Decision ID: e918172a-bc31-46d0-845c-4382892952d6
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1961,
war
seit
dem
1.
Juli 2003
als Chauffeur
Katego
rie
B
bei der
Y._
AG anges
tellt
(
Urk.
7/6
)
.
Am 1
9.
Juni 2014 verletzte sich der Versicherte beim Abladen von Kunststoffrohren
an der linken Schulter (Urk.
7/19/119
).
Am
7.
April 2015
wurde
er
von
seiner Arbeitgeberin
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zur Früherfassung gemeldet (
Urk.
7/1).
Per 3
1.
Mai 2015 löste die
Y._
AG das Arbeitsverhält
nis mit
dem Versicherten auf (
Urk.
7/4
).
Am
8.
September 2015 (Eingangsdatum) meldete
sich der Versicherte
bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/11).
Am
1
9.
November 2015 wurde
er
von
Dr.
med.
Z._
, FMH Chirurgie,
an der linken Schulter operiert
(
Urk.
7/34/7-8
).
Die IV-Stelle zog
die
Akten der zuständigen Unfall
versicherung Suva bei (Urk.
7/19,
Urk.
7/28 und
Urk.
7/38
) und unterstützte den Versicherten bei d
er Stellensuche (vgl.
Urk.
7/10 und
Urk.
7/
25-
26).
Am 1
5.
September 2016 zog sich der Versicherte bei einem Trep
pensturz eine Verletzung a
n der rechten Schulter zu (
Urk.
7/54/2
).
Am 1
6.
Januar 2017 rutschte er auf
Eis aus und verletzte sic
h am rechten Knie (
Urk.
7/78/2
). Die IV-Stelle nahm
medizinische Abklärungen
vor und zog weitere Akten der Suva bei (
Urk.
7/80 und
Urk.
7/82).
Am
6.
Dezember 2017 führte Kreisarzt
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, eine Unt
ersuchung durch (Urk.
7/99/13-20
).
Mit Schreiben vom 1
3.
Dezember 2017 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass die Heilbehandlungsleistungen
gleichentags
eingestellt würden. Die Taggeldleistungen würden per 3
1.
Januar 2018 eingestellt (Urk.
7/125/3-4).
Mit Verfügung vom 1
8.
Januar 2018
verneinte die Suva einen Anspruch
auf eine Invalidenrente.
Aufgrund
der
Schädigung
der
linken Schulter
habe er
Anspruch auf eine Integritätsentschädigung gestützt auf eine Integritäts
einbusse von 15
%
(
Urk.
7/125/47-50).
Gegen die Verfügung der Suva vom 1
8.
Januar 2018 erhob der Versicherte am
1
5.
Februar bzw.
1
4.
Mai 2018 Ein
sprache (
Urk.
7/125/60-61
und
Urk.
7/125/84-86).
Am 2
6.
Januar 2018 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass die Arbeits
vermittlung
abgeschlossen werde (
Urk.
7/87
).
Mit Vorbescheid vom 23.
April 2018 stellte
die IV-Stelle ihm
die Abweisung des
Rentenbege
hrens in Aussicht (
Urk.
7/104), wogegen dieser am
2
2.
Mai 2018 Einwand
erhob
(Urk.
7/109).
Am 2
9.
Mai 2018 wurd
e der Versicherte von
Dr.
Z._
an der rechten Schulter operiert (
Urk.
7/125/106-107
).
Mit Schreiben vom 3
0.
August 2018
teilte die Suva
ihm
mit, dass der Fallabschluss
hinsichtlich
der beidseitigen Schulter
beschwerden zu früh erfolgt sei. Der Entscheid vom 1
8.
Januar 2018 werde
dies
bezüglich
vollumfänglich zurückgenommen (
Urk.
7/138/48
-49
).
Mit Schreiben vom
7.
September 2018
teilte die Suva mit
, dass sie für die Folgen der unfallbe
dingten Schulterverletzungen beidseits weiterhin die gesetzlichen Versicherungs
leistungen ausrichte (
Urk.
7/138/46).
Am
2
6.
Februar
2019
wurde der Versicherte von
Dr.
med.
B._
, FMH
Chirurgie, an
zwei Fingern
der rechten Hand operiert (
Urk.
7/154/7
).
Am
2.
Juli 2019
führte Kreisarzt Dr.
med.
C._
, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie
,
eine Untersuchung durch (
Urk.
7/142/6-14).
Mit Schreiben vom
6.
August 2019 teilte die Suva dem Versi
cherten mit, dass die Heilkosten- und Taggeldleistungen per 3
1.
August 2019 eingestellt würden (
Urk.
7/
144/2-3). Mit Verfügung vom 21.
August 2019 ver
neinte die Suva einen Anspruch auf eine Invalidenrente bei einem ermittel
ten Invaliditäts
grad von 1,27
%
. Aufgrund der
Schädigung der rechten Schulter sprach sie ihm
gestützt auf eine Integritätseinbusse von 15
%
eine
zusätzliche
Integritätsentschädigung zu (
Urk.
7/145/2-6).
Am 2
9.
Oktober 2019
wurde der Versicherte von
Dr.
B._
an zwei Fingern
der
linken Hand
operiert
(
Urk.
7/154/8
).
Mit Verfügung vom
5.
Februar 2020 ver
neinte die IV-Stelle einen Anspruch des Versicherten a
uf eine Invalidenrente (
Urk.
2
).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am
4.
März 2020 Beschwerde und beantragte, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Streitsache zu weiteren Abklärungen (insbesondere einer polydisziplinären Begutachtung) an die IV-Stelle zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 1
1.
Mai 2020 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), was dem Beschwerdeführer am 1
2.
Mai 2020 angezeigt wurde (
Urk.
8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
ge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend ob
jek
tivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zu
mut
bar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
ti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Berichten des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) nach Art. 49 Abs. 2 der Ver
ordnung über die Invalidenversicherung (IVV) kommt ebenfalls Beweiswert zu, sofern sie den von der Rechtsprechung umschriebenen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten genügen (BGE 137 V 210 E. 1.2.1). Selbst eine Aktenbeur
teilung ohne eigene Untersuchung kann beweiskräftig sein, sofern ein lückenlo
ser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt. Dies gilt grundsätzlich auch in Bezug auf Berichte und Stellungnahmen der RAD (Urteile des Bundesgerichts 9C_335/2015 vom 1. September 2015 E. 3.1 und 9C_196/2014 vom 18. Juni 2014 E. 5.1.1 mit Hinweisen). Nach der Rechtspre
chung ist es dem Sozialversicherungsgericht nicht verwehrt, einzig oder im Wesentlichen gestützt auf die (versicherungsinterne) Beurteilung des RAD zu ent
scheiden. In solchen Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge Anfor
derungen in dem Sinne zu stellen, dass bei auch nur geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergänzende Abklärungen vorzunehmen sind (BGE 135 V 465 E. 4.4; 122 V 157 E. 1d; Urteile des Bundesgerichts 9C_335/2015 vom 1. September 2015 E. 3.2 und 9C_28/2015 vom 8. Juni 2015 E. 3.3).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung damit, dass
es sich
bei den Beschwerden des Beschwerdeführers um reine Unfallfolgen handle.
Die Beschwerdegegnerin stütze sich deshalb auf die Beurteilung der Suva ab, wonach der Beschwerdeführer ein
rentenaus
s
chliessendes Einkommen erzielen
könne
. Nach der Einwanderhebung vom 2
2.
Mai 2018 habe sich die Beschwer
degegn
erin mit der Suva ausgetauscht. Eine langandauernde gesundheitliche Einschränkung, welche die Arbeitsfähigkeit beeinflusse, liege
nicht vor
(
Urk.
2).
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber geltend, dass
er unter unfall- und krankheitsbedingten Beschwerden leide, welche
von der
Unfallversicherung
nur
teilweise beurteilt worden seien. Dennoch stütze sich die Beschwerdegegnerin
auf die Beurteilung der Suva
ab und übersehe insbesondere, dass
auch
gemäss Suva zwischenzeitlich wiederum eine vollständige Arbe
its
unfähigkeit vorgelegen habe.
Die
psychischen
Beschwerden
seien nicht abgeklärt worden
. Zudem sei
auch
keine schlüssige retrospektive Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
vorgenom
men worden.
Es liege deshalb eine
Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes vor. Die Streitsache sei an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie eine polydisziplinäre Begutachtung in den Fachdisziplinen Neurologie, Orthopä
die und Psychiatrie in Auftrag gebe und dana
ch neu entscheide (
Urk.
1 S. 2 ff.
).
3.
3.1
Kreisarzt
Dr.
A._
stellte im Bericht zur Untersuchung vom
6.
Dezember 2017
folgende Diagnosen
(
Urk.
7/99/18):
(1)
Status nach SLAP Läsion linke Schulter am 1
9.
Juni 2014
(2)
Status nach Labrumrekonstruktion links und
subacromialer
Dekompression
19.
November 2015
(3)
Status nach AC-Gelenksverletzung rechts Typ
Rockwood
III 1
5.
September 2016
(4)
Status nach Partialruptur der Supraspinatussehne rechts 1
5.
September 2016
(5)
Status nach Kontusion
rechtes Knie
1
6.
Januar 2017
u
nfallfremde Diagnosen:
(1)
Omarthrose
rechts
(2)
Gonarthrose rechts
Dr.
A._
gab an, dass
bezüglich der
Sch
ulter links und rechts sowie des
rechte
n
Knie
s
von weiteren ärztlichen Behandlungen/The
rapien überwiegend wahr
scheinlich k
eine Besserung des Gesundheitszustands
mehr
zu erwarten sei.
In einer angepassten Tätigkeit gemäss des von ihm erstellten Zumutbarkeitsprofils bestehe keine zeitliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
7/99/
19-
20).
3.2
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, nannte im Bericht vom 2
2.
März 2018 als Diagnosen mit Auswirkung auf di
e Arbeitsfä
higkeit (
Urk.
7/99/23
):
(1)
reaktive Depression nac
h de
m Verlust des Arbeitsplatzes
vor ca. drei Jahren
(2)
rezidivierende Lumbalgien und Nervenwurzelkompressionssyndrom der Lenden
-
wirbelsäule
(LWS), seit Jahren
(3)
Spondylarthrose
der Halswirbelsäule (HWS)
und Nervenwurzelkompressions
-
syndrom
der HWS
(4)
komplexe Schädigungen der beiden Schultergelenke
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit führte
Dr.
D._
keine
an. Er erklärte,
dass der Beschwerdeführer arbeitswillig sei. Er würde jede leichte bis mittelschwere Arbeit annehmen, wenn er sie nun fände. Der
Beschwer
deführer
könne
keine grossen Last
en mehr heben und
tragen.
Ansonsten würden keine grossen Einschränkungen bestehen. Bei einer angepassten Tätigkeit sei eine vorzeitige
(gemeint ist vermutlich: vollzeitige)
Beschä
ftigung möglich (
Urk.
7/99/24-25)
.
3.3
RAD-Arzt
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Chirurgie, gab
in der Stellung
nahme vom 1
0.
April 2018
an
, dass die
B
erichte von Kreisarzt
Dr.
A._
und von
Dr.
D._
schlüssig seien. Die angeführten medizinischen Fakten seien nachvollziehbar und es kön
ne darauf
abgestellt werden (
Urk.
7/103/7-8
).
3.4
Dr.
Z._
führte im Bericht vom 2
5.
April 2018 zuhanden des Rechtsver
treters des Beschwerdeführers aus, dass das von Kreisarzt
Dr.
A._
erstellte Zumutbarkeitsprofil aufgrund der aktuellen klinischen Befunde der rechten Schulter nicht akzeptabel sei. Bei
akuter
Verschlechterung der Schmerzsituation und Einschränkung der Beweglichkeit sei das rechte Schultergelenk momentan nicht durch Gewichte belastbar. Daher sei auch das Hantieren mit Werkzeugen schwer grobmanuell rechts nicht möglich. Die übrigen Punkte des Belastungs
profils, insbesondere betreffend die linke Schul
ter und das rechte Kniegelenk
seien korrekt (
Urk.
7/108/4).
3.5
Die Fachpersonen des Zentrums
F._
stellten
im Bericht vom
9.
Oktober 2018 in psychiatrischer Hinsicht
als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1).
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie keine.
Sie gaben an, dass dem Beschwerdeführer
die
bisherige Tätigkeit zwei Stunden pro Tag zumutbar sei. Auch
eine
dem Leiden
angepasste Tätigkeit
sei ihm
wahr
scheinlich zw
ei Stunden pro Tag zumutbar
(
Urk.
7/129/3).
3.6
Dr.
C._
stellte im Bericht zur kreisärztlichen Untersuchung vom
2.
Juli 2019
bezüglich der rechten Schulter folgende Diagnose
(
Urk.
7/142/13):
Ereignis vom 1
5.
September 2016 mit Sturz über die Treppe und Verletzung der Schulter rechts und
-
Status nach Schulterarthroskopie,
anteriorer
Kapselrekonstruktion,
Teilsynovek
tomie
des
glenohumeralen
Gelenks, Knorpelglättung
Humeruskopf
und
Glenoid
,
sub
akromialer
Dekompressionsoperation und Abtragung von
Osteophyten
unterhalb des AC-Gelenks am 2
9.
Mai 2018
-
Schmerzhaftigkeit, Funktionseinschränkung und Kraftminderung Schultergelenk rechts
Nebst den bereits von Kreisarzt
Dr.
A._
genannten
unfallfremden
Diagnosen
(vgl. E. 3.1) führte
Dr.
C._
noch
folgende
Diagnosen an (
Urk.
7/142/13
):
(1)
Dupuytren
’
sche
Kontraktur bei
dseits mit Status nach Operation Februar 2019 rechts
(2)
Zervikalsyndrom
mit Spondylose,
Spondylarthrose
und
Unkonkovertebralarth
rose
sowie
Neuroforameneinengung
Halswirbelkörper (HWK) 5/6 rechts
(3)
Lumboischialgie
rechts
(4)
Verdacht auf
Haglund-Exostose
Ferse rechts
Dr.
C._
erklärte, dass
durch
die Fortsetzung der ärztlichen Behandlung
der rechten Schulter
keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands mehr erwartet werden
könne
.
Gegenüber der vor eineinhalb Jahren festgestellten Ein
schränkung des rechten Schultergelenks sei unfallbedingt eine wesentliche Ver
änderung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten.
Bezüglich der Beschwerden im linken Schultergelenk und im rechten Kniegelenk hätten sich die tatsächlichen Verhältnisse unfallbedingt seit der letzten kreisärztlichen Untersuchung 2017 nicht wesentlich verändert.
In Anbetracht aller
Unfallfolgen sei dem Beschwer
deführer das Heben und Tragen leichter Lasten bis 5 kg für beide Schultergelenke zumutbar. Das Heben und Tragen von Lasten bis 5 kg
sei bis Schulterhöhe zumutbar
(
Urk.
7/142/14
).
3.7
PD
Dr.
med.
G._
, FMH Orthopädische Chirurgie, von der
Klinik H._
hielt
im
an
Dr.
D._
gerichteten Bericht vom 1
3.
Dezember 2019
fest
, dass die vom
Beschwerdeführer recht variabel beschrie
benen panvertebralen Beschwerden eine lange Anamnese hätten und schon ver
schiedentlich mit Abklärungen angegangen worden seien.
K
ernspintomogra
ph
isch,
neurologisch und auch heute im W
irbelsäulen-orth
opädischen Status
hätten sich
aber keine fassbaren Hinweise
objektivieren lassen. Die radiologi
schen Veränderungen im Bereich der HWS und LWS seien
lebensaltersentspre
chend in etwa im
Erwartungsbereich. Auffallend sei eine
gewisse
Delordo
sierung
der HWS und der LWS als ungünstiges statisches Moment. Der Beschwerdeführer wirke deutlich
dekonditioniert
mit Tendenz zur Symptomausweitung bei fehlen
den objektiven Befunden. Grundsätzlich sei hier
als
therapeutische Massnahme
eine
roborierende
Kräftigungsgymnastik zu empfehlen
, um eine gewisse musku
läre Aktivierung zu erreichen
(
Urk.
7/167/2).
3.8
RAD-Arzt
Dr.
E._
hielt in der Stellungnahme vom
3.
Februar 2020
fest
, dass sich der Gesundheitszustand aufgrund der
Dupuytren
-Kontrakturen an beiden Händen vorübergehend verschlechtert habe. Er habe jedoch operativ vollständig und erfolgreich saniert werden können. Es werde daher empfohlen, von weiteren Abklärungen abzusehen und an der letzte
n Stellungnahme des RAD vom 10.
April 2018 bei unveränderten Arbeitsunfähigkeiten und unverändertem Belastungsprofil festzuhalten (
Urk.
7/169/8).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung
in medizi
nischer Hinsicht
im Wesentlichen auf die Abklärungen
der Kreisä
rzte Dr.
A._
und
Dr.
C._
im unfallversicherungsrecht
lichen Verfahren der Suva.
4.2
Di
e
beiden
Kreisärzte
, die
den Beschwerdeführer je eingehend
fachärztlich unter
sucht hatten, erstellten in ihren Berichten vom
6.
De
zember 2017 und vom
3.
Juli 2019
mit Blick auf die unfallbedingten Schulterbeschwerden
beidseits
und die Kniebeschwerden
rechts
zusammengefasst
folgendes
Belastungsprofil:
Zunächst gab
Dr.
A._
an
, dass
für die linke Schulter das Heben und Tragen sehr leichter Lasten bis 5 kg erlaubt sei. Das Heben von Lasten über Brusthöhe sei für die linke Schulter nicht gestattet.
Das Hantieren mit Werkzeugen sei links mit mittelschwerer Kraft möglich. Das
Arbeiten über Kopfhöhe
sei nicht mehr möglich
. Vorgeneigtes Sitzen bzw. Stehen bereite keine Probleme. Arbeiten im Knien oder in der Kniebeuge seien nicht möglich. Längerdauernde Haltungen wie Sitzen und Stehen seien uneingeschränkt durchführbar. Die Fortbewegung sei bezüglich der Distanz nicht eingeschränkt. Das Treppensteigen sei möglich
. Das Besteigen von Leitern und balancierende Tätigkeiten seien nicht gestattet
(Urk.
7/99/
20).
Nach dem operativen Eingriff
an der rechten Schulter vom 29.
Mai 2018
ergänzte
Dr.
C._
, dass dem Beschwerdeführer
für beide Schul
tergelenke
nur noch
das Heben und Tragen leichter Lasten bis 5 kg
zumutbar
sei
. Das Heben und Tragen von Lasten bis 5 kg sei bis Schulterhöhe zumutbar. Nicht zumutbar seien Tätigkeiten, welche das Bedienen von rüttelnden, schlagenden oder vibrierenden Maschinen mit den Armen verlangen würden. Ebenfalls nicht zumutbar sei das Besteigen
von
Gerüsten
.
Dr.
C._
kam
zum Schluss, dass die
dem Zumutbarkeitsprofil entsprechenden
Tätigkeiten
vollzeitig zumutbar
seien
(Urk.
7/142/14
).
Diese
kreisärztlichen
Beurteilungen sind angesichts der genannten Befunde sowie der dazugehörigen Erläuterungen nachvollziehbar.
Sie wurden vom Beschwerde
führer auch ni
cht in Zweifel gezogen (vgl.
Urk.
1).
4.3
Was die
nicht unfallbedingten Kniebeschwerden betrifft,
ist
zu bemerken
, dass
Dr.
A._
und
Dr.
C._
nicht nur
isoliert
das rechte Knie
untersucht
en.
Dr.
C._
stellte
im Rahmen seiner Untersuchung
beidseits eine freie Beweg
lichkeit
der Kniegelenke fest (
Urk.
7/142/13
).
Dr.
A._
wies
insbesondere
darauf hin
, dass die muskuläre Ausprägung der O
ber- und Untersc
henkel symmetrisch und kräftig s
ei.
Atrophiezeichen
lägen im Bereich der unteren Extremitäten nicht vor.
Es bestünden keine
Ö
deme der Unterschenkel.
Weiter
prüfte
er
das Treppen
gehen,
den
Fersengang, Hackengang und
Einbei
n
stand
, welche allesamt weitge
hend problemlos möglich waren
(
Urk.
7/99/18).
Unter diesen Umständen ist nicht
davon auszugehen, dass aufgrund der krankheitsbedingten Kniebeschwerden eine weitergehende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit
vorliegt, als von den
Kreisärzten umschrieben.
Dasselbe gilt auch für die vom Beschwerdeführ
er geklagten Rückenbeschwerden, zumal
Dr.
G._
im Bericht vom 1
3.
Dezember 2019
im Wesentlichen zum Schluss kam,
dass keine objektive
n
Befunde
vorlägen, welche die
Beschwe
rden erklären könnten (vgl.
E.
3.7).
4.4
Was die vom Beschwerdeführer geklagten
psychischen Beschwerden anbelangt
,
erklärte
Dr.
E._
in der Stellungnahme vom 1
0.
April 2018, dass diese als psy
chosozial einzustufen seien. Die
Beschwerdegegnerin präzisierte
am 2
3.
April 2018, dass
die
psychischen
Beschwerden somi
t nicht IV-relevant seien (Urk.
7/103/8). Diese Beu
rteilung ist nachvollziehbar.
Dr.
D._
, der
seit Mai 2003
Hausarzt des
Beschwerdeführers ist
,
diagnostizierte
im Bericht vom 22.
März 2018 in psychiatrischer Hinsicht einzig eine
offenbar
bereits
seit länge
rem
regrediente
reaktive Depression nach dem Verlust des Arbeitsplatzes vor ca. dre
i Jahren
. Dies, nachdem der Beschwerdeführer gleichentags in seiner Kontrolle war. Von späteren Kontrollen durch ande
re Ärzte wusste er nichts (Urk.
7/99/22-
23)
. Die von den Fachpersonen des Zentrums
F._
im Bericht vom 1
3.
Fe
bruar 2018, das heisst etwas mehr als ein Monat zuvor
,
gestellte Diagnose einer mittelgradigen depressiven E
pisode (ICD-10 F32.1;
Urk.
7/101/8
) steht
hierzu in eklatantem Widerspruch.
Im Weiteren finden sich auch in den übrigen medizinischen Akten keine Hinweise darauf, dass
der Beschwerdeführer unter
invalidisierenden
psychis
chen Beschwerden leiden könnte.
Dr.
A._
stellte
im Bericht zur
Untersuchung vom
6.
Dezember 2017
etwa
fest
, dass
der Beschwerdeführer zugewandt und freundlich sei. Er befinde sich
in gutem A
llgemein- und Ernährungszustand.
Der (verheiratete) Beschwer
deführer gebe als Hobby Spazier
en an
. Er würde in Zukunft gerne eine Berufs
ausbildung machen
(Urk.
7/99/16).
Dr.
C._
bemerkte
im Bericht zur Unter
suchung vom
2.
Juli 2019,
dass
der
modisch entsprechend der Jahreszeit geklei
det
e Beschwerdeführer
freundlich zugewandt und aufgestellt
sei
(Urk.
7/142/11
). Unter diesen Umständen kann auf die Berichte des Zentrums
F._
vom
1
3.
Februar und vom
8.
Oktober 2018 (vgl. E. 3.5), in welchen
jeweils eine mittelgradige depres
sive Episode diagnostiziert und
in einer ange
passten Tätigkeit eine 80%ige
(respektive 100%ige)
Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde, nicht abgestellt werden
, zumal weder die Diagnose noch die attestierte Arbeitsunfähigkeit aufgrund erhobener objektivierbarer Befunde
begründet
wer
den
.
Invalidisierende psychische Beschwerden sind nicht ausgewiesen.
4.5
Ebenfalls
plausibel ist schliesslich
Dr.
E._
s Einschätzung
vom 1
0.
April 2018
, wonach in einer angepassten Tätigkeit
mit kurzen Unterbrüchen posttraumatisch keine Arbeitsunfähigkeiten vorgelegen hätten (
Urk.
7/103/7).
Zu ergänzen ist
in diesem Zusammenhang
, dass nach
den
operativen Eingriff
en
an der linken
und rechten
Schulter vom 1
9.
November 2015
respektive
2
9.
Mai 2018
und
nach
den beiden
(ambulant
en
)
operativen
Eingriffen an den Händen
vom 2
6.
Februar und 2
9.
Oktober 2019
ausweislich der Akten
keine
Komplikationen
aufgetreten sind
. Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass die Suva
dem Beschwerdeführer bis zum 3
1.
August 2019
Taggeld ausrichtete, weil er in der angestammten Tätigkeit als Chauffeur arbeitsunfähig war
(vgl. Sachverhalt E. 1
)
. Dies steht somit nicht im Widerspruch zur Einschätzung der Beschwerdegegnerin, wonach
in einer ange
passten Tätigkeit
keine längerdauernde Arbeitsunfähigkeit
gegeben sei.
4.6
Auf die Beurteilung des RAD, wonach der Beschwerdeführer
mit
kürzeren Unter
brüchen in einer angepassten Tätigkeit
seit jeher
voll arbeitsfähig sei, kann dem
nach abgestellt werden.
Weitergehende medizinische Abklärungen sind nicht erforderlich. Eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes nach
Art.
43
Abs.
1 ATSG liegt nicht vor.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die eingeschränkte Leistungsfähigkeit des Beschwer
deführers in wirtschaftlicher Hinsicht auswirkt.
5.2
Die Suva ermittelte in der Verfügung vom 2
1.
August 2019 gestützt auf die Angaben der
Y._
AG ein Valideneinkommen des Beschwerdeführers von
Fr.
61‘750.--. Ausgehend von den Tabellenlöhnen der Schweizerischen Lohn
strukturerhebung (LSE 2016; Kompetenzniveau 1, Männer) und unter Berück
sichtigung eines sogenannten leidensbedingten Abzugs von 10
%
errechnete sie ein Invalideneinkommen von
Fr.
60‘968.70 (
Fr.
67‘742.99 x 0,9).
Bei einem Valideneinkommen von
Fr.
61‘750.-- und einem Invalideneinkommen von
Fr.
60‘968.70
resultiert eine
Erwerbseinbusse
von
Fr.
781.30
und damit ein Inva
liditätsgrad von 1,
3
%
(
Fr.
781.30 :
Fr.
61‘750.--
;
Urk.
7/145/3-4).
5.3
Die Verfügung der Suva vom 2
1.
August 2019 wurde vom Beschwerdeführer offenbar nicht angefochten. Zudem hat er sich beschwerdeweise nicht zum Ein
kommensvergleich geäussert (vgl.
Urk.
1).
Da mit
der Beschwerdegegnerin
hin
sichtlich der
eingeschränkte
n
Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers
von reinen Unfallfolgen ausgegangen werden kann, kann
der
Einkommensvergleich
der Suva
übernommen werden.
Für eine nähere Überprüfung von Amtes wegen besteht kein Anlass (BGE 125 V 413 E. 1b und E. 2c).
Der ermittelte
Invaliditäts
grad
liegt unter 40
%
, weshalb ein
Rentenanspruch zu verneinen
ist
.
Daran würde offensichtlich auch nichts ändern, wenn
man
eine
P
arallelisierung der Einkommen
vornehmen würde
. Das
heisst
, wenn man das Valideneinkommen heraufsetzen oder das
Invalideneinkommen
herabsetzen würde,
bis die Abwei
chung vom branchenüblichen Tabellenlohn im Post-, Kurier- und Expressdienst
gemäss
LSE 5 %
nicht mehr übersteigen würde
(vgl.
Rumo-Jungo
/Holzer, Recht
sprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2012, S. 129 f.).
6.
Die angefochtene Verfügung vom
5.
Februar 2020 (Urk. 2), mit der ein Anspruch des Beschwerdeführer
s
auf eine Rente verneint wurde, erweist sich somit als rech
tens. Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen.
7.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und
auf Fr. 700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.