Decision ID: 9a00ac54-c3b3-4aa9-96a5-c86a13845ce6
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Mit Eingabe vom 11. September 2003 erhoben G.B.-B., B.G.-H. und I.L. Klage beim
Verwaltungsgericht (K 2003/9). Die drei Krankenschwestern DN2, die alle an kantonalen
Spitälern im Kanton St. Gallen angestellt sind, stellen folgende Rechtsbegehren:
1. Es sei festzustellen, dass die Einreihung und damit die Entlöhnung der Klägerinnen
gemäss den Richtlinien über Einreihung und Beförderung des Staatspersonals
(Beschluss der Regierung vom 7. Januar 2003) gegen Art. 8 Abs. 3 der
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR 101, abgekürzt BV)
und Art. 3 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes über die Gleichstellung von Frau und
Mann (SR 151.1, abgekürzt GlG) verstösst.
2. Der Beklagte sei zu verpflichten, den Klägerinnen für die Zeit vom 1. Oktober 1998
bis 31. August 2003 einen nach durchgeführtem Beweis noch festzusetzenden Betrag
zu bezahlen, mindestens aber:
- Klägerin 1 : Fr.
- Klägerin 2 : Fr.
- Klägerin 3 : Fr.
Alle Forderungen zuzüglich 5 % Zins ab mittlerem Verfalldatum.
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3. Der Beklagte sei weiter zu verpflichten, für die Klägerinnen die
Pensionskassenbeiträge (Arbeitgeberanteile) sowie die AHV-Beiträge
(Arbeitgeberanteile) nachzuzahlen.
4. Unter Entschädigungsfolgen zulasten des Beklagten.
Ebenfalls am 11. September 2003 erhoben der Schweizer Berufsverband der
Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner (SBK), Sektion St. Gallen/Thurgau/Appenzell,
9000 St. Gallen, und der Schweizer Verband des Personals öffentlicher Dienste (vpod),
8030 Zürich, Klage beim Verwaltungsgericht (K 2003/8). Es werden folgende
Rechtsbegehren gestellt:
1. Es sei festzustellen, dass die Einreihung und damit die Entlöhnung der
Krankenschwestern/Krankenpfleger DN2 gemäss den Richtlinien über Einreihung und
Beförderung des Staatspersonals (Beschluss der Regierung vom 7. Januar 2003)
gegen Art. 8 Abs. 3 BV und Art. 3 Abs. 1 und 2 GlG verstösst.
2. Unter Entschädigungsfolgen zulasten des Beklagten.
Sowohl die drei Krankenschwestern DN2 als auch die beiden Berufsverbände machen
zur Begründung ihrer Rechtsbegehren geltend, dass die Einreihung und damit die
Entlöhnung der Krankenschwestern DN2 an den kantonalen Spitälern gegen Art. 8
Abs. 3 Satz 3 BV sowie gegen Art. 3 Abs. 1 und 2 GlG verstosse, da sie - aus
geschlechtsspezifischen Gründen - gegenüber den Polizisten zu tief eingereiht worden
seien.
B./ Am 11. September 2003 erhoben S.B., S.L., I.B., R.L. und C.P. Klage beim
Verwaltungsgericht (K 2003/11). Die fünf Hebammen, die alle an kantonalen Spitälern
im Kanton St. Gallen angestellt sind, stellen folgende Rechtsbegehren:
1. Es sei festzustellen, dass die Einreihung der Klägerinnen gemäss den Richtlinien
über Einreihung und Beförderung des Staatspersonals (Beschluss der Regierung vom
7. Januar 2003) gegen Art. 8 Abs. 3 BV und Art. 3 Abs. 1 und 2 GlG verstösst.
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2. Der Beklagte sei zu verpflichten, den Klägerinnen für die Zeit vom 1. Oktober 1998
bis 31. August 2003 einen nach durchgeführtem Beweisverfahren noch
festzusetzenden Betrag zu bezahlen, mindestens aber
- Klägerin 1 : Fr.
- Klägerin 2 : Fr.
- Klägerin 3 : Fr.
- Klägerin 4 : Fr.
- Klägerin 5 : Fr.
Alle Forderungen zuzüglich 5 % Zins ab mittlerem Verfalldatum.
3. Der Beklagte sei weiter zu verpflichten, für die Klägerinnen die
Pensionskassenbeiträge (Arbeitgeberanteile) sowie AHV-Beiträge (Arbeitgeberanteile)
nachzuzahlen.
4. Unter Entschädigungsfolgen zulasten des Beklagten.
Ebenfalls am 11. September 2003 erhob der Schweizerische Hebammenverband
(SHV), Sektion Ostschweiz, 9473 Gams, Klage beim Verwaltungsgericht (K 2003/10). Er
stellt folgende Rechtsbegehren:
1. Es sei festzustellen, dass die Einreihung und damit die Entlöhnung der Hebammen
mit fachspezifischer Ausbildung und die Einreihung der Hebammen mit
Krankenpflegediplom und Zusatzausbildung gemäss den Richtlinien über Einreihung
und Beförderung des Staatspersonals (Beschluss der Regierung vom 7. Januar 2003)
gegen Art. 8 Abs. 3 BV und Art. 3 Abs. 1 und 2 GlG verstösst.
2. Unter Entschädigungsfolgen zulasten des Beklagten.
Sowohl die fünf Hebammen als auch der SHV machen zur Begründung ihrer
Rechtsbegehren geltend, dass die Einreihung und damit die Entlöhnung der
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Hebammen mit dreijähriger fachspezifischer Ausbildung wie auch diejenige der
Hebammen mit Krankenpflegediplom und eineinhalbjähriger Zusatzausbildung an den
kantonalen Spitälern gegen Art. 8 Abs. 3 Satz 3 BV sowie gegen Art. 3 Abs. 1 und 2
des GLG verstosse, da sie - aus geschlechtsspezifischen Gründen - gegenüber den
Polizisten zu tief eingereiht worden seien.
C./ Am 7. Oktober 2003 erhob E.W., medizinisch-technische Radiologieassistentin am
Kantonsspital St. Gallen, Klage beim Verwaltungsgericht (K 2003/12). Sie stellt
folgende Anträge:
1. Es sei festzustellen, dass die Einreihung der Klägerin gemäss den Richtlinien über
Einreihung und Beförderung des Staatspersonals (Beschluss der Regierung vom
7. Januar 2003) gegen Art. 8 Abs. 3 BV und Art. 3 Abs. 1 und 2 GlG verstösst.
2. Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin für die Zeit vom 1. November 1998
bis 30. September 2003 einen nach durchgeführtem Beweisverfahren noch
festzusetzenden Betrag zu bezahlen, mindestens aber Fr. Die Forderung sei mit 5 %
Zins ab mittlerem Verfalldatum zu verzinsen.
3. Der Beklagte sei weiter zu verpflichten, für die Klägerin die Pensionskassenbeiträge
(Arbeitgeberanteile) sowie AHV-Beiträge (Arbeitgeberanteile) nachzuzahlen.
4. Unter Entschädigungsfolgen zulasten des Beklagten.
Ebenfalls am 7. Oktober 2003 erhob die Schweizerische Vereinigung der Fachleute für
medizinisch-technische Radiologie (SVMTRA), 6204 Sempach Stadt, Klage beim
Verwaltungsgericht (K 2003/7). Es wurden folgende Rechtsbegehren gestellt:
1. Es sei festzustellen, dass die Einreihung und damit die Entlöhnung der Fachleute
für medizinisch-technische Radiologie gemäss den Richtlinien über Einreihung und
Beförderung des Staatspersonals (Beschluss der Regierung vom 7. Januar 2003)
gegen Art. 8 Abs. 3 BV und Art. 3 Abs. 1 und 2 GlG verstösst.
2. Unter Entschädigungsfolgen zulasten des Beklagten.
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Sowohl E.W. als auch die SVMTRA machen zur Begründung ihrer Rechtsbegehren im
wesentlichen geltend, dass die Entlöhnung der Fachleute für medizinisch-technische
Radiologie an den kantonalen Spitälern gegen Art. 8 Abs. 3 Satz 3 BV sowie gegen
Art. 3 Abs. 1 und 2 GlG verstosse, da sie - aus geschlechtsspezifischen Gründen -
gegenüber den Polizisten zu tief eingereiht worden seien.
D./ Mit Eingabe vom 31. Oktober 2003 erhoben C.F.-H. und E.H. Klage beim
Verwaltungsgericht (K 2003/16). Die technischen Operationsassistentinnen, die beide
am Kantonsspital St. Gallen angestellt sind, stellen folgende Rechtsbegehren:
1. Es sei festzustellen, dass die Einreihung der Klägerinnen gemäss den Richtlinien
über Einreihung und Beförderung des Staatspersonals (Beschluss der Regierung vom
7. Januar 2003) gegen Art. 8 Abs. 3 BV und Art. 3 Abs. 1 und 2 GlG verstösst.
2. Der Beklagte sei zu verpflichten, den Klägerinnen für die Zeit vom 1. November
1998 bis 30. September/31. Oktober 2003 einen nach durchgeführtem
Beweisverfahren noch festzusetzenden Betrag zu bezahlen, mindestens aber
- Klägerin 1 : Fr.
- Klägerin 2 : Fr.
Alle Forderungen sind zuzüglich 5 % Zins ab mittlerem Verfalldatum.
3. Der Beklagte sei weiter zu verpflichten, für die Klägerinnen die
Pensionskassenbeiträge (Arbeitgeberanteile) sowie die AHV-Beiträge
(Arbeitgeberanteile) nachzuzahlen.
4. Unter Entschädigungsfolgen zulasten des Beklagten.
Ebenfalls am 31. Oktober 2003 erhob der Schweizerische Berufsverband der
technischen Operationsfachfrauen/-männer (SBVTOA), 9000 St. Gallen, Klage beim
Verwaltungsgericht (K 2003/13). Es wurden folgende Rechtsbegehren gestellt:
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1. Es sei festzustellen, dass die Einreihung und damit die Entlöhnung der technischen
Operationsfachfrauen/-männer gemäss den Richtlinien über Einreihung und
Beförderung des Staatspersonals (Beschluss der Regierung vom 7. Januar 2003)
gegen Art. 8 Abs. 3 BV und Art. 3 Abs. 1 und 2 GlG verstösst.
2. Unter Entschädigungsfolgen zulasten des Beklagten.
Sowohl die beiden technischen Operationsassistentinnen als auch der SBVTOA
machen zur Begründung ihrer Rechtsbegehren geltend, dass die Entlöhnung der
technischen Operationsfachfrauen/-männer an den kantonalen Spitälern gegen Art. 8
Abs. 3 Satz 3 BV sowie gegen Art. 3 Abs. 1 und 2 GlG verstosse, da sie - aus
geschlechtsspezifischen Gründen - gegenüber den Polizisten zu tief eingereiht worden
seien.
E./ Mit Eingabe vom 31. Oktober 2003 erhoben U.S. und B.R. Klage beim
Verwaltungsgericht (K 2003/14). Die medizinischen Laborantinnen, die beide am Institut
für klinische Chemie und Hämatologie (IKCH) des Kantonsspitals St. Gallen arbeiten,
stellen folgende Rechtsbegehren:
1. Es sei festzustellen, dass die Einreihung der Klägerinnen gemäss den Richtlinien
über Einreihung und Beförderung des Staatspersonals (Beschluss der Regierung vom
7. Januar 2003) gegen Art. 8 Abs. 3 BV und Art. 3 Abs. 1 und 2 GlG verstösst.
2. Der Beklagte sei zu verpflichten, den Klägerinnen für die Zeit vom 1. November
1998 bis 31. Oktober 2003 einen nach durchgeführtem Beweisverfahren noch
festzusetzenden Betrag zu bezahlen, mindestens aber
- Klägerin 1 : Fr.
- Klägerin 2 : Fr.
Alle Forderungen zuzüglich 5 % Zins ab mittlerem Verfalldatum.
3. Der Beklagte sei weiter zu verpflichten, für die Klägerinnen die
Pensionskassenbeiträge (Arbeitgeberanteile) sowie die AHV-Beiträge
(Arbeitgeberanteile) nachzuzahlen.
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4. Unter Entschädigungsfolgen zulasten des Beklagten.
Ebenfalls am 31. Oktober 2003 erhob der Fachverband der diplomierten medizinischen
Laborantinnen und Laboranten (labmed), Sektion Ostschweiz, 9007 St. Gallen, Klage
beim Verwaltungsgericht (K 2003/15). Es werden folgende Rechtsbegehren gestellt:
1. Es sei festzustellen, dass die Einreihung und damit die Entlöhnung der diplomierten
medizinischen Laborantinnen und Laboranten gemäss den Richtlinien über Einreihung
und Beförderung des Staatspersonals (Beschluss der Regierung vom 7. Januar 2003)
gegen Art. 8 Abs. 3 BV und Art. 3 Abs. 1 und 2 GlG verstösst.
2. Unter Entschädigungsfolgen zulasten des Beklagten.
Sowohl die beiden medizinischen Laborantinnen als auch labmed machen zur
Begründung ihrer Rechtsbegehren geltend, dass die Einreihung und damit die
Entlöhnung der diplomierten medizinischen Laborantinnen und Laboranten an den
kantonalen Spitälern gegen Art. 8 Abs. 3 Satz 3 BV sowie gegen Art. 3 Abs. 1 und 2
GlG verstosse, da sie - aus geschlechtsspezifischen Gründen - gegenüber den
Polizisten zu tief eingereiht worden seien.
F./ In separaten Klageantworten vom 10. November 2003 bzw. 19. Januar 2004 zu den
einzelnen Klagen beantragt der Kanton St. Gallen als Beklagter für sämtliche Klagen
die Abweisung der Rechtsbegehren, unter Entschädigungsfolge zulasten der
Klagenden, soweit dem Beklagten ein Anspruch auf Ersatz der ausseramtlichen Kosten
zustehe. Sodann anerkannte der Beklagte für sämtliche Klagen die Vermutung einer
geschlechtsspezifischen Diskriminierung. Er beantragte die Einholung einer auf einer
Vereinfachten Funktionsanalyse (abgekürzt VFA) beruhenden Expertise und machte
einen Expertenvorschlag. In den Klageantworten zu den Klagen K 2003/14 und
K 2003/16 führte der Beklagte zudem aus, dass das Kantonsspital St. Gallen,
zusammen mit dem kantonalen Spital Rorschach, seit dem 1. Januar 2003 ein
Spitalverbund und damit eine selbständige öffentlich-rechtliche Anstalt sei; seither
gehöre das Personal des Kantonsspitals St. Gallen zum Personal des Spitalverbunds.
Soweit die Einzelklägerinnen Ansprüche geltend machten, die seit dem 1. Januar
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entstanden seien, fehle es dem Beklagten deshalb an der Passivlegitimation. Diese
Präzisierung gelte gegenüber sämtlichen Einzelklagen.
G./ Mit Schreiben vom 28. Januar 2004 ersuchte das Verwaltungsgericht das kantonale
Personalamt und die Kantonspolizei je um die Erstattung eines Amtsberichtes. Mit
Amtsbericht vom 12. Februar 2004 nahm die Kantonspolizei zu den Fragen des
Gerichts Stellung. Das Personalamt erstattete den Amtsbericht am 13. Februar 2004
und reichte am 17. Februar 2004 eine Ergänzung nach.
H./ Am 24. Februar 2004 forderte das Verwaltungsgericht die Rechtsvertreterin der
Klagenden (sämtliche Einzelklägerinnen und die entsprechenden Berufsverbände) auf,
zu den eingeholten Amtsberichten, zu den Klageantworten und zum Expertenvorschlag
des Beklagten Stellung zu nehmen. Ausserdem wurde den Klagenden Gelegenheit
gegeben, mögliche Expertenfragen zu unterbreiten. Nach zweimaliger Gewährung einer
Fristerstreckung reichten die Klagenden am 27. Mai 2004 die Replik, die
Stellungnahme zu den Amtsberichten und die Stellungnahme zum Expertenvorschlag
des Beklagten ein. Die Klagenden halten in den Repliken unverändert an den Anträgen
gemäss den Klageschriften der Verbände und Einzelklägerinnen fest. Ausserdem
wurden andere mögliche Expertinnen genannt sowie mögliche Expertenfragen
formuliert; der Expertenvorschlag des Beklagten wurde abgelehnt.
I./ Am 16. Juni 2004 forderte das Verwaltungsgericht das Gesundheitsdepartement auf,
zu verschiedenen Fragen Amtsberichte bei verschiedenen kantonalen Stellen
einzufordern. Am 1. Juli, 6. Juli bzw. 27. August 2004 gingen die Amtsberichte der
Spitalregion Rheintal-Werdenberg-Sarganserland, des Gesundheitsdepartements und
der Spitalregion St. Gallen-Rorschach beim Verwaltungsgericht ein.
J./ Innert erstreckter Frist reichte der Beklagte am 18. Oktober 2004 die Duplik ein,
wobei an den Anträgen in den Klageantworten festgehalten wurde.
K./ Mit Schreiben vom 29. November 2004 teilte das Verwaltungsgericht den
Beteiligten mit, dass beabsichtigt werde, PD Dr. Fred Henneberger, Direktor des
Forschungsinstituts für Arbeit und Arbeitsrecht der Universität St. Gallen, als Experten
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einzusetzen. Den Beteiligten wurde Gelegenheit gegeben, allfällige begründete
Einwände gegen die Expertenbenennung vorzubringen.
Am 15. Dezember 2004 fand unter Leitung des Präsidenten des Verwaltungsgerichts
eine mündliche Instruktion der Parteienvertreter statt. Diskutiert wurden die Fragen der
Passivlegitimation des Beklagten, der Verjährung der eingeklagten Forderungen sowie
die Frage der Person des Gutachters.
Mit Eingaben vom 28. Dezember 2004 bzw. 13. Januar 2005 nahmen der Beklagte und
die Klagenden zum Protokoll der mündlichen Instruktion vom 15. Dezember 2004
sowie zum Expertenvorschlag des Gerichts Stellung. Während aus der Sicht des
Beklagten dem Expertenvorschlag nichts entgegenstand, lehnten die Klagenden PD Dr.
Fred Henneberger als Experten aus formellen und inhaltlichen Gründen ab. Zur
Begründung wurde einerseits geltend gemacht, dass es dem vorgeschlagenen
Gutachter als Dozent an der Universität St. Gallen und Direktor des Forschungsinstituts
für Arbeit und Arbeitsrecht der Universität St. Gallen an der erforderlichen
Unabhängigkeit fehle, anderseits wurde beanstandet, dass der vorgeschlagene Experte
fachlich nicht geeignet sei.
Mit Beweisbeschluss vom 25. Januar 2005 bestimmte das Verwaltungsgericht PD Dr.
Fred Henneberger zum Gutachter. Gegen diesen Beweisbeschluss erhoben die
Klagenden am 25. Februar 2005 staatsrechtliche Beschwerde beim Bundesgericht.
Diese wurde vom Bundesgericht mit Urteil vom 21. Juli 2005 abgewiesen, soweit
darauf eingetreten wurde.
L./ Nachdem den Beteiligten vorgängig der Entwurf des Gutachterauftrags sowie das
Konzeptpapier des Gutachters zugestellt wurden, fand im Beisein der Parteienvertreter
am 26. Januar 2006 die mündliche Experteninstruktion statt. Dabei wurde den
Vertretern Gelegenheit gegeben, zum Konzeptpapier des Experten sowie zum
gerichtlichen Entwurf des Gutachterauftrags Stellung zu nehmen und Fragen an den
Gutachter zu richten.
Mit Eingaben vom 21. Februar 2006 und 28. Februar 2006 nahmen der Beklagte und
die Klagenden zum Konzeptpapier des Gutachters, zum gerichtlichen Entwurf des
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Gutachterauftrags sowie zum Protokoll der Experteninstruktion vom 26. Januar 2006
schriftlich Stellung.
Am 21. März 2006 fällte das Verwaltungsgericht folgenden Beweisbeschluss:
1. Der Gutachter hat auf der Grundlage der Methode der VFA bei folgenden Berufen
(öffentlich-rechtliche Dienstverhältnisse im Kanton St. Gallen) eine Arbeitsbewertung
durchzuführen:
- Krankenschwestern DN2
- Hebammen mit Grundausbildung sowie mit Krankenpflegediplom und
Zusatzausbildung
- medizinische Laborantinnen
- technische Operationsassistentinnen
- medizinisch-technische Radiologieassistentinnen
- Polizisten
Im Sinne eines Quervergleichs sind zusätzlich drei Berufe entsprechend dem
Vorschlag in Ziff. I.3.2 des gutachterlichen Konzeptpapiers zu bewerten.
2. Zu beurteilen ist der Zeitraum 1. Januar 1999 bis 31. Dezember 2003.
3. Die VFA ist auf der Basis folgender sechs Hauptkriterien durchzuführen:
K1: Ausbildung und Erfahrung
K2: Geistige Anforderungen
K3: Verantwortung
K4: Psychische Anforderungen und Belastungen
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K5: Physische Anforderungen und Belastungen
K6: Beanspruchung der Sinnesorgane und spezielle Arbeitsbedin-
gungen
Die innere und äussere Gewichtung ist entsprechend dem Vorschlag von Ziff. I.2.2. und
I.3.1 (S. 6) des gutachterlichen Konzeptpapiers vorzunehmen.
4. Das konkrete Vorgehen bei der Bewertung hat sich nach dem Vorschlag in Ziff. I.
3.3. des gutachterlichen Konzeptpapiers zu richten (Auswahl der Personen nach dem
Zufallsprinzip, schriftliche Befragung, Interview, Beobachtung). Die Parteienvertreter
sollen an den Erhebungen in angemessener Form teilnehmen können. Über die
konkrete Form der Beteiligung wird zu gegebener Zeit die Gerichtsleitung entscheiden.
5. Aufgrund der durchgeführten Bewertung ist festzustellen:
- Inwiefern ergibt sich Gleichwertigkeit zwischen den Berufen der Klägerinnen
einerseits und den Polizisten bzw. zusätzlich herangezogenen Berufen anderseits?
- Falls sich keine Gleichwertigkeit ergibt: In welchem Ausmass (Klassierungen) sind die
unterschiedlichen Einstufungen auf objektive Einflüsse zurückzuführen?
6. Das Konzeptpapier des Gutachters sowie das gutachterliche Schreiben vom
27. Januar 2006 bilden einen integrierenden Bestandteil dieses Beweisbeschlusses.
7. Die Kosten dieses Beschlusses bleiben bei der Hauptsache.
M./ Am 5. Oktober 2006 wurden die zu befragenden und beobachtenden Personen
durch "Losziehung" bestimmt. Der Rechtsvertreter des Beklagten sowie eine
Vertreterin des vpod als Vertreterin der Klagenden waren anwesend. Es wurden je zwei
Teilnehmer und - soweit vorhanden - je zwei Ersatzteilnehmer aus folgenden
Berufsgruppen gezogen: Krankenschwester DN2, Hebamme mit Grundausbildung,
Hebamme mit Krankenpflegediplom und Zusatzausbildung, medizinische
Laborantinnen, technische Operationsassistentinnen, medizinisch-technische
Radiologieassistentinnen, Polizeimann, Rettungssanitäter IVR mit Erstausbildung,
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Rettungssanitäter IVR mit Weiterbildung und Koch mit Berufslehre. Die
Rettungssanitäter und die Köche wurden als zusätzliche Vergleichsgruppen zur
bessern Abstützung des Quervergleichs herangezogen (vgl. Ziff. 1 des
Beweisbeschlusses vom 21. März 2006). Die zu befragenden Vorgesetzten wurden
nach der "Losziehung" durch den Gutachter in Absprache mit den jeweiligen
Amtsleitern bestimmt.
Am 30. Oktober 2006 fand in einem Raum der Universität St. Gallen die schriftliche
Befragung der durch die Losziehung bestimmten Personen statt. Dabei standen je ein
durch den Gutachter entworfener Fragebogen für Mitarbeiter und für Vorgesetzte zur
Verfügung.
In den Monaten November und Dezember 2006 fanden die Beobachtungen der
befragten Mitarbeiter an ihrem Arbeitsplatz statt, soweit die Beobachtung nicht durch
objektive Gründe (z.B. Mutterschaftsurlaub, Ausscheiden aus dem Dienstverhältnis)
ausgeschlossen war. An den Beobachtungen, die jeweils rund einen halben Tag
dauerten, nahm neben dem Gutachter immer auch eine Gerichtsschreiberin des
Verwaltungsgerichts teil. Sie verfasste über die einzelnen Be-obachtungen, welche
jeweils rund einen halben Tag dauerten, Protokolle, welche anschliessend den
Parteienvertretern zur Stellungnahme zugestellt wurden. Zusätzlich nahm an der
Mehrzahl der Beobachtungen noch je ein Mitglied des Verwaltungsgerichts teil. Auf
ihren Wunsch nahm die Rechtsvertreterin der Klagenden an einer Beobachtung der
Berufsgruppe der Polizeimänner teil.
Am 8. und 9. Januar 2007 fanden die mündlichen Befragungen der beobachteten
Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sowie ihrer Vorgesetzten durch den Gutachter statt.
An den Befragungen waren jeweils der Präsident des Verwaltungsgerichts, ein Mitglied
des Verwaltungsgerichts, eine Gerichtsschreiberin des Verwaltungsgerichts und die
Parteienvertreter, soweit sie es wünschten, anwesend.
Am 8. August 2007 erstattete der Gutachter dem Verwaltungsgericht die Expertise.
N./ Am 29. November 2007 nahm der Beklagte zur Expertise Stellung. Die zu den
jeweiligen Fachbereichen vorgenommenen Wertungen wurden für vertretbar erachtet,
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die gutachterlichen Befunde anerkannt und keine Ergänzungen beantragt. Die
Klagenden liessen sich nach Fristerstreckung am 14. Februar 2008 zur Expertise
vernehmen. Sie machten verschiedene formale und inhaltliche Mängel geltend und
forderten, dass der Gutachter dazu Stellung beziehen und das Gutachten in diesen
Punkten ergänzen solle. Für verschiedene Kriterien der klagenden Berufsgruppen
wurde die Einholung eines Obergutachtens beantragt, weil gewichtige Unterlassungen
oder Mängel durch Fachpersonen nochmals zu beurteilen seien.
Am 21. Februar 2008 hat das Verwaltungsgericht dem Gutachter die Stellungnahmen
der Parteien samt Beilagen mit dem Auftrag zur Verfügung gestellt, zu den von den
Klagenden geltend gemachten Mängeln in schriftlicher Form Stellung zu nehmen. Am
21. April 2008 erstattete der Gutachter seine Stellungnahme zu den von den Klagenden
geltend gemachten Einwendungen zur Expertise vom 8. August 2007.
Am 11. Juli 2008 bzw. 14. Juli 2008 liessen sich der Beklagte und die Klagenden zur
Stellungnahme des Experten vom 21. April 2008 vernehmen. Sodann teilten die
Parteien mit Schreiben vom 25. Juli bzw. 21. August 2008 mit, dass auf eine mündliche
Verhandlung verzichtet werde.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der sich auf Art. 8 Abs. 3 BV bzw. Art. 3
und 5 Abs. 1 lit. b, c und d GlG stützenden Besoldungsklagen der Einzelklägerinnen
und der Berufsverbände zuständig (Art. 79bis des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Das Verfahren vor
Verwaltungsgericht richtet sich gemäss Art. 79bis VRP nach den Vorschriften über die
öffentlich-rechtliche Klage in vermögensrechtlichen Angelegenheiten aus einem
öffentlichen Angestelltenverhältnis, sofern nicht die Bestimmungen des GlG als
übergeordnetes Bundesrecht vorgehen.
1.1. Die Aktivlegitimation der Einzelklägerinnen, welche im Zeitpunkt der
Klageeinleitung alle in einem öffentlich-rechtlichen Anstellungsverhältnis zum Beklagten
standen, ist mit Bezug auf die Leistungsklagen gegeben (Art. 5 Abs. 1 lit. d GlG).
Soweit allenfalls Einzelklägerinnen gegenwärtig nicht mehr in den Diensten des
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Beklagten stehen, ist hinsichtlich der Feststellungsklagen festzuhalten, dass es mit
Bezug auf die heutigen Verhältnisse an der in Art. 5 Abs. 1 lit. c GlG vorausgesetzten
andauernden störenden Auswirkung der Diskriminierung fehlen würde. Für den
Zeitraum der Anstellung ist ein Feststellungsinteresse indes grundsätzlich zu bejahen.
1.2. Neben den Einzelklägerinnen haben auch verschiedene Berufsverbände Klagen
eingereicht. Gemäss Art. 7 Abs. 1 Satz 1 GlG können Organisationen, die nach ihren
Statuten die Gleichstellung von Frau und Mann fördern oder die Interessen der
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wahren und seit mindestens zwei Jahren
bestehen, im eigenen Namen feststellen lassen, dass eine Diskriminierung vorliegt,
wenn der Ausgang des Verfahrens sich voraussichtlich auf eine grössere Zahl von
Arbeitsverhältnissen auswirken wird. Diese Voraussetzungen sind vorliegend in bezug
auf die klagenden Berufsverbände unbestrittenermassen erfüllt, weshalb sie
hinsichtlich der gestellten Feststellungsbegehren klagelegitimiert sind.
Gemäss Art. 7 Abs. 1 Satz 2 GlG müssen Organisationen den betroffenen Arbeitgebern
Gelegenheit zur Stellungnahme geben, bevor sie eine Schlichtungsstelle anrufen oder
eine Klage einreichen. Sämtliche Berufsverbände sind vorgängig an die Regierung
gelangt und haben geltend gemacht, dass die Einstufung der Einzelklägerinnen sowie
der übrigen Angehörigen der vertretenen Berufsgruppen in
geschlechtsdiskriminierender Weise erfolgt sei. Diese Auffassung wurde von der
Regierung in verschiedenen Stellungnahmen abschlägig beurteilt. Somit sind die
Voraussetzungen erfüllt, um auf die Feststellungsbegehren der klagenden
Berufsverbände einzutreten.
1.3. Wie eingangs ausgeführt wurde, brachte der Beklagte in den beiden
Klageantworten vom 19. Januar 2004 eine Präzisierung bezüglich seiner
Passivlegitimation an, welche gegenüber allen Einzelklagen gelten soll. Der Beklagte
stellt sich auf den Standpunkt, dass das Kantonsspital St. Gallen, zusammen mit dem
kantonalen Spital Rorschach, seit dem 1. Januar 2003 ein Spitalverbund und damit
eine selbständige öffentlich-rechtliche Anstalt sei. Da das Personal des Kantonsspitals
St. Gallen seither zum Spitalverbund gehöre, fehle es dem Beklagten bezüglich
Ansprüchen, die seit dem 1. Januar 2003 geltend gemacht würden, an der
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Passivlegitimation, was von vornherein zur teilweisen Abweisung der
Leistungsbegehren führen müsse.
Die Klagenden bringen dazu in der Replik vom 27. Mai 2004 vor, dass gemäss dem
erläuternden Bericht zum Grossratsbeschluss über die Schaffung von Spitalverbunden
(ABl 2002, S. 1136) für das Personal der Spitalverbunde das geltende öffentlich-
rechtliche Anstellungsverhältnis beibehalten werde. Es werde festgehalten, dass
weiterhin die Anstellungsbedingungen für das Staatspersonal gelten würden, worin
auch die Entlöhnung inbegriffen sei. Es sei eine Selbstverständlichkeit, dass das
Personal der Spitalverbunde nach wie vor aufgrund der kantonalen Gesetzgebung
gestützt auf die Richtlinien über die Einreihung und Beförderung des Staatspersonals
entlöhnt würde. Die Regierung habe mit Beschluss vom 7. Januar 2003 und damit nach
Inkrafttreten des Gesetzes über die Spitalverbunde die Richtlinien über die Einreihung
und Beförderung des Staatspersonals für das Jahr 2003 erlassen und darin auch das
gesamte Pflegepersonal bzw. die in die Klageverfahren involvierten Berufe
miteinbezogen und in die entsprechenden Klassen eingereiht. Der Beklagte habe damit
selber zum Ausdruck gebracht, dass er nach wie vor Arbeitgeberqualität habe,
insbesondere auch hinsichtlich der Einflussnahme bei Fragen der Entlöhnung.
Seit dem 1. Januar 2003 bestehen im Kanton St. Gallen vier Spitalverbunde als
selbständige öffentlich-rechtliche Anstalten (Art. 1 und 2 des Gesetzes über die
Spitalverbunde, sGS 320.2; Art. 1 des Grossratsbeschlusses über die Schaffung von
Spitalverbunden, sGS 320.20). Seit diesem Stichtag sind die Angestellten Personal des
Spitalverbundes (vgl. Art. 6 des Grossratsbeschlusses über die Schaffung von
Spitalverbunden). Die Haftung richtet sich nach Art. 4 des Grossratsbeschlusses über
die Schaffung von Spitalverbunden. Demnach werden die im Zeitpunkt der
Überführung vorhandenen Verpflichtungen des Staates, die einem Spital zugerechnet
werden können, zu Verpflichtungen des Spitalverbunds, in den das Spital überführt
wird. Vorbehalten bleiben die zivilrechtlichen Regelungen über die Schuldübernahme.
Wie es sich vor diesem Hintergrund mit der Passivlegitimation des Beklagten bezüglich
der Forderungen der Einzelklägerinnen seit dem 1. Januar 2003 verhält, kann
vorliegend offen bleiben. Die Legitimation ist im öffentlich-rechtlichen Klageverfahren
wie im zivilrechtlichen Verfahren eine Frage des materiellen Rechts, weshalb bei
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Verneinung der Legitimation auf Abweisung der Klage zu entscheiden ist (GVP 2002 Nr.
75; F. Gygi, Bundesverwaltungsrechtspflege, Bern 1983, S. 176). Da, wie im folgenden
zu zeigen sein wird, die Feststellungsbegehren, für welche die Passivlegitimation des
Beklagten unbestritten ist, abzuweisen sind (vgl. Erw. 9.3.1. und 9.3.2.), fehlt es den
Leistungsbegehren der Einzelklägerinnen zum vornherein an einer rechtlichen
Grundlage. Dementsprechend braucht die Frage der Passivlegitimation des Beklagten
bezüglich der Forderungen seit dem 1. Januar 2003 nicht abschliessend geklärt zu
werden.
1.4. Sämtliche Klagen betreffen die Frage der geschlechtsdiskriminierenden
Entlöhnung gegenüber den Polizisten. Im Verfahren vor Verwaltungsgericht wurde der
Schriftenwechsel in dem Sinne weitgehend einfach geführt, als sich die Beteiligten
jeweils in einer Eingabe zu sämtlichen Klagen bzw. Berufsgruppen äusserten. Das
eingeholte Gutachten betrifft ebenfalls sämtliche Berufsgruppen der Klagenden. Im
Rahmen der Urteilsfindung müssen schliesslich verschiedentlich auch Vergleiche
zwischen den Berufsgruppen der Klagenden angestellt werden. Vor diesem
Hintergrund
überwiegen prozessökonomische Überlegungen an einer Behandlung sämtlicher
Klagen in einem Urteil allfällige Geheimhaltungsinteressen der Klagenden. Die Klagen K
2003/7 bis K 2003/16 werden vereinigt.
1.5. In redaktioneller Hinsicht sei angemerkt, dass im folgenden für die klagenden
Berufsgruppen die Berufsbezeichnungen gemäss den Anhängen zur
Besoldungsverordnung (sGS 143.2) gewählt werden. Sodann wird für frauendominierte
Berufsgruppen jeweils die weibliche Bezeichnung und für männerdominierte und
neutrale Berufsgruppen jeweils die männliche Bezeichnung verwendet.
1.6. Auf die Klagen ist einzutreten.
2. Gemäss Art. 8 Abs. 3 Satz 1 BV sind Mann und Frau gleichberechtigt; sie haben
Anspruch auf gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit (Art. 8 Abs. 3 Satz 3 BV). Gemäss
Art. 3 Abs. 1 und Abs. 2 GlG dürfen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aufgrund
ihres Geschlechts weder direkt noch indirekt benachteiligt werden, insbesondere nicht
bezüglich der Entlöhnung. Eine besoldungsmässige Diskriminierung im Sinne dieser
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Bestimmung liegt vor, wenn zum Nachteil eines geschlechtstypisch identifizierten
Berufs Lohnunterschiede bestehen, welche nicht sachbezogen in der Arbeit selber
begründet sind, sondern auf geschlechtsspezifische Umstände abstellen (BGE 2A.
95/2007 und 2A.96/2007 vom 20. November 2007 E. 3.1 mit Hinweis auf
BGE 124 II 424 ff.).
2.1. Die Klagenden machen eine indirekte Diskriminierung geltend. Eine solche liegt
vor, wenn eine formal geschlechtsneutrale Regelung im Ergebnis wesentlich mehr bzw.
überwiegend Angehörige des einen Geschlechts gegenüber denjenigen des anderen
benachteiligt, ohne dass dies sachlich begründet ist (S. Stauber-Moser, Lohngleichheit
und bundesgerichtliche Rechtsprechung, in: AJP 2006, S. 1356 mit Hinweis auf
BGE 124 II 424 f. und BGE 124 II 533 ff.; H. Seiler, Gleicher Lohn für gleichwertige
Arbeit, in: ZBl 2003, S. 121; E. Freivogel, in: Kommentar zum Gleichstellungsgesetz,
Basel 1997, N 128 zu Art. 3 GlG). Bei der indirekten kollektiven Lohndiskriminierung
ergibt sich der Anwendungsbereich des Diskriminierungsverbots nicht direkt aus der
Regelung, sondern muss indirekt daraus erschlossen werden, dass wesentlich mehr
Angehörige des einen Geschlechts nachteilig betroffen werden. Voraussetzung für die
Anwendung des Lohngleichheitsgebots ist somit, dass die benachteiligte Tätigkeit
geschlechtsspezifisch ist. Zudem müssen die betrachteten Tätigkeiten gleich oder
gleichwertig sein. Sind die Tätigkeiten nicht gleichwertig, so besteht kein Anspruch auf
gleichen Lohn, so dass die Lohnunterschiede nicht rechtfertigungsbedürftig sind. Die
Frage der Gleichwertigkeit ist mit anderen Worten nicht eine Frage von
Rechtfertigungsgründen, sondern eine Frage der Tatbestandsvoraussetzung. Erst
wenn die Gleichwertigkeit erstellt ist, kann sich die Frage stellen, ob trotzdem aus
gewissen Gründen Lohnunterschiede gerechtfertigt werden können (Seiler, a.a.O.,
S. 122 f. mit weiteren Hinweisen).
2.2. Für die Beurteilung, ob eine bestimmte Tätigkeit geschlechtstypisch ist, stellt das
Bundesgericht in erster Linie auf das statistische Element ab: Es müssen erheblich
oder wesentlich mehr Angehörige des einen Geschlechts als des andern betroffen sein.
Daneben kann aber auch die geschichtliche Dimension und historische Prägung eines
Berufs berücksichtigt werden. Nicht ausreichend ist hingegen, dass eine Funktion
durch Merkmale geprägt ist, die nach stereotypen, unbelegten Vorstellungen angeblich
typisch weiblich sind, wie beispielsweise dass eine Arbeit im zwischenmenschlichen
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Bereich stattfindet. In der Regel gilt ein Beruf als typischer Frauenberuf, wenn der
Frauenanteil höher als 70% liegt (Stauber-Moser, a.a.O., S. 1356; Seiler, a.a.O., mit
Hinweisen auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung). Die Klärung der Frage, ob es
sich um eine frauentypische Funktion handelt, obliegt dem Gericht (Stauber-Moser,
a.a.O., S. 1356 mit Hinweis auf BGE 125 II 549).
Es ist notorisch, dass es sich bei den Berufen der Krankenschwester DN2 und
Hebamme (mit Grundausbildung bzw. mit Krankenpflegediplom und Zusatzausbildung)
um typische Frauenberufe handelt, während der von den Klagenden zum Vergleich
herangezogene Beruf des Polizeimannes männerdominiert ist. Demgegenüber hat das
kantonale Personalamt bezüglich der Berufe der medizinischen Laborantinnen
(abgekürzt MLAB), technischen Operationsassistentinnen (abgekürzt TOA) und
medizinisch-technischen Radiologieassistentinnen (abgekürzt MTRA) im
Zusammenhang mit der Erstellung der Expertise Abklärungen getroffen. Diese ergaben,
dass bei allen drei Funktionen der Frauenanteil gemessen an den Beschäftigten
mindestens knapp 78% beträgt und sich auch der Frauenanteil gemessen am
Beschäftigungsumfang in allen drei Funktionen auf mindestens knapp 74% beläuft
(Gutachten von PD Dr. Fred Henneberger vom 8. August 2007, abgekürzt Gutachten,
S. 17 f.). Damit haben auch diese drei Berufsgruppen als typische Frauenberufe zu
gelten. Damit ist für sämtliche Berufsgruppen, denen die Klagenden angehören, die
frauentypische Identifikation als Tatbestandsmerkmal erstellt.
2.3. Zentral bei der Beurteilung von Lohngleichheitsansprüchen ist im weiteren, wie
bereits angetönt wurde (vgl. Erw. 2.1.), der Begriff der Gleichwertigkeit. Der Anspruch
auf gleiche Entlöhnung setzt gleiche oder gleichwertige Arbeit voraus (vgl. Art. 8 Abs. 3
Satz 3 BV). Die Gleichwertigkeit ist Tatbestandsvoraussetzung (BGE 124 II 426). Ist
Gleichwertigkeit gegeben und besteht ein Lohnunterschied zwischen Personen
unterschiedlichen Geschlechts, ist eine Diskriminierung naheliegend. Ungleiche
Entlöhnung bei gleichwertiger Arbeit ist nur zulässig, wenn sie mit objektiven Gründen -
wie etwa zusätzlichen Führungsaufgaben und erschwerten Arbeitsbedingungen -
erklärt werden kann. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung umfasst der
Begriff der Gleichwertigkeit nicht bloss ähnliche, d.h. gleichartige Arbeiten, sondern
auch Tätigkeiten unterschiedlicher Natur (BGE 124 II 426, 125 I 75 f., 125 II 390 ff.,
ferner BGE 129 I 165). Dies ist sachgerecht, da die im öffentlichen Dienst verbreiteten
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Besoldungssysteme mit verschiedenen Lohnklassen davon ausgehen, dass auch
unterschiedliche Funktionen in die gleiche Lohnklasse eingereiht werden, was
bedeutet, dass sie als gleichwertig betrachtet werden. Es können also auch äusserlich
ungleiche Tätigkeiten unter dem Gesichtspunkt der Gleichwertigkeit miteinander
verglichen werden, so etwa Krankenschwestern oder Physiotherapeutinnen mit
Polizisten sowie Handarbeitslehrerinnen mit Primarlehrerinnen (vgl. BGE 131 II 393 ff.,
125 II 385 ff.; Seiler, a.a.O., S. 127). Werden sehr unterschiedliche Funktionen
verglichen, müssen indes die Vernetzungen im ganzen Lohngefüge betrachtet werden
und auch Vergleiche mit tiefer eingereihten neutralen oder männlichen Berufen
angestellt werden. Ob die Vergleichsbasis genügend ist, ist eine Rechtsfrage, die durch
das Gericht zu beantworten ist. Es kann nicht im Belieben der Parteien (oder gar nur
der einen Partei) stehen, welche Funktionen zum Vergleich herangezogen werden
(Arioli/Egg, Arbeitswissenschaftliche Gutachten in Lohngleichheitsprozessen, in: AJP
2001, S. 1302).
2.3.1. Die Berufsgruppen der Klagenden und der Polizisten unterscheiden sich
wesentlich. Insofern ist ein weiter angelegter Vergleich sinnvoll, um unerwünschte
Verzerrungen zu vermeiden. Dies gilt umso mehr, als das Lohnsystem des Beklagten
historisch gewachsen ist und eigentlich nur ein breiter Vergleich induktiv Aufschluss
über die Bedeutung der einzelnen Kriterien, die zur konkreten Einstufung geführt
haben, geben kann. Hinzu kommt, dass stets die Gefahr besteht, neue Ungleichheiten
(zu Dritten) zu schaffen, wenn versucht wird, im Hinblick auf zwei Kategorien Gleichheit
zu schaffen. Dementsprechend wurde im Beweisbeschluss vom 21. März 2006
angeordnet, dass im Sinne eines Quervergleichs zusätzlich drei Berufe zu bewerten
seien (Ziff. 1). Der Gutachter hat in der Folge nach umfangreichen Abklärungen zur
Geeignetheit verschiedener Funktionen folgende Berufsgruppen als Quervergleich
vorgeschlagen: Rettungssanitäter IVR mit Erstausbildung (männerdominiert),
Rettungssanitäter IVR mit 14- bzw. 24-monatiger Weiterbildung (männerdominiert) und
Koch bzw. Diätkoch (neutral). Der Gutachter führte aus, dass sich diese Berufsgruppen
besonders gut für den Quervergleich und die
Überprüfung der geschlechtsspezifischen Diskriminierung eignen würden, da die
männerdominierten Rettungssanitäter wie die Klagenden zur Gruppe des
"pflegerischen Fachpersonals" zu zählen seien. Die Ausbildungsvoraussetzungen seien
relativ klar geregelt und die Anfangseinstufung sei gleich hoch bzw. leicht höher wie
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diejenige der klagenden Berufe. Die Funktion des Kochs bzw. des Diätkochs sei
geschlechtsneutral besetzt. Dieser Beruf sei ein gänzlich anderer als der des
Polizeimannes oder der klagenden Berufe, so dass nicht nur ein eher begrenzter
Bereich des Lohngefüges untersucht werde, sondern der Einblick in das traditionell
gewachsene Lohnsystem breiter angelegt werde. Zudem befinde sich die
Anfangseinstufung für die Funktion des Kochs (leicht) unterhalb derjenigen der
klagenden Berufe. Der Experte befand, dass vor allem der Diätkoch, der eine
abgeschlossene Berufslehre als Koch aufweist und eine zusätzliche Ausbildung
absolviert hat, zur Evaluation herangezogen werden solle (Gutachten, S. 18 ff.).
2.3.2. Die Klagenden machen geltend, mit der zusätzlichen Bewertung der
Berufsgruppen der Rettungssanitäter und der Köche seien keine genügenden und
geeigneten Vergleichsgruppen herangezogen worden. Die Rettungssanitäter gehörten
zu den Gesundheitshilfsberufen, die mit weiblichen Stereotypen verbunden würden
und deshalb unter einer entsprechenden Unterbewertung leiden würden. Im übrigen
handle es sich um eine quantitativ schwache Berufsgruppe, die für die Untersuchung
des Lohnsystems nicht signifikant sei. Ob der Diätkoch wirklich ein neutraler Beruf sei,
werde bezweifelt, da das Zubereiten von Krankheitskost eine traditionelle Aufgabe für
Frauen sei (Eingabe vom 14. Juli 2008, Ziff. 12 S. 13).
2.3.3. Die Einwände der Klagenden erweisen sich als nicht stichhaltig. Wie bereits
ausgeführt wurde, stellt das Bundesgericht in bezug auf die Frage, ob ein typischer
Frauenberuf vorliegt, in erster Linie auf das statistische Element ab (Erw. 2.2.). Die
Erhebungen des Gutachters haben ergeben, dass im Kanton St. Gallen insgesamt
45 Männer und 13 Frauen den Beruf des Rettungssanitäters ausüben. Damit ist der
Beruf des Rettungssanitäters mit einem Männeranteil von gut 71% männerdominiert,
was auch von den Klagenden zu Recht nicht in Abrede gestellt wird. Nicht stichhaltig
ist sodann der nicht weiter belegte Einwand der Klagenden, dass der Beruf des
Rettungssanitäters mit weiblichen Stereotypen besetzt sei. Zwar gehört der Beruf des
Sanitäters zu den "Gesundheitsberufen" im weiteren Sinn; indes hat er auch unter
historischen Gesichtspunkten als männerdominiert zu gelten. Der Beruf, der sich aus
dem ursprünglich reinen Kranken- und Verletztentransport weiterentwickelt hat (vgl.
www.der-waldenburger.de/html/rettungsdienst_.html), war früher alleine aus Gründen
der physischen Kräfte (noch mehr als heute) ein typischer Männerberuf. Als solcher ist
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er entgegen der Auffassung der Klagenden nicht aus den "Careberufen"
herausgewachsen (vgl. Eingabe vom 14. Juli 2008, S. 13 Ziff. 12). Inwiefern der Beruf
des Rettungssanitäters unter diesen Umständen mit Vorurteilen, die den typischen
Frauenberufen zugeschrieben werden, belegt sein soll, ist nicht nachvollziehbar. Auch
der Hinweis der Klagenden auf die Häufigkeit des Berufs ist nicht überzeugend;
nachdem insgesamt 58 Personen beim Kanton St. Gallen als Rettungssanitäter
arbeiten, kann nicht gesagt werden, die Vergleichsbasis sei zu schwach. Dies gilt umso
mehr als die Klagenden selbst beispielsweise eine Ausdehnung der Expertise auf den
Beruf des Hauswarts beantragt haben (Replik vom 27. Mai 2004, S. 8), wobei nur
gerade 5 Personen diesen Beruf als Angestellte des Beklagten ausüben (Gutachten,
S. 21). Als männerdominierte Berufsgruppe, deren Anfangseinstufung gleich hoch bzw.
leicht höher ist wie diejenigen der klagenden Berufe, eignen sich die Rettungssanitäter
als zusätzlicher Quervergleich.
2.3.4. Als nicht näher substantiiert erweist sich sodann der Einwand der Klagenden,
wonach der Beruf des Kochs bzw. des Diätkochs nicht neutral sei. Die gutachterlichen
Abklärungen haben ergeben, dass 17 Männer und 19 Frauen den Beruf des Kochs
bzw. 14 Männer und 17 Frauen den Beruf des Diätkochs ausüben. Unter statistischen
Gesichtspunkten erweist sich somit der Beruf als neutral (vgl. Seiler, a.a.O, S. 125).
Angesichts dieser Statistik vermag der Hinweis der Klagenden, wonach unter
historischen Gesichtspunkten die Frauen für die Zubereitung von Krankenkost
zuständig gewesen seien, an der Eignung der Berufsgruppe der Köche im Sinne des
Quervergleichs nichts zu ändern.
2.3.5. Aus dem Gesagten folgt, dass die im Gutachten angelegte Vergleichsbasis zur
Klärung der Frage einer möglichen Geschlechterdiskriminierung der klagenden
Berufsgruppe sachgerecht und genügend ist.
2.4. Die Gleichwertigkeit verschiedener Berufe ist in der Regel mittels Expertise zu
prüfen, falls sie nicht offensichtlich ist, wobei verschiedene Methoden je nach
Sachverhalt und Fragestellung zur Verfügung stehen (BGE 130 III 158 f.). Grundsätzlich
ist festzuhalten, dass die Bewertung bestimmter Funktionen in bezug auf andere
Funktionen oder auf bestimmte Anforderungskriterien nie objektiv und wertneutral
erfolgen kann, sondern zwangsläufig einen erheblichen Wertungsbereich enthält,
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dessen Konkretisierung davon abhängt, wie eine bestimmte Aufgabe von der
Gesellschaft bzw. vom Arbeitgeber bewertet wird. Wissenschaftliche Studien können
diese Beurteilung unterstützen, indem sie die Tatsachen erheben und Vorurteile
beseitigen, aber sie können nicht die normative Wertung ersetzen. Die Bewertung und
Einstufung einer bestimmten Tätigkeit oder Funktion ist somit weder eine reine Sach-
noch Rechts- noch Ermessensfrage, sondern enthält Elemente von allen dreien. Die
Anwendung des Gleichstellungsgesetzes kann daher nicht dazu führen, dass eine
bestimmte Wertung als die rechtlich einzig richtige bezeichnet wird; sie kann nur
bestimmte Wertungen als unzulässig, weil diskriminierend, qualifizieren. In diesem
Rahmen bleibt ein erheblicher Ermessensspielraum der zuständigen politischen
Behörden (BGE 125 II 390 f. mit Hinweis auf BGE 125 I 83 f.).
Der Kanton St. Gallen verfügt über ein traditionell gewachsenes Lohnsystem, das nicht
auf einer analytischen Arbeitsplatzbewertung beruht. Das Verwaltungsgericht hat im
Beweisbeschluss vom 21. März 2006 entschieden, dass die Arbeitsbewertung auf der
Grundlage der Methode der VFA durchzuführen ist. Nach der Rechtsprechung des
Bundesgerichts ist die VFA als solche nicht diskriminierend (BGE 124 II 430,
131 II 399). Hinsichtlich der Kognition des Verwaltungsgerichts ist zu beachten, dass
ihm die Überprüfung der Sachverhaltsfeststellungen und die Rechtskontrolle, nicht
jedoch die Ermessensüberprüfung zusteht (Art. 61 Abs. 1 und 2 VRP). Etwas anderes
lässt sich auch nicht aus dem Gleichstellungsgesetz ableiten.
2.5. Gemäss Art. 6 GlG wird bezüglich der Entlöhnung eine Diskriminierung vermutet,
wenn diese von der betreffenden Person glaubhaft gemacht wird. Der Beklagte hat in
den Klageantworten die Glaubhaftmachung einer Diskriminierung für sämtliche
Berufsgruppen der Klagenden ausdrücklich anerkannt. Diese Anerkennung ist vom
Verwaltungsgericht im öffentlich-rechtlichen Klageverfahren, wo die Parteien durch ihre
Behauptungen, Bestreitungen und Beweisanträge den Sachverhalt, über den das
Gericht entscheiden soll, selbst bestimmen (Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit
im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 1158), nicht zu hinterfragen.
Dementsprechend kommt es vorliegend zu einer Umkehr der Beweislast, und der
Beklagte hat, wie die Klagenden zutreffend ausführen, den vollen Beweis zu erbringen,
dass die Einreihung der Klagenden nicht in geschlechtsdiskriminierender Weise erfolgt
ist (S. Steiger-Sackmann, in: Kommentar zum Gleichstellungsgesetz, Basel 1997, N 59
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f. zu Art. 6 GlG). Der Vollbeweis setzt voraus, dass das Gericht nach objektiven
Gesichtspunkten und aufgrund seiner Lebenserfahrung von der Verwirklichung der
Tatsache überzeugt ist, wobei der Beweis als erbracht gilt, soweit Zweifel unerheblich
erscheinen (Steiger-Sackmann, a.a.O., N 22 zu Art. 6 GlG).
2.6. Die Klagenden leiten die behauptete Lohndiskriminierung im wesentlichen aus dem
Vergleich mit der Entlöhnung der Polizeimänner ab. Entsprechend dem
Beweisbeschluss vom 21. März 2006 führte der Gutachter eine VFA für die
Berufsgruppen der Klagenden, der Polizeimänner sowie der zusätzlich herangezogenen
Berufsgruppen des Rettungssanitäters bzw. Rettungssanitäters mit Weiterbildung (14-
und 24-monatig) und des Diätkochs durch. Die VFA basiert auf folgenden sechs
Hauptkriterien:
K1: Ausbildung und Erfahrung
K2: Geistige Anforderungen
K3: Verantwortung
K4: Psychische Anforderungen und Belastungen
K5: Physische Anforderungen und Belastungen
K6: Beanspruchung der Sinnesorgane und spezielle Arbeitsbedingungen
Der Gutachter legt der Expertise folgende äussere und innere Gewichtung der sechs
Hauptkriterien K1 bis K6 zugrunde:
K1 K2 K3 K4 K5 K6
Spalte 1Spalte 2Spalte 3Spalte 4Spalte 5Spalte 6Spalte 7Spalte 8
Stufe Stufe
0 0 0 0 0 0 0 0
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Spalte 1Spalte 2Spalte 3Spalte 4Spalte 5Spalte 6Spalte 7Spalte 8
K1 K2 K3 K4 K5 K6
0.25 6
0.5 13 0.5 13 10 4.5 2.5 2
0.75 21.5
1
30
1
30
30 23 11 6 5
1.25 40
1.5 50.5 1.5 50.5 39 18.5 10 8.5
1.75 62.5
2 75 2 75 57.5 27.5 15
12.5
2.25 88.5
2.5 103 2.5 103 79 37.5 20.5 17
2.75 118.5
3 135 3 135 103.5 49.5 27 22.5
3.25 152.5
3.5 170.5 3.5 170.5 131 62.5 34 28.5
3.75 190
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K1 K2 K3 K4 K5 K6
Spalte 1Spalte 2Spalte 3Spalte 4Spalte 5Spalte 6Spalte 7Spalte 8
4 210 4 210 161 77 42 35
4.25 231
4.5 253 4.5 253 194 92.5 50.5 42
4.75
276
5 300 5 300 230 110 60 50
Der Gutachter begründete die im Vergleich zu herkömmlichen
Arbeitsbewertungsverfahren erhöhte äussere Gewichtung des Hauptkriteriums K4 von
110 Punkten (vgl. dazu BGE 126 II 217, wo eine äussere Gewichtung von 60 Punk-ten
beim Kriterium K4 als nicht geschlechtsdiskriminierend eingestuft wurde) damit, dass
die psychosoziale Kompetenz ansonsten zu wenig berücksichtigt würde. Da
psychosoziale Kompetenz aber mittlerweile in vielen Berufen faktisch ge-fordert sei,
würden Konsistenzgründe für deren stärkere Aufnahme in das System der analytischen
Arbeitsbewertung sprechen, wobei sich wie bei den anderen fünf Kriterien ein analoger
progressiver Stufenwertverlauf der inneren Gewichtung anbiete (Gutachten, S. 11 ff.).
Die innere und äussere Gewichtung der Kriterien K1 bis K6 entsprechend dem
Gutachten erweist sich als nicht geschlechtsdiskriminierend und ist nicht zu
beanstanden. Auch die Parteien haben gegen die innere und äussere Gewichtung
nichts einzuwenden; insbesondere begrüssen die Klagenden die Erhöhung der
äusseren Gewichtung beim Kriterium K4 von 60 auf 110 Punkte (Eingabe vom
14. Februar 2008, S. 2).
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2.7. Bezüglich des methodischen Vorgehens des Gutachters bemängeln die
Klagenden, dass es "unklug" gewesen sei, nur Personen in die Arbeitsbewertung
miteinzubeziehen, die am Anfang der Berufstätigkeit stehen würden. Um das Ausmass
von Anforderungen und Belastungen innerhalb einer Funktionsstufe zu erfassen, wäre
es sinnvoll gewesen, zusätzlich auch Personen zu befragen und zu beobachten, die
bereits erfahrener seien. Solche Personen hätten das Spektrum der Anforderungen und
Belastungen (auch im ersten und zweiten Dienstjahr) im Rückblick umfassender und
vollständiger wiedergeben können (Eingabe vom 14. Februar 2008, S. 2 Ziff. 2).
Der Einwand der Klagenden überzeugt nicht. Wie in der Expertise beschrieben wird (S.
23), wurden nur solche Personen in den Pool aufgenommen, die sich in der jeweils
niedrigsten Lohnstufe einer Funktion bzw. Lohnklasse oder möglichst nahe bei dieser
befanden. Dies war, wie der Gutachter in der ergänzenden Stellungnahme vom
21. April 2008 zutreffend ausführt, insofern sachgerecht, als sämtlichen
Gleichstellungsklagen eine zu niedrige Anfangseinstufung gegenüber dem Polizeiberuf
zugrunde liegt. Vor diesem Hintergrund war es naheliegend, bei der Auswahl der zu
befragenden Personen Wert darauf zu legen, dass sie sich noch am Anfang ihrer
Berufskarriere befanden. Es ist nachvollziehbar, dass die für die Bewertung der
Anfangseinstufung massgeblichen Auskünfte von Berufseinsteigern aktueller sind als
von Personen, die schon lange in ihrem Beruf sind. Durch dieses Vorgehen wurde
zudem eine homogene Gruppenbildung ermöglicht, die der Objektivität des Gutachtens
ebenfalls zuträglich war. Hinzu kommt, dass neben den Mitarbeitern immer auch die
älteren und berufserfahreneren Vorgesetzten in die schriftliche und mündliche
Befragung einbezogen wurden. Vor diesem Hintergrund ist das methodische Vorgehen
des Gutachters nicht zu beanstanden (vgl. ergänzende Stellungnahme vom 21. April
2008, S. 3).
2.8. Im weiteren kritisieren die Klagenden das Auswahlverfahren des Experten, bei dem
nach dem Zufallsprinzip Personen aus dem zuvor gebildeten Pool gezogen wurden, in
bezug auf die Berufsgruppe der MLAB. Bei dieser Berufsgruppe seien zwei Personen
aus dem Fachbereich Pathologie und zwei aus dem Bereich Hämatologie begutachtet
worden. Bei seiner VFA beziehe sich der Experte überwiegend auf die Gegebenheiten
und Arbeiten in der Pathologie, die Hämatologie werde kaum erwähnt. Der Experte
habe sich hier auch nicht wie vereinbart einen Nachmittag Zeit genommen, eine
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objektive Begutachtung der Hämatologie sei auf seiner Kurzvisite gar nicht möglich
gewesen. Die Funktion einer MLAB im Fachbereich der Pathologie repräsentiere nicht
automatisch auch die Funktion auf einem anderen Gebiet. Alle Laborbereiche würden
mit Ausnahme der Pathologie ihre Dienstleistungen rund um die Uhr an 365 Tagen
erbringen. An einem Institut in einem Regionalspital übernehme die MLAB unter
Führung der leitenden MLAB die Aufgaben eines FMH-Laborarztes. Es werde daher
gefordert, dass die VFA für die MLAB zusätzlich an einem Regionalspital des Kantons
St. Gallen und mindestens in einem weiteren Fachgebiet durchgeführt werde, damit
eine repräsentative Arbeitssituation mit Blick auf die Gesamtheit dieser Berufsgruppe
dargestellt werden könne (Eingabe vom 14. Februar 2008, S. 4 Ziff. 7). Im weiteren
kritisieren die Klagenden, dass sich die berechtigte Frage nach der Objektivität des
Experten stelle, wenn er im Zusammenhang mit der Poolbildung mit Chefbeamten des
Beklagten zusammengearbeitet habe. Von einem gerichtlichen Experten hätte mehr
Abstand und Objektivität erwartet werden dürfen, um sich nicht dem Vorwurf der
Parteinahme auszusetzen. In der Ergänzung zum Gutachten sei der Experte gerade
hinsichtlich der MLAB nicht auf die Kritik der Klagenden eingegangen (Eingabe vom
14. Juli 2008, S. 15 Ziff. 2).
2.8.1. Die Methode des Gutachters, die zu befragenden Personen nach dem
Zufallsprinzip (Losziehung) zu bestimmen, ist nicht geschlechtsdiskriminierend und
dementsprechend nicht zu beanstanden. Sodann versteht es sich von selbst, dass der
Gutachter als Aussenstehender nicht in der Lage war, die Poolbildung der möglichen
zu befragenden Personen anhand ihrer Stellenbezeichnung, ihrer Laufbahnnummer,
ihrer Lohnklasse und ihres Eintrittsdatums in ein Arbeitsverhältnis mit dem Kanton
St. Gallen selbständig vorzunehmen. Es ist deshalb nicht zu beanstanden, wenn der
Gutachter die Poolbildung in Kooperation mit dem Leiter und einer Mitarbeiterin des
kantonalen Personalamtes bewerkstelligt hat. Allein der Umstand, dass diese beiden
Personen in einem Anstellungsverhältnis zum Beklagten stehen, begründet jedenfalls
keine Befangenheit des Gutachters im Sinne von Art. 7 VRP.
2.8.2. Auch die Kritik der Klagenden im Zusammenhang mit den Beobachtungen der
Berufsgruppe der MLAB erweist sich als unbegründet. Namentlich trifft es nicht zu,
dass der Experte sich nicht wie vereinbart einen Nachmittag Zeit für die Begutachtung
des Fachbereichs der Hämatologie genommen habe (Eingabe vom 14. Februar 2008,
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S. 4, Ziff. 7). Die Beobachtung in der Hämatologie fand am 4. Dezember 2006 statt. Sie
dauerte von 13.10 Uhr bis 17.30 Uhr (Akten
K 2003/7 bis K 2003/16: act. 99, Protokoll vom 5. Dezember 2006). Von einer
"Kurzvisite" kann unter diesen Umständen nicht die Rede sein. Die Beobachtung der
zweiten medizinischen Laborantin aus dem Fachbereich Pathologie fand am
18. Dezember 2006 statt. Sie dauerte von 08.00 Uhr bis 11.20 Uhr und wurde durch
einen Rundgang im Fachbereich Zytologie und Immunhistologie (Mikropathologie)
ergänzt (Akten K 2003/7 bis K 2003/16: act. 99, Protokoll vom 18. Dezember 2006).
Unter diesen Umständen trifft es nicht zu, dass der Gutachter den verschiedenen
Fachbereichen der MLAB im Rahmen der Arbeitsbewertung nicht Genüge getan hat.
Dem Antrag der Klagenden, wonach die Arbeitsplatzbewertung für die medizinischen
Laborantinnen im Gesamten zu wiederholen sei (Eingabe vom 14. Juli 2008, S. 16,
Ziff. 2), ist deshalb nicht stattzugeben. Soweit die Klagenden geltend machen, die
Verantwortung und Funktion einer MLAB seien vom Gutachter nicht in sachgerechter
Weise berücksichtigt worden, wird im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen (vgl.
Erw. 7.3.4.) darauf eingegangen.
2.9. Die Klagenden machen im weiteren geltend, es sei "bedauerlich", dass das tertiäre
Bildungssystem im Gutachten gänzlich ausser Acht gelassen worden sei. Der
Entscheid, Gesundheitsberufe im tertiären Bereich auszubilden, sei bereits im Jahr
2001 gefallen und entspreche einer Aufwertung dieser Berufe und damit faktisch einer
offiziellen bildungspolitischen Anerkennung, dass die Ansprüche an Wissen und
Können höher zu bewerten seien als bislang angenommen (Eingabe vom 14. Februar
2008, S. 2 f. Ziff. 5). Sodann weisen die Klagenden darauf hin, dass der Gutachter im
Kriterium K1 eine ausführliche Unterscheidung zum Verhältnis zwischen theoretischer
und praktischer Berufsausbildung gemacht habe. Bei dieser Unterscheidung schwinge
immer die Unterstellung mit, dass ein Beruf mit hohem Theorieanteil in der Ausbildung
anspruchsvoller sei als ein Beruf mit kleinem Theorieanteil. Dies sei nicht haltbar, zumal
im praktischen Unterricht unablässig auf Theorie Bezug genommen werde (Eingabe
vom 14. Februar 2008, S. 3 Ziff. 6).
2.9.1. Der sogenannte Tertiärisierungsentscheid wurde im Jahr 2001 von der
Schweizerischen Sanitätsdirektorenkonferenz (heute Schweizerische Konferenz der
Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren) erlassen, um die Gesundheitsberufe einer
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eindeutigen Bildungsstufe zuzuordnen. Mit dem Tertiärisierungsentscheid wurde die
Grundausbildung bestimmter Berufe aus dem Gesundheitswesen mit einer
Übergangsfrist von acht Jahren auf die Tertiärstufe angehoben (vgl. Gutachten, S. 30
f.).
Es ist unbestritten, dass sämtliche Einzelklägerinnen ihre Ausbildung vor dem
Tertiärisierungsentscheid abgeschlossen haben. Sodann ist unwidersprochen, dass es
im Zeitpunkt der Klageeinreichungen noch keine Berufsabgängerinnen mit einer
Ausbildung auf der tertiären Stufe gegeben hat. Vor diesem Hintergrund ist es nicht zu
beanstanden, wenn im Rahmen der Gutachtenerstellung und auch beim Entscheid
über die Klagen der Tertiärisierungsentscheid ausser Acht gelassen wird. Daran
vermag der Hinweis der Klagenden, wonach der Kanton St. Gallen nicht darum herum
komme, sich mit Blick auf den Tertiärisierungsentscheid zu den Lohneinstufungen der
klagenden Berufsgruppen erneut zu äussern (Eingabe vom 14. Februar 2008, Ziff. 5),
nichts zu ändern.
2.9.2. Bezüglich der Kritik der Klagenden an der einleitenden Aufteilung der
Gesamtausbildung in theoretische und praktische Teile im Gutachten fällt in Betracht,
dass beim Kriterium K1 die Anforderungen an theoretische und praktische Kenntnisse
bewertet wurden. Es wurde zwischen den Untermerkmalen Grundausbildung,
Zusatzkenntnisse und Erfahrung unterschieden (vgl. Gutachten, S. 29, sowie Anhang 3
zum Gutachten). Wie der Gutachter in der ergänzenden Stellungnahme vom 21. April
2008 ausführt, war die Frage der Gewichtung von Theorie und Praxisanteil in der
Ausbildung für die faktische Einstufung ins Hauptkriterium K1 irrelevant. Gleiches gilt
auch für die übrigen Kriterien. Dies stellen denn auch die Klagenden nicht in Abrede,
indem sie selbst anmerken, dass die vom Gutachter eingangs vorgenommene
Trennung zwischen praktischem und theoretischem Unterricht in der Folge nicht mehr
aufgenommen wurde (Eingabe vom 14. Februar 2008, S. 4 Ziff. 6). Mithin erweist sich
auch dieser Einwand als unbegründet.
2.10. Die Klagenden haben dem Verwaltungsgericht unter anderem die Gutachten von
Prof. Dr. Gudela Grote vom 29. März 2000 und 14. November 2002 eingereicht, welche
diese im Zusammenhang mit Gleichstellungsklagen in den Kantonen Zürich und
Solothurn verfasst hat. Die Klagenden beanstanden, dass der Gutachter, obwohl er in
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diversen Punkten von diesen Gutachten abweiche, mit keinem Wort auf die fachlichen
Differenzen eingehe. In diesem Sinn sei die Expertise mangelhaft und die
Abweichungen seien vom Gutachter zu begründen (Eingabe vom 14. Februar 2008, S.
1 Ziff. 1).
Entgegen der Auffassung der Klagenden war der Gutachter nicht gehalten, die
Expertisen Grote, welche für andere Kantone mit einer anderen Ausgangslage, für
einen anderen Zeitraum und für andere Karrierezeitpunkte erstellt wurden, in seinem
Gutachten zu berücksichtigen. Der Einwand schlägt fehl.
2.11. Aus dem Gesagten folgt, dass das methodische Vorgehen des Gutachters nicht
zu beanstanden ist; insbesondere sind keine Hinweise auf diskriminierende
Auswirkungen im Zusammenhang mit dem gewählten Vorgehen ersichtlich. Soweit die
Klagenden geltend machen, der Gutachter habe die Führungsverantwortung im
Kriterium K3 für die klagenden Berufsgruppen nicht korrekt wiedergegeben (Eingabe
vom 14. Februar 2008, S. 2 Ziff. 3) und es mangle dem Gutachter an der nötigen
Geschlechtersensitivität in der Kommunikation (Eingabe vom 14. Juli 2008, S. 6 Ziff. 4),
wird im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen darauf eingegangen.
3. Der Gutachter bewertete die zu vergleichenden Berufsgruppen im Gutachten in den
Hauptkriterien K1 bis K6 wie folgt:
K1 K2 K3 K4 K5 K6
Spalte 1 Spalte 2Spalte 3Spalte 4Spalte 5Spalte 6Spalte 7
Hebamme 2.25 2.50 2.50 2.50 2.50 2.50
Hebamme Aufbau 2.50 2.50 2.50 2.50 2.50 2.50
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Spalte 1 Spalte 2Spalte 3Spalte 4Spalte 5Spalte 6Spalte 7
K1 K2 K3 K4 K5 K6
Krankenschwester DN22.50 2.50 2.50 2.00 2.50 2.50
TOA 2.25 2.00 2.00 2.00 2.50 2.50
MLAB 2.00 2.00 2.00 1.50 2.50 2.50
MTRA 2.25 2.00 2.00 2.00 2.50 2.50
Polizeimann 2.50 2.50 2.50 2.50 2.50 2.50
Rettungssanitäter 2.25 2.50 2.50 2.50 3.00 2.50
Rettungssanitäter (24) 2.50 2.50 2.50 2.50 3.00 2.50
Rettungssanitäter (14) 2.75 2.50 2.50 2.50 3.00 2.50
Diätkoch 2.25 1.50 1.50 1.00 2.50 1.50
Sodann wurden den verschiedenen Berufsgruppen im Gutachten folgende
Arbeitswertpunkte gemäss der inneren Gewichtung zugestanden:
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K1
1
K2 K3 K4 K5 K6 Summe
Spalte 1 Spalte 2 Spalte 3 Spalte 4 Spalte 5 Spalte 6 Spalte 7 Spalte 8
AWP AWP AWP AWP AWP AWP AWP
Hebamme 88.5 103 79 37.5 20.5 17 345.5
Hebamme Aufbau 103 103 79 37.5 20.5 17 360.0
Krankenschwester
DN2 103 103 79 27.5 20.5 17 350.0
TOA 88.5 75 57.5 27.5 20.5 17 286.0
MLAB 75 75 57.5 18.5 20.5 17 263.5
MTRA 88.5 75 57.5 27.5 20.5 17 286.0
Polizeimann 103 103 79 37.5 20.5 17 360.0
Rettungssanitäter 88.5 103 79 37.5 27 17 352.0
Rettungssanitäter
(24) 103 103 79 37.5 27 17 366.5
Rettungssanitäter
(14) 118.5 103 79 37.5 27 17
382.0
Diätkoch 88.5 50.5 39 11 20.5 8.5 218.0
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Demgegenüber machen die Klagenden in der Stellungnahme vom 14. Juli 2008
geltend, bei diskriminierungs- und willkürfreier Durchführung der Arbeitsplatzbewertung
hätte sich folgende Einstufung bzw. hätten sich folgende Arbeitswertpunkte ergeben:
K1 K2 K3 K4 K5 K6
Spalte 1 Spalte 2 Spalte 3 Spalte 4 Spalte 5 Spalte 6 Spalte 7
Hebamme 2.25 3.0 3.0 3.0 3.0 3.0
Hebamme Aufbau 2.5 3.0 3.0 3.0 3.0 3.0
Krankenschwester
DN2 2.5 3.0 3.0 2.5 3.0 3.0
TOA 2.25 2.5 2.5 2.5 2.5 3.0
MLAB 2.25 2.5 2.5 2.5 2.5 3.0
MTRA 2.5 2.5 2.5 2.5 3.0 3.0
K1 K2 K3 K4 K5 K6 Summe
Spalte 1 Spalte 2 Spalte 3 Spalte 4 Spalte 5 Spalte 6 Spalte 7 Spalte 8
AWP AWP AWP AWP AWP AWP AWP
Hebamme 88.5 135 103.5 49.5 27 22.5 426
Hebamme Aufbau 103 135 103.5 49.5 27 22.5 440.5
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Spalte 1 Spalte 2 Spalte 3 Spalte 4 Spalte 5 Spalte 6 Spalte 7 Spalte 8
K1 K2 K3 K4 K5 K6 Summe
Krankenschwester
DN 2
103 135 103.5 37.5 27 22.5 428.5
TOA 88.5 103 79 37.5 20.5 22.5 351
MLAB 88.5 103 79 37.5 20.5 22.5 351
MTRA 88.5 103 79 37.5 27 22.5 357.5
Im folgenden wird die Bewertung der klagenden Berufsgruppen im Vergleich mit den
Polizeimännern, wie sie der Gutachter vorgenommen hat, durch das Gericht überprüft,
soweit sie von den Klagenden angezweifelt werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass
für das Verwaltungsgericht zwar der Grundsatz der freien Beweiswürdigung gilt, indes
nicht ohne Not von den Würdigungen und Erkenntnissen eines Gutachtens abgewichen
wird, das gerade mit Blick auf die beim Gericht nicht vorhandenen erforderlichen
spezifischen Fachkenntnisse in Auftrag gegeben wurde. Insofern rechtfertigt es sich,
von einem Gutachten nur dann abzuweichen, wenn offensichtliche Mängel wie
beispielsweise in sich widersprüchliche Aussagen festgestellt werden (vgl. Cavelti/
Vögeli, a.a.O., Rz. 975 und 978).
4. Die Klagenden machen geltend, die Arbeitsbewertung der Berufsgruppe der
Hebamme bzw. Hebamme Aufbau durch den Gutachter sei in den Kriterien K2 bis K6
nicht sachgerecht bzw. geschlechtsdiskriminierend erfolgt.
4.1. Der Gutachter bewertete die Berufsgruppen der Hebamme, der Hebamme Aufbau
und des Polizeimannes beim Kriterium K2, wie vorstehend ausgeführt wurde, jeweils
mit 2,5 Punkten. Demgegenüber fordern die Klagenden eine Bewertung der
Hebammen (mit Grundausbildung und Aufbau) auf der Stufe 3,0.
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4.1.1. Die Stufe 2,5 setzt beim Kriterium K2 eine vermehrte selbständige
Sachbearbeitung auf einem Fachgebiet und weniger ausführende Tätigkeiten voraus.
Oft werden erhöhte Anforderungen an die schriftliche Ausdrucksfähigkeit auf einem
einfacheren Gebiet (z.B. Erstellen meist einfacher Berichte, Rapporte, Teilnahme an
Besprechungen oder ähnliches) gestellt (Gutachten, S. 61).
4.1.2. Der Gutachter begründet die Bewertung des Kriteriums K2 bei der Hebamme
bzw. Hebamme Aufbau damit, dass es sich bei der Betreuung von Mutter und Kind
während der Schwangerschaft, während der Geburt und im Wochenbett um vermehrt
selbständig zu verrichtende Aufgaben mit einem geringeren Anteil an ausführenden
Tätigkeiten handle. Die Anforderungen an die schriftliche Ausdrucksfähigkeit
beschränkten sich weitgehend auf das tägliche Verfassen von Rapporten und das
Ausfüllen von Standardformularen, die Leistungserfassung im PC, die Einträge ins
Geburtenbuch und die Dokumentation des Geburtsverlaufs und der Abweichungen
vom Normalverlauf mittels Partogramm. Die Anforderungen an die mündliche
Ausdrucksfähigkeit konzentrierten sich auf das Erteilen von Auskünften, die Beratung
und das Begleiten der Gebärenden und ihres Umfeldes, das Instruieren von
Hebammenschülerinnen, den Austausch und das Arbeiten im Team, das Zuhören und
die monatliche Teilnahme an Teamsitzungen. Zu organisieren bzw. zu planen sei -
soweit möglich - der Tagesablauf in der Gebärabteilung einschliesslich des
Pikettdienstes - mitzuorganisieren bzw. mitzuplanen seien unter anderem die
Tagesziele der Auszubildenden und der Einsatz von Praktikantinnen, die Terminierung
der Schwangerschaftskontrollen und Kaiserschnitte, die Durchführung der
Schwangerschaftskontrollen in Absprache mit dem Arzt und gegebenenfalls Kurse zur
Geburtsvorbereitung. Die Hebammentätigkeit zeichne sich dadurch aus, dass immer
wieder Situationen auftreten könnten, bei denen die Hebamme rasch eine neue Lage
beurteilen und entsprechend handeln müsse (Gutachten, S. 60 f.).
Bezüglich der Berufsgruppe der Polizisten begründete der Gutachter die Bewertung
beim Kriterium K2 damit, dass es sich bei Sachverhaltsaufnahmen, Verkehrskontrollen
und dem Ausrücken bei Alarm um vermehrt selbständig zu verrichtende Aufgaben mit
einem geringern Anteil an ausführenden Tätigkeiten (z.B. Rapportierung,
Patrouillendienst, Unterhalt der Ausrüstung, Wartung und Reinigung der Fahrzeuge)
handle. Die Anforderungen an die schriftliche Ausdrucksfähigkeit beschränkten sich
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weitgehend auf das tägliche Verfassen von Rapporten, das Ausfüllen von
Standardformularen oder das Schreiben von Briefen. Die Anforderungen an die
mündliche Ausdrucksfähigkeit konzentrierten sich auf das Erteilen von Auskünften an
die Bevölkerung, die Beratung von Verkehrsteilnehmern, das Betreuen von
Unfallopfern, das Arbeiten im Team, das tägliche Briefing und das Zuhören. Zu
organisieren bzw. zu planen seien - soweit möglich - der eigene Tagesablauf innerhalb
des vom Dienstplan für die Funktion vorgegebenen Tagesablaufs - mitzuorganisieren
bzw. zu planen seien unter anderem die Patrouillentätigkeit und durchzuführende
Kontrollen oder Transporte. Die Polizeitätigkeit zeichne sich dadurch aus, dass immer
wieder Situationen auftreten könnten, bei denen der Polizist rasch eine Lage beurteilen
und entsprechend handeln müsse. Als Beispiele werden im Gutachten genannt:
Konfrontation mit Tätern bei Einbrüchen, Schlägereien etc., Einsatz bei häuslicher
Gewalt, Chaosphase bei Unfällen oder bei Brandausbrüchen und Dringlichkeitsfahrten
(Gutachten, S. 61 f.).
4.1.3. Die Klagenden wenden gegen die Bewertung des Gutachters ein, die von ihm
verwendete Version der VFA stütze sich zu sehr auf die schriftliche Ausdrucksfähigkeit
und lasse die unmittelbaren persönlichen Kontakte mit Menschen, welche sehr hohe
geistige Anforderungen beinhalten könnten, ausser Acht. Die Betreuung einer
gebärenden Mutter stelle besondere Anforderungen an die geistigen Fähigkeiten der
Hebamme. Die Gewichtung und Interpretation von Beobachtungen bezüglich
Ernsthaftigkeit und bei der Umsetzung in Handlungen seien nicht verschiebbar, von
hoher Tragweite und müssten gegenüber den beteiligten Personen selbständig
vertreten werden. Beim Polizeimann treffe dies ebenfalls zu, jedoch sehr viel seltener.
Die vom Gutachter erwähnte Konfrontation mit Tätern bei Einbrüchen und Schlägereien
sowie Einsätze bei häuslicher Gewalt kämen tatsächlich vor, träfen aber den einzelnen
Polizeimann nicht dauernd, ja nicht einmal jede Woche. Die Hebamme sei bei ihren
Entscheidungen in der Regel alleine und könne nicht bei der Kollegin um Unterstützung
bitten. Die Polizeimänner würden dagegen in aller Regel zu zweit auftreten. Hinzu
komme, dass der Polizist bei eigenen Entscheidungen auf seine Amtsautorität und das
ihm verliehene Gewaltmonopol pochen könne (Eingabe vom 14. Februar 2008, S. 11 f.).
4.1.4. Die Einwendungen der Klagenden vermögen nicht zu überzeugen. Namentlich ist
die Rüge nicht nachvollziehbar, wonach der Gutachter zu sehr auf die schriftliche
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Ausdrucksfähigkeit Wert gelegt und den direkten Kontakt zu wenig in die Bewertung
einbezogen habe. Sowohl bei der Hebamme als auch beim Polizeimann wurden im
Gutachten die Anforderungen an die schriftliche und mündliche Ausdrucksfähigkeit
berücksichtigt (S. 60 f.). Im übrigen hat das Bundesgericht entschieden, dass eine
Wertehierarchie nicht schon deshalb, weil sie traditionell sei und personenbezogene
Dienstleistungen geringer gewichte, unzulässig sei, sondern nur, wenn sie ohne
sachlichen Grund ein Geschlecht benachteilige. Würden sowohl die weibliche Funktion
als auch die männliche Vergleichsfunktion von dieser schwächeren Gewichtung der
Gefühlsarbeit benachteiligt, liege keine Geschlechtsdiskriminierung vor, sondern eine
geschlechtsneutrale Wertungsfrage, die legitimerweise so oder anders beantwortet
werden könne (BGE 131 II 401 f.). Soweit geltend gemacht wird, unerwartete
Ereignisse würden bei der Hebamme häufiger auftreten als beim Polizeimann ist
festzuhalten, dass die Hebammentätigkeit nicht ausschliesslich in der Betreuung von
gebärenden Frauen besteht, sondern auch Tätigkeiten wie die
Schwangerschaftskontrolle oder das Erteilen von Kursen zur Geburtsvorbereitung
beinhaltet, die in der Regel keine akute Krisensituation mit sich bringen. Jedenfalls
waren bei beiden Beobachtungen vom 6./7. Dezember 2006 bzw. 17. Dezember 2006
während insgesamt 4 1⁄4 Stunden bzw. 4 3⁄4 Stunden Beobachtungszeit keine Geburten
zu verzeichnen und die Arbeiten der Hebammen beschränkten sich auf die Versorgung
von Wöchnerinnen, administrative Aufgaben und das Reinigen des Gebärzimmers
(Akten K 2003/7 bis K 2003/16: act. 99, Protokoll vom 7. Dezember bzw. 17. Dezember
2006). Vor diesem Hintergrund erweisen sich Aussagen zur relativen Häufigkeit des
Auftretens von Situationen, in denen rasch eine neue Lage beurteilt und entsprechend
gehandelt werden muss, als weitgehend spekulativ, wie der Gutachter in der
ergänzenden Stellungnahme vom 21. April 2008 zutreffend ausführt (S. 18). Mithin
bringen die Klagenden nichts vor, was die Bewertung durch den Gutachter als
unzulässig erscheinen lassen würde, wobei angemerkt sei, dass das Bundesgericht bei
stationsleitenden Krankenschwestern und Physiotherapeutinnen beim Kriterium K2 den
Wert von 2,5 als nicht diskriminierend beurteilt hat (BGE 131 II 404 f. mit Hinweis).
4.2. Der Gutachter bewertete die Berufsgruppen der Hebamme, der Hebamme Aufbau
und des Polizeimannes beim Kriterium K3, wie vorstehend ausgeführt wurde, jeweils
mit 2,5 Punkten. Demgegenüber fordern die Klagenden eine Bewertung der
Hebammen (mit Grundausbildung und Aufbau) auf der Stufe 3,0.
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4.2.1. Die Stufe 2,5 setzt beim Kriterium K3 eine erhöhte Fachverantwortung in einem
weit gespannten Fachgebiet mit vermehrten Sachbearbeitungsaufgaben voraus.
Arbeiten und Einzelarbeitsanweisungen werden gelegentlich kontrolliert, Fehler
bewirken Folgen von etwas grösserer Tragweite. Möglich ist auch eine etwas
eingeschränkte Fachverantwortung, die mit einer vermehrten Führungsverantwortung
einhergeht (Gutachten, S. 72).
4.2.2. Der Gutachter begründet die Bewertung des Kriteriums K3 bei der Hebamme
bzw. Hebamme Aufbau damit, dass ihr keine festangestellten Personen direkt oder
indirekt unterstellt seien. Hingegen sei ihr nicht selten eine Hebammenschülerin
zumindest zeitweise zugeteilt, deren Leistung sie auch zu beurteilen habe. Insgesamt
müsse die Führungsverantwortung aber als gering bezeichnet werden. Dagegen
verfüge die Hebamme über eine erhöhte Fachverantwortung in einem eher weit
gespannten Fachgebiet mit vermehrt selbständiger Sachbearbeitung. Obwohl sie eher
selten mündliche oder schriftliche Einzelarbeitsanweisungen erhalte, werde die Arbeit
häufig durch die leitende Hebamme oder den Arzt kontrolliert. Die Hebamme könne
ferner durch ihre Tätigkeit Leib und Leben sowie die Lebensqualität von Mutter und
Kind massgeblich beeinflussen. Ausserdem habe sie in ihrer Funktion gelegentlich
Entscheide von grösserer Tragweite zu treffen. Fehlentscheidungen bzw. falsche
Handlungen, eine falsche oder unsorgfältige Aufgabenerfüllung könnten Auswirkungen
von grösserer Tragweite haben (Gutachten, S. 71).
Bezüglich der Berufsgruppe des Polizeimannes begründete der Gutachter die
Bewertung beim Kriterium K3 damit, dass ihm keine festangestellten Personen direkt
oder indirekt unterstellt seien. Ihm sei in der Funktion eines "Göttis" eher selten ein
Aspirant zugeteilt, gegenüber dem er weisungsbefugt sei. Dessen Leistung müsse er
zwar nicht bewerten, es könne aber zu einem mündlichen Feedback kommen. Die
Führungsverantwortung sei somit insgesamt gesehen als sehr gering zu bezeichnen.
Jedoch verfüge der Polizist
über eine erhöhte Fachverantwortung in einem eher weit gespannten Fachgebiet mit
vermehrt selbständiger Sachbearbeitung. Er erhalte häufig Einzelarbeitsanweisungen
und die Arbeit werde häufig kontrolliert. Der Polizist könne durch seine Tätigkeit Leib
und Leben, die Lebensqualitäten und Sicherheit von Menschen, das Ansehen der
Organisationseinheit bzw. des Kantons massgeblich beeinflussen. Ausserdem habe
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der Polizist in seiner Funktion gelegentlich Entscheide von grösserer Tragweite zu
treffen und Fehlentscheide bzw. falsche Handlungen, eine falsche oder unsorgfältige
Aufgabenerfüllung könnten Auswirkungen von grösserer Tragweite haben. Vor diesem
Hintergrund sei die von der Hebamme und dem Polizisten geforderte Verantwortung
als gleichwertig zu beurteilen. Beide hätten zwar keine Führungsverantwortung, aber
eine erhöhte Fachverantwortung und müssten gelegentlich Entscheide von grösserer
Tragweite treffen. Die Auswirkungen von Fehlern könnten in seltenen Fällen sogar
beträchtlich sein. Allerdings könne die Hebamme in strittigen Situationen jederzeit
einen Arzt konsultieren oder diesen beiziehen. Beim Polizisten wiederum trage der
Ranghöhere oder Dienstältere von beiden die Verantwortung. Auch wenn der
beobachtete Polizist selbst der Dienstältere sei, könne er sich immerhin noch mit einem
jüngeren Kollegen absprechen oder sich mit der Notrufzentrale rückkoppeln. Die Arbeit
der Hebamme werde häufig kontrolliert und der Polizist erhalte zusätzlich häufiger
Einzelarbeitsanweisungen, was eine gleichwertige Beurteilung rechtfertige (Gutachten,
S. 73).
4.2.3. Die Klagenden wenden gegen die Bewertung des Gutachters ein, dass die
Hebamme entgegen den Ausführungen im Gutachten eine erhöhte
Führungsverantwortung bezüglich der Betreuung von Praktikantinnen und
Schülerinnen habe. Sodann werde der Polizist in wichtigen Kernaufgaben häufig
kontrolliert, weshalb die Einstufung des Polizisten den Wertungshilfen widerspreche.
Die Hebamme dürfe beim Kriterium K3 nicht mit dem Polizisten gleichgesetzt werden
(Eingabe vom 14. Februar 2008, S. 11).
4.2.4. Die Beurteilung des Experten ist nachvollziehbar. Sowohl bei der Hebamme als
auch beim Polizisten ist die Führungsverantwortung als gering bzw. sehr gering
einzustufen. Die Betreuung von Hebammenschülerinnen und Praktikantinnen
unterscheidet sich hinsichtlich der Führungsverantwortung nicht wesentlich von der
"Göttifunktion", die einem Polizisten nach Abschluss der Ausbildung zukommen kann.
Sodann kann offenbleiben, ob der Polizist häufiger kontrolliert wird als die Hebamme.
Wie der Gutachter in der Ergänzung zum Gutachten vom 21. April 2008 (S. 9 f.)
zutreffend darauf hinweist, reicht der Umstand, dass der Polizist durch seine Tätigkeit
Leib und Leben sowie Lebensqualität und Sicherheit von Menschen massgeblich
beeinflussen kann, aus, um ihn beim Kriterium K3 bei 2,5 einzustufen. Im übrigen ist zu
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berücksichtigen, dass die Hebamme in Notfällen immer ärztliches Personal zur
Unterstützung anfordern kann. Anzumerken bleibt, dass das Bundesgericht eine
Bewertung der Funktion der Krankenschwestern beim Kriterium K3 bei 2,0 als nicht
diskriminierend beurteilt hat (BGE 131 II 402).
4.3. Der Gutachter bewertete die Berufsgruppen der Hebamme, der Hebamme Aufbau
und des Polizeimannes beim Kriterium K4, wie vorstehend ausgeführt wurde, jeweils
mit 2,5 Punkten. Demgegenüber fordern die Klagenden eine Bewertung der
Hebammen (mit Grundausbildung und Aufbau) auf der Stufe 3,0.
4.3.1. Die Stufe 2,5 setzt beim Kriterium K4 eine stärkere psychische Belastung voraus,
die aus einer grösseren Konfliktträchtigkeit des Aufgabengebiets bzw. aus dem
Kontakt mit menschlichem Elend oder anderen seelisch belastenden Situationen (z.B.
Fach- bzw. Führungsentscheidungen, belastende Aussenkontakte) oder aus
Stresssituationen herrührt. Zum Teil sind die Kontakte anspruchsvollerer Natur
(Gutachten, S. 85).
4.3.2. Der Gutachter begründete die Bewertung des Kriteriums K4 bei der Hebamme
bzw. Hebamme Aufbau damit, dass es verschiedene psychisch belastende Tätigkeiten
und Situationen gäbe, mit denen die Hebamme professionell umgehen müsse.
Darunter fielen beispielsweise eine Überforderung des Kindsvaters bei der Geburt,
Schwangerschaftspsychosen bei der Frau, eine ungewollte Schwangerschaft oder
sogar Vergewaltigung der Frau, eine Totgeburt, die Durchführung einer Nottaufe, Früh-
oder Spätabort, ein intra-uteriner Fruchttod, eine Abtreibung, Komplikationen in der
Schwangerschaft, der Geburtsschmerz der Gebärenden, Komplikationen bei der
Geburt, schwierige soziale Verhältnisse, der Nacht- und Spätdienst, der alleine
geleistet werden müsse, oder mehrere Geburten gleichzeitig. Die erhöhte
Beanspruchung der psychischen Belastbarkeit der Hebamme zeige sich auch daran,
dass sie bei den genannten Tätigkeiten und Situationen besonders einfühlsam
vorgehen und die Betroffenen durch eine gewisse, manchmal längere Zeitspanne
professionell betreuen müsse. Gleichzeitig sei die Hebamme gezwungen, sich bei
Tätigkeiten auch gegen den Willen der Frau durchzusetzen bzw. unbeliebte
Massnahmen, wie das Zufügen von Schmerzen oder Eingriffe in ihre Intimsphäre, zu
vollziehen (Gutachten, S. 84 f.).
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Bezüglich der Berufsgruppe der Polizisten begründete der Gutachter die Bewertung
beim Kriterium K4 damit, dass das Überbringen von Todesnachrichten, der Einsatz bei
häuslicher Gewalt, der Einblick in schwierige soziale Verhältnisse, der Anblick Toter,
Schwerverletzter oder verstümmelter Leichen, die Ungewissheit, was am Einsatzort
vorzufinden bzw. zu erwarten ist (Stresssituation), Gewaltverbrechen, wenn Kinder
involviert sind, sowie Nachtpikett- und Bereitschaftsdienst sowie generell
unregelmässige Arbeitszeiten psychisch belastend seien. Ausserdem stehe der Polizist
häufig besonders im Blickfeld der Öffentlichkeit, sei Zielscheibe von Frust jeglicher Art
und werde öfters mit einer mangelnden Achtung der Tätigkeit des Polizisten
konfrontiert. Die erhöhte Beanspruchung der psychischen Belastbarkeit des Polizisten
zeige sich auch daran, dass er bei den fraglichen Tätigkeiten und Situationen
einfühlsam vorgehen müsse. Gleichzeitig sei der Polizist in besonderem Masse
gezwungen, sich bei Tätigkeiten auch gegen den Willen der Betroffenen durchzusetzen
bzw. unbeliebte Massnahmen zu vollziehen. Hiezu gehörten Festnahmen,
Inhaftierungen, Ausschaffungen, die Erhebung von Bussen, Ausweiskontrollen,
Leibesvisitationen, Verkehrsregelung, Intervention bei häuslicher Gewalt und
Befragungen von Opfern und Zeugen. Ausserdem gefährde der Polizist bei
verschiedenen Einsätzen seine eigene Gesundheit und sein eigenes Leben (Gutachten,
S. 85 f.).
4.3.3. Die Klagenden wenden gegen die Bewertung des Gutachters ein, dass sich die
Funktion der Hebamme hinsichtlich der psychischen Anforderungen und Belastungen
wesentlich von derjenigen des Polizisten unterscheide. Namentlich sei die Hebamme
bei jeder Geburt mit der Belastung "Geburtsschmerz" konfrontiert. Die belastenden
Situationen beim Polizisten seien ungleich seltener, Hebammen seien immer als Person
gefordert, die Polizisten könnten sich häufiger auf ihre Rolle als Staatsvertreter berufen
und abgrenzen. Hebammen seien in aller Regel alleine an der Arbeit, während
Polizisten in der Regel zu zweit auftreten würden, was die psychische Belastung
erheblich verringere. Hinzu komme, dass die Polizisten gewissermassen qua Funktion
im Recht seien, was subjektiv und objektiv das Ertragen psychischer Belastungen
erleichtere. Die Expertise sei hier unvollständig (Eingabe vom 14. Februar 2008, S. 11
f.).
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4.3.4. Wie der Gutachter in der ergänzenden Stellungnahme vom 21. April 2008
zutreffend ausführt, sind die Kriterien in einer Gesamtschau zu bewerten. Der
Gutachter weist zutreffend darauf hin, dass der Polizist mit Blick auf den
staatspolitischen Auftrag, für Ruhe, Ordnung und Sicherheit zu sorgen, in besonderem
Masse gezwungen ist, sich bei seinen Tätigkeiten auch gegen den Willen der
Betroffenen durchzusetzen und unbeliebte Massnahmen zu vollziehen. Das
Aufgabengebiet des Polizisten zeichnet sich mithin durch eine erhebliche
Konfliktträchtigkeit aus (vgl. ergänzende Stellungnahme vom 21. April 2008, S. 11 f.).
Demgegenüber muss zwar auch die Hebamme bei den Patientinnen unangenehme
bzw. schmerzhafte Handlungen vornehmen; diese stehen indes im Zusammenhang mit
einer professionellen Unterstützung der Schwangerschaft bzw. der Geburt. Die
fraglichen Tätigkeiten werden deshalb in aller Regel bei den Patientinnen auf grössere
Akzeptanz stossen, als dies beispielsweise bei Festnahmen, Inhaftierungen,
Ausweiskontrollen, Leibesvisitationen oder Hausdurchsuchungen der Fall ist. Insofern
trifft die Aussage der Klagenden, wonach belastende Situationen beim Polizisten
ungleich seltener vorkommen würden als bei den Hebammen, nicht zu. Daran vermag
auch nichts zu ändern, dass die Hebamme bei jeder Geburt mit der Belastung
"Geburtsschmerz" konfrontiert wird. Auch der Einwand, die Polizisten seien durch ihre
Funktion ja immer im Recht, was das Ertragen psychischer Belastungen erleichtere,
überzeugt nicht. Zwar sind die Polizisten mit Blick auf die Bewältigung ihres
staatspolitischen Auftrags mit hoheitlichen Befugnissen ausgestattet; dieser Umstand
bewirkt aber auch, dass die Polizisten besonders im Blickfeld der Öffentlichkeit stehen
und, wie der Gutachter zutreffend ausführt, nicht selten zur Zielscheibe von
Frustrationen und Aggressionen werden (Gutachten, S. 86). Gerade die Tätigkeit in
einem grundrechtssensiblen Umfeld ist anspruchsvoll und birgt Konfliktpotential. Vor
diesem Hintergrund erstaunt es denn auch nicht, dass im Kanton St. Gallen gegen
Polizisten weitaus häufiger als gegen die Berufsgruppen der Klagenden
Disziplinarverfahren angestrengt werden (Akten K 2003/7 bis K 2003/16: act. 4
Amtsbericht des Kantonalen Personalamtes vom 13. Februar 2004 sowie act. 5
Ergänzung vom 17. Februar 2004). Das Gutachten ist auch in dieser Hinsicht nicht zu
beanstanden.
4.4. Der Gutachter bewertete die Berufsgruppen der Hebamme, der Hebamme Aufbau
und des Polizeimannes beim Kriterium K5, wie vorstehend ausgeführt wurde, jeweils
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mit 2,5 Punkten. Demgegenüber fordern die Klagenden eine Bewertung der
Hebammen (mit Grundausbildung und Aufbau) auf der Stufe 3,0.
4.4.1. Die Stufe 2,5 setzt beim Kriterium K5 eine häufige bis dauernde Anstrengung in
hohem Grad bzw. gelegentlich eine grosse Handfertigkeit oder Geschicklichkeit voraus
(Gutachten, S. 95).
4.4.2. Der Gutachter begründet die Bewertung des Kriteriums K5 bei der Hebamme
bzw. Hebamme Aufbau damit, dass das Umlagern der Gebärenden, der Dammschutz,
das Stützen der Beine beim Pressen der Frau, eine Massage, langes Stehen, langes
Verharren vornübergebeugt bei einer Wassergeburt körperlich anstrengend seien.
Besonderes manuelles Geschick bzw. Fingerfertigkeit oder körperliche Gewandtheit
würden vaginale Untersuchungen, die Blutentnahme, das Legen von Infusionen oder
eines Blasenkatheters, die Geburt selbst und der Dammschutz, das Bedienen der
elektronischen Geräte sowie die Reanimation bei Säuglingen erfordern (Gutachten,
S. 94).
Bezüglich der Berufsgruppe der Polizisten begründete der Gutachter die Bewertung
beim Kriterium K5 damit, dass das Tragen der Ausrüstung inkl. Schutzweste (bis ca.
15 kg), das Mitführen von Utensilien zur Sachverhaltsaufnahme (bis ca. 10 kg), das
Tragen einer Maschinenpistole bei Patrouillen, Überfällen, die unregelmässigen
Arbeitszeiten, das Arbeiten im Freien bei jedem Wetter und die Verfolgung von
Verdächtigen zu Fuss körperlich belastend seien. Besonderes manuelles Geschick
bzw. Fingerfertigkeit oder körperliche Gewandtheit erforderten der Selbstschutz bei
Überfällen, Einbrüchen, die Sachverhaltsaufnahme bei Verkehrsunfällen, das Klettern
auf Gerüsten oder das Laufen im unwegsamen Gelände und die Festnahme nicht
kooperierender Personen (Gutachten, S. 95).
4.4.3. Die Klagenden wenden gegen die Bewertung des Gutachters ein, er gehe
methodisch nicht sachgerecht vor, wenn er bei den Hebammen die körperliche
Belastung beim Kriterien K6 aufführe anstatt im Kriterium K5. Unter dem Kriterium K6
erwähne der Gutachter die häufig einseitige Körperhaltung beim Halten oder Heben der
Gebärenden. Dieser Sachverhalt gehöre indes zwingend unter das Kriterium K5. Beim
methodisch korrekten Vorgehen müsse deshalb die körperliche Belastung des
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Polizisten und der Hebamme als gleich beurteilt werden. Hingegen sei die von der
Hebamme geforderte Handfertigkeit und Geschicklichkeit zweifellos als deutlich höher
einzustufen als diejenige des Polizisten. Die vom Gutachter unter dem Aspekt
Handfertigkeit bzw. Geschicklichkeit aufgeführten Tätigkeiten des Polizisten gehörten
denn auch praktisch ausnahmslos zur körperlichen Belastung. Unter diesen
Umständen sei die Gleichsetzung von Hebamme und Polizist beim Kriterium K5
arbeitswissenschaftlich nicht haltbar. Die Hebamme müsse höher bewertet werden,
weil ihre Handfertigkeit bzw. Geschicklichkeit höher einzustufen sei (Eingabe vom
14. Februar 2008, S. 12 f.).
4.4.4. Die Kritik der Klagenden, wonach der Gutachter die körperlichen Anstrengungen
der Hebammen beim Halten oder Heben der Gebärenden beim Kriterium K5 nicht
gebührend gewürdigt habe, trifft nicht zu. Wie vorstehend ausgeführt wurde, wurden im
Gutachten namentlich das Umlagern der Gebärenden, das Stützen der Beine beim
Pressen der Frau, das lange Stehen und das lange Verharren in einer Position beim
Kriterium K5 als körperlich anstrengend bewertet. Ob sämtliche vom Gutachter unter
dem Aspekt manuelles Geschick bzw. Fingerfertigkeit oder körperliche Gewandtheit
beim Polizisten aufgeführten Tätigkeiten tatsächlich unter dieses Unterkriterium oder
unter das Unterkriterium körperliche Anstrengungen fallen, kann offenbleiben. So
stellen beispielsweise das Verfolgen von Verdächtigen zu Fuss, der Selbstschutz bei
Überfällen oder die Festnahme von nicht kooperierenden Personen körperliche
Anstrengungen von hohem Grad dar. Auch wenn der Polizist, wie die Klagenden
einwenden, mit derartigen Tätigkeiten nicht täglich konfrontiert ist, ist er es doch
gelegentlich. Dementsprechend würde sich beim Polizisten bezüglich der körperlichen
Anstrengung gar eine Bewertung bei der Stufe 3,0 rechtfertigen, welche gelegentliche
körperliche Anstrengungen von hohem Grad voraussetzt (vgl. Gutachten, S. 95). Es ist
denn auch bezeichnend, dass Polizisten im Aufnahmeverfahren für die Polizeischule
einen Sporttest absolvieren (Gutachten, S. 44) und sich auch später Fitnesschecks
unterziehen müssen. Selbst wenn also das manuelle Geschick bzw. die Fingerfertigkeit
im Sinne der Feinmotorik bei der Hebamme mehr gefordert wird, sind doch die
körperlichen Anstrengungen, welche beim Polizisten zumindest gelegentlich
auftauchen, als anspruchsvoller einzustufen als diejenigen bei der Hebamme. Vor
diesem Hintergrund erscheint eine gleichwertige Beurteilung des Polizisten und der
Hebamme beim Kriterium K5 gerechtfertigt.
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4.5. Der Gutachter bewertete die Berufsgruppen der Hebamme, der Hebamme Aufbau
und des Polizeimannes beim Kriterium K6, wie vorstehend ausgeführt wurde, jeweils
mit 2,5 Punkten. Demgegenüber fordern die Klagenden eine Bewertung der
Hebammen (mit Grundausbildung und Aufbau) auf der Stufe 3,0.
4.5.1. Die Stufe 2,5 setzt beim Kriterium K6 eine häufige bis dauernde mittlere
Beanspruchung von einem bis mehreren Sinnesorganen und häufige bis dauernde
mittelstarke erschwerende Arbeitsbedingungen voraus (Gutachten, S. 103).
4.5.2. Der Gutachter begründet die Bewertung des Kriteriums K6 bei der Hebamme
bzw. Hebamme Aufbau damit, dass die Augen bei der Betreuung einer Geburt (z.B. Be-
obachtung von Veränderungen in der Mimik, bei der Hautfarbe der Gebärenden und
des Neugeborenen), die Ohren (z.B. das Abhören der Herztöne beim Kind), die Nase
(z.B. das Erkennen eines Blasensprungs) und der Tastsinn (z.B. bei vaginalen
Untersuchungen oder dem Abtasten des Bauches der Schwangeren, um die Lage und
das Gewicht des Kindes abschätzen zu können) besonders beansprucht würden.
Ausserdem sei die Hebamme bei ihrer Tätigkeit häufig einseitiger Körperhaltung beim
Halten oder Heben der Gebärenden ausgesetzt, was nicht selten zu Rückenproblemen
führe. Langes Stehen beinhalte die Gefahr von Varikose, bei der Reinigung des
Gebärsaals bestehe Kontakt zu chemischen Substanzen. Bei Blutentnahmen könne es
zu Stichverletzungen und Infektionen kommen. Krankheiten von Mutter und Kind
könnten durch Kontamination mit Blut und Fruchtwasser übertragen werden. Der
mögliche Kontakt mit unangenehmen Immissionen sei gegeben. Aufgrund der
notwendigen Besetzung der Funktion rund um die Uhr sei die Hebamme ferner mit
Abweichungen von der normalen Arbeitszeit konfrontiert. Häufiger regelmässiger
Nachtdienst sei ebenso gefordert wie der eher häufig regelmässige Dienst an
Wochenenden bzw. Feiertagen. Daneben sei im geringen Umfang Bereitschaftsdienst
zu leisten. Zudem fielen immer wieder Überzeiten im begrenzten Ausmass an
(Gutachten, S. 102 f.).
Bezüglich der Berufsgruppe der Polizisten begründete der Gutachter die Bewertung
des Kriteriums K6 damit, dass die Augen und Ohren bei einer Dringlichkeitsfahrt, beim
Nachtdienst, bei Alarmfahndungen und beim Patrouillendienst, bei Einbrüchen, bei
Unfällen, bei Verkehrskontrollen und Überwachungen sowie die Nase bei
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Verkehrskontrollen (z.B. Verdacht auf Alkoholkonsum) besonders beansprucht würden.
Ausserdem sei die Person des Polizisten bei Verkehrskontrollen oder dem Sichern und
Regeln des Verkehrs bei Unfällen vor allem auf Autobahnen gefährdet, es bestehe eine
Verletzungsgefahr bei Festnahmen, Interventionen oder Inhaftierungen, es bestehe eine
einseitige Belastung des Rückens beim Tragen des Waffengurtes, der Polizist sei
Dämpfen von auslaufendem Kraftstoff oder anderen chemischen Substanzen bei
Unfallaufnahmen ausgesetzt, ausserdem falle in Betracht, dass die Arbeit im Freien bei
jeder Witterung erbracht werden müsse. Krankheiten und Infektionen von Personen
könnten durch Kontakt mit Blut übertragen werden. Der mögliche Kontakt mit
unangenehmen Immissionen sei gegeben. Aufgrund der notwendigen Besetzung der
Funktion rund um die Uhr sei der Polizist ferner mit Abweichungen von der normalen
Arbeitzeit konfrontiert. Häufiger regelmässiger Nachtdienst sei ebenso gefordert wie
der eher häufig regelmässige Dienst an Wochenenden und Feiertagen. Daneben sei
eher in geringem Umfang Bereitschaftsdienst zu leisten. Zudem fielen immer wieder
Überzeiten in eher begrenztem Ausmass an (Gutachten, S. 103 f.).
4.5.3. Die Klagenden fordern zwar die Bewertung der Hebammen beim Kriterium K6
auf der Stufe 3,0, substantiierte Einwände gegen die gutachterliche Bewertung werden
indes nicht geltend gemacht. In der Eingabe vom 14. Februar 2008 wird lediglich auf
die Bemerkungen unter Ziff. 2.6 verwiesen, wo geltend gemacht wird, der Experte habe
im Bereich der Disziplinar- bzw. Strafverfahren unsorgfältig recherchiert. Dies hat indes
nichts mit der Beanspruchung der Sinnesorgane und speziellen Arbeitsbedingungen zu
tun. Tatsache ist sodann, dass gemäss Amtsbericht vom 13. Februar 2004 sowie in der
Ergänzung zum Amtsbericht vom 17. Februar 2004 des kantonalen Personalamtes
zuhanden des Verwaltungsgerichts (Akten K 2003/7 bis K 2003/16: act. 4 und 5)
festgestellt wird, dass von 1992 bis Anfang 2004 im Kanton St. Gallen kein einziges
Disziplinar- oder Strafverfahren gegen nichtärztliche Angestellte eines Spitals oder
einer Klinik registriert wurden. Alle in der Stellungnahme der Klagenden erwähnten
Verfahren betreffen Fälle ausserhalb des Kantons. Selbst unter Berücksichtigung der
von den Klagenden erwähnten Fällen ausserhalb des Kantons St. Gallen ist das Risiko,
in ein Disziplinar- oder Strafverfahren verwickelt zu werden, im Polizeidienst ungleich
höher als bei den klagenden Berufsgruppen. So wurden im fraglichen Zeitraum gegen
Polizisten immerhin sieben Disziplinarverfahren im Dienst und zehn Disziplinarverfahren
ausser Dienst eröffnet. Das Gutachten ist auch in dieser Hinsicht nicht zu beanstanden.
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4.6. Aus dem Gesagten folgt, dass die Bewertung der Berufsgruppen der Hebamme
und Hebamme Aufbau durch den Gutachter nicht zu beanstanden ist. Den von den
Klagenden in diesem Zusammenhang gestellten Beweisanträgen ist nicht
stattzugeben.
5. Die Klagenden machen geltend, die Arbeitsbewertung der Berufsgruppe der
Krankenschwestern DN2 durch den Gutachter sei in den Kriterien K2 bis K6 nicht
sachgerecht bzw. geschlechtsdiskriminierend erfolgt.
5.1. Der Gutachter bewertete die Berufsgruppen der Krankenschwestern DN2 und der
Polizisten beim Kriterium K2, wie vorstehend ausgeführt wurde, jeweils mit
2,5 Punkten. Demgegenüber fordern die Klagenden eine Bewertung der
Krankenschwestern DN2 auf der Stufe 3,0.
5.1.1. Bezüglich der Voraussetzungen für eine Bewertung auf der Stufe 2,5 beim
Kriterium K2 kann auf die Ausführungen unter Erw. 4.1.1. verwiesen werden.
5.1.2. Der Gutachter begründete die Bewertung des Kriteriums K2 bei den
Krankenschwestern DN2 damit, dass es sich bei der Pflege und Betreuung von
Patienten (Anamnesegespräch mit anschliessender Pflegeplanung, diagnostische und
therapeutische Tätigkeiten), dem kompetenzgerechten Einsatz der Mitarbeitenden in
ihrer Pflegegruppe (Fachangestellte Gesundheit, Pflegehilfen, Lernende) sowie der
Betreuung und Beurteilung von Schülerinnen und Praktikantinnen um vermehrt
selbständig zu verrichtende Aufgaben mit einem gewissen Anteil an ausführenden
Tätigkeiten (z.B. das Verabreichen von Medikamenten oder die Ausführung von
Infusionstherapien gemäss ärztlicher Verordnung, Material- und
Medikamentenbestellung, Mithilfe bei der Reinigung der Medikamentenschränke,
Begleitung von Personen für diagnostische Untersuchungen, Waschen von Patienten)
handle. Die Anforderungen an die schriftliche Ausdrucksfähigkeit beschränkten sich
weitgehend auf das tägliche Verfassen von Rapporten und das Ausfüllen von
Standardformularen und die Leistungserfassung. Die Anforderungen an die mündliche
Ausdrucksfähigkeit konzentrierten sich auf das Betreuen und Pflegen der Patienten,
das Erteilen von Auskünften, die Beratung der Patienten und ihres Umfeldes, das
Instruieren von Lernenden, den Austausch und das Arbeiten im Team, das Zuhören, die
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monatliche Teilnahme an Teamsitzungen und - am Ende des ersten Dienstjahres - die
monatliche Übernahme der Teamleitung als Tagesverantwortliche. Zu organisieren
bzw. zu planen seien - soweit möglich - der eigene Tagesablauf, der Tagesablauf der
Patienten (das zeitliche Einfügen der Pflegetätigkeit in den individuellen
Untersuchungsplan des Patienten, die Austrittsplanung etc.), das Erreichen der
Lernziele der Lernenden sowie einmal pro Monat die Tagesplanung des Teams;
mitzuorganisieren bzw. mitzuplanen seien unter anderem der Einsatz der Schülerinnen,
die Kompensation von Mitarbeiterausfällen und die Arbeitskoordination innerhalb der
Pflegegruppe. Die Tätigkeit der Krankenschwester DN2 zeichne sich dadurch aus, dass
immer wieder Situationen auftreten könnten, bei denen sie rasch eine neue Lage
beurteilen und entsprechend handeln müssen. Als Beispiel werden vom Gutachter die
Reanimation, allergische Reaktion auf ein Medikament, Notfälle, plötzliche
Verschlechterung des Allgemeinzustands eines Patienten sowie aggressives Verhalten
von Patienten genannt (Gutachten, S. 62 f.).
5.1.3. Die Klagenden wenden gegen die Bewertung des Gutachters ein, in der vom
Gutachter verwendeten Version der VFA würden nicht die Kontakte und die daraus
erwachsenden Anforderungen, sondern die schriftliche Ausdrucksfähigkeit beurteilt
(Eingabe vom 14. Februar 2008, S. 5 f.). Im weiteren wird geltend gemacht, der
Gutacher habe zu Unrecht negiert, dass die Polizei in einem praktisch
monoprofessionellen Umfeld arbeite, während eine Schlüsselaufgabe der Pflege darin
bestehe, das riesige Netzwerk von Berufen und Leistungserbringern, die bei der
Betreuung jedes einzelnen Patienten beteiligt seien, zu operationalisieren. Jede
Krankenschwester DN2 müsse eine Unmenge von Informationen und Daten ermitteln,
im Hinblick auf ihren Stellenwert einordnen, inhaltlich verarbeiten, an die richtigen
Akteure des pluridisziplinären Betreuungsteams weiterleiten, deren Leistungen
koordinieren und mit dem Pflegeprozess rückkoppeln. Krankenschwestern DN2
müssten z.B. bei Frischoperierten sofort kritische Zustände erkennen und
entsprechende Massnahmen einleiten. Dies bedinge eine hohe Wachsamkeit, die
Fähigkeit, auch kleinste Veränderungen sofort zu erkennen und einzuschätzen und
insofern auch ein sehr intensives Eingehen auf die betreuten Personen. Diese hohen
geistigen Anforderungen seien nicht gebührend bewertet worden. Schliesslich sei auch
die Führungsverantwortung nicht korrekt wiedergegeben worden (Eingabe vom 14. Juli
2008, S. 16, Ziff. 3).
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5.1.4. Bezüglich der Rüge, der Gutachter habe einen zu grossen Wert auf die
Anforderungen an die schriftliche Ausdrucksfähigkeit gestellt, kann auf die
Ausführungen unter Erw. 4.1.4. verwiesen werden, welche für die Berufsgruppe der
Krankenschwestern DN2 analog gelten. Aber auch die Hinweise der Klagenden auf das
schwierige und interdisziplinäre Umfeld, in dem die Krankenschwester DN2 ihre Arbeit
verrichten müsse, sind nicht stichhaltig. Dies zeigt sich auch darin, dass das
Bundesgericht die Bewertung der Funktion der Krankenschwester DN2 beim Kriterium
K2 selbst auf der Stufe 2,0 - mithin 0,5 Punkte unterhalb der Bewertung des
Gutachters - als nicht geschlechtsdiskriminierend qualifiziert hat (BGE 131 II 402). Die
Einwände bezüglich der Führungsverantwortung sind beim Kriterium K3 zu behandeln.
Da sich, wie bereits vorstehend dargelegt wurde, auch die Bewertung der Funktion des
Polizeimannes beim Kriterium K2 auf der Stufe 2,5 als sachgerecht erweist (vgl. Erw.
4.1.4.), ist das Gutachten in dieser Hinsicht nicht zu beanstanden.
5.2. Der Gutachter bewertete die Berufsgruppen der Krankenschwestern DN2 und der
Polizisten beim Kriterium K3, wie vorstehend ausgeführt wurde, jeweils mit
2,5 Punkten. Demgegenüber fordern die Klagenden eine Bewertung der
Krankenschwestern DN2 auf der Stufe 3,0.
5.2.1. Bezüglich der Voraussetzungen für eine Bewertung auf der Stufe 2,5 beim
Kriterium K3 kann auf die Ausführungen unter Erw. 4.2.1. verwiesen werden.
5.2.2. Der Gutachter begründet die Bewertung des Kriteriums K3 bei den
Krankenschwestern DN2 damit, dass sie über eine erhöhte Fachverantwortung in
einem eher weit gespannten Fachgebiet mit vermehrt selbständiger Sachbearbeitung
verfügten. Dennoch erhalte die Krankenschwester DN2 häufiger mündliche oder
schriftliche Einzelarbeitsanweisungen und die Arbeit werde häufig kontrolliert (z.B. die
Ausführung der diagnostischen Therapie durch den Arzt bei der Visite, die
Pflegedokumentation durch die Stationsleitung, die Arbeitsweise, Arbeitsqualität,
Sozialkompetenz etc. durch die Stationsleitung, die Schülerinnenbetreuung durch die
Praktikumsverantwortliche, die Leistungserfassung durch die Stationsleitung). Die
Krankenschwester DN2 könne ferner durch ihre Tätigkeit Leib und Leben sowie die
Lebensqualität von Patienten massgeblich beeinflussen. Daneben nehme sie Einfluss
auf die pädagogische Entwicklung der Auszubildenden. In geringerem Ausmass sei sie
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auch für die Umwelt (schonender Materialverbrauch) und das Ansehen der
Organisationseinheit bzw. des Kantons verantwortlich. Ausserdem habe die
Krankenschwester DN2 in ihrer Funktion gelegentlich Entscheide von etwas grösserer
Tragweite zu treffen. Hierzu zählten die Beantwortung folgender Fragen: Wann muss
ein Arzt beigezogen werden? Sollen dem Patienten Medikamente aus der Reserve
verabreicht werden? Wann sollen die Angehörigen bei sterbenden Personen informiert
werden? Fehlentscheide bzw. falsche Handlungen, eine falsche oder unsorgfältige
Aufgabenerfüllung könnten Auswirkungen von etwas grösserer Tragweite haben.
Werde beispielsweise der Arzt bei einer Verschlechterung des Allgemeinzustandes des
Patienten zu spät hinzugezogen, könnten Komplikationen und Gefährdungen der
Gesundheit oder im Extremfall des Lebens des Patienten auftauchen. Bei
unvollständiger oder falscher Pflegedokumentation könnten eine Verzögerung des
Heilungsprozesses oder eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes des
Patienten eintreten. Eine falsche Medikamentengabe könne gesundheitliche Schäden
zur Folge haben (allergische Reaktionen, anaphylaktischer Schock etc.). Der
Krankenschwester DN2 seien keine festangestellten Personen direkt oder indirekt
unterstellt. Hingegen seien ihr nicht selten Pflegeassistentinnen oder Schülerinnen bzw.
Praktikantinnen zumindest zeitweise, manchmal sogar permanent zugeteilt, deren
Leistung sie zumeist auch schriftlich und mündlich zu beurteilen habe. Trotz ihrer
Weisungsbefugnis gegenüber der Lernenden müsse die Verantwortung insgesamt als
eher gering bezeichnet werden (Gutachten, S. 74 f.).
5.2.3. Die Klagenden wenden gegen die Bewertung des Gutachters ein, dass die
Einstufung des Polizisten beim Kriterium K3 auf der Stufe 2,5 den Wertungshilfen
widerspreche. Gleiches gelte bezüglich der Führungsverantwortung der
Krankenschwestern DN2, welche von den Klagenden als höher eingestuft wird als
diejenige der Polizei (Eingabe vom 14. Februar 2008, S. 6 f.; Eingabe vom 14. Juli 2008,
S. 16 Ziff. 3).
5.2.4. Bezüglich der Rüge, die Einstufung der Polizisten beim Kriterium K3 würde nicht
den Wertungshilfen entsprechen, kann auf die Ausführungen unter Erw. 4.2.4.
verwiesen werden, welche für die Krankenschwestern DN2 analog gelten. Im übrigen
hat das Bundesgericht eine Bewertung der Krankenschwestern DN2 beim Kriterium K3
auf der Stufe von 2,0 als nicht geschlechsdiskriminierend beurteilt (BGE 131 II 400 ff.).
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Die Klagenden bringen nichts vor, was die Bewertung des Gutachters auf der Stufe 2,5
als willkürlich oder geschlechtsdiskriminierend erscheinen lassen würde. Da sich, wie
bereits vorstehend dargelegt wurde, auch die Bewertung der Funktion des
Polizeimannes beim Kriterium K3 auf der Stufe 2,5 als sachgerecht erweist (vgl. Erw.
4.2.4.), ist das Gutachten mithin auch in dieser Hinsicht nicht zu beanstanden.
5.3. Wie vorstehend ausgeführt wurde, bewertete der Gutachter die Berufsgruppen der
Krankenschwestern DN2 beim Kriterium K4 auf der Stufe 2,0 und die Berufsgruppe der
Polizisten auf der Stufe 2,5. Die Klagenden fordern für die Krankenschwester DN2
ebenfalls eine Bewertung auf der Stufe 2,5.
5.3.1. Die Stufe 2,0 setzt beim Kriterium K4 eine erhöhte psychische Belastung voraus,
die z.B. aus mehr Fach- bzw. Führungsentscheiden in begrenztem Rahmen bzw.
belastenden Kontakten herrühren kann (Gutachten, S. 87).
5.3.2. Der Gutachter begründet die Bewertung des Kriteriums K4 bei den
Krankenschwestern DN2 damit, dass die vielen Unterbrechungen des Arbeitsablaufs,
die Betreuung von Schwerkranken und der Zeitdruck (Stresssituation), (unerwartet)
sterbende Patienten, Herz-Kreislauf-Stillstand, Betreuung verwirrter, in ihrem Verhalten
auffälliger oder instabiler Patienten und Angriffe von Patienten als psychisch belastend
anzusehen seien. Die mittlere Beanspruchung der psychischen Belastbarkeit der
Krankenschwester DN2 zeige sich auch darin, dass sie bei den fraglichen Tätigkeiten
und Situationen einfühlsam vorgehen müsse (z.B. auch in Gesprächen nach einer
ungünstigen Diagnosestellung oder bei der Vorbereitung eines Patienten, der seine
Selbständigkeit verloren habe, auf einen Heimeintritt) und die Betroffenen über eine
gewisse, manchmal längere Zeitspanne professionell betreuen müsse. Gleichzeitig sei
die Krankenschwester DN2 gezwungen, sich bei Tätigkeiten auch gegen den Willen der
Patienten durchzusetzen bzw. unbeliebte Massnahmen, wie das Zufügen von
Schmerzen oder den Eingriff in ihre Intimsphäre, zu vollziehen. Hierzu gehörten die
Medikamenteneinnahme, die Körperpflege des Patienten, die Vertretung der Interessen
des Patienten gegenüber den Ärzten bei der Visite, die Einhaltung der Besuchszeiten
auch gegenüber den Angehörigen und notwendige Verlegungen in ein anderes Zimmer.
Sowohl die Berufsgruppe der Krankenschwestern DN2 als auch diejenige der Polizisten
müssten mit menschlichem Elend umgehen bzw. den Einblick darin aushalten und sich
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mit besonders belastenden Situationen aus-einandersetzen. Ausserdem seien beide
immer wieder Stresssituationen ausgesetzt. Allerdings würden unerwartete Si-tuationen
bei der Tätigkeit des Polizisten etwas häufiger eintreten. Ausserdem sei diese
Berufsgruppe - aufgrund ihres staatspolitischen Generalauftrags, für Ruhe, Ordnung
und Sicherheit zu sorgen - einer grösseren Konfliktträchtigkeit ihres Aufgabengebiets
ausgesetzt (Gutachten, S. 86 f.).
5.3.3. Die Klagenden wenden gegen die Bewertung des Gutachters ein, das identische
Argument führe für die Polizei und die Krankenpflege zu unterschiedlichen Wertungen.
Der Gutachter habe beiden Berufsgruppen zugestanden, dass sie bei den fraglichen
Tätigkeiten und Situationen einfühlsam vorgehen müssten. Trotzdem gestehe er den
Polizisten eine erhöhte Beanspruchung der psychischen Belastbarkeit und der
Krankenschwester DN2 nur eine mittlere Beanspruchung der psychischen
Belastbarkeit zu. Dies sei widersprüchlich. Im übrigen würden im Pflegeberuf die
psychisch belastenden Situationen tatsächlich existieren und in der Regel häufiger
vorkommen als die Situationen, welche beim Polizisten angeführt würden. Im
Gegensatz zum Polizisten überbringe die Krankenschwester DN2 nicht nur
Todesnachrichten, sondern sie begleite die Patienten beim Sterben und übernehme die
Betreuung der anwesenden Angehörigen. Sodann sei es methodisch nicht korrekt,
wenn der Gutachter bei der Funktion der Polizei den Nacht-, Pikett- und
Bereitschaftsdienst und generell unregelmässige Arbeitszeiten als psychisch
belastende Situation beim Kriterium K4 aufliste und dann unter dem Kriterium K6 diese
nochmals bewerte. Erstaunlich sei auch, dass bei der Funktion Krankenschwester DN2
die Schichtarbeit bzw. die Nachtarbeit nicht einmal erwähnt werde (Eingabe vom
14. Februar 2008, S. 7 f.).
5.3.4. Es steht ausser Frage, dass sowohl die Berufsgruppe der Krankenschwestern
DN2 als auch diejenige der Polizisten mit menschlichem Elend umgehen bzw. den
Einblick darin aushalten und sich mit seelisch besonders belastenden Situationen
auseinandersetzen müssen. Dabei hängen die Tragweite und Häufigkeit der
belastenden Situationen bei den Krankenschwestern DN2 auch wesentlich davon ab, in
welcher Abteilung der Dienst verrichtet wird. So ist nachvollziehbar, dass
beispielsweise die Tätigkeit in der Palliativabteilung oder der Onkologie in der Regel
psychisch belastender wahrgenommen wird, als beispielsweise die Tätigkeit auf der
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Orthopädie. Es ist auch notorisch, dass das Pflegepersonal gerade unter Hinweis auf
die psychische Belastung nicht selten nur eine begrenzte Zeitdauer in einschlägigen
Abteilungen wie der Palliativmedizin verbleibt. Das Gericht ist vor diesem Hintergrund
der Auffassung, dass die psychischen Belastungen und Anforderungen bei der
Berufsgruppe der Krankenschwestern DN2 je nach Abteilung eine Intensität erreichen
können, welche eher grösser ist als die Belastungen und Anforderungen, die an den
Polizisten oder die Hebamme gestellt werden. Insofern würde sich ausgehend von den
durchschnittlichen psychischen Belastungen und Anforderungen der Berufsgruppe der
Krankenschwestern DN2 – in Abweichung zur Bewertung im Gutachten – auch eine mit
den Berufsgruppen der Polizisten und Hebammen ebenbürtige Bewertung auf der
Stufe 2,5 rechtfertigen lassen. Dies gilt auch wenn die Bewertung des Gutachters
nachvollziehbar ist, wonach die Konfliktträchtigkeit des Aufgabengebiets beim
Polizisten mit Blick auf seinen staatspolitischen Auftrag etwas grösser ist als bei der
Krankenschwester DN2. Unbestritten ist sodann, dass sowohl der Polizist als auch die
Krankenschwester DN2 bei ihren Tätigkeiten einfühlsam vorgehen müssen und dass
die unregelmässigen Arbeitszeiten beide Berufe im vergleichbaren Masse treffen. Indes
kann die Frage, ob eine Bewertung auf der Stufe 2,0 oder 2,5 vorzunehmen ist,
vorliegend letztlich offengelassen werden, da – wie im folgenden zu zeigen ist - die
Berufsgruppe der Krankenschwestern DN2 im Vergleich mit den Polizisten zwar
lohnmässig zu schlecht eingestuft ist, indes keine Geschlechterdiskriminierung vorliegt
(Erw. 9.3. und 9.3.2.). Eine Bewertung auf der Stufe 2,5 beim Kriterium K4 würde sich
auf dieses Ergebnis nicht auswirken.
5.4. Der Gutachter bewertete die Berufsgruppen der Krankenschwestern DN2 und der
Polizisten beim Kriterium K5, wie vorstehend ausgeführt wurde, jeweils mit
2,5 Punkten. Demgegenüber fordern die Klagenden eine Bewertung der
Krankenschwestern DN2 auf der Stufe 3,0.
5.4.1. Bezüglich der Voraussetzungen für eine Bewertung auf der Stufe 2,5 beim
Kriterium K5 kann auf die Ausführungen unter Erw. 4.4.1. verwiesen werden.
5.4.2. Der Gutachter begründet die Bewertung des Kriteriums K5 bei den
Krankenschwestern DN2 damit, dass die Mobilisation und das Lagern von Patienten,
das Anbringen der Infusomaten etc., das Waschen von Patienten und das Schieben
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von Patientenbetten körperlich anstrengend seien. Als Hilfsmittel stünden z.B. ein
Duschstuhl, Hebevorrichtungen, eine Höherstellung des Bettes oder ein Patientenlift
zur Verfügung. Zudem könne ein Teammitglied zur Unterstützung beigezogen werden.
Besonderes manuelles Geschick bzw. Fingerfertigkeit oder körperliche Gewandtheit
erforderten z.B. das Aufziehen und Geben von Spritzen, die Blutentnahme, das Legen
von Infusionen oder eines Dauerkatheters, das Wechseln eines Verbandes, die
Vitalzeichenkontrolle, die Mobilisation von Patienten und der Umgang mit Apparaten
(z.B. Perfusoren oder Infusomaten) (Gutachten, S. 96).
5.4.3. Die Klagenden wenden gegen die Bewertung des Gutachters ein, dass dieser für
den Polizisten die unregelmässige Arbeitszeit und das Arbeiten im Freien aufführe, dies
aber beim Kriterium K6 und nicht unter K5 bewertet werden müsse (Eingabe vom
14. Februar 2008, S. 8). Sodann wird ausgeführt, es sei gerichtsnotorisch, dass gerade
im Pflegebereich kaum eine Krankenschwester DN2 mit zunehmendem Lebensalter
noch 100% arbeite. Um die enorme Belastung zu bewältigen, reduziere ein grosser
Anteil der Krankenschwestern DN2 ihren Beschäftigungsgrad oder wechsle in
Sonderaufgaben oder andere Berufe. Die körperliche Belastung vor allem bei der Arbeit
mit immobilen oder schlecht mobilen Patienten werde für viele ältere
Krankenschwestern DN2 zu einem Problem (Eingabe vom 14. Juli 2008, S. 18 Ziff. 3).
5.4.4. Es ist notorisch, dass es sowohl bei den Krankenschwestern DN2 als auch bei
den Polizisten mit zunehmendem Alter zu körperlichen Verschleisserscheinungen
kommen kann, weshalb vermehrt Spezialdienste verrichtet werden bzw. in einem
reduzierten Pensum gearbeitet wird. Insofern können die Klagenden nichts zu ihren
Gunsten ableiten. Sodann wurde bereits unter der Erw. 4.4.4. ausgeführt, dass der
Polizist zumindest gelegentlich mit körperlichen Anstrengungen hohen Grades
konfrontiert wird, die gar eine Bewertung auf der Stufe 3,0 zuliessen. Vor diesem
Hintergrund ist es nicht zu beanstanden, wenn der Gutachter die Krankenschwestern
DN2 und die Polizisten beim Kriterium K5 gleich eingestuft hat, auch wenn die
Klagenden grundsätzlich zu Recht einwenden, dass nicht ausschlaggebend sein kann,
dass die zu leistenden unregelmässigen Arbeitszeiten von den Polizeikräften in den
Interviews als körperlich anstrengend empfunden wurden, während die befragten
Krankenschwestern DN2 die unregelmässigen Arbeitszeiten nicht erwähnt haben.
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5.5. Der Gutachter bewertete die Berufsgruppen der Krankenschwestern DN2 und der
Polizisten beim Kriterium K6, wie vorstehend ausgeführt wurde, jeweils mit
2,5 Punkten. Demgegenüber fordern die Klagenden eine Bewertung der
Krankenschwestern DN2 auf der Stufe 3,0.
5.5.1. Bezüglich der Voraussetzungen für eine Bewertung auf der Stufe 2,5 beim
Kriterium K6 kann auf die Ausführungen unter Erw. 4.5.1. verwiesen werden.
5.5.2. Der Gutachter begründet die Bewertung des Kriteriums K6 bei den
Krankenschwestern DN2 damit, dass die Ohren und der Tastsinn beim Messen des
Pulses, bei der
Atem- und Vitalzeichenkontrolle, die Augen bei der Beobachtung der
Hautveränderungen beim Patienten, die Augen und die Nase beim Verbandwechseln,
der Überprüfung von Urin, Stuhl etc., die Augen und der Tastsinn bei der
Blutentnahme, dem Geben von Spritzen oder dem Legen von Infusionen oder eines
Katheters besonders beansprucht würden. Ausserdem sei die Krankenschwester DN2
folgenden Umgebungseinflüssen bzw. Risiken ausgesetzt: Bei Blutentnahmen oder
dem Legen von Infusionen könne es zu Stichverletzungen und Ansteckung kommen.
Krankheiten von Patienten könnten durch Kontamination mit Blut, Urin oder Stuhl
übertragen werden. Bei der engen Zusammenarbeit mit den Patienten komme es
immer wieder zu sexuellen oder körperlichen Übergriffen. Beim Kontakt mit
Medikamenten seien allergische Reaktionen und Resistenzbildungen möglich. Die
einseitige Körperhaltung bei der Mobilisation von Patienten trage zu Rückenproblemen
bei. Der mögliche Kontakt mit unangenehmen Immissionen sei gegeben. Aufgrund der
notwendigen Besetzung der Funktion rund um die Uhr sei die Pflegefachfrau ferner mit
Abweichungen von der normalen Arbeitszeit konfrontiert. Regelmässiger Nachtdienst
(Nachtwache) sei ebenso gefordert wie der häufige regelmässige Dienst an
Wochenenden bzw. Feiertagen. Zudem würden immer wieder Überzeiten im
begrenzten Ausmass anfallen (Gutachten, S. 104 f.).
5.5.3. Die Klagenden bringen gegen die Bewertung des Kriteriums K6 durch den
Gutachter die gleichen Einwendungen wie bei den Hebammen vor (Eingabe vom 14.
Februar 2008, S. 13). Es kann deshalb auf die Ausführungen unter Erw. 4.5.3.
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verwiesen werden, die analog auch für die Berufsgruppe der Krankenschwestern DN2
gelten.
5.6. Aus dem Gesagten folgt, dass die Bewertung der Berufsgruppen der
Krankenschwestern DN2 durch den Gutachter nicht zu beanstanden ist. Den von den
Klagenden in diesem Zusammenhang gestellten Beweisanträgen ist nicht
stattzugeben.
6. Die Klagenden machen geltend, die Arbeitsbewertung der Berufsgruppe der TOA
durch den Gutachter sei in den Kriterien K2 bis K4 und K6 nicht sachgerecht bzw.
geschlechtsdiskriminierend erfolgt.
6.1. Wie vorstehend ausgeführt wurde, bewertete der Gutachter die Berufsgruppe der
TOA beim Kriterium K2 auf der Stufe 2,0 und die Berufsgruppe der Polizisten auf der
Stufe 2,5. Die Klagenden fordern für die TOA ebenfalls eine Bewertung auf der Stufe
2,5.
6.1.1. Die Stufe 2,0 setzt beim Kriterium K2 grösstenteils ausführende Tätigkeiten mit
verschiedenen Aufgaben und zum Teil vermehrt selbständige Sachbearbeitung voraus.
Die Anforderungen an die schriftliche Ausdrucksfähigkeit auf einem einfachen
Fachgebiet sind oft mittel (z.B. stets selbständiges Schreiben von Briefen, Erstellen
einfacher Rapporte oder Ähnliches) (Gutachten, S. 64).
6.1.2. Der Gutachter begründet die Bewertung der TOA beim Kriterium K2 damit, dass
es sich beim Instrumentieren, dem Lagern von Patienten und der (Mit-)Betreuung von
Lernenden um zum Teil vermehrt selbständig zu verrichtende Aufgaben mit einem
grösseren Anteil an ausführenden Tätigkeiten handle (z.B. das Zudienen, die
Instrumentenvorbereitung nach Schema bzw. Packliste, die Dokumentation der
Operation, die Entsorgung und Zuführung der Instrumente zur Zentralsterilisation). Die
Anforderungen an die schriftliche Ausdrucksfähigkeit beschränkten sich weitgehend
auf das tägliche Verfassen von Rapporten und das Ausfüllen von Standardformularen.
Die Anforderungen an die mündliche Ausdrucksfähigkeit konzentrierten sich auf das
Erteilen von Auskünften an die an der Operation Beteiligten (OP-Team,
Anästhesieteam), das Betreuen von Patienten, das Instruieren von Lernenden, den
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Austausch und das Arbeiten im Team, das Zuhören und die monatliche Teilnahme an
Teamsitzungen. Zu organisieren bzw. zu planen seien die Programmabwicklung eines
normalen, elektiven OP-Programms, in dem ihr zugeteilten OP-Saal (Schichtleitung);
mitzuorganisieren bzw. mitzuplanen seien unter anderem das OP-Programm bzw.
Programmumstellungen in Koordination mit den beteiligten Personen, die
Saaleinteilung und die Förderung der Schülerinnen. Die Tätigkeit der TOA zeichne sich
dadurch aus, dass Situationen auftreten könnten, bei denen sie rasch eine neue Lage
beurteilen und entsprechend handeln müsse. Als Beispiele werden Sterilisationsfehler,
defekte Instrumente bzw. Apparate, die Anforderung von Reanimationsmaterial,
Notfälle und die Notfallplanung im Pikettdienst genannt. Der Gutachter folgert, dass die
an die TOA zu richtenden geistigen Fähigkeiten etwas geringer zu veranschlagen seien
als diejenige an den Polizisten, da der standardisierte Anteil in der Aufgabenerfüllung
tendenziell grösser sei und überraschend auftretende Situationen eher seltener seien
(Gutachten, S. 63 f.).
6.1.3. Die Klagenden wenden gegen die Bewertung des Gutachters ein, dass mit dem
unmittelbaren persönlichen Kontakt der TOA mit den an der Operation Beteiligten
(Ärzte, Anästhesie, Lagerung) und mit dem Betreuen der Patienten vor und während
der Lokalanästhesie wiederum das Schwergewicht der zu beurteilenden Tätigkeiten im
Kriterium K2 auf die kommunikativen Fähigkeiten gelegt werden müsse. Dies habe der
Experte zu wenig gewichtet (Eingabe vom 14. Februar 2008, S. 14).
6.1.4. Die Kritik der Klagenden überzeugt nicht. Bezüglich des Vorwurfs, der Gutachter
habe auf die kommunikativen Fähigkeiten zu wenig Gewicht gelegt, kann auf die
diesbezüglichen Ausführungen unter Erw. 4.1.4 verwiesen werden, welche für die TOA
analog gelten. Besondere kommunikative Anforderungen an die TOA sind nicht
nachgewiesen. Wie die Klagenden ausführen, beschränkt sich der persönliche Kontakt
der TOA im wesentlichen auf die an der Operation beteiligten Ärzte und die Anästhesie.
Was die Kommunikation mit den Patienten vor und nach der Operation betrifft, ist zu
berücksichtigen, dass die Betreuung in aller Regel von der Anästhesie und nur in
seltenen Fällen (allenfalls bei Lokalanästhesien) von der TOA übernommen wird. Vor
diesem Hintergrund erweist sich die Bewertung auf der Stufe 2,0 als sachgerecht.
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6.2. Wie vorstehend ausgeführt wurde, bewertete der Gutachter die Berufsgruppe der
TOA beim Kriterium K3 auf der Stufe 2,0 und die Berufsgruppe der Polizisten auf der
Stufe 2,5. Die Klagenden fordern für die TOA ebenfalls eine Bewertung auf der Stufe
2,5.
6.2.1. Die Stufe 2,0 setzt beim Kriterium K3 eine Mitfachverantwortung in einem
mittleren oder in mehreren kleinen Fachgebieten mit einzelnen, zum Teil recht
anspruchsvollen Sachbearbeitungsaufgaben voraus. Die Arbeit wird häufig kontrolliert,
und es werden Einzelarbeitsanweisungen erteilt. Fehler haben beschränkte Folgen.
Möglich ist auch eine etwas eingeschränkte Fachverantwortung, die jedoch bereits mit
Führungsverantwortung verbunden ist (mindestens Fachdienste) (Gutachten, S. 76).
6.2.2. Der Gutachter begründet die Bewertung der TOA beim Kriterium K3 damit, dass
ihr keine festangestellten Personen direkt oder indirekt unterstellt seien. Hingegen sei
ihr nicht selten eine TOA in Ausbildung zeitweise zugeteilt, deren Leistung sie auch
mittels Verlaufsblättern und im Ausnahmefall mündlich zu beurteilen habe. Trotz ihrer
Weisungsbefugnis gegenüber der Lernenden und in bezug auf die Einhaltung der
Sterilitätserfordernisse der im Operationssaal Anwesenden müsse die
Führungsverantwortung insgesamt gesehen als gering bezeichnet werden. Beim
alternierenden Instrumentieren und Zudienen sei die TOA fachdienstlich gesehen im
ersten Fall stärker in der anweisenden, im zweiten Fall stärker in der die Weisung
entgegennehmenden Position. Die TOA verfüge über eine Fachverantwortung in einem
eher mittleren Fachgebiet. Sie erhalte aber häufig mündliche oder schriftliche
Einzelarbeitsanweisungen und die Arbeit werde häufig kontrolliert (z.B. die OP-
Programmabwicklung im Saal durch die OP-Pflegeleitung, der Einsatz im
Notfallprogramm, welches einem Schema unterliege, durch die diensthabende OP-
Fachfrau, das Einhalten der Standards durch die OP-Pflegeleitung, die
Instrumentenaufbereitung durch die Teamkollegen, die Bestellung von Im-plantaten
durch die Vorgesetzte). Die TOA könne durch ihre Tätigkeit Leib und Leben sowie die
Lebensqualität von Patienten beeinflussen (sie sei für die Einhaltung der
Sterilisationserfordernisse verantwortlich). Daneben nehme sie Einfluss auf die
pädagogische Entwicklung der Auszubildenden. In geringerem Ausmass sei sie auch
für die Umwelt (schonender Materialverbrauch und sorgfältiger Umgang mit Geräten)
und das Ansehen der Organisationseinheit bzw. des Kantons verantwortlich. Eine
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falsche oder unsorgfältige Aufgabenerfüllung könne Auswirkungen von in der Regel
begrenzter Tragweite haben. Als Beispiel nennt der Gutachter das falsche Zählen der
Bauchtücher, das dazu führen könne, dass die Gesundheit des Patienten leide oder im
Extremfall sogar der Todesfall eintrete. Unsterile Instrumente könnten Infektionen
auslösen. Eine unsachgemässe Lagerung des Patienten könne Nervenschädigungen
verursachen. Falsche Einstellungen von technischen Apparaturen könnten zu
Verbrennungen oder zu Schädigungen von Gewebe führen. Werde ein falscher Faden
oder ein falsches Implantat verwendet, könne dies eine erneute Operation erforderlich
machen. Sowohl die TOA als auch der Polizist hätten fast keine
Führungsverantwortung, der Polizist aber eine erhöhte, die TOA nur eine mittlere
Fachverantwortung. Ausserdem müsse der Polizist gelegentlich Entscheide von
grösserer Tragweite treffen. Die Auswirkungen von Fehlern könnten in seltenen
Einzelfällen bei beiden Berufsgruppen beträchtlich sein. Allerdings kontrollierten sich
instrumentierende und zudienende TOA jeweils wechselseitig. Zudem sei das
operierende Ärzteteam während der gesamten OP vor Ort anwesend und (Fehl-)Ent
scheidungen des Ärzteteams würden schriftlich dokumentiert, so dass diese in deren
Verantwortungsbereich fallen würden. Beim Polizisten wiederum trage der Ranghöhere
oder Dienstältere von beiden die Verantwortung. Insgesamt gesehen sei die um eine
Stufe (0,5) tiefere Einstufung der TOA gegenüber dem Polizisten gerechtfertigt
(Gutachten, S. 75 ff.).
6.2.3. Die Klagenden wenden gegen die Bewertung des Gutachters ein, dass auch die
TOA bezüglich der Betreuung der Praktikantinnen und Schülerinnen eine erhöhte
Fachverantwortung habe. Die Einstufung des Polizisten unter K3 auf 2,5 Punkte
widerspreche den Wertungshilfen. Sodann sei nicht nachvollziehbar, weshalb die
Fachverantwortung des Polizisten höher sein solle. Der Experte halte weiter fest, dass
die Auswirkungen von Fehlern in seltenen Einzelfällen bei beiden Berufsgruppen
beträchtlich seien, was zu einer gleichen Einstufung führen müsste. Wenn sich die
instrumentierende und die zudienende TOA wechselseitig kontrollierten, müsse dies
auch für die Polizisten gelten, die immer zu zweit unterwegs seien und sich immer
gegenseitig überwachen und ergänzen könnten. Ein Fehler im Bereich des
Instrumentierens könne gleiche Auswirkungen haben wie eine Fehlentscheidung des
Polizisten, beides könne tödlich enden (Eingabe vom 14. Februar 2008, S. 14 f.).
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6.2.4. Bezüglich der Rüge, die Einstufung der Polizisten beim Kriterium K3 würde nicht
den Wertungshilfen entsprechen, kann auf die Ausführungen unter Erw. 4.2.4.
verwiesen werden, welche für die TOA analog gelten. An der Sache vorbei geht sodann
der Vergleich der Klagenden bezüglich der instrumentierenden und zudienenden TOA
mit den Polizisten, die in der Regel in Zweierteams unterwegs sind. Anders als bei den
Polizisten, welche in der Regel beide in Aktion sind, ist es unter anderem gerade die
Aufgabe der zudienenden TOA, die instrumentierende zu kontrollieren. Beim Polizisten
ist eine derart umfassende und institutionalisierte Kontrolle des Kollegen nicht
vorgesehen und in der Regel auch aus rein praktischen Gründen gar nicht möglich.
Zudem weist der Gutachter zu Recht darauf hin, dass im Operationssaal immer auch
ein Ärzteteam vorhanden ist, welches die Arbeit der TOA ebenfalls kontrolliert. Vor
diesem Hintergrund ist die höhere Bewertung des Polizisten sachgerecht.
6.3. Wie vorstehend ausgeführt wurde, bewertete der Gutachter die Berufsgruppe der
TOA beim Kriterium K4 auf der Stufe 2,0 und die Berufsgruppe der Polizisten auf der
Stufe 2,5. Die Klagenden fordern für die TOA ebenfalls eine Bewertung auf der Stufe
2,5.
6.3.1. Bezüglich der Voraussetzungen für eine Bewertung auf der Stufe 2,0 beim
Kriterium K4 kann auf die Ausführungen unter Erw. 5.3.1. verwiesen werden.
6.3.2. Der Gutachter begründet die Bewertung des Kriteriums K4 bei den TOA damit,
dass das Instrumentieren und Zudienen bei einem Polytrauma, bei
Multiorganentnahmen und deren Transplantationen, die Akzeptanz des Ablebens
während der Operation, Abtreibungen, Krebs- und Notfalloperationen nach Unfällen mit
abgetrennten Körperteilen (Stresssituation), Operationen nach Gewaltverbrechen,
Operationen von schwerkranken Kindern und sehr lange dauernde Operationen als
psychisch belastend anzusehen seien. Die mittlere Beanspruchung der psychischen
Belastbarkeit der TOA zeige sich auch daran, dass sie insofern einfühlsam vorgehen
müsse, indem sie ängstliche Patienten beim Empfang an der Schleuse und damit vor
der Sedation zu beruhigen versuche. Gleichzeitig müsse sich die TOA selten auch
gegenüber den an der Operation Beteiligten durchsetzen, um Hygiene, Sterilität oder
die Verwendung des richtigen Fadens sicherzustellen (geringe Konfliktträchtigkeit des
Aufgabengebiets). Die psychischen Anforderungen und Belastungen, die mit der
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Ausübung der Funktion der TOA verbunden seien, seien mit der Stufe 2,0 zu bewerten
und damit als geringer zu veranschlagen wie diejenigen, mit denen der Polizist
konfrontiert sei. Beide Berufsgruppen müssten mit menschlichem Elend umgehen bzw.
den Einblick darin aushalten und sich mit seelisch besonders belastenden Situationen
auseinandersetzen. Ausserdem seien beide immer wieder Stresssituationen
ausgesetzt. Allerdings würden unerwartete Situationen bei der Tätigkeit des Polizisten
öfter eintreten. Ausserdem sei diese Berufsgruppe - aufgrund ihres staatspolitischen
Generalauftrags, für Ruhe, Ordnung und Sicherheit zu sorgen - einer weitaus grösseren
Konfliktträchtigkeit ihres Aufgabengebiets ausgesetzt als die TOA (Gutachten, S. 88 f.).
6.3.3. Die Klagenden wenden gegen die Bewertung durch den Gutachter ein, dass der
Experte ausser Acht lasse, dass die TOA nicht nur Patienten in bereits sediertem
Zustand betreue, sondern dass viele Eingriffe in lokaler oder regionaler Anästhesie
durchgeführt würden und die Betreuung der Patienten dabei zur Aufgabe der TOA
gehöre. Die TOA müsse sich gegenüber den an der Operation Beteiligten durchsetzen,
das gelte namentlich auch für alkoholisierte oder unter Drogen stehende Patienten. Die
Polizisten könnten sich dagegen aufgrund des staatspolitischen Generalauftrags in
vielen Fällen in ihrer Funktion besser durchsetzen, dies erleichtere subjektiv und
objektiv das Ertragen der psychischen Belastungen. Eine Tieferbewertung der TOA sei
aus diesen Gründen nicht gerechtfertigt (Eingabe vom 14. Februar 2008, S. 15 f.).
6.3.4. Die Ausführungen der Klagenden vermögen nicht zu überzeugen. Zum einen
wurde bereits darauf hingewiesen, dass nicht in erster Linie die TOA für die Betreuung
der Patienten während der Operation verantwortlich ist, sondern die Anästhesie (vgl.
Erw. 6.1.4.). Wenig stichhaltig ist auch das Argument, dass sich die TOA regelmässig
gegen alkoholisierte oder unter Drogen stehende Patienten durchsetzen müsse.
Insgesamt dürften alkoholisierte oder unter Drogen stehende Patienten eine Minderheit
darstellen. Hinzu kommt, dass die TOA im Operationssaal nicht alleine ist, sondern in
der Regel ein ganzes Operationsteam anwesend ist. Im übrigen ist davon auszugehen,
dass sich Polizisten weitaus häufiger mit alkoholisierten oder unter Drogen stehenden
Personen auseinandersetzen müssen. Bezüglich der Rolle der Amtsautorität des
Polizisten kann auf die Ausführungen unter Erw. 4.3.4. verwiesen werden.
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6.4. Der Gutachter bewertete die Berufsgruppen der TOA und der Polizisten beim
Kriterium K6, wie vorstehend ausgeführt wurde, jeweils mit 2,5 Punkten.
Demgegenüber fordern die Klagenden eine Bewertung der TOA auf der Stufe 3,0.
6.4.1. Bezüglich der Voraussetzungen für eine Bewertung auf der Stufe 2,5 beim
Kriterium K6 kann auf die Ausführungen unter Erw. 4.5.1. verwiesen werden.
6.4.2. Der Gutachter begründet die Bewertung des Kriteriums K6 bei den TOA damit,
dass die Augen und Ohren beim Instrumentieren und beim Zudienen (Sprechen mit
Mundschutz bei relativ hoher Geräuschkulisse durch die Geräte) beansprucht würden.
Ausserdem sei die TOA den folgenden Umgebungseinflüssen bzw. Risiken bei ihrer
Tätigkeit ausgesetzt: Beim Instrumentieren und Zudienen bestehe immer die Gefahr
von Stich- und Schnittverletzungen und des sich Infizierens mit HIV, Hepatitis C etc.
Bei Operationen mit Bildverstärker sei die TOA Röntgenstrahlen, bei interoperativer
Bestrahlung oder Chemotherapie einer Strahlen- bzw. Luftbelastung und generell dem
Hochfrequenzstrom ausgesetzt. Langes Stehen beinhalte die Gefahr von Varikose. Die
einseitige Körperhaltung beim Instrumentieren trage zu
Rückenbeschwerden bei. Der Gebrauch von Desinfektionsmitteln und chemischen
Fixationssubstanzen könne zu Verätz-ungen der Haut oder der Augen führen. Beim
Lagern des Patienten bestehe Verletzungsgefahr, wenn diese um sich schlagen
würden. Der mögliche Kontakt mit unangenehmen Immissionen sei gegeben. Ferner sei
die TOA mit Abweichungen von der normalen Arbeitszeit konfrontiert. Gelegentlicher
regelmässiger Nachtdienst sei ebenso gefordert wie der gelegentliche bis häufige
regelmässige Dienst an Wochenenden bzw. Feiertagen. Daneben sei eher in geringem
Umfang Bereitschaftsdienst zu leisten. Zudem würden immer wieder
Überzeiten in begrenztem Ausmass anfallen. Die Beanspruchung der Sinnesorgane
und spezielle Arbeitsbedingungen (Belastung), die mit der Ausübung der Funktion der
TOA verbunden seien, seien denen des Polizisten als gleichwertig zu beurteilen. Von
beiden Berufsgruppen würde eher häufig eine mittlere Beanspruchung von einem bis
mehreren Sinnesorganen unter sehr häufig mittelstark erschwerenden
Arbeitsbedingungen verlangt (erhöhte Beanspruchung/Belastung) (Gutachten, S. 105
f.).
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6.4.3. Die Klagenden bringen gegen die Bewertung des Kriteriums K6 durch den
Gutachter die gleichen Einwendungen wie bei den Hebammen vor (Eingabe vom 14.
Februar 2008, S. 16). Es kann deshalb auf die Ausführungen unter Erw. 4.5.3.
verwiesen werden, die analog auch für die Berufsgruppe der TOA gelten. Im übrigen ist
die Bewertung des Gutachters nachvollziehbar. Bezüglich der Abweichungen von der
normalen Arbeitszeit sind sich TOA und Polizist gleichgestellt. Sodann ist zu
berücksichtigen, dass die körperlichen Belastungen der zudienenden TOA zwar
erheblich sind, indes auch in Betracht fällt, dass die TOA in der kontrollierenden
Funktion mit weniger körperlichen Belastungen konfrontiert wird. Vor diesem
Hintergrund lässt sich eine Gleichbewertung der Berufsgruppen der Polizisten und der
TOA rechtfertigen.
6.5. Aus dem Gesagten folgt, dass die Bewertung der Berufsgruppe der TOA durch
den Gutachter nicht zu beanstanden ist. Den von den Klagenden in diesem
Zusammenhang gestellten Beweisanträgen ist nicht stattzugeben.
7. Die Klagenden machen geltend, die Arbeitsbewertung der Berufsgruppe der MLAB
durch den Gutachter sei in den Kriterien K1 bis K4 und K6 nicht sachgerecht bzw.
geschlechtsdiskriminierend erfolgt.
7.1. Wie vorstehend ausgeführt wurde, bewertete der Gutachter die Berufsgruppe der
MLAB beim Kriterium K1 auf der Stufe 2,0 und die Berufsgruppe der Polizisten auf der
Stufe 2,5. Die Klagenden fordern für die MLAB eine Bewertung auf der Stufe 2,25.
7.1.1. Die Bewertung auf der Stufe 2,0 beim Kriterium K1 entspricht einer Berufslehre
mit dreijähriger Ausbildung (Gutachten, S. 53). Die Bewertungen auf den Stufen 2,25
bzw. 2,5 beim Kriterium K1 entsprechen einer vierjährigen Berufslehre oder einer
Berufslehre mit zusätzlichen Voraussetzungen (Stufe 2,25) bzw. einem
Maturaabschluss
oder einer vierjährigen Berufslehre mit zusätzlichen Voraussetzungen (Stufe 2,5)
(Gutachten, S. 49). Die Mindestzulassungsvoraussetzungen für die Ausbildung zur
MLAB sind zehn abgeschlossene Schuljahre (Sekundarstufe I) und ein Mindestalter von
17 Jahren (Gutachten, S. 42).
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7.1.2. Der Gutachter begründet die Bewertung des Kriteriums K1 bei den MLAB damit,
dass das Niveau der Grundausbildung zur MLAB einer dreijährigen Berufslehre
entspreche. Das Minimalalter von siebzehn Jahren finde keine Berücksichtigung, da es
sich nicht um ein (deutlich) höheres Minimalalter handle. Das Niveau der
Grundausbildung des Polizisten sei mit der Stufe 2,5 zu bewerten, da es einer
vierjährigen Berufslehre mit der Mindestvoraussetzung eines höheren Minimalalters,
d.h. zwanzig Altersjahre entspreche. Beim Vergleich bei der Ausbildung zeige sich,
dass die Erfordernisse eines höheren Minimalalters und einer Zweitausbildung die
Einstufung der Ausbildung zum Polizisten um je 0,25 erhöhe, die Grundausbildung der
MLAB also insgesamt um zwei Stufen (0,5) tiefer zu bewerten sei. Die MLAB könne
demnach mit frühestens zwanzig Altersjahren ins spezifische Erwerbsleben einsteigen,
der Polizist dagegen erst mit knapp 22 Jahren (Gutachten, S. 52 f.).
7.1.3. Die Klagenden begründen ihre Forderung, wonach die MLAB beim Kriterium K1
auf der Stufe 2,25 zu bewerten seien, nicht substantiiert, sondern verweisen auf ihre
einleitenden Ausführungen, wonach es bedauerlich sei, dass im Rahmen des
Gutachtens der Tertiärisierungsentscheid nicht berücksichtigt worden sei (Eingabe vom
14. Februar 2008, S. 17). Diesbezüglich kann auf die Ausführungen unter Erw. 2.9.1.
verwiesen werden. Im übrigen lässt es sich rechtfertigen, wenn der Umstand, dass die
Polizeiausbildung eine abgeschlossene Berufsausbildung (mit dem eidgenössischen
Fähigkeitsausweis) sowie ein deutlich erhöhtes Minimalalter (zwanzig Jahre)
voraussetzt (Gutachten, S. 44), so gewichtet wird, dass die Ausbildung zur MLAB um
0,5 Punkte tiefer bewertet wird.
7.2. Wie vorstehend ausgeführt wurde, bewertete der Gutachter die Berufsgruppe der
MLAB beim Kriterium K2 auf der Stufe 2,0 und die Berufsgruppe der Polizisten auf der
Stufe 2,5. Die Klagenden fordern für die MLAB ebenfalls eine Bewertung auf der Stufe
2,5.
7.2.1. Bezüglich der Voraussetzungen für eine Bewertung auf der Stufe 2,0 beim
Kriterium K2 kann auf die Ausführungen unter Erw. 6.1.1. verwiesen werden.
7.2.2. Der Gutachter begründet die Bewertung des Kriteriums K2 bei den MLAB damit,
dass es sich bei der Evaluation der Resultate der verschiedenen zu analysierenden
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Proben (Blut, Urin, Knochenmark etc.) auf ihre Plausibilität (unter anderem Vergleich mit
den Vorwerten, mit den im Ablaufdiagramm enthaltenen Grenzwerten bzw.
Referenzbereichen) und ihrer Freigabe, der Vernetzung der Resultate verschiedener
Fachbereiche, dem Mikroskopieren, beim Zuschneiden von Makropräparaten mit dem
Assistenzarzt, dem Herstellen von Paraffinblöcken und Schnellschnitten und der
(Mit-)Betreuung von Lernenden um zum Teil vermehrt selbständig zu verrichtende
Aufgaben mit einem grösseren Anteil an ausführenden Tätigkeiten (z.B. die Annahme
von Flüssigkeit oder Gewebeproben, das Beschriften und Erfassen von
Patientenröhrchen im EDV-System, die Meldung von Bestellbedarf an die
Cheflaborantin, das Giessen, Hobeln und Färben der Gewebeschnitte, die Archivierung
von Schnitten und
Blöcken) handle. Die Anforderungen an die schriftliche Ausdrucksfähigkeit
beschränkten sich auf Kurzbemerkungen bei aussergewöhnlichen Vorkommnissen und
die tägliche Übertragung von Informationen in den PC. Die Anforderungen an die
mündliche Ausdrucksfähigkeit konzentrierten sich auf das Erteilen von Auskünften an
Ärzte und das Pflegepersonal (Krankenschwestern), das Mitbetreuen von
Auszubildenden, den Austausch und das Arbeiten im Team und die monatliche
Teilnahme an Teamsitzungen. Zu organisieren bzw. zu planen seien - soweit möglich -
der eigene Tagesablauf, die Weitergabe von Informationen an Kolleginnen, die
Durchführung von Wartungsarbeiten an den Geräten; mitzuorganisieren bzw.
mitzuplanen sei die Förderung der Schülerinnen. Die Tätigkeit der MLAB zeichne sich
dadurch aus, dass Situationen auftreten könnten, bei denen sie rasch eine neue
Lagebeurteilung vornehmen und entsprechend handeln müsse. Als Beispiele werden
Notfälle, Schnellschnitte, Geräteausfall, Probenverwechslung auf der Station,
Probenmaterialverlust, das Erkennen von Malaria, Leukämie und dergleichen sowie das
Erkennen von systematischen Analysefehlern genannt. Die an die MLAB zu richtenden
geistigen Fähigkeiten seien etwas geringer zu veranschlagen als diejenige des
Polizisten, da der standardisierte Anteil an der Aufgabenerfüllung tendenziell grösser
sei und überraschend auftretende Situationen trotzdem stärker routinemässig
behandelt werden könnten (Gutachten, S. 64 f.).
7.2.3. Die Klagenden verweisen bei ihrer Rüge im wesentlichen auf die beantragte
Ergänzung der Arbeitsplatzbewertung der Berufsgruppe der MLAB (Eingabe vom
14. Februar 2008, S. 17). Dazu wurde bereits unter Erw. 2.8.2. Stellung genommen,
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weshalb auf die entsprechenden Ausführungen verwiesen werden kann. Soweit darauf
hingewiesen wird, dass die Laborresultate durch einen Akademiker bzw. Arzt nur visiert
und auf die Plausibilität überprüft würden und von einer eigentlichen Überprüfung bzw.
Kontrolle nicht die Rede sein könne (Eingabe vom 14. Juli 2008, S. 21 Ziff. 6), ist
festzuhalten, dass die MLAB immerhin die Möglichkeit der Rücksprache mit einem Arzt
bzw. Akademiker hat (vgl. dazu auch Erw. 7.3.4.). Vor diesem Hintergrund ist die
Bewertung des Gutachters nicht zu beanstanden.
7.3. Wie vorstehend ausgeführt wurde, bewertete der Gutachter die Berufsgruppe der
MLAB beim Kriterium K3 auf der Stufe 2,0 und die Berufsgruppe der Polizisten auf der
Stufe 2,5. Die Klagenden fordern für die MLAB ebenfalls eine Bewertung auf der Stufe
2,5.
7.3.1. Bezüglich der Voraussetzungen für eine Bewertung auf der Stufe 2,0 beim
Kriterium K3 kann auf die Ausführungen unter Erw. 6.2.1. verwiesen werden.
7.3.2. Der Gutachter begründet die Bewertung des Kriteriums K3 bei den MLAB damit,
dass der MLAB keine festangestellten Personen direkt oder indirekt unterstellt seien.
Hingegen sei ihr nicht selten eine Auszubildende zeitweise zugeteilt, deren Leistung sie
auch schriftlich mittels eines standardisierten Formulars (Arbeitsblatt) und durch
mündliches Feedback an die Vorgesetzte zu beurteilen habe. Trotz ihrer
Weisungsbefugnis der Lernenden gegenüber müsse die Führungsverantwortung
insgesamt gesehen als gering bezeichnet werden. Die MLAB verfüge über eine
Fachverantwortung in einem eher mittleren bzw. mehreren kleinen Fachgebieten. Sie
erhalte aber häufig mündliche oder schriftliche Einzelarbeitsanweisungen und die Arbeit
werde häufig kontrolliert (z.B. die Schnellschnittqualität durch den Oberarzt, die
Qualität der gegossenen Paraffinblöcke, der Färbungen, der Schnittqualität etc.). Die
Kontrolle finde laufend während des Weiterverarbeitungsprozesses durch das Team
bzw. die Cheflaborantin als gegenseitige Kontrolle statt und zusätzlich einmal pro
Woche als Endkontrolle. Die Laborresultate würden an Werktagen aufgrund des mit
dem höheren Arbeitsanfall unter der Woche begründeten höheren Risikos von Fehlern
immer durch eine Kollegin, bei einem externen Auftraggeber (ein anderes Labor
ausserhalb des Kantonsspitals) immer, und damit auch am Wochenende, durch einen
"Akademiker" (Chemiker, Arzt) kontrolliert. Die MLAB könne durch ihre Tätigkeit Leib
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und Leben sowie die Lebensqualität von Patienten beeinflussen. Daneben nehme sie
Einfluss auf die pädagogische Entwicklung der Auszubildenden. In geringerem
Ausmass sei sie auch für die Umwelt (fachgerechter Umgang mit Chemikalien)
verantwortlich. Eine falsche oder unsorgfältige Aufgabenerfüllung könne Auswirkungen
von in der Regel begrenzter Tragweite haben. So könnten beispielsweise
Verwechslungen von Gewebeproben für die Behandlung des Patienten fatale Folgen
haben. Eine falsche Archivierung erschwere oder verunmögliche das Auffinden der
benötigten Informationen, zu tief geschnittene Paraffinblöcke liessen keinen Befund
mehr erkennen, es könne eine nochmalige Knochenmarkpunktion durch den Arzt nötig
werden, die für den Patienten zusätzlich belastend sei, eine nicht erkannte Malaria,
Leukämie, Bakterien in der Hirnflüssigkeit und dergleichen könnten im Extremfall den
Tod des Patienten bedeuten. Wie der Polizist hätte die MLAB fast keine
Führungsverantwortung, der Polizist aber eine erhöhte, die MLAB nur eine mittlere
Fachverantwortung. Ausserdem müsse der Polizist gelegentlich Entscheide von
grösserer Tragweite treffen. Die Auswirkungen von Fehlern könnten in seltenen
Einzelfällen bei beiden Berufsgruppen beträchtlich sein. Allerdings würden die
Laborresultate und verarbeiteten Gewebeproben jeweils nochmals kontrolliert. Beim
Polizisten wiederum trage der Ranghöhere oder Dienstältere von beiden die
Verantwortung. Insgesamt gesehen sei die um eine Stufe (0,5) tiefere Einstufung der
MLAB gegenüber dem Polizisten gerechtfertigt (Gutachten, S. 77 f.).
7.3.3. Die Klagenden wenden gegen die Bewertung durch den Gutachter ein, dass der
Hinweis auf die nachträgliche Kontrolle der Laborresultate nur für den Fachbereich der
Pathologie gelten würde, während in allen anderen Fachgebieten alle Laborresultate
ohne Kontrolle durch die MLAB immer technisch, biomedizinisch und oft auch
medizinisch validiert würden. In Regionalspitälern würden sämtliche Laborbefunde
ohne Kontrolle durch die MLAB validiert. Auch im Bereich Fachverantwortung stimme
die Aussage des Experten hinsichtlich der begrenzten Tragweite von falscher oder
unsorgfältiger Arbeitserfüllung so nicht. In allen Fachbereichen könne falsche oder
unsorgfältige Arbeitserfüllung zu schwerwiegenden Fehlentscheiden der behandelnden
Ärzte und damit zum Tode des Patienten führen. In der Pathologie lägen andere
psychische Anforderungen und Belastungen vor als für die MLAB, die in
Regionalspitälern und in anderen Fachgebieten arbeiteten. So sei die Blutentnahme bei
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HIV-Patienten, Alkohol- und Drogenpatienten stets schwierig und stelle eine erhöhte
psychische Belastung dar (Eingabe vom 14. Februar 2008, S. 17 f.).
7.3.4. Den Einwendungen der Klagenden ist entgegenzuhalten, dass auch in anderen
Fachgebieten ausserhalb der Pathologie die Laborresultate zumindest teilweise durch
einen "Akademiker" (Arzt bzw. Chemiker) kontrolliert werden und die MLAB auch
immer die Möglichkeit haben, mit einem "Akademiker" Rücksprache zu halten (vgl.
ergänzende Stellungnahme des Gutachters vom 21. April 2008, S. 26). Dies relativiert
die Verantwortung der MLAB. Es überzeugt nicht, wenn die Klagenden geltend
machen, dass die Überprüfung der Laborresultate durch einen "Akademiker" nur eine
Visierung und dabei nur eine Überprüfung auf Plausibilität beinhalten würden (Eingabe
vom 14. Juli 2008, S. 21, Ziff. 6). Die
Überprüfung durch den "Akademiker" ist keine blosse Formalität, wie sich das
Verwaltungsgericht bei den Beobachtungen überzeugen konnte, sondern unter
bestimmten Voraussetzungen zwingend vorgeschrieben. Im übrigen haben auch
Polizisten nicht selten Kontakt mit HIV-positiven Personen, Alkoholikern oder
Drogensüchtigen. Vor diesem Hintergrund ist die Bewertung durch den Experten nicht
zu beanstanden.
7.4. Wie vorstehend ausgeführt wurde, bewertete der Gutachter die Berufsgruppe der
MLAB beim Kriterium K4 auf der Stufe 1,5 und die Berufsgruppe der Polizisten auf der
Stufe 2,5. Die Klagenden fordern für die MLAB ebenfalls eine Bewertung auf der Stufe
2,5.
7.4.1. Die Stufe 1,5 setzt beim Kriterium K4 eine leichte psychische Belastung aus der
Konfliktträchtigkeit des Aufgabengebietes bzw. aus dem Kontakt mit menschlichem
Elend oder aus seelisch belastenden Stresssituationen voraus. Dazu gehört
beispielsweise die Belastung aus qualifizierter ausführender Tätigkeit mit geringer
eigener Entscheidungskompetenz. Die belastenden Kontakte sind gering (Gutachten,
S. 89).
7.4.2. Der Gutachter begründet die Bewertung des Kriteriums K4 bei den MLAB damit,
dass die häufigen Unterbrechungen des Arbeitsablaufes und Zeitdruck bei Notfällen
(Stresssituation), die Übernahme der Verantwortung zur Freigabe der Laborresultate,
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Blutentnahmen bei Kindern und schwerkranken Personen, Anwesenheit bei einer
Knochenmarkpunktion, Abholung von Gewebematerial aus dem Autopsiesaal (Anblick
und Geruch von Leichen) sowie der Anblick von Föten und Totgeburten bei der
Makropräparation belastend seien. Die leichte Beanspruchung der psychischen
Belastbarkeit der MLAB zeige sich daran, dass sie gelegentlich einfühlsam vorgehen
müsse (z.B. bei der Blutentnahme bei Kleinkindern und sozial auffälligen oder
multimorbiden Personen). Gleichzeitig müsse sich die MLAB manchmal gegenüber
dem Pflegepersonal auf den Stationen durchsetzen, falls beispielsweise Blutproben
verloren gegangen seien (geringe Konfliktträchtigkeit des Aufgabengebietes). Wie der
Polizist sei zwar auch die MLAB immer wieder Stresssituationen ausgesetzt. Der
Polizist müsse aber öfter mit menschlichem Elend umgehen bzw. den Einblick darin
aushalten und sich häufiger mit seelisch besonders belastenden Situationen
auseinandersetzen. Ausserdem würden unerwartete Situationen bei der Tätigkeit des
Polizisten weitaus öfter eintreten. Zudem sei diese Berufsgruppe - aufgrund ihres
staatspolitischen Generalauftrags, für Ruhe, Ordnung und Sicherheit zu sorgen - einer
weitaus grösseren Konfliktträchtigkeit ihres Aufgabengebiets ausgesetzt als die MLAB
(Gutachten, S. 89 f.).
7.4.3. Die Klagenden wenden gegen die Bewertung durch den Gutachter ein, dass mit
der Doppelbewertung der Polizei hinsichtlich des identischen Sachverhalts (Nacht-,
Pikett- und Bereitschaftsdienst seien durch den Experten für die Polizei beim Kriterium
K4 und K6 bewertet worden) die Einstufung der MLAB verfälscht bzw. im Vergleich zur
Polizei zu tief bewertet werde (Eingabe vom 14. Februar 2008, S. 18).
7.4.4. Die Einwendungen der Klagenden überzeugen nicht. Zwar sind die
Berufsgruppen der MLAB und der Polizei hinsichtlich der unregelmässigen
Arbeitszeiten grundsätzlich gleich einzustufen; indes ist mit dem Gutachter davon
auszugehen, dass die Tätigkeit des Polizisten mit einem grösseren Konfliktpotential
verbunden ist als die Tätigkeit der MLAB und auch die Konfrontationen mit
menschlichem
Elend direkter und konkreter stattfinden. Insofern ist die Bewertung nicht zu
beanstanden.
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7.5. Der Gutachter bewertete die Berufsgruppen der MLAB und der Polizisten beim
Kriterium K6, wie vorstehend ausgeführt wurde, jeweils mit 2,5 Punkten.
Demgegenüber fordern die Klagenden eine Bewertung der MLAB auf der Stufe 3,0.
7.5.1. Bezüglich der Voraussetzungen für eine Bewertung auf der Stufe 2,5 beim
Kriterium K6 kann auf die Ausführungen unter Erw. 4.5.1. verwiesen werden.
7.5.2. Der Gutachter begründete die Bewertung des Kriteriums K6 bei den MLAB
damit, dass die Augen beim Mikroskopieren, bei der Überprüfung der Konsistenz und
Farbabstimmung von Flüssigkeiten, beim Schneiden von Paraffinblöcken etc., der
Tastsinn beim Umgang mit Kleinstmaterialien und um festzustellen, ob Gewebeproben
noch zu entkalken seien, die Nase bei der Kontrolle, ob Gewebeproben bereits in
Formalin eingelegt worden seien und die Ohren beim Arbeiten mit Analysegeräten
besonders beansprucht würden. Ausserdem sei die MLAB bei der Blutentnahme und
der Arbeit mit frischem Patientenmaterial der Gefahr von Stich- oder
Schnittverletzungen und des sich Infizierens mit Krankheiten (HIV, Hepatitis,
Tuberkulose etc.) ausgesetzt. Die einseitige Körperhaltung beim Beschriften von
Blutproben oder das stundenlange Arbeiten am Rotationsmikrotom trage zu
Rückenbeschwerden bei. Beim Arbeiten im Speziallabor sei man
gesundheitsgefährdenden, krebserregenden chemischen Substanzen und Dämpfen
(Formaldehyd, Äther etc.) ausgesetzt. Beim Arbeiten in der Immunhistologie sei eine
gewisse radioaktive Strahlenbelastung möglich. Der Gebrauch von Farblösungen und
anderen chemischen Substanzen beim Einfärben könne zu Verätzungen der Haut
führen. Beim Arbeiten im Bereich Hämatologie existiere eine relativ hohe
Geräuschkulisse durch die verschiedenen Analyse- und Arbeitsgeräte, dagegen sei im
Bereich Histologie die Geräuschkulisse eher gering. Ferner sei die MLAB mit
Abweichungen von der normalen Arbeitszeit konfrontiert. Gelegentlich bis dauernder
regelmässiger Nachtdienst könne ebenso gefordert sein, wie der gelegentliche
regelmässige Dienst an Wochenenden und Feiertagen. Daneben sei in eher geringem
Umfang Bereitschaftsdienst zu leisten. Zudem würden immer wieder Überzeiten in
begrenztem Ausmass anfallen. Sowohl von der Berufsgruppe der MLAB als auch von
derjenigen der Polizisten würde eher häufig eine mittlere Beanspruchung von einem bis
mehreren Sinnesorganen unter eher häufig mittelstark erschwerten Arbeitsbedingungen
verlangt (erhöhte Beanspruchung und Belastung), wenngleich die Abweichungen von
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der normalen Arbeitszeit der MLAB als etwas geringer gewichtig zu beurteilen seien
(Gutachten, S. 106 f.).
7.5.3. Die Klagenden bringen gegen die Bewertung des Kriteriums K6 durch den
Gutachter die gleichen Einwendungen wie bei den Hebammen vor (Eingabe vom 14.
Februar 2008, S. 18). Es kann deshalb auf die Ausführungen unter Erw. 4.5.3.
verwiesen werden, die analog auch für die Berufsgruppe der MLAB gelten. Im übrigen
ist die Bewertung des Gutachters nachvollziehbar. Selbst wenn davon ausgegangen
wird, dass die Tätigkeit der MLAB eine grössere Beanspruchung der Sinnesorgane
voraussetzt, fällt in Betracht, dass die Polizisten ihre Arbeit auch in der Nacht bei jeder
Witterung draussen verrichten müssen und insofern verstärkt besonderen
Umgebungseinflüssen ausgesetzt sind.
7.6. Aus dem Gesagten folgt, dass die Bewertung der Berufsgruppe der MLAB durch
den Gutachter nicht zu beanstanden ist. Den von den Klagenden in diesem
Zusammenhang gestellten Beweisanträgen ist nicht stattzugeben.
8. Die Klagenden machen geltend, die Arbeitsbewertung der Berufsgruppe der MTRA
durch den Gutachter sei in den Kriterien K1 bis K6 nicht sachgerecht bzw.
geschlechtsdiskriminierend erfolgt.
8.1. Wie vorstehend ausgeführt wurde, bewertete der Gutachter die Berufsgruppe der
MTRA beim Kriterium K1 auf der Stufe 2,25 und die Berufsgruppe der Polizisten auf der
Stufe 2,5. Die Klagenden fordern für die MTRA ebenfalls eine Bewertung auf der Stufe
2,5.
8.1.1. Bezüglich der Voraussetzungen für eine Bewertung auf der Stufe 2,25 und 2,5
beim Kriterium K1 kann auf die Ausführungen unter Erw. 7.1.1. und 7.1.3. verwiesen
werden. Mindestvoraussetzungen für die Absolvierung der dreijährigen Lehre zur MTRA
sind zehn abgeschlossene Schuljahre, Grundkenntnisse in Englisch und Informatik,
sehr gute Deutschkenntnisse, Nothelferausweis, Schnupperwoche (drei Tage
diagnostische Radiologie, ein Tag Nuklearmedizin, ein Tag Radioonkologie), ein
Mindestalter von 18 Jahren und keine gesundheitlichen Einschränkungen für die
Berufsausübung (Gutachten, S. 42 f.).
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8.1.2. Der Gutachter begründete die Bewertung des Kriteriums K1 bei den MTRA
damit, dass das Niveau der Grundausbildung mit der Stufe 2,25 zu bewerten sei, da es
einer dreijährigen Berufslehre mit der Mindestvoraussetzung eines höheren
Minimalalters, d.h. 18 Altersjahre, entspreche. Das Niveau der Grundausbildung des
Polizisten sei mit der Stufe 2,5 zu bewerten, da es einer vierjährigen Berufslehre mit der
Mindestvoraussetzung eines höheren Minimalalters, d.h. 20 Jahre, entspreche. Beide
Ausbildungen würden zwar sowohl ein höheres Minimalalter als auch eine dreijährige
Berufsbildung verlangen. Im Fall der MTRA sei diese Ausbildung berufsspezifisch, im
Fall des Polizisten aber Voraussetzung für die spezifische Berufsausbildung. Die
berufsspezifische Ausbildung zum Polizisten sei zwar relativ kurz. Da es sich aber um
eine Zweitausbildung handle, ergebe sich indes eine um 0,25 höhere Einstufung. Die
MTRA könne demnach mit frühestens 21 Altersjahren ins spezifische Erwerbsleben
einsteigen, der Polizist mit frühestens 22 Jahren (Gutachten, S. 53 f.).
8.1.3. Die Klagenden begründen ihre Forderung, wonach die MTRA beim Kriterium K1
auf der Stufe 2,5 zu bewerten seien, nicht substantiiert, sondern verweisen auf ihre
einleitenden Ausführungen, wonach es bedauerlich sei, dass im Rahmen des
Gutachtens der Tertiärisierungsentscheid nicht berücksichtigt worden sei (Eingabe vom
14. Februar 2008, S. 20). Diesbezüglich kann auf die Ausführungen unter Erw. 2.9.1.
verwiesen werden. Im übrigen erweist sich die Bewertung des Gutachters als
sachgerecht, namentlich rechtfertigt der Umstand, dass der Polizeiberuf eine
abgeschlossene Lehre und zusätzlich die fachspezifische Ausbildung zum Polizisten
voraussetzt, sowie der Umstand, dass die Polizeiausbildung erst mit 20 Jahren
angefangen werden kann, eine bessere Bewertung der Berufsgruppe der Polizisten um
0,25 Punkte.
8.2. Wie vorstehend ausgeführt wurde, bewertete der Gutachter die Berufsgruppe der
MTRA beim Kriterium K2 auf der Stufe 2,0 und die Berufsgruppe der Polizisten auf der
Stufe 2,5. Die Klagenden fordern für die MTRA ebenfalls eine Bewertung auf der Stufe
2,5.
8.2.1. Bezüglich der Voraussetzungen für eine Bewertung auf der Stufe 2,0 beim
Kriterium K2 kann auf die Ausführungen unter Erw. 6.1.1. verwiesen werden.
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8.2.2. Der Gutachter begründete die Bewertung des Kriteriums K2 bei den MTRA
damit, dass es sich bei der Vorbereitung und Durchführung der diagnostischen oder
therapeutischen Untersuchungsverfahren im Bereich der Radioonkologie, der
diagnostischen Radiologie oder in der Nuklearmedizin jeweils nach ärztlicher
Anweisung bzw. vor Ort, bei der Berechnung der jeweiligen Dosierung nach Vorgabe
bzw. nach Standardkonzepten, der Patientenbeurteilung und Überwachung (Reaktion
auf Kontrastmittel, Infusionen etc.), dem Erstellen von Röntgenbildern oder
Simulations- oder Verifikationsaufnahmen und der Bild- und Aufnahmebeurteilung um
zum Teil vermehrt selbständig zu verrichtende Aufgaben mit einem grösseren Anteil an
ausführenden Tätigkeiten (z.B. die Kontrastmittelgabe, die Kontrolle der
Feldmarkierung, die Gewährleistung des Strahlenschutzes, die Assistenz bei ärztlichen
Untersuchungen, die Bildbearbeitung, die Archivierung, die Leistungserfassung, das
Nachfüllen und Bestellen von Material) handle. Die Anforderungen an die schriftliche
Ausdrucksfähigkeit beschränkten sich auf die täglichen Patienteneinträge in den PC
und die Leistungserfassung. Die Anforderungen an die mündliche Ausdrucksfähigkeit
konzentrierten sich auf das Erteilen von Auskünften an Ärzte, das Pflegepersonal und
an Patienten, das Mitbetreuen von Auszubildenden, den Austausch und das Arbeiten
im Team sowie die wöchentliche Teilnahme an den Teamsitzungen. Zu organisieren
bzw. zu planen seien der Tagesablauf und die Terminierung am jeweiligen Arbeitsplatz
(Local Manager), der jeweilige Untersuchungsablauf und die Bestellung des benötigten
Materials; mitzuorganisieren bzw. mitzuplanen seien die Betreuung der Praktikantinnen
und Lernenden. Die Tätigkeit der MTRA zeichne sich dadurch aus, dass Situationen
auftreten könnten, bei denen sie rasch eine neue Lage beurteilen und entsprechend
handeln müsse. Als Beispiele werden das Auftreten einer Kontrastmittelallergie,
plötzliche Verschlechterung des Allgemeinzustands des Patienten, Veränderung des
Kooperationsverhaltens des Patienten und Notfälle genannt. Die an die MTRA zu
richtenden geistigen Fähigkeiten seien etwas geringer zu veranschlagen als diejenige
des Polizisten und mit der Stufe 2,0 zu bewerten, da der standardisierte Anteil in der
Aufgabenerfüllung tendenziell grösser sei (Gutachten, S. 65 f.).
8.2.3. Die Klagenden wenden gegen die Bewertung durch den Gutachter ein, dass
dieser zu hohes Gewicht auf die schriftliche Ausdrucksfähigkeit gelegt habe, der
unmittelbare persönliche Kontakt mit Menschen aber unter Umständen sehr hohe
geistige Anforderungen beinhalte. Es sei diskriminierend, wenn personenbezogene
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Dienstleistungsberufe in diesem Kriterium nicht punkten könnten (Eingabe vom
14. Februar 2008, S. 20). Es werde vom Gutachter auch unterschätzt, dass Patienten
sowohl bei traditionellen wie bei modernen Bildgebungsverfahren oft von Ängsten
gegenüber der auf sie angewendeten Technik geplagt seien und entsprechend
einfühlsam und verständnisvoll behandelt werden müssten. Die Patienten wollten
Erklärungen über das, was mit ihnen gemacht werde. Dabei sei die Schwelle bei der
MTRA oft geringer als beim Arzt, weshalb sie sich an diese halten würden. Selbst wenn
der Arzt sie schon aufgeklärt habe, sei der Erklärungsbedarf in der konkreten Situation
regelmässig vorhanden (Eingabe vom 14. Juli 2008, S. 22 Ziff. 7).
8.2.4. Bezüglich des Einwands, der Gutachter habe zu grossen Wert auf die schriftliche
Ausdrucksfähigkeit gelegt und die "Gefühlsarbeit" zu wenig honoriert, kann auf die
vorstehenden Ausführungen unter Erw. 4.1.4. verwiesen werden, welche für die MTRA
analog gelten. In der Stellungnahme des Gutachters vom 21. April 2008 wird sodann
zutreffend darauf hingewiesen, dass die MTRA zwar teilweise recht komplexe
technische Diagnosen bzw. Therapieverfahren eigenständig nach bestem Wissen und
Können durchführen muss, dass aber ein grosser Teil der Tätigkeit doch weitgehend
ausführender Natur ist. In erster Linie geben ärztliche Verordnungen und Anweisungen
sowie Standardkonzepte den Rahmen vor, innerhalb dessen die MTRA begrenzt frei
entscheiden kann (vgl. ergänzende Stellungnahme des Gutachters vom 21. April 2008,
S. 30). Zudem weisen die Klagenden selbst darauf hin, dass die Patienten in aller Regel
bereits durch ihren Arzt vor der Bildaufnahme vorgängig aufgeklärt worden sind. Dies
verringert zweifellos den Erklärungsbedarf durch die MTRA, auch wenn es wohl
gelegentlich vorkommen kann, dass die MTRA Patienten beruhigen bzw. ergänzende
Erklärungen geben muss. Unzutreffend ist hingegen die Aussage der Klagenden,
wonach die Polizei bei der Betreuung von Unfallopfern regelmässig entweder
vorgesetzte Polizeikräfte oder Psychologen heranziehen könne (Eingabe vom 14. Juli
2008, S. 22 f.). Dies ist alleine schon aus organisatorischen Gründen in akuten
Situationen (z.B. bei Verkehrsunfällen) gar nicht möglich, weshalb auch Berufsneulinge
mit entsprechend anspruchsvollen Betreuungsaufgaben konfrontiert werden können.
Vor diesem Hintergrund ist die Bewertung durch den Gutachter nicht zu beanstanden.
8.3. Wie vorstehend ausgeführt wurde, bewertete der Gutachter die Berufsgruppe der
MTRA beim Kriterium K3 auf der Stufe 2,0 und die Berufsgruppe der Polizisten auf der
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Stufe 2,5. Die Klagenden fordern für die MTRA ebenfalls eine Bewertung auf der Stufe
2,5.
8.3.1. Bezüglich der Voraussetzungen für eine Bewertung auf der Stufe 2,0 beim
Kriterium K3 kann auf die Ausführungen unter Erw. 6.2.1. verwiesen werden.
8.3.2. Der Gutachter begründete die Bewertung des Kriteriums K3 bei den MTRA
damit, dass ihr keine festangestellten Personen direkt oder indirekt unterstellt seien.
Hingegen seien ihr manchmal eine Auszubildende oder Praktikantin zeitweise zugeteilt,
deren Leistung sie aber nicht zu beurteilen habe. Deshalb müsse die
Führungsverantwortung insgesamt gesehen als sehr gering bezeichnet werden. Die
MTRA verfüge über eine Fachverantwortung in einem eher mittleren bzw. mehreren
kleinen Fachgebieten. Sie erhalte aber häufig mündliche oder schriftliche
Einzelarbeitsanweisungen und die Arbeit werde häufig kontrolliert (z.B. die Bildqualität
durch die leitende MTRA oder den Arzt, die Abrechnung durch die Sekretärin, das
Patientenmanagement durch die leitende MTRA oder den Arzt). Die MTRA könne durch
ihre Tätigkeit Leib und Leben sowie die Lebensqualität von Patienten beeinflussen. In
geringerem Ausmass sei sie auch für Sach- und Geldwerte (schonender Umgang mit
teuren Geräten), die Umwelt (fachgerechter Umgang mit Strahlenschutzmassnahmen)
und das Ansehen der Organisationseinheit bzw. des Kantons verantwortlich.
Ausserdem habe die MTRA in ihrer Funktion gelegentliche Entscheide von in der Regel
begrenzter Tragweite zu treffen. Hierzu zählten beispielsweise die Fragen, ob einem
Patienten das Kontrastmittel gespritzt werden könne (Allergieanamnese), welche
Lagerung des Patienten überhaupt möglich sei, welche und wie viele Röntgenbilder
angefertigt werden sollen (abwägen mit der entstehenden Strahlenbelastung).
Fehlentscheide bzw. falsche Handlungen, eine falsche oder unsorgfältige
Aufgabenerfüllung könnten folglich Auswirkungen von in der Regel begrenzter
Tragweite haben. Z.B. steige die Strahlenbelastung mit jedem neu anzufertigenden
Röntgenbild. Werde eine Schwangerschaft nicht abgefragt bzw. nicht erkannt, könne
beim Röntgen oder beim unsachgemässem Umgang mit Radiopharmaka eine
Schädigung des Fötus auftreten. Verwechslungen von Medikamenten könnten für den
Patienten zu gesundheitlichen Problemen führen. Eine schlechte Bildqualität könne zu
falschen Schlüssen für die Wahl der Behandlungsmethode führen. Die Missachtung der
Strahlenbelastung könne Tumorleiden begünstigen. Werde nicht erkannt, dass der
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Patient einen Herzschrittmacher habe, würde eine Magnetronuntersuchung zur
Disfunktion des Herzschrittmachers führen. Die MTRA und der Polizist hätten quasi
keine Führungsverantwortung, der Polizist aber eine erhöhte, die MTRA nur eine
mittlere Fachverantwortung. Ausserdem müsse der Polizist gelegentliche Entscheide
von grösserer, die MTRA eher von begrenzter Tragweite treffen. Die Auswirkungen von
Fehlern könnten in seltenen Einzelfällen bei beiden Berufsgruppen beträchtlich sein.
Allerdings könne die MTRA bestimmte Risiken durch das Befragen des Patienten
relativ leicht ausschliessen (z.B. ist ein Herzschrittmacher vorhanden oder liegt eine
Schwangerschaft vor?). Beim Polizisten wiederum trage der Ranghöhere oder
Dienstältere von beiden die Verantwortung. Insgesamt gesehen sei die um eine Stufe
(0,5) tiefere Einstufung der MTRA gegenüber dem Polizisten gerechtfertigt (Gutachten,
S. 78 f.).
8.3.3. Die Klagenden wenden gegen die Bewertung durch den Gutachter ein, dass
auch die MTRA eine erhöhte Führungsverantwortung bezüglich der Betreuung der
Praktikantinnen und Schülerinnen habe. Sodann widerspreche die Einstufung des
Polizisten beim Kriterium K3 auf der Stufe 2,5 den Wertungshilfen. Im weiteren sei bei
der Wahl des Vorgesetzten der MTRA, die durch Losziehung zur Befragung bzw.
Beobachtung bestimmt worden seien, fachlich nicht korrekt vorgegangen worden. Der
fragliche Vorgesetzte sei Dr. med. Johannes Heyder, Chefarzt am Spital Grabs. Als
hierarchisch vorgesetzter Arzt werde er die inhaltliche Arbeit einer MTRA nicht so
bewerten und wiedergeben können, wie dies eine Vorgesetzte im gleichen Fachbereich
tun könne. Die Expertise sei daher zu ergänzen mit der Befragung einer vorgesetzten
MTRA, die aus dem Fachbereich direkt komme und die entsprechenden Erfahrungen
und Wertungen mitbringe (Eingabe vom 14. Februar 2008, S. 21).
8.3.4. Bezüglich der Rüge, die Einstufung der Polizisten beim Kriterium K3 würde nicht
den Wertungshilfen entsprechen, kann auf die Ausführungen unter Erw. 4.2.4.
verwiesen werden, welche für die MTRA analog gelten. Sodann ist zutreffend, dass für
die Berufsgruppe der MTRA Dr. med. Johannes Heyder als Vorgesetzter bestimmt
wurde. Er ist Facharzt für Radiologie und innere Medizin und Chefarzt am
radiologischen Institut des Spitals Grabs. Als Leiter des Instituts steht er in täglichem
Kontakt mit den MTRA, und es steht mithin ausser Frage, dass er über die fachliche
Kompetenz zur Bewertung des Arbeitsplatzes einer MTRA verfügt. Im übrigen wurde im
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Rahmen der Gutachtenerstellung auf Wunsch der Klagenden eine zusätzliche Führung
durch einen leitenden MTRA durch die Bereiche diagnostische Radiologie,
Radioonkologie und Nuklearmedizin am Kantonsspital St. Gallen durchgeführt, an
welcher neben dem Gutachter auch der Präsident des Verwaltungsgerichts und eine
Gerichtsschreiberin teilgenommen haben. Insofern wurde dem Antrag der Klagenden,
wonach eine direkt vorgesetzte MTRA in die Befragung miteinzubeziehen sei, bereits
Rechnung getragen. Vor diesem Hintergrund ist die Bewertung des Gutachters ohne
weiteres vertretbar, wobei namentlich zu berücksichtigen ist, dass nicht nur die
einzelnen Untersuchungen auf ärztliche Anweisung hin durchgeführt werden, sondern
das Ergebnis jeweils auch vom zuweisenden Arzt weiterverwendet und damit auch
kontrolliert wird.
8.4. Wie vorstehend ausgeführt wurde, bewertete der Gutachter die Berufsgruppe der
MTRA beim Kriterium K4 auf der Stufe 2,0 und die Berufsgruppe der Polizisten auf der
Stufe 2,5. Die Klagenden fordern für die MTRA ebenfalls eine Bewertung auf der Stufe
2,5.
8.4.1. Bezüglich der Voraussetzungen für eine Bewertung auf der Stufe 2,0 beim
Kriterium K4 kann auf die Ausführungen unter Erw. 5.3.1. verwiesen werden.
8.4.2. Der Gutachter begründete die Bewertung des Kriteriums K4 bei den MTRA
damit, dass Untersuchungen an Schwerkranken oder Schwerverletzten, das Röntgen
von ängstlichen Kindern, für den Patienten unangenehme Untersuchungen, ein enger
Terminplan (Stresssituation durch Zeitdruck) und die Gefahr der Strahlenbelastung als
psychisch belastend anzusehen seien. Die mittlere Beanspruchung der psychischen
Belastbarkeit der MTRA zeige sich auch daran, dass sie einfühlsam vorgehen müsse
beim Notfallröntgen, bei Untersuchungen von Kindern und Behinderten, beim rektalen
Einlauf oder der Mammographie (Eingriff in die Intimsphäre) und beim Arbeiten mit
Schwerkranken. Gleichzeitig müsse sich die MTRA auch gegenüber nicht oder nur
ungenügend kooperierenden Patienten durchsetzen. Ferner weise sie Ärzte darauf hin,
wenn diese übermässig viele Untersuchungen bzw. Aufnahmen angeordnet hätten
(Strahlenschutzbestimmungen einhalten, Konfliktträchtigkeit des Aufgabengebiets).
Sowohl die MTRA als auch die Polizisten müssten mit menschlichem Elend umgehen
bzw. den Einblick darin aushalten und sich mit seelisch besonders belastenden
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Situationen aus-einandersetzen. Ausserdem seien beide immer wieder
Stresssituationen ausgesetzt. Allerdings würden unerwartete Situationen bei der
Tätigkeit des Polizisten öfter eintreten. Ausserdem sei diese Berufsgruppe - aufgrund
ihres staatspolitischen Generalauftrags, für Ruhe, Ordnung und Sicherheit zu sorgen -
einer weitaus grösseren Konfliktträchtigkeit ihres Aufgabengebiets ausgesetzt als die
MTRA (Gutachten, S. 90 f.).
8.4.3. Die Klagenden wenden gegen die Bewertung durch den Gutachter ein, dass mit
der Doppelbewertung der Polizei hinsichtlich des identischen Sachverhalts (Nacht-,
Pikett- und Bereitschaftsdienst seien durch den Experten für die Polizei beim Kriterium
K4 und K6 bewertet worden) die Einstufung der MTRA verfälscht bzw. im Vergleich zur
Polizei zu tief bewertet werde (Eingabe vom 14. Februar 2008, S. 21).
8.4.4. Die Einwendungen der Klagenden überzeugen nicht. Zwar sind die Berufsgruppe
der MTRA und der Polizei hinsichtlich der unregelmässigen Arbeitszeiten grundsätzlich
gleich einzustufen; im übrigen ist es nachvollziehbar, wenn der Gutachter ausführt,
dass die Konfliktträchtigkeit des Aufgabengebiets der Polizei mit Blick auf den
staatspolitischen Auftrag grösser ist als diejenige der MTRA. Namentlich muss sich der
Polizist häufiger gegen nicht kooperierende Personen durchsetzen als die MTRA.
Zutreffend ist auch, dass unerwartete Situationen bei der Tätigkeit des Polizisten
häufiger auftreten. Die MTRA arbeitet grundsätzlich nach einem Tagesplan, und
unerwartete Situationen treten vor allem bei Notfällen auf. Mithin ist die Bewertung des
Gutachters nicht zu beanstanden.
8.5. Der Gutachter bewertete die Berufsgruppen der MTRA und des Polizeimannes
beim Kriterium K5, wie vorstehend ausgeführt wurde, jeweils mit 2,5 Punkten.
Demgegenüber fordern die Klagenden eine Bewertung der MTRA auf der Stufe 3,0.
8.5.1. Bezüglich der Voraussetzungen für eine Bewertung auf der Stufe 2,5 beim
Kriterium K5 kann auf die Ausführungen unter Erw. 4.4.1. verwiesen werden.
8.5.2. Der Gutachter begründete die Bewertung des Kriteriums K5 bei den MTRA
damit, dass das Lagern und Umlagern von Patienten, insbesondere von bettlägerigen
Patienten, langes Stehen, das Arbeiten bei künstlichem Licht und die relativ hohe
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Geräuschkulisse durch die Analyse- und Arbeitsgeräte, das Tragen von
bleigummihaltigen Strahlenschürzen als körperlich anstrengend anzusehen sei. Als
Hilfsmittel stünden Lagerungskeile und Rollbretter zur Verfügung. Besonderes
manuelles Geschick bzw. Fingerfertigkeit oder körperliche Gewandtheit erforderten das
Bedienen der sehr technischen Geräte, die Lagerung von Patienten, die Durchführung
von Venenpunktionen und Injektionen im Bereich der oberen Extremität. Sowohl von
den MTRA als auch von den Polizisten würden gelegentlich bis häufig und zumeist
alternierend körperliche Anstrengungen sowie Handfertigkeit und Geschicklichkeit
mittleren Grades gefordert (erhöhte Beanspruchung) (Gutachten, S. 98).
8.5.3. Die Klagenden begründen die geforderte Bewertung auf der Stufe 3 nicht näher,
sondern machen lediglich geltend, dass die geforderte Handfertigkeit bzw.
Geschicklichkeit der MTRA höher sei als beim Polizisten (Eingabe vom 14. Juli 2008,
S. 23, Ziff. 7).
8.5.4. Die Rüge der Klagenden erweist sich als nicht hinreichend substantiiert.
Namentlich wird nicht dargelegt, inwiefern die geforderte Handfertigkeit bzw.
Geschicklichkeit bei der MTRA höher sein soll als beim Polizisten. Die vom Gutachter
vorgenommene gleichwertige Beurteilung der beiden Berufsgruppen ist nicht zu
beanstanden. Es ist nachvollziehbar, dass von beiden gelegentlich bis häufig und
zumeist alternierend körperliche Anstrengungen sowie Handfertigkeit und
Geschicklichkeit mittleren Grades gefordert werden. Die Bewertung ist nicht zu
beanstanden.
8.6. Der Gutachter bewertete die Berufsgruppen der MTRA und des Polizeimannes
beim Kriterium K6, wie vorstehend ausgeführt wurde, jeweils mit 2,5 Punkten.
Demgegenüber fordern die Klagenden eine Bewertung der MTRA auf der Stufe 3,0.
8.6.1. Bezüglich der Voraussetzungen für eine Bewertung auf der Stufe 2,5 beim
Kriterium K6 kann auf die Ausführungen unter Erw. 4.5.1. verwiesen werden.
8.6.2. Der Gutachter begründete die Bewertung des Kriteriums K6 bei den MTRA
damit, dass die Augen bei der gesamten bildgebenden Diagnostik und Therapie sowie
der digitalen Verarbeitung und Speicherung bzw. Archivierung der Daten, die Augen
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und Ohren beim Beobachten der Patienten, die Augen durch ständiges Arbeiten bei
künstlichem Licht, die Ohren durch starke Lärmimmissionen der Geräte sowie die Nase
durch den speziellen Geruch von Chemikalien besonders beansprucht würden. Zudem
sei die MTRA beim Zudienen bei Durchleuchtungsuntersuchungen der
Strahlenbelastung, der Lärmemission vor allem beim Arbeiten mit dem
Computertomographen, der extremen Hitze im Sommer in den Untersuchungsräumen,
da die Geräte viel Eigenwärme abgeben würden, dem Blutkontaktrisiko und der
Infektionsgefahr (HIV, Hepatitis, inhalatives TBC-Risiko, MRSA etc.), langem Stehen
bzw. Sitzen bei verschiedenen Untersuchungen, der Schockraumhektik und
Bedrohungen durch Patienten sowie einseitiger Körperhaltung ausgesetzt. Der Kontakt
mit unangenehmen Emissionen sei möglich. Ferner sei die MTRA mit Abweichungen
von der normalen Arbeitszeit konfrontiert. Gelegentlicher regelmässiger Dienst an
Wochenenden bzw. Feiertagen sei ebenso gefordert wie das eher häufige Ableisten
von Bereitschaftsdienst, beides jedoch nicht im Bereich der Nuklearmedizin. Zudem
würden immer wieder Überzeiten in begrenztem Ausmass anfallen. Sowohl von der
Berufsgruppe der MTRA als auch von den Polizisten würde eher häufig eine mittlere
Beanspruchung von einem bis mehreren Sinnesorganen unter eher häufig mittelstark
erschwerten Arbeitsbedingungen verlangt (erhöhte Beanspruchung bzw. Belastung),
wenngleich die Abweichungen von der normalen Arbeitszeit bei der MTRA als etwas
geringer gewichtig zu beurteilen seien (Gutachten, S. 107 f.).
8.6.3. Die Klagenden bringen gegen die Bewertung des Kriteriums K6 durch den
Gutachter die gleichen Einwendungen wie bei den Hebammen vor (Eingabe vom 14.
Februar 2008, S. 21). Es kann deshalb auf die Ausführungen unter Erw. 4.5.3.
verwiesen werden, die analog auch für die Berufsgruppe der MTRA gelten. Im übrigen
ist die Bewertung des Gutachters nachvollziehbar. Selbst wenn davon ausgegangen
wird, dass die Tätigkeit der MTRA eine grössere Beanspruchung der Sinnesorgane
voraussetzt, fällt in Betracht, dass die Polizisten ihre Arbeit auch in der Nacht bei jeder
Witterung draussen verrichten müssen und insofern verstärkt besonderen
Umgebungseinflüssen ausgesetzt sind.
8.7. Aus dem Gesagten folgt, dass die Bewertung der Berufsgruppen der MTRA durch
den Gutachter nicht zu beanstanden ist. Den von den Klagenden in diesem
Zusammenhang gestellten Beweisanträgen ist nicht stattzugeben.
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9. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die vom Gutachter
vorgenommene Bewertung der Berufsgruppen der Klagenden im Vergleich mit der
Berufsgruppe der Polizisten sachgerecht und in nicht geschlechtsdiskriminierender
Weise erfolgt ist. Auch der allgemeine Vorwurf der Klagenden, der Gutachter habe bei
der Bewertung nicht genügend Geschlechtersensitivität bei der Bewertung der
Aussagen der Befragten walten lassen, hat sich als unbegründet herausgestellt
("Genderlect"; Eingabe vom 14. Juli 2008, S. 5 f.). Den verschiedenen Beweisanträgen
der Klagenden ist nicht stattzugeben. Im folgenden ist zu prüfen, welche
Schlussfolgerungen aus der Bewertung zu ziehen sind.
9.1. Wie bereits vorstehend ausgeführt wurde, müssen gerade, wenn sehr
unterschiedliche Funktionen miteinander verglichen werden, die Vernetzungen im
weiteren Lohngefüge möglichst umfassend betrachtet werden. Dies drängt sich
vorliegend umso mehr auf, als das Lohngefüge im Kanton St. Gallen historisch
gewachsen ist (vgl. Erw. 2.3.1). Dem Anspruch an eine breitere Vergleichsbasis wurde
im Gutachten insofern Rechnung getragen, als zusätzlich auch die Berufsgruppe der
Rettungssanitäter (mit und ohne Weiterausbildung) sowie der Diätköche bewertet
wurden. Wie bereits erwogen wurde, ist die Vergleichsbasis als genügend anzusehen
(vgl. Erw. 2.3.5.). Anzumerken ist in diesem Zusammenhang, dass im Gutachten
sowohl die klagenden Berufsgruppen als auch die zusätzlich herangezogenen
Vergleichsgruppen mit der Berufsgruppe der Polizisten verglichen wurden. Im Zentrum
beim vorliegend anzustellenden breiter angelegten Vergleich des Lohngefüges steht
indes das Verhältnis der klagenden Berufsgruppen zu den zusätzlich herangezogenen
Berufsgruppen bzw. auch das Verhältnis der klagenden Berufsgruppen untereinander.
Da indes die klagenden Berufsgruppen und die zusätzlichen Vergleichsberufe allesamt
mit der Berufsgruppe der Polizisten verglichen wurden, sind auch Vergleiche und
Rückschlüsse untereinander, d.h. zwischen den klagenden Berufsgruppen und den
zusätzlich herangezogenen Vergleichsberufen einerseits, aber auch innerhalb der
klagenden Berufsgruppen anderseits, ohne weiteres möglich. Sodann ist festzuhalten,
dass weder die Klagenden noch der Beklagte die Bewertung der zusätzlich
herangezogenen Berufsgruppen durch den Gutachter in Frage gestellt haben. Das
Verwaltungsgericht weicht, wie bereits ausgeführt wurde, nicht ohne Not von den
Würdigungen und Erkenntnissen eines Gutachtens ab (Erw. 3). Offensichtliche Mängel
in bezug auf die Bewertung der zusätzlich herangezogenen Berufsgruppen sind nicht
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ersichtlich und werden nicht geltend gemacht, weshalb sich weitere Ausführungen
dazu erübrigen.
9.2. Dem historisch gewachsenen Lohnsystem des Kantons St. Gallen liegt keine
systematische Funktionsbewertung zugrunde, auf welche im Hinblick auf die
hypothetische Einstufung der untersuchten Berufsgruppen in konkrete Lohnklassen
gemäss der Bewertung des Gutachters hätte zurückgegriffen werden können.
Dementsprechend ist, wie im Gutachten zutreffend ausgeführt wird, die Umrechnung
der ermittelten Gesamtarbeitswertpunkte durch Zugrundelegung einer bestimmten,
aber transparenten Methode vorzunehmen. Im Gutachten wurde in diesem
Zusammenhang auf die im Entscheid der 3. Zivilkammer des Kantonsgerichts
St. Gallen vom 27. September 1999 vom damaligen Gutachter verwendete, leicht
progressiv verlaufende Lohnkurve zurückgegriffen, wobei zusätzlich die relative
Aufwertung des Hauptkriteriums K4 berücksichtigt wurde (Gutachten, S. 113 f.). Das
Vorgehen des Gutachters ist seitens der Parteien unwidersprochen geblieben und auch
von Amtes wegen nicht zu beanstanden, zumal die dort eingesetzte Lohnskala vom
Bundesgericht gestützt wurde. Ohne Berücksichtigung der faktischen Lohnstufen
ermittelte der Gutachter für die untersuchten Funktionen folgende hypothetischen
Lohnklassen (Gutachten, S. 114):
Faktische
Lohnklasse
Hypothetische
Lohnklasse
gemäss VFA
Spalte 1 Spalte 2 Spalte 3
Hebamme 13 16
Hebamme Aufbau 14 17
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Spalte 1 Spalte 2 Spalte 3
Faktische
Lohnklasse
Hypothetische
Lohnklasse
gemäss VFA
Krankenschwester DN 213 16
TOA 13 13
MLAB 12 12
MTRA 13 13
Polizist 15 17
Rettungssanitäter 13 16
Rettungssanitäter (24) 15 17
Rettungssanitäter (14) 15 18
Diätkoch 11 10
Unter Berücksichtigung des Umstandes, dass die faktische Anfangseinstufung bei
verschiedenen Berufsgruppen nicht auf der tiefsten Lohnstufe der tiefsten Klasse der
betreffenden Laufbahn, sondern auf der Stufe 2 oder 3 beginnt (Gutachten, S. 115 ff.),
resultierten folgende hypothetischen Lohnklassen (Gutachten, S. 120):
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Faktische
Lohnklasse
Hypothetische
Lohnklasse
gemäss VFA
Spalte 1 Spalte 2 Spalte 3
Hebamme 14 16
Hebamme Aufbau 15 17
Krankenschwester DN 214 16
TOA 14 13
MLAB 12 12
MTRA 13 13
Polizist 16 17
Rettungssanitäter 14 16
Rettungssanitäter (24) 16 17
Rettungssanitäter (14) 17 18
Diätkoch 11 10
9.3. Die Gegenüberstellung von faktischer und hypothetischer Lohnklasse gemäss VFA
ergibt folgende Erkenntnisse: Die Hebamme mit Grundausbildung ist im Vergleich mit
dem Polizisten eine Lohnklasse zu tief eingestuft (ohne und mit Berücksichtigung der
faktischen Lohnstufen). Gleiches gilt für die Hebamme Aufbau und die
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Krankenschwester DN2 (ohne und mit Berücksichtigung der faktischen Lohnstufen).
Die TOA ist im Vergleich mit dem Polizisten zwei Lohnklassen zu hoch eingestuft (ohne
und mit Berücksichtigung der faktischen Lohnstufen). Die MLAB und die MTRA sind je
nachdem, ob die Lohnstufen Berücksichtigung finden oder nicht, um zwei Lohnklassen
(ohne Berücksichtigung der faktischen Lohnstufen) bzw. um eine Lohnklasse (mit
Berücksichtigung der faktischen Lohnstufe) zu hoch eingestuft. Der Rettungssanitäter
mit Grundausbildung ist im Vergleich mit dem Polizisten um eine Lohnklasse zu tief
(ohne und mit Berücksichtigung der faktischen Lohnstufen), der Rettungssanitäter mit
24-monatiger Weiterbildung indes genau richtig eingestuft (ohne und mit
Berücksichtigung der faktischen Lohnstufen). Der Rettungssanitäter mit 14-monatiger
Weiterbildung ist ohne Berücksichtigung der faktischen Lohnstufen eine Lohnklasse zu
tief, bei Berücksichtigung der faktischen Lohnstufen aber im Vergleich mit dem
Polizisten richtig eingestuft. Die Diätköche sind ohne Berücksichtigung der faktischen
Lohnstufen im Vergleich mit dem Polizisten drei Lohnklassen zu hoch eingestuft bzw.
bei Berücksichtigung der faktischen Lohnstufen um zwei Lohnklassen zu hoch
eingestuft (vgl. Gutachten, S. 114 ff.).
9.3.1. Aus dem Gesagten folgt zunächst, dass sich die Leistungs- und
Feststellungsklagen der Berufsgruppen der TOA, MLAB und MTRA zum vornherein als
unbegründet erweisen, weil sie - unabhängig davon, ob die faktischen Lohnstufen
Berücksichtigung finden oder nicht - im Vergleich mit dem Polizisten nicht zu tief,
sondern gar zu hoch eingestuft sind. Sodann sind die Berufsgruppen der TOA, MLAB
und MTRA auch im Vergleich mit den Berufsgruppen der Hebamme mit
Grundausbildung, Hebamme Aufbau und Krankenschwester DN2 sowie den
Rettungssanitätern (mit Grundausbildung, mit 14- und 24-monatiger Weiterbildung) zu
hoch eingestuft, unabhängig davon, ob die faktischen Lohnstufen Berücksichtigung
finden oder nicht. Wie bereits dargelegt wurde (Erw. 2), setzt eine besoldungsmässige
Diskriminierung im Sinne von Art. 8 Abs. 3 Satz 3 BV voraus, dass zum Nachteil eines
geschlechtstypisch identifizierten Berufs Lohnunterschiede bestehen, welche nicht
sachbezogen in der Arbeit selber begründet sind, sondern auf geschlechtsspezifische
Umstände abstellen. Diese Voraussetzungen sind für die Berufsgruppen der TOA,
MLAB und MTRA nicht gegeben, nachdem feststeht, dass sie im Vergleich mit den
männlich dominierten Berufsgruppen der Polizisten und der Rettungssanitäter (mit
Grundausbildung, mit 14- und 24-monatiger Weiterbildung) nicht zu tief, sondern
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vielmehr zu hoch eingestuft sind. Es fehlt mithin an der Gleichwertigkeit der Funktionen
der TOA, MLAB und MTRA im Vergleich mit den männlich dominierten Berufsgruppen
der Polizisten und der Rettungssanitäter (mit Grundausbildung, mit 14- und 24-
monatiger Weiterbildung) und damit an einer Tatbestandsvoraussetzung für eine
erfolgreiche Berufung auf eine geschlechtsdiskriminierende Entlöhnung (Erw. 2.1.). Das
Gericht ist vor diesem Hintergrund auch mit Blick auf die Beweislastumkehr zu Lasten
des Beklagten (vgl. Erw. 2.5.) zur Überzeugung gelangt, dass die Einreihung der
klagenden TOA, MLAB und MTRA nicht in geschlechtsdiskriminierender Weise erfolgt
ist. Folglich sind die Feststellungs- und Leistungsklagen der TOA, MLAB und MTRA
und ihrer Berufsverbände als unbegründet abzuweisen.
9.3.2. Zu prüfen bleibt die Situation der Hebammen (mit Grundausbildung und Aufbau)
und der Krankenschwester DN2. Entsprechend dem Gutachten sind sie im Vergleich
mit der männlich dominierten Berufsgruppe der Polizisten eine Lohnklasse zu tief
eingestuft (ohne und mit Berücksichtigung der faktischen Lohnstufen); indes sind sie
auch mit den drei weiblich dominierten Berufsgruppen der TOA, MLAB und MTRA zu
tief eingestuft; nämlich im Vergleich mit den MLAB und den MTRA um drei
Lohnklassen, wenn die Lohnstufen keine Berücksichtigung finden bzw. um zwei
Lohnklassen, wenn die faktischen Lohnstufen Berücksichtigung finden. Im Vergleich
mit den TOA sind sie um drei Lohnklassen zu tief eingestuft, unabhängig davon, ob die
Lohnklassen Berücksichtigung finden. Im Vergleich mit den männerdominierten
Rettungssanitätern mit Grundausbildung und Rettungssanitätern mit 14-monatiger
Weiterbildung sind die Hebamme mit Grundausbildung, Hebamme Aufbau und die
Krankenschwester DN2 ohne Berücksichtigung der faktischen Lohnstufen richtig
eingestuft. Bei Berücksichtung der faktischen Lohnstufen sind sie im Vergleich mit dem
Rettungssanitäter immer noch richtig, im Vergleich mit dem Rettungssanitäter mit 14-
monatiger Weiterbildung dagegen um eine Lohnklasse zu tief eingestuft. Im Vergleich
mit den Rettungssanitätern mit 24-monatiger Weiterbildung sind sie ohne und mit
Berücksichtung der faktischen Lohnstufen um eine Lohnklasse zu tief eingestuft. Im
Vergleich mit der neutralen Berufsgruppe der Diätköche sind sie um vier Lohnklassen
(ohne Berücksichtigung der faktischen Lohnstufen) bzw. drei Lohnklassen (bei
Berücksichtigung der faktischen Lohnklassen) zu schlecht eingestuft.
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Mit anderen Worten sind die Hebammen mit Grundausbildung und Aufbau und die
Krankenschwestern DN2 im Vergleich mit den männerdominierten Berufsgruppen der
Polizisten und den Rettungssanitätern mit 24-monatiger Weiterbildung (bei
Berücksichtigung der faktischen Lohnstufen auch im Vergleich mit dem
Rettungssanitäter mit 14-monatiger Weiterbildung), mit den drei weiblich dominierten
Berufsgruppen der TOA, MLAB und MTRA sowie der neutralen Berufsgruppe der
Diätköche zu tief eingestuft. Diese zu tiefe Einstufung gegenüber den meisten
Vergleichsberufen deutet darauf hin, dass sie mit Blick auf das allgemeine
Gleichbehandlungsgebot gemäss Art. 8 Abs. 1 BV zu schlecht entlöhnt werden. Nach
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann indes im Rahmen des
Gleichstellungsgesetzes nur geprüft werden, ob eine geschlechtsbedingte
Diskriminierung vorliegt, nicht aber ob und inwieweit die betroffenen Klagenden
allenfalls unabhängig von ihrem Geschlecht rechtsungleich behandelt werden (BGE 2A.
91/2007 vom 25. Februar 2008 Erw. 6.3). Wie dargelegt, werden die Berufsgruppen der
Hebamme mit Grundausbildung und Aufbau sowie die Krankenschwester DN2 nicht
nur im Vergleich mit männerdominierten, sondern auch mit verschiedenen weiblich
dominierten und einem neutralen Beruf zu schlecht entlöhnt. Das Gericht ist vor diesem
Hintergrund auch mit Blick auf die Beweislastumkehr zu Lasten des Beklagten (vgl.
Erw. 2.5.) zur Überzeugung gelangt, dass die Einreihung der klagenden Hebammen
(mit Grundausbildung und Aufbau) sowie der Krankenschwestern DN2 zwar eventuell in
rechtsungleicher, aber nicht in geschlechtsdiskriminierender Weise erfolgt ist. Da sich
die klagenden Hebammen und die Krankenschwestern DN2 in ihren Klagen aber
ausschliesslich auf das Gleichstellungsgesetz stützen und eine
geschlechtsdiskriminierende Entlöhnung rügen, sind auch ihre Leistungs- und
Feststellungsklagen als unbegründet abzuweisen.
10. Das Klageverfahren ist kostenlos (Art. 13 Abs. 5 GlG), weshalb für das gesamte
Verfahren (einschliesslich der Beweisbeschlüsse vom 25. Januar 2005 und 21. März
2006) keine amtlichen Kosten zu verlegen sind.
Der obsiegende Beklagte beantragte in den Klageantworten die Zusprechung von
ausseramtlichen Entschädigungen, soweit ihm ein Anspruch auf Ersatz der
ausseramtlichen Kosten zustehe. Gemäss Art. 98 Abs. 1 VRP hat in Klageverfahren vor
dem Verwaltungsgericht die obsiegende Partei grundsätzlich einen Anspruch auf
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ausseramtliche Entschädigung (Art. 98 Abs. 1 VRP in Verbindung mit Art. 98bis VRP).
Indes verweist das Verwaltungsrechtspflegegesetz in Art. 98ter bezüglich der
ausseramtlichen Entschädigung auch auf die Vorschriften des Zivilprozessgesetzes
(sGS 961.2, abgekürzt ZPO), welche sachgemäss Anwendung finden. Dabei fällt in
Betracht, dass gemäss Art. 269 lit. b ZPO in arbeitsrechtlichen Streitigkeiten als
Parteikosten in der Regel nur erhebliche Reiseauslagen einer Partei oder ihres
Vertreters vergütet werden. Nachdem die vorliegend zu behandelnden
Lohngleichheitsklagen unter das öffentliche Dienstrecht zu subsumieren sind,
rechtfertigt es sich vorliegend auch mit Blick auf die vom Gesetzgeber in Art. 13 Abs. 5
GlG beabsichtigte Beschränkung des Kostenrisikos, gestützt auf Art. 98ter VRP in
Verbindung mit Art. 269 lit. b ZPO nur erhebliche Reiseauslagen einer Partei oder ihrer
Vertretung zu vergüten (vgl. auch R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st. gallischem
Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss. St. Gallen 2004, S. 165 f.). Nachdem erhebliche
Reiseauslagen des Rechtsvertreters des Beklagten nicht ausgewiesen sind, ist von der
Zusprechung einer ausseramtlichen Entschädigung abzusehen.
Demnach hat das Verwaltungsgericht