Decision ID: 4b60bd83-6bd3-4290-93b7-4dcadef27c23
Year: 2014
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ X.Y. (geb. 1969) führt im Gebiet "Q." einen Milchwirtschaftsbetrieb. In zwei Ställen
an der A.-strasse und am B.-weg hält er ca. 25-30 bzw. ca. 10 Stück Rindvieh.
a) Das heutige Amt für Verbraucherschutz und Veterinärwesen (abgekürzt: AVSV) hat
die Tierhaltung von X.Y. in den vergangenen Jahren regelmässig kontrolliert. Bei jeder
Kontrolle kam es zu Beanstandungen:
- Kontrolle vom 5. Juli 2002: ungenügende Pflege eines kranken Kalbes, Verwenden
einer zu klein bemessenen Kälberboxe, Anbindehaltung von Kälbern (statt
Gruppenbucht), Standplätze Milch- und Jungvieh zu schmal bemessen, Krippe beider
Läger für den Kurzstand zu hoch bemessen (46-51 cm statt 32 cm). Zur Korrektur der
Beanstandungen wurden X.Y. unterschiedliche Fristen angesetzt (Akten AVSV, act. 2
und 3).
- Nachkontrolle vom 17. Januar 2003: Die zu kleine Kälberboxe wurde entfernt, jedoch
wurden die anderen Mängel nicht behoben bzw. kamen weitere dazu: Halten von
Tieren der Rindergattung auf zu kurz bemessenen Standplätzen oder bei zu hoher
tierseitiger Futterkrippenhöhe, Halten von Tieren der Rindergattung auf zu schmal
bemessenen Standplätzen, Anbindehaltung von Kälbern unter 4 Monaten,
ungenügende Platzverhältnisse und ungenügende Einstreu in der Kälberbucht,
Nichtgewähren des geforderten Winterauslaufes sowie ungenügende Pflege und
Betreuung einer kranken, abgemagerten Kuh. Das AVSV verfügte am 11. Februar 2003
Massnahmen und Auflagen zur Mängelbeseitigung (Akten AVSV, act. 5). Die Verfügung
erwuchs in Rechtskraft.
- Nachkontrolle vom 24. September 2003: Anbindehaltung eines Kalbes (ohne
Ohrmarken) unter 4 Monaten auf einem Holzrost ohne Einstreu, zu kurze
Anbindevorrichtung bei drei Tieren (aufrechtes Stehen nicht möglich), nicht korrektes
Anbringen eines Nackenrohres (Schürfungen und teils geschwollener Nackenbereich
bei einigen Tieren), Halten von Milchvieh sowie von Jungtieren > 300 kg bei zu hoher
tierseitiger Futterkrippenhöhe, Halten von Milchvieh auf zu schmal bemessenen
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Standplätzen. Am 22. Oktober 2003 wurden erneut Massnahmen zur Beseitigung der
Mängel verfügt, z.T. mit Frist bis 1. Dezember 2003 (vgl. Akten AVSV, act. 8).
- Nachkontrolle vom 6. Mai 2004: Halten von Rindvieh bei zu hoher Futterkrippenhöhe
(Kurzstand) oder auf zu kurz bemessenen Standplätzen (Mittelstand), Halten von
Rindvieh auf zu schmalen Standplätzen, Halten von zwei Kälbern (angebunden) auf
einem viel zu kleinen Holzrost, Verletzungsgefährdende Einrichtungen (in Form von
spitzen Armierungseisen, welche aus der Krippe ragen) sowie zu kurze und teils
unkorrekte Anbindevorrichtungen (vgl. Akten AVSV, act. 10, S. 2).
b) Gestützt auf die Kontrollergebnisse vom 6. Mai 2004 erstattete das AVSV am 26. Mai
2004 gegen X.Y. Strafanzeige (Akten AVSV, act. 10). Mit Strafbescheid vom
13. September 2004 verurteilte ihn das Kantonale Untersuchungsamt wegen
mehrfacher Übertretung des Tierschutzgesetzes (SR 455, abgekürzt TSchG) zu einer
Busse von Fr. 1'500.-- (Akten AVSV, act. 13). In der Folge führte das AVSV weitere
Kontrollen durch:
- Kontrolle vom 6. Februar 2006: Nähr- und Pflegezustand des Rindviehs sowie
Standplatzabmessungen des Milchviehlägers in Ordnung (keine Anpassungen jedoch
beim Jungviehläger), Anbindung eines unter 4 Monate alten Kalbes auf einem zu
kleinen Holzrost, nach wie vor spitzes, verletzungsgefährdendes Armierungseisen im
Krippenholz des hinteren Jungviehlägers, im Freien weder Umzäunung vorhanden noch
Spuren von Auslauf sichtbar, Auslaufjournal nicht vorhanden. Das AVSV verfügte am
3. März 2006 wiederum verschiedene Massnahmen, u.a. das sofortige Gewähren von
Auslauf (an mind. zwei Tagen pro Woche), die Entfernung des Armierungseisens und
des zu kleinen Holzrosts bzw. dessen Vergrösserung sowie die Anpassung sämtlicher
Standplätze an die Mindestanforderungen bis 1. Juni 2006 (zum Ganzen vgl. Akten
AVSV, act. 17). X.Y. ergriff gegen diese Verfügung kein Rechtsmittel.
- Kontrolle vom 2. Februar 2007: Halten von Tieren der Rindergattung auf nicht
gesetzeskonformen Standplätzen (fünf Kühe auf zu schmalen Standplätzen von je 1 m,
Überbelegung von 8 Standplätzen mit 9 Jungtieren), Nichteinhalten des gesetzlich
geforderten Winterauslaufs (keine Auslaufspuren auf dem Vorplatz; bei Demonstration
mit sieben Tieren mussten diese einzeln aus dem Stall gezerrt werden, rutschten auf
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dem glatten Stallboden aus und fielen hin, zeigten im Freien zunächst steifen Gang und
aufgerissene Augen und anschliessend so starken Bewegungsdrang, dass die
Umzäunung durchbrochen wurde), Halten von 2 Rindern auf zu kleinem Holzrost,
ungenügende Einstreu bei zwei (nicht markierten) Mastkälbern sowie nicht gleitsicherer
Stallboden. Überdies gab die Kaninchenhaltung aufgrund zu kleiner Boxen zu
Beanstandungen Anlass. Am 5. März 2007 verfügte das AVSV erneut die Beseitigung
der Mängel und setzte X.Y. dazu unterschiedliche, kurze Fristen an (Akten AVSV,
act. 20).
- Bei einer Kontrolle am 11. Dezember 2008 waren im Schnee vor dem Stall B.-weg
keine Auslaufspuren sichtbar (vgl. Fotodokumentation in Akten AVSV, act. 21).
Massnahmen wurden indessen nicht ergriffen.
- Mitte Januar 2010 ging beim AVSV der Hinweis eines Passanten ein, wonach X.Y.
seinen Tieren keinen Winterauslauf gewähre (Akten AVSV, act. 22 f.). Bei der
anschliessenden Kontrolle vom 3. Februar 2010 stellte das AVSV fest, dass vor dem
Stall B.-weg nichts auf Auslauf hindeutete. Im Stall wurde u.a. ein an den Vorderfüssen
gefesseltes Rind vorgefunden. Im Milchviehstall an der A.-strasse war eine Kuh
zusätzlich an einem Hornseil (und damit doppelt) angebunden. Auslaufspuren waren
auch dort nicht vorhanden (Akten AVSV, act. 24 f.).
- Kurz darauf, am 17. Februar 2010, wurde der Betrieb von X.Y. erneut kontrolliert. Es
wurde festgestellt, dass das Rind mit den zusammengebundenen Füssen fehlte.
Auslaufspuren waren vor keinem der beiden Ställe sichtbar; die wenigen Spuren vor
dem Stall B.-weg wurden auf den Abgang des einen Rindes zurückgeführt (Akten
AVSV, act. 26 f.).
- Bei einer weiteren Kontrolle (5. März 2010) konnten noch immer keine Auslaufspuren
festgestellt werden. Die Umzäunung vor dem Hauptstall war jedoch zwischenzeitlich
erneuert worden (vgl. Akten AVSV, act. 31; Fotodokumentation ebd., act. 28).
- Am 11. März 2010 wurde erneut kontrolliert (vgl. Akten AVSV, act. 30 f.). Dabei wurde
festgestellt, dass eine Kälberboxe von 5 m mit 5 Kälbern und damit deutlich
überbelegt war. Im Stall waren zwei Rinder zu kurz angebunden, das Jungvieh war
2
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mangelhaft getränkt, und im Freien konnten - trotz anderslautender Einträge im
Auslaufjournal - keine Auslaufspuren ausgemacht werden.
c) Das AVSV erstattete in der Folge wiederum Strafanzeige wegen Widerhandlungen
gegen die Tierschutzgesetzgebung. Mit Strafbescheid vom 17. August 2010 sprach
das Kantonale Untersuchungsamt X.Y. der vorsätzlichen Tierquälerei/Vernachlässigung
gemäss Art. 26 Abs. 1 lit. a TSchG sowie der Übertretung des TSchG und des
Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen schuldig. Er wurde verurteilt zu einer
bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je Fr. 110.-- sowie zu einer Busse von
Fr. 330.-- (Akten AVSV, act. 33).
d) Am 2. Februar 2012 ging beim AVSV erneut eine private Anzeige ein, wonach X.Y.
seinen Rindern keinen Winterauslauf gewähre (Fotodokumentation in den Akten AVSV,
act. 34). Am 12. September 2012 erhielt das AVSV eine weitere Meldung im
Zusammenhang mit dem Betrieb von X.Y.: Von Spaziergängern wurde mitgeteilt, auf
einer völlig abgefressenen Wiese am B.-weg würden ca. 6 zum Teil extrem
abgemagerte Rinder weiden (Akten AVSV, act. 35). Eine Inspektion durch das AVSV
vom 19. September 2012 bestätigte dies (Akten AVSV, act. 37 ff.): Die acht auf der
Weide angetroffenen Tiere waren alle sichtlich mager (vgl. Fotodokumentation) und
aufgrund ihres Alters von über zwei Jahren im Wachstum deutlich zurückgeblieben.
Auch der Stall A.-strasse wurde kontrolliert. Hier waren - obwohl X.Y. seine
Landwirtschaft vollberuflich betreibt - um 10:00 Uhr die Melkarbeiten noch voll in Gang.
Bei zwei Kühen wurde eine ungenügende Klauenpflege festgestellt. Zwei ältere Kälber
waren nicht markiert. Vier Kühe waren zusätzlich zur Kette mit einem Strick oder Seil
fixiert, sodass sie in ihrer Bewegungsfreiheit massiv eingeschränkt waren. Das
Jungviehläger war mit Kühen belegt. Über dessen Krippe war ein Brett fixiert, sodass
die Standplätze von insgesamt 21 Kühen wiederum nicht den gesetzlichen
Anforderungen entsprachen. Eine Weide für das eingestallte Milchvieh war nicht
vorhanden; ein Auslaufjournal führte X.Y. ebenfalls nicht. Das AVSV erstattete in der
Folge Strafanzeige (Akten AVSV, act. 40).
e) Am 19. Oktober 2012 stellte der Kantonstierarzt X.Y. den Entwurf einer Verfügung
zu, worin ihm u.a. der Erlass eines unbefristeten Verbots, Nutztiere zu halten, in
Aussicht gestellt wurde (Akten AVSV, act. 39). X.Y. nahm am 2. November 2012 zum
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Verfügungsentwurf Stellung (Akten AVSV, act. 41). Am 13. November 2012 erliess der
Kantonstierarzt folgende Verfügung (Akten AVSV, act. 42):
1. X.Y. [...] wird ab dem 1. Januar 2013 verboten, Nutztiere zu halten oder selbständig
für Dritte zu betreuen.
2. Der Einsatz von so genannten "Strohmännern", das heisst eine Unterbringung der
Nutztiere von X.Y. unter anderem Namen, wird nicht geduldet.
3. Sollte X.Y. trotz des unbefristeten Tierhalteverbots Nutztiere halten oder selbständig
für Dritte betreuen, werden diese unverzüglich auf dem Weg der Ersatzvornahme
beschlagnahmt und der Verwertung zugeführt.
4. X.Y. bezahlt eine Gebühr von Fr. 500.--.
5. Widerhandlungen gegen diese Verfügung werden nach Art. 28 Abs. 3 TSchG bestraft
[...].
B./ a) Mit Eingabe vom 27. November 2012 und Ergänzung vom 14. Dezember 2012
erhob X.Y. gegen die kantonstierärztliche Verfügung Rekurs beim
Gesundheitsdepartement (vi-act. 2 und 4) mit dem Antrag um deren Aufhebung.
Eventuell sei ihm eine Frist von mind. drei Monaten einzuräumen, um die Tiere zu
verkaufen. Dem Eventualantrag stimmte das AVSV in seiner Stellungnahme vom
17. Januar 2013 zu (vi-act. 6.1).
b) In der Zwischenzeit, am 30. November 2012, hatte das Kantonale
Untersuchungsamt gestützt auf die Kontrollergebnisse vom 12. September 2012 gegen
X.Y. einen Strafbefehl erlassen. Es erklärte ihn der mehrfachen vorsätzlichen
Tierquälerei durch Vernachlässigung, der mehrfachen vorsätzlichen Übertretung des
TSchG sowie der mehrfachen vorsätzlichen Übertretung des Tierseuchengesetzes
(SR 916.40, abgekürzt: TSG) schuldig. X.Y. wurde zu einer Geldstrafe von 50
Tagessätzen zu je Fr. 180.-- sowie zu einer Busse von Fr. 1'500.-- verurteilt (Akten
AVSV, act. 43). Dagegen erhob er am 11. Dezember 2012 Einsprache und bestritt die
schwerwiegendsten Verfehlungen (vi-act. 8.2). In der Folge stellte das Kantonale
Untersuchungsamt die Strafuntersuchung in Bezug auf die Vorwürfe der Tierquälerei
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und der Widerhandlungen gegen das TSchG (Vernachlässigung der Tiere aufgrund
Abmagerung, fehlende Klauenpflege, doppelte Fixierung sowie fehlende Weide für das
Milchvieh) ein (vi-act. 8.3 und 10.1). Am 12. März 2013 erging ein neuer Strafbefehl,
worin X.Y. der mehrfachen vorsätzlichen Übertretung des TSchG und des TSG
schuldig gesprochen und zu einer Busse von Fr. 900.-- verurteilt wurde. Der
Verurteilung lagen nur mehr die von X.Y. eingestandenen Sachverhalte, nämlich das
Fehlen von Ohrmarken, die zu schmalen Standplatzabmessungen sowie das fehlende
Auslaufjournal, zu Grunde (vi-act. 8.4).
c) Nachdem die Rekursinstanz dem AVSV am 10. Mai 2013 Ergänzungsfragen gestellt
hatte, diese beantwortet worden waren und der Rekurrent auch hierzu Stellung
genommen hatte (vi-act. 11 ff.) wurde das Rechtsmittel mit Entscheid vom 10. Juli
2013 abgewiesen.
C./ Mit Eingabe vom 25. Juli 2013 (Datum Poststempel) und Ergänzung vom
2. September 2013 erhob X.Y. (nachfolgend: Beschwerdeführer) gegen den
Rekursentscheid vom 10. Juli 2013 Beschwerde beim Verwaltungsgericht (act. 1 und
5). Er beantragte dessen Aufhebung unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Das
Gesundheitsdepartement (nachfolgend: Vorinstanz) beantragte in seiner Stellungnahme
vom 19. September 2013 die Abweisung der Beschwerde (act. 8).
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten und die Begründung des

angefochtenen Entscheids ist - soweit notwendig - in den nachstehenden Erwägungen
näher einzugehen.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. (...).
2. Streitgegenstand bildet die Gesetz- und Verhältnismässigkeit des gegen den
Beschwerdeführer verfügten unbefristeten Tierhalteverbots.
2.1. Das Tierschutzgesetz bezweckt, die Würde und das Wohlergehen der Tiere zu
schützen (Art. 1 TSchG). Wer Tiere hält oder betreut, muss sie angemessen nähren,
pflegen, ihnen die für ihr Wohlergehen notwendige Beschäftigung und
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Bewegungsfreiheit sowie soweit nötig Unterkunft gewähren (Art. 6 Abs. 1 TSchG).
Nach Art. 23 Abs. 1 TSchG kann die zuständige Behörde Tierhalteverbote aussprechen
gegenüber Personen, die wegen wiederholter oder schwerer Zuwiderhandlung gegen
Vorschriften des Tierschutzgesetzes und seiner Ausführungserlasse oder gegen
Verfügungen bestraft worden sind (lit. a) oder aus anderen Gründen unfähig sind, Tiere
zu halten (lit. b). Unfähigkeit im Sinne von Art. 23 Abs. 1 lit. b TSchG liegt vor, wenn die
betreffende Person die grundsätzlichen Verhaltensgebote und -verbote des
Tierschutzgesetzes nicht zu befolgen vermag (BGer 2C_378/2012 vom 1. November
2012 E. 3.1; 2C_79/2007 vom 12. Oktober 2007 E. 4.2.2).
Das Verbot der Tierhaltung als solches hat die Wahrung oder die Wiederherstellung des
Tierwohls zum Zweck; es ist eine restitutorische Massnahme, die nicht auf die
Bestrafung des Halters, sondern auf den Schutz der tierschutzrechtlich korrekten
Haltebedingungen ausgerichtet ist. Dem Halteverbot gehen in der Regel grobe und für
die Tiere leidvolle Verstösse gegen das Tierschutzrecht voraus (BGer 2C_378/2012
vom 1. November 2012 E. 3.1 mit Hinweis auf R. Jedelhauser, Das Tier unter dem
Schutz des Rechts, Diss. Basel 2011, S. 202 f. und 204 f.).
2.2. Der Beschwerdeführer hat seit Jahren Anstände wegen seiner Nutztierhaltung. In
den Jahren 2002 bis 2012 wurde die Haltung seiner Kühe, Rinder und Kälber
insgesamt elf Mal kontrolliert. Bei jeder Kontrolle durch das AVSV kam es zu
Beanstandungen. Folgende Verfehlungen wurden festgestellt:
- Ungenügende Pflege eines kranken Kalbes (5. Juli 2002) und einer kranken Kuh
(17. Januar 2003);
- Anbindehaltung von Kälbern unter 4 Monaten (5. Juli 2002, 17. Januar 2003,
24. September 2003, 6. Mai 2004, 6. Februar 2006);
- Halten von Rindvieh auf nicht gesetzeskonformen Standplätzen (5. Juli 2002,
17. Januar 2003, 24. September 2003, 6. Mai 2004, 6. Februar 2006, 2. Februar 2007,
19. September 2012);
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- Nichtgewähren des erforderlichen Auslaufs (17. Januar 2003, 6. Februar 2006,
2. Februar 2007, 3. Februar 2010, 17. Februar 2010, 5. März 2010, 11. März 2010,
2. Februar 2012, 19. September 2012);
- nicht wahrheitsgemässe Führung bzw. gänzliches Fehlen des Auslaufjournals
(6. Februar 2006, 11. März 2010, 19. September 2012);
- Fehlende Markierung bei Kälbern (24. September 2003, 2. Februar 2007,
19. September 2012);
- Ungenügender Nähr- bzw. Tränkzustand (11. März 2010, 19. September 2012);
- zu kurze Anbindevorrichtung bei Rindern bzw. ungenügender Bewegungsfreiraum
durch doppelte Fixierungen (24. September 2003, 6. Mai 2004, 11. März 2010,
19. September 2012);
- nicht korrektes Anbringen eines Nackenrohrs (24. September 2003);
- spitzes, verletzungsgefährdendes Armierungseisen im Krippenholz: (6. Mai 2004,
6. Februar 2006);
- ungenügende Klauenpflege (19. September 2012);
- ungenügende Einstreu (17. Januar 2003, 24. September 2003, 2. Februar 2007).
2.2.1. Im angefochtenen Entscheid wird die Anordnung des Tierhalteverbots zum einen
mit den wiederholten Verfehlungen des Beschwerdeführers begründet (Erw. 5.c; Art. 23
Abs. 1 lit. a TSchG). Die Vorinstanz führt aus, angesichts der drei strafrechtlichen
Verurteilungen und der über die Jahre hinweg protokollierten Mängel stehe ausser
Frage, dass der Beschwerdeführer wiederholt gegen Tierschutzbestimmungen
verstossen habe. Dagegen wendet der Beschwerdeführer nichts ein; er räumt sogar
selbst ein, in den vergangenen zehn Jahren nicht immer tierschutzkonform gehandelt
zu haben (act. 5, S. 1).
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Die obige Auflistung führt vor Augen, dass dem Beschwerdeführer zahlreiche und
wiederholte Verstösse gegen grundlegende Verhaltensgebote und -verbote der
Tierschutz- und Tierseuchengesetzgebung anzulasten sind. Die schwerwiegenden
Missstände in der beschwerdeführerischen Nutztierhaltung wurden über eine sehr
lange Zeit immer wieder festgestellt und aktenmässig dokumentiert. Der
Kantonstierarzt verfügte gegen den Beschwerdeführer wiederholt Auflagen
(Verfügungen vom 11. Februar 2003, 22. Oktober 2003, 3. März 2006 sowie 5. März
2007; vgl. Akten AVSV, act. 5, 8, 17 und 20). In diesen Verfügungen wurden die
massgebenden Vorschriften detailliert und im Wortlaut aufgeführt. Die dem
Beschwerdeführer vorgehaltenen Verstösse wurden ausführlich und verständlich
begründet. Der Kantonstierarzt legte wiederholt und im einzelnen dar, in welchen
Punkten die Haltung der Tiere gegen Vorschriften des Tierschutzgesetzes und dessen
Ausführungserlasse verstiess. Die wiederholten Zuwiderhandlungen sind aufgrund der
Akten ausgewiesen. Die Vorinstanz erblickte darin zu Recht einen Grund für ein
unbefristetes Tierhalteverbot.
2.2.2. Zum andern hat die Vorinstanz auch die Tatbestandsvariante der "schweren
Zuwiderhandlung" als erfüllt betrachtet (Art. 23 Abs. 1 lit. a TSchG; vgl. Erw. 5.b des
angefochtenen Entscheids).
Die Entgegnungen des Beschwerdeführers, wonach er keine schwere Widerhandlung
gegen die Tierschutzgesetzgebung begangen habe und die Vorinstanz zu Unrecht von
der im Strafbefehl vom 12. März 2013 vorgenommenen Würdigung durch den
Strafrichter abgewichen sei, können angesichts der wiederholten Verstösse (vgl.
Erw. 2.2.1.) von vornherein nichts daran ändern, dass die Anordnung eines
Tierhalteverbots in seinem Fall gesetzmässig ist.
Im übrigen ist sein Einwand unbegründet. Der Beschwerdeführer wurde mit
Strafbescheid vom 17. August 2010 u.a. der Tierquälerei durch Vernachlässigung
gemäss Art. 26 Abs. 1 lit. a TSchG verurteilt. Damit ist auch die Tatbestandsvariante
der "schweren Zuwiderhandlung" gemäss Art. 23 Abs. 1 lit. a TSchG ohne weiteres
erfüllt. Handlungen, die unter den Tatbestand der Tierquälerei im Sinne von Art. 26
TSchG fallen, kommt nämlich von vornherein grösserer Unrechtsgehalt zu als den
übrigen Widerhandlungen; sie können deshalb für sich alleine schon Anlass zu einem
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Tierhalteverbot geben (vgl. A. Goetschel, Kommentar zum eidgenössischen
Tierschutzgesetz, Bern/Stuttgart 1986, N 7 zu Art. 27 aTSchG; VerwGE B 2011/128
vom 7. Dezember 2011 E. 2.2, abrufbar unter www.gerichte.sg.ch).
2.2.3. Die Vorinstanz ist davon ausgegangen, dass auch die jüngsten, anlässlich der
Kontrolle vom 19. September 2012 festgestellten Mängel in der Tierhaltung des
Beschwerdeführers einen schweren Verstoss gegen die Tierschutzgesetzgebung
darstellen. Der Beschwerdeführer bestreitet dies. Seiner Ansicht nach ist der dem
Strafbefehl des Kantonalen Untersuchungsamtes vom 12. März 2013 und der
Einstellungsverfügung vom 2. April 2013 zugrunde gelegte Sachverhalt auch für die
verwaltungsrechtliche Würdigung seines Verhaltens verbindlich. Der Vorwurf der
mehrfachen vorsätzlichen Tierquälerei sei zu Recht fallengelassen worden. Im übrigen
hätte seiner Ansicht nach mit der Verfügung des Tierhalteverbots bis zum
rechtskräftigen Abschluss des Strafverfahrens gewartet werden müssen.
Die Vorinstanz hat die Voraussetzungen, unter denen eine Verwaltungsbehörde von
den tatsächlichen Feststellungen im Strafurteil abweichen darf, korrekt wiedergegeben.
Hierzu kann auf die Erw. 4.a des angefochtenen Entscheids verwiesen werden. Die
fachkundigen Kontrolleure des AVSV haben am 19. September 2012 unter anderem
festgestellt, dass die acht auf der abgegrasten Weide beim Stall B.-weg angetroffenen
Rinder mager und nicht altersgerecht entwickelt seien. Diese Feststellung ist nicht zu
beanstanden, zumal das Alter aufgrund der Ohrmarken festgestellt werden konnte
(vgl. Kontrollprotokoll in Akten AVSV, act. 38). Die Mangelernährung ist im übrigen
selbst für einen Laien ohne weiteres erkennbar (vgl. Fotodokumentation, Akten AVSV,
act. 37). Dass auch die Vorwürfe der unzulässigen Doppelfixierung sowie des
Nichtgewährens des Auslaufs als erstellt gelten müssen, legte die Vorinstanz ebenfalls
überzeugend dar. Diese Mängel wiegen schwer.
Nicht stichhaltig ist auch der Einwand des Beschwerdeführers, das AVSV hätte mit der
Verfügung des Tierhalteverbotes bis zum rechtskräftigen Abschluss des
Strafverfahrens warten müssen. Er verkennt, dass der Ausgang des letzten
Strafverfahrens bei seiner Vorbelastung nicht mehr entscheidend sein konnte. Der
Kantonstierarzt begnügte sich in der angefochtenen Verfügung folglich mit dem
Hinweis, dass dem Kantonalen Untersuchungsamt eine dritte Strafanzeige vorliege
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(Akten AVSV, act. 42, Erw. 3). Die Darstellung des Beschwerdeführers, das
Tierhalteverbot sei im wesentlichen mit den Ergebnissen der Kontrolle vom
19. September 2012 begründet worden, trifft deshalb nicht zu. Massgebend war
vielmehr, dass der Beschwerdeführer die Verfügungen und strafrechtlichen Sanktionen
über Jahre hinweg ignoriert hatte (ebd., Erw. 6). Die Tatbestände der wiederholten und
schweren Zuwiderhandlung hatte er bereits vorher erfüllt und damit gleich zwei Gründe
für die Anordnung eines Tierhalteverbots gesetzt. Dieses erweist sich als gesetzmässig.
3. Der Beschwerdeführer rügt, das gegen ihn verfügte Tierhalteverbot sei
unverhältnismässig. Er habe keinen anderen Beruf erlernt und wisse nicht, wie er die
Existenz seiner Familie ohne Landwirtschaft bestreiten solle. Das Verbot sei im übrigen
formell nicht korrekt ausgesprochen worden; es hätte zuvor mindestens angedroht
werden müssen. Die Art und Schwere seiner Verstösse rechtfertigten ein
Tierhalteverbot nicht. Die festgestellten Mängel seien nicht derart gravierend, dass
gleich diese drastische Massnahme getroffen werden müsse.
3.1. Gemäss Art. 5 Abs. 2 BV muss staatliches Handeln unter anderem das Gebot der
Verhältnismässigkeit beachten. Dieses Prinzip verlangt, dass eine staatliche
Massnahme in Rechtsetzung oder Rechtsanwendung geeignet, erforderlich und
zumutbar sein muss (statt vieler BGE 136 I 26 E. 4.4; vgl. zum Ganzen auch Häfelin/
Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zürich/St. Gallen 2010,
Rz. 581 ff. mit Hinweisen).
3.2. Die Verwaltungsmassnahme muss zunächst geeignet sein, das im öffentlichen
Interesse liegende Ziel zu erreichen. Ungeeignet ist sie, wenn sie keinerlei Wirkungen
im Hinblick auf den angestrebten Zweck entfaltet oder die Erreichung dieses Zwecks
sogar erschwert oder verhindert (Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O., Rz. 587). Dem im
öffentlichen Interesse liegenden Schutz der Würde und des Wohlergehens der Tiere
wird unter anderem durch die Tierschutzgesetzgebung Rechnung getragen. Gegen
diese hat der Beschwerdeführer wiederholt und in schwerer Weise verstossen. Ein
generelles Tierhalteverbot ist zweifelsohne geeignet, in Zukunft weitere Verstösse zu
verhindern.
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3.3. Ferner muss die Massnahme im Hinblick auf das im öffentlichen Interesse liegende
Ziel erforderlich sein. Sie hat zu unterbleiben, wenn eine gleich geeignete, aber mildere
Massnahme für den angestrebten Erfolg ausreichen würde (Häfelin/Müller/ Uhlmann,
a.a.O., Rz. 591). Der Beschwerdeführer bringt sinngemäss vor, mit der Verfügung des
Tierhalteverbots habe das AVSV nicht zum mildesten Mittel gegriffen; ein solches
Verbot hätte ihm vorher zumindest angedroht werden müssen.
3.3.1. Im Unterschied zu anderen Bundesgesetzen sieht das Tierschutzgesetz zwar
nicht ausdrücklich das Erfordernis einer Verwarnung, Mahnung oder Androhung einer
künftigen Massnahme als Verwaltungssanktion vor. Diese kann sich aus Gründen der
Verhältnismässigkeit gleichwohl aufdrängen (vgl. BGer 2C_737/2010 vom 18. Juni 2011
E. 4.2 mit Hinweisen; 2C_635/2011 vom 11. März 2012 E. 3.2; 2C_378/2012 vom
1. November 2012 E. 3.4.1; Imboden/Rhinow, Schweizerische
Verwaltungsrechtsprechung, 6. Aufl., Band 1, Basel 1986, Nr. 56; Rhinow/Krähenmann,
Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, Ergänzungsband, Basel 1990, Nr. 56;
Wiederkehr/Richli, Praxis des allgemeinen Verwaltungsrechts, Bd. 1, Bern 2012,
Rz. 3177). Bei einem Tierhalteverbot handelt es sich um eine sehr schwerwiegende
Massnahme, und es ist nur unter qualifizierten Voraussetzungen von einer vorgängigen
Androhung abzusehen (vgl. Goetschel, a.a.O., N 6 zu Art. 24 TSchG). Die
Verhältnismässigkeit bleibt jedoch gewahrt, wenn aufgrund der konkreten Umstände
davon auszugehen ist, der Betroffene werde die Tierschutzvorschriften trotz Androhung
auch künftig nicht einhalten (VerwGE B 2011/128 vom 7. Dezember 2011 E. 2.3.2.,
abrufbar unter www.gerichte.sg.ch; BGer 2A_552/2004 vom 14. Februar 2005 E. 4.3.2;
vgl. Imboden/Rhinow, a.a.O., Nr. 56).
3.3.2. Nach Ansicht der Vorinstanz gab das Verhalten des Beschwerdeführers während
mehr als zehn Jahren keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass er die Anordnungen zur
Mängelbehebung ernst nehme und gewillt sei, die beanstandeten Mängel zu
korrigieren. Mittels Verfügungen sei wiederholt die Behebung der Mängel angeordnet
worden, und der Beschwerdeführer sei inzwischen dreimal strafrechtlich verurteilt
worden. Dennoch hätten sich die Verhältnisse seiner Tierhaltung nie grundlegend und
dauernd verbessert. Der Beschwerdeführer habe sich als so gleichgültig erwiesen,
dass selbst die Androhung eines Tierhalteverbotes nicht zu einer Verbesserung geführt
hätte. Der Beteuerung, die Tierhaltung ab sofort entsprechend den Vorschriften des
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Tierschutzgesetzes zu führen, könne angesichts des Verhaltens der letzten elf Jahre
kein Glaube geschenkt werden. Auf die Androhung des Tierhalteverbots sei mithin zu
Recht verzichtet worden.
Dem ist nichts beizufügen. Weder die rechtskräftig verfügten kantonstierärztlichen
Auflagen noch die im Zusammenhang mit der Tierhaltung ausgefällten strafrechtlichen
Sanktionen (Strafbescheide vom 13. September 2004 und 17. August 2010; vgl. Akten
AVSV, act. 13 und 33) konnten den Beschwerdeführer dazu veranlassen, die Mängel zu
beheben und die Zustände zu verbessern. Das renitente Verhalten des
Beschwerdeführers zeugt von Uneinsichtigkeit und von fehlendem Willen zur
längerfristigen Verbesserung der Zustände auf seinem Betrieb (vgl. BGer 2C_635/2011
vom 11. März 2012 E. 3.3 sowie 2C_378/2012 vom 1. November 2012 E. 3.2). In
Anbetracht der jahrelangen Kontrollen, der gravierenden Mängel sowie des
Ausbleibens von Massnahmen, die das Wohlergehen der Tiere in den bemängelten
Punkten hätten verbessern können, ist die Vorinstanz zu Recht davon ausgegangen,
dass auch inskünftig mit erheblichen Widerhandlungen gegen die
Tierschutzgesetzgebung zu rechnen ist bzw. dass der Beschwerdeführer, der die
Tierschutzbestimmungen über Jahre verletzt hat, geradezu unfähig ist, Tiere
regelkonform zu halten (vgl. Erw. 3.c und 6 des angefochtenen Entscheids). Bei der
Vielzahl seiner immer ähnlichen Verstösse über eine lange Zeitdauer durfte der sichtlich
unbelehrbare Beschwerdeführer nicht davon ausgehen, das AVSV werde es
längerfristig bei Abmahnungen belassen. Er musste vielmehr mit einem Tierhalteverbot
rechnen. Dies gilt umso mehr, als er es über Jahre hinweg an jeder Besserungstendenz
hat fehlen lassen. Vor diesem Hintergrund erstaunt, wie lange das AVSV den Zustand
auf seinem Hof geduldet hat. Die Aussage des sichtlich unbelehrbaren
Beschwerdeführers, er hätte sein Verhalten zu einem früheren Zeitpunkt angepasst,
wenn ihm das Tierhalteverbot angedroht worden wäre, erscheint dennoch nicht
glaubhaft. Auf die vorgängige Androhung des Tierhalteverbots wurde demnach zu
Recht verzichtet.
3.4. Die Verhältnismässigkeit einer Massnahme im engeren Sinn bleibt gewahrt, wenn
zwischen dem angestrebten Ziel und dem Eingriff, den sie für den Privaten bewirkt, ein
vernünftiges Verhältnis besteht. Mit anderen Worten muss sie für den Betroffenen
zumutbar sein. Unter diesem Gesichtspunkt ist das öffentliche Interesse an einer
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Massnahme mit den beeinträchtigten privaten Interessen wertend zu vergleichen (vgl.
statt vieler BGE 130 I 154 E. 5.3.6; Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O., Rz. 613 ff.).
Das öffentliche Interesse an einer artgerechten Haltung der Tiere ergibt sich als
Staatsaufgabe aus der Verfassung (Art. 80 Abs. 2 lit. a der Bundesverfassung, SR 101)
sowie aus dem Zweckartikel des Tierschutzgesetzes, wonach Würde und Wohlergehen
der Tiere zu schützen sind (Art. 1 TSchG; vgl. BGer 2C_378/2012 vom 1. November
2012 E. 3.4.4). Dem öffentlichen Interesse stehen die privaten, wirtschaftlichen
Interessen des Beschwerdeführers gegenüber, dem durch das Verbot die derzeitige
Existenzgrundlage entzogen wird. Dass der 45-jährige Landwirt und Vater von zwei
Kindern vom Tierhalteverbot hart getroffen wird, steht ausser Frage. Die persönlichen
Umstände vermögen die Eingriffsinteressen allerdings nicht zu überwiegen. Es ist dem
Beschwerdeführer zuzumuten, die Viehhaltung aufzugeben und sich beruflich anders
zu orientieren. Er hätte über lange Jahre die Möglichkeit gehabt, seine Tierhaltung mit
den tierschutzrechtlichen Vorschriften in Einklang zu bringen. Seine wirtschaftliche
Existenz hätte er mit einfachen Mitteln sichern können. Dies hat der Beschwerdeführer
jedoch unterlassen; die rechtskräftigen Verfügungen hat er zum grossen Teil ignoriert.
Das Gewicht und die Bedeutung des verfolgten öffentlichen Interesses ergeben sich
aus den festgestellten Verstössen und daraus, dass der Beschwerdeführer aufgrund
der wiederholten und schweren Mängel bereits mehrfach strafrechtlich verurteilt
werden musste. Eingriffszweck und Eingriffswirkung liegen damit in einem vernünftigen
Verhältnis. Das Tierhalteverbot ist aufgrund der wiederholten und schweren Verstösse
gerechtfertigt und erweist sich als eine verhältnismässige Massnahme.
4. Zusammenfassend steht fest, dass sich die Verfügung eines unbefristeten
Tierhalteverbots im vorliegenden Fall als gesetz- und verhältnismässig erweist. Die
Beschwerde ist abzuweisen.
Durch die aufschiebende Wirkung des Rekurs- und Beschwerdeverfahrens ist die dem
Beschwerdeführer ursprünglich angesetzte Frist bis 1. Januar 2013 zur Liquidierung
seines Viehbestandes hinfällig geworden. Das AVSV ist einzuladen, dem
Beschwerdeführer eine neue angemessene Frist zu setzen.
5. (...).
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Demnach hat das Verwaltungsgericht