Decision ID: d9b74b6d-b421-43c2-9bed-c70c9976bf4f
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1984, verheiratet und Mutter eines Kindes (Jahrgang 2012), war ab September 2015 bei der
Y._
GmbH als Raumpflegerin tätig (Urk.
11
/1 und Urk.
11
/7). Bis Juni 2016 war sie dort in einem Pensum von 7-9 Wochenstunden und ab Mitteilung ihres Gesundheits
schadens im Juli 2016 in einem Pensum von 4.5 Wochenstunden tätig (Urk.
11
/7 S. 2). Am 27. Februar 2017 kündigte sie das Arbeitsverhältnis aus gesundheitli
chen Gründen (Urk.
11
/30).
Unter
Hinweis auf Rückenbeschwerden
hatte
sie sich am 10. September 2016 bei
der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an
gemeldet
(Urk.
11
/1).
Die Sozi
al
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische
und erwerbliche Situation ab.
M
it Verfügung vom 14. Juli 2017
verneinte sie
einen
Leistungs
anspruch (Urk.
11/37
).
Eine dagegen erhobene Beschwerde hiess das hie
sige Gericht mit
Urteil
im Prozess
IV.
2017
.0
0825
vom
7
.
März
201
9
(Urk.
11
/
43
)
in dem Sinne gut
,
als es die Verfügung vom
14. Juli 2017
aufhob und die Sache zwecks
ergänzender Abklärungen
sowie z
u neuem Entscheid über den Leistungs
anspruch
an die IV-Stelle zurückwies.
1.
2
In der Folge veranlasste die IV-Stelle unter anderem ein
bidisziplinäres
rheuma
tologisch-psychiatrisches
Gutachten
bei Dr. med.
Z._
, Facharzt FMH für Innere Medizin und Rheumaerkrankungen, und bei Dr. med.
A._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie (vgl. Urk. 11/73
und
Urk. 11/74)
,
sowie eine Ab
klärung der beeinträchtigten Ar
beitsfähigkeit in Beruf und Haushalt bei der Ver
sicherten zuhause (vgl. Abklärungsbericht vom
14
.
Dezember
2020
,
Urk.
11
/
82
).
Nach
durchgeführte
m
Vorbescheidverfahren
(Urk. 11/86, Urk. 11/91) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
9
.
März
2021 (Urk. 2
)
einen Rentena
nspruch
gestützt auf einen errechneten
Invaliditätsgrad von
23
%
bei einem
Erwerbs-
(Einschränkung: 45 %)
und Haushaltsanteil
(keine Einschränkung)
von je 50 %
.
2.
Dagegen erhob die Versicherte am
26
.
April
2021
(Urk. 1) Beschwerde und be
antragte
, es sei die
Verfügung vom
9. März 2021
aufzuheben
und es sei ihr ab wann rechtens eine I
nvalidenrente zuzusprechen;
eventualiter sei die Angele
gen
heit zu weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Zu
dem beantragte sie die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und die Bestellung von
Advokatin Karin
Wüthrich
, Zürich, von der
procap
als ihre unent
geltliche Rechtsvertreterin (
S.
2
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
1
.
Juli 2021
(Urk.
10
)
Ab
weisung der Beschwerde
, was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 2. Juli 2021
zur Kenntnis gebracht wurde (Urk.
12
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in
Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie n
icht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbs
einkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenüberge
stellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad be
stimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
Bei nichterwerbstätigen Versicherten, die im Aufgabenbereich tätig sind und denen
eine Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, wird für die Bemes
sung der Invalidität in Abweichung von
Art.
16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen.
Art.
7
Abs.
2 ATSG ist sinngemäss anwendbar (Art. 28a
Abs.
2 IVG in Verbindung mit
Art.
8
Abs.
3 ATSG; spezifische Methode der Invaliditätsbemessung [Betätigungsvergleich]; vgl. statt vieler: BGE 142 V 290 E. 4). Als Aufgabenbereich nach Artikel 7 Absatz 2 IVG der im Haushalt tätigen Versicherten gilt die übliche Tätigkeit im Haushalt sowie die Pflege und Betreuung von Angehörigen (
Art.
27
Abs.
1
der Verordnung über die Invalidenversicherung [
IVV
]
in der seit
1.
Januar 2018 geltenden Fas
sung).
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
ben
bereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unent
geltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entspre
chend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG).
1.4
Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (nach Mass
gabe des Art. 69 Abs. 2 IVV, vgl. auch
Rz
. 3081 ff. des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in
der Invalidenversicherung, KSIH)
stellt für ge
wöhnlich die geeignete und genügende Vorkehr zur Bestimmung der gesund
heitlichen Einschränkung im Haushalt dar.
Hinsichtlich des Beweiswerts der entsprechenden Berichterstattung ist wesentlich, dass sie durch eine qualifizierte Person erfolgt, die Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich ergebe
nden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der
versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Be
tei
ligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plau
sibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschrän
kungen sein sowie in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen (Urteil des Bundesgerichts 9C_671/2017 vom 12. Juli
2018 E. 4.2).
2
.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
hielt
in der angefochtenen Verfügung vom
9
.
März
2021
(Urk. 2)
fest
,
aus
medizinischer Sicht sei d
er
Beschwerdeführerin ab April 2017 die Ausübung von Reinigungsarbeiten nicht mehr vollumfänglich möglich
gewe
sen
. Das Wartejahr werde auf diesen Zeitpunkt hin eröffnet
und
sei im April 2018
abgelaufen
, wobei zum Rentenanspruch ab April 2018 Stellung genommen werde
. Die Abklärung vor Ort habe ergeben, dass die Beschwerdeführerin ab April 2017 zu je 50 % als
erwerbstätig
und im Haushalt tätig zu qualifizieren sei.
