Decision ID: 7bab537e-b894-5229-80e1-b63cad8846da
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Der im Jahre 1975 geborene, unverheiratete X. wohnt gemäss eigenen Angaben
seit 2004/2005 in Valbella, Gemeinde Vaz/Obervaz GR, und ist dort einwohneramtlich
angemeldet. Seine Eltern wohnen in Salmsach TG. Am 1. Oktober 2006 meldete sich X.
in Widnau SG als Wochenaufenthalter an. Am 8. Februar 2008 kaufte er in Valbella eine
Eigentumswohnung. Der Arbeitgeber von X. ist in Romanshorn ansässig.
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Mit Schreiben vom 13. November 2008 forderte das Gemeindesteueramt Widnau X.
auf, einen Fragebogen zum Wochenaufenthalt zwecks Feststellung des
steuerrechtlichen Wohnsitzes auszufüllen. Dieser Aufforderung kam X. am 8. Dezember
2008 nach. In dem Fragebogen erklärte X., dass ihn das Freizeitangebot sowie seine
Eigentumswohnung mit Valbella verbänden, weshalb er regelmässig wöchentlich mit
seinem Privatfahrzeug dorthin zurückkehre. Auch äusserte X. in dem Fragebogen seine
Absicht, sich dauernd bzw. mindestens ein Jahr in Widnau aufzuhalten, wo er im
Konkubinat mit seiner Freundin Y. zusammenlebe.
B./ Das Kantonale Steueramt stellte mit Verfügung vom 12. Januar 2009 fest, dass sich
der steuerrechtliche Wohnsitz von X. für das Jahr 2008 (Stichtag 31. Dezember 2008) in
der Gemeinde Widnau (Kanton St. Gallen) befinde und er rückwirkend per 1. Januar
2008 in Widnau unbeschränkt steuerpflichtig sei. Die dagegen erhobene Einsprache
von X. vom 25. Januar 2009, in welcher er das sinngemässe Begehren stellte, sein
Wohnsitz und seine Steuerpflicht in Valbella seien zu bestätigen, wurde vom
Kantonalen Steueramt mit Entscheid vom 10. Februar 2009 abgewiesen.
C./ Gegen den Einspracheentscheid des Kantonalen Steueramts erhob X. durch seine
Vertreterin am 5. März 2009 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission mit dem
Antrag, auf die Steuerpflicht zu verzichten. Mit Entscheid vom 18. Dezember 2009 wies
die Verwaltungsrekurskommission den Rekurs ab. Zur Begründung führte sie im
wesentlichen an, es bestehe aufgrund des in Widnau gelebten
Konkubinatsverhältnisses von X. und Y. eine natürliche Vermutung, dass er dort seinen
Lebensmittelpunkt habe. X. bringe nichts vor, was diese Vermutung umstiesse. Zwar
deute der Erwerb von Wohneigentum auf eine starke Verbindung zu einem Ort hin, die
auf die Absicht eines dauernden Verbleibens an diesem Ort schliessen lasse, jedoch
sei die Region Lenzerheide-Valbella eine typische Ferienregion, in welcher
Ferienwohnungen gekauft werden. Dass X. viel Zeit in Valbella verbringe und dort Sport
treibe, werde nicht belegt, sei aber beim Kauf einer Ferienwohnung an einem solchen
Ort nichts Aussergewöhnliches und stelle noch kein Indiz für einen Lebensmittelpunkt
dar. Aus den einzigen von X. eingereichten Belegen (Versicherungspolice der
Krankenkasse, Schreiben bezüglich Vorsorgebeiträge, Rechnung des Elektrizitätswerks
der Gemeinde Vaz/Obervaz) könne nichts bezüglich eines steuerrechtlichen
Wohnsitzes in Valbella abgeleitet werden. Die Behauptung enger Beziehungen zu
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Salmsach, wo die Eltern von X. leben, würden in keiner Weise belegt. Bezugspunkte zu
Salmsach und Romanshorn seien jedoch ohnehin nur insoweit relevant, als dass sie die
zentrale Lage Widnaus hervorzuheben vermöchten. Insgesamt habe X. keinerlei
genügende Nachweise für wichtige Beziehungen in und eine regelmässige Heimkehr
nach Valbella für das Steuerjahr 2008 erbracht. Vielmehr habe er ganz bewusst in der
Erklärung zum Wochenaufenthalt das Feld für das Konkubinatsverhältnis angekreuzt,
nachdem er zuerst dasjenige für eine normale Wohngemeinschaft angekreuzt und
anschliessend wieder durchgestrichen habe. Die Relativierung des
Konkubinatsverhältnisses im Einsprache- und Rekursverfahren und die Behauptung, er
sei Single, seien nicht glaubwürdig. Immerhin sei das Verhältnis zu Y. genügend
intensiv gewesen, um es als Konkubinatsverhältnis zu bezeichnen und sich aufgrund
dieser Beziehung in Widnau als Wochenaufenthalter anzumelden. Beziehungen in
Valbella mache X. weder geltend noch belege er solche. Die geltend gemachte
Beziehung zu seinen Eltern in Salmsach spräche ebenfalls für einen Lebensmittelpunkt
im näher liegenden Widnau und nicht im weiter entfernten Valbella. Hinzu komme, dass
sowohl die Feststellungsverfügung als auch der Einspracheentscheid, welche beide
eingeschrieben versandt worden seien, in Widnau hätten zugestellt werden können.
D./ Mit Beschwerde vom 2. Februar 2010 beantragte X., auf seine Steuerpflicht im
Kanton St. Gallen sei zu verzichten. Er macht insbesondere geltend, dass sein
Wochenaufenthalterstatus am 31. Oktober 2008 abgelaufen sei und er diesen nicht
mehr verlängert habe. Zwar sei Y. seine Freundin, er lebe aber nicht mit ihr im
Konkubinat. Des weiteren seien seine Beziehungen zu Salmsach wesentlich enger als
jene zu Widnau, weshalb wohl Salmsach als steuerrechtlicher Wohnsitz festgestellt
werden müsste, bevor Widnau dafür in Frage käme.
Die Vorinstanz liess sich am 2. März 2010 vernehmen, indem sie unter Verweis auf ihre
Erwägungen im Rekursentscheid die Abweisung der Beschwerde beantragte. Das
Kantonale Steueramt schliesst ebenfalls auf Abweisung der Beschwerde, unter
Kostenfolge.
Der Beschwerdeführer erhielt Gelegenheit, zu den Vernehmlassungen Stellung zu
nehmen. Er äusserte sich allerdings nicht mehr.
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Auf die weiteren Vorbringen der Verfahrensbeteiligten wird, soweit erforderlich, in den
nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 196 Abs. 1
des Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt StG; Art. 59 Abs. 1 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Der Beschwerdeführer ist zur
Ergreifung der Beschwerde legitimiert, und die Eingabe vom 2. Februar 2010 entspricht
zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 196 Abs. 1 und
Art. 161 StG in Verbindung mit Art. 64 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die
Beschwerde ist daher einzutreten.
Die vom Beschwerdeführer im Beschwerdeverfahren eingereichten Schreiben der
Gemeindeverwaltung Widnau vom 8. September 2009 und sein Antwortschreiben vom
16. September 2009 betreffen neue Tatsachen, die sich vor Abschluss des
Rekursverfahrens verwirklicht haben, die der Vorinstanz aber nicht bekannt waren.
Diese Tatsachen dürfen vor Verwaltungsgericht grundsätzlich vorgebracht werden und
sind zu würdigen (sog. "unechte Noven"; vgl. Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 643). Eine
Schranke bei der Berücksichtigung unechter Noven besteht allerdings dann, wenn dem
Rechtsbegehren ein neues tatsächliches Fundament unterstellt wird. Wie es sich damit
verhält, kann vorliegend offen bleiben, weil das Verwaltungsgericht in Steuersachen
ohnehin nicht an die Anträge des Beschwerdeführers gebunden ist (Art. 196 Abs. 2
StG). Die Einwendungen des Beschwerdeführers betreffend Ablauf seines
Heimatausweises bzw. Wochenaufenthalterstatus' sind demnach entgegen zu nehmen.
2. Nach Art. 13 Abs. 1 StG sind natürliche Personen aufgrund persönlicher
Zugehörigkeit steuerpflichtig, wenn sie ihren steuerrechtlichen Wohnsitz oder
Aufenthalt im Kanton St. Gallen haben. Im Beschwerdeverfahren ist umstritten, ob dies
beim Beschwerdeführer im Jahr 2008 der Fall war.
2.1. Im interkantonalen Verhältnis steht gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung
zum Doppelbesteuerungsverbot die Besteuerung des Einkommens und Vermögens
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einer unselbständig erwerbstätigen Person demjenigen Kanton zu, in welchem die
Person ihren steuerrechtlichen Wohnsitz hat. Nach Art. 13 Abs. 2 StG hat eine Person
steuerrechtlichen Wohnsitz im Kanton St. Gallen, wenn sie sich hier mit der Absicht
dauernden Verbleibens aufhält bzw. wenn sich der Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen
hier befindet (vgl. BGE 2C_175/2008 vom 22. August 2008 E. 3.1, mit weiteren
Hinweisen; VerwGE B 2008/139 vom 19. Februar 2009 E. 2.1, publiziert in:
www.gerichte.sg.ch und SGE 2009 Nr. 11). Die Regelung entspricht den Vorgaben in
Art. 3 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern der
Kantone und Gemeinden (SR 642.14, abgekürzt StHG) und lehnt sich eng an den
zivilrechtlichen Wohnsitzbegriff an (Art. 23 Abs. 1 des Schweizerischen
Zivilgesetzbuches, SR 210). Dieser Mittelpunkt der Lebensinteressen bestimmt sich
nach der Gesamtheit der objektiven, äusseren Umstände, aus denen sich diese
Interessen erkennen lassen, nicht nach den bloss erklärten Wünschen der
steuerpflichtigen Person. Auf die gefühlsmässige Bevorzugung eines Ortes kommt es
nicht an; der steuerrechtliche Wohnsitz ist insoweit nicht frei wählbar. Dem polizeilichen
Domizil, wo die Schriften hinterlegt sind oder wo die politischen Rechte ausgeübt
werden, kommt ebenfalls keine entscheidende Bedeutung zu; das sind bloss äussere
Merkmale, die ein Indiz für den steuerrechtlichen Wohnsitz bilden können, wenn auch
das übrige Verhalten der Person dafür spricht (vgl. BGE 2C_175/2008 vom 22. August
2008 E. 3.1).
Wenn eine Person Beziehungen zu mehreren Ortschaften aufweist, namentlich sich
abwechslungsweise an zwei Orten aufhält, ist für die Bestimmung des
steuerrechtlichen Wohnsitzes darauf abzustellen, zu welchem Ort sie die stärkeren
Beziehungen unterhält. Diesbezüglich hat das Bundesgericht bestimmte Regeln
entwickelt, insbesondere betreffend den Arbeitsort und den Familienort. Als Arbeitsort
gilt jener Ort, an dem sich der unselbständig Erwerbende zum Zweck eines
Unterhaltserwerbs für längere oder unbestimmte Zeit aufhält; dabei gilt als Arbeitsort
nicht der Ort, an dem der Erwerbstätige täglich seiner Tätigkeit nachgeht, sondern
derjenige Ort, von dem aus sich die Person an den Ort ihrer Arbeit begibt (vgl. BGE 132
I 36 E. 4.2). Als Familienort gilt der Aufenthaltsort der Ehegatten und Kinder. Bei
unselbständig erwerbenden Personen wird gewöhnlich der Arbeitsort als stärkerer
Bezugsort angenommen, ist doch der Zweck des Lebensunterhalts dauernder Natur.
Bei verheirateten Personen mit Beziehungen zu mehreren Orten werden die
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persönlichen und familiären Kontakte zum Ort, wo sich ihre Familie aufhält, als stärker
erachtet als diejenigen zum Arbeitsort, wenn sie in nicht leitender Stellung
unselbständig erwerbstätig sind und täglich oder an den Wochenenden regelmässig an
den Familienort zurückkehren (vgl. zum Ganzen BGer 2C_646/2007 E. 3; Richner/ Frei/
Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. Aufl., Zürich 2009, Rz. 24 f. zu Art. 3
DBG). Demnach unterstehen verheiratete Personen oder Wochenaufenthalter
grundsätzlich ausschliesslich der Steuerhoheit jenes Kantons, in dem sich ihre Familie
aufhält, wobei diese Praxis auch auf ledige Personen Anwendung findet, zählt die
Rechtsprechung doch Eltern und Geschwister ebenfalls zur Familie des
Steuerpflichtigen. Allerdings werden die Kriterien, nach denen das Bundesgericht
entscheidet, wann anstelle des Arbeitsortes der Aufenthaltsort der Familie als
Hauptsteuerdomizil anerkannt werden kann, besonders streng gehandhabt; dies folgt
aus der Erfahrung, dass die Bindung zur elterlichen Familie regelmässig lockerer ist als
diejenige unter Ehegatten. Bei ledigen Personen ist vermehrt noch als bei verheirateten
Personen zu berücksichtigen, ob weitere als nur familiäre Beziehungen zum einen oder
anderen Ort ein Übergewicht begründen. Namentlich ein Konkubinatsverhältnis ist für
gewöhnlich stärker zu gewichten als die Bindungen zum Familienort (BGE
2C_230/2008 vom 27. August 2008 E. 3.1, mit weiteren Hinweisen).
In Bezug auf die Beweislastregel gilt, dass steuerbegründende Tatsachen von der
Steuerbehörde nachzuweisen sind, während den Steuerpflichtigen die Beweislast für
Tatsachen trifft, die die Steuerschuld aufheben oder mindern (vgl. Weidmann/
Grossmann/Zigerlig, Wegweiser durch das st. gallische Steuerrecht, 6. Aufl., Muri-Bern
1999, S. 379 f.). Dies gilt auch für Tatsachen, welche für die Steuerpflicht massgebend
sind. Die Veranlagungsbehörde hat demnach den steuerrechtlichen Wohnsitz, der die
persönliche steuerrechtliche Zugehörigkeit begründet, als Voraussetzung der
Besteuerung nachzuweisen. Der Hauptbeweis gilt in der Regel als erbracht, wenn der
von der Steuerbehörde angenommene Wohnsitz als sehr wahrscheinlich erscheint.
Diesfalls obliegt es dem Pflichtigen, den Nachweis für den von ihm behaupteten
Lebensmittelpunkt ausserhalb des Kantons zu erbringen (vgl. BGer 2P.186/2004 vom
15. Februar 2005, E. 2.3, mit weiteren Hinweisen auf Literatur und Judikatur).
In Bezug auf die Beweisführung beim speziellen Fall des unterschiedlichen Arbeits- und
Familienorts sind folgende Grundsätze massgebend: Der Umstand, dass der
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unverheiratete Steuerpflichtige vom Ort aus, wo er sich während der Woche aufhält,
eine unselbständige Erwerbstätigkeit ausübt, begründet nach der Rechtsprechung die
natürliche Vermutung, dass der Steuerpflichtige dort sein Hauptsteuerdomizil hat.
Diese Vermutung lässt sich nur entkräften, wenn er regelmässig, mindestens ein Mal
pro Woche, an den Ort zurückkehrt, wo seine Familienangehörigen leben, mit welchen
er aus bestimmten Gründen besonders eng verbunden ist, und wo er andere
persönliche und gesellschaftliche Beziehungen pflegt. Nur wenn der steuerpflichtigen
Person der Nachweis solcher familiärer und gesellschaftlicher Beziehungen am Ort, wo
die Familie wohnt, gelingt, obliegt es dem Kanton des Wochenaufenthalts- oder
Arbeitsorts nachzuweisen, dass die Person gewichtige wirtschaftliche und allenfalls
persönliche Beziehungen zu diesem Ort unterhält (BGer 2C_646/2007 vom 7. Mai
2008, E. 3.4).
2.2. Vorliegend ist unbestritten, dass sich der Beschwerdeführer seit dem Jahre 2006 in
Widnau als Wochenaufenthalter aufgehalten und angemeldet und dass er dort mit
seiner Freundin Y. in deren 5-Zimmer-Reiheneinfamilienhaus gelebt hat. In den
Erklärungen zum Wochenaufenthalt vom 8. Dezember 2008 gab der Beschwerdeführer
an, in Widnau zusammen mit seiner Freundin im Konkubinat zu leben. Daraus und aus
der Tatsache, dass sich die Arbeitsstätte des Beschwerdeführers in Romanshorn
befindet - welches von Widnau aus ebenfalls schneller erreichbar ist als von Valbella -,
ergibt sich die natürliche Vermutung, dass sich der steuerrechtliche Wohnsitz des
Beschwerdeführers für 2008 in Widnau befand. Wenn der Beschwerdeführer heute
bestreitet, dass er mit seiner Freundin im Konkubinat zusammenlebt, erscheint dies vor
dem Hintergrund, dass er sich beim Ausfüllen der Erklärungen zum Wochenaufenthalt
ganz bewusst, nachdem er zuerst das Feld für eine normale Wohngemeinschaft
angekreuzt und anschliessend wieder durchgestrichen hatte, für das Kreuz im Feld
"Konkubinat" entschied, nicht glaubwürdig.
Unbestritten ist sodann, dass sich der Beschwerdeführer regelmässig in Valbella
aufhält und dort Sport treibt. Dies ist jedoch nicht ungewöhnlich in Anbetracht der
Tatsache, dass er in Valbella anscheinend eine Wohnung zu Eigentum erworben hat –
was jedoch, wie die Vorinstanz zu Recht festhält, nicht eindeutig aus dem ins Recht
gelegten, jedoch unvollständigen Kaufvertrag hervorgeht. Seine sportlichen Aktivitäten
belegt der Beschwerdeführer – zumindest für die Wintermonate - mit Auszügen der
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Bergbahnen Lenzerheide über die Benutzung der Keycard. Aus dem Umstand, dass
diese Auszüge praktisch ausschliesslich Anwesenheiten des Beschwerdeführers an
den Wochenenden und an Weihnachten/Neujahr belegen, kann entgegen der Ansicht
des Kantonalen Steueramtes zwar nichts zuungunsten des Beschwerdeführers
abgeleitet werden: selbst wenn er sich nur in Valbella aufhalten sollte, ist nicht
anzunehmen, dass ihm als unselbständig Erwerbstätigen sehr viel Zeit ausserhalb der
Wochenenden und allfälligen Ferien zur Nutzung der Karte zur Verfügung stehen
würde. Die Auszüge belegen jedoch auch keine besondere Beziehung des
Beschwerdeführers zu Valbella. Als weitere Belege, die seinen Lebensmittelpunkt in
Valbella beweisen sollen, reicht der Beschwerdeführer eine einzelne Arztrechnung, eine
Werkstattrechnung der AMAG Automobil- und Motoren AG in Romanshorn, vier
Holzrechnungen der Z. AG in Arbon und drei Rechnungen der Elektrizitätswerke Vaz/
Obervaz ein, die allesamt auf seine Adresse in Valbella lauten. Auch aus diesen
Belegen kann, wie die Vorinstanz – soweit die Belege bereits im Rekursverfahren
eingereicht worden sind – richtig festgestellt hat, nichts bezüglich eines
steuerrechtlichen Wohnsitzes in Valbella abgeleitet werden. Dass alle Dokumente auf
die Adresse in Valbella lauten, ist entweder durch die Hinterlegung der Schriften des
Beschwerdeführers dort bedingt oder durch Angabe der Rechnungsadresse durch den
Beschwerdeführer an die jeweilige Vertragspartei. Eine besondere Beziehung zu
Valbella beweisen die ins Recht gelegten Rechnungen aber nicht. Ohnehin
unbeachtlich für die Beurteilung der Frage, wo der Beschwerdeführer im Jahre 2008
seinen steuerrechtlichen Wohnsitz hatte, wäre die Rechnung der AMAG Automobil-
und Motoren AG in Romanshorn, welche auf den 27. April 2009 datiert und somit auf
einen Zeitpunkt, der für die vorliegend in Frage stehende Steuerperiode irrelevant ist.
Wenn der Beschwerdeführer schliesslich behauptet, sein Hausarzt befinde sich in
Valbella, so ist dies mit der einzelnen Rechnung noch keineswegs belegt. Zum einen ist
es ohne weiteres nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer, der sich
unbestrittenermassen regelmässig in Valbella aufhält und dort Sport treibt, bei Bedarf
auch einmal dort einen Arzt aufsucht. Zum anderen steht die Behauptung im
Widerspruch zur Angabe in der vom Beschwerdeführer im Rekursverfahren ebenfalls
eingereichten Versicherungspolice seiner Krankenkasse, wonach C. aus Salmsach der
Hausarzt des Beschwerdeführers ist und nicht D. aus Valbella. Andere Gründe bzw.
weitere Nachweise für wichtige Beziehungen in Valbella bringt der Beschwerdeführer
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nicht vor. Weder befindet sich der Arbeitsort des Beschwerdeführers in der Region
Lenzerheide/ Valbella, noch macht er irgendwelche persönlichen und/oder familiären
Bindungen zu Valbella geltend, geschweige denn, dass er solche belegt. Die geltend
gemachten und weder vom Kantonalen Steueramt noch von der Vorinstanz in Abrede
gestellten sportlichen Aktivitäten des Beschwerdeführers reichen indes nicht aus, um
eine genügend intensive Beziehung zu Valbella zu beweisen, welche die im Konkubinat
begründete persönliche Beziehung zu Widnau und die darin begründete Vermutung
eines steuerrechtlichen Wohnsitzes umzustossen vermöchten. Dies muss um so mehr
gelten, als der Beschwerdeführer nicht nur in Valbella, sondern im Sommer auch in
Salmsach intensiv Sport treibt, was ebenfalls für einen Lebensmittelpunkt im näher
gelegenen Widnau spricht bzw. die mit den sportlichen Aktivitäten des
Beschwerdeführers begründete intensive Beziehung zu Valbella noch mehr in den
Hintergrund treten lässt.
Der Beschwerdeführer macht schliesslich geltend, dass aufgrund der gesamten Akten
und schriftlichen Feststellungen Widnau als steuerrechtlicher Wohnsitz auf jeden Fall
ausgeschlossen werden könne, da er wesentlich engere Beziehungen zu Salmsach
habe, wo seine Eltern leben und er Mitglied im Turnverein sei. Im Sommer betreibe er
dort intensiv Wassersport, und seine Arbeitsstätte sei nur einen Kilometer vom
Wohnort seiner Eltern entfernt. Bevor Widnau als steuerrechtlicher Wohnsitz in Frage
komme, müsste deshalb Salmsach "diese Aufgabe übernehmen". Wie schon im
Rekursverfahren reicht der Beschwerdeführer jedoch keinerlei Beweisunterlagen für
diese Behauptungen ein. Dass der Beschwerdeführer in Salmsach, wo er
aufgewachsen ist, nach wie vor Mitglied im Turnverein ist, ist nichts
Aussergewöhnliches und vermag noch keine besonders intensive Beziehung zu
Salmsach zu begründen. Selbst wenn es dem Beschwerdeführer gelänge, seine
angeblichen Aufenthalte in Salmsach bei seinen Eltern zu belegen, würde dies nichts
an der besonders ins Gewicht fallenden persönlichen Beziehung zu Widnau aufgrund
des dort gelebten Konkubinatsverhältnisses ändern. Im Übrigen ist anzunehmen, dass
sich der Beschwerdeführer wohl nicht in Widnau, sondern vielmehr in Salmsach als
Wochenaufenthalter angemeldet hätte, wenn er dort tatsächlich über wesentlich engere
Beziehungen verfügen würde. Gerade dies hat der Beschwerdeführer aber nicht getan.
Vielmehr hat er sich in Widnau angemeldet, wo er zusammen mit seiner Freundin im
Konkubinat lebt. Dies ist, wie die Vorinstanz zu Recht festgestellt hat, ein starkes Indiz
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dafür, dass der Lebensmittelpunkt des Beschwerdeführers in Widnau liegt. Seine
Vorbringen in Bezug auf seine familiären Bindungen und das Pflegen des Wassersports
in Salmsach vermögen diese Feststellung eher zu untermauern denn zu relativieren,
liegt Widnau doch – wie der Beschwerdeführer in seinen Erklärungen zum
Wochenaufenthalt selber festhält - zentral zwischen Valbella und Salmsach und ist
somit idealer Ausgangspunkt, um beide Orte innert kurzer Zeit zu erreichen.
Erstmals im Beschwerdeverfahren macht der Beschwerdeführer geltend, dass sein
Heimatausweis am 31. Oktober 2008 abgelaufen sei und er den Wochenaufenthalt in
der Folge nicht mehr beansprucht habe. Zwar könnte dieser Umstand in der Tat auf
eine Verlagerung des Lebensmittelpunktes hindeuten, ist jedoch im vorliegenden
Verfahren irrelevant. Der Beschwerdeführer verkennt, dass sein Verzicht auf den
Wochenaufenthalterstatus erst im September 2009 erfolgte, mithin nachdem das
Kantonale Steueramt seinen steuerrechtlichen Wohnsitz in Widnau festgestellt und
seine Einsprache gegen die fragliche Verfügung abgewiesen hatte, und er noch am 8.
Dezember 2008 die Erklärungen zum Wochenaufenthalt ausgefüllt und angegeben
hatte, er beabsichtige sich dauernd, mindestens ein Jahr, in Widnau aufzuhalten. Wenn
er heute sinngemäss vorbringt, dass er aufgrund der Nicht-Verlängerung seines am 31.
Oktober 2008 abgelaufenen Heimatausweises seit dem fraglichen Zeitpunkt nicht mehr
Wochenaufenthalter in Widnau gewesen sei, erscheint dies als reine
Schutzbehauptung. Es ist kaum nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer am 8.
Dezember 2008 erklärt hätte, er beabsichtige, sich dauerhaft in Widnau aufzuhalten,
um in der Folge innerhalb von wenigen Tagen Widnau zu verlassen. Es darf deshalb
ohne weiteres angenommen werden, dass er am 31. Dezember 2008 nach wie vor in
Widnau mit seiner Freundin Y. zusammenlebte. Selbst wenn der Beschwerdeführer
sich seit dem Jahre 2009 nicht mehr in Widnau aufhalten sollte – was er jedoch selber
nicht behauptet und was angesichts dessen, dass ebenso wie die
Feststellungsverfügung und der Einspracheentscheid anscheinend auch das Schreiben
der Gemeindeverwaltung vom 8. September 2009 in Widnau zugestellt werden
konnten, zumindest für das Jahr 2009 ohnehin als fraglich erschiene -, sind diese
allenfalls für spätere Jahre relevanten Umstände vorliegend unbeachtlich. Im Übrigen
ist darauf hinzuweisen, dass ebenso wie der Hinterlegung der Schriften beim
polizeilichen Domizil auch der An- oder Abmeldung als Wochenaufenthalter keine
entscheidende Bedeutung zukommt. Diese ist ebenfalls bloss ein äusseres Merkmal,
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das ein Indiz für bzw. gegen den Aufenthalt an einem bestimmten Ort bildet und
welches vorliegend angesichts des in Widnau gelebten Konkubinatsverhältnisses des
Beschwerdeführers nicht ins Gewicht fällt.
Insgesamt ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer keine genügenden Indizien für
eine besondere Beziehung zu Valbella zu erbringen vermag, welche die Vermutung
seines Lebensmittelpunktes in Widnau umzustossen vermöchten. Mit seinem
Begehren, wenn schon nicht in Valbella, so sei sein steuerrechtlicher Wohnsitz in
Salmsach und nicht in Widnau anzunehmen, kann er ebenfalls nicht gehört werden.
Weder bringt er genügende Belege vor, welche die Annahme seines
Lebensmittelpunktes in Salmsach zu begründen vermöchten, noch hat er sich dort als
Wochenaufenthalter angemeldet, sondern vielmehr in Widnau. Möchte der
Beschwerdeführer seinen Wohnsitz nach Salmsach verlegen, steht es ihm frei, dies zu
tun und sich dort anzumelden. Dies ändert jedoch nichts daran, dass sein
steuerrechtlicher Wohnsitz für das Jahr 2008 in Widnau liegt.
2.3. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde abzuweisen ist.
3. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 1'500.-- ist angemessen (Art. 13 Ziff. 622 Gerichtskostentarif,
sGS 941.12). Sie ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu
verrechnen.
Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen (Art. 98bis VRP). Der
Beschwerdeführer ist unterlegen (Art. 98bis VRP), und der Beschwerdegegner hat
keinen Anspruch auf Kostenersatz (vgl. R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st.
gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss. St. Gallen 2004, S. 176).
Demnach hat das Verwaltungsgericht