Decision ID: 2aa8f550-bf8d-53b1-86f0-ae129f8e4057
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich im August 1999 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 2). Ihr Hausarzt, Dr. med. B._, berichtete im
September 1999 (IV-act. 5), die Versicherte leide an einer Lumboischialgie rechts bei
einem Status nach einer Discushernienoperation L5/S1 im April 1999, Spondylose,
Spondylarthrose und somatoformer Schmerzstörung sowie an einer Bakerzyste und an
einer Degeneration des medialen Meniscus rechts. Aufgrund der andauernden
Kreuzschmerzen mit Ausstrahlung in das rechte Bein könnten der Versicherten nur
noch ganz leichte Arbeiten zugemutet werden, bei denen sie jederzeit ihre Haltung
ändern könne. Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Strickerin könne ihr nur noch zu 20
Prozent zugemutet werden. Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die Klinik Valens am 22.
August 2000 ein multidisziplinäres Gutachten (IV-act. 24). Die Sachverständigen führten
aus, die Versicherte leide an einer therapiefraktären Lumboischialgie rechts, an einer
primär nozizeptiv und neuropathisch bedingten, mit psychologischen Faktoren und
Verhaltensfaktoren interferierenden Schmerzstörung sowie an einem chronischen
cervico-spondylogenen Schmerzsyndrom bei einer wahrscheinlich angeborenen
Fusion C2/3 und leichtgradigen degenerativen Veränderungen. Aus somatischer und
aus psychiatrischer Sicht sei die Versicherte für adaptierte Tätigkeiten zu 50 Prozent
arbeitsfähig. Die Voraussetzung dafür sei, dass mindestens die empfohlene
schmerzdistanzierende Psychopharmakotherapie in genügendem Masse eingesetzt
und wirksam werde. Aufgrund der aktuellen somatischen Beurteilung sei eine
Teilerwerbsfähigkeit noch nicht gegeben. Es sollte jedoch mittels einer adäquaten
Psychotherapie und Psychopharmakotherapie möglich sein, innerhalb von zwölf
Monaten eine Teilarbeitsfähigkeit auch im bisherigen Aufgabenbereich zu erreichen. Mit
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einer Verfügung vom 20. Dezember 2000 sprach die IV-Stelle der Versicherten eine
ganze Rente mit Wirkung ab dem 1. Januar 2000 zu (IV-act. 34).
A.b Im August 2001 füllte die Versicherte einen Fragebogen für eine Rentenrevision
aus; sie gab an, ihr Gesundheitszustand habe sich nicht verändert (IV-act. 35). Im
September 2001 gab der Neurologe Dr. med. C._ an, der Gesundheitszustand der
Versicherten habe sich seit der Begutachtung durch die Klinik Valens nicht verändert
(IV-act. 37). Im November 2001 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie
weiterhin einen Anspruch auf eine ganze Rente habe (IV-act. 40). Wegen nachträglich
gemeldeter Einkommen berechnete die Ausgleichskasse die Rente im Juni 2002 neu.
Mit einer Wiedererwägungsverfügung vom 25. Juni 2002 sprach sie der Versicherten
rückwirkend eine betraglich höhere ganze Rente mit Wirkung ab dem 1. Januar 2000
zu (IV-act. 41). Im November 2006 füllte die Versicherte einen weiteren Fragebogen für
eine Rentenrevision aus (IV-act. 44). Sie gab an, ihr Gesundheitszustand habe sich im
Jahr 2005 verschlechtert. Sie leide an vermehrten Schmerzen. Auch Dr. C._
bestätigte im November 2006 eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes der
Versicherten, ohne diese jedoch näher zu umschreiben (IV-act. 47). Am 30. November
2006 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie weiterhin einen Anspruch auf
eine ganze Rente habe (IV-act. 49). Im Dezember 2010 füllte die Versicherte einen
dritten Fragebogen für eine Rentenrevision aus (IV-act. 56). Sie gab an, ihr
Gesundheitszustand habe sich im Jahr 2010 weiter verschlechtert. Sie verspüre nun
ein Lähmungsgefühl im rechten Bein. Dr. C._ bestätigte eine Verschlechterung des
Gesundheitszustandes in Form einer Ausstrahlung der Lumboischialgie auch auf die
linke Seite (IV-act. 61).
A.c Im Januar 2012 fand eine interne Besprechung betreffend die Frage statt, ob von
Amtes wegen ein Rentenrevisionsverfahren zu eröffnen sei. Diese ergab, dass sowohl
die Möglichkeit einer Verbesserung des Gesundheitszustandes nach der
Rentenzusprache als auch ein Wiedererwägungspotential bestehe (IV-act. 66). In einer
internen Notiz wurde festgehalten, es liege zwar kein syndromales Leiden vor, doch
habe schon im Zeitpunkt der Rentenzusprache ein Verbesserungspotential bestanden.
Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sei deshalb der Sachverhalt frei
überprüfbar, auch wenn kein Revisionsgrund vorliege. Am 7. Februar 2012 beauftragte
die IV-Stelle die Ärztliches Begutachtungsinstitut (ABI) GmbH mit einer
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polydisziplinären Begutachtung der Versicherten (IV-act. 69). Am 12. November 2012
erstatteten die Sachverständigen der ABI GmbH das in Auftrag gegebene Gutachten
(IV-act. 79). Sie führten aus, die Versicherte leide an einem chronischen degenerativen
lumbo-spondylogenen Schmerzsyndrom rechts, an einem chronischen cervico-
spondylogenen Schmerzsyndrom ohne eine neurale Beteiligung, an einem
Belastungsdefizit beider Vorfüsse bei einem Senkspreizfuss, an einem
Hypermobilitätssyndrom sowie – ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit – an einer
leichten depressiven Episode, an einer Schmerzverarbeitungsstörung und an einer
Eisenmangelanämie. Aus rheumatologischer Sicht sei die Versicherte für leichte bis
mittelschwere Tätigkeiten in Wechselbelastung und ohne längere Dauer der Einnahme
von wirbelsäulenbelastenden Zwangshaltungen uneingeschränkt arbeitsfähig. Aus
neurologischer Sicht bestehe ebenfalls eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit für
körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten. Auch aus psychiatrischer Sicht sei
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu attestieren. Aufgrund der anamnestischen
Angaben, der Untersuchungsbefunde, der vorliegenden Akten und der früher
attestierten Arbeitsunfähigkeiten sei davon auszugehen, dass seit dem Jahr 1999 für
nicht leidensadaptierte Tätigkeiten eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestehe. Für
adaptierte Tätigkeiten bestehe dagegen eine uneingeschränkte Arbeits- und
Leistungsfähigkeit, die allerdings erst ab dem Untersuchungszeitpunkt (August 2012)
mit Sicherheit attestiert werden könne. Die Schlussfolgerungen der Klinik Valens seien
medizinisch nicht überzeugend. Die Sachverständigen hätten sich bei ihren
Einschätzungen wohl vor allem nach den subjektiven Angaben der Versicherten und
ihrer effektiv auf dem freien Arbeitsmarkt verwertbaren Arbeitsfähigkeit gerichtet. In
rheumatologischer Hinsicht decke sich der erhobene Befund weitestgehend mit jenem,
den der rheumatologische Sachverständige der Klinik Valens erhoben habe; angesichts
der diskreten Befunde könne für leidensadaptierte Tätigkeiten keine Arbeitsunfähigkeit
attestiert werden. Am 28. November 2012 notierte ein Sachbearbeiter, dass eine
„Weiterbearbeitung des Falles unter 6a nicht angezeigt“ sei (IV-act. 80). Am
13. Dezember 2012 führte Dr. med. D._ vom IV-internen regionalen ärztlichen Dienst
(RAD) aus (IV-act. 81), das Gutachten der ABI GmbH entspreche formal und inhaltlich
den Konventionen, denen ein medizinisches Gutachten unterliege. Aus gutachterlicher
Sicht sei nun die im Gutachten der Klinik Valens prognostizierte Verbesserung
eingetreten respektive objektiviert worden. Mit einem Vorbescheid vom 10. April 2013
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teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie vorsehe, die Rente auf das Ende des
der Zustellung der Verfügung folgenden Monats aufzuheben (IV-act. 89).
A.d Dagegen liess die anwaltlich vertretene Versicherte am 14. Mai 2013 einwenden
(IV-act. 92), ihre medizinische Situation habe sich nicht verbessert, sondern im
Gegenteil verschlechtert. Ihr Rechtsvertreter führte aus, er müsse das Gutachten der
ABI GmbH gar nicht erst lesen, um zu wissen, was darin stehe. Er beantragte
abschliessend die Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung für das
Verwaltungsverfahren. Am 12. Juni 2013 führte er ergänzend aus (IV-act. 97), die IV-
Stelle sei verpflichtet, bei sämtlichen behandelnden Ärzten die vollständigen
medizinischen Akten anzufordern und diese zu würdigen. Die ursprüngliche Intention
der IV-Stelle, die Rente gestützt auf die Schlussbestimmung zum ersten
Massnahmenpaket der 6. IVG-Revision aufzuheben, sei misslungen. Der relevante
Sachverhalt habe sich seit der Rentenzusprache nicht geändert. Die Sachverständigen
der ABI GmbH hätten bloss eine anderslautende Beurteilung eines unverändert
gebliebenen Sachverhaltes abgegeben, was eine Revision der Rente ausschliesse. Der
RAD-Arzt Dr. D._ notierte am 8. Juli 2013 (IV-act. 99), dass er keine Veranlassung
sehe, weitere medizinische Akten einzuholen. Sämtliche relevante Berichte seien zu
den Akten genommen und gewürdigt worden. Die beiden Gutachten der Klinik Valens
und der ABI GmbH würden tatsächlich einen vergleichbaren Gesundheitszustand
beschreiben. Nach über 13 Jahren sei aber davon auszugehen, dass kein akutes
Zustandsbild mehr vorliege. Die Frage, inwiefern der Umstand zu würdigen sei, dass
die bei der Begutachtung durch die Klinik Valens noch instabile und
behandlungsbedürftige Schmerzverarbeitungsstörung sich mittlerweile chronifiziert
habe, müsse aus juristischer und nicht aus medizinischer Sicht beantwortet werden.
Ein Mitarbeiter des Rechtsdienstes der IV-Stelle notierte am 27. Juni 2013 (IV-act. 100),
dass die Versicherte über ein BVG-Freizügigkeitsguthaben von 41’649 Franken
verfüge. Da sie noch eine ganze Rente beziehe, könne sie sich dieses Guthaben
ausbezahlen lassen und damit die Kosten für die Rechtsverbeiständung begleichen.
Folglich bestehe kein Anspruch auf eine unentgeltliche Rechtsverbeiständung. Mit
einer Verfügung vom 18. Juli 2013 wies die IV-Stelle das Gesuch um eine
unentgeltliche Rechtsverbeiständung für das Verwaltungsverfahren ab (IV-act. 101). Zur
Begründung führte sie aus, eine anwaltliche Vertretung sei nicht notwendig, da es nur
um die Würdigung des Gutachtens der ABI GmbH gehe. Zudem hätte die Versicherte
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die Hilfe einer sozialen Institution in Anspruch nehmen können. Angesichts des BVG-
Freizügigkeitsguthabens liege auch keine Bedürftigkeit vor. Am 7. August 2013
verfügte die IV-Stelle die Aufhebung der laufenden Rente auf das Ende des der
Zustellung der Verfügung folgenden Monats (IV-act. 103). Zur Begründung verwies sie
auf die Stellungnahme des RAD-Arztes Dr. D._. Weiter führte sie aus, gemäss einem
Urteil des Bundesgerichtes sei kein Revisionsgrund nötig, wenn bei einem
Erstentscheid kein abschliessender Entscheid für die Zukunft gefällt worden sei.
B.
B.a Am 12. September 2013 liess die Versicherte (nachfolgend: die
Beschwerdeführerin) eine Beschwerde gegen die Verfügungen vom 16. Juli 2013 und
vom 7. August 2013 erheben (act. G 1). Ihr Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung
der beiden Verfügungen, die Weiterausrichtung der ganzen Rente und die Gewährung
der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung für das Verwaltungs- und für das
Beschwerdeverfahren sowie eventualiter die Einholung eines weiteren polydisziplinären
Gutachtens. Zur Begründung führte er aus, die Rentenaufhebung sei nur aufgrund einer
anderslautenden Beurteilung eines unverändert gebliebenen Sachverhaltes erfolgt. Die
gesetzlichen Voraussetzungen für eine Rentenaufhebung seien also nicht erfüllt
gewesen. Da die Beschwerdeführerin sozialhilfeabhängig und damit bedürftig sei und
da sich im vorliegenden Verfahren schwierige rechtliche und tatsächliche Fragen
stellten, sei ihr die unentgeltliche Rechtsverbeiständung für das Verwaltungsverfahren
zu Unrecht verweigert worden. Dabei müsse auch berücksichtigt werden, dass sich die
Beschwerdeführerin mit einer Institution konfrontiert gesehen habe, die zehntausende
von Renten unbeschadet aller Einwände aufheben wolle, wobei sie von „Gehilfen“ wie
der ABI GmbH unterstützt werde.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 3. Oktober 2013 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 5). Zur Begründung führte sie an, gemäss der Rechtsprechung des
Bundesgerichtes dürfe ein aktueller medizinischer Sachverhalt ohne Revisionsschranke
überprüft werden, wenn die ursprüngliche Rentenzusprache auf der Grundlage einer
noch nicht abschliessenden Aktenlage zugesprochen und in der Rentenverfügung auf
diesen Umstand hingewiesen worden sei. In der rentenzusprechenden Verfügung sei
die Beschwerdeführerin aufgefordert worden, zwecks der Verbesserung ihrer
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Erwerbsfähigkeit die von der Klinik Valens empfohlenen therapeutischen Massnahmen
in die Wege zuleiten, womit hinreichend auf den vorläufigen Charakter der
Rentenzusprache hingewiesen worden sei. Hinsichtlich des Gesuchs um die
unentgeltliche Rechtsverbeiständung für das Verwaltungsverfahrens sei darauf
hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin sich ihr BVG-Freizügigkeitskapital von
41’649 Franken hätte auszahlen lassen und damit die Kosten für die
Rechtsverbeiständung hätte decken können.
B.c Die Beschwerdeführerin liess am 28. Oktober 2013 an ihren Anträgen festhalten
(act. G 9). Zur Begründung führte sie aus, ihr Schmerzleiden habe sich mittlerweile
chronifiziert, worin eine Verschlechterung und nicht eine Verbesserung des
Gesundheitszustandes zu erblicken sei.
B.d Am 31. Oktober 2013 wurde der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Rechts
pflege für das Beschwerdeverfahren bewilligt (act. G 11).
B.e Am 21. Dezember 2013 liess die Beschwerdeführerin einen Bericht des
Hausarztes Dr. med. E._ vom 15. Dezember 2013 einreichen, in welchem die
Chronifizierung des Schmerzsyndroms bestätigt worden war (act. G 12). Die
Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Stellungnahme (vgl. act. G 14).

Erwägungen
1.
Die Beschwerde vom 12. September 2013 richtet sich gegen zwei Verfügungen,
nämlich gegen jene vom 18. Juli 2013, mit der die Beschwerdegegnerin die
unentgeltliche Rechtsverbeiständung für das Verwaltungsverfahren verweigert hat, und
gegen jene vom 7. August 2013, mit der sie die laufende Rente aufgehoben hat.
Aufgrund des engen sachlichen Zusammenhanges der beiden Streitgegenstände
rechtfertigt es sich aus verfahrensökonomischen Gründen, die beiden Verfahren zu
vereinen respektive die Beschwerden in einem Entscheid zu beurteilen.
2.
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2.1 Für die Beantwortung der Frage, ob eine formell rechtskräftig zugesprochene,
laufende Rente der Invalidenversicherung zu revidieren sei, muss geprüft werden, ob
sich der relevante Sachverhalt seit der Rentenzusprache oder seit der letzten
Rentenrevision massgebend verändert hat. Eine bloss anderslautende Beurteilung
eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Sachverhaltes rechtfertigt keine
Rentenrevision im Sinne des Art. 17 Abs. 1 ATSG (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2.
Aufl. 2009, Art. 17 N 16). Diese Prüfung setzt voraus, dass der Sachverhalt im
Zeitpunkt, in dem die Rente zugesprochen, oder im Zeitpunkt, in dem der
Rentenanspruch letztmals materiell überprüft worden ist, mit dem aktuellen Sachverhalt
verglichen wird (BGE 131 V 343 E. 3.5.2 S. 350 f. mit Hinweisen). Vorliegend muss der
aktuelle Sachverhalt mit dem Sachverhalt im Zeitpunkt der Rentenzusprache im
Dezember 2000 verglichen werden, denn in der Zeit dazwischen ist der
Rentenanspruch nie materiell überprüft worden. Selbst die Wiedererwägung der
rentenzusprechenden Verfügung vom Dezember 2000 im Juni 2002 hat nur den so
genannt AHV-rechtlichen Teil des Rentenanspruchs betroffen.
2.2 Im Dezember 2000 hat die Beschwerdeführerin gemäss dem Gutachten der Klinik
Valens an einer therapierefraktären Lumboischialgie rechts, an einer primär nozizeptiv
und neuropathisch bedingten, mit psychologischen Faktoren und Verhaltensfaktoren
interferierenden Schmerzstörung sowie an einem chronischen cervico-spondylogenen
Schmerzsyndrom gelitten. Aus psychiatrischer Sicht hat damals eine Arbeitsunfähigkeit
von 50 Prozent für sämtliche Tätigkeiten bestanden. Auch aus rheumatologischer Sicht
hat eine Arbeitsunfähigkeit von 50 Prozent für leidensadaptierte Tätigkeiten bestanden.
Im Gutachten der Klinik Valens heisst es: „Insgesamt darf der Patientin sowohl aus
somatischer wie psychiatrischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 50 Prozent für eine
adaptierte [Tätigkeit] angenommen [recte wohl: attestiert] werden“ (IV-act. 24–24).
Obwohl der psychiatrische Sachverständige weder eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
attestiert noch geltend gemacht hatte, die von ihm attestierte Arbeitsunfähigkeit müsse
zur rheumatologisch attestierten Arbeitsunfähigkeit addiert werden, hat der
rheumatologische und federführende Sachverständige im Gutachten festgehalten:
„Wohl darf von einer Arbeitsfähigkeit von 50 Prozent ausgegangen werden, wobei
Voraussetzung ist, dass mindestens die schmerzdistanzierende
Psychopharmakotherapie in genügendem Masse eingesetzt und damit wirksam wurde.
Aufgrund der aktuellen somatischen Beurteilung sehe ich die Teilarbeitsfähigkeit noch
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nicht als gegeben an. Es sollte jedoch möglich sein, dass innerhalb von zwölf Monaten
unter einer adäquaten Psychotherapie und Psychopharmakotherapie eine
Teilarbeitsfähigkeit auch im bisherigen Aufgabenbereich aufgenommen werden kann
[...] Auch diese Arbeitsfähigkeit [gemeint: in leichten, wechselbelastenden,
rückenadaptierten Verweistätigkeiten] ist vergleichbar mit der Arbeitsfähigkeit im
bisherigen Aufgabenbereich [...] Aktuell ist die Arbeitsfähigkeit nicht gegeben, sollte
aber innerhalb eines Jahres mindestens zu 50 Prozent erreichbar sein“ (IV-act. 24–25
f.). Bei den vom federführenden Sachverständigen erwähnten Therapien hat es sich um
die vom psychiatrischen Sachverständigen empfohlenen therapeutischen Massnahmen
gehandelt. Dieser hatte aber schon ohne die Nutzung der von ihm empfohlenen
therapeutischen Möglichkeiten eine Arbeitsfähigkeit von 50 Prozent attestiert. Der
federführende Sachverständige muss die Ausführungen des psychiatrischen
Sachverständigen, der das Schluss- respektive Gesamtgutachten nicht mit
unterzeichnet hat, also falsch verstanden haben oder fälschlicherweise davon
ausgegangen sein, dass die von ihm aus rheumatologischer Sicht attestierte
Arbeitsunfähigkeit und die vom psychiatrischen Sachverständigen attestierte
Arbeitsunfähigkeit kumuliert werden müssten. Unverständlicherweise hat er die von
ihm gesamthaft attestierte vollständige Arbeitsunfähigkeit als eine Schlussfolgerung der
somatischen Beurteilung bezeichnet, was sich aber angesichts der von ihm erhobenen
diskreten Befunde keineswegs rechtfertigen lässt. Die gewissermassen für einen
vorübergehenden Zeitraum attestierte, vermeintlich „akute“ vollständige
Arbeitsunfähigkeit hat also gar keine Stütze im Gutachten gehabt, sondern im
Gegenteil den übrigen Ausführungen der Sachverständigen widersprochen. Das Attest
einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit ist folglich nicht begründet, nicht nachvollziehbar
und nicht überzeugend gewesen. Bei einer kritischen Würdigung des Gutachtens hätte
es ignoriert und von einer Arbeitsunfähigkeit von 50 Prozent ausgegangen werden
müssen, für die das Gutachten eine nachvollziehbare und überzeugende Begründung
geliefert hat. Für den massgebenden Vergleichszeitpunkt der Rentenzusprache im
Dezember 2000 muss somit von einer – stabilen – Arbeitsunfähigkeit von 50 Prozent für
leidensadaptierte Tätigkeiten ausgegangen werden.
3.
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3.1 Das Bundesgericht hat in seinem Urteil 9C_342/2008 vom 20. November 2008
ausgeführt, dass eine Rentenleistung, die auf einer „vorläufigen Grundlage“ beruhe,
ohne die Einschränkungen des Art. 17 Abs. 1 ATSG revidiert werden könne. Gemeint
hat es damit Renten, die in einem Zeitpunkt zugesprochen worden sind, in dem der
Sachverhalt, insbesondere der Gesundheitszustand der versicherten Person, (noch)
nicht stabil gewesen ist, in einem Zeitpunkt also, in dem noch nicht mit einer hohen
Plausibilität davon hat ausgegangen werden können, dass der relevante Sachverhalt
auf absehbare Zeit unverändert bleiben werde. Nach der Interpretation des
Bundesgerichtes kann in einem solchen Fall der Rentenanspruch voraussetzungslos
überprüft und revidiert werden, nachdem sich der Sachverhalt stabilisiert hat. Würde
man davon ausgehen, dass gestützt auf das Gutachten der Klinik Valens im Dezember
2000 eine vorübergehende vollständige Arbeitsunfähigkeit mit der Aussicht auf eine
erhebliche Verbesserung binnen Jahresfrist bestanden hätte, könnte es sich bei der
Rentenzusprache tatsächlich um einen Anwendungsfall der eben dargelegten
Bundesgerichtspraxis handeln. Dies ist allerdings nicht der Fall gewesen, weil keine
vorübergehende vollständige Arbeitsunfähigkeit vorgelegen hat, sondern die
Beschwerdeführerin damals – stabil – zu 50 Prozent arbeitsunfähig gewesen ist (vgl. E.
2.2). Somit ist die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene voraussetzungslose
Revision vorliegend nicht zulässig gewesen.
3.2 Auch eine reguläre Revision gemäss dem Art. 17 Abs. 1 ATSG ist aber nicht
zulässig gewesen, denn sowohl die Sachverständigen der ABI GmbH (vgl. IV-act. 79–
20 und 79–26) als auch der RAD-Arzt Dr. D._ (vgl. IV-act. 99–2) haben explizit
bestätigt, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin im Zeitraum
zwischen der Rentenzusprache im Dezember 2000 und der aktuellen Begutachtung im
August 2012 nicht wesentlich verändert hatte. Dem Gutachten der ABI GmbH lässt sich
entnehmen, dass ausschliesslich eine strengere Beurteilung des im Wesentlichen
unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin zu einer
Arbeitsfähigkeitsschätzung geführt hat, die von jener der Sachverständigen der Klinik
Valens abgewichen ist. Mit anderen Worten enthält das Gutachten der ABI GmbH eine
anderslautende Beurteilung eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen
Sachverhaltes, weshalb auch der RAD-Arzt Dr. D._ später sinngemäss ausgeführt
hat, aus medizinischer Sicht liege kein Revisionsgrund vor (vgl. IV-act. 99–2). Die von
Dr. D._ erwähnte Chronifizierung der Gesundheitsbeeinträchtigung als möglicher
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Revisionsgrund reicht nicht aus, um eine Rentenrevision zu rechtfertigen, denn eine
Chronifizierung ist bei einem Beschwerdebild wie dem vorliegenden eher als eine
Verschlechterung des Gesundheitszustandes denn als eine Verbesserung zu
qualifizieren. Mangels eines Revisionsgrundes hat die laufende Rente also nicht in
Anwendung des Art. 17 Abs. 1 ATSG revidiert werden können.
3.3 Die im Vergleich zur Beurteilung der Sachverständigen der Klinik Valens
„strengere“ Beurteilung der Sachverständigen der ABI GmbH könnte als ein Ausfluss
einer geänderten Rechtsauffassung und damit allenfalls einer geänderten Rechtslage
qualifiziert werden. Die massgebenden Bundesgesetze enthalten allerdings keine
generellen Bestimmungen für die Anpassung von formell rechtskräftig zugesprochenen
Dauersozialversicherungsleistungen an Veränderungen der Rechtslage. Nur die
spezifisch auf bestimmte Anwendungsfälle ausgerichtete Schlussbestimmung zum
IVG, die zusammen mit dem ersten Massnahmenpaket der 6. IVG-Revision (so
genannte IV-Revision 6a) eingeführt worden ist, könnte die Rentenanpassung wegen
einer geänderten Rechtslage rechtfertigen, wofür es sich vorliegend aber um einen
Anwendungsfall dieser Bestimmung handeln müsste. Da die Beschwerdeführerin nicht
an einem so genannten pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen
Beschwerdebild ohne nachweisbare organische Grundlage respektive nicht an einem
so genannten syndromalen Leiden leidet (vgl. auch IV-act. 80), kommt eine Anwendung
der erwähnten Schlussbestimmung allerdings zum Vorneherein nicht in Frage.
3.4 Die Frage, ob die Zusprache einer ganzen Rente gestützt auf eine nicht über
zeugende medizinische Arbeitsfähigkeitsschätzung (die vom zuständigen RAD-Arzt
unverständlicherweise unbesehen übernommen worden ist; vgl. IV-act. 26) zweifellos
unrichtig gewesen ist und die rentenzusprechende Verfügung vom 20. Dezember 2000
respektive die diese ersetzende Wiedererwägungsverfügung vom 25. Juni 2002
wiedererwogen werden müsste (Art. 53 Abs. 2 ATSG), kann im vorliegenden Verfahren
nicht beantwortet werden, denn entgegen der höchstrichterlichen Rechtsprechung zur
so genannten Begründungssubstitution (Wiedererwägung ex nunc bei einer fehlenden
revisionsrechtlich relevanten Sachverhaltsveränderung) kann nur die
Beschwerdegegnerin selbst den Entscheid fällen, ein Wiedererwägungsverfahren zu
eröffnen. Selbst wenn es aber möglich wäre, die Begründung im Sinne dieser
Rechtsprechung auszuwechseln, könnte die angefochtene Verfügung der
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Beschwerdegegnerin, der Beschwerdeführerin ex nunc eine Rente zu verweigern, nicht
„gerettet“ werden. Eine wiedererwägungsweise Überprüfung des Rentenanspruchs der
Beschwerdeführerin würde nämlich wohl ergeben, dass auf das Gutachten der Klinik
Valens hätte abgestellt werden müssen, weshalb der Beschwerdeführerin eine halbe
Rente zuzusprechen gewesen wäre. Die Wiedererwägung würde somit zu einem
anderen Ergebnis als die von der Beschwerdegegnerin durchgeführte „Revision“
führen, weshalb nicht nur die Begründung, sondern auch das Dispositiv der
angefochtenen Verfügung ausgewechselt werden müsste. Damit läge allerdings kein
Anwendungsfall einer (blossen) Begründungssubstitution vor.
3.5 Zusammenfassend erweist sich die Rentenaufhebung als rechtswidrig, weil die
gesetzlichen Voraussetzungen für die entsprechende Modifikation der
rentenzusprechenden Verfügung vom Dezember 2000 respektive der diese
ersetzenden Verfügung vom Juni 2002 nicht erfüllt sind. Folglich ist die angefochtene
Verfügung vom 7. August 2013 ersatzlos aufzuheben. Der Beschwerdegegnerin steht
es aber selbstverständlich frei, ein Wiedererwägungsverfahren zu eröffnen.
4.
4.1 Gemäss dem Art. 37 Abs. 4 ATSG wird einer versicherten Person eine
unentgeltliche Rechtsverbeiständung für das Verwaltungsverfahren bewilligt, wenn es
die Verhältnisse erfordern. Im Verwaltungsverfahren, das mit der angefochtenen
Verfügung abgeschlossen worden ist, haben sich schwierige tatsächliche und
rechtliche Fragen gestellt. Für den Ausgang des Verfahrens ist entscheidend gewesen,
ob das Gutachten der ABI GmbH überzeugt und eine zuverlässige Grundlage für die
Invaliditätsbemessung dargestellt hat, ob eine relevante Sachverhaltsveränderung seit
der Rentenzusprache ausgewiesen gewesen ist, wie dabei den unterschiedlichen
Beurteilungen der Sachverständigen der ABI GmbH und jenen der Klinik Valens
Rechnung hat getragen werden müssen und ob es tatsächlich – wie von der
Beschwerdegegnerin behauptet – bei der vorliegenden Sachverhaltskonstellation
irrelevant gewesen ist, ob die Voraussetzungen für eine Rentenrevision erfüllt gewesen
sind. Ohne eine Rechtsverbeiständung mit einem vertieften Wissen im
Sozialversicherungs- und im Sozialversicherungsverfahrensrecht wäre die
Beschwerdeführerin mit diesen komplexen Fragen eindeutig überfordert gewesen. Die
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Rechtsverbeiständung ist folglich erforderlich im Sinne des Art. 37 Abs. 4 ATSG
gewesen.
4.2 Die Bewilligung einer unentgeltlichen Rechtsverbeiständung setzt allerdings
gemäss dem Art. 55 Abs. 1 ATSG i.V.m. Art. 65 Abs. 1 VwVG zusätzlich voraus, dass
die versicherte Person nicht über die für die Finanzierung der Rechtsverbeiständung
erforderlichen Mittel verfügt und dass ihr Begehren nicht als aussichtslos erscheint.
Das Kriterium der fehlenden Aussichtslosigkeit ist vorliegend als erfüllt zu betrachten,
denn die für die Rentenaufhebung relevante Sachverhaltsveränderung ist nicht ohne
weiteres erkennbar gewesen und die Beschwerdegegnerin hat im
Verwaltungsverfahren nicht deutlich Stellung dazu genommen, weshalb sich die
Beschwerdeführerin von ihren Einwänden gegen den Vorbescheid objektiv betrachtet
einen Erfolg hat versprechen können. Auch die Voraussetzung der finanziellen
Bedürftigkeit wäre angesichts eines laufenden Sozialhilfebezuges und mangels einer
Deckung durch eine Rechtsschutzversicherung augenscheinlich erfüllt gewesen.
Allerdings hat die Beschwerdeführerin über ein Freizügigkeitsguthaben von gut 40’000
Franken verfügt. Gemäss dem Art. 16 FZV hätte sie sich dieses Altersguthaben
angesichts des (damals noch) laufenden Rentenbezuges auszahlen lassen können.
Damit hätte sie über ausreichend Mittel zur Finanzierung ihres Rechtsbeistandes
verfügt. Allerdings hätte sie dafür die der Altersvorsorge dienenden Mittel
zweckentfremden müssen, denn statt für die Altersvorsorge hätte sie sie für eine
Rechtsverbeiständung einsetzen müssen. Zudem ist ungewiss gewesen, ob die
Beschwerdeführerin ihre Rente der Invalidenversicherung noch werde weiter beziehen
können. Sie hätte also ihr Alterskapital beziehen und zweckentfremden müssen,
obwohl hinsichtlich des diesen Vorgang überhaupt erst ermöglichenden Rentenbezugs
das Risiko eines baldigen Wegfalls bestanden hat. Der vorzeitige Bezug des
Alterskapitals hat der Beschwerdeführerin bei dieser Sachverhaltskonstellation nicht
zugemutet werden können. Im Übrigen hatte auch das Sozialamt von der
Beschwerdeführerin augenscheinlich trotz des Art. 16 FZV nie verlangt, ihr Alterskapital
vorzubeziehen und für die Deckung des aktuellen Bedarfs zu verwenden.
4.3 Die Voraussetzungen für die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung
im Verwaltungsverfahren sind also entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin erfüllt
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gewesen. Ihr anderslautender Entscheid ist folglich aufzuheben und die Sache ist zur
Festlegung der Höhe der Entschädigung an sie zurückzuweisen.
5.
Die Beschwerde ist somit vollumfänglich gutzuheissen. Die unterliegende
Beschwerdegegnerin hat deshalb die auf 600 Franken festzusetzenden Gerichtskosten
zu bezahlen und der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung auszurichten. Der
Vertretungsaufwand ist als durchschnittlich zu qualifizieren. Die Parteientschädigung ist
damit praxisgemäss auf 3’500 Franken (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer) festzusetzen.