Decision ID: 3e8f54b0-7036-5522-82e9-a92c553c15cc
Year: 2021
Language: de
Court: BE_VG
Chamber: BE_VG_001
Canton: BE
Region: Espace_Mittelland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A._ fuhr am 20. Juli 2019 mit seinem Motorboot auf dem Brienzersee vom Ufer bei Brienz in Richtung Seemitte und überschritt dabei die in der Uferzone zulässige Höchstgeschwindigkeit von 10 km/h. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Region Oberland (nachfolgend: Staatsanwaltschaft Oberland), verurteilte ihn mit Strafbefehl vom 8. August 2019 wegen Verstosses gegen die Verkehrsregeln zu einer Übertretungsbusse von Fr. 100.--. Sie ging gestützt auf den Anzeigerapport der Seepolizei von einer Überschreitung der gesetzlichen Höchstgeschwindigkeit um mindestens 30 km/h aus. Dieser Strafbefehl blieb unangefochten. Mit Verfügung vom 11. Oktober 2019 entzog das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons Bern (SVSA) A._ den Führerausweis für Schiffe mit Maschinenantrieb für vier Monate und legte den Beginn der Entzugsdauer auf den 1. April 2020 fest.
B.
Gegen diese Verfügung erhob A._ am 12. November 2019  bei der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern (POM; heute: Sicherheitsdirektion [SID]). Die SID wies die Beschwerde am 9.  2020 ab.
C.
Hiergegen hat A._ am 8. Dezember 2020  erhoben mit den Rechtsbegehren, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es sei eine Verwarnung auszusprechen; eventuell sei ihm der Schiffsführerausweis für die Dauer eines Monats zu entziehen.
Die SID beantragt mit Vernehmlassung vom 29. Januar 2021, die  sei abzuweisen.
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21.12.2021, Nr. 100.2020.447U, Seite 3
A._ hat am 18. Februar sowie am 2. und 18. März 2021 weitere Eingaben eingereicht. Gestützt darauf liess der Instruktionsrichter von der SID verschiedene Fragen zur Nachfahrmessung der Seepolizei . Die SID hat am 22. April 2021 Stellung genommen und die bei einem an der Nachfahrmessung beteiligten Polizisten eingeholten Auskünfte . Am 20. Mai 2021 hat sich A._ hierzu geäussert.

Erwägungen:
1.
1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) zuständig. Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren  und ist durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt (Art. 79 Abs. 1 Bst. a und b VRPG). Fraglich ist, ob er noch ein  Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung hat (vgl. Art. 79 Abs. 1 Bst. c VRPG). Denn gemäss eigenen Angaben hat er seinen  am 23. März 2020 beim SVSA hinterlegt, wenn auch ausdrücklich ohne Anerkennung einer Rechtspflicht (Beschwerde S. 4;  3), und damit die streitige Massnahme bereits vollziehen lassen. Weil die Ausweisabgabe keinen Verzicht auf die Beschwerdeführung beinhaltet und da im Schifffahrtsrecht die gesetzlichen Mindestentzugsdauern nach Rückfällen zunehmen (vgl. Art. 20 Abs. 2, Art. 20a Abs. 2 und Art. 20b Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 3. Oktober 1975 über die Binnenschifffahrt [BSG; SR 747.201]), wäre für den Beschwerdeführer ein günstiger Entscheid trotz Vollzug des Ausweisentzugs nach wie vor von praktischem Nutzen. Er hat damit weiterhin ein aktuelles und praktisches Rechtsschutzinteresse an der Behandlung seiner Beschwerde. Die Bestimmungen über Form und Frist sind eingehalten (Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21.12.2021, Nr. 100.2020.447U, Seite 4
1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG). Da die Streitigkeit von grundsätzlicher Bedeutung ist, urteilt es in Fünferbesetzung (Art. 56 Abs. 2 Bst. a des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der  und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]).
2.
Am 1. Januar 2020 und damit während Hängigkeit des Verfahrens vor der SID ist eine Teilrevision des BSG in Kraft getreten, die auch die  zum Ausweisentzug (Art. 19 ff. BSG) betrifft. Mangels einschlägiger übergangsrechtlicher Bestimmungen ist die Frage nach dem in zeitlicher Hinsicht anwendbaren Recht aufgrund der durch die Rechtsprechung  allgemeinen Prinzipien zu beantworten. Gemäss diesen ist die Rechtmässigkeit einer Verwaltungsverfügung grundsätzlich nach der Rechtslage zur Zeit ihres Erlasses zu beurteilen (statt vieler BGE 139 II 263 E. 6; BVR 2015 S. 15 E. 3.1; vgl. Michel Daum, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 25 N. 8). Bei  Rechtsänderungen während hängigem Rechtsmittelverfahren kommt mithin das bisherige Recht zum Zug; vorbehalten bleibt namentlich die  günstigeren neuen Rechts (Grundsatz der lex mitior; vgl. BVR 2016 S. 293 E. 4.3.1 mit Hinweisen). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung kommt der Grundsatz der lex mitior insbesondere beim  Warnungsentzug im Strassenverkehrsrecht zur Anwendung (BGE 104 Ib 87 E. 2b). – Mit der am 1. Januar 2020 in Kraft getretenen  haben – soweit hier interessierend – einzig Art. 19 Abs. 3 und 4  Art. 20c Abs. 2 BSG eine Änderung erfahren; diese Absätze wurden neu eingefügt. Für den Beschwerdeführer ist das neue Recht nicht günstiger (vgl. Botschaft des Bundesrats zur Teilrevision des BSG vom 29.6.2016, in BBl 2016 S. 6435 ff., 6440, 6450 f.). Massgebend für die vorliegende Streitigkeit ist somit das im Zeitpunkt der Verfügung des SVSA geltende (materielle) Recht und der strittige Ausweisentzug nach Art. 20 ff. BSG in der Fassung vom 16. März 2012 (AS 2012 S. 5640) zu beurteilen.
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3.
Der unbestrittene Sachverhalt stellt sich im Wesentlichen wie folgt dar:
3.1 Der Beschwerdeführer fuhr am 20. Juli 2019 um 13.45 Uhr mit  Motorboot von der Schiffländte Brienz in Richtung Seemitte. Rund 50 Meter vom Ufer entfernt beschleunigte er aus dem Standgas und fuhr mit übersetzter Geschwindigkeit weiter durch die Uferzone. Aufgrund der  seines Bootes sowie der sich überschlagenden Heckwelle erkannte eine Patrouille der Seepolizei die Geschwindigkeitsüberschreitung und führte umgehend eine Nachfahrmessung durch. Dabei stellte die Seepolizei eine Geschwindigkeit von «ca. 40 bis 50 km/h» in der Uferzone fest (vgl. Anzeigerapport vom 27.7.2019, Akten SVSA pag. 11-12). Mit Strafbefehl vom 8. August 2019 verurteilte die Staatsanwaltschaft Oberland den  wegen «Übertretung des BSG» zu einer Busse von Fr. 100.--, weil er als Führer eines Motorboots die gesetzliche  von 10 km/h innerhalb der Uferzone um mindestens 30 km/h überschritten habe (Akten SVSA pag. 30). Mit Schreiben vom 30. August 2019 setzte das SVSA den Beschwerdeführer über die Eröffnung eines  in Kenntnis und stellte ihm den Entzug des  in Aussicht; allerdings werde der rechtskräftige Ausgang des Strafverfahrens abgewartet. Das SVSA forderte den Beschwerdeführer auf, allfällige Einwände und Entlastungsargumente im Strafverfahren , weil die Administrativbehörde an den in diesem ermittelten Sachverhalt gebunden sei (Akten SVSA pag. 14). Am 2. September 2019 meldete sich der Beschwerdeführer telefonisch beim SVSA und teilte insbesondere mit, der Strafbefehl sei bereits rechtskräftig geworden (Akten SVSA pag. 18).
3.2 Gegen den Beschwerdeführer hatte das SVSA im Bereich des  bereits folgende Administrativmassnahmen verfügt (Akten SVSA pag. 2-6):
– 5. Februar 2010: Verwarnung wegen einer leichten Widerhandlung,  am 23. Dezember 2009 durch Überschreiten der signalisierten Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h auf einer Autobahn um 28 km/h;
– 25. Juli 2011: Entzug des Führerausweises für Motorfahrzeuge für 3  sowie Verpflichtung zum Besuch von Verkehrsunterricht während
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eines Tages wegen einer schweren Widerhandlung, begangen am 13. Mai 2011 durch Überschreiten der gesetzlich vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h auf Autostrassen um 42 km/h;
– 2. November 2016: Entzug des Führerausweises für Motorfahrzeuge für 12 Monate wegen einer schweren Widerhandlung, begangen am 18. Juli 2016 durch Überschreiten der gesetzlich vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h ausserorts um 33 km/h.
Der Ausweisentzug vom 2. November 2016 dauerte vom 12. November 2016 bis 11. November 2017 (Akten SVSA pag. 10).
4.
Strittig sind der Entzug des Schiffsführerausweises bzw. die Entzugsdauer.
4.1 Das BSG unterscheidet zwischen dem Schiffsführerausweisentzug nach einer leichten, mittelschweren und schweren Widerhandlung (Art.  BSG). Gemäss Art. 20 Abs. 1 Bst. a BSG begeht eine leichte , wer Verkehrsregeln verletzt und dadurch den Schiffsverkehr leicht gefährdet oder andere belästigt. Eine mittelschwere Widerhandlung begeht nach Art. 20a Abs. 1 Bst. a BSG, wer Verkehrsregeln verletzt und dadurch eine Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt (Art. 20a Abs. 1 Bst. a BSG). Eine schwere Widerhandlung begeht insbesondere, wer den Schiffsverkehr schwer gefährdet (Art. 20b Abs. 1 Bst. a BSG). In einem sogenannten Kaskadensystem sieht das Gesetz in Art. 20-20b BSG  der Ausweisentzüge vor.
4.2 Gemäss Art. 53 Abs. 1 Bst. b der Verordnung vom 8. November 1978 über die Schifffahrt auf schweizerischen Gewässern (, BSV; SR 742.201.1) dürfen private Motorschiffe in der inneren und äusseren Uferzone nicht schneller fahren als 10 km/h. Als innere Uferzone gilt der Gewässergürtel bis zum Abstand von 150 m vom Ufer, als äussere Uferzone derjenige ausserhalb der inneren Uferzone bis zum Abstand von 300 m vom Ufer, von Wasserpflanzenbeständen, die dem Ufer vorgelagert sind oder von Einbauten im Gewässer (Art. 53 Abs. 1 Satz 2 BSV).
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4.3 Die SID hat wie das SVSA auf die Sachverhaltsfeststellung im  abgestellt, wonach der Beschwerdeführer die gesetzliche  in der Uferzone von 10 km/h um das Vierfache überschritten habe. Es liege eine abstrakte Gefährdung im Sinn von Art. 20a Abs. 1 Bst. a BSG und damit eine mittelschwere Widerhandlung vor (vgl. angefochtener Entscheid E. 4.2). Dem Beschwerdeführer sei am 2. November 2016 der Führerausweis für Motorfahrzeuge für zwölf Monate, bis zum 11. November 2017, entzogen worden. Werde dies berücksichtigt, müsse der  zwingend für mindestens vier Monate entzogen werden ( Entscheid E. 4.3).
5.
Der Beschwerdeführer rügt zunächst eine unrichtige Feststellung des .
5.1 Nach Art. 18 Abs. 1 VRPG stellen die Behörden den Sachverhalt von Amtes wegen fest (Untersuchungsgrundsatz). Unvollständig ist die , wenn die Behörde nicht alle für den Entscheid  Sachumstände und Beweismittel erhoben hat. Unrichtig ist sie, wenn die Behörde die Beweismittel falsch gewürdigt oder einen rechtserheblichen Sachumstand nicht in das Beweisverfahren einbezogen hat (BVR 2008 S. 352 E. 3.2; Ruth Herzog, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum  VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 66 N. 31 f.). Die Ermittlung des Sachverhalts und die Beschaffung der Beweismittel erfolgen gemäss Art. 19 Abs. 2 VRPG grundsätzlich nach den Vorschriften der Schweizerischen  (Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272). Diese sieht für die Bewertung der Beweise den Grundsatz der freien Beweiswürdigung vor (Art. 157 ZPO).  haben die Behörden und Gerichte die Beweise frei, ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass die Beschwerdeinstanz alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen hat (BGE 137 II 266 E. 3.2, 130 II 482 E. 3.2; BVR 2014 S. 508 E. 5.3.2, 2009 S. 481 E. 2.1).
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5.2 Ein Strafurteil vermag die Verwaltungs- und  grundsätzlich nicht zu binden. Allerdings gebietet der Grundsatz der Einheit der Rechtsordnung, widersprüchliche Entscheide im Rahmen des Möglichen zu vermeiden, weshalb die Verwaltungs- und  beim Entscheid über die Massnahme von den tatsächlichen  des Strafgerichts nur abweichen dürfen, wenn sie Tatsachen  und ihrem Entscheid zugrunde legen, die dem Strafgericht unbekannt waren, wenn sie zusätzliche Beweise erheben oder wenn das Strafgericht bei der Rechtsanwendung auf den Sachverhalt nicht alle Rechtsfragen  hat. In der rechtlichen Würdigung des Sachverhalts – namentlich auch des Verschuldens – sind die Verwaltungs- und  demgegenüber frei, ausser die rechtliche Qualifikation hängt stark von der Würdigung von Tatsachen ab, die das Strafgericht besser kennt, etwa weil es die beschuldigte Person selber einvernommen hat (BGer 1C_421/2019 vom 20.12.2019 E. 3.1 mit Hinweis auf BGE 139 II 95 E. 3.2). Nach diesen Grundsätzen sieht sich die Verwaltungsjustizbehörde unter Umständen auch an einen Strafentscheid gebunden, der nicht im  Verfahren, sondern im Strafbefehlsverfahren ergangen ist, selbst wenn er ausschliesslich auf einem Polizeibericht beruht (BGE 123 II 97 E. 3c/aa; BGer 1C_33/2018 vom 6.7.2018 E. 3.2, je betreffend einen ). Dies gilt im Licht des Grundsatzes von Treu und Glauben insbesondere dann, wenn die beschuldigte Person wusste oder angesichts der Schwere der ihr vorgeworfenen Delikte voraussehen musste, dass  sie ein verwaltungsrechtliches Verfahren eröffnet würde, und sie es trotzdem unterlässt oder darauf verzichtet, im Rahmen des (summarischen) Strafverfahrens die ihr garantierten Verteidigungsrechte geltend zu machen (zum Ganzen BVR 2012 S. 193 E. 4.4.2; Michel Daum, a.a.O., Art. 3 N. 28, je mit Hinweisen).
5.3 Der Beschwerdeführer macht vor Verwaltungsgericht sinngemäss geltend, die SID habe hinsichtlich der Höhe der  zu Unrecht auf den Strafbefehl vom 8. August 2019 abgestellt. Von ihm habe nicht erwartet werden können, die Sachverhaltsrüge (bereits) im  vorzubringen. Sodann sei offen, ob in seinem Fall die  an eine Nachfahrmessung erfüllt seien, zumal wesentliche  zur Geschwindigkeitsmessung fehlen würden. Jedenfalls habe das Boot
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der Seepolizei nicht über ein kalibriertes Messsystem verfügt. Werde auf die Nachfahrmessung abgestellt, sei deshalb in analoger Anwendung von Art. 8 Abs. 1 Bst. i der Verordnung des Bundesamts für Strassen (ASTRA) zur Strassenverkehrskontrollverordnung vom 22. Mai 2008 (VSKV-ASTRA; SR 741.013.1) ein Toleranzabzug von 15 km/h vorzunehmen, sodass von einer gefahrenen Geschwindigkeit von 25 km/h bzw. von einer  um 15 km/h ausgegangen werden müsse (Beschwerde S. 5 ff.).
5.4 Dem Beschwerdeführer ist zuzustimmen, dass angesichts der  Einsprachefrist gemäss Art. 354 Abs. 1 der Schweizerischen  vom 5. Oktober 2007 (Strafprozessordnung, StPO; SR 312.0) der Strafbefehl vom 8. August 2019 bereits rechtskräftig war, als er Ende August 2019 seitens des SVSA über die Eröffnung des  in Kenntnis gesetzt wurde (vgl. vorne E. 3.1). Er musste indes voraussehen, dass gegen ihn ein verwaltungsrechtliches Verfahren eröffnet würde, waren doch gegen ihn bereits mehrere strassenverkehrsrechtliche Administrativmassnahmen verfügt worden (vgl. vorne E. 3.2). Er hätte daher die Sachverhaltsrüge zwingend bereits im Strafverfahren vorbringen . Daran ändert nichts, dass einzig eine Übertretungsbusse  wurde. Dies entspricht der ständigen Praxis, namentlich auch bei  (vgl. vorne E. 5.2). Entgegen dem Beschwerdeführer durfte die SID daher hinsichtlich der Höhe der  auf den Strafbefehl abstellen (vgl. angefochtener Entscheid E. 3.3.2 f.).
5.5 Im Übrigen hat das Verwaltungsgericht eigene Beweiserhebungen vorgenommen: Der beim an der Nachfahrmessung beteiligten Polizisten  Auskunft (vgl. E-Mail vom 8.4.2021 [act. 14A]) lässt sich , dass die Messung mittels Global Positioning System (GPS) erfolgt sei. Im Anzeigerapport sei die Geschwindigkeit mit «ca. 40 bis 50 km/h»  worden, weil sich der Beschwerdeführer noch in der  befunden habe. Beim Übertritt von der inneren zur äusseren Uferzone seien 40 km/h gemessen worden und beim Verlassen der  Uferzone 50 km/h. Die Nachfahrstrecke habe insgesamt ca. einen  betragen; massgebend sei jedoch nur der Bereich in der Uferzone. Der Nachfahrabstand könne nicht mehr beziffert werden, sei aber in der
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Messphase konstant geblieben. Eine Parallelfahrt (parallele Fahrt der beiden Boote) habe nicht stattgefunden; die Messung sei mittels Nachfahren erfolgt. Schliesslich verneinte der Polizist die Frage, ob das GPS an Bord des  die Voraussetzungen an ein «kalibriertes Messsystem gemäss Art. 8 VSKV-ASTRA» erfülle.
5.6 Diese Angaben zur Nachfahrmessung sind wie folgt zu würdigen:
5.6.1 Der Beschwerdeführer hat sich am 20. Mai 2021 dazu geäussert (act. 16; vgl. vorne Bst. C) und nicht (mehr) bestritten, dass die Seepolizei die Geschwindigkeitsmessung mit einem GPS-Gerät durchgeführt hat.  im vorinstanzlichen Verfahren hatte die Polizei angegeben, dass ihre Boote mit Satellitennavigations- («Satnav»; vgl. Art. 2 Abs. 1 Bst. b Ziff. 11 BSV) bzw. GPS-Geräten ausgerüstet seien und die Geschwindigkeit bei Nachfahrmessungen grundsätzlich mit diesen gemessen werde. Es sei ebenfalls möglich, ein Boot mit dem Navigationsradar zu erfassen und so seine Geschwindigkeit zu bestimmen; diese Methode sei beim  aber nicht angewendet worden (vgl. E-Mail vom 27.11.2019, Akten SVSA pag. 74; vgl. auch Vernehmlassung SVSA vom 10.12.2019 S. 2,  SID pag. 18). Für das Verwaltungsgericht ist damit erstellt, dass für die Geschwindigkeitsmessung ein GPS-Gerät verwendet wurde. Für  auf Gewässern bestehen keine rechtlichen  (vgl. Bock/Fasel, Wie zuverlässig sind polizeiliche ?, in: Probst/Werro [Hrsg.], Strassenverkehrsrechtstagung, 2014, S. 39 ff., S. 41 Fn. 4).
5.6.2 Der Beschwerdeführer stellt aber weiterhin Genauigkeit und  der Messung in Frage: Er macht geltend, er habe die Uferzone in Richtung Seemitte mit einem geschätzten Winkel von 45 Grad zum südlichen Ufer durchquert, während sich die Seepolizei von östlich der Anlegerampe des Kursschiffs und damit «in einem Winkel» zu ihm genähert habe (act. 16 S. 2). Da er die Feststellung im Anzeigerapport vom 27. Juli 2019, wonach er von der Schiffländte Brienz herkommend in Richtung Interlaken/Seemitte gefahren sei (vorne E. 3.1; Akten SVSA pag. 11), nicht bestreitet, ist davon auszugehen, dass die beiden Boote in etwa vom gleichen Ausgangspunkt gestartet sind und während der Nachfahrmessung mit (annähernd)  Kursrichtung unterwegs waren. Daran ändert nichts, dass gemäss Poli-
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zei keine Parallelfahrt stattgefunden hat, zumal damit offenbar das  gemeint ist (vgl. vorne E. 5.5). Nach dem Gesagten ist  nicht von einem Kursunterschied zwischen den beiden Booten , der die Messung unverwertbar erscheinen liesse. Der  bringt sodann vor, «bei Ertönen des Signals» habe sich die Seepolizei direkt hinter ihm befunden, während sie zuvor nicht in seiner Nähe gewesen sei (act. 16 S. 2). Daraus ist indes nicht auf einen fehlenden (in etwa)  Abstand der beiden Boote innerhalb der hier massgebenden Uferzone (bis 300 m Uferabstand, vgl. vorne E. 4.2) zu schliessen, hat doch die «Nachfahrstrecke» gemäss unbestritten gebliebener Darstellung des  insgesamt einen Kilometer betragen (vgl. vorne E. 5.5). Es war der Seepolizei damit ohne weiteres möglich, nach durchgeführter Messung und Verlassen der Uferzone zum Beschwerdeführer aufzuschliessen. Es besteht deshalb kein Anlass, von einer Unverwertbarkeit der Messung auszugehen. Zudem wird das Messergebnis durch die Wahrnehmungen der beiden  gestützt, wonach aufgrund der Wasserlage des Bootes und der sich überschlagenden Heckwelle eine deutliche  evident war (vorne E. 3.1). Es kann damit auf die Messung der Seepolizei abgestellt werden.
5.7 Das Verwaltungsgericht erachtet es nach dem Erwogenen in  mit der SID als erstellt, dass der Beschwerdeführer mit einer tatsächlichen Geschwindigkeit von (mindestens) 40 km/h durch die (äussere) Uferzone gefahren ist. Für die im Folgenden zu prüfenden  geht das Verwaltungsgericht von einer Geschwindigkeit von 40 km/h aus, mithin vom untersten Wert der Angabe der Seepolizei. Damit wäre einer allfälligen Messungenauigkeit hinreichend Rechnung getragen. Die Rüge der unrichtigen Sachverhaltsfeststellung erweist sich als unbegründet.
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6.
Zu prüfen ist, ob (zusätzlich) in analoger Anwendung von Art. 8 Abs. 1 Bst. i VSKV-ASTRA ein Sicherheitsabzug von 15 km/h vorzunehmen ist (vgl. vorne E. 5.3).
6.1 Gemäss Art. 9 Abs. 1 Bst. a der Verordnung vom 28. März 2007 über die Kontrolle des Strassenverkehrs (Strassenverkehrskontrollverordnung, SKV; SR 741.013) sind bei Geschwindigkeitskontrollen nach Möglichkeit technische Hilfsmittel einzusetzen. Für derartige Kontrollen regelt das ASTRA im Einvernehmen mit dem Eidgenössischen Institut für Metrologie (METAS) die Durchführung und das Verfahren ebenso wie die  an die Messsysteme und Messarten sowie die technisch bedingten  (Art. 9 Abs. 2 SKV). Gestützt darauf erliess das ASTRA am 22. Mai 2008 sowohl die VSKV-ASTRA als auch die Weisungen über  Geschwindigkeitskontrollen und Rotlichtüberwachung im  (einsehbar unter: <www.astra.admin.ch>, Rubriken «Fachleute und Verwaltung/Vollzug Strassenverkehrsrecht/Dokumente betr. /Weisungen»). Gemäss Art. 8 Abs. 1 Bst. i Ziff. 1 VSKV-ASTRA ist bei Nachfahrmessungen ohne kalibriertes Nachfahrsystem bei einem Messwert bis 100 km/h ein Sicherheitsabzug von 15 km/h vom auf die nächste Zahl abgerundeten Messwert vorzunehmen.
6.2 Die Staatsanwaltschaft Oberland hat die VSKV-ASTRA nicht analog angewendet, sondern im Einklang mit dem polizeilichen Anzeigerapport auf eine Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit um mindestens 30 km/h . Da gemäss dem Grundsatz der Einheit der Rechtsordnung widersprüchliche Urteile nach Möglichkeit zu vermeiden sind (vgl. BGE 136 II 447 E. 3.1 [Pra 100/2011 Nr. 34]; vorne E. 5.2), müssten triftige Gründe bestehen, um hier anders als im strafrechtlichen Verfahren die VSKV-ASTRA analog anzuwenden. Solche sind nicht ersichtlich. Im : Zunächst haben weder das SVSA als Fachbehörde noch die SID die VSKV-ASTRA analog angewendet. Diese Verordnung sieht keine Regeln für die Beweiswürdigung vor, an welche die Behörden gebunden wären (vgl. BGer 6B_921/2014 vom 21.1.2015 E. 1.3.2; allgemein vorne E. 5.1).  Art. 7 Abs. 3 VSKV-ASTRA sind zudem Nachfahrmessungen ohne  Nachfahrmesssystem auf Fälle massiver Geschwindigkeitsüber-
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schreitung zu beschränken. In der Praxis dürften solche Messungen  auf Autobahnen oder ausserorts durchgeführt werden, jedoch auch dort die Ausnahme bleiben, weil bei Nachfahrkontrollen vorab für diesen Zweck zugelassene Videogeschwindigkeitsmesssysteme (Nachfahrtachografen) eingesetzt werden (vgl. Art. 6 Bst. c Ziff. 2 VSVK-ASTRA; Patrizia Hertach, Geschwindigkeitskontrollen, hrsg. von der Beratungsstelle für  [bfu], 2021, S. 9, einsehbar unter <www.bfu.ch>, Rubriken «Services/ Bestellen & herunterladen»). Die Seepolizei (im Kanton Bern) führt dagegen Geschwindigkeitsmessungen in der Regel mittels Nachfahrmessungen mit Satnav-/GPS-Geräten durch (Akten SVSA pag. 74; Vernehmlassung SVSA vom 10.12.2019 S. 1 f., Akten SID pag. 17 f.; vgl. auch Vernehmlassung SID S. 1 f. [act. 4]). Schliesslich erscheint es nicht sachgerecht, bei Fahrten in der Uferzone einen Sicherheitsabzug von 15 km/h vorzunehmen, der höher ist als die gesetzliche Höchstgeschwindigkeit von 10 km/h. Faktisch würde damit die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 25 km/h heraufgesetzt, was mehr als eine Verdopplung bedeutet. Eine analoge Anwendung der  auf den Bereich der Binnenschifffahrt im Allgemeinen und auf den konkreten Fall im Besonderen erscheint damit insgesamt nicht angezeigt.
6.3 Nach dem Erwogenen ist von der festgestellten tatsächlichen  kein Sicherheitsabzug nach der VSKV-ASTRA vorzunehmen. Mit der SID (vgl. angefochtener Entscheid E. 4.2) sind die Rechtsfolgen  aufgrund einer gefahrenen Geschwindigkeit von 40 km/h zu regeln.
7.
Der Beschwerdeführer macht geltend, die Geschwindigkeitsüberschreitung um 30 km/h stelle bloss eine leichte Widerhandlung dar.
7.1 Zur Rechtslage ist Folgendes festzuhalten:
7.1.1 Bei der Schaffung des BSG ordnete der Gesetzgeber den Entzug der Ausweise nach dem Vorbild des SVG (vgl. insb. Art. 20 Abs. 1 Bst. a, Abs. 1 Satz 2 und Abs. 2 Bst. a BSG in der ursprünglichen Fassung [AS 1976 S. 730]; Botschaft des Bundesrats zu einem Bundesgesetz über die , in BBl 1974 I 1549 ff., 1557, 1568 f.). Es wurde unterschieden
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21.12.2021, Nr. 100.2020.447U, Seite 14
zwischen dem leichten Fall (Art. 16 Abs. 2 Satz 2 SVG in der ursprünglichen Fassung [AS 1959 S. 684]; aArt. 20 Abs. 1 Satz 2 BSG), dem  Fall (aArt. 16 Abs. 2 Satz 1 SVG; aArt. 20 Abs. 1 Bst. a BSG) und dem schweren Fall (aArt. 16 Abs. 3 Bst. a SVG; aArt. 20 Abs. 2 Bst. a BSG; vgl. BGE 126 II 358 E. 1a, 123 II 106 E. 2a). Im Rahmen der Teilrevision des SVG vom 14. Dezember 2001, die am 1. Januar 2005 in Kraft trat, wurden die Art. 16a-16c SVG eingefügt. Diese regeln detailliert die Voraussetzungen und Folgen von leichten, mittelschweren und schweren Widerhandlungen (sog. Warnungsentzüge). Im BSG wurde die Regelung der  erst per 1. Januar 2014 (wieder) an das SVG angeglichen,  Art. 20 BSG revidiert und die Art. 20a und 20b BSG eingefügt wurden.
7.1.2 Aus der Entstehungsgeschichte der entsprechenden Normen ergibt sich, dass die Rechtslage im Strassenverkehrs- und Schifffahrtsrecht  der Abgrenzungen zwischen der leichten, mittelschweren und schweren Widerhandlung grundsätzlich kongruent ist. Es rechtfertigt sich , bei Schiffsführerausweisentzügen die strassenverkehrsrechtliche Rechtsprechung heranzuziehen. Dieser zufolge handelt es sich beim  der mittelschweren Widerhandlung um einen Auffangtatbestand, der erfüllt ist, wenn nicht alle privilegierenden Elemente einer leichten  und nicht alle qualifizierenden Elemente einer schweren  gegeben sind (BGE 136 II 447 E. 3.2 [Pra 100/2011 Nr. 34], 135 II 138 E. 2.2.2; BGer 1C_403/2016 vom 27.3.2017 E. 2.2).  setzt die Annahme einer leichten Widerhandlung kumulativ eine geringe Gefahr und ein geringes Verschulden voraus (BGE 135 II 138 E. 2.2.3). Bei einer schweren Widerhandlung muss kumulativ eine qualifizierte objektive Gefährdung und ein qualifiziertes Verschulden gegeben sein. Eine Gefahr für die Sicherheit anderer (im Sinn von Art. 16a-16c SVG) ist bei einer  oder auch bei einer erhöhten abstrakten Gefährdung zu bejahen. Eine erhöhte abstrakte Gefahr besteht, wenn die Möglichkeit einer konkreten  oder Verletzung naheliegt. Ob eine solche Gefährdung vorliegt, ist anhand der jeweiligen Verhältnisse im Einzelfall zu beurteilen (zum Ganzen BGer 1C_364/2019 vom 4.2.2020 E. 2.3, 1C_421/2019 vom 20.12.2019 E. 2.1).
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7.2 Die SID hat auf eine mittelschwere Widerhandlung geschlossen (vorne E. 4.3). Die Annahme einer schweren Widerhandlung scheidet bereits aufgrund des vor dem Verwaltungsgericht geltenden  aus (Art. 84 Abs. 2 VRPG, sog. reformatio in peius; BVR 2018 S. 139 E. 6.4, 2016 S. 261 E. 4.8). Zu prüfen ist daher einzig, ob eine leichte anstatt einer mittelschweren Widerhandlung vorliegt.
7.3 Es ist unbestritten, dass dem Beschwerdeführer keine konkrete  vorgeworfen werden kann. Die SID hat indes überzeugend , dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner übersetzten  insbesondere riskiert habe, sich im Wasser befindliche Personen zu übersehen bzw. zu gefährden (angefochtener Entscheid E. 4.2.1). Der  bringt nichts Stichhaltiges dagegen vor. Dies gilt auch für den Einwand, die (äussere) Uferzone sei im gesamten befahrenen Bereich weiträumig überblickbar gewesen, sodass eine Begegnung mit anderen Seebenutzerinnen und -benutzern habe ausgeschlossen werden können (Beschwerde S. 8). Gerade in der Uferzone müssen Bootsführerinnen und - führer jedenfalls im Sommer mit Badenden rechnen, die unter Umständen erst aus relativ kurzer Distanz erkennbar sind. Im Übrigen erscheint wenig wahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer sein Boot bei einer  von 40 km/h bei plötzlichem Auftauchen eines Hindernisses «innert weniger Meter» zum Stillstand bringen könnte (vgl. Beschwerde S. 8). Der Anhalteweg ist bei dieser Geschwindigkeit jedenfalls deutlich länger als bei 10 km/h. Nach dem Gesagten ist dem Beschwerdeführer vorzuwerfen, dass er es zur Möglichkeit einer konkreten Gefährdung hat kommen lassen. Es ist deshalb eine erhöhte abstrakte Gefährdung zu bejahen (vgl. angefochtener Entscheid E. 4.2.1). Weiter hat die SID zutreffend erwogen, dass die  in der Uferzone auch aus landschafts- und  Gründen gesetzlich auf 10 km/h limitiert wurde (vgl. angefochtener  E. 4.2.1). See- und Flussufer sind umweltrechtlich sensible Bereiche und bieten Tieren und Pflanzen – auch in der Schweiz – einen wichtigen Lebensraum (vgl. Florian Altermatt, Die ökologische Funktion der , in URP 2020 S. 51 ff., 52, 54; Jeanneret/Moor, in Praxiskommentar RPG: Nutzungsplanung, 2016, Art. 17 N. 40). Die , die auch dem Vermeiden von unnötigem Sog und Wellenschlag dient, bezweckt deshalb nicht nur den Schutz von anderen Seebenutzerinnen und
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-benutzern, sondern auch jenen der Umwelt, namentlich der Tier- und  (vgl. BGer 2P.191/2004 vom 10.8.2005, in ZBl 2006 S. 254 E. 5.3.2; OGer ZH 14.12.1994, in ZR 1995 S. 255). Gesamthaft betrachtet ist bei der Geschwindigkeitsüberschreitung des Beschwerdeführers nicht mehr von  bloss geringen Gefahr auszugehen.
7.4 Zum Verschulden ist Folgendes zu erwägen: Der Beschwerdeführer wusste unbestrittenermassen um die Geschwindigkeitsregelung in der . Er anerkennt zudem die Beobachtung der Seepolizei, wonach sich die Heckwelle seines Bootes überschlagen habe und die  deshalb offensichtlich gewesen sei (vgl. vorne E. 3.1;  S. 6). Gemäss dem festgestellten Sachverhalt fuhr er mit 40 km/h statt der erlaubten 10 km/h (vgl. vorne E. 5.7 und 6.3). Die massive  konnte ihm nicht entgangen sein. Gegenüber der Seepolizei gab er an, dass er etwas sportlich gefahren sei. Er habe sich einsichtig und reuig gezeigt (vgl. Anzeigerapport vom 27.7.2019, Akten SVSA pag. 11). Bei diesen Gegebenheiten ist auf eine vorsätzliche  zu schliessen. Den Beschwerdeführer vermag  nicht zu entlasten, dass ihm mangels Tachometer und GPS auf  Boot lediglich eine ungefähre Schätzung seiner Geschwindigkeit  gewesen sei (vgl. Beschwerde S. 9). Die SID weist zu Recht darauf hin, dass von ihm gerade unter diesen Umständen besondere Vorsicht  der Geschwindigkeit zu erwarten gewesen wäre (vgl. Vernehmlassung SID S. 3 [act. 4]). Dem Beschwerdeführer war es ohne weiteres möglich, sich rechtskonform zu verhalten. Im Strassenverkehrsrecht liegt ein leichtes  etwa vor, wenn der ein Fahrzeug führenden Person, die sich im Verkehr grundsätzlich richtig verhält, nur eine leichte Unaufmerksamkeit  werden kann oder wenn die Verkehrsregelverletzung letztlich auf das Zusammenspiel unglücklicher Umstände zurückzuführen ist (vgl. Rütsche/Weber, in Basler Kommentar, 2014, Art. 16a SVG N. 8 mit ). Eine vergleichbare Konstellation liegt hier nicht vor. Unter  der gesamten Umstände trifft den Beschwerdeführer ein  Verschulden (ebenso Vernehmlassung SID S. 3 [act. 4]). Damit kann  von der näheren Qualifikation der Gefährdung keine leichte  vorliegen (vgl. vorne E. 7.1.2; ferner BGer 1C_306/2020 vom 16.11.2020 E. 2.5).
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7.5 Im Ergebnis hat die SID zu Recht erwogen, der Beschwerdeführer habe eine mittelschwere Widerhandlung nach Art. 20a Abs. 1 Bst. a BSG begangen. Die vom Beschwerdeführer beantragte Verwarnung (vorne Bst. C) fällt damit ausser Betracht (vgl. Art. 20a Abs. 2 BSG). Der Schluss auf eine mittelschwere Widerhandlung entspricht im Übrigen der neueren, seit 1. Januar 2020 geübten (und auf diesen Zeitpunkt hin gelockerten)  des SVSA, wonach Geschwindigkeitsüberschreitungen von 26-35 km/h einen mittelschweren Fall darstellen (vgl. Vernehmlassung SID S. 2 [act. 4]; Schreiben SVSA vom 9.4.2021 S. 1 [act. 14A]).
8.
Zu überprüfen bleibt die Dauer des Schiffsführerausweisentzugs.
8.1 Das Kaskadensystem der Mindestentzugsdauern gemäss Art.  BSG ist am 1. Januar 2014 in Kraft getreten (AS 2012 S. 5640, 2013 S. 1603; BBl 2011 S. 911 ff., 946, 976). Es entspricht im Wesentlichen der Regelung im Strassenverkehrsrecht, wie sie seit dem 1. Januar 2005 gilt (vgl. Art. 16a-16c SVG). Namentlich hinsichtlich der gesetzlichen Abstufung der Mindestdauern der Ausweisentzüge wurden die Bestimmungen des SVG praktisch unverändert übernommen. Es kann deshalb auch in diesem  die strassenverkehrsrechtliche Rechtsprechung  werden.
8.2 Nach einer mittelschweren Widerhandlung wird der Ausweis für  einen Monat entzogen (Art. 20a Abs. 2 Bst. a BSG) bzw. für  vier Monate, wenn in den vorangegangenen zwei Jahren der  einmal wegen einer schweren oder mittelschweren Widerhandlung  war (Art. 20a Abs. 2 Bst. b BSG). Gemäss Art. 20c Abs. 1 BSG sind bestehende und frühere Ausweisentzüge sowie andere  nach dem SVG bestehenden und früheren Ausweisentzügen sowie anderen Administrativmassnahmen nach den Art. 20 Abs. 2 und 3, Art. 20a Abs. 2 und Art. 20b Abs. 2 dieses Gesetzes gleichgestellt. Massgebender Zeitpunkt für die Rückfallregel ist der Tag, an dem der frühere Ausweisent-
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zug ablief (vgl. zum Strassenverkehrsrecht BGE 136 II 447 E. 5.3 [Pra 100/2011 Nr. 34]; BGer 1C_306/2020 vom 16.11.2020 E. 2.2).
8.3 Der Beschwerdeführer hat vor dem hier strittigen  bereits mehrere strassenverkehrsrechtliche  erwirkt. Namentlich wurde ihm am 2. November 2016 der  für Motorfahrzeuge wegen einer schweren Widerhandlung für zwölf Monate entzogen. Dieser Ausweisentzug dauerte unbestrittenermassen bis zum 11. November 2017 (vorne E. 3.2). Damit liegen weniger als zwei Jahre zwischen dem Ende dieser Massnahme und dem hier zu beurteilenden .
8.4 Die SID hat erwogen, aufgrund des früheren Ausweisentzugs vom 2. November 2016 sei der Schiffsführerausweis des Beschwerdeführers in Anwendung von Art. 20a Abs. 2 Bst. b i.V.m. Art. 20c BSG zwingend für  vier Monate zu entziehen (angefochtener Entscheid E. 4.3). – Der Beschwerdeführer beanstandet nicht, dass die SID den Ausweisentzug vom 2. November 2016 berücksichtigt hat. Er macht jedoch sinngemäss geltend, frühere Ausweisentzüge nach dem SVG würden ungeachtet der  von Art. 20c BSG nicht zwingend zur Erhöhung der  führen. Den rechtsanwendenden Behörden komme diesbezüglich ein Ermessensspielraum zu. In seinem Fall sei nicht Art. 20a Abs. 2 Bst. b BSG anzuwenden. Sein Schiffsführerausweis sei ihm stattdessen gestützt auf Art. 20a Abs. 2 Bst. a BSG für einen Monat zu entziehen (Beschwerde S. 9 f.).
8.5 Entgegen dem Beschwerdeführer verbleibt kein Raum für die  von Art. 20a Abs. 2 Bst. a BSG, da er aufgrund des Ausweisentzugs vom 2. November 2016 den Tatbestand von Art. 20a Abs. 2 Bst. b BSG . Diese Norm ist nicht als «Kann-Bestimmung» ausgestaltet. Die darin statuierte Mindestentzugsdauer von vier Monaten darf deshalb nicht  werden. Das galt grundsätzlich bereits unter dem hier noch  Recht (vorne E. 2; vgl. heute Art. 19 Abs. 4 Satz 2 BSG [in Kraft seit 1.1.2020]). Besondere Umstände, die es im vorliegenden Fall gestützt auf die frühere Rechtsprechung im Strassenverkehrsrecht (vgl. BGE 135 II 334 E. 2.2 mit Hinweisen) allenfalls erlauben würden, die  Mindestentzugsdauer zu unterschreiten, sind weder dargetan noch er-
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sichtlich. Insbesondere liegt keine überlange Verfahrensdauer vor. Dass sich der frühere Ausweisentzug auf das SVG und nicht auf das BSG stützte,  es ebenfalls nicht, die Mindestentzugsdauer nach Art. 20a Abs. 2 Bst. b BSG zu unterschreiten bzw. stattdessen Art. 20a Abs. 2 Bst. a BSG . Art. 20c BSG räumt den rechtsanwendenden Behörden keine  Befugnis ein. Eine solche ergibt sich, anders als der Beschwerdeführer meint, auch nicht aus der Stellungnahme des Bundesrats vom 13. November 2013 zur Interpellation Nr. 13.3827 «Gleichzeitiger Entzug der  für den Schiffs- und den Strassenverkehr» von Nationalrat Jean-Pierre Grin vom 26. September 2013 (einsehbar unter <www.parlament.ch>, Rubriken «Ratsbetrieb/Curia Vista/Geschäfte»). Der Bundesrat führt darin aus: «Den Kantonen kommt bei der Anwendung [von Art. 20c BSG] ein  Ermessensspielraum zu: Im konkreten Einzelfall können sie berücksichtigen, wie stark sie allfällige Ausweisentzüge und  nach dem SVG bei der Beurteilung der Widerhandlungen  das BSG berücksichtigen.» Hinsichtlich der Mindestentzugsdauer  jedoch gerade kein Ermessensspielraum. Die von der SID angeordnete Entzugsdauer von vier Monaten ist deshalb nicht zu beanstanden.
9.
Nach dem Erwogenen hält der angefochtene Entscheid der Rechtskontrolle stand. Die Beschwerde ist abzuweisen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdeführer die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Parteikosten sind keine zu sprechen (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 VRPG).
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