Decision ID: 3c633703-17ac-4212-994e-fe9335e597d8
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._, meldete sich erstmals am 24. Juni 1993 wegen Fingerverletzung mit
Stumpfschmerzen bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Der
Versicherte hatte am 23. September 1992 einen Unfall mit Amputation des zweiten und
dritten Fingers im Bereich des Grundgelenks und Versteifung des vierten Fingers der
linken Hand erlitten (Arztbericht Dr.med. B._, Arzt für Allgemeine Medizin, vom 9. Juli
1993, IV-act. 8; Unfallschein, IV-act. 3).
A.b Die IV-Stelle sprach dem Versicherten mit Verfügung vom 30. März 1995 ab 1.
November 1993 rückwirkend eine halbe Rente zu (IV-act. 23, 19) und hob diese mit
Verfügung vom 30. Januar 1998 auf das Ende des der Zustellung folgenden Monats
revisionsweise auf (IV-act. 61). Einen dagegen erhobenen Rekurs wies das
Versicherungs¬gericht mit Entscheid vom 30. Mai 2000 ab (IV 1998/40, IV-act. 85).
A.c Nach verschiedenen Eingriffen an den verletzten Fingern im Verlauf des Jahres
2000 und gestützt auf medizinische Abklärungen (vgl. u.a. Gutachten Inselspital,
Dr.med. C._ vom 5. Juni 2001 [UV-act. 6-85 ff.] und ärztliche Beurteilung Dr.med.
D._, Facharzt FMH Chirurgie, vom 3. April 2002 [UV-act. 6-66 f.]) meldete sich der
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Versicherte am 22. Mai 2002 erneut wegen Unfall(folgen) und permanenten Schmerzen
in der linken Hand bei der IV zum Leistungsbezug an (IV-act. 92).
A.d Der Versicherte wurde in der Folge durch Dr.med. E._, Leitender Arzt Abteilung
für Hand- und plastische Chirurgie Kantonsspital St. Gallen (KSSG; Begutachtung vom
13. November 2003, IV-act. 124), von Dr.med. F._, FMH Neurologie, Rheinburg-Klinik
(Teilgutachten vom 19. März 2004, IV-act. 134) und psychiatrisch in der Klinik Z._
(Dr.med. G._, Psychiatrie/Psychotherapie und Dr.med. H._, Psychiatrie/
Neurologie/Psychotherapie, Gutachten vom 28. Juli 2004, IV-act. 143) beurteilt. Die
psychiatrischen Experten diagnostizierten eine anhaltende somatoforme
Schmerzstörung (Schmerzwahrnehmungs- und Schmerzverarbeitungsstörung),
differenzialdiagnostisch Phantomschmerzen (ICD-10: F45.4), sowie eine spezifische
Persönlichkeitsstörung mit impulsiven und passiv-aggressiven Zügen (ICD-10: F60.8).
Im Rahmen der genannten Diagnosen sei der Versicherte durch die affektive
Beeinträchtigung bedingt auch in der Konzentration und Ausdauer eingeschränkt.
Insbesondere sei die affektive Belastungs-intoleranz jedoch hinsichtlich dem Aufbau
arbeitsbezogener sowie auch persönlicher Beziehungsstrukturen äusserst abträglich.
Eingliederung, Unterordnung und konsequente Durchführung arbeitsbezogener Abläufe
stellten für den Versicherten eine besondere Belastung dar. Die
persönlichkeitsspezifischen Veränderungen verminderten die Belastbarkeit und
Arbeitsfähigkeit in jeglichen Tätigkeiten. Verbunden mit der gegenwärtigen
Schmerzstörung sei von einer mindestens 50%-igen Minderung der Arbeitsfähigkeit
auszugehen. Es bestehe auch in deren Rahmen eine verminderte Leistungsfähigkeit im
Ausmass von 20%.
A.e Dr.med. I._, FMH Plastische und Wiederherstellungschirurgie, Leitender Arzt,
und Dr.med. J._, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, Rehaklinik Bellikon führten in
ihrem Gutachten vom 22. März 2005/27. Februar 2006 (IV-act. 173; Untersuchungen
20.-23. März und 15. April 2005) aus, bei der motorischen Prüfung zur Messung der
rohen Kraft hätten sich zum Teil erhebliche Inkonsistenzen gezeigt, vor allem rechts,
was auf Selbstlimitierung hindeute. Das Ausmass der demonstrierten physischen
Einschränkungen lasse sich mit den objektivierbaren pathologischen Befunden der
klinischen Unter¬suchung sowie der Diagnosen aus somatischer Sicht nur zum Teil
erklären (IV-act. 173-40). Die rechte, gesunde Hand sei uneingeschränkt einsetzbar. Bei
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der linken Hand verbleibe ein inkompletter Faustschluss. Darüber hinaus bestehe eine
nicht qualifizier- und quantifizierbare Schmerzsymptomatik. Der Daumen sei
weitgehend schmerzfrei einsetzbar und bezüglich Bewegungsfreiheit kaum
eingeschränkt. Kräftemässig seien Belastungen von mindestens 5 kg in Bezug auf die
linke Hand möglich, genauere Angaben seien aufgrund der Selbstlimitierung in den
Tests nicht zu machen (IV-act. 173-37). Psychiatrisch bestehe ein anhaltendes,
dysphorisch bis leicht depressives Zustandsbild (ICD-10: F38.8), jedoch kein typisch
depressives Syndrom im Ausmass einer Major Depression. Im Vordergrund stünden
Klagen über dysphorische Gespanntheit und Schmerzen. Zweifellos dürften
Schmerzerleben und Schmerzintensität durch die schwierige emotionale und soziale
Lage verstärkt und ungünstig überformt sein; insgesamt bestünden auch eine
dysfunktionale Schmerzbewältigung, ein Absacken in die Opferrolle. Akzentuierte
narzisstische Persönlichkeitszüge spielten sicher eine wesentliche Rolle. Ob diese ein
Ausmass hätten, dass die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung gerechtfertigt sei,
bleibe unklar bzw. sei lediglich möglich (IV-act. 173-47 f.). Aus psychiatrischer Sicht sei
dem Versicherten grundsätzlich eine ganztägige Tätigkeit zumutbar, wenn diese
körperlich angepasst sei. Es sei allerdings zu berücksichtigen, dass im Falle von
zunehmender Schmerzbelastung infolge einer solchen Tätigkeit und auch in
Situationen mit komplexer Beziehungsstruktur am Arbeitsplatz und möglichen
Konflikten die Affektkontrolle des Versicherten schnell überfordert sein werde, weshalb
letztlich eine zusätzliche Einschränkung aus solchen vorwiegend interpersonellen
psychiatrischen Gründen bestehe hinsichtlich des Spektrums an Stellen, das dem
Versicherten offen stehe (IV-act. 173-48). Die entsprechende Einschränkung schätzte
der Gutachter mit 30% ein (IV-act. 173-49). Insgesamt hielten die Experten aus
somatischer und psychiatrischer Sicht angepasste Tätigkeiten ganztägig ohne
verminderte Leistungsfähigkeit für möglich (IV-act. 173-41).
A.f Mit Verfügung vom 2. Mai 2006 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab (IV-
act. 182). Die dagegen erhobene Beschwerde hiess das Versicherungsgericht teilweise
gut und sprach dem Versicherten eine Rente auf Basis eines Invaliditätsgrades von
44% zu (IV 2006/233, IV-act. 205). Auf Beschwerde der IV-Stelle hin hob das
Bundesgericht mit Urteil vom 28. Februar 2008 diesen Entscheid auf und wies die
Sache zur weiteren Abklärung und neuem Entscheid an die IV-Stelle zurück. Es erwog,
das Gutachten der Rehaklinik Bellikon bilde keine hinreichende Beurteilungsgrundlage
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für die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht (8C_394/2007, IV-
act. 211).
A.g In Nachachtung des bundesgerichtlichen Entscheids wurde der Versicherte durch
Dr.med. K._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, begutachtet (Gutachten vom 26.
Juni 2008, IV-act. 219). Der Experte diagnostizierte mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit ein anhaltendes dysphorisches und leicht depressives Zustandsbild (ICD-10:
F38.8) seit Ende 1994 (IV-act. 219-3). Die Arbeitsunfähigkeit sei mit 30% einzuschätzen
(IV-act. 219-4). Der Versicherte sei schneller ermüdbar, kränkbar und reizbar, da er
seine Verletzung immer noch nicht in sein Leben integriert habe. Seine psychische
Belastbarkeit sei reduziert (IV-act. 219-4 f.)
A.h Mit Verfügung vom 11. Dezember 2008 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren
erneut ab, weil eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes bzw. ein
Revisionsgrund nicht nachgewiesen werden könne (IV-act. 229). Hiergegen liess der
Versicherte am 26. Januar 2009 Beschwerde erheben (IV-act. 231-2 ff.). Diese hiess
das Versicherungsgericht am 24. Februar 2011 teilweise gut und wies die Sache zur
erneuten psychiatrischen Abklärung an die IV-Stelle zurück (IV 2009/26, IV-act. 243).
Dr. K._ begründe nicht, weshalb der Versicherte in seiner Leistungsfähigkeit um 30%
eingeschränkt sein soll. Ohne eigentliches Explorationsgespräch beruhe die
Begutachtung einzig auf der Einschätzung der vom Gutachter als provokativ
empfundenen Reaktion während der Exploration, auf den bisherigen Akten und auf
beweisrechtlichen Anforderungen nicht genügenden Fremdauskünften (E. 2.5 des
zitierten Entscheids).
A.i Die mit einem Obergutachten beauftragten Prof.Dr.med L._, Facharzt Psychiatrie
und Psychotherapie und Dr.med. M._, Fachärztin Psychiatrie und Psychotherapie
(Universitäre Psychiatrische Kliniken [UPK] Basel, Gutachten vom 9. August 2011
[Versand 19. April 2012], IV-act. 254) stellten die Diagnose einer andauernden
Persönlichkeitsänderung (ICD-10: F62.8) sowie eines anamnestisch dysphorisch-
depressiven Syndroms (ICD-10: F38.8; IV-act. 254-23). Aus rein psychiatrischer Sicht
sei der Versicherte aufgrund einer Persönlichkeitsänderung auf dem freien Arbeitsmarkt
nicht arbeitsfähig. Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ergebe sich aufgrund von
schwergradigen Veränderungen der Selbstwahrnehmung, der Beziehung zu anderen
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bzw. der eigenen Rollenzuschreibung in der Gesellschaft und sich daraus ergebender
Ansprüche an diese, in Kombination mit affektiven Symptomen wie dysphorische
Gereiztheit und inzwischen tatsächlich eingebüssten sozialen Fertigkeiten im Verbund
mit Scham und möglicherweise Trauer im Rückblick auf das erlittene Trauma und im
weiteren Verlauf "verpasste Leben". Aufgrund der genannten Störungen bestünden
mittelschwere bis schwere Einschränkungen mindestens bezüglich Anpassung an
Regeln und Routinen, Flexibilität, Selbstbehauptungsfähigkeit, Gruppenfähigkeit sowie
Kontaktfähigkeit zu Dritten. Die Stresstoleranz und emotionale Belastbarkeit seien
erheblich reduziert (IV-act. 254-31). In therapeutischem bzw. beschützendem/
rehabilitativem Rahmen sei eine 4 bis 4,5 stündige Tätigkeit (ca. 50%-Pensum)
zumutbar. Auf dem freien Arbeitsmarkt sei aus psychiatrischer Sicht keine
Erwerbstätigkeit möglich (IV-act. 254-32).
A.j Mit Verfügung vom 5. März 2013 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren
wiederum ab, da im Lichte der zur somatoformen Schmerzstörung ergangenen
bundesgerichtlichen Rechtsprechung kein invalidisierender Gesundheitsschaden
vorliege (IV-act. 273; Stellungnahme Rechtsdienst der IV-Stelle vom 11. Dezember
2012, IV-act. 261). Eine dagegen erhobene Beschwerde vom 17. April 2013 (IV-act.
274) hiess das Versicherungsgericht mit Entscheid vom 27. Februar 2015 teilweise gut,
indem es dem Versicherten ab 1. Juni 2005 eine Viertelsrente und ab 1. November
2011 eine ganze Rente zusprach (IV 2013/170, IV-act. 296). Auf Beschwerde der IV-
Stelle hin wies das Bundesgericht die Sache wiederum zu neuer Verfügung an die IV-
Stelle zurück (Urteil vom 12. Oktober 2015, 8C_219/2015, IV-act. 307). Es fehle
namentlich ein psychiatrisches Obergutachten, welches die eigene Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit nachvollziehbar begründe und sich schlüssig mit den bisherigen
Gutachten, insbesondere mit den stark voneinander abweichenden Einschätzungen
der Arbeitsfähigkeit, auseinandersetze (E. 5.3 des zitierten Urteils).
A.k Dr.med. N._, Leitender Arzt Psychiatrisches Zentrum Y._, diagnostizierte
gemäss Obergutachten vom 8. August 2016 (IV-act. 325) mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit (IV-act. 325-39) eine querulatorische Entwicklung (ICD-10: F48.28,
wobei diese Diagnose in der aktuellen ICD-10 nicht mehr aufgeführt wird, vgl. H.
DILLING/W. MOMBOUR/M. SCHMIDT, ICD-10, Internationale Klassifikation
psychischer Störungen, 10. Aufl., Bern 2015, S. 56 und 235 ff.), eine akzentuierte
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Persönlichkeit mit sensitiv-paranoiden und emotional instabilen Zügen (ICD-10: Z73.1)
sowie ein abnormes Krankheitsverhalten mit diversen Phänomenen der dysfunktionalen
Beschwerdenbewältigung (ICD-10: F54 bzw. 68.0) nach traumatischen
Fingeramputationen (IV-act. 325-39). Essentiell seien die verschiedenen Elemente der
Fehlverarbeitung des damaligen Unfalls und seiner unliebsamen Konsequenzen wie
etwa Kündigung, ästhetische und funktionelle Beeinträchtigung, sozialer Abstieg.
Daraus habe sich eine verhärtete Fehleinstellung gebildet, welche mit hohem
Anspruchsdenken einhergehe und es dem Beschwerdeführer geradezu verbiete, sich
auf eine angemessene Wiedereingliederung einzulassen (IV-act. 325-34). Eine volle
Arbeitsunfähigkeit bestehe für Tätigkeiten, in welcher ein Volleinsatz der linken Hand
erforderlich sei. Angepasst seien einfache handwerkliche Tätigkeiten, bei denen die
linke Hand lediglich für unterstützende Funktionen ohne erheblichen Kraftaufwand
benötigt werde. Auf psychischer Ebene finde sich angesichts der gestellten Diagnosen
im Grunde nichts, was eine solche optimal angepasste Tätigkeit unzumutbar
erscheinen liesse. Von daher könne höchstens noch von der langjährigen
Negativentwicklung mit querulatorischem Einschlag, der Entfremdung von der
Arbeitswelt, der Dekonditionierung, dem Aufbau einer Aversionshaltung und der
Versteifung auf eine Entschädigungslösung als von schwer überwindbaren
Hemmnissen gesprochen werden, was in der Summe doch kaum eine
Arbeitsfähigkeitsstörung von mehr als 20% bis 30% ergebe (IV-act. 325-44 f.).
A.l Mit Vorbescheid vom 18. August 2016 stellte die IV-Stelle die erneute Abweisung
des Leistungsbegehrens gestützt auf das Gutachten von Dr. N._ in Aussicht (IV-act.
329). Hiergegen wurde am 19. September 2016 Einwand erhoben (IV-act. 335).
Entsprechend einer Stellungnahme von RAD-Arzt Dr.med. O._, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie, vom 29. November 2011 (IV-act. 337), wurde Dr.
N._ um Stellungnahme zu den abweichenden Einschätzungen der Vorgutachter
ersucht (IV-act. 338). Diese datiert vom 11. Januar 2017 (IV-act. 340).
A.m Mit Verfügung vom 13. April 2017 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ein
weiteres Mal ab. Gemäss Gutachten des Psychiatrischen Zentrums Y._ bestehe in
einer adaptierten Tätigkeit eine 70%-ige Arbeitsfähigkeit. Ein Leidensabzug sei nicht
gerechtfertigt (IV-act. 346).
B.
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B.a Gegen die Verfügung vom 13. April 2017 lässt A._, vertreten durch Rechtsanwalt
lic.iur. W. Bodenmann, am 18. April 2017 Beschwerde erheben. Er beantragt, es sei
ihm unter Kosten- und Entschädigungsfolge ab wann rechtens eine ganze
Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von mindestens 70% zuzusprechen
und auszurichten. Eventualiter seien weitere Abklärungen vorzunehmen mit
anschliessender Neubeurteilung und Neufestsetzung der Leistungsansprüche. Zudem
ersucht er um unentgeltliche Prozessführung und Rechtsverbeiständung. Zumindest
hinsichtlich der ergänzenden Stellungnahme vom 11. Januar 2017 müsse die
Unvoreingenommenheit des Obergutachters in Frage gestellt werden. Die
Beschwerdegegnerin habe unter Missachtung des Entscheids des
Versicherungsgerichts vom 27. Februar 2015 die Gewährung eines Leidensabzuges
von 20% verweigert. Die gemäss Bundesgericht entscheidende Fragestellung nach
den stark divergierenden Arbeitsfähigkeitseinschätzungen sei Dr. N._ nicht
unterbreitet worden. Der Obergutachter setze sich mit den Vorgutachten in keiner
Weise auseinander, weshalb das Gutachten unter dem Aspekt der Vollständigkeit nicht
beweiskräftig sei. Die nachträgliche Würdigung der Vorgutachten vermöge die
Mangelhaftigkeit nicht mehr zu heilen. Eine nachvollziehbare Begründung der eigenen
Arbeitsfähigkeitsschätzung erfolge nicht. Auch aus diesem Grunde könne das
Gutachten von Dr. N._ keine hinreichende Grundlage für einen Rentenentscheid
bilden. Es sei beim Universitätsspital Zürich, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie,
ein erneutes psychiatrisches Obergutachten einzuholen. Falls davon abgesehen werde,
sei weiterhin von der schlüssigen und nachvollziehbaren Beurteilung von Prof. L._/Dr.
M._ auszugehen, wonach der Beschwerdeführer zu 100% arbeitsunfähig sei. Selbst
wenn von der Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. N._ ausgegangen würde, ergäbe
sich in Zusammen- und Wechselwirkung mit den hochgradigen organischen
Einschränkungen eine Gesamtarbeitsunfähigkeit von mindestens 45% bis 50%. Für die
Bemessung des Invaliditätsgrades sei ein Tabellenlohnabzug von 25% vorzunehmen
aufgrund der rund 25-jährigen Absenz vom Arbeitsmarkt, des fortgeschrittenen Alters,
der Teilzeitarbeit, der nur noch sehr eingeschränkt funktionsfähigen linken Hand, der
erheblich eingeschränkten Anpassungsfähigkeit, des ausländerrechtlichen
Aufenthaltsstatus, des geringen Bildungsgrads und der mangelhaften
Sprachkompetenz (act. G 1).
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B.b In ihrer Beschwerdeantwort vom 14. August 2017 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Das Obergutachten von Dr.
N._ erfülle grundsätzlich die Anforderungen an ein lege artis erstelltes,
beweiskräftiges Gutachten. Die Ausführungen des Gutachters könnten weder als
tendenziös noch als gehässig bezeichnet werden und begründeten auch nicht
ansatzweise den Verdacht der Voreingenommenheit oder Befangenheit. Aufgrund der
kritisierten fehlenden, vom Bundesgericht geforderten Auseinandersetzung mit den
divergierenden Diagnosen und Arbeitsfähigkeitsschätzungen habe sich Dr. N._
(nochmals) ausführlich mit den erwähnten Gutachten auseinandergesetzt und
einlässlich begründet, dass er an seiner Beurteilung festhalte. Es sei zulässig und
spreche nicht gegen die Beweiskraft des psychiatrischen Obergutachtens, dass Dr.
N._ seine Expertise durch eine ergänzende Stellungnahme vom 11. Januar 2017
dadurch vervollständigt habe, dass er sich vertieft mit den Schlussfolgerungen in den
betreffenden Gutachten auseinandergesetzt und dabei seine eigene Beurteilung
bestätigt habe. In rechtlicher Hinsicht seien grundsätzlich einzig schwere psychische
Störungen invalidisierend. Dem psychiatrischen Obergutachten lasse sich kein
schlüssiger Nachweis eines schwerwiegenden psychischen Leidens entnehmen. Dr.
N._ habe die beim Beschwerdeführer eruierbaren Phänomene der dysfunktionalen
Beschwerdebewältigung nachvollziehbar als Bestandteil eines abnormen
Krankheitsverhaltens mit übertriebenem Verharren in der Krankenrolle bzw.
Schonhaltung interpretiert. Aus dem Gutachten erhelle, dass beim Beschwerdeführer
die Anhaltspunkte auf eine Aggravation deutlich überwiegten und die Grenze eines
bloss verdeutlichenden Verhaltens klar überschritten sei, ohne dass das
aggravatorische Verhalten auf eine verselbständigte, krankheitswertige psychische
Störung zurückzuführen wäre. Damit sei ein Ausschlussgrund gegeben, der die
Annahme einer rentenauslösenden Gesundheitsbeeinträchtigung verbiete. Bei dieser
Ausgangslage erübrige sich ein strukturiertes Beweisverfahren. Mangels einer
leistungsbegründenden Invalidität bestehe kein Leistungsanspruch (act. G 3).
B.c Mit Replik vom 18. Oktober 2017 bringt der Beschwerdeführer vor, er bestreite
weiterhin, dass er in somatischer Hinsicht in leidensadaptierter Tätigkeit voll
arbeitsfähig sei. Eine allfällige Restarbeitsfähigkeit sei nicht verwertbar. Das Gutachten
vom 8. August 2016/11. Januar 2017 vermöge versicherungsmedizinischen Standards
nicht zu genügen. Die Diagnosestellung einer querulatorischen Entwicklung sei
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unplausibel, nicht nachvollziehbar und nicht lege artis. Dem Rechtsstreit liege unstreitig
ein schwerer und folgen¬reicher Unfall im Jahr 1992 mit Verstümmelung der linken
Hand und anschliessender (Teil-)Rentenzusprache zugrunde. Die vom Obergutachter
durchgeführten testpsychologischen Untersuchungen seien rudimentär ausgefallen mit
der sinngemässen Begründung, dass die Sprachkenntnisse weitere Testungen nicht
zulassen würden. Diese Begründung sei nicht stichhaltig, zumal die Vorgutachter des
UPK Basel trotz der sprachlichen Defizite des Beschwerdeführers in der Lage gewesen
seien, mehrere psychiatrische Zusatztests durchzuführen. Die vom Beschwerdeführer
beklagten Beschwerden seien nicht hinreichend berücksichtigt worden. Vielmehr
schliesse der Gutachter allein aufgrund der Tatsache, dass sich der Beschwerdeführer
in einem längeren Rechtsstreit mit den Sozialversicherern befinde, ohne
Berücksichtigung der geklagten Beschwerden und Vorakten und offensichtlich stark
wertend auf das Vorliegen einer querulatorischen Entwicklung, obschon aufgrund der
Anamnese eine invalidisierende Schmerzstörungsproblematik bzw. eine
posttraumatische Belastungsstörung keinesfalls auszuschliessen sei. Die vom
Gutachter zitierte Krankheitsdefinition der von ihm diagnostizierten querulatorischen
Entwicklung stamme von einem deutschen Psychiater und Eugenetiker aus dem Jahre
1934. Auch wenn sich der Obergutachter dessen nicht bewusst gewesen sei, stelle
dies die Wissenschaftlichkeit und die Beweiskraft des Gutachtens grundsätzlich in
Frage (act. G 8).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 10).

Erwägungen
1.
Zu befinden ist über die invalidenversicherungsrechtlichen Leistungsansprüche des
Beschwerdeführers.
1.1 Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und
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nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen.
Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar
ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person
mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60%, auf eine
halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50%, und auf eine Viertelsrente, wenn sie
mindestens zu 40% invalid ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).
1.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind
(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1). Im Sinne einer Richtlinie
ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen
Spezialärzten und -ärztinnen, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und
Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der
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Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise
sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/bb).
1.4 Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a).
Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den
streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben
Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen
stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Im Sozialversicherungsrecht hat
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht,
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V
360 E. 5b; BGE 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen). Die Verwaltung resp. das Gericht
dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen
überzeugt sind.
2.
2.1 Medizinische Grundlage der angefochtenen Verfügung vom 13. April 2017 (IV-act.
346) bildet das psychiatrische Gutachten von Dr. N._ vom 8. August 2016 (IV-act.
325) mit Ergänzungen vom 11. Januar 2017 (IV-act. 340). Dabei handelt es sich um die
fünfte psychiatrische Begutachtung des Beschwerdeführers (Vorgutachten: Klinik
Z._, Dr. G._/Dr. H._ vom 28. Juli 2004 [IV-act. 143]; Teilgutachten Dr. J._,
Rehaklinik Bellikon, vom 22. März 2005 [IV-act. 173]; Dr. K._, 26. Juni 2008 [IV-act.
219]; Gutachten UPK Basel, Prof. L._/Dr. M._ vom 9. August 2011 [IV-act. 254]).
Das psychiatrische Teilgutachten der Rehaklinik Bellikon beurteilte das Bundesgericht
bezüglich der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit als nicht ganz schlüssig, da der
Gutachter eingeräumt hatte, eine prozentuale Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in
Bezug auf verschiedene Stellenprofile erweise sich als schwierig. Demnach bilde es
keine hinreichende Beurteilungsgrundlage für die Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit
aus psychiatrischer Sicht (Urteil vom 28. Februar 2008, 8C_394/2007, E. 3.3 f., IV-act.
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211-3 f.). Gestützt auf das Gutachten der UPK Basel sprach das Versicherungsgericht
dem Beschwerdeführer mit Entscheid vom 27. Februar 2015 eine ganze Rente zu,
wobei es ausführte, das Gutachten scheine in sich plausibel, die Schlussfolgerungen
seien begründet und gut nachvollziehbar (IV 2013/170, E. 4, IV-act. 296-7).
Demgegenüber erkannte das Bundesgericht, angesichts der stark voneinander
abweichenden, letztlich nicht schlüssigen Angaben zur zumutbaren
Restarbeitsfähigkeit lasse sich der Grad der Arbeitsunfähigkeit aufgrund der
vorhandenen medizinischen Unterlagen nicht zuverlässig bestimmen. Im Gutachten der
UPK vom 9. August 2011, auf welches sich das kantonale Gericht stütze, seien
bezüglich der attestierten 100%-igen Arbeitsunfähigkeit die Folgerungen der Experten
nur sehr rudimentär begründet und setzten sich insbesondere nicht genügend mit den
stark abweichenden früheren Einschätzungen auseinander. Namentlich fehle eine
überzeugende Auseinandersetzung mit den Gutachten von Dr. K._ vom 26. Juni
2008, gemäss welchem der Beschwerdeführer in der bisherigen wie auch in einer
angepassten Tätigkeit in der Lage sei ganztags zu arbeiten, wobei nur eine 30%-ige
Leistungsminderung bestehe, und mit dem Gutachten der Rehaklinik Bellikon vom 27.
Februar 2006, gemäss welchem angepasste Tätigkeiten grundsätzlich ganztags ohne
zeitliche Einschränkungen zumutbar seien. Eine nachvollziehbare Begründung,
weshalb der Beschwerdeführer (inzwischen) gar nicht mehr arbeitsfähig sein soll,
jedoch trotzdem dringend eine therapeutisch geführte, tagesstrukturierende
Beschäftigung, allenfalls in einer geschützten Werkstätte im Rahmen von 50%
angeraten werde, sei nicht vorhanden. Das Gutachten der UPK bilde mithin keine
hinreichende Beurteilungsgrundlage für die Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit aus
psychiatrischer Sicht (Urteil vom 12. Oktober 2015, 8C_219/2015, E. 5.3, IV-act.
307-7). Das Gutachten von Dr. K._ hatte das Versicherungsgericht als nicht
beweiskräftig erachtet, da die Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht schlüssig begründet
und keine Übersetzung gewährleistet gewesen sei (Entscheid vom 24. Februar 2011, IV
2009/26, E. 2.5, IV-act. 243-9). Die zitierten Gutachten sind somit bezüglich der
Arbeitsfähigkeitsschätzung zum Teil nicht beweiskräftig, was nicht ausschliesst,
bezüglich einzelner Befunde und Diagnosen darauf abzustellen.
2.2 Der Beschwerdeführer beklagte sich gegenüber Dr. N._ über Schmerzen nicht
nur in der linken Hand, sondern im ganzen linken Arm sowie auf der linken Hals- und
Kopfseite (IV-act. 325-14). Weiter äusserte er vor allem Vergesslichkeit und
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Konzentrationsschwäche. Er habe nach dem Unfall kaum noch Kontakte zu anderen
Menschen gehabt, diese um ihre Unversehrtheit beneidet und das Gefühl gehabt, dass
alle Leute nur noch auf seine Hand starren würden. Im Übrigen sei ihm alles egal, so
dass er am liebsten sterben würde, da er keine Lust mehr habe, zu leben. Die Kinder
seien weg, die Frau sei krank und er sei nicht mehr "gesund im Kopf". Mittlerweile habe
er sogar einen Hass auf die Leute, habe draussen oft das Gefühl, dass alle nur auf ihn
starren würden. Er befürchte, in einer entsprechenden Situation gewalttätig zu werden
(IV-act. 325-14 f., 16). Der Gutachter diagnostizierte eine querulatorische Entwicklung
(ICD-10: F48.28), eine akzentuierte Persönlichkeit mit sensitiv-paranoischen und
emotional instabilen Zügen (ICD-10: Z73.1) sowie ein abnormes Krankheitsverhalten
mit diversen Phänomenen der dysfunktionalen Beschwerdebewältigung (ICD-10: F54
bzw. F68.0) nach traumatischen Fingeramputationen (IV-act. 325-39). Zur Begründung
der ersten Diagnose führte er aus, es falle auf, dass ein zwanzigjähriger Rentenkampf
ganz wenigen kurz befristeten Arbeitsversuchen gegenüberstehe. Dieses krasse
Missverhältnis zwischen Rehabilitationsbemühungen und Entschädigungsstreben
müsse umso mehr als normabweichend betrachtet werden, wenn dabei das überaus
auffällige, expansive und aggressive Verhalten, aber auch die inneren Erlebnisse und
Verarbeitungstendenzen berücksichtigt würden. Diese eskalierende Entwicklung, bei
welcher mittlerweile schon Selbstmord und Tötungsabsichten angedeutet würden,
zeige gewisse Züge einer querulatorischen Entwicklung (IV-act. 325-22). Eine
Persönlichkeitsstörung schliesst Dr. N._ aus, da entsprechende Diagnosekriterien
über die gesamte Lebenszeit hinweg in erforderlichem Mass fassbar sein müssten; der
Beschwerdeführer habe Militärdienst absolviert, eine Familie gegründet und einige
Jahre in fester Anstellung in der hiesigen Wirtschaftswelt gearbeitet. Damit sei das
Vollbild einer Persönlichkeitsstörung nicht ohne weiteres vereinbar (IV-act. 325-25).
Angesichts der hochgradig rigiden und dysfunktionalen Art und Weise, wie der
Beschwerdeführer seine Läsion verarbeite, müsse auf eine Charakterakzentuierung
geschlossen werden, welche das Ausmass einer Persönlichkeitsstörung nicht erreiche
(IV-act. 325-25). Der Beschwerdeführer erfülle die Kriterien einer paranoiden
Persönlichkeitsstörung mindestens teilweise (übertriebene Empfindlichkeit bei
Rückschlägen und Zurücksetzung, Misstrauen sowie streitsüchtiges und beharrliches,
situationsunangemessenes Bestehen auf eigenen Rechten), womit sensitiv-
paranoische Persönlichkeitszüge postuliert werden könnten (IV-act. 325-26). Weiter
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bestünden eine emotionale Instabilität mit Impulsivität bzw. emotional-instabile/
impulsive Persönlichkeitszüge (IV-act. 325-27 f.). Sodann erklärt der Gutachter, der
Beschwerdeführer berichte zwar über Albträume und eine aversive Haltung gegenüber
Messern und ähnlichen Küchengegenständen (aichmophobische Ängste). Eine die
Arbeitsfähigkeit einschränkende posttraumatische Belastungsstörung bestehe dagegen
nicht, die geschilderte Symptomatik schliesse eine adaptierte Tätigkeit nicht aus (IV-
act. 325-21). Auch ein algogenes Psychosyndrom verneint der Gutachter in Anbetracht
des hochenergetischen, kaum depressiven klinischen Bildes mit gesteigerter
Aggressivität und gar Gewaltbereitschaft (IV-act. 325-22). Schliesslich stellt der
Gutachter in verschiedener Hinsicht Inkonsistenzen bzw. Diskrepanzen fest und
schliesst daraus auf eine dysfunktionale Beschwerdenbewältigung in Form von
Aggravation (demonstrative Note bei der Symptompräsentation), Symptomausweitung
(Schmerz nicht mehr lokal, sondern auf Nacken und Kopf ausstrahlend, dazu
Schlafstörungen und Verstimmungen), Selbstlimitierung, eine final ausgerichtete
Entschädigungshaltung, ein Verharren in der Krankenrolle sowie eine subjektive
Leistungsinsuffizienz bzw. mangelhafte Leistungsmotivation (IV-act. 325-30 f.). Zu den
Inkonsistenzen führt er im Einzelnen aus, die geklagten Beschwerden liessen sich
weitgehend nicht mit objektiven Befunden in Einklang bringen, es bestehe eine
Diskrepanz zwischen subjektiven Beschwerden und körperlicher Beeinträchtigung in
der Untersuchungssituation, teilweise seien die Schilderung von Beschwerden und
Krankheitsverlauf vage, der Beschwerdeführer habe appellative, demonstrative Klagen
vorgetragen und dauernde Beschwerden angegeben, die sich weder durch
Medikamente, Alkohol oder durch unterschiedliche Körperhaltung oder Tageszeit
bessern liessen, trotz intensiv geschilderter Beschwerden seien die
Therapiemassnahmen eher minimal und fehlten eigene Strategien zur
Schmerzbewältigung und über mögliche Verweistätigkeiten sei weitgehend keine
sachliche Diskussion zustande gekommen (IV-act. 325-29 f.). Ergänzend ist hier zu
erwähnen, dass der Beschwerdeführer Verweistätigkeiten hauptsächlich wegen seiner
Aggressivität ausschloss (IV-act. 325-17) und die Blutspiegelbestimmung ergab, dass
der Beschwerdeführer das Medikament Pregabalin (Lyrica) seit längerem nicht mehr
eingenommen hatte (IV-act. 325-19). Sodann erschienen gewisse testmässig erfassten
Ausfälle wie etwa Gedächtnislücken, Merkfähigkeitsschwäche,
Konzentrationsunfähigkeit etc. inkonsistent und unplausibel (IV-act. 325-10 ff., 33).
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Zusammenfassend ergebe sich gemäss Gutachter der Eindruck eines eher wenig
authentischen Zustandsbildes (IV-act. 325-30). Zur Arbeitsfähigkeit führt der Gutachter
aus, essentiell dafür, dass der Beschwerdeführer trotz anatomisch stabiler Verhältnisse
noch keine Erwerbstätigkeit ausübe, seien die verschiedenen Elemente der
psychologischen Fehlverarbeitung des damaligen Unfalls und seiner unliebsamen
Konsequenzen wie etwa Kündigung, ästhetische und funktionelle Beeinträchtigung und
sozialer Abstieg. Daraus habe sich eine verhärtete Fehleinstellung ergeben, welche es
ihm geradezu verbiete, sich auf eine angemessene Wiedereingliederung einzulassen
(IV-act. 325-34). Es finde sich im Grunde nichts, was eine optimal angepasste Tätigkeit
- jede einfache handwerkliche Tätigkeit, bei der die linke Hand lediglich für
unterstützende Funktionen ohne erheblichen Kraftaufwand eingesetzt werde -
unzumutbar erscheinen liesse. Die Arbeitsfähigkeit sei höchstens um 20% bis 30%
eingeschränkt durch die schwer überwindbaren Hemmnisse durch die langjährige
Negativentwicklung mit querulatorischem Einschlag, Entfremdung von der Arbeitswelt,
Dekonditionierung, den Aufbau einer Aversionshaltung und der Versteifung auf eine
Entschädigungslösung (IV-act. 325-45). Es lasse sich kein hartes Argument finden,
weshalb sich ein solches Ausgangsniveau nicht durch aufbauendes Arbeitstraining
noch weiter steigern liesse (IV-act. 325-45).
2.3 Dr. G._ und Dr. H._ stellten in ihrem Gutachten vom 28. Juli 2004 zusätzlich zu
einer spezifischen Persönlichkeitsstörung mit impulsiven und passiv-aggressiven
Zügen noch die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung und
attestierten eine Arbeitsfähigkeit von insgesamt 50% (IV-act. 143-4). Die Abweichung
von der durch Dr. N._ geschätzten Arbeitsfähigkeit erklärt sich mit der Bejahung der
genannten Diagnosen bzw. dadurch, dass keine Inkonsistenzen festgestellt wurden. Dr.
N._ hält die attestierte Arbeitsunfähigkeit aufgrund der gestellten Diagnosen in seiner
Ergänzung vom 11. Januar 2017 zum Gutachten deshalb für nicht nachvollziehbar (IV-
act. 340-4). Damals habe der Beschwerdeführer keine psychiatrische Erkrankung
geltend gemacht und lediglich an einer psychogenen Schlafumkehr gelitten (IV-act.
340-4). Die Gutachter der Reha-Klinik Bellikon kamen im Gutachten vom 22. März 2005
(IV-act. 173) zum Schluss, grundsätzlich seien dem Beschwerdeführer aus somatischer
und psychiatrischer Sicht angepasste Tätigkeiten ohne zeitliche Einschränkungen
zumutbar, wobei aufgrund einer schnellen Überforderung der Affektkontrolle mit einer
Lohneinbusse von grob geschätzt 30% zu rechnen sei (IV-act. 173-41, 49). Sie stellten
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zum Teil erhebliche Inkonsistenzen bei motorischen Tests und Diskrepanzen zwischen
den demonstrierten physischen Einschränkungen und den objektivierbaren
pathologischen Befunden fest (IV-act. 173-40) und bestätigten die von Dr. G._ und
Dr. H._ gestellten Diagnosen nicht (IV-act. 173-49). Während das Bundesgericht im
Urteil vom 28. Februar 2008 (8C_394/2007, E. 3.4, IV-act. 211-4) dieses Gutachten
nicht als hinreichende Grundlage für die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit betrachtete,
erachtet Dr. N._ diese Arbeits¬fähigkeitsschätzung im Nachhinein aufgrund einer
Gesamtschau für nachvollziehbar (IV-act. 340-5). Dr. K._ führte aus, der
Beschwerdeführer habe jeweils gegen Rentenentscheide Rekurs eingelegt, ohne sich
leidenschaftlich um Arbeit zu bemühen. Er sei in der Erziehung seiner Kinder sehr
engagiert und wirke vom körperlichen Ausdruck her ausreichend trainiert. Er sei
schneller ermüdbar, kränkbar und reizbar, da er seine Verletzung noch immer nicht in
sein Leben integriert habe. Die Arbeitsunfähigkeit sei mit 30% einzuschätzen (IV-act.
219-4). Dr. N._ bestätigt die attestierte Arbeitsunfähigkeit, weist aber darauf hin, dass
die Diagnosen zu ergänzen wären (IV-act. 340-5). Die Gutachter der UPK Basel hielten
im Gutachten vom 9. August 2011 fest, dem Versicherten sei es nicht gelungen, im
Hinblick auf soziale Teilhabe und berufliche Partizipation funktionale Coping-Strategien
und soziale Fertigkeiten zu entwickeln (IV-act. 254-24). Die inzwischen eingetretene
völlig dysfunktionale Entwicklung seiner Persönlichkeit habe sowohl eine deutliche
Störung der alltäglichen Funktionsfähigkeiten als auch authentisch wirkendes
subjektives Leiden und nachteilige Auswirkungen auf seine soziale Umgebung zur
Folge (IV-act. 254-25). Das zunehmend auf "ein Leben im Rentenverfahren" eingeengte
Verhalten mit u.a. Dekonditionierung und Selbstlimitierung sowie das innere Erleben
des Ver¬sicherten hätten sich in dem 20-jährigen Verlauf zu in der Persönlichkeit
verwurzelten Charakterzügen entwickelt, denen inzwischen fraglos Krankheitswert
zukomme (IV-act. 254-29). Der Beschwerdeführer sei aufgrund von schwergradigen
Veränderungen der Selbstwahrnehmung, der Beziehung zu anderen bzw. der eigenen
Rollenzuschreibung in der Gesellschaft und sich daraus ergebender Ansprüche an
diese, in Kombination mit affektiven Symptomen wie dysphorische Gereiztheit und
inzwischen tatsächlich eingebüssten sozialen Fertigkeiten im Verbund mit Scham und
möglicherweise Trauer im Rückblick auf das erlittene Trauma und im weiteren Verlauf
"verpasste Leben" auf dem freien Arbeitsmarkt nicht mehr arbeitsfähig (IV-act. 254-31).
Die Gutachter diskutierten auffällige Testergebnisse und Unsicherheiten bezüglich
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Beschwerdevalidität bei klinisch weitgehend authentischem, bemühtem Wirken am
ehesten im Rahmen der diagnostizierten andauernden Persönlichkeitsänderung (IV-act.
254-23 ff.). Dr. N._ begründet die Abweichung seiner Einschätzung von derjenigen
der UPK Basel damit, dass diese das abnorme Krankheitsverhalten bzw. die
dysfunktionale Beschwerdebewältigung oder querulatorische Entwicklung nicht
berücksichtige (Stellungnahme vom 11. Januar 2017, IV-act. 340-6).
2.4 Insgesamt reiht sich das der angefochtenen Verfügung zugrundeliegende
Gutachten von Dr. N._ in die Mehrheit der Vorgutachten ein: eine depressive Störung
oder eine somatoforme Schmerzstörung wurden seit dem Gutachten der Klink Z._
(28. Juli 2004, IV-act. 143) nicht mehr diagnostiziert. Hinsichtlich der Persönlichkeit
wurden zwar Auffälligkeiten hervorgehoben, aber eine Persönlichkeitsstörung im Sinne
der ICD-10 seither ebenfalls nicht mehr diagnostiziert. Mehrfach finden sich Hinweise
auf suboptimales Leistungsverhalten bzw. Inkonsistenzen. Die Einschränkungen der
Arbeitsfähigkeit werden hauptsächlich mit aggressiv-forderndem Verhalten aufgrund
der durch die Unfallfolgen erlittenen Kränkung begründet. So halten die Gutachter der
Klinik Z._ eine psychische (affektive) Belastungsintoleranz verbunden mit fordernd
reizbarem und passiv-aggressivem Verhalten mit Schwierigkeiten im Aufbau von
Beziehungsstrukturen, in der Eingliederung, Unterordnung sowie in der Durchführung
arbeitsbezogener Abläufe fest (IV-act. 143-4); die Experten in Bellikon begründeten die
Arbeitsunfähigkeit mit möglichen Konflikten am Arbeitsplatz aufgrund einer
Überforderung der Affektkontrolle (Gutachten Rehaklinik Bellikon, IV-act. 173-48), Dr.
K._ mit schneller Ermüdbarkeit, Kränkbarkeit und Reizbarkeit (Gutachten Dr. K._,
IV-act. 219-4 f.) und die Gutachter der UPK Basel führten im Wesentlichen
Veränderungen der Persönlichkeit in Verbindung mit affektiven Symptomen und
eingebüssten sozialen Fähigkeiten an (Gutachten UPK Basel, IV-act. 254-24, 31). Die
von Dr. N._ attestierte Arbeitsunfähigkeit von 20% bis 30% liegt im Bereich der
Vorgutachten von Dr. K._ (30%, IV-act. 219-4) und der Rehaklinik Bellikon (30%, IV-
act. 173-49). In der Ergänzung vom 11. Januar 2017 hat Dr. N._ zudem noch separat
dargelegt, wie er die Einschätzungen der Vorgutachter würdigt (IV-act. 340). Die
vorliegenden psychiatrischen Beurteilungen unterscheiden sich vor allem in Bezug auf
den Einfluss der verfestigten Krankheitsüberzeugung bzw. der dysfunktionalen
Verarbeitung des Unfalls auf die Arbeitsunfähigkeit. Letztendlich scheint zentral,
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inwieweit dem Beschwerdeführer objektiv betrachtet deren Überwindung zugemutet
werden kann.
2.5 Nachdem das Bundesgericht das mit BGE 141 V 281 für somatoforme (organisch
nicht erklärbare) Leiden eingeführte strukturelle Beweisverfahren auch auf depressive
Leiden anwendet (BGE 143 V 415 ff., E. 4.5, und BGE 143 V 427 ff., E. 7.1), liegt es
nahe, die gestellte Frage anhand der bundesgerichtlichen Indikatoren zu beantworten
(vgl. auch BGE 143 V 424 f., E. 5.2.1, wonach die Intention des durch Indikatoren
geleiteten strukturierten Beweisverfahren sei, danach zu fragen, ob die vorhandenen
Funktionseinbussen durch die erhobenen Befunde abgedeckt und erklärbar seien und
E. 7.1, wonach psychische Erkrankungen wegen ihres Mangels an objektivierbarem
Substrat dem direkten Beweis einer anspruchsbegründenden Arbeitsunfähigkeit nicht
zugänglich seien). Dr. N._ hält zwar verschiedene Inkonsistenzen und Diskrepanzen
sowie eine Aggravationstendenz fest (E. 2.2). Er äussert sich - wie im Übrigen auch die
Vorgutachter - nicht zur Frage, wie bewusstseinsnah dieses Verhalten ist. Entgegen der
Beschwerdegegnerin kann somit trotz entsprechender Tendenzen nicht von einer als
Ausschlussgrund genügend nachgewiesenen Aggravation oder Simulation
ausgegangen werden. Die diagnostizierte akzentuierte Persönlichkeit weist nicht den
Schweregrad einer Persönlichkeitsstörung auf. Eine Depression oder eine somatoforme
Schmerzstörung wurde von Dr. N._ in Übereinstimmung mit den meisten
Vorgutachten nicht diagnostiziert. Hinsichtlich der Schmerzen führte der Hausarzt des
Beschwerdeführers, Dr. Frei, am 31. Januar 2013 aus, der Beschwerdeführer sei an der
linken Hand massiv invalidisiert; es liege ein reaktives Schulterarm-Syndrom vor. Der
Beschwerdeführer habe während zwei Jahrzehnten regelmässig und immer wieder
über erhebliche Schmerzen im Bereich seiner Hand, im Ellenbogen und im
Schulterbereich bis zum Nacken und zum Kopf geklagt. Er sei während der ganzen Zeit
immer wieder behandelt worden mit nicht-steroidalen Antirheumatika, mit Spritzen und
neustens mit Antidepressiva (IV-act. 267-1). Der Bericht des Hausarztes gibt die
Schilderungen des Beschwerdeführers wieder, ohne diese objektivierende Befunde zu
erwähnen. Umfangreichere spezialärztliche Abklärungen oder Behandlungen sind nicht
aktenkundig. Zudem ist davon auszugehen, dass das verordnete Lyrica nicht
regelmässig eingenommen wird (IV-act. 325-19). Somit erscheint nachvollziehbar, dass
die Arbeitsfähigkeit nicht durch eine schwerere Schmerzsymptomatik eingeschränkt
ist. Gemäss Dr. N._ bestehen Beeinträchtigungen funktionell und ästhetisch durch
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die schwer lädierte Hand (IV-act. 325-9, 36), sowie die psychische Fehlentwicklung,
welche durch die akzentuierte Persönlichkeit verstärkt wird (IV-act. 325-36). Der
Beschwerde-führer verfüge über schwache intellektuelle und bildungsmässige
Ressourcen (Lesen, Schreiben, Rechnen, Computerbenützung). Die externen
Ressourcen durch Beziehungen zur Ehefrau, zu Nachkommen und zu weiteren
Verwandten und Bezugspersonen seien nicht als besonders hoch einzuschätzen (IV-
act. 325-28, 36 f.). Die Verstimmung, die durch seine teilweise erfolglose Rechtssuche
resultiert habe, scheine die persönlichen Beziehungen mitbeeinträchtigt zu haben, so
dass der Beschwerdeführer letztlich seine familiären Ressourcen untergraben, indem er
sich mit seinen Angehörigen zerstritten habe (IV-act. 325-38). Motivationshemmend
seien auch die aufgrund der langen Erwerbslosigkeit aufgelaufenen Schulden (IV-act.
325-37). Für eine wirksame Psychotherapie fehlten die sprachlichen und
mentalitätsmässigen Voraussetzungen, und ein wirksames Psychopharmakon
(vorbehältlich einer "Off-label-Behandlung" mit Seroquel) existiere nicht (IV-act. 325-39
f., 40). Der Gutachter würdigt sodann die von ihm festgestellten Inkonsistenzen (IV-act.
325-29 ff., E. 2.2). Zusammenfassend erlaubt das Gutachten von Dr. N._ eine
schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren (vgl. BGE 141 V 309 E.
8; Urteil des Bundesgerichts vom 13. April 2016, 9C_168/2015, E. 2.2.3). Es
berücksichtigt - zusammen mit der Stellungnahme vom 11. Januar 2017 - die
vorhandenen Akten und die vom Beschwerdeführer geklagten Beeinträchtigungen
angemessen. Das Ergebnis einer 25%-igen Arbeitsunfähigkeit (Durchschnittswert, vgl.
Urteil des Bundesgerichts vom 4. Juni 2013, 9C_730/2012, E. 4.2) scheint unter
Berücksichtigung der Ergebnisse des strukturierten Beweisverfahrens bzw.
insbesondere der geschilderten sozialen Einbettung kombiniert mit den eher limitierten
Ressourcen trotz der nicht schwerwiegenden Diagnosen nachvollziehbar.
2.6 Konkrete Anhaltspunkte für eine Voreingenommenheit von Dr. N._ oder andere
das Gutachten disqualifizierende Elemente sind trotz des vom Rechtsvertreter
kritisierten unglücklich gewählten Zitats nicht fassbar. Vielmehr dauerte die
Begutachtung insgesamt fünfeinhalb Stunden (IV-act. 325-2), obwohl sich der
Beschwerdeführer eher widerwillig verhielt (IV-act. 325-11), wobei unkooperatives bis
unangemessenes Verhalten auch in den Vorgutachten von Dr. K._ (IV-act. 219-2 f.)
und der UPK Basel (IV-act. 254-1) beschrieben wurde. Obwohl der Beschwerdeführer
über eine schwache Sprachkompetenz verfügt (IV-act. 325-11, 28) und den bestellten
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Dolmetscher aufgrund der Ethnie zurückwies (IV-act. 325-9), erachtete der Gutachter
das Gesagte für inhaltlich ausreichend verständlich und nachvollziehbar (IV-act.
325-11), was im Zusammenhang mit der vergleichsweise langen Begutachtungsdauer
darauf schliessen lässt, dass er sich um die Verständigung bemühte, erklärte und
nachfragte. In somatischer (orthopädischer) Hinsicht attestierte Dr. C._,
Handchirurgie Inselspital Bern, eine volle Arbeitsfähigkeit für rein einhändig
durchzuführende Arbeiten, die sich je nach Funktionsumfang der linken Hand bis zu
generell 50% für bimanuelle handwerkliche Tätigkeiten reduziere (Gutachten vom 5.
Juni 2001, UV-act. 6-91). Dr. I._, Rehaklinik Bellikon, kam im Teilgutachten vom 22.
März 2005 zum Schluss, die linke Hand diene lediglich als Hilfshand, mit welcher das
Tragen von Lasten über 5 kg, selten 10 kg, nicht mehr möglich sei. Angepasste
Tätigkeiten seien (auch) aus somatischer Sicht ganztägig ohne verminderte
Leistungsfähigkeit möglich (IV-act. 173-41). Eine über die psychiatrisch bedingte
quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit durch objektivierbare rein somatische
Beschwerden ist damit nicht ausgewiesen. Auch die SUVA ging im Übrigen hinsichtlich
der rechten, dominanten Hand bzw. in den als für angepasst befundenen
Verweistätigkeiten von einer vollen Arbeitsfähigkeit aus und gewährte aufgrund des
Schmerzerlebens und der Tatsache, dass der Beschwerdeführer keine grobmanuellen
Arbeiten mehr durchführen könne, einen Abzug vom DAP-Einkommen von 20%, was
einen Invaliditätsgrad von 30% ergab (Verfügung vom 7. Mai 2002, UV-act. 6-62 ff.;
Einspracheentscheid vom 16. Dezember 2002, UV-act. 8-1 ff., E. 3b; Entscheid des
Versicherungsgerichts betreffend Invalidenrente und Integritätsentschädigung vom 21.
März 2007, UV-act. 8-15 ff., E. 4d). Aus den unfallver¬sicherungsrechtlichen
Entscheiden kann der Beschwerdeführer für das invalidenversicherungsrechtliche
Verfahren somit nichts zu seinen Gunsten ableiten. Dr. N._ hat seine eigene
Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit nachvollziehbar begründet und sich im Gutachten
sowie der Ergänzung schlüssig mit den bisherigen Gutachten auseinandergesetzt und
nachvollziehbar erläutert, wie die verschiedenen Arbeitsfähigkeitsschätzungen
einzuordnen sind (IV-act. 340). Auf das Gutachten von Dr. N._ ist daher abzustellen
und von einer medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit von 75% in angepassten
Tätigkeiten auszugehen.
3.
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3.1 Betreffend Rentenbeginn ist mit Blick auf das Datum der Anmeldung des
Beschwerdeführers (Mai 2002) das Recht anwendbar, wie es vor Inkrafttreten der
Änderungen der 5. IV-Revision bestanden hatte. Die Frist von 6 Monaten nach
Geldendmachung des Anspruchs gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG in der seit 2008 geltenden
Fassung findet somit keine Anwendung. Das Wartejahr (vgl. Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG in
der vor 2008 in Kraft gestandenen Fassung) begann folglich am 24. Juni 2004 (Datum
Begutachtung in der Klinik Z._) zu laufen und war am 23. Juni 2005 beendet.
Entsprechend besteht ein all¬fälliger Rentenanspruch ab 1. Juni 2005 (vgl. Art. 29 Abs.
2 IVG in der damals geltenden Fassung). Für den Einkommensvergleich ist somit das
Jahr 2005 massgebend (BGE 143 V 300, E.4.1.3, BGE 129 V 222).
3.2
3.2.1 Zur Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte
Person im Zeitpunkt des frühest möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird
in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer
Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden
fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
erstellt sein. Da die Invaliditätsbemessung der voraussichtlich bleibenden oder längere
Zeit dauernden Erwerbsfähigkeit zu entsprechen hat (vgl. Art. 8 Abs. 1 ATSG), ist auch
die berufliche Weiterentwicklung mitzuberücksichtigen, welche die versicherte Person
normalerweise vollzogen hätte; dazu ist allerdings erforderlich, dass konkrete
Anhaltspunkte dafür bestehen, dass ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ein
beruflicher Aufstieg und ein entsprechend höheres Einkommen tatsächlich realisiert
worden wären (Urteil vom 5. Juli 2011, 8C_261/2011, E. 6.3; BGE 129 V 224 E. 4.3.1
mit Hinweisen). Unterdurchschnittliche Einkommen sind sodann bis zur
Erheblichkeitsschwelle von 5 % zu parallelisieren, soweit ihre persönlichen
Eigenschaften (namentlich fehlende Ausbildung oder Sprachkenntnisse,
ausländerrechtlicher Status) die Erzielung eines Durchschnittslohnes verunmöglicht
hatten (Urteil des Bundesgerichts vom 19. November 2012, 9C_112/2012, E. 4.4; BGE
135 V 297 E. 5.1 und E. 6.1.2 f.). In einem weiteren Urteil vom 10. März 2015
(9C_735/2014) führte das Bundesgericht aus, die Beschwerdeführerin habe das
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geltend gemachte Vergleichseinkommen nur während einer relativ kurzen Zeit von
jeweils rund eineinhalb Jahren und mit einem längeren dazwischen liegenden
Unterbruch erzielt, so dass nicht gesagt werden könne, es seien besonders stabile
Arbeitsverhältnisse gegeben gewesen (BGE 129 V 472, E. 4.2.1).
3.2.2 Vorliegend sind in den Akten teils unterschiedliche Lohnangaben seiner früheren
Arbeitgeberin enthalten (IV-act. 25-2: 29. Juni 1995 12 x Fr. 3'600.-- = Fr. 43'200.--;
Anspruch auf einen 13. Monatslohn bestand gemäss Arbeitgeberin nicht, vgl. Ziff. 20;
IV-act 9-2: 12. Juli 2003 13 x Fr. 3‘400.-- = Fr. 44‘200.--) und das erzielte Einkommen
war deutlich unterdurchschnittlich. Der Beschwerdeführer erlitt die massgebliche
Handverletzung im Jahr 1993 bereits als _-Jähriger, war zu diesem Zeitpunkt nur
gerade drei Jahre erwerbstätig und dies auch noch bei drei verschiedenen
Arbeitgebern. Für den Einkommensvergleich ist zudem das weit nach dem Unfall
liegende Jahr 2005 massgebend (E. 3.1). Bis dahin hätte der Beschwerdeführer mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit mit mehr Berufserfahrung, besseren
Sprachkenntnissen sowie fortgeschrittener Integration einen durchschnittlichen
Hilfsarbeiterlohn erzielen können. Das Valideneinkommen ist daher aufgrund des
Tabellenlohnes und nicht aufgrund des letzten tatsächlichen Einkommens zu
bemessen.
3.3 Die SUVA sprach dem Beschwerdeführer einen Tabellenlohnabzug von 20 % zu
(Verfügung vom 7. Mai 2002, Fremdakten, act. 6-62 ff.; Einspracheentscheid vom 16.
Dezember 2002, Fremdakten, act. 8-1 ff., E. 3b). Das hiesige Versicherungsgericht
führte dazu im unfallversicherungsrechtlichen Beschwerdeentscheid aus, dieser lasse
sich vor dem Hintergrund der Tatsache, dass das auf dem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt erzielbare Einkommen durch verschiedene leidensbedingte Auflagen an
den Arbeitsplatz zusätzlich limitiert sei, im Ergebnis nicht beanstanden (Entscheid vom
21. März 2007, UV 2003/14, Fremdakten, act. 8-15 ff.). Im
invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren hielt es fest, der Beschwerdeführer könne
wegen der Einschränkungen an der linken Hand nur noch leichte Hilfstätigkeiten
ausführen und sei bei manuellen Tätigkeiten deutlich eingeschränkt. Es rechtfertige
sich daher, den Abzug auf insgesamt 20 % festzusetzen (Entscheid vom 16. Mai 2007,
IV 2006/233). Daran ist auch mit Blick auf spätere Entscheide (Entscheide des
Versicherungsgerichts vom 29. Januar 2014, IV 2012/309, E. 4.3 und vom 29. Juli
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2016, IV 2014/507, E. 5.3) festzuhalten. Das Bundesgericht bezeichnete in neueren
Urteilen, welche Personen betrafen, welche die verletzte Hand als Zudienhand nutzen
konnten, Tabellenlohnabzüge von 10% (Urteil vom 18. Juni 2013, 8C_366/2013, E. 4.2)
bzw. 15% (Urteil vom 5. Juli 2013, 8C_350/2013, E. 3.3) als nicht rechtsfehlerhafte
Rechtsausübung. Das Alter des Beschwerdeführers rechtfertigt keinen speziellen
Abzug vom Tabellenlohn, jedoch fällt die vorliegend sehr lange Dauer der Abwesenheit
vom Arbeitsmarkt massgeblich ins Gewicht. Erschwerend dürfte sich auch die sich in
der hochgradig rigiden und dysfunktionalen Art und Weise der Verarbeitung der Läsion
zeigende Charakterakzentuierung (vgl. Gutachten Dr. N._ vom 8. August 2016, IV-
act. 325-25) erweisen. Hinzu kommt, dass die 25%-ige Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit allein mit psychischen Faktoren begründet ist und der
Beschwerdeführer durch die Einschränkungen an der Hand in Kombination mit der
völligen Arbeitsentwöhnung deutliche Lohneinbussen wird in Kauf nehmen müssen. Es
rechtfertigt sich deshalb vorliegend in Analogie zum von der SUVA gewährten Abzug
ein Tabellenlohnabzug von 20%.
3.4 Der Tabellenlohn gemäss Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für
Statistik (BFS) betrug für das Jahr 2004 Fr. 4'777.-- (TA1, Ziff. 27, 28, Metallbe- und -
verarbeitung, Anforderungsniveau 4, Männer). Bei einer betriebsüblichen Arbeitszeit
von 41,4 Std. (BFS, betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftszweigen, Ziff. 24-25,
Herstellung von Metallerzeugnissen) beläuft sich das Einkommen für das Jahr 2004 auf
Fr. 59'330.--. Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bis zum Jahr 2005
(BFS, Lohnentwicklung 2013, Indices Männer 2004: 1975, 2005: 1992) beträgt das
Valideneinkommen Fr. 59'841.--. Für das Invalideneinkommen ist vom
Durchschnittswert für Hilfsarbeiter, Anforderungsniveau 4, Männer 2005 (TA 1, Total,
Informationsstelle AHV/IV, siehe Informationsstelle AHV/IV, Invalidenversicherung,
Ausgabe 2008, Lausanne 2008, Anhang 2) von Fr. 58'389.-- auszugehen.
Entsprechend der 75%-igen Arbeitsfähigkeit beträgt dieser Fr. 43'792.-- (0,75 x Fr.
58'389.--). Unter Berücksichtigung eines Tabellenlohnabzuges von 20 % resultieren ein
Invalideneinkommen von Fr. 35'032.-- und ein Invaliditätsgrad von 41,5 %. Der
Beschwerdeführer hat somit ab 1. Juni 2005 Anspruch auf eine Viertelsrente. Dieser
bestünde selbst dann, wenn für beide Vergleichseinkommen vom durchschnittlichen
Hilfsarbeitereinkommen ausgegangen bzw. ein Prozentvergleich vorgenommen würde
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(vgl. dazu BGE 104 V 136 f. E. 2b und Urteil des Bundesgerichts vom 4. Februar 2015,
9C_888/2014, E. 2); hier ergäbe sich ein Invaliditätsgrad von 40 % (1-[75% x 80%]).
4.
4.1 Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung in teilweiser Gutheissung der
Beschwerde aufzuheben und der Beschwerdeführer hat ab 1. Juni 2005 Anspruch auf
eine Viertelsrente.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Hinsichtlich der
Beschwerde gegen die Rentenverfügung gilt es zu beachten, dass gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung zur Überklagung in
sozialversicherungsrechtlichen Rentenfällen von einem vollständigen Obsiegen der
Beschwerdeführerin auszugehen ist (Urteil des Bundes¬gerichts vom 7. Januar 2016,
9C_288/2015, E. 4.2). Die Gerichtskosten sind daher vollumfänglich der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
4.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art.
22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat keine Kostennote eingereicht. Aufgrund
der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand ist dem Beschwerdeführer eine
Parteientschädigung von praxisgemäss Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer) zuzusprechen. Bei diesem Ergebnis erübrigt sich die Festsetzung
einer Entschädigung aus der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung.