Decision ID: 1f87524e-3b9a-4c63-ad20-8fe6e7668b3d
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1983,
war
seit Mai 2010 als
Mitarbeiterin Hauswirtschaft
in einem 60
%-Pensum bei der
Y._
(Urk. 8/
1/2
,
5
) sowie zu einem Pensum
von
ungefähr 20
% als
Abwa
rt
in
beim
Z._
tätig
(Urk. 8/
15
)
.
Am 16. Juni 2011
stürzte sie und erlitt dabei
eine
Kalkaneus
kon
tu
sion
sowie
eine
Kontusion
des Oberen Sprunggelenkes (OSG)
rechts (Urk. 8/
12/8
,
Urk. 8/9
). Die Unfallversicherung erbrachte Taggelder und
Heilbehandlungs
kosten
(Urk. 8/26/31).
1.2
Am 7. September 2011 meldete
sich die Versicherte
bei der
Sozialversicherungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Hinweis auf eine
seit dem Unfall
bestehende
vollständige Arbeitsunfähigkeit zum Leistungsbezug (berufliche Mass
nahmen) an (Urk. 8/8).
Nach erwerblichen und medizinischen Abklärungen stellte
die IV-Stelle
der Versicherten
mit Vorbescheid vom 10. Juni 2013 (Urk. 8/61) die
Abweisung des Leistungsbegehrens (Rente und berufliche Mass
nahmen) in Aus
sicht
. Dagegen erhob die Versicherte
unt
er Beilage eines Be
richtes ihrer behandelnden Psychiaterin, wonach ihr
auf dem freien Arbeits
markt
keine Erwerbstätigkeit mehr zumutbar sei
(Urk. 8/69)
,
Einw
ä
nd
e
(Urk. 8/64, Urk. 8/66
, Urk. 8/70
).
Nach
dem im Mai 2013 eine anonyme
Meldung
eingegangen war
,
wonach es der Versicherten gesundheitlich nicht so schlecht gehe
(Urk. 8/73/1), liess die IV-Stelle die Versicherte im Zeitraum November 2013 bis anfangs Februar 2014
an sechs Tagen
observieren (Urk. 9/1, Urk. 9/3). Mit Schreiben
vom 11. Juli 2014 (Urk. 8/79) wurde die Versicherte über die Durchführung der Observation in Kenntnis gesetzt. Daraufhin wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren mit Ver
fügung vom 13. August 2014 (Urk. 2) wie angekündigt ab.
2.
Dagegen erhob
X._
am 15. September 2014 Beschwerde
(Urk. 1)
und be
an
tragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr eine ganze Rente zuzusprechen. Ausserdem sei festzustellen, dass ihr
Anspruch auf
recht
li
ches Ge
hör verletzt worden sei
. Eventualiter sei die Sache zur Vornahme wei
te
rer Ab
klärungen an die Vorinstanz zurückzuweisen
(Urk. 1
S. 2
). Mit
Beschwer
deant
wort
vom
24. Oktober 2014
(Urk.
7
unter Beilage ihrer Akten, Urk.
8/1-88, Urk. 9/1-3
) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde
, was
der Beschwerdeführerin am 27. Oktober 2014 mitgeteilt wurde (Urk. 10).
Mit Eingabe vom 5. November 2014 (Urk. 11/1) ersuchte die Beschwerdeführe
rin
unter Hinweis darauf, dass die Unfallversicherung die Taggeldleistungen einge
stellt habe, um Gewährung der unentgeltlichen
Prozessführung sowie um Be
stell
ung von Rechtsanwalt Oskar
Gysler
zum unentgeltlichen Rechtsbeistand und
liess Unterlagen zur finanziellen Situation auflegen (Urk. 11/2, Urk. 18, Urk. 19/1-21
, Urk. 12/1-2
).
Am 5. März 2015 reichte die Beschwerdeführerin
ausserdem einen weiteren medizinischen Bericht
zu den Akten
(Urk. 16, Urk.
17
).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen
.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdegegnerin
führte zur Begründung der angefochtenen Verfügung aus
, dass die Beschwerdeführerin ohne Gesundheitsschaden zu 81 % einer Er
werbstätigkeit nachgehen würde und zu
1
9 % im Haushalt tätig wäre.
Gemäss den getätigten Abklärungen sei es der Beschwerdeführerin zumutbar, im bishe
rigen Pensum einer angepassten Tätigkeit (leichte, weitgehend sitzende Tätig
keiten) nachzugehen. Aufgrund dieses eingeschränkten Arbeitsprofils resultiere eine Erwerbseinbusse von 23 % respektive ein
gewichteter
Teilinvaliditätsgrad
von 19 % im Erwerbsbereich. Im Haushaltsbereich bestehe sodann keine rele
van
te
Einschränkung.
Da somit kein Invaliditätsgrad von mindestens
40 %
vor
liege
,
bestehe
kein Anspruch auf eine Rente.
Ergänzend hielt die
Beschwerde
gegnerin
dafür, dass auch bei einer Einschränkung im Haushaltsbereich
kein
renten
be
gründender
Invaliditätsgrad von mindestens
40 % erreicht würde
(Urk. 2)
.
1.2
Die Beschwerdeführerin
machte demgegenüber
im Wesentlichen
geltend
, unter Berücksichtigung der somatischen und psychischen Beschwerden sei ihr offen
sichtlich keine Erwerbstätigkeit mehr zumutbar. Ausserdem
seien ihr
angesichts der funktionellen Ausschaltung des rechten Beines nur noch körperlich leichte Haushaltsarbeiten
möglich und
sie sei
somit
auch im
Aufgabenbereich erheblich eingeschränkt (Urk. 1
).
2
.
2
.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den All
ge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.3
2.3.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
),
in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invalidi
täts
grad
bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
2.3.2
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt.
Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der An
teil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad ent
sprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Er
werbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit
im Aufgabenbereich (so unter an
derem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht
auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozi
alen und erwerb
lichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode be
stimmt sich die Inva
lidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufga
ben
bereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die
Gesamtin
validität
aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittel
ten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 E.
3.3 mit Hin
weisen; vgl. BGE 134 V
9).
3.
3
.1
Die Beschwerdeführerin erlitt anlässlich des Sturzes vom 16. Juni 2011 eine
Kal
kaneuskontusion
r
e
chts sowie eine OSG-Distorsion rechts
(
Bericht des
A._
, Klinik für Unfallchirurgie, vom 17. Juni 2011,
Urk. 8/12/8). Bei
persistierenden
Beschwerden im Bereich des
rechten
Fusses sowie
sich ent
wickelnden
Beschwerden i
m Bereich des Rücken/Gesässes (U
rk. 8/12/5) war die Beschwerdeführerin vom 20. September 2011 bis am 5. Oktober 2011 in der
B._
hospitalisiert (Urk. 8/23/6-9).
D
ie
Ärzte
der
B._
hielten fest,
die Beschwerdeführerin habe über Schmerzen
i
m OSG, an der Ferse,
über lokale Schmerzen am
Fibulakopf
sowie über
lu
m
bos
a
k
rale
Schmerzen rechts
mit Ausstrahlung ins Bein geklagt
und be
richtet, d
ie Belastung des Fusses sei
kaum noch möglich (Urk. 8/23/6).
Sie
diag
nostizierten ein CRPS I am rechten Fuss
sowie ein sekundäres
lumbospondylo
genes
Schmerzsyndrom rechts und
hiel
ten bezüglich Therapieverlauf fest,
nach
dem die Beschwerdeführerin
anfäng
lich oft den Rollstuhl benützt habe, sei
im Rahmen
der Therapien zumindest eine Mobilisation an Gehstöcken möglich ge
worden, wobei
die Beschwerde
füh
rerin
jedoch weiterhin ein Auftreten des Fus
ses vermieden habe
. I
nsgesamt
habe die Beschwerdeführerin
nur leichte Fort
schritte gemacht (Urk. 8/23/6, 8).
3
.2
Bei persistierenden Beschwerden war die Beschwerdeführerin
zur Behandlung des
komplexen regionalen Schmer
z
syndroms des rechten Fusses
ab dem 7. Dezem
ber
2011
bis am 9. Januar 2012
erneut stationär in der
B._
hospi
tali
siert
(Urk. 8/
38
/
37-39
).
Dort kam es
nach
einer
am 21. Dezember 2011 durch
geführten
Grenzstranginfiltration zu einer Hypästhesie im Bereich des rechten Beines sowie zu einer
subjektiv vollständigen
Parese
des rechten Beines
. Ein ana
tomisches Korrelat zu
dieser
Symptomatik konnte nicht gefunden werden
(Urk. 8/
38/37-38)
.
Die beklagten Rückenbeschwerden führten die Ärzte auf eine
Fehlbelastung/Fehlstellung seit
dem Auftreten der
Beschwer
den im rech
t
en Fuss
zurück und hielten fest, in der MRI-Untersuchung
hätten
relevante Pathologien
ausgeschlossen werden können
(Urk. 8/38/38)
. Ausserdem erfolgte
im Rahmen der
Hospitalisation
eine psychiatrische Beurteilung
. Diesbe
züglich hielten die Ärzte fest,
die
Beschwerdeführerin
sei
im Rahme
n
ihrer Be
schwer
d
en an die
Grenze
ihres psychophysischen Bewältigungsvermögens
gekommen. Da deswe
gen
mögliche intensivere depressiv verzweifelte Zustände auftreten könnten,
werde sie medikamentös behandelt (
Fluctine
), was von der Beschwerdeführerin gut vertragen werde
(Urk. 8/38/38).
3
.3
V
om 9. Januar 2012 bis 29.
Januar 2012 hielt sich die Beschwerdeführerin zur Verbesserung der Motorik im rechten Bein und der Gehfähigkeit in
der
C._
auf (Urk. 8/38/9-12). Die Ärzte hielten dafür, bei Eintritt sei die Beschwerdeführerin mit dem Rollstuhl mobil
gewesen
; a
n Unterarmgehstöcken
sei sie
für
ungefähr fünf
Schritte mobil
gewesen
. Das rechte Bein sei nachgezo
gen worden und das Auftreten mit dem rechten Fuss sei sehr schmerzhaft ge
wesen. Eine aktive Bewegung im Sprunggelenk und
im
Kniegelenk sei nicht mög
lich
und auc
h
die Hüftbeugemuskulatur sei betroffen gewesen.
Das rechte Bein habe passiv bewegt werden müssen und habe nicht als Stütze fungieren können (Urk. 8/38/10). Die Ärzte berichteten, während des Aufent
haltes habe subjektiv und objektiv eine leichte Verbesserung des
Schmerzzu
standes
erzielt werden können. Die Verbesserung der Muskelkraft und der Mo
bilität sei gering gewesen (Urk. 8/38/10).
3
.4
Am 19. April 2012 wurde die Beschwerdeführerin von Dr. med.
D._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, im Auftrag der Unfallversicherung
untersucht (Urk. 8/38/40-43).
Dr.
D._
notierte, b
ei der kli
nischen Untersu
chung
sei es unmöglich gewesen, den rechten Fuss zu betasten, bereits ein leises
Streicheln habe zu heftigsten Schmerzreaktionen geführt. Das Sprunggelenk habe
nicht aktiv gebeugt werden können
.
Auch d
as Kniegelenk h
abe nicht gebeugt und d
ie rechte untere Extremität habe aktiv nicht von der Unter
la
ge abgehoben werden können (Urk. 8/38/41). Der Arzt hielt dafür,
die
Tätigkeit als
Mitar
bei
terin
bei der Spitex
sei nicht mehr
möglich
. Zur Frage nach
d
er
Arbeitsfähigkeit in einer
angepassten Tätigkeit hielt
er
dafür, dass die Beschwerdeführerin zwar auf die Einnahme von starken Schmerzmitteln (Morphin) angewiesen sei, was sicher zu einer gewissen Müdigkeit führen könne. Im Grunde genommen habe
die Beschwerdeführerin jedoch zwei funkti
onstüchtige obere Extremitäten. Er sei
der Ansicht, dass hier eine Tätigkeit möglich sein müsste, jedoch sei die
Abwehr
haltung
der Beschwerdeführerin of
fensichtlich gewesen. Er habe ihr daraufhin mitgeteilt, dass ihre Hingabe zur Hilfsbedürftigkeit zu
absolut
keiner Besserung der Gesamtsituation führen werde und sie
selber dazu beitragen müsse, um
eine gewisse Selbständigkeit
zu erreichen. So habe er ihr geraten, dass sie
im Haus
halt
mit Hilfe eines
Sattel
stuhles
wenigstens wieder koche
. Das reine Nichtstun könne nicht akzeptiert werden (Urk. 8/38/42).
3
.5
A
m
26. Juni 2012
fand in
der
E._
zur Beurteilung der Beinparese
eine neurologische Konsultation statt (U
rk. 8/53/17-19).
D
er untersuchende Neu
rologe
notierte, f
unktionell sei das rechte Bein ausgeschaltet, mit allerding
s im
klinischen Status objektiv
er
,
durch spezielle Untersuchungen nachweisbarer
Mus
kel
aktivität
und auch in den elektro
physiologischen Untersuchungen feh
lenden Hinweisen für eine Affektion neuronaler Strukturen im rechten Bein
.
Das CRPS
könne
hingegen
gut nach
gewiesen werden
. Zudem hätten sich Hin
weise auf ein neuropathisches Schmerzsyndrom des Fusses und des Unterschen
kels rechts ergeben.
Der Neurologe kam zum Schluss, dass es sich somit
bei der funktio
nellen Ausschaltung vorwiegend um ein zerebral generiertes
Hemmphä
nomen
handeln
dürfte
(Urk. 8/53/19). Er empfahl eine rheumatologische Un
tersuchung, worauf die Beschwerdeführerin am 3. Oktober 2012 in der
E._
,
Rheumatologie, untersucht wurde (Urk. 8/53/23-24).
Anläss
lich der Untersu
chung
war das Gangbild an den Krücken verlangsamt mit inak
tivem rechtem Bein
(Urk. 8/53/23).
Die Ärzte notierten
, es bestehe
ein CRPS Stadium 2-3 des rechten
Fusses
. Z
usätzlich bestehe eine funktionelle Beinparese rechts
.
Z
ur Behandlung der funktionellen Beinparese
empfahlen sie, eine
psy
c
h
osomatische stationäre The
rapie
in Erwägung zu ziehen und hielten fest, i
n jedem Fall sei ein intensives Training wichtig und eine übermässige Schonung zu vermeiden
(Urk. 8/53/24)
.
3
.6
Mit Bericht vom 29.
August 2012 (Urk. 8/53/21-22) hielt
Dr.
F._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie – behandelnde Psychiaterin der
Beschwerdeführerin seit Juni 2012 (Urk. 8/45) -
fest, die Beschwerdeführerin leide
unter einer mittelgradigen depressiven Episode
(ICD-10 F32.1)
bei Status nach Sturz auf der Treppe am 16. Juni 201
1.
Die Psychiaterin hielt dafür, die
Be
schwerdeführerin
habe im Verlaufe der Behandlungen eine depressive Stö
rung entwickelt, die durch Schlafstörung, Nervosität, N
ie
dergeschlagenheit, verlorene Freude und Interesse, niedriges Selbstwertgefühl, Antriebsstörung und sozialem
Rückzug gekennzeichnet sei (Urk. 8/53/21).
Die
Beschwerdeführerin
sei nieder
ge
schlagen, traurig, ängstlich, hil
f- und hoffnungslos, resigniert und
un
ter
schwellig
aggressiv
. Der Antrieb sei vermindert (Urk. 8/53/22).
3
.7
Dr. med. G._
, Spezialarzt für Allgemeine Medizin FMH,
ersuchte
mit
Bericht
vom 11. Dezember 2012
die
Unfallversicherung um Koste
ngutsprache für
eine
Hospitalis
ation
in der
H._
(Urk. 8/53/25). Er hielt dafür, dass – während das CRPS
für die Beschwerdeführerin
subjektiv
stö
rend und schmerzhaft sei –
sie
die funktionelle Ausschaltung des rechten Beines als
unerträglich empfinde. Die
Beschwerdeführerin
habe
sich
bisher wegen der Kinder
gegen eine stationäre
Behandlung
gewehrt, sehe aber nun ein, dass sie ambu
lant
nicht weiterkomme, weshalb eine stationäre The
rapie in
H._
ge
wünscht werde.
3
.8
V
om 13. Januar 2013 bis 9. Februar 2013
war die Beschwerdeführerin
in der
H._
hospitalisiert (Bericht vom 12. Mai 2013, Urk. 8/57). Die Ärzte hielten fest, die Beschwerdeführerin habe das
rechte
Bein aktiv nicht bewegt (Urk. 8/57/2).
Bei kleineren Gehversuchen
sei
die Beschwerdeführerin vom Pflegepersonal begleitet worden (Urk. 8/57/3).
De
r erhobene psychopatho
logische Befund war unauffällig: Die Beschwerdeführerin erschien gepflegt, war im Kontaktverhalten offen und zugewandt. Sie war wach, bewusstseinsklar und in allen Qualitäten orientiert. Die Konzentration und die
mnestische
n
Fähigkei
ten waren unauffällig. Das formale Denken war klar und kohärent. Im inhaltli
chen Denken ergaben sich keine Hinweise auf Denkstörungen, wahnhaftes Erle
ben oder Halluzinationen. Der Antrieb wurde als aktiv beschrieben und die Psychomotorik als unauffällig
(Urk. 8/57/2).
Als
Diagnosen führten
die Ärzte
eine chronische Schmerzstörung mit somatischen
und psychischen Faktoren (persistierende Parese des rechten Beines nach Grenzstranginfiltration, Hinweise für eine dissoziative Störung, aktuell unklare
Zuordnung), ein CRPS 1 Fuss rechts sowie ein sekundäres
lu
m
bospondylogenes
Schmerz
synd
rom rechts auf (Urk. 8/57/1). Die Ärzte berichteten, es sei mit der Beschwerdeführerin nochmals besprochen worden, dass für die Lähmung im
Bein kein klinisches Korrelat
vor
handen sei
und
sie
sei darin gestärkt worden, Selbstverantwortung für ihr Leben zu übernehmen.
Gegen Ende des Aufenthaltes habe die Beschwerdeführerin den Willen geäussert, wieder vollkommen gesund werden zu wollen. Sie habe sich vorgenommen, bis Ende des
Jahres
wieder laufen zu können
. Die Ärzte attes
tierten bis auf weiteres eine Arbeitsunfähigkeit
von 100 %
(Urk. 8/57/3).
Im einem Schreiben vom 25. Februar (recte: Januar) 2013 (
Kostengutsprache
verlängerungsgesuch
zuhanden der Unfallversicherung, Urk. 8/53/35-36) hatten die behandelnden Ärzte ausserdem berichtet, die Beschwerdeführerin sei im Stationsalltag überwiegend im Rollstuhl mobil (Urk. 8/53/36).
3
.9
Mit Bericht vom 29.
August 2013 (Urk. 8/69) hielt Dr.
F._
fest, die
Be
schwerdeführerin leide unter einer mittelgradigen depressiven Episode
(ICD-10
F32.1) bei Status nach Sturz am 16. Juni 2011
sowie einer anhaltenden
Schmer
z
störung
(ICD-10 F45.4)
mit
Somatisierungstendenz
(Urk. 8/69/1)
. Die
Beschwer
deführerin
könne nichts mehr selber machen. Sie
sei permanent auf fremde Hilfe
angewiesen. Es bestehe eine Doppelbelastung mit Kindererziehung und Organi
sation bzw. Termine
n
und Bürokratie. Im August 2013 habe sich ein erneuter Treppensturz ereignet, seitdem
leide sie unter
Hals- und
Schulter
schmerzen
auf
der linken Seite
(Urk. 8/69/2)
.
Der psychiatrische Befund
wurde im Vergleich
zum
Ber
icht vom 29. August 2012 (E. 4.6
)
als unverändert be
schrieben
.
Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit
hielt
die Ärztin
dafür,
dass
der Be
schwerdeführerin
aus psychiatrisch-
psychotherapeutischer
Sicht keine berufli
che Erwerbstätigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt zumutbar
sei
(Urk. 8/69/2)
.
3
.10
Dr.
I._
hielt in seiner Stellungnahme vom 27. Februar 2014 (Urk. 8/82/3)
fest
, es fänden sich erhebliche psychosoziale Belastungen
(Migration, familiäre Probleme, Überforderung mit Haushalt und Kindern, finanzielle Sorgen)
. Ent
spre
chend dem psychopathologischen Befund seien
objektiv
keine kognitiven Stö
rung vorhanden, ebenso wenig Denkstörung
en, es fände
sich einzig ein leich
ter Interesseverlust
, wobei Bücher lesen gut gehe
, sowie eine depressive Grundstimmung, welche sic
h jedoch am Feierabend aufhelle und somit nicht
durchgängig vorhanden
sei
. Zudem sei die Störung im Zusammenhang mit der
Somatisie
ru
ngs
störung
aufgetreten. Somit sei die
von Dr.
F._
beschrie
bene mittelgradige depressive Episode nicht ausreichend belegt und zudem re
aktiv durch psychosoziale Belastungen und infolge der Schmerzstörung hervor
gerufen. Als einziger die
Arbeitsfähigkeit
tangierender Gesundheitsschaden sei das in den Unterlagen aufgeführte CRPS zu nennen. Dadurch sei die bisherige Tätigkeit
nicht mehr möglich, eine
leidensangepasste überwiegend sitzende Tä
tigkeit
sei jedoch
zu 100 %
zumutbar
.
Nach
durchgeführter
Observation hielt Dr.
I._
sodann
am 2. Mai 2014
zu
den Observationsergebnissen stellungnehmend
dafür (Urk. 8/82/4), die Be
schwer
deführerin sei in der Lage gewesen,
selber
Auto zu
fahren
, Einkäufe zu tätigen und
mit anderen Personen Gespräche zu führen.
Sie
habe
dabei
immer einen freundlichen ausgeglichenen Eindruck gem
acht und Freude zeigen kön
nen. D
ie Beschwerdeführerin
sei gepflegt gewesen,
habe keine Ängste gezeigt und sei nicht auf fremde Hilfe angewiesen gewesen, was im Widerspruch zum Bericht von Dr.
F._
stehe. Ausserdem sei die Beschwerdeführerin in der Lage ge
wesen, sich in der Öffentlichkeit ohne grösser
e Einschränkungen fortzu
bewegen
. Hinweise für ausgeprägte Schmerzen hätten sich der Mimik der Be
schwerde
führerin nicht entnehmen lassen,
so
wie
auch keine deutliche Ver
langsamung
beim Gehen
. Insofern könne an der bisherigen Stellungnah
me
vom 27. Februar 2014 festgehalten werden, da e
ine
Arbeits
tätig
keit in einer sitzen
den Tätigkeit weiterhin
zu 100 % zumutbar sei
.
3
.11
Die Beschwerdeführerin reichte im Rahmen des Beschwerdeverfahrens einen weiteren Bericht der
E._
zu den Akten (Bericht vom 24. Februar 2015, Urk. 17), gemäss welchem die Mobilisation
nur an Stöcken möglich
sei, das rechte Bein vollständig inaktiv sei und aktiv nicht mobilisiert werden könne
(Urk. 17).
4
.
4
.1
Für die Beur
teilung der invalidi
sie
renden Wirkung psychosomatischer
Leiden
hat das Bundesgericht mit zur Publikation bestimmten Urteil 9C_492/2014 vom 3. Juni
2015 in Änderung der
bisherigen Rechtsprechung festgehalten,
dass die bis dahin für solche Leiden geltende Überwindbarkeitsvermutung durch eine
er
gebnisoffene
Beurteilung des funktionellen Leistungsvermö
gen
s
mittels eines strukturierten
Beweisverfahren
s
ersetzt werde.
An die Stelle des bishe
rigen Kri
terienkatalogs trete
n im Regelfall beachtliche Stan
dardindikatoren. Diese lassen sich in die Kategorien Schweregrad und Konsis
tenz der funktionellen Auswir
kungen einteilen. Die
Anerkennung eines rentenbegrün
denden
Invaliditätsgra
de
s
ist nur zulässig, w
enn die funktionellen Auswirkun
gen der medizinisch fest
ge
stellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der
Stand
ard
indikatoren
schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind.
Die im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren, welche nach gemeinsamen Eigenschaften systematisiert werden können, umschreibt das Bundesgericht im erwähnten Leitentscheid 9C_492/2014 wie folgt:
Kategorie „funktioneller Schweregrad" (E. 4.3)
Komplex „Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1)
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
(E. 4.3.1.2)
Komorbiditäten
(E. 4.3.1.3)
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen; E. 4.3.2)
Komplex „Sozialer Kontext" (E. 4.3.3)
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens; E. 4.4)
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
behandlungs- und eingliederung
sanamnestisch ausgewiesener
Lei
dens
druck
(E. 4.4.2)
Die Antworten, welche die medizinischen Sachverständigen anhand der (im Ein
zelfall relevanten) Indikatoren geben, verschaffen den Rechtsanwendern In
di
zien
, wie sie erforderlich sind, um den Beweisnotstand im Zusammenhang mit der Be
urteilung der Arbeitsunfähigkeit bei psychosomatischen Störungen zu über
brück
en (E. 4.1.3
des erwähnten Leitentscheides 9C_492/2014
).
4
.2
Den medizinischen Berichten ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin neben dem diagnostizierten CRPS hauptsächlich an einer Schmerzstörung leidet, wobei die diesbezüglichen Beschwerden in den durchgeführten Untersuchungen weitgehend oh
ne klinisches Korrelat blieben (E.
3
.1 ff.)
.
Es liegt somit ein psy
chosomatisches Leiden vor, auf welches die neue bundesgerichtliche Rechtspre
chung Anwendung findet
(vgl. E. 4
.1)
.
D
ie in den Akten liegenden ärztlichen Berichte
–
in
welchen
unterschiedlich starke Einschränkungen der Leistungsfä
higkeit attestiert wurden
(vgl. E. 3
.4
[Hinweis auf zwei funktionstüchtige obere
Extremitäten]
,
E.
3
.8
[100%ige Arbeitsunfähigkeit]
,
E.
3
.9
[keine Erwerbstätig
kei
t mehr zumutbar]
, E. 3
.10
[sitzende Tätigkeit zumutbar], Urk. 8/25/6 [Ar
beits
fähigkeit in behinderungsangepasster Tätigkeit zu erwarten, aktuell jedoch zu 100 % arbeitsunfähig]) -
erlauben
keine
abschliessend
e
Beurteilung im Lichte
der nunmehr
massgebenden Indikatoren und somit keine Beurteilung der Leis
tungs
fä
higkeit der Beschwerdeführerin.
Diesbezüglich ist insbesondere darauf
hinzu
weisen, dass
in den medizinischen Berichten wiederholt festgehalten wurde,
die Beschwerdeführerin
habe
das rechte Bein, insbesondere auch das Kniege
lenk,
nicht bewegen können (E. 3.3, E. 3.4, E. 3.5, E. 3
.8), das rechte Bein
habe
nicht
als Stütze
dienen können und
sei
nachgezogen worden (E. 3
.3), ein Auftreten mi
t dem rechten Fuss sowie auch Streicheln des Fusses
sei
sehr schmerzhaft ge
wesen (E. 3.3, 3
.4), die Beschwerdeführerin
sei
bei kleineren Gehversuchen vom
Pfleg
epersonal begleitet worden (E. 3
.8), und
sie habe
sich oftmals
(nur)
im Roll
stuhl fortbewegt
(E. 3.3, E. 3
.8). Demgegenüber
ergibt sich aus den Unterla
gen
zur Observation, welche im Zeitraum von November 2013 bis Februar 2014 statt
fand, dass sich die Beschwerdeführerin ohne grössere Einschränkungen fort
bewegen konnte. Die Beschwerdeführerin ging zwar an zwei Gehhilfen, wo
bei sie am rechten Fuss eine Manschette trug. Beim Laufen als auch beim Ste
hen trat sie jedoch mit dem rechten Fuss auf den Boden auf (Urk. 9/3, 0:00 ff, 07:46 ff.; Urk. 9/1 S. 6) - wobei dieser zumindest auch teilweise belastet wurde (Urk. 9/3, 02:46 f., 02:56 f.) - und winkelte das rechte Kniegelenk beim Laufen an (Urk. 9/3, 07:46 ff.). Beim Gehen zeigte sich sodann lediglich ein leichtes, kaum sichtbares Hinken ohne deutliche Verlangsamung (Urk. 9/3, 07:46 ff.; Urk. 9/1 S. 5)
.
Zu diesen Observationsergebnissen konnten die ärztlichen
Fach
personen
– mit Ausnahme des RAD, welcher sich jedoch nicht zu der
diagnosti
zierten
Sc
hmerzstörung äusserte (vgl. E. 3
.10) – nicht Stellung nehmen.
Aus den
Arztberichten
er
geben sich sodann auch Hinweise auf ungenutzte Ressourcen, angesichts de
ren
unklar bleibt, wie weit es der Beschwerdeführerin aus objekti
ver Sicht zumutbar
wäre
,
ihre beklagten Einschränkungen zu überwinden. So war
Dr.
D._
der Ansicht, die Beschwerdeführer
in
müsse selber dazu beitrage
n
, wieder eine gewisse Selbständigkeit zu erreichen und das reine Nichtstun kön
ne nicht akzeptiert werden (E. 3
.4), die Ärzte der
E._
erklärten
, eine übermässige
Schonung sei zu vermeiden (E. 3
.5) und auch die Ärzte
der
H._
hielten dafür
, die Beschwerdeführerin müsse wieder Selbst
verantwortung für ihr Leben übernehmen
(E. 3
.8).
Die Beschwerdegegnerin hat somit weitere medizinische Abklärungen zu veran
lassen, wobei
insbesondere auch anhand der Observationsergebnisse
die Schwere
des Krankheitsgeschehens
und deren Auswirkungen auf die Leistungs
fähigkeit zu plausibilisieren
sind
.
4
.3
Von der behandelnden Psychiaterin Dr.
F._
wurde schliesslich eine mittel
gradige depressive Episode diagnostiziert
und ein
e
vollständige Arbeitsunfähig
keit attestiert
(E. 3.6, E. 3
.9).
Verneint das Bundesgericht bei solchen Störungen regelmässig eine versicherungsrechtlich relevante Einschränkung der Leis
tungs
fähigkeit (vgl. beispielsweise Urteil
e
9C_836/2014 vom 23. März 2015,
9C_917/2012
vom 14. August 2013, 9C_454/2013 vom 29. Oktober 2013
)
, und erscheint mit Blick auf den in der
H._
erhobene
n
un
auffällige
n
psychopathologische
n
Status
(E. 3.8)
das Vorliegen
eine
r
depressive
n
Stö
rung als fraglich, sind
auch diesbezüglich weitere med
izinische Abklärungen
angezeigt. Dabei werden sich die medizinischen Fachpersonen gegebenenfalls auch zu allfälligen Wechselwirkungen mit der Schmerzstörung zu äussern ha
ben
(vgl. Urteil des Bundesgerichtes
9C_492/2014
,
E. 4.3.1.3 und E. 4.3.2).
4
.4
Aus den im Rahmen des vorliegenden Beschwerdeverfahrens eingereichten Unter
lagen zum Gesuch um unentgeltliche Prozessführung geht
sodann
hervor, dass die Beschwerdeführerin im Februar 2014 ein weiteres Kind gebar (Urk. 18 S. 4, Urk. 19/7). Angesichts dessen i
st
auch die
der angefochtenen Verfügung
zu
grunde gelegte Qualifikation (
81 % Erwerbstätigkeit, 19 % Haushalt, vgl. E. 1.1)
zu überprüfen
.
Diesbezüglich sind somit ebenfalls weitere Abklärungen
ange
zeigt, und bei Annahme einer Tätigkeit im Aufgabenbereich
ein
Betätigungs
ver
gleich
vorzunehmen
(vgl. E. 2
.
3
.2)
.
4
.
5
Zusammenfassend ist
mithin
festzuhalten, dass
d
ie Sache an die
Beschwerde
geg
nerin
zur Durchführung einer polydisziplinären Begutachtung
- unter Berück
sichtigung de
r Standardindikatoren (vgl. E. 4
.1) -
sowie zur Klä
rung der
Sta
tusfrage
sowie
gegebenenfalls
zur Ermittlung der Einschränkungen im Haushalt
zurückzuweisen
ist.
In dem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
5
.
5
.1
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 600.-- festzulegen und ausgangsgemäss von der Beschwerdegegnerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).
5
.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
die
vertretene Beschwerdeführer
in
Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
5
.3
Die Prozessentschädigung wird vom Gericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (§ 34 Abs. 3
des Gesetzes über das
Sozialversicherungs
gericht
,
GSVGer
). Vorliegend ist eine Entschädigung von
Fr. 1‘6
00.--
(inklusive Mehrwertsteuer und Barauslagen) angemessen.
Mithin erweist sich das Gesuch der Beschwerdeführerin um Gewährung der un
ent
geltlichen Rechtspflege (Urk. 1
1/1
)
als gegenstandslos
.
Das Gericht
erkennt:
1.
Die Beschwerde wird
in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung vom
13. August
2014 aufgehoben und die Sache an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zurückgewiesen wird, damit diese, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, neu verfüge
.
2.
Die Gerichtskosten von Fr. 600.-- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt. Rech
nung
und Einzahlungsschein werden der Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts
kraft zu
gestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet,
Rechtsanwalt Oskar
Gysler
, Zürich,
eine Prozessentschädigung
von Fr. 1‘6
00.--
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen
.
4
.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
Rechtsanwalt Oskar
Gysler
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
, unter Beilag
e je einer Ko
pie von Urk. 16,
Urk. 17
, Urk. 18 und Urk. 19/7
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5
.