Decision ID: 8805811b-9b5b-5da9-a6d6-30926aed2334
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Kläger,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Bettina Surber, Oberer Graben 44,
9000 St. Gallen,
gegen
BVG-Sammelstiftung Swiss Life, General Guisan Quai 40, Postfach 2831,
8022 Zürich,
Beklagte,
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betreffend
Invalidenrente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ war bis Ende 1996 als Eisenleger tätig (IV-act. 7) und bezog in der Folge
Leistungen der Arbeitslosenversicherung. Im März 1999 meldete er sich aufgrund eines
Rückenleidens zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung an (IV-act. 3).
Hierauf wurde der Versicherte vorerst zum Psychiatriepfleger (IV-act. 20, 26) und - nach
einer erneuten Anmeldung zum IV-Leistungsbezug im März 2002 (IV-act. 33) - zum
Arbeitsagogen umgeschult (IV-act. 51, 56, 58, 60, 95). Am 2. Juni 2008 teilte ihm die
IV-Stelle St. Gallen mit, dass er nach erfolgreicher Absolvierung der Umschulung als
Arbeitsagoge rentenausschliessend eingegliedert sei, nachdem er beim B._ weiterhin
tätig sein könne (act. G 6.5; IV-act. 109, 112). Aufgrund des Arbeitsverhältnisses beim
B._ bestand ab 1. Mai 2008 ein Vorsorgeverhältnis bei der BVG-Sammelstiftung
Swiss Life (nachfolgend: BVG-Sammelstiftung). Das Arbeitsverhältnis wurde auf Ende
Dezember 2008 aufgelöst (act. G 6.6, 6.9-6.11). Im März 2009 meldete sich der
Versicherte mit Hinweis auf eine seit 11. Juli 2008 bestehende Arbeitsunfähigkeit
erneut zum IV-Leistungsbezug an (IV-act. 113). Die IV-Stelle sprach ihm mit
Verfügungen vom 19. November und 10. Dezember 2009 ab September 2009 eine
ganze Rente auf der Basis eines Invaliditätsgrades von 100% zu (act. G 6.14 Beilage;
IV-act. 138, 139). Aufgrund der Rentenrevision 2012 bestätigte die IV-Stelle den
Anspruch auf die bisherige Rente (IV-act. 157).
A.b Mit Schreiben vom 2. Juni 2010 teilte die BVG-Sammelstiftung dem Versicherten
mit, er habe wegen einer HWS-Diskushernie von 2003 bis 2008 eine IV-Umschulung
absolviert. Da er auf dem Anmeldeformular die Frage nach gesundheitlichen Störungen
in den letzten fünf Jahren und betreffend Bezug von IV-Leistungen verneint habe, liege
eine Anzeigepflichtverletzung vor, weshalb sie den Vertrag in Anwendung von Art. 6
VVG kündige. Die Kündigung habe zur Folge, dass er mit Wirkung ab 1. Juli 2010 nur
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noch im Rahmen der BVG-Mindestleistungen im Vorsorgewerk der ehemaligen
Arbeitgeberin versichert sei (act. G 6.19). Nachdem der Versicherte dazu am 12. Juli
2010 Stellung genommen hatte (act. G 6.21), bestätigte die BVG-Sammelstiftung ihren
Standpunkt betreffend Anzeigepflichtverletzung am 2. September 2010. Sie hielt im
Weiteren fest, es bestehe gegenüber der BVG-Sammelstiftung auch kein
Leistungsanspruch im Rahmen des BVG, da er bei Beginn der Arbeitsunfähigkeit nicht
bei ihr versichert gewesen sei (act. G 6.22). Auf ein Schreiben von Rechtsanwältin lic.
iur. B. Surber, St. Gallen (act. G 6.23), bestätigte die BVG-Sammelstiftung ihre früheren
Darlegungen am 7. Februar 2011 (act. G 6.24). Nach einem weiteren Schreiben von
Rechtsanwältin Surber vom 10. August 2011 (act. G 6.25) nahm die BVG-
Sammelstiftung Abklärungen bei Dr. med. C._, Allgemeine Medizin FMH, und beim
Kantonsspital St. Gallen vor (act. G 6.27-6.30). Am 9. August 2011 gab die BVG-
Sammelstiftung dem Versicherten die ihm zustehende Freizügigkeitsleistung bekannt
(act. G 6.31). Mit Schreiben vom 16. Dezember 2011 verneinte sie einen
Leistungsanspruch des Versicherten (act. G 1.1).
B.
B.a Mit Eingabe vom 18. Dezember 2012 erhob Rechtsanwältin Surber für den Ver
sicherten Klage gegen die BVG-Sammelstiftung mit dem Rechtsbegehren, die BVG-
Sammelstiftung sei anzuweisen, dem Kläger ab 1. September 2009 eine volle Rente
zuzüglich Zins zu 5% zuzusprechen. Dem Kläger sei die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung zu gewähren. Zur Begründung führte sie unter anderem aus, die
zur Invalidität führende Arbeitsunfähigkeit sei beim Kläger erst zu einem Zeitpunkt
aufgetreten, in welchem er bereits bei der Beklagten versichert gewesen sei. Es könne
nicht angeführt werden, der Kläger sei aufgrund des Rückenleidens bereits früher
arbeitsunfähig gewesen. Mit grosser Willensanstrengung habe der Kläger sich zweimal
umschulen lassen und jeweils in der für ihn als adaptiert geltenden Tätigkeit wieder
über längere Zeit die volle Arbeitsfähigkeit erlangt. Er habe die Umschulung zum
Arbeitsagogen während rund vier Jahren erfolgreich absolvieren können, was er nicht
hätte tun können, wenn er für den Beruf des Arbeitsagogen in dieser Zeit nicht
arbeitsfähig gewesen wäre. Die effektiv bleibende und invalidisierende
Arbeitsunfähigkeit, welche gemäss ärztlichem Gutachten auch für optimal adaptierte
Tätigkeiten gelte, sei erst im Zeitpunkt nach der Operation im August 2008 und damit in
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einem Zeitpunkt eingetreten, in welchem der Kläger bei der Beklagten obligatorisch
versichert gewesen sei. Der Kläger habe sich am 15. Juli 2008 aufgrund der
Verschlechterung des Gesundheitszustandes einer Rückenoperation unterziehen
müssen. Konsekutiv sei es zu einem neuropathischen Schmerzsyndrom gekommen,
was zur aktuellen Arbeitsunfähigkeit geführt habe. Der die Invalidität effektiv
begründende Gesundheitsschaden sei - unabhängig von den vorbestehenden
Rückenproblemen - erst im Zeitpunkt der Versicherung bei der Beklagten eingetreten.
B.b In der Klageantwort vom 1. Februar 2013 beantragte die Beklagte Abweisung der
Klage, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Sie legte unter anderem dar, die
praktische Ausbildung des Klägers beim B._ sei im Rahmen einer beruflichen
Massnahme der IV mit Taggeldbezug erfolgt, wobei der Kläger aus gesundheitlichen
Gründen höchstens zu 80% tätig gewesen sei. Die Beklagte sei über die
durchgeführten beruflichen Massnahmen der IV-Organe in keiner Weise informiert
gewesen. Im Gutachten von Dr. med. C._ vom 28. Juli 2009 werde in keiner Weise
der Bezug zwischen den aktuellen Beschwerden des Klägers und der jahrelangen
Rückenproblematik angesprochen. Für die Organe der IV sei diese Frage auch nicht
von Interesse. Deshalb könne das Gutachten von Dr. G._ nur sehr beschränkt zur
Prüfung des sachlichen Zusammenhangs beigezogen werden. Die von Dr. D._
bestätigte Neuropathie dürfe nicht als isolierte Ursache der invalidisierenden
Arbeitsunfähigkeit des Klägers betrachtet werden. Zwar sei die Neuropathie nach der
Operation vom 15. Juli 2008 in den Vordergrund getreten; sie sei aber mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit auf die Kompression des Rückenmarks
zurückzuführen. Die Art und die Lokalisation der Schmerzen entsprächen den
Befunden, wie sie in vielen ärztlichen Berichten der IV-Akten seit 1996 ausgewiesen
würden. Werde der sachliche Zusammenhang der neuropathischen Schmerzen mit der
vorbestehenden Diskushernie bestritten, müsste davon ausgegangen werden, dass die
Läsion des Rückenmarkes (Myelopathie) - als Korrelat für die neuropathischen
Schmerzen - während der Operation zugefügt worden sei, was von keiner Seite
behauptet worden sei. Bis heute sei nicht untersucht worden, was die Verletzung des
Rückenmarkes verursacht haben könne. Es sei überwiegend wahrscheinlich, dass
zwischen der Diskushernie im HWS-Bereich und den neuropathischen Schmerzen ein
enger sachlicher Zusammenhang im Sinne der Rechtsprechung zu Art. 23 BVG
bestehe. Beim Kläger habe eine voraussichtlich dauernde Arbeitsunfähigkeit von
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mindestens 50% seit Januar 2002 bestanden. Er habe zwischen dem 1. März 2003 und
dem 31. Mai 2008 IV-Taggelder erhalten, was eine mindestens 50%ige
Arbeitsunfähigkeit vorausgesetzt habe. Abgesehen davon sei der Kläger aufgrund
seiner Erkrankung nur in Teilzeit im Rahmen der beruflichen Massnahme erwerbstätig
gewesen und habe somit nie die volle Arbeitsfähigkeit wieder erlangt. Die IV-
Eingliederung sei nur von kurzer Dauer gewesen, sei er doch bereits wenige Wochen
später von neuem voll arbeitsunfähig gewesen. Angesichts des Verlaufs der Krankheit
und der mehr als zehn Jahre dauernden Arbeitsunfähigkeit dürfe nicht ernsthaft von
einer dauerhaften Wiedererlangung der vollen Erwerbsfähigkeit ausgegangen werden.
Daraus ergebe sich, dass der zeitliche Zusammenhang nicht unterbrochen worden sei.
Demzufolge stehe dem Kläger mangels Versicherteneigenschaft bei Eintritt der
invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit kein Anspruch auf Invalidenleistungen der
Beklagten zu. Sollte wider Erwarten von einer grundsätzlichen Leistungspflicht
ausgegangen werden, stünden dem Kläger nur die gesetzlichen Minimalleistungen
nach BVG zu, nachdem die Beklagte den Vertrag im Umfang der weitergehenden
Vorsorge wegen Anzeigepflichtverletzung des Klägers gekündigt habe.
B.c Mit Replik vom 7. März 2013 bestätigte die Rechtsvertreterin des Klägers ihre
Anträge und Ausführungen (act. G 9).
B.d Am 8. März 2013 bewilligte der zuständige Abteilungspräsident die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung des Klägers für das vorliegende Verfahren (act. G 10).
B.e Die Beklagte hielt in der Duplik vom 22. April 2013 an ihrem Standpunkt fest (act.
G 12).
B.f Das Versicherungsgericht zog die Akten der Invalidenversicherung betreffend den
Kläger bei. Die Rechtsvertreterin des Klägers verzichtete auf Akteneinsicht und
Stellungnahme. Die Beklagte nahm Einsicht in die Akten und bestätigte ihre
Ausführungen in der Klageantwort (act. G 14-16, 18).
B.g Die ehemalige Arbeitgeberin des Klägers beantwortete eine Anfrage des
Versicherungsgerichts vom 23. August 2013 (act. G 17) am 10. September 2013 (act. G
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19). Die Parteien nahmen hierzu am 23. September (act. G 21) und 1. Oktober 2013
(act. G 23) Stellung.

Erwägungen:
1.
Nach Art. 23 lit. a BVG (in Kraft ab 1. Januar 2005) haben (im Obligatoriumsbereich)
Anspruch auf Invalidenleistungen Personen, die im Sinn der IV zu mindestens 40
Prozent invalid sind und bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität
geführt hat, versichert waren. Anspruch auf eine volle Invalidenrente hat die versicherte
Person, wenn sie im Sinn der IV zu mindestens 70 Prozent invalid ist. Bei mindestens
60 prozentiger Invalidität besteht Anspruch auf eine Dreiviertelsrente. Der Anspruch auf
eine halbe Rente setzt einen Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent voraus und
derjenige auf eine Viertelsrente einen solchen von mindestens 40 Prozent (Art. 24 Abs.
1 BVG). Vorliegend sprach die Invalidenversicherung dem Kläger mit Wirkung ab
September 2009 eine ganze Rente zu (IV-act. 138, 139). In diesem Klageverfahren
werden ebenfalls Leistungsansprüche ab September 2009 geltend gemacht. Die Frage,
ob die Beklagte leistungspflichtig ist und wenn ja, ab welchem Zeitpunkt, ist
nachstehend zu prüfen.
2.
2.1 Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der Invalidenver
sicherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG ergibt sich, dass der
Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich der beruflichen Vorsorge und in der
Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist. Aufgrund von Art. 6 BVG steht es
den Vorsorgeeinrichtungen frei, den Invaliditätsbegriff bereits in der obligatorischen
Versicherung zugunsten des Versicherten zu erweitern oder Invalidenrenten schon bei
einem Invaliditätsgrad von weniger als 40% auszurichten. Gehen sie ausdrücklich oder
unter Hinweis auf das Gesetz vom gleichen Invaliditätsbegriff aus wie die
Invalidenversicherung, sind sie hinsichtlich des versicherten Ereignisses an die
Invaliditätsbemessung der IV-Stellen gebunden, es sei denn, dass diese sich als
offensichtlich unhaltbar erweist (vgl. BGE 126 V 308; BGE 115 V 208 und 215; BGE 118
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V 35 E. 2b/aa; BGE 120 V 106 E. 3c). In BGE 129 V 73 wurde eine Bindungswirkung
der invalidenversicherungsrechtlichen Feststellungen für die Vorsorgeeinrichtung
verneint, wenn sie nicht spätestens im Vorbescheidsverfahren (Art. 73 IVV), bzw. nach
dessen (vorübergehender) Ersetzung durch das Einspracheverfahren in der Zeit von
1. Januar 2003 bis 31. Dezember 2006, angelegentlich der Verfügungseröffnung in das
invalidenversicherungsrechtliche Verfahren einbezogen wird. Hält sich die
Vorsorgeeinrichtung demgegenüber an das invalidenversicherungsrechtlich Verfügte,
ist das Problem des Nichteinbezugs des Vorsorgeversicherers ins IV-Verfahren
gegenstandslos. Stellt somit die Vorsorgeeinrichtung auf die
invalidenversicherungsrechtliche Betrachtungsweise ab, muss sich die versicherte
Person diese grundsätzlich entgegenhalten lassen, soweit diese für die Festlegung des
Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend war (vgl. Urteil des Bundesgerichts
[bis 31. Dezember 2006: Eidgenössisches Versicherungsgericht, EVG] vom 14. August
2000, B 50/99, E. 2b), und zwar ungeachtet dessen, ob der Vorsorgeversicherer im IV-
Verfahren beteiligt war oder nicht (vgl. dazu Urteil des EVG vom 9. Februar 2004, B
39/03, E. 3.1).
2.2 Invalidenleistungen nach BVG werden von derjenigen Vorsorgeeinrichtung
geschuldet, welcher die ansprechende Person bei Eintritt des versicherten Ereignisses
angeschlossen war. Dieser Zeitpunkt fällt mit dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit
zusammen, deren Ursache zur Invalidität geführt hat. Die Versicherteneigenschaft muss
nur bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit gegeben sein, dagegen nicht notwendigerweise
auch im Zeitpunkt des Eintritts oder der Verschlimmerung der Invalidität. Für eine
einmal - aus während der Versicherungsdauer aufgetretenen Arbeitsunfähigkeit -
geschuldete Invalidenleistung bleibt die Vorsorgeeinrichtung leistungspflichtig, selbst
wenn sich nach Beendigung des Vorsorgeverhältnisses der Invaliditätsgrad ändert.
Entsprechend bildet der Wegfall der Versicherteneigenschaft keinen Erlöschungsgrund
(Art. 26 Abs. 3 BVG e contrario; BGE 118 V 35 E. 5; 123 V 262 E. 1a). Damit die frühere
Vorsorgeeinrichtung leistungspflichtig bleibt, ist allerdings nicht nur erforderlich, dass
die Arbeitsunfähigkeit zu einer Zeit einsetzte, als die versicherte Person ihr
angeschlossen war, sondern auch, dass zwischen dieser Arbeitsunfähigkeit und der
Invalidität ein enger sachlicher und zeitlicher Zusammenhang besteht. Der sachliche
Zusammenhang ist gegeben, wenn der invalidisierende Gesundheitsschaden der
gleiche ist, wie er sich bereits während der Zugehörigkeit zur Vorsorgeeinrichtung
bis
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manifestierte. Die zeitliche Konnexität setzt voraus, dass zwischen der früheren
Arbeitsunfähigkeit und der späteren Invalidität bzw. deren Verschlimmerung keine
längere Periode der Arbeitsfähigkeit liegt. Dabei sind die gesamten Umstände des
konkreten Einzelfalls zu würdigen, namentlich die Art des Gesundheitsschadens,
dessen prognostische ärztliche Beurteilung und die Beweggründe, welche die
versicherte Person zur Wiederaufnahme der Arbeit veranlasst haben (BGE 123 V 262 E.
1c S. 264, 120 V 112, E. 2c/aa-bb mit Hinweisen).
2.3 Gemäss dem Reglement der Beklagten für das Vorsorgewerk des Vereins B._,
gültig ab 1. Januar 2005 (act. G 6.4; nachfolgend Reglement) liegt Invalidität vor, wenn
die versicherte Person im Sinne der IV invalid ist oder durch ärztlichen Befund objektiv
nachweisbar ganz oder teilweise ihren Beruf oder eine andere ihrer sozialen Stellung,
ihren Kenntnissen und Fähigkeiten angemessene Tätigkeit nicht mehr ausüben kann
(Art. 5 Abs. 1 Reglement). Anspruch auf Invaliditätsleistungen besteht bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 25%. Besteht im Invaliditätsfall Anspruch auf
Leistungen gemäss BVG, so entspricht der Invaliditätsgrad mindestens dem von der IV
festgestellten Invaliditätsgrad (Art. 6 Abs. 2 Reglement). Der Anspruch beginnt, sobald
die Leistungen aus der bestehenden gesetzeskonformen Krankentaggeldversicherung
(Art. 27 BVV 2) erschöpft sind, für die Mindestleistungen gemäss BVG jedoch
spätestens, für die überobligatorische Leistung frühestens nach Ablauf von 24 Monaten
(=Wartefrist; Art. 15 Abs. 1 Reglement). Die jährliche Invalidenrente beträgt bei voller
Invalidität 40% des Jahreslohnes; sie entspricht jedoch mindestens einer Rente in
Prozenten des obligatorischen und des überobligatorischen Teils des
Endaltersguthabens ohne Zins (Art. 11 Abs. 4 Reglement), wobei die Prozentsätze den
für die Umwandlung des obligatorischen und des überobligatorischen Teils des
Altersguthabens in eine Altersrente massgebenden Umwandlungssätzen (Art. 13 Abs. 2
Reglement) entsprechen (Art. 15 Abs. 2 Reglement).
3.
3.1 Dr. med. E._, Arzt für Allgemeine Medizin, bescheinigte beim Kläger am 22. April
1997 ein cervikoradikuläres Schmerzsyndrom C7/8 links bei kleiner
lateraler Diskushernie C6/7 links (IV-act. 8-5/11). Dr. med. F._, Neurologie FMH,
diagnostizierte am 22. Februar 1999 eine Zerviko-Brachialgie links, C8-betont, einen
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Thorax-Flachrücken und einen Status nach Polytoxikomanie (IV-act. 8-7/11). Gemäss
Bericht des Kantonsspitals St. Gallen vom 1. März 2002 war es im Februar 2002 zu
einer Schmerzexazerbation im HWS-Bereich mit Ausstrahlung in den linken Arm
gekommen (IV-act. 34). Der IV-Arzt bestätigte am 16. April 2002, dass medizinisch eine
Verschlimmerung eingetreten sei, indem eine Diskushernie C6/C7 nachgewiesen
werde, die operativ saniert werden sollte wegen neurologischer Ausfälle an den Fingern
links (IV-act. 36). Die erwähnte Diagnose mit 100%iger Arbeitsunfähigkeit seit
7. Februar 2002 wurde von Dr. C._ am 20. Mai 2002 und am 10. Januar 2003
ebenfalls bestätigt (IV-act. 37, 43).
3.2 Im Formular "Anmeldung zur Kollektivversicherung" bestätigte der B._ am 20.
März 2008, dass der Kläger voll arbeitsfähig sei. Der Kläger selbst verneinte am 24.
April 2008 auf demselben Formular die Fragen, ob er in den letzten fünf Jahren vor
Versicherungsbeginn (Mai 2008) gesundheitliche Störungen gehabt habe, die zu einer
Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Wochen geführt hätten, ob gegenwärtig
gesundheitliche Störungen vorliegen würden oder ob er gegenwärtig in ärztlicher oder
psychotherapeutischer Behandlung sei. Auch die Frage, ob er Leistungen der IV be
ziehe, verneinte er (act. G 6.2), obschon damals noch IV-Eingliederungsmassnahmen
mit Taggeldbezug liefen. Deren Abschluss teilte die IV am 2. Juni 2008 mit (vgl. act. G
6.5 und IV-act. 108). Ein MRT der HWS vom 11. Juni 2008 ergab eine im Vergleich zur
Voruntersuchung von 2002 unveränderte Diskushernie C6/C7 links (act. G 6.16
Beilage). Die Ärzte der Neurochirurgie am Kantonsspital St. Gallen diagnostizierten am
25. Juni 2008 eine Cervikobrachialgie links. Der Kläger berichtete über
cervikobrachialgiforme Schmerzen linksseitig seit ungefähr 10 Jahren. Vor einem
Monat sei es zu einer erneuten Schmerzexazerbation gekommen (act. G 6.16 Beilage;
act. G 6.29). Im Bericht von Dr. med. G._, vom 27. Juni 2008 wurde als
anamnestische Angabe des Klägers festgehalten, er sei sonst (d.h. abgesehen von den
gesundheitlichen Problemen im Cervikalbereich) gesund und arbeitsfähig im
Sozialbereich (act. G 6.16 Beilage). Am 15. Juli 2008 erfolgte im Kantonsspital St.
Gallen ein operativer Eingriff (Diskektomie HWK 5-7; act. G 6.16 Beilage; act. G 6.29
Beilage). Dr. C._ bestätigte in einem Arztzeugnis zuhanden des
Krankentaggeldversicherers eine seit 7. Juli 2008 bestehende volle Arbeitsunfähigkeit.
Nach Angaben des Klägers hätten sich Nackenschmerzen erstmals 1998 manifestiert.
Im Jahr 2002 sei deswegen Physiotherapie durchgeführt worden (act. G 6.16 Beilage).
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Am 8. August 2008 berichteten die Ärzte des Kantonsspitals unter anderem, dass es
postoperativ zu neuropathischen Schmerzsensationen im Bereich der Ulnarseite beider
Unterarme gekommen sei. Postoperativ sei auch ein verminderter Faustschluss
beidseits bei erheblicher Berührungsempfindlichkeit aufgefallen. Auch sei es zu starken
Nackenschmerzen und zu Schmerzen im Bereich des dorsalen Oberarmes linksseitig
gekommen (act. G 6.16 Beilage). Am 20. August 2008 wurde von Seiten des
Kantonsspitals ein guter Verlauf nach konservativer Behandlung von neuropathischen
Schmerzen bestätigt (act. G 6.16 Beilage; IV-act. 118-6/11f). Am 12. Januar 2009
empfahlen die Ärzte des Kantonsspitals die Weiterführung der konservativen
Behandlung mit der Schmerztherapie sowie eine körperlich nicht anstrengende Arbeit
(act. G 6.16 Beilage).
3.3 Nachdem die Arbeitgeberin in der Mutationsmeldung vom 12. Februar 2009
vorerst eine volle Arbeitsfähigkeit bei Austritt (31. Dezember 2008) mitgeteilt und die
Beklagte eine Austrittsabrechnung erstellt hatte (act. G 6.6-6.8), korrigierte die
Arbeitgeberin am 27. Januar 2010 die fehlerhafte Meldung (act. G 6.9-6.11). Im
neurologischen und psychiatrischen Gutachten vom 28. Juli 2009 hatte Dr. med. D._,
Arzt für Neurologie und Psychiatrie, die Diagnosen einer zervikalen Myelopathie nach
zervikaler Spinalkanalstenose, eine leichtgradig ausgeprägte sensomotorische
Tetraparese, einen neuropathischen Schmerz, eine organische Wesensveränderung
und kognitive Beeinträchtigung bei hochdosierter Schmerztherapie und eine
Polytoxikomanie (Abstinenz) bestätigt. Die funktionell im Vordergrund stehende
Diagnose sei der neuropathische Schmerz. Das Schmerzsyndrom wirke sich erheblich
auf die Ebene von Fähigkeiten und Aktivitäten sowie die nachfolgende Ebene von
Teilhabe und Partizipation in der Arbeit und im ausserberuflichen Alltag aus. Funktionell
ebenfalls relevant sei die organische Wesensveränderung und kognitive
Beeinträchtigung bei hochdosierter Schmerztherapie. Eventuell vorbestehende Anteile
aus dem primären Persönlichkeitsbereich bei belasteter Sozialisation oder psychische
Veränderungen, welche als Residuum der vorangegangenen Abhängigkeitserkrankung
bestanden haben könnten, würden sich methodisch nicht ausreichend sicher
abtrennen lassen. Aus der sensomotorischen Tetraparese im Bereich der Beine und
Hände resultiere eine (eher "leichte") Beeinträchtigung des Gehvermögens sowie der
Gebrauchsfähigkeit der Hände. Aktuell ohne Relevanz für Fähigkeiten und Aktivitäten
sei die Polytoxikomanie. Der Kläger neige eher zum Bagatellisieren. Der Beginn des
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stabilen Gesundheitsschadens könne auf die postoperative Phase auf Anfang August
2008 festgelegt werden. Als Eisenleger sei der Kläger nicht mehr arbeitsfähig. Als
Pflegehelfer in der Psychiatrie sei er bei Arbeiten mit Patientenkontakt (Anteil 80%) zu
100% eingeschränkt; bei den Arbeiten ohne Patientenkontakt (Anteil 20%) bestehe
eine 60%ige Einschränkung. Es könne keine angepasste Arbeitstätigkeit benannt
werden, in welcher der Kläger jetzt und in den nächsten zwei Jahren eine
Leistungsfähigkeit von wirtschaftlichem Wert erzielen könne (act. G 6.14 Beilage). Im
Februar 2010 meldete der Kläger der Beklagten eine seit 11. Juli 2008 bestehende volle
Arbeitsunfähigkeit und wies hinsichtlich der Art der Krankheit auf
"Bandscheibenvorfälle Brustwirbel 2x" hin (act. G 6.14). In den Berichten des
Kantonsspitals St. Gallen vom 3. und 22. März 2010 wurde als Diagnose eine
ausgeprägte Allodynie beider Unterarme, am ehesten dem Dermatom C7 und C8
entsprechend, bei Status nach anteriorer Fusion C5/6 und 6/7 festgehalten (act. G 6.18
Beilage). Dr. C._ bestätigte auf Anfrage der Beklagten am 23. Mai 2010, dass der
Kläger wegen einer HWS-Diskushernie im Jahr 2003 auf einen sozialen Beruf
umgeschult worden sei. Ab Mai 2008 habe sich im HWS-Bereich eine
Verschlechterung ergeben. Die ersten Symptome der HWS-Diskushernie seien
wahrscheinlich 1996 aufgetreten. Seit 7. Juli 2008 bestehe eine volle Arbeitsunfähigkeit
(act. G 6.18). Auf Anfrage der Rechtsvertreterin des Klägers legten die Ärzte des
Kantonsspitals am 30. Juni 2011 dar, am 8. Mai 2008 habe der Kläger unter einer
chronisch rezidivierenden Zervikobrachialgie links gelitten. Er sei zu diesem Zeitpunkt
zu 100% arbeitsunfähig gewesen (act. G 6.25 Beilage; vgl. auch act. G 6.30). Am 27.
September 2012 berichtete Dr. med. H._, Allgemeine Medizin FMH, dass der Kläger
seit der Operation vom 15. Juli 2008 nicht mehr gearbeitet habe. Der
Gesundheitszustand habe sich verschlechtert (IV-act. 154).
4.
4.1 Zu prüfen ist konkret zum einen die Frage, ob beim Kläger während des
Vorsorgeverhältnisses bei der Beklagten (von 1. Mai bis 31. Dezember 2008; act G 6.6)
bzw. der einmonatigen Nachdeckungsfrist bis 31. Januar 2009 (Art. 10 Abs. 3 BVG)
eine Arbeitsunfähigkeit aufgetreten ist, welche in sachlichem und zeitlichem
Zusammenhang mit der von der IV ab September 2009 anerkannten Invalidität steht.
Unter Arbeitsunfähigkeit ist die gesundheitlich bedingte Einbusse an funktionellem
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Leistungsvermögen im bisherigen Beruf zu verstehen. Die Arbeitsunfähigkeit muss
erheblich, offensichtlich und dauerhaft sein. Die Erheblichkeit wird in der Regel dann
bejaht, wenn die Einschränkung mindestens 20% beträgt (vgl. Bundesamt für
Sozialversicherung, Mitteilungen über die berufliche Vorsorge, Nr. 44 Rz 258 mit
Hinweis auf EVG-Urteil vom 7. Oktober 1998, B 48/97). Die Ermittlung der
Arbeitsunfähigkeit geht von ärztlichen Bewertungen aus. Wenngleich diese für das
Gericht nicht verbindlich sind, so sollen sie dennoch nicht ohne hinreichenden Grund
umgestossen oder abgeändert werden. Der Beurteilungsspielraum, der dem Arzt oder
der Ärztin zukommt, ist auch vom Gericht zu respektieren. Für die Festlegung des
Beginns und des Grads der Arbeitsunfähigkeit ist somit grundsätzlich die nach
ärztlicher Beurteilung medizinisch zumutbare Arbeitsfähigkeit massgebend. Der von
einer versicherten Person effektiv erbrachten Arbeitsleistung kann jedoch soweit
Bedeutung zukommen, als durch sie eine widersprechende ärztliche Beurteilung der
zumutbaren Arbeitsfähigkeit an Beweiskraft verlieren kann (Entscheid des st. gallischen
Versicherungsgerichts vom 25. Februar 2003, BV 2002/2, E. 3b). Während für den
Eintritt der Arbeitsunfähigkeit im Sinn von Art. 23 BVG die Einbusse an funktionellem
Leistungsvermögen im bisherigen Beruf massgeblich ist, beurteilt sich der zeitliche
Zusammenhang zwischen der Arbeitsunfähigkeit im Sinn von Art. 23 BVG und der
später eingetretenen Invalidität nach der Arbeitsfähigkeit in einer der gesundheitlichen
Beeinträchtigung angepassten zumutbaren Tätigkeit. Darunter fallen auch
leistungsmässig und vom Anforderungsprofil her vergleichbare Tätigkeiten. Diese
Tätigkeiten müssen jedoch bezogen auf die angestammte Tätigkeit die Erzielung eines
rentenausschliessenden Einkommens erlauben (BGE 134 V 20 E. 5.3).
4.2 Mit Blick auf die in E. 2.3 dargelegten Reglementsbestimmungen ist festzuhalten,
dass die Beklagte einen Invaliditätsbegriff verwendet, der grundsätzlich von
demjenigen der IV abweicht, wobei allerdings alternativ auf die Invaliditätsbemessung
durch die IV verwiesen wird. Die Verfügungen vom 19. November und 10. Dezember
2009 wurden ihr nicht zugestellt (IV-act. 138, 139). Eine Bindung an die Festlegung der
rentenbegründenden Arbeitsunfähigkeit und den Invaliditätsgrad durch die IV ist somit
zu verneinen. Die IV-Verfügung geht von einer krankheitsbedingten Reduktion der
Arbeitstätigkeit seit 11. Juli 2008 aus (IV-act. 136). Nachdem die Verbindlichkeit der
Festsetzung des Beginns der Arbeitsunfähigkeit durch die IV-Stelle zu verneinen ist,
sind der Eintritt der massgeblichen Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit sowie ein
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allfälliger Anspruch gegenüber der Beklagten auf Invalidenleistungen von dieser bzw.
vom angerufenen Versicherungsgericht selbständig abzuklären und festzulegen. Dabei
sind auch die im IV-Verfahren produzierten Akten mit zu berücksichtigen. Hinsichtlich
des von der IV vorgenommenen Einkommensvergleichs bzw. des festgelegten
Invaliditätsgrades besteht dagegen kein Anlass für eine selbständige Festlegung in
diesem Verfahren, zumal Anhaltspunkte für eine offensichtliche Unrichtigkeit weder aus
den Akten ersichtlich sind noch geltend gemacht werden.
4.3
4.3.1 Im Anschluss an die erste IV-Umschulung zum Pflegeassistenten arbeitete
der Kläger auf diesem Beruf von Mai 2001 bis Februar 2002 in der Psychiatrischen
Klinik Herisau und erzielte dort ein rentenausschliessendes Einkommen (IV-act. 29, 31,
32, 46). Eine Arbeitsunfähigkeit ab 7. Februar 2002 infolge HWS-Diskushernie C6/7 in
der Tätigkeit als Pflegeassistent (vgl. IV-Anmeldung vom März 2002, IV-act. 33 Ziff. 7.2,
IV-act. 37, 43, 44) führte erneut zu beruflichen Massnahmen der IV mit Umschulung
zum Behindertenbetreuer/Arbeitsagogen vom 1. August 2004 bis 31. Mai 2008 (vgl. IV-
act. 61, 68, 84, 95). Während dieses Zeitraums (und auch zuvor) erhielt der Kläger IV-
Taggeldleistungen (IV-act. 77, 87), welche auf der Basis der Arbeitsunfähigkeit im Beruf
als Psychiatriepfleger festgelegt wurden. Obschon er in den früheren Berufen
(Eisenleger, Pfleger) arbeitsunfähig war und die HWS-bedingte Einschränkung immer
wieder zu Tage trat, war er in der Lage, den praktischen und den theoretischen Teil der
beruflichen Umschulung soweit ohne grössere krankheitsbedingte Unterbrüche und zur
Zufriedenheit des Arbeitgebers (Praktikum) bzw. des Lehrgangs-Instituts auszuüben
(vgl. dazu IV-act. 81, 92, 122). Für die Zeit bis April 2008 enthalten die Akten keine
Anhaltspunkte für HWS-bedingte Arbeitsunfähigkeiten mit Dauercharakter (bezogen auf
dem Gesundheitsschaden angepasste Tätigkeiten). Hinsichtlich der Tatsache, dass das
Praktikum mit einem reduzierten Pensum von 80% ausgeübt wurde, sind
gesundheitliche Gründe - entgegen der Auffassung der Beklagten (act. G 6 S. 11
zweiter Absatz) - nicht aus den Akten ersichtlich. Solches bestätigte insbesondere
auch die Praktikumsarbeitgeberin nicht (vgl. Schreiben B._ vom 10. September 2013,
Ziff. 1; act. G 19). Der Kläger liess darlegen, dass er während der Ausbildungszeit
zusätzlich zur praktischen Ausbildung auch die theoretische Ausbildung habe
absolvieren müssen und die Schule besucht habe. Es sei ihm daher
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ausbildungsbedingt nicht möglich gewesen, ein volles Arbeitspensum zu leisten.
Zusammen mit der theoretischen Ausbildung habe die Belastung aber mindestens
einer 100%-Tätigkeit entsprochen (act. G 9 S. 3). Die Darlegungen erscheinen
nachvollziehbar. Aus der Ausbildungsbroschüre des Institutes für Arbeitsagogik IfA (vgl.
Rubrik "Aufbau der Ausbildung; act. G 23 Beilage) ergibt sich in diesem
Zusammenhang, dass für die theoretische Ausbildung ein erheblicher Zeitbedarf (14
Seminarwochen zuzüglich rund 450 Stunden persönliche Studienzeit im Zeitraum von
zwei Jahren) einzuplanen ist. Das Bestehen von langjährigen gesundheitlichen
Problemen und die Vornahme von entsprechenden Behandlungen belegen für sich
allein - ohne ärztliche Bescheinigung einer andauernden
Arbeitsfähigkeitseinschränkung (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts vom 15. Juli 2008,
9C_178/2008, E. 3.2) - noch keine rentenbegründende Arbeitsunfähigkeit während der
beruflichen Eingliederung. Eine solche kann jedenfalls nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit angenommen werden und hat damit als beweislos zu gelten, zumal
die Absolvierung der praktischen und theoretischen Ausbildung eine im Wesentlichen
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit voraussetzte.
4.3.2 Mit Arbeitsvertrag vom 28. Februar 2008 vereinbarten die Vertragsparteien
(Kläger, B._) ein Teilpensum von 80%. Gesundheitliche Gründe für den reduzierten
Beschäftigungsumfang sind nach Angabe der Arbeitgeberin nicht ersichtlich (vgl.
Schreiben B._ vom 10. September 2013, Ziff. 2). Der Kläger erklärte die
Pensumreduktion seinerseits mit den Möglichkeiten der Arbeitgeberin, welche keine
Vollzeitstelle habe anbieten können (act. G 9 S. 3). Auch hier können somit für die
Vereinbarung eines Teilpensums gesundheitliche Gründe nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit angenommen werden. Im April 2008 zeigte sich eine zunehmende
Irritation C5-7 mit Schmerzverstärkung, welche den Kläger dazu bewegte, sich der seit
Jahren zur Diskussion stehenden (vgl. IV-act. 36) HWS-Operation zu unterziehen. Der
am 15. Juli 2008 durchgeführte operative Eingriff brachte nicht die erhoffte Besserung.
Seither liegt eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vor (IV-act. 117-2/2 und act. G 1.2).
Die nach der Operation vom 15. Juli 2008 in den Vordergrund getretenen
neuropathischen Schmerzen (vgl. Bericht des Kantonsspitals vom 8. August 2008, act.
G 6.16 Beilage) sind gemäss Gutachten von Dr. D._ auf die zervikale Myelopathie
nach zervikaler Spinalstenose zurückzuführen (act. G 6.14 Beilage). Dies bestätigten
auch die Ärzte des Kantonsspitals St. Gallen im Bericht vom 13. November 2012. Sie
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hielten unter anderem fest, es sei unsicher, dass die Operation zur Entstehung des
neuropathischen Schmerzbildes beigetragen habe, da sich ein solches
Schmerzsyndrom stets mit einer längeren Latenz einstelle. Am plausibelsten sei, dass
im Intervall zwischen Erstellung des MRI am 11. Juni 2008 und der Operation vom 15.
Juli 2008 eine fortschreitende Myelopathie vorgelegen habe, und die Operation das
Auftreten des neuropathischen Schmerzbildes getriggert habe (act. G 1.2 Ziff. 2 und 4).
Bereits im Bericht des Kantonsspitals vom 30. Juni 2011 war bestätigt worden, dass
die neuropathischen Schmerzen beim Patienten im postoperativen Verlauf aufgetreten
seien, das heisse nach der Diskektomie und Fusion HWK 5-7 am 15. Juli 2008 (act. G
6.25 Beilage; vgl. auch act. G 6.30).
4.3.3 Unter den geschilderten Umständen ist überwiegend wahrscheinlich davon
auszugehen, dass die Läsion des Rückenmarks (Myelopathie) - als Korrelat für die
neuropathischen Schmerzen - zwar nicht während der Operation vom 15. Juli 2008
verursacht wurde, der Eingriff jedoch das Auftreten des neuropathischen
Schmerzbildes begünstigte bzw. auslöste und als Folge davon auch eine
Arbeitsunfähigkeit bewirkte. Der Standpunkt der Beklagten, wonach zwischen der
Diskushernie im HWS-Bereich und den neuropathischen Schmerzen ein sachlicher
Zusammenhang bestehe (act. 6 S. 10), dürfte zutreffend sein, wobei allerdings eine
Arbeitsunfähigkeit mit Dauercharakter sich erst im Juli 2008 ergeben hatte bzw. durch
die Operation ausgelöst wurde. Der Kläger war somit nach Abschluss der Umschulung
zum Behindertenbetreuer/Arbeitsagogen nur deshalb lediglich während zwei Monaten
(Mai und Juni 2008) arbeitsfähig, weil sich unmittelbar nach Ausbildungsabschluss eine
Verschlechterung der gesundheitlichen Situation an der HWS mit anschliessender
Notwendigkeit einer Operation ergab, welche ihrerseits das Auftreten des
neuropathischen Schmerzes mit dauernder Arbeitsunfähigkeit begünstigte. Der von der
Beklagten angeführte Umstand, dass der Kläger von März 2003 bis Mai 2008 IV-
Taggelder erhielt (act. G 6 S. 11), war darin begründet, dass er in der früheren Tätigkeit
als Krankenpfleger nicht mehr arbeitsfähig war und deshalb umgeschult wurde. Am 2.
Juni 2008 bestätigte die IV jedoch, dass der Kläger in der neuen Tätigkeit seit Ende Mai
2008 rentenausschliessend eingegliedert sei (act. G 6.5). Der zeitliche Zusammenhang
zwischen der im Jahr 2002 aufgetretenen Arbeitsunfähigkeit als Pfleger und der ab Juli
2009 (Ablauf IV-Wartejahr) bestehenden Invalidität ist somit zu verneinen, weil der
Kläger trotz seines Rückenleidens die Umschulung zum Arbeitsagogen mit Erfolg
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durchlaufen und abschliessen konnte und in dem neuen Beruf - ohne Eintritt der
gesundheitlichen Verschlimmerung mit Operationsbedarf - aller Voraussicht nach voll
arbeitsfähig gewesen und geblieben wäre. Damit ist die Arbeitsunfähigkeit, welche
später zur Invalidität führte, überwiegend wahrscheinlich während des
Vorsorgeverhältnisses des Klägers bei der Beklagten eingetreten. Von diesen
Einschätzungen ging wie dargelegt auch die IV für die Invaliditätsbemessung aus.
4.3.4 Neben dem sachlichen Zusammenhang zwischen der im Juli 2008
eingetretenen Arbeitsunfähigkeit und der ab Juli 2009 vorliegenden Invalidität ist auch
ein zeitlicher Zusammenhang als gegeben zu erachten, weil der Kläger nach Auflösung
des Vorsorgeverhältnisses bei der Beklagten nie mehr arbeitsfähig wurde und auch
keine Erwerbstätigkeit mehr aufnahm. Eine weitere gutachterliche Klärung der Frage
des Eintritts der rentenbegründenden Arbeitsunfähigkeit würde beim geschilderten
Sachverhalt überwiegend wahrscheinlich keine weiteren bzw. "besseren" Erkenntnisse
zeitigen.
4.4 Beim geschilderten Sachverhalt wird die Beklagte leistungspflichtig. Unbestritten
ist, dass der Kläger mit den falschen Angaben im Rahmen der Anmeldung zur
Kollektivversicherung (act. G 6.2 und vorstehende E. 3.2) seine Anzeigepflicht verletzte
und er deshalb mit Wirkung ab 1. Juli 2010 nur noch im Rahmen der BVG-Leistungen
(Obligatorium) bei der Beklagten versichert war (vgl. act. G 6.19), wobei die Fälligkeit
der Leistungen zeitlich mit dem Ende des Krankentaggeldbezugs zusammenfällt (vgl.
Art. 15 Abs. 1 Reglement). Der Krankentaggeldversicherer erbrachte von 7. Juli 2008
bis 6. Juli 2010 Taggeldleistungen (IV-act. 114; act. G 6.16), so dass der Kläger ab
7. Juli 2010 Anspruch auf eine Rente der Beklagten auf der Basis eines IV-Grads von
100% hat.
5.
5.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Klage gutzuheissen und die
Beklagte zu verpflichten, dem Kläger mit Wirkung ab 7. Juli 2010 Invaliditätsleistungen
auf der Basis eines Invaliditätsgrads von 100% auszurichten. Gerichtskosten sind keine
zu erheben (Art. 73 Abs. 2 BVG).
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5.2 Im Bereich der beruflichen Vorsorge anerkennt die Rechtsprechung die Pflicht zur
Entrichtung von Verzugszinsen bei einer verspäteten Überweisung von
Freizügigkeitsleistungen sowie bei verspäteter Auszahlung eines Alterskapitals oder bei
Invalidenrenten. Enthalten die Statuten keine Bestimmung über die Höhe des
Verzugszinses, beträgt dieser 5% (Art. 104 Abs. 1 OR). Der Beginn der Zinspflicht
richtet sich nach Art. 105 Abs. 1 OR (BGE 119 V 133 E. 4 = Pra 83 (1994) Nr. 67,
wonach ein Schuldner, der mit der Entrichtung von Renten im Verzug ist, erst vom Tag
der Anhebung der Betreibung oder der gerichtlichen Klage an Verzugszinsen zu
bezahlen hat). Vorliegend machte der Kläger die Klage am 18. Dezember 2012
anhängig; somit schuldet ihm die Beklagte ab diesem Zeitpunkt Verzugszins zu 5% auf
den ausstehenden Leistungen.
5.3 Bei diesem Verfahrensausgang wird die bewilligte unentgeltliche
Rechtsverbeiständung gegenstandslos. Der Kläger hat Anspruch auf
Parteientschädigung gegenüber der Beklagten. Es erscheint gerechtfertigt, die
Entschädigung auf pauschal Fr. 4'000.-- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer) festzulegen. Die Honorarkürzung um einen Fünftel (vgl. Art. 31 Abs. 3
AnwG [sGS 963.75]) fällt wegen Gegenstandslosigkeit der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung dahin.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP