonstrativ gewesen sei. In
logorrhöisch
-agitierter depressiver Weise habe sie ihre subjektive Befindlichkeit vorgetragen, die zum psychopathologischen Be
fund diskrepa
nt gewesen sei. Im Vordergrund
gesta
nden hätten
eine stark aus
geprägte Schmerzverarbeitungsstörung mit
dysthymem
Af
fekt in Bezug auf die Schmerzen, maladaptivem
Copingstil
und negativer Kontrollüberzeugung be
züglich einer beruflichen Wiedereingliederung und einer privaten
Teilhabemög
lichkeit
(S.
21 oben). Für das Vorliegen einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung sprächen die rasche Symptomausweitung der Schmerzen, das Fehlen somatisch begründbarer Störungen, das weitgehende Fehlen einer Wirk
samkeit der Schmerzmedikation und die hohe Intensität der subjektiven
Schmerz
wahrnehmung
bei fehle
ndem adäquatem Affekt (
dysthyme
Affektivi
tät). Zudem sei die Intensität des subjektiven Schmerzempfindens abhängig von psycho
so
zialen und emotionalen Faktoren, was die Diagnose stütze. Schliess
lich
spreche für das Vorliegen einer
somatoformen
Störung das Beharren der Be
schwerde
füh
rerin auf somatischen Untersuchungen und Therapiemassnahmen bis hin zum Wunsch nach operativem Vorgehen (S. 21 unten). Auch sei psy
cho
dy
namisch ein familien-systematischer Zusammenhang mit der
Verunfal
lung
des Ehemannes zu postulieren. Die Beschwerdeführerin habe sich in die Kranken- und Opferrolle zurückgezogen und geniesse einen ausgeprägten se
kundären
Krank
heitsgewinn
(zum Beispiel sei die erwachsene Tochter wieder in den elterlichen Haushalt zurückgekehrt um die Beschwerdeführerin zu betreuen, geniesse die Beschwerdeführerin die gesteigerte Aufmerksamkeit ihrer früheren Arbeitskollegen und wechsle sie die Rolle der Ernährerin der Familie zur Pflege
bedürftigen). Eine
histrionische
Persönlichkeitsakzentuierung könne dabei aus
gelebt werden
(S.
22 oben). Die erforderlichen Kriterien für die Diagnose einer
somatoformen
Schmerzstörung gemäss ICD-10 F45.4 seien bei der Beschwer
deführerin erfüllt (S. 22 Mitte).
Die Ätiologie der zu erhebenden affektiven depressiven Störung sei im Zusam
menhang mit dem chronischen Schmerzsyndrom zu begreifen. Die Beschwer
deführerin habe immer wieder depressive Symptome in Abhängigkeit von den Schmerzen beschrieben. Das Vorliegen einer primären Depression sei bei feh
len
der Heredität eher unwahrscheinlich. Zudem habe sich die Depression im Zusammenhang mit der Schmerzerkrankung entwickelt. Daher
handle es sich bei der vorliegenden depressiven Störung um keine eigenständige Komorbidität, sondern um ein die Schmerzverarbeitungsstörung begleitendes reaktives Leiden (S. 21 Mitte).
Im Weiteren nahm
Prof
.
G._
Stellung zu
den Foerster-Kriterien (S. 23)
und
gelangte
zum Schluss,
dass
zu keinem Zeitpunkt eine psychiatrisch begründbare Einschränkung der beruflichen Fähigkeiten bei Vorliegen eines ausgeprägten
syn
dromalen
Leidens bestanden
habe
(S.
24 oben).
Es lägen keine psychiatri
schen Erkrankungen vor, die geeignet seien, das positive Leistun
gsbild der Beschwerdeführerin im
IV-relevanten Sinne mittel- und langfristig zu mindern und eine Arbeitsunfähigkeit von mehr als 20
%
zu begründen. Die bei der Be
schwerdeführer
in
bestehenden soziokulturellen
Probleme mit Sprachschwierig
keiten und
Problemen
im Rollenverständnis
habe er
bei der
Beur
t
eilung der Leis
tungs
fähigkeit ausgeschlo
ssen
(S. 24
f. lit. F
).
3.12
Am 1
5.
März 2014 erstattete
Dr.
med.
H._
, Fachärztin für Innere Medizin, speziell Rheumaerkrankungen, ein
G
utachten im Auftrag der
Be
schwerdegegneri
n
(
Urk.
7/66/2-79)
. Sie stützte sich auf die ihr überlassenen Akten (S.
5 ff.) und ihre am 2
6.
Februar 2014 durchgeführte Untersuchung
(vgl. S.
2 oben).
Dr.
H._
nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 70
Ziff.
9.1):
verminderte Belastbarkeit und Beschwerden der HWS bei
leichten degenerativen Veränderungen mit
breitbasiger
Bandschei
benvorwölbung
C5/6 und mässigen
foraminalen
Stenosen C5/6 rechts mehr als links mit
zumindest Reizung der austretenden Nervenwurzeln C6 beidseits mit leichter
Regredienz
der Bandscheibenvorwölbung C5/6 und stationären mässigen
foraminalen
Stenosen
(
MRI vom
Februar
2014 gegenüber MRI vom
Februar
2011 und MRI vom
Novem
ber
2010
)
unauffälligen neurologischen
Abklärungen (
November
2010 und
Dezem
ber
2010)
ohne
radikuläre
Zeichen
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte
Dr.
H._
ausgedehnte chronische Sc
hmerzen, eine Adipositas Grad I, einen Vitamin D-Mangel mit Besserung, eine Hypercholesterinämie,
eine
erhöhte
Gamma
-
Gluta
myl-Transferase
(
GGT
) mit Besserung
sowie
einen Status na
ch Unfall beim Sommerrodeln am
7.
Oktober 2
010 mit okzipitalem Kopfanprall,
ohne trauma
tische Organläsionen und ohne Prellmarken, mit Verdacht auf HWS-Distorsion Grad I
(S. 70
Ziff.
9.2)
.
Die Gutachterin
führte aus, die Untersuchung sei durch Gegenspannung er
schwert gewesen. Es seien Diskrepanzen aufgefallen. Der intermittierend hin
kende Gang habe sich unter Ablenkung normalisiert. Die Beweglichkeit der LWS und BWS habe wegen Gegenspannung nicht geprüft werden können. Die Beweglichkeit der HWS habe sich unter Ablenkung normalisiert.
Radikuläre
Zeichen seien nicht vorhanden gewesen. Bei der direkten Prüfung der Beweg
lichkeit der Schultergelenke hätten sich deutliche Einschränkungen beidseits gezeigt. Unter Ablenkung habe sich die Beweglichkeit normalisiert. Aus den Ergebnissen der Bioimpedanz-Analyse könne eine lang andauernde körperliche Schonung, wie von der Beschwerdeführerin berichtet, nicht abgeleitet werden
(S. 71 Mitte).
Der bildgebende Befund im Bereich der HWS sei keinesfalls gravierend. Da die mässigen
foraminalen
Stenosen C5/6 mit Reizung der Nervenwurzeln C6 rechts mehr als links seien, die Beschwerdeführerin ihre Beschwerden dagegen eher links mehr als rechts angebe, sei fraglich, ob die bildgebenden Befunde über
haupt einen Zusammenhang mit ihren Beschwerden hätten (S. 71 unten).
Bei der Prüfung des
Lasègue
s
sei eine Verdeutlichungstendenz und bei der Prüfung der Handkraft eine Selbstlimitierung feststellbar gewesen (S. 72 Mitte). Im Blut seien das muskelentspannende
Ly
ri
ca
und das Antidepressivum
Efexor
im the
ra
peutischen Bereich nachweisbar gewesen
. Ebenfalls nachweisba
r gewesen sei das Antidepressiv
um
Saroten
und das Schmerzmittel
Novalgin
, allerdings beide weit unterhalb des therapeutischen Bereichs. Vom Schmerzmittel Tramadol habe im Blut und Urin jede Spur gefehlt. Entgegen ihren Angaben habe die Be
schwerdeführerin dieses Medikament am Untersuchungstag mit Sicherheit ver
gessen (S. 72 unten).
Durch die eingeschränkte Funktion der HWS sei die Beschwerdeführerin limi
tiert.
Zu vermeiden seien Überkopfarbeiten sowie Vibrationen und das längere Verharren in vornüber geneigter Haltung. Ebenso auszuschliessen seien uner
wartete asymmetrische Lasteinwirkungen. Eher günstig seien wechselbelastende Tätigkeiten. Die Beschwerdeführerin könne Lasten bis zu 12.5 kg heben oder tragen (leichtes bis knapp mittelschweres Belastungsniveau). Tätigkeiten, die diesem Profil entsprächen, könne die Beschwerdeführerin zu 100
%
ausüben be
zogen auf ein Pensum von 100
%
. Die angestammte Tätigkeit als Mitarbeiterin bei der Unterhaltsreinigung könne sie ausüben, sofern sie dabei nicht mit Lasten über 12.5 hantieren müsse (S. 73 unten).
3.13
In der
bidisziplinären
Zusammenfassung vom 1
5.
März 2014 (
Urk.
7/68) führten
Dr.
H._
und Prof.
G._
aus, aus psychiatrischer Sicht bestehe keine Arbeitsunfähigkeit. Aus rheumatologischer und
bidisziplinärer
Sicht könne die
Beschwerdeführerin eine angepasste HWS-schonende Tätigkeit zu 100
%
ausü
ben
bezogen auf ein Pensum von 100
%
. Dabei könne sie
mit
Lasten bis 12.5 kg
han
tieren. In einer angepassten Tätigkeit habe nie ein
e
lang andauernd
e Ar
beits
unfähigkeit bestanden.
4.
4.1
Das von der Beschwerdegegnerin eingeholte
rheumatologisch-psychiatrische
Gut
achten
(vorstehend E. 3.11-13)
erfüllt die Anforderungen an eine beweis
kräftige medizinische
Entscheidgrundlage
(vgl. vorstehend E.
1.3). Die Gutachter gaben ihre Beurteilungen nach persönlicher Untersuchung der Beschwerdefüh
rerin
und in Kenntnis der
Vorakten
ab. Sie berücksichtigten die geklagten Be
schwerden und begründeten sowohl die gestellten Diagnosen als auch die be
züglich
der
Arbeitsfähigkeit gezogenen Schlussfolgerungen in nac
hvollziehbar begründeter Weise.
Die Beweiswertigkeit des Gutachtens wurde von der Be
schwerdeführerin denn a
uch nicht
substantiiert
in Frage gestellt.
Damit ist gestützt auf das Gutachten von Prof.
G._
und
Dr.
H._
da
von auszugehen, dass die Beschwerdeführerin
in psychischer Hinsicht
unter einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung, einer leichten bis mittelgra
di
g
en
chronifizierte
n
,
reaktiv zur
somatoformen
Schmerzstörung
bestehenden de
pressiven
Episode sowie eine
r
histrionische
n
Persönlichkeitsakzentuierung
lei
det, was sic
h auch
mit der diagnostischen Einschätzung von
Dr.
F._
(vorstehend E.
3.7) deckt
. In
somatischer Hinsicht
ist sodann
im We
sent
lichen
vom Bestehen
degen
erative
r
Veränderungen der HWS
auszugehen
,
was ebenfalls
im Einklang
steht
mit den Beurteilungen der mit der Beschwer
de
füh
rerin befassten
Somatikern
, insbesondere der Rheumatologen des
Stadt
spitals
C._
(vorstehend E. 3.4)
.
4.2
Die von den Gutachtern
hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit
aus somatischer Sicht
gezogenen Schlussfolgerungen
wurden von der Beschwerdeführerin nicht
in Zweifel gezogen
. Angesichts der Ta
tsache, dass gemäss
Dr.
H._
bildgebend nur leichte degenerative Veränderungen an der HWS mit einer Reizung der austretenden Ne
r
venwur
ze
ln C6 zu erheben waren, sich klinisch
jedoch
keine
radikuläre
n
Zeichen zeigten und
auch
die
früheren neurologischen
Abklärungen (vgl. vorstehend 3.
2) unauffällig waren, erweist sich die
Arbeitsunfähigkeitsbe
urteilung
von
Dr.
H._
al
s nachvollziehbar und schlüssig.
Aus somatischer Sicht
ist
somit
davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin - unter Berück
sichtigung des von
Dr.
H._
formulierten Belastungsprofils, mit welchem die zuletzt ausgeübte Tätigkeit der Beschwerdeführerin
als Mitarbeiterin der
Unter
haltsreinigung
nach Lage der Akten
vereinbar war (vgl.
Urk.
7/15
Ziff.
5 und
Urk.
7/40 S. 4
Ziff.
2) - keine Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit
er
fährt (vgl. vorstehend E. 3.12)
4.3
Während
der psychiatrische Gutachter Prof.
G._
und die
Beschwerdegeg
nerin
davon ausgingen, dass
sich die aus psychiatrischer Sicht zu stellenden Diagnosen nicht auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführer
in auswirk
t
en, machte d
ie Beschwerdeführerin unter Bezugnahme a
uf die mit BGE 130 V 352 begrün
dete Rechtsprechung geltend,
dass ihr eine willentliche Überwindung ihres Schmer
zleidens nicht zumutbar und sie daher nicht arbeitsfähig sei
(vgl. vorstehend E. 2.3)
.
4.4
Mit BGE 141 V 281 vom
3.
Juni 2015 hat das Bundesgericht unlängst von der Rechtsprechung, wonach eine
somatoforme
Schmerzstörung oder ähnliche Stö
rungen und ihre Folgen vermutungsweise mit einer zumutbaren
Willensan
strengung
überwindbar seien (BGE 130 V 352, 131 V 49 E.
1.2, BGE 139 V 547 E.
3), Abstand genommen und eine neue Basis für die Beurteilung
somatoformer
Schmerzstörungen und ihrer Auswirkungen auf die juristisch zu beurteilende Arbeitsunfähigkeit begründet (E.
6): An der Rechtsprechung zu
Art.
7
Abs.
2 ATSG – ausschliessliche Berücksichtigung der Folgen der gesundheitlichen Be
einträchtigung und objektivierte Zumutbarkeitsprüfung bei materieller Beweis
last der rentenansprechenden Person (
Art.
7
Abs.
2 ATSG) – ändert sich dadurch nichts (E.
3.7). An die Stelle des bisherigen Kriterienkatalogs (bei anhaltender
somatoformer
Schmerzstörung und vergleichbaren psychosomatischen Leiden) treten im Regelfall beachtliche Standardindikatoren (E. 4). Diese lassen sich in die Kategorien Schweregrad (E. 4.3) und Konsistenz der funktionellen Auswir
kungen einteilen (E.
4.4). Die Standardindikatoren umschreibt das Bundesge
richt im massgebenden Leitentscheid BGE 141 V 281 wie folgt (E. 4.1.3):
Kategorie „funktioneller Schweregrad"
Komplex „Gesundheitsschädigung"
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
Komorbiditäten
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen)
Komplex „Sozialer Kontext"
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens)
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener
Leidens
druck
Die Antworten, welche die medizinischen Sachverständigen anhand der (im Einzelfall relevanten) Indikatoren geben, verschaffen den Rechtsanwendern In
dizien, wie sie erforderlich sind, um den Beweisnotstand im Zusammenhang mit der Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit bei psychosomatischen Störungen zu überbrücken (E. 4.1.3)
Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E.
5 Ingress). Recht und Medizin wir
ken sowohl bei der Formulierung der Standardindikatoren (E.
5.1) wie auch bei deren - rechtlich gebotenen - Anwendung im Einzelfall zusammen (E. 5.2). Die
Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn
die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesund
heitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlich
keit nach
ge
wiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wie vor die materiell beweisbelastete versicherte Person zu tragen.
4.5
Im genannten Urteil (vorstehend
E.
4.4) wurde weiter festgehalten, dass gemäss altem Verfahrensstandard eingeholte Gutachten nicht per se ihren Beweiswert verlieren. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält. In sinngemässer Anwendung auf die nunmehr materiell-beweisrechtlich geänderten Anforderungen ist in jedem einzelnen Fall zu prü
fen, ob die beigezogenen administrativen und/oder gerichtlichen Sachverständi
gengutachten - gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berich
ten - eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren er
lauben oder nicht (E. 8).
4.6
Aufgrund der dargelegten neuen bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind auf das im Wesentlichen einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung zu
zu
ordnende
Störungsbild der Beschwerdeführerin nicht mehr die Massstäbe der bis
herigen Überwindbarkeits-Rechtsprechung anwendbar. Insofern bedarf es keiner näheren Auseinandersetzung mit der Argumentation
der
Beschwerdeführerin, wonach ihr eine willentliche Leidensüberwindung nicht zumutbar sei. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des vorliegenden Einzelfalls zu prü
fen, ob das psychiatrische (Teil-)Gutachten von Prof.
G._
- gegebenenfalls im Kontext mit den übrigen medizinischen Akten - eine schlüssige Beurteilung im Lichte der nunmehr massgeblichen Indikatoren erlaubt (vgl.
vorstehend E.
4.5).
4.7
V
orab ist festzuhalten,
dass
sich m
it
Blick darauf, dass Prof.
G._
in der klinischen Untersuchung ein stark verdeutlichendes bis
aggravierendes
Verhal
ten der Beschwerdeführerin feststellte (vorstehend E.
3.11) und auch
Dr.
F._
die Beschwerdeschilderungen der Beschwerdeführerin als durch Aggravation und Verdeutlichungstendenzen gekennzeichnet bezeichnete (vor
steh
end E.
3.7),
das Vorliegen
eine
r
rentenausschliessende
n
Aggravation dis
kutieren
liesse (vgl.
dazu
BGE 141 V 281 E. 2.2 sowie
Urteil des Bundesgerichts 9C_899/2014 vom 2
9.
Juni 2015
).
Nachdem die
Grenzziehung zwischen einer
anspruchsausschliessenden
Aggravation und einer
blossen
Verdeutlichungsten
denz
heikel ist,
eine
Aggravation
nicht leichthin angenommen werden darf (Urteil des Bundesgerichts 9C_899/2014 vom 2
9.
Juni 2015 E. 4.2.1 und E. 4.4) und sich
Dr.
F._
sowie insbesondere Prof.
G._
nicht ohne Weiteres dahingehend äusserten, dass die Anhaltspunkte auf eine Aggravation eindeutig überwiegen
würden
und die Grenzen eines bloss verdeutlichenden Verhaltens klar überschritten seien
(vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_899/2014 vom 2
9.
Juni 2015 E.
4.2.4)
, ist das Vorliegen eines Ausschlussgrundes (zu Gunsten der Beschwerdeführerin) zu verneinen.
4.8
Vorliegend ist eine schlüssige Prüfung der massgebenden Standardindikatoren (vorstehend E.
4.4) gestützt auf das Gutachten von Prof.
G._
und
Dr.
H._
sowie die übrigen medizinischen Akten möglich und eine weitere medizinische Abklärung dementsprechend nicht angezeigt.
Zu
r
Kategorie des funktionellen
Schweregrads kann festgehalten werden, dass die Beschwerdeführerin zwar über ausgeprägte Schmerzen am gesamten Körper
klagte, deren I
ntensität
auf einer zehnstufigen visuellen Analogskala (VAS) durc
h
schnittl
ich und auch im Untersuchungszeitpunkt „mehr als 10“ betrage (
Urk.
7/65 S.
11 unten). G
e
mäss Prof.
G._
waren die Beschwerdeschilde
rungen der Beschwerdeführerin indes durch ein stark verdeutlichendes bis
aggra
vierendes
Verhalten gekennzeichnet und die subjektive Befindlichkeit zum psychopathologischen Befund diskrepant. In der Untersuchungssituation konnte die Beschwerdeführerin denn auch während etwa einer Stunde ohne wesentliche Positionswechsel und insbesondere ohne
Schmerzäusserungen
ruhig auf einem Stuhl sitzen (
Urk.
7/65 S. 16 oben
)
, was sich mit einem angeblichen VAS-Wert von 10 (vernichtender Schmerz) nicht vereinbaren lässt
.
D
ie
von der Beschwer
deführerin
des Weite
ren
beklagten Konzentrationsst
örungen
waren
in der
Unter
suc
hungssituta
t
ion
sodann
nicht feststellbar. Gemäss Prof.
G._
konnte die Beschwerdeführerin die Aufmerksamkeit und Konzentrat
i
on gut halten und dem über
zweistündigen Untersuchungsver
l
a
uf inhaltlich jederzeit folgen. Sie
hat
am Gespräch teilge
nommen und gar in
agitierter Weise versucht, die Führung zu über
nehmen (
Urk.
7/65 S. 16 Mitte).
Auch der Rapport konnte während der Exploration durchgängig hergestellt werden (
Urk.
7/65 S.
15 unten).
Im Weite
ren beschrieb Prof.
G._
ein stark
katastrophisierendes
Schmerzerleben und einen
mal
adaptiven
Copingstil
mit negativer Kontrollüberzeugung bezüglich einer beruf
lichen Wiedereingliederung und ein
er privaten Teilhabemöglichkeit. Den An
trieb beschrieb er zwar einerseits als vermindert (Bewegungen), ande
rer
seits aber auch als gesteigert (Beschäftigung mit negativen Gedanken um die subjek
tive Schmerzwahrnehmung;
Urk.
7/65 S.
17 oben).
Vor
diesem Hinter
grund
ist
die Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
insgesamt
nicht als besonders schwer einzustufen.
Obwohl bereits die Ärzte der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des
A._
eine Psychother
apie mit verh
a
l
tenstherapeutischem Ansatz empfohlen hatte
n
(vorstehend E.
3.3)
und
auch
Dr.
F._
die Wichtigke
it einer
Psy
chotherapie
insbesondere auch im Hinblick auf die Arbeitsfähigkeit
betonte
(vorstehend E.
3.7)
,
begibt sich die Beschwerdeführerin nur
etwa
einmal im
Monat in psychiatr
is
ch-psychotherapeutische Behandlung
(
Urk.
7/65 S.
14
Ziff.
2.5)
und nimmt
damit eine indizierte Therapieform
offensichtlich
nich
t in ausreichendem Umfang wahr. Im Weiteren hat die Beschwerdeführerin trotz engmaschiger Begleitung durch einen Case-Manager und obwohl die Arbeitge
berin über lange Zeit Hand dazu bot
,
zu keinem Zeitpunkt einen auch nur niederschwelligen Arbeitsversuch unternommen (vgl.
Urk.
7/40 und
Urk.
7/45,
Urk.
7/65 S. 9 Mitte), obwohl
Dr.
F._
die berufliche Wiederein
gliederung als zentrales Behandlungsziel nannte und diesbezügliche Massnah
men als zumutbar bezeichnete (
Urk.
7/46 S. 25 unten) und auch die behan
delnde Psychiaterin
Dr.
D._
der Beschwerdeführerin ab April 2011 zumindest eine Teilarbeitsfähigkeit attestiert hatte (vorstehend E.
3.5).
Im Übrigen wies Prof.
G._
darauf hin, dass es der Beschwerdeführerin bei ausgeprägter
Selbstlimitation an der nötigen Motivation zum beruflichen Wiedereinstieg mangle
(
Urk.
7/65 S. 23 unten).
Diese Umstände sind als Indiz für eine nicht invalidisierende Beeinträchtigung zu werten.
Eine
massgebliche
Komorbidität ist nicht ausgewiesen. Körperlich bestehen ein
zig leichte degenerative Veränderung
en
im Bereich der HWS
, wobei
Dr.
H._
es als fraglich erachtete, ob die bildgebenden Befunde überhaupt einen Zu
sam
menhang mit den angegebenen Beschwerden haben
(vgl. vorste
hend E.
3.1
2
).
Was d
ie von Prof.
G._
diagn
o
s
tizierte leichte bis mittelgra
dige
chronifi
ziert
e
depressive Episode anbelangt, welcher er eine eigenständige Komorbidität absprach mit der Begrün
dung, dass es sich dabei um ein
die
Schmerzverar
bei
tungsstö
rung
beg
l
eitend
es reaktives Leiden handle
(vgl. vorste
hend E.
3.
11
)
,
ist festzuhalten, dass nach der neusten bundesgerichtlichen Rechtsprechung eine Depression nicht mehr allein wegen ihrer (allfälligen) me
dizinischen
Konnexität zum Schmerzl
e
i
den
jegliche Bedeutung als potentiell ressourcenhemmender
Fak
tor
verliert
(BGE 141 V 281 E.
4.3.1.3).
Nachdem
aber
die von Prof.
G._
beschriebenen depressiven Symptome mit
einer le
ichten Verschiebung des
Affekt
es zum depressiven Pol, einer reduzierten
Schwin
gungsfähigkeit
und einer
Minderung der Fähig
k
eit,
Freude zu empfinden (
Urk.
7/65 S.
21 Mitte),
nicht sehr eindrücklich ausfielen und Prof.
G._
die Depressivität dement
spre
chend als lediglich leicht bis mittelgradig ausgeprägt bezeich
nete, fällt diese bei der Beurteilung des
funktionellen Schweregrad
s
der Gesundheitsstörung
der Beschwerdeführerin
nicht massgeblich ins Gewicht. Die von Prof.
G._
des Weiteren diagnostizierte
histrionische
Persönl
i
chkeitsak
zentuierung
(ICD-10 Z73.1)
ist
nicht als Komorbidität zu werten, da
Z-Diagno
sen
rechtsprechungs
gemäss
(
Urteil des Bundesgerichts 9C_780/2014 vom
2.
Ju
ni 2015 E. 4.1.1 mit Hinweisen)
nicht unter den Begriff des rechtserhebli
chen Gesundheitsschadens
fallen (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3).
Sodann ist w
eder dem Gutachten von
Dr.
F._
(vorstehend E.
3.7)
noch dem Gutachten von Prof.
G._
(vorstehend E.
3.11)
zu entnehmen,
dass die
diagnostizierte
histrio
nische
Persönlichkeits
akzentuierung
die
Be
schwe
r
deführerin
massgeblich an der Mobilisierung an sich vorhandener per
sönlicher Ressourcen hinder
t
.
Dr.
F._
hielt vielmehr fest, dass die Be
schwer
deführerin die durchaus vorhandene Arbeitsfähigkeit aus überwiegend
medizinalfremden
Gründen nicht in effektive Arbeitsleistung umsetze und
auch
Prof.
G._
verneinte das Vorliegen einer psychiatrischen Erkrankung, wel
ch
e geeignet sei, das positive Leistungsbild der Beschwerdeführerin i
m
IV-rele
v
an
ten
Sinn zu mindern.
Im
Übrigen ist ausgewiesen, dass die Beschwerdeführerin sozial gut eingebettet ist und ihr Lebenskontext - namentlich die Unterstützung, die ihr durch die Familienangehörigen zuteil wird (vgl.
Urk.
7/65 S. 14 oben) - durchaus auf das Vorhandensein von (mobilisierbaren) Ressourcen im Hinblick auf die Ausübung einer Erwerbstätigkeit schliessen lässt.
Soweit die belastende
Lebenslage
mit
Invalidität
des
Ehemannes und
angespannter finanzieller
Lage
sowie
soziokul
tu
relle
Probleme mit Sprachschwierigkeiten und Problemen im
Rollenv
er
ständ
nis
der Beschwerdeführerin Ressourcen rauben, hat dafür nicht die Invaliden
ver
si
cherung
einzustehen (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.3).
4.9
Betreffend die Kategorie Konsistenz
ist dem Gutachten von
Dr.
F._
zu entnehmen, dass sich die Beschwerdeführerin
zwar
einerseits aus dem beruflichen Leben zurückgezogen
,
sich andererseits
aber
in den familiären Mit
telpunkt gerückt hat, sodass sie in veränderter Form weitehrhin am sozialen
L
e
ben teilhabe
und insofern kein vollumfänglicher sozialer Rückzug besteht
(
Urk.
7/65 S. 23 Mitte). Die Beschwerdeführerin pflegt eigenen Angaben zufolge soziale Kontakte zu allen Mitgliedern der Herkunftsfamilien
und
unterhält Kontakte zu Kolleginnen, welche sie besuchen (
Urk.
7/65 S.
8 unten, S.
13 unten
).
Weiter
gab sie an, am Vormittag meist in die Physiotherapie zu gehen (
Urk.
7/65 S. 13 Mitte). Sodann unternimmt sie am Nachmittag jeweils kleinere Spaziergänge (
Urk.
7/65 S.
13 unten) und scheint auch Bus zu fahren (
Urk.
7/65 S.
12 oben). Weiter berichtete die Beschwerdeführerin, dass Kochen zu ihren
Hobbies gehöre und sie Kochsendungen schaue (
Urk.
7/65 S. 8 unten).
D
iese Um
stände sprechen für das Vorhandensein persönlicher und sozialer Ressour
cen.
Mit Blick darauf
, dass die Beschwerdeführerin trotz gegenteiliger ärztlicher Emp
fehlungen keine ausreichende Psychother
apie wahrnimmt
und
die von
Dr.
H._
durchgeführten Blut- und Urinuntersuchungen ergaben, dass
sie das
S
chmerzmittel
Novalgin
in einer Dosis weit unterhalb des therapeutischen Bereichs und das Schmerzmittel Tramadol
jedenfalls am Tag der Untersuchung gar nicht eingenommen hatte,
erscheint
schliesslich
ein erheblicher
Leidens
druck
zumindest fraglich und muss das Verhalten der Beschwerdeführerin an
ge
sichts der von ihr geschilderten massivsten Schmerz
e
n als inkonsistent be
zeich
net werden.
4.10
Bei dieser Sachlage ist eine aus der
anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung
r
esultierende invalidenversicherungsrechtlich
massgebende
Einschrän
k
ung der Arbei
t
sfähigke
i
t nicht überwiegend wahrscheinlich ausgewiesen. Nachdem die Beschwerdeführerin auch aus somatischer Sicht weder in der angestammten
noch in einer angepassten Tätigk
eit eine
relevante
Eins
chränkung
in
der Arbeits
f
ähig
kei
t
erfährt
(vorstehend E. 4.2)
, hat die Beschwerdegegnerin einen Ren
ten
anspruch zu Recht verneint.
Mit Blick auf die uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin war die Beschwerdegegnerin entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin nicht gehalten, einen Einkommensvergleich durchzuführen
und ist in ihre
m Vorgehen keine Gehörsverletzung zu erblicken. Von der beantragten Rückweisung ist da
her abzusehen.
Die angefochtene Verfügung erweist sich somit als rechtens, was zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.
5.
D
ie Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
I
VG sind ermessensweise auf
Fr.
9
00.-- anzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerle
gen.