Decision ID: 144242bd-2a19-58f2-a2d5-bf5774f65141
Year: 2007
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ A.R., geboren 1983, ist Staatsangehöriger von Montenegro. Er reiste am 28.
Dezember 1991 im Rahmen des Familiennachzugs zusammen mit seiner Mutter,
seinem Bruder und seiner Schwester zu seinem in Krummenau wohnhaften Vater. Seit
1996 wurde er wegen verschiedener Delikte verurteilt und wiederholt mit Bussen und
einer Freiheitsstrafe bestraft. Am 15. Februar 2000 sprach das Ausländeramt gegen
A.R. eine Verwarnung aus und forderte ihn auf, sich inskünftig in jeder Beziehung
klaglos zu verhalten. Am 18. Juli 2002 verlängerte das Ausländeramt die
Aufenthaltsbewilligung nur auf Zusehen und Wohlverhalten hin und verband die
Verlängerung der Bewilligung mit der Bedingung, dass sich A.R. künftig in jeder
Beziehung klaglos zu verhalten habe. Die Aufenthaltsbewilligung wurde letztmals bis
25. Januar 2006 verlängert.
Mit Verfügung vom 27. Juni 2006 wies das Ausländeramt das Gesuch von A.R. um
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung ab. Zur Begründung führte es aus, das
Verhalten des Gesuchstellers habe sowohl in strafrechtlicher wie auch in finanzieller
Hinsicht zu Klagen Anlass gegeben. Auch als Arbeitskraft habe sich der Gesuchsteller
nicht sonderlich bewährt. Ausserdem bestehe ein erhebliches Risiko von
Fürsorgeabhängigkeit. Eine Rückkehr in den Heimatstaat sei zumutbar.
B./ Gegen die Verfügung des Ausländeramts erhob A.R. durch seine Rechtsvertreterin
Rekurs, der vom Justiz- und Polizeidepartement mit Entscheid vom 7. Dezember 2006
abgewiesen wurde.
C./ Mit Eingaben seiner Rechtsvertreterin vom 8. und 31. Januar 2007 erhob A.R.
Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, die Verfügung des
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Ausländeramts vom 27. Juni 2006 sowie der Entscheid des Ju-stiz- und
Polizeidepartements vom 7. Dezember 2006 seien aufzuheben und das Ausländeramt
sei anzuweisen, die Aufenthaltsbewilligung zu verlängern, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. Zur Begründung wird im wesentlichen vorgebracht, der
Beschwerdeführer sei in einem äusserst problematischen Umfeld aufgewachsen. Er
habe ab September 1997 in einer Pflegefamilie gelebt. Ausserdem habe er durch einen
tragischen Verkehrsunfall eine ihm nahestehende Person verloren, worauf er in die
Drogenszene abgerutscht sei. In der Folge sei es ihm nicht gelungen, seine
Lebenssituation in den Griff zu bekommen bzw. von den Drogen loszukommen. Es
liege beim Beschwerdeführer eine ausgeprägte Persönlichkeitsstörung vor. Er benötige
eine Therapie in einem beschützenden stationären Rahmen. Die Straftaten, die der
Beschwerdeführer begangen habe, stünden in direktem Zusammenhang mit seiner
Drogenabhängigkeit. Aufgrund seiner Erkrankung könne ihm derzeit nicht
entgegengehalten werden, dass er keiner Arbeit nachgehe. Zudem stellten die
einzelnen Rechtsverstösse keine schwerwiegenden Delikte dar. Im übrigen könnte der
Beschwerdeführer in Montenegro nicht Fuss fassen, und seine
Rehabilitierungschancen wären dort wesentlich schlechter als in der Schweiz.
Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 9. Februar 2007 auf Abweisung
der Beschwerde. Sie hält fest, dass eine Behandlung der Krankheit auch im
Herkunftsstaat möglich sei. Im übrigen habe die medizinische Versorgung in
Montenegro den Beschwerdeführer nicht davon abgehalten, sich im Juni 2005 dorthin
zu begeben, wo es ihm offenbar nach einem "kalten Entzug" gelungen sei, rund drei
bis vier Monate drogenfrei zu leben.
Mit Verfügung vom 13. Februar 2007 gewährte der Präsident des Verwaltungsgerichts
dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung.
Mit Eingabe vom 1. März 2007 nahm der Beschwerdeführer zur vorinstanzlichen
Vernehmlassung Stellung.
Auf die weiteren Vorbringen der Verfahrensbeteiligten wird, soweit wesentlich, in den
nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
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1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Der
Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingaben vom 8. und 31. Januar
2007 entsprechen zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art.
64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Auf die
Beschwerde ist einzutreten.
2. Nach Art. 4 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer
(SR 142.20, abgekürzt ANAG) entscheidet die Behörde im Rahmen der gesetzlichen
Vorschriften und der Verträge mit dem Ausland nach freiem Ermessen über die
Bewilligung von Aufenthalt oder Niederlassung.
2.1. Der Beschwerdeführer ist bzw. war Inhaber einer Jahresaufenthaltsbewilligung.
Diese war letztmals mit Verfügung vom 10. Januar 2005 bis zum 25. Januar 2006
verlängert worden. Zu prüfen ist im vorliegenden Fall, inwiefern die Verweigerung der
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung auf einer Ueberschreitung bzw. einem
Missbrauch des Ermessens beruht und damit rechtswidrig ist. Der Beschwerdeführer
hat keinen Rechtsanspruch auf Erteilung oder Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung.
Die Erteilung bzw. Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung stand somit im Ermessen
des Ausländeramts bzw. der Vorinstanz. Dem Verwaltungsgericht ist es verwehrt,
Entscheide der Verwaltungsbehörden im Bereich der Ermessensausübung zu
überprüfen. Es kann nur prüfen, ob die Vorinstanz ihr Ermessen überschritten oder
missbraucht hat, als sie die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung verweigerte (vgl.
statt vieler GVP 1996 Nr. 9 und 1998 Nr. 71).
Nach Art. 9 Abs. 2 lit. b ANAG kann die Aufenthaltsbewilligung widerrufen werden,
wenn das Verhalten des Ausländers Anlass zu schweren Klagen gibt. Sodann können
insbesondere auch Ausweisungsgründe nach Art. 10 Abs. 1 lit. a bis d ANAG einen
Widerruf bzw. eine Verweigerung der Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung
rechtfertigen. Beim Entscheid über die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung sind
die bei der Ausweisung massgebenden Kriterien analog anzuwenden (GVP 1996 Nr. 9
mit Hinweisen). Dabei sind namentlich die Schwere des Verschuldens, die Dauer der
Anwesenheit in der Schweiz und die dem Ausländer und seiner Familie drohenden
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Nachteile zu berücksichtigen (BGE 125 II 523; Art. 16 Abs. 3 der
Vollziehungsverordnung zum ANAG, SR 142.201).
2.2. Der Beschwerdeführer wurde seit 1996 zahlreicher Straftaten schuldig
gesprochen. Am 4. Juli 1996 wurde er von der Jugendanwaltschaft wegen Anstiftung
zu Nötigung und geringfügigem Vermögensdelikt schuldig gesprochen, wobei von
Sanktionen abgesehen wurde. 1998 und 1999 wurde er von der Jugendanwaltschaft
wegen Diebstahls, mehrfachen Diebstahls und Nötigung schuldig gesprochen, wobei
ebenfalls von Sanktionen abgesehen wurde. 2002 wurde der Beschwerdeführer vom
Untersuchungsamt Uznach wegen mehrfacher einfacher Körperverletzung, mehrfachen
Tätlichkeiten, Gewalt und Drohung gegen Beamte sowie geringfügigen
Vermögensdelikts und Uebertretung des Transportgesetzes mit einer bedingten
Gefängnisstrafe von drei Monaten und einer Busse von Fr. 600.-- bestraft. 2003 und
2004 wurde er wegen Widerhandlungen gegen das SVG und wegen Tätlichkeit mit je
Fr. 300.-- gebüsst. Am 8. Februar 2005 wurde er wegen Ungehorsams im Betreibungs-
und Konkursverfahren mit Fr. 250.-- und am 25. Februar 2005 wegen Uebertretung des
Betäubungsmittelgesetzes mit Fr. 60.-- gebüsst. Am 22. Juni 2005, am 16. Februar
2006 und am 24. Mai 2006 wurde er wegen Widerhandlungen gegen das
Betäubungsmittelgesetz zweimal mit Fr. 300.-- und einmal mit Fr. 50.-- gebüsst.
Ausserdem wurde er am 9. Dezember 2005 wegen Widerhandlung gegen das
Transportgesetz mit Fr. 60.-- und am 8. Februar 2006 wegen mehrfachen Führens
eines Motorfahrzeugs trotz Entzugs des Lernfahrausweises mit Fr. 500.-- gebüsst.
Aufgrund dieser zahlreichen Verurteilungen wegen verschiedener Delikte ging die
Vorinstanz zu Recht davon aus, dass der Beschwerdeführer wiederholt gegen die
öffentliche Ordnung der Schweiz verstossen und Ausweisungsgründe im Sinn von Art.
10 Abs. 1 lit. a und b ANAG gesetzt und dass ausserdem sein Verhalten im Sinn von
Art. 9 Abs. 2 lit. b ANAG Anlass zu Klagen gegeben hat. Dies blieb in der Beschwerde
unbestritten.
2.3. Der Beschwerdeführer gelangte am 28. Dezember 1991 im Rahmen des
Familiennachzugs in die Schweiz. Er hält sich somit seit mehr als fünfzehn Jahren in
der Schweiz auf. Diese relativ lange Aufenthaltsdauer ist bei der Ermessensbetätigung
zugunsten des Beschwerdeführers zu berücksichtigen.
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2.4. Der Beschwerdeführer ist unverheiratet und hat keine Unterstützungspflichten. Er
lebt bei seinen Eltern in Wattwil. In familiärer Hinsicht bestehen somit keine besonderen
Umstände, welche bei der Ermessensbetätigung zugunsten des Beschwerdeführers
berücksichtigt werden müssten.
2.5. Die zahlreichen Straftaten des Beschwerdeführers begründen ein gewichtiges
öffentliches Interesse gegen eine Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung. Auffallend
ist namentlich, dass der Beschwerdeführer erstmals im Alter von rund 13 Jahren und
damit im frühen Jugendalter straffällig wurde. Sodann hat seit 2005 die Zahl der Delikte
erheblich zugenommen. Bemerkenswert ist ausserdem, dass der Beschwerdeführer
sowohl Vermögens- als auch Betäubungsmitteldelikte beging, daneben aber auch
durch Gewalttätigkeit und durch Nichtbefolgung behördlicher Anordnungen bzw.
anderer gesetzlicher Vorschriften auffiel. Bei den zwischen 1996 und 1999 verübten
Delikten sah jeweils die Jugendanwaltschaft von Strafen oder Massnahmen ab. Das
Verhalten des Beschwerdeführers besserte sich allerdings nicht. 2002 wurde er
erstmals mit einer Gefängnisstrafe bestraft. Mit steigendem Alter nahm somit nicht nur
die Zahl, sondern auch die Schwere der Delikte zu. Auch während des hängigen
Verfahrens wurde der Beschwerdeführer straffällig. Er wurde vom Untersuchungsamt
Uznach am 30. Januar 2007 wegen mehrfachen Hausfriedensbruchs zur Bezahlung
einer Geldstrafe von gesamthaft Fr. 200.-- verurteilt.
In der Beschwerde wird geltend gemacht, es handle sich um einen speziell gelagerten
Fall. Der Beschwerdeführer sei in einem äusserst problematischen Umfeld
aufgewachsen. Er sei bereits als Kind Opfer massivster sexueller Uebergriffe
geworden. Von seinen Eltern sei er sodann verwahrlost worden, so dass im Rahmen
von Kindesschutzmassnahmen eine Beistandschaft habe errichtet werden müssen.
Anschliessend sei den Eltern die Obhut entzogen, und der Beschwerdeführer sei in
einer Pflegefamilie fremdplaziert worden. Nicht zuletzt aus Kostengründen sei ihm die
therapeutische Hilfe zur Bewältigung seiner traumatischen Erfahrungen nicht gewährt
worden. Im Jahr 2000 schliesslich habe er durch einen tragischen Verkehrsunfall einen
anderen Jungen verloren, der ihm so nahe wie ein Bruder gestanden sei. Durch diesen
Todesfall habe sich sein Zustand erneut destabilisiert, und er sei in die Drogenszene
abgerutscht. In der Folge sei es ihm nicht gelungen, seine Lebenssituation in den Griff
zu bekommen bzw. von den Drogen loszukommen. Der Beschwerdeführer weise
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zudem eine ausgeprägte Persönlichkeitsstörung auf. Die Straftaten, für die er verurteilt
worden sei, stünden alle in einem direkten Zusammenhang mit seiner
Drogenabhängigkeit.
Diese Ausführungen sind aktenmässig zum Teil nicht nachvollziehbar. Zwar stellte die
Vormundschaftsbehörde X. am 10. April 1996 fest, dass der Beschwerdeführer als
Opfer in Verfahren betr. unzüchtiger Handlungen mit Minderjährigen verwickelt sei. Am
14. Mai 1997 hielt sie fest, der Stadtammann sei darüber orientiert worden, dass sich
der Beschwerdeführer immer noch aktiv in der Pädophilenszene bewege. Der Schulrat
berichtete der Vormundschaftsbehörde über Belästigungen anderer Schülerinnen und
Schüler, Schlägereien, Telefondrohungen und Verbindungen zur Gewaltszene. Auch
seien beim Beschwerdeführer Verhaltensweisen gegenüber gleichaltrigen Mädchen
festgestellt worden, die als letzte Vorstufe zur sexuellen Nötigung zu werten seien.
Inwiefern der Beschwerdeführer Opfer massivster sexueller Uebergriffe war, geht aus
den Akten allerdings nicht hervor. Auch ist die Behauptung nicht belegt, dem
Beschwerdeführer seien aus finanziellen Gründen die geeigneten Massnahmen
vorenthalten worden. Fest steht allerdings, dass wegen mangelnder Wahrnehmung der
elterlichen Erziehungsverantwortung eine Fremdplazierung angeordnet wurde.
Nach einem Bericht der Kantonalen Psychiatrischen Klinik Wil vom 5. Januar 2007
wurde der Beschwerdeführer vom 18. Juli bis 21. August 2006 und vom 30. November
bis 1. Dezember 2006 in der Entzugs- und Therapiestation für Drogenabhängige
stationär behandelt. Die Klinik hält fest, beim Beschwerdeführer liege eine ausgeprägte
Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen und emotional instabilen Anteilen sowie ein
Opiat-Abhängigkeitssyndrom mit Substitution von Methadon sowie daneben noch
multipler Substanzgebrauch und Konsum psychotroper Substanzen vor. Ein Entzug
dieser Substanzen fördere wahrscheinlich eine bereits unter Substitution
wahrnehmbare posttraumatische Symptomatik zutage, so dass zudem von einer
posttraumatischen Belastungsstörung ausgegangen werden müsse.
Aufgrund des Arztberichts ist davon auszugehen, dass beim Beschwerdeführer eine
Drogenabhängigkeit besteht und derzeit eine Medikation mit Methadon die am ehesten
effiziente und kostengünstige Behandlungsmöglichkeit seiner emotionalen Instabilität
bzw. posttraumatischen Symptomatik ist. Entgegen den Ausführungen in der
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Beschwerde kann aber die Drogenabhängigkeit nicht als Ursache sämtlicher Straftaten
qualifiziert werden. Insbesondere die Diebstähle und Vermögensdelikte, die der
Beschwerdeführer zwischen 1996 und 1999 beging, hatten keinen Bezug zur aktuellen
Drogenabhängigkeit. Anlässlich einer polizeilichen Befragung vom 24. Januar 2001
erklärte der Beschwerdeführer, er kiffe seit rund einem Jahr, und zwar unregelmässig,
so alle zwei Wochen einen Joint. Auch das gewalttätige Verhalten des
Beschwerdeführers hat keinen erkennbaren Zusammenhang mit seiner derzeitigen
Drogenabhängigkeit. Gemäss Strafbescheid des Untersuchungsamts Uznach vom 8.
Mai 2002 schlug der Beschwerdeführer am 14. Juli 2001 in Schmerikon einem
Kontrahenten die Faust ins Gesicht, wodurch dieser eine Kieferfraktur erlitt. Ausserdem
wurde er gegen einen schlichtend eingreifenden Dritten tätlich. Am 18. Oktober 2001
wurde der Beschwerdeführer auf einer Zugfahrt von Bütschwil nach Wil kontrolliert. Er
besass keinen gültigen Fahrausweis. Als er in Wil aus dem Zug stieg, warf er dem
Zugchef eine brennende Zigarette ins Gesicht. Am 5. Januar 2001 entwendete der
Beschwerdeführer in der Cheers Billard Bar in Wattwil eine Zwanzigernote. Als der
Besitzer diese zurückforderte, schlug er diesem die Faust ins Gesicht und trat ihn mit
den Füssen. Dieses mehrfach gewalttätige Verhalten zeigt, dass der Beschwerdeführer
den Mitmenschen und deren Eigentum keinen Respekt entgegenbringt und aus
nichtigen Anlässen gewalttätig reagiert. Hinzu kommt, dass eine Freundin gegen ihn
Strafanzeige wegen Drohungen erhob. Ungeachtet der Tatsache, dass der Strafantrag
zurückgezogen und das Verfahren eingestellt wurde, zeigt auch dieses Verhalten einen
mangelnden Respekt gegenüber Dritten. Am 12. Oktober 2003 war der
Beschwerdeführer an einer Tätlichkeit beteiligt und schlug einer Frau im Rahmen einer
privaten Auseinandersetzung mit beiden Handflächen ins Gesicht. Der
Beschwerdeführer schreckte zudem nicht davor zurück, anlässlich einer polizeilichen
Befragung zu äussern, er "verschlage" jemanden. Am 2. Februar 2005 äusserte er
gegenüber der Polizei, er sniffe seit zwei Jahren ab und zu eine Linie Kokain. Dies
komme im Monat ein- bis zweimal vor. Am 11. Mai 2005 hielt er dann allerdings bei der
Polizei fest, er habe vor ungefähr sechs Monaten begonnen, Heroin mittels Folie zu
rauchen. Er sei seit ungefähr einem Monat in einem Methadonprogramm bei seinem
Hausarzt. Inwiefern die früher begangenen Straftaten im Zusammenhang mit dem
Betäubungsmittelkonsum des Beschwerdeführers stehen, ist nicht ersichtlich. Ebenso
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ist nicht näher ersichtlich, inwiefern der Todesfall eines ihm nahe stehenden Freundes
in irgendwelchem ursächlichen Zusammenhang mit dem strafbaren Verhalten steht.
Der Beschwerdeführer absolvierte nach der Schule keine Berufsausbildung. Nach dem
Ende der obligatorischen Schule arbeitete er temporär bei der Kägi Söhne AG. Eine
Stelle bei der Jobprofi GmbH wurde ihm wegen ungenügender Leistung gekündigt.
Eine weitere Anstellung bei der Kägi Söhne AG von Mitte Mai bis Mitte Juli 2002 verlor
er, weil er unentschuldigt nicht mehr zur Arbeit erschien. Seither geht der
Beschwerdeführer keiner geregelten Arbeit mehr nach. Hinsichtlich der Jahre 2000 bis
2003 ist nicht ersichtlich, inwiefern der Umstand, dass der Beschwerdeführer keiner
Arbeit nachging, im Zusammenhang mit der Drogensucht steht. Vielmehr ist davon
auszugehen, dass auch eine gewisse Arbeitsscheu des Beschwerdeführers eine
Ursache bildete. Fest steht weiter, dass der Beschwerdeführer Sozialhilfe bezieht und
aufgrund seines Verhaltens die Vorinstanz zu Recht eine konkrete Gefahr einer
fortgesetzten und erheblichen Fürsorgeabhängigkeit angenommen hat. Fest steht
weiter, dass gegen den Beschwerdeführer Betreibungen in der Höhe von insgesamt
rund Fr. 38'000.-- vorliegen und Verlustscheine von über Fr. 30'000.-- bestehen.
Der Beschwerdeführer hielt sich vom 22. Juni 2005 bis 17. Januar 2006 in Montenegro
auf. Er äusserte gegenüber der Polizei, es sei ihm alles zu viel geworden. Er habe
Probleme bis zum Hals gehabt. Er habe dann in Podgorica gemerkt, dass es dort ohne
Arbeiten auch nicht gehe. Er habe sich entschieden, wieder in die Schweiz zu kommen
und hier ein normales Leben zu führen. Er habe bei seiner Schwester gelebt. Er habe
dort einen kalten Entzug gemacht und sei seit ca. drei bis vier Monaten sauber.
Diese Aussagen machen deutlich, dass eine Rückkehr nach Montenegro ohne
überdurchschnittliche Probleme möglich ist. Der Beschwerdeführer hat mit seiner
Schwester eine enge Verwandte, bei der er wohnen konnte und die ihm zumindest
behilflich sein kann, sich in der ersten Zeit nach einer Uebersiedlung nach Montenegro
wieder zurechtzufinden. Der Einwand, die medizinische Betreuung sei nicht
gewährleistet, ist nicht stichhaltig. Gemäss den Reisehinweisen des EDA ist die
medizinische Versorgung in Montenegro zwar ausserhalb der Städte nicht überall
gewährleistet. Dies bedeutet, dass jedenfalls in der Hauptstadt, wo sich der
Beschwerdeführer aufhielt, eine hinreichende medizinische Versorung gegeben ist.
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Zwar hielt ein klinisches Zentrum bzw. ein Institut für mentale Gesundheit fest, es
bestehe keine Möglichkeit, den Beschwerdeführer zu behandeln. Diese Bestätigung
wurde aber ohne jegliche Begründung abgegeben, und zudem wurde auf den Wohnsitz
des Beschwerdefürers in der Schweiz und auf das Fehlen einer Krankenversicherung
verwiesen. Somit waren bei der Ausstellung der eingereichten Bestätigung offenbar
nicht medizinische Kriterien ausschlaggebend.
2.6. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich der Beschwerdeführer nicht an die in
der Schweiz geltenden Normen und Gebote hält. Die zahlreichen Straftaten, das
gewalttätige Verhalten, die Arbeitsscheu und der Bezug erheblicher Sozialleistungen
sowie die Missachtung finanzieller Verpflichtungen zeigen, dass sich der
Beschwerdeführer nicht in die hiesigen Verhältnisse integrieren konnte. Seine
Aussagen zeigen ausserdem, dass es ihm in Montenegro offenbar gelungen ist,
während mehrerer Monate drogenfrei zu leben. Auch war es ihm möglich, bei seiner
Schwester zu wohnen. Inwiefern unter diesen Umständen eine Rückkehr nach
Montenegro unzumutbar ist, ist nicht ersichtlich. Vielmehr ist davon auszugehen, dass
der Beschwerdeführer in Montenegro bessere Aussichten hat, sein Leben wieder in
geordnete Bahnen zu lenken. Seine Eltern können ihn auch unterstützen, wenn er sich
in Montenegro aufhält. Unter diesen Umständen ist in der Verweigerung der
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung kein Ermessensmissbrauch bzw. keine
Ermessensüberschreitung zu erblicken. Folglich ist die Beschwerde als unbegründet
abzuweisen.
3. Da die Beschwerde als unbegründet abzuweisen ist, gehen die amtlichen Kosten
des Beschwerdeverfahrens grundsätzlich zulasten des Beschwerdeführers (Art. 95
Abs. 1 VRP). Zufolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss
verfahrensleitender Verfügung vom 13. Februar 2007 trägt indes der Staat die
amtlichen Kosten. Eine Gebühr von Fr. 2'500.-- ist angemessen (Ziff. 382
Gerichtskostentarif, sGS 941.12). Auf die Erhebung ist vorläufig zu verzichten (Art. 99
Abs. 2 VRP in Verbindung mit Art. 288 des Zivilprozessgesetzes, sGS 961.2, abgekürzt
ZPG).
Im weiteren wurde dem Beschwerdeführer mit verfahrensleitender Verfügung vom 13.
Februar 2007 die unentgeltliche Rechtsverbeiständung gewährt. Seine
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Rechtsvertreterin hat keine Kostennote eingereicht. Die Entschädigung ist deshalb
nach Ermessen festzusetzen (Art. 6 der Honorarordnung für Rechtsanwälte und
Rechtsagenten, sGS 963.75, abgekürzt HonO). Ein Betrag von Fr. 1'600.-- zuzügl.
MWSt für das Verfahren vor Verwaltungsgericht ist angemessen (Art. 22 Abs. 1 lit. c in
Verbindung mit Art. 19 HonO und Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70).