Decision ID: 9b551315-bf18-5aa2-9316-6879fe76601b
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
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A.- X besitzt den Führerausweis der Kategorie B seit dem 13. November 1958. Er ist im
Administrativmassnahmenregister nicht verzeichnet. Im Jahr 1965 erlitt er im Militär
einen Unfall und verletzte sich am rechten Auge. Rund ein Jahr nach dem Unfall
musste das rechte Auge entfernt werden. Seither trägt er auf der rechten Seite ein
Glasauge.
B.- Am 25. August 2014 wurde X vom Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt zur
ärztlichen Kontrolluntersuchung, welche ab dem 70. Altersjahr alle zwei Jahre zu
erfolgen hat, aufgeboten. Der Hausarzt von X bestätigte am 14. Oktober 2014 die
Fahrtauglichkeit für die 3. medizinische Gruppe (Kategorien A, A1, B, B1, D1 und die
Spezialkategorien). Mit Schreiben vom 30. Oktober 2014 teilte das
Strassenverkehrsamt X mit, dass es aufgrund des Berichts des Hausarztes Kenntnis
von der funktionellen Einäugigkeit erlangt habe und deshalb zur Beurteilung der
Fahreignung eine augenärztliche Kontrolle notwendig sei. Sollte diese positiv verlaufen,
seien Abklärungen beim Vertrauensarzt sowie eine Kontrollfahrt zur abschliessenden
Beurteilung indiziert. X liess sich in der Folge im Augenzentrum Wil untersuchen.
Dieses bestätigte am 6. November 2014, dass er die Anforderungen für die Kategorien
A, A1, B, B1 und D1 erfülle. Am 12. November 2014 teilte das Strassenverkehrsamt X
mit, dass aufgrund seiner Einäugigkeit eine vertrauensärztliche Untersuchung nötig sei
und gewährte ihm das rechtliche Gehör. Mit Zwischenverfügung vom 2. Dezember
2014 ordnete das Strassenverkehrsamt eine vertrauensärztliche Untersuchung an. In
der Folge liess sich X am 12. Dezember 2014 vom Vertrauensarzt untersuchen. Dieser
bestätigte gleichentags, dass er ohne Einschränkungen voll fahrfähig für die
3. medizinische Gruppe sei.
Mit Schreiben vom 18. Dezember 2014 informierte das Strassenverkehrsamt X, dass
beabsichtigt sei, ihn zu einer Kontrollfahrt der Kategorie B aufzubieten, und gewährte
ihm das rechtliche Gehör. Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 23. Dezember
2014 liess er sich dazu vernehmen. Am 30. Dezember 2014 ordnete das
Strassenverkehrsamt mit Zwischenverfügung eine Kontrollfahrt für die Kategorie B an.
C.- Gegen diese Verfügung erhob X mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 7. Januar
2015 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag, die
Zwischenverfügung vom 30. Dezember 2014 sei aufzuheben und das
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Strassenverkehrsamt anzuhalten, von einer Aufforderung zur Kontrollfahrt abzusehen,
unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Die Vorinstanz liess sich am 5. Februar 2015
vernehmen. Sie trug auf Abweisung des Rekurses an. X nahm zur Vernehmlassung der
Vorinstanz mit Schreiben seines Rechtsvertreters vom 24. Februar 2015 nochmals
Stellung.
Auf die Ausführungen der Beteiligten wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen
eingegangen.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 7. Januar 2015 ist rechtzeitig eingereicht
worden. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen
(Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS
951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- Umstritten ist die Zwischenverfügung vom 30. Dezember 2014, mit welcher die
Vorinstanz eine Kontrollfahrt anordnete.
a) Autofahrer, die älter als 70 Jahre sind, müssen sich in Abständen von zwei Jahren
einer vertrauensärztlichen Kontrolluntersuchung unterziehen (Art. 15d Abs. 2 des
Strassenverkehrsgesetzes, SR 741.01, abgekürzt: SVG; Art. 27 Abs. 1 lit. b der
Verordnung über die Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum Strassenverkehr,
SR 741.51, abgekürzt: VZV). Die Pflicht, sich einer solchen Untersuchung zu
unterziehen, besteht für alle Personen ab dem vollendeten 70. Altersjahr, unabhängig
davon, ob konkrete Anzeichen auf eine beeinträchtigte Fahreignung vorliegen oder
nicht. Die Untersuchung bezweckt, bei älteren Ausweisinhabern systematisch zu
prüfen, ob ihre Fahreignung als Grundvoraussetzung für die Belassung des
Führerausweises fortbesteht. Diese Pflicht erscheint gerechtfertigt, zumal mit
fortschreitendem Alter die allgemeinen psychischen und physischen
Grundvoraussetzungen zum sicheren Lenken eines Motorfahrzeugs im Strassenverkehr
abnehmen können (BSK SVG-Bickel, Art. 15d N 45).
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b) Bestehen Zweifel an der Fahrkompetenz einer Person, so kann diese unter anderem
einer Kontrollfahrt unterzogen werden (Art. 15d Abs. 5 SVG). Aus Art. 29 Abs. 1 VZV
geht hervor, dass eine Kontrollfahrt nicht nur bei Zweifeln an der Fahrkompetenz,
sondern auch bei Zweifeln an der Fahreignung angeordnet werden kann. Bezüglich der
Erforderlichkeit einer Kontrollfahrt kommt der anordnenden Behörde ein gewisser
Beurteilungsspielraum zu. Anlass zur Anordnung einer Kontrollfahrt geben in erster
Linie Vorfälle, welche Zweifel am fahrerischen Können wecken, beispielsweise wenn
ein Lenker in einer bestimmten Verkehrssituation überfordert gewirkt hat, etwa beim
grundlosen Abkommen von der Fahrbahn mit Gegenverkehr und Gefährdung anderer
Verkehrsteilnehmer oder beim Missachten des Rechtsvortritts. So dient die
Kontrollfahrt namentlich der Abklärung, ob die betroffene Person über die
erforderlichen Kenntnisse der Verkehrsregeln verfügt und ein Motorfahrzeug sicher zu
führen versteht. Bei einem älteren Lenker lässt sich mit einer Kontrollfahrt feststellen,
ob dieser mit seiner Fahrtechnik den Anforderungen des Verkehrs hinreichend
gewachsen ist. Es besteht allerdings keine grundsätzliche Vermutung, dass sich ältere
Personen nicht mehr als Fahrzeugführer eignen. Eine Kontrollfahrt darf deshalb nicht
ausschliesslich aufgrund des Alters angeordnet werden. Vielmehr setzt die Anordnung
einer Kontrollfahrt ein auffälliges Fahrverhalten voraus. Insoweit sind gravierende
Fahrfehler erforderlich, die regelmässig auch strafrechtliche Konsequenzen nach sich
ziehen können. Nicht im Vordergrund steht die Massnahme der Kontrollfahrt, wenn die
Fahreignung aus medizinischen Gründen zweifelhaft erscheint (Bickel, a.a.O., Art. 15d
N 50 f.). Art und Ausmass der Zweifel werden vom Gesetz nicht weiter umschrieben.
Einerseits müssen die Zweifel aber dergestalt sein, dass sie mittels Kontrollfahrt geklärt
werden können. Andererseits verlangt die Bestimmung keine besonders schweren oder
erheblichen Zweifel. Da es sich um eine Kann-Vorschrift handelt, liegt die Anordnung
im pflichtgemässen Ermessen der anordnenden Behörde (VRKE IV-2010/22 vom
24. Juni 2010 E. 2.b, in: www.gerichte.sg.ch).
3.- Gemäss Anhang 1 der VZV werden bei Einäugigkeit als medizinische
Mindestanforderungen eine Sehleistung von mindestens 0,8 (korrigiert oder
unkorrigiert) und keine Einschränkung des Gesichtsfeldes verlangt. Zudem gilt für
Einäugige eine Wartefrist von minimal vier Monaten nach Zustandekommen der
Einäugigkeit und es findet eine Prüfung durch einen Sachverständigen unter
Vorweisung eines augenärztlichen Zeugnisses statt.
http://www.gerichte.sg.ch
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Der Hausarzt bestätigte dem Rekurrenten am 14. Oktober 2014 einen Visus von 1,0 für
das linke Auge (unkorrigiert) und ein Gesichtsfeld von mehr als 140°. Eine
spezialärztliche Untersuchung oder eine Kontrollfahrt seien nicht notwendig und die
Untersuchung könne wie in Art. 27 VZV vorgesehen in zwei Jahren wiederholt werden,
hielt er weiter fest. Aus medizinischer Sicht sei der Rekurrent für die 3. Gruppe
(Kategorien A, A1, B, B1, D1 und die Spezialkategorien) fahrtauglich (act. 2/1). Auch der
Augenarzt bescheinigte dem Rekurrenten am 6. November 2014 einen unkorrigierten
Visus von 1,0 für das linke Auge. Das horizontale Gesichtsfeld sei ohne
Einschränkungen und Ausfälle. Die Augenbeweglichkeit nach rechts oben, rechts,
rechts unten, links oben, links und links unten sei normal. Der Rekurrent sehe keine
Doppelbilder. Das Stereosehen sei (aufgrund der Einäugigkeit) ohne Einschränkungen
und die Pupillenreaktion prompt. Insgesamt erfülle der Rekurrent die Anforderungen für
die Kategorien A, A1, B, B1 und D1 ohne Sehhilfe (act. 2/3).
Der Vertrauensarzt hielt in seiner Beurteilung vom 12. Dezember 2014 fest, dass der
Rekurrent trotz der seit Jahren bestehenden Einäugigkeit und einer Bestätigung der
Fahrtauglichkeit sowohl vom Augenzentrum Wil als auch vom Hausarzt, zu einer
vertrauensärztlichen Untersuchung aufgeboten worden sei. Auch gemäss
vertrauensärztlicher Beurteilung bestehe beim Rekurrenten eine volle Fahrfähigkeit
ohne Einschränkungen für die 3. Gruppe. Insbesondere würden sich keine Hinweise auf
das Vorliegen einer fehlenden Fahreignung ergeben. Die medizinischen
Mindestanforderungen, insbesondere die Sehwerte, würden erfüllt. Die Fahreignung
könne ohne Auflagen uneingeschränkt befürwortet werden. Es lägen auch keine
anderen, medizinisch relevante Befunde vor. Weitere Abklärungen (Kontrollfahrt,
verkehrsmedizinische Begutachtung) seien nicht angezeigt (act. 2/7).
4.- a) Der Rekurrent macht gestützt auf diese ärztlichen Zeugnisse im Wesentlichen
geltend, dass eine Kontrollfahrt nicht erforderlich sei. Sämtliche involvierten Mediziner
hätten bestätigt, dass er uneingeschränkt fahrfähig sei und aus medizinischer Sicht
keine weiteren Abklärungen angezeigt seien. Die Einäugigkeit stelle keinen Grund für
die Anordnung einer Kontrollfahrt dar. Die Fahreignung und -fähigkeit seien trotz
Einäugigkeit uneingeschränkt gegeben. Er sei seit bald fünfzig Jahren einäugig und
entsprechend im Umgang mit dieser Situation bestens gewöhnt. Noch nie sei er
verkehrsregelwidrig aufgefallen. Auch unter dem Aspekt des Angewöhnens an den
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Zustand der Einäugigkeit sei eine Kontrollfahrt deshalb nicht angezeigt. Eine solche
setze entweder ein auffälliges Fahrverhalten oder eine begangene Verfehlung voraus.
Beides sei bei ihm nicht gegeben. Kontrollfahrten würden vor allem bei Zweifeln an der
Fahrkompetenz angeordnet. Dass er eine fehlende oder eingeschränkte
Fahrkompetenz aufweise, werde in der angefochtenen Verfügung nicht ausgeführt und
ergebe sich auch nicht aus den Akten. Sein Hausarzt habe auch im Jahr 2012 beim
altersbedingten periodischen Kontrolluntersuch und in den Untersuchungen davor auf
den vollständig fehlenden Visus rechts hingewiesen. Das Strassenverkehrsamt habe
nie darauf reagiert. Das behördliche Verhalten sei deshalb widersprüchlich und komme
einem Rechtsmissbrauch gleich. Er habe sich gegenüber den Behörden immer
kooperativ verhalten. Die Kontrollfahrt sei nun aber unbegründet angeordnet worden,
weshalb er sich dagegen zur Wehr setze.
b) Die Vorinstanz begründet die Anordnung der Kontrollfahrt in der Vernehmlassung
demgegenüber damit, dass es zwar zutreffe, dass aus medizinischer Sicht keine
weiteren Abklärungen mehr notwendig seien. Durch die medizinischen Befunde werde
aber die Prüfung durch den Sachverständigen nicht unnötig. Der Sachverständige
richte sein Augenmerk vor allem auf die technischen Fähigkeiten und das
situationsgerechte Verhalten im Strassenverkehr. Ein einäugiger Fahrzeuglenker müsse
wichtige Informationen mit gezielten Blicken einholen. Dazu müsse er vermehrt den
Kopf drehen. Die Erfahrung zeige, dass gerade in fortgeschrittenem Alter diesem
Umstand zu wenig Beachtung geschenkt werde. Dies führe oft zu heiklen Situationen
im Strassenverkehr. Ob der Rekurrent diesem Umstand genügend entgegenwirke,
könne nur mit einer Kontrollfahrt festgestellt werden.
5.- Das Gericht schreitet nicht nur bei Ermessensüberschreitung oder -missbrauch ein,
sondern es übt im Rekursverfahren eine volle Ermessenskontrolle aus (Art. 46 Abs. 1
VRP). Die Anordnung einer Kontrollfahrt setzt nicht zwingend eine
Verkehrsregelverletzung oder einen Fahrfehler voraus. Es müssen aber hinreichend
konkrete Anhaltspunkte vorhanden sein, die berechtigte Zweifel an der Fahreignung
des betreffenden Lenkers aufkommen lassen. Der Rekurrent, der den Führerausweis
seit über 50 Jahren besitzt, ist – soweit aus den Akten ersichtlich – im Strassenverkehr
noch nie negativ aufgefallen. Seit der Vollendung des 70. Altersjahres liess er sich
regelmässig alle zwei Jahre von seinem Hausarzt untersuchen. Dabei wurden jeweils
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keinerlei Einschränkungen festgestellt. Auch im Jahr 2012 wies der Hausarzt auf dem
rechten Auge eine Sehleistung von 0,0 aus (act. 2/11). Die Vorinstanz wusste demnach
nicht erst nach der Untersuchung im Jahr 2014 von der Einäugigkeit des Rekurrenten.
Wieso sie jetzt eine Kontrollfahrt anordnete und nicht nach der Untersuchung im Jahr
2012 oder nach den Untersuchungen davor, führt sie nicht näher aus. Sie begründet
die Anordnung der Kontrollfahrt lediglich damit, dass der Rekurrent aufgrund seiner
Einäugigkeit mit gezielten Blicken Informationen einholen müsse und die Erfahrung
gezeigt habe, dass dem Kopfdrehen in fortgeschrittenem Alter zu wenig Beachtung
geschenkt werde. Ob der Rekurrent diesem Umstand genügend entgegenwirke, könne
nur mittels einer Kontrollfahrt festgestellt werden. Der Augenarzt stellte beim
Rekurrenten trotz Einäugigkeit keine Ausfälle und keine Einschränkungen des
Gesichtsfeldes fest (act. 2/3). Der Vertrauensarzt führte beim Rekurrenten zusätzlich
eine körperliche Untersuchung durch, bei welcher gemäss Anhang 2 der VZV unter
anderem auch der Brustkorb und die Wirbelsäule auf Missbildungen, Deformitäten oder
Versteifungen (Ziff. 5) untersucht werden. Dass der Rekurrent Einschränkungen beim
Bewegen des Kopfes hätte, erwähnt er in seinem Bericht nicht. Vielmehr attestiert er
dem Rekurrenten einen guten Allgemeinzustand (act. 2/7). Es bestehen somit weder
Einschränkungen aufgrund der Einäugigkeit noch Probleme mit dem Bewegen des
Kopfes. Der Augenarzt und der Vertrauensarzt (sowie auch bereits der Hausarzt)
bestätigten dem Rekurrenten denn auch die volle Fahrfähigkeit ohne Einschränkungen.
Damit liegen medizinisch keine Anhaltspunkte vor, die Zweifel an der Fahreignung des
Rekurrenten hervorrufen. Der Vorinstanz ist zwar zuzustimmen, dass für einäugige
Fahrzeuglenker das Abschätzen von Entfernungen und Geschwindigkeiten sowie das
räumliche Sehen erschwert sind und diese Personen vermehrt den Kopf drehen
müssen. Bisher stellte dies jedoch für den Rekurrenten kein Problem dar. Er ist seit
bald fünfzig Jahren einäugig und lenkte ohne Beanstandungen Fahrzeuge. Medizinisch
wurde mehrfach und unabhängig bestätigt, dass auch im heutigen Zeitpunkt die
Einäugigkeit des Rekurrenten keine Auswirkungen auf seine Fahreignung hat. Hinzu
kommt, dass der Rekurrent seit bald fünfzig Jahren einäugig ist und somit bereits seit
langer Zeit an die Einäugigkeit gewöhnt ist und diese deshalb entsprechend zu
kompensieren weiss. Weshalb dies auf einmal nicht mehr der Fall sein sollte, ist nicht
ersichtlich und wird insbesondere auch nicht substantiiert dargelegt. Unter diesen
Umständen liegen beim Rekurrenten keine hinreichend konkreten Anhaltspunkte für
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eine mangelnde Fahreignung vor. Allein aufgrund des Alters und der Einäugigkeit des
Rekurrenten lässt sich die Anordnung der Kontrollfahrt insbesondere aufgrund der
überaus langen, unauffälligen Fahrpraxis nicht begründen. Eine Kontrollfahrt erweist
sich damit als nicht erforderlich und deren Anordnung entsprechend als
unverhältnismässig.
Der Rekurs ist somit gutzuheissen und die angefochtene Zwischenverfügung vom
30. Dezember 2014 ersatzlos aufzuheben.
6.- a) Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten dem Staat
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'000.– erscheint
angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der
Kostenvorschuss von Fr. 1'000.– ist dem Rekurrenten zurückzuerstatten.
b) Zufolge Obsiegens hat der Rekurrent Anspruch auf volle Entschädigung der
ausseramtlichen Kosten (Art. 98 VRP und Art. 98 VRP), soweit diese aufgrund der
Rechts- und Sachlage als notwendig und angemessen erscheinen (Art. 98 Abs. 2 VRP).
Im Rekursverfahren war der Beizug eines Rechtsbeistandes geboten. Der
Rechtsvertreter reichte keine Kostennote ein, weshalb die Entschädigung für die
Anwaltskosten ermessensweise festzulegen ist. Im Verfahren vor der
Verwaltungsrekurskommission wird das Honorar als Pauschale ausgerichtet; der
Rahmen liegt zwischen Fr. 1'000.– und Fr. 12'000.– (Art. 22 Abs. 1 lit. b der
Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS 963.75; abgekürzt:
HonO). Innerhalb dieses Rahmens wird das Grundhonorar nach den besonderen
Umständen, namentlich nach Art und Umfang der Bemühungen, der Schwierigkeit des
Falles und den wirtschaftlichen Verhältnissen der Beteiligten, bemessen (Art. 19 HonO).
Umstritten war lediglich die Frage, ob die Anordnung einer Kontrollfahrt zulässig war.
Angesichts des geringen Aktenumfangs sowie des eingeschränkten Prozessthemas
erscheint ein Honorar von Fr. 1'700.– (Barauslagen und Mehrwertsteuer inbegriffen,
Art. 28 Abs. 1 und Art. 29 HonO) als angemessen; entschädigungspflichtig ist der
Staat (Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt).