Decision ID: 61abfa13-363b-4c41-80b5-cad9d4fd9662
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1965, war seit
1. Dezember 2013 als Mitar
beiterin Hausdienst in einem 80%-Pensum bei der
Y._
ange
stellt und damit bei der Helsana Unfall AG
(nachfolgend: Helsana)
versichert
. Am
22. November 2014
brach
beim
Manöverieren
eines
Servicewagens eine Rolle
und
der Wagen kippte
, woraufhin die Versicherte
reflexartig den Wagen halten wollte und sich dabei den rechten Arm verdrehte (Urk. 7/K1).
Die
erstbehan
delnde
Ärztin diagnostizierte ein Distorsionstrauma Ellbogen rechts sowie ge
stützt auf eine am 11. Dezember 2014 nach fehlender Besserung der Schmerzen durchgeführte bildgebende Untersuchung
(Urk. 7/M2)
einen kleinen Einriss der gemeinsamen
Flexorensehne
(Urk. 7/M1). Mit Verfügung vom 10. August 2015 (Urk. 7/K46)
stellte die Helsana ihre Leistungen mangels
K
ausalzusammenhangs
zwischen den
beste
henden Beschwerden und dem Unfallereignis vom 22. Novem
ber 2014
per 31. August 2015
ein. Die von der Versicherten am 29. August 2015
erhobene Einsprache (Urk. 7/K49) wies die Helsana mit
Einspracheentscheid
vom
5. Oktober 2015 ab (Urk. 7/K56 = Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob
am 26. Oktober 2015 gegen den
Einspracheentscheid
vom 5. Oktober 2015 (Urk. 2)
Beschwerde
und beantragte die Aufhebung des
Ein
spra
cheentscheids
sowie
eine Neubeurteilung durch die
Z._
(Urk. 1 S. 1).
Mit Beschwerdeantwort vom
11. November 2015 (Urk. 6) beantragte die Helsa
na
die Abweisun
g der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 23. Novem
ber 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei
Be
rufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (
Abs.
1). Der
Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind,
in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versi
cherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbe
handlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.2
Die Leistungspflicht eines
Unfallver
sicherers
gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
li
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzu
sammenhang besteht. Ursachen im Sinne des
natürlichen Kausalzusammen
hangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
den
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen
Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann.
Entsprechend dieser Um
schreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittel
bare Ursache gesundheit
licher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Inte
grität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten
nicht weggedacht wer
den kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheit
liche
Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
–
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit
Hinweisen).
1.3
1.3.1
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses
Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177
E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.3.2
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.4
Nach
Art.
10
Abs.
1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss
Art.
16
Abs.
1 UVG ein Taggeld zu.
Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10
%
(
Art.
8 des Bundesgesetzes über
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG) invalid, so hat sie
An
spruch auf eine Invalidenrente (
Art.
18
Abs.
1 UVG). Der Rentenanspruch ent
steht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Bess
e
rung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige Ein
gliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem
Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (
Art.
1
9
Abs.
1 UVG).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
te
n
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1,
125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zu
verlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die be
fragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt
nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es be
darf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
tei
lich
keit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf
die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozialversiche
rungs
recht
zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin aller
dings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
1.6
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt
eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren über
haupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheid
relevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundes
gerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
Von der Rückweisung der Sache an den Versicherungsträger zur Gewährung des rechtlichen Gehörs ist nach dem Grundsatz der Verfahrensökonomie dann abzu
sehen, wenn dieses Vorgehen zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem gleichlaufenden und der Anhörung gleichgestellten Interesse der versicherten Person an einer möglichst
beförderlichen
Beurteilung ihres Anspruchs nicht zu vereinbaren sind (vgl. zum Ganzen BGE 137 I 195 E. 2.3.2; BGE 136 V 117 E. 4.2.2.2; BGE 133 I 201 E. 2.2).
Bei ungenügenden Abklärungen durch den Versicherungsträger holt die Be
schwer
deinstanz im Regelfall ein Gerichtsgutachten ein, wenn sie einen (im
Ver
waltungsverfahren
anderweitig erhobenen) medizinischen Sachverhalt über
haupt
für gutachtlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine
Administrativ
expertise
in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Die betref
fende Be
weis
erhebung erfolgt alsdann vor der
–
anschliessend
reformatorisch entschei
denden
–
Beschwerdeinstanz selber statt über eine Rückweisung an die Verwal
tung. E
ine Rückweisung an den Versicherungsträger
bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig unge
klärten
Frage begründet
ist.
Ausserdem
bleibt es dem kantonalen Gericht (unter
dem Aspekt der Verfahrensgarantien) unbenommen, eine Sache zurück
zuwei
sen,
wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutacht
lichen Ausführungen erforderlich ist (B
GE
137 V 210
E.
4.4.1.
4 mit Hin
weisen; Urteil des Bundesgerichts
8C_815/2012 vom 21.
Oktober 2013 E.
3.4
,
publi
ziert in SVR 1/2014 UV Nr. 2 S.
3)
.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
begründete
ihre Leistungseinstellung beziehungsweise
das Dahinfallen der Kausalität des Unfalls vom 22. November 2014 für die be
stehenden Beschwerden im rechten Arm gestützt auf die Stellungnahme ihres beratenden Arztes, welcher festhielt, der
chronifizierte
Schmerzzustand am rech
ten Ellbogen könne nicht mehr mit der Verdrehu
ng des rechten Armes in kausalen
Zusammenhang gebracht werden (Urk. 2 S. 9).
2.2
Dagegen machte die Beschwerdeführerin
sinngemäss
geltend,
die
Beschwerde
gegnerin
habe sich auf die Beurteilung ihres internen Arztes beschränkt, wel
cher
nicht neutral und unabhängig sein könne. Ihre Beschwerden seien daher nicht genügend abgeklärt worden (Urk. 1 S. 2, Urk. 3).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf weitere Leis
tungen (Taggelder und Heilkosten) ab 1. September 2015
,
wobei sich die Frage stellt, ob der medizinische Sachverhalt
in genügender Weise abgeklärt wurde.
3.
3.1
Anlässlich des Unfalls
vom 24. November 2014 zog sich die Beschwerdeführerin ein Distorsionstrauma am rechten Ellbogen zu (Urk. 7/M1). Aufgrund der ein
ge
schränkten Motorik wurde eine bildgebende Untersuchung veranlasst. Dr. med.
A._
, Fachärztin Radiologie, erhob in ihrem Bericht vom 11. Dezem
ber 2014 (Urk. 7/M2) als Befund einen minimalen Gelenkserguss so
wie einen kleinen Einriss im Ursprungsbereich der gemeinsamen
Flexorensehne
mit auch
leichtgradiger
Auftreibung
und Hyperintensität bei ansonsten regel
rechter Dar
stell
ung des Ellbogens.
3.2
Dr. med.
B._
, F
achärztin für Physikalische Medizin und Rehabilita
tion, berichtete am 17. Januar 2015 über bewegungs- und belastungsabhängige Schmerzen mit Kraftverminderung des rechten dominanten Armes
der Be
schwerdeführerin
(Urk. 7/M3 Ziff. 2) und nannte am 26. Februar 2015 als Diag
nose eine Kontusion des Ellbogens rechts mit partieller Läsion der
Flexor
en
sehne
, eine Hypothyreose unter Substitution mit
Euthyrox
150 sowie eine Al
lergie auf Aspirin (Urk. 7/M4).
In einem Zwischenbericht zuhanden der Beschwerdegegnerin vom 9. März 2015 (Urk. 7/M5) führte sie aus, dass wiederholte Arbeitsversuche der Beschwerde
füh
rerin gescheitert seien. Der Ellbogen werde immer geschwollen und jede for
ciert
e Belastung führe zu ausstrahlenden Schmerzen bis zum Handgelenk (Ziff. 2).
Sie attestierte
weiterhin
eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit
(Ziff. 4).
3.3
Am 1
2
. März 2015
erfolgte ein Untersuch beim beratenden Arzt der
Beschwer
de
gegnerin
, Prof. Dr.
C._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates. Dieser
gelangte gleichentags
sowie
kon
si
li
arisch
am 19. März 2015
(Urk. 7/M7)
zur Beurteilung, dass die Beschwer
de
f
ührerin an einem „Werfer- oder Golfer-Ellbogen rechts“ nach
Distorsions
trau
ma
vor 4 Monaten sowie an einem
chr
onifizierten
Schmerzzustand
Epic
on
dylus
ulnaris
rechts leide (S.
5)
. Er erachtete
den
chronifizierten
Schmerzzustand als überwiegend wahrscheinlich unfallkausal (S. 2 Ziff. 1)
, die attestierte Ar
beits
un
fähigkeit als unfallbedingt ausgewiesen (S. 3 Ziff. 6
lit
. a)
und
er hielt
es für an
gezeigt, die Beschwerdeführerin zur weiteren Behandlung der Rheuma-Abtei
lung
an der
D._
zuzuweisen
(S. 5 am Schluss).
3.4
Die Ärzte der
D._
, Rheumatologie, berichteten am 4. (Urk. 7/M8)
und 11. Mai 2015 (Urk. 7/M9)
über ihre ambulante Behandlung der Beschwerdeführerin. Sie nannten folgende Diagnosen (Urk. 7/M9 S. 1):
c
hronifizierte
rechtsseitige
Epicondylopathia
humeri
ulnaris
b
estehend seit Unfall vom 22.11.2014
b
ildgebender Befund vom 11.12.2014: kleiner Einriss am Ursprung der gemeinsamen
Flexorensehne
mit
leichtgradiger
Auftreibung
und Hyperintensität bei ansonsten regelrechter Darstellung des Ellbogens, minimaler Gelenkserguss
k
onventionell-radiologisch keine Fraktur oder
ossäre
Läsion abgrenz
bar, keine degenerative Veränderungen (Röntgen Ellbogen rechts vom 28.04.2015)
u
nauf
f
ällige humorale Entzündungswerte (28.04.2015)
Hypothyreose
a
ktuell
hyperthyreotische
Stoffwechsellage
a
usgeprägter Vitamin D3-Mangel
Die Ärzte stellten einen uneingeschränkt beweglichen Ellbogen rechts fest.
Fer
ne
r bestünden
Resistivtests
vor allem bei forcierter
Volarflexion
des Handgelen
kes,
eine
Schmerzzunahme am
Epicondylus
humeri
medialis
, ebendort
Druck
do
lenz
ohne Überwärmung oder Rötung, keine ausgeprägte Schwellung, grob kur
so
risch
sonographisch
kein intraartikulärer Erguss oder
Synovitis
.
Ebenso k
eine Hypäs
thesie. Anders als bei ihrer letzten Sprechstunde gebe es keine An
halts
punkte für das Vorliegen eines
Sulcus
ulnaris
-Syndrom
s
(Urk. 7/M9 S. 2).
3.5
Bei
bekannter
Diagnose
führten die Ärzte der
D._
, Ortho
pädie, am 28. Mai 2015 (Urk. 7/M10) aus, die von der Beschwerdeführerin ge
äusserten Beschwerden könnten sie nicht sicher einer Diagnose zuordnen. Auf
grund der geäusserten neurologischen Ausfälle empfahlen sie ein neurologi
sches
Konzil zum Ausschluss eines
Sulcus
ulnaris
-Syndrom
s
als indiziert (S. 2).
3.6
Diese neurologische und neurophysiologische Untersuchung fand am 6. Juli 2015
in der
D._
, Zentrum für Paraplegie, statt. Mit Be
richt vom 20. Juli 2015 (Urk. 7/M11) nannte
n die Ärzte bei den bekannten Di
agnosen ledig
lich einen Verdacht auf eine
chronifizierte
Epicondylopathia
hu
meri
ulnaris
rechts. Ferner fanden sie elektrophysiologisch keinen Anhalt für eine
Nervus
medianus
oder
Nervus
ulnaris
Neuropathie (S. 1).
Sie hielten hierzu fest, klinisch
beschreibe die Beschwerdeführerin eine Sensibilitätsstörung des gesamten rech
ten
Armes ohne Betonung eines Versorgungsgebietes eines peri
pheren
Nerves
oder eines
Dermatoms
. In den Neurographien des
Nervus
media
nus
und
Nervus
ulna
ris
würden sich altersentsprechende Normalbefunde beid
seits zeigen. Insbeson
der
e e
rgebe sich kein Anhalt für eine
Nervus
ulnaris
Neuropathie am Ellbogen
(
Sulcus
-
ulnaris
-Syndrom) oder ein
Karpaltunnelsyn
drom
als Ursache für die Symp
tomatik (S. 2).
3.7
Prof.
C._
(vgl. vorstehend E. 3.3) gelangte in seiner Beurteilung vom 30. Juli
2015 (Urk. 7/M12) zum Schluss, dass der
chronifizierte
Schmerzzustand am rechten Ellbogen nicht mehr mit der Verdrehu
ng des rechten Armes in kau
salen
Zusammenhang gebracht werden könne. Die Symptomatik entspreche der einer
somatoformen
Schmerzstörung. Allenfalls sei noch auf eine
Schmer
zur
sache
im Zusammenhang mit einem viel zu niedrigen Vitamin D-Spiegel hinzu
weisen.
Da keine strukturellen Läsionen bei dem Ereignis gesetzt worden seien, müsse der jetzige Schmerzzustand mit unfallfremden Faktoren erklärt werden. Ins
gesamt erachte er die vorhandenen Beschwerden der Beschwerde
führerin nur als möglich unfallkausal (S. 2).
4.
4.1
Beim Unfall vom 22. November 2014
zog sich die Beschwerdeführerin unbe
strit
tenermassen
ein Distorsionstrauma am rechten Ellbogen
zu.
Zu klären ist so
mit, ob und welche der nunmehr geklagten Beschwerden (
ausstrahlende Schmer
zen bis zum Handgelenk
, neurologische Ausfälle) auf die am 22. November 2014
zugezogene Verletzung zurückzuführen sind.
Gemäss den im Wesentlichen übereinstimmenden medizinischen Akten liegt bei der Beschwerdeführerin nunmehr eine
chronifizierte
rechtsseitige
Epicondylo
pathia
humeri
ulnaris
vor (vgl. vorstehend E.
3.3, 3.4, 3.6).
4.2
Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin kann gestützt auf die vorlie
genden Akten weder über die Frage des Endzustands, noch über die im Detail vorliegenden unfallkausalen Restbefunde oder über die daraus resultierende Be
einträchtigung der Arbeitsfähigkeit
abschliessend
befunden werden.
So
erach
tete
der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin, Prof.
C._
, in seiner Beurtei
lung vom 19. März 2015
(vgl. vorstehend E. 3.3)
den
chronifizierten
Schmerz
zu
stand
(
Epic
ondylus
ulnaris
) als überwiegend wahrscheinlich
unfall
kausal
. Vier Monate später gelangte er jedoch
äusserst
kurz und
ohne nähere Begründung
und deswegen nicht nachvollziehbar
zum Schluss, dass der
chro
nifizierte
Schmerz
zustand
am rechten Ellbogen nicht
mehr mit der Verdrehu
ng des rech
ten Armes in kausalen
Zusammenhang gebracht werden könne, da die Sympto
ma
tik der einer
som
atoformen
Schmerzstörung entspre
che (vgl. vorste
hend E. 3.7).
Dies
obwohl im Bericht der Orthopädie der
D._
vom 28. Mai 2015 (vgl. vorstehend E. 3.5) festgehalten wurde, dass die von der Beschwerdeführerin
geäusserten
Beschwerden nicht sicher einer Diag
nose zuge
ordnet werden könn
t
en.
Trotz dieser Diskrepanzen
hat die
Beschwer
degegnerin
davon
abgesehen, die Beschwerdeführerin selbst untersuchen
zu lassen
und ei
gene
Abklärungen zu treffen, um die bestehenden Unklarheiten auszuräumen
.
Somit kann gestützt auf die vorliegenden Akten nicht
abschliessend
beurteilt werden, ob
die noch vorhandenen Beschwerden unfallkausal sind
beziehungs
weise lässt sich das Dahinfallen der Kausalität aus orthopädischer Sicht nicht
rechtsgenüglich
beweisen
.
Zudem basiert die von der Beschwerdegegnerin angenommene 100%ige Arbeits
fähigkeit alleine auf der Einschätzung ihres beratenden Arztes, Prof.
C._
(vgl. vorstehend E.
3.7). Die
se Einschätzung ist nicht ohne w
ei
teres in Einklang zu bringen mit
der von Dr.
B._
attestierten und von Dr.
C._
zuvor
bestätigten
vollständigen Arbeitsunf
ähigkeit
der Be
schwerdeführerin
(vgl. vor
steh
end E. 3.2, E. 3.3
).
Hingegen besteht
in Bezug auf das
Sulcus
ulnaris
-Syndrom
insoweit Klarheit, dass es nach Lage der medizinischen Akten keine Anhaltspunkte gibt für das Vorli
egen einer solchen Erkrankung
. So fand
sich anlässlich der neurologischen und neurophysiologischen Untersuchung keine
Neuropathie des
Nervus
media
nus
oder
des
Nervus
ulnaris
(vgl. vorstehend E. 3.6).
4.3
Insgesamt erscheinen somit die von der
Beschwerdegegnerin
getätigten Abklä
rungen nicht ausreichend, um die sich stellenden Fragen
abschliessend
beant
worten zu können. Insbesondere blieben gewisse
entscheidrelevante
Fragen in ungenügender Weise abgeklärt, weshalb eine Rückweisung gerechtfertigt ist (vgl.
vorstehend E. 1.6
). Aufgrund der Unklarheiten betreffend die
unfallkausa
len
somatischen Restbefunde und das
Ausmass
der Arbeitsfähigkeit ist der
Ein
spracheentscheid
vom
5. Oktober 2015
in
Gutheissung
der Beschwerde
aufzuhe
ben und die Sache an die
Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen, damit sie wei
tere Abklärungen tätige und hernach über die Ansprüche
der Beschwerdeführe
rin
neu befinde
. Dabei ist anzumerken, dass es – entgegen dem Antrag der Be
schwerdeführerin
(vgl. Urk. 1 S.
1)
– der Beschwerdegegnerin frei steht, welche Abklärungen sie bei welchem Arzt tätigt. Einen Anspruch auf Begutachtung durch die beantragte
Z._
besteht nicht.