Decision ID: f12f5a5d-7756-4575-a3f6-e6f3e0c7ac82
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1974, arbeitete al
s
PC-Supporter, als er am 15. April 2004 einen Unfall erlitt
(Urk. 5/6/16). Am 28. Juli 2005 meldete er sich erstmals bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 5/1). Nach medizinischen und erwerblichen Abklärungen sprach ihm die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, am 8. Juli 2010 bei einem Invaliditätsgrad von 50 % eine von April 2005 bis Oktober 2007 befristete halbe Invalidenrente zu (Urk. 5/84). Dies wurde vom
Sozialversicherungsgericht
mit Urteil vom 18. Okto
ber 2011 im Prozess Nr. IV.2010.00801 bestätigt (Urk. 5/96).
1.2
Am 29. November 2011 meldete sich der Versicherte erneut bei der Invalidenver
sicherung an (Urk. 5/98). Die IV-Stelle holte in der Folge das psychiatrische Gut
achten von
Dr.
Y._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychothe
rapie
,
vom 31. Januar 2012 ein (Urk. 5/104) und sprach dem Versicherten beruf
liche Massnahmen verschiedener Art zu (Urk. 5/121, Urk. 5/136, Urk. 5/150, Urk. 5/159, Urk. 5/167, Urk. 5/184, Urk. 5/184, Urk. 5/196, Urk. 5/214). Mit Mit
teilung vom 19. Januar 2016 wurden die beruflichen Massnahmen erfolgreich abgeschlossen (Urk.
5/218).
1.3
Im Rahmen der nachfolgenden Rentenprüfung holte die IV-Stelle Arztberichte (Urk. 5/219, Urk. 5/223, Urk. 5/224, Urk. 5/225, Urk. 5/227) ein und l
iess den Versicherten beim I
nstitut
Z._
begutachten (Gutachten vom 15. Februar 2017, Urk. 5/255). Mit Vorbescheid vom 5. Mai 2017 stellte
sie
die Zusprache einer halben Invalidenrente ab Januar 2016 in Aussicht (Urk. 5/258). Dag
egen erhob der Versicherte am 6. Juni 2017 (Urk. 5/263) und 21. Juli 2017
(Urk. 5/270)
Einwände und beantragte die Ausrichtung einer gan
zen Rente. Mit Verfügung vom 29. Mai 2018 sprach ihm die IV-Stelle bei e
inem Invaliditätsgrad von 50 %
ab Januar 2016 eine halbe Invalidenrente zu (Urk. 2 = Urk. 5/286
i.V. mit Urk. 5/279
).
2.
Gegen die Verfügung vom 29. Mai 2018 (Urk. 2) erhob der Versicherte am 29. Juni 2018 Beschwerde mit dem Antrag auf eine ganze Invalidenrente (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 5. September 2018 beantragte die Beschwerdegeg
nerin, es sei dem Beschwerdeführer eine
reformatio
in peius anzudrohen, da er nur Anspruch auf eine
Viertelsrente
habe (Urk. 7). Mit Replik vom 12. Oktober 2018 hielt der Beschwerdeführer an seinem Rechtsbegehren fest (Urk. 7). Die Beschwerdegegnerin
verzichtete am 7. November 2018 auf Duplik (Urk. 9), was dem Beschwerdeführer am 8. November 2018 mitgeteilt wurde (Urk. 10).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Inva
liditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizi
nisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.3
Gemäss Art. 28 Abs. 2
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 Prozent, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn sie mindestens zu 60 Prozent, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 Prozent, oder auf eine
Viertelsrente
, wenn sie mindestens zu 40 Prozent invalid sind.
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130
V
343 E. 3.4.2 mit Hin
wei
sen).
1.5
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, wel
che auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
vergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswir
kungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und zur prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4)
.
1.6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125
V
256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125
V
256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Hinsichtlich Beweiswert eines Arztberichts ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (BGE 134
V
231 E. 5.1; 125
V
351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
ging in der angefochtenen Verfügung
(Urk. 2)
davon aus
, der Beschwerdeführer sei in seiner bisherigen Tätigkeit als PC-Supporter sowie in einer angepassten Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig. Für die Festsetzung des
Valideneinkommens
könne
aus näher dargelegten Gründen
nicht der im Jahr 2004 erzielte Verdienst herangezogen werden
,
sondern es sei auf den für die
Informationstechnologie beziehungsweise Informationsdienstleistung
ermittelten
Tabellenlohn abzustellen (S. 3 unten f.). In Anlehnung an einen Prozentvergleich könne
d
er
Beschwerdeführer
mit der zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 50 % die Hälfte eines vollzeitlich arbeitenden PC-Supporters verdienen. In der 40%igen Tätigkeit als Netzwerktechniker schöpfe er seine verbliebene Arbeitsfähigkeit nicht voll aus, weshalb der tatsächliche Verdienst nicht als Invalideneinkommen herangezogen werden könne. Ein Abzug vom Tabellenlohn könne nicht gewährt werden, sei aber auch nicht beantragt worden (S. 4 Mitte).
Mit Beschwerdeantwort machte die Beschwerdegegnerin geltend (Urk.
4), die Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit im psychiatrischen Teilgutachten des
Z._
vermöge
aus näher dargelegten Gründen
nicht zu überzeugen
(S. 2 oben)
.
Insgesamt seien
keine Gründe ersichtlich, weshalb aus psychiatrischer Sicht eine über die aus somatischer Sicht attestierte Arbeitsunfähigkeit von 40 % hinausgehende Ein
schränkung bestehen soll, weshalb gesamthaft von einer Arbeitsfähigkeit von 60
%
in der angestammten Tätigkeit auszugehen sei (S.
2
unten).
2.2
Der Beschwerdeführer
stellte
sich demgegenüber auf den Standpunkt
(Urk. 1)
,
er habe während der beruflichen Massnahmen nie eine 50%ige Arbeitsfähigkeit erlangt. Dennoch hätten die
Z._
-Gutachter eine Arbeitsfähigkeit von 50 % attes
tiert, ohne ihre abweichende Einschätzung zu begründen (S. 4 unten). Es sei von den jahrelangen Erfahrungen während der beruflichen Massnahmen auszugehen, die
gezeigt hätten
, dass über einen längeren Zeitraum nur eine 40%ige Arbeits
fähigkeit realistisch sei (S. 5 oben).
Für die Festlegung des
Valideneinkommens
sei
zu berücksichtigen, dass
er nicht mehr in der relativ tiefen beruflichen Stellung arbeiten würde wie 2004 (S. 7 oben)
, und für die Festsetzung des Invalideneinkommens sei das tatsächlich erzielte Einkommen heranzuziehen
(S. 7 unten f.).
2.3
Streitig ist der
Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers und insbesondere
,
in wel
chem Ausmass eine Arbeitsunfähigkeit vorliegt und
welche Einkommen dem Ein
kommensvergleich zugrunde zu legen sind.
3.
3.1
Der Beschwerdeführer bezog von April 2005 bis Oktober 2007 eine befristete halbe Rente, wobei ab November 2007 ein Invaliditätsgrad von gut 30 % vorlag (Urk. 5/96 E. 4.3). Nach Lage der Akten fand nach der Rentenaufhebung keine rentenausschliessende Integration statt, weshalb der vorliegende Sachverhalt unter dem Blickwinkel der Rentenrevision zu beurteilen ist.
Zu vergleichen ist der Sachverhalt im Zeitpunkt der Zusprache der befristeten Rente im Juli 2010 (Urk. 5/84)
mit dem Sachverhalt im Zeitpunkt der Zusprache der halben Rente
Mai 2018 (Urk. 2)
.
3.2
Das Sozialversicherungsgericht
stützte sich
bei der Beurteilung, ob die Rente des Beschwerdeführers zu Recht bis Oktober 2007 befristet wurde, auf das polydis
ziplinäre Gutachten der MEDAS
A._
vom 5. Juli 2007
(Urk. 5/32/2-23)
und auf das psychiatrische Gutachten von
Dr.
Y._
, Fach
arzt für Psychiatrie und Psyc
hotherapie
,
vom 8. Oktober 2009
(Urk. 5/55)
. Es ging davon aus, dass im Zeitpunkt der MEDAS-Begutachtung eine medizinisch-theo
retische Arbeitsfähigkeit von 70 % vorlag und dass sich der
Gesundheitszustand des Besch
werdeführers nach der Begutachtung durch die MEDAS-Experten bis zum Verfügungserlass am 8. Juli 2010 nicht relevant verändert habe (Urk. 5/
96
E. 3.3.1).
3.3
Im Gutachten der MEDAS
A._
vom 5. Juli 2007 (Urk. 8/32) wurden folgende Diagnosen mit
Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit gestellt (
Ziff. 4.1
S. 17):
-
Anpassungsstörung mit längerer leichtgradiger depressiver Reaktion (F43.21) in engem Zusammenhang mit dem persistierenden Kopf
schmerzsyn
drom des Versicherten bei
-
Status
nach
depressiver
Episode (Burnout-
Syndrom
) und
-
akzentuierter Persönlichkeit mit narzisstischen Zügen (Z73.1)
-
Erwachsenen-Aufmerksamkeitsdefizit-Störung
(
ADS
)
, unter Behand
lung mit
ConcertaR
deutlich gebessert (F90.9)
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit, aber mit Krankheitswert nannten
die Gutachter
folgende Diagnosen (
Ziff. 4.2
S 17):
-
unspezifische Rückenschmerzen
-
zervikozephales
Syndrom mit
migräniformer
Komponente
-
geringgradige Adipositas (BMI 34)
Der Beschwerdeführer klage heute am meisten über Kopfschmerzen, welche ihn an einer geregelten Tätigkeit hinderten. Weiter bestünden Schmerzen im oberen Teil des Rückens sowie zwischen den Schulterblättern linksbetont. Seine seelische Situation bezeichne er als Desaster und die finanzielle Lage als aussichtslos
(Ziff. 3 S. 16 Mitte)
.
Zusammenfassend leide der Beschwerdeführer an unspezifischen Rückenschmer
zen, welche mit dem Unfall nur möglicherweise, und an chronischen
zervikoze
phalen
Schmerzen, welche mit dem Unfall überwiegend wahrscheinlich zusam
menhingen. Beide Beschwerdekomplexe führten hingegen nicht zur Arbeitsunfä
higkeit, diese liege in den psychiatrischen Diagnosen Anpassungsstörung (über
wiegend unfallbedingt) und
ADS
(nicht Unfallfolge) begründet
(Ziff. 3 S. 16 unten)
.
Die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit betrage 70 %, einschränkend seien das chronische Schmerzsyndrom, das leicht depressive Syndrom und das ADS. Für jede geeignete Verweisungstätigkeit betrage die Arbeitsfähigkeit eben
falls 70 %
(Ziff. 5.1-2 S. 17)
. Die andauernde Einschränkung der Arbeitsfähigkeit habe mit dem Unfall begonnen. Aufgrund der Aktenlage und der Schilderung des Beschwerdeführers sei davon auszugehen, dass die medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit nach dem Unfall während längerer Zeit für jede denkbare Erwerbstätigkeit 50 % betragen habe. Seit dem Beginn der Behandlung mit
Con
certaR
habe sich die medizinisch-theoretische
Arbeitsunfähigkeit bis zum Zeit
punkt der MEDAS-Untersuchung auf 30 % ve
rmindert. Auch unter Weiter
füh
rung der Heilgymnastik, der Physiotherapie und der
ConcertaR
-Behandlung sei nicht mit einer markanten Verbesserung der Arbeitsfähigkeit zu rechnen
(Ziff. 5.4 S. 18)
.
3.4
Im psychiatrischen Gutachten vom 8. Oktober 2009
(Urk. 8/55) diagnostizierte
Dr.
Y._
eine Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung
(ADHS)
des Erwachsenenalters (F90.0) mit Schwierigke
iten in den Bereichen Affektre
gu
lation, soziale Interaktion und Alltagsbew
ältigung sowie ängstlich-ver
meidenden und narzisstischen Persönlichkeits
zügen, die sich auf die Arbeitsfähig
keit aus
wirk
e
,
sowie
eine Anpassungsstörung mit längerer leichtgradiger depressiver Reaktion (F43.21), die die Arbeitsfähigkeit nicht beeinfluss
e
(Ziff. 5.1-2 S. 11)
.
Im Rahmen der aktuellen psychiatrischen Unt
ersuchung zeige sich auf psychi
at
rischem Fachgebiet ein misstrauisch, gereizt
und angespannt wirkender Versi
cherter, der sich vor allem zu Beginn der Exploration vorwurfsvoll und verbal aggressiv präsentiere. Unterbrochen werde die psychiatrische Untersuchung von zahlreichen kleineren Eskalationen mit verbal-aggressiv getönten Vorwürfen, massiver innerer Anspannung und Impulsivität. Ein Rapport sei anfangs schwer, im Verlauf der Exploration dann aber zunehmend besser herstellbar
(S. 13 unten
Ziff.
6.2)
. Die Grundstimmung sei verzweifelt, hoffnungslos und vorwurfsvoll. Der Versicherte sehe sich zeitlebens in einer Opferrolle und klage wiederholt über das Gefühl, dem Leben nicht mehr gewachsen und mit allem überfordert zu sein. Ein
Lei
densdruck sei spürbar, und der Beschwerde
führer wirke bei den Beschwer
de
schilderungen authentisch sowie emotional tangiert
(S. 13 f.)
.
Es zeigten sich im Verlauf der Exploration auffällige Persönlichkeitszüge
mit nar
zisstischen (zur Bewälti
gung eigener Ängste und zur Stabilisierung des
Selbst
wertgefühls) sowie ängst
lich-vermeidenden ("...ich kann erst wieder arbeiten, wenn ich wieder richtig gesund bin.") Anteilen. Die Gedächtnisfunktionen sowie Aufmerksamkeit und Konzentration seien klinisch nicht beeinträchtigt. Die eige
nen Untersuchungser
gebnisse sprächen vor dem Hintergrund der Anführungen in den Vorberichten und den Angaben des Versicherten für eine
ADHS
des Erwachsenenalters mit Schwierigkeiten in den Bereichen Impulskontrolle, Affekt
regulation, soziale Interaktion und Alltagsbe
wältigung sowie mit narzisstischen und ängstlich-vermeidenden Persönlich
keitszügen. Es bestünden die für diese Störung typischen Symptomkomplexe, mit vorbeschriebenen Verhaltensauffäl
ligkeiten, depressiven und Angstsympto
men, Stress- und Frustrationsintoleranz sowie Schwierigkeiten bei der Verhal
tensplanung und Impulskontrolle. Die Vor
berichte stützten die Diagnose einer ADHS, welche meist mit einer psychiatri
schen Komorbidität (hier ängstlich-vermeidende und narzisstische Persönlich
keitszüge, Anpassungsstörung) ein
hergehe. Im Rahmen der aktuellen Untersu
chung zeige der Versicherte keine auffallende Aufmerksamkeitsstörung, diese sei jedoch unter anderem dadurch gekennzeichnet, dass die Aufmerksamkeit in für den Probanden motivierenden Situationen sehr gut aufrech
t
erhalten werde
n
könne, jedoch nicht bei schlechter Motivationslage
(S. 14)
. Auch werde in der einschlägigen Literatur erwähnt, dass unauffällige Testbefunde eine
ADHS
nicht ausschlies
sen könnten
. So seien b
eim Versicherten zwar die neuropsycholo
gi
schen Funktionen (unter Methylphenidat) weitestgehend unauffällig, die übrigen Untersuchungsbefunde stützten je
doch die Diagnose einer relevan
ten
ADHS
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 14 f.)
. Insgesamt könnten die diagnosti
schen Einsch
ätzungen der Voruntersucher hin
sichtlich Arbeitsfähigkeit insbeson
dere der MEDAS-
A._
bestätigt werden
(
S. 15 oben
)
.
Ab dem
Datum des Unfalls vom 15. April 2004
könne
eine 50%ige und ab Datum der MEDAS-Begutachtung unverändert eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit für jegli
che Tätigkeiten angenommen werden
(Ziff. 6.3 S. 16)
.
4.
4.1
Der aktuelle Gesundheitszustand des Beschwerdeführers ergibt sich aus den nach
folgenden medizinischen Berichten:
4.2
Im psychiatrischen Gutachten vom 31. Januar 2012 stellte
Dr.
Y._
fol
gende Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 5.1
S
. 8
):
-
ADHS des Erwachsenenalters (F90.0) mit/bei
-
Schwierigkeiten in den Bereichen Affektregulation, soziale Interaktion und Alltagsbewältigung
-
akzentuierten unreifen, ängstlich-vermeidenden und narzisstischen Persönlichkeitszügen (Z73)
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine Anpassungs
störung mit längerdauernde
r depressiver Reaktion (F43.21;
S. 8
Ziff. 5.2).
Bei der aktuellen Untersuchung imponiere wiederum ein ausgesprochen klagsa
mer, vorwurfsvoller und latent aggressiver Beschwerdeführer. Im Gesprächsver
lauf weine er wiederholt, könne bei emotional nicht belastenden Themen aber auch lächeln. Er sehe sich nach wie vor in einer Opferrolle und fühle sich von der Invalidenversicherung im Stich gelassen beziehungsweise unfair behandelt. Ein Leidensdruck sei spürbar, beziehe sich aber vor allem auf eine ausgeprägte nar
zisstische Kränkung, einhergehend mit einer Mischung aus Wut und Resignation. Er habe eine infantil anmutende «Trotzhaltung» eingenommen
,
und es träten neben den vorbeschriebenen ängstlich-vermeidenden und narzisstischen Persön
lichkeitszügen nun eher unreife Anteile in den Vordergrund. Des Weiteren impo
niere eine erniedrigte Frustrationstoleranz, im Denken sei er auf die ihm wider
fahrenen Ungerechtigkeiten und die Nichtanerkennung seiner gesundheitlichen Probleme durch die Institutionen eingeengt. Trotz fortlaufender psychotherapeu
tisch-psychopharmakologischer Behandlung und umfangreicher sozialmedizini
scher Bemühungen (Spitex etc.) sei eine Verbesserung des Gesundheitszustandes und damit der Arbeitsfähigkeit bisher ausgeblieben. Die psychische Verfassung habe sich seit der letzten Begutachtung (Oktober 2009) insgesamt nur
unwesent
lich verändert. Seine affektive Auslenkbarkeit sei aktuell etwas weniger einge
schränkt, andererseits müsse von einer Verfestigung des dysfunktionalen Krank
heitsverhaltens ausgegangen werden. Der zu beobachtenden ungenügenden Leis
tungsentfaltung liege neben den Antriebsproblemen und emotionalen Auffällig
keiten offensichtlich auch eine final ausgerichtete Entschädigungshaltung zugrunde, die mit den umfassenden therapeutischen Bemühungen bisher nicht zugänglich gewesen sei (
S. 8 f.
Ziff. 6.1).
Der psychische Gesundheitszustand habe sich insgesamt wider
E
rwarten nicht verbessert. Die affektive Schwingungsfähigkeit sei zwar weniger eingeschränkt, andererseits müsse von einer Verfestigung des dysfunktionalen Krankheitsver
haltens ausgegangen werden
,
und es träten zunehmend unreife Persönlichkeits
züge in den Vordergrund. Aus versicherungsmedizinischer Sicht müsse dem Beschwerdeführer weiterhin eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätig
keiten attestiert werden (
S. 9 f.
Ziff. 6.3).
4.3
Dr.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
nannte
im Bericht vom 9. Februar 2016 (Urk.
5/219) folgende
Diagno
s
en
(
S. 1
Ziff. 1.1):
-
ADHS seit Kindheit
-
anankastische beziehungsweise emotional instabile Persönlichkeitszüge
-
Anpassungsstörung mit protrahierter Depression (F43.21) und chronifi
zierter Schmerzstörung (gebessert) nach Schädeltrauma 2004
-
Status nach
Burkitt
-Lymphom mit ausgedehnter Darmresektion und Che
motherapie 2012
-
Status nach rezidivierender Pankreatitis 2015
-
Status nach
Cholezystektomie
2015
Der Beschwerdeführer leide unter Stimmungsschwankungen, die von Rückzugs
tendenzen begleitet seien. Er könne mitunter die Wohnung nicht verlassen, da oft auch der Antrieb mangelhaft sei. Die Stimmung schwanke von zuversichtlich-optimistisch bis verzweifelt-hoffnungslos. Versagensängste und Schamgefühle begleiteten den Alltag, obschon er sich für seinen Beruf als EDV-Supporter grundsätzlich kompetent fühle. Da er seine gesteckten Ziele nicht habe erreichen können, habe er das Selbstvertrauen verloren und sehe seiner Zukunft eher pes
simistisch entgegen. Zusätzliche sei er durch die seit der Darmresektion beste
hende chronische Diarrhoe und die immer noch bestehenden Rücken- und Nackenschmerzen beeinträchtigt. Er leide unter Sch
lafstörungen mit gelegentli
cher Tag/Nacht-Umkehr, welche das Einhalten von Arbeitszeiten und Terminen erschwere, so dass es wiederholt zu Absenzen komme (S. 2
oben
Ziff. 1.4
).
Zum heutigen Zeitpunkt sei von einer zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 40 % auszugehen, die jedoch auch nach oben erweitert werden könne, wenn der Beschwerdeführer genügend Zeit bekomme. Druck würde sich sicher kontrapro
duktiv auswirken, da er sich selber die Latte meist höher setze als es seiner Leis
tungsfähigkeit entspreche (
S. 2 Mitte
Ziff. 1.4). Die bisherige Tätigkeit sei ihm aus medizinischer Sicht zu 40 % zumutbar. Je nach Verlauf sei eine Steigerung denk
bar, sofern sich der Beschwerdeführer selber in der Lage fühle (
S. 3 oben
Ziff. 1.7
).
4.4
Dr.
C._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
nannte in sei
nem Bericht
vom 10. Juni 2016 (Urk. 5/224)
die folgenden, hier leicht verkürzt angeführten
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
Anpassungsstörung mit länger
er
mittel
gradiger Depression (F43.21) bei
-
Status nach Schädelhirntrauma 2004 mit persistierenden invalidisie
renden Kopf- und Nackenschmerzen
-
ADHS mit Beginn in der Kindheit und Jugend (F90.0)
-
hochproliferatives
Burkitt
-Lymphom 2012
-
Status nach zweimaliger Pankreatitis
-
aktuell:
persistierende therapieresistent
e Durchfälle
-
Status nach
Cholezystektomie
2015
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
nannte er eine Fettleber mit rezidivierenden erhöhten Transaminasen, chronische Rückenschmerzen
(im Rahmen muskulärer Schwäche) und einen Status nach Bauchwandhernie
(Ziff. 1.1)
.
Der Beschwerdeführer arbeite seit 2015 im erste
n
Arbeitsmarkt als Netzwerktech
niker zu 40 %. Aufgrund immer wiederkehrender körperlicher Beschwerden und Durchfälle
n
seien viele krankheitsbedingte Arbeitsausfälle zu verzeichnen. Sein persönliches Ziel sei, eine Arbeitsfähigkeit von 70 % zu erreichen (Ziff. 1.4).
Psychisch sei der Beschwerdeführer stabil und hochmotiviert, er leide jedoch unter massiven Ängsten, dem Druck im ersten Arbeitsmarkt auf längere Sicht nicht gewachsen zu sein. Eine IV-Rente zu 70 % sowie eine Arbeitstätigkeit zu 30 % wäre aus medizinischer Sicht wünschenswert (Ziff. 1.4
am Ende
).
Als Netzwerktechniker bestehe eine 70%ige Arbeitsunfähigkeit aufgrund der kör
perlichen Einschränkungen
(
Ziff.
1.6)
.
4.5
Dr.
D._
, Oberarzt Psychosomatik, und
E._
, Psy
chologin
MSc
, Klinik
F._
,
stellten im Bericht vom 1. Juli 2016 (Urk. 5/227) fol
gende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (F33.1)
-
Status nach operativer und chemotherapeutischer Therapie eines
Burkitt
-Lymphoms
Als Diagnosen o
hne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie einen Sta
tus nach Schädel-Hirn-Trauma 2004 (Ziff. 1.1).
Vor dem Hintergrund der bisherigen Krankheitsgeschichte mit bereits rezidivie
renden depressiven Episoden sollte eine Stabilisierung in einer Teilfunktionalität angestrebt werden. Eine dauerhafte Arbeitsfähigkeit von 100 % zu erreichen, scheine nicht realistisch (Ziff. 1.4).
Bei Austritt sei die Wiederaufnahme der Arbeitstätigkeit zu 40 % ab 18. Mai 2016 zumutbar (
Ziff.
1.7).
4.6
4.6.1
Die Gutachter des
Z._
stellten im Gutachten vom 15. Februar 2017 (Urk. 5/255) folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (
S. 32
Ziff. 5.1):
-
Burkitt
-Lymphom des Darms
-
Status nach
Hemikolektomie
rechts und erweiterter Dünndarmresek
tion b
ei
mechanischem Ileus 2012
-
Status nach Laparotomie,
Adhäsiolyse
und Neuanlage der
Ileotransver
soanastomose
bei Dünndarmperforation 2014
-
Status nach Revision bei arterieller Nachblutung im Omentum majus 2014
-
Status nach abdomineller Narbenhernie mit sekundärem Wundver
schluss 2014
-
Status nach hochdosierter Chemotherapie 2012
-
therapie
assoziiertes Fatigue-Syndrom
-
anhaltende komplette Remission
-
chronische Diarrhoe
-
Verdacht auf Kurzdarmsyndrom
-
Verdacht auf bakterielle Überwucherung
-
erosive Entzündung des terminalen Ileums 2014
-
histologisch unspezifisch, am ehesten medikamentös-toxisch
-
hochgradiger Verdacht auf chronische, anhaltende
thorakokostale
Dys
funktionen
zirka
Th4-6 linksseitig
-
reaktive klinisch objektivierbare deutliche Myogelose mit mehreren schmerzhaften
Triggerpoints
im Bereich des M
usculus
trapezius, Pars
ascendens
, Levator
scapulae
,
Rhomboideus
major
und minor
-
Dysfunktion lumbal zwischen L4/5 und L5/S1 beidseits
-
Angst und depressive Störung gemischt (F41.2)
-
narzisstische Persönlichkeitsstörung (F60.80)
Als Diagnosen o
hne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie (
S. 33
Ziff. 5.2):
-
ADHS (F90.0)
-
Verdacht auf intermittierendes
zervikozephales
Schmerzsyndrom beidseits
-
gemäss Aktenlage frühere bildgebende Untersuchungen ohne Hinweise für relevante degenerative ossäre oder
diskogene
Veränderungen im Bereich HWS
-
unauffälliger klinisch-neurologischer Status an den oberen Extremitä
ten
-
Zustand nach Schädelkontusion 2004 mit persistierenden
Zephalgien
bei eingehender Ausschlussdiagn
ostik
-
Status nach zweimaliger biliärer Pankreatitis 2015
-
Cholezystektomie
bei Cholezystolithiasis
-
Hyperurikämie
-
Adipositas
-
arterielle Hypertonie, anamnestisch
-
unter Behandlung mit minimaler Dosis eines Betablockers kompensiert
4.6.2
Der Beschwerdeführer weise eine längere Karriere von psychiatrischen Behand
lungen auf, die ihren Anfang bereits vor dem Unfall genommen habe. Seither finde eine kontinuierliche psychiatrische Betreuung statt. Seit 2004 habe der Beschwerdeführer im ersten Arbeitsmarkt kaum noch gearbeitet, die beruflichen Massnahmen mit Teilintegration im IT-Bereich sei zunächst erfolgreich verlaufen, jedoch sei der Beschwerdeführer bereits nach 3 Monaten in Festanstellung wieder eingebrochen. In der aktuellen Untersuchung falle insbesondere eine emotionale Instabilität auf mit zum Teil schnellen impulshaften, ansatzweise bedrohlichen Vorwürfen, einer kritischen Reizbarkeit und Misstrauen, aber auch immer wieder
mit
leichten depressiv-resignativen Einbrüchen, Kränkbarkeit, zum Teil mit Wei
nerlichkeit und Resignation. Somit sei als Hauptdiagnose eine narzisstische Per
sönlichkeitsstörung zu formulieren, überlagert durch wechselhafte Zustände mit Ängsten und depressiven Verstimmungen gemischt. Anspruch
und tatsächlicher beruflicher Erfolg differierten deutlich, was dem Beschwerdeführer selbst bewusst sei und weiteren depressiven Verstimmungen Vorschub leiste. Die Persönlich
keitsproblematik reiche zumindest ins 26. Altersjahr zurück, was neben dem aktuellen Befund für eine langdauernde situationsübergreifende Störung spreche mit langjähriger Therapie. Sodann könne aufgrund der
Vorakten
die mehrfach bestätigte ADHS-Störung genannt werden, welche ebenfalls zur Instabilität bei
trage, allerding in der aktuellen Untersuchung kompensiert erscheine und mit Medikamenten offenbar befriedigen
d eingestellt sei (
S. 17
Ziff. 4.1.3
).
Die T
ätigkeit als PC-Supporter sei aus psychiatrischer Sicht um 50 % einge
schränkt.
Die aktuelle Einschätzung beziehe sich
auf den Zustand
ab der Hospi
talisation in der Klinik
F._
im März 201
6.
Der Beschwerdeführer
sei nun, nach langer Arbeitsintegration bei einer 40%-Anstellung erneut gescheitert. Es bestehe somit seit 12 Jahren keine richtige Arbeitsfähigkeit
(richtig: Arbeitstätigkeit) mehr.
In einer angepassten Tätigkeit mit der Möglichkeit zu Arbeitsunterbrechungen und Pausen wäre unter optimalen Umständen ohne Stressbelastung eine
70%ige Arbeitsfähigkeit erzielbar. Diese Anforderungen würden aber eher einem geschützten Arbeitsplatz entsprechen (
S. 17 f.
Ziff. 4.1.5).
4.6.3
Aufgrund der palpatorischen Befund
e
könne aus rheumatologisch-theoretischer Sicht, auch unter Berücksichtigung der Tatsache, dass der Beschwerdeführer nun seit vielen Jahren anhaltende Beschwerden beklage und verschiedene psychiatri
sche Abklärungen durchgeführt worden seien, letztendlich trotzdem eine chroni
sche Dysfunktion der
thorakokostalen
Gelenke vor allem auf Höhe Th4-6 links postuliert werden
(S. 25 Mitte)
.
Zusammenfassend bestehe durchaus ein klinisch-rheumatologisches Korrelat für die seit Jahren geklagten Beschwerden. Da effektiv lokale pathologische Befunde an den Weichteilen mit schmerzhaften
Triggerpoints
bestünden, könnten die Beschwerden nicht primär im Sinne einer psychosomatischen Überlagerung erklärt werden, sondern sie seien effektiv objektiv nachvollziehbar (
S. 25 unten
).
Unter optimalen Arbeitsplatzbedingungen bei selbständig wählbarer Ergonomie bestehe aus klinisch-rheumatologischer Sicht eine 60%ige, ganztägig verwertbare Arbeits- und Leistungsfähigkeit, welche theoretisch durch spezifische therapeuti
sche Massnahmen mittel- und längerfristig auf eine 80%ige Arbeits- und Leis
tungsfähigkeit ausgebaut werden könnten. Die optimale Arbeitsplatzergonomie sei eine unabdingbare Voraussetzung, im Weiteren müsse dem Beschwerdeführer die Möglichkeit gegeben werden, seine Arbeitspositionen regelmässig nach eige
nem Gutdünken zu wechseln
. V
ermieden werden sollten abrupte oder anhaltende Rotationsbewegungen des Oberkörpers und Arbeiten in anhaltender Oberkörper
vorneigeposition. Es bestünden keinerlei Einbussen in Bezug auf manuell verar
beitende Tätigkeiten oder in Bezug auf die Gehfähigkeit. Die Einschränkungen der Arbeits- und Leistungsfähigkeit gälten neben einer Tätigkeit als Informatiker auch für sonstige körperlich leichte bis intermittierend mittelschwere, wechselbe
lastende berufliche Tätigkeiten (
S. 25 f.
Ziff. 4.2.5).
4.6.4
Die neurologische Untersuchung falle regelrecht aus, und es fänden sich kein
e
fokal-neurologische zentrale oder periphere Läsionszeichen.
Auch die kognitiven Funktionen seien intakt. Plausibel bleibe indes die Klage über Müdigkeit, Erschöpfung und Kraftlosigkeit. Dies könne als Tumor- und/oder Chemotherapie-assoziierte Fatigue interpretiert werden. Dagegen spreche aber, dass diese Symp
tome schon seit vielen Jahren, auch vor der
Lymphomerkrankung
bestanden hät
ten. Umgekehrt spreche allerdings eine angegebene Verschlechterung seit 2011 dafür. Bei der Beurteilung dieser Fatigue sei ausserdem die psychiatrische Komor
bidität zu berücksichtigen, welche hauptsächlich die Anamnese bis 2011 geprägt habe (S. 28
Ziff. 4.3.4
).
Aufgrund eines kleinen, als organisch anzunehmenden Anteils der Fatigue-Symptomatik könne ein leicht vermehrter Zeitaufwand für alle Verrichtungen angenommen werden. Deshalb könne bei zumutbarer 8-stündiger Präsenz nur die Leistung von 7 Stunden eines vergleichbaren Gesunden erwartet werden. Ansonsten liessen sich
neurologischerseits
keine weitere Einschränkung festlegen (S. 28
Ziff. 4.3.5
).
4.6.5
Beim Beschwerdeführer sei ein lokal fortgeschrittenes
Burkitt
-Lymphom, wahr
scheinlich
ausgehend vom Colon diagnostiziert und
aus onkologischer Sicht
lege artis behandelt worden. Diese Erkrankung könne jetzt als geheilt angesehen wer
den. Es bestünden allerdings anhaltende Folgen der Behandlung, insbesonder
e
der Operation
(S
.
30
Ziff. 4.4.4
)
.
Von Seiten der Tumorerkrankung selbst bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr. Allerdings schränkten die Folgen des Kurzdarmsyndroms mit häufigeren Stuhlabgängen, rezidivierenden Blähungen und Krämpfen sowie die häufigen Infektionen die Arbeitsfähigkeit ein. Aus onkologischer Sicht w
e
rd
e
deshalb insgesamt eine Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf von 60 % geschätzt (S. 30
Ziff. 4.4.5
)
.
4.6.6
Wegen eines Ileus bei
Burkitt
-Lymphom sei eine
Hemikolektomie
rechts und eine Resektion von zirka einem Drittel des Dünndarms erfolgt. Nach der Chemothera
pie sei der Beschwerdeführer von Seiten des Lymphoms
rezidivfrei
geblieben. Es persistierten vor allem chronische Durchfälle, welche am ehesten durch die Ver
kürzung des Dünndarms zu erklären seien. Hier könnte
aus gastroenterologischer Sicht
auch ein Gallensäureverlust-Syndrom eine Rolle spielen. Es seien zwar bei einer Koloskopie im Oktober 2013 entzündliche Veränderungen im Bereich des terminalen Ileus nachgewies
e
n worden, diese seien aber unspezifisch und erklär
ten die Diarrhoe wohl kaum
.
Spezifische Nahrun
g
smittel
-I
ntoleranzen seien nicht ausgeschlossen worden. Gegen solche sprächen aber, dass der Beschwerdeführer vor der Operation keine abdominalen Beschwerden gehabt habe.
E
ine symptoma
tische Behandlung der Diarrhoe mit Antidiarrhoika sei nicht über längere Zeit durchgeführt word
en,
I
modium
alleine habe ungenügend geholfen. Eine Behand
lung mit
anderen Medikamenten
sei offenbar bisher nicht durchgeführt worden. Schliesslich sei auch an die Möglichkeit einer bakteriellen Überwucherung des Darms zu denken, diesbezügliche Untersuchungen seien aber nicht durchgeführt worden
(S. 31
Ziff. 4.5.4
)
.
Die Arbeitsfähigkeit sei wegen der Diarrhoe um 40 % reduziert. Der Beschwerde
führer müsse seine Arbeit jederzeit unterbrechen und eine Toilette aufsuchen kön
nen (
S. 32
Ziff. 4.5.5).
4.6.7
Aus polydisziplinärer Sicht sei der Beschwerdeführer in der angestammten Tätig
keit im Informatikbereich und in anderen körperlich leichten bis intermittierend mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeiten zu 50 % arbeits- und leistungs
fähig. Idealerweise könne diese Tätigkeit über sechs bis acht Stunden pro Tag mit jeweils 10-15-minütigen Pausen pro Stunde sowie vermindertem Rendement realisiert werden. Die Arbeitsunfähigkeiten aus den verschiedenen Fachgebieten könnten überwiegend nicht kumuliert werden, da die Pausen sowohl für Entspan
nungsübungen als auch für das Aufsuchen der Toilette und langsameres Arbeiten genutzt werden könnten (S. 34
Ziff. 6.2
).
E
ine vollständige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeiten habe sicher ab der Manifestation des
Burkitt
-Lymphoms im Januar 2012 und während der Therapie im ganzen Jahr 2012 vorgelegen.
Ab Anfang 2013 wäre eine schrittweise Steige
rung des Arbeitspensums auf die festgestellte 50%ige Arbeitsfähigkeit möglich gewesen.
Die
Arbeitsfähigkeit
sei
nach der
Adhäsiolyse
im Januar 2014 und der
Cholezystektomie
im Oktober 2015
für einige Wochen unterbrochen worden
(S. 34 f.
Ziff.
6.3)
.
Zusammenfassend sei ab Januar 2012 von einer vollständigen Arbeitsunfähig
keit, ab Januar 2013 von einer Arbeitsfähigkeit von 25 % und ab Juli 2013 von einer solchen von 50 % auszugehen (S. 3
5 oben
).
5.
5.1
Aus den medizinischen Akten geht unzweifelhaft hervor, dass sich der Gesund
heitszustand des Beschwerdeführers seit der Zusprache der befristeten Rente im Juli 2010 erheblich verändert hat. Während
die Arbeitsunfähigkeit, die seinerzeit zur Zusprache einer
befristete Rente
führte,
auf
psychiatrischen Diagnosen grün
dete, leidet der Beschwerdeführer heute gemäss
Z._
-Gutachten zusätzlich an den Folgen einer Krebserkrankung. Dies führt gemäss
Z._
-Gutachter
insgesamt
zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit v
on 50 % in der angestammten und in jeder anderen körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeit (vgl. vorstehend E. 4.6.7).
5.2
Soweit d
er
Beschwerdeführer rügt,
er habe während der vielen Jahre, an denen er an Eingliederungsmassnahmen teilgenommen habe, nie eine höhere Arbeits
fähigkeit als 40 % erreichen können, vermag er damit
die Feststellungen
des psy
chiatrischen Gutachters nicht
in Zweifel zu ziehen, denn sein
subjektive
s
Leis
tungsvermögen
als
auch
Stellungnahme
n der
Vorgesetzten zur Arbeitsfähigkeit sind nicht massgebend. Vielmehr ist es primär ärztliche Aufgabe, anhand der objektiven Befunderhebung die sich daraus ergebenden Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit abzuschätzen
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195).
Auch b
ei de
n
Einschätzung
en
der Arbeitsfähigkeit durch
Dr.
B._
(
vorstehend
E. 4.3) und die Behandler der Klinik
F._
(vorstehend
E. 4.5)
handelt es sich um vom
Z._
-Gutachter abweichende Einschätzung
en
, die nicht unabhängig von sub
jektiven Gesichtspunkten erfolgt
sind
, da sie von den gegenwärtigen Verhältnis
sen (Anstellung zu 40 %) ausging
en
. Insbesondere erachtete
Dr.
B._
je nach Verlauf eine Steigerung als denkbar, sofern sich der Beschwerdeführer selber
dazu
in der Lage fühle, was doch darauf hindeutet, dass er sich bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit mehr auf das subjektive Empfinden des Beschwerdeführers als auf objektive Gesichtspunkte stützte.
5.3
Was die Rüge der Beschwerdegegnerin betrifft, es sei nicht nachvollziehbar, dass der psy
chiatrische
Z._
-Gutachter eine n
arzisstische Persönlichkeitsstörung diag
nostiziert habe, ist ihr entgegenzuhalten, dass nicht die Diagnose massgebend ist, sondern in erster Linie der psychopathologische Befund und der Schweregrad der Symptomatik (Urteil des Bundesgerichts 9C_602/2016 vom 14. Dezember 2016 E. 5.1).
Beschrieben wurde im
Z._
-
Gutachten
(
vorstehend
E. 4.6.2)
ein ange
spannter, reizbarer Beschwerdeführer, der sich misstrauisch und gegenüber der Untersuchung kritisch und zum Teil sogar im Ansatz leicht bedrohlich und ein
schüchternd, dann wieder freundlich, angepasst und etwas resignativ gezeigt habe (Ziff. 4.1.2 S. 16).
Dagegen
hatte
der psychiatrische Gutachter der MEDAS
A._
(
vorstehend
E. 3.3) aus
geführt
, bezüglich Affektivität sei spürbar, dass der Beschwerdeführer wegen seiner Beschwerden und seiner misslichen Situation deprimiert sei, auch unzufrieden und unglücklich. Einmal sei er nahe am Weinen gewesen. I
n der Untersuchung durch
Dr.
Y._
(
vorstehend
E. 3.4)
war der Beschwerdeführer
lediglich zu Beginn misstrauisch, angespannt und latent aggressiv und zeigte sich im Verlauf der Exploration zugänglicher, weniger misstrauisch und insgesamt kooperativ und auskunftsbereit (S. 9).
Eine Verschlechterung des psychiatrischen Zustandes ist damit ausgewiesen
, weshalb nachvollziehbar ist, dass im
Z._
-Gutachten in psychiatrischer Hinsicht von einer höheren Arbeitsunfähigkeit ausgegangen wurde.
5.4
Zusammenfassend entspricht das
Z._
-Gutachten
den praxisgemässen Kriterien an den Beweiswert einer Expertise (vorstehend E
. 1.5
) vollumfänglich
und es
erweist sich als grundsätzlich beweiskräftige ärztliche Einschätzung.
5.5
5.5.1
Steht somit aus medizinisch-gutachterlicher Sicht eine gesundheitliche Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit
auch
aufgrund psychischer Erkrankungen fest, gilt es nachfolgend die Rechtsfrage zu klären, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen der Gutachter mit der Prüfung der nach BGE 141 V 281 rechterheblichen Standardindikatoren auf eine Arbeitsunfähigkeit im Sinne von
Art.
6 ATSG schliessen lassen (BGE 143 V 418 E. 7). Denn die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrund
lage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchs
frei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (vgl. obige E. 1.2). Diese mit BGE 143 V 418 E. 7 auf sämtliche psychischen Leiden für anwendbar erklärte Rechtsprechung kommt auch im hier zu beurteilenden Fall zum Tragen (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 1
6.
Januar 2018 E. 3.1).
5.5.2
Der psychiatrische Gutachter
setzte sich eingehend mit den Standardindikatoren (vorstehend E.
1.2
) auseinander (vgl. Urk.
5/255 Ziff. 4.1.10 S. 18 ff.)
.
Seine
Beurteilung umfasste das ganze Leistungsprofil mit sowohl negativen als auch positiven Anteilen und ist so verfasst, dass die attestierte Arbeitsunfähigkeit «gleichsam aus dem Saldo aller wesentlichen Belastungen und Ressourcen» (BGE 141 V 281 E. 3.4.2.1) abgeleitet wurde. D
er psychiatrische Gutachter
ist bei der Beantwortung der Frage, wie
er
das Leistungsvermögen einschätzte, den einschlä
gigen Indikatoren gefolgt, hat ausschliesslich funktionelle Ausfälle berücksich
tigt, welche Folge der gesundheitlichen Beeinträchtigung sind, und
seine
versi
cherungsmedizinische Zumutbarkeitsbeurteilung ist auf objektivierter Grundlage erfolgt. Die von der Rechtsanwendung zu prüfende Frage, ob er sich an die mass
gebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten und das Leistungsvermögen in Berücksichtigung der einschlägigen Indikatoren eingeschätzt hat (BGE 141
V
281 E. 5.2.2), ist klar zu bejahen. Die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage lassen sich anhand der Stan
dardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit überwiegender Wahrschein
lichkeit nachweisen, weshalb
in psychiatrischer Hinsicht mit dem psychiatrischen Gutachter von einer 50%igen Arbeits
-
unfähigkeit auszugehen ist.
5.6
Zusammenfassend
ist
nach dem Dargelegten
davon auszugehen, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers derart verschlechtert hat, dass er in der ursprünglichen und jeder angepassten Tätigkeit (vgl. vorstehend E. 4.6.7) zu 50 % arbeitsfähig ist.
6.
6.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139
V
28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1; 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
Bei der Festsetzung des
Valideneinkommens
ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung auch ein beruflicher Aufstieg im Gesundheitsfall zu berücksich
tigen, den eine versicherte Person normalerweise vollzogen hätte; dazu ist aller
dings erforderlich, dass konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ein beruflicher Aufstieg und ein entsprechend höheres Einkommen tatsächlich realisiert worden wären. Die Absicht, beruflich weiterzukommen, muss durch konkrete Schritte wie Kursbesuche, Ablegung von Prüfungen usw. kundgetan worden sein. Die theoretisch vorhandenen beruflichen Entwicklungs- oder Aufstiegsmöglichkeiten sind nur dann zu berücksichtigen, wenn sie mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eingetreten wären (BGE 96 V 29; AHI 1998 S. 166 E. 5a, I 287/95; RKUV 1993 Nr. U 168 S. 97 E. 3b, U 110/92; Urteil des Bundesgerichts 9C_757/2010 vom 24. November 2010 E. 4.2 mit Hin
weisen).
6.2
Das Gericht
zog
im Urteil vom 18. Oktober 2011 für die Bestimmung des
Vali
deneinkommens
den vor dem Unfall erzielten Jahreslohn von Fr. 75'400.
--
heran (Urk. 5/96 E. 4.1).
Der Beschwerdeführer machte geltend, ohne Gesundheitsscha
den
würde er durch die steigende Berufserfahrung Tätigkeiten auf hohem Kom
petenzniveau verrichten und dementsprechend ein monatliches Einkommen von Fr. 9'376.
--
entsprechend
der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE
; T1, Ziff. 62-63, Kompetenzniveau 4
)
erzielen (Urk. 1 S. 7 oben).
Anhaltspunkte, dass der Beschwerdeführer beruflich weitergekommen wäre, liegen keine vor
, weshalb für die Bestimmung des
Vali
deneinkommens
weiterhin vom zuletzt im Jahr 2004 erzielten Einkommen von Fr. 75'400.
--
auszugehen ist
.
Unter Berücksichtigung des Nominallohnindexes für Männer von 113.3 Punkten im Jahr 2004 und 128.5 im Jahr 2016 ergibt dies ein
Valideneinkommen
von rund
Fr. 85'516.
(
Fr.
75'400.
: 113.3 x 128.5)
.
6.3
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch rea
lisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung pri
mär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versi
cherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstä
tigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumut
barer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn
.
I
st kein solche
r
gegeben, nament
lich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder ebenfalls keine ihr an sich zumutbare Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so kön
nen
Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch heraus
gegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE)
beigezogen werden.
(BGE 139 V 592 E. 2.3; 135 V 297 E. 5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E. 3b/
aa
).
6.4
Der Beschwerdeführer
nahm am 1. Juli 2015 eine Tätigkeit als Netzwerktechniker zu einem Jahresgehalt von Fr. 28'800.
bei einem Pensum von 40 % auf (Urk. 5/207), wobei die Beschwerdegegnerin der Arbeitgeberin von Juli bis Dezember 2015 Einarbeitungszuschüsse gewährt
e
(Urk. 5/214). Bereits ab Januar 2016 musste der Beschwerdeführer das Pensum aus gesundheitlichen Gründen auf 20 % reduzieren und weilte von Anfang April bis Mitte Mai 2016 in der Klinik
F._
. Ab Mitte Mai 2016 nahm er die Tätigkeit wieder mit einem Pensum von 40 % auf (vgl. Urk. 5/221).
Damit lagen i
m Zeitpunkt des mutmasslichen Renten
beginns
keineswegs stabile Verhältnisse vor
,
weshalb das Invalideneinkommen gestützt auf die Tabellenlöhne festzusetzen ist.
6.5
Der Beschwerdeführer
verfügt über ein Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis als Verkäufer (Urk. 5/120/3) und über ein Zertifikat
als
PC-Supporter SIZ (Schweize
rische Informatik-Zertifikat; Urk. 5/120/2). Es rechtfertigt sich daher die Löhne im Anforderungsniveau 2 (praktische Tätigkeiten wie Ver
kauf/Pflege/Datenverarbeitung und Administration/Bedienen von Maschinen und elektronischen Geräten/Sicherheitsdienst/Fahrdienst) heranzuziehen.
Im Jahr 20
1
6
betrug
der Zentralwert
für Männer im Anforderungsniveau
2
im privaten Sektor Fr.
5'646
.
-- monatlich
(LSE 2016, TA1). Unter Berücksichtigung einer betriebsüblichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden (Bundesamt für Statistik, Betriebs
übliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen) und bezogen auf ein Pensum von 50 % ergibt dies ein Invalideneinkommen von aufgerundet Fr.
35’316
.
--
.
Für einen behinderungsbedingten Abzug vom Tabellenlohn besteht vorliegend kein Anlass, wurde den Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers doch mit der Ein
schätzung einer Restarbeitsfähigkeit von 50
%
Genüge getan. Zudem umfasst der ausgeglichene Arbeitsmarkt auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei denen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können (Urteil des Bundesgerichts 8C_582/2015 vom 8. Oktober 2015 E. 5.11 mit Hinweisen).
6.6
Die Differenz zwischen Validen-
und Invalideneinkommen beträgt Fr.
50’200
.
--
(Fr. 85'516.
--
- Fr. 3
5’316
.
--
), der Invaliditätsgrad folglich
r
u
nd
5
9
%.
Damit hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
halbe Rente, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7.
Gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren kostenpflichtig. Die Kosten sind unabhängig vom Streitwert nach dem Verfahrensaufwand fest
zulegen und vorliegend auf Fr.
8
00.
--
anzusetzen. Entsprechend dem Ausg
ang des Verfahrens sind sie de
m Beschwerdeführer
aufzuerlegen.