Decision ID: 9183ae5d-b76f-464d-ad6f-06c486c8b2e1
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
M._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Boris Züst, Bahnhofstrasse 7, 9630 Wattwil,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
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A.
A.a M._, Jahrgang 1953, meldete sich im Juni 2007 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung (IV) an und beantragte die Ausrichtung einer Rente (IV-act. 1).
Am 24. September 2005 war ihm bei einem Sturz auf einer Treppe eine schwere
Maschine auf den linken Hemithorax und den linken Mittelfinger gefallen. Dies hatte
drei Fingeroperationen zur Folge, zudem klagt der Versicherte seither über
linksthorakale Schmerzen (IV-act. 15-19). Sein Hausarzt Dr. med. A._, Facharzt FMH
für Allgemeinmedizin, nannte im Arztbericht vom 29. Juni 2007 die Diagnosen
neuropathisches Schmerzsyndrom nach Trümmerfraktur Endphalanx linker Mittelfinger
und extrakardiale linksseitige Thoraxschmerzen nach stumpfem Thoraxtrauma. Ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestehe eine hypertensive Herzkrankheit (IV-
act. 15-3). Die angestammte Tätigkeit als Maurer sei nicht mehr möglich. Andere
Tätigkeiten seien prinzipiell zumutbar, wobei der Versicherte als Maurer kaum in einem
Büro arbeiten könnte. Leichtere Arbeiten in einem Lager wären denkbar.
Möglicherweise würde der Versicherte mit vermehrten Schmerzen reagieren, sodass
noch nicht absehbar sei, wie viele Stunden täglich er einer Tätigkeit nachgehen könne
(IV-act. 15-7).
A.b Der zuständige Arzt des IV-internen Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) Dr. med.
B._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, kam in seiner Stellungnahme
vom 6. Juli 2007 zum Schluss, dass die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit
noch nicht abschliessend geschätzt werden könne. Es müsse ein orthopädisches
Gutachten erstellt werden, sobald der Endzustand erreicht sei. Zurzeit seien die
Verhältnisse bezüglich einer Fingerteilamputation noch ungeklärt. Orientierend könne
aber festgehalten werden, dass eine Arbeitsfähigkeit von mindestens 50%
anzunehmen sei, sofern die linke Hand geschont werden könne (IV-act. 13-2). Der
Hausarztbericht vom 29. Juni 2007 samt Beilagen wurde dem RAD am 8. Oktober 2007
zur Kenntnis unterbreitet. Am 26. Oktober 2007 gab der Dr. B._ an, aus medizinisch-
theoretischer Sicht bestehe für leichte bis mittelschwere Tätigkeit ohne besondere
repetitive Belastung der linken Hand keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Diese
Einschätzung gelte ab der Abschlussuntersuchung durch die Orthopädie und
Ausschluss einer koronaren Herzerkrankung im Mai 2007 (IV-act. 22-2).
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A.c Gestützt auf diese Einschätzung ermittelte die IV-Stelle einen Invaliditätsgrad von
14% und stellte dem Versicherten mit Vorbescheid vom 5. Dezember 2007 die
Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht (IV-act. 24). In Vertretung des Versicherten
machte Rechtsanwalt lic. iur. Boris Züst im Einwand vom 18. Januar 2008 geltend, aus
medizinischer Sicht sei noch kein Endzustand erreicht. Entsprechend sei das Verfahren
zu sistieren (IV-act. 26-1 f.). Nach erneuter Rückfrage beim RAD verfügte die IV-Stelle
am 12. Februar 2008 dennoch gemäss Vorbescheid die Rentenablehnung
(act. G 1.1.1).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde des Rechtsvertreters des
Versicherten vom 3. April 2008. Er beantragt die Aufhebung der Verfügung und die
Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin zur Neubeurteilung. Die
Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, das Verfahren bis zum Abschluss der ärztlichen
Behandlung und Beurteilung durch die Schmerzklinik des Kantonsspitals St. Gallen
(KSSG) zu sistieren, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Der
Beschwerdeführer werde wegen der Schmerzen im Brust- und Schulterbereich noch
immer in der Schmerzklinik des KSSG therapiert. Laut telefonischer Auskunft der
behandelnden Ärztin Frau Dr. med. C._ vom 3. April 2008 könne beim
Beschwerdeführer wegen der Schmerzproblematik sicher nicht von einem
medizinischen Endzustand gesprochen werden, da sich die Therapie noch hinziehe.
Zuerst müssten die Medikamente überhaupt richtig eingestellt werden. Im Übrigen
verletze die Beschwerdegegnerin den Grundsatz "Eingliederung vor Rente" (act. G 1).
B.b In der Beschwerdeantwort vom 22. Mai 2008 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Es stehe bereits fest, dass eine adaptierte Tätigkeit
ganztags zumutbar sei. Eine allfällige Verbesserung des Gesundheitszustands bzw.
eine Verminderung des subjektiven Schmerzempfindens durch weitere medizinische
Massnahmen müsse nicht abgewartet werden. Wenn aktuell kein Rentenanspruch
bestehe, werde auch nach einer Verbesserung des Gesundheitszustands kein
Anspruch bestehen (act. G 4).
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B.c Der Beschwerdeführer liess in der Replik vom 28. Juli 2008 erneut die Einholung
eines Arztberichts im KSSG und die Sistierung des Verfahrens bis zum Abschluss der
Behandlung am KSSG beantragen (act. G 10).
B.d Die zuständige Verfahrensleiterin des Versicherungsgerichts sistierte das Verfahren
am 29. Juli 2008 formlos bis 31. Oktober 2008 (act. G 11). Mangels Gesuchs um
Sistierungsverlängerung führte sie das Verfahren im Februar 2009 fort (act. G 14). Die
Beschwerdegegnerin verzichtete am 26. Februar 2009 auf die Einreichung einer Duplik
(act. G 15).
B.e Der Beschwerdeführerin liess am 16. März 2009 weitere medizinische Akten
einreichen (act. G 17).

Erwägungen:
1.
Angefochten ist eine Verfügung, die nach Inkrafttreten der 5. IV-Revision am 1. Januar
2008 ergangen ist. Mangels einer übergangsrechtlichen Norm rechtfertigt es sich
allerdings, für die vor diesem Zeitpunkt massgebenden Verhältnisse (Rentenanspruch
mit Anspruchsbeginn bei Anmeldung unter altem Recht) die im Folgenden zitierten, bis
zum 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Bestimmungen anzuwenden.
2.
2.1 Unter Invalidität wird bei als Gesunden voll erwerbstätigen Personen die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Erwerbsunfähigkeit
ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für einen allfälligen
Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG durch einen
Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die versicherte Person
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nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und
zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen
könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Einkommen,
das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen). Nach aArt. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente, wenn der Versicherte mindestens zu 70%, derjenige auf eine
Dreiviertelsrente, wenn er wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von
mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad
von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
2.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 Erw. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für
die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden
ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 Erw. 3a).
2.3 Nachfolgend ist die medizinische Aktenlage zu würdigen. Dr. med. D._,
Schmerzsprechstunde des Instituts für Anästhesiologie des KSSG, hielt am 3. April
2007 fest, im Vordergrund ständen die thorakalen Schmerzen im Bereich der linken
Brust. Diese ständen eindeutig im Zusammenhang mit dem Sturz im September 2005.
Vor einer dezidierten schmerztherapeutischen Behandlung empfehle man die
orthopädische Abklärung des linken Hemithorax einschliesslich der linken Schulter (IV-
act. 15-13). Eine von der Kardiologie des Departements für Innere Medizin des KSSG
am 15. Mai 2007 durchgeführte Koronarangiografie ergab blande Koronarien, sodass
die thorakalen Beschwerden eindeutig als extrakardial bewertet wurden.
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Überraschenderweise zeige sich jedoch eine global diffus leichtgradig reduzierte
linksventrikuläre Pumpfunktion. Differentialdiagnostisch komme eine dilatative
Kardiomyopathie oder ein Zustand nach Myokarditis in Betracht. Zudem könne an eine
äthyltoxische Komponente gedacht werden. Der Beschwerdeführer sollte drei bis
sechs Monate später zu einer ambulanten Kontrolle mit Echokardiografie aufgeboten
werden (IV-act. 15-10).
2.4 Dr. med. E._ und Dr. med. F._ von der Klinik für Orthopädische Chirurgie des
KSSG hielten nach einer Untersuchung des Beschwerdeführers im Bericht vom 25. Mai
2007 fest, bei isoliert bestehendem Druckschmerz über der Rippe auf Höhe Medio-
Clavicular-Linie/Mamille und absolut blanden Schultergelenksverhältnissen links könne
von orthopädischer Seite keine Pathologie festgestellt werden. Man empfehle die
Vorstellung in der thoraxchirurgischen Sprechstunde und gegebenenfalls Szintigraphie
zum Ausschluss einer stattgehabten Rippenfraktur sowie Durchführung von neuen
Röntgenbildern (IV-act. 15-12).
2.5 Der RAD-Arzt Dr. B._ hielt am 6. Februar 2008 fest, lebensbedrohliche bzw.
krankheitsbedingte Ursachen der Thoraxschmerzen seien bestmöglich ausgeschlossen
worden (Koronarangiographie vom 15. Mai 2007). Es handle sich am ehesten um einen
Schmerz, der nicht objektivierbar sei (IV-act. 28).
2.6 Nach Lage der Akten wurden offenbar weder die differentialdiagnostisch vermutete
dilatative Kardiomyopathie noch ein Zustand nach allfälliger Myokarditis näher
abgeklärt. Dr. med. G._, Facharzt FMH für Kardiologie und Innere Medizin, führte am
21. Oktober 2008 eine weitere dopplerechokardiographische Untersuchung durch und
fand gemäss Bericht vom 5. März 2009 wiederum einen dilatierten, generalisiert
vermindert beweglichen linken Ventrikel mit symmetrischer Hypertrophie als Ausdruck
einer hypertensiven Kardiopathie mit diastolischer und systolischer Funktionsstörung
(act. G 17.1). Zu einer allfälligen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit äusserte er sich
nicht. Ob es zur seitens der Klinik für Orthopädische Chirurgie empfohlenen Vorstellung
in der thoraxchirurgischen Sprechstunde und zur Szintigraphie zum Ausschluss einer
stattgehabten Rippenfraktur mit erneuter Röntgenbildgebung kam, ist den Akten nicht
zu entnehmen. Seitens der Klinik für Hand-, Plastische- und
Wiederherstellungschirurgie wurde am 20. Dezember 2007 festgehalten, dass der
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Beschwerdeführer hauptsächlich durch die thorakale Schmerzsymptomatik und eine
von ihm beschriebene Anginasymptomatik eingeschränkt sei. Der Finger mache kaum
Probleme, er sei nach wie vor schmerzhaft. Die Thoraxschmerzen würden den
Beschwerdeführer signifikant stören, weshalb zunächst eine Abklärung diesbezüglich
komplett erfolgen sollte, bevor eine Fingeramputation durchgeführt werden könne (IV-
act. 26-3). Der RAD-Arzt hat sich zum von den Ärzten der Klinik für Orthopädische
Chirurgie, der Kardiologie und der Klinik für Hand-, Plastische- und
Wiederherstellungschirurgie grundsätzlich bejahten weiteren Abklärungsbedarf in
Bezug auf die linksseitigen Thoraxschmerzen nicht detailliert geäussert. Die
diagnostischen Möglichkeiten sind nach Auffassung der Ärzte des KSSG immerhin
noch nicht ausgeschöpft. Offenbar konnten weder Kardiomyopathie noch Myokarditis
noch eine allfällige Rippenfraktur mit hinreichender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen
werden. Zumindest für den medizinischen Laien ist es nicht möglich festzustellen, ob
selbst die bereits erhobenen Befunde dermassen wenig ins Gewicht fallen, dass sie die
Arbeitsfähigkeit nicht negativ zu beeinflussen vermögen. Eine diesbezügliche
Fragestellung wurde den abklärenden Spezialisten jedenfalls nicht unterbreitet. Der
vom RAD attestierten vollen Arbeitsfähigkeit fehlt vor diesem Hintergrund mangels
ausreichender Begründung die Nachvollziehbarkeit. Wenn Dr. B._ schon von nicht
objektivierbarem Schmerz ausgeht, so hätte er zumindest darzulegen gehabt, weshalb
er auf jegliche psychiatrische Abklärung des Beschwerdeführers verzichtete. Auch
betreffend Schmerzbekämpfung erscheinen weitere Abklärungen als angezeigt. Nach
Aussage seines Rechtsvertreters besucht der Beschwerdeführer immerhin seit einiger
Zeit die Schmerzsprechstunde des KSSG. Wenngleich der Beschwerdeführer nach
Lage der Akten in Bezug auf den linken Mittelfinger nicht mehr relevant in der
Arbeitsfähigkeit für eine adaptierte Tätigkeit eingeschränkt sein dürfte (IV-act. 26-5),
erscheint der medizinische Sachverhalt betreffend die Thoraxschmerzen noch nicht
hinreichend erhoben. Zu empfehlen wäre eine polydisziplinäre Begutachtung unter
Beizug eines Kardiologen.
3.
Über den Anspruch des Beschwerdeführers auf berufliche Massnahmen hat die
Beschwerdegegnerin nach Lage der Akten nicht verfügt. Die Beschwerdegegnerin hat
zwar eine Eingliederungsprüfung durchgeführt. Gemäss Schlussbericht der
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Eingliederungsberatung vom 24. September 2007 kann keine Arbeitsvermittlung
vorgenommen werden, da sich der Beschwerdeführer subjektiv nicht arbeitsfähig fühle
(IV-act. 21). Diese Abklärungen erscheinen als unvollständig; jedenfalls sind sie nicht
hinreichend protokolliert. Dr. A._ stand gemäss seinem Bericht vom 29. Juni 2007 in
Kontakt mit dem Arbeitgeber des Beschwerdeführers. Dieser habe dem
Beschwerdeführer versuchsweise eine leichte Arbeit zugeteilt. Auf den Hausarzt wirkte
der Beschwerdeführer arbeitswillig. Er werde von seinem Arbeitgeber ausserordentlich
geschätzt, so Dr. A._ (IV-act. 15-4). Die Einholung eines Berichts des Arbeitgebers zu
den Erfahrungen im Arbeitsversuch bzw. allenfalls zu Umplatzierungsmöglichkeiten im
Betrieb drängt sich auf. Da der Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit als
Maurer unbestrittenermassen voll arbeitsunfähig ist, wäre Hilfe bei der Stellensuche,
allenfalls unter Gewährung von Einarbeitungszuschüssen, möglicherweise sinnvoll.
Bevor von einer derartigen subjektiven Schmerzüberzeugung auszugehen ist, dass
Arbeitsvermittlung mangels Eingliederungsbereitschaft von vornherein als aussichtslos
betrachtet werden könnte, wäre der Beschwerdeführer diesbezüglich detailliert
aufzuklären. Insbesondere wäre ihm ein optimal adaptierter Arbeitsplatz zu
beschreiben und ihm wären die ihm auf dem Arbeitsmarkt verbleibenden Möglichkeiten
aufzuzeigen. Dies wäre zu protokollieren. Je nach Ergebnis der vorzunehmenden
medizinischen Abklärungen wird die Beschwerdegegnerin also den Anspruch des
Beschwerdeführers auf berufliche Massnahmen neu prüfen und allenfalls darüber
verfügen müssen.
4.
4.1 Gemäss den vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der
angefochtenen Verfügung vom 12. Februar 2008 gutzuheissen und die Sache an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese weitere medizinische Abklärungen
veranlasse und über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers anschliessend neu
verfüge. Die Notwendigkeit einer Verfahrenssistierung ist nicht auszuschliessen und
lässt sich erst in Kenntnis der weiteren Abklärungsergebnisse abschliessend beurteilen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- bis
Fr. 1000.- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- erscheint bis
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als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als volles
Obsiegen (ZAK 1987 S. 268 Erw. 5a). Somit unterliegt die Beschwerdegegnerin
vollumfänglich, sodass ihr als nicht von der Pflicht zur Übernahme amtlicher Kosten
befreiter selbstständiger öffentlich-rechtlicher Anstalt die ganze Gerichtsgebühr
aufzuerlegen ist. Dem Beschwerdeführer ist der von ihm geleistete Kostenvorschuss
von Fr. 600.- zurückzuerstatten.
4.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
ungekürzte Parteientschädigung, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert
nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses
bemessen wird (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Dem
mutmasslichen Aufwand angemessen erscheint eine Parteientschädigung von
Fr. 2'500.- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG