Decision ID: ddf86356-e20d-57ab-b4ae-e8ed5472aa9e
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
R._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Rony Kolb, Diepoldsauerstrasse 24, Postfach
217, 9443 Widnau,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
IV-Leistungen
Sachverhalt:
A.
A.a Der 1957 geborene R._ beantragte erstmals im Januar 1997 wegen seit 1990
zunehmender psychischer Probleme Leistungen der Invalidenversicherung namentlich
für Berufsberatung, Umschulung auf eine neue oder Wiedereinschulung in die bisherige
Tätigkeit und Arbeitsvermittlung. Er habe den Beruf des Autolackierers gelernt und
verschiedene Ausbildungen als Schweisser absolviert (IV-act. 1). Ab 1981 war er
gemäss IK-Auszug selbständig erwerbstätig gewesen (IV-act. 2). Nach einer
Arbeitgeberbescheinigung vom 11. Februar 1997 war er befristet von Mai 1993 bis April
1994 als Schlosser angestellt gewesen, gemäss einer weiteren vom 15. April 1997 war
er in einer anderen Unternehmung von März 1995 bis Juni 1996 als Schweisser
beschäftigt gewesen (IV-act. 3 und 5). Dieses letzte Arbeitsverhältnis wurde von der
Arbeitgeberin wegen unregelmässigen Erscheinens zur Arbeit aufgelöst.
A.b Dr. med. A._ gab in seinem Bericht vom 10. März 1997 als Diagnose eine
Alkoholabhängigkeit vom Gamma-Typ an. Er betreue den Versicherten seit 1992
phasenweise. Insgesamt habe dieser schon mehr als 200 Mal Antabus genommen,
also total etwa zwei Jahre lang, allerdings mit Unterbrüchen. Ohne dieses Mittel
komme es gelegentlich zu enormem Alkoholkonsum. Der Versicherte sei deswegen
schon verschiedentlich in der KPK St. Pirminsberg hospitalisiert gewesen. Die Arbeit
als Schweisser sei für ihn körperlich nie ideal gewesen. Im Rahmen der gegenwärtigen
Arbeitslosigkeit könne der Versicherte einen Kurs zum Screen-Designer absolvieren.
Gegenwärtig seien keine beruflichen Massnahmen nötig; sollte der Kurs aber scheitern,
müsste die Frage neu geprüft werden. Sinke der Versicherte wieder in seine Alkohol-
Problematik ab, müsste allenfalls eine längere stationäre Kur in Betracht gezogen
werden. Beigelegt waren ein Bericht der KPK St. Pirminsberg vom 20. Januar 1997 und
ein Bericht des Spitals Wattwil vom 12. Dezember 1996. Letzterem war zu entnehmen,
dass der Versicherte seit 25 Jahren alkoholabhängig sei. Seit 1976 gebe es unter
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Antabus und bei einem Status nach verschiedenen stationären Entzugsbehandlungen
ein bis zwei Mal pro Jahr exzessive Alkoholrückfälle bei unbefriedigender
Arbeitssituation, Eheproblemen und selbstunsicherer Persönlichkeit mit sozialen
Ängsten. Diagnostiziert wurden ein chronischer Alkoholabusus mit Hepatopathie,
passagerer akuter Pankreatitis, Neuropathie (Ataxie) und Verdacht auf
Wesensveränderung, ein Cannabisabusus, ein chronischer Nikotinabusus mit
chronischer Bronchitis, eine Chondropathia patellae rechts, und ein Status nach
Unterschenkelfraktur links, nach Unterarmfraktur rechts und nach dreimal
Nasenbeinfrakturen (IV-act. 4).
A.c Mit Verfügung vom 23. Juni 1997 lehnte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle
des Kantons St. Gallen das Leistungsgesuch ab. Die Abklärungen hätten ergeben,
dass der Versicherte einerseits wegen der angespannten Wirtschaftslage und
andererseits wegen der Alkoholproblematik seit Juni 1996 keine Anstellung mehr finde
(IV-act. 9). Der IV-Arzt hatte dafürgehalten, Alkoholabusus allein stelle keine Invalidität
im Sinne des Gesetzes dar. Die Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
B.
B.a Mit Neuanmeldung vom 20./24. Oktober 2006 beantragte der Versicherte eine
Rente. Er sei manisch-depressiv, vergesslich und nicht belastbar, leide an Burnout,
Überforderung und Konzentrationsstörungen, und seine Alkoholabhängigkeit bestehe
seit Jahren. Im Mai 2002 habe er zum zweiten Mal geheiratet. Als Autolackierer sei er
angelernt. Als Schweisser habe er monatlich Fr. 4'300.--, als Programmierer
Fr. 4'500.-- und an einer anderen Stelle Fr. 4'000.-- verdient. Von Oktober 2005 bis
Februar 2006 sei er arbeitslos gewesen. Seit 23. Mai 2006 sei er vollständig
arbeitsunfähig (IV-act. 10).
B.b Am 24. Oktober 2006 wies die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle den
Versicherten darauf hin, dass in einem "Revisionsgesuch" eine anspruchserhebliche
Änderung des Invaliditätsgrades glaubhaft zu machen sei. Bis zum 24. November 2006
seien deshalb Nachweise wie etwa Arztberichte einzureichen, aus denen sich der
Verlauf und die allfälligen rechtserheblichen Änderungen (des Sachverhalts) ersehen
liessen. Würden innert Frist keine Unterlagen oder lediglich Unterlagen eingereicht,
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welche keine Revisionsgründe nachweisen würden, müsse mit einem
Nichteintretensentscheid gerechnet werden (IV-act. 13). Der Versicherte reichte keine
entsprechenden Unterlagen ein (IV-act. 14), worauf die Sozialversicherungsanstalt/IV-
Stelle mit Vorbescheid vom 1. Dezember 2006 (IV-act. 15 f.) einen
Nichteintretensentscheid ankündigte.
B.c Gegen den Vorbescheid wandte der Versicherte am 19. Dezember 2006 ein, sein
Gesundheitszustand habe sich in den letzten Jahren erheblich verschlechtert. Als
Webdesigner und Serviceadministrator könne er nicht mehr arbeiten; sein Gedächtnis
lasse es nicht mehr zu. Dr. med. B._, Allgemeine Medizin FMH, habe ihn für ein
neuropsychologisches Gutachten in der Rheinburg-Klinik angemeldet. Laut der
mündlichen Aufklärung bestünden erhebliche Beeinträchtigungen des Gehirns. Die
schriftlichen Befunde werde er nach Vorliegen zusenden (IV-act. 17).
B.d Am 26. Januar 2007 reichte der Versicherte den Bericht der Rheinburg-Klinik vom
21. Dezember 2006 an Dr. B._ samt dazugehörendem neuropsychologischen Bericht
ein. Die Klinik hatte Leistungsminderungen im Aufmerksamkeits- und
Gedächtnisbereich bei Alkoholabusus diagnostiziert. Aktuell bestünden ausgeprägte
Defizite im neuropsychologischen Bereich, die weitgehend, wenn nicht ausschliesslich
im Zusammenhang mit dem Alkoholabusus zu sehen seien. Es lasse sich nicht
abschätzen, wieweit bei erneuter Abstinenz Fähigkeiten zurückkehren würden. Nur eine
längerfristige kontrollierte Abstinenz von mindestens drei bis sechs Monaten erlaube
eine neue Beurteilung und eine realistische Prognosestellung. Die Etablierung einer
gesicherten Antabus-Behandlung sei begrüssenswert, scheine aber angesichts der
unsicheren Compliance nicht ohne Risiken. Eine zusätzliche edukative
persönlichkeitsfördernde Behandlungskomponente sei dringend zu empfehlen (IV-act.
20).
B.e Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung hielt am 3. April
2007 fest, eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Versicherten seit
1997 sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit anzunehmen. Neben einem Bericht von
Dr. B._ sei ein psychiatrisches Gutachten zu veranlassen (IV-act. 21). Am 17. April
2007 erging der Auftrag an Dr. med. C._ (IV-act. 28).
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B.f Mit Arztbericht vom 2. Mai 2007 berichtete Dr. B._ der IV-Stelle, beim
Versicherten bestehe seit vielen Jahren eine chronische Alkoholabhängigkeit mit
Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen (in Abklärung). Vom 1. Juli 2006 bis 29.
Januar 2006 (recte: 2007) sei er zu 100 % und dann bis 19. März 2006 (recte: 2007) zu
50 % arbeitsunfähig gewesen. Seit dem 20. März 2006 (recte: 2007) sei er bis auf
weiteres wieder zu 100 % arbeitsunfähig. Kurzgedächtnisstörungen würden die
Computerarbeit erschweren bzw. verunmöglichen. Es bestünden ein herabgesetztes
Durchhaltevermögen und eine Konzentrationsschwäche. Die bisherige Tätigkeit sei
noch höchstens während einer bis drei Stunden täglich zumutbar bei einer um 50 bis
70 % verminderten Leistungsfähigkeit. Für eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit am
bisherigen Arbeitsplatz wäre Abstinenz Voraussetzung. Ob dem Versicherten andere
Tätigkeiten zumutbar seien, müsste abgeklärt werden. Computerarbeit scheine als
solche eine angepasste Tätigkeit zu sein. Am 24. März 2007 sei der Versicherte
gestürzt (grosse frontale Rissquetschwunde, Commotio; in der Folge Augenschmerzen
rechts mit verschleiertem Sehen). Er sei aktuell abstinent und erhalte Remeron und bei
Bedarf Trittico. Er sei arbeitslos und beziehe ein Krankentaggeld bei einer
Arbeitsfähigkeit von ca. 50 %. Sofern der Versicherte abstinent bleibe, werde er im Juni
2007 zu einer zweiten Abklärung in der Rheinburg-Klinik aufgeboten, um zu beurteilen,
ob andere als durch den Alkoholabusus bedingte Defizite vorlägen, welche seine
Erwerbsfähigkeit einschränkten. Diese Abklärung erscheine vorrangig. Es sei
erstaunlich, dass der Versicherte sich trotz der vielen Rückschläge in der
Vergangenheit mit seinen eigenen Ressourcen durchgebracht habe. Ob es gelingen
werde, ihn zu stabilisieren, ihn konfliktfähiger und frustrationstoleranter zu machen,
bleibe offen. Dr. B._ legte ergänzend Berichte der KPK St. Pirminsberg vom 18.
Oktober 2006 und des Spitals Altstätten vom 5. Januar 2007 bei (IV-act. 30).
B.g Im Gutachten von Dr. C._ vom 23. Juni 2007 wurden als Diagnosen erwähnt ein
Alkoholabhängigkeitssyndrom (in den letzten Jahren episodischer Substanzgebrauch,
gegenwärtig abstinent) und Leistungsminderungen im Aufmerksamkeits- und
Gedächtnisbereich bei Alkoholabusus. Nach dem Sturz vom 24. März 2007 habe
Dr. B._ wegen eines Verdachts auf eine Hirnblutung eine CT-Abklärung veranlasst.
Aufgrund des Befundes, in welchem offenbar Unregelmässigkeiten festgestellt worden
seien, und bei dem bekannten Alkoholismus mit neuropsychologischen Defiziten
würden sich weitere Abklärungen aufdrängen, nämlich eine neurologische und eine
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(neue) neuropsychologische Abklärung. Ohne entsprechende Ergebnisse sei es sehr
schwer, eine definitive Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit abzugeben. Die
neuropsychologische Abklärung sei auf August geplant. Sollte der gleiche Befund wie
im Dezember 2006 vorliegen, müsste man mit einer Arbeitsunfähigkeit von etwa 50 %
rechnen. Es liege eine sekundäre Sucht vor. Bei Rückfall sollte unbedingt eine
stationäre Alkoholentwöhnung in die Wege geleitet werden (IV-act. 32).
B.h Der RAD ersuchte am 10. September 2007 um weitere Angaben zu der
vorgeschlagenen neurologischen Abklärung, um Einholung des Abklärungsberichts der
neuropsychologischen Abklärung und um eine Anfrage an den Unfallversicherer (IV-
act. 33).
B.i Durch die Unfallversicherung erhielt die IV Kenntnis von einem Bericht über die
cranio-cerebrale Kernspintomographie vom 18. Mai 2007. Dabei waren multiple
Signalstörungen im Marklager beider Grosshirnhemisphären unter frontaler
Bevorzugung gefunden worden, in erster Linie Glioseherden im Rahmen einer
chronischen Marklagerischämie entsprechend; zudem vermutete bilaterale
Stammganglienverkalkungen im Globus pallidus.
B.j Die Rheinburg-Klinik reichte am 21. September 2007 eine Kopie ihres Berichts
über eine neuropsychologische und neurologische Untersuchung des Versicherten an
Dr. B._ vom 12. September 2007 ein. Darin war dargelegt worden, es lägen als
Diagnose neuropsychologische Funktionsstörungen (insbesondere im Bereich
Aufmerksamkeit) bei chronischem Alkoholabusus vor. In den neurologischen
Untersuchungsbefunden fänden sich keine fokal neurologischen Ausfälle, die auf eine
somatische Alkoholstörung hinweisen würden. Hingegen seien in der
neuropsychologischen Untersuchung deutliche bis schwere Beeinträchtigungen in den
Aufmerksamkeitsfunktionen mit einem schwankenden und insgesamt deutlich
herabgesetzten Konzentrationsniveau, einer allgemeinen Verlangsamung der
Verarbeitungsgeschwindigkeit und der Aufmerksamkeitsaktivierung sowie erhebliche
qualitative Einschränkungen bei der selektiven und der geteilten Aufmerksamkeit
nachweisbar gewesen. Die Gedächtnisleistungen seien etwas weniger betroffen. Im
Vergleich zur Voruntersuchung vom 7. Dezember 2006 hätten sich nur wenige
Veränderungen gezeigt; Entscheidendes habe sich seit dem letzten Jahr nicht
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verändert. Allerdings habe der Versicherte anscheinend in seinem Familienleben eine
gute Balance gefunden. Es bestehe eine Arbeitsfähigkeit von höchstens 50 %. Diese
Voraussetzungen entsprächen am ehesten einer Arbeit im geschützten Rahmen (IV-act.
41).
B.k Am 7. November 2007 bestätigte der RAD das Vorliegen eines
Gesundheitsschadens mit einer nachvollziehbaren Arbeitsfähigkeit in adaptierter
Tätigkeit von höchstens 50 % im genannten Rahmen. Bei fraglicher Verwertbarkeit
dieser Arbeitsfähigkeit in der freien Wirtschaft empfahl der RAD zunächst einen
entsprechenden Eingliederungsversuch (IV-act. 42).
B.l Gemäss dem IV-Beratungsprotokoll (IV-act. 44) wurde im November 2007 die IV-
Eingliederungsberatung aufgenommen. Dr. B._ berichtete gemäss dem Protokoll am
8. Januar 2008, der Versicherte habe wegen eines massiven Abusus hospitalisiert
werden müssen. Die KPK St. Pirminsberg teilte am 20. Mai 2008 mit, der Versicherte
sei seit dem 26. April 2008 (bis 21. Mai 2008) in der Klinik. Es handle sich um eine
bipolare Störung. Dr. B._ schrieb am 28. Mai 2008 (Mail, IV-act. 45), seit der IV-
Anmeldung sei der Versicherte wiederholt rückfällig geworden. Die Bemühungen, sich
zu bewerben, seien meist in den Anfängen stecken geblieben, und es sei zu erwarten,
dass sie auch in Zukunft erfolglos bleiben würden. Eine gewisse Rehabilitation wäre
allenfalls durch einen langen Aufenthalt in einer Institution zu erreichen. Ob die IV einen
solchen Aufenthalt finanzieren könnte, sei nicht bekannt. Der Versicherte sei dazu
kaum zu motivieren. Der letzte Klinikaufenthalt sei als FFE verfügt worden. Da offenbar
die Taggeldversicherung zu Ende gehe, seien die Eingliederungsbemühungen zu
beenden und es sei bald ein Entscheid zu fällen. Die Eingliederungsberatung hielt am
27. Mai 2008 (IV-act. 46) fest, der Versicherte wolle einzig die Rentenprüfung.
B.m Am 4. Juli 2008 teilte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle dem Versicherten
den Abschluss der Arbeitsvermittlung mit. Ihm sei eine angepasste Tätigkeit im
Rahmen von 50 % zumutbar. Da die Stellensuche bisher erfolglos gewesen sei und er
keine weitere Unterstützung wünsche, würden die Eingliederungsbemühungen
abgeschlossen (IV-act. 49).
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B.n Die KPK St. Pirminsberg gab in ihrem Arztbericht vom 23. Juni 2008 als
Diagnosen an: (erstens) Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol: Akute
Intoxikation (akuter Rausch) und (zweitens) Psychische und Verhaltensstörungen durch
Alkohol: Abhängigkeitssyndrom. Das Leiden bestehe mindestens seit 2005. Der
Versicherte sei vom 26. April bis 21. Mai 2008 voll arbeitsunfähig gewesen und sei
seither bis auf weiteres zu 50 % arbeitsunfähig. In der bisherigen Tätigkeit wirkten sich
eine verminderte Belastbarkeit bezüglich Konzentration, eine verminderte
Stresstoleranz und ein reduzierter Spontanantrieb aus. Einfache, leichte körperliche
Arbeiten mit strukturierten Kontakten mit Mitarbeitern wären zu ca. 50 % zumutbar.
Teilarbeitsfähigkeit sei realisierbar. Empfehlenswert wäre ein Arbeitsplatz mit
mitarbeiterorientierter, klar strukturierter Führung. Es sei eine Entzugstherapie
durchgeführt worden. Zu weiteren Abklärungen bei Verdacht auf eine bipolare affektive
Störung und eventueller pharmakologischer Einstellung bzw. der zeitaufwendigeren
Therapie sei der Versicherte nicht motiviert gewesen. Die Entlassung sei entgegen
ärztlichem Rat erfolgt. Mit einem Rückfall sei zu rechnen, weil der Versicherte
medizinische und psychotherapeutische Behandlung nicht zulasse, wegen starker
finanzieller Probleme und wegen Arbeitslosigkeit. Vom Erfolgserleben einer Tätigkeit an
einem Arbeitsplatz mit geringer Frustrations- und Stressbelastung werde es sicherlich
unter anderem abhängen, inwieweit sich der Versicherte von seinem Suchtverhalten
werde distanzieren können. Berufliche Integrationsmassnahmen seien also dringend
geboten. Bei mehreren Alkoholabstürzen und weiterer Chronifizierung des
Suchtverhaltens müsse mit einer Verschlechterung der Arbeitsfähigkeit gerechnet
werden (IV-act. 51). Die Klinik stellte der IV-Stelle am 11. Juli 2008 diverse medizinische
(Austritts-)Berichte zu, am 14. Juli 2008 noch einen Bericht vom 2. Juli 2008 (IV-act. 54)
an Dr. B._.
B.o Der RAD gelangte am 12. September 2008 zum Schluss, die gutachterliche
Auffassung, es liege eine sekundäre Sucht vor, lasse sich nicht nachvollziehen. Eine
neuropsychologische Beurteilung erfordere eine Abstinenz von mindestens sechs
Monaten. Bei der ersten Testung habe ein aktiver Konsum bestanden, bei der zweiten
(im Juli 2007) habe eine Entgiftung (im März 2007) stattgefunden. Eine
Verschlechterung des Gesundheitsschadens im Vergleich zu 1996 sei nicht
nachvollziehbar. Allein der Suchtmittelkonsum als primäres Suchtgeschehen
beeinträchtige die Arbeitsfähigkeit des Versicherten. Mögliche psychische
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Auffälligkeiten könnten nur als Begleitsymptom des Suchtverhaltens interpretiert
werden (IV-act. 55).
B.p Mit Vorbescheid vom 16. September 2008 stellte die Sozialversicherungsanstalt/
IV-Stelle dem Versicherten eine Abweisung des Leistungsgesuchs in Aussicht, weil
keine Invalidität im Sinne des Gesetzes vorliege (IV-act. 57 f.).
B.q Mit Einwand vom 13. Oktober 2008 argumentierte der Versicherte, es liege ein
ausgewiesener Gesundheitsschaden vor, der prioritär suchtunabhängig zu klassieren
sei. Sollte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle anderer Meinung sein, habe eine
medizinische Begutachtung zu erfolgen (IV-act. 61).
B.r Mit Verfügung vom 16. Oktober 2008 lehnte die Sozialversicherungsanstalt/
IV-Stelle das Leistungsgesuch des Versicherten ab. Es seien keine neuen Tatsachen
geltend gemacht worden und eine medizinische Begutachtung sei am 22. Juni 2007
bereits erfolgt. Seit der letzten Verfügung vom 23. Juni 1997 sei gemäss einer
Würdigung durch den RAD keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes zu
objektivieren. Es liege ein primäres Suchtgeschehen vor (IV-act. 62).
C.
Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Rony Kolb für den
Betroffenen am 4. November 2008 erhobene Beschwerde. Der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers beantragt für diesen die Aufhebung der angefochtenen Verfügung
und Zusprechung einer 100 %igen (wohl: ganzen) Invalidenrente. Ausserdem seien ihm
die aufgelaufenen Verfahrensakten zur Einsicht und Beschwerdeergänzung innert zu
erstreckender Frist zuzustellen und dem Beschwerdeführer sei die Verbeiständung zu
bewilligen. - Mit Beschwerdeergänzung vom 4. Dezember 2008 beantragt der
Rechtsvertreter zusätzlich eine polydisziplinäre Begutachtung des Beschwerdeführers.
Die Ursachen der Persönlichkeitsstörungen seien so wenig wie die Ursachen des
Alkoholismus je abgeklärt worden. Es sei davon auszugehen, dass der Alkoholismus
nicht Ursache, sondern Folge der Persönlichkeitsstörungen darstelle. Von einem
primären Suchtgeschehen auszugehen, sei unrichtig, da Dr. C._ explizit ein
sekundäres Geschehen beschreibe. Durch eine polydisziplinäre Begutachtung sei
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abzuklären, inwieweit die Persönlichkeitsstörung krankheitsrelevant im Sinne der
Voraussetzung für die Invalidität des Beschwerdeführers sei. Ausserdem sei die
Begründungspflicht verletzt worden; die angefochtene Verfügung sei wie der
Vorbescheid mangels Begründung nicht nachvollziehbar. In Verletzung des rechtlichen
Gehörs habe es die Beschwerdegegnerin unterlassen, in der Verfügung darzulegen,
weshalb die Einwände gegen den Vorbescheid unbehelflich seien.
D.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 9. Februar 2009 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Der Beschwerdeführer habe im Einwand keine neuen
Tatsachen vorgebracht, weshalb sie sich zu Recht darauf beschränkt habe, dies
festzuhalten und auf die medizinischen Unterlagen zu verweisen. Das rechtliche Gehör
sei nicht verletzt worden. Süchte würden für sich allein keine Arbeitsunfähigkeit
begründen. Beim Beschwerdeführer liege klar ein primäres Suchtverhalten vor. Die
neuropsychologischen Untersuchungen und die daraus abgeleitete Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit seien nicht verwertbar, einerseits weil der Beschwerdeführer nicht
abstinent gewesen sei und andererseits weil es nicht angehe, die Arbeitsfähigkeit allein
gestützt auf neuropsychologische Untersuchungen zu schätzen. Es sei ausschliesslich
Sache des Mediziners, die Arbeitsfähigkeit festzulegen. Neuropsychologen verfügten
dagegen in der Regel nicht über eine ärztliche Qualifikation. Die vorliegenden
Untersuchungen und Schlussfolgerungen stammten von einer Psychologin, auch wenn
ein Arzt mitunterzeichnet habe. Neuropsychologische Untersuchungen seien für die
Objektivierung von geklagten Beschwerden von allen gängigen
Untersuchungsdisziplinen am wenigsten geeignet. Insbesondere sei es praktisch
unmöglich zu bestimmen, ob gefundene Hirnleistungsschwächen auf fehlende
Motivation, ein Unfallereignis oder die Erbanlage eines Versicherten zurückzuführen
seien. Ausserdem würden auch psychische Beeinträchtigungen oder eine
psychosoziale Problematik zu schwachen neuropsychologischen Testergebnissen
führen. Neuropsychologische Untersuchungen könnten deshalb nur bedeutsam sein,
wenn sich ihre Aussagen schlüssig in andere interdisziplinäre Ergebnisse einfügten. Der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers habe sich seit 1996 nicht verändert. Er
leide immer noch an chronischer Alkoholabhängigkeit.
E.
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Am 11. Februar 2009 bewilligte die Gerichtsleitung dem Beschwerdeführer die
unentgeltliche Prozessführung (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung).

Erwägungen:
1.
1.1 Am 1. Januar 2008 ist die 5. IV-Revision in Kraft getreten. Die
Beschwerdegegnerin hat die angefochtene Verfügung am 16. Oktober 2008, also unter
der Geltung des Rechts dieser Revision, erlassen. Zu beurteilen ist der Sachverhalt, wie
er sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses dieser Verfügung entwickelt hat. Dieser
Sachverhalt reicht in eine Zeit vor Inkrafttreten der 5. IV-Revision zurück. Die 5. IV-
Revision enthält keine die Rente betreffende übergangsrechtliche Bestimmung. Das
Bundesamt für Sozialversicherungen unterstellt aber zu Recht eine
ausfüllungsbedürftige Lücke (vgl. das Rundschreiben Nr. 253 vom 12. Dezember 2007).
Die Definition der Sachverhalte, auf die noch altes Recht anwendbar sein soll, sollte
durch ein materiell-rechtliches, unbeeinflussbares Merkmal erfolgen. In Frage kommen
der Zeitpunkt der Entstehung des Auszahlungsanspruchs oder der Eintritt des
Versicherungsfalls, beide definiert nach dem alten, ausser Kraft getretenen Recht (zum
Ganzen im Detail der Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S
M. vom 28. Oktober 2009, IV 2009/5). Bezüglich des Rentenbeginns sind deshalb
vorliegend angesichts der IV-Anmeldung von Oktober 2006 und des allfälligen Eintritts
der Arbeitsunfähigkeit (möglicherweise im Juli 2006) die bis zum 31. Dezember 2007
gültig gewesenen Bestimmungen (im Folgenden angeführt) anzuwenden. Für die
Invaliditätsbemessung hat sich indessen keine materielle Änderung der Rechtslage
ergeben.
1.2 Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin das
Leistungsgesuch des Beschwerdeführers mangels Invalidität abgewiesen. Sie ist auf
die Neuanmeldung eingetreten, was nicht zu beanstanden ist, lautet der allgemeine
Verfahrensgrundsatz der Eintretenshürde bei Neuanmeldungen nach einer
vorausgegangenen Rentenabweisung doch lediglich, dass der Gesuchsteller das
Vorliegen eines aktuell rentenbegründenden Sachverhalts glaubhaft machen muss,
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während ein Sachverhaltsvergleich auf der Zeitachse - anders als im
Rentenrevisionsverfahren - hier nicht erforderlich ist (Franz Schlauri, in SBVR, Soziale
Sicherheit, 2. A., Die Militärversicherung, Rz 137 mit Fn 190 f.). Die
Beschwerdegegnerin hat sich auch tatsächlich (vgl. BGE 117 V 8 E. 2b/aa in fine; BGE
109 V 262 E. 2a) auf die materielle Behandlung der Neuanmeldung eingelassen, indem
sie eine Begutachtung veranlasste.
2.
Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers bringt zunächst vor, die
Beschwerdegegnerin habe ihre Begründungspflicht verletzt, indem die angefochtene
Verfügung wie der Vorbescheid nicht nachvollziehbar sei. In Verletzung des rechtlichen
Gehörs habe sie es ferner unterlassen, in der Verfügung darzulegen, weshalb die
Einwände gegen den Vorbescheid unbehelflich sein sollten. Aus dem Anspruch auf
rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) folgt unter anderem die grundsätzliche Pflicht der
Behörden, ihren Entscheid zu begründen (Bundesgerichtsentscheid i/S S. vom 4. Mai
2009, 8C_541/08; BGE 134 I 83 E. 4.1; vgl. Bundesgerichtsentscheid i/S A. vom
28. Oktober 2008, 9C_508/08; BGE 133 III 439 E. 3.3). Die Beschwerdegegnerin hat
entsprechend in Vorbescheid und Verfügung die Grundlagen benannt, auf die sich ihr
Entscheid stützt. In der Verfügung hat sie erklärt, weshalb die Einwände des
Beschwerdeführers sie nicht zu einer anderen Beurteilung führten. Sie hat den
Anspruch auf rechtliches Gehör nicht verletzt.
3.
3.1 Die Beschwerdegegnerin hat den Anspruch des Beschwerdeführers auf
Leistungen grundsätzlich abgelehnt, weil keine Invalidität im Sinne des Gesetzes
vorliege, da die Arbeitsunfähigkeit vor allem durch das Abhängigkeitsverhalten
begründet sei.
3.2 Nach Art. 8 Abs. 1 ATSG gilt als Invalidität die voraussichtlich bleibende oder
längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Diese wird gemäss
Art. 7 Abs. 1 ATSG verstanden als der durch die Beeinträchtigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung
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oder Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt.
Die Invalidität kann nach Art. 4 Abs. 1 IVG Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit
oder Unfall sein. Sucht als solche begründet noch keine Invalidität im Sinne des
Gesetzes. Denn die Diagnose einer Sucht oder Suchtmittelabhängigkeit lässt nicht
schon darauf schliessen, dass der versicherten Person eine Abstinenz nicht mehr
möglich wäre; ebenso wenig ist Suchtmittelabhängigkeit notwendigerweise mit Arbeits-
oder Erwerbsunfähigkeit verbunden (für Drogensucht vgl. Entscheid des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S G. vom 22. Juni 2001, I 454/99; SVR 2001
IV Nr. 3 S. 7 E. 4b). Vielmehr wird sie invalidenversicherungsrechtlich erst relevant,
wenn sie eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt hat, in deren Folge ein körperlicher,
geistiger oder psychischer, die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigender
Gesundheitsschaden eingetreten ist, oder wenn sie selber Folge eines körperlichen,
geistigen oder psychischen Gesundheitsschadens ist, dem Krankheitswert zukommt
(BGE 99 V 28 E. 2; AHI 2002 S. 29 f. E. 1 und 2, Bundesgerichtsentscheid i/S S. vom
20. März 2008, 8C_480/07). Dabei ist das ganze für die Alkoholsucht massgebende
Ursachen- und Folgespektrum in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen, was impliziert,
dass einer allfälligen Wechselwirkung zwischen Suchtmittelabhängigkeit und
psychischer Begleiterkrankung Rechnung zu tragen ist (Entscheid des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S O. vom 8. August 2006, I 169/06). Ob die
Sucht ursächlich für eine andere Gesundheitsschädigung war oder erst in Folge einer
solchen auftrat, ist demnach nicht von Belang. Erforderlich ist stets lediglich, dass auch
ein anderer Gesundheitsschaden vorliegt, der mit der Sucht in Zusammenhang steht.
Ist dies erfüllt, so geht es nicht etwa darum, den auf die Sucht entfallenden Anteil der
Arbeitsunfähigkeit abzuspalten und als nicht invalidisierend zu bezeichnen. Vielmehr ist
bei Bejahung eines solchen Zusammenhangs mit einer anderen Erkrankung auch die
Sucht vollumfänglich zu berücksichtigen (vgl. Urteil des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen i/S W. vom 25. Juni 2009, IV 2008/307 E. 2.1). Diesfalls ist auf den
gesamten, unter Mitberücksichtigung der Folgen der Suchtmittelabhängigkeit
bestehenden Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeitsgrad abzustellen (vgl. etwa den
Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S E. vom 9. Juli 2002,
I 257/01, E. 3c/aa; vgl. I 169/06).
4.
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4.1 Dem Beschwerdeführer ist vom Gutachter (bedingt), von der KPK St. Pirminsberg
und von der Rheinburg-Klinik eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % attestiert worden. Bei
ihm besteht unbestrittenermassen seit vielen Jahren (offenbar seit 1976) eine
Alkoholabhängigkeit, zufolge derer er wegen diverser Krisen immer wieder (nur kurz,
deswegen mit kaum Therapieerfolg, vgl. IV-act. 30-2) hospitalisiert war und
Entzugsbehandlungen hatte. Dr. C._ stellte in seinem Gutachten vom 23. Juni 2007
fest, es handle sich um eine sekundäre Alkoholsucht. Die Beschwerdegegnerin hält das
mit dem RAD für nicht nachvollziehbar, da einzig die Sucht und suchtbedingte
Verhaltensstörungen diagnostiziert worden seien und kein Befund für eine psychische
Störung spreche.
4.2 Aus den zahlreich vorhandenen ärztlichen Berichten ergibt sich, dass etwa 1996
die KPK St. Pirminsberg von einer selbstunsicher erscheinenden Persönlichkeit mit
sozialen Ängsten berichtete; es wurde die Verdachtsdiagnose einer
Persönlichkeitsstörung gestellt (IV-act. 53-21). Im Dezember jenes Jahres
diagnostizierte das Spital Wattwil unter anderem eine Hepatopathie, eine Neuropathie
(Ataxie) und den Verdacht auf eine Wesensveränderung. Im November 1998 wurde
noch von schwerster Alkoholabhängigkeit berichtet (IV-act. 53-15), dann hingegen
scheint der Beschwerdeführer sich längere Zeit wieder aufgefangen zu haben. Über
einen längeren Zeitraum hin (bis 2006) liegen jedenfalls keine ärztlichen Berichte mehr
vor. Mehr als die erwähnten Diagnosen und Verdachtsdiagnosen gab es bezüglich
möglicher relevanter krankheitsbedingter Ursachen für die Alkoholkrankheit aus dieser
früheren Zeit nicht.
4.3 Dr. C._ selber benannte im Gutachten als Diagnosen ein
Alkoholabhängigkeitssyndrom (in den letzten Jahren episodischer Substanzgebrauch,
gegenwärtig abstinent) und Leistungsminderungen im Aufmerksamkeits- und
Gedächtnisbereich bei Alkoholabusus. Die Rheinburg-Klinik hatte am 21. Dezember
2006 nach einer neuropsychologischen Untersuchung denn auch (ausgeprägte) solche
Leistungsminderungen festgestellt. Die Klinik wies aber darauf hin, diese seien
weitgehend, wenn nicht ausschliesslich im Zusammenhang mit dem Abusus zu sehen.
Es lasse sich nicht abschätzen, wie weit bei erneuter Abstinenz Fähigkeiten
zurückkehren würden. Nur eine längerfristige kontrollierte Abstinenz erlaube eine
realistische Prognose (bzw. Beurteilung). Nach der zweiten Einschätzung (mit
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neuropsychologischer Untersuchung vom 23. Juli 2007) wurden gemäss dem Bericht
vom 12. September 2007 wiederum neuropsychologische Funktionsstörungen
(insbesondere im Bereich Aufmerksamkeit) bei chronischem Alkoholabusus festgestellt.
Ob davon auszugehen sei, dass die Funktionsstörungen auch unter den
Voraussetzungen der früher als erforderlich bezeichneten mehrmonatigen Abstinenz
vorhanden seien, wurde nicht explizit beantwortet. Nach der Aktenlage war der
Beschwerdeführer am 27. März 2007 stark alkoholisiert zur Entgiftung in die Klinik
eingetreten und war in beschützender Umgebung (Austritt: 30. März 2007) abstinent
(IV-act. 53-9). Der Gutachter ging im Juni 2007 - offenbar gemäss den Angaben von
Dr. B._, der berichtet hatte, der Beschwerdeführer sei seit etwa zwei Monaten ganz
abstinent; die Laborwerte hätten sich normalisiert - von damaliger Abstinenz aus (IV-
act. 32-5). Zu berücksichtigen ist zwar, dass der Beschwerdeführer seine Sucht massiv
bagatellisiert, und es fragt sich, ob von einer kontrollierten Abstinenz ausgegangen
werden kann. Anderseits ist angesichts der Normalisierung der Laborwerte auch nicht
auszuschliessen, dass die Voraussetzungen einer aussagekräftigen
neuropsychologischen Testung im Juli 2007 erfüllt gewesen sein könnten und die
Ergebnisse diejenigen Funktionsstörungen gezeigt haben, welche auch ohne
Alkoholabusus zurückbleiben und die Arbeitsfähigkeit einschränken. Diese
Leistungsminderungen entsprechen im Übrigen gemäss der vom Gutachter
angegebenen ICD-10-Klassifizierung immerhin einer leichten kognitiven Störung
(F06.7).
4.4 Dr. C._ hatte seine Arbeitsfähigkeitsschätzung ausserdem nicht nur insofern
relativiert, als eine weitere neuropsychologische Untersuchung erforderlich sei, sondern
auch als er eine neurologische Abklärung befürwortete. Die bei der CT-Abklärung
gefundenen Unregelmässigkeiten (Signalstörungen im Marklager) seien nach Angaben
von Dr. B._ radiologisch nicht interpretiert worden. Auf der Rheinburg-Klinik wurde
zwar am 20. Juli 2007 der Neurostatus erhoben und - unter Erwähnung der
chronischen Marklagerischämie in der Anamnese - festgestellt, es fänden sich keine
fokal neurologischen Ausfälle, welche auf eine somatische Alkoholstörung hinweisen
würden. Die neurologische Abklärung (IV-act. 41) erscheint allerdings rudimentär.
4.5 Dazu kommt, dass Dr. B._ am 16. August 2006 (IV-act. 26-10) festgestellt hatte,
der Beschwerdeführer sei apathisch und nach einer wochenlangen Behandlungsphase
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noch subdepressiv. Er habe sich in einem depressiven Tief mit völliger Energielosigkeit
befunden. Die KPK St. Pirmisberg berichtete am 2. Juli 2008 davon, der
Beschwerdeführer sei bei bestehender Antriebsarmut und Schlafstörung antidepressiv
behandelt worden (IV-act. 54-3). Der Beschwerdeführer sei nicht zu der
zeitaufwendigen Abklärung bei Verdacht auf eine bipolare affektive Störung und
eventuell pharmakologischer Einstellung motiviert gewesen (vgl. auch Bericht vom Juni
2008). Die entsprechenden erforderlichen Abklärungen sind somit ausgeblieben.
4.6 Insgesamt ist festzustellen, dass der medizinische Sachverhalt nicht ausreichend
abgeklärt ist. Einerseits wurde fachärztlich gutachterlich festgestellt, es liege eine
sekundäre Sucht vor. Es erscheint zwar wie erwähnt nachvollziehbar, dass gewisse
Vorbehalte gegenüber dieser gutachterlichen Feststellung gemacht werden. Die
Schlussfolgerung des RAD, wonach die Arbeitsfähigkeit einzig durch den
Suchtmittelkonsum beeinträchtigt werde, während mögliche psychische Auffälligkeiten
nur Begleitsymptome darstellten, lässt sich aber anderseits bei der gegebenen
Aktenlage ebenso wenig mit dem erforderlichen Beweisgrad unterstützen. Immerhin
war früher auch einmal eine abweichende Stellungnahme abgegeben worden. Es ist
unter den gegebenen Umständen keine abschliessende Beurteilung darüber möglich,
ob beim Beschwerdeführer nach der langen Zeit seiner Alkoholabhängigkeit als Folge
davon psychiatrische oder somatische Gesundheitsschäden eingetreten seien, welche
die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigen, oder ob allenfalls die Abhängigkeit ihrerseits
(zumindest teilweise und erheblich) durch eine solche Gesundheitsschädigung
verursacht worden sei. Die Beschwerdegegnerin wird ergänzende Abklärungen zu
tätigen haben. Ein interdisziplinäres Zusammenwirken verschiedener medizinischer
Fachrichtungen (psychiatrisch und neurologisch unter Einschluss der
Neuropsychologie; vgl. zum Letzteren BGE 119 V 335) dürfte in Frage kommen.
5.
5.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der
angefochtenen Verfügung vom 16. Oktober 2008 teilweise zu schützen und die Sache
ist zu ergänzenden medizinischen Abklärungen im Sinne der Erwägungen und zu
entsprechender neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
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5.2 Eine Rückweisung zur weiteren Abklärung der Streitsache und anschliessender
neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin stellt praxisgemäss aus prozessualer
Sicht in Bezug auf die Kosten ein vollständiges Obsiegen dar (vgl. SVR 1995 IV Nr. 51
S. 143; ZAK 1987 S. 266 E. 5a). Die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung
(Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung) vom 11. Februar 2009 ist damit obsolet geworden.
5.3 Angesichts des Unterliegens der Beschwerdegegnerin rechtfertigt es sich, ihr die
Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert
festgelegt werden (Art. 69 Abs. 1 IVG), gesamthaft aufzuerlegen (vgl. Art. 95 Abs. 1
VRP/SG). Eine Entscheidgebühr von Fr. 600.-- erscheint angemessen.
5.4 Der Beschwerdeführer hat bei diesem Ausgang des Verfahrens gegen die
Beschwerdegegnerin Anspruch auf Ersatz der Parteikosten, die vom Gericht ohne
Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der
Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff.
VRP/SG, sGS 951.1). Der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand angemessen
erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG