Decision ID: 164215e9-a55e-599a-a6e4-10e8088d9a18
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Irja Zuber Hofer, procap, Froburgstrasse 4,
Postfach, 4601 Olten,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 27. November 2006 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung (IV) an und beantragte die Ausrichtung einer Rente oder
berufliche Massnahmen (Berufsberatung, Umschulung, Wiedereinschulung und
Arbeitsvermittlung). Er gab an, gelernter Maurer zu sein und war seit 1995 als
angelernter Dachdecker bei der Firma B._ angestellt. Seit 16. Dezember 2005 sei er
wegen Rückenschmerzen arbeitsunfähig (IV-act. 1, 12).
A.b Am 7. April 2006 hatte beim Versicherten eine Diskushernienoperation L4/5 mit
Fenestration, Nukleotomie sowie Sequestrotomie und Rezessotomie links durchgeführt
werden müssen. Wegen einer Rezidivhernie im gleichen Segment folgte am 30.
November 2006 eine Rezidivoperation. Postoperativ zeigte sich sodann eine
persistierende sensomotorische Schwäche L5 links mit ausgeprägtem
Wirbelsäulenshift nach rechts, worauf am 26. März 2007 eine dritte
Wirbelsäulenoperation mit minimal invasiver Stabilisation L4/5 durchgeführt wurde (IV-
act. 9, 13, 14, 28). Ab 21. September 2006 hatte sich der Versicherte zudem bei Dr.
med. C._, FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation, Manuelle Medizin, SAMM,
in Behandlung befunden (IV-act. 13). Ihr gegenüber berichtete die Klinik für
Neurochirurgie des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) am 13. April 2007 über den im
Zusammenhang mit der Operation vom 26. März 2007 absolvierten stationären
Aufenthalt vom 23. bis 31. März 2007 und am 20. Juni 2007 über eine gleichentags
durchgeführte Nachkontrolle (IV-act. 28). Das Arbeitsverhältnis mit dem Versicherten
war von der Arbeitgeberin auf den 30. November 2006 aufgelöst worden (IV-act. 12).
A.c Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung hielt in der
Stellungnahme vom 24. Juli 2007 fest, dass der Gesundheitszustand des Versicherten
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nach der letzten Operation vom 26. März 2007zwar verbessert (vgl. IV-act. 14), aber
noch nicht stabil sei. Die Rehabilitationsphase sei noch nicht abgeschlossen. In seiner
angestammten Tätigkeit als angelernter Dachdecker betrage die Arbeitsfähigkeit 0%
seit 15. Dezember 2005. Für eine adaptierte Tätigkeit, d.h. eine rückenschonende
Arbeit ohne schweres (> 5 kg) Heben und Tragen ohne monotone Zwangshaltungen in
Wechselbelastung und -haltung, sei jedoch bei abgeschlossener Rehabilitation nach
ca. sechs Monaten nach der letzten Operation ein Restleistungsvermögen zu erwarten
(IV-act. 18). Dr. C._ berichtete am 19. September 2007, dass sich der Zustand des
Versicherten seit ihrem letzten Bericht vom Mai 2007 nur unwesentlich verändert habe.
Die Schmerzen seien zu ca. 20% geringer, jedoch unter Belastung immer noch
vorhanden. Trotzdem wolle der Versicherte sobald als möglich wieder in eine leichtere
körperliche Arbeit mit möglichst wechselnd belastenden Tätigkeiten bezüglich des
Rückens eingegliedert werden (IV-act. 22). Im Verlaufsbericht vom 11. Oktober 2007
gab Dr. C._ an, dass der Gesundheitszustand stationär sei und sobald als möglich
eine Reintegration in den Arbeitsprozess durchgeführt werden solle (IV-act. 25). In
seiner Stellungnahme vom 29. Oktober 2007 erachtete der RAD den medizinischen
Sachverhalt mit dem Verlaufsbericht von Dr. C._ vom 19. September 2007 in
Verbindung mit den Berichten der Neurochirurgie des KSSG vom 13. April und 20. Juli
2007 hinreichend geklärt und den Versicherten in einer adaptierten Tätigkeit zu 80%
arbeitsfähig (IV-act. 30). Am 18. Januar 2008 wurde im FMRI Zentrum, Zürich, ein
funktionelles MRI der LWS durchgeführt, welches eine erhebliche Einengung des linken
Neuroforamens und des linken lateralen Rezessus im Segment L4/5 zeigte, die
teilweise durch eine Höhenverminderung des Bandscheibenfachs, teilweise durch eine
peridurale Narbenbildung bedingt sei (IV-act. 34). Gestützt auf dieses
Untersuchungsergebnis erachtete Dr. C._ den Versicherten prognostisch bei
bleibenden Schmerzen, die mit medizinischen Massnahmen nicht zu verbessern seien,
in einer leichten Arbeit mit abwechselnder Körperhaltung höchstens zu 50%
arbeitsfähig (IV-act. 54).
A.d Vom 22. September bis 11. Oktober 2008 hielt sich der Versicherte stationär in
der Klinik Valens auf, worüber am 14. Oktober 2008 berichtet wurde. Als Diagnose
wurde ein chronisches lumbospondylogenes Syndrom links > rechts nach/bei
Nukleotomie und Sequesterektomie L4/5 links am 7. April 2006 (KSSG),
Rezidivhernienoperation am 30. November 2006 (KSSG), Stabilisation L4/5 mit
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Sextantsystem am 26. Juli 2007, Einengung des linken Neuroforamens und des linken
Rezessus L4/5 durch peridurale Narbenbildung (MRI der LWS vom 18. Januar 2008),
muskuläre Dysbalance und Facettenstress beidseits positiv festgehalten (IV-act. 56).
A.e Am 16. Februar 2009 teilte die IV-Stelle mit, dass die Arbeitsvermittlung
abgeschlossen sei, wobei er trotz intensiver Bemühungen nicht habe in den
Arbeitsmarkt integriert werden können (IV-act. 51).
A.f Am 21. September 2009 liess Dr. C._ vernehmen, dass die allgemeine
Beschwerdeproblematik unverändert geblieben sei. Gemäss MRI-Befund vom 18.
Januar 2008 bestünden deutliche peridurale Narbenbildungen, welche die
Beschwerden des Versicherten erklären könnten. Sie halte ihn weiterhin nur für leichte
körperliche Arbeiten unter idealen Voraussetzungen zu höchstens 50% arbeitsfähig (IV-
act. 60).
A.g Am 15. Oktober 2009 nahm der RAD abschliessend zur Frage der Arbeitsfähigkeit
des Versicherten Stellung; diese betrage in einer adaptierten Tätigkeit 100 % (IV-
act. 61).
B.
B.a Mit Vorbescheid vom 5. November 2009 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in
Aussicht, dass sie sein Leistungsbegehren ablehnen werde (IV-act. 66). Hiergegen liess
der Versicherte am 4. Dezember 2009 durch die Procap Sargans-Werdenberg,
Schweizerischer Invaliden-Verband, Einwand erheben und beantragte weitergehende
medizinische Abklärungen (IV-act. 67).
B.b Mit Verfügung vom 5. Januar 2010 entschied die IV-Stelle gemäss Vorbescheid
und lehnte das Rentengesuch des Versicherten ausgehend von einem Invaliditätsgrad
von 16% ab (IV-act. 68).
C.
C.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vom Versicherten eingereichte
Beschwerde vom 5. Februar 2010 mit den Anträgen, die Verfügung vom 5. Januar 2010
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sei aufzuheben und dem Beschwerdeführer sei eine Invalidenrente zuzusprechen.
Gleichzeitig stellte er ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege. Die Frist zur
Einreichung der entsprechenden Unterlagen liess der Beschwerdeführer allerdings
unbenutzt verstreichen.
C.b In der Beschwerdeantwort vom 27. Mai 2010 beantragte die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde.
C.c Mit Replik vom 7. Juli 2010 stellte die Procap ergänzend den Antrag, dem
Beschwerdeführer seien berufliche Massnahmen zuzusprechen. Eventualiter sei die
Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Die Rechtsvertreterin legte
der Replik eine Stellungnahme von Dr. C._ vom 2. Juni 2010 sowie eine Beurteilung
von Dr. med. D._, Facharzt FMH für Neurochirurgie, Klinik Stephanshorn, vom 25.
Mai 2010 bei. Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet.
C.d Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die Ausführungen
in den medizinischen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.
Streitig und im vorliegenden Verfahren zu überprüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin
den Anspruch auf eine Invalidenrente zu Recht verneint hat.
2.
2.1 Der Grad der für den Rentenanspruch massgebenden Invalidität ist gemäss Art.
16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(ATSG; SR 830.1) durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln, bei dem das
Einkommen, das der Beschwerdeführer nach dem Eintritt der Invalidität und nach der
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihm zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
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Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum
Erwerbseinkommen, das er erzielen könnte, wenn er nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen). Grundlage der Bemessung des Invalideneinkommens bilden die
Arbeitsfähigkeitsschätzung und die Umschreibung der trotz der
Gesundheitsbeeinträchtigung noch möglichen und zumutbaren Tätigkeiten. Um das
Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4).
2.2 Nach dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Untersuchungsgrundsatz hat
die Behörde den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären, ohne
dabei an die Anträge der Parteien gebunden zu sein. Sie hat deshalb aus eigener
Initiative vorzugehen und darf Parteivorbringen nicht mit der Begründung abtun, diese
seien nicht belegt worden (U. Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl. 2009, N 9 zu Art. 43
ATSG; A. Rumo-Jungo, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 3. Aufl. 2003, S.
348; B. Kupfer Bucher, Das nichtstreitige Verwaltungsverfahren nach dem ATSG und
seine Auswirkungen auf das AVIG, Diss. Freiburg 2006, S. 117). Die
Untersuchungspflicht dauert gemäss Urteil des Bundesgerichts 9C_288/2008 vom 16.
Mai 2008, E. 2, so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs
erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (vgl. auch BGE 132 V 368 E. 5
S. 374). Zur Klärung des rechtserheblichen Sachverhalts sind (weitere)
Abklärungsmassnahmen vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn dazu auf Grund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht, wobei alle Tatsachen rechtserheblich sind, von deren
Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden
ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts I 110/07 vom 25. Juni 2007, E. 4.2.2., mit Hinweisen;
BGE 117 V 282 E. 4a S. 282 f.).
3.
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Zu prüfen ist vorab, ob die medizinische Aktenlage eine Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erlaubt, von der mit dem im
Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der überwiegender Wahrscheinlichkeit
(Th. Locher, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3. Aufl. Bern 2003, S. 451 f.)
anzunehmen ist, sie treffe zu. In medizinischer Hinsicht stützte sich die
Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung vom 5. Januar 2010
insbesondere auf den Bericht der Klinik Valens vom 14. Oktober 2008 (IV-act. 56)
sowie die Stellungnahme des RAD vom 15. Oktober 2009 (IV-act. 61). Die
Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers erachtet die genannten Akten nicht als
beweistauglich. Die Klinik Valens halte die Arbeitsfähigkeitsschätzung nur knapp fest
und begründe diese nicht. Der RAD habe sich mit der Arbeitsfähigkeit aus
einandergesetzt, ohne den Beschwerdeführer gesehen oder untersucht zu haben, d.h.
seine Erkenntnisse stützten sich lediglich auf die Akten. Die Rechtsvertreterin verweist
sodann auf die Beurteilungen von Dr. C._ und Dr. D._, worin in grossem
Widerspruch zur Beurteilung der Klinik Valens festgehalten werde, dass der
Beschwerdeführer in einer leichten adaptierten Tätigkeit nur mehr zu 50% arbeitsfähig
sei.
4.
4.1 Der Beschwerdeführer war wegen Schmerzen im Bereich der LWS seit 16.
Dezember 2005 zu 100% arbeitsunfähig, worauf er sich am 7. April 2006 einer
Diskushernienoperation L4/5 und am 30. November 2006 einer Rezidivoperation L4/5
unterziehen musste. Nachdem er postoperativ eine persistierende sensomotorische
Schwäche L5 links mit ausgeprägtem Wirbelsäulenshift nach rechts aufwies, wurde am
26. März 2007 eine dritte Wirbelsäulenoperation mit minimaler invasiver Stabilisation
durchgeführt. Diese brachte insofern eine Verbesserung des Zustands, als der
Beschwerdeführer wieder eine gerade Haltung einnehmen konnte (IV-act. 13, 14, 28).
Der RAD hielt in seiner Stellungnahme vom 24. Juli 2007 vor Abschluss der
Rehabilitationsphase fest, dass ein Gesundheitsschaden ausgewiesen sei. Es bestehe
ein lumboradikuläres L5-Syndrom links bei Zustand nach dreimaliger
Wirbelsäulenoperation im Bereich L4/5. Die Belastbarkeit der Wirbelsäule für körperlich
mittelschwere Arbeiten und monotone Zwangshaltungen sei deutlich eingeschränkt. In
der angestammten Tätigkeit als Dachdecker betrage die zumutbare Arbeitsfähigkeit
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0%. Für adaptierte Tätigkeiten werde ein Restleistungsvermögen nach
abgeschlossener Rehabilitation, d.h. nach ca. sechs Monaten nach der letzten
Operation, zu erwarten sein. In Bezug auf eine adaptierte Tätigkeit sei zu
berücksichtigen, dass diese rückenschonend sei, d.h. ohne schweres (> 5 kg) Heben
und Tragen sowie ohne monotone Zwangshaltungen in Wechselbelastung und -haltung
(IV-act. 18). In ihrem Verlaufsbericht vom 11. Oktober 2007 befand Dr. C._ den
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers als stationär (IV-act. 25), wobei dieser
weiterhin unter Belastungsschmerzen, Schmerzen beim Sitzen sowie bei nach vorn
gebeugter Haltung leide (IV-act. 22, 34, 54). An die Arbeitsfähigkeitsschätzung des
RAD in Bezug auf die angestammte Tätigkeit sowie die Definition einer adaptierten, die
gesundheitliche Störung im Rücken beachtende Tätigkeit schlossen sich nachfolgend,
d.h. bei stationärem Gesundheitszustand, auch Dr. C._ und die Klinik Valens an,
wobei das Maximalgewicht neu auf 10 kg limitiert wurde (IV-act. 30, 47, 54, 56). Streitig
und zu prüfen ist jedoch, ob der gesundheitlichen Störung des Beschwerdeführers
zusätzlich durch einen eingeschränkten Arbeitsfähigkeitsgrad Rechnung getragen
werden muss.
4.2 Der Beschwerdeführer hielt sich vom 22. September bis 11. Oktober 2008 zur
Rehabilitation in der Klinik Valens auf. Er absolvierte ein aktives leistungsorientiertes
Ergonomietrainingsprogramm. Im Bericht vom 14. Oktober 2008 wurde aus
medizinischer Sicht festgehalten, dass der Beschwerdeführer bei Eintritt in die Klinik
lumbale Schmerzen mit Ausstrahlung in das linke Bein und Parästhesien in der
Grosszehe links beklagt habe. Klinisch habe sich ein abgeschwächter
Achillessehnenreflex beidseits, ein nicht konklusiv beurteilbarer Lasègue beidseits
sowie eine mögliche Grosszehenheberschwäche links festellen lassen. Das
Ergonomieprogramm habe zum Ziel gehabt, die muskuläre Kraft, v.a. der LWS, zu
verbessern, das Gehen zu trainieren, die Kondition zu optimieren und ergonomische
Bewegungsabläufe im Alltag zu erlernen. Das Ausmass der angegebenen
Schmerzbeeinträchtigung und Behinderung sei mit den klinischen Befunden nur
unzureichend erklärbar. Am ehesten lasse sich die Selbstlimitierung auf Angst vor
neuerlichen Schmerzexazerbationen zurückführen, die nach bereits mehrfachen
chirurgischen und infiltrativen Eingriffen verständlich sei. Auch aus therapeutischer/
ergonomischer Sicht wurde im Bericht auf das relevante Problem einer deutlich
reduzierten Belastbarkeit hingewiesen, die nicht allein durch die Funktionsstörung der
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LWS erklärt werden könne. Der Beschwerdeführer habe sämtliche Tests sehr schnell,
unter Angabe von starken Schmerzen im Kreuz und linken Bein abgebrochen und sei
nicht bereit gewesen, an seinen Leistungslimiten zu arbeiten. Er habe eine gewisse
Unsicherheit und Angst gegenüber dem Training gezeigt, da ihm dieses eine
Schmerzverstärkung gebracht habe. Hinsichtlich Arbeitsfähigkeit wurde schliesslich
festgehalten, dass die Resultate der ergonomischen Tests infolge der nicht
zuverlässigen Leistungsbereitschaft und der inkonsistenten Testresultate für die
Beurteilung der zumutbaren Belastbarkeit nur zum Teil verwertbar seien. Es müsse
angenommen werden, dass die tatsächliche Leistungsfähigkeit höher liege. Die
Beurteilung der Zumutbarkeit und die Empfehlungen müssten primär aus medizinisch-
theoretischer Sicht, unter Berücksichtigung der Beobachtungen während der
ergonomischen Tests, erfolgen. Die minimal erreichte Belastbarkeit liege im Bereich
einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeit bis 10 kg. Aus ergonomischer Sicht könne
dem Beschwerdeführer eine solche Tätigkeit zugemutet werden (IV-act. 56). Gemäss
Austrittsbericht vom 9. Oktober 2008 geht die Klinik Valens in einer adaptierten
Tätigkeit von einer 100%-igen Arbeitsfähigkeit aus (IV-act. 47). Dr. C._ erachtet den
Beschwerdeführer demgegenüber in einer leichten adaptierten Tätigkeit lediglich zu
50% arbeitsfähig. Diese Einschränkung bestehe seit Oktober 2008. Die verminderte
Leistungsfähigkeit resultiere aus der Notwendigkeit vermehrter Pausen (act. G 10.2). Zu
obiger Aktenlage äusserte der RAD in seiner Stellungnahme vom 15. Oktober 2009,
dass er vollumfänglich auf die Beurteilung der im vorliegenden Krankheits- und
Beschwerdebild sehr erfahrenen Fachklinik Valens vom 14. Oktober 2008 abstelle,
zumal auch von Dr. C._ aktuell keine objektivierbaren Befunde mitgeteilt würden, die
eine Einschränkung in einer optimal adaptierten Tätigkeit nachvollziehbar machen
würden (IV-act. 61).
