Decision ID: deb73c66-6d43-53d2-b6d9-329bee391c51
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
B._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Joseph B. Koch, Bronschhoferstrasse 2,
9500 Wil SG,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a Der 1949 geborene B._ meldete sich am 29. März 2005 bei der
Invalidenversicherung an und beantragte eine Rente. Er gab an, aufgrund seines
Rückenleidens in seiner Tätigkeit als Spengler-Installateur stark eingeschränkt und
nicht mehr voll leistungsfähig zu sein, da er weder schwere Lasten heben noch längere
Zeit bzw. mehrere Stunden sitzen könne (act. G 3.2.1). Wegen des
Bandscheibenvorfalls sei er seit April 2004 bei Dr. med. A._ in Behandlung.
A.b Im Fragebogen für den Arbeitgeber vom 4. April 2005 gab die C._ AG an, der
Versicherte sei seit dem 28. April 1965 als Sanitärmonteur angestellt. Vor Eintritt des
Gesundheitsschadens, d.h. bis am 8. April 2004, sei er im Bereich "Sanitäre Installation
bei Neu- und Umbauten" beschäftigt gewesen. Seit Eintritt des Gesundheitsschadens,
d.h. seit 13. Juni 2004, arbeite er zwar im gleichen Bereich, sei aber nur noch reduziert
leistungsfähig. Der Versicherte könne weder Lasten heben noch seien Arbeiten in
Zwangslagen möglich. Er könne auch kaum mehr selbstständige Arbeiten erledigen
und brauche deshalb immer einen Helfer. Nach Eintritt des Gesundheitsschadens habe
der Versicherte am 13. Juni 2004 das Arbeitspensum auf 75% reduziert. Seit dem
23. August 2004 arbeite er im Rahmen eines 50% Pensums (act. G 3.2.5).
A.c Dr. med. A._ teilte am 21. Juni 2005 im Arztbericht mit, die Diagnose mit
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit laute: Grosse nach kaudal sequestrierte
Diskushernie L3/4 rechts mit Kompression der Nervenwurzel L4 rechts und
Extrafoaminale Diskushernie L 3/4 rechts mit Verlagerung der Nervenwurzel L3. Der
Gesundheitszustand sei stationär und es seien evtl. berufliche Massnahmen angezeigt.
Die bisherige Tätigkeit sei noch zumutbar, aber die Leistungsfähigkeit sei um 50%
vermindert. Zur Zeit arbeite der Patient ganztags mit reduzierter Leistung. Bei
rückenadaptierter Arbeit, bei der er keine Lasten heben müsste und seine Position
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immer wieder wechseln könnte, könnte er wahrscheinlich annähernd 100% arbeiten
(act. G 3.2.8).
A.d Dr. D._ vom Regional Ärztlichen Dienst (RAD) bestätigte auf Anfrage hin am 11.
August 2005, dass die Arbeitsfähigkeit des Versicherten als Installateur 50% und in
einer rückenadaptierten Tätigkeit 100% betrage (act. G 3.2.9).
A.e Die Arbeitgeberin teilte am 4. November 2005 der IV-Stelle mit, dass der
Versicherte im Rahmen der Arbeitsfähigkeit gemäss Arztzeugnis vom 3. Oktober 2005
von 25% weiterhin angestellt bleibe. Ab dem 1. Januar 2006 würde sie dem
Versicherten "für die 25%-ige Arbeitsfähigkeit" einen Lohn von monatlich Fr. 1'200.--
bezahlen (Fr. 15'600.-- jährlich, inkl. 13. Monatslohn). Sie bitte, eine 3/4 – Rente zu
beantragen, da die Arbeitsfähigkeit von 25% für alle Parteien realistisch sei (act. G
3.2.12).
A.f Dr. med. A._ berichtete am 25. November 2005, dass der Versicherte seit dem 3.
Oktober 2005 zu 75 % arbeitsunfähig sei. Die Schmerzen im rechten Bein hätten
zugenommen, weshalb er das Arbeitspensum habe reduzieren müssen. Jetzt arbeite er
noch den halben Tag mit 50% Leistung. Am Nachmittag könne er nicht mehr zur Arbeit
gehen, da er jeweils zu grosse Schmerzen habe und sich hinlegen und ausruhen
müsse. Er könne viele Arbeiten als Sanitärinstallateur nicht mehr durchführen und
müsse dauernd einen Gehilfen bei sich haben, der ihm bei den schwereren Arbeiten
helfe (act. G 3.2.13).
