Decision ID: 032810e3-954b-515d-b4fa-2451ab52bf13
Year: 2018
Language: de
Court: AR_OG
Chamber: AR_OG_004
Canton: AR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Sachverhalt
A. A1_ führt in [Wohnort], Gemeinde G_, einen Landwirtschaftsbetrieb. Er wurde bereits
mehrfach wegen Verstössen gegen das Tierschutzgesetz von Strafgerichten der Kantone
St. Gallen und Appenzell Ausserrhoden verurteilt. Am 20. Februar 2012 verfügte das
Veterinäramt des Kantons Appenzell Ausserrhoden gegen ihn ein zeitlich unbeschränktes
Halteverbot für Nutztiere mit Ausnahme der Pferdehaltung. Dieses Tierhalteverbot wurde
letztinstanzlich vom Bundesgericht mit Urteil vom 31. März 2015 bestätigt.
B. Gemäss Kauf- und Darlehensvertrag vom 9. Juni 2015 verkaufte A1_ seinen Tierbestand
mit Wirkung ab dem 1. Juni 2015 an seine Ehefrau A2_.
C. Mit Verfügung vom 15. Juli 2016 gewährte das Veterinäramt A1_ und A2_ eine letzte
Frist bis zum 1. September 2016, den rechtmässigen Zustand herzustellen, so dass das
gegen A1_ rechtskräftig verfügte Tierhalteverbot eingehalten sei. Gleichzeitig wurde
ihnen die Ersatzvornahme angedroht.
D. Das Veterinäramt stellte mit Schreiben vom 9. Februar 2017 fest, dass A1_ weiterhin
Nutztiere halte. Zudem teilte es A1_ und A2_ mit, dass diese ab dem 20. Februar 2017
mit der Durchführung der rechtskräftig angedrohten Vollstreckungshandlungen rechnen
müssten.
E. Mit Schreiben vom 17. Februar 2017 liess A2_, vertreten durch RA AA_, dem
Veterinäramt mitteilen, dass sie den gesamten Tierbestand gemäss Kaufvertrag vom
6. Februar 2017 an F_ verkauft habe.
F. Am 20. Februar 2017, 24. Februar 2017 und 10. April 2017 führte das Veterinäramt
unangemeldete Kontrollen auf dem Betrieb von A1_ durch. Zudem wurde F_, ebenfalls
vertreten durch RA AA_, am 10. März 2017 durch den Kantonstierarzt B_ befragt.
Dabei gab RA AA_ ein Ausstandsbegehren gegen B_ zu Protokoll. Mit Schreiben vom
10. April 2017 forderte das Veterinäramt F_ u.a. auf, Belege einzureichen, welche
aufzeigen, dass er für geschlachtete oder verkaufte Nutztiere entschädigt wurde.
G. Das Veterinäramt teilte RA AA_ mit Schreiben vom 12. April 2017 mit, dass es bei der
Anwaltskommission Meldung erstatte habe, um eine mutmassliche Verletzung von Art. 12
lit. c BGFA durch RA AA_ zu prüfen. Mit Eingabe vom 24. April 2017 beantragte RA
AA_, das Verfahren zu sistieren, bis die Anwaltskommission einen Entscheid gefällt
habe. Je mit separatem Schreiben vom 26. April 2017 erstreckte das Veterinäramt die Frist
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zur Stellungnahme zum Protokoll der Befragung vom 10. März 2017 bis zum 29. April 2017
und gewährte F_ eine letzte Frist zur Einreichung der Belege bis zum 6. Mai 2017.
H. Mit Schreiben vom 1. Mai 2017 liess sich RA AA_ zum Protokoll der Befragung vom
10. März 2017 vernehmen, wobei er auf mehrere Verfahrensmängel hinwies. Deshalb
beantragte er, das Protokoll aus dem Recht zu weisen. Zudem hielt er am
Ausstandsbegehren gegen den Kantonstierarzt fest.
I. Mit Schreiben vom 3. Mai 2017 stellte das Veterinäramt fest, dass es das Protokoll der
Befragung als berichtigt betrachte. Auf das Sistierungsgesuch sei nicht eingetreten worden,
weil kein Verfahren gegen F_ vorliege.
J. Am 9. Juni 2017 liess das Veterinäramt A1_ den Entwurf einer Vollstreckungsverfügung
zur Gewährung des rechtlichen Gehörs zukommen. Darin kam es in Ziff. 27 der
Erwägungen zum Schluss, dass keine Ausstandsgründe vorlägen, weshalb nicht auf das
Ausstandsgesuch eingetreten werde.
K. Mit Eingabe vom 19. Juni 2017 liess A1_, vertreten durch RA AA_, beim Departement
Gesundheit und Soziales ein Ausstandsbegehren gegen das Veterinäramt des Kantons
Appenzell Ausserrhoden, namentlich Dr. med. vet. B_, Dr. med. vet. C_, Dr. med. vet.
D_ und E_, einreichen.
L. Das Departement Gesundheit und Soziales wies das Ausstandsbegehren mit Entscheid
vom 6. Juli 2017 ab. Begründet wurde der Entscheid im Wesentlichen damit, dass die vom
Antragssteller angeführten Punkte als subjektive Sachverhaltsfeststellungen zu beurteilen
seien. Im vorliegenden Fall sei nicht ersichtlich, wie sich allfällige Verfahrensfehler auf eine
fehlende Distanz oder Neutralität der betreffenden Mitarbeiter des Veterinäramts
ausgewirkt hätten. Solche Verfahrensfehler seien in den dafür vorgesehenen
Rechtsmittelverfahren zu rügen und könnten grundsätzlich nicht zur Begründung der
Befangenheit herangezogen werden.
M. Gegen diesen Entscheid liess A1_ (im Folgenden: Beschwerdeführer), vertreten durch
RA AA_, mit Eingabe vom 11. Juli 2017 beim Obergericht Beschwerde mit den eingangs
erwähnten Rechtsbegehren erheben.
N. Das Departement Gesundheit und Soziales (im Folgenden: Vorinstanz) beantragte mit
Eingabe vom 7. August 2017 die Beschwerde abzuweisen. Mit Schreiben vom 9. August
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2017 bzw. Plädoyer vom 18. Januar 2018 liess sich der Kantonstierarzt B_ (im
Folgenden: Beschwerdegegner 1) mit den eingangs erwähnten Anträgen vernehmen.
O. Mit Entscheid vom 14. August 2017 erliess das Veterinäramt gegen den Beschwerdeführer
eine Vollstreckungsverfügung. Gestützt darauf wurde am 1. September 2017 auf dem
Betrieb [Wohnort] die Ersatzvornahme durchgeführt.
P. Je mit separaten Schreiben vom 1. November 2017 nahmen Dr. med. vet. C_, Dr. med.
vet. D_ und E_ (im Folgenden: Beschwerdegegner 2-4) zur Beschwerde Stellung,
wobei sie die ihnen vorgeworfenen Verfahrensfehler bestritten.
Q. Mit Schreiben vom 13. Dezember 2017 teilte Rechtsanwältin BB_ dem Obergericht mit,
dass sie vom Beschwerdegegner 1 mit der Interessensvertretung beauftragt worden sei.
R. Am 18. Januar 2018 fand in Herisau die vom Beschwerdeführer beantragte mündliche
Verhandlung statt. Diesbezüglich kann auf das berichtigte Protokoll vom 8. Februar 2018
sowie die schriftlichen Plädoyers des Beschwerdeführers und des Beschwerdegegners 1
verwiesen werden.
S. Auf Eröffnung des Urteildispositivs hin verlangte der Beschwerdeführer mit Schreiben vom
20. Februar 2018 eine Begründung des Urteils. Damit sind die Voraussetzungen für die
nach Ziff. 4 des Dispositivs in Aussicht gestellte Reduktion der Entscheidgebühr nicht
gegeben.
T. Auf die Begründung der gestellten Anträge wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen
näher eingegangen.

Erwägungen
1.
1.1 Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der Prozessvoraussetzungen ergibt, dass
diese hinsichtlich der Form- und Fristerfordernisse erfüllt sind. Da im vorliegenden Fall die
Vorinstanz als Rechtsmittelinstanz über den streitigen Ausstand gegen vier Mitarbeitende
des Veterinäramts entschieden hat, handelt es sich beim angefochtenen Entscheid um eine
letztinstanzliche Verfügung einer kantonalen Verwaltungsbehörde. Das Obergericht ist
folglich zur Behandlung der Beschwerde zuständig (Art. 54 Abs. 1 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, VRPG, bGS 143.1).
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1.2 Gemäss Art. 32 Abs. 1 i. V. m. Art. 59 VRPG ist zur Beschwerde berechtigt, wer ein
schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung oder Änderung der angefochtenen Verfügung
hat oder durch das Gesetz dazu ermächtigt ist. Das Veterinäramt hat gegen den
Beschwerdeführer zwischenzeitlich eine Vollstreckungsverfügung erlassen, womit sich die
Frage stellt, inwieweit noch ein aktuelles Rechtsschutzinteresse des Beschwerdeführers an
der Behandlung dieser Beschwerde besteht. Grundsätzlich ist ein Rechtsschutzinteresse
nur dann vorhanden, wenn der erlittene Nachteil im Zeitpunkt der Beurteilung noch
andauert. Anders verhält es sich, wenn sich die streitige Problematik jederzeit unter
gleichen und ähnlichen Umständen wieder stellen könnte, an ihrer Klärung wegen der
grundsätzlichen Bedeutung ein grundsätzliches öffentliches Interesse besteht und die
Frage im Einzelfall kaum je rechtzeitig überprüft werden könnte (BGE 124 I 231 E. 1b). Das
Obergericht vertritt die Auffassung, dass sich die streitige Problematik mit denselben
Parteien wieder stellen könnte und an der Klärung der Ausstandsproblematik im
Vollstreckungsverfahren ein grundsätzliches öffentliches Interesse besteht. Zudem kann
der Ausgang des vorliegenden Verfahrens Auswirkungen auf das Hauptverfahren haben,
welches zurzeit (noch) bei der Vorinstanz hängig ist. Damit ist auf die Beschwerde
grundsätzlich, aber unter folgendem Vorbehalt einzutreten: Nicht einzutreten ist auf die
Beschwerde, soweit darin beantragt wird, festzustellen, dass für das ganze Veterinäramt
eine Ausstandspflicht gilt. Der Beschwerdeführer verkennt hierbei, dass sich
Ausstandsbegehren rechtsprechungsgemäss nur gegen Mitglieder einer Behörde, nicht
aber gegen eine Behörde als solche richten können. Nur die für eine Behörde tätigen
Personen, nicht die Behörde als solche, können befangen sein (BGE 137 V 201 E. 1.3.3).
Auf die Beschwerde ist demzufolge nur insoweit einzutreten, als diese das
Ausstandsbegehren gegen vier Mitarbeiter des Veterinäramts zum Gegenstand hat.
Ebenso wenig kann auf den Verfahrensantrag eingetreten werden, das Verfahren
betreffend Vollstreckungsverfügung Vollzug Tierhalteverbot gegen F_ bis zum
rechtskräftigen Abschluss des vorliegenden Verfahrens betreffend Ausstandsbegehren zu
sistieren. Dieses separate Verfahren ist weder beim Obergericht hängig noch ist F_
Partei im vorliegenden Verfahren, weshalb das Verfahren gegen F_ nicht vom
Obergericht sistiert werden kann.
2.
2.1 Gemäss Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft
(BV, SR 101) hat jede Person in Verfahren vor Gerichts- und Verwaltungsinstanzen
Anspruch auf gleiche und gerechte Behandlung sowie auf Beurteilung innert
angemessener Frist. Art. 8 VRPG konkretisiert die allgemeinen
Verfahrensvoraussetzungen von Art. 29 Abs. 1 BV, indem der Ausstand im kantonalen
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Verwaltungsverfahren geregelt wird. Nach Art. 8 Abs. 1 VRPG müssen Personen bei der
Vorbereitung und dem Erlass einer Verfügung in den Ausstand treten, die mit einer Partei
verwandtschaftlich besonders verbunden sind (lit. a); bereits am Vorentscheid mitgewirkt
haben (lit. b); sich mit der Sache als Parteivertreter bereits beschäftigt haben (lit. c); sie in
Sachen einer juristischen Person am Ergebnis erheblich interessiert sind (lit. d) oder sie
aus anderen Gründen in der Sache befangen sein könnten (lit. e).
2.2 Mit den Ausstandsregeln soll die objektive Prüfung durch eine unparteiische und
unvoreingenommene Behörde gewährleistet werden. Die Ausstandsvorschriften sind
sowohl auf Personen anwendbar, welche einen Entscheid alleine oder zusammen mit
anderen zu fällen haben, als auch auf Personen, welche auf einen Entscheid in irgendeiner
Form einwirken und auf den Ausgang des Verfahrens Einfluss nehmen können, sei es
beratend oder instruierend (BENJAMIN SCHINDLER, Die Befangenheit der Verwaltung, 2002,
S. 74). Für die Annahme von Zweifeln an der Unparteilichkeit genügen nach konstanter
bundesgerichtlicher Rechtsprechung Umstände, welche objektiv geeignet sind, den
Anschein einer Voreingenommenheit oder einer Gefährdung der Unparteilichkeit
aufkommen zu lassen. Das Misstrauen in die Unparteilichkeit muss objektiv und durch
vernünftige Gründe gewährleistet sein (BGE 127 I 196 E. 2b; BGE 119 V 456 E. 5b).
Tatsächliche Befangenheit wird für den Ausstand nicht verlangt; es genügt, wenn
Umstände vorliegen, die bei objektiver Betrachtung des Anschein der Befangenheit zu
begründen vermögen (Urteil des Bundesgerichts 1B_234/2007 vom 31. Januar 2008 E.
4.3). Bei Ausstandsbegehren gegen Verwaltungsbehörden ist den jeweiligen konkreten
Verhältnissen, etwa der besonderen Verantwortung zur Erfüllung bestimmter öffentlicher
Aufgaben, Rechnung zu tragen (BGE 140 I 326 E. 5.2; BGE 125 I 209 E. 8a). Für
verwaltungsinterne Verfahren gilt nicht der gleich strenge Massstab wie bei
Gerichtsverfahren gemäss Art. 30 BV und Art. 6 Ziff. 1 der Konvention zum Schutz der
Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101). Im Interesse einer beförderlichen
Rechtspflege sind Ablehnungs- und Ausstandsbegehren gegen nicht richterliche
Justizpersonen bzw. gegen Personen, die an einem Verwaltungsentscheid in irgendeiner
Form beratend oder instruierend mitwirken, nicht leichthin gutzuheissen (BGE 137 II 431 E.
5.2). Im verwaltungsinternen Verfahren bejaht das Bundesgericht eine Ausstandspflicht in
der Regel nur dann, wenn das betreffende Behördenmitglied oder der Beamte ein
persönliches Interesse an dem zu behandelnden Geschäft hat (Urteil des Bundesgerichts
1C_278/2010 vom 31. Januar 2011 E. 2.2; BGE 107 Ia 135 E. 2b). Eine Beurteilung aller
konkreten Umstände ist indessen in jedem Fall unabdingbar (BGE 125 I 119 E. 3f).
2.3 Das Vollstreckungsverfahren weist die Besonderheit auf, dass die verfügende
Verwaltungsbehörde die von ihr getroffene Anordnung selbst vollstreckt, womit diese
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systembedingt in der betreffenden Angelegenheit vorbefasst ist (vgl. Art. 61 VRPG). In
einem Vollstreckungsverfahren wird lediglich über die Art und Weise der Durchsetzung der
rechtskräftigen Verfügung entschieden, wobei dem Pflichtigen grundsätzlich keine neue
Last auferlegt wird. Infolgedessen wird die Anfechtbarkeit einer Vollstreckungsverfügung
nur unter eingeschränkten Voraussetzungen zugelassen, weshalb nicht mehr alle Mängel
des vorinstanzlichen Verfahrens und der angefochtenen Verfügung gerügt werden können
(Art. 33 Abs. 1 VRPG e contrario). Dies hat umgekehrt zur Folge, dass die Hürden für das
Vorliegen eines Ausstandsgrunds bei der Vorbereitung und dem Erlass einer
Vollstreckungsverfügung höher anzusetzen sind, als dies bei der Vorbereitung und dem
Erlass einer Sachverfügung der Fall wäre (vgl. dazu auch BGE 141 I 97 E. 5, wonach Art. 6
EMRK bei Vollstreckungsverfahren grundsätzlich keine Anwendung findet).
2.4 Im vorliegenden Fall kommt keiner der in Art. 8 Abs. 1 lit. a-d VRPG erwähnten
Ausstandsgründe in Betracht. Zu prüfen ist jedoch, ob die Beschwerdegegner 1-4 im Sinne
von Art. 8 Abs. 1 lit. e VRPG aus anderen Gründen in der Sache befangen sein könnten.
Vorliegend rügt der Beschwerdeführer einerseits, die Beschwerdegegner 1-3 hätten sich
vorzeitig eine feste Meinung über das Verfahrensergebnis gebildet. Andererseits begründet
er den Ausstand der Beschwerdegegner 1-4 mit einer Häufung von Verfahrensfehlern. Dem
Beschwerdegegner 1 wirft er zudem sinngemäss vor, dass dieser ein persönliches
Interesse am Vollzug des Tierhalteverbots gegenüber dem Beschwerdeführer habe.
Nachfolgend werden diese Rügen in Bezug auf die Beschwerdegegner 1-4 einzeln zu
prüfen sein.
3. Voreingenommenheit des Beschwerdegegners 1?
3.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, im Kontrollbericht vom 20. Februar 2017 heisse es
bereits im ersten Satz: „Aufgrund des Schreibens von RA AA_ vom 17. Februar 2017
habe sich das Veterinäramt veranlasst gefühlt, den Sachverhalt unangemeldet zu
kontrollieren.“ Damit sei erwiesen, dass das Veterinäramt mittlerweile nicht einmal mehr
rationale Gründe für eine Betriebskontrolle benötige, sondern aus irgendwelchen
Gefühlslagen heraus handle. Auf S. 3 des Kontrollberichts werde zudem festgehalten:
„Abschliessend hält der Kantonstierarzt fest, dass er das Tierhalteverbot weiterhin als nicht
umgesetzt erachtet.“ Damit nehme dieser das Ergebnis des Verwaltungsverfahrens
vorweg.
Bei der Befragung von F_ vom 10. März 2017 habe der Beschwerdegegner 1 von RA
AA_ eine Vollmacht verlangt, was eine schikanöse Behandlung sei. Bei Frage 10 sei
F_ aufgefordert worden, die äusserst guten Verkaufskonditionen zu erklären, was
suggestiv und nicht neutral formuliert sei. Bei der Frage Nr. 13 habe sich der
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Beschwerdegegner 1 zur Aussage hinreissen lassen, dass der Kaufvertrag nicht
glaubwürdig sei. Auch bei den Fragen 20 und 31 habe sich der Beschwerdegegner 1
wertend geäussert, die Frage Nr. 36 sei suggestiv gewesen. In der Frage 51 zeige sich mit
aller Deutlichkeit, dass der Beschwerdegegner 1 befangen sei, indem dieser gesagt habe,
vieles deute darauf hin, dass F_ als „Strohmann“ vorgehalten werde. In Frage 52
bekräftige der Kantonstierarzt die Absicht, die Nutztierhaltung [Wohnort] zu räumen. Damit
nehme der Beschwerdegegner 1 das Ergebnis des Verwaltungsverfahrens vorweg und
drohe Verwaltungszwang an, obwohl angeblich gar keine Anschuldigungen gegen F_ im
Raum stünden. Letztlich sei die Haltung des Beschwerdegegners 1 von Beginn weg
festgestanden, was er durch seine diversen Äusserungen bestätigt habe (z. B: er nehme
die Aussagen von F_ „mehr oder wenig wahr“ zur Kenntnis.)
Mit Schreiben vom 12. April 2017 sei RA AA_ vom Beschwerdegegner 1 eine
„Hinhaltetaktik“ vorgeworfen worden, indem versucht werde, dem Vollzug des
Tierhalteverbots Steine in den Weg zu legen und F_ als möglichen „Störer“ vorzuhalten.
Im vorliegenden Fall erstrecke sich das Ausstandsgesuch auf vier Mitarbeitende des
Veterinäramts, welche sich allesamt durch wertende und ungebührliche Äusserungen in
den Kontrollberichten und bzw. oder eine enorme Anhäufung von Verfahrensfehlern
hervorgetan hätten. Rechtsuchende Personen dürften erwarten, dass ihr Fall objektiv und
sachlich, d.h. ohne vorverurteilende sowie wertende Bemerkungen beurteilt werde.
Vorliegend finde sich eine Vielzahl von Belegen, dass das Resultat der „Abklärungen“ des
Beschwerdegegners 1 von Beginn an festgestanden sei.
3.2 Der Beschwerdegegner 1 hält dagegen, es sei fraglich, inwieweit Ausstandsgründe bei
Vollstreckungsverfahren massgebend seien. Gegen den Beschwerdeführer lägen
rechtskräftige Tierhalteverbote sowie Vollstreckungsverfügungen vor. Bei der mündlichen
Verhandlung vom 18. Januar 2018 liess der Beschwerdegegner 1 zudem u.a. geltend
machen, dass Vollstreckungsverfügungen aufgrund der Verwaltungseffizienz grundsätzlich
vom Regelungsbereich der Ausstandsnormen ausgenommen seien. Was der
Beschwerdeführer als Voreingenommenheit bezeichne, seien sachlich vorgetragene
Zweifel des Veterinäramts am korrekten Vollzug des Tierhalteverbots während des
Prüfungsverfahrens. Diese Zweifel seien nicht aus der Luft gegriffen, sondern gründeten in
Fakten, die der Beschwerdeführer selber gesetzt habe: u.a. dadurch, dass die Tiere
weiterhin auf seinem Betrieb verblieben seien oder dass Unterlagen gefehlt hätten, die
gemäss Kaufvertrag bei F_ hätten vorliegen müssen. Bei den Äusserungen des
Veterinäramts und des Beschwerdegegners 1 habe es sich zudem um vorläufige
Beurteilungen gehalten, die jeweils in Verbindung mit Massnahmen gestanden seien,
bestehende Unklarheiten zu bereinigen.
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3.3 Äusserungen über den Verfahrensausgang wecken Zweifel an der Unbefangenheit, wenn
sie konkret sind, die notwendige Distanz vermissen lassen und dadurch auf eine
abschliessende Meinungsbildung hindeuten (BGE 134 I 238 E. 2; BGE 133 I 89 E. 3.3). Die
Vorbefassung begründet insbesondere dann keine Ausstandspflicht, wenn das Verfahren in
Bezug auf den Sachverhalt und die zu beurteilenden Fragen offen erscheint und nicht der
Anschein der Vorbestimmtheit erweckt wird (Urteil des Bundesgerichts U 302/05 vom 30.
August 2006 E. 6.3). Eine Prognose über Sachverhalt und Rechtslage führt nicht zu einer
Ausstandspflicht, solange das Behördenmitglied erkennen lässt, dass die geäusserten
Ansichten vorläufiger Natur sind und je nach Verfahrensstand überprüft und angepasst
werden (SCHINDLER, a. a. O, S. 131). Ein Entscheidungsträger hat jedoch in den Ausstand
zu treten, wenn der Eindruck besteht, er könne sich von den zuvor getroffenen
Feststellungen und Wertungen nicht mehr lösen, womit der Ausgang des Verfahrens vorher
bestimmt erscheint (BGE 126 I 68 E. 3c). Abschätzige Äusserungen über die Parteien oder
sehr stark wertende Äusserungen über die fraglichen Vorfälle können unter Umständen den
Anschein der Befangenheit begründen (BGE 127 I 196 E. 2d).
3.4 Aus den Akten geht hervor, dass der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers das
Veterinäramt mit Schreiben vom 17. Februar 2017 darüber informiert hat, dass A2_ ihren
gesamten Viehbestand an F_ verkauft habe. Dass sich der Beschwerdegegner 1 als
Leiter der Vollstreckungsbehörde dadurch veranlasst fühlte, den Sachverhalt unangemeldet
zu kontrollieren, ist nicht zu beanstanden. Der Kommentar am Schluss des Kontrollberichts
vom 20. Februar 2017, wonach der Beschwerdegegner 1 das Tierhalteverbot weiterhin als
nicht umgesetzt erachte, ist im Zusammenhang mit den vorgefundenen Nutztieren auf dem
Betrieb des Beschwerdeführers und der im Kontrollbericht notierten Aussagen von F_ zu
verstehen. In diesem Kontext lässt sich diese Äusserung als eine – etwas direkt formulierte
– erste provisorische Einschätzung der vorgefundenen Situation qualifizieren. Der
Umstand, dass das Veterinäramt nach der betreffenden Kontrolle zahlreiche weitere
Untersuchungsmassnahmen durchgeführt hat, spricht jedoch dagegen, dass es sich dabei
bereits um eine abschliessende Meinungsbildung handelte.
Bei der Befragung von F_ vom 10. März 2017 hat der Beschwerdegegner 1 von RA
AA_ zu Beginn eine Vollmacht verlangt, was angesichts der zu diesem Zeitpunkt
unklaren Eigentums- und Vertretungsverhältnisse nicht als schikanös einzustufen ist. In
Bezug auf die gerügte Voreingenommenheit beanstandet der Beschwerdeführer konkret
folgende Aussagen/Fragen des Beschwerdegegners 1 (vgl. Protokoll vom 3. Mai 2017):
Frage 10: „Wie erklären Sie sich die äussert guten Kaufkonditionen?“; Frage 13: „Gestützt
auf den Kaufvertrag und Ihre Aussagen stelle ich in den Raum, dass der Kaufvertrag nicht
glaubwürdig ist“; Frage 20: „B_ erwidert, dass diese Handhabung für ihn nicht
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nachvollziehbar ist. In der Landwirtschaft werde doch nicht gratis gearbeitet“; Frage 31:
„B_ weist darauf hin, dass F_ im vorher erwähnten Brief vom 17. Februar 2017 als
verantwortlicher Eigentümer bezeichnet werde. Er sehe hier eine Unklarheit und einen
Widerspruch.“ Nach Ansicht des Obergerichts deuten auch diese Äusserungen nicht auf
eine abschliessende Meinungsbildung des Beschwerdegegners 1 hin, wurden doch dabei
lediglich Zweifel angebracht. Der Beschwerdeführer scheint dabei zu verkennen, dass der
Beschwerdegegner 1 aufgrund der Offizialmaxime im Verwaltungsverfahren verpflichtet
war, bei Unklarheiten nachzuhaken, zumal sich F_ im Verlauf der Befragung
offensichtlich in Widersprüche verstrickt hat. Gerügt wird im Weiteren Frage 51: „Vieles
deutet darauf hin, dass Sie uns als „Strohmann“ vorgehalten werden und Sie in Tat und
Wahrheit weder Tierhalter noch Tierbesitzer sind. Was sagen Sie dazu?“ Dabei handelt es
sich zwar um eine nicht ganz glücklich formulierte Äusserung, jedoch kann aufgrund der
Formulierung „vieles deutet darauf hin“ auch darin keine abschliessende Meinung erblickt
werden. Dasselbe gilt bei Frage 52: „Abhängig von den weiteren Erkenntnissen haben wir
die Absicht, die Nutztierhaltung [Wohnort] zu räumen, die Tiere zu beschlagnahmen und zu
veräussern. Die Kosten für unsere Aufwendungen werden vom Ertrag abgezogen. Was
sagen Sie zu unserem Vorhaben?“ Die Räumung der Nutztierhaltung [Wohnort] hat der
Beschwerdegegner 1 ausdrücklich unter den Vorbehalt der weiteren Erkenntnisse gestellt,
und auch der abschliessende Satz des Beschwerdegegners 1, „er nehme die Aussagen
von F_ als mehr oder weniger wahr zur Kenntnis“, lässt den Ausgang des Verfahrens
nicht als vorher bestimmt erscheinen. Der im Schreiben vom 12. April geäusserte Vorwurf
der „Hinhaltetaktik“ richtete sich im Übrigen nicht gegen den Beschwerdeführer sondern
dessen Rechtsvertreter.
3.5 Damit lässt sich insgesamt festhalten, dass die Bemerkungen des Beschwerdegegners 1
während des Vollstreckungsverfahrens objektiv nicht geeignet waren, um auf eine
abschliessende Meinungsbildung hinzudeuten. Bei den wiederholt geäusserten sachlichen
Zweifeln des Beschwerdegegners 1 handelt es sich nicht um Meinungsäusserungen,
gestützt auf welche zu befürchten gewesen wäre, der Beschwerdegegner 1 würde sich
einer weiteren sachlichen Auseinandersetzung verweigern. Trotz der im
Vollstreckungsverfahren systembedingten Vorbefassung erschien das Verfahren in Bezug
auf den Sachverhalt und die zu beurteilenden Fragen weiterhin offen, was sich - wie bereits
erwähnt - dadurch bestätigt hat, dass das Veterinäramt auch nach der Befragung vom 10.
März 2017 zahlreiche weitere Untersuchungshandlungen (Betriebskontrollen, Einforderung
von Belegen, Einholung von Auskünften bei externen Behörden, Metzgereien usw.)
vornahm. Infolgedessen erweist sich die Rüge, der Beschwerdegegner 1 hätte aufgrund
einer vorzeitig gebildeten festen Meinung über das Verfahrensergebnis in den Ausstand
treten müssen, als unbegründet.
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4. Voreingenommenheit der Beschwerdegegner 2 und 3?
4.1 Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, dass am 24. Februar 2017 eine weitere
unangemeldete Betriebskontrolle durch das Veterinäramt, vertreten durch den
Beschwerdegegner 2 und die Beschwerdegegnerin 3, stattgefunden habe. Zu Beginn des
Kontrollberichts finde sich die wertende Aussage: „Aufgrund der fragwürdigen Verhältnisse
wird nach der Kontrolle vom 20. Februar 2017 eine erneute Kontrolle mit einer möglichen
Befragung von Herrn F_ veranlasst.“ Im zweiten Satz des Kontrollberichts werde
unnötigerweise festgehalten, mit welchem Schuhwerk A2_ angetroffen worden sei,
obwohl dies für den Vollzug des Tierhalteverbots ohne jegliche Relevanz sei. Am 10. April
2017 hätten der Beschwerdegegner 2 und die Beschwerdegegnerin 3 erneut eine
unangemeldete Betriebskontrolle durchgeführt. Im zugehörigen Kontrollbericht stünden
bereits zu Beginn erneut unnötige, wenn nicht gar sexistische Anmerkungen: Gleichzeitig
parkiert A1_ einen Viehwagen mit dem Kennzeichen AR XXXX. Sie geht danach (schön
gekleidet mit hellblauen Allstars Schuhen, schwarzen Leggings und anliegendem T-Shirt) in
den Stall und verrichtet Stallarbeit bei den Ziegen, Schafen, Kühen und Kälbern, danach
bei den Kaninchen. A1_ tritt gerade aus dem Haus, zieht die Gummistiefel an und läuft in
den Garten.“ Die Beurteilung der Kleider und das Auftreten der Familie A1_ habe gar
nichts mit dem Vollzug des Tierhalteverbots zu tun. Dass sich das Veterinäramt auch ohne
Anwesenheit des Kantonstierarztes nicht derart wertender Bemerkungen enthalten könne,
zeige klar und deutlich auf, dass mittlerweile sämtliche Mitarbeiter befangen seien. Der
Beschwerdeführer könne unter diesen Umständen keine objektive Beurteilung seines Falls
erwarten.
4.2 Es war Aufgabe des Veterinäramts, im Rahmen der Sachverhaltsabklärung zu ermitteln, ob
der Beschwerdeführer noch immer als Tierhalter einzustufen ist oder nicht. Wie die
Vorinstanz zu Recht im angefochtenen Entscheid festhält, hat der Kontrollbericht (auch) die
Funktion einer Bewertung, wobei Beschreibungen der Kleidung und der Ausrüstung von
Angestellten in Bezug auf die Frage des Tierhalters von Bedeutung sein können. Es ist
offensichtlich, dass sich aus der Kleidung Rückschlüsse auf die Mitarbeit von Mitgliedern
der Familie des Beschwerdeführers auf dem Landwirtschaftsbetrieb ziehen lassen können.
Insofern war die Beschreibung der Bekleidung in den betreffenden Kontrollberichten weder
deplatziert noch deutet diese auf eine abschliessende wertende Meinungsbildung der
Beschwerdegegner 2 und 3 hin. Zudem wurden die Kontrollberichte nach der
Stellungnahme des Beschwerdeführers vom 3. Juli 2017 durch korrigierte Kontrollberichte
ersetzt, wobei das Veterinäramt nachträglich einzelne (unnötige) Bemerkungen in Bezug
auf Bekleidung gestrichen hat (vgl. dazu Ziff. 8 der Erwägungen der
Vollstreckungsverfügung vom 14. August 2017). Im Übrigen kann auf die Ausführungen in
Seite 13
Ziff. 3 verwiesen werden. Damit begründen auch die Bemerkungen der Beschwerdegegner
2 und 3 objektiv keinen Anschein der Befangenheit.
5. Schwere Verfahrensfehler des Beschwerdegegners 1?
5.1 Der Beschwerdeführer moniert, dass es bei den Kontrollen des Betriebs [Wohnort] immer
wieder zu Verfahrensfehlern gekommen sei. Bei einer Kontrolle vom 12. Juni 2015 habe
der Beschwerdegegner 1 „irrtümlich“ die Originalverträge des Beschwerdeführers zu den
Akten genommen.
Zu Beginn der Befragung vom 10. März 2017 sei festgehalten worden, dass es dabei um
die Ermittlung des Sachverhalts im Rahmen eines Verwaltungsverfahrens gehe. Es
stünden keine Anschuldigungen gegen F_ im Raum. Die erste Frage an F_ habe
sodann gelautet, ob dieser mit der Befragung einverstanden und er bereit sei, die Fragen
wahrheitsgemäss zu beantworten. Eine Belehrung habe keine stattgefunden, was damit
begründet worden sei, dass F_ nicht Zeuge sei. Der Beschwerdegegner 1 habe F_
bereits bei der zweiten Frage damit gedroht, dass er aufgrund der Akten gemäss Art. 10
Abs. 4 VRPG entscheiden werde, falls sich F_ nicht äussere. Auskunftspersonen
unterstünden jedoch keiner Wahrheitspflicht, weshalb sie auch nicht zur
wahrheitsgemässen Aussage ermahnt werden dürften. Insofern sei bei der ganzen
Befragung unklar geblieben, in welcher Funktion F_ einvernommen worden sei, was
jedoch entscheidende Auswirkung auf seine Mitwirkungspflichten und Verfahrensrechte
habe. Der Beschwerdegegner 1 habe sich zur Aussage hinreissen lassen, dass der
Kaufvertrag unglaubwürdig sei. F_ sei gebeten worden, sich zu diesem Vorwurf zu
äussern, obwohl er zu Beginn des Verfahrens ausdrücklich darauf hingewiesen worden sei,
dass keine Anschuldigungen im Raum stünden. Bei der Frage 41 habe sich klar und
deutlich gezeigt, dass es dem Beschwerdegegner 1 um Vorabklärungen für das
Strafverfahren gegangen sei. Im Weiteren Gesprächsverlauf habe der Kantonstierarzt
nachgefragt, wer sonst verantwortlich sein soll und erklärt, dass er gezwungen sei, gegen
F_, A1_, A2_, A3_ und A4_ Strafanzeige einzureichen. Damit sei jedoch klar,
dass der Beschwerdegegner 1 F_ zu Beginn getäuscht habe. Entgegen seiner
„Belehrung“ zu Beginn des Gesprächs seien anscheinend seit dem 20. Februar 2017
Anschuldigungen gegenüber F_ im Raum gestanden und es sei dem Beschwerdegegner
1 darum gegangen, herauszufinden, wer für die angeblichen Verstösse gegen das
Tierschutzgesetz im strafrechtlichen Sinn verantwortlich gewesen sei, was aus der Frage
46 klar hervorgehe. Während der gesamten Einvernahme habe RA AA_ den
Beschwerdegegner 1 auf diverse Verfahrensfehler und unzulässige Fragen hingewiesen.
Dennoch sei die Befragung ohne jegliche Bindung ans Verfahrensrecht fortgeführt, F_
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gedroht und versucht worden, dessen Position in einem allfälligen Strafverfahren erheblich
zu schwächen.
Mit Schreiben vom 10. April 2017 habe der Beschwerdegegner 1 einen zivilrechtlich
gültigen Kaufvertrag plötzlich und ohne nachvollziehbare Begründung in Zweifel gezogen
und schliesslich sogar die Rechtmässigkeit des Erwerbs der Tiere negiert. Der
Beschwerdegegner 1 habe diverse Dokumente für gänzlich legale Geschäftsbeziehungen
verlangt, ohne dass dabei ein Bezug zum Tierschutz oder Seuchenschutz erkennbar
gewesen wäre. Damit schiesse er meilenweit über das Verhältnismässigkeitsgebot hinaus,
zumal kein einziger Geschäftspartner es goutieren würde, wenn plötzlich höchst sensible
Personendaten bekannt gegeben würden. Dies käme einem wirtschaftlichen Todesurteil
von F_ gleich.
Wegen der Doppelvertretung habe der Beschwerdegegner 1 Meldung bei der
Anwaltskommission erstattet, weshalb RA AA_ mit Schreiben vom 24. April 2017 eine
Sistierung des Verfahrens bis zum Entscheid der Anwaltskommission beantragt habe. Mit
Schreiben vom 26. April 2017 habe der Beschwerdegegner 1 erklärt, dass falls die mit
Schreiben vom 10. April 2017 angeforderten Belege nicht fristgerecht eingereicht würden,
davon ausgegangen werde, dass diese Belege nicht im Besitz von F_ seien. Dies würde
bedeuten, dass F_ nicht der wahre Eigentümer des Tierbestands [Wohnort] sei. Würde
F_ die entsprechenden Belege liefern, hätte er innerst kürzester Zeit keine Kunden bzw.
Geschäftspartner mehr. F_ werde vom Beschwerdegegner 1 in ein Dilemma gedrängt,
welches sich nur durch Aufgabe der Tierhaltung [Wohnort], sei es durch ein
ungerechtfertigtes Tierhalteverbot oder durch wirtschaftlichen Ruin lösen lasse. Weil der
Beschwerdegegner 1 nicht über das Sistierungsbegehren entschieden habe, habe dieser
eine Rechtsverweigerung begangen. Andererseits sei sein Verhalten in Bezug auf die
vermeintliche „unzulässige Mehrfachvertretung“ als treuwidrig zu bezeichnen. Die
Vollstreckungsverfügung gründe nur auf Vermutungen, wobei keine Beweise geliefert
würden.
Das Verwaltungsverfahren strotze geradezu von Verfahrensfehlern. Dazu gehörten
beispielsweise unsorgfältige, schikanöse Kontrollen, einseitige Kontrollberichte inklusive
ungehöriger und unzulässiger Bemerkungen, Kontrollhandlungen in Abwesenheit der
Betroffenen, widerrechtliches Mitnehmen von Originalakten, Nichtbehandeln von
Sistierungsbegehren, widersprüchliches und somit treuwidriges Verhalten in Bezug auf den
vermeintlichen Interessenskonflikt, unzulässige Einvernahmen ohne Beachtung des
Verfahrensrechts, Nichtbeachtung von Ausstandsgründen sowie der Verdacht auf
Amtsmissbrauch. Wenn sich die Vielzahl an wiederholten rechtlichen Fehlleistungen nicht
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auf eine allfällige Inkompetenz der Behörde zurückführen lasse, müsse dies sachfremde
Gründe haben, was auf eine Befangenheit schliessen lasse.
Bei der mündlichen Verhandlung vom 18. Januar 2018 warf der Beschwerdeführer den
Beschwerdegegnern 1-3 zusätzlich vor, dass diese die Bundesverfassung und die EMRK
verletzt hätten, weil sie Durchsuchungen der Betriebsräume des Beschwerdeführers ohne
schriftliche Anordnung durchführten. Im Weiteren habe das Veterinäramt nach der
Stellungnahme des Beschwerdeführers vom 3. Juli 2017 kurzerhand ihre Kontrollberichte
vom 20. Februar 2017, 24. Februar 2017 und 10. April 2017 umgeschrieben.
5.2 Der Beschwerdegegner 1 lässt bestreiten, dass Verfahrensfehler gemacht worden sein
sollen, geschweige denn, dass diese sich enorm angehäuft hätten. Selbst bei Vorliegen
von Verfahrensfehlern wären diese weit davon entfernt, einen glaubhaften Beweis für die
Befangenheit des Beschwerdegegners 1 abgeben zu können. Dazu müssten besonders
krasse oder absolut ungewöhnliche Mängel vorliegen. Die Strafanzeige des
Beschwerdeführers gegen den Beschwerdegegner 1 wegen Amtsmissbrauchs sei zudem
von der Staatsanwaltschaft nicht anhand genommen worden.
5.3 Die Verletzung materiellen Rechts oder die Missachtung von Verfahrensvorschriften durch
ein Behördenmitglied ist grundsätzlich nicht geeignet, dessen Befangenheit zu bewirken.
Solche Fehler sind im dafür vorgesehenen Verfahren, d.h. mit einem Rechtsmittel gegen
den betreffenden Entscheid geltend zu machen (SCHINDLER, a.a.O, S. 137). Sie können nur
ausnahmsweise dann zur Annahme eines Ausstandsgrundes führen, wenn es sich um
wiederholte und krasse Irrtümer handelt, die zugleich als schwere Amtspflichtverletzungen
zu qualifizieren sind (BGE 125 I 119 E. 3e; BGE 116 Ia 135 E. 3a; BGE 115 Ia 400 E. 3b).
Einfache Verfahrensfehler reichen nicht, um die Besorgnis der Befangenheit zu erregen.
Selbst ein einzelnes schweres Vergehen genügt hierfür in der Regel nicht (SCHINDLER,
a.a.O, S. 138 unter Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichts 1P.251 vom 4. Juli 2011 E.
3b). Der Anschein der Befangenheit kann sich nur dann ergeben, wenn der Entscheidträger
Verfahrensfehler oder besonders gewichtige oder wiederholte Beurteilungsfehler begeht,
die als schwere Pflichtverletzungen betrachtet werden müssen und von der Absicht
zeugen, der Partei zu schaden (BGE 125 I 119 E. 3e). Von einer hinreichenden Schwere
der Pflichtverletzung wäre etwa auszugehen, wenn die Amtsperson für den
Verfahrensausgang relevante Dokumente systematisch zurückbehält oder das Verfahren
mit dem Ziel verschleppt, dass sich der Sachverhalt wesentlich zum Nachteil der
Verfahrenspartei ändert (RETO FELLER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum
Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], 2008, N. 29 zu Art. 10).
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5.4 Im vorliegenden Fall sind keiner derartigen schweren Verfahrensfehler ersichtlich. So ist
nicht erkennbar, dass die Originalverträge am 12. Juni 2015 vom Beschwerdegegner 1
absichtlich bzw. in Schädigungsabsicht zu den Akten genommen wurden.
Was die Befragung von F_ anbelangt, gilt es zu berücksichtigen, dass diese im Rahmen
des Vollstreckungsverfahrens gegen den Beschwerdeführer erfolgte, wobei es sich
unbestrittenermassen um ein Verwaltungsverfahren und nicht um ein Strafverfahren
handelte. Gemäss Art. 10 Abs. 2 VRPG kann die Sachverhaltsermittlung im
Verwaltungsverfahren durch die Befragung der Beteiligten und von Auskunftspersonen
erfolgen, wobei von Gesetzes wegen im Gegensatz zur Zeugenbefragung keine Belehrung
erforderlich ist. Dazu kommt, dass F_ zu Beginn der Befragung darauf hingewiesen
wurde, dass er nicht Zeuge sei (vgl. S. 1 des Protokolls vom 3. Mai 2017). Soweit der
Beschwerdeführer eine Verletzung der Verfahrensrechte von F_ geltend macht, kann
dies nicht Gegenstand dieses Verfahrens bilden, da F_ nicht Verfahrenspartei ist und
von diesem – soweit ersichtlich – kein Ausstandsbegehren gegen die Beschwerdegegner
gestellt wurde. Bei allfälligen strafrechtlichen Folgen läge es daher an F_, sich im
entsprechenden Verfahren zur Wehr zu setzen. Die Tatsache, dass der Beschwerdegegner
1 die Aussagen von F_ bzw. den Kaufvertrag teilweise als unglaubhaft wertete und
weitere Sachverhaltsabklärungen vornahm, lässt ebenfalls nicht den Anschein von
Befangenheit erwecken. Aufgrund des rechtskräftigen Tierverbots war es im Gegenteil
Aufgabe des Veterinäramts eine Prüfung der Glaubhaftigkeit der Vorbringen des
Beschwerdeführers vorzunehmen und den behaupteten Tierhalterwechsel einer kritischen
Würdigung zu unterziehen. Es sind keine Anhaltspunkte vorhanden, dass der
Beschwerdegegner 1 sich dabei von sachfremden Motiven leiten liess und dieser den
Beschwerdeführer absichtlich schädigen wollte
Gemäss Art. 10 Abs. 1 VRPG stellt die Behörde den Sachverhalt von Amtes wegen fest
und bedient sich der in Art. 10 Abs. 2 VRPG genannten Beweismittel (Auskünfte,
Amtsberichte usw). Die von F_ mit Schreiben vom 10. April eingeforderten Belege und
Auskünfte betreffend Entschädigung für die geschlachteten oder verkauften Nutztiere
erscheinen entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers für die Frage der Qualifikation
des Tierhalters keineswegs als irrelevant. Inwiefern es sich dabei um höchstpersönliche
Personendaten handeln und F_ deswegen seine Kunden und Geschäftspartner verlieren
soll, wird vom Beschwerdeführer nicht substantiiert und wäre ohnehin von F_ im
entsprechenden Verfahren zu rügen. Im Übrigen argumentiert der Beschwerdeführer hier
widersprüchlich, indem er dem Beschwerdegegner 1 einerseits vorwirft, sich von Anfang an
in Bezug auf das Verfahrensergebnis festgelegt zu haben und andererseits dessen
weiteren Untersuchungshandlungen als unverhältnismässig bezeichnet (vgl. dazu oben 3.6
und 3.7).
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Der Beschwerdeführer rügt weiter, dass der Beschwerdegegner 1 eine
Rechtsverweigerung begangen habe, indem er nicht über das Sistierungsgesuch
entschieden habe. In diesem Punkt ist ihm grundsätzlich zuzustimmen, dass im Sinne
eines prozessleitenden Zwischenentscheids über die Sistierung zu entscheiden gewesen
wäre. Allerdings gilt es festzuhalten, dass der Beschwerdegegner 1 dem Beschwerdeführer
mit Schreiben vom 3. Mai 2017 mitteilte, nicht auf das Sistierungsgesuch einzutreten und
das Verfahren weiterzuführen. Der Beschwerdeführer hätte zu diesem Zeitpunkt einen
Zwischenentscheid verlangen können, was er jedoch offenbar unterlassen hat. Insofern
handelt es sich bei der Nichtbehandlung des Sistierungsgesuchs nicht um einen
schwerwiegenden Verfahrensfehler. Schwerwiegende Verfahrensfehler, welche den
Beschwerdeführer benachteiligen, sind auch in Bezug auf die geänderten Protokolle keine
auszumachen, zumal diese – soweit ersichtlich –, lediglich in Bezug auf die
Kleiderbeschreibung der Familie A1_ angepasst wurden (vgl. dazu vorne Ziff. 4.2).
Soweit der Beschwerdeführer die Völkerrechts- und Verfassungskonformität der
durchgeführten Kontrollen in Frage stellt, ist auf Art. 39 des Tierschutzgesetzes (TSchG,
SR 455) zu verweisen, welcher für Betriebskontrollen keine Verfügung vorschreibt. Diese
Norm ist für das Obergericht und das Veterinäramt aufgrund von Art. 190 BV massgebend,
womit der Beschwerdeführer auch daraus nichts zu seinen Gunsten ableiten kann. Im
Übrigen ist es nicht Aufgabe des Obergerichts, im vorliegenden Ausstandsverfahren die
Vollstreckungsverfügung vom 14. August 2017 auf ihre Rechtmässigkeit zu überprüfen.
Damit ergibt sich, dass beim Beschwerdegegner 1 keine Verfahrensfehler ersichtlich sind,
welche als eine schwere Amtspflichtverletzung zu qualifizieren wären. Diese Auffassung
teilt offensichtlich auch die Staatsanwaltschaft, welche am 15. August 2017 eine Anzeige
des Beschwerdeführers wegen Amtsmissbrauchs nicht anhand genommen hat. Damit liegt
auch in diesem Punkt kein Ausstandsgrund des Beschwerdegegners 1 vor.
6. Verfahrensfehler der Beschwerdegegner 2-4?
6.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, dass am 24. Februar 2017 durch die
Beschwerdegegner 2 und die Beschwerdegegnerin 3 ein „zwischenzeitlicher Rundgang“
um den Kuhstall erfolgt sei und es seien Blicke in den Stallbereich geworfen worden, ohne
dass F_ vor Ort gewesen wäre. Im Weiteren wirft er ihnen eine ungenügende
Protokollierung vor. Am. 1. September 2017 sei unter Beteiligung der Beschwerdegegnerin
3 eine Kontrolle der Kaninchenstallungen des Hofs ohne erforderliche Kaninchenwaage
durchgeführt worden. Aus einer Gesprächsnotiz des Veterinäramts vom 9. Mai 2017 werde
ersichtlich, dass die Mitabeiterin des Sekretariats, die Beschwerdegegnerin 4, im
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Zusammenhang mit einem anderen Fall plötzlich auf den Fall A1_ zu sprechen komme.
Es sei ihr aber von Amtes wegen nicht erlaubt, hängige Fälle mit Drittpersonen zu erörtern.
6.2 Die Beschwerdegegner 2-4 bestreiten die vorgeworfenen Verfahrensfehler. Auch könnten
nach ihrer Einschätzung daraus keine Ausstandsgründe nach Art. 8 VRPG geltend
gemacht werden. Zudem bestätigen diese, im vorliegenden Fall als Mitarbeiter/innen des
Veterinäramts ausschliesslich im Auftrag und nach Weisungen des Beschwerdegegners 1
gehandelt zu haben.
6.3 Das Obergericht verweist diesbezüglich erneut auf Art. 39 TSchG, welcher den
Kontrollorganen ein Zutrittsrecht einräumt, ohne dass die Anwesenheit der betroffenen
Personen erforderlich wäre. Die beanstandeten „Blicke“ in den Stallbereich können daher
ebenso wenig, wie der Umstand, dass bei der Kaninchenkontrolle keine Waage vorhanden
war, als schwere Amtspflichtverletzungen qualifiziert werden. Dies gilt auch für die
behaupteten fehlerhaften Protokolle, für welche im VRPG keine Formvorschriften
existieren. Im Weiteren kann in Bezug auf die Beschwerdegegner 2 und 3 auf Ziff. 5.4
verwiesen werden.
Aus der Gesprächsnotiz vom 9. Mai 2017 geht im Weiteren nicht hervor, dass die
Beschwerdegegnerin 4 mit einem Dritten den Fall A1_ erörtert hat. Vielmehr hat diese
eine Information von einem Dritten bezüglich einer Kuh, die Berührungspunkt zum Fall
A1_ hatte, aufgenommen. Dies erscheint keineswegs unzulässig. Zudem ist nicht
ersichtlich, dass die Beschwerdegegnerin 4 als Mitarbeiterin des Sekretariats inhaltlich an
der Vollstreckungsverfügung überhaupt mitgewirkt hat.
Infolgedessen sind auch bei den Beschwerdegegnern 2-4 keine Verfahrensfehler
erkennbar, welche auf deren Befangenheit schliessen lassen.
7. Persönliches Interesse des Beschwerdegegners 1?
7.1 Der Beschwerdeführer moniert, dass der Beschwerdegegner 1 persönlich am
Verfahrensausgang interessiert sei. Die Erwägung in Ziff. 27 des Entwurfs der
Vollstreckungsverfügung widerspreche geltendem Recht, weil der Beschwerdegegner 1
über seinen eigenen Ausstand befunden habe. Ein persönliches Interesse sei zu bejahen,
wenn die mit der Anordnung befasste Person in eigener Sache entscheide, mithin im
Verfahren selber Parteistellung oder aber ein unmittelbares Interesse am
Verfahrensausgang habe. Offenkundig sei das Eigeninteresse bei der Beurteilung eines
Ausstandsbegehrens, welches die eigene Person betreffe. Auch ein überdurchschnittliches
Engagement für oder gegen einen Erlass bzw. im vorliegenden Fall für die Schliessung des
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Betriebs [Wohnort] könnten zu einer Bejahung der Befangenheit führen. Der
Beschwerdegegner 1 führe eine beispiellose Kampagne gegen die Familie des
Beschwerdeführers und verwende einen Grossteil seiner Zeit und seiner übrigen
Ressourcen einzig und allein dafür, den Betrieb [Wohnort] dicht zu machen. Die
Durchführung der Ersatzvornahme und der anschliessenden Medienkonferenz
widerspreche zudem dem in der Verfassung verankerten Verhältnismässigkeitsprinzip und
dem Grundsatz der erschwinglichen Rechtspflege. Durch die Medienkonferenz habe die
Familie des Beschwerdeführers eine massive Rufschädigung erlitten. An der
Medienkonferenz habe der Beschwerdegegner 1 anerkannt, dass er auch schon
„emotionsgeladen“ nach Hause gegangen sei. Damit sei erwiesen, dass dieser im
vorliegenden Fall ein persönliches Interesse am Verfahrensausgang, nämlich an der
Räumung des Hofes [Wohnort] habe. Daher schüre dieser einen intensiven und
tiefsitzenden Hass auf die Familie des Beschwerdeführers und einen ebenso tiefsitzenden
Frust betreffend das vorliegende Verfahren, insbesondere betreffend die Verfahrensdauer.
7.2 Der Beschwerdegegner 1 lässt dagegen einwenden, dass er nicht über den eigenen
Ausstand entschieden habe. Das Ausstandsbegehren sei entweder durch Anfechtung der
Endverfügung zu erheben oder dann sei der Ausstand der Rekursinstanz zu beantragen,
die dafür einen Zwischenentscheid zu fällen habe. Dies habe der Beschwerdeführer
vorliegend getan.
7.3 Die Zuständigkeit bei Ausstandsgesuchen wird in Art. 8 Abs. 2 VRPG geregelt. Danach
entscheidet bei Streitigkeiten die Rechtsmittelinstanz über den Ausstand der betreffenden
Person. Mit seinen Vorbringen verkennt der Beschwerdeführer den Ablauf des
Ausstandsverfahrens. Macht eine Partei einen Ausstandsgrund geltend und wird dieser
Grund von der Amtsperson anerkannt, hat diese in den Ausstand zu treten. Wird ein
Ausstandsgrund geltend gemacht, von der Amtsperson aber nicht anerkannt, hat die
Amtsperson diese Ablehnung auszudrücken. Dann hat die obere Behörde gemäss dem
anwendbaren Gesetz über den streitigen Ausstand zu entscheiden. Vorliegend hat der
Beschwerdegegner 1 einen Ausstandsgrund verneint, weshalb er nicht von sich aus in den
Ausstand treten musste. Da er am Entscheid der Vorinstanz nicht beteiligt war, trifft es nicht
zu, dass dieser über sein eigenes Ausstandsgesuch entschieden hat.
Soweit der Beschwerdeführer dem Beschwerdegegner 1 ein überdurchschnittliches
Engagement in dieser Angelegenheit vorwirft, gilt es in Erinnerung zu rufen, dass gegen
den Beschwerdeführer seit dem 31. März 2015 ein rechtskräftiges Tierhalteverbot vorliegt
und dass dieser zuvor mehrfach wegen Verstössen gegen das Tierschutzgesetz verurteilt
worden war. Da dem Veterinäramt der Vollzug des Tierschutzgesetzes obliegt, kann dem
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Beschwerdegegner 1 in dieser Angelegenheit kein überdurchschnittliches Engagement
oder gar eine beispiellose Kampagne vorgeworfen werden. Ausserdem lässt sich nicht in
Abrede stellen, dass Vollstreckungen von Tierhalteverboten von aktuellem öffentlichen
Interesse sind, weshalb es im pflichtgemässen Ermessen des Beschwerdegegners 1 stand,
nach der Ersatzvornahme eine Medienkonferenz durchzuführen. Dies gilt auch für das
hohe Polizeiaufgebot, auch wenn sich dieses im Nachhinein als zu hoch herausgestellt hat.
Im Übrigen ist der Entscheid über die Kosten der Ersatzvornahme separat anfechtbar (Art.
63 Abs. 3 VRPG).
Schlussendlich vermag der Beschwerdeführer nicht nachzuweisen und ergeben sich in den
Akten keine Anhaltspunkte, dass der Beschwerdegegner 1 einen intensiven und
tiefsitzenden Hass auf den Beschwerdeführer bzw. dessen Familie hat. Zwar hat der
Beschwerdegegner 1 eingestanden, dass ihn die Angelegenheit emotional nicht unberührt
lässt, doch ist nicht erkennbar, dass dieser deswegen unsachlich oder gar feindselig
agierte. Abschätzige Äusserungen über den Beschwerdeführer, welche unter Umständen
den Anschein der Befangenheit begründen könnten, sind keine erkennbar und werden vom
Beschwerdeführer auch nicht substantiiert. Damit ist auch ein persönliches Interesse des
Beschwerdegegners 1 am Verfahrensausgang zu verneinen.
8. Zusammenfassend sind vorliegend bei einer Gesamtbetrachtung keine Umstände
ersichtlich, welche den Anschein der Befangenheit der Beschwerdegegner 1-4 im
Vollstreckungsverfahren erwecken. Unter der Berücksichtigung der Umstands, dass im
Vollstreckungsverfahren erhöhte Anforderungen für das Vorliegen eines Ausstandgrundes
gelten und des Grundsatzes, dass im Interesse einer beförderlichen Rechtspflege
Ausstandsbegehren gegen Verwaltungsbehörden nicht leichthin gutzuheissen sind, kommt
das Obergericht zum Schluss, dass die vom Beschwerdeführer vorgebrachten
Begebenheiten objektiv nicht geeignet sind, den Anschein der Befangenheit zu begründen.
Die Beschwerde ist damit abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
9. Nach Art. 19 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 53 Abs. 1 VRPG ist im Beschwerdeverfahren vor
Obergericht gebühren- und kostenpflichtig, wer ganz oder teilweise unterliegt oder auf
dessen Rechtsmittel nicht eingetreten wird. Dem Beschwerdeführer ist ausgangsgemäss
eine Entscheidgebühr aufzuerlegen, wobei eine Gebühr von Fr. 2‘500.00 als angemessen
erscheint (Art. 4a des Gesetzes über die Gebühren in Verwaltungssachen [bGS 233.2]).
10. Nach Art. 53 Abs. 3 VRPG hat die obsiegende Partei in der Regel Anspruch auf eine
Entschädigung für die notwendigen Kosten und Auslagen. Da der Beschwerdeführer mit
seinen Anträgen nicht durchdringt, ist sein Entschädigungsbegehren abzuweisen. Dies gilt
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auch für den Beschwerdegegner 1, da dieser in amtlicher Funktion am Verfahren
teilgenommen hat und an Behörden keine Parteientschädigungen zugesprochen werden
(Art. 24 Abs. 3 lit. a VRPG).
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