Decision ID: 8cf0cefe-0e76-56bc-8622-b43c3473fc4c
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
geboren 1970
,
war letzt
mals vom
1.
Oktober 1998 bis 3
0.
Juni 2006 bei der
Y._
als Verkäuferin
erwerbs
tä
tig
gewesen
(Urk.
6/12/1-3
Ziff.
1,
Urk.
6/12/7)
, als sie sich am
2
1.
September 2006 unter Hinweis auf Migräne
bei der Invali
denversi
cherung zum
Bezug einer Rente
anmeldete (Urk.
6/3
Ziff.
7.8
).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, liess die Versicherte von Ärzten des Regionalen Ärztlichen
Dienstes (RAD) untersuchen (Untersuchungsbericht vom
9.
März 2007;
Urk.
6/20)
und sprach der Versicherten nach durchgeführtem
Vorbescheidver
fahren
(
Urk.
6/39,
Urk.
6/46) mit Verfügungen vom
9.
April 2008 (
Urk.
6/50,
Urk.
6/51,
Urk.
6/48) für die Zeit vom
1.
Oktober 2006 bis 3
1.
Mai 2007 bei ei
nem
Inva
liditätsgrad
von 100 % eine ganze Rente und mit Wirkung ab
1.
Juni 2007 bei einem Invaliditätsgrad von 50
%
eine halbe Rente zu.
1.2
Nach Eingang des von der Versicherten am 3
0.
Juni 2008 ausgefüllten
Revi
sions
fragebogens
(
Urk.
6/54) holte die IV-Stelle bei behandelnden Ärzten der Versicherten verschiedene Arztberichte ein und teilte der Versicherten mit Mitteilung vom
5.
August 2008 (
Urk.
6/61) mit, dass bei einer Überprüfung des Invaliditätsgrades keine Änderungen festgestellt worden seien, und dass sie weiterhin
Anspruch auf
eine halbe Rente
bei einem Invaliditätsgrad von
50
%
habe.
1.3
Nach Eingang des von der Versicherten am 2
0.
August 2012 ausgefüllten
Revi
si
onsfragebogens
(
Urk.
6/67) liess die
IV-Stelle die Versicherte polydisziplinär begut
achten (Gutachten vom 1
6.
Juni 2014;
Urk.
6/84/1-40). Nach Erlass des Vor
bescheids (
Urk.
6/86) stellte die IV-Stelle mit Verfügung vom 1
8.
November 2014 (
Urk.
6/8
7) einen
Invalidi
täts
grad
von 0
%
fest, verneinte einen Renten
an
spruch der Versicherten und hob die der Versicherten bisher ausgerichtete halbe Rente revisionsweise auf des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats hin auf
.
Gleichzeitig
entzog
sie
ei
ner dagegen erhobenen Beschwerde die auf
schie
bende Wirkung.
2.
Gegen die Verfügung vom
1
8.
November 2014
(Urk.
6/87
) erhob die Versicherte am
6.
Dezember 2014 (
Urk.
1)
Beschwerde und beantragte
sinngemäss
, die an
gefochtene Verfügung vom
1
8.
November 2014 sei
aufzuheben und es sei ihr weiterhin eine
halbe Rente
zuzusprechen (Urk. 1 S.
1
). Mit
Beschwer
deantwort
vom
2
7.
Januar
2015 (Urk.
5
) be
antragte die IV
Stelle die
Abweisung der Be
schwerde, wovon der Beschwerdeführerin am
9.
Februar 2015 eine Kopie zuge
stellt wurde (
Urk.
7).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
;
IVG
).
Erwerbsunfä
hig
keit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychi
schen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Einglie
derung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vor
liegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheit
lichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zu
dem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Versicherte mit vollendetem 20. Altersjahr, die vor der Beeinträchtigung ihrer körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit nicht erwerbstätig waren und denen eine Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, gelten nach Art. 5 Abs. 1
IVG
in Ver
bindung mit Art. 8 Abs. 3 ATSG als invalid, wenn eine Unmöglichkeit vorliegt, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen. Art. 7 Abs. 2 ATSG ist sinn
gemäss anwendbar. Demnach sind für die Beurteilung des Vorliegens einer Er
werbsunfähigkeit ausschliesslich die Folgen der gesundheit
lichen Beeinträch
ti
gung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zu
dem
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist.
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die
Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).
Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai
2009 E.
1.2 und I 212/03 vom 28. August
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Aus
wirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heits
zustan
des auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurtei
lung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheent
scheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Invaliditäts
bemessung
beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.5
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkom
mens
vergleichs
(bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Aus
wir
kungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Recht
sprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 134 V 131 E. 3 und 133 V 108 E.
5.4 mit Hinweis). Nach der bundesgerichtlichen Rechtspre
chung ist eine Verfügung verzichtbar, wenn bei einer von Amtes wegen durch
geführten Revision keine leistungsbeeinflussende Änderung der Verhältnisse festgestellt wurde (
Art.
74
ter
lit
. f
der Verordnung über die Invalidenversiche
rung, IVV
) und
die bisherige Invalidenrente daher weiter ausgerichtet wird. Wird auf entspre
chen
de Mitteilung hin keine Verfü
gung verlangt (
Art.
74
quater
IVV), ist jene in Bezug auf den Vergleichszeitpunkt einer (ordentlichen) rechts
kräftigen Ver
fü
gung gleichzustellen (Urteile des Bun
desgerichts 9C_771/2009 vom 10. Septem
ber
2010 E. 2.2 und 9C_586/2010 vom 15. Oktober 2010 E. 2.2 mit Hin
weisen).
1.6
Gemäss
Art.
88a
Abs.
1 IVV ist bei einer Verbesserung der Er
werbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen oder bei einer Ver
minderung der Hilflosigkeit, des invaliditätsbedingten
Betreuungs
aufwandes
oder
des Hilfebedarfs die anspruchsbeeinflussende Änderung für die Herabset
zung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berück
sichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unter
brechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Die hierzu notwendige Prognose unterliegt dabei dem im
Sozi
al
versiche
rungsrecht
üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlich
keit (BGE 119
V 7 E. 3c/
aa
mit Hinweisen).
Nach der bundesgerichtlichen Praxis zu
Art.
88a
Abs.
1 IVV ist eine Rente bei Wegfall der Invalidität im Normalfall erst nach Ablauf von drei Monaten seit dem Eintritt der anspruchserheblichen Veränderung aufzuheben (BGE 119 V 98 E. 4a, Urteil des Bundesgerichts I 569/06 vom 20. November 2006 E. 3.3).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom 1
8.
Novem
ber
2014 (
Urk.
6/87) davon aus, dass sich der Gesundheitszustand der Be
schwer
deführerin wesentlich verbessert habe, und dass ihr die Ausübung d
er bisher ausgeübten Tätigkeit
als Verkäuferin
sowie jegliche Verweistätigkeiten
im Umfang eines vollzeitlichen
Ar
beitspensums
zuzumuten sei
en
, weshalb ein Rentenanspruch zu verneinen sei (S. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin bringt
hiegegen
vor, dass sie darauf angewiesen sei, regelmässig Medikamente gegen Depressionen und Migräne einzunehmen, und
dass es ihr aus diesem Grunde nicht möglich sei, ihre bisherige Tätigkeit weiter
hin auszuüben (S. 1).
3.
3.1
Nach Erlass der ursprünglichen Rentenverfügungen
vom
9.
April 2008 (Urk. 6/50,
Urk.
6/51,
Urk.
6/48), womit der Beschwerdeführerin für die Zeit vom
1.
Oktober 2006 bis 3
1.
Mai 2007 eine ganze und mit Wirkung ab
1.
Juni 2007 eine halbe Rente zugesprochen
worden war
,
klärte die
Beschwerdegegnerin den Sachver
halt anlässlich des im Jahre 2008 (vgl. Urk. 6/54) von Amtes wegen einge
lei
teten Rentenrevisionsverfahrens in materieller Hinsicht neu ab
und stellte mit Mitteilung vom
5.
August 2008 (
Urk.
6/61) einen unveränderten Anspruch auf eine halbe Rente fest.
3.2
Mit der angefochtenen Verfügung vom 1
8.
November 2014 (Urk. 6/87) ver
neinte
die
Beschwerdegeg
nerin
einen Rentenanspruch der Beschwerde
führerin und hob die ihr bisher ausgerichtete halbe Rente auf Ende des der Zustellung der Ver
fügung folgenden Monats und mithin per 3
1.
Dezember 2014 hin auf.
3.3
In zeitlicher Hinsicht
ist daher die Entwick
lung des
anspruchsrelevanten Sach
ver
halts im
Vergleichszeit
raum
seit der Mitteilung vom
5.
August
2008
(Urk. 6/61)
bis zum Erlass der Verfügung vom
1
8.
November 2014
(Urk. 6/87) streitig.
4.
4.1
Vorerst ist die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit massgebende medizini
sche Aktenlage bei Erlass der Mitteilung vom
5.
August
2008 (Urk. 6/61) zu
prüfen. Dabei stützte sich die Beschwerdegegnerin zur Hauptsache (vgl.
Urk.
6/60)
auf die Berichte von
Dr.
med.
Z._
vom 2
5.
Juli 2008 (
Urk.
6/58/3-4) und von
Dr.
med.
A._
vom 2
7.
Juli 2008 (
Urk.
6/59).
4.2
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, erwähnte in seinem Bericht vom 2
5.
Juli 2008 (
Urk.
6/58
/3-4
), dass der Gesundheitszustand sta
tionär sei, und dass es zu keine
r
Änderung der Diagnosen gekommen sei. Er stellte die folgenden Diagnosen (
Ziff.
2):
depressive Episode
chronisches
zervikospondylogenes
und
thorakospondylogenes
Schmerz
syndrom
mit intermittierenden
Zervikobrachialgien
beidseits
Migräne ohne Aura
Er führte aus, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin nicht verbessert habe, dass sie weiterhin wegen einer Depression psychiatrisch betreut und medikamentös behandelt werde,
und
dass sie unverändert unter
Rücken
beschwerden
leide und deswegen regelmässig phys
iotherapeutisch behandelt werde. Sodann leide
sie unverändert unter Migräne (
Ziff.
3 f.). Auf Grund des bisherigen Verlaufs sei kaum mehr mit einer Verbesserung des Gesundheitszu
standes beziehungsweise der Arbeitsfähigkeit zu rechnen (
Ziff.
4).
4.3
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, führte
in ihrem Bericht vom 2
7.
Juli 2008 (
Urk.
6/59) aus, dass der Gesundheits
zustand bei unveränderter Diagnose stationär sei (
Ziff.
1), und dass auf Grund der ge
mischten Angst- und depressiven Symptomatik beziehungsweise der dadurch verursachten stark eingeschränkten Belastbarkeit eine vollständige Ar
beitsun
fähigkeit bestehe (
Ziff.
2). Phasen mit einer Beruhigung der Symptomatik seien jeweils nur von kurzer Dauer gewesen, da die Beschwerdeführerin auch auf kleinere belastende Lebensereignisse stark nervös und ängstlich reagiert habe. Bei einer
retraumatisierenden
Situation in diesem Monat habe sie sich selbst geschnitten (
Ziff.
3). Die Beschwerdeführerin werde psychotherapeutisch sowie medikamentös mit Antidepressiva und Benzodiazepinen behandelt. Eine rasche
Zustands
verbesserung sei nicht
zu erwarten (
Ziff.
4). Auf Grund eines starken sozialen Rückzugs sei die Beschwerdeführerin bei allen ausser Hause auszu
üben
den Tätigkeiten auf Dritthilfe angewiesen (
Ziff.
6).
5.
5.1
Bei Erlass der angefochtenen Verfügung vom 1
8.
November 2014 (
Urk.
6/87) stellt sich der medizinische Sachverhalt folgendermassen dar:
5.2
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation und Rheumatologie, diagnostizierte in seinem Bericht vom
1.
Oktober 2009 (
Urk.
6/73/2-3) einen Verdacht auf ein
Pronator
teres
-Syndrom und erwähnte, dass
die Vorderarmschmerzen der Beschwerdeführerin weichteilrheumatischen
Ursprungs seien, und dass
ein entzündlich-rheumatisches Geschehen habe aus
geschlossen werden können. Im Vordergrund scheine ein
Pronator
teres
-Syn
drom mit einer Irritation des
Nervus
medianus
zu stehen, wobei differenzialdi
agnostisch ein Karpaltunnelsyndrom nicht mit Sicherheit ausgeschlossen wer
den könne (S. 1).
5.3
Die Ärzte der Klinik
C._
, Neuroradiologie, stellten in ihrem Bericht vom
6.
November 2012 (
Urk.
3/2/1) fest, dass eine gleichentags durchgeführte
mag
net
resonanztomographische
(MR) Untersuchung des Schädels der Beschwerde
füh
rerin einen intrakraniell unauffälligen Befund ergeben habe.
5.4
Dr.
A._
diagnostizierte mit Bericht vom 1
9.
Februar 2013 (
Urk
6/69) Angst und Depression gemischt sowie Panikattacken (
Ziff.
1.1) und erwähnte, dass der Gesundheitszustand gegenwärtig stationär sei. Obwohl bei der Be
schwer
deführerin stimmungsstabilere Phasen und eine bessere
Problembewälti
gung
zu beobachten sei, leide sie weiterhin unter starken psychischen, psycho
somatischen und
somatischen Beschwerden. Ein Absetzversuch des Medika
ment
s
Remeron
sei gescheitert (
Ziff.
1.4). Die Beschwerdeführerin werde medi
kamentös mit
Remeron
,
Temesta
und
Xanax
behandelt (
Ziff.
1.5). Seit dem 1
0.
Oktober 2005 bestehe bis auf Weiteres eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (
Ziff.
1.6).
5.5
Dr.
Z._
erwähnte in seinem Bericht vom 1
9.
Februar 2014 (
Urk.
3/1), dass die Beschwerdeführerin
auf Grund
chronischer
Zervikobrachialgien
physikalisch behandelt werde, dass sie wegen
einer
Migräne ohne Aura am Kopfwehzentrum der Klinik
C._
mittels Betablocker
therapiert
werde. Psychiatrisch werde sie
wegen einer depressiven Episode durch
Dr.
A._
medikamentös mit
Remeron
,
Temesta
und
Xanax
behandelt.
Aus
internmedizinischer
Sicht sei auf Grund des bisherigen Verlaufs keine Steigerung der Arbeitsfähigkeit möglich.
5.6
Die Ärzte der Klinik
C._
, Kopfwehzentrum, diagnostizierten mit Bericht vom 1
1.
März 2013 (
Urk.
3/2/2) eine Migräne ohne Aura und führten aus, das
s die Behandlung mit
Meto
Zerok
(einem Betablocker)
wegen Schwindels redu
ziert werden sollte.
5.7
Dr.
A._
führte in ihrem Bericht vom
4.
März 2014 (
Urk.
3/3) aus, dass die Beschwerdeführerin seit dem 1
0.
Oktober
2005 in ihrer Behandlung stehe. Zu
Beginn der Behandlung
sei sie
suizidal gewesen.
Obwohl die
Suizidalität zwi
schenzeitlich gelindert
habe
werden können,
hätten
die Angst und Depressionen sowie die verminderte, kaum vorhandene Belastbarkeit persistiert. Zu erklären sei dies mit einer traumatisierten Persönlichkeit, welche nach einem
gesund
heitsbedingten
b
eruflichen Scheitern unter einem
Zusammenbruch des Selbst
wertgefühls gelitten habe. Posttraumatische Symptome, welche berufliche
Ver
sagensgefühle
betreffen
würden
, seien bis heute vorhanden. Zusätzlich leide die
Be
schwerdeführerin an einer mittelschweren depressiven Episode, welche durch familiäre Belastungen und Existenzängste ausgelöst werde
(S.
1)
.
Sie
nehme täglich
Remeron
und
Temesta
ein und bei Bedarf
Xanax
(S. 2).
Eine Arbeitsfä
higkeit bestehe nicht (S.
1).
5.8
Die Ärzte der medizinischen Abklärungsstelle MEDAS
D._
erwähnten in ihrem polydisziplinären Gutachten vom 1
6.
Juni 2014 (
Urk.
6/84/1-40), dass die Be
schwerdeführerin in der Zeit vom 1
1.
bis 2
0.
März 2014 durch Fachärzte für Orthopädie, Innere Medizin, Psychiatrie und Neurologie untersucht worden sei (S. 1)
,
und stellten die folgenden Diagnosen (S. 22):
Diagnosen mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit:
Keine
Diagnosen ohne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit:
Angst, Depression, Besorgnis und Anspannung gemischt
hyperazider
Reizmagen
primäre, episodische Migräne ohne Aura
chronische Schmerzen zervikal, thorakal, lumbal, im Bereich der bei
den Schultern, des rechten Knies, der beiden Handgelenke und der beiden Daumen
Aus internistischer Sicht ergebe sich auf Grund des
hyperaziden
Reizmagens keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (S. 20). Aus neurologischer Sicht sei davon auszugehen, dass beim Auftreten einer akuten Migräne Zeiten einer vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit auftreten könn
t
en, weshalb psychische Stressoren am Arbeitsplatz sowie Akkordarbeit, Fliessbandarbeit und dauernde Überkopfarbeit zu vermeiden seien. Ansonsten sei aus neurologischer Sicht von keiner wesentlichen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auszugehen (S. 21).
Anlässlich der psychiatrischen Begutachtung habe die Beschwerdeführerin nar
zisstisch gekränkt gewirkt
infolge der
Entlassung durch ihre bisherige Arbeitge
berin. Da diese Entlassung bereits eine lange Zeit zurück liege, sei indes davon auszugehen, dass die narzisstische Kränkung durch die regelmässigen psychia
trischen Behandlungen aufgearbeitet worden sei. Die Kriterien für eine Major Depression (mittelschwere depressive Episode) und insbesondere diejenigen für eine länger als zwei Jahre ohne Besserung dau
ernde
, chronische depressive Episode lägen nicht vor. Da zudem bei der Kontrolle des Medikamentenspiegels für keine der von der Beschwerdeführerin als regelmässig eingenommen be
schriebenen Medikamenten (
Remeron
,
Temesta
und
Xanax
) der
Wirkstoffnach
weis
habe
erbracht
werden können
, müsse davon ausgegangen werden, dass
Dr.
A._
bei ihrer (im Bericht vom 1
9.
Februar 2013) Annahme einer The
rapieresistenz auf Grund eines nicht gelungenen Absetzversuchs von
Remeron
von falschen Tatsachen ausgegangen sei. Auf Grund dieser anamnestischen In
konsistenz sei auch die Validität der weiteren anamnestischen Angaben der Beschwerdeführerin, insbesondere diejenigen nach einer sozialen Teilhabe und nach einem sozialen Rückzug
,
fraglich. Die Kriterien der von
Dr.
A._
ge
stellten Diagnosen Angst und Depression gemischt
sowie
Panikstörung seien gegenwärtig nicht erfüllt. Es bestünden lediglich leichte Symptome einer nur stundenweise, höchstens tageweise anhaltenden Unruhe mit vegetativen Symp
tomen. Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine vollständige Arbeitsfähigkeit (S.
18).
6.
Den medizinischen Akten zum Gesundheitszustand bei Erlass der Mitteilung vom
5.
August 2008 lässt sich entnehmen, dass sowohl
Dr.
Z._
als auch
Dr.
A._
einen
stationären Gesundheitszustand feststellten.
In psychischer Hinsicht ging
Dr.
A._
in ihrem Bericht vom 2
7.
Juli 2008 (
vorstehend
E.
4.3
)
in Übereinstimmung mit ihrem Bericht vom
4.
November 2006 (Urk.
6/11/3-4)
davon
aus, dass
auf Grund einer stark eingeschränkten Belast
barkeit eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestehe.
Die Beschwerdegegnerin
hat
te sich bei Erlass der ursprünglichen rentenzusprechenden Verfügungen vom
9.
April 2008 (
Urk.
6/50,
Urk.
6/51,
Urk.
6/48) jedoch auf die Beurteilung durch den RAD-Arzt PD
Dr.
med. univ.
E._
vom
1.
März 2007
gestützt
(
Urk.
6/20/4-8), wonach die Beschwerdeführerin an einer mittelgradigen de
pressiven Episode mit Angststörung leide und wonach der Beschwerdeführerin ab Untersuchungszeitpunkt vo
m
1.
März 2007 die Ausübung ihrer bisherigen Tätigkeit als Lageristin und Verkäuferin im Umfang eines Arbeitspensums von 50
%
zuzumuten gewesen sei (
Urk.
6/20/7 unten, vgl.
Urk.
6/48 S.
1). Auf Grund des Umstandes, dass sowohl
Dr.
Z._
als auch
Dr.
A._
einen stationären Gesundheitszustand feststellten, ist daher davon auszugehen, dass sich der Gesundheitszustand bei Erlass der Mitteilung vom
5.
August 2008 im Vergleich zu demjenigen bei Erlass der ursprünglichen rentenzusprechenden Verfügungen vom
9.
April 2008 nicht in einem für die Rentenrevision erforder
lichen, wesentlichen
Umfang verändert hat, und dass der Beschwerdeführerin bei Erlass der Mitteilung vom
5.
August 2008
die Ausübung der bisherigen Tä
tigkeit als Verkäuferin im Umfang eines Arbeitspensums von 50
%
weiterhin
zuzumuten war
.
7.
7.1
Den erwähnten medizinischen Akten zum Gesundheitszustand bei Erlass der angefochtenen Verfügung vom 1
8.
November 2014 (
Urk.
6/87) lässt sich ent
nehmen,
dass
Dr.
B._
am
1.
Oktober 2009
davon ausging, dass die
Vorder
armbeschwerden
der Beschwerdeführerin weichteilrheumatischen Ursprungs seien und
durch ein
Pronator
teres
-Syndrom mit einer Irritation des
Nervus
me
dianus
verursacht worden seien
(vorstehend E.
5.2
).
Dem nachfolgenden Bericht von
Dr.
Z._
vom 1
9.
Februar 2014 (vorstehend E.
5.5
) lässt sich indes nicht entnehmen, dass die Beschwerdeführerin zu diesem
Zeitpunkt
weiterhin i
n
massgeblichem Umfang
unter
V
orderarmbeschwerden gelitten hätte
. Vielmehr
stellte dieser fest
, dass die Beschwerdeführerin in somatischer Hinsicht lediglich
wegen chroni
scher
Zervikobrachialgien
und wegen
einer
Migräne ohne Aura regelmässig be
handelt werden müsse. Damit übereinstimmend
sahen die Ärzte der
MEDAS
D._
in ihrem Gutachten vom 1
6.
Juni 2014 (vorstehend E.
5.8
)
davon ab, die Diagnose eines
Pronator
teres
-Syndrom mit einer Irritation des
Nervus
media
nus
zu stellen.
Gestützt
auf die medizinische Aktenlage
ist daher
davon auszu
gehen, dass sich die Vorderarmbeschwerden
der Beschwerde
füh
rerin
zum Zeit
punkt bei Erlass der angefochtenen Verfügung vom
1
8.
November 2014 ver
bessert hatt
en, und dass die Beschwerdeführer
in
zu diesem Zeitpunkt nicht
(
mehr
)
an einem
Pronator
teres
-Syndrom litt.
7.2
In psychischer Hinsicht stellte
Dr.
A._
in ihrem
Bericht vom 1
9.
Februar 2013 (
vorstehend E.
5.4
)
einen stationären Gesundheitszustand fest. In ihren Berichten vom 1
9.
Februar 2013 und vom
4.
März 2014 (vorstehend E.
5.7
) ging
sie
sodann davon aus, dass die Beschwerdeführerin unter einem psychischen Leiden im Sinne von
Angst und Depression gemischt sowie Panikattacken
leide, und dass sie dadurch seit
dem 1
0.
Oktober 2005
vollumfänglich in ihrer Ar
beits
fähigkeit beeinträchtigt
werde
. Demgegenüber vertraten die
Ärzte der MEDAS
D._
in ihrem Gutachten vom 1
6.
Juni 2014 (
vorstehend E.
5.8
)
die Ansicht
, dass die
Kriterien für die Stellung der
Diagnosen Angst und Depression gemischt
sowie
Panikstörung gegenwärtig nicht erfüllt
seien
, und dass aus
psy
chiatrischer Sicht eine vollständige Arbeitsfähigkeit
bestehe.
7.3
Das polydisziplinäre Gutachten der Ärzte der MEDAS
D._
vom 1
6.
Juni 2014 (vorstehend E.
5.8
) erfüllt sämtliche nach der Rechtspre
chung für eine beweis
kräftige medizinische Entscheidungsgrundlage vorausge
setzten Kriterien (vgl. vor
stehend E.
1.7
). Denn die Gutachter verfügten als Fachärzte für Orthopädie, Innere Medizin, Psychiatrie und Neurologie über die für die Beurteilung des Gesund
heitszustandes der Beschwerdeführerin angezeigten fach
medizinischen
Weiterbildungen, hatten Kenntnis sämtlicher medizinischer
Vorakten
und setz
ten sich in angemessener Weise mit den von der Beschwerdeführerin geäusser
ten Beschwerden auseinan
der. Die Beurteilung durch die Gutachter der MEDAS
D._
vermag sodann auch in inhaltlicher Hinsicht zu überzeugen. Denn
diese
legten in nachvoll
ziehbarer Weise dar, dass die Beschwerdeführerin
zwar
in so
matischer Hinsicht an einer Migräne ohne Aura leide, weshalb beim Auftreten einer akuten Migräne vorübergehend Zeiten mit eingeschränkter Arbeitsunfä
higkeit auftreten könnte
n
, dass
eine dauerhafte und wesentliche Arbeitsunfä
higkeit aus
somatischen Gründen indes nicht
bestehe
.
In psychischer Hinsicht vermag die Beurteilung durch die
Gutachter der MEDAS
sodann insofern zu überzeugen, als sie
davon ausgingen, dass die
Beschwerde
führerin zwar initial infolge der
Entlassung durch
ihr
bisherige Arbeitgeberin
(
im Jahre 2006
)
unter
eine
r
narzisstischen Kränkung
gelitten habe
,
dass diese zwischenzeitlich jedoch
durch
eine regelmässige
psychiatrische Behandlung adäquat aufgearbeitet
worden sei
, und dass
gegenwärtig weder die Kriterien für eine mittelschwere depressive Episode noch
diejenigen
für Angst und Depres
sion gemischt
und
Panikstörung erfüllt seien,
weshalb aus psychiatrischer Sicht
keine Beeinträchtigung der
Arbeitsfähigkeit
bestehe
.
Auf die nachvollzieh
bare Beurteilung durch
die Ärzte der MEDAS
D._
vom 1
6.
Juni 2014
ist
vorliegend
daher abzustellen
.
7.4
Dr.
Z._
nahm in seinem Bericht vom
1
9.
Februar 2014 (vorstehend E.
5.5
)
zum Umfang beziehungsweise Ausmass der Arbeitsfähigkeit der Beschwerde
führerin aus somatischen Gründen nicht ausdrücklich Stellung. Insoweit er darin
davon ausging, dass aus
internmedizinischer
Sicht eine Steigerung der Ar
beitsfähigkeit nicht möglich sei, steht diese
Beurteilung indes nicht in Wider
spruch mit derjenigen
durch die Ärzte der
MEDAS
D._
. Denn auch
diese
gingen
in somatischer Hinsicht von einem grundsätzlich stationären Gesund
heits
zustand aus
(vgl.
Urk.
6/8
4
/
38-
40).
7.5
In Bezug auf die psychische Komponente des Beschwerdebildes vermögen
die
Beurteilungen durch
Dr.
A._
vom 1
9.
Februar 2013 (vorstehend E.
5.4
) und
vom
4.
März 2014 (vorstehend E.
5.7
)
nicht zu überzeugen
. Denn
Dr.
A._
ging darin
offensichtlich davon aus, dass die Beschwerdeführerin täglich medi
kamentös mit
Remeron
und
Temesta
und bei Bedarf mit
Xanax
be
handelt werde
(vorstehend E.
5.7
), und dass
der
Versuch, das Medikament
Remeron
abzu
setzen, gescheitert sei
(vorstehend E.
5.4
)
.
Dem Gutachten der Ärzte der MEDAS
D._
vom 1
6.
Juni 2014 (vorstehend E.
5.8
), ist indes zu ent
nehmen, dass eine Kontrolle des Medikamentenspiegels weder für
Reme
ron
noch für
Temesta
oder
Xanax
einen Wirkstoffnachweis
ergeben hätte
. Unter diesen Umständen ist nicht
auszuschliessen, dass
Dr.
A._
bei ihrer Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
der
Beschwerdeführerin
von falschen Tatsachen ausgegan
gen
ist. Sodann ist gestützt auf die Beurteilung durch die Ärzte der MEDAS
D._
nicht auszu
schliessen, dass auch
die Validität der weiteren anamnestischen Angaben der Beschwerdeführerin
gegenüber
Dr.
A._
, insbesondere
ihre
Angaben im Hinblick auf
soziale
Teilhabe und sozialen Rückzug
,
in Frage zu stellen sind.
Auf die
Arbeitsfähigkeits
b
eurteilungen durch
Dr.
A._
kann daher mangels
einer nachvollziehbaren Beurteilung
vorliegend nicht
abgestellt werden.
7.6
Gestützt auf die nachvollziehbare Beurteilung durch die Ärzte der MEDAS
D._
vom 1
6.
Juni 2014 (vorstehend E.
5.8
)
ist demnach davon auszugehen, dass die Beschwerdeführer
in in der von ihr bisher ausge
übten Tätigkeit als Verkäuferin
und in behinderungsangepassten Tätigkeiten weder
aus somatischen Gründen
noch aus psychischen Gründen in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt war
.
8.
8.1
Nach Gesagtem steht daher fest, dass d
i
e Beschwerdeführerin bei Erlass der Mit
teilung vom
5.
August 2008 aus psychischen Gründen in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt war, und dass ihr
die
Ausübung ihrer bisherigen Tätigkeit als Verkäuferin im Umfang eines Arbeitspensums von 50
%
weiterhin
zuzumuten war (vorstehend E.
6
).
8.2
Zum Zeitpunkt bei Erlass der angefochtenen Verfügung vom 1
8.
November 2014 (
Urk.
6/87)
litt die Beschwerdeführerin gemäss der
nachvollziehbaren Be
urteilung durch die Ärzte der
MEDAS
D._
(
vorstehend E.
5.8
)
indes
an keiner die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigenden somatischen und psychischen
Gesund
heitsbeeinträchtigung
mehr
, und es war
ihr die
Ausübung der
bisher ausgeübten Tätigkeit als Verkäuferin
sowie von Verweistätigkeiten
nunmehr im Umfang eines Arbeitspensums von 100
%
zuzumuten
.
8
.3
Es
steht daher fest, dass sich der Gesund
heitszustand der Beschwerdeführerin im massgebenden Vergleichs
zeitraum vom
5.
August 2008
bis
1
8.
November 2014
in einer in revisionsrechtlichem Sinne erheb
lichen Weise verbess
ert hat.
9
.
9
.1
Ist ein Revisionsgrund gegeben, ist der Invaliditätsgrad auf der Grundlage eines richtig und vollständig festgestellten Sachverhalts neu und ohne Bindung an
frühere Invaliditätsschätzungen zu ermitteln (Urteil des Bundesgerichts 9C_882/2010
vom 25. Januar 2011 E.
1.2 mit Hinweisen).
Es bleibt daher die
Invaliditätsbemessung nach Durchführung der Rentenrevision bei Erlass der an
gefochtenen Verfügung vom 1
8.
November 2014 (
Urk.
6/87) zu prüfen.
9.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
),
in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invali
di
täts
grad
bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
9.3
Bei der Invaliditätsbemessung kommt der allgemeinen Methode des
Einkommens
vergleichs
gemäss
Art.
28a
Abs.
1 IVG in Verbindung mit Art.
16 ATSG grund
sätzlich Vorrang zu. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie indes nach Mass
gabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annähe
rungs
werte miteinander zu vergleichen. Wird eine Schätzung vorge
nommen, so muss diese nicht unbedingt in einer ziffernmässigen Festlegung von Annähe
rungs
werten bestehen. Vielmehr kann auch eine Gegenüberstellung blosser
Pro
zentzahlen
genügen. Das ohne eine Invalidität erzielbare hypotheti
sche
Erwerbs
einkommen
ist alsdann mit 100 % zu bewerten, während das
Inva
lidenein
kom
men
auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, so dass sich aus der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt (sog.
Pro
zentvergleich
; Urteil des Bundesgerichts 8C_131/2011 vom 5. Juli 2011 E.
10.2.1 mit Hinweis auf BGE 114 V 310 E.
3a).
9.4
Gemäss
Art.
88a
Abs.
2
lit
. a
IVV
erfolgt die
Herabsetzung oder Aufhebung der Rente
frühestens vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung fol
genden Monats an
.
9.5
Die Beschwerdeführerin
war vor Eintritt des Gesundheitsschadens vom
1.
Okto
ber 1998 bis 3
0.
Juni 2006 bis der
Y._
als Verkäu
fe
rin tätig (
Urk.
6/12). Es ist davon auszugehen, dass die Beschwerde
führerin ohne Gesundheitsschaden
zum Zeitpunkt bei Erlass der angefochtenen Ver
fügung vom 1
8.
November 2014
weiterhin als Verkäuferin an ihrem bisheri
gen oder an einem damit vergleichbaren Arbeitsplatz
tätig gewesen wäre.
Auf
Grund des Umstandes, dass
der Beschwerdeführerin die Ausübung der bisherigen Tätig
keit als Verkäuferin
wieder
im Umfang eines Arbeitspensums von 100
%
zuzu
muten wäre,
genügt für die Ermitt
lung des
Inva
lidi
täts
grades
die Gegen
übe
r
stellung blosser Prozentzahlen
. Dabei
resultiert ein Invaliditätsgrad von 0
%
.
Damit steht fest, das ein für den Anspruch auf eine Invalidenrente vorausgesetz
ter Invaliditätsgrad von mindestens 40
%
nicht mehr erreicht ist
.
9.6
Demzufolge ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin mit der ange
fochtenen Verfügung vom 1
8.
November 2014 die der Beschwerdeführerin bisher ausgerichtete halbe Rente auf Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden beziehungsweise auf den ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung folgenden Monats und mithin auf den
1.
Januar 2015 hin aufhob, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
10
.
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Bes
chwerdeverfahren vor dem kan
to
na
len Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver
weigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind
nach dem
Ver
fahrensaufwand
und unabhängig vom Streitwert
unter Berücksichti
gung des
gesetzlichen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr.
7
00.-- fest
zusetzen und
der
unterliegenden Beschwerde
führer
in
aufzuerlegen.