Ohne ge
sundheitliche Einschränkung hätte die Beschwerdeführerin in ihrer Tätigkeit im Reinigungsbereich Fr. 50'152.60 erzielen können. Da die Beschwerdeführerin in der Schweiz nie ein relevantes Einkommen erziel
t habe
, habe sie sich dafür auf die Lohnstrukturerhebungen des Bundesamtes für Statistik (LSE) gestützt. Aus medizinischer Sicht seien der Beschwerdeführerin leichte, wechselbelastende Tätigkeiten auf Arbeitshöhe ohne ergonomisch ungünstige Position und ohne gehäufte Tätigkeiten in der Höhe und ohne repetitive kräftige Arbeiten zu 50 % zumutbar. Gestützt auf die statistischen Werte für Hilfstätigkeiten könnte sie ein Jahreseinkommen von Fr. 27'340.60 erwirtschaften. Die Abklärung vor Ort
habe
ergeben, dass im Aufgabenbereich keine Einschränkungen bestünden. Bei einer Einschränkung von 45 %
im Erwerbsbereich und von 0 % im Haushalt
und
bei einem Anteil von je 50 %
resultiere ein
massgeblicher
Invaliditätsgrad von ge
rundet 23 % (S. 2).
Die Beschwerdeführerin habe mit ihrem Einwand vorgebracht, dass sie bei guter Gesundheit ab Sommer 2018 eine 100 %-Stelle gesucht hätte. Aufgrund der Umstände
sei an der Qualifikation von 50 % festzuhalten (S. 3).
In ihrer Beschwerdeantwort vom
1
.
Juli
2021 (Urk. 10)
führte
die Be
schwer
degeg
nerin
unter anderem
aus
,
der Bruttolohn für Reinigungspersonal und Hilfsk
räfte gemäss LSE 2018 betrage monatlich korrekterweise Fr. 4'103.--, was ein
Validen
einkommen
von Fr. 51'328.55 ergebe. Dies führe zu einem Teilinvaliditätsgrad im Erwerbsbereich von gerundet 47 % und bei einem Erwerbs- und Haushalts
anteil von je 50 % insgesamt zu einem Invaliditätsgrad von 23.5 % (Ziff. 6).
In rheumatologischer Hinsicht liege lediglich eine Fehlhaltung und Haltungsin
suf
fizienz vor, was aber keinem Gesundheitsschaden entspreche. Die von Seiten des
psychiatrischen Gutachters attestierte Arbeitsunfähigkeit könne mit Blick auf die Standardindikatoren nur knapp nachvollzogen werden.
Da sie an der Qualifi
ka
tion als teilzeitlich erwerbstätig festhielten, erübrigten sich
weitere Ausführungen dazu (
Ziff.
2
ff.).
Zudem ergänzte die Beschwerdegegnerin, die versicherungs
mässigen Voraussetzungen nach Art. 36 IVG für einen Rentenanspruch
seien
nicht erfüllt, da der als invalidisierend geltend gemachte Gesundheitsschaden bereits vor Ablauf der dreijähr
ig
en Beitragszeit eingetreten sei (Ziff. 5).
2.2
Die Beschwerdeführerin
brachte
in
ihrer Beschwerde vom
26.
April
2021
(Urk. 1)
dagegen
vor
,
nach
ihrer Anmeldung habe der einzige persönliche Kontakt anläss
lich der Haushaltsabklärung im Dezember 2020 stattgefunden.
Sie habe mehrfach mitgeteilt, sie sei motiviert wieder zu arbeiten. Unterstützung bei der beruflichen Wiedereingliederung habe ihr behandelnder Psychiater explizit gefordert.
Die Beschwerdeführerin sei ihrer Pflicht nach Art. 27 ATSG nicht nachgekommen (
Ziff. 5).
Die angefochtene Verfügung sei
zudem
widersprüchlich, was ihren Kra
nk
heitsverlauf angehe
; es sei von einer relevanten Arbeitsunfähigkeit ab November 2016 beziehungsweise spätestens ab März 2017 auszugehen
(Ziff. 6). Bei ihr lägen relevante Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vor. Bereits 2014 seien solche von ihren Behandlern gestellt worden und ebenso
im
psychiatrischen G
utachten vom 31.
August 2020 (Ziff. 7).
Sie sei - aus
näher dargelegten Gründen
-
spätestens ab Schuleintritt ihres Sohnes im Sommer 2018 als 100 % erwerbs
tätig zu qualifizieren
(
Ziff. 8
)
. Was die Haushaltsabklärung angehe, sei diese nicht plausibel und es werde bestritten, dass keinerlei Einschränkungen im Aufgaben
bereich bestünden. Dies stehe im Widerspruch zur ärztlichen Beurteilung (Ziff. 9). Schliesslich bemängelte die Beschwerdeführerin
die Invaliditätsbemessung. Hin
sicht
lich des Invalideneinkommens betrage der auf die LSE gestützte Lohn monat
lich Fr. 4'103.-- und nicht Fr. 4'009.--, was umgerechnet einem Stundenlohn von Fr. 23.67 entspreche. Sie habe einen Stundenlohn von Fr. 20.75 erzielt. Es habe daher eine Parallelisierung zu erfolgen
. Was das Invalideneinkommen angehe, mache sie aufgrund ihrer diversen Einschränkungen einen Leidensabzug von min
destens 15 %
geltend. Zudem bestreite sie
gestützt auf eine neuere Studie
, dass die LSE Tabelle
TA
1 das realisierbare Einkommen von Personen mit Behin
derung korrekt abbilde
(Ziff. 10).
2.3
2.3.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Invali
denrente
hat.
2.3.2
Dabei
stützen
sich
beide Parteien
grundsätzlich
auf die Gutachten von
Dr.
Z._
vom
18. August 2020 (Urk. 11/73)
und Dr.
A._
vom 31. August
2020 (Urk. 11/
74)
.
Was die somatischen Beschwerden angeht, leitete
Dr.
Z._
gestützt auf den von ihm erhobenen Befund
als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit un
spezifische Rückenschmerzen bei Fehlhaltung und Haltungsinsuf
fizienz
her und schloss
daraus
, dass für die angestammte Reinigungstätigkeit keine Arbeits
fähigkeit mehr
und
unter Berücksichtigung des von ihm formu
lier
ten Zu
mut
barkeitsprofils (körperlich sehr leichte, wechselbelastende Tätigkeit auf Arbeits
höhe ohne ergonomisch ungünstige Positionen und ohne gehäufte Tätig
keiten in der Höhe) in einer optimal angepassten Tätigkeit
eine
50%ige Arbeits
fähigkeit
besteh
t
. Zum Verlauf hielt er fest, dass die Beschwerdeführerin ihre angestammte Tätigkeit bis Ende März 2017 realisiert
e
und aus rheumatologischer Sicht
nie mehr eine Arbeitsfähigkeit gegeben war
sowie, dass in einer angepassten Tätig
keit immer eine 50%ige Arbeitsfähigkeit hätte realisiert werden können
(
Urk. 7/7
3 S
. 36
,
S. 46 f.)
.
Dr.
A._
leitete
gestützt auf den von ihm anlässlich seiner klini
schen Untersuchung erhobenen Befund als Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine
histrionische
Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.4),
eine
leichte bis mittelgradige depressive
Episode
(ICD-10 F32.0) und eine an
haltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) her und schloss unter Berücksichti
gung
von Konsistenz und Plausibilität sowie unter Würdigung der Fähigkeiten, Ressourcen und Belastungen
auf eine
knapp
60%ige Arbeitsfähigkeit in ange
stam
mter als auch in angepasster Tätigkeit
. Zum Verlauf hielt Dr.
A._
fest, die von ihm statuierte Arbeitsfähigkeit gelte ab seiner Exploration. Die Ein
schä
tzung vor diesem Zeitpunkt sei aufgrund widersprüchlicher Angaben der Be
hand
ler unklar
. Eine teilweise Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus rein psy
chia
trischer Sicht dürfte bereits zum Zeitpunkt der Kündigung 2017 vorgelegen haben.
Das Ausmass dieser Einschränkung abzuschätzen sei äusserst schwierig
(Urk.
11/7
4 S. 27, S. 31-3
5
)
.
Angesichts dieser Einschätzung und unter Berück
sichtigun
g der Angaben der Behandler ist
jedenfalls
ab dem Jahr 2017
k
eine
über
50 % hinaus
gehende
Arbeitsunfähigkeit
in angepasster Tätigkeit
anzunehmen
(v
gl.
Urk. 11/16
Ziff. 1.6
f.
,
Urk. 11/56 Ziff. 1.3,
Urk. 11/59/1-6,
Urk. 11/59/8-10, Urk. 11/63 Ziff. 2
,
Urk. 11/74 S. 6-16
)
.
Weiter ist
zu bemerken, w
enngleich, wie die Beschwerdeführerin zu Recht bemän
gelte
(E. 2.2), die
angefochtene
V
erfügung
bei der Würdigung
des Krankheits
ver
laufes
zum Teil widersprüchlich
ist
– einerseits
verwies
die Beschwerdegegnerin auf die 50%ige Arbeits
un
fähigkeit in angepasster Tätigkeit
für das Jahr 2018
(Urk. 2 S. 2), anderseits erwähnte sie eine erst seit Mai 2019 attestierte 50%ige
Arbeits
un
fähigkeit in ihrer Auseinandersetzung mit dem Einwand (S. 3 Mitte) – stellte die Beschwerdegegnerin für die zur Beurteilung
des
Rentenanspruches wes
entliche Berechnung des Invaliditätsgrades auf die von den Gutachtern atte
stierte 50%ige Arbeitsunfähigkeit ab (S. 2)
, woran sie auch in der Beschwerde
antwort festhielt (
Urk.
10)
.
2.3.
3
Im Wesentlichen strittig
sind
die Qualifikation der Beschwerdeführerin
als ganz
-
oder teilerwerbstätig, das Ausmass der Einschränkungen im Haushalt
sowie der Einkommensvergleich. Dies
e Aspekte
gilt es
nachfolgend
zu prüfen.
3.
3.1
Das Gespräch über die Haushaltsabklärung vom
2
.
Dezember 2020
(Bericht vom
14
.
Dezember
2020
,
Urk. 11/
82
) wurde in Anwesenheit der Beschwerdeführerin
und dem Leiter Bere
ich Arbeit Soziale Dienste B._
bei der Beschwerdeführerin zuhause auf
Englisch
geführt (S. 1).
Die Abklärungsperson hielt fest, dass die Be
schwerdeführerin mit ihrem im Jahr 2012 geborenen Sohn in einer Mi
e
twohnung im dritten Stock mit drei Zimmern, ausgestattet mit einem Geschirrspüler,
einer Waschmaschine im Untergeschoss und einem Tumbler, wohne (S. 1, S. 6 unten und S. 7 oben).
3
.2
Zur
privaten
Situation habe die Beschwerdeführerin ausgeführt,
den Vater ihres Sohnes habe sie geheiratet und
sie habe
mit ihm bis im April 2017 zusam
men
gelebt. Dieser sei durchgängig von Sozialhilfe abhängig gewesen (Ziff. 2.2).
S
eit
sie
in der Schweiz sei, bestehe ein vollumfänglicher Sozial
hilfe
bezug
(
Ziff. 2.3
).
Hinsichtlich der beruflichen Situation habe die Beschwerdeführerin angegeben,
seit dem 9. Oktober 2018 nehme
sie
am Arbeitsprogramm der politischen Ge
mein
de teil, besuche gleichzeitig seit September 2020
auch einen Deutschkurs in C._
. Das Arbeitsprogramm und der Deutschkurs zusammen ergäben ein Arbeits
programm von 50 %. Nach Abschluss des Sprachkurses werde das Arbeits
programm wieder mit einem 50 %-Pensum aufgenommen. Ziel dieser Massnah
men sei die soziale Integration und die Errichtung eine
r
Tagesstruktur. Eine Stei
gerung des Arbeitspensums werde angestrebt, doch nicht im Moment (Ziff. 3.3).
3
.3
Weiter hielt die Abklärungsperson fest, die Beschwerdeführerin habe angegeben, dass sie bei
voller
Gesundheit
arbeiten würde
mit ihrer Entschlossenheit in der Schweiz bleiben zu können,
und
dies
würde sie
auch mit Schmerzen machen. So wäre sie von ihrer schwierigen Situation abgelenkt
. Der Sohn sei jeweils im Hort
(richtig: Schule und Hort)
am Montag-, Dienstag- und Donnerstagmorgen bis 15:30 Uhr, am Mittwoch bis
16
Uhr und am Freitagmorgen bis 13:30 Uhr
(S.
5
Ziff. 3.4
).
3
.4
Die Abklärungsperson qualifizierte die Beschwerdeführerin
ab April 2017
mit einem Anteil von
je 50
%
für
Erwerbstätigkeit und Haushalt
. Sie begründete dies damit,
der
Kündigungszeitpunkt der Stelle als Reinigungsfachfrau im März 2017 sei gleichzeitig der Zeitpunkt der Trennung
vom
Ehemann
gewesen
. Es habe da
mals eine Arbeitsunfähigkeit nur bei der Ausführung von schweren Reini
gungs
arbeiten bestanden. Die Reinigung von Büroarbeiten zum Beispiel,
habe
von der
Beschwerdeführerin
in
einem Teilpensum immer realisiert werden können.
Sie
habe in dieser Etappe auch nicht in einem Klei
n
stpensum leichte Reinigungs
arbeiten
ausgeübt
und
auch keine weiteren Anstellungen in irgendeiner Beschäf
tigung gesucht. Der Sohn sei zu diesem Zeitpunkt noch nicht eingeschult gewe
sen. Dessen Betreuung sei mehrheitlich von ihr übernommen worden. Die Be
schwerdeführerin sei auch von der Sozialhilfe nicht für eine Erwerbstätigkeit ausser Haus verbindend verpflichtet worden. Ihr habe bereits seit Jahren zuerst eine volle, dann eine Teilerwerbstätigkeit zugemutet werden können, was jedoch nicht eingefordert worden sei. Erst seit Oktober 2018 sei die Beschwerdeführerin zu einer Teilnahme an Integrationsprogrammen verpflichtet. Erst ab diesem Zeit
punkt sei eine Nutzung der Restarbeitsfähigkeit erfolgt und von der Beschwer
de
führerin
eine
Mitwirkung für das Einkommen verlangt worden. Die Beschwer
de
führerin habe zu diesem Zeitpunkt jedoch keine Restarbeitsfähigkeit ausgeschöpft
und es seien
keine Tätigkeiten in einem kleinen Rahmen
zusätzlich
übernommen
worden
. Das Kind sei eingeschult worden, die Beschwerdefü
hrerin müsse sich mit dem älter
werdenden Kind vermehrt um finanzielle Einkünfte bemühen. Seit 2020
sei sie
geschieden
(S.
6
).
3
.5
Ferner berichtete die Abklärungsperson,
die Beschwerdeführerin lebe seit April 2017 alleine, von ihrem Ehemann getrennt. Sie habe seit der Trennung immer al
l
eine mit ihrem Sohn gelebt.
Die Beschwerdeführerin erledige die Aufgaben im Haushalt alleine. Der Sohn leiste Mithilfe im Sinne der Schadenmin
derungs
pflicht
.
Im Rahmen der Schadenminderungspflicht sei es zumutbar, die Arbeiten im Haushalt dem Zustand entsprechend aufzuteilen und diese in Etappen zu erledigen. Zudem sei es zumutbar, Abläufe anzupassen, diese zu vereinfachen
und entsprechende Hilfsmittel anzuschaffen. Ein vermehrter Zeitaufwand könne nur
begrenzt berücksichtigt werden. Im Betätigungsvergleich
würden diese Fak
toren einbezogen.
Zum Bereich Ernährung hielt die Abklärungsperson fest, die Beschwerdeführerin
selber habe keinen Appetit, koche auch nur, wenn sie gerade
möge und keine Schmerzen habe. Sie könne nicht lange in der Küche stehen, müsse Pausen ein
schalt
en – was ihr zumutbar sei. Sie
bereite Mahlzeiten für den Sohn zu. Habe sie gekocht, übernehme sie die Küchenreinigungen auch selber. Pausen müssten
dabei eingeschaltet werden, was zumutbar sei. Auch für die gründliche Jahres
reinigung habe sie keine Hilfe und sie mache es selber.
Es
seien
keine regel
mässigen Hilfen gegeben, daher
seien
keine Einschränkungen anrechenbar.
Die Abklärungsperson zog daraus den
Schluss, in dem Bereich sei bei einer Gewich
tung von
37
%
von
keiner
Ein
schränkung auszugehen (S.
8
Ziff. 6.
1
).
Weiter führte die Abklärungsperson zum Bereich Wohnungspflege aus, die Be
schwerdeführerin
nehme oberflächliche
Reinigungsarbeiten selber vor. Alles was auf Sichthöhe sei, könne sie mehrheitlich ohne Einschränkung selber reinigen. Pausen seien gegeben. Beim Staubsaugen des Bodens habe
sie
den Sohn ange
lernt, wie er dies übernehmen könne. So werde jeweils
gemeinsam
eine gründ
liche Bodenpflege vorgenommen. Externe Hilfen habe die Beschwerdeführerin bei den schweren Reinigungsarbeiten keine. Sie übernehme die Arbeiten des gut über
schaub
aren
Zweip
ersonenhaushaltes alleine, in Etappen und an den Tagen,
an denen
sie keine Schmerzen habe. Im Sinne der Schadenminderungspflicht wäre es der Beschwerdeführerin auch zumutbar, den Parkettboden und Stein
platten mit einem Besen zu wischen und mit einem
Swiffer
feucht aufzunehmen. Die Mithilfe des Sohnes beim Staubsaugen sei als eine zumutbare Mitwirkung einzustufen. Weitere Hilfestellungen von Hilfspersonen, welche Arbeiten regel
mässig übernehmen, bestünden nicht. Die Beschwerdeführerin erledige die Reini
gungsarbeiten in der Regel alleine, dies
schon seit Jahren.
Die Abklärungsperson kam zum Schluss, dass im Bereich Wohnungspflege bei einer Gewichtung von
3
8
%
von
keiner Einschränkung auszugehen sei (S.
8 f.
Ziff. 6.3).
Zum Bereich Einkauf sowie weitere Besorgungen gab die Abklärungsperson an,
tägliche Kleineinkäufe
könnten selber erledigt werden. Habe die Beschwer
defüh
rerin einen Grosseinkauf
,
könne sie Eltern von Klassenkameraden ihres Sohnes um den
Einkauf bitten.
Sämtliche
administrative
n
Belange würden vom Sozial
amt erledigt, da die Beschwerdeführerin nicht lesen könne und auch sprachliche Defizite
vorlägen
, was invalidenversicherungsfremde Ursachen seien.
Rechnun
gen hingegen begleiche
sie
alleine. Sie
habe einen Weg gefunden, wie sie darin selbständig
sei
n
könne.
Die Abklärungsperson kam diesbezüglich zum Schluss, dass bei einer Gewichtung von
5
% von keiner Einschränkung auszugehen sei (S.
9 f.
Ziff. 6.
3
).
Betreffend Wäsche und Kleiderpflege
gab die Abklärungsperson wieder
,
die Waschmaschine befinde sich im Untergeschoss. Der
Wäschetransport werde von der Beschwerdeführerin und dem Sohn übernommen,
wenn
dieser zu diesem Zeit
punkt zu Hause
sei
. Die schmutzige Wäsche werde von ihr oder vom Sohn in die Waschmaschine gefüllt. Die gewaschene Wäsche werde in die Wohnung genom
men, dort an einem niedrigen Wäscheständer aufgehängt und getrocknet, was
zumutbar sei. Das Zusammenlegen der Wäsche nehme die Beschwerdeführerin selber vor, wenn es ihr gut gehe. Es sei im Sinne der Schadenminderungspflicht zumutbar, dass der Wäschetransport in kleine Portionen eingeteilt
und so
von der
Beschwerdeführerin in den Keller befördert werde. Das Tragen von maximal 5
Kilo
gramm sei ihr z
umutbar
.
Die Abklärungsperson kam zum Schluss, dass bei einer Gewichtung von
15
% von keiner Einschränkung auszugehen sei (S.
10
Ziff. 6.
4
).
Zum Bereich
Kinderbetreuung
gab die Abklärungsperson an,
aufgrund der Tren
nung der Eheleute sei eine Beistandschaft errichtet worden, welche die Sorge
rechts
regelung
sowie
finanzielle und organisatorische Aufgaben für das Kind vornehme. Dies seien invalidenversicherungsfremde Tatsachen. Die Beschwerde
führerin sehe sich vollumfänglich in der Lage, sich um die Alltagsstruktur und Betreuung des Kindes zu kümmern.
Die Abklärungsperson kam diesbezüglich zum Schluss, dass bei einer Gewichtung von
1
5 % von keiner Einschränkung aus
zu
gehen sei (S.
10
f. Ziff. 6.
5
).
3
.6
Schliesslich führte die Abklärungsperson aus,
es
resultier
t
e
n
im Total
keinen
Einschränkung
en
und damit
ein
Invaliditätsgrad
im Haushaltsbereich
von
0
% (S.
11
Ziff. 7).
4.
4
.1
In Bezug auf die Qualifikation der Beschwerdeführerin ging die Beschwerdegeg
nerin von einem Anteil von je 50 %
Erwerbstätigkeit und Aufgabenbereich aus (E.
2
.1). Die Beschwerdeführerin machte hingegen eine 100%ige Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall
ab der Einschulung ihres Sohnes im Sommer 2018
geltend (E.
2
.2).
Mit der Qualifikation durch die Beschwerdegegnerin vor
dem
Sommer 2018
mit je 50 %-Anteilen
zeigte sich die Beschwerdeführerin
grundsätzlich
einverstanden (vgl. Urk. 1 Ziff. 8 mit Verweis auf den Einwand
,
Urk. 11/91).
4
.2
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenans
pruchs als auch bei der Ren
ten
revision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der
Invaliditäts
be
messung (Art. 28a IVG) zu bestimmen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich,
gemischte Methode, Betäti
gungs
vergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person
bei im Übrigen unveränderten Um
stän
den täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im
Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypo
thetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigung
en und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhältnisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbs
tätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V 334 E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Beurteilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4).
4
.3
4
.3.1
Die Beschwerdeführerin war seit ihrer Einreise in die Schweiz im
Dezember
2011 (vgl. Urk. 11/1 Ziff. 1.4)
nur in sehr geringem Umfang
als Raumpflegerin erwerbs
tätig gewesen, an
sonsten war sie Hausfrau.
Ab dem Jahr
2015
erzielte sie folgende Einkommen
bei der
Y._
GmbH
: im
Jahr
2015 (September bis Dezember)
Fr.
1'685.--,
im Jahr
2016 (Januar bis Dezember)
Fr.
6'827
.
-- und im Jahr 2017 (Januar bis März)
Fr. 944.-- (Urk. 11/75)
.
Von September 2015 bis Juni 2016
– gemäss der Arbeitgeberin «vor der Mitteilung» (Urk. 11/7 Ziff. 2.3)
-
arbeitete
die Beschwerdeführerin
jeweils sieben bis neun Stunden in der Woche
. Ab Juli 2016 bis zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses im März 2017 aufgrund ihrer Kün
digung
mit
dem
Verweis auf ihre schlechte
Gesundheit (vgl. Urk. 11/30)
arbeitete die Beschwerdeführerin
noch
4
.
5 Stunden pro Woche (Urk. 11/7
Ziff.
2.3).
Aus dieser Übersicht erhellt, dass die Beschwerdeführerin seit ihrer Einreise in die Schweiz nie in erheblichem Umfang
erwerbs
tätig war.
So arbeitete sie auch «vor der Mitteilung» Mitte 2016 nur maximal neun Stunden in der Woche
, was auf ein Arbeitspensum von unter
25
% schliessen lässt.
Dies obwohl die Beschwerde
füh
rerin in dieser Zeit noch mit ihrem nichterwerbstätigen Ex-Ehemann
, welcher wie sie Sozialhilfe bezog,
zusammenwohnte,
und dieser
die Betreuung des gemein
samen Sohnes in der Arbeitszeit der Beschwerdeführerin hätte übernehmen können
(E. 3.2)
. Anstrengungen der Beschwerdeführerin
– vor ihrer
«
Mitteilung
»
gegenüber der ehemaligen Arbeitgeberin -
,
ihr Pensum über neun Wochen
stun
den
hinaus
auszudehnen
,
sind nicht aktenkundig.
Gerade
für die Zeit zwischen September 2014 und
April
2016
wurde
auch keine
höhere Arbeitsunfähigkeit attestiert
, welche
gegen eine
Ausweitung des Pensums
über neun Wochenstunden hinaus
gesprochen hätte
(vgl. Urk. 11/73
S. 6 und
S. 9-22, Urk. 11/74 S.
5-16
).
Auch in der Zeit nach 2016
,
als der Beschwerdeführerin von ihren Behandlern
nur
teilweise
Einschränkungen der
Arbeitsfähigkeit
attestiert wurden
(vgl. Urk.11/74 S. 5), war die Beschwerdeführerin
weder
arbeitstätig
noch
suchte
sie eine
Arbeit. Auf jeden Fall ist
nichts dergleichen aktenkundig.
Der
Be
such
eines Sprachkurses oder die Teilnahme an einem Integrationskurs – wie von der Beschwerdeführerin geltend gemacht (Urk. 1 S. 6 unten) - sind noch kein Beleg für eine hypothetische Arbeitstätigkeit
im Gesundheitsfall
.
Ab
9.
Okto
ber 2018
nahm
die Beschwerdeführerin
im Umfang von 50 % (inklusive Deutsch
kurs)
am Arbeitsprogramm
ihrer politischen Gemeinde teil, wobei das
Ziel dieser Massnahme die soziale Integration und die Errichtung einer Tagesstruktur
ist
(E. 3.2)
.
Dabei ist jedoch davon auszugehen, dass dieses Arbeitsprogramm auf
Initiative
der
Sozialhilfe
angegangen
wurde. D
ass die Beschwerdeführerin an diesem Programm aufgrund einer Verpflichtung der Sozialhilfe teilnahm, wie die Beschwerdegegnerin dies in ihrem Entscheid darstellte (Urk. 2 S. 3 unten), wurde denn auch von der Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde nicht in Abrede ge
stellt (vgl. Urk. 1).
Damit zeigt die Erwerbsbiographie, dass die Beschwerdeführerin
bis im Frühling 2017 in äusserst ge
ringem Umfang einer ausserhäuslichen Arbeitstätigkeit nach
ge
gangen war
, obwohl sie aus familiärer Sicht die Möglichkeit
einer weitge
hen
den Erwerbstätigkeit
gehabt und ihr Gesundheitszustand
eine solche
zugelassen hätte
,
und
dass sie
auch
danach
trotz von den behandelnden Ärzten attestierten
(Teil-)
Arbeitsfähigkeiten keinerlei Bemühungen
aus eigenem Antrieb
in Richtung
einer Erwerbstätigkeit
unter
nahm
.
4
.3.2
Anlässlich der Haushaltsabklärung vom
2
.
Dezember
2020
gab die Beschwerde
führerin
an
, dass sie bei
voller
Gesundheit arbeiten würde (
E. 3.
3
).
Zum Umfang
der
hypothetischen
Arbeitstätigkeit äussert
e
sie sich damals nicht (vgl. Urk. 11/
82).
Das Vorbringen, sie
würde
aktuell 100 % arbeiten, weil sie selbst ihren Lebens
unterhalt verdienen müsse, damit sie die Aufenthaltsbewilligung nicht verliere,
wurde e
rstmalig aktenkundig anlässlich eines Telefonats
der Rechtsvertreterin
mit der zuständigen Kundenberaterin
der Beschwerdegegnerin
am 29. Ok
tober 2020
gemacht
(Urk. 11/78). Dies wur
de
im
von der
R
echtsvert
re
te
rin verfassten Ein
wand (Urk. 11/91) sowie der Beschwerde
(Urk. 1)
wiederholt
.
Eine eigenständige Äusserung bezüglich eines hypothetischen Vollpensums der Beschwerdeführerin
liegt nicht vor. Auch bedarf es für die Unabhängigkeit von der Sozialhilfe
oder
für den Behalt der Niederlassungsbewilligung bei attestierter teilweiser Arbeits
unfähigkeit
und für die Annahme eines
unv
erschuldeten Sozialhilfebezugs (
vgl.
Urk.
11/93)
nicht notwendigerweise eine
r
Beschäftigung im Vollpensum.
Dies
im Zusammenhang mit dem Umstand, dass
die Beschwerdeführerin
nur in sehr ge
rin
gem Umfang arbeitstätig gewesen war (E.
4.3.1 vorstehend),
und
der Tatsache, dass sie
sich
für die Alltagsbetreuung ihres 2012 geborenen Sohnes
, der nur zeitweise, nicht aber im für die Arbeitstätigkeit in einem Vollpensum notwendigen Ausmass im Hort betreut wird,
verantwortlich zeigt
(
E. 3.3,
E. 3.5)
–
im für die Beurteilung der Qualifikation umstrittenen Zeitpunkt
ab
Sommer 2018 war sie zudem noch verheiratet gewesen (
Scheidung im Jahr 2020;
vgl.
E. 3.4
) -
deutet auf einen
wenig reali
tät
s
bezogenen Charakter ihrer
Vorbringen
hin.
Das
Vorbringen
, sie wäre zu 100 % arbeitstätig
–
und
bereits auch im Sommer 2018
gewesen
-
lassen
nach dem Gesagten
keinen Schluss
auf
das tatsächliche Ausmass ihrer Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall zu.
4
.3.3
Soweit die Beschwerdeführerin vorbrachte, nur schon aus finanziellen Überle
gungen
– persönlich angestrebte Selbständigkeit und clean break nach der Schei
dung -
wäre sie
voll
erwerbstätig (Urk. 1 S.
7
Ziff.
9
)
– insbesondere im vorliegend für Beurteilung der Qualifikation respektive des Rentenanspruchs wesentlichen Zeitpunkt
ab
Sommer 2018 -
übersieht sie, dass rechtsprechungsgemäss nicht in erster Linie entscheidend ist, inwieweit die Ausübung einer Erwerbstätigkeit im Lichte der bestehenden finanziellen Verhältnisse als erforderlich erscheint, son
dern inwieweit sie unter Berück
sichtigung der gesamten persönlichen, familiären, beruflichen und sozialen Situation als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten ist (Urteil des Bundes
gerichts 9C_374/2017 vom 17. August 2017 E. 2.1.2).
Anzufügen bleibt, dass die finanzielle Situation bislang nie Grund für die Etab
lierung einer relevanten Erwerbstätigkeit war. Trotz jahrelanger Abhängigkeit von
der Sozialhilfe
sind keinerlei diesbezügliche Bemühungen dokumentiert, ob
wohl dies möglich gewesen wäre und insbesondere die Familienpflichten nicht
dagegengesprochen
hätten
(vgl. E. 4.3.1 vorstehend).
Selbst in der Haushaltsab
klärung gab die Beschwerdeführerin als vornehmlichen Grund
für die Ausübung einer Arbeitstätigkeit
an, eine allfällige Arbeit würde sie von ihren Problemen
«
ablenken
»
(E. 3.3).
4
.
4
Die behauptete 100%ige Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall
ab Sommer 2018
ist zusammengefasst nicht nachvollziehbar. Vielmehr legen die Umstände nahe, dass die Beschwerdeführerin b
ei intakter Gesundheit mit über
wiegender Wahrschein
lichkeit
auch ab Sommer 2018
einer ausserhä
uslichen Erwerbstätigkeit im Um
fang von maximal
50
% nachgegangen wäre.
Demnach ist die Beschwerde
füh
rerin – wie von der Beschwerdegegnerin vorgesehen
auch für die Zeit ab Sommer 2018
(E. 2.1) – als Teilerwerbstätige mit je einem Anteil von 50 % E
rwerb
und Haushalt zu qualifizieren.
5.
5.1
Die Fachperson von der Beschwerdegegnerin besuchte für ihren Haushaltsbericht die Beschwerdeführerin an ihrem Wohnort und erstellte den Bericht in Kenntnis der Gesundheitsbeeinträ
chtigung (Urk.
11
/
82
S.
2
). Sie erfasste die Wohnver
hält
nisse bezüglich Wohnparteien (
Beschwerdeführerin und
Sohn
), Liegenschaft
(
3-Zim
mer
miet
wohnung
, im 3. Stockwerk, ein Bad
),
Geräte
/
Maschinen
(
Geschirr
spüler, Waschmaschine im UG, Tumbler; E. 3.1
).
Sie beschrieb eingehend und nachvollziehbar die aufgrund des Gesundheitszustandes bestehenden
respektive nicht vorhandenen
Einschränkungen
oder die im Rahmen der Schadenmin
de
rungs
pflicht zumutbaren Möglichkeiten der Umorganisation (Aufteilung und etappen
weise Erledigung)
in den einzelnen Teilbereichen des Haushaltes (Ernäh
rung, Wohnungs- und Hauspflege, Einkauf und weitere Besorgungen, Wäsche und Kleiderpflege, Betreuung von Kindern und/oder Angehörigen;
E. 3.5
) respek
tive die Tätigkeiten, welche
die Beschwerdeführerin
selber verrichten kann
oder die
in zumutbarer Weise
mit Hilfe
ihre
s
Sohn
es
verrichtet werden können. Der Be
richt ist plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzel
nen Einschränkungen sowie der
dem Sohn zugemuteten geringen Mithilfe
beim Staubsaugen
und steht in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben.
5.2
Die Beschwerdeführerin kritisierte
den
Haushaltsbericht pauschal dahingehend, es sei nicht plausibel, dass angesichts der ärztlichen Beurteilung gar keine Einschränkungen im Haushalt bestehen sollen (E. 2.2).
Der
Abklärungsperson war
der
Gesundheitszustand
der Beschwerdeführerin bekannt
,
sie ging auf die einzel
nen Tätigkeiten ein und beurteilte deren Zumutbarkeit im Detail. Die Beschwerde
führerin zeigte denn auch nicht im Einzelnen auf, welche Beurteilungen bei welchen Tätigkeiten nicht angemessen sein sollten. Entgegen der Ansicht
der
Beschwerdeführerin (Urk. 1 Ziff. 9) ist
die gelegentliche
Mithilfe
durch ihren Sohn
, welche einzig beim Staubsaugen angerechnet wurde (
Urk.
11/82 S. 9 und S. 10),
zumutbar und stell
t
keine
übermässige Belastung dar
.
5.3
Damit ist der Bericht vom
14
.
Januar 2021 (E. 3)
beweiskräftig und es ist darauf abzustellen.
Es
ist von
k
einer Einschränkung im Haushaltsbereich auszugehen.
6.
6.1
Die Beschwerdegegnerin
ging
gestützt auf die gutachterliche Beurteilung davon
aus
, dass das Wartejahr nach Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG im April 2018 erfüllt war (vgl. E. 1.2, E. 2.1), was die Beschwerdeführerin
grundsätzlich
nicht beanstandete (Urk. 1).
D
ie Gutachter
wiesen
nach der gesundheitsbedingten Aufgabe der Arbeitsstelle durch die Beschwerdeführerin auf Ende März 2017
ab April 2017
eine ununterbrochene Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit aus
(E. 2.3.2)
.
6
.
2
Gemäss dem in Art. 27
bis
Abs. 2–4 IVV per 1. Januar 2018 eingeführten
und für die Frage eines Rentenanspruchs ab
1.
April 2018 anzuwendenden (vgl.
vgl. BGE
130 V 445 E. 1.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts I 428/04 vom
7.
Juni 2006 E. 1
)
neuen Berechnungsmodell für die Festlegung des Invaliditätsgrads von teiler
werbs
tätigen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) werden der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invalidi
tätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich – weiterhin – summiert (Art. 27
bis
Abs. 2 IVV). Die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbstätigkeit richtet sich nach Art. 16 ATSG, wobei das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn
sie nicht invalid geworden wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet wi
rd (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. a IVV) und die prozentuale Erwerbseinbusse anhand des Be
schäftigungsgrads,
den
die versicherte Person hätte, wenn sie nicht invalid ge
worden wäre, gewichtet wird (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. b IVV). Für die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Der Anteil wird anhand der Differenz zwischen dem Beschäfti
gungsgrad nach Absatz 3
lit
. b und einer Vollerwerbstätigkeit gewichtet (Art. 27
bis
Abs. 4 IVV).
6.3
6.3.1
Die Beschwerdegegnerin hat zu
Gunsten der Beschwerdeführerin
für das
Validen
einkommen
auf die LSE-Tabelle 17 Ziff. 91, Reinigungspersonal und Hilfskräfte abgestellt
und nicht auf
das zuletzt bei der
Y._
GmbH im Stundenlohn erzielte Einkommen
. Dies ist nicht zu beanstanden
. Eine Paralleli
sierung, wie von der Beschwerdegegnerin gefordert (E. 2.2), ist entsprechend auch nicht angezeigt. Demnach ist von einem massgeblichen
Valideneinkommen
von Fr.
51'328.55
für das Jahr 2018 auszu
gehen
(Fr. 4'103.-- [LSE 2018 Tabelle T17,
Ziff.
91, Frauen, 30-49 Jahre, Reinigungspersonal und Hilfskräfte)
] :
40 x 41.7 [Betriebsübliche
Arbeitszeit nach Wirtschaftszweigen, BFS, Tabelle T 03.02.03.01.04.01] x 12 Monate).
6.3.2
Die
Beschwerdeführer
in
ging seit
der Aufgabe ihrer Stelle bei
Y._
GmbH
keiner
Arbeit
auf dem ersten Arbeitsmarkt
mehr nach, weshalb zur Ermittlung des Invalideneinkommens auf die
LSE-
Tabellenlöhne abzustellen
ist
.
Da die
Be
schwerdeführerin
über
keine
in der Schweiz anerkannte
Berufsausbildung
verfügt (vgl. Urk. 11/1 S. 5), sind – entgegen dem Vorbringen der Beschwerdeführerin mit Verweis auf die BASS-Studie «Nutzung Tabellenmedianlöhne LSE zur Bestim
mung der Vergleichslöhne bei der IV-Rentenbemessung» vom 8. Januar 2021 (vgl. Urk. 1 S. 9 f.) – nach gefestigter bundesgerichtlicher Rechtsprechung
die Löhne für
Frauen
(LSE
2018
TA1_tirage_skill_level
, Total Frauen
, Kompetenz
niveau 1) in einfachen Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art heran
zuziehen
(
vgl.
etwa
Urteil des Bundesgerichts 8C_458/2017 vom 6. August 2018 E. 6.2.3
)
. Demnach resultiert so
- angepasst an die betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden im Jahr 2018 (vgl. Tabelle T 03.02.03.01.04.01 Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen)
und unter Berücksichtigung der redu
zierten Arbeitsfähigkeit von 50 %
in angepasster Tätigkeit
-
ein Invalidenein
kommen von Fr.
27'340.80
(Fr.
4'371.--
x 12 / 40 x 41.7
x 0.5
).
Entgegen dem Vorbringen der Beschwerdeführerin (Urk. S. 9 oben) ist kein leidensbedingter Abzug vom Tabellenlohn
angezeigt
. So handelt es sich
bei der
geltend gemachten
Lese- und Schreibschw
äche
nicht um eine gesundheitsbedingte Beeinträchtigung
, sondern um
eine
sprachliche Schwierigkeit, welche unberücksichtigt bleib
t
(vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_328/2011
vom
7
.
Dezember
2011 E.
10.2
).
Ferner wird den gesundheitlichen Beeinträchtigungen bereits mit der Annahme eines nur reduziert zumutbaren Pensums Rechnung getragen
(vgl. Urk. 11/73 S. 47, Urk. 11/74 S. 32 f.).
6.3.3
S
tellt man das Validen- dem Inva
lideneinkommen gegenüber resultiert für die Zeit ab
April
2018
bei einer E
rwerbs
einbuss
e
von
Fr. 23'987.75
(Fr. 51'328.55
– Fr. 27'340.80
)
ein gerundeter Invaliditätsgrad von
47
% im Erwerbsbereich und damit bei einem 50%igen Erwerbsanteil ein Teilinvaliditätsgrad von
23.5
%.
6.4
Nach dem Gesagten ergibt sich für die Zeit ab
April
2018 bei einem Erwerbs
- und einem Haushaltsanteil von je 50 % und
(gewichteten)
Teilinvaliditätsgraden von 0 % und 23.5 % ein gerundeter rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 24 %.
In der Folge erweist sich die
renten
verneinende Verfügung der Beschwerde
geg
nerin vom
9
.
März 2021
mit Blick auf den Rentenanspruch als rechtens. Dies führt diesbezüglich zur Abweisung der Beschwerde.
Demnach erübrigen sich auch Weiterungen hinsichtlich der von der Beschwer
degegnerin erstmals in der Beschwerdeantwort vorgebrachten Erörterungen
zu
Art.
36 IVG (E. 2.1).
7
.
Die Beschwerdeführerin brachte zudem vor, die Beschwerdegegnerin sei ihrer Pflicht nach Art. 27 ATSG (Aufklärung und Beratung) nicht nachgekommen. So sei sie motiviert wieder zu arbeiten und ihr behandelnder Psychiater habe Unter
stützung bei der beruflichen Wiedereingliederung gefordert (E. 2.2). Diesbezüg
lich ist darauf hinzuweisen, dass i
n der angefochtenen Verfügung vom
9
.
März
202
1
berufliche Massnahmen nicht behandelt
werden
und somit auch nicht
Anfechtungs
gegenstand
bilden
, weshalb auf diesbezügliche Ausführungen nicht einzugehen
und nicht einzutreten
ist
.
Es bleibt
der
Beschwerdeführer
in
jedoch unbenommen, sich
bei der Beschwerdegegnerin
für
die Durchführung von
beruf
liche
n
Massnahmen zu
melden.
8
.
8
.1
Die Beschwerdeführerin beantragte (
Urk.
1 S. 2) die unentgeltliche Rechtspflege unter Bestellung von Advokatin Karin
Wüthrich
von der
procap
, Zürich, als unentgeltliche Rechtsvertreterin. Die Prozessführung schien zum Zeitpunkt der Verfahrenseinleitung nicht aussichtlos, die Bedürftigkeit der Beschwerd
eführerin ist ausgewiesen (Urk. 3/4
) und eine
Rechtsverbeiständung
geboten. Ihr ist daher die unentgeltliche Rechtspflege unter Bestellung von Advokatin Karin
Wüthrich
von der
procap
, Zürich, als unentgeltliche
Rechtsvertreterin
zu gewähren (vgl. BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
8
.2
Die Verfahrenskosten gemäss Art. 69
Abs.
1
bis
IVG sind auf Fr. 800.-- festzu
setzen. Ausgangsgemäss sind sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen, infolge der bewilligten unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Ge
richts
kasse zu nehmen.
Advokatin Karin
Wüthrich
ist als unentgeltliche Rechtsvertreterin aus der Ge
richtskasse zu entschädigen. Nach
§
34
Abs.
3 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (
GSVGer
) bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Pro
zes
ses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert. Trotz der gerichtlichen Aufforderung vom 2. Juli 2021 (Urk. 12) hat die Rechts
vertre
terin keine Kostennote eingereicht. Die Entschädigung ist daher nach Ermessen auf Fr. 2’200.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.
Die Beschwerdeführerin ist auf
§
16
Abs.
4
GSVGer
hinzuweisen, wonach sie zur Nachzahlung der Gerichtskosten sowie der Auslagen für die Vertretung verpflich
tet werden kann, sofern sie dazu in der Lage ist.