Decision ID: 4b44eaa3-7e55-5d8d-870d-86f273016314
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
B._,
Beschwerdeführerin,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision
Sachverhalt:
A.
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A.a B._, geboren 1966, meldete sich am 21. Februar 2002 zum Bezug von IV-
Leistungen an. Sie führte darin aus, an Angstzuständen, Panikattacken, Gewichts- und
Persönlichkeitsstörungen sowie an einer abhängigen Persönlichkeit zu leiden (act.
G 7.1). Gestützt auf den Bericht der Klinik St. Pirminsberg vom 10. Juni 2002, worin die
behandelnden Ärzte eine abhängige Persönlichkeit (ICD-10: F16.7) mit auch emotional
instabilen Zügen, eine Benzodiazepin- und Hypnotikaabhängigkeit, gegenwärtig
abstinent, aber in beschützender Umgebung (ICD-10: F19.21), ein
Alkoholabhängigkeitssyndrom, gegenwärtig abstinent (ICD-10: F10.20) sowie eine
mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1) diagnostizierten und sowohl für die
bisherige Tätigkeit in einem Altersheim als auch für andere Tätigkeiten eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit bescheinigten (act. G 7.9), sprach die IV-Stelle der Versicherten mit
Verfügung vom 6. Februar 2003 eine ganze Rente mit Beginn am 1. Februar 2001 zu
(act. G 7.15).
A.b Im Rahmen eines von Amtes wegen eingeleiteten Rentenrevisionsverfahrens
berichtete der behandelnde Dr. med. A._, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, am
12. November 2006, dass sich der Gesundheitszustand der Versicherten
verbessert habe. Er diagnostizierte eine depressive Persönlichkeitsstörung mit Sucht-
Tendenz und eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) bei atypischer
Disposition (act. G 7.22).
A.c Im Auftrag der IV-Stelle untersuchten die Ärzte der Klinik St. Pirminsberg die
Versicherte am 25. September, am 10. und 31. Oktober 2007. Im psychiatrisch-neuro-
psychologischen Gutachten vom 6. Februar 2008 diagnostizierten die Experten eine
kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F61.0) mit emotional instabilen und
ängstlich-vermeidenden Anteilen sowie eine Alkohol- und Benzodiazepinabhängigkeit,
gegenwärtig abstinent (ICD-10: F10.20 und F13.20). Gestützt auf die bisherige
medizinische Aktenlage diagnostizierten sie aus somatischer Sicht eine COPD, eine
Adipositas und eine Erhöhung der Leberwerte unklarer Ätiologie. Diesbezüglich hielten
die Experten fest, dass sie die Auswirkungen der somatischen Erkrankungen auf die
Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht nicht beurteilen könnten. Aus psychiatrischer
Sicht seien der Versicherten leidensadaptierte Tätigkeiten täglich während vier Stunden
zumutbar bzw. sie verfüge hierfür über eine 50%ige Arbeitsfähigkeit. Im Vergleich zum
letzten Bericht der Klinik St. Pirminsberg vom 10. Juni 2002 sei die Versicherte
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zwischenzeitlich stabiler und habe die belastenden Erlebnisse bearbeiten sowie die
Abstinenz fortsetzen können (act. G 7.32).
A.d Mit Vorbescheid vom 21. April 2008 stellte die IV-Stelle der Versicherten in
Aussicht, die bisherige ganze Rente auf eine Dreiviertelsrente herabzusetzen. Zur
Begründung führte sie aus, dass sich der Gesundheitszustand der Versicherten
verbessert habe und sie über eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für leidensadaptierte
Tätigkeiten verfüge. Falls die Versicherte Interesse an beruflichen Massnahmen habe,
so solle sie sich bei der IV-Stelle melden (act. G 7.41).
B.
B.a Die Versicherte erhob dagegen am 5. Mai 2008 Einwand. Sie stellte sich auf den
Standpunkt, dass sie nach wie vor unter starken Rückenschmerzen und Panikattacken
leide, die trotz Psychotherapie nie hätten verhindert werden können. Wegen dieser
weiterhin bestehenden gesundheitlichen Probleme und der doch relevanten
Einschränkungen liege keine Reduktion des Invaliditätsgrades vor (act. G 7.42).
B.b Die IV-Stelle verfügte am 17. Juli 2008 entsprechend dem Vorbescheid vom
21. April 2008 und setzte die Rentenleistung mit Wirkung ab 1. September 2008 herab.
Zu den Vorbringen der Versicherten führte sie aus, das genannte Tätigkeitsprofil zur
Ausführung einer leidensadaptierten 50%igen Tätigkeit sei mit einem Leidensabzug
von 15% berücksichtigt worden. Die psychischen Einschränkungen hätten dabei
Berücksichtigung gefunden. Die angegebenen Rückenschmerzen hätten gemäss
Aussagen der medizinischen Fachpersonen keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(act. G 7.45).
C.
C.a Gegen die Verfügung vom 17. Juli 2008 richtet sich die Beschwerde vom 12.
August 2008. Die Beschwerdeführerin beantragt darin die Beibehaltung des bisherigen
IV-Grades. Ergänzend zu den bereits im Einwand vertretenen Argumenten bringt sie
vor, es sei auf dem konkreten Arbeitsmarkt unmöglich, eine Stelle zu finden, welche die
durch die Beschwerdegegnerin festgehaltenen Einschränkungen berücksichtige. Es sei
ihr im Nachgang zu fünf Abklärungen durch die Klinik St. Pirminsberg im Dezember
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2007 und Januar 2008 erklärt worden, dass die dortigen Abklärungsergebnisse auf eine
vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit hinweisen würden. Ferner weist sie darauf hin, dass
sie im Alltagsbereich durch einen Beistand betreut werde (act. G 1).
C.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 24. September
2008 die Beschwerdeabweisung. Ferner sei festzustellen, dass die Beschwerdeführerin
lediglich Anspruch auf eine halbe IV-Rente habe. Eine Verbesserung des
Gesundheitszustandes sei gestützt auf das Gutachten vom 6. Februar 2008
ausgewiesen. Entgegen der im Verwaltungsverfahren vertretenen Auffassung erachtet
die Beschwerdegegnerin bei der Ermittlung des Valideneinkommens ein Abstellen auf
die LSE-Durchschnittslöhne für sachgerecht, da keine repräsentative
Einkommensbasis zur Verfügung stehe. Bei der Bestimmung des Invalideneinkommens
unterlässt die Beschwerdegegnerin in Abweichung zur angefochtenen Verfügung die
Vornahme eines Leidensabzugs, da die Beschwerdeführerin auch körperlich
mittelschwere Tätigkeiten ausüben könne. Auf dieser Grundlage ermittelt sie neu einen
Invaliditätsgrad von 50% (act. G 7).
C.c Die Beschwerdeführerin hält in der Replik vom 20. Oktober 2008 an ihrem Antrag
fest (act. G 10).
C.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf die Einreichung einer Duplik (act. G 12).

Erwägungen:
1.
1.1 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) in der seit 1. Januar 2008 gültigen Fassung besteht der Anspruch auf eine
ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf
eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.2 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer rentenbeziehenden Person erheblich, so wird
die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht,
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herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Anlass zur
Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die
geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die
Invalidenrente ist somit nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des
Gesundheitszustands, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen
Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich
verändert haben (BGE 130 V 349 f. E. 3.5). Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung
einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte rechtskräftige Verfügung, die auf
einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkommensvergleichs beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur
Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4). Dagegen stellt die
bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen
unverändert gebliebenen Gesundheitszustands auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein
genommen keinen Revisionsgrund im Sinn von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (Urteil des
Bundesgerichts vom 3. November 2008, 9C_562/08, E. 2.1).
1.3 Im sozialversicherungsgerichtlichen Verfahren hat das Gericht den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig
davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige
Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es beim
Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht
erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben,
warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt.
Hinsichtlich des Beweiswerts eines ärztlichen Gutachtens ist im Licht dieser
Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen
umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der
untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen
Fehlentwicklungen nötig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in
Auseinandersetzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung
der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die
Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass
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die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob die Experten nicht
auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen
erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deutlich machen (BGE 134 V 231
E. 5.1).
2.
2.1 Gestützt auf den Verlaufsbericht der Klinik St. Pirminsberg vom 6. Februar 2008
hielt die Beschwerdegegnerin dafür, dass sich der Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin wesentlich verbessert habe und ihr eine leidensadaptierte Tätigkeit
wieder mit einem Pensum von 50% zumutbar wäre (act. G 7). Die Beschwerdeführerin
bestreitet, dass sich ihr Gesundheitszustand verbessert habe (act. G 1).
2.2 Auf der Grundlage der früheren medizinischen Unterlagen, der erhobenen Befunde,
dreimaliger persönlicher Untersuchungen und der telefonischen Auskünfte der
behandelnden Ärzte legten die Experten im Verlaufsbericht vom 6. Februar 2008 dar,
dass die diagnostizierten Krankheiten (kombinierte Persönlichkeitsstörung mit
emotional instabilen und ängstlich vermeidenden Anteilen; Alkohol- und
Benzodiazepinabhängigkeit, gegenwärtig abstinent) im Vergleich zur medizinischen
Einschätzung vom 10. Juni 2002 (act. G 7.9) nicht mehr eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit begründen. Der Beschwerdeführerin sei neu eine leidensadaptierte
Tätigkeit zu 50% bzw. vier Stunden täglich zumutbar. Zur Befundänderung führten sie
aus, dass die Langzeittherapie erfolgreich verlaufen sei. Die Beschwerdeführerin sei
zwischenzeitlich stabiler, habe in der Psychotherapie die belastenden Erlebnisse in der
Vergangenheit bearbeiten und die Abstinenz fortsetzen können (act. G 7.32).
2.3 Die Beschwerdeführerin bringt keine konkreten Mängel gegen den Verlaufsbericht
der Klinik Valens vom 6. Februar 2008 vor. Es sind auch keine Punkte ersichtlich, die
gegen den Beweiswert dieses ärztlichen Berichtes sprechen würden, zumal er
hinsichtlich der festgestellten gesundheitlichen Verbesserung und einer möglichen
Arbeitsfähigkeit mit der Einschätzung des behandelnden Dr. A._ einhergeht (vgl. zum
verbesserten Zustand den Verlaufsbericht Dr. A._ vom 12. November 2006, act.
G 7.22; zur Arbeitsfähigkeit vgl. die telefonische Auskunft anlässlich der
Verlaufsbegutachtung, act. G 7.32-12). Gestützt darauf ist von einer Arbeitsfähigkeit
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von 50% für leidensadaptierte Tätigkeiten auszugehen. Soweit die Beschwerdeführerin
gegen das Bestehen einer teilweisen Arbeitsfähigkeit Rückenschmerzen ins Feld führt
(act. G 1), kann ihr nicht gefolgt werden. Denn die Ärzte der Klinik Valens stellten auf
der körperlichen Ebene keine die Arbeitsfähigkeit limitierenden Beeinträchtigungen fest
(act. G 7.32-24). Damit stimmt die Aussage des behandelnden Arztes überein, dass die
somatischen Befunde keine Auswirkungen auf die (quantitative) Leistungsfähigkeit
hätten (telefonische Auskunft anlässlich der Untersuchung der Klinik Valens, act.
G 7.32-12). Im Übrigen ergeben sich aus der Aktenlage keine ärztlichen Feststellungen,
die auf das Bestehen eines invalidisierenden Rückenleidens hindeuten würden.
3.
Zu prüfen bleiben damit die erwerblichen Auswirkungen der für leidensadaptierte
Tätigkeiten bestehenden 50%igen Arbeitsfähigkeit.
3.1 Bei der Ermittlung des Valideneinkommens wird in der Regel am zuletzt erzielten,
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten
Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige
Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1). Mithin besteht
die Vermutung, dass die versicherte Person der letzten Erwerbstätigkeit, insbesondere
wenn sie über längere Zeit ausgeübt wurde oder sie der beruflichen Ausbildung
entsprach, auch weiterhin nachgehen würde (Urteil des Bundesgerichts vom
22. September 2009, 8C_143/09, E. 2.2.1 mit Hinweisen). In der ursprünglichen
Rentenverfügung vom 6. Februar 2003 ging die Beschwerdegegnerin für die Ermittlung
des Valideneinkommens von der letzten Tätigkeit der Beschwerdeführerin bei einem
Altersheim aus (act. G 7.11-2; vgl. zum Einkommen den IK-Auszug in act. G 7.7-1).
Auch in der angefochtenen Verfügung stellte die Beschwerdegegnerin im
Verwaltungsverfahren auf die Lohnverhältnisse des zuletzt ausgeübten
Arbeitsverhältnisses ab (zur Lohnauskunft vgl. act. G 7.36) und ermittelte ein
Valideneinkommen von Fr. 56'339.--. Da die Tätigkeit in der Alterspflege seit 1984 der
erwerblichen Biographie der Beschwerdeführerin entspricht und das
Valideneinkommen auf konkreten Lohnangaben des letzten Arbeitgebers vor Eintritt der
Invalidität beruht, ist - entgegen der erst im Beschwerdeverfahren anderslautenden
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Auffassung der Beschwerdegegnerin (act. G 7, S. 3) - von einem Valideneinkommen
von Fr. 56'339.-- auszugehen.
3.2 Von den Parteien unbestritten ist, dass für die Ermittlung des Invalideneinkommens
die Durchschnittslöhne der schweizerischen Lohnstrukturerhebung heranzuziehen sind.
Soweit die Beschwerdeführerin mangelnde Verwertbarkeit ihrer Restarbeitsfähigkeit
geltend macht, kann ihr nicht gefolgt werden. Deren Bezugspunkt für die
Invalidenversicherung ist - in Abgrenzung zur Arbeitslosenversicherung - der
ausgeglichene Arbeitsmarkt, der unabhängig von konjunkturellen Schwankungen ein
bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot und der Nachfrage nach Stellen
umschliesst und von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten
aufweist, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und
intellektuellen Voraussetzungen als auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes.
Letzteres gilt auch im Bereich der un- und angelernten Arbeitnehmer (ZAK 1991, S.
321). Die von der Klinik Valens und vom RAD umschriebenen Voraussetzungen an eine
adaptierte Tätigkeit - körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten ohne hohe
Anforderungen an die allgemeine kognitive Leistungsfähigkeit, keine Arbeit unter
Zeitdruck, reduzierte psychische Belastbarkeit, keine Arbeit in geschlossenen Räumen,
keine Tätigkeit im Gastgewerbe (act. G 7.32-26 ff., G 7.33) - begrenzen zwar die
Arbeitsmöglichkeiten, sind aber nicht derart einschränkend, dass ein ausgeglichener
Arbeitsmarkt nicht entsprechende Stellen aufweisen würde (vgl. auch die Ausführungen
in der Beschwerdeantwort, act. G 7, III, Ziffer 4).
3.2.1 Im Jahr 2008 betrug der auf einer 40-stündigen Arbeitswoche beruhende
Durchschnittslohn der Tabelle TA1, Anforderungsniveau 4, Frauen, monatlich
Fr. 4'116.-bzw. jährlich Fr. 49'392.--. Da der Beschwerdeführerin eine leidensadaptierte
Tätigkeit aus medizinischer Sicht lediglich vier Stunden täglich zumutbar ist, hat eine
Aufrechnung des Tabellenlohns auf die durchschnittliche Wochenarbeitszeit zu
unterbleiben. Unter der Berücksichtigung der Restarbeitsfähigkeit von 50% resultiert
damit ein Einkommen von Fr. 24'696.-- (Fr. 49'392.-- x 0.5).
3.2.2 Im Verwaltungsverfahren hielt die Beschwerdegegnerin bei der Bestimmung des
Invalideneinkommens noch einen Leidensabzug von 15% für gerechtfertigt (vgl. act.
G 7.38). Im Beschwerdeverfahren hingegen stellt sie sich auf den Standpunkt, dass ein
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Leidensabzug nicht gerechtfertigt sei, da die Beschwerdeführerin auch körperlich
mittelschwere Tätigkeiten ausüben könne (act. G 7). Bei dieser Argumentation verkennt
die Beschwerdegegnerin, dass bei der Beantwortung der Frage nach der Vornahme
eines Leidensabzugs sämtliche persönlichen sowie beruflichen Umstände der
versicherten Person zu berücksichtigen sind und damit nicht allein auf das
Anforderungsprofil der zumutbaren Tätigkeit abgestellt werden darf. Aus medizinischer
Sicht sind der Beschwerdeführerin im Übrigen nur noch einfachere manuelle
Tätigkeiten zumutbar, die nicht hohe Anforderungen an die allgemeine kognitive
Leistungsfähigkeit stellen (act. G 7.32-26). Weiter zu beachten ist, dass das Arbeiten in
geschlossenen Räumen bei der Beschwerdeführerin zu rasch ansteigender Angst
führen kann (act. G 7.32-23). Bei Aufgaben, die geteilte Aufmerksamkeit bzw. erhöhte
Konzentration und kognitive Flexibilität erfordern, liegt das Verarbeitungstempo stark
unter der Altersnorm. Zudem besteht unter Zeitdruck eine verminderte Fehlerkontrolle
(act. G 7.32-24). Nach dem Gesagten ist die Beschwerdeführerin für körperlich leichte
Tätigkeiten erheblich eingeschränkt und es besteht selbst für Arbeiten im
Anforderungsniveau 4 lediglich noch ein beschränkter Bereich für zumutbare
Tätigkeiten. Hinzu kommt, dass das COPD zusätzliche Anforderungen an einen
Arbeitsplatz stellen dürfte (z.B. keine Arbeiten mit Expositionen gegenüber
atemwegsreizenden Stäuben, Rauch, Dämpfen usw.).
3.2.3 Ins Gewicht fällt weiter, dass die Beschwerdeführerin einer längeren
Einarbeitungszeit bedarf (act. 7.32-26), aufgrund in der Vergangenheit mehrmals
aufgetretener Exazerbationen der COPD (act. G 7.32-12; "episodenhaftes" Auftreten,
act. G 7.22) und der ausgesprochenen emotionalen Instabilität (act. G 7.32-24) über ein
erhöhtes Krankheitsrisiko verfügt, bei der Ausübung einer Tätigkeit auch
arbeitgeberseits der "relativ" hohen Gefahr einer Überforderung und Überschreitung
der psychischen Belastbarkeit (act. G 7.32-24) Rechnung getragen werden muss und
die Beschwerdeführerin bei der Arbeit einer - wohl einfühlsamen - Bezugsperson
bedarf, zu der sie Vertrauen aufbauen kann (act. G 7.32-27).
3.2.4 Insgesamt bestehen keine Anhaltspunkte dafür, den von der
Beschwerdegegnerin im Verwaltungsverfahren für angemessen erachteten
Leidensabzug von 15% (act. G 7.38) zu korrigieren und in ihr Ermessen einzugreifen.
Die Frage, ob nicht sogar ein höherer Abzug gerechtfertigt wäre, kann offen gelassen
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werden. Denn sowohl bei einem Leidensabzug von 15% wie auch selbst bei einem
Maximalabzug von 25% resultiert ein Invalideneinkommen von Fr. 20'992.-- bzw.
Fr. 18'522.-- bzw. ein Invaliditätsgrad von 63% ([{Fr. 56'339.-- - Fr. 20'992.--} /
Fr. 56'339.--] x 100) bzw. von 67% ([{Fr. 56'339.-- - Fr. 18'522.--} / Fr. 56'339.--]
x 100). Damit hat die Beschwerdeführerin in beiden Fällen einen Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
4.
Die von der Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung vorgenommene
Rentenherabsetzung auf eine Dreiviertelsrente ist damit rechtmässig. Der von ihr in der
Beschwerdeantwort gestellte Antrag auf Herabsetzung auf eine halbe Rente erweist
sich demgegenüber als unbegründet. Der Beginn des herabgesetzten
Rentenanspruchs (1. September 2008, act. G 7.46) erfolgte in Nachachtung von
Art. 88 Abs. 2 lit. a der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201)
und blieb unbestritten, weshalb er nicht zu beanstanden ist.
5.
Wie vor der Rentenzusprache ist auch vor einer Rentenrevision von Amtes wegen
grundsätzlich die Eingliederungsfrage zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts vom
28. April 2008, 9C_720/07, E. 4.1, auf dem Internet publizierter Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 22. Mai 2007, IV 2006/100, E. 3b
sowie nicht veröffentlichter Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons
St. Gallen vom 27. März 2007, IV 2007/9 Z, mit Hinweisen). Die Beschwerdegegnerin
hat die Eingliederungsfrage nicht explizit beantwortet, einen Anspruch auf
Eingliederungsmassnahmen aber implizit mit dem Entscheid über die Rentenfrage
verneint. Angesichts des Fehlens eines Antrages durch die Beschwerdeführerin auf
Gewährung von Eingliederungsmassnahmen - obschon sie von der
Beschwerdegegnerin im Vorbescheid vom 21. April 2008 auf die entsprechende
Möglichkeit hingewiesen wurde (act. G 7.41) - und ihrer bis zum jetzigen Zeitpunkt
fehlenden Eingliederungsbemühungen (vgl. act. G 1, G 7.42 und G 10) ist das Vorgehen
der Beschwerdegegnerin im Ergebnis nicht zu beanstanden. Allerdings ist es geboten,
dass die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin in den Bemühungen um eine
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Integration in eine adaptierte Tätigkeit durch geeignete Massnahmen (z.B.
Arbeitsvermittlung) unterstützt.
6.
6.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.
6.2 Der Beschwerdeführerin wurde die unentgeltliche Rechtspflege am 25. September
2008 bewilligt (act. G 8). Wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse der
Beschwerdeführerin es gestatten, kann sie jedoch zur Nachzahlung der Gerichtskosten
verpflichtet werden (Art. 288 Abs. 1 ZPO/SG i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP/SG).
6.3 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Diese ist
der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher
Rechtspflege ist die Beschwerdeführerin von der Bezahlung der Gerichtskosten zu
befreien. Eine Kostenauflage an die IV-Stelle ist trotz ihres nicht gutgeheissenen
Antrags betreffend die Reduktion auf eine halbe Rente nicht gerechtfertigt; denn dieser
Antrag hat keine eigenständige Bedeutung, nachdem einerseits die
Rechtsmittelberechtigung im kantonalen Verfahren der IV-Stelle nicht zusteht und
anderseits die Beschwerdeinstanz gehalten ist, aufgrund der Anfechtung der
Rentenherabsetzung durch die versicherte Person die Rentenberechtigung als Ganzes
zu überprüfen (vgl. Urteil des Bundesgerichtes vom 10. Juni 2002, I 730/01, mit
Hinweis auf BGE 106 V 249). Dass die Verwaltung nachträglich ihre Meinung ändert, ist
per se nicht unzulässig. Von einem Rachefeldzug kann entgegen der Meinung der
Beschwerdeführerin (vgl. Replik, act. G 10) nicht die Rede sein. Immerhin wirft es ein
ungünstiges Licht auf die Abklärungs- und Verfügungspraxis, wenn die Verwaltung
nicht nur sehr ausnahmsweise im Beschwerdeverfahren eine reformatio in peius
beantragt (Urteil des Bundesgerichtes vom 7. Januar 2009, 8C_348/2008).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG
bis
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