Decision ID: 632cd050-569a-4e24-ba66-22563f430007
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1972 geborene
X._
meldete sich am
2
2.
Dezember 2012 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leis
tungen der Invalidenversicherung an (
Urk.
8/6). Zur Klärung der erwerblichen und medizinischen Verhältnisse zog die IV-Stelle nebst
einem Auszug aus dem individuellen Konto (
Urk.
8/13) die
Akten der Unfallversicherung
bei (
Urk.
8/29
) und holte einen Arbeitgeberbericht (Urk.
8/20/8-13) sowie Berichte der behan
delnden Ärzte ein (
Urk.
8/
22/6-8, 8/31-32 und 8/42/6-24). Zusätzlich
fand eine psychiatrische und orthopädische Untersuchung durch
die
Ärzte des regionalen ärztlichen Dienstes (RAD) statt (
Berichte vom 10. Dezember 2013 [
Urk.
8/48-49
]
). Am 29.
Januar 2014 auferlegte
die Verwaltung dem Versicherten eine Schadenminderungspflicht unter dem Hinweis, gemäss ihren medizinischen Abklä
rungen
könn
t
e
n
Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit durch eine optimier
te, konsequent durchgeführte und leitliniengerechte multimodale Schmerztherapie binnen eines Jahres verbessert werden. Er habe daher seine behandelnden Ärzte darüber zu informieren, sodass diese die notwendigen S
chritte einleiten könnten (Urk.
8/54). Gleichentags stellte die IV-Stelle die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
8/56). Daran hielt sie – auf Einwand von
X._
hin (Urk.
8/61
und
Urk.
8/66
) – mit Verfügung vom 2
5.
April 2014 fest (
Urk.
8/71 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 2
3.
Mai 2014 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm ausge
hend von einer Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen Tätigkeiten von mindestens 50
%
eine entsprechende Rente auszurichten; eventuell sei die Sache zur Ein
holung eines medizinischen Gutachtens und zur Neuverfügung
an
die IV-Stelle zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unent
geltlichen Rechtspflege (
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 25. Juni 2014 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7), was dem Beschwer
deführer am
1.
Juli 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
9).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bu
ndesgesetzes über den Allgemein
en Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwer
defall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.4
Einem ärztlichen Bericht kommt Beweiswert zu, wenn er für die streitigen Belan
ge umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklag
ten Beschwerden berücksichtigt und in Kenntnis der
Vorakten
(Anam
nese) abge
geben worden ist, wenn die Beschreibung der medizinischen Situa
tion und Zusammenhänge einleuchtet und die Schlussfolgerungen des Arztes begründet sind. Der Arzt muss über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügen. Diesen Anforderungen genügende Berichte regionaler ärztlicher Dienste
nach
Art.
49
Abs.
2 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
können einen Bew
eiswert haben
, der mit jenem von externen medizini
schen
Gutachten
vergleichbar ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_28/2015 vom
8.
Juni 2015 E. 3.2)
.
1.5
Nach der Rechtsprechung ist es dem Sozialversicherungsgericht nicht verwehrt, einzig oder im Wesentlichen gestützt auf die (versicherungsinterne) Beurteilung des RAD zu entscheiden. In solchen Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen in dem Sinne zu stellen, dass bei auch nur geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergänzende Abklärungen vorzunehmen sind (Urteil des Bundesgerichts
9C_28/2015 vom
8.
Juni 2015
E. 3.3).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Leistungsablehnung
unter Hinweis auf die
RAD-Untersuchungsbericht
e
vom
1
0.
Dezember 2013
damit, aus medizini
scher Sicht
bestehe
beim Beschwerdeführer
eine 75%ige Arbeitsfähigkeit für die bisherige Tätigkeit, die sich aus einer vollzeitigen Stundenpräsenz und einer Leistungsminderung von 25
%
aufgrund der geringeren Schnelligkeit sowie der Notwendigkeit zu häufigem Wechsel der Arbeitshaltung und von zusätzlichen Pausen zusammensetze. Folglich ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 25
%
, weshalb kein
Rentenanspruch bestehe (Urk.
2 S. 2
und
Urk.
7
).
2.2
Demgegenüber wird vom Beschwerdeführer im Wesentlichen vorgebracht,
der RAD-Orthopäde verkenne mit seiner Einschätzung die Anforderungen an die Berufstätigkeit eines
Geomatikers
, die von ihm seit
1.
Januar 2012 bei der
Y._
ausgeübt worden sei.
D
as vom
betreffenden Arzt
erstellte Belastungsprofil sei fehlerhaft.
Dessen
Bericht sei daher
nicht vollstän
dig und somit
mangelhaft. Die Beschwerdegegnerin komme
daher
, sofern das hiesige Gericht nicht auf die Einschätzung der behandelnden Ärzte abstelle oder ein Gutachten in Auftrag gebe,
nicht umhin,
weitere Abklärungen zu treffen.
Die
Durchführung weiterer Abklärungen in Form einer interdisziplinären Begut
achtung werde auch vom
Z._
und
von
der
A._
gefordert, zumal
in
Letztere
r
Anzeichen für eine Depres
sion festgestellt
worden seien
(
Urk.
1 S. 3 und S. 7 ff.).
3.
3.1
Die
Dres
. med.
B._
, Oberarzt, und
C._
, Assistenzarzt,
Z._
, Abteilung für Rheumatologie,
stellten in ihrem Bericht vom 19. März 2012 (
richtig: 2013;
Urk.
8/22/6-8) folgende Diagnosen
mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 1):
Chronisches
lumboradikuläres
Schmerzsyndrom L4/L5 links mit/bei
osteodiskalem
Kontakt zur Nervenwurzel L4 und L5
foraminal
links, bedingt durch eine
osteodiskale
Forameneinengung
bei zi
rkulärer Bandscheibenvorwölbung/
Spondylarthrose
mit Reizung der Wurzeln L4 und L5
foraminal
links, kongenital eng angelegtem
Spinalkanal und eng angelegte
Foramina
int
ervertebralia
L3 bis L5 (MRI
Lenden
wirbelsäule
vom 1
3.
November
2012)
CT-PRT L5 links am 2
3.
November
2012 mit
50%iger Besserung
CT-PRT L4 links am
3.
Dezember
2012 mit gutem Ansprechen
Symptomausweitung (im
Sinne eines
Panvertebralsyndrom
s
) mit Ver
dacht auf zentrale
Sensibilisierung, Differentialdiagnose
Schmerzver
arbeitungsstörung
Myofasziales
bis
zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom rechts mit/bei
Aggravation nach Stolperstur
z ohne Kopfanprall am 1
6.
Dezember
2012
mehrsegmentaler Bandscheibenvorwölbung Halswirbelkörper (HWK)
3 bis 6 sowie rech
tsbetonten
foraminalen
Engen HWK
3/4 und HWK 5/6, jedoch ohne Nachweis von Ne
rvenwurzelkompressionen (MRI Halswirbelsäule
vom
8.
Januar
2013)
Sie führten aus, der Beschwerdeführer habe aus der am 2
2.
November 2012 begonnenen stationären Therapie am
7.
Dezember 2012 entlassen werden kön
nen, nachdem sich unter multimodaler Physiotherapie und Analgesie sowie nach einer CT-PRT L5 links am 2
3.
November 2012 eine 50%ige Besser
ung der Beschwerden gezeigt habe
und es nach einer CT-PRT L4 links am
3.
Dezember 2012 zu einer weiteren
Regredienz
der Symptomatik gekommen
sei
(siehe auch
Urk.
8/5/41-42)
. Im Verlauf der anschliessend durchgeführten ambulanten Be
hand
lung sei es bis zum 21. Februar 2013 zunehmend zur Entwicklung eines
Panvertebralsyndroms
mit lokaler Hyperalgesie sowie wahrscheinlich zentraler Sensibilisierung gekommen. Aufgrund der zentralen Sensibilisierung
sei
eine
Aufdosierun
g
mit
Lyrica
erfolgt
. Die bisherigen Therapieversuche – so die bei
den Mediziner weiter – hätten zu einem
frustranen
Ergebnis geführt. Es müsse im Moment abgewartet werden, ob sich die Beschwerden unter
Aufdosierung
von
Lyrica
bessern würden (S. 2).
Sie attestierten vom 1
9.
November bis 1
6.
Dezember 2012 eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit und ab 1
7.
Dezember 2012 – sowohl für die bisherige wie auch für eine adaptierte Tätigkeit – eine solche von 50
%
. Sie gingen davon
aus, dass eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit bei einer Verbesserung der Schmerzsituation möglich sei (S. 3).
3.2
Der behandelnde
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin, diagnostizierte am 1
7.
April 2013 ein chronisches
lumboradikuläres
Schmerz
syndrom
und attestierte für die bisherige Tätigkeit als Landvermesser
eine
seit
7.
Januar 2013
bestehende
Arbeitsunfähigkeit von 50
%
(
Urk.
8/31/1
4).
3.3
Die am
Z._
tätigen
Dres
. med.
B._
und
E._
,
As
sis
tenz
ärztin
,
wiederholten in ihrem Bericht vom 3
0.
April 2013 (
Urk.
8/32/5-7) die bereits am 1
9.
März 2013 gestellten Diagnosen (
S. 1; vgl.
E. 3.1
hievor
).
Sie berichteten, aktuell bestehe noch eine verminderte Leistungsfähigkeit. Aus rheumatologischer Sicht sollte der Beschwerdeführer aber mittel- bis langfristig wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit als Vermessungstechniker erreichen
(S. 3).
3.4
Die
Dres
. med.
F._
, Leitender Arzt, und
G._
, Assistenzarzt, Klinik für Neurochirurgie am
Z._
, nannten in ihrem Bericht vom 1
8.
Juni 2013 (
Urk.
8/42/23-24) nachstehende Diagnosen (S. 1):
Chronisches
zervikobrachiales
Schmerzsyndrom C6 rechts mit/bei
medianer Diskushernie HWK 5/6 ohne
foraminale
Einengung
Chronisches
lumboradikuläres
Schmerzsyndrom S1 links, neu auch rechts
Status nach CT-PRT L5 links am 2
3.
November 2012 mit 50%iger Bes
serung
Status nach CT-PRT L4 links am
3.
Dezember 2012 mit gutem Anspre
chen
Sie führten aus,
der Beschwerdeführer habe
von
seit
über
einem Jahr be
stehende
n
Nackenschmerzen mit Ausstrahlung
in den Hinterkopf
und
über den Schä
del bis zu den Augen berichtet. Zudem bestehe ein störender linksseitiger Beinschmerz auf der Rückseite des Ober- und Unterschenkels mit Ausstrahlung in die Fuss
sohle, welche seit einer Woche mit derselben Lokalisation auch rechts vorhan
den sei. Die Beinschmerzen links würden seit vier Jahren bestehen, hätten sich jedoch in der Lokalisation von L4/L5 zu S1 verlagert (S. 1). Sie würden – so die Ärzte des
Z._
weiter
–
bei MR-radiologischer
Diskus
pro
trusion
der Halswirbelkörper 5/6 ohne Seitenbetonung allenfalls eine Erklä
rung für die Nacken- und Schulterschmerzen, jedoch nicht für die Kopf- und Armschmerzen
sein
. Somit bestehe aus neurologischer Sicht keine Indikation für ein operatives Vorgehen. Bezüglich des
lumboradikulären
Schmerzsyndroms (aktuell S1, vorher als L4 und L5-Syndrom beschrieben) würden sie MR-radio
logisch keine Ursache und somit ebenfalls keine operative Möglichkeit zur Ver
besserung der Schmerzsituation sehen (S. 2).
3.5
Dem Bericht der
Dres
.
B._
und
E._
vom 1
3.
August 2013
kann ent
nom
men werden, dass sie
aus rheumatologischer Sicht
seit Juni 2013 keine Arbeits
unfähigkeit für die Tätigkeit als Vermessungszeichner mehr attestiert hatten. Sie berichteten, für die Bestimmung der genauen Leistungsfähigkeit sei die Durchführung einer Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit not
wendig. Sie würden zudem bei Problemen mit der Wiederaufnahme der Arbeit
aufgrund
der 100%igen Arbeitsfähigkeit eine Begutachtung empfehlen (
Urk.
8/
42/6-8).
3.6
Med.
pract
.
H._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, konnte anläss
lich seiner Untersuchung im RAD auf psychiatrischem Gebiet keine gravieren
den Erkrankungen, insbesondere keine Hinweise auf ein depressives Geschehen oder eine posttraumatische Belastungsstörung, feststellen. Er führte aus, von der von der
I._
im Jahr 2006 diagnostizierten
dysthymen
Persön
lichkeit sei aktuell nichts mehr zu bemerken (
Urk.
8/48 S. 4).
3.7
Gestützt auf die Ergebnisse seiner orthopädischen Untersuchung stellte
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatolo
gie des Bewegungs
apparates,
in seinem
RAD-
Untersuchung
sbericht vom 1
0.
Dezember 2013
(
Urk.
8/49) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 8):
Chronische, linksbetonte Lumbalgie und
Lumboischialgie
links mit anam
nestisch bestehender Wurzelreizsymptomatik bei MRI-gesicherten degenerativen Veränderungen der Segmente L4/5 und L5/S1 einschliess
lich
osteodiskaler
Foramenstenose
L5/S1 links
aktuell ohne sensible oder motorische Ausfälle
aktuell geringe Funktionseinschränkung
Chronisch-rezidivierende
Zervikalgie
und
Zervikozephalgie
mit anam
nestisch bestehender
pseudoradikulärer
Ausstrahlung in beide Arme bei MRI-gesicherten degenerativen Veränderungen ohne Nachweis einer Nervenwurzelkompression
aktuell ohne sensible oder motorische Ausfälle
aktuell keine Funktionseinschränkung
Der RAD-Arzt
Dr.
J._
gab an, der beschriebene klinische Befund
korrelier
e
weitestgehend mit dem Befund, welcher
im Bericht der
Klinik für Neurochirur
gie
des
Z._
vom 1
8.
Juni
2013
beschrieben worden sei
, wobei die
Inklination der Lendenwirbelsäule
bei der heutigen Unt
ersuchung sogar etwas besser gewesen sei. D
as
damals beidseits positive
Lasègu
e
‘
sche
Dehnungs-Zeichen
habe sich nicht mehr nachweisen lassen
. Bei der
somati
schen und psychiatrischen
Untersuchung, welche sich
insgesamt über
mehr
als zwei
Stunden hin
gezogen habe, habe eine
extrem theatralische
Schmerzdarbie
tung
imponiert; dies
sowohl verbal bei der Schilderung der Beschwerden al
s auch
nonverbal
durch das
ständige Stöhnen und Ächzen, die Gestik sowie das besonder
s eindrucksvolle Zusammensacken
. Dieses auffällige Verhalten
sei
bereits im Bericht der
Klinik für Rheumatologie
des
Z._
vom 1
3.
August 2013 erwähnt
.
Die vom Hausarzt
Dr.
D._
angegebene 50%ige Arbeitsunfähigkeit für die
Arbeit als Landvermesser werde
lediglich mit „Schmerzen" begründet
. F
ür eine angepasste Tätigkeit
werde
ebenfalls
– jedoch ohne weitere Begründung –
nur
eine
50
%ige
Arbeitsfähigkeit angegeben
(S. 8 f.).
Dr.
J._
berichtete weiter, aufgrund der vom Beschwerdeführer
erhaltenen Anga
ben zu seiner Arbeitstätigkeit
sowie des
Arbeitgeberfragebogen
s
ergebe
sich, dass die Tätigkei
t als
Geomatiker
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit einer optimal behinderungs
angepassten Tätigkeit entspreche
, da es sich um eine
überwiegend körperlich leichte und
weitestgehend in wechselnder Körperhal
tung
zu erbringende Tätigkeit handle
. In
der
bisherigen Tätigkeit
bestehe
eine 75%ige
Arbeitsfähigkeit seit Juni 2013, welche sich aus einer vollzeitigen
Stun
denpräsenz
(ganztägige Arbeitsfähigkeit) und einer Leistungsminderung von aktuell 25
%
aufgrund
der geringeren
Schnelligkeit sowie
der nachvollziehbaren Notwendigkeit zu häufigem Wechsel der
Arbeitshaltung und
von
zusätzlichen Pausen
zusammensetze
.
Es sei f
olgendes Belastungsprofil
zu beachten: k
örper
lich leichte, ausnahmsweise mittelschwere Tätigkeit in wechselnder Körperhal
tung, möglichst an einem höhenverstellbaren Arbeitstisch, ohne Notwendigkeit zu Arbeiten über
Kopf, auf Leitern und Gerüsten
oder in gebückter Körperhal
tung.
Er gab an,
medizintheoretisch
sei
davon auszugehen, dass bei optimierter, konsequent durchgeführter, leitliniengerechter multimodaler Schmerztherapie eine Verbesserung des Gesundheitszustands und damit der Arbeitsfähigkeit innerhalb eines Jahres erreicht werden könne (S. 9 f.).
3.8
Der Internist und Hausarzt
Dr.
D._
führte am 1
7.
März 2014 aus, er habe den Beschwerdeführer ab 4. Juni 2013 in seinem angestammten Beruf zu 50
%
arbeitsfähig geschrieben. Eine Steigerung habe trotz mehrfachen Versuchen nicht erreicht werden können, da de
r Versicherte angegeben habe, es
sei ihm aufgrund seiner Schmerzen unmöglich
,
länger zu arbeiten.
Er habe ihn am 1
3.
Januar 2014 das letzte Mal in seiner Sprechstunde gesehen (
Urk.
8/64).
3.9
Dem Bericht der
Dres
.
B._
und
E._
vom
4.
März 2014 kann entnom
men werden, dass das linksseitige chronische
lumboradikuläre
Sc
hmerzsyndrom L4/5
regredient
war
. Es sei weder ein Hinweis auf eine entzündliche
Spondy
loarthropathie
noch eine
Iliosakralgelenk
(ISG)
-Arthritis ersichtlich. Die Krite
rien für das Vorliegen einer entzündlichen
Spondyloarthropathie
würden nicht erfüllt. Zur weiteren Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei eine rheumatologische und psychiatrische Begutachtung zwingend (
Urk.
3
/4; siehe auch
Urk.
8/
65).
3.10
Im Zeugnis vom
6.
Mai 2014 bescheinigten die Ärzte des
Z._
eine ab diesem Datum bis 3
0.
Mai 2014 bestehende Arbeitsunfähigkeit von 50
%
(
Urk.
3/3).
3.11
Nachdem sie den Beschwerdeführer vom
5.
bis 2
5.
April 2014 stationär behan
delt hatten, stellten die Ärzte der
A._
in ihrem Bericht vom 1
3.
Mai 2014
(
Urk.
3/5) folgende Diagnosen (S. 1):
Therapierefraktäres chronisches
lumboradikulä
res
Schmerzsyndrom L4/5 links
Zeichen der Symptomausweitung
, Differentialdiagnose
zentraler
Schmerzwindup
, Differentialdiagnose
s
omatoforme
Schmerzstörung mit/bei:
Waddell
-Zeichen: Schmerzen bei oberflächlicher Palpation, mehrere
In
nervationsgebiete
überschreitende Symptomatik, axialer
Kopfstau
chungsschmerz
, Schmerzauslösung bei Rot
ation im Stehen, Diskre
panz
Lasè
gue
im L
iegen/im Sitzen
vorwiegend somatisches Erklärungskonzept
kein Hinweis auf entzündliche
Spondyloar
thropathie
. Keine ISG-Arth
ritis (d
ie Kriterien für das Vorliegen einer entzündlichen
Spondy
loarthropathie
werden nicht erfüllt.)
bei kongenital eng angelegtem Spinalkanal und kongenital eng ange
legten
Foramina
intervertebrale lumbal beidseits L4-S1 zeigt sich eine deutliche
osteodiskale
Forameneinengung
L4/5 links und L5/S1 links mit Kompression der Wurzel L4/5
foraminal
links (MRI
LWS
vom
1
8.
Februar
2014)
CT-PRT L5 links am 2
3.
November
2012 mit 50%-
iger
Besserung
CT-PRT L4 links am
3.
Dezember
2012 mit gutem Ansprechen
Myofasziales
bis
z
ervikospondylogenes
Schmerzsyndrom rechts mit/bei
Verschlechterung nach Stolpersturz ohne Kopfanprall am 16.
Dezember
2012
mehrsegmentaler Bandscheibenvorwölbung HWK 3 bis 6 sowie
rechts
betonten
foraminalen
Engen HWK 3/4 und HWK 5/6, jedoch ohne Nachweis von Nervenwurzelkompressionen (MRI HWS
vom
8.
Januar
2013)
Soziale Belastungssituation
Langzeit
-Arbeitsunfähigkeit,
gescheiterter Arb
eitsversuch, Kündigung 2013, IV-
Anmeldung
Assessments Angst/Depression (HADS) und a
ngstbezogenes
Vermeidungs
verhalt
en
(FABQ)
FABQ bei Eintritt: gesamt: 72 (s
tark erhöht), A1: 31
(Arbeitsbezug), A2: 21
(Aktivitätsbezug)
FABQ bei Austritt: gesamt: , Fragebogen nicht retourniert
HADS-Test bei Eintritt: A/D 9/16 von je 21 Punkten (erhöht für Depres
sion)
HADS-Test bei Austritt: Fragebogen nicht retourniert
Sie berichteten,
der Beschwerdeführer sei im
Erscheinungsbild gepflegt wirkend bei
schmerzgekrümmter Körperhaltung. E
s bestehe eine
ausgeprägte
Bewe
gungs
verlangsamung
und
er sei
insgesamt deutlich selbstlimitiert.
Er sei w
ach, bewusstseinsklar und allseits orientiert. Im Kontaktverhalten
sei der Versicherte
freundlich, schmerzgeplagt bis entspannt und zugewandt.
Der affektive
Rapport
sei schmerzmoduliert und der
Antrieb reduziert. Aufmerksamkeit, Konzentration und Gedächtnis
seien
gut. Im formalen Denken
sei er
auf das Schme
rzerlebnis eingeengt und schildere dies detailreich
. Im inhaltlichen Denken
sei er
unauf
fällig und
ebenfalls
auf das Schmerzerlebnis eingeengt
(S. 2)
.
Der Beschwerde
führer
–
so die Ärzte weiter – habe aktiv und motiviert an allen angebotenen Therapien teilgenommen. Im FABQ-Test seien die Werte für Angst und
aktivi
täts
bezogenes
Vermeidungsverhalten stark erhöht gewesen. Die Werte für Depression seien im HADS-Test ebenfalls erhöht gewesen. Di
e erhöhten Werte seien im Kontext der anhaltenden Belastungssituation bei
Langzeitarbeitsunfä
higkeit
, der Kündigung durch den Arbeitgeber, eines gescheiterten
Arbeitsver
suchs
und im Zug der IV-Anmeldung zu sehen. Die positiven
Waddel
l
-Zeichen und die mittelhohen, kaum beeinflussbaren
Schmerzscores
würden darüber hin
aus auf einen zentralen
Schmerzwindup
(Differentialdiagnose
somatoforme
Schmerzausweitung) hinweisen (S. 3). Sie empfahlen im Anschluss an den stati
onären Aufenthalt nebst der Fortführung der ambulanten Physiotherapie und der medizinischen Trainingstherapie die Fortsetzung der Psychothera
pie. Sie attestierten bis am 9.
Mai 2014 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Aus
rehabili
tationsmedizinischer
Perspektive sei zum aktuellen Zeitpunkt
weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
vorliegend.
Sie würden die Durchführung einer interdisziplinären Begutachtung – wie sie bereits von den Ärzten des
Z._
vorgeschlagen worden sei – befürworten (S. 3 f.).
4.
4.1
Im Rahmen der Anspruchsprüfung fragt es sich
, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht auf
die Berichte
der versicherungsinternen
psychiatrischen und orthopä
dischen
RAD-
Ärzte vom 10.
Dezember 2013 (
Urk.
8/48-49)
ab
ge
stellt
hat
oder ob die vom Beschwerdeführer daran geäusserte Kritik (vgl.
Urk.
1 S. 7 ff.) begründet ist.
Die fraglichen Berichte nehmen umfassend Stellung zu den festgestellten gesund
heitlichen Beeinträchtigungen. Sie beruhen auf orthopädischen und psy
chiatrischen Untersuch
ung
en, berücksichtigen die geklagten Beschwerden,
sind
in Kenntnis der
Vorakten
ergangen
und enthalten begründe
te Schlussfolgerun
gen. So legte med.
pract
.
H._
aufgrund des vom Beschwerdeführer beschrie
benen Tagesablaufs, seiner Biographie und der erhobenen psychopathologischen Befunde einleuchtend dar, dass
der Versicherte
keine psychische Störung von Krankheitswert, insbesondere kein depressives Geschehen oder eine posttrau
matische Belastungsstörung, aufweist.
Was die Arbeitsfähigkeit
in physischer
Hinsicht
anbelangt, gelangte der RAD-Arzt
Dr.
J._
gestützt auf die Ergebnisse seiner einlässlichen orthopädischen Untersuchung zum Schluss, dass die vor
handenen somatischen Gesundheitsstörungen sich insofern einschränkend auf d
ie Arbeitsfähigkeit auswirkten, als der Beschwerdeführer
– allerdings
vollzeit
lich
mit einer Leistungseinschränkung von 25
%
–
nur noch in der Lage sei, einer körperlich leichten, ausnahmsweise mittelschweren Tätigkeit in wechseln
der Körperhaltung, möglichst an einem höhenverstellbaren Arbeitstisch und ohne die Notwendigkeit zu Arbeiten über Kopf, auf Leiter
n
und Gerüsten oder in gebückter Körperhaltung
nachzugehen (
Urk.
8/49 S. 9).
Dies vermag ange
sichts der erhobenen Befunde zu überzeugen.
4.2
In Anbetracht
des
vom bisherigen Arbeitgeber formulierten
Arbeitsprofils eines
bei ihm angestellten
Geomatikers
(
Urk.
8/20/8-
13 S. 6)
ist – in Übereinstim
mung mit dem Beschwerdeführer
(
Urk.
1 S. 7 f.)
–
hingegen
die Qualifikation dieser Tätigkeit
als optimal le
idensangepasst
nicht ohne weiteres
nachvollzieh
bar, zumal die dem Beschwerdeführer
von seinem Arbei
tgeber
zugewiesene Bürotätigkeit bereits eine Anpassung an seine gesundheitliche Beeinträchtigun
gen
bedeutete.
D
ies schmälert den Beweis
wert
des
orthopädischen
RAD-
Berichts vom 1
0.
Dezember 2013 jedoch nicht. Denn aus der Beurteilung geht ohne weiteres hervor, dass dem Beschwerdeführer jegliche, dem Zumutbarkeitsprofil entsprechende
n
Verweistätigkeiten
möglich
sind
(Urk.
8/49 S. 9)
.
Zu erinnern ist in diesem Zusammenhang
zudem
daran, dass das Bundesgericht wiederholt darauf hingewiesen hat, dass körperlich leichte und wechselbelastende Tätig
keiten auf dem allein massgebenden, als ausgeglichen unterstellten Arbeits
markt
(zum Begriff BGE 134 V
6
4 E. 4.2.1)
durchaus vorhanden sind (
vgl. etwa
Urteil des Bundesgerichts 8C_606/2012 vom 3. Dezember 2012 E. 3.5 mit wei
teren Hinweisen).
5.
5.1
Die Berichte der behandelnden Ärzte vermögen an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Feststellungen der RAD-Ärzte keine Zweifel zu begründen.
Dies gilt zunächst für die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch den Hausarzt
Dr.
D._
. D
essen Bericht vom 1
7.
April 2013 kann vielmehr entnommen wer
den, dass er eine wechselbelastende Tätigkeit ohne Heben und Tragen von Ge
wich
ten über fünf Kilogramm uneingeschränkt für möglich hielt (Urk. 8/31/1-4 S. 4). Seine ein Jahr später
an den Rechtsvertreter des Beschwer
deführers
abge
gebene Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
, die er nicht mit eigentlichen Untersu
chungsbefunden begründete, sondern mit der
vom Beschwerdeführer
s
ubjektiv
erlebten Einschränkung
,
bezog sich alsdann
ledig
lich auf die bisherige Tätigkeit (Bericht vom 1
7.
März 2014 [
Urk.
8/64]).
5.2
Im Vergleich zu den im Sommer 2013 erhobenen klinischen Befunde
n
, gest
ützt auf
welche
die Ärzte des
Z._
eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit bescheinigten
(
Urk.
8/32/5-7, 8/42/23-24 und 8/42/6-8)
,
finden sich im Bericht vom
4.
März 2014
(
Urk.
3/4)
keine neuen
Erkenntnisse. Viel
mehr wird darin das chronische
lumboradikuläre
Schmerzsyndrom L4/5 links als
regredient
beschrieben
und die Kriterien für das Vorliegen einer entzündli
chen
Spondyloarthropathie
als nicht erfüllt beurteilt
.
Dem nämlichen
Bericht kann zudem entnommen werden, dass eine erneute MRI-Untersuchung keine ISG-Arthritis
und keine neuen Wurzelkompressionen gezeigt hat.
Vor diesem Hintergrund
und da eine erhebliche gesundheitliche Verschlechterung des Gesundheitszustands nicht erkennbar ist,
ist nicht zu ersehen, inwiefern sich die ab
6.
Mai 2014 attestierte 50%ige Arbeitsunfähig
keit (
Urk.
3/3) begründen liesse
. Die betreffende Einschätzung vermag daher die Beurteilung der RAD-Ärzte nicht in Frage zu stellen
, zumal Letztere zusätzlich eine
Leistungsein
schrän
kung
von 25
%
annahmen.
5.3
Die neueren,
im Bericht vom 1
3.
Mai 2014 (
Urk.
3/5)
über den stationären Auf
ent
halt
vom
5.
bis 2
5.
April 2014
vo
n den Ärzten der
A._
aufgeführten Befunde
geben ebenfalls keinen Anlass, die RAD-Beur
tei
lung in Zweifel zu ziehen.
Mit der
einzig als
Differentialdiagnose
in Betracht ge
zo
ge
nen
somatoforme
n
Schmerzstörung
versuchten die betreffenden Ärzte – unter Hinweis auf die positiven
Waddell
-Zeichen und die kaum beeinflussbaren
Schmerz
scores
(
Urk.
3/5 S. 3) – offensichtlich den Umstand zu erklären, dass die geltend gemachte Einschränkung des Leistungsvermögens nicht mit objektiven Befunden begründet werden konnte
(vgl. auch
Urk.
3/4, worin die Ärzte des
Z._
differentialdiagnostisch von einer
Schmerzverarbei
tungsstörung
ausgingen).
Diesbezüglich bleibt daran zu erin
nern, dass
invali
den
versicherungsrechtlich
einzig erheblich ist, ob und in wel
chem Mass eine Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit – und zwar unabhängig von der Diag
nose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie – ausgewiesen ist
(
vgl. etwa
Urteil
e
des Bundesgerichts 8C_449/2010 vom 30. November 2010 E. 3.1
und 8C_40/2015
vom 6. Mai 2015
E. 4.2.2
mit weiteren Hinweisen).
Was die bei Klinikeintritt mittels HADS-Test ermittelten erhöhten Werte für
eine
Depression (
Urk.
3/5 S. 1 und S. 3)
, die trotz
psychotherapeutischer
Behandlung (
vgl.
Urk.
3/5 S.
3
)
keinen Eingang in Form einer psychiatrischen Diagnose in
die Diagnoseliste gefunden hat
, betrifft, ist anzumerken,
dass diese
von den Ärzten
nachvollziehbar
im Zusammenhang mit ungünstigen psychosozialen
Faktoren in Form schwieriger Lebensumstände (Langzeitarbeitsunfähigkeit, Kündigung durch den Arbeitgeber, gescheite
r
ter Arbeitsversuch, IV-Anmeldung) gesehen werden.
Da ein klinisches Beschwerdebild, das einzig von belastenden psychosozialen und soziokulturellen Faktoren herrüh
rt, rechtsprechungsgemäss nicht
als invalidenversicherungsrechtlich relevante Beeinträchtigung zu verste
hen ist, vermag eine psychische
Störung des Beschwerdeführers, d
ie durch ungünstige psychosoziale Umstände verursacht wird und bei Wegfall der Belastungsfaktoren nach Lage der Akten mit überwiegender Wahrscheinlichkeit wieder verschwände, auch keinen Rentenanspruch zu begründen (
zum Ganzen:
BGE 127 V 294 E. 5a
). Im Übrigen konnten die bei Klinikaustritt bestehenden Werte
nicht bestimmt werden, da der Beschwerdeführer den Fragebogen nicht retourniert hatte (
Urk.
3/5 S. 1).
Zu ergänzen bleibt
,
dass
praxisgemäss
eine leichte depressive Episode mit somatischen Symptomen
grundsätzlich
ohnehin
nicht geeignet
wäre
, eine leistungsspezifische Invalidität zu begründen (Urteil des Bundesgerichts 9C_506/2014 vom 1
0.
November 2014 E. 4.2). Leichte bis höchstens mittelschwere psychische Störungen aus dem depressiven
Formen
kreis
gelten zudem grundsätzlich als therapeutisch
angehbar
(Urteil des Bundes
gerichts 8C_759/2013 vom
4.
März 2014 E. 3.6.1 mit Hinweisen).
Die weiteren
von den Ärzten der
A._
erhobenen Befunde korrespondieren mit denjenigen, die bereits von den
Behandlern
des
Z._
festgestellt
worden sind
(vgl.
hiezu
E. 5.2).
6.
Nach dem Gesagten
steht fest, dass der Beschwerdeführer in einer
leidensan
ge
passten
Tätigkeit jedenfalls nicht
zu
mehr als 25
%
eingeschränkt ist.
Dass eine interdisziplinäre Begutachtung – wie sie sowohl die Ärzte des
Z._
als auch der
A._
ohne nähere Begrün
dung empfahlen (
Urk.
3/4-5) –
zu einem anderen Ergebnis führte,
ist – auch ange
sichts dessen, dass Schmerzen an sich rechtsprechungsgemäss noch keine Arbeitsunfähigkeit begründen (vgl. etwa
bereits
Urteil des damaligen Eidgenös
sischen Versicherungsgerichts I 994/06 vom 2
9.
August 2007 E. 3.3) – nicht
an
zunehmen, weshalb
darauf verzichtet werden kann (antizipierte
Beweiswürdi
gung
; BGE 122 V 157 E. 1d mit Hinw
eisen).
7.
7.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach
Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
7.2
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E.
4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
7.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist vorliegend ein statistischer Tabellenlohn heranzuziehen. Auf dem hypothetischen, als ausgeglichen unter
stellten Arbeitsmarkt
(vgl. etwa das in E. 4.2
hievor
erwähnte
Bundesgerichts
urteil
8C_606/2012 vom
3.
Dezember 2012 E. 3.5; zum – theo
retischen – Begriff des ausg
eglichenen Arbeitsmarktes, der u
.a.
die konkrete Arbeitsmarktlage nicht berücksichtigt, BGE 134 V 64 E. 4.2.1)
finden sich genügend adaptierte Tätig
kei
ten, welche dem Beschwerdeführer trotz seiner gesundheitsbedingten Ein
schrän
kungen und unter Berücksichtigung seiner Neigungen offen stehen. Entsprechend ist vom nicht nach Branchen differenzierten standardisierten monat
lichen Brut
tolohn (inklusive 13.
Monatslohn, basierend auf einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden) für männliche Arbeitskräfte an Ar
beitsplätzen des niedrigsten Anforderungsniv
eaus (Kategorie 4) von
Fr.
4'901
.-- ausz
ugehen (Tabelle TA1 der LSE 2010
, S. 26). Aufgerechnet auf die durch
schnittliche betr
iebsübliche Arbeitszeit von 41.7
Stunden pro Woche im Jahr 20
13
(
Tabelle Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilung [www.bfs.ad
min.ch, Rubrik Arbeit und Erwerb, Unterrubriken Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit sowie Detaillierte Daten])
und angepasst an die Entwicklung der N
ominallöhne der Männer von 2'151 Punkten im Jahre 2010
auf 2'
204 Punkte im Jahr 2013
(
Tabelle
Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Real
löhne, 1976-2014
[www.bfs.admin.ch, Rubrik Arbeit und Erwerb, Unterrubriken Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit sowie Detaillierte Daten])
ergibt dies im für den Einkommens
vergleich massgebenden Jahr 2013
ein Bruttoein
kommen von Fr.
62‘822.
-- respektive unter Berücksichtigung einer
Leistungs
einschränkung
von 25
%
ein solches von
Fr.
47‘117.--
.
7.4
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung von einem
Vali
deneinkommen
von
Fr.
60‘450.-- aus (
Urk.
2 S. 2). Der Beschwerdeführer wie
derum
gab im
Einwandschreiben
vom
3.
März 2014
einen
Jahresverdienst
von
Fr.
68‘510.-- (
Urk.
8/61 S. 3)
an.
Wie es sich damit genau verhält, braucht indes nicht weiter geprüft zu werden. Denn selbst wenn der Invaliditätsberechnung ein
Valideneinkommen
von
Fr.
68‘510.-- zu Grunde gele
gt würde, ergäbe
sich bei einem Invalideneinkommen von
Fr.
47‘117.-- ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 31
%
.
S
chliesslich
bleibt anzu
merken, dass der Umstand, dass eine grundsätzlich vollzeitlich arbeitsfähige versicherte Person
krankheits
bedingt
lediglich reduziert leistungsfähig ist, kei
nen über die Berücksichtigung der eingeschränkten Leistungsfähigkeit und damit des Rendements hinaus gehenden Abzug
rechtfertigt (
Urteil
e
des Bundes
gerichts 8C_20/2012 vom
4.
April 2012 E. 3.2
, 8C_7/2014 vom 10. Juli 2014 E.
9.2 und 8C_7/2015 vom 27. April 2015 E. 5.2.3).
8.
Zusammenfassend ist die angefochtene Verfügung im
Ergebnis nicht zu bean
standen
. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
9.
9.1
Da vorliegend die Voraussetzungen zur Gewährung der unentgeltlichen Rechts
pflege gemäss § 16 Abs. 1 und 2 des Gesetzes über das
Sozialversicherungsge
richt
(
GSVGer
) erfüllt sind (Urk. 3/5), ist dem Beschwerdeführer in Gutheissung seines Gesuchs vom 23. Mai 2014 (Urk. 1 S. 2) die unentgeltliche
Prozessfüh
rung
zu bewilligen sowie Rechtsanwalt Peter
Bolzli
, Zürich, als unentgeltlicher Rechtsvertreter für das vorliegende Verfahren zu bestellen.
9.2
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Verfahren für den unterliegenden Beschwerdeführer kostenpflichtig. Die Kosten sind unabhängig vom Streitwert
nach dem Verfahrensaufwand festzulegen und vorliegend auf Fr. 800.-- anzu
setzen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einst
weilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
9.3
Der mit heutigem Beschluss bestellte unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwer
deführers, Rechtsanwalt Peter
Bolzli
, macht mit seiner Honorarnote vom 2
7.
November 2015 (Urk. 11) einen Aufwand von neun Stunden und 45 Minuten sowie Auslagen in der Höhe von Fr. 34.40 geltend, wofür ihm
bei Anwendung des gerichtsüblichen Stundenansatzes von Fr. 200.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer; bis 31. Dezember 2014) respektive Fr. 220.
(zuzüglich Mehr
wertsteuer; ab 1. Januar 2015)
eine Entschädigung in der Höhe von Fr.
2‘171.85
(
inklu
sive Barauslagen und
MWSt
) aus der Gerichtskasse zuzusprechen ist.