Decision ID: 7d466de1-2f0e-4f9e-a3c9-ffd6a959594c
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1978
geborene
X._
,
welcher
im Kosovo die Ausbildung zum Elek
trotechniker begonnen hat
te
, diese aber nach
dreieinhalb
Jahren
aufgrund des
Kriegs
au
sbruch
s
abbrechen musste
,
reiste im Jahr 2002 in die Schweiz
ein
(
Urk. 9/52 und
Urk. 9/352 S. 51). A
b dem 1. November 2011
war er
temporär
als
Hilfsarbeiter Wandverkleidung/
Fassadenisoleur
bei der
Y._
AG angestellt
(Urk. 9/1 und Urk. 9/227 S. 2)
und dadurch bei der Suva
obligatorisch gegen die
Folgen von Unfällen versichert. Gemäss Schadenmeldung vom 20. Dezember 20
11 stürzte der Versicherte
am
21. November 2011
beim Begehen eines Metallsteges
aufgrund eines Fehltritts
ab und fiel von rund einem Meter Höhe auf den Boden, wobei er
mit dem rechten Fuss falsch auftrat,
sich
dabei
das rechte Fussgelenk verletzte
und
mit der
rechte
n
Körperhälfte
zu Boden
fiel
(Urk. 9/1
; vgl. auch Urk. 9/7
).
Der Versicherte begab sich noch gleichentags in ärztliche Behandlung, wo eine Schwellung und
Druckdolenz
am
Malleolus
des lateralen oberen Sprung
gelenkes (OSG) rechts festgestellt und die Diagnose einer OSG-Distorsion rechts gestellt wurde. Eine Fraktur
war
bei der Röntgenuntersuchung nich
t sichtbar (Arztzeugnis von Dr.
Z._
, Notfall-Praxis des Stadtspitals
A._
, vom 29. Dezember 2011 [Urk. 9/6]; vgl. auch Urk. 9/8
S. 3
)
.
Im
MRI vom 23. Februar 2012
wurde
eine
undislozierte
Fraktur d
es
Volkmann’schen
Drei
eck
s dargestellt
(Urk. 9/21).
Die Suva kam für die Heilkosten auf und erbrachte Taggeldleistungen.
Im
ärztlichen
Zwischenbericht vom 12. März 2012
hielt Dr.
B._
, Lei
tende Ärztin Handchirurgie am Stadtspital
A._
, sodann die zusätzliche Diagnose SNAC-
Wrist
Stadium III rechts (dominant) fest (Urk. 9/20).
Am 14. März 2012 führte sie eine diagnostische Handgelenksarthroskopie rechts durch und entfernte einen freien Gelenkskörper. Sie stellte sodann im
ulno-carpalen
Kompartiment eine komplexe TFCC-Läsion fest (Urk. 9/28). Am 12. April 2012 nahm
sie
eine
4-Corner-Arthrodese rechts mit Spongiosa-Entnahme vom Becken
kamm
links vor (Urk. 9/35).
Am 14. Juni 2012 wurde das Osteosynthesematerial am Carpus rechts
(2 x
Kirschnerdraht
)
entfernt (Urk. 9/43).
Ein
en Monat danach spürte der Versicherte keine Restbeschwerden mehr. Jedoch persistierten Beschwerden im Bereich des OSG (vgl. den ärztlichen Zwischenbericht des Stadtspitals
A._
vom 31. Juli 2012 [Urk. 9/48 S. 2-3]). Dr.
B._
schloss die Behandlung betreffend das Handgelenk gemäss Bericht vom 24. September 2012 ab und hielt fest, aufgrund der begrenzten Handgelenkbeweglichkeit und der limitierten Belastbarkeit sei eine behinderungsangepasste Tätigkeit zu avisieren
(Urk. 9/55)
.
Am 17. Mai 2013 wurde
n
bei persistierenden Schmerzen im OSG eine Resektion des Os
trigonum
sowie eine modifizierte
Boström
-Bandplastik
vorgenommen
(Urk. 9/96).
Am 10. Februar 2014 wurde sodann eine anteriore OSG-Arthroskopie rechts mit
Narbendébridement
und Resektion
eines
Basset-Ligaments durchge
führt (Urk. 9/122).
Es persistierten weiterhin Beschwerden.
Am 22. Januar 2015 wurde
eine
Re-Arthroskopie am Handgelenk (Anfrischen der Gelenkfläche zwischen
Capitatum
und
Hamatum
sowie
Hamatum
und
Triquetrum
und Eingeben von Spongiosa vom Beckenkamm links) durchgeführt (Urk. 9/204 S. 2 f.).
Im Bericht der Universitätsklinik
C._
vom 3. Juli 2015 wurden eine
beginnende OSG-Arthrose rechts sowie ein chronisches
lumbovertebrales
Schmerz
syndrom diagnostiziert (Urk. 9/237).
Es erfolgte eine orthopädische Schuhver
sorgung, welche zunächst zu einer Verminderung der Beschwerden führte
(Urk. 9/279). An der dorsalen Radiuskante der rechten Hand wurden am 17. Dezem
ber 2015
sodann
Apophyten
abgetragen (Urk. 9/284).
Am 15. Februar 2016 erfolgte eine kreisärztliche Untersuchung des Versicherten (
vgl. den gleichentags erstellten Bericht [
Urk. 9/291
]
). Daraufhin stellte die Suva ihre
bisherigen
Versicherungsleistungen
(Taggeld und Heilkosten)
mit Schreiben vom 17. Februar 2016 per 31. Mai 2016 ein und
kündigte an, per 1. Juni 2016 zu prüfen, ob ein Anspruch auf langfristige Versicherungsleistungen bestehe (Urk. 9/293). Mit Verfügung vom 31. März 2016 sprach die Suva dem Versi
cher
ten eine Integritätsentschädigung von Fr. 12'600.-
- bei einer Integritätseinbusse von 10 % zu
. Ein
en
Rentenanspruch
verneinte sie
bei einem Invaliditätsgrad von gerundet 8 % (Urk. 9/304; vgl. auch Urk. 9/302 f.). Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 15. April 2016 (Urk. 9/311 S. 1) beziehungsweise vom 19. April 2016 (Urk. 9/313) Einsprache und
ergänzte diese
mit Eingaben vom 17. Mai 2016 (Urk. 9/318) beziehungsweise vom 16. Juni 2016 (Urk. 9/322).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach dem Versi
cherten nach einer polydisziplinären
Begutachtung
(
Gutachten
der
D._
vom 11. November 2016 [
Urk. 9/
352
]
) eine befristete ganze
Invalidenr
ente der In
va
lidenversicherung
für die Zeit vom 1. November 2012 bis Ende Februar 2016
zu (
Mitteilung vom 5. Januar 2017 [
Urk. 9/330
S. 2 ff.
]
).
Diese Verfügung erwuchs
unangefochten in Rechtskraft.
Mit Schadenmeldung vom 27. Januar 2017 (Urk. 10/1) teilte die Arbeitslosen
kasse Kanton Zürich mit,
am 19. Januar 2017 sei es zu einer Kontusion des
rechten Handgelenkes gekommen
(
vgl. dazu d
ie separat geführten Akten der Suva mit der Schadennummer 23.43284.17.1 [Urk. 10/1-65
]; vgl. auch Urk. 9/343 und Urk. 10/47
S. 1 f.
).
Die Suva übernahm die Versicherungsleistungen
(Urk. 10/3) und stellte diese mit Verfügung vom 20. Juli 2017 per 31. Juli 2017 wieder ein (Urk. 10/43
und Urk. 9/340
)
.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 28. Juli 2017 Einsprache (Urk. 10/45)
. Die Suva legte die Akten ihrem Kreisarzt zur Beurteilung vor. Dieser nahm am 15.
August 2017 Stellung (Urk. 10/49
). Der Versicherte äusserte sich
dazu
in seiner Eingabe vom
29. September
2017 (Urk. 10/54).
Am 2. Februar 2018 wurde bei Verdacht auf ein
anterolaterales
Weichteil-Impin
gement
bei beginnender OSG-Arthrose rechts eine ventrale OSG-Arthroskopie mit intraartikulärem
Débridement
und
Arthrolyse
rechts durchgeführt (Urk. 9/364 S. 3 f., Urk. 9/366 S. 2-5).
Aufgrund dessen meldete die Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich m
it Schadenmeldung vom 12. März 2018
einen Rückfall vom
2. Februar 2018
(Urk. 9/371).
Für diesen Rückfall übernahm die Suva die Versi
che
rungsleistungen (Urk. 9/376).
Mit Entscheid vom 15. März 2018 wies die Suva die Einsprachen des Versicherten
vom 15. April
2016 und vom 28. Juli
2017 ab (Urk. 2 [= Urk. 9/373
und Urk. 10
/63
]).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 26. April 2018 Beschwerde und beantragte,
der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es sei ihm eine ange
messene Invalidenrente der Unfallversicherung – eventuell gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 30 % – zuzusprechen. Sodann sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihm eine Integritätsentschädigung für die OSG-Arthrose rechts gestützt auf einen Integritätsschaden von 15 % und für die Funktionseinbusse am rechten Handgelenk ebenfalls gestützt auf einen Integritätsschaden von 15 % zuzusprechen
(Urk. 1)
.
Mit Beschwerdeantwort vom 5. Juni 2018 schloss die Be
schwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 8), was dem Beschwer
deführer mit Verfügung vom 13. Juni 2018 angezeigt wurde (Urk. 11).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgeset
zes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversi
cherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen)
.
Der erste hier zu beurteilende Unfall hat sich am 21. November 2011 ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen
auf den ent
spre
chenden Sachverhalt
An
wendung finden und in dieser Fassung zitiert werden
(vgl. E. 1.6 zum zweiten Unfall vom 19.
Januar 2017
)
.
1.2
Nach Art. 10 Abs.
1
UVG
hat die versicherte Person Anspruch auf die z
weckmäs
sige Behandlung ihrer Un
fallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsun
fähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs.
1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie
infolge des Unfalles zu mindestens 10 % (Art. 8 des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [ATSG]) invalid, so h
at sie An
spruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs.
1 UVG). Der Rentenanspru
ch ent
steht, wenn von der Fort
setzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte
Bes
serung des Gesund
heitszustandes erwartet werden kann und allfällige Eingliede
rungsmass
nahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Ren
tenbeginn fallen die Heilbehandlung und di
e Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs.
1 UVG).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität,
Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des na
tür
lichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Mög
lichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
an
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
1.4.1
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ange
messene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erheb
liche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erlei
det. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresver
dienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritäts
scha
dens abge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschä
digung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens minde
stens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhanges
3.
Fallen mehrere körperliche oder geistige Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung fest
gesetzt (Abs. 3).
1.4.2
Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der Integritätsschäden aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht ab
schliessenden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) wichtige und typische Schäden prozentual gewichtet (RKUV 2004 Nr. U 514 S. 416). Für die darin genannten Integritätsschäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (
Ziff.
1
Abs.
1). Die Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (
Ziff.
1
Abs.
2). Inte
gritätsschäden, die gemäss der Skala 5 % nicht erreichen, geben keinen Anspruch auf Entschädigung (
Ziff.
1
Abs.
3). Die völlige Gebrauchsunfähigkeit eines Organs
wird dem Verlust gleichgestellt; bei teilweisem Verlust und teilweiser Gebrauchs
unfähigkeit wird der Integritätsschaden entsprechend geringer, wobei die Ent
schä
digung jedoch ganz entfällt, wenn der Integritätsschaden weniger als 5 % des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes ergäbe (
Ziff.
2).
1.4.3
Die Medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundesrät
lichen
Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Fein
raster) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für das Gericht nicht verbindlich, umso weniger als Ziff. 1 Abs. 1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, der in der Skala angegebene Prozentsatz des Integritätsschadens gelte im Regelfall, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versi
cher
ten gewährleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
1.5
1.5.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad aufgrund eines Einkom
mensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Ein
tritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegliche
ner Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art 16 ATSG). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Ein
kommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im Ein
zelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonne
nen Annäherungswerte miteinander zu vergleichen.
1.5.2
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt
des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Recht
sprechung entweder Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik per
io
disch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) oder die DAP-Zahlen herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 mit Hinweisen).
Die DAP ist eine Sammlung von Beschreibungen in der Schweiz tatsächlich existierender Arbeitsplätze. Damit unterscheidet sie sich von der tabellarischen Darstellung von Durchschnittslöhnen, die im Rahmen der Schweizerischen Lohn
strukturerhebung (LSE) vom Bundesamt für Statistik regelmässig erhoben werden. Neben allgemeinen Angaben und Verdienstmöglichkeiten werden in der DAP die physischen Anforderungen an die Stelleninhaber oder Stelleninhaberinnen fest
gehalten. Der Raster der körperlichen Anforderungskriterien basiert auf dem inter
nationalen medizinischen Standard EFL nach Isernhagen (ergonomische
Funk
tions
- und Leistungsprüfung). Die Suva entschloss sich 1995 zum Aufbau der DAP mit dem Zweck, das Invalideneinkommen entsprechend den gericht
lichen Anforderungen so konkret wie möglich ermitteln zu können (BGE 139 V 592 E. 6.1 mit Hinweisen).
Bei Heranziehen der DAP hat sich die Ermittlung des Invalideneinkommens auf mindestens fünf zumutbare Arbeitsplätze zu stützen. Zusätzlich sind Angaben zu machen über die Gesamtzahl der aufgrund der gegebenen Behinderung in Frage kommenden dokumentierten Arbeitsplätze, über den Höchst- und den
Tiefstlohn
sowie über den Durchschnittslohn der dem jeweils verwendeten Behinderungs
profil entsprechenden Gruppe. Damit soll die Überprüfung des Auswahlermessens ermöglicht werden, und zwar in dem Sinne, dass die Kenntnis der Gesamtzahl der dem verwendeten Behinderungsprofil entsprechenden Arbeitsplätze sowie des Höchst-, Tiefst- und Durchschnittslohnes im Bereich des Suchergebnisses eine zuverlässige Beurteilung der von der Suva verwendeten DAP-Löhne hinsichtlich ihrer Repräsentativität erlaubt. Das rechtliche Gehör ist dadurch zu wahren, dass die Suva die für die Invaliditätsbemessung im konkreten Fall herangezogenen DAP-Profile mit den erwähnten zusätzlichen Angaben auflegt und die versicherte Person Gelegenheit hat, sich dazu zu äussern. Allfällige Einwendungen der versicherten Person bezüglich des Auswahlermessens und der Repräsentativität der DAP-Blätter im Einzelfall sind grundsätzlich im
Einspracheverfahren
zu erhe
ben, damit sich die Suva im
Einspracheentscheid
damit auseinandersetzen kann. Ist die Suva nicht in der Lage, im Einzelfall den erwähnten Anforderungen zu genügen, kann im Bestreitungsfall nicht auf den DAP-Lohnvergleich abgestellt werden; die Suva hat
diesfalls
im
Einspracheentscheid
die Invalidität aufgrund der LSE-Löhne zu ermitteln. Im Beschwerdeverfahren ist es Sache des angeru
fe
nen Gerichts, die
Rechtskonformität der DAP-Invaliditätsbemessung zu prüfen, gegebenenfalls die Sache an den Versicherer zurückzuweisen oder an Stelle des DAP-Lohnvergleichs einen Tabellenlohnvergleich gestützt auf die LSE vorzu
neh
men (BGE 139 V 592 E. 6.3, 129 V 472 E. 4.7.2).
Rechtsprechungsgemäss sind im Rahmen des DAP-Systems, bei dem aufgrund der ärztlichen Zumutbarkeitsbeurteilung anhand von Arbeitsplatzbeschreibungen konkrete Verweisungstätigkeiten ermittelt werden, Abzüge grundsätzlich nicht sachgerecht. Abzüge sind nur vorzunehmen, wenn zeitliche oder leistungs
mässige Reduktionen medizinisch begründet sind. Im Übrigen wird spezifischen Beeinträchtigungen in der Leistungsfähigkeit bei der Auswahl der zumutbaren DAP-Profile Rechnung getragen. Bezüglich der weiteren persönlichen und beruf
lichen Merkmale (Teilzeitarbeit, Alter, Anzahl Dienstjahre, Aufenthaltsstatus), die bei der Anwendung der LSE zu einem Abzug führen können, ist darauf hinzu
weisen, dass auf den DAP-Blättern in der Regel nicht nur ein Durchschnittslohn, sondern ein Minimum und ein Maximum angegeben sind, innerhalb deren Spann
breite auf die konkreten Umstände Rücksicht genommen werden kann (BGE 139 V 592 E. 7.3, 129 V 472 E. 4.2.3).
1.6
Der zweite hier zu beurteilende Unfall hat sich am 19. Januar 2017
ereignet.
Zu klären ist, ob der unfallbedingte Vorzustand (also der Zustand, welcher nach dem Unfall vom 21. November 2011 eingetreten war) wieder erreicht wurde oder ob es zu einer richtunggebenden Verschlimmerung gekommen ist. Analog anzuwen
den ist dabei die Rechtsprechung zum krankhaften Vorzustand:
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publi
ziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheits
scha
dens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursäch
licher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast –
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzu
sammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfall
versicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundes
gerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.7
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungs
träger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versiche
rungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen Entscheid
im Wesentlichen
,
aufgrund des Unfalles vom 21. November 2011 bestünden beim Beschwerde
führer organisch-
strukturelle Restfolgen, konkret
eine – im Vergleich zur linken Seite – kaum eingeschränkte Sprunggelenksbeweglichkeit rechts und eine – im Ver
gleich zur linken Seite – um circa die Hälfte eingeschränkte Beweglichkeit des rechten Handgelenkes. Unter Beachtung der körperlichen Einschränkungen sei
eine 100%ige Arbeitstätigkeit zumutbar. Das
Valideneinkommen
betrage Fr. 76'882
.-
, und d
as Invalideneinkommen
sei anhand der Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP) zu ermitteln. Es könne bei der DAP-Rubrik «Ausbildungs
anforderung» auf Tätigkeiten
abgestellt werden, bei denen ein Grundschulab
schluss oder eine Anlehre erforderlich seien. Es ergebe sich ein Invaliden
ein
kommen von Fr. 71'610.20, was zu einem Invaliditätsgrad von 6.86 % führe.
Es bestehe demnach kein Anspruch auf eine Invalidenrente der Unfallversicherung.
Der Integritätsschaden betrage gemäss der Beurteilung des Kreisarztes 10 %. Der Unfall vom 19. Januar 2017
habe
sodann
nicht zu einer richtunggebenden Ver
schlimmerung geführt und der
status
quo sine sei am 3. März 2017 wieder er
reicht gewesen. Damit sei der Fallabschluss per 31. Juli 2017 nicht zu bean
standen
. Ein Anspruch auf eine Invalidenrente der Unfallversicherung sei auch zu diesem Zeitpunkt nicht entstanden. Darüber hinaus habe sich auch an der Beurteilung des Kreisarztes zur Höhe des Integritätsschadens nichts geändert
(Urk. 2).
2.2
Demgegenüb
er machte der Beschwerdeführer
geltend, er sei zwar mit der Beur
teilung, wonach die psychischen Beschwerden nicht in einem adäquat-kausalen Zusammenhang zum Unfallereignis stünden, einverstanden. Nicht einverstanden sei er hingegen mit der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in Bezug auf die unfall
bedingte Handgelenks- und OSG-Problematik, der Höhe des Integritätsschadens und der Berechnung des Invalideneinkommens.
Insbesond
ere leide er
auch unter Rückenbeschwerden, welche als indirekte Folge des Unfalls ausgewiesen seien.
Er
leide unter chronischen Schmerzen an der rechten Hand. Die Bewegungs
ein
schränkungen mit unfallbedingter Beschwerdesymptomatik führten zu einer massi
ven Einschränkung des Einsatzes der dominanten rechten Hand. Die Hand
kontusion vom 19. Januar 2017 habe zudem zu einer Kompression des
Nervus
ulnaris
rechts sowie zu einer Verschlimmerung der unfallbedingten Beschwerden geführt. Eine weitere Operation werde diskutiert; hierzu werde ein medizinischer Bericht nachgereicht.
Hinzu komme die Einschränkung der Funktions- und Leis
tungsfähigkeit aufgrund der Beschwerden am rechten Fuss (OSG) und der unfall
bedingten Rückenproblematik. Der Kreisarzt habe bei seiner Beurteilung der Leis
tungsfähigkeit weder die gravierende Arthrose im OSG des rechten Fusses noch die unfallbedingte Lumbalgie noch die
funktionelle
Einhändigkeit
mit
einbezogen.
Auch Dr. med.
E._
, orthopädischer Gutachter der
D._
, sei von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen.
D
ie besagten
Einschätzungen seien in Frage zu stellen, was
die im Februar 2018 notwendig gewordene Operation mit einhergehender 100%iger Arbeitsunfähigkeit
zeige
. Es sei ein leidensbedingter Abzug vorzunehmen oder eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit einzu
räu
men, könne der Beschwerdeführer doch nur manuelle Hilfstätigkeiten ausführen
(Urk. 1 S. 1-8
)
.
Der Beschwerdeführer brachte sodann vor, die Beschwerdegegnerin habe das Verfahren zur Auswahl der DAP nicht exakt eingehalten.
Vor Erlass der Ver
fügung vom 31. März 2016 seien dem Beschwerdeführer die verwendeten DAP-Löhne nicht zur Kenntnis gebracht worden. Die DAP-Profile entsprächen nicht dem Niveau von Hilfstätigkeiten des Anforderungsniveaus 4 und würden die krank
heitsbedingten Einschränkungen auch nicht berücksichtigen. Bei einer korrek
ten Auswahl der DAP-Profile würde der Durchschnittslohn bei circa Fr. 59'000.-- liegen (Urk. 1 S. 9-
15
).
Es seien die Statistiklöhne heranzuziehen, womit das Jahreseinkommen im Jahr 2016 Fr. 67'185.85 betrüge. Unter Berück
sichtigung eines behinderungsbedingten Abzuges von 20 % ergebe sich ein Inva
lideneinkommen von Fr. 53'748.5
5.
Damit betrage der Invaliditätsgrad, ausgehend
von einem
Valideneinkommen
von Fr. 76'882.--, 30 % (Urk. 1 S. 15 f.).
3.
3.1
Im Bericht vom 15. Februar 2016
(Urk. 9/291)
über die gleichentags
durch
ge
führte
kreisärztliche Untersuchung
hielt Dr. med.
F._
, Facharzt für Chirurgie, fest, am 21. November
2011
sei es zu einem Sturz
mit
undislozierter
Fraktur des
Volkmann'schen
Dreiecks und Ruptur des Lig
amentum
tibiofibulare
anterius
gekommen. S
ekundär
sei eine
SNAC-
Wrist
Stadium II-III
festgestellt worden. Dr.
F._
führte aus, der Beschwerdeführer
klage
über
Schmerzen im Rücken, an der rechten Hüfte, am rechten Knie, am rechten Sprunggelenk, im Handgelenk rechts und im Ellbogen rechts. Hüftbeschwerden
habe er
auch in Ruhe, Beschwerden im Bereich der anderen Regionen nur bei Belastung.
Objektiv finde
sich eine kaum eingeschränkte Sprunggelenksbeweglichkeit rechts
im Vergleich zu links und eine um circa
die Hälfte eingeschränkte Beweglichkeit des rechten Handgelenkes
im Vergleich zum linken.
Für sämtliche anderen, vom
Patienten geklagten Beschwerden k
önne
kein klinisches Korrelat gefunden w
erden
, eine Unfallkausalität sei
diesbezüglich auch nicht überwiegend wahrscheinlich.
Von weite
ren medizinischen Massnahmen sei
nicht zu erwarten, d
ass noch eine wesentliche Besse
rung auf
somatischer Ebene eintreten werde.
Die bisherige körperlich
schwere Tätigkeit als Gipser sei
nicht mehr möglich. Aus
medizinischer Sicht möglich sei
eine körperlich leichte Tätigkeit ohne repetitive Belastung des rechten Handgelenkes, ohne axiale Zug- und Stossbelastungen, ohne Tätigkeiten, bei denen die rechte obere Extremität Schlägen und Vib
rationen ausgesetzt sei
. Vermieden werden sollten auch eine rein gehende, stehende Tätigkeit, dauerndes Gehen auf
unebenem Gelände, häufiges Trep
pengehen oder auch Begehen von Leitern und Gerüsten, Tätigkeiten im Knien oder im
Hocksitz
. Unter Beachtung ge
nannter Einschränkungen sei
jedoch eine
100%ige Arbeitstätigkeit möglich.
Die durch den Unfall vom 21. November 2011 erlittene Schädigung sei
dau
erhaft und erheblich und bedinge
eine Integritätsentschädigung.
3.2
In der Beurteilung des Integritätsschadens vom 15. Februar 2016 führte Dr.
F._
aus, gemäss Feinrastertabelle 1.2 ergebe eine
Handwurzelarthrodese
eine Integri
täts
einbusse von 10 %. Beim Sprunggelenk fänden sich eine gute Beweglichkeit, keine Instabilität und nur leichte arthrotische Veränderungen, sodass die
Erheb
lichkeitsgrenze
noch nicht erreicht sei. Bei Zunahme von arthrotischen Verän
derungen müsse hier gegebenenfalls eine Neuevaluation erfolgen (Urk. 9/292).
3.3
Im polydisziplinären Gutachten der
D._
vom 11. November 2016, welches im Auftrag der IV-Stelle Zürich erstellt wurde, wurden die folgenden Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt (Urk. 9/352 S. 22)
:
-
Belastungsminderung rechtes Handgelenk nach zweimaliger Arthrodese der Handwurzel und mittelgradiger Funktionseinschränkung des rechten Handgelenks
-
Beginnende Arthrose rechtes oberes Sprunggelenk nach offener Band
plastik vom 17.05.2013 ohne eingeschränkte Funktion
-
Epilepsie
-
Trochlearisparese
links
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden folgende festge
halten (Urk. 9/352 S. 22):
-
Akzentuierung der Persönlichkeit mit emotional instabilen, sowohl selbst
schädigenden
als
auch fremdag
gressiv impulsiven Anteilen ICD-10: Z
86.5
-
R
ezidivierende depressi
ve Störung, am ehesten reaktiv (Anpassungs
stö
rungen), gegenwärtig unter leichter antidepressiv
er Medikation, leicht
gradig ICD-
10: F33.0, D
ifferentialdiagnose F
43.2
-
Knick-Senk-Spreizfuss-Deformität rechts mit Einlage und orthopädi
sc
hem Schuh
,
gut kom
pensiert
-
Peritrocha
nteres
Schmerzsyndrom rechts
-
Rezidivierende Lumbalgien
ohne Funktionseinschränkung
-
Unklare Magenbeschwer
den, Verdacht auf Gastritis
-
Nikotinabusus
In der versicherungsmedizinischen Beurteilung wurde aus orthopädisch-trau
matologischer Sicht festgehalten,
eine Belastungsminderung
des rechten
Handge
lenk
s
nach zweimaliger Arthrodese der Han
dwurzel und eine mittelgradige Funk
t
ionseinschränkung des rechten Handgelenks
schränkten die
Arbeitsfähigkeit in
der
zuletzt aus
geübten
Tätigkeit als
Fassadenisoleur
/Gipser
ein. Der Beschwer
deführer habe sich
insgesamt fünf Operationen
unterzogen
. In der klinischen
Untersuchung stelle
sich ein
e mittelgradige Funktionseinschr
änkung des Hand
gelenks dar,
die Beweglichkeit sei
gegenüber der kontralateralen Seite um 50
% eingeschränkt. Die Narbe über dem
Carpus sei
trocken und reizlos, es l
iess
e
n sich dort diffuse Druckschmerzen provozieren. Zeichen einer Schwellung, Rötung oder Aktivierung zeig
t
en sich nicht.
Die Messung der Armumfänge könne
eine seiten
differente rechtsseitige Schonung durch eine Muskelwandverminderung nicht objektivieren. Die Funktionen der Finger-, Elle
nbogen- und Schultergelenke seien
nicht eingeschränkt.
Die beginnende Arthrose des
rechten OSG nach Bandplastik sei
für die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit ebenfalls relevant. Bei
der heutigen Untersuchung stelle sich das Sprunggelenk
reizlos dar, die Funktionen seien nicht eingeschränkt. Es stelle
sich ein deutlicher Knick-/Senk-/Spreizfuss rechts mehr als links dar. Die Fus
sdeformierung sei
mit einer orthopädischen Einlage und einem konfektionierten orthopädischen Schuh gut kompensiert. Die Prüfung der unteren
Extremitätengelenke
zeig
e
keine Funktionseinschränkung. Über dem Trochanter
major
der rechten
Seite lasse
sich eine deutliche
D
ruck
dolenz
feststellen. Dies sei
klinisch als
peritrochantäres
Schmerzsyn
drom zu inter
pretieren und lasse
sich in der Regel durch physiotherapeutische und phy
si
kalische Massnahmen gut therapieren. Im Hinbli
ck auf die Arbeitsfähigkeit werde
orthopädisch-traumatologisch eingeschätzt, dass die handwerkliche Tätigkeit des
Fassadenisoleurs
und Gipsers bei eingeschränktem Belastungsprofil des rechten Ha
ndgelenks nicht mehr möglich sei. Dagegen erscheine
die Arbeitsfähigkeit für leidensadaptierte Tätigkeiten nicht eingeschränkt
(Urk. 9/352 S. 22 f.)
.
Der
Be
schwerdeführer
sei
in der Lage, körperlich leichte Tätigkeiten mit dem Heben
und Tragen von Lasten bis zu 10
kg durchzuführen.
Tätigkeiten, die einen Kraftschl
uss der Hand erforder
te
n, Tätigkeiten mit
diadochokinetischen
Bewegungsmustern (Schraubendreher), Tätigkeiten mit Rüc
kstoss (Bohrer, Bohrhämmer) seien
nicht möglich. Darüber hinaus müss
t
en Tätigkeiten auf unebenem Gelände sowie Tätig
keiten, die ein erhöhtes Mass an Standsicherheit erforder
te
n, vermieden werden
(Urk. 9/352 S. 24)
.
Die Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit sei aktuell nicht eingeschränkt und betrage 100 % (Urk. 9/352 S. 25). Dies gelte in Übereinstimmung mit Dr.
F._
seit der letzten Handgelenks-Operation vom 17. Dezember 2015 (Urk. 9/352 S. 25 f.).
3.4
In der kreisärztlichen Beurteilung vom 15. August 2017 nahm Dr.
F._
zum Unfall vom 19. Januar 2017 Stellung
:
W
ie die konventionelle Bildgebung vom 19. Januar 2017 und das CT des rechten Handgelenkes vom 8. Februar 2017 zeigten, finde sich
kein Anhalt für eine frische unfallbedingte strukturelle Läsion
. Auch im Bereich der 4-Corner-Arthrodese finde sich kein Anhalt für eine frische Fraktur. Der Vergleich der CT-Aufnahmen des rechten Handgelenkes vom 6. Oktober 2015 und 8. Februar 2017 zeige keine wesentlichen Unterschiede, so
dass eine richtunggebende Verschlimmerung durch den Sturz vom 19. Januar 2017 nicht überwiegend wahrscheinlich sei. Im Übrigen sei auch im
Spital G._
immer nur eine Handgelenkskontusion diagnostiziert worden. Kontusionen heil
ten nach allgemeiner Erfahrung innerhalb von Wochen bis wenigen Monaten aus, sodass von einem Status quo sine spätestens anlässlich der Untersuchung vom 3. März 2017 auszugehen sei. Das Zumutbarkeitsprofil habe noch immer Gültig
keit. Die anlässlich der Untersuchung im
G._
festgestellten Sensibilitäts
stö
rungen, vor allem am 4. und 5. Finger seien vorbestehend und nicht erst durch den Sturz vom 19. Januar 2017 aufgetreten. Es ergebe sich dadurch keine Ände
rung (Urk. 10/49).
3.5
3.5.1
Im Sprechstundenbericht der Universitätsklinik
C._
vom 21. November 2017 wurde die Diagnose
«
Verdacht auf ein
anterolaterales
Weichteilimpingement
bei beginnender OSG-Arthrose rechts
»
gestellt. Es wurde festgehalten, der Beschwer
deführer habe auf die durchgeführte OSG-Infiltration mit einer deutlichen Be
schwer
deverbesserung der
ventrolateralen
OSG-Schmerzen reagiert. Zwischen
zeit
lich seien die Schmerzen aber wieder zurückgekehrt. Es bestehe die Mög
lichkeit, eine erneute ventrale OSG-Arthroskopie mit
Narbendébridement
durch
zuführen. Die Erfolgsaussichten dieser Therapie seien aber höchstens so hoch wie die Wirkung der OSG-Infiltration. Der Beschwerdeführer sehe einen deutlichen Gewinn für sich, weshalb er sich für die Operation entschieden habe (Urk. 9/364 S. 9 f.).
3.5.2
Am 2. Februar 2018 wurde die ventrale OSG-Arthroskopie mit intraartikulärem
Débridement
und
Arthrolyse
rechts durchgeführt (Operationsbericht der Universi
tätsklinik
C._
vom 2. Februar 2018 [Urk. 9/366 S. 4 f.]). Im Austrittsbericht wurde von einem komplikationslosen postoperativen Verlauf mit stets schmerz
kompensiertem Patienten berichtet. Es sei eine problemlose Mobilisation im
Vacoped
möglich gewesen. Der Beschwerdeführer werde in subjektivem Wohl
befinden mit intakter Sensomotorik im Operationsgebiet und trockenen, reizlosen Wundverhältnissen in die häusliche Umgebung entlassen (Urk. 9/366 S. 2 f.).
3.5.3
Dr.
F._
hielt in seiner Stellungnahme vom 14. März 2018 fest, die Operation vom 2. Februar 2018 sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 21. November 2011 zurückzuführen. Es sei von einer Arbeitsunfähigkeit von circa 2-3 Monaten auszugehen (Urk. 9/367).
4.
4.1
Ausgewiesen und unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer die bisherige Tätigkeit als
Hilfsarbeiter Wandverkleidung/
Fassadenisoleur
oder
auch als
Gipser aufgrund des am 21. November 2011 erlittenen Unfalls nicht mehr ausüben kann. Betreffend die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
ist
zunächst
auf die
schlüssige
Beurteilung
von Dr.
F._
vom 15. Februar 2016 (E. 3.1)
abzustellen.
Diese
Einschätzung wurde explizit von Dr.
E._
, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates, im Gutachten der
D._
vom 11. November 2016 geteilt («Ebenso kann der Einschätzung des SUVA-Kreisarztes Dr.
F._
in seinen Bewertungen in Hinblick auf die somatische Einschränkung in vollem Umfang zugestimmt werden. [...] Aus orthopädischer Sicht wurde die leidensangepasste Tätigkeit durch immer wiederkehrende Operationen im Bereich des Handgelenks für mehrere Monate unterbrochen. Nac
h letzter Handge
lenksoperation [17.12.2015]
ist mit der Einschätzung des SUVA-Arztes Dr.
F._
vom 15.02.2016 die Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierter Tätigkeit vollständig wiederhergestellt»
[Urk. 9/352 S. 43]).
Sodann
ist festzuhalten, dass s
ich
auch
die Einschätzung von Dr.
F._
vom 15. August 2017
(E. 3.4)
als überzeugend
erweist
. Nachdem anlässlich der Hand
ge
lenkskontusion vom
19. Januar 2017 kein Anhalt für eine frische unfallbe
dingte strukturelle Läsion
gefunden werden konnte und die CT-Aufnahmen
des rechten Handgelenkes vom 6. Oktober 2015 und
vom
8. Februar 2017 keine wes
entlichen Unterschiede
zeigten
,
ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass es durch den Sturz vom 19. Januar 2017 nicht zu einer
richtunggebende
n
Verschlimmerung
gekommen ist.
Damit kann weiterhin auf die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch Dr.
F._
vom 15. Februar 2016 abgestellt werden.
Anzu
merken bleibt, dass eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit nicht zwingend
auch
mit einer Schmerzfreiheit einhergehen muss.
4.2
Inwiefern die
im Februar 2018 notwendig gewordene Operation
zeigen soll
, dass es sich bei der Beurteilung von Dr.
F._
u
m eine Fehleinschä
tzung handelt
beziehungsweise dass die Beurteilung von Dr.
E._
in Frage zu stellen
ist
(Urk. 1 S. 7 f.)
, lässt sich nicht nachvollziehen.
Dr.
F._
konnte
bei seiner Untersuchung
(
noch
)
keine
Impingementzeichen
feststellen (Urk. 9/291 S. 8
; vgl. auch Urk. 9/279 S. 2)
. Ebenso finden sich auch im Gutachten der
D._
keine Hinweise auf
Impingementzeichen
(Urk. 9/352 S. 40-42). Die Beurteilung des aufgrund der Operation vom 2. Februar 2018 gemeldeten Rückfalls bildet sodann nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens.
Die Beschwerdegegnerin über
nahm
die rückfallbedingten Versicherungsleistungen (Urk. 9/376); ein Fallab
schlus
s in dieser
Sache erfolgte
nicht
vor Erlass des hier angefochtenen
Ein
spracheentscheids
vom 15. März 201
8.
Daher
ist
auch
nicht zu klären, ob und inwiefern
der Rückfall zu einer
Veränderung der Arbeitsfähigkeit
oder zu einem weiteren Anspruch auf eine Integritätsentschädigung
geführt hat
.
Darauf
wies die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort vom 5. Juni 2018
hin
(Urk. 8 S. 8).
4.3
Die vom Beschwerdeführer geklagten Rückenbeschwerden
fanden
gemäss Dr.
F._
kein somatisches Korrelat
(Urk. 9/291 S. 8)
, was sich
auch
aus dem Gutachten der
D._
ergibt (Urk. 9/352 S. 4
1).
Ein Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall sowie den geklagten Rückenbeschwerden lässt sich anhand der sich in den Akten befindlichen Arztberichte sodann nicht herstellen.
Mit dem Einwand
, die als indirekte Folge ausgewiesenen Rückenbeschwerden seien bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit/Leistungsfähigkeit nicht berücksichtigt worden (Urk. 1 S. 5), vermag der Beschwerdeführer somit nicht durchzudringen.
4.4
Eine funk
tionelle
Einhändigkeit
, wie dies der Beschwerdeführer geltend macht (Urk.
1 S. 6), liegt
nicht vor.
Spitzgriff, Schlüsselgriff und Fingerspreizen sind je
weils gegen Widerstand problemlos möglich. Der Faustschluss ist beidseits kräftig und vollständig. Die Daumenopposition ist sodann seitengleich unauf
fällig, und sämtliche Langfingerkuppen können mit der jeweiligen Daumenkuppe problemlos erreicht werden. Griffe von 4.5 cm Durchmesser bis zu Bleistiftdicke können jeweils fest und sicher gehalten werden. Feinmotorische Tätigkeiten können ebenfalls problemlos durchgeführt werden (Urk.
9/291 S. 7).
Festgestellt
werden konnte eine mittelgradige Funktionseinschränkung des Handgelenks rec
hts (dominante Seite)
, die Beweglichkeit
ist
gegenüber
der kontralateralen Seite um 50
% eingeschränkt.
Die Messung der Armumfänge konnte
eine seitendifferente rechtsseitige Schonung durch eine Muskelwandverminderung
schliesslich
nicht objektivieren
(E. 3.3
; vgl. auch Urk. 9/291 S. 6
)
.
4.5
Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid
für den Zeitpunkt des Fallabschlusses im Jahr 2017
von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer angepassten Tätigkeit ausging.
5.
5.1
5.1.1
Zur Bemessung des
Invaliditätsgrades wurde ein Einkommensvergleich
durch
geführt
.
Kann - wie hier - für die Bestimmung des Invalideneinkommens nicht auf
die konkrete beruflich-erwerbliche Situation abgestellt werden, können nach der Rechtsprechung entweder Tabellenlöhne gemäs
s der Schweizerischen Lohn
struk
turerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik oder die Suva-Dokumen
ta
tionen von Arbeitsplätzen (DAP) herangezogen werden (
E. 1.5.2
).
Der Beschwer
de
führer
machte indes
geltend, die Beschwerdegegnerin habe das Verfahren zur Auswahl der DAP nicht
gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung einge
halten, weshalb die LSE zur Ermittlung des Invalideneinkommens heranzuziehen seien (Urk. 1 S. 9 ff.).
5.1.2
Der Beschwerdeführer
brachte insbesondere vor
, die Beschwerdegegnerin habe ihm die verwendeten DAP-Löhne vor Erlass der Verfügung vom 31. März 2016 nicht zur Kenntnis gebracht (Urk. 1 S. 10).
Damit vermag der Beschwerdeführer
allerdings nicht durchzudringen, sind
allfällige Einwendungen bezüglich des Aus
wahlermessens und der Repräsentativität der DAP-Blätter im Einzelfall grund
sätzlich im
Einspracheverfahren
zu erheben
(E. 1.5.2), wovon der Beschwerde
führer Gebrauch
gemacht hat
(vgl. seine Eingabe vom 16. Juni 2016
[Urk. 9/322]
mit einer ausführlichen Stellungnahme zu den DAP-Blättern
vom 24. März 2016 [Urk. 9/301], welche schliesslich durch die DAP-Blätter vom 8. März 2018 (Urk. 9/368) ersetzt wurden
).
5.1.3
Der Beschwerdeführer
hielt sodann
dafür,
das Anforderungsni
veau/Kompe
tenz
niveau der ausgewählten DAP-Profile entspreche nicht seinem Ausbildungsstand. Er sei lediglich als Hilfsarbeiter auf dem Bau tätig gewesen und habe keine Anlehre und keine Fortbildungen gemacht. Die Kenntnisse in der bisherigen Tätigkeit habe er «on
the
job
» erlernt. Er verfüge sodann über mangelhafte Kennt
nisse der deutschen Sprache (Urk. 1 S. 10). E
s sei das Invalideneinkommen an
hand der LSE festzusetzen und ihm ein
behinderungsbedingter
Abzug von 20
% zu
gewähren (Urk.
1 S.
15
).
Das Bundesgericht hat seine Praxis zur DAP-Methode, welche zum Ziel hat, die Vergleichseinkommen so konkret wie möglich zu e
rmitteln (vgl. BGE 139 V 592 E.
7.1), mehrfach bestätigt (vgl. BGE 13
9 V 592 E. 7.1; SVR 2016 UV Nr. 14 S.
43, 8C_430/2014; Urteil des Bun
desgerichts 8C_182/2017 vom 10. April 2017 E.
4.2).
Die Bestimmung des Invalidenlohnes auf der Grundlage von tabellarischen Durch
schnittslöhnen
nach der LSE ist der DAP-Methode denn auch nicht prinzipiell vorzuziehen (BGE 139 V 592 E. 6.2, Urteil des Bundesgerichts vom 1
0.
April 2017 E. 3.3).
Bei der DAP-Methode kann den gesundheitlichen Einschränkungen aber insoweit besser Rechnung getragen werden, als dass nur Stellen ausgewählt werden, welche dem verbleibenden Leistungsprofil entsprechen. Mithin werden die spezifischen Beeinträchtigungen in der Leistungsfähigkeit bei der Auswahl der zumutbaren DAP-Profile ganz konkret berücksichtigt. Dadurch wird auch die
Lohnhöhe beeinflusst. Mit anderen Worten erscheinen nur Löhne, welche trotz der Einschränkungen erzielbar sind (vgl. BGE 139 V 592).
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers trug die Beschwerdegegnerin
bei der Auswahl der DAP-Blätter dem körperlichen Anforderungsprofil des Kreis
arzt
e
s vom
15.
Februar 2016
(E. 3.1) beziehungsweise vom 15.
August 2017
(E. 3.4)
Rechnung
und berücksichtig
t
e bei der Auswahl der fünf den gesundheit
lichen Beeinträchtigungen angepassten Arbeitsstellen – in der von ihr erstellten
Dokumentation von insgesamt 46 Arbeitsplätzen (Urk. 9/368
) –
auch die vom Beschwerdeführer vorgetragenen persönlichen U
mstände (fehlende Berufsbildung
und mangelhafte D
eutschkenntnisse)
.
Dem Argument
des Beschwerdeführers
, die
berücksichtigten Stellenprofile
würden
eine Anlehre voraussetz
en, die er nicht vorweisen könne
(Urk. 1 S. 10)
, ist entgegenzuhalten, dass es sich
jeweils um eine betriebsinterne Einarbeitung in den neuen Arbeitsbereich von wenig
en Wochen oder Monaten handelt
,
was sich auch aus den ausgewählten DAP-Blättern ergibt
(vgl.
das Urteil des Bundesgerichts 8C_803/2017 vom 14. Juni 2018 E. 4 mit Hin
weisen
).
Eine solche Einarbeitung ist dem Beschwerdeführer zumutbar, erlernte er auch die
Tätigkeit als
Fassadenisoleur
«on
the
job
» (Urk. 1 S. 10) bezieh
ungs
weise durch seine Kollegen. Ausserdem absolvierte er
in seinem Heimatland
3 1⁄2 Jahre eine Ausbildung zum Elektrotechniker und konnte diese
einzig deshalb
nicht abschliessen, weil
der Krieg ausbrach (Urk. 9/52);
e
in Mangel an Fähig
kei
ten
wurde
nie
als
Grund für den Lehrabbruch
vorgetragen
.
Mangelhafte Kennt
nisse der deutschen Sprache
hindern den Beschwerdeführer ebenfalls nicht an einer Einarbeitung.
Die Deutschkenntnisse des Beschwerdeführers mögen zwar nicht
gut
sei
n, sie reichten
aber
immerhin für
die körperliche Untersuchung des begutachtenden Neurologen der
D._
aus (Urk. 9/352 S. 67).
Zudem
ver
mochte sich der Beschwerdeführer bei Telefongesprächen
mit
Angestellten
der Beschwerdegegnerin ausreichend in deutscher Sprache
zu verständigen
(vgl. z.B.
Urk. 9/7, Urk. 9/240 oder Urk. 9/28
7)
.
Mit der vorlie
genden DAP-Dokumentation
vom 8. März 2018 (Urk. 9/368, welche die DAP-Dokumentation vom 24. März 2016 [Urk. 9/301]
ersetzt)
,
hat die Be
schwerdegegnerin
den Beweis für das zumut- und erzielbare hypothetische Inva
lideneinkommen rechtsprechungskonform und ausreichend erbracht.
5.2
5.2
.1
Weiterungen
zur DAP-Dokumentation und zu den
vom Beschwerdeführer vorge
tragenen
Einwänden
erübrigen sich
. E
s kann auf die zutreffenden Ausführungen
der
Beschwerdegegnerin in ihrem
Einspracheentscheid
vom
15. März 2018 (Urk. 2
) sowie in der Beschwerdeantwort vom 5. Juni 2018 (Urk. 8) verwiesen werden. Doch
selbst wenn
nicht die DAP, sondern die
Tabellenlöhne gemäs
s der Schwei
zerischen Lohnstruk
turerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik
zur Bemes
sung des Invalideneinkommens
herangezogen werden
, ergibt sich bloss ein ren
ten
ausschliessender
Invaliditätsgrad von unter 10 %, was sich aus dem folgenden
Einkommensvergleich
ergibt
.
5.2
.2
Das von der Beschwerdegegnerin ermittelte
Valideneinkommen
von Fr. 76'882.-
- wurde vom Beschwerdeführer zwar nicht bestritten
, doch kann
darauf nicht abge
stellt werden.
Nach konstanter Rechtsprechung ist bei der Ermittlung des
Valideneinkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns als Gesunde tatsächlich verdienen würde. Es ist in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommens
ent
wick
lung angepassten Lohn anzuknüpfen, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre; Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein. Ein zu
letzt bezogener (hoher) Verdienst ist nur dann als
Valideneinkommen
heranzu
ziehen, wenn mit überwiegender Wahrscheinlichkeit feststeht, dass er weiterhin erzielt worden wäre
(Urteil des Bundesgerichts 8C_592/2017 vom 16. März 2018 E. 2.2)
.
Der Beschwerdeführer wurde
gemäss Einsatzvertrag mit der 7
Y._
VIP AG vom 31. Oktober 2011 für einen
Temporäreinsatz
als Hilfsarbeiter Wandverkleidung für maximal drei Monate mit Einsatzbeginn am 1. November 2011 angestellt
(Urk. 9/227 S. 2)
.
Dem Arbeitsrapport der Einsatzfirma vom 4. November 2011 lässt sich entnehmen, dass der Beschwerdeführer am 1. November 2011 während acht Stunden und am 2. November 2011 während drei
Stunden arbeitstätig war und bereits am
3. November 2011
einen Unfall erlitt
(Urk. 9/227 S. 5
; vgl. die Schilderung des Beschwerdeführers anlässlich der Begutachtung bei der
D._
, er habe sich den rechten Fuss vertreten [Urk. 9/352 S. 54]
). Aus der Lohn
abrechnung der
Y._
AG vom 13. Januar 2012 ergibt sich sodann, dass der Beschwerdeführer
bereits
vom 5. bis 20. November 2011 Taggelder
der Suva
bezog
und die Arbeit erst am Tage des hier zu beurteilenden Unfalls, am
21. November 2011
, wieder aufnahm
.
Insgesamt umfasste der
Temporäreinsatz
des Beschwerdeführers lediglich 13 Stunden
(Urk. 9/227 S. 3).
Anlässlich der Begutachtung bei der
D._
gab der Beschwerdeführer dem begutachtenden Orthopäden an, von 2005 bis 2011 in der Fassadenisolation und als
Gipser gearbeitet zu haben (Urk. 9/352 S. 39). Dem
Auszug aus dem indivi
duellen Konto (IK-Auszug) vom
2. März 2016 (Urk. 9/298) lässt sich
jedoch
ent
nehmen, dass der Beschwerdeführer
bloss
in den Jahren 2005 bis 2008 arbeits
tätig gewesen war
und zwar
jeweils für maximal drei Monate
im Jahr
. D
abei
erzielte er
Einkünfte von maximal Fr. 17'590.
-- pro Jahr
(im Jahr 2008). In den Folgejahren
(ab 2009)
wurde der Beschwerdeführer als
«
nichterwerbstätig
»
im IK-Auszug eingetragen.
Aufgrund dieser Erwerbsbiographie lässt sich
das
hypothetische,
ohne
(unfallbe
dingte)
gesundheitliche Beeinträchtigung realisierte Einkommen
im Jahr 2017 (Ren
ten
beginn)
ni
cht
hinreichend genau beziffern, denn es erscheint höchst unwahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer in einem
längerdauernden
Festan
stellungsverhältnis
dasselbe Lohn
niveau erreichen würde wie beim
auf
maximal drei Monate befristeten
Temporäreinsatz
im Jahr 201
1.
Für die Festsetzung des
Valideneinkommens
sind
daher
die
statistische
n
Durchschnittslöhne
der Schwei
ze
rischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2014
heranzuziehen
(vgl. E. 1.5.1)
.
Abzustellen
ist
au
f den standardisierten Lohn der
Tabell
e TA1, Ziff.
41-43
(Bau
gewerbe), Kompetenzniveau 1, Männer, von monatlich Fr. 5‘507.--. Unter Berüc
k
sichtigung der durchschnit
tlichen Arbeitszeit im Jahr 2017 von 41,3
Stunden pro Woche
(vgl. Bundesamt für Statistik, Betrie
bsübliche Arbeitszeit nach Wirt
schafts
abteilungen [NOGA 2008], in Stun
den pro Woche, 2004-2017
,
F 41-43) sowie der Nominall
ohnentwicklung bis ins Jahr 2017
(Indexstand 2220 [2014] auf 2249 [2017
], vgl. Bundesamt für
Statistik, Schweizerischer Lohnindex, T 39
Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne,
2010-
2017, Nominallöhne Männer) ergibt
si
ch ein
Valideneinkommen
von Fr. 69’123.
--
(
Fr.
5‘
507
.--
: 40
x 41,3
x 12 : 2220 x
2249
).
5.2.3
Das zur Bemessung des Invalideneinkommens heranzuziehende
standardisierte monatliche Einkommen für männliche Hilfskräfte (LSE 201
4
, TOTAL in der Tabelle
TA1
, Kompetenzniveau 1, Männer)
beträgt Fr. 5‘312.--
. Dieses monatliche E
inkommen ist unter Berücksichti
gung der durchschnit
tlichen Arbeitszeit im Jahr 2017
von 41,7 Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betrie
bsübliche Arbeitszeit nach Wirt
schaftsabteilungen [NOGA 2008], in Stun
den pro Woche, 2004-2017
, A-S 01-96) sowie der Nominall
ohnentwicklung bis ins Jahr 2017 (Index
stand 2220 [2014] auf 2249 [2017
], vgl. Bundesamt für
Statistik, Schweize
rischer Lohnindex, T 39
Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne,
2010-2017
, Nominallöhne Männer)
auf ein Jahreseinkommen für eine 100
%ige Tätigkeit hochzurechnen. Es resultiert somit ein Invalid
enein
kommen von Fr.
67
’
321.
-- (Fr.
5‘
312
.-- x 12 : 40 x 41,7:
2220
x
2249
).
D
er Umstand allein, dass nur
mehr
leichte Arbeiten zumutbar sind, ist kein Grund für einen
leidensbedingten Abzug, wei
l der Tabellenlohn im Kompetenzniveau
1 bereits eine Vielzahl von leichten Tätigkeiten u
mfasst. Angesichts des Zumut
bar
keitsprofils ist von einem genügend breite
n Spektrum an zumutbaren Verweis
ungstätigkeiten auszugehen.
Folglich können unter dem Titel leidensbedingter Abzug grundsätzlich nur Umstände berücksichtigt werden, die auch a
uf einem ausgeglichenen Arbeits
markt als ausserordentlich zu bezeichnen sind. Solche Um
stände sind vorliegend nicht ersichtlich. Die leidensbedingten Einschrän
kungen wurden bereits im Belastungsprofil berücksichtigt und dürfen
nicht noch
mals – als abzugsrele
vant
–
herangezogen werden (Urteil des Bu
ndesgerichts 8C_61/2018 vom 23. März 2018 E.
6.5.2 mit Hinweisen).
5.2.4
Die aus dem Einkommensvergleich resultiere
nde Erwerbseinbusse beträgt dem
nach
Fr. 1'802.--
(
Valideneinkommen
von
Fr.
69
’
123.
--
abzüglich Invalidenein
kommen von
Fr.
67
’
321.
--
), was einem rentenausschliessenden
Invaliditätsgrad von gerundet 3
% entspricht.
6.
6.1
Dr.
F._
schätzte den Integritätsschaden aufgrund der
Handwurzelarthrodese
auf 10 %. Beim Sprunggelenk konnte er eine gute Beweglichkeit, keine Insta
bilität und nur leichte arthrotische Veränderungen feststellen, sodass die
Erheb
lichkeitsgrenze
noch nicht er
reicht sei
(E. 3.2). Eine andere Beurteilung lässt auch das Gutachten der
D._
nicht zu
; bezüglich des OSG wurde von einer beginnenden Arthrose berichtet (E. 3.3)
. Eine schwere Arthrose lag entgegen
dem Vorbringen des Beschwerdeführers
somit
nicht vor (Urk. 1 S. 8). Dr.
F._
räumte in seiner Beurteilung vom 15. Februar 2016 allerdings ein, dass bei Zunahme von arthrotischen Veränderungen gegebenenfalls eine Neuevaluation erfolgen müsse (E. 3.2). Ob eine
solche
im Zusammenhang mit der Rückfallmeldung der Arbeits
losenkasse des Kantons Zürich vom 12. März 2018
(Urk. 9/371) angezeigt wäre
, ist hier
aber
nicht zu beurteilen, da dies nicht Gegenstand des Verfahrens bildet
(vgl. bereits E. 4.2)
.
6.2
Gemäss der Skala der Integritätsentschädigung im Anhang 3 UVV
begründet der Verlust einer Hand einen Anspruch auf eine Integritätsentschädigung von 40 %, der Verlust eines Fusses von 30 %. In der
Tabelle 1 der Suva –
Integritätsschaden bei Funktionsstörungen an den oberen Extremitäten
–
wird der Integritätsschaden bei
eine
r
Handwurzelarthrodese
auf 10 % festgesetzt. Gemäss Tabelle 2 der Suva
– Integritätsschaden bei Funktionsstörungen an den unteren Extremitäten – erhält
derjenige eine Integritätsentschädigung von 15 %, dessen oberes Sprunggelenk im rechten Winkel steif ist, und von 20 %, dessen oberes Sprunggelenk in starkem Spitzfuss steif ist. Eine Funktionsbehinderung in den unteren Sprunggelenken (z.B. bei einer
Calcaneusfraktur
[USG-
Arthrodese
]) ergibt eine Integritätsent
schä
digung von 5-30 %, eine
subtalare
Arthrodese
eine solche von 15 % und eine schmerzhafte Funktionsstörung nach Luxationsfrakturen im
Lisfranc
oder nach Mittelfussfrakturen eine solche von 10-20 %. Gemäss Tabelle 5 der Suva –
Integritätsschaden bei Arthrosen
– soll eine leichte OSG-Arthrose eine Integri
tätsent
schädigung von 5-15 % und eine schwere OSG-Arthrose eine Integri
täts
ent
schä
digung von 15-30 %, eine leichte Handwurzel-Arthrose eine Integritäts
entschädi
gung
von
5-10 % und eine schwere Handwurzel-Arthrose eine Integri
täts
ent
schädi
gung
von 10-15 % begründen.
6.3
Nach dem Gesagten erweist sich
eine Integritätsentschädigung
von 10 % im Zusammenhang mit der
Handwurzelarthrodese
als
angemessen.
Dass Dr.
F._
die
Erheblichkeitsgrenze
von 5 %
im Zusammenhang mit der beginnenden OSG-Arthrose sodann als noch nicht erreicht beurteilte, lässt sich ohne Weiteres nach
vollziehen, kann eine «beginnende» Arthrose doch lediglich
im Sinne einer
sehr leichte
n
Form
von
Arthrose
interpretiert werden
.
7.
Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist.