Decision ID: 9457f248-e45f-4e08-ae8a-627a326c8c66
Year: 2012
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1 X._, geboren 1961, meldete sich am 17. Juli 2006 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 9/3). Mit Verfügung vom 17. März 2008 (Urk. 9/65, Urk. 9/56) sprach die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, dem Versicherten rückwirkend ab 1. August 2006 eine Viertelsrente zu. Dagegen erhob dieser am 17. April 2008 Beschwerde (Urk. 9/73/3-15). Mit Urteil vom 28. Oktober 2008 (Urk. 9/89 S. 7 Dispositiv Ziff. 1) hiess das Sozialversicherungsgericht die Beschwerde in dem Sinne gut, dass die Verfügung vom 17. März 2008 aufgehoben und die Sache an die IV-Stelle zur Durchführung weiterer Abklärungen und zum Neuentscheid über einen Rentenanspruch zurückgewiesen wurde.
1.2 Die IV-Stelle gab in der Folge ein psychiatrisches (Urk. 9/120) sowie ein polydisziplinäres Gutachten (Urk. 9/138) in Auftrag.
Am 10. Juli 2012 verfügte die IV-Stelle, dass die Rente auf Ende des folgenden Monats aufgehoben werde (Urk. 9/169 = Urk. 2).
2. Gegen die Verfügung vom 10. Juli 2012 (Urk. 2) erhob der Versicherte am 1. September 2012 Beschwerde mit den Anträgen, diese sei aufzuheben und es sei ihm weiterhin eine Viertelsrente zuzusprechen. Verfahrensrechtlich beantragte er, es sei ein zweiter Schriftenwechsel anzuordnen und ihm die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren (Urk. 1 S. 1 Ziff. 1-5).
Mit Verfügung vom 4. Oktober 2012 (Urk. 10/1) hob die IV-Stelle die Verfügung vom 10. Juli 2012 wiedererwägungsweise auf und stellte eine neue Verfügung in Aussicht. Mit Beschwerdeantwort vom 10. Oktober 2010 (Urk. 8) beantragte sie die Abschreibung des Verfahrens infolge Gegenstandslosigkeit.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Nach Art. 53 Abs. 3 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) kann der Versicherungsträger eine Verfügung oder einen Einspracheentscheid, gegen die Beschwerde erhoben wurde, so lange wiedererwägen, bis er gegenüber der Beschwerdebehörde Stellung nimmt. Die neue Verfügung oder der neue Einspracheentscheid beendet den Streit insoweit, als damit den Anträgen der beschwerdeführenden Partei entsprochen wird. Soweit den Beschwerdeanträgen nicht stattgegeben wird, besteht der Rechtsstreit weiter (vgl. BGE 113 V 237).
2. Die Beschwerdegegnerin verfügte am 10. Juli 2012, dass die Rente auf Ende des folgenden Monats aufgehoben werde (Urk. 2 Dispositiv Ziff. 1). Dagegen erhob der Beschwerdeführer am 1. September 2012 Beschwerde (Urk. 1).
Die Beschwerdegegnerin hat mit der Wiedererwägungsverfügung vom 4. Oktober 2012 dem Antrag des Beschwerdeführers auf Zusprache einer Viertelsrente (Urk. 1 S. 1 Ziff. 2) nicht entsprochen. Die Abschreibung des Verfahrens fällt daher vorliegend ausser Betracht.
3.
3.1 Die Beschwerdegegnerin hob in der angefochtenen Verfügung eine Rente auf, obschon die Verfügung vom 17. März 2008 und die darin dem Beschwerdeführer zugesprochene Viertelsrente ab dem 1. August 2006 (Urk. 9/65) mit dem Urteil des hiesigen Gerichts vom 28. Oktober 2008 (Verfahren Nr. IV.2008.00398) aufgehoben, und die Sache zur Durchführung weiterer Abklärungen und zum Neuentscheid an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wurde (Urk. 9/89 S. 7 Dispositiv Ziff. 1).
Die Beschwerdegegnerin erklärte in der Vernehmlassung vom 10. Oktober 2012, sie hätte eine mögliche erstmalige Zusprache einer Invalidenrente prüfen müssen. Eine Einstellung sei wegen der nie erfolgten Rentenzusprache nicht möglich gewesen (Urk. 8 Ziff. 3). Die angefochtene Verfügung vom 10. Juli 2012 beruht daher auf einem Versehen.
3.2 Die Sache ist daher an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese über den massgebenden Zeitraum neu verfüge. In diese Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
Unter diesen Umständen erübrigt sich die - beantragte - Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels.
4.
4.1 Nach Art. 69 Abs. 1
bis
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) werden die Kosten nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200-1000 Franken festgelegt. Vorliegend sind die Kosten entsprechend dem Ausgang des Verfahrens auf Fr. 400.-- festzusetzen und der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gegenstandslos.
4.2 Dem Beschwerdeführer ist keine Prozessentschädigung zuzusprechen, da sein Arbeitsaufwand und seine Umtriebe im vorliegenden Verfahren nicht den Rahmen dessen überschritten, was der Einzelne zumutbarerweise nebenbei zur Besorgung seiner persönlichen Angelegenheiten auf sich zu nehmen hat.