Decision ID: 2e539ec3-836e-4ba0-abcb-1ef301e1b997
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1984
in
Y._
geborene
X._
war seit
November
2014 bei der
Z._
AG
als
Dachdecker
angestellt und dadurch bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am
6. Oktober 2019 zog er sich
als Beifahrer bei einem Auto
unfall eine
Verletzung an der Lendenwirbelsäule
(LWS)
zu
(Unfallmeldung vom 2
3
.
Oktober 2019
[Urk.
10
/1]).
Die tags darauf durchge
führte Computertomographie
ergab eine stabile Deckplattenimpressionsfraktur des LWK 1
;
weitere Organläsionen oder intrakranielle Verletzungen konnten aus
geschlossen werden
(Urk. 10/
10
, 16
).
Die Suva erbrachte in der Folge die gesetz
lichen Leistungen (Urk. 10/7).
Unter konservativer Therapie zeigte sich eine ein
deutige Besserung. Das aufgrund intermittierender Ausstrahlung der Schmerzen am
1.
November 2019 zusätzlich veranlasste MRI visualisierte einen konstitu
tionell engen Spinalkanal, jedoch keine durch den Unfall bedingten Nervenwur
zelaffektionen oder andere Traumafolgen (
Urk.
10/38, 55).
Am 23. Januar 2020
hielt die
Neurochirurgie des Kantonsspitals
A._
in ihrem Bericht
ein
en
regelrecht
en
Verlauf unter kon
servativer Therapie fest (Urk. 10/38)
. Am 14. April 2020
führte
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin,
aus, dass der Versicherte immer wieder unter
Schmerzen
,
bandförmig in der unteren Lumbalregion
,
leide
(Urk. 10/56)
. Vom 4. Mai bis 9. Juni 2020 hielt sich der Versicherte in der Rehaklinik
C._
auf
(
Urk. 10/82
). Nach Beurteilung
durch den Kreisarzt vom 16. September
2020
(Urk. 10/
103
)
st
ellte die Suva
ihre L
eistungen
am 26. Oktober 2020
– unter Beibehaltung gewisser Heilbehand
lungskosten –
per 31. Dezember 2020 ein, da der medizinische Endzustan
d erreicht sei (Urk. 10/117).
Nach
Durchführung
einer weiteren
MRI-Bildgebung der LWS (Urk. 10/135) und einer erneuten
kreisärztlichen Einschätzung vom
2
8. De
zember 2020 (Urk. 10/
142
) lehnte die Suva mit Verfügung vom 12.
Januar
2021 einen Anspruch auf eine Invalidenrente ab und
sprach
dem Versicherten
eine Integritätsentschädigung
von Fr. 14'820.--
basierend auf einer Integritätsein
busse von 10 %
zu
(Urk. 10/
152
).
Die dagegen erhobene Einsprache
(Urk. 10/169)
wurde mit Entscheid vom 8. April 2021 abgewiesen (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 11. Mai 2021 Beschwerde mit
folgenden Anträgen (Urk. 1 S. 2):
«
1.
Es
sei die aufschiebende Wirkung wiederherzustellen.
2.
Der Entscheid der
Beschwerdegegnerin
über den Anspruch auf UVG
Invaliden
renten sei
aufzuheben.
3.
Bis zum Abschluss der IV-Eingliederungsmassnahmen seien dem Beschwer
deführer weiterhin die bisherigen UVG-Taggelder und die nötige H
eilbehand
lung auszurichten.
4.
Eventualiter seien dem Beschwerdeführer bis zum Abschluss der IV
Eingliederungsmassnah
men Übergangsrenten gemäss Art.
30 UVV
aus
zurichten.
5.
Eventualiter sei bei der Berechnung des Invaliditätsgrades von einem zumut
baren Pensum in angepasster Tätigkeit von maximal 60 %
auszugehen.
6.
Ebenso eventualiter sei bei der Berechnung des Invaliditätsgrades beim Invalideneinkommen ein angemessener Leidensabzug von 25 %
vorzu
nehmen.
7.
Sub-Eventualiter sei vor dem Entscheid über
die Anträge Ziff.
5.
und
6.
durch das Gericht eine externe medizinische Begutachtung einzuholen
.
8.
Ausgangsgemäss sei die Beschwerdegegnerin zu einer angemessenen Pro
zessentschädigung zu
verpflichten.
»
Mit Beschwerdeantwort vom
18. August 2021
schloss die Suva auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 8). Am 28. Oktober 2021 reichte der
Beschwerdeführer seine Replik ein
, mit welcher er die Anträge Ziffer 1 bis 4 zurückzog und an den übri
gen Anträgen
der Beschwerde
festhielt
(Urk. 14). Die Beschwerdegegnerin erstattete am
9. Dezember 2021
die Duplik (Urk.
19
). Diese
wurde dem
Beschwer
deführer
am
1
4.
Dezember 2021
zur Kenntnis gebracht (Urk.
20
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des Bundesgesetzes üb
er die Unfallversicherung (UVG)
wer
den
–
soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt
–
die Versicherungs
leistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1).
1.2
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Zur Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person
nach Eintritt der (unfallbedingten) Invalidität und nach Durchführung der medi
zinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen).
1.3
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Validen
einkommens entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt s
ein (BGE 144 I 103 E. 5.3, 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1,
134 V 322 E. 4.1).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das Valideneinkommen auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen
sind (BGE
139 V 28 E. 3.3.2;
Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invaliden
ver
siche
rung, 3. Auflage 2014, Rn 55 f. zu Art.
28a
).
1.4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch heraus
gege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5
.2, 129 V 472 E. 4.2.1
). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E
. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne
ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl.
BG
E
142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth,
Bundesgesetz
über die Invalidenversicherung, 3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
2.
2.1
Vorab ist darauf hinzuweisen, dass
die am 12. Januar 2021 (Urk. 10/152) verfügte
Integri
tätsentschädigung für eine Integritätseinbusse von 10 %
unange
fochten blieb und damit in Rechtskraft erwachsen
ist. So
dann wurde
n
mit der Replik auch die
Einstellung der Taggelder und
der Heilbehandlung
per 31. Dezember 2020 (Urk. 10/117
)
sowie
der damit verbundene Fallabschluss durch den Beschwerde
führer nicht
länger in Frage gestellt (Urk. 14 S. 2 f.
).
2
.2
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren Ein
spracheentscheid (Urk. 2) im We
sent
lichen damit, dass
der Beschwerdeführer mit Blick auf die allein massge
benden unfallbedingten organischen Folgen und entsprechend erklärbaren Aus
wirkungen eine leidensangepasste Tätigkeit, wie sie von der Rehaklinik
C._
festgehalten worden sei, durchaus ganztags ohne relevante E
i
n
s
chränkungen ver
richten könne. Davon würde
n
auch der Kreisarzt und die Rheumaklinik
D._
ausgehen.
Auch die noch zugesprochenen Physiotherapien führten nicht zu einer zeitlichen Einschränkung des Einsatzes, sei der Beschwerdeführer im Rahmen seiner Schadenminderungspflicht doch gehalten, diese auf Rand
zeiten zu legen.
Ebenso wenig verfange
der Hinweis auf die
zu
gesprochene Integritätsentschädigung, da diese nicht
s
mit der Invaliditätsbemessung zu tun habe. Da
s
Vorliegen von organischen Unfallfolgen
we
rde
denn auch nicht in Abrede gestellt. Allerdings seien diese geringfügig un
d korrelierten nicht mit dem vo
m Beschwerdeführer gezeigten Verhalten.
Der Vergleich von Validen- und Invalideneinkommen zeige, dass vorliegend keine Erwerbseinbusse gegeben sei.
Da
zudem
bei
m
Valideneinkommen nicht vom Lohn in der angestammten Tätig
keit, sondern dem Minimallohn gemäss GAV im Schweizerischen Gebäude
hüllengewerbe ausgegangen
worden sei
, entfalle auch eine Parallelisierung,
ent
spreche
das veranschlagte Salär
doch
dem mindestens zu entrichtenden Lohn in der entsprechenden Branche.
2
.3
Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (Urk. 1) geltend, dass
vorliegend
gewichtige
Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Beurteilung des zumutbaren Invalidenpensums durch den Kreisarzt beständen. Dies
nicht nur wegen
der abweichenden Beurteilung durch die behandelnden Ärzte
, sondern insbesondere auch deshalb, weil
die Einschätzung eines
zumutba
ren
Vollpensums mit voller Leistungsfähigkeit im Widerspruch dazu stehe, dass dem Beschwerdeführer eine 10%ige Integri
tä
tsentschädigung aufgrund der Schmerzsituation z
ugesprochen worden sei
. Zudem habe die Beschwerdegegnerin
Ko
stengutspr
a
che für zukünftige gelege
nt
liche A
rztkonsul
tationen, Schmerz
medikation in erhebliche
m
Ausmass und für zwei bis drei Physiotherapiezyklen pro Jahr
geleistet
. Allein der Zeitbedarf für die Physiotherapie-Sitzungen verun
mögliche bereits die Annahme eines zeitlichen und leistungsmässigen Vollpen
sums.
Dem Beschwerdeführer sei auch in angepasster Arbeit ein zeitliches und leistungsmässiges Pensum von maximal 60 % zumutbar
. Angesichts der Ergeb
nisse aus der
BASS-Studie «Nutzung Tabellenmedianlöhne LSE zur Bestim
mung der Vergleichslöhne bei der IV-Rentenbemessung» vom 8. Januar 2021
und
den
diversen Schwierigkeiten, denen
der Beschwerdeführer
auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt begegne, sei
beim Einkommensvergleich und der Neuberechnung des Invaliditätsgrades sodann zwingend eine Korrektur des Medianlohnes und/oder ein maximaler Leidensabzug zu berücksichtigen.
2.4
Auf die weiteren Parteivorträge wird, soweit erforderlich, an entsprechender Stelle eingegangen.
3.
3.1
Im
Austrittsbericht
der Rehaklinik
C._
vom 17.
Juni 2020
(Urk. 10/82)
wurde ausgeführt, dass
beim Beschwerdeführer
gut acht Monate nach dem Autounfall, bei welchem sich
dieser
eine LWK 1 Deckplattenimpres
si
onsfraktur zugezogen habe, welche konservativ behandelt worden sei, aktuell intermittierende Rücken
schmerzen und eine allgemein reduzierte Belastbarkeit beständen. In der durch
geführten Bildgebung vom 7. Mai 2020 hätten sich stationäre Verhältnisse ohne signi
f
ikante Nachsinterung gezeigt. Die Fraktur sei nun nach acht Monaten
ossär
konsolidiert und stabil. Es sei bei der Ve
rletzung zu keiner Hinterkanten-
Beteili
gung gekommen, jedoch zu einer geringen
Keilwirbelbildung, aufgrund derer
das Belastungsprofil
des Beschwerdeführers, der noch etwa 30 Jahre im Erwerbsleben stehen werde,
prospektiv etwas reduziert worden sei. Die B
eobachtungen bei den Leistungstests und im Behandlungsprogramm wiesen auf eine mässige Symptom
ausweitung hin. Die Beschreibung der Schmerzen sei differenziert gewesen, das Schmerzverhalten aber nicht adäquat. Das Leistungsverhalten werde als mässig beurteilt. Die Konsistenz sei mässig gewesen, es hätten sich einige Diskrepanzen und Widersprüchlichkeiten gefunden. Das Verhalten bezüglich Rehabilitation würde als nicht optimal gewertet. Die Rückenbeschwerden hätten nicht reduziert werden können. Die Leistungs
fähigkeit und Belastbarkeit hätte
n
leicht gesteigert werden
können und der
Beschwerdeführer habe die Copingstrategien angewandt. Das Ausmass der physischen Einschränkungen lasse sich mit den geringfügigen objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung und der bildgebenden Abklärungen sowie den Diagnosen aus somatischer Sicht nur zum Teil erklären.
Die Rehaklinik
C._
hielt die angestammte Tätigkeit
als Dach
decker
für nicht mehr zumutbar. Für eine mittelschwere Arbeit beurteilte sie die
Arbeitsfähigkeit hingegen als ganztägig
zumutbar
, mit der speziellen Ein
schränkung bezüglic
h der LWS, wonach keine repetitiven
Zwangshaltungen ein
genommen werden sollten.
3.2
Kreisarzt Dr.
med.
E._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, stellte am
16. September 2020
(Urk. 10/103)
fest, dass ein Jahr nach stattgehabter Deckplatten
impressionsfrak
tur des ersten Lendenwirbelkörpers und damit in knapp drei Wochen der stabile medizinische Zustand zu erwarten sei, da die Knochen
bruchheilung nach derzei
t
i
gem medizinischen Wissensstand vollständig abge
schlossen sei und die körper
eigenen Reparationsvorgänge und das
Remodeling
abgeschlossen seien. Durch weitere Behandlungen könne danach keine namhafte Besserung der geklagten Beschwerd
en erreicht werden. Gemäss Art.
21 UVG könnten gelegentliche Arzt
konsulta
tionen sowie Schmerzmedikamente
im Umfang vo
n bis zu 200
Stück Novalgin 500
mg Filmtabletten pro Jahr und zwei bis drei Physiotherapiezyklen pro Jahr durch die Administration übernommen werden. Dem Beschwerdeführer sei aufgrund des Ereignisses ein erheblicher und dauernder körperlicher Integri
tätsschaden entstanden. Das von der Rehaklinik
C._
erstellte Zumutbarkeits
profil habe weiterhin vollumfänglich Gültigkeit. Es seien bis mittelschwere Tätig
keiten vollzeitig zumutbar.
3.3
N
ach
Vorlage
eines
am 30. Oktober 2020 angefertigten MRI
stellte Kreisarzt Dr.
E._
am 28. Dezember 2020
(Urk.
10/142)
sodann fest, dass keine neuen medizinischen Tatsachen vorliegen würden, welche zum Zeitpunkt der
letzten
Beurteilung nicht
bestanden
hätten. Er hielt deshalb an seiner
Einschätzung
vom 16. September 2020 fest.
Die Deckplattenimpressionsfraktur von LWK 1 sei in geringer Fehlstellung verheilt, unverändert zu November 2019
.
4.
4.1
Die Einschätzungen von Dr.
E._
vom 16. September und 28. Dezember 2020
(vgl. E. 3.2 und 3.3)
beruhen auf fundierter
Aktenkenntnis; so lagen
dem Kreisarzt
insbesondere die vollständigen medizinischen Unte
r
lagen samt Bild
dokumen
ta
tio
n vor
. Die Darlegung der medi
zini
schen Zusammenhänge ist schlüssig und die Beurteilung der medizi
nischen Situation leuchtet ein. Der Kreisarzt stützt
e
sich bei seiner Einschätzung namentlich auf den Austrittsbericht der Rehaklinik
C._
vom 17. Juni 2020, in welchem nachvollziehbar aufgezeigt wurde,
dass die Fraktur nach acht Monaten
ossär
konsolidiert und stabil ist
(vgl. E. 3.1
)
.
Dr.
E._
führte hierzu erklärend aus, dass eine derartige
Knochen
bruch
heilung
nach derzeitigem medizinischen Wissensstand nach einem Jahr vollstän
dig
abgeschlossen
ist
.
Da es bei der Verletzung zu einer geringen Keilwirbelbil
dung kam, wurde das Belastungsprofil
entsprechend angepasst
und auf mittelschwere Arbeit
en
ohne repetitive Einnahme von Zwangshaltungen
der LWS
fest
gelegt. Dass es bei dergestalt angepassten Tätigkeiten zu keiner Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit kommt, zeigte die Rehaklinik
C._
unter Hinweis auf
ver
schiedene
Diskrepanzen und Widersprüchlichkeiten
und
den
U
mstand
, dass das Ausmass der physischen
E
inschränkungen mit den gering
fügigen objektivierba
ren pathologischen Befunden der klinischen Unter
suchung und bildgebenden Abklärungen sowie den Diagnosen aus somatischer Sicht nur zum T
eil erklärbar ist, auf
.
4.2
Daran ändert
auch der Bericht des
Hausarzt
es D
r.
B._
vom 23.
November 2020 (Urk. 10/139)
nichts,
worin chronifizierte Schmerzen, auch im Liegen
in Rückenlage
,
dabei auch
Kribbeln in den Beinen eher ven
t
ral,
ein
Gefühl wie blockiert, gelegentlich auch Zittern/Schwäche in den B
einen beim Treppen
abwärts
laufen sowie
kürzlich ein
bohrender Schmerz lumbal
und minimaler Husten
schmerz
beschrieben wurde
n
, und
aus
dem
der Beschwerdeführer ei
ne Ver
schlechterung ableitet (Urk. 1 S.
6)
.
Vi
elmehr analysierte Dr.
E._
das vom Hausarzt veranlasste MRI vom 30. Oktober 2020
und erklärte schlüssig, dass sich daraus keine neuen Erkenntnisse
ergäben
und insbesondere keine Veränderung zur Situation vom Nov
ember 2019 vorliege (vgl. E. 3.3
).
In diesem Zusammen
hang ist denn auch auf die Er
fah
rungstatsache hinzuweisen, dass Haus
ärzt
innen und Hausärzte wie überhaupt behandelnde Arzt
per
sonen bezie
hungsweise The
rapiekräfte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Ver
trauens
stellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patien
ten aus
sagen (BGE 135 V 465 E. 4.5; 125 V 351 E. 3b/cc).
Wichtige Aspekte, welche Dr.
E._
verborgen geblieben wären und zu einer abweichenden Beurteilung zu führen vermöchten, werden im Bericht von
Dr.
B._
nicht aufgezeigt. Gegenteils erklärte der Behandler Dr. med.
F._
, Facharzt für Allge
meine Innere Medizin und Rheumatologie,
es ergäben
sich keine Anhaltspunkte für eine von der Rehaklinik
C._
abweichende Ein
schätzung
der zumutbaren Arbeitsfähig
keit
. Er stellte fest, dass sich bild
gebend
–
auch im aktuellen MRI
–
eine vollstän
dig abgeheilte LWK
1
Fraktur mit leichter Keilwirbeldeformität zeige. Zudem komme MR
bild
gebend noch eine diskrete Progredienz der
Diskusprotrusion
L4
/5 und eine kleine Diskushernie L5/S1 zur Darstellung. Bei konstitutionell engem Spinalkanal wären dadurch inter
mittierende Reizungen in der Nervenwurzel L5 beidseits und S1 links möglich. Anamnestisch-klinisch ergäben sich dafür aber wenig Anhaltspunkte
und nach
dem eine
epidurale
Infiltration keine Wirkung ge
zeigt habe, könne eine allfällige derartige Nervenwurzelreizung als relevante
Schmerzursache ausgeschlossen werden
. Somit seien die Beschwerden vor
wie
gend funktioneller Natur bei muskulärer
Dysbalance
und
Insuffizienz. Ent
spre
chend empfahl er eine Kräfti
gung der Rumpfmuskulatur sowie Entspannungs
techniken
und wies darauf hin, dass a
ufgrund des Schmerzgebarens eine gewisse Ausweitungstendenz vorzu
liegen
scheine
(U
rk. 10/167
, 10/168
).
Vor diesem Hin
tergrund vermag der Bericht von Dr.
B._
keine Zweifel an der kreisärzt
lichen Einschätzung des Zumut
barkeitsprofils sowie der Arbeitsfähigkeit zu er
wecken.
4.3
Auch insoweit
der Beschwerdeführer
vorbrachte
, dass
die
Erfahrungen aus dem bisherigen Verlauf des seit dem 21. Juni 2021 bestehenden Arbeitsverhältnisses
auf Abruf/Stundenlohn
mit der
G._
GmbH
(Urk. 15/2)
, welches durch die SVA Zürich, IV-Stelle, mit einem Einarbeitungszuschuss unterstützt werde
(
vgl.
Urk. 15/3 und 15/4)
,
aufzeige
, dass er über keine vollständige Arbeitsfähig
keit verfüge
(Urk. 14 S. 2 ff.)
, vermag
er
nicht zu überzeugen. Nach der Recht
sprechung ist die Frage nach den noch zumutbaren Tätigkeiten und Arbeits
leistungen nach Massgabe der objektiv feststellbaren Gesundheits
schädigung in erster Linie durch die Ärzte und nicht durch die Eingliederungs
fachleute auf der Grundlage der von ihnen
erhobenen, subjektiven Arbeitsleistung zu beantworten (Urteile des Bundesge
ric
hts 9C_396/2014 vom 15. April 2015 E. 5.4 und 9C_401/2014 vom 26. November 2014 E. 4.2.2; je mit Hinweis).
Steht eine medi
zinische Einschätzung der Leis
tungsfähigkeit
aber
in offensichtlicher und erheb
licher Diskrepanz zu einer Leis
tung, wie sie während einer aus
führlichen berufli
chen Abklärung bei einwand
freiem Arbeitsverhalten/
ein
satz
der versicherten Person effektiv realisiert wurde und gemäss Einschätzung der Berufsfachleute objektiv realisierbar ist, vermag dies ernsthafte Zweifel an den ärztlichen Annahmen zu begründen und ist das Einholen einer klärenden medizinischen Stellungnahme grundsätzlich unabding
bar (Urteile 8C_411/
2015 vom 1
7.
Sep
tember 2015 E.
5.2; 9C_737/2011 vom 16.
Oktober
2012 E.
3.3; 9C_833/2007 vom 4.
Juli
2008 E.
3.3.2)
. Vorliegend
wurde die Arbeitsfähigkeit des Beschwer
deführers in der seit dem 21. Juni 2021 ausgeübten Tätigkeit vornehmlich auf seine subjektiven Angaben gestützt.
Der Eingliederungsberaterin der IV-Stelle erschien die vom Arbeitgeber angegeben
e
Leistungsfähigkeit sodann als eher tief. Sie ging zudem davon aus, dass der Beschwerdeführer bis Ende des Ein
arbeitungszuschusses voll im
ersten Arbeitsmarkt integriert sein würde (Urk. 15/6).
In diesem Zusammenhang
gilt
auch
zu berücksichtigen, dass die Rehaklinik
C._
am 17. Juni 2020
ein
e mässige Symptomausweitung
festge
stellt und
das Leistungsverhalten
des Beschwerdeführers
lediglich
als
mässig
ein
geschätzt hatte
(vgl. Urk. 10/82)
.
Ausserdem
flossen in die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch den Arbeitgeber
auch die
psychischen Beschwerden
ein
(gemäss
dem
V
erlau
fsprotokoll der E
ingliederungsberat
ung der
IV-Stelle
vom 1. Oktober 2021 liegen eine mittelgradige depressive Episode
[
ICD-10 F32.1
]
und eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
[
ICD-10 F45.4
]
vor
)
.
Allfällige psychisch
e
Beeinträchtigungen
des Beschwerde
führers
wurden von der Beschwerdegegnerin
aber zutreffend
als
nic
h
t
adäquat unfallkausal
beurteilt
(vgl. Urk. 2 S. 7 f.)
,
was unbestritten blieb (Urk. 1 S
. 6
) und aufgrund der Akten nachvollziehbar und schlüssig ist:
Der
hier zu beurteilende
U
nfall ist als mittelschwer
einzuordnen
. Da vorliegend weder
besonders dramati
sche Begleitumstände oder
eine besondere Eindrücklichkeit
des Unfalls
vorlagen
noch die zugezogenen Verletzungen von besonderer Art oder Sc
hwere waren und
erfahrungsgemäss
auch
nicht geeignet
waren
, psychische Fehlentwicklung
en
auszulösen
,
sodann
keine ärztliche Fehlbehandlung
vorlag
und
auch
die Kriterien der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung, des schwierigen Heil
ungs
verlaufs,
der erheblichen Komplikationen und
der
langdauernden Arbeits
un
fähigkeit
nicht erfüllt
waren
, ist die Adäquanz
für psychische Beschwer
den
zum Vornherein
nicht gegeben.
Infolgedessen vermögen die Erfahrungen aus dem aktuellen Arbeitsverhältnis
keine ernsthaften Zweifel an der
kreisärztlichen
Beurteilung der Arbeits
fähigkeit
zu erwecken
, weshalb auf das Einholen einer weiteren medizini
schen Stellungnahme verzichtet werden
kann.
4.4
Schliesslich steht – entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers
(Urk. 1 S. 7)
– auch die
Zusprache einer Integritätsentschädigung
nicht
im Widerspruch zur Annahme einer vollständigen Arbeitsfähigkeit.
Mit der Integritätsentschädigung wird die durch den Unfall erlittene
dauernde erhebliche Schädigung der körper
lichen
,
geistigen
oder psychischen
Integrität
abgegolten. Dies erfolgt
unabh
ängig von der Erwerbsfähigkeit, wenn die Integrität
augenfällig oder stark beeinträch
tigt wird
(vgl.
Art. 24 Abs. 1 UVG
,
Art. 36
der
Verordnung über die
Unfallversi
cherung [UVV]
)
.
Den vorliegend bestehenden Einschränkungen des Beschwerde
führers
wurde
im Rahmen des Zumutbarkeitsprofils, namentlich der Ein
schränkung auf höchstens mittelschwere Tätigkeiten, ausreichend Rechnung getragen. In einer optimal angepassten Tätigkeit wirken sich die Beschwerden hingegen nicht leistungshindernd aus.
Ebenso wenig vermag die Zusprache von zwei bis drei Physiotherapieserien pro Jahr eine Einschränkung der Arbeitsfähig
keit zu begründen, können diese Therapien doch auf spätere N
achmittags- oder
A
bendstunden oder
in manchen Praxen gar
auf Samstage
gelegt werden.
4.5
Zusammenfassend ist damit der
kreisärztlichen
Einschätzung sowie dem Aus
tritts
bericht der Rehaklinik
C._
in Bezug auf die Einschätzung der Arbeits
fähigkeit voller Beweiswert beizumessen;
damit besteht auch kein weiterer
Abklärungs
be
darf (anti
zipierte Beweiswürdigung, vgl. BGE 136 I 229 E. 5.3 mit Hinweisen; BGE 124 V 90 E. 4b).
5.
5.1
Da der Beschwerdeführer unfallbedingt nicht mehr in seinem angestammten Beruf als Dachdecker arbeitsfähig ist, ist sein Rentenanspruch aufgrund eines Einkom
mensvergleichs zu prüfen.
5.2
Der Beschwerdeführer ist ungelernter Hilfsdachdecker und hätte bei der
Z._
AG g
emäss deren Angaben im Jahr 2021
Fr. 61'815.-- (Fr. 4'755.-- x 13)
verdient
(Urk. 10/
137 S. 1
)
.
Die Beschwerdegegnerin ging zu Gunsten des Beschwerde
führers für das Validen
einkommen von einem Lohn von F
r.
63'960.-- (
Fr.
4'920.
- x 13) aus, da der Mindestlohn
für
Hilfskräfte bei mehr als 60
Monaten Berufserfahrung in der B
ranche per 1.
Januar 2020 auf F
r.
4'920.
--
erhöht worden war
(Zusatzvereinbarung 2020 zum
Gesamtarbeitsvertrag
im Schweizerischen G
ebäudehüll
engewerbe)
.
Dies ist nicht zu beanstanden. Da per 2021 keine
weitere
Erhöhung stattgefunden hat, ist von einem massgeblichen Valideneinkommen von Fr. 63'960.
-- für das Jahr 2021
auszugehen.
5.3
Der
Beschwerdeführer
ging seit der
Kündigung
seiner
Stelle
s
eitens
der
Z._
AG
(
Urk.
10/106)
bis
zum Einspracheentscheid vom 8.
April 2021
keiner
(
voll
schichtigen
)
Arbeitstätigkeit
mehr nach, weshalb zur Ermittlung des Invaliden
einkommens auf die LSE-Tabellenlöhne
abzustellen ist.
Soweit der Beschwerde
führer diesbezügli
ch gestützt auf die BASS-Studie
einen tieferen als den in den LSE-Tabellen aufgeführten Medianlohn einsetzen will,
um dem Grundsatz der Parallelisierung die notwendige Nachachtung zu verschaffen (vgl.
Urk. 1 S. 8 f.),
ist ihm entgegenzuhalten, dass das Abstellen auf den Median (Zentralwert) im Einklang mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
steht
(
BGE
124 V 321
E.
3b
/
aa
)
und das Bundesgericht auch mit Blick auf die besagte Studie eine Änderung seiner Rechtsprechung zur Ermittlung des Invaliditäts
grades anhand der Tabellenlöhne der LSE vorerst nicht für angezeigt hält (vgl. Medienmitteilung des Bundesgerichts vom
9.
März 2022).
Zudem hat die Beschwerdegegnerin das Valideneinkommen auf den Mindestlohn für Hilfskräfte gemäss
der
Zusatzver
einbarung 2020 zum
Gesamtarbeitsvertrag
im Schweizeri
schen Gebäudeh
üllen
gewerbe angehoben (vgl. E.
5.2), weshalb es nicht als unterdurchschnittlich im Sinne der Rechtsprechung zur Parallelisierung der Einkommen qualifiziert werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_
141
/
2016
vom 17. Mai 2016, E. 5.2.2.3)
.
Da der Be
schwerdeführer
sodann
über keine
abgeschlossene
Berufs
ausbild
ung verfügt
, si
nd
vorliegend gemäss
gefestigter bundesgerichtlicher
Rechtsprechung die
Monatslöhne gemäss LSE
Tabelle TA1, Zeile
«
Total Privater Sektor
»
,
für
Männer
, Kompetenz
niveau 1
(LSE 2018) heran
zuziehen (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_458/2017 vom 6. August 2018 E.
6.2.3).
Demnach resultiert
–
angepasst an die betriebsübliche Arbeitsze
it von 41.7 Stunden im Jahr 2021
(vgl. Tabelle T 03.02.03.01.04.01 Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirt
schaftsabteilungen
, aufgrund des Wertes 2020
, da noch keine Daten für das Jahr 2021 vorliegen
) und unter Berücksichtigung
der Nominallohnentwicklung bis ins massgeb
liche Jahr 2021
(Bundes
amt für S
tatistik [BFS], Tabelle T1.93,
Nom
inal
lohnindex
2011-2020
, Männer
, Ziff. 05-9
6, Total
)
–
ein Inval
idenein
kommen von Fr. 69'475.--
(Fr. 5’417.-- x 12 / 40 x 41.7 x 1.009 [2019]
x 1.008
[2020]
x 1.008
[2021
wie 2020, da noch kein Tabellenwert verfügbar
]
).
5.4
D
er
Beschwerdeführer
macht
e
sodann – wiederum unt
er Hinweis auf die B
ASS
Studie –
geltend, dass zwingend ein angemessener Leidensabzug zu gewähren sei, falls
beim Invalideneinkommen
keine
Abweichung von den LSE-Tabellen
löhnen vorgenommen würde
(Urk. 1 S. 9)
.
Auch die höchstrichterliche Rechtsprechung anerkennt,
dass in einer versicherten Person
liegende individuelle Umstände
–
worunter auch behinderungsbe
dingte Ein
schränkungen fallen
–
Auswirkungen auf die Verdienstmöglichkeiten haben können.
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellen
lohn) daher rechtsprechungsgemäss allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Auf
ent
haltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben
können (BGE 124 V 321 E.
3b
/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeits
markt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg ver
werten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung
der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen
und darf 25 % nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E.
5b
/
aa
-cc).
5.5
Gemäss de
n Beurteilungen der Rehaklinik
C._
sowie des K
reisarztes ist dem
Beschwerdeführer
aufgrund
der noch bestehenden
Beschwerden
seine ange
stammte Arbeitstätigkeit zwar nicht mehr zumutbar. In e
iner
leidens
angepassten Tätigkeit
ist er jedoch
zu 100 % arbeitsfähig (E. 3
hievor
).
D
ie Be
schwerde
gegnerin
hat der Situation des Beschwerdeführers insofern Rechnung getragen, als sie
das Invalideneinkommen gestützt auf die Ver
dienst
möglich
keiten im gesamten privaten Wirtschaftsbereich au
f dem untersten Kompetenz
niveau
1
bemass
.
Dies gilt selbst dann, wenn ihm
gesundheitlich bedingt
keine schweren
Arbeiten
mehr
offenstehen
und die repetitive Einnahme von Zwangshaltungen zu vermeiden ist
, kann doch gleichwohl noch von einem
ge
nügend breiten Spektrum an zumutbaren Verweistätigkeiten
im Kompetenz
niveau 1
ausgegangen werden
. Denn das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung zumutbarerweise erzielbare Einkommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln, der
durch ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach Arbeits
kräften gekennzeichnet ist und einen Fächer versc
hiedenster Tätig
keiten aufweist. Dabei umfasst insbesondere der Tabellenlohn im Kompetenz
niveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten
(Urteil des Bundesgerichts 9C_353/2019 vom 11. J
uli 2019 E. 3.3 mit
Hinweis auf
BGE
138 V 457
E.
3
.1
, 9C_507/2020 vom 29. Oktober 2020 E. 3.3.3.2 mit Hinweisen
)
. Fehlende Aus
bil
dung und ungenügende Deutschkenntnisse sind als unfallfremde Faktoren prinzipiell nicht abzugsrelevant und diesen Aspekten ist im Übrigen bei der Wahl des Kompetenzniveaus Rechnung zu tragen (Urteil des Bundesgerichts 8C_549/2019 vom 26. November 2019 E. 7.7).
Mit Blick auf die ausländische Her
kunft des
Beschwerdeführers
ergibt sich
sodann
, dass Männer mit Nieder
lassungsbewilligung C ohne Kaderfunktion zwar weniger als Schwei
zer verdienen (LSE 2018
, Tabelle TA12), aber mehr als das für die Invaliditätsbemessung her
angezogene Durchschn
ittseinkommen (LSE 2018
, Tabelle TA1
, vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_611/2018 vom 28. März 2019 E. 5.2.1
).
Und schliesslich
nimmt auch die Bedeutung der Anzahl Dienstjahre im priva
ten Sektor ab, je niedriger das Anfor
derungsprofil ist (AHI 1999 177 E. 3b S. 181), weshalb mit Blick auf das Kompe
tenzniveau 1 die lange Betriebszu
ge
hörigkeit keinen Abzug zu rechtfertigen ver
mag (Urteil des Bundesgerichts 9C_455/2013 vom 4. Oktober 2013 E. 4.1 mit Hin
weisen).
Der Verzicht auf einen Abzug vom Invalidenein
kommen ist daher nicht zu beanstanden. Anzumerken ist
jedoch
,
dass selbst ein Abzug von
bis zu 15 %
vom Invalideneinkommen nicht zu einem anspruchsbe
gründenden Inv
aliditätsgrad führte (Fr. 63’960
.-- -
[
Fr. 69'475.--
x 0.
85
]
/ Fr.
63’960.-- x 100 = 7.67
%).
6.
Folglich ist der angefochtene Einspracheentscheid vom
8. April 2021
(Urk. 2) zu bestätigen, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7.
7.1
Das Verfahren ist kostenlos.
7.2
Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist dem unterliegenden Beschwerdeführer keine Prozessentschädigung zuzusprechen.