Decision ID: 49599c25-629b-4d6d-800b-8a2ffde53edd
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1980
,
ist gelernter Elektromonteur (
Urk.
7/40/9). U
nter Hinweis auf starke Rückenschmerzen und
Schmerzen
an der Schulter
meldete er sich am 1
7.
Juli 20
0
5
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/24
Ziff.
7.2).
M
it Verfügung vom 2
5.
November 2005
verneinte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
,
einen Anspruch auf
Leistungen
der Invalidenversicherung
(
Urk.
7/37).
1.2
Der
Versicherte
war seit dem 1
2.
Januar 2015
als Elektroinstallateur
bei der
Z._
angestellt, als er
am
1
9.
April 2015
einen
Auf
fahrunfall
erlitt
(
Urk.
7/46/
127
Ziff.
1-5
,
Urk.
7/46/128).
Am
9.
September 2015
meldete
er sich
erneut bei der Invalidenversicherung
zum Leistungsbezug
an (
Urk.
7/41). Die IV-Stelle
holte medizinische Berichte (
Urk.
7/52 und
Urk.
7/56) sowie einen A
uszug
aus dem individuellen Konto ein (
Urk.
7/48) und
zog Akten
des Unfallversicherers
(
Urk.
7/46,
Urk.
7/69) bei
.
A
m
2
7.
Januar 2016
erliess sie
den Vorbescheid (
Urk.
7/59), wogegen der Versi
cherte am 18.
Februar 2016 Einwände vorbrachte (
Urk.
7/60).
Mit Verfügung vom
6.
Juni 2016 (
Urk.
7/73 =
Urk.
2) verneinte die IV-Stelle
erneut einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung.
2.
Der
Versicherte erhob am 2
8.
Juni 2016 Beschwerde gegen die Verfügung vom
6.
Juni 2016 (
Urk.
2) und beantragte, die
se sei aufzuheben und es sei ihm
eine angemessene Rente zuzusprechen. Des Weiteren seien berufliche sowie medizi
nische Abklärungen zu treffen und es sei
ihm
ein zweiter Schriftenwechsel zu gewähren (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
1-3 und 5).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
5.
September 2016 (Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde. Mit Verfügung vom
7.
September 2016 wies das hiesige Gericht das Gesuch um Durchführung eines weiteren
Schrif
tenwechsels
ab und stellte
dem Beschwerdeführer
eine Kopie der
Beschwerde
antwort
zu (
Urk.
8 Dispositiv
Ziff.
1-2).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Invalide o
der von einer Invalidität (Art.
8 ATSG) bedroht
e Versicherte haben gemäss Art.
8 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit
(Abs. 1)
:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die
Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelne
n Massnahmen erfüllt sind
.
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 in medizinischen
Mass
nahmen (
lit
. a),
Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die
berufli
che Eingliederung (
lit
.
a
bis
),
Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erst
malige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsverm
ittlung, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in
der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
.
d).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
tels
rente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
stellte im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2)
darauf ab
,
beim Beschwerdeführer sei ein
cranio-cervikales
Beschleunigungstrauma nach einem Unfall vom 1
9.
April 2015 diagnostiziert worden. Aus
Rechtsanwender
sicht
begründe diese Verletzung eine vorübergehende Einschränkung der
Arbeits
fähigkeit, jedoch keine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit. Es bestehe kein IV
rele
vanter Gesundheitsschaden, der einen Anspruch auf IV
Leistungen generieren würde (S. 1).
Es lägen reine Unfallfolgen vor. Gemäss einer Beurtei
lung der
Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA)
vom
8.
April 2016 könnten die beklagten subjektiven Kopfschmerzen, Nackenschmerzen sowie der Schwindel aufgrund der beschriebenen Befunde nicht nachvollzogen werden (S.
2).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte vor, es werde bestritten, dass die beklagten Kopf- und Nackenschmerzen beziehungsweise der Schw
indel nicht nachvollziehbar seien
und keine Arbeitsunfähigkeit bestehe (
Urk.
1 S. 3
Ziff.
2).
Zumindest im Zusammenhang mit den Schwindelbeschwerden handle es sich
nicht
um reine Unfallfolgen (
Urk.
1 S. 3
Ziff.
4).
Er habe Anspruch auf Berufsberatung und Umschulung. Er sei jung
und
moti
viert. Es mache daher durchaus Sinn, ihn umzuschulen und mit Eingliede
rungsmassnahmen zu unterstützen und eine beru
fliche Abklärung durchzu
führen
(
Urk.
1 S. 5 f.
Ziff.
14
).
2.3
Strittig und zu
prüfen ist zunächst, ob Massnahmen der beruflichen Eingliede
rung zu gewähren sind. In Frage kommen in erster Linie, wie in der Beschwerde erwähnt, Berufsberatung und
eine Umschulung
.
Nachfolgend ist auf die medizinischen Akten einzugehen.
3.
3.1
Der Beschwerdeführer erlitt
am 1
9.
April 2015
einen Auffahrunfall
(
Urk.
7/46/127
Ziff.
2 und 4-5,
Urk.
7/46/128).
Die Ärzte des
A._
,
das
der Beschwerdeführer
am Unfalltag
aufgesucht hatte,
stellten
im Bericht vom 20.
April 2015 (
Urk.
7/52/8-9)
die
Diagnosen eine
r
Halswirbel
säulen
(HWS)
Dis
tor
sion und eine
r
HIV-Infektion, Erstdiagnose 2008, aktuell unter antiviraler
Triplet
t
herapie
(S. 1 oben).
Die Ärzte führten aus, der
Beschwerdeführer habe angegeben, dass das von rechts kommende Fahrzeug mit zirka 30 km/h aufgefahren sei.
Der Patient
sei angegurtet gewesen. Er habe sich jedoch den Hinterkopf an der Lehne ange
schlagen. Zu einem weiteren Kopfanprall sei es nicht gekommen. Bei der Rück
fahrt nach Hause habe er zunehmend Schmerzen im Nacken und im Schulter
gürtel bekommen. Zu Hause habe er zudem ein Augenflimmern und Kopfschmerzen bemerkt (S. 1).
Röntgenbilder der Halswirbelsäule/
Dens
vom 1
9.
April 2015 hätten keine Hin
weise für eine frische
ossäre
Läsion ergeben (S. 1).
3.2
Med. prakt.
B._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
diagno
sti
zierte
im Zwischenbericht vom
8.
Juli 2015 (
Urk.
7/46/98-99)
ein
cra
nio
cervikales
Beschleunigungstrauma
vom 1
9.
April 2014 (
Ziff.
1).
Der Hausarzt
gab hinsichtlich des Verlaufs an,
es
bestünden
persistierende Bes
chwerden mi
t Einschränkungen,
die
sich
langsam besserten
(
Ziff.
2).
Der Beschwerdeführer habe
seine
Arbeit
versuchsweise
am 1
8.
Mai
2015
aufgenommen, wegen
der
Beschwerden aber am 1
4.
Juni 2015
wieder
abgebrochen. Im angestammten Beruf als Elektromonteur bestehe aktuell eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(
Ziff.
4).
3.3
Dr.
med. C._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Reha
bilita
tion, und
Dr.
med. D._
,
praktischer Arzt,
stellten im Bericht vom 1
3.
August 2015 (
Urk.
7/46/32-35) über ein
am 1
2.
August 2015
in der
E._
durchgeführtes ambulantes Assessment folgende Diag
nose
(S. 1):
Unfall vom 1
9.
April 2015: Beim Rückwärtsfahren aus dem Parkplatz von einem kommenden Auto im Heckbereich angefahren worden
HWS-Distorsion
Québec Task Force (
Q
TF
)
II
1
9.
April 2015 Röntgen der Halswirbelsäule in zwei Ebenen,
Dens
Zielauf
nahme: regelrechte Halslordose, d
ie Wirbelkörper sind nicht
hö
hengemindert
, d
ie Rahmenstrukturen sind intakt,
k
eine
Wirbelkörper
fraktu
r
, r
egelrechte vordere und hinter
e
Wirbelkörperlinien,
spinola
minä
re
Linie und Dornfortsatzlinie, n
ormal breiter
Retropha
ryngeal
- und Retrotrachealraum, u
nauffällige Darstellung des
Dens
.
Als aktuelle Probleme bestünden
Schmerzen im Hals- und Nackenbereich
rechts
betont
, teils zusammenhängend mit Schmerzen in beiden Unterarmen bis zu den Fingern. Weiter bestünden lumbal betonte Schmerzen ohne Aus
strahlung (S. 1). Aus medizinisch-diagnostischer Sicht sei bei guter Kooperation und Leistungsbereitschaft mit einer optimalen Therapie eine relevante Verbes
serung der Beschwerden und der arbeitsbezogenen Belastbarkeit zu erreichen (S.
2 oben).
Insgesamt bestehe ein adäquates Schmerzverhalten und eine gute Leistungsbereitschaft (S. 3 oben).
Es sei von einer schrittweisen Steigerung der Arbeitsfähigkeit auszugehen (S. 3 unten).
3.4
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Neurologie, führte in einem Bericht vom 14.
Oktober 2015 (
Urk.
7/52/6-7
=
Urk.
3/6
)
zur Untersuchung vom 1
3.
Oktober 2015
aus, der Patient sei vor seinem Unfall vom 1
9.
April 2015 gesund und
als Elektromonteur arbeitsfähig
gewesen
.
Er sei von einem schnellen Auto ange
fahren worden und mehrere Male in seinem Sitz hin und her geschüttelt wor
den.
Er sei beim Unfall
angegurtet
gewesen und habe sich nicht den Kopf angeschlagen. Bewusstlosigkeit oder eine Amnesie sei
en
nicht eingetreten. Der Patient sei danach nach Hause gefahren
(zirka fünf Minuten entfernt)
. Dabei
seien
bereits Schmerzen im Bereich des Nackens und der Schulterregion
aufge
treten
. Ferner
sei es zu
Parästhesien
im Bereich der Fingerspitzen und ein
em
Taubheitsgefühl im linken Ohr
gekommen
. Nach zirka zwei Stunden habe er sich ins
A._
begeben, wo er untersucht worden sei
(S. 1 Mitte).
Die Gehörstörung links habe zwei Tage
an
gedauert. Seither habe er ein bis zwei
mal pro Tag einen Tinnitus sowie frontale Kopfschmerzen und Schwindel. Psychisch habe
er
den Unfall und die Folgen gut verkraftet. Die Schmerzen lokalisierten sich
cervico-occipital
beidseits im Bereich der Schultern, der Schul
ter
blätter und der oberen Quadranten
(S. 2 oben).
Es bestünden
musculo-skelettale
Beschwerden mit Einschränkung der Beweg
lich
keit, vor allem nach links. Sodann seien noch
Myogelosen
und
ten
dogene
Be
schwer
den im Bereich der Muskelansätze
nuchal
vorhanden.
Eine Ein
schränkung bestehe für Arbeiten über Kopf.
Falls eine Umschulung stattfin
de
n werde
, seien
sicherlich
Berufe wie Bauführer oder Buchhalter geeignet (S. 2).
3.5
Dr.
med. G._
, Fachärztin
ORL
, nannte
in einem
Schreiben
vom 4.
No
vember 2015 (
Urk.
7/56/5) als Diagnosen ein
en
Tinnitus beidseits, im Rahmen
eines
HWS-Schleudertraumas, und eine
Absenkung der Hörschwelle links auch im Rahmen des HWS-Schleudertraumas
.
Dr.
G._
führte aus,
initial habe der Beschwerdeführer bei dem Autounfall den Eindruck gehabt, dass er auf dem rechten Ohr nichts mehr höre. Zusätzlich hätten massive Rückenbeschwerden vorgelegen, welche sich in der Zwischenzeit zwar gebessert hätten, jedoch persistierten die Beschwerden im Nacken.
A
us ORL-Sicht liege eine normale Gehörschwelle vor. Auf der linken Seite im
Tief
tonbereich
seien die Frequenzen etwas gedämpfter, was für Probleme i
m
Bereich des Halses und des Nackens spreche. Der Tinnitus liege weit ausserhalb der Hörschwelle und sei daher nicht
otogener
Natur. Von der Gesamtsituation her sei es sehr suggestiv, dass der Auffahrunfall
die Probleme
ausgelöst habe, zumal eine
Druckdolenz
im Bereich beider Kopfgelenke noch
objektiviert
wer
den könne und der Patient auch über massive Probleme mit Kopfschmerzen und Schwindel klage, wenn er den Kopf nach hinten beuge.
3.6
Med. prakt.
B._
stellte in einem Bericht vom
6.
Januar 2016
(Urk.
7/56/1
4) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.2):
cranio-cervikales
Beschleunigungstr
auma nach Unfall vom 1
9.
April
2015: HWS-Distorsion,
Q
TF 2
Schmerzen im Hals-Nackenbereich rechtsbetont, teils zusammen
hängend mit Schmerzen in beiden Unterarmen bis zu den Fingern
Kopfschmerzen
Schwindelattacken seit dem Unfall, vor allem bei
Reklination
des Kopfes
Tinnitus beidseits und Absenkung der Hörschwelle links im Rahmen des Unfalls
subjektiv
Konzentrationsstörungen
lumbal betonte Schmerzen ohne Ausstrahlung
Med. prakt.
B._
führte weiter aus,
vor allem bei
Reklination
mit Rotation nach rechts
würd
en Schwindelzustände auftreten,
zum Teil auch im Liegen. Diese würden bis zu zwei Stunden
an
dauern.
Nach ein bis zwei Stunden kon
zentrierter Tätigkeit komme es zu Konzentrationsstörung
en
. Der Beschwerde
führer benötige dann eine Pause von zirka 30 Minuten. Die Kopfschmerzen würden intermittierend mehrmals täglich auftreten.
Trotz des langwierigen Verlaufs sei
der Beschwerdeführer
nach wie vor hoch
mo
ti
viert und möchte wieder ins Arbeitsleben eingegliedert werden. Es be
stünden keine Anzeichen einer depressiven Entwicklung (
Ziff.
1.3).
In der Tätigkeit als Elektromonteur bestehe
keine Arbeitsfähigkeit.
In einer ange
passten Tätigkeit ohne oder mit leichter körperlicher Belastung,
ohne
Über
kopfarbeiten
und ohne knie
nde, kauernde oder liegende Tätigkeiten
bestehe
eine Arbeitsfähigkeit von
4 - 8 Stunden pro Tag (50 - 100
%,
Ziff.
2.1).
Für eine kör
perlich nicht anstrengende Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 5 - 8 Stun
den pro Tag (
Ziff.
4.2).
3.7
Dr.
F._
gab in einem Bericht vom 1
0.
Februar 2016 an,
die
Hauptbeschwer
den
seien der Schwindel und der störende Tinnitus. Für
die angestammte Tätig
keit als Elektromonteur bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
. Nach ent
sprechenden Abklärungen sei eine Umschulung indiziert (Urk.
7/69/
190-
191
S.
2 =
Urk.
3/8 S. 2
).
3.8
Dr.
med.
H._
, Fachärztin
ORL
,
SUVA,
Arbeitsmedizin, führte in einer ärztlichen Beurteilung vom 1
9.
Februar 2016 (
Urk.
7/69/192-193) aus, der Beschwerdeführer habe
am 1
9.
April 2015
einen Unfall erlitten, als beim rück
wärts Ausparken ein
anderer Personenwagen
mit seinem Fahrzeug am seitlichen Heckteil kollidiert sei.
Er
habe erwähnt, dass er nach dem Unfallereignis Nackenschmerzen und eine Schwäche beider Oberarme verspürt habe. Er sei
angegurtet gewesen und habe sich nicht den Kopf angeschlagen. Im
Dokumen
tationsbogen
seien keine Hinweise auf Schwindel- und Tinnitus-Symptome zu finden
(vgl.
Urk.
7/69/19-21)
. Angegeben worden sei ein schlechtes Gehör rechts
seitig.
Der
neurologischer Befund von
Dr.
F._
vom 1
4.
Oktober 2015 bescheinige, dass eine
muskuloskelettale
Beschwerdesymptomatik bestehe mit Einschränkung der Beweglichkeit, besonders
linksseitig. Der Beschwerdeführer sei zu dieser Zeit
für Arbeiten über Kopf eingeschränkt gewesen.
Im von
Dr.
F._
erhobenen Befund vom 14.
Oktober 2015 erwähne der B
eschwerde
führer erstmalig, dass zweimal pro Tag ein
Tinnitus
auftreten würde
sowie frontale Kopfschmerzen und Schwindel. Die Schwindelsymptomatik habe bereits vor dem Unfall
bestanden
, je nach Wetter. Möglicherweise sei dies eine Folge eines tiefen Blutdrucks. Zur Abklärung des Schwindels
habe
der Beschwerde
führer
vor dem Unfall
Dr.
med.
I._
aufgesucht
.
Er
habe dies bei einer Bespre
chung vom 2
7.
August 2015 mit einem SUVA-Mitarbeiter angegeben.
Ein am 2
1.
Oktober 2015 durchgeführtes MRI
des Halses
zeige ein
en
altersent
spr
e
chend
normalen
vertebrospinalen
zervikalen
Befund
, insbesondere ohne Nachweis degenerativer Veränderungen oder einer radiomorphologisch fass
baren
Traumafolge
(S. 1).
In der Untersuchung durch
Dr.
G._
vom
4.
November 2015 hätten sich
beide
Trommelfelle
otoskopisch
unauffällig dargestellt. Es habe sich eine
Druckdolenz
im Bereich beider Kiefergelenke und beider Kopfgelenke gezeigt. Im
Reintonau
diogramm
habe
die Hörschwelle rechts allseits im Normbereich
gelegen
, links bestehe in den tiefen Frequenzen eine leichte Absenkung, aber insgesamt im Normbereich. Der Tinnitus sei beidseits wei
t ausserhalb der Hörschwelle chara
k
terisiert
u
nd
bei 2000 Hz lokalisiert worden. Er
werde bei 35 dB
Weiss
rauschen
verdeckt. Der Tinnitus liege weit ausserhalb der Hörschwelle und könne daher nicht
otogener
Natur sein. Eine Schwindeldiagnostik sei nicht durchgeführt worden. Es werde darauf verwiesen, dass bei der Erstuntersuchung im
A._
am 1
9.
April 2015
vestibulospinale
Reflexe durchgeführt worden seien (Romberg Versuch, Unterberger Tretversuch), welche der Beschwerde
führer beide normal ohne Abweichungen habe absolvieren können.
Auch gebe
er
eine Schwindelsymptomatik an beim den Kopf nach hinten Beugen. Hier hätten schon vor dem Unfall Schwindelbeschwerden vorgelegen. Der geklagte Tinnitus beidseits, die Hörproblematik linksseitig und der Schwindel könnten nicht in einen überwiegend kausalen Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 1
9.
April 2015 gebracht werden. Die Beschwerden könnten somit nicht als Schadensfall anerkannt werden (S. 2).
3.9
Med. prakt.
B._
antwortete in einem Schreiben vom 1
1.
März 2016 (Urk.
7/66
=
Urk.
3/10
) auf die Fragen der Rechtsvertreterin des Beschwerde
führers.
Er
gab an
, die Arbeitsunfähigkeit begründe sich mit den persistierenden Beschwerden im Zusammenhang mit dem
kraniozervikalen
Beschleunigungs
trauma
vom 1
9.
April 2015 (
S. 1
Ziff.
2). Für die angestammte Tätigkeit als Elektromonteur betrage die Arbeitsunfähigkeit 100
%
. Bei dieser Tätigkeit seien sowohl schwere körperliche Arbeiten als auch verschiedene Körperpositionen
wie
sitzend, kniend, stehend oder auf der Leiter und oft auch Überkopfarbeiten an der Tagesordnung. Die körperliche
n
Beschwerden
mit Nacken- und Kopf
schmerzen und Schwindelattacken bei
Reklination
würden den Beschwerde
führer ständig behindern, insbesondere die Schwindelattacken seien als mögli
che Unfallquelle
gefährlich
(
S. 1
Ziff.
3). In einer angepassten Tätigkeit mit nur leichter körperlicher Belastung mit wechselnder Arbeitsposition (sitzend/ste
hend) und ohne Überkopfarbeiten sei der Patient wahrscheinlich bis zu 100
%
arbeits
fähig (
S. 1
Ziff.
4).
Zum jetzigen Zeitpunkt sei keine dauerhafte Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten. Persistierende
arbeitslimi
tierende
Beschwerden könnten aber nicht sicher ausgeschlossen werden. Die Arbei
tsun
fähigkeit müsse im Kontext der
jeweiligen beruflichen Tätigkeit betrachtet wer
den (S. 2
Ziff.
5).
3.10
Dr.
F._
antwortete in einem Bericht vom 2
2.
März 2016
(
Urk.
7/65 S. 3 f.
=
Urk.
3/9 S. 3 f.
)
auf die Fragen der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers. Dr.
F._
gab an
, die Beschwerden stünden im Zusammenhang mit der HWS
Distorsion vom 1
9.
April 2015 mit typischem Beschwerdebild mit
mus
culo-ske
lettalen
und neurovegetativen Beschwerden. Unfallfremde Faktoren lägen nicht vor (S. 3
Ziff.
2 unten). In der angestammten Tätigkeit als Elektro
monteur
bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
.
Die Tätigkeit beinhalte verschiedene Körper- und Kopfhaltungen und verursache regelmässig Schmer
zen und Schwindel im
cervicalen
Bereich.
Diese Beschwerden seien auch bei der Untersuchung der Halswirbelsäule vom 1
0.
Februar 2016
reproduziert worden
(S. 3
Ziff.
3 unten
)
.
Dr.
F._
machte keine Angaben zur Arbeitsfähigkeit in einer dem Leiden ange
passten
Tätigkeit (S. 3
Ziff.
4 unten).
3.11
Prof.
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma
tolo
gie des Bewegungsapparates, SUVA Kreisarzt, führte in einer ärztli
chen Beurteilung vom
8.
April 2016 (
Urk.
7/69/201-203
=
Urk.
3/7
) aus,
d
em Beschwerdeführer sei beim Rückwärtsfahren aus einer Parklücke ein anderes Auto links hinten ins Heck g
efahren.
Er habe i
m Rahmen der Erstuntersuchung vom 1
9.
April 2015 angegeben, dass nach 15 Minuten Nackenschmerzen und 30 Minuten nach dem Ereignis Kopfschmerzen und ein Schwindel aufgetreten seien. Übelkeit,
Erbrechen sowie Hör- und Schlafstörungen habe er vernein
t
.
Nach
30 Minuten sei ein Augenflimmern aufgetreten. Die klinische Untersu
chung habe eine mässige Bewegungseinschränkung der Halswirbelsäule in allen Bewegungsrichtungen
ergeben
sowie
Parästhesien
des linken Arms und eine eingeschränkte Hörfähigkeit rechts bei einem sonst unauffälligen neurologi
schen Befund. Gestützt auf eine neurologische Untersuchung vom 1
3.
Oktober 2015 seien
muskulo-skelettale
Beschwerden mit Einschränkung der Beweglich
keit bei
Myogelosen
und
tendogenen
Beschwerden beschrieben worden. Ansonsten sei der neurologische Status unauffällig (S. 1).
Ein MRI der Halswirbelsäule vom 2
1.
Oktober 2015 beschreibe einen unauffälli
gen, altersentsprechenden Befund ohne Nachweis degenerativer Veränderungen
oder radiomorphologisch fassbarer
Traumafolgen
(S. 2 oben).
Aus unfallchirurgischer Sicht würden nach einem Parkschaden zweier
Per
sonen
fahrzeuge
nach einer Latenzzeit von zirka 15 - 30 Minuten Kopf-,
Nacken
schmerzen
sowie Schwindel und ein Augenflimmern beschrieben.
Im Rahmen der medizinischen Abklärung sei
en
ausser subjektiven Beschwerden keine objektiven pathologischen Befunde erhoben worden, die in Zusammen
hang mit dem Ereignis vom 1
9.
April 2015 gebracht werden könnten
. So zeige sich am 2
1.
Oktober 2015 ein völlig unauffälliges MRI ohne Nachweis einer fassbaren
Traumafolge
. In einer biomechanischen Kurzbeurteilung vom 1
9.
Okto
ber 2015 sei eine kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung unter
halb beziehungsweise oder knapp innerhalb des Bereiches von 10 - 15 km/h festgestellt worden. Im Übrigen seien die Beschwerden, die von der
Halswirbel
säule
ausgegangen seien,
wie auch die klinischen Befunde isoliert durch die Kollisionseinwirkung nicht erklärbar. Auch die linksseitige Hörproblematik, der Schwindel und der beklagte Tinnitus könnten nach fachärztlicher Beurteilung nicht in einen überwiegend kausalen Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 1
9.
April 2015 gebracht werden (S.
2).
Aus kreisärztlicher Sicht sei festzustellen, dass nach Kenntnis der genannten klinischen Befunde aus den verschiedenen Fachgebieten wie auch der
bildge
benden
Befunde keine strukturell traumatische Läsion als Folge des Ereignisses vom 1
9.
April 2015 zu belegen sei. Die beklagten subjektiven Kopf- und Nackenschmerzen sowie der Schwindel seien in Anbetracht der Befunde in keiner Weise nachvollziehbar (S. 3).
3.12
Dr.
med. K._
, Assistenzarzt, und Prof.
Dr.
med.
L._
, Leitender Arzt, Interdisziplinäres Zentrum für Schwindel und neurologische Sehstörungen,
M._
,
führten
im Bericht vom 1
0.
Mai 2016 (
Urk.
7/74
=
Urk.
3/12
)
aus, k
linisch habe sich der Schwindel bei der heu
tigen Untersuchung durch
Kopfreklination
erneut provozieren lassen, wobei sich eine Lage-Unabhängigkeit gezeigt habe
. Dies suggeriere eine
cervikale
Kompo
nente des Schwindels, wofür auch die vorbestehenden HWS-Beschwerden spre
chen würden (S. 2).
4.
4.1
Der Beschwerdeführer erlitt beim Unfall vom 1
9.
April 2015 ein
HWS
Distor
sions
trauma
.
Nach wie vor
bestehen
Schwindelbesc
hwerden, Kopf
schmerzen und ein
gelegentlich
auftretender
Tinnitus.
Nach den Angaben des Beschwerde
führers bestand der Schwindel schon vor dem Unfall.
Die behandelnden Ärzte med. prakt.
B._
und
Dr.
F._
kamen zum Ergeb
nis, dass in der angestammten Tätigkeit als Elektroinstallateur keine Arbeitsfähigkeit mehr besteh
e
. Hingegen besteh
e
gemäss med. prakt.
B._
in einer behinderungsangepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
(vgl. E. 3.9 und 3.10 hiervor).
4.2
Die Beschwerdegegnerin übernahm im angefochtenen Entscheid die
Ein
schätzung von Prof.
J._
,
wonach die persistierenden Beschwerden in Anbe
tracht der erhobenen Befunde nicht nachvollziehbar seien (vg
l. E. 3.11
und
Urk.
2
S. 2
). Bei den Stellungnahmen der SUVA-Mediziner
Dr.
H._
(vgl.
E.
3.
8
hiervor)
und Prof.
J._
ist jedoch zu beachten, dass sich diese aus
unfall
versicherungsrechtlicher
Sicht zur Frage äusserten, ob zwischen den Beschwer
den und dem Ereignis vom 1
9.
April 2015 ein natürlicher und adä
quater Kausalzusammenhang besteht.
Deren Einschätzung
kann
daher
nicht unbe
sehen auf die Invalidenversicherung übertragen werden.
Weiter ist zu beachten, dass
die
Rechtsprechung
in
der Invalidenversicherung
eine HWS-Verletzung (Schleudertrauma) ohne organisch nachweisbare
Funk
tionsausfälle
den
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwer
debildern
ohne nachweisbare organische Grundlage
respektive den psychoso
matischen Leiden
zugerechnet
hat (BGE 136 V 279).
Mit BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht seine bisherige Rechtsprechung zur Invaliditätsbemessung bei
Schmerzstörungen ohne erkennbare organische Ursache und vergleichbare
n
psychosomatische
n
Leiden (BGE 130 V 352 und anschliessende Urteile) ange
passt und festgehalten, dass die Invaliditätsbemessung stärker als bisher den Aspekt der funktionellen Auswirkungen zu berücksichtigen hat, was sich schon in den diagnostischen Anforderungen niederschlagen muss.
Das
bisherige Regel/Aus
nahme-Modell
wurde
dabei
durch ein strukturiertes Beweisverfahren
ersetzt. An die Stelle des bisherigen
Kriterienkatalogs
traten
im Regelfall beachtliche Standardindika
toren (BGE 141 V 281 Regeste).
Vorliegend
hat es die Beschwerdegegnerin unterlassen
,
ein Gutachten einzuho
len
,
gestützt auf das
die mit BGE 141 V 281 eingeführten Standardindikatoren
geprüft werden könnten.
An sich wäre die Sache daher an die
Beschwerdegeg
nerin
zurückzuweisen
zur ergänzenden Abklärung
des medizinischen Sachver
haltes. Nachdem
aber
selbst der
Hausarzt
den Beschwerdeführer
in einer
behin
derungsangepassten
Tätigkeit als zu 100
%
arbeitsfähig
erachtet,
kann auf die Einholung eines Gutachtens verzichtet werden.
Festzuhalten ist jedenfalls, dass
ein Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen
nicht mit dem
blossen
Hinweis
abgewiesen werden
kann
,
dass
andauernde
Beschwerden
nach einer HWS-Ver
letzung
nicht
nachvollzogen werden könnten.
Stattdessen ist
auf die
Beurtei
lung
durch
Dr.
F._
und med. prakt.
B._
abzustellen
.
Folglich
ist daher davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in der zuletzt ausgeübten Tätig
keit nicht mehr arbeitsfähig ist, dass ihm eine körperlich leichte Tätigkeit aber vollumfänglich zugemutet werden kann.
5.
5.1
Gemäss
Art.
15 IVG haben Versicherte, die infolge Invalidität in der Berufswahl oder in der Ausübung ihrer bisherigen Tätigkeit behindert sind,
Anspruch
auf Berufsberatung. Der Leistungsanspruch setzt voraus, dass die versicherte Person an sich zur Berufswahl oder zur beruflichen Neuorientierung fähig ist, infolge ihres Gesundheitszustandes aber darin behindert ist, weil die Kenntnisse über Neigungen, berufliche Fähigkeiten und Möglichkeiten nicht ausreichen, um einen der Behinderung angepassten Beruf wählen zu können (ZAK 1977 S. 191 E. 2; Urteil des Bundesgerichts I 431/99 vom 1
5.
Februar 2000). In Betracht fällt jede körperliche oder psychische Beeinträchtigung, die den Kreis der für die versicherte Person nach ihrer Eignung und Neigung möglichen Berufe oder Betätigungen einengt oder die Ausübung der bisherigen Aufgabe unzumutbar macht. Ausgeschlossen sind geringste Behinderungen, die keine nennenswerte Beeinträchtigung zur Folge haben und deshalb die Inanspruchnahme der Invali
denversicherung nicht rechtfertigen (BGE 114 V 29 E. 1a mit Hinweisen).
5.2
Gemäss
Art.
17 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann (
Abs.
1). Der Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit ist die Wiedereinschulung in den bisherigen Beruf gleichgestellt (
Abs.
2). Als Um
schulung gelten gemäss
Art.
6
Abs.
1
der Verordnung über die Invaliden
ver
sicherung (
IVV
)
Ausbildungsmassnahmen, die Versicherte nach Abschluss einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder nach Aufnahme einer Erwerbs
tätigkeit ohne vorgängige berufliche Ausbildung wegen ihrer Invalidität zur Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit benötigen.
5.3
Der Anspruch auf Umschulung setzt voraus, dass die versicherte Person wegen der Art und Schwere des Gesundheitsschadens im bisher ausgeübten Beruf und in den für sie ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offen stehenden zumut
baren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde
Erwerbsein
busse
von etwa 20 % erleidet, wobei es sich um einen blossen Richtwert handelt (BGE 124 V 108 E. 2a und b mit Hinweisen; vgl. auch BGE 130 V 488 E. 4.2; AHI 2000 S. 27 E. 2b und S. 62 E. 1 je mit Hinweisen).
5.4
Nachdem der Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit als Elektro
installa
teur nicht mehr arbeitsfähig ist und die
Z._
das
Arbeit
sverhältnis mittlerweile aufgelöst hat
(
Urk.
7/69/141)
,
ist eine Invalidität im Sinne von
Art.
15 IVG
und damit ein Anspruch auf Berufsberatung zu beja
hen.
Im Weiteren ist der Anspruch auf eine Umschulung zu prüfen.
6.
6.1
Für die
Prüfung
der Voraussetzung
einer bleibenden oder längere Zeit dauern
den Erwerbseinbusse von etwa 20
%
ist
ein Einkommensvergleich im Sinne von
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG durchzuführen.
An der
Erheblichkeitsschwelle
von 20
%
wurde von der Rechtsprechung konstant fest
gehalten
(vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2009 vom 1
9.
März 2010, E. 2).
Da
der Beschwerdeführer
be
reits über einen Berufsabschluss als Elektro
monteur
verfügt
und
er überdies
Ausbildungsmodule in den Bereichen
Telefon
verkauf
, Kundenbesuche usw.
absolviert hat (Urk.
7/40/8),
lässt sich nicht sagen, dass ihm in einer
angepassten körperlich leichten
Tätigkeit nur unquali
fizierte Hilfsarbeiten möglich
sind
, wie der Beschwerdeführer vorbrachte
(
Urk.
1 S. 6
Ziff.
15).
Gemäss Arbeitsvertrag vom 1
2.
Januar 2015 erzielte
er
als Elektroinstallateur bei der
Z._
ein Einkommen von
Fr.
81‘
900.-- (
Urk.
7/69/165
Ziff.
3).
Als
Valideneinkommen
sind daher
Fr.
81‘900.-- zu veranschlagen.
6.2
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstruktur
erhe
bungen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40
Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
Zur Bestimmung des Invalideneinkommens auf der Grundlage der LSE kann
aus
nahmsweise
der Lohn eines einzelnen Sektors („Produktion" oder
„Dienst
leistungen") oder gar einer bestimmten Branche herangezogen werden, wenn es als sachgerecht erscheint, um der im Einzelfall zumutbaren erwerbli
chen Verwertung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit Rechnung zu tragen, namentlich bei Personen, die vor der Gesundheitsschädigung lange Zeit im betreffenden Bereich tätig gewesen waren und bei denen eine Arbeit in anderen Bereichen kaum in Frage kommt (SVR 2008 IV Nr. 20 S. 63, 9C_237/2007 E. 5.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_667/2013 vom 29. April 2014 E. 5.3).
6.3
Das
Invalideneinkommen
ist vorliegend
nach den LSE-Tabellenlöhnen
zu bestim
men.
Die gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, weiterhin körperlich schwere Arbeit zu verrichten, führt nicht automatisch zu einer Verminderung des hypothetischen Invalidenlohnes, weil der Tabellenlohn bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_455/2013 vom
4.
Oktober 2013 E. 4.4).
Nachdem dem Beschwerdeführer eine körperlich leichte Tätigkeit
uneingeschränkt
möglich ist, besteht kein Raum für einen weiteren Abzug vom Tabellenlohn.
Nach der
Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2012
ergibt sich
für das Kompetenzniveau zwei (praktische Tätigkeiten wie Ver
kauf/Pflege/Daten
ver
arbeitung und Administration/Bedienen von Maschinen und elektronischen Geräten) ein monatlicher Verdienst von durchschnittlich Fr.
5‘633.-- (LSE 2012, Tabelle TA1, S.
35
).
Auf das Kompetenzniveau zwei kann abgestellt werden. Bei einer betriebsüblichen Wochenarbeitszeit
im Jahr 201
5
von 41.7 Stunden und einer Nominallohnentwicklung
von 0.7
%
im Jahr 2013, 0.8
% im Jahr 2014 und 0.4
%
im Jahr 2015 resultiert ein
Inv
alidenein
kommen
von
Fr.
71‘816.--
(
Fr.
5‘633.-- x 12 : 40 x 41.7 x 1.007 x 1.008 x 1.004).
Ausgehend von
einem
Valideneinkommen
von
Fr.
81‘900.-- und einem Invalideneinkommen von
Fr.
71‘816.-- ergibt sich eine Erwerbseinbusse von
Fr.
10‘084.-- beziehungs
weise von 12.3
%
.
Die zu erwartende Erwerbseinbusse von 12.3
%
liegt
daher deutlich
unter dem vorausgesetzten Invaliditätsgrad von zirka 20
%
. Ein Anspruch auf Umschulung
ist daher zu verneinen.
Da der Invaliditätsgrad von 12.3
%
auch weit unter der rentenrelevanten Grenze von 40
%
liegt (vgl. vorstehende E. 1.3), besteht auch kein Anspruch auf eine Invalidenrente.
6.4
Zusamme
nfassend ergibt sich, dass der Beschwerdeführer Anspruch auf Berufs
be
ratung hat. Ein Anspruch auf Umschulung
oder eine Invalidenrente
besteht dagegen nicht.
Die Beschwerde ist daher teilweise gutzuheissen.
7.
7.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert
festzulegen. Vorliegend sind die Gerichtskosten von
Fr.
6
00.--
dem Beschwerdeführer zu zwei Drittel und der Beschwerdegegnerin zu einem Drittel
aufzuerlegen.
7.2
Nach
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Der teilweise obsiegende Beschwerdeführer hat Anspruch auf eine reduzierte Prozessentschädigung von
Fr.
7
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwert
steuer).