A.g Dr. D._ vom RAD hielt am 23. Januar 2006 die vom Hausarzt festgestellte 25%-
ige Arbeitsfähigkeit aus versicherungsmedizinischer Sicht für den schweren
körperlichen Beruf als Sanitärinstallateur mit der beschriebenen Radiculopathie und
den neurologischen Ausfällen als nachvollziehbar. In einer leidensadaptierten Tätigkeit
könne weiterhin eine Arbeitsfähigkeit von 80-100% angenommen werden (act. G
3.2.19).
A.h Dr. D._ vom RAD bestätigte am 9. Februar 2006 auf Anfrage hin, die stattfand,
weil es für den Rentenentscheid entscheidend sei, ob von einer 80%-igen oder 100%-
igen adaptierten Arbeitsfähigkeit auszugehen ist, dass die Arbeitsfähigkeit des
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Versicherten in der angestammten Tätigkeit 25% betrage, in welchem Rahmen er auch
weiterbeschäftigt werde. Bei einer rückenadaptierten Tätigkeit betrage die
Arbeitsfähigkeit 100% (act. G 3.2.21).
A.i Mit Verfügung vom 16. März 2006 lehnte die Beschwerdegegnerin den Antrag auf
eine Invalidenrente ab. In einer leidensangepassten, rückenadaptierten Tätigkeit
bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100%. Mit einer solchen Tätigkeit könne er noch
Fr. 53'384.-- pro Jahr verdienen. Ohne Gesundheitsschaden könnte er in seiner
bisherigen Tätigkeit unter Berücksichtigung der Einkommensentwicklung ein
Jahreseinkommen von Fr. 69'550.-- erzielen. Dementsprechend betrage der
Invaliditätsgrad 23%, womit er unter 40% liege und kein Rentenanspruch bestehe (act.
G 3.2.31).
B.
B.a Mit Entscheid vom 14. September 2006 lehnte die Beschwerdegegnerin die
Einsprache vom 13. April 2006 ab. Für den Einkommensvergleich nach Art. 16 ATSG
seien nicht die Arbeitsfähigkeit und Tätigkeit im angestammten Bereich massgebend,
sondern jene, die der Behinderung angepasst seien. Aus der Gegenüberstellung der
Vergleichseinkommen (Valideneinkommen von Fr. 70'165.--; zumutbares
Invalideneinkommen Fr. 57'233.--, ausgehend von Anforderungsniveau 4 [einfache
repetitive Tätigkeiten] der Tabellenlöhne gemäss LSE 2004 für die Region Ostschweiz)
resultiere eine Erwerbseinbusse, welche einem Renten ausschliessenden
Invaliditätsgrad von rund 18% entspreche. Die Verfügung sei daher im Ergebnis
korrekt. Ein Anspruch auf Umschulung bestehe auch nicht, da der Umschulungserfolg
in keinem vernünftigen Verhältnis zu den Kosten der Umschulung stehen würden.
B.b Mit Schreiben vom 5. Oktober 2006 hält Dr. A._ zuhanden des Vertreters des
Versicherten betreffend Arbeitsunfähigkeit folgendes fest: Im IV-Zeugnis vom 4. April
2005 habe er geschrieben, dass der Patient in einer rückenadaptierten Tätigkeit voll,
das heisst 8,5 Stunden pro Tag arbeiten könne. Im September 2005 habe sich der
Zustand verschlechtert. Der Versicherte habe wieder dauernd Rückenschmerzen
gehabt, weshalb seit dem 1. Oktober 2005 die Arbeitsunfähigkeit 75% betrage. Seit
dem 1. Oktober 2005 gelte diese Beurteilung, die er am 25. November 2005
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geschrieben habe. Der Versicherte könne nun den halben Tag arbeiten, wobei er nur
eine 50%-ige Leistung erbringe, dies bei weitgehend rückenadaptierter Tätigkeit (act. G
1.5).
C.
C.a Am 16. Oktober 2006 lässt der Versicherte Beschwerde führen und beantragen, die
Verfügung vom 16. März 2006 sei aufzuheben und dem Beschwerdeführer eine ganze
Rente zuzusprechen. Eventualiter sei der Gesundheitszustand und daraus folgend die
Resterwerbsfähigkeit des Versicherten durch eine bisher noch nicht mit dem Fall
befasste Fachstelle sauber abzuklären und danach die Sache zur Neubeurteilung an
die Vorinstanz zurück zu weisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Der
Gesundheitszustand des Versicherten habe sich zwischen dem Zeitpunkt der
Anmeldung und der Verfügung nachweislich verschlechtert. Die Beschwerdegegnerin
habe ihren Entscheid auf Angaben gestützt, welche zum Zeitpunkt der Verfügung nicht
mehr aktuell gewesen seien. Es sei neu von einer Arbeitsfähigkeit von lediglich 25%
auszugehen. Dr. D._ begründe nicht, weshalb bezüglich einer leidensangepassten,
rückenadaptierten Tätigkeit von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen sei und
erkläre nicht wie diese Tätigkeit tatsächlich aussehen könnte. Auch habe Dr. D._ den
Versicherten weder jemals gesehen, gesprochen oder untersucht. Das Schreiben des
Hausarztes vom 25. November 2005 habe er bei seiner Beurteilung einfach negiert.
Dies sei keine seriöse Abklärung. Wolle man jedem Behinderten eine leidensadaptierte
Tätigkeit zumuten, so könnten faktisch nur noch Tetraplegiker in den Genuss einer IV-
Rente kommen. Selbst wenn eine solche leidensadaptierte Tätigkeit rein theoretisch
umschrieben werden könnte, gebe es in der Praxis gar keine solche Stelle (act. G 1).
C.b Am 23. Oktober 2006 ersucht die Beschwerdegegnerin Dr. A._ die angebliche
Verschlechterung des Zustands mit einer Diagnose, einem ausführlichen Befund und
einer präzisen Beschreibung der zumutbaren (Rest-)Arbeitsfähigkeit des Versicherten in
angepassten Tätigkeiten darzulegen (act. G 3.1).
C.c Am 23. November 2005 beantragt die Beschwerdegegnerin mit
Beschwerdeantwort die Abweisung der Beschwerde (act. G 3).
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C.d Am 8. Dezember 2006 beantwortet Dr. A._ das Schreiben der
Beschwerdegegnerin vom 23. Oktober 2006. Die Diagnose laute: Grosse, sequestrierte
Diskushernie L 3/4 mit Kompression der Nervenwurzel L4 rechts; ausgeprägtes
lumbovertebrales Schmerzsyndrom; Lumboradikulares Schmerzsyndrom L4 mit
leichter Fusshebeparese rechts. Er habe im Bericht vom 21. Juni 2005 die Prognose
gewagt, dass bei rückenadaptierter Arbeit wahrscheinlich annähernd eine 100%
Arbeitsfähigkeit erreicht werden könnte. Wahrscheinlich infolge der zunehmenden
beruflichen Belastung hätten dann die lumbovertebralen und vor allem die
lumboradikulären Schmerzen wieder zugenommen, weshalb der Versicherte ab dem 1.
Oktober 2005 nur noch 25% habe arbeiten können (act. G 7.1).
C.e Am 15. Januar 2007 hält der Beschwerdeführer in der Replik an seinen
Rechtsbegehren fest. Aus dem Arztbericht von Dr. A._ vom 8. Dezember 2006 gehe
klar hervor, dass der Beschwerdeführer nicht mehr in der Lage sei, mehr als 25% zu
arbeiten. Bezüglich Wechsel zu einer anderen als der bisherigen Tätigkeit verweise er
auf die Ausführungen in der Beschwerdeschrift. Der ausführliche Arztbericht sei der
Vorinstanz am 8. Dezember 2006 zugestellt worden (richtig: 13. Dezember 2006),
womit mehr als ein Monat zur Verfügung gestanden habe, um gestützt auf diesen
Bericht die Verfügung zu revidieren und das vorliegende Verfahren hinfällig zu machen.
Deshalb rechtfertige es sich, der Vorinstanz die Verfahrens- sowie die Parteikosten des
Beschwerdeführers aufzuerlegen (act. G 9).
C.f Dr. D._ nimmt am 23. Januar 2007 Stellung zur Frage, ob aufgrund des
Arztberichtes vom 8. Dezember 2006 weiterhin von einer 100%-igen Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers in einer rückenadaptierten Tätigkeit ausgegangen werden
könne. Die Einschätzung des Hausarztes betreffend der 25%-igen Arbeitsfähigkeit
beziehe sich auf die angestammte Tätigkeit. Die letzte bildgebende Diagnostik habe im
April 2004 stattgefunden. Wäre eine gravierende Verschlechterung eingetreten, so wäre
aber eine neue Bildgebung vorgenommen worden, um der Ursache nachzugehen und
allfällige Therapien danach auszurichten. Dies sei nicht dokumentiert. Die genannte
Unfähigkeit Lasten zu heben und sich zu bücken, sowie wie die Notwendigkeit
zwischendurch rückenentspannende Stellungen einzunehmen seien bei einem
Rückenleiden nachvollziehbar. In einer rückenadaptierten Tätigkeit, bestehe jedoch
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eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit. Zu denken wäre in der Praxis z.B. an die Überwachung
und Steuerung von Anlagen oder Maschinen in der Industrie (act. G 11.1).
C.g Mit Duplik vom 24. Januar 2007 hält die Beschwerdegegnerin unter Verweis auf die
Stellungnahme des RAD- Arztes Dr. D._ an ihren Rechtsbegehren fest. Dem
Beschwerdeführer sei unter dem Blickwinkel der Schadenminderungspflicht ein
Wechsel in eine ihm offen stehende adaptierte Hilfstätigkeit zumutbar. Dadurch erleide
er keine Erwerbseinbusse im rentenbegründenden Ausmass (act. G 11).

Erwägungen:
1.
Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, und derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50%
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40% Anspruch auf eine Viertelsrente. Unter Invalidität wird die voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit
verstanden (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine
Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und nach
zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG).
2.
Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird nach Art. 16 ATSG das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen) in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen).
3.
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Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 Erw. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. In diesem
Rahmen haben Verwaltungsbehörden und Sozialversicherungsrichter zusätzliche
Abklärungen stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hiezu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 Erw. 4a; BGE 100 V 52 = ZAK 1985, 53,
Erw. 4a mit Hinweisen). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis
der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 Erw. 3a). In
beweisrechtlicher Hinsicht gilt in Bezug auf alle Unterlagen der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung (BGE 122 V 157; BGE 123 V 331 Erw. 1c).
4.
Dass der Beschwerdeführer seine angestammte Tätigkeit nur noch im Rahmen von
25% ausüben kann, ist nicht strittig. Zu prüfen ist, in welchem Umfang der Versicherte
in einer adaptierten Tätigkeit arbeitsfähig ist. Dass dem Beschwerdeführer nach seinen
persönlichen Verhältnissen eine adaptierte Tätigkeit zugemutet werden kann, auch
wenn nurmehr eine Hilfsarbeiterstelle bekleidet werden könnte, ist mit der
Beschwerdegegnerin grundsätzlich zu bejahen. Obwohl gelernter Berufsmann, muss
er, da eine berufliche Neuausbildung aus Altersgründen entfällt, auch eine Hilfsarbeit
annehmen oder sich im Verweigerungsfall anrechnen lassen (Ueli Kieser, Der
praktische Nachweis des rechtserheblichen Invalideneinkommens in: René
Schaffhauser/Franz Schlauri, Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, St.
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Gallen, 1999, 54ff; zum zumutbaren Berufswechsel vgl. auch das Urteil des
Bundesgerichts I 11/00 vom 22. August 2001).
4.1 Zur adaptierten Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers äusserte sich erstmals
Dr. A._, Allgemeinmediziner, am 21. Juni 2005. Zu diesem Zeitpunkt war jener der
Ansicht, dass der Versicherte in adaptierter Tätigkeit wahrscheinlich annähernd 100%
arbeiten könnte. Dr. D._ vom RAD ging am 23. Januar 2005 von einer
diesbezüglichen Arbeitsfähigkeit von 80-100% aus. Nachdem die Beschwerdegegnerin
anlässlich ihrer internen Rentenberechnung festgestellt hatte, dass der
Beschwerdeführer bei einer Arbeitsfähigkeit von 80% einen Anspruch auf eine
Viertelsrente hätte, nicht jedoch bei einer Arbeitsfähigkeit von 100% und deswegen um
eine genauere Einschätzung der Arbeitsfähigkeit gebeten hatte, legte Dr. D._ am 9.
Februar 2006 die Arbeitsfähigkeit bei adaptierter Tätigkeit auf 100% fest. Eine
Begründung dieser Einschätzung fehlt jedoch. Nachdem dies vom Beschwerdeführer in
der Beschwerde gerügt worden war, bat die Beschwerdegegnerin Dr. A._ u.a. um
eine präzise Beschreibung der zumutbaren (Rest-) Arbeitsfähigkeit des Versicherten in
angepassten Tätigkeiten, um die angebliche Verschlechterung des Zustandes
nachvollziehen zu können. Dieser führte am 8. Dezember 2006 dazu aus, er habe im
Bericht vom 21. Juni 2005 die Prognose gewagt, dass bei rückenadaptierter Arbeit
wahrscheinlich annähernd eine 100% Arbeitsfähigkeit erreicht werden könnte.
Wahrscheinlich infolge der zunehmenden beruflichen Belastung hätten die
lumbovertebralen und vor allem die lumboradikulären Schmerzen wieder zugenommen,
weshalb der Versicherte ab dem 1. Oktober 2005 nur noch 25% habe arbeiten können.
Diese 25% beziehen sich auf die "weitgehend adaptierte" Tätigkeit im angestammten
Tätigkeitsbereich. Eine Beschreibung der Arbeitsfähigkeit des Versicherten in einer
"wirklich" leidensadaptierten Tätigkeit kann dem Schreiben nicht entnommen werden.
Anschliessend an diesen neuen Bericht von Dr. A._ begründet Dr. D._ die seiner
Ansicht nach bestehende 100%-ige Arbeitsfähigkeit in einer rückenadaptierten
Tätigkeit damit, dass die letzte bildgebende Diagnostik im April 2004 stattgefunden
habe und eine neue Bildgebung vorgenommen worden wäre, wenn eine gravierende
Verschlechterung eingetreten wäre, um der Ursache nachzugehen. Dies sei aber nicht
dokumentiert. Ebenso wenig dokumentiert ist jedoch, dass Dr. A._ jemals, auch nicht
im Jahre 2004, exakte Angaben zur "aktuell" bestehenden Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers in leidensadaptierter Tätigkeit gemacht hätte. Bei der einzigen
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dokumentierten Aussage betreffend der Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten
Tätigkeit handelt es sich um eine Prognose aus dem Jahre 2005. Von Dr. A._ liegt also
keine brauchbare Einschätzung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in
leidensadaptierter Tätigkeit vor. Auch auf die Einschätzungen von Dr. D._, der den
Beschwerdeführer nie untersucht hat, und die sich allein auf eine arbeitsmedizinische
Gewichtung der Akten und die Angaben von Dr. A._ stützen, kann nicht abgestellt
werden. Es ist denkbar, dass eine genaue spezialärztliche Untersuchung eine
substanzielle Behinderung auch in einer adaptierten Tätigkeit an den Tag bringt, die
einen Rentenanspruch begründen kann. Da keiner der vorliegenden Berichte den
Voraussetzungen für die Beweiskraft ärztlicher Berichte genügt, hat die
Beschwerdegegnerin ein spezialärztliches Gutachten betreffend der Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers in angestammter und in leidensadaptierter Tätigkeit
einzuholen.
4.2 Aufgrund obiger Erwägungen ist der Einspracheentscheid vom 14. September
2006 aufzuheben und die Angelegenheit zur Vornahme der erwähnten vertieften
Abklärung und zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.
5.1 Gerichtskosten sind gemäss Art. 61 lit. a ATSG keine zu erheben.
5.2 Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als volles Obsiegen
(ZAK 1987 S. 268 Erw. 5a). Somit unterliegt die Beschwerdegegnerin vollumfänglich.
Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Parteientschädigung, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen wird
(Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Vertreter des
Beschwerdeführers hat mit der Replik eine Honorarnote in der Höhe von Fr. 3'906.75
eingereicht, die deutlich übersetzt erscheint. Der Bedeutung der Streitsache und dem
Aufwand angemessen erscheint eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'000.-
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG