Decision ID: 1835fc7c-2f3e-54fe-9b57-ff49c6300b70
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X besitzt den Führerausweis seit 27. August 2001. Aufgrund mehrerer
Verkehrsregelverletzungen (Fahren in übermüdetem Zustand mit Selbstunfall,
Geschwindigkeitsüberschreitung sowie Führen eines Fahrzeugs ohne Führerausweis)
wurde ihm der Führerausweis für eineinhalb Monate (Verfügung vom 18. Juli 2002) und
für zwölf Monate (Verfügung vom 2. September 2003) entzogen. Nachdem er die
Geschwindigkeit erneut mehrfach und teilweise massiv überschritten hatte, wurde
seine Fahreignung abgeklärt. Der Verkehrspsychologe sprach ihm diese aus
charakterlichen Gründen ab, worauf ihm das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt
des Kantons St. Gallen, Abteilung Administrativmassnahmen (nachfolgend:
Strassenverkehrsamt), den Führerausweis mit Verfügung vom 14. März 2005 auf
unbestimmte Zeit entzog (sog. Sicherungsentzug). X absolvierte daraufhin eine
Verkehrstherapie. Gestützt auf das positiv lautende verkehrspsychologische Gutachten
vom 23. März 2006 wurde ihm der Führerausweis mit Verfügung vom 29. März 2006
wiedererteilt.
Wegen Verursachens einer Auffahrkollision (leichter Fall) wurde X vom
Strassenverkehrsamt am 19. Februar 2008 verwarnt. Am 3. November 2012 überschritt
er innerorts die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h um 22 km/h, weshalb
ihm der Führerausweis für einen Monat entzogen wurde (mittelschwerer Fall; Verfügung
vom 7. Januar 2013). Nachdem er am 21. August 2013 während einer Fahrt durch die
Benützung des Handys abgelenkt war, entzog ihm das Strassenverkehrsamt den
Führerausweis erneut für einen Monat (leichter Fall; Verfügung vom 14. November
2013).
B.- Am 18. September 2014 war X mit einem Personenwagen auf der
Umfahrungsstrasse Teufen in Richtung Bühler unterwegs. Dabei geriet er zweimal auf
die Gegenfahrbahn und kollidierte seitlich mit einem entgegenkommenden Fahrzeug.
Mit Strafbefehl des Untersuchungsamtes St. Gallen vom 19. Mai 2015 wurde er
aufgrund dieses Vorfalls wegen fahrlässiger Verletzung von Verkehrsregeln zu einer
Busse von Fr. 500.– verurteilt. Der Strafbefehl erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
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Nach diesem Vorfall eröffnete das Strassenverkehrsamt gegenüber X ein Verfahren zur
Abklärung der Fahreignung. Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs wurde mit
Zwischenverfügung vom 29. Juli 2015 eine verkehrspsychologische Untersuchung
angeordnet. Der dagegen erhobene Rekurs wurde mit Entscheid der
Verwaltungsrekurskommission IV-2015/181 vom 25. Februar 2016 gutgeheissen. Der
Führerausweis wurde dem Rekurrenten in der Folge mit Verfügung des
Strassenverkehrsamtes vom 18. April 2016 für die Dauer von vier Monaten entzogen.
C.- Gegen diese Verfügung erhob X durch seinen Vertreter mit Eingabe vom 3. Mai
2016 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge sei die Verfügung des Strassenverkehrsamts vom 18. April 2016
aufzuheben und der Führerausweis für höchstens zwei Monate zu entziehen. Mit
Schreiben vom 9. Juni 2016 verzichtete die Vorinstanz auf eine Vernehmlassung.
Auf die Ausführungen des Rekurrenten zur Begründung seines Antrags wird, soweit
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rechtsmittelerhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 3. Mai 2016 ist rechtzeitig
eingereicht worden und erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- Strittig und zu prüfen ist, ob die Verkehrsregelverletzung vom 18. September 2014
eine leichte oder eine mittelschwere Widerhandlung gegen die
Strassenverkehrsvorschriften darstellt.
a) Die Vorinstanz wirft dem Rekurrenten eine mittelschwere Widerhandlung gegen die
Strassenverkehrsvorschriften vor. Er habe am 18. September 2014 in Niederteufen
einen Personenwagen ungenügend rechts sowie mit ungenügender Aufmerksamkeit
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gelenkt und dadurch eine Streifkollision verursacht. Aufgrund eines plötzlich
auftretenden Hustenanfalls habe er seine Aufmerksamkeit vorübergehend nicht dem
Verkehr, sondern der Suche nach Lutschtabletten im Fach der Fahrertüre zugewandt.
Er sei daher nicht in der Lage gewesen, rechtzeitig zu erkennen, dass er mehrfach
kontinuierlich auf die Gegenfahrbahn geraten sei. Kurze Zeit vor der Streifkollision habe
er sich mit der ganzen Fahrzeugbreite auf der Gegenfahrbahn befunden, weshalb von
einer erhöhten abstrakten Gefährdung auszugehen sei. Durch die Streifkollision habe
sich die Gefahr konkretisiert. Die Gefährdung könne nicht mehr als gering bezeichnet
werden. Unabhängig vom Verschulden liege deshalb zumindest eine mittelschwere
Verkehrsregelverletzung vor.
Der Rekurrent macht im Wesentlichen geltend, beim fraglichen Vorfall liege eine
fahrlässige Verletzung der Verkehrsregeln vor. Wegen eines Hustenanfalls sei er
zweimal auf die Gegenfahrbahn geraten, nämlich beim ersten Mal ohne konkrete
Gefährdung mit der ganzen Fahrzeugbreite und beim zweitem Mal mit der halben
Fahrzeugbreite, wobei sich eine Streifkollision ereignet habe. Entgegen der Ansicht der
Vorinstanz liege keine mittelschwere, sondern eine leichte Widerhandlung vor.
Aufgrund der speziellen Umstände mit dem Hustenanfall sei von einem leichten
Verschulden auszugehen. Ebenso sei die Gefährdung als gering einzustufen. Der
Rekurrent sei nicht schneller als erlaubt unterwegs gewesen. Zudem sei die Fahrbahn
auf der Umfahrungsstrasse breiter als auf einer gewöhnlichen Strasse und neben der
markierten Fahrbahn befinde sich zusätzlich ein schmaler Streifen. Eine Kollision hätte
daher auch durch den entgegenkommenden Autolenker verhindert werden können. Im
täglichen Verkehr komme es denn auch immer wieder vor, dass ein Fahrzeuglenker für
kurze Zeit auf die Gegenfahrbahn geraten könne.
b) Gemäss Art. 16 Abs. 2 des Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01, abgekürzt: SVG)
wird nach Widerhandlungen gegen Strassenverkehrsvorschriften, bei denen das
Verfahren nach dem Ordnungsbussengesetz vom 24. Juni 1970 ausgeschlossen ist,
der Lernfahr- oder Führerausweis entzogen oder eine Verwarnung ausgesprochen. Das
Gesetz unterscheidet zwischen leichten (Art. 16a SVG), mittelschweren (Art. 16b SVG)
und schweren Widerhandlungen (Art. 16c SVG). Eine leichte Widerhandlung begeht,
wer durch Verletzung von Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer
hervorruft und ihn dabei nur ein leichtes Verschulden trifft (Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG).
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Eine mittelschwere Widerhandlung begeht, wer durch Verletzung von Verkehrsregeln
eine Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt (Art. 16b Abs. 1
lit. a SVG). Ist die Verletzung von Verkehrsregeln grob und wird dadurch eine ernstliche
Gefahr für die Sicherheit anderer hervorgerufen oder in Kauf genommen, ist die
Widerhandlung schwer (Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG). Die mittelschwere Widerhandlung
nach Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG stellt einen Auffangtatbestand dar. Sie liegt vor, wenn
nicht alle privilegierenden Elemente einer leichten Widerhandlung und nicht alle
qualifizierenden Bestandteile einer schweren Widerhandlung gegeben sind (BGE 135 II
138 E. 2.2.2).
c) aa) Nach Art. 31 Abs. 1 SVG muss der Führer das Fahrzeug ständig so beherrschen,
dass er seinen Vorsichtspflichten nachkommen kann. Er muss seine Aufmerksamkeit
der Strasse und dem Verkehr zuwenden. Er darf beim Fahren keine Verrichtung
vornehmen, welche die Bedienung des Fahrzeugs erschwert (Art. 3 Abs. 1 der
Verkehrsregelnverordnung, SR 741.11, abgekürzt: VRV). Fahrzeuge müssen sodann
rechts, auf breiten Strassen innerhalb der rechten Fahrbahnhälfte fahren. Sie haben
sich möglichst an den rechten Strassenrand zu halten, namentlich bei langsamer Fahrt
und auf unübersichtlichen Strecken (Art. 34 Abs. 1 SVG).
bb) In tatsächlicher Hinsicht steht in Übereinstimmung mit den Polizeiakten und dem
rechtskräftigen Strafbefehl vom 19. Mai 2015 fest, dass der Rekurrent am Donnerstag,
18. September 2014, um 19.27 Uhr, in Teufen auf der Umfahrungsstrasse einen
Personenwagen in Richtung Bühler lenkte. Infolge eines Hustenanfalls suchte er im
Fach der Fahrertüre nach Lutschtabletten. Dadurch war er abgelenkt und geriet
zweimal hintereinander auf die Gegenfahrbahn; beim ersten Mal mit der gesamten
Fahrzeugbreite ohne konkrete Gefährdung, beim zweiten Mal mit der halben
Fahrzeugbreite, worauf es zur Kollision mit einem entgegenkommenden Fahrzeug kam.
Dieser Sachverhalt wird vom Rekurrenten nicht bestritten.
cc) In Bezug auf die rechtliche Würdigung des Sachverhalts ist die Verwaltungsbehörde
dann an das Strafurteil gebunden, wenn die rechtliche Beurteilung sehr stark von der
Würdigung von Tatsachen abhängt, die der Strafrichter besser kennt als die
Verwaltung, etwa wenn er den Beschuldigten persönlich einvernommen hat (BGE 119
Ib 158 E. 3c, mit Hinweisen, 136 II 447 E. 3.1). Folglich ist die Verwaltungsbehörde in
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Fällen, wo der Strafrichter seine Verfügung lediglich aufgrund eines Polizeirapports und
ohne untersuchungsrichterliche Einvernahme des Betroffenen oder von Zeugen
erlassen hat, nicht an die rechtliche Qualifikation des Sachverhalts im Strafverfahren
gebunden. Die Verwaltungsbehörde hat dabei aber auch den Grundsatz der
Vermeidung widersprüchlicher Urteile gebührend zu berücksichtigen (Urteil des
Bundesgerichts [BGer] 1C_413/2014 vom 30. März 2015 E. 2.2 mit Hinweis auf
1C_424/2012 vom 15. Januar 2013 E. 2.3).
Mit Strafbefehl vom 19. Mai 2015 wurde der Rekurrent wegen des Vorfalls vom 18.
September 2014 der einfachen Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG
schuldig gesprochen. Als einfache Verkehrsregelverletzung werden Regelverstösse
gewertet, die weder im Ordnungsbussenverfahren beurteilt, noch als grobe oder gar als
qualifiziert grobe Verkehrsregelverletzung gewertet werden können (Philippe
Weissenberger, Kommentar Strassenverkehrsgesetz und Ordnungsbussengesetz,
2. Aufl. 2015, Art. 90 N 13). Diese Strafnorm umfasst daher sowohl die leichte als auch
die mittelschwere Widerhandlung nach Art. 16a Abs. 1 und Art. 16b Abs. 1 SVG
(Weissenberger, a.a.O., Art. 90 N 24 mit Hinweisen). In subjektiver Hinsicht ging der
Strafrichter aufgrund des geltend gemachten Hustenanfalls von einer fahrlässigen
Verkehrsregelverletzung aus. Die Busse wurde auf Fr. 500.– angesetzt.
dd) Eine Gefahr für die Sicherheit anderer liegt vor, wenn die körperliche Integrität einer
Person entweder konkret oder zumindest abstrakt gefährdet wurde. Im Recht der
Administrativmassnahmen wird zwischen der einfachen und der erhöhten abstrakten
Gefährdung unterschieden. Erstere zieht keine Administrativmassnahme nach sich (vgl.
Art. 16 Abs. 2 SVG). Von einem solchen Fall ist jedoch nur dann auszugehen, wenn
keine anderen Verkehrsteilnehmer vom Fehlverhalten hätten betroffen werden können.
Führte das Verhalten hingegen zu einer Verletzung eines Rechtsguts oder einer
konkreten oder einer erhöhten abstrakten Gefährdung der körperlichen Integrität, hat
dies eine Administrativmassnahme zur Folge (R. Schaffhauser, Die neuen
Administrativmassnahmen des Strassenverkehrsgesetzes, in: Jahrbuch zum
Strassenverkehrsrecht 2003, St. Gallen 2003, S. 181, Rz. 43 ff.). Für die Abstufung
innerhalb der erhöhten abstrakten Gefährdung ist auf die Nähe der Verwirklichung der
Gefahr abzustellen. Je näher die Möglichkeit einer konkreten Gefährdung oder
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Verletzung liegt, umso schwerer wiegt die erhöhte abstrakte Gefährdung (vgl. BGE 118
IV 285 E. 3a).
Es wurde bereits dargelegt, dass die Fahrzeuge rechts zu fahren und sich an den
rechten Strassenrand zu halten haben. Diese Vorschrift gehört zur den grundlegenden
Bestimmungen des Strassenverkehrsrechts. Sie bezweckt die Vermeidung von
Kollisionen mit dem Gegenverkehr. Sie gilt auch auf breiteren Strassen und innerhalb
von durch Leitlinien gekennzeichneten Fahrbahnen, wie es auf der Umfahrungsstrasse
Teufen der Fall ist (BSK SVG-Maeder, Basel 2014, Art. 34 N 17 f.). Indem der Rekurrent
seine Aufmerksamkeit während der Fahrt nicht der Strasse und dem Verkehr zuwandte,
sondern im Ablagefach der Fahrertüre nach Lutschtabletten suchte und damit eine
Verrichtung vornahm, welche die Bedienung des Fahrzeugs erschwerte, beherrschte er
sein Fahrzeug nicht ständig so, dass er seinen Vorsichtspflichten nachkommen konnte.
Er hielt sich nicht vorschriftsgemäss an den rechten Fahrbahnrand, sondern geriet mit
seinem Fahrzeug zweimal auf die Gegenfahrbahn. Beim ersten Mal befand er sich mit
der ganzen Fahrzeugbreite auf der linken Fahrspur. Auch wenn dadurch kein
entgegenkommender Fahrzeuglenker konkret gefährdet wurde, war die abstrakte
Gefährdung nicht mehr gering, sondern erhöht. Nur kurze Zeit später überfuhr er die
Mittellinie erneut, dieses Mal mit der halben Fahrzeugbreite. Dadurch kam es zur
Streifkollision mit einem entgegenkommenden Fahrzeug und damit zu einer konkreten
Gefährdung. Auch wenn kein Personen-, sondern nur Sachschaden entstand, war das
regelwidrige Verhalten des Rekurrenten geeignet, die körperliche Integrität anderer
Verkehrsteilnehmer erheblich zu gefährden, insbesondere auch vor dem Hintergrund
der hohen Geschwindigkeiten von rund 80 km/h. Es lag daher mehr als eine geringe
Gefahr für die Sicherheit anderer vor.
Grund für die Unaufmerksamkeit und das daraus resultierende Lenken auf die
Gegenfahrbahn war die Tatsache, dass der Rekurrent wegen eines plötzlich
auftretenden Hustenanfalls im Auto nach Lutschtabletten zur Linderung suchte. Von
einem verantwortungslosen, risikofreudigen oder gar rücksichtslosen Verhalten kann
bei diesem Vorfall nicht gesprochen werden. Ein zumindest leichtes Verschulden liegt
aber vor. Gemäss Strafbefehl handelte der Rekurrent fahrlässig und nicht schuldlos. Da
die Anwendung eines leichten Falles aufgrund der nicht mehr geringen Gefährdung von
Gesetzes wegen nicht in Frage kommt, braucht die Schwere des Verschuldens
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indessen nicht näher bestimmt zu werden. Lediglich der Vollständigkeit halber ist in
diesem Zusammenhang zu erwähnen, dass das Strafrecht keine
Verschuldenskompensation kennt und daher ein allfälliges Mitverschulden eines
anderen Verkehrsteilnehmers keine Auswirkungen auf die Strafbarkeit entfalten kann
(BGE 116 IV 294 E. 2a). Der Einwand des Rekurrenten, der andere Fahrzeuglenker
hätte ausweichen können – was aus den Akten in keiner Weise hervorgeht, geschweige
denn nachgewiesen ist –, würde daher am Verschulden nichts ändern.
d) Zusammenfassend qualifizierte die Vorinstanz die Verkehrsregelverletzung zu Recht
als mittelschwere Widerhandlung gemäss Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG. Zu prüfen bleibt
die Dauer des Führerausweisentzugs.
3.- a) Bei der Festsetzung der Dauer des Lernfahr- oder Führerausweisentzugs sind die
Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen, namentlich die Gefährdung der
Verkehrssicherheit, das Verschulden, der Leumund als Motorfahrzeugführer sowie die
berufliche Notwendigkeit, ein Motorfahrzeug zu führen (Art. 16 Abs. 3 SVG). Die
Mindestentzugsdauer darf jedoch nicht unterschritten werden. Diese beträgt gemäss
Art. 16b Abs. 2 lit. b SVG nach einer mittelschweren Widerhandlung mindestens vier
Monate, wenn in den vorangegangenen zwei Jahren der Ausweis einmal wegen einer
schweren oder mittelschweren Widerhandlung entzogen war.
b) Dem Rekurrenten war der Führerausweis wegen einer mittelschweren
Widerhandlung vom 22. März bis 21. April 2013 für einen Monat entzogen, da er am 3.
November 2012 eine Geschwindigkeitsüberschreitung begangen hatte. Die vorliegend
zu beurteilende mittelschwere Widerhandlung geschah knapp eineinhalb Jahre nach
der Wiederaushändigung des Führerausweises und damit innerhalb der zweijährigen
Frist gemäss Art. 16b Abs. 2 lit. b SVG. Die Vorinstanz entzog den Führerausweis für
vier Monate, das heisst für die Mindestdauer, welche nicht unterschritten werden darf
(Art. 16 Abs. 3 SVG; BGE 132 II 234 E. 3.2). Damit bleibt kein Raum für eine
Verhältnismässigkeitsprüfung, und zwar auch dann nicht, wenn der Betroffene
besonders sanktionsempfindlich ist. Entsprechend ist die angefochtene Verfügung
auch hinsichtlich der Massnahmedauer zu bestätigen und der Rekurs folglich
abzuweisen.
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4.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten von Fr. 1'200.–
dem Rekurrenten aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP; Art. 7 Ziff. 122 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der Kostenvorschuss von Fr. 1‘200.– ist zu
verrechnen.
Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Entschädigung der
ausseramtlichen Kosten (Art. 98 VRP).