Decision ID: 0025bc40-73a4-4d7b-b812-6e44fc1e6339
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Advokat lic. iur. Martin Boltshauser, c/o procap, Froburgstrasse 4,
Postfach, 4601 Olten,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Hilflosenentschädigung / Intensivpflegezuschlag
Sachverhalt:
A.
A.a A._ wurde am 29. Mai 2008 wegen Geburtsgebrechen zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung, insbesondere medizinischen Massnahmen,
angemeldet (IV-act. 7). In der Folge führten die IV-Stellen der Kantone Thurgau und
(später) St. Gallen diverse Abklärungen durch und sprachen dem Versicherten
Massnahmen zur Behandlung der Geburtsgebrechen zu (vgl. Mitteilung vom
2. Dezember 2008, IV-act. 21, und Mitteilungen vom 18. März 2009, IV-act. 41 ff.),
unter anderem auch die Übernahme der Kosten der Kinderspitex für maximal neun
Stunden pro Woche vom 9. November 2009 bis 30. November 2010 (IV-act. 75).
A.b Am 9. November 2009 wurde bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen für den
minderjährigen Versicherten eine Hilflosenentschädigung beantragt (IV-act. 53). Dabei
wurde angegeben, er benötige regelmässig in erheblicher Weise Hilfe Dritter beim An-
und Auskleiden, beim Aufstehen, Absitzen und Abliegen, beim Essen, bei der
Körperpflege, bei der Verrichtung der Notdurft und bei der Fortbewegung. Er bedürfe
ausserdem tagsüber und nachts persönlicher Überwachung (IV-act. 53).
A.c Im Beiblatt zum Anmeldeformular gab Dr. med. B._, Facharzt FMH für Kinder-
und Jugendmedizin, an, die im Anmeldeformular gemachten Angaben würden mit
seinen Feststellungen übereinstimmen; für ärztlich verordnete
Behandlungsmassnahmen würde ein Zeitaufwand von etwa ein bis zwei Stunden pro
Tag anfallen (IV-act. 61).
A.d Am 25. Februar 2010 führte die IV-Stelle eine Abklärung der Verhältnisse an Ort
und Stelle durch. Im entsprechenden Abklärungsbericht wurde festgehalten, der
Versicherte benötige in erheblicher Weise der Hilfe Dritter beim An- und Auskleiden
(anrechenbar ab Mai 2011), beim Aufstehen, Absitzen und Abliegen (anrechenbar ab
März 2009), beim Essen (anrechenbar ab Januar 2010), beim Verrichten der Notdurft
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(anrechenbar ab November 2010) und bei der Fortbewegung (anrechenbar ab Juli
2009). Zudem benötige der Versicherte Begleitung für Arztbesuche und
Therapiegespräche und tagsüber dauernde Hilfe im Rahmen der Behandlungspflege.
Der Mehraufwand belaufe sich auf vier Stunden und 23 Minuten, wovon eine Stunde in
Abzug zu bringen sei, während welcher Leistungen der Kinderspitex erbracht würden.
Der Versicherte benötige keine ständige persönliche Überwachung bzw. die
regelmässige Überwachung sei bis zum sechsten Altersjahr normal. Die Mutter des
Versicherten hielt demgegenüber fest, der Versicherte benötige überdurchschnittliche
Überwachung; aufgrund seiner starken Sehbehinderung könne er nicht allein gelassen
werden. Weiter ergänzte die Mutter des Versicherten diverse Feststellungen im
Abklärungsbericht (IV-act. 116).
A.e Mit Vorbescheid vom 9. November 2010 teilte die IV-Stelle mit, dass die
Zusprache einer Hilflosenentschädigung entsprechend einer Hilflosigkeit leichten
Grades für den Zeitraum vom 1. Juli 2010 bis 31. Januar 2011 und einer solchen
entsprechend einer Hilflosigkeit mittleren Grades ab 1. Februar 2011 vorgesehen sei
(IV-act. 120).
A.f Dagegen liess der Versicherte am 14. Dezember 2010 Einwand erheben und
insbesondere ausführen, seine Mutter müsse rund um die Uhr für ihn da sein und
entsprechende Überwachungsaufgaben ausüben; zudem sei nicht näher geprüft
worden, ob er durch die Schwere seiner Behinderung nicht bereits vor Erreichen
gewisser Altersgrenzen im Vergleich zu gesunden Kindern als hilflos im Sinne des
Gesetzes zu qualifizieren sei (IV-act. 130). Ergänzend liess der Versicherte am
31. Januar 2011 ausführen, die notwendige persönliche Überwachung sei derart
erhöht, dass sie mit der normalen Überwachung eines gesunden Kindes bis zum
sechsten Altersjahr nicht zu vergleichen sei; der Eingabe lag eine Schilderung der
Mutter des Versicherten bei, gemäss welcher sie ihn keine Minute aus den Augen
lassen könne, weil er oft Distanz und Höhe nicht einschätzen könne, oft weine und ein
aggressives Verhalten entwickle; es sei für ihn notwendig, seine Mutter ständig in
seiner Nähe zu wissen (IV-act. 139).
A.g Mit Verfügung vom 14. Februar 2011 entschied die IV-Stelle gemäss Vorbescheid
vom 9. November 2010. Zum Einwand führte sie aus, es sei altersbedingt normal, dass
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der Versicherte nicht alleine gelassen werden könne. Auch bei gesunden Kindern
könne es vorkommen, dass diese übermässig auf die Eltern fixiert seien und nicht
alleine gelassen werden könnten. Es sei zumutbar, den Versicherten für die häuslichen
Tätigkeiten jeweils mitzunehmen. Im Rahmen der Schadenminderungspflicht könne
zudem erwartet werden, dass gefährliche Gegenstände ausser Reichweite geschafft
und das Haus kindergerecht eingerichtet würden (IV-act. 143).
B.
B.a Dagegen richtet sich die am 4. März 2011 erhobene Beschwerde, mit der die
Rückweisung der Angelegenheit zu ergänzenden Abklärungen beantragt und zur
Begründung im Wesentlichen ausgeführt wird, der Beschwerdeführer benötige eine
überdurchschnittliche persönliche Überwachung, was aber von der
Beschwerdegegnerin nicht näher geprüft worden sei (act. G 1). Der Beschwerde lag
unter anderem ein durch die Stiftung Scalottas, Scharans, ausgefülltes Formular bei,
gemäss welchem der Beschwerdeführer während seines einwöchigen Aufenthalts dort
nicht nur in erheblicher Weise Hilfe Dritter benötigt habe, sondern ausserdem auch eine
kontinuierliche Betreuung und ständige Beobachtung bzw. Überwachung, wenn er
nicht im Bett gewesen sei (act. G 1.6).
B.b Die Beschwerdegegnerin schliesst auf Abweisung der Beschwerde. In ihrer
Beschwerdeantwort vom 15. April 2011 führte sie zur Begründung im Wesentlichen
aus, anlässlich der Abklärung am 25. Februar 2010 sei der Beschwerdeführer ruhig auf
seiner Matte gelegen; ab und zu sei sein um ein Jahr älterer Bruder vorbei gekommen
und habe mit ihm gespielt. Dies wecke Zweifel an der Darstellung des
Beschwerdeführers. Da dieser zudem noch nicht gehen könne, sei die
Verletzungsgefahr sogar als geringer als bei gesunden gleichaltrigen Kindern zu werten.
Eine überdurchschnittliche Überwachung sei aufgrund der Akten nicht ausgewiesen
(act. G 4).
B.c Im Rahmen der Replik vom 17. August 2011 liess der Beschwerdeführer
ausführen, die Beschwerdegegnerin habe ihre Abklärungspflicht dadurch verletzt, dass
sie bei der Beurteilung auf Normwerte abgestützt und es unterlassen habe, zu prüfen,
ob trotz bestehender Normwerte in den einzelnen Lebensverrichtungen
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Einschränkungen vorhanden wären bzw. der Beschwerdeführer überdurchschnittlicher
Überwachung bedürfe (act. G 12). Der Replik lag unter anderem eine weitere
Schilderung der Mutter des Beschwerdeführers bei, gemäss welcher er sich nicht
alleine beschäftigen könne, er aggressives und selbstschädigendes Verhalten an den
Tag lege, wenn er sich nicht genügend beachtet fühle, und zudem sämtliche Dinge, die
er ertasten könne, auf den Boden ziehe und alles öffne, was nicht verschlossen sei
(act. G 12.1). Ebenfalls lag der Replik ein Bericht der Heilpädagogin C._ bei, gemäss
welchem der Beschwerdeführer, seit er mobil geworden sei, ein gefährliches Kind
geworden sei, das viel Assistenzbegleitung durch die gesamte Wachzeit erfordere
(act. G 12.3).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 14).

Erwägungen:
1.
Dass der Beschwerdeführer grundsätzlich sowohl in erheblicher Weise der Hilfe Dritter
als auch persönlicher Überwachung bedarf, also hilflos im Sinne von Art. 9 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG;
SR 830.1) ist, ist unbestritten und in den Akten klar ausgewiesen. Streitig ist hingegen
zwischen den Parteien, inwieweit in Bezug auf den Beschwerdeführer gegenüber
einem nicht behinderten Minderjährigen gleichen Alters ein Mehrbedarf an Hilfeleistung
und persönlicher Überwachung besteht, wobei gemäss Art. 37 Abs. 4 der Verordnung
über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) nur dieser Mehrbedarf zum Bezug
einer Hilflosenentschädigung der Invalidenversicherung berechtigt.
2.
2.1 Das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) hat zu dieser Frage in Anhang III
zum Kreisschreiben über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung (KSIH;
Stand vom 22. März 2011) Richtlinien aufgestellt. Diese sollen die rechtsgleiche
Beurteilung der konkreten Einzelfälle gewährleisten, indem sie eine Orientierungshilfe
bieten. Dieser Zweck wird vereitelt, wenn die Richtlinien „absolut“ angewendet werden,
das heisst, wenn jeweils die tatsächlichen Verhältnisse des konkreten Einzelfalles mit
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den Werten gemäss den Richtlinien des BSV verglichen werden, ohne dass geprüft
wird, ob im konkreten Einzelfall aufgrund besonderer Umstände eine Anpassung der
Richtlinienwerte geboten wäre. Denn diesfalls wird nicht nur Gleiches gleich behandelt,
sondern auch Ungleiches. Wenn etwa in den Richtlinien festgehalten wird, dass auch
gesunde Kinder bis 20 Monate vollständig hilflos seien (was eine
entschädigungsrelevante Hilflosigkeit ausschliesst), bedeutet das nicht, dass ein
jüngeres behindertes Kind generell keinen Anspruch auf Hilflosenentschädigung haben
könnte. So geht in Bezug auf den Beschwerdeführer aus dem Bericht betreffend die
Abklärung vom 25. Februar 2010 hervor, dass ihm sämtliche Nahrung eingegeben
werden musste, er aufgrund von Schluckschwierigkeiten keine festen Speisen zu sich
nehmen konnte, alles zerkleinert werden musste, die Flüssigkeiten mehrheitlich
verdickt werden mussten, es jeweils sehr lange dauerte, bis er den Schoppen
eingenommen hatte, ihm zweimal täglich Wasser über eine Spritze eingegeben werden
musste, und dies sehr langsam zu geschehen hatte (IV-act. 116–5). Wenn auch einem
gesunden, noch nicht 20 Monate alten Kind die Nahrung eingegeben werden muss,
liegt doch auf der Hand, dass hinsichtlich des Beschwerdeführers ein erheblicher,
behinderungsbedingter Mehraufwand notwendig ist, dauert doch sowohl die
Zubereitung als auch die Verabreichung der Nahrung deutlich länger als bei einem
gesunden Kind. Diesen Mehraufwand nicht zu berücksichtigen und stattdessen
pauschal auf die Richtlinien abzustellen, hiesse, entgegen der gesetzlichen Regelung
und entgegen dem Sinn und Zweck der Richtlinien eine ausgewiesene Hilflosigkeit zu
übergehen. Dasselbe gilt auch hinsichtlich der übrigen alltäglichen
Lebensverrichtungen. So benötigte der Beschwerdeführer beispielsweise offensichtlich
zweimal pro Woche einen Einlauf (vgl. IV-act. 116–6), was ohne Zweifel als
behinderungsbedingter Mehraufwand zu qualifizieren ist, da dies bei gesunden Kindern
unter zweieinhalb Jahren (trotz grundsätzlich vollständiger Hilflosigkeit bei der
Verrichtung der Notdurft) nicht notwendig ist. Auch war es dem Beschwerdeführer
offensichtlich nicht möglich, aufzustehen oder an der Hand zu gehen (vgl. IV-act. 116–
6), was mit entsprechendem Mehraufwand verbunden sein konnte. Denn gesunde
Kinder, die noch nicht 14 Monate alt sind, können zwar nicht frei gehen, sich aber
anderweitig mehr oder weniger selbständig fortbewegen, was eine entsprechende
Erleichterung für die Eltern mit sich bringt. In besonderer Weise gilt das Ausgeführte
vorliegend in Bezug auf die persönliche Überwachung: Der Beschwerdeführer ist stark
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sehbehindert, aber dennoch entdeckungsfreudig (vgl. IV-act. 116–9), weshalb
anzunehmen ist, dass er einer überdurchschnittlichen Überwachung bedarf. Auch
wenn gesunde Kinder im selben Alter mehr oder weniger ständig überwacht werden
müssen, können sie doch in gewissem, stets zunehmendem Masse sich selbst
überlassen werden. Ausserdem sind sie schon relativ früh in der Lage, sich zeitweise
mit sich selbst zu beschäftigen, was auf den Beschwerdeführer offenbar nicht zutrifft
(vgl. IV-act. 116–9). Es ist durchaus nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer
namentlich aufgrund seiner Sehbehinderung eines stärkeren Kontakts mit seiner Mutter
oder anderen Bezugspersonen bedarf, da er keinen Sichtkontakt auf Distanz halten
kann und diese erfahrungsgemäss notwendige Bindung durch entsprechende
Alternativen (Geräusche, Berührungen etc.) aufrecht erhalten muss. Dass die Gefahr
von Verletzungen aufgrund der starken Sehbehinderung über dem Durchschnitt liegt,
liegt auf der Hand, ebenso wie die Tatsache, dass nicht sämtliche Gefahren mittels
baulicher Massnahmen oder Hilfsmitteln vermieden werden können. Angesichts
dessen wird der pauschale Hinweis der Beschwerdegegnerin auf die
Überwachungsbedürftigkeit gesunder Kinder im Alter von weniger als sechs Jahren
den tatsächlichen Verhältnissen nicht gerecht.
2.2 Erfahrungsgemäss durchlaufen insbesondere kleine Kinder einen fortwährenden
Entwicklungsprozess. Das bedeutet, dass Abklärungsergebnisse relativ rasch veralten.
Stützt sich etwa eine Verfügung auf die Ergebnisse einer Abklärung der Verhältnisse an
Ort und Stelle, die bereits ein halbes Jahr zurückliegt, hat das versicherte Kind
zwischenzeitlich aber beispielsweise Laufen gelernt, erweist sich die Verfügung als
tatsächlich unrichtig, da sie auf einem veralteten, zwischenzeitlich nicht mehr
zutreffenden Sachverhalt beruht. Der Versicherungsträger ist aufgrund seiner
Abklärungspflicht verpflichtet, eine erneute Abklärung durchzuführen.
3.
Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin bei der Ermittlung des Mehrbedarfs im Sinne
von Art. 37 Abs. 4 IVV hinsichtlich der Vergleichswerte pauschal auf die Richtlinien des
BSV abgestellt, ohne zu prüfen, ob aufgrund der schweren Behinderungen des
Beschwerdeführers allenfalls in einzelnen Lebensverrichtungen die Anrechnung eines
relevanten Mehrbedarfs bereits vor Erreichen der Richtlinienwerte geboten wäre. Damit
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hat sie den tatsächlichen Verhältnissen nicht genügend Rechnung getragen. Zudem
fand die Abklärung der Verhältnisse an Ort und Stelle am 25. Februar 2010 statt, also
rund drei Monate vor Vollendung des zweiten Altersjahres des Beschwerdeführers. Die
Verfügung erging indessen erst am 14. Februar 2011, also rund ein Jahr später. In
dieser Zeit hatten sich die tatsächlichen Verhältnisse zweifelsohne wesentlich
verändert, was eine erneute Abklärung notwendig gemacht hätte. Selbstverständlich
hätte diese erneute Abklärung nicht - wie in einer internen Stellungnahme festgehalten
(IV-act. 151) - erst auf ein neues Gesuch hin erfolgen sollen, sondern im Rahmen des
noch laufenden, nicht rechtskräftig erledigten Verfahrens. Die Sache ist daher an die
Beschwerdegegnerin zu weiteren Abklärungen in Bezug auf die Hilflosenentschädigung
und den Intensivpflegezuschlag und anschliessender Neuverfügung zurückzuweisen.
4.
4.1 Demnach wird die Beschwerde vollumfänglich gutgeheissen.
4.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um
die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor
dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1’000.-- festgelegt. Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die
Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen werden.
Angesichts des vollen Unterliegens der Beschwerdegegnerin rechtfertigt es sich, ihr die
Gerichtskosten gesamthaft aufzuerlegen. Eine Entscheidgebühr von Fr. 600.--
erscheint angemessen. Dem Beschwerdeführer ist der von ihm geleistete
Kostenvorschuss in selbiger Höhe zurückzuerstatten.
4.3 Der obsiegende Beschwerdeführer hat Anspruch auf eine Parteientschädigung.
Die Parteikosten werden vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art.
61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP). In einem Fall mit mittlerem Aufwand und
Schwierigkeitsgrad wird praxisgemäss eine Pauschalentschädigung von Fr. 3’500.--
ausgerichtet. Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer entsprechend mit
Fr. 3’500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
bis
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Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39
VRP