Decision ID: 1589714f-4298-4b24-9732-dd75b69c82ca
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Forderung
Berufung gegen ein Urteil der I. Abteilung des Bezirksgerichtes Bülach vom 20. Januar 2016; Proz. CG120022
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Rechtsbegehren:
"Die Beklagten seien unter solidarischer Haftbarkeit zu verpflichten, der Klägerin Fr. 31'000.– nebst Zins zu 5 % seit 31. Dezember 2006 zu ; unter Vorbehalt des Nachklagerechts unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagten."
Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, I. Abteilung, vom 20. Januar 2016:
1. Das Begehren der klagenden Partei auf Verpflichtung der beklagten Partei 1
zur Bezahlung von Fr. 31'000.– nebst Zins zu 5% seit 31. Dezember 2006
wird abgewiesen.
2. [...]
3. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 8'000.– ; die Barauslagen betragen:
Fr. 5'220.20 Augenschein
Fr. 2'430.– Gutachten EMPA
Fr. 15'650.20 Total
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
4. Die Gerichtskosten werden der klagenden Partei und [...] je zur Hälfte aufer-
legt.
5. Die klagende Partei wird verpflichtet, der beklagten Partei 1 eine Parteient-
schädigung von Fr. 11'037.60 (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
Im Übrigen werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
6. [...]
7./8. [Mitteilungen / Rechtsmittelbelehrung]
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Berufungsanträge:
der Klägerin (act. 91 S. 2):
1. Ziff. 1, 4 und 5 des Urteils des Bezirksgerichts Bülach vom 20. Januar 2016
(Geschäftsnummer CG120022-C/U1) seien aufzuheben.
2. Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin CHF 31'000.-- nebst Zins zu
5 % seit 31. Dezember 2006 zu bezahlen; unter Vorbehalt des .
3. Der Beklagte sei zu verpflichten zur Übernahme der amtlichen Kosten des
erstinstanzlichen und des zweitinstanzlichen Verfahrens.
4. Der Beklagte sei zu verpflichten, die Klägerin für deren Parteikosten zu ent-
schädigen (zuzügl. Mehrwertsteuer) für das erstinstanzliche und das  Verfahren.

Erwägungen:
1. Streitgegenstand
A._ (fortan "Klägerin" genannt) weilte auf Einladung von B._ (fortan
"Beklagter" genannt) Ende 2006 in der Surselva zum Erlernen des Snow-
boardsports. Die beiden übernachteten in Drehschrankbetten im Hobbyraum der
Liegenschaft "C._" – die dem Vater eines Freundes des Beklagten, D._,
gehört – in der damaligen politischen Gemeinde E._. In der zweiten Nacht,
vom 29. auf den 30. Dezember 2006, kippte die Schrankkonstruktion auf die bei-
den Schlafenden und bewirkte bei der Klägerin eine Halswirbelsäulenverletzung,
die wiederum zur irreversiblen Lähmung sowohl der Beine als auch der Arme
führte. Der Beklagte blieb unverletzt. Die Klägerin fasst den Beklagten wie auch
den Liegenschaftseigentümer D._ mit einer Teilklage auf Genugtuung ins
Recht.
2. Prozessgeschichte
2.1. Unter Einreichung der Klagebewilligung des Friedensrichteramts ... vom
14. Juni 2012 (act. 1) machte die Klägerin mit Klageschrift vom 6. September
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2012 das vorliegende Verfahren am Bezirksgericht Bülach gegen den Beklagten
sowie D._ anhängig (act. 2). Die Vorinstanz führte einen doppelten Schrif-
tenwechsel sowie eine Instruktionsverhandlung durch, liess – unter Einbezug ei-
nes Augenscheins – ein Gutachten von der eidgenössischen Materialprüfungs-
und Forschungsanstalt erstatten, räumte Gelegenheit zur Stellungnahme dazu ein
und führte die Hauptverhandlung durch; für den ausführlichen vorinstanzlichen
Prozessverlauf sei zur Vermeidung von Wiederholungen auf den vorinstanzlichen
Entscheid verwiesen (act. 93 S. 2 ff.). Mit unbegründetem Urteil vom 20. Januar
2016 wies das Bezirksgericht Bülach die Klage gegen den Beklagten ab, diejeni-
ge gegen D._, den Liegenschafteneigentümer, hingegen gut (act. 80). Mit
Eingabe vom 1. Februar 2016 ersuchte die Klägerin rechtzeitig um Begründung
des Urteils (act. 81; act. 83). Am 8. Juli 2016 (act. 89) wurde in der Folge der Klä-
gerin das nunmehr begründete Urteil zugestellt (act. 88 = act. 92/1 = act. 93).
2.2. Fristgerecht erhob die Klägerin mit Schreiben vom 7. September 2016 Be-
rufung gegen das vorinstanzliche Urteil mit den eingangs angeführten Berufungs-
anträgen (act. 91). Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (act. 1-89). Die
Klägerin leistete den mit Verfügung vom 23. September 2016 angeordneten Kos-
tenvorschuss in Höhe von Fr. 4'000.– rechtzeitig (act. 94 und 98). Das Verfahren
ist spruchreif. Die Berufung der Eltern der Klägerin (Proz. Nr. LB160058) gegen
das Urteil im Parallelverfahren CG120026 vor Vorinstanz ist weder mit dem vor-
liegenden Prozess zu vereinigen, noch formell beizuziehen (vgl. act. 91 S. 5). Zu-
folge weitest gehender identischer Grundlagen ist jedoch betreffend den Beklag-
ten zeitgleich ein Urteil zu fällen, wie es auch die Vorinstanz handhabte.
3. Berufungsvoraussetzungen und Begründungspflicht
3.1. Nach Eingang der Berufung prüft die Rechtsmittelinstanz von Amtes we-
gen das Vorliegen der Rechtsmittelvoraussetzungen. Diese sind vorliegend un-
streitig gegeben. Die Berufung ging rechtzeitig, schriftlich begründet und mit kon-
kreten Anträgen versehen bei der Rechtsmittelinstanz ein. Die Klägerin ist durch
das vorinstanzliche Urteil beschwert und zur Rechtsmittelerhebung legitimiert; für
die Berufung gegen den Entscheid ist das angerufene Obergericht zuständig. Der
Kostenvorschuss wurde geleistet. Auf die Berufung ist ohne weiteres einzutreten.
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3.2. Eine Berufung ist zu begründen (Art. 311 ZPO). Das Bundesgericht formu-
liert es so: "il incombe toutefois au recourant de motiver son appel (art. 311 al. 1
CPC), c'est-à-dire de démontrer le caractère erroné de la motivation attaquée.
Pour satisfaire à cette exigence, il ne lui suffit cependant pas de renvoyer aux
moyens soulevés en première instance, ni de se livrer à des critiques toutes gé-
nérales de la décision attaquée. Sa motivation doit être suffisamment explicite
pour que l'instance d'appel puisse la comprendre aisément, ce qui suppose
une désignation précise des passages de la décision que le recourant attaque et
des pièces du dossier sur lesquelles repose sa critique" (BGE 138 III 374,
E. 4.3.1). Die Kritik der Klägerin ist also aus sich selbst heraus zu würdigen; ins-
besondere hat das Obergericht nicht in den Akten nach weiteren Anhaltspunkten
und Argumenten zu forschen, welche den Standpunkt der Klägerin zusätzlich
stützen könnten.
3.3. Von der Einholung einer Berufungsantwort ist vorliegend abzusehen, da
sich die Berufung nach einer eingehenden Prüfung der Sache als unbegründet
erweist. Der Wortlaut von Art. 312 Abs. 1 ZPO lässt ein Absehen von der Beru-
fungsantwort zwar grundsätzlich nur für offensichtlich unzulässige oder offensicht-
lich unbegründete Berufungen zu – beides trifft vorliegend nicht zu, aber eine Ein-
holung der Berufungsantwort bei einer letztlich gleichwohl unbegründeten Beru-
fung führte einzig zu höheren Prozesskosten zu Lasten der Klägerin (zum Thema
insbesondere auch BGer 5A_849/2015 vom 27. Juni 2016 E. 3).
4. Weitere Anspruchsgrundlagen
4.1. Die Klägerin beanstandet mit der Berufungsschrift in allgemeiner Weise,
dass die Vorinstanz die Anspruchsgrundlagen aus Vertrag, Vertrauenshaftung
und Werkeigentümerhaftung verworfen habe; wenn aber diese Rechtsgrundlagen
verneint würden, so müsse zumindest bei der Anwendung von Art. 41 OR die Nä-
he des Schadenverursachers zu den strengeren Haftungsgrundlagen berücksich-
tigt werden, was die Vorinstanz zu Unrecht nicht getan habe (act. 91 Rz 14 ff.).
4.2. Mangels konkretem Konnex zum angefochtenen Urteil sind diese Ausfüh-
rungen ohne Relevanz für die Berufung. Warum obstehende Behauptungen konk-
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ret geeignet wären, das angefochtene Urteil zu ändern, erläutert die Klägerin
nicht. Darauf ist nicht weiter einzugehen, zumal die Klägerin auch im Folgenden
keinen Bezug zu diesen allgemeinen Behauptungen herstellt.
5. Relevanter Sachverhalt
Die Vorinstanz hielt den vorliegend zu beurteilenden Sachverhalt wie folgt fest
(act. 93 S. 9 f.):
"Nach der Ankunft der Klägerin und des Beklagten 1 in E._ und nachdem beschlossen
war, dass die Klägerin und der Beklagte 1 im Hobbyraum übernachten werden, stellten der
Beklagte 1 und F._ am 28. Dezember 2006 beide Drehschrankbetten gemeinsam auf.
Weil diese noch als Schrank ausgerichtet waren, mussten sie zunächst gedreht werden
(act. 4/4, S. 2). Anschliessend klappten sie die Betten herunter. Sie testeten die Stabilität
der ausgeklappten Betten, indem sie an ihnen rüttelten und F._ mit seinem Knie auf die
Bettflächen stieg (Prot. S. 12; act. 19/9, S. 2). Sie legten sich jedoch nicht mit ihrem Ge-
samtgewicht darauf (act. 4/7, S. 2 und act. 4/1, S. 2). Der Beklagte 1 achtete nicht darauf,
ob die Betten an der Wand oder untereinander befestigt waren. Er ist der Ansicht, den Bett-
fuss beim Aufstellen der Betten mit dem Schnappverschluss korrekt arretiert zu haben
(act. 4/4, S. 2 f.). Er bemerkte allerdings, dass sich der obere Teil des Schrankes etwas von
der Wand wegbewegen liess, die Arretierung schwach war und sich der Fuss relativ leicht
wieder einklappen liess (act. 4/1, S. 2 f.). Der Beklagte 1 ging beim Aufstellen der Betten
gleichwohl davon aus, dass der Bettfuss hält. Er hielt die Konstruktion für sicher (act. 19/13,
S. 2; Prot., S. 12; act. 4/4, S. 3). Er und F._ trafen keine weiteren Sicherungsvorkeh-
rungen. Die Drehschrankbetten blieben bis zum Unfall ausgeklappt (act. 4/1, S. 2). Die Klä-
gerin war im Zeitraum, in dem der Beklagte 1 und F._ die Drehschrankbetten aufstell-
ten und deren Stabilität überprüften, damit beschäftigt, das Gepäck in die Wohnung zu brin-
gen. Ihr fiel nichts auf, was Zweifel an der Sicherheit der Bettkonstruktion hätte hervorrufen
können (Prot. S. 6)."
6. Verschulden
6.1. Das Bezirksgericht Bülach prüfte einen Anspruch aus Art. 41 OR und er-
wog, das Aufstellen des Drehschrankbettes durch den Beklagten sei die wider-
rechtliche sowie natürlich und adäquat kausale Ursache für den Unfall bzw.
Schaden der Klägerin (act. 93 S. 40 f.). Sowohl beim Aufstellen als auch bei der
Frage unterlassener zur Sicherung notwendiger Vorkehrungen lastete die Vor-
instanz dem Beklagten indes kein Verschulden an (act. 93 S. 41-44). Die Klägerin
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bejaht ein Verschulden des Beklagten und rügt das vorinstanzliche Urteil in ver-
schiedener Hinsicht (act. 91 Rz 19 ff.).
6.2. Fachmanneigenschaft
6.2.1. Die Klägerin stellt sich unter Einreichung eines neuen Beweismittels auf
den Standpunkt, dass die Vorinstanz zu Unrecht die "Fachmanneigenschaft" des
Beklagten, eines Zimmermanns, verneine (act. 91 Rz 4 und 22 f. und 25 ff.).
6.2.2. Entgegen der Meinung der Klägerin verneinte die Vorinstanz die Fach-
kenntnisse des Beklagten keineswegs, sondern hielt sie für die vorliegende Frage
der Haftung bzw. des Verschuldens für nicht relevant (act. 93 S. 42). Zur Beurtei-
lung der unbestrittenen generellen Fachmanneigenschaft des Beklagten als Zim-
mermann und der Abnahme von Beweismitteln dazu besteht mithin kein Anlass.
Zu prüfen ist das hypothetische Verhalten eines durchschnittlich sorgfältigen
Menschen in der fraglichen Situation, worauf nach der Prüfung der gerügten
Sachverhaltselemente (E. 6.3 f.) zurückzukommen sein wird (vgl. E. 6.5).
6.3. Sachverhaltselemente zur Erkennbarkeit des Mangels
6.3.1. Die Klägerin behauptet mit der Berufung, der Beklagte habe die Instabilität
des Bettes bemerkt und hätte dessen Sicherung an der Rückseite prüfen müssen,
da sich die Rückwand des Schrankbettes von der Wand habe wegbewegen las-
sen. Es sei lebensfremd, in diesem Zusammenhang betreffend den Beklagten
und F._, einen Schreiner, unterschiedlich zu entscheiden (act. 91 Rz 23).
Den Beklagten belaste zudem, dass er auch die mangelnde Sicherung des Bett-
fusses erkannt habe. Für ihn sei schon ein Tag nach dem Unfall klar gewesen,
dass der einklappende Bettfuss den Schrankteil zum Fallen gebracht habe, weil
die Konstruktion am Scharnier des Bettbeines zu schwach gewesen sei. Auch wä-
re es für ihn kein Problem gewesen, den Schrankteil an die Wand zu schrauben
(act. 91 Rz 30 f.). Schliesslich habe er gewusst, dass die beiden Klappbetten
noch nie heruntergeklappt und zum Schlafen benutzt worden seien (act. 91
Rz 32). Andernorts weist die Klägerin erneut darauf hin, dass der Beklagte die In-
stabilitäten der Bettrückwand und der Fusssicherung vor dem Unfall erkannt habe
(act. 91 Rz 36). Schliesslich sei dem Beklagten die Schlafgelegenheit nicht ange-
boten worden, sondern er habe eine andere ihm angebotene Schlafgelegenheit
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im Obergeschoss abgelehnt; das entsprechende Entlastungsargument der Vo-
rinstanz sei untauglich (act. 91 Rz 35).
6.3.2. Die klägerische Tatsachenbehauptung, der Beklagte habe gewusst, dass
die beiden Klappbetten noch nie heruntergeklappt und benutzt worden seien, fin-
det sich weder im vorinstanzlichen Urteil, noch behauptet die Klägerin, das Be-
zirksgericht habe ihre entsprechende erstinstanzliche Darstellung zu Unrecht un-
berücksichtigt gelassen. Es fragt sich daher, ob sie damit in der Berufung noch
zugelassen ist. Das ist nach Art. 317 Abs. 1 ZPO der Fall, wenn sie das Neue (b)
trotz zumutbarer Sorgfalt in erster Instanz noch nicht vortragen konnte, und es
nun (a) ohne Verzug vorträgt. Bei einem Umstand, der sich bereits früher ereignet
hat, einem so genannten unechten Novum, muss die Partei gleichzeitig erläutern,
wann sie davon überhaupt erfuhr und weshalb sie die Behauptung trotz zumutba-
rer Sorgfalt nicht schon früher ins Verfahren einbringen konnte, und zu den dafür
aufgestellten Behauptungen (zu welchen Beweis erhoben werden muss, sollten
sie bestritten werden) muss sie gleichzeitig ihre Beweismittel nennen (vgl. KuKo-
ZPO Orell Füssli-GEHRI, 2. Aufl., Art. 317 N 4). In der Berufungsschrift äussert
sich die Klägerin überhaupt nicht zur Frage der Zulässigkeit der neuen Behaup-
tung. Damit fehlt es schon an einer ausreichenden Darstellung, nach welcher das
Novum prozessual zulässig sein könnte. Sie verweist einzig darauf, dass die zi-
tierte Aussage aus einer polizeilichen Einvernahme schon der Klage beigelegen
habe (act. 91 Rz 32). Die neue Behauptung hat im Berufungsverfahren demzufol-
ge unberücksichtigt zu bleiben.
6.3.3. Die Vorinstanz erwog, der Beklagte sei davon ausgegangen, dass der Bett-
fuss ausreichend stabil sei. Beim Aufstellen des Bettes habe er gemerkt, dass
sich der Bettkasten etwas von der Wand wegbewegen lasse und die Arretierung
des Bettfusses schwach ausgestaltet sei. Ob es sich bei diesen Beobachtungen
um Instabilitäten gehandelt habe, die ihn zur Fixierung des Bettes hätten veran-
lassen müssen, sei eine Frage der Würdigung (vgl. act. 93 S. 10 f.). Die Klägerin
bringt mit der Berufung in diesem Zusammenhang wiederum ein unzulässiges
Novum vor, wenn sie behauptet, der Beklagte habe die Instabilitäten bzw. man-
gelnde Sicherung des Bettfusses vor dem Unfall erkannt. Sie macht dabei dessen
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Analyse und Erklärung nach dem Unfall zur bislang unbehaupteten Gewissheit
vor dem Unfall. Im vorinstanzlichen Verfahren gab die Klägerin demgegenüber
stets unkommentiert die Aussagen des Beklagten anlässlich der polizeilichen Ein-
vernahme vom 31. Dezember 2006 wieder (vgl. bspw. act. 30 Rz 72): "Wir klapp-
ten die Füsse am Ende des Bettes vollständig aus. Diese haben eine leichte Si-
cherung in der Form eines Klappbügels, welche jedoch nicht wirklich schützt, so-
dass der Fuss relativ leicht wieder einklappen kann. Dies ist dann in der Unfall-
nacht auch geschehen, sodass der ganze Schrankteil auf uns fiel. Als ich das Bett
aufstellte, war ich der Meinung, dass der Fuss genügend hält." Andernorts zitierte
die Klägerin den Beklagten mit den Worten: "Weshalb sich der Fuss aber löste,
sprich einklappen konnte, ist mir unerklärlich." (vgl. act. 30 Rz 54). Den Erwägun-
gen des Bezirksgerichts zur Sachverhaltserstellung in Bezug auf die "Instabilitäten
beim Aufstellen der Betten" ist also nichts hinzuzufügen.
6.3.4. Die Vorinstanz hielt bei der Sachverhaltsdarstellung fest, dass sich zwar
der Beklagte dahingehend entschieden habe, im Hobbyraum zu übernachten,
F._ und D._ ihm aber bereitwillig die Wahl überlassen und dem Beklag-
ten dadurch den Hobbyraum für die Übernachtung zur Verfügung gestellt hätten.
Die zuvor gemachten Übernachtungsvorschläge seien aufgrund praktischer Über-
legungen und nicht wegen Sicherheitsbedenken erfolgt. Der Beklagte habe sich
daher nicht eigenständig und ohne die Mitwirkung von Vater und Sohn DF._
für die Übernachtung im Hobbyraum entschieden, sondern in gegenseitiger Ab-
sprache und mit deren ausdrücklichem Einverständnis (act. 93 S. 13). Dieser
Sachverhaltsdarstellung hält die Klägerin einzig entgegen, der Beklagte habe die
ihm im Obergeschoss angebotene Schlafgelegenheit abgelehnt. Diesen Umstand
hat die Vorinstanz bei der Sachverhaltserstellung berücksichtigt und kam gleich-
wohl zum obgenannten Schluss; die Klägerin setzt sich mit diesen Erwägungen
nicht auseinander, weshalb es damit sein Bewenden hat.
6.3.5. Eine der Klägerin unerklärliche Ungleichbehandlung des Beklagten im Ver-
gleich zu F._ betreffend Erkennbarkeit der Instabilitäten erhellt sodann schon
aus ihren eigenen Behauptungen, wonach letzterer zusammen mit seinem Vater
im Jahr 2005 die Klappbetten gezügelt, im Hobbyraum zusammengebaut und im
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Wissen um die vormalige Befestigung auf eine Fixierung an der Wand verzichtet
habe (vgl. act. 2 Rz 22 und 28; act. 93 S. 9); die Klägerin anerkennt auch, dass
der Beklagte hingegen nicht um die fehlende Fixierung an der Wand wusste (vgl.
act. 30 Rz 38).
6.3.6. Schliesslich lässt sich zugunsten der Klägerin auch aus dem Zugeständnis
des Beklagten, für ihn wäre es kein Problem gewesen, den Schrankteil an die
Wand zu schrauben, nichts ableiten, zumal es bedingt formuliert wurde; es stand
unter der Bedingung, dass die Schrankkonstruktion an die Wand hätte geschraubt
werden müssen (vgl. act. 2 Rz 25). Wie die Klägerin in Randziffer 27 ihrer Beru-
fung richtig dartut, ist also massgeblich, ob der Beklagte beim Drehen und Aus-
klappen der Betten zu einer anderen Einschätzung der Sicherheitssituation hätte
gelangen müssen, also ein Mangel an der unter den gegebenen Umständen er-
forderlichen Sorgfalt vorlag.
6.4. Gutachterliche Einschätzung zur Erkennbarkeit
6.4.1. Die Klägerin nimmt in der Berufung Bezug auf das Gerichtsgutachten der
EMPA vom 16. Juni 2015, in welchem festgehalten wird, dass das Klappbett vor
dem Gebrauch an der Rückwand hätte angeschraubt werden müssen, wobei ein
fachmännischer Benutzer die Notwendigkeit der Wandbefestigung hätte erkennen
müssen. Wesentlich seien sodann die Feststellungen anlässlich des Augen-
scheins; bei vollständig herunter geklapptem Bett sei beim Rütteltest die Stabilität
nicht mehr gleich wie im hochgeklappten Zustand, es bestehe eine deutlich höhe-
re Kippgefahr. Die Klägerin argumentiert weiter, es sei schlicht nicht nachvollzieh-
bar, wie das Gericht nach den Ergebnissen des Augenscheins dem Beklagten zu
Gute halten könne, er habe die Instabilität und die drohende Gefahr beim Aufstel-
len nicht erkennen können, zumal der Bettkasten auch ohne zusätzliche horizon-
tale Zugkraft unverzüglich zu kippen begonnen habe, als sich ein Gutachter im
Fussbereich auf die Matratze gesetzt habe und das noch bevor das volle Körper-
gewicht auf dem Bett gelastet habe (act. 91 Rz 21).
6.4.2. Dem fraglichen Sachverhalt liegt ein vollständig ausgeklappter Bettfuss zu-
grunde (vgl. E. 6.3.3). In der Berufung legt die Klägerin aber Aspekte des Augen-
scheins dar, bei denen der Bettfuss mit ca. 30 % angewinkelt war (Sitztest auf das
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Fussende des Betts; vgl. Prot. VI S. 26). Darauf kann nicht abgestellt werden.
Weiter ist wesentlich, dass der Beklagte die Stabilität der ausgeklappten Betten
testete, indem er an ihnen (den Betten, nicht aber an der Schrankwand) rüttelte
(act. 93 S. 9). Dem Gutachten zufolge hätte es aber einer aussergewöhnlichen
Krafteinwirkung an den Betten bedurft, um bei senkrecht stehendem Bettfuss den
Bettkasten zum Kippen zu bringen (act. 66 S. 8; bzw. sehr grosse dynamische
Kräfte in Höhe der Liegefläche [Prot. VI S. 28]). Dem Protokoll des Augenscheins
vom 19. August 2014 ist zwar – wie von der Klägerin korrekt dargetan – zu ent-
nehmen, dass die Stabilität des vollständig herunter geklappten Bettes nicht mehr
gleich sei, wie beim hochgeklappten Bett und eine deutlich höhere Kippgefahr be-
stehe, da mit relativ geringer Kraft auf mittlerer Höhe die Schrankwand zum Kip-
pen gebracht werden könne (Prot. VI S. 24 f.). Darauf kann entgegen der Darstel-
lung der Klägerin aber nicht direkt abgestellt werden, prüfte der Beklagte die Sta-
bilität gemäss dem bindenden Sachverhalt doch mit einem Rütteln an den Betten,
nicht an der Schrankwand.
6.4.3. Die Gutachter hielten fest, dass der Bettkasten vor dem Gebrauch an der
Rückwand hätte angeschraubt werden müssen. Ein fachmännischer Benutzer des
Bettes hätte die Notwendigkeit einer Wandbefestigung erkennen müssen; aus-
serhalb des Kompetenzbereichs der Gutachter liege die Frage, ob die Notwendig-
keit einer Wandbefestigung auch für einen nichtfachmännischen Benutzer (bei
fehlender Montageanleitung) gelte (act. 66 S. 9; vgl. act. 64 S. 3). Das Gutachten
schliesst demnach auf eine Erkennbarkeit des Mangels für den fachmännischen
Benutzer. Unbestimmt bleiben die Begriffe "fachmännisch" und "Benutzer". So in-
diziert der von den Gutachtern vermerkte Zusatz "bei fehlender Montageanlei-
tung", dass unter Benutzer eine Person zu verstehen ist, die das Bett übernimmt,
zusammenbaut, aufstellt und dann darin schläft. Eine Unterscheidung zu einem
Benutzer wie dem Beklagten, der erstmals und einmalig das schon aufgestellte
Bett herunterklappt, wird nicht getroffen. Die Vorinstanz verneinte in einer Ge-
samtbeurteilung die Erkennbarkeit der fehlenden Wandbefestigung für den Be-
klagten und damit auch ein Verschulden trotz der fraglichen gutachterlichen Ein-
schätzung. Der Klägerin zufolge hatte der Beklagte aufgrund der gutachterlichen
Einschätzung Grund zur Annahme, dass die Betten nicht ordnungsgemäss mon-
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tiert waren und ihm sei grobe Fahrlässigkeit vorzuwerfen (act. 91 Rz 19 ff.). Die
vorinstanzliche Erwägung ist nunmehr auf ihre Richtigkeit hin zu prüfen:
6.5. Fahrlässiges Handeln des Beschuldigten
6.5.1. Fahrlässigkeit ist rechtlich "missbilligte Unsorgfalt". Sie setzt in subjektiver
Hinsicht voraus, dass der Schädiger urteilsfähig ist. Diese Voraussetzung steht im
vorliegend zu beurteilenden Fall nicht zur Diskussion, so dass darauf nicht weiter
einzugehen ist. Die Sorgfalt, welche es zu beachten gilt, misst sich grundsätzlich
nach objektiven Kriterien. Der Mangel an Sorgfalt wird festgestellt durch den Ver-
gleich des tatsächlichen Verhaltens des Schädigers mit dem hypothetischen Ver-
halten eines durchschnittlich sorgfältigen Menschen in der Situation des Schädi-
gers. Die negative Abweichung von diesem geforderten Durchschnittsverhalten
gilt in der Regel als sorgfaltswidrig (REY, Ausservertragliches Haftpflichtrecht,
4. Auflage, Zürich 2008, N 810 und N 844 ff.; BK-BREHM, 3. Auflage, Bern 2006,
N 170 ff. und N 179 ff. zu Art. 41). Die Sorgfaltspflichten ergeben sich in erster Li-
nie aus gesetzlichen Regelungen, die der Unfallverhütung und der Sicherheit die-
nen, sowie aus anderen allgemein anerkannten Verhaltensregeln, selbst wenn
diese von einem privaten oder halböffentlichen Verband erlassen werden und
keine Rechtsnormen darstellen (BSK OR I-KESSLER, 6. Auflage, Basel 2015,
Art. 41 N 48b). Auch die Verletzung des Gefahrensatzes begründet ein Verschul-
den. Er lautet: Wer einen Zustand schafft oder aufrecht erhält, der – angesichts
der konkreten Umstände erkennbarerweise – einen anderen schädigen könnte, ist
nach allgemein anerkanntem Rechtssatz verpflichtet, die zur Vermeidung eines
Schadens erforderlichen Massnahmen zu treffen (vgl. BGE 126 III 113 E.2a; REY,
a.a.O., N 868 f.). Der alleinige Umstand aber, dass ein Vorfall geschehen und ein
Schaden entstanden ist – den man, im Nachhinein betrachtet, hätte vermeiden
können – heisst noch nicht, dass das Verhalten unter den vorangehenden Um-
ständen schuldhaft war (BK-BREHM, a.a.O., N 188 zu Art. 41).
6.5.2. Der Beklagte gelangte als Feriengast mit dem Ziel des Snowboardens in
die Liegenschaft "C._". Die Schlafmöglichkeit in den Drehschrankbetten wur-
de ihm – wie von der Vorinstanz korrekt dargetan – von zwei Freunden zur Verfü-
gung gestellt. Es bestand zu diesem Zeitpunkt für ihn daher kein Anhaltspunkt,
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die Betten seien nicht ordnungsgemäss fixiert. Beim Drehen und Ausklappen der
Betten fiel dem Beklagten zwar auf, dass sich der Bettkasten "ein wenig" von der
Wand wegbewegen liess und die Arretierung des Bettfusses schwach ausgestal-
tet war. Er testete in der Folge die Stabilität zusammen mit F._, indem sie am
Bett rüttelten, woraufhin sie die Konstruktion für sicher hielten (vgl. act. 93 S. 9 f.).
Dieser Befund wird von den Gutachtern insofern bestätigt, als diese konstatierten,
dass es sehr grosser dynamischer Kräfte in Höhe der Liegefläche bedürfe, um bei
senkrecht stehendem Bettfuss den Bettkasten zum Kippen zu bringen (Prot. VI
S. 28). Vor diesem Hintergrund ist der Schluss der Vorinstanz, dass die Beobach-
tungen des Beklagten ohne fachspezifisches Wissen nicht als Sicherheitsmängel
erkennbar waren und er eine sichere Konstruktion vermuten durfte, nicht zu be-
anstanden. Dies gilt vorliegend umso mehr, als erst das Zusammenwirken der
Mängel (fehlende Verschraubung des Bettkastens und instabiler Bettfuss) zum
Unfall führte. Einzeln hätten die beiden Mängel gemäss der gutachterlichen Fest-
stellung nicht zum verhängnisvollen Kippen des Bettes geführt (act. 66 S. 5 f. und
11). Bezeichnend ist ferner, dass die Experten des wissenschaftlichen Dienstes
der Stadtpolizei Zürich im Gutachten vom 22. Dezember 2008 die beim schräg
stehenden Bettfuss wirkenden Kräfte völlig verkannten (act. 19/5; act. 93 S. 14 f.).
Eine weitergehende Prüfungspflicht betreffend den Bettkasten bzw. unter Zugrun-
delegung eines schräg stehenden Bettfusses drängte sich für den Beklagten da-
mit auch nicht auf. Ein Abweichen von der gutachterlichen Feststellung, der Man-
gel sei für einen fachmännischen Benutzer erkennbar, ist angesichts der konkre-
ten Verhältnisse mit Blick auf einen durchschnittlich sorgfältigen Menschen ge-
rechtfertigt, zumal beim Aufklappen eines Schrankbettes als Gast in einer frem-
den Behausung von einer eher bescheidenen Anforderung an die Sorgfaltspflicht
auszugehen ist. Fehlt es selbst für Experten an der Erkennbarkeit des Zusam-
menwirkens beider Mängel, so kann ein Verschulden des Beklagten weder für
sein Handeln noch für sein angebliches Unterlassen über den Gefahrensatz be-
gründet werden; eine entgegen stehende gesetzliche Regelung oder eine Verhal-
tensregel liegen ohnehin nicht vor.
6.5.3. Die Klägerin beanstandet, dass das Bezirksgericht mit der Verneinung der
Erkennbarkeit der Gefahr für den Beklagten widersprüchlich argumentiere, ver-
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weise es doch betreffend Vorhersehbarkeit richtigerweise auf den Massstab der
Adäquanz. Das Aufstellen des Bettes sei aber adäquat kausale Ursache des Un-
falles. Damit könne die Vorhersehbarkeit nicht verneint werden (act. 91 Rz 37).
6.5.4. Die Vorinstanz hat in den theoretischen Grundlagen zum Verschulden fest-
gehalten, dass für die Bejahung einer Fahrlässigkeit auch die Erkennbarkeit der
Gefahr erforderlich sei und unter Hinweis auf bundesgerichtliche Entscheide der
strafrechtlichen Abteilung angeführt, es sei der Massstab der Adäquanz für die
Frage der Vorhersehbarkeit heranzuziehen (act. 93 S. 38 f.). Diese theoretische
Erwägung ist unzutreffend: Wäre im Zivilrecht die Erkennbarkeit und damit auch
das Verschulden bei Fahrlässigkeit immer im Gleichlauf mit der Adäquanz zu be-
urteilen, wie die Klägerin es in der Berufung dartut, so käme der Beurteilung des
Verschuldens keine eigenständige Bedeutung zu. Der Prüfung der Adäquanz liegt
eine rein objektive Betrachtungsweise zu Grunde, bei der es auf die subjektive
Erkennbarkeit nicht ankommt (vgl. REY, a.a.O., N 532 f.). Letzteres Kriterium
spielt bei der Verschuldenshaftung indes eine Rolle hinsichtlich der Abklärung des
Verschuldens des Schadenverursachers (vgl. bspw. BGE 119 Ib 334 E. 5b). Zwar
wird auch bei der Fahrlässigkeit objektiviert geprüft. Das heisst aber konkret, dass
für die Beurteilung der Erkennbarkeit nicht von den individuellen Gegebenheiten
des Beklagten, sondern von einem durchschnittlich sorgfältigen Menschen in der
Situation des Beklagten ausgegangen wird (vgl. E. 6.5.1). Von der Vorinstanz ist
aufgrund des Mangels am Schrankbett dessen Aufklappen als adäquat kausale
Teilursache für den bei der Klägerin entstandenen Schaden gewürdigt worden;
die Frage der Voraussehbarkeit beschlägt nunmehr den Aspekt, ob der Mangel
für einen durchschnittlich sorgfältigen Menschen erkennbar war. Diese Frage
kann ohne weiteres abweichend von der Frage der Adäquanz beurteilt werden.
Die Vorinstanz hat mit der Wiedergabe der Rechtsprechung zum Begriff der Vo-
raussehbarkeit bei Fahrlässigkeitsdelikten im Strafrecht bei ihren theoretischen
Ausführungen effektiv für einen Widerspruch zu ihren tatsächlichen Erwägungen
zum Verschulden des Beklagten gesorgt; letztere sind aber – wie soeben geprüft
– zutreffend und erstere im Zivilrecht irrelevant; der Vollständigkeit halber sei im-
merhin darauf verwiesen, dass im Strafrecht die Frage der Fahrlässigkeit zuguns-
ten der beschuldigten Person in einem späteren Schritt weitergehend individuali-
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siert wird, als es im Zivilrecht der Fall ist (vgl. Art. 12 Abs. 3 StGB). Die Klägerin
kann aus der Widersprüchlichkeit nichts zu ihren Gunsten ableiten.
6.6. Zusammenfassend ergibt sich aus dem Gesagten, dass vorliegend ein
Verschulden des Beklagten nicht erstellt ist, weshalb es bei der Abweisung der
Klage bleibt. Als Folge davon ist die Berufung abzuweisen.
7. Kosten- und Entschädigungsfolge
Bei diesem Ausgang des Verfahrens bleibt es für das erstinstanzliche Verfahren
hinsichtlich der Kosten- und Entschädigungsfolgen beim vorinstanzlichen Ent-
scheid und die Klägerin wird auch für das Berufungsverfahren kostenpflichtig. Die
Entscheidgebühr ist unter Berücksichtigung des tatsächlichen Streitinteresses,
des bescheidenen Zeitaufwands für das Gericht sowie der Synergien des nahezu
identischen Parallelverfahrens auf Fr. 3'000.-- festzusetzen, der Klägerin aufzuer-
legen und mit dem geleisteten Prozesskostenvorschuss zu verrechnen. Eine Par-
teientschädigung ist nicht zuzusprechen, weil dem Beklagten durch das Beru-
fungsverfahren keine entschädigungspflichtigen Aufwendungen entstanden sind.