Decision ID: 3b9d7b97-55fd-4934-b686-6f6f84a456dc
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A.a Die Einzelunternehmung B._ (vormals: [...]; nachfolgend: Ein-
zelunternehmung B._), die C._ Ltd., die A._ Holding
und die D._ AG bildeten zusammen im massgeblichen Zeitraum die
(ehemalige) Mehrwertsteuergruppe A._ Holding (nachfolgend:
MWST-Gruppe oder Steuerpflichtige), welche vom 1. Januar 2003 bis am
31. Dezember 2012 im Register der mehrwertsteuerpflichtigen Personen
bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) eingetragen war. Sie
rechnete nach vereinbarten Entgelten ab.
Die Einzelunternehmung B._ mit Sitz (...) bezweckt (Zweck). Inha-
ber der Einzelunternehmung B._ war bzw. ist Herr E._, wel-
cher zugleich die Funktion als unbeschränkt haftender Gesellschafter bei
der A._ Holding inne hat(te). Diese bezweckt das Halten von (...)
Beteiligungen, (...).
A.b Die Einzelunternehmung B._ war bereits Eigentümerin eines
Flugzeuges des Typs «Pilatus PC 12» mit der Kennzeichnung
«X._» (nachfolgend: Flugzeug X._). Im März 2006 liess sie
als Eigentümerin ein Flugzeug des Typs «Beech Premier IA390» mit der
Kennzeichnung «Y._» (nachfolgend: Flugzeug Y._) in die
Schweiz überführen und verzollen (Vernehmlassungsbeilage [VB] 2,
Schreiben der Steuerpflichtigen vom 25. April 2006 mit Beilagen).
A.c Im Laufe des Jahres 2007 liess sie ein neues von ihr erworbenes Flug-
zeug des Typs «Beech Premier IA390» mit der Kennzeichnung
«Z._» (nachfolgend: Flugzeug Z._) in die Schweiz überfüh-
ren und verzollen (VB 3, Schreiben der Steuerpflichtigen vom 23. August
2007 mit Beilagen), da das Flugzeug Y._ anfangs Jahr bei einer
Landung in Frankreich beschädigt wurde.
A.d Die Steuerpflichtige reichte der ESTV mit Schreiben vom 23. August
2007 die Mehrwertsteuerabrechnungen für das 1. und 2. Quartal 2007 ein
und liess verlauten, das Vorsteuerguthaben zu ihren Gunsten resultiere
aus der bezahlten Einfuhrsteuer für das Firmenflugzeug, welches zu mehr
als 90 % betrieblich genutzt werde (VB 3, Schreiben der Steuerpflichtigen
vom 23. August 2007 mit Beilagen).
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Seite 3
B.
B.a Zwischen August und September 2010 führte die ESTV bei der Steu-
erpflichtigen eine Kontrolle über die Steuerperioden 1. Quartal 2005 bis
4. Quartal 2009 durch (Zeit vom 1. Januar 2005 bis 31. Dezember 2009).
Dabei hielt die ESTV unter anderem fest, sie habe diverse Abklärungen
bezüglich der Nutzung der beiden nacheinander gehaltenen Flugzeuge
(Flugzeuge Y._ und Z._) getätigt; eine geschäftsmässig be-
gründete Verwendung liege nicht vor (VB 9, Kontrollbericht vom 30. Okto-
ber 2012). Alsdann fand mit der Steuerpflichtigen eine Besprechung statt
(VB 13, Aktennotiz vom 28. Februar 2013). Diese reichte weitere Unterla-
gen (VB 11, E-Mail vom 12. Februar 2013 mit Beilagen) und eine Stellung-
nahme vom 9. April 2013 (VB 14) ein, anhand derer sie den Nachweis der
geschäftlichen Nutzung der Flugzeuge aufzuzeigen versuchte.
Mit der «Einschätzungsmitteilung (EM) Nr. (...) / Verfügung» vom 22. Ok-
tober 2013 (VB 15) forderte die ESTV von der Steuerpflichtigen für den
kontrollierten Zeitraum Mehrwertsteuern im Betrag von insgesamt
Fr. 1'130'927.-- nebst Verzugszins ab dem 30. April 2008 nach (Steuerkor-
rektur zugunsten der ESTV). Die Nachbelastung ergab sich gemäss ESTV
insbesondere aufgrund der gemischten Verwendung der nacheinander ge-
haltenen Flugzeuge.
B.b Zwischenzeitlich beantragte die MWST-Gruppe bei der ESTV ihre Auf-
lösung per 1. Januar 2013, welche mit Schreiben vom 23. Januar 2013 be-
stätigt wurde. Die einzelnen Unternehmen wurden im Register der mehr-
wertsteuerpflichtigen Personen als eigenständige Mehrwertsteuersubjekte
eingetragen.
B.c Mit Eingabe vom 22. November 2013 (VB 16) bestritt die Steuerpflich-
tige die «EM Nr. (...) / Verfügung» vom 22. Oktober 2013. Sie beantragte
unter anderem die in Ziffer 4 des Beiblattes zur EM Nr. (...) ausgewiesenen
Korrekturen der Vorsteuern für die Investitionen (Ziff. 4.2 und Ziff. 4.3 erste
Position) und des Eigenverbrauchs sowie der Mieterlöse (beim Flugzeug-
betrieb) seien aufzuheben (Ziff. 3). Die in den Ziffern 1 bis 3 des Beiblattes
zur EM Nr. (...) vorgenommenen Korrekturen (Vorsteuerkorrekturen auf
Verpflegung und Getränken, Vorsteuerabzüge F._ Ltd. und Umsatz-
differenzen) im Betrag von rund Fr. 4'732.-- wurden nicht bestritten.
B.d Mit Schreiben vom 3. April 2017 (VB 18) ersuchte die ESTV die Steu-
erpflichtige, verschiedene, näher genannte Unterlagen einzureichen und
Auskünfte zu erteilen.
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B.e Nachdem mehrmals eine Fristerstreckung gewährt wurde, reichte die
Steuerpflichtige am 18. Oktober 2017 eine Stellungnahme (VB 21) mit di-
versen Unterlagen ein (VB 22, Beilagen 1-20 zur Stellungnahme vom
18. Oktober 2017). Sie änderte unter anderem ihr Rechtsbegehren (im Zu-
sammenhang mit den Flugzeugen) und beantragte nun, dass die mit
EM Nr. (...) geltend gemachte Steuernachforderung von insgesamt
Fr. 1'130'927.-- auf Fr. 513'328.-- herabzusetzen sei. Bei den in Ziffern 1
bis 3 des Beiblattes zur EM Nr. (...) vorgenommenen Korrekturen handle
es sich um bereits akzeptierte Steuernachforderungen. Aufgrund der bei-
liegenden Aufstellung für die Jahre 2005 bis 2009, welche anhand von
E-Mails erstellt worden sei, sei eine Zuordnung der einzelnen Flüge mög-
lich. Diese Aufstellung zeige, dass der durchschnittliche Nutzungsgrad der
Flüge für steuerbare Zwecke über alle geprüften Kalenderjahre bei 40 %
liege.
B.f Die ESTV bestätigte mit Verfügung vom 21. September 2018 sinnge-
mäss die EM Nr. (...) vom 22. Oktober 2013 und erhöhte die Steuernach-
forderung um Fr. 28'914.-- auf insgesamt Fr. 1'159'841.-- nebst Verzugs-
zins von 4 % ab dem 30. April 2008 (Ziff. 1 und Ziff. 2). Zudem erklärte sie
die Einzelunternehmung B._, die C._ Ltd., die A._
Holding und die D._ AG als Mitglieder der ehemaligen
MWST-Gruppe für die festgesetzte Steuernachforderung als solidarisch
haftend (Ziff. 3).
B.g Diese Verfügung focht die Steuerpflichtige mit Einsprache vom 22. Ok-
tober 2018 an und beantragte, die mit der angefochtenen Verfügung fest-
gesetzte Steuernachforderung für die Steuerperioden 2005 bis 2009 in
Höhe von Fr. 1'159'841.-- sei um Fr. 646'513.-- auf Fr. 513'328.-- herabzu-
setzen. Die Steuerpflichtige monierte unter anderem, selbst wenn die Steu-
erforderung so zu ermitteln wäre, wie die ESTV vorschlage, sei sie im Jahr
2007 falsch berechnet worden.
B.h Mit Einspracheentscheid vom 10. September 2020 hiess die ESTV die
Einsprache teilweise gut (Ziff. 1) und setzte die Steuernachforderung ge-
genüber der Steuerpflichtigen für die Steuerperioden 1. Quartal 2005 bis
4. Quartal 2009 gemäss Ziffer 2.8 der Erwägungen fest (Ziff. 2) und bezif-
ferte diese für die erwähnten Steuerperioden auf Fr. 1'149'841.-- nebst Ver-
zugszins von 4 % ab dem 30. April 2008 (Ziff. 3). Zudem erklärte sie die
Einzelunternehmung B._, die C._ Ltd., die A._ Hol-
ding und die D._ AG als Mitglieder der ehemaligen MWST-Gruppe
für die festgesetzte Steuernachforderung als solidarisch haftend (Ziff. 4).
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Die teilweise Gutheissung resultierte daraus, dass in der Berechnung der
ESTV im Jahr 2007 ein Rechenfehler in Höhe von Fr. 10'000.-- vorhanden
war. Hinsichtlich der Steuernachforderung stellte sich die Vorinstanz auf
den Standpunkt, die Flugzeuge seien von Herrn E._ in seiner Funk-
tion als faktischer Geschäftsführer der deutschen G._ Gruppe bzw.
als Kommanditär der deutschen G._ Gesellschaften und somit für
seine private Vermögensverwaltung und gerade nicht für die Geschäftstä-
tigkeit der Einzelunternehmung B._ genutzt worden.
C.
Gegen diesen Einspracheentscheid erhob die Steuerpflichtige (nachfol-
gend: Beschwerdeführerin) am 12. Oktober 2020 Beschwerde ans Bun-
desverwaltungsgericht. Sie beantragt, der Einspracheentscheid sei aufzu-
heben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen (Ziff. 1). Eventua-
liter sei die mit dem angefochtenen Einspracheentscheid festgesetzte
Steuernachforderung für die Steuerperioden 1. Quartal 2005 bis 4. Quartal
2009 in Höhe von Fr. 1'149'841.-- um Fr. 636'513.-- auf Fr. 513'328.--
(Ziff. 2) bzw. subeventualiter um Fr. 285'322.-- auf Fr. 864'519.-- herabzu-
setzen (Ziff. 3) – alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Die Be-
schwerdeführerin begründet ihre Beschwerde insbesondere damit, dass
die beiden nacheinander gehaltenen und sich im Eigentum der Einzelun-
ternehmung B._ befindlichen Flugzeuge von Herrn E._ als
Inhaber der Einzelunternehmung B._ zu rund 40 % für geschäftli-
che und nicht für private Zwecke verwendet worden seien. Hinsichtlich der
Berechnung verweist sie auf ihre Stellungnahme vom 18. Oktober 2017
(VB 21).
D.
In ihrer Vernehmlassung vom 29. Dezember 2020 beantragt die ESTV
(nachfolgend auch: Vorinstanz) die kostenpflichtige Abweisung der Be-
schwerde (Ziff. 1 und Ziff. 2). Es sei der Beschwerdeführerin nicht gelun-
gen, die geschäftliche Natur der Flüge nachzuweisen.
E.
Die Beschwerdeführerin repliziert am 22. Februar 2021.
F.
Die Vorinstanz dupliziert am 25. März 2021.
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Seite 6
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die Akten wird – soweit dies
für den Entscheid wesentlich ist – im Rahmen der folgenden Erwägungen
eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gemäss Art. 31 des Bundes-
gesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungsgericht (VGG,
SR 173.32) Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesge-
setzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG,
SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG gegeben ist. Eine
solche liegt hier nicht vor. Der angefochtene Einspracheentscheid vom
10. September 2020 stellt eine Verfügung im Sinne von Art. 5 VwVG dar.
Die Vorinstanz ist eine Behörde im Sinne von Art. 33 VGG. Das Bundes-
verwaltungsgericht ist demnach für die Beurteilung der vorliegenden Be-
schwerde zuständig. Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht
richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt
(Art. 37 VGG).
1.2 Die Beschwerdeführerin ist Adressatin der angefochtenen Verfügung
und von dieser betroffen. Sie ist damit zur Beschwerdeerhebung berechtigt
(Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die im Übrigen form- und fristgerecht einge-
reichte Beschwerde (Art. 50 Abs. 1 und 52 Abs. 1 VwVG) ist einzutreten.
1.3 Das Bundesverwaltungsgericht kann den angefochtenen Entscheid in
vollem Umfang überprüfen. Die Beschwerdeführerin kann neben der Ver-
letzung von Bundesrecht (Art. 49 Bst. a VwVG) und der unrichtigen oder
unvollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts (Art. 49
Bst. b VwVG) auch die Unangemessenheit rügen (Art. 49 Bst. c VwVG).
1.4 Im Beschwerdeverfahren gilt die Untersuchungsmaxime, wonach die
entscheidende Behörde den rechtlich relevanten Sachverhalt von sich aus
abklären und darüber ordnungsgemäss Beweis führen muss. Der Untersu-
chungsgrundsatz wird im Mehrwertsteuerverfahren indes dadurch relati-
viert, dass den Verfahrensbeteiligten spezialgesetzlich statuierte Mitwir-
kungspflichten auferlegt werden (vgl. Art. 13 VwVG; BVGE 2009/60
E. 2.1.2). Die Beschwerdeinstanz nimmt jedoch nicht von sich aus zusätz-
liche Sachverhaltsabklärungen vor oder untersucht weitere Rechtsstand-
punkte, für die sich aus den vorgebrachten Rügen oder den Akten nicht
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zumindest Anhaltspunkte ergeben (BVGE 2010/64 E. 1.4.1; ANDRÉ MOSER
ET AL., Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 3. Aufl. 2022,
Rz. 1.49 ff., 1.54 f., 3.119 ff.). Sodann gilt im Verfahren vor dem Bundes-
verwaltungsgericht der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Die Be-
weiswürdigung endet mit dem richterlichen Entscheid darüber, ob eine
rechtserhebliche Tatsache als erwiesen zu gelten hat oder nicht. Der Be-
weis ist geleistet, wenn das Gericht gestützt auf die freie Beweiswürdigung
zur Überzeugung gelangt ist, dass sich der rechtserhebliche Sachumstand
verwirklicht hat (BGE 130 II 482 E. 3.2; vgl. statt vieler: Urteil des BVGer
A-719/2018 vom 2. Mai 2019 E. 2.5).
1.5 Ist ein Sachverhalt nicht erstellt bzw. bleibt ein Umstand unbewiesen,
ist zu regeln, wer die Folgen der Beweislosigkeit trägt. Im Steuerrecht gilt
grundsätzlich, dass die Steuerbehörde die (objektive) Beweislast für Tatsa-
chen trägt, welche die Steuerpflicht als solche begründen oder die Steuer-
forderung erhöhen (steuerbegründende und -erhöhende Tatsachen). Dem-
gegenüber ist die steuerpflichtige Person für die steueraufhebenden und
steuermindernden Tatsachen beweisbelastet, das heisst für solche Tatsa-
chen, welche eine Steuerbefreiung oder Steuerbegünstigung bewirken
(anstelle vieler: BGE 140 II 248 E. 3.5; Urteile des BGer 2C_709/2017 vom
25. Oktober 2018 E. 3.2 und 2C_715/2013 vom 13. Januar 2014 E. 2.3.3;
Urteil des BVGer A-6390/2016 und A-6393/2016 vom 14. September 2017
E. 1.4 mit weiteren Hinweisen).
1.6 Gestützt auf den Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen
(vgl. Art. 62 Abs. 4 VwVG), welcher im Beschwerdeverfahren gilt, ist das
Bundesverwaltungsgericht verpflichtet, auf den unter Mitwirkung der Ver-
fahrensbeteiligten festgestellten Sachverhalt die richtigen Rechtsnormen
anzuwenden (statt vieler: BGE 131 II 200 E. 4.2). Dies bedeutet, dass das
Bundesverwaltungsgericht eine Beschwerde auch aus anderen als den
geltend gemachten Gründen gutheissen oder den angefochtenen Ent-
scheid im Ergebnis mit einer Begründung bestätigen kann, die von jener
der Vorinstanz abweicht (sog. Motivsubstitution; vgl. BVGE 2007/41 E. 2;
Urteile des BVGer A-6966/2018 vom 24. Oktober 2019 E. 1.5 und
A-3678/2016 vom 6. August 2018 E. 2.2; MOSER ET AL., a.a.O., Rz. 1.54).
1.7 Am 1. Januar 2010 ist das (neue) Bundesgesetz vom 12. Juni 2009
über die Mehrwertsteuer (MWSTG, SR 641.20) in Kraft getreten. In mate-
rieller Hinsicht bleiben die bisherigen Vorschriften auf alle während ihrer
Geltungsdauer eingetretenen Tatsachen, entstandenen Rechtsverhält-
nisse und erbrachten Leistungen anwendbar (Art. 112 Abs. 1 und 2
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MWSTG). Vorliegend geht es um Steuerkorrekturen betreffend die Jahre
2005 bis 2009. In materieller Hinsicht kommen daher das am 1. Januar
2001 in Kraft getretene Bundesgesetz vom 2. September 1999 über die
Mehrwertsteuer (aMWSTG, AS 2000 1300) sowie die dazugehörige Ver-
ordnung vom 29. März 2000 (aMWSTGV, AS 2000 1347) zur Anwendung.
Demgegenüber findet das neue mehrwertsteuerliche Verfahrensrecht auf
sämtliche im Zeitpunkt des Inkrafttretens hängige Verfahren sofort Anwen-
dung (Art. 113 Abs. 3 MWSTG).
1.8
1.8.1 Die Verjährung ist ein Institut des materiellen Rechts, weshalb sich
die Verjährung der Steuerforderung unter Vorbehalt abweichender Über-
gangsbestimmungen grundsätzlich nach demjenigen Recht beurteilt, das
im Zeitpunkt ihrer Entstehung Geltung hatte (Urteil des BVGer
A-1336/2020 vom 12. Oktober 2021 E. 10.2 mit weiterem Hinweis). Ge-
mäss Art. 49 Abs. 4 aMWSTG bzw. Art. 50 Abs. 4 aMWSTG verjährt eine
Steuerforderung bzw. der Anspruch auf Vorsteuerabzug in jedem Fall
15 Jahre nach Ablauf des Kalenderjahres, in welchem sie bzw. er entstan-
den ist (vgl. zur «relativen Verjährungsfrist»: Art. 49 Abs. 1-3 aMWSTG).
Die Verjährung der Mehrwertsteuerforderung ist von Amtes wegen zu prü-
fen (BGE 142 II 182 E. 3.2.1, 138 II 169 E. 3.2 und 133 II 366 E. 3.3; vgl.
auch Urteil des BVGer A-1336/2020 vom 12. Oktober 2021 E. 10.1 mit wei-
teren Hinweisen).
1.8.2 Da die Steuerforderung gegenüber der nach vereinbarten Entgelten
abrechnenden Beschwerdeführerin für die Steuerperioden 1. Quartal 2005
bis 4. Quartal 2006 zwischen dem 1. Januar 2005 und dem 31. Dezember
2006 entstanden ist, endete die absolute Verjährungsfrist für das Jahr 2005
am 31. Dezember 2020 bzw. für das Jahr 2006 am 31. Dezember 2021.
Vorliegend ist hinsichtlich der Steuerperioden 1. Quartal 2005 bis 4. Quar-
tal 2006 somit die Verjährung eingetreten. Die Beschwerde ist im Umfang
der diese Steuerperioden betreffenden Steuernachforderungen (beste-
hend aus der Nachbelastung des Vorsteuerabzugs für diese beiden Jahre)
gutzuheissen.
2.
2.1 Mehrwertsteuerpflichtig ist unter dem aMWSTG, wer eine mit der Er-
zielung von Einnahmen verbundene gewerbliche oder berufliche Tätigkeit
selbstständig ausübt, sofern seine Lieferungen und seine Dienstleistungen
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Seite 9
sowie sein Eigenverbrauch im Inland jährlich gesamthaft Fr. 75'000.-- über-
steigen (Art. 21 Abs. 1 aMWSTG). Steuerpflichtig sind namentlich natürli-
che Personen, Personengesellschaften, juristische Personen des privaten
und öffentlichen Rechts, unselbstständige öffentliche Anstalten sowie Per-
sonengesamtheiten ohne Rechtsfähigkeit, die unter gemeinsamer Firma
Umsätze tätigen (Art. 21 Abs. 2 aMWSTG; vgl. zur Gruppenbesteuerung:
E. 2.7). Ausgenommen von der subjektiven Mehrwertsteuerpflicht sind Un-
ternehmen mit einem Jahresumsatz bis zu Fr. 250'000.--, sofern die nach
Abzug der Vorsteuer verbleibende Steuer regelmässig nicht mehr als
Fr. 4'000.-- im Jahr beträgt (Art. 25 Abs. 1 aMWSTG; BGE 138 II 251
E. 2.2).
2.2 Der Mehrwertsteuer unterliegen die im Inland gegen Entgelt erbrachten
Lieferungen von Gegenständen und Dienstleistungen (Art. 5 Bst. a und b
aMWSTG; vgl. sogleich Eigenverbrauch im Inland: E. 2.4), sofern die ent-
sprechenden Umsätze nicht ausdrücklich von der Mehrwertsteuer ausge-
nommen sind (Art. 18 aMWSTG). Gemäss Art. 6 Abs. 1 aMWSTG liegt
eine Lieferung vor, wenn die Befähigung verschafft wird, in eigenem Na-
men über einen Gegenstand wirtschaftlich zu verfügen oder wenn ein Ge-
genstand zum Gebrauch oder zur Nutzung überlassen wird (Art. 6 Abs. 2
Bst. b aMWSTG). Als Dienstleistung gilt jede Leistung, die keine Lieferung
eines Gegenstandes ist (Art. 7 Abs. 1 aMWSTG).
2.3 Damit überhaupt eine steuerbare Leistung vorliegt, muss sie im Aus-
tausch mit einem Entgelt erfolgen (sog. Leistungsaustausch, neurechtlich:
Leistungsverhältnis). Die Entgeltlichkeit stellt – vom Eigenverbrauch abge-
sehen – ein unabdingbares Tatbestandsmerkmal einer mehrwertsteuerli-
chen Leistung dar. Besteht zwischen Leistungserbringer und -empfänger
kein Austauschverhältnis im erwähnten Sinn, ist die Aktivität mehrwertsteu-
erlich irrelevant und fällt nicht in den Geltungsbereich der Mehrwertsteuer
(BGE 132 II 353 E. 4.3; BVGE 2010/6 E. 3.1; Urteil des BVGer
A-6671/2015 und A-6674/2015 vom 9. August 2016 E. 2.2.2). Ein Leis-
tungsaustausch ist auch unter nahestehenden Personen möglich
(BGE 138 II 239 E. 3.2; Urteile des BVGer A-2789/2021 vom 3. Februar
2022 E. 2.3 und A-2703/2020 vom 12. Mai 2021 E. 2.3).
2.4 Gemäss Art. 5 Bst. c aMWSTG bildet der Eigenverbrauch im Inland ei-
nen eigenen Steuertatbestand. Zu den Eigenverbrauchstatbeständen ge-
hört gemäss Art. 9 Abs. 1 aMWSTG namentlich der Entnahmeeigenver-
brauch, dessen Ziel es ist, Gegenstände, deren Bezug die steuerpflichtige
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Seite 10
Person zum Vorsteuerabzug berechtigt haben, wieder mit der Mehrwert-
steuer zu belasten, wenn sie diese – entgegen der ursprünglichen Absicht
bei ihrem Erwerb – für einen Zweck verwendet, der den Vorsteuerabzug
ausschliesst («Vorsteuerkorrekturregel»; Urteil des BGer 2A.125/2003 vom
10. September 2003 E. 3.1; vgl. zum Ganzen: Urteil des BVGer
A-6904/2015 vom 22. Juni 2016 E. 6.2 mit weiteren Hinweisen). (Ent-
nahme-)Eigenverbrauch liegt nach Art. 9 Abs. 1 Bst. a aMWSTG insbeson-
dere vor, wenn die mehrwertsteuerpflichtige Person aus ihrem Unterneh-
men Gegenstände dauernd oder vorübergehend entnimmt, die oder deren
Bestandteile sie zum vollen oder teilweisen Vorsteuerabzug berechtigt ha-
ben, und sie für unternehmensfremde Zwecke, insbesondere für ihren pri-
vaten Bedarf oder für den Bedarf ihres Personals verwendet.
2.5 Die Vermietung bzw. Vercharterung von Luftfahrzeugen sind mehrwert-
steuerlich als Lieferungen zu qualifizieren (vgl. Art. 6 Abs. 2 Bst. b
aMWSTG). Hingegen qualifiziert das Bundesgericht das sog. Aircraft Ma-
nagement als Dienstleistung (Urteile des BGer 2C_904/2008 vom 22. De-
zember 2009 E. 5.2, 2A.40/2007 vom 14. November 2007 E. 2.5). Das
Bundesgericht definiert das Aircraft Management als ein Verwalten und Be-
treiben von Luftfahrzeugen, die einer anderen Person oder Firma bzw. ei-
nem anderen Eigentümer gehören. War die Betreibergesellschaft jedoch
berechtigt, das Luftfahrzeug zur Durchführung von Flügen für vom Eigen-
tümer unabhängige Dritte zu verwenden, liegt laut Bundesgericht aber im
Verhältnis zwischen Eigentümergesellschaft und Betreibergesellschaft
wiederum eine Vercharterung oder Vermietung vor und nicht ein Aircraft
Management (Urteil des BGer 2C_904/2008 vom 22. Dezember 2009
E. 5.2 und 5.4; Urteile des BVGer A-2789/2021 vom 3. Februar 2022
E. 2.4, A-2703/2020 vom 12. Mai 2021 E. 2.4 und A-2221/2014 vom
27. Januar 2015 E. 2.3.1 mit weiterem Hinweis; vgl. auch Ziff. 3.3.2 Bran-
chenbroschüre Nr. 11 - Luftverkehr [gültig gewesen vom 1. Januar 2008 bis
31. Dezember 2009]).
Eine Überlassung eines in die Schweiz eingeführten und hier immatriku-
lierten Flugzeugs zum Gebrauch oder zur Nutzung ist eine in der Schweiz
steuerbare oder allenfalls steuerbefreite Lieferung; Letzteres wenn das
Flugzeug überwiegend für Flüge im Ausland eingesetzt wird (vgl. Art. 6
Abs. 2 Bst. b, Art. 13 Bst. a und Art. 19 Abs. 2 Ziff. 2 aMWSTG). Der Vor-
steuerabzug bzw. die Vornahme eines Vorsteuerabzuges ist in einem sol-
chen Fall grundsätzlich zulässig (vgl. Art. 19 Abs. 1 und Art. 38 Abs. 3
aMWSTG; vgl. auch: BGE 138 II 239 E. 3.4). Wird das Flugzeug direkt ins
Ausland befördert oder versendet, gilt diese Lieferung als steuerbefreite
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Lieferung (vgl. Art. 19 Abs. 2 Ziff. 1 aMWSTG). Der Vorsteuerabzug bzw.
die Vornahme eines Vorsteuerabzuges ist auch in einem solchen Fall
grundsätzlich zulässig (vgl. Art. 19 Abs. 1 und Art. 38 Abs. 3 aMWSTG). Als
direkte Ausfuhr gilt, wenn das Flugzeug vor Beförderung oder Versand im
Inland weder in Gebrauch genommen noch im Rahmen eines Lieferungs-
geschäfts einem Dritten übergeben wurde (vgl. Art. 19 Abs. 4 aMWSTG).
Die Ausfuhr von Gegenständen hat nur dann steuerbefreiende Wirkung,
wenn sie zollamtlich nachgewiesen wird (Art. 20 Abs. 1 aMWSTG; vgl. zum
Ganzen nachfolgend: E. 2.6).
Bei einer Beförderungsdienstleistung sind nur die auf das Inland entfallen-
den Streckenteile – nicht aber die im Ausland zurückgelegten – steuerbar
(vgl. Art. 5 Bst. b i.V.m. Art. 3 Bst. a und Art. 14 Abs. 2 Bst. b aMWSTG).
Grenzüberschreitende Beförderungen im Luftverkehr inkl. inländischer
Streckenanteil sind von der Steuer befreit (Art. 19 Abs. 3 aMWSTG i.V.m.
Art. 6 Abs. 1 Bst. a aMWSTGV), wobei ein Recht auf Vorsteuerabzug be-
steht (vgl. Art. 19 Abs. 1 und Art. 38 Abs. 3 aMWSTG; vgl. auch: BGE 138
II 239 E. 3.4; zum Vorsteuerabzug: E. 2.6; ausführlich zum Ganzen: Urteile
des BVGer A-2789/2021 vom 3. Februar 2022 E. 2.4, A-2703/2020 vom
12. Mai 2021 E. 2.4 und A-2221/2014 vom 27. Januar 2015 E. 2.2-2.4 mit
weiteren Hinweisen).
2.6
2.6.1 Verwendet die steuerpflichtige Person Gegenstände oder Dienstleis-
tungen für einen geschäftlich begründeten Zweck, so kann sie in ihrer Steu-
erabrechnung die auf den Eingangsleistungen lastende Steuer als Vor-
steuer abziehen (Art. 38 Abs. 1 und 2 aMWSTG). Als im Sinne von Art. 38
Abs. 2 aMWSTG verwendet hat eine Eingangsleistung namentlich dann zu
gelten, wenn sie in steuerbare Ausgangsleistungen einfliesst. Trifft dies
nicht zu, liegt mit Bezug auf diese Eingangsleistung Endverbrauch beim
Steuerpflichtigen vor (vgl. BGE 132 II 353 E. 8.2 und E. 10; vgl. DANIEL
RIEDO, Vom Wesen der Mehrwertsteuer als allgemeine Verbrauchsteuer
und von den entsprechenden Wirkungen auf das schweizerische Recht,
Bern 1999, S. 141 f.). Für die Berechtigung zum Vorsteuerabzug des Leis-
tungserbringers ist grundsätzlich irrelevant, ob sodann der Leistungsemp-
fänger die Leistung privat oder geschäftlich verwendet (vgl. BGE 138 II 239
E. 3.3; Urteil des BGer 2C_451/2013 vom 7. Januar 2014 E. 6.1 f.; Urteile
des BVGer A-2789/2021 vom 3. Februar 2022 E. 2.5.1, A-2703/2020 vom
12. Mai 2021 E. 2.5.1 und A-5200/2018 vom 28. August 2019 E. 2.4.1 mit
weiteren Hinweisen).
A-5088/2020
Seite 12
2.6.2 Verwendet die steuerpflichtige Person vorsteuerbelastete Eingangs-
leistungen sowohl für Zwecke, die zum Vorsteuerabzug berechtigen, als
auch für andere Zwecke (sog. gemischte Verwendung), so ist der Vorsteu-
erabzug gemäss Art. 41 Abs. 1 aMWSTG nach dem Verhältnis der Verwen-
dung zu kürzen.
Diese Bestimmung schreibt einzig vor, dass die Kürzung des Vorsteuerab-
zuges «nach dem Verhältnis der Verwendung» zu erfolgen hat. Eine detail-
lierte Regelung zum Vorgehen bei der Kürzung lässt sich dem aMWSTG
nicht entnehmen. Nach der Rechtsprechung muss die Kürzung jedenfalls
sachgerecht sein und den tatsächlichen Verhältnissen des Einzelfalls so-
weit als möglich entsprechen (Urteile des BVGer A-2789/2021 vom 3. Feb-
ruar 2022 E. 2.5.2, A-5200/2018 vom 28. August 2019 E. 2.4.2 und
A-3286/2015 vom 8. Januar 2016 E. 4.2). Gemäss der von der ESTV als
gesetzlich bzw. effektiv bezeichneten Methode erfolgt die Kürzung primär
nach dem Verhältnis der effektiven Verwendung. Dabei sind zuerst sämtli-
che Aufwendungen und Investitionen aufgrund ihrer Verwendung entweder
den steuerbaren oder den von der Mehrwertsteuer ausgenommenen Tä-
tigkeiten zuzuordnen, wobei für jeden einzelnen Gegenstand und jede
Dienstleistung soweit möglich aufgrund von betriebswirtschaftlichen, sach-
gerechten Kriterien eine direkte Zuordnung vorzunehmen ist (vgl. Ziff. 2
Spezialbroschüre Nr. 06 – Kürzung des Vorsteuerabzugs bei gemischter
Verwendung [gültig gewesen vom 1. Januar 2008 bis 31. Dezember 2009];
ausführlicher: Urteil des BVGer A-3688/2012 vom 8. April 2013 E. 2.3.2).
2.6.3 Hat die ESTV die Kürzung des Vorsteuerabzuges selbst vorzuneh-
men, etwa, weil die steuerpflichtige Person eine solche Kürzung zu Unrecht
unterlassen oder in einer nicht zulässigen Weise vorgenommen hat, steht
ihr bei der Wahl der anzuwendenden Kürzungsmethode ein weiter Ermes-
sensspielraum zu. Das Bundesverwaltungsgericht prüft eine zulässiger-
weise durch die ESTV vorgenommene Kürzung nur mit Zurückhaltung da-
raufhin, ob die von der ESTV gewählte Methode sachgerecht ist bzw. ob
sich die ESTV bei der betreffenden Kürzung innerhalb ihres Ermessens-
spielraums bewegt hat. Insbesondere setzt das Gericht nicht sein eigenes
Ermessen an die Stelle des Ermessens der ESTV (vgl. Urteil des BGer
2C_970/2012 vom 1. April 2013 E. 4.2 f.; Urteile des BVGer A-5049/2020
vom 16. August 2022 E. 2.7, A-5200/2018 vom 28. August 2019 E. 2.4.2
und A-6898/2014 vom 21. Mai 2015 E. 2.7.4). Ist eine Vorsteuerabzugskür-
zung durch die ESTV zu Recht erfolgt und erscheint diese nicht bereits im
Rahmen der durch das Bundesverwaltungsgericht mit der gebotenen Zu-
A-5088/2020
Seite 13
rückhaltung vorzunehmenden Prüfung als pflichtwidrig, obliegt es der steu-
erpflichtigen Person, darzutun und nachzuweisen, dass die vorgenom-
mene Kürzung offensichtlich nicht sachgerecht ist (zum Ganzen statt vieler:
Urteile des BVGer A-2703/2020 vom 12. Mai 2021 E. 2.5.3 und
A-6904/2015 vom 22. Juni 2016 E. 7.2 mit weiteren Hinweisen).
2.7 Gemäss Art. 22 Abs. 1 aMWSTG werden juristische Personen, Perso-
nengesellschaften sowie natürliche Personen mit Sitz oder Betriebsstätte
in der Schweiz, welche eng miteinander verbunden sind, auf Antrag ge-
meinsam als eine einzige steuerpflichtige Person behandelt. Diese sog.
Gruppenbesteuerung bewirkt gemäss Art. 22 Abs. 1 und 2 aMWSTG, dass
die zusammengeschlossenen Unternehmen als eine steuerpflichtige Per-
son gelten. Steuersubjekt ist damit die gesamte Unternehmensgruppe und
nicht etwa (nur) der Gruppenträger. Sämtliche Umsätze, welche die Mit-
glieder an Dritte erbringen, werden der Gruppe zugerechnet. Umsätze zwi-
schen den Mitgliedern, sog. Innenumsätze, werden nicht besteuert (zum
Ganzen: BGE 139 II 460 E. 2.4, 125 II 326 E. 9a/aa; Urteile des BVGer
A-3437/2015 vom 2. Mai 2016 E. 2.8 und A-1558/2006 vom 3. Dezember
2009 E. 9.2, je mit weiteren Hinweisen). Jede an einer Gruppenbesteue-
rung beteiligte Person oder Personengesamtheit haftet für sämtliche von
der Gruppe geschuldeten Steuern solidarisch (Art. 32 Abs. 1 Bst. e
aMWSTG).
3.
Im vorliegenden Verfahren geht es um die Frage, ob von der Beschwerde-
führerin gewisse geltend gemachte Vorsteuern im Zusammenhang mit den
nacheinander gehaltenen Flugzeugen (vgl. Sachverhalt Bst. A.b und A.c)
in Abzug gebracht werden können.
Unbestrittenermassen stellen Vermietungsleistungen der Flugzeuge an un-
abhängige Dritte sowie die offene Weiterfakturierung von Flügen steuer-
bare bzw. von der Steuer befreite Leistungen dar und berechtigen im ent-
sprechenden Umfang zum Vorsteuerabzug (vgl. E. 2.5). Die Beschwerde-
führerin hat im massgeblichen Zeitraum im Verhältnis zur jeweiligen Ge-
samtflugzeit (reduziert um Trainings- und Wartungsflüge) weiterfakturierte
Flüge in Höhe von 2.15 % (2005), 16.15 % (2006), 3.41 % (2007), 5.90 %
(2008) und 3.00 % (2009) erbracht (Einspracheentscheid vom 10. Septem-
ber 2020, S. 25; Verfügung vom 21. September 2018, S. 21). Dies ist un-
bestritten.
A-5088/2020
Seite 14
Strittig und zu prüfen ist, ob und in welchem Umfang die Nutzung der be-
sagten Flugzeuge geschäftsmässig, durch Herrn E._ als Inhaber
der Einzelunternehmung B._, erfolgte (Sachverhalt Bst. A.a). Die
Beschwerdeführerin macht geltend, dass sie die Flugzeuge tatsächlich zu
rund 40 % geschäftsmässig genutzt und die entsprechenden Vorsteuerab-
züge deshalb zu Recht geltend gemacht habe. Hinsichtlich der Berech-
nung verweist sie auf ihre Stellungnahme vom 18. Oktober 2017 (VB 21).
Die Vorinstanz verneinte demgegenüber die geschäftsmässige Nutzung
und nahm aufgrund der gemischten Verwendung in Ausübung ihres Er-
messens eine Vorsteuerabzugskürzung im Verhältnis zur Verwendung vor.
3.1 Vorliegend musste die ESTV eine Vorsteuerabzugskürzung vorneh-
men, weil die Beschwerdeführerin eine solche Kürzung in einer nicht zu-
lässigen Weise vorgenommen hat (E. 2.6.3). Die ESTV hat für die Berech-
nung der vorliegenden Vorsteuerabzugskürzung das Verhältnis von weiter-
fakturierten Flügen (soeben: E. 3) und privaten bzw. nicht nachgewiesenen
geschäftlichen Flügen für die Einzelunternehmung B._ eruiert und
hierfür auf die in die jeweilige Kategorie entfallenden Flugstunden abge-
stellt (Einspracheentscheid vom 10. September 2020, S. 25; Verfügung
vom 21. September 2018, S. 21 ff.). Dies ist rechtsprechungsgemäss sach-
gerecht (Urteile des BVGer A-2703/2020 vom 12. Mai 2021 E. 3.3.1,
A-5200/2018 vom 28. August 2019 E. 3.5, A-5578/2017 vom 3. Mai 2018
E. 4.4.3.3 und A-212/2008 vom 15. Juni 2010 E. 4.3.3). Im Rahmen der
durch das Bundesverwaltungsgericht mit der gebotenen Zurückhaltung
vorzunehmenden Prüfung erscheint dieses Vorgehen folglich nicht als
pflichtwidrig. Es obliegt deshalb der steuerpflichtigen Person, darzutun und
nachzuweisen, dass die vorgenommene Kürzung offensichtlich nicht sach-
gerecht ist (E. 2.6.3).
3.2 Die Beschwerdeführerin begründet den Umfang der geschäftsmässi-
gen Nutzung damit, dass sie bzw. die Einzelunternehmung B._ aus
dem «(...) Geschäft» namhafte Umsätze erzielt habe. Weiter habe die Tä-
tigkeit der Einzelunternehmung B._ auch die Vermittlung von «(...)
Verträgen» umfasst, wobei solche (...)-geschäfte dauernd hätten über-
wacht werden müssen. Zudem seien (...) vermittelt, (...) verkauft oder die
Aufsicht über (...) ausgeübt worden. Sie habe auch einen (...)-vertrag mit
der H. _ Ltd. und einen Zusammenarbeitsvertrag mit der I._
AG abgeschlossen und sog. «(...)» – (Umschreibung) – vermietet. Die
A._ Holding habe Darlehen zur Finanzierung von (...) gewährt und
(...) gegenüber kreditgebenden Banken abgegeben. Für diese Tätigkeiten
seien die jeweiligen Flugzeuge (durch Herrn E._) genutzt worden
A-5088/2020
Seite 15
und die Flüge somit geschäftlich begründet. Anhand der Bordbücher habe
sie (die Beschwerdeführerin) Aufstellungen mit der Zuordnung der Flüge
erstellt und den Anteil der Geschäftsflüge bzw. die abzugsberechtigten Vor-
steuern ermittelt.
Herr E._ sei – entgegen den Behauptungen der Vorinstanz (dazu
E. 3.3) – weder rechtlich noch faktisch Geschäftsführer einer der deut-
schen G. _ Gesellschaften gewesen. Er habe lediglich als Kom-
manditär und gerade nicht als Gesellschafter, Geschäftsführer, Vertre-
tungsberechtigter oder Prokurist in der G.a._ GmbH & Co. und der
G.b._ GmbH & Co. KG geamtet. Als Kommanditär sei Herr
E._ von der Führung der Geschäfte der Gesellschaft ausgeschlos-
sen gewesen; lediglich den Jahresabschluss habe er verlangen können.
Zudem sei er auch in keiner deutschen G. _-Gesellschaft angestellt
gewesen. Herr E._ habe tatsächlich aus einzelnen Geschäftsfel-
dern der deutschen G. _-Gesellschaften vertiefte Kenntnisse er-
langt, aber nicht als faktischer Geschäftsführer, sondern weil die deutschen
G. _-Gesellschaften Vertragspartner von ihr (der Beschwerdefüh-
rerin) gewesen seien. Als anerkannter Spezialist auf dem Gebiet der (...)
und aufgrund seines Beziehungsnetzes habe Herr E._ für die
«Schweizer Gesellschaften» Geschäfte akquiriert und dadurch mehr über
die deutschen G. _-Gesellschaften erfahren als in einer Geschäfts-
führerfunktion. Die A._ Holding, deren unbeschränkt haftender Ge-
sellschafter Herr E._ gewesen sei, habe (Tätigkeit) und (Tätigkeit).
Diese (...) hätten im Zuge der Finanzkrise die Finanzlage der Holding ver-
schlechtert. Es hätten Besprechungen mit Banken stattgefunden. Durch
den Verkauf der Kommanditanteile von Herrn E._ an den deut-
schen G. _-Gesellschaften habe dieser erreichen können, dass die
(...) der Holding aufgelöst worden seien. Somit sei die Haftung, welche sich
aus der Tätigkeit der Holding ergeben habe, der Grund für den Verkauf der
Kommanditanteile an den deutschen G._-Gesellschaften gewesen.
Insgesamt zeige sich, dass sich aus all den von der Vorinstanz beigezoge-
nen E-Mails keine einzige Teilnahme von Herr E._ an einer Ge-
schäftsleitungssitzung der deutschen G._ Gruppe belegen lasse.
Ausserdem seien die E-Mails von der Vorinstanz einzeln und ohne Berück-
sichtigung des Kontextes ausgelegt worden. Diese zeigten vielmehr auf,
dass es immer um konkrete Rechtsgeschäfte gegangen sei, in welche die
Einzelunternehmung B._ oder die A._ Holding involviert ge-
wesen seien. Da Geschäfte in der (Branche) in (Orten) – und nicht in (Ort)
– stattfänden, und die Einzelunternehmung B._ und die A._
A-5088/2020
Seite 16
Holding für die (Geschäfte) Informationen und ein Beziehungsnetz benötigt
hätten, sei die Anwesenheit von Herrn E._ unabdingbar gewesen.
Somit belegten die E-Mails nicht nur, dass Herr E._ keine Ge-
schäftsführungsfunktion in den deutschen G._-Gesellschaften aus-
geführt habe, sondern dienten gleich auch als Nachweis, dass es sich bei
den Flügen um Geschäftsflüge gehandelt habe. Sie (die Beschwerdefüh-
rerin) habe mitunter für die Erledigung des operativen Tagesgeschäfts
«(Fees)» bezahlt. Dies habe sie aber nicht davon entbunden sicherzustel-
len, dass sämtliche in die Abwicklung ihrer vertraglichen Verpflichtungen
involvierten Dienstleister ihren Aufgaben nachkamen und sie damit ihre
vertraglichen Pflichten erfüllte. In vielen Fällen sei dafür ein Aufenthalt von
Herrn E._ in (Ort) oder (anderen Orten) erforderlich gewesen. Die
Einzelunternehmung B._ habe der A._ Holding die Flüge im
Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit für die Holding tatsächlich nicht verrech-
net. Diese seien aber immer auch für die Einzelunternehmung B._
von Nutzen gewesen. Ein Steuerausfall sei daraus ohnehin nicht entstan-
den, da es sich um Innenumsatz gehandelt habe. Sodann würden alle
Flüge, welche (...) zugerechnet worden seien, als von der Mehrwertsteuer
ausgenommen behandelt. Die Vorinstanz habe sich mit den Nachweisen
für Geschäftsflüge nicht auseinandergesetzt bzw. die Zuordnung der Flüge
nicht gewürdigt; daher sei die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen.
In ihrer Replik bringt die Beschwerdeführerin ausserdem vor, sie habe sich
im Laufe des Verfahrens nicht widersprüchlich verhalten. Die Vorinstanz
lege die eingereichten Unterlagen selektiv und ergebnisorientiert aus, ohne
den Sachverhalt zu klären. Herr E._ habe lediglich in einzelnen Ge-
schäften, welche die schweizerischen Gesellschaften mit jenen der deut-
schen G._-Gruppe getätigt hätten, verhandelt. Diese Verhandlun-
gen hätten somit immer im Zusammenhang mit der Tätigkeit der Einzelun-
ternehmung B._ gestanden. Die Zuordnung der Beteiligungen an
den deutschen G._-Gesellschaften zum Privatvermögen von Herrn
E._ sei nie bestritten worden. Ausserdem sei es entgegen den Be-
hauptungen der Vorinstanz bei «(...) Geschäften» nicht unüblich, dass
Dritte beteiligt seien und mit solchen gemeinsam verhandelt werde.
3.3 Die Vorinstanz entgegnet, die Beteiligung an den deutschen
G._-Gesellschaften seien (unbestrittenermassen) im Privatvermö-
gen von Herrn E._ gehalten worden. Die Einzelunternehmung
B._ habe keinerlei Beteiligungen an den deutschen G._-Ge-
sellschaften ausgewiesen. Herr E._ sei als Privatperson in den Ver-
kauf der deutschen G._-Gruppe involviert gewesen, daher seien
A-5088/2020
Seite 17
alle Handlungen im Zusammenhang mit seinen Beteiligungen seiner priva-
ten Vermögensverwaltung und nicht der Einzelunternehmung B._
zuzurechnen. Diverse Dokumente bzw. E-Mails würden nachweisen, dass
Herr E._ im massgeblichen Zeitraum eine faktische Geschäftsfüh-
rungsfunktion für die deutschen G._-Gesellschaften ausgeübt
habe. Eine Zuordnung der Tätigkeit von Herrn E._ als Geschäfts-
führer der deutschen G._-Gesellschaften zur inländischen Einzel-
unternehmung B._ sei ausgeschlossen, da die Stellung eines in der
Gesellschaft mitarbeitenden Kommanditärs mehrwertsteuerlich nicht als
selbständig erwerbend qualifiziert werden könne und die Einzelunterneh-
mung keine Beteiligungen an den deutschen G._-Gesellschaften
aufgewiesen habe. Die Haupttätigkeit der Einzelunternehmung B._
bestehe im sog. «(...) Geschäft», wobei das Unternehmen nach Abschluss
des «(...) Vertrages» gegen Bezahlung einer «(Fee)» sämtliche Tätigkeiten
von anderen Unternehmungen beziehe und nicht selber erbringen müsse.
Das jeweilige Flugzeug sei somit – entgegen den Behauptungen der Be-
schwerdeführerin – nicht in diesem Zusammenhang benutzt worden. Auch
(Leistungen) seien lediglich gegenüber der I._ AG und der
H._ Ltd. in Rechnung gestellt worden; weitere (Leistungen), in de-
ren Zusammenhang das Flugzeug genutzt worden sei, würden sich aus
den Akten nicht ergeben. Es sei auch nicht erwiesen, dass die A._
Holding der Einzelunternehmung B._ Zahlungen geleistet bzw.
Letztere Entgelte für ihre Leistungen von Ersterer erhalten habe. Soweit
überhaupt Flüge für die Holding vorliegen würden, handle es sich um nicht
der Mehrwertsteuer unterliegende Gruppeninnenumsätze. Die Geschäfts-
tätigkeit der Einzelunternehmung B._ sei nie der ausschlagge-
bende Punkt für die Flüge nach und den Aufenthalt in (Ort) gewesen. Ge-
mäss der Auskunft der kantonalen Steuerverwaltung unterliege sämtliches
Einkommen, das Herr E._ aufgrund seiner Tätigkeit in der deut-
schen G._-Gruppe erziele aufgrund des geltenden Doppelbesteue-
rungsabkommens ausschliesslich der Besteuerung in Deutschland. Dies
weise auf eine dortige Tätigkeit bzw. eine faktische Geschäftsführung hin.
Im Rahmen ihrer weiteren Eingaben lässt die Vorinstanz insbesondere ver-
lauten, sie habe die eingereichten Akten sehr wohl gewürdigt und den
Sachverhalt richtig ermittelt. Zur Geschäftstätigkeit der Einzelunterneh-
mung B._ und der tatsächlichen Funktion von Herrn E._ in
den deutschen G._-Gesellschaften habe die Beschwerdeführerin
im Laufe des Verfahrens widersprüchliche Aussagen gemacht. Weiter be-
dürfe es keiner Lohnzahlung, um die Funktion einer faktischen Geschäfts-
A-5088/2020
Seite 18
führung inne zu haben. Herr E._ habe – entgegen den Behauptun-
gen der Beschwerdeführerin – nicht aufgrund von Vertragsbeziehungen an
Sitzungen teilgenommen, da man seinem Geschäftspartner nicht die Kon-
ditionen offenlege, welche man mit einem Dritten getroffen habe. Niemand
lade seinen Vertragspartner dazu ein, an internen geschäftlichen Bespre-
chungen und Entwicklungen teilzunehmen. Auch um die Vermittlung von
Geschäften habe es sich nicht gehandelt. Herr E._ sei überdies ge-
gen aussen als faktischer Geschäftsführer aufgetreten und sei aktiv am
Verkauf der deutschen Gruppe beteiligt gewesen.
3.4
3.4.1 Soweit hier relevant, ist Folgendes unbestritten sowie aktenkundig:
Die nacheinander gehaltenen Flugzeuge standen während der massgebli-
chen Zeitperioden im Eigentum der Einzelunternehmung B._, de-
ren Inhaber Herr E._ ist (vgl. Sachverhalt Bst. A.b und A.c). Im Jahr
2005 bzw. 2006 wurden die (ursprünglich) zu beurteilenden Flüge noch mit
dem Flugzeug X._ bzw. Y._ absolviert. Da die Steuerperio-
den 1. Quartal 2005 bis 4. Quartal 2006 – wie in Erwägung 1.8.2 aufgezeigt
– bereits verjährt sind, muss darauf nicht weiter eingegangen werden. Einig
zu gehen ist mit den Parteien, dass vorliegend auch keine sogenannte
«Flugzeughalterstruktur» vorliegt, da die Vorsteuerabzugsberechtigung
der Einzelunternehmung B._ bzw. der MWST-Gruppe zu beurteilen
ist, in deren Eigentum sich die Flugzeuge befanden.
Gemäss Handelsregisterauszug bezweckt die Einzelunternehmung
B._ (Zweck) (Sachverhalt Bst. A.a). Sie war unter anderem im «(...)
Geschäft» tätig. Hierbei (Tätigkeit/Tätigkeit) sie selbst entweder von einer
unabhängigen Dritten oder von einer deutschen G._-Gesellschaft
einen (Beschreibung des Objekts) und (Tätigkeit/Tätigkeit) diesen (Be-
schaffenheit des Objekts) (...) (Beschwerdebeilage [BB] 8, (...) und Memo-
randum of Agreement vom 19. Juli 2002; BB 9-13, Diverse Gutschriften der
Einzelunternehmung B._ an die J._ S.A. im Jahr 2007;
BB 14, (...)Agreement – (...) vom 28. März 2006; BB 15, Addendum 3 zum
(...) Agreement – (...) vom 1. April 2009; BB 16, Jahresrechnung 2006 der
Einzelunternehmung B._; vgl. auch VB 22, Beilagen 1-20 zur Stel-
lungnahme vom 18. Oktober 2017, Beilagen 1.1-1.10). Mitunter vermittelte
die Einzelunternehmung B._ auch «(...) Verträge» (BB 16, Jahres-
rechnung 2006 der Einzelunternehmung B._; BB 18, (Invoice)
«(Name)» vom 24. Oktober 2008), erbrachte der H._ Ltd. und laut
A-5088/2020
Seite 19
der Vorinstanz wohl auch der I._ AG (Leistungen) im Zusammen-
hang mit neuen Geschäften, potentiellen Kunden und der Sicherung be-
stehender Kunden (BB 19, (...) Agreement vom 1. Januar 2004) und
schloss mit der I._ AG einen Zusammenarbeitsvertrag, in welchen
sie sich zum (Ergebnis) verpflichtete (BB 20, Zusammenarbeitsvertrag
vom 2. Mai 2003).
Die A._ Holding bezweckt laut Handelsregisterauszug – wie in
Sachverhalt Bst. A.a bereits erwähnt – (Zweck). Die Einzelunternehmung
B._ wurde laut Gruppenübersicht zu 100 % von der A._ Hol-
ding gehalten, wobei Herr E._ die Funktion als unbeschränkt haf-
tender Gesellschafter bei der A._ Holding inne hat(te) (BB 27, Gra-
fik «(...)» 2006 per 1. Juli 2006; vgl. auch: VB 24, Auskunft der kantonalen
Steuerverwaltung vom 18. September 2018, Beilage 6, Grafik «(...)» 2005
per 1. Januar 2005). Die A._ Holding (Tätigkeit) – laut Aussagen
der Beschwerdeführerin – (Objekt) und (Tätigkeit) (Beschwerde, S. 15 f.).
Mittlerweile nicht mehr im Streit liegt, dass die Einzelunternehmung
B._ der A._ Holding die Flüge im Zusammenhang mit ihrer
Tätigkeit für die Holding nicht verrechnet hat.
Weiter ergibt sich aus den Akten, dass Herr E._ unter anderem di-
rekt zu 100 % an den in Deutschland ansässigen Unternehmen
G.a._ GmbH & Co. KG und der G.b._ GmbH & Co. KG und
indirekt unter anderem am K._ und der L._ GmbH beteiligt
war (vgl. BB 27, Grafik «(...) 2006» per 1. Juli 2006; vgl. auch BB 28 und
30, Handelsregisterauszüge des Amtsgerichts (Ort) [«Kommanditist»];
siehe auch: VB 24, Auskunft der kantonalen Steuerverwaltung vom
18. September 2018, Beilage 6, Grafik «(...) 2005» per 1. Januar 2005).
Diesbezüglich ist in sachverhaltlicher Hinsicht unbestritten, dass er die Be-
teiligung an diesen deutschen G._-Gesellschaften im Privatvermö-
gen gehalten hatte (vgl. auch VB 24, Auskunft der kantonalen Steuerver-
waltung vom 18. September 2018, Beilagen 1-6) und Herr E._ für
die Einkünfte aus diesen Beteiligungen und Kapitalvermögen in Deutsch-
land besteuert worden ist.
3.4.2 Insgesamt ergibt sich, dass Herr E._ unter anderem sowohl
Inhaber der Einzelunternehmung B._, welcher die Flugzeuge ge-
hörten, als auch unbeschränkt haftender Gesellschafter der Holding war.
Gleichzeitig war er bei der G.a._ GmbH & Co. KG und der
G.b._ GmbH & Co. KG (privat) direkt beteiligt und hatte die Stellung
eines Kommanditärs; hinzukommen mehrere indirekte Beteiligungen an
A-5088/2020
Seite 20
ausländischen Gesellschaften. Unbestritten ist, dass Herr E._
durch seine unterschiedlichen Funktionen und Verflechtungen vertiefte
Kenntnisse im (Geschäft) hatte, viele Akteurinnen und Akteure kannte,
über ein vielfältiges Beziehungsnetz verfügte und so Geschäfte akquirierte.
Ob er vorliegend tatsächlich im Rahmen von Vertragsverhandlungen über
sog. «(...) Verträge» oder als (faktischer) Geschäftsführer der deutschen
G._-Gesellschaften Einblick in deren Geschäftsfelder erhalten hat,
kann jedoch offenbleiben.
Zu prüfen ist nachfolgend (E. 3.4.3), ob es der Beschwerdeführerin gelingt,
eine geschäftsmässige Nutzung der Flugzeuge über die gesamte geprüfte
Periode für die Einzelunternehmung B._ aufzuzeigen. Laut den Be-
rechnungen der Beschwerdeführerin betrug die geschäftsmässige Nut-
zung in den Jahren 2005 bis 2009 stets rund 40 % (2005: 39 %; 2006:
45 %; 2007: 37 %; 2008: 41 % und 2009: 37 %; VB 22, Beilagen 1-20 zur
Stellungnahme vom 18. Oktober 2017, Beilagen 10.1, 11.1, 12.1, 13.1 und
14.1). Da eine konstante geschäftsmässige Nutzung von durchschnittlich
40 % geltend gemacht wird, rechtfertigt es sich, bei der nachfolgenden
Würdigung auch die bereits verjährten Perioden (2005 und 2006) einzube-
ziehen. Im Rahmen ihrer Berechnung hat die Beschwerdeführerin die steu-
erbaren Umsätze der A._ Holding für die Ermittlung des abzugsfä-
higen Anteils der Vorsteuern zu 100 % gekürzt, um den Ungenauigkeiten
des vorliegenden Sachverhalts Rechnung zu tragen (VB 21, Stellung-
nahme vom 18. Oktober 2017, S. 14; vgl. Beschwerde, S. 30-32; vgl. auch
VB 22, Beilagen 1-20 zur Stellungnahme vom 18. Oktober 2017, Beila-
gen 10.1, 11.1, 12.1, 13.1 und 14.1). Dies betrifft namentlich die im vorlie-
genden Rechtsstreit diskutierten Flüge vom 21. April 2005 (Rückflug
24. April 2005), 7. Oktober 2009, 20. Oktober 2009 (Rückflug 21. Oktober
2009), 27. November 2009 (Rückflug gleichentags) und 7. Dezember 2009
(Rückflug am gleichen Tag), worauf deshalb nachfolgend nicht mehr ein-
zugehen braucht.
3.4.3 Zum Nachweis der geschäftlichen Nutzung reichte die Beschwerde-
führerin Aufstellungen für die massgeblichen Jahre ein, welche für jeden
einzelnen Flug (rund 30 bis 50 Flüge pro Jahr) stichwortartig den Grund für
die Flugbewegung nennen. Diese stichwortartigen Angaben alleine sind
aber nicht rechtsgenügend, um eine Flugbewegung als geschäftlich be-
gründet nachzuweisen. Als Belege reichte die Beschwerdeführerin um das
jeweilige Flugdatum herum von ihr versendete bzw. erhaltene E-Mails ein,
wobei sich die einzelnen E-Mails auf wiederhergestellte Dateien stützen.
Die eingereichten E-Mail Korrespondenzen erstrecken sich über mehrere
A-5088/2020
Seite 21
hundert Seiten hinweg. Die jeweiligen Mailwechsel sind nicht aus sich sel-
ber heraus verständlich. Um den jeweiligen Mailwechsel und seine Trag-
weite verstehen und einordnen zu können, müssen die einzelnen involvier-
ten Akteurinnen und Akteure positioniert und die ausgetauschten Nachrich-
ten in den Gesamtkontext eingebettet werden. Ohne weitergehenden Er-
läuterungen zu den Akteurinnen und Akteuren, die in den einzelnen Nach-
richten erscheinen und zum jeweiligen Kontext, in dem sie entstanden sind,
sind sie für Dritte nicht nachvollziehbar. Erläuterungen zu diesen E-Mails
liegen lediglich für einen Teil der E-Mails bzw. für den jeweils in diesem
Zusammenhang stehenden Flug vor. Das Bundesverwaltungsgericht stellt
deshalb auf diejenigen Flüge und den entsprechenden Mailwechsel ab, für
den die Beschwerdeführerin nähere Ausführungen gemacht hat, um die
geschäftsmässige Begründetheit der Flüge für die Einzelunternehmung
B._ im Umfang der jährlich geltend gemachten rund 40 % nachzu-
weisen. Auf die anderen Flüge kann mit Blick auf soeben Erwähntes nicht
abgestellt werden, wobei diesbezüglich an die Mitwirkungspflichten der Be-
schwerdeführerin (E. 1.4) und insbesondere an ihre Beweislast (E. 1.5) zu
erinnern ist.
3.4.3.1 Am 19. Januar 2005 flog Herr E._ mit einem der massgebli-
chen Flugzeuge von (Ort) nach (Ort) und gleichentags wieder zurück
(VB 22, Beilagen 1-20 zur Stellungnahme vom 18. Oktober 2017, Bei-
lage 10.1). In den entsprechenden E-Mail-Austausch sind folgende Perso-
nen involviert: M._, gemäss Beschwerdeführerin der Geschäftsfüh-
rer der deutschen G.b._ GmbH & Co. KG und Herr E._.
Anhand der E-Mail vom 18. Januar 2005 soll die geschäftsmässige Nut-
zung nachgewiesen werden. In dieser E-Mail liess Herr M._ Herrn
E._ zusammengefasst wissen, dass er diverse Male nach einer
«möglichen (Aspekt der Geschäftstätigkeit) bei interessierten (Akteuren)
für den [...] vorgeschlagenen (Objekt)» nachgefragt habe und er insgesamt
den Eindruck bekommen habe, dass man mit diesem (Objekt) (nähere Be-
zeichnung des Objekts) keinen (Geschäftstätigkeit) bekomme. Ohne (Ge-
schäftstätigkeit) sei allerdings davon abzuraten, diese (Objekte) als (Be-
schaffenheit) zu bestellen. Herr E._ bedankte sich gleichentags und
liess verlauten, er «möchte nur gerne den N._ Bescheid geben,
wenn wir eine Entscheidung haben» und ihn «interessiere halt, wo der
Markt für solche (Objekte) steh[e]» (BB 39; vgl. auch VB 22, Beilagen 1-20
zur Stellungnahme vom 18. Oktober 2017, Beilage 10.4).
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Die Vorinstanz schliesst daraus, soweit vorliegend relevant, ein Mitarbeiter
der deutschen G._-Gruppe informiere Herrn E._ über die
Bestellung neuer (Objekte), was eindeutig ein laufendes Geschäft der
deutschen G._-Gruppe betreffe. Von einer blossen Einsichtnahme
in die Geschäftsunterlagen der vergangenen Geschäftsjahre – wie die Be-
schwerdeführerin behauptet – könne nicht die Rede sein. Es handle sich
in diesem Mailverkehr auch nicht um den Inhalt eines Vertrages zwischen
der schweizerischen und der deutschen G._-Gruppe (Einsprache-
entscheid, S. 16). Hierzu entgegnet die Beschwerdeführerin, Herr
M._ sei der Geschäftsführer der G.b._ GmbH & Co. KG ge-
wesen, welche der Einzelunternehmung B._ ein «(...) Geschäft»
vermittelt habe, für welches Letztere auch im Jahr 2005 noch Vermittlungs-
kommissionen bezahlt habe. Zudem sei die G.b._ GmbH & Co. KG
im «(...) Geschäft» der Einzelunternehmung B._ involviert gewe-
sen. Bei den erwähnten N._ handle es sich um eines der vielen
(Bezeichnung von Unternehmen), mit welchen sie und wohl auch die
G.b._ GmbH & Co. KG zusammengearbeitet hätten. Aus der E-Mail
ergebe sich, dass Herr M._ an «(...) Geschäfte» denke, wobei es
Herrn E._ um allgemeine Informationen gehe, welche ihm für Ge-
spräche mit dem (...) N._ von Nutzen sein könnten. Herrn
E._ gehe es um eine Einschätzung des Marktes, wohl bezüglich
«(...)», was klar zum Geschäftsfeld der Einzelunternehmung B._
gehöre (Beschwerde, S. 18 f.).
Herr M._ amtete – wie erwähnt – laut Beschwerdeführerin als Ge-
schäftsführer der deutschen G.b._ GmbH & Co. KG, welche mit der
Einzelunternehmung B._ im Jahr 2002 eine Kommissionsvereinba-
rung geschlossen hat (BB 17, Kommissionsvereinbarung vom 22./26. Juli
2002; vgl. auch VB 21, Stellungnahme vom 18. Oktober 2017, S. 9). Diese
Kommissionsvereinbarung betraf jedoch das «(...) Geschäft» (Name), wo-
hingegen in der massgeblichen E-Mail von einem neuen (Objekt) «(nähere
Bezeichnung Objekt)» die Rede ist. Ob es tatsächlich um ein «(...) Ge-
schäft» bzgl. der (Objekte) ging, ist nicht belegt. Klarerweise handelt es
sich nämlich (noch) nicht um den Inhalt eines Vertrages zwischen der Be-
schwerdeführerin und der deutschen G._-Gruppe. Wie gezeigt
(E. 3.4.2), war Herr E._ unter anderem sowohl Inhaber der Einzel-
unternehmung B._, als auch (privat) beteiligt bei der G.b._
GmbH & Co. KG (Stellung eines Kommanditärs). Durch diese engen Ver-
flechtungen ist vorliegend seine Rolle nicht klar. Jedenfalls gelingt es der
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Beschwerdeführerin anhand dieses E-Mail-Verkehrs nicht, klar aufzuzei-
gen, dass Herr E._ am Treffen vom 19. Januar 2005 für die Einzel-
unternehmung B._ bzw. für die Beschwerdeführerin teilnahm.
3.4.3.2 Am 31. März 2005 flog Herr E._ mit einem der Flugzeuge
von (Ort) nach (Ort) und gleichentags nach (Ort) (VB 22, Beilagen 1-20 zur
Stellungnahme vom 18. Oktober 2017, Beilage 10.1). In den entsprechen-
den E-Mail-Austausch sind folgende Personen involviert: Herr O._
von der G.c._ GmbH, (Sitz); Herr P._ von der Q._;
Herr R._ von der G.c._ GmbH, (Sitz); Herr S._ von
der G.a._ GmbH & Co. KG und Herr E._.
Im zugrundeliegenden E-Mail-Austausch vom 16. März 2005 teilte Herr
O._ von der G.c._ GmbH, (Sitz), Herrn P._ von der
Q._ die Agenda für ein Treffen in (Ort) betreffend Prüfung einer
künftigen engeren Zusammenarbeit mit. Bei der Besprechung sollten der
russischen Firma die verschiedenen Aktivitäten unter dem «Dach der
G._» im (Geschäftsbereich) vorgestellt werden («offering you our va-
rious activities, dedicated in (Geschäftsbereich), diversified under the
G._ umbrella»). Als zugehörig wurden die G._-Gruppe
(«G._-Group [Germany & Switzerland & Cyprus] as (Funktionsbe-
zeichnungen)»), die G.c._ GmbH, (Sitz) («(Geschäftsbereich)»)
und die G.c._ GmbH, (Sitz) («(Geschäftsbereich)») genannt. Herr
O._ schlug alsdann vor, dass seitens der G._-Gruppe Herr
S._ (Geschäftsführer der G.a._ GmbH & Co. KG, «Ma-
naging Director of G.a._ GMBH + Co KG»), Herr R._ (Ge-
schäftsführer der G.c._ GmbH, «Managing Director of G.c._
GmbH») und er (Leiter (Bereich) der G.c._ GmbH, «Manager (Be-
reich) of G.c._») teilnehmen würden. Die diesbezügliche Zustim-
mung der Q._ erfolgte unter der Bedingung, dass seitens der
G._-Gruppe der Senior Partner, der CEO und Herr O._ teil-
nehmen sollten («Referring to our telcon regarding the meeting pls advised
that our CEO and undersigned are agreed to meet with Senior Partner,
CEO and you [O._]»). Herr R._ von der G.c._
GmbH, (Sitz), leitete daraufhin diesen E-Mail-Austausch an Herrn
E._ weiter und schlug ein Datum für den Besuch in (Ort) vor. Herr
E._ bestätigte alsdann das vorgeschlagene Datum (zum Ganzen:
BB 42; vgl. auch VB 22, Beilagen 1-20 zur Stellungnahme vom 18. Oktober
2017, Beilage 10.11).
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Soweit vorliegend relevant, schliesst die Vorinstanz aus diesem E-Mail-
Austausch, es gehe ausschliesslich um ein Geschäft der deutschen
G._-Gruppe, welches direkt mit dem russischen Vertragspartner
verhandelt worden sei. Eine Teilnahme von Herrn E._ als «Vermitt-
ler» sei nicht erforderlich gewesen, dennoch habe dieser an der Bespre-
chung teilgenommen (Einspracheentscheid, S. 16; Vernehmlassung, S. 14
f.). Diesbezüglich erwidert die Beschwerdeführerin, es sei auch geplant ge-
wesen, Geschäfte der Schweizer G._-Gruppe (und der zyprioti-
schen Gesellschaften) zu diskutieren. Unter den zu besprechenden Gele-
genheiten für gemeinsame Geschäfte sei auch das (...)-Geschäft aufge-
führt worden, in welchem die Einzelunternehmung B._ sehr aktiv
gewesen sei und namhafte Umsätze erzielt habe. Es hätten mehrere Ver-
tragsbeziehungen zwischen der Einzelunternehmung B._ und der
deutschen G._-Gruppe bestanden. Zudem sei Erstere Beraterin
der zypriotischen H._ Ltd. gewesen, welche im Bereich des «(Ge-
schäftsbereich)» von (Objekten) tätig gewesen sei. Die H._ Ltd. sei
aber auch Auftragsnehmerin der Einzelunternehmung B._ im Be-
reich (Geschäftsbereich) und «(Geschäftsbereich)» gewesen. Die Einzel-
unternehmung B._ sei zudem im (Geschäftsbereich) tätig, was in
der E-Mail ebenfalls erwähnt worden sei. Auch für die I._ AG, wel-
che Investoren in der Schweiz akquiriert habe, habe die Einzelunterneh-
mung B._ (Dienstleistungen) erbracht. Solche (Dienstleistungen)
würden in der E-Mail ebenfalls erwähnt werden. Herr E._ habe da-
her als Vertreter der Einzelunternehmung B._ an dieser Bespre-
chung teilgenommen; insbesondere habe er für diese in Russland «(...)»
(Geschäftstätigkeit) wollen (Beschwerde, S. 19 f.).
Wie bereits erwähnt (E. 3.4.1), erbrachte die Einzelunternehmung
B._ der H._ Ltd. und der I._ AG tatsächlich (Dienst-
leistungen) im Zusammenhang mit neuen Geschäften, potentiellen Kunden
und der Sicherung bestehender Kunden (vgl. BB 19, (...) Agreement vom
1. Januar 2004). Unbestrittenermassen wurden im E-Mail-Austausch da-
her ebenfalls Geschäftsfelder wie beispielsweise das (...)-Geschäft ange-
sprochen, in welchen (auch) die Einzelunternehmung B._ tätig ist.
Als zur G._-Gruppe zugehörig wurde in der E-Mail-Korrespondenz
ebenso die Schweizer G._-Gruppe genannt. Ob aber tatsächlich
auch konkrete Geschäfte für die Einzelunternehmung B._ an die-
sem Treffen besprochen wurden bzw. Herr E._, welcher mit diver-
sen vorliegend beteiligten Gesellschaften eine Verflechtung (vgl. E. 3.4.2)
aufwies, als Vertreter der Einzelunternehmung B._ an dieser Be-
sprechung teilgenommen hat, vermag die Beschwerdeführerin mit diesem
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E-Mail-Austausch nicht zu belegen, zumal für die Q._ die Anwesen-
heit von Herrn E._ als Senior der deutschen G._ im Zentrum
stand. Hieran vermag auch der Einwand der Beschwerdeführerin nichts zu
ändern, es sei nicht nachvollziehbar, weshalb es einzig um Geschäftsmög-
lichkeiten der deutschen G._ Gesellschaften hätte gehen sollen.
3.4.3.3 Gleiches gilt für den Flug vom 15. April 2005 von (Ort) nach (Ort)
(VB 22, Beilagen 1-20 zur Stellungnahme vom 18. Oktober 2017, Bei-
lage 10.1), für welchen die Beschwerdeführerin anhand einer E-Mail-Kor-
respondenz vom 17. und 18. März 2005 die geschäftsmässige Nutzung
nachzuweisen versucht. In den entsprechenden E-Mail-Austausch sind fol-
gende Personen involviert: Herr T._ von der T._ GmbH &
Co. KG ((Funktion)); Herr U._ von den deutschen G._-Ge-
sellschaften G.d._ GmbH & Co. KG und G.a._ GmbH & Co.
KG; Herr M._ von der deutschen G._-Gesellschaft
G.b._ GmbH & Co. KG und Herr E._.
In diesem E-Mail-Austausch informierte der (Funktion) Herr T._
Herrn E._ und die Herren U._ und M._ über die The-
men einer Besprechung mit (Akteuren) in (Ort). Dabei ging es wiederum
um «(...)» und um (Geschäfte) («topics: (...) [...]»; BB 43; vgl. auch VB 22,
Beilagen 1-20 zur Stellungnahme vom 18. Oktober 2017, Beilage 10.15).
Unbestrittenermassen gehörten sowohl das «(...)»- als auch das (...)-ge-
schäft zu den Geschäftsbereichen der Einzelunternehmung B._.
Aber auch mit dieser E-Mail-Korrespondenz, welche derart allgemein ge-
halten ist, kann nicht rechtsgenügend aufgezeigt werden, ob beim Treffen
in (Ort) tatsächlich konkrete Geschäfte für die Einzelunternehmung
B._ besprochen wurden. Aufgrund seiner engen Verflechtungen
(vgl. E. 3.4.2) bleibt auch hier unklar, in welcher Rolle Herr E._ an
dieser Besprechung teilgenommen hat. Dieser E-Mail-Austausch vermag
nicht zu begründen, dass der Flug für die Einzelunternehmung B._
geschäftlich begründet war.
3.4.3.4 Am 14. Oktober 2009 flog Herr E._ mit einem der massge-
blichen Flugzeuge von (Ort) nach (Ort) und gleichentags wieder zurück
(VB 22, Beilagen 1-20 zur Stellungnahme vom 18. Oktober 2017, Bei-
lage 14.1). Wiederum anhand einer E-Mail, und zwar vom 12. Oktober
2009, versucht die Beschwerdeführerin nachzuweisen, dass der Flug ge-
schäftsmässig begründet war. In den entsprechenden E-Mail-Austausch
sind folgende Personen involviert: Herr U._ von den deutschen
G._-Gesellschaften G.d._ GmbH & Co. KG und
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G.a._ GmbH & Co. KG; Herr V._ von den deutschen
G._-Gesellschaften G.d._ GmbH & Co. KG und
G.a._ GmbH & Co. KG und Herr E._.
In dieser E-Mail unterbreitete Herr U._, Geschäftsführer der deut-
schen G._-Gesellschaften G.d._ GmbH & Co. KG und
G.a._ GmbH & Co. KG, Herrn E._ einen Vorschlag für ein
Angebot an einen potenziellen Kunden, der am Ankauf von «(Objekt)» in-
teressiert war. Zur Finanzierung schlug er vor, das «(Darlehen) [...], wel-
ches wir von der W._ erhalten» zu verwenden. Sodann könnte – so
Herr U._ weiter – dem Kunden «aufbauend auf dieser Finanzierung
[...] eine Beteiligung (an (Bezeichnung) oder (Bezeichnung)) [...]» angebo-
ten werden. Herr E._ antwortete kurz darauf, dass ihm sein Gefühl
sage, das nicht zu machen und noch abzuwarten. Er schlug alsdann vor,
dieses Thema am Mittwoch zu besprechen. Herr V._ las in Kopie
mit (zum Ganzen: BB 46; vgl. auch VB 22, Beilagen 1-20 zur Stellung-
nahme vom 18. Oktober 2017, Beilage 14.37).
Diesbezüglich ist die Vorinstanz der Ansicht, die E-Mail zeige auf, dass
Herr E._ nicht nur in die aktuelle Entscheidfindung der deutschen
G._-Gruppe involviert gewesen sei, sondern auch die relevanten
Entscheidungen getroffen habe und über die Finanzierungssituation infor-
miert worden sei (Einspracheentscheid, S. 16 f.). Die Beschwerdeführerin
stellt sich auf den Standpunkt, Herr E._ sei nicht aufgrund seiner
angeblichen Geschäftsführerfunktion informiert worden, sondern weil die
Schweizer G._ Gesellschaften betroffen gewesen seien. Herr
U._ habe dieses Geschäft nämlich nicht ohne die A._ Hol-
ding abwickeln können, weil er dafür das (Darlehen) habe verwenden wol-
len. Er habe für eine seiner Beteiligungen, die (Bezeichnung), eine Lösung
finden wollen, während Herr E._ an der Erzielung von (...) aus der
(...) eines «(...)»-Geschäfts interessiert gewesen sei. Herr E._ bzw.
die Schweizer G._ Gesellschaften seien aufgrund ihrer eigenen
Geschäftstätigkeit begrüsst und seine Antwort sei im Rahmen der Ge-
schäftsführung für die Schweizer Gesellschaften gegeben worden (Be-
schwerde, S. 22).
Unter anderem (Tätigkeit) die A._ Holding wohl (Objekt) und (Tätig-
keit) (vgl. E. 3.4.1). Ob es sich bei dem in der E-Mail erwähnten (Darlehen)
tatsächlich um ein solches der Holding handelte, ist nicht belegt. Die Ein-
zelunternehmung B._ wird nicht erwähnt. Jedenfalls vermag die
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Beschwerdeführerin anhand dieser E-Mail nicht rechtsgenügend aufzuzei-
gen, dass beim Treffen vom 14. Oktober 2009 (auch) konkrete Geschäfte
für die Einzelunternehmung B._ besprochen wurden.
3.4.3.5 Zudem versucht die Beschwerdeführerin, den oben erwähnten Hin-
und Rückflug vom 14. Oktober 2009 (E. 3.4.3.4) anhand einer weiteren
E-Mail-Korrespondenz als steuerbaren Geschäftsflug zu begründen. In
den entsprechenden E-Mail-Austausch sind folgende Personen involviert:
Herr A.a._ (laut E-Mail-Adresse wohl Mitarbeiter in einer
G._-Gesellschaft); Herr T._ von der T._ GmbH & Co.
KG ((Funktion)); Herr U._ von den deutschen G._-Gesell-
schaften G.d._ GmbH & Co. KG und G.a._ GmbH & Co.
KG; Herr M._von der deutschen G._-Gesellschaft
G.b._ GmbH & Co. KG und Herr E._.
Im Rahmen dieses Austauschs erfragte Herr E._ unter dem Betreff
«(Betreff)» den (Auskunft), welchen er von Herrn A.a._ erhielt. Die-
ser hatte den (Auskunft) offenbar zuvor von «L._» erhalten
(«Please find below the (Auskunft) as received by L._»). Herr
E._ trat daraufhin mit einem (Akteur) betreffend Verkauf (Objekt 1
und Objekt 2) an die «C.c._» ins Gespräch. Da ihnen die Offerte zu
niedrig erschien, verfasste Herr E._ eine Antwort für die
«C.c._», in welcher er das Angebot für (Objekt 1 und Objekt 2) ab-
lehnte. Herr U._, Geschäftsführer von den deutschen G._-
Gesellschaften G.d._ GmbH & Co. KG und G.a._ GmbH &
Co. KG, und Herr M._, Geschäftsführer der deutschen G._-
Gesellschaft G.b._ GmbH & Co. KG, erhielten diese E-Mails in Ko-
pie (BB 47; vgl. auch VB 22, Beilagen 1-20 zur Stellungnahme vom 18. Ok-
tober 2017, Beilage 14.38 und 14.39).
Aus dieser Korrespondenz schliesst die Vorinstanz unter anderem, mit
L._ dürfte die L.a._ GmbH gemeint sein, welche zu 50 % der
G.a._ GmbH & Co. (KG) gehört habe. Herr E._ äussere sich
zum gemachten Kaufangebot für die (Objekt 1 und Objekt 2) als «we as
sellers» und zudem würden zwei Personen der deutschen G._-
Gruppe in Kopie mitlesen. Daraus erhelle, dass es sich um ein Geschäft
handle, welches die deutsche G._-Gruppe betreffe (Einspracheent-
scheid, S. 17). Es sei davon auszugehen, so die Vorinstanz weiter, dass
sich diese (Objekte) im Eigentum der deutschen G._-Gruppe be-
funden hätten, nachdem die Beschwerdeführerin in ihrer Eingabe vom
18. Oktober 2017 ausgeschlossen hatte, dass es sich um der A._
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Holding gehörende (Objekte) handle (Duplik, S. 9). Die Beschwerdeführe-
rin bringt vor, die Einzelunternehmung B._ habe als «Owner» oder
«Disponent Owner» mit der L.b._ Ltd. als «Owner» oder «Dispo-
nent Owner» mit der L.c._ AS, (Sitz), ein (Übereinkunft) – (Betreff)
– abgeschlossen. Bestandteil dieses «(...) Geschäftes» seien die (Objekt
1 und Objekt 2) gewesen. Als Beneficiary Owner sei die J._ S.A.
genannt, mit welcher die Einzelunternehmung B._ ein «(...) Agree-
ment» abgeschlossen habe. Letzterer sei ein Kaufrecht für (Objekte) mit
Angaben zur Berechnung des Kaufpreises eingeräumt worden. Das Ange-
bot für (Objekt 1) und (Objekt 2) habe Herr E._ daher für die Ein-
zelunternehmung B._ abgelehnt (Beschwerde, S. 22 f.).
Den Akten ist zu entnehmen, dass die Einzelunternehmung B._ als
«Owner» bzw. «Disponent Owner» bestimmter im Anhang genannter (Ob-
jekte) mit der L.b._ Ltd. – ebenfalls «Owner» bzw. «Disponent Ow-
ner» bestimmter (Objekte) – und der L.c._ AS als (Funktion) am
28. März 2006 ein (Übereinkunft) – (Betreff) vereinbart hatte. Ziel war ins-
besondere, (Ziel) zu gewährleisten, indem der (Funktion) bereits über eine
bestehende Organisation für (Aktivität) weltweit verfügte (vgl. bereits:
E. 3.4.1; BB 14, (Übereinkunft) – (Betreff) vom 28. März 2006). Die beiden
im oberwähnten E-Mail-Austausch genannten (Objekt 1) und (Objekt 2)
waren gemäss Addendum 3 Bestandteil dieses Vertrages, wobei darin die
Einzelunternehmung B._ als «Owner» und die J._ S.A als
«Beneficiary Owner» genannt wurden (BB 15, Addendum 3 zum (Überein-
kunft) – (Betreff) vom 1. April 2009). Mit der J._ S.A. bestand so-
dann ein «(...) Agreement» aus dem Jahr 2002, in welchem der Einzelun-
ternehmung B._ unter anderem ein Kaufrecht für (Objekte) einge-
räumt wurde (BB 8, (...) und Memorandum of Agreement vom 19. Juli
2002, siehe insb. Ziff. 105). Auch im Jahr 2007 leistete die Einzelunterneh-
mung B._ noch Zahlungen an die J._ S.A. für (Objekt 1) und
(Objekt 2) (BB 9 und 10, Gutschriften der Einzelunternehmung B._
an die J._ S.A. im Jahr 2007). Der massgebliche E-Mail-Austausch
wird zwar tatsächlich unter dem Betreff «(Betreff)» geführt, was auf (die
Übereinkunft) vom 28. März 2006 hindeuten könnte. Zudem werden die
beiden (Objekte), welche Bestandteil dieses (Übereinkunft) waren, na-
mentlich genannt. Weshalb Herr U._, Geschäftsführer von den
deutschen G._-Gesellschaften G.d._ GmbH & Co. KG und
G.a._ GmbH & Co. KG, und Herr M._, Geschäftsführer der
(deutschen) G.b._ GmbH & Co. KG, in Kopie mitgelesen haben und
Herr E._ in seiner Antwort von «we as sellers» sprach, erschliesst
sich jedoch nicht. Letztlich kann auch nicht ausgeschlossen werden, dass
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mit der in der E-Mail genannten «L._» die L._ GmbH ge-
meint war, welche zu 50 % der (deutschen) G.a._ GmbH & Co. KG
gehörte und eben gerade nicht die L.b._ Ltd. oder die L.c._
AS, welche Partei (der Übereinkunft) waren. Auch vorliegend vermag die
Beschwerdeführerin, gerade auch mit Blick auf die persönliche Verflech-
tung von Herrn E._ mit diesen Gesellschaften (vgl. E. 3.4.2), an-
hand der eingereichten E-Mail-Korrespondenz nicht rechtsgenügend auf-
zuzeigen, dass dieser das Angebot für die beiden genannten (Objekt 1)
und (Objekt 2) als Inhaber der Einzelunternehmung B._ abgelehnt
hat. Somit vermag auch dieser E-Mail-Austausch nicht zu begründen, dass
der Flug geschäftlich begründet war.
3.4.3.6 Am 10. Dezember 2009 flog Herr E._ mit einem der Flug-
zeuge von (Ort) nach (Ort) und am nächsten Tag zurück (VB 22, Beilagen
1-20 zur Stellungnahme vom 18. Oktober 2017, Beilage 14.1). In den ent-
sprechenden E-Mail-Austausch sind folgende Personen involviert: Herr
M.m._ von der (deutschen) G.b._ GmbH & Co.; Herr
N.n._ von der N.n._ Ltd. (im Namen der O.o._ Ltd.) und
Herr E._.
In der eingereichten E-Mail vom 8. Dezember 2009, welche die geschäfts-
mässige Nutzung des Flugzeugs aufzeigen soll, leitete Herr M.m._
von der (deutschen) G.b._ GmbH & Co. eine Mitteilung von Herrn
N.n_ von der N.n._ Ltd. (im Namen der O.o._ Ltd.)
an Herrn E._ weiter. In dieser Mitteilung liess Herr N.n._
Herrn M.m._ unter anderem wissen, dass die zwischen der
G.b._ GmbH & Co. und der N.n._ Ltd. geschlossene Verein-
barung vom 25. September 2003 mit sofortiger Wirkung beendet werde,
wenn die (einzeln aufgezählten) Rechnungen nicht innerhalb von 30 Tagen
bezahlt würden. Als Betreff war «(Projekt)» vermerkt. Herr M.m._
drückte seinen Unmut darüber aus, dass er Herr N.n._ geschrieben
hatte, nachdem verschiedene Rechnungen aus dem Hause N.n._
an ihn weitergeleitet worden seien. Er habe bereits früher um Erläuterun-
gen gebeten, für welche Leistungen solche Kosten entstanden seien
(BB 52; vgl. auch VB 22, Beilagen 1-20 zur Stellungnahme vom 18. Okto-
ber 2017, Beilage 14.47).
Soweit vorliegend relevant, schliesst die Vorinstanz aus dieser E-Mail, es
gehe lediglich um einen Vertrag zwischen einer deutschen G._ Ge-
sellschaft und der N.n._ Ltd. (im Namen der O.o._ Ltd.) und
damit um einen Vertrag, der nicht zwischen der schweizerischen und der
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Seite 30
deutschen G._-Gruppe abgeschlossen worden sei (Einspracheent-
scheid, S. 17). Die Beschwerdeführerin bringt vor, die Einzelunternehmung
B._ habe mit Herrn M.m._ im Zusammenhang mit dem
«(Projekt)»-Geschäft zu tun gehabt. Der Betreff der E-Mail zeige auf, dass
es um das (Projekt) gegangen sei. Die Einzelunternehmung B._
sei, da sie das «(Projekt)»-Geschäft betrieben und auch die Vermietung
von «(Projekt)» vermittelt habe, von der Kündigung der (...) neben der
G.b._ GmbH & Co. betroffen gewesen. Aus diesem Grund sei Herr
E._ informiert worden (Beschwerde, S. 25).
Ob die Einzelunternehmung B._ tatsächlich das «(Projekt)»-Ge-
schäft betrieben und die Vermietung von sogenannten (...) vermittelt hat,
ist nicht belegt. Dass Herr M.m._ von der (deutschen) G.b._
GmbH & Co. Ansprechpartner in diesem Bereich gewesen sei, ist eine
reine Parteibehauptung. Tatsächlich lässt sich aus der massgeblichen E-
Mail lediglich herleiten, dass es sich um einen Vertrag zwischen einer deut-
schen G._ Gesellschaft und der N.n._ Ltd. (im Namen der
O.o._ Ltd.) handelte; die Einzelunternehmung B._ wird mit
keinem Wort erwähnt. Folglich vermag auch dieser Beleg nicht rechtsge-
nügend aufzuzeigen, dass das Flugzeug am 10. und 11. Dezember 2009
(zumindest hälftig) geschäftsmässig genutzt wurde.
3.4.3.7 Sodann flog Herr E._ am 16. Dezember 2009 von (Ort)
nach (Ort) und am 17. Dezember 2009 wieder zurück (VB 22, Beilagen
1-20 zur Stellungnahme vom 18. Oktober 2017, Beilage 14.1). In den ent-
sprechenden E-Mail-Austausch sind folgende Personen involviert: Herr
P.p._ (laut E-Mail-Adresse wohl [ehemaliger] Mitarbeiter bei
«PPP._»); Herr U._ von den deutschen G._-Gesell-
schaften G.d._ GmbH & Co. KG und G.a._ GmbH & Co. KG
und Herr E._.
In den diesbezüglich eingereichten E-Mails vom 23. und 26. November
2009 liess Herr P.p._ Herrn E._ wissen, dass er ab dem
13. Dezember (2009) in Deutschland sei und gerne im neuen Bürohaus (in
Deutschland) vorbeischauen würde. Herr E._ antwortete, Herr
U._ und seine Kollegen würden sich sicher über einen Besuch
freuen, wobei er selbst am 16. und 17. Dezember (2009) in (Ort) sei. Er
hätte vernommen, so Herr E._ weiter, dass er (Herr P.p._)
bei PPP._ ausgeschieden sei. Herr P.p._ bedankte sich und
liess Herrn E._ wissen, dass es ihm am 17. Dezember (2009) gut
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passen würde (BB 53; vgl. auch VB 22, Beilagen 1-20 zur Stellungnahme
vom 18. Oktober 2017, Beilage 14.48).
Hierzu meint die Vorinstanz, soweit wesentlich, wenn Herr E._
bloss das Recht auf Einsicht in die «abgelaufenen» Geschäftsunterlagen
der deutschen G._-Gesellschaften gehabt hätte, hätte er die Einla-
dung (an Herrn P.p._) nicht aussprechen können (Einspracheent-
scheid, S. 17 f.). Die Beschwerdeführerin ist der Auffassung, Herr
E._ habe Herrn P.p._ mit seiner Antwort vermittelt, dass er
sich hinsichtlich eines Besuchs an die deutschen Geschäftsführer wenden
solle. Das Treffen mit Herrn P.p._, dessen Arbeitsverhältnis mit
PPP._ – einer Gesellschaft, welche neben (Geschäftstätigkeit)
Leistungen im Zusammenhang mit (Geschäftsbereich) anbiete – gerade
beendet worden sei, habe lediglich der Kontaktpflege gedient. Dadurch
habe Herr E._ wertvolle Informationen zum weltweiten (Geschäft)
sammeln können, wobei Herr P.p._ auch künftig ein wertvoller Kon-
takt für Geschäfte der Einzelunternehmung B._ hätte sein können
(Beschwerde, S. 25 f.).
Ob und wie der Kontakt zu Herrn P.p._, der wohl gerade bei
PPP._ entlassen worden ist, tatsächlich für die Geschäfte der Ein-
zelunternehmung B._ von Nutzen sein konnte, wird nicht dargelegt.
Zudem bleibt unklar, dass das Treffen vom 17. Dezember 2009 wirklich im
Zusammenhang mit der Tätigkeit der Einzelunternehmung B._
stand. Die Beschwerdeführerin vermag jedenfalls mit diesem E-Mail-Ver-
kehr nicht die geschäftliche Verwendung des Flugzeugs aufzuzeigen.
3.4.3.8 Schliesslich versucht die Beschwerdeführerin, den vorgenannten
Hin- und Rückflug vom 16. Dezember 2009 bzw. 17. Dezember 2009
(E. 3.4.3.7) anhand einer weiteren E-Mail-Korrespondenz vom 14. Dezem-
ber 2009 als steuerbaren Geschäftsflug zu begründen. In den entspre-
chenden E-Mail-Austausch sind folgende Personen involviert: Herr
M._ von der (deutschen) G.b._ GmbH & Co. KG; Herr
Q.q._ von der QQQ._. Ltd.; Herr U._ von den deut-
schen G._-Gesellschaften G.d._ GmbH & Co. KG und
G.a._ GmbH & Co. KG; Herr V._ von den deutschen
G._-Gesellschaften G.d._ GmbH & Co. KG und
G.a._ GmbH & Co. KG; Herr R.r._ von der deutschen
G.b._ GmbH & Co. KG und Herr E._.
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Seite 32
Herr M._, Geschäftsführer der (deutschen) G.b._ GmbH &
Co. KG leitete eine Nachricht von Herrn Q.q._, Managing Director
bei QQQ._ Ltd. an Herrn E._, Herrn U._, Herrn
V._ und Herrn R.r._ weiter. Thematisiert wurde, ob ein (Ob-
jekt) von der RRR._, welche wohl Konkurs ging, (Aktivität) werden
sollte und welche Chancen und Risiken dies bergen würde (BB 54; vgl.
auch VB 22, Beilagen 1-20 zur Stellungnahme vom 18. Oktober 2017, Bei-
lage 14.49).
Herr E._ sei, so die Vorinstanz, als Empfänger der anfragenden
E-Mail innerhalb der deutschen G._-Gruppe aufgeführt worden, ob-
wohl es sich nicht – wie von der Beschwerdeführerin behauptet – um ein
Geschäft zwischen der schweizerischen und der deutschen G._-
Gruppe gehandelt habe (Einspracheentscheid, S. 18). Laut Beschwerde-
führerin, soweit vorliegend massgebend, sei die Einzelunternehmung
B._ in der Angelegenheit RRR._ wegen der Erzielung von
Vermittlungskommissionen interessiert gewesen. RRR._ hatte
Konkurs anmelden müssen, weshalb ihre (Objekte) und Geschäfte auf den
Markt gekommen seien. Die A._ Holding habe (...) geleistet und
Herr E._ sei bereits aus diesem Grund über solche Geschäfte in-
formiert worden. Die Kenntnisse aus den Informationen infolge der (...) hät-
ten daher Geschäftsmöglichkeiten für die Einzelunternehmung B._
beinhalten können (Beschwerde, S. 26).
Vorliegend informierte Herr M._ als Geschäftsführer einer deut-
schen G._-Gesellschaft die beiden Geschäftsführer der deutschen
G.d._ GmbH & Co. KG (Herren U._ und V._), Herrn
R.r._, Geschäftsführer der deutschen G.b._ GmbH & Co.
KG sowie Herrn E._. Die Einzelunternehmung B._ wird nir-
gends erwähnt. Inwiefern es sich somit um ein Geschäft zwischen der
schweizerischen und der deutschen G._-Gruppe bzw. um Ge-
schäftsmöglichkeiten für die Einzelunternehmung B._ gehandelt
haben könnte, ergibt sich nicht aus diesem Austausch. Letztlich zeigt auch
diese E-Mail-Korrespondenz nicht rechtsgenügend auf, dass das Flugzeug
am 16. Dezember 2009 bzw. 17. Dezember 2009 geschäftsmässig genutzt
wurde.
3.4.4 Insgesamt ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin die geschäfts-
mässige Begründetheit der einzelnen Flüge zu rund 40 % anhand der ein-
gereichten E-Mails nicht aufzuzeigen vermag. Da es sich bei einem Vor-
A-5088/2020
Seite 33
steuerabzug um eine steuermindernde Tatsache handelt, hat die Be-
schwerdeführerin die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (E. 1.5). Für
diese Flüge ist die Beschwerdeführerin somit nicht zum Vorsteuerabzug
berechtigt. Die Vorsteuerabzugskürzung der Vorinstanz ist somit zu Recht
erfolgt.
Die Vorinstanz ist in ihrer Beweiswürdigung im Rahmen der gesetzlichen
Vorgaben frei. Sie hat die eingereichten Beweismittel geprüft und den
rechtserheblichen Sachverhalt erstellt, weshalb der Antrag der Beschwer-
deführerin auf Rückweisung abzuweisen ist. Da es sich bei den Unterla-
gen, welche die Vorinstanz der Beschwerdeführerin nie zur Kenntnis ge-
bracht habe (Replik, S. 17; VB 28 und VB 29), um (vorliegend nicht ent-
scheidwesentliche) öffentlich zugängliche Quellen (Wikipediaeinträge)
handelt, wurde auch das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin nicht
verletzt.
4.
Sodann ist zu klären, ob der Beschwerdeführerin durch den Verkauf des
Flugzeugs Y._, welches anfangs des Jahres 2007 bei einer Lan-
dung in Frankreich beschädigt wurde (vgl. Sachverhalt Bst. A.c), tatsäch-
lich eine Einlageentsteuerung zusteht oder ob die Vorinstanz diesen An-
spruch zu Recht verweigert hat. Hierbei handelt es sich um eine steuer-
mindernde Tatsache, für welche die steuerpflichtige Person beweisbelastet
ist (E. 1.5).
4.1 Diesbezüglich bringt die Beschwerdeführerin vor, ein Entnahmetatbe-
stand liege nicht vor, da das Flugzeug Y._ für geschäftliche Zwecke
und nicht von Herrn E._ privat genutzt worden sei. Mit Kaufvertrag
vom 27. August 2009 sei das Flugzeug von der SS._ LLC an die
TT._ LLC verkauft worden. Dieser Kaufvertrag sei von Herrn
E._ unterzeichnet worden, und zwar gestützt auf eine Vollmacht der
SS._ LLC. Zudem sei ein zollamtlicher Nachweis für eine steuerbe-
freite Ausfuhr nur erforderlich, wenn der Gegenstand ausgeführt werde.
Eine Ausfuhr liege nur vor, wenn sich der Gegenstand im Verkaufszeitpunkt
im Inland befinde. Befinde er sich jedoch im Ausland, wie vorliegend, liege
keine Ausfuhrlieferung vor; auf die inländische Verzollung sei nicht abzu-
stellen. Zu den steuerbaren Umsätzen der Einzelunternehmung
B._ – welche Eigentümerin des Flugzeugs gewesen sei – bzw. zum
vorsteuerabzugsberechtigenden Bereich zähle auch der Umsatz aus dem
Verkauf des Flugzeuges. Dieser berechtige zum Vorsteuerabzug, selbst
A-5088/2020
Seite 34
wenn die Lieferung im Ausland erfolgt sei. In ihrer Replik führt sie (die Be-
schwerdeführerin) wiederum aus, der Verkauf des Flugzeugs Y._
habe nachgewiesenermassen im Ausland stattgefunden. Eine Auslandlie-
ferung unterliege nicht der (schweizerischen) Mehrwertsteuer. Dies gelte
auch bei Veräusserungen. Für den Flug aus der Schweiz nach Frankreich
seien die Bestimmungen des Istanbuler Übereinkommens über die vo-
rübergehende Verwendung anwendbar. Die Einzelunternehmung
B._ habe die SS._ LLC, einen Treuhand-Trust («revocable
Trust»), für die Registrierung (inkl. der temporären Registrierung für die
Reparatur des Flugzeugs) in den USA benötigt; an ihrer Stellung als Eigen-
tümerin ändere sich dadurch nichts. Obwohl der «Trust Deed» für die
SS._ LLC nicht vorgelegt werden könne, sei eindeutig belegt, dass
sie (die Einzelunternehmung B._) der «Trustor» und damit bis zum
Verkauf die Eigentümerin des Flugzeugs gewesen sei. Die Verbuchung
des Treuhand-Trusts in ihrer Buchhaltung sei weder erforderlich noch mög-
lich. Das Flugzeug sei in der Bilanz per 31. Dezember 2008 ausgewiesen
und bis zum Verkauf Teil des Geschäftsvermögens der Einzelunterneh-
mung B._ gewesen.
Die Vorinstanz hält dagegen, die massgeblichen Dokumente zur Errichtung
der SS._ LLC und der Verkaufsvertrag bzgl. des Flugzeugs
Y._ seien durch Herrn E._ als Privatperson und nicht durch
die Einzelunternehmung B._ unterzeichnet worden. Das Flugzeug
sei somit vor der Transaktion aus dem Geschäftsvermögen der Einzelun-
ternehmung B._ ins Privatvermögen von Herrn E._ über-
führt worden. Nach wie vor seien keinerlei Unterlagen zur Errichtung des
Trusts eingereicht worden, welche belegten, dass die Einzelunternehmung
B._ und nicht Herr E._ als Privatperson den Trust bestellt
haben soll. Da das Flugzeug aus Sicht der Beschwerdeführerin für einen
unternehmensfremden Zweck, nämlich für den privaten Gebrauch, ver-
wendet worden sei, sei ein Entnahmetatbestand geschaffen worden. Ins-
gesamt liege kein der Beschwerdeführerin zuzurechnender Verkauf des
Flugzeuges vor, weshalb eine Einlageentsteuerung nicht zur Anwendung
komme. Weiter habe die Beschwerdeführerin das erforderliche Ausfuhrdo-
kument für eine steuerbefreite Ausfuhr nicht beigebracht. Das Flugzeug
Y._ sei im Zeitpunkt des Verkaufs nach wie vor in der Schweiz ver-
zollt gewesen. Da es vorliegend um ein Verkaufsgeschäft gehe, spiele der
zollrechtliche Status des Flugzeugs eine Rolle. Eine Ausfuhr habe nicht
stattgefunden, weshalb als Lieferort die Schweiz gelte. Die Ausfuhr spiele
jedoch nur eine sekundäre Rolle. Das Flugzeug Y._ sei bereits im
A-5088/2020
Seite 35
Jahr 2007 in den Trust überführt worden, wobei nicht die Einzelunterneh-
mung B._, sondern Herr E._ als Trustgeber aufgetreten sei.
Durch die Einbringung des Flugzeuges in den Trust sei dieses dem Trust
und nicht mehr der Einzelunternehmung B._ zuzurechnen. Der Hin-
weis auf die Buchhaltung der Einzelunternehmung B._, in welcher
das Flugzeug als Anlagewert aufgeführt war, ziele daher ins Leere.
4.2
4.2.1 Ob der erwähnte Trust für die Registrierung und Verwendung des
Flugzeuges in den USA nötig war, kann offenbleiben. Zu klären ist, ob die
Einzelunternehmung B._, welche unbestrittenermassen Eigentü-
merin des Flugzeugs Y._ war (Sachverhalt Bst. A.b.), die
SS._ LLC, welche als Verkäuferin ebendieses Flugzeuges aufge-
treten ist, errichtet hat:
Aus den Akten ergibt sich, dass das Flugzeug Y._ mit Kaufvertrag
vom 27. August 2009 von der SS._ LLC an die TT._ LLC
verkauft wurde. Dieser Kaufvertrag ist von Herrn E._ am 12. Okto-
ber 2009 unterzeichnet worden und zwar ohne Hinweis auf die Einzelun-
ternehmung B._ (BB 64, «Aircraft Purchase Agreement» vom
27. August 2009). Gleiches gilt hinsichtlich der «Bill of Sale» (BB 66, «Bill
of Sale»). In den Akten liegt eine Vollmacht der SS._ LLC, welche
neben Herrn E._ auch Herrn U.u._ zum Verkauf des streit-
betroffenen Flugzeugs befähigte. Auch hier wird die Einzelunternehmung
B._ nicht erwähnt (BB 65, «Power of Attorney» vom 27. August
2009, Ziff. 1 und Ziff. 2). Eine «Trust Deed» für die SS._ LLC hat
die Beschwerdeführerin bis heute nicht vorgelegt. Weder der Hinweis auf
den von der «US Federal Aviation Administration (FAA)» vorgegebenen
Mustervertrag für ebensolche Trusts, noch der eingereichte Frachtbrief
(Replikbeilage [RB] 6, «Non-Negotiable Waybill» Nr. (...) vom 25. Juni
2007), gemäss welchem die Einzelunternehmung B._ als Ausfüh-
rerin und die V.V._ als Empfängerin aufgeführt sind, belegen, dass
die Einzelunternehmung B._ der Settlor und damit bis zum Verkauf
die «eigentliche» Eigentümerin des Flugzeugs Y._ gewesen ist und
seitens Herrn E._ kein Entnahmetatbestand vorliegt. Inwiefern die
eingereichte Bestätigung des «U.S. Departement of Transportation» an die
SS._ LLC, in welcher der V.V._ eine vorläufige Zulassungs-
bescheinigung für das Flugzeug erteilt wurde (BB 59, Bestätigung des
«U.S. Departement of Transportation, Federal Aviation Administration»
vom 30. August 2007) belegen sollte, dass die Einzelunternehmung
B._ der Settlor der SS._ LLC gewesen sein soll, erschliesst
A-5088/2020
Seite 36
sich dem Bundesverwaltungsgericht nicht. Auch der Einwand der Be-
schwerdeführerin, Herr U.u._, der angebliche Finanzverantwortli-
che der Einzelunternehmung B._, hätte laut «Power of Attorney»
ebenfalls handeln können, vermag dies nicht rechtsgenügend aufzuzeigen.
Ferner ist mit der Vorinstanz einig zu gehen, dass auch der Umstand, dass
das Flugzeug Y._ in der Bilanz der Einzelunternehmung B._
per 31. Dezember 2008 aufgeführt ist, nicht beweist, dass der Trust durch
die Einzelunternehmung B._ und nicht durch Herrn E._ er-
richtet wurde.
Für dieses Ergebnis spricht schliesslich auch die Praxis der ESTV. Danach
liegt ein «revocable Trust» vor, wenn sich der Settlor vorbehält, den Trust
zu seinen Lebzeiten in einem späteren Zeitpunkt zu widerrufen. Sterbe der
Settlor, werde der «revocable Trust» zu einem «irrevocable Trust» (vgl.
MWST-Branchen-Info 14 «Finanzbereich», Ziff. 7.3.1.6; vgl. auch
Ziff. 7.3.1.2, 1. Satz). Daraus erhellt, dass lediglich natürliche Personen –
und gerade keine Einzelunternehmung – einen «revocable Trust» errichten
können.
4.2.2 Bei dieser Ausgangslage ist somit nicht zu beanstanden, dass die
Vorinstanz geschlossen hat, seitens Herrn E._ liege ein Entnahme-
tatbestand gemäss Art. 9 Abs. 1 Bst. a aMWSTG (vgl. E. 2.4) vor, da das
Flugzeug Y._ aus Sicht der Einzelunternehmung B._ für ei-
nen unternehmensfremden Zweck verwendet bzw. in das Privatvermögen
von E._ überführt wurde. Diesfalls ist der Verkauf des streitbetroffe-
nen Flugzeugs nicht der Beschwerdeführerin zuzurechnen, weshalb dieser
kein Anspruch auf Einlageentsteuerung zusteht.
Mit Blick auf das Erwähnte kann letztlich offenbleiben, ob eine steuerbe-
freite Ausfuhr bzw. ein zollamtlicher Nachweis (vgl. E. 2.5) vorliegt.
5.
Insgesamt vermag die Beschwerdeführerin die geschäftsmässige Begrün-
detheit der streitbetroffenen Flüge nicht aufzuzeigen, weshalb sie hierfür
nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt ist (E. 3.4.4). Des Weiteren hat die
Vorinstanz den Anspruch auf Einlageentsteuerung zu Recht verweigert
(E. 4.2.2). Das Verfahren ist lediglich zur allfälligen Neuberechnung des
mittleren Verfalls an die Vorinstanz zurückzuweisen. Diese Rückweisung
hat jedoch keinen Einfluss auf die Kostenverteilung (sogleich: E. 6.1; vgl.
ausführlich: Urteile des BVGer A-245/2022 vom 14. November 2022 E. 8.1
und A-6558/2020 vom 13. April 2022 E. 8.3). Nach dem Gesagten ist die
A-5088/2020
Seite 37
Beschwerde hinsichtlich der Steuerperioden 1. Quartal 2005 bis 4. Quartal
2006 infolge Verjährung gutzuheissen, im Übrigen jedoch abzuweisen.
A-5088/2020
Seite 38
6.
6.1 Die Verfahrenskosten werden in der Regel der unterliegenden Partei
auferlegt; unterliegt diese nur teilweise, so werden die Verfahrenskosten
ermässigt (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
Die Vorinstanz hat im Einspracheentscheid die Steuer(nach)forderung ge-
genüber der Beschwerdeführerin für die Steuerperioden 1. Quartal 2005
bis 4. Quartal 2009 auf insgesamt Fr. 1'149'841.-- festgesetzt. Aufgrund
der zwischenzeitlich eingetretenen Verjährung der Steuer(nach)forderung
in Bezug auf die Steuerperioden 1. Quartal 2005 bis 4. Quartal 2006
(E. 1.8.2) obsiegt die Beschwerdeführerin zu rund 45 %.
Somit sind die auf Fr. 10'000.-- festzusetzenden Verfahrenskosten vor dem
Bundesverwaltungsgericht (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 2 Abs. 1
und Art. 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2])
der Beschwerdeführerin im Umfang von 55 % und damit in Höhe von
Fr. 5'500.-- aufzuerlegen. Dieser Betrag ist dem von der Beschwerdefüh-
rerin geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 10'000.-- zu entneh-
men. Der Restbetrag in Höhe von Fr. 4'500.-- ist der Beschwerdeführerin
nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückzuerstatten.
Keine Verfahrenskosten sind Vorinstanzen aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 2
VwVG).
6.2 Die zu rund 45 % obsiegende Beschwerdeführerin hat im entsprechen-
den Umfang Anspruch auf Parteientschädigung (Art. 64 Abs. 1 VwVG und
Art. 7 Abs. 1 VGKE).
Da die Vertreterin der Beschwerdeführerin keine Kostennote eingereicht
hat, ist die Parteientschädigung aufgrund der Akten festzusetzen (Art. 14
Abs. 2 VGKE). Wie aus Art. 7 Abs. 1 i.V.m. Art. 8 Abs. 2 und Art. 10 Abs. 1
VGKE hervorgeht, hat die Entschädigung für die Parteientschädigung nicht
jeden erdenklichen, sondern nur den notwendigen Aufwand zu ersetzen
(vgl. Urteile des BVGer A-2495/2020 vom 18. November 2020 E. 4.3.1,
A-3121/2017 vom 1. September 2017 E. 5.3 und A-6903/2015 vom 25. Ap-
ril 2016 E. 10).
Die reduzierte Parteientschädigung wird vorliegend praxisgemäss auf
Fr. 6'750.-- festgesetzt.
A-5088/2020
Seite 39
Auf die Auferlegung der zuzusprechenden Parteientschädigung an die
ESTV wird verzichtet, da die teilweise Gutheissung der Beschwerde über-
wiegend auf den Verjährungseintritt während der Verfahrenshängigkeit vor
Bundesverwaltungsgericht zurückzuführen ist. Somit ist die der Beschwer-
deführerin zuzusprechende Parteientschädigung auf die Bundesverwal-
tungsgerichtskasse zu nehmen (vgl. Urteil des BGer 2C_263/2020 vom
10. Dezember 2021 E. 7 [nicht publiziert in BGE 148 II 233]).
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