Decision ID: 36aba99e-b3db-4b71-811d-06ef35a6bd98
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1978 geborene
X._
war vom
1.
Oktober 2003 bis am 3
0.
April
2009 bei der
Z._
und vom
1.
Mai 2009 bis 3
1.
März 2010 bei der
A._
als Verkäuferin
angestellt und im Rahmen dieser
Arbeitsverhältnisse bei der Sammelstiftung BVG der All
ianz Suisse
Lebens
versicherungs
-
Gesellschaft
(nachfolgend: Sammelstiftung BVG der Allianz)
be
rufs
vorsorgeversichert
(Austritt aus der
Vorsorgeeinrichtung per 31. März 2010
,
Urk.
2/3
,
Urk.
2/5
, Urk. 12 S. 3 und Urk. 1 S. 3
).
1.2
Vom
8.
April 2010 bis 3
1.
August 2011 sowie vom
1.
Juli bis
1.
Dezember 2013 be
zog sie Taggelder der
Arbeitslosenversicherung (
Urk.
10/1
).
Während
der Dauer der kontrollierten Arbeitslosigkeit war sie bei der Stiftung Auffangeinricht
ung BVG
berufsvorsorgeversichert.
1.3
Vom
4
.
September 2011
bis 1
9.
März 2012
war
die Klägerin
von der Verleihfirma
B._
angestellt
und dabei für die
C._
im Einsatz
(100%ige Arbeitsunfähigkeit ab 1
1.
Februar
2012; vgl. etwa
Urk.
2/11,
Urk.
16/101
/2, Urk. 16/106/5-7 und
Urk.
16/109/1
).
1.4
Zuletzt war die Versicherte vom
1.
August 2014 bis 3
0.
September 2015 als Pflegehelferin im
D._
während drei Monaten in einem 100
%
- und
anschliessend
in einem 60
%
-Pensum angestellt (100%ige Arbeits
unfähigkeit ab
8.
April 2015) und dadurch bei der Zuger Pensionskasse
berufsvorsorgeversichert (
Urk.
2/20,
Urk.
2/24a,
Urk.
16/178
).
1.5
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich
, IV-Stelle, bei der sich
die
Versicherte am
1
8.
Februar
2009
unter Hinweis auf
Fibromyalgie, chronische Schmerzen,
Endometriose
,
Spondylarthrosen
, Polyarthralgien sowie psychovege
tative Störungen
zum Leistungsbezug angemeldet
hatte (Urk. 16/9),
lehnte einen Rentenanspruch der Klägerin mit Verfügung vom
4.
März 2011 bei einem Inva
li
di
tätsgrad von 24
%
ab (
Urk.
16/88). Die dagegen erhobene Beschwerde wies das
hiesige Gericht mit Urteil vom 3
0.
November 2012 (Prozess-
Nr. IV.2011.00365,
Urk.
16/113) ab. Nach einer Neuanmeldung
aufgrund eines verschlechterten Ge
sundheitszustandes
i
m Juli 2012
(Urk. 16/106) sprach ihr die IV-Stelle mit Ver
fügung vom
2.
Mai 2016 – unter
Hinweis auf die per
1.
März 2011 eröffnete Warte
zeit –
vom
1.
Januar 2013 bis 3
1.
Juli 2014 sowie ab
1.
März 2015
eine
Dreiviertel
s
rente
der Invalidenversicherung
zu (Urk. 16/206
und Urk. 16/201
).
1.6
D
ie
Sammelstiftung BVG der Allianz
und die Stiftung Auffangeinrichtung BVG
lehnten
am 28. Oktober 2016 (
Urk.
2/26)
beziehungsweise 23. Januar 2017 (Urk.
2/27) die Ausrichtung von Invalidenleistungen
ab. Die
Zuger Pensionskasse
verneinte
mit Schreiben vom 1
4.
Februar 2018 einen Anspruch auf Vorleistungen (Urk. 2/24b).
2.
Mit Eingabe vom
2.
Juli 2018
erhob d
ie
Versicherte Klage gegen die
Allianz
Suisse Lebensversicherungs-Gesellschaft AG, die Stiftung Auffangeinrichtung B
VG und die Zuger Pensionskasse
mit folgende
m
Rechtsbegehren (Urk. 1 S. 2):
«
1.
Die Beklagte 1 sei zu verpflichten, der Klägerin mit Wirkung ab
1.
März 2011, spätestens ab
1.
Januar 2013 eine 3⁄4-Invalidenrente aus beruflicher Vorsorge (Hauptrente und zwei Kinderrenten) gemäss Reglement auszurichten, nebst Zins zu 5% auf den verfallenen
Betreffnissen
je seit Verfall, spätestens ab Zeitpunkt der Klageeinreichung.
2.
Eventualiter sei die Beklagte 2 zu verpflichten, der Klägerin mit Wirkung ab
1.
Januar 2013 eine 3⁄4-Invalidenrente nach BVG (Hauptrente und zwei Kinder
renten) auszurichten, nebst Zins zu 5% auf den verfallenen
Betref
f
nissen
je seit Verfall, spätestens ab Zeitpunkt der Klageeinreichung.
3.
Die Beklagte 1, eventualiter die Beklagte 2 sei zudem zu verpflichten, die Klägerin auch ab obgenanntem Zeitpunkt und im obigen Umfange von der Bei
tragspflicht zu befreien sowie das Alterskonto entsprechend weiterzu
führen.
4.
Subeventualiter
sei die Sache an die Beklagte 3 zurückzuweisen zwecks ergän
zender Abklärung des berufsvorsorgerechtlich relevanten Sachverhalts. An
schliessend ist neu über die definitive Leistungspflicht der zuständigen Vorsor
ge
einrichtung zu entscheiden. Die Beklagte 3 ist zudem zu verpflichten, der Klägerin rückwirkend per
1.
Januar 2013 eine 3⁄4-BVG/IV-Rente als Vorleis
tung auszurichten.
5.
Alles unter Kosten- und
Entschädigungsfolge
n, zzgl. Mehrwertsteuer zu Lasten der
Gegenpartei
.
»
Am 1
3.
August 2018 beantragte die Stiftung Auffangeinrichtung BVG, die Klage gegen die Beklagte 2 sei abzuweisen
(
Urk.
9)
.
Die Zuger Pensionskasse beantragte
mit Eingabe vom 3
0.
August 2018 (
Urk.
11), die Kla
ge sei betreffend Antrag
4 und
5 abzuweisen. Am 1
0.
September 2018 beantragte
die
Sammelstiftung BVG der Allianz
, die
Klage sei, soweit die Beklagte 1 betreffend, abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei (
Urk.
12).
Nachdem mit Gerichtsverfügung vom
1
1
.
Septem
ber 2018
(Urk.
14
) die Akten der Invalidenversicherung beigezogen worden waren (Urk.
16/1-228
)
,
hielten die Klägerin mit Replik vom
3.
Dezember 2018 (
Urk.
21) und die Beklagten 2 und 1 mit Dupliken vom
5.
Februar 2019 (Urk. 29) und 1
8.
Februar 2019 (
Urk.
31) an den gestellten Anträgen fest. Die Beklagte 3 liess sich innert angesetzter Frist (vgl. dazu
Urk.
23,
Urk.
24/2 und
Urk.
28) nicht vernehmen. Die Dupliken wurden der Klägerin und den jeweils anderen Beklagten mit Verfügung vom 1
2.
März 2019
zur Kenntnis gebracht
(Urk.
33).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Das hiesige Gericht nimmt von Amtes wegen eine Berichtigung der Parteibe
zeichnung vor und führt das Verfahren gegen die
Sammelstiftung BVG der Allianz Suisse L
ebensversicherungs-
Gesellschaft
(statt Allianz Suisse
Lebensver
sicherungs
-Gesellschaft
AG
)
als Beklagte 1 (vgl. dazu auch Urteil des hiesigen Ge
richts BV.2006.00066 vom 2
0.
Februar 2008 E. 2 sowie BGE 116 V 335 E. 4b). Nachdem die Beklagte 1 durch zwei zeichnungsberechtige Personen vertreten ist und das vorliegende Verfahren im Übrigen durch die Untersuchungs- und Offi
zial
maxime geprägt ist, besteht entgegen der Ansicht der Klägerin (
Urk.
21 S. 2) kein Anlass, ihre Klageantwort aus dem Recht zu weisen.
2.
2.1
Nach
Art.
24
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinter
lasse
nen und Invalidenvorsorge (BVG) hat der Versicherte Anspruch auf eine volle Invalidenrente, wenn er im Sinne der Invalidenversicherung mindestens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn er mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn er mindestens zur Hälfte und auf eine
Viertelsrente
, wenn er mindestens zu 40 % invalid ist. Gemäss
Abs.
1 von
Art.
26 BVG gelten für den Beginn des An
spruchs auf Invalidenleistungen sinngemäss die entsprechenden Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
Art.
29 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Die Invalidenleistungen nach BVG werden von derjenigen Vorsorgeeinrichtung geschuldet, welcher die den Anspruch erhe
bende Person bei Eintritt des versicherten Ereignisses angeschlossen war. Im Be
reich der obligatorischen beruflichen Vorsorge fällt dieser Zeitpunkt nicht mit dem Eintritt der Invalidität nach IVG, sondern mit dem Eintritt der Arbeits
un
fähigkeit zusammen, deren Ursache zur Invalidität geführt hat (vgl.
Art.
23 BVG). Auf diese Weise wird dem Umstand Rechnung getragen, dass die versicherte Person meistens erst nach einer längeren Zeit der Arbeitsunfähigkeit (nach einer Wartezeit von einem Jahr gemäss
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG in Verbindung mit
Art.
26 BVG) invalid wird. Damit nämlich der durch die zweite Säule bezweckte Schutz zum Tragen kommt, muss das Invaliditätsrisiko auch dann gedeckt sein, wenn es rechtlich gesehen erst nach einer langen Krankheit eintritt, während welcher die Person unter Umständen aus dem Arbeitsverhältnis ausgeschieden ist und daher nicht mehr dem
Obligatorium
unterstanden hat (BGE 123 V 262 E. 1b, 121 V 97 E. 2a, 120 V 112 E. 2b, je mit Hinweisen).
2.2
Die Versicherteneigenschaft muss nur bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit gegeben sein, dagegen nicht notwendigerweise auch im Zeitpunkt des Eintritts oder der Ver
schlimmerung der Invalidität. Diese wörtliche Auslegung steht in Einklang mit Sinn und Zweck der Bestimmung, nämlich denjenigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern Versicherungsschutz angedeihen zu lassen, welche nach einer längeren Krankheit aus dem Arbeitsverhältnis ausscheiden und erst später invalid
werden. Für eine einmal aus
während der Versicherungsdauer aufgetre
tene
Arbeitsunfähigkeit geschuldete Invalidenleistung bleibt die Vorsorgeeinrichtung somit leistungspflichtig, selbst wenn sich nach Beendigung des Vorsorgever
hält
nisses der Invaliditätsgrad ändert. Entsprechend bildet denn auch der Wegfall der Versicherteneigenschaft kein Erlöschungsgrund (
Art.
26
Abs.
3 BVG e
contrario
; BGE 123 V 262 E. 1a, 118 V 35 E. 5).
2.3
Art.
23 BVG kommt auch die Funktion zu, die Haftung mehrerer Vorsorge
ein
richtungen gegeneinander abzugrenzen, wenn eine in ihrer Arbeitsfähigkeit be
reits beeinträchtigte versicherte Person ihre Arbeitsstelle (und damit auch die Vor
s
orgeeinrichtung) wechselt und ihr später eine Rente der Invalidenversiche
rung zugesprochen wird. Der Anspruch auf Invalidenleistungen nach
Art.
23 BVG entsteht in diesem Fall nicht gegenüber der neuen Vorsorgeeinrichtung, sondern gegenüber derjenigen, welcher die Person im Zeitpunkt des Eintritts der invalidi
sierenden Arbeitsunfähigkeit angehörte.
Damit eine Vorsorgeeinrichtung, der eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitnehmer beim Eintritt der Arbeitsunfähigkeit angeschlossen war, für das erst nach Been
digung des Vorsorgeverhältnisses eingetretene Invaliditätsrisiko aufzukommen hat, ist indes erforderlich, dass zwischen Arbeitsunfähigkeit und Invalidität ein enger sachlicher und zeitlicher Zusammenhang besteht (BGE 130 V 270 E. 4.1). In sachlicher Hinsicht liegt ein solcher Zusammenhang vor, wenn der der Inva
lidität zu Grunde liegende Gesundheitsschaden im Wesentlichen derselbe ist, der zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat. Sodann setzt die Annahme eines engen zeit
lichen Zusammenhangs voraus, dass die versicherte Person nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit nicht während längerer Zeit wieder arbeitsfähig wurde. Die frühere Vorsorgeeinrichtung hat nicht für Rückfälle oder Spätfolgen einer Krank
heit einzustehen, die erst Jahre nach Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit eintreten.
Bei der Prüfung dieser Frage sind die gesamten Umstände des konkre
ten Einzelfalles zu berücksichtigen, namentlich die Art des Gesundheitsschadens, dessen prognostische Beurteilung durch den Arzt sowie die Beweggründe, welche die versicherte Person zur Wiederaufnahme oder Nichtwiederaufnahme der Arbeit veranlasst haben. Zu den für die Beurteilung des zeitlichen Konnexes relevanten Umständen zählen auch die in der Arbeitswelt nach
aussen
in Erscheinung tre
ten
den Verhältnisse, wie etwa die Tatsache, dass ein Versicherter über längere Zeit hinweg als voll vermittlungsfähiger Stellensuchender Taggelder der Arbeits
losenversicherung bezieht. Allerdings kann solchen Zeiten nicht die gleiche Bedeutung beigemessen werden wie Zeiten effektiver Erwerbstätigkeit (BGE 134 V 20 E. 3.2.1 mit Hinweisen). Mit Bezug auf die Dauer der den zeitlichen Konnex unterbrechenden Arbeitsfähigkeit kann die Regel von
Art.
88a
Abs.
1
der Verord
nung über die Invalidenversicherung (IVV)
als Richtschnur gelten. Nach dieser Bestimmung ist eine anspruchsbeeinflussende Verbesserung der Erwerbsfähigkeit in jedem Fall zu berücksichtigen, wenn sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Bestand während mindestens drei Monaten wieder volle Arbeitsfähigkeit und erschien ge
stützt darauf eine dauerhafte Wiedererlangung der Erwerbsfähigkeit als objektiv wahrscheinlich, stellt dies ein gewichtiges Indiz für eine Unterbrechung des zeit
lichen Zusammenhangs dar. Anders verhält es sich, wenn die fragliche, allen
falls mehr als dreimonatige Tätigkeit als
Eingliederungsversuch zu werten ist oder
mass
geblich
auf sozialen Erwägungen des Arbeitgebers beruhte und eine dauer
hafte Wiedereingliederung aber unwahrscheinlich war (BGE 134 V 20 E. 3.2.1 mit Hinweisen).
2.4
Die Arbeitsunfähigkeit ist relevant, wenn sie mindestens 20 % beträgt und sich
auf das Arbeitsverhältnis sinnfällig auswirkt oder ausgewirkt hat. Es muss ar
beits
rechtlich in Erscheinung treten, dass die versicherte Person im bisherigen
Beruf an Leistungsvermögen eingebüsst hat, so etwa durch einen Abfall der Leis
tungen mit entsprechender Feststellung oder gar Ermahnung des Arbeitge
bers oder durch gehäufte, gesundheitlich bedingte Arbeitsausfälle. Der Zeitpunkt des
Eintritts der berufsvorsorgerechtlich relevanten Arbeitsunfähigkeit muss mit dem
im Sozialver
sicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit grund
sätzlich echtzeitlich nachgewiesen sein. Dieser Nach
weis darf nicht durch nachträgliche Annahmen und spekulative Überlegungen ersetzt werden (Urteil des Bundesgerichts 9C_91/2013 vom 17. Juni 2013 E. 4.1.2 mit Hinweisen).
2.5
Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der Invali
den
versicherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG ergibt sich, dass der Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich der beruflichen Vorsorge und in der Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist (BGE 123 V 269 E. 2a, 120 V 106 E. 3c, je mit Hinweisen).
Praxisgemäss sind daher die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzlichen Mindestvorsorge (
Art.
6 BVG) an die Feststellungen der IV-Organe (Eintritt der inva
lidisierenden Arbeitsunfähigkeit, Eröffnung der Wartezeit, Festsetzung des
Invaliditätsgrades) gebunden, soweit die IV-rechtliche Betrachtung aufgrund einer
gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar erscheint (BGE 126 V 309 E. 1 in
fine
). Diese Konzeption fusst auf der Überlegung, die Organe der (obligatorischen) beruflichen Vorsorge von eigenen aufwändigen Abklä
rung
en freizustellen, und gilt nur bezüglich Feststellungen und Beurteilungen der IV-Organe, welche im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren für die Festle
gung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend waren (BGE 132 V 1 E. 3.2). So hat beispielsweise eine verspätete Anmeldung zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung rechtsprechungsgemäss die freie Überprüfbarkeit des leistungserheblichen Sachverhaltes durch die Vorsorgeeinrichtung beziehungs
weise das Berufsvorsorgegericht zur Folge (Urteil des Bundesgerichts 9C_49/2010 vom 2
3.
Februar 2010 E. 2.1).
Diese Bindungswirkung setzt voraus, dass die Vorsorgeeinrichtung (spätestens) ins
Vorbescheidverfahren
(
Art.
73
ter
IVV) einbezogen und ihr die Rentenver
fü
gung formgültig eröffnet wurde (Urteil des Bundesgerichts 9C_81/2010 vom 1
6.
Juni 2010 E. 3.1, mit Hinweisen). Dem BVG-Versicherer steht ein selbständi
ges Beschwerderecht im Verfahren nach IVG zu. Unterbleibt ein solches Einbe
ziehen der Vorsorgeeinrichtungen, ist die IV-rechtliche Festsetzung des Invalidi
tätsgrades (grundsätzlich,
masslich
und zeitlich) berufsvorsorgerechtlich nicht verbindlich (BGE 130 V 270 E. 3.1).
Stellt die Vorsorgeeinrichtung auf die invalidenversicherungsrechtliche Betrach
tungs
weise ab, muss sich die versicherte Person diese entgegenhalten lassen, soweit diese für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entschei
dend war, und zwar ungeachtet dessen, ob der Vorsorgeversicherer im Verfahren der Invalidenversicherung beteiligt war oder nicht. Vorbehalten sind jene Fälle, in denen eine gesamthafte Prüfung der Aktenlage ergibt, dass die Invaliditäts
be
messung der Invalidenversicherung offensichtlich unhaltbar war (BGE 130 V 270 E. 3.1).
3.
3
.1
Die Klägerin führte zur Klagebegründung aus,
sie sei bis am 3
1.
März 2010 bei der
Z._
angestellt und dadurch bei der Beklagten 1 berufs
vorsorge
versichert gewesen. Wegen ihres psychischen Leidens seien ihr ab
9.
Mai 2008 Krankentaggelder ausgerichtet worden. Von April 2010 bis September 2011 habe sie Arbeitslosenentschädigungen bezogen. Die IV-Stelle habe mit Verfügung vom
4.
März 2011 einen Anspruch auf eine Invalidenrente bei einem IV-Grad von 24
%
(Einschränkung von 50
%
in der angestammten und von 20
%
in einer leidensangepassten Tätigkeit
seit dem
9.
Mai 2008
) abgewiesen. Aufgrund einer Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes habe sie sich am 1
2.
Juli 2012 erneut zum Leistungsbezug angemeldet. Die IV-Stelle habe den Beginn des Wartejahres auf März 2011 festgelegt und ihr ab
1.
Januar 2013 eine
Drei
viertelsr
ente
zugesprochen. Von
1.
August 2014 bis 3
0.
September 2015 sei sie im
D._
angestellt gewesen (
Urk.
1 S. 3-6). Sie stehe seit Mai 2008 in regelmässiger fachärztlicher Behandlung. Es sei ausgewiesen, dass die Arbeitsunfähigkeit, welche ab März 2012 zur rentenbegründenden Inva
lidität geführt habe, bereits während der Vorsorgedeckung durch die Beklagte 1 eingetreten sei. Eine vollständige Arbeitsfähigkeit habe sie seither nicht mehr erreicht. Die zur Invalidität führenden Diagnosen hätten zudem bereits während der Dauer
des
Vorsorgeverhältnisses bei der Beklagten 1 bestanden. Diese sei deshalb leistungspflichtig. Seit März 2011 habe sich ihr Zustand verschlechtert (S. 8-10). Eventualiter sei die relevante Arbeitsunfähigkeit per März 2011 einge
treten und ein Anspruch auf Invalidenleistungen aus beruflicher Vorsorge gegen
über der Beklagten 2 zu bejahen (S. 10).
Subeventualiter
sei die Beklagte 3 zur Vorleistung zu verpflichten (S. 11).
Im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels hielt die Klägerin fest (
Urk.
21
),
gemäss Gutachtern bestehe die im April 2013 während eines stationären Aufenthaltes diagnostizierte Zwangsstörung schon seit vielen Jahren. Der sachliche Konnex sei damit erstellt. Der Arbeitsversuch im
D._
sei schon nach kurzer Zeit gescheitert und habe zu keiner Unterbrechung des zeit
li
chen Zusammenhangs geführt (S. 4-6). Am Bestehen eines
A
nspruchs auf Inva
lidenleistungen aus beruflicher Vorsorge könne nicht gezweifelt werden, weshalb
subeventualiter
die Beklagte 3 vorleistungspflichtig sei (S. 8).
3
.2
Die Beklagte 1 begründete die Leistungsverweigerung damit, dass die Klägerin - aus näher dargelegten Gründen - heute aus anderen Ursachen eine Invalidenrente beziehe als jene
n
, die in den Jahren 2008 bis 2010 zu einer Arbeitsunfähigkeit geführt hätten. Da der sachliche Konnex fehle, sei sie für die heute bestehende Erwerbsunfähigkeit nicht leistungspflichtig. Das Versicherungsverhältnis mit ihr habe am 3
1.
März 2010 geendet. Die IV-Stelle habe den Beginn der Wartefrist auf März 2011 festgesetzt (
Urk.
12 S. 3-6). Die Klägerin habe vom
1.
August 2014 bis 2
8.
Februar 2015 als Pflegemitarbeiterin gearbeitet, während der Probezeit zu 100
%
, dann wie im Arbeitsvertrag vorgesehen zu 60
%
. Eine ab dem
1.
März 2011 durchgehend bestehende 69%ige
Arbeit
sunfähigkeit habe damit nicht be
stan
den. Der zeitliche Konnex sei somit ebenfalls unterbrochen (S. 7-9).
Im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels ergänzte die Beklagte 1 (
Urk.
31), es sei nicht erstellt, dass eine der 2008/2009 diagnostizierten Erkrankungen sich heute mindestens im Umfang von 40
%
auf die Erwerbsfähigkeit auswirken würden. Da alle Ursachen zusammen inklusive der heute vorwiegend zur Inva
lidität führenden, vor 2010 jedoch noch nicht diagnostizierten Zwangser
kran
kung eine Invalidität von 69
%
ergäben, sei überwiegend wahrscheinlich, dass die Klägerin wegen de
n
bei ihr 2008/2009 vorhandenen gesundheitlichen Ein
schränkungen den für eine Leistungspflicht benötigten Umfang der Erwerbsun
fähig
keit nicht erreiche (S. 6).
3.3
Die Beklagte 2 hielt in ihrer Klageantwort fest, sie sei von der IV-Stelle nicht beziehungsweise erst verspätet in das Verfahren miteinbezogen worden. Die zweite IV-Anmeldung der Klägerin sei zudem verspätet erfolgt. Insofern bestehe für sie - die Beklagte 2 - keine Bindungswirkung an die Feststellungen der IV-Organe. Es sei erstellt, dass die Klägerin seit Mai 2008 zu mindestens 20
%
in jeglicher Tätigkeit eingeschränkt sei. Der enge sachliche Zusammenhang sei seit
her gegeben. Auch der zeitliche Zusammenhang sei - aus näher dargelegten Gründen - nicht unterbrochen worden. Die Beklagte 1 sei deshalb für die Aus
richtung von Invalidenleistungen zuständig. Die Eröffnung der Wartezeit per März 2011 sei nicht korrekt, sei doch bereits für den Zeitraum zuvor zumindest eine Teilarbeitsunfähigkeit attestiert worden. Aufgrund der verspäteten Neuan
mel
dung der Klägerin im Juli 2012 sei die exakte Bestimmung des Beginns des Wartejahres für die IV-Stelle jedoch nicht relevant gewesen (
Urk.
9 S. 7-9).
3.4
Die Beklagte 3 führte in ihrer Klageantwort aus, die Klägerin weise keine lücken
lose Versichertenkarriere auf. Aufgrund der Unsicherheit betreffend einer berufs
vorsorgerechtlichen Leistungspflicht sowie des Zeitpunkts des Beginns der zu einer Invalidität führenden Arbeitsunfähigkeit könne nicht sie zu Vorleis
tung
en verpflichtet werden (
Urk.
11 S. 3).
4.
4
.1
Im Gutachten
der
E._
vom 14. April 2010 wurden folgende Diagnosen mit Ein
fluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt (Urk. 16/52 S. 20):
1.
Leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0)
2.
Chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom mit Tendenz zur Schmerz
gene
ralisierung (ICD-10 M53.8 und R52.9)
-
myofasziale
Schmerzen mit
T
endomyosen
im Nacken-Schultergürtelbe
reich sowie in der Lenden-/Beckenregion
-
diskrete Wirbelsäulenfehlform
-
Polyarthralgien bei klinisch geringer Tendenz zur Hypermotilität
-
Intervertebralarthrosen
L4/5 und L5/S1 (MRI vom August 2008)
-
ungenügende Kraft/Kraftausdauer der Rumpf- und
Extremitätenmuskulatur
(gemäss Evaluation der Funktionellen Leistungsfähigkeit vom No
vember 2009)
Folgenden Diagnosen massen die Gutachter hingegen keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bei (Urk. 16/52 S. 20 f.):
1.
Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10 F54)
2.
Colon
irritabile
(ICD-10 K58.9)
3.
Anamnestisch
Endometriose
(ICD-10 N80.9)
4.
Anamnestisch Hörminderung rechts (ICD-10 H91.9)
-
Status nach Verdacht auf Mumpsmeningitis im November 1995
5.
Nikotinabusus, 4
packyears
(ICD-10 F17.1)
Laut Gutachten klagt
e
die
Klägerin
unter Schmerzen im gesamten Körper. Haupt
sächlich seien der Nacken- und Schulterbereich, die Hände, die Wirbelsäule mit lumbaler Betonung, der gesamte Beckengürtel, die Beine, die Knie und die Füsse betroffen. Intermittierend habe sie vor allem morgens eine Hand- und Gesichts
schwellung. Die Nackenschmerzen strahlten in den Hinter
kopf aus und führten zu
bitemporalen
Kopfschmerzen. Aufgrund der Schmerzen habe sie Schlafstö
rungen mit Ein- und Durchschlafproblematik. Weiter leide sie an einer
Endometriose
mit chronischen, je nach Zyklus akzentuierten Unter
leibsschmerzen, an einer
Dys
pareunie
sowie an einem nervösen Darm. Aufgrund der Schmerzsymptomatik gehe es ihr auch psychisch nicht so gut. Sie leide an Vergesslichkeit, Nervosität und Angstzuständen. Daneben leide sie an rezidi
vie
renden Tonsillitiden sowie an einer rechtsseitigen Hörminderung bei Status nach Meningitis. Den Akten ent
nahmen die Gutachter folgende Beschwerden: Stimmungsschwankungen, Trau
rig
keit, Antriebsarmut, Schlaflosigkeit, Schmer
zen im Bereich des gesamten Bewegungsapparates, Schmerzen insbesondere im Schultergürtel,
zervikozephale
Beschwerden, Schmerzen im Bereich der Finger
gelenke,
lumbospondylogene
Schmerzen, Ausstrahlung ins Gesäss beidseits, Unterbauchschmerzen (Urk. 16/52 S. 7 f.).
In der durch einen multidisziplinären Konsensus erarbeiteten Gesamtbeurteilung führten die Gutachter aus, aus rheumatologischer Sicht könne aufgrund der anamnestischen Angaben, der klinischen Untersuchung sowie der bildgebenden Diagnostik ein chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom mit Tendenz zur Schmerzgeneralisierung festgehalten werden. Die klinische Untersuchung des Bewegungsapparates zeige lediglich
myogelotische
Muskelveränderungen sowie umfangreiche
Druckdolenzen
als Ausdruck einer Hyperalgesie. Die spontanen Be
wegungen seien jedoch durchgehend frei und unbehindert, so dass aus rheu
ma
tologischer Sicht eine leicht- bis
mässiggradige
Einschränkung der kör
perli
chen Belastbarkeit entstehe. Körperlich schwere Tätigkeiten seien der
Klägerin
aus rheumatologischer Sicht nicht mehr zumutbar. Für eine körperlich mittelschwere Tätigkeit und somit auch die zuletzt ausgeübte Tätig
keit als Verkäuferin in einem Tankstellenshop mit intermittierend doch mittel
schweren Anteilen bestehe eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50 %. Für eine körperlich leichte Tätig
keit mit nur leichter Rückenbelastung ohne monoton repetitive Haltungen oder Bewegungen und mit einer
Gewichtslimite
von maximal 10 kg bestehe keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Aus psy
chiatrischer Sicht könne aufgrund de
r
anamnestischen Angaben sowie der erhobenen Untersuchungsbefunde eine leichte
depressive Episode diagnostiziert werden mit daraus resultierender Ein
schrän
kung der Arbeitsfähigkeit von 20 %. Die weiter diagnostizierte Schmerz
ver
arbei
tungsstörung führe zu keiner zusätz
lichen Einschränkung der Arbeits
fähigkeit. Aus allgemein internistischer Sicht könnten dagegen lediglich Diag
nosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden (Urk. 16/52 S. 21 f.).
Zusammenfassend könnten der
Klägerin
aus polydisziplinärer Sicht körperlich schwere Tätigkeiten seit dem 9. Mai 2008 bleibend nicht mehr zuge
mutet werden. Für körperlich mittelschwere Tätigkeiten und somit auch die zu
letzt ausgeübte Tätigkeit als Verkäuferin in einem Tankstellenshop bestehe eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50
%
. Die Einschränkungen aus psychi
atrischer und rheu
matologischer Sicht ergänzten sich bezüglich möglicher Pausen. Es entstehe jedoch kein additiver Effek
t, weshalb für körperlich
wech
selbelastende, adaptierte
Tätigkeiten eine zumutbare Arbeits- und Leistungsfä
higkeit von 80 % voll
schich
t
ig realisierbar sei (Urk. 16/52 S. 22 f.).
4
.
2
Im Rahmen einer durch die
Klägerin
verlangten Stellungnahme vom 4. Juli 2010 zum Gutachten
der
E._
vom 14. April 2010 stellte Dr. med.
F._
, Fachärztin
für Psychiatrie und Psychotherapie, folgende psychiatrische Diagnosen (Urk.
16/65 S. 25):
-
fibromyalgieformes
Schmerzsyndrom (ICD-10 F45.4)
-
chronifizierte
rezidivierende mittelgradige Depression (ICD-10 F33.1)
-
Burnout-Syndrom (ICD-10 Z73.1)
-
Traumatisierung in der Kindheit (ICD-10 Z61)
Sodann listete sie folgende weitere
n
Diagnose
n
auf (Urk. 16/65 S. 25):
-
chronisches
Panvertebralsyndrom
mit
Zervikozephalsyndrom
und
spondy
lo
gene
Schmer
zausstrahlungen in die Arme beidseits; mit Dysfunktion des
Ilio
sakralgelenks
mit Ten
denz zu
Hyperlaxidität
und Verdacht auf Facettenüber
lastung L5/S1 links beim
lum
bosakralen
Übergang, mit Fehlhaltung und
Fehlform
am
lumbosakralen
Übergang und diskreten degenerativen Verände
rungen (leichte
Spondylarthrosen
), Status nach Lenden
wirbelkörper-Impres
sions
fraktur nach Unfall 2006/2007
-
Polyarthralgien bei Tendenz zu
Hyperlaxidität
der Gelenke
-
Endometriose
(diagnostische Laparoskopie im November 2007), anschliess
end medika
mentöse primäre
Amen
orr
hoe
isierung
-
Dyspareunie
(ICD-10 N94.1)
-
chronifizierte
Kopfschmerzen
-
Status nach Meningitis (Verdacht auf Mumpsmeningitis) 1995 mit Hörmin
derung
-
Migräne
-
chronische Tonsillitis
-
C
olon
irritabile
Laut Dr.
F._
s Angaben ist die Leistungsfähigkeit der
Klägerin
dauerhaft ein
ge
schränkt und instabil. Sie brauche im Alltag Unterstützung durch die Spitex und die psychiatrische Spitex. Einigkeit bestehe hinsichtlich der 50%igen Arbeits
fähigkeit in der bisherigen Tätigkeit. Die von den
E._
-Gutachtern geschätzte 80%ige Arbeitsfähigkeit in einer leichten adaptierten Tätigkeit sei hingegen nicht nachvollziehbar. Bei Finden einer geeigneten Arbeitsstelle könne vermutlich mit einer Arbeitsfähigkeit von 50 % in leidens
adaptierter Tätigkeit gerechnet werden (Urk. 16/65 S. 26).
4.3
Im Austrittsbericht der
G._
vom 16.
April
2013
(
Urk.
16
/126/12-14), wo die Klägerin vom 2
8.
Februar bis 2
4.
März
2013 hospita
lisiert war, wurden folgende Diagnosen genannt (S. 1):
-
c
hron
isches Schmerzsyndrom mit somati
schen und psychischen Anteilen (
ICD-10
F45.41)
-
Kopfschmerzen inkl
usive
Migräne mit Aura seit dem 1
3.
Lebensjahr
-
Panvertebralsyndrom
mit V
erdacht auf
Facettenüberbelastung L5/S1 links bei
lumbosacralem
Übergang
-
anamnestisch Bandscheibenschaden HWS
-
Verdacht auf
ältere Deckplattenimpressionsfraktur L3/4
-
ISG-Dysfunkt
i
on mit Tendenz zur
Hyperlaxidität
-
Polyarthralgien
-
DD Weichteilrheumatismus, DD Fibromyalgie
-
r
ezidivierende depress
i
ve Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (
ICD-10
F33.1
)
-
k
ombinierte Zwangsstörung (
ICD-10 F
42.1
)
-
Wasch- und Ordnungszwang
-
p
ostt
raumatische Belastungsstörung
(
ICD-10 F
43.1
)
-
Angst- und Panikstörung
(
ICD-10
F41.0
)
-
Traumatisierung durch schwierige Kindheit (
ICD-10
Z61
)
-
Einschränkung der kognitiven Leistungsfähigkeit (Testung Juni 2012)
-
DD i
m Rahmen
der Depression
-
v
ergleiche Unterlagen von Hr
.
H._
Dipl. Psych. FSP
-
a
usgedehnte
pelvine
Endometriose
-
mit organischer
Dyspareunie
-
St
atus nach
erfolgloser Hormonth
erapie
-
c
hronische Tonsillitis
-
rez
idivierende
Angina
tonsillaris
mit Notwendigkeit zur Antibiotikatherapie 2-3
x/Jahr
-
Laktoseintoleranz
-
Colon
irritabile
-
Hörminderung links bei St
atus nach Meningitis
-
Status nach
Varizenoperation
-
V
erdacht auf Gonarthrose beidseits
-
weit
ere Abkl
ärungen ausstehend
-
Nikotinabusus
-
20 PY
Dazu wurde ausgeführt, die Klägerin
berichte
über einen Hang zum Perfek
tio
nis
mus/Zwänge. Die Hausarbeit müsse sie täglich verrichten, auch wenn es eigent
lich nicht wirklich schmutzig sei. Täglich müsse Wohnzimmer, Küche und Bad gereinigt werden, auch wenn die Arbeit ihr Schmerzen bereite. Ebenfalls berichte
sie über den Drang, täglich mit sehr heissem Wasser lange zu duschen (mindes
tens
30 Minuten). Hierdurch sei es bereits zu Hautirritationen und Xerodermie ge
kommen. Bis am
7.
April 2013 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit, weitere Arbeitsunfähigkeit nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt (S. 2-3).
4
.4
Dr.
F._
berichtete am 1
8.
Januar 2014 (
Urk.
16/146)
,
nach Ablehnung der Rente habe sich die Klägerin bei der
C._
im
I._
zu 100
%
anstellen lassen. Diese Arbeit habe sie keineswegs bewältigen können.
Durch den
Stress, der mit dieser Arbeit verbunden gewesen sei
,
durch Tempo und Konzen
trationsfähigkeit, die an den Sortiermaschinen gefordert worden seien, sei sie somatisch und psychisch so schwer krank geworden, dass sie am
4.
Februar 2012 zu 100
%
habe krankgeschrieben werden müssen. Sie habe sich seither nicht mehr von dieser Erkrankung erholt.
Der Krankheitszustand habe seit März 2011 noch zugenommen und sich weiter
chronifiziert
. Die schwere Zwangserkrankung (schwerer Wäschezwang, schwerer Hygienezwang und schwerer Putzzwang sowie Zwangsgedanken) habe sich seit Januar 2012 durch die zusätzlichen
komorbiden
psychischen und körperlichen Erkrankungen sehr stark verschlechtert. Besonders nachdem sie die Arbeitsstelle bei der
C._
habe aufgeben müssen, seien die Zwänge
exazerbiert
. Sie werde von
Spitexfachpersonen
in der Regel wöchentlich unterstützt, weil sie den Haushalt aufgrund der Schmerzen und der Zwänge nicht mehr bewältigen könne. Lange seien die Schmerzen und die Depression in der Problematik der Haushaltbewältigung im Vordergrund gestanden. Die Zwangser
krankung sei durch die Klägerin selber, nicht zuletzt aufgrund von Schamge
fühlen, stark bagatellisiert worden, was Teil der Erkrankung sei und deshalb auch nicht im Ausmass der Schwere erkannt worden sei. Durch die Zunahme der Zwänge sei sie in den letzten Jahren weiter an ihre Belastbarkeitsgrenze in der Bewältigung des Alltags gekommen (S. 1-2).
Nach dem Aufenthalt in der
G._
sei sie sehr schnell wieder in ihren schweren Krankheitszustand zurückgefallen. Insbesondere die Schmer
zen, die ängstlich agitierte Depression und die Zwänge seien wieder unverändert akzentuiert gewesen. Sie habe auch von ihren Stimmen zu erzählen begonnen, den nächtlichen Angst- und Panikattacken, dem Gefühl, es befände sich jemand in der Dunkelheit im Raum. Die Aufarbeitung habe einen Zusammenhang auch mit den Traumatisierungen in der Kindheit gezeigt (S. 2). Die Klägerin sei seit Februar 2012 zu 100
%
krank und arbeitsunfähig (S. 4).
4.5
Dr.
med.
J._
, Facharzt Allgemeine Innere Medizin und Facharzt Rheu
matologie, und med. prakt.
K._
, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie, von der
medas
L
._
_
hielten in ihrem polydiszip
linären (allgemeinin
ternis
tisch/
rheumatologisch
/
psychiatrisch
en
) Gutachten vom 12.
Dezember
2014 (
Urk.
16/167/1-39) folgende Hauptdiagnosen mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit fest (S. 34):
-
vorwiegend Zwangshandlungen (ICD-10 F42.1)
-
rezidivierende depressive Störungen, gegenwertig leichtgradig ausgeprägt (ICD-10 F33.01)
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) mit psychiatrisch-versicherungsmedizinisch nicht gegebener zumutbarer Willensanstrengung der Überwindbarkeit
Zudem stellten sie folgende Nebendiagnosen ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (S. 34-35):
-
Traumatisierungen in der Kindheit (ICD-10 Z61)
-
chronisches unspezifisches Schmerzsyndrom mit vegetativen Begleit
be
schwerden
-
Endometriose
-Beschwerden
-
Colon
irritabile
-
Hörminderung links (anamnestisch nach Meningitis 1995)
Dazu führten die Gutachter aus, die Klägerin sei
zuerst bei ihren Grosseltern väterlicherseits in Wien auf
gewachsen
, bevor sie mit 11 Jahren in die Schweiz
gekommen sei
. Die Zeit bei den Grosseltern
beschreibe sie
als sehr schwierig. Sie
sei
mit ihrem etwa ein Jahr jüngeren Bruder in der Wohnung eingeschlossen
worden und habe auf diesen schon mit 4.5
Jahren aufpassen
und Arbeiten im Haushalt erledi
gen
müssen
. Wenn sie es nicht zur Zufriedenheit der Grosseltern
erfüllt habe, habe sie
Schläge
bekommen und sei
bestraft
worden
. Seither
sei
für
sie
Sauberkeit wichtig. Der schulische Werdegang
sei
begrenzt
gewesen
, neben 3
Schuljahren in Wien
habe
sie auch nur etwa 3 oder 4 Schuljahre in der Schweiz
besucht
. Eine Lehre
habe
sie nicht
absolviert
und sofort
begonnen
als Verkäuferin
zu arbeiten
. 2008
sei
es zu einem psychophysischen Erschöpfungszustand
ge
kommen.
Verschiedene Arbeitsversuche zu 100 oder 50
%
seien gescheitert. Aktu
ell arbeite sie als
P
fl
egehelferin zu 50-60
%
und fühl
e sich mit diesem Arbeits
pensum völlig überfordert. Daneben kümmer
e
sie
sich
um den
Haushalt. Sie beschreib
e
diesbezüglich eine ausgeprägte Zwangssymptomatik, indem alles sauber sein müsse und sie auch regelmässig mehr als dreimal pro Tag
dusche
und bis zu 25-mal im Tag die Hände wasche. Die Tagesstruktur
sei
durch die Reini
gungsarbeiten geprägt. Soziale Kontakte
habe
sie mehrheitlich aufgegeben und kümmer
e
sich um ihre Mutter und ihre eigene Familie. Hobbies habe sie keine mehr. Für
sie ständen
die Schmerzen im Vor
dergrund, sie
wolle
nicht als «
Psy
cho
f
reak
»
beurteilt werden (S. 28).
Im heutigen Explorationsgespräch
habe
sich die
Klägerin
auf die Befragung der Zwänge ein
gelassen
und diese auf beeindruckende Weise
ge
schildert. Ihr Lebens
inhalt
sei
das
«
Putzen
»
, da sie es sauber
haben wolle
und alles
«
blitzblank
»
sein
müsse
. Sie
könne
mehrmals am Tag den Boden aufnehmen, das Bad
werde
nach jedem Benutzen gereinigt und auch die Familie
müsse
sich
ihrem
Reinigungs
zwang unterordnen, indem es klare Abläufe
gebe
. Aufgrund der eigenen Beo
bachtungen im Untersuchungsgespräch
,
in dem die
Klägerin
stark gerötete
Hände gezeigt, kritisch das Unter
suchungszimmer auf Sauberkeit beurteilt und am Schluss des Gesprächs die Stühle parallel ausgerichtet an den Tisch
ge
stellt
habe, könne
die geäus
serte Zwangsproblematik nachvoll
zogen werden. Aus psychia
tri
scher Sicht
sei davon auszugehen
, dass
sie
sich für diesen Reinigungszwang
geschämt
und
ihn
deshalb auch im Rahmen der verschiedenen Beurteilungen verschwiegen
habe
. Sie selbst leide sehr stark darunter und
wolle
nicht als
«
Psy
chofreak
»
beurteilt werden. Rückwirkend
könne
davon ausgegangenen werden, dass
sie
mit ihrem Reinigungs
zwang und ihren Arbeitstätigkeiten ständig an einer Überforderung
gelitten habe
, die sich wie in den Akten beschrieben in einem psy
chophysischen Erschöpfungszustand
gezeigt
und später auch Depress
i
onen
hervorgerufen habe
. Als Hintergrund der
Zwangsstörung mit Reinigungsarbeiten und Ordnungszwängen
könne
psychodynamisch die Entwicklung in der Kindheit herangezogen werden, in der
sie
von ihren Grosseltern
immer bestraft
worden sei
, wenn sie die Arbeiten nicht erledigt und die Sauberkeit nicht
gestimmt habe
. Im Augenblick besteh
e
im Rahmen der Zwangsproblematik mit Überforde
rungs
situation ebenfalls eine leichte depressive Störung mit leicht herabgesetzter
Grund
stimmung, Konzentrationsschwierigkeiten, Ein- und Durchschlafstö
rungen
, Angespanntheit, Müdigkeit und Kraftlosigkeit. Aufgrund der Akten zeig
e
sich, dass die
Klägerin
immer wieder unter depressiven Episoden
gelitten habe
, sodass von einer rezidivierenden depressiven Störung, zurzeit leichtgradigen Ausmasses
auszugehen sei.
Daneben
sei
in der interdisziplinären Besprechung die Frage nach
einer anhaltenden somato
formen Schmerzstörung im Rahmen der vielfältigen Schmerzproblematik diskutiert
worden
.
D
ie Schmerzen
hätten dabei
weder phy
siologisch noch körperlich erklärt werden
können
. Andererseits
gebe
es verschie
dene psychosoziale Belastungen, zum einen im Rahmen des Zwangs, zum ande
ren in den Konflikten mit den Kinder
n
und dem Ehemann, aber auch in der schwierigen sozialen Situation. Deshalb
werde
von einer anhaltenden somato
formen Schmerzstörung aus
gegangen
.
Diesbezüglich
sei mit Blick auf die
Förster-Kriterien
und der mit der Zwangsstörung doch erheblichen Komorbidi
tät
davon auszugehen
, dass zurzeit eine ausnahmsweise Unzumutbarkeit der
willentlichen Schmerzüberwindung besteh
e (
S. 30-31
).
Da
davon auszugehen sei,
dass die Zwangsstörung schon viele Jahre besteh
e
,
sei
die
Klägerin
seit der
Arbeitsaufgabe 2008 zu 70
%
in der bisherigen wie auch in
einer
adaptierten Tätigkeit in der Ar
beitsfähigkeit eingeschränkt.
Sie habe
zwar versucht, wieder 100
%
oder 50
%
einzusteigen, wobei es zu einer erneuten De
kom
pensation gekommen
sei und sie
die
Arbeitsleistung nicht langfristig
habe
aufrechterhalten
können
. Aktuell arbeite
sie
zwar 50-60
%
, was sie aber wahr
scheinlich nicht längerfristig leisten könne und
dekompensieren
werde. Den gute
n Willen zeig
e sie aber (
S. 32
).
D
ie Zwangserkrankung
sei
erst m
it dem statio
nären Aufenthalt in der
G._
bemerkt
worden
. Dies
habe d
amit zu tun, dass die
Klägerin
sich für ihre Zwangserkrankung
geschämt und diese
auch gegen aussen verheimlicht
hab
e
. Ers
t mit dem stationären Aufenthalt, wo
sie
unter Beobachtung
ge
stand
en habe, sei sie zum Vorschein gekommen (S. 34).
Internistisch und rheumatologisch
seien
keine Schäd
i
gungen ode
r Fähigkeits
störungen mit andau
ernder Auswirkung auf das langfristige berufliche Leistungs
ver
mögen bekannt. Eine früher diag
nostizierte
Endometriose
dürfte sich nur spo
ra
disch auf die Arbeitsfähigkeit auswirken. Die subjektiv im Vordergrund stehen
den
ausgedehnten
myofaszialen
Beschwerden
seien
weiterhin als unspezifisch anzusehen. Entscheidend
seien
stets die psychischen Faktoren mit der Hauptdiag
nose einer Zwangsstörung seit Jahren
gewesen (
S. 37
).
5.
5.1
Die Klägerin war vom
1.
Oktober 2003 bis
7. April
2010 bei der Beklagten 1, vom
8.
April 2010 bis 3
1.
August 2011 sowie vo
m
1.
Juli bis
1.
Dezember 2013 bei der Beklagten 2 und vom
1.
August 2014 bis 3
0.
September 2015 bei der Be
klagten 3 berufsvorsorgeversichert.
5.
2
A
m 1
2.
Juli 2012
hatte sie sich
nach einer Verschlechterung des Gesund
heits
zustandes
erneut
bei der IV-Stelle
zum Leistungsbezug angemeldet (
Urk.
16/106).
Ein invalidenversicherungsrechtlicher Rentenanspruch
gemäss
Art. 29
Abs. 1 IVG konnte damit frühestens am
1.
Januar 2013 entstehen, sofern in diesem Zeitpunkt die Wartezeit nach Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG erfüllt war. Die IV-Stelle setzte den Beginn des Wartejahres auf
1.
März 2011 fest. Nachdem die Beklagten mangels schutzwürdigen Interesses nicht berechtigt gewesen wären, die Verfügung der IV-Stelle anzufechten mit dem Begehren, das Wartejahr sei auf einen anderen Zeitpunkt festzusetzen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_340/2016 vom 21. November 2016 E. 6.2.1 und 9C_12/2014 vom 30. Mai 2014 E. 2.3), entfällt eine Bindung an die diesbezüglichen Feststellungen der IV-Stelle. Die verspätete Anmeldung zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung hat mithin
recht
sprechungsgemäss
die freie Überprüfbarkeit des leistungserheblichen Sachver
haltes im vorliegenden berufsvorsorgerechtlichen Verfahren zur Folge (E.
2.5
hievor
).
Ob die Beklagte 2 rechtzeitig in das IV-Verfahren miteinbezogen wurde, braucht deshalb nicht weiter geprüft zu werden.
5.3
5.3.1
Mit Verfügung vom
4.
März 2011 hatte die IV-Stelle einen Rentenanspruch der Klägerin bei einem IV-Grad von 24
%
abgelehnt. Sie stützte sich dabei auf das Gutachten der
E._
vom 1
4.
April 2010
, gemäss welchem
die Klägerin
seit
dem 9.
Mai 2008
in ihrer angestammten Tätigkeit
aus rheumatologischer Sicht zu 50
% sowie
aus psychiatrischer Sicht in jeglicher
Tätigkeit zu 20
%
eingeschränkt war.
Im Gutachten wurden unter anderem die Diagnosen einer leichten depres
siven Episode sowie einer Schmerzverarbeitungsstörung gestellt (E. 4.1
hievor
).
5.3.2
Die mit Verfügung vom
2.
Mai 2016
von der IV-Stelle
zugesprochene
Dreivier
telsrente
stützte sich auf das
nach der Neuanmeldung vom 1
2.
Juli 2012 von der IV-Stelle
bei
der
medas
L
._
_
eingeholte Gutachten
vom 12.
Dezember
201
4.
Die Gutachter befanden
die Klägerin
als
aus psychischen Gründen in jeglicher Tätigkeit zu 70
%
arbeitsunfähig und hielten unter anderem die Diag
nosen Zwangshandlungen, leichtgradige rezidivierende depressive Störung sowie anhaltende somatoforme Schmerzstörung fest (E. 4.5
hievor
).
5.3.3
Die Beklagte 1
bestritt
einen sachlichen Konnex zwischen den psychischen Be
schwerden, die am
2.
Mai 2016 zur
Zusprache
einer Invalidenrente geführt haben, und denjenigen, die während
der
Vorsorgedeckung
durch sie eingetreten
sind
, mit der Begrün
dung, die Zwangsstörung
sei erst nach 2010 erstmals aufgetreten.
Die Gutachter der
medas
L
._
_
hielten diesbezüglich jedoch
nachvollziehbar fest,
dass
die Zwangserkrankung
zwar
erst mit dem stationären Aufenthalt in der
G._
, wo
die Klägerin
unter Beobachtung
stand
, bemerkt
wurde
, gleichwohl aber bereits seit vielen Jahren besteht.
Dies erklärten sie sich damit, d
ass
sie
sich für ihre Zwangserkrankung geschämt und diese
deshalb
gegen aussen verheimlicht
und auch im Rahmen der verschiedenen
Beurteilungen ver
schwiegen
ha
t
.
Als Hintergrund der Zwangsstörung zogen
die Gutachter
die Ent
wicklung in der Kindheit heran, in der die Klägerin von ihren Grosseltern bestraft wurde, wenn sie den Haushalt nicht sauber erledigt
hatt
e. Dass
die Klägerin bereits seit vielen Jahren an einem
Reinigungszwang
leidet und dieser
auch während der Vorsorgedeckung durch die Beklagte 1
vorgelegen
hat,
leuchtet
in Anbetracht dieser Umstände
ein
.
Der psychiatrische Gutachter hielt denn auch fest
, dass die Klägerin mit ihrem Reinigungszwang und ihren Arbeitstätigkeiten ständig an einer Überforderung litt, die sich im Jahre 2008 in einem psycho
physischen Erschöpfungszustand gezeigt und später auch Depressionen hervor
ge
rufen hat. Entsprechend erachtete er
sie
seit 2008 als in jeglicher Tätigkeit zu 70
% arbeitsunfähig.
Dass die Zwangsstörung der Klägerin während der Dauer der Vorsorgedeckung durch die Beklagte 1 in keinem Bericht diagnostiziert wurde, ändert nach dem Gesagten nichts daran, dass sie dann bereits vorgelegen und im Mai 2008 zu
ihrer
vorübergehend vollumfänglichen Arbeitsunfähigkeit beigetragen hat. Der Ansicht
der Beklagten 1,
bei
der Zwangsstörung handle es sich um ein völlig neues und erst nach 2010 aufgetretenes selbständiges Beschwerdebild,
kann deshalb nicht gefolgt werden. Auch litt die Klägerin bereits während der Vorsorgedauer bei der Beklagten 1 an einer depressiven Störung
, weshalb die
E._
-Gutachter von einer 20%igen Arbeitsunfähigkeit aus psychischer Sicht für jegliche Tätigkeit
aus
gingen
, ebenso
bestand bereits damals eine diffuse Schmerzsymptomatik, die sich durch die somatischen Befunde nicht hinreichend objektivieren liess
. Die psy
chischen
Beschwerden haben sich zwar im Laufe der Jahre verstärkt, doch
handelt es sich beim heutigen Beschwerdebild grösstenteils um dasselbe
,
welches bereits während der Vorsorgedauer bei der Beklagten 1 vorgelegen hat.
Dass die Diag
nosecodes nicht exakt übereinstimmen,
ist dabei nicht von Belang
.
Ein sachlicher Konnex ist damit ausgewiesen.
5.4
5.4.1
Die Beklagte 1 machte
weiter
geltend, der zeitliche Konnex sei ebenfalls unter
brochen
worden; e
ine ab dem
1.
März 2011 durchgehend bestehende 69%ige Erwerbsunfähigkeit habe nicht bestanden. Dazu ist vorab festzuhalten, dass für das Bejahen eines zeitlichen
Zusammenhangs
keine ununterbrochene Erwerbs
unfähigkeit von mindestens 40
%
erforderlich ist. Vielmehr
reicht
eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit
aus
, solange sie
in der Folge nicht während längerer Zeit von einer
vollen
Arbeitsfähigkeit unterbrochen wurde
. Zudem
ist nach
Art.
23 BVG versichertes Ereignis
einzig der Eintritt der relevanten Arbeitsunfähigkeit, unab
hängig davon, in welchem Zeitpunkt und in welchem Masse daraus ein Anspruch auf Invalidenleistung entsteht. Die Versicherteneigenschaft muss nur bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit gegeben sein, dagegen nicht notwendigerweise auch im Zeitpunkt des Eintritts oder der Verschlimmerung der
Invalidität (BGE 118 V 35 E. 5 sowie
E. 2.
2
-2.4
hievor
).
Dass der Klägerin erst ab
1.
Januar 2013 - zu welchem Zeitpunkt sie nicht mehr bei der Beklagten 1 vorsorgeversichert war - eine Rente der Invalidenversicherung zugesprochen wurde, spricht damit
ent
ge
gen den Ausführungen der Beklagten 1 (
Urk.
12 S. 7-8)
nicht von Vornherein gegen
ihre
Leistungspflicht.
Vorliegend ist weiter nicht von Belang, d
ass die IV-Stelle den Beginn des Wartejahres auf März 2011
gelegt
hat, nachdem ihrem Entscheid wie bereits dargelegt keine Bindungswirkung zukommt
.
5.4.2
Die
Klägerin
war gemäss Verfügung der IV-Stelle vom
4.
März 2011 ab dem 9.
Mai 2008 -
zu welchem Zeitpunkt sie bei der Bek
lagten 1 vorsorgeversichert war -
in ihrer angestammten Tätigkeit aus rheumatologischer Sicht zu 50 % sowie aus psychiatrischer Sicht in jeglicher Tätigkeit zu 20
%
arbeitsunfähig. Mit Ver
fügung
vom
2.
Mai 2016
bestätigte die IV-Stelle eine im März 2011 eingetretene Verschlechterung des Gesundheitszustandes und eine seither bestehende 70%ige Arbeitsunfähigkeit
aus psychischen Gründen
in jeglicher Tätigkeit.
Die IV-Stelle ging damit
mindestens von Mai 2008 bis Mai 2016
von einer durchgehenden
Arbeitsunfähigkeit von
wenigstens
20
%
in jeglicher Tätigkeit aus. Die Beklagte 1
ist dennoch der Ansicht, dass der zeitliche Zusammenhang nach Mai 2008
durch die temporäre Arbeitstätigkeit der Klägerin
unterbrochen wurde.
5.4.3
Die
Klägerin
war bis am 3
1.
März 2010 bei der
A._
angestellt und im Rahmen dieser
Arbeitsverhältnisse bei der
Beklagten 1
berufs
vorsorgeversichert
. Anschliessend bezog sie vom
8.
April 2010 bis 31. August 2011 Taggelder der Arbeitslosenversicherung. In diesem Zeitraum sind folgende Arbeitsunfähigkeiten dokumentiert (
Urk.
2/9
-10
):
2
9.
bis 3
0.
April 2010
100
%
2.
bis 2
8.
Mai 2010
50-100
%
2
9.
Mai bis 3
1.
August 2010
50
%
1.
November 2010 bis 3
1.
März
2011
50
%
Die Klägerin bezog damit nie
über längere Zeit hinweg als voll vermittlungsfähige
Stellensuchende Taggelder der Arbeitslosenversicherung. Nachdem solchen Zeiten
ohnehin nicht die gleiche Bedeutung beigemessen werden kann wie Zeiten effek
tiver Erwerbstätigkeit (BGE 134 V 20 E. 3.2.1 mit Hinweisen), wurde der zeitliche Zusammenhang durch den
Taggeldb
ezug nicht unterbrochen.
Dasselbe gilt für den Taggeldbezug vo
n Juli, August, Oktober und November
201
3.
Ein Unterbruch des zeitlichen Zusammenhangs durch den Bezug der Arbeitslosentaggelder wurde von den Parteien denn auch nicht
behauptet.
5.4.4
Vom
4
.
September 2011
bis 1
9.
März 2012
war
die Klägerin
von der Verleihfirma
B._
angestellt
und dabei für die
C._
im Einsatz. Dabei war sie aber bereits vom 2
9.
Dezember 2011 bis
4.
Januar 2012 sowie ab 1
1.
Februar 2012 wieder zu 100
%
arbeitsunfähig (
Urk.
2/11)
. Bereits zuvor hatte sich abgezeichnet, dass sie diese 100%ige Arbeitstätigkeit nicht während längerer Zeit ausüben können wird. So berichtete der von der IV-Stelle
im Zusammenhang mit beruflichen
Massnahmen
beauftragte Berater der
M._
, die Klägerin habe im September eine 100%ige Tätigkeit als Betriebsh
elferin bei der C._
über die
B._
aufnehmen können. Die Tätigkeit im Drei-Schicht-System und in Vollzeit habe sich im Laufe der nächsten Monate als nicht machbar
erwiesen. Ihr Gesundheitszustand habe sich zunehmend verschlechtert, im Februar
2012 sei die Krankmeldung erfolgt, sie sei daraufhin von der Arbeitgeberin gekündigt worden. Die Klägerin sei mit stark angeschwollenen Unterarmen und Gelenken zum Beratungstermin erschienen. Ihre Motivation sei sehr hoch, zumal der finanzielle Druck auf die Familie stärker werde und sie einen hohen Anspruch an sich selbst habe und zur
Selbstverausgabung neige (Urk.
16/109).
Auch die behandelnde
Dr.
F._
berichtete,
dass die Klägerin diese
Arbeit keineswegs bewältigen
konnte (E. 4.4
hievor
).
Von einer während mindestens drei Monaten wiedererlangten vollen Arbeitsfähigkeit mit objektiv wahrscheinlicher dauer
hafter Wiedererlangung der Erwerbsfähigkeit kann damit während der Dauer der Tätigkeit für die
B._
nicht gesprochen werden. Vielmehr ist diese
Arbeit
als gescheiterter Eingliederungsversuch zu werten, welcher den zeitlichen Zusammenhang nicht zu unterbrechen vermochte.
5.4.5
Dasselbe ist für die Tätigkeit der Klägerin für das
D._
festzuhalten
.
Sie
war dort vom
1.
August bi
s 3
1.
Oktober 2014 in einem 100
% und
anschliessend
in einem 60
%
-Pensum tätig, bevor sie ab 8. April 2015 wiede
rum zu 100
%
arbeitsunfähig war
.
Zuvor war sie schon vom
2.
bis 5.
September 2014, 2
2.
bis 3
1.
Oktober 2014, 1
8.
bis 20. Dezember 2014, 2
4.
bis 3
0.
Januar 2015 und 2
3.
bis 2
8.
Februar 2015
zu 100 % krankgeschrieben (Urk.
16/177).
Bereits anlässlich der psychiatrischen Begutachtung durch die
medas
L
._
_
am 29. Oktober 2014 stellte
med. prakt.
K._
fest,
dass die Klägerin wahr
scheinlich ein Arbeitspensum von 50-60
%
nicht längerfristig leisten könne und
dekompensieren
werde (E. 4.5
hievor
). Die IV-Stelle wertete
ihren
Einsatz ent
sprechend als gescheiterten Arbeitsversuch und richtete ihr ab März 2015 wiede
rum eine
Dreiviertelsrente
aus. Auch dadurch wurde der zeitliche Zusammenhang nicht unterbrochen.
5.5
Zusammenfassend
steht die Arbeitsunfähigkeit, welche ab
1.
Januar 2013 zu einem Rentenanspruch der Invalidenversicherung geführt hat, in einem sach
lichen Zusammenhang mit der im Mai 2008 und damit während der Vorsorge
deckung durch die Beklagte 1 eingetretenen Gesundheitsschädigung. Die Arbeits
fähigkeit betrug ab diesem Zeitpunkt stets
höchstens
8
0
%
,
darüber hinaus wurde
eine berufsvorsorgerechtlich relevante Verbesserung des Gesundheitszustandes in der Folge
nie
erreicht. Der zeitliche Zusammenhang ist
demnach
ebenfalls erstellt
, was zur Leistungspflicht der Beklagten 1 führt. Auf
das
Vorbringen der Klägerin, sie sei nicht nur bis am 31. März 2010, sondern bis am 3
1.
Mai 2013 bei der Beklagten 1 berufsvorsorgeversichert gewesen (
vgl. etwa
Urk.
21 S.
3)
, ist bei diesem
Ergebnis
nicht weiter einzugehen.
5.6
5.6.1
Mit Bezug auf die weitergehende berufliche Vorsorge steht es den Vorsorge
ein
richtungen im Rahmen von Art. 6 und 49 Abs. 2 BVG sowie der verfassungs
mässigen Schranken (wie Rechtsgleichheit, Willkürverbot und Verhältnismässig
keit) frei, den Invaliditätsbegriff und/oder das versicherte Risiko abweichend von Art. 23 BVG zu definieren. Während sie im Rahmen der obligatorischen beruf
lichen Vorsorge jedenfalls die Mindestvorschrift des Art. 23 BVG zu beachten haben (Art. 6 BVG), gilt diese Bestimmung einschliesslich der hierzu ergangenen Rechtsprechung im überobligatorischen Bereich nur, soweit die Reglemente oder Statuten bezüglich des massgebenden Invaliditätsbegriffs oder versicherten Risi
kos nichts Abweichendes vorsehen
(BGE 136 V 65 E. 3.2)
.
5.6.2
Gemäss Ziff. 2.6 des Vorsorgereglements der Beklagten 1 (Teil 2: Allgemeine
Reglements
b
estimmungen
[ARB], Urk. 13/6) liegt Invalidität vor, wenn die vor
aus
sichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbs
unfähigkeit die für die Begründung des Anspruchs auf eine Rente der Invaliden
versicherung (I
V) erforderliche Art und Schwer
e erreicht hat. Erwerbsunfähigkeit ist der durch medizin
is
ch objektiv feststellbare Beeinträchtigung der körper
li
chen,
geistigen oder psychischen Gesu
ndheit verurs
achte und nach zumutbarer Behan
d
l
ung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglich
kei
ten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeits
markt.
Laut Ziff. 4.3.1 Abs. 1
lit
. a ARB besteht Anspruch auf Invalidenleistungen, wenn die versicherte Person zu mindestens 40 Prozent invalid wird und sie bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität führt, bei der Stiftung ge
mäss diesem Vorsorgereglement versichert war und bei Eintritt der Invalidität immer noch versichert ist. Sind die Anspruch
s
voraussetzungen gemäss Absatz 1 nicht erfüllt, besteht nach Abs. 2
lit
. a derselben Bestimmung ein Anspruch im Rahmen und im Umfang der obligatorischen Mindestlei
s
tungen gemäss BVG, wenn die versicherte Person zu mindestens 40 Prozent invalid wird und bei Ein
tritt der Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20 Prozent, aber weniger als 40 Pro
zent, deren Ursache zur Invalidität führt, bereits bei der Stiftung gemäss diesem Vorsorgereglement versichert war.
5.6.3
Die Auslegung der reglementarischen Bestimmungen ergibt, dass im überobliga
torischen Bereich der Anspruch auf eine Invalidenrente nicht vom Eintritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit, sondern vom Eintritt der Invalidität im Sinne des Reglements als versichertem Risiko abhängt. Damit sind nebst einer (teilweisen) Arbeitsunfähigkeit die darauf beruhenden erwerblichen Auswir
kung
en in Form der genannten Folgen für das Arbeitsverhältnis (zu einem der Vor
sor
geeinrichtung angeschlossenen Arbeitgeber) relevant. Ausserdem gilt nach dem Wortlaut des Reglements nur ein
e «versicherte Person»
als invalid
und wird ausdrücklich festgehalten, dass der Eintritt der Invalidität während der Versi
cher
teneigenschaft eintreten muss, um die reglementarischen Leistungsansprüche zu wahren.
5.6.4
War die Klägerin bei Eintritt der massgebenden Arbeitsunfähigkeit, nicht aber bei Eintritt der leistungsbegründenden Invalidität bei der Beklagten 1 versichert, hat diese lediglich für die obligatorischen Leistungen einzustehen. In diesem Sinne ist die Klage teilweise gutzuheissen.
5.7
D
ie Klägerin beantragte die Ausrichtung der Invalidenrente ab
1.
März 2011, spätestens ab
1.
Januar 201
3.
Die IV-Stelle sprach ihr - nachdem sie sich erst am 1
2.
Juli 2012 erneut zum Leistungsbezug angemeldet hatte - v
om
1.
Januar 201
3 bis 31.
Juli 2014 sowie ab 1. März 2015
eine
Dreiviertelsrente
zu. Die Renten
leistungen der Beklagten 1 sind gestützt auf
Art.
26
Abs.
1 BVG und die bundes
gerichtliche Rechtsprechung für dieselben Zeiträume auszurichten (vgl. BGE 140 V 470 E. 3.3).
5.8
Nach dem Vorsorgereg
l
ement (ARB, Urk. 13/6) entfällt die Beitragszahlungs
pfl
icht, wenn eine versicherte Person länger als die in den BRB (Bestimmungen aufgrund des vereinbarten Vorsorgeplanes) zum Vorsorgeplan festgelegte Wartefrist zu min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig ist. Da die Klägerin während der Versi
cher
tenzeit bei der Beklagten 1 gar nie zu mindestens 40 % arbeitsunfähig war, fällt
die beantragte Prämienbefreiung (in Bezug auf die reglementarischen Verhält
nisse
) ausser Betracht. Die Pflicht der Beklagten 1 zur Weiterführung des Alterskontos gemäss Art. 14
der Verordnung über die berufliche Alters-,
Hinter
lassenen- und Invalidenvorsorge
,
BVV 2 (obligatorischer Bereich) steht ausser Frage.
6.
Auf Invalidenleistungen sind Verzugszinsen geschuldet, wobei grundsätzlich Art. 105 Abs. 1 des Obligationenrechts (OR) anwendbar ist. Danach ist der Ver
zugs
zins vom Tag der Anhebung der Betreibung oder der gerichtlichen Klage an geschuldet, vorliegend mithin ab dem
2.
Juli 201
8.
Dass die Klägerin die Beklagte 1 bereits mit Schreiben vom 1
9.
Dezember 2017 bezüglich
der
IV-Leistungen in Verzug gesetzt hatte
(
Urk.
1 S. 5 und
Urk.
2/18), ändert daran nichts (
vgl. dazu BGE 137 V 373 E. 6.6 mit Hinweisen).
Der Zinssatz beträgt 5 %, sofern das Reglement der Vorsorgeeinrichtung keine andere Regelung kennt (BGE 119 V 135 E. 4c).
Die
Allgemeinen
Reglements
be
stimmungen
(ARB) der Beklagten 1 (
Urk.
13/6
)
sehen in
Ziffer 4.8.3 Abs. 6
vor, dass
der bei Verzug geschuldete Verzugszins dem BVG-Mindestzinssatz
(Art. 15
Abs. 2 BVG in Verbindung mit Art. 12
BVV 2)
entspricht
. De
r BVG-Mindestzinssatz
liegt seit 1. Januar 2017 bei 1 %.
Die Klägerin leitete am
2.
Juli 2018 das vorliegende Klageverfahren ein
(Urk. 1),
weshalb
ih
r
ab diesem
Zeit
punkt
Verzugszinsen von 1 %
für die bis zu diesem Zeitpunkt fällig gewordenen
Rentenbetreffnisse
und für die übrigen ab dem jeweiligen Fälligkeitsdatum
zuzusprechen
sind
.
7
.
Da seitens der Klägerin kein beziffertes Klagebegehren vorliegt, ist die Klage ge
mäss ständiger Praxis in dem Sinne gutzuheissen, dass die Beklagte 1 zu ver
pflich
ten ist, der Klägerin vom
1.
Januar 2013 bis 3
1.
Juli 2014 sowie ab 1. März 2015 eine auf einem Invaliditätsgrad von 69 % beruhende
obligator
ische Invali
den
rente (Hauptrente und zwei Kinderrenten) auszurichten, dies zuzüglich
Ver
zugs
zins wie oben dargelegt.
Die genaue ziffernmässige Berechnung der einzelnen
Ren
tenbetreffnisse
ist der Beklagten 1 zu überlassen (wogegen im Streitfalle wiederum eine Klage zulässig wäre; vgl. BGE 129 V 450).
8
.
8
.1
De
r
Klägerin
steht eine Prozessentschädigung zu, welche vom Gericht ohne Rück
sicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit
des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen festgesetzt wird (§ 34 Abs. 1
und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
).
Die
unter
liegende
Beklagte 1 ist deshalb zu verpflichten,
ihr
eine solche von Fr. 2‘
2
00.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) auszurichten.
Dass der Klägerin von August 2014 bis Februar 2015 entgegen ihres Antrags keine Rente zuzusprechen ist, recht
fertigt keine
Kürzung
der Prozessentschädigung.
8
.2
Art. 73 Abs. 2 BVG
schliesst
einen Anspruch der obsiegenden Versicherungsträ
ger
auf eine Prozessentschädigung zwar nicht aus. Indes werden den Trägern der beruflichen Vorsorge
gemäss
BVG beziehungsweise den mit
öffentlichrecht
lichen
Aufgaben betrauten Organisationen in Anlehnung an die Rechtsprechung zu Art. 159 Abs. 2 des bis Ende 2006 in Kraft gestandenen Bundesgesetzes über die
Organisation der Bundesrechtspflege (Bundesrechts
pflegegesetz/OG)
praxis
ge
mäss
keine Parteientschädigungen zugesprochen. Es besteht kein Grund, bei der
Be
klagten 3
- trotz ihres entsprechenden Antrages - anders zu verfahren (vgl. BGE 128 V 133 E. 5b, 126 V 150 E. 4a, 118 V 169 E. 7 und 117 V 349 E. 8, mit Hin
weisen; vgl. auch BGE 122 V 125 E. 5b und 320
E.
1a und b sowie 112 V 356 E. 6).