Decision ID: 893e9029-bb9b-4ba4-bcda-e8bc932ab007
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1974 geborene und bis 2008 als Manager eines Fitnessclubs erwerbstätig gewesene
X._
meldete sich am 26. September 2010 unter Hinweis auf eine Spina
bifida
occulta
, auf
Diskusprotrusionen
und Dege
nerationen im Bereich L1
L5 mit einer Diskushernie bei L3/L4 sowie auf sehr starke Rückenschmerzen bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk.
7
/
8
).
Mit Urteil IV.2012.00995 vom 12. Juni 2013 hob das hiesige Gericht die renten
ablehnende Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
Stelle, vom 16. August 2012 auf und wies die Sache an die Ver
waltung zur weiteren medizinischen Abklärung und zum Entscheid über den An
spruch des Versi
cherten
X._
auf Leistungen der In
validenversiche
rung, insbesondere auf berufliche Massnahmen, zurück (
Urk. 7
/60). Daraufhin erteilte die IV-Stelle zunächst Kos
tengutsprache für eine Umschulung des Versicherten zum Master
of
Business Studies (Mittei
lungen vom 27. Februar, 4. März und 14. Mai 2014,
Urk. 7
/72 f.,
Urk. 7
/79; Verfügung vom 23. Mai
2014,
Urk. 7
/80). Mit Verfügung vom 11. August 2014 hob sie die Umschulungsmassnahme wiedererwägungsweise auf und kündigte die Durchführung medizinischer Abklärun
gen an (
Urk. 7
/84).
1.2
Mit Verfügung vom 7. November
2014 beauftragte die IV-Stelle die über
Suis
seMED@P
zugeteilte MEDAS
Y._
mit einer polydisziplinären Begutachtung des Versicherten (
Urk. 7
/112; vgl. ferner
Urk. 7
/98 ff.). Die vom Versicherten dagegen erhobene Be
schwerde wurde vom hiesigen Gericht mit Urteil IV.2014.01283 vom 23. Februar 2015 abgewiesen (
Urk. 7
/118).
Gestützt auf das MEDAS-Gutachten vom 17. September 2015 (
Urk. 7
/126) stellte die Verwaltung mit Vorbescheid vom 17. März 2016 die Ablehnung von Leis
tungen der Invalidenversicherung in Aussicht (
Urk. 7
/132). In seiner Stellung
nahme vom 2. Mai 2016 machte der Versicherte unter anderem eine im Januar 2016 eingetretene Verschlechterung seiner Beschwerden geltend, welche eine
Spitalbehandlung erforderte (Urk. 7/133), und legte auf Auffor
derung der IV-Stelle
zwei aktuelle medizinische Berichte vor (
Urk. 7
/134 ff.). Da
raufhin holte die Verwaltung Auskünfte vom behandelnden Spital ein (
Urk. 7
/143) und liess den Versicherten dazu Stellung nehmen (
Urk. 7
/145). Mit Verfügung vom 30. August 2016 verneinte sie dessen Anspruch auf Leis
tungen d
er Invalidenversicherung (Urk. 7/147
).
Die dagegen gerichtete Beschwerde hiess das hiesige Gericht mit Urteil vom 1. März 2017 (Prozess Nr. IV.2016.1097; Urk. 7/152) in dem Sinne gut, als
es die Sache an die Verwaltung zur weiteren
Abklärung zurückwies.
1.3
In Umsetzung des genannten Urteils
tätigte die Verwaltung weitere medizinische Abklärungen
und stellte dem
Versicherten mit Vorbescheid vom 5. Dezem
ber 2017 (Urk. 7/168) ab 1. März 2011 bis am 31. Juli 2012 die Ausrichtung einer ganzen sowie ab 1. Januar 2017 einer unbefristeten halben Invalidenrente in Aus
sicht. Nach erhobenem Einwand vom 19. Januar 2018 (Urk. 7/173) veran
lasste
die IV-Stelle eine rheumatologische Verlaufsbegutachtung durch die
Y._
(Expertise vom
10. Oktober
2018; Urk. 7/183) und sprach dem Versicherten in der Folge – nach Durchführung eines erneuten
Vorbescheidverfahrens
(Urk. 7/188, Urk. 7/191) – mit Verfügung vom 7. Juni 2019 (Urk. 2)
eine
ab 1. Mai 2011 bis 30. April 2012 befristete ganze Invalidenrente zu.
2.
Hiergegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 8. Juli 2019 (Urk. 1) Be
schwer
de und beantragte, die Verfügung vom 7. Juni 2019 sei dahingehend zu ergänzen, dass die Beschwerdegegnerin verpflichtet werde, ihm ab Mai 2012 eine
Drei
viertelsrente
, mindestens eine halbe Rente auszurichten und ab 1. April 2016 eine ganze Rente, mindestens eine
Dreiviertelsrente
, jeweils zuzüglich Verzugszins von 5 % gemäss Art. 26 ATSG (1.); alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin, die Entschädigung zuzüglich Mehrwertsteuer (2.).
Die IV-Stelle schloss am 11. September 2019 (Urk. 6) auf Abweisung der Be
schwerde, was dem Beschwerdeführer am 12. September 2019 (Urk. 8) zur Kennt
nis gebracht wurde.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[
ATSG
]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
(
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung vom 7. J
uni 2019 (Urk. 2) zur Hauptsache,
g
emäss dem Verlaufsgutachten sei von einer Verschlech
terung der gesundheitlichen Beschwerden ab Gutachtenszeitpunkt auszugehen und somit sei dem Beschwerdeführer ab dem Tag der Untersuchung nur noch eine Arbeitsfähigkeit von 70 % möglich. Sodann sei davon auszugehen, dass die bis
herige Tätigkeit einer angepassten Tätigkeit ents
preche und ein Prozentvergleich durchzuführen
sei
. Es bestehe ab Mai 2012 ein Invaliditätsgrad
von 20 % und ab November 2018 (drei Monate nach Verschlechterung) ein Invaliditätsgrad von 30 %. Zusammengefasst könne daher gesagt werden, dass der Beschwerdeführer
vom 1. Mai 2011 bis 30. April 2012 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hab
e. Danach liege der IV-Grad unter 40 %, weshalb kei
n Anspruch mehr auf Ren
tenleistungen bestehe. Es bestehe auch kein Anspruch auf Eingliederungsmass
nahmen (S. 5).
