Decision ID: e414932a-e16c-5a6c-b75f-9b68c4f9ef44
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer suchte am 14. März 2020 in der Schweiz um Asyl
nach. Am 19. März 2020 bevollmächtigte er die ihm zugewiesene Rechts-
vertretung. Gleichentags fand die Personalienaufnahme (PA) statt.
B.
Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruckdatenbank (Zentralein-
heit Eurodac) vom 19. März 2020 ergab, dass der Beschwerdeführer am
(...) 2017 in Griechenland ein Asylgesuch eingereicht hat und ihm dort am
(...) 2018 internationaler Schutz gewährt wurde.
C.
Am 7. April 2020 wurde der Beschwerdeführer in einem persönlichen Ge-
spräch gemäss Art. 5 der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen
Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien
und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung ei-
nes von einem Drittstaatangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitglied-
staat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist, angehört.
Dabei gewährte ihm das SEM das rechtliche Gehör zu einem (allfälligen)
Nichteintretensentscheid gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG (SR 142.31)
und zur Rückführung in einen sicheren Drittstaat gemäss Art. 6a Abs. 2
Bst. b AsylG.
Anlässlich dieses Gesprächs gab der Beschwerdeführer im Wesentlichen
an, dass er nicht nach Griechenland zurückkehren könne, da er dort in Ge-
fahr sei. In Griechenland habe er die meiste Zeit auf der Insel B._
verbracht, bevor er ungefähr sieben Monate in einem Asylheim in einer
Kleinstadt namens C._ untergebracht gewesen sei. Nach einiger
Zeit habe er die Unterkunft verlassen müssen, weil er anerkannter Flücht-
ling sei. Er habe einige Monate keine Unterkunft mehr gehabt, in einem
Park gelebt und betteln müssen. Von einer Kirche habe er Essen erhalten.
Danach sei er nach B._ zurückgekehrt und habe sich ungefähr ein-
einhalb Monate in einem Camp aufgehalten.
Er gab an, dass er seit dem 16. August 2019 bei HELIOS eingeschrieben
gewesen sei. Diese Organisation habe bei Selbstmiete einer Unterkunft
Unterstützung geleistet. Es sei ihm dann mitgeteilt worden, dass er nach
neuem Gesetz nicht mehr unterstützt werden könne, weshalb ihm die Un-
terstützung auch nicht mehr angeboten worden sei. Zudem machte er gel-
tend, in Griechenland keine Sicherheit gehabt zu haben. Zwei Personen
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aus Syrien, die mit ihm in Syrien gekämpft hätten und Spitzel von der Ge-
genpartei gewesen seien, und sogar sein Vater und ein Onkel aus Afgha-
nistan seien nach Griechenland gekommen und hätten ihn bedroht. Einer
der Syrer habe ihm gedroht, ihn zu vergewaltigen. Sein Vater habe ihn tö-
ten wollen. Weder die Polizei noch Leute im Camp seien diesen Drohungen
nachgegangen. Im Camp auf B._ habe er sich zuletzt illegal aufge-
halten. In Griechenland wäre es nicht möglich gewesen, Essen, Arbeit und
eine Unterkunft zu bekommen. Er habe Angst um sein Leben gehabt. Er
sei am 6. oder 7. März 2020 von Griechenland auf dem Luftweg legal nach
Deutschland und von dort eine Woche später mit dem Bus in die Schweiz
gelangt.
Seinen Gesundheitszustand betreffend gab er zu Protokoll, dass es ihm
gut gehe.
Im vorinstanzlichen Verfahren gab er folgende Dokumente zu den Akten:
eine griechische Aufenthaltsbewilligung, gültig vom (...) 2018 bis
12. Juli 2021 sowie einen griechischen Reisepass für Flüchtlinge, gültig bis
16. Februar 2025, ein Project Regulations Handbook der Hellenic Integra-
tion Support for Beneficiaries of International Protection-HELIOS, datiert
vom August 2019, eine Arbeitslosenbestätigung aus Griechenland vom No-
vember 2019, ein Arztrezept aus Griechenland vom 31. Januar 2020, eine
Flugbestätigung, aus der hervorgeht, dass er mit Ryanair am (...) 2020 von
Athen nach Berlin geflogen sei, Reiseunterlagen vom (...) 2020, die bestä-
tigen, dass er mit (...) von Chemnitz über München nach Zürich gereist sei,
diverse Fotos aus einem Camp in B._ sowie diverse Fotos, die ihn
bei einem Militäreinsatz in Syrien zeigen würden.
D.
Gestützt auf die Richtlinie 2008/115/EG des Europäischen Parlaments und
des Rates vom 16. Dezember 2008 über gemeinsame Normen und Ver-
fahren in den Mitgliedstaaten zur Rückführung illegal aufhältiger Dritt-
staatsangehöriger (nachfolgend: Rückführungsrichtlinie) und das bilaterale
Abkommen zwischen dem Schweizerischen Bundesrat und der Regierung
der Hellenischen Republik über die Rückübernahme von Personen mit ir-
regulärem Aufenthalt vom 28. August 2006 (SR 0.142.113.729; nachfol-
gend: "bilaterales Rücknahmeabkommen") ersuchte das SEM mit Schrei-
ben vom 8. April 2020 die griechischen Behörden um Rückübernahme des
Beschwerdeführers.
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E.
Mit Mitteilung vom 10. April 2020 stimmten die griechischen Behörden dem
Rückübernahmeersuchen der Vorinstanz zu und bestätigten, dass der Be-
schwerdeführer von Griechenland als Flüchtling anerkannt ist und über
eine bis am (...) 2021 gültige Aufenthaltsbewilligung verfügt.
F.
Am 21. April 2020 händigte die Vorinstanz der Rechtsvertretung des Be-
schwerdeführers den Entwurf der Verfügung zum Asylgesuch zur Stellung-
nahme aus. Gleichentags ersuchte die Rechtsvertreterin um Akteneinsicht
in die Dokumente, die vom Beschwerdeführer eingereicht worden waren.
Diese wurden der Rechtsvertreterin am 22. April 2020 übergeben.
G.
In der Stellungnahme vom 22. April 2020 zum Entscheidentwurf führte die
Rechtsvertreterin im Wesentlichen aus, die vom Beschwerdeführer geltend
gemachten menschenunwürdigen Lebensbedingungen in Griechenland
(keine Unterkunft, keine Arbeit und Sozialleistungen, kein Essen) insbe-
sondere nach seiner Anerkennung als Flüchtling würden einen Wegwei-
sungsvollzug als unzumutbar erscheinen lassen. Die von ihm beschrie-
bene Lebenssituation habe sich seit seiner Ausreise aus Griechenland gar
verschlechtert. Im März 2020 sei ein Änderungsantrag zum Asylgesetz des
griechischen Ministeriums für Einwanderung und Asyl verabschiedet wor-
den (Art. 111 des griechischen Gesetzes mit der Nr. 4674/11.3.2020, wel-
ches Art. 114 des griechischen Gesetzes mit der Nr. 4636/2019 modifiziert
habe [Quelle: griechisches Gesetzesblatt 53/A/11.3.2020], der den Aus-
stieg aus dem Aufnahmeprogramm sowie die Einstellung der Sach- und
Geldleistungen für diejenigen festlege, die internationalen oder subsidiären
Schutz erhalten hätten. Konkret würden die Leistungen 30 Tage nach Ein-
gang eines solchen positiven Asylentscheides ausgesetzt, mit Ausnahme
von Fällen unbegleiteter Minderjähriger.
Durch die neue Gesetzeslage in Griechenland werde somit bereits aner-
kannten Flüchtlingen die Möglichkeit entzogen, ihr Recht auf Wohnung so-
wie auf Sach- und Geldleistungen gerichtlich geltend zu machen. Demzu-
folge sei die Schutzinfrastruktur in Griechenland nicht gegeben. Bei einer
allfälligen Rückkehr nach Griechenland drohe folglich dem Beschwerde-
führer eine menschenrechtswidrige Behandlung gemäss Art. 25 Abs. 3 BV.
Es sei demnach auf das Asylgesuch einzutreten.
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Der Stellungnahme legte die Rechtsvertreterin einen entsprechenden Aus-
zug aus dem griechischen Gesetzesblatt 53/A/11.3.2020 mit deutscher
Übersetzung bei und verwies auf einen Bericht vom 8. März 2020 des
cnn.gr mit dem Titel "Schluss mit den Leistungen und der Unterbringung
von Flüchtlingen, die Asyl erhalten haben".
H.
Mit Verfügung vom 22. April 2020 trat die Vorinstanz gestützt auf Art. 31a
Abs. 1 Bst. a AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein,
ordnete die Wegweisung aus der Schweiz an und hielt fest, er habe die
Schweiz am Tag nach Eintritt der Rechtskraft dieser Verfügung zu verlas-
sen, ansonsten er in Haft genommen und unter Zwang nach Griechenland
zurückgeführt werde. Gleichzeitig beauftragte die Vorinstanz den zuständi-
gen Kanton mit dem Vollzug der Wegweisung und händigte dem Be-
schwerdeführer die editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis
aus.
I.
Der Beschwerdeführer erhob mit Eingabe vom 1. Mai 2020 Beschwerde
beim Bundesverwaltungsgericht. Er beantragte, es sei die Verfügung des
SEM vom 22. April 2020 vollständig aufzuheben und das SEM anzuweisen,
auf sein Asylgesuch einzutreten und in der Schweiz ein materielles Asyl-
verfahren durchzuführen. Eventualiter sei die Verfügung des SEM vom
22. April 2020 vollständig aufzuheben und die Sache zur rechtsgenügli-
chen Sachverhaltsabklärung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Es sei ihm
die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und auf die Erhebung ei-
nes Kostenvorschusses sei zu verzichten.
J.
Mit Zwischenverfügung vom 7. Mai 2020 stellte das Bundesverwaltungs-
gericht fest, mit der Beschwerde werde im Wesentlichen geltend gemacht,
obwohl im Rahmen der Stellungnahme vom 22. April 2020 zum Entwurf
der angefochtenen Verfügung dem SEM ein seit März 2020 in Kraft getre-
tenes neues Gesetz in Griechenland vorgelegt und der Gesetzestext und
ein Internetbericht des cnn.gr eingereicht worden seien, habe das SEM mit
der angefochtenen Verfügung die zwei eingereichten Dokumente nicht
überprüft (Gesetzestext) beziehungsweise nicht hinreichend überprüft (Be-
richt von cnn.gr). Das SEM habe damit die Untersuchungs- und Begrün-
dungspflicht verletzt. Weiter werde mit der Beschwerde in verschiedener
Hinsicht angeführt, welche Bedeutung das neue Gesetz habe und welche
Auswirkungen die neue Gesetzeslage in Griechenland auf dort anerkannte
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Flüchtlinge haben solle. Das Gericht führte zudem aus, als zentrales Ele-
ment werde mit der Beschwerde etwa geltend gemacht, dem neuen Gesetz
zufolge würden Personen mit internationalem oder subsidiären Schutzsta-
tus in Griechenland 30 Tage nach Erhalt des Schutzstatus ohne Recht auf
Unterkunft und ohne Sach- und Sozialleistungen verbleiben und darum
könnten diese Rechte nicht mehr eingeklagt werden. Aus beschwerdefüh-
rerischer Sicht werde der Schluss gezogen, durch die neue Gesetzeslage
in Griechenland hätten anerkannte Flüchtlinge ihr Recht auf Wohnung so-
wie auf Sach- und Geldleistungen verloren und Personen mit internationa-
lem Schutzstatus in Griechenland, welche aus einem anderen Staat nach
Griechenland überstellt würden, seien zudem nicht berechtigt, sich für das
ESTIA- oder HELIOS-Programm anzumelden, weshalb die Schutzinfra-
struktur in Griechenland nicht gegeben sei.
Mit der Zwischenverfügung wurde dem SEM Gelegenheit eingeräumt, zu
den Vorbringen in der Beschwerde Stellung zu nehmen, und eingeladen,
sich namentlich zur Validität der mit der Beschwerde geltend gemachten
Gesetzgebung in Griechenland, zum Anwendungsbereich der neuen Ge-
setzeslage und zu derer rechtlichen Auswirkungen auf anerkannte Flücht-
linge in Griechenland äussern zu können. Entsprechend wurde das SEM
ersucht, sich innert Frist zur Beschwerde vernehmen zu lassen.
Im Weiteren verfügte das Gericht, auf das Gesuch um unentgeltliche Pro-
zessführung werde zu einem späteren Zeitpunkt eingegangen und auf die
Erhebung eines Kostenvorschusses aktuell verzichtet.
K.
Mit Vernehmlassung vom 3. Juni 2020 führte das SEM aus, hinsichtlich der
mit der Beschwerde erhobenen Rüge der Verletzung der Untersuchungs-
und Begründungspflicht nehme es ergänzend und präzisierend Stellung.
Griechenland habe die Richtlinie 2011/95/EU des Europäischen Parla-
ments und des Rates vom 13. Dezember 2011 (sogenannte Qualifikations-
richtlinie) umgesetzt. Anerkannte Flüchtlinge und Personen mit subsidiä-
rem Schutz seien griechischen Staatsbürgern in Hinblick auf Sozialhilfe,
Unterkunft und Zugang zu Gerichten damit gleichgestellt. Der Beschwer-
deführer könne sein Recht nötigenfalls bei den griechischen Behörden ein-
fordern. Zusätzlich würden diverse private Hilfsorganisationen weitere Un-
terstützungsleistungen anbieten.
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Ein Ausschluss aus (zusätzlichen) Hilfsprogrammen für Asylsuchende oder
Personen mit internationalem Schutzstatus wie ESTIA oder HELIOS führe
nicht dazu, dass dem Beschwerdeführer die ihm gemäss der Richtlinie zu-
stehenden minimalen Lebensbedingungen vorenthalten oder er einer exis-
tenziellen Notlage ausgesetzt werde. Auch in der Schweiz müssten Perso-
nen, denen internationaler Schutz gewährt worden sei, die Asylstrukturen
verlassen. Gemäss Aktenlage habe der Beschwerdeführer von den grie-
chischen Behörden Unterstützungsleistungen erhalten. Es dürfe inskünftig
erwartet werden, dass sich der Beschwerdeführer bei Unterstützungsbe-
darf an die griechischen Behörden wenden und die erforderliche Hilfe not-
falls auf dem Rechtsweg einfordern würde. Daran vermöge auch die Aus-
sage des Beschwerdeführers, dass er eine Weile in einem Park gelebt
habe und habe betteln müssen, nichts zu ändern. Zudem müsse sich der
Beschwerdeführer vorhalten lassen, dass er aus Griechenland ausgereist
sei, anstelle sich (erneut) an die zuständigen Institutionen zu wenden.
In Bezug auf die neue Rechts- und Sachlage in Griechenland sei die an-
gefochtene Verfügung dementsprechend zu ergänzen, dass nicht davon
ausgegangen werden könne, Griechenland begebe sich in einen Wider-
spruch zu seinen völkerrechtlichen Verpflichtungen (das SEM verwies als
Beispiele auf die Urteile des BVGer D-2160/2020 vom 6. Mai 2020 und
E-2169/2020 vom 13. Mai 2020). Gestützt auf Art. 34 EMRK stehe zudem
im Falle einer Verletzung der Garantien der EMRK der Rechtsweg an den
EGMR offen (mit Verweis beispielsweise auf das Urteil des BVGer
D-1118/2020 vom 2. April 2020 E. 9.1 m.H.). Gestützt auf Art. 83 Abs. 5 AIG
habe der Bundesrat Griechenland als Staat bezeichnet, in welchen die
Rückkehr in der Regel zumutbar sei. Auch in Anbetracht der gegenwärtigen
Asylpolitik Griechenlands sei der Bundesrat auf seine diesbezügliche Ein-
schätzung, welche periodisch zu überprüfen sei (vgl. Art. 83 Abs. 5bis AIG),
bisher nicht zurückgekommen (mit Verweis auf das Urteil des BVGer
E-1657/2020 vom 26. Mai 2020).
Das SEM räumte ein, es könne nicht garantiert werden, dass der Be-
schwerdeführer wieder in das HELIOS-Programm aufgenommen werde
respektive sich für Selbiges wieder bewerben könne. Soweit er bei einer
allfälligen Rückkehr nach Griechenland eine existenzielle Notlage und so-
mit eine menschenrechtswidrige Behandlung gemäss Art. 25 Abs. 3 BV
geltend mache, sei dennoch darauf hinzuweisen, dass in Griechenland –
wie bereits in der angefochtenen Verfügung angeführt – neben staatlichen
Strukturen, die primär existenzielle Bedürfnisse abdeckten, private und
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weitere internationale Organisationen bestehen würden, an die sich der
Beschwerdeführer wenden könne.
Im Übrigen verwies das SEM auf seine Erwägungen in der angefochtenen
Verfügung, an denen es im Wesentlichen festhalte.
L.
Mit Verfügung vom 8. Juni 2020 gab das Gericht dem Beschwerdeführer
beziehungsweise seiner Rechtsvertreterin Gelegenheit, innert Frist auf die
Vernehmlassung des SEM zu replizieren.
M.
In der Replikschrift vom 8. Juli 2020 stellte sich der Beschwerdeführer be-
ziehungsweise seine Rechtsvertreterin auf den Standpunkt, das SEM habe
sowohl in der angefochtenen Verfügung als auch in der Vernehmlassung
seine Untersuchungs- und Begründungspflicht verletzt. Es habe es unter-
lassen, sich mit der korrekten und vollständigen Bewertung des Falles zu
befassen, die rechtlichen Umstände zu ermitteln und die entsprechenden
Beweise in dieser Hinsicht zu berücksichtigen. Die Vorbringen in der Be-
schwerde und die Fragen des Gerichts in der Zwischenverfügung (vom
7. Mai 2020) seien weiterhin ungeprüft und somit unbeantwortet geblieben.
Ferner sei in der Beschwerde und in der Replik aufgezeigt worden, dass
die Legalvermutung betreffend Einstufung Griechenlands als sicherer Dritt-
staat im Falle des Beschwerdeführers umgestossen worden sei.
Hinsichtlich der Untersuchungs- und Begründungspflicht wird dem SEM
namentlich vorgehalten, dessen Auffassung zufolge könne in Bezug auf die
neue Rechts- und Sachlage nicht davon ausgegangen werden, dass Grie-
chenland sich in einen Widerspruch zu seinen völkerrechtlichen Verpflich-
tungen begeben könnte. Dies stelle lediglich eine ungeprüfte Vermutung
dar und vermöge nicht als Begründung herangezogen zu werden, die den
konkreten Fall betreffe. Das SEM habe es insbesondere unterlassen, auf
die Frage der Auswirkungen der neuen Rechtslage einzugehen.
Als zentrales Element wird erneut geltend gemacht, durch die neue Geset-
zeslage in Griechenland hätten anerkannte Flüchtlinge ihr Recht auf Woh-
nung sowie auf Sach- und Geldleistungen verloren und könnten diese
Rechte nicht mehr einklagen, weshalb die Schutzinfrastruktur in Griechen-
land für diese Personengruppe nicht gegeben sei. Der Beschwerdeführer
als Zugehöriger zu dieser Personengruppe sei aufgrund der neuen Geset-
zeslage in eine existenzbedrohende Notlage gestossen worden, die eine
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Verletzung von Art. 3 EMRK bewirke. Er habe dies auch hinreichend sub-
stanziieren beziehungsweise beweismässig hinreichend dartun können. Er
habe damit die Legalvermutung der Einstufung Griechenlands als sicherer
Drittstaat für seine Person umgestossen.
Eine umfassende Überprüfung der einschlägigen Rechtsprechung zeige,
dass dem Bundesverwaltungsgericht bisher keine beziehungsweise keine
detaillierten Angaben seitens des jedweden Beschwerdeführers und/oder
des SEM über die neue Rechts- und Sachlage in Griechenland zugrunde
gelegen hätten. Alle Urteile hätten jedoch als gemeinsamen Nenner die
existenzielle Notlage anerkannter Flüchtlinge und Personen mit subsidiä-
rem Status aufgrund der neuen Regelung in Griechenland. Die Vorbringen
des Beschwerdeführers könnten auch aus diesem Grund nicht bestritten
werden, da sie einer grossen Anzahl Personen mit internationalem Schutz
entsprächen, die das gleiche Profil wie er aufweisen würden.
Bezüglich der Begründungselemente im Einzelnen ist auf die Replik und
soweit entscheidrelevant, auf die nachfolgenden Erwägungen zu verwei-
sen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-
lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig
und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorlie-
gend – endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist
durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-
würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist
daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108
Abs. 3 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist
einzutreten.
2.
2.1 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich
Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder
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unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
2.2 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das
SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen
(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-
deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu
Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1;
2012/4 E. 2.2, je m.w.H.). Bezüglich der Frage der Wegweisung und des
Wegweisungsvollzugs hat die Vorinstanz eine materielle Prüfung vorge-
nommen, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle
Kognition zukommt.
3.
3.1 Mit der Beschwerdeschrift wird gerügt, obwohl im Rahmen der Stel-
lungnahme vom 22. April 2020 zum Entwurf der angefochtenen Verfügung
dem SEM ein seit März 2020 in Kraft getretenes neues Gesetz in Grie-
chenland vorgelegt und der Gesetzestext sowie ein Internetbericht des
cnn.gr eingereicht worden seien, habe das SEM mit der angefochtenen
Verfügung die zwei eingereichten Dokumente nicht (Gesetzestext) bezie-
hungsweise nicht hinreichend überprüft (Bericht von cnn.gr) und sich nicht
mit der Bedeutung und den Auswirkungen der neuen Gesetzeslage in Grie-
chenland auf dort anerkannte Flüchtlinge auseinandergesetzt und damit
die Untersuchungs- und Begründungspflicht verletzt.
In der Replik vom 8. Juli 2020 werden die Rügen aufrechterhalten, da es
das SEM auch in der Vernehmlassung unterlassen habe, sich mit der kor-
rekten und vollständigen Bewertung des Falles zu befassen, die rechtli-
chen Umstände zu ermitteln und die entsprechenden Beweise in dieser
Hinsicht zu berücksichtigen. Die Vorbringen in der Beschwerde und die
Fragen des Gerichts in der Zwischenverfügung (vom 7. Mai 2020) seien
weiterhin ungeprüft und somit unbeantwortet geblieben.
Diese verfahrensrechtlichen Rügen (Verletzung der Untersuchungs- und
Begründungspflicht) sind vorab zu prüfen, da sie allenfalls geeignet wären,
eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken (vgl. BVGE
2013/34 E. 4.2; KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwal-
tungsrechtspflege des Bundes; 3. Aufl. 2013, Rz. 1043 ff. m.w.H.).
3.2 Die Einhaltung des Untersuchungsgrundsatzes und die Nachachtung
der Begründungspflicht sind als aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör
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Seite 11
abgeleitete Teilaspekte getrennt zu prüfen. Wie nachstehend aufgezeigt,
erweisen sich die formellen Rügen als unbegründet. Zudem vermengt der
Beschwerdeführer wiederholt die Frage der behördlichen Pflicht zur Fest-
stellung des rechtserheblichen Sachverhalts im Sinne des Untersuchungs-
grundsatzes mit dem Anspruch auf gehörige Begründung und wiederum
diese beiden Aspekte mit der Frage der rechtlichen Würdigung der Sache.
3.2.1 Das Verwaltungs- respektive Asylverfahren wird vom Untersuchungs-
grundsatz beherrscht (Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG). Gemäss Art. 12
VwVG stellt die Behörde den Sachverhalt von Amtes wegen fest und be-
dient sich nötigenfalls der unter Buchstaben a-e aufgelisteten Beweismittel.
Die Behörde hat von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklä-
rung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen, die für das Verfahren
notwendigen Unterlagen zu beschaffen, die rechtlich relevanten Umstände
abzuklären und ordnungsgemäss darüber Beweis zu führen
(BVGE 2015/10 E. 3.2 m.w.H.). Die Behörde ist dabei jedoch nicht ver-
pflichtet, zu jedem Sachverhaltselement umfangreiche Nachforschungen
anzustellen. Zusätzliche Abklärungen sind vielmehr nur dann vorzuneh-
men, wenn sie aufgrund der Aktenlage als angezeigt erscheinen (vgl. dazu
AUER/BINDER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundes-
gesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], 2. Aufl. 2019, Rz. 16 zu
Art. 12).
3.2.2 Die Vorinstanz hat die vom Beschwerdeführer im Rahmen der Stel-
lungnahme vom 22. April 2020 zum Entwurf der angefochtenen Verfügung
eingereichten Dokumente und Unterlagen (Auszug des griechisches Ge-
setzesblattes 53/A/11.3.2020 betreffend Art. 111 Abs. 1 des griechischen
Gesetzes mit der Nr. 4674/11.3.2020, welches Art. 114 des griechischen
Gesetzes mit der Nr. 4636/2019 modifizierte sowie den Bericht vom 8. März
2020 des cnn.gr mit dem Titel "Schluss mit den Leistungen und der Unter-
bringung von Flüchtlingen, die Asyl erhalten haben") als vom Beschwerde-
führer angebotene Beweismittel entgegengenommen und in der angefoch-
tenen Verfügung als entsprechend geltend gemachte Sachverhaltsele-
mente explizit aufgenommen. Zudem hat das SEM die auf diese Grundla-
gen gestützten und vom Beschwerdeführer eingebrachten Sachverhalts-
aspekte in ihrem Kerngehalt zur Entscheidfindung herangezogen, wonach
durch die neue Gesetzeslage in Griechenland bereits anerkannten Flücht-
lingen die Möglichkeit entzogen würde, ihr Recht auf Wohnung sowie auf
Sach- und Geldleistungen gerichtlich geltend zu machen und demzufolge
die Schutzinfrastruktur in Griechenland nicht gegeben sei. Im Weiteren hat
das SEM in seiner Vernehmlassung die Validität der neuen Gesetzeslage
http://links.weblaw.ch/BVGE-2015/10
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Seite 12
in Griechenland nicht in Frage gestellt und sich ergänzend zum Anwen-
dungsbereich der neuen Gesetzeslage und zu derer rechtlichen Auswir-
kungen auf anerkannte Flüchtlinge in Griechenland geäussert.
Das SEM hat die wesentlichen Ansprüche des Beschwerdeführers insbe-
sondere gemäss der Qualifikationsrichtlinie dargelegt und die Subsumption
nach Massgabe der für die Zulässigkeitsfrage relevanten völkerrechtlichen
Bestimmung (inkl. Art. 3 EMRK, wenngleich ohne Nennung des Terminus
«real risk») in allgemeiner und individueller Hinsicht vorgenommen. Wenn
das SEM im Übrigen auf bestehende Sicherheitsvermutungen für Grie-
chenland hinweist und den Beschwerdeführer hinsichtlich der Durchset-
zung von Ansprüchen insbesondere gemäss Qualifikationsrichtlinie auf die
Beschreitung von dort zur Verfügung stehenden Behördengängen und
Rechtswegen verweist, beinhaltet dies durchaus auch die geforderte indi-
viduelle Komponente der Situation des Beschwerdeführers. Das SEM
hatte, wie sich auch aufgrund nachstehender materieller Beurteilung der
Sache ergibt, keine objektive Veranlassung zur Vornahme weiterer Unter-
suchungen und Feststellungen betreffend den Zugang des Beschwerde-
führers zu den ihm in Griechenland zustehenden Rechten und bean-
spruchbaren Leistungen im Hinblick auf die Beurteilung der Zulässigkeits-
frage unter dem Aspekt des im Rahmen von Art. 3 EMRK massgeblichen
«real risk». Die Beurteilung der Zulässigkeitsfrage ist Teil der materiellen
Würdigung.
Eine unvollständige Feststellung des Sachverhalts ist nicht zu erkennen
und es ist demnach nicht ersichtlich, inwiefern das SEM die Untersu-
chungspflicht verletz haben soll. Die in dieser Hinsicht unbegründet erho-
bene Rüge betrifft inhaltlich allenfalls die Frage der Würdigung des geltend
gemachten Sachverhaltes.
3.2.3 Auch bezüglich der Rüge der Verletzung der Begründungspflicht wird
verkannt, dass die entsprechenden Vorhalte in wesentlicher Hinsicht unter
den Aspekt der rechtlichen Würdigung der Sache fallen, wenn das SEM zu
einer Würdigung gelangt, die nicht der Sichtweise des Beschwerdeführers
entspricht. Das SEM tut seiner Begründungspflicht dann Genüge, wenn es
im Rahmen der Begründung die wesentlichen Überlegungen nennt, welche
es seinem Entscheid zugrunde legt. Die Vorinstanz hat in einer Gesamt-
würdigung nachvollziehbar aufgezeigt, von welchen Überlegungen sie sich
leiten liess. Sie hat in der angefochtenen Verfügung auch dargelegt, auf-
grund welcher Überlegungen sie zum Schluss gekommen ist, dass die Vo-
raussetzungen für einen Nichteintretensentscheid gemäss Art. 31a Abs. 1
E-2320/2020
Seite 13
Bst. a AsylG erfüllt sind und der Wegweisungsvollzug als zulässig, zumut-
bar und möglich zu erachten ist. Das SEM ist demnach den Anforderungen
an die Begründungspflicht gerecht geworden. Wie bereits festgestellt, hat
sich das SEM entgegen dem Vorhalt in der Replik denn auch in der Ver-
nehmlassung, wenn auch in konziser Form, hinreichend mit der Bedeutung
und den Auswirkungen der neuen Gesetzeslage in Griechenland auf dort
anerkannte Flüchtlinge auseinandergesetzt. Das SEM hat keine entscheid-
wesentlichen Aspekte unbeantwortet und offen gelassen, wie in der Replik
moniert wird. Die Frage, ob die Begründung rechtlich korrekt ist, beschlägt
die materielle Würdigung und ist nicht unter verfahrensrechtlichen Aspek-
ten zu prüfen.
3.3 Es besteht demnach keine Veranlassung, die angefochtene Verfügung
aus formellen Gründen aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zu-
rückzuweisen. Insbesondere ist das Begehren um Rückweisung der Sache
an die Vorinstanz zur rechtsgenüglichen Sachverhaltsabklärung abzuwei-
sen und das Gericht hat in der Sache zu entscheiden (Art. 61 Abs. 1
VwVG).
4.
4.1 Gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG tritt das SEM in der Regel auf ein
Asylgesuch nicht ein, wenn der Asylsuchende in einen sicheren Drittstaat
nach Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG zurückkehren kann, in welchem er sich
vorher aufgehalten hat.
Gemäss Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG bezeichnet der Bundesrat neben den
EU/EFTA-Staaten weitere Staaten, in denen nach seinen Feststellungen
effektiver Schutz vor Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG be-
steht, als sichere Drittstaaten.
4.2 Griechenland ist ein EU-Staat und wurde durch den Bundesrat am
14. Dezember 2007 als sicherer Drittstaat im Sinne von Art. 6a Abs. 2
Bst. b AsylG bezeichnet. Der Beschwerdeführer hat sich vor der Einreise
in die Schweiz unbestrittenermassen in Griechenland aufgehalten und dort
ein Asylverfahren durchlaufen, es wurde ihm der Flüchtlingsstatus zuer-
kannt und er hat auch eine entsprechende Aufenthaltsbewilligung erhalten.
Die griechischen Behörden haben seiner Rückübernahme zugestimmt.
4.3 Griechenland ist unter anderem Signatarstaat des Abkommens vom
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (Flüchtlingskonven-
tion, FK; SR 0.142.30) und bietet grundsätzlich Gewähr für die korrekte
Durchführung von Asylverfahren. So hat denn auch der Beschwerdeführer
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nicht behauptet, sein Asylverfahren in Griechenland sei fehlerhaft gewesen
beziehungsweise es würde ihm dort als anerkannter Flüchtling die Rück-
schiebung in seinen Heimatstaat unter Verletzung des Refoulement-Ver-
bots drohen. Ferner enthält die Beschwerde keine diesbezüglichen Ein-
wände, so dass das SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG
zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist
(vgl. auch das Urteil des BVGer E-2617/2016 vom 28. März 2017 E. 3).
4.4 Der Beschwerdeführer beantragt zwar die Aufhebung des Nichteintre-
tensentscheids und das Eintreten auf sein Asylgesuch. In der Begründung
finden sich aber keine Teile, die sachgerecht gegen die erwähnten Nicht-
eintretensvoraussetzungen gerichtet wären, sondern die Beschwerde und
die Replik befassen sich inhaltlich ausschliesslich mit der Frage der Zuläs-
sigkeit und der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges. Der Nichteintre-
tensentscheid als solcher ist daher als substanziell unbestritten zu betrach-
ten. Der Beschwerdeführer beziehungsweise seine Rechtsvertreterin ver-
kennen durch die formelle Anfechtung auch des Nichteintretensentscheids
trotz einer materiell auf den Wegweisungsvollzug reduzierten Beschwer-
debegründung, dass bei Nichteintretensentscheiden nach Art. 31a Abs. 1
Bst. a AsylG im Gegensatz zu Dublin-Nichteintretensentscheiden nach
Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG allfällige Vollzugshindernisse gemäss Art. 83
Abs. 3 und 4 AIG (SR 142.20) durchaus separat zu prüfen sind, denn das
Fehlen von Überstellungshindernissen ist – abgesehen vom in Art. 31a
Abs. 1 Bst. a AsylG erwähnten Refoulement-Verbot – nicht bereits Voraus-
setzung des Nichteintretensentscheides (vgl. im Dublin-Kontext BVGE
2015/18 E. 5.2 m.w.H.; vgl. ferner das Urteil E-1755/2020 E. 7.2). Das
Rechtsbegehren auf Eintreten auf das Asylgesuch und Durchführung eines
materiellen Asylverfahrens ist demnach abzuweisen. Zudem ist das auf Be-
schwerdeebene mehrfach erhobene Ersuchen um Wahrnehmung des
Selbsteintrittsrechts systemwidrig und vorliegend nicht Gegenstand des
Verfahrens.
5.
5.1 Tritt das SEM auf ein Asylgesuch nicht ein, so verfügt es in der Regel
die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berück-
sichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG).
5.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche
Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44
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AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). Dies wird in der
Beschwerde nicht bestritten.
5.3 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den
gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG;
Art. 83 Abs. 1 AIG).
Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der
Schweiz (insb. Art. 5 Abs. 1 AsylG, Art. 33 Abs. 1 FK, Art. 25 Abs. 3 BV,
Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und an-
dere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder
Strafe [FoK, SR 0.105] und Art. 3 EMRK) einer Weiterreise der Ausländerin
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat ent-
gegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der
Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im
Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürger-
krieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet
sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von
Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. Der Vollzug ist
schliesslich nicht möglich, wenn die Ausländerin oder der Ausländer weder
in den Heimat- oder in den Herkunftsstaat noch in einen Drittstaat ausrei-
sen oder dorthin gebracht werden kann (Art. 83 Abs. 2 AIG).
Der Bundesrat bezeichnet Heimat- oder Herkunftsstaaten oder Gebiete
dieser Staaten, in welche eine Rückkehr zumutbar ist. Kommen weg- oder
ausgewiesene Ausländerinnen und Ausländer aus einem dieser Staaten
oder aus einem Mitgliedstaat der EU oder der EFTA, so ist ein Vollzug der
Weg- oder Ausweisung in der Regel zumutbar (Art. 83 Abs. 5 AIG).
Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss
Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei
der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen,
wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft
zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
6.
6.1 Das Gericht geht in konstanter Rechtsprechung grundsätzlich davon
aus, dass Griechenland als Signatarstaat der EMRK, der FoK und der FK
sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 (SR 0.142.301)
seinen entsprechenden völkerrechtlichen Verpflichtungen nachkommt.
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Das Vorliegen eines Vollzugshindernisses unter dem Aspekt der Zulässig-
keit bei Personen, denen von den griechischen Behörden ein Schutzstatus
verliehen wurde, wird vom Bundesverwaltungsgericht praxisgemäss nur
unter sehr strengen Voraussetzungen bejaht. Das Gericht anerkennt –
auch aufgrund der vom Beschwerdeführer eingebrachten Berichte –, dass
die Lebensbedingungen in Griechenland schwierig sind. Dennoch ist ge-
mäss Rechtsprechung diesbezüglich nicht von einer unmenschlichen oder
entwürdigenden Behandlung im Sinne von Art. 3 EMRK respektive einer
existenziellen Notlage auszugehen (so insb. Urteil des BVGer D-559/2020
vom 13. Februar 2020 E. 8.2 m.w.H. [als Referenzurteil publiziert]). Der
Beschwerdeführer macht im Wesentlichen geltend, seit der neuen Geset-
zeslage vom März 2020 in Griechenland würden bereits anerkannten
Flüchtlingen die Möglichkeit entzogen, ihr Recht auf Wohnung sowie auf
Sach- und Geldleistungen gerichtlich geltend zu machen und demzufolge
sei die Schutzinfrastruktur in Griechenland in einem derart hohen Masse
eingeschränkt worden, dass, wie es insbesondere auch auf den Beschwer-
deführer zutreffe, von einer Verletzung von Art. 3 EMRK auszugehen sei.
Dieser Einschätzung folgt das Gericht nicht. Es ist nicht zu erwarten, dass
die neue Gesetzeslage generell und bezüglich des Beschwerdeführers
persönlich ein "real risk" bewirken würde, unweigerlich einer menschen-
rechtswidrigen Lebenssituation ausgesetzt zu werden. Wie das SEM in der
Vernehmlassung in Bezug auf die neue Rechts- und Sachlage in Griechen-
land zu Recht ausführte, ist nicht davon auszugehen, dass Griechenland
sich in einen Widerspruch zu seinen völkerrechtlichen Verpflichtungen be-
geben wird. Deshalb vermag auch der Einwand in der Replik, eine umfas-
sende Überprüfung der einschlägigen Rechtsprechung zeige, dass dem
Bundesverwaltungsgericht bisher keine beziehungsweise keine detaillier-
ten Angaben seitens des jeweiligen Beschwerdeführers und/oder des SEM
über die neue Rechts- und Sachlage in Griechenland zugrunde gelegen
hätten, nicht durchzudringen. Abgesehen davon kann etwa auf das Urteil
des BVGer E-2714/2020 vom 9. Juni 2020 verwiesen werden, dem eben-
falls die Vorbringen zur Beurteilung zugrunde lagen, in Griechenland hätten
anerkannte Schutzberechtigte keinen Zugang zu Arbeit oder zu Sozialleis-
tungen, erhielten keinerlei Unterstützung bei der Suche nach einer Woh-
nung, müssten gleich nach ihrer Anerkennung die Flüchtlingsunterkünfte
verlassen, weshalb ihnen die Obdachlosigkeit drohe und ihnen der Zugang
zu entsprechenden Leistungen durch überhöhte formelle Anforderungen il-
lusorisch gemacht würden. Zudem habe Griechenland seine Asylpolitik in
jüngster Zeit erneut verschärft, wovon auch die Ankündigung des Migrati-
onsministers, sämtliche finanzielle Unterstützung für anerkannte Flücht-
linge komplett einzustellen, zeuge (vgl. a.a.O. E. 5). Auch in diesem Urteil
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ging das Gericht nicht davon aus, die bekannten Unzulänglichkeiten wür-
den in einer Weise auftreten, welche darauf schliessen liesse, Griechen-
land sei grundsätzlich nicht gewillt oder nicht fähig, Schutzberechtigten die
ihnen zustehenden Rechte und Ansprüche zu gewähren beziehungsweise
dass diese bei Bedarf nicht auf dem Rechtsweg durchgesetzt werden
könnten (vgl. a.a.O. E. 7.3). Im Falle einer Verletzung der Garantien der
EMRK steht zudem gestützt auf Art. 34 EMRK letztlich nach wie vor der
Rechtsweg an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR)
offen (vgl. Urteil D-559/2020 a.a.O.). Aufgrund der Akten liegen keine hin-
reichenden Anhaltspunkte dafür vor und wird durch die Rechtsschriften auf
Beschwerdeebene nicht konkretisiert dargetan, dass für den Beschwerde-
führer persönlich ein "real risk" bestehen würde, bei einer Rückkehr nach
Griechenland dort einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen
Strafe oder Behandlung ausgesetzt zu werden. Die blosse Möglichkeit, in
nicht absehbarer Zeit aus nicht vorausschaubaren Gründen in eine derart
missliche Lebenssituation getrieben zu werden, die einer Aussetzung einer
existenziellen Notlage und andauernden menschenrechtswidrigen Be-
handlung gleichkäme, vermag die Schwelle zu einem entsprechenden
"real risk" nicht zu überschreiten.
6.2 Es ist zudem mit dem SEM festzuhalten, dass Griechenland ein
Rechtsstaat ist, der über einen funktionierenden Polizei- und Justizapparat
verfügt (vgl. Urteil D-559/2020 E. 9.2 m.w.H.; Urteil des BVGer
E-4234/2018 vom 30. Juli 2018 E. 6.3.3, m.w.H.). Wenn der Beschwerde-
führer geltend macht, in Griechenland keine Sicherheit gehabt zu haben,
da zwei Personen aus Syrien und sogar sein Vater und ein Onkel aus Af-
ghanistan nach Griechenland gekommen seien und ihn bedroht hätten, ei-
ner der Syrer ihm gedroht habe, ihn zu vergewaltigen und sein Vater ihn
habe töten wollen, kann sich der Beschwerdeführer an die griechischen
Behörden wenden und die erforderliche Hilfe nötigenfalls auf dem Rechts-
weg einfordern (vgl. Urteil D-559/2020 E. 8.2 und 9.1). Es wäre im Übrigen
von ihm zu erwarten gewesen, dass er sich bei entsprechenden konkreten
ernsthaften Bedrohungen bereits vor seiner Ausreise aus Griechenland an
die griechische Polizei gewandt hätte und damit diesbezügliche Beweis-
mittel hätte beibringen können. Es ist zudem festzustellen, dass der Be-
schwerdeführer gerade entgegen seiner auf Beschwerdeebene vertrete-
nen Sichtweise in keiner Hinsicht Beweise darzulegen vermochte, die eine
auch der weiteren geltend gemachten Gefährdungen in konkret persönli-
cher Betroffenheit hätte hinreichend erkennbar machen können.
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6.3 Gestützt auf Art. 83 Abs. 5 AIG besteht die Vermutung, dass eine Weg-
weisung in einen EU- oder EFTA-Staat in der Regel zumutbar ist (vgl. An-
hang 2 der Verordnung über den Vollzug der Weg- und Ausweisung sowie
der Landesverweisung von ausländischen Personen [VVWAL,
SR 142.281]). Der Bundesrat ist – auch in Anbetracht der gegenwärtigen
Asylpolitik Griechenlands – auf seine diesbezügliche Einschätzung, welche
periodisch zu überprüfen ist (vgl. Art. 83 Abs. 5bis AIG), denn bisher auch
nicht zurückgekommen. Daran ändert auch der Einwand in der Replik des
Beschwerdeführers nichts, wonach es unrealistisch sei, dass die Schweiz
die Liste der sicheren Drittstaaten zeitgerecht anpassen könne. Es obliegt
der betroffenen Person, die Legalvermutung von Art. 83 Abs. 5 AIG umzu-
stossen (vgl. statt vieler das Urteil des BVGer E-2617/2016 vom 28. März
2017 E. 4). Der Beschwerdeführer beziehungsweise seine Rechtsvertrete-
rin verkennt in der Replik zudem, dass die Legalvermutung von Art. 83
Abs. 5 AIG nicht im Zusammenhang mit Art. 3 EMRK steht, sondern mit
der Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges.
Die Vorinstanz hat zutreffend auf die Verpflichtungen Griechenlands ge-
genüber Schutzberechtigten bezüglich Unterbringung, medizinischer Ver-
sorgung, Sozialhilfe und Erwerbstätigkeit hingewiesen, welche sich insbe-
sondere aus der Qualifikationsrichtlinie sowie aus der Flüchtlingskonven-
tion ergeben. Es bestehen keine verdichteten Hinweise darauf, Griechen-
land würde dem Beschwerdeführer dauerhaft die ihm gemäss der Richtli-
nie zustehenden minimalen Lebensbedingungen vorenthalten und ihn ei-
ner existenziellen Notlage aussetzen. In diesem Sinne ist mit der vorlie-
genden Vernehmlassung des SEM einig zu gehen, dass auch ein Aus-
schluss aus (zusätzlichen) Hilfsprogrammen für Asylsuchende oder Perso-
nen mit internationalem Schutzstatus wie ESTIA oder HELIOS nicht dazu
führt, dass dem Beschwerdeführer die ihm gemäss der Richtlinie zustehen-
den minimalen Lebensbedingungen dahingehend vorenthalten würden,
dass er nachhaltig einer konkreten Gefahr existenzieller Gefährdung aus-
gesetzt würde. Entgegen den Einwänden des Beschwerdeführers geht die
Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts nach wie vor davon aus,
dass Personen mit Schutzstatus griechischen Bürgerinnen und Bürgern in
Bezug auf Fürsorge, den Zugang zu Gerichten und den öffentlichen Schul-
unterricht respektive mit anderen Ausländern und Ausländerinnen bei-
spielsweise in Bezug auf Erwerbstätigkeit oder die Gewährung einer Un-
terkunft gleichgestellt sind (vgl. Art. 16-24 FK). Unterstützungsleistungen
und weitere Rechte können direkt bei den zuständigen Behörden eingefor-
dert werden, falls notwendig auf dem Rechtsweg. Die Schutzberechtigten
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können sich auf die Garantien in der Qualifikationsrichtlinie berufen, insbe-
sondere die Regeln betreffend den Zugang von Personen mit Schutzstatus
zu Beschäftigung (Art. 26), zu Bildung (Art. 27), zu Sozialhilfeleistungen
(Art. 29), zu Wohnraum (Art. 32) und zu medizinischer Versorgung
(Art. 30). Es darf inskünftig vom Beschwerdeführer erwartet werden, sich
bei Unterstützungsbedarf an die griechischen Behörden zu wenden und
die erforderliche Hilfe nötigenfalls auf dem Rechtsweg einzufordern. Auch
handelt es sich beim Beschwerdeführer um einen volljährigen jungen ge-
sunden Mann, der bei der Rückkehr nach Griechenland nicht an familiäre
Unterstützungspflichten gebunden wäre. Auch wenn in nicht zu verkennen-
den vielseitigen Erschwernissen für eine adäquate Eingliederung in die so-
zialen Strukturen Griechenlands als anerkannter Flüchtling zielführende
persönliche Anstrengungen gefordert sein dürften, darf vom Beschwerde-
führer auch eine im üblichen Rahmen zu erwartende Eigeninitiative und
Eigenverantwortung verlangt werden.
6.4 Nach dem Ausgeführten erweisen sich die Vorbringen des Beschwer-
deführers gegen den Wegweisungsvollzug sowohl unter dem Aspekt der
Zulässigkeit als auch der Zumutbarkeit als unbegründet. Auf die zahlrei-
chen für den Entscheid nicht wesentlichen Vorbehalte und vertretenen
Sichtweisen in der Beschwerde und der Replik ist nicht im Einzelnen ein-
zugehen. Der Wegweisungsvollzug nach Griechenland stellt sich für den
Beschwerdeführer nicht als unzulässig oder unzumutbar dar.
6.5
6.5.1 Der Vollzug der Wegweisung ist schliesslich nach Art. 83 Abs. 2 AIG
möglich, da die griechischen Behörden einer Rückübernahme des Be-
schwerdeführers ausdrücklich zugestimmt haben, er dort über eine Aufent-
haltsbewilligung verfügt und den Akten keine Hinweise auf eine Reiseun-
fähigkeit zu entnehmen sind.
6.5.2 Schliesslich steht auch die vom Covid-19-Virus ausgelöste Corona-
Pandemie dem Wegweisungsvollzug nicht entgegen. Die Anordnung einer
vorläufigen Aufnahme setzt voraus, dass ein Vollzugshindernis nicht nur
vorübergehender Natur ist, sondern voraussichtlich eine gewisse Dauer
bestehen bleibt. Ist dies nicht der Fall, so ist dem temporären Hindernis bei
den Vollzugsmodalitäten Rechnung zu tragen (vgl. Entscheidungen und
Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1995
Nr. 14 E. 8d und e).
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Bei der Corona-Pandemie handelt es sich – wenn überhaupt – um ein bloss
temporäres Vollzugshindernis, welchem somit im Rahmen der Vollzugsmo-
dalitäten durch die kantonalen Behörden Rechnung zu tragen ist, indem
etwa der Zeitpunkt des Vollzugs der Situation im Zielland angepasst wird.
7.
Zusammenfassend ist das SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. a
AsylG zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht einge-
treten, und ebenso zu Recht hat es den Wegweisungsvollzug dorthin als
zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet, weshalb die Anordnung der
vorläufigen Aufnahme ausser Betracht fällt.
8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist
(Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen.
9.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwerde-
führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Dieser beantragt indessen die
Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung. Dieses Gesuch ist gutzu-
heissen, da seine Begehren nicht von vornherein aussichtslos waren und
aufgrund der Umstände von seiner Mittellosigkeit auszugehen ist. Auf die
Erhebung der Verfahrenskosten ist zu verzichten. Mit dem vorliegenden
Urteil in der Sache wird der Antrag auf Verzicht auf die Erhebung eines
Kostenvorschusses gegenstandlos.
(Dispositiv nächste Seite)
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