Decision ID: 0fe59d6a-00f3-4aae-b711-93d660b29150
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
a. Mit Verfügung vom 22. Februar 2016 widerrief das Migrationsamt St. Gallen nach
Gewährung des rechtlichen Gehörs die Aufenthaltsbewilligung von X.Y., geb. 1958,
Staatsangehöriger von Serbien. Zur Begründung hielt es fest, dass X.Y. zu sehr
schweren Klagen Anlass gegeben habe und seinen finanziellen Verpflichtungen nicht
nachkomme (act. G 5/1 Beilage). Gegen diese Verfügung erhob X.Y. mit Schreiben
(„Widerspruch“) vom 11. März 2016 (Eingangsstempel Migrationsamt: 14. März 2016)
Rekurs (act. G 5/2.1). MLaw Dominik Sennhauser, Rechtsanwalt, Staad, beantragte
hierauf mit Eingabe vom 29. März 2016 an das Sicherheits- und Justizdepartement
(SJD) die Ansetzung einer Frist zur Einreichung einer Rekursergänzung (act. G 5/1). Das
SJD stellte dem Rechtsvertreter mit Schreiben vom 4. April 2016 das Nichteintreten auf
den Rekurs wegen Verspätung in Aussicht (act. G 5/2).
b. Am 26. April 2016 reichte Rechtsanwalt Sennhauser für X.Y. ein Gesuch um
Wiederherstellung der Rekursfrist ein. Dieses begründete er damit, dass sich der
Gesuchsteller seit 15. Januar 2016 nach Zuweisung durch den Hausarzt med. pract.
A.B. bei Dr. med. K.M., Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie in
ambulanter psychiatrischer-psychotherapeutischer Behandlung befinde. Nach einem
Unfall habe der Gesuchsteller deutliche psychische Aufälligkeiten bezüglich
Konzentration, Merkfähigkeit und Affektivität gezeigt. Er befinde sich in einer schweren
depressiven Phase. Der Rekurs sei verspätet eingereicht worden, weil es dem
Gesuchsteller aufgrund der psychischen Erkrankung nicht möglich gewesen sei, die
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Frist zu erkennen bzw. korrekt einzuordnen und fristwahrende Handlungen
vorzunehmen bzw. einen Dritten damit zu betrauen (act. G 5/5). Mit Entscheid vom 22.
Juni 2016 trat das SJD auf das Gesuch um Wiederherstellung der Rekursfrist nicht ein
(act. G 2/2).
B.
a. Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwalt Sennhauser für X.Y. mit Eingabe vom
30. Juni 2016 Beschwerde mit den Rechtsbegehren, der Entscheid sei aufzuheben und
die Rekursfrist sei wiederherzustellen. Eventualiter sei die Angelegenheit zur neuen
Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen und die Vorinstanz anzuweisen, auf das
Gesuch um Wiederherstellung der Rekursfrist einzutreten. Dem Beschwerdeführer sei
die unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung zu gewähren (act. G 1).
b. In der Vernehmlassung vom 13. Juli 2016 beantragte die Vorinstanz Abweisung der

Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die Erwägungen im Entscheid vom
22. Juni 2016 (act. G 4).
c. Auf die Vorbringen in der Beschwerde und die Akten wird, soweit für den Entscheid
wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1
VRP). Der Beschwerdeführer ist zur Ergreifung der Beschwerde legitimiert (Art. 64 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingabe vom 30. Juni 2016 wurde
rechtzeitig eingereicht. Sie enthält die gesetzlich vorgeschriebenen Elemente (Art. 64 in
Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, VRP; sGS 951.1), weshalb darauf einzutreten ist.
2.
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2.1. Nach Art. 47 Abs. 1 VRP beträgt die Frist für die Rekurseinreichung 14 Tage nach
der Eröffnung der Verfügung bzw. des Entscheids. Unbestritten und aktenkundig ist,
dass die Verfügung vom 22. Februar 2016 dem Beschwerdeführer am 23. Februar 2016
zuging (act. G 5/2.2), womit die 14tägige Rekursfrist am 7. März 2016 abgelaufen ist.
Der Rekurs vom 11. März 2016 ist daher als verspätet anzusehen; dies ist auch
unbestritten.
Die Wiederherstellung der Rekursfrist kann gemäss Art. 58 Abs. 1 in Verbindung mit
Art. 30ter Abs. 1 VRP nach Art. 148 Abs. 1 der Schweizerischen Zivilprozessordnung
(SR 272, ZPO) angeordnet werden. Art. 148 Abs. 1 ZPO bestimmt, dass der säumigen
Partei auf Gesuch hin eine Nachfrist gewährt werden kann, wenn diese glaubhaft
macht, dass sie kein oder nur ein leichtes Verschulden trifft (N. Gozzi, in: Spühler/
Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung,
3. Aufl. 2017, Rz. 10 zu Art. 148 ZPO mit Hinweisen). Bei einem unverschuldeten
Hindernis als Säumnisursache ist die Behörde zur Wiederherstellung verpflichtet, in den
übrigen Fällen liegt ihre Anordnung in ihrem (pflichtgemässen) Ermessen (Cavelti/
Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 1138). Ein
unverschuldetes Hindernis als Säumnisursache ist ein Umstand, den der Säumige nicht
zu vertreten hat (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 1139). War der Gesuchsteller wegen eines
von seinem Willen unabhängigen Umstands verhindert, zeitgerecht zu handeln, liegt
objektive Unmöglichkeit vor. Subjektive Unmöglichkeit wird demgegenüber
angenommen, wenn zwar die Vornahme der Handlung objektiv betrachtet möglich
gewesen wäre, die betroffene Person aber durch besondere Umstände, die sie nicht zu
verantworten hat, am Handeln gehindert worden ist (BGer 1C_336/2011 vom 12.
Dezember 2011, E. 2.3.). In der Literatur wird die Auffassung vertreten, ein
entschuldbarer Irrtum könne rechtzeitiges Handeln ebenfalls unverschuldet verhindern
(vgl. B. Merz, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Schweizerische
Zivilprozessordnung, Kommentar, Zürich/St. Gallen 2011, N 14 zu Art. 148 ZPO). Nach
Art. 148 Abs. 2 ZPO ist das Gesuch innert zehn Tagen nach Wegfall des
Säumnisgrundes einzureichen. Das Hindernis im Sinn von Art. 148 Abs. 2 ZPO gilt in
dem Zeitpunkt als weggefallen, in welchem die Partei erkannte oder hätte erkennen
müssen, dass sie die Frist oder den Termin versäumt hat (Gozzi, a.a.O., Rz. 41 zu Art.
148 ZPO).
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2.2. In der Eingabe vom 29. März 2016 (Gesuch um Ansetzung einer Frist zur
Rekursergänzung) hatte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers gegenüber der
Vorinstanz bestätigt, dass ihm der Beschwerdeführer gleichentags (29. März 2016) die
Verfügung vom 22. Februar 2016 überreicht habe mit dem Hinweis, dass er
fristwahrend Rekurs eingereicht habe (act. G 5/1; G 1 S. 2 f.). Mit Schreiben vom
4. April 2016 teilte die Vorinstanz dem Rechtsvertreter mit, dass das Rekursschreiben
des Beschwerdeführers vom 11. März 2016 als verspätet angesehen werden müsse.
Gleichzeitig setzte sie eine Frist bis 18. April 2016, um zur Frage der Fristwahrung
Stellung zu nehmen (act. G 5/2). Im Schreiben vom 7. April 2016 erkundigte sich der
Rechtsvertreter beim Beschwerdeführer nach dem Säumnisgrund (act. G 2/6) und
stellte in der Folge am 12. April 2016 bei der Vorinstanz ein Fristerstreckungsgesuch
betreffend die Stellungnahme zur Fristwahrungsfrage (act. G 2/7, 2/8). Hierauf
bestätigte der behandelnde Psychiater gegenüber dem Rechtsvertreter mit Schreiben
vom 22. April 2016 (Eingang: 26. April 2016), dass es dem Beschwerdeführer aufgrund
einer schweren depressiven Phase nicht möglich sei, Termine oder Fristen zu erkennen
oder wahrzunehmen (act. G 2/9). Am 26. April 2016 stellte der Rechtsvertreter das
Gesuch um Wiederherstellung der Rekursfrist (act. G 2/10).
Im angefochtenen Entscheid legte die Vorinstanz dar, ab dem 29. März 2016 habe es
dem Rechtsvertreter oblegen, für die Einhaltung der Fristen besorgt zu sein und zu
überprüfen, ob der Beschwerdeführer rechtzeitig Rekurs erhoben habe. Das
Rekursschreiben vom 11. März 2016 habe sich bei den Akten des Migrationsamtes
befunden, deren Einsichtnahme der Rechtsvertreter habe beantragen können. Da es
dem Rechtsvertreter daher möglich gewesen sei, die (versäumte) Rekursfrist zu
erkennen und entsprechend zu handeln, sei der Hinderungsgrund (im Sinn von Art. 148
Abs. 2 ZPO) mit der Mandatsübernahme am 29. März 2016 weggefallen. Die
zehntägige Frist habe somit am 30. März 2016 zu laufen begonnen und am 8. April
2016 geendet. Der Rechtsvertreter habe am 6. April 2016 Akteneinsicht beim
Onlineschalter des Migrationsamtes beantragt (act. G 5/7 Aktendossier S. 231) und
hätte daher noch ein (rechtzeitiges) Gesuch um Fristwiederherstellung einreichen
können. Dieses sei jedoch erst am 26. April 2016 und somit verspätet eingereicht
worden. Selbst wenn davon ausgegangen werde, dass der Rechtsvertreter das
Fristversäumnis erst zum Zeitpunkt der Akteneinsicht (7. April 2016) hätte erkennen
können, wäre das Gesuch verspätet eingereicht worden. In diesem Fall hätte die
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zehntägige Frist am 8. April 2016 zu laufen begonnen und am 18. April 2016 (Montag)
geendet. Hinzu komme, dass der Rechtsvertreter Kenntnis von dem an ihn adressierten
Schreiben des SJD vom 4. April 2016 mit dem Hinweis auf die Fristversäumnis gehabt
habe (act. G 2/2).
2.3. Der Beschwerdeführer bestreitet, dass die zehntägige Frist zur Einreichung des
Gesuchs um Wiederherstellung der Rekursfrist bereits mit der Möglichkeit der
Akteneinsicht zu laufen begonnen habe. Der Säumnisgrund sei in der Erkrankung des
Beschwerdeführers begründet. Die Erkrankung sei immer noch aktuell. Die
Mandatierung des Rechtsvertreters sei deshalb erfolgt, weil der Beschwerdeführer
nicht in der Lage sei, Handlungen selbst vorzunehmen, da er aufgrund der Erkrankung
mit der Situation völlig überfordert sei. Selbst wenn der Säumnisgrund mit der
Mandatierung des Rechtsvertreters weggefallen sein sollte, hätte die Frist zur Stellung
des Gesuchs um Wiederherstellung der Rekursfrist nicht mit der Mandatierung
begonnen. Damit der Beginn der Frist von einem Rechtsvertreter nachvollzogen
werden könne, müsse diesem der Säumnisgrund bekannt sein. Erst mit Schreiben von
Dr. K.M. vom 22. April 2016 habe der Rechtsvertreter Kenntnis vom Säumnisgrund
gehabt. Hinzu komme, dass die Vorinstanz mit Schreiben vom 4. April 2016 eine Frist
bis 18. April 2016 gesetzt habe, um zur Frage der Fristwahrung Stellung nehmen zu
können. Diese Frist sei mit Schreiben vom 14. April 2016 bis zum 2. Mai 2016
verlängert worden. Die Feststellung der Vorinstanz im angefochtenen Entscheid, die
Frist zur Einreichung des Wiederherstellungsgesuchs habe am 8. April 2016 geendet,
obwohl sie eine darüber hinausreichende Frist angesetzt habe, sei
rechtsmissbräuchlich und willkürlich. Sodann sei ein unverschuldeter Säumnisgrund im
Attest von Dr. K.M. vom 22. April 2016 bescheinigt worden (act. G 1).
3.
3.1. Unbestritten blieb, dass der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit Schreiben
des Migrationsamtes vom 31. März 2016 die Zugangsdaten für die Akteneinsicht
erhalten (act. G 1 S. 6 oben) bzw. am 6. April 2016 Akteneinsicht beim Onlineschalter
des Migrationsamtes beantragt hatte (act. G 5/7 Aktendossier S. 231) und diese auch
gewährt wurde. Ab dem Zeitpunkt der Einsichtnahme (1. April bzw. 7. April) hatte er
Kenntnis vom Rekursschreiben vom 11. März 2016 mit dem Hinweis auf die damals
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laufende psychiatrische Behandlung des Beschwerdeführers (act. G 5/7 S. 227).
Spätestens zu diesem Zeitpunkt - und entgegen der Auffassung des Rechtsvertreters
nicht erst mit Vorliegen des Schreibens von Dr. K.M. vom 22. April 2016 (act. G 1 S. 7) -
waren das Fristversäumnis und ein (möglicher) Fristwiederherstellungsgrund (laufende
psychiatrische Behandlung) für den Rechtsvertreter erkennbar, weshalb die zehntägige
Frist (spätestens) am 8. April 2016 zu laufen begann und am 18. April 2016 endete. Für
die Einreichung eines Fristwiederstellungsgesuchs bedurfte es m.a.W. des Schreibens
vom Dr. K.M. vom 22. April 2016 nicht; dieses hätte im Verlauf des Verfahrens immer
noch nachgereicht werden können. Die Vorinstanz erachtete daher das
Fristwiederherstellungsgesuch vom 26. April 2016 zu Recht als verspätet. Ein
begründeter Anlass, welche die zutreffenden Darlegungen der Vorinstanz in Frage zu
stellen vermöchte, ist nicht ersichtlich. Insbesondere vermag auch der Umstand, dass
die Vorinstanz mit Schreiben vom 4. April 2016 eine Frist bis 18. April 2016 zur
Stellungnahme betreffend Fristwahrung gewährte und diese später bis 2. Mai 2016
verlängerte, die zehntägige gesetzliche Frist gemäss Art. 148 Abs. 2 ZPO zur
Einreichung eines Fristwiederherstellungsgesuchs nicht zu verlängern bzw. ausser Kraft
zu setzen. Der diesbezügliche Rechtsmissbrauchs- und Willkürvorwurf des
Beschwerdeführers (vgl. act. G 1 S. 7 f. Ziff. 27) erweist sich als nicht begründet.
3.2. Selbst wenn das Fristwiederherstellungsgesuch als rechtzeitig zu erachten und
entsprechend darauf einzutreten gewesen wäre, hätte - wie sich nachstehend ergeben
wird - das Gesuch abgewiesen werden müssen. Dem Beschwerdeführer wurden im
Jahr 2016 ärztlicherseits unter anderem Rückenbeschwerden nach Rückenkontusion
bei vorbestehenden degenerativen Veränderungen, eine leichte Beeinträchtigung in
den Alltagsaktivitäten bzw. ein Verdacht einer Beeinträchtigung der kognitiven
Leistungsfähigkeit, schwere kognitive Funktionsstörungen (unter anderem
Verlangsamung, Wortfindungsprobleme, Schwierigkeiten bei der Handlungsplanung,
geringe Belastbarkeit), eine schwere depressive Störung sowie eine fehlende
Fahreignung attestiert (Bericht Hausarzt vom 28. Mai 2016 sowie Bericht geriatrische
Klinik vom 18. Mai 2016; act. G 5/9 Beilagen).
Sobald es für den Betroffenen objektiv und subjektiv zumutbar wird, selbst tätig zu
werden oder die Interessenwahrung an einen Dritten zu übertragen, liegt kein die
Wiederherstellung rechtfertigendes Hindernis mehr vor (Gozzi, a.a.O., Rz. 20 zu Art.
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148 ZPO). Für die Fristwahrung war eine blosse Rekurserklärung (ohne Begründung)
hinreichend. Die Tatsache, dass die Rekurserklärung des Beschwerdeführers erst (aber
immerhin) ca. 18 Tage nach Erhalt der Verfügung vom 22. Februar 2016 erfolgte, lässt
sich angesichts der konkreten Verhältnisse nicht als entschuldbarer Irrtum bzw. als
leichtes Verschulden interpretieren. Einerseits zeigt sich darin, dass es dem
Beschwerdeführer - trotz der Feststellungen von Dr. K.M. vom 22. April 2016 (act. G
2/9) - im März 2016 möglich war, eine fristgebundene Angelegenheit zur erkennen und
entsprechend zu handeln. Aus den eingereichten Arztberichten, welche die
gesundheitlichen Einschränkungen zeitlich nicht genau eingrenzen, lässt sich sodann
nicht ableiten, dass dem Beschwerdeführer - aus rein gesundheitlicher Sicht - nicht
auch eine um vier Tage frühere (rechtzeitige) Rekurserhebung möglich gewesen wäre.
Vor diesem Hintergrund kann - entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (act.
G 1 S. 6 Ziff. 23) - auch nicht davon ausgegangen werden, dass sein
Gesundheitszustand einen dauerhaft wirksamen Säumnisgrund zu begründen
vermochte. Bei der Beurteilung ist von einem objektivierten Sorgfaltsmassstab
auszugehen. Versehen, Vergesslichkeit und ähnliche Gründe vermögen keine
Wiederherstellung zu rechtfertigen (vgl. Gozzi, a.a.O., Rz. 30 zu Art. 148 ZPO).
Dementsprechend ist für das Zuwarten während vier Tagen im vorliegenden Fall kein
zureichender Grund ersichtlich, von welchem auf leichtes Verschulden geschlossen
werden könnte. Eine Wiederherstellung der versäumten Frist wäre aus diesem Grund
nicht möglich.
4.
4.1. Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Der
Beschwerdeführer stellt ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (act. G 1). Gemäss
Art. 99 Abs. 2 VRP in Verbindung mit Art. 117 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung (SR 272) wird die unentgeltliche Rechtspflege gewährt, wenn die
Gesuchsteller nicht über die erforderlichen Mittel verfügen und wenn das Verfahren
nicht als aussichtslos erscheint. Als bedürftig gilt, wer die Kosten eines Prozesses nicht
aufzubringen vermag, ohne die Mittel anzugreifen, derer er zur Deckung des
notwendigen Lebensunterhalts für sich und seine Familie bedarf. Die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung ist nur dann zu bewilligen, wenn dies zur Wahrung der im Streit
liegenden Rechte notwendig ist (BGE 135 I 1). Hierbei sind als Kriterien massgebend:
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Die Schwierigkeit der sich im Prozess stellenden Fragen, die Rechtskundigkeit der
ansprechenden Partei, die Pflicht zur Herstellung der "Waffengleichheit" und die
Tragweite des Entscheids (V. Rüegg, in: Basler Kommentar zur ZPO a.a.O., Rz. 4 zu
Art. 117 ZPO mit Hinweisen).
Aussichtslos sind nach der Rechtsprechung solche Begehren, bei denen die
Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren. Dagegen gilt ein
Begehren nicht als aussichtslos, wenn sich Gewinnaussichten und Verlustgefahren
ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend
ist, ob eine Partei, die selber über die nötigen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger
Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde; eine Partei soll einen Prozess, den
sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb anstrengen, weil
er sie nichts kostet (statt vieler: BGE 129 I 129 E. 2.2.2, 138 III 217 E. 2.2.4). Vorliegend
ist, rückwirkend betrachtet, das Beschwerdeverfahren im Zeitpunkt der
Anhängigmachung sowohl mit Blick auf die geschilderte Rechtsprechung als auch vom
Sachverhalt her als aussichtslos zu bezeichnen, weshalb das Gesuch betreffend
unentgeltliche Rechtspflege abzuweisen ist.
4.2. Bei diesem Verfahrensausgang sind die amtlichen Kosten dem Beschwerdeführer
aufzuerlegen (Art. 95 VRP). Eine Gebühr von Fr. 1'500.-- erscheint für das vorliegende
Verfahren angemessen (Art. 7 Ziff. 222 Gerichtskostentarif, sGS 941.12). Es rechtfertigt
sich jedoch, angesichts der konkreten Gegebenheiten auf deren Erhebung zu
verzichten (Art. 97 VRP). Damit fällt das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung im
Sinne eines Verzichts auf amtliche Kosten dahin. Ausseramtliche Kosten sind bei
diesem Verfahrensausgang nicht zu entschädigen (Art. 98 Abs. 1 in Verbindung mit
Art. 98 VRP).