2.2
Dagegen wendet der Beschwerdeführer (Urk. 1) im Wesentlichen ein,
der Gut
achter habe ihn aufgrund der Zustandsverschlechterung für angepasste Arbeiten als zu 70 % arbeitsfähig erachtet, wobei aufgrund des erhöhten Pausen- und Erholungsbedarfes von einer höheren täglichen Präsenz von 6-7 Stunden auszu
gehen sei. Diese Auffassung finde in den Akten keine Stütze und sei nicht nach
vollziehbar. Daher sei von einer Zustandsverschlechterung und dem Beginn der
70%igen Arbeitsunfähigkeit (richtig: Arbeitsfähigkeit) ab Januar 2016 auszu
geh
en
. Im Übrigen sei die Begründung der gutachterlichen Abweichung von der Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit durch PD
Dr.
Z._
und
Dr.
A._
(40-50%ige Arbeitsfähigkeit für angepasste Tätigkeiten) dürf
tig. Daher erscheine zu
treffend, von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit, jedenfalls vom Mittel der beiden Einschät
zungen, somit von einer 60%igen Arbeitsfähigkeit ab Januar 2016, auszugehen. Zu ergänzen sei, dass er seit 26. Februar 2019 wieder vollumfänglich arbeits
unfähig sei. An diesem Tag habe er wegen einer Exazerbation wieder h
ospi
talisiert werden müssen. Er
habe
anschliessend eine Antibiotika-Kur
durchlaufen müssen und
sei wiederum bis mindestens August 2019 arbeitsunfähig (S. 7).
Hinsichtlich der Invaliditätsbemessung hält der Beschwerdeführer dafür,
für generelle Managementtätigkeiten in anderen Bereichen besitze er keine Berufs
ausbildung
und keine Berufserfahrung, ebenso wenig für administrative Berufe. Eine berufliche Wiedereingliederung in der doch repräsentativen Stellung des Managers eines Fitnesscenters sei infolge seiner nun angeschlagenen Gesundheit nicht aussichtsreich. Eine gleichwertige Anstellung in einem anderen Bereich werde voraussichtlich an seinen mangelnden Fachkenntnissen scheitern. Ohne einschlägige Ausbildung oder Berufserfahrung werde lediglich eine Anstellung in untergeordneter Position realisierbar sein, was aber mit einer deutlichen Ein
kommensbusse verbunden sei (S. 11 f.). Gestützt auf eine
n Einkommensvergleich resultiere
ab 1. Mai 2012 ein Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
, mindestens auf eine halbe Rente. Diese habe zur Folge, dass nach der Verschlechterung des Gesundheitszustandes im Januar 2016 das Wartejahr nicht erfüllt werden müsse und bereits ab 1. April 2016 ein Anspruch auf eine ganze Rente, mindestens auf eine
Dreiviertelsrente
bestehe (S. 12 ff.).
3.
3.1
Das hiesige Gericht
wies mit
Entscheid vom 1. März 2017 (Urk. 7/152) die Sache an die Beschwerdegegnerin
zurück, damit
diese
die gutachterliche Arbeitsfähig
keitseinschätzung von 80 % bei der Invaliditätsbemessung übernehme (E. 5.2.4),
über einen allfälligen Anspruch des Beschwerdeführers – zumindest befristet –
ab
11. März
2011
neu befinde (E. 3.5.2) und ergänzende Abklärungen über die Aus
wirkung der Veränderung im Januar 2016 veranlasse und hernach über den An
spruch des Beschwerdeführers auf Leistung der Invalidenversicherung unter Be
rücks
ichtigung des Vorgenannten neu v
erfüge (E. 5.3). Diesem Entscheid lag
en
im Wesentlichen
folgende medizinischen Unterlagen zugrunde:
3.1.1
Im MEDAS-Gutachten vom 17. September 2015 (Urk.
7
/
126)
wurde folgende Diagnose mit Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit gestellt (S. 22):
1.
Chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom ohne Zeichen von Wurzel
reizsymptomatik, Erstbeschwerden 2008
-
St. n. instrumentierter
interkorporeller
rigider Fusion L3 bis L5 und dyna
mischer Stabilisation L2/3 am 01.11.2011 bei diskogen-degenerativer Schmerzsymptomatik L2 bis L5
-
klinisch allseitige deutliche, aber schmerzarme Bewegungseinschränkung der LWS ohne
radikuläre
Zeichen
-
konventionell-radiologisch intakter OSM-Sitz, minime Anschlussde
gene
ra
tion L1/2 und L5/S1 nicht auszuschliessen,
lum
bosakrale
Übergangs
ano
malie mit Spina
bifida
S1/2 und
Spondylolyse
L5 links (Röntgen 10.06.2015, 10.04.2012, CT 22.04.2008)
Folgenden weiteren Diagnosen massen die Gutachter keine Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit bei (Urk. 7
/126 S. 22):
1.
Deutliche
Valgus
-Knick-Senk-Spreizfussdeformität beidseits, minim symp
to
matisch im Fersenbereich
2.
St. n. Commotio cerebri nach
Angefahrenwerden
im Verkehr ca. 1988 ge
mäss Anamnese mit längerem Bewusstseinsverlust, ohne Beschwerdefolgen
3.
St. n. Melanom-Entfernung an der Beinhaut anamnestisch (keine Unterla
gen)
Weiter gaben die Gutachter an, aus internistischer Sicht liessen sich in der aktuellen Exploration keine die Arbeitsfähigkeit relevant einschränkende Erkran
kungen nachweisen. Gemäss dem psychosomatischen Fachgutachten hätten wede
r Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit noch solche ohne fe
stgestellt werden können (Urk. 7
/126 S. 24).
Anlässlich der rheumatologischen Untersuchung habe der Beschwerdeführer über seit der Operation gebesserte lumbale Beschwerden mit Ausstrahlung flächig in den Beckenkammbereich beidseits, mit Schmerzpunkten tieftho
rakal median und im Bereich der
Sakrumoberkante
median berichtet. Früher in der Mitte der Len
denwirbelsäule verspürte Beschwerden seien nach der Ope
ration verschwunden. Intermittierend bestünden Schmerzausstrahlungen in den rechten Oberschenkel, gelegentlich bis in den Unterschenkel rechts, nicht zunehmend. Die Becken
kammbeschwerden seien anhaltend da, aber im Hin
tergrund. Die anderen lum
balen Schmerzlokalisationen hätten an Inten
sität wieder zugenommen und seien etwa gleich stark wie sechs Monate vor dem operativen Eingriff. In der aktuellen Quantifizierung machten sie etwa 50 % der unmittelbar präoperativ vorhanden gewesenen Schmerzintensität aus, als sich der Beschwerdeführer aber "nicht mehr
habe bewegen können". Schmerz
verschlimmernd wirkten sich Oberkörperin
kli
nation und -rotation aus. Zu
dem sei ein Sitzen über mehrere Stunden nicht mög
lich. Ein tägliches Sich-Hinlegen helfe gegen die Schmerzen (Urk.
7
/125/15-26 S. 10).
Weiter führte der rheumatologische Konsiliararzt aus, insgesamt liege ein deut
liches degeneratives Wirbelsäulenleiden vor, mit radiologisch vor Jahren schon
festgestellten mehrsegmentalen
Bandscheibenprotrusionen
, spinalchi
rurgisch aus
gedehnt operiert mit rigider Segmentfixation L3 bis L5 und dy
namisch L2/3.
Konventionell-radiologisch liessen sich keine sicheren dege
ne
ra
tiven Entwick
lungen der Nachbarsegmente nachweisen, was aber ent
spre
chende Überlastungs
beschwerden
diskogener
oder
facettogener
Ursache nicht
ausschliesse. Grobe radiologische, die Beschwerden erklärende Auffäl
ligkeit
en fänden sich aber nicht. Das klinische Motilitätsbild sei recht frei mit Aus
nahme einer schmerzhaft ein
geschränkten Beweglichkeit der Lendenwir
bel
säule vor allem für die Rotation und die Seitneigung, weniger für die In
klination. Eindrucksmässig bestünden wenige Motilitätseinschränkungen in
der Untersuchungssituation, aber wohl eine Be
schwerdeverschlimmerung du
rch längeres Sitzen. Das Gesamtbild lasse früher attestierte Einschränkun
gen der spinalen Belastbarkeit nachvollziehen, für bio
mechanisch angepasste Tätigkeiten jedoch höchstens eine geringe Leistungsmin
derung attestieren. Indem das Profil der zuletzt ausgeübten Tätigkeit in den Unterlagen nicht genügend nachvollziehbar und umfassend dokumentiert sei, könne gut
ach
terlich zur Zumutbarkeit der letztgenannten Erwerbstätigkeit nicht Stel
lung genommen werden. Es könne nur das Profil einer entsprechend zumut
baren Verweistätigkeit gutachterlich formuliert werden. Es fänden sich keine An
haltspunkte aus aktueller Perspektive dafür, dass die attestierten Arbeits
un
fähigkeiten, wie sie von den behandelnden Ärzten formuliert worden seien, retrospektiv gutachterlich in Frage zu stellen wären. Die Angaben über die Schmerzentwicklung, wie sie vom Exploranden derzeit erhältlich seien, deckten sich mit den Angaben der behandelnden Ärzte. Auch betreffs der entsprechenden Zeiträume fänden sich keine Anhaltspunkte dafür, dass die erfolgten Attestie
rungen zu hinterfragen wären. Diskrepanzen fänden sich in den Akten betreffs Charakteristik in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit, in dem der Explorand für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als
Fitnessinstruktor
ein „Hands-on“ mit somit wohl auch
muskuloskelettär
belastenden Tätigkeits
anteilen schildere, die Akten aber von einer rein Management-artigen Bürotätigkeit ausgingen. Diese Diskrepanz könne gutachterlich
nicht aufge
löst werden (Urk. 7
/125/15-26 S. 11).
Aus rheumatologischer Sicht seien körperlich leichte Tätigkeiten mit der Mög
lichkeit zum selbständigen Wechseln der Körperposition, nicht aus
schliesslich sitzend, stehend oder gehend, ohne Notwendigkeit zu wieder
holten Rotationen
des Oberkörpers, ohne Notwendigkeit zum Sich-Bücken-Müssen, ohne Heben, Stossen oder Ziehen von Lasten mehr als 2-3 kg zumutbar. Für derartige Tätig
keiten bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 80 %, dies ab dem Gutachtenszeitpunkt. Die Reduktion gegenüber einer Vollzeit
tätigkeit berücksichtige einen etwas ver
mehrten Pausenbedarf und das Ein
nehmen-Müssen von gelegentlichen Entlas
tungsstellungen, wie es vom Exploranden auch derzeit im Alltag praktiziert werde.
Allenfalls könne dies im zeitlichen Umfang im Rahmen einer Erwerbstätigkeit gegenüber der aktu
ellen Praxis wohl etwas angepasster und reduzierter gehand
habt werden (Urk.
7
/125/15-26 S. 11).
Die Einschätzung des rheumatologischen Gutachters wurde so im MEDAS-
Gut
achten vom 17. September 2015 übernommen. Ergänzend führten die Gut
achter hinzu, für den gelernten Beruf als Sportlehrer/
Fitnessinstruktor
im klassischen Sinn mit vor allem körperlicher Tätigkeit, Instruktion etc. sei auf
grund der somatischen Einschränkungen wohl keine Arbeitsfä
higkeit anzu
neh
men. Sofern in der angestammten Tätigkeit die angegebenen Einschrän
kungen berücksichtigt und eingehalten werden könnten, d.h. vor allem Bürotätigkeit ausgeübt worden sei, so wäre der Explorand im an
gestammten Be
ruf zu 80 % arbeitsfähig (Urk. 7
/126 S. 25).
Aus aktuell gutachterlicher Sicht bestehe für eine angepasste Tätigkeit eine 80%ige Arbeitsfähigkeit vermutlich schon seit Mai 2012. Der Zeitraum Mai 2012 bis April 2014 scheine einen medizinisch weitgehend stabilen Gesund
heits
zu
stand umfasst zu haben, mit zwar signifikanten Restbeschwerden, welche sich aber nicht wesentlich vom aktuellen Zustand unterschieden. Eine bedeutende Zäsur sei für die Zeit nach Mai 2012 aus jetziger Perspektive retrospektiv nicht auszumachen. Der Zeitraum vor Mai 2012 sei als postope
rative Rehabilita
tions
phase nach dem Eingriff vom November 2011 einzu
stufen. Der Eingriff vom November 2011 habe nachweislich und dokumen
tiert zu einer Verbesserung der Beschwerden geführt. Nach dem Mai 2012 sei eine relevante Veränderung des
Gesundheitszustandes nicht dokumentiert. Die intermittierend wiederholt at
te
stierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit sei gut
achterlich retrospektiv nicht näher übe
r
prüfbar. Jedoch hätten sich die objektiven Befunde nicht in nachvollziehbarer Weise verändert beziehungs
weise verschlechtert, sondern es zeige sich insgesamt ein in etwa stabiler Verlauf. Es gebe also keinen belegten Grund, ab Mai 2012 nicht von einer grundsätzlichen Arbeitsfähigkeit in entsprechend angepasstem Tätigkeitsbe
reich wie ob
en ausgeführt auszugehen (Urk. 7
/126 S. 25 f.).
3.1.2
Dr. med.
A._
stellte im Bericht vom 13. Mai 2016 (Urk.
7
/135) folgende
Diagnosen:
-
Chronische Lumbalgien mit Anschlussdegeneration L1/2
-
Status nach instrumentierter
interkorporeller
Fusion L3 bis L5 mit PEEK-Cages und Fixateur interne sowie dynamischer Stabilisierung L2/3 am 01.11.2011 bei Diskusdegenerationen L2 bis L5 bei Status nach mehreren lumbalen Diskushernien
Dazu führte er aus, beim Beschwerdeführer sei es Ende Januar zu einer
Schmerzexazerbation
seiner bekannten Rückenschmerzen gekommen. Die Com
pu
tertomographie der Lendenwirbelsäule vom 31. März 2016 zeige eine
Spon
dylarthrose
L1/2. Die Magnetresonanztomographie der Lendenwirbel
säule
vom 27. März 2016 zeige neu im Vergleich zu den Voraufnahmen eine deutliche Bandscheibendegeneration L1/2. Hier habe sich linksseitig eine Diskushernie ge
bildet, die
recessal
Kontakt zur Wurzel L2 habe. Es bestehe eine deutliche
Spon
dylarthrose
. Hier sei es offensichtlich im Verlauf zu einer Anschlussdegeneration gekommen. Die klinischen Beschwerden liessen sich
zwangslos mit der kern
spin
tomographisch nachgewiesenen Anschlussde
gene
ration L1/2 erklären. Klinisch sei es unklar, ob die Schmerzen eher von der Bandscheibe oder den
Fazettengelenken
herrührten. Da sich aktuell keine
radikuläre
Symptomatik zeige, und die Rücken
beschwerden gut kontrolliert seien, möchte der Beschwerdeführer keine weiteren invasiveren Abklärungen.
3.1.3
In einem undatierten
wohl Anfang August verfassten (vgl. Urk.
7
/146 S. 4
) –
Bericht (Urk.
7
/143) wiederholte Dr.
A._
die be
reits im Mai 2016 (E. 3.1.2
hievor
) gestellten Diagnosen. Ergänzend gab er an, die deutliche Bandschei
bende
generation L1/2 sei im Vergleich zu den Voraufnahmen mit einer links
seitigen Diskushernie neu. Die langjährigen
lumbalgieformen
Beschwer
den
mit rezidivie
renden
ischialgieformen
Ausstrahlungen würden sicherlich pers
i
stieren. Die vor
übergehende linksseitige Schmerzausstrahlung sei durch die
Bandscheiben
pro
trusion
L1/2 durchaus erklärbar. Aufgrund der Rücken
erkran
kung bestünden Einschränkungen hinsichtlich der körperlichen Leis
tungsfähigkeit bei längerem Stehen, Heben und Tragen von Lasten über 3 kg, sowie bei Arbeiten in Zwangs
positionen oder Bücken, Heben und über Kopf Tä
tigkeiten. In einer angepassten Tätigkeit sollte zumindest eine halbschich
tige oder knapp unter halbschichtige Arbeitsfähigkeit gegeben sein. Gegen eine leichte körperliche Tätigkeit mit der Möglichkeit zum selbständigen Wechseln der Körperposition ohne häufige Rota
tionsbewegungen des Ober
körpers so
wie ohne Bücken, Heben, Stossen und Ziehe
n von Lasten über 3 kg ohne Zeitdruck und flexible Arbeitseinteilung spreche nichts. Die Beschwer
den des Patienten liessen sich mit dem Aktivitätsniveau beim Spazierengehen
und leichten häuslichen Tätigkeiten problemlos vereinbaren. Schliesslich handle
es sich hierbei um leichteste Tätigkeiten, die zudem mit einer
deut
lichen Lin
derung der Symptomatik (Laufen) einhergingen, ohne jeglichen
Zeit
druck und
jederzeitlicher
Möglichkeit der Pausen und Unterstützung durch
die Familie.
3.2
Der für das rheumatologische Verlaufsgutachten der
Y._
vom 1
0.
Oktober 2018 (Urk. 7/183) verantwortlich
zeichnende
Experte stellte im Vergleich zum vorge
nannte
n
ME
DAS-Gutachten
(E. 3.1.1 hie
r
vor)
neu folgende Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
3
):
-
bildgebend segmentale Anschlussdegeneration L1/2 mit bilateraler
Band
scheibenprot
r
usion
mit Wurzelkontakt L2 links, tieflumbale
Spondylarthrosen
, regelrechter
Osteosynthesematerial
-Sitz,
Serom
im Bereich der
Pedikelschraube
LWK3 rechts, mässige Einengung der Wurzel L5 beidseits,
lumbosakrale
Über
gangsanomalie mit Spina
bifida
S1/2
und stabile
Spondylolyse
L5 link
s
Als ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte er (S. 13):
1.
Status nach OSG-Distorsion links 2014, verheilt
2.
Status nach
Planatarfaszien-Insertionstendinopathie
links 2015, verheilt
3.
Valgus
-Knick-Senkfussdeformität beidseits, zurzeit nicht symptomatisch
Und als weitere Diagnosen nannte er (S. 13 f.):
1.
Status nach
Urolithiasis
links mit Steinabgang am 18. September 2015
,
rezidiv
frei
2.
Status nach Otitis
externa
rechts 2015 und 2017
3.
Status nach Commotio cerebri circa 1988, keine Residuen
4
.
Status nach Melanom-Entfernung an der Beinhaut vor Jahren, keine Unterlagen
Der Gutachter gelangte zur Ansicht, der Operateur erkenn
e
noch vor dem Gutachten 2015 eine leichte Segmentdegeneration im Anschlusssegment L
1/2
, die dann radiomorphologisch 2016 als pr
ogredient imponiere und als ursä
chliche radioanatomische Veränderung für die jetzt
wieder zunehmenden und im Verlauf eher hochlumbal lokalisierten Beschwerden angesehen werde, auch von der Neu
rochirurgie K
antonsspital
B._
(Dr.
A._
). Die Beschwerden wären «zwanglos» mit diesen segmentalen anschlussdegenerativen Veränderungen zu erklären. Eine Facetten
gelenksinfiltration, sch
m
erzmedizinisch appliziert (
Dr.
C._
,
D._
), hab
e allerdings nicht zu einer Beschwerdeverbesserung geführt. Die derart
organläsionell
zugeordneten zunehmenden Rückenschmerzen des Beschwerdeführers seien auch in der aktuellen rheumatologischen Explo
ra
tion aufgrund ihrer hochlumbalen Lokalisation, der Belastungs- und Positions
abhängigkeit und aufgrund der dort neuen, allerdings nicht nur auf ein bis zwei Segmente beschränkten Klopf- und
Rütteldolenz
durchaus zumindest teilursäch
lich diesem neu degenerierten hochlumbalen Anschlusssegment L1/2 zuzuord
nen. Daneben dürften t
ieflumbale Schmerzanteile, wie s
ie der Beschwerdeführer als seit Langem bestehend und nicht neu schildere, mit zur Schmerzempfind
lichkeit beitragen, allenfalls ursächlich aufgrund von M
uskelverspannungen, wie
sie
befu
ndlich
klinisch auch jetzt festzustellen seien
. Eine sonstige radiomor
phologisch erkennbare Besonderheit liege am Rücken nicht vor. Das
caudal
liegende
lumbosakrale
Anschlusssegment zeige keine neuen Auffälligkeiten und es seien im operierten
Gebiet der LWS wede
r
Pseudoarthrosen noch
Osteo
synthesematerial-Auffälligkeiten
noch
Rezidivhernierungen
oder neue Stenosen bildgebend darstellbar, so dass die einzig neue Veränderung im Anschluss
seg
ment L1/2 tatsächlich das Gros der jetzt neu beklagten und hochlumbalen Be
schwerden verantworten dürfte. Grundsätzlich sei ja im Rückenbereich die Zuord
nung von Schmerzen zu radioanatomischen Auffälligkeiten und degenerativen Veränderungen oft sehr schw
ierig und wenig zuverlässig. Es könne in toto somit von
einer Verschlechterung des
muskulo
skelettären
Gesundheitszustandes im Bereich des unteren Achsenskeletts ausgegangen werden, mit einer vermehrten Vulnerabilität des Achsenskeletts gegenüber Belastungen und mit intensiveren Schmerzepisoden als früher, mit aber klinisch-
befundlich
zum gutachterlichen Befund 2015 zwar neuen
palpatorischen
Dolenzen
, bezüglich Motilitätsbild und klinischem
musk
ul
oskelettärem
Erscheinungsbild aber weitgehend identischen Verhältnissen (S. 17 f.).
Hinsichtlich funktionellen Auswirkungen führte der Experte aus, der Schwere
grad des Leidens sei
muskuloskelettär
als etwas höher zu gewichten als noch gutachterlich 2015 eingeschätzt, dies aufgrund der radiomorphologisch nach
weisbaren Progression der degenerativen Veränderungen am Achsenskelett mit grundsätzlich wohl dem Risiko einer zusätzlichen weiteren auch funktionellen Verschlechterung in den kommenden Jahren. Die
musk
ul
oskelettäre
Belastbarkeit sei deutlich reduziert, insbesondere für
achsenske
lettär
belastende
Tätigkeiten, Sitz- und Stehdauer seien glaubhaft vermindert. Gewisse Auswirkungen des Leidens seien auch für den Alltag plausibel, zum Teil wohl auch für eine reine «
hausmännische
» Tätigkeit.
Er kam zum Schluss, wie schon 2015 rheumatologisch attestiert seien für den Beschwerdeführer möglich leichte
Tätigkeiten mit Hantieren von Lasten max.
2-3 kg, ohne gehäuftes Sich-Bücken-Müssen, ohne Überkopftätigkeitsanteile, ohne Rotieren des Oberkörpers, ohne ausschliessliches Sitzen, Stehen oder Gehen und mit der Möglichkeit zum Wechseln der Köperposition nach 30 Minuten, ohne kniende oder kauernde Tätigkeitsanteile (S. 19). Für derartige Tätigkeiten sei von einer Arbeitsfähigkeit von 70 %
auszugehen, wegen erhöhten Pausenbedarfs, während der Arbeit allenfalls in etwas höherer täglicher Präsenz von 6-7 Stunden. Die gegenüber 2015 noch etwas stärkere Reduktion der Restarbeitsfähigkeit sei mit einer gewissen Verschlechterung des Gesundheitszustandes zu begründen und einem gegenüber 2015 noch weiter erhöhten Pausen- und Erholungsbedarf. Eine deutlich geringere Leistungsfähigkeit
in derart angepassten Tätigkeiten
scheine aufgrund der Befunde und des doch weitgehend uneingeschränkten Mo
t
ilitätsbildes nicht plausibel (S. 20).
3.3
Infolge plötzlich einschiessender Rückenschmerzen mit Ausstrahlung in das linke Bein entlang dem
Dermatom
L5 bei
m
Absi
tzen auf die Couch
war der Be
schwerdeführer vom 26. Februar bis 1. März 2019 im Spital
E._
hospitalisiert. Im provisorischen Austrittsbericht vom 1. März 2019 (Urk. 3/4) bericht
eten die unterzeichnenden Ärzte, auf der Notfallstation werde ein schmerzgeplagter Beschwerdeführer gesehen. Es sei eine stationäre Aufnahme zur Analgesie erfolgt und
in
Rücksprache mit
Dr.
F._
, Chefarzt Anästhesie Spital
E._
, sei die analgetische Therapie mit
Brufen
,
Novalgin
,
Pregabalin
sowie
Targin
ausgebaut worden, sowie Physiotherapie. Darunter habe eine deutliche Verbesserung der Schmerzsituation erreicht werden können. Bei Eintritt sei noch ein MRI der LWS
durchgeführt worden, welche im Vergleich
mit den Vorbildern ein unverändertes extraspinales
Serom
im Ber
ei
ch der rechten
Pedikelschraube
des
3.
LWK zeige. Angrenzend ebenfalls stationäre ödematöse
Imbibierung
der autochthonen Rückenmuskulatur, ein
low
grade Infekt sollte ausgeschlossen werden. Unver
änderte kraniale Anschlusspathologie im Segment L1/L2 mit medianer bis nach links
mediolateral
und
rezessal
reichender Hernie mit konsekutivem Kontakt zur Nervenwurzel L2 links.
Gesamthaft keine
foraminale
Stenose, keine eindeutige Wurzelkompression und keine spinale Stenose. Bei deutlicher Besserung der Schmerzen sowie des Allgemeinzustandes habe der Beschwerdeführer am
1.
Februar (richtig: März) 2019 in die ambulante Weiterbehandlung entlassen werden können (S. 2).
3.4
Vom 9. Bis 18. April 2019 wurde der Beschwerdeführer erneut Stationär be
handelt, diesmal in der Klinik
G._
, zur Entfernung des
Fixateurs und Entnahme von Biopsien zur mikrobiologischen Untersuchung (Be
richt vom 9. April 2019
;
Urk. 3/17). Die Indikation war bei anhaltenden
Lum
boischalgien
und erhöhten Entzündungsparametern sowie im PET-CT nachge
wie
sener Schraubenlockerung gestellt worden. Die mikrobiologische Untersu
chung
ergab denn auch den Nachweis von
Cutibacterium
(
Propionibacterium
)
acnes
. Es folgte eine 10-tägige Antibiose, welche auf eine orale Medikation bis 4. Juni
2019
umgestellt wurde. Neue lokal-neurologische Defizite traten nicht auf, die Mobili
sation unter physiotherapeutischer Anleitung erfolgte zeitgerecht, die vorbesteh
ende Schmerzsymptomatik war schon postoperativ gebessert und das
L
aufen problemlos
möglich. Als Procedere werden körperliche Schonung und keine
end
gradigen
Bewegungen der L
WS festgehalten und dass längeres Stehen und Sitzen in
den
ersten Wochen ebenso wie das Hebe
n und Tragen von Lasten über 5 k
g noch vermieden werden sollten (S. 2).
4.
4.1
Vorwegzuschicken ist,
dass das
Y._
-Gutachten vom 10. Oktober 2018 (E. 3.2
hievor
)
auf den notwendigen rheumatologischen Untersuchungen beruht und sich somit für die streitigen Belange als umfassend erweist. Der rheumatologische Gutachter setz
t
e sich detailliert
mit
den vom Beschwerdeführer geklagten Be
schwerden auseinander (S. 7), erstellte seine Beurteilung in Kenntnis der wesent
lichen
Vorakten
(S
. 24-39)
und die daraus unter Nennung der medizinischen Zusammenhänge gezogenen Schlussfolgerungen leuchten ein. Namentlich zeigte er anhand der objektivierbaren Befunde auf, dass
sich
radimorphologisch
als einzige Veränderung
das
neu degenerierte
hochlumbale
Anschlusssegment L1/2
– was seit 2016 als progredient imponiert –
zeigt. In diesem Sinne ist
ebenso
ohne Weiteres nachvollziehbar, dass
dieses das Gros der neu beklagten Beschwerden verantworten dürfte und eine
weitere
Verschlechterung des
musk
ul
oskelettären
Gesundheitszustandes im Bereich des unteren Achsenskeletts und somit
der
mus
k
ul
oskelettäre
n
Belastbarkeit
, insbesondere für
achsenskelettär
belastenden Tätig
keiten, Sitz- und Stehdauer
,
zur Fo
lge hat.
E
b
enso
, dass d
araus
ob des erhöhten Pausenbedarfs
nunmehr eine verbleibende Leistungsfähigkeit
in einem Pensum im Umfang von
noch
70 %
für
leichte Tätigkeiten mit Hantieren von Lasten max. 2-3 kg, ohne gehäuftes Sich-Bücken-Müssen, ohne Überkopftätig
keitsanteile, ohne
Rotieren des Oberkörpers, ohne
ausschliessliches Sitzen, Stehen oder Gehen und mit der Möglichkeit zum Wechseln der Köperposition nach 30 Minuten, ohne kniende oder kauernde Tätigkeitsanteile
resultiert.
Das Gutach
ten entspricht damit den rechtsprechungsgemässen Anforderungen an eine be
weiskräftige medizinische
Entscheidgrundlage
(
E
.
1.3
hievor
).
4.2
Soweit sich der Beschwerdeführer ab Januar 2016 auf die Arbeitsfähig
keits
schätzung von Dr.
A._
(50 %; E. 3.1.3)
beruft, ist darauf hinzuweisen,
dass
es in der Natur der Sache liegt, dass
Arbeitsunfähigkeitsschätzungen ein Ermes
sensspielraum inhärent ist
.
Die Festlegung der Arbeitsfähigkeit durch den Gut
achter auf
70
% beruht auf der Berücksichtigung der erhobenen Befunde und der damit verbundenen Einschränkungen bei der Ausübung einer
administrativen
oder sonstigen körperlich leichten Tätigkeit in zeitlicher Hinsicht, hält
er doch
eine Präsenz an einem Arbeitsplatz nur im Ausmass von höchstens
70
% für zumutbar.
Inwiefern diese Schätzung nicht verständlich und ausreichend erklärt worden sein
soll, lässt sich nicht erkennen, zumal diese in ausdrücklicher Kennt
nis und Nachachtung des Berichts von Dr.
A._
erging. Sodann unter
schei
den sich auch die gutachterlichen Tätigkeitsprofile nur unwesentlich. Namentlich hielt der MEDAS-Gutachter 2015 (E. 3.1.1
hievor
)
körperlich leichte Tätigkeiten mit
der Mög
lichkeit zum selbständigen Wechsel
n der Körperposition, nicht aus
schliesslich sitzend, stehend oder gehend, ohne Notwendigkeit zu wiederholten
Rotationen des Oberkörpers, ohne Notwendigkeit zum Sich-Bücken-Müssen, oh
ne Heben, Stossen oder Ziehen von Lasten mehr als 2-3 kg
für zumutbar,
wogegen der
Y._
-Gutachter (E. 3.2
hievor
) zusätzlich auf die
Möglichkeit zum Wechseln der Kö
r
perposition nach 30 Minuten
und die Vermeidung von knienden und kauernden Tätigkeitsanteilen hinwies.
Da diese zusätzlichen Einschränkungen – wenn überhaupt – wenig Einfluss auf die Ausübung einer a
dministrativen Tätig
keit zeitigen
, sich hingegen das Motilitätsbild unverändert darstellt und ferner blosse Muskelverspannungen als zumindest teilursächlich in Betracht fallen,
er
scheint die gutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzung plausibel.
4.3
Was den genauen Zeitpunkt der Zustandsverschlechterung und damit die Reduk
tion einer Arbeitsfähigkeit in der Höhe von 80 % auf 70 % betrifft, so kann dieser, wie nachfolgende Erwägungen zeigen, vorliegend
offen bleiben
.
Daran vermag auch die
Hospitalisation
am 26. Februar 2019
zufolge einer Exazerbation des chronisch
lum
b
overtebralen
Schmerzsyndroms nichts zu ändern (E. 3.3
hievor
). Demnach stellten die behandelnden Ärzte eine unveränderte Pathologie fest, wobei der Beschwerdeführer am vierten Tag bei deutlicher Besserung der Schmer
zen entlassen werden konnte.
Auch die erneute
Hospitalisation
zur Entfernung des Fixateurs und die anschliessende Behandlung der bakteriellen Infektion haben zwar zweifelsohne zu einer vorübergehenden Verschlechterung des Ge
sundheitszustands geführt (E. 3.4 hiervor).
Eine
bleibende oder zumindest über längere Zeit dauernde
Verschlechterung des Gesundheitszustandes, welche auf
eine
weitere Reduktion der Leistungsfähigkeit schliessen liesse, ist
aber auch da
mit
nicht erstellt
, dies umso weniger, als das Anforderungsprofil in den ersten Wochen
nach dem Eingriff
demjenigen des Gutachtens entspricht
(vgl. E. 3.2 und 4.2).
4.4
4.
4
.1
Der Beschwerdeführer (Urk. 1) bemängelt
primär
die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Invaliditätsbemessung und mach
t
geltend,
letztere habe zu Un
recht auf einen Einkommensvergleich verzichtet. Der Beschwerdeführer verfüge über keinerlei Ausbildung oder Erfahrung in betriebswirtschaftlicher Richtung oder in administrativen Tätigkeiten. Er habe vor Eintritt des Gesundheitsschadens nur in einer leitenden Funktion im Fitnessbereich tätig sein können, weil er
als einer der wenigen
Fitnessin
struktoren
über eine solide (universitäre) Ausbildung als Sportlehrer verfüge und lange Zeit in allen Funktionen und überdies in einem Club in Amsterdam von
H._
tätig gewesen sei, auch als
Fitnessin
struktor
, und den Betrieb von Grund auf gekannt habe.
Die Kündigung sei erst nach Eintritt
des Gesundheitsschadens erfolgt und sie sei nicht auf die angebliche
Unterschlagung zurückzuführen gewesen.
Schliesslich sei nicht ersichtlich, welche
Arbeiten der Beschwerdeführer noch ausführen könne. Aus diesem Grund sei ein Leidensabzug von bis zu 20 % zu gewähren.
Es sei daher ab Mai 2012 von einem
Valideneinkommen
von Fr. 147'417.00, eventualiter Fr. 125'894.00 sowie von einem Invalideneinkommen von Fr. 52'992.00 für 80 %, Fr. 46'368.00 für 70 % beziehungsweise Fr. 39'744.00 für 60 %
auszugehen (S. 8 ff.).
4.
4
.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt s
ein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1,
134 V 322 E. 4.1).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen
sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2;
Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenver
siche
rung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 f. zu Art.
28a
).
Bei der Invaliditätsbemessung kommt der allgemeinen Methode des Einkom
men
s
vergleichs gemäss
Art.
28a
Abs.
1 IVG in Verbindung mit Art. 16 ATSG grund
sätzlich Vorrang zu. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig
nicht genau ermittelt werden können, sind sie indes nach Massgabe der im Ein
zel
fall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annähe
rungswerte miteinander zu vergleichen. Wird eine Schätzung vorgenommen, so muss diese nicht unbedingt in einer ziffernmässigen Festlegung von Annähe
rungswerten be
stehen. Vielmehr kann auch eine Gegenüberstellung blosser Pro
zent
zahlen genü
gen. Das ohne eine Invalidität erzielbare hypothetische Erwerbs
einkommen ist alsdann mit 100 % zu bewerten, während das Invaliden
ein
kommen auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, so dass sich aus der Pro
zentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt (sog. Prozentvergleich; Urteil des Bun
desgerichts 8C_131/2011 vom 5. Juli 2011 E. 10.2.1 mit Hinweis auf BGE 114 V 310 E. 3a).
Der Invaliditätsgrad ist namentlich dann durch Prozentvergleich zu ermitteln, wenn Validen- und Invalideneinkommen sich nicht hinreichend genau oder nur mit unverhältnismässig grossem Aufwand bestimmen lassen und in letzterem Fall zudem angenommen werden kann, die Gegenüberstellung der nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände geschätzten, mit Prozentzahlen bewerteten hypothetischen Einkommen ergebe ein ausreichend zuverlässiges Resultat. Diese Berechnungsweise ist insbesondere anwendbar, wenn die konkreten Verhältnisse so liegen, dass die Differenz zwischen Validen- und Invalideneinkommen die für den Umfang des Rentenanspruchs massgebenden Grenzwerte von 70, 60, 50 und 40 % (Art. 28 Abs. 2 IVG) eindeutig über- oder unterschreitet (Urteil des Bundes
gerichts 8C_333/2013 vom 11. Dezember 2013 E. 5.3 mit Hinweisen).
Sind indessen Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom gleichen Tabel
lenlohn zu berechnen, erübrigt sich deren genaue Ermittlung.
Diesfalls
entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn. Dies stellt keinen «Prozentvergleich» dar, sondern eine rein rechnerische Vereinfachung (Urteil des Bundesgerichts 8C_148/2017 vom 19. Juni 2017 E. 4 unter Hinweis auf Urteil 9C_675/2016 vom 18. April 2017 E. 3.2.1)
.
4.
4
.3
Betreffend das
Valideneinkommen
ist im Sinne der Erwägungen des hiesigen Gerichts im Urteil vom 12. Juni 2013 (Prozess Nr. IV.2012.0995; E. 5) und unter Berücksichtigung
des Arbeitszeugnisses
vom
10. Juni 2009
(Urk. 7/7/3 f.), des
Stellenbeschrieb
s (Urk. 7/26/6 f.) sowie der
Angaben im Arbeitgeberfragebogen vom 26. November 2010 (Urk. 7/26/1-6 S. 5) von einer angestammten Tätigkeit hauptsächlich administrativer Form auszugehen
(so explizit E. 5.2 am Ende)
.
In Anbetracht dessen ist eine Kündigung aus gesundheitlichen Gründen nicht über
wiegend wahrscheinlich, zumal der Beschwerdeführer gerade keine rückenbelas
tenden Aufgaben zu erledigen gehabt hätte.
Weitere Erörterungen zum Grund der fristlosen Entlassung erübrigen sich somit.
Demnach
kann auch
im Gesundheits
fall
keine
Weiterbeschäftigung bei der ehemaligen Arbeitgeberin
a
ngenommen werden, was – wie im Urteil vom 12. Juni 2013 erwogen
(E. 5.3)
– mit einer
An
stellung in einer untergeordneten Position
und somit mit einer
deutlichen Ein
kommensbusse verbunden gewesen wäre. Eine Bezifferung dieses mutmasslichen Einkommens kann indes insofern unterbleiben, als
eine administrative Tätigkeit
dem gutachterlich beschriebenen Tätigkeitsprofil (E. 3.2) nicht widersprich
t. Vor diesem Hintergrund sind sowohl
Validen- als auch Invalideneinkommen anhand der identischen Tabellenwerte zu bestimmen
.
Der Invaliditätsgrad entspricht damit dem Arbeitsunfähigkeitsgrad von 20 %
beziehungsweise 30 %.
4
.
4
.
4
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten
ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und
berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Diens
t
jahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Aus
wir
kungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch
auf
einem ausgeglichenem Arbeitsmarkt
möglicherweise nur mit unterdurch
schni
ttlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schät
zen und darf 25 % nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Inva
lideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leich
ter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit ein
geschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beur
teilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesund
heitliche Einschrän
kungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbeding
ten Abzugs einflies
sen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichts
punkts führen dürfen (Urteil des Bundesgerichts 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 mit Hinweisen; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2 und
8C_808/2013 vom 14. Februar 2014 E. 7.1.1 mit Hinweisen).
4.
4
.5
Der Beschwerdeführer, der über
eine Diplom-Ausbildung im Fach „Travel &
Tourism
“
am
College
I._
(Urk. 7/7/2) verfügt,
den Bachelor
of
Science in Sport
and
Exercise
Science
an der
University
J._
(Urk. 7/7/1)
erwarb, sich darüber hinaus im Managementbereich beziehungsweise in funk
tions
unterstützenden Bereichen fortbildete (Urk. 7/16/1, Urk. 7/16/7-15) und fre
md
sprachlich versiert ist (Urk. 7/12 S. 2),
war
bis Ende 2002 als Manager im Fit
nessclub
H._
in
Amsterdam tätig. Am 1. Januar 2003 trat er eine Stelle als Manager im Fitnessclub
H._
in Zürich an und wurde laut dem Arbeitszeugnis vom 10. Juni 2009 per 1. November 2006 zum Senior Club Mana
ger beförder
t. In diesen sämtlichen Funktionen stand
en
jeweils die admini
strative Tätigkeit beziehungsweise Führungsaufgaben im Vordergrund (Urk. 7/7/3
f.,
Urk. 7/13, Urk. 7/26/1-7). Demzufolge verfügt der Beschwerdeführer über jahre
lange Erfahrung mit administrativen Arbeiten
, auch hier in der Schweiz.
Da die gesundheitlich bedingten Einschränkungen bereits mit der Reduktion auf ein 70
%-Pensum berücksichtigt wurden
und sich bei Berücksichtigung des ausge
glichenen Arbeitsmarktes (vgl.
Urteil des Bundesgerichtes 8C_
464
/2019 vom
28. November 2019 E. 5.4) ein weiterer gesundheitsbedingter Abzug nicht recht
fertigt
,
wäre somit
einzig
ein
Abzug wegen des lediglich noch zumutbaren Teil
zeitpensums zu diskutieren.
Männer des unteren wie auch des unters
ten
K
aders
verdienten - dokumentiert durch die vorliegend anwendbare LSE 2014 - bei einem Beschäftigungsgrad von 50-74 % knapp 7 % weniger als Männer mit einem Beschäftigungsgrad von 90 % oder mehr; bei Männern ohne Kader
funk
tion betrug der Unterschied 5.9 % (LSE 2014 T18)
.
Da
sich vorliegend
ein
nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung noch vertretbar erscheinender
Abzug
für Männer des unteren Kaders
in der Höhe
zwischen 5 % und
10 %
(
vgl. etwa Urteil 8C_805/2016 vom 22. März
2017 E.
3.2
) ohnehin rechnerisch nicht rele
vant auswirkt – so
resultiert bei Gewährung eines Abzuges in der Höhe von 10 % ein maximaler Invaliditätsgrad von 37 % – ist vom Ermessen der Beschwer
de
gegnerin nicht abzuweichen und kein Abzug vorzunehmen.
4.
5
Schliesslich sprach die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer basierend auf
dem MEDAS-Gutachten vom
17. September 2015 (Urk. 7/126) eine vom 1. Mai
2011 bis 30. April 2012 befristete ganze Invalidenrente zu. Dies blieb unwider
sprochen und gibt auch zu keinen weiteren Bemerkungen Anlass.
5.
Eventualiter beantragt der Beschwerdeführer (Urk. 1) eine Umschulung, damit er ein Einkommen in einer gewissen Höhe überhaupt erzielen könne (S. 14). Wie dargelegt, erfolgte jedoch weder die Kündigung
(überwiegend w
ahrscheinlich)
aus gesundheitlichen Gründen noch unterscheidet sich
eine
Tätigkeit – wenn üb
er
haupt – wesentlich von der angestammten
Tätigkeit. In diesem Sin
n
e ist ein Anspruch auf eine Umschulung (
Art.
17 IVG) nicht gegeben,
da die aus rheuma
tologischer Sicht attestiert
e
20
-
beziehungsweise 30%ige
Arbeitsunfähigkeit
so
wohl die angestammte wie auch jede andere (angepasste
) Tätigkeit
beschlagen würde
.
Sonstige Umstände, die eine Selbsteingliederung zu verhindern oder erschweren vermöchten, sind nicht ersichtlich.
6.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass basierend auf dem beweiskräftigen
Y._
-Gutachten vom
1
0.
Oktober 2018
(E. 3.2
hievor
)
– ebenfalls
und unter Berück
sichtigung eines leidensbedingten Abzuges von 10 %
–
ein rentenausschlies
sen
der Invaliditätsgrad r
esultiert. Da die aus
rheumatologischer Sicht attestierte
20
-
beziehungsweise 30%ige Arbeitsunfähigkeit sowohl die angestammte wie au
ch jede andere (angepasste Tätigkeit) beschlagen würde
, ist auch ein Anspruch auf eine Umschulung abzulehnen.
Damit ist die Beschwerde abzuweisen.
7.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrens-aufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Vorliegend sind die Kos
te
n des Verfahrens auf Fr. 8
00.-- festzusetzen und ausgangsgemäss de
m
Beschwerdeführer aufzuerlegen.