Decision ID: f9b37d6b-9d3c-4842-97a4-44ad5c302b83
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren am
1.
März 1956, war bei der
Y._
AG angestellt und dadurch bei der
Personalvorsorgestiftung der
Y._
AG
berufsvorsorgeversichert. Ab 1
0.
November 2014 war er
krank geschrieben
(Urk. 1 S. 3)
.
Mit Vereinbarung vom 1
7.
Juni 2015 re
gelten die
Y._
AG (als Arbeitgeberin) und der Kläger (als Arbeitnehmer)
die
Modalitäten betreffend Auflösung des Arbeitsverhältnisses per 3
1.
März 201
6.
Dabei wurde festgehalten, dass die Arbeitgeberin dem Arbeitneh
mer im Sinne einer teilweisen Ausfinanzierung der dadurch entstandenen Vor
sorgelücke eine einmalige Einla
ge in der Höhe von
Fr.
161'000.--
entrichte, wel
che per 3
1.
März 2016 direkt auf das Konto des Arbeitnehmers bei der Personal
vorsorgestiftung der
Y._
AG
einbezahlt werde (
Urk.
2/5).
Mit Schreiben vom 2
8.
Juli 2015 stellte
X._
bei der Perso
nalvorsorgestiftung der
Y._
AG den Antrag, ab dem Zeit
punkt der vorzeitigen Pensionierung (also per
1.
April 2016) eine Überbrückungs
rente
bis Alter 65 (60 x
Fr.
2'350.--
) sowie einen Teil der Altersleistun
gen in der Höhe von
Fr.
75'000.--
in Kapitalform und den Rest der Altersleistungen in Ren
tenform als lebenslängliche Altersrente zu beziehen (
Urk.
2/6). Mit Schreiben vom 2
0.
August 2015 bes
tätigte die Personalvorsorgestiftung der
Y._
AG
die Auszahlung eines Teils der A
ltersleistungen von
Fr.
75'000.--
in Kapitalform sowie die Ausz
ahlung von monatlich
Fr.
2'350.--
als AHV-Überbrückungsrente (
Urk.
10/2).
Nachdem X._
am 2
3.
März 2016 von der Ausgleichskasse IV-Stelle Schwyz rückwirkend ab
1.
November 2015 eine unbefristete ganze In
validenrente zugesprochen worden war (
Urk.
2/4), teilte die Personalvorsorgestif
tung der
Y._
AG mit, dass er Anspruch auf eine (ganze) In
validenrente der beruflichen Vorsorge habe und dass sich die Vereinbarung vom 1
7.
Juni 2015 als gegenstandslos erweise. Die Pensionierung per 3
1.
März 2016 werde deshalb nicht vollzogen und rückabg
ewickelt (vgl. Schreiben vom
1.
Sep
tember 2016,
Urk.
2/13).
2
.
Mit Eingabe vom 3
0.
März 2017 liess
X._
Klage gegen die Personalvorsorgestiftung der
Y._
AG erheben und beantra
gen, die Beklagte sei zu verpflichten, die von der
Y._
AG im März 2015 getätigte Einlage von
Fr.
161'000.
-- seinem
Alterskapital
gutzuschr
ei
ben und mit dem anwendbaren Satz zu verzinsen
. Eventualiter sei festzustellen, dass sich sein Sparguthaben per 3
1.
Dezember 2016 auf
Fr.
666'220.95 belaufe
(
Urk.
1 S. 2). Die
Personalvorsorgestiftung der
Y._
AG
schloss in der Klageantwort vom 1
4.
Juli
2017 auf Abweisung der Klage (
Urk.
9 S. 2). Mit Replik vom
1.
September 2017 liess
X._
an seinen Anträgen festhalten. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Beiladung der
Y._
AG (
Urk.
18 S. 2). Mit Verfügung vom
6.
September 2017 holte das Gericht bei der
Y._
AG einen Bericht zur Frage ein, ob
sie den
Betrag von
Fr.
161'000.--
an die Beklagte überwiesen habe
(
Urk.
20). Der
Bericht
wurde
am
2.
Oktober 2017
erstattet
(
Urk.
22, 23/1-8).
Dazu nahm der Kläger mit Eingabe vom
9.
November 2017 Stellung (
Urk.
27). Die Be
klagte liess sich dazu nicht verlauten (vgl.
Urk.
29). Mit Verfügung vom 1
4.
No
vember 2017 wurde ihr Gelegenheit zur Duplik gegeben, wovon sie mit Eingabe vom 1
2.
Januar 2018 Gebrauch machte (
Urk.
33).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Der Kläger beantragt
e
in der Klage
zur Hauptsache
, die Beklagte sei zu verpflich
ten, die von der
Y._
AG im März 2016 getätigte Einlage von
Fr.
161’000.-- seinem Alterskapital gutzusch
reiben (
Urk.
1 S. 2). Dabei ging
er davon aus, dass der Beklagten die entsprechende Einlage effektiv überwiesen worden war (
Urk.
1 S. 5).
1.2
Demgegenüber stellt
e
sich die Beklagte
in ihren Rechtsschriften
auf den Stand
punkt, dass sie von der
Y._
AG lediglich eine Einlage von
Fr.
20‘000.-- erhalten habe. Diese habe sie per
1.
April 2016 dem Konto des Klä
gers gutgeschrieben. Bei arbeitgeberfinanzierten AHV-Überbrückungsrenten sei es zwischen der
Y._
AG und der Beklagten üblich, dass die Beklagten nie den gesamten Betrag, welcher für die Fin
anzierung der AHV-Überbrückungs
renten notwendig wäre, sondern lediglich m
onatlich die jeweilige AHV-Über
brückungsreserve überwiesen erhalte. Aus diesem Grunde seien auch die AHV-Überbrückungsrenten des Klägers monatlich und nicht als Einmalein
lage durch die Arbeitgeberin eingebracht worden. Gesamthaft seien so
Fr.
11‘750.-- an AHV-Überbrückungsrenten von der
Y._
AG an die Beklagte bezahlt worden, welche die Beklagte an den Kl
äger weiterüber
wiesen habe. Ins
gesamt habe die
Y._
AG also Überweisungen von
Fr.
31‘750.-- an die Beklagte zu Gunsten des Klägers getätigt (
Urk.
9 S. 3 f).
2.
Strittig zwischen den Parteien ist, ob die Summe von
Fr.
161'000.--
von der ehe
maligen Arbeitgeberin des Klägers, der
Y._
AG, an die Beklagte überwiesen wurde.
3.
3.1
Mit Verfügung vom
6.
September 2017 holte das Gericht bei der
Y._
AG dazu einen
Bericht ein (
Urk.
20). Mit Einga
be vom
2.
Oktober 2017 bestätigte diese, dass
der Beklagten die Einmaleinlage i
m Umfang von
Fr.
20'000.
--
sowie Ü
berbrückungsrenten von April 2016 bis August
2016 von
Fr.
11'750.
--
(5 x
Fr.
2'350.
--
), insgesamt als
o
Fr.
31'750.
--
überwiesen worden seien
. Bei
arbeitgeberfinanzierten Überbrückungsrenten
würden
der Pensions
kasse nicht der gesamte Betrag, sondern lediglich die monatlich fälligen Über
brü
ckungsreserven überwiesen. Arbeitgeberseitig sei
en
dann die Auszahlungen unter der Annahme gestoppt worden, dass die Grundlage, welche zur Auszahlung der Überbrückungsrente geführt habe, hinfällig geworden sei (
Urk.
22).
3.2
Von diesem Sachverhalt
ist auszugehen. Zwar mag es personelle Verflechtungen zwischen der
Y._
AG
und der Beklagten geben
(vgl.
Urk.
18 S. 5)
, jedoch handelt es sich dabei um zwei selbständige juristische Pe
rsonen. Auch erwies sich
die vorprozessuale Korrespon
denz der
Beteiligten
als t
eilweise widersprüchlich, w
eshalb keine
Klarheit über die getätigten Überweisungen be
stand (vgl.
Urk.
2/8, 2/9, 2/12, 2/16, 10/7
). J
edoch bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass die
Y._
AG in diesem Verfahren falsche Angaben ge
macht hätte. Soweit der Kläger
in seiner Stellungnahme dazu vom
2.
Oktober 2017 etwas
anderes
behauptet, ist ihm nicht zu folgen.
Soweit er geltend macht, dass ihn die allfällige interne Abrede zwischen der
Y._
AG und der Beklagten, wonach Überbrückungsrenten monatlich zu
bezahlen seien, nicht berühre (
Urk.
18 S. 5,
Urk.
27 S. 2)
, verkennt er, dass sich die Höhe
der Leistungen der Beklagten an seinem
Pensionskassenguthaben orientieren und e
s deshalb sehr wohl von Belang
ist, ob und in welcher Höhe effektiv Einlagen ge
tätigt
und so seinem Konto gutgeschrieben
wurden.
4.
Die Frage, ob und gegebenenfalls inwiefern die Vereinbarung vom 1
7.
Juni 2015 zwischen der
Y._
AG und dem Kläger zu erfüllen ist, hat
, wie erwähnt,
Auswirkungen auf die Leistungen der Beklagten. Bei dieser Frage han
delt es sich jedoch um eine arbeitsrechtliche Frage, zu deren Beurteilung das Be
rufsvorsorgegericht nicht zuständig ist. Vor diesem Hintergrund ist auch auf die beantragte Beiladung der
Y._
AG zu verzichten.
5.
Nach dem Gesagten ist davon auszugehen, dass der Beklagten von der
Y._
AG insgesamt
Fr.
31'750.
--
überwiesen worden sind
. In diesem Umfang hat diese entsprechende Gutschriften zu Gunsten des Klägers vorgenom
men.
Hingegen besteht keine Grundlage für die Annahme, dass die
Y._
AG über den Betrag von
Fr.
31'750.-- hinaus Einlagen von
Fr.
161'000.--
bei der Beklagten
zu Gunsten des Klägers
getätigt hat. Dement
sprechend kann die Beklagte auch nicht verpflichtet werden, den entsprechenden Betrag von
Fr.
161'000.-- dem Alterskapital respektive dem Sparguthaben des Klägers gutzuschr
ei
ben. Dies führt zur Abweisung der Klage.
Anzufügen ist, dass nach einer allfälligen künftigen Gutschrift der Einlage von
Fr.
161'000.-- (etwa infolge einer arbeitsrechtlichen Auseinandersetzung
; vgl. zur Zuständigkeit der Zivilgerichte Hans-Ulrich Stauffer, Berufliche Vorsorge, Zürich, Basel, Genf 2012, N 1930
) bei Streitigkeiten zwischen dem Kläger und der Be
klagten der Klageweg nach wie vor
offen steht
(BGE 142 III 210 E. 2).
6.
Das Verfahren ist kostenlos (
Art.
72
Abs.
2 BVG).
Art.
73
Abs.
2 BVG schliesst einen Anspruch der obsiegenden Versicherungsträgerin auf eine Prozessentschä
digung zwar nicht aus. Indes werden den Trägern der beruflichen Vorsorge ge
mäss BVG beziehungsweise den mit
öffentlichrechtlichen
Aufgaben betrauten Or
ganisationen in Anlehnung an die Rechtsprechung zu
Art.
159
Abs.
2 des bis Ende 2006 in Kraft gestandenen Bundesgesetzes über die Organisation der Bun
desrechtspflege (Bundesrechtspflegegesetz/OG) praxisgemäss keine Parteient
schädigungen zugesprochen. Es best
eht kein Grund, bei der Beklagten
- trotz ih
res entsprechenden Antrages
(
Urk.
9 S. 2)
- anders zu verfahren (vgl. BGE 128 V 133 E. 5b, 126 V 150 E. 4a, 118 V 169 E. 7 und 117 V 349 E. 8, mit Hinweisen; vgl. auch BGE 122 V 125 E. 5b und 320 E. 1a und b sowie 112 V 356 E. 6).