Decision ID: be377d21-785e-44f2-ab5f-2b17fd0dc2d5
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Mit Entscheid vom
6.
August 2014 (
Urk.
7/244) hiess das Verwaltungsgericht des Kantons
Y._
die von
X._
, geboren 1963, gegen die
Verfügung
der IV-Stelle des Kantons
Y._
vom 2
8.
Oktober 2013 (
Urk.
7/217)
, mit welcher
die bisher a
usgerichtete
ganze
Invalidenrente
per 3
0.
November 2013
eingestellt wurde
, erhobene Beschwerde (
Urk.
7/22
5/2-50) teilweise gut, indem die angefochtene Verfügung aufgehoben und die Sache zur Durchführung einer ergänzenden psychiatrischen Beurteilung des V
ersicherten und hernach erneutem
Entscheid über den Rentenanspruch an die IV-Stelle
Y._
zurückgewiesen wurde (vgl.
Urk.
7/244 Dispositiv
Ziff.
1).
1.2
Die IV-Stelle des Kantons
Y._
veranlasste bei
Dr.
med.
Z._
, Fach
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) Zen
tralschweiz, ein psychiatrisches Gutachten, welches am 2
3.
Dezember 2014
erstattet wur
de (
Urk.
7/250). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/257;
Urk.
7/259)
bestätigte
die IV-Stelle
Y._
mit Verfügung vom
1
1.
Juni
2015
die
Einstellung der Invalidenrente
per 3
0.
November
2013 (
Urk.
7/263
). Die dagegen vom Versicherten am
7.
Juli 2015 erhobene Be
schwer
de (
Urk.
7/267/2-17) wies das Verwaltungsgericht des Kantons
Y._
mit
seinem Entscheid vom
9.
Dezember 2015 ab (
Urk.
7/278 Dispositiv
Ziff.
1).
Dieser Entscheid erwuchs
soweit ersichtlich unangefochten
in Rechtskraft
(vgl. Urk. 7/282)
.
1.3
Am
7.
März 2017 meldete sich der Versicherte
, nun wohnhaft im Kanton Zürich,
unter Hinweis auf somatische und psychische Krankheiten bei der Inva
lidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/292
Ziff.
6.1)
.
Die IV-Stelle forderte den Versicherte am 15
.
März 2017 (Urk. 7/294) auf, bis spätestens 15
.
April 2017
entsprechende
aktuelle
Beweismittel zur Prüfung des
Anspruches einzureichen, unter Androhung, dass ansonsten auf
sein
Gesuch nicht eingetreten werde.
In der Folge ging
en
ein Bericht von
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation und für Rheumatologie,
vom 2
8.
März 2017 (
Urk.
7/296)
sowie ein Schreiben von
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
therapie, vom
5.
Mai 2017 (
Urk.
7/300)
ein.
Mit Vorbescheid vom 29
.
Juni 2017 (Urk. 7/303) stellte die IV-Stelle dem Ver
sicherten
in Aussicht, dass auf
sein
Leistungsbegehren nicht eingetreten werde.
Dagegen
erhoben der Versicherte und
Dr.
A._
am
5.
Juli 2017
Einwände (
Urk.
7/312
). Mit Verfügung vom 28
.
September 2017
trat die IV-Stelle
auf das neue Leistungsbegehren de
s
Versicherten nicht ein (Urk. 7/314
= Urk. 2).
2.
Der
Versicherte erhob am 3
0.
Oktober 2017
Beschwerde gegen die Verfügung vom
2
8.
September 2017
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
ihm eine ganze Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen und auszu
zahlen. Eventuell sei die Sache an die IV-Stelle zurückzuw
eisen, wobei
diese anzuweisen sei, auf
das
Leistungsbegehren einzutreten und ihm eine ganze Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen und auszuzahlen. Subeventuell sei die Sache an die IV-Stelle zurückzuweisen
,
wobei diese anzuweisen sei, auf sein Leistungsbegehren einzutreten und vor Erlass einer allfälligen abschlägigen Verfügung ein unabhängiges Gutachten einzuholen. Weiter sei ihm ei
ne Nach
frist zur Beibringung ei
gener Beweise - insbesondere, aber nicht abschliessend, medizinischer Unterlagen, we
iterer Gutachten sowie Atteste
- bis mindestens 3
1.
Januar 2018 anzusetzen
(
Urk.
1 S. 2
).
Die IV-Stelle beantra
gte mit Beschwerdeantwort vom
5.
Dezember 2017 (
Urk.
6
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer
am
7.
Dezem
ber 2017 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8
).
Mit Eingabe vom 1
9.
Dezem
ber 2017 (
Urk.
9) beantragte der Beschwerdeführer, es sei ihm eine Nachfrist zur Beibringung eigener Beweise - insbesondere, aber nicht abschliessend,
medizi
-
nischer
Unterlagen
,
weiterer Gutachten sowie Atteste - bis mindestens 3
1.
März 2018 anzusetzen (
Urk.
9
S. 2).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neu
anmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in ana
loger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(ATSG)
vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Verän
derung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zu
nächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr
eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen
. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.2
Nach Eingang einer Neuanmeldung ist die Verwaltung zunächst zur Prüfung
verpflichtet, ob die Vorbringen der versicherten Person überhaupt glaubhaft sind;
verneint sie dies, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Dabei wird sie unter anderem zu berücksichtigen haben, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon längere Zeit zurückliegt, und dement
-
sprechend an die Glaubhaftmachung höhere oder weniger hohe Anforderungen stellen (ZAK 1966 S. 279, vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 72 E.
2.2 mit Hin
-
weisen). Insofern steht ihr ein gewisser
Beurteilungsspielraum zu, den das Ge
richt grundsätzlich zu respektieren hat. Daher hat das Gericht die Behandlung der
Eintretensfrage
durch die Verwaltung nur zu überprüfen, wenn das Ein
-
treten streitig ist, das heisst wenn die Verwaltung gestützt auf
Art.
87
Abs.
3 IVV Nichteintreten beschlossen hat und die versicherte Person deswegen Be
-
schwerde
führt; hingegen unterbleibt eine richterliche Beurteilung der
Eintre
-
tensfrage
, wenn die Verwaltung auf die Neuanmeldung eingetreten ist (BGE 109 V 108 E. 2b).
1.3
Mit
Art.
87
Abs.
3 in Verbindung mit
Abs.
2 IVV soll verhindert werden, dass sich die Verwaltung nach vorangegangener rechtskräftiger Leistungsver
weige
rung immer wieder mit gleich lautenden und nicht näher begründeten, das
heisst keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Gesuchen befassen mus
s (BGE 109 V 108 E. 2a, 264 E. 3). Hingegen kann diese
Eintretensvorschrift
nicht dahingehend ausgelegt werden, dass die glaubhaft zu machende Änderung gerade jenes Anspruchselement betreffen muss, welches die Verwaltung der früheren rechtskräftigen Leistungsabweisung zugrunde legte. Vielmehr muss es genügen, wenn die versicherte Person zumindest die Änderung eines
Sach
ver
-
halts
aus dem gesamten für die Rentenberechtigung erheblichen Tatsachen
spektrum glaubwürdig dartut. Trifft dies zu, ist die Verwaltung verpflichtet, auf das neue Leistungsbegehren einzutreten und es in tatsächlicher (wie selbst
ver
ständlich auch in rechtlicher) Hinsicht allseitig zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 3a und E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 72 E. 2.2 mit Hinweisen).
1.4
Da die versicherte Person im Rahmen der Neuanmeldung die
massgebliche
Tat
sachenänderung glaubhaft zu machen hat, spielt der Untersuchungsgrundsatz, wonach das Gericht (oder die Verwaltung) für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen hat, insoweit nicht. Wird in der Neuanmeldung kein
Eintretenstatbestand
glaubhaft gemacht, son
dern
bloss
auf ergänzende Beweismittel, insbesondere Arztberichte
hingewiesen, die noch beigebracht würden oder von der Verwaltung beizuziehen seien, ist der versicherten Person eine angemessene Frist zur Einreichung der Beweismittel anzusetzen. Diese
Massnahme
setzt voraus, dass die ergänzenden Beweisvor
kehren geeignet sind, den entsprechenden Beweis zu erbringen. Sie ist mit der Androhung zu verbinden, dass ansonsten gegebenenfalls auf
Nichteintreten
zu erkennen sei. Ergeht eine
Nichteintreten
sverfügung
im Rahmen des Verwal
tungs
verfahrens, das den umschriebenen Erfordernissen betreffend
Fristan
-
setzung und Androhung der Säumnisfolgen genügt, legen die Gerichte ihrer beschwerdeweisen Überprüfung den Sachverhalt zu Grunde, wie er sich der Verwaltung bot (Urteil des Bundesgerichts 8C_844/2012 vom 5. Juni 2013 E. 2.1-2; BGE 130 V 64 E. 5.2.5).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung (
Urk.
2) damit, dass zuletzt die Leistungen der Invalidenversicherung mittels Verfügung vom 1
1.
Juni 2015 eingestellt worden seien. Am 1
0.
März 2017 habe
d
er
Beschwerdeführer
ein erneutes Gesuch eingereicht. Den eingereichten Unterlagen habe keine wesent
liche Veränderung entnommen werden können. Der von
Dr.
A._
dargelegte Sachverhalt sei bereits bei
Entscheidfindung
bekannt gewesen
(S. 1 f.
)
.
2.2
Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (
Urk.
1) geltend, den Ausführungen der Beschwerdegegnerin, dass sie keine wesentliche Verän
derung des Gesundheitszustandes habe feststellen können, stehe die durch
Dr.
A._
am 2
8.
März und am
5.
Juli 2017 attestierte gesund
heit
liche Situation entgegen. So habe
Dr.
A._
ausgeführt, dass er
ihres
Erachtens eindeutig n
icht mehr arbeitsfähig
und dauerinvalid
sei
. Da sein Gesundheitszustand derart schlecht gewesen sei, sei er nicht in
der Lage
gewesen, seine
Rechtsvertreterin umfassend zu instruieren und weitere Beweise beizubringen, weshalb eine Nachfrist zur Beibringung der Beweise anzusetzen sei (S. 3 f.
Ziff.
1-2, S. 4 f.
Ziff.
3-4
, S. 5 ff.
Ziff.
6-10
). Zudem sei er von Mai bis August 2016 bei der
C._
tätig gewesen und in der Folge zu 100
%
arbeitsunfähig geworden. Somit sei eine wesentliche Veränderung der beruflichen Situation gegeben
(S. 5
Ziff.
5).
2.3
Streitig ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht
auf die
Neuanmeldung
des Beschwerdeführers
nicht eingetreten ist.
Zu beurteilen ist daher, ob
er
glaubhaft gemacht hat, dass sich
sein
Invaliditätsgrad seit der
Einstellung der Invaliden
rente mit Verfügung vom 1
1.
Juni 2015 (Urk. 7/263
) in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat.
3.
Vor dem Hintergrund, dass der Untersuchungsgrundsatz bei einer
Neuanmel
-
dung keine Geltung und die versicherte Person die
massgebliche
Tatsachen
änderung mit der Neuanmeldung glaubhaft zu machen hat (vgl. vorstehend E. 1.4), sind die streitentscheidenden Fragen gestützt auf die Aktenlage, wie sie
sich der Beschwerdegegnerin am 28
.
September 2017
präsentierte, zu beant
worten, zumal das Verwaltungsverfahren den Erfordernissen betreffend Fristan
setzung und Androhung der Säu
mnisfolgen genügte. So wurde dem
Beschwer
d
eführer
die Gelegenheit gegeben, noch ausstehende Arztberichte einzureichen und die Säumnisfolgen waren bekannt
(vgl. Sachverhalt Ziff. 1.3).
Der beschwerdeweise
eingereichte
Bericht
von
Dr.
A._
,
vom 27.
Oktober 2017 (Urk. 3)
ist
daher für die Beurteilung der
Eintretensfrage
nicht zu beachten.
Aus den gleichen Gründen wären auch allfällige vom Beschwerdeführer
im Ver
fahren
nachgereichte
beziehungsweise nachzureichende
medizinische Berichte unbeachtlich, weshalb sich
sein
Gesuch um Ansetzung einer entsprechenden Nachfrist zum Einreichen von
medizinischen Berichten (
Urk.
1 S. 2,
Urk.
9) als
unnötig
erweist.
Der beschwerdeweise erstmals angerufene und damit im Verwaltungsverfahren unbekannt gebliebene Umstand einer erwerblichen Veränderung infolge Auf
gabe einer Anstellung bei der
C._
im August 2016 hat nach dem Gesagten ebenfalls ausser Acht zu bleiben, zumal auch nicht ausreichend dargetan wurde, inwiefern sich diese berufliche Situation im Sinne eines Revisionsgrundes auswirken soll.
4.
4.1
Mit Verfügung vom 2
8.
Oktober 2013 hob die IV-Stelle
Y._
die bisher aus
gerichtete ganze Invalidenrente per Ende November 2013 auf
(vgl.
Urk.
7/217)
. Die dagegen vom Beschwerdeführer am 2
2.
November 2013 beim Verwaltungs
gericht des Kantons
Y._
eingereichte Beschwerde (
Urk.
7/22
5/2-50) hiess
mit Urteil vom 6. August 2014
dieses teilweise gut, indem die angefochtene Ver
fügung aufgehoben und die Sache zur Durchführung einer ergänzenden psychiatrischen Beurteilung des Versicherten und hernach erneutem Entscheid an die Vorinstanz zurückgewiesen wurde (vgl.
Urk.
7/244 Dispositiv
Ziff.
1).
Im nachfolgenden Urteil des Verwaltungsgerichts
Y._
vom 9. Dezember 2015 (Urk. 7/278 S. 20 f., E.
2.2) wurde
hiezu
erwogen, als Kernpunkte des ersten Gerichtsentscheides sei zusammenfassend festgehalten worden
, dass ursprünglich die IV-Stelle Zürich eine ganze IV-Rente nicht wegen somatischen
Beeinträchtigungen, sondern ausschliesslich wegen eines schlechten psychischen
Gesundheitsz
ustandes des Versicherten zuge
spro
chen habe
(vgl.
Urk.
7/244
E.
4.1.3-4)
und
dass eine gerichtliche Würdigung der gesamt
en Unterlagen zum Ergebnis führe
, dass gestützt auf das g
rundsätzlich beweiskräftige
Gutachten
des
D._
vom 2
0.
September 2010 eine mass
g
ebliche Verbesserung des psychisc
hen Gesund
heits
zustandes (im Beg
utach
tungszeitpunkt) gegeben sei
(vgl.
Urk.
7/244
E.
5.4
)
. I
ndessen
liege
für den Zeitraum zwischen
D._
-Begutachtung (2
0.
September
2010) bis zur Rentenauf
hebungsverfügung (2
8.
Oktober 2013) noch insoweit ein Abk
lärungsbedarf vor
, als noch eine v
erlässliche Beurteilung des Psy
chostatus des Versicherten vor der Rentenaufhebung nötig
sei,
um zu klä
ren, ob seit der interdisziplinären Begut
achtung im Jahre 2010 noch eine
IV-relevante Verschlechterung des
psychi
-
schen
Gesu
ndheitszustandes aufgetreten sei
. Weiter wurde festgehalten,
dass bei dieser ergänzenden
psychiatrischen Abklärung aufgrund der massiven gericht
-
lichen
Kritik in den Er
wägungen 5.2.
2 bis 5.2.7 an den Angaben und der Haltung des behandelnden Psychiaters
Dr.
B._
dessen (weitere) Ausführungen mit grösste
r Zurückhaltung zu würdigen seien (vgl.
Urk.
7/244 E.
5.5
).
4.2
Mit
Folgeu
rteil vom 9
.
Dezember 2015 (Urk. 7/278
) bestätigte das
Verwaltungs
gericht des Kantons
Y._
die Verfügung der IV-Stelle
Y._
vom 11. Juli
2015 (Urk. 7
/
263
)
, mit welcher an der Rentenaufhebung per 3
0.
N
ovember 2013 festgehalten wurde.
4.3
In psychiatrischer Hinsicht wurde gestützt auf das im Nachgang zum ersten Ge
richtsentscheid vom
6.
August 2014 (vgl.
vorstehend E.
4.1,
Urk.
7/244) ein
ge
holte
psychiatrische Gutachten von RAD-Psychiater
Dr.
Z._
vom 2
3.
Dezem
ber
2014 (vgl.
Urk.
7/250) abgestellt, welcher anlässlich seiner Exploration
des Beschwerdeführers
am
9.
Dezember 2014
kein
e psychiatrische Erkrankung mit invalidenversicherungsrechtlicher Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
hatte
feststellen k
ö
nne
n
(vgl.
Urk.
7/278 S. 28
f.
E.
4.2.5
)
.
Dr.
Z._
traf in seinem Gutachten unter anderem die folgenden Feststellungen (vgl.
Urk.
7/278 S. 22 f
.
Ziff.
3.2
.3
):
Anlässlich de
r eigenen Untersuchung vom
9.
Dezember 20
14
stand ein bewusst
seinsnahes, aggravierendes, stark intentionales, wiederholt inszeniert und thea
tra
lisch wirkendes Verhalten des Versicherten (verstärkt durch seine Ehefrau) gan
z im Vordergrund
. Spontan legte der Versicherte
in höchst konzentrierter Weise
während über 30 Minuten dar, in
wiefern ihm durch die Versicherungen Unrecht widerfahre. Er ging dabei in recht geschickter Art auf die bestehenden Diskre
panzen ein. Zugleich schilderte er dabei spontan praktisch keine psychischen Be
schwerden. Zugleich bejahte er sämtliche konkret erfragten psychischen Beein
trächtigungen,
selbst wenn dies den direkt er
hebbaren Befunden klar wider
sprach. Deshalb sind diese Angaben praktisch nicht verwertbar.
Der Versicherte
präsentierte sich in einer vordergründig extrem leidenden Weise. Meistens hielt er den Kopf gesenkt, und immer wieder stützte er ihn in beide Hände,
wobei er
die Augen meistens geschlossen hielt. Um gewisse Aussagen zu verdeutlichen, nahm er jeweils kurz und in dramatisch wirkender
Weise einen intensiven Blickkon
takt mit dem Untersucher
auf.
Es ist aus psychiatrischer Sicht nicht mit einer e
rheblichen depressiven Symp
toma
tik und dem damit einhergehenden Leidensdruck vereinbar, dass
der Ver
sicherte
während
rund 3 1⁄2
Jahren keine psychiatrische Unterstützung beanspruchte
,
und diese erst nach dem ablehnenden Vorbescheid wiede
r einleitete - selbst unter Berücksichti
gung der von ihm präsentierten Erklärungsmodell
e und der (insgesamt nicht nach
vollziehbaren) Beurteilung durch
Dr.
med.
B._
.
Die Angaben des Versicherten
und seiner Ehefrau zum Verlauf wirkten stark intentional und gesamthaft wenig glaubwürdig. (...) Im
Verlauf seit 8/10 steht aufgrund aller
vorliegenden Informationen
mit überwie
gender Wahrscheinlich
keit ein stark aggravierendes Verhalten im Vordergrund
. Es bestehen keine erheblichen Hinweise dafür, dass sich der psychische Zustand seit 8/10 in einer anhaltenden, iv-relevanten Weise verschlechtert hat. Selbst falls dies der Fall wäre,
wäre dies mit grosser Wahrscheinlichkeit auf die Reduktionen respektiv
e
Aufhebungen von Versicherungsl
eistungen zurückzuführen, also auf nicht iv-rele
vante Faktoren. Aus versicherungspsychiatrischer Sicht liegt mit
stark überwie
gender Wahrschein
lichkeit weiterhin keine psychiatrische Erkrankung mit iv-rele
vanten Auswirkungen auf die AF vor
.
4.4
Im Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons
Y._
vom
9.
D
ezember 2015 wurde sodann zu der
nach ergangenem Vorbescheid der IV-Stelle
Y._
vom 2
4.
März 2015
(vgl.
Urk.
7/257)
, mit welchem dem Beschwerdeführer
die Einstellung der Invalidenrente
in Aussicht gestellt w
o
rde
n war
,
zur durch den
behandelnden Psychiater
Dr.
B._
erfolgten Einweisung
in
die Psy
chiatrische Klinik
E._
(Klinikeintritt am
1.
April 2015) und der geltend gemachten schweren depressiven Symptomatik das Folgende
erwoge
n (
vgl.
Urk.
7/278 S. 30
f.
E. 4.2.6):
Ein solcher Verlauf nach Erhalt der Mitteilung, dass Rentenleistungen entfallen, vermag indessen entgegen der sinngemässe
n Argumentation in der Beschwer
de
schrift nicht zu belegen, dass eine anhaltend
e, IV-relevante depressive Erkra
nkung vorliege. Abgesehen davon ist zum einen zu beachten, dass am Schluss des Klinikberichts vom
1.
Juni 2015 eine
klare Verbesserung der Situati
on festgehal
te
n wurde (vgl. IV-
act
. 140-5/5
; vgl. Urk. 7/262/2-5 im vorliegenden Verfahren
)
.
Zum
a
ndern ist der Argumentat
ion in der Beschwerdeschrift (
...
), wonach sinnge
mäss der Klinikarzt
Dr.
med.
F._
im Einklang mit
Dr.
med.
B._
vom Vorliegen einer chronifizierten schweren depressiven Erkrankung ausgehe, entgegenzuhalten, dass der Versicherte vom behandelnden Psychiater in die Klinik zugewiesen wurde, indes die Fach
personen der Klinik nach der Ak
tentage hinsichtlich der Vorgeschichte lediglich Informationen vom Versicherten selbst und dem zuweisenden Arzt erhalten haben. Dass dabei
Dr.
med.
B._
die Fachpersonen der Klinik lückenlos informiert und namentlich auch die gesamten IV-Akten (inkl. erster Gerichtsentscheid) zur Einsichtnahme zugestellt hat, ist weder ersichtlich noch wird dies geltend
gemacht. Soweit a
ber den Fach
p
er
sonen der Klinik grundlegende Informationen
zur Vorgeschichte (inkl. gewich
tige Anhaltspunkte für das Vorliegen eines agg
ravierenden Verhaltes des Versi
cherten) vorenthalten wurden, was nach der Aktenlage mit überwiege
nder Wahr
schein
lichkeit anzunehmen ist, können die Klinikberichte nicht dazu dienen, die anders lautenden
Einschätzungen der
D._
-Gutachter und des den Versicherten unter
suchenden RAD-Psychiaters zu entwer
t
en
. Soweit in diesem K
ontext in der Beschwerde (
...
) gerügt wird, dass
Dr.
med.
Z._
"ohne weitere Begründung auch bei
Dr.
med.
B._
, welcher mit der
Aktenlage bestens ver
traut ist, zum Schluss" komme, dass auf die
Angaben des behandelnden Psychi
aters nicht abge
stellt werden könne, übersieht
der
beanwaltete
Beschwerdefüh
rer insbesondere das Zwischenergebnis des ersten Gerichtsentscheides (mit der massiv
en Kritik in den Erwägungen 5.2.
2 bis 5
.2.7), wonach ausführlich darge
legt wurde, weshalb die Ausführungen des behandelnden Psychiaters im v
orlie
genden IV-Verfahren nicht
tel
quel
übernommen werden können, sondern mit grösster Zurückhaltung zu würdigen sind. Anzufügen ist, dass der behandelnde Psychiater im Nachgang zum Abklärungsergebnis des RAD-Psychiaters keine eigene Stellungnahme bzw. keine neuen Berichte der Vorinstanz zukommen liess (jedenfalls ist nichts akten
kundig).
4.5
In somatischer Hinsicht
wurde im Entscheid des
Verwaltungsgerichts des Kantons
Y._
vom
9.
Dezember 2015 im Wesentlichen auf die Ausführungen im Rahmen des Entscheides vom
6.
August 2014 verwiesen
(vgl.
Urk.
7/278 S.
4
ff. E.
2.1)
.
Dort wurde f
estgehalten, dass die somatisch begründeten Ein
schränkungen der Arbeitsfähigkeit des Versicherten
seit der
Rentenzusprache
weitgehend unverändert geblie
ben seien. Einigkeit bestehe hinsichtlich
der Fest
stellung, dass dem Versicherten die angestammten Tätigkeiten als Hauswart und als
Fussballtrainer
nicht mehr zumutbar seien.
Die
s
h
ätten
sowohl der
konsul
-
tierte
Zür
icher RAD-Arzt
als auch die
D._
-Gutachter und die behandelnde
Rheu
matologin
Dr.
A._
festgestellt (
Urk.
7/278
S. 12 f.
E. 4.1.1).
Zusammenfassend wurde zum somatischen Sachverhalt festgehalten, dass
für leidensangepasste Tätigkeiten (im Sinne von körperlich leichten Tätigkeiten in wechselnder
Position und unter
Einhaltung von gewissen Hebe-/
Traglimiten
sowie unter Vermeidung
von Zwangshaltungen etc.
) von Anfang an und auch im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung aus somatischer Sicht von einer ver
wertbaren vollschichtigen Arbeitsfähigkeit auszuge
h
en
sei
. Weiter wurde auf die Observationsergebnisse verwiesen, welche be
stätigten, dass der Versicherte durchaus in der Lage
war
, körperlich anstrengende Arbeiten
durchzuführen, welche
auch im Hinblick auf die somatischen Befunde ergonomisch
ungünstige
Körperhaltungen
beinhalteten
(vgl.
Urk.
7/278
S. 13
E. 4.1.3)
.
4.6
Entgegen dieser Feststellung einer 100%igen Arbeitsfähigkeit des Beschwerde
führers in einer angepassten Tätigkeit befand
Dr.
A._
in ihrem
Bericht vom 2
9.
Juni 2015 (vgl.
Urk.
7/267/31-33)
diesen aus somatischer Sicht lediglich noch zwischen 30
%
und 50
%
arbeitsfähig, wobei diese Restarbeits
fähigkeit aufgrund der psychischen Problematik nicht mehr verwertbar sei. Hierzu hielt das
Verwaltungsgerichts des Kantons
Y._
in seinem Entscheid
vom
9.
September 2015
das Folgende fest
(
Urk.
7/278 S. 31 f. E. 4.2.7):
Einmal abgesehen davon, dass dieser Arztbericht (inkl. die dazugehörende Unter
suchung) erst
nac
h dem gerichtlichen Ü
berprü
fungszeitraum (welcher mit der Verfügung vom 1
1.
Juni 2015 endete) erstattet wurde, fällt bei den Diagnosen dieser Ärztin auf, dass die erste Diagnose (welche erfahrungsgemäss im Vorder
grund steht) als klinisch und radiologisch relativ
stabil
verlaufende rechts
betonte
Coxarthrosen
beidseits umschrieben wird, wo
raus sich keine Verschlechterung gegenüber den Vorzu
ständen (siehe oben) ab
leiten lässt.
Bei der zweiten
Diag
-
nose
, den Kn
ieschmerzen beidseits, ist eben
falls nicht ersichtlich, inwiefern zwischen
zeitlich eine relevante Verschlechterung eingetreten sein sollte (siehe dazu im Vergleich auch die Befunde
anlässlich der
D._
-Begutachtung; im vor
-
liegenden Verfahren Urk. 7/142
).
Was das zuletzt angesprochene
D._
-Gutachten anbelangt, wurde bereits damals festgehalten: "Der Explorand steht derzeit nur noch in
jährlicher Kontrolle bei einer Rheumatologin" (
...
), woran sich offenbar nichts geändert hat, schreibt doch
Dr.
med.
G._
im Bericht vom 2
9.
Juni 2015 (S.
1 unten), dass sie den
Versicherten letztmals am 2
7.
Juni
2014 untersucht habe, woraus zu entnehmen ist, dass zwischenzeitlich aus ihrer Sicht kein Anlass bestand für medizinische Massnahmen (infolge einer somatischen Ver
schlechterung etc.).
Was die dritte Diagnose von
Dr.
med.
G._
im Bericht vom 2
9.
Juni 2015 anbela
ngt
("zunehmende Schmerzausbrei
tung im Sinne eines generalisierten Schmerzsyndroms am Bewegungsapparat ins
besondere Becken/
untere Extrem
itäten"),
fällt auf, dass diese Ärztin - obwohl die durchgeführten Röntgenabklärungen (vom
2
5.
Juni 2015) auch die LWS be
trafen - hinsichtlich der Wirbelsäule keine Diagnose gestellt hat (und damit kein Befund mit rele
vantem Krankheitswert erhob
en wurde; auf Seite 3 dieses Be
richts wird im Vergleich zu früheren Untersuchungen lediglich "eine beginnende ISG-Arthrose angenommen"). Insgesamt ist den
Ausführungen in der vorinstanz
lichen V
ernehmlassung (S. 7
Ziff.
1.
3) beizupflichten, dass durch den Bericht vom 2
9.
Juni 2015 keine relevante Verschle
chterung des somatischen
Gesund
heits
zu
-
standes
ausgewiesen ist. Von daher ka
nn die nach dem Erlass der ange
fochtenen Verfügung getroffene Einschätzung dieser Rheumatologin, wonach der Versicher
te fü
r leichte wechselbelastende bzw. leid
ensangepasste Täti
gkei
ten
- im Gegen
satz zu früher - nur mehr zu 30 bis 50% arbeitsfähig sei, hier nicht berück
sichtigt werden
. Dies gilt erst recht, soweit dieser Rheumatologin die gesamten IV-Akten (inkl. die gewichtigen Anhaltspunkte für das dargelegte
ag
gravierende Verhalten des Versicherten) unbekannt sein sollten, was hier offen bleiben kann. Dass auch der Auffassung dieser Rheumatologin, wonach dem Versicherten
aufgrund des psychischen
Zust
andsbildes keine Arbeit mehr zu
mutbar sei, nicht gefolgt werden kann, bedarf
hier keiner zusätzlichen Begründüng.
5
.
5
.1
Im Rahmen seiner Neuanmeldung vom
7.
März 2017 (
Urk.
7/292)
legte der Be
schwerdeführer zur Glaubhaftmachung seines Gesu
ches die folgenden Berichte vor:
Dr.
A._
, Klinik
H._
,
stellte in ihrem Bericht vom 2
8.
März
2017 (
Urk.
7/296) folgende Diagnosen (S. 1):
-
rechtsbetonte konzentrische
Coxarthrose
beidseits (eventuell posttrau
matisch)
-
fortgeschrittene schwere
femoro-tibiale
Gonarthrose rechts (Status nach mehrfachen operativen Eingriffen) zunehmend auch links
-
lumbo
-vertebrales persistierendes Schmerzsyndrom bei Hyperlordose der
Lendenwirbelsäule (
LWS
)
, degenerativen Veränderungen insbesondere L3/L4 und
Iliosakralgelenk
(
ISG
)
-Arthrosen beidseits
-
zunehmende Schmerzausbreitung im Sinne eines generalisierten Schmerzsyndroms am Bewegungsapparat/somatoforme Schmerzstörung
-
depressive Störung (S 33.2) diesbezüglich in regelmässiger
psychia
-
trischer
Behandlung sowie stationärer Behandlung vom
1.
April bis
7.
Mai 2015, Psychiatrische Klinik
E._
Dr.
A._
führte aus, es handle sich um schwere fortgeschrittene Arthrosen
im Bereich
der unteren Extremitäten bei diesem früher sehr sportlichen Patienten, eventuell primär ausgelöst durch ein Unfallereignis. Zusätzlich hätten die
sich
Schmerzen nun im Sinne eines generalisierten Schmerzsyndroms
am Bewegungsapparat/somatoforme
Schmerzsstörung
ausgebreitet. Der Patient benötige regelmässig Schmerzmedikamente und zunehmend auch
Psychothe
-
rapie
.
Seit 2004 hätten sich die Schmerzen von Seiten der Arthrosen deutlich ver
stärkt
,
aber auch die Arthrosen hätten eindeutig zugenommen. Zusätzlich be
stehe eine reaktive lumbale Beschwerdesymptomatik infolge der Gangstörung und Schmerzausbreitung im Sinne eines
generalisierten Schmerzsyndroms am Bewegungsapparat/somatoforme Schmerzstörung. Der Beschwerdeführer habe zusätzlich eine depressive Störung entwickelt, sehr wahrscheinlich reaktiv. Er sei diesbezüglich in regelmässiger Behandlung bei
Dr.
B._
und es finde eine regelmässige antidepressive Therapie statt. Im Jahr 2015 sei eine mehrwöchige stationäre Behandlung an der Psychiatrischen Klinik
E._
vom
1.
April bis
7.
Mai 2015 erfolgt (S. 2).
5.2
Dr.
B._
führte in seinem Schreiben vom
5.
Mai 2017 (
Urk.
7/300
) aus,
betreffend den Beschwerdeführer lasse sich im Zeitraum der vergangenen 12 Monate eine Verschlechterung sowohl des somatischen als auch des psy
chi
schen Gesundheitszustandes feststellen. Die depressive Komponente zeige sich sodann vor dem Hintergrund der Zunahme der rheumatologischen Beschwer
den, die als
Perpetuator
der psychischen Erkrankung ständig einwirkten. Es sei seit längerem eine konstante fachärztliche psychiatrische und psychopharma
kologische Behandlung erforderlich. Eine Neuevaluation der Erwerbsfähigkeit sei deshalb sicher indiziert.
5.3
Med.
pract
.
I._
, Fachärztin für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, RAD, führte in ihrer
Stellungnahme vom 2
7.
Juni 2017
(
Urk.
7/302/3) aus, die Klinik
H._
(Dr.
A._
)
teile die bereits bekannten Diagnosen wie die Gonarthrose, die
Cox
arthrose
und das lumbale Schmerzsyndrom mit. Es sei zu einem generalisierten Schmerzsyndrom gekommen. Die mitgeteilte Schmerzmedikation von 1 - 2 x 100 mg Voltaren sei nicht lege
artis
, die Maximaldosis für
Diclofenac
liege bei 150 mg. Andere Schmerzmittel seien nicht erwähnt worden. Damit sei die Schmerztherapie unzureichend. Dass die bereits 2004 bestehenden Arthrosen zugenommen hätten, liege in der Natur der Sache. Angaben zu funktionellen Auswirkungen der genannten Diagnosen mache die Klinik nicht. Der Psychiater
Dr.
B._
teile am
5.
Mai 2017 mit, der psychische Gesund
heits
zustand habe sich in den letzten 12 Monaten verschlechtert. Seit längerem sei eine konstante fachärztliche psychiatrische Behandlung notwendig. Er nenne weder eine Diagnose noch psychopathologische Symptome. Damit sei die von ihm mitgeteilte Verschlechterung nicht nachvollziehbar.
Med.
pract
.
I._
hielt abschliessend fest, es bestünden zusammenfassend keine Anhaltspunkte für eine wesentliche Änderung gegenüber dem Zustand, wie er in den Unterlagen der IV-Stelle
Y._
beschrieben w
o
rde
n
sei
.
5.4
Dr.
A._
stellte in ihrem Bericht vom
5.
Juli 2017 (
Urk.
7/312)
folgende
, zum Vorbericht leicht ergänzten,
rheumatologische Diagnosen (S. 1 f.):
-
rechtsbetonte, konzentrische
Coxarthrosen
beidseits mit sowohl klini
scher
als auch radiologischer Progredienz in den letzten drei bis vier Jahren
-
fortgeschrittene schwere
femoro-tibiale
Gonarthrose rechts (Status nach mehrfachen operativen Eingriffen am rechten Kniegelenk), zunehmend auch links durch chronische Überbelastung des linken Kniegelenkes
-
lumbovertebrales
persistierendes Schmerzsyndrom bei Hyperlordose der
LWS, degenerativen Veränderungen, insbesondere L3/L4 und ISG-Arthro
sen beidseits infolge Über-
und
Fehlbelastung durch die Störung an den Gelenken der unteren Extremitäten
-
zunehmende Schmerzausbreitung im Sinne eines generalisierten Schmerz
syndroms/
Fibromyalgiesyndroms
am Bewegungsapparat/somatoforme Schmerz
störung
-
zunehmende depressive Störung (S33.2), diesbezüglich seit einigen Jahren in regelmässiger psychiatrischer Behandlung sowie zweimaliger stationärer Behandlung (
1.
April bis
7.
Mai 2015 sowie neu im Mai/Juni 2017 stationärer Aufenthalt an der psychi
atrischen Klinik
E._
)
Dr.
A._
führte aus, sowohl klinisch beschwerdemässig als auch radiologisch
be
stehe eine eindeutige
Progredienz sowoh
l der Omarthrose als auch der
Coxarthrose
rechts und auch der Gonarthrose rechts. Es zeige sich eine
Verschmälerung des subacromialen Raumes mit Verdacht auf
eine
Rotatoren
manschettenläsion
an der rechten Schulter
. Klinisch zeigten sich zunehmend eine eingeschränkte Beweglichkeit und verstärkte Schmerzen. Der Patient benö
tige zunehmend mehr Schmerzmittel, gehäuft
Kortikosteroid
-Injektionen in den befallenen Gelenken sowie regelmässig Physiotherapie. Zusätzlich stehe er in dauernder psychotherapeutischer Behandlung.
Dr.
A._
führte aus, der Entscheid der Invalidenversicherung, diesem eindeutig an fortge
schrit
tenen Arthrosen und Problemen am Bewegungsapparat erkrankten Patienten die Invalidenrente abzuerkennen,
sei für sie nicht nachvollziehbar. Es bestünden
eindeutige somatische Diagnosen
mit Progredienz in den letzten Jahren. Die Schmerzausbreitung im Sinne eines generalisierten
Schmerzsyndromes
sowie di
e depressive Störung seien ihres
Erachtens auf die sich zunehmend chronifizierten Einschränkung und Schmerzen a
m Bewegungsapparat infolge der w
eit mehr als altersentsprechend fortgeschrittenen degenerativ
en Veränderungen zurückzuführen (S. 2).
6
.
6
.1
Prozessthema bildet im
Folgenden die Frage, ob der Beschwerdeführer
im Sinne von Art. 87 A
bs. 2 IVV glaubhaft gemacht hat
, dass sich
sein
Gesundheits
zustand seit der Einstellung der Rentenleistungen mit Verfügung vom
1
1.
Juni 2015 (Urk. 7/263
) in einer für den Anspruch erheblichen Weise verschlechtert hat
(vgl. vorstehend
E.
1.1
)
. Mit dem
Beweismass
des Glaubhaftmachens im Sinne von Art. 87 Abs. 2 und 3 IVV sind herabgesetzte Anforderungen an den Beweis verbunden (vgl. vorstehend
E. 1.
3). Es stellt sich
daher die Frage, ob die vom Beschwerdeführer
eingereichte Berichte
, namentlich
jene
von Dr.
A._
vom März
und vom
Juli 2017
(vgl. vorstehend E. 5.1
und E. 5.4
)
sowie das Schreiben des
behandelnden Psychiater
s
Dr.
B._
vom
Mai 2017 (vorstehend E. 5.2
), eine erhebliche Verschlechterung
seines
Gesund
heitszustandes glaubhaft zu belegen vermögen.
6
.2
In Bezug auf die Ausführungen von Dr.
A._
und Dr.
B._
ist zu beachten, dass Berichte behandelnder Ärzte aufgrund der auf
tragsrechtlichen Vertrauensstellung zum Patienten mit Vorbehalt zu würdigen sind. Dies gilt für den allgemein praktizierenden Hausarzt wie den behandeln
den Spezialarzt (Urteil des Bundesgerichts I 655/05 vom 20. März 2006 E. 5.4 mit Hinweisen).
Wie med.
pract
.
I._
, RAD, in ihrer Stellungnahme vom Juni 2017 (vgl.
vorstehend E.
5.3) zu Recht bemängelte,
entbehr
t
dass
Schreiben von
Dr.
B._
vom Mai 2017 (vgl. vorstehend E. 5.2)
sowohl einer
nachvollziehbaren
Diagnose
als auch einer
ob
jektiven Befunderhebung.
Bereits
im Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons
Y._
vom
6.
August 2014
wurde
ausführlich dargelegt, weshalb auf
die
Einschätzung
von
Dr.
B._
nicht abgestellt werden könne
und seine Angaben wenig glaubhaft seien
(vgl.
Urk.
7/244 ab E. 5.2.2,
vorstehend E. 4.1
und
Urk.
7/278 S. 26 f. E.
4.2.3
)
.
Darauf ist zu verweisen.
Auch fand bereits
im Rahmen
des letzten Entscheides des Verwaltungsgerichts des Kantons
Y._
vom
9.
Dezember 2015 eine Auseinandersetzung mit dem
von
Dr.
A._
in ihrem Bericht vom März 2017 (vgl. vorstehend E. 5.1) erwähnten
Aufenthalt
des Beschwerdeführers in der Klinik
E._
im Jahr 2015
statt.
Diesbezüglich
wurde festgehalten, dass es sich bei den Reaktionen des Beschwerdeführers im Rahmen der Rentenrevision primär um psychosoziale Faktoren
im Zusammenhang mit der Renteneinstellung
und nicht um ein aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht relevantes Leiden handle
(vgl. vorstehend E.
4.4)
.
Was den
von
Dr.
A._
erwähnten s
tationären Aufenthalt von Mai/Juni 2017 in der Klinik
E._
anbelangt,
hat der Beschwerdeführer
keine medizinischen Berichte
aufgelegt, wofür er einzustehen hat
.
In somatischer Hinsicht waren d
ie
von
Dr.
A._
in ihrem Be
richt vom März 2017
(vgl. vorstehend E.
5.1)
genannten Diagnosen
zum Zeit
punkt der mit Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons
Y._
vom
9.
Dezember 201
5
(
Urk.
7/278)
bestätigten Verfügung der IV-Stelle
Y._
vom 1
1.
Juni 2015
(
Urk.
7/263)
bereits bekannt.
Zum nach
Verfügungserlass am
2
9.
Juni
2015
von
Dr.
A._
verfassten Bericht
(vgl.
Urk.
7/
267
/
31-33
)
, in
welchem
sie von keiner verwertbaren Restarbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers
mehr ausging
,
legte das Verwaltungsgericht des Kantons
Y._
in seinem Entscheid
ausführlich
dar, weshalb der Bericht nicht geeignet sei,
eine Verschlechterung des somatischen Gesundheitszustandes, respektive eine Einschränkung der festgestellten 100%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster, leichter T
ätigkeit
zu belegen
(vgl. vorstehend E. 4.6
).
Was nun die neu
von
Dr.
A._
in ihrem
Bericht vom Juli 2017
erwähnte
Omarthrose und der Verdacht auf eine Läsion der Supras
p
inatussehne anbelangt
,
ist nicht ersichtlich und wurde auch nicht geltend gemacht,
inwie
-
fern diese Diagnosen
nun
zu einer weitergehenden Einschränkung der im
Ent
-
scheid
des Verwaltungsgerichts des Kantons
Y._
vom
9.
Dezember 2015
(
Urk.
7/278)
bestätigten Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit führen sollen.
Allein aus der erhöhten Behandlungsbedürftigkeit eines Leidens kann nicht auf
eine Verminderung der Leistungsfähigkeit geschlossen werden.
Im Übrigen nahm
Dr.
A._
nach wie vor eine Vermi
sch
ung mit fachfrem
de
n psy
chia
trischen Diagnosen vor und schien
s
ich primär auf die subjektiven Schmerz
angaben des Beschwerdeführers ab
zustützen
, ohne konkret darzulegen, inwie
weit dies nun zu einer Beeinträchtigung führen soll.
Auf eine ihrer medi
zini
schen Beurteilung nicht zuträgliche Nähe zum Beschwer
deführer ist auch aus den Darlegungen zur aus ihrer Sicht nicht nachvollzieh
baren Einstellung der Invalidenrente, welche Beurteilung nicht in ihren Auf
gabenbereich fällt, zu schliessen. Es rechtfertigt sich daher eine grosse Zurück
haltung in der Würdi
gung ihres Berichts.
Abschliessend
ist unter Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichts 8C_759/2015 vom 25. Februar 2016 E. 4.2 festzuhalten, dass es für eine Neuanmeldung nicht genügt, eine
ausschliesslich
gesundheitliche Verschlechterung glaubhaft zu
machen. Als Revisions- beziehungsweise Neuanmeldungsgrund gilt eine anspruchs
erhebliche Änderung der Invalidität (Art. 87 Abs. 2 und 3 IVV) und damit der Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 ATSG). Letztere bemisst sich nach dem Ver
lust der Erwerbsmöglichkeiten nach zumutbarer Behandlung und Eingliede
rung (Art. 7 ATSG). Eine solche
anspruchserhebliche Änderung der Inval
idität ist den vom Beschwerdeführer
im Rahmen
seiner
Neuanmeldung eingereichten medizinischen Berichten nicht zu entnehmen und wurde damit nicht glaubhaft gemacht.
6
.3
Aufgrund des Ges
agten ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer
eine erheb
liche rentenrelevante Verschlechterung
seines
Gesundheitszustandes nicht glaub
haft darzutun vermochte. D
ie angefochtene Verfügung vom 28
.
September 2017
(Urk. 2), mit welcher die Beschwerdegegnerin auf das erneute Leistungsgesuch nicht eingetreten ist, erweist sich demzufolge als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streit
wert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
des Bundesgesetzes über die Invaliden
versicherung; IVG
) und auf
Fr.
7
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegende
n Beschwerdeführer aufzuerlegen.