Decision ID: 47d85fec-7627-4c72-a8cf-b4902af96689
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1962,
arbeitete vom
1.
Februar bis zum 2
8.
April 1998 in einem Teilzeitpensum bei der
Firma Y._
als CAD-Planerin (
Urk.
8/3) und
kam daneben den Aufgaben im Haushalt und der Betreuung ihrer zwei 1993 und
1995 geborenen Kinder
n
nach. Wegen zunehmenden Schmerzen am Hand
ge
lenk rechts, auf welches sie im April 1990 beim Schlittschuhlaufen
in Eng
land
gestürzt war, meldete sie sich am
2
8
.
Juni 1999 bei der Invaliden
versiche
rung zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/2).
Die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte den Arbeitgeberbericht der
Firma Y._
vom 2
3.
Juli 1999 (
Urk.
8/3) sowie die Arztberichte von
Dr.
med.
Z._
, Allgemeine Medizin FMH,
vom 3. August
1999 (
Urk.
8/4/1-2, unter Beilage des Berichtes des Instituts für Radiologie des
Spitals A._
vom 29.
Juli 1999,
Urk.
8/4/3-4) und von
Dr.
med.
B._
,
Hand
chirurgie
FMH, vom 2
4.
August 1999 (
Urk.
8/5) ein. Ausserdem zog sie die Akten der Schweizeri
schen
Unfallversicherungs
anstalt
(SUVA) betreffend den Unfall vom 2
6.
April 1990
bei (
Urk.
8/6/1-141). Sodann nahm die IV-Stelle eine Abklärung im Haushalt der Versicherten vor (vgl. Abklärungsbericht vom 29. Mai
2000,
Urk.
8/7). Hier
zu nahm
Dr.
B._
am 2
9.
Juli 2000 Stellung (
Urk.
8/8).
Mit Verfügung vom
6.
Oktober 2000 sprach die IV-Stelle
X._
basierend au
f einem
In
va
liditätsgrad
von 67
% mit Wirkung ab dem 1. Mai 2000 eine ganze Invali
den
rente
samt den akzessorischen Kinderrenten
zu (
Urk.
8/11/1-5).
Dabei ging die IV-Stelle davon aus, dass die Beschwerde
führerin zu 45
%
er
werbstätig wäre und in diesem Bereich eine 100%ige Einschränkung bestehe, während im Haus
halt bei einem Anteil von 55 % eine Einschränkung von 38,45
%
bestehe. Den so berechneten Invaliditätsgrad von 66,14
%
rundete die IV-Stelle auf 67
%
auf, da
Dr.
med.
C._
vom medizinischen Dienst (heute: Regionaler Ärztlicher Dienst [RAD]) in seiner Stellungnahme vom 1
0.
August 2008 die Meinung ver
trat, die Eins
chränkung im Haushalt sei von der Abklärungsperson mit 38,45
%
eher zu tief festgelegt worden und es er
scheine insgesamt gerechtfertigt, eine Aufrundung vorzu
nehmen (
Urk.
8/9/3).
1.2
Im Rahmen der im Jahre 2001 durchgeführten Rentenrevision holte die IV-Stelle
den Arztbericht von
Dr.
med.
D._
, FMH Innere Medizin & Rheu
mato
logie, vom 6./1
0.
September 2001 ein (
Urk.
8/14). In der Folge erkundigte sie sich bei der SUVA nach der von dieser erbrachten Leistungen (
Urk.
16). Nach
dem die SUVA
X._
mit Verfügung vom 1
3.
Januar 2003
nebst einer Integritätsentschädigung von 27,5 %
mit Wirkung ab dem 1. Januar 2003 eine Invalidenrente von 57
%
zugesprochen hatte (
Urk.
8/19), bestätigte die IV-Stelle
der Versicherten mit Mitteilung vom 1
9.
März 2003 den Anspruch auf eine ganz
e
Invalidenrente bei einem
Invalidi
tätsgrad
von 67
%
(
Urk.
8/21).
1.3
Im Jahre 2004 führte die IV-Stelle ein weiteres Revisionsverfahren durch. Sie holte die Arztberichte von
Dr.
med.
E._
, Facharzt FMH für Allgemein
medizin, vom 3
0.
April 2004 (
Urk.
8/26) sowie von
Dr.
D._
vom 3
1.
August 2004 (
Urk.
8/28) ein.
Am 1
7.
August
2004
nahm die IV-Stelle eine neue Ab
klä
rung im Haushalt der Versicherten vor (vgl. Abklärungsbericht vom 23. Septem
ber 2004,
Urk.
8/29).
Am 2
4.
September 2004 bestätigte sie den An
spruch auf eine ganze Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 74
%
(
Urk.
8/31).
Die Erhöhung des Invaliditätsgrades von 67
%
auf 74
%
ergab sich dadurch, dass die IV-Stelle nun davon ausging, dass die Beschwerdeführerin zu 60
%
einer Er
werbstätigkeit nachgehen würde statt wie bisher nur zu 45
%
. Un
verändert ging die IV-Stelle davon aus,
dass im Erwerbsbereich eine 100
%ige Einschränkung bestehe und im Haushalt er
mittelte sie eine solche von 36
%.
1.4
Beim im Jahre 2007 durchgeführten Revisionsverfahren holte die IV-Stelle den Arztbericht von
Dr.
D._
vom
4.
/10.
April 2007 ein (
Urk.
8/36/1-9; unter Beilage weiterer Arztbericht
e
,
Urk.
8/36/10-19). Sie hielt an der Ausrichtung der ganzen Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 74
%
fest, was sie der Ver
sicher
ten
am 2
6.
April 2007 mitteilte (
Urk.
8/38).
1.5
Da
der Ehemann von
X._
ebenfalls eine Invalidenrente zuge
sprochen erhielt, setzte die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
2.
Mai 2007 mit Wir
kung ab dem
1.
Januar 2007 eine Plafonierung der Invalidenrente fest (Urk. 8/40).
Nach
dem die Rente des Ehemannes herabgesetzt wurde, hob die IV-Stelle die Plafo
nie
rung mit Verfügung vom 2
5.
Juli 2008 wieder auf (
Urk.
8/41).
1.6
Im März 2010 forderte
die IV-Stelle die Versicherte auf, sich für eine
Infor
mati
onsveranstaltung
zu
r
beruflichen Eingliederung anzumelden (Urk. 8/43).
X._
kam dieser Aufforderung nach und erklärte sich in der Folge am 2
0.
Juli 2010 auch interessiert, mit Unterstützung der IV eine Stelle zu finden und sich beruflich wieder einzugliedern (
Urk.
8/46). Die IV-Stelle gewährte der Versi
cher
ten am 1
1.
August 2010 Beratung und Unterstützung bei der
Stellen
suche
durch
die
Firma F._
(
Urk.
8/48). Mit Verfügungen vom 26.
Oktober 2011
(
Urk.
8/54-55
)
erneuerte die IV-Stelle
in A
bänderung der Verfügung vom 25.
Juli 2008 (
Urk.
8/41)
rückwirkend die Plafonierung der Invalidenrente per
1.
Juni 2010, wo
bei die Versicherte aber unverändert basierend auf einem
Inva
liditätsgrad
von
74
%
eine ganze Invalidenrente erhielt. Mit
Abschluss
bericht
vom 2
4.
April 201
2
hielt die
Firma F._
fest, die Versicherte habe erfolgreich eine neunmonatige innerbetriebliche Ausbildung zur Mitarbeiter
i
n Sensorik bei der
Firma G._
abschliessen
können und teste nun unter
schiedliche Produkte na
ch Vorgabe. Im
privaten Bereich
sei sie aktuell durch die Trennung von ihrem Ehemann nach über 20 Ehejahren erheblich belastet. Sie befinde sich in einer schwierigen familiä
ren und fi
nanziellen Situation (Urk.
8/57). Am 2
2.
Mai 2012 teilte die IV-Stelle
X._
mit, das Eingliederungsprogramm, durch wel
ches sie die Stelle bei der
Firma G._
habe finden können, sei beendet (
Urk.
8/59). In der Folge überprüfte die IV-Stelle unter Berücksichtigung des erreichten
Einglie
de
rungs
erfolges
den Renten
anspruch der Versicherten. Mit
entsprechender
Bestä
tigung von
Dr.
D._
gab
X._
am 2
5.
Juni 2012 an, es sei ihr
ge
sundheitsbedingt
nicht möglich, ihr
Arbeits
pensum
weiter zu er
höhen und der Tätigkeit bei der
Firma G._
in einem Pensum von mehr als 20
%
nachzu
gehen (
Urk.
8/62).
Am 2
5.
September 2012 nahm med.
pract
.
H._
, Fachärztin Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, vom RAD der
IV-Stelle
eine Untersuchung der Versi
cherten vor und gab eine darauf basierende Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit ab (
Bericht vom 1. Oktober 2012,
Urk.
8/65).
So
dann
führte
die IV-Stelle am 7.
Januar 2013 auch eine weitere Abklärung im Haushalt der Versicherte
n durch
(vgl. Abklärungsbericht vom 1
6
.
Januar 2013,
Urk. 8/67).
Ausserdem holte sie den Arztbericht von
Dr.
med.
I._
,
Fach
ärztin
Psychiatrie & Psycho
therapie FMH, vom
7.
Januar 2013 ein (Urk. 8/68)
. Schliesslich liess die IV-Stelle das psychiatrische Gutach
ten von PD
Dr.
med.
J._
vom 3
0.
März 2013 erstellen (
Urk.
8/70).
Mit Vorbescheid vom 1
9.
Juli 2013 teilte die IV-Stelle
X._
mit, es würden
die rentenzusprechenden bzw. bestätigenden Verfügungen und Mitteilungen
wie
dererwägungsweise
aufge
hoben
(Urk. 8/74)
. Dagegen erhob die Versicherte
selbe
r
am 2
3.
Juli 2013
(
Urk.
8/75) bzw. durch Rechtsanwalt Tobias
Figi
am 1
4.
Augus
t 2013 (
Urk.
8/77)
mit Ergänzung vom
17. September 2013 (
Urk.
8/80) Einwand
.
Mit Verfügung vom 2
5.
September 2013 sprach die IV-Stelle
X._
eine
Kinderrente für den Sohn
K._
mit Wirkung ab dem
1.
September 2013 zu (
Urk.
8/82). Mit Verfügung vom 1
3.
Februar 2014 hob sie
die ursprüngliche Verfügung vom 6. Oktober 2000 (sowie die Verfügung
en
vom 2
2.
Mai 2007 mit
Wirkung ab 1. Januar 2007 und vom 2
6.
Oktober 2011 mit Wirkung ab
1.
Janu
ar
2011) und die Mitteilungen vom 1
9.
März 2003, vom 2
4.
September 2004 und
vom 26. April 2007 wiedererwägungsweise auf und aberkannte den Ren
ten
an
spruch der Versicherten
auf das Ende des der Zustellung fo
l
genden Monats
(
Urk.
2).
2.
Gegen diese Verfügung erhob
X._
durch Rechtsanwalt
Figi
am 14. März
2014 Beschwerde mit folgenden Anträgen (
Urk.
1 S. 2):
„1.
Es seien der Vorbescheid der Beschwerdegegnerin vom 1
9.
Juli 2013 und die Verfügung vom 1
3.
Februar 2014 aufzuheben.
2.
Es sei der Beschwerdeführerin weiterhin der Anspruch auf eine ganze IV-Rente zuzusprechen.
3.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl.
MWSt
) zulasten der Beschwerdegegnerin.“
Mit Beschwerdeantwort vom 2
9.
April 2014 ersuchte die Beschwerdegegnerin um Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7). Die Beschwerdeführerin liess mit Replik vom
4.
Juni 2014 vollumfänglich an ihrer Beschwerde festhalten (
Urk.
11). Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 1
4.
Juli 2014 auf Duplik (
Urk.
14), was der Beschwerdeführerin am 1
7.
Juli 2014 mitgeteilt wurde (
Urk.
15).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den All
ge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die
Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).
Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai
2009 E.
1.2 und I 212/03 vom 28. August
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswir
kungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revi
si
onsgrund
im
Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurtei
lung
einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Ein
spracheent
scheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Invaliditätsbe
messung
beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.4
Fehlen
die
in
Art.
17 ATSG genannten Voraussetzungen, so kann die
Renten
verfügung
nach den für die Wiedererwägung rechtskräftiger
Verwal
tungs
ver
fü
gungen
geltenden Regeln abgeändert werden. Danach ist die Verwal
tung befugt
, auf eine formell rechtskräftige Verfügung, welche nicht Gegen
stand materieller richterlicher Beurteilung gebildet hat, zurückzukommen, wenn sich diese als zweifellos unrichtig erweist und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (
Art.
53
Abs.
2 ATSG; BGE 110 V 176 E. 2a, E. 1 mit Hinweisen).
Das Erfordernis der zweifellosen Unrichtigkeit ist in der Regel erfüllt, wenn eine
Leistungszusprache
aufgrund falsch oder unz
utreffend verstandener Rechtsre
geln
erfolgt ist oder wenn massgebende Besti
mmungen nicht oder unrichtig an
ge
wandt wurden. Anders verhält es sich, wenn der Wiedererwägungsgrund im Be
reich materieller Anspruchsvoraussetzungen li
egt, deren Beurteilung notwen
di
ger
weise Ermessenszüge aufweist. Erscheint die Beurteilung einzelner Schritte bei der Feststellung solcher Anspruchsvoraussetzungen (Invaliditätsbemessung, Arbeitsunfähigkeitsschätzung, Beweiswürdigung, Zumutbarkeitsfragen) vor dem Hintergrund der Sach- und Rechtslage, wie sie sich
im Zeitpunkt der rechts
kräf
ti
gen Leistungszusprechung darboten, als vertretbar, scheidet die Annahme
zwei
felloser Unrichtigkeit aus. Zweifellos ist die Unric
htigkeit, wenn kein ver
nünfti
ger Zweifel daran möglich ist, dass die Verfügung unrichtig war. Es ist nur ein einziger Schluss - derjenige auf die Unrichtigkeit der Verfügung – denk
bar (Urteil des Bundesgerichts 9C_837/2010 vom 3
0.
August 2011 E. 2.5.1).
Zweifellose Unrichtigkeit der ursprünglichen Rentenverfügung kann (auch) bei
unrichtiger Feststellung im Sinne der Würdigung des Sachverhalts gegeben sein.
Darunter fällt insbesondere eine unvollständige Sachverhaltsabklärung aufgrund
einer klaren Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes. Eine auf keiner nach
voll
ziehbaren ärztlichen Einschätzung der massgeblichen Ar
beitsfähig
keit beruh
en
de Invaliditätsbemessung ist nicht rechtskonform und die
entsprechende Ver
fü
gung zweifell
os unrichtig im wiedererwägungs
rechtlichen Sin
ne (Urteil des Bundesge
richts
9C_1014/2008
vom 1
4.
April 2009 E. 3.2.2).
Nicht entscheidend ist, ob die frühere
Leistungszusprache
unter
Berücksichti-gung
sämtlicher Teilaspekte richtig und angemessen war, sondern ob sie mit Blick auf die damalige Sach- und Rechtslage insgesamt als vertretbar erscheint (Urteil des Bundesgerichts 9C_575/2007 vom 1
8.
Oktober 2007 E. 3.3).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.6
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung
des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen
einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S.
188 E.
2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
achtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beantwor
tung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Un
tersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Ex
perte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E.
5.1; 125 V 351 E.
3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S.
30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S.
24 f.).
2.
2.1
2.1.1
Gemäss Arztbericht von
Dr.
B._
vom 2
4.
August 1999 (
Urk.
8/5/3) erlitt die Beschwerdeführerin 1990 ein Trauma des rechten Handgelenks. Nachdem in England eine Behandlung mit Gips durchgeführt worden sei, hätten keine Be
schwerden mehr bestanden. Aktuell bestünden aber seit acht Monaten Schmer
ze
n
im Handgelenk, wobei deren exakte Lokalisation nicht möglich sei. Die Be
schwe
r
den seien diffus und würden durch jede Bewegung ausgelöst. Klinisch be
stehe ein grosses Rezidiv eines dorsalen Handgelenksganglions. Die
bildge
ben
den
Befunde zeigten eine schwere Arthrose. Mit einer
Handgelenks
man
schette
seien die Schmerzen etwas besser. Die berufliche Einschränkung als CA
D
-Zeichnerin betrage jedoch 100
%
, der Haushalt könne etwa zu 20
%
und die Kinder
könnten
zu 50
%
versorgt werden. Eine berufliche Neuorientierung sei drin
gend nötig. Dabei könne die Beschwerdeführerin, welche Rechtshänderin sei, die Arbeit nur mit links ausführen.
2.1.2
Am 2
9.
Juli 2000 (
Urk.
8/8) führte
Dr.
B._
aus, die Beschwerden seien eher stärker geworden. Beruflich sei die Beschwerdeführerin unverändert zu 100
%
und im Haushalt zu 80
%
eingeschränkt. Bei der Betreuung der Kinder liege die Einschränkung derzeit wegen allergischer Probleme des Sohnes bei 60
%
, es sei aber wieder eine Steigerung auf 50
%
möglich, wenn die Allergie besser werde.
Auf längere Sicht sei eine Besserung durch eine Operation oder mehrere Opera
tio
nen möglich. Die Verbesserung des Einsatzes der Hand im Beruf sei nicht vor
hersehbar.
2.2
2.2.1
Gemäss dem zu
ha
nden der SUVA erstellten Gutachten der
Klinik L._
vom
1
9.
Oktober 2000 (
Urk.
8/6/67-72) besteht bei der Beschwerdeführerin eine posttraumatische, ausgedehnte Panarthrose des rechten Handgelenkes insbeson
dere das
mediocarpale
und das radio-
scaphoidale
Kompartiment betreffend. Sämtliche von der Beschwerdeführerin angegebenen Beschwerden und Be
hin
de
rungen seien auf den Unfall vom 2
6.
April 1990 zurückzuführen. Es finde sich objektiv eine ausgeprägte Bewegungseinschränkung des Handgelenkes, da
neben
könne in den verschiedenen Gelenksabschnitten
palpatorisch
ebenfalls ein Schmerz
ausgelöst werden. Diese medizinischen Befunde seien mit den radi
olo
gisch nachgewiesenen Befunden erklärbar.
Es sei durchaus denkbar, dass die Be
schwerdeführerin ganztags besch
äftigt werden könnte. D
ies müsste eine vor
wiegend
adominant
links durchführbare Tätigkeit sein, wobei die rechte Hand mit
der Orthese als Hilfshand gut eingesetzt werden könnte. In der ange
stamm
ten Tätigkeit als technische Zeichnerin könne die von der Beschwerde
führerin be
schrie
bene Einschränkung relativ gut nachvollzogen werden. Es sei nicht ganz klar, ob ergonomisch sämtliche Möglichkeiten zur Verbesserung der Leis
tungs
fähigkeit
als technische Zeichnerin am Computer
bereits ausgeschöpft worden seien.
Es sei allenfalls denkbar, dass mit anderen Eingabemitteln als mit de
r
Maus noch eine Verbesserung erzielt werden könnte.
Im Haushalt bestehe sub
jek
tiv eine Leistungsfähigkeit von ca. 40
%
. Die Beschwerdeführerin sei für
sämtliche schwereren
Haushalts
tätigkeiten
deutlich eingeschränkt. Zudem müss
ten
zwei fünf- und siebenjährige Kinder versorgt werden. Die Einschränkung könne damit auf 50
%
der mög
lichen Leistung mit einer gesunden Hand ge
schätzt werden.
2.2.2
Laut dem
(Ergänzungs-)
Gutachten der
Klinik L._
vom
1.
Oktober 2001
(
Urk.
8/6/8-15) ist die Greiffunktion der rechten Hand durch die freien Lang
fin
ge
r und den freien Daumenstrahl eigentlich uneingeschränkt. Eingeschränkt sei da
gegen die Belastbarkeit des Handgelenkes, manschettenfrei könne die Be
schwer
deführerin die Hand kaum vernünftig belasten. Mit der Manschette be
stehe aber eine Stabilität, welche es der Beschwerdeführerin offenbar erlaube, z.B. Taschen mit der rechten Hand zu tragen. Feinmotorisch erleide sie aufgrund der einge
schränkten Beweglichkeit des Handgelenks sowie des Bedarfs mehr oder weni
ger dauernden Tragens der Orthese sicherlich einen gewissen Verlust. Ebenso dürfte die Geschwindigkeit z.B. am Computer deutlich eingeschränkt sein. Das
Heben und Tragen dürfte auf etwa 5 kg limitiert sein. Zwischenzeitlich habe sich die Situation dahingehend geändert, dass Beschwerden im Bereich der linken oberen Extremität zuge
nommen hätten. Dies würde heissen, dass leich
tere Tätigkeiten, die vorwiegend unterhalb der Horizontalen ohne wesent
lichen Kraftaufwand links durchgeführt würden, durchaus denkbar seien. Im Rahmen eine
r
solchen Anpassung wäre der Be
schwerdeführerin grund
sätzlich ganztags eine Arbeitsfähigkeit zuzumuten.
2.3
Laut der Stellungnahme von
RAD-Arzt
Dr.
med.
C._
vom 10. August 2000
(Urk.
8/9/3) könne man sich im Falle der Beschwerdeführerin fragen, ob
die Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten überhau
pt festgelegt werden müsse,
da sie
durch
ihre Behinderung und die bes
onderen Umstände
in der Be
wältigung des Haushaltes erheblich einge
schränkt sei. Hier sei
wohl vorläufig die Arbeitsunfähigkeit mit der Erwerbsun
fähigkeit gleich
zu
setzen. Mit wenig
en
Korrekturen der Einschränkungen im
Haushalt ergebe sich sodann ein
Invalidi
tätsgrad
von über 66 2/3
%
. Er empfehle deshalb, den Invaliditätsgrad auf 67
%
aufzurunden.
2.4
2.4.1
Gemäss dem Bericht von RAD-Ärztin med.
pract
.
H._
vom 2
5.
September 2012 (
Urk.
8/65) bestehen bei der Beschwerdeführerin mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine posttraumatische Handgelenksarthrose rechts, eine
Peri
arthritis
humeroscapularis
(PHS) links und eine
Epicondylopathie
links sowie ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit Senk-Spreizfüsse mit
Hallux
valgus
beidseits und eine Hypermobilität. Es sei bei der Beschwerdeführerin ein soma
ti
scher Gesundheitsschaden ausgewiesen, der die Arbeitsfähigkeit beein
träch
tige. In ihrer angestammten Tätigkeit als CAD-Zeichnerin bestehe eine Arbeits
fähig
keit von 0
%
seit 199
9.
In angepasster Tätigkeit mit körperlich leichter
wechsel
be
lastender
Tätigkeit, ohne Hebe- und Tragebelastungen, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne schultergürtel- und armbelastende Tätigkeiten, ohne
regelmässiges Bedienen von Tastaturen und Schreibgeräten, ohne aus
schliesslich
sitzende Tätigkeiten, ohne Nässe-/Kälteexposition und ohne
Vibra
tions
- und
Schlag
belastungen
des Schultergürtels und der Arme, wäre medizi
nisch-theo
retisch eine 100%ige Arbeitsfähigkeit gegeben.
Eine Veränderung des Gesund
heits
zustandes gegenüber den Befunden der letzten Revisionen sei nicht ausge
wiesen (
Urk.
8/65/8).
2.4.2
In ihrer Stellungnahme vom
1.
Oktober 2012 (
Urk.
8/72/3) führte med.
pract
.
H._
ergänzend aus, es sei gegenüber den Befunden der letzten Revisionen möglicherweise aufgrund der zunehmenden
Einsteifung
des Handgelenks mit dadurch verringerten Bewegungsschmerzen zu einer Adaption gekommen.
2.5
Laut dem Bericht der Psyc
hiaterin
Dr.
I._
vom
7.
Januar 2013 (Urk. 8/68/5-7)
befindet sich die Beschwerde
führerin bei ihr in Behandlung we
gen einer Anpassungsstörung mit de
pressivem Zustandsbild in Folge einer Reihe
von schweren psychosozialen Belastungsfaktoren (ICD-10 F43.21), bei ei
ner bis anhin emotional empfind
lichen, zu Perfektionismus neigenden Persön
lichkeits
struktur. Darüber hinaus bestehe eine chronisch
e
Erschöpfung (ICD-10 F
48.0) nach belastenden
Lebens
ereignissen
.
Ihr Ehemann und sie hätten sich zuneh
mend
voneinander distan
ziert, und im Herbst 2012 sei es zur Trennung ge
kommen.
Die Beschwerde
führerin habe massive Schuldgefühle und Angst vor der Zukunft
. Sie habe nie alleine leben können, sei immer in einer Beziehung gewesen. Jetzt müsse sie für die ganze Familie die Verantwortung tragen, was sie überfordere und
ihr
Angst mache. Sie habe sich im Interesse der beiden ge
meinsamen Söhne gewünscht, nach der Trennung weiterhin einen guten Kon
takt zum Ehemann zu
haben, doch dies sei nicht gelungen und die Kontakte empfinde sie zunehmen
d
als
belastend. Die Beschwerdeführerin sei völlig über
fordert mit der jetzigen
Situa
tion und habe das Gefühl, überall (beruflich, pri
vat) völlig versagt zu haben.
Durch die hartnäckigen Schlaf
störungen werde sie zunehmen
d
erschöpft, so dass
sie Mühe habe, den Alltag mit den Kindern zu bewältigen. Die geschilderten
Symp
tome (depressive Stimmungslage,
Motivati
onsmangel
, Erschöpfung,
Kon
zen
tra
tions
- und
Auf
merksamkeitsstörungen
) ver
bunden mit den physischen Ein
schränkungen an der rechten Hand seien die Gründe für die weiterhin be
stehende Arbeits
unfähigkeit. Die medizinischen Voraussetzungen für die
Weiter
aus
richtung
der IV-Rente seien
weiterhin
gegeben. Eine Besserung
trotz der Anwendung
k
onstanter therapeutischer Massnahmen
könne nur mit Vorsicht erwartet werden. Ein beruflicher
Wiederein
stieg
sei nicht realistisch.
2.6
Gemäss dem psychiatrischen Gutachten von PD
Dr.
J._
vom 3
0.
März 2013
(
Urk.
8/70/17) liegen bei der Beschwerdeführerin keine psychiatrischen Diag
no
sen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit vor. Ohne Einfluss auf die Ar
beits
fähigkeit bestünden Probleme in Verbindung mit der Berufstätigkeit (ICD-10 Z.56) sowie ein Verdacht auf schädlichen Gebrauch von Alkohol (ICD-10 F10.1).
Unter Beachtung des Umstandes, dass sozio-kulturelle und psycho
soziale Fak
to
ren (z.B. Alter, Geschlecht, sprachliche Verständigungs
schwierig
keiten)
IV
-recht
lich nicht relevant seien, liege bei der Beschwerde
führerin keine psychiat
rische Krankheit vor, die ihre Leistungs
fähigkeit mittel- und langfristig ein
schränke. Es
seien dementsprechend im IV-relevanten Sinne auch keine
Thera
piemass
nah
men
erforderlich, welche die Leistungsfähigkeit verbessern. Proble
matisch sei der
Alko
holkonsum
(gegenwärtig 1 Liter Wein pro Tag). In dieser Hinsicht seien Massnahmen empfehlenswert, um ein chronisches Suchtverhalten zu vermeiden.
Eine berufliche Wiedereingliederung sei aus psychiatrischer Sicht somit mög
lich
,
wobei die Beschwerdeführerin wegen der
langjährigen
Entwöhnung
von einer vollschichtigen Berufstätigkeit
stark verunsichert sei
(Urk. 8/70/18)
.
3.
3.1
Die Beschwerdeführerin
lässt zur Begründung ihr
er Beschwerde geltend ma
chen,
RAD-Arzt
Dr.
C._
habe im Jahre 2000 den medizinischen Sachverhalt gewürdigt und sei aus nachvollziehbaren Gründen zum Ergebnis gelangt, dass im vorliegenden Fall die Erwerbsunfähi
gkeit
mit der Arbeits
un
fähigkeit gleich
gesetzt werden könne. Was daran offensichtlich falsch sein solle, sei überhaupt nicht ersichtlich, weshalb eine Wiedererwägung nicht möglich sei. Sodann habe die SUVA der Beschwerdeführerin eine Invalidenrente von 57
%
zugesprochen. Auch die Unfallversicherung sei also - wie auch heute noch - davon ausge
gan
gen, dass der Beschwerdeführerin allein aufgrund der unfallbedingten
Panarth
rose
des rechten Handgelenkes keine 100%ige Erwerbstätigkeit mehr zugemutet werden könne. Da sich aufgrund der Überbelastung des linken Armes zusätzli
che Beeinträchtigungen entwickelt hätten, sei absolut nachvollziehbar, dass die
Beschwerdeführerin zu 100
%
erwerbsunfähig
(Urk.
1 S.
14)
sei.
Die
Beschwerde
gegnerin
habe den Invaliditätsgrad anlässlich der Revision im Jahre 2004 gar
noch von 67
%
auf 74
%
erhöht
und bei insgesamt vier Revisionen nie eine zwei
fel
lose Unrichtigkeit der Rentenzusprechung festgestel
lt. Zu berück
sichtigen sei
, dass die Beschwerdegegnerin nach Erlass des Vorbescheides vom 1
9.
Juli 2013 der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 2
5.
September 2013 bei einem
In
validitätsgrad
von 74
%
eine ganze Kinderrente zugesprochen habe. Diese Ver
fügung habe die
Beschwerde
gegnerin
nicht in Wiedererwägung gezogen, was be
weise, dass sie weiterhin von einem grossen
Gesundheits
schaden
bei der Be
schwerdeführerin ausgehe.
Die Verfügung vom
6.
Oktober 2000 erweise sich nicht
als zweifellos unrichtig und die Beschwerdegegnerin habe den
Untersu
chungs
grundsatz
nicht verletzt
(Urk. 1 S. 15 und S. 16)
. Die Beschwerdeführerin
könne nur noch einen Beruf ausüben, bei welchem sie beide Arme nicht ver
wen
den müsse. Eine solche Tätigkeit habe sie nach monatelangem Suchen als
Aro
ma
testerin
nur dank Unterstützung der
Firma F._
bei der Firma
G._
finden können. Aufgrund der Erschöpfbarkeit des Geruchs- und Ge
schmack
sinnes sei aber ein höher
es
Arbeitspensum nicht möglich.
Eine andere
leidens
angepasste
Tätigkeit gebe es auf dem ausge
glichenen Arbeitsmarkt nicht. Selbst bei Annahme einer 43%igen Erwerbs
unfähigkeit gemäss der SUVA-Ver
fügung komme man bei richtiger Berechnung auf einen Invaliditätsgrad von 77
%
und somit auf den Anspruch auf eine ganze Invalidenrente
(
Urk.
1
S. 17 ff.
)
.
Jeder Sozialversicherungsträger müsse die Invaliditätsbemessung selbständig
durch
füh
ren.
Die
Beschwerde
gegnerin
habe selber umfassende Ab
klärungen vorge
nommen und sei
damals
zum Er
gebnis gelangt, dass die Beschwerde
führerin An
spruch auf eine ganze Invali
denrente habe
(
Urk.
11)
.
3.2
Demgegenüber führte die Beschwerdegegnerin zur Begründung der ange
fochte
nen Verfügung aus, es seien ihr bei Erlass der Verfügung vom 6. Oktober 2000 die massgeblichen Akten der SUVA nicht vorgelegen, insbesondere seien die
Gutachten der
Klinik L._
vom 1
9.
Oktober 2000 und
1.
Oktober 2001 nicht
bekannt gewesen. Es habe somit im Zeitpunkt der
Rentenzusprache
an ei
ner nachvollziehbaren medizinischen Einschätzung gefehlt. Da die
Beschwerde
geg
nerin
von der SUVA über die weiteren Abklärungen informiert gewesen sei, wäre
sie umso mehr angehalten gewesen, diese abzuwarten. Im Übrigen sei da
rauf
hinzuweisen, dass mit der Neuqualifikation der Beschwerde
führerin eben
falls ein
Revisionsgrund ausgewiesen sei, womit auch bei einer Verneinung der offen
si
cht
lichen Unrichtigkeit der ursprünglichen Verfügung eine umfassende
Neu
über
prü
fung
des Rechtsanspruchs zu erfolgen habe (
Urk.
2,
Urk.
7).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin ist bei Erlass der Verfügung vom
6.
Oktober 2000 (Urk. 8/11) davon ausgegangen, dass die Beschwerdeführerin
im Gesundheitsfall
zu 45
%
erwerbs
tätig wäre und
sich
zu 55
%
den Aufgaben im Haushalt
und der
Betreuung ihrer Kinder
widmen würde
(Urk.
8/7/7
und Urk. 8/9/2
). Ohne Abklä
rungen über die Arbeitsfähigkeit in einer
behinderungs
angepassten
Tätigkeit
vor
zunehmen, hat die
Beschwerde
gegnerin
im Erwerbsbereich einen
Invalidi
täts
grad
von 100
%
anerkannt. Die Abklärungen im Haushalt der
Beschwerde
füh
rerin
haben sodann eine Einschränkung von 38,45
%
ergeben (
Urk.
8/7
/7
). Ba
sie
rend auf diesen Zahlen hätte der
Invali
ditätsgrad
66,15
%
betragen (
Erwerbs
be
reich
: 100
%
von 45
%
= 45
%
;
Haus
haltsbereich
: 38,45 % von 55
%
= 21,1
5
%
).
Da sich RAD-Arzt
Dr.
C._
aber auf den Standpunkt stellte, die Abklärung im Haushalt habe eine eher zu tiefe Einschränkung ergeben, wurde der
Invali
di
täts
grad
auf 67
%
aufgerundet
,
wo
mit die Beschwerdeführerin nach den dannzumal
geltenden gesetzlichen Best
immungen
(Art. 28 Abs. 1 IVG in der bis 31. Dezem
ber
2003 gültig gewesenen Fassung)
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hatte
(
Urk.
8/9/3)
.
4.2
Wie die Beschwerdegegnerin zutreffend geltend macht
e
, hat
te
sie keinerlei Ab
klä
rungen über die Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit
vorgenommen, sondern ist ohne Weiteres davon ausgegangen, dass eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als CAD-Zeichnerin auch eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in jeder anderen Tätigkeit bewirkt. Ebenso hat die
Beschwerdegegnerin ohne nachvollziehbare Begründung den
In
validitätsgrad
auf 67
%
aufgerundet. Insgesamt ist die Beschwerdegegnerin da
mit zu Recht zum
Ergebnis gelangt, dass sich die Verfügung vom
6.
Oktober 2000
infolge Verlet
zung des Untersuchungsgrundsatzes
als offensichtlich falsch erweist und des
hal
b in Wiedererwägung gezogen werden kann
(vgl. E.
1.4 und Urteil des Bundes
ge
richtes 9C_562/2008 vom 3. November 2008 E. 6.2.1)
.
4.3
Zu beachten ist im Weiteren aber auch, dass bei Vorliegen eines
Revisions
grun
des
nach der Rechtsprechung ein
e
umfassende Prüfung des Renten
anspruchs zu erfolgen hat, mithin auch eine erneute ärztliche Beurteilung der gesundheitli
chen Situation und der Arbeitsfähigkeit (
Urteil des Bundesge
richts 9C_4
2
7/2012 vom
5.
Dezember 2012 E. 3.4 mit Hinweisen).
Nachdem sich die Beschwerde
führerin im Dezember 2012 von ihrem Ehemann getrennt hat und ihre beiden Söhne keiner Betreuung mehr bedürfen, würde die Beschwerde
führerin gemäss ihren eigenen, nachvollziehbaren Angaben gegenüber der Abklärungsperson der
Beschwerdegegnerin vom
7.
Januar 2013 ohne
Gesund
heitsschaden
nun zu 100
%
einer Erwerbstätigkeit nachgehen
(Urk. 8/67/3)
. Diese Änderung des Status stellt ein
en
Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17 ATSG dar,
welcher
da
zu führt
, dass der
Rentenanspruch der Beschwerde
führerin einer umfassenden
Neu
prüfung
unterzogen werden
kann
, selbst wenn davon auszugehen wäre, dass die ursprüngliche Verfügung nicht offen
sichtlich unrichtig ist.
4.4
Die Beschwerdeführerin will aus dem Umstand, dass ihr nach Erlass des Vorbe
scheids vom 1
9.
Juli 2013 (
Urk.
8/74) mit Verfügung vom 2
5.
September 2013 (Urk. 8/82) für den Sohn
K._
mit Wirkung ab dem
1.
September 2013 basierend auf einem Invaliditätsgrad von 74
%
eine ganze
Kinder
rente
zuge
sprochen worden ist, ableiten, dass damit ihr Einwand gegen den Vor
bescheid gutgeheissen und ihr Anspruch auf eine ganze Invalidenrente weiterhin aner
kannt wurde. Ein Revisionsgrund für diese Verfügung liege
demnach
nicht vor (
Urk.
1 S. 11 f.,
Urk.
11 S. 4). Hierzu ist anzumerken, dass es sich beim An
spruch auf eine Kinderrente unbestrittenermassen um einen akzessorischen Anspruch zur Hauptrente handelt.
Zu berücksichtigen ist ausserdem,
dass sich
aus der vom Gesetzgeber vorgesehenen Aufgabenteilung zwischen
IV-Stelle und Ausgleichskassen g
emäss
Art.
60
Abs.
1
lit
. c IVG
ergibt, dass
Renten, Taggelder
und
Hilflosenentschädigungen
, welche von der Invalidenversicherung ge
schul
det
werden, von den Ausgleichskassen ausgerichtet
werden
.
Mit der Verfügung vom 2
5.
September 2013 ist mithin lediglich darüber befunden worden, dass die Be
schwerdeführerin für den Sohn
K._
eine Kinderrente erhält, da die Vor
aussetzungen zu
deren
Ausrichtung
ab 1
.
September 2013 (wieder) erfüllt waren.
Ein
en
Entscheid über die Hauptrente beinhaltet aber die Verfügung vom 2
5.
Septem
ber 2013 nicht. Vielmehr ist der Beschwerdeführerin im Vorb
escheid
vom 1
9.
Juli 2013 (Urk.
8/74) beschieden worden, dass die Einstellung der Rente erst auf Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats aufgehoben wird und dementsprechend hatte sie bis zu diesem Zeitpunkt Anspruch auf die akzessorischen Kinderrenten, soweit sie bzw. ihre Kinder hierfür die Vorausset
zungen erfüllten.
Dass der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin nunmehr nur
aufgehoben werden könnte, wenn seit dem 2
5.
September 2013 ein
Revisi
ons
grund
eingetreten ist, ist nicht zutreffend.
5.
5.1
Das psychiatrische Gutachten von PD
Dr.
J._
vom 3
0.
März 2013 (Urk. 8/70)
beantwortet die gestellten Fragen umfassend, berücksichtigt die von der Beschwerdeführerin geklag
ten Beeinträchtigungen, wurde in Kenntnis und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstellt und ist in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zu
sammenhänge einleuchtend. Ebenso wurden die gezogenen Schluss
folgerungen in nachvollziehbarer Weise hergeleitet. Das Gut
achten wird damit den von der Rechtsprechung entwickelten Anforderungen an eine beweis
kräftige medizini
sche Stellungnahme (BGE 125 V 352 E. 3a) gerecht. Ihm ist volle Beweiskraft zuzuerkennen, falls keine konkreten Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex
pertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/
bb
vgl. E. 1.3).
5.2
Die Beschwerdeführerin bringt gegen das psychiatrische Gutachten von PD
Dr.
J._
keine Einwände vor. Es ist damit vollumfänglich darauf abzustel
len und festzuhalten, dass aus psychiatrischer Sicht
keine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit
vorliegt
.
Für die psychischen Probleme der Beschwerdeführerin sind
psychosoziale Ursachen (Trennung vom Ehemann, finanzielle Schwierig
keiten, langjährige Arbeitsentwöhnung) verantwortlich. Ausserdem liegt laut dem
Gutachten von
Dr.
med.
J._
ein
schädl
icher Gebrauch von Alkohol vor, und die Beschwerdeführerin ist im Rahmen ihrer
Schaden
minderungspflicht
ge
halten, diesen einzuschränken.
5.3
Was die somatische Seite betrifft, so hat RAD-Ärztin
Dr.
H._
am 25.
Septem
ber 2012
eine umfas
sende orthopädische Untersuchung durchgefü
hrt. Ihr Bericht vom 2. Oktober 2012 (
Urk.
8/65) enthält alle notwendigen Angaben und vermag in jeder Hin
sicht zu überzeugen. In nachvollziehbarer Weise ist
Dr.
H._
zum Ergebnis gelangt, dass die Beschwerdeführerin in angepasste
r
Tätigkeit mit körperlich leichter wechselbelastender Tätigkeit, ohne Hebe- und
Tragebe
lastungen
, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne schultergürtel-
und armbelastende Tä
tigkeiten, ohne regelmässiges Bedienen von Tastaturen und
Schreibgeräten, ohne ausschliesslich sitzende Tätigkeiten, ohne Nässe-/
Kälte
ex
position
und ohne Vibrations- und Schlagbelastungen des Schultergürtels und
der Arme me
dizinisch-theoretisch zu 100
%
arbeitsfähig ist.
Dr.
H._
h
a
t im Weiteren zwar fest
gehalten
, dass eine Veränderung des Gesundheitszustands gegenüber den früheren Befunden nicht ausgewiesen ist (
Urk.
8/65/9), es aber immerhin zu ei
ner Adaption, möglicherweise aufgrund der zunehmenden
Ein
steifung
des Ge
lenkes mit dadurch verringerten Bewegungsschmerzen ge
kom
men
ist
(
Urk.
8/72/3)
.
Wie bereits erwähnt,
ist anzunehmen
, dass die
Beschwerde
geg
nerin
ursprünglich
zu Unrecht
von einer voll
ständigen Arbeitsunfähigkeit in
be
hinderungsangepasster
Tätigkeit ausgegan
gen ist
;
andererseits ergibt sich aus der
Beurteilung von
Dr.
H._
, dass trotz unverändertem Gesundheitszustand bei der Arbeitsfähigkeit infolge eine Adap
tion eine Steigerung eingetreten ist.
5.4
Was den Einwand der Beschwerdeführerin anbelangt, mit ihrer Behinderung lasse sich auch auf dem hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt keine Stelle finden, so ist festzuhalten, dass die Gerichtspraxis
davon aus
geht
, dass der aus
geglichene Arbeitsmarkt für Personen, welche funktionell als Einarmige zu be
trachten sind und überdies nur noch leichte Arbeiten verrichten können, genü
gend realistische Betätigungsmöglichkeiten bietet. Zu denken ist etwa an einfa
che Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltätigkeiten sowie an die Bedien
ung und Überwachung von (halb-)
automatischen Maschinen oder Produktions
einheiten, die nicht den Einsatz beider Arme und beider Hände voraussetzen (vgl. Urteile
8C_207/2009 vom
8.
September 2009 E.
3.2 und 8C_635/2007 vom 2
7.
August 2008
E.
4.2 mit Hinweisen). Solche Arbeitsstellen bestehen auch in
produkti
ons
nahen
Betrieben, weshalb sich eine Einschränkung des in Betracht zu zie
henden Arbeitsmarktes auf den Dienstleistungssektor nicht aufdrän
gt.
5.5
Zusammenfassend ist damit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in einer körperlich leichten wechselbelastenden Tätigkeit, ohne Hebe- und
Trage
be
lastungen
, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne schultergürtel- und armbelastende Tätigkeiten, ohne regelmässiges Bedienen von Tastaturen und Schreibgeräten, ohne ausschliesslich sitzende Tätigkeiten, ohne Nässe-/
Kälte
ex
position
und ohne Vibrations- und Schlagbelastungen des Schultergürtels und der Arme zu 100
%
arbeitsfähig ist.
6.
6.1
Es ist unstrittig davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin ohne Eintritt
des Gesundheitsschadens zu 100
%
ihrer angestammten
Erwerbst
ätigkeit als CAD-Zeichnerin
/-Planerin
nachgehen würde. Hingegen kann nicht ange
nom
men
werden, dass die Beschwerdeführerin noch an gleicher Arbeitsstelle be
schäf
tigt wäre
(vgl. Urk. 8/3/4)
, weshalb bei der Ermittlung des
Validenein
kom
mens
von den statistischen Durchschnittslöhnen auszugehen ist.
Der
Zentral
wert
für über
Be
rufs- und Fachkenntnisse verfügende Frauen in freiberuflichen, wissenschaft
li
chen und technischen Dienstleistungen im privaten Sektor betrug im Jahre 2010
Fr. 5‘958.-- pro Monat bei 40 Arbeitsstunden pro Woche (LSE 2010, Tabelle TA 1,
S. 27,
Nr. 69-75
), was unter Be
rücksichtigung einer betriebsüblichen Arbeits
zeit von 41,5 Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik,
Betriebsübliche Ar
beitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Tabelle T 03.02.03.01.04.01) ein hy
po
the
t
i
sches Ein
kom
men von monatlich Fr.
6‘181.42
bzw. Fr.
74‘177.10
pro Jahr (mal 12) ergibt. Ange
passt an den Nominallohnindex für Frauen (vgl. Bundes
amt
für Statistik, Tabelle T.1.93: 20
10
=
127.4
, 20
13
=
130,8
) beträgt das Ein
kom
men
im Jahr 20
13
Fr.
76‘156.7
0.
6
.2
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er
werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht.
Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, na
mentlich weil
die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jeden
falls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt
für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) heran
ge
zogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1)
.
Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Brutto
löhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wo
bei
jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) aus
zugehen ist. Bei der Anwe
n
dung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr gene
rell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu
grunde liegt, weshalb der mass
gebliche Tabellenlohn auf die entsprechende
be
triebsübliche
Wochenarbeitszeit
aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E.
3b/
aa
;
AHI 2000 S. 81 E. 2a).
Zur Bestimmung des Invalideneinkommens auf der Grundlage der
LSE
kann - ausnahmsweise - der
Lohn eines einzelnen Sektors („Produktion" oder „
Dienst
leistungen") oder gar einer bestimmten Branche her
an
gezogen werden, wenn es als sachgerecht erscheint, um der im Einzelfall zumutbaren erwerblichen Ver
wertung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit Rechnung zu tragen, namentlich bei
Personen, die vor der Gesundheitsschädigung lange Zeit im betreffenden Be
reich
tätig gewesen waren und bei denen eine Arbeit in anderen Bereichen kaum in
Frage kommt (SVR 2008 IV Nr.
20 S.
63, 9C_237/2007 E.
5.1; Urteil des Bundes
gerichts
9C_667/2013 vom 29. April 2014 E. 5.3
).
Es besteht kein Grundsatz, wonach stets auf die Tabelle TA1 abzustellen ist. So kann es sich nach den konkreten Umständen des Einzelfalls rechtfertigen, an
statt auf die Tabelle TA1 auf die Tab
elle TA7 („
Monatlicher Bruttolohn [
Zent
ral
wert
] nach Tätigkeit, Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes und Geschlecht - Privater Sektor und öffentlicher Sektor [Bund] zusammen") abzustellen, wenn dies eine genauere Festsetzung des Invalideneinkommens erlaubt und dem Ver
sicherten der entsprechende Sektor offen steht und zumutbar ist (SVR 2008 IV Nr. 20 S.
63, 9C_237/2007 E.
5.1). Ferner kann bei qualifizierten Berufsleuten mit Fach- und Hochschulabschluss das
Heranziehen der Tabelle TA11 („
Monat
licher Bruttol
ohn [Zentralwert und
Quar
tilbereich
] nach Ausbildung, beruflicher
Stellung und Geschlecht - Privater Sektor und öffentlicher Sektor [Bund] zu
sam
men") an
gezeigt erscheinen (SVR 2011 IV Nr. 55 S.
163, 8C_6
71/2010 vom
25. Februar 2011 E. 6.4.2 mit Hinweisen;
Urteil des Bundesgerichts 9C_841/2013
vom 7.
März 2014 E. 4.2
; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts
8C_660/2014 vom 5. November 2014 E. 4
).
6
.3
Entgegen der Annahme der Beschwerdegegnerin ist nicht davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin
in einer anderen als der angestammten Tätigkeit
einen Lohn auf de
m
Anforderungsniveau 3 (Berufs- und Fachkenntnisse vor
aus
gesetzt) erzielen könnte, sondern es ist vom
Anfor
derungsniveau
4 (einfache
und repetitive Tätigkeiten) auszugehen.
Der
Zentral
wert
für die mit einfachen und
repetitiven Aufgaben beschäftigten Frauen be
trug im Jahre 20
10
im privaten Sektor Fr. 4'
225
.-- pro Monat bei 40 Arbeitsstunden pro Woche (LSE 20
10
, Tabelle TA
1, S.
26), was unter Be
rücksichtigung einer betriebsüblichen Arbeits
zeit von 41,6 Stunden pro Woche (
Bundesamt für Statistik,
Betriebsübliche Arbeitsz
eit nach
Wirtschafts
abteilun
gen
,
Tabelle
T 03.02.03.01.04.01
)
ein hypo
thetisches Ein
kom
men von monatlich Fr.
4‘394.--
bzw. Fr.
52‘728.--
pro Jahr
(mal 12) ergibt.
Ange
passt an den
Nomi
nallohnindex
für Frauen (vgl. Bundes
amt
für Statistik, Tabelle T.1.93: 2010 = 127.4, 2013 = 130,8) beträgt das Ein
kom
me
n im Jahr 2013 Fr. 5
4
‘
135
.
20
.
Dem Umstand, dass die Beschwerde
führerin
bei der Verrichtung von manuellen Tä
tigkeiten und insbesondere beim Gebrauch der dominanten rechten Hand er
heblich eingeschränkt ist
und angesichts des Alters
wenig berufliche Erfahrung vorweisen kann
, ist mit dem maximal möglichen Abzug von 25
%
Rechnung zu tragen.
D
as Invalideneinkommen beträgt
somit Fr.
4
0
‘
60
1.4
0
(
75
% von Fr.
5
4
‘
135
.
20
).
Verglichen mit dem hypo
theti
schen
Vali
denein
kom
men
von
Fr. 76‘156.70
resultiert eine
Einkommensein
busse
von Fr.
3
5
‘
555
.
30
bzw. ein Invaliditätsgrad von rund 4
7
%,
was den Anspruch auf eine
Vier
tels
rente
begründet.
6.4
Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, es sei von der von der SUVA
festgelegten bzw. anerkannten Erwerbsunfähigkeit von 57
%
auszugehen, ist fest
zuhalten, dass nach der seit BGE 133 V 549 aktuellen Rechtsprechung für die Invalidenversicherung keine Bindungswirkung an die Invaliditätsschätzung der Unfallversicherung besteht. Bei einer auf Vergleich beruhenden Festsetzung des
Invaliditätsgrades durch die Unfallversicherung war sodann
rechtspre
chungs
ge
mäss
bereits vor BGE 133 V 549 keine Bindungswirkung für die Inva
liden
ver
sicherung gegeben, selbst wenn bekannt war, von welchen Überlegun
gen sich der Unfallversicherer bei der vergleichsweisen Einigung hat leiten las
sen (BGE
133 V 549 E. 6.1; Urteil des Bundesgerichts 8C_106/2008 vom 5.
September 2008
E. 3).
Ausserdem ist darauf hinzuweisen,
dass die SUVA von einem Invaliditätsgrad von 57
%
ausgegangen ist,
womit diese Zahl
bereits auf einem
Einkommens
vergleich
beruht und es sich nicht etwa um einen Grad der Arbeitsfähigkeit
handelt, auf dessen Basis der Einkommensvergleich erst vorzuzunehmen wäre.
Es
erweist sich deshalb als
falsch, wenn die Beschwerdeführerin basierend auf die
sem
Wert
und unter Vornahme weiterer Abzüge das Invalideneinkommen berec
h
net und dann den Einkommensvergleich vornimmt.
Soweit man den Entscheid der SUVA als bindend ansehen würde, müsste vielmehr auch in der Invaliden
ver
sicherung der Invaliditätsgrad auf 57
%
festgelegt werden.
6.5
Zusammenfassend ergibt sich, dass
die Beschwerdeführerin
Anspruch auf eine
Viertelsrente
hat. Die angefochtene Verfügung vom
1
3.
Februar 2014
ist daher aufzuheben
und die Beschwerde mit der Fest
stellung, dass
ab 1. April 2014
An
spruch auf eine
Viertelsrente
besteht,
teilweise
gutzuheissen.
7
.
7
.1
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um
die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der
Invalidenversiche-rung
vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von
Art.
61
lit
. a
ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und un
ab
hängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.-- festge
setzt. Vorliegend erweist sich eine Kostenpauschale von
Fr.
801
.-- als ange
messen. Entsprechend dem teilweisen Obsiegen des Beschwerdeführers sind die Kosten
zu zwei Dritteln
de
r
Beschwerdeführer
in
und
zu einem Drittel
der
Beschwer
de
gegnerin
aufzu
erlegen.
7
.2
Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer gestützt auf
§
34
Abs.
1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) Anspruch auf eine
redu
-
zierte Prozessentschädigung, denn es handelt sich vorliegend nicht um einen Fall,
bei welchem das Rechtsbegehren keinen Einf
luss auf den Prozessaufwand aus
ge
übt hätte, da die teilweise Gutheissung gestützt auf ein
e andere Begrün
dung als
die von der
Beschwerdeführer
in
geltend gemachte
erfolgt (vgl. Urteil des Bun
des
gerichts 9C_995/2012 vom 17.
Januar
2013 E.
3). Die reduzierte
Prozess
ent
schä
digung
ist unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsa
che und der Schwie
rigkeit des Prozesses auf
Fr.
8
00.-- (inkl. Mehr
wertsteuer und Baraus
lagen) fest
zu
setzen.