4.3 In Bezug auf den Arbeitsfähigkeitsgrad liegen somit massgeblich voneinander
abweichende Einschätzungen vor. Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin
kann jedoch für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit auf die Schätzung der Klinik Valens abgestellt
werden. Vielmehr besteht insgesamt eine nichtschlüssige medizinische Aktenlage,
welche keine zuverlässige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit zulässt und damit weitere
Abklärungen erforderlich macht.
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4.3.1 Die rechtsgenügliche Beweiskraft der Arbeitsfähigkeitsschätzung der Klinik
Valens ist entscheidend durch das Ergebnis der funktionellen MRI-Untersuchung der
LWS vom 18. Januar 2008 sowie die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. C._ infrage
gestellt. Die MRI-Aufnahmen zeigten einen Zustand nach Spondylodese L4/5 und eine
erhebliche Einengung des linken Neuroforamens und des linken lateralen Rezessus im
gleichen Segment, die teilweise durch eine Höhenminderung des Bandscheibenfachs,
teilweise durch peridurale Narbenbildung bedingt sei (IV-act. 34). Dr. C._ hielt in
ihrem Bericht vom 21. September 2009 fest, dass die vorgenannten Befunde die
Beschwerden des Beschwerdeführers durchaus erklären könnten (IV-act. 60). Die Klinik
Valens stellte die Diagnose eines chronischen lumbospondylogenen Syndroms
ebenfalls in einen Zusammenhang mit dem besagten Befund, indem sie ihn aufführte.
Sie nahm dazu jedoch in keiner Weise Stellung. Damit bleibt unklar, inwieweit bzw. mit
welcher Beurteilung ihre Arbeitsfähigkeitsschätzung allfällige, durch die
Narbenbildungen verursachte Beschwerden berücksichtigt. Bei der erheblichen
Einengung des linken Neuroforamens und des linken lateralen Rezessus handelt es
sich eindeutig um einen objektivierbaren organischen Befund, durch den es
grundsätzlich zu einem Wurzelkompressionssyndrom kommen kann, mit klinisch
typischem belastungsabhängigem Schmerz mit Ausstrahlung in die Beine. Der RAD
stützte seine Beurteilung auf die Annahme, dass ein objektivierbarer Befund fehle,
womit sowohl an seiner Arbeitsfähigkeitsbeurteilung, aber indirekt auch nochmals an
derjenigen der Klinik Valens erhebliche Zweifel aufkommen. Dem RAD ist zwar darin
zuzustimmen, dass im Bericht der Neurochirurgie des KSSG vom 20. Juni 2007 (IV-act.
28) keine konkreten somatisch objektivierbaren Befunde vermerkt sind und von
Ansätzen einer chronischen Schmerzverarbeitungsstörung gesprochen wird. Dieser
Umstand vermag jedoch vorgenannte Zweifel nicht auszuräumen. Im Zeitpunkt der
Berichterstattung der Neurochirurgie bestand beim Beschwerdeführer noch kein
stationärer Gesundheitszustand. Er litt auch damals unter Schmerzen und am 26. Juli
2007, d.h. erst nach obiger Berichterstattung, wurde noch die dritte
Wirbelsäulenoperation - die minimal invasive Stabilisation L4/5 - vorgenommen, mit der
eine objektivierbare strukturelle Verbesserung, nämlich die Möglichkeit, wieder eine
gerade Haltung einzunehmen, erreicht wurde (IV-act. 14). Vor allem war aber auch das
Ergebnis der MRI-Untersuchung erst später, d.h. am 18. Januar 2008, bekannt (IV-act.
34). Im Verlaufsbericht vom 21. September 2009 führte Dr. C._ sodann als Befunde
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weiterhin belastungsabhängige Rückenschmerzen, einen sichtbaren muskulären
Hartspann links mehr als rechts, eine eingeschränkte Beweglichkeit sowie eine
Druckempfindlichkeit links paravertebral auf Höhe L4/5 und L5/S1 an (IV-act. 60).
Entsprechende Befunde liessen sich offenbar auch anlässlich der in der Klinik Valens
durchgeführten rheumatologischen Untersuchung vom 22. September 2008 erheben.
Im Zusammenhang mit der Aussage der Klinik Valens, das Ausmass der angegebenen
Schmerzbeeinträchtigung und Behinderung sei mit den klinischen Befunden nur
unzureichend erklärbar, wurden jedoch nicht diese rückenspezifischen Befunde,
sondern diejenigen in Bezug auf das linke Bein, die linke Grosszehe und die
Achillessehne, aufgeführt, was wiederum die Nachvollziehbarkeit der Aussage mindert.
Die Untersuchungsergebnisse sowie die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit von Dr.
C._ wurden überdies am 25. Mai 2010 durch Dr. D._ bestätigt. Der
Beschwerdeführer leide an glaubhaften neuropathischen Schmerzen L5 links, nach
Dekompression L4/5 am 7. April 2006 sowie Operation eines Rezidivs am 30.
November 2006 und erneuter Revision und Spondylodese L4/5 am 26. März 2007. Der
Beschwerdeführer sei momentan auch längerfristig nur mehr zu 50% für eine körperlich
leichte rückengerechte Arbeit arbeitsfähig, da er in seiner Mobilität aufgrund der
Schmerzen und der Schwäche im linken Bein eingeschränkt sei (act. G 10.3). Im
Zusammenhang mit der beim Beschwerdeführer durchgeführten Stabilisierung durch
Spondylodese ist schliesslich allgemein anzufügen, dass man mit der Ausschaltung
eines instabilen, schmerzhaft beweglichen Wirbelsäulensegments das Ziel verfolgt, die
Beschwerden zu beseitigen, die Erfolge jedoch wegen verschiedener Faktoren nicht
konstant bzw. viele Resultate unbefriedigend sind (vgl. dazu Alfred M. Debrunner,
Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2005, S. 870). Auch mit Blick auf
diesen Umstand leuchten die Beurteilungen von Dr. C._ und Dr. D._ eigentlich ein.
Selbst wenn mit der Beschwerdegegnerin angenommen wird, mit der Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit durch Dr. C._ werde der gleiche
medizinische Sachverhalt lediglich anders bewertet als durch die Klinik Valens, ist
letztlich die Tatsache entscheidend, dass im konkreten Fall zwei vollkommen
voneinander abweichende Arbeitsfähigkeitsschätzungen vorliegen. Dieser Umstand
allein bildet zwar noch keinen Anlass für eine Begutachtung. Letzteres wäre erst der
Fall, wenn keiner der im Recht liegenden Berichte zu überzeugen vermöchte. Nach
dem Gesagten liegt jedoch gerade diese Sachlage vor. Die Beurteilung der Klinik
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Valens kann gegenüber derjenigen von Dr. C._ in keiner Weise als wahrscheinlicher
angesehen werden. Damit ist ein Sachverhalt, von dem mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit anzunehmen wäre, er treffe zu, vorliegend nicht ausgewiesen.
4.3.2 Die Einschätzung der Klinik Valens erhält auch durch den Hinweis der
Beschwerdegegnerin auf den Status von Dr. C._ als behandelnde Ärztin mit einer
auftragsrechtlichen Vertrauensstellung keine höhere Beweiskraft. Was Berichte von
behandelnden Ärzten angeht, darf und soll die Erfahrungstatsache mitberücksichtigt
werden, dass diese aufgrund des Auftrags- und teilweise persönlichen Verhältnisses zu
ihren Patienten in Zweifelsfällen eher dazu neigen, zu deren Gunsten auszusagen (BGE
125 V 351 E. 3b/cc). Bei der Einschätzung des Beweiswerts im Rahmen einer freien
und umfassenden Beweiswürdigung dürfen allerdings auch die potentiellen Stärken der
Berichte behandelnder Ärzte nicht vergessen werden. Der Umstand allein, dass eine
Einschätzung vom behandelnden Mediziner stammt, darf nicht dazu führen, sie als von
vornherein unbeachtlich einzustufen; die einen längeren Zeitraum abdeckende und
umfassende Betreuung durch behandelnde Ärzte bringt oft wertvolle Erkenntnisse
hervor. Im konkreten Fall hielt sich der Beschwerdeführer in der Klinik Valens nicht zur
Begutachtung, sondern zur Rehabilitation und damit ebenfalls nur zur Behandlung auf.
Verwertbare Resultate eines aktiven leistungsorientierten
Ergonomietrainingsprogramms als objektives Ergebnis fehlen, womit letztlich auch in
Bezug auf die Klinik Valens lediglich die Arbeitsfähigkeitsschätzung einer
behandelnden Klinik vorliegt. Insofern vermag der Arbeitsfähigkeitsschätzung der Klinik
Valens auch unter dem Blickwinkel der für die Beweiswürdigung aufgestellten
Richtlinien (vgl. BGE 125 V 352 E. 3b) kein höherer Beweiswert zuzukommen. Die
Beurteilung von Dr. C._ ist nicht minder beweiskräftig bzw. besitzt den gleichen
Rang.
4.3.3 Die durch die Stellungnahme des RAD vom 15. Oktober 2009 (IV-act. 61)
gestützte Beurteilung der Klinik Valens wonach eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit in einer
rückenadaptierten Tätigkeit gegeben sei, wird letztlich auch durch die frühere
Stellungnahme des RAD vom 29. Oktober 2007 in Frage gestellt. Auch damals galt der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers als stationär, doch wurde lediglich eine
80%-ige Arbeitsfähigkeit in einer rückenadaptierten Tätigkeit angenommen (IV-act. 30).
Seine voneinander abweichenden Beurteilungen wurden vom RAD nirgends erörtert
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bzw. begründet. Dem ungeachtet vermag aber ohnehin auch der auf 80% geschätzte
Arbeitsfähigkeitsgrad nicht ohne weiteres zu überzeugen. Gemäss Art. 49 Abs. 1 der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) beurteilen die regionalen
ärztlichen Dienste die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die
geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz
und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen. Die
regionalen ärztlichen Dienste können bei Bedarf selber ärztliche Untersuchungen von
Versicherten durchführen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Art.
49 Abs. 2 IVV). Sie stehen den IV-Stellen der Region beratend zur Verfügung (Art. 49
Abs. 3 IVV). Im Rahmen von Art. 49 Abs. 1 und 2 IVV steht es nun aber dem RAD nicht
zu, einfach anhand der Akten eine eigene Arbeitsfähigkeitsschätzung mit der
Begründung vorzunehmen, die bereits vorliegenden Arbeitsfähigkeitsschätzungen
würden ihn nicht überzeugen. In diesem Fall obliegt es dem RAD-Arzt, im Sinn von Art.
49 Abs. 2 IVV selber eine Untersuchung durchzuführen, was im vorliegenden Fall
unterlassen wurde.
4.3.4 Die Akten enthalten schliesslich Hinweise auf eine allfällige psychische
Komponente beim Gesundheitszustand des Beschwerdeführers. Bereits im Bericht der
Neurochirurgie des KSSG vom 20. Juni 2007 wurde ein protrahierter postoperativer
Verlauf mit Ansätzen einer chronischen Schmerzverarbeitungsstörung festgehalten (IV-
act. 28). Dr. C._ hielt sodann in ihrem Bericht vom 2. Juni 2010 fest, dass der
Beschwerdeführer wegen mangelndem Erfolg nach drei Rückenoperationen auch eine
psychogene Schmerzkomponente entwickelt habe, was durchaus nachvollziehbar sei.
Gegen die Interpretation, dass seine Beschwerden vor allem psychogen seien, spreche
jedoch seine sehr motivierte Teilnahme an der Arbeit im Rahmen eines
Eingliederungsversuchs des Regionalen Arbeitsvermittlungszentrums (vgl. dazu IV-act.
40). Der Beschwerdeführer befindet sich zudem laut Angabe seiner Rechtsvertreterin
seit einiger Zeit in psychiatrischer Behandlung bei Dr. med. E._ (vgl. act. G 10). Die
Rechtsvertreterin wendet zu Recht ein, dass der psychische Gesundheitszustand im
Rahmen der vorliegenden Arbeitsfähigkeitsschätzungen unbeachtet geblieben sei. Den
Akten liegt weder ein Bericht des behandelnden Psychiaters noch eine sonstige
psychiatrische Beurteilung bei. Eine vollständige, umfassende
Arbeitsfähigkeitsschätzung war unter diesen Umständen nicht möglich. Die
Argumentation der Beschwerdegegnerin - selbst wenn eine somatoforme
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Schmerzstörung vorliegen würde, wäre mangels Komorbidität nicht vom Ausnahmefall
einer Invalidität auszugehen - vermag die vorgenannte Unvollständigkeit nicht zu
beseitigen. Die Abklärung des Vorliegens einer somatoformen Schmerzstörung durch
eine Fachperson der Psychiatrie kann nicht durch die Feststellung ersetzt werden,
mangels Vorliegens einer psychischen Komorbidität vermöge die somatoforme
Schmerzstörung ohnehin keine rechtserhebliche Arbeitsunfähigkeit zu begründen (vgl.
dazu BGE 132 V 70 E. 4.2.1 und
4.2.2, BGE 130 V 354 E. 2.2.3). Die Frage der Zumutbarkeit der willentlichen
Schmerzüberwindung und des Wiedereinstiegs in den Arbeitsprozess stellt sich
überhaupt nur bei Vorliegen einer somatoformen Schmerzstörung sowie einer daraus
resultierenden Arbeitsunfähigkeit. Hinsichtlich beider Komponenten - dem psychischen
Gesundheitszustand und dem aus medizinischer Sicht vorhandenen Leistungspotential
- fehlt es an der unabdingbaren ärztlichen Stellungnahme (BGE 130 V 355 f. E. 2.2.5).
Eine solche fehlt insbesondere auch hinsichtlich der Frage, ob tatsächlich keine
mitwirkende, psychisch ausgewiesene Komorbidität von erheblicher Schwere,
Intensität, Ausprägung und Dauer vorliegt, welche die Annahme einer
rechtserheblichen Arbeitsunfähigkeit ausschliesst.
4.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass hinsichtlich des Arbeitsfähigkeitsgrads
des Beschwerdeführers in einer adaptierten Tätigkeit eine widersprüchliche sowie
unvollständige medizinische Aktenlage vorliegt. Eine zuverlässige Bestimmung des
Invalideneinkommens und letztlich des Invaliditätsgrads ist somit nicht möglich. Die
Beschwerdegegnerin wird neben der unbestrittenen somatischen Diagnose, neu auch
eine allfällige psychische Diagnose, den umfassenden Arbeitsfähigkeitsgrad in einer
adaptierten Tätigkeit sowie - bei Vorliegen einer Arbeitsunfähigkeit - die Frage der
Zumutbarkeit der willentlichen Schmerzüberwindung und des Wiedereinstiegs in den
Arbeitsprozess nochmals abzuklären haben. Angesichts der offenen Fragen, hat diese
Abklärung im Rahmen einer bidisziplinären Begutachtung zu erfolgen. Gestützt auf das
Begutachtungsergebnis wird die Beschwerdegegnerin sodann die
Invaliditätsbemessung mit einem Einkommensvergleich (vgl. dazu Art. 16 ATSG)
durchzuführen haben. Nach Vorliegen der bidisziplinären Begutachtung wird die
Beschwerdegegnerin auch festzulegen haben, bis zu welchem Zeitpunkt von einer
100%-igen Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers in seiner angestammten
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Tätigkeit als Dachdecker bzw. ab welchem Zeitpunkt die Verwertung einer
Arbeitsfähigkeit in einer anderen zumutbaren bzw. rückenadaptierten Tätigkeit möglich
war. Angesichts der in der angestammten Tätigkeit gegebenen Arbeitsunfähigkeit ab
16. Dezember 2005 und der andauernden Rehabilitation bis Herbst 2007 ist hier
zumindest eine befristete ganze Rente geschuldet. Zu prüfen ist schliesslich von der
Beschwerdegegnerin ein allfälliger Umschulungsanspruch des Beschwerdeführers.
5.
5.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde vom 5. Februar 2010
unter Aufhebung der Verfügung vom 5. Januar 2010 gutzuheissen und die
Angelegenheit zur Vornahme weiterer Abklärungen im Sinn der Erwägungen und zu
neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als volles
Obsiegen (BGE 132 V 235 E. 6). Die unterliegende Beschwerdegegnerin hat deshalb
die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten.
5.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Parteientschädigung, welche gemäss Art. 61 lit. g ATSG nach der Bedeutung der
Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen ist. Vorliegend hat
der Beschwerdeführer die Dienste der Procap erst im Verlauf des Prozesses in
Anspruch genommen. Damit erscheint vorliegend eine gegenüber der üblichen
reduzierten Entschädigung von Fr. 2'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer)
als angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP