Decision ID: 9abc34f1-8e79-5a46-a23b-ae90110c6b0e
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) war seit Juli 1989 als Zimmermann bei der B._ AG
tätig und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die
Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert (Suva-act. I-1-9).
B.
Am 7. Februar 1993 stürzte der Versicherte beim Skifahren und verletzte sich dabei das
rechte Knie (Suva-act. I-1-9). Diesbezüglich wurde am 2. August 1993 eine
Kniearthroskopie und am 28. November 1995 eine Tuberositasvorverlagerung
durchgeführt (Suva-act. I-3-14). Mit Verfügung vom 9. Januar 2001 wurde dem
Versicherten bei 20%-iger Erwerbsunfähigkeit (nach Umschulung zum
Fahrradmechaniker [Suva-act. I-3-30] und tieferem Verdienst bei 100%-iger Tätigkeit
[Suva-act. I-3-15, 17) eine entsprechende Invalidenrente sowie eine
Integritätsentschädigung von 5% zugesprochen (Suva-act. I-3-9).
C.
Am 7. April 2004 erlitt der Versicherte einen weiteren Unfall, als ein Materialwagen auf
seine linke Körperseite und über den linken Fuss umkippte (Suva-act. II-1-52). Dabei
erlitt er eine Lisfranc-Luxationsfraktur am linken Fuss sowie eine Deckenplattenfraktur
am Wirbel L5 (Suva-act. II-1-8). Am 17. Dezember 2004 wurde der Versicherte operiert
(Hemilaminektomie, Neurolyse und Diskektomie L5/S1 rechts; Suva-act. II-1-26 f.). Mit
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Verfügung vom 29. November 2005 wurde dem Versicherten für die Folgen dieses
Unfalls eine Integritätsentschädigung von 10% zugesprochen (Suva-act. II-11).
D.
Mit Verfügung vom 25. Juli 2007 hob die Suva die Rente (bei höherem tatsächlich
erzieltem Einkommen) mangels rentenrelevanten Invaliditätsgrads per 1. August 2007
auf (Suva-act. I-14-6).
E.
E.a Am 23. September 2010 liess der Versicherte durch seine Arbeitgeberin (C._ AG)
einen Rückfall zum Unfallereignis vom 7. Februar 1993 melden. In der Rückfallmeldung
wurden ein angeschwollenes Knie und starke Schmerzen vermerkt (Suva-act. I-25). Der
Versicherte wurde am 24. November 2010 (Arthroskopie [Suva-act. I-58]) und nach
weiteren diversen medizinischen Abklärungen (Suva-act. I-78 ff.) am 10. Dezember
2012 (Lateral Release, Tuberositas Osteotomie, Rekonstruktion des medialen
patellofemoralen Ligamentes, Rückverlagerung der anteriorisierten Tuberositas tibiae
über Tuberositas Osteotomie [Suva-act. I-231]) erneut am rechten Knie operiert. Am
22. Januar 2014 wurden die Schrauben operativ entfernt (Suva-act. I-323).
E.b Am 7. Mai 2014 wurde der Versicherte durch Kreisarzt Prof. Dr. med. D_,
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie FMH, untersucht (Suva-act. I-342).
Miteinbezogen wurden dabei auch die Rückenbeschwerden und die Fussverletzung
links, resultierend aus dem Unfall vom 7. April 2004 (Suva-act. I-340). Prof. D._ kam
mit Beurteilung vom 12. Mai 2014 zum Schluss, dass bezüglich des Rückens und des
linken Fusses die Beschwerden im Wesentlichen unverändert seien. Die Beschwerden
des rechten Kniegelenks hätten sich durch den Schulbesuch (Umschulung zum
Sachbearbeiter Planung) eher verschlechtert. Es habe sich bei der Untersuchung eine
geringe Bewegungseinschränkung des rechten Kniegelenks ohne Nachweis einer
Instabilität bei hypomobiler Patella rechts gezeigt. Der medizinische Endzustand sei
erreicht. Von weiteren Behandlungsmassnahmen seien keine erheblichen
Verbesserungen der unfallbedingten Beschwerden zu erwarten. Dem Versicherten
seien leichte körperliche Tätigkeiten ganztags zumutbar. Arbeiten auf unebenem
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Untergrund in längerfristig kniender oder kauender Position sowie Arbeiten auf Leitern
oder Gerüsten seien aus dem Tätigkeitsprofil auszuschliessen. Die Tätigkeit sollte im
freien Wechsel zwischen Sitzen, Stehen und Gehen erfolgen. Eine Veränderung der
Integritätsentschädigung ergebe sich nicht und die erforderlichen Schmerzmittel sowie
drei bis vier Arztkonsultationen pro Jahr sollten zulasten der Suva gehen (Suva-act.
I-342-8 f.).
E.c Zwischen dem 17. Februar 2014 und 31. Dezember 2015 hatte sich der
Versicherte nach Kostengutsprache durch die IV-Stelle erfolgreich zum Sachbearbeiter
Planung umschulen lassen (Suva-act. I-322, 347). Seit 1. Januar 2016 arbeitete er mit
einem 80%-Pensum als Leiter Mobile Einsatzgruppe bei der Stadt E._ (Suva-act.
I-352).
E.d Mit Stellungnahme vom 16. März 2016 hielt Prof. D._ an seiner Einschätzung,
dass beim Versicherten keine zeitliche Einschränkung bestehe, fest (Suva-act. I-355),
woraufhin die Suva mit Verfügung vom 1. April 2014 einen Rentenanspruch mangels
rentenrelevanten Invaliditätsgrads verneinte (Suva-act. I-356).
F.
Gegen diese Verfügung liess der Versicherte durch Rechtsanwältin Dr. Kathrin Hässig,
Rüti, am 29. April 2016 Einsprache erheben und die Ausrichtung einer Rente (ab 1.
Januar 2016) gestützt auf einen Invaliditätsgrad von mindestens 22% beantragen
(Suva-act. I-363). Mit Entscheid vom 30. Juni 2017 wies die Suva die Einsprache ab
(Suva-act. I-370).
G.
G.a Gegen den Einspracheentscheid liess der Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführer) am 1. September 2017 durch seine Rechtsvertreterin Beschwerde
erheben und beantragen, die Verfügung und der Einspracheentscheid seien
aufzuheben und die Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) zu verpflichten, dem
Beschwerdeführer ab 1. Januar 2016 eine Rente basierend auf einem Invaliditätsgrad
von mindestens 22% auszurichten. Eventuell sei bei einem oder mehreren
aussenstehenden Fachärzten für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
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Bewegungsapparates ein medizinisches Gerichtsgutachten zur Frage der
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, insbesondere durch die Beschwerden an Knie,
Fuss und Rücken, einzuholen und sodann die Beschwerdegegnerin zu verpflichten,
dem Beschwerdeführer ab 1. Januar 2016 eine Rente basierend auf einem
Invaliditätsgrad von mindestens 22% auszurichten. Subeventuell sei die Sache zur
weiteren Abklärung (insbesondere Einholung eines medizinischen Gutachtens) und zu
neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Unter
Entschädigungsfolge (zuzüglich Mehrwertsteuer) zulasten der Beschwerdegegnerin
(act. G 1).
G.b In der Beschwerdeantwort vom 6. Oktober 2017 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde sowie die Bestätigung des
Einspracheentscheids (act. G 4).
G.c Mit Replik vom 3. November 2017 liess der Beschwerdeführer an seinen Anträgen
und deren Begründungen unverändert festhalten (act. G 6). Die Beschwerdegegnerin
reichte am 6. Dezember 2017 eine kurze Stellungnahme ein. Auf eine umfassende
Duplik verzichtete sie (act. G 8).
G.d Am 8. Januar 2018 reichte die Beschwerdegegnerin eine Stellungnahme zur
effektiven Arbeitszeit des Beschwerdeführers in den Jahren 2016 und 2017 zuzüglich
Akten ein (act. G 10). Diese wurden dem Beschwerdeführer zur Kenntnis gebracht (act.
G 11), worauf dieser sich am 22. Januar 2018 vernehmen liess (act. G 12). In der Folge
reichten die Parteien je eine weitere Stellungnahme ein (act. G 14, 18).
G.e Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der
übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.

Erwägungen
1.
Anfechtungsgegenstand der vorliegenden Beschwerde bildet der Einspracheentscheid
vom 30. Juni 2017 (Suva-act. I-370), dem die Verfügung vom 1. April 2016 (Suva-act.
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I-356) zu Grunde liegt. In dieser verneinte die Beschwerdegegnerin mangels
erheblicher Erwerbseinbusse bzw. rentenrelevanten Invaliditätsgrads einen
Rentenanspruch. Streitig und zu prüfen ist damit allein ein Anspruch des
Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente der Unfallversicherung. Nebst den mit der
Rückfallmeldung zur Diskussion stehenden Kniebeschwerden rechts, resultierend aus
dem Unfall vom 7. Februar 1993 (vgl. vorstehende lit. E.a), stehen auch allfällige aus
dem zweiten Unfall vom 7. April 2004 (vgl. lit. C) resultierende Beschwerden zur
Beurteilung. Auch die Fussproblematik links und LWS-Rückenproblematik sind in die
Leistungsbeurteilung der Beschwerdegegnerin eingeflossen bzw. wurden von Prof.
D._ mitbeurteilt (vgl. dazu vorstehende lit. E.b). Die Vornahme des Fallabschlusses
bzw. der Rentenprüfung per 31. Dezember 2015 (nach erfolgreicher Umschulung) ist –
bereits im Einspracheverfahren – unbestritten geblieben und vom Beschwerdeführer
nicht beanstandet worden.
2.
Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung
(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur
Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die
sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem
Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend stehen
Folgen der Unfälle aus dem Jahr 1993 bzw. 2004 bzw. ein vor 2017 gemeldeter
Rückfall zur Diskussion. Es finden daher die bis 31. Dezember 2016 gültigen
Bestimmungen Anwendung.
3.
3.1 Ist die versicherte Person infolge des Unfalls zu mindestens 10% invalid (Art. 8 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG;
SR 830.1]), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Um den
Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung – und im Beschwerdefall das
Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere
Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es
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dabei, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in
welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsfähig
ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Aussagen eine wichtige Grundlage für die
Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen einer Person noch zugemutet werden
können (BGE 125 V 261 E. 4; BGE 115 V 134 E. 2). Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach
haben die urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel
unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu
entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des
streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts
ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis
der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V
352 E. 3a mit Hinweis).
3.2 Vorab ist die Frage zu klären, ob die medizinische Situation und die Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers rechtsgenüglich abgeklärt wurden. Der Beschwerdeführer stellt
auf die Einschätzungen der behandelnden Ärzte (Suva-act. I-353, 371, 373) sowie auf
ein Gutachten von Dr. med. F._, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie
des Bewegungsapparates, vom Institut G._ (Suva-act. I-372), ab. Diese erachten
aufgrund der unfallkausalen objektivierbaren Befunde und der damit einhergehenden
Beschwerden eine Leistungseinbusse von 20% für angemessen. Die
Beschwerdegegnerin stützt sich bei ihrer Annahme einer 100%-igen Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers in leichten körperlichen Tätigkeiten insbesondere auf die
Beurteilung des Kreisarztes Prof. D._ (Suva-act. I-342; vgl. auch die Einschätzung
der Rehaklinik Bellikon vom 19. März 2012 in Suva-act. I-178-2). Prof. D._ ist der
Auffassung, dass beim Beschwerdeführer bei entsprechendem Belastungsprofil keine
zeitlichen Einschränkungen bestünden.
3.3 Nach der Rechtsprechung ist es dem Sozialversicherungsgericht nicht verwehrt,
einzig oder im Wesentlichen gestützt auf die versicherungsinterne Beurteilung zu
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entscheiden. In solchen Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge
Anforderungen in dem Sinn zu stellen, dass bei auch nur geringen Zweifeln an der
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergänzende
Abklärungen vorzunehmen sind (BGE 135 V 469 f. E. 4.4). Bei Berichten von
behandelnden Spezialisten ist zu beachten, dass sich diese in erster Linie auf die
Behandlung zu konzentrieren haben und – wie Hausärzte – in einem
Vertrauensverhältnis zum Patienten stehen, so dass im Streitfall eine direkte
Leistungszusprache einzig gestützt auf die Angaben der behandelnden Ärztinnen und
Ärzte kaum je in Frage kommt. Dies auch aufgrund der Erfahrungstatsache, dass
Hausärzte und behandelnde Spezialisten mitunter im Hinblick auf ihre
auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten
aussagen (vgl. zu den weiteren Gründen BGE 135 V 470 f. E. 4.5).
3.4 Die Beurteilung des Kreisarztes Prof. D._ vom 12. Mai 2014 wurde in Kenntnis
und unter Würdigung der Vorakten erstellt (Suva-act. I-342-1 ff.). Sie beruht auf
eigenständiger Untersuchung mit entsprechender Befunderhebung (Suva-act. I-342-6
f.) und befasst sich mit den geklagten Beschwerden (Suva-act. I-342-5 f.). Es sind
keine Anhaltspunkte erkennbar, dass bis zum Untersuchungszeitpunkt objektiv
wesentliche Tatsachen nicht berücksichtigt worden sind, womit grundsätzlich auf die
versicherungsinterne fachärztliche Einschätzung abgestellt werden kann. Daran ändert
nichts, dass zwischen der Beurteilung von Prof. D._ und den rentenablehnenden
Entscheiden rund zwei Jahre (Verfügung vom 1. April 2016) bzw. drei Jahre
(Einspracheentscheid vom 30. Juni 2017) vergangen sind. Es wird seitens des
Beschwerdeführers nicht geltend gemacht und es ist auch nicht ersichtlich, dass sich
die Gesundheitssituation seit der Untersuchung vom 7. Mai 2014 in relevanter Weise
verschlechtert hätte. Nach der Entfernung der Schrauben im Knie rechts im Januar
2014 (Suva-act. I-323) stand er denn auch nicht mehr in Behandlung und
diesbezügliche Therapien wurden ebenfalls keine mehr durchgeführt (Suva-act. I-335).
3.5 Zu prüfen bleibt, ob die Berichte der genannten (behandelnden) (Fach-)Ärzte
zumindest geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Beurteilung von
Prof. D._ hervorzurufen vermögen.
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3.5.1 Der Hausarzt, Dr. med. H._, Innere Medizin, führte mit Bericht vom 11. Februar
2016 aus, dass es dem Beschwerdeführer wegen belastungsabhängiger Beschwerden
im Bereich des rechten Kniegelenks nicht möglich sei, eine 100%-ige Arbeit zu
verrichten. Es bestehe eine dauerhafte 20%-ige Arbeitsunfähigkeit. Der
Beschwerdeführer müsse sich bei seiner aktuellen Tätigkeit als Leiter Mobile
Einsatzgruppe der Stadt E._ jeweils am Donnerstag- und Freitagnachmittag erholen
(Suva-act. I-353).
3.5.2 Dr. med. I._, Teamleiter Kniechirurgie des Kantonsspitals J._ und Operateur
der letzten zwei Knieeingriffe, sprach im Bericht vom 23. August 2017 von deutlich
geminderten Schmerzen seit der Operation vom 10. Dezember 2012. Trotzdem seien
weiterhin Schmerzen vorhanden. Zudem bestehe eine deutliche Degeneration des
Kniegelenks. Aufgrund der komplexen Vorgeschichte und auch der bestehenden
Schmerzsymptomatik sei der Beschwerdeführer nur zu 80% arbeitsfähig. Das Knie
bleibe trotz des guten Erfolgs der letzten Operation weiterhin lädiert und auch anfällig.
Um ein schnelleres Fortschreiten der Degeneration zu verhindern, sei eine reduzierte
Arbeitsbelastung notwendig, da der Beschwerdeführer dann ausreichend Zeit habe,
sein Knie zu beruhigen und auch entsprechende Therapien durchzuführen. Zumutbar
sei eine wechselnd sitzende und stehende Tätigkeit. Treppensteigen und längeres
Stehen sollten vermieden werden. Insgesamt sei dem Beschwerdeführer ein sehr hoher
Arbeitswille zu bescheinigen, da nach einer so komplexen Kniegeschichte die
wenigsten Patienten wieder in die Arbeitsfähigkeit zurückfinden würden (Suva-act.
I-371).
3.5.3 Dr. F._ hielt in der Arbeitsfähigkeitsschätzung vom 29. August 2017 fest, dass
aufgrund der Kombination der schweren rechtsseitigen Knieverletzung (nach multiplen
Eingriffen nur unvollständig verbessert) und der posttraumatischen Lisfrancarthrose im
Zusammenhang mit der klaren Deckplattenfraktur L5 und entsprechender
Lumboischialgie keine über 80% hinausgehende Arbeitsfähigkeit zu deklarieren sei
(Suva-act. I-372).
3.5.4 Dr. med. K._, FMH Orthopädische Chirurgie, Wirbelsäule, Klinik L._, führte im
Bericht vom 30. August 2017 aus, dass die aktuelle 80%-ige Tätigkeit die oberste
Belastungsgrenze darstelle. Rein aufgrund von wirbelsäulenorthopädisch
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nachweisbaren Diagnosen bestehe eine deutliche Einschränkung der Belastbarkeit der
Wirbelsäule. Monotones Stehen und Sitzen, ebenso das Tragen und Heben von
Gewichten über zehn Kilogramm seien dauerhaft zu meiden. Die geschilderten
Beschwerden seien nachvollziehbar und er sei erstaunt, dass der Beschwerdeführer,
rein aus Sicht der Wirbelsäulenproblematik, überhaupt 80% arbeitsfähig sei (Suva-act.
I-373).
3.5.5 In Bezug auf die Wirbelsäulen- und die Fussproblematik führte der
Beschwerdeführer aus, dass diese keine erheblichen Beschwerden verursachen
würden (Suva-act. I-340). Die Fussbeschwerden links bestünden weiterhin unverändert,
insbesondere im Bereich der vorderen Fusssohlenmitte. Auch die Rückenschmerzen
hätten sich nicht wesentlich verändert (Suva-act. I-342-5). Seit dem am 29. November
2005 terminierten Fallabschluss bezüglich der Folgen des Unfalls vom 7. April 2004
und der rechtskräftigen Beurteilung einer vollschichtigen Arbeitsfähigkeit in adaptierten
Tätigkeiten (Suva-act. II-10 f.) wird keine wesentliche Verschlechterung in Bezug auf
diese Beschwerderegionen geltend gemacht. Eine solche ist auch nicht ersichtlich.
Demnach ist es nachvollziehbar, dass Prof. D._ von keinen relevanten
Veränderungen bezüglich der Fuss- und Wirbelsäulenproblematik ausgeht und nach
wie vor eine adaptierte Tätigkeit als vollschichtig zumutbar erachtet (Suva-act. I-342-8).
Entsprechend vermögen auch die Berichte des Wirbelsäulen- (Dr. K._) und des
Fussspezialisten (Dr. F._), soweit sie sich auf diese Beschwerden beziehen, keine
auch nur geringen Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der kreisärztlichen
Arbeitsfähigkeitsbescheinigung zu begründen.
3.5.6 Bezüglich der Knieproblematik rechts wurde der Fall mit Verfügung vom 9. Januar
2001 abgeschlossen (Suva-act. I-3-9 ff.). In adaptierter Tätigkeit wurde von einer
100%-igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen (Suva-act. I-3-15, 26 f.). Der
Beschwerdeführer war damals auch in der Lage, als umgeschulter Fahrradmechaniker
dieses Pensum zu leisten (Suva-act. I-3-15, 30). Nach der Rückfallmeldung im Jahr
2010 wurden bei anhaltender 100%-iger Arbeitsunfähigkeit als Messemonteur (Suva-
act. I-55) bei persistierenden Kniebeschwerden mehrere Operationen durchgeführt (vgl.
vorstehende lit. E.a). Die Operation im Jahr 2012 verlief erfolgreich und die Schmerzen
konnten deutlich gemindert werden (Suva-act. I-371). Seitens des Beschwerdeführers
wird nicht geltend gemacht, dass sich die Schmerz- und Funktionsproblematik im Knie
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aktuell, im Vergleich zur Zeit vor der Rückfallmeldung bzw. zum Zeitpunkt des
erwähnten Fallabschlusses, relevant einschränkender auswirkten. Demnach leuchtet es
ein, wenn der Kreisarzt nach einer umfassenden klinischen Untersuchung im Vergleich
zur Abklärung vom 17. November 2000 (Suva-act. I-5-1 f.) nur geringe Veränderungen
feststellt und wieder von einer 100%-igen Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten
ausgeht. Die genannten Berichte der Dres. H._ und I._ vermögen keine auch nur
geringen Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der kreisärztlichen
Arbeitsfähigkeitsbescheinigung zu begründen. Deren Arbeitsfähigkeitsbeurteilungen
beziehen sich denn auch insbesondere auf die aktuell ausgeübte Tätigkeit des
Beschwerdeführers als Leiter Mobile Einsatzgruppe, welche, wie sich später zeigen
wird, nicht optimal angepasst erscheint. Dass in der von Prof. D._ umschriebenen
angepassten Tätigkeit noch zusätzliche Pausen bzw. eine Erholungszeit von rund
eineinhalb Stunden pro Tag bzw. von zwei Nachmittagen bzw. von einem ganzen
Werktag notwendig sein sollen, erscheint auch nicht nachvollziehbar, zumal der
Beschwerdeführer keiner weiteren (ärztlichen) Behandlungen und Therapien bedarf.
3.6 Zusammengefasst ist festzuhalten, dass auf die Einschätzungen von Prof. D._
abzustellen ist und dem Beschwerdeführer leichte körperliche Tätigkeiten ganztags
zumutbar sind (vgl. zum gesamten Belastungsprofil Suva-act. I-342-9 bzw.
vorstehende lit. E.b). Von weiteren medizinischen Abklärungen sind keine neuen
Erkenntnisse zu erwarten. Damit ist entgegen den Eventualanträgen des
Beschwerdeführers (act. G. 1) darauf zu verzichten (antizipierte Beweiswürdigung, vgl.
BGE 122 V 162 E. 1d).
4.
Zur Beurteilung steht letztlich die Höhe des Invaliditätsgrads.
4.1 Der Grad der für den Rentenanspruch massgebenden Invalidität ist gemäss Art. 16
ATSG durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln, bei dem das Einkommen, das
die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
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(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Erwerbseinkommen, das sie
erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
4.2 Gemäss den Angaben der früheren Arbeitgeberin des Beschwerdeführers (C._
AG) ist das Valideneinkommen für das Jahr 2016 auf Fr. 88'532.-- festzulegen (Suva-
act. I-350). Dies ist seitens der Parteien unbestritten (Suva-act. I-358-3, 370 S. 6, act. G
1 S. 5).
4.3 Umstritten ist die Höhe des Invalideneinkommens. Damit dafür auf das tatsächlich
erzielte Einkommen als Leiter Mobile Einsatzgruppe (Fr. 69'096.30 [Fr. 5'315.15 x 13];
Suva-act. I-354) abgestellt werden kann, bedarf es unter anderem, dass der
Beschwerdeführer seine verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll
ausschöpft (vgl. BGE 139 V 593 E. 2.3). Dies ist bei bescheinigter 100%-iger
Leistungsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit (vgl. vorstehende E. 3.6) bei einem 80%-igen
Pensum offensichtlich nicht der Fall. Die Beschwerdegegnerin errechnet das
Invalideneinkommen, indem sie den Verdienst des aktuellen 80%-Pensums auf 100%
hochrechnet, was für das Jahr 2016 ein Invalideneinkommen von Fr. 86'370.70 ergibt
(Fr. 6'643.90 x 13; Suva-act. I-354 bzw. act. G 4 S. 8). Gemäss Auskunft des
Arbeitgebers (Stadt E._) beinhaltet die Tätigkeit als Leiter Mobile Einsatzgruppe die
Leitung von Personen, welche im Sozialprogramm stehen, Vereinbarung und
Organisation von Terminen und Verantwortlichkeit für Auftragserledigungen. Dazu
würden beispielsweise Wohnungsräumungen, Beseitigung von Littering sowie
Entfernung von Neophyten aus Gärten gehören. Der Beschwerdeführer gebe die
entsprechenden Anweisungen und packe auch selbst mit an. Er sei zu ca. 70%
draussen und zu ca. 30% im Büro (Suva-act. I-360). Gestützt auf das genannte
Stellenprofil entspricht die aktuelle Arbeit nicht gänzlich dem vorgegebenen
Belastungsprofil. Der Beschwerdeführer hat zwar zum einen leidensangepasste
administrative Arbeiten auszuführen; auf der anderen Seite hat er bei den
Ausseneinsätzen auch körperlich belastende Tätigkeiten zu verrichten, die über das
vorgesehene Profil hinausgehen. Weiter ist aufgrund der Tätigkeitsbeschreibung nicht
davon auszugehen, dass er die körperlich zu belastenden Arbeiten als Leiter der
Einsatzgruppe gänzlich delegieren könnte. Aufgrund dieser Ausführungen ist es nicht
sachgerecht, zur Festlegung des Invalideneinkommens das bei einem Pensum von
80% erzielte Einkommen auf 100% hochzurechnen.
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4.4 Der Beschwerdeführer hat eine knapp zwei Jahre dauernde Umschulung zum
Sachbearbeiter Planung an der Stiftung M._ Ende 2015 erfolgreich abgeschlossen
(zur Ausbildungsdauer vgl. Suva-act. I-346-1 sowie https://www.stiftung-wq.ch/
zuweiser#1; eingesehen am 2. Juli 2019). Er hat mit dieser Umschulung offenkundig
angeknüpft an seine ursprüngliche, nach dem Skiunfall von 1993 noch wenige Jahre
ausgeübte berufliche Tätigkeit als gelernter Zimmermann (vgl. Suva-act. I-3-45,
I-342-5;) und wohl auch an die Berufserfahrung, die er bis September 2013 im
Messebau bei der C._ gesammelt hatte (vgl. Suva-act. I-235-2). Die Umschulung ist
zugeschnitten auf Berufsleute aus der Holzbranche, die sich unfall- oder
krankheitsbedingt neu orientieren müssen (vgl. https://www.stiftung-wq.ch/portrait,
eingesehen am 2. Juli 2019; zu den Anforderungen und Schwerpunkten der Ausbildung
siehe Suva-act. I-345). Es ist davon auszugehen, dass diese Umschulung es dem
Beschwerdeführer (auf dem für die Invaliditätsbemessung massgebenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt) erlaubt, eine vollzeitliche Tätigkeit zu finden, die seinen
körperlichen Einschränkungen optimal angepasst ist. Für die Festlegung des
Invalideneinkommens ist auf die Tabellenlöhne der Schweizerischen
Lohnstrukturerhebung (LSE) abzustellen (BGE 129 V 475 E. 4.2.1), wobei der Beizug
von Tabelle TA 1, Sektor Produktion, Position 16-18 "Herstellung von Holzwaren und
Papier; Druckerzeugnisse" dem Sachverhalt am besten gerecht wird. Hier ist vom
Kompetenzniveau 2 auszugehen. Die absolvierte Weiterbildung zum Sachbearbeiter
Planung berechtigt noch nicht zur Einstufung ins Kompetenzniveau 3, welches
komplexe praktische Tätigkeiten, welche ein grosses Wissen in einem Spezialgebiet
voraussetzen, beinhaltet. Entsprechend ist im Jahr 2016 von einem erzielbaren
hypothetischen Invalideneinkommen von jährlich Fr. 72'920.80 (Fr. 5'829.-- x 12 / 40 *
41.7) auszugehen. Nachdem nicht ersichtlich ist, dass der Beschwerdeführer aufgrund
seiner gesundheitlichen Beschwerden in einer leidensangepassten Tätigkeit
eingeschränkt und sein erwerbliches Leistungsvermögen entsprechend beschränkt
wäre, so dass er sich überwiegend wahrscheinlich mit einem geringeren Lohn zu
begnügen hätte als voll leistungsfähige und entsprechend einsetzbare Arbeitnehmer,
rechtfertigt sich kein Abzug vom Tabellenlohn. Dass dieses anrechenbare Einkommen
von Fr. 72'920.80 angemessen erscheint, ergibt sich auch daraus, dass der
Mindestlohn eines Sachbearbeiters Planung (Schreinerei) ab dem 24. Altersjahr jährlich
Fr. 68'900.-- beträgt (Fr. 5'300.-- x 13; vgl. Philipp Mülhauser, Das Lohnbuch, 2016,
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St.Galler Gerichte
Mindestlöhne sowie orts- und berufsübliche Löhne in der Schweiz, Zürich 2016, S.
229). Der Beschwerdeführer ist etwas über dem Mindestlohn anzusiedeln. So war er im
Jahr 2016 bereits _-jährig und bringt aus mehreren Berufszweigen Erfahrung mit. Dies
dürfte sich etwas lohnerhöhend auswirken.
4.5 Gestützt auf die vorstehenden Ausführungen resultiert bei einem
Valideneinkommen von Fr. 88'532.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 72'920.80
eine Erwerbseinbusse von Fr. 15'611.20 (Fr. 88'532 - Fr. 72'920.80) und ein
Invaliditätsgrad von aufgerundet 18% (Fr. 15'611.20 / Fr. 88'532.-- x 100).
5.
5.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde dahingehend gutzuheissen, dass der
angefochtene Einspracheentscheid vom 30. Juni 2017 aufgehoben und dem
Beschwerdeführer ab 1. Januar 2016 eine Invalidenrente entsprechend einem 18%-
igen Invaliditätsgrad zugesprochen wird. Zur Festsetzung und Ausrichtung der
Rentenleistung ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Hingegen hat der
obsiegende Beschwerdeführer Anspruch auf eine Parteientschädigung gegenüber der
Beschwerdegegnerin (Art. 61 lit. g ATSG). Zu entschädigen sind einzig die
Vertretungskosten. Es rechtfertigt sich, diese ermessensweise – wie in vergleichbar
aufwändigen Fällen üblich – auf pauschal Fr. 4'000.-- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer) festzulegen. Bezüglich der beantragten Übernahme der Kosten der
Berichte von Dr. F._ und Dr. K._ (act. G 1 S. 8) ist von Relevanz, dass deren
Einholung für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht
entscheidwesentlich war. Dementsprechend können sie nicht als Abklärungskosten im
Sinne von Art. 45 Abs. 1 ATSG der Beschwerdegegnerin auferlegt werden (vgl. dazu
Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Auflage, 2015, Art. 61 N 197 mit Hinweis auf BGE
115 V 62).