Decision ID: 1824f6ff-06ea-50e8-99ee-bca4f13edf64
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1978 geborene
X._
war seit dem
1. März 2008
als Reinigungs
mitarbeiterin bei der
Z._
in ei
nem Teilzeiterwerbspensum von 21
.5 Stunden pro Woche angestellt und in dieser Eigenschaft bei der Suva gegen die Folgen von Unfällen versichert (Urk.
8/1
). A
m 19. Januar 2016
erlitt die Versicherte bei einem Sturz
eine
Unterschenkelschaftfraktur
mit Dislokation links (Operationsbericht des
A._
, Klinik für Allgemein-, Hand- und Unfallchirurgie vom 27. Januar 2016,
Urk.
8
/11). Die Suva erbrachte
die gesetzlichen
Versicherungsleistungen
(
Urk. 8/9)
und
holte Berichte der behan
delnden Ärzte ein (vgl. Ur
k. 8/11, 8/18, 8/26, 8/33,
8/36,
8/44). Am 12. Oktober 2016 konsultierte die Versicherte
erstmals
die Sprechstunde der
B._
unter Angabe von Schmerzen im medialen Kniegelenk
links
(Urk.
8/49
). Nach
Aktualisierung der Aktenlage
(Urk.
8/70,
8/88, 8/91)
legte
die
Suva
die Unter
lagen zur Stellungnahme ihre
n
Kreisärzten
vor (Urk.
8/75, 8/85
, 8/98).
Am 16. Oktober 2017 kündigte
sie
der Versicherten d
ie Einstellung der
Taggeldleis
tungen an
(Urk. 8/107)
.
Nach
hiergegen erhobenen
Einwendunge
n der Versicher
ten (Urk. 8/116),
Stellungnahme des behandelnden Arztes (Urk. 8/146)
sowie
a
bschliessende
r
Beurteilung
durch
den Kreisarzt
der Suva (Urk. 8/156)
, verfügte die Suva am
10. April 2018 in angekündigtem Sinne
und stellte ihre
Heilbehand
lungs
- und Taggeldleistungen per 26. Oktober 2017 ein
(Urk. 8/157). Gegen diesen Entscheid erhob
die Versicherte am
2
6.
April
2018 Einsprache
(Urk. 8/16
1
)
und begründete diese mit Eingabe vom
5.
Juni 2018 (
Urk.
8/164)
.
Mit
Einsprache
entscheid
vom 4. Januar 2019 wies die Suva die Einsprache ab (Urk. 2
[= Urk. 8/176]).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 7. Februar 2019 (
Urk.
1) Beschwerde und beantragte, es sei
en
die Verfügung vom 10. April 2018 sowie der
Einsprache
entscheid
vom 4. Januar 2019 aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, der Beschwerdeführerin die
gemäss UVG
geschuldeten Leistungen auch für die Zeit nach dem 26. Oktober 2017 zu entrichten. Eventualiter sei ein Gerichtsgutachten auf Kosten der Beschwerdegegnerin zu erstellen und zur anschliessenden Neuverfügung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die Beschwer
degegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 14. März 2019 die Abweisung der Beschwerde (Urk. 7), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 15. März 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
4.
Zu ergänzen ist, dass die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle, das Begehren der Beschwerdeführerin um Ausrichtung einer Invaliden
rente mit Verfügung vom 9. Mai 2019 abgewiesen hat. Die von der Beschwerde
führerin dagegen beim Sozialversicherungsgericht erhobene Beschwerde ist Gegenstand des Prozesses Nr. IV.2019.00421 und wurde mit Urteil heutigen Datums abgewiesen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1
.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am 1
9
. Januar 2016 ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[ATSG]
), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 ATSG),
so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlos
sen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleis
tungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
li
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
den
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.5
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpartei
lichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gutachterin aller
dings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte ihre Leistungspflicht im angefochtenen Ent
scheid insbesondere m
it der Begründung, das
s der Kreisarzt Dr. med.
C._
, Facharzt Orthopädische Chirurgie, zum Schluss gekommen sei, die
Arbeitstätigkeit
im angestammten Beruf als Reinigungsmitarbeiterin
sei der Beschwerdeführerin
vollumfänglich zumutbar. Die unfallfremden Körperschädi
gungen und Abnützungen, namentlich die Knicksenkfussfehlstellung beidseits, der Knieschmerz links sowie die degenerativen Veränderungen
der Lendenwir
belsäule
L4/L5 und L5/S1, seien nach Einschätzung von Dr.
C._
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit unfallkausal. Sodann habe das
A._
mit Untersuchung vom 26. Oktober 2017 eine vollständige Konsolidie
rung der Fraktur bestätigt und die Beschwerdeführerin habe keine
Osteosynthe
sematerialentfernung
gewünscht.
Die
Einschätzung
des Kreisarztes sei
schlüssig, nachvollziehbar und überzeugend
.
Au
s dem Bericht von Dr. med.
D._
, Facharzt Allgemeine Medizin, gehe nicht hervor, dass unfallbedingt noch (relevante) Beschwerden im Bereich des linken Unterschenkels
beziehungsweise im oberen Sprunggelenk (
OSG
)
links
bestehen würden.
Es würden auch keine ärztlichen Berichte vorliegen, in welchen von einem überwiegend wahrschein
lichen kausalen
Zusammenhang zwischen Knie- oder lumbalen Rückenbeschwer
den und dem Unfall vom 19. Januar 2016 ausgegangen
werde
, weshalb vollum
fänglich auf die Beurteilung des Kreisarztes abgestellt werden könne. Im Zeit
punkt der
Leistungse
instellung seien keine relevanten Unfallfolgen mehr gegeben
gewesen, womit
kein Anspruch auf weitere Leistungen
bestehe
(Urk. 2 S. 4).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich jedoch auf den Standpunkt,
es fehle bei der Beurteilung durch den
Kreisarzt
Dr.
C._
an einer Begründung, weshalb seiner Beurteilung nicht gefolgt werden könne. Dr.
D._
habe festgehalten, dass die Beschwerden im linken Knie und im linken OSG aufgrund des Unfallereignis
ses vom 19. Januar 2016 bestehen
würden
.
S
eit der
Behandlung der Unfallver
letzung sei
eine
deutliche Verschmälerung des medialen Gelenkknorpels im Röntgenbild festgestellt worden. Dr.
D._
habe
festgehalten, dass die noch bestehenden Beschwerden im linken Knie und im linken OSG aufgrund der Unfallbehandlung entstanden und damit auf den Unfall zurückzuführen
seien
. Der Bericht von Dr.
D._
sei nachvollziehbar,
ausführlich begründet, berück
sichtige den vollständigen medizinischen Sachverhalt und
ihre
Beschwerden, weshalb seiner Beurteilung zu folgen sei. Die
noch unverändert andauernde
Arbeitsunfähigkeit sei weiterhin auf das Unfallereignis vom 19. Januar 2016 zurückzuführen (Urk. 1 S. 6). Aufgrund der von der kreisärztlichen Beurteilung abweichenden und begründeten medizinischen Beurteilung von Dr.
D._
würden
massive Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versiche
rungsinternen ärztlichen Feststellungen
bestehen
, weshalb
gemäss
der bundesge
richtlichen Rechtsprechung
die versicherungsinterne Beurteilung nicht als beweiswertig anerkannt werden könne. Daher sei entweder der Beurteilung von Dr.
D._
zu folgen oder es sei ein Gutachten einzuholen (Urk. 1 S. 7).
3.
3.1
Im Zusammenhang mit dem gemeldeten Ereignis vom
19. Januar 2016 und der
nach
folgenden Behandlung
berichtete PD Dr. m
ed.
E._
, leitender Arzt
A._
,
mit Bericht vom 19. April 2016
, die Beschwerdeführerin habe sich nach der
Unterschenkel
s
chaftfraktur
links vom 19. Januar 2016
,
Status nach überbrückendem
OSG-
Fixateur externe links sowie Status nach Entfernung des Fixateur externe und Marknagelosteosynthese
,
zur geplanten klinischen und radiologischen Verlaufskontrolle drei Monate postoperativ vorgestellt. Die klinische Untersuchung habe eine absolut reizlose Operationsnarbe gezeigt und es habe keine
Druckdolenz
im
Bereich der Fraktur oder den Verriegelungsbolzen
erhoben werden können
. Die bildgebende Untersuchung
habe
sodann ein regel
rechtes Stellungsverhältnis
gezeigt
, das
OSG
sei symmetrisch, wobei der Fraktur
spalt noch einsehbar sei. Dr.
E._
stellte fest, dass der Heilungsverlauf drei Monate po
stoperativ leicht verzögert sei;
k
linisch und radiologisch sei die Fraktur jedoch am
V
er
heilen.
Die Beschwerden im OSG beziehungsweise im Fussbereich seien auf eine Fehlstellung zurückzuführen, weshalb eine orthopädische Einlage sowie die Weiterführung der Physiotherapie
verordnet worden seien
(Urk. 8/26). Mit Bericht vom 3. Juni 2016 bestätigte Dr.
E._
die
Diagnose und hielt bezüglich der klinischen Untersuchung fest,
die Operationsnarbe sei reizlos und
es bestehe
eine
minime
Druckdolenz
über der
Tibiaschaftfraktur
. Der Bewegungs
umfang des Kniegelenkes und des OSG sei im Vergleich zur Gegenseite symmet
risch und es bestehe kein Achsenstossschmerz. Sowohl klinisch als auch
radio
logisch b
estehe eine abgeheilte Fraktur; die Funktion sei sehr gut
(Urk. 8/33). Dr.
E._
berichtete am
24. August 2016
, es würde
n
Druckdolenz
en
über den distalen Verriegelungsbolzen sowohl
medial
seits
als auch ventral bestehen;
ü
ber der ehemaligen Fraktur bestehe keine
Druckdolenz
.
Gemäss Beurteilung von Dr.
E._
zeig
t
e sich eine vollständig abgeheilte
Tibiaschaft
- und Volkmann
fraktur sowie eine gut abgeheilte
Fibulafraktur
und mithin ein sehr erfreulicher postoperativer Verlauf
.
Die
Beschwerdeführerin sei zu diesem Zeitpunkt aufgrund ihrer Tätigkeit als Reinigungsmitarbeiterin weiterhin 100 % arbeitsunfähig (Urk. 8/44).
3.2
Im Bericht vom 12. Oktober 2016 hielten die behandelnden Ärzte
der
B._
fest, die Beschwerdeführerin habe über belastungsabhängige Schmerzen im medialen Kniegelenk berichtet. Das Röntgenbild habe eine deutliche Verschmälerung des medialen Gelenkspaltes mit vermehrter
subchondraler
Sklerosierung
gezeigt; das eingebrachte
Osteosynthesematerial
liege regelrecht, in der Ganzbeinachse
bestehe eine
geringgradige
Varusachse
. Aufgrund der klinischen und radiologisch knöchern konsolidierten Fraktur sei ein MRI indiziert
(Urk. 8/49)
.
Mit Bericht vom 14. August 2017 wurde festgehalten, die Beschwer
deführerin
klage
über belastungsabhängige Schmerzen im linken Fuss medial
, welche am ehesten einer
Insertionstendinopathie
der
Tibialis
posterior
Sehne bei
nebenbefundlich
deutlichem Knicksenkfuss entspräche
n
. Der Beschwerdeführerin sei die Durchführung einer gezielten Physiotherapie sowie das konsequente Tragen der angefertigten Schuheinlagen
empfohlen worden
(Urk. 8/91).
3.3
Gemäss Bericht vom 24. Februar 2017 fand eine Jahreskontrolle
bei Dr.
E._
statt.
Dr.
E._
erklärte
, die Beschwerdeführerin
verspüre
vor allem im Bereich des OSG und
der Patellarsehne
weiterhin Restbe
schwerden
.
S
ie habe des Weiteren über eine Aussenrotationsneigung des linken Unterschenkels berichtet. Der klinische Befund
erscheine jedoch
unauffällig und die Bildgebung habe eine voll
ständig konsolidierte Fraktur gezeigt.
Dr.
E._
erklärte,
die Aussenrotations
neigung des Unterschenkels
müsse
bei absolut anatomischer Reposition der Fraktur muskulär bedingt
sein
. Die Verriegelungsbolzen könnten
nach seiner Einschätzung
bei der schlanken Beschwerdeführerin
und
leicht prominentem
Osteosynthesematerial
möglicherweise
störend sein, weshalb eine Entfernung des Nagels indiziert sei
. Die Entfernung des
Osteosynthesematerials
könne jedoch frühestens 18 Monate postoperativ erfolgen
(Urk. 8/70).
Mit Bericht vom 30. Oktober 2017 bestätigte Dr.
E._
nach der Konsultation vom 26. Oktober 2017
die klinisch und radiologisch vollständige Konsolidierung der Fraktur. Zudem wies er darauf hin, dass eine
Osteosynthesematerialentfernung
möglich sei
,
d
ie Beschwerdeführerin nach ausführlicher Besprechung der Operation diese
jedoch
abgelehnt
habe. Der Fall werde deshalb abgeschlossen
(Urk. 8/146 S.
5).
3.
4
Auf Vorlage sämtlicher Berichte der behandelnden Ärzte hielt
Kreisarzt
Dr.
C._
mit ärztlicher Beurteilung
vom 6. April 2018
fest, die Ärzte im
A._
hätten mit Untersuchung vom 26. Oktober 2017
– 18 Monate nach dem Unfallereignis -
eine vollständige Konsolidierung der Fraktur bestätigt. Die Beschwerdeführerin habe keine
Osteosynthesematerialentfernung
gewünscht, weshalb spätestens zum 26. Oktober 2017 der Status quo sine eingetreten sei. Die unfallfremden Körperschädigungen und Abnützungen
, namentlich die
Knick
senkfussfehlstellung beidseits, der Knieschmerzen
links
und die d
egenerativen Veränderungen L4/L5
und L5/S1 seien nicht mit überwiegender Wahrscheinlich
keit unfallkausal. Die unfallfremden Körperschädigungen hätten
daher
keinen Einfluss auf die Beurteilung d
er Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/156 S.
3-4).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen
Einspracheent
scheid
vom 4. Januar 2019 (Urk. 2) in medizinischer Hinsicht auf die Beurteilung von Dr.
C._
, der diese in Kenntnis der
Vorakten
abgegeben hatte. Er setzte sich
mit den erhobenen Befunden auseinander, nahm dabei in nachvoll
ziehbarer und begründeter Weise Stellung und verwies auch darauf, dass die Beschwerde
führerin wegen lumbalen Rückenbeschwerden bei Dr.
D._
in Behandlung sei, wobei die bildgebende
Untersuchung degenerative Veränderun
gen im Bereich der Lendenwirbelsäule
gezeigt und die Abklärung der linksseiti
gen Knieschmerzen einen unauffälligen Befund ergeben habe (Urk. 8/156 S.
3-4). Entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin ist die Stellungnahme des Versicherungs
mediziners nachvollziehbar und begründet.
Der Bericht von Dr.
C._
vom 6. April 2018 (Urk. 8/156) vermag die an eine beweiskräftige ärztliche Expertise gestellten Anforde
rungen zu erfüllen (E. 1.5
).
Eine Unter
suchung durch den Versicherungsmediziner war sodann nicht
angezeigt
, da auch Aktengutachten voller Beweiswert zukommt, sofern – wie im konkreten Fall – ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht (Urteil des Bundes
gerichts 8C_641/2011 vom 22. Dezember 2011 E. 3.2.2 mit Hinweisen).
Dem Einwand der Beschwerdeführerin, wonach der behandelnde Arzt, Dr.
D._
, im Bericht vom 20. Februar 2018 festgehalten habe, dass ihre Beschwerden im linken Knie und im linken OSG aufgrund des Unfallereignisses vom 19. Januar 2016 bestehen würden,
geht ins Leere
. Aus dem genannten Bericht geht einzig hervor, dass die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer lumbalen Rückenschmerzen weiter
hin bei Dr.
D._
in Behandlung war
und aufgrund dieser Beschwerden Physio
therapie verschrieben wurde
.
Dass die Knie- und Fussbeschwerden auf das Unfallereignis vom 19. Januar 2016 zurückzuführen
wären
, geht aus dem Bericht jedoch
mit keinem Wort hervor. Im Gegenteil hat sich der Allgemein
mediziner darauf beschränkt, den medizinischen Sachverhalt in chronologischer Reihenfolge darzustellen, ohne sich zur Unfallkausalität zu äussern oder eine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit abzugeben (
Urk.
7/146 S. 2-3). Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin vermag damit dieser Bericht keine, auch nicht geringste, Zweifel an der Einschätzung des Kreisarztes zu begründen. Ärztliche Berichte, welche einen unfallkausalen Zusammenhang der geklagten Knie- und Rücken
schmerzen ausweisen, oder begründete, abweichende Beurteilungen belegen würden, sind ferner nicht aktenkundig. Ins Gewicht fällt alsdann, dass die Ärzte der
B._
, Fusschiru
r
gie, im August 2017 berichtet hatten, im oberen und unteren Sprunggelenk bestehe eine freie Beweglichkeit und die Gelenke seien indolent (
Urk.
7/91 S. 1). Sodann war die Fraktur im Oktober 2017 klinisch und radiologisch vollständig konsolidiert (E. 3.3) und hatte die Beschwerdeführerin gegenüber dem Operateur berichtet, im Bereich des OSG und der distalen Tibia bis auf wenig Schmerzen praktisch beschwerdefrei zu sein (Urk. 7/146 S. 5). Dass der Kreisarzt angesichts dieser Aktenlage die angestammte Tätigkeit als vollumfänglich wieder zumutbar und die übrigen geklagten Beschwerden als unfallfremd qualifizierte
(
Urk.
7/98, 7/156), ist damit nicht zu beanstanden. Ebenso wenig ist zu bemängeln, dass die Beschwerdegegnerin den Fall per 2
6.
Oktober 2017 abschloss, fiel doch eine Steigerung oder Wiederher
stellung der Arbeitsfähigkeit - soweit unfallbedingt beeinträchtigt - bei vollstän
diger Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit zum Vornherein ausser Betracht (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
Weitere medizinische Abklärungen sind in Anbetracht des Vorgenannten offen
sichtlich nicht angezeigt, weshalb
in antizipierter Beweiswürdigung
darauf zu
verzichte
n
ist
(BGE 127 V 491 E. 1b mit Hinweisen).
4.2
Zusammenfassend
ist der Einschätzung von Dr.
C._
folgend davon auszu
gehen, dass das Unfallereignis vom 19. Januar 2016 keine weiteren Unfallfolgen verursacht hat
und die
durch den
Unfall erlittene
Unterschenkels
chaftfraktur
spätestens ab dem 26. Oktober 2017 als ausgeheilt zu betrachten
ist
. Damit kann vom Erreichen des medizinischen Endzustandes ausgegangen werden.
Allfällig
unfallfremde degenerative Körperschädigungen
sind vorliegend
nicht zu berück
sichtigen.
Daher hat die Beschwerdegegnerin den Fall zu Recht abgeschlossen und einen Leistungsanspruch über den 26. Oktober 2017 hinaus verneint. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.