Decision ID: 6b3cfcc8-3e8e-4e88-9dd3-2e8c214632e0
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
B._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Dieter Studer, Hauptstrasse 11a,
8280 Kreuzlingen,
gegen
Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft, Hohlstrasse 552, Postfach, 8048 Zürich,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Versicherungsleistungen - Unfall vom 23. Juni 2000 und 24. Juli 2001
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Sachverhalt:
A.
A.a Die 1976 geborene B._ (nachfolgend: Versicherte) war als Krankenschwester
im Kantonsspital St. Gallen (nachfolgend: Arbeitgeber) tätig und dadurch bei den
Allianz Suisse Versicherungen (vormals Elvia; nachfolgend: Allianz) unfallversichert, als
der Arbeitgeber am 3. Juli 2000 meldete, die Versicherte habe am 23. Juni 2000 einen
Auffahrunfall erlitten (UV-act. 0/1). Die Allianz anerkannte ihre Leistungspflicht (UV-act.
0/4). Der erstbehandelnde Arzt Dr. med. A._, Allgemeine Medizin FMH, bescheinigte
am 31. Juli 2000 das Vorliegen einer leichten HWS-Distorsion (UV-act. 0/6).
A.b Am 23. August 2001 meldete der Arbeitgeber, die Versicherte sei am 24. Juli 2001
als Beifahrerin im Wagen ihres Partners beim Einparkieren verletzt worden, als ein
Motorrad mit grosser Geschwindigkeit in die Beifahrerseite des Autos gefahren sei (UV-
act. 1/5). Über diesen Unfall wurde ein Polizeibericht erstellt (UV-act.1/2). Die
Erstbehandlung erfolgte im Kantonsspital St. Gallen, wo eine Distorsion der HWS und
eine Kontusion des Beckens diagnostiziert wurden (UV-act. 1/1, 1/3). In der Folge
erwarb die Beschwerdeführerin im Rahmen einer Umschulung im Jahr 2003 die Matura
und begann daraufhin eine Ausbildung im pädagogischen Bereich, welche sie jedoch
im Jahr 2006 gesundheitsbedingt abbrach.
A.c Im Nachgang zu weiteren ärztlichen Behandlungen und Abklärungen stellte die
Allianz mit Verfügung vom 25. April 2007 die Leistungen für das Unfallereignis vom
23. Juni 2000 auf den 23. Juli 2001 ein mit der Begründung, bereits der natürliche
Unfallkausalzusammenhang müsse mit einem Fragezeichen behaftet werden, nachdem
zwar die Diagnose eines Schleudertraumas gestellt worden sei, es jedoch am
typischen Beschwerdebild gemäss Rechtsprechung fehle. Der adäquate
Kausalzusammenhang sei nicht gegeben. Auf die Rückforderung von zuviel erbrachten
Versicherungsleistungen werde verzichtetet (UV-act. 0/67). Mit einer weiteren
Verfügung vom 25. April 2007 gab die Allianz dem Rechtsvertreter der Versicherten im
Zusammenhang mit dem zweiten Unfall unter anderem bekannt, auf weitere
Abklärungen zur natürlichen Unfallkausalität werde verzichtet, da die Leistungen in
jedem Fall mangels adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall vom 24.
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Juli 2001 und den anhaltenden Gesundheitsbeschwerden auf den 31. Januar 2007
einzustellen seien (UV-act. 2/234). Die gegen diese Verfügungen vom Rechtsvertreter
der Versicherten erhobenen Einsprachen vom 29. Mai 2007 (UV-act. 0/72, 2/240) wies
die Allianz mit Einspracheentscheiden vom 1. Februar 2008 ab. Der Krankenversicherer
Swica hatte am 12. Juni 2007 die von ihm am 3. Mai 2007 vorsorglich erhobenen
Einsprachen wieder zurückgezogen (UV-act. 0/69, 0/76, 2/238, 2/244).
B.
B.a Gegen die Einspracheentscheide vom 1. Februar 2008 erhob Rechtsanwalt lic. iur.
Dieter Studer, Kreuzlingen, für die Versicherte mit Eingaben vom 4. März 2008
Beschwerde und beantragte, die Einspracheentscheide seien aufzuheben und der
Beschwerdeführerin seien über den 24. Juli 2001 (UV 2008/29) bzw. über den 31.
Januar 2007 hinaus (UV 2008/28) die gesetzlichen Leistungen der obligatorischen
Unfallversicherung zu erbringen. Die Angelegenheit sei zur Festsetzung der der
Beschwerdeführerin zustehenden Leistungen an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen.
Im Verfahren UV 2008/28 verwies der Rechtsvertreter auf die Einsprachebegründung
vom 29. Mai 2007 und führte unter anderem aus, aufgrund des MEDAS-Gutachtens
vom 4. Dezember 2006 stehe fest, dass die Beschwerdeführerin als Krankenschwester
100 % arbeitsunfähig sei. Dies zu 75 % aufgrund des Unfalls vom 24. Juli 2001 und zu
25 % aufgrund des Unfallereignisses vom 23. Juni 2000. Es sei davon auszugehen,
dass die Folgen des Unfalls vom 23. Juni 2000 ohne das spätere Unfallereignis
abgeklungen wären. Somit seien die aktuellen medizinischen Unfallfolgen voll dem
Unfallereignis von 2001 zuzurechnen. Eine Arbeitsunfähigkeit aus psychischen
Gründen bestehe nicht. Die Umschulung zur Primarlehrerin sei gescheitert wegen der
schweren Schultaschen, die hätten getragen werden müssen, wegen der Fehlhaltung
im Musikunterricht sowie der Überbelastung, welche der Turnunterricht bewirkt habe.
Sofern die Adäquanz gegeben sei, müsse das Valideneinkommen als
Krankenschwester dem Invalideneinkommen in einer dem Gesundheitsschaden
angepassten Verweistätigkeit gegenübergestellt werden. Ausgehend von einem
mittelschweren Unfall seien mehrere Adäquanzkriterien gemäss Schleudertrauma-
Rechtsprechung erfüllt. Bereits wegen der zwei Unfälle und der damit verbundenen
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Komplikationen sei das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der Verletzung
gegeben. Im Weiteren lägen eine ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung,
Dauerbeschwerden, ein schwieriger Heilverlauf und eine hochgradige
Arbeitsunfähigkeit während langer Dauer vor. Ergänzend dazu müsse auch das
Gesamtbild betrachtet werden. Die Beschwerdeführerin habe aus medizinischen
Gründen nach dem Unfall nicht mehr auf dem erlernten Beruf arbeiten können. Die
Umschulung sei solange gut gegangen, als nur sehr wenig körperliche Leistungen
abgefordert worden seien (Matura). In der angestrebten Ausbildung zur Primarlehrerin
habe die schwere Schultasche sowie die Unmöglichkeit, die Beschwerdeführerin vom
Musik- und Turnunterricht zu dispensieren, zu schweren und nachhaltigen
Exazerbationen geführt. Auch in der Gesamtschau rechtfertige es sich, die Adäquanz
zu bejahen. Bei der Zusprechung der Parteientschädigung seien das aufwändige
Verfahren und die komplizierten medizinischen Akten zu berücksichtigen.
Im Verfahren UV 2008/29 verwies der Rechtsvertreter ebenfalls auf die
Einsprachebegründung vom 29. Mai 2007 und legte zusätzlich dar, dieses
Rechtsmittelverfahren werde (nur) für den Fall geführt, dass die Beschwerde bezüglich
des Unfalls vom 24. Juli 2001 (UV 2008/28) nicht gutgeheissen werden sollte bzw.
persistierende Unfallfolgen aus dem Ereignis vom 23. Juni 2001 (richtig wohl: 2000)
angenommen und nicht über das Verfahren betreffend des Unfalles vom 24. Juli 2001
abgehandelt würden.
B.b In den Beschwerdeantworten vom 11. April 2008 beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerden. Zur Begründung verwies sie auf
die Darlegungen in den angefochtenen Einspracheentscheiden und führte unter
anderem aus, sie halte - mangels nachgewiesener organischer
Gesundheitsschädigung, welche sich auf den Unfall vom 24. Juli 2001 zurückführen
lasse - an der Adäquanzprüfung nach der Rechtsprechung für psychische Unfallfolgen
fest, auch wenn gutachterlich keine psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit festgestellt
werden konnte. Die Evaluation der Umschulungsmöglichkeiten obliege der IV-Stelle
des Kantons St. Gallen. Mit Vorbescheid der IV-Stelle vom 25. Februar 2008 sei
festgehalten worden, dass die Beschwerdeführerin seit dem 8. Juni 2007 zu 100% als
Hausfrau und Mutter tätig sei, weshalb kein Anspruch auf Invalidenrente oder
berufliche Massnahmen bestehe. Die von der Beschwerdeführerin verlangte Vornahme
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des Einkommensvergleichs sei obsolet, da über den 31. Januar 2007 hinaus mangels
adäquatem Kausalzusammenhang keine weitere Leistungspflicht der
Beschwerdegegnerin mehr bestehe. Als Hausfrau und Mutter erbringe die
Beschwerdeführerin den Tatbeweis, dass sie voll einsatz- und arbeitsfähig sei. Die
Adäquanz sei auch unter Berücksichtigung der zwischenzeitlich geänderten
Adäquanzkriterien (gemäss BGE 134 V 109) bei mittelschweren Unfällen zu verneinen.
B.c Mit Repliken vom 5. Mai 2008 und Dupliken vom 15. Mai 2008 hielten die Parteien
- unter Berücksichtigung der erwähnten Rechtsprechungs-Änderung - an ihren
Standpunkten fest.

Erwägungen:
1.
1.1 Streitig ist zum einen, ob auch für die Zeit nach dem 23. Juli 2001 Folgen des
Unfalls vom 23. Juni 2000 vorliegen (UV 2008/29) und zum anderen, ob nach dem 31.
Januar 2007 bestehende gesundheitliche Probleme der Beschwerdeführerin dem Unfall
vom 24. Juli 2001 adäquat kausal zuzurechnen sind (UV 2008/28). Da sich die beiden
Beschwerden gegen Entscheide derselben Vorinstanz richten, im Wesentlichen den
gleichen (gesundheitlichen) Sachverhalt betreffen und in beiden Fällen die Einstellung
von Leistungen bzw. die Adäquanz-Frage zu prüfen ist, rechtfertigt es sich, die
Verfahren zu vereinigen und in einem einzigen Urteil zu erledigen (vgl. BGE 123 V 214
Erw. 1). Diese Verfahrensvereinigung ermöglicht auch die zur Beurteilung der
Streitsache erforderliche Gesamtsicht.
1.2 Die Beschwerdegegnerin legte in den angefochtenen Entscheiden die rechtlichen
Voraussetzungen des Bestehens eines natürlichen und adäquaten
Kausalzusammenhangs zwischen physischen und psychischen
Gesundheitsschädigungen (einschliesslich Schleudertrauma der Halswirbelsäule und
diesem äquivalenten Verletzungen) und einem Unfall (dortige Erwägungen 5a-d und 6)
und die Anforderungen an den Beweiswert von ärztlichen Berichten (Erwägung 5f
[Unfall vom 24. Juli 2001]) grundsätzlich zutreffend dar. Zwischenzeitlich ergab sich
nun allerdings eine Rechtsprechungs-anpassung insofern, als das Bundesgericht unter
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anderem den Katalog der bisherigen adäquanzrelevanten Kriterien bei
Schleudertrauma-Verletzungen (BGE 117 V 359 Erw. 6a, 369 Erw. 4b) wie folgt neu
umschrieb: Besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit
des Unfalls, schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, fortgesetzt
spezifische, belastende ärztliche Behandlung, erhebliche Beschwerden, ärztliche
Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert, schwieriger
Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen sowie erhebliche Arbeitsunfähigkeit
trotz ausgewiesener Anstrengungen (Urteil des Bundesgerichts vom 19. Februar 2008
i/S M. [U 394/06 = BGE 134 V 109], Erwägung 10.3). Diese Präzisierung der
Rechtsprechung ist auch auf die hier streitige Angelegenheit anwendbar. Dabei ist die
Adäquanz grundsätzlich für jeden Unfall gesondert zu beurteilen (Urteil des EVG
[Eidgenössisches Versicherungsgericht; seit 1. Januar 2007: sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts] 26. April 2006 i/S [U 39/04] Erw. 3.3.2).
2.
2.1 Dr. A._ vermerkte im Bericht vom 31. Juli 2000, unmittelbar im Nachgang zum
Unfall vom 23. Juni 2000 mit HWS-Distorsion sei die Beschwerdeführerin psychisch
leicht erregt gewesen; eine Bewusstlosigkeit und Schürfungen hätten nicht vorgelegen
(UV-act. 0/6). Im Zusatzfragebogen bei HWS-Verletzungen bestätigte der Arzt
gleichentags, nach dem Unfall hätten leichter Schwindel und ein Spontanschmerz im
Nacken vorgelegen (UV-act. 0/7). Am 14. August 2000 vermerkte Dr. A._ zusätzlich
Kopfschmerzen sowie einen psychisch stabilen Zustand (UV-act. 0/9). Im Bericht des
Schadeninspektors vom 12./16. Oktober 2000 wurde zusätzlich festgehalten, es habe
kein Kopfanprall stattgefunden. Die Beschwerdeführerin habe ihre Arbeit am
1. September 2000 zu 50 % und am 12. September 2000 zu 100 % wieder
aufgenommen (UV-act. 0/16; vgl. auch UV-act. 0/13). Am 7. November 2000 meldete
Dr. med. C._ den Behandlungsabschluss (UV-act. 0/18). Im Januar 2001 reiste die
Beschwerdeführerin für einen Sprachaufenthalt nach Australien. In der Folge ergab sich
im Februar 2001 erneut eine Behandlungsbedürftigkeit (Therapie und Massage; UV-act.
0/20). Diesbezüglich gab die Beschwerdeführerin später an, sie sei gegen Ende 2000
nahezu beschwerdefrei gewesen. Danach habe sie einen Sprachaufenthalt in Australien
angetreten, wo es ihr wieder zunehmend schlechter gegangen sei, weil sie keine
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Therapien mehr gehabt habe. Nach der Rückkehr in der Schweiz habe sie die
Therapien und die Arbeit wieder voll aufgenommen (UV-act. 0/26).
2.2 Nach dem zweiten Unfall vom 24. Juli 2001 klagte die Beschwerdeführerin über
eine Beschwerdenverstärkung (UV-act. 0/23). Dr. C._ berichtete am 27. August 2001
unter anderem über eine schmerzbedingt leicht eingeschränkte HWS mit
schmerzhafter Muskulatur (UV-act. 1/6). Am 17. September 2001 erwähnte die Ärztin
das Bestehen von Nacken- und Kopfschmerzen und äusserte den Verdacht auf eine
latente posttraumatische Belastungsstörung (UV-act. 1/9). D._, Arzt für Neurologie,
berichtete am 5. und 21. September 2001 unter anderem über einen persistierendes
cervicocraniales- und brachiales Schmerzsyndrom ohne Hinweis auf radikuläre
Läsionen, einen Verdacht auf eine latente posttraumatische Belastungsstörung sowie
einen Status nach Unfall vom 24. Juli 2001 mit vermehrten Schmerzen der HWS und
des Beckens, ohne fassbare ossäre Läsionen oder neurologische Ausfälle. Es finde
regelmässige physiotherapeutische Behandlung statt (UV-act. 1/8, 0/25; vgl. auch UV-
act. 1/4). Anlässlich einer Besprechung mit dem Haftpflichtversicherer gab die
Beschwerdeführerin am 25. Oktober 2001 an, beim Ereignis vom 24. Juli 2001 habe
kein eigentlicher Kopfanprall stattgefunden, jedoch sei sie auf das herannahende
Motorrad fixiert gewesen. Bei der Kollision sei der Kopf nach links hinten geschleudert
worden. Unmittelbar nach dem Ereignis hätten sich Schmerzen im Hals- und
Nackenbereich und später auch Becken- und Rippenschmerzen eingestellt. Eine
Bewusstlosigkeit sei nicht eingetreten. Sie habe noch dem Sozius des Motorrades
geholfen, bevor nach ca 10 Minuten Schockzeichen eingetreten seien; sie habe am
ganzen Körper zu zittern begonnen und es habe Brechreiz (ohne Erbrechen)
bestanden. Weiter gab sie an, sie habe Konzentrationsstörungen im Bereich der
Wortfindung. Mehr oder weniger schon vor dem Unfall habe sie den Entscheid gefällt,
die Berufsmatura zu absolvieren und sich anschliessend auf den Bereich Pädagogik zu
konzentrieren (Beilage zu UV-act. 1/14; vgl. auch UV-act. 1/41). In einem "Protokoll
HWS" vom 8. Oktober 2001 waren die gleichen Angaben ebenfalls vermerkt worden
(Beilage zu UV-act. 1/14). Im Bericht vom 20. Februar 2002 hielt Dr. med. E._, Innere
Medizin, speziell Rheumatologie FMH, unter anderem fest, die Beschwerdeführerin
leide unter chronisch persistierenden muskuloskelettalen Beschwerden im Anschluss
an ein zweifaches HWS-Beschleunigungstrauma. Eine berufliche Umstellung bzw.
Weiterbildung sei indiziert. Aktuell würden Hinweise auf neuropsychologische Defizite
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fehlen (UV-act. 1/31). Eine Unfallanalyse der Zürich ergab gemäss Bericht vom 8. April
2002 unter anderem, dass die Kollisionsgeschwindigkeit des Motorrades 30-40 km/h
betragen hatte und sich die Beschwerdeführerin durch den Aufprall des Motorrades
nach vorne rechts bewegte. Die errechnete kollisionsbedingte
Geschwindigkeitsänderung des Personenwagens, in welchem die Beschwerdeführerin
als Beifahrerin sass, sei im Bereich von 7-12 km/h gelegen (UV-act. 1/36).
2.3 Anlässlich einer Reha-Konferenz zwischen den beteiligten Versicherern und der
Beschwerdeführerin wurden am 2. Mai 2002 unter anderem deren gesundheitliche
Situation und Weiterbildungs-Pläne (zur Lehrerin) diskutiert (UV-act. 0/26). In der Folge
bestand die Beschwerdeführerin im Jahr 2003 die Matura-Prüfung (UV-act. 0/33, 0/36,
1/119). Dr. C._ hatte gegenüber der Schadeninspektorin am 23. Januar 2004
festgehalten, ihre Angabe, wonach die Behandlung nach dem ersten Unfall am 7.
November 2000 abgeschlossen gewesen sei, sei nicht korrekt. Nach dem 4. Mai 2001
hätten (nach der Rückkehr aus Australien) wieder Behandlungen stattgefunden. Eine
Notwendigkeit, die Beschwerdeführerin nach der Arbeitsaufnahme am 12. September
2000 und im Mai 2001 arbeitsunfähig zu schreiben, habe jedoch nicht bestanden.
Trotzdem würde sie die Aussage, dass das Gesamtbild durch das Zusammenwirken
beider Unfälle zustande gekommen sei, eher bejahen (UV-act. 0/34). Prof. Dr. med.
F._, Spezialarzt Chirurgie FMH, legte am 16. März 2004 zuhanden der
Haftpflichtversicherung dar, seit Mai 2001 (Rückkehr aus Australien) habe die
Beschwerdeführerin 100% ohne jegliche Einschränkung einschliesslich Nacht- und
Wochenenddienst an ihrer vorherigen Stelle als Krankenschwester geleistet. Ein Jahr
nach dem ersten Unfall hätten wohl noch Restbeschwerden bestanden, und es seien
noch verschiedene Therapien durchgeführt worden. Im Beruf als Krankenschwester
habe jedoch volle Arbeitsfähigkeit vorgelegen. Seit dem zweiten Unfall sei die
Versicherte als Krankenschwester vollständig und für immer arbeitsunfähig, und es sei
eine Umschulung zur Primarlehrerin im Gang. Die Folgen des zweiten Unfalls seien der
Auslöser für die Umschulung zur Primarlehrerin. Der prozentuale Anteil des ersten
Unfalls an der Gesamtkausalität sei mit 25 % bzw. höchstens 30 % zu beziffern (UV-
act. 0/34, 1/127). Diese Ausführungen bestätigte Prof. F._ am 6. Juli 2004 (UV-act.
0/35, 1/130). Eine Abklärung im Kantonsspital St. Gallen ergab gemäss Bericht vom 13.
April 2005 den Verdacht auf eine psycho-vegetative Erschöpfungsreaktion bei
Überlastung sowie ein chronifiziertes HWS-Syndrom (UV-act. 1/148). Im April 2005
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brach die Beschwerdeführerin die Umschulung zur Primarlehrerin gesundheitsbedingt
ab (vgl. UV-act. 0/55, 1/170). Im Nachgang zu einem Aufenthalt in der "dreischiibe", St.
Gallen, berichtete diese Institution am 10. Februar 2006, die Beschwerdeführerin habe
alle Möglichkeiten einer 50%-Tätigkeit ausgeschöpft. Die realistische
Leistungsfähigkeit liege bei 30% (UV-act. 2/199). Im Gutachten der MEDAS Basel vom
4. Dezember 2006 wurde als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein
chronifiziertes zerviko-thorakovertebrales Schmerzsyndrom mit teils lumbovertebralen
Schmerzanteilen und nichtradikulären Schmerzausstrahlungen im Bereich des
Beckenkamms und des Brustkorbs festgehalten. Die Gutachter legten unter anderem
dar, wie bereits anlässlich der Begutachtung im Jahr 2002 bestehe weiterhin eine
praktisch vollständig freie Wirbelsäulenbeweglichkeit in allen Abschnitten mit
ungestörtem Motilitätsbild ohne neurologische Ausfälle und ohne wesentliche
radiologische degenerative Veränderungen. Nach wie vor könne keine Erklärung für die
Diskrepanz zwischen dem subjektiven Schmerzerleben und dem objektivierbaren
Befund gefunden werden. Eine körperlich mittelschwere oder schwere Tätigkeit, wie
diejenige als Krankenschwester in der Grundbetreuung von Patienten, sei nicht mehr
zumutbar; dies ab dem Zeitpunkt des zweiten Unfalls vom 24. Juli 2001. Hingegen
liege eine volle Arbeitsfähigkeit für eine körperlich leichte Tätigkeit ohne
Zwangshaltungen, Überkopfarbeiten und ohne Heben und Tragen von Lasten von mehr
als fünf Kilogramm vor. Aus medizinischer Sicht bestehe für jede schulische
Ausbildung oder für eine entsprechende Arbeitstätigkeit keinerlei Einschränkung. Es sei
von einem im Wesentlichen unveränderten Zustand gegenüber 2002 auszugehen. Aus
psychiatrischer Sicht könne (weiterhin) keine Diagnose von Krankheitswert gestellt
werden. Eine eingehende neuropsychologische Testung habe ein unauffälliges
kognitives Leistungsvermögen ergeben. Den medizinischen Endzustand erachteten die
Gutachter ab dem Zeitpunkt der Begutachtung als erreicht. Aus muskuloskelettärer
Sicht erscheine ein (unfallbedingter) Integritätsschaden von 10% zuerkennbar. Alle
muskuloskelettären Diagnosen hätten mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ihren
Ursprung in den beiden Unfallereignissen. Die Summe der beiden Unfälle habe zu einer
bleibenden Einschränkung der Belastbarkeit des Achsenskeletts und zu einer
Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit (als Krankenschwester) geführt (UV-
act. 2/227; Gutachten S. 17-29).
3.
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3.1 Die MEDAS-Gutachter befragten die Beschwerdeführerin zum Beschwerdeverlauf
in der Zeit zwischen den beiden MEDAS-Begutachtungen vom Dezember 2002 (hierzu
sind keine Akten vorhanden) und August 2006 (vgl. UV-act. 2/227, Hauptgutachten
S. 10, 14, 17, 21 und rheumatologisches Gutachten S. 3). Sie berücksichtigten diesen
in ihrer Beurteilung insofern, als sie aufgrund von entsprechenden Abklärungen neue
somatische und psychiatrische Aspekte verneinten. Insbesondere die im Bericht des
Kantonsspitals vom 13. April 2005 festgehaltene Verdachtsdiagnose einer psycho-
vegetativen Erschöpfungsreaktion liess sich im Rahmen der zweiten MEDAS-
Begutachtung (der Bericht wurde auf S. 10 des Gutachtens erwähnt) nicht erhärten
(vgl. psychiatrisches Konsiliargutachten S. 4). Die Gutachter verneinen eine
psychiatrische Erkrankung, zogen jedoch in Betracht, dass gewisse Probleme in der
Akzeptanz des Abbrechens der initial mit viel Enthusiasmus begonnenen Umschulung
und des anschliessenden Studiums eine Rolle gespielt haben könnten (UV-act. 2/227
S. 19 unten). In diesem Zusammenhang ist festzuhalten, dass der Unfallversicherer
nicht den Beweis für unfallfremde Ursachen zu erbringen, sondern nur darzutun hat,
dass die unfallbedingten Ursachen des Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung
verloren haben. Eben so wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen
Beweis zu verlangen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliegt oder die versicherte
Person nun bei voller Gesundheit ist (Urteil des EVG vom 27. Februar 2004 i.S. A. [U
29/03]). Sodann lag auch der Bericht der "dreischiibe" vom 10. Februar 2006 den
MEDAS-Gutachtern vor (UV-act. 2/227 S. 5). Die dort ermittelte Leistungsfähigkeit von
30% liess sich aufgrund der medizinischen Befunde der MEDAS-Begutachtung nicht
auf objektive gesundheitliche Gegebenheiten zurückführen. Die Gutachter erachteten
die massive Diskrepanz zwischen objektiven Befunden und subjektiver
Leistungsfähigkeit als nicht erklärbar. In diesem Sinn setzten sie sich auch mit dem
Ergebnis der Abklärung in der "dreischiibe" auseinander. Nachdem das MEDAS-
Gutachten ausführlich und nachvollziehbar begründet wurde, ist kein Anlass für weitere
medizinische Abklärungen ersichtlich.
3.2 Im MEDAS-Gutachten 2006 wurde festgehalten, bei der Beschwerdeführerin
fänden sich organisch-klinisch verspannte und druckdolente parazervikale
Nackenmuskeln sowie dolente lumbale Weichteile. Es bestehe eine minimale
Bewegungseinschränkung lumbal wie zervikal, die jedoch inkonstant erscheine.
Radiomorphologisch sei eine minimale Osteochondrose C5/6 gefunden worden.
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Insgesamt liege mit diesen Befunden ein fassbares Beschwerdekorrelat vor, wobei das
Ausmass der geltend gemachten Schmerzen und der daraus abgeleiteten Behinderung
inadäquat erscheine zum Ausmass der objektiverbaren organischen Befundsubstrate.
Eine kausale Zuordnung auf die beiden Unfälle sei höchstens indirekt möglich; sie (die
MEDAS-Gutachter) könnten sich der Argumentation von Prof. F._ anschliessen (vgl.
UV-act. 2/227 S. 23). Letzterer hatte den prozentualen Anteil des ersten Unfalls an der
Gesamtkausalität mit 25 % bzw. höchstens 30 % beziffert (UV-act. 0/34, 1/127). Somit
wird von den MEDAS-Gutachtern ein durch die Unfälle vom 23. Juni 2000 und 24. Juli
2001 bedingter organischer Gesundheitsschaden an der HWS in geringem Umfang
zwar bejaht, jedoch eine Auswirkung desselben auf die Arbeitsfähigkeit und auch eine
Behandlungsbedürftigkeit explizit verneint. Die Unfall-Adäquanz ist dementsprechend
zwar im Umfang der somatisch-organischen Unfall-Befunde ohne weiteres (d.h. ohne
zusätzliche Adäquanzprüfung) zu bejahen; sie vermag jedoch mangels daraus sich
ergebender Arbeitsunfähigkeit und eigentlicher Behandlungsbedürftigkeit für sich allein
keine Leistungspflicht der Beklagten auszulösen. Die MEDAS-Gutachter erachteten
lediglich eine phasenweise (unfallbedingte) physiotherapeutische Intervention indiziert;
dies niederfrequent vor allem zur Kontrolle der in Eigenregie durchgeführten Übungen
(UV-act. 2/227 S. 26 oben). Ausschliesslich in diesem Umfang ist eine Leistungspflicht
der Beschwerdegegnerin ohne weiteres zu bejahen.
Da sich jedoch bei schleudertraumaähnlichen medizinischen Sachverhalten über den
erwähnten organischen Gesundheitsschaden hinaus auch aus nicht im eigentlichen
Sinn messbaren (d.h. "lediglich" klinischen) Befunden eine Leistungspflicht des
Unfallversicherers ergeben kann, stellt sich bei beiden Ereignissen die Frage, ob eine
Kausalität unter dem Blickwinkel der schleudertraumaähnlichen Verletzung zu bejahen
ist. So liess denn auch die Beschwerdeführerin im Einspracheverfahren in diesem Sinn
geltend machen, dass der Behinderungsgrad und die subjektive Schmerzintensität oft
nicht parallel mit dem Ausmass der organisch identifizierbaren Läsion einhergehe und
es wissenschaftlich dokumentiert sei, dass Faktoren ausserhalb des
Bewegungsapparates eine - wenn auch kaum zu quantifizierende - Rolle spielen
würden.
3.3 Ein für Schleudertrauma-Verletzungen typisches Beschwerdebild - konkret
wurden für die Zeit nach dem Unfall Schwindel und Kopfschmerzen ärztlich bestätigt -
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lässt sich bezogen auf den Unfall vom 23. Juni 2000 nicht ohne weiteres in Abrede
stellen, zumal der Zeitraum von 24 bis 72 Stunden nach dem Unfall ausschliesslich für
Nacken- und Halswirbelsäulenbeschwerden gilt und nicht auch für jene, die
typischerweise im Rahmen eines Schleudertraumas auftreten können (Urteil des
Bundesgerichts vom 30. Januar 2007 i/S T. [U 215/05], Erw. 5.3). Hingegen war nach
Lage der Akten ein typisches Beschwerdebild im streitigen Einstellungszeitpunkt (23.
Juli 2001) nicht mehr - oder jedenfalls nicht mehr mit der erforderlichen Häufung -
gegeben (vgl. MEDAS-Gutachten 2006 S. 28), auch wenn nach der Rückkehr aus
Australien die Physiotherapie wieder aufgenommen werden musste (vgl. UV-act. 0/26).
Aber selbst wenn ein typisches Beschwerdebild im Einstellungszeitpunkt zu bejahen
wäre, müsste - wie nachstehend zu zeigen sein wird - der adäquate
Kausalzusammenhang verneint werden.
3.4 Hinsichtlich des Unfalls vom 24. Juli 2001 ist festzuhalten, dass der
Unfallmechanismus (Seitenkollision) nicht typisch ist für eine schleudertraumaähnliche
Verletzung (HWS-Distorsion), wie sie nach der Erstbehandlung im Kantonsspital
diagnostiziert wurde (UV-act. 1/3). Konkrete Anhaltspunkte, aufgrund welcher eine
solche Verletzung ohne weiteres zu verneinen wäre, sind jedoch aus den Akten
ebenfalls nicht ersichtlich, zumal sich durch die in der Unfallanalyse der Zürich
bestätigte kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung durchaus eine Kopfbewegung
in der von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Art (mit der Folge einer HWS-
Distorsion) hatte ergeben können. Im MEDAS-Gutachten wurde ausgeführt, ein
sogenannt typisches Beschwerdebild nach HWS-Distorsion liege "nicht vordergründig"
vor. Insbesondere liessen sich keine neuropsychologischen Defizite objektivieren. Die
aktuellen Beschwerden seien zum überwiegenden Teil durch den zweiten Unfall
bedingt, welcher in keiner Weise einer HWS-Distorsion entspreche. Die Gutachter
verneinten sodann weitere "typische" Beschwerden explizit (vgl. UV-act. 2/227 S. 28).
Ein für Schleudertrauma-Verletzungen typisches Beschwerdebild kann daher bereits
für die Zeit unmittelbar nach dem zweiten Unfall nicht als belegt gelten. Jedenfalls aber
war nach Lage der Akten ein typisches Beschwerdebild im streitigen
Einstellungszeitpunkt (31. Januar 2007) nicht mehr gegeben. Selbst wenn aber ein
solches im Einstellungszeitpunkt zu bejahen wäre, müsste - wie nachstehend zu zeigen
sein wird - der adäquate Kausalzusammenhang bei Anwendung der Kriterien nach
BGE 134 V 109 verneint werden. Die von den Parteien diskutierte und von der
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Beschwerdeführerin verneinte Frage, ob die Adäquanz hinsichtlich des zweiten Unfalls
nach der Rechtsprechung zur Adäquanz von psychischen Unfallfolgen (BGE 115 V 133)
zu prüfen wäre, braucht daher nicht geprüft zu werden.
4.
Bei den Ereignissen vom 23. Juni 2000 und 24. Juli 2001 ist von mittelschweren
Unfällen auszugehen. Die Annahme von leichten Ereignissen liesse sich auch mit
Hinweis auf die kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung angesichts der
Unfallumstände nicht zureichend begründen (vgl. dazu Urteil des EVG vom 6. Februar
2007 i/S G. [U 479/05] Erw. 7, sowie vom 30. Juni 2006 i/S S. [U 483/05] Erw. 6.2). Eine
besondere Eindrücklichkeit oder dramatische Begleitumstände (vgl. die Kasuistik zu
diesem Kriterium in Rumo-Jungo, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 3. A., S. 58-64,
sowie Urteile des EVG vom 23. November 2004 i/S B., Erw. 2.3 [U 109/04] und vom 2.
März 2005 i/S S., Erw. 5.1 [U 309/03]) können beim ersten Unfall offensichtlich nicht als
belegt gelten. Dem zweiten Unfall kann eine gewisse Eindrücklichkeit insofern
zuerkannt werden, als die Beschwerdeführerin das herannahende Motorrad
beobachtete; eine besondere Eindrücklichkeit oder Dramatik lässt sich aber nicht
ableiten, zumal in diesem Zusammenhang nicht vom subjektiven Empfinden, sondern
vom objektiven Unfallereignis auszugehen ist (Urteil des EVG vom 30. März 2005 i/S S.
[U 294/05] Erw. 3.3.1). Bei den erlittenen HWS-Distorsionen handelt es sich nicht um
Verletzungen, die durch ihre Schwere oder besondere Art charakterisiert wären (vgl.
Urteil des EVG vom 9. August 2004 i/S J. [U 116/04]). Der Umstand, dass die
Beschwerdeführerin das herannahende Motorrad beobachtete und dadurch den Kopf
nach rechts drehte, vermag noch keine aussergewöhnlichen Umstände hinsichtlich der
Körperhaltung im Unfallzeitpunkt zu begründen (vgl. Urteil des EVG vom 25. Juli 2007 i/
S O. [U 328/06] Erw. 11.2). Ein Kopfanprall ist bei beiden Unfällen nicht nachgewiesen.
Wie dargelegt lagen aber bei der Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des Ereignisses
vom 24. Juli 2001 noch Restbeschwerden des ersten Ereignisses vor, so dass insofern
die besondere Art der Verletzung - im Sinn einer wiederholten Betroffenheit desselben
Körperteils - im Ansatz bejaht werden kann (vgl. Urteil des EVG vom 26. April 2006 [U
39/04] Erw. 3.3.2). Dieses Kriterium kann jedoch nur als geringgradig erfüllt betrachtet
werden, nachdem der zweite Unfall nicht auf eine erheblich vorgeschädigte HWS traf;
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vielmehr hätte wie dargelegt ohne den zweiten Unfall mit einer vollständigen
Wiederherstellung gerechnet werden können.
Die versicherte Person hat Anspruch auf die zweckmässige Behandlung (Art. 10 Abs. 1
UVG) der Unfallfolgen für solange, als von ihrer Fortsetzung eine namhafte Besserung
des Gesundheitszustands erwartet werden kann (Art. 19 Abs. 1 UVG e contrario). Dr.
C._ meldete am 7. November 2000 hinsichtlich des ersten Unfalls vorerst den
Behandlungsabschluss (UV-act. 0/18), welchen sie zuvor bereits im Unfallschein auf
den 12. September 2000 datiert hatte (UV-act. 0/13). Im Nachgang zum Australien-
Aufenthalt bzw. während diesem ergab sich dann eine weitere Therapiebedürftigkeit
(UV-act. 0/26, 0/34). Im MEDAS-Gutachten 2006 wurde dazu festgehalten, nach dem
ersten Unfall habe eine gute Beschwerdebesserung und volle Reintegration in den
bisherigen Beruf stattgefunden. Erst der zweite Unfall habe zu einer nachhaltigen
Verschlechterung der Gesamtsituation geführt. Die Nackenschmerzen würden
zusätzlich auch durch die thorakalen Beschwerden, welche nach dem zweiten Unfall
aufgetreten seien, mit unterhalten. Der zweite Unfall habe vor allem zu Beschwerden im
Bereich der BWS geführt, die einen ungünstigen Einfluss auf die HWS-Symptomatik
ausüben könne. Es könne, auch unter Beiziehung des Berichts von Prof. F._, davon
ausgegangen werden, dass eine 25%ige Verursachung durch den ersten und eine
75%ige Verursachung durch den zweiten Unfall plausibel sei (MEDAS-Gutachten S. 23;
UV-act. 2/227). Insgesamt kann somit festgehalten werden, dass ohne das zweite
Unfallereignis vom 24. Juli 2001 die Heilbehandlung im Nachgang zum ersten Ereignis
mit grosser Wahrscheinlichkeit hätte abgeschlossen werden können (vgl. Bericht von
Prof. F._ vom 16. März 2004 S. 3f; MEDAS-Gutachten 2006 S. 29 unten). Im
Einstellungszeitpunkt (23. Juli 2001) ist jedenfalls keine fortgesetzt spezifische,
belastende ärztliche Behandlung mehr nachgewiesen. Bei den psychotherapeutischen
Behandlungen (Konsultationen vom Dezember 2000 sowie vom Mai, Juni und Juli
2001) handelt es sich um sporadische ambulante Arztkonsultationen, welchen nicht ein
eigentlich belastender Charakter beigemessen werden kann. Entgegen der in der
Replik vertretenen Auffassung der Beschwerdeführerin (act. G 7 [UV 2008/28] S. 5
oben) können bei der Prüfung dieses Kriterium ärztliche Begutachtungen, berufliche
Massnahmen und Integrationsbemühungen nicht einbezogen werden. Das
Bundesgericht erachtete das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belastenden
ärztlichen Behandlung (BGE vom 19. Februar 2008 [U 394/06], Erw. 10.2.3) in einem
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Fall als nicht erfüllt, in welchem nach der ambulanten Erstbehandlung zwei Tage nach
dem Unfall die Versicherte durch den Hausarzt medikamentös und in der Folge mit
ambulanter und stationärer Physiotherapie behandelt wurde, die keine namhafte
Besserung brachte. Das Gericht kam zum Schluss, auch wenn später erneut
physiotherapeutische Massnahmen angeordnet worden seien, handle es sich nicht um
eine fortgesetzt spezifische, die Versicherte belastende ärztliche Behandlung (BGE 17.
April 2008 i/S H.B. [8C_181/2007] Erw. 3.2). Die MEDAS-Gutachter bestätigten im Jahr
2006 auch hinsichtlich der Folgen des zweiten Unfalls, dass der Endzustand erreicht
sei. Sie erachteten lediglich phasenweise (unfallbedingte) physiotherapeutische
Intervention indiziert, dies niederfrequent vor allem zur Kontrolle der in Eigenregie
durchgeführten Übungen (UV-act. 2/227 S. 26 oben). Somit ist auch im Zeitpunkt der
Einstellung der Leistungen für das zweite Unfallereignis am 31. Januar 2007 keine
fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung mehr dargetan. - Für das
Vorliegen von erheblichen Komplikationen lassen sich den Akten keine Anhaltspunkte
entnehmen. Nach der Rechtsprechung kann sich ein schwieriger Heilungsverlauf
dadurch ergeben, dass eine Vielfalt von Beschwerden vorliegt, die sich teilweise
wechselseitig beeinflussen und auch aus diesem Grund einem therapeutischen Zugriff
nur schwer zugänglich sind. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn sich eine
Geschädigte praktisch ununterbrochen während langer Zeit (rund 4 Jahre) ambulanter
Physiotherapie und mehreren stationären Aufenthalten unterziehen musste (vgl. Urteil
des EVG vom 28. April 2005 i/S P. [U 386/04], Erw. 5.2). Konkret ist der Hinweis der
MEDAS-Gutachter relevant, dass das Thorakovertebralsyndrom einen ungünstigen
Einfluss auf das Zervikovertebralsyndrom hat und umgekehrt (Gutachten S. 27).
Entgegen der im angefochtenen Entscheid vertretenen Auffassung lässt sich jedenfalls
allein mit diesem Hinweis das Kriterium des schwierigen Heilungsverlaufs nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit bejahen. Eine praktisch durchgehende Behandlung,
wie sie dem vorerwähnten Urteils zugrunde lag, ist im Fall der Beschwerdeführerin,
welche nach dem zweiten Unfall immerhin in der Lage war, eine schulische Ausbildung
bis zur Matura zu absolvieren, nicht dargetan. Auch von einer ärztlichen
Fehlbehandlung kann nicht ausgegangen werden.
Die Beschwerdeführerin war vom 23. Juni bis 21. August 2000 zu 100 % und in der
Folgezeit bis zum 11. September 2000 zu 50 % arbeitsunfähig (UV-act. 0/13, 0/16).
Danach war sie wieder vollumfänglich als Krankenschwester tätig. Auch nach dem
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Australien-Aufenthalt war sie uneingeschränkt an ihrem angestammten Arbeitsplatz
tätig (vgl. MEDAS-Gutachten 2006 S. 17, 29; UV-act. 2/227). Im Nachgang zum
zweiten Unfall war die Beschwerdeführerin in der Lage, die Matura im Jahr 2003
erfolgreich abzulegen. Bereits im MEDAS-Gutachten von 2002 (zitiert nach MEDAS-
Gutachten 2006 S. 20 oben; UV-act. 2/227) wurde ein volle Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin für körperlich leichte Tätigkeiten in Wechselpositionen und ohne
Zwangshaltungen, ohne Überkopfarbeiten sowie ohne Heben und Tragen von Lasten
über 5 kg bescheinigt. Damit kann eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz
ausgewiesener Anstrengungen in den Einstellungszeitpunkten (23. Juli 2001 und 31.
Januar 2007) nicht bejaht werden. Selbst wenn das Vorliegen von erheblichen
Beschwerden zu bejahen wäre, liesse es sich - bei Anwendung der Schleudertrauma-
Rechtsprechung - nicht beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die adäquate
Unfallkausalität der Wirbelsäulen-Beschwerden für die Zeit ab 23. Juli 2001 bzw. 31.
Januar 2007 verneint hat. Bei diesem Ergebnis kann eine Prüfung des Einwands des
Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin, es gehe nicht an, die Adäquanzprüfung auf
den 23. Juli 2001 vorzunehmen, obwohl die Verfügung erst vom 25. April 2007 datiere
(act. G 1 [UV 2008/29]) S. 5), offenbleiben. Dies umso mehr, als die
Beschwerdegegnerin im Nachgang zum zweiten Unfallereignis bis zum 31. Januar
2007 - ohne Unterbruch - Leistungen erbrachte und dabei nicht zwischen
verschiedenen Unfallereignissen unterschied.
5.
Soweit ausschliesslich die Schleudertrauma-Rechtsprechung zur Anwendung gebracht
würde, liessen sich die angefochtenen Einsprache-Entscheide somit im Ergebnis nicht
beanstanden. Wie erwähnt, wurde jedoch im MEDAS-Gutachten 2006 ein durch die
Unfälle vom 23. Juni 2000 und 24. Juni 2001 bedingter organischer
Gesundheitsschaden an der Wirbelsäule grundsätzlich bejaht, auch wenn dessen
Ausmass die geltend gemachten Schmerzen und Einschränkungen nicht zu erklären
vermochte. In diesem Zusammenhang ist das Vorhandensein eines adäquat-kausalen
Gesundheitsschadens aber ohne weiteres zu bejahen (vgl. vorstehend Erw. 3.2). Aus
dem MEDAS-Gutachten ergibt sich sodann, dass die Beschwerdeführerin ihren
ursprünglichen Beruf als Krankenschwester unfallbedingt nicht mehr ausüben kann.
Die MEDAS-Gutachter verneinten im Weiteren das Vorliegen von unfallfremden
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Ursachen, wobei sie eine Aufteilung der gesundheitlichen Folgen auf das erste und das
zweite Ereignis im Verhältnis 25:75 vornahmen. - Bei dieser Sachlage stellt sich -
entgegen der von der Beschwerdegegnerin in den Beschwerdeantworten vertretenen
Auffassung - die Frage einer allfällig unfallbedingten Erwerbsunfähigkeit (Art. 18 UVG).
Hieran kann der Umstand, dass die Beschwerdeführerin aktuell offenbar als Hausfrau
und Mutter tätig ist, nichts ändern. Für die Prüfung der Erwerbsunfähigkeit sind dem
Valideneinkommen, welches sich vorderhand an dem von der Beschwerdeführerin
zuletzt erzielten Einkommen als Krankenschwester zu orientieren hat, ein zumutbares
Invalideneinkommen aus einer dem Gesundheitsschaden und den beruflichen
Voraussetzungen angepassten Erwerbstätigkeit gegenüberzustellen. Dabei ist auch die
Frage des leidensbedingten Abzuges beim Invalideneinkommen zu prüfen. Die
Beschwerdegegnerin wird diesen Einkommensvergleich noch vorzunehmen und eine
entsprechende Verfügung zu erlassen haben. Sodann wird auch über die Frage der
Integritätsentschädigung (vgl. Integritätsschadenbemessung im MEDAS-Gutachten
2006) noch zu befinden sein.
6.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen sind die Beschwerden unter Aufhebung der
angefochtenen Entscheide dahingehend gutzuheissen, dass die Sache zur Prüfung des
Renten- und Integritätsentschädigungsanspruchs an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen ist. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Die
Beschwerdeführerin hat bei diesem Verfahrensausgang Anspruch auf eine
Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG). Für deren Bemessung ist zum einen zu
beachten, dass in beiden Verfahren bei identischen Akten praktisch übereinstimmende
Fragen zu beantworten waren. Zum anderen ist zu berücksichtigen, dass die zu
studierenden Akten recht umfangreich waren und es sich insgesamt um ein
überdurchschnittlich aufwändiges Verfahren handelte, bei welchem auch eine
zwischenzeitlich eingetretene Rechtsprechungs-Änderung (BGE 134 V 109) zu
berücksichtigen war. Bei diesen Gegebenheiten erscheint es gerechtfertigt, die
Parteientschädigung für beide Verfahren auf pauschal Fr. 5'000.-- (einschliesslich
Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG