Decision ID: 902444c8-724e-4a5e-894f-e94be343df1e
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Advokat lic. iur. Martin Boltshauser, c/o procap, Froburgstrasse 4,
Postfach, 4601 Olten,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 11. Dezember 2008 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung bei der IV-Stelle St. Gallen an. Sie gab an, seit ca. 15 Jahren
unter Rückenschmerzen, Rheuma, Fibromyalgie, psychischen Problemen, Arm-,
Hand-, Kopf- sowie Magenschmerzen zu leiden (IV-act. 1).
A.b Am 24. Dezember 2008 erstattete das Alterszentrum B._ einen Arbeit
geberbericht. Darin wurde ausgeführt, dass die Versicherte seit dem 1. September
1989 als Mitarbeiterin im Service und in der Cafeteria zunächst in einem 100%-Pensum
und seit dem 1. Januar 2005 in einem Pensum von 80% tätig gewesen sei. Der letzte
effektive Arbeitstag sei der 19. Juni 2008 gewesen (IV-act. 11-1 ff.). Dem Bericht legte
die Arbeitgeberin das Kündigungsschreiben vom 22. Dezember 2008 bei, wonach das
Arbeitsverhältnis per 31. März 2009 hatte gekündigt werden müssen, da die
Versicherte angegeben hatte, ihre bisherige Tätigkeit nicht mehr aufnehmen zu können
(IV-act. 11-17).
A.c Gemäss einem Frühinterventions(FI)-Gesprächsprotokoll des IV-internen Regional
Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 15. Januar 2009 hatte Dr. med. C._, Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, Klinik D._, bei der Versicherten eine leichte bis mittelschwere
depressive Episode bei akzentuierter Persönlichkeit mit narzisstischen und
histrionischen Anteilen und bei Burn-out-Symptomatik nach längerem Stress mit Er
schöpfung und Schmerzen diagnostiziert. Dr. C._ hatte weiter angegeben, dass die
Versicherte ein 6-wöchiges Programm in der Klinik D._ absolviert habe und zunächst
bei ihm und zuletzt bei Dr. E._ ambulant behandelt worden sei. Aktuell sei die
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Versicherte zu 100% arbeitsunfähig. Die Prognose sei langfristig relativ gut (IV-act. 15).
Am 20. Januar 2009 retournierte Dr. C._ das von ihm unterzeichnete Telefonprotokoll
(IV-act. 24).
A.d Dr. med. J. E._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, gab gemäss FI-
Gesprächsprotokoll des RAD vom 16. Januar 2009 an, die Versicherte leide an einer
depressiven Episode bei Burn-out. Sie habe die Versicherte erst einmal gesehen und
die medikamentöse Behandlung umgestellt. Zurzeit bestehe keine Eingliederungsfähig
keit. Die Prognose erscheine ziemlich ungünstig (IV-act. 18). Am 21. Januar 2009
schickte Dr. E._ das Protokoll unterzeichnet zurück (IV-act. 23).
A.e Am 24. Januar 2009 berichtete der Hausarzt der Versicherten, Dr. med. F._,
Allgemeine Medizin FMH, er habe ein generalisiertes myofasziales Schmerzsyndrom,
ein chronisches Panvertebralsyndrom sowie eine Depression diagnostiziert. Die Ver
sicherte leide seit Anfang Juni 2008 an einem ausgeprägten Schmerz- und Müdigkeits
syndrom, welches nicht auf Therapien anspreche. In Kombination mit der aktuell mittel
schweren depressiven Problematik sei dies die Ursache dafür, dass die Versicherte seit
dem 23. Juni 2008 nicht mehr arbeitsfähig sei. Momentan seien keine Ressourcen für
eine Arbeitstätigkeit vorhanden, da sie nicht einmal den Haushalt bewältigen könne.
Die Versicherte werde wohl nie mehr eine volle Arbeitsfähigkeit erreichen (IV-act. 25-3).
Dr. F._ reichte der IV-Stelle mit seinem Bericht weitere Berichte u.a. der Klinik G._
und der Klinik D._ ein.
A.f Gemäss dem Austrittsbericht der Klinik G._ vom 1. Oktober 2008 hatte die Ver
sicherte im Verlauf der Behandlung vom 13. August bis 11. September 2008 ein ver
bessertes Schlafverhalten gezeigt und sie hatte von den psychologischen Gesprächs
führungen profitieren können. Es war festgehalten worden, dass die Arbeitsfähigkeit
beim Austritt aus rein psychiatrischer Sicht um 50% eingeschränkt sei. Eine Neube
urteilung der Arbeitsfähigkeit solle nach 6 Wochen durch den behandelnden Psychiater
erfolgen (IV-act. 25-10).
A.g Gemäss dem Bericht der psychosomatischen Klinik D._ vom 7. Januar 2009
hatte sich die Versicherte vom 6. Oktober bis 7. November 2008 in einer ambulanten
Rehabilitationsbehandlung befunden. Es waren eine mittelgradige depressive Episode,
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eine Panikstörung sowie akzentuierte narzisstische histrionische Persönlichkeitszüge
diagnostiziert worden. Die behandelnden Ärzte hatten ausgeführt, dass mit der Be
handlung eine Stabilisierung der depressiven Symptomatik erfolgt sei, wobei das
Schmerzerleben und die ausgeprägte Müdigkeit nicht im klinisch relevanten Ausmass
hätten beeinflusst werden können (IV-act. 25-5).
A.h Am 16. April 2009 erstattete der behandelnde Rheumatologe der Versicherten,
Dr. med. H._, Rheumaerkrankungen FMH, einen Arztbericht. Er hatte eine
Erschöpfungsdepression nach jahrelangem Burn-out, eine generalisierte Angststörung,
ein generalisiertes myofasciales Schmerzsyndrom sowie ein chronisches Panvertebral
syndrom diagnostiziert. Er hielt fest, dass die Versicherte seit November 1994 mit
Unterbrüchen bei ihm in Behandlung gewesen sei. Sie habe immer wieder ähn
liche Beschwerden vorgebracht, namentlich v.a. Gelenkschmerzen, Morgensteifigkeit
sowie thorakolumbale Schmerzen. Eine entzündlich-rheumatische Erkrankung als
Beschwerdeursache habe er nicht finden können. Wegen steter Verstärkung der
Schmerzen habe er die Versicherte im September 2008 in die Klinik G._ überwiesen,
wo jedoch bezüglich der Schmerzen keine Besserung habe erreicht werden können.
Der Versicherten sei im Dezember 2009 wegen ihrer Arbeitsunfähigkeit die Arbeitsstelle
gekündigt worden. Seitdem sei die Arbeitsfähigkeit nicht mehr gegeben. Der Gesund
heitszustand habe sich zunehmend verschlechtert. Aktuell stehe die psychiatrische Be
handlung im Vordergrund. Ohne eine Besserung von dieser Seite sei somatisch keine
Änderung des Schmerzgeschehens zu erwarten (IV-act. 35-1).
A.i Auf Veranlassung der IV-Stelle (vgl. Aktennotiz des RAD vom 2. September 2009,
IV-act. 26) wurde die Versicherte am 21. April 2009 bidisziplinär von Dr. med. I._,
Innere Medizin/Rheumaerkrankungen FMH, und Dr. med. J._, Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, begutachtet. Gemäss dem Gutachten vom 6. Mai 2009 hatten
sie ein generalisiertes myofasziales Schmerzsyndrom, rheumatologisch den Verdacht
auf eine somatoforme Schmerzstörung, ein chronisches Panvertebralsyndrom, eine
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit
somatischem Syndrom, eine Panikstörung sowie akzentuierte narzisstische
histrionische Persönlichkeitszüge diagnostiziert. Die begutachtenden Ärzte hielten fest,
dass die Versicherte in der bisherigen Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig sei. Es bestehe
eine Restarbeitsfähigkeit von 50% in einer leichten wechselbelastenden Tätigkeit ab
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1. Oktober 2008 oder spätestens ab Beurteilungszeitpunkt. Die Motivation für Ein
gliederungsmassnahmen müsse in einer ambulanten psychiatrischen Therapie weiter
aufgebaut werden (IV-act. 39-5 ff.).
A.j Gemäss einer Stellungnahme des RAD vom 20. August 2009 konnte auf das
Gutachten vom 6. Mai 2009 abgestellt werden. Es bestehe ab dem 1. Oktober 2008
eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten sowie einer adaptierten Tätigkeit
(IV-act. 48). In der Folge eröffnete die IV-Stelle am 15. September 2009 erneut die
Frühinterventionsphase (IV-act. 53).
A.k Das Assessmentgespräch vom 1. Oktober 2009 ergab gemäss dem Protokoll der
Eingliederungsverantwortlichen, dass die Versicherte sich nicht in der Lage fühlte zu
arbeiten und deshalb eine Rente wünschte. Berufliche Massnahmen seien daher abzu
weisen und der Fall zur Rentenprüfung zu überweisen. Die Eingliederungsverantwort
liche hielt im Übrigen fest, die Versicherte habe angegeben, im Gesundheitsfall mit
einem Pensum von 30 – 40% zu arbeiten (IV-act. 62). Mit einer Verfügung vom 13. Ja
nuar 2010 stellte die IV-Stelle fest, dass eine Arbeitsvermittlung zurzeit nicht möglich
sei, da die Versicherte sich nicht arbeitsfähig fühle (IV-act. 70).
A.l Gemäss den Arztzeugnissen des Kantonsspitals St. Gallen, Klinik für Hand
chirurgie, war die Versicherte nach einer ersten Operation im November 2006 (vgl. IV-
act. 35-9) erneut an der rechten Hand operiert worden, namentlich am 20. September
und 12. Oktober 2009 (IV-act. 60 und 61). Die Versicherte teilte am 2. Februar 2010
telefonisch mit, dass sie am 22. Januar 2010 zum dritten Mal operiert worden sei (IV-
act. 72). Der Hausarzt der Versicherten, Dr. F._, attestierte der Versicherten im
Bericht vom 27. September 2009 mit Beginn der Symptomatik des Knotens in der
Hand ab dem 11. September 2009 eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 77-7).
A.m Am 11. Februar 2010 reichte die Versicherte den ausgefüllten Fragebogen zur
Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit / Haushalt ein. Darin gab sie an, dass sie
ohne Behinderung eine Erwerbstätigkeit im Umfang von 50% im Bereich Service aus
üben würde. Im Moment sei sie zu 100% arbeitsunfähig. Praktisch sämtliche Haushalt
arbeiten würden von ihren Töchtern erledigt (IV-act. 76).
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A.n Am 9. März 2010 führte die IV-Stelle eine Haushaltabklärung vor Ort durch. Ge
mäss dem Bericht der Abklärungsverantwortlichen vom 11. März 2010 hatte die Ver
sicherte dabei angegeben, dass sie das 100%-Pensum bei ihrer letzten Tätigkeit im
Alterszentrum B._ wegen verminderter Leistungsfähigkeit ab dem 1. Januar 2005 auf
80% habe reduzieren müssen. Aus finanziellen Gründen habe sie dieses Pensum
unbedingt halten wollen. Die Belastung durch die Arbeitsstelle, den Haushalt, die
Pflege ihres an Multipler Sklerose erkrankten Ehemannes sowie die Betreuung der
Kinder sei jedoch zu gross geworden und habe sie überfordert. Heute würde sie in der
gleichen Situation nur zu einem Pensum von 50% arbeiten. Aufgrund der Angaben der
Versicherten nahm die Abklärungsverantwortliche eine Aufteilung der hypothetischen
Tätigkeit der Versicherten im Gesundheitsfall in 50% Erwerb und 50% Haushalt vor.
Die Abklärung ergab eine Einschränkung im Haushalt von 47%, was anteilsmässig
einem IV-Grad von 23,5% entsprach (IV-act. 80). Am 8. April 2010 unterzeichnete und
retournierte die Versicherte den Abklärungsbericht (IV-act. 83-6).
A.o Am 11. Juni 2010 nahm der RAD Stellung und hielt fest, dass auf das
bidisziplinäre Gutachten vom 6. Mai 2009 nicht mehr abgestellt werden könne, da die
Versicherte Ende 2009 und Anfang 2010 im Kantonsspital St. Gallen mehrmals an
beiden Händen habe operiert werden müssen. Es werde eine MEDAS-Begutachtung
beim ABI geplant (IV-act. 87).
A.p Gemäss mehreren Berichten des Kantonsspitals St. Gallen, Handchirurgie, von
zwischen dem 30. Oktober 2009 und 18. März 2010 war die Versicherte am 12.
Oktober 2009 zwecks Tumorentfernung an der rechten Hand operiert worden (IV-act.
96). Am 22. Januar 2010 war eine Karpaldachspaltung an der linken Hand erfolgt. Im
Heilungsverlauf war es zu Komplikationen gekommen (IV-act. 96-70 und 96-32 f.). Am
24. Februar 2010 hatte die Versicherte daher erneut an der linken Hand operiert werden
müssen. Die Heilung war gut verlaufen und die Behandlung hatte am 17. März 2010
abgeschlossen werden können (IV-act. 96-30). Der Versicherten war seitens der Hand
chirurgie bis 31. März 2010 eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit und seitdem wieder eine
volle Arbeitsfähigkeit attestiert worden (IV-act. 96-30).
A.q Im Weiteren gingen Verlaufsberichte der Klinik für orthopädische Chirurgie des
Kantonsspitals St. Gallen ein. Im Bericht vom 28. April 2010 wurde festgehalten, dass
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die Versicherte die geplante Spondylodese L3-5 nicht habe vornehmen lassen. Die Ver
sicherte leide in erster Linie an Rückenschmerzen, welche sich verschlimmert hätten
und in das Bein ausstrahlten. Die von Dr. H._ vorgenommenen Infiltrationen hätten
jeweils nur eine kurzfristige Besserung gebracht (IV-act. 96-68). Der behandelnde Arzt
hielt im Bericht vom 10. Mai 2010 fest, dass sich im durchgeführten MRI eine De
generation der beiden Segmente L3/4 und L4/5 gezeigt habe. Weiter sei im Segment
L4/5 eine Diskushernie mit recessaler Kompression der Nervenwurzel L5 gefunden
worden, welche gut zur Klinik der Patientin passe (IV-act. 96-67). Die Behandlung der
Beschwerden erfolgte gemäss Bericht vom 25. Juni 2010 bis auf Weiteres durch
Infiltrationen (IV-act. 96-66).
A.r Gemäss dem polydisziplinären ABI-Gutachten vom 1. November 2010 waren
ein chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom mit wahrscheinlich radiku
lärer Komponente L5 links, ein chronisches zervikospondylogenes Schmerzsyndrom,
femoropatelläre Arthrose beidseits, eine rezidivierende depressive Störung,
gegenwärtig leichte Episode, sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung
diagnostiziert worden. Der Zustand nach den Operationen an beiden Händen sowie ein
schädlicher Nikotinkonsum hätten keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Die
Gutachter hielten fest, die Versicherte sei für eine körperlich leichte, wechselbelastende
Tätigkeit ohne andauernde Überkopfarbeiten oder Zwangshaltungen zu 70% arbeits-
und leistungsfähig, in einem ganztägigen Pensum verwertbar. Körperlich schwere
Tätigkeiten seien der Versicherten gar nicht mehr und mittelschwere Tätigkeiten
weitgehend nicht mehr zumutbar, womit in der bisherigen Tätigkeit im Alterszentrum
B._ eine volle Arbeitsunfähigkeit bestehe. Eine solche liege seit Juni 2008 vor. Der
Beginn der Arbeitsfähigkeit von 70% in einer angepassten Tätigkeit sei auf September
2009 festzulegen, wobei die Arbeitsfähigkeit aufgrund der Karpaltunneloperationen im
Januar und Februar 2010 unterbrochen gewesen sei. Für den Zeitraum ab Krank
schreibung bis etwa einen Monat nach der letzten Karpaltunneloperation, d.h. Ende
März 2010, sei deshalb von einer tieferen, durchschnittlich 50%-igen Arbeitsfähigkeit
auszugehen. Seitdem bestehe wieder eine 70%-ige Arbeitsfähigkeit. Im
Haushaltbereich liege eine Einschränkung von 30% vor. Die Gutachter übernahmen die
Einstufung gemäss dem Haushaltabklärungsbericht in 50% Erwerb und 50% Haushalt
unkommentiert und hielten fest, dass der Versicherten ein Erwerbspensum im Rahmen
von 50% neben der Haushalttätigkeit zumutbar sei. Die von der IV-Stelle anlässlich der
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Haushaltabklärung festgestellte Einschränkung im Haushalt von 47% könne nicht mit
objektiven Befunden erklärt werden und sei wohl durch die subjektiven Angaben der
Versicherten beeinflusst (IV-act. 96-20 ff.).
A.s Gestützt auf die Einstufung der Versicherten als 50% Erwerbstätige und 50%
Hausfrau nahm die IV-Stelle am 1. Februar 2011 eine Bemessung des Invaliditätsgrads
nach der gemischten Methode vor. Es wurde festgehalten, dass die anlässlich der
Haushaltabklärung vom 9. März 2010 festgestellte Einschränkung im Haushalt von
47% aus medizinischer Sicht nicht habe objektiviert werden können, weshalb von einer
Einschränkung von 30% auszugehen sei, was anteilsmässig einem IV-Grad von 15%
entspreche. Aus dem gestützt auf eine 70%-ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten
Tätigkeit vorgenommenen Einkommensvergleich resultierte ein IV-Grad von 0% (IV-
act. 99). Mit Vorbescheid vom 3. Februar 2011 stellte die IV-Stelle der Versicherten die
Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht. Sie hielt fest, es bestünde selbst dann
kein Rentenanspruch, wenn sie von einer Einschränkung im Haushalt von 47% aus
ginge, was einem IV-Grad von 23% entspräche (IV-act. 103).
A.t Die Versicherte machte am 28. Februar 2011 geltend, sie sei als voll Erwerbstätige
zu betrachten und es sei ihr eine halbe Rente zuzusprechen. Sie gab weiter an, sie
habe die Frage nach dem hypothetischen Arbeitspensum als Gesunde falsch ver
standen und auf ihren jetzigen Gesundheitszustand bezogen. Wenn sie gesund wäre,
würde sie eindeutig zu 100% arbeiten (IV-act. 107).
A.u Am 8. März 2011 hielt die Abklärungsverantwortliche der IV-Stelle fest, die Ver
sicherte habe bei der Haushaltabklärung vor Ort am 9. März 2010 in gut
verständlichem und fliessendem Deutsch angegeben, dass sie ohne den
Gesundheitsschaden, unter Berücksichtigung des Haushalts, der Familie und der
Pflege des kranken Ehemannes, kein 100%-iges Arbeitspensum mehr hätte ausüben
können. Sie habe es versucht, aber es sei zu viel gewesen. Die
Abklärungsverantwortliche wies darauf hin, dass die Versicherte verstanden habe,
worum es bei der Frage gegangen sei. Von der Einstufung in 50% Erwerb und 50%
Haushalt sei aus diesen Gründen nicht abzuweichen (IV-act. 108).
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A.v Mit Verfügung vom 15. März 2011 wies die IV-Stelle das Rentengesuch ab. Zur
Begründung führte sie an, dass entsprechend der Stellungnahme der
Abklärungsverantwortlichen vom 8. März 2011 an der Einstufung in 50% Erwerb und
50% Haushalt festgehalten werde. Der gemäss dem Vorbescheid ermittelte IV-Grad
von 15% begründe keinen Rentenanspruch (IV-act. 109).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 15. April
2011. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin, Advokat lic.iur. Martin Boltshauser,
beantragt die Aufhebung der Verfügung sowie die Zusprache einer halben Invaliden
rente. Zur Begründung führt er an, dass die Beschwerdeführerin als Gesunde voll er
werbstätig wäre und der Invaliditätsgrad auf Grundlage dieser Annahme zu bemessen
sei. In medizinischer Hinsicht könne nicht auf das ABI-Gutachten vom 1. November
2010 abgestellt werden, da dieses dem Vorgutachten vom 6. Mai 2009 widerspreche
und nicht ersichtlich sei, ob die Gutachter des ABI Rücksprache mit den Vorgutachtern
genommen hätten.
B.b Mit einer Beschwerdeergänzung vom 31. Mai 2011 beantragt der Rechtsvertreter
der Beschwerdeführerin zusätzlich zu den Beschwerdeanträgen vom 15. April 2011 die
Rückweisung der Angelegenheit zur ergänzenden Abklärung. Er weist darauf hin, dass
die Beschwerdeführerin ihre Aussage anlässlich der Haushaltabklärung vom 9. März
2010, wonach sie als Gesunde zu 50% erwerbstätig sei, in Bezug auf eine Gesamt
würdigung ihrer Situation vorgenommen habe. Zudem sei davon auszugehen, dass sie
nicht in der Lage gewesen sei, die Statusfrage losgelöst von ihrer bestehenden psychi
schen Problematik zu beantworten. Stelle man betreffend der Statusfrage gemäss dem
Gesetzeswortlaut darauf ab, was der Beschwerdeführerin zuzumuten sei, so wäre im
Fall der Beschwerdeführerin ohnehin von einer vollen Erwerbstätigkeit auszugehen. In
medizinischer Hinsicht weist der Rechtsvertreter ergänzend darauf hin, dass die im
ABI-Gutachten erfolgte rückwirkende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerde
führerin ab September 2009 anhand der Akten nicht nachvollziehbar sei. Der Beginn
der Arbeitsfähigkeit sei frühestens auf den Zeitpunkt der Begutachtung festzulegen
(act. G 4).
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B.c Am 19. August 2011 beantragt die Beschwerdegegnerin die Abweisung der
Beschwerde. Bezüglich der Statusfrage hält sie fest, dass die fliessend Deutsch
sprechende Beschwerdeführerin anlässlich der Haushaltabklärung vom 9. März 2010
klar erklärt habe, dass sie auch als Gesunde wegen der Mehrfachbelastung durch
Arbeit, Haushalt, Kinder und pflegebedürftigen Ehemann nur zu 50% erwerbstätig
wäre. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb ihr Rechtsvertreter die Annahme der
Fortsetzung einer vollen Erwerbstätigkeit verlange, die sie überfordert habe und ohne
die sie heute möglicherweise noch gesund oder zumindest viel leistungsfähiger wäre.
Bei der Annahme einer 50%-igen Erwerbstätigkeit könne auch die Frage offen bleiben,
welches Gutachten zur Anwendung komme, da so oder so keine Erwerbseinbusse
bestehe. Bei der Einschränkung im Haushalt sei überdies die Mithilfe der im Haushalt
lebenden jüngeren Tochter nicht mitberücksichtigt worden. Unter Anrechnung der
Mithilfe sei die Einschränkung nochmals deutlich tiefer anzusetzen als bei 30% (act. G
6).
B.d Mit Replik vom 24. November 2011 hält der Rechtsvertreter der Beschwerde
führerin an den gestellten Rechtsbegehren fest. Ergänzend legt er einen per E-Mail ab
gegebenen Bericht von Dr. E._ vom 14. September 2011 ins Recht (act. G 15). Diese
diagnostizierte eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige
Episode mit somatischem Syndrom, eine Panikstörung, eine anhaltende somatoforme
Schmerzstörung sowie akzentuiert narzisstische und histrionische Persönlichkeitszüge.
Sie hielt fest, dass sich die Befunde verschlechtert hätten und die Beschwerdeführerin
sich konsequent nicht in der Lage fühle, einer Tätigkeit nachzugehen. Es sei ihr bisher
nicht gelungen, die angestammte oder eine angepasste Tätigkeit aufzunehmen. Die
Prognose sei äusserst ungünstig (act. G 15.1).
B.e Mit Duplik vom 28. November 2011 hält die Beschwerdegegnerin vollumfänglich
an den Anträgen und Ausführungen in der Beschwerdeantwort fest (act. G 17).

Erwägungen:
1.
1.1 Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Rente
der Invalidenversicherung.
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1.2 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens
zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein
Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein
Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.3 Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die ganze oder teilweise Erwerbs
unfähigkeit, es sei denn, eine versicherte Person sei vor dem Eintritt der Gesundheits
beeinträchtigung nicht erwerbstätig gewesen, und es habe ihr auch nicht zugemutet
werden können, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. In diesem Fall gilt gemäss Art. 8
Abs. 3 ATSG die Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, als Invalidität.
Die Invalidität gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG wird durch einen Einkommensvergleich er
mittelt (Art. 16 ATSG). Die Methode zur Bemessung der konkreten Unmöglichkeit, sich
im Aufgabenbereich zu betätigen, wird vom ATSG nicht geregelt. Diese Lücke füllt
Art. 28a IVG: Es ist darauf abzustellen, in welchem Mass die betreffende Person be
hindert ist, sich im Aufgabenbereich zu betätigen. Art. 28a Abs. 3 IVG regelt die
sogenannte gemischte Methode der Invaliditätsbemessung bei Personen, die zum Teil
erwerbstätig und zum Teil im Aufgabenbereich tätig sind. In einem solchen
"gemischten" Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im
Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad ist entsprechend der
Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen.
2.
2.1 Vorliegend ist insbesondere die von der Beschwerdegegnerin im Rahmen der
Invaliditätsbemessung nach der gemischten Methode vorgenommene Aufteilung in
50% Erwerbstätigkeit und 50% Haushalt umstritten. Die Beschwerdeführerin macht
geltend, sie sei als voll Erwerbstätige einzustufen.
2.2 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als
nichterwerbstätig einzustufen ist – was je zur Anwendung einer anderen Methode der
Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, Betätigungsvergleich, gemischte
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Methode) führt – ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten
Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 125 V
150 E. 2c). Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie
sich bis zum Erlass der Verfügung entwickelt hätten, wobei für die hypothetische
Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten Erwerbstätigkeit der im
Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
erforderlich ist (BGE 125 V 150 E. 2c; BGE 117 V 194 f. E. 3b; Urteil des EVG vom 11.
April 2006, I 266/05, E. 4.2; AHI 1997 S. 288 ff. E. 2b je mit Hinweisen). Nebst dem
früheren Arbeitsverhalten sind im Wesentlichen die Absicht der versicherten Person
und ihre Vorstellungen und Pläne zum Alltag ohne Gesundheitsschaden zu
berücksichtigen (vgl. Urteil des EVG vom 20. Juni 2003, I 635/02, E. 3.3). Die konkrete
Situation und die Vorbringen der Versicherten sind nach Massgabe der allgemeinen
Lebenserfahrung zu würdigen (BGE 117 V 194 E. 3b mit Hinweis). Zu beachten ist
allerdings, dass der Entscheid über die Statusfrage immer ein solcher über eine
Hypothese bleibt, da sie sich immer stellt, wenn in Wirklichkeit (schon seit längerer
oder kürzerer Zeit) eine gesundheitliche Beeinträchtigung eingetreten ist.
2.3 Anlässlich der Haushaltabklärung vor Ort am 9. März 2010 hat die Beschwerde
führerin gemäss Protokoll angegeben, dass sie ohne Behinderung in einem Pensum
von 50% gearbeitet hätte. Die Eingliederungsverantwortliche hat in ihrem Bericht vom
11. März 2010 festgehalten, dass die Beschwerdeführerin erklärt habe, vor ihrer
Arbeitsunfähigkeit sei sie davon ausgegangen, die Mehrfachbelastung durch die
Arbeitsstelle, die Pflege des kranken Ehemanns zu Hause, die Betreuung der Kinder
sowie den Haushalt bewältigen zu können. Nachdem sie das Pensum aus gesund
heitlichen Gründen auf 80% habe reduzieren müssen, habe sie alles versucht, um
dieses zu halten, und habe deswegen auch jahrelang Medikamente eingenommen.
Schliesslich habe sie sich eingestehen müssen, dass es eine zu grosse Belastung ge
wesen sei. Heute würde sie in der gleichen Situation bei voller Gesundheit nur noch mit
einem Pensum von 50% arbeiten (vgl. IV-act. 80-1 ff.). Auf diese Angaben hat die Be
schwerdegegnerin in der Folge abgestellt und deshalb die Beschwerdeführerin als 50%
Teilzeiterwerbstätige und 50% Hausfrau eingestuft.
2.4 Bei der Aussage der Beschwerdeführerin handelt es sich um eine rückblickende
Einschätzung der Situation unter Einbezug ihrer aktuellen gesundheitlichen Be
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schwerden. Sie hat mit dem Wissen um die Entwicklung ihrer gesundheitlichen
Situation nachträglich festgestellt, dass sie als Vollzeiterwerbstätige mit der
zusätzlichen Belastung durch die Pflege ihres kranken Ehemannes, die Betreuung der
Kinder sowie den Haushalt überfordert war und sie hat die Überforderung als (Mit-)
Ursache für ihre gesundheitlichen Beschwerden gesehen. Es ist daher mit dem
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin davon auszugehen, dass sie die Aussage im
Sinne einer Gesamtwürdigung der Situation und unter dem Einfluss ihrer psychischen
Probleme gemacht hat. Es ist im Weiteren unklar, auf welchen Zeitpunkt sich diese
Einschätzung der Beschwerdeführerin bezogen hat. Da sie u.a. von der Belastung
durch die Kinderbetreuung gesprochen hat, ist davon auszugehen, dass sie sich bei
der Frage nach der hypothetischen Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall gedanklich in
eine Zeit in der Vergangenheit versetzt hat, in der ihre Kinder aufgrund des Alters noch
unselbständig und auf vollzeitige Betreuung angewiesen waren. Zum Zeitpunkt des
Verfügungserlasses am 15. März 2011 sind die beiden Kinder, geboren in den Jahren
1986 und 1994, aber bereits selbständig gewesen (s.u. E. 2.6). Die Beschwerdeführerin
hat offensichtlich die Entwicklung der Verhältnisse, insbesondere die gewonnene
Selbständigkeit ihrer Kinder, bei ihrer Aussage nicht miteinbezogen. Es ist ihr nicht
gelungen, die hypothetische Frage bezüglich der Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall
abstrahiert, realistisch und unter Einbezug der Entwicklung der Verhältnisse bis zum
Eintritt ihrer Arbeitsunfähigkeit zu beantworten. Dies alles lässt an der Zuverlässigkeit
der Aussage der Beschwerdeführerin anlässlich der Haushaltabklärung vom 9. März
2010 Zweifel aufkommen. Diese Zweifel erhärten sich bei objektiver Betrachtung der
Verhältnisse, wie sie bis zum Verfügungserlass eingetreten sind, wie sich im Folgenden
zeigt:
2.5 Die Beschwerdeführerin hat vom 1. September 1989 bis zum Eintritt der vollen
Arbeitsunfähigkeit am 23. Juni 2009 als Mitarbeiterin im Service und in der Cafeteria im
Alterszentrum B._ gearbeitet. Seit Beginn des Arbeitsverhältnisses ist sie
durchgehend in einem Pensum von 100% tätig gewesen. Am 1. Januar 2005 hat sie
das Pensum auf 80% reduzieren müssen (vgl. IV-act. 11). Die Reduktion ist
unbestritten aus gesundheitlichen Gründen erfolgt. Die Beschwerdeführerin hat somit
trotz Mehrfachbelastung immer im maximal möglichen Pensum gearbeitet. Seit dem 1.
Januar 2005 hat dieses aufgrund ihrer verminderten Leistungsfähigkeit noch 80%
betragen. Diesen Beschäftigungsgrad hat sie trotz gesundheitlicher Beschwerden über
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Jahre, bis zum 23. Juni 2008, aufrecht erhalten. Das Arbeitsverhalten der
Beschwerdeführerin spricht somit dafür, dass sie auch im Gesundheitsfall weiterhin in
einem vollen Pensum gearbeitet hätte.
2.6 Weiter ist zu berücksichtigen, dass die beiden Töchter der Beschwerdeführerin –
im Zeitpunkt der Verfügung 25 und 17 Jahre alt – mittlerweile selbständig sind und der
Beschwerdeführerin zudem im Haushalt Arbeit abnehmen können. Aus dem
Abklärungsbericht vom 11. März 2010 geht hervor, dass die Tochter mit Jahrgang 1994
(richtig 1986) nicht mehr im gemeinsamen Haushalt lebt (vgl. IV-act. 80-5 und 80-8 Ziff.
6.6). Als die Beschwerdeführerin ihre Vollzeittätigkeit im Alterszentrum B._ im Jahr
1989 aufgenommen hat, ist die ältere Tochter 3 Jahre alt gewesen. Damals ist die
Belastung der Beschwerdeführerin aufgrund des Betreuungsaufwands der Kinder, ins
besondere nach der Geburt der zweiten Tochter 1994, erheblich grösser gewesen.
Ebenfalls im Jahr 1994 ist zudem der Ehemann an Multipler Sklerose erkrankt (vgl. IV-
act. 96-12). Trotz dieser grossen Belastung hat die Beschwerdeführerin über all die
Jahre bis zum Eintritt der Arbeitsunfähigkeit – die Reduktion aus gesundheitlichen
Gründen ausser Acht gelassen – in einem Vollzeitpensum gearbeitet. Mittlerweile ist mit
Eintritt der Selbständigkeit der Kinder der Aufgabenbereich der Kinderbetreuung weg
gefallen. Gleichzeitig hat dadurch auch die Belastung der Beschwerdeführerin im
Haushalt abgenommen. Im Weiteren liegen keine Hinweise darauf vor, dass die
Beschwerdeführerin durch die Betreuung des Ehemannes sonderlich beansprucht ist.
Sie hat gegenüber den ABI-Gutachtern angegeben, ihr Ehemann könne selbständig mit
Stöcken gehen und sei noch in der Lage, Auto zu fahren. Die meiste Zeit des Tages
verbringe er vor dem PC (vgl. IV-act. 96-10 f.). Allenfalls ist er sogar fähig, im Haushalt
mitzuhelfen. Die eingetretene Entlastung in den Bereichen Kinderbetreuung und
Haushalt stützt insgesamt die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall vollen
Erwerbstätigkeit der Beschwerdeführerin.
2.7 Den Angaben der Beschwerdeführerin im Abklärungsbericht vom 11. März 2010
ist zu entnehmen, dass sie aus finanziellen Gründen auf ein Pensum von 100% bzw. ab
dem 1. Januar 2005 auf das mit ihrer verminderten Leistungsfähigkeit noch mögliche
maximale Pensum von 80% angewiesen war. Der Ehemann bezieht aufgrund seiner Er
krankung eine IV-Rente (vgl. IV-act. 80-5). Anlässlich der ABI-Begutachtung hat die
Beschwerdeführerin angegeben, dass die Rente des Ehemannes mit einer Hilflosen
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entschädigung Fr. 3'500.-- betrage (vgl. IV-act. 96-10). In einer E-Mail vom 24. Mai
2011 zu Handen ihres Rechtsvertreters hat die Beschwerdeführerin festgehalten, dass
sie für die Existenzsicherung der Familie zuständig gewesen sei und deshalb trotz
Mehrfachbelastung immer voll gearbeitet habe. Weiter hat sie ausgeführt, dass die
finanzielle Lage aktuell schwierig sei und sie im Falle einer Verbesserung ihrer gesund
heitlichen Situation wieder zu 100% arbeiten würde (vgl. IV-act. 114-14). Die Aussagen
der Beschwerdeführerin zur finanziellen Situation der Familie erscheinen nachvollzieh
bar und plausibel. Als Hilfsarbeiterin hat sie mit einem 100%-Pensum ein jährliches
Einkommen von rund Fr. 48'000.-- erreicht (vgl. IV-act. 10). Zuletzt hat das Jahresein
kommen mit einem Beschäftigungsgrad von 80% noch bei Fr. 40'040.-- gelegen (vgl.
IV-act. 11-3). Unter Berücksichtigung der zwei Kinder und des IV-berenteten Ehemanns
ist nachzuvollziehen, dass die Familie auf das maximal mögliche Einkommen der Be
schwerdeführerin angewiesen gewesen ist. Daraus ist zu schliessen, dass die Be
schwerdeführerin auch aus finanziellen Gründen zu 100% weitergearbeitet hätte, wenn
sie nicht erkrankt wäre.
2.8 Zusammengefasst kann aus den genannten Gründen nicht auf die im Haushalt
abklärungsbericht vom 11. März 2010 protokollierte Aussage der Beschwerdeführerin,
wonach sie im Gesundheitsfall nur in einem Pensum von 50% tätig wäre, abgestellt
werden. Dies gilt im Übrigen auch für die Angaben, welche die Beschwerdeführerin an
lässlich des Assessmentgesprächs vom 1. Oktober 2009 (vgl. IV-act. 70) sowie im
Fragebogen vom 11. Februar 2010 (vgl. IV-act. 76) gemacht hat. Es gibt keinerlei Hin
weise darauf, dass die Beschwerdeführerin vor Eintritt ihrer Arbeitsunfähigkeit be
absichtigt hatte, ihr Arbeitspensum zu reduzieren. Unter Berücksichtigung der
gesamten Verhältnisse, insbesondere ihres während rund 20 Jahren gezeigten
Arbeitsverhaltens, ihrer Rolle als Ernährerin der Familie, der mittlerweile selbständigen
Töchter, der Entlastung im Haushalt sowie der finanziellen Situation der Familie,
besteht die weitaus plausibelste Situation im hypothetischen Gesundheitsfall darin,
dass die Beschwerdeführerin weiterhin zu 100% gearbeitet hätte, selbst wenn sie
dadurch an ihre Belastungsgrenze gekommen wäre. Die Beschwerdeführerin ist somit
in Bezug auf die Bemessung des Invaliditätsgrades als vollzeitlich Erwerbstätige
einzustufen, womit der Invaliditätsgrad aufgrund eines Einkommensvergleichs zu
bestimmen ist.
3.
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3.1 Ausschlaggebend für den Einkommensvergleich ist in der Regel der Grad der
medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit der versicherten Person. Um diesen be
messen zu können, sind Verwaltung und Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärzt
liche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Auf
gabe der ärztlichen Sachverständigen ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen
und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten
die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen).
Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden
ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
3.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass auf das ABI-Gutachten vom 1. No
vember 2010 nicht abgestellt werden könne, denn dieses widerspreche dem bi
disziplinären Vorgutachten vom 6. Mai 2009 bezüglich der Beurteilung der psychi
atrischen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Es sei nicht ersichtlich, ob die ABI-
Gutachter mit den Vorgutachtern Rücksprache genommen hätten. Der begutachtende
Psychiater des ABI habe eine höhere Arbeitsfähigkeit angenommen, worauf die Be
schwerdegegnerin in der Folge ohne weitere Begründung abgestellt habe. Sie habe es
zudem unterlassen, die Beurteilung des ABI den Vorgutachtern zur Stellungnahme vor
zulegen.
3.3 Im psychiatrischen Fachgutachten vom 27. April 2009 zum bidisziplinären Gut
achten vom 6. Mai 2009 hat der begutachtende Psychiater, Dr. J._, eine rezi
divierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem
Syndrom, eine Panikstörung sowie akzentuierte narzisstische histrionische Persönlich
keitszüge diagnostiziert. Er hat bei der objektiven Befunderhebung ausgeführt, dass
sich bei der Beschwerdeführerin insbesondere eine stark bedrückte Stimmungslage bei
der Schilderung ihrer Geschichte mit Gefühlen der Leerheit, Hoffnungslosigkeit sowie
Suizidgedanken gezeigt hätten. Es bestünden u.a. eine Anhedonie, eine Antriebs
minderung, ein sozialer Rückzug, Schlafstörungen sowie Schmerzen am ganzen
Körper. Die Intensität der Depression sei seit Beginn der Behandlung insgesamt etwa
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gleich geblieben oder habe zeitweilig sogar zugenommen. Der prolongierte Verlauf sei
insbesondere aufgrund der langjährigen Überlastungssituation entstanden. Inzwischen
sei von einer andauernden Persönlichkeitsstörung nach Extrembelastung auszugehen.
Aufgrund der gestellten Diagnosen einer rezidivierenden depressiven Störung, einer
Panikerkrankung sowie einer Persönlichkeitsstörung bestehe aus psychiatrischer Sicht
derzeit eine hochgradige Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 50%
(vgl. IV-act. 38).
3.4 Der begutachtende Psychiater des ABI hat im Gutachten vom 1. November 2010
eine leichtgradige depressive Episode sowie eine somatoforme Schmerzstörung diag
nostiziert. Er hat ausgeführt, dass die vorgutachterlich gestellten Diagnosen einer
Panikstörung und akzentuierter narzisstischer Persönlichkeitszüge nicht hätten
bestätigt werden können. Dass die Beschwerdeführerin unter der Mehrfachbelastung
ihrer Berufstätigkeit und ihrer Aufgabe als Hausfrau und Mutter gelitten habe, sei
nachvollziehbar, stelle aber niemals eine Extrembelastung dar, aus welcher eine
Persönlichkeitsstörung abgeleitet werden könnte. Gegen diese Diagnose sprächen im
Weiteren die Tatsachen, dass die Beschwerdeführerin eine sehr gute Beziehung zu
ihren Familienangehörigen pflege, sich klar von Suizidgedanken distanziere und
durchaus Interesse am Weltgeschehen habe. Es hätten sich auch keine Hinweise auf
narzisstische oder histrionische Persönlichkeitszüge gezeigt. Die Beschwerdeführerin
wirke nicht selbstbezogen, ihre Schilderungen seien nicht dramatisch und sie könne
sich durchaus in die Situation ihrer Familienmitglieder einfühlen. Ängste habe sie nur
am Rande erwähnt und Panikstörungen gänzlich verneint. Gegenüber dem
Vorgutachten vom 6. Mai 2009 lägen insbesondere keine Hinweise auf einen
ausgeprägten sozialen Rückzug, Suizidalität oder einen gestörten Antrieb mehr vor. Die
nachweislich unregelmässige Einnahme der verordneten Psychopharmaka zeige, dass
sie sich nicht besonders depressiv fühle, was zusätzlich die Diagnose einer leichten
depressiven Störung bestätige. Aus psychiatrischer Sicht sei nur von einer geringen
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20% auszugehen (vgl. IV-act. 96-12 ff.).
3.5 Der Stellungnahme des psychiatrischen ABI-Gutachters zu früheren ärztlichen
Einschätzungen ist zu entnehmen, dass er sich mit sämtlichen Diagnosen des Vorgut
achters auseinandergesetzt und seine abweichende Beurteilung ausreichend
begründet hat (vgl. IV-act. 96-13 f.). Entgegen der Beurteilung von Dr. J._ ist der ABI-
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Gutachter nachvollziehbar davon ausgegangen, dass keine Persönlichkeitsstörung
nach Extrembelastung, keine Panikstörung und keine narzisstischen oder
histrionischen Persönlichkeitszüge vorliegen. Er hat auch keine Hinweise darauf
gefunden, dass die Beschwerdeführerin in der Vergangenheit während längerer Zeit an
einer mittelgradigen oder schweren depressiven Störung gelitten hätte. Indem er
jedoch ausgeführt hat, dass die rezidivierende depressive Episode vorübergehend
auch eine mittelgradige Depression zulasse und der Verlauf naturgemäss schwankend
sei, hat er der entsprechend vorgutachterlich gestellten Diagnose einer rezidivierenden
mittelgradigen depressiven Störung nicht widersprochen, ist jedoch diesbezüglich von
einer Verbesserung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin ausgegangen
(vgl. IV-act. 96-22). Bis zum Eintritt einer Verbesserung des Gesundheitszustandes und
Erhöhung der Arbeitsfähigkeit auf 70% übernimmt der ABI-Gutachter trotz teilweiser
anderer Beurteilung und wohl auch mangels weiterer psychiatrischer Einschätzungen
zu der Zeit der Vorbegutachtung die von Dr. J._ festgesetzte 50%-ige Arbeits
unfähigkeit (vgl. IV-act. 96-21), was angesichts der Schwierigkeit rückwirkend vorzu
nehmender Arbeitsfähigkeitsschätzungen nachzuvollziehen ist. Eine Rücksprache mit
den Vorgutachtern sowie eine explizite Stellungnahme der Vorgutachter zur ab
weichenden Beurteilung des ABI erscheinen vor diesem Hintergrund unnötig. Die
gutachterlichen Ausführungen, insbesondere diejenigen des psychiatrischen Gut
achters, können als nachvollziehbar und plausibel angesehen werden. Es kann somit
auf das ABI-Gutachten vom 1. November 2010 abgestellt werden.
3.6 Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor, dass der mit dem ABI-Gutachten vom
1. November 2010 rückwirkend festgelegte Beginn der 70%-igen Arbeitsfähigkeit ab
September 2009 anhand der Akten nicht nachzuvollziehen sei. Die festgestellte höhere
Arbeitsfähigkeit könne frühestens ab dem Zeitpunkt der Begutachtung angenommen
werden.
3.7 Der Beschwerdeführerin ist insofern zuzustimmen, dass der Beginn einer 70%-
igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit nicht ab September 2009
angenommen werden kann. Aus den Akten geht hervor, dass die Beschwerdeführerin
im September und Oktober 2009 an der rechten Hand hat operiert werden müssen.
Gemäss einem Arztzeugnis des Kantonsspitals St. Gallen, Handchirurgie, ist sie
erstmals am 20. September 2009 operiert und bis auf Weiteres zu 100% arbeitsunfähig
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geschrieben worden (vgl. IV-act. 61-1). Der Hausarzt der Beschwerdeführerin hat am
27. September 2009 den Beginn der Arbeitsunfähigkeit entsprechend dem Auftreten
der Symptomatik des Knotens in der Hand auf den 11. September 2009 festgesetzt
(vgl. IV-act. 77-7). Die zweite Operation ist am 12. Oktober 2009 erfolgt. Gemäss dem
gleichentags erstellten ärztlichen Kurzbericht der handchirurgischen Abteilung ist der
Beschwerdeführerin bis zum 26. Oktober 2009 eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit
attestiert worden (IV-act. 59-1). Die ABI-Gutachter haben diese Operationen sowie die
damit einhergehenden Arbeitsunfähigkeiten offensichtlich nicht in ihre Beurteilung
miteinbezogen. Bereits am 22. Januar 2010 ist die Beschwerdeführerin erneut – dieses
Mal an der linken Hand – operiert worden. Aufgrund von Komplikationen im
Heilungsverlauf ist am 24. Februar 2010 eine weitere Operation erfolgt (vgl. IV-act.
96-70 und 96-30 ff.). Der Beschwerdeführerin ist seitens der Handchirurgie bis Ende
März 2010 eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit und seitdem wieder eine volle
Arbeitsfähigkeit attestiert worden (IV-act. 96-30). Im ABI-Gutachten sind die
Handoperationen im Januar und Februar 2010 berücksichtigt worden. Die Gutachter
haben festgehalten, dass die festgestellte Arbeitsfähigkeit von 70% seit September
2009 durch die Karpaltunneloperationen im Januar und Februar 2010 unterbrochen
gewesen sei und über die Zeit gemittelt eine höhere 50%-ige Arbeitsunfähigkeit ab
dem Zeitpunkt der Krankschreibung bis Ende März 2010 anzunehmen sei. Seitdem
gelte wieder die aktuell festgestellte Arbeitsfähigkeit von 70%. Angesichts des kurzen
Zeitraums zwischen den Operationen Ende 2009 und Anfang 2010 ist davon
auszugehen, dass die Beschwerdeführerin auch nach September 2009 durchgehend
entsprechend der Einschätzung des Vorgutachtens vom 6. Mai 2009 weiterhin zu 50%
arbeitsunfähig gewesen ist. Dass sich die Arbeitsfähigkeit in der operationsfreien Zeit
von November bis Dezember 2009 auf 70% erhöht haben könnte, erscheint
unwahrscheinlich. Es ist vielmehr davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in
der Zwischenzeit wieder an Handbeschwerden gelitten hat, welche folglich zu weiteren
Operationen ab Januar 2010 geführt haben. Eine andauernde Verbesserung des
Gesundheitszustandes und eine damit einhergehende Erhöhung der Arbeitsfähigkeit
sind aufgrund der Akten frühestens ab Ende März 2010 anzunehmen (vgl. IV-
act. 96-30). Der Beginn der vom ABI festgestellten 70%-igen Arbeitsfähigkeit in einer
angepassten Tätigkeit ist damit auf Anfang April 2010 festzulegen.
4.
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4.1 Die Beschwerdeführerin erhebt Anspruch auf eine halbe Rente für unbestimmte
Dauer. Es ist folglich zu prüfen, ob und wann die Voraussetzungen für einen Renten
anspruch der Beschwerdeführerin gegeben sind.
4.2 Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG frühestens in dem Zeit
punkt, in dem die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unter
bruch durchschnittlich mindestens zu 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen war
(lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid ist (Art. 8 ATSG) (lit.c).
Die einjährige Wartezeit gilt als eröffnet, sobald eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens
20% vorliegt (AHI 1998 S. 124 E. 3c). Im Rahmen des Art. 28 Abs. 1 IVG nicht anwend
bar ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts der Grundsatz, dass bei lang
dauernder Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf – oder sobald klar wird, dass die
Wiederaufnahme der bisher ausgeübten Tätigkeit nicht mehr in Frage kommt – nach
Ablauf einer gewissen Übergangsfrist auch zumutbare Tätigkeiten in einem anderen
Beruf zu berücksichtigen sind. Bei der Anwendung dieser Bestimmung ist ausschliess
lich die Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit zu betrachten (Urteil des EVG
vom 23. Oktober 2003, I 392/02; vgl. BGE 130 V 99 E. 3.2, bereits unter Hinweis auf
den künftigen Art. 6 ATSG; Urteil des Bundesgerichts vom 27. Dezember 2007,
9C_684/07).
4.3 Die Beschwerdegegnerin setzte den Beginn des Wartejahres gestützt auf die im
bidisziplinären Gutachten vom 6. Mai 2009 attestierte 50%-ige Arbeitsfähigkeit in einer
adaptierten Tätigkeit auf den 1. Oktober 2008 fest (vgl. IV-act. 99-2). Dieser Ansicht
kann nicht gefolgt werden. Aus dem ABI-Gutachten vom 1. November 2011 geht
hervor, dass die Beschwerdeführerin in ihrer bisherigen körperlich mittelschweren bis
schweren Tätigkeit als Mitarbeiterin im Service und in der Cafeteria im Alterszentrum
B._ seit Beginn ihrer Arbeitsunfähigkeit am 23. Juni 2008 durchgehend zu 100%
arbeitsunfähig gewesen ist (vgl. IV-act. 96-21). Damit hat die Beschwerdeführerin das
Wartejahr mit einer dauernden vollen Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit per
23. Juni 2009 erfüllt. Nach Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der Rentenanspruch frühestens
nach Ablauf von sechs Monaten nach der Geltendmachung des Leistungsanspruchs.
Die Anmeldung der Beschwerdeführerin zum Leistungsbezug ist am 16. Dezember
2008 (Eingangsdatum) erfolgt. Der frühestmögliche Beginn des Rentenanspruchs ist
somit gemäss Art. 29 Abs. 3 IVG am 1. Juni 2009. Der Beschwerdeführerin ist mit dem
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bidisziplinären Gutachten vom 6. Mai 2009 eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit in einer ange
passten Tätigkeit attestiert worden (vgl. IV-act. 39-16). Diese Einschätzung ist von den
Gutachtern des ABI – zumindest bis September 2009 – übernommen worden (vgl. IV-
act. 96-21). Somit hat im Zeitpunkt des Ablaufs des Wartejahres per Juni 2009 eine
50%-ige Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer adaptierten Tätigkeit vor
gelegen.
4.4 Ausgehend von der festgestellten medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin in Höhe von 50% im Zeitpunkt des frühestmöglichen Renten
anspruchsbeginns ab Juni 2009 sowie dem Status der Beschwerdeführerin als voll
zeitlich Erwerbstätige ist im Folgenden für diesen Zeitpunkt die Bemessung des Inva
liditätsgrades anhand eines Einkommensvergleichs vorzunehmen.
4.5 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16
ATSG (Art. 28a Abs. 1 IVG) anwendbar. Demnach wird für die Bestimmung des
Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der
Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das
sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Der Einkommensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander
gegenübergestellt werden; sie können aber auch nach Massgabe der im Einzelfall
bekannten Umstände geschätzt werden (AHI 1998 S. 119).
4.5.1 Für die Bestimmung des Valideneinkommens hat sich die
Beschwerdegegnerin zu Recht an der letzten Arbeitsstelle orientiert, wo die
Beschwerdeführerin im Jahr 2008 – hochgerechnet auf ein Pensum von 100% – einen
jährlichen Verdienst von Fr. 50'050.-- erzielte. Unter Berücksichtigung der
Nominallohnerhöhung, welche seit 2006 jährlich Fr. 40.-- auf den Monatslohn betragen
hat (vgl. IV-act. 11-10 ff.), ist im Jahr 2009 von einem Monatseinkommen von Fr.
3'120.-- bei einem Pensum von 80% auszugehen. Das Jahreseinkommen 2009 für ein
100%-Pensum liegt somit bei Fr. 50'700.--. Das Invalideneinkommen hat die
Beschwerdegegnerin anhand der Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für
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Statistik ermittelt und hat dabei auf die Tabelle 1 (Privater Sektor) Niveau 4 (einfache
und repetitive Tätigkeiten) abgestellt (vgl. IV-act. 100), was nicht zu beanstanden ist.
Gemäss den Erhebungen für das Jahr 2008 ist unter Berücksichtigung der bis 2009
eingetretenen Nominallohnentwicklung und der Durchschnittsarbeitszeit 2009 (41,6
Wochenstunden) von einem durchschnittlichen statistischen Jahreseinkommen von Fr.
52'457.-- auszugehen (vgl. Anhang 2 [Lohnentwicklung] zu der von der
Informationsstelle AHV/IV herausgegebenen Textausgabe 2012 Invalidenversicherung).
Die Beschwerdeführerin ist an ihrem Arbeitsplatz demnach unterdurchschnittlich
entlöhnt worden. Da keine Hinweise darauf bestehen, dass sie sich aus freien Stücken
mit einem unterdurchschnittlichen Einkommen begnügt hat, hat grundsätzlich eine
Korrektur zu erfolgen, welche praxisgemäss entweder in der Heraufsetzung des
Valideneinkommens oder in der Herabsetzung des Invalideneinkommens bestehen
kann (vgl. BGE 134 V 322 E. 4.1). Nun führt aber nicht jede Abweichung zur
Parallelisierung der Vergleichseinkommen, sondern lediglich eine solche erheblichen
Ausmasses. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung rechtfertigt sich die
Parallelisierung bei einer Abweichung des tatsächlichen Verdienstes vom
branchenüblichen Einkommen in Höhe von mindestens 5%. Es ist nur in dem Umfang
zu parallelisieren, in welchem die prozentuale Abweichung den Erheblichkeitsgrenzwert
von 5% übersteigt (vgl. BGE 135 V 297 E. 6.1.2 und E. 6.1.3). Vorliegend beträgt die
Abweichung zwischen den Vergleichseinkommen lediglich rund 3% und ist somit nach
bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht zu berücksichtigen. Bei einer 50%-igen
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin ergibt sich als Basis ein vorläufiges
Invalideneinkommen von Fr. 26'228.50 (Fr. 52'457.-- x 50%).
4.5.2 In der Praxis werden die zur Bestimmung des Invalideneinkommens heran
gezogenen Tabellenlöhne gekürzt, wenn Versicherte als gesundheitlich Beeinträchtigte
im Rahmen leichter Hilfsarbeitertätigkeiten nicht mehr voll leistungsfähig sind oder
wenn weitere persönliche und berufliche Merkmale wie Alter, Dauer der
Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie
Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben. Der Abzug ist nicht
schematisch vorzunehmen. Vielmehr ist der Einfluss aller Merkmale auf das
Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen. Letztlich ist der Abzug vom
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statistischen Lohn unter Berücksichtigung aller jeweils in Betracht fallenden Merkmale
auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen (vgl. BGE 126 V 75).
4.5.3 Die Beschwerdeführerin ist rund 20 Jahre in einem Vollzeitpensum im
Gastrobetrieb eines Altersheim tätig gewesen und hat körperlich leichte, mittelschwere
sowie schwere Tätigkeiten verrichtet (vgl. IV-act. 11-7 ff.) Gemäss den ABI-Gutachtern
ist sie in einer angepassten Tätigkeit, d.h. in einer körperlich leichten
wechselbelastenden Tätigkeit ohne Überkopfarbeiten und Zwangshaltungen im
Umfang von 70% arbeitsfähig. Das Pensum solle sie zudem auf morgens und
nachmittags aufteilen und eine längere Mittagspause einhalten (vgl. IV-act. 96-22).
Angesichts des erforderlichen Anforderungsprofils einer angepassten Tätigkeit, welche
die Beschwerdeführerin zudem bei ganztägiger Präsenz nur mit einer reduzierten
Leistungsfähigkeit erfüllen kann, wird sie bei der Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit
mit Lohnnachteilen konfrontiert sein. Auch wenn die Bedeutung der Dienstjahre im
privaten Sektor abnimmt, je niedriger das Anforderungsprofil ist (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 27. August 2008, 8C_780/ 2007), wirkt sich der Umstand, dass
die Beschwerdeführerin als neu Anzustellende nicht mehr von dem erworbenen 19-
jährigen Dienstalter (von September 1989 bis Juni 2008 als Mitarbeiterin bei derselben
Arbeitgeberin tätig, vgl. IV-act. 11) profitieren kann, zusätzlich lohnsenkend aus. Dazu
kommt der Nachteil, dass die langjährige und einseitige Ausübung der Tätigkeit im
Altersheim die berufliche Umorientierung erschwert. In Würdigung der gesamten
Umstände erscheint eine Abweichung vom statistischen Lohn gerechtfertigt. Der
Abzug vom Tabellenlohn ist ermessensweise gesamthaft auf 10% festzusetzen.
4.5.4 Somit liegt das Invalideneinkommen ausgehend von einer 50%-igen
Arbeitsfähigkeit und eines Tabellenlohnabzugs von 10% bei Fr. 23'605.-- ([Fr. 52'457.--
x 50%] - 10%). Wird das Invalideneinkommen in Beziehung gesetzt zum
Valideneinkommen von Fr. 50'700.--, resultiert daraus eine Erwerbseinbusse von Fr.
27'095.--. Diese entspricht einem Invaliditätsgrad von 53,4%.
4.6 Damit lag im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenanspruchsbeginns, am 1.
Juni 2009, eine rentenbegründende Erwerbsunfähigkeit vor. Die Beschwerdeführerin
hat ab 1. Juni 2009 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von rund 53% Anspruch auf eine
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halbe Rente der Invalidenversicherung (Art. 28 Abs. 2 IVG). Die angefochtene
Verfügung vom 15. März 2011 ist folglich aufzuheben.
5.
5.1 Zu prüfen bleibt, ob nach Juni 2009 eine relevante Änderung der Erwerbsunfähig
keit der Beschwerdeführerin eingetreten ist, welche sich auf die Rentenhöhe auswirkt.
5.2 Ab April 2010 ist, wie oben ausgeführt, von einer 70%-igen Arbeitsfähigkeit in
einer angepassten Tätigkeit auszugehen (vgl. oben, E. 3.7), welche bis auf Weiteres
besteht. Gestützt darauf ist ein Einkommensvergleich vorzunehmen. Das
Valideneinkommen ist unter Berücksichtigung der zu erwartenden
Nominallohnerhöhung von jährlich Fr. 40.-- und ausgehend von einem 100% Pensum
auf Fr. 51'350.-- festzusetzen. Im Jahr 2010 liegt das durchschnittliche statistische
Jahreseinkommen unter Berücksichtigung der bis 2010 eingetretenen
Nominallohnentwicklung und der Durchschnittsarbeitszeit 2010 (41,6 Wochenstunden)
bei Fr. 52'790.-- (vgl. Anhang 2 [Lohnentwicklung] zu der von der Informationsstelle
AHV/IV herausgegebenen Textausgabe 2012 Invalidenversicherung). Ausgehend von
einer 70%-igen Arbeitsfähigkeit und einem Tabellenlohnabzug von 10% ergibt sich ein
Invalideneinkommen von rund Fr. 33'258.-- ([Fr. 52'790.-- x 70%] - 10%). Bei einem
Valideneinkommen von Fr. 51'350.-- beträgt die Erwerbseinbusse Fr. 18'092.--, was
einem Invaliditätsgrad von rund 35% entspricht. Folglich ist ab April 2010 nicht mehr
von einem rentenbegründenden Invaliditätsgrad auszugehen.
5.3 Bei der rückwirkenden Zusprache einer abgestuften und/oder befristeten
Invalidenrente finden gemäss Rechtsprechung die für die Rentenrevision geltenden
Normen (Art. 17 Abs. 1 ATSG in Verbindung mit Art. 88a der Verordnung über die
Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) analog Anwendung (Urteil des Bundesgerichts
vom 16. April 2013, 8C_93/2013, E. 2;BGE 121 V 264 E. 6b/dd mit Hinweis). Gemäss
Art. 88a IVV ist bei einer Verbesserung (Abs. 1) oder Verschlechterung (Abs. 2) der
Erwerbsfähigkeit die anspruchsbeeinflussende Änderung zu berücksichtigen, sobald
sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat.
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5.4 Gestützt auf die seit mehr als 3 Monate bestandene und bis auf Weiteres an
dauernde Verbesserung der Erwerbsfähigkeit der Beschwerdeführerin und den nicht
mehr rentenbegründenden Invaliditätsgrad ab April 2010 ist in analoger Anwendung
von Art. 88a Abs. 1 IVV die halbe Rente per 1. Juli 2010 aufzuheben.
5.5 Die Beschwerdeführerin hat mehrere Handoperationen im September und
Oktober 2009 sowie im Januar und Februar 2010 gehabt und ist vorübergehend voll
arbeitsunfähig gewesen. In analoger Anwendung von Art. 88a Abs. 2 IVV haben die
Operationen nicht zu einer relevanten Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit geführt,
da die bescheinigten höheren Arbeitsunfähigkeiten nicht über einen Zeitraum von drei
Monaten angedauert haben. Gemäss dem ABI-Gutachten vom 1. November 2010 hat
der Status nach den Handoperationen zudem auch keinen Einfluss mehr auf die
Arbeitsfähigkeit (vgl. IV-act. 96-20).
6.
Zusammengefasst hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine halbe Rente der
Invalidenversicherung ab 1. Juni 2009 (vgl. Art. 29 Abs. 3 IVG). Ab April 2010 liegt kein
rentenbegründender Invaliditätsgrad mehr vor. In analoger Anwendung von Art. 88a
Abs. 1 IVV ist die Rente erst per 1. Juli 2010 aufzuheben. Folglich hat die Beschwerde
führerin einen befristeten Anspruch auf eine halbe Rente vom 1. Juni 2009 bis 30. Juni
2010.
7.
7.1 Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde teilweise gutzu
heissen und die Verfügung vom 15. März 2011 aufzuheben. Die Beschwerdeführerin
hat ab 1. Juni 2009 bis 30. Juni 2010 Anspruch auf eine halbe Rente der Invalidenver
sicherung.
7.2 Der Beschwerdeführerin ist die unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den
Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) am 22. Au
gust 2011 bewilligt worden. Wenn ihre wirtschaftlichen Verhältnisse es gestatten, kann
sie jedoch zur Nachzahlung verpflichtet werden (Art. 123 der Schweizerischen Zivil
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prozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die Ver
waltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).
7.3 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit angemessen. Die Be
schwerdeführerin unterliegt im Hauptantrag, da lediglich eine befristete Rente zuge
sprochen wird. Deshalb ist ihr ein Anteil an der Gerichtsgebühr im Umfang von
Fr. 400.-- aufzuerlegen. Der im kleineren Umfang unterliegenden Beschwerdegegnerin
sind die Gerichtskosten im Restbetrag von Fr. 200.-- aufzuerlegen. Zufolge
unentgeltlicher Rechtspflege ist die Beschwerdeführerin von der Bezahlung der
Gerichtskosten zu befreien.
7.4 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die teilweise obsiegende beschwerdeführende
Partei Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom Ver
sicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Be
deutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61
lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungs
gericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis
Fr. 12'000.--. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin verzichtete auf das Ein
reichen einer Kostennote. Im vorliegenden Fall erscheint mit Blick auf vergleichbare
Fälle eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer) angemessen. Im Umfang ihres teilweisen Unterliegens ist der Be
schwerdegegnerin ein Anteil von Fr. 1'200.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwert
steuer) aufzuerlegen. Für den Restbetrag von Fr. 2'300.-- (inklusive Barauslagen
und Mehrwertsteuer) hat zufolge der Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbei
ständung der Staat den Rechtsbeistand der Beschwerdeführerin zu entschädigen,
wobei das Honorar um einen Fünftel herabgesetzt wird (vgl. Art. 31 Abs. 3 AnwG/SG;
sGS 963.70). Der Staat hat somit eine Entschädigung von Fr. 1'840.-- (inklusive Bar
auslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP
bis
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