Decision ID: a1dda241-4bfc-405a-a1da-855987cacf5a
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1954,
war seit Dezember 2010
bei
der Gemeinde
Y._
als Leiterin Einwohnerkontrolle/Verwaltungsangestellte in einem 70 %-Pensum
tätig,
wobei der letzte Arbeitstag am
6.
Dezember 2012 war
(Urk. 8/13
). Unter Hinweis auf eine Knieoperat
ion im Dezember 2011 sowie einen
Er
schöpfungszustand und Rückenprobleme seit Dezember 2012 meldete sich die Versicherte am
5.
Juni 2013 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 8/
6). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab.
Mit Vorbescheid vom 23. September 2013 stellte die IV-Stelle der Versicherten die Abweisung ihres Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk.
8
/20). Nachdem die
Ver
sicherte gegen den Vorbescheid Einwand erhob
en hatte (Urk. 8
/22, Urk.
8
/26
)
,
liess die IV-Stelle die Versicherte durch den Regionalen Ärztlichen Dienst
(RAD)
or
thopädisch und psychiatrisch untersuchen (Urk.
8
/36, Urk.
8
/38). Nach
erneut
durch
geführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
8/53, Urk. 8
/73
) sprach die IV-Stelle
mit Verfügung vom 11. August 2015 der Versicherten bei einem
Invaliditäts
grad
von 70 % eine
von Dezember 2013 bis September 2014 befristete
ganze Rente zu (Urk.
8
/79, Urk.
8
/89 = Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am 1
4.
September 2015 Beschwerde gegen die Verfügung vom 1
1.
August 2015 (Urk. 2) und b
eantragte, diese sei insoweit aufzuheben, als die ab
1.
Dezember 2013 zugesprochene Invalidenrente bis zum 3
0.
September 2014 befristet ist und e
s sei ihr über den 3
0.
September 2014 hinaus eine ihrer Behinderung angepasste Invalidenrente zuzusprechen (Urk. 1 S. 2 Ziff. 1-2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 23. Oktober 2015 die Abwei
sung der Beschwerde (Urk. 7).
Dies wurde der Beschwerdeführerin am 2. Dezem
ber 2015 zur Kenntnis gebracht (Urk. 9).
Am 5. Januar 2016 (Urk. 10) reichte die Beschwerdeführerin weitere
Arztbe
richte
(Urk. 11/11-12) ein, wovon die Beschwerdegegnerin am 6. Januar 2016 in Kenntnis gesetzt wurde (Urk. 12).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
Bundesgesetz über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
3
Bei Versicherten, die
nur zum Teil erwerbstätig sind
, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der An
teil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad ent
sprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
1.4
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des ana
log anwendbaren (AHI 1998 S.
121 E.
1b mit Hinweisen) Art. 88a
der Verord
nung über die Invalidenversicherung (IVV)
festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstu
fung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des Rentenbeginns
mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Herabsetzung der Rente
(BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E.
3.5). Spricht die Verwaltung der ver
sicherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die un
bestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert bleiben (BGE 125 V 413 E.
2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr
den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeitraum und
damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (
Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E.
2.3 mit Hinwei
sen
).
1.5
Die Arbeitsunfähigkeit im Sinne von
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG entspricht der Ein
busse an funktionellem Leis
tungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufga
ben
bereich (
Art.
6 ATSG; BGE 105 V 156 E.
2a). Bei der Bemessung der Inva
lidi
tät von im Haushalt tätigen Versicherten ist die
Schadenminderungspflicht
von erheblicher Relevanz. Nach der Rechtsprechung ist dabei vom Grundsatz auszugehen, dass einem
Leis
tungsansprecher
im Rahmen der
Schadenminde
rungspflicht
Massnahmen zu
zumuten sind, die ein vernünftiger Mensch in der gleichen Lage ergreifen würde, wenn er keinerlei Entschädigung zu erwarten hätte. Für die im Haushalt tätigen Versicherten bedeutet dies, dass sie Ver
haltensweisen zu entwickeln ha
ben, welche die Auswirkungen der Behinderung im hauswirtschaftlichen Be
reich reduzieren und ihnen eine möglichst voll
stän
dige und unabhängige Erle
digung der Haushaltarbeiten ermöglichen. Kann die versicherte Person wegen ihrer Behinderung gewisse Haushaltarbeiten nur noch mühsam und mit viel hö
herem Zeitaufwand erledigen, so muss sie in erster Linie ihre Arbeit einteilen und in üblichem Umfang die Mithilfe von Familien
angehörigen in Anspruch nehmen. Ein invaliditätsbedingter Ausfall darf bei im Haushalt tätigen Personen nur insoweit angenommen werden, als die Aufgaben,
welche nicht mehr erfüllt werden können, durch Drittpersonen gegen
Entlöh
nung
oder durch Angehörige verrichtet werden, denen dadurch nachgewie
se
ner
massen eine Erwerbseinbusse oder doch eine unverhältnismässige Belastung ent
steht. Die im Rahmen der
In
validitätsbemessung
bei einer Hausfrau zu be
rück
sichtigende Mithilfe von Fa
milienangehörigen geht daher weiter als die ohne Gesundheitsschädigung übli
cherweise zu erwartende Unterstützung.
Geht es um die Mitarbeit von Familienangehörigen, ist danach zu fragen, wie sich eine ver
nünftige Familiengemeinschaft einrichten würde, wenn keine Versiche
rungsleis
tungen zu erwarten wären. Dabei darf nach der Rechtsprechung unter dem Titel der Schadenminderungspflicht nicht etwa die Bewältigung der
Haus
halttätigkeit
in einzelnen Funktionen oder insgesamt auf die übrigen Familien
mitglieder über
wälzt werden mit der Folge, dass gleichsam bei jeder festge
stellten Ein
schränkung danach gefragt werden müsste, ob sich ein Familienmitglied finden lässt, das allenfalls für eine ersatzweise Ausführung der entsprechenden
Teil
funk
tion
in Frage kommt. Schliesslich vermag die Tatsache, dass sich die der Rechtsprechung zugrunde liegenden, in Art. 159 Abs. 2 und 3 ZGB zwischen den Ehegatten und in Art. 272 ZGB zwischen Eltern und Kindern statuierten
Beistandspflichten nicht unmittelbar durchsetzen lassen (d.h. weder klagbar noc
h
vollstreckbar sind), sondern nur freiwillig erfüllt werden können (
Honsell
/Vogt
/
Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar, 3. Aufl., Basel 2006, N. 9 zu Art. 272 ZGB;
Bräm
/
Hasenböhler
, Zürcher Kommentar, 3.
Aufl., Zürich 1998, N.
168 zu Art.
15
9 ZGB), an der Schadenminderungspflicht der im Haushalt beschäftigten Versi
cherten nichts zu ändern. Denn wie auch im Erwerbsbereich darauf abzustellen
ist, ob die verbleibende Erwerbsfähigkeit auf einem ausgeglichenen Arbeits
markt
grundsätzlich verwertbar ist, unabhängig davon, ob eine solche An
stellung recht
lich durchsetzbar ist, ist auch in Bezug auf den Haushaltbereich davon aus
zugehen, was in der sozialen Realität üblich und zumutbar ist, unabhängig davon, ob eine Mithilfe rechtlich durchsetzbar ist (BGE 133 V 504 E. 4.2 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_729/2009 vom 30.
November
2009 E.
4.1-3).
1.6
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funkti
onelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen
Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49 IV
V beurteilen die RAD die medi
zinischen Voraussetzungen des
Leistungsan
spruchs
. Die geeigneten Prüfmetho
den können sie im Rahmen ihrer medi
zini
schen Fach
kompetenz und der allge
meinen fachlichen Weisungen des Bundes
amtes frei
wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärzt
lich unter
suchen. Sie halten die Un
tersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifi
kationen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis
ver
s
icherungsinterner
ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehö
ren – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuver
lässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014
vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vor
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231
E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.8
Nach ständiger Rechtsprechung beurteilt das Sozialversicherungsgericht die Ge
setzmässigkeit des angefochtenen Entscheids in der Regel nach dem Sachver
halt, der zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 131 V 242 E. 2.1, 121 V 362 E. 1b).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung vom 1
1.
August 2015 (Urk. 2) fest, dass die Beschwerdeführerin von Dezember 2011 bis Mai 2014 in der bisherigen wie auch in einer angepassten Tätigkeit zu 100 % ar
beitsunfähig gewesen sei bezogen auf das bisher ausgeübte 70 % Pensum als Verwaltungsangestellte. Die bisherige Tätigkeit werde als optimal angepasst be
urteilt. Im Haushaltbereich
(verbleibende 30 %) werde keine rententangierende Einschränkung angenommen. Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin habe sich ab dem 1
7.
Juni 2014 soweit verbessert, dass eine 40%ige Arbeits
fähigkeit in der bisherigen Tätigkeit – welche
weiterhin
einer optimal ange
passten
Tä
tigkeit entspreche – zumutbar gewesen sei und stufenweise, in 10 %
-
Schritten
(pro Monat) auf das angestammte Pensum von 70 % gesteigert werden könne. Gemäss den geltenden Revisionsbestimmungen
werde eine Verbesserung des Ge
sundheitszustandes dann angenommen, wenn diese ohne wesentlichen
Un
ter
bruch
drei Monat
e
gedauert habe und voraussichtlich weiterhin andauern werde
. Die Ausrichtung einer ganzen Invalidenrente erfolge somit bis Ende September 201
4.
Ab Oktober 2014
sei
gemäss de
r ärztlichen Stellungnahme
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr gegeben
(S.
5
).
2.2
Die Beschwerdeführerin vertrat hingegen den Standpunkt (Urk. 1), dass
die von der RAD-Ärztin prophezeite stufenweise Verbesserung um monatlich 10 % ab 1
7.
Juni 2014 bis hin zum angestammten Arbeitspensum von 70 % bis heute
beschwerdebedingt
nicht
habe
realisiert
werden können
. Dass sich die
Be
schwerdegegnerin
trotzdem
einzig und allein auf die rein spekulativen Angaben der RAD-Ärztin
gestützt habe
,
entbehre jeder Grundlage. Demgegenüber würden die ärztlichen Arbeitsunfähigkeitsatteste der
Z._
und von
Dr.
Flammer
auf Untersuchungen anlässlich diverser Konsultationen basieren. Ihnen komme aus diesem Grund grössere Beweiskraft zu (S. 6 Ziff. 9). Das zu
mu
tbare Arbeitspensum in einer den
Behinderungen angepassten
Verweistätig
keit
sei in
casu
neu festzulegen und zwar durch einen unabhängigen Gutachter (S. 6 Ziff. 10).
Die Beschwerdegegnerin habe den Invaliditätsgrad unter Anwendung der ge
mischten Methode (Erwerbsbereich 70 %, Haushaltsbereich 30 %) ermittelt. Aus nicht nachvollziehbaren Gründen gehe sie bis heute davon aus, dass im
Haus
haltsbereich
keine rententangierende Einschränkung der Beschwerdeführerin vorhanden sei. Aus den IV-Akten ergebe sich jedoch ein anderes Bild (S. 7 Ziff. 11).
Es sei d
eshalb eine Haushaltabklärung durchzuführen (S. 8 Ziff. 11).
Unter Anwendung der gemischten Methode resultiere ab 1. Oktober 2014 ein
Invaliditätsgrad von mindestens 40 %, weshalb der Beschwerdeführerin über de
n 30. September 2014 hinaus Rentenleistungen zustehen würden (S. 8 Ziff. 11).
Den neuen Arztberichten sei zu entnehmen, dass ab 30.
November bis 16.
Dezem
ber 2015 eine volle Arbeitsunfähigkeit und ab 17. Dezember 2015 bis vorerst 30. April 2016 eine Arbeitsfähigkeit von 50 % für leichte,
wechselbe
las
tende
Tätigkeiten bestanden habe, weshalb sich die Beurteilung der
Beschwer
de
gegnerin
, wonach die Arbeitsfähigkeit schrittweise gesteigert werden könne, als unzutreffend erweise (Urk. 10 S. 2).
2.3
Streitig ist der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin,
wobei insbesondere die
B
efristung der Rente umstritten ist.
3.
3.1
Dr.
med. B._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie
und
Trau
ma
tologie des Bewegungsapparates,
nannte in seinem Bericht vom
5.
Juli 2013 (Urk. 8/
15/
16-17)
als Diagnose
einen
Status nach
einer
Knietotalprothese am 22. Dezembe
r 2011
mit persistierenden ausstrahlenden Beschwerden in der lin
ken unteren Extremität lateralseitig entlang des
Tractus
Iliotibialis
bis proximal in die Lendenwirbelsäule
(S. 1 Mitte).
Insgesamt bestehe für die Beschwerde
führerin eine nicht zufriedenstellende Situation mit subjektiv deutlich limitierter Funktion. Seitens des Kniegelenks bestehe nur im Bereich der Patella eine ge
wisse Verbesserungsmöglichkeit (S. 2 oben).
3.2
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte in seinem Bericht vom
8.
August 2013
(Urk. 8/
15/
1-4) aus, dass er die
Beschwer
deführerin seit November 2012 ambulant behandle (Ziff. 1.2)
,
und nannte fol
gen
de Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
Mobbing am Arbeitsplatz seit Herbst 2012
psychophysische Erschöpfung
reaktive depressive Störung
belastungsabhängige Schmerzen Knie links seit September 2011
Status nach Knietotalprothese links am 2
2.
Dezember 2011 (
Z._
)
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom seit Dezember 2012
Die Beschwerdeführerin sei
in ihrer bisherigen Tätigkeit
seit dem 10. Dezember 2012 zu 100 % arbeitsunfähig (Ziff. 1.6).
Die Arbeitsfähigkeit in einer ange
passten Tätigkeit könne er nicht beurteilen (Ziff. 1.7).
3.3
Dr.
med. C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, führte in seinem Bericht
vom
9.
September 2013 (Urk. 8/17
) aus, dass er die Beschwer
de
führerin seit Juli 2013 ambulant behandle
,
und nannte die folgenden Diag
nosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion und somatischen Symptomen (ICD-10 F43.21)
Differentialdiagnose: reaktive depressive Störung (ICD-10 F32.0)
chronisches
lumbovertebrales
Syndrom
Aktuell würden subjektiv die körperlichen Beschwerden im Vordergrund stehen.
Momentan finde eine psychotherapeutische Behandlung mit wöchentlichen Kon
sultationen statt (Ziff. 1.4-1.5). In der bisherigen Tätigkeit als
Verwaltungs
sek
retärin
bestehe seit Dezember 2012 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Ziff. 1.6). Bei positivem Behandlungsverlauf könne aus psychiatrischer Sicht ab Januar
2014 im bisherigen Beruf mit einer 100%igen Arbeitsfähigkeit gerechnet werden
(
Ziff.
1.4, 1.9). Die bisherige Tätigkeit sei nach Abklingen der depressi
ven Symp
tome an einer neuen Stelle wieder zumutbar (Ziff. 1.7).
3.4
Med.
pract
.
D._
, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie
und Trau
matologie
des Bewegungsapparates
, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD)
,
führte in ihrer Stellungnahme vom 2
3.
September 2013 (Urk. 8/18/4) aus, dass keine wesentliche Funktionsminderung der Wirbelsäule ausgewiesen sei, es be
stehe eine Bewegungseinschränkung des Kniegelenkes. Aus rein somatischer Sicht sei die angestammte Tätigkeit als Gemeindeschreiberin zugleich eine an
gepasste Tätigkeit. Eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit sei au
s
somatischer Sicht nicht ausgewiesen.
3.5
Dr.
E._
,
Chiroprakt
o
r
, führte in seinem Bericht vom 1
2.
November 2013 (
Urk. 8/25/1) aus, dass er die Beschwerdeführerin seit Juli 2013 behan
dle. Zum Untersuchungszeitpunkt
im Juli 2013
habe eine 100%ige Arbeitsun
fähig
keit wegen belastungsabhängigen Schmerzen von der Lendenwirbelsäule bis
zum
Knie und umgekehrt bestanden, hervorgerufen vor allem durch die falsche Gangart wegen dem operierten Kniegelenk. Dadurch seien Blockierungen und Fehlverhalten der Lendenwirbelsäule entstanden. Des
halb werde langes Sitzes und Stehen zum Schmerzsyndrom
lumbosakral
. Aus klinischer Sicht könne die Beschwerdeführerin nicht länger als zwei Stunden am Stück sitzen. Sogar die alltäglichen Arbeiten im Haushalt könne sie nicht mehr
ausführen. Die Arbeits
fähigkeit als Verwaltungsangestellte betrage zwi
schen 20 % und 50 %.
3.6
Am 2
3.
Januar
2014
fand in der
Z._
eine Revision des linkes Knie
gelenkes statt (Urk. 8/30).
3.7
Die Beschwerdeführerin wurde am
1
7.
Juni 2014 durch
med.
pract
.
D._
, RAD,
orthopädisch
untersucht. Der
orthopädische
Untersuchungsbericht wurde am
2. Juli
2014
erstattet (Urk. 8/36).
Med.
pract
.
D._
führte in ihrem
Untersuchungsbericht
aus, dass die Be
schwerdeführerin nach eigenen Angaben seit Herbst 2011 unter Schmerzen des linken Kniegelenkes leide. Im Dezember 2011 sei
der Beschwerdeführerin
eine
Kniegelenksendoprothese
implantiert worden. Auch danach habe sie keine dau
erhafte Besserung der Schmerzproblematik erlebt. Vielmehr sei es im Verlauf zu zunehmenden Beschwerden auch der Lendenwirbelsäule gekommen. Um den Jahreswechsel 2012/2013 habe sie kaum mehr gehen können. Nach Therapie beim
Chiroprakt
o
r
sei es bis Ende Februar 2013 zu einer Linderung der
Wir
bel
säulenbeschwerden
gekommen. Die Kniebeschwerden seien jedoch anhaltend geblieben, so dass schliesslich die Indikation zur Revisionsoperation gestellt worden sei. Im Januar 2014 sei schliesslich die Revision durchgeführt worden.
Laut Aktenlage handle es sich um eine
Synovektomie
mit nachträglichem
Pa
tel
la
rückflächenersatz
. Die Beschwerdeführerin sei seit der letztmaligen Opera
tion weiterhin nicht beschwerdefrei. Sie leide weiterhin unter einer Einschrän
kung der Belastbarkeit sowohl des Kniegelenkes als auch der Wirbelsäule. Zur
zeit empfinde sie noch eine Überwärmung des linken Kniegelenkes, nach Be
lastung komme es zu Schwellungen und Hitzegefühlen (S. 1 Mitte). Die Be
schwer
de
führerin brauche
zudem nach eigenen Angaben
für alle
Haushalt
stä
tigkeiten
viel länger
als früher. Alle Tätigkeiten mit vorgeneigter Körperposition seien nur noch im minimalen Umfang möglich, wie beispielsweise das Staub
saugen oder das Putzen eines Lavabos. Andere Tätigkeiten, bei denen sie zwischen Hüft- und Brusthöhe arbeiten könne ohne sich vorzuneigen seien ihr besser möglich. Insgesamt müsse sie sich ihre Hausarbeit aufgrund der
Belastbar
keits
einschränkung
in kleinere Portionen einteilen
(S. 1 unten, S. 2 oben).
Med.
pract
.
D._
nannte
die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit (S. 7 unten, S. 8 oben):
schmerzhafte Bewegungs- und Belastungseinschränkung des linkes Knie
gelenkes bei Status nach Knietotalprothese
schmerzhafte Bewegungs- und Belastungseinschränkung der
Lendenwir
belsäule
bei statischer Fehlbelastung
Bei noch nicht vollständig abgeschlossener
Rehabilitation sei
damit zu rechnen, dass
sich
das no
ch bestehende Streckdefizit
zurückbilden werde.
Eine w
esentli
che Besserung der Kniegelenksbeugung sei nicht mehr zu erwarten.
Hinsichtlich der geklagten Lendenwirbelsäule
n
-B
eschwerden
hätten sich
keine richtungswei
senden Befunde
gefunden
.
Es gäbe keine Hinweise auf
radikuläre
Reizungen oder Ausfälle.
Die
Beweglichkeit
der Wirbelsäule sei
allenfalls gering einge
schränkt
gewesen
.
De
m Befund des MRT vom 2
8.
Dezember 2012 sei zu entneh
men, dass Facettenarthrosen LWK
3 bis SWK
1 vorlägen, ein
Hinweis auf
eine
Nervenwurzelkompression
habe auch im
MRT
nicht bestanden (S. 8 Mitte).
Anhand der vorliegenden medizinischen Berichterstattung und der körperlichen Untersuchung vom 1
7.
Juni 2014 sei bei der Beschwerdeführerin ein somati
scher Gesundheitsschaden ausgewiesen, der die Arbeitsfähigkeit beeinträchtige. Die bisherig
e
angestammte Tätigkeit könne zugleich als angepasste Tätigkeit beurteilt werden. In
einer angepassten
Tätigkeit (mit körperlich leichter
wech
selbelastender
Tätigkeit, ohne regelmässige Hebe- und Tragebelastungen über 10 kg, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufiges Treppensteigen, ohne häufige wirbelsäulenbelastende und hüftgelenks-kniegelenksbelastende
Zwangshaltungen und Tätigkeiten, ohne häufiges Gehen auf unebenem Ge
lände
, ohne andauernde Vibrationsbelastungen und Nässe-/Kälteexposition) sei seit
1
7.
Juni 2014 eine 40%ige Arbeitsfähigkeit gegeben. Diese könne stufen
weise in 10%-Schrit
ten pro Monat
gesteigert werden (S. 8 unten).
3.8
Die Beschwerdeführerin wurde
ebenfalls
am 1
7.
Juni 2014 durch med.
pract
.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, RAD, psychi
a
trisch untersucht. Der
psychiatrische
Untersuchungsbericht wurde am 2. Juli 2014
erstattet (Urk. 8/38).
Med.
pract
.
F._
führte
in seinem
Untersuchungsbericht
aus, dass keine psychiatrische
n Diagnosen mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorliegen würden. Es läge eine Anpassungs
störung mit längerer depressiver
Reaktion und somatischen Symptomen in Remission (ICD-10 F43.21) vor, jedoch ohne Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 5 Mitte).
Vom
9.
September
2012 bis 3
1.
März
2013 habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit gemischt orthopädisch und psychiatrisch bestanden. Seitdem bestehe keine psychiatrische Einschrän
kung mehr. Die Beschwerdeführerin sei in der bisherigen wie auch in einer angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig (S. 6).
3.
9
Med.
pract
.
D._
, RAD, nannte
in ihrer Stellungnahme vom 2
4.
Juli 2014 (Urk. 8/50/
2-3) die gleichen Diagnosen wie in ihrem orthopädischen Untersu
chungsbericht vom
2.
Juli 2014 und kam zur gleichen Einschätzung bezüglich der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin (vorstehend E. 3.7). Sie präzisierte ihre Angaben dahingehend, dass die Beschwerdeführerin seit 17. Juni
2014 zu 40 % a
rbeitsfähig
sei und die Arbeitsfähigkeit
stufenweise in 10 %-Schritten pro Monat auf das angestammte Pensum von 70 % gesteigert werden könne (S. 3 Mitte).
3.10
G._
, Diplomierte Physiotherapeutin, führte in ihrem Bericht vom
1
0.
September 2014 (Urk. 8/48/4-6) aus, dass die Beschwerdeführerin das Knie nach der durchgeführten Knieprothesenrevision seit Juni 2014 wieder voll belasten könne, allerdings klage sie nach anfänglicher Besserung nun zuneh
mend über stärkere Schmerzen nach Treppensteigen, Tätigkeiten im Haushalt, Sitzen länger als 20 Minuten oder Wegstrecken über 600 Meter (S. 2 oben). Im Zusammenhang mit der Vollbelastung beim Gehen und dem leichten Hinken im Alltag habe die Beschwerdeführerin tieflumbal und
am
Iliosacralgelenk
links akute Beschwerde
n
mit Ausstrahlung bis in den Unterschenkel entwickelt (S. 2 unten).
3.1
1
Dr.
med. H._
, Fachärztin für Radiologie und Allgemeine Innere Medi
zin, führte in ihrem Bericht vom
7.
Oktober 2014 (Urk. 8/48/2-3) aus, dass sie gleichentags ein MRI der Lendenwirbelsäule und des
Iliosacralgelenkes
durch
geführt habe.
Sie kam zu folgender Beurteilung (S. 2):
deutliche, mehrsegmentale
Spondylarthrose
der untersten drei Niveaus m
it
Punctum
maximum
LWK 5/SWK
1 links mit
Zeichen einer leichten Aktivierung hier
keine Spinalkanalstenose
intraossäre
Diskushernie LWK 4/5 mit
leichter Einengung des linken
Neuroforamen
, die L4 Wurzel gut von Fett umgeben
Hämangiom in LWK 1 links
ventrolateral
, kein
maglignitätssuspekter
Be
fund
3.12
Dr.
A._
führte in seiner
Stellungnahme
vom 2
3.
Oktober
2014 (Urk. 8/48/1)
aus, dass
der Beschwerdeführerin
aufgrund des prolongierten Verlaufs nach be
kannter medizinischer Vorgeschichte, den Operationen im Dezember 2011 und Januar 2014 in der
Z._
, sonstiger ausgebauter Therapie (unter an
derem Physiotherapie, Chiropraktik, Psychotherapie) und jetzigem Befund an
lässlich der jeweiligen Konsultationen eine Arbeitsfähigkeit
beziehungsweise die seit Sommer 2014 angestrebte Steigerung der Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf (Büro) nicht zumutbar sei. Aufgrund der aktuellen Beschwerden sei aus medizinischer Sicht eine berufliche Umschulung zu erwägen.
3.1
3
Med.
pract
.
D._
, RAD, kam in ihrer Stellungnahme vom 2
9.
November 2014 (Urk. 8/50/4) zum Schluss, dass die neu vorgelegten Berichte (vorstehend
E. 3.10-3.12
) keine neuen medizinischen Sachverhalte ausweisen würden. Es
könne an ihrer Stellungnahme vom 2
4.
Juli 2014 (vorstehend
E. 3.9
) festgehal
t
en werden.
3.14
In ihrer Stellungnahme vom
4.
Mai 2015
(Urk. 8/86/3) führte
med.
pract
.
D._
, RAD,
sodann aus, dass mit dem Einwand vom 2
0.
März 2015 (vgl. Urk. 8/73) keine neuen medizinischen Sachverhalte geltend gemacht worden
seien. Neu sei lediglich
ein MRI-Befund der Lendenwirbelsäule. Ein MRI sei nich
t geeignet, eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes auszuweisen, wie aktu
elle wissenschaftliche Untersuchungen zeigen würden.
An ihrer bishe
rigen Stellungnahme könne daher festgehalten werden.
3.15
Im Operationsbericht der
Z._
, vom 1
9.
Juni 2015 (Urk. 3/10) wurde festgehalten, dass der Beschwerdeführerin zwei Schrauben aus der
Tuberositas
tibiae
links entfernt worden sind.
3.16
Dr.
I._
,
Chiropraktor
, führte in seinem Bericht vom 2
1.
August 2015 (Urk. 3/9) aus, dass er die Beschwerdeführerin seit März 2015 behandle. Die Beschwerdeführerin habe Beschwerden im linken Gesäss, vor allem beim Bücken, bei Haltungskonstanz sowie beim Laufen von mehr als einer halben Stunde. Die Beschwerden seien seit Dezember 2011 nach einer
Knietotalprothe
senoperation
aufgetreten. Insgesamt liege ein progredienter Schmerzverlauf vor,
im Stehen gäbe es eine leichte Besserung. Auf den MRI-Aufnahmen vom
7.
Oktober 2014 seien degenerative Veränderungen der Gelenke der unteren Lendenwirbelsäule sowie der zweituntersten Bandscheibe erkennbar. Die jetzi
gen Beschwerden dürften auf die degenerativen Veränderungen der
Wirbel
bogengelenke
sowie der Bandscheibe zurückzuführen sein. Er habe sowohl infil
triert wie auch konservativ behandelt. Insgesamt sei der Behandlungsverlauf relativ schleppend.
3.17
Die Beschwerdeführerin war vom 3
0.
November bis 1
6.
Dezember
2015 im
J._
hospitalisiert. Im
Austritts
be
richt
vom 1
6.
Dezember 2015 (Urk. 11/11) wurden die folgenden Diagnosen ge
nannt (S. 1
f.
):
chronische Knieschmerzen links mit/bei
R
etropatellar-Arthrose und starker
Oste
o
penie
der Patella bei mögli
cher
Algodystrophie
medialer Instabilität,
Lateralisierung
der Patella, diskrete Atrophie des
Quadriceps
, sekundär
myofasziale
Befunde Oberschenkel
Status nach Stolpersturz September 2011 mit Kniedistorsion
Status nach mehrfachen Knieoperationen
:
Meniskusoperation 1971
Arthroskopie zirka 1995
Knietotalprothese links Dezember 2011 (
Z._
)
Tuberositasverlagerung
Januar 2014
Schraubenentfernung
Tuberositas
Tibiae Knie links Juni 2015
rheumatologische multimodale Komplextherapie vom 3
0.
November bis 1
6.
Dezember 2015
chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom mit/bei
Fehlbelastung im Rahmen Diagnose 1, degenerative Veränderungen, Hyperkyphose Brustwirbelsäule, sekundär
myofasziale
Befunde
MRI Lendenwirbelsäule Oktober 2014:
leichtgradige
Diskusdegene
rationen
L1-S1,
schmorl’scher
Knoten/WK-Deckplatteneinbruch L2 durch Diskushernie, keine sichere neurogene Kompression, diskrete
rezessale
Stenosierung
L4/5 beiderseits rechtsbetont sowie L5/S1 bei
derseits rechtsbetont,
schwergra
dige
Facettengelenksarthrosen
L4/5 und L5/S1
Facettengelenksinfiltration L4/5, L5/1 links 2
2.
Juli 2015:
Schmerzzu
nahme
Status nach akutem
cervicospondylogenem
Schmerzsyndrom links zirka August 2015
Differentialdiagnose
:
radikuläres
Reizsyndrom C6 oder 7
Oktober 2015:
residuell
Hypästhesie
Dig
II links, keine
Schmerz
prob
lematik
Carpaltunnelsyndrom rechts
Status nach offener
Cardaldachspaltung
Oktober 2014
arterielle Hypertonie
asymptomatische
Hyperurikämie
Status nach psychophysischer Erschöpfung April 2013
Hospitalisation
K._
April bis Mai 201
3
reaktive depressive Störung April 2013
Die Ärzte des
J._
attestierten der Beschwerdeführerin w
äh
rend dem Klinikaufenthalt vom 3
0.
November bis 1
6.
Dezember 2015 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
.
V
om 1
7.
Dezember 2015 bis 3
0.
April 2016 bestehe eine
50%ige Arbeits
un
fähigkeit
.
F
ür leichte, häufig wechselbelastende Tätig
keit
en
ohne Tragen schwerer Lasten (nicht mehr als 5 kg) sowie ohne Treppen-Stei
gen/Runtergehen
bestehe eine 50%ige
Arbeitfähigkeit
(S. 3, vgl. Urk. 11/12).
4.
4.1
Med.
pract
.
F._
kam in seinem psychiatrischen Untersuchungsbericht vom
2.
Juli 2014 zum Schluss, dass kei
ne psychiatrische
n
Diagnosen mit
Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit der Bes
chwerdeführerin vorlägen
(vorstehend
E. 3.8
). Dies wird von der Beschwerdeführerin nicht bestritten (vgl. Urk. 8/47 S. 1 unten).
Somit liegt in
casu
kein die Arbeitsfähigkeit einschränkender psy
chi
scher Gesundheitsschaden vor. Die Beschwerde der Beschwerdeführerin rich
tet
sich
sodann
auch nur
gegen die orthopädische RAD-Beurteilung (vorste
hend E. 2.1).
4.2
Die
orthopädische Untersuchung
vom 1
7.
Juni 2014 und der darauf folgende Untersuchungsbericht
der RAD-Ärztin
D._
vom
2.
Juli 2014 erfolgte
n
in Kenntnis der
Vorakten
, berücksichtigte
n
die
beklagten Beschwerden
der Be
schwerdeführerin
und beruhten auf einer umfassenden orthopädischen und rheu
matologischen Untersuchung (vorstehend E. 3.7, Urk. 8/36). Die
praxisge
mässen
Anforderungen an ein ärztliches Gutachten sind somit erfüllt (vorste
hend
E. 1.6
). Die RAD-Ärztin ist Fachärztin
für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates und
verfügte
demnach
über
die
fach
li
chen Ressourcen, um den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit der Be
schwer
deführerin
aus
somatischer Sicht beurteilen zu können (vorstehend
E. 1.6
).
Sie diagnostizierte eine schmerzhafte Bewegungs- und
Belastungsein
schrän
kun
g
des linken Kniegelenks bei Status nach Knietotalprothese und der LWS bei statischer Fehlbelastung und kam in nachvollziehbarer und ausreichend begrün
deter Weise zum Schluss, dass der Beschwerdeführerin aufgrund dieser Ein
schränkungen die bisherige angestammte Tätigkeit im Bürobereich, die gleich
zeitig behinderungsangepasst ist, aktuell zu 40 % zumutbar sei. Dabei nannte die RAD-Ärztin ein genaues Belastungsprofil. Hinsichtlich der Kniebeschwerden wies sie darauf hin, dass der Rehabilitationsprozess noch nicht abgeschlossen
sei, und hinsichtlich der Lendenwirbelsäulenbeschwerden führte sie aus, dass es keine richtungsweisenden Befunde, insbesondere keine Hinweise auf
radikuläre
Reizungen oder Ausfälle, gebe. Auch sei keine Nervenwurzelkompression zu vermuten, und die Beweglichkeit der Wirbelsäule sei allenfalls gering einge
schränkt (vorstehend E. 3.7).
4.3
Die RAD-Ärztin gab im orthopädischen Untersuchungsbericht sodann eine prognostische Einschätzung ab, wonach die seit dem 1
7.
Juni 2014
– das heisst seit Untersuchungsdatum –
bestehende 40%ige Arbeitsfähigkeit stufenweise in 10 %-Schritten pro
Monat auf das angestammte Pensum vom 70 % gesteigert werden könne (vorstehend E.
3.7
, 3.9
).
Eine ärztliche
Prognose stellt
eine Ein
schätzung eines Krankheitsverlaufs nach
Wahrsch
einlichkeitsgesichtspunkten beziehungsweise
eine medizinische Beurtei
l
ung über die voraussichtlich künf
tige Entwicklung einer
Gesundheitsbe
ein
trächtigung
dar. Eine Prognose sagt folglich (noch) nichts über den tatsäch
lichen Krankheitsverlauf aus
(Urteil des Bundesgerichts 4A_335/2013 vom 2
6.
Novem
ber 2013, E. 3.4).
Der Bericht der Physiotherapeutin
G._
, wonach die Beschwerdeführe
rin ihr Knie nach der durchgeführten Knieprothesenrevision seit Juni 2014 wie
der voll belasten könne (vorstehend
E. 3.10
),
stützt die Ansicht der RAD-Ä
rztin, wonach sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit d
em 1
7.
Juni 2014 verbessert hat
.
D
ie nach anfänglicher Besserung bestehenden stärkeren Schmerzen der Beschwerdeführerin
(vorstehend E. 3.10)
vermögen die P
rognose der RAD-Ärztin
nicht in Frage zu stellen;
denn aus
invalidenversicherungs
rechtlicher
Sicht stehen Schmerzen einer Arbeitstätigkeit grundsätzlich nicht entgegen. Der Schmerzproblematik trug med.
pract
.
D._
im Rahmen der stufenweisen Steigerung der Arbeitsfähigkeit genügend Rechnung. Dabei ist auch zu bedenken, dass das angestammte Pensum der Beschwerdeführerin von rund 29 Stunden wöchentlich auch auf fünf statt auf dreieinhalb Tage verteilbar wäre, was die Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit wohl erleichtern würde.
4.4
Die im Oktober 2014 von
Dr.
H._
durchgeführten
MRI der
Le
ndenwirbel
säule
und des
Iliosacralgelenkes
(vorstehend E. 3.1
1
) eignen
sich – wie die
Be
schwerdegegnerin
zu Recht geltend macht
e
(Urk. 2 S. 6 Mitte)
– nicht, um eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin auszuwei
sen
oder Rückschlüsse auf ihre Arbeitsfähigkeit zu ermöglichen.
Der Bericht von
Dr.
H._
ist somit ebenfalls nicht geeignet, die Prognose der RAD-Ärztin in Frage zu stellen.
Dr.
A._
führte in seinem
Schreiben
vom Oktober 2014 aus, dass der Be
schwerdeführerin eine Arbeitsfähigkeit beziehungsweise die seit Sommer 2014
angestrebte Steigerung der Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf nicht zu
mutbar sei.
Aufgrund der aktuellen Beschwerden sei eine berufliche Umschu
lung zu erwägen (vorstehend E. 3.1
2
).
Dr.
A._
erörterte in seinem Bericht
jedoch
nicht,
wie er zu dieser Einschätzung bezüglich d
er
Arbeitsfähigkeit gekommen ist
.
Dieser Bericht ist demnach auch nicht geeignet, die von der RAD-Ärztin
ge
stellte
Prognose in Frage zu stellen.
Die Arbeitsunfähigkeitszeugnisse von
Dr.
A._
und der
Z._
,
welche
der Beschwerdeführerin
vom 2
2.
Januar bis 3
0.
Juni 2014
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
(Urk. 8/62), vom
1.
Juli bis 2
0.
Oktober 2014
eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit
(Urk. 8/63-65), vom 2
1.
Oktober bis 1
8.
November 2014
eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 8/66) und
vom 1
9.
November
2014 bis 31.
August
2015 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 8/67-70, Urk. 3/8) be
scheinigen, sind
schliesslich
nicht näher begründet und somit – entgegen der Ansicht
der Beschwerdeführerin (
vorstehend E. 2.2
)
–
nicht genügend aussage
kräftig, als dass darauf abgestellt werden könnte
.
Die
der Beschwerdeführerin im
Austrittsbericht des
J._
vom Dezember 2015 attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 3
0.
November bis 1
6.
Dezember
2015 und die
anschliessende
50%ige Arbeitsfähigkeit (vor
stehend E. 3.17)
betreffen den Zeitraum nach
Ver
fügungserlass
und
können
somit für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Be
schwerdeführerin
im vorliegenden Verfahren
nicht
berücksichtigt werden
(vgl. vorstehend E. 1.7).
Dies umso mehr, als darin erst ein Jahr nach dem hier zu prüfenden Zeitpunkt (Oktober 2014) eine relevante Arbeitsunfähigkeit attestiert wird. Soweit damit eine Verschlechterung geltend gemacht wird, ist dies im Rahmen einer Neuan
meldung zu prüfen.
4.5
Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass
für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auf die
Prognose der RAD-Ärztin,
wonach die Beschwerdeführerin ihre seit 1
7.
Juni 2014 bestehende Arbeitsfähig
keit
von 40 % stufenweise in 10 %-Schritten pro Monat auf das angestammte Pen
sum von 70 % steigern kann,
abgestellt
wird. Folglich sind keine weiteren Ab
klärungen notwendig, da die von der Beschwerdeführerin ins Recht gelegten Berichte keine begründeten Zweifel zu erwecken vermögen.
Der RAD-Ärztin folgend, kann die angestammte Tätigkeit als Verwaltungs
angestellte, das heisst eine Bürotätigkeit, gleich
zeitig
als angepasste Tätigkeit betrachtet werden, sofern es sich um körperlich leichte wechselbelastende Tätigkeiten han
delt, ohne regelmässige Hebe- und Tragebelastungen über 10 kg, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufiges Treppensteigen, ohne
häufige
wirbel
säulenbelastende
und hüftgelenks-kniegelenksbelastende
Zwangs
hal
tungen
und Tätigkeiten, ohne häufiges Gehen auf unebenem Gelände sowie ohne andau
ernde Vibrationsbelastungen und Nässe-/Kälteexposition (vgl. vor
stehend E. 3.7).
Dem soeben genannten Belastungsprofil kann im Rahmen der
ange
stammten Bürotätigkeit
insofern
Rechnung
getragen werden, indem gewisse
er
gonomische Anpassungen am Arbeitsplatz vorgenommen werden. Die von der Beschwerdeführerin beklagten Beschwerden betreffen sodann vor allem das
Bücken, die Haltungskonstanz und das Laufen von mehr als einer halben Stunde
(vorstehend E. 3.1
5
), was im Falle einer (ergonomisch angepassten) Bürotätig
keit nicht
relevant
wäre.
Damit ist im Oktober 2014 im Vergleich zum
Zeitpunkt des Rentenbeginns
im Dezember
2013 von einer Verbesserung auszugehen, indem der Beschwerde
führerin die angestammte Tätigkeit wieder im bisherigen Umfang zumutbar war.
4.6
Was den Aufgabenbereich angeht, so war im Oktober 2014 ebenfalls keine Einschränkung anzunehmen:
Der Beschwerdeführerin ist die Hausarbeit
gemäss eigener
Angaben anlässlich der orthopädischen Untersuchung durch die RAD-Ärztin weiterhin möglich, wobei sie diese in kleine Portionen einteilen muss (vorstehend E. 3.7).
F
ür Hausarbeiten, die sie nicht mehr selber erledigen kann,
hat sie
im Rahmen der
- weit auszulegenden -
Schadenminderungspflicht die Mithilfe von Familienangehörigen in Anspruch
zu
nehmen (vorstehend E.
1.5
).
Insbesondere aber resultiert bei einer vollen Arbeitsfähigkeit im angestammten Pensum von 70 % selbst bei vollständiger Arbeitsunfähigkeit im Aufgaben
bereich kein rentenbegründender Invaliditätsgrad, weshalb sich diesbezügliche Weiterungen erübrigen.
Die Beschwerdegegnerin hat somit der Beschwerdeführerin zu Recht
eine
von Dezem
ber 2013 bis September 2014 befristete
ganze
Rente z
ugesprochen
.
Dementsprechend ist die angefochtene Verfügung zu bestätigen und die dage
gen erhobene Beschwerde abzuweisen.
5
.
Die Verfahrenskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr. 800.-- festzusetzen und ausga
ngsgemäss der
Beschwerdeführerin
aufzuer
legen
.