Decision ID: f68f3c36-4a16-4131-a9a5-7369830ee708
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1961, arbeitete zuletzt
vom 1. August 1992 bis
31
.
Oktober
2009
als
Maschinenführerin bei
Y._
in
Z._
(Urk. 7/8
Ziff.
5.4
, Urk. 7
/20/4
).
Am
6
.
Juli 2009
(Urk. 7/8)
meldete si
e
sich
– nach erfolgter
Früher
fassung
(Urk. 7/
2, Urk. 7/5
) -
unter Hinweis auf
Rücken- und
Bein
schmer
zen
seit 9. Januar 2009 sowie darauf, dass
sie nicht lange spazieren könne,
bei
der In
validen
versiche
rung zum
Leistungs
bezug
an.
Die
Sozial
ver
siche
rungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-
Stelle,
holte einen Aus
zug aus dem
individuellen Konto (Urk. 7/13)
und
verschiedene medizinische Be
richte
(Urk.
7
/
18
,
Urk. 7/19/6-
9
, Urk.
7
/
21
-22
)
ein.
Sodann ver
an
lasste s
i
e
eine persönli
che Untersuchung der Ver
sicherten durch den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD; Urk.
7
/
27
)
und klärte in der Folge die beruf
liche Situation
ab (Urk. 7/
36
)
.
Mit
Verfügung
vom
18. August 2010 (Urk. 7/35) teilte die IV-Stelle der Ver
sicherten mit, dass
eine
Arbeits
ver
mitt
lung
zur
zeit nicht möglich sei
.
Mit Vor
bescheid vom 24. August 2010
(Urk. 7/39)
stellte die IV-Stelle der Ver
si
cherten
ferner
die Abweisung des
Leistungs
be
gehrens in Aus
sicht.
Nach Prüfung der Einwände
(Urk. 7/40
, Urk. 7/50
)
tätigte sie weitere
Ab
klärun
gen
(Urk. 7/51
, Urk. 7/57
, Urk. 7/67
)
und
teilte der Versicherten
am 26. Oktober 2011 (Urk. 7/63)
mit, dass eine rheuma
tologisch-psychiatrische Ab
klärung not
wendig sei und die Unter
suchung durch
Dr.
med.
Dr.
sc.
nat
ETH
A._
,
In
nere Medizin FMH spez.
Rheuma
er
krankungen
,
zerti
fizierte medizinische Gut
achterin SIM,
durchgeführt werde.
Nachdem die Ver
sicherte
gegen die Begut
achtung durch
Dr.
A._
am
4. November 2011
ver
schiedene Einwände
er
hoben
hatte
(Urk. 7/64)
,
erliess die IV-Stelle am 19. Dezember 2011 (Urk. 7/65) eine
Zwischen
ver
fügung
,
in welcher sie an der Abklärung durch
Dr.
A._
fest
hielt
. Die Begutachtung fand am 28.
März respektive 13. April 2012 statt
(vgl. dazu auch internistisch-rheumatologisches Gutachten vom 17. April 2012 [Urk. 7/81] und psy
chiatrisches Gutachten mit inter
dis
ziplinärer Zusam
men
fas
sung [Urk. 7/82])
,
wozu sich die Versicherte am 8. April 2013 (
Urk.
7/96) ver
nehmen liess.
Am 11.
und
13. Mai
2013
nahmen
Dr.
A._
(Urk. 7/100)
und
am 13. Mai 2013
Dr.
med.
B._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Chef
arzt, Klinik
C._
(Urk. 7
/101
) ergänzend
Stellung. Am
20. Juni 2013 (
Urk.
7/104)
äusserte
sich die Versicherte erneut.
Mit Ver
fügung vom 26. Juni 2013 (Urk. 2) verneinte
die IV-Stelle
bei einem Invaliditätsgrad von 28
%
respektive ab April 2012 von 8
%
einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversi
cherung.
2.
Dagegen erhob die Versicherte
am 28. August 2013 (Urk. 1) Beschwerde
und be
an
tragte, es sei die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 26. Juni 2013 auf
zu
heben und ihr eine
Dreiviertelsrente
auszurichten. Eventualiter sei die Ver
fü
gung vom 26. Juni 2013 aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, alles unter Kosten- und
Entschädigungs
folgen
(zuzüglich Mehrwertsteuer) zulasten der
Be
schwer
degegnerin
. In prozes
sualer Hinsicht ersuchte sie um Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels so
wie um Bewilligung der unentgeltlichen
Prozessführung
und der unentgeltli
chen
Rechtsverbeiständung
in der Person von
Rechtsanwältin Noëlle
Cerletti
, Bülach.
Mit Beschwerdeantwort vom
24
. September 201
3
(Urk.
6
) schloss die IV-Stelle auf Ab
wei
sung der Beschwerde,
was der Beschwerdeführer
in
am
17. Dezember 2013 (Urk. 18)
zur Kennt
nis gebracht wurde.
Gleichzeitig
wurde das Gesuch der Beschwerdeführerin um Bewilligung der unent
gelt
l
ichen
Prozessführung
gutge
heissen und Rechtsanwältin No
ëlle
Cerletti
, Bülach,
für das vor
liegende Ver
fahren
als unentgeltliche Rechtsvertreterin bestellt
; au
f
die
formelle Anordnung
eines zweiten Schriftenwechsels
wurde
ver
zichtet.
3.
Auf die einzelnen Vorbringen der Parteien und die Akten wird, sofern für die
Ent
scheidfindung
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit ver
ursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
wind
bar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Drei
viertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2
des
Bundesgesetz
es
über die Invaliden
ver
si
cherung [IVG]
).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu be
stimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invaliden
ein
kom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mens
vergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einan
der gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkom
mensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.
4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf all
seitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück
sichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Dar
legung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Nach der Rechtsprechung ist es dem Sozialversicherungsgericht nicht verwehrt, einzig oder im Wesentlichen gestützt auf die (versicherungsinterne) Beurteilung des RAD zu entscheiden. In solchen Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen in dem Sinne zu stellen, dass bei auch nur geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergänzende Abklärungen vorzunehmen sind (
BGE 135 V 465
,
Urteil des Bun
desgerichts 9C_8/2011 vom 2
1.
Februar 2011 E. 4.1.3 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der Verfügung
vom 26. Juni 2013 (Urk. 2), dass die Beschwerdeführerin seit Januar 2009 erheblich in ihrer Arbeitsfähigkeit
als Maschinenführerin eingeschränkt sei, dass ihr jedoch gemäss den ein
ge
hol
ten medizinischen Unterlagen
seit Dezember 2009 behinderungsangepasste
Tä
tig
keit
en zunächst zu 80
%
bei voller Stundenpräsenz und
ab April 2012 gar zu 100
%
zumutbar seien.
Dabei resultier
t
e
n
aus de
n
Ein
kom
mens
vergleich
en
unter Berücksichtigung eines Leidensabzugs von
10
%
sowie einer - aufgrund eines deutlich unterdurchschnittlichen
Validen
ein
kom
mens
- weiteren Kürzung um
6
%
auf dem Tabellenlohn
renten
aus
schliessende
Invaliditätsgrad
e
von 2
8
%
für das Jahr 2010
und von 8
%
ab April 201
2.
2.
2
Demgegenüber
macht
e
d
ie
Beschwerdeführer
in
unter anderem
unter Verweis auf
einen
Bericht des
D._
geltend
(Urk. 1 S. 4
Ziff.
4)
,
die Feststellungen der Gutachter seien nicht korrekt und ent
sprächen auch nicht ihrer aktuellen gesundheitlichen Situation. Sie sei auf die Einnahme starker Schmerzmittel und Psychopharmaka angewiesen, was auch ihre
Haus
ärztin
Dr.
med.
E._
,
Fach
ärztin
für Innere Medizin, im Arztzeugnis vom 5. April 2013 bestätig
t hab
e (S.
5
Ziff.
6).
3.
3.
1
Im
Bericht vom 20. Januar 2009 (Urk. 7/1/8)
erwähnte
Dr.
med.
F._
, Oberarzt Radiologie, Spital
G._
, in seiner Beurteilung
der Computertomogra
phie der Lendenwirbelsäule (LWS) vom Vortag
eine sekundäre mässige Ein
engung des Spinalkanals und ein
e sekundäre leichte Einengung d
er
N
e
urofora
mina
beidseits b
ei L4/L5 bei
mässiggradiger
Osteochondrose
,
Facetten
gelenks
arthrose
, hypertrophe
m
Lig
amentum
Flava
beidseits und einer all
ge
meinen
Dis
kusprotrusion
mit randverkalkter medianer Diskushernie mit Ver
dacht auf eine Kompression der Nervenwurzel L5 zentral beidseits.
Weiter hielt er eine sekun
däre leichte Einengung des Spinalkanals und eine sekundäre hoch
gradige Ein
engung der
Neuroforamina
beidseits (links > rechts) bei L5/S1 bei fort
geschrit
tener
Osteochondrose
mit über die allgemeine
Diskusprotrusion
über
greifenden
spondylophytären
Anbauten
recessal
bis
neuroforaminal
beid
seits mit Verdacht auf eine Kompression der Nervenwurzel L5
neuro
foraminal
links
fest
. Ab
schliessend
erwähnte er
, dass zur konklusiven Diagnostik eine
Magnet
resonan
z
tomographie
zu empfehlen sei.
3.
2
Am 28. Juli 2009 (Urk.
7
/18/6-9
, vgl. dazu
Urk. 7/92/21-22)
nannte die seit 2004 behandelnde
Dr.
E._
als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeits
fähig
keit eine Diskushernie L4/L5 rechts und attestierte der Be
schwerde
führerin als Fabrikarbeiterin (
Maschinen
führerin
) eine 100%ige Arbeits
un
fähig
keit vom 8. Januar 2009 bis auf weiteres. Als Diagnosen ohne Aus
wirkung auf
die Arbeitsfähigkeit nannte sie eine Adi
positas und eine
Pollinose
(Schweizer Gräser und Bäume).
Dr.
E._
führte ferner aus, dass Einschränkungen in Form von lum
bal linksseitigen Schmerzen und
Belastungsintoleranzen
sowie
eine ängstliche
Grundhaltung bestünden. Bei geringer Belastung entstünden Schmer
zen. Ferner weise die Beschwerdeführerin eine generelle Schonhaltung auf.
3.
3
Im Bericht vom 29. Juli 2009 (Urk. 7/19/6-9
, vgl. dazu auch
Urk. 7/1/7
,
Urk. 7/18/10-11,
Urk. 7/21/3-4
) nannten di
e Ärzte des
D._
, Rheumaklinik mit Institut für Physio
therapie und Poliklinik, als Diagnosen ein chronisches,
lum
bo
radikuläres
Schmerz- und senso
motorisches
Aus
fall
syndrom
L5
links
be
tont
mit/bei grosser medianer
Diskushernie L4/L5 mit Kompression der
Nerven
wurzel
L5
recessal
(Magnetresonanztomographie der
LWS
)
vom 5. Februar 2009, Urk. 7/1/7), computertomographiegesteuerter
peri
radikuläre
r
Therapie
auf Höhe L5/S1 rechts am 26. Januar 2009,
mässig
gradiger
Osteo
chondrose
L4/L5 und fortgeschrittener
Osteochondrose
L5/S1 sowie einer
Spon
dy
larthrose
nach distal zunehmend.
Als Diagnose ohne Aus
wirkung auf die Ar
beitsfähigkeit nannten sie eine Adipositas.
Die Ärzte des
D._
hielten als aktuelle Symptome linksseitig ausstrahlende
Bein
schmerzen
bis in die Grosszehe mit deutlicher
Bewegungseinschränkung der LWS in alle Richtungen fest. Als zukünftige Therapie empfahlen sie eine intensive Physiotherapie zur Rumpfstabilisierung und bei persistierenden Be
schwer
den gegebenenfalls die Durchführung einer Operation.
Hinsichtlich der medizinisch-theoretischen Arbeitsunfähigkeit hielten sie ferner fest, dass sie keine Arbeitsunfähigkeit attestiert hätten, aber aus rheuma
tolo
gi
scher Sicht eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 5. bis 10. Juni 2009 (
epi
durale
Infiltration auf Höhe L4/L5 am 10. Juni 2009)
bestanden habe
. Danach sei eine
Neu
be
ur
teilung
vonnöten.
Als Einschränkungen nannten sie einen hinkenden Gang,
eine aufgehobene LWS-Extension, einen Finger-Boden-Ab
stand von
41 cm, eine um einen Drittel beidseitig eingeschränkte
Lateral
flexion
, eine
Gross
zehen
extension
beidseits M4, eine allseits intakte Sensibilität auf Be
rührung bis zu einer Hypersensibilität an der Grosszehe rechts
seitig, welche sich insofern auf die bisherige Tätigkeit auswirkten, als Arbeiten in gebückter Haltung, das Tragen von schweren Lasten und Arbeiten in statischen
Zwangs
haltungen
aktu
ell nicht möglich seien. Ob die bisherige Tätigkeit aktuell noch zumut
bar sei, sei derzeit nicht beurteilbar, da sie die Beschwerdeführerin zuletzt am 5. Juni 2009 gesehen hätten.
Ferner wiesen sie darauf hin, dass am 10. Juni 2009 eine wei
tere Infiltration stattgefunden habe (vgl.
Urk. 7/19/10)
.
3.
4
Im Verlaufsbericht vom 9. Dezember 2009 (Urk. 7/22/3-4
, vgl. dazu auch Urk. 7/92/13-14
) hielt
Dr.
E._
fest, der Gesundheitszustand habe sich seit Juli 2009 verbessert. Im Juni sei eine neurochirurgische Indikation zur Operation gestellt worden. Weil die Beschwerdeführerin aber grosse Angst vor einer
Operation gehabt habe, sei dar
a
u
f verzichtet und im Juli alternativ eine computer
gesteuerte Infiltration auf der Höhe L4/L5 durchgeführt
worden. Seit
her hätten sich die Beschwerden gebes
sert (vor allem die Schmerzen im Rü
cken). Nicht gebessert hätten
aber
die
Sensi
bilitätsstörungen
. Die Be
schwerde
führerin gebe nun eine Ausweitung der
selben an (rechtsseitig lat
eraler
Ober
schenkel, ganzer Unterschenkel und Fuss rechts, im ganzen Fuss links). Insge
samt sei die Be
schwerde
führerin extrem ängst
lich und bewege sich nur ungern und lang
sam. Nach einer Stunde Aktivität sei sie völlig erschöpft und habe dann auch wieder Schmerzen im Rücken. Sie ent
wickle zunehmend zusätzliche Be
schwer
den wie Knie- oder
Fuss
schmer
zen
. Physiotherapie oder Aus
dauer
trai
ning mache sie regelmässig, zu Hause müsse sie sich dann aber sofort hin
legen. Zusammenfassend sehe sich die Be
schwerde
führerin nicht imstande, etwas
zu arbeiten.
3.
5
Mit Schreiben
vom 5. Januar 2010
(Urk. 7/24)
hielt
Dr.
E._
fest
,
eine
leichte,
be
hin
derungsangepasste
Tätigkeit (Wechselbelastung ohne Heben, Tragen und Trans
portieren von Lasten bis fünf Kilogramm ohne Verharren in
Zwangs
haltungen
, Bücken oder Vorneigen) sei
der Beschwerdeführerin
ab sofort zu
min
dest halbtags zu
mutbar. Wegen stark diskrepanten
Empfinden
s
der Be
schwerdeführerin
empfehle sie wie im Bericht vom 10. Dezember 2009 eine
spe
zialärztliche
Beurteilung der Arbeits
fähigkeit.
3.
6
Am
14
. April 201
0
(Urk. 7/
27
) erstattete
RAD-Arzt
Dr.
med.
H._
, Fach
arzt Orthopädische Chirurgie und Traumatologie,
ge
stützt
auf die
eigene Untersu
chung der
Beschwerdeführer
in
vom
17. März 2010
einen
B
ericht. Als
Hauptdi
agnosen
nannte
er
(Ziff.
9
)
ein
lumbo
spondylogenes
Syndrom bei
magnetreso
nanztomographisch
nach
gewiesener medialer Diskushernie L4/L5 ohne
Nerven
wurzelreizungen
, Senk- und Spreiz
füsse beidseits und eine Adipositas. Ferner äusserte er den Verdacht auf eine initiale
Coxarthrose
links und eine initiale Gonarthrose beidseits.
In seiner versicherungsmedizinischen Beurtei
lung hielt
Dr.
H._
fest (
Ziff. 10),
im Rahmen der durchgeführten Untersuchung hätten die von der
Be
schwerde
führerin
beklagten subjektiv empfundenen Schmerzen und
Be
wegungs
ein
schränkungen
durch die klinisch funktionelle Untersuchung teil
weise ob
jektiviert werden können. So hätten sich
Bewegungs
ein
schränkungen
des linken Hüft
gelen
kes sowie
beider Kniegelenke
finden lassen. Ferner habe ein
Druck
schmerz des medialen Kniegelenkspaltes beidseits bestanden. Die diag
nostizierte
Dis
kus
hernie
habe keine Nervenwurzelirritationen verursacht. Es habe aller
dings eine
Lendenstrecksteife mit einer Beu
geeinschränkung der
LWS
bestanden. Aufgrund der untersuchungsmässig er
hobenen Befunde
sei die Be
schwerde
führerin ab Januar 2009 für ihre zuletzt aus
geübte berufliche Tätig
keit als
Maschinen
führerin
in einer Druckerei zu 1
00
% arbeitsunfähig
, indes in ei
ner optimal behinderungsangepassten kör
per
lichen Tätig
keit
(leichte körperliche Tätig
keiten in wechselnder Körperhaltung ohne Bücken, Kauern und Knien, ohne Rotationsbewegung und ohne
Über
kopf
arbeiten
, kein Heben und Tragen von Lasten über fünf Kilogramm, keine Weg
strecken auf unebenem Gelände
)
ab Dezember 2009 bei voller Stundenpräsenz zu 80
%
arbeitsfähig.
3.
7
Im Austrittsb
ericht vom 16. Juni 2010 (Urk. 7/76
, vgl.
dazu auch
Urk. 7/40/10,
Urk.
7/77
)
über die
Hospitalisation
vom 16. Mai bis 5. Juni 2010 diagnostizier
ten
Dr.
med.
I._
, Stell
ver
tretender Chef
arzt, und
pract
.
med.
J._
,
Abtei
lung
s
ärztin
,
K._
, Reha
bilitationszentrum,
ein chroni
sches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom bei/mit grosser medianer
Dis
kushernie
L4/L5 mit Kompr
ession L5
rec
essal
und
Osteochondrosen
und
Spon
dylarthrosen
der LWS, eine depressive Störung (HADS-Test A/D bei Ein
tritt 19/19 von 21 Punkten; bei Austritt A/D 18/19 von 21 Punkten), einen zentralen Schmerz-Wind-
up
mit Symptomausweitung und eine Adipositas (
Body
mass
in
dex
= 39,6 kg/m
2
) und attestierten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom
16. Mai bis inklusive 20. Juni 2010.
Die Ärzte hielten fest, dass die Beschwerdeführerin von seit dem 9. Januar 2010
bestehenden
ischialgi
forme
Rückenschmerzen berichtet habe. Laut
ihren Anga
ben
sei es zu elektrisierenden fortleitenden Schmerzen in beiden Beinen ge
kommen. Seit Juni seien zu den Schmerzausstrahlungen in beiden Beinen (rechts > links) auch noch Sensibilitätsstörungen in beiden Fusssohlen dazuge
kommen. Auf der visuellen analogen Schmerzskala habe sie ihre Schmerzen mit einem aktuellen Wert von 6/10 Punkten, einem minimalen Wert ebenfalls von 6/10 Punkten sowie einem maximalen Wert von 7/10 Punkten beschrieben. Linderung er
reiche
die Beschwerdeführerin durch Ruhe und Abliegen, Provoka
tion
hingegen
durch Be
lastung.
Am 5.
Juni 2010 hätten sie die Beschwerdefüh
rerin in gutem
Allge
mein
zustand
bei leicht verbesserter psychophysischer Be
lastbarkeit und ver
besserter
Rumpf
stabilität
in die gewohnte häusliche Umge
bung entlassen kön
nen.
Eine wirt
schaft
lich verwertbare Arbeitsfähigkeit konn
ten sie dann
zu
mal nicht erkennen und verwiesen für die weitere
Verlaufsbeur
teilung
auf die
nach
be
treuenden
Ärzte.
3.
8
Im Bericht vom 17. F
ebruar 2012 (
Urk.
7/67) nannte
der vom 6. Oktober 2010 bis 23. März 2011 behandelnde
med.
pra
c
t
.
L._
, Fach
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
als Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeits
fähig
keit eine Panikstörung (ICD-10 F41.0) und attestierte
der Beschwerdeführerin
zum Zeitpunkt der Behandlung eine 100%ige Arbeits
un
fähigkeit.
Med.
pra
c
t
.
L._
hielt fest,
im Vordergrund seien vor allem
ihre
Ängste
mit den Symptomen einer klassischen
Panik
störung
wie klare Angstattacken mit Herz
klopfen, Brustschmerz und vor allem Schwindel sowie
Ent
fremdungs
ge
fühlen
ge
standen
. Sie habe zudem ein starkes
Ver
meidungs
verhalten
gezeigt. Sekundär seien depressive Symptome wie ein
Stim
mungs
tief
, Hoffnungs
losig
keit, rasche Erschöpfbarkeit, starke
Aktivitäts
ver
min
derung
und Lustlosigkeit ent
standen.
Die Beurteilung der lang
an
dauernden Arbeits
unfähigkeit vor dem Hinter
grund der spezifischen Anfor
derungen d
er In
validen
versicherung soll
e durch die
ver
si
cherungs
medizinischen
Experten vor
ge
nom
men werden.
3.
9
PD
Dr.
med.
M._
, Leitender Arzt,
D._
, Institut für Radiologie
,
hielt
am 3.
April 2012 (Urk. 7/70)
nach gleichentags erste
llter
Magnet
resonanz
tomo
gra
phie
der Wirbelsäule
im Vergleich zur M
agnetresonanztomographie vom 5.
Februar 2009 eine unveränderte
geringgradige
Band
scheiben
degeneration
auf der Höhe LWK
3/4
mit ger
ingem unverändertem
foraminale
m
und
extra
fora
mi
nale
m
Kontakt zur LWK 3 Wurzel auf der linken Seite sowie im zeit
lichen Ver
lauf eine deutlich rückläufige hauptsächlich mediane
Band
scheiben
pro
trusion
in der LWK 4/5 bei weiterhin
geringgradiger
Einengung des
Spinal
kanals
fest. Im Vergleich zur Voruntersuchung sei der Befund jedoch deut
lich rück
läufig und es
zeige sich nur ein geringer
rec
essaler
Kontakt zur L5 Wur
zel beid
seits.
3.
1
0
Im Gutachten
vom 17. April 2012
(Urk. 7/81
, vgl. dazu auch Urk. 7/100
)
res
pektive 1. Mai 2012
(Urk. 7/82
, vgl. dazu auch Urk. 7/101
)
nannten
Dr.
A._
und
Dr.
B._
folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/
82
S. 8 f. Ziff. 9.1.1 ff.):
1.
Lumbospondylogenes
S
yndrom bei
dseits
bei
l
eichten degenerativen Veränderungen und
Diskusprotrusion
L4/L5 mit geringer Einengung des Sp
inalkan
a
l
s und minimale
n
re
cessalen
Kontakten zu den Nervenwurzeln L5 beidseits ohne
Nerven
wurzel
kom
pression
mit
d
eutlicher Befundbesserung einer im Februar 2009 grossen medi
anen Diskushernie L4/L5, damals mit
Nerven
wurzel
kom
pres
sion
L5 rechts
Magnetresonanztomographie von Februar 2009 gegenüber Ap
ril 2012
ohne
radikuläre
Zeichen
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurden genannt:
Anpassungsstörung mit Sorgen, Anspannungen, Ängsten und
Stimmungseinbrüchen (ICD-10 F43.23)
Aktenmässig Panikstörung (ICD-10 F47.0)
Nikotin-Abusus (ICD-10 F17.1)
Ausgedehnte chronische Schmerzen
Adipositas Grad III (Bodymassindex von 40.4 kg/m
2
)
Vitamin D-Mangel (21
nmol
/l)
Hypercholesterinämie (6.2 mmol/l)
Im rheumatologischen Teilgutachten
vom
17. April 2012 (Urk. 7/81 S. 29
Ziff.
8)
erläuterte Dr.
A._
,
die Beschwerdeführerin habe über dauernde lumbale Schmer
zen mit Ausstrahlung in beide Beine sowie Schmerzen im Na
cken und in beide
n
Hände geklagt. In der klinischen Untersuchung seien die Adipositas Grad III und die LWS-Hyperlordose die wesentlichsten Befunde ge
wesen. Die Prüfung der Beweglichkeit der LWS habe wegen kraftvoller
Gegen
spannung
nicht er
folgen können.
Radikuläre
Zeichen seien nicht vorhanden gewesen. Die Be
schwer
de
führerin habe bei der Untersuchung spontan den
Langsitz
ein
ge
nom
men
und
jenen minutenlang gehalten, was eine wesentliche lumbale
Nerven
wurzel
kompression
ausschliesse. Die
Magnetresonanzuntersu
chung
der LWS im April 2012 habe eine deutliche Besserung des im Februar 2009 fest
ge
stellten Be
fundes gezeigt; die damals grosse mediane Diskushernie L4/L5 sei viel kleiner
ge
worden und komprimiere nun keine Nervenwurzel mehr.
Die
Blut
unter
suchung
habe
ein
en deutlichen
Vitamin D-Mangel
und eine Hyper
cholesterin
ämie
gezeigt.
Schmerzmittel oder Antidepressiva brauche
die Be
schwer
de
führerin
seit Monaten nicht mehr
. Die vorhandenen Befunde würden das Aus
mass
der angegebenen Beschwerden
nicht
er
klären. Die Beschwerdeführerin könne eine adaptierte Tätigkeit zu 100 % aus
üben.
Im psychiatrischen
Teilgutachten vom
1. Mai 2012
(Urk. 7/
82
S.
6
f.
Ziff. 6) führte
Dr.
B._
aus,
die Beschwerdeführerin leide seit Anfang 2009 unter
muskuloskelettären
Schmerzen sowie im Rahmen der schmerzbedingten
Schon
haltung
und Vermeidung von Aktivitäten unter konsequenter
De
konditionie
rung
sowie nach dem Verlust der Tagesstruktur einer
An
passungs
störung
mit Sorgen, Anspannungen, Stimmungseinbrüchen und Ängsten. An
läss
lich der Exploration vom 13. April 2012 habe die Beschwerdeführerin keine psy
cho
pa
thologischen Merkmale aufgewiesen, welche auf eine depressive Störung hin
gewiesen hätten. Die verminderte Psychomotorik und
Gedanken
ein
engung
auf die Schmerzen seien auf die Schmerzen beziehungsweise
schmerz
be
dingte
De
konditionierung
zurückzuführen. Die von der Beschwerdeführerin ge
klagte
n psychischen Beschwerden wie Stimmungseinbrüche, Lustlosigkeit, häufiges Weinen und Anspannungen könnten einer Anpassungsstörung zu
ge
ordnet wer
den. Bei objektiv ganz unauffälligen psychokognitiven Funktionen (
Ge
dächtnis
funktion
, Merkfähigkeit, Auffassungsvermögen, Kon
zentrations
fähig
keit,
Ge
dankenfluss
, Antrieb, geistige Flexibilität) könne ihr aber trotz ge
stellter Diag
nose einer Anpassungsstörung keine Arbeits
un
fähigkeit aus psy
chiatrischer Sicht attestiert werden. Die Beschwerdeführerin habe die therapeutischen Mass
nahmen bei ihrem Psychiater nur vorübergehend in An
spruch genommen und nehme gegenwärtig auch keine Psychopharmaka mehr ein. Die
verhaltensthera
peutischen
Ansätze des Psychiaters med.
pra
c
t
.
L._
habe sie als Kränkung erlebt und die Therapie bei ihm abgebrochen. Auch ohne psy
chiatrische Be
handlung inklusive medikamentöser Therapie habe sich der psy
chische
Zustand aber nicht verschlechtert, was zu
sätz
lich gegen eine depressive Störung spreche.
Dr.
B._
attestierte ihr so
wohl in bisheriger (angestammte
r
) Tätigkeit als auch in einer anderen (adaptierten Tätigkeit) eine 100%ige Arbeitsfähigkeit.
In der interdisziplinären Beurteilung attestierten
Dr.
A._
und Dr.
B._
der Beschwerdeführerin sowohl in ihrer bisherigen als auch in einer adaptierten Tätigkeit eine 100%ige Arbeits
fä
hig
keit (Urk. 7/
82
S.
9
Ziff. 9.2.1-4), wobei sie durch die einge
schränkte Funk
tion der LWS limitiert sei und Lasten bis 15 kg heben oder tragen
könne
(leichtes bis mittel
schweres Belastungsniveau)
.
Ab
14. April 2010 könne von einer 20%igen Arbeitsfähigkeit (richtig: Arbeits
-
unfähig
keit
, vgl.
Urk.
7/81/31
Ziff.
9.2)
für leichte Tätig
keiten (mit Hantieren von Las
ten bis zu fünf Kilogramm) aus rheumatologischer Sicht aus
gegangen werden. Seither sei es bildgebend zu einer deutlichen Bes
serung ge
kommen, so dass d
er
Beschwerdeführerin ab April 2012 eine 100%ige Arbeits
fähigkeit für adaptierte Tätigkeiten (aus rheumatologischer Sicht) attestiert werden könne. Aus psychi
atrischer Sicht sei die Beschwerdeführerin nie über längere Zeit arbeitsunfähig gewesen (S. 9
Ziff.
9.2.2).
Die berufliche Ein
gliederung kön
ne jederzeit und auf die übliche Art unter Mit
berück
sichtigung des
Be
lastungs
profils
erfolgen (Urk. 7/
82
S. 10 Ziff. 9.3.2).
3.
1
1
I
n
der Stellungnahme vom 5. April 2013 (Urk. 7/97/12) zu den Ausführungen von
Dr.
B._
hielt
Dr.
E._
fest,
die Be
schwer
de
führerin komme auf ihre Initiative hin wieder regelmässig ein- bis zwei
mal monatlich zu stüt
zenden psycho
therapeutischen Gesprächen. Sie
nehme Psychopharmaka.
D
ie Psychopharmaka
habe sie
in der Vergangenheit
aus Angst nicht mehr einge
nommen und nicht
deshalb
,
weil es ihr zu gut gegangen sei
. Ihren Zustand habe die Beschwerdeführerin so be
schrieben, dass sie an gar
nichts mehr
Freude habe
, auch nicht an ihrer Familie, dass sie niemanden tref
fen möchte, ihr alles zu anst
rengend sei, sie immer nur das S
chlechte sehe,
sie
im
mer müde sei und ihre Gedanken immer kreis
t
en.
Absc
hliessend führte
Dr.
E._
aus, sie könne den Schlussfolgerungen von
Dr.
B._
nicht folgen. Die Beschwerdeführerin habe aus ihrer Sicht – aus
ge
löst durch die Rückenproblematik, die zurzeit nicht im Vordergrund stehe – eine mindestens mittelschwere bis schwere depressive Störung entwickelt.
Sie sehe eine Beschwerdeführerin mit einem ausgeprägte
n
sozialen Rückzug, Freud
losigkeit, völligem Verlust des Selbstvertrauens (in ihren Körper und in ihre Fä
higkeiten) und des Selbstwertgefühles. Hinzu
komme eine erhebliche
Somati
sierungs
störung
. In diesem Zustand sei sie nicht arbeitsfähig.
4.
4.1
4.1.1
Vorwegzuschicken ist, dass für die
Frage, ob beziehungsweise inwieweit die Be
schwerde
führerin in ihrem Leistungsvermögen einge
schränkt ist,
zunächst
auf
den orthopädischen RAD-Untersuchungsbericht vom 14. April 2010
(E. 3.
6
)
ab
gestellt
wer
den kann, da diese
r
den praxisgemässen Anforde
rungen an
eine be
weis
kräftige medizinische
Ent
scheidungsgrundlage
entspricht
(E. 1.
4
)
:
D
er
B
e
r
icht
basiert auf allseiti
gen Untersuchungen in
ortho
pädischer
Hin
sicht,
be
rück
sichtigt
die geklagten Beschwerden
und setzt sich mit diesen sowie
mit dem Verhalten de
r
Be
schwerde
führe
r
in
auseinander. Auch wurde e
r
in Kenntnis
und in Auseinan
dersetzung mit den
wesentlichen
Vor
akten
erstattet
und
leuchtet in der Darlegung der medi
zi
nischen Zustände und Zusammen
hänge ein.
D
ie
Schluss
fol
gerung, wonach d
ie
Be
schwerde
führer
in
un
ter Berück
sichtigung der somatischen Ein
schränkungen
in
ihrer
bis
herigen Tätigkeit als
Ma
s
chinenführe
rin
ab Januar 2009
zu 100
%
arbeitsunfähig
, indes in einer optimal
behinde
rungsangepasste
n
körperlichen Tätigkeit ab Dezember 2009
bei voller
Stunden
präsenz
zu 80
%
arbeitsfähig sei
, ist be
gründet und nach
vollziehbar.
4.
1.
2
Was die Berichte
vom 28. Juli 2009 (E. 3.2)
und vom 9. Dezember 2009 (E. 3.4) anbelangt, so bestätigt die behandelnde Hausärztin
Dr.
E._
zwar
die
genannte Diskushernie L4/L5 sowie die Einschätzung des RAD-Arztes
Dr.
H._
,
wonach die Be
schwerde
führerin in bis
heriger Tätigkeit
(seit 8. Ja
nuar 2009)
zu 100
%
arbeits
unfähig sein soll
.
Eine Beurteilung der Arbeitsfä
higkeit in behinderungsangepasster Tätigkeit ist den beiden Berichten aber nicht zu entnehmen.
Demgegenüber hielt sie am 5. Januar 2010 (E. 3.5) in Abweichung zu der Beur
teilung von
Dr.
H._
fest, dass der Beschwerdeführerin ab sofort
zumindest halb
tags
eine
behinderungsangepasste Tätigkeit (vgl. dazu Belastungsprofil E. 3.5) zumutbar sei.
Da
Dr.
E._
aber
sowohl im Bericht vom 9. Dezember 2009 (E. 3.4) als auch im Bericht vom 5. Januar 2010 (E. 3.5) eine ergänzende Ab
klärung als angezeigt erachtete beziehungsweise wegen stark diskrepanten Empfindens
eine spezialärztliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit empfahl, ver
mag ihre abweichende Beurteilung auch nicht leichte Zweifel an der Ein
schät
zung von
Dr.
H._
zu begründen, da ihre Einschätzung nicht in ab
schlies
sen
der Weise erfolgte
und gerade Anlass für die RAD-Untersuchung bildete.
4.
1.
3
Bezüglich des Berichtes vom 29. Juli 2009 (E. 3.3) der Ärzte des
D._
ist fest
zu
hal
ten, dass sie aus rheumatologischer Sicht lediglich eine befristete Arbeits
un
fähig
keit vom 5. bis 10. Juni 2009 attestierten
. Auf eine Verlaufsbeurteilung der Arbeits
unfähigkeit verzichteten sie, da sie d
ie
Beschwerdeführerin letztmals am 5. Juni 2009 gesehen ha
tten
. Eine aktuelle Beurteilung der Arbeits
un
fähigkeit in bis
heriger Tätigkeit respektive in behinderungsangepasster Tätigkeit ist
dem Be
richt nicht zu
entnehmen.
Ferner
vermag auch
der nämliche Bericht mit der darin
gestützt auf die
Magnet
re
sonanz
tomo
graphie
der LWS vom 5. Februar 2009 genannte
n
Diagnose eines chronischen,
lumboradikulären
Schmerz
syndroms
L5 linksbetont
mit/bei gros
ser, medianer Diskushernie L4/L5 mit Kompression der Nervenwurzel L5
reces
sal
, welche den durch
Dr.
F._
geäusserten Verdacht auf eine Kom
pression der Nervenwurzel L5 be
stätigte (E. 3.1),
die
Beurteilung des RAD-Arztes
Dr.
H._
, wonach unter anderem eine mediale
Dis
kushernie
L4/L5
nunmehr
ohne
Nerven
wurzel
reizungen
vorliege
,
nicht
in Zweifel zu ziehen
. Zum einen gilt in diesem Zusammenhang zu berücksichtigen, dass
aufgrund der
durch
Dr.
H._
an
läss
lich der persönlichen Untersuchung erhobenen klinischen Befunde der
LWS (dis
kreter Druck
schmerz im
lumbosakralen
Übergang, kein Klopfschmerz der LWK-DF, freie
Iliosa
kralfugen
, seitengleiche Entwicklung der
Lenden
mus
kulatur
, deut
liche Hyperkyphose der LWS, Finger-Boden-Abstand
40 cm, Schober Zeichen 10/14; Urk. 7/27 S. 4)
keine Hinweise
(
mehr
)
vorl
a
gen, die auf
Nerven
wurzel
irritationen
hindeute
te
n
.
Zum anderen gab selbst die
Be
schwer
de
führerin an
läss
lich der p
ersönlichen
Untersuchung eine Ver
besserung der
Rücken
schmerzen
nach
dreimaliger
In
jektions
be
handlung
an
, was durch
die behandelnde Ärztin
Dr.
E._
in ihrem Bericht vom 9.
Dezember 2009 (E. 3.4)
bestätigt wurde. Ferner hielten auch
die Ärzte des
D._
in ihrem
Bericht vom
18. März 2009 (Urk. 7/18/10-11) eine nahezu vollständige Rück
bil
dung der
radi
kulären
Be
schwerdesymptomatik
fest
.
Überdies
gilt zu berücksichtigen,
dass
zwischen der bildgebenden Unter
suchung am 5. Februar 2009 und d
e
r
persönliche Untersuchung durch den RAD-Arzt
mehr als ein Jahr
vergangen
und es offenkundig zu einer Verbesserung
ge
kommen ist.
4.
2
4.2.1
Zu prüfen gilt weiter, ob die medizinische
Situation der Beschwerdeführ
er
in
bis zum Erlass der Ver
fügung am 26. Juni 2013 gleich geblieben ist oder ob sich die tatsächlichen Verhältnisse aus medizinischer Hinsicht verändert haben.
Für die Frage, ob
seit der Begutachtung durch den RAD am 17. März 2010
eine Veränderung des Gesundheitszustandes der Be
schwer
de
führerin mit Aus
wir
kung auf die Arbeitsfähigkeit eingetreten ist, kann auf das
bi
disziplinäre
Gut
achten vom
17
.
April
und 1. Mai
201
2
von Dr.
A._
und
Dr.
B._
(
E. 3.10)
inklusive der Stellungnahmen vom 11. und 13. Mai 2012 (Urk. 7/100-101)
abge
stellt werden: Dieses
Gutachten
entspricht ebenfalls
den er
forder
lichen Krite
rien an den
Beweis
wert
einer Expertise (vgl
.
E. 1.
4
). D
ie
Be
schwerde
führe
r
in
wurde
ihren
geltend gemachten Beschwerden entspre
chend umfassend ab
ge
klärt, das Gut
ach
ten beruht auf ein
läs
slichen
rheumatologischen und psy
chi
at
rischen
Unter
su
chun
gen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden
und
wurde in Kenntnis der
Vorakten
sowie in Auseinandersetzung mit denselben ab
gege
ben
. Sodann
sind die Dar
legungen der medizinischen Zu
sammen
hänge und die Beurteilung der medi
zinischen Situation einleuchtend und die Schluss
fol
gerun
gen in der Expertise
be
gründet.
Die Gutachter
führten in nachvollziehbarer Weise aus, dass die Be
schwerde
führe
rin
vom 14. April 2010 bis April 2012 aus rheumatologischer Sicht zu 20 % arbeitsfähig (richtig: arbeitsunfähig) gewesen ist und seither aus rheuma
tolo
gisch-psychiatrischer Sicht sowohl in bisheriger als auch in an
ge
passter Tä
tig
keit zu 100
%
arbeitsfähig ist.
Dr.
A._
konnte
weder
radikuläre
Zeichen noch eine wesentliche lumbale Nervenwurzelkompression
konstatieren und
Dr.
B._
konnte
ebenfalls
keine psychopathologischen Merkmale fest
stellen, die auf eine depressive Störung hindeutet
en
.
Dass im Vergleich zur letzten bildgebenden Untersuchung am 5. Februar 2009 eine Verbesserung vorliegt, bestätigte auch PD
Dr.
M._
nach bildgebender Unter
suchung (
Magnetresonanztomographie der W
i
rbe
lsäule vom 3. April 2012), indem er im Vergleich zur Voruntersuch
ung
einen deutlich rückläufigen Be
fund sowie einen nur geringen
recessalen
Kontakt zur L5-Wurzel beidseits
fest
hielt (E. 3.9). Eine L5-Nervenwurzelkompression wurde darin
ebenfalls
nicht mehr erwähnt.
4.2.2
Betreffend
die
im
Austrittsbericht
der
K._
vom 16. Juni 2010
(E. 3.7)
diagnostizierte depressive Störung (HADS-Test A/D bei Eintritt 19/19 von 21
Punkten; bei Aus
tritt A/D 18/19 von 21 Punkten)
ist
zum einen
festzuhalten, dass
test
psycho
logischen
Untersuchungen nur ergänzende Funktion beigemes
sen
und
zum anderen die Beurteilung
mangels Befunde nicht prüfend nachvollzogen werden kann
(
Urteil des B
undesgerichts 9C_44/2007 vom 7.
April 2008 E. 3.2 mit Hinweisen).
Im Übrigen wiesen selbst die Ärzte der
K._
im nämlichen Bericht
auf eine starke Diskrepanz
zwischen den hohen Werten des HADS-Tests und dem nach
aussen
wahrzu
nehmenden Zustand hin und be
gründeten dies mit möglicherweise sprachlich bedingten Schwierigkeiten beim Aus
füllen des Tests.
Schliesslich
attestierten sie der Beschwerdeführerin auch nur eine befristete 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 16. Mai bis 20. Juni 2010 und ver
wiesen für die weitere Beurteilung auf die nachbetreuenden Ärzte.
4.2.3
In Bezug auf die
Einschätzung
des behandelnden Psychiaters med.
pra
c
t
.
L._
, der eine Panikstörung diagnostizierte
(E. 3.8)
, ist
zum einen
anzumerken, dass
die generelle 100%ige Arbeitsunfähigkeit mangels detaillierter Angaben zu funktionellen Einschränkungen sowie aufgrund der erhobenen Befunde nicht
nachvollziehbar ist.
Zum anderen verwies er für die Be
ur
teilung
der langandau
ernden Arbeitsunfähigkeit auf
ver
sicherungs
medizinische
Ex
perten
, womit auch gesagt ist, dass dieser Bericht die streitigen Bela
nge nicht um
fassend beantwor
tet und
das
bidisziplinäre
Gutachten nicht zu entkräften ver
mag.
Anzufügen gilt, dass
Dr.
B._
eine Panikstörung aufgrund der anam
nestischen Angaben nicht hat erheben können und ihr selbst bei deren Vor
liegen keine
nachhaltige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
beimass
(vgl.
dazu Urk. 7/82 S. 8).
4.2.4
Was die Stellungnahme vom 5. April
2013 (E.
3.1
1
)
zum psychiatrischen Gutach
ten von
Dr.
B._
anbelangt, in der die behandelnde Ärztin
Dr.
E._
von einer Entwicklung einer mindestens mittelschweren bis schweren depressiven Störung
sowie einer
Somatisierungsstörung
berichtete und
die Beschwerdeführerin aufgrund ihres Zustandes nicht als arbeitsfähig er
achtete, ist festzuhalten, dass
Dr.
E._
mit den i
m
Raum
stehenden,
psychiatrischen Diagnosen ihr angestammtes Fachgebiet als Fachärztin für In
nere Medizin verlässt.
Anzumerken gilt
in diesem Zusammenhang ferner
, dass
Dr.
B._
anlässlich seiner psychiatrischen Exploration eben gerade k
eine de
pres
sive Störung
sowie die
Arbeitsfähigkeit
l
imitierende
funktionelle
Ein
schrän
kungen
hat
feststellen
kö
nn
e
n
.
4.3
Soweit die Beschwerdeführerin in ihrem Einwand vom 8. April 2013 (Urk. 7/96 S. 2
Ziff.
2) monierte, dass
Dr.
A._
nicht über die notwendige fachliche Ausbildung verfüge,
um
ihre Wirbelsäulenproblematik richtig ein
zuschätzen
, ist festzuhalten, dass nicht ersichtlich ist, weshalb
Dr.
A.
_
als Fachärztin für Rheumatologie nicht in der Lage sein sollte
,
die hier vorliegende Problematik aus medizinischer und gutachterlicher Sicht zu beurteilen (vgl. dazu auch Urk. 2 S. 3 oben, Urk.
7/100
).
4.4
Zusammenfassend ist demnach
zunächst
gestützt auf den RAD-Unter
suchungs
be
richt
vom 1
4.
April 2010 (E. 3.6) sowie auf das
bidisziplinäre
Gutachten von
Dr.
A._
und
Dr.
B._
ab
Dezember 2009
von einer 80%igen Arbeits
fä
hig
keit in
behinderungsangepasste
n
Tätig
keiten
und ab April 2012 von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit sowohl in bisheriger als
auch
in
behin
derungs
an
ge
passter
Tätigkeit auszugehen.
5.
Die von der Beschwerdegegnerin durchgeführten Einkommensvergleiche
(Urk. 2, vgl. dazu auch Urk. 7/105)
sowie die Gewährung eines leidensbedingten Abzu
ges von 10
%
wurden beschwerdeweise nicht beanstandet und erweisen sich als korrekt
, weshalb auf die
Ausführungen
in der Verfügun
g vom 2
6.
Juni 2013 (Urk. 2) verwiesen werden kann. Demnach
resultieren
für das Jahr 2010 ein
renten
ausschliessender
Invaliditätsgrad von 28
%
und ab April 2012 von 8
%
.
Zusammenfassend erweist sich die Renten
verneinung
der Beschwerdegegnerin vom
2
6.
Juni 2013
als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6
.
6
.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 900.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang de
s Verfahrens sind die Kosten der
Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen,
in
folge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Ge
richts
kasse zu nehmen.
6.2
6.2.1
Bei diese
m Ausgang des Verfahrens ist die
unentgeltliche Rechtsvertreter
in der
Be
schwerdeführer
in
,
Rechtsanwältin Noëlle
Cerletti
,
Bülach,
aus der Gerichts
kasse
zu ent
schädigen.
6.2.2
Nach § 34 Abs.
3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht
(
GSVGer
)
bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücks
icht auf den Streitwert. Gemäss §
8 in Verbi
ndung mit §
7
Abs. 1
der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht
(
GebV
SVGer
) wird einer Partei
–
auch im Rahmen der unentgeltlichen Rechtsvertretung
–
namentlich für unnötigen Auf
wand
keine Entschädigung zugesprochen. Wird eine
E
ntschädigung bean
sprucht, reicht die Partei dem Gericht vor dem Endentscheid eine detaillierte Zu
sammenstellung über ihren Zeitaufwand und ihre Barauslagen ein. Im
Unter
lassungsfall
setzt das Gericht die Entschädigung nach Ermessen fest
(§
8 in Ver
bi
ndung mit §
7
Abs. 2
GebV
SVGer
).
Trotz der
gerichtlichen Aufforderung vom 1
7
.
September 2014
(Urk.
20) hat die
Rechtsvertreter
in
keine Kostennote ei
ngereicht. Die Entschädigung der
un
ent
gelt
lichen Rechtsvertreterin
ist daher von Amtes wegen festzusetzen.
6
.2.3
Unter Berücksichtigung der massgeblichen Kriterien ist
R
echtsanwältin
Noëlle
Cerletti
, Bülach
,
mit Fr. 1'
2
00.-- (inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Ge
richtskasse zu entschädigen.