Decision ID: fa9c8ade-5067-43a2-84ef-0221eb855788
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1961, war
zuletzt
vom 1
5.
August 2010 bis Ende Juli 2012 als kaufmännische Leiterin
beim Privaten Pflegedienst
Z._
in
A._
angestellt (
Urk.
7/20/1 oben).
Unter
Hinweis auf
Beschwerden an der rechten Schulter
meldete
sie sich
am 3
0.
Juni 2014 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
3/3 =
Urk.
7/2
Ziff.
6.2).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, erteilte in der Folge Kostengutsprache für Ausbildungskurse (
Urk.
3/5 =
Urk.
7/21,
Urk.
3/6 =
Urk.
7/26,
Urk.
3/7 =
Urk.
7/34) und veranlasste
eine
Haushaltabklärung (
Urk.
7/58). A
m
8.
Februar 2017 (
Urk.
3/9 =
Urk.
7/62)
erliess die IV-Stelle den Vorbescheid
betreffend Zusprache einer Rente
. Die Versicherte brachte dagegen Einwände (
Urk.
3/10 =
Urk.
7/66) vor.
Mit Verfügu
ng vom 2
4.
Mai 2017 (
Urk.
7/83 =
Urk.
2) sprach die IV-Stelle der Versicherten ab dem
1.
Januar 2015 eine ganze
Rente zu, welche sie
ab
1.
Juli 2015
auf eine halbe Rente reduzierte.
Die halbe Rente
war
befristet bis zum 31.
Juli 201
6.
Für die Zeit danach verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch
(
Urk.
7/75 S. 1
f.
).
2.
Die Versicherte erhob am 2
8.
Juni 2017 Beschwerde gegen die Verfügung vom 2
4.
Mai 2017 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben, soweit die Rente per Ende Juli 2017
(richtig: 2016)
eingestellt
werde
und es sei ihr eine angemessene Rente zuzusprechen. Eventuell sei die Angelegenheit an die Vorinstanz zur Durchführung weiterer Abklärung
en
zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 1
Ziff.
1-3 unten).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
5.
September 2017
(
Urk.
6)
die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 1
1.
September 2017 zur Ke
nntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit ver
ursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
un
fähig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung (BGE 125 V 413 E. 2d; Urteil des Bundesgerichts 8C_780/2007 vom 27. August 2008 E. 2.3; vgl.
Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014, Rz 11 zu Art. 30–31
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG). Rechtsprechungsgemäss bildet eine solche Verfügung insgesamt den Anfechtungs- und Streitgegenstand und unterliegt integral der gerichtlichen Prüfung, selbst wenn nur einzelne Punkte davon bestritten sind (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_440/2017 vom 25. Juni 2018 E. 5.1 [in BGE 144 V 153 nicht publiziert] und 9C_50/2011 vom 25. Mai 2011 E. 2.1).
Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine abgestufte oder befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Abstufung oder die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blieben. Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Abstufung oder Aufhebung der Rente zu erfassen (BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; Urteile des Bundesgerichts 8C_765/2007 vom 11. Juli 2008 E. 2 und I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen). Dabei ist in anfechtungs- und streitgegenständlicher Hinsicht irrelevant, ob eine rückwirkende Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente in einer oder in mehreren Verfügungen gleichen Datums eröffnet wird (BGE 131 V 164 Regeste; Urteil des Bundesgerichts 8C_489/2009 vom 23. Oktober 2009 E. 4.1 mit Hinweis).
1.3
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Be
stimmungen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a
der Verordnung über die Invalidenversicherung,
IVV) analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_399/2016 vom 18. Januar 2017 E. 4.8.1). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt des Rentenbeginns mit demjenigen im – nach Mass
gabe des analog anwendbaren Art. 88a Abs. 1 IVV festzusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchsänderung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl.
statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis)
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentli
chen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend ("allseitig") zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.5
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
stellte im angefochtenen Entscheid fest,
gemäss
den medizinischen Abklärungen sei
die Beschwerdeführerin nur vorübergehend arbeitsunfähig gewesen.
Die
Tätigkeit als kaufmännische Leiterin im Pflegedienst
könne sie
heute wieder ausführen (
Urk.
2 S.
3 Mitte).
Nach Ablauf des Wartejahres habe in der angestammten Tätigkeit zunächst eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
und
a
b März 2015
eine solche
von 75
%
bestanden. Ab April 2015 habe
ein
e Arbeitsfähigkeit von 50
%
vorgelegen
. Seit April 2016 gelte die Beschwerdeführerin
wieder
als voll arbeitsfähig (
Urk.
2
S. 3 f.).
Ergänzend stellte die Beschwerdegegnerin in der Vernehmlassung fest, es sei kein Grund ersichtlich, weshalb die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer nicht schulterbelastenden Tätigkeit eing
eschränkt sein sollte (
Urk.
6).
2.2
Die Beschwerdeführerin
machte geltend
, die Beschwerdegegnerin anerkenne eine rentenrelevante Einschränkung bis April beziehungs
weise bis Juli 201
6.
Danach sei
keine Einschränkung
mehr
ersichtlich.
Dabei bleibe aber
im Dunkeln, auf welche Tatsachen
sich die Beschwerdegegnerin stütze
(
Urk.
1 S. 3
Ziff.
6). Mit einem Arbeitspensum von 50
%
in einer angepassten Tätigkeit sei sie offensichtlich an ihre Grenzen gestossen (
Urk.
1 S.
4
Ziff.
10).
2.3
Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin mit der angefochtenen Verfügung ab dem
1.
Januar 2015 eine ganze und ab dem
1.
Juli 2015 befristet bis Ende Juli 2016 eine halbe Rente zugesprochen.
Für die Zeit danach verneinte
sie
einen Rentenanspruch.
Nachfolgend
ist der Rentenanspruch
der Beschwerde
führerin
über den gesamten Zeitraum seit dem
1.
Januar 2015
und
ab
dem
1.
Juli 2015 bis zur Aufhebung der halben Rente per 3
1.
Juli 2016 zu prüfen.
3.
3.1
Die Beschwerdeführerin wurde am 1
3.
November 2013 an der rechten Schulter operiert (vgl. den Operationsbericht vom 1
4.
November 2013,
Urk.
3/4 = Urk.
7/45/15-16).
3.2
PD
Dr.
med. B._
,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
(vgl.
Urk.
7/45/5 oben)
,
berichtete
am
4.
August 2014
(
Urk.
7/14/6)
in
Form
der von ihm geführten Krankenakte
über die
Konsultationen der Beschwerdeführerin
vom 2
8.
Januar bis
8.
Jul
i 201
4.
Er gab an, ab
dem 2
5.
März 2014 habe eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestanden. Ab dem
1.
August 2014 habe
wieder
eine Arbeitsunfähigkeit von 0
%
vorgelegen (
S 1
oben).
PD
Dr.
B._
nannte als Diagnose eine
Frozen Shoulder rechts bei einem Status nach diagnostischer Schulterarthroskopie rechts vom 1
1.
April 2001 und einem Status nach Schulterarthroskopie, subacromiale
r
Bursektomie mit Acromio
plastik und AC-Resektion und Darstellung
einer
ehemalige
n
Kalkherd-Supraspinatus
seh
ne
,
Schulte
r rechts vom 1
3.
November 2013
(S. 1
oben).
3.3
Am
1
0.
August 2015 (
Urk.
7/38/6)
berichtete PD
Dr.
B._
über die
Unter
suc
hung
en
vom
3.
März
und vom 1
4.
April 201
5.
Betreffend die Untersuchung vom
3.
März 2015
führte er zur Anamnese aus
,
bezüglich
der
Beweglichkeit gehe es der Beschwerdeführerin geringgradig besser.
Den Haushalt könne sie
aber
kaum erledigen.
Im Moment bestehe eine deutlich
eingeschränkte
aktive Beweg
lichkeit. Die Schulter sei relevant schmerzhaft.
PD
Dr.
B._
stellte
neu die Diagnose eines Low-grade Infektes mit
Probionibacteriu
m
acnes
Bakterien
bei einem Status nach Untersuchung in Narkose sowie Schulterarthroskopie,
zirkumferenzielle
Kapsulotomie
und Gewebe
probe
entnahme, Synovektomie, subacromiale
r
Bursektomie und Adhäsiolyse, Re-Acromioplas
tik und AC-Gelenksnachresektion,
Schulter rechts
vom
1
7.
November 2014 mit Nachweis des
L
ow-grad Infektes
(S. 1 unten).
Die
Patientin habe zu starke Schmerzen. Sie werde am
1.
Mai 20
15 wieder auf ein
Arbeitsp
ensum von 25
% reduzieren.
Am
1.
Juni 2015 habe die Beschwerde
führerin
dann telefonisch mitgeteilt
, dass si
e ab dem
1.
Mai 2015 doch zu 50
% gearbeitet habe,
da sie sonst ihren Job verloren hätte
(S. 1 oben).
3.4
PD
Dr.
B._
führte
in
einem ärztlichen Zeugnis vom
1.
November 2015
(
Urk.
7/47)
die von ihm attestierte
n
Arbeitsunfähigkeit
en im zeitlichen Verlauf
auf. Demnach bestand seit
dem 1
7.
November 2014 eine
Arbeitsunfähigkeit von 100
%
. Ab dem
9.
März 2015 bestand e
ine Arbeitsunfähigkeit von 75
%
. Für die Zeit vom
7.
April 2015 bis
1.
April 2016 attestierte PD
Dr.
B._
durch
gehend eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
.
3.5
Am
1
2.
November 2015 (
Urk.
7/49/6-7)
berichtete der behandelnde Arzt
über die Untersuchungen vom
8.
September und
vom
8.
Oktober 201
5.
Neu nannte er als Diagnose einen Status nach wahrscheinlich geheiltem
L
ow-grade Infekt. Anam
nestisch schaffe es die Beschwerdeführerin einen halben Tag zu arbeiten. Mehr gehe nicht (S. 1 oben). Er erachte die Patientin als zu 50
%
arbeitsfähig, jetzt und auch in der Zukunft. Es sei nicht zu erwarten, dass die Arbeitsfähigkeit sich verbessern werde. Eine Berentung sei seines Erachtens indiziert (S. 1 Mitte).
3.6
PD
Dr.
B._
führte
im Bericht
vom 1
5.
März 2016 (
Urk.
7/54) aus, nach verschiedenen Schultereingriffen habe die Beschwerdeführerin relevante Rest
beschwerden mit Schmerzen und stark eingeschränkter Schulterfunktion rechts. Der Arm könne bis etwa 70° abduziert und
bis
80° fle
k
tiert werden
.
Die Patientin sei kaufmännische Angestellte. In diesem Beruf sollte es ihr mögl
ich sein, halbtags zu arbeiten, das
heisst, es bestehe eine Arbeitsfähigkeit von zirka 50
%
.
Dies sollte
für administrative, nicht belastende Tätigkeiten möglich sein. Eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit sei wahrscheinlich nicht möglich. Tätig
keiten, die eine Belastung des rechten Armes beinhalteten
,
seien seines Erachtens nicht möglich. Dies gelte für handwerkliche Tätigkeiten, Reinigungs
arbeiten oder Tätigkeiten im Service. Die genannte Arbeitsfähigkeit gelte heute und auf längere Sicht.
3.7
Dr.
med. C._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie des Bewegungsapparates, Regionalärztlicher Dienst (RAD) der Beschwer
de
gegnerin, nahm am 1
2.
April 2016 (
Urk.
7/60 S. 3 f.) Stellung zu den medizi
nischen Akten.
Dr.
C._
nannte als Diagnosen mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit (S.
3 f.
):
schmerzhafte Bewegungs- und Belastungseinschränkung der rechten Schul
ter bei
•
Status nach diagnostischer Schulterarthroskopie rechts
vo
m 1
1.
April 2001
•
Status nach Schulterarthroskopie, subacromiale
r
Bursektomie
mit
Acromioplastik und AC-Resekt
ion sowie Darstellung
einer
ehemalige
n
Kalkherd-Supraspinatussehne, Schulter rechts vom 13.
November 2013
•
Status nach Untersuchung in Narkose sowie Schulterarthroskopie,
zirkumferenzielle
Kapsulotomie
und Gewebeprobenentnahme, Synovek
tomie, subacromiale
r
Bursektomie und Adhäsiolyse, Re
Acromioplastik und AC-Gelenksnachresektion
,
Schulter rechts
vom
1
7.
November 2014 mit Nachweise des
L
ow-grade Infektes
•
Status
nach wahrscheinlich geheiltem L
ow-grade Infekt mit Propionibacte
rium acnes Bakterien
Diagnosen ohne dauerhafte Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte Dr.
C._
keine.
Weiter wurde ausgeführt, in Bezug auf die bisherige Tätigkeit als kaufmännische Leiterin im Pflegedienst bestehe eine schmerzhafte Bewe
gungs- und Belastungseinschränkung der rechten Schulter.
Als Belastungsprofil
komme eine körperlich leichte Tätigkeit
in Frage
, ohne regelmässige Hebe- und Tragebelastungen von über 5 kg, ohne Ar
beiten auf Leitern und Gerüsten und
ohne die rechte Schulter belastende Zwangshaltungen und Tätigkeiten
(längeres Arbeiten in weiter Armvorhalteposition, Überkopfarbeiten und repetitive Rotationsbewegungen, S. 4 oben). In der bisherigen Tätigkeit als kaufmännische Leiterin habe vom 1
7.
November 2014 bis
8.
März 2015 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
und vom
9.
März bis
6.
April 2015 eine solche von 75
%
bestanden. Vom
7.
April 2015 bis
1.
April 2016 habe, wie von PD
Dr.
B._
attestiert, eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
bestanden.
Gemäss dem Arztbericht von PD
Dr.
B._
vom 1
5.
März 2016
persistiere eine leichte Bewegungseinschr
änkung. Bei der Arbeit sei dies
jedoch irrelevant, da dort lediglich ein eingeschränkter Bewegungsrahmen erforderlich sei. Demnach bestehe spätestens seit dem
2.
April 2016 in der bisherigen Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 0
%
(S. 4 Mitte). Vom Belastungsprofil her sei die bis
herige Tätigkeit als angepasst
anzusehen. Mit einer weiteren Besserung sei zu rechnen. Die
se
Angaben beruhten
auch
auf
dem
Bericht
des behandelnden Arztes
vom 1
5.
März 201
6.
Die
darin
angegebene
Arbeitsfähigkeit von 50
%
für Bürotätigkeiten enthalte
jedoch
keine objektivierbare Begründung. Es sei einzig auf die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin abgestellt worden (S. 4 unten).
3.8
Am 2
5.
November 2016 wurde eine Haushaltabklärung durchgeführt. Die Beschwerdeführerin wurde im Abklärungsbericht vom 2
9.
Dezember 2016 als zu 100
%
Erwerbstätige qualifiziert (
Urk.
7/58
S. 4
Ziff.
2.6).
3.9
PD
Dr.
B._
führte im Bericht vom 2
1.
März 2017 (
Urk.
3/11 =
Urk.
7/72) zur Anamnese nach der Konsultation vom gleichen Tag aus,
wenn
die Beschwerdeführerin nicht an die rechte Schulter denke, gehe es ihr eigentlich gut. In Ruhe sei sie schmerzfrei. Sie arbeite halbtags als Lehrerin. Dabei würde sie zum Teil an einem Flipp-Chart schreiben. Nach einem halben Tag habe sie doch ordentliche Schmerzen. Sie müsse sich dann erholen. Mehr gehe nicht. Sie habe relevante Beschwerden im dorsalen Schulterbereich, zum Teil im vorderen Schulterbereich, zum Teil ausstrahlend in den Nacken und den Arm. In Ruhe gehe es. Nachts wache sie
manchmal auf.
PD
Dr.
B._
gab als Befunde eine Druckdolenz im lateralen und vorderen
Acromionbereich
an. Die Spina scapulae sei indolent. Die aktive Flexion und Abduktion betrage 60°.
Die Aussenrotation betrage 65° und auf der
Gegenseite
90°
. Die Rotatorenmanschette sei schmerzbedingt nicht klar beurteilbar
(S. 1 f.).
Es bestehe eine relevante Funktionseinschränkung der rechten Schulter. Die Patientin habe sich damit abgefunden.
PD
Dr.
B._
habe ihr auch empfohlen, die Situation so zu akzeptieren. Die attestierte Arbeitsfähigkeit von 50
%
erscheine korrekt. Eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit sei wohl nicht vorstellbar und sei nicht möglich. Die Patientin sei seines Erachtens höchstens zu 50
%
arbeitsfähig, halbtags und nur ohne Belastung des rechten Armes. Eine 50%ige Berentung sei seines Erachtens korrekt (S. 2).
4
4.1
Die Beschwerdeführerin leidet im Wesentlichen an persistierenden
Beschwerden
mit
eingeschränkter
Bewegungs- und Belastungsfähigkeit
der rechten Schulter
bei einer diagnostizierten Frozen Shoulder
rechts
nach mehreren
operativen Eingriffen
an der Schulter
(vorstehend E. 3.7).
Zuletzt war sie
als
kaufmännische Leiterin
eines
Pflegedienst
es
tätig
(
Urk.
7/20/1 oben)
. Aktuell arbeitet sie
offenbar
halbtags als Lehrerin (E. 3.9).
Der behandelnde PD
Dr.
B._
ging davon aus, dass die Beschwerde
führerin
auch in einer angepassten Tätigkeit
weiterhin
nicht mehr als ein Pensum von 50
%
verrichten kann (
vorstehend
E. 3.5,
3.6 und 3
.
9
). Abweichend dazu kam der RAD der Beschwerdegegnerin
zur Einschätzung
, dass
nach
dem Bericht
des behandelnden Arztes
vom 1
5.
März 2016
spätestens seit dem
2.
April 2016
für die Tätigkeit als kaufmännische Leiterin
von einer vollen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden kann (E. 3.7).
4.2
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
4.3
Den
Berichten von PD
Dr.
B._
vom 1
2.
November 2015,
1
5.
März 2016 und vom 2
1.
März 2017
lässt sich nicht entnehmen
, weshalb der Beschwerde
führerin auch in einer behinderungsangepassten Tätigkeit
dauerhaft
nur
ein eingeschränktes Arbeitspensum von 50
%
möglich sein sollte.
Nach den medizinischen Akten ist
sie
nur bezüglich der
Bewegungs- und
Belastungs
fähigkeit der
rechten Schulter eingeschränkt.
Weitere Ein
schränkung
en bestehen nicht.
Der behandel
nde
Arzt l
ieferte keine Begründung für die von ihm ange
nommene
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auch in einer schulter
schonenden Tätigkeit.
Die von PD
Dr.
B._
attestierte Restarbeits
fähigkeit
vo
n
50
%
vermag
sodann
auch deshalb nicht zu überzeugen, weil die Beschwerdeführerin
anlässlich der Untersuchung
vom 21.
März 2017
nur noch über eher geri
ngfügige Restbeschwerden klagte (vor
stehend E. 3.9).
Zudem
ist darauf hinzuweisen, dass sie in der angestammt
en kauf
männischen Tät
igkeit wohl weniger als in der derzeitigen
Tätigkeit als Lehrerin an ein
em Flipp-Chart arbeiten müsste, was der Beschwerdeführerin Schmer
zen zu bereiten scheint
(E.
3.9 hiervor).
Es kann ihr
jedoch zugemutet werden, wieder in der
zuletzt ausgeübten
Tätigkeit im kauf
männischen Bereich zu arbeiten.
Bei den Berichten von PD
Dr.
B._
ist sodann darauf hinzuweisen, dass
er
sich wesentlich
auf die subjektiv geklagten Beschwerden der Beschwerde
führerin
stützte
(vgl. hierzu
etwa
den Bericht vom 1
2.
November 2015, E. 3.5 hiervor).
Eine kritische Auseinandersetzung mit den Angaben der Beschwerde
führerin findet sich in seinen Berichten kaum.
Der Einschätzung des behandeln
den Arztes kann daher
insofern nicht
gefolgt werden,
als er
im Bericht vom 1
5.
März 2016
weiterhin
an einer Restarbeitsfähigkeit von 50
%
festhielt, welche sich
nach seiner
Beurteilung
auch
nicht mehr steigern lasse (E. 3.6 hiervor).
Der RAD legte demgegenüber nachvollziehbar und
mit überzeugender Schlussfolge
rung
dar, dass in der angestammten Tätigkeit wieder von einer vollen Arbeits
fähigkeit ausgegangen werden kann.
Auch wenn auf
die von PD
Dr.
B._
attestierte Arbeitsfähigkeit von 50 %
nicht abgestellt werden kann, erweisen sich weitere medizinische Abklärungen als nicht erforderlich.
Vielmehr
bietet die
Stellungnahme des RAD zusammen mit den von PD
Dr.
B._
erhobenen Befunden
eine ausreichende Grundlage
für die
Beurteilung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin
im zeitlichen Verlauf
. Soweit
sie
geltend machte, dass die nötigen Abklärungen nicht ausgeschöpft seien (
Urk.
1 S. 4
Ziff.
12), kann ihr nicht gefolgt werden.
Aus den medizinischen Abklärungen ergibt sich so
dann, dass es sich, wie vom RAD
dargelegt, bei der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als kaufmännische Leiterin um eine behinderungsangepasste
und damit um eine schulterschonende
Tätigkeit handelt.
4.4
Der medizinische Sachverhalt ist
somit
als dahingehend erstellt zu erachten, dass
nach
Ablauf des Wartejahres per
1.
Januar 2015 in der angestammten Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestand. PD
Dr.
B._
attestierte ab April 2015 eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
(vorstehend E. 3.4)
.
Dies deckt sich mit der Beurteilung des RAD.
Nach
Art.
88a
Abs.
1 IVV ist die Verbesserung nach einer Dauer von drei Monaten zu berücksichtigen.
Für die Rentenberechnung ist daher
für die angestammte Tätigkeit
per
1.
Juli 2015 von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % auszugehen.
Weiter kann
gemäss der Einschätzung des RAD seit dem
2.
April 2016 für die angestammte Tätigkeit von einer Arbeitsfähigkeit von 100
%
ausgegangen werden.
Gemäss
Art.
88a
Abs.
1 IVV ist
spätestens
per 3
1.
Juli 2016 von einer weiteren Verbesserung im Sinne einer
vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen.
5.
5.1
Bei der Invaliditätsbemessung kommt der allgemeinen Methode des Ein
kommens
vergleichs gemäss
Art.
28a
Abs.
1 IVG in Verbindung mit Art. 16 ATSG grundsätzlich Vorrang zu. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie indes nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu vergleichen. Wird eine Schätzung vorge
nommen, so muss diese nicht unbedingt in einer ziffernmässigen Festlegung von Annäherungswerten bestehen. Vielmehr kann auch eine Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen genügen. Das ohne eine Invalidität erzielbare hypo
thetische Erwerbseinkommen ist alsdann mit 100 % zu bewerten, während das Invalideneinkommen auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, so dass sich aus der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt (sog. Prozentvergleich; Urteil des Bundesgerichts 8C_131/2011 vom 5. Juli 2011 E. 10.2.1 mit Hinweis auf BGE 114 V 310 E. 3a).
Der Invaliditätsgrad ist namentlich dann durch Prozentvergleich zu ermitteln, wenn Validen- und Invalideneinkommen sich nicht hinreichend genau oder nur mit unverhältnismässig grossem Aufwand bestimmen lassen und in letzterem Fall zudem angenommen werden kann, die Gegenüberstellung der nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände geschätzten, mit Prozentzahlen bewerteten hypothetischen Einkommen ergebe ein ausreichend zuverlässiges Resultat. Diese Berechnungsweise ist insbesondere anwendbar, wenn die konkreten Verhältnisse so liegen, dass die Differenz zwischen Validen- und Invalideneinkommen die für den Umfang des Rentenanspruchs massgebenden Grenzwerte von 70, 60, 50 und 40 % (Art. 28 Abs. 2 IVG) eindeutig über- oder unterschreitet (Urteil des Bundes
gerichts 8C_333/2013 vom 11. Dezember 2013 E. 5.3 mit Hinweisen).
5.2
Die Beschwerdegegnerin
führte
im angefochtenen Entsch
eid einen Prozentver
gleich
durch
(
Urk.
2 S. 3 unten).
Dies
ist nicht zu beanstanden
, da
die zwischen
zeitliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit die angestammte Tätigkeit als kauf
männische Leiterin betrifft.
Der Invaliditätsgrad ist daher nach der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit zu ermitteln.
Es ergibt sich daher, dass
nach der Zusprache einer ganzen Rente ab dem
1.
Januar 2015
mit Wirkung ab dem
1.
Juli 2015 von einer zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 50
%
auszu
gehen
ist
. Ab diesem
Zeitpunkt
bestand bei einem mittels Prozentvergleich ermittelten Invaliditätsgrad von 50
%
noch
Anspruch auf eine halbe Rente.
Wie dargelegt
,
kann
der Einschätzung des behandelnden Arztes
nicht gefolgt werden
, soweit er unverändert
eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
attestierte
. Gemäss der Stellungnahme des RAD bestand in der angestammten Tätigkeit spätestens seit dem
2.
April 2016 eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
.
Die drei Monate andauernde
Verbesserung kann daher per 3
1.
Juli 2016
berücksichtigt
werden
(Art. 88a Abs. 1 IVV)
.
Ab diesem Zeitpunkt bestand kein Rentenanspruch mehr.
5.3
Die Beschwerdegegnerin hat
somit
zu Recht die
ab
dem
1.
Januar 2015 zuge
sprochene ganze Rente per
1.
Juli 2015 auf eine halbe Rente reduziert. Ebenso erweist sich die Aufhebung der
halben
Rente per 3
1.
Juli 2016 als korrekt.
Die angefochtene Verfügung vom 2
4.
Mai 2017 erweist sich nach dem Gesagten als rechtens. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Vorliegend sind die Kosten auf
Fr.
700.-- festzusetzen und der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.