Decision ID: 52c820fa-fe0a-480b-b6ae-20850f261a65
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
geboren 1998,
wurde am 3
1.
Dezember 2014 durch seine Mutter unter Hinweis auf ein
familiäres
Mittelmeerfieber (
FMF)
erstmals
bei der
Invalidenversicherung zum Leistungsbezug
(medizinische Massnahmen)
ange
meldet (
Urk.
7
/4). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons
Zürich
, IV
Stelle, sprach ihm in der Folge medizinische Massnahmen zur Behandlung des Geburts
gebrechens Ziffer 326
gemäss
Anhang zur Verordnung über Geburts
gebrechen (
GgV
;
angeborenes
Immun-Defekt-Syndrom) bis zum 2
0.
Altersjahr zu (
Urk.
7
/10).
Mit Verfügung vom 2
6.
Januar 2017 (
Urk.
7
/69) lehnte die IV-Stelle die Über
nahme der Kosten für das Medikament
Ilaris
sowie der Kosten für medizinis
che Massnahmen im Ausland und d
ie
damit zusammenhängenden
Reisekosten ab. Auf Beschwerde des Versicherten hin hob das hiesige Gericht m
it Urteil vom 1
8.
Deze
mber 2017 die Verfügung vom 2
6.
Januar 2017 insoweit auf, als sie den Anspruch auf Übernahme der Kosten der Behandlung mit dem Medikament
Ilaris
und der im Zusammenhang mit
einer
Behandlung in Israel angefallenen Kosten verneinte, und wies die Sache zu weiteren Abklärungen
hinsichtlich
des Vorlie
gens der Diagnose eines FMF
und neuerlichem Entscheid über den Anspruch auf medizinische Massnahmen an die IV-Stelle zurück
(
Urk.
7/117)
.
1.2
Noch vor Ergehen des Urteils vom 1
8.
Dezember
2017 hatte die IV
-Stelle beim Chefarzt der
C._
des
Y._
ein rheumatologisches Gutachten in Auftrag gegeben. Dieses wurde am 2
4.
August 2017 erstattet (
Urk.
7
/103).
Mit Schreiben vom 2
1.
September
2017
(
Urk.
7
/105
/1-2
)
wies die IV-Stelle den Versicherten auf die Schadenminderungspflicht hin und hielt ihn zur Durchfüh
rung diverser Abklärungs- und Behandlungsmassnahmen an.
M
it Verfügung vom 1
2.
Juli 2018
(
Urk.
7/147
)
wies die IV-Stelle
das Leistungsbegehren des
Ver
sicherten mangels erfüllter Mitwirkungspflicht ab.
Die vom Versicherten dagegen erhobene Beschwerde wies das hiesige Gericht mit Urteil vom 2
6.
F
ebruar 2019 ab
,
mit der Begründung, dass der Entscheid der Beschwerdegegnerin aus mate
riellen Gründen zu bestätigen
und daher von
dessen Aufhebung aus formellen Gründen zufolge unterlassener Durchführung eines Mahn- und
Bedenkzeit
ver
fahrens
abzusehen sei
(
Urk.
7/166)
.
In Umsetzung des Gerichtsurteils vom 1
8.
Dezember 2017 verneinte die IV-Stelle nach erneuter Prüfung mit Verfügung vom
7.
Juni 2019 (
Urk.
7/174) den Anspruch auf medizinische Massnahmen (Medikament
Ilaris
und Behandlungs
kosten in Israel).
1.3
Am
2.
Dezember 2020
(
Urk.
7/180)
meldete sich
der Versi
cherte erneut zum
Leistungsbezug (berufliche Integration/Rente) an
.
Mit
S
chrei
ben vom 17.
De
zem
ber 2020 (
Urk.
7/182)
forderte
die IV-Stelle ihn auf
, eine wesentliche Ver
änderung in den tatsächlichen Verhältnissen
mit Beweismitteln glaubhaft zu machen. Am
4.
Januar 2021 (
Urk.
7/183) reichte der
Versicherte
einen Arztbericht (
Urk.
7/184) und am
2
8.
Januar 2021
auf entsprechende Auf
forderung der IV
Stelle hin (vgl.
Urk.
7/185) weitere Unterlagen (
Urk.
7/187-189) ein. Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/191
,
Urk.
7/197) trat die IV-Stelle mit Verfügung vom 1
5.
Juli 2021 (
Urk.
7/199 =
Urk.
2) auf das neue Leistungs
begehren nicht ein.
2.
Gegen die Verfügung vom 1
5.
Juli 2021 (
Urk.
2) erhob der Versicherte am
14.
September 2021 Beschwerde (
Urk.
1)
und beantragte, es sei die angefochtene Verfügung
aufzuheben, und es sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Eventuell sei ihm eine volle (richtig: ganze) Invalidenrente der Invalidenversicherung zuzusprechen (S. 2 Mitte). In verfah
rens
rechtlicher Hinsicht ersuchte er um Durchführung einer öffentlichen Ver
handlung (
S. 2 unten) sowie um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsvertretung (S. 3).
Die IV-Stelle schloss mit Beschwerdeantwort vom 1
9.
Oktober 2021 (
Urk.
6) auf Abweisung der Beschwerde. Mit Eingabe vom 2
4.
November 2021 substantiierte der Beschwerdeführer sein Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und Rechts
vertretung
(
Urk.
10-11,
Urk.
12/1-4). Mit Verfügung vom 2
5.
Januar 2022 (
Urk.
15) wurde
ihm
die Beschwerdeantwort zugestellt und darauf hingewiesen, dass über die prozessualen Anträge zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werde.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
–
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen
–
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung
haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss Art. 87 Abs. 2 IVV muss mit einem Revisionsgesuch und gemäss Art. 87 Abs. 3 IVV mit einer Neuanmeldung glaubhaft gemacht werden, dass sich der Invaliditätsgrad anspruchsrelevant verändert hat. Der versicherten Person kommt ausnahmsweise eine Beweisführungslast zu (vgl. BGE 130 V 64 E. 5.2.5). Die
Eintretensvoraussetzung
des Glaubhaftmachens soll verhindern, dass sich die Verwaltung immer wieder mit gleichlautenden und nicht näher begründeten, mithin keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Rentengesuchen befassen muss (BGE 133 V 108 E. 5.3.1).
Hingegen kann diese
Eintretensvorschrift
nicht dahingehend ausgelegt werden, dass die glaubhaft zu machende Änderung gerade jenes Anspruchselement betreffen muss, welches die Verwaltung der früheren rechtskräftigen Leistungs
abweisung zugrunde legte. Vielmehr muss es genügen, wenn die versicherte Person zumindest die Änderung eines Sachverhalts aus dem gesamten für die Renten
berechtigung erheblichen Tatsachenspektrum glaubwürdig dartut. Trifft dies zu, ist die Verwaltung verpflichtet, auf das neue Leistungsbegehren einzu
treten und es in tatsächlicher (wie selbstverständlich auch in rechtlicher) Hinsicht allseitig zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 3a und E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 71 E. 2.2
).
Sie
hat
die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Ver
änderung des Invali
ditätsgrades
auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a,
vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2).
Ist die Änderung nicht glaubhaft gemacht, wird auf das Revisionsgesuch oder die erneute Anmeldung nicht eingetreten (BGE 133 V 64 E. 5.2.5). Dabei wird die Verwaltung unter anderem zu berücksichtigen haben, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon längere Zeit zurückliegt, und dementsprechend an die Glaubhaftmachung höhere oder weniger hohe Anforderungen stellen. Insofern steht ihr ein gewisser Beurteilungsspielraum zu, den das Gericht grundsätzlich zu respektieren hat. Daher hat das Gericht die Behandlung der
Eintretensfrage
durch die Verwaltung nur zu überprüfen, wenn das Eintreten streitig ist, das heisst wenn
d
ie Verwaltung gestützt auf Art. 87 Abs.
3 IVV
Nichteintreten beschlossen hat und die versicherte Person deswegen Beschwerde führt; hingegen unterbleibt eine richterliche Beurteilung der
Eintretensfrage
, wenn die Verwaltung auf die Neu
anmeldung eingetreten ist (BGE 109 V 108 E. 2b mit Hinweisen; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 71 E. 2.2 mit Hinweisen).
1.3
Mit dem Beweismass des Glaubhaftmachens sind herabgesetzte Anforderungen an den Beweis verbunden; die Tatsachenänderung muss nicht nach dem im Sozialversicherungsrecht sonst üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit (BGE 138 V 218 E. 6) erstellt sein (Urteil des Bundesgerichts 8C_735/2019 vom 25. Februar 2020 E. 4.2). Für das Beweismass des Glaubhaft
machens genügt es, dass für das Vorhandensein des behaupteten rechtserheb
lichen Sachumstands wenigstens gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei eingehender Abklärung werde sich die behauptete Änderung nicht erstellen lassen. Weder eine im Ver
gleich zu früheren ärztlichen Einschätzungen ungleich attestierte Arbeitsunfähig
keit noch eine unterschiedliche diagnostische Einordnung des geltend gemachten Leidens genügt per se, um auf einen veränderten Gesundheitszustand zu schlies
sen; notwendig ist vielmehr eine veränderte Befundlage (Urteile des Bundes
gerichts 9C_57/2021 vom 8. Juli 2021 E. 4.2 und 8C_367/2020 vom 4. August 2020 E. 5.2.2, je mit Hinweisen). Je länger die letzte materielle Prüfung zurück
liegt, umso weniger strenge Anforderungen sind an die Glaubhaftmachung zu stellen (vgl. BGE 109 V 262 E. 3, 109 V 108 E. 2b; Urteil des Bundesgerichts 9C_57/2021 vom 8. Juli 2021 E. 4.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründ
ete ihren Nichteintretensentsch
e
i
d (
Urk.
2) damit, dass die Aktenlage im Zeitpunkt der erneuten Anmeldung im Dezember 2020 keine neuen medizinischen Aspekte zeige und somit keine Veränderung seit Ableh
n
ung des Leis
t
ungsb
egehrens mit Verfügung vom 1
2.
Juli
2018 vorliege (S.
1 unten)
. In Bezug auf die Adipositas und die Schlafstörungen fehle es an einer objektiven Grundlage, die den Schluss nahelege, dass es diesbezüglich zu einer Verschlechterung in invalidisierendem Au
smass gekommen oder eine so
lche zwingend zu erwarten sei
(S. 2 unten, S. 3 oben)
.
Was
die psychischen Beschwerden
anbelange, nehme der
Beschwerdeführer
trotz entsprechender Emp
fehlung weiterhin ke
ine psychotherapeu
tische Begleitung in Anspruch
. Die fest
gestellte leichte depressive Episode sei als behandelbar und nicht langanhal
tend anzusehen und daher invalidenversicherungsre
chtlich nicht von Relevanz (S. 3
oben). Die
Fieberschübe liessen sich unter Therapie besser kontrollieren. In Bezug auf die Bauchschmerzen und das Fieber werde zwar eine ärztliche Behand
lung wahrgenommen, ein invalidisierendes Ausmass der Beschwerden sei d
adurch jedoch nicht gegeben (S.
3
Mitte). Eine körperlich leichte, wechselbelas
tende Tätig
keit sei dem Beschwerdeführer aktuell vollumfänglich zumutbar. Gesund
heitliche Einschränkungen, die berufliche Massnahmen oder eine Rente der Inva
liden
versicherung zu begründen vermöchten, könnten
keine festgestellt werden (S. 3
unten).
2.2
Der Beschwerdeführer machte
demgegenüber
(
Urk.
1)
zusammengefasst geltend
,
er habe sein neues Gesuch mit neuen Diagnosen, namentlich auch einer psy
chiatrischen beziehungsweise psychosomatischen Diagnose, begründet. D
ie Beschwer
degegnerin habe zu hohe Anforderungen an die Glaubhaftmachung einer Verschlechterung des Gesundheitszustands gestellt. Weiter habe sie ihr
e
formelle Beurteilung mit einer materiellen vermischt
. Der angefochtene Entscheid verletze deshalb in mehrerlei Hinsicht Bundesrecht
(S. 4
Ziff.
2-4
)
.
3.
3.1
Vorab stellt sich die Frage nach dem Streitgegenstand.
Da eine richterliche Beurteilung der
Eintretensfrage
nur zu erfolgen hat, wenn die Verwaltung
durch Erlass einer entsprechenden Verfügung
(noch)
nicht auf ein Leistungsbegehren eingetreten ist
(vgl. vorstehend E. 1.2), stellt
sich die Frage, wie die vorliegend angefochtene
Verfügung zu qualifizieren ist.
Aus den Akten geht hervor, dass die Beschwerdegegnerin
den Beschwerdeführer
nach Eingang der erneuten Anmeldung vom
2.
Dezember 2020 (
Urk.
7/180) dazu aufforderte, eine wesentliche
Veränderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Erlass der letzten Verfügung
glaubhaft zu machen
(
Urk.
7/182). Nach Einsicht
nahme in den vom Beschwerdeführer in der Folge eingereichten Arztbericht
vom
1.
Dezember 2020
(
Urk.
7/184)
stellte die Beschwerdegegnerin
–
gestützt auf die Stellungnahme
ihres
regionalen ärztlichen Dienst
es
, RAD (Urk.
7/190 S. 3 oben) – mit Vorbescheid vom
5.
März 2021 (
Urk.
7/191) ein Nichteintreten mangels glaubhaft gemachter Veränderung der Verhältnisse in Aussicht.
Im dagegen erhobenen Einwand
(
Urk.
7/197)
machte der Beschwerdeführer
(unter anderem)
geltend, dass sich der Sachverhalt seit Erlass der Ver
f
ügung vom 1
2.
Juli 2018 erheblich verändert hab
e (S. 9
Ziff.
24) und die
–
näher dargelegten (S. 9
Ziff.
25
ff.)
–
neuen Beschwerden im Detail abzuklären seien (S. 10
Ziff.
31).
Seiner Ein
gabe legte er
einen weiteren
A
rztbericht
vom 7.
Mai 2021
(
Urk.
7/196) bei
.
Die in
der Folge
vom Kundenberater
der Beschwerdegegnerin
ve
r
fasste Stellungnahme
vom
1
4.
Juni 2021 (
Urk.
7/198/3)
, welche
in wesentlichen Teilen
zur Begründung
der angefochtenen Verfügung
vom 1
5.
Juli 2021
herangezogen
wurde
(vgl.
Urk.
2 S.
2 f.),
enthält
– wie
der Beschwerd
eführer zu Recht geltend machte –
Elemente einer materiellen
Anspruchsprüfung
. Dies ändert jedoch nichts daran, dass die
Eintretensfrage
nach wie vor im Vordergrund steht, wie sich auch aus dem Dispo
sitiv der angefochtenen Verfügung ergibt, welches wiederum auf Nichtein
treten lautet
(
Urk.
2 S. 1 Mitte)
.
Hätte – wie vom Kunden
berater angenommen (
vgl.
Urk.
7/198 S. 3 unten) – ein Eintreten stattgefunden, wäre denn auch
ein neuer Vorbescheid zu erlassen gewesen.
3.2
Strittig und zu prüfen ist daher im Folgenden, ob
der Beschwerdeführer eine anspruchsrelevante
Veränderung der Befundlage
seit
Erlass der
– mit Urteil des hiesigen Gerichts vom 2
6.
Februar 2019 im Ergebnis bestätigten – Verfügung vom 1
2.
Juli 2018
glaubhaft gemacht hat.
4.
4.1
Im Zeitpunkt der Verfügung vom 1
2.
Juli 2018
(
Urk.
7/147
)
präsentierte sich die medizinische Aktenlage im Wesentlichen wie folgt:
4.2
Dr. med.
Z._
, Facharzt für Innere Medizin, speziell Rheumatologie, nannte in seinem Bericht vom 4. Februar 2017 (Urk. 7/74) als Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein FMF, unter Basistherapie mit
Ilaris
bei Unverträglichkeit auf Colchicin, ferner eine Adipositas (BMI 38) sowie
migräni
forme
Kopfsc
hmerzen (
Ziff.
1.1). Er führte aus, unter der aktuellen Therap
ie sei der Be
schwerdeführer im Alltag praktisch beschwerdefrei. Eine Arbeitsunfähig
keit habe er ihm nie attestiert und sei seiner Meinung nach auch ni
cht gerecht
fertigt (
Ziff.
1.11).
4.3
Dr. med.
A._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizi
n, berich
tete am 14. Februar 2017 (Urk. 7/87/1-3), der Beschwerdeführer leide an einem FMF.
Anamnestisch leide er unter akuten Bauchschmerzen, Durchfall, einer Schlafstörung sowie Konzentrations- und Gedächtnisproblemen.
Trotz Medika
menten sei seine gesundheitliche Lage nicht gut genug, um ein normales Leben zu führen. Er sei überhaupt nicht arbeitsfähig (Ziff. 1.1
,
Ziff.
1.4
). Diese Einschät
zung bestätigte Dr.
A._
in einem weiteren ärztlichen Bericht gleichen Datums (Urk. 7
/87/6-7).
4.4
Am 24. August 2017 erstattete Prof. Dr. med.
B._
, Facharzt für All
gemeine Innere Medizin, für Rheumatologie sowie für Physikalische Medizin und Rehabilitation,
Y._
,
C._
, ein rhe
umatologisches Gutachten im Auf
trag der Beschwerdegegnerin
(
Urk. 7
/103)
. Darin nannte er
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Schulungs- und Arbeitsfähigkeit (S. 10 unten, S. 14 oben):
-
Schlafstörung
-
Adipositas permagna (145 kg, BMI 38)
.
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Schulungs- und Arbeitsfähigkeit nannte Prof.
B._
eine periphere und axiale Hyperlaxität, Exzisionen nach Kocher beider Grosszehen sowie eine fragliche Psoriasis der Kopfhaut (S. 10 unten, S. 11 oben).
Ferner nannte Prof.
B._
folgende unbestätigte Diagnose (S. 11 oben):
-
FMF
-
Genetik negativ
-
fehlende Dokumentation von Fieberepisoden, charakteristischen klini
schen Befunden und einer rezidivierenden Akutphasenreaktion
-
fragliches/fehlendes Ansprechen auf eine Therapie mit Colchicin, Pred
nison und
Canakinumab
(
Ilaris
)
.
Betreffend die im Raum stehende Diagnose einer periodischen Fiebererkrankung führte Prof.
B._
im Sinne eines Fazits aus, es fehlten Dokumente, welche eine entsprechende Diagnose erlaubten. Weiter führte er aus, es wäre fehlerhaft, zusätz
liche genetische Untersuchungen durchführen zu lassen. Es sei bekannt, dass verschiedenste Gene eine Rolle in der Entzündungsregulation spielten. Es wäre zu erwarten, dass bei ausreichend umfassender Analyse beim Beschwerde
führer wie auch bei gesunden Probanden Mutationen gefunden würden, deren funktionelle Bedeutung nicht zu definieren wäre. Mit anderen Worten folge aus der genetischen Mutation allein keine Behandlungsindikation. Die Genetik diene der Bestätigung eines klinischen Verdachts. Im vorliegenden Fall erlaubten die Akten aber nicht, einen Verdacht zu formulieren. Die Diagnose eines FMF sei
–
bis zum Beweis des Gegenteils
–
in Frage zu stellen und die Therapie mit einem
Biologicum
zu stoppen (S. 12 oben).
Im Weiteren führte der Gutachter aus, in der klinischen Untersuchung habe sich ein 19-jä
h
riger Beschwerdeführer mit einem Bewegungsmuster im Sinne eines
peradipösen
jungen Mannes gezeigt. Das Sensorium sei völlig klar und die Stim
mungslage völlig unauffällig gewesen, es hätten keine Hinweise auf eine ängst
liche oder depressive Komponente bestanden, ebenso keine ersichtlichen Konzentrationsstörungen und keine erkennbare Müdigkeit oder Schläfrigkeit. Der Beschwerdeführer habe sämtliche Fragen adäquat beantwortet, ohne spürbaren Leidensdruck (S. 10 Mitte). Er sei wenig motiviert gewesen, die Beschwerden differenziert zu schildern, weshalb eine genauere Beurteilung der geklagten B
a
uch
schmerzen
nicht möglich gewesen sei. Neben den abdominalen Beschwer
den bestehe eine Adipositas permagna und – gemäss Schilderung – ein sozialer Rückzug. Zusammenfassend handle es sich um Probleme, die
eine fach
ärztlich psychiatrische Beurteilung erforderten. Der Eindruck einer möglicherweise vor
liegenden
somatoformen Störung sei bereits in
früheren
Berichten
der
D._
in
E._
und von Prof.
F._
erwähnt und entsprechende Abklärungen empfohlen worden
(
S. 11 unten,
S. 12 Mitte).
4
.5
Dr. med.
G._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, für Rheumatologie sowie für Physikalische Medizin und Rehabilitation,
führte in
ihrem Beric
ht vom 17. November 2017 (Urk. 7
/
113) aus,
beim Beschwerdeführer bestehe mit Sicherheit ein autoinflammatorischer Zustand, welcher trotz 300 mg
Ilaris
monatlich nicht unter Kontrolle zu bringen sei. Eine genaue Diagnose werde zurzeit angestrebt, eine Kostengutsprache für weitere genetische Abklärungen sei beantragt worden (S. 2 Mitte). Aufgrund der sehr aktiven Erkranku
ng bestehe eine volle Arbeitsun
f
ähigkeit für jegliche Tätigkeit. Eine berufliche Eingliederung und auch der Schulbesuch seien bisher nicht möglich gewesen
(S. 2 unten).
4.6
Am 28. März 2018 (Urk. 7
/124/7-9) berichtete
Dr.
G._
, es träten wei
terhin wiederholte Episoden mit starken Bauchschmerzen auf. In letzter Zeit habe auch die Psoriasis der Haut zugenommen (Ziff. 2.2). Der Beschwerdeführer sei zu 100 % arbeitsunfähig (Ziff. 4.1).
4
.7
Am 2. Juli 2018
(
Urk.
7/145)
berichtete Dr.
G._
, die ergänzenden Genetik-Befunde seien noch ausstehend. Die Bauchschmerzattacken seien häufig,
aber auch unregelmässig.
5.
5.1
Im Zuge der
erneuten Anmeldung reichte der Beschwerdeführer folgende Berichte ein:
5.2
Im Bericht vom
1.
Dezember 2020 über die
ambulante Untersuchung vom 13.
November 2020 (
Urk.
7/184/1-3) nannte
Dr.
med.
H._
, Oberarzt i.V.,
E._
, Klinik für Immunologie, die folgenden (Ober-) Diagnosen (S. 1 f.):
-
chronisch sekundäre abdominale Schmerzen
-
Fiebersyndrom, Erstmanifestation (EM) 1999
-
Adipositas permagna
-
Verdacht auf Morbus Meulengracht.
Dr.
H._
führte aus, beim Beschwerdeführer bestehe seit Kindesalter die Diagnose eines genetisch negativen FMF, welches sich mit rezidivierenden Fiebersch
ü
ben,
Thorakalgien
und
A
b
dmominalgien
manifestiert habe. Nach Beginn einer Behand
lung mit
Canakinumab
in hochdosierter Verabreichung seien die Fieber
schübe und
Thorakalgien
komplett regrediert, wobei die periodisch auftretenden, stechenden
Abdominalgien
persistiert
hätt
en. Letztere seien in den letzten zwei Jahren intensiv und interdisziplinär abgeklärt worden durch die Kollegen der Gastroenterologie, Schmerztherapie, Endokrinologie des Triemli und der Psycho
somatik
,
ohne dass ein klares somatisches Korrelat habe gefunden werden können (S. 2 unten). Insgesamt sei die genaue Ursache der
Abdominalgien
unklar geblie
ben. Nach einer Besprechung des komplexen Falles mit dem Rheumatologen
Dr.
I._
der Universität
J._
könnten die Bauchschmerzen auch auf lokal entzündliche Phänomene oder «vaskuläre» Ereignisse mit mildem, nicht nekrotischem Verlauf zurückgeführt werden. Differentialdiagnostisch sei – wenn auch unwahrsc
heinlich – eine medikamentöse Ä
tiologie im Sinne einer Neben
wirkung
Canakinumabs
denkbar (S. 2 unten, S. 3 oben). Eine psychosomatische Ursache der Schmerzen sei letztlich ebenfalls diskutiert worden, scheine retro
spektiv jedoch eher unwahrscheinlich. Eine psychotherapeutische Anbindung des Beschwerdeführers sei unabhängig hiervon bei langer Leidensgeschichte als sinn
voll zu erachten, unter anderem zum Erlernen von Coping-Strategien mit den
Algien
(S. 3 oben).
5.3
Im Verlaufsbericht vom
7.
Mai 2021 (
Urk.
7/196) nannte PD
Dr.
med.
K._
, Oberarzt,
E._
, Klinik für Immunologie, die folgenden, hier stark verkürzt wiedergegebenen Diagnosen (S. 1 f.):
-
Verdacht auf periodisches Fiebersyndrom, EM 1999
-
Differentialdiagnose (DD) am ehesten im Rahmen eines genetisch negativen Mittelmeerfiebers
-
genetisch keine Mutation im MEFV-Gen, unauffälliges
whole
exome
sequencing
-
HLA-B51 positiv
-
TNF-alpha 13.5
pg
/ml (<12) bei ansonsten negativen Entzündungs
parametern
-
chronisch sekundäre abdominale Schmerzen
-
DD entzündl
ich mikroischämisch im Rahmen der erstgenannten
Diag
nose, DD somatoforme Störung nicht ausgeschlossen
-
Adipositas per magna
-
Verdacht auf Morbus Meulengracht.
Zur Epikrise führte
Dr.
K._
unter anderem aus, nach Beginn der Therapie mit
Ilaris
(enthaltend den Wirkstoff
Canakinumab
, vgl. compendium.ch; zu den
dem Beschwerdeführer
ab Mai 2014 bis zu
m
Stopp am
2.
Februar 2021 verab
reichten Dosen vgl. S. 1 unten)
hätten sich fast alle Beschwerden des Beschwerdeführers gebessert, wobei weiterhin starke schubförmige Bauchschmerzen bestünden (S. 2 unten). Nach gastroenterologischer Ab
klärung bezüglich der
Abdominal
g
i
en
hätten sich endoskopisch und radiologisch keine Hinweise für eine chronisch ent
zündliche Darmerkrankung gefunden. Die Kollegen der Psychosomatik hätten bei
leichter
depressiver Episode verschiedene Coping-Strategien definiert und emp
fohlen. Von einer antidepressiven Medikation sei wegen des geplanten Thera
pie
versuchs mit
Amitryptilin
abgesehen worden (S. 3 oben). Eine psychosoma
tische Ursache der Schmerzen kö
nne nicht ausgeschlossen werden und e
ine
psy
cho
therapeutische
A
nbindung des Beschwerdeführers
sei
unabhängig
davon als sinn
voll zu erachten
(S. 3 Mitte). Zusammenfassend habe sich unter einer Thera
pie mit
Ilaris
oder
Actemra
eine Kontrolle der Fieberschübe gezeigt. Eine entzünd
liche Komponente der Bauchschmerzen könne – trotz kontrolliertem Fieber – nicht gänzlich ausgeschlossen werden (S. 3 unten).
6.
6.1
Bei der Erstanmeldung des Beschwerdeführers im Jahr
2014
stand die Frage nach dem Anspruch auf medizinische Massnahmen
(
Übernahme der Kosten für eine medikamentöse Behandlung mit
Ilaris
sowie von Behandlungsmassnahmen im Ausland)
im Zusammenhang mit einem Geburtsgebrechen im Zentrum.
In
seinem Urteil vom 1
8.
D
ezember 2017
(
Urk.
7/117)
war das hiesige Gericht zum Schluss gelangt, dass
sich weitere medizinische Abklärungen hinsichtlich des Vorliegens der Diagnose eines FMF aufdräng
t
en
und hernach über den Anspruch
des Beschwerdeführers
auf medizinische Massnahmen neu zu entscheiden
sei
.
Hierzu wies es die Sache an die Beschwerdegegnerin zurück
(
E. 4.4, E. 5.5).
6.2
In seinem Urteil vom 2
6.
Februar 2019
(
Urk.
7/166)
würdigte das hiesige Gericht die in der Folge ergangenen und im Hinblick auf die Beurteilung der Frage
nach dem Vorliegen der Diagnose eines FMF relevanten Berichte
(E. 3.2 ff.; vgl. auch vorstehend E. 4.2-7)
.
Es gelangte zum Schluss, dass die Diagnose eines FMF im eingeholten beweiswertigen Fachgutachten von Prof.
B._
vom 2
4.
August 20
1
7 (vorstehend E. 4.4) nicht
habe
bestätigt werden k
önnen
und damit das Vor
liegen eines Geburtsgebrechens nach
Ziff.
326 gemäss Anhang zur
GgV
nicht mit der notwendigen überwiegenden Wahrscheinlichkeit
ausgewiesen sei
(E. 4.4).
Dass der Fokus bei der Erstanmeldung
auf d
er
Prüfung des Anspruchs auf medi
zinische Massnahmen im Zusammenhang mit der Diagnose eines FMF
lag, dürfte mitunter ein Grund dafür gewesen sein, dass zum damaligen Zeitpunkt keine psychiatrische Abklärung der möglicherweise somatoformen Beschwerden statt
fand, obwohl Prof.
B._
in seinem Gutachten
vom 2
4.
August 2017 (vorste
hend E. 4.4)
eine psychiatrische
Beurteilung empfohlen hatte
.
Dem
Gutachten ist aber auch zu entnehmen, dass
Prof.
B._
jedenfalls anlässlich der rheumato
logischen Untersuchung keine Auffälligkeiten in der Stimmungslage und keine Hinweise auf eine ängstliche oder depressive Komponente erhebe
n konnte
.
Im Rahmen der
von
der Beschwerdegegnerin
am
2
1.
September 2017 formulierten Schadenminderungspflicht
(
Urk.
7/105)
wurde der Beschwerdeführer
dann
aber
immerhin
zu einer psychiatrisch-psychologischen Abklärung und Behandlung angehalten.
6.3
Im Rahmen der erneuten Anmeldung
vom
2.
Dezember 2020
(
Urk.
7/180)
fanden zwei Berichte der Klinik für Immunologie des
E._
vom 1
3.
November 2020 und vom
7.
Mai 2021
Eing
ang in die Akten (vorstehend E. 5.2-3).
D
iesen ist zu ent
nehmen, dass der Beschwerdeführer im Rahmen einer interdisziplinären Abklä
rung
–
soweit ersichtlich erstmals
–
einer psychosomatischen Abklärung zuge
führt wurde,
anlä
s
slich
welcher eine leichte depressive Episode zu erheben war. Die interdisziplinäre Abklärung erfolgte
aufgrund von
schubförmig auftretenden
Bauchschmerzen, welche trotz
Regredienz
der Fieberschübe und
T
horakalgien
unter Behandlung mit
Ilaris
persistierten. Bauchschmerzen sind zwar bereits in den früheren Berichten doku
mentiert
(vgl. vorstehend E. 4.3-4, E.
4.6-7)
. Die Immunologen des
E._
wiesen indes (neu) auf eine nicht gänzlich auszuschlies
sende entzündliche Komponente hin
.
Eine psychosomatische Ursache der Schmer
zen erachteten sie als eher unwahrscheinlich, aber
ebenfalls
nicht als ausgeschlossen.
6.4
Aufgrund der neuen Berichte der Immunologen des
E._
kann festgehalten werden, dass aufgrund der beschriebenen – wenn auch nur leichten – depressiven Episode nunmehr Anhaltspunkte für
eine
möglicherweise relevante psychiat
rische
Symptomatik
bestehen.
Was die Bauchschmerzen anbelangt, so stand e
ine psychosomatische
beziehung
sweise somatoforme Ursache zwar bereits bei der Erstanmeldung im Raum und
wären die Bauchschmerzen gemäss de
r
von der Beschwerdegegnerin
am 2
1.
September 2017
formulierten Schadenminderungs
pflicht
(
Urk.
7/105)
stationär abzuklären gewesen. Da aber damals der Fokus –
wie dargelegt
(vorstehend E. 6.1-2) –
auf
d
er
Prüfung des Anspruchs auf medi
zi
nische Massnahmen im Zusammenhang mit der Diagnose eines FMF
lag, wurden keine Abklärungen in diese Richtung getätigt, sodass sich nicht zweifels
frei fest
stellen lässt, inwiefern sich diesbezüglich eine V
eränderung ergeben hat. Dieser U
mstand soll indes nicht dazu führen, dass von entsprechenden Abklärun
gen abzusehen ist, zumal sich eine psychiatrische Abklärung nach dem Gesagten auch zur Beurteilung der Frage aufdrängt, ob nunmehr von
einer sich
gegebenen
falls
anspruchsrelevant auswirkenden depressiven Symptomatik auszugehen ist.
Nach dem G
esagten ist
eine anspruchsrelevante
Veränderung der Befundlage seit Erlass der Verfügung vom 1
2.
Juli 2018
zumindest glaubhaft gemacht. Ob sich
ein psychisches Leiden durch
fachspezifisch erhobene medizin
ische Befunde
untermauern
und sich die Änderung tatsächlich erstellen lässt, ist im Rahmen einer materiellen Prüfung zu klären.
6.5
Damit ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin zu Unrecht nicht auf das neue Leistungsbegehren des Beschwerdeführers eingetreten ist. Die angefochtene Ver
fügung ist deshalb aufzuheben und die Sache zur materiellen Beurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
Dies führt zur Gutheissung der Beschwerde.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens kann auf die Durchführung der vom Beschwerdeführer beantragten öffentlichen Verhandlung verzichtet werden (vgl. BGE 136 I 279 E. 1
mit Hinweis auf BGE 122 V 47
; Urteil des Bundesgerichts
8C_495/2020 vom
6.
Januar 2021 E. 2.2
).
7.
7.1
Die
Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind auf
Fr.
7
00.--
fest
zu
setzen und
ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
7.2
Der
vertretene
Beschwerdeführer hat Anspruch auf eine Prozessentschädigung, welche nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und
dem Mass des Obsiegens
, jedoch
ohne Rücksicht auf den Streitwert
,
zu bemessen ist
(
§
34
Abs.
1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
).
Mit Honorarnote vom
2
5.
November 2021 (Datum des Eingangs;
Urk.
13)
machte Rechtsanwalt
Davide Loss
einen zeitlichen Aufwand von
10 Stunden und 42 Minuten sowie
Barauslagen von
Fr.
70.62
(zuzüglich Mehrwertsteuer)
geltend. Dieser Aufwand erweist sich der Streitsache als angemessen, weshalb dem Beschwerdeführer antragsgemäss eine Entschädigung in Höhe von
2'611.30
(inklu
sive Barauslagen und Meh
rwertsteuer) zuzusprechen ist.
7.3
Bei diesem Ausgang des Verfahrens erweist sich das vom Beschwerdeführer gestellte Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und um Bestellung von Rechts
anwalt
Davide Loss
als unentgeltlichen Rechtsvertreter als gegenstandslos.