Decision ID: ccd195d0-3abe-43e1-92a4-e4335b4e2bf4
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1968, Mutter von vier erwachsenen Kindern (Jahrgang 1984, 1989, 1990 und 1993),
war
seit dem
1.
Dezember 2006
bei
der
Y._
als
Reinigungsmitarbeiterin
tätig (
Urk.
12/13/7-11
). Unter Hinweis auf psychische Beschwerden meldete sich die Versicherte am 2
7.
April 2015 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
12/5). Die Sozialver
siche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerb
liche Situation ab und holte ein polydisziplinäres Gutachten ein, das am
1.
März 2017 erstattet (
Urk.
12/62)
und am 1
1.
September 2017 ergänzt (
Urk.
12/73).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
12/64;
Urk.
12/65,
Urk.
12/69
) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
1
4.
November 2017
einen Renten
an
spruch (
Urk.
12/77
=
Urk.
2)
.
2.
Die Versicherte erhob am
1
5.
sowie ergänzend am 2
2.
Dezember 2017
Beschwer
de gegen die Verfügung vom
1
4.
November 2017
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
ihr
eine Invalidenrente
zuzusprechen, eventuell sei
die Sache zwecks Ergänzungen zur Abklärung ihres Gesundheitszustandes zurückzu
weisen
(
Urk.
1
S.
1
unten und
Urk.
5 S. 1
unten
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
3
1.
Januar 2018
(
Urk.
11
) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom
1
7.
Mai 2018
wurden antragsgemäss (vgl.
Urk.
1
S. 1 unten
) die unentgeltliche Prozessführung und
Rechtsvertretung bewilligt.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung
allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbsein
ko
mmen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unab
hängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weit
geh
end objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.4
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im
Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281
) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.5
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflicht
gemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozial
versicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie sta
mmen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbe
son
dere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die ande
re medizinische These abstellt.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
-
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Be
weis
mittels noch
die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stel
lungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E.
3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2), gestützt auf die medizinischen Abklärungen, insbesondere das psychiatrische Gutachten vom
1.
März 2017
(
Urk.
12
/
62
), davon aus, dass
keine Diagnosen und objektiven Befunde vorliegen würden, die eine längerdauernde oder dauerhafte Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit begründen könnte. Grundsätzlich sei es der Beschwer
deführerin zumutbar, weiterhin einer Tätigkeit im Reinigungsbereich, wie zuletzt ausgeübt, vollzeitlich nachzugehen (S. 1). Aus rheumatologischer wie auch psy
chiatrischer Sicht liege kein invalidisierender Gesundheitsschaden vor, weshalb kein Rentenanspruch bestehe (S. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber
auf den Standpunkt (
Urk.
1),
dass das Gutachten nicht schlüssig und aufgrund der religiös betonten respektive überbetonten Gewichtung nicht nachvollziehbar sei. Die vorbestehenden fach
ärzt
lichen Berichte seien
nicht umfassend gewürdigt und auf ihre Klagen sei nicht eingegangen worden. Die Würdigung habe sich oberflächlich auf ihr religiös ge
prägtes Erscheinungsbild und ihr Ersuchen
, das Abendgebet aus
führen zu könne
n
,
reduziert. Die gezogenen Schlussfolgerungen zur Arbeitsfähigkeit seien un
klar und nicht nachvollziehbar gewesen, was Anlass zur Rückfrage vom 1
0.
August 2017 gegeben habe. Die geklagten Beschwerden seien ungenügend berücksichtigt worden. Der Verweigerung des Handschlags sei zu grosses Gewicht beigemessen worden
(
Urk. 5
S. 7 unten)
.
Das Gutachten erfülle die Voraussetzungen des für
depressive Episoden geforderte
n
strukturierte
n
Beweisverfahren
s
nicht (S. 8 Mitte).
Der medizinische Sachverhalt sei ungenügend abgeklärt worden. Dem Gutachten fehle die Aussagekraft in
entscheidrelevanten
Punkten. Eine schlüssige Beurtei
lung der Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit sei nicht möglich. Die Beantwortung der Frage nach der invalidisierenden Wirkung der diagnostizierten anhaltenden Schmerzstörung sowie der depressiven Episode sei im Lichte der Praxisänderung des Bundesgerichts zu prüfen und abzuklären (S. 8 unten
f.
).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin
.
3.
3.1
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
nannte im Gutachten zuhanden der BVK Personalvorsorgestiftung vom 2
3.
Dezem
ber 2015 (
Urk.
12/35) als Diagnosen eine mittelgradig
e depressive Episode
ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F32.10) sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4
; S. 12
).
Die Leistungsfähigkeit der Beschwerde
führerin sei aus psychiatrischer Sicht derzeit eingeschränkt.
Diese Einschätzung
ergebe
sich aus den erhobenen psychopathologischen Befunden, namentlich
Depri
miertheit
, Antriebsmangel und Lustlosigkeit, Insuffizienzgefühle, Denkstö
rungen, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, teils psychomotorische Ver
lang
samung und Schlafstörungen. Diese würden zu einer Einschränkung von psy
chischen Fähigkeiten
führen
, wie sie anhand
des
Fremdbeurteilungs
instru
ments (Mini-ICF-APP) zur Beurteilung von Aktivitäts-und Partizipationsstörungen bei psychischen Erkrankungen eingeschätzt
worden seien (S. 14 oben).
Es könne davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin ihre ange
stammte Tätigkeit derzeit in einem Pensum von etwa 30-40
%
(bezogen auf ein 100
%
Pensum) zu verrichten vermöge, allerdings in einer Präsenzzeit von etwa 50
%
(bezogen auf ein 100
%
Pensum) und dass dafür gelegentliche Kontrollen von vorgesetzter Stelle notwendig seien (S. 15 oben).
Hinsichtlich der Berufsfähi
gke
i
t als Mitarbeiterin Reinigung
könne
festgehalten werden, dass die
Beschwerdeführerin
sich bisher zwar immer wieder in die Be
handlung des Hausarztes
begeben habe
, was aber nur punktuell und bei Bedarf
der Fall gewesen sei. Zwei fachspezifische, psychiatrische Therapieversuche h
ätt
en
zu keinem positiven Ergebnis
geführt. Dabei mü
ss
e
festgehalten werden, dass bei der Behandlung der
Beschwerdeführerin
ein besonderes M
ass an Kenntnissen und Erfahrung
in
der
Therapie mit Migranten notwendig
sei
, da die kulturelle Diffe
renz erheblich
sei
und die
Beschwerdeführerin
gera
de auch in diesem Bereich leide
und sich unverstanden fühle
. Ob diese spezifischen Kenntnisse bei den
ersten beiden Therapieversuchen tatsächlich vorhanden gewesen seien, sei unsicher
. Zudem
sei
die Behandlungsdauer mit einigen Monaten Dauer, so die
Beschwer
deführerin
, sicher zu kurz
gewesen
. Auch weitere, i
ntensivere Therapiesettings, wie
zum Beispiel
eine teilstationäre Behandlung
seien
bislang noch nicht ange
wendet
worden
. Somit
sei
derzeit davon
auszugeben, dass noch nicht all
e Thera
pie
möglichkeiten ausgeschöpft
worden seien
, wodurch die Berufsfähigkeit zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschliessend beurteilt werden
könne (S. 15
Mitte
)
.
3.2
Med.
pract
.
A._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, führte im Bericht vom 3
0.
Mai 2016 (Eingangsdatum,
Urk.
12/39) aus, sie behandle die Beschwerdeführerin seit dem
9.
November 2015 (
Ziff.
1.2) und nannte als psy
chiatrische Diagnosen (
Ziff.
1.1) eine mittelgradig bis schwere depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11-21), eine Angststörung mit Panik
attacken (ICD-10 F40.1) bei Mobbingsituation am Arbeitsplatz aus religiös-diskriminierenden Gründen (ICD-10 Z60.4/5).
Weiter führte sie aus, ohne Unter
stützung dabei, die Angst generell vor einer Arbeitsplatzsituation mit dem Chef zu überwinden, werde die Beschwerdeführerin kaum den Weg in den Arbeits
markt finden. Der Widerstand gegenüber antidepressiver und überhaupt Psycho
pharmaka habe sich bisher noch nicht überwinden lassen. Das passe auch nicht in das religiös geprägte Lebensverständnis der Beschwerdeführerin (
Ziff.
1.4). Die Beschwerdeführerin sei erst einmal wöchentlich, dann zirka alle zwei Wochen gekommen. Zurzeit weile sie bei ihrer Schwester in Pakistan. Eine Tagesklinik komme für die Beschwerdeführerin
subjektiv
nicht in Frage (
Ziff.
1.5). Die Be
schwer
deführerin sei in ihrer angestammten Tätigkeit als Raumpflegerin sowie auch in einer angepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsunfähig (
Ziff.
1.6-7).
3.3
3.3.1
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotheapie
,
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Gastroentero
logie, sowie
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Rheumatologie und für Allgemeine Innere
Medizin,
E._
, erstatteten am
1.
März 2017 ein polydisziplinäres Gutachten im Auftrag der Beschwerde
geg
nerin (
Urk.
12/62). Diese stützten sich auf die ihnen überlassenen Akten
(S. 4 ff
.
), die Angaben der Beschwerdeführerin (S. 6 ff., S. 13, S. 24 f.) und die von ihnen erhobenen Befunde (S. 10 f., S. 15 ff., S. 25 ff.). Als
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
nannten die Gutachter
(S. 42
Ziff.
7.1
):
-
akzentuierte Persönlichkeitszüge mit ängstlich-narzisstischen Anteilen (ICD-10 Z73.1)
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung, zunehmend in Remission (ICD-10 F45.4)
-
DD sonstige som
atoforme Störungen (ICD-10 F45.8
)
-
depressive Episode, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F32.4)
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie (S.
42
Ziff.
7.2):
-
rechtsseitige
r
Ganzkörperschmerz
-
funktionelle Darmbeschwerden
3.3.2
In ihrer Beurteilung
führten die Gutachter aus,
die Persönlichkeitsakzentuierung erreiche nicht ein Ausmass, das es der Beschwerdeführerin nicht ermöglicht hätte, sich persönlich, schulisch, beruflich, sozial und partnerschaftlich adäquat ent
wickeln und positionieren zu können. Die Beschwerdeführerin verfüge sowohl im emotionalen Bereich wie im Leistungsbereich
über eine gut nachweisbare Res
sourcenlage (S. 44 Mitte).
Aufgrund der Aktendurchsicht und in Zusammenhang mit der Exploration sei aus psychiatrischer Sicht die Diagnose einer sich zu
nehmend in Remission befindlichen anhaltenden somatoformen Schmerzstörung zu stellen. Differentialdiagnostisch würde aktuell bei gering nachweisbarem
Schmerz
verhalten die Diagnose
einer
sonstige
n
somatoforme
n
Störung in Be
tracht
kommen (S. 44 unten). Aus rheumatologischer Sicht könne zusammenfassend festgestellt werden, dass die von der Beschwerdeführerin angegebenen, sie stark beeinträchtigenden und zum Teil als quälend beschriebenen Schmerzen rheu
ma
tologisch nicht erklärt werden können (S. 45 unten).
3.3.3
Anlässlich der Exploration habe eine deutliche Korrelation zwischen den eska
lierenden Arbeitsplatzkonflikten und den emotionalen Schwankungen heraus
ge
arbeitet werden können (S. 46 oben). Es seien
deutliche psychosoziale Faktoren und emotionale Konflikte nachweisbar
gewesen
(S. 46 Mitte f.).
3.3.4
Anlässlich der aktuellen psychiatrischen Exploration
habe die Beschwerde
füh
rerin
eine deutlich
e
Somatisierung mit Vertreten eines somatisch ausgerichteten Krankheitskonzepts
gezeigt.
Sie
habe
sich in situations
a
däquater, resonanz- und modulations
f
ähiger Stimmung
befunden
und
habe
Ängste
geäussert,
wieder an die
alte
Arbeitsstelle
mit den dortigen Konflikten zurückzukehren.
Eine
depressive Störung, eine
Angststörung
oder Zwangsstörung
sei nicht nachweisbar gewesen
. Es
habe
eine
Diskrepanz zwischen der Intensit
ätsang
a
be der Schmerzen und dem gezeigten
Schmerzverhalt
en
bestanden. E
in andauernder, schwerer und quälender Schmerz
habe
sich nicht nachweisen
lassen
. Der Antrieb
sei
erhalten
gewesen
, die Psychomotorik
sei
zu Beginn etwas reserviert
gewesen
,
habe
sich
aber
bald
flüssig entwickel
t
. Kognitive Störungen,
psychotisches
oder
psychosenahes
Erleben
und
Verhalten
h
ätt
en
nicht nachgewiesen werden
können
. Das Bewusstsein und die Orientierung
seien
erhalten
gewesen
(S. 47 unten f.)
.
Allgemein-intern
istische Pathologien mit Bezug zur Arbeitsfähigkeit
bestün
den nicht. Anlässlich der aktuellen Laboruntersuchung h
ätt
en sich Paracetamol und
Diclofenac
nicht im nachweisbaren Bereich befunden. Diese Ergebnisse würden mit den Angaben
der Beschwerdeführerin, dass sie nur gelegentlich Schmerz
mittel zu sich nehmen würde, übereingestimmt (S. 48 oben)
.
3.3.5
Gestützt auf den Mini-ICD-APP bestehe
aufgrund der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung DD
sonstige somatoforme Störungen sowie
der nun remittierten depressiven Episode
s
owohl in bisheriger wie ada
ptierter Tätigkeit
eine
mittel
gradige Beeinträchtigung
der Durchhaltefähigkeit und Selbst
behauptungs
fähig
keit bei ansonsten erhaltenen Items.
Von rheuma
t
ologischer Seite
würden
keine Funktionsstörungen vor
liegen
, welche sich auf die Belastbarkeit der
Beschwerde
führerin
auswirken würden.
Die Rückkehr an die vergangene Arbeitsstelle an der
Y._
dürfte
aufgrund des dort vertretenen Kleidercodes kaum mehr zumutbar sein (S. 48 Mitte
)
.
3.3.6
Die Persönlichkeitsakzentuierung erreiche nicht ein relevantes Ausmass.
Die Ver
sicherte
verfüge
sowohl im emotiona
l
en Bereich wie im Leistungsbereich über eine gut nachweisbare
Ressourcenl
age. Die Persönlichkeit
sei gut integriert.
Die
Beschwerdeführerin
verkehr
e
sozial in ihrer Kernfamilie und in der Herkunfts
familie
(S. 48 unten)
.
3.3.7
Zur Tagesgestaltung, Aktivitäten und Kontext hielten die Gutachter fest, dass
die Beschwerdeführerin
seit vier bis fünf Jahren eine 4-Zimmermietwohnung im dritten Stock mit Balkon
bewohne
.
Die Nachbarschaft sei
in Ordnung
und die
Einkäufe seien zu
Fuss
im Coop/Migros möglich. Der Lebensunterhalt werde noch mit Geldern seitens der
Y._
, der Pension des Ehemannes von
Fr.
1'500.
--
und der finanziellen Zuwendung des Sohnes bestritten. Schulden seien keine vorhanden. In der Vergangenheit
habe
die Familie Sozialhilfe be
ziehen
müssen. Ein Autofahrausweis sei
nicht
vorhanden. Bei Bedarf beziehe sie
Einzelbillette
für den öffentlichen Transport.
An die Begutachtung
sei
die Be
schwerdeführerin
vom
Sohn gebracht worden. Nach
dem Aufstehen bete sie zuerst. F
ünfmal pro Tag bete sie je zw
ischen fünf bis zwanzig Minuten,
zweimal pro Tag lese sie je zwischen zwanzig bis dreissig Minuten im Koran. Morgens trinke sie Tee, erledige etappenweise den Haushalt. Manchmal gehe sie
beispiels
weise
mit dem Ehemann im Wald für 20 bis 30 Minuten spazieren. Sie koche für den zu Hause essenden Sohn das Mittagessen. Früher habe sie im Fernsehen Serienfilme gesehen (heu
t
e lese sie eher über den Islam), es gebe regelmässig 20- bis 30-minütige Sendungen aus dem Iran/Afghanistan/Pakistan. Sie lese nebst dem Koran ein dickes Buch über den Propheten und die entsprechende Ge
schichte. Im Computer skype sie
und
schaue
beispielsweise religiöse YouTube-
Filme an. Gelegentlich höre sie
spezielle Musik „
Nasheed
". 2016 habe sie während eines Monates Ferien in
F._
bei ihrer Schwester verbracht
.
D
ort
habe
sie die
Mutter gesehen, auch den Vater sowie die
Halbgeschwister väterlichersei
t
s. Die
Beschwerdeführerin
verkehr
e
sozial in ihrer Kernfamilie und in der H
er
kunftsfamilie. Sie beschäftige
sich intensiv mit religiösen Fragen
(S. 49 oben)
.
3.3.8
Zur Konsistenzprüfung hielten die Gutachter fest, dass i
n Bezug auf die Schmerz
schilderung
eine
Diskrepanz
zwischen der Intensität der Schmerzangabe und dem gezeigten Schmerzverhalten
bestehe.
A
ktuell
habe
ein andauernder, schwerer und quälender Schmerz nicht beobachtet werden
können.
Die
Beschwerdeführerin sei
trotz g
eklagten Beschwerden in er L
a
ge
gewesen
, Anfang 2015 nach
G._
und
F._
zu
reisen, ein weiteres Mal
sei
sie im Sommer/Herbst 2015 in
F._
und
ein drittes Mal im Frühjahr 2016
gewesen.
D
ie
Beschwerde
führerin habe
2011 und Anfang 2015 Pilgerfahrten nach Mekka in Begleitung ihres Ehemannes
unternommen.
Wie weit die Versicherte durch die Schmerz
symptomatik wirklich in allen Lebensbereich relevant eingeschränkt ist, kann von
rheumatologischer
Seite aufgrund der
anamnestischen
Angaben nicht schlüssig beurteilt werden. Zu erwähnen sei die im Status beschriebene Diskrepanz zwi
schen Verhalten und Mimik und den angegebenen Beschwerden
(S. 50 oben)
.
Eine gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen sei nicht nachweisbar (S. 49 unten).
3.3.9
Zur Arbeitsfähigkeit führten die Gutachter aus, die Persönlichkeit, die Aktivitäten, die Indikatoren und der Mini-ICF-APP sei
en
analysiert worden. Aufgrund der eskalierenden Konflikte dürfte die
Rückkehr an den angestammten Arbeitsort als Raumpflegerin an der
Y._
kaum mehr zumutbar sein
. Aus psy
chia
t
rischer Sicht
bestehe
bei anhaltender soma
t
oformer
Schmerzstörung zunehmend in Remission
,
DD sonstige somatoforme Störungen
,
sowohl in bisheriger wie ad
a
p
tierter Tätigkeit
eine
Rendement-
Verminderung von 10
%
ab Behandlungs
beginn bei der
behandelnden
Psy
chiaterin
Dr.
H._
. Eine längerdauernde psy
chia
trisch bedingte IV-relevante Arbeitsunfähigkeit könne anhand der Aktenlage nicht nachvollzogen werden
(S. 51 oben)
.
Aufgrund der relativen Veränderungen der Hals- und Lendenwirbelsäule, welche jedoch nicht das Altersmass überschreiten würden, könnten der Beschwerde
füh
rerin dennoch bleibend keine körperlich schweren und Schwerstarbeiten zuge
mut
et werden. Aus rheumatologischer Sicht seien jedoch alle leichten bis inter
mit
tie
rend
wechselbelastenden rückenadaptierten Arbeiten vollschichtig zumut
bar. Die Einschränkungen würden ab dem aktuellen Untersuchungsdatum gelten, da für eine retrospektive Beurteilung nicht ausreichend Akten zur Verfügung stehen würden. Die Versicherte habe zuletzt als Raumpflegerin in der
Y._
gearbeitet.
Dabei habe es sich gemäss Arbeitgeberbericht um eine im Gehen und Stehen ausgeübte, leichte bis mittelschwere Tätigkeit gehandelt, somit könne diese Tätigkeit aus rheumatologischer Sicht als angepasst beurteilt werden (S. 51 Mitte).
Aus gesamt
medizinischer Sicht
gelte
die psychiatrische Einschätzung unter Berücksichtigung des
rheumatologischen Profils,
es komme
nicht zu Additionen
(S.
51 unten)
.
3.3.10
Zu medizinischen Massnahmen zur Verbesserung der Arbeitsfähigkeit hielten die Gutachter fest,
in Bezug auf die
konfliktiösen
Verhältnisse an der
Y._
könne
von einem b
ehandlungsanamnestisch ausgewiesenen
Leidensdruck gesprochen werden. Hingegen
sei es nicht zur Et
ab
lierung eines in Bezug auf die g
eklagte Beschwerdeintens
it
ät angemessene
n Settings der eingeleiteten in
tegrativ psychiatrischen Behandlung
gekommen
. Entsprechend
könne
, übe
r den gesamten Aktenverlauf her betrachtet
, nicht von einem relevanten behandlungs
anam
nes
tisch ausgewiesenen Leidensdruck gesprochen werden
(S. 53 oben)
.
Bei im Vordergrund stehenden psychosozialen Faktoren und
emotionalen Kon
flikten dürften d
ie Ziele einer integrativ-psychiatrischen Behandlung nicht allzu hoch veranschlagt werden (S. 53 Mitte).
3.4
Med.
pract
.
A._
(vorstehend E. 3.2) führte in ihrer Stellungnahme vom 1
2.
Juli 2017 (
Urk.
12/69) aus,
das psychiatrische Gutachten sei in der Interpretation der Befunde und den Schlussfolgerungen aus näher dargelegten Gründen (S. 1 ff.)
widersprüchlich und nicht nachvollziehbar. Aufgrund der widersprüchlichen, sehr
vagen, nicht konkreten Aussagen, welche sich weder hinsichtlich der Behand
lungs
form noch anderer Massnahmen festleg
t
en,
sei
nicht nachvollziehbar, wie der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) zum Schluss komme, dass das Gutachten schlüssig und nachvollziehbar sei (S. 5 Mitte
; vgl. die RAD-Stellungnahme von med.
pract
.
I._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 16. März 2017, Urk. 12/63/4-5
). Leider wiederhole sich hier die unsägliche Praxis der IV in den letzten Jahren unter dem Druck der Sparvorgaben, wie mehrfach von recherchierenden Medien und Fachleuten belegt worden sei (S. 5 unten).
3.5
Dr.
B._
und
Dr.
D._
(vorstehend E.
3.3
) führten nach Rückfragen seitens der Beschwerdegegnerin in der Stellungnahme vom 1
1.
September
2017 (
Urk.
12/73) aus,
aus rheumatologischer Sicht liege keine Erkrankung mit dauer
hafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vor. Es gelte somit lediglich die
Rende
menteinschränkung
aus psychiatrischer Sicht.
Einzig als Näherin würde aus rheumatologischer Sicht eine Einschränkung des Rendements um 20
%
attestiert werden müssen, da es sich im Wesentlichen um eine mehrheitlich sitzende Tätigkeit handeln dürfte und der Beschwerdeführerin
aus rheumatologischer Sicht deswegen die Möglichkeit eingeräumt werden müsste
, wiederholt aufzustehen und Entlastungsstellung einzunehmen (S. 1 unten f.).
Aus gesamtheitlicher Sicht bestehe bei der Beschwerdeführerin seit Herbst 2014 sowohl in bisheriger wie adaptierter Tätigkeit (mit Ausnahme der Arbeit als Näherin) eine
Rendementverminderung
um 10
%
.
Der
Diagnoseblock mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit
im Gutachten
sei
unverändert zu
lassen, da die akzentuierten Persönlichkeitszüge sowie die depressive Episode, gegenwärtig remittiert, im Hinblick auf die Schmerzverarbeitungsstörung als
triggernde
Fak
toren zu betrachten seien (S. 2 oben).
4.
4.1
Entgegen der in der (ergänzten) Beschwerdeschrift vertretenen Auffassung (
Urk.
5 S. 7 ff.) ist vorliegend auf das polydisziplinäre Gutachten des
E._
vom
1.
März 2017 (vorstehend E. 3.3) abzustellen.
Dieses Gutachten entspricht den erforder
lichen Kriterien an den Beweiswert einer Expertise (vgl.
vorstehend
E. 1.5).
Die
Be
schwerdeführerin wurde ihren geltend gemachten Beschwerden entsprechend um
fassend abgeklärt, das Gutachten beruht auf internistischen, rheumato
logi
schen
und
psychiatrischen
Untersuchungen, wurde in Kenntnis und in Ausein
ander
setzung mit den
Vorakten
erstattet und trägt der konkreten medizinischen Situa
tion Rechnung. Sodann sind die Darlegungen der medizinischen Zusammen
hänge und die Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtend und die Schluss
folgerungen in der Expertise begründet.
Die Gutachter des
E._
kamen in ihrer
Gesamtbeurteilung zum Schluss, dass
bei der
Beschwerdeführer
in aus psychia
trischer Sicht eine
Rendementsverminderung
von
10
%
vorliege
(vgl. vorstehend E. 3.3.
9 und E. 3.5
)
.
Sodann hat
der psychiatrische Gutachter
die heute massgebenden Standard
indi
katoren (vorstehend E. 1.4) in seine Beurteilung weitestgehend einbezogen. Er hat sich
einlässlich mit den diagnoserelevanten Befunden und deren Ausprägung aus
einandergesetzt und
stellte
akzentuierte Persönlichkeitszüge sowie eine anhal
tende somatoforme Schmerzstörung (DD sonstige somatoforme Schmerzstö
rungen)
leichter Ausprägung und eine remittierte depressive Episode fest
(vorstehend
E.
3.
3
.2 und 3.
3
.4
).
In Bezug auf den funktionellen Schweregrad erweist sich der Indikator der diagnoserelevanten Befunde damit als lediglich geringfügig aus
geprägt.
Weiter setzte sich
der psychiatrische Gutachter
ebenso mit dem Behand
lungserfolg respektive
der
-
resistenz
auseinander
und hielt hierzu fest, dass die früheren psychiatrischen Behandlungen bei
Dr.
H._
und bei
Dr.
J._
nicht als gescheitert, sondern eher als abgebrochen bezeichnet werden müss
t
en
(
vgl.
Urk.
12/62
S.31 f.,
S. 38 und S.
52) und dass aus medizinischer Sicht von einer guten Prognose ausgegangen werden dürfe (vgl.
Urk.
12/62 S. 54 unten)
, was
gegen eine erhebliche Ausprägung der Symptomatik spricht.
S
odann verneinte
der
psychiatrische Gutachter
weitergehende
Komorbiditäten mit schlüs
siger Begrün
dung (vorstehend E. 3.3.2, E. 3.3.4, E. 3.3.
5-
6
). Zum Aspekt der Persönlichkeit, der persönlichen Ressourcen und sozialen Kontext wies
der psychiatrische Gut
achter
insbesondere darauf
hin,
dass
die Persönlichkeitsakzentuierung nicht ein relevantes Ausmass erreiche und
die Beschwerdeführerin sowohl im emotionalen Bereich wie im Leistungsbereich über eine gut nachweisbare Ressourcenlage verfüge
. Die Persönlichkeit sei gut integriert und die Beschwerdeführerin verkehre sozial in ihrer Kernfamilie und in der Herkunftsfamilie
(vorstehend E. 3.3.5-6).
Weiter wies der psychiatrische Gutachter auf deutliche
im Vordergrund stehende
psychosoziale Faktoren und emotionale Konflikte hin (vorstehend E. 3.3.3
, vgl. auch
Urk.
12/62 S. 53 Mitte
). H
ierzu ist zu ergänzen, dass die Beschwerdeführerin in einem intakten Familienleben lebt,
regelmässig in ihr Heimatland reist und dort ihre Schwester und teilweise auch ihre Mutter sowie den Vater besucht
und einen weitgehend strukturie
rten Tagesablauf hat (vgl. vorstehend E. 3.3.7
).
Der Lebenskontext enthält damit bestätigende, sich potentiell günstig auf die Res
sourcen auswirkende Faktoren.
Schliesslich äusserte sich
der psychiatrische Gutachter
auch zur Konsistenz und hielt fest, dass in Bezug auf die Schmerzschilderung eine Diskrepanz zwischen der Intensität der Schmerzangabe und dem gezeigten Schmerzverhalten bestehe.
Weiter wies der psychiatrische Gutachter darauf hin, dass d
ie Beschwerdeführerin trotz g
eklagten Schmerzen in der Lage gewesen
sei
,
Anfang 2015 nach
G._
und
F._
zu
verreisen, ein weiteres Mal
sei
sie im Sommer/Herbst 2015 in
F._
und
ein drittes Mal im Frühjahr 2016
gewesen.
D
ie
Be
schwerdeführerin habe
2011 und Anfang 2015
Pilgerfahrten nach Mekka in Begleitung ihres Ehemannes
unternommen
. Eine gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen sei nicht nach
weis
bar (vorstehend E. 3.3.8
, vgl. auch Tagesgestaltung und Aktivitäten, vorsteh
end E. 3.3.7
).
Zum Leidensdruck hielt der psychiatrische Gutachter fest, dass über den gesamten Aktenverlauf her betrachtet, nicht von einem relevanten behand
lungsanamnestisch ausgewiesenen Leidensdruck gesprochen werden könne (vor
stehend E. 3.3.10). Aus dem Gutachten ergibt sich weiter, dass
anlässlich der Laboruntersuchung die Schmerzmittel Paracetamol und
Diclofenac
nicht im nachweisbaren Bereich
vorgelege
n hätten, was mit den Angaben der Beschwer
deführerin übereinstimme, nur gelegentlich Schmerzmittel zu sich zu nehmen (vorstehend E. 3.3.4).
Aus den Akten ergibt sich weiter
, dass die Beschwerde
führerin
sich weigert
,
eine psychopharmakologische Therapie in Anspruch zu nehmen, da es nicht in ihr religiös geprägtes Lebensverständnis
passe. Sodann kommt auch eine
tagesklinische Behandlung
für sie nicht in Frage (vorstehend E.
3.2
; so auch im Gutachten, siehe
Urk.
12/
62 S. 53 Mitte
). Hierzu ist festzu
hal
ten, dass
die seltene Einnahme von Schmerzmitteln,
die Ablehnung einer
psycho
pharmakologischen
Therapie und auch einer tagesklinischen oder stationären Behandlung Zweifel am Leidensdruck und der Schmerzintensität aufkommen lassen.
4.2
Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, dass das polydisziplinäre Gutachten des
E._
die Voraussetzungen des auch für depressive Episoden geforderte
n
struktu
rierte
n
Beweisverfahren
s
nicht erfülle (
Urk.
1 S. 8 Mitte), vermag dies nach dem Gesagten
nicht
zu
überzeugen.
Inwieweit aus psychiatrischer Sicht eine Ein
schrän
kung der Arbeitsfähigkeit anzunehmen oder zu verneinen sei, wurde im entsprechenden Teilgutachten einlässlich erörtert.
Die dem Teilgutachten zu ent
neh
mende Begründung vermag den Anforderungen der neuen Rechtsprechung zu genügen, die verlangt, dass das funktionelle Leistungsvermögen anhand einer Reihe von Standardindikatoren (Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde, Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz, Komorbiditäten, persön
liche Ressourcen, sozialer Kontext, Konsistenz auf der Ebene des Verhaltens)
zu beurteilen ist
(BGE 141 V 281 E. 4.1.3).
Die
gutachterliche Beurteilung
umfasste
das ganze
Leistungsprofil mit sowohl negativen als auch positiven Anteilen
(vorstehend E. 4.1)
und ist so verfasst, dass die attestierte Arbeitsunfähigkeit «gleichsam aus dem Saldo aller wesentlichen Belastungen und Ressourcen» (BGE 141 V 281 E. 3.4.2.1) abgeleitet wurde.
Der psy
chiatrische Gutachter
ist bei der Beantwortung der Frage, wie er das Leistungs
vermögen einschätzt
e
, den einschlägigen Indikatoren gefolgt, er hat ausschliess
lich funktionell
e
Ausfälle berücksichtigt, welche Folge der gesundheitlichen Be
ein
trächtigung sind, und seine versicherungsmedizinische Zumutbarkeitsbeur
teilung ist auf objektivierter Grundlage erfolgt. Die von der Rechtsanwendung zu prüfende Frage, ob er sich an die massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten und das Leistungsvermögen in Berücksichtigung der einschlägigen Indi
katoren eingeschätzt hat (BGE 141 V 281 E. 5.2.2), ist klar zu bejahen. Die funk
tionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen An
spruch
s
grundlage lassen sich anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachweisen, weshalb auf das Gutachten abzustellen ist.
4.3
Dem stehen
auch
die
ü
brigen
in der Beschwerde (
Urk.
5) genannten Kritikpunkte nicht entgegen.
Inwiefern aus rheumatologischer Sicht die geklagten Schmerzen noch weiter hätten abgeklärt (und gewürdigt) werden sollen, ist vorliegend nicht ersichtlich.
Da der Nachweis von Schmerzen und ihrer Intensität von der Natur der Sache her mit grössten Schwierigkeiten verbunden ist, gehört es zur Aufgabe des Gutachters
oder der Gutachterin
, die Glaubwürdigkeit der Schmerz
schil
de
rung soweit möglich zu überprüfen und deren Auswirkungen bei der Unter
su
chung und im Alltag substantiiert darzulegen. Dazu zählen insbesondere Anga
ben zum beobachteten Verhalten, Feststellungen über die Inkonsistenz und Vag
heit der gemachten Angaben und über Hinweise, welche zur Annahme von Aggra
vation oder Simulation führen.
Entsprechendes hat die rheumatologische Gutachterin in ihrer Abklärung
und Beurteilung
gemacht (vgl.
Urk.
12/62 S
.
12
ff.).
Bei Fehlen vorbestehender rheumatologischer Berichte
und Therapien
wurde die Beschwerdeführerin umfassend rheumatologisch abgeklärt und die
rheu
matologische
Gutachterin kam zum Schluss, dass die von der Beschwerde
führerin angegebenen, sie stark beeinträchtigenden und zum Teil als quälend beschriebenen Schmerzen rheumatologisch nicht erklärt werde
n können (vor
steh
end E. 3.3.2).
Angesichts der g
eklagten aus somatischer-rheumatologischer Sicht nicht zu objektivierenden Schmerzen waren folglich die funktionellen Auswirkungen der psychischen Erkrankung zu beurteilen.
Weiter stösst auch die Kritik der Beschwerdeführerin, wonach
ihre
religiöse Haltung im
E._
-Gutachten zu stark in den Vordergrund gerückt worden sei (
Urk.
1 S. 5 Mitte)
, ins Leere.
So haben die Gutachter des
E._
ihre Diagnosen und Schlussfolgerungen betreffend Arbeitsfähigkeit ausschliesslich gestützt auf die von ihnen erhobenen medizinischen Befunde und Überlegungen gestellt. Zwar
trifft es zu,
dass d
ie Religion
und Religiosität
der Beschwerdeführerin sowie
dies
bezügliche
Aktivitäten im Gutachten an verschiedenen Stellen genannt
werden
.
Dabei handelt es sich jedoch
im Wesentlichen
um eigene Schilderungen der Beschwerdeführerin beispielsweise zum Tagesablauf und
zu ihren
Ak
tivitäten.
Dass sich die
Religiosität der Beschwerdeführerin
vorliegend in
überbetonter oder
diskriminierender Weise
auf die Beurteilung niedergeschlagen haben soll, ist nicht ersichtlich.
Die Religiosität
und diesbezüglichen Aktivitäten
wurden als Teil des Alltags
und des Lebens
der Beschwerdeführerin dargestellt.
4.4
Dass sich der psychiatrische Gutachter des
E._
nicht weitschweifig
mit dem psychiatrischen Gutachten von
Dr.
Z._
zuhanden der BVK Personalvorsoge
(vorstehend E. 3.1)
auseinandergesetzt hat, vermag die Aussagekraft des
E._
-Gut
achtens, welches
im Gegensatz zu den bisherigen Berichten eine Gesamt
beurteilung aller gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin erlaubt
, nicht in Zweifel zu ziehen.
So konnte
der psychiatrische Gutachter des
E._
beispielsweise zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch
Dr.
Z._
gar keine Stellung nehmen, da dieser
die Berufsfähigkeit
(noch)
nicht abschliessend beurteilen
konnte
.
Im Hinblick auf die rege Reisetätigkeit der Beschwerdeführerin wies der psychiatrische Gutachter des
E._
daraufhin, dass die Konsistenzprüfung im Gutachten von
Dr.
Z._
(vgl.
Urk.
12/35 S. 13 unten) nur bedingt nach
vol
l
ziehbar sei (vgl.
Urk.
12/62 S. 38 oben) und wies damit auf eine inkonsistente Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen hin. Im Gutachten von
Dr.
Z._
fällt weiter auf, dass
der von ihm festgestellte erhebliche therapeutische Spielraum und die von ihm als zu kurz und wenig intensiv bezeichneten und von der Beschwerdeführerin abgebrochenen
Therapien
(vgl
.
Urk.
12/35 S. 11 Mitte, S. 15) schliesslich in seiner Konsistenzprüfung wenig Berücksichtigung fanden (vgl.
Urk.
12/35 S. 13 unten). Weiter wurden
die
zahl
reichen psychosoziale
n und soziokulturellen Probleme
und deren Einfluss
wenig
thematisiert.
4.5
Sodann vermag auch die Stellungnahme
der behandelnden Psychiaterin med.
pract
.
A._
vom 1
2.
Juli 2017 (vorstehend E. 3.4)
das polydisziplinäre Gutach
ten nicht in Zweifel zu ziehen.
Neben
appellativer
Kritik zur
(Gutachtens-)
Praxis der Invalidenversicherung
setzte sich med.
pract
.
A._
überwiegend
mit der Diag
nosestellung und den Ausführungen zur Prognose und der Behandlung
des psy
chiatrischen Gutachters des
E._
auseinander
.
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der
therapeutisch tätigen (Fach-) Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztper
sonen bzw. Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbe
hal
ten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige - und nicht rein subjektiver Inter
pretation entspringende - Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2 mit Hinweisen, u.a. auf SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]).
Dies ist vorliegend nicht der Fall.
Med.
pract
.
A._
verkennt,
dass
für die
Eignung eines Gesundheitsschadens, die Leistungsfähigkeit rechtserheblich einzu
schränken, nicht bereits die Befunde und Diagnosen, sondern erst deren Folgenabschätzung entscheidend sind.
In diesem Sinne hielt das Bundesgericht in
BGE 143 V 418 in Erwägung 6 mit Hinweisen fest,
dass u
nabhängig von der
klassifikatorischen
Einordnung einer Krankheit aus einer Diagnose - mit oder ohne diagnoseinhärenten Bezug zum Schweregrad - allein keine verlässliche Aus
sage über das Ausmass der mit dem Gesundheitsschaden korrelierenden funktio
nellen Leistungseinbusse bei psychischen Störungen
resultiert
. Kommt hinzu, dass in der Medizin heute vorherrschend von einem umfassenden bio-psycho-sozialen Krankheitsbegriff ausgegangen wird. Die Einführung der chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren im Jahr 2009 wurde dementsprechend als grosser Schritt in Richtung eines solchen
Krankheits
ver
ständnisses gewertet
.
Dieser Krankheitsbegriff ist rechtlich hingegen im Rahmen der Arbeitsunfähigkeit nach
Art.
6 ATSG nicht massgebend. Auch wenn die diag
nostische Einordnung medizinisch notwendig ist, kann es aus juristischer Sicht damit nicht sein Bewenden haben. Entscheidend bleibt letztlich vielmehr die Frage der funktionellen Auswirkungen einer Störung. Bei dieser Folgenab
schät
zung steht die Diagnose nicht mehr im Zentrum, sondern sie ist Ausgangspunkt zur Beurteilung der Frage, ob ein Gesundheitsschaden im Sinne der klassifi
zie
renden Merkmale überhaupt vorliegt. Dies macht deutlich, dass die ärztliche Arbeitsunfähigkeitsschätzung, zumindest ohne einlässliche Befassung mit den spezi
fischen normativen Vorgaben und ohne entsprechende Begründung, den recht
lich geforderten Beweis des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7
Abs.
2 ATSG) nicht erbringen kann, weil sie weitgehend vom Ermessen des medizinisch-psychiatrischen Sachverständigen abhängt (fehlende Reliabilität in der ärztlichen Folgenabschätzung; vgl. BGE 141 V 281 E. 5.1 und 5.2 S. 304 ff.). Es ist festzuhalten,
dass sich sowohl die medizinischen Sachverständigen als auch die Organe der Rechtsanwendung bei ihrer Einschätzung des Leistungsvermögens an den normativen Vorgaben zu orientieren haben; die Gutachter im Idealfall gemäss der entsprechend formulierten Fragestellung (BGE 141 V 281 E.
5.2
S.
306 f.).
Nach dem Gesagten enthält der Bericht von med.
pract
.
A._
vom 3
0.
Mai 2016 (vorstehend E.
3.2) dem Behandlungsauftrag entsprechend nur wenige verlässli
che Angaben zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin. Weiter wurde der Anteil der psychosozialen und soziokulturellen Probleme nicht bei der Beurtei
lung ausgeschieden. Der Bericht vermag
damit
den praxisgemässen Anforde
rungen (vgl. vorstehend E.
1.5
) nicht zu genügen, zumal sie
insbesondere
keine genügenden Angaben zu den Standardindikatoren (vgl. vorstehend E.
1.4
) enthal
ten.
4.6
Somit steht der Sachverhalt dahingehend fest, dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerde
führerin krankheitsbedingt i
m gutachterlich attestierten Umfang (vgl. vorstehend E.
3.3.9 und E. 3.5
) eingeschränkt ist, mithin in der angestammten Tätigkeit und anderen Hilfstätigkeiten des
freien Arbeitsmarktes um 10
%
.
4.7
Es bleibt damit
die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen dieser Einschrän
kungen aufgrund eines Einkommensvergleiches vorzunehmen.
Für die Ermittlung
des
Valideneinkommens
ist auf den gemäss Arbeitgeberfragebogen erzielten Jah
r
es
lohn
für das Jahr 2015 von
Fr.
55'053.70
(
Fr.
4'234.90
x 13
;
Urk.
12/13/9-13
; vgl. auch Urk. 12/11/2
) abzustellen.
Demgegenüber betrug das im Jahr 2014 von Frauen im Durchschnitt aller einfachen Tätigkeiten
körperlicher oder handwerk
licher Art in sämtlichen Wirtschaftszweigen des privaten Sektors erzielte Ein
kommen pro Monat
Fr.
4’300.--
(LSE 2014, Tabellengruppe TA1, Total Frauen, Kompetenzniveau 1, www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Löhne/Erwerbs
ein
kommen/Arbeitskosten, Lohnniveau - Schweiz)
, mithin
Fr.
51’600.-- pro J
ahr.
Bei einer Nominallohnentwicklung von 0.4
%
im Jahr 2015
(Tabelle T1.10 Nominal
lohnentwicklung, 2011-201
5
)
und einer wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr 201
5
von 41.7 Stunden resultiert für das Jahr 201
5
ein Einkommen von
Fr.
54'008.15
(
Fr.
4
'
300
.-- x
12 :
40 x 41.7 x 1.004)
bei einem Pensum von 100
%
, mithin rund
Fr.
48'607.35 bei einer Restarbeitsfähigkeit von 90
%
.
Angesichts des
Valideneinkommens
in der Grössenordnung des Tabellenlohnes für einfache und repetitive Tätigkeiten
resultiert
kein anspruchsbegründender
Inva
liditätsgrad.
So ergibt der Vergleich des
Valideneinkommens
von
Fr.
55'053
.70
mit dem
Invalideneinkommen von
Fr.
48'607.35
eine Einkommenseinbusse von
Fr.
6'446.35
und damit einen nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad von rund
12
%
.
Unter diesen Umständen kann die Frage, ob der Beschwerdeführerin für die Ermittlung des Invalideneinkommens ein leidensbedingter Abzug vom Tabellenlohn zu gewähren ist, offengelassen werden. Denn selbst bei der Gewäh
rung des maximalen leidensbedingten Abzuges von 25
%
resultierte kein renten
begründender Invaliditätsgrad.
Ein Abzug vom Tabellenlohn
wäre ohnehin
nicht zu gewähren, da allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeits
fähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (Urteil 9C_846/2014 vom 2
2.
Januar
2015 E.
4.1.1 mit Hinweisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 2
2.
März 2017 E. 3.1).
4.8
Die Verneinung eines Rentenanspruchs ist
somit
nicht zu beanstanden. Dement
sprechend ist die angefochtene Verfügung zu bestätigen und die dagegen erho
bene Beschwerde abzuweisen.
5.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Ver
sicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie
der
unterliegenden Beschwerdeführer
in
aufzuer
legen. Zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung werden diese jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse genommen, dies mit Hinweis auf §16
Abs.
4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
).
5.2
Der
unentgeltlichen Rechtsvertreter
in
der
Beschwerdeführerin
,
Rechtsanwältin Sara Brandon
, steht eine Entschädigung aus der Gerichtskasse zu. Mit Honorar
note vom
8.
Oktober 2018
machte
sie
einen Aufwand von
8
Stunden
und Baraus
lagen von
Fr.
26.75
geltend (
Urk.
19
). Dieser Aufwand ist dem Umfang und der Schwierigkeit der Sache angemessen. Die Entschädigung beläuft sich unter Berücksichtigung des gerichtsüblichen Stundenansatzes von
Fr.
220.-- auf Fr.
1'786.75
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer).